Source: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/1093
Timestamp: 2020-03-28 18:56:23+00:00

Document:
REVOSax Landesrecht Sachsen - VBPOII-MS
Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über den Vorbereitungsdienst und die zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Mittelschulen
Vollzitat: Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus über den Vorbereitungsdienst und die zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Mittelschulen vom 1. August 1991 (SächsGVBl. 1992 S. 76)
über den Vorbereitungsdienst und die Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Mittelschulen
(VBPOII-MS)
Der Anwärter 1 für das Lehramt an Mittelschulen (Anwärter) soll die pädagogischen und fachdidaktischen Einsichten, Erfahrungen und Fertigkeiten, die er während des Studiums an der Universität oder Hochschule erworben hat, in engem Bezug zur Schulpraxis so erweitern und vertiefen, daß er erfolgreich und verantwortlich seinen Erziehungs- und Bildungsauftrag als Lehrer an Mittelschulen wahrnehmen kann.
als Deutscher die persönlichen Voraussetzungen für die Übernahme in den Sächsischen Staatsdienst erfüllt oder, ohne Deutscher zu sein, Staatsangehöriger eines Mitgliedsstaates der Europäischen Gemeinschaft ist,
ein Zeugnis besitzt, das allgemein zum Studium an einer Wissenschaftlichen Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland oder zum Studium von Studiengängen, die mit der Prüfung nach Nummer 3 Buchst. a oder b abschließen, berechtigt,
die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Mittelschulen des Freistaates Sachsen bestanden hat oder
außerhalb des Freistaates Sachsen eine Prüfung bestanden hat, die vom Staatsministerium für Kultus als der unter Buchstabe a genannten Prüfung gleichartig und gleichwertig anerkannt wurde,
nach amtsärztlichem Gesundheitszeugnis die gesundheitliche Eignung für die Übernahme in den Vorbereitungsdienst und die angestrebte Laufbahn besitzt oder als Schwerbehinderter über ein Mindestmaß an körperlicher Rüstigkeit verfügt. Bewerber müssen insbesondere von Krankheiten und Behinderungen, die eine ordnungsgemäße Lehrtätigkeit unmöglich machen, sowie von ansteckender Tuberkulose der Atmungsorgane frei sein und ein für den Lehrerberuf ausreichendes Seh-, Hör- und Sprechvermögen besitzen.
(1) Der Antrag auf Zulassung zum Vorbereitungsdienst ist jeweils bis zum 1. März bei dem Oberschulamt einzureichen, in dessen Bezirk das Staatliche Seminar für das Lehramt an Mittelschulen (Seminar) liegt, dem der Bewerber vorzugsweise zugewiesen zu werden wünscht. Das Staatsministerium für Kultus kann einen anderen Termin bestimmen.
eine Erklärung des Bewerbers, ob er bereits in einem anderen Bundesland oder bei anderen Zulassungsbehörden einen Antrag auf Zulassung zum Vorbereitungsdienst gestellt oder einen Vorbereitungsdienst ganz oder teilweise abgeleistet hat,
ein amtsärztliches Gesundheitszeugnis aus neuester Zeit. Zeugnisse sind in amtlich beglaubigter Fotokopie oder Abschrift vorzulegen. Die Vorlage der Zeugnisurschriften kann verlangt werden.
(4) Bei der Entscheidung über den Zulassungsantrag muß ein Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde (§ 28 Abs. 5 des Bundeszentralregistergesetzes) vorliegen, das nicht älter als drei Monate sein soll. Das Führungszeugnis ist vom Bewerber bei der Meldebehörde zur Vorlage bei dem nach Absatz 1 Satz 1 zuständigen Oberschulamt zu beantragen.
(2) Über den Antrag auf Zulassung entscheidet das Oberschulamt, in dessen Bezirk das nach Absatz1 bestimmte Seminar liegt. Es weist den Bewerber dem nach Absatz 1 bestimmten Seminar zu. Die Zulassung wird für die Fächer ausgesprochen, die Prüfungsfächer der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Mittelschulen oder entsprechende Prüfungsfächer der Prüfung im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 3b (Ausbildungsfächer) waren.
