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Timestamp: 2019-09-20 17:02:51+00:00

Document:
Wohnung in der Schweiz + Deutschland, Steuerbefreiung - Seite 3 - Grenzgänger - Auswandern Schweiz Forum
Ja, definitiv. Ich denke, dass dein Schweizer Gehalt höher ist als dein deutsches war, d.h. dein Grenzsteuersatz wird sich erhöhen.
Heb dir am besten, unabhängig von dem Mietvertrag, sämtliche Quittungen (Tanken, Einkauf etc) auf. Nur falls das deutsche Finanzamt bei dir auch versucht rumzudiskutieren.
Die Schachtel mit den Quittungen steht schon neben dem Schreibtisch
2. November 2018, 10:46
hier die Antwort meines Steuerberaters nach dem Termin. ich habe mal alle persönlichen Dinge mit X versehen
kann auch gern in etwas Allgemeineres verschoben werden.
Steuerpflicht bei Auslandsaufenthalt
xxx wird zum 01.03.2019 bzw. ggf. bereits zum 01.02.2019 für die xxxx AG in xxxx, Schweiz als xxxxx tätig werden. Auskunftsgemäß wird Hr. xxxx dort nicht als Geschäftsführer oder Organ eingestellt. Er erhält allerdings Prokura. Aus dem Arbeitsvertrag ist grundsätzlich ein abhängiges und weisungsgebundenes Beschäftigungsverhältnis anzunehmen.
Laut der letzten Einkommensteuererklärung (für 2017) erzielen die Eheleute xxxxx jeweils Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit. Darüber hinaus besitzt Frau xxxxx noch eine Eigentumswohnung samt Stellplätzen zur Erzielung von Vermietungseinkünften. Lebensmittelpunkt ist xxxxx.
Nach seinem Wechsel in die Schweiz wird Hr. xxxxx weiterhin ausschließlich Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit erzielen.
Laut Arbeitsvertrag vom 21.08.2018 beträgt die Wochenarbeitszeit 42 Stunden. Das Jahresgehalt liegt bei ca. CHF xxxxx (13 Gehälter)
Darüber hinaus erhält Hr. xxx noch einen Bonus von ca. CHF xxx . Urlaub wird für 25 Tage gewährt.
Hr. xxxx hat auskunftsgemäß eine Mietwohnung in xxxx, Schweiz ab dem 01.01.2019 gemietet. Er beabsichtigt dort werktags zu wohnen und nicht täglich zu seinem Lebensmittelpunkt nach xxxx zurückzukehren.
Wie erfolgt die Besteuerung des Arbeitslohns aus der Schweiz?
Steuerliche Würdigung:
1. Steuerpflicht in Deutschland:
Grundsätzlich bleibt Herr xxxx trotz des Umzugs in die Schweiz gem. § 1 Abs. 1 S. 1 EStG in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig. Zum einen befindet sich hier weiterhin sein Wohnsitz bzw. der Ort des Mittelpunkts der Lebensinteressen. Seine Frau bleibt weiterhin in xxx wohnen. In Verbindung mit § 8 AO reicht für die Annahme der unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland aus, dass Hr. xxxx eine Wohnung im Inland innehat, so dass er die Wohnung beibehalten und benutzen kann bzw. dies tun wird. Aufgrund des Verbleibs der Ehefrau in Deutschland ist dies anzunehmen.
Zum anderen ist aufgrund des Lebensmittelpunktes in Deutschland und einer angenommenen regelmäßigen Rückkehr an den Wochenenden und zu Urlaubszeiten mindestens von einem gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland im Sinne des § 9 AO auszugehen.
Bei unbeschränkter Steuerpflicht in Deutschland wird grundsätzlich das Welteinkommen besteuert; unabhängig von der Herkunft der Einkünfte. Somit würden auch die schweizerischen Einkünfte in Deutschland voll besteuert.
2. Steuerpflicht in der Schweiz
Da Hr. xxx auch in der Schweiz eine Wohnung unterhalten wird, ist davon auszugehen, dass auch dort eine unbeschränkte Steuerpflicht angenommen wird. Dies muss noch durch einen schweizerischen Steuerberater geprüft und bestätigt werden.
