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Timestamp: 2018-02-25 01:37:27+00:00

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Untervermietung bei Großbaustelle
Dieses Thema "ᐅ Untervermietung bei Großbaustelle - Mietrecht" im Forum "Mietrecht" wurde erstellt von Mucis, 11. Mai 2017.
Mucis Neues Mitglied 11.05.2017, 10:42
angenommen, jemand wohnt direkt gegenüber einer Großbaustelle und die wird sich über Jahre ziehen. Wenn dieser jemand nun z.B. schwerbehindert und chronisch krank ist, und er während der schlimmsten Staubbelastungen immer wieder mal für ein paar Tage seiner Wohnung entfliehen möchte und diese dann in dieser Zeit untervermieten möchte, muss in diesem Fall der Vermieter einer Untervermietung zustimmen?
Im BGB § 553 steht:
Nun stellt sich die Frage, ob die Baustelle und eine Krankheit "ein berechtigtes Interesse" für eine Untervermietung ist.
Muss der Vermieter einer Untervermietung zustimmen oder kann er diese verweigern?
quiddje V.I.P. 11.05.2017, 12:55
AW: Untervermietung bei Großbaustelle
Erstens handelt es sich nicht um einen Teil des Wohnraumes, wenn der Mieter alles untervermieten will. Der Paragraph würde also gar nicht zutreffen.
Zweitens ist das Interesse des Mieters nicht ersichtlich. Er kann doch auch verreisen, ohne die Wohnung unterzuvermieten. Welches Interesse hat ER an der Untervermietung?
Mucis Neues Mitglied 11.05.2017, 13:21
zu 1) ok, dann ist der Paragraph nicht relevant für diese Person.
zu 2) Er kann eben nicht verreisen oder irgendwo kostenlos Unterschlupf finden. Er muss dafür bezahlen.
Deshalb muss er die Wohnung untervermieten (zumindest muss die Miete für die Zeit ja weiter bezahlt werden). Er, schwerbehindert und krank, wenig Rente. Von daher kann er es sich einfach nicht leisten. Er will kein Geschäft machen. Nur zum besseren Verständnis.
Welches Interesse er hat? Dass er dem Staub entfliehen und weg kommt von der Baustelle, wenn er es gar nicht mehr aushält.
Ron-Wide V.I.P. 11.05.2017, 13:57
Der § 553 BGB ist nur eine Ergänzung zu § 540 BGB, der für dieses Vorhaben wohl eher einschlägig ist.
Entscheidend ist die Erlaubnis des Vermieters.
Nach § 553 BGB müsste der Mieter ein "berechtigtes Interesse" nachweisen um den Vermieter zu einer Zustimmung zu bewegen. Aber das gilt nicht, wenn es um die gesamte Wohnung geht. Man könnte es beispielsweise mit einer Begründung aus #3 versuchen.
Nach § 540 BGB kann die gesamte Wohnung untervermietet werden, aber ohne die Zustimmung des Vermieters geht das nicht. Verweigert der Vermieter diese Erlaubnis, so kann der Mieter das Mietverhältnis außerordentlich mit der gesetzlichen Frist kündigen - könnte z.B. bei einem befristeten Mietvertrag der Vorteil sein.
Mucis Neues Mitglied 11.05.2017, 14:15
Super Bleifrei V.I.P. 11.05.2017, 21:25
Man könnte natürlich auch die "Sockenschublade, unten rechts" nicht mitvermieten - und damit die Wohnung nur "Teilweise" vermieten, wie es das Gesetz verlangt. Nirgendwo steht, wie groß der Teil sein muss, der vermietet wird, und wie groß der Teil, der nicht vermietet wird. Man kann es auch über die zeit machen: Wird die Wohnun gnur zeitweise, während der eigenen Abwesenheit vermietet, und der Mieter möchte danach wieder zurück nach Hause, dann wäre auch das eine "teilweise Vermietung", welcher der Vermieter meistens zustimmen müsste. Das berechtigte Interesse des Mieter wäre, die eigenen Kosten zu senken.
quiddje V.I.P. 11.05.2017, 22:43
Die erste Idee würde voraussetzen, dass der (schwerbehinderte!) Mieter mit der Sockenschublade als Wohnraum auskäme.
Die zweite ist leider komplett unsinnig - würde aber die Wohnungsproblematik in Deuschland sonst prima lösen: jeder Wohnungslose erhält für die Hälfte der Zeit eine Wohnung, die groß genug für eine 2er WG ist und die andere Hälfte gar nichts - oder entsprechend gedrittelt, geviertelt, ... wetten es werden weniger Wohnungslose?
Kataster V.I.P. 11.05.2017, 23:13
Ich verstehe die Interessen des M durchaus.
Ich sehe aber gleichwohl auch die Interessen des VM als schützenswert. Wohnungen lassen sich binnen Tagen oder auch Stunden im Wert von Tausenden von Euro beschädigen. Der M hat wenig Ersparnisse - heißt: Der VM bleibt auf derartigen Schäden vom UM schlicht sitzen.
Der VM mag den M durchaus wertschätzen. Seine völlig zufälligen UM jedoch nicht unbedingt.
Vielleicht bieten Vermittlungsportale ja auch eine (überteuerte?) Versicherung an, die den VM überzeugen könnte, dass die Untervermietung kein mögliches Verlustgeschäft wäre für ihn.
Der VM wird dem M sicher die Einnahmen gönnen. Nur keine 5stelligen Verluste haben wollen. Bei denen sich der zahlungsunfähige M ganz entspannt zurücklehnen könnte. Klingt polemisch, ist aber so. Er hat keinerlei Sicherheit für Schäden des oder der UM.
Super Bleifrei V.I.P. 12.05.2017, 06:43
Da der Mieter sich während der Mietzeit woanders aufhält, reicht die Sockenschublade vollkommen aus. Auch die zweite Idee wurde bereits gerichtlich bestätigt. Was du da mit den Wohungslosen willst, ja das ist komplett unsinnig. Nebenbei wollen viele Wohnungslose gar keine Wohnung haben - auch nicht zeitweise. Erste und zweite Idee funktionieren also ganz hervorraggend.
Das Problem liegt eher in dieser "tageweisen" Untervermietung. Weil damit geht es eher um eine Art Hotelbetrieb, und nicht um das jemanden dort Wohnen lassen. - und DAS könnte der Vermieter auf jeden Fall verbieten.
Ron-Wide V.I.P. 12.05.2017, 07:09
Den beiden Beiträgen von @Super Bleifrei kann ich nicht zustimmen.
In diesem Thread geht es um die rechtlichen Möglichkeiten eine Untervermietung durchzusetzen.
Das dies nach § 553 BGB, in Verbindung mit den Wünschen des TE, nicht möglich ist und nach § 540 BGB von der Zustimmung des Vermieters allein abhängt, wäre dieses Thema doch eigentlich durch.
Man sollte bei all den Gedankensprüngen, auch in den sozialen Bereich, nicht übersehen, dass der TE vorgibt
...jemand wohnt direkt gegenüber einer Großbaustelle und die wird sich über Jahre ziehen.
und es fehlt auch der Hinweis, ob er seine Wohnung jedes mal kurzfristig räumt oder möbliert untervermieten möchte. Zudem hat der TE nicht einmal den Vermieter nach dessen Meinung gefragt.
Super Bleifrei V.I.P. 12.05.2017, 07:22
Musst du auch nicht. Es reicht, daß es rechtlich funktioniert, und gerichtlich bestätigt wurde - auch ohne deine Zustimmung. Untervermietung ist nicht durch Ron-Wide zustimmungspflichtig. Ein Urteil eines deutschen Richters, welcher zum dem Schluß kam daß der 553 erfüllt, und der Vermieter zustimmungspflichtig war, reicht mir da vollkommen.
Wo das Problem liegt, wurde schon genannt: Tageweise wäre es keine Untervermietung...
Nebenbei würde ich eher die Miete mindern. Jemand Fremdes in die eigene Wohnung aufzunehmen, ist immer ein gewisses Risiko. Wenns gegen BEzahlung sein soll, um so mehr.
Ron-Wide V.I.P. 12.05.2017, 07:33
Ihre persönlichen und substandslosen und pöpelhaften Angriffe waren schon immer ein besonderes Merkmal von @Super Bleifrei.
Es interessiert auch überhaupt nicht was sie so denken und tun würden.
Daher ist auch der Beitrag #11 eine Wiederholung von bereits festgestelltem, rechtlich nicht durchsetzbarem und zudem noch polemisch aufgemotzt. Also auch da keine Zustimmung.
Für mich bleibt dieses Forum ein Jura-Forum und keine Biertischrunde.
cmd.dea V.I.P. 12.05.2017, 08:36
Es reicht, daß es rechtlich funktioniert, und gerichtlich bestätigt wurde
Super Bleifrei V.I.P. 15.05.2017, 19:48
Der Unter-Vermieter in diesem Fallbeispiel hat ebenfalls nicht vor, seinen Wohnsitz dauerhaft zu verlegen, er möchte lediglich zeitweise "Entfliehen" - und zwischendurch wieder zurückkehren, und die Wohnung selbst nutzen. Trotzdem wird immer nur entweder der Hauptmieter, ODER der Untermieter die Wohnung nutzen - und trotzdem wäre es eine "teilweise" Untervermietung, zu welcher der Vermieter die Zustimmung geben muss. Selbst, wenn der Ron-Wide heissen sollte, und os überhaupt gar nie nicht mag. Es interessiert eben auich nicht, was Ron denkt, oder gerne tun würde - es interessiert, wozu der Vermieter verpflichtet wäre. Und das wäre die Zustimmung zur teilweisen Untervermietung.
Ron-Wide V.I.P. 15.05.2017, 20:30
Zudem hat der Beitrag #14 nichts mit den hier beschriebenen Fragestellungen zu tun.
Die entsprechend richtigen Antworten wurde bereits gegeben. Ihre Einstellung ist hier falsch!
Folgen einer Verwarnung wegen AirBnB Untervermietung Mietrecht 20. Dezember 2014

References: § 553
 § 553
 § 540
 § 553
 § 540
 § 553
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