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Timestamp: 2016-10-25 05:01:13+00:00

Document:
U 84/04 (09.12.2004)
U 84/04
Pr�sident Ferrari, Bundesrichter R�edi und Meyer; Gerichtsschreiber Grunder
K.________, 1955, Beschwerdef�hrer, vertreten
durch Rechtsanw�ltin Rita Diem, Holbeinstrasse 34, 8008 Z�rich,
Der 1955 geborene K.________ arbeitete seit 3. August 1987 in der Firma Maschinenfabrik X.________ als Elektromonteur, welche Anstellung er zum 31. Januar 1991 aufgab. Am 7. September 1988 stach er sich beim Binden von Elektrokabeln mit einer Schnabelzange ins rechte Auge. Er erlitt eine Perforatio bulbi mit Linsenverletzung, weswegen er am gleichen Tag in die Augenpoliklink des Spitals Q.________ eingewiesen wurde, wo am 21. September 1988 eine extrakapsul�re Kataraktextraktion, Hinterkammerlinsenimplantation und vordere Vitrektomie durchgef�hrt wurde. Nach komplikationslosem Verlauf und zun�chst gutem Resultat wurde K.________ am 29. September 1988 aus dem Spital entlassen. Am 7. November 1988 nahm er seine Arbeit wieder auf. In der Folge verschlechterte sich jedoch die Sehkraft des rechten Auges, weswegen Dr. med. W.________, Spezialarzt FMH f�r Augenkrankheiten, am 9. Oktober 1991 eine Nachstardizision vornahm (Berichte vom 15. Oktober und 13. Dezember 1991). Anfang 1992 kam es zu einer Luxation der implantierten Linse, was einen praktisch vollst�ndigen Verlust des Sehverm�gens zur Folge hatte. Von einer erneuten operativen Sanierung wurde abgesehen.
Ab 22. September 1992 war K.________ Tempor�rangestellter der Firma Y.________ AG. Am 30. September 1992 st�rzte er auf dem Heimweg von der Arbeit, wobei er sich eine distale Radiusfraktur der rechten Hand zuzog, welche konservativ (Ruhigstellen mit Gips) behandelt wurde. Gem�ss Bericht des Dr. med. B.________, Chirurgie FMH, speziell Handchirurgie, vom 30. April 1993 lag eine Sch�digung des radiokarpalen Gelenkspaltes und ein axialer Handgelenkskollaps vor, ein Zustand, der chirurgisch im Sinne einer Rekonstruktion ebenfalls nicht korrigierbar war.
Die Schweizerische Unfallversicherung (SUVA) erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld). Anl�sslich einer kreis�rztlichen Abschlussuntersuchung vom 17. Mai 1993 kam Dr. med. O.________ zum Schluss, infolge des aufgehobenen stereoskopischen Sehverm�gens seien Arbeiten, bei denen ein Fehleinsch�tzen der r�umlichen Verh�ltnisse zu schweren Verletzungen f�hren k�nnte, wie Arbeiten an Fr�sen oder Begehen von schlecht gesicherten Ger�sten, nur noch mit Vorsicht aus�bbar. Die Beweglichkeit der rechten Hand und der Finger sei erhalten, die Belastbarkeit des Handgelenks jedoch vermindert, weswegen der Versicherte im ausge�bten Beruf als Elektromonteur nicht mehr arbeitsf�hig sei. Weniger belastende handwerkliche T�tigkeiten oder Arbeiten im B�robereich seien hingegen in vollem zeitlichem Umfang zumutbar (Bericht vom 19. Mai 1993). Mit Verf�gung vom 11. Februar 1994 sprach die SUVA wegen der Folgen beider Unf�lle je eine Integrit�tsentsch�digung auf Grund einer Integrit�tseinbusse von 30 % (Unfall vom 7. September 1988) und 7,5 % (Unfall vom 30. September 1992) zu.
