Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Befristung_nach_dem_WissZeitVG_Verlaengerung_BAG_7AZR117_14.html
Timestamp: 2018-06-23 12:16:37+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: 7 AZR 117/14
Akten­zeichen: 7 AZR 117/14
Ent­scheid­ungs­datum: 09.12.2015
Leit­sätze: Ei­ne Ver­trags­verlänge­rung iSv. § 2 Abs. 1 Satz 4 Wiss­Zeit­VG setzt - an­ders als ei­ne Ver­trags­verlänge­rung nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG - nicht vor­aus, dass die Verlänge­rungs­ver­ein­ba­rung noch während der Lauf­zeit des zu verlängern­den Ver­trags ge­trof­fen wird. Es ist auch nicht er­for­der­lich, dass sich die Lauf­zeit des neu­en Ver­trags un­mit­tel­bar an den vor­he­ri­gen Ver­trag an­sch­ließt. Viel­mehr ist in­ner­halb der je­wei­li­gen Höchst­be­fris­tungs­dau­er nach § 2 Abs. 1 Wiss­Zeit­VG auch der mehr­fa­che Neu­ab­schluss be­fris­te­ter Ar­beits­verträge zulässig.
Landesarbeitsgericht Nürnberg, Urteil vom 4.09.2013 - 4 Sa 112/13
9. De­zem­ber 2015
hat der Sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 9. De­zem­ber 2015 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gräfl, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Prof. Dr. Kiel, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Renn­pferdt so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Will­ms und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Steu­de für Recht er­kannt:
Die Re­vi­si­on der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Nürn­berg vom 4. Sep­tem­ber 2013 - 4 Sa 112/13 - wird zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob das zwi­schen ih­nen be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis durch Be­fris­tung mit Ab­lauf des 31. Au­gust 2012 ge­en­det hat.
Die Kläge­rin schloss ihr Stu­di­um der Archäolo­gie 1991 mit der Ma­gis­ter­prüfung ab. Sie war in der Zeit vom 16. Ok­to­ber 2000 bis zum 31. Au­gust 2012 auf­grund meh­re­rer be­fris­te­ter Ar­beits­verträge bei dem be­klag­ten Frei­staat an der Uni­ver­sität Würz­burg beschäftigt.
Zunächst war die Kläge­rin auf Grund­la­ge des Ver­trags vom 16./24. Ok­to­ber 2000 in der Zeit vom 16. Ok­to­ber 2000 bis 15. Ok­to­ber 2004 als wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin am Lehr­stuhl für klas­si­sche Archäolo­gie tätig. In § 1 Abs. 2 die­ses Ver­trags heißt es, die Beschäfti­gung die­ne auch ih­rer Wei­ter­bil­dung als wis­sen­schaft­li­cher Nach­wuchs oder ih­rer be­ruf­li­chen Aus-, Fort-oder Wei­ter­bil­dung (§ 57b Abs. 2 Nr. 1 HRG), ins­be­son­de­re der Vor­be­rei­tung ei­ner Pro­mo­ti­on. Die Kläge­rin wur­de am 17. Au­gust 2004 pro­mo­viert.
Mit Ver­trag vom 23./27. Au­gust 2004 wur­de das Ar­beits­verhält­nis für die Zeit vom 16. Ok­to­ber 2004 bis zum 15. Ok­to­ber 2009 un­ter Be­ru­fung auf § 57b Abs. 2 Nr. 3 HRG verlängert. Un­ter dem 3./10. Au­gust 2009 schlos­sen die Par­tei­en ei­nen zum 31. März 2011 be­fris­te­ten Verlänge­rungs­ver­trag. Mit Ver­trag vom 17. Au­gust 2010 ver­ein­bar­ten die Par­tei­en un­ter Auf­he­bung des Verlänge­rungs­ver­trags vom 3./10. Au­gust 2009 und un­ter Hin­weis auf § 2 Abs. 1 Satz 2 Wiss­Zeit­VG, dass die Kläge­rin in der Zeit vom 1. Sep­tem­ber 2010 bis zum 31. März 2011 als Lehr­kraft für be­son­de­re Auf­ga­ben beschäftigt wird.
Die­ser Ver­trag wur­de durch Ände­rungs­ver­trag vom 24. März 2011 bis zum 30. Sep­tem­ber 2011 verlängert. Der Ver­trag lau­tet aus­zugs­wei­se:
§ 1 wird durch fol­gen­de Ver­ein­ba­rung er­setzt:
als voll­beschäftig­te Lehr­kraft für bes. Auf­ga­ben im Sin­ne von Art. 24 Abs. 2 Bay­HSch­PG wei­ter­beschäftigt.
Das Ar­beits­verhält­nis ist be­fris­tet
gemäß § 1 Abs. 1 i.V.m. § 2 Abs. 1 Satz 2 Wis­sen­schafts­zeit­ver­trags­ge­setz (Wiss­Zeit­VG)
Die Kläge­rin wand­te sich mit ei­ner Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge ge­gen die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund der Be­fris­tung zum 30. Sep­tem­ber 2011. Nach­dem der Be­klag­te ei­nen Ver­gleichs­vor­schlag un­ter­brei­tet und die Kläge­rin ihr Ein­verständ­nis mit die­sem Vor­schlag erklärt hat­te, stell­te das Ar­beits­ge­richt am 28. No­vem­ber 2011 durch Be­schluss gemäß § 278 Abs. 6 ZPO das Zu­stan­de­kom­men und den In­halt fol­gen­den Ver­gleichs fest:
„1. Die Kläge­rin wird be­fris­tet im Be­reich der Klas­si­schen Archäolo­gie an der Phi­lo­so­phi­schen Fa­kultät I der Uni­ver­sität Würz­burg zu den bis­he­ri­gen Kon­di­tio­nen bis 31.08.2012 beschäftigt.
2. Die Kos­ten des Rechts­streits wer­den ge­gen­ein­an­der auf­ge­ho­ben.“
Der Be­klag­te über­sand­te dar­auf­hin der Kläge­rin ei­nen für die Zeit vom 28. No­vem­ber 2011 bis zum 31. Au­gust 2012 be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag zur Un­ter­schrift, der als Be­fris­tungs­grund § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 Tz­B­fG aus­wies. Die Kläge­rin un­ter­zeich­ne­te die­sen Ver­trag nicht und be­gründe­te dies mit Schrei­ben ih­res Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten vom 23. Ja­nu­ar 2012 wie folgt:
Mei­ne Man­dan­tin hat da­her kei­ner­lei Ver­an­las­sung, ir­gend­wel­che neu­en Verträge zu un­ter­schrei­ben, da der bis­he­ri­ge An­stel­lungs­ver­trag nebst den bis­he­ri­gen Ände-
run­gen und Ergänzun­gen auch wei­ter­hin Ge­gen­stand des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses ist.
