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Timestamp: 2019-04-21 19:12:42+00:00

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BVerfG, 22.04.1953 - 1 BvR 162/51 - dejure.org
BVerfG, 22.04.1953 - 1 BvR 162/51
Petitionsbescheid
Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Gewährung des Petitionsrechts
VGH Württemberg-Baden, 31.03.1950 - 212/49
BVerfGE 2, 225
NJW 1953, 817
DÖV 1953, 374
Auch bei Anwendbarkeit des Art. 17 GG in diesen Fällen wären die Gerichte bei der sachlichen Entscheidung über eine Gegenvorstellung von der Beachtung der einschlägigen gesetzlichen Regelungen namentlich des Verfahrensrechts nicht befreit (vgl. BVerfGE 2, 225 ; 13, 54 ).
Es wird an der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts festgehalten, daß ein Petitionsbescheid keine besondere, die inhaltlich entscheidenden Erwägungen wiedergebende Begründung enthalten muß (BVerfGE 2, 225 [230]).
Art. 17 GG verpflichtet die Volksvertretungen des Bundes und der Länder - ebenso wie die anderen zuständigen Stellen im Sinne des Art. 17 GG - zu Kenntnisnahme, sachlicher Prüfung und Bescheidung der bei ihnen eingereichten Bitten und Beschwerden (BVerfGE 2, 225 [230]).
Das bedeutet im Hinblick auf den gerichtlichen Rechtsschutz gegenüber Verletzungen des Petitionsrechts, daß ein Petitionsbescheid Angaben über die Stelle, die sachlich entschieden hat, sowie Angaben über die Art der Erledigung enthalten muß (BVerfGE 2, 225 [230]; 13, 54 [90]).
Ungeachtet aller Bemühungen um den Erfolg der Petition erfüllt die Volksvertretung den durch Art. 17 GG gewährleisteten Prüfungsanspruch des Petenten auch dann, wenn sie es nach Abschluss der Prüfung des Anliegens schlicht ablehnt, etwas zu tun (BVerfG, Beschluss vom 22. April 1953 - 1 BvR 162/51 - BVerfGE 2, 225 ).
Bitten sind daher Forderungen und Vorschläge, die auf ein Handeln oder Unterlassen von staatlichen Organen, Behörden und sonstigen Einrichtungen, die öffentliche Aufgaben wahrnehmen, gerichtet sind (BVerfG, Beschl. v. 22.04.1953 - 1 BvR 162/51 - BVerfGE 2, 225, juris Rn. 23;… BVerwG, Urt. v. 28.11.1975, a.a.O.;… BVerwG, Urt. v. 15.03.2017, a.a.O. Rn. 6;… Wolff, a.a.O. Rn. 4;… Brocker, in: Epping/Hillgruber, BeckOK GG, 38. Edition, Art. 17 Rn. 6).
Als Vertretungen des Volkes sind der Bundestag und die Landtage aufgrund ihrer allgemeinen Stellung jedoch grundsätzlich befugt, jegliche Bitten, die staatliches Handeln zum Gegenstand haben, zu prüfen (ähnlich zur allgemeinen Befugnis des Ministerpräsidenten eines Landes, über die Einhaltung der Gesetze in allen Zweigen der staatlichen Verwaltung zu wachen: BVerfG, Beschl. v. 22.04.1953, a.a.O. Rn. 25).
Zwar habe das Bundesverfassungsgericht die Pflicht zur Begründung von Petitionsbescheiden mit Beschluß vom 22. April 1953 (BVerfGE 2, 225 [230]) verneint.
Wie die Beschwerde zutreffend ausführt, hat das Bundesverfassungsgericht in seinem Beschluß vom 22. April 1953 (BVerfGE 2, 225 [230]) ausgesprochen, daß den mit einer Petition angegangenen Verwaltungsbehörden und Verfassungsorganen keine Pflicht obliegt, ihre Bescheide mit einer Begründung zu versehen.
Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem bereits mehrfach zitierten Beschluß vom 22. April 1953 (BVerfGE 2, 225 [230]) dem Art. 17 GG unter Hinweis darauf, daß diese Vorschrift anderenfalls ein bloßes "Scheinrecht" ohne praktischen Wert enthielte, die Verpflichtung des Petitionsadressaten entnommen, die Petition nicht nur entgegenzunehmen, sondern sie auch sachlich zu prüfen und den Petenten hinsichtlich der Art ihrer Erledigung schriftlich zu bescheiden.
Die angegangene Stelle muss die Eingabe nicht nur entgegennehmen, sondern auch sachlich prüfen und dem Petenten zum mindesten die Art der Erledigung schriftlich mitteilen (vgl. BVerfGE 2, 225 ; 13, 54 ;… BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 15. Mai 1992 - 1 BvR 1533/90 -, NJW 1992, S. 3033).
Die Parlamente seien jedoch nach der bisher - insoweit - unbestrittenen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 2, 225 ff.) hinsichtlich der Art und Weise der Behandlung frei, d.h. jede Behandlung, die über eine bloße Empfangsbestätigung hinausgehe und die Kenntnisnahme von der Petition sowie die Art und Weise der Behandlung erkennen lasse, genüge den Anforderungen des Art. 17 GG.
Die Erledigungspflicht beschränkt sich auf die Entgegennahme, die sachliche Prüfung und die schriftliche Mitteilung über die Art der Erledigung (…vgl. Zinn-Stein, Die Verfassung des Landes Hessen, Kommentar 1954, Art. 16 HV, Anm. 2, S. 139;… Maunz-Dürig-Herzog, a.a.O., Art. 17 Rdnr. 7;… Dagtoglou, a.a.O., Art. 18 Rdnr. 131;… Hamann/Lenz, Kommentar zum Grundgesetz, 3. Aufl. 1971, Art. 17, A 1 und A 2; BVerfGE 2, 225, 230; Hess. VGH…, Urt. vom 4. Juni 1974, a.a.O.; BVerwG…, Urt. vom 28. November 1975, a.a.O.; OVG Berlin…, Urt. vom 26. August 1975, a.a.O.).
Der vom Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 2, 225, 230) beschriebene Umfang der Überprüfungsmöglichkeit von Petitionsentscheidungen ist sowohl in den vom Landtagspräsidenten speziell angeführten Urteil des Verwaltungsgerichts Kassel vom 8. Februar 1972 - III E 177/70 - als auch in den oben genannten ober- und höchstgerichtlichen Entscheidungen der Verwaltungsgerichtsbarkeit beachtet worden.
Wenn das Bundesverfassungsgericht darüber hinaus die Pflicht statuiert hat, dem Petenten zum mindesten die Art der Erledigung schriftlich mitzuteilen (BVerfGE 2, 225), so ist in Übertragung auf das Volksbegehren diese Pflicht dadurch erfüllt, daß die Bundesregierung öffentlich bekanntgegeben hat, daß und warum sie sich derzeit aus von ihr für gewichtig erachteten Gründen außerstande sieht, den Gesetzentwurf vorzulegen.
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References: Art. 17

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