Die Invalidenversicherung gew�hrte in der Folge berufliche Eingliederungsmassnahmen. Am 9. Januar 1994 begann K.________ eine Umschulung zum Elektroingenieur HTL, die er im M�rz 1995 wegen ungen�gender Leistungen abbrach. Vom 26. August bis 4. Oktober 1996 hielt er sich in der Beruflichen Abkl�rungsstelle (BEFAS) auf, welche feststellte, dass die intellektuellen F�higkeiten f�r eine Ausbildung zum Technischen Kaufmann, technischen Verk�ufer (auch im Aussendienst) oder Disponenten (in einem Magazin oder Transportbetrieb) vorhanden seien, es jedoch an Motivation und Einsatzbereitschaft fehle (Abkl�rungsbericht vom 18. Oktober 1996). Die Invalidenversicherung vermittelte daraufhin einen Arbeitsplatz bei der Firma Z.________ AG als Sachbearbeiter mit Magazin- und Einkaufsaufgaben, den der Versicherte vor Ablauf der vereinbarten Frist (vom 2. November 1998 bis 1. Februar 1999) am 17. Dezember 1998 wegen gesundheitlicher Beschwerden verliess. Seit 1. September 1993 und (nach taggeldbedingtem Unterbruch) erneut ab 1. April 1995 wird K.________ eine halbe Rente der Invalidenversicherung ausgerichtet (Invalidit�tsgrad von 52 %).
Nach Beizug der von der IV-Stelle eingeholten Gutachten des Dr. med. U.________, Neurologie FMH, vom 15. Oktober 1999 und des Dr. med. H.________, Psychiatrie Psychotherapie FMH, vom 8. Dezember 1999, Ausk�nften des Spitals Q.________ vom 17. Mai 2000 und eines Berichts der kreis�rztlichen Abschlussuntersuchung des Dr. med. G.________ vom 15. August 2000 sprach die SUVA eine Invalidenrente auf der Grundlage einer Erwerbsunf�higkeit von 20 % mit Beginn ab 1. Januar 2001 zu (Verf�gung vom 26. Februar 2001). Auf Einsprache hin wartete sie mit dem Erlass eines Entscheids bis zu der von der Invalidenversicherung veranlassten Expertisierung durch das Zentrum f�r Medizinische Begutachtung, Medizinische Abkl�rungsstelle der Eidgen�ssischen Invalidenversicherung (MEDAS) vom 25. Juli 2002 zu. Mit Entscheid vom 9. Dezember 2002 wies sie die Einsprache ab.
Die hiegegen erhobene Beschwerde, welcher u.a. ein Bericht des Dr. med. W.________ vom 17. M�rz 2003 beigelegt war, wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern ab (Entscheid vom 29. Januar 2004).
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst K.________ die Rechtsbegehren stellen, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei die SUVA zu verpflichten, ihm eine Invalidenrente auf der Basis eines Invalidit�tsgrades von mindestens 52 % auszurichten; eventualiter sei die Sache zu weiteren Abkl�rungen an die SUVA zur�ckzuweisen. Sodann wird um Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung ersucht, in prozessualer Hinsicht die Durchf�hrung eines zweiten Schriftenwechsels, eventualiter die Sistierung des Verfahrens, beantragt.
Die SUVA verweist auf die Erw�gungen im angefochtenen Entscheid sowie die Replik im vorinstanzlichen Verfahren und schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Mit Eingabe vom 14. Mai 2004 l�sst der Beschwerdef�hrer einen weiteren Bericht des Dr. med. W.________ vom 19. April 2004 auflegen.
Gem�ss Art. 110 Abs. 4 OG findet ein zweiter Schriftenwechsel nur ausnahmsweise statt, wobei die Voraussetzungen hief�r offensichtlich nicht gegeben sind (BGE 119 V 323 Erw. 1 mit Hinweisen). Der entsprechende Antrag in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher abzuweisen. Die nach Ablauf der Beschwerdefrist (Art. 106 Abs. 1 OG) zugestellte Eingabe vom 14. Mai 2004 ist somit versp�tet eingereicht worden, weshalb sie nur zu ber�cksichtigen ist, wenn sie neue erhebliche Tatsachen und Beweismittel enth�lt, welche eine Revision im Sinne von Art. 137 lit. b OG zu rechtfertigen verm�chte (BGE 127 V 353). Diese Voraussetzungen liegen nicht vor, wie sich aus der nachstehenden Erw�gung 4.1 ergibt.
