Source: https://www.bhkw-forum.de/diskussion/thread/8158-k%C3%BCrzung-des-kwk-zuschlags-durch-netzbetreiber/?pageNo=1
Timestamp: 2019-04-22 23:55:08+00:00

Document:
Kürzung des KWK-Zuschlags durch Netzbetreiber - Netzbetreiber, EEG-Umlage und Messstellenbetrieb - BHKW-Forum.de
ich komme gerade von einem Vortrag über KWK. Was haben die negativ Preise der Leipziger Börse mit dem KWK-Zuschlag zu tun? Anscheinend wird bei negativen Preise der Zuschlag gekürzt . Ist da mal wieder was an Info an mir vorbeigegangen?
§ 7 Abs. 7 KWKG:
Für Zeiträume, in denen der Wert der Stundenkontrakte für die Preiszone Deutschland am Spotmarkt der Strombörse im Sinn des § 3 Nummer 43a des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in der vortägigen Auktion null oder negativ ist, verringert sich der Anspruch auf Zahlung von Zuschlägen auf null. Der während eines solchen Zeitraums erzeugte KWK-Strom wird nicht auf die Dauer der Zahlung nach § 8 angerechnet.
§ 15 Abs. 4 KWKG:
Wenn in einem Kalendermonat die Voraussetzungen nach § 7 Absatz 7 Satz 1 mindestens einmal erfüllt sind, legen die Betreiber von KWK-Anlagen mit der Abrechnung nach den Absätzen 2 und 3 Angaben zur Strommenge vor, die sie in dem Zeitraum erzeugt haben, in dem die Stundenkontrakte null oder negativ gewesen sind. Andernfalls verringert sich der Anspruch in diesem Kalendermonat um 5 Prozent pro Kalendertag, in dem dieser Zeitraum ganz oder teilweise liegt.
Danke. Meine nächste Anlage wird ne Gastherme. Ich habe keine Lust mehr.
@nesami ich verstehe Deine Aufregung nicht ganz. Im KWKG ist die theoretische Möglichkeit zwar aufgeschrieben und Dein Vortrag hat das erstmalige für Dich thematisiert aber hier im Forum ist noch kein BHKW-Betreiber aufgetaucht der auch nur Ansatzweise von einer Umsetzung der Regelung durch seinen VNB berichtet hätte. Das geht m.M. auch gar nicht praktisch umzusetzen, denn welcher SLP Einspeiser rechnet die KWK Strommenge schon monatlich ab?
Das ist ein ähnlicher hype wie mit dem imsys Rollout und der (theoretischen) Illegalität unserer Betreibereigenen Erzeugungs-/Abgrenzungszähler. Auf sowas geb ich keinen Pfifferling und meine Entscheidungen werd ich an solchen Parolen auch nicht ausrichten.
Also Ruhe bewaren
wann hast du denn Deine BHKW-Anlage errichtet?
Wenn Du dies vor dem 1.1.2016 errichtet hast, dann gilt diese Regelung für Dich eh nicht...
Sie sind von 2002, 2003 und 2011. Die Anlage von 2003 wurde 2017 durch einen gebrauchten MSR 2 Dachs ersetzt. Die nächste Baustelle steht 2021 an.
@ alikante... das Problem ist die Infolage. Drei BHKWs jedes wird unterschiedlich behandelt. Dann habe ich 2 PV Eigenverbrauchsanlagen laufen. Jede hat eine anderes EEG. Alles trifft dann irgendwann mal auf zwei Speicher, wo dann die Aufteilung in privat, gewerblich und Mietstrom erfolgt. Man könnte doch irgendwie alles einfach gestalten. Mir geht es nicht um den Betrag den ich zahlen muss. Es ist der sinnlose Aufwand für die paar Euros die ich vielleicht verdiene. Handwerker die da noch den Durchblick haben sind schwer zu finden. Von dem Stapel Altpapier der den Aufdruck „Bayernwerke“ trägt will ich gar nichts schreiben.Inzwischen mache ich nur noch alles schriftlich.Vielleicht bring das ja Rechtssicherheit.
die Regel mit den negativen Preisen stammt von einer EU-Vorgabe der DG Competition namens Leitlinien für staatliche Umweltschutz- und Energiebeihilfen 2014-2020. Diese Leitlinien stellen eine selbstverpflichtende Richtschnur der DG Competition dar, nach denen sie nationale Fördergesetze bzgl. des Wettbewerbsrechts genehmigt oder ablehnt.
