Source: https://blog.vorest-ag.com/energiemanagement/energieaudit-energiedienstleistungsgesetz/
Timestamp: 2019-06-16 01:00:18+00:00

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Energieaudit EN 16247 & Energiedienstleistungsgesetz
Hier sind Sie:Home » Energie ISO 50001 & EN 16247 » Energieaudit EN 16247 jetzt Pflicht für alle Firmen, die kein KMU sind – das geänderte Energiedienstleistungs-Gesetz!
Mit dem geänderten Energiedienstleistungsgesetz, das in 2015 in Kraft getreten ist, werden alle Unternehmen, die kein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) sind, zur Durchführung eines Energieaudits nach DIN EN 16247-1 verpflichtet. Die Anforderungen an Energieauditoren, die Energieaudits nach dem Energiedienstleistungsgesetz durchführen dürfen, werden ebenfalls neu geregelt und deutlich erhöht. Alternativ können Unternehmen sich jedoch zur Einführung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 entscheiden – dann haben diese bis Ende diesen Jahres (2016) Zeit für die Zertifizierung.
Mit dem in 2015 im BGBl I S. 578 veröffentlichten und am Tag nach der Verkündung, also mit dem in Kraft getretenen „Gesetz zur Teilumsetzung der Energieeffizienzrichtlinie und zur Verschiebung des Außerkrafttretens des § 47g Abs. 2 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen“ wurde (Art. 1) das „Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen“ (Energiedienstleistungsgesetz – EDL-G) geändert.
Damit wurde Art. 8 Abs. 4–7 der EU-Energieeffizienzrichtlinie (RL 2012/ 27/EU) in deutsches Recht umgesetzt – mit gehöriger Verspätung, denn eigentlich wäre die Umsetzung bereits in 2014 fällig gewesen. Die EU-Energieeffizienzrichtlinie soll sicherstellen, dass die EU ihr Ziel, bis 2020 ihre Energieeffizienz um 20 Prozent zu verbessern, erreicht; der jetzt in deutsches Recht umgesetzte Art. 8 Abs. 4–7 fordert, dass die Mitgliedsstaaten sicherstellen, dass alle Unternehmen, die kein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) sind, nach Stand heut und danach mind. alle 4 Jahre „Gegenstand eines Energieaudits“ sind, das von qualifizierten und unabhängigen Experten durchgeführt wird.
Energieaudit EN 16247 im neuen Energiedienstleistungsgesetz
Vor diesem Hintergrund – und in Folge des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz, NAPE – wurde § 8 EDL-G durch die neuen §§ 8 bis 8d ersetzt. In § 8 EDL-G wird von allen Unternehmen, die kein KMU sind, die Durchführung eines Energieaudits nach § 8a EDL-G bis Ende 2015 gefordert und danach mind. alle 4 Jahre ein weiteres Energieaudit.
Die Pflicht zum ersten Energieaudit gilt als erfüllt, wenn das Unternehmen seit dem 4. Dezember 2012 ein solches Energieaudit durchgeführt hat; freigestellt von der Pflicht zum Energieaudit sind zudem alle Unternehmen, die zur Fälligkeit des Energieaudits über ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder über ein Umweltmanagementsystem nach EMAS-VO verfügen, die mind. 90 Prozent des gesamten Energieverbrauchs des Unternehmens abdecken. (Bei Einführung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems reicht im Jahr 2015 zudem der Beginn der Einführung aus, um die Anforderungen des EDL-G zu erfüllen, siehe unter „Nachweisführung“.)
Unternehmen mit mehreren Standorten können an den einzelnen Standorten auch unterschiedliche Systeme (hier ISO 50001, dort EMAS) betreiben, ebenso sind Mischsysteme (Standorte mit Managementsystem, andere, an denen Energieaudits durchgeführt werden) zulässig.
Maßgeblich für die Einstufung als KMU im Sinne des EDL-G, für die die Pflicht zum Energieaudit nicht gilt, ist die Empfehlung 2003/361/EG: Als Kleinstunternehmen, kleines oder mittleres Unternehmen gelten demnach alle Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern (Jahresdurchschnitt der Vollzeitarbeitnehmer) und einem Umsatz von höchstens 50 Mio. Euro oder einer Bilanzsumme von höchstens 43. Mio. Euro. Stichtag war damals der 31.12.2014 für das erste Energieaudit. (Unternehmen ist die kleinste rechtlich selbstständige Einheit, die aus handels- und/oder steuerrechtlichen Gründen Bücher führt und bilanziert.)
Anforderungen an Energieaudit EN 16247
Bei den Anforderungen an das Energieaudit verweist § 8a EDL-G im Wesentlichen auf die DIN EN 16247-1:2012 („Energieaudits – Teil 1: Allgemeine Anforderungen“). Des Weiteren werden die Anforderungen des Anhangs VI der EU-Energieeffizienzrichtlinie aufgeführt. So muss:
das Energieaudit verhältnismäßig und so repräsentativ sein, dass sich daraus ein zuverlässiges Bild der Gesamtenergieeffizienz ergibt und sich die wichtigsten Verbesserungsmöglichkeiten zuverlässig ermitteln lassen.
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In einem Merkblatt für Energieaudits konkretisiert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Anforderungen des § 8a EDL-G: Demnach müssen, damit das Energieaudit als repräsentativ gelten kann, mind. 90 Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines Unternehmens (bei Berücksichtigung aller Energieträger, wie Strom, Brennstoffe, (Nah-, Fern-)Wärme, Kraftstoffe, erneuerbare Energieträger, …) von dem Energieaudit erfasst werden.
