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Timestamp: 2018-11-15 02:07:05+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein HerrenNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Herrenmoor bei Kleve" vom 19. Dezember 1995 | gültig ab: 01.01.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Herrenmoor bei...
juris-Abkürzung: HerrenNatSchGV SH
Ausfertigungsdatum: 19.12.1995
Fundstelle: GVOBl. 1996, 180
Gliederungs-Nr: 791-4-173
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Herrenmoor bei Kleve"
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Herrenmoor bei Kleve" vom 19. Dezember 1995 01.01.2003
aufgrund des § 39 Abs. 1 Nr. 8 des Landesjagdgesetzes verordnet der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei den folgenden § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13, § 5 Abs. 1 Nr. 4, § 6 Abs. 2 sowie § 8:
(1) Das Herrenmoor bei Kleve mit angrenzenden Feuchtgrünlandflächen und Teilen des Klevhanges in den Gemeinden Kleve, Moorhusen, Nutteln und Vaalermoor, Kreis Steinburg, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Herrenmoor bei Kleve" unter Nummer 19 in das beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume als oberste Naturschutzbehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 215 ha groß und umfaßt die zentralen Moorflächen des Herrenmoores, angrenzende Grünlandbereiche sowie Teile des Klevhanges.
Die im Ostteil verlaufende Trasse der Bahnstrecke ist nicht Teil des Naturschutzgebietes.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den Abgrenzungskarten, Blatt 1 bis 4, im Maßstab 1:5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karten ist beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Oberste Naturschutzbehörde, 24149 Kiel, verwahrt. Die Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.
Landrat des Kreises Steinburg - Untere Naturschutzbehörde -25524 Itzehoe,
a)Amtes Itzehoe-Land, 25524 Itzehoe,
b)Amtes Schenefeld, 25560 Schenefeld,
(1) Das Naturschutzgebiet besteht aus dem zentralen Hochmoor, dem angrenzenden Feuchtgrünland sowie Teilen des Klevhanges mit Trockenbiotopen.
das Hochmoor mit seinen Teillebensräumen wie die Torfstiche mit Wasserflächen und Regenerationskomplexen, die Torfmoos-Bereiche, die Gagel- und Pfeifengrasfluren und die verschiedenen Birkenbruchwaldgesellschaften,
die angrenzenden Feuchtgrünlandökosysteme,
Teile des Klevhanges mit seinem Eichenniederwald und den naturnahen Waldbeständen sowie die angrenzenden Saumgesellschaften, Heideflächen, Trockenrasen und Stillgewässer,
die auf diese Lebensräume angewiesenen Pflanzen- und Tierarten und ihre Ökosysteme, insbesondere viele gefährdete Orchideen-, Vogel-, Reptilien-, Amphibien- und Wirbellosen-Arten,
einen natürlichen oder naturnahen Wasserhaushalt als Voraussetzung für die Entwicklung von sich selbst regulierenden Moorökosystemen und
im gemeinschaftlichem Eigentum des Kreises Steinburg und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein,
im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und
im Eigentum der Gemeinde Nutteln befindlichen Grünlandflächen nach Maßgabe der Empfehlungen des Landesamtes für Naturschutz und Landschaftspflege;
die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes der übrigen, bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Grünland genutzten, in der Übersichtskarte und in den Abgrenzungskarten in waagerechter Schraffur dargestellten Flächen; nicht zulässig ist es,
das Grünland umzubrechen oder die Flächenentwässerung durch Dränung oder Gräben zu intensivieren und
nach dem 1. Januar 2001 Pflanzenschutzmittel auszubringen;
die auf den Schutzzweck ausgerichtete forstwirtschaftliche Bodennutzung der bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Wald genutzten Flächen; für Bruchwald gilt dies, soweit die Bestimmungen des § 15a des Landesnaturschutzgesetzes nicht entgegenstehen. Die natürlichen Entwicklungsabläufe haben Vorrang;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdschutzes im Sinne des Abschnittes VI und des § 22a des Bundesjagdgesetzes in Verbindung mit den §§ 21 und 22 des Landesjagdgesetzes auf den Flächen des Kreises Steinburg und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die einen Eigenjagdbezirk bilden, sowie die Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes auf Schalenwild auf diesen Flächen; nicht zulässig ist es, geschlossene Hochsitze zu errichten oder Fütterungseinrichtungen zu errichten oder zu betreiben oder Wildäcker anzulegen;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes auf den übrigen Flächen; nicht zulässig ist es, geschlossene Hochsitze zu errichten oder Fütterungseinrichtungen zu errichten oder zu betreiben oder Wildäcker anzulegen;
die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei des in der Übersichtskarte durch Kreuzsignatur und in der Abgrenzungskarte Blatt 2 in schräger Schraffur gekennzeichneten Gewässers in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
die zum Zweck der Sicherstellung der öffentlichen Trinkwasserversorgung in dem Wasserschutzgebiet Kleve erforderlichen Bohrungen.
(2) Die Jagdbehörde kann im Einvernehmen mit dem Landesamt für Naturschutz und Landespflege Ausnahmen von den einschränkenden Regelungen der §§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 und 5 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. a im Einzelfall zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
(2) Gleichzeitig tritt die Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Herrenmoor bei Kleve" vom 23. Dezember 1985 (GVOBl. Schl.-H. 1986 S. 35), zuletzt geändert durch Landesverordnung vom 13. Oktober 1995 (GVOBl. Schl.-H. S. 335), außer Kraft.

References: § 39
 § 4
 § 5
 § 6
 § 8
 § 7
 § 15
 § 22
 § 1
 § 1