Source: https://www.elo-forum.org/u-50-a/23116-alg-ii-kurz-rente.html?s=094322796bad2cab5e7bec7747bd1cae
Timestamp: 2018-06-18 01:45:40+00:00

Document:
ALG II kurz vor der Rente - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
Start > Information > Ü 50 -> ALG II kurz vor der Rente
19.03.2008, 18:41 #1
ALG II kurz vor der Rente
nach ALG I keine Arbeit mehr gefunden.
Wegen Abfindung nicht ALG II fähig (zu hohes Vermögen?)
Wenn Abfindung bis auf Freibeträge verbraucht ist?
Nun zur Frage: "Kann man mit 62,5 Jahren noch ALG II beantragen mit
dem 150€/pro Lebensjahr Freibetrag + 150 €/Lj. der Ehefrau, oder
bekommt man nur ein Darlehen und wird dann mit 63 Zwangsverrentet?
AW: ALG II kurz vor der Rente
natürlich kannst du einen Antrag auf ALG II stellen.
Zumindest für dich kommen auch noch die höheren Freibeträge von 520 € pro Lebensjahr zur Anwendung. Möglicherweise ja auch für die Ehefrau, falls sie vor dem 01.01.1948 geboren ist.
Nach § 65 Abs. 5 SGB II i. V. mit § 4 Abs. 2 S. 2 Arbeitslosenhilfe-Verordnung (Fassung vom 13.12.2001) wird für Personen, die vor dem 01.01.1948 geboren sind, ein Freibetrag von 520 € je Lebensjahr eingeräumt, maximal 33.800 €. Diese Regelung gilt generell, unabhängig davon, ob vor dem Bezug von ALG II Arbeitslosenhilfe bezogen wurde.
62 Jahre * 520 € = 32 240 € Freibetrag nur schon mal für dich.
Nachlesen kann man das in den Durchführungshinweisen zu § 12 SGB II der Arbeitsagentur.
21.03.2008, 17:28 #3
nee, nee bin erst 55 Jahre, Frau 52 Jahre darum 2 x 150€ X pro Lebensjahre
Hoffe noch Arbeit zu finden?
Frage bezog sich auf die Möglichkeit ALG II nach Verbrauch der Abfindung (bin über Sozialplan geschasst worden) einzureichen, und dann mit ca. 62 Jahren in ALG II Bezug + Freibetrag bis zur Rente mit 63 (mit Abzügen) zu überbrücken.
Habe auch gehört dass man dann nicht mehr aufgefordert werden kann die Wohnung zu räumen( ca. 1 Jahr vor der Rente währe eine unbillige Härte)?
Bekommt man mit 62 Jahren noch ALG II, oder nur als Darlehen, dass man mit der Rente zurückzahlen muss?
Ich hoffe es kommt nicht dazu, aber man kann ja nie wissen. Schlaumachen schadet ja nicht!
Ikarus http://www.elo-forum.org/images/icons/icon5.gif
22.03.2008, 03:02 #4
Verstehe ich das richtig, du kannst jetzt 7 Jahre lang von deiner Abfindung leben (?!?, wenn du keine neue Arbeit findest?
Mit 62 erhältst du natürlich noch ALGII, wenn du bedürfitg bist.
Wie das mit einer zu teuren/großen/werthaltiben Wohnung kurz vor Verrentung aussieht, weiss ich nicht
Dass man ALG-II zurückzahlen muss, wenn man hinterher eine anständige Rente beziehen kann, wäre mir neu - denke, das geht nicht.
bisher zumindest. Aber in 7 Jahren kann natürlich noch viel passieren - besonders wenn wir uns nicht stäkrer wehren als bisher.
22.03.2008, 12:20 #5
Nicht ganz, nur ca 5 bis 6 jahre wenn ich die Abfindung lang ziehe!
Bin 1 Jahr in einer Transvergesellschaft (wird zu fast 100% netto bezahlt) dann 18 Monate ALG I danach etwa ab 6/2010 leben von der Abfindung. Sozialplan war recht großzügig.
Nur nicht so, dass man wie bisher davon Leben kann und Rentenbeiträge werden dann ja auch nicht mehr bezahlt.
