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Timestamp: 2018-10-20 04:58:37+00:00

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Lagebericht 2017 | Geschäftsbericht 2017 der Stadtwerke Düsseldorf AG
Lagebericht 2017 der Stadtwerke Düsseldorf AG.
Grundlagen der Stadtwerke Düsseldorf
Die wesentlichen Beteiligungen der Stadtwerke Düsseldorf umfassen die Tochtergesellschaften Gemeinschaftsheizkraftwerk Fortuna GmbH (GHKW Fortuna GmbH), Netzgesellschaft Düsseldorf mbH, AWISTA Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung mbH (AWISTA GmbH) sowie die Grünwerke GmbH. Des Weiteren halten die Stadtwerke Düsseldorf Beteiligungen an den Gesellschaften Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG, REMONDIS Rhein-Wupper GmbH & Co. KG, RheinWerke GmbH (RheinWerke) sowie Stadtwerke Hilden GmbH. Im Geschäftsjahr 2017 wurde ein Geschäftsanteil von 10,0 % an der smartlab Innovationsgesellschaft mbH erworben. Über die Strom-, Erdgas-, Trinkwasser- und Fernwärmeversorgung hinaus sind die Stadtwerke Düsseldorf in den Geschäftsfeldern Entsorgung, Energiehandel, Contracting, Erdgasfahrzeuge, Elektromobilität, Energiedienstleistungen sowie in der öffentlichen Beleuchtung tätig.
Bei der Energie- und Trinkwasserversorgung bilden die Stadtwerke Düsseldorf und ihre Tochtergesellschaften die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung in eigenen Anlagen bis zur Verteilung an die Kunden ab. Während die GHKW Fortuna GmbH den Vermögensgegenstand Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) hält, akquirieren und betreibt die Grünwerke GmbH Erzeugungsanlagen bzw. Beteiligungen im Bereich der regenerativen Energien. Im Unterschied dazu beschäftigt sich die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH im Wesentlichen mit dem Betrieb und dem Ausbau der Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmenetze.
Seit jeher verfügen die Stadtwerke Düsseldorf über eine eigene Erzeugung von Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Die Erzeugung erfolgt im Kraftwerk Lausward, dem Biomasseheizkraftwerk in Garath und durch Nutzung des Dampfes der Müllverbrennungsanlage (MVA) im Kraftwerk Flingern. Daneben verfügen die Stadtwerke Düsseldorf noch über Heizkessel, ein Gasturbinenspitzenlastkraftwerk und zahlreiche dezentrale Contracting-Anlagen mittlerer und kleiner Leistung.
Im Berichtsjahr 2017 wurde die bestehende Unternehmensstrategie weiterentwickelt und in einem gemeinsamen Prozess mit EnBW auf die Zukunft ausgerichtet. Kern der Strategie ist die konsequente Positionierung der Stadtwerke Düsseldorf als Infrastrukturentwickler und -dienstleister im urbanen Raum. Die neue Strategie kennt die drei Säulen
– Systemkritische Infrastrukturen
Diesem strategischen Feld sind insbesondere die Themen Vermarktung des neuen Kraftwerks GuD-Anlage Block F, der damit verbundene Fernwärmeausbau sowie der Ausbau der Erneuerbaren Energien – hier vornehmlich Wind onshore – zugeordnet. Auch der Entsorgungsbereich und damit die noch ausstehende Entscheidung für den Neubau einer Müllverbrennungsanlage werden unter dieser Kategorie geführt.
Systemkritische Infrastrukturen
Die vielfältigen Infrastrukturmaßnahmen der Stadtwerke Düsseldorf sind Teil der Gestaltung eines tiefgreifenden Strukturwandels der Landeshauptstadt Düsseldorf. Sie stellen die Weichen für die Zukunft der Stadtwerke Düsseldorf, seien es Maßnahmen zur Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur, der Wohnungs- und Immobilieninfrastruktur oder Maßnahmen zur Digitalisierung der Netze durch die Einführung der Funktechnik CDMA 450.
Ein Beispiel für dieses Thema ist das 2015 gestartete Projekt „Südstadt“. Hier geht es um die Modernisierung und Anpassung der Stromnetzstruktur im Hinblick auf eine veränderte Versorgungsaufgabe. Die Verlegung der 110 kV-Kabel in einer Trasse von 10 km Länge und der Bau von zwei neuen Umspannwerken wurden im Berichtszeitraum ebenso abgeschlossen wie die Inbetriebnahme der neuen Umspannwerke. Im laufenden Jahr wird das Projekt mit der Fortsetzung der Optimierung der Kabel im Mittelspannungsbereich und der weiteren Erneuerung von Versorgungsleitungen Strom, Gas, Wasser und Fernwärme zum Abschluss kommen.
In diesem strategischen Feld wird nach „Neugeschäft“ und „Kundenentwicklungsgeschäft“ unterschieden, wobei sich die Stadtwerke Düsseldorf in der Kategorie Neugeschäft auf die drei Geschäftsfelder „Mobilität“, „Quartiere“ und „Vernetzende Plattformen“ fokussieren. Unter „Mobilität“ fallen sämtliche Aktivitäten zum Aufbau einer E-Mobilitäts-Ladesäuleninfrastruktur (auch im spezifischen Bereich Landstromversorgung bei den RheinWerken), Mobilitätsstationen bis hin zum Bike- und Carsharing (z. B. eddy). Im Bereich „Quartiere“ werden sich die Stadtwerke Düsseldorf auf Basis eigener Projekte als Partner für Immobiliengesellschaften, Handwerker und Endkunden darstellen und hierbei die Vernetzung von Wohnen bzw. Arbeiten mit den energiewirtschaftlichen Themen anschaulich umsetzen. Der Bereich „Vernetzende Plattformen“ dient dem Ziel, durch Datenvernetzung Mehrwert für den Kunden und damit Geschäft zu kreieren. Beispiele sind die Gründung der AppCo (Stadtwerke-App „Das Stadtwerkzeug“) und der Gemeinschaft für Energieeffizienz GmbH (Thermobox).
Unter Kundenentwicklungsgeschäft werden alle Aktivitäten zusammengefasst, die mit der Modernisierung und Digitalisierung des bisherigen Kundengeschäfts zusammen hängen.
Im Mittelpunkt des Handelns steht dabei das Bedürfnis der Kunden. Die Maßnahmen reichen vom Interessenmanagement zur Gewinnung von Neukunden über das Kundenbindungsmanagement für die Bestandskunden bis zum Kundenrückgewinnungsmanagement für verlorene Kunden im Privat- und Geschäftskundensegment.
Parallel dazu wird die starke Marke Stadtwerke Düsseldorf durch weitere Marketingmaßnahmen regional und auch bundesweit weiter ausgeplant und der weitere Ausbau von Vertriebskanälen – insbesondere im digitalen Sektor und im social media-Bereich – forciert.
Der betrachtete Marktraum der Stadtwerke Düsseldorf erfasst dabei im Projekt „Rheinschiene“ über die Stadtgrenzen hinaus auch die Netzgebiete der RheinEnergie und der Stadtwerke Duisburg. In dem Projekt geht es aktuell um die Zusammenführung der Leittechniken der drei Netzleitwarten in Düsseldorf, Duisburg und Köln. Die Inbetriebnahme soll planmäßig im Frühjahr 2019 erfolgen. Außerdem werden weitere Themen zu verstärkter Zusammenarbeit bis hin zu Allianzen erörtert. Hintergrund ist der zukünftig zu erwartende Kostendruck auf die Netze durch eine weitere Verschärfung der Anreizregulierung.
Große strategische Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der Fernwärme-Verbindungsleitung vom Kraftwerksstandort Lausward zum Fernwärmenetz Garath und ihrer perspektivischen Fortsetzung in Richtung Leverkusen und Köln beizumessen. Die Planungen des Trassenverlaufs werden in einer Studie erarbeitet. Die Umsetzung wird in mehreren Schritten erfolgen.
Die Erhöhung des Anteils der Erneuerbaren Energien an der Gesamterzeugungskapazität erfolgt planmäßig durch die Grünwerke. Auch im Jahr 2017 wurde bundesweit die Realisierung weiterer Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen vorgenommen.
Unverändert sieht sich der Vertrieb einem hohen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Die Sicherung der Marktposition erfordert weiterhin eine Fokussierung auf die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen im Rahmen des umfassenden Innovationsmanagements sowie Optimierungen der dazu gehörigen Prozesse. Im Berichtsjahr sind hierzu weitere wesentliche Schritte erfolgt.
Das gemeinsame Internetportal von den Stadtwerken Düsseldorf, einem bundesweit führenden Großhandelsunternehmen im Heizungsbereich sowie Düsseldorfer Heizungs-, Klima- und Sanitärinnungsbetrieben, das 2016 an den Start gegangen ist, wurde planmäßig weiterentwickelt. Die dafür gegründete „Gemeinschaft für Energieeffizienz GmbH“ wird im nächsten Schritt das Portal für die Endkunden öffnen (B2C).
Das strategische Ziel der Kooperation mit der RheinEnergie AG im Rahmen der gemeinsamen Tochtergesellschaft RheinWerke ist 2017 erfolgreich weiterverfolgt worden. Dienstleistungen zur Realisierung von Landstromversorgungseinrichtungen werden seit Anfang 2017 bundesweit aktiv vertrieben. Erstmals wurde im Berichtsjahr auch ein Windenergieprojekt realisiert.
Das strategische Ziel einer Vertiefung der Kooperation mit der RheinEnergie AG ist 2017 um eine weitere Komponente ergänzt worden: Die Großkraftwerke der RheinEnergie Niehl2 und Niehl3 sowie die Blöcke A und F der Stadtwerke Düsseldorf auf der Lausward gehen über das Virtuelle Kraftwerk (VKW) der RheinEnergie Trading in die Regelenergie. Mit über 400 MW entsteht damit einer der größten Regelleistungspools in der Regelzone des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Die Kooperation ist offen für weitere große Kraftwerksbetreiber, dezentrale Erzeuger und Verbraucher ab 100 kW, die direkt ins VKW eingebunden werden.
Für den Mehrheitsaktionär ist quartalsmäßig ein konsolidiertes Reporting-Package der Stadtwerke Düsseldorf-Unternehmensgruppe, die die wesentlichen Beteiligungen umfasst, nach IFRS zu erstellen. Dabei wird auf Ebene der Steuerungsbereiche Stromerzeugung und Handel, Strom- und Gasvertrieb, Strom- und Gasverteilung, Wasser, Fernwärme, Entsorgung sowie Shared Services berichtet. Das HGB-Ergebnis der Stadtwerke Düsseldorf wird über den Umsatz und das Ergebnis vor Steuern abgebildet. Die Berichterstattung einschließlich Kommentierung der Plan-Ist-Abweichungen an den Vorstand sowie an den Aufsichtsrat erfolgt quartalsweise.
Die Weltwirtschaft ist auch im Jahr 2017 weiter gewachsen. Der Aufschwung, der sich seit der zweiten Jahreshälfte 2016 merklich verstärkt hatte, geht weiter. Die vor einem Jahr vom Sachverständigenrat geäußerten Befürchtungen bezüglich eines zunehmenden Protektionismus und die Sorgen um den Zusammenhalt der europäischen Union haben nachgelassen. Auch der für möglich gehaltene Wachstumseinbruch in China ist bisher nicht eingetreten.
Im Euro-Raum ist es zu einem konjunkturellen Aufschwung gekommen, der schneller wächst als das wirtschaftliche Potenzial der Staaten. Der Sachverständigenrat hält sogar eine anhaltend positive Entwicklung im Euro-Raum für möglich, da inzwischen auch in den Mitgliedstaaten, die bisher nur eine wenig dynamische Entwicklung gezeigt hatten, ein stärkeres Wachstum eingesetzt hat. Gleichzeitig bestehen gleichwohl weiterhin die auch in den Vorjahren aufgezeigten strukturellen Probleme, insbesondere hohe Arbeitslosigkeit, hohe öffentliche Verschuldung und ein häufig nur geringer Anstieg der Produktivität.
Der Sachverständigenrat sieht für die Weltwirtschaft einerseits das Verhältnis von Chancen und Risiken ausgewogener als vor einem Jahr, weist aber andererseits auf die fortbestehenden Risiken steigender geopolitischer Spannungen, protektionistischer Maßnahmen, wiederkehrender Zweifel an der Stabilität im Euro-Raum und eines möglichen Wachstumseinbruchs in China hin.
Für den Euro-Raum sagt der Sachverständigenrat für 2017 ein reales Wachstum von 2,3 %, für 2018 von 2,1 % voraus. Die Entwicklung für Deutschland wird 2017 mit 2,0 % prognostiziert, für 2018 mit 2,2 % leicht günstiger als für den Euro-Raum. Die deutsche Wirtschaft befindet sich dabei bereits in einer Überauslastung.
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland liegt 2017 nach den vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. (AG Energiebilanzen) um etwa 0,8 % über dem Niveau des Vorjahres. Ursächlich dafür war vor allem die positive Konjunkturentwicklung. Zuwächse gab es bei Erdgas, Mineralöl und Erneuerbaren Energien während Kernenergie, Stein- und Braunkohle Rückgänge verzeichneten.
Die CO2-Emissionen haben nach Einschätzung der AG Energiebilanzen 2017 stagniert.
Der Mineralölverbrauch lag mit einem Plus von 3 % über dem Vorjahresniveau. Hierfür ist ursächlich insbesondere die Zunahme des Kraftstoffverbrauchs zu nennen. Der Ottokraftstoff- und der Dieselverbrauch nahmen je um 2 % zu, der Absatz von Flugbenzin wuchs nur gering um 0,7 %. Der Absatz von leichtem Heizöl wuchs um 2 %, die Rohbenzinlieferungen an die Chemische Industrie wuchsen um etwas über 7 %.
Der Erdgasverbrauch stieg um rd. 5,2 %. Für diesen Anstieg war der gestiegene Einsatz von Erdgas in den öffentlichen und industriellen Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung von erheblichem Einfluss. Darüber hinaus verzeichnete in Folge kühler Witterungsverhältnisse in einigen Monaten auch der Erdgasverbrauch zu Heizzwecken Zuwächse. Der Steinkohleverbrauch sank um 10,4 %, wobei die Verdrängung des Kohleeinsatzes in Kraftwerken – verbunden auch mit der Stilllegung mehrerer Kohlekraftwerke – durch die Zunahme des Anteils von Strom aus Erneuerbaren Energien und des Stroms aus Erdgasheizkraftwerken die wesentlichen Ursachen waren. In der Eisen- und Stahlindustrie gab es einen Anstieg beim Einsatz von Kohle und Koks um 0,6 %.
