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Timestamp: 2019-01-17 06:32:50+00:00

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SBVdirekt Ausgabe 3 2017
SBVdirekt Ausgabe 03/2017
Wie funktioniert das neue Teilhabeplanverfahren in der Praxis?
Was macht die Schlichtungsstelle nach § 16 BGG?
direkt 03 17 Teilhabe statt Ausgrenzung 06 Mehr Teilhabe, weniger Barrieren 22 Wie funktioniert das neue 30 Barrierefreies Kino Teilhabeplanverfahren in der Praxis? Mehr ... Mehr ... Mehr ...
02 Mit freundlicher Unterstützung von: www.ergo.de/vereine- und-verbaende Ein gutes Gefühl, vorgesorgt zu haben. Als Mitglied im Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V. können Sie besonders günstigen und speziellen Schutz genießen. • Sterbegeld Vorsorge Plus • Pflegerenten-Risikoversicherung • Unfall-Vorsorge mit NotfallHilfe • Spezial-Rechtsschutzversicherung Haben Sie Interesse? Dann wenden Sie sich an uns: ERGO Beratung und Vertrieb AG ERGO AO / 55plus Langestr. 9, 70173 Stuttgart Tel 0711 342519-140 Impressum Herausgeber: Sozialverband VdK Landesverband Baden-Württemberg e.V. Johannesstraße 22 70176 Stuttgart Herstellung: Verlagsgesellschaft W.E. Weinmann e.K. Karl-Benz-Straße 19 70794 Filderstadt Fotos: fotolia VdK
Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, die spannende Bundestagswahl 2017 – mit bitterem Beigeschmack für die Demokratie – ist gelaufen und momentan wird um eine „Jamaika-Koalition“ gerungen. Wie wir alle wissen, liegt Jamaika weit weg und die Probleme dagegen direkt vor der Haus- tür oder dem Firmentor. Trotz Ratifizierung der UN–BRK, der Konvention für Menschen mit Behinderung, ist Teilhabe nicht selbstverständlich, es gibt noch viele alte Baustellen und neue kom- men laufend hinzu. Mit dem Bundesteilhabegesetz wurde insbesondere die Stellung der Schwerbehin- dertenvertrauensleute in den Betrieben, Behörden und Unternehmungen ver- bessert. So ist unter anderem die Kündigung des Arbeitsplatzes bei vorhandener
Schwerbehinderung von der Schwerbehindertenvertretung mit abhängig. Auch hat nun der Stellvertreter einen eigenen Schulungsanspruch gegenüber seinem Ar- beitgeber und die Freistellungsgrenze wurde gesenkt. Dies sind in unseren Augen wesentliche Verbesserungen. Insgesamt überwiegt aber die Enttäuschung. So gibt es zwar auch bei der Einkommens- und Vermögensanrechnung eine Besserstellung, aber nach wie vor ist die Eingliederungshilfe nicht einkommens- und vermögens- unabhängig ausgestaltet. Dies ist nur eine der alten Baustellen! Mit der Digitalisierung der Gesellschaft und der Arbeitswelt werden täglich neue Baustellen eröffnet, die wir bisher teilweise nur ahnen können. Einerseits kann die Digitalisierung zu gewünschten geringeren körperlichen Belastungen am Ar- beitsplatz führen, aber einhergehen mit stärkerer psychischer Belastung, weil die Arbeitsdichte zunimmt oder Ängste vor zunehmender digitaler Überwachung der Arbeitsleistung auf das Gemüt schlagen. Die Digitalisierung wird aber nicht nur die Arbeitswelt betreffen, sondern erobert bereits den individuellen privaten Bereich. Sei es beim Autofahren, beim Surfen oder mit dem Smartphone, es werden Daten gesammelt, mal freiwillig mal unfreiwillig. Allein im Fitness- und Gesundheitsbereich gibt es Abertausende von Apps, die gierig auf Nutzerdaten sind. Angebote, Werbung und Leistungen können dadurch individuell auf die Person zugeschnitten werden und es besteht die Gefahr, dass Menschen mit Behinderung von guten Angeboten und Leistungen ausgeschlossen werden. Dies gilt es zu verhindern. Dabei muss gelten, die Digitalisierung muss dem Men- schen nutzen. Damit Sie unser SBV-Direkt-Portal noch besser nutzen können, bauen wir weiter unser Angebot aus und sind gerade dabei, eine Wissensdatenbank aufzubauen. Ziel ist es, Ihre Fragen möglichst schnell und umfassend zu beantworten. Also halten Sie sich auf dem Laufenden unter: www.sbvdirekt.de Herzlich Ihr Joachim Steck VdK-Landesobmann der Schwerbehinderten-Vertrauenspersonen beim Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V.
06 Mehr Teilhabe, weniger Barrieren In allen Bereichen des Lebens sollen Menschen mit Be- hinderungen selbstverständlich dazugehören – für diese Inklusion setzt sich die Bundesregierung ein. Vor allem das Bundesteilhabegesetz sorgt für mehr Selbstbestimmung und Teilhabe. Und doch bleibt noch einiges zu tun. Teilhabe, Selbstbestimmung, Barrierefreiheit – diese Themen stehen im Fokus der Politik für Menschen mit Behinderungen. In Deutschland lebten Ende 2015 rund 7,6 Millionen schwer- behinderte Menschen – das sind 9,3 Prozent der Gesamtbe- völkerung. Inklusion heißt: Sie sollen gleichberechtigt in der Mitte der Gesellschaft stehen. Dazu gehört, dass sie ihren Wohnort selbst wählen, ihre Begabungen entfalten und ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können. Vieles wurde auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft schon erreicht – nicht zuletzt aufgrund engagierter Bürger, die Inklusion ganz selbstverständlich leben.
e d . r e d l i b s t f a h c s l l e s e G / d n a l i e W i d n A : o t o F Fortschritte und bleibende Aufgaben Anfang 2017 hat die Bundesregierung ihren Teilhabebericht vorgelegt. Er zeigt, in welchen Bereichen Fortschritte zu verzeichnen sind, wo aber auch noch Aufgaben zu bewältigen sind. Positiv: Vorschulkinder werden heute zu mehr als 90 Prozent inklusiv betreut. Zudem erreichen immer mehr junge Menschen mit Beeinträchti- gung einen beruflichen Abschluss. Ebenfalls erfreulich: Immer weniger Betroffene leben in stationären Einrichtungen. Ambulant betreute Wohnformen nehmen zu. Dennoch: Mehr Barrierefreiheit zu schaffen ist eine dauerhafte Aufgabe. Dies gilt auch für den Kampf gegen die häu- figere Arbeitslosigkeit von Menschen mit Schwerbehinderung. Inklusion in allen Lebensbereichen verankern Der besseren Umsetzung von Rechten für Menschen mit Behinderung dient die Neuauflage des Nationalen Aktionsplans zur UN-Behindertenrechtskonvention – kurz NAP 2.0. Er enthält ein umfassendes Maßnahmenbündel mit dem Ziel, Inklusi- on in allen Lebensbereichen fest zu verankern. Der NAP 2.0. setzt auf den ersten Aktionsplan aus dem Jahr 2011 auf. Er enthält 175 Maßnahmen in 13 Handlungsfeldern. Ein Schwerpunkt ist die Förderung der beruflichen Teilhabe. Der Ausgleichsfonds für beschäftigungspolitische Program-
08 me wird dafür in den nächsten Jahren rund 230 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Spezifische Integrationsprojekte werden als Leuchttürme eines inklusiven Arbeitsmarktes mit zusätzlichen 150 Millionen Euro unterstützt. Der Abbau von Barrieren im öffentlichen Bereich ist ein Schwerpunkt des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). Dies sowohl mit Blick auf Gebäude als auch in der Informa- tionstechnik. Mit der Neufassung des Gesetzes wurde zudem die Bundesfachstelle für Barrierefreiheit eingerichtet. Sie berät vor allem Behörden bei der Umsetzung baulicher Ver- besserungen. Neu ist auch eine Schlichtungsstelle. Sie kann kostenfrei ein- geschaltet werden, wenn sich Menschen mit Behinderung in ihren Rechten aus dem BGG verletzt sehen. Angesiedelt ist sie bei der Beauftragten der Bundesregierung für die Belan- ge von Menschen mit Behinderungen. Paradigmenwechsel Bundesteilhabegesetz Ein Meilenstein für mehr Inklusion ist das 2017 beschlossene Bundesteilhabegesetz. Dessen Philosophie: Heraus aus dem Fürsorgesystem der Sozialhilfe – hin zu mehr Selbstbestim- mung. Betroffene können künftig etwa selbst entscheiden, ob sie länger in der eigenen Wohnung leben möchten. Außerdem wird die Eingliederungshilfe aus dem Fürsorgesys-
tem der Sozialhilfe herausgeführt. Leistungsempfänger können einen höheren Anteil von ihrem Einkommen behalten und müssen weniger offenlegen. Das Bundesteilhabegesetz sieht ab 2018 ein bundesweites „Budget für Arbeit“ vor. In allen Bundesländern können Arbeitgeber dann Lohnkostenzuschüsse von bis zu 75 Prozent erhalten. Das erleichtert Menschen mit Behinderung den Zugang zum Arbeitsmarkt und eröffnet Alternativen zur Beschäftigung in Werkstätten. Durch zahlreiche Neuregelungen verleiht das Teilhabegesetz den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung mehr Gewicht. Sie werden auch in die Umsetzung des Gesetzes einbezogen. Für jede Maßnahme wurden eigene Beteiligungsformen gefunden, damit die Betroffenen sowie ihre Verbände auf bestmögliche Weise ein- gebunden werden. Inklusionspreis würdigt Best-Practice-Beispiele Jenseits der Gesetzgebung findet Inklusion schon an vielen Orten und in vielen Betrieben konkret statt. Darauf macht beispielhaft der Inklusionspreis für die Wirt- schaft aufmerksam. Die Schirmherrschaft hat auch für die aktuelle Ausschreibung die Bundesministerin für Arbeit und Soziales übernommen. Der Preis zeige jedes Jahr eindrucksvoll, „dass Menschen mit Behinderung zum Unternehmenserfolg bei- tragen können“, so Andrea Nahles.
