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Verbreitetes Motiv als Poster verkaufen Urheberrecht Forum 123recht.net
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Verbreitetes Motiv als Poster verkaufen
1.1.2011 Thema abonnieren Zum Thema: verkaufen
Frage vom 1.1.2011 | 21:38
ich würde gerne Bilder einer recht verbreiteten Motivserie als Poster verkaufen. Das Problem: Das konkrete Motiv, bzw. Serie, habe ich bisher nur in Den USA gefunden, eine ähnliche Motivserie (ich glaube sogar mit identischen Figuren) zum Thema "Bier" ist dagegen fast überall erhältlich.
Um sich ein besseres Bild in jeder Beziehung machen zu können, ist es wohl das Sinnigste, wenn ich mal einen Link zu einem Beispiel gebe (HIER klicken!).
Wer sich etwas mit Postern auskennt, wird dieses Motiv, bzw. die Art der Darstellung (Person, bildlicher Stil, Art des Humors, etc.) vielleicht kennen. Es gibt diese Art von Abbildungen auch zu anderen Themen und auf allen möglichen Trägern (T-Shirts, Caps, Magnetschildern, Blechschildern, etc.). Die Personen sind bei den verschiedenen Varianten verschieden (eine Frau taucht z.B. auch auf), aber sie wiederholen sich.
Ich vermute, daß es sich einfach um eine Verballhornung alter Werbung handelt und diese Figuren und die Art der Darstellung vielleicht sogar eins zu eins übernommen wurden; in diesem Fall geht es in der "Beer"- Serie aber um Bier und die Sprüche dazu sind entsprechend abgeändert.
Die entscheidende Farge ist: Wie bekomme ich heraus, wer das Urheberrecht hat? Und um es zu verkomplizieren, da die Sachen ja evtl.aus den USA kommen: Wer hat das Copyright?
Denn soviel ich weiß steht auf den Bildern nichts drauf!
Könnte es sein, daß diese Bilder völlig ohne Urheberrechte / Copyrights sind? Dann würde ich sie nämlich gerne drucken lassen und verkaufen.
-- Editiert am 01.01.2011 21:39
Antwort vom 2.1.2011 | 02:05
Wenn sämtliche Urheber eines Werkes 70 Jahre tot sind, ist das Werk nach Jahresende (oder sofort?) frei laut UrHG § 64.
Geben die Urheber bzw. deren Erben vorher das Werk frei, dann ist es praktisch, wenn man das schriftlich hat, wenn es zum Rechtsstreit kommt. Meist steht dann beim Werk sowas wie hier :
Zu den folgenden Bedingungen: (...)
Um die Urheber und sonstige Inhaber von Nutzungsrechten nach UrHG § 31 zu recherchieren, beschäftigen Profis Profis. Amateure können das auch, oder aber den riskanten Weg gehen nach dem Motto:
"Wenn sich wer meldet, dann handel ich mit dem eine Entschädigung für bisherigen Schaden aus laut UrHG § 97 und eine Lizenz für meine künftige Nutzung inkl. Honorar laut UrHG § 31 bis 36a."
Dieses Recherchemodell hat einen kleinen Haken:
Falls aber kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung besteht und die Rechteinhaber auch keines haben, passiert da nix - zumal ja auch das Erwerbs- und Prestige-Interesse der Rechteinhaber überwiegen könnte, zumal bei bislang verschollenen Werken.
Antwort vom 2.1.2011 | 13:34
(@Gerd: vielen Dank für die hilfreiche Antwort!)
Um die Urheber und sonstige Inhaber von Nutzungsrechten nach UrHG § 31 zu recherchieren, beschäftigen Profis Profis.
Gibt es da empfehlenswerte Profis (Preis-Qualität)? In welcher Größenordnung liegen da gewöhnlich die Kosten?
Alternativ: Gibt es intelligente Möglichkeiten,dies selbst zu versuchen? Ich finde da einfach keinen Ansatzpunkt :-/
Die große Frage ist jetzt: Was könnte das konkret in € bedeuten?
Wenn ich mir UrHG § 97 Abs. 2(LINK) näher ansehe, dann gibt es ja jede Menge Optionen der Schadensbemessung:
Bei der Bemessung des Schadensersatzes kann auch der Gewinn, den der Verletzer durch die Verletzung des Rechts erzielt hat, berücksichtigt werden.
Konklusion: Alles ist möglich...
Gibt es da eine Art ständige Rechtsprechung oder höchstrichterliche Urteile, an denen man sich in der Praxis orientieren kann?
Gerade bei den konkreten Bildserien, die ich meine (siehe Ursprungsposting, bzw. hier nochmals der LINK) finde ich das besonders schwierig.
[Anmerkung: Recherche, indem man sich vom Rechteinhaber anschreiben lässt mit möglichen Folgen durch UrHG § 106 Unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke]
Wie sieht hier die Umsetzung in der Praxis aus? Wie wäre das konkret im Hinblick auf diese Bilderserie zu sehen?
Man könnte ja optimistisch schätzen, daß die meisten Staatsanwaltschaften eh überlastet sind und sich die Aktenberge mit wirklich wichtigen und schweren Fällen türmen. Grundsätzlich habe ich ja selbst kein Interesse daran, gegen Rechte eines Urheberrechtsinhabers zu verstoßen- und wenn ich diesen irgendwie ermitteln könnte, würde ich auch an diesen herantreten, um eine Vereinbarung zu treffen. Das aber (das Auffinden) halte ich für ein schwieriges Unterfangen... und die drastische Androhung einer Freiheitsstrafe macht die Sache auchh nicht gerade netter.
Antwort vom 4.1.2011 | 01:30
Also ich würde das Londoner Wirtschaftsministerium anschreiben, zumindest weitere britische Ansprechpartner sollten die nennen können (Verleger-Verbände usw.) - oder gleich die Botschaft hier oder eine deutsch-britische Handelskammer kontaktieren, besuchen, die sind ja dafür da, den Handel zu unterstützen.
Der zweite Weg bei verschollenen Urhebern geht über Antiquariate und Bibliotheken - hier eher nicht, sondern über Vereine, die sich ehrenhalber mit Spezialhobbies befassen; es könnte auch das nächste britische oder irische Pub in deiner Nähe sein.
Zwar haben die Briten noch nicht einmal den Urheber der Werke von Shakespiere herausgefunden, aber sonst sind sie fix bei abseitigen Fragen.
Was die Preise für Verletzungen von Urheberrechten anbelangt, gibt es eher wenige Urteile, weil sich die Gegner häufig einigen auf einen akzeptablen Preis - sogar die Beatles mit dem Verleger von Chuck Berry wegen "Come together" versus "You can't catch me" .
Antwort vom 18.1.2011 | 15:44
Beginner (87 Beiträge, 16x hilfreich)
Ich würde es mal bei einer Kunsthistorischen Fakultät versuchen. Allen Ernstes. Es gibt auch an Universitäten Leute, die sich mit dieser Art Kunst sehr intensiv befassen.
In jedem Fall braucht es Ausdauer für eine solche Recherche - diese aber lohnt, wie oben beschrieben. Denn liegt erstmal eine Klage auf dem Tisch, ist viel Geld weg, das man sich mit etwas mehr Sorgfalt durchaus hätte sparen können.
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References: § 64
 § 31
 § 97
 § 31
 § 31
 § 97
 § 106