2.1 Die Vorinstanz hat zutreffend erkannt, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 nicht anwendbar ist. Richtig dargelegt sind auch die bis 31. Dezember 2002 g�ltig gewesenen Bestimmungen �ber den Begriff der Invalidit�t (Art. 18 Abs. 2 Satz 1 UVG) und die Invalidit�tsbemessung bei Erwerbst�tigen nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 18 Abs. 2 Satz 2 UVG) sowie die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen (vgl. auch BGE 129 V 181 Erw. 3.1) und ad�quaten Kausalzusammenhang (vgl. auch BGE 129 V 181 Erw. 3.2, 125 V 461 Erw. 5a mit Hinweisen) zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod), insbesondere zur Ad�quanzbeurteilung bei Unf�llen und der in der Folge eingetretenen psychischen Fehlentwicklung mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit (BGE 115 V 133 ff.). Darauf wird verwiesen.
2.2 Zu erg�nzen ist, dass Beeintr�chtigungen der psychischen Gesundheit, in gleicher Weise wie k�rperliche Gesundheitssch�den, eine Invalidit�t im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG bewirken k�nnen. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beeintr�chtigungen der Erwerbsf�higkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsf�higkeit zu verwerten, abwenden k�nnte, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss (BGE 127 V 298 Erw. 4c in fine, 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen). In Pr�zisierung dieser Rechtsprechung hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht in BGE 130 V 352 erkannt, dass eine somatoforme Schmerzst�rung, die in einem psychiatrischen Gutachten diagnostiziert wird, grunds�tzlich �berwindbar ist, also die erwerbliche Leistungsf�higkeit nur ausnahmsweise in invalidisierendem Ausmass beeintr�chtigt. Die Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerz�berwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt danach eine mitwirkende, psychisch ausgewiesene Komorbidit�t erheblicher Schwere, Intensit�t, Auspr�gung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, mit Intensit�t und Konstanz erf�llter Kriterien voraus: (1) chronische k�rperliche Begleiterkrankungen und mehrj�hriger Krankheitsverlauf bei unver�nderter oder progredienter Symptomatik ohne l�ngerfristige Remission, (2) ein ausgewiesener sozialer R�ckzug in allen Belangen des Lebens, (3) ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missgl�ckten, psychisch aber entlastenden Konfliktbew�ltigung (prim�rer Krankheitsgewinn ["Flucht in die Krankheit"]), (4) unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgef�hrter ambulanter und/oder station�rer Behandlungsbem�hungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person (BGE 130 V 353 ff. Erw. 2.2.2 mit Hinweisen).
Es ist unbestritten und steht auf Grund der umfangreichen �rztlichen Unterlagen fest, dass die Unf�lle vom 7. September 1988 und 30. September 1992 einerseits einen praktisch vollst�ndigen Verlust des Sehverm�gens am rechten Auge, andererseits eine eingeschr�nkte Belastbarkeit des rechten Handgelenks zur Folge haben. Wegen dieser (in der Zeit zwischen kreis�rztlicher Untersuchung vom 17. Mai 1993 und multidisziplin�rer Abkl�rung in der MEDAS vom 3. bis 7. Juni 2002 weitgehend unver�ndert gebliebenen) Befunde sind Arbeiten nicht mehr zumutbar, die ein stereoskopes Sehen bedingen (wie Begehen von Ger�sten, Besteigen von Treppen, feinmechanische Aufgaben oder mechanische Verrichtungen mit Verletzungsrisiko) und die das rechte Handgelenk schwer belasten. Unfallfremd besteht ein R�ckenleiden (Lumbovertebralsyndrom mit Spondylolisthesis L4/5 mit deutlicher Osteochondrose und leichter Torsionsskoliose der LWS), welches r�ckenbelastende T�tigkeiten mit Heben von Lasten �ber 10 kg sowie l�ngeres Stehen und Gehen verunm�glicht. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Arbeitsf�higkeit vor allem wegen der im Gutachten der MEDAS festgestellten psychiatrischen Befunde (psychogene Unfallfehlverarbeitung im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung [ICD-10 F45.4] bei belastender psychosozialer Situation) eingeschr�nkt sei, ein ad�quater Kausalzusammenhang zu den Unf�llen und ihren Folgen jedoch nicht bestehe. Der Beschwerdef�hrer sei in einer den unfallbedingten k�rperlichen Einschr�nkungen angepassten T�tigkeit vollschichtig arbeits- und erwerbsf�hig. Demgegen�ber wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemacht, die Vorinstanz habe die Kopfschmerzen, die wegen der unfallbedingten Ein�ugigkeit bei l�ngerem konzentriertem Sehen auftr�ten, nicht ber�cksichtigt. Ein die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit beeintr�chtigender psychischer Gesundheitsschaden liege nicht vor, wie der Psychiater Dr. med. H.________ im Gutachten vom 8. Dezember 1999 festgestellt habe. Die R�ckenbeschwerden f�hrten zu keiner wesentlichen Einschr�nkung in der Arbeitsf�higkeit. Es l�gen somit im Wesentlichen unfallbedingte k�rperliche Beeintr�chtigungen vor, weswegen die Invalidenversicherung bereits ab 1. September 1993 eine halbe Rente ausgerichtet habe. An diese Invalidit�tsbemessung sei die SUVA gebunden. Selbst wenn ein psychisches Leiden vorliegen sollte, was durch ein weiteres Gutachten abzukl�ren w�re, m�sste dieses zumindest teilweise als unfallbedingt angesehen werden.
4.1 Im Gutachten vom 15. Oktober 1999 kam Dr. med. U.________ zum Schluss, dass der Beschwerdef�hrer aus rein neurologischer Sicht in einer den k�rperlichen Beschwerden angepassten T�tigkeit zu 100 % arbeitsf�hig sei. Diese Einsch�tzung stimmt �berein mit den Ergebnissen des SUVA-Kreisarztes (Bericht vom 15. August 2000) sowie der MEDAS-Spezialisten f�r Orthop�die/Handchirurgie und Ophtalmologie (Gutachten vom 25. Juli 2002). Eine Beeintr�chtigung ergab sich gem�ss diesem Gutachten vor allem aus den psychiatrischen Befunden, die eine funktionelle Schmerzverst�rkung im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung bewirken und s�mtliche k�rperlichen Symptome �berlagern. Demgegen�ber hatte Dr. med. H.________ eine m�ssig ausgepr�gte hypochondrische St�rung (ICD-10 F45.2) ohne Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit diagnostiziert. Ob die eine oder andere Auffassung zutrifft, kann unfallversicherungsrechtlich offen bleiben. Eine allf�llig vorhandene, anhaltende somatoforme Schmerzst�rung hat keinen erheblichen Einfluss auf die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit, wie nachfolgend darzutun sein wird (Erw. 4.3 und 4.4). Die geltend gemachten Kopfschmerzen stehen nicht in einem �berwiegend wahrscheinlichen nat�rlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 7. September 1988, wie der angefochtene Entscheid �berzeugend dartut. Im letztinstanzlich aufgelegten Bericht vom 19. April 2004 vertritt Dr. med. W.________ die Auffassung, die Cephalea sei mit Sicherheit Folge der unfallbedingten Ein�ugigkeit. Eine Begr�ndung f�r diese apodiktische Feststellung bleibt der Arzt allerdings schuldig. Insbesondere l�sst Dr. med. W.________ ausser Acht, dass eine Cephalea auch durch ganz andere Ursachen nicht ophthalmologischer Natur verursacht sein kann. Entscheidend ist, dass ausweislich der Akten w�hrend f�nf Jahren nach dem Unfall vom 7. September 1988 keine Kopfschmerzen dokumentiert sind (Bericht des Kreisarztes vom 15. August 2000). Daher st�sst die Kritik in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an der vorinstanzlichen W�rdigung des Berichts des Dr. med. W.________ vom 17. M�rz 2003, wonach in �bereinstimmung mit der Stellungnahme des Spitals Q._______ vom 17. Mai 2000 lediglich ein m�glicher Zusammenhang besteht, ins Leere. Es liegt demnach kein schl�ssiges Beweismittel vor, welches eine Revision im Sinne von Art. 137 lit. b OG zu rechtfertigen vermag (vgl. Erw. 1), weshalb an der Auffassung der Vorinstanz in diesem Punkt nichts zu bem�ngeln ist.
