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Timestamp: 2017-12-18 05:17:41+00:00

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15. Jahrgang I 12012 ISSN 1435-6147 I PVSt. F 46072 € 10,00 zzgl. MwSt.und Versand Zeitschrift für innovative Laserzahnmedizin I Special I Marktübersicht I Fachbeitrag I Anwenderbericht I Wirtschaft I Recht I Fortbildung Laserzahnheilkunde und die GOZ 2012 – ein neues (Alp)Traumpaar?!? I Laser in der Zahnmedizin – State of the Art Dentallasermarkt Physikalische Herpes-simplex-Virus-1-Therapie mit dem Diodenlaser Zeitgemäße Vestibulumplastik in der Implantologie Inside Website Zahnärztliches Haftungsrecht Jubiläumskongress der DGL in Düsseldorf I Abschluss des elften Jahrganges „M.Sc. in Lasers in Dentistry“ I Laser in Leipzig Laser – State of the Art
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EDITORIAL Laserlicht – unentbehrlich für State of the Art-Zahnmedizin Liebe Leserinnen und Leser des Laser Journals! Mit großer Freude habe ich in letzter Zeit zahlreiche zahnärztliche Fachzeitschriften durchstöbert. Haben Sie auch aktuelle Publikationen gelesen und ferner die Kongress- berichterstattungen der letzten Wochen und Monate aufmerksam verfolgt? Dann wird Sie – so hoffe ich – ein ähnliches Wohlgefühl beschlichen haben, wie es bei mir der Fall war, wenn Sie bei den wissenschaftlichen Beiträgen den hohen Stellenwert rund um den Einsatz des Laserlichts in der Mundhöhle festgestellt haben. Dies einen Trend zu nennen greift meines Erachtens zu kurz. Es ist mehr: Die Bericht - erstattung über den Einsatz monochromatischen Lichtes ist nicht nur fester Bestandteil mannigfaltiger Publikationen und wissenschaftlicher Studien geworden, vielmehr wird auch bei vielen implantologischen und parodontologischen Kongressen und Symposien „dem Laser“ gar eine eigene, spezifische Session gewidmet. Einen Höhepunkt stellte hier zweifellos der glanzvolle Jubiläumskongress der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde (DGL) im vergangenen Herbst dar. Die Erklärung für dieses erfreuliche Phänomen ist einfach: Nicht wie bei so mancher Neu- erung in der Zahnmedizin, die mit großem (PR-)Aufwand und erheblichem Getöse in die Zahnmedizin eingeführt worden ist, sondern eher bescheiden, still und leise haben sich zahlreiche Schnittstellen für die Laserlicht-Zahnmedizin etabliert, bewährt und werden tagtäglich angewandt. Tendenz steigend. Das hohe Ziel „State of the Art“ heißt sicherlich nicht immer und ausschließlich Laser- lichteinsatz, aber eben auch Laserlichteinsatz! Das ganze Team des Laser Journals der OEMUS MEDIA AG und ich als Chefredakteur die- ser einzigen deutschsprachigen Zeitschrift für Laserzahnmedizin wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen der jüngsten Ausgabe unserer Zeitschrift und hoffen, dass Sie und wir gemeinsam feststellen können: „Ohne Laser geht es nicht (mehr)!“ In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich! Ihr Dr. Georg Bach
FOX Q810 PLUS VOLLE LASER-POWER auch in der PhotoDynamischen Therapie APPLIKATIONEN (cid:104) Endodontie (cid:104) (cid:104) (cid:104) (cid:104) (cid:104) (cid:104) Periodontologie Chirurgie Implantologie Biostimulation Bleaching ® PDT – EmunDo VORTEILE (cid:104) Speichert Ihre individuellen Behandlungsparameter (cid:104) (cid:104) Einfacher Wechsel der Fibern Touch Screen P D T v o n A . R . C . www.arclaser.de www.pdt-arc.de ®
INHALT Editorial 3 Laserlicht – unentbehrlich für State of the Art-Zahnmedizin Dr. Georg Bach Special 6 Laserzahnheilkunde und die GOZ 2012 – ein neues (Alp)Traumpaar?!? Dr. Georg Bach 8 Laser in der Zahnmedizin – State of the Art Prof. (Hangzhou Normal University, China) Dr. med. Frank Liebaug, Dr. med. dent. Ning Wu Marktübersicht 14 Der Lasermarkt im Überblick 14 Anbieter und Produkte Dentallasermarkt Fachbeitrag 16 Physikalische Herpes-simplex- Virus-1-Therapie mit dem Diodenlaser Jeannette Deumer, M.Sc. Anwenderbericht 22 Zuschläge nach GOZ-Nr. 0120 Dr. Wolfgang Stoltenberg 26 Zeitgemäße Vestibulumplastik in der Implantologie Dr. Darius Moghtader Wirtschaft 28 Inside Website Silvia Hänig Recht 30 Zahnärztliches Haftungsrecht RA Dr. Karl-Heinz Schnieder, RA Felix Ismar Interview 34 „Wir werden unseren hohen Anspruch bewahren“ Dr. Georg Bach Fortbildung 40 Jubiläumskongress der DGL in Düsseldorf Dr. Georg Bach 43 Abstracts zur 20. Jahrestagung der DGL 48 Abschluss des elften Jahrganges „M.Sc. in Lasers in Dentistry“ Dajana Klöckner 49 Laser in Leipzig Jürgen Isbaner 32 Herstellerinformationen 36 News 38 Tipp 50 Kongresse, Impressum Alle mit Symbolen gekennzeichneten Beiträge sind in der E-Paper-Version der jeweiligen Publikation auf www.zwp-online.info mit weiterführenden Informationen vernetzt. 15. Jahrgang I12012 ISSN 1435-6147 IPVSt. F 46072 € 10,00 zzgl.MwSt.und Versand Zeitschrift für innovative Laserzahnmedizin ISpecial IMarktübersicht IFachbeitrag IAnwenderbericht IWirtschaft IRecht IFortbildung Laserzahnheilkunde und die GOZ 2012 – ein neues (Alp)Traumpaar?!? I Laser in der Zahnmedizin – State of the Art Dentallasermarkt Physikalische Herpes-simplex-Virus-1-Therapie mit dem Diodenlaser Zeitgemäße Vestibulumplastik in der Implantologie Inside Website Zahnärztliches Haftungsrecht Jubiläumskongress der DGL in Düsseldorf I Abschluss des elften Jahrganges „M.Sc. in Lasers in Dentistry“ I Laser in Leipzig Laser – State of the Art Erläuterung zum Titelbild dieser Ausgabe: FOX/Q810 Laser mit dem photodynamischen Farbstoff EmunDo®. Mit freundlicher Genehmigung der A.R.C. Laser GmbH.
Special Laserzahnheilkunde und die GOZ 2012 – ein neues (Alp)Traumpaar?!? Was man jetzt beachten muss Zweifellos ist das beherrschende Thema seit der zweiten Jahreshälfte 2011 bis heute die „neue“ GOZ 2012. Ebenso zweifellos eine übereinstimmende Reaktion der deutschen Zahn- ärzte, ihrer Körperschaften, Fachgesellschaften und Institutionen – die einhellige Ablehnung der Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte. Dr. Georg Bach/Freiburg im Breisgau n Immerhin dreiundzwanzig Jahre musste die deut- sche Zahnärzteschaft auf eine Novellierung der Gebüh- renordnung für Zahnärzte warten. Entsprechend hoch waren die diesbezüglichen Erwartungen. Erwartungen und Realitäten Genährt wurden diese hohen Erwartungen von Ankün- digungen des Gesundheitsministers, dass nun eine „nachhaltige Reform“ erfolgen würde. Allerdings ist es Minister Bahr nicht gelungen, seine beiden Hauptziele, die er sich bei der GOZ 2012 gesteckt hatte, zu erreichen: Eine Gebührenordnung zu schaffen, die den „aktuellen Stand der Zahnheilkunde“ widerspiegelt und zudem für einem „fairen Interessensausgleich“ zwischen den be- teiligten Parteien führt. Das, was nun seit dem 1. Januar dieses Jahres Gültigkeit besitzt und nun auch umgesetzt wird bzw. werden muss, wird diesen hehren Zielen in keiner Weise gerecht. In- adäquate Honorierung, Schlampigkeit in der Ausfüh- rung der Gebührenordnung, Missachtung des zahn- ärztlichen Ansinnens der Verwirklichung einer minimal - invasiven, prophylaxeorientierten Zahnheilkunde – die Liste der kritikwürdigen Punkte an der GOZ 2012 ließe sich definitiv noch lange weiterführen. „Die Gebührenordnung für Zahnärzte ist eine Erstat- tungsordnung, die nicht fair verhandelt, sondern erlas- sen und dann auch umgesetzt werden muss!“, wie es ein prominenter zahnärztlicher Standespolitiker so tref- fend formulierte. Und hier hat sich in der GOZ 2012 in der Tat, was unseren Bereich der Laserzahnmedizin betrifft, eine erhebliche Veränderung ergeben. Im Teil A, allgemeine zahnärztliche Leistungen, sind zwei neue Ziffern integriert worden, sogenannte Zuschläge. Diese sind: a) GOZ 0110 – Zuschlag für Anwendung eines OP-Mikroskops. b) GOZ 0120 – Zuschlag für Anwendung eines Lasers. Naturgemäß wollen wir die Zuschlagsposition GOZ 0120 (Zuschlag Laser) etwas näher betrachten. Abb. 1–3: Fibromentfernung mittels Laserschnittführung. Hier hätten sämtliche in der Zahnheilkunde etablierten Laser, wie CO2/Diode/Er:YAG/ Er,Cr:YSGG und Nd:YAG, zum Einsatz kommen können. Abb. 4 und 5: Mundvorhofplastik: zweifellos eine Domäne des CO2-Lasers, hier kommen aber auch andere Dentallaserwellenlängen zum Einsatz. 6 LASER JOURNAL 1/2012
Special Abb. 6–8: Laserunterstützte Parodontologie: hier können sämtliche Dentallaserwellenlägen zum Einsatz kommen. Abb. 9 und 10: Laserdekontaminination mit einem Diodenlaser. GOZ 0120 – Zuschlag für Anwendung eines Lasers der Hauptleistung, die den Zuschlag ausgelöst hat, erscheinen. Wann kann dieser Zuschlag auf der Liquidation erscheinen? Das Ansetzen des Zuschlages GOZ 0120 ist auf folgende Gebührenpositionen beschränkt: – GOZ 2410: Aufbereitung eines Wurzelkanals – GOZ 3070: Exzision von Schleimhaut und Granulationsgewebe – GOZ 3080: Exzision einer Schleimhautwucherung größeren Umfanges – GOZ 3210: Beseitigung störende Schleimhautbänder – GOZ 3240: Vestibulum-, Mundbodenplastik – GOZ 4080: Gingivektomie/Gingivoplastik – GOZ 4090: Lappenoperation Frontzahn – GOZ 4100: Lappenoperation Seitenzahn – GOZ 4130: Gewinnung Schleimhautransplantat – GOZ 4133: Gewinnung Bindegewebstransplantat – GOZ 9160: Entfernung unter Schleimhaut liegender Materialien Wie ist hier die Honorierungssituation? Der Zuschlag orientiert sich in seiner Höhe am Einfach- satz der Hauptleistung, also z.B. bei der GOZ 4100, die mit XXX Punkten bewertet ist, beträgt der Zuschlag dann auch XXX Punkte. Wie oft kann der Zuschlag zum Ansatz gebracht werden? Der Ansatz des Zuschlags ist stringent limitiert, er ist nur einmal pro Behandlungstag und Patient abrechenbar. Und, wie zu erwarten, besteht auch eine Limitierung nach oben, die Höhe des Zuschlages darf 68 Euro nicht überschreiten. Wie ist das Handling bei der Rechnungsstellung? Wird der Laser-Zuschlag zum Ansatz gebracht, dann muss dieser in der Liquidation immer direkt nach Zwei Tipps zum Ende In der GOZ 2012 werden Sie nun viele Positionen finden, die im „2,3-fachen Standardsatz“ von der Honorierungs- höhe weit unter BEMA-Niveau liegen, stellvertretend darf ich hier z.B. den Bereich der Kompositfüllungen, die Untersuchungsposition etc. nennen. Wollen Sie hier von Ihrem privat versicherten Patienten annähernd das für Ihre Leistungen erzielen, was Sie für die gleiche Leistung beim gesetzlich versicherten Pa- tienten bekommen, müssen Sie einen deutlich höheren Steigerungsfaktor verwenden. Dieser muss begründet werden. Wie wäre es, als poli- tisch wichtiges und richtiges Zeichen, mit der Begrün- dung „zur Erzielung des Vergütungsniveaus der gesetz- lichen Krankenversicherung“? Wenn Sie anhand Ihrer Praxiszahlen einen Vergleich „GOZ alt/neu“ angestellt haben und sehen, dass es mit der GOZ 2012 schwierig wird, Ihr Vorjahresniveau zu hal- ten, schauen Sie doch mal in der GOZ 2012 den Paragra- fen zwei (Abweichende Vereinbarung) an. Ich darf zum Ende meines Beitrages nochmals den bereits im Einfüh- rungstext erwähnten süddeutschen Standespolitiker zitieren „Paragraf zwei macht frei!“. Dem möchte ich nichts hinzufügen. n KONTAKT Dr. Georg Bach Rathausgasse 36 79098 Freiburg im Breisgau E-Mail: doc.bach@t-online.de 7 LASER JOURNAL 1/2012
Special Laser in der Zahnmedizin – State of the Art Albert Einstein hat vor mehr als hundert Jahren die Natur des Lichtes beschrieben und damit die Grundlagen des Laserprinzips postuliert. Es verging jedoch noch eine lange Zeitspanne voller Denkmodelle und Experimente, bis Maiman Anfang der 1960er-Jahre den ersten Laser, einen Rubinlaser, baute und damit Experimente durchführte. Erst in den letzten 25 Jahren kam es zu der Einführung von mehr oder weniger praxistauglichen Geräten in der Zahnmedizin. Prof. (Hangzhou Normal University,China) Dr. med. Frank Liebaug, Dr. med. dent. Ning Wu/Steinbach-Hallenberg n Im Jahre 1988 entwickelte die Firma KaVo zusammen mit Aeskulap und dem Institut für Lasermedizin (ILM) in Ulm den weltweit ersten Prototypen eines dentalen Er:YAG-Lasers. Damals wurde von Hibst und Keller in ei- nem mittlerweile historischen Selbstversuch die Funk- tionsfähigkeit und Schmerzarmut bei der Kavitätenprä- paration dargestellt und bewiesen. In den nachfolgenden Jahren kam es zu zahlreichen In- novationen und Weiterentwicklungen. So wird der Laser heute als Instrument zur Diagnostik und Therapie in der Medizin und Zahnmedizin eingesetzt. Seine Vorteile gegenüber konventionellen Methoden, wie berüh- rungsfreies und damit aseptisches Arbeiten sowie die meist reduzierte Traumatisierung des Gewebes, sind unumstritten. Teilweise können mithilfe des Lasers neue Behandlungs- und Operationstechniken entwi- ckelt werden. Wenn angesichts des nahezu unbegrenzten Indika- tionsspektrums der Laser in den Zahnarztpraxen noch nicht überall Einzug gehalten hat, so werden damit zwei wesentliche Gründe diskutiert: zum einen gibt es keine universell einsetzbare Lasergeräte, sondern Einsatz und Anwendung sind abhängig von der Wellenlänge, zum anderen sind diese Geräte bisher im Vergleich zu her- kömmlichen Instrumenten relativ teuer. Wenn man die letzte Internationale Dental-Schau in Köln im März 2011 in Erinnerung hat, so hat sich auch in dieser Hinsicht viel getan. Die Lasergeräte der jüngs - ten Generation sind flexibel einsetzbar, leistungsfä- hig und damit auch betriebswirtschaftlich sinnvoll in ein Praxiskonzept zu integrieren. Allerdings kann der Laser nicht, was nicht auch mit konventioneller Thera- pie erreichbar wäre. Aber, und das ist entscheidend, mit einem Lasergerät kann man viele Behandlungen einfacher, schneller und für den Patienten schonender durchführen. In vielen Studien wurden hervorragende Ergebnisse im Einsatzgebiet der Endodontie, der Parodontologie, der Hartgewebebearbeitung, der zahnärztlichen Chirurgie und Periimplantitistherapie beschrieben. Es ist unbestritten, dass Lasersysteme in den letzten Jah- ren vermehrt und klinisch erfolgreich in der Zahnmedi- zin eingesetzt werden. Auch wenn dies durchaus noch vereinzelt von universitärer Seite her infrage gestellt wird (Bach 2007). Zuordnung von Lasern Laser werden in der Regel nach Art des Laserwerkstoffs eingeteilt. Man unterscheidet hier zwischen Festkörper- lasern, Gaslasern, Farbstofflasern, chemischen Lasern und Halbleiterlasern. Für uns sind heute überwiegend Gas- und Festkörperlaser interessant. Festkörperlaser, bei denen das Lasermedium aus einem optischen Kristall besteht, sind der Er:YAG-Laser, der Er, Cr:YSGG-Laser, der Nd:YAG-Laser und die verschiede- nen Diodenlaser (Abb. 1 bis 3). Als Vertreter für Gaslaser kennen wir vor allem den CO2- Laser und den Argonlaser. Letzterer hat jedoch kaum eine klinische Bedeutung. Aber auch sogenannte Softlaser verdienen ihre Erwäh- nung und werden in der modernen Zahnmedizin rela- tiv häufig eingesetzt. Deren Befürworter postulieren eine biostimulierende Wirkung auf Weichgewebe, ob- wohl nur Laserlicht im Milliwattbereich emittiert wird. Abb. 1: SIROLaser Advance, ein kleiner, handlicher, komfortabler und für seine Sicherheit und Design ausgezeichneter Diodenlaser (Sirona Dental Systems GmbH). – Abb. 2: Diodenlaser Firma A.R.C. Laser GmbH Q 810, welcher auf den photodynamischen Farbstoff EmunDo für die antibak- terielle Photodynamische Therapie (aPDT) abgestimmt ist und erstmals 2011 auf der IDS in Köln vorgestellt wurde (Q810/FOX). – Abb. 3: Laser HF (Hager & Werken GmbH & Co. KG): das einzige Kombinationsgerät weltweit mit zwei Lasereinheiten 975 nm/6 W und 660 nm/25–100 mW so- wie HF-Chirurgiekomponente 2,2 mHz für einfaches, schnelles und präzises Schneiden von Weichgewebe. 8 LASER JOURNAL 1/2012
FASZINATION LASER FÜR EXPERTEN UND EINSTEIGER 7./8. SEPTEMBER 2012 // LEIPZIG // HOTEL THE WESTIN LEIPZIG des Readers i-nigma) scannen (z. B. mithilfe mit dem Smartphone QR-Code einfach START UP 2011 DGL / / LASER 20. Jahrestagung Bilder Bilder 20. Jahrestagung DGL / / LASER START UP 2011 QR-Code einfach mit dem Smartphone scannen (z. B. mithilfe des Readers i-nigma) HAUPTSPONSOR ORGANISATION/ ANMELDUNG OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-390 event@oemus-media.de www.dgl-jahrestagung.de www.startup-laser.de JETZT ANFORDERN! FAXANTWORT 0341 48474-390 Bitte senden Sie mir das Programm zum/r ❏ LASER START UP 2012 ❏ 21. JAHRESTAGUNG DER DGL am 7./8. September 2012 in Leipzig zu. E-Mail-Adresse (bitte angeben) Praxisstempel LJ 1/12
