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Timestamp: 2016-10-24 05:29:17+00:00

Document:
U 255/00 (21.10.2003)
U 255/00
Pr�sident Borella, Bundesrichter Meyer und Kernen; Gerichtsschreiber Scartazzini
R.________, 1960, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanw�ltin Karin Caviezel, Belmontstrasse 1, 7000 Chur,
Der 1960 geborene R.________ war im Jahr 1981 bei der Bauunternehmung N.________ in X.________ als Saisonnier f�r Maurerarbeiten angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 29. Juli 1981 st�rzte er ausserhalb der Arbeitszeit eine Treppe hinunter und zog sich dabei Verletzungen am linken Fuss zu. Nach operativer Behandlung der gerissenen ligamenta fibulotalare anterius und fibulocalcaneare im linken OSA (Operationsbericht vom 4. August 1981) sowie Aufenthalt im Zentrum B.________ stellte die SUVA ab 15. Februar 1982 eine 100 %ige Arbeitsf�higkeit fest und erbrachte danach keine Versicherungsleistungen mehr. Nachdem Ende 1981 die Saisonbewilligung ausgelaufen war, kehrte der Versicherte in seine Heimat zur�ck.
Am 17. Februar 1996 gelangte R.________ an die SUVA und machte geltend, seine Arbeitsf�higkeit sei wegen des im Jahr 1981 erlittenen Unfalles beeintr�chtigt. Mit Verf�gung vom 12. Februar 1997 lehnte die SUVA ihre Leistungspflicht ab. Sowohl die dagegen erhobene Einsprache vom 20./21. M�rz 1997 (Einspracheentscheid vom 6. Mai 1997) als auch die am 4. August 1997 an das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden eingereichte Beschwerde wurden abgewiesen (Entscheid vom 13. Januar 1998). Mit Urteil vom 17. August 1998 hiess das Eidgen�ssische Versicherungsgericht die am 25. Februar 1998 dagegen erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde gut und wies die Sache zur Aktenerg�nzung an die SUVA zur�ck.
Nachdem die SUVA die Orthop�dische Klinik Y.________ mit einer Begutachtung des Versicherten beauftragt hatte (Untersuchung vom 4. Dezember und Gutachten vom 31. Dezember 1998) und ihr ein Gutachten von Dr. med. V.________, Spezialarzt f�r Orthop�die, vom 15. Februar 1999 zugegangen war, holte sie bei der Klinik Y.________ einen Nachbericht vom 18. Mai 1999 ein und lehnte mit Verf�gung vom 8. Juni 1999 sowie mit Einspracheentscheid vom 16. August 1999 den Anspruch auf Versicherungsleistungen ab.
Hiegegen liess R.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden Beschwerde erheben mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des Einspracheentscheides sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die SUVA zur�ckzuweisen, damit diese nach Einholung eines medizinischen Obergutachtens Invalidit�tsgrad und H�he des Integrit�tsschadens bestimme. Eventualiter sei ihm eine Invalidenrente von 20 % und eine Integrit�tsentsch�digung von 15 % zuzusprechen.
Nach Eingang eines am 1. November 1999 verfassten Schreibens von Dr. med. W.________, welcher den Standpunkt vertrat, das Gutachten der Klinik Y.________ sei widerspr�chlich, wies das kantonale Gericht die Beschwerde mit Entscheid vom 15. Februar 2000 ab.
R.________ liess Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und die im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Rechtsbegehren erneuern.
Die SUVA schloss auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend das Bundesamt f�r Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung verzichtete.