(5) Der Leiter des Seminars weist den Bewerber im Einvernehmen mit dem zuständigen Staatlichen Schulamt der Schule zu, an der er schulpraktisch auszubilden ist. In Einzelfällen kann vom Staatsministerium für Kultus die Schule, an der ein Bewerber schulpraktisch auszubilden ist, bestimmt werden.
(6) Durch die Zulassung zum Vorbereitungsdienst erwirbt der Bewerber keinen Anspruch auf spätere Verwendung im öffentlichen Schuldienst.
(1) Ausbildungsstätten sind öffentliche Mittelschulen und die Seminare.
(2) An einer Ausbildungsstätte dürfen nur so viele Anwärter ausgebildet werden, wie es sich mit dem Ziel einer gründlichen Ausbildung für Anwärter und Schüler vereinbaren läßt.
(2) Der Vorbereitungsdienst und das Ausbildungsverhältnis enden mit Ablauf des Tages, an dem dem Anwärter eröffnet wird, daß er die Zweite Staatsprüfung bestanden oder auch nach Wiederholung nicht bestanden hat.
nach einmaliger Verlängerung des ersten Ausbildungsabschnitts (§ 10 Abs. 3) nach dem Bericht des Leiters des Seminars nicht verantwortet werden kann, daß der Anwärter im zweiten Ausbildungsabschnitt selbständig unterrichtet,
der Vorbereitungsdienst infolge Erkrankung oder Schwangerschaft um mehr als zwei Unterrichtshalbjahre verlängert werden müßte; wobei der Anspruch auf Abschluß der Ausbildung durch diese Entlassung nicht verloren geht,
die Zweite Staatsprüfung als nicht bestanden gilt, weil der Anwärter ohne Genehmigung des Prüfungsamts der Prüfung ferngeblieben oder wegen eines Täuschungsversuchs oder Ordnungsverstoßes oder einer unwahren Erklärung von der Prüfung ausgeschlossen worden ist,
(1) Der Leiter des Seminars ist Vorgesetzter des Anwärters. Die Fachbereichsleiter und Lehrbeauftragten (Ausbilder), der Schulleiter der Schule, der der Anwärter zugewiesen ist, und die ihn betreuenden Mentoren sind in ihrem jeweiligen Teilbereich der Ausbildung weisungsberechtigt; in Zweifelsfällen entscheidet der Leiter des Seminars.
(2) Dienstvorgesetzter des Anwärters ist der Präsident des Oberschulamts.
Der Anwärter ist verpflichtet, an den ihn betreffenden Veranstaltungen des Seminars (§ 12 Abs. 1) und der Schule, der er zugewiesen ist (§ 13 Abs. 1 Satz 2 und 3 und Abs. 2 und 3), teilzunehmen und die im Rahmen der Ausbildung vorgeschriebenen Aufgaben zu erfüllen.
(1) Der Vorbereitungsdienst dauert vier Unterrichtshalbjahre und beginnt einmal jährlich nach Ablauf der Sommerferien.
(3) Der erste Ausbildungsabschnitt des Vorbereitungsdienstes (§ 11 Abs. 2) verlängert sich einmal um ein Unterrichtshalbjahr, wenn nach der Feststellung des Seminars oder der Schule nicht verantwortet werden kann, daß der Anwärter im zweiten Ausbildungsabschnitt selbständig unterrichtet; der Leiter des Seminars fertigt nach einer solchen Feststellung einen entsprechenden Bericht an das Oberschulamt. Dieses trifft die Feststellung der Verlängerung des Vorbereitungsdienstes.
(5) Der Vorbereitungsdienst verlängert sich um die erforderliche Zeit, höchstens jedoch um zwei Unterrichtshalbjahre, wenn der Anwärter die Zweite Staatsprüfung nicht bestanden hat oder wenn die Zweite Staatsprüfung als nicht bestanden gilt, sofern der Anwärter nicht nach § 7 Abs. 3 Nr. 3 entlassen wird.