Der Braunkohleeinsatz lag 2017 rund 0,6 % unter dem Vorjahreswert. Ein geringerer Kraftwerkseinsatz und die Überführung der ersten Kraftwerksblöcke in die vierjährige Sicherheitsbereitschaft führten dazu, dass die Braunkohlenstromerzeugung um rd. 1 % sank.
Der Kernenergiebeitrag sank aufgrund mehrerer Anlagenrevisionen um 10,3 % gegenüber dem Vorjahr.
Bei den Erneuerbaren Energien ergab sich in der Summe ein Zuwachs von gut 6 %. Dabei sank die Stromerzeugung aus Wasserkraft (ohne Pumpspeicherkraftwerke) infolge der Witterungsentwicklung um rund 4 %. Die Stromeinspeisung aus Windkraftanlagen stieg kräftig um 34 %. Der Beitrag der Solarenergie (Solarthermie und Photovoltaik) stieg um 5 %. Die Geothermie verzeichnete ein Plus von 7 %. Bei der Biomasse und beim Abfall blieben die Beiträge auf dem Niveau von 2016. Damit stieg der Anteil der Erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch in Deutschland auf 13,1 % im Jahre 2017.
Die Anteile der einzelnen Energieträger am nationalen Energiemix haben sich weiter verschoben: Mineralöl, Erdgas und Erneuerbare Energien konnten ihre Anteile am Energieverbrauch steigern, bei Kernenergie und Steinkohle kam es zu deutlichen Rückgängen, bei der Braunkohle zu einem leichten Rückgang.
Wie in den Vorjahren ist zu betonen, dass sich die Problematik des volatilen Anfalls von Strom aus Wind- und Sonnenenergie und damit der Notwendigkeit, witterungsunabhängige Stromerzeugungskapazitäten im Gesamtsystem vorhalten zu müssen, weiter fortgesetzt hat.
Die Speicherung von Strom in großen Mengen bleibt weiterhin eine der zentralen Herausforderungen.
Netze in Zeiten großer Herausforderungen.
Die zunehmend dezentrale Erzeugung von Strom stellt die Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber vor große Herausforderungen. Die erforderlichen Ausbauten der Übertragungsnetze stoßen in der Regel auf starke Widerstände der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten. Die dezentralen Anlagen müssen an das Verteilnetz angeschlossen und technisch integriert werden. Dies erfordert hohen Personalaufwand, Kosten und Zeit. Die Probleme werden in der Politik wahrgenommen und diskutiert. Es ist davon auszugehen, dass es zu weiteren regulierenden Eingriffen des Staates und damit zu einer weiteren Zunahme an Komplexität des Gesamtsystems kommen wird. Innerhalb der Branche wird es unweigerlich zu weiteren Kooperationen zur Hebung von Synergieeffekten und zu Konsolidierungsprozessen kommen.
Energiemarkt: Preisentwicklungen und Rahmenbedingungen 2017
Zum Jahresstart 2017 führten niedrige Temperaturen, gepaart mit einer geringen Einspeisung Erneuerbarer Energien sowie Einschränkungen bei der Produktion französischer Kernkraftwerke zu deutlichen Preissteigerungen am Strom-Spotmarkt. Es zeigten sich erste Auswirkungen einer sogenannten Dunkelflaute, eines Zeitraums mit geringer Wind- und Sonnenenergieeinspeisung, mit einem Spitzenpreis für den Tagespeak am 24.1.2017 in Höhe von 130,18 Euro/MWh.
Bis August bewegte sich der Grundlastkontrakt für das Lieferjahr 2018 seitwärts innerhalb einer Spanne zwischen 28,00 Euro/MWh und 32,00 Euro/MWh. Mitte August startete ein signifikanter Preisanstieg mit einer Spitze in der Mitte des Dezembers von 38,24 Euro/MWh. Fundamental war der Preisanstieg im Wesentlichen begründet durch steigende Kohlepreise. Aber auch die zunehmende Diskussion um vermehrte Anstrengungen beim Klimaschutz unterstützte den Preisanstieg. Es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass geringere Emissionen nur durch höhere Emissionspreise oder einen beschleunigten Ausstieg aus der Braunkohleverstromung zu erreichen sind.
Der Gasmarkt 2017 reagierte auf die niedrigen Temperaturen von Januar bis Mitte Februar mit volatilen Spotpreisen für NCG zwischen 18,94 Euro/MWh und 23,06 Euro/MWh. In den folgenden Frühjahrs- und Sommermonaten beruhigte sich der Markt, der Gaspreis folgte einer Seitwärtsbewegung innerhalb eines Korridors zwischen 15,00 Euro/MWh und 17,00 Euro/MWh, die ab Herbst wieder in steigenden Spotpreisen mündete. Mitte Dezember führten der Ausfall einer Gaspipeline und eine Explosion im Gasverteilzentrum Baumgarten dann erneut kurzfristig zu Spitzenpreisen für NCG von bis zu 22,87 Euro/MWh.
Die Terminpreise für Gas NCG mit Lieferjahr 2018 folgten zu Jahresbeginn volatil den Spotpreisen auf ein Hoch bei 18,62 Euro/MWh, um sich anschließend bis Ende März auf 16,04 Euro/MWh zu verringern. Der Preisanstieg ab September ist wie beim Strom vor allem der Auseinandersetzung bezüglich der Einhaltung der Klimaziele von Paris geschuldet, deren Umsetzung in einem verstärkten Einsatz von Gaskraftwerken zur Stromerzeugung münden würde. Das Gas kann sich zudem nicht dem Preisanstieg der sonstigen Commodities entziehen. Am Jahresende ergab sich auf Grund der bereits im obigen Absatz erwähnten Ausfälle in der Gasinfrastruktur für das Kalenderjahr 2018 ein neues Jahreshoch bei 19,02 Euro/MWh.
Die Bevölkerungszahl der Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich auch in 2017 erfreulich entwickelt. Mit circa 640.000 lag sie um etwa 4.000 Personen oberhalb des Vorjahresniveaus. Seit dem Jahr 2000 liegt das Bevölkerungswachstum in Düsseldorf damit kumuliert bei mehr als 66.000 Personen. Das Amt für Statistik der Stadt Düsseldorf geht bis 2030 von einem weiteren Anstieg auf dann ca. 660.000 Einwohner aus. Auch der Arbeitsmarkt in Düsseldorf, im Zentrum der Metropolregion Rhein-Ruhr als stärkstem Wirtschaftsraum der Bundesrepublik, hat sich seit der Jahrtausendwende erfreulich entwickelt. Die Zahl der Erwerbstätigen lag mit 514.000 zum 31.12.2015 um 56.000 über dem Niveau des Jahres 2000. Insbesondere der Dienstleistungssektor hat sich dabei besonders erfreulich entwickelt. Getragen wird die positive Entwicklung auch von der hohen Bedeutung Düsseldorfs als Wirtschaftsstandort für ausländische Investoren: alleine zwischen 2011 und 2014 nahm die Zahl internationaler Unternehmen am Standort um 220 zu.
Zum 01.01.2017 ist das Gesetz zur Änderung der Bestimmungen zur Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung und zur Eigenversorgung in Kraft getreten. Das Gesetz führt zu Änderungen des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) und des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). Das novellierte KWKG sieht Ausschreibungen der Zuschlagszahlungen für KWK-Strom vor und regelt die Erhebung der KWK-Umlage neu. Die erneute Änderung des EEG führt zu einer Neustrukturierung der Vergaben zur Privilegierung der Eigenversorgung bei der EEG-Umlage. Bei Bestandsanlagen kann künftig im Falle der Ersetzung oder der Rechtsnachfolge die EEG-Umlage anfallen.
Am 03.02.2017 ist das Gesetz zur Änderung der Vorschriften zur Vergabe von Wegenutzungsrechten bei leitungsgebundener Energieversorgung mit der Neuregelung der Vergabe von Strom- und Gaskonzessionen (§§ 46 ff. EnWG) in Kraft getreten. Im Gesetz wurden die Auskunftsansprüche der Gemeinde und Fragen zur wirtschaftlich angemessenen Vergütung bei Übergang der Netze konkretisiert. Etabliert wurde eine Rügeobliegenheit von Bewerbern innerhalb des Verfahrens. Ferner wurde die Zulässigkeit der Weiterzahlung der Konzessionsabgabe auch nach Beendigung des Konzessionsvertrages bis zum tatsächlichen Zeitpunkt der Netzübergabe geregelt.
Am 22.07.2017 ist das Gesetz zur Modernisierung der Netzentgeltstruktur, das sog. Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NeMoG), in Kraft getreten. Das Gesetz enthält wesentliche Regelungen zu den vermiedenen Netzentgelten:
Für volatil einspeisende Erzeugungsanlagen werden die vermiedenen Netzentgelte bis 2020 vollständig abgeschmolzen. Ab 2018 in Betrieb genommene volatile Erzeugungsanlagen erhalten keine vermiedenen Netzentgelte.
Vor dem Jahr 2023 in Betrieb genommene, steuerbare Erzeugungsanlagen sollen weiterhin Anspruch auf vermiedene Netzentgelte haben. Ab dem Jahre 2018 werden für die Berechnung der vermiedenen Netzentgelte für steuerbare Erzeugungsanlagen die Netzentgelte der vorgelagerten Netz- oder Umspannebene zugrunde gelegt, die für die Netz- oder Umspannebene am 31.12.2016 Anwendung fanden. Steuerbare Erzeugungsanlagen, die ab 2023 in Betrieb genommen werden, sollen keinen Anspruch auf Bezahlung von vermiedenen Netzentgelten haben.
Am 25.07.2017 ist das Gesetz zur Förderung von Mieterstrom und zur Änderung weiterer Vorschriften des Erneuerbare-Energien-Gesetz (Mieterstromgesetz) in Kraft getreten. Auf der Grundlage der neuen Regelungen im EEG 2017 können die Betreiber von Solaranlagen bis 100 Kilowatt auf Wohngebäuden für den von den Mietern vor Ort bzw. im räumlichen Zusammenhang zur Anlage verbrauchten Strom künftig einen sog. Mieterstromzuschlag geltend machen. Der Mieterstromzuschlag bemisst sich nach der Vergütung, die im Falle einer Einspeisung des Solarstroms in das Netz fällig wäre, abzüglich eines Betrages von 8,5 Cent/KWh. Der Zuschlag bewegt sich damit 2017 abhängig von der Anlagengröße zwischen 2,75 und 3,81 Cent/kWh auf den in der Solaranlage produzierten Strom für solche Anlagen, die nach Inkrafttreten des Gesetzes in Betrieb genommen wurden. Am 20.11.2017 hat auch die Europäische Kommission die Förderung von Mieterstrom beihilferechtlich genehmigt.
Am 26.07.2017 ist das Gesetz zur Anpassung des Datenschutzrechtes an die Datenschutzgrundverordnung im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Das Gesetz dient dem reibungslosen Zusammenspiel der EU-Datenschutzgrundverordnung und der EU-Datenschutzrichtlinie mit dem ausdifferenzierten Deutschen Datenschutzrecht. Das Gesetz tritt ebenso wie die unmittelbar geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Wesentlichen am 25.05.2018 (ohne Übergangsvorschriften) in Kraft, was bereits im vergangenen Jahr erhebliche Umsetzungsanstrengungen erforderte.
Im Geschäftsjahr 2017 wurde die Umsetzung der strategischen Ziele in einer Vielzahl von Projekten vorangetrieben:
Zum Jahresende 2016 wurde der Fernwärmespeicher am Standort der GuD-Anlage Block F am Kraftwerk Lausward fertiggestellt. Im Berichtsjahr wurden die Arbeiten zur Einbindung in das Fernwärmesystem durchgeführt und abgeschlossen. Mit seinem Inhalt kann die Wärmeversorgung im Fernwärmenetz Innenstadt zwischen einem und mehreren Tagen vollständig übernommen werden. Damit steigen Effizienz und Umweltfreundlichkeit des Gesamtsystems weiter an.
Der gemeinsam von den Stadtwerken Düsseldorf und der Landeshauptstadt erarbeitete Wärmeentwicklungsplan ist wesentliche Grundlage für die zwischen Stadt und den Stadtwerken stattfindenden Abstimmungen zum weiteren Ausbau der Wärmeinfrastruktur in Düsseldorf. Auf der Grundlage der gebäudescharf differenzierten Daten zum Wärmebedarf und seiner Deckung im Stadtgebiet Düsseldorfs werden die Investitionen in den Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärme, die Einbindung dezentral erzeugter Energie und Erneuerbarer Energien sowie die Einbindung industrieller Abwärmepotenziale geplant. Die im Jahr 2016 gemeinsam von Landeshauptstadt Düsseldorf und Stadtwerken Düsseldorf begonnenen Arbeiten zum Modellquartier Bilk wurden planmäßig und erfolgreich fortgesetzt. Insgesamt verläuft der Fernwärmeausbau aktuell schneller als in der Mittelfristbetrachtung jahresdurchschnittlich erwartet. Mit der Landeshauptstadt Düsseldorf sind Gespräche über ein weiteres Modellquartier aufgenommen worden, in dem über den Ausbau der Fernwärmeversorgung hinaus innovative Ansätze zur Entwicklung urbaner Infrastrukturen umgesetzt werden sollen.
Von langfristig strategischer Bedeutung ist dieses Projekt, das als Idee einer Brückenbildung zwischen bestehenden Kraft-Wärme-Kopplungszentren in der Metropolregion Rheinland verstanden werden kann. In einem ersten Schritt geht es dabei um eine Verlängerung des Hauptnetzes bis nach Garath zum Anschluss des dortigen Inselnetzes. Die konzeptionellen und planerischen Vorarbeiten für die Realisierung wurden 2017 weiter vorangetrieben. Die Umsetzung des Vorhabens wird in mehreren Schritten erfolgen.
Auf dem Weg nach Garath können Industriebetriebe im Süden der Landeshauptstadt angeschlossen werden, um Wärme sowohl zu entnehmen als auch einzuspeisen.
In Köln gibt es mit der Ausweitung des Fernwärmenetzes im Norden eine ähnliche Entwicklung, sodass über diese beiden Ankerpunkte eine Erschließung der Metropolregion Rheinland erfolgen könnte.
Im Projekt „Rheinschiene“ untersuchen die Stadtwerke Düsseldorf, die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH, die RheinEnergie AG, die Rheinische NETZGesellschaft mbH, die Stadtwerke Duisburg AG und die Netze Duisburg GmbH systematisch Kooperationsmöglichkeiten für den Wertschöpfungsbereich Netze.
