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Timestamp: 2018-01-18 17:55:55+00:00

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« 11/2007 | Ausdrucken | Word-Datei | » 01/2008
Vorschau auf die Steuertermine Januar 2008:
Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge Dezember 2007:
Die Beiträge sind in voraussichtlicher Höhe der Beitragsschuld spätestens am drittletzten Bankenarbeitstag eines Monats fällig. Für Dezember ergibt sich demnach als Fälligkeitstermin der 21.12.2007.
Alle Steuerpflichtigen: Eckpunkte der Erbschaftsteuerreform vorgelegt
Alle Steuerpflichtigen: Steuerliche Begünstigung haushaltsnaher Beschäftigungsverhältnisse
Alle Steuerpflichtigen: Kein Pfändungsschutz bei Lebensversicherung mit Rentenwahlrecht
Alle Steuerpflichtigen: Bäumefällen als außergewöhnliche Belastung
Arbeitnehmer: Finanzamt gewährt Aussetzung der Vollziehung wegen verfassungsrechtlicher Bedenken gegen die neue Pendlerpauschale
Arbeitnehmer / Arbeitgeber: Barlohn oder Sachlohn?
Unternehmer: Ansparabschreibungen nach § 7g EStG
Eltern: Kindergeld trotz Verzögerung der Ausbildung
Eltern: Kein Kindergeld, wenn das Kind einen eigenen Gewerbebetrieb betreibt
Vermieter: Aufwendungen für den Umbau eines Großraumbüros in Einzelbüros als sofort abziehbarer Erhaltungsaufwand
1. Alle Steuerpflichtigen: Eckpunkte der Erbschaftsteuerreform vorgelegt
Einer Pressemitteilung des Bundesfinanzministeriums vom 07.11.2007 (Nr. 109/2007) ist zu entnehmen, dass sich die politische Arbeitsgruppe zur Reform der Erbschaftsteuer unter Leitung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Hessens Ministerpräsident Roland Koch über die Eckpunkte des neuen Erbschaft- und Schenkungsteuerrechts geeinigt hat.
Im Ergebnis steht bisher fest, dass die persönlichen Freibeträge für Erben und Beschenkte in der Steuerklasse I angehoben werden. So sollen Ehegatten künftig einen Freibetrag von 500.000 EUR (bisher 307.000 EUR) und Kinder einen Freibetrag von 400.000 EUR (bisher 205.000 EUR) in Anspruch nehmen können. Auch für Enkel wird der Freibetrag von bisher 51.200 EUR auf 200.000 EUR erhöht. Über diese deutliche Erhöhung der Freibeträge möchte der Gesetzgeber sicherstellen, dass die selbst genutzte familiäre Wohnimmobilie bei einem Übergang im Todes-/Schenkungsfall von der Steuer befreit bleibt.
Im Gegenzug soll jedoch auch die Bewertung von Grundvermögen deutlich erhöht werden, da hier eine Anpassung an Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts erfolgen muss. Unter dem Strich ist bislang jedoch nur klar, dass es zu einer Bewertung nahe den tatsächlichen Verkehrswerten kommen soll. Wie dies in der Praxis gehandhabt werden soll, ist derzeit noch offen.
Wird in Zukunft ein Unternehmen durch Schenkung oder Erbschaft übergeben, soll das Betriebsvermögen zu 85% von einer Besteuerung ausgenommen werden. Voraussetzung dafür ist die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen über 10 Jahre und die Fortführung des Betriebs über 15 Jahre. Bei einem Verkauf des Unternehmens oder anderweitigem Handeln, das dem Gesetzesziel der Fortführung des Unternehmens widerspricht, soll innerhalb der 15-Jahres-Frist die Begünstigung rückwirkend entfallen.
Die detaillierten Ergebnisse der Koch/Steinbrück-Arbeitsgruppe werden nun im nächsten Schritt dem Koalitionsausschuss vorgelegt, worauf im Anschluss das Gesetzgebungsverfahren in Gang gebracht werden soll. Obwohl offensichtlich in diesem Jahr nicht mehr mit einem Gesetz zu rechnen ist, sollen die neuen Regelungen bereits ab dem 01.01.2007 in Kraft treten.