Abschnitt 3.3.2.1. Beihilfen zur Förderung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen findet sich die folgende Bestimmung.
Zitat von Mitteilung der Kommission (2014/C 200/01)
(124) Um einen Anreiz für die Integration von Strom aus erneuerbaren Energiequellen in den Markt zu schaffen, ist es wichtig, dass die Beihilfeempfänger ihren Strom direkt auf dem Markt verkaufen und Marktverpflichtungen unterliegen. Ab dem 1. Januar 2016 müssen alle neuen Beihilferegelungen und sonstigen Beihilfemaßnahmen alle folgenden Voraussetzungen erfüllen:
a) Die Beihilfe wird als Prämie zusätzlich zu dem Marktpreis gewährt, zu dem die Stromerzeuger ihren Strom direkt auf dem Markt verkaufen.
b) Die Beihilfeempfänger unterliegen einer Standardbilanzausgleichsverantwortung, es sei denn, es gibt keine liquiden Intraday-Märkte.
c) Es werden Maßnahmen getroffen, um sicherzustellen, dass die Stromerzeuger keinen Anreiz haben, Strom zu negativen Preisen zu erzeugen.
(125) Die unter Randnummer (125) [Wahrscheinlich ein Tippfehler: gemeint ist 124 - vgl mit Rn (125) der englischen Version] festgelegten Voraussetzungen gelten nicht für Anlagen mit einer installierten Stromerzeugungskapazität von weniger als 500 kW und Demonstrationsvorhaben, ausgenommen Windkraftanlagen, für die als Grenzwert eine installierte Stromerzeugungskapazität von 3 MW oder 3 Erzeugungseinheiten gilt.
(126) In einer Übergangsphase, die die Jahre 2015 und 2016 umfasst, [..]. Ab dem 1. Januar 2017 gilt Folgendes:
Beihilfen werden im Rahmen einer Ausschreibung anhand eindeutiger, transparenter und diskriminierungsfreier Kriterien gewährt, es sei denn, die Mitgliedstaaten weisen nach,
a) dass nur ein Vorhaben oder Standort oder nur eine sehr begrenzte Zahl von Vorhaben oder Standorten beihilfefähig wäre oder
b) dass eine Ausschreibung zu einem höheren Förderniveau führen würde (Verzicht auf Ausschreibung z. B. zur Vermeidung strategischen Bietverhaltens) oder
c) dass eine Ausschreibung dazu führen würde, dass nur wenige Vorhaben verwirklicht werden (Verzicht auf Ausschreibung zur Vermeidung der Unterbietung).
Sofern an diesen Ausschreibungen alle Erzeuger, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen, zu diskriminierungsfreien Bedingungen teilnehmen können, wird die Kommission davon ausgehen, dass die Beihilfe angemessen ist und den Wettbewerb nicht in einem dem Binnenmarkt zuwiderlaufenden Maß verfälscht.
Die Ausschreibung kann auf bestimmte Technologien beschränkt werden, wenn eine allen Erzeugern offenstehende Ausschreibung zu einem suboptimalen Ergebnis führen würde, das durch die Ausgestaltung des Verfahrens vor allem aus folgenden Gründen nicht verhindert werden könnte:
a) längerfristiges Potenzial einer bestimmten neuen, innovativen Technologie oder
b) Notwendigkeit einer Diversifizierung oder
c) Netzeinschränkungen und Netzstabilität oder
d) System(integrations)kosten oder
e) Notwendigkeit, durch die Förderung der Biomasse verursachte Wettbewerbsverfälschungen auf den Rohstoffmärkten zu vermeiden.