Special Abb. 4: elexxion delos 3.0, Kombination aus Er:YAG-Laser und 810 nm Diodenlaser mit bis zu 50 Watt Leistung und einer variablen Pusierung bis zu 20.000 Hz (elexxion AG). – Abb. 5: Waterlase iPlus mit dualer Wellenlänge 2.780 nm und 940 nm – iLase (Firma Biolase Europe GmbH). – Abb. 6: Lightwalker von Fotona, Kombination aus Er:YAG- und Nd:YAG-Laser mit, laut Herstellerangaben, extrem hoher Schneidleisung im Hart- und Weichgewebe. – Abb. 7: KaVo KEY 3+ Laser, Er:YAG-Laser , Fa. KaVo Deutschland. Hauptindikation ist die Therapie von Schmerzzustän- den und Wundheilungsstörungen sowie Mund- schleimhauterkrankungen. Auch über Softlaser gibt es mittlerweile zahlreiche wissenschaftliche Veröffentli- chungen (Bach 2007). Die Erkenntnis, dass jede Wellenlänge ihre spezifischen Indikationen hat, führte bei den Herstellern zur Ent- wicklung von Geräten verschiedener oder auch manch- mal mehrerer Wellenlängen in einem Gerät. In der Re- gel handelt es sich hier um Wellenlängen, welche sich ergänzen, also Anwendungen im Weich- und Hartge- webe ermöglichen. So finden sich beispielsweise Ge- räte, die mit einem Er:YAG-Laser für die Zahnhartsubs- tanz- und Knochenbearbeitung sowie Periimplantitis- therapie ausgestattet sind und als zweite Komponente einen Diodenlaser für den Einsatz im Weichgewebe und zur Dekontaminierung von Wurzelkanälen, paro- dontalen Taschen oder anderer Oberflächen enthalten (Abb. 4 und 5). Auch Kombinationen von Er:YAG- mit ei- nem Nd:YAG-Laser sind bekannt (Abb. 6). Als einzige Laserquelle für die Zahnhartsubstanzbear- beitung ist der Er:YAG-Laser geeignet, wodurch er seine Domäne in der konservierend und chirurgischen Zahn- medizin erhält (Abb. 7 und 8). Daneben sind Dioden- und CO2-Laser besonders gut für die chirurgische Schnittführung und Weichgewebebehandlung geeig- net. Der Nd:YAG-Laser wurde und wird vor allem in der Endodontie und der Therapie der marginalen Periodon- titis eingesetzt. Im Bereich der Periimplantitistherapie werden sowohl Diodenlaser für die Dekontaminierung keimbesiedelter Oberflächen als auch Er:YAG-Laser fa- vorisiert (Sculean 2011). Auch bei der Stufenfreilegung und beim Erzielen einer Hämostase im Zusammenhang mit Füllungs- oder Pfei- lerpräparationen (Abb. 9) ist der Laser ein Bestandteil des modernen Qualitätsmanagements und verbessert die klinischen Ergebnisse der prothetischen Rehabilita- tion des Patienten. Gar nicht mehr wegzudenken ist die Wurzelkanaldekontaminierung im Rahmen des endo - dontischen Behandlungskonzeptes (Abb. 10). Die Qual der Wahl Die Auswahl und der Einsatz eines Lasergerätes für die Zahnarztpraxis ist im hohen Maße von den Behand- lungsschwerpunkten und Therapiezielen des Behand- lers abhängig. Die wellenlängenabhängigen Indikatio- nen, aber auch Kontraindikationen müssen genaues- tens beachtet werden. Besonders effiziente Übertragungssysteme, flexible Fasern und verschiedene Handstücke (Abb. 11) haben dazu geführt, dass die vom Gerät produzierte Laser- energie an den intraoralen Wirkungsort übertragen werden kann. Dies ist heute ein wichtiger Aspekt und möglicherweise auch eine Entscheidungshilfe beim Abb. 8: LiteTouch™ (Syneron Dental Lasers) mit der bisher einzigartigen Laser-im-Handstück-Technologie, (Er:YAG-Laser), klein und handlich. – Abb. 9: Stufenfreilegung und Hämostase bei Pfeilerpräparation mit Diodenlaser. – Abb. 10: Wurzelkanaldekontaminierung mit Nd:YAG-Laser. 10 LASER JOURNAL 1/2012
Special Abb. 11: Große Auswahl an unterschiedlichen Handstücken und dazugehörenden verschiedenen Arbeitsspitzen bzw. Saphirmeiseln des KaVo KEY 3+ Lasers. – Abb. 12: Übersichtlich und benutzerfreundlich: das Touchscreen des KaVo KEY 3+ Lasers. – Abb. 13: Subgingivale Konkrementent- fernung in parodontaler Tasche mit Er:YAG-Laser, hier: Handstück 2061 und Nutzung des Feedback-Systems des KaVo KEY 3+ Lasers mit Saphir- meisel. – Abb. 14: Saphirmeisel (Arbeitsspitze) im Handstück 2061 des KaVo KEY 3+ Lasers für Parodontologie. Kauf eines Gerätes, da sich die Geräte bei verschiede- nen Herstellern in dieser Eigenschaft gravierend unterscheiden können. Das gute Handling findet man bei zahlreichen Dioden- lasern mit ihren leichten und flexiblen Lichtleitern bis hin zu den leistungsfähigen Er:YAG-Lasern, wie dem KaVo Key 3 Plus von KaVo oder dem LiteTouch von Syne- ron, welche ohne einen Spiegelgelenkarm auskommen. Vor mehr als einem Jahr erregte der LiteTouch von Syne - ron, welcher die Laserquelle im Handstück integriert hat (Abb. 8), Aufsehen in der laserinteressierten Kolle- genschaft. Im direkten Vergleich beider Geräte habe ich mich allerdings wegen der Vielzahl von möglichen Handstü- cken und zusätzlich kombinierbarer, verschiedener Ar- beitsspitzen für den KaVo Key 3+ Laser (Firma KaVo) entschieden (Abb. 7 und 12). Außerdem ist er mit sei- nem integrierten Feedbacksystem meines Erachtens nach immer noch einzigartig in der dentalen Laser- welt. Die Nutzung in der zahnärztlichen Praxis ist für zahlreiche Indikationen möglich. Neben der Hartge- webebearbeitung ist vor allem auch die Behandlung der marginalen Periodontitis (Abb. 13 und 14) und der Periimplantitis (Abb. 15) sowie die Unterstützung von Wurzelkanalbehandlungen, aber auch bei chirurgi- schen Eingriffen und nicht zuletzt der Behandlung im Weichgewebebereich hervorzuheben. Dieser Laser ist ein ausgereiftes technisches Hilfsmittel zur thermo- mechanischen Beseitigung von Biofilmen und Konkre- menten, der bei schonender, geschlossener Taschen- behandlung bereits in einer einzigen Sitzung eine effektive Wirkung erzielt. Durch das integrierte Feed- backsystem können sowohl subgingivale Konkre- mente geortet und beseitigt als auch ein bakterizider Effekt nachgewiesen werden. Eine durchdachte Aus- wahl an Saphirarbeitsspitzen in unterschiedlicher Länge und Konfiguration (Abb. 11) oder Lichtleitfasern verschiedener Durchmesser und Länge bieten eine gute Basis, um die oft schwer zugänglichen dentalen Problemzonen zu erreichen. So ist auch das Arbeiten im Molarenbereich unter klinischen Bedingungen gut möglich und eine geschlossene Kürettage im Seiten- zahnbereich für den Behandler leichter durchzuführen (Liebaug und Wu 2011). Das ausgeklügelte Feedback- system vom KaVo Key 3+ Laser ermöglicht dabei eine schonende Vorgehensweise und führt oft dazu, dass keine offene chirurgische Behandlung und das damit verbundene Risiko einer Gingivaretraktion oder gar eines Attachmentverlustes notwendig werden (Keller et al. 2000). Aber auch gerade im Bereich der Hartge- webebearbeitung ist mithilfe von kurzgepulstem La- serlicht (Short Pulse Modus) und durch das integrierte Feedbacksystem eine selektive Dentinablation und Kariesbehandlung möglich. Neben dem sogenannten Fensterhandstück- oder Nonkontakthandstück 2060 von KaVo bietet das neue Kontakthandstück 2063, wel- ches seit einiger Zeit erhältlich ist, eine erhöhte Sicher- heit beim Einsatz im Approximalraumbereich. Im Short Pulse-Modus wird eine deutlich höhere Abtrags- leistung bei gleichzeitig geringerer Vibration oder Er- schütterung der zu bearbeiteten Hartsubstanz er- reicht (Abb. 16 und 17). Bei Patientenbefragung nehmen diese die kurze Puls- dauer im Vergleich zu den früher längeren Impulsen als deutlich reizärmer wahr. Das beschriebene Handstück arbeitet dabei im Kontakt mit einem ummantelten Sa- Abb. 15: Implantatfreilegung bei Periimplantitis mit Er:YAG-Laser, hier Handstück 2261 des KaVo KEY 3+ Lasers mit Saphirmeisel. – Abb. 16: Hart- gewebebearbeitung und Kariesentfernung mit Kontakthandstück 2063 und Nutzung des Feedbacksystems des KaVo KEY 3+ Lasers. – Abb. 17: Hartgewebebearbeitung im Fissurenbereich mit Nonkontakthandstück 2060 und Nutzung des Feedbacksystems des KaVo KEY 3+ Lasers. 11 LASER JOURNAL 1/2012
Special Abb. 18: Osteotomie und Radixentfernung mit Er:YAG-Laser, hier Handstück 2261 des KaVo KEY 3+ Lasers mit Saphirmeisel. – Abb. 19: Wurzel- spitzenresektion mit Er:YAG-Laser, hier: Handstück 2261 des KaVo KEY 3+ Lasers mit Saphirmeisel. – Abb. 20: aPDT mit Diodenlaser nach Farb- stoffinstillation in die parodontale Tasche. phir mit Wasserkühlung. Diese Technologie sichert eine lange Standzeit der Arbeitsspitze. Die in der Literatur beschriebene unsichere Siginalauswertung bei der Transmission im tiefen Dentin kann ich, wie auch an- dere Autoren (Kleinert 2010), nicht bestätigen. Wenn man eine regelrechte Kalibrierung des Gerätes durch- führt und man mit leicht abgeblendetem Licht der zahnärztlichen Behandlungseinheit arbeitet, kommt es auch zu keinen Fehlinterpretationen des Gerätes bei der Fluoreszenzmessung. Je nach Zugang und Lokalisa- tion des Defektbereiches nutze ich wahlweise das Non- kontakthandstück 2060 oder das Kontakthandstück 2063. Auch chirurgische Eingriffe lassen sich mit dem Er:YAG-Laser erfolgreich durchführen. Die Behandlung von Hartgewebe und Knochen ist eine Domäne der 2,94 nm Wellenlänge. Man kann Wurzelspitzenresektio- nen, Osteotomien im Zusammenhang mit Weisheits- zahnentfernungen, Implantatfreilegungen oder -ent - fernungen (Abb. 14, 18 und 19) sowie Knochenglättun- gen und Osteoplastiken durchführen (Bauer 2011, Gleiß 2011). Allerdings sind bei den Einstellungen für Energie und Pulsrate des Gerätes unbedingt Erfahrungen durch den Behandler notwendig. Antimikrobielle Photodynamische Therapie (aPDT) Bisher wurden verschiedene Studien zur photodyna- mischen Therapie veröffentlicht (Abb. 20). Das häufigs - te Therapiekonzept stellt dabei eine Kombination von geschlossener Kürettage mit Farbstoff- und Laseran- wendung dar (Andersen et al. 2007, Braun et al. 2008, Lulic et al. 2009, Sigusch et al. 2010). Die Anwendung von Indocyaningrün in Form von EmunDo® (Abb. 2) mit der Wellenlänge 810 nm und dem A.R.C. Laser Q810 FOX wurde zur letzten Jahrestagung der Deutschen Ge - sellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. von mehreren Re ferenten erwähnt und vorgestellt (Gutknecht 2011, Vol land 2011). Als entscheidender Vorteil dieses Farb- stoffes wurde seine Effektivität gegen grampositive und gramnegative Bakterien sowie gegen zahlreiche Viren und Pilze genannt. Auch die jodfreie und damit nichtallergische Komponente von EmunDo® wurde hervorgehoben. Wie Prof. Gutknecht während der DGL-Jahrestagung 2011 in Düsseldorf erklärte, wird der Farbstoff Indocya - ningrün im Gegensatz zu Methylenblau nicht von der Darmschleimhaut resorbiert und die Studienlage zeige eine hohe Effektivität dieser Therapievariante. Gerade in Anbetracht der steigenden Resistenzlage gegen Anti- biotika ist der antibakteriellen Photodynamischen The- rapie ein hoher Stellenwert in der zukünftigen systema- tischen Parodontaltherapie einzuräumen. Indocyaningrün Dieser neue aus der Medizin kommende Sensitizer stand zur 20. Jahrestagung der DGL in Düsseldorf im Mittelpunkt einiger Referate (Gutknecht 2011, Volland 2011). Im Gegensatz zu dem etablierten Sensitizer Me- thylenblau (Absorptionmaximum bei 660 nm) hat die- ser Farbstoff keine Eigenwirkung und wird nur bei La- serlichtzutritt aktiviert und abgebaut. Eine Aufnahme über die Darmschleimhaut erfolgt, wie oben bereits be- schrieben, nicht. Große Vorteile sehen alle Autoren oder Referenten, die sich mit aPDT beschäftigen, in dem mi- nimalinvasiven Vorgehen und der Vermeidung von Re- sistenzen. Sculean (2011) fasste zusammen, dass in über 80 % aller Patientenfälle mit einer Periimplantitis oder marginalen Periodontitis die photodynamische Thera- pie eine vollwertige und hochwertige Alternative zum Antibiotikaeinsatz darstellt. Vorteile der Lasertherapie Es gibt heutzutage kein Feld in der modernen Zahnheil- kunde, das nicht vom Einsatz eines Lasers profitieren könnte. Sei es, dass die Lasertherapie die konventionelle Therapie ersetzt oder auch eine unterstützende Anwen- dung von Laserlicht. Die Laserbehandlung dient aber nicht nur der Verbesserung bestehender Therapiekon- zepte in den verschiedenen Bereichen der Zahnmedizin, sondern sie bedeutet in vielen Fällen für den Patienten auch einen erhöhten Behandlungskomfort. Bei einigen Behandlungen ist dies offensichtlich, bei anderen kann man es vermuten (Kuypers 2010). Patientenbefragungen haben ergeben, dass sich bei 95 % der Patienten durch Lasereinsatz das Therapieer- gebnis verbessert habe. Dies zeigt die enorm positive Belegung der Lasertherapie in der Erwartungshaltung aber auch der Bewertung durch die Patienten. Laut Kuy- 12 LASER JOURNAL 1/2012
Special pers (Kuypers 2010) geben ca. 73 % alle Angstpatienten eine Angstreduktion beim Einsatz von Laser zur Therapie an. Alles in allem ist das ein ermutigendes Ergebnis für den zahnärztlichen Kollegen, der ein Lasergerät in sei- nen täglichen Behandlungsablauf integrieren möchte. Die hohe Akzeptanz und das positive Erleben werden nicht nur stark zur Verbesserung des Praxisimage bei- tragen, sondern dem Zahnarzt auch ein Therapiemittel in die Hand geben, welches für den Patienten effektiver, schonender und schmerzarmer empfunden wird. Somit ist die Lasertherapie ein geeignetes Mittel, um Patienten an die Praxis zu binden und einen positiven Langzeitef- fekt zu erzeugen. Zukunftsaussichten Die bereits seit Jahren angewandte Laserfluoreszenz- methode mit dem DIAGNOdent von KaVo wird unter Umständen in den nächsten Jahren weiterentwickelt. Möglichkeiten von laserbasierten Verlaufskontrollen der Progredienz initial kariöser Läsionen oder aber auch die Kontrolle unter Fissurenversiegelungs- und Restaurationsmaterialien rücken in eine greifbare Zu- kunftsnähe, wie Braun (2011) berichtete. Besonders spannend sind auch die von Prof. Frentzen et al. 2011 veröffentlichten Informationen zur Ultrakurzpulsla- ser-Technologie. Mit der Entwicklung eines Picosekun- denlaser-Therapiesystems für die Zahnheilkunde soll den veränderten Bedingungen, im Rahmen der Dia- gnostik und Therapie von Karies und Periodontitis, Rechnung getragen werden. Eine Besonderheit ist darin zu sehen, dass die auf das Material übertragene Energiemenge aufgrund der enorm kurzen Pulsdauer in der Größenordnung von nur wenigen Mikrojoule liegt, d.h. der durch den Ablasionsprozess entstehende Wärmeeintrag in das Gewebe überaus gering ist. So erwartet Prof. Frentzen auch eine deutlich höhere Prä- zision bei der Materialbearbeitung. Wünsche der Laseranwender Als Laseranwender wünschen wir uns minimalinvasive Therapieformen, welche möglichst mit diagnostischen Rückkopplungssystemen verbunden sind. Eine Voraus- setzung hierfür sind adaptierte Detektions- und The - rapieverfahren, die bisher nur bei wenigen Geräten, Marktreife erreicht haben. Durch die prognostizierte Schmerzarmut dieser neuen Technologien kann zudem eine größere Patientenakzeptanz zahnärztlicher Laser- therapiemaßnahmen erwartet werden. schen Skalpell hoher Güte, welches jedoch gleichzeitig Schneiden und Koagulieren in einem Vorgang verbin- det. Damit sollen hervorragend glatte Schnitte bei gleichzeitiger Koagulation der Schnittränder durch die eingespeiste Laserstrahlung möglich und dadurch eine Blutungsneigung deutlich minimiert werden. Durch eine äußerst geringe Nekrosezone soll darüber hinaus die Wundheilung fast dem eines normalen chirurgi- schen Skalpellsschnittes gleichen. Der „Laser im Handstück“ Syneron Dental Lasers gibt mit dem LiteTouch™ einen fast visionären Ausblick auf die Laserzukunft. Es handelt sich dabei um die bisher einzigartige Laser-im-Hand- stück-Technologie eines Er:YAG-Lasers (Abb.8). Aufgrund meiner praktischen Erfahrung kann ich je- doch angeben, dass sowohl der LiteTouch™ von Syne- ron als auch die leichten Handstücke des KaVo Key 3+ Lasers und dessen Geräteanbindung bei der zahn - ärztlichen Behandlung angenehm in der Hand liegen und keinerlei Behinderung der Bewegungsfreiheit dar stellen. Beide Geräte sind durch äußerst flexible Übertragungsschläuche mit komfortabler Arbeits- länge gekennzeichnet. Manuelle Einschränkungen, wie sie etwa durch Spiegelgelenkarme zu erwarten sind, fallen dadurch weg. Resümee Der vorliegende Artikel kann keinen Anspruch auf Voll- ständigkeit stellen, da die Beschreibung aller Einsatz- möglichkeiten mit seinen wissenschaftlichen Hinter- gründen mittlerweile ein ganzes Fachbuch füllen wür- den. Es soll aber vielmehr herausgestellt werden, dass der tägliche Einsatz eines Lasers in der Zahnmedizin viele klinische Vorteile für die Patienten und den zahn- ärztlichen Behandler bringt, was durch eine Vielzahl von Studien evidenzbasiert ist (Gutknecht 2007). Mit der Anschaffung eines guten und womöglich hoch- preisigen Lasergerätes ist es jedoch keineswegs getan, denn ohne ein fundiertes Grundlagenwissen, klinische Erfahrungen sowie die geschickte Hand des Zahnarztes wird es womöglich als Investitionsruine in einer Praxis- ecke verstauben. Ein guter Laser macht noch keinen gu- ten Zahnarzt – aber ein guter Zahnarzt kann mit einem guten Laser und der passenden Wellenlänge seine Patienten noch schonender und effekti- ver behandeln. n KONTAKT Besonderheit am Rande Saphirskalpell Präzision durch ein Saphirskalpell: Der Hersteller des Jazz-Laser Saphirskalpells A.R.C. Laser GmbH verspricht eine Handhabung wie bei einem normalen chirurgi- Prof. (Hangzhou Normal University, China) Dr. med. Frank Liebaug Gastprofessor Universität Shandong, China Praxis für Laserzahnheilkunde und Implantologie Arzbergstr. 30 98587 Steinbach-Hallenberg E-Mail: frankliebaug@hotmail.com 13 LASER JOURNAL 1/2012