Da die Anwendung eines Gesetzes, welches frühestens Anfang 2008 das Licht der Welt erblicken wird, auf Sachverhalte, die bereits in 2007 verwirklicht wurden, im höchsten Maße verfassungsrechtlich bedenklich erscheint, ist damit zu rechnen, dass der Gesetzgeber bis zur Gesetzesverkündung noch ein Wahlrecht zwischen altem und neuem Recht einbauen wird. Über den weiteren Gang des Gesetzgebungsverfahrens werden wir Sie an dieser Stelle informieren.
2. Alle Steuerpflichtigen: Steuerliche Begünstigung haushaltsnaher Beschäftigungsverhältnisse
Die Vorschrift des § 35a Einkommensteuergesetz (EStG) sieht eine steuerliche Begünstigung für die Arbeitgeber haushaltsnaher Beschäftigungsverhältnisse sowie Auftraggeber haushaltsnaher Dienstleistungen vor. Diese können ihre Einkommensteuerlast durch die Anrechnung von Aufwendungen, die haushaltsnah entstanden sind, senken. Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat nun mit Schreiben vom 26.10.2007 Detailfragen zu den haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen und Dienstleistungen beantwortet.
Begünstigt sind grundsätzlich haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen, die in einem inländischen Haushalt des Steuerpflichtigen ausgeübt oder erbracht werden. Wird jemand angestellt, muss dessen Tätigkeit einen engen Bezug zum Haushalt haben. Dies ist z.B. bei der Zubereitung von Mahlzeiten oder der Wohnungsreinigung gegeben. Auch die Betreuung von jungen oder alten Familienangehörigen kann darunter fallen.
Die Beschäftigung eines im Haushalt lebenden nahen Angehörigen oder des Partners einer eingetragenen Lebenspartnerschaft kann steuerlich nicht anerkannt werden. Gleiches gilt für die Beschäftigung von zusammenlebenden nichtehelichen Partnern oder nicht eingetragenen Lebenspartnern.
Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse mit Angehörigen, die nicht im Haushalt des Steuerpflichtigen leben (z.B. mit Kindern, die in einem eigenen Haushalt leben), können steuerlich nur anerkannt werden, wenn die Verträge zivilrechtlich wirksam zustande gekommen sind, inhaltlich dem zwischen Fremden Üblichen entsprechen und tatsächlich auch so durchgeführt werden.
Wird eine Dienstleistung in Anspruch genommen, übernimmt also eine Dienstleistungsagentur oder ein selbstständiger Dienstleister eine Aufgabe im Haushalt, können steuerliche Vorteile genutzt werden, wenn die erledigte Aufgabe sonst durch Mitglieder des Haushalts übernommen wird. Auch hier sind Reinigungsarbeiten, Pflegetätigkeiten oder gärtnerische Tätigkeiten gemeint. Dabei sind z.B. bei Winterdiensten nur Dienstleistungen auf dem Privatgelände begünstigt. Die Reinigung des öffentlichen Gehwegs ist nicht erfasst, auch wenn eine Verpflichtung zur Reinigung besteht.
Die Begünstigung für Handwerkerleistungen gilt für alle handwerklichen Tätigkeiten, die für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden. Ebenso gilt sie für regelmäßige oder einmalige Renovierungs- und Ausbesserungsarbeiten. Sie gilt ebenso für Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, gleichgültig, ob sie auch sonst durch externe Fachkräfte durchgeführt werden.
Das BMF-Schreiben vom 26.10.2007 ist ab dem Veranlagungszeitraum 2006 anzuwenden. Da der § 35a EStG eine der wenigen verbliebenen Möglichkeiten darstellt, auch für Privatleute die bestehende Steuerlast zu reduzieren, sollten Sie möglichst frühzeitig abklären, welche Dienstleistungen und Aufwendungen tatsächlich steuerlich berücksichtigt werden können.
