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Timestamp: 2019-07-21 03:45:36+00:00

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BGH, 13.10.2009 - VI ZR 288/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,703
BGH, 13.10.2009 - VI ZR 288/08 (https://dejure.org/2009,703)
BGH, Entscheidung vom 13.10.2009 - VI ZR 288/08 (https://dejure.org/2009,703)
BGH, Entscheidung vom 13. Januar 2009 - VI ZR 288/08 (https://dejure.org/2009,703)
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Darlegungs- und Beweispflichtigkeit der Bundesagentur für Arbeit für das Bestehen eines Schadens gem. § 826 BGB durch Zahlung von Insolvenzgeld i.R.e. verspäteten Insolvenzantragstellung eines zahlungsunfähigen Unternehmens; Qualifiziertes Bestreiten einer Schadensentstehung durch den Einwand der auch bei rechtzeitiger Antragstellung bestehenden Pflicht zur Zahlung von Insolvenzgeld
Zu dem Einwand des Beklagten, der auf Ersatz von gezahltem Insolvenzgeld wegen verspäteter Insolvenzantragstellung in Anspruch genommen wird, das Insolvenzgeld hätte auch bei rechtzeitiger Antragstellung gezahlt werden müssen
BfA hat volle Darlegungslast bei Klage gegen GmbH-Geschäftsführer auf Schadensersatz wegen Insolvenzverschleppung
BGB § 826; GmbHG § 64 Abs. 1;; SGB III § 183
Insolvenzgeld und Geschäftsführerhaftung
BGB § 826; SGB III § 183; GmbHG a. F. § 64
Verspäteter Insolvenzantrag - Ersatz von geleistetem Insolvenzgeld - Die Haftung des Geschäftsführers
Hoffnung für GmbH-Geschäftsführer? Voller Schadensnachweis der Bundesagentur für Arbeit
Hoffnung für GmbH-Geschäftsführer? Laut BGH voller Schadensnachweis der Bundesagentur bei Inanspruchnahme des Geschäftsführers wegen Insolvenzverschleppung notwendig
unternehmerrecht.info (Entscheidungsbesprechung)
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 13.10.2009, Az.: VI ZR 288/08 (Haftung des Geschäftsführers wegen Insolvenzverschleppung)" von RA/StB Dr. Jörg Luxem, FASteuerR, original erschienen in: GmbH-StB 2010, 33 - 34.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 13.10.2009, Az.: VI ZR 288/08 (Haftung des Geschäftsführers: Verspätete Insolvenzantragstellung und Ersatz von geleistetem Insolvenzgeld)" von RA Mediator (CfM) Dr. Jochen Blöse, original erschienen in: GmbHR 2010, 138 - 141.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 13.10.2009, Az.: VI ZR 288/08 (Ersatz des von der Bundesagentur für Arbeit geleisteten Unsolvenzgeldes durch GmbH-Geschäftsführer - Darlegungslast" von RA Dr. Christoph Poertzgen, original erschienen in: NZI 2010, 74 - 77.
LG Trier, 14.01.2008 - 6 O 215/07
OLG Koblenz, 06.11.2008 - 6 U 193/08
NJW-RR 2010, 351
ZIP 2009, 2439
MDR 2010, 210
NZI 2010, 74
NZS 2010, 644
VersR 2010, 120
WM 2010, 220
DB 2010, 46
NZA-RR 2010, 204 (Ls.)
NZG 2010, 114
NZG 2010, 259
Die von den Beklagten herangezogene Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu speziellen Kausalitätsanforderungen bei Ansprüchen aus § 826 BGB wegen verspäteter Insolvenzantragstellung (BGH, Urteil vom 13.10.2009 - VI ZR 288/08, WM 2010, 220) ist nicht einschlägig.