Im Falle der unbeschränkten Steuerpflicht in der Schweiz hat Hr. xxxx auch dort die Einkünfte aus der nichtselbstständigen Tätigkeit zu versteuern. Es kommt grundsätzlich zu einer Doppelbesteuerung.
Aufgrund der Entfernung der Arbeitsstätte zu seinem derzeitigen Wohnsitz ist ein weiterer Wohnsitz am Arbeitsort oder in der Nähe voraussichtlich zwingend erforderlich.
3. Vermeidung der Doppelbesteuerung
Im Falle einer Doppelbesteuerung ist das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen der Schweiz und Deutschland zu prüfen. Hier wird das Besteuerungsrecht für grundsätzlich doppelt zu besteuernde Einkünfte festgelegt. Einem Staat wird das Besteuerungsrecht zugeordnet. Der andere Staat stellt die Einkünfte dann grundsätzlich von der Besteuerung frei (alternativ: Anrechnungsmethode).
Gem. Art. 4 DBA ist zunächst zu prüfen, wo Hr. xxxx im Sinne des DBA ansässig ist. Nach Abs. 1 ist für die Ansässigkeit die unbeschränkte Steuerpflicht in einem Staat notwendig. Hr. xxxxx wäre allerdings in der o.g. Konstellation in zwei Staaten unbeschränkt steuerpflichtig.
Da gem. Abs. 2 a bei Hr. xxxx jeweils ein Wohnsitz in beiden Staaten anzunehmen ist, ist grundsätzlich der Mittelpunkt der Lebensinteressen ausschlaggebend. Demnach wäre Deutschland der Ansässigkeitsstaat im Sinne des DBA. Ebenfalls sprechen der gewöhnliche Aufenthalt sowie die Staatsbürgerschaft im Sinne des Abs. 2 b und c für eine Ansässigkeit in Deutschland.
Gem. Art. 15 Abs. 1 DBA wird die Besteuerung von Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit grundsätzlich im Ansässigkeitsstaat durchgeführt. Etwas anderes gilt, wenn die Tätigkeit in einem anderen Staat (Tätigkeitsstaat) ausgeübt wird. Dann erfolgt die Besteuerung grundsätzlich im Tätigkeitsstaat. Dies wäre in diesem Falle die Schweiz.
Gem. Art. 15 Abs. 2 ist jedoch noch Folgendes zu beachten:
Ungeachtet des Abs. 1 können Vergütungen, die eine in einem Vertragsstaat ansässige Person für eine in dem anderen Vertragsstaat ausgeübte unselbständige Arbeit bezieht, nur in dem erstgenannten Staat besteuert werden (Ansässigkeitsstaat = Deutschland), wenn
- der Empfänger sich in dem anderen Staat insgesamt nicht länger als 183 Tage während des betreffenden Kalenderjahres aufhält,
- die Vergütungen von einem Arbeitgeber oder für einen Arbeitgeber gezahlt werden, der nicht in dem anderen Staat ansässig ist, und
- die Vergütungen nicht von einer Betriebsstätte oder einer festen Einrichtung getragen werden, die der Arbeitgeber in dem anderen Staat hat.Da die Voraussetzungen kumulativ vorliegen müssen, ist im konkreten Falle von einer Besteuerung im Tätigkeitsstaat = Schweiz auszugehen, da die Voraussetzungen im konkreten Fall nicht vorliegen.Darüber hinaus ist noch der Art. 15a zu prüfen.Ungeachtet des Art. 15 können Gehälter, Löhne und ähnliche Vergütungen, die ein Grenzgänger aus unselbständiger Arbeit bezieht, in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem dieser ansässig ist. Zum Ausgleich kann der Vertragsstaat, in dem die Arbeit ausgeübt wird, von diesen Vergütungen eine Steuer im Abzugsweg erheben. Diese Steuer darf 4,5 vom Hundert des Bruttobetrages der Vergütungen nicht übersteigen, wenn die Ansässigkeit durch eine amtliche Bescheinigung der zuständigen Finanzbehörde des Vertragsstaates, in dem der Steuerpflichtige ansässig ist, nachgewiesen wird. Art. 4 Abs. 4 bleibt vorbehalten.Grenzgänger im Sinne des Abs. 1 ist jede in einem Vertragsstaat ansässige Person, die