3. Alle Steuerpflichtigen: Kein Pfändungsschutz bei Lebensversicherung mit Rentenwahlrecht
Nach der Zivilprozessordnung (ZPO) existieren verschiedene Pfändungsbeschränkungen, welche grundsätzlich auch für Steuern und sonstige Abgaben gelten. Danach ist der für die Pfändung von Arbeitseinkommen bestehende Schutz auch für die Pfändung von Renten anzuwenden, welche aufgrund von Versicherungsverträgen gewährt werden. Voraussetzung ist lediglich, dass der Versicherungsvertrag zur Versorgung des Versicherungsnehmers oder seiner unterhaltsberechtigten Angehörigen abgeschlossen wurde.
Sofern der Versicherungsvertrag jedoch hinsichtlich der Auszahlung ein Wahlrecht zwischen der Sofortauszahlung und einer Verrentung vorsieht, greift der Pfändungsschutz nicht, wenn das Wahlrecht nicht bereits zugunsten der Verrentung ausgeübt worden ist. Auch die Tatsache, dass der Versicherungsvertrag Voraussetzung für die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung war, ändert daran nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 31.07.2007 (Az: VII R 60/06) nichts mehr.
In dem entschiedenen Fall hatte das Finanzamt den Geschäftsführer einer insolventen GmbH in Haftung genommen und sämtliche Ansprüche, Forderungen und Rechte aus seinen Versicherungsverträgen gepfändet. Dagegen richtete sich die Klage des Geschäftsführers, der seine Lebensversicherungsverträge aufgrund der ZPO als geschützt ansah, weil die Verträge der Altersversorgung und Existenzsicherung dienten. Allerdings übte er sein Wahlrecht zugunsten der Verrentung erst aus, nachdem das Finanzamt die Versicherungen gepfändet hatte.
Das war zu spät, denn mit der Pfändung hatte er sämtliche Gestaltungsrechte an den Versicherungen verloren. Er konnte somit durch seine Entscheidung zugunsten der Verrentung den Pfändungsschutz nicht mehr herbeiführen.
In ähnlich gelagerten Sachverhalten ist unbedingt aufgrund der individuellen Gegebenheiten vor einer möglichen Pfändung seitens des Finanzamtes zu prüfen, ob das Rentenwahlrecht ausgeübt wird, um so den Pfändungsschutz für Renten in Anspruch nehmen zu können.
4. Alle Steuerpflichtigen: Bäumefällen als außergewöhnliche Belastung
Mit Urteil vom 15.03.2007 (Az: III R 28/06, NV) stellte der Bundesfinanzhof (BFH) klar, dass unter bestimmten Umständen auch die Aufwendungen für das Fällen von Bäumen als außergewöhnliche Belastungen steuermindernd berücksichtigt werden können, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen einer außergewöhnlichen Belastung erfüllt sind.
Im Urteilsfall umgaben Birken das Wohnhaus der Kläger. Die Münchener Richter ließen den Abzug der Kosten für das Fällen der Birken als außergewöhnliche Belastungen zu, weil diese die Gesundheit des im Haus wohnenden Kindes beeinträchtigten. Das Kind litt unter einer Birkenpollenallergie. Insoweit sahen die Richter in dem Fällen der Bäume eine medizinische Notwendigkeit. Das Vorliegen einer solchen medizinischen Notwendigkeit sei jedoch grundsätzlich vor dem Fällen der Bäume durch ein amtsärztlich ausgestelltes Attest nachzuweisen. Auf diesem Weg will der BFH ausschließen, dass das Abholzen der Bäume nicht auch anderen Zwecken dient.
In Ausnahmefällen kann auch ein nachträgliches Attest des Amtsarztes ausreichen, wenn dieser den früheren Gesundheitszustand des Kindes aufgrund von medizinischen Befunden, die vor der Baumbeseitigung erhoben wurden, zuverlässig beurteilen kann.