10 Teilhabebericht der Bundes zeigt anhaltende Benachteiligungen Im zweiten Teilhabebericht werden die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen, auch mit Behinderun- gen, dargestellt. Er beschreibt Entwicklungen zwischen 2005 und 2014. Zentrales Ergebnis: Immer noch ist die Teilhabe von Men- schen mit Beeinträchtigungen in vielerlei Hinsicht einge- schränkt. Hierbei gilt häuﬁg: Je schwerer die Beeinträchti- gungen, desto geringer sind die Teilhabechancen. Auszug aus dem Teilhabebericht der Bundesregierung Die Zahl der Menschen mit Beeinträchtigungen ist von 10,99 Millionen im Jahr 2005 auf 12,77 Millionen im Jahr 2013 gestiegen. Dies entspricht einem Zuwachs von 16 Prozent (bei gleichzeitigem Rückgang der Bevölkerung um zwei Prozent). Der Anteil der Menschen mit Beeinträchtigungen an der Gesamtbevölkerung stieg von 13,3 auf 15,8 Prozent. Gründe hierfür sind einerseits der demografische Wandel – Beeinträchtigungen treten mit höherem Alter vermehrt auf – und andererseits die Zunahme von Beeinträchtigungen in jeder Altersgruppe. Bildung und Ausbildung Schulbildung I. 1. 2015 wurden bereits 91 Prozent der Kinder im Vorschulal- ter inklusiv betreut. Im Schulalter wird weiterhin der größte Teil der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischer Förderung in Förderschulen unterrichtet, ein kleiner Teil geht an Regelschulen.
eilhabebericht der Bundesregierung zeigt anhaltende Benachteiligungen Leistungen der Eingliederungshilfe nach dem SGB XII sollen behinderten oder von einer Behinderung bedrohten Kindern und Jugendlichen einen Schulbesuch im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht ermöglichen. Sie werden für den Besuch ei- ner Regelschule erbracht und umfassen z.B. die Kostenübernahme für Schulbeglei- ter, Sonderbeförderung und behinderungsbedingte Mehrkosten bei Klassenfahrten. Die Anzahl der Leistungsbeziehenden ist seit 2008 kontinuierlich gestiegen. Die Ausgaben pro Leistungsbezieherin bzw. Leistungsbezieher sind im Zeitverlauf eben- falls angestiegen. Seit 2005 haben deutlich mehr Menschen mit Beeinträchtigungen einen höheren Schulabschluss erworben – auch wenn weiterhin mehr Menschen mit Beeinträchti- gungen einen Hauptschulabschluss haben als Gleichaltrige ohne Beeinträchtigun- gen. Die höhere Bildung und Ausbildung bedeutet auch eine deutliche Verbesse- rung der Teilhabechancen. Denn eine gute schulische und eine fundierte berufliche Ausbildung sind von großer Bedeutung für den Zugang zum Arbeitsmarkt. 2. Hochschulbildung In den Hochschulgesetzen der Länder ist festgelegt, dass Studierende mit Behin- derung oder chronischer Erkrankung in ihrem Studium nicht benachteiligt werden dürfen und die Angebote der Hochschulen möglichst ohne fremde Hilfe in An- spruch nehmen können. Häufig entstehen finanzielle Probleme durch beeinträchtigungsbedingte Zusatz- kosten für nicht-studienbezogene Mehraufwendungen: Arztbesuche, besondere Ernährung, Medikamente, Psychotherapie, technische Hilfsmittel, spezielle Lehr- und Lernmaterialien oder Studienassistenzen. In diesem Zusammenhang können Anträge auf Nachteilsausgleich gestellt werden. Viele Studierende kennen diese Möglichkeit jedoch nicht oder scheuen sich, sie in Anspruch zu nehmen. Außerdem wird etwa die Hälfte der Anträge nicht bewilligt.
12 Bei über 90 % der evaluierten Hochschulen gibt es eine Be- auftragte bzw. einen Beauftragten für die Belange von Stu- dierenden mit Beeinträchtigungen. Ein Großteil der befrag- ten Hochschulen gibt jedoch an, dass die Beauftragten für die Belange von Studierenden mit Beeinträchtigungen nicht mit den erforderlichen personellen und finanziellen Mitteln ausgestattet sind. Ebenso defizitär ist das Vorhandensein von Regelungen zu Nachteilsausgleichen. Ausbildung/beruﬂiche Bildung 3. Die Phase der beruflichen Ausbildung ist entscheidend da- für, wie gut der Einstieg in das Arbeitsleben gelingt. Viele Jugendliche mit Beeinträchtigungen kommen von Förder- schulen und haben keinen Hauptschulabschluss. Sie münden größtenteils in das Übergangssystem der berufsvorbereiten- den Bildungsmaßnahmen. Im Rahmen der Initiative Inklusion fördert das Bundesmi- nisterium für Arbeit und Soziales seit 2011 die berufliche Orientierung von schwerbehinderten Schülerinnen und Schülern, insbesondere mit sonderpädagogischem Förder- bedarf. Gerade für diesen Personenkreis ist es wichtig, dass noch in der Schule alle Möglichkeiten für den Übergang ins Erwerbsleben ausgelotet und Alternativen zur Werkstatt für behinderte Menschen geprüft werden. 40.000 schwerbe- hinderte Schülerinnen und Schüler sollen umfassend über ihre beruflichen Möglichkeiten informiert und beraten und ihr Übergang von der Schule in das Arbeitsleben unterstützt werden.
Durch beruﬂiche Weiterbildung werden die Chancen zur Teilhabe am Arbeitsleben verbessert. Ziel ist, dass die geförderten Maßnahmen nach Auslaufen des Programms in eine Regelförderung durch Bund und Länder übergehen. Wem eine betriebliche Ausbildung im dualen System aufgrund der Art oder Schwere seiner Beeinträchtigung nicht möglich ist, der kann auf das Angebot einer außerbetrieblichen Ausbildung in Berufsbildungswerken oder vergleichbaren Einrichtungen zurückgreifen. In Berufsbildungswerken besteht zudem die Mög- lichkeit einer verzahnten Ausbildung mit größerer Betriebsnähe. Hierbei werden mindestens sechs Monate der praktischen Ausbildung nicht im Berufsbildungswerk absolviert, sondern in einem Unternehmen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung können Maßnahmen der assistierten Aus- bildung zum Einsatz kommen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit einer Fachpraktiker-Ausbildung mit reduzier- ten Anforderungen. Erwachsenenbildung und Weiterbildung 4. Bildung wird zunehmend als lebenslanger Prozess gesehen, der eine persönliche und berufliche Weiterentwicklung ermöglicht. Ebenso wie der Zugang zur all- gemeinen Schulbildung, Berufsausbildung und Hochschulbildung soll auch der Zugang zu Erwachsenenbildung zu lebenslangem Lernen gleichberechtigt mit anderen gewährleistet werden. Durch berufliche Weiterbildung werden die Chan- cen zur Teilhabe am Arbeitsleben verbessert. Darüber hinaus bieten Institutionen der Erwachsenenbildung weitere Lernmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen. Angebote der Erwachsenenbildung machen insbesondere Volkshochschulen und vergleichbare Bildungsträger. Dort gibt es Kurse und Angebote speziell für Erwach- sene mit Beeinträchtigungen ebenso wie inklusiv gestaltete Angebote. Menschen mit Beeinträchtigungen sind jedoch in Einrichtungen der Erwachsenenbildung unterrepräsentiert.
