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Timestamp: 2016-10-26 11:18:00+00:00

Document:
4P.130/2004 (14.09.2004)
4P.130/2004 /mks
Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Felix Hunziker-Blum,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Max Sidler,
Art. 9 und 29 BV (Willk�rliche Beweisw�rdigung im Zivilprozess; Kostenfolge),
Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, Zivilrechtliche Abteilung, vom 4. Mai 2004.
Am 1. Februar 1995 prallte B.________ mit seinem Personenwagen in das Heck des von A.________ (Beschwerdegegnerin) gelenkten, vor einem Fussg�ngerstreifen in der Stadt Zug still stehenden Fahrzeugs. Die Beschwerdegegnerin versp�rte nach ihrer eigenen Darstellung am Folgetag starke Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schwindelgef�hl und Ohrensausen. Sie meldete sich am 6. Februar beim Arzt an und begab sich am 8. Februar 1995 in �rztliche Behandlung. Der Arzt diagnostizierte eine Distorsion der Halswirbels�ule nach Auffahrkollision. Die X.________ Versicherung (Beschwerdef�hrerin) ist die Haftpflichtversicherung Kipfers und die Insassenversicherung des Halters des von der Beschwerdegegnerin gelenkten Fahrzeugs.
Am 8. September 2000 gelangte die Beschwerdegegnerin an das Kantonsgericht Zug mit dem Begehren, die Beschwerdef�hrerin sei zu verpflichten, ihr Fr. 1'393'747.90 f�r den erlittenen Schaden zu bezahlen. Das Kantonsgericht des Kantons Zug verpflichtete die Beschwerdef�hrerin mit Urteil vom 1. Juli 2002, der Beschwerdegegnerin Fr. 1'287'673.-- nebst Zins zu 5% seit dem 1. Juli 2002 auf Fr. 1'227'673.-- und 5% Zins seit dem 1. Februar 1995 auf Fr. 60'000.-- zu bezahlen. Das Gericht kam insbesondere gest�tzt auf ein Gutachten der Medizinischen Abkl�rungsstelle Zentralschweiz (MEDAS) an die IV-Stelle Zug vom 20. Dezember 1999 und die erg�nzenden Antworten an die Beschwerdef�hrerin vom 14. und 26. April 2000 zum Schluss, dass die gesundheitliche Beeintr�chtigung der Beschwerdegegnerin auf den Unfall vom 1. Februar 1995 zur�ckzuf�hren sei.
Mit Urteil vom 4. Mai 2004 hob das Obergericht des Kantons Zug in teilweiser Gutheissung der Berufung der Beschwerdef�hrerin und in Abweisung der Anschlussberufung der Beschwerdegegnerin das erstinstanzliche Urteil auf. Es verpflichtete die Beschwerdef�hrerin, der Beschwerdegegnerin Fr. 1'310'157.-- zuz�glich Zins zu 5% seit 1. Februar 1995 auf Fr. 32'000.--, seit 9. September 2000 auf Fr. 17'096.-- sowie seit 4. Mai 2004 auf Fr. 1'261'061.-- zu bezahlen. Das Obergericht wies den Antrag der Beschwerdef�hrerin auf Einholung eines Obergutachtens ab und ging gest�tzt auf das MEDAS-Gutachten davon aus, dass der krankhafte Vorzustand der Beschwerdegegnerin den Eintritt des Schadens in nicht unerheblicher Weise beg�nstigt habe. Den Haushaltsschaden berechnete das Obergericht mit der ersten Instanz aufgrund des zeitlichen Aufwands gem�ss der Basis der schweizerischen Arbeitskr�fteerhebung 1997 (SAKE) und mit einem Stundenlohn von Fr. 27.-- . Es sch�tzte zudem im Wesentlichen den erstinstanzlich zugesprochenen Erwerbsschaden sowie den aufgrund der Arbeitgeber-AHV-Beitr�ge berechneten Rentenschaden.
Die Beschwerdef�hrerin hat gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug vom 24. Mai 2004 sowohl staatsrechtliche Beschwerde als auch eidgen�ssische Berufung eingereicht. Mit staatsrechtlicher Beschwerde begehrt sie die Aufhebung des angefochtenen Urteils. Sie r�gt die Verletzung von Art. 9 BV, Art. 29 BV und � 60 der Kantonsverfassung Zug (KV ZG).
