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Timestamp: 2019-08-18 22:27:41+00:00

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BFH, 29.04.2008 - VIII R 75/05 - dejure.org
https://dejure.org/2008,1219
BFH, 29.04.2008 - VIII R 75/05 (https://dejure.org/2008,1219)
BFH, Entscheidung vom 29.04.2008 - VIII R 75/05 (https://dejure.org/2008,1219)
BFH, Entscheidung vom 29. April 2008 - VIII R 75/05 (https://dejure.org/2008,1219)
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AO § 85, § 164 Abs. 1 und 2; BGB § 709 Abs. 1, § 714; EStG § 2 Abs. 1 und 7, § 7g Abs. 3 bis 7; FGO § 48 Abs. 1 Nr. 1; GG Art. 20 Abs. 3
Kein Wahlrecht zwischen der Bildung einer "normalen" und einer Existenzgründerrücklage; Ausschluss der Korrektur von Vorbehaltsbescheiden nach Treu und Glauben nur in besonderen Ausnahmefällen; Klagebefugnis bei GbR hinsichtlich von Gewinnfeststellungsbescheiden
Kein Wahlrecht zwischen der Bildung einer "normalen" und einer Existenzgründerrücklage
Kein Wahlrecht zwischen der Bildung einer "normalen" und einer Existenzgründerrücklage; Ausschluss der Korrektur von Vorbehaltsbescheiden nach Treu und Glauben nur in besonderen Ausnahmefällen
Wahlrecht des Steuerpflichtigen im Hinblick auf die Inanspruchnahme der "normalen" Ansparrücklage bzw. der Existenzgründerrücklage nach dem Einkommensteuergesetz (EStG); Verbindliche Bestellung der betroffenen wesentlichen Betriebsgrundlagen als Voraussetzung der Zulässigkeit der Inanspruchnahme einer Ansparrücklage vor Vollendung der Betriebseröffnung; Voraussetzungen des Ausschlusses der Korrektur eines unter dem Vorbehalt der Nachprüfung erlassenen Steuerbescheides nach Treu und Glauben; Möglichkeit des Ausschlusses der Einstufung der Gesellschaft als Existenzgründerin bei geringfügigen Einkünften eines Mitunternehmers i.S. v. § 2 Abs. 1 Nrn. 1 bis 3 EStG vor der Betriebseröffnung; Beteiligtenfähigkeit und subjektive Klagebefugnis einer Außen-GbR im finanzgerichtlichen Verfahren wegen gesonderter und einheitlicher Gewinnfeststellungsbescheide; Abschluss eines Gesellschaftsvertrages den Schluss auf eine endgültig beabsichtigte gewerbliche Tätigkeit zulassende Vorbereitungshandlung
Kein Wahlrecht zwischen "normaler" Ansparrücklage und Existenzgründerrücklage
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 29.04.2008, Az.: XIII R 75/05 (Anspar- und Existenzgründerrücklage nach § 7 g EStG a. F.)" von Vors. RiFG Ulrich Krömker, original erschienen in: EStB 2008, 310.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH v. 29.04.2008, Az.: VIII R 75/05 (BFH: Kein Wahlrecht zwischen der Bildung einer "normalen" und einer Existenzgründerrücklage)" von RA/StB Wolfgang Engels, original erschienen in: BB 2008, 1784.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 29.04.2008, Az.: VIII R 75/05 (Treu und Glauben bei der Korrektur von VdN-Bescheiden)" von VorsRiFG Ulrich Krömker, original erschienen in: AO-StB 2008, 235 - 236.
BFHE 221, 136
BB 2008, 1782
DB 2008, 1718
BStBl II 2008, 817
Dies kommt nur dann in Betracht, wenn dem Steuerpflichtigen eine bestimmte steuerrechtliche Behandlung zugesagt worden ist oder wenn die Finanzbehörde durch ihr früheres Verhalten außerhalb einer Zusage einen Vertrauenstatbestand geschaffen hat (BFH-Urteile vom 29. April 2008 VIII R 75/05, BFHE 221, 136, BStBl II 2008, 817, unter II.3.e, …und vom 14. Januar 2010 IV R 86/06, BFH/NV 2010, 1096, unter II.5.b).
Ein unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehender Bescheid vermag grundsätzlich keinen Vertrauenstatbestand zu schaffen, weil es sich insoweit lediglich um eine vorläufige Beurteilung der Finanzverwaltung handelt, die einer späteren abweichenden Beurteilung nicht entgegensteht (BFH-Urteil in BFHE 221, 136, BStBl II 2008, 817, unter II.3.e, m.w.N.).
Eine als falsch erkannte Rechtsauffassung muss es zum frühest möglichen Zeitpunkt aufgeben, auch wenn der Steuerpflichtige auf diese Rechtsauffassung vertraut und entsprechend disponiert haben sollte (BFH-Urteile vom 23. Mai 1989 X R 17/85, BFHE 157, 516, BStBl II 1989, 879;… vom 5. September 1990 X R 100/89, BFH/NV 1991, 217;… vom 15. April 2004 IV R 51/02, BFH/NV 2004, 1393, und vom 29. April 2008 VIII R 75/05, BFHE 221, 136, BStBl II 2008, 817).
Allein eine etwaig abweichende steuerliche Behandlung der Sachverhalte durch das in früheren Veranlagungszeiträumen für den Kläger zuständige FA S würde ein schützenswertes Vertrauen des Klägers in die steuerliche Behandlung künftiger Veranlagungszeiträume nicht begründen können (z.B. BFH-Urteil vom 29. April 2008 VIII R 75/05, BFHE 221, 136, BStBl II 2008, 817).
