Source: https://www.kontolino.de/kontierungslexikon/zu-und-abgaenge-von-anlageguetern/
Timestamp: 2020-07-11 08:36:36+00:00

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Anlagegüter verbuchen - Kontolino! Buchhaltungssoftware in der Cloud, Made in Germany
Auf dieser Seite erwartet Sie:
Was ist eine „Anlagenbuchhaltung“
Ein Beispiel hierzu zum Kauf eines Kfzs
Die lineare (konstante) Abschreibung
Die Sonder-AfA nach § 7g Abs. 5 und 6 EStG
Was ist ein Investitionsbetrag?
Investitionsabzugsbetrag ermitteln und verbuchen
Investitionsabzugsbetrag wieder auflösen und verbuchen
Anpassung des Basisbetrags für Abschreibungen bei IAB (ab Paket Classic)
Diese Seite beschreibt die Grundlagen zur Anlagenbuchhaltung. Die Online-Buchhaltungssoftware Kontolino! bietet im Paket Kontolino! Classic eine vollständige Anlagenbuchhaltung mit automatischer Berechnung und Verbuchung von Abschreibungen, der Führung eines Anlagespiegels und einer Reihe weiterer Funktionen. Eine detaillierte Dokumentation dieser Komponente finden Sie auf den Seiten „Anlagenbuchhaltung, Anlagespiegel, Abschreibungen, GWG„
Die Anlagenbuchhaltung ist eine der vielfältigen Aufgabenstellungen in der Finanzbuchhaltung. Ihre Hauptaufgabe ist die Erfassung des gesamten Anlagevermögens eines Unternehmens sowie die Ermittlung von Abschreibungen.
Dazu wird jedes Anlagegut einzeln mit seinen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgelistet. Diese Auflistung wird „Anlagespiegel“ genannt und entspricht weitestgehend der Anlage „AVEÜR“ für die Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR).
Da die buchhalterische Behandlung für Anlagegüter aufwendig ist, hat das Bundesministerium für Finanzen für Anlagegüter von geringem Wert (GWGs), vereinfachte Buchhaltungsregeln erlassen. Diese finden Sie unter der Seite Geringwertige Wirschaftsgüter.
Weiter gliedert sich das Anlagevermögen (Sachanlagen) in
im Bau befindliche Anlagen (unbeweglich)
Anlagen im Bau (beweglich)
Desweiteren kann man die Sachanlagen auch unter ihrem Gesichtspunkt der Abnutzbarkeit gliedern:
nicht abnutzbare Sachanlagen (z. B. Grundstücke, grundstücksgleiche Werte)
abnutzbare Sachanlagen (z. B. Abbaugrundstücke, Grundstückseinrichtungen, Gebäude, Gebäudeeinrichtungen, andere Bauten, Maschinen und maschinelle Anlagen, Transportmittel darunter Kfzs, Betriebs- und Geschäftsausstattung)
D.h. die abnutzbaren Sachanlagen verlieren mit der Zeit an Wert. Um dies buchhalterisch zu erfassen, wird auf diese i.d.R. einmal im Jahr eine Abschreibung vorgenommen. Da die Abnutzung und die Abnutzungsdauer je nach Sachanlage verschieden ist, wird jede Sachanlage verschieden abgeschrieben.
Ermittlung des Anschaffungswerts bzw. der Anschaffungskosten für die Anlagenbuchhaltung
Werden neue Sachanlagen gekauft, müssen diese zu ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten (AHK) bewertet und auf den betreffenden Aktivkonten gebucht werden. Die Anschaffungskosten setzen sich wie folgt zusammen (diese Werte müssen immer netto, d.h. ohne Mehrwertsteuer erfasst werden):
Anschaffungspreis (Kaufpreis ohne Umsatzsteuer)
+ Anschaffungsnebenkosten (Preise ohne Umsatzsteuer)
– Anschaffungskostenminderungen (Preise ohne Umsatzsteuer)
Unter Anschaffungsnebenkosten zählen alle Kosten, die neben dem Kaufpreis anfallen, um die Sachanlage betriebsbereit zu machen, z. B.:
bei den unbeweglichen Sachanlagen (Grundstücke): Notarkosten, Beurkundungskosten, Grunderwerbssteuer
bei den beweglichen Sachanlagen: Zulassunskosten bei einem Kfz, Überführungskosten, Fundamentierungskosten und Montagekosten bei einer Maschine, Transportkosten, Abbruchkosten der alten Anlage.