Marktübersicht Dentallasermarkt Der Lasermarkt im Überblick n Seit mehr als 30 Jahren wird der Laser als Instrument zur Therapie und Diagnose in der Medizin und Zahnmedizin ein- gesetzt. Seine Vorteile gegenüber konventionellen Metho- den, wie berührungsfreies und damit aseptisches Arbeiten sowie die meist reduzierte Traumatisierung des Gewebes, sind unbestritten. Darüber hinaus ermöglicht die Spezifik des Laserlichtes die Erschließung völlig neuer Behandlungs- und Operationstechniken. So ist der Einsatz des monochro- matischen Lichtes aus der Endodontie, der Parodontologie und der Bekämpfung periimplantärer Läsionen ebenso we- nig wegzudenken, wie die Präparation von Zahnhartsubs- tanz mit den heute verfügbaren, hocheffizienten Lasersys- temen. Ein Großteil dieser Erfolgsgeschichte wurde auch von deutschen Laserwissenschaftlern geschrieben, flan- kiert durch die begrüßenswerte Entwicklung vom Engage- ment zahlreicher deutscher Laserhersteller und Anbieter. Ohne die erwähnten Erfolge wären die meisten der nach- folgend vorgestellten Dentallaser nie entwickelt oder in solchermaßen verfeinert worden. Und so wird ein jeder seinen Laser bzw. seine Wellenlänge finden; egal ob Sie kohärentes Licht im Rahmen der Therapie einer Zahnbett - erkrankung oder zur Erzielung einer möglichst rauen Oberfläche für die Adhäsivtechnik einsetzen wollen. n Anmerkung der Redaktion Die folgende Übersicht beruht auf den Angaben der Her- steller bzw. Vertreiber. Wir bitten unsere Leser um Ver - ständnis dafür, dass die Re daktion für deren Richtigkeit und Vollständigkeit weder Gewähr noch Haftung über - nehmen kann. Ko m bilaser (Nd:YA G-/Er:YA G-Laser) Ko m bilaser (Diode/Photodyna mik) Ko m bilaser (Er,Cr:YS G G-/Diode) Ko m bilaser (Er:YA G-/C O 2-Laser) Ko m bilaser (Diode/Hard u. Soft) Ko m bilaser (Er:YA G-/Diode) Ko m bilaser (C O 2-/Diode) Ko m bilaser (Diode/HF) Diodenlaser Soft Nd:YA G-Laser Diodenlaser Er,Cr:YS G G-Laser C O 2-Laser Er:YA G-Laser Produkt Firma A.R.C. Biolase bredent medical (HELBO) Cumdente l l l DEKA Lasertechnologie l l Dentares Dentaurum Dentek DisMark elexxion Fotona Hager & Werken HELBO Henry Schein Dental Depot INTROS Lasertechnologie KaVo LASER-In Limmer Laser MeDys MG Laser MLT NMT NWD GRUPPE ORALIA medical QuickWhite Schneider Dental schwa-medico Sirona Syneron Dental Lasers Tanaka Dental THE l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l l Die Marktübersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Stand: Februar 2012 14 LASER JOURNAL 1/2012
Legen Sie jetzt den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft! (cid:19)(cid:36)(cid:52)(cid:1)(cid:48)(cid:65)(cid:38)(cid:43)(cid:52)(cid:53)(cid:40)(cid:1)(cid:26)(cid:36)(cid:52)(cid:53)(cid:40)(cid:51)(cid:52)(cid:43)(cid:44)(cid:50)(cid:1)(cid:18)(cid:54)(cid:51)(cid:51)(cid:44)(cid:38)(cid:54)(cid:46)(cid:54)(cid:47)(cid:1)(cid:52)(cid:53)(cid:36)(cid:51)(cid:53)(cid:40)(cid:53)(cid:1)(cid:36)(cid:47)(cid:1)30. April 2012 Mastership Curriculum „Zahnärztliche Lasertherapie“ Modul I Lasersicherheit (LSO) Aufbau des Lasers 2 Tage Modul III Modul II Diodenlaser (cid:61)(cid:1) (cid:29)(cid:51)(cid:36)(cid:45)(cid:53)(cid:44)(cid:52)(cid:38)(cid:43)(cid:40)(cid:1)(cid:17)(cid:48)(cid:46)(cid:40)(cid:44)(cid:53)(cid:54)(cid:48)(cid:42)(cid:1)(cid:58)(cid:54)(cid:47)(cid:1)(cid:25)(cid:36)(cid:52)(cid:40)(cid:51)(cid:5)(cid:23)(cid:36)(cid:48)(cid:39)(cid:46)(cid:44)(cid:48)(cid:42)(cid:1)(cid:54)(cid:48)(cid:39)(cid:1)(cid:36)(cid:48)(cid:52)(cid:38)(cid:43)(cid:46)(cid:44)(cid:40)(cid:63)(cid:40)(cid:48)(cid:39)(cid:40)(cid:51)(cid:1)(cid:17)(cid:48)(cid:56)(cid:40)(cid:48)(cid:39)(cid:54)(cid:48)(cid:42) (cid:61)(cid:1) (cid:25)(cid:44)(cid:55)(cid:40)(cid:5)(cid:28)(cid:29)(cid:4)(cid:1)(cid:36)(cid:47)(cid:1)(cid:29)(cid:36)(cid:53)(cid:44)(cid:40)(cid:48)(cid:53)(cid:40)(cid:48)(cid:1)(cid:49)(cid:39)(cid:40)(cid:51)(cid:1)(cid:66)(cid:37)(cid:40)(cid:51)(cid:1)(cid:40)(cid:44)(cid:48)(cid:40)(cid:1)(cid:39)(cid:44)(cid:51)(cid:40)(cid:45)(cid:53)(cid:40)(cid:1)(cid:64)(cid:37)(cid:40)(cid:51)(cid:53)(cid:51)(cid:36)(cid:42)(cid:54)(cid:48)(cid:42)(cid:1)(cid:36)(cid:54)(cid:41)(cid:1)(cid:39)(cid:40)(cid:47)(cid:1)(cid:26)(cid:49)(cid:48)(cid:44)(cid:53)(cid:49)(cid:51) Photodynamische Therapie (cid:61)(cid:1) (cid:31)(cid:49)(cid:51)(cid:42)(cid:41)(cid:65)(cid:46)(cid:53)(cid:44)(cid:42)(cid:1)(cid:39)(cid:49)(cid:45)(cid:54)(cid:47)(cid:40)(cid:48)(cid:53)(cid:44)(cid:40)(cid:51)(cid:53)(cid:40)(cid:52)(cid:1)(cid:17)(cid:51)(cid:37)(cid:40)(cid:44)(cid:53)(cid:52)(cid:47)(cid:36)(cid:53)(cid:40)(cid:51)(cid:44)(cid:36)(cid:46)(cid:1)(cid:39)(cid:44)(cid:40)(cid:48)(cid:53)(cid:1)(cid:36)(cid:46)(cid:52)(cid:1)(cid:41)(cid:54)(cid:48)(cid:39)(cid:44)(cid:40)(cid:51)(cid:53)(cid:40)(cid:52)(cid:1)(cid:27)(cid:36)(cid:38)(cid:43)(cid:52)(cid:38)(cid:43)(cid:46)(cid:36)(cid:42)(cid:56)(cid:40)(cid:51)(cid:45) 4 Tage (cid:61)(cid:1) (cid:17)(cid:54)(cid:52)(cid:37)(cid:44)(cid:46)(cid:39)(cid:54)(cid:48)(cid:42)(cid:1)(cid:58)(cid:54)(cid:47)(cid:1)(cid:58)(cid:40)(cid:51)(cid:53)(cid:44)(cid:59)(cid:58)(cid:44)(cid:40)(cid:51)(cid:53)(cid:40)(cid:48)(cid:1)(cid:25)(cid:36)(cid:52)(cid:40)(cid:51)(cid:52)(cid:38)(cid:43)(cid:54)(cid:53)(cid:58)(cid:37)(cid:40)(cid:36)(cid:54)(cid:41)(cid:53)(cid:51)(cid:36)(cid:42)(cid:53)(cid:40)(cid:48)(cid:1)(cid:2)(cid:25)(cid:31)(cid:28)(cid:3) Modul IV (cid:61)(cid:1) (cid:20)(cid:44)(cid:48)(cid:1)(cid:24)(cid:48)(cid:53)(cid:40)(cid:51)(cid:48)(cid:40)(cid:53)(cid:1)(cid:37)(cid:36)(cid:52)(cid:44)(cid:40)(cid:51)(cid:53)(cid:40)(cid:52)(cid:1)(cid:40)(cid:5)(cid:46)(cid:40)(cid:36)(cid:51)(cid:48)(cid:44)(cid:48)(cid:42)(cid:1)(cid:54)(cid:48)(cid:53)(cid:40)(cid:51)(cid:52)(cid:53)(cid:66)(cid:53)(cid:58)(cid:53)(cid:1)(cid:58)(cid:56)(cid:44)(cid:52)(cid:38)(cid:43)(cid:40)(cid:48)(cid:1)(cid:39)(cid:40)(cid:48)(cid:1)(cid:26)(cid:49)(cid:39)(cid:54)(cid:46)(cid:40)(cid:48)(cid:1)(cid:58)(cid:54)(cid:1)(cid:23)ause Er:YAG Laser Er,Cr:YSGG Laser Schriftliche Prüfung Präsentation der klin. Fälle 4 Tage 2 Tage (cid:61)(cid:1)(cid:1)(cid:35)(cid:40)(cid:51)(cid:53)(cid:44)(cid:59)(cid:45)(cid:36)(cid:53)(cid:1)(cid:39)(cid:40)(cid:51)(cid:1)(cid:30)(cid:34)(cid:32)(cid:23)(cid:1)(cid:17)(cid:36)(cid:38)(cid:43)(cid:40)(cid:48)(cid:1)(cid:54)(cid:48)(cid:39)(cid:1)(cid:39)(cid:40)(cid:51)(cid:1)DGL(cid:1)(cid:58)(cid:54)(cid:47)(cid:1)(cid:32)(cid:65)(cid:53)(cid:44)(cid:42)(cid:45)(cid:40)(cid:44)(cid:53)(cid:52)(cid:52)(cid:38)(cid:43)(cid:56)(cid:40)(cid:51)(cid:50)(cid:54)(cid:48)(cid:45)(cid:53)(cid:1)(cid:54)(cid:48)(cid:39)(cid:1) (cid:1)(cid:1)(cid:1)112(cid:1)(cid:21)(cid:49)(cid:51)(cid:53)(cid:37)(cid:44)(cid:46)(cid:39)(cid:54)(cid:48)(cid:42)(cid:52)(cid:50)(cid:54)(cid:48)(cid:45)(cid:53)(cid:40) (cid:34)(cid:40)(cid:44)(cid:53)(cid:40)(cid:51)(cid:40)(cid:1)(cid:24)(cid:48)(cid:41)(cid:49)(cid:51)(cid:47)(cid:36)(cid:53)(cid:44)(cid:49)(cid:48)(cid:40)(cid:48)(cid:15) AALZ(cid:1)(cid:1)·(cid:1)(cid:29)(cid:36)(cid:54)(cid:56)(cid:40)(cid:46)(cid:52)(cid:52)(cid:53)(cid:51)(cid:36)(cid:52)(cid:52)(cid:40)(cid:1)17(cid:1)·(cid:1)52074(cid:1)(cid:17)(cid:36)(cid:38)(cid:43)(cid:40)(cid:48) (cid:32)(cid:40)(cid:46)(cid:6)(cid:1)02(cid:1)41(cid:1)(cid:5)(cid:1)47(cid:1)57(cid:1)13(cid:1)10(cid:1)·(cid:1)(cid:21)(cid:36)(cid:57)(cid:1)02(cid:1)41(cid:1)(cid:5)(cid:1)47(cid:1)57(cid:1)13(cid:1)29 (cid:56)(cid:56)(cid:56)(cid:6)(cid:36)(cid:36)(cid:46)(cid:58)(cid:6)(cid:39)(cid:40)(cid:1)·(cid:1)(cid:44)(cid:48)(cid:41)(cid:49)(cid:16)(cid:36)(cid:36)(cid:46)(cid:58)(cid:6)(cid:39)(cid:40)
Fachbeitrag Physikalische Herpes-simplex-Virus-1- Therapie mit dem Diodenlaser In der Fachliteratur werden Therapieerfolge in den Herpes-simplex-Virus-1(HSV-1)-Behand- lung mittels der Laserbehandlung sehr kontrovers diskutiert. Einerseits werden Patientendo- kumentationen präsentiert, die mit einer sofortigen oder zeitnahen Schmerzausschaltung und einer drastischen Verkürzung der Herpesphasen gekoppelt sind (Förster, Cernavin, Deumer 2010), andererseits stehen dem Berichte gegenüber, die die Lasertherapie als Triggerfaktor von Herpes-simplex-Virus-1 Rezidiven bezeichnen (Groß 2003). Es ist von allgemeinem klini- schen Interesse, den Ursachen der stark divergierenden Therapieerfolge nachzugehen. Jeannette Deumer, M.Sc./Berlin n Die Durchseuchungsrate der deutschen Bevölke- rung mit dem HSV-1 ist sehr hoch, sie liegt bei ca. 90 % (Whitley 2002). Die regelmäßig eingesetzten Chemo- therapeutika in der Behandlung der HSV-1-Infektion sind allgemein anerkannt, jedoch dürfen die nephro- und hepatotoxischen Nebenwirkungen nicht unbe- rücksichtigt bleiben. Bei der Aciclovirtherapie kommt es zu einer deutlichen Herabsetzung der Antikörper Cytokin und Interferon y (Hayashi et al. 1997). Zuletzt bleibt zu erwähnen, dass unabhängig der hohen Durchseuchungsrate dem HSV-1-Virus schwerste all- gemeine Erkrankungen zugeordnet werden (Hashido et al. 1997; Liu et al. 2001; Whitley et al. 2001). Zu alledem muss man hervorheben, dass 98 % aller befragten Pa- tienten mit den bisherigen Behandlungsmethoden nicht zufrieden sind und eine Schmerzausschaltung subjektiv nicht wahrgenommen haben (Deumer Mas- terarbeit 2010). Die Bläschen sind sehr schmerzhaft, und das umliegende Gewebe ist stark berührungs - dolent. Die betroffenen Patienten unterliegen einem starken Leidensdruck. Diese Anwendungsbeobachtung sollte zum einen der Frage nachgehen, inwieweit der Krankheitsverlauf durch standardisierte Laserparameter verkürzt werden kann, und zum anderen die Frage beantworten, ob eine Analgesie unabhängig der Hautpigmentierung und dem Lippenrot bei einheitlichen Laserparametern er- reicht werden können. Material und Methode Die Anwendungsbeobachtung stellt die physikalische Therapie der Diodenlaserbehandlung, 810 nm, unter Festlegung der Fragestellung Schmerzausschaltung und Verkürzung der Herpesstadien schematisch dar (n = 101 Patienten). Für diese Beurteilung der symptomati- schen Verläufe der HSV-1-Infektionen wurden die Aus- gangsphasen eins bis drei nach der Schematisierung von Whitley (2001) einbezogen. Die Datengewinnung bzw. Behandlung erfolgte in der Zeit zwischen Juni 2008 bis Juni 2010. Die Laserparameter waren, unabhängig der Patientenparameter (Hauttyp) und der Herpespha- Abb. 1: Diodenlaser zur Be- handlung der HSV-1-Infek- tion, Patientenaufnahme aus eigener Vorstudie Juni 2008 bis Juni 2010. sen (Stadium eins bis drei nach Whitley), bei jeder Be- handlung identisch. Es erfolgten jeweils zwei Behand- lungen im Abstand von 24 Stunden (± vier Stunden). Die Laserparameter aus eigener Vorstudie (Deumer Masterarbeit 2010, Abb. 1) waren: – Diodenlaser Q810, A.R.C. – Wellenlänge: 810 nm – Betriebsart: Dauerstrich (cw) – 1 Watt – Behandlungsdauer : 30 s/cm2 – Faser: 300 μm – Abstand zur Hautoberfläche: 8 mm Die erkrankte Hautoberfläche wurde in der Maßeinheit cm2 mithilfe einer Schablone bestimmt. Die vielfäl- tige dreidimensionale Oberflächentopografie der Haut Verteilung nach Geschlecht 12% m w 88% Abb. 2: Verteilung nach Geschlecht, gesamt = 101 (∉ 100 %), (Lampert, Gutknecht, Deumer 2010, Physikalische Herpes-simplex-Virus-1-The- rapie unter besonderer Berücksichtigung von standarisierten Dioden- laserparametern mit 810 nm). 16 LASER JOURNAL 1/2012
I Kursreihe 2012 I neu! implantate und sinus maxillaris 4 Fortbildungs- punkte I Ein kombinierter Theorie- und Demonstrationskurs für HNO-Ärzte, MKG-Chirurgen und Implantologen I I Prof. Dr. Hans Behrbohm/Berlin I I Priv.-Doz. Dr. Dr. Steffen G. Köhler/Berlin I I Kursinhalte I Implantate und Sinus maxillaris – HNO (Theorie und praktische Demonstration) I Anatomie der Kieferhöhle I Die periimplantologischen endoskopischen Wege zum Cavum maxillae a supraturbinal b infraturbinal c prälacrimal oder vordere Fontanelle mit intracavitären Operationsschritten d Abtragen von Zysten e Reposition von Blow-out-Frakturen f Aufrichten von Mittelgesichtsfrakturen Interdisziplinäre anatomische Demonstration Instrumentenkunde I I inkl. DVD des Readers i-nigma) scannen (z. B. mithilfe mit dem Smartphone QR-Code einfach sinus maxillaris“ „implantate und Kursreihe 2012 Programm Programm Kursreihe 2012 „implantate und sinus maxillaris“ QR-Code einfach mit dem Smartphone scannen (z. B. mithilfe des Readers i-nigma) Implantate und Sinus maxillaris – Implantologie (Theorie und praktische Demonstration) I Bedeutung der Kieferhöhle aus zahnärztlicher Sicht I Möglichkeiten der zahnärztlichen Diagnostik im Grenz- bereich zur HNO I Zahnärztliche Chirurgie an Alveolarfortsatz und Kieferhöhle I Der Sinuslift und Knochenaufbau am Kieferhöhlenboden (div. Techniken) I Komplikationen bei Eingriffen im Bereich der Kieferhöhle Hinweis: Jeder Kursteilnehmer erhält die DVD „Implantate und Sinus ma- xillaris“, auf der alle Behandlungsschritte am Modell bzw. Patienten noch einmal Step-by-Step gezeigt und ausführlich kommentiert werden. I Organisatorisches I Kursgebühr inkl. DVD Tagungspauschale Bei der Teilnahme am Hauptkongress wird die Kursgebühr angerechnet. 195,– € zzgl. MwSt. 25,– € zzgl. MwSt. OEMUS MEDIA AG, Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-308, Fax: 0341 48474-390 event@oemus-media.de, www.oemus.com I Termine 2012 I HAUPTKONGRESS 01.06.2012 14.00 – 18.00 Uhr Nord Rostock- Warnemünde Ostseekongress/5. Nord- deutsche Implantologietage 07.09.2012 09.00 – 13.00 Uhr Ost Leipzig 9. Leipziger Forum für Inno- vative Zahnmedizin Nähere Informationen zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erhalten Sie unter www.oemus.com 02.11.2012 14.00 – 18.00 Uhr West Essen 2. Essener Implantologietage Dieser Kurs wird unterstützt Stand: 09.02.2012 30.11.2012 14.00 – 18.00 Uhr Süd Baden-Baden 2. Baden-Badener Implanto- logietage Anmeldeformular per Fax an 0341 48474-390 oder per Post an OEMUS MEDIA AG Holbeinstr. 29 04229 Leipzig LJ 1/12 Für die Kursreihe „implantate und sinus maxillaris“ melde ich folgende Personen verbindlich an: NORD q 01.06.2012 I Rostock-Warnemünde SÜD q 30.11.2012 I Baden-Baden OST q 07.09.2012 I Leipzig WEST q 02.11.2012 I Essen q Bitte senden Sie mir das Programm zum Hauptkongress Name, Vorname Praxisstempel Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der OEMUS MEDIA AG erkenne ich an. Unterschrift E-Mail