Auch der rechtzeitige Insolvenzantrag führt regelmäßig nicht zur sofortigen Einstellung der Geschäftstätigkeit und zur Auflösung der Arbeitsverhältnisse, sondern zum Versuch, das Unternehmen bis zur Entscheidung über den Insolvenzantrag fortzuführen, sofern nicht eine Stilllegung des Betriebs zur Vermeidung einer weiteren Vermögensminderung erforderlich ist, § 22 Abs. 1 Nr. 2 InsO (BGH NJW-RR 2010, 351 Tz. 11).
Das kann zwar im Einzelfall nicht unschwierig sein (…vgl. Wagner in MünchKomm BGB, 5. Aufl. 2009, § 826 Rn. 97: "Beweis kaum zu führen"; Commandeur, NZG 2010, 259; Naumann FD-lnsR 2010, 296242; Cranshaw in jurisPR-lnsR 19/2010 Anm. 2 unter C.3).
aa) Entgegen der Ansicht der Revision ist die Behauptung des Beklagten, der Schaden wäre auch ohne sein angeblich pflichtwidriges Verhalten eingetreten, nicht als Einwand rechtmäßigen Alternativverhaltens anzusehen, für das der Schädiger darlegungs- und beweisbelastet ist (…vgl. Senatsurteil vom 18. Dezember 2007 - VI ZR 231/06, BGHZ 175, 58 Rn. 25; vom 5. April 2005 - VI ZR 216/03, VersR 2005, 942; BGH, Urteile vom 25. November 1992 - VIII ZR 170/91, BGHZ 120, 281, 287;… vom 5. März 2009 - III ZR 17/08, VersR 2010, 112 Rn. 14), sondern als qualifiziertes Bestreiten der Schadensentstehung zu werten (vgl. Senatsurteil vom 13. Oktober 2009 - VI ZR 288/08, VersR 2010, 120 Rn. 9).
aa) Die Behauptung des Beklagten, der Schaden wäre auch ohne sein angeblich pflichtwidriges Verhalten eingetreten, ist nicht als Einwand rechtmäßigen Alternativverhaltens anzusehen, für das der Schädiger darlegungs- und beweisbelastet ist (…vgl. Senatsurteil vom 18. Dezember 2007 - VI ZR 231/06, BGHZ 175, 58 Rn. 25; vom 5. April 2005 - VI ZR 216/03, VersR 2005, 942; BGH, Urteile vom 25. November 1992 - VIII ZR 170/91, BGHZ 120, 281, 287;… vom 5. März 2009 - III ZR 17/08, VersR 2010, 112 Rn. 14), sondern als qualifiziertes Bestreiten der Schadensentstehung zu werten (vgl. Senatsurteil vom 13. Oktober 2009 - VI ZR 288/08, VersR 2010, 120 Rn. 9).
Die maßgeblichen Rechtsfragen sind bereits durch die Rechtsprechung des Senats geklärt (Urteil vom 13. Oktober 2009 - VI ZR 288/08, NJW-RR 2010, 351; Beschluss vom 21. Januar 2014 - VI ZR 560/12, juris).
Diese Entscheidungen sind, wie sich aus den zugehörigen Berufungsentscheidungen (zu - VI ZR 288/08: OLG Koblenz, Urteil vom 6. November 2008 - 6 U 193/08, BeckRS 2009, 88477; zu - VI ZR 560/12: OLG Stuttgart, Urteil vom 12. Juni 2012 - 12 U 2/12, ZfSch 2014, 262) ergibt, jedenfalls auch zu der hier inmitten stehenden Frage von Neueinstellungen nach Insolvenzreife ergangen.
