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Timestamp: 2019-03-21 00:39:11+00:00

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Rechtsprechung: VRS 99, 131 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Düsseldorf, 31.05.2000
OLG Rostock, 20.04.2004 - 2 Ss (OWi) 102/04 I 63/04
Wirksame Zustellung an Verteidiger aufgrund rechtsgeschäftlicher Vollmacht - fehlender Hinweis auf Änderung des rechtlichen Gesichtspunktes bei Verhängung eines Fahrverbotes
Blutprobe wegen des Verdachts der Trunkenheit im Verkehr; Rechtmäßigkeit einer Geldbuße wegen des Führens eines Kraftfahrzeuges mit einer Blutalkoholkonzentration (BKA) von 0,5 Promille; Ausschließliche Zustellung eines Bußgeldbescheides an einen Verteidiger; Nachweis einer rechtsgeschäftlichen Zustellungsvollmacht
Geldbuße - Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse im Urteil
Ersatzzustellung Bußgeldbescheid - Verjährung
Kein Fahrverbot ohne vorherigen rechtlichen Hinweis
Fahrverbot allgemein - Fahrverbotsthemen - Absehen vom Fahrverbot - Fahrverbot und Zeitablauf
AG Güstrow, 18.12.2002 - 971 OWi 43/02
VRS 99, 131
OLG Bamberg, 02.02.2017 - 2 Ss OWi 23/17
Wirksame Zustellung an rechtsgeschäftlich mandatierten Verteidiger
Entscheidend ist allein, dass sie im Augenblick der Entgegennahme der Zustellung besteht und dies - auch nachträglich - eindeutig nachgewiesen ist (OLG Rostock, Beschl. v. 20.04.2004 - 2 Ss [OWi] 102/04 = VRS 107 [2004], 442 = BA 43 [2006], 491; OLG Braunschweig, Beschl. v. 13.05.2013 - 1 Ss [OWi] 83/13 = NJW 2013, 3111 = DAR 2013, 524 = OLGSt OWiG § 51 Nr. 6; vgl. zuletzt auch KG, Beschl. v. 17.6.2016 - 162 Ss 55/16 = NStZ-RR 2016, 289 = VRS 130, [2016] 239 = DAR 2016, 711 = NJW 2016, 3320 [Ls]).
b) Nach einem Teil der Rechtssprechung schließt jedoch die gesetzliche Fiktion der Zustellungsvollmacht des § 51 Abs. 3 OWiG, der der Vorschrift des § 145a Abs. 1 StPO nachgebildet ist, die Erteilung einer rechtsgeschäftlichen Zustellungsvollmacht nicht aus mit der Folge, dass - ohne dass die Vollmacht zum Zeitpunkt der Zustellung bei den Akten gewesen wäre - von einer wirksamen Zustellung auszugehen ist, wenn der Verteidiger zu diesem Zeitpunkt vom Betroffenen rechtsgeschäftlich zur Entgegennahme von Zustellungen bevollmächtig gewesen ist (BGH, NStZ 1997, 293; OLG Rostock, NStZ-RR 2003, 336 f.; OLG Hamm, NZV 2005, 386; BayObLG, NJW 2004, 1263; OLG Rostock, VRS 107, 442 m. w. N.).
Der "gewählte Verteidiger" im Sinne dieser Vorschriften sei grundsätzlich Beistand des Betroffenen, nicht dessen Prozessbevollmächtigter oder Vertreter (OLG Rostock, VRS 107, 442 m. w. N.).
Es reicht nicht aus, wenn die Vollmachtsurkunde erst nach der Zustellung zu den Akten gelangt (OLG Düsseldorf DAR 2004, 41 = VRS 105, 438 [439] = VM 2004, 5 [Nr. 5]; SenE v. 19.09.2003 - Ss 381/03 - m. w. Nachw.; SenE v. 30.06.2005 - 83 Ss OWi 5/05 - SenE v. 23.12.2005 - 81 Ss 91/05 - anders bei rechtsgeschäftlicher Zustellungsvollmacht: OLG Hamm [18.06.01] VRS 102, 305 [307]; zust. Metzger DAR 2003, 381; OLG Hamm NZV 2005, 386 [zu § 51 III OWiG]; BayObLG NJW 2004, 1263 = zfs 2004, 282 = DAR 2004, 405 = VRS 106, 292 = NZV 2004, 315; OLG Frankfurt zfs 2004, 283 [284]; OLG Rostock VRS 107, 442 [443] (zu § 51 OWiG); SenE v. 30.06.2005 - 83 Ss OWi 5/05 -).
OLG Düsseldorf, 31.05.2000 - 2a Ss (OWi) 68/00 - (OWi) 30/00 II
Ahndung von Verkehrsordnungswidrigkeiten; Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse; Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit ; Straßenverkehr ; Geschwindigkeitsüberschreitung; Meßfehler ; Toleranz ; Geschwindigkeits-Meßverfahren ; Verfahrensvereinfachung
Ordnungswidrigkeit; Straßenverkehr; Wirtschaftliche Verhältnisse; Geldbuße; Höhe
Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Betroffenen bei der Bußgeldbemessung
NZV 2000, 425
Wird eine Geldbuße, die 250 EUR übersteigt, verhängt, ist davon auszugehen, dass die geahndete Ordnungswidrigkeit nicht mehr "geringfügig" im Sinne von § 17 Abs. 3 Satz 2 Halbsatz 2 OWiG ist, und folglich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Betroffenen Berücksichtigung zu finden haben, die nach der genannten Vorschrift nur bei solchen "geringfügigen Ordnungswidrigkeiten" in der Regel unberücksichtigt bleiben (OLG Düsseldorf NZV 2000, 425, 426 und Beschluss vom 23. Januar 2014, IV 2 RBs 133/13).
