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Timestamp: 2019-01-20 19:46:42+00:00

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HWK-Chemnitz / Beratung & Service / Existenzgründung / Handwerksrecht
So steht´s in der Handwerksordnung (Hw0)
Nach § 1 Abs. 1 des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks (HwO) ist der selbstständige Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks als stehendes Gewerbe nur den in der Handwerksrolle eingetragenen natürlichen und juristischen Personen und Personengesellschaften gestattet.
In die Handwerksrolle wird eingetragen, wer in dem von ihm zu betreibenden oder in einem mit diesem verwandten zulassungspflichtigen Handwerk die Meisterprüfung bestanden hat. In die Handwerksrolle werden ferner Ingenieure, Absolventen von technischen Hochschulen und von staatlichen oder staatlich anerkannten Fachschulen für Technik und für Gestaltung mit dem zulassungspflichtigen Handwerk eingetragen, dem der Studien- oder der Schulschwerpunkt ihrer Prüfung entspricht. Dies gilt auch für Personen, die eine andere, der Meisterprüfung für die Ausübung des betreffenden zulassungspflichtigen mindestens gleichwertige deutsche staatliche oder staatlich anerkannte Prüfung erfolgreich abgelegt haben.
In die Handwerkrolle wird ferner eingetragen, wer eine Ausnahmebewilligung nach § 8 oder § 9 Abs. 1 HwO oder eine Bescheinigung nach § 9 Abs. 2 für das zu betreibende zulassungspflichtige Handwerk oder ein mit diesem verwandtem zulassungspflichtigen Handwerk besitzt. Diese wird auf Antrag des Gewerbetreibenden durch die Handwerkskammer erteilt. In die Handwerksrolle wird auch eingetragen, wer für das zu betreibende Gewerbe oder für ein mit diesem verwandtes Gewerbe eine Ausübungsberechtigung nach § 7a oder § 7b HwO besitzt. In die Handwerksrolle wird auch eingetragen, wer den Ausbildungsabschluss zum Meister der volkseigenen Industrie erlangt hat (bis 31. Dezember 1991); der Inhaber des Ausbildungsabschlusses muss nach dem 31. Dezember 1981 eine dreijährige praktische Tätigkeit abgeleistet oder nach dem 9. November 1989 an Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen haben oder nach dem 31. Dezember 1981 Lehrlinge in einem Beruf ausgebildet haben, dessen Fachgebiet dem zu betreibenden Handwerk entspricht.
Nach § 18 des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks (HwO) ist der Beginn oder die Beendigung des selbstständigen Betriebs eines zulassungsfreien Handwerks oder eines handwerksähnlichen Gewerbes als stehendes Gewerbe unverzüglich der zuständigen Handwerkskammer anzuzeigen.
Ein Gewerbe ist ein zulassungsfreies Handwerk im Sinne der HwO, wenn es handwerksmäßig betrieben wird und in die Anlage B Abschnitt 1 (B1) zu diesem Gesetz aufgeführt ist. Ein Gewerbe ist ein handwerksähnliches Gewerbe im Sinne der HwO, wenn es handwerksähnlich betrieben wird und in Anlage B Abschnitt 2 (B2) zu diesem Gesetz aufgeführt ist. Trotz keiner zwingenden Zugangsvoraussetzungen in den Gewerben der Anlagen B1 und B2 ist die fachliche und kaufmännische Qualifikation von besonderer Bedeutung. In den Gewerben der Anlage B1 besteht die Möglichkeit des fakultativen Erwerbs der Meisterqualifikation. Weiterhin bietet die Handwerkskammer eine Reihe von Qualifizierungsmaßnahmen an, die Sie hier abfragen können.
Mit dem sogenannten Kleinunternehmergesetz will der Gesetzgeber im Bereich einfacher Tätigkeiten durch eine Präzisierung der nicht wesentlichen Tätigkeiten zulassungspflichtiger Handwerke die Gründung selbstständiger Existenzen erleichtern.
Erfasst werden nicht wesentliche Tätigkeiten von zulassungspflichtigen Handwerken, die in einem Zeitraum bis zu drei Monaten erlernbar sind oder die trotz längerer Anlernzeit für das Gesamtbild des jeweiligen Handwerks nebensächlich sind oder die nicht aus einem zulassungspflichtigen Handwerk entstanden sind. Es gilt das Kumulierungsverbot, das heißt mehrere für sich unwesentliche Tätigkeiten dürfen nicht zu einer wesentlichen Vollhandwerkstätigkeit anwachsen.
Wichtig: Zum Vorliegen einer nicht wesentlichen Tätigkeit kann Rechtssicherheit nur bei einer Prüfung im Einzelfall durch die zuständigen Handwerkskammern herbeigeführt werden. Ansonsten besteht die Gefahr einer bußgeldpflichtigen unerlaubten Handwerksausübung. Kleinunternehmer sind dann Mitglied bei der Handwerkskammer, wenn:
Im Folgenden finden Sie eine Auflistung der in den Anlagen A, B1 und B2 zur HwO nach dem Stand 1. Januar 2004 aufgezählten Gewerbe:
Anlage A zur Handwerksordnung,
Anlage B1 zur Handwerksordnung,
Anlage B2 zur Handwerksordnung,
ZDH-Flyer "Selbstständig im Handwerk".
Ausführlichere Informationen und diverse Vertragsmuster finden Sie auch auf den Internetseiten der Abteilung Handwerks- und Gewerberolle.

References: § 1
 § 8
 § 9
 § 9
 § 7
 § 7
 § 18