Der Energieverbrauch von Gebäuden ist – unabhängig vom Eigentümer – immer dann zu berücksichtigen, wenn diese betrieblich genutzt werden. Vermietete oder verpachtete Gebäude sind dementsprechend nicht zu berücksichtigen.
Zeitweilige Standorte
Wenn Gebäude angemietet sind, müssen keine Maßnahmen untersucht werden, die das Unternehmen als Mieter gar nicht durchführen kann, sondern nur der Eigentümer (etwa Sanierungsmaßnahmen des Gebäudes).
Wenn ein bedarfsbezogener Energieausweis nach § 18 Energieeinsparverordnung (EnEV) vorliegt, brauchen die damit abgedeckten Bereiche nicht noch einmal im Energieaudit untersucht werden.
Im Ausland befindliche Standorte sind (da nicht vom Geltungsbereich des EDL-G erfasst) nicht zu berücksichtigen.
Transporte müssen dagegen ausdrücklich berücksichtigt werden, wenn diese dem Geschäftszweck des Unternehmens dienen und vom Unternehmen getragen werden.
Wenn der Transport von Gütern oder Personen durch Dritte (etwa eine Spedition) erfolgt, muss er nicht berücksichtigt werden (wohl aber bei dem Dritten – es sei denn, dies ist ein KMU und muss daher kein Energieaudit durchführen).
Ausdrücklich wird in dem BAFA-Merkblatt auch darauf hingewiesen, dass das EDL-G sich nur auf die DIN EN 16247-1 bezieht, die Folgenormen DIN EN 16247-2 bis DIN EN 16247-5 also nicht erfüllt werden müssen.
Zur Repräsentativität des Energieaudits ist es auch ausreichend, wenn bei gleichartigen Standorten nicht alle Standorte vor Ort begangen werden, sondern repräsentative Standorte ausgewählt werden.
Ebenso können bei der Untersuchung von
Transporten repräsentative Fahrzeuge untersucht werden, wenn ein Unternehmen über viele gleichartige Fahrzeuge verfügt.
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Energieauditoren müssen (§ 8b EDL-G) fachkundig und unabhängig sein:
Die Fachkunde erfordert einen einschlägigen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss oder eine einschlägige berufliche Qualifikation und eine mindestens dreijährige hauptberufliche Tätigkeit, bei der Praxiserfahrung mit betrieblicher Energieberatung gesammelt wurde.
Die Unabhängigkeit wird gewährleistet, wenn der Energieauditor hersteller-, anbieter- und vertriebsneutral berät; er darf auch keine Provisionen von Unternehmen erhalten, die energiesparende Produkte oder Anlagen verkaufen, errichten oder vermieten (damit sollen Interessenskonflikte vermieden werden).
Unternehmensinterne Energieauditoren müssen ebenfalls die Anforderungen des § 8b EDL-G erfüllen. Sie müssen der Unternehmensleitung direkt unterstellt sein, von der auditierten Tätigkeit unabhängig (damit sind operative Führungskräfte gemeint, nicht Energiebeauftragte oder Energiemanager, s. BAFA-Merkblatt) und als Energieauditor weisungsfrei sein. Zu diesen Anforderungen ist in § 8d eine Verordnungsermächtigung enthalten; die Anforderungen können also in einer Rechtsverordnung konkretisiert werden.
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Die Durchführung des Energieaudits (bzw. die Freistellung von den Verpflichtungen) muss nach § 8c EDL-G auf Aufforderung der BAFA nachgewiesen werden. Der Nachweis erfolgt durch eine Bestätigung des Energieauditors. Wenn dieser nicht in der Liste nach § 7 Abs. 3 EDL-G eingetragen ist, muss das Unternehmen dessen Fachkunde durch Vorlage entsprechender Unterlagen nachweisen. Fachkundig ist auch, wer das Energieaudit für eine akkreditierte Zertifizierungsstelle für ISO 50001 durchgeführt hat und die Anforderungen als Auditor für Energiemanagementsysteme erfüllt, ebenso ein Umweltgutachter. Das BAFA kann zur Prüfung des Energieaudits weitere Unterlagen, etwa den Energieauditbericht, anfordern.
Eine Freistellung von der Pflicht zum Energieaudit kann durch ein gültiges ISO-50001-Zertifikat bzw. einen gültigen EMAS-Eintragungs- bzw. Verlängerungsbescheid nachgewiesen werden. Die Nichterfüllung der Energieauditpflicht (auch etwa mittels falscher Behauptung, ein KMU zu sein) kann als Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro zur Folge haben.
Bis zum 31. Dezember 2016 reicht es aus, wenn mit der Einrichtung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems nach ISO 50001 bzw. EMAS-VO begonnen wurde. Dieses wird durch eine Erklärung der Geschäftsleitung mit einer Selbstverpflichtung zur Einführung des entsprechenden Managementsystems sowie der Erfüllung der Anforderungen aus Nr. 4.4.3a ISO 50001 (das umfasst die Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs auf Basis von Messungen und anderen Daten zur Ermittlung der derzeitigen Energiequellen sowie des bisherigen und aktuellen Energieeinsatzes und Energieverbrauchs) bzw. die Erfassung und Analyse eingesetzter Energieträger mit einer Bestandsaufnahme der Energieströme und Energieträger mit wichtigen Kenngrößen (absolute und prozentuale Einsatzmengen in technischen und monetären Einheiten) und deren Dokumentation mit Hilfe einer Tabelle (sic!) bei Einführung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS-VO.
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1.132 5. Dezember 2018
102 28. November 2016
89 21. November 2016
269 25. Juli 2016

References: § 47
 Art. 8
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 § 18
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 § 7