(2) Der erste Ausbildungsabschnitt dauert zwei Unterrichtshalbjahre und dient der Einführung des Anwärters in die Erziehungs- und Unterrichtstätigkeit. Er umfaßt die Ausbildung am Seminar und an der Schule, der der Anwärter zugewiesen ist.
(3) Der zweite Ausbildungsabschnitt dauert zwei Unterrichtshalbjahre. Er dient der weiteren Entwicklung der Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Erziehungs- und Unterrichtstätigkeit an der Schule und enthält begleitende Veranstaltungen des Seminars.
in Pädagogik (einschließlich Pädagogischer Psychologie),
in Schulrecht, Dienst- und Beamtenrecht sowie schulbezogenem Jugend- und Elternrecht.
(2) Der Anwärter wird in seiner Ausbildung von den für ihn zuständigen Ausbildern betreut. Sie besuchen ihn im Unterricht, besprechen mit ihm die besuchten Unterrichtsstunden und geben ihm Gelegenheit, in ihrem Unterricht zu hospitieren.
(1) Die Ausbildung an der Schule erfolgt schwerpunktmäßig an der Mittelschule, der der Anwärter zugewiesen ist. Sie wird vom Schulleiter im Einvernehmen mit dem Leiter des Seminars geregelt und überwacht. Der Anwärter ist vom Schulleiter in Schulkunde auszubilden. Der Schulleiter kann diese Aufgaben seinem ständigen Vertreter übertragen.
(2) Während des ersten Ausbildungsabschnitts hat der Anwärter wöchentlich in der Regel 8 bis 12 Unterrichtsstunden zu hospitieren und dabei zunehmend unter Anleitung zu unterrichten (begleiteter Ausbildungsunterricht ca. 12 Stunden) sowie an sonstigen Veranstaltungen der Schule teilzunehmen.
(3) Während des zweiten Ausbildungsabschnitts hat der Anwärter in seinen Ausbildungsfächern in der Regel zwölf Wochenstunden selbständig zu unterrichten, davon mindestens zehn Stunden in Form eines kontinuierlichen Lehrauftrags (in den Klassenstufen 6 bis 9).
(4) Der Leiter der Schule erstellt einen Monat vor Ende des Vorbereitungsdienstes eine schriftliche Beurteilung des Anwärters. Zu beurteilen sind die Leistungen unter Berücksichtigung der schulkundlichen Kenntnisse und das Verhalten des Anwärters während der Ausbildung im zweiten Abschnitt. Die Beurteilung schließt mit einer Note nach § 21. Die Note „ausreichend“ oder eine bessere Note ist ausgeschlossen, wenn die Lehrfähigkeit in einem Ausbildungsfach nicht mit mindestens „ausreichend“ beurteilt wird.
der Ausbildung und Prüfung
Prüfungsbehörde ist das Prüfungsamt beim Staatsministerium für Kultus. Das Prüfungsamt ist für die nach dieser Verordnung zu treffenden Entscheidungen zuständig, soweit dort nicht andere Zuständigkeiten festgelegt sind.
(1) Zu Mitgliedern der Prüfungsausschüsse können Angehörige der Kultusverwaltung, die die Befähigung für das Lehramt an Mittelschulen besitzen, und andere Personen bestellt werden, die nach ihrer Ausbildung befähigt sind, die nach dieser Verordnung erforderlichen Prüfungen abzunehmen.
(2) Das Prüfungsamt bildet für jeden Prüfungstemin die Prüfungsausschüsse für die mündlichen Prüfungen und die Prüfungslehrproben.
(3) Jeder Prüfungsausschuß für eine Prüfungslehrprobe besteht aus drei Prüfern: einem Vertreter der Kultusverwaltung als Vorsitzendem, einem Ausbilder und einem weiteren Prüfer. Jeder Prüfungsausschuß für die mündlichen Prüfungen besteht aus zwei oder drei Prüfern: einem Vertreter der Kultusverwaltung als Vorsitzendem und je nach fachlicher Notwendigkeit aus einem oder zwei Prüfern.
