Source: https://www.vknn.at/oldtimer-anmelden-umwidmen/
Timestamp: 2020-06-07 05:58:23+00:00

Document:
Oldtimer anmelden/umwidmen – Import & Zulassung in Österreich
Oldtimer anmelden/umwidmen – Import & Zulassung – so funktioniert’s – Österreich
Ein Oldtimer ist ein mindestens 30 Jahre altes Kraftfahrzeug. Die entsprechende Definition liefert das KFG (Kraftfahrgesetz) 1967 im §2 Abs. 1, Z. 43.
Es handelt sich um ein historisches Fahrzeug im erhaltungswürdigen Zustand, das nicht ständig gefahren wird. Nach dieser Definition richten sich die Regeln bei der Zulassung und Umwidmung.
Wer bestimmt, was ein Oldtimer ist?
Der Bundesverkehrsminister (Ministerium für Verkehr, Innovation, Technologie) approbiert alljährlich eine Liste, in welcher historische Kraftfahrzeuge eingetragen sind (KFG § 131b).
1 Wer bestimmt, was ein Oldtimer ist?
2 Warum ist die Oldtimer-Klassifizierung sinnvoll?
3 Was sind fahrtenbuchartige Aufzeichnungen?
3.1 Wer trägt die Klassifikation als Oldtimer in den Typenschein ein?
3.2 Wie erfolgen die Einzelgenehmigung und die Zulassung?
3.3 Wie erfolgt der Import eines Oldtimers?
3.4 Was ist beim Kauf eines Oldtimers zu beachten?
Das „Kuratorium historische Mobilität“ publiziert diese BMVIT-approbierte Liste und kooperiert dabei mit dem beim Bundesverkehrsministerium angesiedelten Beirat für historische Kraftfahrzeuge.
Approbierte liste der historischen kraftfahrzeuge (Oldtimer) – https://www.khmoe.at/approbierte-liste
Beispiele für Oldtimer/Fahrzeuge in der Liste
badal (E) – Abadal
6R, Aufbau: Tou, Baujahr ab 1912 bis 1918
Abadal (E) – Abadal
18 kW/24 PS, 3619 ccm, 4R, Aufbau: Tou, Baujahr ab 1912 bis 1918
Aeroford (GB) – 20
15 kW/20 PS, 2890 ccm, Baujahr ab 1920 bis 1925
Porsche (D) – 356 – 356 1100
29 kW/40 PS, 1086 ccm, 4B, Aufbau: Cab, 2 Sitze, Baujahr ab 1950 bis 1952
29 kW/40 PS, 1086 ccm, 4B, Aufbau: Cpé, 2 Sitze, Baujahr ab 1950 bis 1952
29 kW/40 PS, 1086 ccm, 4B, Aufbau: Cab, 2 Sitze, Baujahr ab 1952 bis 1954
29 kW/40 PS, 1086 ccm, 4B, Aufbau: Cpé, 2 Sitze, Baujahr ab 1952 bis 1954
Porsche (D) – 356 – 356 1300
32 kW/44 PS, 1286 ccm, 4B, Aufbau: Cab, 2 Sitze, Baujahr ab 1951 bis 1952
32 kW/44 PS, 1286 ccm, 4B, Aufbau: Cpé, 2 Sitze, Baujahr ab 1951 bis 1952
Bedford (GB) – Bella Vista Bedford
63 kW/85 PS, 3900 ccm, Motor: Bedford, Achsen: 2, Aufbau: F/OM, Baujahr ab 1960
Bedford (GB) – C5ZI
Achsen: 2, Aufbau: F/OM, Baujahr ab 1960
Bedford (GB) – OB Bella Vista
52 kW/70 PS, 3500 ccm, Motor: Bedford, Achsen: 2, Aufbau: H/OM, Baujahr ab 1949
Aermacchi/Aerm.Harley-Dav. (I) – 125 Ala d’Oro
18 kW/24 PS, 124 ccm, 1, Motor: Aermacchi, Baujahr ab 1966 bis 1974
Aermacchi/Aerm.Harley-Dav. (I) – 125 De Luxe
7 kW/10 PS, 124 ccm, 1, Motor: Aermacchi, Baujahr ab 1972 bis 1974
Aermacchi/Aerm.Harley-Dav. (I) – 125 RC