(127) Für Anlagen mit einer installierten Stromerzeugungskapazität von weniger als 1 MW und Demonstrationsvorhaben, ausgenommen Windkraftanlagen, für die als Grenzwert eine installierte Stromerzeugungskapazität von 6 MW oder 6 Erzeugungseinheiten gilt, können Beihilfen ohne Ausschreibung nach Randnummer (126) gewährt werden.
(128) Wenn keine Ausschreibung durchgeführt wird, gelten die Voraussetzungen der Randnummern (124) und (125) sowie die Voraussetzungen für Betriebsbeihilfen zur Förderung erneuerbarer Energien, ausgenommen Strom aus erneuerbaren Energiequellen, unter Randnummer (131).
(129) Die Beihilfen dürfen nur bis zur vollständigen Abschreibung der Anlage nach den üblichen Rechnungslegungsstandards gewährt werden; bereits erhaltene Investitionsbeihilfen sind von der Betriebsbeihilfe abzuziehen.
(130) Unbeschadet dieser Voraussetzungen können die Mitgliedstaaten raumplanerische Erwägungen berücksichtigen, indem sie beispielsweise verlangen, dass vor der Teilnahme an der Ausschreibung Baugenehmigungen vorgelegt oder Investitionsentscheidungen innerhalb einer bestimmten Frist getroffen werden.
Weiter unten wird im Abschnitt 3.4.5. Angemessenheit / Betriebsbeihilfen für KWK mit hoher Energieeffizienz auf diese Regelung verwiesen.
(151) Betriebsbeihilfen für KWK mit hoher Energieeffizienz können unter den Voraussetzungen gewährt werden, die nach Abschnitt 3.3.2.1 für Betriebsbeihilfen zur Förderung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen gelten, allerdings nur
a) für Unternehmen, die Strom und Wärme für die Allgemeinheit erzeugen, wenn die Kosten für die Erzeugung dieses Stroms oder dieser Wärme über den Marktpreisen liegen,
b) für den Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung in der Industrie, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Kosten für die Erzeugung einer Energieeinheit mit dieser Technik über dem Marktpreis für eine Einheit konventionell erzeugter Energie liegen.
Im Prinzip ist der Förderstopp für KWK-Anlagen nicht besonders schlimm, wenn man die Devise verfolgt "Gesegnet sei der Betreiber einer KWK-Anlage, denn er kann sie abschalten." Praktisch besonders blöd ist, das im KWKG vergessen wurde, eine Bagatellgrenze (de minimis Regel) einzuführen. Die Europäischen Kommission lässt bis 500 kW zu (Rn 125), ok wären auch noch 100 kW, weil da die Pflicht zur Direktvermarktung anfängt, aber dummerweise steht davon nichts im KWKG und somit sind selbst Mikro-KWK-Anlagen betroffen. Das ist besonders blöd, weil keine RLM-Zähler vorhanden sind und man gar nicht genau nachweisen kann, dass man die Kiste bei negativem Preis abgestellt hat.
Für disponible Anlagen ist solche ein Regelung, wenn man die Bagatellgrenze einführt, an sich nicht weiter schlimm. Aufgrund der Brennstoffkosten schaltet man die Anlage eh bei niedrigen Preisen ab und speist nicht weiter ein. Unsinnig ist es bei EE-Anlagen, die keine speicherbare Primärenergie nutzen, sondern dargebotsabhängig das Ernten sollen, was das Wetter liefert. Siehe auch: Windfinsternis als Ergebnis einer Sprungfunktion in der EEG-Vergütung, DPG-Verhandlungen, Erlangen, 2018-03-05
Zitat von KWKG §15: Mitteilungs- und Vorlagepflichten des Betreibers einer KWK-Anlage
(4) Wenn in einem Kalendermonat die Voraussetzungen nach § 7 Absatz 7 Satz 1 mindestens einmal erfüllt sind, legen die Betreiber von KWK-Anlagen mit der Abrechnung nach den Absätzen 2 und 3 Angaben zur Strommenge vor, die sie in dem Zeitraum erzeugt haben, in dem die Stundenkontrakte null oder negativ gewesen sind. Andernfalls verringert sich der Anspruch in diesem Kalendermonat um 5 Prozent pro Kalendertag, in dem dieser Zeitraum ganz oder teilweise liegt.
