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Timestamp: 2016-10-23 17:56:20+00:00

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2A.419/2001 (13.11.2002)
X.________ ist von Beruf Pianistin. In der Steuererkl�rung 1997/98 deklarierte sie f�r die direkte Bundessteuer ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 441'117.--, vorwiegend aus Wertschriftenertr�gen. Die Steuerverwaltung des Kantons Bern veranlagte sie demgegen�ber mit Verf�gung vom 21. Januar 2000 auf ein steuerbares Einkommen von Fr. 820'694.-- (im Durchschnitt der Bemessungsjahre 1995/96). Die Differenzen beruhen haupts�chlich darauf, dass die Steuerverwaltung die Ertr�ge und Gewinne aus beweglichem Verm�gen insgesamt als Eink�nfte aus selbst�ndiger Erwerbst�tigkeit (gewerbsm�ssiger Wertpapierhandel) qualifizierte. Das Verm�gen am 1. Januar 1997 wurde auf Fr. 17'811'657.-- festgesetzt.
Gegen diese Veranlagung erhob X.________ am 21. Februar 2000 Einsprache. Sie machte geltend, sie sei bis und mit der Veranlagungsperiode 1995/96 nie als gewerbsm�ssige Wertpapierh�ndlerin qualifiziert worden. Weder habe sich die Praxis zum gewerbsm�ssigen Wertpapierhandel in den letzten Jahren ge�ndert, noch liege bei ihr ein im Vergleich zu fr�her ge�ndertes Anlageverhalten vor, noch erf�lle sie die nach bisheriger Praxis geltenden Voraussetzungen f�r eine Qualifikation als gewerbsm�ssige Wertpapierh�ndlerin. Die Steuerverwaltung habe zudem zu Unrecht gewisse Einkommensbestandteile nach Ermessen festgesetzt: Sie sei weder buchf�hrungs- noch aufzeichnungspflichtig und daher weder willens noch in der Lage, entsprechende Unterlagen einzureichen; auf Verlangen w�rde sie jedoch s�mtliche Belege der Verm�gensanlage von 1996 bis auf ca. zehn Jahre zur�ck nachreichen.
Die Steuerverwaltung des Kantons Bern wies die Einsprache am 21. August 2000 ab. Zur materiellen Begr�ndung verwies sie auf einen Expertenbericht vom 7. Juni 2000, worin aufgezeigt werde, welche Kriterien vorliegend f�r einen gewerbsm�ssigen Wertpapierhandel spr�chen. Bez�glich der Ermessenstaxation verwies sie auf mehrere Schreiben, mit denen von der Steuerpflichtigen erfolglos gewisse B�rsenabrechnungen einverlangt worden seien.
Die Steuerrekurskommission des Kantons Bern hiess mit Entscheid vom 14. August 2001 die Beschwerde der Steuerpflichtigen gegen die Einspracheverf�gung gut. Sie erwog, die Steuerpflichtige sei Pianistin, habe ihr grosses Verm�gen geerbt, verf�ge �ber keine Kenntnisse im Bereich der Verm�gensverwaltung, lasse ihr Verm�gen durch Drittpersonen verwalten und setze keine Fremdmittel ein. Damit fehle es sowohl an den Merkmalen einer selbst�ndigen Erwerbst�tigkeit als auch an jenen des gewerbsm�ssigen Wertschriftenhandels. Insbesondere lasse im vorliegenden Fall der Handel mit Optionen nicht auf Gewerbsm�ssigkeit schliessen, da er kein ungew�hnliches und dominierendes Ausmass angenommen habe. Die gesamten Umst�nde erg�ben, dass kein gewerbsm�ssiger Wertpapierhandel gegeben sei. Dementsprechend wies die Steuerrekurskommission die Akten zur Vornahme der Veranlagung im Sinne der Erw�gungen an die Steuerverwaltung zur�ck und sprach der Rekurrentin eine Parteientsch�digung zu.
Die Steuerverwaltung des Kantons Bern hat am 21. September 2001 Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben. Sie beantragt, der Beschwerdeentscheid vom 14. August 2001 sei aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 21. August 2000 sei zu best�tigen; zudem seien die Kosten des bundesgerichtlichen und jene des vorinstanzlichen Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Die Beschwerdegegnerin beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen und die Steuerfaktoren seien nach Massgabe der Steuererkl�rung und der nicht angefochtenen Ab�nderungen der Veranlagungsverf�gung vom 21. Januar 2000 festzulegen. Die Steuerrekurskommission beantragt ebenfalls, die Beschwerde abzuweisen, w�hrend die Eidgen�ssische Steuerverwaltung auf Gutheissung schliesst.
1.1 Die Kantonale Verwaltung f�r die direkte Bundessteuer ist legitimiert, den Entscheid der kantonalen Steuerrekurskommission mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht anzufechten (Art. 146 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die direkte Bundessteuer, DBG; SR 642.11).
1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollst�ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ger�gt werden (Art. 104 lit. a und b OG). Das Bundesgericht ist allerdings an die Sachverhaltsfeststellung gebunden, wenn, wie hier, eine richterliche Beh�rde als Vorinstanz entschieden und den Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt hat (Art. 105 Abs. 2 OG). Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wendet das Bundesgericht das Bundesrecht von Amtes wegen an. In Abgabestreitigkeiten ist es weder an die Begehren noch an deren Begr�ndung gebunden (Art. 114 Abs. 1 OG); es kann deshalb die Beschwerde auch aus andern als den geltend gemachten Gr�nden gutheissen oder abweisen (BGE 117 Ib 114 E. 4a S. 117 mit Hinweis).
2.1 Der Gesetzgeber hat in Art. 16 Abs. 1 DBG "alle wiederkehrenden und einmaligen Eink�nfte" f�r steuerbar erkl�rt. Er hat damit - wie bereits in Art. 21 Abs. 1 Ingress des Bundesratsbeschlusses vom 9. Dezember 1940 �ber die Erhebung einer direkten Bundessteuer (BdBSt), der ebenfalls das "gesamte Einkommen des Steuerpflichtigen aus Erwerbst�tigkeit, Verm�gensertrag oder anderen Einnahmequellen" als steuerbar qualifizierte - den Grundsatz der Gesamtreineinkommensbesteuerung aufgestellt. Steuerfrei sind nach Art. 16 Abs. 3 DBG die Kapitalgewinne aus der Ver�usserung von Privatverm�gen. Damit wird im Gesetz ausdr�cklich festgehalten, was schon unter dem Bundesratsbeschluss �ber die Erhebung einer direkten Bundessteuer G�ltigkeit hatte. Art. 18 Abs. 1 DBG bestimmt, dass alle Eink�nfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbst�ndigen Erwerbst�tigkeit steuerbar sind. Zu den Eink�nften aus selbst�ndiger Erwerbst�tigkeit geh�ren nach Art. 18 Abs. 2 DBG auch alle Kapitalgewinne aus Ver�usserung, Verwertung oder buchm�ssiger Aufwertung von Gesch�ftsverm�gen. Wie das Bundesgericht erkannt hat, wollte der Gesetzgeber die Besteuerung der Eink�nfte aus Erwerbst�tigkeit (namentlich aus Liegenschaften- oder Wertpapierhandel) im Vergleich zum fr�heren Recht nicht einschr�nken. Der Botschaft (BBl 1983 III S. 162) ist vielmehr zu entnehmen, dass der Gesetzgeber bewusst eine Erweiterung gegen�ber dem bisherigen Recht vorgenommen hat, indem er die Kapitalgewinnsteuerpflicht (mit Art. 18 Abs. 2 DBG) auf den gesamten Bereich der selbst�ndigen Erwerbst�tigkeit, d.h. auf alle Gegenst�nde des Gesch�ftsverm�gens, ausgedehnt hat, w�hrenddem sie nach bisherigem Recht (Art. 21 Abs. 1 lit. d und f BdBSt) auf buchf�hrungspflichtige Unternehmen beschr�nkt war (BGE 125 II 113 E. 5c S. 121 f. mit Hinweis).