Auf Gesuch des Versicherten vom 8. September 2000 wurde das Verfahren mit Verf�gung vom 17. November 2000 sistiert. Nach Einreichung des Gutachtens des Dr. med. W.________, Orthop�dische Chirurgie FMH, vom 15. Dezember 2000 (nachfolgend: Gutachten Dr. W.________) erhielt die SUVA durch Schreiben des Instruktionsrichters vom 6. M�rz 2002 Gelegenheit, sich zum Gutachten Dr. W.________ zu �ussern, wovon die Anstalt mit Eingabe vom 15. April 2002 Gebrauch machte, dies begleitet von einer Aerztlichen Beurteilung des Dr. med. Z.________, Facharzt FMH f�r Chirurgie, Aerzteteam Unfallmedizin, vom 28. M�rz 2002, vier R�ntgenbildern vom 10. November 1981 und 4. Dezember 1998 sowie einer Nachzeichnung (auf Kalk) der radiologischen Pr�sentation des linken Sprunggelenks im Abstand von 17 Jahren durch Dr. med. Z.________. Zur Kenntnis- und allf�lligen Stellungnahme aufgefordert, liess sich der Versicherte am 13. Mai 2002 zur Sache vernehmen und vier R�ntgenbilder beider Fussgelenke vom 6. September 2000, erstellt durch Dr. W.________ im Rahmen der erw�hnten Begutachtung, einreichen. Die SUVA unterbreitete diese R�ntgenbilder Dr. med. Z.________, welcher dazu am 5. Juni 2002 eine �rztliche Stellungnahme abgab.
Die Unterlagen der SUVA wurden dem Versicherten zur Kenntnisnahme unterbreitet. Der seitens des Versicherten mit Schreiben vom 21. Juli 2003 "gelegentlich" in Aussicht gestellte weitere Bericht des Dr. med. W.________ traf in der Folge beim Gericht nicht ein. Auf Erkundigung des Instruktionsrichters Ende August teilte die Rechtsvertreterin des Versicherten mit, sie hoffe den Bericht des Dr. W.________, welcher zu den Ergebnissen einer Anfangs September 2003 in Italien durchzuf�hrenden Kernspintomographie Stellung nehmen w�rde, bis Ende September 2003 einreichen zu k�nnen. Das war nicht der Fall. Ein Gesuch um Fristerstreckung vom 30. September 2003 wurde durch den Instruktionsrichter abgewiesen und das Instruktionsverfahren geschlossen (Schreiben vom 6. Oktober 2003).
Streitig und zu pr�fen ist, wie bereits im ersten letztinstanzlichen Verfahren (vgl. Urteil vom 17. August 1998), die Frage, ob medizinische Tatsachen bestehen, die - wenn mit mindestens �berwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen) - zur Bejahung des nat�rlichen (und, da ausschliesslich somatische Befunde zur Diskussion stehen, diesfalls auch ad�quaten; vgl. BGE 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb mit Hinweisen) Kausalzusammenhanges als unerl�sslicher Leistungsvoraussetzung nach Art. 6 Abs. 1 UVG (BGE 127 V 102 Erw. 5b/aa, 125 V 461 f. Erw. 5a) f�hren w�rden.
1.1 Diese Frage pr�ft das Gericht mit voller Kognition (Art. 132 OG), insbesondere ohne Bindung an den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt (lit. b dieser Bestimmung). Die seitens der SUVA erhobenen Einw�nde, das Gutachten Dr. W.________ sei als unzul�ssiges Beweismittel in den Prozess eingef�hrt und der SUVA angelegentlich der am 17. November 2000 verf�gten Sistierung das rechtliche Geh�r nicht gew�hrt worden, verkennen die verfahrens- und intertemporalrechtliche Lage. Eine Anwendung der ge�nderten Rechtsprechung BGE 127 V 353 auf die hier zu beurteilende Sache kommt nicht in Betracht. Denn die Sistierung, gest�tzt auf welche der Beschwerdef�hrer das Gutachten Dr. W.________ (vom 15. Dezember 2000) beibrachte, datiert vom 17. November 2000 und erging somit zu einem Zeitpunkt, bevor das Gericht - am 15. Oktober 2001 - mit BGE 127 V 353 seine Rechtsprechung zur Zul�ssigkeit neuer, nach Ablauf der Rechtsmittelfrist einzureichender Beweismittel �nderte. Das Gutachten Dr. W.