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Timestamp: 2019-02-18 05:09:48+00:00

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FAQ | BürgerEnergie Schwaikheim und Umgebung
1. Informationen zur Genossenschaft (20)
Eine Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von Personen, die gleiche oder ähnliche wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Interessen gemeinsam verfolgen und sich gemeinsam unternehmerisch betätigen. Der Charakter einer Genossenschaft ist geprägt durch die Grundsätze der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung.
Wann wurde die BürgerEnergie Schwaikheim eG gegründet?
Die „BürgerEnergie Schwaikheim eG“ wurde am 17. April 2012 gegründet.
Die Eintragung in das Genossenschaftsregister erfolgte nach positiver Prüfung durch den Genossenschaftsverband am 02. Oktober 2012. Die BürgerEnergie Schwaikheim eG ist Mitglied beim Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband e.V. (http://www.bwgv-info.de).
Wer kann Mitglied der Bürgerenergie Schwaikheim eG werden?
Nach § 3 der Satzung können natürliche Personen, Personengesellschaften und juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts, die ihren Wohnsitz, Sitz oder Betriebsstätte im Rems-Murr-Kreis oder im Kreis Ludwigsburg haben, die Mitgliedschaft in der BürgerEnergie Schwaikheim eG erwerben. Im Einzelfall kann der Vorstand auch Personen ausserhalb des aufgeführten Gebietes als Mitglieder zulassen.
Die BürgerEnergie Schwaikheim eG behält sich vor, Institutionen, die den Zielen der Genossenschaft schaden können, nicht aufzunehmen oder gegebenenfalls deren Mitgliedschaft zu beenden.
Können man Anteile für minderjährige Kinder oder Enkel erwerben?
Erziehungsberechtigte können als Bevollmächtigte Genossenschaftsanteile für Kinder erwerben. Die Bevollmächtigten üben bis zum Erreichen der Volljährigkeit das Stimmecht stellvertretend für das Kind aus. Für Großeltern und andere Verwandte gibt es diese Möglichkeit nur, wenn sie das Sorgerecht für das Kind ausüben. Erworbene Anteile können aber überschrieben werden.
Wie sieht die Organisation der Genossenschaft aus?
Die Organe der Genossenschaft sind in der Satzung der BürgerEnergie Schwaikheim eG beschrieben. Die Organe bestehen aus Vorstand, Aufsichtsrat und Generalversammlung. Der Vorstand der BürgerEnergie Schwaikheim eG besteht aus drei Personen, welche die Geschäfte der Genossenschaft in eigener Verantwortung führen. Der Aufsichtsrat besteht aus sieben Mitgliedern. Der Aufsichtsrat bestellt / abbestellt den Vorstand, berät und überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Die Mitglieder üben ihre Rechte in den Angelegenheiten der Genossenschaft in der Generalversammlung aus. Die Generalversammlung wählt den Aufsichtsrat. Zusätzlich zu den Organen der BürgerEnergie Schwaikheim sind Arbeitskreise in den Kernbereichen Technik, Akquise, Marketing und Finanzen geplant, in denen sich Mitglieder aktiv beteiligen können.
Wie sehen die Kontrollinstrumente des Aufsichtsrats gegenüber dem Vorstand aus und wo sind diese geregelt?
Die Kontrollinstrumente ergeben sich aus § 18 der Satzung der BürgerEnergie Schwaikheim eG: Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat mindestens halbjährlich, auf Verlangen auch in kürzeren Abständen, folgendes vorzulegen:
a. eine Übersicht über die geschäftliche Entwicklung der Genossenschaft im abgelaufenen Zeitraum anhand von Zwischenabschlüssen
b. eine Aufstellung über die Gesamtverbindlichkeiten der Genossenschaft einschließlich der Wechselverpflichtungen und des Bürgerschaftsobligos
c. eine Übersicht über die von der Genossenschaft gewährten Kredite
d. einen Unternehmensplan, aus dem insbesondere der Investitions- und der Kapitalbedarf hervorgeht
e. einen Bericht über besondere Vorkommnisse; hierüber ist vorab, falls erforderlich, nverzüglich der Vorsitzende des Aufsichtsrat zu verständigen.
