Source: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20000748&ShowPrintPreview=True
Timestamp: 2019-11-22 16:36:06+00:00

Document:
RIS - Augenoptik-Ausbildungsordnung - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 22.11.2019
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Augenoptik-Ausbildungsordnung, Fassung vom 22.11.2019
Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Berufsausbildung im Lehrberuf Augenoptik (Augenoptik- Ausbildungsordnung)
StF: BGBl. II Nr. 181/2000
Lehrberuf Augenoptik
§ 1. (1) Der Lehrberuf Augenoptik ist mit einer Lehrzeit von dreieinhalb Jahren eingerichtet.
(2) In den Lehrverträgen, Lehrzeugnissen, Lehrabschlussprüfungszeugnissen und Lehrbriefen ist der Lehrberuf in der dem Geschlecht des Lehrlings entsprechenden Form ( Augenoptiker oder Augenoptikerin) zu bezeichnen.
Erforderliche Materialien fachgerecht auswählen, beschaffen und überprüfen,
Arbeitsrichtlinien der Augenoptik unter Berücksichtigung des Gesundheitsrechtes sowie der sonstigen Rechte, Pflichten und gesetzlichen Vorschriften anwenden,
Sehhilfen auswählen, anfertigen und anpassen sowie die Kunden im Gebrauch und der Pflege von Sehhilfen unterweisen,
Sehschärfe prüfen und die dafür relevanten biometrischen Daten erheben sowie Kostenvoranschläge entsprechend den ärztlichen Verordnungen erstellen,
Optische und meteorologische Instrumente handhaben und warten,
Wirtschaftliche Zusammenhänge eines Augenoptikerbetriebes erfassen (Dokumentation von Aufträgen, Preisauszeichnung und Kalkulation, Kundenberatung),
Arbeiten unter Berücksichtigung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften, Normen, Sicherheitsstandards und Umweltstandards ausführen.
1. Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden Einrichtungen,
Werkzeuge, Maschinen und Arbeitsbehelfe
2. Handhabung von Messgeräten und Prüfgeräten
4. Bearbeiten von Metallen, - -
Glasmaterialien: Messen,
Anreißen, Feilen, Sägen,
Schleifen, Polieren,
Bohren, Biegen, Kleben,
Kitten, Hartlöten, Fräsen,
Gewindeschneiden von Hand,
Nieten, Richten
5. - Bohren und Rillen von -
6. Polieren von Fassungen, Gläsern und Facetten
7. Bearbeiten und Facettieren von Zentrieren von
Brillengläsern und Mehrstärkengläsern
Schutzgläsern sowie deren
Einarbeiten in Fassungen;
Ermitteln der notwendigen und
geeigneten Gläser; Zentrieren
von Einstärkengläsern
8. - Kundenberatung und Verkaufsgespräch
9. Herstellen, Reparieren und Integrieren von Hörhilfen in
Ausrichten von Sehhilfen Sehhilfen, Modifizieren und
Adaptieren von Sehhilfen nach
speziellen Erfordernissen
10. Kenntnis der Augenoptik, insbesondere der Korrektionsmittel
11. Vermessen von Brillengläsern, Vermessen von Sehhilfen im
Überprüfen der Toleranz und Hinblick auf prismatische
Gütebestimmung Wirkungen, Messen, Beurteilen
der spektralen Durchlässigkeit,
Festlegung des Gebrauchswertes
von Sehhilfen
12. - Unterweisen Unterweisen im Gebrauch von
im Gebrauch Spezialsehhilfen
13. - - Vermessen von Kontaktlinsen und
vergrößernden Sehhilfen,
Kontaktlinsen, Grundkenntnisse
über Pflege, Aufbau, Handhabung
und Hygiene von Kontaktlinsen
14. Grundkenntnisse der Anatomie Grundkenntnisse der Pathologie,
und Physiologie, bezogen auf bezogen auf die Tätigkeit des
die Tätigkeit des Augenoptikers
15. - Anpassen und Adaptieren von Sehhilfen nach
ästhetischen anatomischen, optischen und
16. - - Beraten über den Einsatz von
optischen und meteorologischen
Instrumenten, Justieren und
Warten dieser Instrumente
17. Erstellen von Kostenvoranschlägen entsprechend den ärztlichen
18. Beratung und Verkauf von Kenntnis über
Sonnenschutzgläsern nach den Arbeitsschutzbrillen
Gesichtspunkten UV/IR-Schutz
und Glasfarbe unter
19. Grundkenntnisse über Kenntnis der Dokumentation von
Kalkulation und Aufträgen
20. - - Grundkenntnisse über subjektive
21. - - Erheben von für die Sehschärfe
relevanten biometrischen Daten
22. - - Grundkenntnisse über das Messen
der Sehschärfe, Prüfen der
23. - - Bedienen eines Autorefraktors
und Beurteilung der
Messergebnisse solcher
24. Kenntnis der Arbeitsrichtlinien von Augenoptikern
25. Grundkennt- Durchführung von qualitätssichernden Maßnahmen
27. Grundkenntnisse über ergonomische Gestaltung von
Arbeitsplätzen, Kenntnis über die funktionelle Gestaltung von
28. Die für den Beruf relevanten Maßnahmen und Vorschriften zum
Schutz der Umwelt; Grundkenntnisse der betrieblichen Maßnahmen
zum sinnvolleren Energieeinsatz im berufsrelevanten
Verwertung sowie über die Entsorgung des Abfalls