Aktuell wird gemeinsam eine Strategie erarbeitet, um sich langfristig sorgfältig auf die zukünftigen Rahmenbedingungen vorzubereiten. Hierbei wird zuerst ein indikatives, regulatorisches Szenario ab der 4. Regulierungsperiode entwickelt. Im Anschluss werden die regulatorischen Implikationen für eine Netzgesellschaft der Zukunft analysiert, um in einem dritten Schritt die jeweiligen Ist-Situationen den Anforderungen aus dem regulatorischen Zielmodell gegenüberzustellen. Aus dieser Gegenüberstellung wird die zukünftige Ausrichtung einer bestmöglich aufgestellten Netzgesellschaft abgeleitet. Ziel ist es dabei, sich innerhalb der Branche optimal zu positionieren und damit einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg der Muttergesellschaften zu leisten.
Besonders zu erwähnen ist im Bereich der Stromversorgung das Projekt „Südstadt“, bei dem der Düsseldorfer Süden im Rahmen von anstehenden Erneuerungen eine auf die geänderte Versorgungsaufgabe angepasste Netzstruktur erhält. Dieses in 2015 gestartete Projekt erstreckt sich über mehrere Jahre. Bestandteile dieses Großprojektes sind u. a. die Verlegung von 110kV-Kabeln auf einer 10 km langen Trasse und der Bau zweier neuer Umspannwerke. In Ergänzung zum Projekt Südstadt erfolgten im Düsseldorfer Süden die Optimierung der Kabel im Mittelspannungsbereich und die Erneuerung von Versorgungsleitungen in allen Sparten. Diese Arbeiten sollen im Laufe des Jahres 2018 abgeschlossen werden.
Projekt CDMA
Die im Zuge der Energiewende immer komplexer werdende Netzstruktur und dem folgend die Netzsteuerung erfordert perspektivisch den Umstieg der Betriebskommunikation auf Funktechnik. Die im Projekt CDMA 2016 errichteten Funksendemasten auf Basis der 450 MHz-Technik sind die Basis für den Umstieg auf die neue Technik, mit der eine grundlegende Voraussetzung für eine auch künftig sichere Steuerung kritischer Infrastrukturen und für intelligente Netze geschaffen wird. Im Berichtsjahr wurden die Umstiegsarbeiten planmäßig fortgesetzt.
Das gemeinsame Internetportal von den Stadtwerken Düsseldorf, einem bundesweit führenden Großhandelsunternehmen im Heizungsbereich sowie Düsseldorfer Heizungs-, Klima- und Sanitärinnungsbetrieben, das 2016 an den Start gegangen war, wurde planmäßig weiterentwickelt. Die dafür gegründete „Gemeinschaft für Energieeffizienz GmbH“ wird im nächsten Schritt das Portal für Endkunden öffnen (B2C). Ziel ist es, Impulse für die Digitalisierung des dezentralen Wärmemarkts zu setzen und die daraus entstehenden Ertragsopportunitäten für die Stadtwerke Düsseldorf zu nutzen.
Die gemeinsam mit einem Partnerunternehmen entwickelte App „Stadtwerkzeug“ konnte erfolgreich als White-Label-Produkt weiter vermarktet werden. Die App bietet dem Nutzer beispielsweise schnelle Hilfe bei Störungen im Energiebereich und hilfreiche Energiespartipps. Darüber hinaus finden sich unter anderem Hinweise auf freie Stromtankstellen, Parkmöglichkeiten, den Apothekennotdienst und den Abfallkalender sowie News rund um Düsseldorf und Veranstaltungshinweise. Die App ergänzt die bestehenden Produkte und Dienstleistungen und stellt damit einen wesentlichen Baustein für die Zukunftsfähigkeit der Stadtwerke Düsseldorf dar. Im Sinne der Nutzer des White-Label-Produktes werden stetig weitere Applikationen entwickelt.
Wie bereits im Vorjahr berichtet, bearbeiten die Stadtwerke Düsseldorf das Thema Mobilität gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf und allen relevanten externen Akteuren in einer Reihe von Projekten und Arbeitsgruppen. Ziel ist es, den Problemen der wachsenden Pendlerströme, der Staus, der zunehmenden Luftverschmutzung und der drohenden Dieselfahrverbote wirksam entgegenzutreten. Dazu ist es erforderlich, Mobilitätsangebote als ganzheitliche Mobilitätsangebote für Bürger und Pendler zu etablieren. Zunächst geht es um die Inbetriebnahme von zwei Mobilitätsstationen und den Aufbau einer digitalen Plattform.
Besondere Bedeutung kommt dabei dem Tätigkeitsfeld Daten und Systeme zu.
Einen herausragenden Rahmen für die Zusammenarbeit der Akteure bildet die im November 2017 unterzeichnete Mobilitätspartnerschaft von Landeshauptstadt Düsseldorf, Industrie- und Handelskammer Düsseldorf, Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft. Im Rahmen freiwilliger Selbstverpflichtungen werden große und kleine Unternehmen jährlich Maßnahmen zur Verringerung der anstehenden Verkehrsprobleme umsetzen und evaluieren lassen.
Die Stadtwerke Düsseldorf werden in diesem Zusammenhang unter anderem ihr im Berichtsjahr 2017 gemeinsam mit einem Partner in Düsseldorf auf den Markt gebrachtes E-Roller-Sharing Angebot „eddy“ weiter ausweiten.
Teil der strategischen Ausrichtung ist die Beteiligung an dem Unternehmen smartlab Innovationsgesellschaft mbH. Das Unternehmen entwickelt innovative Dienstleistungen, Produkte und Konzepte für Elektromobilität und betreibt die kommunal geprägte Roaming-Plattform ladenetz.de. Kunden können von Sylt bis Rosenheim ihr E-Auto an mehr als 1000 Punkten in Deutschland aufladen. Die Beteiligung eröffnet die Möglichkeit, unsere Wertschöpfungskette im Bereich Betrieb, IT-Backend, Payment-Solutions und Roaming-Plattform zu erweitern, Experten-Know-How in der digitalen Anwendung im Bereich E-Mobilität zu bündeln und die Vernetzung mit den Verbundpartnern der Roaming-Plattform aktiv zu nutzen.
In diesem Projekt der Landeshauptstadt Düsseldorf wurde die Stabsstelle Smart City von einem leitenden Mitarbeiter der Stadtwerke Düsseldorf betreut. Im Projekt wurden in enger Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Stadtwerken und relevanten externen Partnern Konzepte für Mobilität und Verwaltung entwickelt. Da die Entwicklung und Umsetzung von smarten Technologien zu einem wesentlichen Teil mit der Energiewende und dem Ausbau energienaher Infrastrukturen zusammenhängt, sind die Stadtwerke natürlicher Partner dieses Projektes. Neben dem von besonderem Handlungsbedarf gekennzeichneten Bereich Verkehr wird im Projekt vor allem am Bereich Smart City Services, d. h. an Bürgeranwendungen (Apps) und Digitalisierung der Stadtverwaltung gearbeitet. Später ist eine Erweiterung auf die Bereiche Smart Living, Smart Economa und Smart Environment vorgesehen. Die herausragende Bedeutung dieses Projektes findet Ausdruck auch in der Vielzahl von Förderprogrammen des Landes und des Bundes, die systematisch auf die Möglichkeit ihrer Einbeziehung in die weitere Arbeit geprüft werden.
In der Landeshauptstadt Düsseldorf gibt es viel Potenzial für die Entwicklung von Immobilien. Die Stadtwerke Düsseldorf verfügen als Unternehmen für die Daseinsfürsorge über zahlreiche Liegenschaften mit unterschiedlichen Nutzungen. In Stadtlagen, die nicht mehr für die Versorgung benötigt werden, sollen zukunftsweisende Projekte für moderne Wohn- und Arbeitswelten entwickelt werden. Hierbei werden energienahe Produkte und Serviceleistungen in einem neuen Zusammenhang zur Anwendung kommen. Für 2018 ist der Start der Aktivitäten gemeinsam mit einem leistungsfähigen Partner geplant.
PE-Fabrik
Die Digitalisierung umfasst immer weitere Bereiche des Arbeitslebens. Die Stadtwerke Düsseldorf stellen sich den Herausforderungen und haben als ein wesentliches internes Element des digitalen Kulturwandels die Personalentwicklung (PE) digitalisiert. Unter der Bezeichnung PE-Fabrik werden seit dem Frühjahr 2017 persönliche und fachliche Weiterbildungsangebote, PE-Instrumente, eine WissensBox, neue E-Learning-Angebote und vieles mehr angeboten.
Kooperation bei Vermarktung von Regelenergie mit RheinEnergie
Das strategische Ziel einer Vertiefung der Kooperation mit der Kölner RheinEnergie ist 2017 um eine weitere Komponente ergänzt worden: Die Großkraftwerke der RheinEnergie Niehl2 und Niehl3 sowie die Blöcke A und F der Stadtwerke Düsseldorf auf der Lausward gehen über das Virtuelle Kraftwerk (VKW) der RheinEnergie Trading in die Regelenergie. Mit über 400 MW entsteht damit einer der größten Regelleistungspools in der Regelzone des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Die Kooperation ist offen für weitere große Kraftwerksbetreiber, dezentrale Erzeuger und Verbraucher ab 100 kW, die direkt ins VKW eingebunden werden.
Im Bereich der Privat- und Gewerbekunden konnte auch im Jahr 2017 wieder ein gutes Ergebnis erzielt werden. Insgesamt konnte eine positive Entwicklung der Anzahl der Anlagen und Mengen verzeichnet werden. Hierbei wurden Verluste im Düsseldorfer Versorgungsgebiet durch deutliche Zuwächse außerhalb des Düsseldorfer Versorgungsgebietes überkompensiert.
Außerhalb des Düsseldorfer Versorgungsgebietes konnte vor allem die Umsetzung des Projektes „Regionales Pricing“ die Wettbewerbsfähigkeit der Stadtwerke Düsseldorf erhöhen
und trug somit zu dem guten Ergebnis bei.
Auch der Bereich Geschäfts- und Industriekunden verzeichnet sowohl in der Sparte Strom als auch der Sparte Gas ein positives Ergebnis. Dieses wurde vor allem durch die nach wie vor hohe Kundenorientierung und Servicequalität erreicht, die dem stetig wachsenden Wettbewerbsdruck entgegenwirken. Zudem bildet, neben der erfolgreichen Akquise von Neukunden, die langfristige Bindung von Bestandkunden die Grundlage für den Erfolg des Vertriebs im Bereich Geschäfts- und Industriekunden.
Auch im Jahr 2017 ist das Ergebnis des Bereichs Fernwärme wesentlicher Bestandteil des Erfolges der Stadtwerke Düsseldorf. Hierbei profitiert der Vertrieb von der Attraktivität des Produktes Fernwärme mit einem Primärenergieeffizienzfaktor Null und der sich dynamisch entwickelnden Stadt Düsseldorf, was sich u. a. in der Erschließung von neuen Gewerbe- und Wohngebieten als auch in der Sanierung von Bestandsgebäuden niederschlägt.
Hierbei stach das Modellquartier Bilk als ein gemeinsames Projekt zwischen der Stadt Düsseldorf und den Stadtwerken heraus. Dieses Projekt soll einen Beitrag leisten, Düsseldorf näher an das Ziel zu bringen, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein.
Die Stadtwerke Düsseldorf haben durch notariellen Kaufvertrag vom 04.07.2017 10 % der Geschäftsanteile an der smartlab Innovationsgesellschaft mbH von der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH erworben. Die Gesellschaft entwickelt und vermarktet innovative Dienstleistungen und Produkte für die Gesellschafter und kommunale Dritte in den Bereichen Elektromobilität, Informations- und Kommunikationstechnik und smartgrip für öffentliche Anwendungen. Im Rahmen des Anteilserwerbs sind die Stadtwerke Düsseldorf dem Konsortialvertrag der Gesellschafter Stadtwerke Aachen AG, Stadtwerke Osnabrück AG, Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH und der Thüga AG beigetreten. Zur Herbeiführung eines einvernehmlichen Auftretens und zur Stärkung der jeweiligen Geschäftsanteile wurde zwischen den Stadtwerken Düsseldorf und der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH am 11.09.2017 ein Kooperationsvertrag abgeschlossen.
Die Stadtwerke Düsseldorf haben mit der EMC GmbH unter dem 14./15./16.06.2017 eine Kooperations- und Rahmenvereinbarung geschlossen. Ziel der Kooperation ist die gemeinsame Etablierung eines Angebots für ein sogenanntes E-Roller-Sharing für Kunden in Düsseldorf. Das Angebot bietet nach einer erfolgreichen Registrierung des Kunden über eine Smartphone-Applikation die Möglichkeit zur Kurzzeitmiete von E-Rollern, die mit Ökostrom betrieben werden. Die anfängliche Flottenstärke umfasst 100 E-Roller.
Am 11.07.2017 haben die Stadtwerke Düsseldorf und die RheinEnergie AG den Vertrag über die Vermarktung von Sekundärregelleistung abgeschlossen. Gegenstand des Vertrags ist die Vermarktung von Leistungsflexibilität in Form der Regelenergie für technische Einheiten, deren Betreiber die Stadtwerke Düsseldorf ist.
Im Zuge eines europaweiten Vergabeverfahrens hat die Flughafen Düsseldorf GmbH (FDG) am 27.12.2017 die Stadtwerke Düsseldorf mit der künftigen Wärmelieferung mit einer technischen Wärmeleistung von 40 MW im Endausbau beauftragt. Die Wärmelieferung für die FDG soll aus dem Fernwärme-Versorgungsnetz der Stadtwerke Düsseldorf über eine neu zu errichtende Fernwärmestation und als Redundanz aus dem bestehenden Heizwerk III erfolgen. Die Stadtwerke Düsseldorf haben dazu von der FDG die Grundstücksfläche, auf der sich das Heizwerk III befindet und auf der die neue Fernwärme-Station errichtet werden soll, gemietet und das bestehende sanierungsbedürftige Heizwerk III mit seinen technischen Anlagen und Betriebseinrichtungen gepachtet. Die Stadtwerke Düsseldorf werden die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen im Heizwerk III nach Maßgabe des mit der FDG ab-geschlossenen Wärmeliefervertrages durchführen. Die FDG hat zudem die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH, die das Fernwärmeversorgungsnetz von den Stadtwerken Düsseldorf gepachtet hat, mit der Herstellung des Anschlusses an das Fernwärmeversorgungsnetz beauftragt.
