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Timestamp: 2020-04-03 01:33:27+00:00

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BGH, 29.10.1996 - XI ZR 319/95 - dejure.org
BGH, 29.10.1996 - XI ZR 319/95
https://dejure.org/1996,901
BGH, 29.10.1996 - XI ZR 319/95 (https://dejure.org/1996,901)
BGH, Entscheidung vom 29.10.1996 - XI ZR 319/95 (https://dejure.org/1996,901)
BGH, Entscheidung vom 29. Januar 1996 - XI ZR 319/95 (https://dejure.org/1996,901)
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Indizien - Haupttatsache - Beweisantritt - Darlehnsvertrag - Scheingeschäft
Scheingeschäft und kein Strohmanngeschäft bei Einigung über Haftungsausschluss des Darlehensnehmers ("Garmenbeck")
BGB §§ 117, 607; ZPO § 286
Darlehensvertrag als Scheingeschäft
Abgrenzung von Schein- und Strohmanngeschäft; unzulässige Ablehnung einer Beweiserhebung
NJW 1997, 861 (Ls.)
NJW-RR 1997, 238
ZIP 1996, 2159
MDR 1997, 331
WM 1996, 2272
BB 1997, 910
Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Gegner die Haupttatsache substantiiert bestritten und Gegenbeweis angetreten hat (BGH NJW-RR 1997, 238;… Greger in Zöller, aaO., vor § 284 Rn. 10).
Tritt jemand im Rechtsverkehr im eigenen Namen aber für Rechnung eines anderen auf, der aus welchen Gründen auch immer nicht selbst als berechtigter bzw. verpflichteter Vertragspartner in Erscheinung treten will, ist zivilrechtlich grundsätzlich nur der "Strohmann" aus dem Rechtsgeschäft berechtigt und verpflichtet (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 29. Oktober 1996 XI ZR 319/95, Neue Juristische Woche-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht --NJW-RR-- 1997, 238;… Kramer in Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch --MünchKomm--, 4. Aufl., § 117 BGB Rz. 14, m.w.N.); dementsprechend sind auch dem sog. Strohmann die Leistungen zuzurechnen, die der sog. Hintermann berechtigterweise im Namen des Strohmanns tatsächlich ausgeführt hat (…BFH-Beschlüsse vom 18. Juli 2001 V B 198/00, BFH/NV 2002, 78, unter 3. b;… vom 25. Juni 1999 V B 107/98, BFH/NV 1999, 1649); soweit dem Urteil des XI. Senats des BFH vom 13. Juli 1994 XI R 97/92 (…BFH/NV 1995, 168) etwas anderes zu entnehmen sein sollte, hält der erkennende Senat hieran nicht fest.
c) Unbeachtlich ist das "vorgeschobene" Strohmanngeschäft --zivilrechtlich und (umsatz-)steuerrechtlich (vgl. auch § 41 Abs. 2 der Abgabenordnung --AO 1977--)-- allerdings dann, wenn es nur zum Schein abgeschlossen worden ist, d.h. wenn die Vertragsparteien --der Strohmann und der Dritte-- einverständlich oder stillschweigend davon ausgehen, dass die Rechtswirkungen des Geschäftes gerade nicht zwischen ihnen, sondern zwischen dem Dritten und dem Hintermann eintreten sollen (vgl. z.B. BGH-Urteil in NJW-RR 1997, 238;… Kramer in MünchKomm, § 117 BGB Rz. 12, 15, m.w.N.).
Zu prüfen ist aber, ob der Tatrichter bei seiner Entscheidung alle relevanten Umstände des Falles berücksichtigt und gewürdigt hat (vgl. BGH, Urt. v. 29. Oktober 1996, XI ZR 319/95, NJW-RR 1997, 238).
Hier ist ein Scheingeschäft mithin keineswegs ausgeschlossen, sondern insbesondere dann anzunehmen, wenn - wie die Klägerin behauptet hat - P. bzw. die A. H. mbH nach dem übereinstimmenden Willen der Vertragsparteien tatsächlich keine Miete schulden sollten (…vgl. BGH, Urt. v. 22. Oktober 1981, III ZR 149/80, NJW 1982, 569, 570; Urt. v. 29. Oktober 1996, aaO).