________ von der materiellen Pr�fung ausblenden oder nur unter dem beschr�nkten Gesichtswinkel eines prozessual revisionsrechtlich relevanten Beweismittels im Sinne von BGE 127 V 357 Erw. 4b entgegennehmen zu wollen, verstiesse in Anbetracht dieses zeitlichen Ablaufes gegen Treu und Glauben im Prozess. Im �brigen war die Sistierungsverf�gung vom 17. November 2000 den Parteien ordnungsgem�ss er�ffnet worden, ohne dass die SUVA damals oder in der folgenden Zeit die Verfahrenseinstellung je beanstandet h�tte, was ohne weiteres prozessual m�glich gewesen w�re, k�nnen doch verfahrensleitende Verf�gungen (wie z.B. jene �ber die Aussetzung des Verfahrens) - auf Gesuch hin oder von Amtes wegen - ohne Bindung an eine Rechtskraft grunds�tzlich jederzeit zur�ckgenommen oder abge�ndert werden (BGE 124 V 87 Erw. 4; Ueli Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Rz 417 ff.). Zu einer besonderen Geh�rsgew�hrung bestand daher kein Anlass, ganz abgesehen davon, dass die SUVA - bei fehlenden laufenden Versicherungsleistungen - durch die Verfahrenssistierung weder wirtschaftlich-finanziell noch sonstwie administrativ erheblich beschwert wurde.
Das Gutachten Dr. W.________ hat daher ungeschm�lert in die letztinstanzliche materielle Pr�fung Eingang zu finden.
1.2 In materiell- und beweisrechtlicher Hinsicht ist auf die Erw. 1 und 2 des Urteils vom 17. August 1998 zu verweisen. Zu erg�nzen ist, dass das Bundesrecht nicht vorschreibt, wie die einzelnen Beweismittel zu w�rdigen sind. F�r das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweisw�rdigung (Art. 40 BZP in Verbindung mit Art. 19 VwVG; Art. 95 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG). Danach haben Versicherungstr�ger und Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an f�rmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgem�ss zu w�rdigen. F�r das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Sozialversicherungsrichter alle Beweismittel, unabh�ngig davon, von wem sie stammen, objektiv zu pr�fen und danach zu entscheiden hat, ob die verf�gbaren Unterlagen eine zuverl�ssige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu w�rdigen und die Gr�nde anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begr�ndet sind. Ausschlaggebend f�r den Beweiswert ist grunds�tzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 f. Erw. 1c mit Hinweisen). Als auf diese Weise der freien, pflichtgem�ssen und umfassenden gerichtlichen Beweisw�rdigung unterliegendes Beweismittel gilt nach der Rechtsprechung ebenfalls der Amtsbericht des SUVA-Arztes (BGE 125 V 353 Erw. 3b/ee), auch der nach Abschluss des Einspracheentscheides f�r die Belange des h�ngigen (erst- oder zweitinstanzlichen) Beschwerdeverfahrens eingeholte (RKUV 1997 U 281 S. 282 Erw. 1b), wo die Anstalt Parteistellung hat (BGE 104 V 211 Erw. c).
1.3 Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Kraft getreten. Mit ihm sind zahlreiche Bestimmungen im Unfallversicherungsbereich ge�ndert worden. Weil in zeitlicher Hinsicht grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend sind, die bei der Erf�llung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1), und weil ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grunds�tzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: 16. August 1999) eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Bestimmungen anwendbar.