in dem anderen Vertragsstaat ihren Arbeitsort hat und von dort regelmäßig an ihren Wohnsitz zurückkehrt. Kehrt diese Person nicht jeweils nach Arbeitsende an ihren Wohnsitz zurück, entfällt die Grenzgängereigenschaft nur dann, wenn die Person bei einer Beschäftigung während des gesamten Kalenderjahres an mehr als 60 Arbeitstagen auf Grund ihrer Arbeitsübung nicht an ihren Wohnsitz zurückkehrt. Aufgrund der vorgetragenen Sachverhaltskonstellation ist allerdings davon auszugehen, dass Hr. xxxx an mehr als 60 Arbeitstagen im Jahr nicht nach Iserlohn zurückkehrt. Damit wäre der Art. 15a im konkreten Fall nicht anwendbar.Zusätzlich ist Folgendes zu beachten:Gem. Art. 15 Abs. 4 ist eine natürliche Person, die in einem Vertragsstaat ansässig, aber als Vorstandsmitglied, Direktor, Geschäftsführer oder Prokurist einer in dem anderen Vertragsstaat ansässigen Kapitalgesellschaft tätig ist, mit den Einkünften aus dieser Tätigkeit in diesem anderen Staat besteuert werden, sofern ihre Tätigkeit nicht so abgegrenzt ist, dass sie lediglich Aufgaben außerhalb dieses anderen Staates umfasst. Besteuert dieser andere Vertragsstaat diese Einkünfte nicht, so können sie in dem Staat besteuert werden, in dem die natürliche Person ansässig ist.
Auskunftsgemäß ist davon auszugehen, dass Hr. xxx als Prokurist für die Schweizer Firma überwiegend in der Schweiz tätig ist. Daher spricht auch diese Tatsache für das Besteuerungsrecht der Schweiz.
Gem. Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 d wird die Doppelbesteuerung vermieden, in dem Deutschland die Einkünfte aus der Angestelltentätigkeit des Hr. xxxx bei der Firma xxxx von der Besteuerung ausschließt und freistellt (unter Progressionsvorbehalt).
4. Auswirkungen des DBA auf die nationale Besteuerung
Gem. Art. 24 des DBA Schweiz und Deutschland hat Deutschland die Einkünfte aus der nichtselbstständigen Tätigkeit des Hr. xxx grundsätzlich freizustellen. Somit werden die Einkünfte dem Grunde nach in Deutschland nicht besteuert (Voraussetzung: Nachweis der Besteuerung in der Schweiz).
Gem. § 32b Abs. 1 Nr. 3 EStG unterliegen die Einkünfte allerdings dem sog. Progressionsvorbehalt. Dies führt dazu, dass sich der Steuersatz für die Besteuerung der in Deutschland steuerpflichtigen Einkünfte des Hr. xxxx (und seiner Ehefrau bei einer Zusammenveranlagung) erhöht, da die schweizerischen Einkünfte bei der Findung des Steuersatzes (der Progression) doch berücksichtigt werden müssen. Somit führt die Einbeziehung zu einer höheren Besteuerung der anderen Einkünfte mit einer Besteuerung in Deutschland.
5. Gestaltungsspielraum
Da Hr. xxxxx auskunftsgemäß in Deutschland derzeit keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte erzielt (bzw. dies ab 2019 nicht mehr tut, wenn die nichtselbstständigen Einkünfte in Deutschland wegfallen), wäre eine getrennte Veranlagung bzw. eine Einzelveranlagung der Eheleute anzuraten. Dann läuft der Progressionsvorbehalt des § 32b EStG ins Leere, da keine grundsätzlich in Deutschland zu besteuernden Einkünfte des Hr. xxxx vorliegen. Allerdings führt dies für die Ehefrau grundsätzlich zu einer höheren Besteuerung der eigenen Einkünfte, da der Effekt der Zusammenveranlagung wegfällt (jener ist umso größer, desto größer die Einkunftsunterschiede zwischen Eheleuten sind). Allerdings ist u.E. eine niedrigere Steuerlast durch eine Trennung der Veranlagungen zu erreichen, als Mehrsteuern durch Wegfall der Zusammenveranlagung ausgelöst werden.
