Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=04.12.1996&Aktenzeichen=I%20R%2099%2F94
Timestamp: 2019-12-12 23:30:20+00:00

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BFH, 04.12.1996 - I R 99/94 - dejure.org
https://dejure.org/1996,480
BFH, 04.12.1996 - I R 99/94 (https://dejure.org/1996,480)
BFH, Entscheidung vom 04.12.1996 - I R 99/94 (https://dejure.org/1996,480)
BFH, Entscheidung vom 04. Dezember 1996 - I R 99/94 (https://dejure.org/1996,480)
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AO 1977 §§ 159, 160; FGO § 96 Abs. 1; EStG § 4 Abs. 1, 3, § 5 Abs. 1
Einkommensteuer; Grenzen der Gewinneutralität durchlaufender Posten
AO 1977 § 160, EStG § 2
Betriebsausgabe; Betriebseinnahme; Nachweis
FG Düsseldorf, 10.05.1994 - 6 K 231/90
BFHE 182, 131
BB 1997, 721
BB 1997, 831
BB 1997, 924
DB 1997, 958
BStBl II 1997, 404
Dies ergebe sich aus dem Urteil des BFH vom 4. Dezember 1999 (I R 99/94).
Ebenso sei § 160 AO nicht auf Schulden anwendbar, deren Ansatz sich in der Bilanz erfolgsneutral vollzogen hätte bzw. zu vollziehen hätte (vergleiche BFH vom 4. Dezember 1996, a.a.O.;… Brüsken in Klein, 10. Auflage, § 160 AO Rz. 1; Seer in Tipke/Kruse, § 160 AO, Tz. 8, 9).
Insofern entfiele dann allerdings die oben genannte erforderliche Gewinnneutralität von durchlaufenden Posten (vergleiche BFH-Urteil vom 4. Dezember 1996 I R 99/94, BStBl. II 1997, 404).
Scheiden nach der Regelung in § 4 Abs. 3 Satz 2 EStG durchlaufende Posten als Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben bei einer Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 Satz 1 EStG aus, so muss im Ergebnis das gleiche für die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1, § 5 EStG gelten, denn die rechtliche Eigenschaft des durchlaufenden Postens ist von der Art der Gewinnermittlung unabhängig (BFH-Urteil vom 26. Juni 1979 VIII R 145/78, BStBl. II 1979, 625; BFH-Urteil vom 4. Dezember 1996 I R 99/94, BStBl. II 1997, 404).
Damit bleibt für die Anwendung des § 160 AO bei durchlaufenden Posten kein Raum (BFH-Urteil vom 4. Dezember 1996 I R 99/94, BStBl. II 1997, 404).
Dies folgt aus § 96 Abs. 1 Satz 1 2. Halbsatz FGO, der zwar die sinngemäße Anwendung der §§ 158, 160 und 162 AO, nicht aber des § 159 AO vorschreibt, sondern vielmehr erkennbar aus der fortlaufenden Aufzählung ausspart (BFH-Urteil vom 4. Dezember 1996 I R 99/94, BStBl. II 1997, 404 mit Hinweis auf die gegenteilige Auffassung).
b) Ein Benennungsverlangen kann indes nicht auf § 160 AO gestützt werden, wenn eine Zahlung ein durchlaufender Posten ist, der in der Gewinnermittlung durch die Aktivierung und Passivierung gleich hoher Wertzugänge und Wertabgänge gewinnneutral zu erfassen ist (BFH-Urteil vom 4. Dezember 1996 I R 99/94, BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404).
Da ein durchlaufender Posten keinen das Betriebsvermögen belastenden Aufwand darstellt, findet § 160 AO keine Anwendung (BFH-Urteil in BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404).
b) § 159 AO stellt die Entscheidung, ob die Sachen und Rechte dem Treuhänder zuzurechnen sind, in das pflichtgemäße Ermessen des FA (BFH-Urteil in BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404).
Abweichend von § 160 AO i.V.m. § 96 Abs. 1 FGO kann allerdings das FG im Rahmen des § 159 AO die Entscheidung des FA gemäß § 102 FGO nur daraufhin überprüfen, ob sie rechtswidrig ist, weil die gesetzlichen Grenzen des Ermessens überschritten sind oder von dem Ermessen in einer dem Zweck der Ermächtigung nicht entsprechenden Weise Gebrauch gemacht worden ist (BFH-Urteile in BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404, und in BFHE 214, 212, BStBl II 2007, 39).
