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Timestamp: 2017-02-24 20:18:23+00:00

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Achim Volker Kaufer
1 A 3566 E Berliner Anwaltsblatt herausgegeben vom Berliner Anwaltsverein e.v. in Zusammenarbeit mit der Rechtsanwaltskammer Berlin Juni 6/2010 Die Anwaltschaft - eine Zweiklassengesellschaft? mit den Mitteilungen der Rechtsanwaltskammer des Landes Brandenburg und der Notarkammer Berlin 59. Jahrgang2 Fachprogramm 21. bis 24. September 2010 Recht mitgestalten. Jetzt anmelden: Dienstag, 21. September Eröffnungssitzung Eröffnung durch den Präsidenten des 68. Deutschen Juristentages Prof.Dr.Martin Henssler Grußworte Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland Dr.Angela Merkel Bundesministerin der Justiz Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Bundesministerin für Justiz der Republik Österreich Mag.Claudia Bandion-Ortner Regierender Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit Festansprache Premierminister von Luxemburg Jean-Claude Juncker Mittwoch/Donnerstag, 22./23. September Zivilrecht Ist unser Erbrecht noch zeitgemäß? Vorsitzender Notar Prof. Dr. Peter Rawert, LL.M., Hamburg/Kiel Stv. Vorsitzende Prof. Dr. Astrid Stadler, Konstanz Schriftführerin Staatsanwältin Dr. Katrin Henninger, Hamburg Gutachterin Prof.Dr.Anne Röthel, Hamburg Referenten Direktor des MPI Prof. Dr. Jens Beckert, Köln Rechtsanwalt Dr. Andreas Frieser, Bonn Prof. Dr. Knut W.Lange, Bayreuth Notar Dr. Jörg Mayer, Simbach a. Inn Arbeits- und Sozialrecht Abschied vom Normalarbeitsverhältnis? Welche arbeits- und sozialrechtlichen Regelungen empfehlen sich im Hinblick auf die Zunahme neuer Beschäftigungsformen und die wachsende Diskontinuität von Erwerbsbiographien? Vorsitzender Prof. Dr. Gregor Thüsing, LL.M., Bonn Stv. Vorsitzender Vors. Richter am BSG Prof. Dr. Peter Udsching, Kassel/Göttingen Schriftführer Richter am SG Dr. Björn Harich, Bremen Gutachter Prof. Dr. Raimund Waltermann, Bonn Referenten Mitglied des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit Heinrich Alt, Nürnberg Prof. Dr. Wolfhard Kohte, Halle Prof. Dr. Christian Rolfs, Köln Strafrecht Erfordert das Beschleunigungsgebot eine Umgestaltung des Strafverfahrens? Verständigung Fristsetzung für Beweisanträge Beschränkung der Geltendmachung von Verfahrensgarantien Vorsitzender Prof. Dr. Helmut Satzger, München Stv. Vorsitzende Vors. Richterin am BGH Dr.Ingeborg Tepperwien, Karlsruhe Rechtsanwalt Prof. Dr. Gunter Widmaier, Karlsruhe/München Schriftführer Wiss. Mitarbeiter Frank Zimmermann, München Gutachter Prof. Dr. Hans Kudlich, Erlangen/Nürnberg Referenten Vors. Richter am LG Peter Faust, Berlin Generalbundesanwältin Prof.Monika Harms, Karlsruhe/Halle Rechtsanwalt Dr. Sven Thomas, Düsseldorf Öffentliches Recht Neue Religionskonflikte und staatliche Neutralität Erfordern weltanschauliche und religiöse Entwicklungen Antworten des Staates? Vorsitzender Richter des BVerfG Prof.Dr.Dr.Udo Di Fabio, Karlsruhe/Bonn Stv. Vorsitzende GeneralanwältinamEuGH Prof. Dr. Dr. Juliane Kokott, Luxemburg/St.Gallen Schriftführer Wiss. Mitarbeiter Dan Bastian Trapp, Bonn Gutachter Prof. Dr. Christian Waldhoff, Bonn Referenten Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Paul Kirchhof, Heidelberg Prof. Dr. Christoph Möllers, LL.M., Göttingen Kurzreferenten Bischof a.d. Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Berlin/Heidelberg Iran. Juristin, Islam. Theologin Hamideh Mohagheghi, Hannover Pfarrer Dr.Wolfgang Picken, Bonn Öffentliches und Privates Wirtschaftsrecht Finanzmarktregulierung Welche Regelungen empfehlen sich für den deutschen und europäischen Finanzsektor? Vorsitzender Direktor des MPI (em.) Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Hopt, MCJ, Hamburg Stv. Vorsitzende Rechtsanwalt Prof. Dr. Thomas Mayen, Bonn/Köln Direktor des MPI Prof. Dr. Dr. h.c.wolfgang Schön, München Schriftführer Jun.-Prof. Dr. Patrick C. Leyens, LL.M., Hamburg Gutachter Direktor des MPI Prof. Dr. h.c. mult. Martin Hellwig, Ph.D., Bonn Prof. Dr. Wolfram Höfling, M.A., Köln Prof. Dr. Daniel Zimmer, LL.M., Bonn Referenten Prof. Dr. Gregor Bachmann, LL.M., Berlin Hauptgeschäftsführer des DLT Prof. Dr. Hans-Günter Henneke, Berlin/Osnabrück Ministerialdirigent Dr. Thorsten Pötzsch, Berlin Berufsrecht Die Zukunft der Freien Berufe zwischen Deregulierung und Neuordnung Vorsitzender Rechtsanwalt Felix Busse, Bonn Stv. Vorsitzender Richter am EuGH Prof. Dr. Thomas von Danwitz, Luxemburg/Köln Schriftführer Rechtsanwalt Dr. Christof Kiesgen, Bonn Gutachter Prof.Dr.Jörn Axel Kämmerer, Hamburg Referenten Direktor des MPI Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Basedow, LL.M., Hamburg Präsident der RAK Rechtsanwalt Dr. Michael Krenzler, Freiburg Hauptgeschäftsführer des BFB Rechtsanwalt Arno Metzler, Berlin Freitag, 24. September Forum Gleichstellung Geschlecht Kein Thema mehr für das Recht? Leitung Prof.Dr.Ingeborg Schwenzer, Basel Vors.Richter am OVG Prof.Dr.Max-Jürgen Seibert, Münster/Bonn Podium Prof. Dr. Susanne Baer, LL.M., Berlin Richterin des BVerfG Dr. Christine Hohmann-Dennhardt, Karlsruhe Prof.Dr.Gerhard Igl, Kiel Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles, Münster Prof. Dr. Gregor Thüsing, LL.M., Bonn Fortbildungsnachweise Die Teilnahme an den Fachveranstaltungen berechtigt zum Erwerb von Fortbildungsnachweisen für Fachanwälte im jeweiligen Rechtsgebiet. Darüber hinaus stellen die Abteilungen Fortbildungen im Sinne der Fortbildungsbescheinigung des DAV dar. Tagungsorte Maritim Hotel, Stauffenbergstraße 26, Berlin Tagungsbeiträge Mitglieder djt Euro Studenten und Referendare... 30Euro Nichtmitglieder Euro Studenten und Referendare Euro Kontakt Geschäftsstelle des 68. Deutschen Juristentages Kammergericht, Elßholzstraße 30 33, Berlin Telefon +49 (0) , Telefax3 Berliner Anwaltsblatt 6/ Liebe Leserinnen und Leser, herzlich willkommen im Berliner Anwaltsblatt Die Vertretung der Interessen der Berliner Anwaltschaft, Fortbildung und fachlicher Austausch vor Ort, Service für Kanzleien das sind die Aufgaben des Berliner Anwaltsvereins. Gerade die Interessenvertretung kann nur deshalb kraftvoll erfolgen, weil der Berliner Anwaltsverein durch hohen ehrenamtlichen Einsatz zahlreicher Mitglieder und nicht zuletzt durch Ihre Mitgliedschaft ermöglicht wird. Im vergangenen Monat hat der Berliner Anwaltsverein einen neuen Mitgliederrekord erreicht: Erstmals haben wir mehr als Mitglieder. Bei Drucklegung dieses Hefts sind es genau Anwältinnen und Anwälte. Damit ist etwa ein Drittel aller Berliner Kolleginnen und Kollegen freiwillig im Berliner Anwaltsverein organisiert. Nicht mitgezählt sind hierbei die jüngeren Berliner Kolleginnen und Kollegen, die Mitglied im FORUM Junge Anwaltschaft sind. Das FORUM bietet viel Service zum Einstieg in den Anwaltsberuf insbesondere Erfahrungsaustausch und Netzwerkbildung. Vor Ort in Berlin findet an jedem dritten Montag des Monats der Stammtisch statt. Hierzu lädt der Regionalbeauftragte, Herr Kollege Karsten Bartels, regelmäßig interessante Referenten und Gesprächspartner aus Anwaltschaft, Justiz und Kanzleipraxis ein. Mehr Informationen unter Durch die Mitgliedschaft im Berliner Anwaltsverein wird gleichzeitig die Arbeit des Deutschen AnwaltVereins unterstützt und ermöglicht: die Interessenvertretung auf Bundesebene und die Einbringung der anwaltlichen Praxiserfahrung in die Gesetzgebung weit über das Berufsrecht hinaus, Service, und nicht zuletzt die Imagekampagne unter dem Motto Vertrauen ist gut. Anwalt ist besser. Übrigens: Die Imagekampagne Vertrauen ist gut. Anwalt ist besser. wird auch in Zukunft durch die örtlichen Anwaltsvereine und den DAV finanziert, im Berliner Anwaltsverein jedoch nicht mehr durch eine Umlage. Auf Vorschlag des Vorstands hat unsere Mitgliederversammlung im Mai beschlossen, die in den vergangenen Jahren erhobene Umlage nicht weiter fortzusetzen und auch den Mitgliedsbeitrag nicht zu erhöhen. Die Kosten der Mitgliedschaft für das laufende Jahr werden so wieder gesenkt. Die deutschlandweit erhobene Mitgliederumlage hat der Imagekampagne der Anwaltschaft über mehrere Jahre einen starken Auftakt in überregionalen Medien ermöglicht. Hierdurch wurden die Kernbotschaften der Kampagne mit deutlich messbarer Intensität in der Öffentlichkeit bekannt gemacht insbesondere die Vorteile frühzeitiger anwaltlicher Beratung in verschiedenen Lebenslagen sowie die Werbung für die Deutsche AnwaltAuskunft des DAV. Einem unserer Mitglieder möchte ich an dieser Stelle besonders gratulieren: Herrn Kollegen Dr. Dieter Sellner, dem auf dem 61. Deutschen Anwaltstag in Aachen im vergangenen Monat die höchste Auszeichnung des DAV, die Hans-Dahs-Plakette, verliehen wurde. Hiermit wurden seine herausragenden Leistungen in der Verbindung von anwaltlicher Praxis, wissenschaftlicher