Wie und wo ist die gegenseitige Kontrolle innerhalb des Vorstands geregelt?
Die gegenseitige Kontrolle des Vorstands ist in § 16 der Satzung der BürgerEnergie Schwaikheim eG geregelt. Die Genossenschaft wird durch mindestens 2 Vorstandsmitglieder gesetzlich vertreten. Bei Entscheidungen im Vorstand gilt das Vier-Augen-Prinzip.
Gibt es regelmäßige Termine für Generalversammlungen der BürgerEnergie Schwaikheim eG?
Die Termine für eine Generalversammlung werden in § 27 der Satzung der BürgerEnergie Schwaikheim eG geregelt. Die ordentliche Generalversammlung hat innerhalb der ersten sechs Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres stattzufinden. Außerordentliche Generalversammlungen können nach Bedarf einberufen werden.
Die Generalversammlung wird von dem Aufsichtsrat durch unmittelbare Benachrichtigung sämtlicher Mitglieder in Textform unter Einhaltung einer Frist von mindestens 2 Wochen einberufen.
Gibt es eine Vergütung für den Vorstand und den Aufsichtsrat der BürgerEnergie Schwaikheim eG?
Die BürgerEnergie Schwaikheim eG hat das Ziel, Überschüsse zu erwirtschaften. Die Einspeisevergütung bei Photovoltaik ist im Erneuerbaren Energien Gesetz für 20 Jahre festgelegt. Photovoltaikprojekte sind technisch und wirtschaftlich betrachtet Niedrig-Risiko-Projekte. Bei Einsatz dieser Technologie kann mit einem Überschuss gerechnet werden. Eine Dividende kann aber nicht garantiert werden.
Bei Genossenschaften steht die wirtschaftliche Förderung der Mitglieder im Vordergrund, dies bedeutet Nutzerorientierung statt Kapitalorientierung. Die Mitglieder entscheiden bei der jährlich stattfindenden Generalversammlung über die Verwendung der Überschüsse (§ 44 der Satzung der BürgerEnergie Schwaikheim eG).
Ja. Bei der gezahlten Dividende handelt es sich um Einnahmen aus Kapitalvermögen und unterliegt damit der Besteuerung. Einen gesonderten Freibetrag für Dividendenerträge von Genossenschaften gibt es nicht.
Werden die Überschüsse komplett ausgeschüttet oder werden sie reinvestiert?
Die Mitglieder entscheiden bei der jährlich stattfindenden Generalversammlung über die Verwendung der Überschüsse, sowie über die Deckung eines Jahresfehlbetrages. Die Satzung schreibt vor, dass eine gesetzliche Rücklage von mindestens 1% des Jahresüberschusses zur Deckung von Bilanzverlusten gebildet werden muss, bis die Rücklage 1% der Bilanzsumme erreicht.
Wie schnell bekomme ich mein investiertes Geld zurück?
Der Erwerb von Geschäftsanteilen einer Genossenschaft ist eine langfristige Anlageform. Nach § 5 Abs. 1 der Satzung der BürgerEnergie Schwaikheim eG können Geschäftsanteile zum Schluss eines Geschäftsjahres unter Einhaltung einer Frist von 24 Monaten gekündigt werden.
Werden Gewinne aus den Anteilen dem Finanzamt gemeldet und müssen diese versteuert werden?
Nur die Gesamtheit aller Anteile wird dem Finanzamt von der BürgerEnergie Schwaikheim eG im Rahmen des Jahresabschlusses als Eigenkapital der Genossenschaft mitgeteilt. Die Verteilung der einzelnen Anteile auf die Genossenschaftsmitglieder nicht. Wenn Gewinne erzielt werden und die Generalversammlung entscheidet diese auszuzahlen, müssen diese dem Finanzamt gemeldet und versteuert werden. Evtl. empfiehlt es sich, steuerfachlichen Rat einzuholen, um dies situationsbezogen zu beurteilen.
Wird der einbezahlte Anteil bei Kündigung sicher zurück bezahlt? Mit Gewinn? Wie hoch ist dieser?