Werden bei den mündlichen Prüfungen zwei Prüfungen organisatorisch miteinander verbunden, kann für beide Prüfungen ein Prüfungsausschuß mit drei Prüfern bestellt werden.
(5) Der Leiter des Prüfungsamts, sein Vertreter und die von ihm bestimmten Mitarbeiter des Prüfungsamtes jeweils in ihrem Bereich sowie die Leiter der Staatlichen Seminare haben bei den Prüfungsbewerbern ihres Seminars das Recht, bei der Prüfung anwesend zu sein. Sofern ein dienstliches Interesse vorliegt, kann weiteren Personen die Anwesenheit gestattet werden.
Als Bestandteil der Prüfung gilt ferner die Beurteilung des Leiters der Schule, der der Anwärter im zweiten Ausbildungsabschnitt zugewiesen ist (§ 13 Abs. 4).
(1) Der Anwärter hat im vierten Unterrichtshalbjahr in jedem seiner Ausbildungsfächer eine Prüfungslehrprobe abzulegen.
(2) Für die Prüfungslehrproben nach Absatz 1 bestimmt der Ausbilder im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden und im Benehmen mit der Schule, der der Anwärter zugewiesen ist, die Termine und Themen. Die Termine sind mit dem Prüfungsamt abzustimmen. Die Themen sollen der jeweiligen Unterrichtseinheit entnommen werden.
(3) Der Anwärter fügt den Lehrprobenentwürfen die schriftliche Versicherung bei, daß er diese selbständig und nur mit den angegebenen Hilfsmitteln angefertigt hat und daß alle Stellen, die dem Wortlaut oder dem Sinne nach anderen Werken entnommen sind, durch Angabe der Quellen als Entlehnung kenntlich gemacht worden sind.
(4) Das Thema einer Prüfungslehrprobe ist dem Anwärter drei Werktage vor dem Tag, an dem die Prüfungslehrprobe stattfindet, bekanntzugeben. Werden zwei Prüfungslehrproben am selben Tag abgehalten, so sind die Themen sechs Werktage vor dem Tag, an dem die Prüfungslehrproben stattfinden, bekanntzugeben.
(5) Im Anschluß an jede Prüfungslehrprobe erhält der Anwärter Gelegenheit, zum Ablauf der Unterrichtstunde aus seiner Sicht Stellung zu nehmen.
(6) Im unmittelbaren Anschluß an die Anhörung des Anwärters wird jede Prüfungslehrprobe, gegebenenfalls unter Berücksichtigung der Stellungnahme des Anwärters und seines Lehrprobenentwurfs, mit einer Note nach § 21 bewertet. Einigen sich die Prüfer nicht, so setzt das Prüfungsamt nach Anhörung der Prüfer die Note im Rahmen der Vorschläge der Prüfer fest.
Pädagogik (einschließlich Pädagogischer Psychologie).
Schulrecht, Dienst- und Beamtenrecht sowie schulbezogenes Jugend- und Elternrecht.
(2) Jeder Anwärter wird einzeln geprüft. Ein Anspruch des Anwärters auf Zuweisung zu einem bestimmten Prüfungsausschuß besteht nicht.
(3) Die Leistungen des Anwärters werden unmittelbar im Anschluß an jede mündliche Prüfung beurteilt und nach § 21 bewertet. Einigen sich die Prüfer nicht, so setzt das Prüfungsamt nach Anhörung der Prüfer die Note im Rahmen der Vorschläge der Prüfer fest.
(4) Das Prüfungsamt kann mit Zustimmung des Anwärters und der Mitglieder des Prüfungsausschusses bis zu fünf Anwärter, die die Prüfung im gleichen Fach, jedoch nicht zum gleichen Prüfungstermin abzulegen beabsichtigen, als Zuhörer zur mündlichen Prüfung zulassen. Die Zulassung erstreckt sich nicht auf die Beratung.
(5) Die Prüfung nach Absatz 1 Nr. 3 kann im dritten Unterrichtshalbjahr stattfinden. Die Prüfung nach Absatz 1 Nr. 1 und 2 legt der Anwärter im vierten Unterrichtshalbjahr ab.
