Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.10.2000&Aktenzeichen=XII%20ZR%2085/98
Timestamp: 2019-11-15 17:31:20+00:00

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BGH, 18.10.2000 - XII ZR 85/98 - dejure.org
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BGH, 18.10.2000 - XII ZR 85/98 (https://dejure.org/2000,962)
BGH, Entscheidung vom 18.10.2000 - XII ZR 85/98 (https://dejure.org/2000,962)
BGH, Entscheidung vom 18. Januar 2000 - XII ZR 85/98 (https://dejure.org/2000,962)
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BGB §§ 209, 211, 225; ZPO § 485
Verjährungsunterbrechung - Beendigung - Ruhen des Verfahrens - Beweisverfahren - Weiterbetreiben
Zur Frage der Beendigung der Verjährungsunterbrechung
BGB §§ 209, 211, 225 ; ZPO § 485
Verfahrensrecht - Beendigung der Verjährungsunterbrechung
Beendigung der Verjährungsunterbrechung wegen Nichtbetreibens eines Prozesses; Streitgenossen; selbständiges Beweisverfahren
NJW 2001, 218
MDR 2001, 229
VersR 2001, 1165
WM 2000, 2551
WM 2001, 2551
Ein Verzicht auf die Einrede der Verjährung war mit dieser Erklärung des Beklagten nicht verbunden (vgl. hierzu BGH, Urt. v. 18. Oktober 2000 - XII ZR 85/98, WM 2000, 2551, 2552); er hat damit lediglich zum Ausdruck gebracht, zu weiteren Vergleichsverhandlungen bereit bzw. an solchen interessiert zu sein.
Zumindest ist den Klägern bis zu diesem Zeitpunkt ein nach außen erkennbarer, triftiger Grund dafür zuzubilligen, dass sie das Verfahren der Stufenklage noch nicht weiter betrieben haben (vgl. etwa BGH, Urteile vom 28. September 1999 - VI ZR 195/98 - NJW 1999, 3774 unter II 2; vom 18. Oktober 2000 - XII ZR 85/98 - NJW 2001, 218 unter II 2).
Aus Gründen der Klarheit und Sicherheit des Rechtsverkehrs, für den der Zeitpunkt des Verjährungsbeginns klar erkennbar sein muss, und im Interesse des Schuldners, der durch die gemäß § 204 Abs. 2 BGB wieder beginnende Verjährung geschützt werden soll, sind vielmehr die nach außen erkennbaren Umstände des Prozessstillstandes maßgebend, aus denen sich der erforderliche triftige Grund für die Untätigkeit der Partei ergeben muss (BGH, NJW 2001, 218, 219).
Die Parteien haben es in einem solchen Fall in der Hand, einen zeitweiligen Verzicht auf die Geltendmachung der Verjährungseinrede zu verabreden, der deren Erhebung dann unzulässig macht (BGH, NJW 2001, 218, 219).
Die Vereinbarung des Ruhens eines Verfahrens reicht für diese Annahme allein nicht aus (BGH NJW 2001, 218, 220 unter Verweis auf Staudinger-Peters, BGB, § 202 Rdn. 16 und 18;… jetzt Staudinger-Peters, BGB, 2004, § 205 Rdn. 18), wenn es an der für ein pactum de non petendo notwendigen zeitlichen Begrenzung fehlt (…Staudinger-Peters, BGB, 2004, § 205 Rdn. 18).
Zwar hat der Bundesgerichtshof (…vgl. BGH, Urt. v. 16.3.2009, II ZR 32/08, Tz. 26 ff., NJW 2009, 154, 156; BGH NJW 2001, 218, 219 noch zu § 211 Abs. 2 BGB a.F.) den Anwendungsbereich des § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB dahin eingeschränkt, dass nicht jeder Prozessstillstand ohne Rücksicht auf seinen Entstehungsgrund zu einer Beendigung der Verjährungshemmung führt.
So reicht es für die Unanwendbarkeit des § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB a.F. noch nicht aus, wenn eine Partei lediglich aus prozesswirtschaftlichen Erwägungen den Ausgang eines Musterprozesses abwartet (vgl. BGH NJW 2001, 218, 219;… BGH, Urt. v. 16.3.2009, II ZR 32/08, Tz. 27, NJW 2009, 154, 156) oder wenn sie ohne Vorliegen weiterer besonderer Umstände lediglich wegen außergerichtlicher Verhandlungen das Verfahren nicht weiter betreibt (…vgl. BGH, Urt. v. 16.3.2009, II ZR 32/09, Tz. 26 ff, NJW 2009, 154-156).
Die Vereinbarung des Ruhens des Verfahrens als solche reicht allein für die Annahme eines pactums de non petendo nicht aus (vgl. BGH NJW 2001, 218, 219, 220).
Es genügt nicht, dass der Schuldner das passive Verhalten des Gläubigers aus Zweckmäßigkeitsgründen hinnimmt (vgl. BGH NJW 2001, 218, 219, 220).
