Source: http://test.gleichstellungsgesetz.ch/d103-1624.html
Timestamp: 2019-09-20 14:38:30+00:00

Document:
Eine Maschinenführerin wird nach ihrem Coming-Out als Transfrau von ihrer Arbeitgeberin diskriminiert. Ihre Transidentität wird nicht anerkannt, so dass sie weder die Damentoilette benutzen darf, noch mit ihrem neuen, weiblichen Vornamen angesprochen wird. Als sie sich über die schwierigen Arbeitsumstände beschwert, erhält sie die Kündigung. Daraufhin macht sie bei der Schlichtungsbehörde diskriminierende Kündigung gemäss Art. 3 Abs. 3 Gleichstellungsgsetz geltend und fordert Entschädigung gemäss Art. 10 Abs. 2 Gleichstellungsgsetz und Genugtuung gemäss Art. 5 Abs. 5 Gleichstellungsgsetz. Die ehemalige Arbeitgeberin bestreitet die Vorwürfe vollumfänglich und gibt an, nicht die Transidentität sei Grund für die Kündigung gewesen, sondern schlechte Arbeitsleistungen. Die Schlichtungsbehörde bestätigt die Anwendbarkeit des Gleichstellungsgesetzes auf den Fall, erzielt aber keine Einigung. Vor dem Bezirksgericht einigen sich die Parteien auf einen Vergleich.
Sie gelangt an die Schlichtungsstelle, welche ihre Zuständigkeit und die Anwendbarkeit des Gleichstellungsgesetztes auf den Fall bestätigt. Vor der Schlichtungsstelle macht die Gesuchstellerin eine diskriminierende Kündigung nach Art. 3 Abs. 2 Gleichstellungsgsetz geltend und fordert, die Kündigung als ungültig zu erklären und ihre Arbeitgeberin zu verpflichten, künftig von jeglicher Diskriminierung auch bei der Aufgabenzuteilung abzusehen. Sie sei wieder einzustellen und die entsprechend Art. 10 Abs. 2 Gleichstellungsgsetz ausstehenden Gehälter während der Dauer des Kündigungsschutzes von 6 Monaten (CHF 38'856.90) seien zu bezahlen. Gestützt auf Art. 5 Abs. 5 Gleichstellungsgsetz verlangt sie eine Genugtuungszahlung von CHF 10'000. Ausserdem möchte sie ein Arbeitszeugnis entsprechend ihres Vorschlages und empfiehlt der Gesuchgegnerin, ein internes funktionierendes Verfahren zur Behandlung von geschlechterdiskriminierenden Fällen zu etablieren. Die Gesuchgegnerin lehnt alle Forderungen ab.
Die Maschinenführerin gelangt nach der gescheiterten Schlichtung an das Bezirksgericht. Sie macht weiterhin diskriminierende Kündigung nach Art. 3 Abs. 2 Gleichstellungsgsetz geltend und fordert, die Kündigung für ungültig zu erklären, die ausstehenden Gehälter (6 Monatslöhne, total: CHF 38'856.90) und eine Genugtuungszahlung von CHF 10'000. Wieder bei der Beklagten arbeiten möchte die Klägerin zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.

References: Art. 3
 Art. 10
 Art. 5
 Art. 3
 Art. 10
 Art. 5
 Art. 3