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Timestamp: 2020-08-10 02:57:20+00:00

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BAG Urteil vom 18.09.2018 - 9 AZR 162/18 | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
BAG Urteil vom 18.09.2018 - 9 AZR 162/18
Urlaubsabgeltung. Ausschlussfrist. Mindestlohn
1. Die Transparenz einer in einem Verbrauchervertrag gestellten oder als Allgemeine Geschäftsbedingung vereinbarten Ausschlussfrist, die den gesetzlichen Mindestlohn nicht ausnimmt, ist nach der Gesetzeslage zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses zu beurteilen (Rn. 42 f.).
2. Wurde der Arbeitsvertrag vor Inkrafttreten des Mindestlohngesetzes geschlossen, führt – allein – die Änderung der Gesetzeslage durch das Mindestlohngesetz nicht nachträglich nach § 307 Abs. 1 Satz 2 iVm. Satz 1 BGB zur (Gesamt-)Unwirksamkeit der Ausschlussfristenregelung wegen Intransparenz, wenn sich ihr Anwendungsbereich entgegen § 3 Satz 1 MiLoG ab dem 1. Januar 2015 auch auf den Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn erstreckt. Die fehlende Ausnahme des gesetzlichen Mindestlohns hat in diesem Fall für den Zeitraum ab dem 1. Januar 2015 die Teilunwirksamkeit der Ausschlussfristenregelung nach § 3 Satz 1 MiLoG zur Folge; für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2014 steht § 3 Satz 1 MiLoG der Wirksamkeit der Ausschlussfrist nicht entgegen, weil die Norm das Bestehen eines Mindestlohnanspruchs voraussetzt (Rn. 45).
3. Eine vom Arbeitgeber gestellte arbeitsvertragliche Ausschlussfristenregelung (§ 305 Abs. 1 Satz 1, § 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB), die auch den gesetzlichen Mindestlohn erfasst, verstößt gegen das Transparenzgebot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB, wenn der Arbeitsvertrag nach dem 31. Dezember 2014 geschlossen wurde. Sie stellt die Rechtslage von Anfang an irreführend dar, weil sie entgegen § 3 Satz 1 MiLoG den Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn aus ihrem Anwendungsbereich nicht ausnimmt (Rn. 46 f.).
4. Bei einer nach dem 31. Dezember 2014 vereinbarten Fortführung eines bisher befristeten Arbeitsverhältnisses kommt es für die Beurteilung, ob eine vom Arbeitgeber gestellte Ausschlussfrist einer Transparenzkontrolle nach § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB standhält, darauf an, ob die vertragliche Ausschlussfristenregelung bei Vereinbarung der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses über den in der Befristungsabrede vorgesehenen Beendigungstermin hinaus erneut Gegenstand der rechtsgeschäftlichen Willensbildung der Vertragsparteien war (Rn. 53 f.).
BGB §§ 133, 157, 305 Abs. 1 S. 1, §§ 306, 307 Abs. 1 Sätze 1-2, § 310 Abs. 3 Nr. 2, § 397 Abs. 2; BUrlG § 7 Abs. 4; MiLoG § 1 Abs. 1-2, § 3 S. 1; BGB § 307 Abs. 1
LAG Hamburg (Urteil vom 31.01.2018; Aktenzeichen 33 Sa 17/17)
ArbG Hamburg (Urteil vom 31.08.2017; Aktenzeichen 29 Ca 39/17)
BAGE 2019, 282
BB 2018, 2291
BB 2018, 2995
DB 2018, 21
DStR 2018, 18
NWB 2018, 2919
EWiR 2019, 89
FA 2019, 56
StuB 2018, 760
ZIP 2018, 76
ZTR 2019, 31
ArztR 2018, 284
AuA 2018, 639
AuA 2019, 313
AuA 2019, 434
DZWir 2019, 218
NJ 2018, 7
NZA-RR 2019, 574
NZA-RR 2019, 6
ZMV 2018, 335
AA 2018, 181
AA 2019, 17
AUR 2018, 538
AUR 2019, 90
ArbRB 2018, 289
ArbRB 2019, 4
ArbR 2018, 498
ArbR 2019, 13
GWR 2019, 16
NJW-Spezial 2019, 18
NWB direkt 2018, 993
RÜ 2019, 69
RdW 2019, 151
AP-Newsletter 2018, 269
FMP 2018, 201
LGP 2018, 164
LL 2019, 162
SPA 2019, 2

References: § 307
 § 3
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 § 310
 § 307
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 § 397
 § 7
 § 1
 § 3
 § 307