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Timestamp: 2019-04-23 02:23:43+00:00

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VW Abgas-Skandal - Welche Möglichkeiten haben Anleger?
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VW Abgas-Skandal – Wir sind davon überzeugt, dass für Volkswagen Aktionäre aufgrund des Abgas-Skandals Schadensersatzansprüche bestehen. Durch enorme Kursverluste der VW-Aktie nach Bekanntwerden des Abgas-Skandals sind Anlegern Verluste in Milliardenhöhe entstanden.
VW Abgas-Skandal – Welche Möglichkeiten haben Anleger
Der Skandal um gefälschte Abgaswerte bei VW beschäftigt sowohl Käufer der entsprechenden Fahrzeuge als auch Anleger, die teilweise hohe Beträge in die VW-Aktie investiert haben. Die Ermittlungen zum VW Abgas-Skandal sind noch in vollem Gange, aber bereits jetzt steht fest, dass insbesondere die Aktieninhaber immense Verluste durch den Kursabsturz ihrer Wertpapiere erleiden mussten. Nachdem der erste Schock über die Berichterstattung der letzten Tage verdaut ist, stellen sich viele Anleger nun die begründete Frage, was sie als nächstes tun sollen.
Muss VW Schadensersatz leisten?
Grundsätzlich wäre VW verpflichtet gewesen, seine Anleger über die heikle Situation im Zusammenhang mit den Manipulationen zu informieren. Ermittelt wird gegenwärtig noch, zu welchem Zeitpunkt diese Informationen den Anlegern mitzuteilen war. Sollte sich herausstellen, dass Manager und insbesondere Mitglieder des Vorstandes in die Manipulationen eingeweiht waren, könnten auch Anleger, die bereits im Juni 2008 Aktien des Unternehmens erworben haben, ihre Ansprüche gerichtlich geltend machen.
Klage gegen VW – direkt oder Sammelklage?
Wie in jeder anderen rechtlichen Auseinandersetzung steht es jedem Anleger zunächst frei, seine Ansprüche gerichtlich einzufordern und Volkswagen zu verklagen. In Sachen VW empfiehlt sich allerdings eine andere Vorgehensweise: Das sog. Musterverfahren in kapitalmarktrechtlichen Streitigkeiten (kurz „KapMuG-Verfahren“) soll es Anlegern ermöglichen ihre Klagen zu bündeln und streitige Rechtsfragen in einem einzigen Prozess zu klären. Dafür ist es zunächst nicht nötig, selbst eine Klage zu erheben. Anleger können sich einem laufenden Verfahren innerhalb von sechs Monaten nach dessen Bekanntgabe anschließen. Doch worin liegen die Vorteile dieses Verfahrens und warum sollten Geschädigte nicht selbst Klage erheben?
Senkung Ihres Kostenrisikos
Der Antrag auf Beitritt zu dem laufenden Musterverfahren ist deutlich günstiger als die Kosten, die Ihnen bei einer eigenen Klage entstehen würden. Sollte sich im Verlauf des Musterverfahrens wider Erwarten herausstellen, dass die Anleger keine Ansprüche gegen VW geltend machen können, müssen Sie lediglich die Kosten des verlorenen Musterverfahrens mittragen, welche zwischen sämtlichen Beteiligten aufgeteilt werden. Ein deutlich geringerer Betrag, als wenn sie eine selbst eingelegte Klage verlieren würden und dann sowohl die kompletten Gerichtskosten als auch die Anwaltskosten der Gegenseite begleichen müssten.
Im Bank- und Kapitalmarktrecht geltend teilweise sehr kurze Verjährungsfristen. Gerade bei einem so umfangreichen Sachverhalt wie hier, ist es durchaus möglich, dass der Prozess mehrere Jahre andauert. Wer aber seine Ansprüche nicht rechtzeitig geltend macht, muss damit rechnen, dass diese schon endgültig verjährt sind, wenn über das Musterverfahren zugunsten der Anleger entschieden wurde. Wer dann erst klagen möchte, kommt möglicherweise zu spät. Mit dem Beitritt zum Musterverfahren sichern Sie Ihre Ansprüche vor der drohenden Verjährung!
Eigene Verfahren werden ohnehin größtenteils ausgesetzt
Das „KapMuG-Verfahren“ soll auch der Entlastung der Gerichte dienen. Das Gesetz sieht daher vor, dass solange das Musterverfahren läuft, andere Klagen, die den gleichen Anspruch verfolgen, von den Gerichten ausgesetzt werden. Erst, wenn das Musterverfahren beendet ist, werden die Verfahren wieder aufgenommen. Die Erkenntnisse aus dem Musterverfahren können dann in die jeweiligen Verhandlungen einfließen. Es ist somit nicht sinnvoll bereits jetzt eine eigene Klage einzulegen, wenn über deren Erfolg erst nach Abschluss des Musterverfahrens entschieden wird.