Vertiefung und gesetzgeberischer Beratung im Umwelt- und Immissionsschutzrecht gewürdigt. Zuletzt möchte ich auch die Berliner Kolleginnen und Kollegen, die (noch) nicht Mitglied im Berliner Anwaltsverein sind, herzlich einladen: Eine Vielzahl an Veranstaltungen des Berliner Anwaltsvereins steht auch Ihnen offen, ein guter Teil unserer Arbeit kommt auch Ihnen zugute. Alle Vorstandsmitglieder des Berliner Anwaltsvereins sowie unser Geschäftsführer, Herr Kollege Christian Christiani, beantworten gern persönlich Ihre Fragen zur Mitgliedschaft. Ihr Ulrich Schellenberg4 194 Berliner Anwaltsblatt 6/2010 Impressum Berliner Anwaltsblatt 59 Jahrgang Herausgeber: Berliner Anwaltsverein e.v., Littenstr Berlin, Telefon (030) Telefax: Redaktionsleitung: Dr. Eckart Yersin Redaktion: Christian Christiani, German von Blumenthal, Eike Böttcher, Gregor Samimi, Benno Schick, Thomas Vetter, Dr. Eckart Yersin Redaktionsanschrift: Littenstr Berlin Telefon (030) Telefax: Verantwortlich für Kammerton Marion Pietrusky, Hans-Joachim Ehrig, Benno Schick (der RAK Berlin) Rechtsanwaltskammer Berlin Hans-Litten-Haus Littenstr Berlin Telefon: (030) Telefax: homepage: Mitteilungen der RAK Dr. Rüdiger Suppé, des Landes Brandenburg Rechtsanwaltskammer des Landes Brandenburg Grillendamm Brandenburg Mitteilungen der Elke Holthausen-Dux Notarkammer Berlin: Notarkammer Berlin Littenstraße Berlin Telefon (030) Telefax (030) Internet: Mitteilungen des Dr. Vera von Doetinchem, Versorgungswerks der Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Berlin Schlüterstr. 42, Berlin Rechtsanwälte in Berlin alle anderen Rubriken: Dr. Eckart Yersin Bundesallee 213/ Berlin Telefon: (030) Telefax: (030) Anzeigen: Peter Gesellius, Baseler Straße Berlin Postanschrift: Postfach Berlin Telefon: (030) Telefax: (030) Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 17 vom Anzeigenschluss ist der 25. des Vormonates Zeichnungen: Philipp Heinisch, Wilhelmshöher Str Berlin Telefon: (030) Telefax: (030) Verlag: Das Berliner Anwaltsblatt erscheint monatlich im CB-Verlag Carl-Boldt, Baseler Str Berlin, Postanschrift: Postfach , Berlin Telefon: (030) Telefax: (030) Bezugspreis im Jahresabo 75,-, Einzelheft 8,- Druck: Globus-Druck GmbH & Co. Print KG, Berlin Telefon: (030) Telefax: (030) Redaktionsschluss ist der 20. des Vormonates Ja, ich will dem Berliner Anwaltsverein beitreten und die vielen Vorteile nutzen Name:... Anschrift: Berliner Anwaltsverein Geburtstag:... Littenstr. 11 Zulassungstag:... Telefon/Fax: Berlin ... Datum Unterschrift5 Berliner Anwaltsblatt 6/ Unsere Themen im Juni 2010 Nur für Idealisten die neue Armut der Anwälte von Rechtsanwalt Gregor Samimi und Cornelia Liedtke Seite 197 Sofort freilassen oder Wegsperren für immer? Der schwierige Umgang mit dem Urteil des EGMR zur nachträglichen Sicherungsverwahrung von Rechtsanwalt Thomas Vetter Seite 204 Mitgliederversammlung 2010 des Berliner Anwaltsvereins von Rechtsanwalt Maximilian Gutmacher Seite 211 Fortbildungsveranstaltungen der Rechtsanwaltskammer Berlin bis zum Jahresende Seite 222 Litigation-PR: Wenn es nicht reicht, Recht zu haben von Rechtsanwältin Barbara Helten und Rechtsanwältin Elsa Ihde Seite 230 Außerdem finden Sie in dieser Ausgabe: Titelthema Nur für Idealisten die neue Armut der Anwälte 353 Aktuell Anwälte fordern Stärkung des Anwaltsgeheimnisses 201 DAV fordert Verzicht auf Erscheinens- und Aussagepflicht für Zeugen bei der Polizei 201 DAV begrüßt Maßnahmen gegen überlange Gerichtsverfahren 202 Höchste Auszeichnung des DAV geht an Berliner Rechtsanwalt 203 Sofort freilassen oder Wegsperren für immer? 204 Anwälte wollen weiterhin berufsspezifisches Werberecht 207 Nach 17 Jahren: Wechsel an der Spitze des Verwaltungsgerichts Potsdam 208 Interdisziplinäre Fortbildung für Rechtsfachwirte 208 Finanzkrise und Strafrecht Banker in den Knast? 210 BAVintern Mitgliederversammlung 2010 des Berliner Anwaltsvereins 211 Aktuelle Rechtsprechung des Kammergerichts zum Bauwerkvertrags- und Architektenrecht 212 Aktuelle Rechtsprechung zum Kostenrecht Stellenbörse im DAV-Haus 215 Veranstaltungen des BAV 217 Kammerton Die Rechtsanwaltskammer Berlin teilt mit 218 Mitgeteilt Rechtsanwaltskammer des Landes Brandenburg 224 Urteile Anwaltsgehalt um die Euro ist sittenwidrig 225 Kammeraustritt als Hauptsachenerledigung 226 Wissen Streitwerterhöhung bei mitverglichenen, nicht rechtshängigen Gegenständen im Arbeitsgerichtsprozess? 227 Der Mietwagenstreit: Lästig, aber strategisch wichtig 228 Forum Litigation-PR: Wenn es nicht reicht, Recht zu haben 230 Büro&Wirtschaft Rechts-Apps Juristische Programme für das iphone 232 Bücher Buchbesprechungen 233 Termine Terminkalender 234 Beilagenhinweis Dieser Ausgabe liegt ein Prospekt der Firma Juristische Fachseminare, Bonn, bei. Wir bitten um freundliche Beachtung6 196 Berliner Anwaltsblatt 6/2010 BAVintern Die Mitgliedschaft im Berliner Anwaltsverein bringt Ihnen viel, kostet Sie aber fast nichts, wenn Sie die Vorteile der Mitgliedschaft in Anspruch nehmen: für den Mitgliedsbeitrag von 98,50 Euro im Jahr für Junganwältinnen und Junganwälte in den ersten zwei Jahren nach Zulassung, danach für 198 Euro im Jahr bieten wir Ihnen Alle Leistungen des Berliner Anwaltsvereins kostenlos das Berliner Anwaltsblatt (10mal jährlich), kostenlos DAV-Ratgeber in den ersten zwei Jahren nach Zulassung, danach gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro, kostenlos Vermittlung von Namen und Anschriften von Anwälten im europäischen Ausland, Sonderkonditionen beim Zugang zu den Fortbildungsveranstaltungen des Berliner Anwaltsvereins, Sonderkonditionen beim Abschluss einer Krankenversicherung bei der DKV, Sonderkonditionen beim Abschluss von Berufshaftpflicht und Kanzleiversicherungen im Gerling-Konzern, Sonderkonditionen beim Abschluss von Kapital, Renten- u. Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Deutschen Anwalts- u. Notarversicherung, Sonderkonditionen beim Eintrag in den gewusst-wo -Rechtsberatungsspiegel in Zusammenarbeit mit dem Verlag Schmidt-Römhild Alle Leistungen des Deutschen AnwaltVereins (in dem Sie über den BAV automatisch Mitglied werden) kostenlos das Anwaltsblatt (11mal jährlich), kostenlos die DAV-Depesche (wöchentlich per ), kostenlos Europa im Überblick (per ), DAV-Service-Hotline zum Gebührenrecht, kostenlose Aufnahme in den Datenbestand der Deutschen AnwaltAuskunft, der Anwaltvermittlung des DAV (nur für DAV-Mitglieder), kostenlose AnwaltCard - die Kreditkarte des DAV, in Kooperation mit der Santander Consumer Bank AG, Zugang zu den DAV-Arbeitsgemeinschaften (nur für Mitglieder), die u. a. einen Erfahrungsaustausch ermöglichen, Sonderkonditionen bei den Fortbildungsveranstaltungen der Deutschen Anwaltakademie, Sonderkonditionen bei den Fortbildungsveranstaltungen des DAV, Sonderkonditionen für das Anwaltverzeichnis (ca. 40 Euro Ersparnis), Sonderkonditionen für Neufahrzeuge der Marken Opel und Saab, Sonderkonditionen bei Mietwagen über eine Kooperation mit Hertz-Autovermietung, Sonderkonditionen beim Telefonieren in Mobilfunk-Netzen bei der Grundgebühr über T-Mobile und E-Plus, Sonderkonditionen im Festnetz/Mobilfunk/Internetzugang über Telego!, Sonderkonditionen bei Kauf oder Miete digitaler Kopiersysteme, Drucker usw. der Marken RICOH und TOSHIBA über den DAV-Kooperationspartner HOFMANN & WÖLFEL BÜROORGANISATION GmbH, Sonderkonditionen beim Zugang zu Jurion (bis zu 50% Ersparnis für DAV-Mitglieder), Sonderkonditionen bei der Nutzung von juris, mehr dazu unter Sonderkonditionen beim Bezug der NJW (22,00 Euro Ersparnis jährlich), Sonderkonditionen beim Erwerb und Onlinenutzung des AnwaltKommentars zum Bürgerlichen Gesetzbuch der Nomos Verlagsgesellschaft mbh & Co. KG (Sie sparen bis zu 30%), Sonderkonditionen in Hotels der NH-Hotelkette in Deutschland Vergünstigungen bei verschiedenen Hotelketten über die Mitgliedschaft des DAV im Bundesverband der freien Berufe Beitritt Nehmen Sie unsere zahlreichen Vorteile in Anspruch, stärken Sie unseren gemeinsamen Einfluss in Politik und Wirtschaft, arbeiten Sie mit uns an einer gemeinsamen und starken Berliner Anwaltschaft. Daher: Zögern Sie nicht länger und treten Sie dem zweitgrößten örtlichen Anwaltsverein Deutschlands mit über 3500 Mitgliedern bei. BAV7 Berliner Anwaltsblatt 6/ Thema Nur für Idealisten die neue Armut der Anwälte Gregor Samimi und Cornelia Liedtke Peter S. hatte eine genaue Vorstellung, wie sein Berufsleben eines Tages aussehen würde: ein hoch bezahlter Posten in einer internationalen Großkanzlei, spannende Fälle an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Recht, hohes Ansehen in der Bevölkerung. Doch nach dem zweiten Staatsexamen musste Peter seine Träume begraben: mit der Note befriedigend hatte er keine Chance, eine der begehrten Stellen in einer Großkanzlei zu ergattern. Wie Peter geht es vielen