Source: http://tatort-arbeitsplatz.de/wissenswertes/aufsichtsrat/aufsichtsratsmitglieder.php
Timestamp: 2018-12-16 06:59:09+00:00

Document:
Der Aufsichtsrat und seine Mitglieder
zum Aufsichtsrat bzw. zu den Aufsichtsratsmitgliedern
Der Aufsichtsrat ist ein per Gesetz vorgeschriebenes Kontroll- und Beratungsorgan einer Aktiengesellschaft, einer Kommanditgesellschaft auf Aktien sowie diverser anderer Institutionen.
Jahrelang waren Aufsichtsratsmandate gern ausgeübte Tätigkeiten. Eine tatsächliche Überwachung der Geschäftsführung bzw. von Vorständen erfolgte allzu oft nur im geringen Umfang.
Dabei legt § 111 AktG fest, dass der Aufsichtsrat die Geschäftsführung zu überwachen hat und gem. § 116 AktG dem Gremium solche Sorgfaltspflichten und Verantwortlichkeiten obliegen, wie Sie auch für Vorstandsmitglieder gelten.
Wesentliche Aufgaben und Pflichten
Die wesentlichen Pflichten und Aufgaben des Aufsichtsrates ergeben sich aus § 111 AktG.
Er hat die Pflicht zur Überwachung der Geschäftsführung.
Der Aufsichtsrat ruf die Hauptversammlung ein, wenn das Wohl der Gesellschaft dies erfordert.
Je nach gesonderter Regelung erteilt er die Zustimmung zu zustimmungsbedürftigen Reschtsgeschäften.
Im Schadensfall hat der Aufsichtsrat dafür Sorge zu tragen, dass das Unternehmen Regressansprüche gegenüber dem Vorstand geltend macht.
Dem Aufsichtsrat obliegt gem. § 116 AktG absolute Verschwiegenheit.
Gem. § 14 WpHG unterliegt der Aufsichsrat dem Verbot von strafbewährten Insidergeschäften.
Das Aufsichtsratsmandat ist höchstpersönlich wahrzunehmen.
Analog zu den Vorständen (§ 116 AktG) trifft den Aufsichtsrat im Falle eines Schadensereignisses die Beweislastumkehr. Das heißt, dass er gem. §§ 116, 93 II AktG zu beweisen hat, die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsstellenleiters angewendet zu haben.
Unterbleibt die schadensersatzbefreiende Exkulpation, so haftet der Aufsichtsrat persönlich und gesamtschuldnerisch.
Vernachlässigen Sie als Aufsichtsratsmitglied Ihre Aufsichtspflichten und gehen Sie Ungereimtheiten zum Nachteil der Gesellschaft nicht nach, müssen Sie damit rechnen, selbst sowohl in zivilrechtlicher als auch in strafrechtlicher Weise (etwa wegen Untreue gem. § 266 StGB) zur Verantwortung gezogen zu werden.
Übrigens: Auch die Verwaltungsratsmitglieder eines Verwaltungsrates haben in bestimmten Konstellationen Überwachungspflichten. "Wegschauen" kann auch hier verheerende Folgen haben. Lassen Sie sich also von Ihrem Rechtsbeistand im Vorfeld beraten, bevor Sie ein solches Mandat annehmen.
Gerne unterstützen wir Sie bei der Klärung sensibler Sachverhalte, insbesondere bei Verdacht auf Untreue, Korruption und Bilanzfälschung.
Weitere Informationen und Urteile
Weitere themenrelevante Informationen ersehen Sie bitte den Rubriken Managerhaftung sowie D&O Versicherung.
Urteile zur Haftung des Aufsichtsrates finden Sie hier.

References: § 111
 § 116
 § 111
 § 116
 § 14
 § 266