Dies kommt nach ständiger Rechtsprechung (nur) dann in Betracht, wenn dem Steuerpflichtigen eine bestimmte steuerrechtliche Behandlung zugesagt worden ist oder wenn das FA durch sein früheres Verhalten außerhalb einer Zusage einen Vertrauenstatbestand geschaffen hat (z.B. BFH-Urteile vom 29. April 2008 VIII R 75/05, BFHE 221, 136, BStBl II 2008, 817, …und vom 14. Januar 2010 IV R 86/06, BFH/NV 2010, 1096).
c) Um eine ungerechtfertigte Inanspruchnahme der Förderung auszuschließen, ist im Fall einer Betriebseröffnung erst dann von einer hinreichenden Konkretisierung des Investitionsvorhabens auszugehen, wenn die Wirtschaftsgüter verbindlich bestellt worden sind (BFH-Urteil vom 25. April 2002 IV R 30/00, BFHE 199, 170, BStBl II 2004, 182;… BFH-Beschluss vom 28. November 2003 III B 65/03, BFH/NV 2004, 632; BFH-Urteile vom 11. Juli 2007 I R 104/05, BFHE 218, 323, BStBl II 2007, 957; vom 29. April 2008 VIII R 75/05, BFHE 221, 136, BStBl II 2008, 817;… vom 15. September 2010 X R 16/08, BFH/NV 2011, 33).
c) Dementsprechend ist der Sonderbetriebsausgabenabzug gemäß § 7g Abs. 6 EStG im Streitfall auch nicht deshalb ausgeschlossen, weil im Fall einer Betriebseröffnung oder wesentlichen Betriebserweiterung eine Ansparrücklage grundsätzlich nur dann gebildet werden darf, wenn die anzuschaffenden Wirtschaftsgüter verbindlich bestellt sind (BFH-Urteile in BFHE 199, 170, BStBl II 2004, 182; in BFHE 218, 323, BStBl II 2007, 957; in BFHE 221, 136, BStBl II 2008, 817;… in BFH/NV 2011, 33).
Bei der Ansparrücklage für Existenzgründer nach § 7g Abs. 7 EStG handelt es sich ebenso wie bei der Ansparrücklage nach § 7g Abs. 3 EStG um eine betriebsbezogene und nicht um eine personenbezogene Steuervergünstigung (vgl. BTDrucks 12/4158, S. 33; Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 29. April 2008 VIII R 75/05, BFHE 221, 136, BStBl II 2008, 817, unter II.1. der Gründe).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) und des BFH ist der Gesetzgeber bei solchen Normen weitgehend frei darin zu entscheiden, welche Personen oder Unternehmen er fördern will, solange die Leistungen nicht nach willkürlichen Kriterien gewährt werden, sondern sachbezogene Differenzierungsgesichtspunkte gelten (BVerfG-Beschluss vom 24. März 2010 1 BvR 2130/09, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 2010, 756, unter III.1.c der Gründe; BFH-Urteil in BFHE 221, 136, BStBl II 2008, 817, unter II.3.a der Gründe, und BFH-Beschluss vom 12. November 2008 VIII B 201/07, nicht amtlich veröffentlicht).
a) Da der Steuerpflichtige kein Wahlrecht hat, ob er eine Rücklage nach § 7g Abs. 3 EStG oder eine Existenzgründerrücklage nach § 7g Abs. 7 EStG in Anspruch nehmen will (BFH-Urteil vom 6. September 2011 VIII R 38/09, BFHE 234, 127, BStBl II 2012, 23), kommen die Regelungen des § 7g Abs. 3 bis 6 EStG zur Anwendung, wenn die Voraussetzungen des § 7g Abs. 7 EStG nicht vorliegen (BFH-Urteil in BFHE 221, 136, BStBl II 2008, 817).
b) Dies kommt nur dann in Betracht, wenn dem Steuerpflichtigen eine bestimmte steuerrechtliche Behandlung zugesagt worden ist oder wenn die Finanzbehörde durch ihr früheres Verhalten außerhalb einer Zusage einen Vertrauenstatbestand geschaffen hat (vgl. BFH-Urteil vom 30. September 1997 IX R 80/94, BFHE 184, 406, BStBl II 1998, 771, unter 1.;… BFH-Beschluss vom 26. November 2001 V B 88/00, BFH/NV 2002, 551, unter II.1.b; BFH-Urteile vom 29. April 2008 VIII R 75/05, BFHE 221, 136, BStBl II 2008, 817, unter II.2.e;… vom 14. Januar 2010 IV R 86/06, BFH/NV 2010, 1096, unter II.5.).
Dies kommt nach ständiger Rechtsprechung (nur) dann in Betracht, wenn dem Steuerpflichtigen eine bestimmte steuerrechtliche Behandlung zugesagt worden ist oder wenn die Finanzbehörde durch ihr früheres Verhalten außerhalb einer Zusage einen Vertrauenstatbestand geschaffen hat (BFH-Urteil vom 29. April 2008 VIII R 75/05, BFHE 221, 136, BStBl II 2008, 817, m.w.N.).
BFH, 06.09.2011 - VIII R 38/09
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VGH Baden-Württemberg, 21.03.2019 - 3 S 1890/18
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BFH, 12.11.2008 - VIII B 201/07
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FG Köln, 25.04.2007 - 10 K 4638/06
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FG Nürnberg, 30.07.2015 - 4 K 638/14
Nichtauflösung einer Rücklage nach § 7g Abs. 3 EStG als nachträglich bekannt …
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Einkommensteuerrecht: Zur Konkretisierung der Investitionsabsicht bei …
FG München, 07.02.2012 - 6 K 1151/09
Steuerpflicht von Erstattungszinsen - Ansparabschreibung - Keine Bindung an …

References: § 85
 § 164
 § 709
 § 714
 § 2
 § 7
 § 48
 Art. 20
 § 2
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7