Source: http://verfahrenspflegerin-kaufhold.de/erwachsene/angebot/verfahrensbeistandschaft.html
Timestamp: 2019-05-20 02:57:27+00:00

Document:
LösungsorientiertBeratung
§ 158 Verfahrensbeistand (FamFG)
(7) Für den Ersatz von Aufwendungen des nicht berufsmäßigen Verfahrensbeistands gilt § 277 Abs. 1 entsprechend. Wird die Verfahrensbeistandschaft für die Wahrnehmung seiner Aufgaben nach Absatz 4 in jedem Rechtszug jeweils berufsmäßig geführt, erhält der Verfahrensbeistand eine einmalige Vergütung in Höhe von 350 Euro. Im Fall der Übertragung von Aufgaben nach Absatz 4 Satz 3 erhöht sich die Vergütung auf 550 Euro. Die Vergütung gilt auch Ansprüche auf Ersatz anlässlich der Verfahrensbeistandschaft entstandener Aufwendungen sowie die auf die Vergütung anfallende Umsatzsteuer ab. Der Aufwendungsersatz und die Vergütung sind stets aus der Staatskasse zu zahlen. Im Übrigen gilt § 168 Abs. 1 entsprechend.
§ 167 Anwendbare Vorschriften bei Unterbringung Minderjähriger (FamFG)
§ 174 Verfahrensbeistand (FamFG)
Das Gericht hat einem minderjährigen Beteiligten in Abstammungssachen einen Verfahrensbeistand zu bestellen, sofern dies zur Wahrnehmung seiner Interessen erforderlich ist. § 158 Abs. 2 Nr. 1 sowie Abs. 3 bis 7 gilt entsprechend.
§ 191 Verfahrensbeistand (FamFG)
Das Gericht hat einem minderjährigen Beteiligten in Adoptionssachen einen Verfahrensbeistand zu bestellen, sofern dies zur Wahrnehmung seiner Interessen erforderlich ist. § 158 Abs. 2 Nr. 1 sowie Abs. 3 bis 7 gilt entsprechend.
Die Aufgaben des Verfahrensbeistandes gemäß § 158 Abs. 4:
(1) „Der Verfahrensbeistand hat das Interesse des Kindes festzustellen.“ Das heißt nach Akteneinsicht, Kontaktaufnahme mit dem Kind (Beziehungsaufbau, Informierung des Kindes auf der Sachebene entsprechend dem Kindesalter und Entwicklung) folgt die Eruierung des Kindeswillens (Zielorientierung, Intensität, Stabilität, Autonomie; vgl. Dettenborn 2002; Dettenborn 2007). Die Interessen sind authentisch wiederzugeben und in den familiären Kontext einzuordnen und darzustellen.
(2) „Und im gerichtlichen Verfahren zur Geltung zu bringen.“ Das heißt die Interessen des Kindes schriftlich per Stellungnahme oder mündlicher Stellungnahme/Berichterstattung im Verfahren einzubringen. Durch den Verfahrensbeistand wird das Kind zum handelnden Subjekt und Verfahrensbeteiligten und tritt aus seiner Objektrolle hervor.
(3) „Er hat das Kind über Gegenstand, Ablauf und möglichen Ausgang des Verfahrens in geeigneter Weise zu informieren.“ Das hießt er informiert das Kind je nach Alter und Entwicklung über seine Rechte und Möglichkeiten, den Ablauf des Verfahrens, bereitet das Kind auf die Kindesanhörung vor, begleitet das Kind zum Termin und ist anwesend während der Kindesanhörung und bereitet den Termin entsprechend nach. Er fungiert somit als Dolmetscher zwischen Gericht und Kind.
(4) „Soweit nach den Umständen des Einzelfalls ein Erfordernis besteht, kann das Gericht dem Verfahrensbeistand die zusätzliche Aufgabe übertragen, Gespräche mit den Eltern und weiteren Bezugspersonen des Kindes zu führen sowie am Zustandekommen einer einvernehmlichen Regelung über den Verfahrensgegenstand mitzuwirken.“ (Bestellung gemäß § 158 Abs. 4 S. 3 FamFG).
Das heißt er führt zusätzliche Gespräche mit den Eltern, Lehrern, Großeltern je nach Sachlage und Vermittlung mit Methoden der Mediation. Lösungsorientiertes Handeln im Interesse des Kindes schützt das Kind mittelbar vor einer Instrumentalisierung und vor dem Konflikt (vgl. im Einzelnen Röchling 2009, 89–93).
Der Verfahrensbeistand nimmt seine Aufgabe selbstständig und eigenverantwortlich wahr (vgl. Bork 2009, 524).
In der Regel stelle ich mich dem Kind in Gegenwart des Elternteils, bei dem es derzeit seinen Lebensmittelpunkt hat, vor. Während des ersten Termins lernt mich das Kind kennen, wir spielen und ich informiere das Kind über meine Rolle. Während dieses Termins vereinbare ich mit dem Kind ein zweites Treffen.
Je nach den Wünschen des Kindes lade ich das Kind in mein Büro ein. Während dieser folgenden Termine eruiere ich den Willen, bereite Kindesanhörungen oder Interaktionsbeobachtung mit einem anderen Elternteil in Abhängigkeit von den Wünschen und Interessen des Kindes vor. Wahlweise finden Termine auf Spielplätzen, bei McDonald’s oder im Kinderzimmer je nach den Wünschen und Interessen meiner Mandanten kindgerecht statt.
Belastende Gespräche führe ich hauptsächlich in meinem Büro. Während dieser Gespräche fungiert meine Katze als „Türöffner“. Auf Grund meiner Erfahrungswerte erleben die Kinder die Gespräche als weniger belastend, genießen sogar manche Termine. Diese Gespräche orientieren sich an der Lebenswelt (ihrem individuellen Tempo und ihren Interessen) der Kinder.
Arbeitsbasis:
Standards der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Verfahrensbeistandschaft / Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche e. V.
neue Standards für die Verfahrenspflegschaft gem. § 50 FGG (1109 KB)
neue Standards für die Verfahrenspflegschaft gem. § 70b FGG (1131 KB)
III. Arbeitsfeld des Verfahrensbeistandes
Der Verfahrensbeistand ist tätig in Kindschaftssachen, d. h. in Angelegenheiten, die das Kind betreffen (§ 151 FamRG = Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit).
§ 151 Kindschaftssachen (FamFG)
1. die elterliche Sorge,
2. das Umgangsrecht,
3. die Kindesherausgabe,
4. die Vormundschaft,
5. die Pflegschaft oder die gerichtliche Bestellung eines sonstigen Vertreters für einen Minderjährigen oder für eine Leibesfrucht,
8. die Aufgaben nach dem Jugendgerichtsgesetz
IV. Methoden
Weiterbildungszertifikat und Inhalte der Weiterbildung
Netzwerke für Verfahrensbeistände

References: § 158
 § 277
 § 168

§ 167

§ 174
 § 158

§ 191
 § 158
 § 158
 § 158
 § 50
 § 70

§ 151