BGH, 10.07.2008 - VII ZR 16/07
Anrechnung des Rückforderungsanspruchs des Bauträgers wegen überzahlter …
Denn die Verjährung war, nachdem das Ruhen des Verfahrens angeordnet worden war, zunächst drei Monate gehemmt, da das Verfahren vor Ablauf dieser Zeitspanne nur mit Zustimmung des Gerichts aufgenommen werden konnte, § 251 Abs. 2 ZPO (vgl. BGH, Urteile vom 17. Januar 1968 - VIII ZR 207/65, NJW 1968, 692 und vom 18. Oktober 2000 - XII ZR 85/98, NJW 2001, 218).
Die Anordnung des Ruhens des Verfahrens nach § 251 Satz 1 ZPO beendet nämlich nach § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB die Unterbrechung der Verjährung, da das Ruhen des Verfahrens primär auf dem Willen der Parteien beruht, auch wenn eine Entscheidung durch das Gericht und damit dessen Mitwirkung erforderlich ist (vgl. BGH, Urteil vom 20.10.1987 - VI ZR 104/87, NJW-RR 1988, 279; Urteil vom 18.10.2000 - XII ZR 85/98, NJW 2001, 218, 219; BAG, Urteil vom 22.04.2004 - 8 AZR 620/02, AP BGB § 211 Nr. 3;… BSG, Urt. v. 14.10.2014 - B 1 KR 27/13 R, NZS 2015, 136, 140;… Lakkis in: Herberger/Martinek/Rüßmann u.a., jurisPK-BGB, 8. Aufl. 2017, § 204 BGB, Rdnr. 158).
Betreibt der Kläger lediglich wegen außergerichtlicher Vergleichsverhandlungen das Verfahren nicht weiter, stellt dies jedoch keinen triftigen Grund in diesem Sinne dar und führt deshalb nicht zur Unanwendbarkeit von § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB (vgl. BGH, Urteil vom 18.10.2000 - XII ZR 85/98, NJW 2001, 218, 219; Urteil vom 16.03.2009 - II ZR 32/08, NJW 2009, 1598, 1600, m. w. N.).
Ein "triftiger Grund" ist nicht nur ein rechtlich zwingender Grund, vielmehr kann ein solcher Grund auch vorliegen, wenn eine Verzögerung in der Erledigung des Rechtsstreits prozesswirtschaftlich vernünftig erscheint (vgl. BGH, NJW 1979, 810, 811; NJW 2000, 132; NJW 2001, 218, 219; NJW-RR 2005, 606, 607).
Für den Ausschluss des § 211 II BGB reicht es nicht aus, wenn lediglich eine Partei aus prozesswirtschaftlichen Erwägungen den Ausgang eines Musterprozesses abwartet (BGH, NJW 1983, 2496; NJW 1998, 2274, 2276; NJW 2001, 218, 219;… Staudinger/Peters/Jacoby, § 204 BGB, Rn. 130); hier ging es nicht einmal um einen einem Musterprozess vergleichbaren Rechtsstreit in der Sache 7 U 248/99.
Zwar ist der Begriff des "Weiterbetreibens" weit zu verstehen (BGH, NJW 2001, 218, 220; NJW 1979, 809 m. w. N.).
Es muss sich aber um eine Prozesshandlung handeln, die unmittelbar auf den Prozess einwirkt und dazu bestimmt und geeignet ist, ihn zu dessen Führung und Erledigung wieder in Gang zu setzen (BGH, NZBau 2010, 366, 367, Tz. 9; NJW 2001, 218, 220;… Staudinger/Peters/Jacoby, § 204 BGB, Rn. 132 m.w. N.).
42 Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass durch ein vom Gericht angeordnetes, von beiden Beteiligten beantragtes Ruhen des Verfahrens nach § 251 ZPO ein den Beteiligten zuzurechnender Verfahrensstillstand im Sinne von § 204 Abs. 2 Satz 2 BGB und damit ein Ende der Hemmung eintritt (vgl. BGH, Urteile vom 18.10.2000 - XII ZR 85/98 -, NJW 2001, 218, und vom 20.10.1987 - VI ZR 104/87 -, NJW-RR 1988, 279; siehe auch BAG, Urteil vom 22.04.2004 - 8 AZR 620/02 -, juris; LG Karlsruhe, Urteil vom 11.02.2009 - 1 S 91/07 -, juris;… Ellenberger, in: Palandt, Bürgerliches Gesetzbuch, 73. Aufl. 2014, § 204 Rn. 48).
OLG Koblenz, 24.05.2007 - 5 U 145/07
Rechtsfolgen einer Abrede, einen Prozess über einen Darlehensrückzahlungsanspruch …

References: § 485
 § 485
 § 204
 § 202
 § 205
 § 205
 BGH 
 § 211
 § 204
 § 204
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 251
 § 251
 § 204
 § 211
 § 204
 § 204
 § 211
 § 204
 § 204
 § 251
 § 204
 § 204