Der Anschaffungszeitraum ist abgeschlossen, wenn die Sachanlage erstmalig betrieblich genutzt werden kann. Auf diesen Zeitpunkt hin, muss die Buchung auf den Aktivkonten erfolgen.
Finanzierungskosten und regelmäßig wiederkehrende Aufwendungen (wie z. B. Aufwendungen für Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Kfz-Steuer oder Kfz-Versicherung) zählen nicht zu den Anschaffungsnebenkosten.
Unter Anschaffungskostenminderungen versteht man alle beim Kauf erhaltenen Preisnachlässe wie Rabatte, Skonti oder Boni.
Ein Beispiel hierzu zum Kauf eines Kfzs:
Ein Unternehmer kauft ein Kfz zum Listenpreis von 30.000 € zustätzlich 19 % Mehrwertsteuer. Zusätzlich wird vom Autohaus folgendes in Rechnung gestellt:
Überführungskosten von 800 € (zuzüglich19% Mehrwertsteuer)
Zulassungskosten von 200 € (enthält keine Mehrwertsteuer)
Nummernschilder von 30 € (zuzüglich19% Mehrwertsteuer)
Schonbezüge und Fußmatten von 250 € (zuzüglich19% Mehrwertsteuer)
Das Autohaus gewährt 5 % Treuerabatt auf den Listenpreis des Autos.
Zusätzlich fallen noch die Kfz-Steuer (200 €) und Kfz-Versicherung (1.500 €) an. Diese stellen laufende Kosten dar und werden deshalb nicht zu den Anschaffungskosten dazugezählt, sondern als Aufwand direkt verbucht.
Ermittlung der Anschaffungskosten (netto):
Diese Anschaffungskosten bilden die Basis für die Abschreibungen und den Anlagenspiegel in Kontolino!
Listenpreis 30.000 €
– Treuerabatt von 5 % 1.500 €
+ Überführungskosten 800 €
+ Zulassungskosten 200 €
+ Nummernschilder 30 €
+ Schonbezüge 250 €
Anschaffungskosten 29.780 €
Zur Ermittlung der Beträge, die in Kontolino! verbucht werden müssen, müssen alle Positionen, die verschiedene Mehrwertsteuersätze enthalten getrennt werden. Bei unserem Beispiel haben wir deshalb zwei verschiedene Beträge, die gebucht werden müssen:
alle Positionen mit 19% Mehrwertsteuer und
die Zulassungskosten, die keine Mehrwertsteuer enthalten.
Zu 1.: Ermittlung des zu verbuchenden Betrages der 19% Mehrwertsteuer enthält(brutto):
Listenpreis 35.700 €
– Treuerabatt von 5 % 1.785 €
+ Überführungskosten 952 €
+ Nummernschilder 35,70 €
+ Schonbezüge 297,50 €
Zu verbuchender Betrag in Kontolino! (brutto) also incl. Vorsteuer
35.200,20 €
Verbuchung des Kfz-Kaufes bei Banküberweisung mit dem Betrag 35.200,20 (also incl. Mehrwertsteuer) in Kontolino!:
Kfz (Sollseite) 0841 Pkw 0320 Pkw 0520 Pkw
2801 Bank 1
zum allgemeinen Vorsteuercode
Zu 2.: Ermittlung des zu verbuchenden Betrages der keine Mehrwertsteuer (Zulassungskosten) enthält (netto):
Zulassungskosten 200 €
Zu verbuchender Betrag in Kontolino! (netto) also ohne Vorsteuercode
Verbuchung des Kfz-Kaufes bei Banküberweisung mit dem Betrag 200 €:
zu keinem Vorsteuercode
Nun ist die Verbuchung der Anschaffungskosten komplett erfolgt. Jetzt müssen noch die laufenden Kosten der Kfz-Steuer und Kfz-Versicherung auf die Aufwandskonten verbucht werden: Verbuchung der Kfz-Steuer bei Banküberweisung:
Steuer (Sollseite) 703 Kfz-Steuer 4510 Kfz-Steuern 7685 Kfz-Steuern
Verbuchung der Kfz-Versicherung bei Banküberweisung:
Steuer (Sollseite) 6901 Kfz-Versicherungsbeiträge 4520 Kfz-Versicherungen 6520 Kfz-Versicherungen
Zum Kauf eines Kfzs steht Ihnen auch unter unseren Arbeitshilfen eine Arbeitsblatt-Vorlage zur Verfügung.