Die Stadtwerke Düsseldorf haben die Amprion GmbH am 06.07.2016 auf Rückzahlung von ca. 1,3 Mio. Euro wegen der EEG-Umlage auf Netzverluste des Flughafen Düsseldorfs verklagt. Hintergrund der Auseinandersetzung ist, dass der Flughafen Düsseldorf rückwirkend für die Jahre 2011-2014 die EEG-Umlage auf Netzverluste mit der Begründung, dass in diesem Falle im geschlossenen Verteilnetz gem. § 110 EnWG des Flughafens keine EEG-Umlage anfalle, gekürzt hat. Um eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Flughafen Düsseldorf Energie GmbH als Kunden der Stadtwerke Düsseldorf zu vermeiden, haben die Stadtwerke Düsseldorf die Amprion GmbH verklagt und der Flughafen Düsseldorf Energie GmbH den Streit verkündet. Das Landgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 12.10.2017 die Klage der Stadtwerke Düsseldorf abgewiesen. Die Flughafen Düsseldorf Energie GmbH hat gegen das Urteil des Landgerichtes Berufung eingelegt.
Die Stadtwerke Düsseldorf hatten gegen den Kostenbescheid des Landes Nordrhein-Westfalen für den Vorbescheid zur BImSchG-Änderungsgenehmigung betreffend die GuD-Anlage Block F am 12.01.2016 Klage vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf erhoben. Sachlicher Kern der Auseinandersetzung war die Frage, ob die GuD-Anlage Block F als bauliche Anlage mit der Konsequenz, dass die allgemeinen Herstellungskosten des Kraftwerks heranzuziehen sind (so die Auffassung des Landes) oder als Gebäude, mit der Konsequenz, dass lediglich die Kosten für den Rohbau heranzuziehen sind (so die Auffassung der Stadtwerke Düsseldorf) einzustufen ist. Die Klage hatte über das streitige Verfahren zum Kostenbescheid für den Vorbescheid mit einem Streitwert von 580 TEUR hinaus grundsätzliche Bedeutung für alle im Rahmen der Errichtung der GuD-Anlage Block F ergangenen Bescheide. Die unterschiedlichen Auffassungen führen zu einer Differenz bei den Genehmigungs- und Bauüberwachungsgebühren von über 6 Mio. Euro in ihrer Gesamtheit.
In der mündlichen Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf am 10.11.2017 hat das Land NRW den Bescheid hinsichtlich des streitigen Betrages zurück genommen, nachdem das Verwaltungsgericht Düsseldorf im Ergebnis dieselbe Rechtsauffassung vertrat wie die Stadtwerke Düsseldorf. Das Land NRW hat mittlerweile bei der Bescheidung der ausstehenden Genehmigungsgebühren die in der mündlichen Verhandlung vertretene Rechtsauffassung des Verwaltungsgerichtes Düsseldorf berücksichtigt.
Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich die Landeshauptstadt Düsseldorf im Rahmen der Erhebung der Bauüberwachungsgebühren der Rechtsauffassung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf anschließt.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. hat die Stadtwerke Düsseldorf unter dem 15.12.2017 zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung aufgefordert. Gegenstand der Beanstandung sind drei Klauseln der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Strom-Sonderverträge im Privatkundenbereich der Stadtwerke Düsseldorf, die Schadenspauschalen (z. B. pauschalisierte Mahnkosten) beinhalten und nicht mit den AGB-rechtlichen Vorschriften des BGB vereinbar sein sollen. Die Stadtwerke Düsseldorf werden aufgefordert, die Verwendung dieser drei Klauseln der Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu unterlassen und sich zu einem Vertragsstrafeversprechen im Falle der Zuwiderhandlung zu verpflichten.
Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Rahmen der HGB-Rechnungslegung der Stadtwerke Düsseldorf sind neben dem Umsatz das Ergebnis vor Steuern.
Das Gesamtertragsvolumen liegt mit 2.054,8 Mio. Euro um 37,5 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 2.092,3 Mio. Euro. In den Gesamterträgen der Stadtwerke Düsseldorf sind Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen, sonstige betriebliche Erträge sowie Erträge aus Beteiligungen, aus Ausleihungen, aus sonstigen Zinsen und aus Gewinnabführungsverträgen enthalten.
Das Gesamtaufwandsvolumen liegt mit 1.964,9 Mio. Euro um 62,8 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert in Höhe von 2.027,7 Mio. Euro. Die Gesamtaufwendungen beinhalten den Materialaufwand, den Personalaufwand, die Abschreibungen, die Konzessionsabgabe, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die Abschreibungen auf Finanzanlagen, Zinsen und ähnliche Aufwendungen, Aufwand aus Ergebnisabführungsverträgen, die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die sonstigen Steuern.
Die Umsatzerlöse (nach Abzug der Strom- und Energiesteuer auf Erdgas) betragen 1.994,2 Mio. Euro nach 2.042,3 Mio. Euro im Vorjahr und stellen sich wie folgt dar:
Umsatzerlöse 2017 2017 2016 2016
Stromverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh) 3.657,3 602,0 3.798,4 617,8
Stromverkauf Eigenhandelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh) 8.471,5 249,0 9.275,0 303,6
Stromverkauf an Weiterverteiler (Menge in Mio. kWh) 4.021,5 117,6 3.218,9 107,8
Stromverkauf Kraftwerksvermarktung (Menge in Mio. kWh) 7.175,7 234,7 5.572,7 180,4
Stromverkauf übrige Handelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh) 807,0 29,7 1.050,3 30,2
Stromverkauf Gesamt (Menge in Mio. kWh) 24.133,0 1.233,0 22.915,3 1.239,8
Gasverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh) 4.451,1 169,1 4.515,0 185,3
Gasverkauf Eigenhandelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh) 359,2 6,5 1.490,6 33,0
Gasverkauf übrige Handelsgeschäfte (Menge in Mio. kWh) 4.451,4 74,7 4.455,3 61,2
Gasverkauf Gesamt (Menge in Mio. kWh) 9.261,7 250,3 10.460,9 279,5
Wasserverkauf an Endkunden (Menge in mio. m³) 47,5 86,3 45,7 83,3
Wasserverkauf übrige (Menge in mio. m³) 10,2 4,1 11,4 4,6
Wasserverkauf (Menge in Mio. m³) 57,7 90,4 57,1 87,9
Fernwärmeverkauf an Endkunden (Menge in Mio. kWh) 955,6 62,5 942,2 63,9
Fernwärmeverkauf übrige (Menge in Mio. kWh) 104,7 2,2 105,5 2,6
Fernwärmeverkauf (Menge in Mio. kWh) 1.060,3 64,7 1.047,7 66,5
Verkauf aus Contracting (Menge in Mio. kWh) 222,1 12,4 224,3 13,2
Müllverbrennung (Menge in Tsd. T) 433,9 58,9 442,2 59,6
Sonstige Umsatzerlöse 284,5 295,8
1.994,2 2.042,3
Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf an Endkunden sind um 15,8 Mio. Euro (-2,6 %) gesunken. Die Umsatzerlöse aus dem Stromeigenhandel sind um 54,6 Mio. Euro auf 249,0 Mio. Euro zurückgegangen. Die Umsatzerlöse aus dem Stromverkauf an Weiterverteiler liegen mit 117,6 Mio. Euro um 9,8 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Der Stromverkauf aus der Kraftwerksvermarktung ist von 180,4 Mio. Euro im Vorjahr auf 234,7 Mio. Euro in 2017 um 54,3 Mio. Euro gestiegen. Die Umsatzerlöse aus dem Gasverkauf an Endkunden sind aufgrund von Preissenkungen bei um 1,4 % gesunkenen Absatzmengen um 8,7 % auf 169,1 Mio. Euro gesunken. Geringere Handelsaktivitäten im Gaseigenhandel führten zu einem Rückgang der Umsatzerlöse von 33,0 Mio. Euro im Vorjahr auf 6,5 Mio. Euro in 2017 (-26,5 Mio. Euro). Die sonstigen Umsatzerlöse beinhalten Zuschläge für den erzeugten Strom im Rahmen des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes in Höhe von 31,6 Mio. Euro (Vorjahr 24,6 Mio. Euro) zur Förderung des Kraftwerks am Standort Lausward.
Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit 37,0 Mio. Euro um 7,2 Mio. Euro über dem Vorjahreswert in Höhe von 29,8 Mio. Euro. Im Berichtsjahr wirken sich höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen aus (20,9 Mio. Euro in 2017, 7,5 Mio. Euro in 2016). Zudem konnte in 2017 eine Schadenersatzzahlung in Höhe von 4,8 Mio. Euro vereinnahmt werden. Im Vorjahr führte die Veräußerung von Grundstücken zu einem Ertrag in Höhe von 17,6 Mio. Euro (in 2017 0,7 Mio. Euro).
Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 33,2 Mio. Euro auf 1.655,8 Mio. Euro (- 2,0 %) gesunken. Die Aufwendungen für Strombezug liegen mit 878,2 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau (882,5 Mio. Euro in 2016). Die Gasbezugskosten sind insgesamt von 308,2 Mio. Euro in 2016 auf 267,5 Mio. Euro in 2017 gesunken (- 40,7 Mio. Euro). Für den Betrieb von Strom- und Wärmeanlagen durch die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH wurde erstmals ein Dienstleistungsentgelt in Höhe von 30,7 Mio. Euro ausgewiesen.
Der Personalaufwand liegt mit 101,6 Mio. Euro in 2017 um 22,6 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert in Höhe von 124,2 Mio. Euro. Zum 01.04.2017 wurde ein Großteil der Mitarbeiter aus den Bereichen Erzeugung und Entsorgung in die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH überführt. Zum 01.02.2017 trat eine Tariferhöhung in Höhe von 2,35 % in Kraft.
Die Abschreibungen sind von 40,6 Mio. Euro in 2016 um 0,7 Mio. Euro auf 39,9 Mio. Euro in 2017 gesunken.
Das Konzessionsabgabevolumen entwickelte sich in Abhängigkeit der durchgeleiteten Mengen von 52,0 Mio. Euro im Vorjahr auf 51,5 Mio. Euro in 2017 (- 0,5 Mio. Euro).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 62,1 Mio. Euro in 2016 auf 64,9 Mio. Euro in 2017 um 2,8 Mio. Euro angestiegen.
Das Finanzergebnis in 2017 beträgt 8,1 Mio. Euro nach -8,6 Mio. Euro in 2016 und stellt sich wie folgt dar:
2017 Mio. Euro 2016 Mio. Euro
Erträge aus Beteiligungen 18,6 17,7
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1,1 1,1
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,2 0,9
Abschreibungen auf Finanzanlagen -2,3 -1,5
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -12,3 -17,7
Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen 3,3 0,0
Aufwendungen aus Verlustübernahmen -0,5 -9,1
8,1 -8,6
Der Anstieg bei den Erträgen aus Beteiligungen um 0,9 Mio. Euro ergibt sich im Wesentlichen aus höheren Gewinnausschüttungen der AWISTA GmbH (+2,4 Mio. Euro), der REMONDIS Rhein-Wupper GmbH & Co. KG (+0,7 Mio. Euro) und der Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG (+0,2 Mio. Euro) sowie gegenläufig aus geringeren Gewinnausschüttungen der Stadtwerke Hilden GmbH (-1,9 Mio. Euro) und der energieNRW GmbH (-0,7 Mio. Euro). Die Abschreibungen auf Finanzanlagen in 2017 betreffen Abwertungen der Beteiligungen an der Stadtwerke Hilden GmbH (-1,9 Mio. Euro), an der Sirius EcoTechFonds GmbH (-0,3 Mio. Euro) und an der Holzkraft Plus GmbH (-0,1 Mio. Euro). Bei den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen waren im Vorjahr Aufwendungen aus Swapgeschäften für Darlehen in Höhe von 5,4 Mio. Euro ausgewiesen. Bei den Erträgen aus Ergebnisabführungsverträgen ist 2017 die Gewinnabführung der Netzgesellschaft Düsseldorf mbH in Höhe von 3,3 Mio. Euro ausgewiesen. Bei den Aufwendungen aus Verlustübernahmen ist in 2017 die Verlustübernahme der Grünwerke GmbH ausgewiesen. In 2016 betrug die Verlustübernahme der Netzgesellschaft Düsseldorf mbH 8,6 Mio. Euro und die der Grünwerke GmbH 0,5 Mio. Euro.
Das Ergebnis vor Steuern in 2017 liegt mit 126,0 Mio. Euro um 31,3 % über dem Vorjahreswert in Höhe von 96,0 Mio. Euro.
Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist ergebnisbedingt von 26,8 Mio. Euro im Vorjahr um 5,9 Mio. Euro auf 32,7 Mio. Euro in 2017 gestiegen.
Damit liegt der Jahresüberschuss für das Jahr 2017 mit 89,8 Mio. Euro um 25,3 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahreswert in Höhe von 64,5 Mio. Euro. Der Vorstand schlägt vor, 50 % des Jahresüberschusses in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Der verbleibende Bilanzgewinn und damit die ausschüttungsfähige Dividende beträgt somit für das Jahr 2017 44,9 Mio. Euro nach 32,3 Mio. Euro im Vorjahr.
Zum Jahresende weisen die Stadtwerke Düsseldorf einen Finanzmittelbestand von 159,1 Mio. Euro (Vorjahr 110,4 Mio. Euro) aus.
Es bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Gesellschaftern in Höhe von 472,9 Mio. Euro (Vorjahr 497,1 Mio. Euro). Alle Darlehen lauten auf Euro und weisen zum 31.12.2017 eine durchschnittliche Verzinsung von 1,9 % p.a. für neue festverzinsliche und 0,7 % p.a. für variabel verzinsliche Darlehen auf. Die Altbestände werden mit durchschnittlich 5,2 % p.a. fest verzinst.
Insgesamt verfügt das Unternehmen über freie kurz- bis mittelfristige Kreditlinien in Höhe von 122,8 Mio. Euro. Der zur Verfügung stehende Avalrahmen von 16,5 Mio. Euro wurde zum 31.12.2017 zu 55,2 % (9,1 Mio. Euro) planmäßig in Anspruch genommen.
