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Timestamp: 2019-03-23 08:42:51+00:00

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BAG, Urteil vom 13.03.2013, 5 AZR 954/11 - HENSCHE Arbeitsrecht
BAG, Ur­teil vom 13.03.2013, 5 AZR 954/11
2. Um zu gewährleisten, dass der Leiharbeitnehmer den Anspruch auf gleiches Arbeitsentgelt auch dann fristwahrend geltend machen kann, wenn er die Höhe des vergleichbaren Stammarbeitnehmern des Entleihers gewährten Arbeitsentgelts (noch) nicht im Einzelnen kennt, muss die erste Stufe einer arbeitsvertraglichen Ausschlussfristenregelung im Leiharbeitsverhältnis es zulassen, dass eine schriftliche Geltendmachung des Anspruchs aus § 10 Abs. 4 AÜG „dem Grunde nach“ ausreicht.
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Frankfurt (Oder), Urteil vom 96.2011 - 3 Ca 422/11
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20.9.2011 - 7 Sa 1318/11
hat der Fünf­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 13. März 2013 durch den Vi­ze­präsi­den­ten des Bun­des­ar­beits­ge­richts Dr. Müller-Glöge, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt
Dr. Laux, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Biebl so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Busch und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Chris­ten für Recht er­kannt:
Dem Ar­beits­verhält­nis lag ein For­mu­lar­ar­beits­ver­trag vom 30. April 2009 zu­grun­de, in dem es ua. heißt:
Soll­ten die in Abs. 1 ge­nann­ten Ta­rif­verträge gekündigt wer­den oder auf an­de­re Wei­se ih­re Gültig­keit ver­lie­ren, oh­ne dass neue, zwi­schen die­sen Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ab­ge­schlos­se­ne Ta­rif­verträge an ih­re Stel­le tre­ten, be­stim­men sich die Rech­te und Pflich­ten der Par­tei­en des Ar­beits­ver­tra­ges nach den in Abs. 1 ge­nann­ten Ta­rif­verträgen in der zu­letzt zwi­schen den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ver­ein­bar­ten Fas­sung.
Der Mit­ar­bei­ter wird für fol­gen­de Tätig­keit ein­ge­stellt:
Zeit­ar­bei­te­rin
Die­se Tätig­keit um­fasst fol­gen­de Auf­ga­ben­be­rei­che:
all­ge­mei­ne Mon­ta­ge­ar­bei­ten gem. Ein­satz­mit­tei­lung
Für ih­re Ausübung ist fol­gen­de Qua­li­fi­ka­ti­on er­for­der­lich:
Gemäß der in § 2 ge­nann­ten Tätig­keits­be­zeich­nung wird der Mit­ar­bei­ter in Ent­gelt­grup­pe E 1 gemäß des in § 1 Abs. 1 ge­nann­ten Ent­gelt­rah­men­ta­rif­ver­trags ein­grup­piert.
Lehnt die an­de­re Ver­trags­par­tei die Erfüllung des An­spruchs schrift­lich ab, oder erklärt sie sich nicht in­ner­halb von ei­nem Mo­nat nach der Gel­tend­ma­chung des An­spruchs, so verfällt die­ser, wenn er nicht in­ner­halb von drei Mo­na­ten nach Ab­leh­nung oder Frist­ab­lauf ge­richt­lich gel­tend ge­macht wird.
Am 6. April 2010 schlos­sen die Par­tei­en rück­wir­kend zum 1. Ja­nu­ar 2010 ei­ne von der Be­klag­ten vor­for­mu­lier­te Ände­rungs­ver­ein­ba­rung, die aus­zugs­wei­se lau­tet:
Mit der am 8. März 2011 ein­ge­reich­ten und der Be­klag­ten am 11. März 2011 zu­ge­stell­ten Kla­ge hat die Kläge­rin zu­letzt für den Zeit­raum 15. Ju­ni 2009 bis 30. Ju­ni 2010 un­ter Be­ru­fung auf § 10 Abs. 4 AÜG die Dif­fe­renz zwi­schen der von der Be­klag­ten er­hal­te­nen Vergütung und dem Ar­beits­ent­gelt, das die Ent­lei­he­rin im Streit­zeit­raum ver­gleich­ba­ren Stamm­ar­beit­neh­mern gewährt hat, ver­langt und gel­tend ge­macht, die ein­zel­ver­trag­li­che Aus­schluss­frist ha­be erst mit der Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zur feh­len­den Ta­riffähig­keit der CG­ZP zu lau­fen be­gon­nen.