Fachbeitrag Altersverteilung Behandlungsbeginn bei folgenden HSV-1-Phasen 28% 1% 4% 13% 25% 7% 18% 6–12 Jahre 13–18 Jahre 19–25 Jahre 26–35 Jahre 36–45 Jahre älter 45 Jahre Stadium 1 (Juckreiz-Stadium) Stadium 2 (Bläschen-Stadium) Stadium 3 (Wund/Nässe-Stadium) 36% 68% Abb. 3: Verteilung nach Altersgruppen, gesamt = 101 (∉ 100 %), (Lam- pert, Gutknecht, Deumer 2010). Abb. 4: Behandlungsbeginn gesamt = 101 (∉ 100 %), (Lampert, Gut- knecht, Deumer 2010). wurde in der Berechnung nicht berücksichtigt und auch in der Behandlung vernachlässigt, d.h. der Faserabstand zur Hautoberfläche bezog sich auf die gesunden Haut- randbereiche der Effloreszenz. Das ödematös verän- derte Gewebe und die erhabenen Papeln und Vesikel blieben im Abstand zur Hautoberfläche unberücksich- tigt. Die Faserführung erfolgte senkrecht zur Hautober- fläche. Die Laserbehandlung begann im gesunden Randbereich und verlief dann mit kreisförmigen Bewe- gungen zum Zentrum der Hauteffloreszenz. Die Patien- ten wurden wie folgt aufgeklärt: 1. Keine Berührung der Wunde. 2. Desinfektion der Hände. 3. Dexpanthenol-Salbe bei trockenen Lippen, Auftra- gung mittels Wattestäbchen. 4. Verwerfen aller bislang angewendeten Kosmetika und sonstiger Utensilien, welche direkt mit der Infek- tion in Kontakt gekommen sind. Datenerhebung In der Gesamtheit der untersuchten Patienten entfal- len 88 % (89 Patientinnen) auf das weibliche und 12 % (12 Patienten) auf das männliche Geschlecht (Abb. 2). Die These, dass Frauen häufiger die HSV-1-Symptoma- tik als Männer zeigen, wird durch die Fallzahl erst ein- mal bestätigt. Sie bleibt jedoch durch alleinige Aus- wertung dieser Anwendungsbeobachtung unbelegt. Die Altersverteilung der einbezogenen Patienten im Untersuchungszeitraum zeigt, dass der HSV-1-Infek- tion in jedem Alter auftreten kann (Abb. 3). Es wird hier- bei nicht unterschieden, ob es sich um Patienten mit ei- ner Erstinfektion oder um Patienten mit einem Rezidiv handelt. Die größte Gruppe der behandelten Patienten mit 95 % bilden die älter als 18-Jährigen. Dies ist nicht ver- wunderlich, da die HSV-1-Infektion eine persistierende Infektion ist, die Triggerfaktoren für ein Rezidiv benö- tigt (Gross et al. 2003). Diese äußeren Einflüsse, wie zum Beispiel Sonneneinwirkung und Stress, sind in der Regel im Erwachsenenalter manifestiert. Des Wei- teren darf nicht unbeachtet bleiben, dass die Form meiner Datenerhebung die Kleinkinder nicht erreicht haben dürfte. Der Behandlungsbeginn umfasste die Herpes-Stadien eins bis drei. Die Krustenphase wurde vom Therapiebeginn ausgeschlossen, da dies das The- rapieziel war. Die Phase eins zu erfassen, war sehr schwierig (Abb. 4). Nach einer Inkubationszeit von sechs bis acht Tagen entstehen die Bläschen in weniger als zwölf Stunden (Lamey und Biagioni 1996). Bis auf 7 % der Patienten war es mir nicht möglich, dieses Stadium zu therapie- ren. Es wurden 68 % der 101 Patienten im Stadium zwei behandelt. Typischerweise findet man zunächst klare Bläschen, die sich später eitrig eintrüben (Braun et al. 2007). Die Einteilungsmöglichkeiten der Krankheitsstadien er- lauben eine Gliederung in die Papel- und Vesikelphase (Gilbert et al. 2007). In meiner statistischen Auswer- tung wurde keine Unterteilung der Bläschenqualität vorgenommen, sondern nur als Stadium zwei, das Blä- schen-Stadium, bezeichnet. War im klinischen Krank- heitsbild ein Verschmelzen der Vesikel und nässende Schmerzausschaltung 3% Wirkungseintritt 7% 3% 3% schmerzfrei: ja schmerzfrei: nein 27% < 1 Stunde 2–6 Stunden 6–12 Stunden unter der Behandlung nicht schmerzfrei 60% 97% Abb. 5: Analgesie, gesamt = 101 (∉ 100 %), (Lampert, Gutknecht, Deu- mer 2010). Abb. 6: Wirkungseintritte, gesamt = 101 (∉ 100 %), Einteilung nach Pa- tientenbeurteilung (Lampert, Gutknecht, Deumer 2010). 18 LASER JOURNAL 1/2012
I E G E Z N A Nozizeptoren Verschaltung auf Rückenmarksebene Formatio reticulare Limbisches System Somatosensorische Cortex Abb. 7: Schmerzentstehung und Weiterleitung, Schematische Darstellung aus den Textpassa- gen Raßler (Raßler 1995). Wunden zu erkennen, so wurde es der Phase drei zugeordnet, das mit 25 % in die statistische Erhebung einfloss. Schmerzausschaltung Im Rahmen meiner Anwendungsbeobachtung beschäftigte ich mich be- sonders damit, ob eine Analgesie unter der physikalischen Therapie, Laserbe- handlung, möglich ist. Diese Frage wurde durch die standardisierte Laserein- stellung intensiviert. Die gewählte Lasereinstellung bezog sich auf Daten meiner Masterarbeit (Deumer 2010), die gute Behandlungserfolge wider- spiegelte. Eine Unterscheidung der unterschiedlichen Hautpigmentierun- gen und der Vielzahl des Lippenrots blieb unberücksichtigt (Moll 2005). Die Schmerzausschaltung mit dem Diodenlaser lag bei 97 % (n = 101, Abb. 5 und 6). Die Ergebnisse decken sich mit der Schmerzausschaltung mittels Laserbehandlung in anderen Fachbereichen (Lampert, Gutknecht, Deumer 2010; Simunovic 2000; Bernatzky 2007; Schwabe 2002). Obwohl 67 % aller Patienten innerhalb der ersten Stunde schmerzfrei waren und insgesamt bei 97 % aller Patienten eine analgesierende Wirkung erreicht wurde, muss die- ses Ergebnis sehr kritisch beurteilt werden, da Schmerz eine komplexe sub- jektive Sinneswahrnehmung ist. Die entstehenden Aktionspotenziale in den Nozizeptoren werden peripher über die Axone und Dendriten auf das 2. Neuron im Rückenmark umgeschaltet. Dort gelangen sie über die Formatio reticulare zum limbischen System. In dieser zentralen Schaltstelle werden die Aktionspotenziale als Schmerz wahrgenommen (Raßler 1995, Abb. 7). Verkürzung der Herpesepisode Darüber hinaus sollte die Anwendungsbeobachtung überprüfen, ob über eine einheitliche Lasereinstellung bei HSV-1-Infektionen die Hautpigmen- Zeitspanne bis zum Erreichen der Krustenphase (Stadium 4) 4% 2% 2 Tage 3 Tage 5 Tage 94% Abb. 8: Statistische Darstellung (Lampert, Gutknecht, Deumer 2010). (cid:105) (cid:109) (cid:122) (cid:108) (cid:105) (cid:87) (cid:101) (cid:108) (cid:108) (cid:105) (cid:108) (cid:101) (cid:110) (cid:108) (cid:101) (cid:110) (cid:122) (cid:98) (cid:114) (cid:116) (cid:119) (cid:101) (cid:105) (cid:116) (cid:101) (cid:32) (cid:75) (cid:111) (cid:109) (cid:112) (cid:101) (cid:116) (cid:101) (cid:110) (cid:122) (cid:32) (cid:32) (cid:109) (cid:101) (cid:100) (cid:105) (cid:122) (cid:105) (cid:110) (cid:105) (cid:115) (cid:99) (cid:104) (cid:101) (cid:110) (cid:32) (cid:76) (cid:97) (cid:115) (cid:101) (cid:114) (cid:115) (cid:99) (cid:104) (cid:117) (cid:116) (cid:122) (cid:98) (cid:114) (cid:76) (cid:97) (cid:115) (cid:101) (cid:114) (cid:115) (cid:99) (cid:104) (cid:117) (cid:116) (cid:116) (cid:101) (cid:110) (cid:100) (cid:101) (cid:32) (cid:65) (cid:117) (cid:103) (cid:101) (cid:110) (cid:107) (cid:97) (cid:112) (cid:112) (cid:101) (cid:110) (cid:105) (cid:101) (cid:110) (cid:116) (cid:101) (cid:110) (cid:115) (cid:99) (cid:104) (cid:117) (cid:116) (cid:80) (cid:97) (cid:116) (cid:83) (cid:101) (cid:108) (cid:98) (cid:115) (cid:116) (cid:104) (cid:97) (cid:102) (cid:32) (cid:83) (cid:121) (cid:115) (cid:116) (cid:101) (cid:109) (cid:101) (cid:108) (cid:101) (cid:110) (cid:76) (cid:117) (cid:112) (cid:101) (cid:110) (cid:98) (cid:114) (cid:122) (cid:107) (cid:117) (cid:114) (cid:115) (cid:101) (cid:69) (cid:105) (cid:110) (cid:104) (cid:97) (cid:117) (cid:115) (cid:117) (cid:110) (cid:103) (cid:101) (cid:110) (cid:44) (cid:109) (cid:111) (cid:100) (cid:117) (cid:108) (cid:97) (cid:114) (cid:101) (cid:32) (cid:76) (cid:97) (cid:115) (cid:101) (cid:114) (cid:115) (cid:99) (cid:104) (cid:117) (cid:116) (cid:87) (cid:69) (cid:32) (cid:32) (cid:80) (cid:82) (cid:79) (cid:84) (cid:69) (cid:67) (cid:84) (cid:32) (cid:32) (cid:89) (cid:79) (cid:85) (cid:82) (cid:32) (cid:32) (cid:69) (cid:89) (cid:69) (cid:83) (cid:108) (cid:105) (cid:119)(cid:119)(cid:119)(cid:46)(cid:117)(cid:118)(cid:101)(cid:120)(cid:45)(cid:108)(cid:97)(cid:115)(cid:101)(cid:114)(cid:118)(cid:105)(cid:115)(cid:105)(cid:111)(cid:110)(cid:46)(cid:100)(cid:101) (cid:76)(cid:65)(cid:83)(cid:69)(cid:82)(cid:86)(cid:73)(cid:83)(cid:73)(cid:79)(cid:78)(cid:32)(cid:71)(cid:109)(cid:98)(cid:72)(cid:32)(cid:38)(cid:32)(cid:67)(cid:111)(cid:32)(cid:75)(cid:71)(cid:32)(cid:124)(cid:32)(cid:83)(cid:105)(cid:101)(cid:109)(cid:101)(cid:110)(cid:115)(cid:115)(cid:116)(cid:114)(cid:46)(cid:32)(cid:54)(cid:32)(cid:124)(cid:32)(cid:68)(cid:69)(cid:45)(cid:57)(cid:48)(cid:55)(cid:54)(cid:54)(cid:32)(cid:70)(cid:252)(cid:114)(cid:116)(cid:104) (cid:84)(cid:101)(cid:108)(cid:46)(cid:32) (cid:43)(cid:52)(cid:57)(cid:45)(cid:57)(cid:49)(cid:49)(cid:45)(cid:57)(cid:55)(cid:51)(cid:54)(cid:32) (cid:56)(cid:49)(cid:48)(cid:48)(cid:32) (cid:124)(cid:32) (cid:70)(cid:97)(cid:120)(cid:58)(cid:32) (cid:45)(cid:32) (cid:56)(cid:49)(cid:57)(cid:57)(cid:32) (cid:124)(cid:32) (cid:77)(cid:97)(cid:105)(cid:108)(cid:58)(cid:32) (cid:105)(cid:110)(cid:102)(cid:111)(cid:64)(cid:108)(cid:118)(cid:103)(cid:46)(cid:99)(cid:111)(cid:109)
Fachbeitrag Abb. 9a Abb. 9b Abb. 10a Abb. 10b Abb. 11a Abb. 11b Abb. 12a Abb. 12b Abb. 9–12: a) Krankheitsstadien vor Behandlungsbeginn (Lampert, Gutknecht, Deumer 2010), (Deumer 2010, Masterarbeit Lasers in Dentistry, Wir- kungsvergleich zwischen Diodenlaser 810 nm und Chemotherapeutika bei HSV-1- Infektionen). b) Behandlungsergebnisse (Lampert, Gutknecht, Deumer 2010), (Deumer Masterarbeit 2010). Die Ausgangssituationen wurden mit dem Buchstaben a und die Behandlungsergebnisse mit dem Buchstaben b gekennzeichnet. tierung, insbesondere das Melanin und das Lippenrot, vernachlässigt werden dürfen. Eine Lippenherpes-Epi- sode dauert unbehandelt mindestens sieben bis zehn, teilweise bis zu 14 Tagen. Die HSV-1-Infektion ist in ih- rem Verlauf typischerweise durch fünf Phasen gekenn- zeichnet (Whitley et al. 2001). Die Inkubationszeit der HSV-1-Infektion beträgt sechs bis acht Tage. Die Bläschen entstehen dann in weniger als zwölf Stunden. Übertragen wird das Virus durch die Tröpfchen- und Schmierinfektion. Vom Ort der Infektion wandert das Virus über Nervenbahnen in das Ganglion Trigeminale, wo es dann sein genetisches Material in den Zellkern ablegt (Matz 2004). Unter der Lasertherapie wurde nach zweimaliger Be- handlung das Krustenstadium mit 94 % (n = 101) erreicht (Lampert, Gutknecht, Deumer 2010; Abb. 8). Es ist erkenntlich, dass die Behandlung mit dem Dioden- laser bei 94 % der Patienten zu einer eindeutigen Verkür- zung der HSV-1-Symptome führte und zum anderen, dass die einzelnen Phasen der HSV-1-Infektion teilweise übersprungen wurden (siehe Abb. 9–12). Zusammenfassung Diese Anwendungsbeobachtung sollte klären, ob es empfehlenswert ist, eine standardisierte Lasereinstel- lung bei HSV-1-Infektionen anzuwenden. Ist die Vernach- lässigung von Hauttypen ratsam oder muss dieser Para- meter berücksichtigt werden. Die Lippe ist pigmentlos oder besitzt nur vereinzelte Melanineinlagerungen. Die Schmerzfreiheit unter der Behandlung liegt bei 97 % (n = 101). Die Ergebnisse decken sich mit der Schmerzausschaltung mittels Laserbehandlung in an- deren Fachbereichen (Simunovic 2000, Bernatzky 2007, Schwabe 2002). Darüber hinaus sollte verdeutlicht werden, inwieweit die Laserbehandlung bei standardisierten Parametern in den Krankheitsverlauf der HSV-1-Infektion eingreift. Ausgangssituationen waren die HSV-1-Phasen eins bis drei (Einteilung Whitley). Als Bewertungskriterium für eine erfolgreiche Behandlung wurde das Stadium vier festgesetzt. Die Diodeneinstellung war: 810 nm, 1 Watt, 300 μm Faser, 30 s/cm2, Dauerstrichbetrieb. Der Hauttyp wurde vernachlässig. Bei 94 % der Patienten (n = 101) un- abhängig des Behandlungsbeginns konnte bereits nach zwei Tagen das Krustenstadium dokumentiert werden. Fazit Zuletzt bleibt zu erwähnen, dass die Diodenlaserbe- handlung mit großer Begeisterung von 97 % (n = 55) der Patienten aufgenommen wurde (Deumer Masterarbeit 2010), ob allerdings die Diodenlaserbehandlung eine erfolgreichere Behandlungsmethode als mit herkömm- lichen Therapien darstellt, bleibt durch diese Anwen- dungsbeobachtung unbelegt. Jedoch zeigt dieser An- wendungsbericht, dass das Krankheitsbild HSV-1-Infek- tion noch viele Diskussionsansätze bietet. n Literatur beim Verfasser. KONTAKT Jeannette Deumer, M.Sc. Gatower Straße 296 14089 Berlin Tel.: 030 36431844 Fax: 030 36431842 E-Mail: mail@zahnarztpraxis-deumer.de 20 LASER JOURNAL 1/2012
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Anwenderbericht Zuschläge nach GOZ-Nr. 0120 Das Ende der leistungsgerechten Honorierung? In der GOZ 88 und in dem ersten Entwurf der GOZ 2012 war die Behandlung mit Laser - systemen kein Teil der Leistungsbeschreibungen. Erst seit dem letzten Referentenentwurf beinhaltet die aktuelle GOZ nunmehr einen Zuschlag zu bestimmten Leistungen. Die Frage, die sich mit Inkrafttreten dieser neuen GOZ förmlich aufdrängt: Wird der Laser zunehmend betriebswirtschaftlich uninteressant? Eine kritische Analyse. Dr. Wolfgang Stoltenberg/Bochum n Wir halten als erstes fest, dass bei Durchführung der Leistungen nach den Nummern 2410, 3070, 3080, 3210, 3240, 4080, 4090, 4100, 4130, 4133 und 9160 mithilfe ei- nes Lasers ein Zuschlag zu berechnen ist und somit eine analoge Berechnung oder die Vereinbarung einer Ver- langensleistung für dieselbe Maßnahme ausgeschlos- sen ist. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass bei allen anderen mit einem Laser erbrachten Maßnahmen auch weiterhin eine entsprechende analoge Berech- nung möglich ist. Abb. 1: Laserbehandlung – durch GOZ 2012 unwirtschaftlich? Zuschlag nach GOZ-Nr. 0120 2410 3070 3080 3210 3240 4080 4090 4100 4130 4133 9160 selben Tag mehrere unterschiedliche dieser elf Leis- tungen mit dem Laser, sollten Sie die mit dem höchs - ten Einfachsatz einmal abrechnen. Bleibt noch die Sache mit den 68 Euro. Schauen wir uns doch einmal die Einfachsätze der in- frage kommenden elf Leistungen an: GOZ-Nr. Leistung 1-fach Satz 22,05 € 2,53 € 8,44 € Aufbereitung eines Wurzelkanals Exzision von Schleimhaut Exzision einer Schleimhautwucherung größeren Umfangs Beseitigung störender Schleimhautbänder 7,87 € Vestibulumplastik oder Mundbodenplastik 30,93 € Gingivektomie, Gingivoplastik 2,53 € Lappenoperation, offene Kürettage Frontzahn 10,12 € Lappenoperation, offene Kürettage Seitenzahn 15,47 € Gewinnung und Transplantation von Schleimhaut Gewinnung und Transplantation von Bindegewebe Entfernung unter der Schleimhaut liegender Materialien 10,12 € 49,49 € 18,56 € Schauen wir uns als nächstes die Abrechnungsbestim- mungen an, dann geraten wir ins Grübeln: Der Zuschlag nach der Nummer 0120 beträgt 100 v.H. des einfachen Gebührensatzes der betreffenden Leistung, jedoch nicht mehr als 68 Euro. Der Zuschlag nach der Nummer 0120 ist je Behandlungstag nur einmal berechnungsfä- hig. Was heißt das nun übersetzt? Führen wir eine der angeführten Leistungen mit dem Laser durch, rechnen wir zum einen die Maßnahme mit unserem betriebswirtschaftlichen Steigerungsfaktor ab. Als zweites wird zusätzlich noch einmal der Einfach- satz dieser Leistung als Zuschlag abgerechnet. Dieser Zuschlag muss in der Rechnung direkt unter der ent- sprechenden Leistung stehen. Haben Sie an einem Arbeitstag einmal die GOZ-Nr. 0120 abgerechnet, ist eine erneute Abrechnung bei demsel- ben Patienten nicht mehr möglich. Erbringen Sie am Verzweifelt suchen wir nach einer Leistung, deren Ein- fachsatz 68 Euro beträgt. Der höchste Einfachsatz be- trägt 49,49 Euro, höher können wir keinesfalls kommen. Wozu also diese unsinnige Abrechnungsbestimmung? Ein ewiges Mysterium, zumal ja auch eindeutig geregelt ist, dass ein Zuschlag nach GOZ-Nr. 0120 nur einmal pro Behandlungstag berechnungsfähig ist. Also auch bei Leistungen, die sich über zwei Kieferhälf- ten erstrecken? Nur einmal ein Zuschlag pro Tag! Leis- tungen an mehreren Parodontien? Nur einmal ein Zu- schlag pro Tag! Völlig unterschiedliche Leistungen? Nur einmal ein Zuschlag pro Tag! Frühmorgens eine Exzision im Oberkiefer, abends ein Transplantat im UK? Nur ein- mal ein Zuschlag pro Tag! Auch der denkbare, zusätzliche Ansatz der GOÄ-Nr. 441, d.h. der Zuschlag für die Anwendung eines Lasers bei am- bulanten operativen Leistungen je Sitzung, ist am selben 22 LASER JOURNAL 1/2012