Juristen nach dem Studium folgt die große Ernüchterung. Urszula Lisson vom Deutschen Anwaltverein (DAV) bestätigt: Die Bilder des Limousine fahrenden Anwalts kurz nach der Zulassung gehören längst der Vergangenheit an. Anwalt aus Mangel an Alternativen Kein Wunder, tummeln sich doch immer mehr Juristen auf dem Arbeitsmarkt und machen sich gegenseitig Konkurrenz. Denn trotz leichter Rückläufigkeit bei den Studentenzahlen gehören die Rechtswissenschaften immer noch zu den beliebtesten Studienfächern: Seit Anfang der 90er Jahre beginnen jedes Jahr rund Studenten das Jura- Studium, etwa die Hälfte davon schließt jedes Jahr mit dem ersten Examen das Studium ab, und zwischen und Absolventen des zweiten Examens strömen jedes Jahr auf den Arbeitsmarkt. Ein Großteil davon, zwischen 75 und 80 Prozent, wird Rechtsanwalt. Oftmals nicht so sehr aus Leidenschaft, sondern vielmehr aus Mangel an Alternativen. Denn der Bedarf an Richtern, auf deren Berufsbild die Ausbildung in erster Linie ausgerichtet ist, ist überschaubar und über die Jahre relativ stabil geblieben: Etwa Richter und Staatsanwälte gibt es bundesweit. Die Anforderungen an die Bewerber für eine solche Stelle sind in der Regel ebenso hoch wie für einen Arbeitsplatz in einer Großkanzlei. So werden in Berlin zwei Prädikatsexamen erwartet, in Bayern sollen die Bewerber mindestens 8,5 Punkte mitbringen. Nur etwa 15 Prozent eines Jahrgangs erreichen solche Noten. Allerdings sind selbst das noch weit mehr, als tatsächlich als Richter oder Staatsanwalt benötigt werden denn das sind nur vier Prozent der Absolventen. Nicht viel höher ist der Anteil derer, die in der sonstigen Verwaltung eine Arbeitsstelle finden, nämlich sechs Prozent. Und auch hier sind gute Noten Voraussetzung, in Berlin in der Regel ebenfalls zwei Prädikatsexamen. Dabei nehmen sich die Verdienstmöglichkeiten gegenüber denen in Großkanzleien, die durchschnittlich mit Gehältern von knapp Jahresbrutto aufwarten, fast bescheiden aus: In Berlin liegt das Eingangsgehalt eines unverheirateten, kinderlosen, 27jährigen Richters oder Staatsanwalts bei rund Euro pro Monat, in der Verwaltung verdient ein Berufsanfänger durchschnittlich Euro brutto im Jahr. Ihre Meinung ist gefragt! Geringe Einstiegsgehälter Für viele, die als Rechtsanwalt ihr Glück versuchen, wäre ein solches Einkommen allerdings ein Traumgehalt. Nach einer im Jahr 2009/2010 vom Soldan-Institut für Anwaltmanagement durchgeführten Studie verdienen bis zu 20 Prozent der jungen Anwälte, die als freie Mitarbeiter oder Angestellte für eine Einzelkanzlei arbeiten, unter Euro brutto im Jahr. Die angespannte Situation lässt sich außerdem an den Umsätzen der Rechtsanwälte ablesen: Von durchschnittlich rund Euro im Jahr 1994 sind sie auf Euro im Jahr 2007 gesunken. Der Markt für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ist eigentlich übersättigt., meint auch Urszula Lisson vom DAV Anwälte sind 2010 bundesweit zugelassen, damit hat sich die Zahl in den letzten zwanzig Jahren verdreifacht. Der Höchststand ist laut DAV längst erreicht, und damit die Zahl nicht weiter ansteigt, dürfe es nicht mehr als bis Neuzulassungen jährlich geben. Zwar ist der jährliche Zuwachs an zugelassenen Anwälten in den letzten Jahren schrittweise gesunken in diesem Jahr stieg die Zahl der Anwälte um knapp zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr, während der Zuwachs Ende der Neunziger noch bei über sieben Prozent lag, dass das Wachstum völlig gestoppt wird, ist aber nicht zu erwarten. Auch auf diese schwierige Gesamtsituation lässt sich wohl zurückführen, dass sich so mancher Jurist auf zweifelhaftes Wie haben Sie Ihre Ausbildung und die Vorbereitung auf den Anwaltsberuf empfunden? Teilen Sie die Einschätzung der Autoren des Beitrags? Schreiben Sie uns per Post (Berliner Anwaltsverein, Redaktion Berliner Anwaltsblatt, Littenstraße 11, Berlin) oder per8 198 Berliner Anwaltsblatt 6/2010 Thema Dolmetscher und Übersetzer Tel Fax Norbert Zänker & Kollegen beeidigte Dolmetscher und Übersetzer ( Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch ) Übersetzungen: Fachtexte aus verschiedenen Gebieten, ferner Texte allgemeiner Art, Privatbriefe, Geschäftsbriefe, Familienstandsurkunden, Zeugnisse. Wir versehen von uns gefertigte Übersetzungen mit der Bescheinigung der Richtigkeit und Vollständigkeit. Fachgebiete: Außenhandel, Bank und Börse, Bildung, Film, Funk, Fernsehen, Handel, Recht (Zivilrecht, Strafrecht, Wirtschaftsrecht), Messewesen, Patente, Politik, Steuern und Finanzen, Versicherung, Verträge, Werbung, Wirtschaft, Zollwesen. Termine und Kosten: Für kürzere Texte müssen Sie im allgemeinen mit 1 bis 3 Tagen rechnen; Genaueres können wir Ihnen bei Vorlage des Textes sagen. Die Kosten werden nach 8, 11 & 12 JVEG berechnet; die Kalkulation erfolgt bei Vorlage des Textes. Dolmetschen: Gerichtsdolmetschen, Gesprächs- und Verhandlungsdolmetschen, Vortragsdolmetschen, Simultandolmetschen. Kosten und Bedingungen nennen wir auf Anfrage. Lietzenburger Str Berlin zwischen Bleibtreu- und Schlüterstraße Terrain begibt und zum Beispiel als Abmahnanwalt auf ungute Weise von sich reden macht und ins Zwielicht gerät. Eine Zunahme solcher oder anderer unseriösen Machenschaften hat man bei der Bundesrechtsanwaltskammer zwar nicht festgestellt, die Zahl der Beschwerden sei allerdings leicht gestiegen. In der Bevölkerung hat das Ansehen der Anwälte jedenfalls schon gelitten. Nach den regelmäßig durchgeführten Allensbach-Umfragen zum Berufsprestige sind die Anwälte die großen Verlierer: Bis Ende der 90er Jahre sprachen dem Anwalt noch 37 Prozent der Befragten ihre ganz besondere Achtung aus, 2008 waren es nur noch 27 Prozent. Unseriöse Jobofferten Auch Cordula L. machte auf ihrer Suche nach einem Job unglückliche Erfahrungen mit der eigenen Zunft. Ein Sozialrechtsanwalt mit Einzelkanzlei bot ihr an, dass sie Mandate von ihm übernehmen könne Mo-Fr 9-19 Uhr für die Vermittlung wollte der Anwalt 50 Prozent der in Rechnung gestellten Gebühren. Cordula erklärte sich einverstanden und bearbeitete einige Fälle. Plötzlich verlangte der Anwalt 75 Prozent Beteiligung und begründete seine Kehrtwende damit, dass sich eine frisch gebackene Anwältin für ein unbezahltes Praktikum angeboten habe, und das sei für ihn natürlich noch billiger. Cordula lehnte ab: Von den 25 Prozent Gebühren hätte ich kaum leben können, und ich fand das auch eine absolute Unverschämtheit und glatte Erpressung. Ich war wahnsinnig frustriert und wütend, aber ich konnte ja nichts machen. Cordula ist kein Einzelfall. Auch der Bundesgerichtshof hatte im November 2009 über eine prekäre Stellenanzeige zu entscheiden: Eine Kanzlei bot eine auf zwei Jahre befristete Trainee-Stelle für junge Anwälte an zu einem Gehalt von rund Euro. Sittenwidrig, entschied der BGH. Aber ob das Urteil künftig vor ähnlichen Arbeitsverhältnissen schützen wird, ist fraglich. Zumal Fälle von extrem schlechter Bezahlung oder unbezahlten Praktika nur selten offiziell werden. Bei der Bundesrechtsanwaltskammer weiß man jedenfalls nichts davon: In Einzelfällen mag es solche Praktika geben, es ist jedoch kein allgemeines Phänomen auf dem anwaltlichen Arbeitsmarkt, so Peggy Fiebig. Mängel in der Anwaltsausbildung Aber nicht nur der enger werdende Arbeitsmarkt ist ein Problem. Die Juristen sind außerdem nur unzureichend auf die Anwaltstätigkeit vorbereitet. Zwar wurde die Anwaltsstation im Referendariat 2003 von drei auf neun Monate verlängert, das aber reicht nach Ansicht des DAV nicht aus. Denn an den Prüfungsinhalten habe sich nichts geändert, weswegen die Ausbildungszeit beim Anwalt von den Referendaren zu oft als Tauchstation genutzt werde, um für das Examen zu lernen - denn Wissen über das Führen einer Anwaltskanzlei wird dort nicht abgefragt. Diskutiert wird nun vor allem, ob die Umstellung auf Bachelor und Master eine Verbesserung der Ausbildung bringen könnte. Die anfangs vorherrschende Ablehnung bröckelt und immer mehr Befürworter mit unterschiedlichen Modellen melden sich zu Wort: vierjähriger Bachelor und einjähriger Master oder dreijähriger Bachelor und zweijähriger Master, die Beibehaltung von zwei Staatsexamina oder das vollständige Ersetzen durch die neuen Abschlüsse, der Vorbereitungsdienst als herkömmliches Referendariat oder als Spartenausbildung, die in Anwalts-, Justiz- und Verwaltungsreferendariat un-9 Berliner Anwaltsblatt 6/ Thema terteilt wäre und für Anwälte mit dem Anwaltsexamen abschließen würde. Bis es tatsächlich Entscheidungen gibt, wird es aber wohl noch eine Weile dauern - denn die Mühlen der Politik mahlen langsam. Die Justizministerkonferenz hat sich das Thema für 2011 auf die Agenda geschrieben, und auch die Berliner Justizsenatsverwaltung sieht offensichtlich keinen Grund zur Eile: Ob mit einer Umstellung auf eine Bachelor- Master-Struktur eine