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an die Kläge­rin 14.809,29 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen iHv. fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 11. März 2011 zu zah­len.
auch überhöht aus­ge­ur­teilt wor­den“. Pro­zes­sua­le Kon­se­quen­zen hat sie dar­aus nicht ge­zo­gen.
Ar­beit­neh­mer­ver­ei­ni­gun­gen und die in­di­vi­du­el­le Ko­ali­ti­ons­frei­heit der Leih­ar­beit­neh­mer nichts an­de­res.
hin­aus­zu­ge­hen. Ei­ne Vor­la­ge der in der Re­vi­si­on auf­ge­wor­fe­nen Fra­ge nach der Reich­wei­te des Art. 5 RL an den Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on hat­te man­gels Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit zu un­ter­blei­ben (vgl. BVerfG 29. Mai 2012 - 1 BvR 3201/11 - Rn. 21 ff.).
b) Fehlt ei­ner Ta­rif­ver­trags­par­tei die Ta­riffähig­keit, kann sie al­len­falls ei­ne Kol­lek­tiv­ver­ein­ba­rung oh­ne nor­ma­ti­ve Wir­kung, aber kei­nen Ta­rif­ver­trag iSd. § 1 Abs. 1 TVG ab­sch­ließen (zur feh­len­den Ta­rif­zuständig­keit: BAG 17. April
d) Ein et­wai­ges Ver­trau­en der Ver­lei­her in die Ta­riffähig­keit der CG­ZP ist nicht geschützt.
Der aus Art. 20 Abs. 3 GG her­ge­lei­te­te Grund­satz des Ver­trau­ens­schut­zes kann es, ob­wohl höchst­rich­ter­li­che Ur­tei­le kein Ge­set­zes­recht sind und kei­ne ver­gleich­ba­re Rechts­bin­dung er­zeu­gen, ge­bie­ten, ei­nem durch ge­fes­tig­te Recht­spre­chung be­gründe­ten Ver­trau­en­stat­be­stand er­for­der­li­chen-falls durch Be­stim­mun­gen zur zeit­li­chen An­wend­bar­keit ei­ner geänder­ten Recht­spre­chung oder Bil­lig­keits­erwägun­gen im Ein­zel­fall Rech­nung zu tra­gen (BVerfG 15. Ja­nu­ar 2009 - 2 BvR 2044/07 - Rn. 85, BVerfGE 122, 248; vgl. da­zu auch BAG 19. Ju­ni 2012 - 9 AZR 652/10 - Rn. 27 mwN). Die Ent­schei­dun­gen zur feh­len­den Ta­riffähig­keit der CG­ZP wa­ren nicht mit ei­ner Recht­spre­chungsände­rung ver­bun­den. We­der das Bun­des­ar­beits­ge­richt noch In­stanz­ge­rich­te ha­ben in dem dafür nach § 2a Abs. 1 Nr. 4 iVm. § 97 ArbGG vor­ge­se­he­nen Ver­fah­ren je­mals die Ta­riffähig­keit der CG­ZP fest­ge­stellt. In der von der Re­vi­si­on an­ge­zo­ge­nen Ent­schei­dung (BAG 24. März 2004 - 5 AZR 303/03 - zu I 2 c cc der Gründe, BA­GE 110, 79) hat der Se­nat bei der Prüfung der Sit­ten­wid­rig­keit der Vergütung ei­nes Leih­ar­beit­neh­mers zwar auch ei­nen von der CG­ZP ab­ge­schlos­se­nen Ent­gelt­ta­rif­ver­trag her­an­ge­zo­gen, ei­ne Fest­stel­lung von de­ren Ta­riffähig­keit war da­mit aber nicht ver­bun­den. Die bloße Er­war­tung, das Bun­des­ar­beits­ge­richt wer­de ei­ne von ihm noch nicht geklärte Rechts­fra­ge in ei­nem be­stimm­ten Sin­ne, et­wa ent­spre­chend im Schrift­tum geäußer­ter Auf­fas­sun­gen, ent­schei­den, ver­mag ei­nen Ver­trau­en­stat­be­stand nicht zu be­gründen (Koch SR 2012, 159, 161 mwN).
ein­ge­gan­gen, das sich durch die rechts­kräfti­gen Ent­schei­dun­gen zur feh­len­den Ta­riffähig­keit der CG­ZP rea­li­siert hat.