2.1 Im angefochtenen Entscheid hat die Vorinstanz erwogen, dass gem�ss Operationsbericht vom 4. August 1981 unmittelbar nach dem erlittenen Unfall die von Dr. med. V.________ in einem Gutachten vom 23. Februar 1998 vertretene Diagnose gr�sserer Knorpelsch�den sowie Knorpelfissuren nicht gegeben war und auch am 30. Januar 1998 MR-tomographisch nicht gestellt werden konnte. Durch die MRI-Untersuchung sei vielmehr ein Befund erhoben worden, welcher durch die Aus�bung gewisser Sportarten wie z.B. Fussball hervorgerufen werden k�nne. Ebenso wenig habe von Dr. med. A.________ im Rahmen einer konsiliarischen Untersuchung (vom 28. Januar 1997) ein Zusammenhang zwischen dem Unfall und den geklagten Beschwerden festgestellt werden k�nnen. Das Erg�nzungsgutachten der Klinik Y.________ vom 18. Mai 1999 habe sich mit der Argumentation der beiden Berichte von Dr. med. V.________ (vom 23. Februar 1998 und 15. Februar 1999) ausf�hrlich und sachlich auseinandergesetzt. Bekannt sei auch die Tatsache gewesen, dass beim Patienten nach vierst�ndigem Stehen oder Gehen am anterolateralen OSG-Gelenkspalt Schmerzen auftreten. Die am linken Sprunggelenk eingetretene Ver�nderung sei aber nicht durch den Unfall von 1981 hervorgerufen worden. Daran verm�ge auch das ins Recht gelegte Schreiben von Dr. med. W.________ vom 1. November 1999 nichts zu �ndern, zumal es sich nicht auf die erl�uternden Ausf�hrungen im Erg�nzungsbericht der Klinik Y.________ vom 18. Mai 1999 beziehe.
2.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, die Ver�nderungen im linken Fussgelenk k�nnten einzig Folgen des 1981 erlittenen Supinationstraumas sein. Der Beschwerdef�hrer beanstandet die vorinstanzliche Annahme, wonach die festzustellenden Ver�nderungen und die dadurch herbeigef�hrten Beschwerden auf sportliche Aktivit�ten zur�ckzuf�hren seien. W�re er von Osteoarthrosis befallen, m�sste auch das rechte, genau gleich beanspruchte Fussgelenk betroffen sein, was aber offensichtlich nicht der Fall sei. Bei Bandrupturen sei es gerade typisch, dass die geschilderten Beschwerden erst nach jahrelanger Belastung und wiederholten Distorsionen auftauchten. Es k�nne daher nicht relevant sein, dass eine MRI-Untersuchung vom 30. Januar 1998 einen Befund ausgeschlossen habe, welcher zu den geklagten Beschwerden f�hre. Schliesslich h�tten sich die Gutachter der Klinik Y.________ in keiner Weise fundiert mit den Berichten von Dr. med. V.________ auseinandergesetzt.
Unter Berufung auf das am 15. Dezember 2000 von Dr. med. W.________ erstellte Gutachten macht der Beschwerdef�hrer sodann geltend, anl�sslich des operativen Eingriffs vom 4. August 1981 sei die Gelenkfl�che als intakt beschrieben worden, obwohl lediglich deren kleinster Teil im lateralen Abschnitt eingesehen werden konnte. Dem entsprechenden Operationsbericht k�nne bez�glich m�glicher Knorpelsch�den im oberen Sprunggelenk daher keinerlei Beweiskraft zukommen. Insbesondere seien keine Vergleichsaufnahmen beider Sprunggelenke durchgef�hrt worden, um die Behauptung zu untermauern, dass ventrale Osteophyten der Tibiavorderkanten und Verkalkungen der medialen Facetten des OSG f�r gewisse Sportarten wie das Fussballspielen charakteristisch seien.
