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Timestamp: 2016-10-28 12:27:23+00:00

Document:
6S.415/2000 (23.10.2000)
6S.415/2000/hev
(nach Sitzung vom 8. September 2000)
Es wirken mit: Bundesgerichtspr�sident Schubarth, Pr�sident des Kassationshofes, Bundesrichter Wipr�chtiger, Bundesrichterin Escher und Gerichtsschreiber Monn.
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Advokat Anton Arnold, Bahnhofstrasse 9, Brig,
Staatsanwaltschaft Oberwallis,
fahrl�ssige T�tung (Art. 117 StGB), hat sich ergeben:
A.- Am 22. November 1995 ereignete sich bei der Verbauung des Wildbaches "Bruchji" oberhalb Blatten, Gemeinde Naters, ein Arbeitsunfall mit t�dlichem Ausgang.
In der Folge wurde gegen verschiedene Personen eine Strafuntersuchung wegen fahrl�ssiger T�tung gef�hrt.
Das Kantonsgericht Wallis sprach am 30. M�rz 2000 unter anderem X.________ im Berufungsverfahren der fahrl�ssigen T�tung im Sinne von Art. 117 StGB schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 800.--.
B.- X.________ f�hrt eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde und beantragt, der Entscheid des Kantonsgerichts sei aufzuheben und die Sache zwecks Freispruch an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Die Vorinstanz hat keine Gegenbemerkungen eingereicht.
Die Staatsanwaltschaft f�r das Oberwallis beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen.
1.- a) Die Vorinstanz geht von folgendem Sachverhalt aus (vgl. angefochtener Entscheid Ziff. 2 S. 5 - 7, Ziff. 4 - 7 S. 11 - 17):
aa) Die Verbauung des Wildbaches Bruchji war w�hrend einiger Jahre als Folge von Unwettern besch�digt worden, weshalb die Steinpflasterung erneuert werden musste. Diese Erneuerung erfolgte gleichzeitig mit dem Bau einer Sperre oberhalb der Strasse Blatten-Rischinen.
Bauherren waren der Staat Wallis und die Gemeinde Naters. Die Oberbauleitung hatte die kantonale Dienststelle f�r Strassen und Flussbau inne; sie wurde vertreten durch Ingenieur A.________. Die Projektierung und die �rtliche Bauleitung oblagen dem Ingenieurb�ro Y.________ AG; der Beschwerdef�hrer ist bei diesem B�ro als Bauingenieur angestellt; er hatte innerhalb des B�ros die Verantwortung f�r das oben genannte Projekt und war �rtlicher Bauleiter. Die Bauunternehmung Z.________ AG war f�r die Verbauungsarbeiten zust�ndig; ihr Inhaber und Gesch�ftsf�hrer ist B.________; in erster Linie war er es, der f�r die Sicherheitsmassnahmen zum Schutze aller auf der Baustelle t�tigen Arbeiter zust�ndig war.
Mit der Zulieferung des Pumpbetons betraut war die Firma W.________ AG; deren Transportchef und Verantwortlicher f�r Pumpbetonanlagen ist C.________.
Im Bereich der Baustelle zwischen den Profilen 6 und 7 �berquert eine Stromleitung mit einer Spannung von 16'000 Volt fast rechtwinklig das Bruchji. In den Pl�nen, die vom B�ro Y.________ AG erstellt und vom Beschwerdef�hrer gepr�ft worden sind, ist die Stromleitung eingezeichnet.
Zun�chst war vorgesehen, den erforderlichen Beton auf Pneuladern durch das Bachbett in die H�he zu transportieren. Als Frost eintrat, musste davon jedoch abgesehen werden. In Absprache mit der Oberbauleitung erfolgte das Ausf�llen der Hohlr�ume zwischen den Steinen im Bachbett nun mittels Pumpbeton. In einer ersten Phase wurde am 15. November 1995 der Abschnitt zwischen den Profilen 3 und 5 mittels Pumpbeton verfestigt. Zwei Tage zuvor, am 13. November 1995, hatten sich der Transportchef und Verantwortliche f�r Pumpbetonanlagen der Betonlieferfirma, C.________, und der Polier der Bauunternehmung, D.________, auf der Baustelle zu einer Ortsschau getroffen, um an Ort und Stelle den Standplatz der Pumpbetonmaschine abzukl�ren. Dabei stellten sie die oben erw�hnte Stromleitung fest. C.________ erblickte darin keine Gefahr, da sich der Standplatz der Pumpbetonstation nicht im n�heren Bereich der Stromleitung befand.