5. Arbeitnehmer: Finanzamt gewährt Aussetzung der Vollziehung wegen verfassungsrechtlicher Bedenken gegen die neue Pendlerpauschale
Die Pendlerpauschale wird uns sicherlich noch eine Weile beschäftigen. Was bisher geschah: Mit Wirkung zum 01.01.2007 können Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nur noch ab dem 21. Kilometer geltend gemacht werden. Dennoch begehrten zahlreiche Bürger die Eintragung der sogenannten Pendlerpauschale als Werbungskostenfreibetrag auf Ihrer Lohnsteuerkarte und zogen gegen die erwartungsgemäß ergangenen Ablehnungsbescheide seitens der Finanzämter vor Gericht.
Während das Finanzgericht Baden-Württemberg mit Urteil vom 07.03.2007 (Az: 13 K 283/06) die deutlich gekürzte Pendlerpauschale als verfassungsgemäß einstufte, waren sowohl das Niedersächsische Finanzgericht mit Beschluss vom 27.02.2007 (Az: 8 K 549/06) als auch das Finanzgericht des Saarlandes mit Beschluss vom 22.03.2007 (Az: 2 K 2442/06) anderer Auffassung und bezweifelten die Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz.
Mit Beschluss vom 23.08.2007 (Az: VI B 42/07) hatte schließlich auch der Bundesfinanzhof Bedenken angemeldet, weshalb sich nun schließlich auch das Bundesfinanzministerium (BMF) beugt und mit Schreiben vom 04.10.2007 (Az: IV A 4 - S 0623/07/0002) seine Finanzämter anweist, auf Antrag des Steuerpflichtigen Aussetzung der Vollziehung zu gewähren. Demzufolge darf es nun auch keinen Streit mehr geben, ob die in Frage stehenden Steuern schon zu zahlen sind und es kann auf die noch abzuwartende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe gewartet werden.
Welcher Meinung sich das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung anschließen wird, ist nach wie vor vollkommen offen. Da jedoch aus Berlin zu vernehmen ist, dass eine gesetzliche Änderung nicht herbeigeführt werden soll und man an der Kürzung der Pendlerpauschale auch für die Zukunft festhalten will, wird eine positive Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes sicherlich der einzige Weg sein, bei einer Entfernung von weniger als 20 Kilometern in den Genuss der Pendlerpauschale zu kommen.
Wie bereits berichtet, kann es sinnvoll sein, die infrage stehenden Steuern jetzt zu zahlen und dennoch Einspruch gegen die Nichtansetzung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer einzulegen. Grund für dieses Vorgehen ist die Verzinsung der Steuern. Hält das Bundesverfassungsgericht die neue Regelung für zulässig und die Steuern sind bisher ausgesetzt und nicht gezahlt worden, werden unter Umständen auf die Nachzahlung noch Zinsen erhoben. Wenn jedoch die Verfassungswidrigkeit festgestellt wird und die Steuern bereits bezahlt sind, werden diese erstattet und das Finanzamt muss unter Umständen zusätzlich noch Zinsen auszahlen.
6. Arbeitnehmer / Arbeitgeber: Barlohn oder Sachlohn?
Die besondere Rabattbesteuerung nach § 8 Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) setzt u.a. voraus, dass der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber Waren oder Dienstleistungen aus dessen Produktpalette verbilligt erhält. Es handelt es sich um eine Sonderbewertung von Sachbezügen, die auf Barlohn nicht zur Anwendung kommt. Denn dieser ist mit dem Nennwert zu erfassen und wird nicht noch gesondert bewertet.
Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte sich nun in seinem Urteil vom 23.08.2007 (Az: VI R 44/05) mit einer schwierigen Abgrenzung zwischen Sach- und Barlohn zu beschäftigen. In dem Streitfall hatte die Klägerin, eine Bank, neben ihrem Bankgeschäft für Verbundpartner auch Versicherungsverträge vermittelt, für die sie von den Verbundpartnern Provisionszahlungen erhielt. Soweit Mitarbeiter der Klägerin in die Vermittlung der Versicherungsverträge gegenüber Bankkunden eingeschaltet waren, wurden sie an der Abschlussprovision teilweise beteiligt. Wurden die Versicherungen direkt an Mitarbeiter oder bestimmte Familienangehörige vermittelt, wurde die Abschlussgebühr an den betreffenden Mitarbeiter in voller Höhe weitergeleitet, weil man an den eigenen Angestellten nicht verdienen wollte.
Bei einer Lohnsteuer-Außenprüfung stellte die Prüferin fest, dass dann, wenn Provisionen voll an die Mitarbeiter weitergegeben wurden, diese nicht dem Lohnsteuerabzug unterworfen worden waren. Die Bank war davon ausgegangen, dass die weitergeleiteten Provisionen gemäß § 8 Abs. 3 EStG um den Rabattfreibetrag zu kürzen seien.
Der BFH stellte nun fest, dass die Arbeitnehmer der Bank Versicherungsverträge zu marktüblichen Konditionen erhalten hatten. Sie hatten weder geringere Beiträge zu entrichten noch wurden ihnen günstigere Leistungsbedingungen gewährt. Auch wurde den Arbeitnehmern gegenüber keine verbilligte Vermittlungsleistung erbracht. Somit hatte die Bank gegenüber ihren Arbeitnehmern keine verbilligten Dienstleistungen erbracht. Es lag kein Sachlohn vor, der gesondert zu bewerten war. Die tatsächlich ausgezahlten Provisionen waren ein Barzuschuss, also Barlohn, der als solcher nicht einer gesonderten Bewertung unterlag und auf den damit die Rabattbesteuerung nicht anwendbar war. Damit war eine Kürzung der weitergeleiteten Provisionen um den Rabattfreibetrag nicht zulässig.
Das Urteil unterstreicht, dass bei der Rabattbesteuerung nach § 8 Abs. 3 EStG zwar steuerliche Vorteile erzielt werden können, die Auslegung der Vorschrift aber im Einzelfall schwierig ist. Lassen Sie sich vor der Anwendung des § 8 Abs. 3 EStG beraten, um etwaige Lohnsteuerhaftungsrisiken von vorneherein auszuschließen.
7. Unternehmer: Ansparabschreibungen nach § 7g EStG
Steuerpflichtige konnten bislang nach § 7g EStG für die künftige Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten als gewinnmindernde Rücklage bilden (sog. Ansparabschreibung). Voraussetzung war, dass der Betrieb, sofern er bilanzierte, am Schluss des Wirtschaftsjahres, in dem der Abzug vorgenommen wurde, ein Betriebsvermögen von höchstens 204.517 EUR hatte.
Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat nun mit Schreiben vom 30.10.2007 zu einigen Zweifelsfragen im Zusammenhang mit § 7g EStG Stellung genommen. So genügt es grundsätzlich, dass das einzelne Wirtschaftsgut, das voraussichtlich angeschafft oder hergestellt werden soll, seiner Funktion nach benannt werden und die Höhe der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten angegeben werden kann. Die Vorlage eines Investitionsplanes oder eine feste Bestellung eines bestimmten Wirtschaftsgutes ist regelmäßig nicht erforderlich. Dabei ist die erneute Bildung einer Ansparabschreibung für ein bestimmtes Wirtschaftsgut nach Ablauf des vorangegangenen Investitionszeitraums aber nur zulässig, wenn der Steuerpflichtige ausreichend begründet, weshalb die Investition trotz gegenteiliger Absichtserklärung bislang noch nicht durchgeführt wurde, aber dennoch weiterhin geplant ist.