12 kW/16 PS, 124 ccm, 1, Motor: Aermacchi, Baujahr ab 1970 bis 1974
AMC (USA) 1978 – AMX Series 01 108 – AMX (01/7803-9)
88 kW/120 PS, 4229 ccm, 6R, DIN, Aufbau: 2d Hatch, 4 Sitze
AMC (USA) 1978 – Concord Series 01 108 – Concord (01/7803-7)
66 kW/90 PS, 3802 ccm, 6R, DIN, Aufbau: 2d Hatch, 4 Sitze
AMC (USA) 1978 – Concord Series 01 108 – Concord (01/7805-7)
66 kW/90 PS, 3802 ccm, 6R, DIN, Aufbau: 4d Sed, 5 Sitze
AMC (USA) 1978 – Concord Series 01 108 – Concord (01/7806-7)
66 kW/90 PS, 3802 ccm, 6R, DIN, Aufbau: 2d Sed, 5 Sitze
Brunswick (US) – Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen – Brunswick Mechanical Mule – Truck 1/2t 4×4 Platf. M 274 A2
10 kW/14 PS, 3R, Baujahr ab 1965
Fiat (I) – 18 – 18 – 830 kg 2WD
14 kW, 1135 ccm, 2, Hubkraft 400 kg, Baujahr ab 1957 bis 1958
Fiat (I) – Serie 211R-513R – 211 R – 915 kg 2WD
15 kW, 1135 ccm, 2, Hubkraft 400 kg, Baujahr ab 1958 bis 1964
Fiat (I) – Serie 211R-513R – 241 R – 4WD 1050 kg
Fiat (I) – Serie 211R-513R – 312 R
21 kW, 1901 ccm, 4, Hubkraft 800 kg, Baujahr ab 1958 bis 1964
Diese Liste ist die Basis für die Genehmigung eines Fahrzeugs als Oldtimer. Nicht jedes alte Auto wird automatisch zum Oldtimer, es muss ein kraftfahrtechnisches Kulturgut sein. Die Firma Autopreisspiegel veröffentlicht die Liste ebenfalls.
Diejenigen Fahrzeuge, welche die Aufnahme in die Liste nicht geschafft haben, können vom gesetzlich eingerichteten Beirat dennoch als Oldtimer empfohlen werden. Sollten sie sich auf diese Weise durchsetzen, werden sie wahrscheinlich in einigen Jahren in die Liste aufgenommen.
Der Gesetzgeber verlangt bei dieser Beurteilung und Empfehlung zur Erhaltenswürdigkeit die Beachtung bestimmter Umweltauswirkungen der historischen Fahrzeuge. Sollte die Empfehlung gelten, können sich die Fahrer eine Vorabbestätigung beim Kuratorium einholen.
Warum ist die Oldtimer-Klassifizierung sinnvoll?
Wer mit einem historischen Fahrzeug durch unsere Städte fahren will, muss die immer strengeren Abgasvorschriften beachten. Ohne eine Zulassung als Oldtimer ist in vielen Städten bereits die Fahrt mit dem guten alten Auto verboten.
Weiters gelten für klassifizierte Oldtimer auch Ausnahmen bei der Überprüfung nach §57a, so etwa bezüglich der Funktionsweise der Bremsen. Diese Ausnahmen wurden erlassen, um die Originalität der historischen Fahrzeuge zu erhalten.
Bei einer Restauration ist auf den Originalzustand zu achten, sonst gibt es keine Zulassung als Oldtimer. Dieser Originalzustand kollidiert aber mit dem modernen Verkehrsrecht. Doch nach der Oldtimerzulassung ist die Fahrt mit diesen Autos erlaubt.
Auch die Versicherungen bieten spezielle Tarife für diese Fahrzeuge an. Der Gesetzgeber limitiert natürlich die Fahrten mit Oldtimern: Sie dürfen pro Jahr nur an höchstens 120 Tagen gefahren werden, bei historischen Krafträdern sind es 60 Tage.