Die Werkstätten für Behinderte können einer geschützten Raum bieten, andererseits aber au regulären Arbeitsmarkt ausgrenzen, da sie zu wenig an das berufsbildende System angeschlossen s 14 Auch an beruflicher Weiterbildung nehmen weniger Er- werbstätige mit Beeinträchtigungen teil als Erwerbstätige ohne Beeinträchtigung. Erwerbsarbeit und Einkommen Teilhabe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt II. 1. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sind Menschen mit Be- einträchtigungen seltener tätig als Menschen ohne Beein- trächtigungen. Im Jahr 2013 waren im erwerbsfähigen Alter von 18 bis 64 Jahren 80 % der Menschen ohne Beeinträchti- gungen, aber nur 49 % der Menschen mit Beeinträchtigun- gen erwerbstätig. Dieser Anteil ist im Zeitraum von 2005 bis 2013 um 8 Prozentpunkte gestiegen. Im Bereich der Spit- zentechnologie ist der Anteil der Erwerbstätigen zwischen 2009 und 2013 leicht gestiegen, davon haben besonders Erwerbstätige mit Abitur und darunter auch diejenigen mit Beeinträchtigungen profitiert. Arbeitgeber mit mindestens 20 Beschäftigten sind gesetzlich verpflichtet, wenigstens 5 Prozent der Arbeitsplätze mit Be- schäftigten mit Schwerbehinderung zu besetzen. Wird diese Quote nicht erreicht, müssen die Arbeitgeber Ausgleichsab- gaben zahlen. Die öffentlichen Arbeitgeber übertreffen die Schwerbehinderten-Quote sogar, die privaten erreichen sie nicht. Der Anteil der Erwerbstätigen mit Beeinträchtigungen, die Teilzeit arbeiten, ist etwas höher als an den Erwerbstätigen ohne Beeinträchtigungen.
stätten für Behinderte können einerseits einen s aber aus dem enzen, da sie zu wenig an stem angeschlossen sind. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit einer Schwerbehinderung ist zwar in den letzten Jahren gesunken, liegt aber noch immer deutlich über derjenigen der Men- schen ohne Beeinträchtigung. Dadurch ist es Menschen mit Beeinträchtigungen seltener möglich, den persönlichen Lebensunterhalt aus dem eigenen Einkommen zu bestreiten. Der Zeitpunkt im Lebensverlauf, an dem Beeinträchtigungen entstehen, hat er- hebliche Auswirkungen auf die beruflichen Chancen und die materielle Sicherung: Wenn Beeinträchtigungen erst im fortgeschrittenen Erwerbsalter auftreten, kann bis zu diesem Zeitpunkt ein bestimmter Stand der Teilhabe durch berufliche Ent- wicklung, Aufbau von Sozialversicherungsansprüchen und ggf. auch von Vermögen erreicht werden. Wenn die Beeinträchtigung dagegen angeboren ist oder bis zum frühen Erwachsenenalter eintritt, werden bereits die schulische und berufliche Qualifizierung sowie der Einstieg ins Berufsleben dadurch erschwert, das Armuts- risiko ist erhöht. Die Teilhabechancen hängen dann auch von der Einstellung des Arbeitgebers und der Belegschaft sowie von der Gestaltung einer barrierefreien Arbeitsumgebung ab. 2. Werkstätten für Behinderte Die Werkstätten für Behinderte können einerseits einen geschützten Raum bieten, andererseits aber aus dem regulären Arbeitsmarkt ausgrenzen, da sie zu wenig an das berufsbildende System angeschlossen sind. Sie und die Tagesförderstätten sind mit dem ersten Arbeitsmarkt systematisch kaum verbunden. Die dort erworbenen Qualifikationen können auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht ohne Weiteres einge- setzt werden, entsprechende Arbeitsplätze werden kaum bereitgestellt. Hier sollten Übergänge geschaffen werden. Ein Fernziel wäre, diese Werkstätten ganz abzuschaffen und entsprechende Ar- beitsplätze auf dem öffentlichen und privaten Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen.
16 Hierdurch könnte des Weiteren vermieden werden, dass ein angemessener Lebensstandard aufgrund der vom Mindest- lohn abgekoppelten Beschäftigung nicht erreicht werden kann. Atypische Beschäftigungsformen 3. Zeitarbeit, befristete Arbeitsverhältnisse, Teilzeitarbeit mit maximal 20 Arbeitsstunden pro Woche sowie geringfügig entlohnte Beschäftigung und Beschäftigung in der Gleit- zone (Letztere werden auch bezeichnet als „Minijobs“ bzw. „Midijobs“) können sich je nach Beschäftigungsform von festen betrieblichen Anstellungen durch eine größere Unsi- cherheit des Arbeitsverhältnisses, ggf. wechselnde Einsatzor- te, häufig eine geringere Vergütung der Arbeitsleistung und (im Falle der geringfügigen Beschäftigung) einen geringeren Sozialversicherungsschutz unterscheiden. Grundsätzlich können diese Beschäftigungsformen auch den Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt erschließen, allerdings ist von einer „Brückenfunktion“ atypischer Beschäftigungsverhält- nisse nur in eingeschränktem Maße auszugehen. Digitalisierung der Arbeitswelt 4. Die zunehmende Digitalisierung kann für Menschen mit Beeinträchtigungen eine Erleichterung der Arbeitsbedin- gungen und neue Beschäftigungsfelder mit sich bringen. So können Menschen mit Mobilitätseinschränkungen beispiels- weise orts- und zeitungebunden arbeiten. Weitere Verbesserungen ergeben sich durch den Einsatz von Assistenz- oder Tutorensystemen. Beeinträchtigungen durch
„Schwerbehinderte Menschen haben Anspruch auf unentgeltliche Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs und (mit Merkzeichen B im Schwerbehindertenausweis) die kostenfreie Mitnahme einer Begleitperson. Körper- und Sinnesbehinderungen können hierdurch teilweise kompensiert wer- den. Der Prozess der Digitalisierung hebt aber aufgrund der zunehmenden Komple- xität von Arbeitsprozessen auch die Hürden für Menschen mit Behinderung. Sofern Beschäftigungschancen in neu erschlossenen Bereichen wie z.B. der Soft- wareentwicklung entstehen, eröffnet dies eher hoch qualifizierten Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen neue Chancen. Außerdem ist eine hohe Qualifikation besonders dann von Vorteil, wenn diese so spezifisch ist und auf eine solche Nachfrage trifft, dass die beeinträchtigungsbe- dingten Nachteile dadurch ausgeglichen werden. Diese Nischen lassen sich aber nicht beliebig ausweiten. Barrierefreiheit III. Alltägliche Lebensführung 1. Die Teilhabechancen und die Lebensqualität von Menschen mit Beeinträchtigun- gen werden auch dadurch beeinflusst, ob Wohnraum und öffentlicher Raum barri- erefrei nutzbar sind. 2. Mobilitätsbezogene Hilfen Die Krankenkassen stellen für Versicherte mit Mobilitätseinschränkungen Hilfsmit- tel zur Verfügung (Fahrzeuge und Mobilitätshilfen). Vom Rehabilitationsträger kann es Finanzierungshilfen zur Beschaffung eines geeigneten Fahrzeugs geben, wenn dieses zum Erreichen des Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes nicht nur vorübergehend notwendig ist. Schwerbehinderte Menschen haben Anspruch auf unentgeltliche Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs und (mit Merkzeichen B im Schwerbehinderten- ausweis) die kostenfreie Mitnahme einer Begleitperson. Von der DB gibt es weitere Bemühungen zur Barrierefreiheit, außerdem Hilfestel-
Ein freier Zugang zu Medien wie Printmedien und Hörfunk, Fernse- hen und Internet muss ermöglicht werden, um an der politischen Ge- staltung mitwirken zu können. 18 lung auf den Bahnhöfen (meist jedoch nur in bestimmten Zeitfenstern). Flughäfen, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter sind zu besonderen Unterstützungs- und Informationsleistungen verpflichtet, die die Vorbereitung und die Flugreise erleich- tern (ohne zusätzliche Kosten). Die gleichen Rechte bestehen im See- und Binnenschiffs- verkehr. Sofern Menschen aufgrund ihrer Behinderung den öffentlichen Personennahverkehr oder das Taxi nicht nutzen können, gibt es Fahrdienste. Persönliches Budget 3. Das Budget kann für Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie für Leistungen der medizinischen Rehabilitation gewährt werden. Der behinderte Mensch kann selbst Assistenzkräfte einstellen und individuelle Anforderungen aushandeln. 4. Hilfen zur Kommunikation Hörhilfen; - - Hilfen zur Förderung der Verständigung mit der Um- welt nach SGB XII. Hierzu gehört die arbeitsplatzbezogene technische Ausstattung für Menschen mit Sinnesbehinde- rungen. Der Einsatz von Gebärdensprachdolmetscherinnen und –dolmetschern wird anlassbezogen finanziert. - Recht, mit Trägern öffentlicher Gewalt in Deutscher Gebär- densprache, mit lautsprachbegleitenden Gebärden oder über Hör- oder sprachbehinderte Menschen haben das
Den gesamten Bericht ﬁnden Sie hier: andere geeignete Kommunikationshilfen zu kommunizieren, soweit dies zur Wahr- nehmung eigener Rechte im Verwaltungsverfahren erforderlich ist. Die notwendi- gen Aufwendungen müssen von den Trägern öffentlicher Gewalt getragen werden. Förderung der Selbsthilfe 5. Die Rehabilitationsträger fördern Selbsthilfegruppen, -organisationen und Selbst- hilfekontaktstellen, die sich die Prävention, Rehabilitation, Früherkennung und Bewältigung von Krankheiten und Behinderungen zum Ziel gesetzt haben. Interessenvertretung 6. Die UN-Behindertenrechtskonvention schreibt vor, dass Menschen mit Behin- derungen bzw. die sie vertretenden Organisationen aktiv an der Gestaltung der Politik beteiligt werden müssen. Ein freier Zugang zu Medien wie Printmedien und Hörfunk, Fernsehen und Internet muss ermöglicht werden, um an der politischen Gestaltung mitwirken zu können. In Betrieben oder Dienststellen mit mindestens fünf Beschäftigten sind gewählte Schwerbehindertenvertretungen vorgesehen, die unter anderem auf die Wahrung der Rechte von Beschäftigten mit Behinderung achten und als Ansprechperson für Beschwerden bereitstehen. Zur Mitwirkung an der Gestaltung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Werk- stätten für behinderte Menschen gibt es Werkstatträte, die in den Betrieben von den dort Tätigen gewählt werden. Menschen mit Beeinträchtigungen, die in stationären Wohneinrichtungen leben, können Heimbeiräte zur Vertretung ihrer Interessen gegenüber dem Einrichtungs- träger wählen. Zusätzlich sind in Wohnheimen und Werkstätten Frauenbeauftragte vorgesehen.
