Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20StR%20164/07
Timestamp: 2019-01-20 18:16:24+00:00

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BGH, 07.11.2007 - 1 StR 164/07 - dejure.org
§ 263 Abs. 3 StGB; § 70 StGB; § 56 StGB; § 46 StGB
"Gammelfleischskandal"; gewerbsmäßiger Betrug; Verstöße gegen das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz; Aussetzung einer Freiheitsstrafe zur Bewährung (Verteidigung der Rechtsordnung); Strafzumessung (Revisibilität bei Gesamtstrafenbildung; nachteilige typische Folgen einer Straftat); Berufsverbot (Absehen zugunsten einer milderen Weisung im Rahmen der Bewährungsaufsicht; Gesetzesvorbehalt)
Voraussetzung eines Eingriffs des Revisionsgerichts in die Strafzumessung - Inverkehrbringen von Lebensmitteln unter irreführender Bezeichnung - Hinnahme der vom Tatgericht vorgenommenen Bewertung bis an die Grenze des Vertretbaren in Zweifelsfällen durch das Revisionsgericht
Gammelfleisch-Skandal - Bundesgerichtshof bestätigt Urteil gegen Passauer Fleischhändler
Bestätigung der Freiheitsstrafe im Lebensmittel-Fall von Passau
LG Landshut, 21.11.2006 - 3 KLs 52 Js 22405/04
Beeinträchtigungen des Angeklagten aufgrund öffentlicher Berichterstattung können im Falle seiner Verurteilung im Rahmen der Strafzumessung mildernd zu berücksichtigen sein, wenn der Druck der medialen Berichterstattung erheblich über das hinaus geht, was jeder Straftäter über sich ergehen lassen muss (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 7. November 2007 - 1 StR 164/07, NStZ-RR 2008, 343, 344).
a) Die Strafbemessung (Strafrahmenwahl, konkrete Strafzumessung und Bestimmung der Gesamtstrafe) ist grundsätzlich Sache des Tatrichters, so dass das Revisionsgericht nur bei Vorliegen eines Rechtsfehlers eingreifen darf (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 16. April 2015 - 3 StR 638/14, NStZ-RR 2015, 540; Urteil vom 7. November 2007 - 1 StR 164/07, NStZ 2008, 343, 344 mwN).
Zwar hat der Tatrichter nach § 267 Abs. 3 Satz 1 Hs. 2 StPO nur die bestimmenden Strafzumessungsgesichtspunkte mitzuteilen (BGH, Urteil vom 7. November 2007 - 1 StR 164/07, NStZ-RR 2008, 343), doch ist mit der Sicherstellung ein Strafmilderungsgrund unerwähnt geblieben, dessen Berücksichtigung sich aufdrängen musste (BGH…, Beschluss vom 19. Januar 1990 - 2 StR 588/89, BGHR BtMG § 29 Strafzumessung 10).
Im Übrigen belegen die vorgelegten Presseartikel auch nicht, dass der Druck der medialen Berichterstattung weit über das hinausging, was jeder Straftäter über sich ergehen lassen muss, dessen Fall in das Licht der Öffentlichkeit gerät (vgl. BGH, Urteil vom 7. November 2007 - 1 StR 164/07, NStZ-RR 2008, 343, 344).
Die Prognoseentscheidung gem. § 56 StGB ist grundsätzlich Sache des Tatrichters, dem hierbei ein weiter Beurteilungsspielraum zukommt, so dass das Revisionsgericht im Zweifel die vom Tatgericht vorgenommene Bewertung bis an die Grenze des Vertretbaren hinnehmen muss (vgl. BGH, Urteil v. 13.01.1977 - 1 StR 691/76 -, juris; BGH, Urteil v. 03.11.1977 - 1 StR 417/77 -, juris BGH, Urteil v. 29.03.1984 - 4 StR 149/84 -, juris; BGH, Urteil v. 26.04.2007 - 4 StR 557/06 -, juris; BGH, Urteil v. 07.11.2007 - 1 StR 164/07 - juris RN 8 m.w.N.; KG Berlin, Urteil v. 01.09.2008 - (4) 1 Ss 207/08 (114/08) - juris).
Anforderungen an die Urteilsgründe bei der Strafzumessung; Aufhebung eines …

References: § 263
 § 70
 § 56
 § 46
 § 267
 § 29
 § 56