Das BMF-Schreiben betrifft nur die Anwendung des § 7g EStG in seiner alten Fassung. § 7g EStG ist jedoch durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 maßgeblich geändert worden. So können Steuerpflichtige nun für die künftige Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd abziehen (Investitionsabzugsbetrag). Der Investitionsabzugsbetrag kann dabei nur in Anspruch genommen werden, wenn
bei Gewerbebetrieben oder der selbstständigen Arbeit dienenden Betrieben, die ihren Gewinn durch Bilanzierung ermitteln, ein Betriebsvermögen von 235.000 EUR;
bei Betrieben der Land- und Forstwirtschaft einen Wirtschaftswert oder einen Ersatzwirtschaftswert von 125.000 EUR oder
bei Betrieben im Sinne der vorstehenden Punkte, die ihren Gewinn jedoch durch Überschussrechnung ermitteln, ohne Berücksichtigung des Investitionsabzugsbetrages einen Gewinn von 100.000 EUR;
innerhalb von drei Wirtschaftsjahren anzuschaffen oder herzustellen;
mindestens bis zum Ende des Folgejahres der Anschaffung oder Herstellung im Inland betrieblich zu nutzen und
Abzugsbeträge können dabei auch dann in Anspruch genommen werden, wenn dadurch ein Verlust entsteht oder sich erhöht. Die Summe der Beträge, die im Wirtschaftsjahr des Abzugs und in den drei vorangegangenen Wirtschaftsjahren auf diese Weise insgesamt abgezogen und nicht wieder hinzugerechnet oder rückgängig gemacht wurden, darf je Betrieb allerdings 200.000 EUR nicht übersteigen. Im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung des begünstigten Wirtschaftsguts ist der für dieses Wirtschaftsgut in Anspruch genommene Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten wieder gewinnerhöhend hinzuzurechnen. Soweit der Investitionsabzugsbetrag nicht bis zum Ende des dritten auf das Wirtschaftsjahr des Abzugs folgenden Wirtschaftsjahres wieder hinzugerechnet wurde, ist der Abzug rückgängig zu machen.
Sie sollten sich über die Auswirkungen der Änderungen des § 7g EStG durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 unbedingt informieren, da gerade diese Vorschrift bei kleineren und mittleren Betrieben ein wichtiges Steuerplanungsinstrument darstellt und daher rechtzeitig vor anstehenden Investitionen berücksichtigt werden sollte.
8. Eltern: Kindergeld trotz Verzögerung der Ausbildung
Eltern haben grundsätzlich Anspruch auf Kindergeld, wenn das Kind zwischen 18 und 25 Jahre alt ist und sich entweder in Berufsausbildung befindet, eine Ausbildung mangels Arbeitsplatz nicht begonnen oder fortgesetzt werden kann oder es sich gerade in einer Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsphasen befindet. In der letzten Variante darf die Übergangsphase jedoch nicht länger als vier Monate betragen.
In einem aktuellen Streitfall vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz hatte ein Kind das erste juristische Staatsexamen im März bestanden, konnte jedoch aufgrund einer zu hohen Bewerberzahl das Referendariat nicht im August desselben Jahres beginnen, sondern musste bis zum Februar des folgenden Jahres warten. Da die Behörde bereits vorab mitgeteilte hatte, dass eine Teilnahme zum August nicht infrage kam, bewarb sich das Kind erst gar nicht für eine Stelle im August.
Die Kindergeldkasse hob daher ab April die Kindergeldfestsetzung auf. Nach Meinung der Beamten stand den Eltern kein Kindergeld zu, da sich das Kind weder in Berufsausbildung befand noch sich beworben hatte.
Mit Urteil vom 16.08.2007 (Az: 1 K 2123/06) folgte das Finanzgericht dieser haarsträubenden Auffassung nicht, sondern entschied, dass den Eltern auch für die Zeit von April bis Februar des Folgejahres Kindergeld zustand. Eine weitere Bewerbung des Kindes sahen die Richter als überzogenen Formalismus an, da die zuständige Behörde bereits von sich aus mitgeteilt hatte, dass zunächst keine Referendariatsplätze zur Verfügung standen.
