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Timestamp: 2019-06-16 18:41:06+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein LiethNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Liether Kalkgrube" vom 18. Oktober 1991 | gültig ab: 01.01.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Liether Kalkgrube"...
juris-Abkürzung: LiethNatSchGV SH
Ausfertigungsdatum: 18.10.1991
Fundstelle: GVOBl. 1992, 2
Gliederungs-Nr: 791-4-130
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Liether Kalkgrube"
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Liether Kalkgrube" vom 18. Oktober 1991 01.01.2003
Aufgrund des § 16 Abs. 1 des Landschaftspflegegesetzes verordnet der Minister für Natur, Umwelt und Landesentwicklung die folgenden §§ 1 bis 8 mit Ausnahme des § 5 Abs. 1 Nr. 1 ; aufgrund des § 39 Abs. 1 Nr. 8 des Landesjagdgesetzes verordnet der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei den folgenden § 5 Abs. 1 Nr. 1 und § 8 Abs. 1 :
(1) Die ehemalige Kalkgrube nordöstlich von Klein Nordende, Kreis Pinneberg, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Liether Kalkgrube" unter Nummer 148 in das beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung als oberster Landschaftspflegebehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 16 ha groß und umfaßt in der Gemarkung Klein Nordende, Flur 4, die Flurstücke 61/1 teilweise, 67/1, 162/1, 165/1, 169/1, 171/1, 173, 174, 175, 176/1, 184, 199, 223/176, 226/183, 229/183, 230/201, 231/201, 233/201, 234/198, 237/171, 239/162 und 241/198. In der dieser Verordnung als Anlage beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes schwarz punktiert dargestellt.
Landrat des Kreises Pinneberg - Untere Landschaftspflegebehörde 2080 Pinneberg,
Amtsvorsteher des Amtes Elmshorn-Land, 2200 Elmshorn,
Bürgermeister der Gemeinde Klein Nordende, 2082 Klein Nordende,
(1) Das Naturschutzgebiet dient der Sicherung und dauerhaften Erhaltung des vielfältigen Mosaiks gefährdeter Lebensräume, das sich in der durch Kalkabbau entstandenen Grube entwickelte und aufgrund seiner teilweise extremen Standortverhältnisse zur Ansiedlung von hochspezialisierten, in vielen Fällen stark gefährdeten Lebensgemeinschaften geführt hat. Ebenso dient das Naturschutzgebiet dem Schutz der durch den Kalkabbau freigelegten geologischen Formationen, die mit ihrem lückenlosen, bis ins Erdaltertum reichenden Aufschluß in Schleswig-Holstein einmalig und von hervorragender landeskundlicher Bedeutung sind.
die Sicherung und dauerhafte Erhaltung der kalkreichen, trockenen und wechselfeuchten Rohbodenstandorte und Schotterflächen, der Quellsümpfe und Rieselhänge, der nährstoffarmen, kalkreichen Teiche und Tümpel einschließlich ihrer Verlandungszonen sowie der auf diese Lebensräume angewiesenen hochspezialisierten Pflanzen- und Tierarten, insbesondere gefährdeter Moose, Orchideen und Arten der Halbtrockenrasenvegetation sowie gefährdeter Insekten, Amphibien und Höhlenbrüter;
die Sicherung und dauerhafte Erhaltung der hier durch Salzaufstieg in Oberflächennähe vorhandenen, aus verschiedenen Gesteinen und Sedimenten bestehenden geologischen Formationen sowie der wissenschaftlich wertvollen Schotterflächen und vertikalen Aufschlüsse.
(3) In dem Naturschutzgebiet sind alle verschiedenen Lebensräume mit ihren charakteristischen Lebensgemeinschaften in ihrer Ganzheit zu erhalten; ihre unbeeinflußte Entwicklung, der möglichst ungestörte Ablauf der natürlichen Stoffkreisläufe und die Fortentwicklung der natürlichen genetischen Vielfalt sollen dauerhaft gewährleistet sein. Nutzungsbedingte Störeinflüsse sind auszuschließen oder so weit wie möglich zu minimieren. Die Erlebbarkeit der Natur ist für den Menschen zu ermöglichen, sofern hierdurch die zu schützende Natur nicht beeinträchtigt wird.
(4) Soweit es zum Schutz dieses Gebietes und seiner Teilbereiche, insbesondere zur Erhaltung und Entwicklung bestimmter bedrohter Pflanzen- und Tierarten und ihrer Ökosysteme erforderlich ist, sind entsprechende vor- oder nachsorgende Maßnahmen durchzuführen.
Gewässer im Sinne des § 31 Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes auszubauen oder Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserstand oder den Wasserabfluß oder die Fließgeschwindigkeit nicht nur unerheblich verändern, oder Stoffe einzubringen oder einzuleiten oder zu entnehmen oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachteilig zu verändern;
die Fallenjagd,
das Errichten von Hochsitzen oder Fütterungseinrichtungen,
das Anlegen von Wildäckern;
die im Landschaftsplan "Liether Kalkgrube" festgelegten, bei Inkrafttreten dieser Verordnung noch nichtdurchgeführten Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie die einvernehmlich mit der unteren Landschaftspflegebehörde festgelegten Maßnahmen zur Einrichtung, zum Betrieb und zur Unterhaltung eines landeskundlichen Lehrpfades;
der nach Art und Umfang einvernehmlich mit der unteren Landschaftspflegebehörde festgelegte Betrieb und die Unterhaltung der Pumpenanlage und der damit verbundenen baulichen Anlagen und Rohrleitungen im Rahmen der auf den Schutzzweck ausgerichteten Grundwasserabsenkung;
der Bodenabbau auf dem Flurstück 184 bis zum 31. Dezember 1993 mit der Einschränkung, daß dieser an maximal 15 Tagen im Jahr zulässig ist;
der Betrieb und die Unterhaltung des vorhandenen Lagerplatzes bis zum 31. Dezember 1995 im Rahmen des genehmigten Bodenabbaus;
Die untere Landschaftspflegebehörde kann im Einzelfall von den Verboten des § 4 Abs. 1 Nr. 12, 13, 15 und 18 Ausnahmen zulassen, die nicht zu einer nachhaltigen Störung führen und den Schutzzweck nicht beeinträchtigen können. Sie ist auch zuständig für die Erteilung von Befreiungen nach § 61 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes und kann bei Gefährdung des Schutzzweckes die unaufschiebbaren, notwendigen Maßnahmen treffen.
§ 4 Abs. 1 Nr. 6 Gewässer im Sinne des § 31 Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes ausbaut oder Maßnahmen durchführt, die den Wasserstand oder den Wasserabfluß oder die Fließgeschwindigkeit nicht nur unerheblich verändern, oder Stoffe einbringt oder einleitet oder entnimmt oder andere Maßnahmen vornimmt, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachteilig zu verändern;
§ 4 Abs. 1 Nr. 15 die Wasserflächen mit Wasserfahrzeugen aller Art befährt;
(2) Gleichzeitig tritt die Kreisverordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Kreise Pinneberg vom 31. Oktober 1969 (Amtsbl. Schl.-H./AAz. S. 277), zuletzt geändert durch Kreisverordnung vom 4. Mai 1988 (Elmshorner Nachrichten vom 10. Mai 1988), außer Kraft, soweit sie das in § 2 Abs. 1 dieser Verordnung beschriebene Gebiet betrifft.

References: § 16
 § 5
 § 39
 § 5
 § 8
 § 31
 § 4
 § 61

§ 4
 § 31

§ 4
 § 2