Also außer das ich mich in Ruhe nach einer neuen, wenn auch geringer bezahlten Beschäftigung umsehen kann und ich mich nicht mehr jeden Tag von irgend jemanden rumkommandieren lassen muß schmelzen die Vorteile langsam dahin. Bedenke man hatte eine andere Lebensplanung und man ist wie man sagt; Sozialverträglich entsorgt worden.
Natürlich ist mir klar, dass es mir da noch ganz gut geht, wie man im Forum sieht. Ich jammere ja auch nicht! Ich erkundige mich nur gern vorher wenn es mal so sein sollte und was man dann machen muss.
Denke daran einige meiner früheren Kollegen geht es schon ganz dreckig!
Sie haben von der Abfindung große Reisen gemacht und große Autos gekauft, keinen Arbeitsplatz mehr bekommen und sind nun Hartz IV ler.
Ich möchte nicht bewerten ob diese Kollegen dumm waren, Sie wollten halt einmal im Leben was Schöne machen, haben leider nicht an die Zukunft gedacht, dafür haben sie wie sie sagen wenigstens einmal richtig gelebt. Das kann man so oder so sehen.
Ich für mein Teil bin da etwas vorsichtiger.
Nebenbei bin ich ein engagierter aber frustrierter und enttäuschter Altgewerkschaftler.
23.03.2008, 01:54 #6
Hi Ikarus, klar verstehe ich deine Lebensplanung - und finde ebenfalls: in unserem Alter und bei der aktuellen Krisenhaftigkeit sollten wir mit dem was wir haben, sorgsam umgehen. - Und uns trotz allem erlebten Frust mit Gewerkschaften usw., stark machen für eine bessere Zukunft! denn anders geht's einfach nicht...
Schön, dass du rechtzeitig hieher gefunden hast!
23.03.2008, 07:56 #7
Du wirst es doch wohl schaffen in fünf bis sechs Jahren - spätestens ein halbes Jahr vor Antrag auf ALG II - Deine Abfindung als Vermögen so "anzulegen", dass es ALG II-fest ist.
Z.B. 150.- € pro Lebensalter und Partner (Ehefrau) und noch mal 250,- € pro Lebensjahr und Partner in Altersrente ( Modell Riester oder Rürup).
Außerdem empfiehlt sich eventuell, vor Antrag auf ALG II noch die eine oder andere Anschaffung wie neue Waschmaschine oder neue Küche?
ALG II ist nicht zurückzuzahlen, sofern Du bedürftig bist, aber man wird Dich mit 63 in Rente zwingen.
23.03.2008, 21:43 #8
Bin froh dieses Forum gefunden zu habe,
Frage: Muß man bevor man Arbeitslos ohne Leistungsbezug (Verbrauch der Abfindung) beantragen kann, ALG II beantragen ?
24.03.2008, 06:30 #9
Den Antrag auf ALG II kannst Du stellen, wenn Du bedürftig bist. (siehe gesetzliche Definition)
Mit dem Auslaufen von ALG I hat das nichts zu tun.
Übrigens, bedenke, dass die Abfindung nicht steuerfrei ist, sondern eventuell nur ein Freibetrag.
Der Gesetzgeber hat mit dem "Gesetz zum Einstieg in ein steuerliches Sofortprogramm" vom 27.12.2005 die Vorschrift des § 3 Nr.9 EStG mit Wirkung vom 01.01.2006 ersatzlos abgeschafft und mit ihm die bisher geltende Steuervergünstigung für Abfindungen.
Für Arbeitsverhältnisse, die nach dem 01.01.2006 gegen Zahlung einer Abfindung auf Veranlassung des Arbeitgebers beendet werden, gibt es daher keine steuerlichen Begünstigungen von Abfindungen mehr. Allerdings hat der Gesetzgeber gleichzeitig mit der Abschaffung des § 3 Nr.9 EStG eine Übergangsregelung geschaffen. Diese ist in § 52 Abs.4a Satz 1 EStG enthalten und lautet:
24.03.2008, 15:34 #10
Habe Aufhebungsvertrag in 2005 unterschrieben(müssen) und bin 11/2007 gegangen. Also habe Steuern schon bezahlt (war ne'richtig große Summe). Habe aber auch noch den Freibetrag bekommen.
Tja wenn man sieht wie ein gewisser Personenkreis seine Steuern spart und der Staat beim kleinen Mann hinlangt glaube mir, da kann einem gelinde gesagt schon schwindelig werde.

References: § 65
 § 4
 § 12
 § 3
 § 3
 § 52