20 Ergänzende unabhängige Teilhabeber Menschen mit Behinderungen oder von Behinderung be- drohte Menschen möchten ihr Leben eigenverantwortlich gestalten und planen. Wenn es um bestehende Rech- te und Anspruch auf individuelle Teilhabeleistung geht, kann eine Beratung nachhaltige Unterstützung bieten. Aus diesem Grund hat das BMAS seine Förderrichtlinie zur Durchführung der „Ergänzenden unabhängigen Teilhabe- beratung“ für Menschen mit Behinderungen veröffent- licht. Bundesweit können sich regionale und überregionale Beratungsangebote um Fördermittel bewerben, für welche der Bund ab 1. Januar 2018 für die Dauer von fünf Jahren jährlich 58 Millionen Euro bereitstellt. Die Beratung soll im Vorfeld der Beantragung konkre- ter Leistungen unentgeltlich und neutral informieren und Orientierung bieten. Die Beratung soll lediglich dem Ratsu- chenden gegenüber verpflichtet sein. Das Peer Counseling (Beratung durch Menschen mit Behinderungen oder betrof- fene Angehörige) soll in diesem Zusammenhang ausgebaut werden. Des Weiteren werden die gesetzlichen Beratungs- pflichten der Rehabilitationsträger ergänzt. Das längerfris- tige Ziel soll ein regionales, möglichst flächendeckendes Beratungsnetz sein. Bundesweite Qualitätsstandards sollen etabliert werden.
gänzende unabhängige Teilhabeberatung Bestehende und neu einzurichtende Beratungsstellen können Zuwendun- gen erhalten, beispielsweise als Zu- schuss zu Personalausgaben, Qualifi- zierung/Weiterbildung oder Ausgaben für Räume. Bei der Mittelvergabe wird eine För- derempfehlung des jeweiligen Bundes- landes eingeholt. Anträge sind über die vom Bundes- ministerium beauftragte Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung zu stellen (webbasierte Datenbank). Hier können Sie sich den Flyer des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur „Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung“ herunterladen:
22 Wie funktioniert das neue Teilhabeplanverfahren in der Praxis? Um „Leistungen wie aus einer Hand“ gewähren zu können und Nachteile des gegliederten Systems der Rehabilitation für die Menschen mit Behinderungen abzubauen, wird künf- tig für alle Rehabilitationsträger ein verbindliches, partizipa- tives Teilhabeplanverfahren vorgeschrieben. Dies beinhaltet auch Regelungen zur Zuständigkeitsklärung, Bedarfsermitt- lung, zum Teilhabeplanverfahren und zu den Erstattungsver- fahren zwischen den Reha-Trägern. Konkret bedeutet dies, dass künftig nur ein Träger als „leis- tender Träger“ bei trägerübergreifenden Teilhabeleistungen zuständig ist. Dieser Träger ist verantwortlich für die Einlei- tung und Durchführung des Teilhabeplanverfahrens - wie beispielsweise der Durchführung einer Teilhabeplankonfe- renz und einer eventuell erforderlichen Begutachtung oder der Dokumentation aller Leistungen in einem Teilhabeplan. Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass über den Antrag auf Teilhabeleistungen rechtzeitig und umfassend entschieden wird, auch wenn Einzelfragen der Zuständigkeit noch offen sind. Hierdurch kann das Prinzip der „Leistungen wie aus einer Hand“ bei trägerübergreifenden Fallkonstellationen verwirklicht werden. Jeder einzelne Mensch mit Behinderungen wird dabei indi- viduell betrachtet und die Unterstützungsleistungen wer- den nach dem genauen Bedarf im Teilhabeplan festgelegt.
Damit die Leistungsberechtigten und die Leistungsträger sich dabei auf Augenhöhe begegnen können, ist eine Teilhabeplankonferenz vorgesehen, die auf Wunsch des Antragstellers stattfindet und in der Rehabilitationsträger und Betroffene gemein- sam den Teilhabeplan besprechen. Dies stärkt die Beteiligung der Leistungsemp- fängerinnen und -empfänger und wird durch die im BTHG vorgesehene sowie vom Bund mit rund 58 Mio. Euro geförderte unabhängige Teilhabeberatung unterstützt (siehe Unabhängige Beratung). In der Eingliederungshilfe gelten besondere Anforderungen an das Teilhabeplan- verfahren. Dabei geht es zum Beispiel um die Einbeziehung von Pflegeleistungen oder der notwendigen Hilfen zum Lebensunterhalt in die Gesamtplanung. Aufgrund dieses erweiterten Ansatzes im Verfahren sind in der Eingliederungshilfe ergänzend ein Gesamtplanverfahren und eine Gesamtplankonferenz vorgesehen.
24 Künftig wird der Fachausschuss nicht eingeschaltet, wenn ein Teilhabeplanverfahren durchgeführt wird. In diesem Verfahren werden die Leistungen der jeweiligen Rehabilitationsträger unter Beteiligung des Menschen mit Behinderungen koordiniert. Welche Auswirkungen hat das Teilhabeplanverfahren auf die Inanspruchnahme von Leistungen in Werk- stätten für behinderte Menschen? In jeder Werkstatt für behinderte Menschen gibt es einen Fachausschuss, der aus Vertretern der Werkstatt und der Kostenträger besteht. Bislang hat der Fachausschuss ge- genüber dem jeweils zuständigen Rehabilitationsträger eine Stellungnahme abgegeben, ob ein Mensch mit Behinde- rungen in die Werkstatt aufgenommen werden soll oder ob andere Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in Betracht kommen. Künftig wird der Fachausschuss nicht eingeschaltet, wenn ein Teilhabeplanverfahren durchgeführt wird. In diesem Ver- fahren werden die Leistungen der jeweiligen Rehabilitations- träger unter Beteiligung des Menschen mit Behinderungen koordiniert. Als zusätzliches Element der Bedarfsfeststellung im Verfahren kann eine Teilhabeplankonferenz dienen, an der auch der leistungsberechtigte Mensch mit Behinderun- gen teilnimmt. Wird in diesem Verfahren die Erforderlichkeit zur Aufnahme in eine Werkstatt für behinderte Menschen festgestellt und ein entsprechender Teilhabeplan erstellt, ist eine zusätzliche Beteiligung des Fachausschusses zur Abga- be einer Stellungnahme gegenüber dem jeweils zuständigen Rehabilitationsträger nicht mehr erforderlich. Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Was macht die Schlichtungsstelle nach § 16 BGG? Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) hat das Ziel, die Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen zu verhindern sowie ihre gleichberechtigte und barri- erefreie Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu gewährleisten. Dadurch soll ihnen eine selbstbestimmte Lebensführung ermöglicht werden. Die Schlichtungsstelle nach § 16 BGG hat die Aufgabe, Streitigkeiten zwischen Menschen mit Behinderungen und Trägern öffentlicher Gewalt zum Thema Bar- rierefreiheit außergerichtlich beizulegen. Anders als viele Gerichtsverfahren sind Schlichtungsverfahren kostenlos. Es muss kein Rechtsbeistand eingeschaltet werden. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, Gewinner oder Verlierer zu finden, son- dern gemeinsam mithilfe der Schlichtungsstelle den Konflikt zu lösen. Die Antragstellung ist durch das Ausfüllen eines Online-Formulars, schriftlich auf dem Postweg, per E-Mail oder zur Niederschrift in der Geschäftsstelle der Schlich- tungsstelle möglich. Anträge sowie Fragen zur Arbeit der Schlichtungsstelle und zum Antragsverfahren können auch über unseren SQAT-Service in Gebärdensprache gestellt werden. Links zum Online-Antrag, zum SQAT-Service sowie zu den Kontaktdaten finden Sie hier: Online-Antrag stellen Kontaktdaten Quelle: www.behindertenbeauftragte.de
26 Barrierefrei in Berlin 2013 wurde Berlin von der EU-Kommission zur „Barriere- freien Stadt“ gekürt und mit dem Access City Award ausge- zeichnet, was sich insbesondere auf den öffentlichen Nah- verkehr und barrierefreie Neubauten bezieht. Mit den Buslinien 100 und 200 zwischen Bahnhof Zoo in der City West und Alexanderplatz in der City Ost können die Berliner Sehenswürdigkeiten bequem angefahren werden. Die Busse sind alle barrierefrei und bieten genügend Platz für Kinderwagen, Rollstühle und Rollatoren. Auch die Straßenbahnlinien sind weitgehend barrierefrei. Die Funktionstüchtigkeit der Fahrstühle kann über broken- lifts.org oder die App accessBerlin abgefragt werden. Über die Fahrplanauskunft der BVG kann nach Eingabe der gewünschten Route der Filter für eine barrierefreie Reiseket- te genutzt werden. Nach der Anreise mit dem Flugzeug bietet visitBerlin Videos, mit denen in kürzester Zeit der bequemste Weg von den Berliner Flughäfen zum gewünschten Ziel ermittelt werden kann. Die Verkehrsknotenpunkte verfügen zum großen Teil über barrierefreie Zugänge zu den Gleisen, das Personal ist auf Wunsch vor Ort behilflich. Vom Verkehrsverbund Berlin- Brandenburg kann zusätzlich ein Begleitservice angefordert werden.