Die Zeichnung von Geschäftsanteilen einer Genossenschaft ist eine Unternehmensbeteiligung. Gewinne können nicht garantiert werden, ebenso wie eine Aktiengesellschaft nicht den Kurs einer Aktie zu einem Zeitpunkt garantieren kann. Im Jahr 2012 wird bedingt durch den Aufbau der Genossenschaft voraussichtlich zunächst ein negatives Betriebsergebnis erzielt. Wir planen, die Gewinnzone spätestens in 2014 zu erreichen und in den Folgejahren den Gewinn zu steigern. Wenn die Mitgliedschaft gekündigt wird, erfolgt die Auseinandersetzung nach §10 unserer Satzung. Darin ist festgelegt, dass der festgestellte Jahresabschluss des Jahres maßgeblich ist, in dem der Austritt aus der Genossenschaft erfolgt. Verlustvorträge sind nach dem Verhältnis der Geschäftsanteile zu berücksichtigen. In diesem Fall können die Geschäftsanteile nicht in voller Höhe zurückgezahlt werden. Die Beteiligung an einer Genossenschaft ist so gesehen, wie es auch unserer Philosophie entspricht, langfristig gedacht. Auf Grund der strengen Gesetzgebung und der vorgeschriebenen regelmäßigen Prüfung der Genossenschaft durch einen Prüfungsverband kann diese Anlageform als vergleichsweise sicher angesehen werden. Eine positive Geschäftsentwicklung im Wachstumsmarkt regenerative Energie und mittelfristig daraus resultierende Gewinne sehen wir als wahrscheinlich an.
Wie sicher ist mein Geld in der Genossenschaft?
Diese Fragen können wir bislang nur im Bereich Photovoltaik beantworten. Photovoltaikanlagen sind technisch ausgereift, zuverlässig und wartungsarm. Das Erneuerbare Energien Gesetz garantiert eine Einspeisevergütung über 20 Jahre, was eine zuverlässige und sichere Kalkulation ermöglicht.
Im schlimmsten Fall haftet jedes Mitglied der BürgerEnergie Schwaikheim eG mit seinen Anteilen. Eine Nachschusspflicht der Mitglieder besteht nicht.
2. Photovoltaik (7)
Bei Alterung haben Solarmodule einen Verlust an Wirkungsgrad. Hersteller von Solarmodulen geben eine Leistungsgarantie von 90 % auf 10 Jahre und von 80 % auf 25 Jahre. Die Lebensdauer von Solarmodulen ist erfahrungsgemäß länger. Die Hersteller der Wechselrichter garantieren eine Lebensdauer ihrer Produkte von bis zu 10 Jahren. Insgesamt rechnet man bei Photovoltaik-Anlagen mit einer Lebensdauer von bis zu 35 Jahren.
Welche anderen erneuerbaren Energien werden außer Photovoltaik unterstützt?
Die BürgerEnergie Schwaikheim eG ist offen für Projekte von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, Wind-, Wasser-, und Biomasseenergie und Geothermie. Darüber hinaus könnten auch innovative Energie-Pilotprojekte (z.B. Speicherung) unterstützt werden, je nach Eignung, Wirtschaftlichkeit und Stand der Technik.
Von welchen Herstellern kommen die Zellen/Module?
Wir sind nicht auf bestimmte Modul-Hersteller festgelegt, die Produkte müssen allerdings unseren technischen Leitlinien entsprechen.
Welche Eigenschaften muss eine geeignete Dachfläche für den Betrieb einer Photovoltaik-Anlage aufweisen?
Die Tauglichkeit eines Daches hängt von der Tragfähigkeit, Dachschräge, Ausrichtung und der Verschattung durch andere Gebäude oder Bäume ab.
Das Dach sollte in einem guten baulichen Zustand sein, um eine Dachsanierung über die Laufzeit einer Photovoltaik-Anlage von ca. 30 Jahren zu vermeiden. Es muss über eine ausreichende statische Tragfähigkeit zur Aufnahme der Solarmodule und deren Montagesystem verfügen. Schrägdächer sollten im Idealfall nach Süden ausgerichtet sein, aber auch West- und Ost-Ausrichtungen sind möglich. Die Mindestfläche bei Schrägdächern sollte 120 m² betragen.