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Scheingeschäft vorliegt, kommt es in erster Linie auf die vor oder bei Abschluss des Vertrages abgegebenen Erklärungen an (BGH, Urteil vom 29. Oktober 1996 - XI ZR 319/95, juris Rn. 12).
Dabei ist auch das nachträgliche Verhalten der Parteien für die Ermittlung des tatsächlichen Vertragswillens der Beteiligten heranzuziehen (BGH, Urteil vom 29. Oktober 1996 - XI ZR 319/95, juris Rn. 15).
Danach darf das Gericht seiner Entscheidung keine für eine Partei ungünstige Tatsache zugrunde legen, ohne zuvor alle von dieser Partei dazu angebotenen Gegenbeweise erhoben zu haben, sofern nicht ein verfahrens- oder beweisrechtlicher Grund zur Ablehnung des Beweisantrags vorliegt (BVerfG, Beschl. v. 8. November 1978 - 1 BvR 158/78, NJW 1979, 413; BGHZ 53, 245, 259 f.; BGH, Urt. v. 29. Oktober 1996 - XI ZR 319/95, NJW-RR 1997, 238;… Urt. v. 18. November 2003 - XI ZR 332/02, ZIP 2004, 159, 162).
Dabei ist zu berücksichtigen, dass für die Ermittlung des Willens der Parteien neben den vor oder bei Abschluss des in Rede stehenden Geschäfts bzw. Vertrages abgegebenen Erklärungen - im Rahmen der gemäß §§ 133, 157, 242 BGB regelmäßig einzubeziehenden Gesamtumstände bzw. Indizien bzw. Verdachtsmomente - auch deren nachträgliches Verhalten von Bedeutung einzubeziehen ist (vgl. BGH, Urteil vom 29.10.1996, XI ZR 319/95, NJW-RR 1997, 238, dort Rn 15; vgl. auch BGH, Urteil vom 06.07.1993, XI ZR 201/92, LM BGB § 117, Nr. 13, dort Rn 11; BGH, Urteil vom 22.05.1978, III ZR 128/76, WM 1978, 785; KG, Urteil vom 12.04.2007, 8 U 76/06, KGR 2007, 613, dort Rn 32; LG Mannheim, Urteil vom 07.10.1992, 4 S 62/92, ZMR 1993, 117;… Erman-Arnold, a.a.O., § 117, Rn 13;… PK-BGB, 8. Auflage 2017, § 117, Rn 31 mwN; Staudinger-Singer, BGB, Neubearb.
Auch insoweit kann - ebenso der Beweis wie des Scheingeschäfts i.S.v. § 117 Abs. 1 BGB als solchen (dazu bereits oben) - der Beweis eines durch ein Scheingeschäft verdeckten Geschäfts i.S.v. § 117 Abs. 2 BGB - allgemeinen Regeln entsprechend - durch Indizien geführt werden, wobei auch aus nachträglichem Verhalten der Parteien Rückschlüsse gezogen werden können (BGH, Urteil vom 29.10.1996, XI ZR 319/95, NJW-RR 1997, 238, dort Rn 15;… Staudinge-Singer, a.a.O., § 117, Rn 30 mwN).
Unstreitige Indizien, die einen Schluss auf eine Haupttatsache zulassen, können die Beweisaufnahme über die Haupttatsache entbehrlich machen (BGH v. 29.10.1996 - XI ZR 319/95 - ZIP 1996, 2159).
Ein Anspruch gegen den "Hintermann" besteht nicht (vgl. BGH, Urteil vom 29. Oktober 1996, XI ZR 319/95, NJW-RR 1997, 238, unter II 2).
Unterlässt er dies, spricht dies gegen ein Scheingeschäft (BGH, Urteil 29.10.1996, Az. XI ZR 319/95, NJW-RR 97, 238).
LG Düsseldorf, 01.06.2007 - 15 O 29/06
Darlehensrückzahlungsansprüche bei bestrittenem Darlehensvertrag wegen angeblich …
OLG Köln, 21.02.2002 - 13 W 104/00
OLG Brandenburg, 17.03.2004 - 4 U 49/02

References: § 286
 § 284
 § 117
 § 41
 § 117
 § 117
 § 117
 § 117
 § 117
 § 117
 § 117