weitere Verbesserung möglich wäre, muss sorgfältig geprüft werden; (...) Ich plädiere daher dafür, zunächst sorgfältig die inhaltliche Diskussion zu führen und erst danach über die äußere Form zu sprechen. Soweit erforderlich, müssten wir bestimmte Vorgaben mit der Kultusministerkonferenz neu diskutieren, erklärt Jana Standke aus der Senatsverwaltung. Für eine Spezialisierung in der Ausbildung wie die vorgeschlagene Spartenausbildung mit Anwaltsexamen hat der Berliner Senat gar nichts übrig, da die Ausübung der klassischen juristischen Berufe im Kern derselben Kenntnisse und Fähigkeiten bedürfe, weshalb am System der volljuristischen Ausbildung festzuhalten sei. Wir deutschen Juristen sehen darin regelmäßig eine besondere Stärke unseres Ausbildungssystems, so Jana Standke. Arbeitsmarkt für Anwälte übersättigt Matthias R. sieht in diesem System keine Stärke. Mit zweimal ausreichend hatte er keine Chance auf eine Anstellung, und so machte er sich vor zwei Jahren zwangsläufig selbständig. Bis heute lebt er an der Grenze zum Existenzminimum, immer wieder ist er kurz davor, seine Zulassung zurück zu geben. Matthias hätte sich eine frühere Spezialisierung gewünscht, die ihn für die Anwaltstätigkeit besser fit gemacht hätte. Eigentlich fühle ich mich schikaniert durch das Studium mir kommt es so vor, als würde von Juristen traditionell erwartet, dass sie durch die riesige Stofffülle nicht nur ihre Lern-, sondern auch ihre Leidensfähigkeit unter Beweis stellen müssen, um in den erlesenen Elite-Kreis der Juristen aufgenommen zu werden. Dabei ist es mit der Elite sowieso längst vorbei. Tatsächlich aber hält sich unter vielen Studenten hartnäckig der Glaube, dass Juristen tausend Wege offen stünden und sie überall gebraucht würden. Ein Irrtum. Denn auch in der Wirtschaft sind die Möglichkeiten für Juristen begrenzt. Laut DAV kommen nur knapp 15 Prozent dort unter und in Zeiten der Krise könnten es noch weniger werden. Zwei Drittel der Wirtschaftsunternehmen streichen aufgrund engerer finanzieller Spielräume Stellen, so die Bundesarbeitsagentur. Vor allem Berufsanfängern ohne oder mit geringer Berufserfahrung fällt der Berufseinstieg derzeit schwerer; so sind fast zwei Drittel der arbeitslosen Juristen noch keine 3510 200 Berliner Anwaltsblatt 6/2010 Thema Jahre alt, erklärt Ilona Mirtschin. Bleibt also, wie bei Matthias R., nur der Weg in die prekäre Selbständigkeit. Ein wirkliches Problem wird in der Politik aber offensichtlich gar nicht wahrgenommen. So urteilt die Berliner Senatsverwaltung für Justiz, dass man bei der Beurteilung der Frage, ob der Anwaltsmarkt übersättigt ist, (...) unterschiedliche Auffassungen vertreten könne. Dies sei aber ohnehin nicht der Punkt, da eine gezielte Bedarfssteuerung im Bereich der Berufswahl (...) verfassungsrechtlich hoch problematisch sei. Das Problem vermutet die Senatsverwaltung vor allem darin, dass viele das Studium aus einem Mangel an Alternativen wählten. Und so räumt man ein, dass ein früher akademischer Titel wie also beim Bachelor deshalb als Möglichkeit zu einer rechtzeitigen anderen Orientierung durchaus hilfreich sein könne. Nur: beim frühzeitigen Schaffen einer solchen Möglichkeit hat es die Politik offensichtlich gar nicht eilig. Ausblick Dennoch: Es gibt auch Hoffnungsschimmer. Nach Angaben der Bundesarbeitsagentur hat sich der Arbeitsmarkt für Juristen insgesamt sogar verhalten positiv entwickelt: Gegenüber dem Vorjahr sei die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung 2009 leicht gestiegen, die Zahl der im Laufe des Jahres gemeldeten offenen Stellen stieg um 15 Prozent. Firmen Erfolgreich im Mandat oder selbst ins Verhör? Auf die HDI-Gerling Berufshaftpflicht ist Verlass dank einer Haftungsanalyse, die auch spezielle Risiken Ihrer Beratungstätigkeit berücksichtigt. Mehr darüber erfahren Sie bei unserer Gebietsdirektion Berlin, Tel. +49 (0) oder schicken Sie uns einfach den Coupon als Fax +49 (0) Diese Zahlen bestätigen, dass juristischer Rat auch in Krisenzeiten, oder gerade in der Krise gefragt ist, so Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit. Auch Peggy Fiebig von der Bundesrechtsanwaltskammer sieht weiterhin gute Chancen für engagierte Juristen, die Spaß am Argumentieren haben, sich disziplinieren können und - vor allem - frühzeitig spezialisieren. Und Urszula Lisson vom DAV sieht den Rechtsberatungsmarkt im Wandel neue Rechtsgebiete wie zum Beispiel das IT-Recht böten neue Möglichkeiten, die eigene Nische zu finden. Auch Peter S. hat nach einigen Fehlschlägen für sich einen Weg gefunden: er bekam eine Anstellung in einem Sozialverband, in dem er sich um Menschen mit Behinderungen kümmert. Und er hat für sich festgestellt: Porsche, Villa und eine goldene Kreditkarte brauch ich nicht zum Glücklichsein. Denn anderen Menschen mit meinem juristischen Wissen helfen zu können ist mindestens genau so erfüllend und hat schließlich sogar etwas mit Gerechtigkeit zu tun! Gregor Samimi ist Fachanwalt für Verkehr- Versicherungsrecht und Strafrecht und gehört dem Vorstand der Rechtsanwaltskammer Berlin an. Cornelia Liedtke ist Assessorin in Berlin.11 Berliner Anwaltsblatt 6/ Aktuell Anwälte fordern Stärkung des Anwaltsgeheimnisses Das Anwaltsgeheimnis bedarf einer Stärkung durch die Erweiterung der Zeugnisverweigerungsrechte der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Diese Forderung erhob der Deutsche Anwaltverein (DAV) anlässlich des 61. Deutschen Anwaltstages in Aachen. Wenn der Mandant den Rechtsanwalt von seiner Verschwiegenheitspflicht befreit, muss gewährleistet sein, dass dies ohne Druck und unter Wahrung der Interessen des Mandanten erfolgt. Der Rechtsanwalt sollte daher immer dann zur Zeugnisverweigerung berechtigt sein, wenn die Zeugnisverweigerung im wohlverstandenen Interesse des Mandanten liegt. Dies sollte auch dann gelten, wenn der Mandant erklärt hat, dass er den Rechtsanwalt von der Verschwiegenheitspflicht entbindet. Die Anwaltschaft stellt fest, dass sich in der letzten Zeit die Fälle, in denen beispielsweise in Steuerverfahren der Mandant von finanzamtlicher oder staatsanwaltschaftlicher Seite oder von Seiten des Gerichts aufgefordert wird, den Anwalt von der Verschwiegenheitspflicht zu entbinden, häufen. Zur Begründung für diese Forderung wird auf die Mitwirkungspflicht des Steuerschuldners verwiesen. Begleitet werde der Vorgang von der Inaussichtstellung einer niedrigeren Strafe bzw. Steuerfestsetzung. Solche Fälle gäbe es auch in verwaltungs- und zivilrechtlichen Verfahren. Es komme dabei oft vor, dass der Mandant die Entbindung ausspricht, ohne dass er sich über die Rechtsfolgen vorher anwaltliche hatte beraten lassen. Wenn der Anwalt gegen die objektiven Interessen des Mandanten durch seine Zeugenaussage verstößt, lässt sich dies mit der verfassungsrechtlichen Ableitung der anwaltlichen Verschwiegenheit nicht vereinbaren, betont der Präsident des DAV, Rechtsanwalt Prof. Dr. Wolfgang Ewer. Ansonsten werde unter Druck das Zeugnisverweigerungsrecht unterlaufen. Die Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht kann auch dazu führen, dass der Rechtsanwalt dazu veranlasst wird, Geheimnisse Dritter preiszugeben, so Ewer weiter. Gedacht sei dabei z. B. an Betriebsgeheimnisse, über die der Mandant sich gegenüber seinem Anwalt äußert. Da sie im Rahmen des Mandats erlangt worden sind, müsste der Anwalt diese offenbaren. Auch dies läge nicht immer im Interesse des Mandanten. Anlässlich des 61. Deutschen Anwaltstages in Aachen kritisiert der Deutsche Anwaltverein (DAV) die Bestrebungen des Bundesrats, eine Erscheinens- und Aussageverpflichtung für Zeugen bei der Polizei einzuführen. Ähnliche Vorschläge finden sich auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Dem polizeilichen Zweckdenken muss für den Bereich des Strafrechts ein durch die Staatsanwaltschaft garantiertes Rechtsdenken entgegen gesetzt werden. Ein Effektivitätsgewinn sei überdies zweifelhaft. Eine Verpflichtung des Bürgers, Ladungen der Polizei Folge zu leisten, ist mit seiner Rechtstellung im liberalen Rechtstaat nicht zu vereinbaren, erläutert der Präsident des DAV, Rechtsanwalt Prof. Dr. Wolfgang Ewer. Der Gesetzentwurf Es entspräche auch der Verfassung, eine solche Erweiterung zu schaffen. Das Anwaltsgeheimnis hat auch einen Gemeinwohlbezug und dient nicht allein den Individualinteressen der Mandanten, erläutert Ewer. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sei eine funktionstüchtige Anwaltschaft zur Wahrung des Rechtstaatsprinzips unerlässlich. Zu den Grundvoraussetzungen einer funktionstüchtigen Anwaltschaft gehöre das Anwaltsgeheimnis. Diese Ansicht vertrete auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Im europäischen Vergleich fällt der Vertraulichkeitsschutz in Deutschland derzeit schwach aus, so der DAV. In zahlreichen anderen europäischen Staaten z. B. Frankreich, Österreich, Schweiz, Niederlande hat der Rechtsanwalt ein eigenständiges Zeugnisverweigerungsrecht, unabhängig von einer Entbindung. Eine mögliche Regelung kann an das wohlverstandene Interesse des Mandanten anknüpfen und dem Rechtsanwalt ein eigenes Zeugnisverweigerungsrecht geben. Es ist denkbar, dieses Zeugnisverweigerungsrecht einer gerichtlichen Überprüfung zugänglich zu machen. Pressemitteilung des DAV DAV fordert Verzicht auf Erscheinens- und Aussagepflicht für Zeugen bei der Polizei ziele auf eine weitere Demontage der Bedeutung der Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren zugunsten der Polizei. Die Staatsanwaltschaft muss aber Herrin des Verfahrens bleiben, betont Ewer. Der ursprünglich von den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen eingebrachte Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Effektivität des Strafverfahrens will eine Verpflichtung für Zeugen schaffen, auf Ladungen der Polizei vor dieser zu erscheinen und zur Sache auszusagen. Begründet wird dies mit einer vermeintlichen Steigerung der Effektivität. Diese Effektivitätserwägungen sind nach Ansicht des DAV allerdings nur vordergründig. Eine weitere Kompetenzverlagerung von der Staatsanwaltschaft auf12 202 Berliner Anwaltsblatt 6/2010 Aktuell die Polizei würde folgen und die Sachleitungsbefugnis der Staatsanwaltschaft weiter ausgehöhlt. Dies ist rechtspolitisch höchst bedenklich. Die Bürgerinnen und Bürger sollen durch die gesetzeskundige und gesetzestreue Mitwirkung der Staatsanwaltschaft vor gesetzlichen Eingriffen der Obrigkeit im Ermittlungsverfahren geschützt werden, fordert Ewer. Schon seit Jahren sei ein zunehmendes Vordringen der polizeilichen Kompetenzen zu beobachten. Vor allem durch die technische Ausrüstung der Polizei und die starke Zunahme der Zahl der Ermittlungsverfahren. Einen weiteren Ausbau der polizeilichen Kompetenzen im Ermittlungsverfahren, der die vom Gesetzgeber gewollte Herrschaft der Staatsanwaltschaft über das Ermittlungsverfahren noch stärker relativieren würde, lehnt der DAV mit Nachdruck ab. Während frühere Bundesregierungen solche Überlegungen aus guten Gründen abgelehnt hatten, ist im Koalitionsvertrag beabsichtigt, eine solche Erscheinenspflicht zu schaffen. Pressemitteilung des DAV STRAFRECHT: Die optimale Gebührenabrechnung Für Rechtsanwälte/innen und ihre Mitarbeiter/innen Vergütungsvereinbarung, Rahmen-, Wahl- u. Pflichtverteidigergebühren, Kostenerstattung (mit aktueller Rechtsprechung) Mi. 07. Juli 2010, Berlin Uhr Mit FAO-Bescheinigung DAV begrüßt Maßnahmen gegen überlange Gerichtsverfahren Der Deutsche Anwaltverein (DAV) mahnt seit vielen Jahren Maßnahmen zur Beschleunigung von Verfahren und zur Vermeidung überlanger Verfahren an. Daher begrüßt er beim 61. Deutschen Anwaltstag in Aachen den Referentenentwurf eines Gesetzes, der bei überlangen Gerichtsverfahren eine Verzögerungsrüge mit Entschädigungsrechten vorsieht. In erster Linie kommt es aber darauf an, die Ressourcen der Justiz zu stärken, um eine zügige Arbeit der Gerichte zu ermöglichen. Hinsichtlich der Entschädigungshöhe und dem Zeitpunkt, ab wann diese gewährt wird, sind Konkretisierungen erforderlich. Um eine Beschleunigung der Verfahren zu erreichen, darf es allerdings nicht reflexartig zu einer Beschränkung der Rechtsmittel kommen oder aber zur Verlagerung von Zuständigkeiten aus der I. Instanz zu den höheren Gerichten. Zur Qualität des gerichtlichen Verfahrens gehört auch dessen Dauer, so Referentinnen: Gesine Reisert Fachanwältin für Strafrecht Dorothee Dralle Rechtsfachwirtin, Lehrbeauftragte 175, zzgl. Mwst. (inkl. Imbiss) Anmeldung: Telefax Telefon Rechtsanwalt Prof. Dr. Wolfgang Ewer, DAV-Präsident, in Aachen. Der neue Gesetzentwurf sei eine geeignete Grundlage, um eine Entschädigung zu verlangen. Die Verzögerungsrüge wird eine präventive Wirkung bei den Gerichten haben, so Ewer weiter. Dies dürfe allerdings nicht dazu führen, dass Rechtsmittel beschränkt werden oder es zu einer Verlagerung von Zuständigkeiten aus der I. Instanz zu den Rechtsmittelgerichten komme. Dies sei in der Vergangenheit oft der Fall gewesen, um Verfahren zu beschleunigen. Die Qualität gerichtlicher Entscheidungen dürfe nicht beeinträchtigt werden. Ungenau ist der Referentenentwurf nach Ansicht des DAV bei den Entschädigungsansprüchen. So soll für einen Nachteil, der nicht Vermögensnachteil ist, Entschädigung nur beansprucht werden können, soweit nicht nach den Umständen des Einzelfalls Wiedergutmachung auf andere Weise ausreichend ist. Es ist damit zu befürchten, dass ohne Darlegung konkreter Vermögensnachteile die Gerichtspraxis insoweit keine Entschädigung zubilligen wird. Auch der vorgegebene Pauschalbetrag von 100 Euro Entschädigung für jeden vollen Monat bedürfe der Konkretisierung. Ein Betrag in Höhe von 100 Euro wird oft zu niedrig sein, wenn erhebliche wirtschaftliche Werte betroffen sind. Soweit vorgesehen ist, dass das Gericht einen höheren oder aber auch einen niedrigeren Betrag festsetzen kann, begrüßt der DAV die Öffnungsklausel grundsätzlich. Sie muss aber mit weiteren Kriterien versehen werden, um der Gefahr vorzubeugen, dass der vorgesehene Entschädigungsbetrag von 100 Euro die Obergrenze der festzusetzenden Entschädigung darstellt. Es muss auch klargestellt werden, dass der Entschädigungsanspruch vom Anfang des Verfahrens gilt und nicht erst für den Zeitraum ab der Verzögerungsrüge gewährt wird, erläutert Ewer wei-13 Berliner Anwaltsblatt 6/ Aktuell ter. Insoweit sei der Referentenentwurf inhaltlich unklar. Es sei zu vermeiden, dass ein Beteiligter, allein um den Entschädigungsanspruch in Gang zu setzen, zu einer früheren Verzögerungsrüge veranlasst wird. Im Übrigen sollte nach Ansicht des DAV das Rechtsmittel der Revision gegen eine Entscheidung im Entschädigungsverfahren in den ersten Jahren generell möglich sein und nicht erst im Falle der Zulassung durch das Berufungsgericht. Es sei sinnvoll, den Parteien bis zur Herausbildung einheitlicher Rechtsgrundsätze die Möglichkeit zu geben, die Fortentwicklung einer einheitlichen Rechtsprechung voranzutreiben. Der DAV erläutert auch, dass die durchschnittliche Verfahrensdauer in der Bundesrepublik Deutschland im europäischen Vergleich positiv zu bewerten ist. So ist die durchschnittliche Verfahrensdauer im Jahre 2008 beim Amtsgericht für Zivilsachen mit 4,5 Monaten im europäischen Vergleich niedrig. Hier gibt es aber auch Abweichungen von 3,7 Monaten in Baden-Württemberg bis zu 5,5 Monaten in Thüringen. Der Vergleich der Dauer von Gerichtsverfahren zeigt aber auch, dass in manchen Bereichen eine vorbildliche kurze Durchschnittsdauer erreicht wird, während in anderen Bereichen (bei derselben Zuständigkeit) unzumutbar lange Verfahrenszeiten hingenommen werden müssen. So dauerte in der Verwaltungsgerichtsbarkeit die 1. Instanz beim Verwaltungsgericht in Rheinland-Pfalz im Jahre 2008 durchschnittlich 5,1 Monate, in Brandenburg indessen durchschnittlich 32 Monate. Ein Benchmark der Gerichte untereinander kann ein weiterer Anreiz zur angemessenen Beschleunigung sein, so Ewer weiter. Pressemitteilung des DAV Höchste Auszeichnung des DAV geht an Berliner Rechtsanwalt Auf dem 61. Deutschen Anwaltstag in Aachen wurde Herrn Rechtsanwalt Dr. Dieter Sellner aus Berlin die Hans-Dahs- Plakette verliehen. Sie wird an Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte verliehen, die sich gleichermaßen um die Anwaltschaft und um ihre Verbindung zur Wissenschaft verdient gemacht haben. Sie stellt die höchste Auszeichnung der deutschen Anwaltschaft dar. Die Voraussetzungen werden von Herrn Dr. Sellner geradezu übererfüllt, hebt der DAV-Präsident, Rechtsanwalt Prof. Dr. Wolfgang Ewer, in seiner Laudatio hervor. Während seiner Tätigkeit ERMITTLUNGEN OBSERVATIONEN Anschriften- und Personenermittlungen Pfändungsmöglichkeiten Kontoermittlungen Vermögensaufstellungen Beweis- und Informationsbeschaffung Fehlverhalten in der Partnerschaft Mitarbeiterüberprüfung Unterhaltsangelegenheiten GPS-Überwachung Beweissicherung Berlin Hamburg München Kurfürstendamm Berlin Fon +49 (0) Fax +49 (0) Valentinskamp Hamburg Fon +49 (0) Fax +49 (0) Maximilianstraße 35a München Fon +49 (0) Fax +49 (0) PROFESSIONELLE BEWEIS- UND INFORMATIONSBESCHAFFUNG14 204 Berliner Anwaltsblatt 6/2010 Aktuell Sofort freilassen oder Wegsperren für immer? Der schwierige Umgang mit dem Urteil des EGMR zur nachträglichen Sicherungsverwahrung Dr. Dieter Sellner (links) mit DAV-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Ewer bei der Preisverleihung habe sich Sellner insbesondere auch dem Emissionsschutzrecht und dem Umweltrecht allgemein gewidmet. Rechtsanwalt Dr. Dieter Sellner, Jahrgang 1935, hat sich auch für die Qualifizierung und Spezialisierung in der Anwaltschaft eingesetzt. So hat er sich im Jahre 1981 