Handwerkerleistungen, Spenden etc. sollten soweit möglich dann durch die Ehefrau getragen werden, damit die Ausgaben bei Fr. xxxx über die Einzelveranlagung Berücksichtigung finden. Sonderausgaben sowie außergewöhnliche Belastungen des Ehemanns würden bei ihm mangels Einkünften ins Leere laufen.
Aufgrund des Lebensmittelpunkts in Deutschland ist ein Wegfall der unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland nur durch das Wegziehen beider Eheleute zu erreichen (in die Schweiz). Andernfalls wird die Finanzverwaltung immer von einem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt des Ehemannes in Deutschland ausgehen. Dies löst sodann die o.g. Effekte aus.
Für die Anwendung der Grenzgängerregelung des Art. 15a des DBA müssten die Eheleute in die Grenzregion Deutschland-Schweiz ziehen, damit die o.g. Voraussetzung realistisch und wirtschaftlich sinnvoll erreicht werden können.
6. Exkurs: Vollständiger Wegzug aus Deutschland
Bei einem vollständigen Wegzug aus Deutschland in die Schweiz wären die Eheleute xxxx in Deutschland mangels Wohnsitzes und gewöhnlichen Aufenthalts nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig. Eine unbeschränkte Steuerpflicht würde dann nur noch in der Schweiz angenommen werden. Dort sind dann vermutlich grundsätzlich sämtliche Welteinkünfte der Eheleute zu besteuern. Dies würde auch grundsätzlich für die Einkünfte aus Vermietung der Eigentumswohnung von Fr. xxxx in Deutschland gelten.
Fr. xxxxx wäre mit den Einkünften aus Vermietung auch in Deutschland gem. § 1 Abs. 4 i.V.m. § 49 Abs. 1 Nr. 6 EStG beschränkt steuerpflichtig. Derzeit werden in der Summe leichte Verluste erzielt, so dass eine beschränkte Steuerpflicht in Deutschland zunächst keine Steuern auslösen würde.
Im Falle von positiven Einkünften kommt es insoweit allerdings wiederum zu einer Doppelbesteuerung der Vermietungseinkünfte in Deutschland und in der Schweiz.
Hier ist dann wiederum das DBA Deutschland-Schweiz heranzuziehen. Fr. xxxxx wäre lt. Art. 4 DBA im abgewandelten Falle in der Schweiz ansässig. Gem. Art. 6 Abs. 1 DBA hat grundsätzlich der sog. Belegenheitsstaat einer Immobilie das Besteuerungsrecht. Dies wäre im konkreten Falle Deutschland.
Gem. Art. 24 Abs. 2 Nr. 1 DBA wird die Doppelbesteuerung vermieden, in dem die Einkünfte in der Schweiz grundsätzlich freigestellt werden. Eine konkrete Besteuerung / ein Progressionsvorbehalt in der Schweiz wäre in diesem Falle durch einen schweizerischen Steuerberater zu prüfen.
In Deutschland erfolgt eine beschränkte Steuerpflicht bezogen auf die jährlichen Einkünfte aus der Immobilie.
