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Timestamp: 2020-06-03 03:32:19+00:00

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BVerfG, 29.05.1990 - 2 BvR 254/88, 2 BvR 1343/88 - dejure.org
BVerfG, 29.05.1990 - 2 BvR 254/88, 2 BvR 1343/88
https://dejure.org/1990,47
BVerfG, 29.05.1990 - 2 BvR 254/88, 2 BvR 1343/88 (https://dejure.org/1990,47)
BVerfG, Entscheidung vom 29.05.1990 - 2 BvR 254/88, 2 BvR 1343/88 (https://dejure.org/1990,47)
BVerfG, Entscheidung vom 29. Mai 1990 - 2 BvR 254/88, 2 BvR 1343/88 (https://dejure.org/1990,47)
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Unschuldsvermutung II
§§ 153 Abs. 2, 467 StPO
Unschuldsvermutung - Schuldzuweisung - Auslagenerstattung
GG Art. 2 Abs. 1; StPO § 153 Abs. 2, § 467 Abs. 4
AG Frankfurt/Main, 25.03.1988 - 59 Js 13679/87
BVerfGE 82, 106
NJW 1990, 2741
NStZ 1990, 598
StV 1991, 111
Bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld wird seine Unschuld vermutet (BVerfG 29. Mai 1990 - 2 BvR 254/88, 2 BvR 1343/88 - zu C I 1 der Gründe, BVerfGE 82, 106) .
Dabei darf auf die Stärke des Tatverdachts abgestellt, aber ohne prozessordnungsgemäße Feststellung keine Schuldzuweisung vorgenommen werden (vgl. BVerfGE 82, 106 ).
Die Einstellung des Verfahrens nach § 153 Abs. 2 StPO ist gerechtfertigt, weil eine etwaige Schuld der Angeklagten infolge einer Gesamtschau aller relevanten Umstände zum jetzigen Zeitpunkt ­ im Rahmen des § 153 StPO ist die hypothetische Schuld eines Angeklagten im jeweiligen Verfahrensstadium zu beurteilen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.05.1990 ­ 2 BvR 254/88, 2 BvR 1343/88, Rn. 38, zitiert nach juris; BGH…, Beschluss vom 21. Dezember 2006 ­ 3 StR 240/06, Rn. 2, zitiert nach juris) ­ als (nur) noch gering im Sinne dieser Vorschrift anzusehen ist und ein öffentliches Interesse an der weiteren Verfolgung nicht mehr besteht.
Das Gericht darf, solange die Hauptverhandlung ­ wie hier ­ nicht bis zur Schuldspruchreife durchgeführt worden ist, die strafrechtliche Relevanz im Rahmen des § 153 StPO nicht nach Tatbestandsmäßigkeit, Rechtswidrigkeit und Schuld feststellen, sondern sie lediglich unterstellen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 29. Mai 1990 ­ 2 BvR 254/88, 2 BvR 1343/88, Rn. 38).
Die Ausnahmeregelung des § 467 Abs. 4 StPO (…vgl. Hilger, in: Löwe-Rosenberg, StPO, 26. Auflage [2010], § 467, Rn. 64) greift vorliegend ­ unabhängig von der Stärke des Tatverdachts (vgl. dazu BVerfG, Beschluss vom 29. Mai 1990 ­ 2 BvR 254/88, 2 BvR 1343/88, Rn. 46 ff., zitiert nach juris) ­ nicht ein.
Diese Vermutung schützt den Beschuldigten vor Nachteilen, die Schuldspruch oder Strafe gleichkommen, denen aber kein rechtsstaatliches prozessordnungsgemäßes Verfahren zur Schuldfeststellung und Strafbemessung vorausgegangen ist (vgl. BVerfGE 74, 358, 371; 82, 106, 114 f.).
Der Bericht über die Einleitung des Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts der falschen Versicherung an Eides Statt war jedenfalls nicht geeignet, den Kläger an den Pranger zu stellen, ihn zu stigmatisieren oder ihm in sonstiger Weise Nachteile zuzufügen, die einem Schuldspruch oder einer Strafe gleichkommen (vgl. BVerfGE 82, 106, 114 f.;… BVerfG, AfP 2009, 46 Rn. 14).
Die Unschuldsvermutung schützt den Betroffenen aber nur vor Nachteilen, die Schuldspruch oder Strafe gleichkommen, ohne dass ihm in dem gesetzlich dafür vorgeschriebenen Verfahren strafrechtliche Schuld nachgewiesen worden ist (vgl. BVerfGE 74, 358, 371; 82, 106, 114 f., 117, 119 f.).
Der Beschuldigte wird durch eine Einstellung des Verfahrens gemäß § 153a StPO zwar nicht für schuldig befunden; er wird aber auch nicht in einer dem Freispruch vergleichbaren Weise rehabilitiert (vgl. BVerfGE 82, 106, 118;… Meyer-Goßner, aaO Rn. 2, 7).
Vielmehr setzt die Anwendung dieser Bestimmung einen hinreichenden Tatverdacht voraus (vgl. BVerfGE 82, 106, 118;… Meyer-Goßner, aaO Rn. 7;… Scheinfeld in FS Herzberg 2008, S. 843, 845, jeweils mwN).
BVerfG, 17.11.2005 - 2 BvR 878/05
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References: Art. 2
 § 153
 § 467
 § 153
 § 153
 § 153
 § 467
 § 467
 § 153
 § 270