(5) Betreiber von KWK-Anlagen nach Absatz 3, die nicht über Vorrichtungen zur Abwärmeabfuhr verfügen, sind von der Pflicht zur Mitteilung der Menge der KWK-Nutzwärmeerzeugung und zur Messung der abgegebenen Menge der KWK-Nutzwärme befreit. Betreiber von KWK-Anlagen mit einer elektrischen KWK-Leistung von bis zu 50 Kilowatt sind gegenüber dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle von den in Absatz 3 genannten Mitteilungspflichten befreit.
Die Berichtspflicht nach Absatz 3 betrifft KWK-Anlagen bis 2 MW, Absatz 2 betrifft KWK-Anlagen über 2 MW - jeweils gegenüber dem BAFA und dem Netzbetreiber. Ich lese den Absatz 5 so, dass keine Berichtspflicht für KWK-Anlagen bis 50 kW gegenüber dem BAFA besteht, wohl gegenüber dem Netzbetreiber. Wenn ich mir keinen RLM-Zähler anschaffen will, um die genauen Erzeugungsmengen in den Stunden mit negativem Preis am Day-Ahead Markt zu erfassen, würde ich den Netzbetreiber fragen, ob er lieber einen a) auf- (volle Leistung) oder b) abgerundeten Wert (Aus) empfangen möchte. Im ersten Fall wird kein Zuschlag auf den KWK-Strom gegeben und im zweiten Fall wird kein KWK-Strom eingespeist. Da von der zuschlagsberechtigten Jahresabrechnung diese Mengen abgezogen werden, ist man mit Variante a) auf der sicheren Seite: Es ist zwar ggf. eine Falschmeldung, aber man macht sich nicht eines bereichernden Betrugs schuldig, sondern stellt sich im Zweifel schlechter. Wirklich weh tut es nicht, da diese NP-Mengen gemäß KWKG §7(7) ("Der während eines solchen Zeitraums erzeugte KWK-Strom wird nicht auf die Dauer der Zahlung nach § 8 angerechnet.") die Vergütungsdauer nach hinten verlängern. Es dauert halt ein wenig länger, bis man die 60.000 Stunden mit KWK-Zuschlagszahlung abgerufen hat.
PS. KWK-Anlagen, die vor dem 2016-01-01 in Betrieb gegangen sind, sind gemäß meiner Auffassung nicht von dieser NP-Regel betroffen, sondern da gilt das jeweilige KWKG, das zur Inbetriebnahme gültig war.
*grins* genau das habe ich gemeint. Das will ich alles gar nicht wissen. Wenn ich schon ein kleines Vermögen für ein BHKW mit 5,5 kw elektrisch ausgebe, dann möchte ich mich nicht mit allen möglichen Fallstricken auseinandersetzten müssen. Ich brauch keinen Bußgeldbescheid nur weil ich irgend einen Termin verpasst habe. Fördern geht anders.
Einmal editiert, zuletzt von nesami ( 12. März 2018 )
*grins* genau das habe ich gemeint. Das will ich alles gar nicht wissen. Wenn ich schon ein kleines Vermögen für ein BHKW mit 5,5 kw elektrisch ausgebe dann möchte ich mich nicht mit allen möglichen Fallstricken auseinandersetzten müssen. Ich brauch keinen Bußgeldbescheid nur weil ich irgend einen Termin verpasst habe. Fördern geht anders.
Genau das predige ich auch schon seit Jahrzehnten.
Eine einfache Sache wie KWK wird immer komplizierter gemacht. Für den Enduser unmöglich zu Händeln...
Zitat von BHKW-Infozentrum
gilt dass auch, wenn es einen Betreiberwechsel gab. Wir haben letztes Jahr ein Haus mit Dachs gekauft und sind nun der Betreiber. Der Dachs ging 2011 in Betrieb.
Moin, mein Netzbetreiber kürzt fleissig den Bonus. Glaub nicht, dass das nur mich betrifft.