Ob § 9 Nr. 2 AÜG ei­ne der­ar­ti­ge Ver­trags­ge­stal­tung, mit der gleich­sam sechs­fach von der Ta­riföff­nungs­klau­sel Ge­brauch ge­macht wer­den soll, zulässt, zu­mal wenn zum Zeit­punkt des Ab­schlus­ses der ver­ein­bar­ten Ta­rif­wer­ke die feh­len­de Ta­riffähig­keit ei­ner der ta­rif­sch­ließen­den Ko­ali­tio­nen im Ver­fah­ren nach § 2a Abs. 1 Nr. 4, § 97 ArbGG be­reits zweit­in­stanz­lich fest­ge­stellt war (LAG Ber­lin-Bran­den­burg 7. De­zem­ber 2009 - 23 TaBV 1016/09 - [CG­ZP]), braucht der Se­nat nicht zu ent­schei­den. § 1 Ar­beits­ver­trag 2010 ist je­den­falls in­trans­pa­rent.
c) Ver­weist ei­ne Re­ge­lung in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen auf Vor­schrif­ten ei­nes an­de­ren Re­gel­werks, führt dies für sich ge­nom­men nicht zur In­trans­pa­renz. Ins­be­son­de­re ar­beits­ver­trag­li­che Be­zug­nah­men auf ta­rif­li­che Re­gel­wer­ke, auch wenn sie dy­na­misch aus­ge­stal­tet sind, ent­spre­chen ei­ner im Ar­beits­recht gebräuch­li­chen Re­ge­lungs­tech­nik und die­nen den In­ter­es­sen bei­der Par­tei­en ei­nes auf die Zu­kunft ge­rich­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses (BAG 14. No­vem­ber 2012 - 5 AZR 107/11 - Rn. 22 mwN). Dass bei Ver­trags­schluss noch nicht ab­seh­bar ist, wel­chen zukünf­ti­gen In­halt die in Be­zug ge­nom­me­nen Ta­rif­re­ge­lun­gen ha­ben wer­den, ist un­er­heb­lich. Die im Zeit­punkt der je­wei­li­gen An­wen­dung gel­ten­den, in Be­zug ge­nom­me­nen Re­ge­lun­gen sind be­stimm­bar. Das ist zur Wah­rung des Trans­pa­renz­ge­bots für Klau­seln, die - wie im Re­gel­fall - auf ei­nen be­stimm­ten bzw. be­stimm­ba­ren Ta­rif­ver­trag oder ein be­stimm­tes bzw. be­stimm­ba­res ta­rif­li­ches Re­gel­werk im Sin­ne ei­ner Ein­heit aus Man­tel-, Ent­gelt- und sons­ti­gen Ein­zel­ta­rif­verträgen ver­wei­sen, aus­rei­chend (vgl. BAG 21. No­vem­ber 2012 - 4 AZR 85/11 - Rn. 35 mwN). Doch be­darf ei­ne Be­zug­nah­me­klau­sel wie die streit­ge­genständ­li­che, mit der meh­re­re ei­genständi­ge ta­rif­li­che Re­gel­wer­ke gleich­zei­tig auf das Ar­beits­verhält­nis zur An­wen­dung ge­bracht wer­den sol­len, zur Gewähr­leis­tung ih­rer hin­rei­chen­den Be­stimmt­heit ei­ner Kol­li­si­ons­re­gel, der sich ent­neh­men lässt, wel­ches der meh­re­ren in Be­zug ge­nom­me­nen ta­rif­li­chen Re­gel­wer­ke bei sich wi­der­spre­chen­den Re­ge­lun­gen den Vor­rang ha­ben soll. An­dern­falls lässt sich nicht für je­den Zeit­punkt be­stim­men, wel­ches der in Be­zug ge­nom­me­nen ta­rif­li­chen Re­gel­wer­ke sich je­weils durch­set­zen und gel­ten soll. Fehlt in der Be­zug­nah­me­klau­sel ei­ne Kol­li­si­ons­re­gel, be­steht die Ge­fahr, dass der Ar­beit­neh­mer we­gen die­ser Un­klar­heit sei­ne
Rech­te nicht wahr­nimmt. Ge­ra­de dies will das Be­stimmt­heits­ge­bot ver­hin­dern (BAG 17. Au­gust 2011 - 5 AZR 406/10 - Rn. 13, 16 mwN).
