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Timestamp: 2016-10-28 04:35:28+00:00

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141 III 26237. Auszug aus dem Urteil der I. zivilrechtlichen Abteilung i.S. A. GmbH gegen B. AG (Beschwerde in Zivilsachen)
Art. 64 al. 1 let. a et art. 257 CPC; expulsion du locataire en proc�dure sommaire et protection contre les cong�s. Une requ�te en expulsion d'un locataire selon la proc�dure de protection dans les cas clairs (art. 257 CPC) est admissible m�me lorsque le locataire a attaqu� en justice le cong� donn� par le bailleur et que cette proc�dure est pendante (consid. 3). Consid�rants � partir de page 263
3. 3.1 Die Beschwerdef�hrerin (Mieterin) r�gt eine Verletzung von Art. 64 Abs. 1 lit. a ZPO. Sie macht geltend, sie habe, nachdem die Beschwerdegegnerin (Vermieterin) das Mietverh�ltnis am 12. November 2014 (zum wiederholten Mal) ausserordentlich gek�ndigt habe, am 18. Dezember 2014 ein K�ndigungsschutzbegehren bei der Schlichtungsbeh�rde Z�rich eingereicht. Angesichts dieses rechtsh�ngigen Verfahrens - so die Beschwerdef�hrerin - h�tte das Handelsgericht auf das Ausweisungsbegehren der Beschwerdegegnerin vom 9. Januar 2015 nicht eintreten d�rfen.
3.2 Das Bundesgericht ist in seiner mietrechtlichen Rechtsprechung wiederholt zumindest implizit davon ausgegangen, dass �ber ein Ausweisungsbegehren im summarischen Verfahren um Rechtsschutz in klaren F�llen gem�ss Art. 257 ZPO auch dann entschieden werden darf, wenn die vorangehende ausserordentliche K�ndigung wegen Zahlungsr�ckstand (Art. 257d OR) vom Mieter gerichtlich angefochten wurde und das resultierende mietrechtliche Verfahren noch nicht rechtskr�ftig erledigt ist (siehe etwa die Urteile 4A_252/2014 vom 28. Mai 2014 E. 3 und 4; 4A_265/2013 vom 8. Juli 2013 E. 6; 4A_187/2012 vom 10. Mai 2012 E. 3; 4A_7/2012 vom 3. April 2012 E. 2; 4A_585/2011 vom 7. November 2011 E. 3; vgl. ferner Urteil 4A_68/2014 vom 16. Juni 2014 E. 4, nicht publ. in: BGE 140 III 315). Die entsprechende M�glichkeit wird auch von der herrschenden Lehre und in der kantonalen Gerichtspraxis bejaht, wobei teilweise ausdr�cklich darauf hingewiesen wird, dass die Rechtsh�ngigkeit des K�ndigungsschutzbegehrens der Ausweisung wegen deren unterschiedlichen Streitgegenstandes nicht im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. a ZPO entgegenstehe (siehe BOHNET/CONOD, La fin du bail et l'expulsion du locataire, in: 18e S�minaire sur le droit du bail, Bohnet/Carron [Hrsg.], 2014, S. 116 Rz. 165; GASSER/RICKLI, Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl. 2014, N. 11 zu Art. 257 ZPO; HOFMANN, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N. 18a zu Art. 257 ZPO; HOHL, Proc�dure civile, Bd. II, 2. Aufl. 2010, S. 261 f. Rz. 1439-1443; JENT-S�RENSEN, in: ZPO, Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], 2. Aufl. 2014, N. 17 f. zu Art. 257 ZPO; MEIER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 2010, S. 373; STAEHELIN/STAEHELIN/GROLIMUND, Zivilprozessrecht, 2. Aufl. 2013, � 21 Rz. 56; SUTTER-SOMM/L�TSCHER, in: Kommentar BGE 141 III 262 S. 264zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], Sutter-Somm/Hasenb�hler/Leuenberger [Hrsg.], 2. Aufl. 2013, N. 38a zu Art. 257 ZPO; TANNER, Die Ausweisung des Mieters im Rechtsschutz in klaren F�llen, ZZZ 2010 S. 315 f.; Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 1. Juli 