2.2 Das Bundesgericht hat unter der Geltung des Bundesratsbeschlusses vom 9. Dezember 1940 �ber die Erhebung einer direkten Bundessteuer in st�ndiger Praxis erkannt, dass Gewinne aus der Ver�usserung von Verm�gensgegenst�nden - namentlich Liegenschaften, Wertpapieren, Edelmetallen und Devisen - nach Art. 21 Abs. 1 lit. a BdBSt als Erwerbseinkommen der direkten Bundessteuer unterliegen, wenn eine T�tigkeit entfaltet wird, die in ihrer Gesamtheit auf Erwerb gerichtet ist. Steuerfrei sind nur Gewinne, die bei der privaten Verwaltung eigenen Verm�gens oder bei einer sich zuf�llig bietenden Gelegenheit erzielt werden (statt vieler: BGE 122 II 446 E. 3 mit Hinweisen). Diese Praxis gilt unter der Geltung des Bundesgesetzes �ber die direkte Bundessteuer (DBG) grunds�tzlich weiter (BGE 125 II 113 ff.). Demnach sind steuerfreie private Kapitalgewinne im Sinn von Art. 16 Abs. 3 DBG (nur) diejenigen Gewinne, die im Rahmen der blossen Verm�gensverwaltung entstehen, also ohne besondere, auf Erwerb gerichtete Aktivit�t, oder bei einer sich zuf�llig bietenden Gelegenheit. Dagegen erzielt die pflichtige Person steuerbares Einkommen aus selbst�ndiger Erwerbst�tigkeit, wenn sie An- und Verk�ufe von Verm�gensgegenst�nden in einer Art und Weise t�tigt, die �ber die schlichte Verwaltung von Privatverm�gen hinausgeht, auch wenn dabei keine in einem eigentlichen Unternehmen organisierte Aktivit�t vorliegt (BGE 125 II 113 E. 5e S. 123; ASA 69 788 E. 2a je mit Hinweisen).
2.3 Ob einfache Verm�gensverwaltung oder auf Erwerb gerichtete T�tigkeit vorliegt, ist unter Ber�cksichtigung der gesamten Umst�nde des Einzelfalls zu beurteilen. Als Indizien f�r eine selbst�ndige Erwerbst�tigkeit k�nnen nach der Praxis etwa in Betracht fallen: systematische oder planm�ssige Art und Weise des Vorgehens, H�ufigkeit der Transaktionen, kurze Besitzdauer, enger Zusammenhang mit der beruflichen T�tigkeit der steuerpflichtigen Person, Einsatz spezieller Fachkenntnisse oder erheblicher fremder Mittel zur Finanzierung der Gesch�fte, Verwendung der erzielten Gewinne bzw. deren Wiederanlage in gleichartigen Verm�gensgegenst�nde (vgl. dazu ASA 69 788 E. 2a mit Hinweisen). Jedes dieser Indizien kann zusammen mit andern, unter Umst�nden jedoch auch allein, zur Annahme einer selbst�ndigen Erwerbst�tigkeit im Sinn von Art. 18 DBG ausreichen. Dass einzelne typische Elemente einer selbst�ndigen Erwerbst�tigkeit im Einzelfall nicht erf�llt sind, kann durch andere Elemente kompensiert werden, die mit besonderer Intensit�t vorliegen. Entscheidend ist, dass die T�tigkeit in ihrem gesamten Erscheinungsbild auf Erwerb ausgerichtet ist (BGE 125 II 113 E. 3c S. 118 f.; ASA 69 788 E. 2a; Urteil 2A.205/2001 vom 12. Dezember 2001 E. 2; vgl. Martin Arnold, Nichts Neues unter der Steuersonne? Zur Besteuerung von Liegenschaftsgewinnen nach dem Bundesgesetz �ber die direkte Bundessteuer, in: ASA 67 598; vgl. auch Danielle Yersin, Les gains en capital consid�r�s comme le revenu d'une activit� lucrative, in: ASA 59 137 ff., und die dort umfassend dargestellte Praxis). Die erw�hnten, von der Praxis urspr�nglich f�r den Bereich des Liegenschaftenhandels entwickelten Abgrenzungskriterien sind, angepasst auf die entsprechenden Besonderheiten, auch beim Wertschriftenhandel anwendbar. Ob die steuerpflichtige Person die Wertschriftengesch�fte selber oder durch einen bevollm�chtigten Dritten abwickelt, ist nicht von entscheidender Bedeutung; das Wertschriftengesch�ft erfordert in der Regel ohnehin den Beizug fachkundiger Personen, deren Verhalten der pflichtigen Person zugerechnet wird (BGE 122 II 446 E. 3b S. 450 mit Hinweis).