1. Al­ler­dings war die Kläge­rin nicht ge­hal­ten, Aus­schluss­fris­ten aus un­wirk­sa­men Ta­rif­verträgen der CG­ZP oder aus dem nicht wirk­sam in das Ar­beits­verhält­nis ein­be­zo­ge­nen AMP-TV 2010 ein­zu­hal­ten. Es kann des­halb da­hin­ge­stellt blei­ben, ob Re­ge­lun­gen zu Aus­schluss­fris­ten in Ta­rif­verträgen der
le­gen, wie sie von verständi­gen und red­li­chen Ver­trags­part­nern un­ter Abwägung der In­ter­es­sen der nor­ma­ler­wei­se be­tei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se ver­stan­den wer­den, wo­bei die Verständ­nismöglich­kei­ten des durch­schnitt­li­chen Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders zu­grun­de zu le­gen sind (st. Rspr., vgl. zB BAG 19. Mai 2010 - 5 AZR 253/09 - Rn. 30 mwN).
Durch Aus­le­gung ist wei­ter zu er­mit­teln, wel­che Be­deu­tung dem Be­griff „Fällig­keit“ nach der Klau­sel zu­kommt. Da­von geht im An­satz auch das Lan­des­ar­beits­ge­richt aus, wenn es von ei­ner „Aus­le­gung des Be­griffs der Fällig­keit im Sin­ne der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Aus­schluss­frist“ spricht. Al­ler­dings ge­winnt das Lan­des­ar­beits­ge­richt an­sch­ließend sein „Aus­le­gungs­er­geb­nis“ aus § 307 BGB und „maßgeb­li­chen Grund­ge­dan­ken des Verjährungs­rechts“. Da­mit ver­mischt es aber gleich­sam die Ebe­nen: Es ist zunächst nach den für die Aus­le­gung von All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen ent­wi­ckel­ten Grundsätzen zu klären, was „Fällig­keit“ in § 14 Ar­beits­ver­trag meint und dann in ei­nem
zwei­ten Schritt zu prüfen, ob der durch Aus­le­gung ge­won­ne­ne In­halt der Klau­sel den An­for­de­run­gen des § 307 BGB genügt.
Die Ver­ein­ba­rung von Aus­schluss­fris­ten ent­spricht ei­ner weit ver­brei­te­ten Übung im Ar­beits­le­ben (BAG 25. Mai 2005 - 5 AZR 572/04 - zu IV 3 Gründe mwN, BA­GE 115, 19). Die Re­ge­lung fin­det sich auch nicht an ei­ner ir­gend­wo im Ar­beits­ver­trag ver­steck­ten Stel­le. Sie ist viel­mehr in ei­nem mit „Aus­schluss­fris­ten“ über­schrie­be­nen ei­ge­nen Pa­ra­pra­phen ent­hal­ten, der zu­dem durch Fett­druck her­vor­ge­ho­ben ist.
c) Die Klau­sel ist nicht man­gels hin­rei­chen­der Trans­pa­renz un­wirk­sam, § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB.