Sehe es aber einigermaßen antspannt, da die Stunden "hinten dran" gehängt werden.
Zitat von KHE
was hast Du für ne Anlage ? Man muss bedenken das 5% vom Monatswert ( 37VBh / Tag ) gekürzt werden aber nur die paar Stunden mit negativem Strompreis kommen drauf !!! Ich sage das ist Betrug !
So eingehend habe ich mich mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt. Bin bisher davon ausgegangen, dass die kompletten Stunden später ausgezahlt werden.
Dem ist also nicht so?!
Wenn man sich den Auszug der Abrechnung anbei ansieht sind das auch deutlich über 5 %.
Beim Anhang ist es ein BHKW mit 15 kW el.
Hier eins mit 9 kW el.:
KWKG-Zuschlag bis 50 kW 34.578 kWh 8,00 ct/kWh 2.766,24 €
KWK-G nicht förderfähig 4.059 kWh
KWK Bonus.JPG
69,03 kB
1.122×291
Na Nö, wenn ich Deine Zahlen so sehe bist Du doch sicher RLM-Kunde !? Die genannten Verwerfungen gibts aber nur bei pauschaler Abrechnung von SLP Kunden.
Wenn meine Recherche stimmt gab es in 2017 146h mit negativen Preisen, das passt aber auch nicht zu Deiner Abrechnung ??
Man muss bedenken das 5% vom Monatswert gekürzt werden aber nur die paar Stunden mit negativem Strompreis kommen drauf !!! Ich sage das ist Betrug !
Betrug ist das nicht, sondern ein Anreiz, ordentlich zu melden. Das ist natürlich schwierig bei fehlendem RLM-Zähler - aber ich bin auch skeptisch ob das besser wird, wenn die Geldschneiderei mit den Smart Meter basierten intelligenten Messsystemen anfängt.
"Wenn in einem Kalendermonat die Voraussetzungen nach § 7 Absatz 7 Satz 1 mindestens einmal erfüllt sind, legen die Betreiber von KWK-Anlagen mit der Abrechnung nach den Absätzen 2 und 3 Angaben zur Strommenge vor, die sie in dem Zeitraum erzeugt haben, in dem die Stundenkontrakte null oder negativ gewesen sind. Andernfalls verringert sich der Anspruch in diesem Kalendermonat um 5 Prozent pro Kalendertag, in dem dieser Zeitraum ganz oder teilweise liegt." KWKG 15(4)
Ein Verlust von 5% vom Kalendermonat entspricht 36h von 24 h/d * 30d, das ist happig, wenn man in der Realität nur eine bis 24 Stunden negative Preise pro Tag realisieren kann. Daher würde ich stets bei negativem Preis eine Volleinspeisung als konservative Abschätzung ansetzen. Während dieser Zeit bekommt man zwar keinen KWK-Zuschlag, aber dann werden nur diese Zeiten mit negativen Preis von der Einspeiserabrechnung abgezogen - wie oben erwähnt, bekommt man hintendran am Ende der regulären Zeit ja die ausgefallenen Stunden verlängert, aber halt nur die real aufgetretenden Stunden und nicht 36 h pro Kalendertag mit negativem Preis.
Betrug ist das nicht, sondern ein Anreiz, ordentlich zu melden.
ich glaube nicht das eine "Meldung" bei SLP Kunden rechtssicher Möglich ist, es gibt ja keine Beweise. Zumal der SLP-Kunde, also Lieschen Müller mit Ihrem Vito oder Eco1.0, überhaupt keine Info bekommt wann negative Preise aufgerufen wurden.
Ich bleibe dabei, für SLP Kunden ist es Betrug - das habe ich damals bei Einführung der Regelung schon geschrieben.
Nein. Keine registrierte Lastgangmessung.
Muss mich mit dem Thema mal näher beschäftigen.
es ist ohne Zweifel so, dass die ganze Sache namens KWK sehr kompliziert ist, was meiner Meinung nach auch gewollt ist, um die Sache zu hemmen. Wir können nur durch Aufklärung und Versachlichung dazu beitragen, Licht ins Dunkle zu bringen.
