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Timestamp: 2017-12-14 05:55:14+00:00

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Re:Abtreibung und Moral - §219a (12461-t) - Bi- Forum von Liebe-Leben-Leute.de - die bisexuelle Community
Beitrag geschrieben von Mac am 03.12.2017, 14:02 Uhr
Letzte Änderung: 03.12.2017, 14:54 von Mac. Grund: Link korrigiert
wo soll ich deinen Beitrag jetzt hin verschieben? Mit meinem hat er so gut wie gar nichts zu tun.
Weder bewirbt die Ärztin Schwangerschaftsabbrüche, hatte ich auch nirgends so geschrieben und ist schlichter Populismus - neudeutsch "FakeNews". Noch lehne ich, oder die Ärztin, Beratungsgespräche ab.
Vielleicht mal etwas aufmerksamer lesen. Eigentlich ging es nur um die Petition.
Interessant finde ich aber deine Aussage zu Ärzten und dem Schutz des Lebens. Genauer gesagt halte ich sie für sehr naiv und ein Scheinargument.
Ärzte, im speziellen die Notärzte, entscheiden fast tagtäglich über Leben und Tod. Und sie tun dies, um das Leben anderer zu schützen.
Warum ein solch notwendiges Verhalten jetzt pietätlos sein soll, ist mir nicht ganz klar. Im Umkehrschluß dürften dann z.B. Busfahrer Schwangerschaftsabbrüche durchführen, denn sie haben sich ja nur dazu verpflichtet, die StVzO zu beachten und unterliegen keinen "... sittlichen Regeln ihres Berufsstandes ...". Womit wir dann wieder bei den "Engelmachern" wären.
Zitat Panthera:
... Ein Arzt sollte meiner Ansicht nach genau aus diesem Grund beratend zur Seite stehen ...
Das ist genau das, was die Ärztin mit ihrem Hinweis auf den Schwangerschaftsabbruch erreichen wollte, objektiv und neutral beraten. Denn darüber hat sie sachliche und seriöse Informationen zu den Voraussetzungen und den Verfahren bereitgestellt. Das sah selbst der zuständige Staatsanwalt so. Und sie wurde genau dafür - nicht zum ersten Mal - angezeigt.
Vielleicht mache ich es etwas verständlicher, wenn ich die Intentionen der Ärztin erläutere.
Sie will weder mit Schwangerschaftsabbrüchen reich werden, noch die Geburtenrate senken oder die Ausrottung der Menschheit vorantreiben.
Sie will auch nicht die Beratungsgespräche umgehen, da sie nur mit vorhandener "... Beratungsbescheinigung über die nach §219StGB durchgeführte Beratung oder Indikation nach §218StGB ..." tätig wird.
Die Ärztin möchte schlicht und einfach, das die Frauen selbst die Wahl haben, zu welchem Arzt sie gehen wollen. Zitat §21 Schwangerschaftskonfliktgesetz:
... freie Wahl unter den Ärzten, Ärztinnen und Einrichtungen, die sich zur Vornahme des Eingriffs bereit erklären ...
Und das sie sich über die Möglichkeiten eines Abbruchs umfassend informieren können. Beides unabhängig von den Beratungsstellen.
Wenn ich etwas nicht weiß, kann ich auch schlecht bis gar nicht, unwahre Behauptungen erkennen. Und wenn ich kein Geld habe, um eine weiter entfernte Beratungsstelle aufzusuchen, bin ich nun mal der näherliegenden katholischen "Beratungsstelle" ausgeliefert. Denn der Beratungsschein ist ja eine Voraussetzung.
Solange die "Beratungsstellen" nicht ausschließlich staatlich organisiert sind, und dort auch religöse Vertreter tätig sein dürfen, ist eine solche Beratung für mich nicht Objektiv (im Sinne der Frau) sondern nur Einflußnahme.
Was ich - bei der ganzen Diskussion um Abtreibung - moralisch verwerflich finde, ist die Tatsache, daß Abtreibungsgegnern mit dem §219a eine Möglichkeit gegeben wurde, ein Klima der Angst zu schüren (diese ihn Hemmungslos ausnutzen) und in Folge dessen Frauen an immer weniger Informationen zum Schwangerschaftsabbruch kommen.
Zitat profamilia.de:
... Der §219a StGB wird zunehmend von Abtreibungsgegner*innen dazu benutzt, Ärzt*innen anzuzeigen und einzuschüchtern. In der Folge nehmen viele Ärzt*innen und Praxen aus Angst vor Strafverfolgung sachliche Informationen von ihren Webseiten herunter. ...
Quelle: https://www.profamilia.de/pro-familia/presse.html
Und deshalb begrüße ich die Petition der Ärztin und auch den bereits existierenden Gesetzentwurf der Linken zur Streichung des Paragraphen. Das ist es, was ich mit dem "... ins Knie geschossen ..." meinte. Niemand verweigert Abtreibungsgegner_innen ihre Meinung/Haltung zur Abtreibung und versucht sie zu etwas zu zwingen, was sie nicht möchten. Aber offenbar ist das umgekehrt nicht so die gängige Methode.
Kurzlink: lilelu.de/!15984
Am 9. März, einen Tag nach dem Weltfrauentag, wollen mal wieder Abtreibungsgegner in Münster marschieren... Zum Glück gibt es auch eine Gegendemo: Link Ich ... zum kompletten Beitrag

References: §219
 §219
 §218
 §21
 §219
 §219