Die Beschwerdegegnerin und das Obergericht des Kantons Zug schliessen jeweils auf Abweisung der Beschwerde.
Die staatsrechtliche Beschwerde ist gem�ss Art. 84 Abs. 1 lit. a OG insbesondere zul�ssig gegen kantonale Entscheide wegen Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte der B�rger. Da die staatsrechtliche Beschwerde das kantonale Verfahren nicht fortsetzt, sondern als ausserordentliches Rechtsmittel der �berpr�fung kantonaler Hoheitsakte unter dem spezifischen Gesichtspunkt ihrer Verfassungsm�ssigkeit dient, pr�ft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene R�gen (BGE 117 Ia 393 E. 1c, mit Hinweisen). Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG sind die angeblich verletzten verfassungsm�ssigen Rechte nicht nur zu bezeichnen, sondern es ist darzulegen, inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sein sollen. Das Bundesgericht tritt auf formell nicht hinreichend begr�ndete R�gen und insbesondere auf appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid in konstanter Rechtsprechung nicht ein (BGE 127 I 38 E. 3c).
Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung von � 60 KV ZG. Nach dieser Bestimmung soll das Prozessverfahren so geordnet werden, dass es der Ermittlung der Wahrheit und der Rechtssicherheit dient. Inwiefern diese Bestimmung der Beschwerdef�hrerin ein verfassungsm�ssiges Recht verleihen sollte und welchen Inhalt die ihr angeblich durch die kantonale Verfassungsnorm gew�hrleisteten Verfahrensgarantien haben sollen, ist der Beschwerde nicht zu entnehmen. Auf die R�ge ist nicht einzutreten.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verweigerung des rechtlichen Geh�rs. Sie bringt vor, das Obergericht habe die Nichtabnahme der ihrerseits beantragten Beweise nicht begr�ndet.
2.1 Aus dem Anspruch auf rechtliches Geh�r folgt, dass das Gericht rechtzeitig und formrichtig angebotene erhebliche Beweismittel abzunehmen hat, wenn diese geeignet sind, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 122 I 53 E. 4a, mit Hinweisen). Dies verwehrt es dem Gericht indes nicht, einen Beweisantrag abzulehnen, wenn es in willk�rfreier W�rdigung der bereits abgenommenen Beweise zur �berzeugung gelangt, der rechtlich erhebliche Sachverhalt sei gen�gend abgekl�rt, oder wenn es in willk�rfreier antizipierter W�rdigung annehmen kann, weitere Beweisvorkehren w�rden an der W�rdigung der bereits abgenommenen Beweise nichts mehr �ndern (BGE 124 I 208 E. 4a, mit Hinweisen).
2.2 Das Obergericht hat die f�r den Entscheid �ber die Nichtabnahme der beantragten Beweise wesentlichen Gesichtspunkte dargelegt (BGE 126 I 97 E. 2b). Es hat den Antrag auf Einholung eines zus�tzlichen (medizinischen) Gutachtens abgewiesen, nachdem es dem MEDAS-Gutachten vom 20. Dezember 1999 und den beiden Erg�nzungsberichten Beweiskraft zuerkannt hatte; es hat geschlossen, aufgrund der medizinischen Berichte und Gutachten sei der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den Gesundheitsst�rungen der Beschwerdegegnerin zu bejahen; dagegen verm�ge die Beschwerdef�hrerin mit den Feststellungen ihres Unfallanalytikers C.________ nicht aufzukommen. Das Obergericht hat sodann erwogen, biomechanische Gutachten seien allgemein nicht geeignet, die nat�rliche Kausalit�t bei Schleudertraumen in Frage zu stellen und die Ad�quanz w�re auch zu bejahen, wenn die Schwere des Unfallereignisses zu ber�cksichtigen w�re. Das Obergericht hat zudem die SAKE-Untersuchung als taugliche Grundlage f�r die Bemessung des Haushaltsschaden erachtet und in dieser Hinsicht auf die Erw�gungen der Vorinstanz verwiesen. Aus dieser Begr�ndung ergibt sich, weshalb das Obergericht auf die Erhebung der beantragten Beweise in vorweggenommener W�rdigung verzichtete. Die R�ge der Verletzung des rechtlichen Geh�rs ist abzuweisen.