(1) In der schriftlichen Arbeit soll der Anwärter zeigen, daß er in der Lage ist, seine schulpraktischen Erfahrungen, seine pädagogischen Einsichten und seine fachwissenschaftlichen Kenntnisse auf Fragen der Erziehung und des Unterrichts anzuwenden. Das Thema der Arbeit muß aus der Unterrichtstätigkeit des Anwärters hervorgehen.
(2) Dem Anwärter wird das Thema der schriftlichen Arbeit von einem hierzu berechtigten Fachbereichsleiter oder Lehrbeauftragten innerhalb von drei Wochen nach Beginn des dritten Ausbildungshalbjahres bekanntgegeben. Vorschläge des Anwärters können berücksichtigt werden. Das Thema ist vom Fachbereichsleiter oder Lehrbeauftragten gleichzeitig über den Leiter des Seminars dem Prüfungsamt mitzuteilen. Entspricht das Thema nicht dem Zweck der schriftlichen Arbeit, so kann das Prüfungsamt die Vergabe eines anderen Themas verlangen.
(3) Der Anwärter übergibt das Original und eine Mehrfertigung der maschinengeschriebenen Arbeit spätestens am ersten Schultag des auf die Vergabe folgenden Ausbildungshalbjahres dem Leiter des Seminars. Wenn besondere Gründe vorliegen, kann die Frist vom Prüfungsamt verlängert werden.
(4) Der Anwärter fügt der Arbeit die schriftliche Versicherung bei, daß er die Arbeit selbständig angefertigt, nur die angegebenen Hilfsmittel benutzt und alle Stellen, die dem Wortlaut oder dem Sinne nach anderen Werken entnommen sind, durch Quellen als Entlehnung kenntlich gemacht hat.
(5) Die schriftliche Arbeit wird zunächst von dem Fachbereichsleiter oder Lehrbeauftragten, der das Thema vergeben hat, danach vom zweiten Prüfer, dem die Beurteilung und Bewertung des ersten Prüfers mitgeteilt wird, beurteilt und nach § 21 bewertet. Weichen die Noten der Prüfer einer Arbeit voneinander ab und einigen sich die Prüfer nicht, so wird die Note vom Prüfungsamt festgesetzt.
(1) Die Gesamtnote ergibt sich aus dem auf eine Dezimale berechneten Mittelwert der Noten der einzelnen Prüfungsleistungen. Die einzelnen Prüfungsleistungen werden wie folgt gewichtet:
jede Lehrprobe in den Ausbildungsfächern zweifach,
jede mündliche Prüfung in Didaktik und Methodik der Ausbildungsfächer einfach,
Pädagogik (einschließlich Pädagogischer Psychologie) zweifach,
die schriftliche Arbeit einfach,
(3) Die Prüfung ist bestanden, wenn jede Prüfungsleistung nach Absatz1 mindestens mit der Note „ausreichend“ bewertet worden ist.
(1) Wenn der Anwärter ohne Genehmigung des Prüfungsamts der Prüfung insgesamt oder einzelnen Prüfungsterminen fernbleibt, so gilt die Prüfung als nicht bestanden.
(2) Genehmigt das Prüfungsamt das Fernbleiben, so gilt die Prüfung als nicht unternommen. Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, insbesondere wenn der Anwärter durch Krankheit an der Ablegung der Prüfung verhindert ist. Das Prüfungsamt kann die Vorlage geeigneter Beweismittel verlangen. Bei Krankheit ist umgehend ein ärztliches Zeugnis vorzulegen. Das Prüfungsamt bestimmt, wann die Prüfung oder der noch nicht abgelegte Teil der Prüfung nachzuholen ist. Die Prüfung muß spätestens nach einem Jahr begonnen oder fortgesetzt werden.
(3) Hat sich ein Anwärter trotz Kenntnis eines wichtigen Grundes der Prüfung ganz oder teilweise unterzogen, so kann ein nachträglicher Antrag auf Nichtbewertung dieser Prüfungsleistungen wegen dieses Grundes nicht genehmigt werden.
