Source: https://www.dr-datenschutz.de/strafanzeige-wegen-verkauf-von-33-millionen-e-mail-adressen/
Timestamp: 2020-08-11 19:18:07+00:00

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13. Mai 2014 |	25 Kommentare | Von Dr. Datenschutz
Bereits am Montag berichtete süddeutsche.de, dass Unbekannte 33 Millionen E-Mail-Adressen zum Verkauf anbieten. Befürchtet werde hier seitens heise.de eine Spam-Welle von enormem Ausmaß. Denn die angeblich aus dem deutschsprachigen Raum stammenden E-Mail-Adressen werden wiederum per E-Mail verschickt.
Es geht um das Versenden von Nachrichten mit dem folgenden Angebot, E-Mail-Adressen kaufen zu können:
Falls Sie auf der Suche nach neuen Email-Adressen aus Deutschland sind dann sind Sie bei mir genau richtig. Preis pro eine Million Email-Adressen 800 Euro
Falls Sie Interesse haben können Sie mich kontaktieren.“
Selbstverständlich folgen am Ende auch tatsächlich noch Kontaktdaten, die wir hier aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht nennen wollen.
Ist die unerlaubte Datenweitergabe eine Straftat?
Laut den Informationen von Heise handelt es sich „lediglich“ um E-Mail-Adressen, allerdings ohne die erforderlichen Passwörter. Allerdings stellen bereits E-Mail-Adressen personenbezogene Daten dar, weil durch sie eine konkrete Person bestimmt werden kann.
Wer unbefugt personenbezogene Daten, die nicht allgemein zugänglich sind, erhebt oder verarbeitet (= an einen Dritten weitergibt, § 3 Abs. 4 BDSG) und dies vorsätzlich gegen Entgelt oder in der Absicht, sich oder einen anderen zu bereichern oder einen anderen zu schädigen, begeht, erfüllt einen Straftatbestand nach § 43 Abs. 2 i.V.m. § 44 Abs. 1 BDSG. Dies kann Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe nach sich ziehen. Allerdings kann Anzeige nur ein Betroffener erstatten.
Warum kann Strafanzeige erstattet werden?
Bei den zum Verkauf angebotenen E-Mail-Adressen handelt es sich unzweifelhaft um personenbezogene Daten, die zumindest möglicherweise nicht allgemein zugänglich waren und ebenfalls möglichereise ohne Einwilligung oder andere Rechtsgrundlage und damit unbefugt weitergegeben worden sind. Selbstverständlich gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, unter denen ein An- und Verkauf von Daten zulässig sein kann.
Da das angebotene Adressen-Paket Adressen recht vieler Provider enthält, bei den auch Sie Ihre E-Mail-Accounts haben, ist es nicht ausgeschlossen, dass Sie ebenfalls betroffen sind. Es ist nämlich möglich, dass sich auch Ihre E-Mail-Adresse unter den hier angebotenen befindet. Damit sind Sie grds. auch erst mal antragsbefugt.
Aufgrund des in Deutschland herrschenden Legalitätsprinzips aus § 152 Abs. 2 StPO ist die Staatsanwaltschaft – mit Hilfe der zuständigen Polizei (§§ 161, 163 StPO) – dann auch zur Ermittlung verpflichtet.
Warum sollte Strafanzeige erstattet werden?
Ob die nun angebotenen Adressen mit dem Diebstahl der 18 Millionen Passwörter im April diesen Jahres zusammenhängen oder nicht, bleibt vorab offen. Fest steht allerdings, ein unzulässiger Handel mit E-Mail-Adressen nicht einfach hingenommen werden sollte.
Und auch ob es sich tatsächlich „nur“ um Spam handelt und tatsächlich keine E-Mail-Adressen zum Verkauf stehen, wird sich erst herausstellen, wenn dem ganzen Sachverhalt nachgegangen wird. Der erste Schritt wäre also mit einer Strafanzeige getan…
Mehr zum Thema: Datenhandel, Datenweitergabe, E-Mail-Adresse
Wenn die zuständigen Behörden noch nicht einmal bei millionenfachen Grundrechtsverletzungen durch ausländische Mächte aus Gründen des „Staatswohls“ tätig werden, bin ich leider etwas resigniert ob der Erfolgsaussichten behördlicher Ermittlungstätigkeit im Interesse des einzelnen Bürgers.
Patricia. am 13. Mai 2014, 19:08 Uhr
Da bin ich dann doch etwas zuversichtlicher.
Denn hier haben wir es nicht mit politischen Interessen/Problemen zu tun.
