Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20R%2027/87
Timestamp: 2019-02-21 08:48:22+00:00

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BFH, 06.07.1989 - IV R 27/87 - dejure.org
EStG § 13a Abs. 8 Nr. 4, § 4 Abs. 3, § 55, BBauG/BauGB § 58 Abs. 1
Nachträgliche Anschaffungskosten - Grund und Boden - Flächenbetrag - Umlegung - Förmliches Umlegungsverfahren - Freiwillige Umlegung
§§ 13a, 4, 55 EStG
Einkommensteuer; Flächenbeitrag als nachträgliche Anschaffungskosten von Grund und Boden
BFHE 157, 554
BB 1989, 2034
DB 1989, 2460
BStBl II 1990, 126
Aus dem vom FG herangezogenen BFH-Urteil in BFHE 157, 554, BStBl II 1990, 126 --betreffend einen baurechtlichen Flächenbeitrag in Bezug auf ein Grundstück-- ergibt sich nichts Gegenteiliges.
Solche, auch in Form nachträglicher Kosten der Anschaffung i.S. des § 255 Abs. 1 Satz 2 HGB, sind nur Aufwendungen, die in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Anschaffung stehen, insbesondere zwangsläufig im Gefolge der Anschaffung anfallen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 6. Juli 1989 IV R 27/87, BFHE 157, 554, BStBl II 1990, 126; vom 17. Oktober 2001 I R 32/00, BFHE 197, 58, BStBl II 2002, 349, m.w.N.).
Anschaffungskosten jedenfalls in Form der Nebenkosten der Anschaffung i.S. des § 255 Abs. 1 Satz 2 HGB sind somit alle sonstigen Aufwendungen des Erwerbers neben der Entrichtung des Kaufpreises, die in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Anschaffung stehen, insbesondere zwangsläufig im Gefolge der Anschaffung anfallen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 6. Juli 1989 IV R 27/87, BFHE 157, 554, BStBl II 1990, 126).
Nicht entscheidend ist dabei, ob diese Kosten bereits im Zeitpunkt des Erwerbs oder erst im Anschluss hieran als "unmittelbare Folgekosten des Erwerbsvorgangs" anfallen (BFH-Urteile in BFHE 157, 554, BStBl II 1990, 126; vom 12. April 1984 IV R 137/80, BFHE 140, 573, BStBl II 1984, 489; vom 5. Mai 1983 IV R 18/80, BFHE 138, 385, BStBl II 1983, 559; Beschluss des Großen Senats des BFH vom 12. Juni 1978 GrS 1/77, BHE 125, 516, BStBl II 1978, 620).
Erheben somit Gemeinden Beiträge mit dem Ziel der Finanzierung von Maßnahmen zur Verbesserung ihrer eigenen Infrastruktur, können darin nur dann nachträgliche Anschaffungskosten der betroffenen Grundstücke gesehen werden, wenn sie --zumindest auch-- deren Benutzbarkeit zugute kommen und --unabhängig von der Art ihrer Benutzung-- zu einer Wertsteigerung der Grundstücke selbst führen (BFH-Urteile in BFHE 183, 504, BStBl II 1997, 811; in BFHE 157, 554, BStBl II 1990, 126; vom 11. Dezember 2003 IV R 40/02, BFHE 204, 219, BStBl II 2004, 282; vgl. dazu auch Ellrott/Schmidt-Wendt in Beck'scher Bilanzkommentar, Anm. 111).
Zwar definiert der BFH die Anschaffungs- und Herstellungskosten in derartigen Fällen teilweise als diejenigen Aufwendungen, die in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Anschaffung bzw. Herstellung stehen, insbesondere zwangsläufig im Gefolge der Anschaffung bzw. Herstellung anfallen (BFH-Urteile vom 5.05.1983, IV R 18/80, BFHE 138, 385 ; BStBl. II 1983, 559, 560; vom 13.09.1984, IV R 101/82, BFHE 142, 247, BStBl. II 1985, 49 f.; vom 6.07.1989, IV R 27/87, BFHE 157, 554 , BStBl. II 1990, 126, 127 f.).
Voraussetzung für die Aktivierung der Beiträge ist, dass die Errichtung oder Änderung der öffentlichen Anlagen wie Straßen und Kanalisationen in einem Sachbezug zu dem Wirtschaftsgut (in diesen Fällen dem Grund und Boden) steht und bei diesem zu einer Werterhöhung führt (BFH-Urteil vom 16. November 1982, VIII R 167/78, BFHE 137, 55 , BStBl. II 1983, 111, 112; BFH-Urteil vom 12. April 1984, IV R 137/80, BFHE 140, 573 , BStBl. II 1984, 489, 490; BFH-Urteil vom 6. Juli 1989, IV R 27/87, BFHE 157, 554 , BStBl. II 1990, 126, 127 f.).