e d . r e d l i b s t f a h c s l l e s e G / d n a l i e W i d n A : o t o F In Berlin wird überdies ein Sonderfahrdienst (SFD) angeboten, den Behinderte gegen eine geringe Eigenbeteiligung nutzen können. Der Sonderfahrdienst SFD ist ausschließlich für private Fahrten gedacht und dient einer mobilen Freizeitgestal- tung von Behinderten. Um einen Berlin-Besuch zu planen, können Menschen mit Handicap auf die An- gebote von visitBerlin zurückgreifen. visitBerlin ist Lizenznehmer des Programms Reisen für Alle und bündelt alle relevanten Informationen für Berlin-Besucher mit Handicap, nach denen die Angebote in der Stadt beurteilt werden. Somit gibt es hier verlässliche Tipps für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte, für Blinde und Seh- behinderte sowie für Gehörlose und Hörgeschädigte. Die App accessBerlin, die kostenlos bei Apple und Google Play heruntergeladen werden kann, bietet fünf Routen durch Berlin an, perfekt planbar mit allen wichti- gen Details. Mit der Berlin Welcome Card, dem Touristenticket für den öffentlichen Nahverkehr, gibt es zusätzlich einen Rabatt bei rund 200 Berliner Attraktionen. Hotels und Sehenswürdigkeiten können sich zertifizieren und ihre Angebote auf der Zielgruppenseite „Reisen für Alle“ darstellen lassen. „Reisen für Alle“ ist die bundesweit gültige Kennzeichnung im Bereich Barrierefreiheit. Für die Gäste not-
28 e d . r e d l i b s t f a h c s l l e s e G / d n a l i e W i d n A : s o t o F wendige Informationen werden durch ausgebildete Erheber erfasst und mit klaren Qualitätskriterien bewertet. Mittlerweile sind über 100 touristische Anbieter, darunter viele Hotels in Berlin zertifiziert. Ein umfassender Prüfbe- richt kann in jedem Hotelprofil als pdf-Dokument herunter- geladen werden. Zertifiziert sind auch die Touristen-Informationen „Berlin Tourist Infos“ an mehreren über die Stadt verteilten Orten. visitBerlin informiert außerdem über Veranstaltungen, die auch mit Handicap ohne Hilfe besucht werden können. Spezielle Führungen für Blinde bieten auch die Berliner Museen und der Reichstag an. Auf der Besucherebene im Berliner Reichstag steht ein Tastmodell des Reichtags und dessen Umgebung. Es gibt ein Relief des Plenarsaals und der Kuppel sowie ein Umgebungsrelief vom Regierungsviertel. Für Gehörlose und Hörgeschädigte gibt es in Berlin neben speziellen Veranstaltungen auch Führungen in Gebärden- sprache. Viele Berliner Museen bieten Führungen an, die auf die Bedürfnisse von Gehörlosen zugeschnitten sind.
accessBerlin App: Einfach Berlin erleben Berlin ist ein Lebensgefühl: Lernen Sie die ungewöhnlichste Metropole Euro- pas. Frühstücken bis in den Nachmittag, zu Nofretete ins Neue Museum oder zum Shoppen in einen der verschiedenen Kieze. Berlin ist offen für alle - die neue App accessBerlin macht die deutsche Hauptstadt leicht zugänglich: Entlang mehrerer Routen durch die Stadt werden den Besuchern u.a. Attrak- tionen und Sehenswürdigkeiten mit einem barrierefreien Zugang auf einer Karte angezeigt, inkl. Fahrstühlen und öffentlichen Toiletten. Die App ist kostenlos. Hier geht´s zum Download: Google Play Store: Und hier für Apple:
30 Barrierefreies Kino e d . r e d l i b s t f a h c s l l e s e G / d n a l i e W i d n A : s o t o F Inzwischen können auch Menschen mit Seh- oder Hörbe- hinderung Kinoerlebnisse barrierefrei genießen. Eine bar- rierefreie Filmfassung ist ein Kinofilm, der anhand einer barrierefreien Version, sprich Audiodeskription oder Unter- titel, zugänglich gemacht wurde. Entweder über spezielle Technik, die man im Kino ausleihen kann, oder einfach über das eigene Smart Device (Smartphone, iPod Touch oder Tab- let) mit der App GRETA. GRETA funktioniert in allen Kinos, in allen Open-Air-Kinos, bei Events, Premieren, auch zu Hause bei DVD, VoD und Fernsehen. Der Produzent oder Filmverleiher – beispielsweise Universal Pictures International, Warner Bros., 20th Century Fox, Neue Visionen, Piffl Medien, DCM, Concorde – entscheidet, wel- che Filme für eine barrierefreie Nutzung bearbeitet werden
Jede Woche kommen neue Filme hinzu, die von der App unterstützt werden. Daher lohnt es sich, regelmäßig auf der Website nach aktuellen Starts zu schauen. sollen. Wurde ein Film hierfür ausgewählt, wird für Blinde und Sehbehinderte eine Audiodeskription erstellt. Eine Audiodeskription beschreibt in knappen Worten wichtige Elemente der Handlung, Gestik, Mimik und der dramaturgisch relevanten Umgebung. Die Bildbeschreibungen werden in die Dialogpausen eingesprochen. Die App GRETA für barrierefreies Kino kann kostenlos aus dem App Store oder aus Google Play heruntergeladen werden. Dann wird die App gestartet, der gewünsch- te Film wird ausgesucht und die entsprechende Audiodeskription heruntergeladen. Im Kino kann der Nutzer einfach die eigenen Kopfhörer einstecken, GRETA star- ten und beim jeweiligen Film auf Abspielen klicken. Die App erkennt den Filmstart automatisch und spielt die Audiodeskription zum Film ab. Solange die App „hört“, wird ein Herzklopf-Klang abgespielt. Wenn die App synchronisiert hat, ertönt ein kurzes Signal. Das Abspielen der Audiodeskription kann jederzeit unterbrochen werden. Beim Fortfahren wird die Audiodeskription selbstständig wieder an der richtigen Stelle
32 des Films abgespielt. Das Synchronisieren mit dem Filmton dauert ca. 3–7 Sekunden. Bei lauten Umgebungsgeräuschen kann sich diese Zeit etwas verlängern. Am besten geeignet für diese Anwendung sind In-Ear-Kopf- hörer, die im Lieferumfang fast aller Smartphones enthalten sind. Mit einem Ohr hört man die Audiodeskription, mit dem anderen Ohr den normalen Kinosound. Beim ersten Öffnen der App (iOS) muss der Zugriff auf das Mikrofon erlaubt werden, damit es funktioniert. Auch für gehörlose und hörbehinderte Menschen gibt es eine Möglichkeit, barrierefreies Kino zu erleben. Mit der kos- tenlosen App STARKS werden ausgewählte Filme mit Unter-
e d . r e d l i b s t f a h c s l l e s e G / d n a l i e W i d n A : s o t o F titeln zugänglich gemacht, einfach auf dem eigenen Smartphone. Der Untertitel wird komfortabel vor dem Kinobesuch per App heruntergeladen. Im Kinosaal muss dann nur noch die App gestartet werden – ein Internetzugang im Kinosaal wird nicht benötigt. Die App erkennt den Filmstart automatisch und die Untertitel werden einfach über das Display synchron zum Film angezeigt. Jede Woche kommen neue Filme hinzu, die von der App unterstützt werden. Daher lohnt es sich, regelmäßig auf der Website nach aktuellen Starts zu schauen. Hier geht's zu der Website Die App GRETA ist kostenlos im AppStore für iOS und bei Google Play für Android erhältlich
„Deutschland ist Entwicklung 34 Am 18. August fand die Blindenfußball-EM in Berlin statt. Mit dabei auch unsere Nationalmann- schaft. Wir haben den Abwehrchef des deutschen Teams, Mulgheta Russom, interviewt. VdK-Zeitung: Herr Russom, wie sind Sie zum Blindenfußball gekommen? Mulgheta Russom: Ich hatte mit 20 Jahren einen schwe- ren Autounfall mit schwersten Verletzungen im Kopfbe- reich. Unter anderem wurden meine Sehnerven durchtrennt, seither sehe ich nichts mehr. Sobald es mein Gesundheits- zustand einigermaßen zuließ, habe ich angefangen, mich fit zu halten. Sport habe ich schon vor dem Unfall getrie- ben. Ich habe in der Landesliga Fußball gespielt und geboxt. Nach dem Unfall fing ich zunächst an mit Joggen und lief dann sogar einen Halbmarathon. Außerdem habe ich einen Tandem-Fallschirmsprung gewagt und habe Wasserski aus- probiert. Bei der Leichtathletik bin ich schließlich erst mal hängen geblieben, bis ich 2006 einen Anruf meines Lehrers von der Nikolauspflege [Anm. d. Redaktion: Kompetenzzen- trum für Blinde und Menschen mit Sehbehinderung]er- hielt, der eine neue Sportart aufbaute: „Mulgheta, willst du nicht beim Blindenfußball mitspielen?“ Ganz ehrlich: Zuerst dachte ich, der nimmt mich auf den Arm. Was soll das denn sein, habe ich mir gedacht. Schön und gut – ich probierte es trotzdem aus und bin bis heute geblieben. VdK-Zeitung: Wie funktioniert Blindenfußball, ganz verein- facht erklärt? Russom: Wir spielen auf einem 20-x-40-Meter-Feld, die Größe eines Handballfeldes, das links und rechts zur besse-