Am 22. November 1995 wurde die zweite Etappe im Bereich der Profile 5 bis 7 betoniert. Der Beton wurde dabei nicht mehr von der gleichen Stelle aus wie am 15. November 1995 ins Bachbett gepumpt. Man hatte am Morgen des 22. November 1995 auf der Baustelle festgestellt, dass man den Pumpcamion mehrere Meter nach unten fahren musste, was C.________, der auch nicht vor Ort war, nicht mitgeteilt wurde. Zudem wurde ein zus�tzlicher Gummischlauch montiert, wodurch der Verteilerarm der Pumpbetonstation verl�ngert wurde. Zun�chst betonierte man oberhalb der Stromleitung, sp�ter geschah dies direkt darunter und alsdann einige Meter unterhalb der Stromleitung.
W�hrend der Arbeiten stand der Maschinist E.________ mit der Fernbedienung etwa zehn Meter neben der Pumpstation auf dem Damm. Von seinem Standpunkt aus war die Sicht auf die Freileitung sehr schlecht und eine genaue Absch�tzung der Distanz zwischen der Freileitung und dem Verteilermast der Pumpstation nicht m�glich.
F.________ arbeitete im Bachbett am Verteilrohr und hatte zudem darauf zu achten, wie weit sich der Verteilermast der Stromleitung n�herte. Sobald der Verteilermast n�her als f�nf Meter an die Leitung reichte, sollte F.________ dem Maschinisten ein Zeichen geben. Anschliessend war F.________ f�r die Verteilung des Betons im Bachbett zust�ndig. Weitere Sicherheitsmassnahmen waren nicht getroffen worden.
Gegen 08.35 Uhr, als die Arbeit fast abgeschlossen war, geriet der Verteilermast zu nahe an die Stromleitung. Ein Lichtbogen leitete den Strom von der Leitung auf den Verteilermast. Dadurch erhielt F.________, der sich am Ende des Gummischlauches im Bachbett befand, einen Stromstoss. Er verstarb noch auf der Unfallstelle.
bb) Am selben Tag hatte kurz vor dem Unfall eine Baustellensitzung stattgefunden, an der unter anderem der Gesch�ftsf�hrer der Bauunternehmung, B.________, und der Beschwerdef�hrer teilnahmen. In deren Verlauf hatte man sich auch zur sp�teren Unfallstelle begeben.
Zu diesem Zeitpunkt wurde ungef�hr 15 Meter oberhalb der Freileitung betoniert, und die Sicherheitsabst�nde zur Freileitung waren noch eingehalten. B.________ stellte fest, dass der Beton nicht - wie am Tag zuvor mit seinem Polier und A.________ von der Oberbauleitung besprochen - �ber ins Bachbett zu verlegende Rohre hochgepumpt, sondern wie �blich gepumpt und verteilt wurde. Die Arbeiter wurden jedoch nicht aufgefordert, so vorzugehen, wie dies am Tag zuvor, um einen Kontakt mit der Freileitung zu verunm�glichen, abgesprochen gewesen war.
B.________ intervenierte zwar bei seinem Polier, liess sich jedoch beschwichtigen und weiterarbeiten, nachdem ihm der Polier gesagt hatte, dass ein Betonieren von "oben her" auch m�glich sei. Zus�tzliche oder andere, der neuen Arbeitsweise angepasste Sicherheitsmassnahmen - Abstellen des Stroms, Erstellen von Schutzger�sten, Beizug eines zus�tzlichen Einweisers/W�chters - wurden von B.________ oder vom Beschwerdef�hrer ebenfalls nicht veranlasst. Zehn Minuten sp�ter, nachdem die Teilnehmer der Sitzung gegangen waren, ereignete sich der t�dliche Unfall.
b) Das Bundesgericht ist an diese tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz gebunden (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Ausf�hrungen, die sich dagegen richten, sind unzul�ssig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP).