Willk�rlich im Sinne von Art. 9 BV ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re. Das Bundesgericht weicht vom Entscheid der kantonalen Beh�rde nur ab, wenn dieser offensichtlich unhaltbar ist, zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider l�uft. Dabei greift es nur ein, wenn nicht bloss die Begr�ndung, sondern auch das Ergebnis des angefochtenen Entscheids unhaltbar ist (BGE 129 I 8 E. 2.1, mit Hinweisen). Im Bereich der Beweisw�rdigung steht dem Sachgericht ein weiter Spielraum des Ermessens zu, in den das Bundesgericht auf staatsrechtliche Beschwerde hin nur eingreift, sofern diese sich als willk�rlich erweist. Das ist etwa der Fall, wenn die Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt worden ist, das Gericht ohne Begr�ndung unterlassen hat, ein wesentliches Beweismittel zu ber�cksichtigen oder auf der Grundlage der vorhandenen Beweise v�llig unvertretbare, einseitige Schl�sse gezogen wurden (BGE 127 I 38 E. 2a; 118 Ia 28 E. 1b S. 30, mit Hinweisen). Das Gericht darf in Fachfragen nicht vom Gutachten abweichen, solange keine gewichtigen Gr�nde dessen �berzeugungskraft beeintr�chtigen (BGE 129 I 49 E. 4)
3.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt zun�chst, das Obergericht habe das MEDAS-Gutachten willk�rlich gew�rdigt, indem es die Kausalit�t der Auffahrkollision f�r die aktuellen gesundheitlichen Probleme der Beschwerdegegnerin nicht bloss als m�glich, sondern als mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens als Teilursache betrachtet habe. Sie beruft sich auf die Antwort des Gutachters auf ihre Frage nach dem Zusammenhang zwischen dem Unfall und den gegenw�rtigen Beschwerden: "Von den drei Wahrscheinlichkeitsgraden k�nnen wir den Zusammenhang zwischen dem Unfall und den jetzigen Beschwerden als m�glich bezeichnen". Dieser Schluss ist im Kontext der gutachterlichen Stellungnahmen jedoch nicht verst�ndlich. Denn die Gutachter hatten auf die Frage der Beschwerdef�hrerin zuvor erkl�rt, die Zuordnung der aktuellen gesundheitlichen Beeintr�chtigungen sei "sehr schwierig", da "einerseits unser Psychiater deutliche vorbestehende psychische Ver�nderungen attestiert, andererseits die eingeschr�nkten neuropsychologischen Testresultate nicht einzig auf den Unfall zur�ckzuf�hren (nicht "typisch") sind". Die Beschwerdegegnerin "leidet an einem nicht entwirrbaren Gemenge von vorbestehenden, dann unfallbedingten, dann psychoreaktiven (auf den Unfall) Faktoren. Anderseits beruht ein Teil der heutigen Symptomatik, z.B. das Zervikalsyndrom eindeutig auf dem Unfallgeschehen. Wir k�nnen den Unfall zumindest als Teilursache, als Ausl�ser und Co-Faktor des ganzen komplexen Beschwerdebildes betrachten. Unser Psychiater basiert auf dem Modell der Retraumatisierung bereits vorgesch�digter Strukturen." Angesichts der Eindeutigkeit der - im Einzelnen durch die Untersuchungen im Rahmen der MEDAS-Begutachtung gest�tzten - Aussage, wonach bestimmte Sch�den auf den Unfall zur�ckzuf�hren seien und der Unfall mindestens eine Teilursache oder den Ausl�ser des ganzen Beschwerdebildes bilde, ist das Obergericht nicht in Willk�r verfallen, wenn es die W�rdigung der Kausalit�t als bloss "m�glich" durch die medizinischen Gutachter nicht mit dem rechtserheblichen Beweismass der blossen M�glichkeit gleichsetzte, sondern seine �berzeugung �berwiegender Wahrscheinlichkeit aufgrund der konkreten Aussagen der Gutachter bildete.