Anwenderbericht Tag nicht statthaft, auch wenn eine entsprechende GOÄ-Leis- tung, deren Liste enorm lang ist, erbracht wurde. Für eine GOZ- Leistung ist diese Position ohne- hin nicht ansetzbar. Also entwe- der ein Zuschlag nach GOZ am Tag oder alternativ ein GOÄ-Zu- schlag pro Sitzung. Da gibt es kein Entkommen, bei manchen Behandlungen wird man vielleicht sein Termin- und Behandlungskonzept ändern müssen. Wobei jeden Tag eine Lappenoperation an nur einem Parodontium wohl für beide Seiten nicht allzu prickelnd wäre. Kein Zuschlag für die Aufbereitung eines Wurzelkanals! Kommen wir zu einem weiteren Punkt, der nicht schlüs- sig nachzuvollziehen ist. Der Zuschlag bei der GOZ-Nr. 2410: Aufbereitung eines Wurzelkanals. Es gibt meines Wissens kein Lasersystem oder eine Lasertechnik, mit denen ein Wurzelkanal präzise aufzubereiten wäre, ko- nisch und natürlich gemäß ISO-Norm. Somit ist ein Zu- schlag hier überhaupt nicht abrechenbar. Wenn Sie an- Abb. 2: Typischer Lasereinsatz mit Zuschlag. – Abb. 3: Niemals mit Zuschlag: Laser in der Endodontie. schließend mit PDT oder einem Diodenlaser den Kanal sterilisieren, entspricht das nicht dem Leistungsinhalt GOZ-Nr. 2410 und wird natürlich analog abgerechnet. Wir sind nun schon bei den erfreulichen Ausnahmen. Bei der Gingivektomie oder der Lappen-OP gilt der Zu- schlag lediglich für die Schnittführung mit dem Laser statt z. B. eines Skalpells. Wenn Sie anschließend eine Taschensterilisation durchführen, rechnen Sie dies na- türlich zusätzlich zum Zuschlag analog ab. Auch eine Blutstillung z. B. mit der Diode hat nichts mit Zuschlä- gen zu tun, auch wenn die Vestibulumplastik mit dem Laser eingeleitet wurde. Aber denken Sie immer an eine präzise Dokumentation! So wird auch die gesamte Photodynamische Therapie, PDT, nicht von den Zuschlägen berührt, ebenso sämtli- ANZEIGE Designpreis 2 0 1 2 Deutschlands schönste Zahnarztpraxis Einsendeschluss 01.07.2012 i n f o r m a t i o n e n e r h a l t e n s i e u n t e r : z w p - r e d a k t i o n @ o e m u s - m e d i a . d e w w w. d e s i g n p r e i s . o rg
Anwenderbericht che Maßnahmen, die im Rahmen der Zuschläge nicht aufgeführt sind. Nehmen wir zum Beispiel die Aufklap- pung im Rahmen einer Wurzelspitzenresektion oder einer Osteotomie. Durch die Zuschläge hat der Gesetz - geber anerkannt, dass der Einsatz eines Lasers eine besonders aufwendige Maßnahme ist, der eine ge- sonderte Berechnung zusteht. Dies gilt seit dem 1. Ja- nuar 2012 natürlich auch für Maßnahmen, die nicht in den „Top Ten“ der Zuschläge aufgeführt sind. Ist in der jeweiligen Leistungsbeschreibung der Laser- einsatz nicht ausdrücklich als Leistungsinhalt erwähnt, was tatsächlich bei keiner einzigen Leistung in der GOZ der Fall ist, sollte mit Fug und Recht eine analoge Be- rechnung erfolgen. Warum analog abrechnen? In § 1 Abs. 2 der GOZ steht: „Leistungen, die über das Maß einer zahnmedizinisch notwendigen zahnärzt- lichen Versorgung hinausgehen, darf er nur berechnen, wenn sie auf Verlangen des Zahlungspflichtigen er- bracht worden sind.“ Abb. 4: Immer analog: Photodynamische Therapie. Vereinbaren wir also eine Verlangensleistung gemäß § 2 Abs. 3 GOZ, dann fixieren wir damit, dass unser Laserein- satz nicht medizinisch notwendig ist. Wenn Sie damit leben können und wollen: nur zu! Fast alle Einsatzbereiche dürften allerdings medizinisch notwendig sein. Diese sollten unbedingt analog berech- net werden. Es mag sich als Folge ergeben, dass diese Notwendigkeit anerkannt wird und unser Patient sogar eine Erstattung erhält oder ggf. erstreitet. Dies ist bei Verlangensleistungen nicht möglich. Welche GOZ-Position sollte denn für die Analogie aus- gewählt werden? Auf keine Fall der Zuschlag. Denn auch als Analogposition gelten sämtliche Abrechnungsbe- stimmungen, also nur einmal ein Zuschlag in Höhe des Einfachsatzes pro Tag. Nehmen Sie auch keine Leis- tungsziffer, die nur pro Kieferhälfte oder Frontzahnbe- reich abrechenbar ist, denn auch das gilt bei der Analog- berechnung. Und wählen Sie eine Leistung aus, die spä- testens beim 2,3-fach-Satz Ihrer Honorarerwartung ent- spricht. Denn steigern Sie eine Analogposition über 2,3-fach, dann müssen Sie dies auch begründen! Fazit Setzen wir den Laser z. B. für eine Gingivektomie oder Lappen-OP in einem Quadranten oder sogar einem gesamten Kiefer ein, kann der abrechenbare Zuschlag für den erbrachten Aufwand nur als lächerlich gering bezeichnet werden; wenn einem überhaupt noch zum Lachen zumute ist. In diesen Fällen können wir den Lasereinsatz nur über eine entsprechende Gesamtkal- kulation berücksichtigen. Ein entsprechender Steige- rungsfaktor muss allerdings begründet werden. Der Lasereinsatz als Begründung scheidet allerdings aus, dafür gab es ja den Zuschlag. Auch auf den Zuschlag zu verzichten und dann über Laser zu begründen ist nicht statthaft. Allerdings, wenn eine Vereinbarung oberhalb des 3,5-fachen Satzes geschlossen wurde (GOZ § 2 Abs. 1 und 2) sind wir aus dem Schneider, wenn nicht aufgrund der Bemessungskriterien gesteigert wurde, sondern zum Beispiel aus wirtschaftlichen Gründen. In diesem Fall muss nichts begründet werden. Der kleine Trost bei Steigerung nach § 5: Wenn der Pa- tient nach einem ausführlichen Gespräch mit der Bera- tungshelferin auf einem extra Formular unterschreibt, dass er die Rechnung voll umfänglich verstanden und keine weiteren Fragen hat, kann die Versicherung keine Begründungen oder Erläuterungen, egal für welchen Steigerungsfaktor, mehr verlangen. So ein Formular soll- ten Sie entwerfen und griffbereit haben. Bei allen anderen Leistungen außer den „Top Ten“ kön- nen wir also weiter ein betriebswirtschaftlich stimmi- ges Honorar analog vereinbaren. Folgen Sie meinem Tipp, Analog-Leistungen nicht über 2,3-fach zu steigern, so braucht auch nichts begründet zu werden. Na wenn das keine gute Nachricht zum Abschluss ist! Noch ein Hinweis: Die neue GOZ ist längst nicht ausge- reift. So hat die BZÄK nach nur eineinhalb Monaten ihren GOZ-Kommentar aktualisiert. Es wird kolportiert, dass über eine Steigerungsmöglichkeit des Laserzuschlags nachgedacht wird. Im neuen Kommentar zur GOZ-Nr. 2410 ist zwar der Zuschlag für das OP-Mikroskop er- wähnt, nicht aber der Laser-Zuschlag. Dieser findet sich bei den anderen zehn Leistungen. Das bestätigt die Ar- gumentation, dass separate, selbstständige Einzelleis- tungen auch gesondert abzurechnen sind. Nachzulesen ist dies übrigens auch in § 4 Abs. 2: „Eine Leistung ist me- thodisch notwendiger Bestandteil einer anderen Leis- tung, wenn sie inhaltlich von der Leistungsbeschrei- bung der anderen Leistung(Zielleistung) umfasst und auch in der Bewertung berücksichtigt worden ist.“ Und das ist bei der Lasersterilisation von Kanälen und Ta- schen eindeutig nicht der Fall. n KONTAKT Dr. Wolfgang Stoltenberg Wittekindstr. 42, 44894 Bochum Tel.: 0234 261470 E-Mail: dr.w.stoltenberg@t-online.de Web: www.sanfter-laser.de 24 LASER JOURNAL 1/2012
Bestellen Sie die neuen Kompendien 2012 Preise verstehen sich inkl. MwSt. und Versandkosten. Anwenderberichte Fallbeispiele Marktübersichten Produktübersichten Faxsendung an 0341 48474-290 Jahrbuch Implantologie Exemplar(e) Jahrbuch Digitale Dentale Technologien Exemplar(e) Jahrbuch Laserzahnmedizin Exemplar(e) Praxisstempel Jetzt bestellen! Bitte senden Sie mir mein(e) Exemplar(e) an folgende Adresse: Name: Straße: Vorname: PLZ/Ort: Telefon/Fax: E-Mail: Unterschrift: OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Tel.: 0341 4 8474-0 Fax: 0341 48474-290 LJ 1/12
Anwenderbericht Zeitgemäße Vestibulumplastik in der Implantologie In der heutigen Zeit ist die Anwendung schonender, minimalinvasiver und patientenfreund- licher Techniken nahezu unerlässlich. Unter diesem Aspekt stellt sich häufig die Frage: Wie kann bei der Durchführung der Vestibulumplastik ein nachhaltigeres und für den Patienten schmerzarmes Ergebnis erreicht werden? Dr. Darius Moghtader/Oppenheim Heute im Zeitalter der Implantologie taucht immer wieder die Fragestellung auf, ob man noch guten Ge- wissens eine Vestibulumplastik durchführen kann. In der Vorimplantatära diente die Vestibulumplastik der Vertiefung des Mundvorhofes mit dem Ziel der Aus- kleidung der Umschlagfalte mit funktionstüchtiger Schleimhaut zur Bildung eines Ventilrandes.1 Auch heute kann die Vestibulumplastik zu dem oben ge- nannten Zweck angewendet werden, wenn die finan- ziellen Möglichkeiten des Patienten eine Implantation nicht zulassen. Klassische chirurgische Verfahren Es gibt drei Möglichkeiten des klassisch chirurgischen operativen Vorgehens1: 1. Die Schleimhautdecke wird durchschnitten und die Periostwundfläche der Sekundärheilung überlassen. 2. Die Versorgung der Periostwundfläche wird mit Haut oder Schleimhauttransplantat abgedeckt. 3. Die Durchführung eines submukösen Schnittes ohne Eröffnung der Schleimhautdecke nach Obwegeser. In der Praxis wird das erste Verfahren am häufigsten an- gewendet. Bei diesem Vorgehen ist jedoch mit einem Verlust von 50 % der gewonnenen Kieferkammhöhe durch narbige Schrumpfung zu rechnen. Der Patient er- leidet durch die offenen Wundflächen Schmerzen und ist eingeschränkt in der Nahrungsaufnahme. Er wird oft in der Praxis vorstellig, da Druckstellen durch die narbige Schrumpfung entstehen. Im schlechtesten Fall wird der unterfütterte Zahnersatz nicht getragen und das Ergeb- nis ähnelt dem Ausgangszustand. Mit dem elexxion Diodenlaser und seiner patentierten Hochpulstechnologie kann der Behandler ohne die Nachteile der klassischen Chirurgie ein besseres, nach- haltigeres und für den Patienten schmerzarmes Ergeb- nis erreichen. Chirurgische präimplantologische Maßnahmen In der Implantära sehe ich außer der sozialen Indikation auch folgende medizinische Indikationen bei geplanter Implantation: Beseitigung von einstrahlenden Bändern und beweglicher Schleimhaut in dem Bereich der Implan- Abb. 1: Ausgangszustand. – Abb. 2: Laserschnitt, Ansicht von ventral. – Abb. 3: Laserschnitt, Ansicht von lateral. – Abb. 4: Kontrolle und Softlaser einen Tag post OP. Abb. 5: Wundheilung nach fünf Tagen, Ansicht von ventral. – Abb. 6: Wundheilung nach fünf Tagen, Ansicht von lateral. – Abb. 7: Wundheilung nach zehn Tagen, Ansicht von ventral. 26 LASER JOURNAL 1/2012
Anwenderbericht Abb. 8: Direkt nach Implantation. – Abb. 9: Kieferkammnaher Austritt des N. mentalis. – Abb. 10: Eine Woche nach Implantation. – Abb. 11: Vier Wochen nach Implantation. tate, Herstellung von Ventilrändern bei coverimplant Zahn ersatz und Reduzierung der Nahrungsresteimpak- tion vor allem bei Sofortversorgung der Implantate. Durch diese chirurgischen präimplantologischen Maß- nahmen werden die Implantate nachhaltig vor beweg- licher Schleimhaut geschützt. Außerdem ist auch bei wenigen Implantaten oder Implantatverlust ein zusätz- licher Halt durch den Ventilrand zu erreichen und bei So- fortversorgung können die Implantate unbehelligt von äußeren Einflüssen einheilen. Falldarstellung In unserer Praxis stellte sich eine Patientin mit langer Lei- densgeschichte vor und berichtete von einer nicht mehr möglichen Nahrungsaufnahme von mittelfesten Spei- sen sowie dem dauernden Gebrauch von Analgetika, ohne die sie den Unterkieferzahnersatz nicht tragen könne. Nach allgemeiner und spezieller Anamnese wurde eine Versorgung mit mindestens sechs minimalinvasiven Implantaten und vorheriger Vestibulumplastik im Unter- kiefer vorgeschlagen. Es sollte ein neuer Zahnersatz im Unterkiefer mit sofortiger Belastung der Implantate an- gefertigt werden. Nach ausführlicher Beratung und Auf- klärung willigte die Patientin in den Therapievorschlag ein. Erschwerend kam hinzu, dass durch den starken Anal- getikaverbrauch nur eine zeitlich stark verkürzte Anäs- thesiedauer erreicht werden konnte. Zunächst wurde die lokale Anästhesie durchgeführt (Abb. 1). Danach erfolgt der hochgepulste Laserschnitt mit dem elexxion Diodenlaser 810 nm (Abb. 2). Es ist darauf zu achten, den Laser möglichst parallel zum Knochen zu führen (Abb. 3), um unerwünschte Neben- wirkungen zu vermeiden. Dabei kommt es zur bekann- ten lasertypischen augenblicklichen Blutstillung und postoperativen Schmerzreduktion durch Deaktivierung der Nervenfasernenden. Dank der patentierten Hoch- pulstechnologie ist ein sehr schneller Schnitt mit hoher Leistung und geringer Karbonisierung möglich. Direkt nach der Behandlung sowie auch am Folgetag wurde der Softlaser mit dem Glasstab des elexxion Dio- denlasers zur Schmerzreduktion und Wundheilungsbe- schleunigung angewendet. Eine Unterfütterungsab- formung wurde direkt post OP durchgeführt und noch am selben Abend des Operationstages nach indirekter Unterfütterung im Labor eingegliedert. Die Patientin stellte sich am nächsten Tag zur Kontrolle mit dem erwarteten Fibrinbelag vor (Abb. 4). Sie berich- tete begeistert, dass sie erstmals nach einem zahnärzt- lichen Eingriff ohne Schmerzmittel zurechtgekommen sei. Bei den nachfolgenden Kontrollen nach fünf (Abb.5 und 6) und zehn (Abb. 7) Tagen zeigte sich einen guter und schmerzfreier Wundheilungsverlauf. Vollständiger Kieferkammerhalt Nach Abheilung erfolgte die minimalinvasive Implanta- tion mit sechs Tulpenkopfimplantaten (Champions Im- plants, Abb. 8) und die Sofortbelastung mit der Deckpro- these (Abb. 10). Die Kaufunktion wurde sofort wieder- hergestellt und nach acht Wochen zeigte sich die erfolg- reiche vollständige Osseointegration der Implantate. Auf dem Röntgenkontrollbild (Abb. 9) kann sehr gut die kieferkammnahe Austrittsstelle des N. mentalis erkannt werden. Daraus erklären sich auch die starken schmerz- mittelresistenten Beschwerden beim Tragen der vorhe- rigen Vollprothese. Bei diesen Fällen ist auf eine ausreichende Anzahl von mindestens sechs Implantaten zu achten. Bei lediglich vier Implantaten ist eine Stegversorgung zu planen, um eine Druckentlastung des N. mentalis zu erreichen. Auch vier Wochen nach Implantation ist die vollständige Ausformung des Vestibulums erhalten (Abb. 11). Ist die Vestibulumplastik noch zeitgemäß? Mit dem Laser ist diese Frage eindeutig mit ja zu beant- worten, da ein sehr gutes Ergebnis mit geringer Belas- tung für den Patienten erreicht werden kann. Somit wird auch bei der Implantation das Umfeld so vorbereitet, dass eine problemfreie, ungestörte Einheilung bei aus- reichender Implantatanzahl auch mit Sofortbelastung erfolgen kann. Literatur 1 Band 2 Spezielle Chirurgie, Norbert Schwenzer und Gerhard Grimm, Thieme Verlag 1990, S. 439 ff. KONTAKT Dr. Darius Moghtader In den Weingärten 47 55276 Oppenheim E-Mail: dr-moghtader@hotmail.de Web: www.oppenheim-zahnarzt.de 27 LASER JOURNAL 1/2012
Wirtschaft Inside Website Was einen guten Internetauftritt ausmacht Sie entscheidet über Interesse, Sympathie, Attraktivität oder Kauf. Die Website, der zentrale Knotenpunkt für eine Zahnarztpraxis im Internet, arbeitet auch lange nach Feierabend. Vor- ausgesetzt, die Weichen für eine richtige Online-Wirkung sind gestellt. Silvia Hänig/Ottobrunn n Viele finden, es ist heute eine leichte Sache, mal eben auf die Schnelle eine Website zu entwickeln. Schließlich gibt es Heerscharen an Dienstleistern, aus deren Ange- bots-Baukästen man sich nur zu bedienen braucht. Geht es um die reine Gestaltung einer Website, weiß ein Zahn- arzt meist sehr genau, was er will. Bei der Kenntnis über die Online-Wirkung gibt es allerdings häufig Nach - holbedarf. Nur die wenigsten Praxen halten bisher ihre Website in astreinem Zustand, da sie wissen, was ihnen das für die Ansprache neuer Patienten bringt. Das behaupten auch 50 Prozent niedergelassener Fach- ärzte, die im Auftrag des Internetdienstleisters Telegate zum Stellenwert einer Website befragt wurden. Auch sie wollen mittels Website in erster Linie neue Patienten an- sprechen und wichtige Informationen vermitteln. Das soll den Nutzern möglichst sofort ins Auge springen und auch gleich in einem Besuch münden. Die Sprache des Webs verstehen Dass das ohne „Nachhilfe“ der jeweiligen Suchmaschine nicht geht, wissen die Mediziner. So ist denn auch für die Mehrheit der Befragten aus der erwähnten Studie das „Gefunden werden“ enorm wichtig. Aber Suchmaschi- nen kennen ist eine Sache, zu verstehen, wie sie funktio- niert, nochmal eine andere. Häufig wird Suchmaschi- nenoptimierung völlig falsch verstanden. „Wir hören häufig die Argumentation: ‚Ich werde doch mit meinem Namen gefunden.‘ Das mag richtig sein. Aber die Praxen denken selten darüber nach, dass ein Pa- tient nur gezielt nach ihnen suchen kann, wenn er sie schon kennt“, erläutert Dr. Christian Böing, Mitglied der Geschäftsleitung bei Telegate. Aktuell ist es wichtig zu verstehen, wie geheime Such - algorithmen von Google mitsamt den Filtern, Indizie- rungen und weiteren technischen Feinheiten die bishe- rigen Werbeansätze komplett auf den Kopf stellen. Nicht mehr die größte Werbekampagne, die über diver- sen Medien gestreut wird, verleitet einen Kunden oder Patienten zum Besuch oder Kauf. Vielmehr die techni- sche Verfügbarkeit in der Suchmaschine und damit zu- sammenhängende Verbreitung des Informationsange- botes bringt Kunden und Umsatz. Die Website – immer sauber halten Was für das blankpolierte Schaufenster oder die gut auf- geräumte Praxis gilt, gilt natürlich auch für die eigene Website. Auch die will gehegt und gepflegt werden, ein- mal um über die Suchmaschinen gefunden zu werden und zum anderen um einen professionellen ersten Ein- druck zu vermitteln. Aber der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer Kombination aus beidem. Erst wenn eine Such- maschine Inhalte aus einer Website technisch herausle- sen kann und die Website auch über genau die text- lichen Anforderungen verfügt, ist sie suchmaschinen- optimiert. Das umzusetzen, ist für Zahnärzte aber kein ganz einfa- ches Unterfangen. Sie haben naturgemäß weder die Ex- pertise, eine Website richtig aufzusetzen, noch haben sie die Zeit, den Auftritt zügig durchzuführen. Und damit ist es auch noch nicht ganz getan. Vielmehr muss eine Website – eben genauso wie das Schaufenster – perma- nent gepflegt werden. Durch unzählige Dienstleisteran- gebote im Markt entsteht dazu noch eine große Intrans - parenz, die nur allzu leicht verunsichert. Schließlich 28 LASER JOURNAL 1/2012
