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Timestamp: 2019-09-15 16:27:59+00:00

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Pfändungsgebühren - Findok Internet
Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSK vom 15.06.2011, RV/0790-K/07
Der Unabhängige Finanzsenat hat über die Berufung der MW, R, G.Str. 1, vom 3. November 2006 gegen den Bescheid des Finanzamtes A, vertreten durch Herrn AS, vom 9. Oktober 2006 betreffend Festsetzung von Pfändungsgebühren gemäß § 26 Abgabenexekutionsordnung (im Folgenden: AbgEO) entschieden:
Mit angefochtenem Bescheid setzte das Finanzamt A Pfändungsgebühren gemäß § 26 AbgEO fest. Im Zeitpunkt der Vornahme der Einbringungsmaßnahmen hafteten am Abgabenkonto Rückstände an Beiträgen aus Land- und Forstwirtschaft für den Zeitraum Juli bis September 2006 in Höhe von € 80,00 unberichtigt aus (Rückstandsausweis vom 18.9.2006).
In der rechtzeitig eingebrachten Berufung führte die Berufungswerberin (im Folgenden: Bw.) aus, dass sie den Rückstand am 8.9.2006 beglichen habe und kein Rückstand mehr aushafte.
Nachdem das Finanzamt die Berufung mit Berufungsvorentscheidung vom 5.3.2007 als unbegründet abgewiesen und auf den aushaftenden Abgabenrückstand hingewiesen hat, beantragte die Bw. mit Schriftsatz vom 30.3.2007 die Vorlage der Berufung an die Abgabenbehörde II. Instanz.
Im Vorlageantrag führte die Bw. im Wesentlichen aus, dass die Vorschreibung von Pfändungsgebühren ohne jegliche Rechtsgrundlage erfolgt sei.
Gemäß § 26 Abs. 1 lit. a Abgabenexekutionsordnung, BGBl. Nr. 104/1949 in der anzuwendenden geltenden Fassung (AbgEO) hat der Abgabenschuldner für Amtshandlungen des Vollstreckungsverfahrens die Pfändungsgebühr - das Mindestmaß beträgt € 7,20 - und gem. Abs. 3 leg.cit. auch die durch die Vollstreckungsmaßnahmen verursachten Barauslagen zu ersetzen. Gemäß Abs. 5 leg.cit. werden Gebühren und Auslagenersätze mit Beginn der jeweiligen Amtshandlung fällig und können gleichzeitig mit dem einzubringenden Abgabenbetrag vollstreckt werden; sie sind mit Bescheid festzusetzen, wenn sie nicht unmittelbar aus einem Verkaufserlös beglichen werden.
Nach Abs. 6 leg.cit. sind im Falle einer Abänderung oder Aufhebung eines Abgaben- oder Haftungsbescheides die nach Abs. 1 leg.cit. festgesetzten Gebühren über Antrag des Abgabepflichtigen insoweit herabzusetzen, als sie bei Erlassung des den Abgaben- oder Haftungsbescheid abändernden oder aufhebenden Bescheides vor Beginn der jeweiligen Amtshandlung nicht angefallen wären; hätten die Gebühren zur Gänze wegzufallen, so ist der Bescheid, mit dem sie festgesetzt wurden, aufzuheben.
Die Pfändungsgebühr sowie die durch Vollstreckungsmaßnahmen bewirkten Barauslagen sind reine Amtshandlungsgebühren. Sie werden insbesondere wegen der der Behörde bei Durchführung der Pfändung auflaufenden Kosten erhoben.
Die Gebührenpflicht entfällt nur dann, wenn sich die Exekution (nachträglich) als unzulässig erweist, weil bei ihrer Durchführung oder Fortsetzung ein Einstellungsgrund im Sinne des § 16 AbgEO nicht beachtet wurde (VwGH 24.02.2000, 96/15/0044). Nach der zitierten Vorschrift wäre in den dort aufgezählten Fällen die Vollstreckung unter gleichzeitiger Aufhebung aller bis dahin vollzogener Vollstreckungsakte auf Antrag oder von Amts wegen einzustellen. Daraus wäre abzuleiten, dass gegebenenfalls auch bereits aufgelaufene Gebühren und Barauslagen entfallen. Dementsprechend wäre bei der Gebührenvorschreibung zu prüfen, ob die tatsächlich durchgeführte Vollstreckungsmaßnahme im Hinblick auf das Vorliegen von Einstellungsgründen unzulässig gewesen wäre. Wenn im Hinblick auf § 16 AbgEO von der Durchführung oder Fortsetzung einer Exekution Abstand zu nehmen gewesen wäre, lägen ungeeignete Vollstreckungsmaßnahmen vor und wäre ein Anspruch auf Gebühren iSd § 26 AbgEO nicht gegeben gewesen (VwGH 27.1.1994, 92/15/0176; 24.4.1996, 94/13/0217).
Gem. § 12 Abs. 1 AbgEO können gegen den Anspruch im Zuge des finanzbehördlichen Vollstreckungsverfahrens nur insofern Einwendungen erhoben werden, als diese sich auf den Anspruch aufhebenden oder hemmenden Tatsachen beruhen, die erst nach Entstehung des diesem Verfahren zugrunde liegenden Exekutionstitels eingetreten sind.
Gem. § 16 Abs. 1 AbgEO ist außer in den in den §§ 12, 13 (Bestreitung der Vollstreckbarkeit) und 14 (Widerspruch gegen die Vollstreckbarkeit durch eine dritte Person) angeführten Fällen die Vollstreckung unter gleichzeitiger Aufhebung aller bis dahin vollzogenen Vollstreckungsakte auf Antrag oder von Amts wegen einzustellen
3. wenn die Vollstreckung gegen eine Gemeinde oder eine als öffentlich und gemeinnützig erklärte Anstalt gemäß § 8 Abs. 3 für unzulässig erklärt wurde;
Im Streitfall finden sich keine in § 16 Abs. 1 AbgEO aufgezählten Einstellungsgründe.
Im vorliegenden Streitfall ist der zugrundeliegende Abgabenanspruch nach der Aktenlage weder vermindert noch zur Gänze beseitigt worden. Eine sich auf § 26 Abs. 6 AbgEO stützende Herabsetzung der Pfändungsgebühr war daher ebenfalls auszuschließen.
Soweit die Bw. vobringt im September 2006 den Betrag iHv. € 80,00 entrichtet zu haben, wird festgestellt, dass sich dadurch der angewachsene Saldo in Höhe von € 160,00 lediglich auf € 80,00 reduziert hat. Festgestellt wird daher, dass im Zeitpunkt der Vornahme der Eintreibungs- und Vollstreckungsmaßnahme tatsächlich ein fälliger Abgabenrückstand in Höhe von € 80,00 unberichtigt angehaftet hat (Rückstandsausweis vom 18.9.2006).
Klagenfurt am Wörthersee, am 15. Juni 2011
UFS 23.04.2003, ZRV/0289-Z3K/02
Kosten des Vollstreckungsverfahrens
Findok-Nr: 53972.1, aufgenommen am: 14.07.2011 10:38:15, Dokument-ID: dd4e5545-8e8f-4e51-8af1-799b05734bb8, Segment-ID: 327c429c-6475-4914-9a10-8a82c3cbcea4

References: § 26
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