Um­so we­ni­ger be­steht ei­ne Ver­an­las­sung, die­sen vor­ge-leg­ten Ar­beits­ver­trag zu un­ter­schrei­ben, da die bis­he­ri­gen Be­fris­tun­gen al­le­samt auf dem Wiss­Zeit­VG bzw. der Vorgänger­re­ge­lung des HRG be­ru­hen, während der vor­ge­leg­te Ver­trags­ent­wurf die Be­fris­tung auf das Tz­B­fG stützt.
Mit der am 3. Au­gust 2012 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen und 7 dem Be­klag­ten am 8. Au­gust 2012 zu­ge­stell­ten Kla­ge hat die Kläge­rin die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Be­fris­tung ih­res Ar­beits­ver­trags zum 31. Au­gust 2012 sei un­wirk­sam. Sie be­ru­he nicht auf ei­nem ge­richt­li­chen Ver­gleich iSv. § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 Tz­B­fG. Auch ei­ne Be­fris­tungsmöglich­keit nach dem Wiss­Zeit­VG sei nicht eröff­net. Die Be­fris­tungshöchst­gren­ze von sechs Jah­ren nach ab­ge­schlos­se­ner Pro­mo­ti­on nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Wiss­Zeit­VG sei über­schrit­ten. Die im Ver­gleich ver­ein­bar­te Be­fris­tung genüge nicht dem Zi­tier­ge­bot des § 2 Abs. 4 Wiss­Zeit­VG. Die Be­fris­tung hal­te auch ei­ner Rechts­miss­brauchs­kon­trol­le nicht stand. Der Be­klag­te ha­be sich mit der Be­fris­tung nach dem Wiss­Zeit­VG in ei­ner mit Treu und Glau­ben un­ver­ein­ba­ren Wei­se zu ih­rem Nach­teil Vor­tei­le ver­schafft. Zu­dem hätten die Pro­fes­so­ren Dr. K und S ihr En­de 2009/ An­fang 2010 Ent­fris­tungs­zu­sa­gen er­teilt, oh­ne die sie sich im Hin­blick auf ihr fort­ge­schrit­te­nes Al­ter an­der­wei­tig be­wor­ben hätte.
fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis nicht durch die Be­fris­tungs­ab­re­de vom 28. No­vem­ber 2011 zum 31. Au­gust 2012 en­de­te.
Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung der Kläge­rin zurück­ge­wie­sen. Mit der Re­vi­si­on ver­folgt die Kläge­rin ihr Kla­ge­be­geh­ren wei­ter. Der Be­klag­te be­an­tragt die Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on.
Die Re­vi­si­on der Kläge­rin ist zulässig, aber un­be­gründet.
I. Ent­ge­gen der An­sicht des Be­klag­ten ist die Re­vi­si­on zulässig. Die Re­vi­si­ons­be­gründung setzt sich mit den tra­gen­den Gründen der an­ge­foch­te­nen Ent­schei­dung aus­rei­chend aus­ein­an­der.
1. Nach § 72 Abs. 5 ArbGG iVm. § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a ZPO muss die Re­vi­si­ons­be­gründung die­je­ni­gen Umstände be­zeich­nen, aus de­nen sich die Rechts­ver­let­zung er­ge­ben soll. Die Re­vi­si­ons­be­gründung muss den an­ge­nom­me­nen Rechts­feh­ler des Lan­des­ar­beits­ge­richts da­bei in ei­ner Wei­se auf­zei­gen, dass Ge­gen­stand und Rich­tung des Re­vi­si­ons­an­griffs er­kenn­bar sind. Die Re­vi­si­ons­be­gründung hat sich des­halb mit den tra­gen­den Gründen des Be­ru­fungs­ur­teils aus­ein­an­der­zu­set­zen. Dies er­for­dert die kon­kre­te Dar­le­gung der Gründe, aus de­nen das an­ge­foch­te­ne Ur­teil rechts­feh­ler­haft sein soll. Da­durch soll si­cher­ge­stellt wer­den, dass der Re­vi­si­onsführer das an­ge­foch­te­ne Ur­teil im Hin­blick auf das Rechts­mit­tel über­prüft und mit Blick­rich­tung auf die Rechts­la­ge durch­denkt. Außer­dem soll die Re­vi­si­ons­be­gründung durch die Kri­tik des an­ge­foch­te­nen Ur­teils zur rich­ti­gen Rechts­fin­dung durch das Re­vi­si­ons­ge­richt bei­tra­gen. Die bloße Dar­stel­lung an­de­rer Rechts­an­sich­ten oh­ne er­kenn­ba­re Aus­ein­an­der­set­zung mit den Gründen des Be­ru­fungs­ur­teils genügt nicht den An­for­de­run­gen an ei­ne ord­nungs­gemäße Re­vi­si­ons­be­gründung (st. Rspr., vgl. et­wa BAG 8. Ju­li 2015 - 4 AZR 323/14 - Rn. 8; 14. Ja­nu­ar 2015 - 7 AZR 2/14 - Rn. 15).
2. Die­sen Er­for­der­nis­sen wird die Re­vi­si­ons­be­gründung ge­recht. Die Kläge­rin setzt sich mit der Be­gründung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, die Be­fris­tung sei nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Wiss­Zeit­VG ge­recht­fer­tigt und auch nicht rechts-miss­bräuch­lich, aus­rei­chend aus­ein­an­der. Sie macht ua. gel­tend, die durch das Wiss­Zeit­VG ein­geräum­te Möglich­keit, Ar­beits­verträge für die Dau­er von zwölf Jah­ren sach­grund­los zu be­fris­ten, sei mit uni­ons­recht­li­chen Vor­ga­ben nicht
ver­ein­bar. Träfe die­se Auf­fas­sung zu, wäre die Rüge ge­eig­net, die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung ins­ge­samt in Fra­ge zu stel­len.
II. Die Re­vi­si­on hat in der Sa­che je­doch kei­nen Er­folg. Die Vor­in­stan­zen ha­ben die Kla­ge zu Recht ab­ge­wie­sen. Die Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge ist un­be­gründet. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en hat auf­grund der im Ver­gleich vom 28. No­vem­ber 2011 ver­ein­bar­ten Be­fris­tung am 31. Au­gust 2012 ge­en­det. Die recht­zei­tig an­ge­grif­fe­ne Be­fris­tung ist nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Wiss­Zeit­VG ge­recht­fer­tigt. Dem Be­klag­ten ist es nicht nach Treu und Glau­ben ver­wehrt, sich auf die Be­fris­tung zu be­ru­fen.