2.4 Die Vorinstanz kritisiert die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum gewerbsm�ssigen Wertpapierhandel als "uneinheitlich bzw. diffus"; das Bundesgericht habe es insbesondere unterlassen, den "offenen Gesetzesbegriff" von Art. 18 Abs. 1 DBG messbar und nachvollziehbar zu konkretisieren. Die beschwerdef�hrende Steuerverwaltung bem�ngelt ihrerseits, aus der Sicht der Praxis ergebe sich eine "grosse Rechtsunsicherheit".
Die Einw�nde sind weder neu noch �berzeugend und geben keinen Anlass, auf die langj�hrige, gefestigte Rechtsprechung des Bundesgerichts zur�ckzukommen (vgl. etwa die Stellungnahme zu der in der Literatur ge�usserten Kritik in: ASA 66 224 E. 5; zum Begriff der "selbst�ndigen Erwerbst�tigkeit" gem�ss Art. 18 Abs. 1 DBG vgl. BGE 125 II 113 E. 5 S. 120 ff. mit Hinweisen). Im �brigen hat der Gesetzgeber noch anl�sslich der Beratungen zum Bundesgesetz vom 19. M�rz 1999 �ber das Stabilisierungsprogramm 1998 (vgl. AS 1999 2374 Ziffn. 5 u. 6) unter ausdr�cklichem Hinweis auf BGE 125 II 113 ff. darauf verzichtet, den "gewerbsm�ssigen Wertpapierhandel" zu definieren oder besonders zu regeln; es sollte vielmehr erkl�rtermassen die bisherige Rechtsprechung des Bundesgerichts in diesem Bereich fortgef�hrt werden (vgl. AB 1999 S 46 [Votum Sch�le], 48 [Votum Bundesrat Villiger], 138 [Votum Delalay], 139 f. [Votum Bundesrat Villiger]; AB 1999 N 231 f. [Votum Bundesrat Villiger], 335 [Votum Marti]). Die Frage, ob schlichte Verwaltung des privaten Verm�gens oder gewerbsm�ssiger Wertschriftenhandel vorliegt, ist somit weiterhin - und auch im vorliegenden Fall - aufgrund der vom Bundesgericht als massgeblich erachteten Indizien und unter W�rdigung s�mtlicher konkreter Umst�nde des Einzelfalls zu beantworten. Das schematische Vorgehen verschiedener kantonaler Steuerverwaltungen, so der bernischen, wonach beim Vorliegen bestimmter Kennzahlen auf eine Gesamtw�rdigung verzichtet werden k�nne und selbst�ndige Erwerbst�tigkeit als ausgeschlossen gelten k�nne, f�hrt nur in denjenigen F�llen zu einem sachgerechten Ergebnis, bei denen die Verh�ltnisse klar und eindeutig sind. In den �brigen F�llen, und namentlich in Grenzf�llen, ist wie gesagt die T�tigkeit jeweils in ihrem gesamten Erscheinungsbild rechtlich zu beurteilen.
Die Beschwerdegegnerin deklarierte f�r die direkte Bundessteuer 1997/1998 lediglich die Ertr�ge ihres Wertschriftenverm�gens (als "�briges Einkommen"), nicht aber die mit den Wertschriftentransaktionen erzielten Gewinne. Die Kantonale Steuerverwaltung nahm demgegen�ber mit Bezug auf das gesamte Wertschriftenportefeuille gewerbsm�ssigen Wertpapierhandel an. Dementsprechend erfasste sie nicht nur die deklarierten Ertr�ge, sondern auch die in der Bemessungsperiode 1995/1996 erzielten Gewinne aus Optionsgesch�ften sowie einen ermessensweise gesch�tzten Gewinn aus �brigen Wertschriftentransaktionen als steuerbare Eink�nfte aus selbst�ndiger Erwerbst�tigkeit.