Podder am 23. Dezember 2015, 20:45 Uhr
es ist für mich einfach nur unglaublich was da abgeht und passiert! Ich bin Betreiber einiger Onlineshops und muß (will ich auch!) an die gesetzlichen Vorgaben halten! Die sind nicht ganz im Sinne eines Verkäufers, aber mit solchen Mitteln würde ich niemals! und will ich niemals! an Kunden kommen oder etwas verkaufen. Sinn und Zweck des Verkaufs/Anbietens von e-mails ist ja nur „Kohle machen“, also Gewinne erzielen und das Bankkonto mehren. Allerdings nicht auf diese Art und Weise.
Wie kann man soetwas unterbinden mit dem neuen Datenschutzrecht ab dem 25.5.2018 europaweit?
Aber das wichtigste ist ja: ich (wir, Sie auch?) bekomme ungefragte und nicht gewollte E-Mails und ein Abstellen ist da nicht möglich. Ich meine (was meinen Sie?) man sollte da ganz klar dagegen vorgehen, sich wehren!, es nicht einfach nur wegklicken, denn morgen sind noch viel mehr emails da.
Ich möchte einfach nur ordentliches Geschäftsgebahren auch im Netz und da sollte man solche Dinge/Angebote zwingend ablehnen und dem Wachstum entgegensteuern, auch wenns nicht einfach ist.!
deno am 24. Mai 2018, 22:29 Uhr
Habe auch diese schweinerei erhalten. Wie kann ich mich wehren?
Hodiki am 25. Mai 2018, 14:31 Uhr
Auch ich habe diese Mail bekommen. Muß ich als Privatperson etwas machen?
Zwei Tage später wurde ich von meinem E-mail Provider aufgefordert mein Passwort zu ändern.
PK am 14. Mai 2014, 11:05 Uhr
ich habe genau diese Email so am 11.05.2014 erhalten als Kontaktdaten ist aber nur eine Email Adresse genannt.
An wenn könne solche Emails weitergeleitet werden damit der Staat hier aktiv wird.
Johannes am 14. Mai 2014, 17:56 Uhr
Es wird schwer sein, dagegen etwas zu tun, denn solche mysteriösen Anbieter wiegen sich in Sicherheit mit Unternehmen und Servern in Ländern, denen das a) egal ist und b) keine Handels-, Auslieferungs- oder sonstige Verträge bestehen. Leider. Deutschen Behörden bleibt, wenn, dann nur die Möglichkeit, mal „anzufragen“, mehr Handlungsmöglichkeit gibts da leider nicht.
(Aber vielleicht sollte man mal die guten „Hacker“ auf solche mysteriösen Firmen ansetzen, und denen so das „Handwerk“ legen.)
Sorry fürs laute Denken ;-)
DSBM am 16. Mai 2014, 08:24 Uhr
Grundsätzlich kann es in solchen Fällen nie schaden, das Passwort zu ändern und ein sehr starkes (mindestens 8 Zeichen, Klein- und Großbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen, kein Trivialpasswort) auszuwählen. Außerdem sollten Sie die Account-Bewegungen überprüfen, so dass Sie etwaige unbefugte Zugriffe schnell erkennen können.
Wie bereits im Artikel beschrieben, kann man eine Anzeige bei der zuständigen Polizei oder Staatsanwaltschaft einreichen. Gemäß § 77b Abs. 1 StGB muss dies innerhalb einer Frist von 3 Monaten geschehen.
Dr. Datenschutz am 16. Mai 2014, 12:56 Uhr
Und was ist mit den sogenannten „Listbrokern“ ??? Ist das Legal?
http://www.inmedias.de/online-marketing/email-marketing/e-mail-marketing-adressanbieter/
Das ist ja ein richtiges Geschäft… ?!
LisaMisa am 25. Januar 2015, 12:21 Uhr
jemand hat mir 31 Millionen email adressen zum kauf angeboten für 10.000$
verkäufer adresse ist esopet@jabber.ua
„Helena Pfeiffer“ noreply@stjude-shrine.org
Peter Orselen am 8. Oktober 2015, 20:08 Uhr
Wir haben auch dieses Angebot über Kauf von Email-Adressen bekommen: von Antonia Herrmann (noreply@estalia.net) an jennifertewes@gmx.de.
Walter am 11. Oktober 2015, 22:46 Uhr
Ich hab diesen Mail gerade eben erhalten:
Bin sprach und Rahtlos ….
peter am 10. Oktober 2015, 21:38 Uhr
Die gleiche Mail habe ich auch erhalten
Und nun… ?
elke am 12. Oktober 2015, 17:17 Uhr
wurde mir ebenso angeboten, diesmal aber für 10.000 Euro und bei Interesse Mail
an manuel@doomail.info.
Was macht man denn da? Anzeigen, melden …..wenn ja wo??
peter fredrich am 17. Oktober 2015, 12:32 Uhr
Hier ist noch einer mit dem Verkauf von E-Mails unterwegs.