1. Mit der vor­lie­gen­den Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge greift die Kläge­rin aus­sch­ließlich die in dem Ver­gleich vom 28. No­vem­ber 2011 ver­ein­bar­te Be­fris­tung zum 31. Au­gust 2012 an. Die Kläge­rin hat die Kla­ge nicht da­durch er­wei­tert, dass sie in der Re­vi­si­ons­be­gründung die Auf­fas­sung ver­tre­ten hat, im Rah­men der Miss­brauchs­kon­trol­le sei ei­ne um­fas­sen­de Prüfung al­ler be­fris­te­ten Ar­beits­verträge er­for­der­lich. Die Be­schränkung der Kon­trol­le auf die zu­letzt ge­schlos­se­ne Be­fris­tungs­ab­re­de schließt es nicht aus, dass bei der Prüfung der Rechts­wirk­sam­keit die­ser Be­fris­tung, ins­be­son­de­re bei der un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände vor­zu­neh­men­den Miss­brauchs­kon­trol­le, auch die vor­an­ge­gan­ge­nen be­fris­te­ten Verträge zu berück­sich­ti­gen sind (BAG 18. Ju­li 2012 - 7 AZR 443/09 - Rn. 13, BA­GE 142, 308). Ei­ne Kla­ge­er­wei­te­rung wäre im Übri­gen in der Re­vi­si­on un­zulässig (BAG 19. Fe­bru­ar 2014 - 7 AZR 260/12 - Rn. 11).
2. Die Be­fris­tung zum 31. Au­gust 2012 gilt nicht be­reits nach § 17 Satz 2 Tz­B­fG iVm. § 7 Halbs. 1 KSchG als wirk­sam. Die Kläge­rin hat de­ren Rechts­un­wirk­sam­keit recht­zei­tig gel­tend ge­macht. Sie hat mit der beim Ar­beits­ge­richt am 3. Au­gust 2012 ein­ge­gan­ge­nen und dem Be­klag­ten am 8. Au­gust 2012 zu­ge­stell­ten Kla­ge die dreiwöchi­ge Kla­ge­frist des § 17 Satz 1 Tz­B­fG ein­ge­hal­ten. Die­se Kla­ge­frist wird auch durch die Er­he­bung ei­ner Kla­ge vor dem Ab­lauf der ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit ge­wahrt (vgl. BAG 29. April 2015 - 7 AZR 519/13 - Rn. 10; 12. No­vem­ber 2014 - 7 AZR 891/12 - Rn. 10).
3. Die Be­fris­tung ist nach § 2 Abs. 1 Wiss­Zeit­VG ge­recht­fer­tigt.
a) Der Be­klag­te kann die Be­fris­tungs­ab­re­de vom 28. No­vem­ber 2011 auf das Wiss­Zeit­VG stützen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend an­ge­nom­men, dass die Be­fris­tung dem Zi­tier­ge­bot nach § 2 Abs. 4 Wiss­Zeit­VG genügt.
aa) Nach § 2 Abs. 4 Satz 1 Wiss­Zeit­VG ist im Ar­beits­ver­trag an­zu­ge­ben, ob die Be­fris­tung auf den Vor­schrif­ten des Wiss­Zeit­VG be­ruht. Die Ein­hal­tung des Zi­tier­ge­bots er­for­dert nicht die An­ga­be der ein­zel­nen Be­fris­tungs­nor­men (BAG 29. April 2015 - 7 AZR 519/13 - Rn. 11; 1. Ju­ni 2011 - 7 AZR 827/09 - Rn. 13, BA­GE 138, 91; vgl. BAG 21. Ju­ni 2006 - 7 AZR 234/05 - Rn. 15, BA­GE 118, 290 zu der mit § 2 Abs. 4 Satz 1 Wiss­Zeit­VG wort­glei­chen Vor­schrift des § 57b Abs. 3 Satz 1 HRG in der bis 17. April 2007 gel­ten­den Fas­sung). Dem Zi­tier­ge­bot ist ent­spro­chen, wenn sich aus der Be­fris­tungs­ver­ein­ba­rung er­gibt, auf wel­che ge­setz­li­che Vor­schrift sich die Be­fris­tung stützt. Da­bei genügt es, wenn sich an­hand des schrift­li­chen Ver­trags­tex­tes durch Aus­le­gung er­mit­teln lässt, dass die Be­fris­tung auf dem Wiss­Zeit­VG be­ru­hen soll (vgl. BAG 1. Ju­ni 2011 - 7 AZR 827/09 - Rn. 13, aaO; 17. Ja­nu­ar 2007 - 7 AZR 487/05 - Rn. 10 zu § 57b Abs. 3 Satz 1 HRG idF vom 27. De­zem­ber 2004; 5. Ju­ni 2002 - 7 AZR 281/01 - zu I 2 der Gründe zu § 57b Abs. 5 HRG idF vom 19. Ja­nu­ar 1999).
bb) Da­nach genügt die Be­fris­tungs­ab­re­de vom 28. No­vem­ber 2011 dem Zi­tier­ge­bot.
(1) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat an­ge­nom­men, aus dem Ver­gleichs­text wer­de hin­rei­chend deut­lich, dass die Kläge­rin zu den bis­he­ri­gen Ver­trags­be­din­gun­gen beschäftigt wer­den sol­le. Die For­mu­lie­rung „zu den bis­he­ri­gen Kon­di­tio­nen“ um­fas­se auch die im Aus­gangs­ver­trag vom 24. März 2011 ent­hal­te­ne Be­zug­nah­me auf § 1 Abs. 1 iVm. § 2 Abs. 1 Satz 2 Wiss­Zeit­VG.
(2) Die­se Aus­le­gung der Be­fris­tungs­ab­re­de durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt ist re­vi­si­ons­recht­lich nicht zu be­an­stan­den. Es kann of­fen­blei­ben, ob die Aus­le­gung des ma­te­ri­ell-recht­li­chen In­halts ei­nes Pro­zess­ver­gleichs durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt der vol­len re­vi­si­ons­recht­li­chen Über­prüfung un­ter­liegt (so
zB BAG 22. Mai 2003 - 2 AZR 250/02 - zu II 3 der Gründe; 31. Ju­li 2002 - 10 AZR 513/01 - zu II 3 a der Gründe, BA­GE 102, 103; 9. Ok­to­ber 1996 - 5 AZR 246/95 - zu 4 der Gründe) oder ob sie nur dar­auf über­prüft wer­den kann, ob das Be­ru­fungs­ge­richt Aus­le­gungs­re­geln ver­letzt, ge­gen Denk­ge­set­ze oder Er­fah­rungssätze ver­s­toßen, we­sent­li­che Tat­sa­chen un­berück­sich­tigt ge­las­sen oder ei­ne ge­bo­te­ne Aus­le­gung un­ter­las­sen hat (so zB BAG 21. Ja­nu­ar 2014 - 3 AZR 362/11 - Rn. 55; 15. Sep­tem­ber 2004 - 4 AZR 9/04 - zu I 1 b bb (1) der Gründe, BA­GE 112, 50). Die Aus­le­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts hält auch ei­ner un­ein­ge­schränk­ten Über­prüfung stand.