2.3.1 Der Beschwerdef�hrer hat beim versicherten Unfall vom 29. Juli 1981 durch ein Supinationstrauma eine Ruptur (vollst�ndigen Riss) der Ligamenta fibulotalare anterius et fibulocalcaneare im linken OSG erlitten, welche Verletzungen am 4. August 1981 - nach Abschwellenlassen unter Hochlagerung und Tanderil �ber f�nf Tage - operiert (Bandnaht) und - am f�nften postoperativen Tage - mittels Anlegung eines Unterschenkelgehgipses versorgt wurden (Austrittsbericht des Spitals C.________ vom 12. August 1981 mit Operationsbericht vom 4. August 1981). Wegen verz�gerter Mobilisierung trat er am 9. November 1981 zur weiteren Rehabilitation in das Zentrum B.________ ein, wo er sich bis zum 4. Dezember 1981 aufhielt; den Status vor Austritt umschrieb das Zentrum B.________ im Bericht vom 8. Dezember 1981 wie folgt:
"Noch an einem Vorderarmstock gehend, recht deutlich hinkend trat der Patient ein. Die Stockentw�hnung gestaltete sich problemlos. Das Programm konnte gut gesteigert werden. Vor Austritt sehr sportliches, belastetes Programm, welches problemlos ertragen wurde. Restbeschwerden bestehen, teils wetterabh�ngig, teils belastungsabh�ngige Schmerzen am Malleolus medialis. Es besteht praktisch keinerlei Muskelatrophie am linken Bein. Das OSG und USG sind nur endgradig eingeschr�nkt. Es bestehen keine Zeichen eines Morbus Sudeck, weder r�ntgenologisch noch klinisch. F�r gr�ssere Belastungen f�r die n�chste Zeit wurde dem Patienten eine Kn�chelbandage abgegeben."
Wie schon die erste kreis�rztliche Untersuchung vom 29. M�rz 1996 (im Anschluss an die R�ckfallmeldung), ergaben auch die nachfolgend zu den Akten genommenen medizinischen Unterlagen, insbesondere das im R�ckweisungsverfahren eingeholte Administrativgutachten der Orthop�dischen Klinik Y.________, vom 31. Dezember 1998 mitsamt an die Rechtsvertretung des Versicherten gerichteten Erl�uterungen vom 18. Mai 1999, im Bereich dieser Unfallfolgen (B�nderriss) keine Verschlimmerung. Ebensowenig wird eine solche durch das Gutachten Dr. W.________ belegt, wenn, worauf SUVA-Arzt Dr. Z.________ zutreffend aufmerksam machte, dort steht: "Eine Instabilit�t l�sst sich weder in der frontalen noch in der Sagit(t)alebene nachweisen. Man hat eher den Eindruck einer Einsteifung des R�ckfusses mit praktisch aufgehobenen seitlichen Kippbewegungen."
2.3.2 Es ist daher im Bereich der 1981 erkannten und als solche behandelten Unfallfolgen kein seither neu eingetretener verschlimmerter pathologischer Zustand auszumachen, welcher Gegenstand des Neuanmelderechts bei R�ckf�llen oder Sp�tfolgen (Art. 11 UVV) bilden k�nnte. Allein der lange Zeitablauf allerdings h�tte der Annahme eines dieser beiden Tatbest�nde nicht zwingend entgegengestanden. Insofern �berzeugt das Administrativgutachten vom 31. Dezember 1998 in Verbindung mit dem Nachtrag vom 18. Mai 1999 nicht, wenn dort unter Bezugnahme auf die fehlende �rztliche Behandlung w�hrend vielen Jahren ausgef�hrt wird: "Bei einem so langen beschwerdefreien Intervall kann weder eine wahrscheinliche, noch eine sichere Kausalit�t angenommen werden." Diese Schlussfolgerung ist zu allgemein gehalten und tr�gt der unfallmedizinischen Erfahrungstatsache zu wenig Rechnung, dass ein unfallm�ssig verursachter k�rperlicher Defekt u.U. w�hrend langer Zeit stumm und ohne Auswirkungen auf das Befinden bleiben kann, um dann pl�tzlich nach Jahr und Tag zu akuten Beschwerden, einer Behandlungsbed�rftigkeit oder einer Arbeitsunf�higkeit zu f�hren (A. Maurer, Schweiz. Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 277 mit Hinweisen). Selbst bei einem B�nderriss w�re dies nicht ausgeschlossen, z.B. bei einer nicht (vollst�ndig) erfolgreichen (konservativen oder operativen) Unfallbehandlung, bei sp�ter eingetretenen Lockerungen der verletzten B�nder mit Auswirkungen auf die Stabilit�t der betroffenen Gelenke, somit bei durch die Unfallverletzung und/oder -behandlung verursachten morphologischen Sch�digungen, welche die Belastungs- und Widerstandsf�higkeit des gerissenen Bandes, im Vergleich zu B�ndern in normalen physiologischem Zustande, im Laufe der Zeit vermindern oder begrenzen. Indessen bestehen im vorliegenden Fall nach den gesamten Akten keinerlei Anhaltspunkte f�r eine solche Annahme. Die seitens der Klinik Y.________ angenommene leichte Instabilit�t des linken OSG ist kaum objektivierbar und stellt jedenfalls keinen zu Behandlung und/oder Arbeitsunf�higkeit f�hrenden Gesundheitsschaden dar. Im gleichen Sinne k�nnen die durch Dr. med. W.________ im Bereich von oberem und unterem Sprunggelenk links getroffenen Feststellungen (Druckempfindlichkeit, Tinel-Ph�nomen, Einschr�nkung der Supination um einen Drittel) vernachl�ssigt werden.