4.2.1 Tritt im Anschluss an zwei oder mehrere Unf�lle eine psychische Fehlentwicklung ein, ist die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs grunds�tzlich f�r jeden Fall gesondert gem�ss der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6) zu pr�fen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Unf�lle, wie jene der Jahre 1988 und 1992, zwei verschiedene K�rperteile (rechtes Auge; rechte Hand) betreffen und zu unterschiedlichen Verletzungen f�hren (RKUV 1996 Nr. U 248 S. 177 Erw. 4b mit Hinweis). Im Lichte dieser Praxis kann den Erw�gungen der Vorinstanz insoweit, als sie die zwei Unf�lle und deren Folgen gesamthaft beurteilt hat, nicht gefolgt werden.
4.2.2 Der ad�quate Kausalzusammenhang setzt voraus, dass dem Unfallereignis f�r die Entstehung der psychisch bedingten Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit eine massgebende Bedeutung zukommt, wobei an den Unfall und seine Begleitumst�nde anzukn�pfen ist. Darunter sind objektive Umst�nde zu verstehen, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen und ihrerseits nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet sind, in Verbindung mit dem Unfall zu einer Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit zu f�hren oder diese allenfalls zu erh�hen (BGE 117 V 364 Erw. 5d/bb). Insbesondere ist eine prek�re soziale Lage, die im Zusammenwirken mit anderen Faktoren geeignet ist, eine psychische Fehlentwicklung zu verst�rken, nicht als zus�tzliches Kriterium zum Katalog nach BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa in die Ad�quanzbeurteilung einzubeziehen (Urteil P. vom 10. Juli 2000, U 342/99).
4.3 Beim Unfall vom 30. September 1992 (Sturz auf dem Heimweg von der Arbeit) handelt es sich um einen leichten Unfall, weshalb die Ad�quanz zu verneinen ist. Gr�nde, hievon abzuweichen, sind keine ersichtlich.
Der Frage, ob der Unfall vom 9. September 1988 dem mittleren Bereich, wie SUVA und Vorinstanz annehmen, zuzuordnen sei oder ob er an der Grenze zu den schweren Unf�llen anzusiedeln sei, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemacht wird, ist nicht weiter nachzugehen (vgl. hiezu RKUV 2000 Nr. U 364 S. 87 Erw. 3a mit Hinweis). Es liegen jedenfalls mehrere der als Beurteilungskriterien im Sinne von BGE 115 V 140 f. Erw. 6c ins Gewicht fallenden Faktoren in geh�ufter Weise vor: Die erlittene Verletzung am rechten Auge ist als schwer zu bezeichnen. Die in den Augapfel eingedrungene Spitzzange verletzte Linse und Glask�rper aufs schwerste, sodass am 21. September 1988 im Spital Q.________ eine komplizierte Staroperation, Implantation einer k�nstlichen Linse und vordere Entfernung des Glask�rpers vorgenommen wurde. Der Verlust des Sehverm�gens ist an sich schon eine schwerwiegende Beeintr�chtigung, zumal sie ein stereoskopes Sehen verunm�glicht und die Gefahr einer vollst�ndigen Erblindung erh�ht wird. Darin liegt das erfahrungsgem�sse psychogene Sch�digungspotenzial eines einseitigen Augenverlusts, hat doch der Betroffene verst�ndlicherweise Angst davor, auch das zweite gesunde Auge zu verlieren (RKUV 2000 Nr. U 364 S. 87 f. Erw. 3b). Neben der Schwere ist daher auch die besondere Art der erlittenen Verletzung zu bejahen. Die Heilung verlief sodann zwar postoperativ komplikationslos und die Sehkraft nahm zun�chst kontinuierlich zu; in der Folge kam es jedoch zu gest�rtem Tiefensehen durch fehlende Akkomodation der Intraokularlinse, vermehrter Blendung durch opake Hornhauttr�bung sowie Entwicklung eines Nachstars, Abnahme der Sehsch�rfe und Auftreten von Mehrfachbildern, weswegen eine Nachstardicision erforderlich wurde. Kurze Zeit danach kam es zu einer Luxation der Linse mit praktisch vollst�ndigem Verlust des Sehverm�gens. Dieser Sachverhalt zeigt, dass die Heilung mit erheblichen Komplikationen verbunden und eine lange dauernde �rztliche Behandlung notwendig war. In W�rdigung dieser Umst�nde war das Unfallereignis vom 7. September 1988 nach dem Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung durchaus geeignet, eine psychische Fehlentwicklung, wie sie von den Gutachtern der MEDAS festgestellt wurde, auszul�sen. Die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs ist daher zu bejahen.