Der Beschwerdef�hrer behauptet, zum Zeitpunkt der Baustellenbesichtigung am 22. November 1995 h�tten die Betonierarbeiten mehr als 30 Meter oberhalb der Freileitung stattgefunden (Beschwerde S. 3 oben). Damit ist er nicht zu h�ren. Die Vorinstanz geht von ungef�hr 15 Metern aus (angefochtener Entscheid S. 7).
2.- a) Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Vorinstanz habe Art. 117 StGB in Verbindung mit Art. 18 Abs. 3 StGB unrichtig angewendet (Beschwerde S. 3 III).
Wer fahrl�ssig den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Gef�ngnis oder Busse bestraft (Art. 117 StGB). Fahrl�ssig handelt, wer die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht R�cksicht genommen hat (Art. 18 Abs. 3 Satz 1 StGB). Ein Schuldspruch wegen fahrl�ssiger T�tung setzt somit voraus, dass der T�ter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist die Handlungsweise dann, wenn der T�ter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umst�nde sowie seiner Kenntnisse und F�higkeiten die damit bewirkte Gef�hrdung der Rechtsg�ter des Opfers h�tte erkennen k�nnen und m�ssen (Art. 18 Abs. 3 Satz 2 StGB) und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos �berschritten hat. Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der dabei zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Das schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrl�ssigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrunds�tze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz gest�tzt werden kann (vgl. BGE 126 IV 13 S. 16 f. mit Hinweisen).
Grundvoraussetzung f�r das Bestehen einer Sorgfaltspflichtsverletzung und mithin f�r die Fahrl�ssigkeitshaftung ist die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg f�hrenden Geschehensabl�ufe m�ssen f�r den T�ter mindestens in ihren wesentlichen Z�gen vorhersehbar sein. Zun�chst ist daher zu fragen, ob der T�ter eine Gef�hrdung der Rechtsg�ter des Opfers h�tte voraussehen bzw. erkennen k�nnen und m�ssen. F�r die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Ad�quanz. Diese ist zu verneinen, wenn ganz aussergew�hnliche Umst�nde als Mitursachen hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste (vgl. BGE 126 IV 13 S. 17 mit Hinweisen).
Ein fahrl�ssiges Erfolgsdelikt wie die fahrl�ssige T�tung kann auch durch Unterlassen ver�bt werden.
Ein unechtes Unterlassungsdelikt ist gegeben, wenn die Herbeif�hrung des Erfolges durch Tun ausdr�cklich mit Strafe bedroht ist, der Beschuldigte infolge seiner besonderen Rechtsstellung (der so genannten Garantenstellung) zur Abwendung des Erfolges verpflichtet war und er durch die unterlassene Handlung den Erfolg tats�chlich h�tte abwenden k�nnen (vgl. BGE 120 IV 98 S. 106; 118 IV 309 S. 313 f.; je mit Hinweisen). Grundbedingung f�r die Vermeidbarkeit ist auch beim Unterlassungsdelikt die Vorhersehbarkeit des Erfolges.
b) Die Vorinstanz f�hrt zun�chst aus, dass die f�r die Unfallverh�tung auf dem Bauplatz verantwortlichen Personen die Sicherheitsvorschriften, deren Einhaltung ohne grossen Aufwand m�glich gewesen w�re, verletzt haben. F.________ w�re nicht t�dlich verungl�ckt, wenn der Strom abgestellt gewesen w�re. H�chstwahrscheinlich w�re er auch nicht tot, wenn der Beton - wie urspr�nglich vorgesehen - durch im Bachbett verlegte Rohre hochgepumpt worden w�re oder wenn ein zus�tzlicher Arbeiter als W�chter oder Einweiser geamtet h�tte oder ein Schutzger�st erstellt worden w�re (vgl. angefochtener Entscheid Ziff. 5/6 S. 11/12).
In diesen Punkten bem�ngelt der Beschwerdef�hrer den angefochtenen Entscheid nicht. Zu pr�fen ist nur, inwieweit der Unfall ihm zur Last gelegt werden kann. Er macht geltend, er habe keine Garantenstellung innegehabt (Beschwerde Ziff. 2 S. 5 - 7; s. nachstehend lit. c) und den eingetretenen Erfolg nicht vorhersehen k�nnen (Beschwerde Ziff. 3 S. 7 - 9; s. nachstehend lit. d).
c) Eine Baustelle stellt unbestrittenermassen eine Gefahrenquelle dar, und die Verantwortlichen f�r die Baustelle trifft deshalb eine �berwachungs- und Sicherungspflicht. Sie sind als Garanten daf�r verantwortlich, dass zur Abwehr von Gefahren f�r die Arbeiter die zumutbaren Vorsichts-, Schutz- und �berwachungsmassnahmen vorgekehrt werden (vgl. auch angefochtenen Entscheid S. 9 f. mit Hinweisen auf das Arbeitsgesetz und das Unfallversicherungsgesetz).