2011, in: ZR 110/2011 Nr. 54 E. II./1-8; vgl. auch BISANG, Neue Zivilprozessordnung: Neuerungen im Schlichtungsverfahren bzw. Mietprozess unter besonderer Ber�cksichtigung der Ausweisung, MietRecht Aktuell 2010 S. 113 f.; G�KSU, in: Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], 2011, N. 15 zu Art. 257 ZPO; SPICHTIN, Der Rechtsschutz in klaren F�llen nach Art. 257 ZPO, 2012, S. 135-137 Rz. 296; abweichend THANEI, Auswirkungen der neuen Schweizerischen Zivilprozessordnung auf die mietrechtlichen Verfahren, insbesondere auf das Schlichtungsverfahren, mp 2009 S. 195 f.; differenzierend LACHAT, Proc�dure civile en mati�re de baux et loyers, 2011, S. 168 f.).
Diese Auffassung l�sst sich denn auch auf die Entstehungsgeschichte von Art. 257 ZPO st�tzen, zeigen doch die Materialien, dass das Parlament die fr�her geltende Regel zur Koordination von K�ndigungsanfechtung und Ausweisung mittels Kompetenzattraktion beim Ausweisungsrichter (aArt. 274g OR) im Rahmen des Erlasses der Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 ersatzlos aufhob, weil es der Ansicht war, dass das summarische Verfahren "in der Variante nach Art. 257 ZPO - und nur in dieser - f�r die Gew�hrung von raschem Rechtsschutz in Ausweisungssachen ausreiche" (BGE 139 III 38 E. 2.5 mit Hinweisen). Dabei ging es offenbar davon aus, im Ausweisungsverfahren nach Art. 257 ZPO k�nne vorfrageweise �ber die G�ltigkeit der K�ndigung entschieden werden, weshalb - in liquiden F�llen - mittels Gutheissung des kl�gerischen Begehrens eine Verz�gerung der Ausweisung durch Abwarten des mietrechtlichen K�ndigungsschutzverfahrens vermieden werde (siehe zum Gesetzgebungsverfahren auch BISANG, a.a.O., S. 111 f.; SPICHTIN, a.a.O., S. 134 Rz. 294; jeweils mit Hinweisen auf die Ratsdebatten; vgl. ferner Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, BBl 2006 7352 zu Art. 253, wonach der Rechtsschutz in klaren F�llen etwa f�r die Ausweisung infolge ausserordentlicher K�ndigung "spielen" werde, "so bei Zahlungsverzug [Art. 257d OR] und Konkurs [Art. 266h OR] einer Mieterin oder eines P�chters", wo sich die Sachlage durch Urkunden liquide beweisen lasse [Mahnungen, Fristansetzungen, K�ndigungen] und die Erstreckung von Gesetzes wegen ausgeschlossen sei). BGE 141 III 262 S. 265
Soweit die G�ltigkeit der K�ndigung des Mietvertrages demzufolge im Ausweisungsverfahren als Vorfrage zu beurteilen ist, beziehen sich die Voraussetzungen von Art. 257 Abs. 1 ZPO auch darauf. Sind sie nicht erf�llt und kann der Rechtsschutz in klaren F�llen deshalb nicht gew�hrt werden, so hat das Gericht nach Art. 257 Abs. 3 ZPO auf das Gesuch nicht einzutreten.
3.3 Somit kann festgehalten werden, dass ein Begehren um Ausweisung eines Mieters im Verfahren um Rechtsschutz in klaren F�llen nach Art. 257 ZPO grunds�tzlich auch dann zul�ssig ist, wenn der Mieter die vorangehende K�ndigung gerichtlich angefochten hat und dieses Verfahren h�ngig ist. Das angefochtene Urteil des Handelsgerichts ist insofern nicht zu beanstanden.
140 III 315,
art. 257 CPC,
Art. 64 al. 1 let. a et art. 257 CPC,
Art. 266h OR suite... ,
Art. 257 Abs. 1 ZPO,
Art. 257 Abs. 3 ZPO

References: Art. 64
 art. 257
 Art. 64
 Art. 257
 BGE 
 Art. 64
 Art. 257
 Art. 257
 Art. 257
 BGE 
 Art. 257
 Art. 257
 Art. 257
 Art. 257
 Art. 257
 Art. 257
 Art. 253
 BGE 
 Art. 257
 Art. 257
 Art. 257

art. 257

Art. 64
 art. 257

Art. 266

Art. 257

Art. 257