Source: https://www.flugrechte.eu/6036/condor-flug-wurde-6-stunden-nach-hinten-verschoben
Timestamp: 2019-01-20 05:43:10+00:00

Document:
Condor Flug wurde 6 Stunden nach hinten verschoben. - FLUGGASTRECHTE
ich bin neu hier und habe für meine Frage leider keine Antwort gefunden.
Wir haben am 13.01.2016 bei Condor nur Flüge gebucht.
Abflug am 29.04.2016 um 06:30 von München nach Lanzarote, Ankunft um 10:00
Am 11.02.2016 hat mir Condor eine email geschickt, daß sich die Abflugzeit nun auf 12:35 verschoben hat, der Flugpreis ist auch noch um 10€ pro Ticket günstiger geworden.
Das sind 6 Stunden später, da geht und ein halber Tag Urlaub verloren.
Kann ich die Flüge stornieren, den Flugpreis reduzieren, oder sonstiges?
Schonmal Vielen Dank und Grüße
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Gefragt 12, Feb 2016 in Flugzeitenverschiebung von Boom (120 Punkte)
Sie haben am 13.01.2016 bei Condor Flüge gebucht. Ihr ursprünglicher Abflug sollte am 29.04.2016 um 06:30 von München nach Lanzarote sein und die Ankunft um 10:00 Uhr.
Am 11.02.2016 wurden Sie von Condor per email darüber informiert, dass sich die Abflugzeit nun auf 12:35 verschoben hat und der Flugpreis ist auch noch um 10 € pro Ticket günstiger geworden ist.
Ihr Flug soll nun 6 Stunden später gehen. Grundsätzlich ist es so, dass im Falle einer Verspätung des Fluges oder einer Annullierung dem Fluggast ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus der europäischen Fluggastrechte Verordnung entstehen kann.
BGH- X ZR 34/14 (ganz einfach zu finden, wenn Du bei Google eingibst: "BGH X ZR 34/14 reise-recht-wiki.de“)
Die Höhe der Ausgleichszahlungen bemisst sich dann nach der Entfernung - wie folgt:
Grundsätzlich würde somit auch Ihnen ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen zustehen. Problematisch ist hier jedoch, dass Sie bereits im Vorfeld darüber informiert wurden. Die europäische Fluggastrechte Verordnung sieht vor, dass die Fluggesellschaft keine Ausgleichszahlungen leisten muss, wenn der Fluggast mindestens zwei Wochen vor dem planmäßigen Abflug über die Änderung in Kenntnis gesetzt wurde. Sie wurden am 11.02.2016 über die Änderung informiert und Ihr Flug geht am 29.04.2016. Folglich wurden Sie mehr als zwei Wochen im Voraus informiert. Aus diesem Grund entfällt in Ihrem Fall leider ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen.
Jedoch kann Ihnen dennoch ein Anspruch aus Artikel 8 der europäischen Fluggastrechte Verordnung zustehen. Laut diesem Artikel darf der Fluggast zwischen den folgenden drei Optionen wählen:
Ich schätze das die erste Option- die der Rückerstattung der Flugscheinkosten keine Alternative für Sie ist, da Sie sicherlich bestimmt schon andere Leistungen gebucht haben. Auch eine Beförderung nach Lanzarote unter vergleichbaren Reisebedingungen, nur zu einem späteren Zeitpunkt scheint keine Option zu sein, da Sie bereits jetzt darüber verstimmt sind, dass Ihnen durch die neuen Flugzeiten ein halber Tag Urlaub verloren geht. Leider fürchte ich, dass der neue Flug der Ihnen nun angeboten wurde, bereits der zum fühstmöglichen Zeitpunkt ist.
Da keine dieser Alternativen Sie wirklich zufrieden stellen kann, sollten Sie eventuell Ihren Flug mit den neuen Flugzeiten beibehalten und die 10 Euro die Sie dadurch einsparen als kleine Entschädigung ansehen. Sollten Sie dennoch äußerst unzufrieden sein, so scheint mir die Option mit der Stornierung im vorliegenden Fall als die beste. Dann kriegen Sie Ihr gesamtes Geld zurück und können neue Flüge buchen, die für Sie passendere Flugzeiten haben.
Sie haben einen Flug von München nach Lanzerote bei Condor gebucht. Dieser Flug soll am 29.04.2016 starten.
Am 11.02.2016 hat Condor Sie jedoch darüber unterrichtet, dass sich die Abflugzeit nun von 6:30 auf 12:35, also um mehr als 6 Stunden verspätet. Der Flugpreis ist während dessen um 10 € pro Ticket günstiger geworden.
Im Falle einer Verspätung oder Annullierung des ursprünglich gebuchten Fluges könnte der Fluggast ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus der europäischen Fluggastrechte Verordnung haben.