3.2 Das Gericht kann das Beweisverfahren schliessen, wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine �berzeugung gebildet hat und ohne Willk�r in vorweggenommener Beweisw�rdigung annehmen kann, dass seine �berzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht ge�ndert w�rde (BGE 124 I 208 E. 4a, mit Hinweisen). Lehnt das Gericht die Erhebung von Beweisen ausschliesslich mit der Begr�ndung ab, dass diese im Hinblick auf die Anwendung von Bundesrecht unerheblich seien, so ist die staatsrechtliche Beschwerde in berufungsf�higen Streitsachen unzul�ssig (Art. 84 Abs. 2 OG). Denn ob eine Tatsache f�r die Anwendung einer Rechtsnorm oder eines Rechtsprinzips erheblich ist, ist eine Frage des Bundesrechts, dessen Verletzung bei gegebenen Voraussetzungen mit Berufung ger�gt werden kann. Soweit die Beschwerdef�hrerin r�gt, das Obergericht habe die von ihr beantragte verkehrstechnische Expertise im Hinblick auf die Ad�quanz der Kausalit�t zu Unrecht als unerheblich erachtet, macht sie eine Bundesrechtsverletzung geltend und ist damit nicht zu h�ren. Dasselbe gilt f�r die R�ge, das Obergericht habe mit der Ablehnung des - erst in der obergerichtlichen Hauptverhandlung beantragten - hauswirtschaftlichen Gutachtens mit vorg�ngigem Augenschein den bundesrechtlichen Grundsatz der konkreten Schadensberechnung verletzt, indem es den Schaden abstrakt anhand der SAKE-Tabelle berechnet habe. Zul�ssig ist hingegen die R�ge gegen die Feststellung im angefochtenen Entscheid, wonach die Beschwerdef�hrerin nicht behauptet habe, dass der Haushalt der Beschwerdegegnerin wesentlich von einem SAKE-Durchschnittshaushalt abweiche. Wenn das Obergericht eine solche Behauptung jedoch nicht aus Ziffer 31 der Berufungsschrift abzuleiten vermochte, ist es nicht in Willk�r verfallen. Die Beschwerdef�hrerin hatte dort in Frage gestellt, ob es �berhaupt einen Schweizer Durchschnittshaushalt gebe (" ... das gilt allenfalls - entsprechende Untersuchungen laufen - f�r den Schweizer Durchschnittshaushalt - aber wo ist der?"). In diesem Zusammenhang hatte die Beschwerdef�hrerin die Frage angef�gt: "Welches sind die Abweichungen vom Haushalt der Kl�gerin?" Das Obergericht konnte in vertretbarer Weise diese Vorbringen so interpretieren, dass die Beschwerdef�hrerin zwar grunds�tzlich die Berechnung der ersten Instanz auf der Basis der SAKE 1997 beanstande, jedoch keine konkreten Abweichungen des Haushalts der Beschwerdegegnerin (Kl�gerin) von einem Durchschnittshaushalt im Sinne der SAKE-Erhebung behaupte.
3.3 Das Obergericht hat festgestellt, der Behinderungsgrad der Beschwerdegegnerin im Haushalt, den das erstinstanzliche Gericht gest�tzt auf das MEDAS-Gutachten mit 50% bemessen hatte, sei unangefochten geblieben. Die Beschwerdef�hrerin r�gt diese Feststellung als willk�rlich und beruft sich auf die Seite 26 ihrer Berufungsschrift an das Obergericht und auf Ziffer 4 (Seite 8) ihrer Pl�doyernotizen zur Hauptverhandlung vor Obergericht. In Ziffer 30 (Seite 26) ihrer kantonalen Berufungsschrift hatte die Beschwerdef�hrerin mit Bezug auf den Behinderungsgrad erw�hnt, dass die Vorinstanz auf das MEDAS-Gutachten und nicht auf den Bericht D.________ (Behinderungsgrad 58%) abgestellt hatte. Die Beschwerdef�hrerin kritisierte, dass die erste Instanz zum ben�tigten Zeitaufwand f�r die F�hrung des Haushalts bzw. zum Kostenaufwand f�r die F�hrung durch eine Ersatzkraft keine konkrete Schadensberechnung vorgenommen und direkt die SAKE-Tabellen angewendet habe, obwohl die Beschwerdef�hrerin die Berechnung des Haushaltsschadens durchgehend bestritten und die beweisbelastete Beschwerdegegnerin keinen einzigen Beweis f�r ihre Behauptungen geleistet habe. Dass das Obergericht aus dieser generellen Kritik am Beizug der SAKE-Tabellen keine spezifische Bestreitung des erstinstanzlich festgestellten Behinderungsgrades abzuleiten vermochte, ist nachvollziehbar und damit nicht willk�rlich. Aus den bei den Akten liegenden Pl�doyernotizen zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung ergibt sich sodann, dass die Beschwerdef�hrerin die Unfallkausalit�t der Haushaltsarbeitsunf�higkeit von 50% gem�ss MEDAS-Einsch�tzung bestritt. Auch hier machte sie geltend, dass der Beschwerdegegnerin f�r die Unfallkausalit�t der Beweis auferlegt werden m�sse, wobei sie als Gegenbeweismittel ein medizinisches Gutachten beantragt habe; der geltend gemachte Stundenaufwand und die geltend gemachten Stundenans�tze blieben deshalb bestritten. Es ist nicht schlechterdings unvertretbar und daher nicht willk�rlich, aus diesen Ausf�hrungen zur Unfallkausalit�t der Behinderung im Haushalt abzuleiten, dass keine konkrete Bestreitung des Ausmasses dieser Behinderung erfolgt sei.