4.4 Es bleibt zu pr�fen, ob Umst�nde vorliegen, die gegen die grunds�tzliche �berwindbarkeit der von der MEDAS diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung sprechen (Erw. 2.2). An einer fach�rztlich ausgewiesenen psychiatrischen Komorbidit�t von erheblicher Schwere, Intensit�t, Auspr�gung und Dauer fehlt es nach Lage der Akten eindeutig, zumal der Beschwerdef�hrer selber jede psychische Beeintr�chtigung in Abrede stellt. Bei der von Dr. med. H.________ festgestellten, m�ssig ausgepr�gten hypochondrischen St�rung handelt es sich weiter lediglich um eine von der somatoformen Schmerzst�rung abweichende Diagnose bei im Wesentlichen identischen Symptomen. Ist bei der hypochondrischen St�rung (ICD-10 F45.2; Weltgesundheitsorganisation [WHO], Internationale Klassifikation psychischer St�rungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 4. Aufl., Bern/G�ttingen/Toronto/Seattle 2000) das vorherrschende Kennzeichen die beharrliche Besch�ftigung mit der M�glichkeit, an einer oder mehreren schweren und fortschreitenden k�rperlichen Krankheiten zu leiden, u.a. manifestiert durch anhaltende k�rperliche Beschwerden, ist die vorherrschende Beschwerde bei der im gleichen Kapitel der ICD-10 (F45 somatoforme St�rungen) eingeteilten anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung (F45.4) ein andauernder, schwerer und qu�lender Schmerz, der in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen auftritt, die als entscheidende urs�chliche Einfl�sse zu gelten haben. Die Diagnose des Dr. med. H.________ stellt nach dem Gesagten kein selbstst�ndiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgel�stes Leiden dar, wie es f�r die Annahme einer Komorbidit�t erforderlich w�re.
Was die alternativen Kriterien anbelangt, sind chronische k�rperliche Begleiterkrankungen, welche den Beschwerdef�hrer in seiner funktionellen Leistungsf�higkeit erheblich beeintr�chtigen, nicht ausgewiesen. Der Versicherte ist sozial integriert und gr�ndete trotz der unfallbedingten Leiden eine Familie. Die Angaben des psychiatrischen Sachverst�ndigen der MEDAS (dem funktionellen Anteil der somatischen Beschwerden komme die Bedeutung einer psychoprotektiven Funktion zu, womit depressive Anteile abgewehrt w�rden) deuten zwar auf einen prim�ren Krankheitsgewinn hin. Die vom Psychiater wahrgenommene affektive Distanziertheit bei der Schilderung einschneidender Erlebnisse (partieller Verlust des Sehverm�gens; Krebserkrankung des Sohnes mit Entfernung des rechten Auges), kann aber auch f�r psychische Robustheit sprechen. Von einem verfestigten, therapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen Verlauf kann nicht die Rede sein. Schliesslich war der Beschwerdef�hrer seit Abbruch des Studiums zum Elektroingenieur im Fr�hjahr 1995 weder motiviert, noch hat er Anstrengungen in Richtung einer therapeutischen Rehabilitation unternommen, die trotz der Unfallsch�digungen m�glich bleibt. Insgesamt sind die Voraussetzungen nicht erf�llt, dass die von den MEDAS-Gutachtern diagnostizierte somatoforme Schmerzst�rung eine Arbeitsunf�higkeit in einer den unfallbedingten Beeintr�chtigungen angepassten Erwerbst�tigkeit hat.
