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Timestamp: 2017-11-22 03:59:57+00:00

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5A_795/2012: Streitwertbestimmung bei gerichtlicher Ernennung eines StWEG-Verwalters; Abberufung - swissblawg
Next5A_527/2012: Abtretung zum Zweck der Zahlung; Abtretung an Zahlungs statt aufgrund der Interessenlage
David Vasella	• 15. April 2013
Das BGer tritt auf eine Beschwer­de in Zivil­sa­chen gegen ein Urteil über die gericht­li­che Ernen­nung eines Ver­wal­ters einer Stock­werk­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft nicht ein, weil die Streit­wert­gren­ze nicht erreicht wur­de. Dabei hält das BGer zur Bestim­mung des Streit­werts Fol­gen­des fest:
Sachen­recht­li­che Strei­tig­kei­ten sind grund­sätz­lich ver­mö­gens­recht­li­cher Natur, was bei­spiels­wei­se auch im Zusam­men­hang mit Stock­werk­ei­gen­tü­mer­be­schlüs­sen gilt (BGE 108 II 77). […] Das Kan­tons­ge­richt ist von einem Streit­wert von Fr. 16’500.– aus­ge­gan­gen mit der Über­le­gung, gemäss Art. 27 des StWE–Regle­men­tes wer­de der Ver­wal­ter für eine Amts­dau­er von drei Jah­ren gewählt und die jähr­li­chen Kosten belie­fen sich gemäss der Offer­te des Ver­wal­ters vom 27. März 2012 auf rund Fr. 5’500.–. Dem­ge­gen­über machen die Beschwer­de­füh­rer gel­tend, die­ser Betrag sei im Sinn von Art. 51 Abs. 4 BGG zu kapi­ta­li­sie­ren. In der Tat fin­den sich Ent­schei­de, wo bei zeit­lich unbe­fri­ste­ter Ernen­nung eines Ver­wal­ters das kapi­ta­li­sier­te jähr­li­che Hono­rar als Streit­wert ange­nom­men wur­de (z.B. Urtei­le 5C.27/2003 vom 22. Mai 2003 E. 1; 5C.243/2004 vom 2. März 2005 E. 1), frei­lich ohne dies näher zu begrün­den. Eine Ver­tie­fung der Fra­ge, ob die in Art. 51 Abs. 4 BGG für peri­odi­sche Nut­zun­gen und Lei­stun­gen vor­ge­se­he­ne Rege­lung im Zusam­men­hang mit der Ernen­nung oder Abbe­ru­fung eines Ver­wal­ters vom Grund­satz her ange­bracht ist, braucht vor­lie­gend nicht näher erör­tert zu wer­den. Nach den vor­in­stanz­li­chen Fest­stel­lun­gen geht es um eine Amts­pe­ri­ode gemäss Regle­ment von drei Jah­ren. Zumal der rich­ter­lich ernann­te Ver­wal­ter vor Ablauf die­ser Peri­ode im Grund­satz nicht abge­wählt wer­den kann (vgl. Art. 712r Abs. 3 ZGB), ist die vor­in­stanz­li­che Sicht­wei­se, das drei­fa­che Jah­res­ho­no­rar als Streit­wert anzu­neh­men, nahe­lie­gend (vgl. z.B. Urteil 8C_220/2010 vom 18. Okto­ber 2010 E. 1.2; in Miet­sa­chen sodann BGE 137 III 389 E. 1.1 S. 390; Urteil 4A_273/2012 vom 30. Okto­ber 2012 E. 1.2.2) und ver­dient jeden­falls gegen­über einer Kapi­ta­li­sie­rung im Sinn von Art. 51 Abs. 4 BGG den Vor­zug. […]
Auch dass eine Rechts­fra­ge grund­sätz­li­cher Bedeu­tung vor­lie­ge, ver­neint das BGer, unter Hin­weis auf Recht­spre­chung zur Abbe­ru­fung des Ver­wal­ters:
[…] Auch die Abbe­ru­fung des Ver­wal­ters erfolgt durch Mehr­heits­be­schluss (Art. 712r Abs. 1 und Art. 712m Abs. 2 i.V.m. Art. 67 Abs. 2 ZGB ZGB). Lehnt aller­dings die Ver­samm­lung der Stock­werk­ei­gen­tü­mer die Abbe­ru­fung unter Miss­ach­tung wich­ti­ger Grün­de ab, kann jeder ein­zel­ne Stock­werk­ei­gen­tü­mer die gericht­li­che Abbe­ru­fung ver­lan­gen (Art. 712r Abs. 2 ZGB). Wich­ti­ge Grün­de im Sinn die­ser Bestim­mung lie­gen nach der Recht­spre­chung vor, wenn einem Stock­werk­ei­gen­tü­mer die Fort­set­zung des Ver­wal­tungs­ver­hält­nis­ses nach Treu und Glau­ben nicht mehr zuge­mu­tet wer­den kann, […]. Dies ist nament­lich dann gege­ben, wenn der Ver­wal­ter sei­nen Auf­ga­ben nicht nach­kommt, die ihm anver­trau­ten Gel­der unsorg­fäl­tig ver­wal­tet, sich eigen­mäch­tig über Beschlüs­se der Stock­werk­ei­gen­tü­mer­ver­samm­lung hin­weg­setzt, die Stock­werk­ei­gen­tü­mer schi­ka­niert oder beschimpft, uner­laub­ter­wei­se Hilfs­per­so­nen oder Sub­sti­tu­ten bei­zieht oder sich eines uneh­ren­haf­ten Ver­hal­tens schul­dig macht, wäh­rend leich­te Ver­stö­sse gegen die Ver­pflich­tun­gen des Ver­wal­ters kei­ne wich­ti­gen Grün­de für die Abbe­ru­fung dar­stel­len […], ausser sie erfol­gen wie­der­holt […]. Was die vor­lie­gend inter­es­sie­ren­de Kon­stel­la­ti­on anbe­langt, kön­nen nach der Leh­re schwer­wie­gen­de und per­ma­nen­te Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen Stock­werk­ei­gen­tü­mern und dem Ver­wal­ter einen wich­ti­gen Grund für die Abbe­ru­fung dar­stel­len […]. Die gra­vie­ren­den (Interessen-)Konflikte müs­sen aber in kon­kre­ter Wei­se bestehen; die bloss abstrak­te Gefahr genügt nicht […]. Im Übri­gen ist eine objek­ti­vier­te Betrach­tungs­wei­se, nicht das sub­jek­ti­ve Emp­fin­den der kla­gen­den Stock­werk­ei­gen­tü­mer mass­geb­lich […].

References: BGer 
 BGer 
 Art. 27
 Art. 51
 Art. 51
 Art. 712
 BGE 
 Art. 51
 Art. 712
 Art. 67