Source: http://jataka.nibbanam.com/Band_III/j425.htm
Timestamp: 2019-05-25 02:13:07+00:00

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425. Die Erzählung von dem Unmöglichen (Atthana-Jataka)
§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen unzufriedenen Mönch. Diesen fragte nämlich der Meister: „Ist es wahr, Mönch, dass du unzufrieden bist?“, und erhielt zur Antwort: „Es ist wahr, o Herr.“ Als er weiter fragte: „Aus welchem Grunde“, erwiderte jener: „Wegen der Macht der sinnlichen Lust.“ Darauf sprach der Meister: „O Mönch, das weibliche Geschlecht ist undankbar, verräterisch und man darf ihm kein Vertrauen schenken. In der Vorzeit vermochten Weise, obwohl sie täglich tausend Kahapanas gaben, ein Weib nicht zu befriedigen. Als dies nämlich an einem einzigen Tage die tausend Geldstücke nicht erhielt, ließ es jenen am Halse packen und hinauswerfen. So undankbar ist das weibliche Geschlecht. Begib dich nicht um seinetwillen in die Gewalt der sinnlichen Lust.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.
§B. Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, waren dessen Sohn, „der Prinz Brahmadatta“ [0a], und der Sohn des Großkaufmanns von Benares, „Prinz Mahadhana“ (= „viel Geld“) [0b] mit Namen, miteinander von Kindheit an befreundet [1]; bei demselben Lehrer erlernten sie die Künste. Nach dem Tode seines Vaters kam der Prinz auf den Thron und der Sohn des Großkaufmanns weilte immer in seiner Nähe.
Jeden Tag ging er dreimal zum Könige, um ihm seine Aufwartung zu machen. Als er nun eines Tages am Abend sich zur Aufwartung des Königs begab und sich mit dem Könige unterhielt, ging inzwischen die Sonne unter und es wurde dunkel. Bei seinem Weggang aus dem königlichen Palaste dachte er: „Jetzt ist keine Zeit mehr, nach Hause zu gehen und wiederzukommen; ich will sogleich in das Haus der Stadtschönen gehen.“ Er entließ seine Diener und trat in ihr Haus ein.
§1. „Voll Lotos fließe still der Ganges [3],
wie Muscheln sei gefärbt der Kuckuck [4],
der Jambu [5] trage Palmenfrüchte:
§2. „Wenn man aus der Schildkröte Haaren
§3. Wenn aus den Zähnen der Moskitos
§5. Wenn auf 'ner Treppe aufwärts steigen
und Rahu [6] auch zu Falle bringen,
§6. Wenn einen Topf voll Branntwein trinken
§8. Wenn je die Krähen und die Eulen
§9. Wenn von des dünnen Strauches Blättern
den hohen Gandhamadana [9]
§11. Wenn ein Schiff, das das Meer befährt
§A2. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen hatte, fügte er noch hinzu: „So, o Mönch, ist das weibliche Geschlecht undankbar und verräterisch.“
§C. Dann verkündete er die Wahrheiten und verband das Jataka mit folgenden Worten (am Ende der Verkündigung der Wahrheiten aber gelangte jener Mönch zur Frucht der Bekehrung): „Damals war der König Ananda, der Asket aber war ich.“
[0a] Auf Pali: „Brahmadattakumara”.
[0b] Auf Pali: „Mahadhanakumara”.
[3] Der Lotos wächst nur in still stehenden Gewässern.
[4] Gemeint ist die weiße Farbe der Perlmuschel.
[5] Der Rosenapfelbaum, Eugenia jambus.
[8] Über den in Indien sprichwörtlichen Streit der Krähen und der Eulen vgl. besonders das Jataka 270.
[9] Ein Berg im Himalaya; vgl. oben im Jataka 421 vor Strophe 7.

References: §1

§2

§3

§5

§6

§8

§9

§11