3.1 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin in den Jahren 1995 und 1996 insgesamt 343 Optionsgesch�fte (sog. EUREX- bzw. SOFFEX-Transaktionen) get�tigt und dabei einen Gewinn von Fr. 564'010.-- erwirtschaftet hat. Der systematische und planm�ssige Kauf und Verkauf von Optionen in dieser H�ufigkeit (1995: 185 Transaktionen; 1996: 158 Transaktionen) und Gr�ssenordnung sprengt den Rahmen der schlichten Verwaltung privaten Verm�gens eindeutig. Daran �ndert nichts, dass die Beschwerdegegnerin aufgrund ihres grossen eigenen Verm�gens keine Fremdmittel einzusetzen brauchte und selber keine Kenntnisse im Bereich der Verm�gensverwaltung besitzt; ohnehin muss sie sich die Fachkenntnisse des Notars, den sie umfassend mit der "Verwaltung ihres gesamten Verm�gens" beauftragt hat und der insbesondere die Anlageentscheide f�r sie trifft (vgl. Vollmacht vom 20. August 1987), anrechnen lassen. Der Handel mit Put- und Call-Optionen erfordert, notorisch, eine st�ndige Marktbeobachtung, zumal der Verkauf von Put-Optionen mit besonderen Risiken verbunden ist (vgl. Urteil 2A.205/2001 vom 12. November 2001, E. 3a mit Hinweis auf die Fachliteratur). Beim Verkauf von Call-Optionen mag das Risiko zwar geringer sein, doch ging es der Beschwerdegegnerin auch bei diesen Gesch�ften um das Erzielen kurzfristiger Gewinne (in Form von sog. Stillhalter-Pr�mien). Bei derivativen Finanzinstrumenten mit einer kurzen Haltedauer (z.B. Optionen) lassen sich hohe Gewinne �ber l�ngere Zeit nur mit einer klar definierten und dauerhaft verfolgten Gesch�ftsstrategie erzielen. Auch im Falle der Beschwerdegegnerin ist der fragliche Gewinn (Fr. 564'010.--) nicht etwa auf das Ausnutzen einer sich zuf�llig bietenden Gelegenheit zur�ckzuf�hren, sondern auf eine gezielte, insgesamt auf Erwerb gerichtete Aktivit�t. Schliesslich musste die Beschwerdegegnerin einen Teil ihres Wertschriftenverm�gens als Sicherheit f�r ihre Optionsgesch�fte einsetzen, wobei die genaue H�he der jeweils verlangten Margendeckung offen bleiben kann. Im Bereich des Optionshandels ist die Beschwerdegegnerin mit 343 nachgewiesenen Transaktionen w�hrend der Bemessungsjahre 1995/96 (vorwiegend Call- und Put-Verk�ufe) somit als berufliche Wertpapierh�ndlerin t�tig geworden. Die entsprechenden Gewinne sind demzufolge ihrem Einkommen bei der direkten Bundessteuer 1997/98 aufzurechnen. Die H�he dieser Gewinne ist an sich nicht streitig, jedoch stellt sich die Frage der periodengerechten Abgrenzung (siehe unten E. 3.3.).
