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Timestamp: 2016-10-26 04:03:06+00:00

Document:
U 147/06 (21.06.2006)
Z�rich Versicherungs-Gesellschaft, Rechtsdienst, Generaldirektion Schweiz, 8085 Z�rich, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Adelrich Friedli, Stationsstrasse 66 A, 8907 Wettswil,
1. Sanitas Schweizerische Krankenversicherung, Lagerstrasse 107, 8021 Z�rich,
Der 1954 geborene G.________ war vom 1. April 2001 bis 31. Mai 2003 bei der Firma X.________ AG angestellt und in dieser Eigenschaft bei den Alpina Versicherungen, welche per 1. Juni 2004 mit der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft fusionierten, unfallversichert.
Am 17. Mai 2003 verunfallte G.________ bei einem Fussballspiel. Er wurde von hinten gefoult, fiel auf den R�cken und schlug den Kopf auf dem Boden auf. G.________ suchte am 23. Mai 2003 seinen Hausarzt Dr. med. Z.________, Allgemeine Medizin FMH, auf, welcher eine Distorsion der Halswirbels�ule (HWS) und eventuell eine Commotio diagnostizierte und G.________ vollst�ndig arbeitsunf�hig schrieb.
Die Z�rich erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld). Mit Verf�gung vom 15. Oktober 2004 stellte sie die Leistungen per 31. M�rz 2004 ein mit der Begr�ndung, es fehle an der Ad�quanz des Kausalzusammenhanges zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall, wobei sie auf eine R�ckforderung der zu viel erbrachten Taggeldleistungen verzichtete. Daran hielt sie auf die von G.________ und von dessen Krankenversicherer, der Krankenkasse Sanitas, je separat eingereichten Einsprachen hin fest (Entscheid vom 24. M�rz 2005).
Die Sanitas und G.________ erhoben hiegegen je separat Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei festzustellen, dass die Leistungseinstellung per 31. M�rz 2004 verfr�ht sei, da der Status quo ante noch nicht erreicht sei. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft vereinigte die beiden Verfahren und hiess die Beschwerden in dem Sinne gut, als der Einspracheentscheid der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft vom 24. M�rz 2005 aufgehoben und die Sache zu weiteren Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen an die Z�rich Versicherungs-Gesellschaft zur�ckgewiesen wurde (Entscheid vom 5. Oktober 2005).
Die Z�rich Versicherungs-Gesellschaft f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde und beantragt die Aufhebung des kantonalen Entscheides.
W�hrend die Sanitas und G.________ auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung.
Nach den zutreffenden Erw�gungen der Vorinstanz setzt die grunds�tzliche Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 UVG voraus, dass zwischen Unfallereignis und eingetretenem Gesundheitsschaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) ein nat�rlicher (BGE 129 V 181 Erw. 3.1 mit Hinweisen) und ad�quater (vgl. auch BGE 129 V 181 Erw. 3.2, 405 Erw. 2.2, je mit Hinweis) Kausalzusammenhang besteht. Richtig dargelegt wurde sodann die Rechtsprechung zu dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Untersuchungsgrundsatz (vgl. auch BGE 130 V 68 Erw. 5.2.5 mit Hinweisen), zum Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 153 Erw. 2.1 mit Hinweisen) und zum Beweiswert eines Arztberichts (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Darauf wird verwiesen.
2.1 Nach W�rdigung der medizinischen Berichte gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, dass der Versicherte in seiner Arbeitsf�higkeit - soweit ersichtlich unfallbedingt - eingeschr�nkt ist (bis 31. Mai 2004 100 % und ab 1. Juni 2004 50 %). Sie erwog, dass mit Blick auf die gestellten Diagnosen (posttraumatisches Zervikal- und Lumbovertebralsyndrom gem�ss Dr. med. Z.________ und Dr. med. M.________, Neurologie FMH; Dysfunktion der Rotation des kraniozervikalen �bergangs [vereinbar mit oberem Zervikalsyndrom] gem�ss Dr. med. E.________, Spezialarzt FMH f�r med. Radiologie; HWS-Distorsion mit anhaltendem zervikozephalem Symptomenkomplex und Lumbovertebralsyndrom gem�ss Rehaklinik Y.________) zwar vom Bestehen organischer Befunde auszugehen sei, sich den medizinischen Unterlagen indessen nicht entnehmen lasse, in welchem Umfang die Arbeitsf�higkeit beeintr�chtigende organische Gesundheitssch�den vorl�gen bzw. worauf diese zur�ckzuf�hren seien.
2.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird hiegegen vorgebracht, die Vorinstanz habe aus den Bezeichnungen Zervikal- und Lumbovertebralsyndrom zu Unrecht abgeleitet, dass es sich um organische Befunde handle. Dabei ist der Beschwerdef�hrerin zwar insoweit zuzustimmen, als die entsprechenden Funktionsst�rungen (im Hals- bzw. Nacken- oder Lendenbereich) sowohl organischer als auch psychischer Ursache sein k�nnen, beinhaltet doch ein Syndrom eine Gruppe von Krankheitszeichen, die f�r ein bestimmtes Krankheitsbild mit meist uneinheitlicher oder unbekannter �tiologie bzw. Pathogenese charakteristisch sind (Pschyrembel, Klinisches W�rterbuch, 260. Aufl., Berlin/New York 2004, S. 1767). Indessen hat die Vorinstanz im Zusammenhang mit der Annahme organischer Befunde nicht nur die genannten Syndrome erw�hnt, sondern auch auf die durch den Radiologen Dr. med. E.________ festgestellte (mit einem Zervikalsyndrom vereinbare) Dysfunktion der Rotation des kraniozervikalen �bergangs abgestellt, welche der von der Rehaklinik Y.________ festgestellten eingeschr�nkten HWS-Beweglichkeit entspricht. Wie aus dem Bericht des Dr. med. E.________ vom 2. Februar 2004 hervorgeht, handelt es sich dabei um funktionelle Blockwirbel, d.h. die vollst�ndige oder unvollst�ndige Verschmelzung zweier Wirbelk�rper unter entsprechendem Verlust des Wirbelsynchondrosengewebes (Pschyrembel, a.a.O., S. 237) und damit um einen organischen Befund. In den meisten F�llen sind diese Blockwirbel zwar angeboren; sie k�nnen aber auch erworben werden, insbesondere entz�ndlich (Pschyrembel, a.a.O., S. 237; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl., M�nchen 2003, S. 236), daneben aber auch traumatisch (Thiele, Handlexikon der Medizin, M�nchen/Wien 1980, S. 278). Aus diesem Grunde ist nicht von vornherein ausgeschlossen, dass die eingeschr�nkte Beweglichkeit der HWS auf den Unfall zur�ckzuf�hren ist. Sofern dies zutrifft und die Arbeitsunf�higkeit mit der eingeschr�nkten Beweglichkeit der HWS erkl�rt werden kann, f�llt demnach eine Unfallkausalit�t in Betracht. Da sich in den vorliegenden Unterlagen keine klaren Antworten auf diese beiden Fragen finden, besteht diesbez�glich noch Abkl�rungsbedarf, wie die Vorinstanz zutreffend erkannt hat.
2.3 Zuzustimmen ist der Beschwerdef�hrerin hingegen insoweit, als sie keinen Anlass sieht f�r die von der Vorinstanz im Rahmen ihres R�ckweisungsentscheides f�r erforderlich gehaltene Abkl�rung, ob weitere organische Gesundheitssch�den vorliegen. Denn es ist davon auszugehen, dass allf�llige - neben den funktionellen Blockwirbeln bestehende - organische Gesundheitssch�den im Rahmen der bereits durchgef�hrten medizinischen Untersuchungen entdeckt worden w�ren. Entgegen dem angefochtenen Entscheid, der insoweit nicht best�tigt werden kann, ist deshalb von weiteren Abkl�rungen in diese Richtung abzusehen, da von ihnen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d und seitherige Entscheide).
W�hrend die Z�rich in ihrer mit Einspracheentscheid vom 24. M�rz 2005 best�tigten Verf�gung vom 15. Oktober 2004 die Ad�quanz des Kausalzusammenhanges verneint und gest�tzt hierauf eine Leistungspflicht abgelehnt hat, ist die Vorinstanz auf die Ad�quanzfrage (welche sich vor Vornahme der in Erw. 2.2 erw�hnten Abkl�rungen denn auch nicht abschliessend beantworten l�sst) nicht eingegangen. Obwohl das kantonale Gericht in seinem R�ckweisungsentscheid nicht darauf aufmerksam gemacht hat, versteht sich von selbst, dass der Unfallversicherer im Falle, dass er nach Vornahme der Abkl�rungen zum Ergebnis gelangt, der nat�rliche Kausalzusammenhang sei zu bejahen, der Ad�quanzfrage nachzugehen haben wird.
4.1 Nach Art. 134 OG darf das Eidgen�ssische Versicherungsgericht im Beschwerdeverfahren �ber die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen den Parteien in der Regel keine Verfahrenskosten auferlegen. Rechtsprechungsgem�ss findet der Grundsatz der Unentgeltlichkeit des Verfahrens vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht keine Anwendung, wenn sich zwei Unfallversicherer (BGE 120 V 494 Erw. 3, 119 V 223 Erw. 4c), eine Krankenkasse und ein Unfallversicherer (BGE 126 V 192 Erw. 6, AHI 1998 S. 110), die Invalidenversicherung und der Unfallversicherer (AHI 2000 S. 206 Erw. 2) oder zwei Vorsorgeeinrichtungen (Urteil H. vom 26. Januar 2001, B 79/99, Erw. 7a) �ber ihre Leistungspflicht streiten. Nach BGE 127 V 107 Erw. 6 sind in einer Streitigkeit zwischen zwei Sozialversicherern �ber die Leistungspflicht die Gerichtskosten dem unterliegenden Sozialversicherer aufzuerlegen, auch wenn das Verfahren zusammen mit einer kostenfreien Streitigkeit zwischen der versicherten Person und ihrem Unfallversicherer im selben Urteil erledigt wird.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die Kosten der unterliegenden Beschwerdef�hrerin auferlegt (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG).
4.2 Eine Parteientsch�digung wird der obsiegenden Beschwerdegegnerin nicht zugesprochen, weil diese eine �ffentlich-rechtliche Aufgabe im Sinne von Art. 159 Abs. 2 OG wahrnimmt und die Voraussetzungen f�r die ausnahmsweise Zusprechung einer Entsch�digung nicht gegeben sind (BGE 128 V 133 Erw. 5b,123 V 309 Erw. 10). Mangels anwaltlicher Vertretung kann auch der Beschwerdegegner keine Parteientsch�digung beanspruchen.
Die Gerichtskosten von Fr. 6000.- werden der Beschwerdef�hrerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

References: Art. 6
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 134
 BGE 
 Art. 135
 Art. 159