3.4 Das Obergericht ist im angefochtenen Urteil davon ausgegangen, die Beschwerdegegnerin sei vor dem Unfallereignis keiner Erwerbst�tigkeit nachgegangen, weil sie als allein erziehende Mutter ihre damals zweij�hrige Tochter zu betreuen hatte. Den Einwand der Beschwerdef�hrerin, die Beschwerdegegnerin w�re aufgrund ihres vorbestehenden schlechten Gesundheitszustandes auch ohne das Unfallereignis nicht arbeitsf�hig gewesen, verwarf das Gericht. Es erwog, die Beschwerdegegnerin sei vor dem Unfall gem�ss MEDAS-Gutachten kompensiert gewesen und daraus lasse sich der Schluss ziehen, dass sie aus medizinischen Gr�nden nach der Verminderung bzw. dem Wegfall ihrer Betreuungspflichten wieder erwerbsf�hig gewesen w�re. Aufgrund der �brigen Umst�nde nahm das Obergericht sodann an, die Beschwerdegegnerin h�tte mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder eine Arbeit aufgenommen. Das Gericht ber�cksichtigte insofern den Umstand, dass die Beschwerdegegnerin seit 1974 bis zur Geburt ihrer Tochter im Jahre 1992 regelm�ssig erwerbst�tig gewesen war, verschiedene berufliche T�tigkeiten ausge�bt und nebenbei im Service gearbeitet hatte. Das Gericht hielt fest, dass die Beschwerdegegnerin im Erwerbsleben sehr aktiv gewesen war und ihr durchwegs gute Arbeitsleistungen attestiert worden waren. Es schloss aus dem bisherigen Berufsleben der Beschwerdegegnerin und ihren wirtschaftlichen Verh�ltnissen (Unterst�tzung durch die F�rsorgebeh�rde im Zeitpunkt des Unfallereignisses), dass sie ohne Unfall wieder eine Erwerbst�tigkeit aufgenommen h�tte.
Die Beschwerdef�hrerin kritisiert diesen Schluss als willk�rlich. Dabei �bergeht sie jedoch die Feststellung im angefochtenen Entscheid, dass die Beschwerdegegnerin wegen der Betreuung ihres Kleinkindes im Zeitpunkt des Unfallereignisses keiner Erwerbst�tigkeit nachging und F�rsorgeleistungen bezog. Wenn das Obergericht bei dieser Sachlage schloss, die Beschwerdegegnerin h�tte nach Verminderung ihrer Betreuungsaufgaben ohne Unfall mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder eine Erwerbst�tigkeit aufgenommen, ist es nicht in Willk�r verfallen. Nicht nachvollziehbar ist die R�ge der Beschwerdef�hrerin, das Obergericht habe dem MEDAS-Gutachten willk�rlich entnommen, die Beschwerdegegnerin sei vor dem Unfall kompensiert gewesen. Diese Aussage kann sich auf die Beurteilung des Psychiaters im MEDAS-Gutachten st�tzen (S. 23: "Der Psychiater legt nun aber dar, dass die Versicherte bis zum Unfall trotz ihrer St�rungen absolut kompensiert war, d.h. sie weist eine dissoziative Pers�nlichkeitsst�rung auf und konnte einen Teil der Beschwerden oder Probleme abspalten."). Inwiefern willk�rlich sein sollte, daraus - im Sinne der in der Beschwerde zitierten Definition nach Pschyrembel - zu schliessen, dass die Beschwerdegegnerin ihre vorbestehenden St�rungen durch gesteigerte Leistungen im Berufsleben ausgeglichen h�tte, ist nicht erkennbar. Die Willk�rr�ge ist unbegr�ndet.
