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Timestamp: 2016-10-20 19:50:51+00:00

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123 III 27143. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung vom 18. M�rz 1997 i.S. M. AG gegen R. Inc. (staatsrechtliche Beschwerde)
Art. 68 al. 1 LP. Dans la proc�dure de mainlev�e, le droit f�d�ral interdit au d�biteur d'exiger du cr�ancier, en se fondant sur le droit cantonal de proc�dure, la fourniture de s�ret�s en garantie des d�pens. Faits � partir de page 271
In der Betreibung Nr. 62434/1996 des Betreibungsamtes Zug gegen die M. AG verlangte die R. Inc. f�r den Betrag von Fr. 11'452'455.65 nebst Zins die provisorische Rechts�ffnung. In der Folge ersuchte die M. AG um Sicherstellung der Parteientsch�digung. Mit Verf�gung vom 30. September 1996 verpflichtete der Rechts�ffnungsrichter (Kantonsgerichtspr�sidium Zug) die R. Inc. zur Leistung eines Gerichtskostenvorschusses in der H�he von Fr. 1'500.-- und zur Sicherstellung einer allf�lligen Parteientsch�digung im Betrag von Fr. 3'000.-- an die Gerichtskasse. Die von der M. AG gegen diese Verf�gung erhobene Beschwerde, mit welcher sie eine Erh�hung der sicherzustellenden Parteientsch�digung angestrebt hatte, wies die Justizkommission des Obergerichts des Kantons Zug mit Urteil vom 16. Januar 1997 ab.
Die M. AG beantragt mit staatsrechtlicher Beschwerde die Aufhebung des obergerichtlichen Urteils. Das Bundesgericht weist die Beschwerde ab BGE 123 III 271 S. 272
4. Die Beschwerdef�hrerin erblickt Willk�r darin, dass die Sicherstellung der Parteientsch�digung nicht zu ihren Gunsten erh�ht worden ist. Das Obergericht sei unter Berufung auf Bundesrecht (Art. 68 Abs. 1 SchKG i.V.m. Art. 54 Abs. 2 und Art. 68 Abs. 1 GebV SchKG [SR 281.35]) verfassungswidrig zum Schluss gelangt, dieses verbiete ihm, die vom kantonalen Prozessrecht vorgesehene Kautionsleistung (Art. 25 Ziff. 2 SchKG und � 136 Ziff. 2 ZPO/ZG i.V.m. � 43 ff. ZPO/ZG) im Rechts�ffnungsverfahren zuzulassen. Sie findet, die bundesrechtlichen Normen seien willk�rlich angewendet und die Regeln des kantonalen Prozessrechts unter Verletzung von Art. 4 BV �bergangen worden.
a) Zu den Betreibungskosten im Sinne von Art. 68 Abs. 1 SchKG geh�ren auch die Kosten des Rechts�ffnungsverfahrens (BGE 119 III 63 E. 2 und 4b/aa) vor allen kantonalen Instanzen (BGE 119 III 68 E. 3).
Die neue GebV SchKG vom 23. September 1996 ist am 1. Januar 1997 in Kraft getreten (Art. 63 Abs. 2; AS 1996 S. 2937 ff. und 2950). Deren Art. 48 ff. und 62 Abs. 1 stimmen inhaltlich (abgesehen von den neuen Ans�tzen) mit den Art. 50 ff. und 68 Abs. 1 aGebV SchKG �berein. Da auch Art. 25 Ziff. 2 SchKG und Art. 68 Abs. 1 SchKG nach altem und neuem Recht dieselben Regeln aufstellen, muss sich das Bundesgericht mit dem �bergangsrecht bez�glich der Frage nach der Zul�ssigkeit einer Kautionsleistung nicht befassen (Art. 2 Abs. 1 der SchlBest. der �nderung des SchKG vom 16. Dezember 1994 und Art. 63 Abs. 1 nGebV SchKG).