OLG Saarbrücken, 23.01.2002 - Ss 76/01
Straßenverkehrsstrafrecht: Drogenbedingte Fahrunsicherheit, …
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Angeklagte als Heranwachsender mit eigenem Einkommen nach dem materiellen Ordnungswidrigkeitenrecht einem Erwachsenen gleichsteht (…vgl. BayObLG NJW 1972, 837, KK-Rengier, OWiG 2. Aufl., § 12 Rn. 15) und es bei "geringfügigen" Geldbußen (von nicht mehr als 500.-- DM -- nunmehr 250.-- Euro --) im Bereich der Verkehrsordnungswidrigkeiten auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Angeklagten nicht ankommt (vgl. OLG Zweibrücken NStZ 2000, 95; OLG Düsseldorf VRS 99, 131; Senatsbeschluss vom 7. August 2000 -- Ss (Z) 210/00 --) erschien es dem Senat unter Abwägung aller Umstände angemessen, die nach Nr. 70 BKatV (in der -- seit dem 1. Januar 2002 geltenden -- Fassung vom 21. November 2001, BGBl. I S. 3033 ff) vorgesehene Regelsanktion zu verhängen, nämlich eine Geldbuße in Höhe von 250.-- Euro sowie ein Fahrverbot von einem Monat.
Bei der Ahndung von Verkehrsordnungswidrigkeiten sind solche Feststellungen jedoch nur entbehrlich, wenn wegen der Zuwiderhandlung lediglich eine "geringfügige" Geldbuße ( von nicht mehr als 500.-- DM -nunmehr 250.-- Euro -) verhängt wird (vgl. Pfälzisches OLG Zweibrücken NStZ 2000, 95; OLG Düsseldorf VRS 99, 131; ständige Rechtsprechung des Senats, vgl. zuletzt Beschluss vom 23. Januar 2002 - Ss 76/01 - ).
OLG Hamm, 20.09.2007 - 3 Ss OWi 444/07
Beweiswürdigung; Fehler; Lückenhaftigkeit
Der Senat weist darauf hin, dass jedenfalls bei Geldbußen von mehr als 250 Euro regelmäßig Feststellungen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen des Betroffenen erforderlich sind (OLG Düsseldorf NZV 2000, 425, 426;… Göhler OWiG § 17 Rdn. 24; König/Seitz DAR 2007, 361, 366).
Die Grenze der Geringfügigkeit ist nach einhelliger obergerichtlicher Rechtsprechung jedenfalls bei Geldbußen von mehr als 250, 00 Euro überschritten (für eine Grenze von: 200, 00 DM vgl. OLG Düsseldorf, NZV 2000, 51; für 250, 00 DM vgl. OLG Hamm, 5. Senat, NZV 2001, 177; für 300, 00 DM vgl. OLG Hamm, 3. Senat, DAR 1998, 151 = MDR 1998, 466 = NZV 1998, 214 = zfs 1998, 276 = VRS 95, 38; für 400, 00 DM vgl. OLG Hamm, 4. Senat, Beschlüsse vom 25. Mai 2000 - 4 Ss OWi 358/00 - und vom 1. August 2000 - 4 Ss OWi 695/00 - für 500, 00 DM vgl. OLG Düsseldorf, VRS 99, 131 = DAR 2000, 534 = VM 2000, 84; für 250, 00 Euro vgl. Saarländisches OLG, BA 2004, 173; Thüringer OLG, VRS 108, 269, VRS 110, 443, VRS 113, 330 und VRS 113, 351; OLG Köln DAR 2005, 699; OLG Hamburg NZV 2004, 269 = NJW 2004, 1813 = NStZ 2004, 350 = BA 2005, 484; OLG Düsseldorf, BA 2004, 265 sowie Senat, Beschlüsse vom 2. Februar 2005 - 4 Ss OWi 54/05 - und vom 26. Februar 2007 - 4 Ss OWi 146/07 -).
Bei der Ahndung von Verkehrsordnungswidrigkeiten sind solche Feststellungen jedoch nur entbehrlich, wenn wegen der Zuwiderhandlung lediglich eine "geringfügige" Geldbuße (von nicht mehr als 500.- DM -nunmehr 250.- Euro -) verhängt wird (vgl. Pfälzisches OLG Zweibrücken NStZ 2000, 95; OLG Düsseldorf VRS 99, 131; ständige Rechtsprechung des Senats, vgl. zuletzt Beschluss vom 23. Januar 2002 - Ss 76/01 - ).

References: § 51
 § 51
 § 145
 § 51
 § 51
 § 17
 § 12
 § 17