In dem Ände­rungs­ver­trag vom 24. März 2011, mit dem die Par­tei­en das Ar­beits­verhält­nis für die Zeit vom 1. April 2011 bis zum 30. Sep­tem­ber 2011 verlängert ha­ben, ist aus­drück­lich an­ge­ge­ben, dass das Ar­beits­verhält­nis gemäß § 1 Abs. 1 iVm. § 2 Abs. 1 Satz 2 Wiss­Zeit­VG be­fris­tet ist. Mit dem am 28. No­vem­ber 2011 fest­ge­stell­ten Ver­gleich ha­ben die Par­tei­en le­dig­lich ei­nen an­de­ren Be­en­di­gungs­zeit­punkt für das Ar­beits­verhält­nis (31. Au­gust 2012) fest­ge­legt und die Bei­be­hal­tung der übri­gen Be­din­gun­gen des vor­he­ri­gen Ver­trags ver­ein­bart. Das um­fasst auch die An­ga­be, dass es sich um ein be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis nach dem Wiss­Zeit­VG han­delt (vgl. BAG 16. Ju­li 2008 - 7 AZR 278/07 - Rn. 18, BA­GE 127, 140 zu dem in der Pro­to­koll­no­tiz Nr. 6a zu Nr. 1 SR 2y BAT ent­hal­te­nen Zi­tier­ge­bot). Da­von ist auch die Kläge­rin aus­weis­lich des Schrei­bens ih­res Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten vom 23. Ja­nu­ar 2012 aus­ge­gan­gen. Dar­in hat die­ser dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der bis­he­ri­ge An­stel­lungs-ver­trag nebst den bis­he­ri­gen Ände­run­gen und Ergänzun­gen auch wei­ter­hin Ge­gen­stand des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses sei und dass die bis­he­ri­gen Be­fris­tun­gen al­le­samt auf dem Wiss­Zeit­VG bzw. der Vorgänger­re­ge­lung des HRG be­ruh­ten.
b) Die in dem Ver­gleich ver­ein­bar­te Be­fris­tung zum 31. Au­gust 2012 ist nach § 2 Abs. 1 Sätze 2 und 4 iVm. § 1 Abs. 1 Wiss­Zeit­VG ge­recht­fer­tigt.
aa) Auf die Be­fris­tung fin­det § 2 Abs. 1 Wiss­Zeit­VG An­wen­dung.
(1) Der zeit­li­che Gel­tungs­be­reich des Wiss­Zeit­VG ist eröff­net. Für die Wirk­sam­keit der Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags ist die im Zeit­punkt ih­rer Ver­ein­ba­rung gel­ten­de Rechts­la­ge maßgeb­lich (vgl. BAG 29. April 2015 - 7 AZR 519/13 - Rn. 15; 2. Sep­tem­ber 2009 - 7 AZR 291/08 - Rn. 10, BA­GE 132, 54). Das Wiss­Zeit­VG ist mit dem „Ge­setz zur Ände­rung ar­beits­recht­li­cher Vor­schrif­ten in der Wis­sen­schaft“ vom 12. April 2007 (BGBl. I S. 506) be­schlos­sen wor­den und am 18. April 2007 in Kraft ge­tre­ten. Die in dem am 28. No­vem­ber 2011 fest­ge­stell­ten Ver­gleich ver­ein­bar­te Be­fris­tung un­terfällt nicht ei­ner der auf an­de­re Rechts­grund­la­gen ver­wei­sen­den Über­g­angs­re­ge­lun­gen nach § 6 Wiss­Zeit­VG (vgl. hier­zu BAG 24. Au­gust 2011 - 7 AZR 228/10 - Rn. 19, BA­GE 139, 109; 1. Ju­ni 2011 - 7 AZR 827/09 - Rn. 16 f., BA­GE 138, 91).
(2) Die Be­fris­tungs­ab­re­de vom 28. No­vem­ber 2011 fällt in den be­trieb­li­chen An­wen­dungs­be­reich des § 2 Wiss­Zeit­VG. Nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Wiss­Zeit­VG gel­ten für den Ab­schluss von Ar­beits­verträgen für ei­ne be­stimm­te Zeit (be­fris­te­te Ar­beits­verträge) mit wis­sen­schaft­li­chem und künst­le­ri­schem Per­so­nal mit Aus­nah­me der Hoch­schul­leh­re­rin­nen und Hoch­schul­leh­rer an Ein­rich­tun­gen des Bil­dungs­we­sens, die nach Lan­des­recht staat­li­che Hoch­schu­len sind, die §§ 2 und 3 Wiss­Zeit­VG. Zwar ist der Ver­trag nicht mit der Uni­ver­sität ge­schlos­sen wor­den; Ar­beit­ge­ber ist viel­mehr der be­klag­te Frei­staat. Vor­aus­set­zung der An­wend­bar­keit des § 2 Abs. 1 Wiss­Zeit­VG auf ei­nen be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag ist aber nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Wiss­Zeit­VG nicht, dass die staat­li­che Hoch­schu­le der Ar­beit­ge­ber ist, son­dern dass der be­tref­fen­de Ar­beit­neh­mer an ei­ner Ein­rich­tung tätig wer­den soll, die nach Lan­des­recht ei­ne staat­li­che Hoch­schu­le ist. Dies ist vor­lie­gend der Fall. Gemäß Art. 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 des Baye­ri­schen Hoch­schul­ge­set­zes in der Fas­sung vom 23. Mai 2006 ist die Ju­li­us-Ma­xi­mi­li­ans-Uni­ver­sität Würz­burg ei­ne staat­li­che Hoch­schu­le des be­klag­ten Frei­staa­tes.
(3) Der Kläge­rin un­terfällt dem per­so­nel­len Gel­tungs­be­reich des § 2 Abs. 1 Wiss­Zeit­VG. Die Kläge­rin gehört zu dem in § 1 Abs. 1 Satz 1 Wiss­Zeit­VG ge­nann­ten wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nal.
(a) Der Be­griff des „wis­sen­schaft­li­chen und künst­le­ri­schen Per­so­nals“ ist durch § 1 Abs. 1 Satz 1 Wiss­Zeit­VG ei­genständig und ab­sch­ließend be­stimmt (BAG 29. April 2015 - 7 AZR 519/13 - Rn. 20). Der Be­griff des „wis­sen­schaft­li­chen und künst­le­ri­schen Per­so­nals“ be­stimmt sich in­halt­lich-auf­ga­ben­be­zo­gen (BAG 29. April 2015 - 7 AZR 519/13 - Rn. 21; 1. Ju­ni 2011 - 7 AZR 827/09 - Rn. 35 ff., BA­GE 138, 91). An­knüpfungs­punkt ist die Art der zu er­brin­gen­den Dienst­leis­tung. Zum „wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nal“ nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Wiss­Zeit­VG gehört der­je­ni­ge Ar­beit­neh­mer, der wis­sen­schaft­li­che Dienst­leis­tun­gen er­bringt. Es kommt nicht auf des­sen for­mel­le Be­zeich­nung an, son­dern auf den wis­sen­schaft­li­chen Zu­schnitt der von ihm aus­zuführen­den Tätig­keit. Das Ad­jek­tiv „wis­sen­schaft­lich“ be­deu­tet, „die Wis­sen­schaft be­tref­fend“. Wis­sen­schaft­li­che Tätig­keit ist al­les, was nach In­halt und Form als ernst­haf­ter, planmäßiger Ver­such zur Er­mitt­lung der Wahr­heit an­zu­se­hen ist (BAG 19. März 2008 - 7 AZR 1100/06 - Rn. 33 mwN, BA­GE 126, 211). Sie ist nach Auf­ga­ben­stel­lung und an­zu­wen­den­der Ar­beits­me­tho­de dar­auf an­ge­legt, neue Er­kennt­nis­se zu ge­win­nen und zu ver­ar­bei­ten, um den Er­kennt­nis­stand der je­wei­li­gen wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­plin zu si­chern oder zu er­wei­tern (BAG 27. Mai 2004 - 6 AZR 129/03 - zu B II 4 der Gründe, BA­GE 111, 8).
(b) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat fest­ge­stellt, dass die Kläge­rin zum wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nal gehört. Es hat gemäß § 69 Abs. 2 ArbGG in Be­zug auf die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des § 2 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 Wiss­Zeit­VG von der Dar­stel­lung der Ent­schei­dungs­gründe ab­ge­se­hen und da­mit fest­ge­stellt, dass es den Gründen der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung folgt. Das Ar­beits­ge­richt hat­te an­ge­nom­men, dass die Vor­aus­set­zun­gen des § 2 Abs. 1 Satz 2 Wiss­Zeit­VG vor­lie­gen. Dem lag ua. sei­ne Fest­stel­lung zu­grun­de, dass die Kläge­rin in der Zeit vom 16. Ok­to­ber 2000 bis zum 31. Au­gust 2012 als Wis­sen­schaft­le­rin tätig war. Die­se Fest­stel­lung be­ruh­te auf dem Vor­trag der Kläge­rin. Die­se hat­te un­wi­der­spro­chen be­haup­tet, als wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin bei dem Be­klag­ten beschäftigt zu sein. Da­von sind al­le Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten in ers­ter und zwei­ter In­stanz aus­ge­gan­gen.
(c) Die Fest­stel­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist nach § 559 Abs. 2 ZPO für den Se­nat bin­dend. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass die der Fest­stel­lung zu­grun­de lie­gen­den tatsächli­chen Umstände nicht kon­kret vor­ge­tra­gen und fest­ge­stellt wor­den sind.
(aa) Die Bin­dungs­wir­kung des § 559 Abs. 2 ZPO er­fasst nicht nur ein­zel­ne Umstände als tat­be­stand­li­che Vor­aus­set­zun­gen von Rechts­fol­gen. Die Recht­spre­chung stellt tatsächli­chen Umständen (§ 138 Abs. 1 ZPO) Tat­sa­chen in ih­rer ju­ris­ti­schen Ein­klei­dung gleich, wenn dies durch ei­nen ein­fa­chen Rechts­be­griff ge­schieht, der je­dem Teil­neh­mer des Rechts­ver­kehrs geläufig ist. Un­ter die­sen Vor­aus­set­zun­gen können Tat­sa­chen von den Par­tei­en auch als Erklärun­gen über Recht­stat­sa­chen in das Ver­fah­ren ein­geführt wer­den (BAG 16. De­zem­ber 2010 - 6 AZR 487/09 - Rn. 36, BA­GE 136, 340; 14. No­vem­ber 2007 - 4 AZR 861/06 - Rn. 28; 6. No­vem­ber 2007 - 1 AZR 862/06 - Rn. 13, BA­GE 124, 323; BGH 19. März 2004 - V ZR 104/03 - BGHZ 158, 295).
(bb) Die Be­zeich­nung „wis­sen­schaft­li­ches Per­so­nal“ ist ein ein­fa­cher Rechts­be­griff, der den An­gehöri­gen des Hoch­schul­be­reichs geläufig ist. Es han­delt sich um ei­nen Grund­be­griff des Wis­sen­schafts­be­triebs. Dar­auf, dass die Fest­stel­lung der Vor­aus­set­zun­gen für die An­nah­me wis­sen­schaft­li­cher Tätig­keit im Ein­zel­fall schwie­rig sein kann, kommt es nicht an. Maßge­bend ist al­lein, ob der Be­griff selbst ei­ne sol­che Ein­fach­heit für sich be­an­spru­chen kann (BAG 14. No­vem­ber 2007 - 4 AZR 861/06 - Rn. 28).
(cc) Die Kläge­rin hat die Fest­stel­lung nicht mit ei­ner Ver­fah­rensrüge an­ge­grif­fen. Ihr erst­mals in der Re­vi­si­ons­in­stanz und nach Ab­lauf der Re­vi­si­ons­be­gründungs­frist ge­hal­te­ner Vor­trag, sie gehöre nicht zum wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nal, weil ihr ne­ben Ver­wal­tungs­auf­ga­ben kei­ne Möglich­keit zur ei­genständi­gen For­schung und Re­fle­xi­on ver­blie­ben sei, ist re­vi­si­ons­recht­lich un­be­acht­lich (§ 559 Abs. 1 ZPO).
bb) Die Be­fris­tung genügt den An­for­de­run­gen des § 2 Abs. 1 Satz 2 und Satz 4 Wiss­Zeit­VG.
(1) Die Be­fris­tung von Ar­beits­verträgen mit nicht pro­mo­vier­tem wis­sen­schaft­li­chen und künst­le­ri­schen Per­so­nal ist nach § 2 Abs. 1 Satz 1 Wiss­Zeit­VG bis zu ei­ner Dau­er von sechs Jah­ren zulässig. Nach ab­ge­schlos­se­ner Pro­mo­ti­on, dh. in der sog. Post­doc-Pha­se, ist gemäß § 2 Abs. 1 Satz 2 Halbs. 1 Wiss­Zeit­VG ei­ne Be­fris­tung bis zu ei­ner Dau­er von sechs Jah­ren - im Be­reich der Me­di­zin bis zu ei­ner Dau­er von neun Jah­ren - möglich. Ei­ne Be­fris­tung nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Wiss­Zeit­VG setzt vor­aus, dass sie nach Ab­schluss der Pro­mo­ti­on ver­ein­bart wird (BAG 24. Au­gust 2011 - 7 AZR 228/10 - Rn. 23, BA­GE 139, 109). Nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Halbs. 2 Wiss­Zeit­VG verlängert sich die zulässi­ge Be­fris­tungs­dau­er in der Post­doc-Pha­se in dem Um­fang, in dem Zei­ten ei­ner be­fris­te­ten Beschäfti­gung nach § 2 Abs. 1 Satz 1 Wiss­Zeit­VG und Pro­mo­ti­ons­zei­ten oh­ne Beschäfti­gung nach § 2 Abs. 1 Satz 1 Wiss­Zeit­VG zu­sam­men we­ni­ger als sechs Jah­re be­tra­gen ha­ben (BAG 24. Au­gust 2011 - 7 AZR 228/10 - Rn. 23, aaO). In­ner­halb der je­weils zulässi­gen Be­fris­tungs­dau­er sind nach § 2 Abs. 1 Satz 4 Wiss­Zeit­VG auch Verlänge­run­gen ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags möglich.
(2) Die­se Vor­aus­set­zun­gen erfüllt die in dem Ver­gleich vom 28. No­vem­ber 2011 ver­ein­bar­te Be­fris­tung zum 31. Au­gust 2012.
(a) Die Be­fris­tung wur­de nach der Pro­mo­ti­on ver­ein­bart. Die Kläge­rin wur­de am 17. Au­gust 2004 pro­mo­viert. Die zulässi­ge Be­fris­tungshöchst­dau­er nach § 2 Abs. 1 Satz 2 iVm. Satz 4 Wiss­Zeit­VG wird durch die Be­fris­tung zum 31. Au­gust 2012 nicht über­schrit­ten. Der Zeit­raum vom Ab­schluss der Pro­mo­ti-on am 17. Au­gust 2004 bis zum Ab­lauf der ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit am 31. Au­gust 2012 über­schrei­tet zwar die grundsätz­lich in der sog. Post­doc-Pha­se zulässi­ge Höchst­be­fris­tungs­dau­er von sechs Jah­ren um zwei Jah­re und zwei Wo­chen. Die zulässi­ge Be­fris­tungs­dau­er in der Post­doc-Pha­se hat­te sich je­doch nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Halbs. 2 Wiss­Zeit­VG um zwei Jah­re und zwei Mo­na­te verlängert. Die Zeit der Beschäfti­gung der Kläge­rin ab dem 16. Ok­to­ber 2000 bis zu ih­rer Pro­mo­ti­on am 17. Au­gust 2004 be­trug drei Jah­re und zehn Mo­na­te. Da die Kläge­rin nach ih­rem ei­ge­nen Vor­trag im Jahr 2002 mit der Pro­mo­ti­on be­gon­nen hat­te, verlänger­te sich die zulässi­ge Be­fris­tungs­dau­er nach
Ab­schluss der Pro­mo­ti­on um die Zeit des ver­blei­ben­den Res­tes von zwei Jah­ren und zwei Mo­na­ten. Da­her konn­te das Ar­beits­verhält­nis nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Wiss­Zeit­VG ins­ge­samt nach Ab­schluss der Pro­mo­ti­on am 17. Au­gust 2004 für die Dau­er von acht Jah­ren und zwei Mo­na­ten be­fris­tet wer­den.
(b) Bei der Ver­ein­ba­rung im Ver­gleich vom 28. No­vem­ber 2011 han­delt es sich um ei­ne Ver­trags­verlänge­rung iSv. § 2 Abs. 1 Satz 4 Wiss­Zeit­VG. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass sie nicht vor dem Ab­lauf der vor­he­ri­gen Be­fris­tung am 30. Sep­tem­ber 2011, son­dern erst am 28. No­vem­ber 2011 ver­ein­bart wur­de und die Ver­ein­ba­rung nicht zwei­fels­frei er­ken­nen lässt, ob sich der neue be­fris­te­te Ar­beits­ver­trag un­mit­tel­bar an den vor­he­ri­gen, zum 30. Sep­tem­ber 2011 be­fris­te­ten Ver­trag an­sch­ließen soll­te. Ei­ne Ver­trags­verlänge­rung iSv. § 2 Abs. 1 Satz 4 Wiss­Zeit­VG setzt - an­ders als ei­ne Ver­trags­verlänge­rung nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG und nach § 1 Abs. 1 Satz 2 BeschFG 1996 (vgl. hier-zu et­wa BAG 20. Fe­bru­ar 2008 - 7 AZR 786/06 - Rn. 9; zu § 1 Abs. 1 Satz 2 BeschFG 1996 25. Ok­to­ber 2000 - 7 AZR 483/99 - zu B II 1 der Gründe) nicht vor­aus, dass die Verlänge­rungs­ver­ein­ba­rung noch während der Lauf­zeit des zu verlängern­den Ver­trags ge­trof­fen wird und sich die Lauf­zeit des Verlänge­rungs­ver­trags un­mit­tel­bar an den zu verlängern­den Ver­trag an­sch­ließt (Krau­se in Geis Hoch­schul­recht in Bund und Ländern Stand Sep­tem­ber 2015 § 2 Wiss­Zeit­VG Rn. 14; ErfK/Müller-Glöge 15. Aufl. § 2 Wiss­Zeit­VG Rn. 7; Preis Wiss­Zeit­VG § 2 Rn. 13, 23; APS/Schmidt 4. Aufl. § 2 WZVG Rn. 23; KR/Tre­ber 10. Aufl. § 2 Wiss­Zeit­VG Rn. 44; MüKoBGB/Hes­se 6. Aufl. § 23 Tz­B­fG Rn. 40; Schlach­ter in Laux/Schlach­ter Tz­B­fG 2. Aufl. Anh. G § 2 Rn. 13). Die en­ge Aus­le­gung des Verlänge­rungs­be­griffs in § 14 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG be­ruht dar­auf, dass § 14 Abs. 2 Tz­B­fG grundsätz­lich nur ein sach­grund­los be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den­sel­ben Ar­beits­ver­trags­par­tei­en bis zu ei­ner Höchst­dau­er von zwei Jah­ren ge­stat­tet. In­ner­halb die­ses Zeit­raums sind ma­xi­mal drei Ver­trags­verlänge­run­gen zulässig, wenn der zeit­li­che Höchst­rah­men nicht be­reits durch den ers­ten Ver­trag aus­geschöpft wur­de. Ei­ne dem Re­ge­lungs­zu­sam­men­hang in § 14 Abs. 2 Tz­B­fG ver­gleich­ba­re ge­setz­li­che Aus­ge­stal­tung, die al­lein den erst­ma­li­gen Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­trags und dar­an an­sch­ließen­de Verlänge­run­gen, nicht aber den Neu­ab­schluss ei­nes sach­grund­los be­fris­te-
ten Ar­beits­ver­trags in­ner­halb der vor­ge­se­he­nen zeit­li­chen Höchst­gren­ze zu­las­sen würde, fehlt im Son­der­be­fris­tungs­recht des § 2 Wiss­Zeit­VG. Für die Möglich­keit des Neu­ab­schlus­ses ei­nes Ar­beits­ver­trags nach ei­nem be­en­de­ten Ar­beits­verhält­nis spricht viel­mehr die An­rech­nungs­re­ge­lung in § 2 Abs. 3 Satz 1 und Satz 2 Wiss­Zeit­VG, wo­nach auf die Höchst­be­fris­tungs­dau­er von zwölf Jah­ren al­le be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­se mit mehr als ei­nem Vier­tel der re­gelmäßigen Ar­beits­zeit, die an ei­ner deut­schen Hoch­schu­le oder ei­ner For­schungs­ein­rich­tung ab­ge­schlos­sen wur­den, an­zu­rech­nen sind (zu­tref­fend KR/Tre­ber 10. Aufl. § 2 Wiss­Zeit­VG Rn. 44). Dies setzt vor­aus, dass nicht nur ein be­fris­te­ter Ar­beits­ver­trag mit dar­an an­sch­ließen­den Verlänge­run­gen ermöglicht wird, son­dern dass der Ab­schluss meh­re­rer be­fris­te­ter Ar­beits­verträge - ggf. auch mit meh­re­ren Ar­beit­ge­bern und mit zeit­li­chen Un­ter­bre­chun­gen - nach den Re­ge­lun­gen des Wiss­Zeit­VG zulässig ist. Das Ge­setz ver­bie­tet da­her nicht den er­neu­ten Ab­schluss ei­nes nach den Be­stim­mun­gen des Wiss­Zeit­VG be­fris­te­ten Ver­trags (vgl. Krau­se in Geis Hoch­schul­recht in Bund und Ländern Stand Sep­tem­ber 2015 § 2 Wiss­Zeit­VG Rn. 14; ErfK/Müller-Glöge 15. Aufl. § 2 Wiss­Zeit­VG Rn. 7), son­dern ermöglicht ihn. Dem Be­griff der „Verlänge­rung“ kommt des­halb kei­ne ge­son­der­te recht­li­che Re­le­vanz zu. Ent­schei­dend ist in­so­weit al­lein die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Höchst­gren­zen.
c) § 2 Abs. 1 Wiss­Zeit­VG be­geg­net ent­ge­gen der An­sicht der Kläge­rin kei­nen uni­ons­recht­li­chen Be­den­ken. § 2 Abs. 1 Satz 2 Wiss­Zeit­VG ent­spricht der Richt­li­nie 1999/70/EG des Ra­tes vom 28. Ju­ni 1999 zu der EGB-UN­ICE-CEEP-Rah­men­ver­ein­ba­rung über be­fris­te­te Ar­beits­verträge (ABl. EG L 175 vom 10. Ju­li 1999 S. 43 mit späte­ren Ände­run­gen).
aa) Nach § 5 der Rah­men­ver­ein­ba­rung er­grei­fen die Mit­glied­staa­ten, um Miss­brauch durch auf­ein­an­der­fol­gen­de be­fris­te­te Ar­beits­verträge oder -verhält­nis­se zu ver­mei­den, ei­ne oder meh­re­re der in § 5 Nr. 1 Buchst. a bis Buchst. c der Rah­men­ver­ein­ba­rung ge­nann­ten Maßnah­men. Ent­schließt sich ein Mit­glied­staat zu ei­ner oder zu meh­re­ren die­ser Maßnah­men, hat er das uni­ons­recht­lich vor­ge­ge­be­ne Ziel der Ver­hin­de­rung des Miss­brauchs durch auf­ein­an­der­fol­gen­de be­fris­te­te Ar­beits­verträge zu gewähr­leis­ten (vgl. EuGH 23. April
2009 - C-378/07 bis C-380/07 - [An­gel­i­da­ki] Rn. 94, 95 mwN, Slg. 2009, I-3071). Wie der Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on (Eu­ropäischer Ge­richts­hof) in meh­re­ren Ent­schei­dun­gen aus­geführt und geklärt hat, ist es Auf­ga­be der na­tio­na­len Ge­rich­te, im Rah­men ih­rer Zuständig­keit die­sem Ziel bei der Aus­le­gung der na­tio­na­len Vor­schrif­ten Rech­nung zu tra­gen (vgl. EuGH 13. März 2014 - C-190/13 - [Márquez Sa­mo­ha­no] Rn. 59; 26. Ja­nu­ar 2012 - C-586/10 - [Kücük] Rn. 39; 23. April 2009 - C-378/07 bis C-380/07 - [An­gel­i­da­ki] Rn. 106, aaO).
bb) Mit § 2 Abs. 1 Wiss­Zeit­VG hat sich der na­tio­na­le Ge­setz­ge­ber - bei bei­den, vom je­wei­li­gen Qua­li­fi­zie­rungs­stand abhängi­gen Be­fris­tungs­grund­la­gen - für das Er­for­der­nis ei­ner Höchst­be­fris­tungs­dau­er ent­schie­den. Dies genügt den An­for­de­run­gen von § 5 Abs. 1 Buchst. b der Rah­men­ver­ein­ba­rung (BAG 24. Au­gust 2011 - 7 AZR 228/10 - Rn. 35, BA­GE 139, 109). Ei­ne am Qua­li­fi­ka­ti­ons­ziel ori­en­tier­te Ma­xi­mal­be­fris­tungs­dau­er und die An­rech­nungs­be­stim­mung des § 2 Abs. 3 Wiss­Zeit­VG wir­ken der rechts­miss­bräuch­li­chen In­an­spruch­nah­me der Son­der­be­fris­tungs­tat­bestände nach dem Wiss­Zeit­VG ent­ge­gen. Die Rah­men­ver­ein­ba­rung er­kennt aus­weis­lich des zwei­ten und des drit­ten Ab­sat­zes ih­rer Präam­bel so­wie der Nrn. 8 und 10 ih­rer All­ge­mei­nen Erwägun­gen an, dass be­fris­te­te Ar­beits­verträge für die Beschäfti­gung in be­stimm­ten Bran­chen oder be­stimm­ten Be­ru­fen und Tätig­kei­ten cha­rak­te­ris­tisch sind (vgl. EuGH 26. No­vem­ber 2014 - C-22/13 ua. - [Mas­co­lo] Rn. 75; 3. Ju­li 2014 - C-362/13 ua. - [Fia­min­go ua.] Rn. 59; 13. März 2014 - C-190/13 - [Márquez Sa­mo­ha­no] Rn. 51). Mit den Be­fris­tungshöchst­gren­zen nach § 2 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 Wiss­Zeit­VG soll ei­ner­seits den Mit­ar­bei­tern ein hin­rei­chen­der Zeit­raum zur Qua­li­fi­zie­rung und den Hoch­schu­len zur Nach­wuchsförde­rung of­fen­ste­hen; an­de­rer­seits zwingt die Re­ge­lung Hoch­schu­len und Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler da­zu, die Qua­li­fi­zie­rung in ih­ren Ab­schnit­ten Pro­mo­ti­ons­pha­se und Post­doc-Pha­se zügig vor­an­zu­trei­ben, wenn das Pri­vi­leg der be­fris­te­ten Beschäfti­gung ge­nutzt wer­den soll (vgl. BT-Drs. 16/3438 S. 11). Ins­ge­samt be­zwe­cken die Re­ge­lun­gen des „Son­der­be­fris­tungs­rechts“ nach dem Wiss­Zeit­VG - eben­so wie die der vor­ma­li­gen §§ 57a ff. HRG - ei­nen an­ge­mes­se­nen Aus­gleich der In­ter­es­sen zwi­schen der Hoch­schu­le, wel­che die Wis­sen­schafts­frei­heit des Art. 5
Abs. 3 GG für sich in An­spruch neh­men kann, und de­ren wis­sen­schaft­li­chem Per­so­nal (BAG 24. Au­gust 2011 - 7 AZR 228/10 - Rn. 29, BA­GE 139, 109). Der uni­ons­recht­lich vor­ge­ge­be­nen Miss­brauchs­kon­trol­le ist mit der - be­reits nach na­tio­na­lem Recht ge­bo­te­nen - Rechts­miss­brauchs-, Ver­trags­ge­stal­tungs- oder Um­ge­hungs­kon­trol­le (§ 242 BGB) Rech­nung ge­tra­gen (vgl. zur Miss­brauchs­kon­trol­le ei­ner sach­grund­lo­sen Be­fris­tung BAG 15. Mai 2013 - 7 AZR 525/11 - BA­GE 145, 128).