Wird eine Sachanlage verkauft, stimmt der Verkaufspreis meist nicht mit dem verbuchten Wert des Anlagegutes überein. Daraus ergeben sich zwei buchhalterisch anders zu verbuchende Fälle:
Nettoverkaufspreis ist gleich groß oder größer wie der Buchwert des Anlagegutes:
Im ersten Buchungssatz wird die Zahlung der Rechnung (Geldeingang: im Beispiel über das Bankkonto) gebucht.
als Beispiel: Verkauf eines Kfzs IKR SKR03 SKR04
Erlöse (Habenseite)
5462 Erträge aus Sachanlagen 8829 Erlöse aus Verkäufen Sachanlagevermögen (bei Buchgewinn) 4849 Erlöse aus Verkäufen Sachanlagevermögen (bei Buchgewinn)
zum allgemeinen Umsatzsteuercode
Die zweite Buchung bucht das Anlagegut – in diesem Fall den PKW – aus. Als Gegenkonto wird hier der Restbuchwert verbucht. Dieses Konto bildet in der (Einnahme-Überschuss-Rechnung) EÜR und Anlage AVEÜR (Anlagevermögen zur Einnahme-Überschuss-Rechnung) die Basis für den Ausweis der richtigen Abgangswerte. Der Buchungssatz lautet wie folgt:
Restbuchwert (Sollseite) 5465 Abgänge Sachanlagen Restbuchwert (bei Buchgewinn) 2315 Abgänge Sachanlagen Restbuchwert (bei Buchgewinn) 4855 Abgänge Sachanlagen Restbuchwert (bei Buchgewinn)
Kfz (Habenseite)
0841 Pkw 0320 Pkw 0520 Pkw
Nettoverkaufspreis ist kleiner als der Buchwert des Anlagegutes:
Hier entsteht zusätzlich ein Verlust aus dem Abgang von Vermögensgegenständen. Somit müssen folgende 2 Buchungen in Kontolino! durchgeführt werden. Die erste Buchung verreinnahmt das Geld (Zahlungseingang auf unserem Bankkonto) und lautet wie folgt:
Verlust (Habenseite)
6962 Verluste aus dem Abgang… 8800 Erlöse aus Verkäufen Sachanlagevermögen (bei Buchverlust) 6889 Erlöse aus Verkäufen Sachanlagevermögen (bei Buchverlust)
Die zweite Buchung bucht das Anlagegut – in diesem Fall den PKW – aus lautet wie folgt:
Restbuchwert (Sollseite) 6965 Abgänge Sachanlagen Restbuchwert (bei Buchverlust) 2310 Abgänge Sachanlagen Restbuchwert (bei Buchverlust) 6895 Abgänge Sachanlagen Restbuchwert (bei Buchverlust)
Grundsätzlich dienen Anlagegüter dem Unternehmen mehrere Jahre. Über diese Zeitspanne verlieren die Anlagegüter aber stetig an Wert, z. B. durch Verschleiß, wirtschaftliche oder technische Überholung oder bei Rechten durch den Zeitablauf. Um dies buchhalterisch abzubilden, benutzt man Abschreibungen, die die Wertminderung der Anlagegüter erfasst und als Aufwand in die Buchhaltung miteingeht.
Abschreibungen sind also Aufwendungen und werden somit im Soll gebucht. Der Begriff Absetzung für Abnutzung (AfA) meint genau das Gleiche wie Abschreibungen, wird aber im Steuerrecht verwendet.
In der Literatur gibt es verschiedene Abschreibungsmethoden: die lineare, die geometrisch-degressive und die arithmetisch-degressive Abschreibung. Nachstehend werden wir nur die lineare Abschreibung behandeln, da die anderen beiden derzeit steuerlich nicht zulässig sind.
Hierbei wird vom Anschaffungswert des Anlagegutes jährlich ein gleichbleibend hoher Betrag abgeschrieben. Dieser richtet sich nach der Nutzungsdauer. Die Nutzungsdauer wird im allgemeinem vom Bundesministerim der Finanzen in einer Richtlinientabelle (AfA-Tabelle) veröffentlicht. Zu beachten ist dabei, dass monatsgenau im Jahr der Anschaffung abzuschreiben ist, d.h. wurde im November ein neues Anlagegut beschafft, dann dürfen nur zwei Monate im Anschaffungsjahr abgeschrieben werden.
Ein Beispiel hierzu: Am 20. August werden neue Büromöbel im Wert von 10.000 € (netto) gekauft. Die Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre. Im ersten Jahr dürfen nur für 5 Monate abgeschrieben werden, also 10.000 € / 10 Jahre mal 5/12 (anteilig die Monate) = 416,67 €. Für die darauffolgenden Jahre ergeben sich jeweils 1.000 € und für das letzte Jahr 582,33 €. Somit sieht die Abschreibungstabelle wie folgt aus:
Jahr Abschreibungsbetrag Restwert zum 31.12.
Anschaffungsjahr 416,67 € 9.583,33 €
2. Nutzungsjahr 1.000 € 8.583,33 €
3. Nutzungsjahr 1.000 € 7.583,33 €
4. Nutzungsjahr 1.000 € 6.583,33 €
5. Nutzungsjahr 1.000 € 5.583,33 €
6. Nutzungsjahr 1.000 € 4.583,33 €
7. Nutzungsjahr 1.000 € 3.583,33 €
8. Nutzungsjahr 1.000 € 2.583,33 €
9. Nutzungsjahr 1.000 € 1.583,33 €
10. Nutzungsjahr 1.000 € 583,33 €
letztes Nutzungsjahr 582,33 1,00 € Erinnerungswert
Die Verbuchung der Abschreibungen erfolgt auf den entsprechenden Abschreibungskonten, die alle Aufwandskonten darstellen auf der Soll-Seite. Auf der Haben-Seite steht immer das entsprechende Sachkonto, auf das das Anlagegut aktiviert wurde. Dabei wird nie Vorsteuer bzw. Umsatzsteuer fällig. Dies wird nun nachstehend am obigen Beispiel dargestellt:
Verbuchung der Abschreibung der Büromöbel in Kontolino!:
Abschreibung (Sollseite) 6220 Abschreibungen auf Sachanlagen 4830 Abschreibungen auf Sachanlagen 6220 Abschreibungen auf Sachanlagen
Büromöbel (Habenseite)
087 Büromöbel und sonstige Geschäftsausstattung 0420 Büroeinrichtung 0650 Büroeinrichtung
Sonder-Abschreibungen erlaubt der Gesetzgeber nur in einem sehr engen Rahmen. Allerdings sind Sie für den Unternehmer sehr attraktiv, da so sehr schnell die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auch gewinnmindernd in der Buchhaltung erfasst werden können.
Die Voraussetzungen, um einen Sonder-AfA ansetzen zu dürfen sind 1. dass der Betrieb am Ende des Geschäftsjahres die folgende Größe nicht überschreitet:
bei Betrieben der Land- und Forstwirtschaft einen Wirtschaftswert oder einen Ersatzwirtschaftswert von 125 000 Euro
bei Betrieben, die Ihre Gewinnermittlung mit der Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) ermitteln darf der Gewinn 100 000 Euro (vor Abzug des Investitionsabzugsbetrages) nicht überschreiten
bei bilanzierenden Betrieben, darf das Betriebsvermögen höchstens € 235.000 betragender Investitionsabzugsbetrag darf je Betrieb 200 000 € nicht überschreiten.
2. gilt eine Regel für die Nutzung des Wirtschaftsgutes, das gekauft werden soll:
das Wirtschaftsgut wird in einer inländischen Betriebstätte ausschließlich (zumindest zu 90 %) betrieblich genutzt. – Diese Voraussetzung kann unter Umständen für einen Firmen-Pkw sehr schnell nicht mehr zutreffen.
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können für neue und gebrauchte bewegliche Wirtschaftsgüter in den ersten fünf Jahren nach Anschaffung eine zusätzliche Sonder-AfA zur normalen planmäßigen AfA in Höhe von insgesamt 20 Prozent in Anspruch genommen werden. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Jahr die 20 % Sonder-AfA geltend gemacht werden. so können die gesamten 20 % auch schon im Jahr der Anschaffung angesetzt werden. Damit kann im Jahr der Anschaffung die Steuerbelastung spürbar gesenkt werden.
Verbuchung der Sonder-Abschreibung (Sonder-AfA) der Büromöbel in Kontolino!:
Abschreibung (Sollseite) 6561 Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG (ohne Kfz) 4851 Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG (ohne Kfz) 6241 Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG (ohne Kfz)
Plant ein Unternehmer in den nächsten 3 Jahren ein bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens (z. B. Maschinen, PCs) zu kaufen, kann er unter bestimmten Voraussetzungen in diesem Geschäftsjahr bereits 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd abziehen. Diesen Abzug nennt man Investitionsabzugsbetrag gemäß § 7g EStG.
Allerdings ist die korrekte Verbuchung und Erfassung des Investitionsabzugsbetrages schwierig. Man verliert dabei leicht den Überblick, da man evtl. bis zu 3 Jahren in der Buchhaltung zurückgehen und diese korrigieren muss. Desweiteren führt dieses buchhalterische Konstrukt zu keiner dauerhaften Steuerersparnis. Es kommt höchstens zu einer Steuerstundung, die Liquiditäts- und Zinsvorteile bringt. Wird die geplante Investition dann nicht getätigt, muss der Abzug im Ursprungsjahr wieder rückgängig gemacht werden und somit erhöht sich die Steuer nachträglich und gegebenenfalls fallen zusätzlich Zinsen an.
Die Voraussetzungen, um einen Investitionsabzug ansetzen zu dürfen sind
1. dass der Betrieb am Ende des Geschäftsjahres die folgende Größe nicht überschreitet:
2. gelten Regeln für die Nutzung des Wirtschaftsgutes, das gekauft werden soll:
für das Wirtschaftsgut ist geplant, es in den folgenden drei Jahren anzuschaffen oder herzustellen
das Wirtschaftsgut muss dem Finanzamt durch Einreichung von Unterlagen zumindest mit seiner Funktion benannt werden
die voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsgutes müssen dem Finanzamt mitgeteilt werden.
Zu den Regelungen gibt es ab dem 01.01.2016 folgende Erleichterung:
das zu beschaffende Wirtschaftsgut muss nicht mehr dem Finanzamt gegenüber mit seiner Funktion beschrieben werden. D.h. Sie können z. B. für nächstes Jahr planen eine neue Maschine anzuschaffen und dafür einen Investitionsabzugsbetrag in diesem Jahr (frühestens ab dem Jahr 2016) bilden. Nun erleidet aber im nächsten Jahr Ihr Firmen-Pkw einen Vollschaden und Sie müssen diesen ersetzen. Dadurch fällt die Anschaffung der neuen Maschine flach. Nun können Sie den Investitionsabzugsbetrag für die Maschine buchhalterisch für den Firmen-Pkw in Anspruch nehmen und wie unten dargestellt den Sachverhalt verbuchen.
Ein Unternehmer möchte nächstes Jahr einen neuen Gabelstapler im Wert von 5.000 € (netto) kaufen. Dieser Gabelstapler wird rein betrieblich in seinem Lager in Deutschland genutzt. Außerdem erstellt er eine EÜR. Dabei liegt sein Gewinn diesjähriger Gewinn bei 80.000 €. Somit sind alle Voraussetzungen für einen Investitionsabzugsbetrag gegeben. Er entschließt sich dadurch die gesamten 40 % der Anschaffungskosten als Investitionsabzugbetrag in Höhe von 2.000 (netto) in diesem Geschäftsjahr zu verbuchen.
Verbuchung Investitionsabzugsbetrages (außerbilanziell) für einen Gabelstapler in Kontolino!:
Investitionsabzugsbetrag (Soll) 9970 Investitionsabzugsbetrag § 7g / 1 EstG Soll 9970 Investitionsabzugsbetrag § 7g / 1 EstG Soll 9970 Investitionsabzugsbetrag § 7g / 1 EstG Soll
Investitionsabzugsbetrag (Haben)
9971 Investitionsabzugsbetrag § 7g / 1 EstG Haben 9971 Investitionsabzugsbetrag § 7g / 1 EstG Haben 9971 Investitionsabzugsbetrag § 7g / 1 EstG Haben
ohne Mehrwertsteuercode
Fall 1: Kauf des Investitionsgutes zum veranschlagten Preis
Der Unternehmer schafft im Folgejahr tatsächlich einen Gabelstapler im Wert von 5.000 € (netto) an. Damit muss er den Investitionsabzugsbetrag vom Vorjahr wieder auflösen.
Auflösung des Investitionsabzugsbetrages (außerbilanziell) mit gleichzeitiger Kürzung der Anschaffungs- und Herstellungskosten beim Kauf eines Gabelstaplers im Folgejahr in Kontolino!:
Kürzung der AHK (Soll)
6563 Kürzung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemäß § 7g Abs. 2 EStG 4853 Kürzung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemäß § 7g Abs. 2 EStG 6243 Kürzung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten gem. § 7g Abs. 2 EStG
Investitionsabzugsbetrag (Haben) 9972 Hinzurechnung Investitionsabzugsbetrag (vor 1 Jahr gebildet) § 7g Abs. 2 EStG, Haben 9972 Hinzurechnung Investitionsabzugsbetrag (vor 1 Jahr gebildet) § 7g Abs. 2 EStG, Haben 9972 Hinzurechnung Investitionsabzugsbetrag (vor 1 Jahr gebildet) § 7g Abs. 2 EStG, Haben
Wird der Gabelstapler nicht im 1. Jahr nach der Bildung des Investitionsabzugbetrages gekauft, sondern erst in den Folgejahren ist je nach Jahr für diese 1. Buchung ein anderes Konto zu bebuchen:
Investitionsabzugsbetrag (Haben) 9916 Hinzurechnung Investitionsabzugsbetrag (vor 2 Jahren gebildet) § 7g Abs. 2 EStG, Haben 9916 Hinzurechnung Investitionsabzugsbetrag (vor 2 Jahren gebildet) § 7g Abs. 2 EStG, Haben 9916 Hinzurechnung Investitionsabzugsbetrag (vor 2 Jahren gebildet) § 7g Abs. 2 EStG, Haben
Investitionsabzugsbetrag (Haben) 9917 Hinzurechnung Investitionsabzugsbetrag (vor 3 Jahren gebildet) § 7g Abs. 2 EStG, Haben 9917 Hinzurechnung Investitionsabzugsbetrag (vor 3 Jahren gebildet) § 7g Abs. 2 EStG, Haben 9917 Hinzurechnung Investitionsabzugsbetrag (vor 3 Jahren gebildet) § 7g Abs. 2 EStG, Haben
Fall 2: Das Investitionsgut wird nicht in den nächsten 3 Folgejahren gekauft
Der Unternehmer kauft den Gabelstapler in den nächsten 3 Folgejahren nicht. Das führt dazu, dass er die Investitionsabzugsbeträge indem Jahr wieder auflösen muss, indem er diese gebildet hat.
