Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Saarbr%C3%BCcken&Datum=06.04.2011&Aktenzeichen=6%20UF%2040/11
Timestamp: 2019-07-17 11:43:30+00:00

Document:
OLG Saarbrücken, 06.04.2011 - 6 UF 40/11 - dejure.org
https://dejure.org/2011,10332
OLG Saarbrücken, 06.04.2011 - 6 UF 40/11 (https://dejure.org/2011,10332)
OLG Saarbrücken, Entscheidung vom 06.04.2011 - 6 UF 40/11 (https://dejure.org/2011,10332)
OLG Saarbrücken, Entscheidung vom 06. April 2011 - 6 UF 40/11 (https://dejure.org/2011,10332)
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FamFG § 158 Abs 3 Satz 1, BGB § 1671 Abs 2 Nr 2, FamFG § 49
BGB § 1671 Abs 2 Nr 2, FamFG § 158 Abs 3 Satz 1, FamFG § 49
FamFG § 158 Abs. 3 S. 1; BGB § 1666
Beurteilung der Erziehungseignung eines Elternteils; Rechtsfolgen eigenmächtiger dauerhafter Verbringung in eine neue Umgebung; Zeitliche Anforderungen an die Bestellung eines Verfahrensbeistandes
Beurteilung der Erziehungseignung eines Elternteils im Hinblick auf die Wahrung des Kindeswohls; Rechtsfolgen eigenmächtiger dauerhafter Verbringung des Kindes in eine neue Umgebung
Eilige Trennung: Frau nahm Sohn mit - Bis zur endgültigen Entscheidung über das Sorgerecht muss sie ihn dem Vater zurückgeben
AG Saarlouis, 15.02.2011 - 20 F 4/11
NJW 2011, 2372
FamRZ 2011, 1739
Zu Recht hat das Familiengericht demgegenüber dem eigenmächtigen plötzlichen Wegzug der Mutter, der die Kinder völlig unvorbereitet getroffen hat und gegen den Willen geschehen ist, erhebliches Gewicht beigemessen (vgl. BVerfG FamRZ 2009, 189; Senatsbeschluss vom 6. April 2011 - 6 UF 40/11 -, juris).
Hinzu kommt, dass bei der gebotenen kindbezogenen Abwägung der Folgen des vorläufigen Verbleibs beim Vater gegen die ihres einstweiligen Wechsels zur Mutter der Verbleib beim Vater vorzugswürdig erscheint, um das Risiko mehrfacher Wechsel der unmittelbaren Bezugsperson und des Wohnumfeldes, die das Kindeswohl in wesentlichem Maße beeinträchtigen kann, nicht zu erhöhen (vgl. dazu BVerfG JAmt 2011, 107; Senatsbeschlüsse vom 11. März 2011 - 6 UF 24/11 - und vom 6. April 2011 - 6 UF 40/11 -, juris).
Der in solchen Verfahren stets auftretende Zielkonflikt zwischen der Beschleunigung des Verfahrens und der eigenständigen Interessenvertretung eines Kindes wird jedenfalls in Fällen des eigenmächtigen Verbringens eines Kindes durch einen Elternteil regelmäßig - so auch hier - zugunsten einer besonders straffen Verfahrensführung und raschen Entscheidung aufzulösen sein; denn es muss bestmöglich verhindert werden, dass der eigenmächtig handelnde Elternteil aus der von ihm ertrotzten Kontinuität ungerechtfertigte Vorteile zieht (vgl. dazu Senatsbeschluss vom 6. April 2011 - 6 UF 40/11 -, juris; vgl. auch BVerfG FamRZ 2009, 189 m. Anm. Völker in FamRB 2008, 365; Bespr. Völker/Clausius in FF 2009, 54).

References: § 158
 § 1671
 § 49
 § 1671
 § 158
 § 49
 § 158
 § 1666