(1) Unternimmt es ein Anwärter, das Ergebnis der Prüfungslehrproben durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen oder macht er sich sonst eines erheblichen Verstoßes gegen die Ordnung schuldig oder entsprechen die nach § 18 Abs. 3 abgegebenen Versicherungen nicht der Wahrheit, so kann der Prüfungsausschuß für die Prüfungslehrprobe die Note „ungenügend“ festsetzen oder das Prüfungsamt auf Vorschlag des Prüfungsausschusses den Anwärter von der weiteren Teilnahme an der Prüfung ausschließen. Im letzteren Fall gilt die gesamte Prüfung als nicht bestanden.
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten für die mündlichen Prüfungen entsprechend.
(1) Hat der Anwärter die Prüfung nicht bestanden, weil eine oder mehrere Prüfungsleistungen mit einer schlechteren Note als „ausreichend“ bewertet worden sind, so kann er die entsprechende Prüfung oder die entsprechenden Prüfungen einmal wiederholen. Gilt die Prüfung nach § 23 Abs. 1 oder § 24 Abs. 1 als nicht bestanden, so erstreckt sich die Wiederholungsprüfung auf alle Prüfungen.
(2) Hat der Anwärter die Prüfung nicht bestanden, weil eine Prüfungslehrprobe (§ 18) mit einer schlechteren Note als „ausreichend“ bewertet worden ist, so ist am Ende des verlängerten Vorbereitungsdienstes eine neue Beurteilung durch den Leiter der Schule zu erstellen, der der Anwärter zugewiesen ist; für die Beurteilung gilt § 13 Abs. 4 entsprechend.
(3) Hat der Anwärter die Prüfung nicht bestanden, weil in der Beurteilung des Leiters der Schule (§ 13 Abs. 4) die Note „ausreichend“ nicht erreicht worden ist, so ist am Ende des verlängerten Vorbereitungsdienstes eine neue Beurteilung durch den Leiter der Schule zu erstellen, der der Anwärter in dieser Zeit zugewiesen ist; für die Beurteilung gilt § 13 Abs. 4 entsprechend. Die Wiederholung von Prüfungen nach Absatz 1 bleibt unberührt. Die Wiederholungsprüfung erstreckt sich außerdem auf die Prüfungslehrproben gemäß § 18 ohne Rücksicht auf die im ersten Prüfungsdurchgang erreichten Noten.
(1) Mit dem Bestehen der Prüfung erwirbt der Anwärter die Befähigung für die Laufbahn des Mittelschullehrers mit der Lehrbefähigung in seinen Ausbildungsfächern.
(3) Wer die Prüfung bestanden hat, ist berechtigt, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Lehrer für Mittelschulen“ zu führen.
(4) Ist die Prüfung nicht bestanden, so erhält der Anwärter einen entsprechenden schriftlichen Bescheid.
(1) Das Prüfungsamt kann erfolgreich abgelegte gleichwertige Lehramtsprüfungen oder Teile solcher Prüfungen auf entsprechende Anforderungen der Zweiten Staatsprüfung für das Lehramt an Mittelschulen anrechnen.
(2) Die Ausbildung der Bewerber nach Absatz1 erfolgt mit der Maßgabe, daß die Ausbildung an der Schule (§ 13) durchgängig insgesamt 12 Wochenstunden begleiteten und selbständigen Unterricht umfaßt. Hiervon entfallen mindestens 6 Wochenstunden auf selbständigen Unterricht, der in den Ausbildungsfächern in Form eines kontinuierlichen Lehrauftrags zu erteilen ist. Die Prüfungen verringern sich um die in § 20 genannte schriftliche Arbeit.
Dresden, den 1. August 1991
SächsGVBl. 1992 Nr. 8, S. 76
Quelle: REVOSax http://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/1093 Stand vom 28.03.2020

References: § 2
 § 7
 § 21
 § 21
 § 21
 § 21
 § 18
 § 23
 § 24
 § 13
 § 13
 § 18
 § 20