aa) Der Se­nat hat im Jah­re 2005 ent­schie­den, dass ei­ne ein­zel­ver­trag­li­che Aus­schluss­frist, die die schrift­li­che Gel­tend­ma­chung al­ler Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis in­ner­halb ei­ner Frist von nicht we­ni­ger als drei Mo­na­ten ab Fällig­keit ver­langt, den Ar­beit­neh­mer nicht un­an­ge­mes­sen ent­ge­gen den Ge­bo­ten von Treu und Glau­ben be­nach­tei­ligt (BAG 28. Sep­tem­ber 2005 - 5 AZR 52/05 - BA­GE 116, 66). Dar­an hält der Se­nat auch un­ter Berück­sich­ti­gung des zwi­schen­zeit­lich in Kraft ge­tre­te­nen § 9 Satz 3 AEntG und des
§ 8 Abs. 3 Satz 3 Mi­ArbG fest. Die­se Recht­spre­chung hat im Schrift­tum über­wie­gend Zu­stim­mung ge­fun­den (vgl. nur ErfK/Preis 13. Aufl. §§ 194 - 218 BGB Rn. 46; HWK/Gott­hardt 5. Aufl. Anh. §§ 305 - 310 BGB Rn. 10 - je­weils mwN; Kort­s­tock NZA 2010, 311) und in der Pra­xis Rechts­si­cher­heit ge­schaf­fen.
e) Ob die zwei­te Stu­fe der ar­beits­ver­trag­li­chen Aus­schluss­fris­ten­re­ge­lung, ge­ge­be­nen­falls in der Aus­le­gung, dass bis zur rechts­kräfti­gen Fest­stel­lung der
als Vor­fra­ge für den An­spruch auf glei­ches Ar­beits­ent­gelt maßge­ben­den feh­len­den Ta­riffähig­keit ei­ner Ko­ali­ti­on ei­ne Fest­stel­lungs­kla­ge nach § 256 Abs. 1 ZPO zur ge­richt­li­chen Gel­tend­ma­chung aus­reicht, den An­for­de­run­gen des § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB genügt, braucht der Se­nat nicht zu ent­schei­den. Denn die Un­wirk­sam­keit der zwei­ten Stu­fe würde nach dem sog. blue-pen­cil-Test die Wirk­sam­keit der ers­ten Stu­fe ei­ner Aus­schluss­fris­ten­re­ge­lung wie der vor­lie­gen­den nicht berühren (vgl. BAG 16. Mai 2012 - 5 AZR 251/11 - Rn. 37; 12. März 2008 - 10 AZR 152/07 - Rn. 26 ff. mwN).
Dem Ver­fall steht § 14 Abs. 2 Satz 2 Ar­beits­ver­trag nicht ent­ge­gen. Da­nach gilt Satz 1 nicht für Ansprüche, die auf ei­ne un­er­laub­te Hand­lung gestützt wer­den. Ein sol­cher ist der An­spruch auf glei­ches Ar­beits­ent­gelt nicht. § 10 Abs. 4 AÜG be­gründet nicht bloß ein Ver­hal­tens­ge­bot für den Ent­lei­her mit das Vermögen des Leih­ar­beit­neh­mers drittschützen­der Wir­kung. Die Norm re­gelt viel­mehr die ar­beits­ver­trag­li­che Son­der­be­zie­hung zwi­schen Ver­lei­her und Leih­ar­beit­neh­mer und be­gründet selbst ei­nen ge­setz­li­chen Ent­gelt­an­spruch. § 10 Abs. 4 AÜG ist des­halb kein Schutz­ge­setz iSv. § 823 Abs. 2 BGB (vgl. BAG 25. April 2001 - 5 AZR 368/99 - zu B II 1 b aa der Gründe, BA­GE 97, 350; Pa­landt/Sprau 72. Aufl. § 823 BGB Rn. 56). Auch die Be­stim­mung des § 16 Abs. 1 Nr. 7a AÜG ist kein Schutz­ge­setz, denn die dort als Ord­nungs­wid­rig­keit ein­ge­stuf­te Ver­let­zung des Ge­bots der Gleich­be­hand­lung wird im Verhält­nis zum Leih­ar­beit­neh­mer über den ge­setz­li­chen Ent­gelt­an­spruch aus § 10 Abs. 4 AÜG ge­si­chert.
C. Die Kläge­rin hat gemäß § 91 Abs. 1 ZPO die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.
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References: § 10
 § 2
 § 1
 § 10
 Art. 5
 § 1
 Art. 20
 § 2
 § 97
 § 9
 § 2
 § 97
 § 1
 § 307
 § 14
 § 307
 § 307
 § 9

§ 8
 § 256
 § 307
 § 14
 § 10
 § 10
 § 823
 § 823
 § 16
 § 10
 § 91