b) Der Verweis von Art. 25 Ziff. 2 lit. a SchKG (aArt. 25 Ziff. 2 SchKG) auf das kantonale Prozessrecht im Rechts�ffnungsverfahren gilt nur insoweit, als das Bundesrecht selbst keine Verfahrensvorschriften aufstellt (Art. 2 �bBest. BV; BGE 103 Ia 47 E. 2d S. 51; vgl. BGE 116 IV 193 E. 8c S. 204 f.; SABINE KOFMEL, Die Rechts�ffnung gem�ss revidiertem SchKG, AJP/PJA 1996 S. 1352 bei Fn. 32 f.). Ob Bundesrecht die M�glichkeit der Sicherstellung der Parteikosten im Rechts�ffnungsverfahren ausschliesst, spielt anders als hier dann keine Rolle, wenn nach kantonalem Recht im Summarverfahren keine Kaution auferlegt werden kann (so z.B. Art. 313 ZPO/BE).
Von m�glicherweise zul�ssigen und hier nicht interessierenden Ausnahmen (ZR 78/1979 Nr. 29 S. 46) abgesehen, regeln Art. 68 SchKG i.V.m. Art. 50 ff. und 68 Abs. 1 aGebV SchKG die Kostenfolgen des Rechts�ffnungsverfahrens abschliessend (FRITZSCHE/ BGE 123 III 271 S. 273WALDER, Schuldbetreibung und Konkurs nach schweizerischem Recht, Bd. I, 3. Aufl. 1984, � 15 Rz. 3 und 6 S. 178 f. mit Fn. 7 sowie � 18 Rz. 17 S. 228). Auch AMONN/GASSER gehen f�r das anfangs 1997 in Kraft getretene Recht davon aus, die Kantone k�nnten neben Art. 68 Abs. 1 SchKG i.V.m. Art. 49 ff. und 62 Abs. 1 der neuen GebV SchKG keine weiteren Kostenfolgen anordnen (Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 6. Aufl. 1997, � 13 Rz. 2 f. und 11 sowie � 19 Rz. 16 und 20 S. 94, 96 und 120). Dieser Standpunkt l�sst sich einleuchtend mit Art. 64 Abs. 1 a.E. BV begr�nden, wonach dem Bund das Recht zur Gesetzgebung f�r "das Betreibungsverfahren" zusteht. Von dieser Kompetenz hat der Bundesgesetzgeber nur zur�ckhaltend Gebrauch gemacht (MAX GULDENER, Zwangsvollstreckung und Zivilprozess, ZSR nF 74/1955 I S. 21 f.), was dagegen spricht, den Anwendungsbereich des kantonalen Verfahrensrechts auszuweiten.
Nach der Ansicht verschiedener Autoren haben die kantonalen Vorschriften zur Sicherstellung neben der bundesrechtlichen Pflicht des Gl�ubigers, die Betreibungskosten vorzuschiessen, keinen Platz (C. JAEGER, Das Bundesgesetz betreffend Schuldbetreibung und Konkurs, 1. Bd., 3. Aufl. 1911, N. 1 zu Art. 84 SchKG, S. 225 unten; STR�ULI/MESSMER, Kommentar zur z�rcherischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 1982, N. 4 der Vorbemerkungen zu � 213 ZPO; JAEGER/DAENIKER, Schuldbetreibungs- und Konkurs-Praxis der Jahre 1911-1945, 2. Bd. 1947, N. 1 zu Art. 68 GebT SchKG von 1919, S. 95; STUDER/R�EGG/EIHOLZER, Der Luzerner Zivilprozess, N. 4 zu � 126 [lit. c] ZPO/LU). Das ist im Kanton Z�rich langj�hrige Praxis (ZR 77/1978 Nr. 102 S. 228 ff.; E. Br�gger, Die Schweizerische Gerichtspraxis im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht 1946-1984, N. 1 zu Art. 50 GebT SchKG, S. 1082; WALDER-BOHNER, Zivilprozessrecht, 3. Aufl. 1983, � 34 Rz. 20 S. 416 in Fn. 15e). Zur Begr�ndung wird ausgef�hrt, die M�glichkeit, Sicherstellung der Parteientsch�digung verlangen zu k�nnen, verz�gere das Rechts�ffnungsverfahren �ber Geb�hr, w�rde das doch einen Entscheid innert 5 Tagen nach Anh�rung des Betriebenen gem�ss Art. 84 Abs. 2 SchKG illusorisch machen (vgl. aArt. 84 SchKG).