weiß man nicht, ob der Dienstleister die Suchmaschi- nenoptimierung wirklich beherrscht und den Betrieb damit zum gewünschten Ziel führt. Viele lassen daher lieber ganz die Finger von permanen- ter Aktualisierung und Weiterentwicklung. Die Besitzer dieser Seiten haben den Wettlauf mit Technik und Zeit aufgegeben und verfügen lediglich noch über eine Art „Aushängeschild“ der Praxis, das aber weder gefunden wird noch einladend auf einen potenziellen Patienten wirkt. Diese Web-Statisten wurden einmalig angelegt in der Hoffnung, nun den richtigen Weg zum neuen Kon- takt zu finden. Wer sich aus solch einer lähmenden Situ- ation endgültig verabschieden möchte, muss einige wichtige technische und gestalterische Grundregeln für eine Website beachten: Voraussetzungen für eine wirksame Website Wie muss die Website technisch und funktional aufge- baut werden? Da kommt es zum einen auf die techni- sche Lesbarkeit der Website an. Denn nicht nur ein Besu- cher muss verstehen, was dort steht, auch eine Such - maschine muss das können. Sie braucht dafür aber ganz bestimmte Strukturierungen. Durch sogenannte HTML- Tags (wie z.B. Meta-Elemente: Titel, Schlüsselwörter, Beschreibung) und Auszeichnungen der Texte. Damit werden die Inhalte quasi entschlüsselt und für eine Suchmaschine erkennbar. Mittels dieser eingelesenen Seiten sind Google & Co. dann in der Lage, den Weg zur Website aufzuzeigen und sie zu positionieren. Darüber hinaus ist noch eine Seitenarchitektur (z. B. URL-Struk- tur, Aufbau der Navigation, HTML-Struktur) für die tech- nische Optimierung notwendig. Unsichtbar bleibt, wer mit sogenannten Frames, Flash-Intros oder auf Basis der Programmiersprache Javascript arbeitet. Das können die Suchmaschinen nicht lesen. Allein anhand dieser Auflistung kann ein Zahnarzt be- reits gut erkennen, dass es mit einer „Einmal-Aktion“ der Website-Pflege nicht getan sein kann. Suchmaschinen brauchen ständig Futter. Aber die Website braucht mehr als nur die richtigen Bits und Bytes. Es bedarf noch mehr, um den Besucher direkt Wirtschaft auf die Seite locken zu können. Möglichst alle Untersei- ten der Website sollten indexiert sein. Also von Google einzeln auffindbar gestaltet werden. Das erhöht die Chance, gefunden zu werden. Die Suchmaschine ver- fügt über einen entsprechenden Index, in den man seine Website katapultieren muss. Und je höher die Anzahl der Einzelseiten, desto besser die Indexierung. Hier machen sich Bots, Robots oder Spider auf die Suche. Noch wichtiger als ein Index-Listing ist es, mit den rich- tigen Suchworten dabei zu sein. So kann die Praxis schnell vom Kunden gefunden werden. Vorausgesetzt, dieser hat nicht nur die genutzten Suchbegriffe inte- griert sondern platziert sie auch entsprechend fachge- recht auf der eigenen Seite. Das ist wichtig, damit die Suchmaschine die Wörter richtig interpretiert. Das kann man an zwei Beispielen gut verdeutlichen. Der soge- nannte Title-Tag ist die Seitenüberschrift. Hier müssen die Suchbegriffe gefunden werden. Das gilt übrigens für alle Unterseiten genauso wie für die Startseite. Weiterhin sollte der Betreiber die Kurzbeschreibung unterhalb des Seitentitels nutzen, denn daran kann sich entscheiden, ob der Nutzer über einen Link direkt auf die Seite klickt. Diese Kurzbeschreibungen nennt man „Meta Description“. Hier geht es also im Wesentlichen um die kontinuierliche Ausrichtung der eigenen Such- begriffe entsprechend der Suchanfragen zur Branche oder Tätigkeit. Das ist die OnPage-Optimierung. Schließlich gibt es da noch die OffPage-Optimierung. Ein komplizierter Begriff für einen ganz einleuchtenden Pro- zess. Da es ja sehr viele Praxen mit Lasertechnik, also der- selben inhaltlichen Ausrichtung gibt, und eine Suchma- schine nicht allein entscheiden kann, welches Angebot nun das richtige ist, nimmt sie die Empfehlung oder den Verweis von anderen Webseiten zu Hilfe. Damit versucht sie festzustellen, wie wichtig die Website im Vergleich zu anderen Seiten von Konkurrenten ist. Diese Gewichtung hängt dabei ganz wesentlich von Verlinkungen zu ande- ren Webseiten ab. Und je mehr Verlinkungen die Website für die Suchmaschine aufweist, umso besser wird schließ- lich die eigene Seite im Page-Rank abschneiden. Wie man zu diesen Verlinkungen kommt? Eine schnelle und zu- gleich wirksame Möglichkeit ist die Registrierung der Website im Branchenportal, bei Google Places oder auch eine Verlinkung mit der Gemeindeseite. Diese Portale ver- fügen selbst über einen hervorragenden Page-Rank und ziehen durch den Link die Praxiswebsite mit hoch. Wer seine eigene Website gerne einmal auf Herz und Nieren prüfen lassen möchte, um zu erfahren, wo noch verbessert werden muss, kann dies über www.website- testen.de kostenlos tun. n KONTAKT Silvia Hänig iKom interim Kommunikation Eichendorffstraße 22 85521 Ottobrunn E-Mail: haenig@i-kom.org Web: www.i-kom.org 29 LASER JOURNAL 1/2012
Recht Zahnärztliches Haftungsrecht Statistisch betrachtet sieht sich jeder Zahnarzt im Laufe seiner beruflichen Tätigkeit Scha- densersatzforderungen eines Patienten ausgesetzt. Dabei ist zunächst nicht maßgeblich, ob ihm berechtigte Vorwürfe gemacht werden können. Vielmehr hängt die reine Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen vom Rechtsempfinden des Patienten ab. Weil dies nicht im- mer dem tatsächlichen Recht entspricht, soll im Folgenden ein kurzer Überblick über das zahnärztliche Haftungsrecht vermittelt werden. RA Dr. Karl-Heinz Schnieder, RA Felix Ismar/Münster Das zahnärztliche Haftungsrecht ist komplex. Ver- schiedene mögliche Vorwürfe bilden den Anknüpfungs- punkt für unterschiedliche rechtliche Konsequenzen. dem Regresse seitens der KZV zur Folge haben. Im schlimmsten Fall drohen auch berufsrechtliche Konse- quenzen wie der Zulassungsentzug und das Ruhen oder sogar der Entzug der Approbation. Vertragliche und deliktische Haftung Im Bereich der zivilrechtlichen Haftung ist zwischen deliktischer (§ 823 BGB) und vertraglicher Haftung (§§ 280 ff. BGB) zu unterscheiden. Diese Unterschei- dung ist allerdings nur relevant, wenn die zahnärztli- che Tätigkeit nicht in Einzelpraxis, sondern in einer Be- rufsausübungsgemeinschaft (BAG) ausgeübt wird. Denn aus § 823 BGB haftet immer (nur) der ausfüh- rende Zahnarzt. Aus §§ 280 ff. BGB haftet hingegen ne- ben dem ausführenden Zahnarzt jeder BAG-Partner auch für die Handlungen der anderen Partner. Der Pa- tient kann sich aussuchen, welche(n) der Partner er in Anspruch nehmen möchte. Dies gilt zumindest in den Fällen, in denen die BAG in der Rechtsform einer Ge- sellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) geführt wird. Der zugrundeliegende Fehler des Zahnarztes kann außer- Haftungsgrundlagen und -voraussetzungen Die Haftungsgrundlagen und -voraussetzungen sind bei den genannten Anspruchsgrundlagen gleich: 1. Aufklärungs- oder Behandlungsfehler 2. Gesundheitsschaden des Patienten 3. Ursachenzusammenhang zwischen Fehler und Ge- sundheitsschaden (Kausalität) Behandlungsfehler Der Begriff des zahnärztlichen Behandlungsfehlers („Kunstfehler“) ist im Gesetz nicht definiert. Nach der Rechtsprechung ist eine Behandlung fehlerhaft, wenn sie nicht dem Stand der medizinischen Wissenschaft zum Zeitpunkt der Behandlung entspricht. Die Be- handlung muss sich an dem Standard eines gewissen- haften Zahnarztes der betreffenden Fachrichtung messen lassen. Entscheidend sind also rein objektive Kriterien. Es kommt nicht auf die individuellen Fähig- keiten des Behandlers an, sondern auf die Sorgfalt, die man von einem erfahrenen und gewissenhaften Fach- vertreter erwarten kann. Dass ein Fehler auf eine (z.B. durch Stress bedingte tem- poräre) Begrenzung seiner subjektiven Fähigkeiten be- ruht, kann einen Zahnarzt nicht von der Haftung be- freien. Wenn er infolgedessen z.B. eine Karieserkrankung übersieht, die ein gewissenhafter Fachvertreter nicht übersehen hätte, liegt ein Behandlungsfehler vor. Grund dafür ist, dass nach objektiven Kriterien die Fehldiag- nose hätte vermieden werden können. Jüngstes Beispiel eines vom BGH mit Urteil vom 29.03.2011 festgestellten Behandlungsfehlers: Zur Vor- bereitung der Eingliederung von Zahnersatz wurden die Zahnstümpfe beschliffen. Dabei wurden die Frontzahn- stümpfe palatinal nicht ausreichend beschliffen, andere Zähne wurden über das nach dem zahnärztlichen Maß Angemessene hinaus beschliffen. Aufklärungsfehler Der Zahnarzt ist verpflichtet, den Patienten über die „spezifischen Risiken im Großen und Ganzen“ aufzuklä- 30 LASER JOURNAL 1/2012
Recht Kausalität Zusätzlich zum Vorliegen eines Feh- lers sowie einer Gesundheitsschädi- gung ist die Kausalität zwischen dem vorwerfbaren Verhalten des Be- handlers bzw. Vertragspartners und der erlittenen Gesundheitsschädi- gung erforderlich. Die Kausalität wird bejaht, wenn der festgestellte Gesundheitsschaden gerade auf den Fehler des Zahnarztes zurück - zuführen ist. Wenn hingegen eine Grunderkrankung oder eine schick- salhafte Reaktion des Körpers des Pa- tienten den Zustand des Patienten verursacht hat, besteht keine Verant- wortlichkeit des Zahnarztes. Zu prü- fen ist also: Würde der Patient auch ohne den Behandlungsfehler an dem Gesundheitsschaden leiden? Ebenso, wie grundsätzlich auch die anderen Haftungsvoraussetzungen, hat der Patient die Kausalität zu beweisen. Um dies zu erschweren, muss im Falle einer Auseinandersetzung der Gesundheitszu- stand des Patienten genauestens analysiert werden. Es ist die Frage aufzuwerfen, wie er sich ohne den Behand- lungsfehler entwickelt hätte. Tipp Schadensfälle und daraus resultierende streitige Ausein- andersetzungen können im Vorfeld vermieden werden. Erfahrungsgemäß sinkt die Streitlust von Patienten, wenn das Informationsverhaltens des Zahnarztes nach dem Behandlungsfehlschlag von großer Kooperations- bereitschaft geprägt ist. Der Behandler sollte daher das (wenn auch unangenehme) Gespräch mit dem Patien- ten suchen. Die größte Bedeutung bei der Prävention ist jedoch der vorherigen Dokumentation sowohl des Be- handlungsgeschehens als auch der Aufklärung beizu- messen. Wenn dem Patienten im klärenden Gespräch der Eindruck vermittelt werden kann, dass alle Schritte kor- rekt und in Absprache mit dem Patienten erfolgt sind, kann häufig bereits der Gang des Patienten zum Rechts- anwalt vermieden werden. In einzelnen Fällen lässt sich ein Rechtsstreit vermeiden, indem die Behandlungskos- ten ganz oder teilweise erstattet werden. KONTAKT RA Dr. Karl-Heinz Schnieder Fachanwalt für Medizinrecht RA Felix Ismar kwm kanzlei für wirtschaft und medizin Münster + Berlin + Hamburg + Bielefeld E-Mail: schnieder@kwm-rechtsanwaelte.de ismar@kwm-rechtsanwaelte.de Web: www.kwm-rechtsanwaelte.de ren (so BGH, Urteil vom 05.12.2006). Dazu gehört die Ri- siko-, die Verlaufs- und die Diagnoseaufklärung sowie die Aufklärung über Behandlungsalternativen. Nur eine umfangreiche Information des Patienten gewährleis- tet, dass dessen Selbstbestimmungsrecht gewahrt wird. Bei fehlerhafter oder unterlassener Aufklärung gilt die grundsätzlich erforderliche Einwilligung des Patien- ten in die Behandlung bzw. in die durch die Behandlung erfolgte Körperverletzung als nicht wirksam erteilt. Die Aufklärung erfolgt in einem Gespräch zwischen Zahnarzt und Patient. Das Ausfüllen von zur Aufklärung gedachten Formularen ist weder vorgeschrieben noch ersetzt es das notwendige Gespräch. Es gibt auch keine Pflicht zur Dokumentation der Aufklärung. Um vor Ge- richt den Nachweis über eine erfolgte Aufklärung füh- ren zu können, ist eine schriftliche Dokumentation je- doch zu empfehlen. Gesundheitsschaden Weitere Voraussetzung für die Haftung des Zahnarztes ist, dass ein Gesundheitsschaden aufseiten des Patien- ten vorliegt. Die Feststellung, dass überhaupt eine ge- sundheitliche Beeinträchtigung vorliegt, bereitet dem Patienten regelmäßig nur geringe Probleme. Klärungs- bedürftig ist allerdings häufig das Ausmaß der Schädi- gung. Dies gilt insbesondere dann, wenn streitig ist, ob ein Dauerschaden vorliegt. Beispiel: Nach einem implantologischen Eingriff im rechten Unterkiefer klagt die Patientin über ein Taub- heitsgefühl, das über die gesamte rechte Gesichtshälfte ausgebreitet sei: Ober- und Unterlippe, Kinn und Wange seien wie betäubt. Die Patientin behauptet, dass es sich um eine dauerhafte Beeinträchtigung handelt. Der Zahnarzt bestreitet dies. Hier kann in Ergänzung zu einem mund-kiefer-gesichtschirurgischen Gutachten nur eine neurologische Zusatzuntersuchung Klarheit darüber bringen, ob die von der Patientin beklagten Be- schwerden im Hinblick auf den durchgeführten Eingriff plausibel sind. 31 LASER JOURNAL 1/2012
Herstellerinformationen Sirona Lasereinstieg per Video Sirona bringt in zweiter Auflage eine DVD für Anwender des SIRO Laser Advance und SIROLaser Xtend sowie für Zahnärzte, die sich für Laserzahnmedizin interessieren, heraus. Der Datenträger enthält Kurzfilme, die an konkreten Praxissituationen unterschiedli- che Behandlungsmöglichkeiten darstellen. „Gerade Einsteigern bie- ten die Filme eine erste wichtige Orientierung zum Anwendungs- spektrum und zur intuitiven Nutzung unserer Diodenlaser“, sagt Ingo Höver, Produktmanager bei Sirona. „Die Videos eignen sich aber auch, um Patienten vor der Behandlung die Anwendung des Lasers zu demonstrieren. So trägt die DVD zur Verbesserung der Patienten- kommunikation bei.“ Zahnärzte erfahren auf der DVD, wie die Erstin- betriebnahme und die Menüführung der Diodenlaser funktionieren und welche Anwendungsmöglichkeiten SIROLaser Advance und Xtend bieten. Unter anderem veranschaulichen die Filme die unter- stützende Laserbehandlung in der Parodontologie und Endodontie sowie kleinere chirurgische Eingriffe wie die Frenektomie. Anwender erhalten konkrete Anleitungen, wie sie den Laser im jeweiligen An- wendungsfall benutzen, sowie wichtige Sicherheitshinweise. So wird beispielsweise erläutert, was Zahnärzte bei der Betäubung der Pa- tienten im jeweiligen Anwendungsfall des Lasers beachten sollten und welche Faser sich für welchen Einsatz am besten eignet. Die DVD ist in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italie- A.R.C. Laser nisch und Chinesisch erhältlich. Interessenten können diese kosten- frei beim Handel oder direkt bei Ingo Höver (Sirona) bestellen. Sirona Dental Systems GmbH Fabrikstraße 31, 64625 Bensheim E-Mail: ingo.hoever@sirona.de Web: www.sirona.de Weichgewebsbehandlung mittels Diodenlaser A.R.C. Laser ist der Inbegriff für Weichgewebsbehandlung mittels Diodenlaser. Endodontie und Periodontie sind die wichtigsten An- wendungsgebiete der Laser Q810/FOX. Der kleine und leistungs- starke batteriebetriebene Laser hat sich nicht zuletzt wegen seiner Kosteneffizienz weltweit einen guten Namen gemacht. Eine optimale Ergänzung zum Diodenlaser bildet das Laser-Saphirskalpell JAZZ. Dieser macht Schneiden und Koagulieren in einem möglich. Die Handhabung ist wie bei einem normalen chirurgischen Skalpell. Seit der IDS 2011 gibt es speziell für den Q180 abgestimmten photo- dynamischen Farbstoff EmunDo®. Der Behandler erreicht damit eine keimtötende Wirkung ohne Antibiotika. Der Farbstoff kann gezielt eingesetzt werden, da er sich nur an den entzündeten Gebieten anla- gert. Durch die Anregung mit dem Laser tötet entstehender Singu- lett-Sauerstoff gerade in der Parodontaltherapie effektiv gramposi- tive und gramnegative Bakterien, Pilze und Viren ab. EmunDo® ist ein anerkanntes Therapiekonzept auf Basis umfangreicher Studien und direkter Zusammenarbeit mit dem AALZ. A.R.C. Laser GmbH Bessemerstr. 14 90411 Nürnberg E-Mail: info@arclaser.de Web: www.arclaser.de lem durch eine bessere und einfachere Handha- bung beim Auf- und Absetzen über Korrek- turbrillen aus. Für weitere Rückfragen und detaillierte technische Informationen steht Ihnen LASERVISION selbstverständlich gern zur Verfügung. LASERVISION GmbH & Co. KG Siemensstraße 6, 90766 Fürth E-Mail: info@lvg.com Web: www.uvex-laservision.de LASERVISION Laserschutzbrille mit neuem Bügelkonzept Ab sofort ist die bewährte DYNA GUARD Fassung F14 mit Flex-Bügel von LASERVISION auch mit einem Klappbügel als Modell F22 verfügbar. Das neue Bügelkonzept vereinigt die Vorteile des Flex- Bügels wie druckfreier Sitz, universelle Größenanpassung und hoher Tragekom- fort mit der einfachen Handhabung eines konventionellen Klappbügels. Dies DYNA GUARD Brille passt selbst - verständlich auch zu den neuen Flex- Klappbügeln als Überbrille über Kor- rekturbrillen und zeichnet sich vor al- Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. 32 LASER JOURNAL 1/2012
Champions Implants Neue Maßstäbe Der Medilas Opal ist ein Hightech-Diodenlaser und wird ausschließlich in Deutschland ge- fertigt. Dieser Diodenlaser, in Deutschland bei den Champions® erhältlich, setzt neue Maßstäbe im Bereich Preis-Leistungs- Verhältnis, aber auch in Qualität und Per- formance. Er verfügt über eine Leistung bis zu zehn Watt, patentierten Fasertips mit „snap in“-Verbindung, die in der Länge variiert wer- den können und kein Strippen und Cleaven erfordern (Durchmesser 200 µm und 300 µm). Des Weiteren gibt es für die Chirurgen ein spezielles, von der Universität Ulm entwickeltes Handstück mit Saphir-Spitze, das eine feine skalpellähnliche Schnittführung ermöglicht und dabei nur eine geringe Karbonisie- rung erzeugt. Der Laser wird in verschiedenen Versionen und Ausstattungsop- tionen angeboten, wobei das High-End-Gerät über einen integrier- ten Akku und einen kabellosen Fußschalter mit Leistungsverstell- Cumdente Therapie ohne Versagen PACT, Photodynamische antimikrobielle Chemotherapie kann, an- ders als andere Therapiemöglichkeiten, jede mikrobiell bedingte Entzündung vollständig abheilen, auch ohne Therapieversager. Ent- scheidend ist nur, dass das Medikament, der stark verdünnte Farb- stoff Toluidinblau, jeweils an den Entzündungsherd gelangt und dann ausreichend lange mit nichtschneidendem, „kalten“ Laserlicht be- NMT Technics meets experience Im Herbst 2011 hat die NMT München GmbH mit ihrer jetzt 25-jäh- rigen Lasererfahrung im human- und zahnmedizinischen Bereich den Vertrieb der dentalen Produktlinie von Biolase übernommen. Damit kommt es zu einer vielversprechenden Symbiose dentaler Technologie und kompetentem Service-Know-how. Mit dem Zusammengehen von Biolase Europe und NMT auf der Ba- sis einer vertraglich gesicherten, langjährigen Zusammenarbeit wird in der fortschreitenden Akzeptanz von Laserbehandlungen in der Zahnarztpraxis die nächste Entwicklungsstufe gezündet. Diese Neuauflage einer bereits vor zehn Jahren sehr erfolgreichen Zu- sammenarbeit bietet den Zahnarztpraxen optimale Bedingungen für die Durchsetzung innovativer Laserbehandlungsmöglichkeiten, für zuverlässigen technischen Service und professioneller Weiterbe- treuung nach Laserkauf. Der neue i-Plus ist dabei das Flaggschiff der 25-jährigen Entwick- lungsarbeit von Biolase und ein optimales Kombinationssystem mit Herstellerinformationen funktion verfügt. Die Menüführung ist intuitiv, intelligent und erfolgt mittels Touchscreen. Die Champions® bieten diesen „High-End Quality Laser – made in Germany“ seit Februar 2012 zu einem attraktiven Einführungspreis an! Neben bundesweitem Support und Know- how werden auch regelmäßig Schulungen (inkl. Laserschutzbeauftragten) in der „Champions® Education Academy“ in Palma/Mallorca angeboten, die der angehenden Laser praxis neben kli- nischem und lasersicherheitsrele- vantem Wissen auch Praxismarke- ting vermitteln. Champions Implants GmbH Bornheimer Landstraße 8, 55237 Flonheim E-Mail: info@champions-implants.com Web: www.champions-implants.com leuchtet wird. Dazu genügen in der Regel 30 Sekunden, bei höheren Keimzahlen oder besonders resistenten Fäkalkeimen 60 Sekunden. Je nach Schwere der Entzündung, der Patientendisposition, Vorbe- lastungen etc. kann die Behandlung beliebig verlängert oder wieder- holt werden, z.B. auch durch die Fachhelferin. Nach Abheilung kann eine Wiederbesiedlung zuverlässig durch Nachbehandlungen vermieden werden. Eine Schädigung des Gewe- bes oder eine Resistenzbildung durch PACT ist ausgeschlossen. PACT kann eingesetzt werden bei Parodontitis, Fisteln, Endo, Gingi- vitis, periimplantären Entzündungen, Weichgewebsinfektionen so- wie zur Kariessterilisation in Pulpanähe. Cumdente GmbH Paul-Ehrlich-Str.11 72076 Tübingen E-Mail: info@cumdente.de Web: www.cumdente.de den beiden wichtigen Wellenlängen Erbium und Diode. NMT wird in diesem Jahr die Angebote in Training, Fortbildung und Information für Arzt, Mitarbeiter und Patient erweitern. Neben einem breitgefä- cherten Seminarangebot auf nationaler und internationaler Ebene sowie in den beiden neu geschaffenen Seminarzentren Süd (Grä- felfing) und Nord (Damme) initiierte NMT, zusammen mit der Firma La-Well-dental, das Praxisinformationscenter (PIC). Mit einem ei- genen Sky-Channel werden, zusätzlich vom Laserzentrum Nord, Live-OPs mit weltweit anerkannten Referenten vor dem eigenen Fernseher möglich. NMT München GmbH Flurstraße 5 82166 Gräfelfing E-Mail: info@nmt-muc.de Web: www.nmt-muc.de Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. 33 LASER JOURNAL 1/2012
Interview „Wir werden unseren hohen Anspruch bewahren“ Sie waren die Pioniere auf dem Gebiet der Diodendentallaser, doch in den letzten Jahren wurde es sehr still um die ORALIA medical GmbH. Jetzt meldet sich das Traditionsunternehmen nach internen Umstrukturierungen zurück. Geschäftsführer Thomas Havemann erklärt im Interview mit Dr. Georg Bach, warum sich auch eine Zeit der scheinbaren Ruhe lohnt und stellt fest, dass man Zukunftsvisionen stets mit bewährten Traditionen kombinieren sollte. Dr. Georg Bach/Freiburg im Breisgau n Herr Havemann, ich führe mit dem Geschäftsführer der ORALIA ein Interview und gestehe, dass ich damit gar nicht mehr gerechnet habe – es ist doch sehr ruhig um die ORALIA geworden. Als Herr Caputo und ich die altehrwürdige ORALIA Mitte 2008 zur ORALIA medical gewandelt haben, wurde die Medienpräsenz ein wenig zurückgefahren, um die Gesellschaft mit der nötigen Ruhe neu zu struk- turieren und zukunftsfähig zu machen. Zunächst stan- den die internen Prozesse im Fokus, dann die Entwick- lungsprojekte. Beim ora-laser Kongress im Dezember 2010 in Frankfurt am Main haben wir uns von den etwa 80 Teilnehmern Feedback zu diesen Entwicklun- gen eingeholt und die Vorschläge mittlerweile ein - fließen lassen – jetzt befinden sich die neuen ora-laser in der Zulassungsphase. Wir haben die etwas ruhigere Zeit also intensiv genutzt und gehen gestärkt aus ihr hervor. Sie sprachen eine neue Gerätegeneration an, um was für Dentallaser wird es sich hierbei handeln? Die neuen ora-laser sind allesamt 810 nm Diodenlaser, die die unterschiedlichen Bedürfnisse vom Einsteiger bis zum erfahrenen Anwender erfüllen. Mit der Präsentation des ora-laser 01 i.s.t., des weltweit ersten Diodendentallasers, schrieb die ORALIA Mitte der Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts Ge- schichte. Wie wollen Sie daran anknüpfen? Wir werden unseren hohen Anspruch bewahren und weiterhin Premium-Geräte und hochwertigen Service anbieten. Natürlich investieren wir auch in die Entwick- lung neuer Technologien und Anwendungen, von denen wir glauben, dass sie Geschichte schreiben werden. Ein halbes Jahrzehnt hatte die ORALIA mit ihren Dioden- lasern ein Alleinstellungsmerkmal, heute ist die Anzahl von Anbietern von Diodenlasern nahezu unübersicht- lich – was unterscheidet die ORALIA mit ihren momen - tanen Produkten Ihrer Ansicht nach von der Masse der Mitbewerber? Wir sind einer der wenigen Hersteller, die sowohl Ent- wicklung und Produktion als auch Vertrieb und Techni- schen Service selbst durchführen. Diese Nähe zum Kun- den auf allen Ebenen bringt zwangsläufig ein umfas- sendes Verständnis für die Anforderungen an Produkt Thomas Havemann und Service mit sich und spiegelt sich in langjährigen Kundenbeziehungen wider. Unsere ora-laser unter- scheiden sich von anderen Geräten insbesondere da- durch, dass sie besonders robust, langlebig und stattlich sind – wir halten nichts von Miniatur-Diodenlasern im Plastikgehäuse. Dieses Credo hat seinen Preis, wird aber mehr denn je gewürdigt. Viele Dentallaserhersteller haben sich neben dem Ver- trieb ihrer Lasersysteme auch dem Handel mit Ver- brauchsmaterialien rund um den Laser verschrieben, gilt dies auch für die ORALIA? Ja. Neben dem Zubehör, das zum Betreiben eines Den- tallasers benötigt wird, bieten wir als Verbrauchsmate- rial zum Beispiel ein eigenes In-Office-Bleaching-Pro- dukt an, das ORALIA softlaser bleaching kit. Die Photodynamische Therapie hat der Laserzahnheil- kunde eine Vielzahl von neuen Anwendern gebracht und hat für einen spürbaren Schub gesorgt, ist die aPDT auch für die ORALIA ein Thema? Wir setzen uns nun schon eine geraume Zeit mit dieser Therapieform auseinander und standen ihr lange skep- tisch gegenüber, da uns damalige Resultate und Pro- dukte nicht beeindrucken konnten. Während wir mit der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz eigene Photosensitizer zu untersuchen begannen, haben wir das Photolase®-Verfahren kennengelernt, untersucht und Testreihen durchgeführt. Die Ergebnisse haben uns überzeugt, und wir konnten die Kooperation mit Photolase Europe besiegeln. Seit Juli bieten wir zusam- men mit Entwickler und Firmenchef Dr. Jochen Arentz aus Hamburg bundesweit Zertifizierungskurse an, in 34 LASER JOURNAL 1/2012
denen die Anwender intensiv mit dem Verfahren ver- traut gemacht werden. Die Laserzahnheilkunde ist eine faszinierende, aber auch einarbeitungsintensive Sparte der Zahnmedizin. Welche Unterstützung erfahren Neu- und erfahrene Anwender durch die ORALIA? Wir beraten allgemein zu Technologie und Anwendung medizinischer Lasergeräte und begleiten den Anwender vor dem Kauf, während der Integration und im Alltag. Einsteiger sollten sich über die verschiedenen Wellen- längen und deren Einsatzmöglichkeiten informieren und gezielte Anwenderkurse besuchen, wie zum Bei- spiel die Wellenlängen-Workshops in Aachen, die als wissenschaftlich fundierte Grundlage der Anwendung unabdingbar sind. Erfahrenen Anwendern ist der Mas- terstudiengang „Lasers in Dentistry“ in Aachen anzura- ten – eine umfassendere Ausbildung ist uns derzeit nicht bekannt. Darüber hinaus bieten wir Kontaktmög- lichkeiten zu erfahrenen Anwendern und organisieren Hospitanzen, Trainings und Live-OPs. Auf den großen ora-laser-Kongressen – wie zuletzt in Frankfurt am Main – bieten wir den Teilnehmern interessante Fachvorträge, viel persönlichen Erfahrungsaustausch mit anderen An- wendern und ein ansprechendes Rahmenprogramm. Die ORALIA unter ihrer früheren Geschäftsführung be- kannte sich stets klar zu „made in Germany“. Gilt dies auch für die ORALIA unter Ihnen, Herr Havemann? Absolut! Herr Caputo und ich haben diese Maxime un- eingeschränkt übernommen. Alle maßgeblichen Kom- ponenten werden in Deutschland hergestellt und in un- serer Manufaktur, die sich am Firmensitz in Konstanz befindet, mit Liebe und Sorgfalt zusammengefügt. An dieser Tradition werden wir festhalten. Nicht nur mit der bereits erwähnten Präsentation des ersten Diodenhardlasers, sondern auch mit der Einfüh- rung der Hochpulstechnik schrieb die ORALIA Geschichte. Bleiben Sie dieser Tradition treu? Als baden-württembergisches Traditionshaus sind wir stolz auf unsere 30-jährige Geschichte und die vielen In- novationen, die wir hervorgebracht haben, und auch die Zukunft werden wir aktiv mitgestalten. Ursprünglich kam die ORALIA ja aus dem Bereich Thera- pielaser, spielen die niedrigenergetischen Softlaser noch eine Rolle bei der neuen ORALIA? Ja, unbedingt! Die Laser-Photo-Therapie bietet fantasti- sche Therapiemöglichkeiten und hat ihren Platz in ei- nem separaten, mobilen Gerät verdient. Die neue Pro- duktgeneration umfasst daher auch einen reinen Soft- laser, der in Kürze unter dem Namen ora-laser d-light erhältlich sein wird, und neben den klassischen biomo- dulativen Programmen auch verschiedene Neuerungen bietet. So haben wir zum Beispiel ein umfassendes und bewährtes Konzept zur zahnärztlichen Unterstützung der Tabakentwöhnung vollständig integriert. Herr Havemann, vielen Dank für das Gespräch! n ANZEIGE
NEWS Laserschutzbeauftragter ist Pflicht Sicherheit in der Praxis Laser Zentrum Hannover e.V. Stefan Kaierle ist neuer Abteilungsleiter Seit dem 1. Januar 2012 ist Dr.-Ing. Stefan Kai- erle neuer Leiter der Abteilung Werkstoff- und Prozesstechnik am Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH). Stefan Kaierle promovierte bis 1998 am Lehrstuhl für Lasertechnik der RWTH Aa- chen zum Thema „Autonome Produktionszelle für das Schweißen mit Laserstrahlung“. An- schließend wechselte der gebürtige Kasseler an das Fraunhofer Institut für Lasertechnik (ILT) und übernahm in den folgenden Jahren die Lei- tung verschiedener Abteilungen – zuletzt für den Bereich Systemtechnik, wo er mit allen gängigen Verfahren der Lasertechnik, insbe- sondere der Lasermaterialbearbeitung, ver- traut wurde. Sein besonderes Augenmerk galt stets der Umsetzung von Laserprozessen in die Anwendung: „Mir ist es wichtig, Forschung von den Grundlagen bis zur Anwendung zu führen und damit eine Brücke zwischen den Laserin- stituten und der Industrie zu schlagen“, betont Kaierle. Prozessüberwachung und Qualitätssi- cherung nehmen hierbei eine herausragende Stellung ein. So sind diese Themen dem 46-jährigen Inge- nieur auch ein wichtiges Anliegen für die Arbeit der Abteilung Werkstoff- und Prozesstechnik (WP), deren Forschungsarbeiten besonders für die Branchen Automobilbau, Luft- und Raum- fahrt, Werkzeug- und Maschinenbau sowie Bio- medizintechnik interessant sind. Neben seiner neuen Funktion als Abteilungslei- ter am LZH ist Stefan Kaierle Chefredakteur des Journals „LIGHT – Science & Applications“ so- wie Vorstandsvorsitzender des European Laser Institute (ELI), ein europäisches Netzwerk, das in Europa vorhandenes Laser-Know-how bündelt und für die Förderung innovativer Entwicklun- gen im Bereich der Lasertechnik und Photonik eintritt. Außerdem pflegt Kaierle langjährige Kontakte nach China. So hält er seit 2007 eine Gastprofessur an der Beijing Universität (BUT) und organisierte 2011 gemeinsam mit ver- schiedenen chinesischen Laserinstituten die 1st International Conference on Frontiers of Laser Processing (ICFL) am Changchun Institute of Optics, Fine Mechanics and Physics, die zukünftig alle zwei Jahre stattfinden soll. Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) Michael Botts E-Mail: m.botts@lzh.de Web: www.lzh.de Möglichkeiten der Lasermikrobearbeitung Präzisionsfertigung mit Licht Geringere Toleranzen, größere Genauigkeit, komplexere Geometrien: Die Ansprüche an die Materialbearbeitung im Mikrobereich steigen in allen Industriezweigen kontinuierlich an. Mecha- nische Abtragverfahren stoßen dabei längst an Ob Aknenarben, Kurzsichtigkeit oder Karies – Laser sind eine Allzweckwaffe in Medizin und Kosmetik. Doch Ärzte, Zahnärzte und Kosmeti- kerinnen, die in ihrer Praxis oder ihrem Studio lasern, müssen strenge Sicherheitsbestim- mungen einhalten: Seit Juli 2010 ist es Pflicht, schriftlich einen Laserschutzbeauftragten zu bestellen, sofern Laser der Schutzklassen 3 oder 4 zum Einsatz kommen. Unter diese Klas- sen fallen die meisten Medizin- und Kosmetik- Laser. Laserschutzbeauftragte müssen die Teil- nahme an einem anerkannten Laserschutz- Kurs nachweisen. „Bei rund 70 Prozent aller Laser-Unfälle sind die Augen betroffen, sogar ein Erblinden kann dar- aus folgen“, sagt Dr. Müller-Steinmann, ärzt- licher Direktor des Hautarztzentrums Kiel, der in seiner Praxis seit 19 Jahren mit Lasern arbeitet und selbst Laserschutzkurse anbietet. „Oft wä- ren derartige Unfälle durch präzise Kenntnis der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen ver- meidbar. Zum Beispiel erfordern verschiedene Wellenlängen von Lasern auch unterschiedli- che Laserschutzbrillen.