VW Abgas-Skandal – Der Antrag auf Beitritt zu einem Musterverfahren muss beim zuständigen Oberlandesgericht gestellt werden. Dies kann ausschließlich durch einen Rechtsanwalt erfolgen.
Kontaktieren Sie die Anwaltskanzlei Herfurtner noch heute. Wir prüfen für Sie vorab, ob die Beteiligung an einem Musterverfahren auch für Sie der effektivste Weg ist, um Ihre Ansprüche durchzusetzen und stellen sicher, dass Ihr Antrag form- und fristgerecht beim zuständigen Gericht eingeht.
VW Abgas-Skandal – Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz ?
Die Bundesfinanzaufsicht (BaFin) prüft, zu welchem Zeitpunkt Volkswagen eine Ad-hoc-Mitteilung über Ermittlungen der amerikanischen Umweltbehörde EPA hätte veröffentlichen müssen. Die US-Umweltbehörde EPA ermittelt auch wegen Verstößen gegen das Klimaschutzgesetz „Clean Air Act“. Damit drohen VW in den USA Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar. Die Kosten für Rückrufaktionen, Sammelklagen in den USA und weitere Schadensersatzansprüche sind diesen Kosten hinzuzurechnen.
Würde sich der Verdacht einer verspäteten Ad-hoc-Mitteilung bewahrheiten, liegt ein Verstoß gegen gesetzliche Informationspflichten nach § 15 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) vor.
Hätte die Volkswagen AG unterlassen, unverzüglich eine Insiderinformation zu veröffentlichen, ist Sie gem. §37b WpHG (Wertpapierhandelsgesetz) gegenüber VW-Aktionären zum Schadensersatz verpflichtet, wenn die Aktien nach der Unterlassung erworben wurden und die Aktien bei Bekanntwerden der Insiderinformation noch gehalten wurden.
Insiderinformation, sind nach §13 I 1 WpHG konkrete Informationen über nicht öffentlich bekannte Umstände, deren Eintreten hinreichend wahrscheinlich ist. Entsprechend §13 I 3 WpHG sind nur Gerüchte ausgeschlossen.
VW Abgas-Skandal – Die Informationen zum VW-Skandal haben den Aktienkurs der Volkswagen AG erheblich beeinflusst und müssen daher unverzüglich durch das Unternehmen veröffentlicht werden.
Aktionäre, die ihre VW-Aktien bereits vor Mai 2014 erworben haben, kommen weitere Anspruchsgrundlagen in Frage.
Ein Unterlassen einer Ad-hoc-Mitteilung kann die guten Sitten i.S.d. §826 BGB verletzen. Der BGH (Bundesgerichtshof) hält hierzu eine unlautere Beeinflussung des Publikums durch ein grob leichtfertiges, gewissenloses Verhalten für erforderlich. Eine deliktische Haftung eines Organmitglieds wegen sittenwidriger vorsätzlicher Schädigung kann also bei einer für ihn offensichtlichen Ad-hoc-Mitteilungspflicht in Betracht kommen.
Berechnung Schadensersatz
Bei der Berechnung des Kursdifferenzschadens wird ein Vergleich zwischen Kauf und Verkaufspreis mit dem hypothetischen Kursverlauf herangezogen.
In einem ersten Schritt erfolgt die Festlegung eines geeigneten Beobachtungszeitraums zwischen dem ersten Bekanntwerden und der vollständigen Aufnahme der Information durch den Markt.
Im zweiten Schritt ist die Bereinigung der Kursveränderung von allgemeinen Marktrisiken vorzunehmen, die zum Nachteil des Aktionärs wirken. Die Beweislast liegt läge hier bei der Volkswagen AG als Emittenten (§ 287 ZPO).
Die berechnete Kursabweichung ist dann in einen relativen Wert umzuwandeln und anschließend auf den Transaktionspreis anzuwenden.
Die genaue Höhe des Schadens lässt sich noch nicht exakt angeben werden, kann aber anhand der bereits bekannt gewordenen und von Volkswagen zugegebenen Handlungen bzw. Unterlassungen geschätzt werden. Nach einer vorläufigen Berechnung liegt der mögliche Schaden bei ca. 60,00 EURO je Aktie.
Neben außergerichtlichen Verhandlungen, einer Klage, dem Beitritt zu einem Musterverfahren kommt ein Schiedsverfahren in Frage. Allerdings hängt ein außergerichtliches Schlichtungsverfahren von zukünftigen Verhalten der Volkswagen AG ab.
Rechtsanwalt Wolfgang Herfurtner2018-08-03T16:52:07+02:0001/10/2015|Kategorien: Kapitalanlagerecht|keine Kommentare

References: § 15
 §37
 §13
 §13
 §826
 BGH