BGH- X ZR 34/14 (das Urteil kann man im Volltext im Internet finden. Einfach googlen"BGH X ZR 34/14 reise-recht-wiki“)
Die Höhe der Ausgleichszahlungenergibt sich aus Art. 7 der Verordnung und wird wie folt bemessen:
Die Entfernung zwischen München und Lanzerote beträgt 3.120 km.Sie könnten also einen Anspruch auf 400 EUR pro Fluggast haben. Gem. Art. 5 c) i) muss die Fluggesellschaft jedoch keine Ausgleichszahlung leisten, wenn der Fluggast mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet wird. In Ihrem Fall wurden Sie am 11.02.2016 über die Flugänderung informiert. Ihr Flug soll am 29.04.2016 starten. Demnach wurden Sie mehr als zwei Wochen im Voraus informiert. Aus diesem Grund haben Sie leider keinen Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus Art. 7 der Verordnung.
Beantwortet 17, Feb 2016 von Jendrik (9,560 Punkte)
das stimmt uns jetzt schon wieder Positiver, so ist man den Fluggesellschaften nicht hilflos Ausgeliefert.
Wir werden zuerst ohne Anwalt einen Brief an Condor schreiben, mit der Forderung uns mit einer Summe x entgegen zu kommen.
Falls das nichts hilft, müssen wir uns einen Anwalt nehmen.
Ich möchte mich noch herzlich bedanken, eine super Plattform.
Kommentiert 18, Feb 2016 von Boom (120 Punkte)
Eine erhebliche Flugzeitenänderung könnte unter Umständen dieselben Konsequenzen haben, wie eine Flugannullierung. Es könnten sich teilweise unterschiedliche Ansprüche ergeben.
(1) Ausgleichszahlung
Ein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung besteht dann, wenn der Flug annulliert (Art. 5, Abs. 1, li. c) VO 261/2004) oder wenn der Flug sich erheblich verspätet (EuGH, Urt. v 19. November 2009, Az.: C-402/07 und C-432/07). Neben formalen Voraussetzungen ist auch der Zeitpunkt wichtig, wann die Flugzeitenänderung Ihnen mitgeteilt wurde. Gem. Art. 5, Abs. 1, li. c), i) – iii) Verordnung 261/2004 gelten folgende Bedingungen:
In diesen drei Fällen besteht kein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung.
Ihr Flug findet Ende April statt, die Änderung wurde Ihnen mehr, als zwei Wochen vor dem ursprünglich geplanten Abflug mitgeteilt, sodass Sie kein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung machen können.
(2) Stornierung des Fluges
Sowohl bei einer Annullierung (Art. 5, Abs. 1, li. a) VO 261/2004) als auch bei einer erheblichen Flugverspätung (Art. 6, Abs. 1, subli. iii) VO 261/2004) wurde die Möglichkeit vorgesehen, den Flug kostenlos stornieren zu lassen. Gem. Art. 8, Abs. 1, li. a) Verordnung 261/2004 gilt folgendes:
a) – der binnen sieben Tagen zu leistenden vollständigen Erstattung der Flugscheinkosten nach den in Artikel 7 Absatz 3 genannten Modalitäten zu dem Preis, zu dem der Flugschein erworben wurde, für nicht zurückgelegte Reiseabschnitte sowie für bereits zurückgelegte Reiseabschnitte, wenn der Flug im Hinblick auf den ursprünglichen Reiseplan des Fluggastes zwecklos geworden ist, gegebenenfalls in Verbindung mit [...]“.
Im Zusammenhang mit Artikel 8 können Sie auch auf einer anderweitigen Beförderung zu vergleichbaren Reisebedingungen bestehen. Sie dürfen zwischen einer alternativen Beförderung und Stornierung wählen.
Eine Preisminderung ist in der Verordnung (EG) 261/2004 im Zusammenhang mit Flugverspätungen und Flugannullierung nicht ausdrücklich vorgesehen, sodass diese Option evtl. von der Kulanz der Fluggesellschaft abhängt.
Beantwortet 18, Feb 2016 von seiun (3,510 Punkte)
Hallo Fluggast,
Bei einer Abflugverspätung von ca. 6 Stunden, könnte man ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus der europäischen Fluggastrechte Verordnung haben.
Diese gilt allerdings lediglich für Flüge die auf einem Flughafen im Gebiet eines Mitgliedstaats starten oder für Flüge aus einem Drittland zu einem Flughafen in einem Mitgliedsstaat, wenn der Flug von einer europäischen Fluglinie getätigt wird.
Da der Flug in München startete, liegt hier kein Problem vor.