2.4 Unter diesen Umst�nden fiele eine Leistungspflicht der SUVA nur noch dann in Betracht, wenn der Beschwerdef�hrer sich anl�sslich des versicherten Unfalles vom 29. Juli 1981 eine schwerwiegendere Verletzung zugezogen h�tte, als sie seinerzeit erkannt und zum Gegenstand der Unfallbehandlung gemacht worden war. Auf dieser Hypothese beruht das Gutachten Dr. W.________. Es stellt sich die Frage nach dem Beweis (oder der Beweisbarkeit) derjenigen Tatsachen, auf welchen diese Annahme des Dr. med. W.________ beruht. Zwei Beweisf�hrungswege sind dabei denkbar: der direkte Beweis einer seinerzeit erlittenen schlimmeren Unfallsch�digung gest�tzt auf die initialen Unfallakten einerseits (dazu Erw. 2.4.1), der indirekte Beweis durch Feststellung des aktuell (d.h. im Zeitpunkt des Einspracheentscheides) bestehenden K�rperschadens und seiner retrospektiven Beurteilung im Sinne einer Schlussfolgerung auf die gesundheitliche Beeintr�chtigung, wie sie sich unter dieser Annahme beim Unfall vom 29. Juli 1981 ergeben haben muss, anderseits (dazu Erw. 2.4.2).
2.4.1 Nach Auffassung des Dr. med. W.________ lassen sich anamnestisch und unfallprotokollarisch verschiedene Umst�nde namhaft machen, aus denen sich insgesamt unwiderleglich ergebe, dass der Beschwerdef�hrer sich beim Unfall vom 29. Juli 1981 nicht nur eine B�nderruptur sondern auch eine Knorpelsch�digung zugezogen habe. Daf�r spr�chen namentlich der schwerwiegende Ablauf des (vom in der pl�tzlich einsetzenden Dunkelheit �berraschten Versicherten nicht kontrollierbaren) heftigen Sturzes, die Auspr�gung der initialen Unfallfolgen (massive Schwellung, hohe Druckdolenz, starkes Haematom), die Indikation zum operativen Vorgehen (bei deutlich vermehrter lateraler Aufklappbarkeit des OSG-Spaltes links), der postoperativ verhaltene bis protrahierte Verlauf sowie die Notwendigkeit eines Rehabilitationsaufenhaltes. Die Angabe einer intakten Gelenkfl�che im Operationsbericht vom 4. August 1981 habe, so der Privatgutachter weiter, bez�glich m�glicher Knorpelsch�digungen im oberen Sprunggelenk keinerlei Beweiskraft, weil seitens der operierenden Aerzte lediglich der kleinste Teil der Gelenkfl�che im lateralen Abschnitt habe inspiziert werden k�nnen, wogegen die medialen Abschnitte von diesem Zugang aus absolut nicht einsehbar seien.