Soweit der BFH in den Fällen zwangsweise im Gefolge der Anschaffung bzw. Herstellung anfallender Aufwendungen diese als Anschaffungskosten oder Herstellungskosten behandelt (BFH-Urteile vom 5.05.1983, IV R 18/80, BFHE 138, 385 ; BStBl. II 1983, 559, 560 (für Branntweinsteuer auf von der Bundesmonopolverwaltung erworbenen Branntwein); vom 13.09.1984, IV R 101/82, BFHE 142, 247, BStBl. II 1985, 49 f. (nicht für nachträglichen Kanalisationsbeitrag); BFH-Urteil vom 6. Juli 1989, IV R 27/87, BFHE 157, 554 , BStBl. II 1990, 126, 127 f. (Flächenbeitrag gemäß § 58 Abs. 1 BuBauG)), lässt er die zwangsweise entstandenen Folgekosten jedoch nur als einzige Aktivierungsvoraussetzung im Zusammenhang mit einem Anschaffungsvorgang genügen, wenn es sich dabei um Steuern handelt.
Für die Aktivierung von öffentlich-rechtlichen Beiträgen als Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts kommt es nach der Rechtsprechung des BFH darauf an, ob die Maßnahmen, für die die Beiträge geleistet worden sind, eine Werterhöhung des Wirtschaftsguts herbeiführen und die geleisteten Beiträge in einem Sachbezug zum Wirtschaftsgut stehen (BFH-Urteile vom 16.11.1982, VIII R 167/78, BFHE 137, 55 , BStBl. II 1983, 111, 112; vom 12.04.1984 IV R 137/80, BFHE 140, 573 , BStBl. II 1984, 489, 490; vom 13.09.1984, IV R 101/82, BFHE 142, 247, BStBl. II 1985, 49 f.; BFH-Urteil vom 6. Juli 1989, IV R 27/87, BFHE 157, 554 , BStBl. II 1990, 126, 127 f.).
Entscheidend ist, dass auslösendes Moment für den Anfall der Grunderwerbsteuer die Übertragung der Anteile an der (grundstücksbesitzenden) Gesellschaft ist und die Grunderwerbsteuer damit zwangsläufig im Gefolge der Anschaffung anfällt (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 6.07.1989 IV R 27/87, BStBl II 1990, 126).
Es trifft entgegen der gelegentlich vom BFH geäußerten Auffassung (z.B. BFH-Urteil vom 6.07.1089 IV R 27/87, BStBl II 1990, 126) auch nicht zu, dass Anschaffungsnebenkosten eines Wirtschaftsguts nur solche Aufwendungen betreffen, die zu einer Erhöhung des Werts des Wirtschaftsguts führen.
Daß nachträgliche Anschaffungskosten, insbesondere solche in Gestalt nachträglich anfallender grundstücksbezogener Erschließungsbeiträge, auch bei nach § 55 EStG bewerteten Grundstücken zu erfassen und dem Grundstückswert hinzuzurechnen sind, hat der Senat mit Urteil vom 6. Juli 1989 IV R 27/87 (BFHE 157, 554, BStBl II 1990, 126) entschieden.
Nachträgliche Anschaffungskosten sind Aufwendungen, die in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Anschaffung stehen, insbesondere zwangsläufig im Gefolge der Anschaffung anfallen und zu einer Erhöhung des Werts des Wirtschaftsguts führen (vgl. z. B. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 6. Juli 1989 IV R 27/87, BFHE 157, 554, BStBl II 1990, 126 m. w. N.).
Dabei tritt der erschließungsähnliche Charakter der Maßnahme in den Vordergrund und rechtfertigt es, die Aufwendungen für die eigene Erschließungsmaßnahme dem grundstücksbezogenen Erschließungsbeitrag, der zu den nachträglichen Anschaffungskosten des Grund und Bodens gerechnet wird (vgl. Senatsurteil vom 6. Juli 1989 IV R 27/87, BFHE 157, 554, BStBl II 1990, 126), gleichzustellen.
FG Münster, 14.02.2013 - 2 K 2838/10
Abziehbarkeit von Grunderwerbsteuer nach § 1 Abs. 2a GrEStG
BFH, 27.10.1993 - I R 65/92
Nichtaktivierung eines Ausgleichsbetrag wegen unrichtiger Bilanzierung im Rahmen …
FG Münster, 06.02.2003 - 4 K 4164/00
BFH, 21.04.1993 - XI R 84/90
Leistungen an Vereinsmitglieder (§§ 2 , 4 UStG )

References: § 13
 § 4
 § 55
 § 58
 § 255
 § 255
 § 58
 § 55
 § 1