in einem Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht dafür eingesetzt, dass die Bezeichnung Fachanwalt für Verwaltungsrecht wieder geführt werden dürfe. Die Verfassungsbeschwerde hatte zwar keinen Erfolg, jedoch trug das Verfahren maßgeblich dazu bei, dass es wenige Jahre später zur gesetzlichen Wiedereinführung der Fachanwaltschaften kam. Pressemitteilung des DAV Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zur nachträglichen Sicherungsverwahrung vom 17. Dezember 2009 ist nun rechtskräftig. In ihrer Sitzung am 10. Mai 2010 wiesen die Straßburger Richter den Antrag der deutschen Bundesregierung auf Verweisung der Rechtssache M. gegen Deutschland (Beschwerde Nr /04) an die Große Kammer zurück. Der Fall betraf die rückwirkende Verlängerung der Sicherungsverwahrung eines laut Expertengutachten als gefährlich eingestuften Straftäters über die zum Zeitpunkt seiner Verurteilung maximal zulässige Höchstdauer von zehn Jahren hinaus. Mit Kammerurteil vom hatte der EGMR entschieden, dass dies eine Verletzung von Artikel 5 1 (Recht auf Freiheit) und Artikel 7 1 (Keine Strafe ohne Gesetz) der Konvention darstelle. Dem heute 52jährigen Straftäter stehen wegen der wie jetzt feststeht zu Unrecht nachträglich verlängerten Sicherungsverwahrung nun Euro Haftentschädigung zu. In der nächsten Zeit ist aufgrund des EGMR-Urteils eine Vielzahl von Verfahren vor deutschen Gerichten mit dem Ziel der sofortigen Freilassung sicherungsverwahrter Straftäter zu erwarten. Abseits der zurzeit in den Medien mitunter hysterisch und mit undifferenzierten Kommentaren à la Schwerverbrecher werden freigelassen geführten Debatte um die angeblich drohende massenhafte Freilassung von gefährlichen Gewaltverbrechern - laut Medienberichten könnten zurzeit etwa 70 sicherungsverwahrte Gewalttäter von dem Urteil profitieren -, geht es nunmehr in erster Linie um die Frage, wie das Instrument der Sicherungsverwahrung, dessen Reformierung auch ohne die Entscheidung vom angezeigt war, endlich rechtssicher und der Europäischen Menschenrechtskonvention genügend neu ausgestaltet werden kann. Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat hierzu auf dem diesjährigen Deutschen Anwaltstag in Aachen mögliche Ansatzpunkte aufgezeigt und eine grundle- Der online-shop wurde überarbeitet RA-MICRO Berlin Mitte GmbH Friedrichstr Berlin Tel: 030/ Fax:030/ RA-MICRO ra - dictanet Software Hardware Dienstleistungen 2010 RA-MICRO BERLIN MITTE GmbH Ihr Michael Schucklies und Team Infotermin für Interessenten im Juni: 30. Juni 2010 um 15:00 Uhr sowie individuelle Termine jederzeit nach Absprache Berufseinsteiger: Fragen Sie nach unseren Sonderkonditionen Betreuungsverträge Kanzleischulungen Fachseminare RA-MICRO Seminare Wir sind für Sie da... Ihre RA-MICRO Berlin Mitte GmbH15 Berliner Anwaltsblatt 6/ Aktuell gende Reformierung der Sicherungsverfahren gefordert. Allein schon, dass die Sicherungsverwahrung in Deutschland nicht wie vom Gesetzgeber grundsätzlich gewollt als Präventivmaßnahme (Maßregel), sondern als Strafe vollstreckt werde, müsse Anlass für Veränderungen sein, so DAV- Präsident Prof. Dr. Wolfgang Ewer auf dem Deutschen Anwaltstag in Aachen: Der Anwendungsbereich der Sicherungsverwahrung ist in den letzten Jahren kontinuierlich ausgeweitet worden. Schon daher brauchen wir eine Reform. Vor dem Hintergrund der nun rechtskräftigen Entscheidung des EGMR könne insbesondere das System der nachträglichen, möglicherweise aber auch das der vorbehaltenen Sicherungsverwahrung nicht mehr aufrechterhalten werden. Es bedarf einer grundlegenden Reform und keiner kurzatmigen gesetzgeberischen Maßnahme, wie in den letzten Jahren. Bei der anstehenden Reformierung der Sicherungsverwahrung sind aus Sicht des DAV folgende Punkte zu beachten: Die Anordnung der Sicherungsverwahrung ist auf schwere Gewalt- und Sexualdelikte zu beschränken. Therapeutische Angebote müssen häufiger als bisher zur Verfügung gestellt werden. Die zeitlichen Abstände zwischen den gerichtlichen Überprüfungen der Sicherungsverwahrungen müssen verkürzt werden. Die zuständigen Strafvollstreckungskammern brauchen zudem die Kompetenz, Lockerung des Vollzugs der Sicherungsverwahrung auch gegen die Weigerung der Vollzugsanstalt und Aufsichtsbehörden anzuordnen. Nötig ist eine klare Abgrenzung der Sicherungsverwahrung als eine schuldunabhängige Maßregel von dem Vollzug einer Freiheitsstrafe. Es müssen ambulante Maßnahmen als Alternative zur geschlossenen Anstaltsunterbringung entwickelt werden. Dabei ist sowohl an eine Art Freigang zu denken als auch an eine Form betreuten Wohnens, insbesondere für die vielen bereits deutlich älteren Gefangenen. Auch der Einsatz der so genannten elektronischen Fußfessel kommt dabei in Betracht. Die Ausweitung des Instituts der Führungsaufsicht als Alternative zur Sicherungsverwahrung muss verstärkt betrieben werden. Das Bundesjustizministerium fordert unterdessen einen differenzierten Umgang mit der Problematik. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger bedauerte zwar, dass der EGMR die Rechtsfrage nicht der Großen Kammer zur Entscheidung vorgelegt hat, da einige grundsätzliche Fragen des Schutzes der Allgemeinheit nun nicht einer endgültigen Klärung zugeführt worden seien. Zumindest sei aber nunmehr abschließend geklärt, dass jede Gesetzgebung zu der Sicherungsverwahrung einem strikten Rückwirkungsverbot unterliegt. Leutheusser-Schnarrenberger warnte zudem vor einem Alarmismus. Die Konsequenzen der rechtskräftigen Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte müssten jetzt von den Staatsanwaltschaften und Gerichten im Einzelfall sorgfältig bewertet werden. Einige deutsche Gerichte haben damit bereits begonnen und sich offenbar dafür entschieden, das EGMR-Urteil erst einmal nicht allzu ernst zu nehmen. Zumindest zwinge es nicht zu einer automatischen Entlassung nachträglich sicherungsverwahrter Straftäter. So entschied der 2. Strafsenat des OLG Celle mit Beschluss vom 25. Mai 2010, dass eine Sicherungsverwahrung auch in so genannten Altfällen nach Ablauf der 10-Jahresfrist fortbestehen bleiben darf. Das OLG vertritt die Auffassung, das nunmehr rechtskräftige Urteil des Europäischen Gerichtshofs verpflichte Bleiben Sie anspruchsvoll! Bücher und Fortsetzungen Zeitschriften und Tagespresse Bibliothekslösungen Online-Datenbanken Standardwerke für Recht, Wirtschaft und Steuern vorrätig, i.d.r. binnen 24 h lieferbar ergänzende Titel ständig im Sortiment. Beratung durch kompetente Fachbuchhändler/innen in unseren 5 Ladengeschäften. Online-Datenbanken, E-Books und E-Journals. Ihre Fachbuchhandlung: Schweitzer Sortiment schnell zuverlässig kompetent 4x in Berlin 1x in Potsdam Tel. (030)16 206 Berliner Anwaltsblatt 6/2010 Aktuell Wir vernichten Ihre Akten sicher (Stufe III), zuverlässig und preiswert Nähere Informationen unter /14 oder im Internet unter jedenfalls nicht zu einer automatischen Freilassung von Sicherungsverwahrten nach Fristablauf (Aktenzeichen: 2 Ws 169/10; 2 Ws 170/10). Der EGMR habe zwar in der 1998 bzw eingeführten Möglichkeit einer nachträglich verlängerten Sicherungsverwahrung auf unbestimmte Dauer ( 66b, 67d Abs. 3 StGB) einen Verstoß gegen das in der Europäischen Menschenrechtskonvention geregelte Rückwirkungsverbot (Art. 7) und das Recht auf Freiheit (Art. 5) gesehen, sodass sich für die Gerichte jetzt die Frage stelle, welche Konsequenzen diese Entscheidung für zahlreiche Parallelfälle habe, in denen die Sicherungsverwahrung vor 1998 angeordnet wurde, als noch eine Höchstgrenze von 10 Jahren galt, später aber - nach neuem Recht - die Fortdauer der Sicherungsverwahrung angeordnet wurde, weil von den Tätern nach wie vor eine erhebliche Gefährlichkeit ausgehe. Nach Ansicht des 2. Strafsenats des OLG Celle muss die vom EGMR vertretene Rechtsauffassung aber keinesfalls zur schematischen Entlassung der Untergebrachten führen. Unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Bindungswirkung von Urteilen des EGMR (vgl. BVerfG, Beschluss vom 14. Oktober BvR 1481/04) führt der Senat aus, dass die vom EGMR vertretene Auslegung dem eindeutigen Willen des deutschen Gesetzgebers und dem Wortlaut der deutschen Vorschriften widerspricht und daher nicht zur Entlassung der Untergebrachten zwingt. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Jahr 2004 die Vereinbarkeit der streitigen Regelung mit dem auch im Grundgesetz verankerten Rückwirkungsverbot und dem Freiheitsgrundrecht des Untergebrachten erklärt (Urteil vom 5. Februar BvR 2029/01, NJW 2004, 739). Hauptargument der deutschen Verfassungsrichter war seinerzeit, dass das absolute Rückwirkungsverbot nur für Strafen gelte und nicht auf Maßregeln der Besserung und Sicherung, zu denen das Institut der Sicherungsverwahrung gehöre, anwendbar sei. Andere Gerichte haben Presseberichten zufolge demgegenüber nach der Entscheidung des EGMR bereits erste Freilassungen von Sicherungsverwahrten verfügt. In Saarbrücken sei etwa nach einer entsprechenden BGH-Verfügung ein Straftäter aus der Sicherungsverwahrung entlassen worden. Der mehrfach in Erscheinung getretene Sexualstraftäter wird nach Auskunft des saarländischen Innenministeriums derzeit von der Polizei überwacht. Das Bundesverfassungsgericht hat wiederum mit Beschluss vom 19. Mai 2010 (2 BvR 769/10) die sofortige Freilassung eines Sicherungsverwahrten im Eilrechtsschutzverfahren abgelehnt. Gegen die Anordnung der Fortdauer der Sicherungsverwahrung hatte der Beschwerdeführer unter Berufung auf das Kammerurteil des EGMR vom 17. Dezember 2009 Verfassungsbeschwerde erhoben und gleichzeitig einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung mit dem Ziel der sofortigen Freilassung gestellt. Dies lehnten die Karlsruher Richter jedoch ab. Die durch das Kammerurteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 17. Dezember 2009 zur Sicherungsverwahrung aufgeworfenen Rechtsfragen seien vielmehr im Hauptsacheverfahren zu klären. Der Erlass einer einstweiligen Anordnung komme nur dann in Betracht, wenn die für den Erlass sprechenden Gründe deutlich überwögen. Diese Folgenabwägung habe im vorliegenden Fall ergeben, dass das Sicherungsbedürfnis der Allgemeinheit im Fall der Zurückweisung der Verfassungsbeschwerde das Interesse des Beschwerdeführers an der Beendigung der Freiheitsentziehung für den Fall des Erfolgs seiner Verfassungsbeschwerde überwiegt. In Anbetracht der Schwere der drohenden Taten könne ein Überwiegen der für den Erlass der einstweiligen Anordnung sprechenden Gründe jedoch nicht festgestellt werden. Damit hat das Bundesverfassungsgericht seine - bereits in einem ähnlichen Beschluss vom 22. Dezember 2009 angedeutete - Linie bekräftigt, dass die durch das Kammerurteil des EGMR vom 17. Dezember 2009 zur Sicherungsverwahrung aufgeworfenen Rechtsfragen einer Klärung im Hauptsacheverfahren zugeführt werden sollen und eine sofortige Freilassung des Beschwerdeführers nach einer Folgenabwägung von Verfassungs wegen nicht geboten ist. Am 9. März, also vor Rechtskraft des EGMR-Urteils, hatte der Bundesgerichtshof im Fall eines nach Jugendstrafrecht verurteilten Täters entschieden, dass eine nachträglich verhängte Sicherungsverwahrung auch für Jugendliche zulässig ist (siehe Berliner Anwaltsblatt 2010, S. 116). Der BGH hatte argumentiert, das Urteil des EGMR vom stehe der Anordnung der nachträglichen Sicherungsverwahrung17 Berliner Anwaltsblatt 6/ Aktuell nicht entgegen, weil eine abweichende Fallgestaltung vorliege. In jenem Fall war erst kurz vor der bevorstehenden Entlassung des Täters die Möglichkeit der nachträglichen Sicherungsverwahrung in das Jugendstrafrecht aufgenommen worden ( 7 Abs. 2 JGG). Der unterschiedliche Umgang mit der Problematik zeigt vor allem eins: wie dringend Deutschland eine Regelung braucht, die elementaren rechtsstaalichen Prinzipien standhält und sowohl das Sicherheitsinteresse der Bevölkerung als auch die Rechte eines verurteilten Straftäters, der seine gegen ihn verhängte, tat- und schuldangemessene Strafe verbüßt hat, in einen verfassungsgemäßen Ausgleich bringt. Der frühere Generalbundesanwalt Kay Nehm hat insoweit einen deutlichen Paradigmenwechsel von der Repression hin zur Prävention gefordert und angeregt, die Sicherungsverwahrung als Regelkonsequenz bestimmter Sexualdelikte zu verankern. 1 Ein Gesetzentwurf zur Regelung der Sicherungsverwahrung wird derzeit im BMJ erarbeitet und soll dem Vernehmen nach möglichst noch vor der parlamentarischen Sommerpause vorgelegt werden. Thomas Vetter, Rechtsanwalt 1 Anwälte wollen weiterhin berufsspezifisches Werberecht Die Wirtschaftsprüfer haben es vorgemacht ihre Werbung beurteilt sich seit 2007 nicht mehr nach berufsspezifischen Regeln in der Wirtschaftsprüferordnung (WPO), sondern nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Geht es nach den Rechtsanwälten, soll es für ihren Berufsstand entgegen manchen Stimmen in der berufspolitischen Diskussion auch künftig besondere Vorschriften zur anwaltlichen Werbung geben. Dies hat eine repräsentative Befragung des Soldan Instituts ergeben. Eine deutliche Mehrheit der Anwaltschaft (65%) ist der Auffassung, dass es in Zukunft in der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) und der anwaltlichen Berufsordnung (BORA) weiterhin berufsspezifische Regelungen des Werberechts geben sollte. Nur 31% der Rechtsanwälte sind der Meinung, dass werberechtliche Fragen der Anwaltschaft ausschließlich nach Maßgabe des allgemeinen Wettbewerbsrechts beurteilt werden sollten. In dieser Frage zeigt sich eine deutliche Differenzierung der Anwaltschaft in ältere, konservativere und in jüngere, liberaler eingestellte Berufsträger. 79% der Anwälte, die 20 Jahre oder länger zugelassen sind, lehnen Änderungen des Status Quo ab, bei den Berufseinsteigern sind es nur 60%. Deutlich progressiver eingestellt sind auch Anwälte, die fast ausschließlich gewerbliche Mandanten betreuen: Von ihnen befürwortet die Hälfte einen Verzicht auf ein Werberecht in der BRAO nur ein Viertel der Kollegen, die ganz überwiegend private Mandaten betreuen, teilt diese Sicht. Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts: Auch in der Gruppe der in Fragen des Werberechts liberaleren zulassungsjungen Rechtsanwälte ist eine knappe Mehrheit für die Beibehaltung des Status Quo. Ob hier weitergehende Veränderungen zu erwarten sind, wird auch davon abhängen, ob jüngere Anwälte mit zunehmendem Alter in stärkerem Maße als bislang gewerbliche Mandanten betreuen werden solche unternehmensberatenden Anwälte sind deutlich offener für Veränderungen des anwaltlichen Berufsrechts. Pressemitteilung des Soldan Instituts Die Ausgaben des Berliner Anwaltsblatt finden Sie im Internet auf der Hompage des Berliner Anwaltsvereins Büro- und Objekteinrichtungen, z.b. mit Wilkhahn natürlich von:18 208 Berliner Anwaltsblatt 6/2010 Aktuell Nach 17 Jahren: Wechsel an der Spitze des Verwaltungsgerichts Potsdam Claus-Peter Ladner, der dem größten brandenburgischen Verwaltungsgericht in Potsdam als Präsident fast 17 Jahre lang vorstand, wurde am 12. Mai 2010 von Justizminister Dr. Volkmar Schöneburg offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Als Nachfolger des 65-jährigen Sauerländers Ladner wurde Dr. Jan Bodanowitz in sein Amt eingeführt. Claus-Peter Ladner, der am 5. März in Körbecke am Möhnesee im Hochsauerland geboren wurde, begann seine verwaltungsrichterliche Laufbahn im September 1975 beim Verwaltungsgericht Arnsberg. Im September 1978 wurde Ladner zum Richter auf Lebenszeit ernannt, und im Jahr 1985 wurde er Richter am Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen. Im September 1990 kam Claus-Peter Ladner auf dem Wege der Abordnung an das damalige Bezirksgericht Potsdam ins Land Brandenburg. Ab August 1992 gehörte Ladner im Ministerium der Justiz zunächst dem Aufbaustab Oberlandesgericht und ab dem 19. Oktober 1992 dem Errichtungsstab Verwaltungsgerichtsbarkeit an. Ab dem 4. Januar 1993 war Claus-Peter Ladner mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Präsidenten des Verwaltungsgerichts Potsdam betraut, dessen erster Präsident er am 29. Juni 1993 wurde. Claus-Peter Ladner, der verheiratet ist, zwei erwachsene Söhne hat und in Caputh wohnt, wird Brandenburg und Potsdam erhalten bleiben und, wie er in einem Interview kürzlich sagte, sich einmischen, wo es gerade nötig ist. Sein Nachfolger, Dr. Jan Bodanowitz, 44 Jahre alt und in Cuxhaven geboren, legte im Jahre 1995 in Berlin das zweite juristische Staatsexamen ab und begann seine verwaltungsrichterliche Laufbahn im Dezember 1996 beim Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder). Seit dem In Würzburg fand vom 6. bis 9. Mai 2010 die Mitgliederversammlung des Forums der Deutschen Rechtsfachwirte e.v. statt. Hinter dem Forum verbirgt sich die Dorothee Dralle bundesweite Berufsorganisation der geprüften Rechtsfachwirte/innen (und Bürovorsteher/innen). Regelmäßig im Mai findet die Mitgliederversammlung statt. Was ein/e Rechtsfachwirt/in ist, über welche Qualifikationen er/sie verfügt, wie er/sie einsetzbar ist, hat die Autorin bereits im Berliner Anwaltsblatt 1 und auch im Anwaltsblatt 2 berichtet. Die jährlichen Treffen (in jeweils anderen bundesdeutschen Städten) sind immer begleitet von sehr anspruchsvollen Fortbildungsveranstaltungen, so auch dieses Mal: Zum ersten Mal haben interdisziplinäre 1. Juli 2005 gehörte Dr. Bodanowitz dem gemeinsamen Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg an. Vom 1. November 2006 bis 31. März 2010 war Bodanowitz ans Brandenburger Justizministerium abgeordnet. Dr. Jan Bodanowitz ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Kleinmachnow. Pressemitteilung des Brandenburger Justizministeriums