Dr. med. Z.________, dem die Beschwerdegegnerin das Gutachten Dr. W.________ unterbreitete, hat in seiner Aerztlichen Beurteilung vom 28. M�rz 2002, Punkt f�r Punkt dieser medizinischen Argumentation entkr�ftet. Es wird auf dieses Dokument, welches dem Beschwerdef�hrer zur Kenntnis- und allf�lligen Stellungnahme zugesendet wurde, verwiesen. Entgegen der Auffassung des Dr. med. W.________ beweist keiner der von ihm in seinem Gutachten relevierten Aspekte - weder f�r sich allein noch in in ihrem Zusammenspiel - eine am 29. Juli 1981 erlittene Knorpelsch�digung: Schwellung, Druckdolenz und H�matom sind sicherlich nicht spezifisch f�r das Vorliegen einer Knorpelsch�digung sondern in erster Linie Ausdruck des erlittenen heftigen Supinationstraumas mit einhergehender Ruptur der betroffenen B�nder. Hinsichtlich des Unfallablaufes (Heftigkeit des Sturzes oder Fehltrittes) und der Aufklappbarkeit des OSG-Spaltes links (gering oder deutlich vermehrt) als Operationsindikation sind die aktenm�ssig festgehaltenen Angaben keineswegs in der von Dr. med. W.________ angenommenen Weise gesichert. Der postoperative Verlauf sodann ist sicherlich nicht aussagekr�ftig f�r die Frage einer Knorpelverletzung, zumal es den Umstand zu ber�cksichtigen gilt, dass der Beschwerdef�hrer, damals als �ngstlicher Patient geschildert, darin gef�rdert werden musste, sein Vertrauen zu seinem operierten Fuss wieder zu gewinnen (Schreiben des Dr. med. L.________, Spezialarzt FMH f�r Innere Medizin, vom 6. Oktober 1981), was mit dazu beigetragen hat, dass die Wiedererreichung normaler Gehf�higkeit etwas z�gerlicher voranging als sonst �blich. Endlich ist der Ausschluss einer Sch�digung der Gelenksfl�che im lateralen Abschnitt nicht beweisend f�r die Existenz einer solchen in den (durch die operierenden Aerzte nicht einsehbaren) medialen Gelenksabschnitten.
2.4.2 Damit k�nnte eine initiale Knorpelsch�digung, verursacht durch den versicherten Unfall vom 29. Juli 1981, nur noch postuliert werden, wenn auf Grund der seit Einleitung des Neuanmeldeverfahrens get�tigten Untersuchungen ein Befund erstellt w�re, der unfallmedizinisch betrachtet deren nat�rliche Folge w�re. Diesbez�glich hat das Gutachten Dr. W.________ auf Grund der am 6. September 2000 aufgenommenen R�ntgenbilder ohne Wenn und Aber "eine Verschm�lerung der Gelenkspalte zwischen Innenkn�chel und medialer Talusrolle (...)" bei Ausschluss einer analogen Verschm�lerung am rechten OSG angenommen, eine medizinische Befunderhebung, welche s�mtliche bisherigen negativen Untersuchungsergebnisse - insbesondere hatte die Begutachtung im Y.________ keine arthrotischen Ver�nderungen ergeben - nachhaltig in Frage zu stellen geeignet war. Auch zu diesem entscheidenden Punkt einer posttraumatischen Arthrosebildung - einer geradezu klassischen Unfallsp�tfolge - hat indes SUVA-Arzt Dr. Z.________ schon in seiner Aerztlichen Beurteilung vom 28. M�rz 2002 mit Nachzeichnung der radiologischen Pr�sentation des linken Sprunggelenkes im Abstand von 17 Jahren (1981 - 1998) und, nachdem ihm auch die seitens des Beschwerdef�hrers eingereichten R�ntgenbilder vom 6. September 2000 zur Verf�gung gestellt wurden, in der Stellungnahme vom 5. Juni 2002 �berzeugend Position bezogen, indem er u.a. ausf�hrte:
"Zum Ersten ist die auf der linken Seite von Dr. W.________ beschriebene Verschm�lerung der medialen Gelenkspalte (zwischen Innenkn�chel und medialer Talusrolle) im Vergleich zu rechts nur scheinbar, denn es handelt sich um eine andere Projektion als rechts. Dr. W.________ weiss, dass nur dann beide (n�mlich der mediale und der laterale Gelenkspalt) zur Darstellung kommen, wenn der Kn�chel um ca. 25� innenrotiert ist. In Hinsicht auf die Kn�chel von Herrn R.________ war auf den Bildern vom 6.9.00 der rechte Kn�chel weniger als 25�, der linke Kn�chel deutlich mehr als 25� innenrotiert, was die Unterschiede der Projektionen hervorruft und eine Verschm�lerung des medialen Gelenkspalts links vort�uscht (...)