st Entwicklungsland im Blindenfußball“ Mulgheta Russom ist deutscher Nationalspieler im Blindenfußball. © Patricia Leßnerkraus ren räumlichen Orientierung von Banden geschützt ist. Jede Mannschaft steht mit vier blinden Spielern plus einem sehenden Torwart auf dem Platz, der Trainer steht als sehender Guide an der Mittellinie hinter der Bande und ein sehender Torguide steht hinter dem gegnerischen Tor. Die Guides sind immens wichtig für uns. Sie ru- fen uns zu, z.B. „Links, links, links!“ und zeigen damit die Richtung des Balls an. Un- ser Fußball ist kleiner und härter als der klassische Fußball, zudem ist er innen mit sechs Rasseln ausgestattet, sodass wir ihn hören können. Aus diesem Grund muss das Publikum ähnlich wie beim Tennis während des Spiels völlig ruhig sein. Für uns Spieler ist wichtig, dass wir einen verdammt guten Orientierungssinn haben, uns sehr auf unsere Mitspieler konzentrieren und gut miteinander kommunizieren. Das wichtigste Wort im Blindenfußball ist das spanische Wort „voy“, was „ich komme, ich gehe“ bedeutet. Jeder Spieler ist verpflichtet, spätestens in einem Abstand zum nächsten Spieler voy zu rufen, um schwere Zusammenstöße und Verletzungen zu vermeiden. Gespielt werden zwei Halbzeiten von jeweils 20 Minuten gestoppte Zeit wie beim Eishockey. Während in die Nationalmannschaft nur Spieler berufen werden, die völlig blind
36 Im Nationalteam ist Russom für die Abwehr zuständig. © Patricia Leßnerkraus sind, gelten für die Bundesliga andere Bedingungen. Dort werden auch Spieler mit einer kleinen Restsehfähigkeit zu- gelassen. Damit aber alle „gleich blind“ sind, werden die Au- gen zuerst mit Eyepads abgeklebt, über die dann eine Binde gebunden wird. Manche tragen noch eine Art Skibrille. Dazu kommt noch ein gepolsterter Kopfschutz. VdK-Zeitung: Sie spielen seit Anbeginn beim MTV Stuttgart. Und Sie sind von Anfang an in der Nationalmannschaft da- bei. Russom: Ja! Wir haben in dieser Saison acht Mannschaf- ten in Deutschland. Dank harten Trainings wurde ich sehr schnell in die Nationalmannschaft berufen und konnte schon 2007 mit zur EM nach Athen fahren, um erstmals in- ternationale Luft zu schnuppern. Das war schon sehr moti- vierend. Übrigens sind von dem damaligen Team heute nur noch zwei der Spieler dabei. VdK-Zeitung: Wie kommen Sie denn an Ihren Nachwuchs? Russom: Grundsätzlich kann Jung und Alt bei uns spielen. Um Leute zu erreichen, muss man sie aktiv ansprechen, z.B. in Blindenschulen gehen und dafür werben. Wir machen das alles übrigens nebenher, ehrenamtlich. Deutschland ist beim Blindenfußball leider noch Entwicklungsland. VdK-Zeitung: Werden Sie denn nicht gefördert? Russom: Die acht Bundesligateams bekommen von der Sepp-Herberger-Stiftung eine Förderung. Das reicht aber nicht für alles. In Stuttgart erhalten wir Spieler zum Glück die Unterstützung des MTVs, der Trainer und Infrastruktur stellt. Wir können auch auf wenige Sponsoren zurückgrei- fen, denn wir haben Fahrtkosten, wir müssen neue Spieler ans Team heranführen, wir brauchen auch immer mal wieder eine neue Ausrüstung. Für die Nationalmannschaft haben
wir uns dank unseres Teammanagers Rolf Husmann einen eigenen Freundes- und Förderkreis aufgebaut, der uns nach Kräften unterstützt, aber natürlich nicht alles abdecken kann. Ich wünsche mir eine Wertschätzung für den Behindertensport von höherer Stelle. VdK-Zeitung: Was ist mit dem Deutschen Fußball Bund? Russom: Für die Nationalmannschaft wäre es auf jeden Fall besser, wenn wir beim DFB angesiedelt wären, der uns eine noch bessere Unterstützung geben könnte. Blindenfußball ist jedoch noch immer dem Deutschen Behindertensportverband angegliedert. VdK-Zeitung: Wie sieht es im benachbarten Ausland mit der Förderung des Blin- denfußballs aus? Russom: Die Türkei beispielsweise fördert ihre Spieler optimal. Für die Teilnahme an den Paralympics bekommt jeder Spieler ein sehr gutes Budget. Auch England bekommt für sein Team eine richtig satte Förderung. Diese beiden Mannschaften sind top ausgestattet. VdK-Zeitung: Was empfehlen Sie Menschen, die so wie Sie weitaus später nach ihrer Geburt erblinden? Russom: Schon vor meinem Unfall war ich unternehmungslustig, sportlich sehr aktiv und beruflich in der Modebranche tätig – übrigens, Kleider shoppen gehe ich noch immer selbst und ausgesprochen gerne (lacht). Nach meinem Unfall lag ich zunächst sehr lange im Krankenhaus. Mir war schnell klar, dass das Wichtigs- te nach so einem Schicksalsschlag ist: Lerne, dich selbst mit deiner Blindheit zu akzeptieren! Das baut sich leider nur langsam auf, aber es kommt. Dann muss man
38 sich fit fürs neue Leben machen. Ich bin in die Blindenschule gegangen und habe die Blindenschrift Braille lesen gelernt, aber auch blind zu schreiben, am Computer zu arbeiten und den Blindenstock zu nutzen. Wenn ein Sinn ausfällt, dann schärfen sich deine anderen Sinne. Nutze diese! Meine Ohren sind heute wie meine Augen. Bei der Arbeit als Fitness-Trainer – der MTV hat mir die Ausbildung ermöglicht – sind beispiels- weise meine Hände meine Augen. VdK-Zeitung: Sie sind der erste blinde Fitness-Trainer Deutschlands. Sie sind auch Personal Trainer. Eine Frage, wie „sehen“ Sie, ob Ihr Klient einen Fehler bei der Bewegung macht? Russom: (lacht) Das zeige ich Ihnen jetzt mal. Stehen Sie auf und machen Sie eine Kniebeuge! [Russom tastet Rücken und Kniegelenke der Interviewerin ab]. STOPP! Falsch, die Knie dürfen nicht so weit ausscheren, der Rücken muss gerade sein, stehen Sie GERADE! Sehen Sie, das meine ich, wenn ich mit meinen Händen sehe (lacht). Ich kontrolliere mit meinen Hän- den. Das Training ist für den Klienten dadurch auch intensiver, weil ich die Kleinigkeiten spüre. Als Blinder fühlst du intensi- ver, da, wie schon gesagt, der fehlende Sinn die anderen Sinne schärft. Wenn ich einen neuen Klienten habe, merkt der oft gar nicht, dass ich blind bin. Ich erzähle, was ich anbiete, dass ich beispielsweise Schulter-Nacken-Experte bin, und dann nebenbei: Ich bin übrigens blind (lacht). VdK-Zeitung: Das war jetzt sehr beeindruckend. Im Beruf sind Sie der Chef im Ring, das habe ich verstanden. Wie sieht es im
Mulgheta Russom beim Schuss aufs Tor. Hinter dem Tor ruft der Torguide. © Patricia Leßnerkraus Mehr zur EM und dem Blindenfußball allgemein Mulgheta Russoms Homepage seine Facebook-Seite Alltag für Sie aus? Im Fußball brauchen Sie einen sehr guten Orientierungssinn. Haben Sie den auch bei ganz normalen Dingen? Russom: In meiner Nachbarschaft kenne ich mich natürlich aus: Blindenstock auf und los. In fremder Umgebung gibt es mir mehr Sicherheit, wenn meine Beglei- tung mich führt. Ich lege meine Hand auf die Schulter meiner Begleitung und kann mich der Bewegungsrichtung anpassen. Aber wie gesagt: Dank der Schär- fung meiner anderen Sinne ist mein Orientierungssinn auch im Alltag sehr gut. VdK-Zeitung: Wie sollen Sie Sehende behandeln? Stichwort Unsicherheit und Ignoranz. Russom: Ich sage immer: Lieber fragen als dumm anstarren. Wenn jemand erst eingreift, wenn es zu spät ist, ist keinem geholfen. Ich kann ja Nein sagen, wenn ich etwas nicht möchte. Bei Kindern mache ich eine Ausnahme. Wenn Kinder mir unbedingt helfen wollen, lasse ich sie, auch wenn ich ihre Hilfe eigentlich nicht brauche. Es geht darum, dass sie ein Erfolgserlebnis haben und verstehen sollen, dass wir Menschen mit Behinderung nicht unnahbar und ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sind. Das Interview führte VdK-Marketing-Mitarbeiterin Priya Bathe. Mulgheta Russom kam als Sechsjähriger mit seiner Familie aus Eritrea nach Deutschland. Bis zu seiner Erblindung 1998 spielte er bei der TSG Tübingen in der Landesliga. Der heute 39-Jährige ist Kapitän der Blindenfußballmannschaft des MTV Stuttgart, fünffacher deutscher Rekordmeister. Der MTV Stuttgart bie- tet zudem auch Sportangebote für Rollstuhlfahrer in der Abteilung Wheelers. Seit 2007 spielt Russom in der Nationalmannschaft und ist dort Abwehrchef. 2013 erreichte die Mannschaft den 4. EM-Platz.
