Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=06.12.1978&Aktenzeichen=IV%20ZR%2082%2F77
Timestamp: 2019-04-24 10:59:34+00:00

Document:
BGH, 06.12.1978 - IV ZR 82/77 - dejure.org
Klage mehrerer Erben auf Auszahlung ihres Pflichtteils - Berechnung des Pflichtteils - Pflichtteilsmindernde Berücksichtigung des Hausrates als Voraus des überlebenden Ehegatten - Berücksichtigung von Steuerschulden als Passiver zur Minderung des Nachlasswerts
Zur Berücksichtigung des Voraus bei Berechnung des Pflichtteils der Abkömmlinge
BGHZ 73, 29
NJW 1979, 546
DNotZ 1979, 550
DB 1979, 1225
Deshalb hat im Verhältnis der Ehegatten zueinander grundsätzlich jeder von ihnen für die Steuer, die auf seine Einkünfte entfällt, selbst aufzukommen (BGHZ 73, 29, 38 = FamRZ 1979, 1115; Senatsurteile vom 15. November 1989 - IVb ZR 100/88 - FamRZ 1990, 375, 376; vom 20. März 2002 - XII ZR 176/00 - FamRZ 2002, 769, 740 und vom 31. März 2006 - XII ZR 111/03 - FamRZ 2006, 1178, 1179).
Dies führt im Falle der Zusammenveranlagung dazu, dass bei der Aufteilung der Steuerschuld die Höhe der beiderseitigen Einkünfte zu berücksichtigen ist, die der Steuerschuld zugrunde liegen (BGHZ 73, 29, 38; Senatsurteile vom 15. November 1989 - IVb ZR 100/88 - FamRZ 1990, 375, 376 …und vom 20. März 2002 aaO S. 740 m.w.N.).
In der Entscheidung vom 6. Dezember 1978 (BGHZ 73, 29, 38) ist (für den Fall einer Steuererstfestsetzung) offen geblieben, ob die Ausgleichung streng nach dem Verhältnis der Einkünfte vorzunehmen ist oder ob sie nach dem Verhältnis der Steuerbeträge im Falle (fiktiver) getrennter Veranlagung zu erfolgen hat.
a) Die Revision rügt, das Berufungsgericht habe zwar erkannt, daß nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft bürgerlich-rechtlich die jeweiligen Schulden getrennt seien und dadurch im Verhältnis der Ehegatten zueinander jeder von ihnen nur für die Steuern, die auf seine Einkünfte entfallen, selbst aufzukommen habe (vgl. BGHZ 73, 29, 38).
Soweit es die gemeinsame Darlehensschuld des Erblassers und der Beklagten betrifft, ist allerdings für den Passivbestand des Nachlasses nur derjenige Anteil zu berücksichtigen, der im Innenverhältnis gemäß § 426 BGB dem Anteil des Erblassers entspricht (BGHZ 73, 29, 36 ff.;… MünchKomm-BGB/Lange, § 2311 Rdn. 14).
Dies führt im Falle der Zusammenveranlagung dazu, daß bei der Aufteilung der Steuerschuld die Höhe der beiderseitigen Einkünfte zu berücksichtigen ist, die der Steuerschuld zugrunde liegen (vgl. BGHZ 73, 29, 38; Senatsurteil vom 15. November 1989 - IVb ZR 100/88 - FamRZ 1990, 375, 376;… Staudinger/Noack, BGB, (13. Bearb. 1995), § 426 Rdn. 209, 210;… MünchKomm/Bydlinski, BGB, 4. Aufl. § 426 Rdn. 17; Gernhuber, JZ 1996, 765, 766; Arens, NJW 1996, 704, 705 ff.; Liebelt, FamRZ 1993, 626, 628 ff.; Dostmann, FamRZ 1991, 760, 762).
So haften etwa gemeinsam veranlagte Ehegatten gemäß § 44 Abs. 1 AO gesamtverbindlich für die Steuern, der Innenausgleich hat jedoch gemäß § 426 BGB stattzufinden (BGH, Urteil vom 6. Dezember 1978 - IV ZR 82/77, BGHZ 73, 29, 36 f).
Es hat privatrechtlichen Charakter, obwohl das Außenverhältnis öffentlich-rechtlich ausgestaltet ist (vgl. zum Ausgleich zwischen gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagten Ehegatten BGH, Urteil vom 6. Dezember 1978 - IV ZR 82/77 - BGHZ 73, 29 [BGH 06.12.1978 - IV ZR 82/77]).
BGH, 03.11.2004 - XII ZB 165/00
Der Bundesgerichtshof hat insofern zwei Möglichkeiten aufgezeigt: Die eine ist die Aufteilung der Steuerschuld nach dem Verhältnis der steuerpflichtigen Einkünfte, die andere die Aufteilung entsprechend dem Verhältnis der bei getrennter Veranlagung entstehenden Steuerbeträge (BGHZ 73, 29, 38).
BGH, 29.06.1983 - IVa ZR 57/82
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VG Münster, 07.03.2013 - 6 K 99/10
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References: § 426
 § 2311
 § 426
 § 426
 § 44
 § 426
 § 21