Im Geschäftsjahr 2017 wurden insgesamt 61,9 Mio. Euro Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen getätigt. Darüber hinaus wurden Fördermittel in Höhe von 3,6 Mio. Euro vereinnahmt. Folgende Maßnahmen führten in 2017 zu wesentlichen Zugängen im Anlagevermögen der Stadtwerke Düsseldorf:
Das größte Investitionsvolumen der Stadtwerke Düsseldorf betrifft den Netzbereich. Hier wurden wie bereits in den Vorjahren erhebliche Investitionen sowohl im Bereich der regulierten Netze als auch in der Fernwärme- und Wasserversorgung getätigt. In der Sparte Strom konnte das Projekt Südstadt, welches eine Versorgung aller Netzkunden über das von der Netzgesellschaft Düsseldorf mbH betriebene 110-kV-Verteilnetz sicherstellt, abgeschlossen werden. In der Fernwärme wurde das Versorgungsnetz gemäß der Fernwärmeausbaustrategie der Stadtwerke Düsseldorf erweitert. Im Rahmen des Projektes „Fernwärme Modellquartier Bilk“ wurde die erste Hauptversorgungsleitung gelegt. Die Erschließung des Quartiers erfolgt partnerschaftlich mit dem Umweltamt. Ziel der Maßnahme ist es, geeignete Unterstützungsmaßnahmen der Stadt Düsseldorf für den Fernwärmeausbau zu entwickeln bzw. zu identifizieren. Darüber hinaus wurden mit der Implementierung der Grundinfrastruktur für die Funktechnologie CDMA 450 die ersten Schritte zur Modernisierung der Rundsteuertechnik durchgeführt.
Weitere Investitionen wurden im Zuge der Umsetzung der Vorgaben des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende, welches neben dem verpflichtenden Einbau moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme umfangreiche Prozess-, Stammdaten- und Marktkommunikationsanpassungen erfordert, vorgenommen.
Im Bereich der IT wurde verstärkt in die LAN- und WAN-Infrastruktur investiert, um den erhöhten gesetzlichen Informationssicherheitsvorschriften Rechnung zu tragen. Darüber hinaus wurden die Speichertechnologien in den Rechenzentren modernisiert.
Weitere Mittel wurden zum Aufbau des neuen Geschäftsmodells E-Roller-Sharing „eddy“ aufgewendet. Die Elektro-Roller, die mit umweltfreundlich erzeugtem Strom betrieben werden, können in der Stadt ausgeliehen und zurückgegeben werden und bilden einen wichtigen Baustein im Mobilitätssystem von Düsseldorf.
Die Investitionen im Kraftwerksbereich wurden in 2017 vor allem durch Infrastrukturanpassungen auf dem Gelände des Kraftwerks Lausward zur weiteren Einbindung des Blocks Fortuna in die Bestandsflächen geprägt.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 129,7 Mio. Euro. Bedeutende Einflussgrößen sind der Rohertrag (338,3 Mio. Euro), der Personalaufwand (-101,6 Mio. Euro) und der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen (-82,4 Mio. Euro). Weitere Einflussgrößen sind gesunkene Rückstellungen (-44,8 Mio. Euro) sowie Ertragsteuerzahlungen (-22,2 Mio. Euro). Positiv wirken sich die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+20,5 Mio Euro) und der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (+33,7 Mio. Euro) aus. Gegenläufige Effekte stammen aus der Abnahme der sonstigen Verbindlichkeiten (-10,2 Mio. Euro). Die Veränderungen in Höhe von +69,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert (60,4 Mio. Euro) sind zurückzuführen auf ein gestiegenes EBITDA (+13,7 Mio. Euro), eine stärkere Abnahme der Rückstellungen (-18,9 Mio. Euro), eine gegenläufige Entwicklung des Working Capital (+55,4 Mio. Euro) sowie auf geringere Erträge aus Anlagenabgang inkl. Grundstücksverkäufen (+17,3 Mio. Euro).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt -14,8 Mio. Euro und wird im Wesentlichen bestimmt durch Investitionen in Sachanlagen (-59,4 Mio. Euro), insbesondere im Bereich der Erneuerung und Erweiterung der Netze. Hinzu kommen Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen (-12,0 Mio. Euro). Zahlungszuflüsse stammen im Wesentlichen aus dem Abgang von Finanzanlagen (+35,5 Mio. Euro). Diese entfallen mit 31,9 Mio. Euro überwiegend auf Kapitalrückführungen der GHKW Fortuna GmbH. Der Saldo aus Zinseinzahlungen und Ein-/Auszahlungen des Beteiligungsgeschäftes beeinflusst den Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Umfang von +22,7 Mio. Euro.
Damit liegt der Cashflow aus Investitionstätigkeit annähernd auf Vorjahresniveau (-12,4 Mio. Euro).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -66,2 Mio. Euro resultiert hauptsächlich aus der Ausschüttung an die Gesellschafter (-32,3 Mio. Euro) sowie aus Zins- (-10,7 Mio. Euro) und Tilgungszahlungen (-26,8 Mio. Euro). Der höhere Zahlungsmittelabfluss (-22,1 Mio. Euro) gegenüber dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit des Vorjahres (-44,0 Mio. Euro) ist auf die planmäßige endfällige Tilgung von Altdarlehen zurückzuführen.
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 129,7 60,4
Cashflow aus Investitionstätigkeit -14,8 -12,4
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -66,2 -44,0
Veränderung der Liquidität 48,7 4,0
Liquidität zum Jahresanfang 110,4 106,4
Liquidität zum Jahresende 159,1 110,4
Anlagevermögen 989,9 994,0
Umlaufvermögen, übrige Aktiva 377,7 329,3
Bilanzsumme 1.367,6 1.323,3
Eigenkapital 531,5 473,9
Langfristige Schulden 434,1 468,5
Kurzfristige Schulden 402,0 380,9
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bilanzsumme um 3,3 % erhöht.
Die Anlagenquote beträgt 72,4 % und ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 %-Punkte gesunken. Im Wesentlichen führten Investitionen in die Verteilungsnetze zu einem Anstieg bei den Sachanlagen in Höhe von 5,3 %. An Beteiligungsgesellschaften wurden im Berichtsjahr 5,1 Mio. Euro als langfristige Darlehen ausgezahlt. Gegenläufig wirkten sich Kapitalrückzahlungen, Abschreibungen bei den Finanzanlagen sowie planmäßige Tilgungen von langfristig gewährten Darlehen aus. Insgesamt ist das Anlagevermögen gegenüber dem Vorjahr um 0,4 % gesunken.
Der Bestand des Umlaufvermögens ist gegenüber dem Vorjahr um 15,0 % deutlich angestiegen. Innerhalb dieser Position gab es unterschiedliche Entwicklungen. So stieg das Vorratsvermögen leicht um 0,4 Mio. Euro an. Grund ist der Anstieg der unfertigen Leistungen resultierend aus noch nicht abgerechneten Instandhaltungsleistungen für das Kraftwerk. Für diese Leistungen wurden von der Kraftwerksgesellschaft bereits Anzahlungen in gleicher Höhe vereinnahmt. Diese wurden auf der Passivseite der Bilanz unter den „erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen“ ausgewiesen. Die Forderungspositionen blieben im Wesentlichen auf dem Niveau des Vorjahres. Bank- und Kassenbestände verzeichneten stichtagsbedingt gegenüber dem Vorjahr einen sehr deutlichen Anstieg um 44,1 %.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten nahmen gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,2 Mio. Euro ab.
Der ausgewiesene Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung von verpfändeten Rückdeckungsversicherungen und zugesagten Pensionsverpflichtungen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,2 Mio. Euro.
Das Eigenkapital vor Gewinnverwendung hat sich aufgrund der 50 prozentigen Thesaurierung des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr bei einem um 25,3 Mio. Euro deutlich gestiegenen Jahresüberschuss insgesamt um ca. 10,2 % erhöht. Die Eigenkapitalquote ist trotz der angestiegenen Bilanzsumme von ca. 35,8 % (2016) auf ca. 38,9 % (2017) gestiegen.
Die empfangenen Baukostenzuschüsse haben sich aufgrund von planmäßigen Auflösungen um 7,3 % verringert.
Bei den Rückstellungen ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 12,9 % zu verzeichnen. Diese Verringerung ist in gesunkenen Rückstellungen für Energiebezüge bei gleichzeitig gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie in verjährungsbedingten Auflösungen bei den sonstigen Rückstellungen bei gleichzeitig deutlich gestiegenen Steuerrückstellungen begründet. Eine Rückstellung für drohende Verluste aus einem Pachtvertrag wurde im Berichtsjahr in eine Rückstellung nach IDW RS ÖFA3 (Bilanzierung von Energiebeschaffungs- und Energieabsatzverträgen) umqualifiziert. Der Ergebniseffekt hieraus beträgt 4,4 Mio. Euro.
Die Verbindlichkeiten weisen insgesamt einen Anstieg von 3,8 % gegenüber dem Vorjahr aus. In den einzelnen Positionen gab es unterschiedliche Entwicklungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind aufgrund planmäßiger Tilgungen um 4,7 % zurückgegangen. Die erhaltenen Anzahlungen stiegen aufgrund der geleisteten Zahlungen der Kraftwerksgesellschaft um 1,7 Mio. Euro. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist ein Anstieg in Höhe von 20,5 Mio. Euro bei einer gleichzeitigen Minderung der entsprechenden Rückstellungsposition zu verzeichnen. Aufgrund planmäßiger Tilgungen des Gesellschafterdarlehens reduzierten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern um 1,1 Mio. Euro. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erfolgte ein stichtagsbedingter Anstieg um 33,7 Mio. Euro, was im Wesentlichen an den gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Verbindlichkeiten gegenüber der Netzgesellschaft Düsseldorf mbH aus Cash-Pooling-Verbindlichkeiten lag. Die sonstigen Verbindlichkeiten sanken im Wesentlichen aufgrund geringerer Verbindlichkeiten aus Steuern um 10,2 Mio. Euro.
Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten haben sich gegenüber dem Vorjahr leicht um ca. 0,1 Mio. Euro verringert.
Die Stadtwerke Düsseldorf verfügen über eine stabile Vermögensstruktur sowie eine solide Ertragslage.
Ausführungen zu Tätigkeitsbereichen der Stadtwerke Düsseldorf gem. § 6b Abs. 7 S. 4 EnWG
Tätigkeitsabschlüsse werden für die Bereiche Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung erstellt und betreffen die wirtschaftliche Nutzung eines Eigentumsrechts an Elektrizitäts- und Versorgungsnetzen, wobei die Stadtwerke Düsseldorf die Verpächterin dieser Netze sind. Es wird auf die Erläuterungen im Anhang zu diesen Tätigkeitsabschlüssen, die sich aus der Anwendbarkeit des § 268 HGB ergeben, sowie auf die Hinweise zu den Abschreibungsmethoden verwiesen. Darüber hinaus wird auch auf die Angabe der Regeln, nach denen die Gegenstände des Aktiv- und Passivvermögens sowie die Aufwendungen und Erträge den Tätigkeitskonten zugeordnet worden sind, hingewiesen.
Integriertes Managementsystem der Stadtwerke Düsseldorf (Umwelt- und Energiemanagementsystem)
Zur Umsetzung und Sicherstellung der Unternehmensziele haben die Stadtwerke Düsseldorf in ein bestehendes Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001 ein Energiemanagementsystem DIN EN ISO 50001 eingeführt. Das integrierte Managementsystem (Umwelt- und Energiemanagementsystem - IMS) ist ein Werkzeug, um Umweltschutz, Ressourcen- und Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern.
Im März 2017 wurde ein Überwachungsaudit gemäß DIN EN ISO 14001 für die Stadtwerke Düsseldorf und die Grünwerke GmbH als 100 % Tochter der Stadtwerke Düsseldorf sowie des unternehmensweiten Energiemanagementsystems gemäß DIN EN ISO 50001 erfolgreich durchgeführt.
Das Zertifikat nach DIN EN ISO 50001 ist u. a. Voraussetzung, um weiterhin den Spitzensteuerausgleich beantragen zu können. Mit diesem System sind die Stadtwerke Düsseldorf auch vorbereitet auf die rechtlichen Anforderungen aus der Energieeffizienz-Richtlinie der EU bzw. erfüllen die Anforderungen aus dem Energiedienstleistungsgesetz zur Durchführung von Energieaudits.
Die Stadtwerke Düsseldorf und ihre Beteiligungsgesellschaften haben die Anforderung an ein Energieaudit nach DIN 16247-1 geprüft und erforderliche Energieaudits im Jahr 2017 termingerecht und erfolgreich durchgeführt.
Die Stadtwerke Düsseldorf führen Energieaudits mit BAFA-gelisteten Auditoren durch und sind somit Unterstützer der Kunden beim Zukunftsthema Energieeffizienz und Energietransparenz.
Seit vielen Jahren befragen wir regelmäßig unsere Kunden zu ihrer Zufriedenheit mit den Leistungen und der Wahrnehmung der Marke Stadtwerke Düsseldorf.
Auch in diesem Jahr ist die Zufriedenheit und Loyalität unserer Kunden hoch. Besonders zufrieden sind sie mit der Versorgungssicherheit und dem freundlichen Service.
Diese guten Ergebnisse sind besonders hervorzuheben vor dem Hintergrund des starken Wettbewerbs auf dem Energiemarkt. Stetig treten neue Wettbewerber in den Markt, wie z. B. die Deutsche Bahn oder die Deutsche Telekom. Weiterhin weisen die großen Vergleichsportale Verivox und Check24 mit großem Mediendruck auf die hohen Einsparmöglichkeiten beim Wechsel des Strom- bzw. Gasanbieters hin, was zu zusätzlicher Dynamik im Wettbewerbsmarkt führt.
Das Image der Stadtwerke Düsseldorf beurteilen die Kunden ebenfalls weiterhin positiv.
Besonders heben sie die Zuverlässigkeit, Professionalität, die gute Erreichbarkeit und engagierte Mitarbeiter sowie das Engagement für die Region hervor.
Das Vertrauen der Kunden in die Stadtwerke Düsseldorf ist sehr hoch und die Kunden fühlen sich bei den Stadtwerken gut aufgehoben.
Die zielgerichteten Marketingaktionen, die vielfältigen Sponsoringmaßnahmen und natürlich die bei Düsseldorfer Kunden und Nichtkunden sehr bekannte und geschätzte I-love-Kampagne tragen zu dem positiven Image bei und stärken sowohl die Marke als auch die Kundenbindung.