144 2. Ob das Bloomberg-Interview und die sich daraus ergebende Beeinträchtigung geschützter Vermögensinteressen der Zedentin PrintBeteiligung tatsächlich ursächlich für den in Rede stehenden Schaden durch Verwertung des S-Pakets geworden sind, wofür der Kläger die volle Beweislast trägt (vgl. BGH, Urteil vom 17.10.2002, Az.: IX ZR 3/01 und BGH, Urteil vom 18.12.2007, Az.: VI ZR 231/06 - zitiert nach juris; BGH NZG 2010, 114;… Baumgärtel/Laumen/Prüttig/ Helling , Handbuch der Beweislast, 3. Auflage, § 249 Rdnr. 17 ff.), und ob dieser Schaden nicht ohnehin aufgrund anderer Ursachen, wie der angeblich bereits vor dem Interview gegebenen materiellen Insolvenzreife wesentlicher Gesellschaften der KirchGruppe, eingetreten wäre, wofür die Beklagten zu 1) und 2) die volle Beweislast tragen (vgl. zur besonderen Schadensdisposition im Sinne einer "Schadensanlage" und zum "Keim der Vernichtung" als Unterfall der hypothetischen Kausalität BGH…, Urteil vom 30.09.1968, Az.: II ZR 224/66 - zitiert nach juris - sowie zur hypothetischen Kausalität im Allgemeinen MüKo/ Oetker , BGB, 5. Auflage, § 249 Rdnr. 201 ff.;… Erman/ Westermann , BGB, 12. Auflage, Vor §§ 249-253 Rdnr. 70 ff.;… Soergel/Mertens, BGB, Stand: Juli 1990, Vor § 249 Rdnr. 152 ff.;… Baumgärtel/Laumen/Prüttig/ Helling , Handbuch der Beweislast, 3. Auflage, § 249 Rdnr. 21 f., 24 f.), kann dahinstehen.
147 b) Anders als in den vom BGH entschiedenen Fällen BGH, Urteil vom 17.10.2002, Az.: IX ZR 3/01 und BGH, Urteil vom 18.12.2007, Az.: VI ZR 231/06 - beide zitiert nach juris - und BGH NZG 2010, 114 handelt es sich bei dem Vorbringen der Beklagten zu 1) und 2), der Print-Kredit hätte auch ordentlich oder außerordentlich wegen des Kursverfalls gekündigt werden können und müssen, weswegen es ohnehin zur Verwertung des S-Pakets gekommen wäre, nicht um ein Bestreiten des Ursachenzusammenhangs zwischen Pflichtverletzung und Schaden, sondern um den Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens, da es nicht um die Frage geht, ob die streitgegenständlichen Äußerungen des Beklagten zu 2) hinweggedacht werden könnten, ohne dass der Schaden entfiele, sondern um das Hinzudenken weiterer Umstände im Sinne alternativer Handlungsstränge (vgl. zur Abgrenzung BGH NJW 1996, 311 - Jutefilze).
Die maßgeblichen Rechtsfragen sind bereits durch die Senatsurteile vom 18. Dezember 2007 - VI ZR 231/06, BGHZ 175, 58 und vom 13. Oktober 2009 - VI ZR 288/08 geklärt.
Den Beweis für das Vorliegen der objektiven Voraussetzungen der Antragspflicht hat grundsätzlich der Gläubiger zu erbringen (vgl. BAG Urteil vom 03.09.1998 - 8 AZR 189/97 - Juris Randnummer 48; BGH Urteil vom 27.04.2009 - II ZR 253/07 - Juris Randnummer 9), ihm kommen dabei auch grundsätzlich die Beweiserleichterungen unter dem Gesichtspunkt, dass die vorzutragenden Tatsachen außerhalb seiner Wahrnehmungssphäre lägen, nicht zugute, weil die maßgeblichen Tatsachen im Regelfall aus den im Insolvenzverfahren erstellten Berichten unschwer zu ersehen sind (BGH Urteil vom 13.10.2009 - VI ZR 288/08 - Juris Randnummer 12).

References: § 826
 § 826
 § 64
 § 183
 § 826
 § 183
 § 64
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 826
 § 22
 § 826
 BGH 
 § 249
 § 249
 § 249
 § 249
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH