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Timestamp: 2020-01-25 06:21:05+00:00

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25.02.2016 18:59 |
Zusammenfassung: Mängelansprüche bei KfZ-Reparatur und Nutzungsausfall samt Ersatz von Mietwagenkosten
Vor 4Monaten habe ich mein Audi RS6 zu einer Innungswerkstatt gebracht, damit dort das Getriebe aus und wieder eingebaut werden sollte.
Bei dieser Gelegenheit habe ich in Auftrag gegeben, dass die Servolenkung (das etwas schwer lief/funktionierte) mit überholt wird.
Gesagt getan - Die Werkstatt fand heraus, dass:
a.) ein falsches Servo-Öl vorlag
b.) die Servopumpe am unteren Leistungslimit liegt.
Diese wurden erneuert und ich bekam dann endlich mein Wagen mit dem Hinweis zurück, dass er beim Stand (also scheinbar für Einparkzwecke?) die Servo sich etwas schwer tut.
Ich dachte nur "Wenn es nur etwas geholfen hat, dann bin ich erleichtert!"
Ausserdem... dafür hatte ich es ja dort, zumal ich aus der gleichen Baureihe ein Audi mit 150PS statt mit 450PS mit dem kleinen Finger bedienen konnte und das hier wesentlich schwerer lief.
Für den Getriebe aus- und Einbau wurde alles aus dem Motorraum (samt Motor, Reifen, Achse etc) entfernt. Man konnte somit an alle Notwendigen Bauteile also gut rankommen.
Angeblich wurde an der Lenkung (also Mechanik) nicht gearbeitet, was für mich teilweise Sinn machte!
Als ich das Auto von der Werkstatt geholt habe, hatte sich die Lenkung nicht wirklich gebessert und ich dachte mir "naja, vielleicht muss es erst wieder neu eingefahren werden. Gib dem Wagen und der Werkstatt ein paar Tage die Chance!"
Ich kürze ab... Es ist schlimmer als jemals und ich habe Angst, dass mir der Wagen still gelegt wird, falls es mal (z.B. TÜV) geprüft werden könnte, denn:
1.) Ackere ich beim Einparken in enge Lücken, wie noch nie in meinem Leben zuvor,
wie bei irgendeinem Auto und ich fahre seit über 26J verschiedenste Autos!
2.) Aus dem Stand bin ich in eine links abgehende Strasse vorgestern kaum reingekommen, weil ich das Gefühl hatte die Servo funktioniert bei langsamer Fahrt nicht. Viel schlimmer ist, dass ich beinahe ein rechts parkendes Auto getroffen hätte ! Nicht auszudenken, wenn das ein Mensch gewesen wäre ! ! !
Laut dem Innungsbetriebmeister (=Werkstattinhaber) ist das Möglichste von ihm gemacht worden und das nächste wäre, dass die Lenkung für ca. 1200Euro + Einbau auf mich zukommen würde.
HALT - Man beachte, dass die Lenkung (also mechanischen Teile) aber angeblich nicht "angefasst" worden sind !
Ich habe jetzt darauf bestanden, dass ich für eine besser funktionierende Servo und nicht schlechter gemachte Servo bezahlt habe und Sie die Arbeit tunlichst zu korrigieren haben.
Mir ist klar, dass ich ihm eine Nachfrist für die Korrektur/Nachreperatur zu setzen habe.
Allerdings sehe ich nicht ein, dass ich hier wieder auf mein Audi so lange zu warten habe und mittlerweile (muss ich sagen) mich kundenunfreundlich behandelt fühle.
Hier stellen sich mir paar Fragen:
1.) Wie lange muss ich ihm Frist für die Nachbesserung geben?
2.) Habe ich Anspruch auf einen Leihwagen auf Kosten (eine Kategorie tiefer) der Gegenpartei ähnlich wie bei einer Schadensregulierung, wie wenn mir jemand z.B. rein fährt?
Betonen möchte ich hierbei, dass ich hier fast 4Monate auf mein Wagen warten musste und mein zwischenzeitliches Nachfassen mir immer wieder (!) als "ich soll nicht hetzen, die sind schon dabei" lapidar beantwortet wurde.
Da ich ein Zweitfahrzeug besass, war das für mich nicht so relevant aber jetzt ist die Situation anders !
Warum ich langsam koche:
Mündlich wurde eine geschätzte Reperaturkostenhöhe von knapp 2100Euro für das Getriebe ein+Ausbau vereinbart, wo ggf Regiearbeiten nicht einberechnet waren.
Die Servopumpe hat mich 267,15 (225Euro + MwSt) gekostet. Beide Komponenten
zusammen samt Arbeit haben mich satte 3585,67Euro ( ! ) gekostet.
Da für die Servopumpe alleinig man diverse Komponenten am Motor hätte wegbauen müssen, geschweige denn der Motor angeblich hätte man ausbauen müssen, sei angemerkt, dass die Kosten hätten sich viel gemässigter halten müssen.
Ich bin es von der Mahag (ein anderes Autohaus) gewohnt, dass mir bei Überschreiten von über 10/15% der geschätzten Reperaturkosten die ihr ok holen. Hier wurde ich vor die nackten
Tatsachen gestellt, wo ich mich auch frage, habe ich da nicht noch die Justiz auf meiner Seite? Das sind fast die doppelten Kosten, wie zuerst ausgemacht und das für eine berechnete Servoreperatur, dass schlechter als zuvor funktioniert?
Das wäre sozusagen die 3. Frage - Was kann ich da noch zurück holen?
Sehr geehrter Anwalt, nehmen Sie bitte Abstand davor, wenn Sie meine 3Fragen nicht (bzw eine oder zwei) beantworten möchten. Auch habe ich hier nicht das unterste Gebot für (relativ leichte) alltägliche Fragen hier gestellt. Ich nehme das als eine einzige Themenfrage an und nicht 3 verschiedene Fragen, die ich hier 3x seperat beschreiben möchte.
Ich habe bewusst diese eine Werkstatt in Rohrbach gewählt, dass 64km von mir aus München entfernt ist und möchte eigentlich nicht mehr mit dem Autohaus kooperieren,
weil knapp 4Monate Wartezeit (neben anderen kunden-un-freundlichem Verhalten) schon Bände spricht und es ein ziemlicher Akt ist, mein Wagen dahin zu bringen und wieder abzuholen.
Freue mich über detailreiche Antwort, dass mich gut gestimmt gleich agieren lassen kann.
Schadensersatz Schadensersatz Auto Frage Frist
Eie Frist von 14 Tagen ist vollkommen üblich, kann unter gewissen Umständen aber auch auf wenige Tage bis drei Wochen verkürzt bzw. verlängert sein, um als angemessen zu gelten.
14 Tage ist aber hier in Ordnung, da ich keine Umstände für eine Abweichung - nach oben oder unten - sehe.
Der Werkstattinhaber wird es wahrscheinlich schneller erledigen wollen, denn es gilt in der Tat:
Der Unternehmer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen, § 635 Abs. 2 BGB.
Das schließt nach meiner ersten Prüfung und Einschätzung, zumindest über die Regelungen § 280 Abs. 1, §§ 249 ff. BGB folgendes mit ein - ein Anspruch auf Ersatz eines Nutzungsausfalls für den Entzug der Sache während der Nachbesserungszeit, da Sie insoweit nicht schlechter gestellt werden dürfen als ein Käufer.
Das würde ich auch verlangen, wobei Sie die gleiche Fahrzeugkategorie oder auch eine darunter/schlechtere nehmen können.
So oder so sollten Sie bei der Fristsetzung gleich die Mietwagenkosten mit geltend machen und sich einen Mietwagen nehmen.
3. Ansonsten können Sie Nutzungs- und/oder andere ausfälle und Aufwendungen, die Ihnen zwangsnotwendig entstehen vor dem Hintergrund der Nachbesserungsarbeiten geltend machen (z. B. Fahrtkosten ÖPNV wie S-/U-Bahn, Bus etc.).
Mehr als zwei Mal müssen Sie sich eine Nachbesserung nicht gefallen lassen.
Scheitert somit die Nacherfüllung, wird sie ernsthaft und entgültig verweigert oder ist Sie unmöglich,
- können Sie nach § 637 den Mangel selbst beseitigen (lassen), sofern das möglich ist und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen,
- nach den §§ 636, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 638 die Vergütung mindern UND
- nach den §§ 636, 280, 281, 283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.
Nachfrage vom Fragesteller	26.02.2016 | 16:07
in der Zwischenzeit wollte die Werkstatt bis 12Uhr mir Bescheid geben, ob man da noch an der Servopumpe was "verbessern" kann und sich dazu mit dem Hersteller vorher vergewissern.
Eigentlich lächerlich, wenn man überlegt, dass es ein Innungsbetrieb ist und es offensichtlich:
a.) eine Pumpe ohne Einstellungen (oder mit der maximal eingestellten Leistung vorgelegt sein müsste) ist, denn sonst hätten Sie mir offerieren können, dass man da wegen den verschiedenen Modi was noch machen kann.
b.) da ich nicht mal ein Anruf bekommen habe und wir haben jetzt 15Uhr. Das ist aber fast schon die Regel !
Nachdem ich meinem Auto wie bewiesen an die 4Monate schon warten musste und ich immer hinterher laufe, habe ich die faxen dicke.
Es kam kein Danke für ihren Auftrag und ich wurde beim Telefonat gestern darauf aufmerksam gemacht, dass Sie nie mehr wieder so ein schwierigen Auftrag annehmen werden. Ich wiederhole - Ich habe beim hohem Preis oder der Megawartezeit kein bisschen gemurrt aber das Verhalten ist mehr als kundenfeindlich + geht entschieden zu weit !
Heute (=Freitag)/ morgen geht ein Fax an das Autohaus, dass ich am Dienstag das
Auto vorbei bringen werde und Sie ein Ersatzwagen mir stellen mögen auf ihre Kosten.
1.) Ich bekomme ein Auto, dass (im Vergleich zu meinem Audi RS6 Bj 2005) kein Sportwagen ist.
Wie berechne ich hierbei dann die Differenz, da ja die Vermieter nicht nur
A.) verschiedene Tarife innerhalb einer Klasse haben, sondern auch...
B.) ... ich nicht weiss, wie lange die Werkstatt wieder braucht, DENN ob es jetzt paar Stunden (weil einfach ein Druckschlauch nicht richtig sitzt) bis Wochen brauchen kann, wenn Sie eine neue Servopumpe etc bestellt. Es macht ein sehr marginalen Preisunterschied, ob ich jeden Tag einzeln (!) ein Auto anmiete oder 1Woche lang im voraus, wo ich dann ggf auf den grossen Teil sitzen bleibe, weil Sie zeitiger fertig geworden sind. Was ist da eine gute Lösung?
2.) Ich werde kein Ersatzwagen bekommen, was weniger dramatisch wäre, weil ich dann wie ihr Vorschlag, dann ein gleichwertigen dann anmieten würde. Da dürfte ich dann wahrscheinlich eins aus der entsprechenden Kategorie mitten drin (also nicht das billigste aber auch nicht das teuerste) buchen?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.02.2016 | 21:18
Der BGH hat die bei den Instanzgerichten unterschiedlich beantwortete Frage, welche Schätzgrundlage bei der Schätzung der erforderlichen Mietwagenkosten zugrunde gelegt werden darf, dahin beantwortet, dass sowohl die Schwacke-Liste als auch den Fraunhofer-Mietpreisspiegel zugrunde gelegt werden darf, vgl. BGH: Urteil vom 12.04.2011 - VI ZR 300/09.
Diese Listen können Sie im Internet einsehen und das berechnen.
Daran hat sich auch die Werkstatt zu orientieren.
Ja, richtig, es muss ein angemessener Ersatzwagen sein, der gleichen Kategorie oder eine darunter.

References: § 635
 § 280
 § 637
 § 638
 § 284
 BGH