Auflösung des Investitionsabzugsbetrages (außerbilanziell) beim Nicht-Kauf eines Gabelstaplers in Kontolino!:
Achtung: diese Buchung muss in dem Jahr durchgeführt werden, in dem der Investitionsabzugsbetrag gebildet wurde!
Investitionsabzugsbetrag (Soll) 9971 Investitionsabzugsbetrag § 7g / 1 EstG Haben 9971 Investitionsabzugsbetrag § 7g / 1 EstG Haben 9971 Investitionsabzugsbetrag § 7g / 1 EstG Haben
9970 Investitionsabzugsbetrag § 7g / 1 EstG Soll 9970 Investitionsabzugsbetrag § 7g / 1 EstG Soll 9970 Investitionsabzugsbetrag § 7g / 1 EstG Soll
Fall 3: Das Investitionsgut ist billiger als veranschlagt
Der Unternehmer kauft den Gabelstapler im Folgejahr statt für 5 000 € (netto) für 4 000 € (netto). Da er aber nur maximal 40 % von den Anschaffungskosten als Investitionsabzugsbetrag hätte verbuchen dürfen. Muss er zusätzlich zu den Buchungen in Fall 2 auch noch den Investitionsabzugsbetrag rückwirkend im Ursprungsjahr korrigieren. Das wären in unserem Fall 400 € (ursprünglich waren 2 000 € angesetzt, aber 40 % von 4 000 € ergibt 1 600 €. Die Differenz zwischen 2 000 € und 1 600 € muss gebucht werden).
Korrektur des zu hohen Investitionsabzugsbetrages (außerbilanziell) im Ursprungsjahr in Kontolino!
Anpassung des Basisbetrags für Abschreibungen (ab Paket Classic)
Rechnerische Korrektur des Anfangsbestandes des Gabelstablers zur Berechnung der folgenden Abschreibungen
In Höhe der Kürzung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten muss der Anfangsbestand des Gabelstablers verringert werden. Von diesem neu ermittelten Anfangsbestand, müssen dann die restlichen Abschreibungen berechnet werden. Wenn Sie das Kontolino! Paket Classic mit der Anlagenbuchhaltung benutzen, dann gehen Sie hier wie folgt vor:
Sie rufen den Abschreibungsplan im Anlagegut auf. Dort benutzen Sie den Button „Hinzufügen…“ und da den Eintrag „außerplanmäßige Abschreibungen“. Auf dem neu geöffneten Bildschirm geben Sie das Anschaffungsdatum als Datum an und wählen als Art der Abschreibung den Eintrag „Verminderung d. Buchwerts ohne Verbuchung“ aus. Als Betrag geben Sie den Betrag an, den Sie durch Bildung des Investitionsabzugbetrages ja bereits im Vorjahr faktisch abgeschrieben haben. Geben Sie noch eine griffige Begründung z. B. „Investitionsabzugsbetrag gebildet im Jahr….“ ein, gehen Sie auf „Speichern“ und Sie sind fertig. Daraufhin sehen Sie den neu berechneten Abschreibungsplan, der nun von dem reduzierten Anfangsbestand (ursprünglicher Anfangsbestand – Investitionsabzugsbetrag) aus neu berechnet wurde.
Weitere Informationen zum Thema in unserem Blog
Unser Kontierungslexikon ist weiter gewachsen. Wir haben drei neue Kapitel hinzugefügt: Zu- und Abgänge von Anlagegütern, Abschreibungen auf Anlagegüter und Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)…

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