�berdies w�rde man eine posttraumatische Arthrose nicht im Spalt zwischen Innenkn�chel und medialer Talusfl�che erwarten, sondern eine solche sitzt meistens im Bereich des medialen Doms, der beidseits unver�ndert ist. Ausserdem geh�ren zur Arthrose reaktive, subchondrale Knochensklerosen, doch ist im vorliegenden Fall der subchondrale Knorpel links eher weniger dicht als rechts, jedenfalls ohne die Andeutung einer Sklerose."
Mit diesen fach�rztlichen Darlegungen ist nunmehr in unverd�chtiger, fachlich �berzeugender und auch f�r einen medizinischen Laien nachvollziehbarer Weise erstellt, dass die Grundannahme des Dr. med. W.________ einer am 29. Juli 1981 erlittenen Knorpelsch�digung auch nicht indirekt, d.h. retrospektiv aus der Feststellung jetzt vorliegender, f�r eine solche Verletzung typischer Sp�tfolgen, wie sie nach den von den beiden Aerzten erw�hnten wissenschaftlichen Studien auch nach vielen Jahren von Beschwerdefreiheit eintreten kann, zu beweisen ist. Denn der Beschwerdef�hrer weist tats�chlich nach dem Gesagten keine arthrotischen Ver�nderungen im linken Fussgelenk auf, welche als Sp�tfolge einer durch den versicherten Unfall vom 29. Juli 1981 verursachten Knorpelsch�digung erkennbar w�ren. Daher er�brigen sich nunmehr auch erg�nzende medizinische Abkl�rungen, welche nach Eingang des Gutachtens Dr. W.________ noch angezeigt erschienen waren.
Sollte die Anfangs September 2003 in Italien durchgef�hrte Kernspintomographie neue Tatsachen aufweisen, die im Sinne der prozessualen Revision (Art. 137 lit. b OG; BGE 108 V 170) erheblich w�ren, ist er auf die M�glichkeit eines Gesuches um Revision des vorliegenden Urteils hinzuweisen.
Die anbegehrte unentgeltliche Verbeist�ndung ist zu gew�hren, da die hief�r erforderlichen Voraussetzungen der fehlenden Aussichtslosigkeit, Bed�rftigkeit und Notwendigkeit der anwaltlichen Vertretung gegeben sind (Art. 152 OG). Im Hinblick auf den ausserordentlichen Umfang des letztinstanzlichen Verfahrens wird die armenrechtliche Entsch�digung, abweichend vom Normalansatz (Fr. 2'500.--), ermessensweise auf Fr. 4'000.-- festgesetzt, der Beschwerdef�hrer jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass er zur R�ckzahlung verpflichtet ist, sofern er zu neuem Einkommen oder Verm�gen gelangen sollte. Mit dieser Entsch�digung sind s�mtliche Verfahrensschritte, Aufwendungen und Bem�hungen der anwaltlichen Interessenwahrung im Prozess vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht abgegolten.
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird Rechtsanw�ltin Karin Caviezel aus der Gerichtskasse mit Fr. 4'000.-- entsch�digt.

References: BGE 
 Art. 6
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 19
 Art. 95
 Art. 113
 BGE