Source: http://www.maulkorbzwang.de/Briefe/urteile/sachsen1_11_00.htm
Timestamp: 2018-01-21 04:31:12+00:00

Document:
GefahrenabwehrverordnungZum Schutz vor gefährlichen Hunden.Vom 1. 11. 2000. Sachsen
zur Durchführung des Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung
Aufgrund von §1 Absatz 2 Satz 1 und § 8 Satz 3 desGesetzes zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden (GefHundG) vom 24. August 2000 (sächs. GVBl S. 358) wird im Einvernehmen mit dem Staatsministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie verordnet:
(1) Die Gefährlichkeit im Sinne von § 1 Absatz 1 GefHundG wird bei nachfolgenden Hundegruppen sowie deren Kreuzungen untereinander vermutet:
(2) Die Vermutung der Gefährlichkeit eines Hundes kann im Einzelfall widerlegt werden. Die Entscheidung trifft die zuständige Kreispolizeibehörde auf Antrag des Halters des Hundes. Dem Antrag ist ein behördlich anerkanntes Gutachten über die Ungefährlichkeit des Hundes beizufügen. Als behördlich anerkannt gilt ein Gutachten, wenn es inhaltlich den Rahmenbedingungen einer standardisierten Wesensanalyse, die durch Verwaltungsvorschrift des Staatsministerium des Innern näher bestimmt wird, entspricht und durch einen öffentlichen Sachverständigen im Hundewesen im Sinne von § 2 gefertigt wurde. Das Gutachten ist nur gültig, solange der Antragsteller Halter des Hundes ist. Nach einem Halterwechsel ist vom neuen Halter des Hundes nach Begründung der Haltereigenschaft ein weiteres Gutachten vorzulegen.
2. bestellte Ausbilder für Hunde im Dienst-, Rettungs-, Therapie- und Behindertenbegleithundewesen,
Die Anerkennung als Sachverständiger im Hundewesen ist beim Staatsministerium des Innern schriftllich zu beantragen und erfolgt durch öffentliche Bestellung.
Nach vergleichbaren Bestimmungen in anderen Bundesländern anerkannte öffentlich bestellte Sachverständige im Hundewesen sind von der Antragstelling nach Absatz 2 befreit. Sie haben ihre Anerkennung gegenüber der zuständigen Kreispolizeibehörde nachzuweisen.
5. den Umgang mit Hunden.
(1) Die Sachkunde wird in der Regel durch eine Prüfung festgestellt. Der Prüfung wird der vom Staatsministerium des Innern im Einvernehmen mit dem Staatsministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie herausgegebenen Themenkatalog, der durch Verwaltungsvorschrift des Staatsministeriums des Innern näher bestimmt wird, zugrunde gelegt.
(2) Die Kreispolizeibehörde bildet für die Abnahme der Prüfung einen Prüfungsausschuß. Der Prüfungsausschuß besteht aus dem Vorsitzenden und mindestens zwei Beisitzern. Die Mitglieder müssen sachkundig sein. Dem Prüfungsausschuß sollen ein Vertreter des Ordnungsamtes, der Amtstierarzt und ein oder mehrere fachlich geeignete Mitglieder angehören.
(3) Die Zulassung zur Prüfung ist bei der für den Wohnsitz des Antragstellers örtlich zuständigen Kreispolizeibehörde zu beantragen. Der Antrag muß mindestens enthalten:
3. die Anschrift (Postleitzahl, Ort, Straße, Hausnummer) des Hauptwohnsitzes des Antragstellers und
Der Prüfungsausschuß legt den Prüfungstermin fest.
(5) Der praktische Teil der Sachkundeprüfung umfasst Fähigkeiten im Umgang mit dem Hund, die an einem von dem Prüfungsausschuß zur Verfügung gestellten Hund vom Antragsteller nachzuweisen sind.
(6) Nachweis der Sachkunde anderer Stellen außerhalb des Freistaates Sachsen werden anerkannt, wenn sie gleichwertig sind. Über die Gleichwertigkeit entscheidet das Staatsministeriums des Innern Im Einvernehmen mit dem Staatsministeriums für Soziale, Gesundheit, Jugend und Familie.
(1) Die erforderliche Sachkunde im Sinne des § 8 des GefHundG besitzt, wer
2. aufgrund einer beruflichen Tätigkeit im Hundewesen die erforderliche Sachkunde über Hunde und deren Verhalten bereits vorweisen kann, insbesondere wer Diensthunde in einer diensthundehaltenden Behörde ausbildet und führt oder
3. aufgrund einer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit im Dienst-, Rettungs-, Therapie- oder Behindertenbegleithundewesen als Ausbilder für Hunde bestellt ist und diese Tätigkeit tatsächlich ausübt.
Über die in Satz 1 Nr. 2 und 3 genannten Fälle hinaus kann die zuständige Kreispolizeibehörde das Vorliegen der Sachkunde in Ausnahmefällen anerkennen
1. im Falle des Absatzes 1 Nr. 1 durch eine Bescheinigung nach § 4 Absatz 7
2. in den Fällen des Absatzes 1 Nrn. 2 und 3 durch eine Bescheinigung des Arbeitgebers, des zuständigen Verbandes oder der Organisation, für die der Antragsteller seine Tätigkeit ausübt,
Der Staatsminister der Innern

References: §1
 § 8
 § 1
 § 2
 § 8
 § 4