Die Zahlungen konnten dem Vermögen der I KG daher nur über die Fiktion des § 159 AO zugerechnet werden (zur grundsätzlichen Anwendbarkeit des § 159 AO auch auf durchlaufende Posten: BFH-Urteil in BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404).
cc) Insoweit unterscheidet sich der vorliegende Sachverhalt auch von dem dem BFH-Urteil in BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404 zu Grunde liegenden Sachverhalt.
Auch ist im allgemeinen davon auszugehen, daß der wirtschaftlichen Inhaberschaft einer Darlehensforderung die Zurechnung der daraus resultierenden Zinseinkünfte folgt (Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 30. Januar 1986 IV R 125/83, BFHE 146, 59, BStBl II 1986, 404; vom 4. Dezember 1996 I R 99/94, BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404, m.w.N.).
BFH, 27.09.2006 - IV R 45/04
Rechtmäßigkeit der Zurechnung von Wertpapiererträgen einer Bank bei behaupteter …
§ 159 AO 1977 wirkt sich auch auf die Zurechnung von Einkünften aus, soweit es ertragsteuerlich auf das Eigentum oder die Inhaberschaft an Vermögenswerten ankommt (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 4. Dezember 1996 I R 99/94, BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404).
§ 159 AO 1977 stellt die Entscheidung, ob die Sachen und Rechte dem Treuhänder zuzurechnen sind, in das pflichtgemäße Ermessen des FA (BFH-Urteil in BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404).
BFH, 13.11.2002 - VIII B 35/02
Zulassung der Revision gegen ein finanzgerichtliches Urteil - Darlegung der …
Die Rüge der Kläger und Beschwerdeführer (Kläger), die Grundsätze des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 4. Dezember 1996 I R 99/94 (BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404), nach denen dann, wenn ein Treuhandverhältnis vom Treuhänder nicht nachgewiesen werde (§ 159 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 1 der Abgabenordnung --AO 1977--), die Finanzbehörde über die Zurechnung des Treuguts nach pflichtgemäßem Ermessen zu entscheiden habe (§ 159 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 AO 1977) und diese Beurteilung nur innerhalb der Grenzen des § 102 der Finanzgerichtsordnung (FGO) der richterlicher Kontrolle unterliege, bedürften deshalb der erneuten Überprüfung durch den BFH, weil die Entscheidung in der Literatur überwiegend auf Ablehnung gestoßen sei, entspricht nicht den Erfordernissen des § 116 Abs. 3 Satz 3 i.V.m. § 115 Abs. 2 FGO an die Darlegung der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO; vgl. auch BFH-Beschluss vom 13. August 1998 III B 48/97, juris).
Das Vorbringen lässt außer Acht, dass sich das Urteil in BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404 ausdrücklich mit der bis dahin überwiegend vertretenen gegenteiligen Auffassung auseinander gesetzt und diese mit der Begründung verworfen hat, dass sich die Rechtsprechung "über den eindeutigen in § 96 Abs. 1 ... FGO zum Ausdruck gelangten gesetzgeberischen Willen nicht hinwegsetzen (könne)".
Diese Erwägung schließt zum einen das Vorliegen eines gesetzgeberischen Versehens aus; zum anderen hätte sie den Klägern Veranlassung geben müssen, ihren hiervon abweichenden Rechtsstandpunkt im Einzelnen, d.h. mit solchen Argumenten zu begründen, die --ausgehend von den im Urteil in BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404 zitierten Ansichten in Literatur und Rechtsprechung-- vom I. Senat des BFH noch nicht berücksichtigt wurden.
Da Ausführungen dieser Art in keiner Weise den Anforderungen an die Beweisführungspflicht des Treuhänders gemäß § 159 AO 1977 genügen, wäre zur Substantiierung der geltend gemachten Zulassungsgründe jedenfalls erforderlich gewesen, dass die Kläger vorgetragen hätten, aufgrund welcher weiteren (konkreten) Aussagen der Zeugin Y. das FA (oder das FG) in die Lage versetzt worden wäre, den Nachweis über das Vorliegen eines Treuhandverhältnisses bezüglich bestimmter Sachen und Rechte (hier: Kunstgegenstände sowie Einlageforderungen gegen ein ausländisches Kreditinstitut; vgl. hierzu BFH-Urteil in BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404) als erbracht anzusehen (zu den Anforderungen vgl. BFH-Urteil vom 15. Juli 1997 VIII R 56/93, BFHE 183, 518, BStBl II 1998, 152, 156; Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, Kommentar, § 159 AO 1977 Tz. 8).