KRANKENVERSICHERUNGSRECHTLICHE BEURTEILUNG
Gelten für einen Arbeitnehmer der in Deutschland wohnt und für den aufgrund einer Beschäftigung in der Schweiz die Schweizer Rechtsvorschriften, führt dies grundsätzlich zu einer Versicherung im Schweizer Krankenversicherungsobligatorium. Eine Befreiung ist möglich, wenn der Nachweis erbracht wird, dass der Arbeitnehmer in Deutschland über einen mit der schweizer Krankenversicherung vergleichbaren Versicherungsschutz verfügt. Die Befreiung ist bei der zuständigen kantonalen Stelle, hier „Volkswirtschaft und Gesundheitsdirektion“ in Liestal innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Beschäftigung zu beantragen (kvg.org/stream/de/download---0--0--0--996.pdf). Die Befreiung gilt grundsätzlich für die gesamt Dauer einer Tätigkeit in der Schweiz und kann nicht widerrufen werden.
Besteht die Krankenversicherung in Deutschland fort, so gilt, dass in der Schweiz die Leistungen nach dem Schweizer Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) erbracht werden und in Deutschland Leistungen nach dem Sachleistungsprinzip auf Grundlage des Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V), in Anspruch genommen werden können.
Besteht kein Wohnsitz in Deutschland kann auch keine Befreiung erfolgen. Hier wäre bei einer Rückkehr nach Deutschland nachzuweisen, dass eine Versicherung im Rahmen des Schweizer Krankenversicherungsobligatoriums und damit einer gesetzlichen Krankenversicherung bestanden hat (Zulassung durch KVG). In diesem Fall wäre eine Rückkehr in die bisherige deutsche gesetzliche Krankenversicherung grundsätzlich möglich.
Hallo Leute, ich gliedere mich hiermit mit einer ähnlichen Situation in die Diskussion ein.
Da ich demnächst in die Schweiz (ZH) für ein Praktikum (>3 Monate) ziehe und meine Mietwohnung aus wirtschaftlichen Gründen abgebe, wollte ich fragen ob es nicht sinnvoll wäre statt mich komplett aus Deutschland abzumelden, mich bei den Eltern in einer anderen Stadt anzumelden. So erspare ich mir einiges an Bürokratie.
Mein Hauptwohnsitz wäre aber dennoch die Schweiz, ich nehme an airbnb oder eine WG. Oder werde ich dann doppelt besteuert?
Am liebsten würde ich im Amt irgendwo anrufen und nachfragen, aber ich weiß gar nicht wo und für einen Steuerberater oder Rechtsanwalt habe ich als Student nicht das Geld. Daher kommt diese Plattform gerade recht. Übrigens lese ich mich seit Tagen schon intensiv hier ein
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von PeterErnst ( 9. November 2018, 16:16 )
da du nur ein Praktikum planst welches definitiv zeitlich befristet ist macht eine B-Bewilligung keinen Sinn.
Du brauchst eine G-Bewilligung.
Hat den Vorteil, dass du deine deutschen Versicherungen beibehalten kannst und du dich weder abmelden noch irgendwo anmelden muss. Dein Arbeitgeber beantragt i.d.R. die Grenzgängerbescheinigung(G-Bewilligung)
Vielen Dank für die Antwort. Ich habe mich jetzt ein bisschen über die G-Bewilligung informiert. Gegen diese sprechen zum einen die hohe Last an Abzügen, insgesamt knapp die Hälfte meines Bruttolohns, zum anderen liegt mein Wohnort 600km entfernt und ich laut Regel mindestens ein mal die Woche zum Wohnort fahren müsste.
L-Bewilligung fällt raus, weil der Arbeitsvertrag erst ein mal auf "<90 Kalendertage" befristet ist.
Es bleibt nur der Kurzaufenthalt ohne Bewilligung übrig, zumindest die ersten 3 Monate. Hier werde ich laut Finanzamt nur dann ausschließlich in der Schweiz besteuert, wenn ich mich in D komplett abmelde. So hat sich das geklärt
Dende74
ich bin vor 3 Wochen in die Schweiz gezogen, habe meinen Job begonnen und bekomme diese Woche meine Aufenthaltsbewilligung B.
Ich hatte die letzten zwei Jahre keinen Wohnsitz in DE, habe mich aber für die zwei Wochen zwischen Rückkehr DE und Jobstart CH bei meinen Eltern gemeldet.
Bislang habe ich mich nicht abgemeldet, weil ich dadurch Behördengänge in DE regeln kann und nicht nach Bern zum Konsulat muss.
