Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.03.2006&Aktenzeichen=IV%20ZR%20263%2F04
Timestamp: 2019-03-26 11:36:20+00:00

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BGH, 08.03.2006 - IV ZR 263/04 - dejure.org
ZPO § 543; BGB § 2325 Abs. 2 Satz 2
Voraussetzungen für die Beschränkung einer Revisionszulassung hinsichtlich eines Pflichtteilsergänzungsanspruchs; Keine Berücksichtigung des dem Erblasser bei vorheriger Grundstücksübertragung vorbehaltenen Wohnrechts bei Maßgeblichkeit des Grundstückswerts im Zeitpunkt des Erbfalls
Zur Beschränkung einer Revisionszulassung "hinsichtlich des Pflichtteilsergänzungsanspruchs"; zum richtigen Wertansatz bei der Berechnung eines Pflichtteilsergänzungsanspruchs
ZPO § 543; BGB § 2325 Abs. 2 S. 2
Auslegung einer Beschränkung der Revisionszulassung; Maßgeblicher Wert eines Grundstücks
Erbrecht - Pflichtteil: Kein Abzug d. Wohnungsrechts beim Stichtag "Erbfall"
Pflichtteil - Pflichtteilsergänzungsansprüche und die Bewertung des Wohnrechts im Erbfall
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 08.03.2006, Az.: IV ZR 263/04 (Kein Abzug eines eingeräumten Wohnrechts zum Stichtag "Erbfall" im Rahmen einer Pflichtteilsergänzung)" von RA Dr. Norbert Joachim, FAErbR, original erschienen in: ZEV 2006, 504 - 505.
LG Hannover, 18.02.2004 - 12 O 87/02
OLG Celle, 07.10.2004 - 6 U 63/04
NJW-RR 2006, 877
MDR 2006, 993
FamRZ 2006, 777
WM 2006, 1595
Grundsätze für die Ermittlung der Höhe der Ausgleichung bei Pflegeleistungen …
Im Fall, der dem Urteil des BGH vom 08.03.2006 (IV ZR 263/04, FamRZ 2006, 777 ff, juris Rn. 5, 15, 29 f, 34 f) zugrundeliegt - dieser Fall weist einige Ähnlichkeit mit dem vorliegenden Fall auf -, hatte die Beklagte vorgetragen, ihre Mutter im Hinblick auf deren sich verschlechternden Gesundheitszustand 16 Jahre gepflegt zu haben.
Denn dieses dient der Bewertung des Pflichtteilsergänzungsanspruchs (vgl. BGH Urteil vom 8. März 2006 - IV ZR 263/04 - FamRZ 2006, 777, 778), verhält sich aber nicht zu der Frage, ob überhaupt eine Schenkung im Sinne des § 516 BGB vorliegt.
Hieran hält der BGH mit Urteil vom 08.03.2006 (FamRZ 2006, 777) ausdrücklich fest.
Der Senat hat sich in vollem Umfang an der Rechtsprechung des BGH orientiert, die dieser hinsichtlich der Berücksichtigung eines vorbehaltenen Nutzungsrechts bei der Bewertung nach § 2325 Abs. 2 BGB durch das Urteil vom 08.03.2006 (FamRZ 2006, 777) erneut bestätigt hat.
Voraussetzung hierfür ist, dass die Beschränkung rechtlich zulässig ist und sie sich klar und eindeutig aus dem Berufungsurteil ergibt (BGH…, Urteil vom 7. Juli 1983, aaO;… vom 3. März 2005, aaO; vom 8. März 2006 - IV ZR 263/04, FamRZ 2006, 777 f;… vom 10. Mai 2012, aaO).
Dieser betrifft aber nicht einen unselbständigen, nicht abtrennbaren Teil bei der Ermittlung der Höhe des Anspruchs, auf den die Zulassung der Revision nicht beschränkt werden könnte (vgl. BGH, Urteil vom 8. März 2006 - IV ZR 263/04, WM 2006, 1595 Rn. 16), sondern einen Rechnungsposten bei der Bestimmung der Höhe des Anspruchs.
Die Beschränkung der Revision auf einen von mehreren Streitgegenständen ist möglich, wenn die Entscheidung über den einen Streitgegenstand nicht von der Entscheidung über den anderen abhängt (vgl. BGH, Urt. v. 8. März 2006 - IV ZR 263/04, NJW-RR 2006, 877 Tz. 14).
- IV ZR 263/04, ZEV 2006, 265 Rn. 14; vom 24. Juni 1998 - IV ZR 159/97, BGHZ 139, 116, 117 [juris Rn. 7]) verteilen soll und in welcher Reihenfolge sie zur Entscheidung des Gerichts gestellt werden sollen (vgl. BGH…, Urteil vom 6. Mai 2014 - II ZR 217/13, NJW 2014, 3298 Rn. 13 m.w.N.).
Das Zulassungserfordernis soll der Entlastung des Revisionsgerichts dienen und von ihm alle nicht unbedingt im Interesse der Rechtssicherheit und Rechtsfortbildung notwendige Arbeit fernhalten (vgl. BGH Urteil vom 8. März 2006 - IV ZR 263/04 - NJW-RR 2006, 877; BGH Beschluss vom 8. November 1990 - I ZR 293/89 - NJW-RR 1991, 576 und BGHZ 9, 357, 358) .
Auch aus der Entscheidung des BGH vom 08.03.2006 (FamRZ 2006, 777) ergibt sich, dass § 2057 a BGB nur im Rahmen eines Pflichtteilsergänzungsanspruchs nach § 2325 BGB von Bedeutung sein kann, nicht jedoch im Rahmen des Pflichtteilsergänzungsanspruches nach § 2329 BGB, bei dem es an einem vorhandenen bzw. zur Befriedigung des Ergänzungsberechtigten ausreichenden Nachlass fehlt und daher ausschließlich § 2330 BGB maßgeblich ist.

References: § 543
 § 2325
 § 543
 § 2325
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 516
 BGH 
 BGH 
 § 2325
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 2057
 § 2325
 § 2329
 § 2330