Interdisziplinäre Fortbildung für Rechtsfachwirte Fortbildungen das Programm bestimmt. Dies wurde von allen Berufsgruppen mit großem Interesse und Engagement wahrgenommen: Rechtsfachwirte, Rechtspfleger und Rechtsanwälte gemeinsam. Alle wünschen sich eine Fortsetzung im kommenden Jahr. Das Seminar Beratungs- und Prozesskostenhilfe, das die Autorin selbst referieren durfte, war sowohl für die Rechtsfachwirte, als auch für die Rechtsanwälte und die Rechtspfleger von großer praktischer Bedeutung. Viele Teilnehmer/innen konnten sich anhand aktuellster Rechtsprechung fortbilden zu den Themen Verfassungsrechtlicher Auftrag; Verfassungswidrigkeit von 2 BerHiG; Was sind verschiedene Angelegenheiten im Beratungshilferecht, speziell auch in Familiensachen: Was fällt unter einzusetzendes Vermögen; Vorschüsse und Anrechnungen bei der PKH; 15 a RVG sowie Inhalt und Stand des geplanten neuen BerHiG und des PKHBegrG (Prozesskostenhilfebegrenzungsgesetz). Besonders angeregt DIE AUSGABE 7-8/2010 DES BERLINER ANWALTSBLATT ERSCHEINT IM AUGUST 2010 ANZEIGENSCHLUSS FÜR DIE DOPPELAUSGABE 7-8/2010 IST AM CB-VERLAG CARL BOLDT TELEFON (030) FAX (030) Vom 1. bis 28. Juli ist unser Büro wegen Betriebsferien nicht regelmäßig besetzt19 Berliner Anwaltsblatt 6/ Aktuell Ihr virtuelles Rechtsanwalts-Telefonsekretariat professionell, kostengünstig, kompetent verlief die anschließende Diskussion zwischen den drei Berufsgruppen, die jeweils unterschiedlich in das Thema involviert sind. Auch das Seminar Die Kanzlei online fand großes Interesse bei den Berufsgruppen der Anwälte und Rechtsfachwirt/innen. Der Referent, Rechtsanwalt Chan-jo Jun aus Würzburg konnte als Fachanwalt für IT-Recht sowohl aus seiner Praxis als intensiver Nutzer des Internetauftritts als auch als Fachanwalt für diverse Probleme, die sich aus diesem Thema ergeben, sehr praxisnah berichten. Obwohl der Referent sehr ansprechend, frisch und zügig referierte, schien die Zeit kaum zu reichen für Themen, wie Sicherheit im Netz, im - Verkehr und auf dem Rechner; Marketing durch Suchmaschinenoptimierung; Gestaltung der Website und gesetzliche Anforderungen an eine solche (Berufsrecht und TMG); Betrugsgefahren aus dem Internet. Robert Ramm, Rechtspfleger an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Bad Münster-Eifel half den drei Berufsgruppen beim häufigen und doch schwierigen Thema der Zwangsvollstreckung in der Insolvenz weiter. Dabei wurden die verschiedenen Stadien des Insolvenzverfahrens und die dort jeweils möglichen Zugriffsmöglichkeiten erörtert, wobei sowohl die Sicht des Gläubigers als auch des Schuldners berücksichtigt wurde. 1 03/2004, 182 f. 2 01/2004, 46 f. Der Workshop Konfliktmanagement unter Führung des Kommunikations- Trainers Johannes Schulte-Beckhausen fand äußerst viele Teilnehmer/innen aus allen drei Berufsgruppen. Sie konnten üben, anhand der eigenen Konfliktbiographie Bedürfnisse und Erwartungen zu formulieren statt (nur) Positionen zu vertreten, und also Konflikte als Chance zu begreifen. Das Feedback für die ganze Tagung lautete unisono: Es ist spannend, auch die Perspektive der Berufsgruppen zu wechseln, die Argumente der anderen zu hören und zu verstehen; der Austausch möge häufiger stattfinden. Wie jedes Jahr fand ein interessantes Rahmenprogramm statt: An der Sektkellerei-Führung mit anschließender Sektverkostung nahmen der Vorstand der Anwaltskammer Würzburg, Vertreter des Würzburger H.P. Reichartz / PIXELIO Anwaltsvereins und Vertreter des Bundes der Deutschen Rechtspfleger teil, wodurch sich das Forum der Deutschen Rechtsfachwirte sehr geehrt fühlte und sich ganz herzlich bedankt. Alle gemeinsam haben einen regen, interessanten Abend erlebt. Auch die Kultur kam nicht zu kurz: Die Rechtspflegerin Fr. Hofstetter, die zugleich Stadtführerin ist, zeigte den vielen Interessierten die Stadt und die Residenz Würzburg und gab ihre umfangreichen Kenntnisse zum Besten. Am 19. Mai 2011 ist es wieder so weit: Bis zum findet das Treffen der Deutschen Rechtsfachwirte und die damit einhergehenden hochkarätigen Fortbildungsveranstaltungen in Konstanz statt. Bereits jetzt sind spannende Seminare geplant. Den Fortgang der Entwicklung bis zur endgültigen, konkreten Seminarausschreibung können Sie unter verfolgen. Alle Interessierten sind hierzu herzlich eingeladen. Dorothee Dralle, geprüfte Rechtsfachwirtin, Berlin we love to support you... Ihre Profis für Kanzlei-IT Kompetent Zuverlässig Preisgünstig Jetzt direkt in der City-West! Neuer Standort: Knesebeckstraße Berlin call (030) Weitere Informationen: artisnet Mathias Sevecke Telefon: 030 / artis!net20 210 Berliner Anwaltsblatt 6/2010 Aktuell Finanzkrise und Strafrecht Banker in den Knast? Die Brandenburgische Kriminalpolitische Vereinigung e.v. hat am 20. Mai gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Finanzkrise und Strafrecht Bänker in den Knast? durchgeführt und hierzu prominente Diskutanten auf dem Podium eingeladen. Rechtsanwalt Gerhard Jungfer war vor Ort und berichtet nachfolgend seine Sicht der Veranstaltung. Es war ein denkwürdiger Abend, dieser 20. Mai 2010 in der Potsdamer Universität vor sehr großem Publikum. Viele Informationen. Schwer, dies alles einzuordnen. Ich kam mir vor, wie bei dem alten Kinderspielzeug aus der Kaiserzeit: Weiterbildung durch Fernstudium an einer staatlichen Hochschule Rechtsfachwirt mit Kammerabschluss Dauer: 3 Semester Beginn: 1. Oktober Notarfachwirt mit Kammerabschluss Dauer: 3 Semester Beginn: 1. Oktober Patentrecht für Ingenieure und Naturwissenschaftler Dauer: 1 Semester Beginn: April und Oktober Eine Halbkugel aus Glas. Darin steht ein Reh. Dreht man die Halbkugel so entsteht ein Schneegestöber. Das Reh ist nicht mehr zu sehen. Nach und nach setzt sich der Schnee und man sieht das Reh wieder. Noch habe ich das Reh nicht wiedergesehen. Entsprechend schwer ist es zu berichten. Die Finanzkrise griff auch in diesen Abend ein, MdB Dr. Peter Danckert war durch eine Sitzung des Haushaltsausschusses plötzlich verhindert. Es begann daher unser Kollege Prof. Dr. Alexander Ignor, indem er einen Überblick über die Ursachen der Finanzkrise gab. Er legte die Gründe für die Überschuldung der Banken dar: Lehmann - Zertifikate Schuldner illiquide Kreditforderungen wurden zu Wertpapieren verarbeitet, CDO - Papiere. Beuth Hochschule für Technik Berlin - Fernstudieninstitut - Luxemburger Str. 10, Berlin Telefon: (030) Es handelt sich um Kreditersatzgeschäfte, einige Banken betreiben nur noch 6 % des herkömmlichen Geschäfts. Seit 20 Jahren wurden die Überwachungsregeln immer mehr abgebaut. Dann wandte er sich den strafrechtlichen Möglichkeiten zu: Strafrecht beruht auf Tatsachen, auf Selektion, auf Ausblendung: es geht um eine individuelle Entscheidung, die tiefer liegenden Ursachen bleiben außen vor. Die rechtlichen Maßstäbe sind vage. Prof. Dr. Uwe Hellmann wollte diese pessimistische Sicht nicht ganz so teilen. Indessen sah er auch ein psychologisches Problem: Eine strafrechtliche Verfolgung in Einzelfällen könnte sogar kontraproduzierend sein, indem die Meinung aufkomme: Einige Bänker im Knast und alles ist gut. Dass sei aber nicht der Fall. Es seien internationale Geschäfte, wie solle das Deutsche Strafrecht dem beikommen?! Der größte Teil der Ursachen liege beim Derivate - Handel. Hier gäbe es in weiten Bereichen keine Regeln. Der Richter am Landgericht Dr. Tillmann Sprockhoff folgte: Mit dem Strafrecht werde man die Finanzkrise nicht lösen können. Allerdings wies er nachdrücklich auf einen Gesichtspunkt hin: Wer mit fremden, ihm anvertrauten Geld handle, komme in den Bereich des 266 StGB. Dabei liege die Pflichtverletzung nicht beim etwaigen Misserfolg der Anlage, sondern bei der Verletzung der Überprüfungspflicht. Es handle sich immer um Einzelfälle. Einzelne Verurteilungen werden aber kaum zum Umdenken im Finanzbereich führen. Kernsatz: Das Strafrecht kann nicht die Systemfrage stellen!. Es handle sich z.t. um schicksalhaftes Geschehen. Das Strafrecht muss das bearbeiten, was nicht Schicksal ist und das wird nur ein kleiner Teil sein. Der Vorsitzende Richter einer Wirtschaftsstrafkammer, Dr. Andreas Mosbacher leitete die anschließende Diskussion. Er hatte keine einfache Aufgabe und meisterte diese. Denn einige Zuhörer behandelten die Bedeutung des Themas in Einzelaspekten in zum Teil wortgewaltigen und temperamentvollen Redebeiträgen. Manches ging da bei den Zuhörern durcheinander, zeigte aber, wie sehr das Thema sehr viele Menschen beschäftigt. Insofern war es ein lohnender Abend mit vielen Anstößen. Ich warte also bis Klarheit einritt ist das möglich!? bis ich also das Reh wieder sehen kann. Rechtsanwalt Gerhard Jungfer, Fachanwalt für Strafrecht Mehr anzeigen
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 Art. 41
 Art. 6
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