Nicht ganz klar ist, wer im vorliegenden Fall in welchem Umfang verantwortlich f�r die Baustelle war.
Die Vorinstanz stellt fest, in erster Linie sei es der Gesch�ftsf�hrer der Bauunternehmung Z.________ AG, B.________, gewesen, der f�r die Sicherheitsmassnahmen zum Schutze aller auf der Baustelle t�tigen Arbeiter zust�ndig war (angefochtener Entscheid S. 14 unten).
Andererseits geh�rt gem�ss der SIA-Norm 103 zu den Pflichten der Oberbauleitung - im vorliegenden Fall also der staatlichen Dienststelle f�r Strassen und Flussbau - das "�berwachen der f�r die Sicherheit ... angeordneten Kontrollen und Massnahmen", und zu den Pflichten des �rtlichen Bauleiters - also des Beschwerdef�hrers - geh�rt das "Veranlassen von und Mitwirken bei der Durchf�hrung von Sicherheitskontrollen w�hrend der Bauausf�hrung" (KA act. 169; angefochtener Entscheid S. 13).
Jedenfalls d�rfte die Feststellung der Vorinstanz zutreffen, wonach der Beschwerdef�hrer "eine Mitverantwortung" f�r die Sicherheit der am Bauwerk Beteiligten trug (vgl. angefochtener Entscheid S. 13/14).
Soweit er diese Schlussfolgerung bem�ngelt, muss sich das Bundesgericht nicht weiter damit befassen, da der angefochtene Entscheid aus den nachstehenden Gr�nden Bundesrecht verletzt.
d) Wie oben in E. 2a gesagt, ist eine Voraussetzung f�r die Ver�bung eines fahrl�ssigen Unterlassungsdeliktes die M�glichkeit, die unterlassene Handlung vorzunehmen, was bedingt, dass der T�ter den sp�ter eingetretenen Erfolg vorhergesehen hat.
aa) Dazu f�hrt die Vorinstanz aus, in den Pl�nen, die vom Beschwerdef�hrer gepr�ft worden seien, sei die in Frage stehende Freileitung eingezeichnet gewesen.
Der Beschwerdef�hrer habe deshalb von Anfang an um das Bestehen der gef�hrlichen Leitung im Bereich "Bruchji" gewusst. Auch sei ihm bekannt gewesen, dass in unmittelbarer N�he der Stromleitung betoniert werden musste.
Aufgrund der ihm zustehenden Aufgaben habe er sich keinesfalls nur auf die Oberbauleitung verlassen und annehmen k�nnen, dass auch das Sicherheitsdispositiv bez�glich der Stromleitung ins Auge gefasst worden sei. Vielmehr h�tte er dem Sicherheitsdispositiv nachfragen und es auch w�hrend der Bauausf�hrung kontrollieren oder sp�testens bei der Baustellensitzung am Unfalltag das Vers�umte nachholen und intervenieren m�ssen. Sp�testens bei dieser Sitzung h�tte er nach dem Sicherheitsdispositiv fragen und dabei unschwer feststellen k�nnen, dass entgegen den Abmachungen mit der Oberbauleitung die Art und Weise der Betoneinbringung abge�ndert worden ist.
Die neue Arbeitsweise h�tte besprochen und die Arbeit allenfalls unterbrochen werden m�ssen, um die geeigneten Sicherheitsmassnahmen zu veranlassen (vgl. angefochtener Entscheid Ziff. 7a S. 12 - 14).
bb) Diese Ausf�hrungen werden den tats�chlichen Gegebenheiten nicht gerecht und verm�gen nicht zu �berzeugen.
Es trifft zu, dass in den Pl�nen, die vom Beschwerdef�hrer gepr�ft worden sind, die Freileitung eingezeichnet war und er deshalb um deren Bestehen wusste.