Wir sollten aber meiner Meinung nach nicht endlose Diskussionen um des Kaisers Bart führen, die dann dem geneigten oder bislang geneigten Leser den Rest geben.
Die Verklausulierung, die hier manche leisten, ist nicht zielführend, dieses Beamtendeutsch will keiner lesen und es leistet eben einen Beitrag zur Verwirrung. Es ist außerdem (korrigiert mich bitte ggf, mein Wissensstand) sch...egal, denn ich bekomme die Stunden negative Preise ja hinten dran gehangen. Deshalb ist es doch vollkommen egal, wenn innerhalb meiner 60.000 Bh 233 h negative Preise hatten. Dann bekomme ich eben die eben später vergütet.
Und selbst, wenn nicht:
Bei Volleinspeisung reden wir hier bei einem 20 kW-Gerät über weniger als 500 Euro in 10 Jahren! Hat jemand ne Ahnung, in wie vielen Stunden in 2017 es denn negative Vergütungen gab? Falls ja, bitte her damit...
Ok sorry, war zu faul, steht ja alles schon hier drinnen....
Es ist außerdem (korrigiert mich bitte ggf, mein Wissensstand) sch...egal, denn ich bekomme die Stunden negative Preise ja hinten dran gehangen. Deshalb ist es doch vollkommen egal, wenn innerhalb meiner 60.000 Bh 233 h negative Preise hatten. Dann bekomme ich eben die eben später vergütet.
So ist die Regelung eigentlich gedacht, und dort wo das so funktioniert ist es tatsächlich "sch...egal". Das Problem ist nur, dass die Regelungen im KWKG für Betreiber kleiner BHKW entweder gar nicht funktionieren, oder mit erheblichem Aufwand verbunden sind, oder mit empfindlichen Nachteilen. Damit meine ich folgendes:
Zitat von § 15 Abs. 4 KWKG
(4) Wenn in einem Kalendermonat die Voraussetzungen nach § 7 Absatz 7 Satz 1 mindestens einmal erfüllt sind,
legen die Betreiber von KWK-Anlagen mit der Abrechnung nach den Absätzen 2 und 3 Angaben zur Strommenge
vor, die sie in dem Zeitraum erzeugt haben, in dem die Stundenkontrakte null oder negativ gewesen sind.
Andernfalls verringert sich der Anspruch in diesem Kalendermonat um 5 Prozent pro Kalendertag, in dem dieser
Zeitraum ganz oder teilweise liegt.
Um diese Vorgabe zu erfüllen, müsste der Betreiber eines ab 2016 in Betrieb genommenen BHKW (auch wenn es nur eine Vitovalor mit 0,75 kW ist) folgendes tun:
Herausfinden, wann im Vorjahr die Stundenkontrakte null oder negativ gewesen sind. Das geht z.B. über die folgende Seite: https://www.netztransparenz.de…PEX-SPOT-Stundenkontrakte. Hier kann man in Tabellen für jeweils acht Tage stundengenau die Kontraktpreise nachsehen, sich dann sinnvollerweise eine Excel-Tabelle machen und für jeden in Frage kommenden Tag die entsprechenden Stunden eintragen.
Im zweiten Schritt muss der Betreiber abgleichen, ob und mit welcher Leistung sein BHKW in den aufgelisteten Stunden gelaufen ist. Bei einer Brennstoffzelle ist das kein Problem, denn die läuft immer (blöd nur, wenn sie moduliert). Bei einer modulierenden Bz oder einem normalen BHKW (welches – außer vielleicht in den drei Wintermonaten – nicht immer läuft) bräuchte man dafür einen Datenlogger. Einige Betreiber haben so etwas aus Hobby-Gründen, aber z.B. für ein Vitotwin kostet das mehr als die KWK-Zulage für fünf Jahre. Wer das nicht hat, muss schätzen (im Umgang mit Behörden wenig ratsam) oder zu seinen Ungunsten ansetzen, dass das BHKW in allen aufgelisteten Stunden (z.B. auch am 30. Juli 2017 von 10:00h bis 17:00h, bei Außentemperaturen um 25-30°C) mit Volllast gelaufen sei. (Das ist, wenn ich das richtig verstanden habe, Gunnars Vorschlag.)