Gegen die Zul�ssigkeit des Sicherstellungsbegehrens im Rechts�ffnungsverfahren spricht auch die Geschichte der Gesetzgebung. In der bundesr�tlichen Botschaft zum SchKG vom 23. Februar 1886 schliesst Art. 53 Abs. 1 des Vorentwurfs, der die Vorschusspflicht des Gl�ubigers im Betreibungsverfahren behandelt und im �brigen inhaltlich Art. 68 Abs. 1 SchKG entspricht, mit dem Satz: "Im �brigen kann BGE 123 III 271 S. 274dem Gl�ubiger keine Sicherheitsbestellung (Kaution) auferlegt werden" (BBl 1886 II S. 79 und 95, vgl. S. 1 und 59). Die st�nder�tliche Kommission �nderte diese Bestimmung zwar leicht, liess jedoch den erw�hnten Satz stehen (BBl. 1886 III S. 605, 626, 673, 743 und 789). In diesem Punkt fand der Artikel in der nationalr�tlichen Kommission keine Beachtung (BBl. 1887 II S. 257 und 297). In der Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung vom 10. Februar 1888 zum SchKG wurde ausgef�hrt, der zitierte Satz sei aus der zu Art. 52 des neuen Entwurfes gewordenen Bestimmung "als �berfl�ssig" gestrichen worden, was wie folgt begr�ndet wurde: "Da das Bundesgesetz alle vom Gl�ubiger zu erf�llenden Bedingungen in ersch�pfender Weise aufz�hlt, so versteht es sich von selbst, dass die Kantone nicht das Recht haben, dem Gl�ubiger fernere Verpflichtungen, die in diesem Gesetze nicht vorgesehen sind, zu �berbinden" (BBl. 1888 I S. 353 und 359). Wann die Streichung geschah, kann nicht nachvollzogen werden, weil das stenographische Bulletin der Bundesversammlung vor 1891 nicht ver�ffentlicht wurde.
c) Schliesst die Vorschusspflicht nach Art. 68 Abs. 1 SchKG die Sicherstellung der Parteientsch�digung aus und regelt Bundesrecht die Kosten des Betreibungsverfahrens abschliessend, kann die vom Obergericht vertretene Ansicht offensichtlich nicht willk�rlich sein. Gleich hatte das Bundesgericht schon fr�her entschieden (unver�ffentlichtes Urteil der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung vom 1. April 1980 i.S. W. AG, E. 5c).
119 III 63,
119 III 68,
103 IA 47,
Art. 50 ff. und 68 Abs. 1 aGebV SchKG,
Art. 54 Abs. 2 und Art. 68 Abs. 1 GebV SchKG suite... ,
� 136 Ziff. 2 ZPO,
� 43 ff. ZPO,
Art. 313 ZPO,
� 213 ZPO,
Art. 84 Abs. 2 SchKG

References: Art. 68
 BGE 
 Art. 54
 Art. 68
 Art. 4
 Art. 68
 Art. 48
 Art. 50
 Art. 25
 Art. 68
 Art. 63
 Art. 25
 BGE 
 BGE 
 Art. 313
 Art. 68
 Art. 50
 BGE 
 Art. 68
 Art. 49
 Art. 64
 Art. 84
 Art. 68
 Art. 50
 Art. 84
 Art. 53
 Art. 68
 BGE 
 Art. 52
 Art. 68

Art. 50

Art. 54
 Art. 68

Art. 313

Art. 84