4.5 Zusammengefasst ist im Ergebnis der vorinstanzlichen Beurteilung zuzustimmen, dass der Beschwerdef�hrer in einer den unfallbedingten k�rperlichen Beeintr�chtigungen angepassten Erwerbst�tigkeit vollst�ndig arbeitsf�hig ist. Demnach besteht auch keine Bindung der SUVA an die Invalidit�tsbemessung der Invalidenversicherung, die gest�tzt auf eine Erwerbsunf�higkeit von 50 % (gem�ss Vorbescheid vom 13. M�rz 1996) mit rechtskr�ftiger Verf�gung vom 2. Mai 1996 (revisionsweise best�tigt mit Verf�gung vom 20. Januar 1998) einen Invalidit�tsgrad von 52 % ermittelte. Auf die entsprechenden Erw�gungen im angefochtenen Entscheid wird ebenfalls verwiesen.
Zu pr�fen bleibt die Ermittlung des Invalidit�tsgrades durch Vergleich der beiden hypothetischen Einkommen (alt Art. 18 Abs. 2 UVG).
5.1 Das Valideneinkommen ist deshalb eine hypothetische Gr�sse, weil nicht auf den - u.U. schon l�nger zur�ckliegenden - zuletzt tats�chlich erzielten Verdienst abgestellt werden darf (BGE 114 V 314 Erw. 3b), sondern auf das Einkommen, das die versicherte Person h�tte erzielen k�nnen, wenn sie nicht invalid geworden w�re (alt Art. 18 Abs. 2 Satz 2 in fine UVG). Der vorinstanzlichen Auffassung, wonach bei der Ermittlung des Valideneinkommens auf die von der SUVA eingeholten Angaben der Firma X.________ AG vom 8. August 2001 (Fr. 61'700.-) abzustellen sei, kann nicht beigepflichtet werden. Der Versicherte war in dieser Firma lediglich bis 31. Januar 1991 angestellt. Das Sehverm�gen verlor er indessen erst Anfang 1992, sodass nicht von einem unmittelbar vor Eintritt der Invalidit�t erzielten Einkommen gesprochen werden kann. Der in der Firma Y.________ AG bezogene Lohn ist nicht massgebend, weil dieser Verdienst m�glicherweise durch das fehlende stereoskopische Sehen beeinflusst gewesen war. Der Beschwerdef�hrer hat im ehemaligen Jugoslawien eine Ausbildung im Bereich der Elektrotechnik absolviert und sich im Verlaufe des beruflichen Werdeganges in der Schweiz vor allem Kenntnisse und Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Maschinenbau, wo auch elektrotechnische F�higkeiten erforderlich sind, erworben. In einem solchen Beruf h�tte er gem�ss Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes f�r Statistik (BFS) im Jahre 2000 einen monatlichen Lohn von Fr. 5632.- erzielen k�nnen (LSE 2000, TA1, Maschinen- u. Fahrzeugbau, Anforderungsniveau 3, M�nner), der hochgerechnet auf ein Jahr (multipliziert mit 12 Monaten) und angepasst an die betriebs�bliche w�chentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2003, BFS, S. 201, T3.2.3.5) sowie die Nominallohnentwicklung bis zum Zeitpunkt des Rentenbeginns (1. Januar 2001; 2000: 104,6 Punkte; 2001: 107,5 Punkte; vgl. Lohnentwicklung 2002 des BFS, T1.93, S. 30) zu einem Jahreseinkommen von Fr. 72'409.70 f�hrt.