Was die Beschwerdegegnerin dagegen vorbringt, vermag nicht durchzudringen. Unbehelflich ist namentlich der Einwand, sie habe ihr Anlageverhalten nicht ge�ndert und insbesondere auch schon vor der Veranlagungsperiode 1997/98 "teilweise" Optionsgesch�fte get�tigt: Abgesehen davon, dass sie zu einem wesentlichen Umstand, n�mlich zur H�ufigkeit solcher Gesch�fte, keine Angaben macht, k�nnte die Beschwerdegegnerin aus fr�heren allenfalls unterschiedlichen Veranlagungen nichts zu ihren Gunsten ableiten; dass ihr die Steuerbeh�rden irgendwelche verbindlichen Ausk�nfte oder Zusicherungen betreffend die Steuerjahre 1997/98 gegeben h�tten, behauptet sie nicht. Fehl geht ferner ihr Hinweis auf das Kreisschreiben Nr. 4 der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung (in: ASA 68 21 ff.), wonach Optionspr�mien im Zusammenhang mit derivativen Finanzinstrumenten grunds�tzlich einkommenssteuerrechtlich nicht relevant seien (Kreisschreiben, Ziff. 3.3): Unter welchen Voraussetzungen solche Optionspr�mien im Einzelfall einkommenssteuerrechtlich erfasst werden, bestimmt sich allein nach dem anwendbaren Bundesrecht und der dazu ergangenen Rechtsprechung. Kreisschreiben haben keine Gesetzeskraft und stellen kein Bundesrecht im Sinne von Art. 104 lit. a OG dar (vgl. Robert Patry, Le probl�me des directives de l'Administration f�d�rale des contributions, in ASA 59 23 ff., 28).
3.2 Es stellt sich die Frage, ob gewerbsm�ssiger Wertpapierhandel nur mit Bezug auf die Optionsgesch�fte vorliegt oder mit Bezug auf die gesamte Wertschriftenverwaltung. Nach Auffassung der Kantonalen Steuerverwaltung soll es grunds�tzlich keine Aufteilung des Wertschriftenportefeuilles in einen privaten und einen gesch�ftlichen Teil geben, wie das allenfalls beim Liegenschaftenhandel f�r das selbstbewohnte Haus m�glich sei (vgl. Schreiben vom 30. Juni 1999 an die Beschwerdegegnerin). In der Literatur wird demgegen�ber die Meinung vertreten, dem Wertpapierh�ndler d�rfe die Aufteilung seiner Wertschriftenpositionen in Privatverm�gen einerseits und Gesch�ftsverm�gen anderseits nicht verwehrt werden. Wolle er neben den der Handelst�tigkeit dienenden Anlagen private Positionen halten, habe er diesen Willen mittels entsprechender Aufzeichnungen oder kaufm�nnischer Buchf�hrung deutlich zum Ausdruck zu bringen (Othmar Huber, Abgrenzung der privaten Verm�gensverwaltung vom Wertschriftenhandel, in: StR 1998 S. 20 ff., 24). Die Frage braucht hier jedoch nicht weiter er�rtert zu werden, da die Umst�nde im vorliegenden Fall eine einheitliche steuerliche Beurteilung des gesamten Wertschriftenportefeuilles der Beschwerdegegnerin gebieten:
Wohl trifft zu, dass die Optionen, mit denen die Beschwerdegegnerin gewerbsm�ssigen Handel betrieb, wertm�ssig nur einen geringen Teil des gesamten Wertschriftenverm�gens ausmachten und dass auch die f�r die Optionstransaktionen erforderliche Margendeckung jeweils relativ gering war im Verh�ltnis zum Gesamtverm�gen. Indessen ist das Optionsgesch�ft nicht isoliert als solches, sondern in seiner Gesamtheit zu beurteilen: Die Beschwerdegegnerin hat zur Hauptsache Kaufoptionen (sog. Calls) auf Aktien verkauft, die sich in ihrem Besitz befanden. Der Verk�ufer eines Calls verpflichtet sich, dem Optionsinhaber (K�ufer) auf dessen Verlangen hin die vereinbarte Menge des zu Grunde liegenden Basiswertes zu einem festgelegten Preis bis zu oder an einem bestimmten Datum zu verkaufen (vgl. Ernst M�ller-M�hl, Optionen und Futures, 5. Aufl., Z�rich 2002, S. 50 f.). Damit gew�hrleistet ist, dass er dieser Verpflichtung auch bei steigenden Kursen nachkommen kann, h�lt er eine entsprechende Anzahl der verschriebenen Titel als Deckung in seinem Depot (sog. "gedeckte" oder "covered" Calls). Wie aus den Depotausz�gen der betreffenden Banken ersichtlich ist, wurden im vorliegenden Fall die Basiswerte w�hrend der Optionsdauer jeweils von der Bank gesperrt. Auf diese Art wurden laut einer Stellungnahme der Veranlagungsbeh�rde vom 7. Juni 2000 (in der Beschwerde als "Expertenbericht" bezeichnet) f�r die Optionsgesch�fte praktisch immer Sicherheiten in der H�he von mehreren Millionen Franken ("durchschnittlich 5 Mio Franken") geleistet. Wenn die Kantonale Steuerverwaltung daraus schliesst, dass die Optionsgesch�fte ohne die zu Grunde liegenden Titel oder Sicherheiten in Form von Wertschriften nicht h�tten vorgenommen werden k�nnen, so ist das nicht zu beanstanden. War aber das �brige Wertpapierverm�gen unerl�sslich f�r die Durchf�hrung der Optionsgesch�fte, so geh�rt es - wie die Optionen selber - schon aus diesem Grund ebenfalls zum Gesch�ftsverm�gen der Beschwerdegegnerin und sind die darauf erzielten Kapitalgewinne gleichermassen nach Art. 18 DBG zu versteuern. F�r diese Qualifizierung und damit gegen dessen privaten Charakter spricht zus�tzlich das mit dem �brigen Wertschriftenverm�gen get�tigte Gesch�ftsvolumen (siehe unten E. 3.3). Dass der Ertrag aus den betreffenden Papieren als Einkommen versteuert werden muss, war im �brigen nie streitig, ebenso wenig die H�he dieses Ertrags.
3.3 Neben den Gewinnen aus Optionsgesch�ften rechnete die Kantonale Steuerverwaltung einen "Wertschriftenerfolg aus �brigen Transaktionen" als Einkommen aus gewerbsm�ssigem Wertpapierhandel auf. Wie sich aus der Stellungnahme vom 7. Juni 2000 (sog. "Expertenbericht") ergibt, ging sie von "mindestens 450 Transaktionen" in der Bemessungsperiode 1995/1996 aus, wovon 343 nachgewiesene Optionsgesch�fte. Die Zahl der andern Wertschriftentransaktionen (offenbar 107) wurde - angeblich wegen fehlender Mitwirkung der Steuerpflichtigen - ermessensweise festgelegt; ebenso der aufgerechnete Betrag von insgesamt Fr.300'000.-- (bei einem angenommenen Gesch�ftsvolumen von 8,2 Mio. Franken f�r 1995 bzw. 5,5 Mio. Franken f�r 1996). Die Beschwerdegegnerin focht im kantonalen Verfahren nicht nur die Qualifikation als gewerbsm�ssige Wertpapierh�ndlerin an, sondern bestritt auch die Zul�ssigkeit der (teilweisen) Ermessenseinsch�tzung. Eine Veranlagung nach pflichtgem�ssem Ermessen kann vom Steuerpflichtigen nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit angefochten werden (Art. 132 Abs. 3 DBG). Aus den Akten ist nicht ersichtlich, wie die Steuerverwaltung die Zahl der fraglichen Transaktionen oder das jeweilige Gesch�ftsvolumen ermittelt hat, und es finden sich ebenfalls keine Anhaltspunkte zum gesch�tzten Gewinn von Fr. 150'000.-- pro Bemessungsjahr. Auch dem angefochtenen Entscheid ist hierzu nichts zu entnehmen, obschon die Vorinstanz in der Vernehmlassung erkl�rt, sie habe die von der Beschwerdegegnerin bereits im Veranlagungsverfahren offerierten Beweismittel (vier Bundesordner mit Bankausz�gen) zu den amtlichen Akten genommen. Zur umstrittenen Frage, ob die Voraussetzungen f�r eine Ermessenstaxation erf�llt gewesen seien (vgl. Art. 130 Abs. 2 DBG), musste sie sich freilich nicht �ussern, nachdem sie zum Schluss gekommen war, es sei kein gewerbsm�ssiger Wertpapierhandel gegeben.