Gem�ss der urspr�nglichen Projektierung war jedoch vorgesehen, den erforderlichen Beton auf Pneuladern in die H�he zu transportieren. H�tte man gem�ss diesem Projekt vorgehen k�nnen, w�re bei der Stromleitung von vornherein kein Problem entstanden. Es kann also nicht die Rede davon sein, dass der Beschwerdef�hrer von allem Anfang an auf die Freileitung h�tte aufmerksam machen m�ssen.
Nun trat jedoch Frost ein. Ohne den f�r das Projekt verantwortlichen Beschwerdef�hrer dar�ber in Kenntnis zu setzen, wurde mit der Oberbauleitung abgesprochen, in Ab�nderung des urspr�nglichen Projekts werde Pumpbeton verwendet. Am 13. November 1995 trafen sich der Transportchef und Verantwortliche f�r Pumpbetonanlagen der Betonlieferfirma, C.________, und der Polier der Bauunternehmung, D.________, auf der Baustelle, um den Standplatz der Pumpbetonmaschine abzukl�ren. Die beiden erblickten in der Stromleitung wegen deren Entfernung zur Pumpbetonstation keine Gefahr.
Aus dem angefochtenen Entscheid ergibt sich nicht, ob und gegebenenfalls wann der Beschwerdef�hrer von dieser �nderung des Projektes erfahren hat. Die Vorinstanz wirft ihm einfach vor, aufgrund der ihm zustehenden Aufgaben habe er sich nicht auf die Oberbauleitung verlassen und annehmen k�nnen, dass auch das Sicherheitsdispositiv bez�glich der Stromleitung ins Auge gefasst worden sei.
Dieser Vorwurf ist von vornherein unbegr�ndet.
Selbst wenn der Beschwerdef�hrer von der �nderung des Projektes erfahren und trotzdem nicht davor gewarnt hat, dass weiter unten bei der Stromleitung ein Problem entstehen werde, ist diese Unterlassung f�r den eingetretenen Erfolg nicht kausal. Der Vertreter der Oberbauleitung, A.________, der Gesch�ftsf�hrer der Bauunternehmung, B.________, und der Polier der Bauunternehmung, D.________, handelten n�mlich richtig, als sie am 21. November 1995 beschlossen, der Beton m�sse �ber ins Bachbett zu verlegende Rohre hochgepumpt werden, um einen Kontakt mit der Freileitung zu verunm�glichen. Ihnen war die Gefahr also vollauf bewusst, und insoweit kann dem Beschwerdef�hrer von vornherein nicht zur Last gelegt werden, er habe sich zu Unrecht auf die �brigen Verantwortlichen und insbesondere auf die Oberbauleitung verlassen.
In der Folge kam es denn auch zum Unfall, weil sich die vor Ort T�tigen, n�mlich der Maschinist E.________ und der Polier D.________, nicht an die Weisungen hielten, den Beton "wie �blich" pumpten und keine f�r diese Vorgehensweise hinreichenden Sicherheitsmassnahmen trafen.
Die beiden wurden wegen fahrl�ssiger T�tung verurteilt (angefochtener Entscheid S. 2 lit. D) und haben diesen Entscheid akzeptiert (vgl. angefochtener Entscheid S. 3 lit. E).
Kurz vor dem Unfall befanden sich nun aber der Gesch�ftsf�hrer der Bauunternehmung, B.________, und der Beschwerdef�hrer auf der Baustelle. Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdef�hrer vor, sp�testens in diesem Moment h�tte er nach dem Sicherheitsdispositiv fragen und intervenieren m�ssen.
Zur Pr�fung der Frage, ob diese Auffassung der Vorinstanz richtig ist, ist zun�chst festzuhalten, dass sie selber ausgef�hrt hat, in erster Linie sei es B.________ gewesen, der f�r die Sicherheitsmassnahmen zum Schutze aller auf der Baustelle t�tigen Arbeiter zust�ndig war (angefochtener Entscheid S. 14 unten). In Bezug auf B.________, der im Gegensatz zum Beschwerdef�hrer an der Besprechung am Vortag dabei war, f�hrt sie denn auch aus, dieser habe das weisungswidrige Verhalten des Maschinisten und des Poliers bemerkt und deshalb beim Polier interveniert, sich jedoch ohne weiteres beschwichtigen lassen, als dieser ihm sagte, dass ein Betonieren von "oben her" auch m�glich sei. Dass sich B.________ ohne weiteres beschwichtigen liess, obwohl er das weisungswidrige Vorgehen der vor Ort T�tigen erkannte, und zudem keine zus�tzlichen Sicherheitsmassnahmen anordnete, war sorgfaltswidrig, und er ist denn auch wegen fahrl�ssiger T�tung schuldig gesprochen worden (vgl.
angefochtener Entscheid S. 14 - 16), welchen Schuldspruch er vor Bundesgericht nicht mehr angefochten hat.