Um das zu kontrollieren, müssen die Fahrer „fahrtenbuchartige Aufzeichnungen“ führen, die der Behörde gegebenenfalls vorzulegen sind. Die Begutachtung der historischen Kfz erfolgt alle zwei Jahre. Seit 2018 gelten folgende Bestimmungen:
1. Die historischen Fahrzeuge sind nach KFG §2 Abs.1 Z43 auf Übereinstimmung mit dem durch die Behörde genehmigten Sollzustand zu überprüfen. Der Fahrer muss hierzu das Fahrzeug-Genehmigungsdokument und weitere Nachweise (Typenschein oder Einzelgenehmigung) vorlegen.
2. Die Einhaltung der Zeitbeschränkung für die Nutzung ist anhand des Fahrtenbuchs zu kontrollieren. Überprüft werden stets die letzten zwei Jahre. Das geht aus dem BMVIT-Erlass vom 18.12.2017 hervor (GZ. BMVIT-185.340/0022-IV/ST5/2017).
Was sind fahrtenbuchartige Aufzeichnungen?
Die nach KFG § 34 Abs. 4 vorgeschriebenen fahrtenbuchartigen Aufzeichnungen vermerken die Routen, Daten und Kilometer und müssen eindeutig dem Fahrzeug zuzuordnen sein. Es gibt hierfür digitale Lösungen oder Fahrtenbücher aus Papier, die nicht manipulierbar sind. Die Eintragungen sind:
Das Fahrtenbuch muss der Fahrer mitführen, die Polizei kann es jederzeit kontrollieren. Das Fahrtenbuch muss noch drei Jahre nach der letzten Eintragung vorliegen (KFG § 34 Abs. 4).
Wer trägt die Klassifikation als Oldtimer in den Typenschein ein?
Diesen Eintrag nimmt ausschließlich die Landesprüfstelle des Bundeslandes vor, in welchem der Besitzer wohnt. Beim Eintrag ist stets das Fahrzeug vorzuführen. Überprüft werden der Original- und Erhaltungszustand. Die Behörde kann ein technisches Gutachten durch einen Sachverständigen verlangen.
Wie erfolgen die Einzelgenehmigung und die Zulassung?
Die Einzelgenehmigung ist für Fahrzeuge maßgebend, für die keine österreichischen Papiere vorliegen. Das ist nach einem Import oder durch den Verlust der sehr alten Papiere möglich. Die Autos müssen beim zuständigen Landesamt als historisches Kraftfahrzeug genehmigt werden.
Manchmal lässt sich bei älteren Fahrzeugen die frühere Zulassung noch nachweisen, manchmal aber auch nicht (sogenannter „Scheunenfund“). In so einem Fall ist der Besitznachweis durch eine eidesstattliche Erklärung möglich.
Genehmigt und später zugelassen wird das Fahrzeug aber nur, wenn es technisch und historisch in einem praktisch tadellosen Zustand ist. Die Prüfstelle der Landesregierung teilt dem Besitzer mit, für welche technischen Ausrüstungsbestandteile eine Nachrüstung erfolgen muss.
Es könnte sich zum Beispiel um Beleuchtungseinrichtungen handeln. Diese wurden oft über die Laufzeit des Fahrzeugs mit moderneren Teilen nachgerüstet, doch damit ist der Originalzustand nicht mehr gegeben. Es würde daher keine Zulassung als Oldtimer erfolgen.
In einigen technischen Belangen wie den Abgaswerten und der Lautstärke ist eine Ausnahmegenehmigung erforderlich, damit sich das Fahrzeug im heutigen Straßenverkehr bewegen darf.
Nach der erfolgten Einzelgenehmigung ist das Fahrzeug in jedem Fall in der ZGD (zentrale Genehmigungsdatenbank) durch das für den Besitzer zuständige Finanzamt freizuschalten. Erst dann ist die Zulassung möglich. Eine NoVA muss aktuell nicht entrichtet werden.
Die Zulassung des historischen Kfz erfolgt mit den gleichen Papieren wie bei einem modernen Fahrzeug:
Bei österreichischen Originalpapieren ist zu beachten, ob die letzte Fahrzeugabmeldung im Typenschein wirklich eingetragen ist bzw. ob eine Abmeldebestätigung vorliegt.