Somit sind Sie berechtigt Ansprüche aus Art.7 der VO geltend zu machen. Die Pauschalhöhe der Ausgleichszahlungen ergibt sich folgendermaßen:
In ihrem Fall könnte ihnen also 400 Euro pro Person zustehen.
Allerdings müssen keine Ausgleichszahlungen erbracht werden, wenn Sie sich auf außergewöhnliche Umstände berufen kann. Solche stellen einen Zuspruch für die jeweilige Airline dar, da mit diesen in der Regel nicht gerechnet werden kann und diese auch mit Ergreifen aller möglichen Maßnahmen nicht zu verhindern waren. Die Airline trägt allerdings auch die Beweispflicht für diese Umstände.
Zudem könnten Ansprüche aus Art.8 der VO in Betracht kommen.
- vollständige Erstattung des Flugpreises binnen 7 Tagen sowohl für noch anzutrende als auch für schon zurückgelegte Flüge, wenn diese aufgrund des Reiseplans des Fluggastes zwecklos geworden sind, sowie gegebenenfalls einen Rückflug zum Abflugort zum frühestmöglichen Zeitpunkt
- oder eine anderweitige Beförderung zum Endziel unter vergleichbaren Reisebedingungen zum frühestmöglichen Zeitpunkt
- oder vorbehaltlich verfügbarer Plätze eine anderweitige Beförderung zum Endziel unter vergleichbaren Reisebedingungen zu einem späteren Zeitpunkt nach Wunsch des Fluggastes.
Beantwortet 19, Feb 2016 von Bugrad (23,320 Punkte)
die Rechte, die Ihnen in einem solchen Fall zustehen, stellen sich wie Folgt dar:
Zunächst einmal haben Sie ein Recht gem. Art. 5 und 8 der VO(EG) 261/2004 den Flug unter den geänderten Bedingungen gar nicht anzutreten und den vollständigen Reisepreis hierfür erstattet zu bekommen. Alternativ können Sie jedoch auch einen anderen Flug unter vergleichbaren Reisebedingungen verlangen. Hierbei haben Sie grundsätzlich Anspruch auf den nächst möglichen Flug (zeitlich gesehen nach dem ursprünglich gebuchten Flug) oder wenn noch Kapazitäten vorhanden sind, auf einen späteren Flug. D.h. für Ihren Fall: Sie können wählen, ob Sie den Flug antreten wollen oder nicht. Wenn Sie ihn antreten wollen, haben Sie zeitlich gesehen jedoch nur Anspruch auf den zeitlich nachfolgenden Flug. D.h. hier ist fraglich, ob es noch einen früheren Flug zwischen 10 Uhr und 12:35 gibt. Ist dies der Fall, haben Sie Anspruch auf diesen Flug umgebucht zu werden.
Ein Recht auf pauschale Entschädigung nach Art. 5 und 7 VO steht Ihnen in Ihrem Fall leider nicht zu, da Voraussetzung hierfür wäre, dass Sie weniger als 14 Tage vor dem geplanten Abflug über die Änderungen von der Airline informiert worden. Ihre Info erfolgte augenscheinlich eher.
Ein Recht auf Minderung des Reisepreises gem. § 651d BGB oder Ersatz entgangener Urlaubsfreuden gem. § 651f Abs. 2 BGB wegen der Verkürzung des Urlaubstages steht Ihnen in Ihrem Fall auch nicht zu, da es sich bei dem Flug nicht um einen Teil einer Pauschalreise handelt.
Beantwortet 15, Mär 2016 von Cockpit1 (20,980 Punkte)
etwaige Ansprüche ihrerseits ergeben sich aus der EU- Fluggastrechtverordnung, der EG (VO) 261/2004.
Grundsätzlich könnte es sich um eine Annulierung ihres Fluges handeln.
Eine Annulierung liegt dann vor, wenn ihr ursprünglicher Flug nicht wie geplant durchgeführt werden kann und der Start daher abgesagt wird.
Normalerweise ergeben sich aus Art.7 EG (VO) 261/2004 diverse Ansprüche auf Ausgleichszahlungen. In ihrem Fall können diese jedoch nicht greifen. Das liegt an folgendem Punkt:
Hat die Fluggesellschaft sie bereits zwei Wochen oder mehr über die Änderung informiert, ist diese aus dem Schneider. Sie muss dann keinerlei Zahlungen mehr leisten.
Sie können ihr Ticket jedoch stornieren und den Preis erstatten lassen. Aus ihrem Text lässt sich jedoch erschließen, dass dies für sie keine Option darstellt.
Meiner Ansicht nach sollten Sie daher den Flug antreten.

References: Art. 7
 Art. 5
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 Art. 5
 Art. 8
 Art.7
 Art.8
 Art. 5
 Art. 5
 § 651
 § 651
 Art.7