29. Kenntnis der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden
30. Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften und
31. Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen
(3) Die theoretische Prüfung umfasst die Gegenstände Augenoptik, Angewandte Mathematik und Technisches Zeichnen.
§ 5. (1) Die Prüfung ist nach Angabe der Prüfungskommission in Form der Bearbeitung eines betrieblichen Arbeitsauftrags durchzuführen.
(2) Die Aufgabe hat sich auf die Anfertigung einer Sehhilfe unter Einschluss von Arbeitsplanung, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, erforderliche Maßnahmen zum Umweltschutz und Maßnahmen der Qualitätskontrolle zu erstrecken.
(3) Die einzelnen Schritte bei der Ausführung der Aufgabe sind von Hand oder rechnergestützt zu dokumentieren. Die Prüfungskommission kann dem Prüfling anlässlich der Aufgabenstellung hiefür entsprechende Unterlagen zur Verfügung stellen.
(4) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlussprüfung, die Anforderungen der Berufspraxis und das Tätigkeitsgebiet des Lehrbetriebes eine Aufgabe zu stellen, die in der Regel in sieben Stunden ausgeführt werden kann. Die Prüfung ist nach acht Stunden zu beenden.
(5) Der Prüfling kann eigene Materialien verwenden. Die Prüfungskommission kann jedoch im Einzelfall derartige Materialien von der Verwendung ausschließen.
richtige Umsetzung der ärztlichen Verordnung,
Verwenden der richtigen Werkzeuge und Messgeräte.
(2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus zu entwickeln. Hiebei ist unter Verwendung von Fachausdrücken das praktische Wissen und die Fähigkeit zur fachgerechten Beratung festzustellen. Der Prüfling hat fachbezogene Probleme und deren Lösungen darzustellen, die für einen Auftrag relevanten fachlichen Hintergründe aufzuzeigen und die Vorgehensweise bei der Ausführung dieses Auftrags zu begründen. Die Prüfung ist in Form eines möglichst lebendigen Gesprächs mit Gesprächsvorgabe durch Schilderung von Situationen oder Problemen zu führen.
(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlussprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Hiebei sind Schautafeln, Materialproben und dergleichen heranzuziehen. Fragen über einschlägige Sicherheitsvorschriften, Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sowie über einschlägige Umweltschutzmaßnahmen und Entsorgungsmaßnahmen sind miteinzubeziehen.
Grundkenntnisse der Physiologie,
Grundkenntnisse der Pathologie,
Beurteilung von Messergebnissen von Sehtestgeräten,
Brillenkunde,
Auflösen und Umformen einfacher berufsbezogener Gleichungen,
Lesen und Interpretieren von Diagrammen,
Längenberechnungen und Flächenberechnungen,
Volumenberechnungen und Masseberechnungen,
Prozentrechnungen.
§ 10. (1) Die Prüfung hat die Herstellung einer Werkstattzeichnung für eine Brillenfassung und einer Bildkonstruktion durch kombiniertes Linsen-Prismensystem zu umfassen.
(2) Die Aufgabe ist so zu stellen, dass sie in der Regel in 120 Minuten durchgeführt werden kann.
(3) Die Prüfung ist nach 140 Minuten zu beenden.
§ 12. Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Feinoptik kann eine im Vergleich zu § 27 Abs. 2 des Berufsausbildungsgesetzes eingeschränkte Zusatzprüfung im Lehrberuf Augenoptik abgelegt werden. Diese erstreckt sich auf den Gegenstand Fachgespräch.
§ 14. (1) Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Optiker, BGBl. Nr. 75/1972, in der Fassung der Verordnung BGBl. Nr. 15/1980 treten unbeschadet Abs. 3 mit Ablauf des 30. Juni 2000 außer Kraft.
(2) Die Prüfungsordnung für die Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Optiker, BGBl. Nr. 211/1976, tritt unbeschadet Abs. 3 mit Ablauf des 30. Juni 2000 außer Kraft.
(3) Lehrlinge, die am 30. Juni 2000 im Lehrberuf Optiker ausgebildet werden, sind gemäß den in Abs. 1 angeführten Ausbildungsvorschriften bis zum Ende der vereinbarten Lehrzeit auszubilden und können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung gemäß der in Abs. 2 angeführten Prüfungsordnung antreten. Die Bestimmungen der in Abs. 2 angeführten Prüfungsordnung sind bis zum Ablauf des 30. Juni 2001 auf die Lehrabschlussprüfung von Personen, die vor dem 1. Juli 2000 die Lehrzeit beendet, aber noch keine Lehrabschlussprüfung abgelegt haben, weiterhin anzuwenden.
(4) Die Lehrzeiten, die im Lehrberuf Optiker entsprechend den in Abs. 1 angeführten Ausbildungsvorschriften zurückgelegt wurden, sind auf die Lehrzeit im Lehrberuf Augenoptik voll anzurechnen.

References: § 1

§ 5

§ 10

§ 12
 § 27

§ 14