Demgegen�ber bemerkte der Beschwerdef�hrer, der am Vortag bei der Besprechung nicht dabei war, das mangelhafte und weisungswidrige Vorgehen des Maschinisten und des Poliers nicht, denn die Vorinstanz wirft ihm f�r diese Phase des Geschehens nur vor, dass er nach dem Sicherheitsdispositiv h�tte fragen, dabei das mangelhafte und weisungswidrige Vorgehen des Maschinisten und des Poliers erkennen und deshalb intervenieren m�ssen.
Aus welchem Grund der Beschwerdef�hrer in dieser Phase des Geschehens nach dem Sicherheitsdispositiv h�tte fragen m�ssen, ist jedoch nicht ersichtlich. Auch die Vorinstanz geht davon aus, zum Zeitpunkt der Baustellensitzung sei 15 Meter oberhalb der Stromleitung betoniert worden und seien "die Sicherheitsabst�nde noch eingehalten" gewesen (angefochtener Entscheid S. 14 oben); auf den ersten Blick war f�r jemanden, der am Vortag nicht dabei war, also alles in Ordnung. Dazu kommt, dass �ber die Frage, wie beim Betonieren vorgegangen werden soll, immer nur die Verantwortlichen der Oberbauleitung, der Bauunternehmung oder der Betonlieferfirma entschieden, ohne dass der Beschwerdef�hrer irgendwann zu den Besprechungen beigezogen oder dar�ber informiert worden w�re; auch dies spricht dagegen, dass er sich ausgerechnet an der Baustellensitzung, als f�r ihn alles in Ordnung zu sein schien, nach dem Sicherheitsdispositiv h�tte erkundigen m�ssen. Und schliesslich war in erster Linie B.________ f�r die Sicherheit der Arbeiter zust�ndig; dieser hat denn auch an der Baustellensitzung interveniert, wenn auch nicht mit dem n�tigen Nachdruck. Wenn der Beschwerdef�hrer unter diesen Umst�nden anl�sslich einer kurzen Baustellensitzung nicht nach dem Sicherheitsdispositiv fragte, stellt dies offensichtlich keine strafrechtlich relevante Fehlleistung dar.
Die Vorinstanz f�hrt zur Begr�ndung ihrer Auffassung denn auch nur aus, w�hrend der Baustellensitzung w�re es seine Pflicht gewesen zu intervenieren, "ereignete sich der t�dliche Unfall doch nur knapp 10 Minuten, nachdem die 'Bauleitung' den sp�teren Unfallort verlassen hatte" (angefochtener Entscheid S. 14 oben); aus dem Umstand, dass sich nur wenige Minuten sp�ter der Unfall ereignete, l�sst sich jedoch nichts zu Lasten des Beschwerdef�hrers herleiten.
Da nicht zu sehen ist, inwieweit der Beschwerdef�hrer den sp�teren Unfall h�tte vorhersehen k�nnen, erweist sich der angefochtene Schuldspruch wegen fahrl�ssiger T�tung als bundesrechtswidrig. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und die Sache zum Freispruch des Beschwerdef�hrers an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
3.- Bei diesem Ausgang sind keine Kosten zu erheben, und ist der Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen.
1.- Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, gutgeheissen, das Urteil des Kantonsgerichts Wallis vom 30. M�rz 2000 aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
3.- Der Beschwerdef�hrer wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren aus der Bundesgerichtskasse mit Fr. 2'500.-- entsch�digt.
4.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Staatsanwaltschaft f�r das Oberwallis und dem Kantonsgericht (Strafgerichtshof I) des Kantons Wallis schriftlich mitgeteilt.
--------- Lausanne, 23. Oktober 2000

References: Art. 117
 Art. 117
 Art. 18
 BGE 
 BGE 
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