cc) Die Kläge­rin macht oh­ne Er­folg gel­tend, die An­rech­nungs­re­ge­lung des § 2 Abs. 3 Wiss­Zeit­VG sei un­wirk­sam, so­weit die­se be­fris­te­te Ar­beits­verträge mit ei­ner Ar­beits­zeit­ver­pflich­tung bis zu ei­nem Vier­tel der re­gelmäßigen Ar­beits­zeit von der An­rech­nung aus­neh­me. Auf die Wirk­sam­keit die­ser Aus­nah­me­re­ge­lung kommt es vor­lie­gend nicht an.
4. Die Be­fris­tung ist ent­ge­gen der An­sicht der Kläge­rin auch nicht rechts­miss­bräuch­lich.
a) Ei­ne zusätz­li­che Prüfung der Wirk­sam­keit der Be­fris­tung nach den Grundsätzen des in­sti­tu­tio­nel­len Rechts­miss­brauchs (grund­le­gend BAG 18. Ju­li 2012 - 7 AZR 443/09 - Rn. 38, BA­GE 142, 308 und - 7 AZR 783/10 - Rn. 33) ist nicht ge­bo­ten. Die­se Prüfung ist nach der im An­schluss an die Ent­schei­dung des Eu­ropäischen Ge­richts­hofs in der Rechts­sa­che Kücük (EuGH 26. Ja­nu­ar 2012 - C-586/10 -) ent­wi­ckel­ten Recht­spre­chung des Se­nats vor­zu­neh­men bei der Kon­trol­le ei­ner durch ei­nen Sach­grund ge­recht­fer­tig­ten Be­fris­tung, der meh­re­re be­fris­te­te Ar­beits­verträge vor­aus­ge­gan­gen sind und die sich so­mit als das letz­te Glied ei­ner Be­fris­tungs­ket­te dar­stellt. Bei der Be­fris­tung nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Wiss­Zeit­VG han­delt es sich nicht um ei­ne Sach­grund­be­fris­tung, son­dern um ei­ne sach­grund­lo­se Be­fris­tung.
b) Dem Be­klag­ten ist es auch nicht nach Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) ver­wehrt, sich auf § 2 Abs. 1 Wiss­Zeit­VG zu be­ru­fen. An­halts­punk­te dafür, dass der Be­klag­te die durch § 2 Abs. 1 Wiss­Zeit­VG eröff­ne­te Be­fris­tungsmöglich­keit im Streit­fall recht­miss­bräuch­lich ge­nutzt hat, lie­gen nicht vor. Die Dau­er der Beschäfti­gung der Kläge­rin und das Feh­len ei­nes Sach­grunds für die Be­fris­tung
las­sen nicht auf ei­ne rechts­miss­bräuch­li­che Ver­trags­ge­stal­tung schließen. Für die Be­fris­tung nach § 2 Abs. 1 Satz 2 Wiss­Zeit­VG ist kein Sach­grund er­for­der­lich. Ei­ne Beschäfti­gungs­dau­er von ins­ge­samt zwölf Jah­ren ist - un­ter den sons­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen der Re­ge­lung - ge­setz­lich vor­ge­se­hen.
c) Die von der Kläge­rin be­haup­te­ten Zu­sa­gen der Pro­fes­so­ren Dr. K und S En­de 2009/An­fang 2010, der Be­klag­te wer­de die Kläge­rin un­be­fris­tet über­neh­men, hätten, selbst wenn sie er­teilt wor­den sein soll­ten, nicht zur Fol­ge, dass sich der Be­klag­te nicht auf die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund der Be­fris­tung zum 31. Au­gust 2012 be­ru­fen kann. Aus ei­ner der­ar­ti­gen Zu­sa­ge hätte sich le­dig­lich ein An­spruch auf Ab­schluss ei­nes un­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags er­ge­ben können, wenn die Zu­sa­gen­den zur Ab­ga­be sol­cher Erklärun­gen be­rech­tigt ge­we­sen sein soll­ten (vgl. hier­zu BAG 17. Ja­nu­ar 2007 - 7 AZR 81/06 - Rn. 17). Ein An­spruch auf Ab­schluss ei­nes un­be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags ist je­doch nicht Ge­gen­stand der Kla­ge. Zu­dem dürf­ten sol­che Zu­sa­gen durch die zeit­lich späte­ren Ände­rungs­ver­ein­ba­run­gen über die be­fris­te­te Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­gen­stands­los ge­wor­den sein.
III. Die Kläge­rin hat die Kos­ten der Re­vi­si­on nach § 97 Abs. 1 ZPO zu tra­gen.
Renn­pferdt
Steu­de
zur Übersicht 7 AZR 117/14

References: § 2
 § 14
 § 2
 § 1
 § 57
 § 2

§ 1
 Art. 24
 § 1
 § 2
 § 278
 § 14
 § 14
 § 2
 § 2
 § 72
 § 551
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 § 7
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 § 2
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 § 57
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 § 6
 § 2
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 § 2
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 § 2
 § 1
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 § 69
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 § 559
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 BGH 
 § 2
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 § 14
 § 1
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 § 2
 § 2
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 § 2
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 § 23
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 § 14
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 § 5
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 EuGH 
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 § 2
 § 97