In ähnlich gelagerten Fällen sollte grundsätzlich dokumentiert werden, dass die Verzögerung der Ausbildung nicht vom Kind selbst zu vertreten ist. Mit diesem Beweis sollte das Kindergeld dann auch für die Übergangsphase sicher sein. Das Urteil ist bereits rechtskräftig, weshalb es in vergleichbaren Streitfällen als eine gute Argumentationsbasis genutzt werden kann.
9. Eltern: Kein Kindergeld, wenn das Kind einen eigenen Gewerbebetrieb betreibt
Nach dem zuvor positiven Urteil zum Kindergeld nun ein eher negatives. Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hatte mit Urteil vom 16.07.2007 (Az: 10 K 2162/03) über den Kindergeldanspruch für einen Sprössling zu entscheiden, der nach Abschluss seiner Berufsausbildung ein eigenes gewerbliches Unternehmen gegründet hatte und auch tatsächlich betrieb. Da er aus seinem Unternehmen jedoch nur geringe Einkünfte erzielte, war er weiterhin auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit suchte er einen Ausbildungsplatz für eine zweite Ausbildung, weshalb die Eltern Kindergeld beantragten.
Die Richter entschieden, dass im vorliegenden Fall kein Anspruch auf Kindergeld besteht. Die Bemühung des Kindes um einen weiteren Ausbildungsplatz sei nach den Gegebenheiten des Sachverhaltes als zweitranig anzusehen. Denn das Kind sei an erster Stelle in seinem ursprünglich erlernten Beruf unternehmerisch tätig. Allein die Tatsache, dass das Kind noch in einer deutlichen finanziellen Abhängigkeit zu seinen Eltern stehe, könne einen Kindergeldanspruch nicht begründen.
10. Vermieter: Aufwendungen für den Umbau eines Großraumbüros in Einzelbüros als sofort abziehbarer Erhaltungsaufwand
Aufwendungen, die durch die Absicht veranlasst sind, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zu erzielen, sind dann nicht sofort abzugsfähige Werbungskosten, wenn es sich um sog. Herstellungskosten handelt. Welche Aufwendungen zu den Herstellungskosten zählen bestimmt sich nach handelsrechtlichen Vorschriften (§ 255 Abs. 2 Satz 1 Handelsgesetzbuch). Danach sind Herstellungskosten Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstandes, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen.
In einer nachträglich zur Veröffentlichung bestimmten Entscheidung (Urteil vom 16.01.07, Az: IX R 39/05) hatte der Bundesfinanzhof (BFH) nun darüber zu entscheiden, ob die Kosten für den Einbau von zusätzlichen Trennwänden in ein Großraumbüro als Herstellungskosten anzusehen und somit nur im Wege der Abschreibung (AfA) bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung zu berücksichtigen sind, oder ob sie als Erhaltungsaufwendungen zu sofort abzugsfähigen Werbungskosten führen.
Im Ergebnis ließen die Richter - entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung - einen sofortigen Werbungskostenabzug zu. Ihrer Ansicht nach ist der Einbau von zusätzlichen Trennwänden nicht als Herstellungskosten zu erfassen. Denn eine Herstellung könne nur angenommen werden, wenn die neu eingefügten Gebäudeteile dem Gesamtgebäude das bautechnische Gepräge geben würden, indem sie beispielsweise - anders als im entschiedenen Fall - verbrauchte Teile ersetzen, die für die Nutzungsdauer bestimmend sind. Sofern die Kosten weder zu einer Wesensänderung der vermieteten Räume noch zu einer Erweiterung der Nutzfläche führen und auch nicht den Standard des Vermietungsobjekts erhöhen würden, liege keine Herstellungsmaßnahme vor, sodass der entsprechende Aufwand uneingeschränkt den sofort abziehbaren Erhaltungsaufwendungen zuzurechnen sei.
Die sofortige Abzugsfähigkeit der Umbaukosten kann einen erheblichen steuerlichen Finanzierungsvorteil bedeuten. Erkundigen Sie sich bei anstehenden Umbaumaßnahmen bereits vorab, auf welche Weise sich ein steuerlich optimales Ergebnis erreichen lässt.

References: § 7
 § 35
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 § 8
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