Bei dieser Sachlage - die erw�hnten Bankbelege wurden im bundesgerichtlichen Verfahren nicht eingereicht - ist der Fall an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Diese hat zun�chst �ber die grunds�tzliche Zul�ssigkeit der Ermessenstaxation (vgl. Art. 130 Abs. 2 DBG) und die konkrete Ermessensaus�bung (vgl. Art. 132 Abs. 3 DBG) zu entscheiden. Dabei wird sie das Verhalten der Beschwerdegegnerin anhand der im Gesetz umschriebenen Mitwirkungspflichten sowohl der Steuerpflichtigen selber (vgl. insbesondere Art. 125 Abs. 1 lit. c, 125 Abs. 2, 126 Abs. 1 und 2 DBG) als auch Dritter (vgl. insbesondere Art.127 Abs. 1 lit. d und e DBG) zu beurteilen haben. Gegebenenfalls wird die Vorinstanz die steuerbaren Gewinne mit Bezug auf die �brigen B�rsengesch�fte (Aktienumschichtungen) ermitteln m�ssen. Daneben bedarf aber auch der Gewinn aus den Optionsgesch�ften n�herer �berpr�fung: Laut Belegen waren am Ende der Bemessungsperiode jeweils noch mehrere Positionen offen. Die Vorinstanz wird abkl�ren m�ssen, ob die aus den bestehenden Verpflichtungen resultierenden potenziellen Gewinne oder Verluste erfolgswirksam ber�cksichtigt wurden; gegebenenfalls hat sie eine periodengerechte Abgrenzung vorzunehmen.
Zusammengefasst ergibt sich, dass in der hier �berpr�ften Veranlagungsperiode 1997/98 gewerbsm�ssiger Wertschriftenhandel vorliegt und die Beschwerdegegnerin die daraus erzielten Ertr�ge und Gewinne als Eink�nfte aus selbst�ndiger Erwerbst�tigkeit nach Art. 18 DBG zu versteuern hat. Das Wertschriftenportefeuille ist grunds�tzlich steuerrechtlich einheitlich als Gesch�ftsverm�gen zu qualifizieren. In der Sache dringt somit die Kantonale Steuerverwaltung mit ihrer Beschwerde durch. Hingegen kann ihrem Antrag, den Einspracheentscheid vom 21. August 2000 zu best�tigen, nicht entsprochen werden. Vielmehr ist der Fall an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Diese hat �ber die Zul�ssigkeit der umstrittenen Ermessenstaxation zu entscheiden und, gegebenenfalls, die steuerbaren Gewinne mit Bezug auf die �brigen Wertschriftentransaktionen zu ermitteln. Hinsichtlich der Optionsgewinne hat die Vorinstanz wie erw�hnt die Frage der periodengerechten Abgrenzung zu pr�fen.
Die Beschwerde der Kantonalen Steuerverwaltung ist demnach im Sinne der Erw�gungen gutzuheissen, und der angefochtene Entscheid sowie der Einspracheentscheid vom 21. August 2000 sind aufzuheben. Die Sache wird zu neuem Entscheid im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Diese hat zudem �ber die Verfahrens- und Parteikosten f�r das vorangegangene kantonale Verfahren neu zu befinden.
Da die Kantonale Steuerverwaltung in der Sache obsiegt, sind die Gerichtskosten f�r das bundesgerichtliche Verfahren der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1, 153 und 153a OG). Es wird keine Parteientsch�digung zugesprochen (Art. 159 Abs. 2 OG).
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Steuerverwaltung des Kantons Bern wird im Sinne der Erw�gungen gutgeheissen, und der angefochtene Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 14. August 2001 sowie der Einspracheentscheid der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 21. August 2000 betreffend die direkte Bundessteuer 1997/1998 werden aufgehoben. Die Sache wird zu neuem Entscheid im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Die Steuerrekurskommission des Kantons Bern hat �ber die Kosten- und Entsch�digungsfolgen im kantonalen Verfahren neu zu entscheiden.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Steuerrekurskommission des Kantons Bern sowie der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 16
 Art. 21
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 Art. 18
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 BGE 
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 BGE 
 Art. 104
 Art. 18
 Art. 130
 Art. 130
 Art. 132
 Art. 125
 Art.127
 Art. 18