40 VdK-Webinare Am 29.08.2017 fand ein Webinar zum Thema „Grad der Be- hinderung – Antragsverfahren und Gewährung“ statt. Dieser Online-Workshop gab innerhalb einer Stunde einen hilfreichen Überblick vom richtigen Antrag und den Gewäh- rungsvoraussetzungen bis zur Erlangung des Schwerbehin- dertenausweises. Die Teilnehmer nutzten auch die Möglichkeit, Fragen zum Thema zu stellen, die der Referent Ronny Hübsch kompetent beantworten konnte. Als Sozialrechtsreferent der VdK Sozi- alrechtsschutz gGmbH Baden-Württemberg ist ihm dieses Thema aus seiner täglichen Praxis bestens vertraut. Besonders freute sich der VdK Baden-Württemberg über die positiven Rückmeldungen: „Sehr informativ – ein trockenes Thema gut rübergebracht“ oder „Es war wieder top, vielen Dank“.
Jetzt kostenlos kennenlernen! Nächstes Webinar am 28.11.2017, 11.00 – 12.00 Uhr Das nächste und für dieses Jahr letzte Webinar findet am 28. November von 11.00 bis 12.00 Uhr statt. Thema ist: „Besonderer Kündigungsschutz für schwerbehinderte Menschen“ Menschen mit Behinderung haben es trotz ihrer Qualifikation oft schwer, einen Arbeitsplatz zu bekommen und zu behalten. Daher hat der Gesetzgeber für sie den sogenannten besonderen Kündigungsschutz geschaffen. So kann einem schwerbehinderten Menschen grundsätzlich nur dann gekündigt werden, wenn das zuständige Integrationsamt der Kündigung zugestimmt hat. Dieser Online-Workshop gibt Ihnen in weniger als einer Stunde einen hilfreichen Überblick über die gesetzlichen Grundlagen und beantwortet praxisrelevante Fra- gen bei der Umsetzung in Betrieben und Behörden. Bei allen Webinaren ist eine Voranmeldung erforderlich. Hier geht´s zur Anmeldung Weitere Informationen ﬁnden Sie hier
Mehr Beratungsangebote mit dem Lotsenmodell 0842 Zweitägige Klausurtagung in Bad Buchau – Wahlkampf und Zukunftsfragen Thema beim Kreisverband Aalen Zukunftsfragen und die Bundestagswahlen 2017 prägten die zweitägige Klausurtagung des Kreisverbands Aalen in Bad Buchau. VdK-Vizepräsident und Landeschef Roland Sing stimmte gleich zum Auftakt die zahlreich versammelten Aalener Ortsverbandsvorsitzenden und Kreisvorstandsmitglieder auf die Verbandsaufgaben der kommenden Wochen ein. „So- ziale Spaltung stoppen!“ lautet der Leitsatz, unter dem der VdK Deutschland und alle Landesverbände mit ihren Ver- bandsstufen Veranstaltungen und Aktionen auf verschie- denen Ebenen durchführen. Sing informierte die Anwesen- den über die fünf VdK-Kernthemen Rente, Armut, Pflege, Behinderung und Gesundheit, die auch den VdK-Einsatz anlässlich der Bundestagswahlen 2013 und 2009 bestimm- ten. VdK hat mehr Mitglieder als alle Parteien zusammen Der Landesvorsitzende stellte den Klausurteilnehmern die jeweiligen Kernforderungen vor und zeigte Lösungsansät- ze auf. Das vom Bundesverband veröffentlichte vierseitige Forderungspapier zu den Bundestagswahlen 2017 im DIN- A4-Format erschien in der April-VdK-Zeitung. Mehr ...
44 Links VdK Baden-Württemberg VdK Sozialrechtsschutz Unsere Referenten unterstützen Sie bei den Sozial- und Verwaltungsbehörden, stellen Anträge, legen für Sie Widerspruch ein, wenn Rechte verwehrt werden, und vertreten Sie vor Sozialgerichten in allen Instanzen. VdK Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg führt die seit 2006 bestehende bisherige regionale Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) seit Januar 2016 mit dem bewährten Beratungsteam fort. WWW
Für den Inhalt der folgenden gelinkten Seiten ist der VdK Baden-Württemberg nicht verantwortlich. Insbesondere macht er sich den Inhalt dieser Seiten nicht zu eigen. Behörden / Organisationen / Institutionen Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg Beauftragte der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) – einfach teilhaben, Behinderungsgerechte Ausstattung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) – Barrierefreie Arbeitsplatzgestaltung Bundesagentur für Arbeit – Menschen mit Behinderung BIH – Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen DBR - Deutscher Behindertenrat Freizeit-Tipp VdK Reisen
46 Gerichtsentscheidungen Inlandsbezug der Schwerbehinderung als Voraussetzung für eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen Urteil des Bundessozialgerichts vom 12.04 2017 AZ: B 13 R 25/14 R Der Fall: Der Versicherte wendet sich dagegen, dass es der beklagte Rentenversicherungsträger abgelehnt hat, ihm eine Alters- rente für schwerbehinderte Menschen zu gewähren, weil er in einem Land wohne, mit dem Deutschland kein Sozialversi- cherungsabkommen geschlossen habe. Der im Jahr 1950 geborene Versicherte verlor aufgrund eines Arbeitsunfalls sämtliche Finger der rechten Hand. Das zu- ständige Versorgungsamt stellte bei ihm 1992 einen Grad der Behinderung von 50 fest. Er erhielt einen Schwerbehinder- tenausweis mit einem Gültigkeitsvermerk bis Ende 2014. Im Mai 1998 verzog der Versicherte nach Paraguay. Der RV-Trä- ger begründete die Ablehnung der eingangs benannten Ren- tenleistung, deren Gewährung der Versicherte im Jahr 2010 beantragt hatte, mit dem wegen des Wohnsitzes in Paraguay fehlenden Tatbestandsmerkmal der Schwerbehinderung i.S. des § 2 Abs 2 SGB IX. Nach erfolglosem Widerspruchsverfah- ren hat das SG der Klage des Versicherten stattgegeben und den RV-Träger zur Zahlung einer Altersrente für schwerbe- hinderte Menschen ab 1.1.2011 verurteilt. Auf die Berufung des RV-Trägers hat das LSG das Urteil des SG aufgehoben. Mit seiner vom LSG zugelassenen Revision macht der Ver-
sicherte geltend, dass der RV-Träger an die Feststellung der Schwerbehindertenei- genschaft durch das Versorgungsamt gebunden sei. Die Ablehnung der Altersrente für schwerbehinderte Menschen allein wegen seines Wohnsitzes in Paraguay stelle zudem eine sachlich nicht zu begründende Ungleichbehandlung mit Versicherten im Inland dar und verstoße deshalb gegen Art 3 Abs 1 GG. Die Entscheidung: Nach § 2 Abs 2 SGB IX sind Menschen im Sinne des Teils 2 des SGB IX schwerbehin- dert, wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt und sie ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihre Beschäftigung auf einem Arbeitsplatz i.S. des § 73 SGB IX rechtmäßig im Geltungsbereich dieses Gesetzbuches haben. Der Kläger hatte zum Zeitpunkt des beantragten Rentenbeginns nach den bindenden Feststellungen des LSG seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Paraguay. § 236a SGB VI ist so zu verstehen, dass mit dem Hinweis auf § 2 Abs 2 SGB IX nicht allein die Voraussetzung der Schwerbehinderung mit einem GdB von mindestens 50, sondern auch der dort geforderte gewöhnliche Aufenthalt im Inland in Bezug ge- nommen wird. Diese Auslegung entspricht der gesetzlichen Entwicklung der renten- rechtlichen Regelung und folgt aus dem Sinn und Zweck des § 236a SGB VI. Denn die Altersrente für schwerbehinderte Menschen fügt sich insoweit ins System der Rechte schwerbehinderter Menschen ein, als sie das Ausscheiden aus dem Arbeitsleben erst ermöglicht, wenn das mit dem SGB IX verfolgte Ziel des Ausgleichs der Behinderung in Arbeit, Beruf und Gesellschaft durch Teilhabeleistungen im Alter im streitigen Zeitraum noch von 60 Jahren typisierend nicht mehr erreicht werden kann. Dabei wird pauschalierend an den inländischen Arbeitsmarkt angeknüpft, an dem sich die Teilhabeleistungen des SGB IX grundsätzlich ausrichten. Dieser prägt auch den sozi- alen Ordnungsrahmen für die Ausgestaltung des Rentenversicherungsrechts. Es verstößt nicht gegen Art 3 Abs 1 GG, dass § 236a Abs 1 S 1 Nr 2 SGB VI einen In- landsbezug nach § 2 Abs 2 SGB IX fordert. Die Differenzierung knüpft hier nicht an die Behinderung an, sondern erfolgt nach dem Territorialitätsprinzip. Diese Unter- scheidung ist sachgerecht. Denn mit der vorliegend beschriebenen Ausformung des Territorialitätsprinzips beschränkt sich der Gesetzgeber im Rahmen seiner aus dem Sozialstaatsgebot folgenden Einstandspflicht gegenüber Menschen mit Behinderung zulässig auf sozial relevante Tatbestände im Inland. Quelle: Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts vom 13.04.2017 Hier finden Sie die vollständige Entscheidung