Ich verkaufe Email-Adressen!
hotmail.com 2,4 Millionen
Die Emails sind alle gültig keine Bounces! Stand Dezember 2015
Falls Sie Interesse haben und alle Email-Adressen kaufen wollen schreiben Sie mir eine Email an manu (at) doomail (punkt) info
PipiLangstrumpf am 23. Dezember 2015, 10:01 Uhr
Auch ich habe heute die E-Mail wie PipiLangstrumpf erhalten. Kann u. U. der Verbraucherschutz aktiv werden?
Loggy am 23. Dezember 2015, 10:52 Uhr
Auch ich nabe nun eine solche Mail erhalten.
Hasenfurz am 23. Dezember 2015, 10:59 Uhr
Auch ich – auch 9000 €.
Es wäre doch praktisch, wenn man hier eine Sammelmeldestelle für solche mails finden würde,
Hascherpur am 23. Dezember 2015, 15:02 Uhr
Weiterleiten an die Staatsanwaltschaft. Ist keine formell gültige Strafanzeige, wenn das per E-Mail geschieht, aber die StA muss der Sache von Amts wegen nachgehen, Offizial- und Legalitätsprinzip, § 152 Abs. 2 StPO.
Habe ich heute auch so gemacht.
Podder am 23. Dezember 2015, 20:50 Uhr
Ich habe ebenfalls das Email Kaufangebot über 9000€ erhalten
mit gleichem Wortlaut wie Angebot PipiLangstrumpf
…Falls Sie Interesse haben und alle Email-Adressen kaufen wollen schreiben Sie mir eine Email an manu (at) doomail (punkt) info
Darunter stand noch folgendes:
relugy oyznsyhiv lpwocoac yhmomcffy jzzxizuk eemnaneda wuteikdio teaatjjoy vixhid ooeixetly luqr jypisenyc rsimoyuap tiagea tunyhsani yfoxgi apodyyo oicyat of iyjabyy vhrajugeg oheapuukj izoliwyrs hnbako vzr dv borkkecya isnvuevax
HarttG am 24. Dezember 2015, 14:04 Uhr
Ich habe noch was gefunden. Hier kann man verdächtige Mails beim Verbraucherschuz melden:
http://www.verbraucherzentrale.de/phishing-betrug :
„Phishing-Radar: Verdächtige Mails melden Vermuten Sie bei einer E-Mail eine Gaunerei, dann leiten Sie sie bitte ans Phishing-Radar weiter. So können andere Verbraucher gewarnt werden. Die E-Mail-Adresse: phishing@vz-nrw.de „
PipiLangstrumpf am 24. Dezember 2015, 17:37 Uhr
Ja habe auch 2 mal die gleiche Mail bekommen einmal vom Absender noreply (at) schwabengarage-geislingen.de und von noreply (at) dotnetbb.de ich meine alleine schon die berümte Schwabengarage als Absender na ja da muss ja wohl einer in dem Hause sitzen der da zugang hatte oder so aber wie das jetzt aussieht unternimmt eh keiner etwas dagegen zumal man zig mails anlegen kann ohne irgend welche adressdaten anzugeben und die IP haha von einem Kaffee aus über nen W-Lan Hot Spot wie beim MC-Spei ud die man ist nur noch ein Geist den keiner verfolgen kann dazu brauch ich nicht mal eine umleitung über irgend welche dns server oder ähnlichem also wird eine verfolgung seitens der Statsanwaltschaft sicherlich absolut sinnlos sein.
Hackerlehrling am 28. Dezember 2015, 10:59 Uhr
Der Verbraucherschuz ( http://www.verbraucherzentrale.de/phishing-betrug ) ist doch schon einmal eine gute Sammlestelle für die ganzen Ganovenmails. Z.Z. ist es vielleicht nur mit gigantischem Aufwand möglich die Absender zu lokalisieren. Spuren im Netz bleiben aber erhalten. Vielleicht gibt es irgendwann eine einfache Möglichkeit für die Staatsanwaltschaftschaft die Täter über die beim Verbraucherschutz gesammelten Daten zu ermitteln.
PipiLangstrumpf am 29. Dezember 2015, 15:03 Uhr
Dann versucht doch einmal die angegebene Webseite der Verbraucherzentrale aufzurufen. Die Seite gibt es nicht (mehr?).
Was geschieht dann wohl mit den weitergeleiteten Mails? Werden die auch gelöscht?
Schneewittchen am 2. Januar 2018, 02:01 Uhr
Doch, die Seite verbraucherzentrale.de besteht durchaus. Nur ohne „/pishing-betrug“. Habe allerdings leider keinerlei Hinweise auf der Seite gefunden, wo man konkret gegen diese „Händler“ konkret etwas anzeigen könnte.
Carlos III am 24. Mai 2018, 20:46 Uhr

References: § 3
 § 43
 § 44
 § 152
 § 77
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