Wenn man diese Prozedur jede Woche einmal durchzieht (dauert jeweils ca. 15 Minuten, im Jahr also vielleicht 13 Arbeitsstunden), kann man eine Meldung nach § 15 Abs. 4 KWKG machen. Jedenfalls so lange, bis es irgendeinem Bürokraten einfällt, dass derartige Meldungen nur auf Basis der Daten eines geeichten Stundenzählers zulässig seien...
Wer keine rechtssichere Meldung machen kann, den erwischt die Strafregelung im letzten Satz. Und die hat es in sich: Im Dezember 2017 waren z.B. an 7 Tagen während insgesamt 43 Stunden die Stundenkontrakte null oder negativ. Wer hier korrekt gemeldet hat, dem wurde die KWK-Zulage für 43 Stunden (6%) gestrichen, und die 43 Stunden wären "hinten angehängt" worden. Ohne Meldung würde die KWK-Zulage für Dezember um 35% (entspricht 260 Stunden) gekürzt.
Hinzu kommt, dass IMHO die in Folge der Strafregelung entfallenden Zuschläge keine Verlängerung der Förderungsdauer bewirken - wahrscheinlich nicht einmal um die tatsächlich angefallenen 43 Stunden, weil der Wortlaut in § 15 Abs. 4 KWKG das nicht hergibt und für eine Anwendung von § 7 Abs. 7 Satz 2 KWKG wegen der fehlenden Meldung die Daten fehlen. (Ich lasse mich hier von juristisch kundigen Mitlesern gern eines Besseren belehren.)
Ich habe das Ganze mal fiktiv für unser (wegen Inbetriebnahme 2012 nicht betroffenes) BHKW und das Jahr 2017 durchgerechnet. Nach meiner Zählung gab es 2017 143 Stunden an 24 Tagen mit negativen Stundenkontrakten. Während geschätzten 93 Stunden davon ist unser BHKW tatsächlich gelaufen. Das führt zu den folgenden Ergebnissen:
Eine Meldung nach § 15 (4) KWKG auf Basis der tatsächlichen Stromerträge (mit Hilfe eines Datenloggers) würde zu einer Kürzung um 93 Stunden führen (3,4% des Jahresertrages oder ca. 7 €). Die 93 h würden an die Förderungsdauer angehängt.
Eine Meldung auf Basis "BHKW läuft mit Volllast zu allen fraglichen Zeiten" würde zu einer Kürzung um 143 Stunden führen (5,4% des Jahresertrages oder ca. 12 €). Auch diese 143 h würden an die Förderungsdauer angehängt.
Keine Meldung hätte zu einer Kürzung um 12,6% geführt. Das entspricht immerhin ca. 27 €, die zudem einfach weg sind, weil sich die Förderungsdauer nicht verlängert.
Bei Volleinspeisung reden wir hier bei einem 20 kW-Gerät über weniger als 500 Euro in 10 Jahren!
Bei unserem 1 kW-Gerät mit ca. 60% Eigenverbrauch würde die Strafregelung nach § 15 (4) KWKG - von 2017 hochgerechnet - etwa 270 Euro in zehn Jahren kosten. Das ist knapp ein Fünftel der BAfA-Förderung, also keine Peanuts. Alternative: Man verbringt aufs Jahr gerechnet etwa eineinhalb zusätzliche Arbeitstage mit dem Auswerten von Daten und Tabellen und dem Erstellen von Meldungen. Zum Mindestlohn gerechnet wären das in zehn Jahren mehr als 1000 EUR.
3 Mal editiert, zuletzt von sailor773 ( 14. März 2018 ) aus folgendem Grund: Berechnung unten korrigiert (ich hatte vorher mit einer Tabelle der Spotpreise gerechnet, da sind die Stunden etwas mehr). Ändert aber nichts grundsätzliches an der Aussage.

References: § 7
 § 3
 § 8

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