BFH, 04.11.2004 - III R 5/03
a) Bei der Gewinnermittlung durch Vermögensvergleich nach §§ 4 Abs. 1 und 5 Abs. 1 EStG wird die Gewinnneutralität sog. durchlaufender Posten durch Aktivierung und Passivierung gleich hoher Wertzu- und Wertabgänge erreicht (BFH-Urteile vom 4. Dezember 1996 I R 99/94, BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404, und vom 13. August 1997 I R 85/96, BFHE 184, 311, BStBl II 1998, 161).
Soweit es ertragsteuerlich auf das Eigentum oder die Inhaberschaft an Vermögenswerten ankommt, kann sie sich auch auf das Einkommen auswirken (…vgl. BFH-Urteile vom 13. November 1985 I R 7/85, BFH/NV 1986, 638; vom 13. März 1985 I R 7/81, BStBl II 1986, 318; vom 4. Dezember 1996 I R 99/94, BStBl II 1997, 404).
Über den eindeutigen in § 96 Abs. 1 Satz 2 FGO zum Ausdruck gelangten gesetzgeberischen Willen kann sich die Rechtsprechung im Hinblick auf Art. 20 Abs. 3 Grundgesetz nicht hinwegsetzen (vgl. BFH-Urteil vom 4. Dezember 1996 a.a.O.).
Verschweigt der Treuhänder wie im Streitfall seine Treugeber, vermutet das Gesetz, daß der Treugeber die gebotene Versteuerung unterlassen hat (vgl. BFH-Urteil vom 4. Dezember 1996, a.a.O.).
Wie der BFH in seinem Urteil vom 4. Dezember 1996 (a.a.O.) ausführt, erfordert der Nachweis der Treuhänderschaft nach § 159 AO auch Angaben darüber, wem welches Recht in welchem Umfang zusteht, so daß es sehr wohl auf die Person des Endbegünstigten ankommt.
Der Senat hat in seinem Urteil vom 4. Dezember 1996 I R 99/94 (BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404) entschieden, daß § Abs. 3 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nur bei einer Gewinnermittlung durch Überschußrechnung gemäß § 4 Abs. 3 EStG Anwendung findet.
Im Übrigen weiche die Vorentscheidung hinsichtlich der Anwendung des § 159 AO von dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 4. Dezember 1996 I R 99/94 (BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404) ab.
Weiter folgt daraus, dass die aufgezeigte Divergenz der o.a. Urteile der FG Münster und Düsseldorf für den Streitfall nicht rechtserheblich ist, sowie dass die Abweichung der Vorentscheidung von dem BFH-Urteil in BFHE 182, 131, BStBl II 1997, 404 einen für die Vorentscheidung nicht tragenden Rechtssatz betrifft.
BFH, 13.11.2006 - II B 163/05
BFH, 10.01.2007 - VIII B 218/05
BFH, 13.11.2006 - II B 164/05
BFH, 10.01.2007 - VIII B 219/05
Freie Beweiswürdigung aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens
FG Hamburg, 02.02.2007 - 2 K 21/06
Abgabenordnung: Zahlungsempfänger i.S.d. § 160 AO bei Zahlung auf Anweisung
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FG Rheinland-Pfalz, 23.09.2004 - 6 K 2199/03
Keine Zurechnung von Wertpapieren von Kunden bei einer Bank nach § 159 AO - Sinn …
FG Köln, 25.07.2003 - 10 K 8529/98
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FG München, 03.08.2004 - 15 K 2293/01
Rechtmäßigkeit des Verlangens nach der namentlichen Benennung von Treugebern an …
FG Düsseldorf, 18.10.2007 - 14 K 3830/04
Voraussetzungen für einen einkommensteuerrechtlichen Betriebsausgabenabzug mit …
BSG, 18.03.1999 - B 8 KN 2/98 U R
Verletztengeld bei Wiedererkrankung - Zusammentreffen mit Altersruhegeld - …
FG Baden-Württemberg, 12.11.2007 - 8 K 297/06
Zurechnung von Zinseinkünften aufgrund eines verdeckten Treuhandverhältnisses - …
BFH, 13.08.1998 - III B 48/97
Beschwerdebegründung - Begründungszwang - Bezugnahme auf Schriftsatz - Gegenstand …
FG Düsseldorf, 18.10.2007 - 14 K 7410/04
Voraussetzungen für ein steuerlich anzuerkennendes Treuhandverhältnis mit der …
FG Düsseldorf, 18.10.2007 - 14 K 7411/04
FG Düsseldorf, 08.04.2003 - 6 K 7193/00
Vorsteuerabzug; Reihengeschäft; Tatsächliche Ausführung; Verfügungsmacht; …

References: § 96
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 § 5
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 § 2
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 § 102
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 Art. 20
 § 159
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