3.5 Das Obergericht hat im angefochtenen Urteil festgehalten, das Kantonsgericht habe der Beschwerdegegnerin einen Rentenschaden im Umfang der AHV-Beitr�ge des Arbeitgebers von 4,2% des mutmasslichen Einkommens der Beschwerdegegnerin zugesprochen. Nach den Erw�gungen im angefochtenen Urteil wurde ein Rentenschaden in den Rechtsschriften zwar nicht beansprucht. Indessen habe die Beschwerdegegnerin diesen Schaden in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung geltend gemacht, was nach zugerischer Zivilprozessordnung zul�ssig sei. Der Beschwerdef�hrerin warf das Obergericht vor, sie habe diesen Anspruch an der Hauptverhandlung nicht bestritten, weshalb das Kantonsgericht zu Recht auf die unbestritten gebliebenen Behauptungen der Beschwerdegegnerin zum Rentenschaden abgestellt habe. Die von der Beschwerdef�hrerin in ihrer Berufung ans Obergericht vorgetragenen Bestreitungen wurden als neu und daher aufgrund des Novenverbots als unzul�ssig aus dem Recht gewiesen. Die Beschwerdef�hrerin r�gt als willk�rlich, dass der an der Hauptverhandlung als Teil des von ihr insgesamt bestrittenen Erwerbsschadens neu eingebrachte Rentenschaden nicht als mitbestritten qualifiziert worden sei. Sie legt auch in diesem Zusammenhang nicht dar, inwiefern willk�rlich sein sollte, aus einer allgemeinen Bestreitung dem Grundsatz nach keine konkrete Bestreitung des Ausmasses oder einzelner Positionen f�r den Fall abzuleiten, dass der Grundsatz trotz Bestreitung bejaht werden sollte. Die Willk�rr�ge ist insofern unbegr�ndet, soweit darauf einzutreten ist. Soweit die Beschwerdef�hrerin im �brigen sinngem�ss r�gt, der Rentenschaden st�tze sich tats�chlich allein auf das mutmassliche Einkommen bzw. sei in Verletzung von Bundesrecht zugesprochen worden, ist auf ihre R�ge gem�ss Art. 84 Abs. 2 OG nicht einzutreten.
3.6 Das Obergericht hat die Verfahrenskosten zu 1/3 der Beschwerdegegnerin und zu 2/3 der Beschwerdef�hrerin auferlegt. Die Beschwerdef�hrerin geht davon aus, die Beschwerdegegnerin habe in ihrer Anschlussberufung vor Obergericht einen rund 50% �ber dem urspr�nglich eingeklagten Betrag gefordert und sei vor Obergericht damit vollumf�nglich unterlegen. Es trifft zu, dass das Obergericht dies auf Seite 25 des angefochtenen Urteils so darstellt. Aus den Feststellungen im obergerichtlichen Urteil ergibt sich indes, dass die Beschwerdegegnerin beim Kantonsgericht Zug den erlittenen Schaden mit Fr. 1'393'747.90 beziffert und in ihrer Anschlussberufung ans Obergericht Fr. 1'983'626 nebst Zins verlangt hatte. Bei einer urspr�nglichen Forderung von rund 1,4 Millionen Franken und einer Erh�hung auf rund 2 Millionen Franken ergibt sich eine Mehrforderung von rund einem Drittel. Im Ergebnis ist daher die Kostenteilung im angefochtenen Urteil nicht zu beanstanden, insbesondere ist sie nicht willk�rlich.
Die staatsrechtliche Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Verfahrensausgang ist die Gerichtsgeb�hr der Beschwerdef�hrerin zu auferlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Dar�ber hinaus hat sie der Beschwerdegegnerin die Parteikosten zu ersetzen (Art. 159 Abs. 1 OG). Geb�hr und Parteientsch�digung bemessen sich nach dem Streitwert.

References: Art. 9
 Art. 9
 Art. 29
 Art. 84
 Art. 90
 Art. 9
 Art. 84