5.2 Hinsichtlich der Bemessung des Invalideneinkommens hat die Vorinstanz auf die LSE 2000, TA1, Total, Anforderungsniveau 4, M�nner (monatlicher Verdienst von Fr. 4437.-) abgestellt, was an sich nicht zu beanstanden ist. Allerdings ist dem angefochtenen Entscheid nicht zu entnehmen, wie sie den auf Fr. 56'864.40 bezifferten Jahreslohn ermittelt hat. Entsprechend den in Erw. 5.1 erw�hnten Faktoren l�sst sich ein Jahreslohn von Fr. 57'045.80 berechnen. Es liegen keine triftigen Gr�nde gegen die von der SUVA vorgenommene, im angefochtenen Entscheid best�tigte Herabsetzung dieses Einkommens um 10 % vor (vgl. BGE 126 V 75). Insbesondere fallen angesichts der vollen Arbeitsf�higkeit in den hinsichtlich der den Unfallfolgen Rechnung tragenden T�tigkeiten, der sehr guten Sprachkenntnisse, des Alters (46 Jahre im Zeitpunkt des Rentenbeginns) und des Umstands, dass er bereits seit �ber 20 Jahren in der Schweiz ans�ssig ist, die Kriterien des Alters, Nationalit�t/Aufenthaltskategorie und Besch�ftigungsgrad (BGE 126 V 75) nicht ins Gewicht. Der leidensbedingten Einschr�nkung (mangelndes stereoskopes Sehen; verminderte Belastbarkeit des rechten Handgelenks) ist mit einem Abzug von 10 % angemessen Rechnung getragen. Wird das dementsprechend auf Fr. 51'341.20 ermittelte Invalideneinkommen dem Validenlohn gegen�bergestellt, resultiert ein Ergebnis von 29,03 % und abgerundet ein Invalidit�tsgrad von 29 % (BGE 130 V 121). In diesem Umfang hat der Beschwerdef�hrer Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung ab 1. Januar 2001.
Zu pr�fen ist schliesslich der f�r die Rentenh�he massgebende versicherte Verdienst. Wie der Beschwerdef�hrer in diesem Punkt zu Recht vorbringt, begann die Rente mehr als 5 Jahre nach den Unf�llen von 1988 und 1992, weshalb laut Art. 24 Abs. 2 UVV der Lohn massgebend ist, den der Versicherte ohne den Unfall oder die Berufskrankheit im Jahre vor dem Rentenbeginn bezogen h�tte, sofern er h�her ist, als der letzte vor dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit erzielte Lohn. Diese Regel gilt auch, wenn der versicherte Verdienst nach mehreren invalidisierenden Unf�llen und einem Rentenbeginn sp�ter als f�nf Jahre nach dem ersten Unfall zu bestimmen ist (BGE 123 V 51 Erw. 3c). Zur Bemessung des versicherten Verdienst kann demnach auf das zum Valideneinkommen in Erw. 5.1 hievor Gesagte verwiesen werden. Vor dem Rentenbeginn h�tte der Versicherte demnach im Jahre 2000 ohne die gesundheitlichen Beeintr�chtigungen einen Lohn von Fr. 70'456.30 erzielen k�nnen. Die SUVA wird daher die seit 1. Januar 2001 laufende Rente dieser Berechnungsgrundlage anzupassen haben.
7.1 Der Beschwerdef�hrer dringt mit dem Hauptbegehren teilweise durch, weshalb ihm eine reduzierte Parteientsch�digung zusteht (Art. 159 Abs. 1 und 3 OG in Verbindung mit Art. 135 OG).
7.2 Die unentgeltliche Verbeist�ndung kann gew�hrt werden (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), da die Bed�rftigkeit aktenkundig ist, die Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen und die Vertretung geboten war (BGE 125 V 202 Erw. 4a und 372 Erw. 5b, je mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG verwiesen, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Januar 2004 und der Einspracheentscheid der SUVA vom 9. Dezember 2002 dahingehend abge�ndert, dass dem Beschwerdef�hrer ab 1. Januar 2001 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 29 % zusteht, wobei der massgebende versicherte Verdienst Fr. 70'456.30 betr�gt.
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird Rechtsanw�ltin Rita Diem, Z�rich, f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 1000.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) ausgerichtet.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern wird �ber eine Parteientsch�digung entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen Prozesses zu befinden haben.
Luzern, 9. Dezember 2004

References: Art. 110
 Art. 137
 BGE 
 BGE 
 Art. 4
in fine
 BGE 
 Art. 137
 BGE 
 BGE 
 Art. 18
 Art. 18
in fine
 BGE 
 Art. 24
 Art. 135
 Art. 135
 Art. 152