Wie in den Jahren 2015 und 2016 haben sich die Aktivitäten in der Führungskräfteentwicklung im Jahr 2017 auf das Thema Gesundheitsorientierte Führung sowie die individuelle Begleitung und Förderung von Führungskräften konzentriert. Nachdem in den vorherigen Geschäftsjahren die Zielgruppe der Leitungsebenen 1 und 2 die Möglichkeit hatte, ihre Gesundheitskompetenz gezielt auszubauen, startete im Jahr 2017 das Programm „Gesundheitsorientierte Führung“ für alle Leiter 3. Im Rahmen von Workshops haben alle Teilnehmer die Möglichkeit, das individuelle Gesundheitsverhalten zu reflektieren und das eigene Führungsverhalten und dessen Auswirkungen auf Mitarbeiter zukünftig noch besser auszurichten. Das Programm wird im Jahr 2018 fortgesetzt. Die bewährte individuelle Unterstützung von neuen Führungskräften, in Form von Coachings, Seminaren und weiteren Maßnahmen wurde erfolgreich fortgesetzt und wird auch zukünftig fester Bestandteil der Führungskräfteentwicklung bei den Stadtwerken Düsseldorf sein.
Demografie, Kompetenzen, Rekrutierung
Eine zentrale Herausforderung für die Stadtwerke Düsseldorf ist es weiterhin, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, Nachwuchskräfte bedarfsgerecht auszubilden sowie erfahrene Mitarbeiter zu fördern und weiterzuentwickeln. Eine entsprechend erfolgreiche Personalarbeit zeichnet sich durch eine strategische Personalplanung aus: Das richtige Personal muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Als eine wesentliche Grundlage dafür wurde im Jahr 2017 die integrierte Personalplanung, die Zusammenführung von Wirtschafts- und Personalplanung in einem Prozess, erfolgreich durchgeführt. Im Frühjahr 2017 wurde als strategische Maßnahme ein Großteil der Mitarbeiter aus den Bereichen Erzeugung und Entsorgung in die Netzgesellschaft Düsseldorf überführt, um die technischen Kompetenzen der Erzeugung, Entsorgung und Verteilung in einer Gesellschaft zu bündeln.
Bei den Stadtwerken Düsseldorf werden derzeit rund 30 Auszubildende pro Jahr angenommen. Erstmalig wurde der Studiengang Informatik angeboten. Mit seiner Ausbildungsplanung begegnet das Unternehmen der demografischen Entwicklung in der Beschäftigtenstruktur und Rekrutierungsengpässen in einigen Berufen. Im Jahr 2017 hat das Unternehmen 25 Ausgebildete übernommen, was einer Übernahmequote von 100 % entspricht. Zum sechsten Mal in Folge wurden die Stadtwerke Düsseldorf als anerkannter Ausbildungsbetrieb für hervorragende Leistungen von der IHK ausgezeichnet.
Der Erhalt der Leistungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft und Gesundheit von Führungskräften und Mitarbeitern ist wesentlicher Treiber für die Durchführung von Maßnahmen in der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Beschäftigtenstruktur bei den Stadtwerken Düsseldorf besteht verstärkt Handlungsbedarf. Alle im Jahr 2017 durchgeführten Maßnahmen verfolgten einen präventiven Ansatz und hatten u. a. das Ziel, die physische, psychische und soziale Gesundheit zu stärken. Sie richteten sich sowohl an definierte Zielgruppen, z. B. Organisationseinheiten, Teams und Auszubildende, als auch an die Gesamtbelegschaft. Im Verlauf des Geschäftsjahres 2017 konnte eine deutliche Steigerung der Teilnehmerzahlen verzeichnet werden. Besonders erfreulich war die Anzahl neuer Teilnehmer. Die Programme zur Gesundheitsorientierten Führung haben diesen Trend positiv beeinflusst.
Gemäß dem „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ hat der Vorstand für die Stadtwerke Düsseldorf festgelegt, den Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands bis zum 31.12.2020 auf 18 % zu steigern. Dieser Wert ist in 2017 mit einer Quote von 23,1 % erreicht. Im gleichen Zeitraum soll der Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands auf 20 % steigen. Hier liegt die Quote zurzeit bei 13,2 %, so dass nach jetzigem Stand jede dritte Neubesetzung mit einer Frau erfolgen müsste.
Im Zeitraum Januar bis März 2017 wurden detaillierte Testphasen für die digitalen Workflowprozesse Zeitnachweis und Urlaubsbeantragung durchgeführt. Nach der erfolgreichen Pilotphase begann im Mai 2017 die sukzessive Produktivsetzung. Darüber hinaus wurden bereits vorzeitig Teile der Ausbaustufe (Zeitwirtschaft und Führungskräftebericht) umgesetzt. Zum 31.12.2017 sind insgesamt 994 Mitarbeiter für die Teilnahme am Self Service freigeschaltet. Dies entspricht einer stichtagsbezogenen Nutzungsquote von 100 % für Mitarbeiter mit PC-Arbeitsplatz. Für 2018 ist eine workflowbasierte Abwicklung der Dienstreisen und Spesenabrechnungen vorgesehen.
Im Rahmen der Personalentwicklung wurden ebenfalls neue Wege eingeschlagen. Das Lern-Management-System (LMS) wurde hin zu einem aktiv nutzbaren PE-Campus (PE-Fabrik) erweitert und sichert somit ein passendes und effizientes Angebot des Lernens und Arbeitens in einer digitalen Welt der Stadtwerke Düsseldorf, der Netzgesellschaft Düsseldorf mbH und der Grünwerke GmbH.
Zum 31.12.2017 beschäftigten die Stadtwerke Düsseldorf 1.127 Mitarbeiter (Vorjahr 1.464), einschließlich 4 Beschäftigten in der Passivphase der Altersteilzeit, 48 Mitarbeitern in der Freistellung für vorzeitigen Ruhestand im Rahmen einer Betriebsvereinbarung, 3 Mitarbeitern in sonstiger Freistellung und 21 Mitarbeitern in ruhenden Arbeitsverhältnissen. Im Laufe des Jahres 2017 sind 64 Beschäftigte ins Unternehmen eingetreten, während 401 Beschäftigte das Unternehmen verlassen haben (im Rahmen des Projektes „Brücke“ wurden 323 Mitarbeiter in die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH überführt). Der Anteil der weiblichen Beschäftigten an der Gesamtbelegschaft beträgt 32,7 % (Vorjahr 26,0 %). Der Frauenanteil in den Führungspositionen beträgt 17 % (Vorjahr 13,1 %). In Teilzeit waren 248 Mitarbeiter (Vorjahr 242) einschließlich 83 Mitarbeiter in Teilzeit flex beschäftigt. Der Anteil der weiblichen Beschäftigten in Teilzeit beträgt 63 %. An Mobiler Arbeit haben im Jahr 2017 79 Beschäftige (Vorjahr 66) teilgenommen. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit beträgt 21,9 Jahre (Vorjahr 23,0 Jahre). Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter liegt bei 49,4 Jahren (Vorjahr 49,9 Jahre). Die Schwerbehindertenquote liegt bei 6,4 %. Die Ausländerquote liegt bei 2,9 %.
Die Stadtwerke Düsseldorf begreifen die Auswirkungen der demografischen Beschäftigtenstruktur als Chance für die Entwicklung zu einem modernen Infrastrukturunternehmen. In den kommenden 10 Jahren werden rund 280 Beschäftigte allein altersbedingt das Unternehmen verlassen. Orientiert an der Unternehmensstrategie hat der Vorstand zwei wesentliche Projekte für das kommende Geschäftsjahr beschlossen: Die Einführung einer strategischen Personalplanung für den gesamten Teilkonzern und die Erarbeitung einer Arbeitgebermarke. Flankierende Maßnahmen wie die Einführung von HR Analytics und eines Bewerbermanagementsystems bilden die Grundlage für ein modernes Personalmanagement.
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung geht in seinem Jahresgutachten 2017/2018 davon aus, dass die Weltwirtschaft auch 2018 weiterhin moderat wachsen wird. Er weist jedoch darauf hin, dass dieses Wachstum wie auch in der Vergangenheit zahlreichen Risiken ausgesetzt ist.
Für den Euro-Raum wird dabei für 2018 ein Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von 2,1 % nach 2,3 % in 2017 erwartet.
Vor diesem Hintergrund wird sich auch die konjunkturelle Lage Deutschlands 2018 stabil entwickeln. Nach einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 2,0 % im Jahre 2017 wird für 2018 ein etwas höheres Wachstum von 2,2 % erwartet.
Der Sachverständigenrat betont, dass die gute konjunkturelle Lage in Deutschland die Chance für eine Neujustierung der Wirtschaftspolitik bietet. Er empfiehlt, die Herausforderungen der Zukunft in den Mittelpunkt zu stellen, die sich aus Globalisierung, demografischem Wandel und Digitalisierung ableiten lassen. Die Rückführung der Schuldenquote der Öffentlichen Haushalte sollte angesichts von Haushaltsüberschüssen und Mehreinnahmen einerseits und den fiskalpolitischen Risiken des demografischen Wandels andererseits konsequent verfolgt werden. Spielräume sollten für wachstumsfreundliche Reformen eingesetzt werden, eine Erhöhung der Staatsquote ist auch dann nicht erforderlich, wenn höhere staatliche Investitionen oder höherer Bildungs- und Forschungsausgaben beschlossen werden sollten.
Um das Ziel des Energiekonzeptes 2010, bis zum Jahre 2050 die Treibhausgasemissionen um 80-95 % zu reduzieren, erreichen zu können, schlägt der Sachverständigenrat die Einführung eines einheitlichen CO2-Preises vor, der dazu führen würde, dass die Sektoren Strom, Verkehr und Wärme gleichermaßen zur Emissionsvermeidung herangezogen würden.
Die für 2018 erwartete positive konjunkturelle Entwicklung könnte in Deutschland mit einem leichten Anstieg des Energieverbrauchs einhergehen. Wegen des starken Einflusses der Witterung auf den Wärmebedarf ist aber eine valide Prognose für den Jahresenergieverbrauch nicht möglich.
Gemäß Veröffentlichung der vier Übertragungsnetzbetreiber wird die EEG-Umlage 2018 bei 6,792 Cent/kWh liegen. Verglichen mit dem Jahr 2017, in dem die Umlage bei 6,880 Cent/kWh lag, sinkt sie um 1,3 %. Der Umlagebetrag liegt dann insgesamt bei 23,78 Mrd. Euro (Vorjahr 23,98 Mrd. Euro).
Die Strom- und Gaspreisentwicklungen auf den europäischen Großhandelsmärkten dürften 2018 von den Unsicherheiten bezüglich der politischen Entwicklungen, besonders der Regierungsbildung in Deutschland und den deutscheuropäischen Diskussionen um erhöhte Anstrengungen im Klimaschutz, geprägt sein. Die aktuelle Infrastruktur der Erzeugung und Netze als auch die Speichertechnologie sind noch nicht bereit, die Schwankungen der regenerativen Energieeinspeisungen marktschonend zu kompensieren.
Kohle befindet sich zurzeit in einem intakten Aufwärtstrend. Eine Prognose für 2018 ist schwierig, da die Preisentwicklung stark von der Nachfragesituation in Asien abhängt. Allerdings lassen die Konjunkturprognosen für 2018 keine Entspannung der preislichen Situation erwarten.
Für Mineralöl wird nach dem starken Preisanstieg im Berichtsjahr eine Seitwärtsbewegung erwartet. Gegen Preissenkungen spricht die Förderdisziplin der OPEC-Länder, gegen starke Preissteigerungen das Förderpotenzial der amerikanischen Frackingindustrie.
Die Wettbewerbssituation – und damit der Preisdruck auf alle Marktteilnehmer – wird sich auch 2018 nicht entspannen, sondern tendenziell weiter verschärfen.
Situation der Stadtwerke Düsseldorf
Auch 2018 wird in einer Reihe von Projekten die weitere Ausgestaltung und Umsetzung der Strategie sowie die Optimierung interner Prozesse und Strukturen im Mittelpunkt stehen. Diese Projekte werden zu einem großen Anteil aus dem im Jahre 2017 aufgenommenen Prozess „Energiewirtschaftlicher Managementdialog“ entwickelt. Dieser Prozess wird im Laufe des Jahres 2018 intensiviert werden. Über das gesamte Unternehmen sind Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen einerseits und rasches Wachstum in neuen Geschäftsfeldern andererseits erforderlich.
Hierzu müssen Prozesse konsequent weiter digitalisiert werden, die Markt- und Ertragspotenziale in den Feldern Mobilität, Immobilien und Vernetzende Plattformen beziffert und das Produktportfolio der Energiedienstleistungen konkretisiert und operationalisiert werden.
Auch Kooperationsprojekten wird eine weiter wachsende Bedeutung zukommen. Auf Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Düsseldorf kommen damit weitere Belastungen und Mehrarbeit zu.
Die gemeinsame Tochtergesellschaft von RheinEnergie AG und Stadtwerken Düsseldorf, die RheinWerke, hat auch 2017 die Erarbeitung von Ansätzen für künftige Aktivitäten in den Feldern Fernwärmeversorgung, Elektromobilität, Erneuerbare Energien und Landstromversorgung fortgesetzt. Seit Jahresanfang 2017 werden Dienstleistungen zu Planung, Realisierung und Betrieb von Landstromversorgungseinrichtungen bundesweit aktiv angeboten. In Düsseldorf und Köln werden im Jahre 2018 weitere Anlagen zur Versorgung von Fahrgastkabinenschiffen realisiert.
Im Projekt „Rheinschiene“ untersuchen die Stadtwerke Düsseldorf, die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH, die RheinEnergie AG, die Rheinische NETZGesellschaft mbH, die Stadtwerke Duisburg AG und die Netze Duisburg GmbH weiterhin systematisch Kooperationsmöglichkeiten für den Wertschöpfungsbereich Netze. Ziel ist es dabei, sich innerhalb der Branche optimal zu positionieren und damit einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Mutterunternehmens zu leisten. Gemeinsam werden hierzu in vertrauensvoller Zusammenarbeit mögliche Synergiepotenziale untersucht und bewertet. Hierzu gehören u. a. die Harmonisierung des Netzbetriebes durch eine zukunftsorientierte Konzeption für die Netzleitstellen, die Gestaltung optimierter, einheitlicher Prozesse und Strukturen und die Optimierung der jeweiligen strategischen Ausrichtungen auf Grundlage der spezifischen städtebaulichen Herausforderungen. Entsprechend den geschlossenen Kooperationsvereinbarungen werden weitere Felder für eine unternehmerische Arbeit geprüft.
Das Planergebnis für das Jahr 2018 basiert auf den energiewirtschaftlichen Prämissen der Konzernmutter EnBW. Für das kommende Jahr werden Umsatzerlöse in Höhe von rund 1,9 Mrd. Euro und ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von rund 74 Mio. Euro erwartet.
