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Timestamp: 2020-04-04 21:24:13+00:00

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﻿ ﻿ BAG – 10 AZR 152/09 | bag-urteil.com
Zulage wegen ständiger Wechselschichtarbeit nach § 8 Abs 5 TVöD – Unschädlichkeit von Unterbrechungen in den in § 21 S 1 TVöD genannten Fällen – Fälligkeit
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 24.03.2010, 10 AZR 152/09
Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts vom 28. November 2008 – 3/11 Sa 535/08 – aufgehoben.
Die Berufung der Beklagten gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Gießen vom 11. Januar 2008 – 4 Ca 303/07 – wird zurückgewiesen.
10 AZR 152/09 > Rn 1
10 AZR 152/09 > Rn 2
10 AZR 152/09 > Rn 3
10 AZR 152/09 > Rn 4
10 AZR 152/09 > Rn 5
10 AZR 152/09 > Rn 6
10 AZR 152/09 > Rn 7
10 AZR 152/09 > Rn 8
10 AZR 152/09 > Rn 9
10 AZR 152/09 > Rn 10
10 AZR 152/09 > Rn 11
10 AZR 152/09 > Rn 12
10 AZR 152/09 > Rn 13
10 AZR 152/09 > Rn 14
a) Wechselschichtarbeit im tariflichen Sinn liegt daher nur dann vor, wenn in dem Arbeitsbereich, in dem der Beschäftigte tätig ist, an allen Kalendertagen ununterbrochen 24 Stunden gearbeitet wird. An dieser Voraussetzung fehlt es, wenn beispielsweise an Sonn- und Feiertagen in aller Regel keine Schichtarbeit anfällt oder die tägliche Arbeit, sei es auch nur in geringfügiger Form, unterbrochen wird. Unerheblich ist hingegen, in wie viele Schichten der 24-Stunden-Tag aufgeteilt wird oder ob in allen Schichten der Arbeitsanfall gleich groß ist und deshalb in jeder Schicht die gleiche Anzahl von Arbeitnehmern arbeitet (Senat 20. Januar 2010 – 10 AZR 990/08 – Rn. 12 ff., NZA-RR 2010, 193; 24. September 2008 – 10 AZR 669/97 – Rn. 19 ff., EzTöD 100 TVöD-AT § 7 Schicht-/Wechselschichtarbeit Nr. 5).
10 AZR 152/09 > Rn 15
10 AZR 152/09 > Rn 16
10 AZR 152/09 > Rn 17
10 AZR 152/09 > Rn 18
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10 AZR 152/09 > Rn 20
10 AZR 152/09 > Rn 21
10 AZR 152/09 > Rn 22
10 AZR 152/09 > Rn 23
10 AZR 152/09 > Rn 24
10 AZR 152/09 > Rn 25
10 AZR 152/09 > Rn 26
10 AZR 152/09 > Rn 27
10 AZR 152/09 > Rn 28
10 AZR 152/09 > Rn 29
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10 AZR 152/09 > Rn 32
10 AZR 152/09 > Rn 33
10 AZR 152/09 > Rn 34
10 AZR 152/09 > Rn 35
10 AZR 152/09 > Rn 36
10 AZR 152/09 > Rn 37
10 AZR 152/09 > Rn 38
Bei der Zulage für ständige Wechselschichtarbeit handelt es sich – wie dargelegt – um einen in Monatsbeträgen festgelegten sonstigen Entgeltbestandteil. Gem. § 24 Abs. 1 Satz 2 TVöD ist diese Zulage daher am Zahltag des Monats fällig, für den und in dem der Anspruch entsteht (vgl. Clemens/Scheuring/Steingen/Wiese § 24 Rn. 2, 3; Sponer/Steinherr § 24 Rn. 10, 14; undifferenziert Breier/Dassau/Kiefer/Lang/Langenbrinck § 24 Rn. 2: „Entgelte für Wechselschichtdienst“ seien unständige Entgeltbestandteile). Eine von den allgemeinen Grundsätzen des § 24 Abs. 1 TVöD abweichende Regelung haben die Tarifvertragsparteien für die Zulage nach § 8 Abs. 5 Satz 1 TVöD nicht getroffen. Ein Fall des § 24 Abs. 1 Satz 3 aF bzw. § 24 Abs. 1 Satz 4 nF TVöD liegt nicht vor, da die Zulage für ständige Wechselschichtarbeit in Monatsbeträgen festgelegt ist. Unter diese Vorschrift fällt etwa die stundenbezogene Zulage für nicht ständige Wechselschichtarbeit gem. § 8 Abs. 5 Satz 2 TVöD.