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist damit die Adresse meiner Eltern mein 1.-Wohnsitz, da man in DE nur dann einen 2.-Wohnsitz haben kann, wenn man auch einen 1.-Wohnsitz hat.
Meine Frage: ergeben sich dadurch für mich irgendwelche Nachteile, oder sollte ich mich lieber sauber abmelden?
Zweite Frage bezieht sich auf die Krankenversicherung: kann ich meine gesetzliche Versicherung aus DE behalten oder macht es Sinn mich in CH zur Grundversicherung anzumelden?
Wenn ja, wie bin ich dann in DE versichert, brauche ich dafür eine Auslandskrankenversicherung?
29. Januar 2019, 10:39
Dende74 schrieb:
Wenn du in die Schweiz ziehst, MUSST du dich in der Schweiz krankenversichern. Nur Grenzgänger haben ein Optionsrecht.
29. Januar 2019, 10:44
Ja. Du hast nun in Deutschland einen 1. Wohnsitz und in der Schweiz einen 1. Wohnsitz. Eine Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitwohnsitz gibt es im Allgemeinen nur innerhalb eines Landes. Nachteile liegen in der Besteuerung, das ist aber von der jeweiligen Situation abhängig.
Die Krankenversicherung aus Deutschland kannst Du nicht behalten, die Schweiz erwartet von Dir den Nachweis einer Krankenversicherung in der Schweiz. Obendrein ist die Grundlage für die gesetzliche Versicherung in Deutschland durch Beschäftigungsaufnahme im Ausland entfallen und Du hast dort ein Sonderkündigungsrecht. Es gibt wenige Ausnahmen bei denen die Sozialversicherungspflicht in einem anderen Land bleiben kann, die sehe ich bei Dir (Wohnen und Arbeiten in der Schweiz mit Bewilligung B) nicht. Die Versicherung der Schweiz sollte Auslandsaufenthalte mit abdecken.
ch.ch/de/krankenkasse-ausland/
Und gibt es für mich Nachteile, wenn ich meinen Wohnsitz in Deutschland nicht aufgebe?
30. Januar 2019, 09:05
- du musst Steuererklärungen in beiden Ländern abgeben
- du musst dich vermutlich mit dem deutschen Finanzamt rumärgern wg Geschichten wie 60-Tage Regel
Macht alles etwas komplizierter
Also hat das angemeldet bleiben in Deutschland keine Vorteile, sondern nur Nachteile.
Ob du Vorteile hast, wenn du gemeldet bleibst, kannst du dir nur selbst beantworten. Wenn dir keiner einfällt, dann wirst du sehr wahrscheinlich auch keinen haben. Und wie Basileus richtig sagen, kann es nur unnötig kompliziert werden, dass macht nur Sinn wenn du ein triftigen Grund hast.
Schöne Grüsse und weiter einen guten Start in der Schweiz
SinaSabeth
Nach intensiver Internetrecherche wende ich mich nun an euch, es scheint mir hier doch einige recht kompetente Leute zu geben
Ich habe einen Wohnsitz in Deutschland (Freiburg). Nehme zum 1.6. Eine Arbeit in der Schweiz (basel) auf, welche allerdings ein Praktikum und daher auf 3 Monate beschränkt ist. Da ich jedoch fuer diese Zeit einen Firmenwagen bekommen werde, ist ein Wohnsitz in der Schweiz notwendig, da der Wagen sonst bei jedem Grenzübertritt verzollt werden müsste (da das Auto in der Schweiz gemeldet ist). Ich habe nun von einem Freund einen untermietvertrag bekommen und werde mich morgen In basel anmelden. Meine Wohnung in Deutschland (zur Miete) möchte ich gerne behalten). da ich zunächst nur 3 Monate in der schweiz arbeiten werde, werde ich wohl keinen ausländerausweis bekommen.
Die Frage ist jedoch: in welchem Land werde ich steuerpflichtig Sein?