Das ist bei sehr lange zurückliegenden Abmeldungen wahrscheinlich immer zu überprüfen. Ohnehin muss ein Fahrzeug, das vor mehr als fünf Jahren zuletzt abgemeldet wurde, wahrscheinlich vor der Neuzulassung in die ZGD eingetragen werden.
Wie erfolgt der Import eines Oldtimers?
Auch importierte ältere Kfz können als Oldtimer typisiert und dann in Österreich zugelassen werden. Es empfiehlt sich, schon vor dem geplanten Ankauf und Import bei der Landesprüfstelle nachzufragen, ob dieses spezielle Fahrzeug ein historisches Fahrzeug nach österreichischer Gesetzgebung sein kann, wenn es die technischen Voraussetzungen erfüllt.
Die Landesprüfstelle teilt auch mit, welche Dokumente für die Zulassung benötigt werden. Die Voraussetzungen sind dieselben wie bei inländischen Fahrzeugen: Das Auto oder Kraftrad muss der Baujahrsdefinition KFG §2 Absatz 1 Z.43 entsprechen und durch seinen technischen und historisch originalen Zustand erhaltenswürdig sein.
Die Erhaltenswürdigkeit lässt sich durch einen Auszug gemäß §131b KFG (historische Liste) belegen. Der Vorgang erfolgt wie oben beschrieben über das Kuratorium historische Mobilität, auch der Autopreisspiegel führt die historische Liste.
Wenn die Liste das Fahrzeug nicht führt, kann der Beirat eine Empfehlung abgeben. Beachten Sie den nötigen Erhaltungszustand für die Zulassung als Oldtimer (Zustandsklasse 1 – 3).
Was ist beim Kauf eines Oldtimers zu beachten?
Wie bei jedem Autokauf sollten Sie die Identität des Verkäufers mit dessen Personaldokument überprüfen. Sollten Sie das Fahrzeug importieren, dann lassen Sie sich notariell oder gerichtlich die Unterschrift des ausländischen Verkäufers bestätigen.
Die Behörde kann das verlangen, es bestätigt die Echtheit des Kaufvertrages. Verlangen Sie auch einen Nachweis über die Zahlung der Kaufsumme. Diesen Nachweis kann der Zoll von Ihnen verlangen. Verlangen Sie zudem alle nötigen Unterlagen wie den ausländischen Typenschein.
Für den Transport eines importierten fahrtüchtigen Autos können Sie bei der ausländischen Zulassungsbehörde ein Überstellkennzeichen beantragen. Das ausländische Kennzeichen dürfen Sie nur mit Zustimmung des Verkäufers verwenden.
Spätestens nach einem Monat muss das Fahrzeug aber ein österreichisches Kennzeichen tragen. Wenn Sie ein Transportunternehmen mit der Einführung beauftragen, erledigt dieses alle Formalitäten für Sie. Sollten Sie aus einem EU-Land ein historisches Kraftfahrzeug einführen, entfallen der Zoll und die Einfuhrumsatzsteuer.
Beim Import aus Staaten außerhalb der EU gibt es zwei Tarifpositionen:
Tarif-Position 8703 „normales Kfz“: Es werden Zoll und die normale Einfuhrumsatzsteuer entrichtet.
Tarif-Position 9705 „Oldtimer“: Es muss kein Zoll bezahlt werden, die Einfuhrumsatzsteuer beträgt 13 %.
Für die Einordnung unter Tarif-Position 9705 muss sich der Oldtimer im Originalzustand befinden. Es darf keine wesentlichen baulichen Änderungen geben.
Die betreffenden Bauteile sind:
Aufhänge­system
Die Teile durften im Laufe der Jahre repariert oder durch originale Bauteile ersetzt worden sein.
Durch einen Umbau oder eine Modernisierung erlischt aber der Oldtimerstatus. Kleinere Änderungen etwa an der Beleuchtung sind für den Zoll weniger relevant, können aber die inländische Zulassung als Oldtimer hemmen.

References: §2
 § 131
 §57
 §2
 § 34
 § 34
 §2
 §131