10 AZR 152/09 > Rn 39
Hinsichtlich der Vorläufervorschrift im BAT hat der Senat allerdings angenommen, dass die Wechselschichtzulagen nach § 33a BAT für einen bestimmten Monat entsprechend § 36 Abs. 1 Unterabs. 2 BAT erst am 15. des übernächsten Kalendermonats zu zahlen sind, da die erforderliche Berechnung erst am Monatsende vorgenommen werden könne (28. August 1996 – 10 AZR 174/96 – zu 3 der Gründe, AP BAT § 36 Nr. 8). Hieran wird für § 24 Abs. 1 TVöD im Hinblick auf den klaren und eindeutigen Tarifwortlaut nicht festgehalten. Dem steht nicht entgegen, dass es Situationen geben kann, in denen erst mit dem Zahltag feststeht, ob die tatsächlichen Voraussetzungen für die Zahlung der Zulage wegen ständiger Wechselschichtarbeit für einen bestimmten Monat vorliegen. Stellt sich heraus, dass die tatsächlichen Voraussetzungen in dem Kalendermonat, in dem und für den die Zulage gezahlt wurde, entgegen der sich aus der ständigen Zuweisung von Wechselschichtarbeit ergebenden Prognose nicht vorlagen, kann die Zulage zurückgefordert werden. Insoweit liegt es nicht anders als bei anderen Vergütungsbestandteilen.
10 AZR 152/09 > Rn 40
10 AZR 152/09 > Rn 41
b) Die Ausschlussfrist gem. § 37 Abs. 1 TVöD begann nicht bereits mit der tariflichen Fälligkeit des Anspruchs, sondern war bis zur Erteilung der Abrechnungen über die Zulagen im jeweiligen Folgemonat gehemmt (vgl. dazu BAG 8. August 1985 – 2 AZR 459/84 – zu II 2 e der Gründe, AP TVG § 4 Ausschlussfristen Nr. 94 = EzA TVG § 4 Ausschlussfristen Nr. 69). Beide Parteien gingen aufgrund der durchgängigen Praxis der Beklagten von einer Fälligkeit zu diesem späteren Zeitpunkt aus. Hierauf durfte sich die Klägerin verlassen. Sie konnte auch erst dann erkennen, welche Art von Zulage die Beklagte für den jeweiligen Vormonat gewähren wollte. Dementsprechend ist auch die Beklagte von einer Einhaltung der tariflichen Ausschlussfrist ausgegangen. Da die Abrechnung erst Ende September bzw. Ende Oktober 2006 erfolgt ist, wahrt die Geltendmachung am 23. März 2007 die Sechs-Monats-Frist gem. § 37 Abs. 1 TVöD.
10 AZR 152/09 > Rn 42
10 AZR 152/09 > Rn 43
Unschädlichkeit von Unterbrechungen in den in § 21 S 1 TVöD genannten Fällen,
Zulage wegen ständiger Wechselschichtarbeit nach § 8 Abs 5 TVöD

References: § 8
 § 21
 § 7
 § 24
 § 24
 § 24
 § 24
 § 24
 § 8
 § 24
 § 24
 § 8
 § 33
 § 36
 § 36
 § 24
 § 37
 § 4
 § 4
 § 37
 § 21
 § 8