Die Umsatzerlöse in 2017 liegen mit 2,0 Mrd. Euro über der Prognose i.H.v. 1,8 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern in 2017 liegt ca. 49 Mio. Euro über dem prognostizierten Jahresergebnis. Dies begründet sich u. a. in gegenüber Plan abweichenden Preisen im Strom- und Gasvertrieb, in höheren sonstigen Erträgen bzw. geringeren sonstigen Aufwendungen in verschiedenen Wertschöpfungsstufen sowie diversen Rück-stellungsauflösungen und einer Gutschrift aus kartellrechtswidrigen Preisabsprachen Dritter. Zudem werden im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrages mit der Netzgesellschaft Düsseldorf mbH weitere positive Effekte erzielt.
Die Investitionsplanung des kommenden Jahres in Höhe von 80,9 Mio. Euro wird hauptsächlich durch Investitionen in die Netze i.H.v. 45,3 Mio. Euro bestimmt. Hierbei liegt ein Großteil der Investitionen in Einzelmaßnahmen über alle Sparten im Bereich der Erweiterungen und Erneuerungen von Versorgungs- sowie Anschlussleitungen. Einen wesentlichen Investitionsschwerpunkt bildet der Ausbau der Fernwärmeversorgung. Zu diesem Zweck ist u.a. eine Fernwärmetrasse geplant, die Teile von Benrath mit umweltfreundlicher Fernwärme aus dem HKW Garath versorgen wird. Des Weiteren soll der Flughafen Düsseldorf zur Erreichung der Klimaziele an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Düsseldorf angeschlossen werden. Darüber hinaus werden Mittel in den Roll-Out der Funktechnologie CDMA 450 fließen. Weitere Investitionen werden im Immobilienbereich getätigt. Hier soll der Grundstein zur Nutzung und Vermarktung neuer Techniken im Smart Home-Bereich gelegt werden. Im Geschäftsfeld Elektromobilität wird sowohl das E-Roller-Sharing weiter ausgebaut als auch kontinuierlich in Ladeinfrastruktur investiert.
Der steigende Effizienzdruck und die Wettbewerbsintensität im Kerngeschäft werden die Stadtwerke Düsseldorf weiterhin beschäftigen. Neue Herausforderungen für 2018 sind neben der Digitalisierung auch die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und Innovationen sowie die Kundenzentrierung. Hieraus resultieren erhöhte Anforderungen an das Personalmanagement. Sowohl die Steigerung der Flexibilität und Veränderungsbereitschaft der Belegschaft als auch die Beschaffung zahlreicher neuer Qualifikationsanforderungen sowie die Steigerung der Analysefähigkeit in den HR-Prozessen stehen im Jahr 2018 im Fokus. Unter anderem werden die HR-Prozesse verstärkt digitalisiert und die Arbeitgebermarke ausgebaut. Es sind zudem Investitionen in den gezielten temporären Personalaufbau bei Schlüsselqualifikationen erforderlich, ohne weiterhin die konsequente Ausrichtung an der Hebung von Effizienzsteigerungspotenzialen durch Optimierung von Geschäftsprozessen zu vernachlässigen.
Gleichzeitig sind dauerhaft vermehrte Anstrengungen erforderlich, durch die Entwicklung neuer margenträchtiger Produkte und Dienstleistungen die Ertragskraft der Stadtwerke Düsseldorf nachhaltig zu steigern. Die Kundenzufriedenheit und der Kundenstamm sollen auf hohem Niveau stabil gehalten werden. Dieses Ziel konnte 2017 erreicht werden.
Durch die Verzahnung von Risikomanagement und internem Kontrollsystem (Teilbereich Unternehmenssteuerung) zum integrierten Risikomanagement (iRM) wurden die Prozesse und Methoden nach EnBW-Konzernvorgaben für die Stadtwerke Düsseldorf vereinheitlicht. Durch das iRM werden die Risiken der Stadtwerke Düsseldorf wirksam überwacht.
Die Aufgaben des iRM werden von der zentralen Organisationseinheit Risikomanagement sowie den Risikoverantwortlichen und den dezentralen iRM-Beauftragten wahrgenommen. Die Maßstäbe ihrer Tätigkeit sind in einem verbindlichen Regelwerk in Form einer unternehmensweit gültigen Richtlinie konkretisiert.
Der Risikoausschuss tagt grundsätzlich sechsmal im Jahr. Er erhält einen Bericht über die fünf größten Risiken der Stadtwerke Düsseldorf gemäß finanzieller Auswirkungen über den Planungszeitraum sowie über weitere Risiken, die zum jeweiligen Termin berichtsrelevant sind.
Das Risikomanagement berichtet regelmäßig in Form von Berichten an den Vorstand der Stadtwerke Düsseldorf über die Risikolage. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat auf Basis detaillierter Berichte über die jeweils aktuelle Risikosituation.
Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Düsseldorf überwacht im Sinne des § 107 AktG die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Der Finanzausschuss des Aufsichtsrates befasst sich in seinen Sitzungen unter anderem auch mit dem Risikomanagementsystem. In diesen berichtet der Vorstand über die Risiken. Er erläutert, welche Maßnahmen ergriffen werden, um Risiken zu überwachen und zu steuern. Ebenso wird Auskunft über die Angemessenheit und Funktionsfähigkeit von Risikoüberwachung und Risikomanagementsystem erteilt.
Die Wirtschaft in Deutschland wächst stärker als erwartet. Die Bundesregierung erwartet in ihrer Herbstprojektion 2017 einen deutlichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,0 % im Jahr 2017 (0,5 % mehr als bisher prognostiziert) und von 1,9 % im Jahr 2018 (0,3 % mehr als bisher prognostiziert). Gründe für die guten Aussichten sind neben der seit Jahren stabilen Binnennachfrage der Aufschwung in der Eurozone. Weltwirtschaft und Welthandel haben sich in diesem Jahr deutlich belebt. Davon hat besonders die deutsche Exportwirtschaft profitiert. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet in seinem Jahresgutachten vom November 2017 für Deutschland mit Zuwachsraten des Bruttoinlandsprodukts von 2,0 % im Jahr 2017 und 2,2 % im Jahr 2018. Für den Euro-Raum prognostiziert der Sachverständigenrat ein Wachstum des BIP von 2,3 % im Jahr 2017 und 2,1 % im Jahr 2018. Der Aufschwung der Weltwirtschaft hat sich seit der zweiten Jahreshälfte 2016 merklich verstärkt.
Bedingt durch die Energiewende ergeben sich weiterhin Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen in der Versorgungsbranche. Der Gesetzentwurf zum Netzentgeltmodernisierungsgesetz („NEMoG“) ist im Juni 2017 von Bundestag und Bundesrat verabschiedet worden, woraus das bisher bestehende Risiko einer Kürzung der vermiedenen Netzentgelte realisiert worden ist. Im September 2017 hat der Übertragungsnetzbetreiber Amprion GmbH ein Referenzpreisblatt für die Hochspannungsebene veröffentlicht. Eine Unsicherheit besteht in der Höhe der Obergrenze der vermiedenen Netzentgelte auf der Mittelspannungsebene, die im Gesetzentwurf und im Referenzpreisblatt nicht explizit genannt wird.
Für die Vermarktung der Stromproduktion am Großhandelsmarkt bestehen insbesondere aufgrund stark schwankender Rohstoff- und Strompreise Auslastungs- und Margenrisiken.
Soweit in Verbindung mit den Risiken der Erzeugung auch Verluste aus schwebenden Geschäften drohen, werden Rückstellungen für diese Verluste gebildet.
Durch stark steigende Einflüsse einer politisch geförderten Energiewende (als Beispiel seien die Energieeinsparverordnung und Sanierungsquoten genannt) sinkt der Gas- und Fernwärmeabsatz. Im Wesentlichen werden diese Einsparungen durch Gebäudesanierungsmaßnahmen realisiert, die in Teilen durch die Bundesregierung forciert werden. Sollten zukünftig weitere Fördermittel zur Gebäudesanierung zur Verfügung gestellt bzw. die Richtlinien zur Energieeinsparung für Bestandsgebäude weiter verschärft werden, besteht die Gefahr, dass der Gas- und Fernwärmeabsatz über das bereits in der Planung verarbeitete Maß hinaus sinkt.
Die Digitalisierung der Wirtschaft und damit die Durchdringung aller Branchen mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglicht es auch branchenfremden Unternehmen, den angestammten Markt des Energiesektors zu durchdringen und damit die derzeitigen und künftigen Geschäftsfelder der Energiebranche zu besetzen. Dabei besteht die Gefahr, dass die neuen Wettbewerber aufgrund von günstigeren Kostenstrukturen und schnelleren Entscheidungswegen sowie einer effizienteren Innovationsrate im Vorteil sind. Durch die Verabschiedung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie sowie der Entwicklung von Modellen zur Optimierung von Anwendungen, neuen Produkten und Services sehen sich die Stadtwerke Düsseldorf für diese Entwicklung gut aufgestellt.
Des Weiteren sind insbesondere die technologischen Auswirkungen insbesondere bei Vertriebskanälen (Internet, Apps), die demografische Entwicklung auf der Kundenseite sowie der vermehrte Einsatz von Energieberatern zu erwähnen. Durch den Einsatz neuer Vertriebswege und Zahlungsmöglichkeiten kann es zu einer gesteigerten Wechselbereitschaft bzw. zu einem für die Stadtwerke Düsseldorf negativ veränderten Kundenverhalten kommen. Die Stadtwerke Düsseldorf begegnen diesen Risiken mit verschiedenen Kundenbindungs- und Kündigerrückgewinnungsmaßnahmen und einer weiteren Optimierung des Marketingmix (Produkt, Preis, Distribution, Kommunikation). Zudem erfolgt die Entwicklung neuer insbesondere auf gefährdete Kundengruppen zugeschnittener Produkte zur Teilhabe an Trends und der Ausbau digitaler Vertriebsaktivitäten bei den Stadtwerken Düsseldorf in den Bereichen Social Media, Internet, Apps sowie künstliche Intelligenz.
Die sich zukünftig für die Stadtwerke Düsseldorf ergebenden Risiken sind abhängig von weiteren politischen Entscheidungen. Die Stadtwerke Düsseldorf begegnen den Entwicklungen mit einem konsequenten Risikomanagement und einer kontinuierlichen Analyse des politischen Umfeldes.
Der BGH hat einem Unternehmen durch Urteil untersagt, die Bezeichnung „Stadtwerke“ in seiner Firma zu führen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt der Entscheidung war, dass das Unternehmen nicht mehrheitlich in kommunaler Hand ist. Die Entscheidung bezieht eine Vielzahl weiterer Gesichtspunkte ein und lässt eine abschließende Aussage über die Beurteilung anderer Fälle nicht zu. Es ist möglich, dass Wettbewerber die Rechtsprechung aufgreifen, um die Firmen ihrer Konkurrenten anzugreifen. Somit könnten auch die Stadtwerke Düsseldorf betroffen werden. Der Bund der Energieverbraucher hat die Berechtigung der Stadtwerke Düsseldorf zur Verwendung der Firmenbezeichnung in Frage gestellt. In den Veröffentlichungen des Verbandes wird auf die Problematik hingewiesen.
Die Stadtwerke Düsseldorf haben auch 2017 ihre strategischen Vorhaben weiter umgesetzt. Diese Vorhaben sind mit Investitionen verbunden. Naturgemäß wohnt allen Investitionstätigkeiten das Risiko von unerwarteten Ergebniseinbußen, Kostensteigerungen und notwendigen Wertberichtigungen inne. Nach dem grundsätzlichen Investitionsbeschluss der Stadtwerke Düsseldorf zur Entwicklung und Umsetzung von mehreren Immobilienprojekten an den Standorten Wilhelm-Kreis-Straße, Rethelstraße und Hans-Böckler-Straße besteht das Risiko, dass diese Projekte in Bezug auf Kosten, Termine und Qualität von der Planung abweichen. Gründe hierfür können unter anderem Lieferantenausfälle, gewollte oder ungewollte Bauverzögerungen bzw. Mehrkosten aufgrund von Qualitätsmängeln sein.
Prinzipiell besteht das Risiko von Ausfällen einzelner Kraftwerke der Stadtwerke Düsseldorf. Die größte Erzeugungseinheit GuD-Anlage Block F am Kraftwerksstandort Lausward fiel auf Grund eines Ereignisses, welches innerhalb der Gewährleistungsphase am 09.08.2017 stattfand, aus. Die Befundungsarbeiten der Siemens AG haben einen Schaden im Wesentlichen an der Gasturbine ergeben. Der Schaden wurde vollständig behoben und der GuD-Anlage Block F ist seit dem 02.11.2017 wieder in Betrieb. Die Erzeugungseinheit GuD-Anlage Block A fiel am 13.11.2017 im Wesentlichen aufgrund eines Schadens an den Generatorschaltern der Gasturbine und der Dampfturbine aus. Die Wiederaufnahme des kommerziellen Betriebes erfolgte in der Kalenderwoche 51/2017.
Die Verträge zwischen der Landeshauptstadt Düsseldorf und der AWISTA GmbH bzgl. der Beauftragung zur Entsorgung von Hausmüll, zur Straßenreinigung, zum Winterdienst und zu Werkstattleistungen wurden zu 2024 gekündigt. Die auf diesen Aufträgen beruhenden Leistungsverträge zwischen AWISTA GmbH und den Stadtwerken Düsseldorf sind hiervon mittelbar betroffen. Es besteht hinsichtlich der laufenden Verträge ein Restrisiko eines Vertragsverletzungsverfahrens bei der Europäischen Kommission. In einem solchen Fall wäre es nicht ausgeschlossen, dass es zu einer vorzeitigen Beendigung der Verträge mit der Folge einer erneuten Vergabe der Leistungen durch die Landeshauptstadt Düsseldorf kommt. Aktuell ist jedoch nicht bekannt, dass bzgl. der laufenden Verträge eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission vorliegt.
Das Geschäft mit privaten Strom- und Gaskunden steht bereits im Blickfeld verschiedener Wettbewerber. Durch verstärkte Vertriebsaktivitäten anderer Anbieter als auch aufgrund hoher Preissensibilität der Kunden besteht das Risiko von Mengen- und Margenverlusten.