48 Neun Nominierungen für den Deut Die Finalisten für den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2017 stehen fest. 123 Bewerbungen wurden geprüft, neun da- von sind nun nominiert. Gesucht waren innovative Umset- zungen oder Konzepte für mehr Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Alle zwei Jahre dürfen sich in den Kategorien organisatori- sche und technische Lösungen alle kleinen und mittleren Be- triebe (1 bis 249 Mitarbeiter) sowie alle großen Unternehmen (ab 250 Mitarbeiter) auf den Preis bewerben. Ebenso sind Einzelpersonen, Vereine, Schulen und Non-Profit-Organisati- onen dazu eingeladen, clevere Ideen und Konzepte einzurei- chen. Die unabhängige Jury setzt sich aus Fachleuten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Verbänden und Wissenschaft zusammen. In diesem Jahr nominierten die Experten insgesamt neun Be- werber für den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2017. Die Finalisten im Überblick: Kategorie technische Lösungen, kleine und mittelständische Unternehmen: •฀ Das Unternehmen MATETEC am Standort Tangerhütte in Sachsen-Anhalt entwickelte eine maschinengeführte Schneidvorrichtung zum Wasserstrahlschneiden, die bei der Zerkleinerung von Rotorblättern von Windenergiean- lagen zum Einsatz kommt. Die neue Technik bewahrt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Muskel-Skelett-Er- krankungen und schweren Verletzungen wie dem Einschie-
Neun Nominierungen für den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2017 ßen von Wasser unter die Haut oder sogar der Abtrennung von Körperteilen. •฀ Die Zipko GbR aus Leverkusen konstruierte ein System, das Ungenauigkeiten und Stolperkanten beim Gerüstbau vorbeugt. Die Zipko GbR kombiniert hier- für Belagtraversen und Panzerbelagsicherungen. Das ermöglicht, Gerüstbeläge rechtwinklig zu verbinden. Die Beläge schließen nun ohne Stolperkanten in glei- cher Höhe aneinander an. Kategorie technische Lösungen, Großunternehmen: •฀ Die Eurovia Teerbau GmbH aus Bottrop, die sich mit dem Bau von Verkehrs- wegen in Planung und Durchführung beschäftigt, entwickelte einen speziel- len Aufsatz für handelsübliche Bohrhämmer. Die Konstruktion erleichtert den Beschäftigten die Arbeit beim täglichen Einschlagen von Schnurnägeln. Sowohl der Kraftaufwand als auch die Verletzungsgefahr werden hierdurch minimiert – die Lösung kommt also auf direktem Wege dem Muskel-Skelett-System zugute. •฀ Die Lloyd Shoes GmbH in Sulingen entwickelte das „Staubsauger Trägerfahr- zeug“, das für das Aussaugen der Stromschienen des Regalbediengerätes der Firma sorgt. Zuvor mussten die Beschäftigten die rund 300 Meter langen Stromschienen kniend und in gebückter Haltung von Hand aussaugen. Durch das Trägerfahrzeug können sie dies nun in aufrechter Haltung tun. Dabei sparen sie über drei Viertel der vorherigen Arbeitszeit ein und das Risiko, Mus- kel-Skelett-Schäden zu erleiden, sinkt. •฀ Die RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH verminderte mit ihrer Entwicklung einer Fräserschutzkappe die Verletzungsgefahr im Steinkohle-Bergbau. Die scharfen Fräswerkzeuge bilden ein großes Risiko für Schnittverletzungen und anschlie- ßende Infektionen durch die benötigte Kühlflüssigkeit. Mit einer Schutzkappe, die mithilfe von Magneten an den Fräsgeräten befestigt ist, lassen sich diese Verletzungen verhindern.
50 Kategorie organisatorische Lösungen, kleine und mittel- ständische Unternehmen: •฀ Die L. Scheidtmann GmbH aus dem Bereich Garten-, Land- schafts- und Straßenbau in Marl entwickelte ein „Betrieb- liches Gesundheitsmanagement (Schwerpunkt MSE)“. Das Programm umfasst Maßnahmen wie gemeinsame Bewe- gungskurse nach Dienstschluss sowie Gesundheitstage und Erste-Hilfe-Kurse. Somit schenken die Beschäftigten dem Thema Gesundheit im Beruf, aber auch in der Freizeit mehr Aufmerksamkeit. •฀ Die OPTERRA Zement GmbH aus Walzbachtal-Wössingen setzt sich in ihrem Unternehmen mit gleich zwei Projekten für mehr Sicherheit ein: mit der „Einrichtung einer Sicher- heitszentrale beim Winterstillstand in einem Zementwerk“ und dem „Gruppensperrkasten für komplexes LOTOTO an der MC-Fluff Anlage“. Ersteres richtet sich an Beschäftigte von Fremdfirmen, die für die Reinigung und Instandhal- tung der Anlage einmal im Jahr für mehrere Wochen auf dem Betriebsgelände tätig sind. Die Mitarbeiter werden vorab geschult und müssen einen Sicherheitstest ablegen. Mehrere Koordinatoren des Unternehmens organisieren und überwachen den Einsatz der verschiedenen Fremd- firmen auf dem Werksgelände. Das zweite Projekt sorgt anhand von Schaubildern und anderen visuellen Unter- stützungen für die übersichtlichere Sicherung der ver- schiedenen Anlagenbereiche, die während der Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten gewährleistet sein muss. So können alle im Unternehmen Tätigen leicht kontrollieren, ob alle Anlagenteile gesichert sind.
Kategorie organisatorische Lösungen, Großunternehmen: •฀ Die RAG Aktiengesellschaft aus Herne, deren Aufgabenbereich im Steinkohleberg- bau liegt, sensibilisiert mit ihrer „Unterne- mensweiten Arbeitsschutzkampagne 2016 – 2018“ die Beschäftigten des Konzerns für Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz. Unter dem Titel „SICHERHEIT! Denk daran, bevor du loslegst“ fördert das Unter- nehmen die Achtsamkeit im Betrieb. Bei der gesamten Entwicklung und Durch- führung der Kampagne werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbezo- gen und so persönlich in das Thema Arbeitsschutz involviert. •฀ Die Voith GmbH am Standort Heidenheim an der Brenz verfolgt mit ihrer Ent- wicklung „eVAP: Die branchenübergreifende App zur Prävention von Unfällen“ ein ehrgeiziges Ziel: konzernweit null Unfälle zu erreichen. Mit der App lassen sich Arbeitsunfälle und Gefahrensituationen direkt an die Geschäftsleitung mel- den. Das Ziel: eine schnellstmögliche Beseitigung von Gefahrenstellen. Durch die anschließend weltweite Evaluierung der Meldungen verbessert sich das Sicher- heitssystem global in allen Niederlassungen der Voith GmbH. Außerdem steht der Arbeitsschutz des Unternehmens unter ständiger Verbesserung: Das Pro- gramm basiert zusätzlich auf Feedback zwischen verschiedenen Abteilungen, die alle zwei Monate gegenseitig ihre Sicherheitssysteme bewerten. H b m G n e s i e R r e l l ü M © Am 17. Oktober 2017 werden die vier Preisträger des Deutschen Arbeitsschutzprei- ses im Rahmen der Messe A+A, dem weltweit größten Fachforum für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, in Düsseldorf verkündet. Weitere Informationen

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