Auf Flachdächern können Solarmodule problemlos nach Süden ausgerichtet werden. Damit die Solarmodule sich nicht gegenseitig verschatten, sollte die Mindestfläche ca. 250 m² betragen.
Die Begutachtung vor Ort wird von der BürgerEnergie Schwaikheim eG übernommen.
3. Stromkauf (2)
Strebt die BürgerEnergie Schwaikheim eG eine Zusammenarbeit mit Ökostrom-Anbietern an?
Die BürgerEnergie Schwaikheim eG verfolgt das Ziel, den Genossenschafts-Mitgliedern attraktive Stromtarife anzubieten. Hier sind auch Kooperationen mit Anbietern von Strom aus Erneuerbaren Energien-Anlagen möglich.
Ab wann kann ich meinen Strom von der Genossenschaft beziehen?
Im Moment ist die BürgerEnergie Schwaikheim eG eine reine Erzeuger-Genossenschaft. Die BürgerEnergie Schwaikheim eG verfolgt das Ziel, den Genossenschafts-Mitgliedern attraktive Stromtarife anbieten zu können. Langfristiges Ziel der BürgerEnergie Schwaikheim eG ist die vollständige Deckung des Strombedarfs ihrer Mitglieder.
4. Erneuerbare Energien (3)
Aus der Sonnenenergie abgeleitete weitere nutzbare erneuerbare Energiequellen sind Wasser, Wind und Biomasse.
Wasserkraftwerke und Windkraftwerke erzeugen Strom aus Wasser bzw. Wind.
Aus Biomasse wird z.B. Biogas hergestellt, die Verbrennung von z.B. Holz oder Biogas in BHKWs erzeugt Wärme und Strom.
Alle Kraftwerke haben gemeinsam, dass sie Sonnenenergie als Quelle nutzen, die ständig im Überfluß vorhanden ist.
Bei der Stromerzeugung muss die vorhandene Primärenergie, wie Öl, Kohle, Gas, besser genutzt werden, um klimaschädliche CO2 Emissionen zu vermeiden.
Der Wirkungsgrad der Wandlung von Primärenergie zu Strom von konventionellen Großkraftwerken liegt bei ca. 30 %. Die restlichen ca. 70 % der Energie geht als Kraftwerksabwärme verloren, die in Kühltürmen oder Flüssen ungenutzt abgeführt wird.
Weitere erhebliche Verluste entstehen durch die Übertragung im Stromnetz.
Bei einer dezentralen Energieversorgung wird Energie nicht in großen Kraftwerken erzeugt, sondern in vielen kleinen dezentralen Kraftwerken. Auch hier entstehen Energieverluste bei der Stromerzeugung und Übertragung. Diese können jedoch zumindest teilweise genutzt werden. Bei Blockheizkraftwerken (BHKWs) ist der Gesamtwirkungsgrad mit etwa 80 % mehr als doppelt so hoch wie bei Großkraftwerken. Es kann ca. 50 % Brennstoff, und somit auch CO2 eingespart werden. BHKWs erzeugen Strom aus brennbaren Energieträgern, die Abwärme wird zur Heizung und Brauchwassererwärmung verwendet.
Wird Sonnenenergie direkt genutzt (PV oder Solarthermie), so spielen die Verluste keine Rolle, da Sonnenenergie kostenlos und im Überfluss vorhanden ist.
Vorteile einer dezentralen Energieerzeugung:
Durch den Ausbau von vielen dezentralen Kraftwerken, kann auf Großkraftwerke verzichtet werden. Der Einsatz von fossilen Brennstoffen kann reduziert werden.
Erheblich höhere Effizienz, da die Abwärme nicht an die Umwelt abgeführt wird, sondern sinnvoll zur Gebäudeheizung und für Warmwasser verwendet wird.
Wertschöpfung nicht durch wenige Großkonzerne sondern durch viele Kleinanlagenbetreiber.
Gebiete, die nicht an ein öffentliches Stromnetz angeschlossen sind, können mit Elektrizität versorgt werden. Dies gilt vor allem für Entwicklungsländer.

References: § 3
 § 18
 § 16
 § 27
 § 5
 §10