Und außerdem: greift meine Krankenversicherung aus Deutschland auch in der Schweiz wenn es sich nur um einen maximal drei montägigen Aufenthalt handelt oder benötige ich aufgrund des Schweizer Wohnsitzes auch eine Schweizer Versicherung?
warum sollst du denn den Schweizer Firmenwagen bei jedem Grenzübertritt verzollen? Wenn das so wäre, dürften Grenzgänger ja keine Firmenwagen mit Schweizer Kennzeichen fahren.
Ich vermute du bekommst von deinem Schweizer Arbeitgeber eine Bestätigung, dass du den Wagen benutzen darfst. Das Einzige was du beachten musst ist, dass du mit dem Firmenwagen wirklich nur nach Hause fahren darfst (nach Freiburg). Keine sonstigen Strecken wie Einkauf o.ä.
Steuerpflichtig wirst du weiterhin in Deutschland sein, es sei denn du gibst die Wohnung in Freiburg komplett auf. Freiburg ist weniger als 110km (mittlerweile sogar nur 100km, glaube ich) von Basel entfernt, d.h. dein Heimweg ist nicht weit genug entfernt für die 60-Tage-Regel.
Bzgl KV könntest du Glück haben mit den drei Monaten. Würde aber an deiner Stelle mal anrufen bei deiner KV und nachfragen ob Kosten in der Schweiz auch gedeckt wären.
Basileus hat mit allem recht!
Bezüglich Deines Firmenwagens benötigst Du neben der schriftlichen Genehmigung des Arbeitgebers noch eine Genehmigung des Zolls. Hier eine Antwort des Strassenverkehrsamtes Aargau bzgl. eines Deutschen Firmenwagens in der Schweiz:
StVA Aargau schrieb:
Das Fahrzeug ist beim Zollamt zu deklarieren. Wenn der Zoll Ihnen eine Bewilligung ausstellt, das Fahrzeug als Firmenfahrzeug zu verwenden, so ist es möglich, das Fahrzeug mit den ausländischen Kennzeichen zu verwenden. Es gibt allerdings Einschränkungen. Ein Firmenfahrzeug darf nur wie folgt verwendet werden:
- für grenzüberschreitende Fahrten Ausland/Schweiz/Ausland im dienstlichen Auftrag
- für private Fahrten zwischen dem ausländischen Arbeitsort und dem inländischen Wohnort
- für gelegentliche Fahrten in dienstlichem Auftrag ab Wohnort in der Schweiz an einen inländischen Arbeitsort und anschliessender Rückreise an den ausländischen Arbeitsort
Das Fahrzeug muss in der Schweiz immatrikuliert werden, sofern es nicht mindestens zweimal im Monat über das Wochenende im Ausland abgestellt wird oder wenn es für andere Fahrten als vorstehend aufgeführt, verwendet wird
Hallo Basileus und MotU,
Vielen Dank fuer eure schnellen Antworten! Das mit dem Firmenwagen hab ich auch nicht verstanden, mein Arbeitgeber in der Schweiz meinte jedenfalls dass aufgrund des Firmenwagens ein Wohnsitz in der Schweiz notwendig sei. Ich den Firmenwagen dann aber auch privat nutzen darf.
Ich waere also mit Wohnsitzen in beiden Ländern in jedem Fall in Deutschland steuerpflichtig und in Schweiz nicht?
Ich bin heute beim Einwohnermeldeamt in basel und werde da dann hoffentlich mehr erfahren.
ausschlaggebend für die Steuern ist Dein Lebensmittelpunkt. Und wenn Du Dich nicht abmeldest und nicht vorhast in die Schweiz zu ziehen, verschiebt sich dieser nicht und somit bist Du in der Schweiz steuerpflichtig.
Die einzige Erklärung bzgl. der Aussage auf den Firmenwagen ist, dass die Firma für 3 Monate nicht die gesamte Bürokratie durchlaufen will (Zoll-Genehmigungen, offizielle Bestätigung, etc.). Ich würde mich beim Strassenverkehrsamt in Basel (Stadt vermute ich) erkundigen, was Du alles erfüllen musst und dann natürlich beim Schweizer und Deutschen Zoll nachfragen. Sprich nimm Deinem Arbeitgeber die Arbeit ab, so weit es geht!
