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Timestamp: 2018-01-23 03:57:02+00:00

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Antwort auf die 24 Thesen zum BGE - Freiheitswerk
Antwort auf die 24 Thesen zum BGE
20. These
Zur Bedingungslosigkeit gehört die Auszahlung eines Mindestbetrags in Existenz sichernder Höhe. Wenn das Grundeinkommen zu niedrig ist und zum Leben nicht reicht, gibt es faktisch weiterhin einen Arbeitszwang und keine wirkliche Freiheit. Nicht alle Grundeinkommenskonzepte sind armutsfest, und damit auch nicht wirklich bedingungslos.
Nur „armutsfeste“ Grundeinkommenskonzepte erhalten das Prädikat „bedingungslos“. Das ist vornehm ausgedrückt. Deutlicher wird es vielleicht durch eine bildhaftere Version:
„Ohne Wenn und Aber sind mir alle armutsverdächtigen Zustände vom Hals zu halten. Man komme mir nicht mit weniger an, als was ich meine zu brauchen, um sorgenfrei zu leben, wo immer ich will und, wie lange ich will“.
21. These
Bedingungslosigkeit beinhaltet auch das Recht auf Faulheit bzw. Müßiggang. Niemandem darf vorgeschrieben werden, welche Arbeit er tun soll, oder ob er überhaupt zu arbeiten hat. Nur wenn die Möglichkeit besteht, Nein zu sagen, kann es echte Freiheit geben.
Richtig. Allerdings schließt dies auch die Freiheit zum Nein derer ein, die ihr „Recht auf Faulheit“ nicht in Anspruch nehmen, jene, die das „Recht auf Faulheit“ in Anspruch nehmen, nicht finanzieren zu müssen.
Es kann davon ausgegangen werden kann, dass die Menschen, die arbeiten, gerne bereit sind, jene am Arbeitseinkommen partizipieren zu lassen, die nicht aus eigener Kraft Einkommen generieren können. Doch ob die Bereitschaft besteht, auch die zu finanzieren, die gerade ihr Recht auf Faulheit realisieren, müsste schon abgefragt werden. Und es müsste die Freiheit bestehen, dieses Anliegen abschlägig zu bescheiden.
22. These
Auch die so genannten Faulenzer sind gesellschaftlich wichtig. Sie sind der lebendige Beweis dafür, dass die Menschen nicht mehr zur Arbeit gezwungen werden können und das Grundeinkommen wirklich bedingungslos ist. Die Möglichkeit des Ausstiegs stärkt die Position der Arbeitenden gegenüber ihren Arbeitsgebern ganz erheblich. Damit wäre das Hauptziel der Gewerkschaften endlich erreicht.
Das Hauptziel der Gewerkschaften besteht darin, die gestärkte Position der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern schwarz auf weiß am Lohnzettel nachweisbar machen zu können. Ziel ist ein erhöhter Arbeitsertrag. Arbeitsertrag ist die Menge an Gütern und Dienstleistungen, die sich ein arbeitender Mensch für seinen Lohn kaufen kann.
Die Höhe des Lohnes hängt davon ab, wie hoch der Arbeitsertrag einer Arbeit in anderen Regionen ist. Löhne treiben also nicht „Faulenzer“ in die Höhe, sondern bewegungslustige Menschen, die in Regionen mit höherem Arbeitsertrag abwandern.
Auch sind die Gewerkschaftsfunktionäre und –sekretäre nicht komplett gegen den Schrubber gelaufen und sehen das gewerkschaftliche Endziel darin erreicht, wenn ihre Kassen mangels Masse geschlossen bleiben. Sie müssten dann ja der Gesellschaft als zwangsverpflichtete Faulenzer demonstrieren, wie man durch die eigene Dummheit gerichtet wird.
23. These
Das BGE kann regional eingeführt werden, wenn es politisch gewollt wird. Seinen wahren Sinn erfüllt es aber erst, wenn es als globales soziales Recht weltweit durchgesetzt wird. Dann sichert es das Überleben aller Menschen und schließt niemanden mehr aus.
Was heißt hier regional? In Bayern gibt es ein bedingungsloses Grundeinkommen, in Berlin nicht? Wie schnell würde sich Berlin entvölkern und wie eng würde es in Bayern? Oder in der Türkei gibt es ein BGE, in Deutschland nicht? Wie schnell würde sich Deutschland entvölkern und wie eng würde es in der Türkei? Oder in Grönland gibt es ein BGE und im Rest der Welt gibt es das nicht? Wie schnell würde die Welt leer und wie schnell brächten wir das ewige Eis zum schmelzen?
Kann man es überhaupt wagen, das BGE erstmal „regional“ einzuführen? Wie lange braucht es, um in der gesamten Welt das BGE als soziales Recht zu verankern? Von dieser Dauer hängt wohl der Zustand der entvölkerten Regionen ab. Wie schnell erobert sich die Flora und Fauna eine Stadt wie Berlin? Wie lange halten die die Altbauten noch, wenn sie ganz leer stehen. Und wie lange kann Bayern alle Berliner gut ernähren? Wenn aber Hoffnung besteht, dass sich die Welt doch in relativ kurzer Zeit von den Vorzügen des BGE überzeugen lässt, lohnt dann der Umzug nach Bayern oder in die Türkei?
Wer glaubt, mit der Auszahlung einer bestimmten Geldmenge würde das Existenz- oder Ernährungsproblem gelöst werden können (und das auch noch global), der hat eine uralte Erkenntnis der Menschheit aus dem Auge verloren, nämlich die, dass man Geld nicht essen kann! Und die Ernährung auf Holz und Zellstoffe umzustellen, kann nicht gewollt sein.
24. These
Die Einführung eines BGE bedeutet sicherlich nicht das Ende aller Ausbeutung. Es kann aber die Grundlage sein, auf der sich die Menschen von Zwängen befreien können, und es kann Spielräume schaffen für die Weiterentwicklung der gesamten Gesellschaft.
Das BGE beendet keinerlei Ausbeutung. Das BGE ist Wegbereiter für die staatlich organisierte Ausbeutung auf höchstem Niveau und der „real existierende Sozialismus“ hat sich auch nur zum globalen Kapitalismus weiterentwickelt.
Die Ausführungen des Autors haben den endgültigen Beweis erbracht, dass man Ökonomie nicht jenen vom „Stamm Nimm“ oder aus dem „Geschlecht Kurzsichtig“ überlassen sollte, sondern denen vom Stamme „Klug und weitsichtig“.

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