In Bezug auf Normsondervertragskunden hat der BGH bereits in den letzten Jahren Grundsätze entwickelt, unter welchen Voraussetzungen Preisänderungen in der Vergangenheit bei Unwirksamkeit von Preisanpassungsklauseln zurückzuzahlen sind. Danach kann sich ein Normsondervertragskunde bei langjährigen Energielieferungsverhältnissen nicht mehr mit Erfolg gegen die Preiserhöhung wenden, wenn er die Preiserhöhung nicht innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren (regelmäßige Verjährungsfrist) nach Zugang der Jahresrechnung, in der die Preiserhöhung erstmals berücksichtigt worden ist, beanstandet hat. Dieses Risiko einer Rückzahlung für die letzten drei Jahre seit Abrechnung der Preiserhöhung besteht nach wie vor. Das Risiko wird über eine Rückstellung in entsprechender Höhe abgesichert.
Nach der Umsetzung einer Preisanpassung der Stadtwerke Düsseldorf im Segment Wasser besteht das Risiko, dass dieser Preisanpassung vom Bundeskartellamt widersprochen wird bzw. es zu einer zusätzlichen Reduktion der Wasserpreise unter das bisherige Preisniveau kommt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Stadtwerke Düsseldorf in ein mögliches kartellrechtliches Verfahren einbezogen wird, bleibt auch vor dem Hintergrund kartellamtlicher Untersuchungen bei vergleich-baren Wasserversorgern bestehen.
Die Europäische Union treibt die Regulierung der Finanz- und Energiemärkte voran, um Regeln für Finanzderivate neu zu definieren, die Markttransparenz zu erhöhen und Marktmanipulationen vorzubeugen. Die Stadtwerke Düsseldorf sind davon u. a. durch den Handel von Energie, durch die Energiebeschaffung und durch den Energievertrieb betroffen. Zur klaren Regelung der Finanzderivate im Energiesektor wurden EMIR (European Market Infrastructure Regulation) und MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive) aufgesetzt bzw. überarbeitet. Zur Verbesserung der Markttransparenz wurden wesentliche Regelungen zur Datenmeldung rund um die Energieversorgung und den Handel mit Strom- und Gasprodukten sowie Emissionszertifikaten über REMIT (Regulation on wholesale Energy Market Integrity und Transparency) und MAR (Market Abuse Regulation) erstellt. Diese umfassen das Verbot von Insiderhandel und Marktmanipulationen sowie die Erhöhung der Transparenz durch zusätzliche Melde- und Veröffentlichungspflichten. Bei Nichterfüllung der regulatorischen Vorgaben ist mit der Verhängung von Strafen und ggfs. mit Reputationsschäden zu rechnen. Die zeitlichen und rechtlichen Vorgaben werden fristgerecht umgesetzt und liegen im Plan.
Die Stadtwerke Düsseldorf sind sowohl als Energieerzeuger als auch als Energielieferant am Energiemarkt auf Anbieter- und auf Käuferseite präsent. Das Risikomanagementsystem des Energiehandels erfasst die Marktpreis- und Adressenausfallrisiken anhand der aktuellen Marktpreise, misst die Handelsergebnisse und überwacht die Einhaltung der Limits.
Die eingeräumten Limits basieren auf dem jährlich vom Vorstand genehmigten Risikokapital. Für die notwendige Risikotransparenz sorgen eine differenzierte Bücherstruktur und ein detailliertes Berichtswesen, das die Information an die Entscheidungs- und Risikoverantwortlichen gewährleistet. Zen-trales Organ der Risikosteuerung ist der regelmäßig tagende Risikoausschuss, in den verschiedene Fachbereiche entlang der Wertschöpfungskette sowie die Vorstandsmitglieder eingebunden sind. Im Rahmen der durch den Risikoausschuss definierten Kompetenzen setzt das Handelskomitee als operativ wirkendes Organ die verabschiedete Handelsstrategie unter Beachtung aktueller Markt- und Portfolienentwicklungen um.
Die Kraftwerksvermarktung erfolgt im Rahmen einer konzeptionellen Absicherung ihrer Rohmarge. Risikopositionen an den Großhandelsmärkten für Strom, Erdgas und Emissionsberechtigungen werden durch entsprechende Hedgegeschäfte gegen nicht beeinflussbare Preisschwankungen gesichert. Zur Absicherung der Positionen der Kraftwerksvermarktung werden Forward-Kontrakte und Swaps verwendet.
Zur Entwicklung des Unternehmens und Erwirtschaftung der Ergebnisse bedienen sich die Stadtwerke Düsseldorf ihrer Mitarbeiter. Das Risiko besteht darin, nicht in ausreichendem Maß über Mitarbeiter mit den erforderlichen Fähigkeiten zu verfügen, um die operativen und strategischen Anforderungen zu erfüllen. Die Stadtwerke Düsseldorf stehen auf dem Arbeitsmarkt im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, wobei sich der Arbeitsmarkt verstärkt zu einem Arbeitnehmermarkt entwickelt. Ein Mangel an Hochschulabsolventen wird prognostiziert. Bedingt durch den schnellen Wandel sind auch Qualifikationsrisiken in allen Bereichen zu beachten. Die demografische Entwicklung grundsätzlich, aber auch speziell die Altersstruktur der Belegschaft der Stadtwerke Düsseldorf verschärfen die Situation. Die Stadtwerke Düsseldorf begegnen diesem Risiko durch ihre Positionierung als attraktiver Arbeitgeber und durch Projekte zur Sicherstellung des Wissenstransfers von ausscheidenden Mitarbeitern auf die neuen Aufgabenträger.
Ein weiteres Risiko ergibt sich aus der Entwicklung des Personalaufwandes durch Tarifabschlüsse, die die geplanten Kosten überschreiten können.
IT-Risiken werden durch hohe Sicherheitsstandards und um-fassende Testverfahren vor einer Produktivsetzung minimiert. Ein fester Bestandteil dieser Standards sind die für alle Mitarbeiter der Stadtwerke Düsseldorf verbindlichen Schulungen und Grundsätze zur Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnologie in Form von Unternehmensregelwerken.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben die Stadtwerke Düsseldorf und die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH in einem konzernweit aufgesetzten Projekt die gesetzlich geforderte Implementierung eines Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) umgesetzt. Ende des Jahres erhielten die Stadtwerke Düsseldorf und die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH die Zertifizierung nach ISO/IEC 27001 und IT-Sicherheitskatalog. Damit erfüllen die Stadtwerke Düsseldorf und die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH die gesetzlichen Anforderungen an Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS). Alle drei Jahre werden die Gesellschaften fortan das Zertifizierungsverfahren durchlaufen.
Die Finanzierungsrisiken der Stadtwerke Düsseldorf umfassen im wesentlichen Liquiditäts-, Anlage- und Zinsrisiken. Hauptaufgabe des Liquiditätsmanagements ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Dafür werden der Liquiditätsbedarf sowie alle Zahlungsmittelflüsse fortlaufend ermittelt. Die Tochtergesellschaften Netzgesellschaft Düsseldorf mbH, Grünwerke GmbH und Gemeinschaftsheizkraftwerk Fortuna GmbH sind über ein Cash-Pooling-Verfahren an die Stadtwerke Düsseldorf angeschlossen, um einen optimalen Liquiditätseinsatz in der Gruppe sicherzustellen. Der Umfang der vertraglich zugesicherten Kreditlinien ist so dimensioniert, dass auch in einem schwierigen Marktumfeld ausreichende Liquiditätsreserven zur Verfügung stehen. Aufgrund der vorhandenen Liquidität, den freien kurz- bis mittelfristigen Kreditlinien mit einem Volumen von gegenwärtig 112,0 Mio. Euro sowie des weiterhin hohen operativen Cashflows sehen sich die Stadtwerke Düsseldorf keinen unmittelbaren Liquiditätsrisiken ausgesetzt.
Die unternehmerische Tätigkeit bringt eine Vielzahl rechtlicher Risiken mit sich, die aus den vertraglichen Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern, aus den rechtspolitischen Entwicklungen wie z. B. der Entwicklung des europäischen und nationalen Energierechts, der Entscheidungspraxis der Gerichte oder den Aktivitäten des Bundeskartellamtes unter geänderten kartellrechtlichen Rahmenbedingungen resultieren. Die sich aus diesen Rahmenbedingungen ergebenden konkreten Risiken für die Stadtwerke Düsseldorf wurden im Rahmen der Risikovorsorge weitgehend berücksichtigt.
Die Prüfung des Fernwärme-Sektors durch das Bundeskartellamt wurde im Februar 2017 abgeschlossen. Auffälligkeiten bei den Stadtwerken Düsseldorf wurden nicht festgestellt. Die Stadtwerke Düsseldorf haben in 2016 die Einführung eines Tax-Compliance-Management-Systems beschlossen. Es dient dazu, insbesondere steuerliche Risiken zu vermeiden und regelkonformes Handeln zu sichern. Das Projekt hat in 2017 begonnen und wird voraussichtlich im März 2018 abgeschlossen.
Bestandsgefährdende Einzelrisiken waren 2017 für die Stadtwerke Düsseldorf nicht erkennbar.
Auch eine Gesamtbetrachtung der Risikosituation der Stadtwerke Düsseldorf unter Einbeziehung des Risikoportfolios insgesamt führt nicht zu der Annahme einer Gefährdung des Bestandes des Unternehmens.
Das Chancenberichtswesen ist in das unternehmensweite Risikomanagement integriert, indem das Netzwerk der dezentralen iRM-Beauftragten in allen Fachbereichen und Beteiligungen auch für das Chancenmanagement genutzt wird.
Fortschritt und technologischer Wandel müssen im Konsens mit der Politik, der ansässigen Wirtschaft und nicht zuletzt mit den Bürgerinnen und Bürgern erfolgen, um die langfristige Perspektive der Stadtwerke Düsseldorf zu erhalten. Als lokaler Marktführer sehen die Stadtwerke Düsseldorf daher eine Chance in der Partizipation am Bevölkerungswachstum in Düsseldorf.
Aufgrund der auch in der Energiewirtschaft voranschreitenden Digitalisierung besteht in der Entwicklung neuer und innovativer Geschäftsmodelle eine weitere Chance.
Die Stadtwerke Düsseldorf wollen von den sich ändernden Marktbedingungen im Bereich der Energie- und Wasserversorgung profitieren. Die Erweiterung des Fernwärmeausbaus und Mehrabsätze durch eine im Gegensatz zum unterstellten Plan kältere Heizperiode stellen Chancen dar. Durch eine mögliche Wasserversorgung von angrenzenden Gebieten sowie einem höheren als in der Planung unterstellten Wasserverbrauch ergeben sich weitere Chancen.
Die Stadtwerke Düsseldorf haben die im EnBW-Konzern angewandte Methodik adaptiert und für den Bereich der rechnungslegungsbezogenen Prozesse ein standardisiertes IKS mit definierten Verantwortlichkeiten errichtet.
Insgesamt ist das IKS der Stadtwerke Düsseldorf wirksam.
Der Vorstand der Stadtwerke Düsseldorf berichtet für das Geschäftsjahr 2017 über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen. Er erklärt in diesem Bericht abschließend:
„Bei jedem Rechtsgeschäft mit der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, und den mit ihr verbundenen Unternehmen hat unsere Gesellschaft nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, zu dem diese Geschäfte vorgenommen wurden, eine angemessene Gegenleistung erhalten. Im Berichtsjahr wurden Rechtsgeschäfte oder Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und den mit ihr verbundenen Unternehmen weder vorgenommen bzw. getroffen noch unterlassen.“
Düsseldorf, den 23. Februar 2018
Anlage zum Lagebericht: Bericht gemäss Entgelttransparenzgesetz
Das Entgelttransparenzgesetz ist am 06.07.2017 in Kraft getreten. Nach diesem Gesetz müssen Arbeitgeber, die mehr als 500 Beschäftigte haben und nach §§ 264 und 289 HGB zur Fertigung eines Lageberichtes verpflichtet sind, einen Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit von Frauen und Männern erstellen. Der Bericht ist in 2018 erstmalig für das Kalenderjahr 2017 zu erstellen und dem Lagebericht nach § 289 HGB als Anlage beizufügen.
1. Maßnahmen (§ 21 Absatz 1 EntgTranspG)
Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern und deren Wirkungen (Konzept „Chancengleichheit in Führung“)
Diesen Maßnahmen haben Vorstand und Personalausschuss im November 2017 zugestimmt, so dass im Januar 2018 mit der konkreten Ausarbeitung bzw. Umsetzung begonnen wird.
– Erhöhung der Zielgrößen: Selbstverpflichtung zu einem Frauenanteil von 20 % für die dritte Führungsebene unterhalb des Vorstandes über die gesetzliche Verpflichtung hinaus
– Netzwerk: weibliche Führungskräfte der ersten, zweiten und dritten Ebene unterhalb des Vorstandes kommen institutionalisiert und themenorientiert zusammen
– Charta der Vielfalt: Beitritt zur Charta der Vielfalt bereits im Jahr 2017 erfolgt
– Kampagne Arbeitgebermarke: Bewerbung der Chancengleichheit auf der Karriereseite der Stadtwerke Düsseldorf und in sozialen Medien
– Rubrik „Vielfalt“ in der Werkszeitung: 5 persönliche Vorstellungen von jeweils einer weiblichen und einer männlichen Führungskraft
– Seminar „Karrierekompass“: Seminar für Frauen (später auch für Männer) zur Standortbestimmung und Reflektion ihrer Karriereoptionen
– Selbsttest „Diversity/Unconscious-Bias-Test“: Selbsttest für Führungskräfte verknüpft mit Online-Schulungen
– Diverse Personalmaßnahmen: gendergerechte Sprache, Stellenforecast Intranet, Angebote für Frauen in der internen PE-Fabrik, genderneutrale Personalauswahl, Willkommensgespräche in der Werkszeitung, Engagement bei Rekruting-Events, Report relevante SWD-Gremien
Bemühungen um die Herstellung von Entgeltgleichheit für Frauen und Männer
Es existiert Entgeltgleichheit für Frauen und Männer bei der SWD AG. Wesentliche Grundlagen dafür sind:
– Geltender Tarifvertrag (TVV)
– Geschlechtsneutrale Stellenbewertung nach der Hay-Systematik
2. Statistische Angaben (§ 21 Absatz 2 EntgTranspG)
Durchschnittliche Gesamtzahl der Beschäftigten jeweils Männer/Frauen
2016 1.100 387
2017 844 366
Durchschnittliche Zahl der Voll- und Teilzeitbeschäftigten jeweils Männer/Frauen
2016 950 207
2017 700 198
2016 150 180
2017 144 168
Aus Gründen der Vereinfachung und besseren Lesbarkeit wird ausschließlich die männliche Form verwendet. Personen weiblichen wie männlichen Geschlechts sind darin gleichermaßen eingeschlossen.

References: § 110
 § 6
 § 268
 § 107
 BGH 
 BGH 
 § 289