Andererseits wenn Dir Dein Arbeitgeber nicht erlaubt über die Grenze zu fahren, ist eh alles hinfällig...
17. Mai 2019, 14:53
Ich würde das mit dem Firmenwagen verwerfen...Der bürokratische Aufwand für die 3 Monte ist es nicht Wert!
Zumal, wenn du ihn auch privat nutzen darfst, er in der Schweiz mit 0,8% des Kaufpreises (abzüglich Mehrwertsteuer) versteuert werden muss. Wenn du ihn privat über die Grenze steuern willst, er in der EU eingeführt und verzollt werden muss. Und weil deine Steuerpflicht weiterhin in Deutschland ist, musst du bei privater Nutzung des Fahrzeuges noch 0,2 % nachversteuern, aber vom Bruttolistenpreis und nicht vom Kaufwert (abzüglich Mehrwertsteuer) wie in der Schweiz...
Du brauchst nur einen Wohnsitz in der Schweiz, wenn der Firmenwagen auf dich zugelassen werden soll. Ansonsten wird das Fahrzeug auf die Firma zugelassen, oder Leasinggesellschaft und du als Fahrer mit deiner deutschen Adresse (bei Grenzgängern) oder deine Schweizer Adresse (Aufenthalter) eingetragen. Bei Aufenthalter mit Status B, muss auch noch der Führerschein getauscht werden.
23. Juni 2019, 01:21
Sorry wenn die Antworten schon irgendwo in dem Fred steht aber vielleicht kann jemand mir helfen für genau meine Frage.
Ich wohne,lebe und arbeite sehr sehr viel jetzt seit knapp 3 Monaten in der Schweiz mit der B Bewilligung. In diesen drei Monaten war ich jetzt 2 Nächte in Deutschland.
In der deutschen heimischen Zeitung war ein super, für meine Qualifikation perfektes Jobangebot in der Schweiz worauf ich mich beworben habe wo dann auch alles ziemlich schnell und gut geklappt hat.
Ich habe eine kleine 50 m2 Eigentumswohung in Deutschland wo ich noch kräftig am Kredit für abzahlen bin, somit überweise ich von meinem schweizer Lohn/Bank auf mein Deutsches Konto die Tilgungs/Zins/Wohnungsnebenkosten/GEZ usw...
Ich bin wirklich zufällig zu diesem Thema und somit in dieses Forum gekommen. Ich habe daran gar nicht gedacht das man da steuerlich oder an sonst was denken muss.
Dachte mir in Deutschland habe ich meine noch nicht abbezahlte Eigentums-"Ferienwohnung" die ich einmal im Quartal besuche und in der Schweiz meine arschteure Penthouswohnung/attika wo auch zu 99% mein Leben abspielt, Krankenversicherung/Quellensteuer/einfach alles was Geld kostet (Führerschein/Auto habe ich keins).
Ich habe mich in Deutschland auch noch gar nicht abgemeldet da ich erstmal zwei/drei Monate schauen wollte ob das hier auch läuft... Und ja, so schnell will ich erstmal nicht zurück...
Ich wäre euch auf Antworten der folgenden Frage äusserst Dankbar, falls sie mir jemand beantworten kann:
Kann ich einfach so weiter machen? Sprich meine Ferienwohnung die noch abgezahlt wird in Deutschland, die ich alle 2-3 Monate für 1-2 Tage besuche, da meine Eltern/Geschwister/Freunde in der Gegend da noch wohnen, zu behalten?
Oder muss ich da irgendwelche Steuern zusätzlich zahlen???
Ich habe bisher keinen Gedanken drüber gemacht.
Vielen vielen Dank falls jemand Antwortet!!!

References: § 1
 § 8
 § 9
 Art. 4
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 4
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 24
 Art. 24
 § 32
 § 32
 Art. 15
 § 1
 § 49
 Art. 4
 Art. 6
 Art. 24