“ Der Dermatologe warnt auch vor anderen Ge- fahren: Wenn Laser Gewebe abtragen, entsteht dadurch Rauch, der giftige Gase wie Benzol und Blausäure sowie Blutfragmente und Viren ent- halten kann. „Spezielle Rauchabsauger sind bei diesem gefährlichen Gemisch ein Muss“, so Müller-Steinmann. Zudem besteht Feuerge- fahr, besonders wenn sich im Raum entzündli- che oder brennbare Materialien befinden, wie etwa Anästhetika, Desinfektionslösungen, Sal- ben oder Kunststoffe. „Ein Tabu im Behand- lungsraum sind Spiegel“, erklärt der Laser- schutz-Experte. „Denn sie könnten den Laser- strahl reflektieren." Auch bei Fliesen, anderen glatten Oberflächen und medizinischen Instru- menten ist daher Vorsicht geboten. Die Sicher- heitsvorkehrungen reichen bis hin zu den Fens - tern: Als Schutz vor Strahlenübertragung soll- ten diese mit undurchlässigem, nicht brenn - barem Material wie Milchglas bedeckt sein. In der Vitaklinik des Hautarztzentrums Kiel kön- nen Ärzte, Medizinische Fachangestellte und Kosmetikerinnen das Zertifikat zur Befähigung zum Laserschutzbeauftragten erwerben. ihre Grenzen. Als flexible und vor allem schädi- gungsfreie Alternative etabliert sich inzwischen die Lasertechnik. Allerdings zögern viele Firmen noch, in Anlagen zu investieren, deren Nutzen sie nicht abschätzen können. Im Photonik-Zentrum Kaiserslautern e.V. (PZKL) wurde daher vor einem Jahr eine eigene Abteilung für Mikrobearbeitung eingerichtet. Hier können Unternehmen und öffentliche Projektträger verschiedene Anwen- dungen von Lasern in Forschungsstudien oder Praxistests bis hin zur Kleinserien-Fertigung ausprobieren. Herzstück der Einrichtung ist eine 5-Achs-Produktionsmaschine der auf Laser- Präzisionsfertigung spezialisierten GFH GmbH, die eigens für Forschungsprojekte mit zwei Strahlenquellen für insgesamt vier unterschied- liche Wellenlängen ausgestattet wurde. Weitere Informationen: www.pzkl.de, www.gfh-gmbh.com Weitere Informationen: Hautarztzentrum Kiel Alter Markt 1–2, 24103 Kiel E-Mail: info@hautarztzentrum-kiel.de Web: www.hautarztzentrum-kiel.de Den Auftraggebern der Tests steht ein breites Anwen- dungsspektrum zur Auswahl, vom Schneiden bis zur Be- schriftung (hier eine 100 µm hohe Gravur auf Kristall). Letztere kann zum Beispiel zur unsichtbaren Produkt- kennzeichnung genutzt werden. 36 LASER JOURNAL 1/2012
Grundsteinlegung für Erweiterungsbau der Jenoptik-Hightech-Fabrik Hochleistungs-Halbleiterlaser in Berlin In einem für die Halbleiterfertigung typischen Prozess werden bei Jenoptik Gallium-Arse- nid-Wafer (GaAs) zu Hochleistungs-Laser - barren strukturiert und weiterverarbeitet. Diese Laserbarren aus der Produktion in Berlin-Adlershof werden an Kunden weltweit geliefert und bei Jenoptik in Jena zu Hoch - leistungs-Diodenlasern weiterverarbeitet. Hier zählt das Unternehmen zu den führenden und weltweit anerkannten Qualitätsanbietern. Der Konzern verfügt in der Sparte Laser & Mate - rialbearbeitung über die gesamte Technolo- giekette – von der Herstellung von Hochleis- tungs-Diodenlasern bis hin zu Laseranlagen für die Materialbearbeitung. Seit 2006 ist Jenoptik in Berlin-Adlershof mit einer eigenen Fertigung präsent. Das opto - elektronische Grundmaterial und seine effi- ziente Fertigung entwickelt Jenoptik in enger Zusammenarbeit mit dem dort beheimateten Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH). Die bestehende Produktion in Berlin hat die Kapazitätsgren- zen erreicht und wird aufgrund der hohen Kundenzufriedenheit und stark anziehenden Nachfrage, insbesondere aus Asien, für künf- tige Projekte sowie für die voranschreitende Internationalisierung der Sparte Laser & Mate- rialbearbeitung erweitert. Daher hat Jenoptik Mittel Dezember letzten Jahres den Grund- stein für die Erweiterung der Halbleiterlaser- produktion gelegt. „Deutschland ist und bleibt Standort für High- tech-Produktion, auch wenn wir aktuell im Jenoptik-Konzern die Internationalisierung in Asien und Nordamerika stark vorantreiben“, so Jenoptik-Chef Dr. Michael Mertin anlässlich der Grundsteinlegung. Er betonte die Notwen- digkeit von Investitionen vor allem im techno - logieintensiven Bereich. „Unsere hiesige Indus- trie versteht es, sich als Hightech-Ausrüster der Welt zu positionieren“, so Michael Mertin. Mit dem Neubau werden sich die Produktions- kapazitäten mehr als verdoppeln. So erhöht sich die Bruttogeschossfläche durch den Er - weiterungsbau um rund 1.400m2 auf dann rund 3.400m2. Die Produktionsfläche inklusive Reinraumfläche vergrößert sich von insgesamt 540 m2 auf 930m2 und soll ab 2013 für die Produktion zur Verfügung stehen. Die Fertigung wird mit modernster Produktions- technik ausgestattet und automatisiert. Die ver- schiedenen Arbeitsbereiche werden mit Rein- raumklassen zwischen 100 und 1.000 Partikel je Kubikmeter ausgestattet – je nach Anfor - derungen des Prozess-Schrittes. In den Rein - räumen wird die komplette Prozesslinie, also Epitaxie, Waferprozessierung und Facetten - beschichtung zur Herstellung von GaAs Bau - elementen installiert sein. Insgesamt fließen in den Erweiterungsbau rund 10 Mio. Euro. Mehr Informationen: JENOPTIK Laser & Materialbearbeitung Denise Thim Tel.: 03641 65-4366 E-Mail: denise.thim@jenoptik.com Überarbeitung BZÄK aktualisiert GOZ-Kommentar Seit Ende November 2011 steht auf der Homepage der Bundeszahnärztekammer der GOZ-Kommentar der BZÄK zum Download zur Verfügung – ein kostenloser Service für alle Zahn ärztinnen und Zahnärzte, aber auch für alle anderen mit der GOZ befassten Stellen und Institutionen. Die GOZ-Kommentierung der Bundeszahnärztekammer soll so DIE Leitlinie für die Auslegung der neuen GOZ und damit die Basis auch für mögliche gebührenrechtliche Gutachten oder Gerichtsentscheidungen wer- den. Eine erste Überarbeitung des GOZ-Kom- mentars (Stand 20. Januar 2012) ist nunmehr auf der Homepage der Bundeszahnärztekam- mer unter: www.bzaek.de abrufbar. Quelle: Newsletter der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, Bundeszahn ärztekammer 37 LASER JOURNAL 1/2012 Zuwachs bis 2030 Tausende neuer Arbeitsplätze im Dentalsektor Etwa 76.000 neue Arbeitsplätze werden bis zum Jahr 2030 in Zahnarztpraxen, Dentallabo- ren und durch den Vertrieb von Dentalproduk- ten im Einzelhandel entstehen. Zu dieser Ein- schätzung kommen das Darmstädter WifOR- Institut und das Institut der Deutschen Zahn- ärzte (IDZ) in einer Studie, die gestern in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Unter- suchung zufolge, die im Auftrag der Kassen- zahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) durchge- führt wurde, werden die stärksten Wachstums- impulse im Dentalsektor aus der vorsorgeorien- tierten Nachfrage im Zweiten Gesundheits- markt entstehen. Zu den Ergebnissen der Studie sagte der Vor- sitzende des Vorstandes der KZBV, Dr. Jürgen Fedderwitz: „Man darf den zahnmedizinischen Sektor nicht immer nur als Kostenfaktor disku- tieren. Er ist ein Wirtschaftsfaktor und Teil der Jobmaschine Gesundheitswesen. Schon jetzt arbeiten über 400.000 Menschen in der Den- talbranche. Vor allem aber bedeutet die prä- ventive Zahnmedizin von heute eine sinnvolle Investition, deren Dividende die ständige bes- ser werdende Zahngesundheit der Bevölke- rung ist.“ Der Vizepräsident der Bundeszahnärztekam- mer, Prof. Dr. Christoph Benz, kommentierte: „Die Ausbildungsquote in den Berufen rund um die Zahnmedizin ist traditionell hoch. Und die demografische Entwicklung wird aller Voraus- sicht nach für weitere Beschäftigungsimpulse sorgen. Die Menschen werden immer älter, Prävention wird immer bedeutender. Um die Mundgesundheit und die damit zusammen- hängende Allgemeingesundheit bis ins hohe Lebensalter zu erhalten, bedarf es intensiver zahnmedizinischer Betreuung, innovativer Ver- sorgungsstrukturen und Therapien sowie der technischen Weiterentwicklung von Medizin- produkten.“ Beide Zahnärzteorganisationen gaben zu be- denken, dass die positive Prognose des Den- talsektors mit der Bereitschaft der Gesund- heitspolitik, stabile Rahmenbedingungen zu setzen, stehe und falle. Die Studie „Wachstums- und Beschäftigungs- effekte der Mundgesundheitswirtschaft“ er- scheint als Band 33 der Schriftenreihe des IDZ. Sie ist im Fachbuchhandel erhältlich. Quelle: KZBV, BZÄK
TIPP HYGIENE Die wasserführenden Systeme in einer Behandlungseinheit In der heutigen Ausgabe des Hygiene-Tipps beschäftigen wir uns mit der Reinigung der wasserführenden Systeme und der Heraus- forderung der in einer Zahnarztpraxis zu ergreifenden hygienischen Maßnahmen zur Wartung der Behandlungseinheit. Das wasser - führende System wird gebildet durch die wassereinspeisenden Systeme und die notwendige Ableitung durch geeignete Absaug- anlagen. Die Absauganlage in einer Behandlungseinheit Desinfizierbarkeit Die Absauganlagen in einer Behandlungseinheit dienen der Ent - sorgung von Aerosolen, Flüssigkeiten und festen Stoffen aus der Mundhöhle der Patienten durch einen entsprechenden Unterdruck. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist eine Abscheideanlage für Amalgam eingeschlossen. Über den Grad der Desinfizierbarkeit von Absauganlagen liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, sodass wir zurzeit nicht von einer vollständigen Desinfektion der Absaug- systeme einer Behandlungseinheit ausgehen können. Gerade in ei- nem praxisinternen Hygienemanagement müssen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, weil davon auszugehen ist, dass durch geeignete Reinigungs- und Desinfektionsmittel die Keimzahl so weit herabgesetzt werden kann, dass eine Gefährdung der be- teiligten Personen stark vermindert wird. Reflux und seine Tücken Absauganlagen werden durch Mikroorganismen aus der Mund- höhle kontaminiert. Daher kann ein Infektionsrisiko für den Patien- ten vom kontaminierten Absaugschlauch entstehen. Ein zusätz - liches Infektionsrisiko kann im Rückfluss (Reflux) von flüssigen oder gasförmigen Teilen auftreten. Ein Reflux kann durch zwei Situationen ausgelöst werden: 1. Ein Reflux kann auftreten, wenn die Absaugkanüle durch z.B. an- gesaugtes Weichgewebe verschlossen wird oder 2. Die Schlauchöffnungen für die Absaugkanülen und Speichel - sauger am Absaugschlauch werden bei jedem Patientenwechsel außen und – soweit erreichbar – auch innen nach den Empfeh- lungen zur Flächendesinfektion desinfiziert. 3. Für jeden Patienten werden hygienisch einwandfreie (desinfi- zierte oder sterile) Absaugkanülen und Kupp lungen verwendet. 4. Siebe und Filter werden erst nach Ablauf der vom Hersteller vor- gegebenen Einwirkzeit der Desinfektionsmittel vorsichtig ent- nommen. 5. Anfallende Amalgamreste werden in den dafür vorgesehenen Sammelgefäßen gesammelt. 6. Die Absaugschläuche und Mundspülbecken unserer Behand- lungseinheiten werden nach den Empfehlungen zur Flächen- desinfektion von den Mitarbeiter/-innen desinfiziert. 2. wenn der Absaugschlauch über die Höhe des Patientenkopfes 7. Die Absauganlagen werden zur Erhaltung der Funktionsfähig- geführt wird und sich daraus die Saugleistung vermindert. keit nach jeder Behandlung mit kaltem Wasser durchgespült. Daher muss bei der Behandlung durch die Mitarbeiter/-innen dar- auf geachtet werden, dass die Zufuhr der Nebenluft des Saug- stroms vom Patientenmund zum Saugmotor aufrechterhalten wird. Infektionsgefahr bei der Wartung Für die Mitarbeiter/-innen besteht bei den routinemäßigen War- tungs- und Reinigungsarbeiten einer Behandlungseinheit immer auch eine Infektionsgefahr. Das Gleiche gilt für die zum Einsatz kommenden Service-Techniker bei der Durchführung von Repara- turarbeiten an den Absauganlagen. Zur Minimierung der Risiken und Erhöhung des Infektionsschutzes sollten die nachfolgenden acht Regeln beachtet werden: 1. Generell muss in einem Hygienemanagement festgelegt wer- den, dass zahnärztliche Absauganlagen zum Zwecke des Infek- tionsschutzes hygienisch gewartet werden müssen. 8. Am Ende eines Behandlungstages werden zur Minimierung des bestehenden Infektionsrisikos und zur Vermeidung von Ge- ruchsbelästigungen nichtschäumende Reinigungs- und Desin- fektionsmittel eingesetzt. Alle Angaben der Hersteller für die Dosierung und Einwirkzeiten finden ihre Berücksichtigung. Qualitäts-Management-Beratung Christoph Jäger Am Markt 12–16 31655 Stadthagen E-Mail: info@der-qmberater.de Web: www.der-qmberater.de 38 LASER JOURNAL 1/2012
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Fortbildung Jubiläumskongress der DGL in Düsseldorf „LASER START UP 2011 “ – Einstieg in die Laserzahnmedizin Bereits im letzten Laser Journal haben wir von der 20. Jahrestagung der Deutschen Gesell- schaft für Laserzahnheilkunde (DGL), die am letzten Oktoberwochenende 2011 stattfand, be- richtet. In der heutigen Ausgabe soll es nun speziell um die Parallelveranstaltung LASER START UP gehen, die zahlreiche Neu-Interessenten für die Laserzahnmedizin anzog. lung der für den Einsatz in der Zahnmedizin geeigneten Wellenlängen. Die Erläuterung und Darstellung der für die Zahnheilkunde relevanten Wellenlängen Er:YAG; Er, Cr:YSGG, Nd:YAG, Diode und CO2 oblag dem Kongress - präsidenten. Indikationen monochromatischen Lichtes in der Mundhöhle Als „Laserdomäne“ kann mit Fug und Recht die laser- unterstützte Endodontie bezeichnet werden. Dieser Themenbereich wurde ausführlich von Herrn Professor Dr. Norbert Gutknecht, der eine halbe Stunde vor seinem Beitrag als Präsident der DGL wiedergewählt wurde, dargestellt. Eine Klarstellung Gutknechts gleich zu Beginn seiner Ausführungen: „Bitte sprechen Sie von laserunterstütz- ter Endodontie und nicht von Laserendodontie!“ Ausge- hend von einer ausführlichen Darstellung der Makro- und Mikroanatomie endodontologischer Strukturen, die Komplikationen sehr zuträglich sein können, definierte Gutknecht Laserlicht als „ideales Instrument und ADJU- VANS“ für keimabtötende Maßnahmen bei Zähnen, wel- ches sich im Rahmen endodontischer Maßnahmen als problematisch herausgestellt habe. Als vorteilhaft kann die Tatsache gewertet werden, dass 96 Prozent der in ei- nem Wurzelkanal befindlichen Keime pigmentiert und damit für Laserlicht „anfällig“ sind. Es gelang Gutknecht Dr. Georg Bach/Freiburg im Breisgau n Wesentlichen Anteil am Erfolg der letzten 15 Jahre des Laserzahnmedizinkongresses „LASER START UP“ hatten und haben neben den namhaften Laserreferenten für das wissenschaftliche Programm auch die Mitarbeiter der La- serhersteller und -vertriebsfirmen. Sie waren nicht nur mit ihren gesamten Produktpaletten vor Ort, sondern konnten auch in den Workshops, die im Laufe des zweiten Kongresstages stattfanden, Lasergerätschaften und Fir- menphilosophie ausführlich erläutern. Ferner profitierte die Veranstaltung durch die Unterstützung der Fachge- sellschaft DGL, welche sich mit der Anwendung mono- chromatischen Lichtes in der Mundhöhle beschäftigt. Der gesamte Freitagmittag und -abend sowie zwei Ses- sionblöcke am Samstag, die die Workshops einrahm- ten, waren den Vorträgen des wissenschaftlichen Pro- gramms zugeordnet. In seinen Einführungsworten zeigte der Kongresspräsident, Dr. Georg Bach, vier durch das Programm zu erfüllende Forderungen im Sinne der „Kongresskonzeption“ auf: – Vermittlung von Lasergrundlagen und -physik – Aufzeigen sämtlicher Indikationen der Laserzahnme- dizin – Präsentation der für die Zahnheilkunde geeigneten Laserwellenlängen – Darstellung rechtlicher Aspekte und der Abrechnung von Laserleistungen. Grundlagen Ein nicht unbedingt heiß geliebtes und dennoch un - gemein wichtiges Thema sind die „Lasergrundlagen – Laserphysik“. Der renommierte Laserphysiker Dr. Jörg Meister/Aachen verstand es außerordentlich gut, die- sen „trockenen Stoff“ kurzweilig zu vermitteln. Vor allem gefiel dieser Vortrag durch die Fähigkeit des Referenten über den zahnärztlichen Tellerrand zu schauen und des Öfteren Querverweise zum „Lasereinsatz in der Medi- zin“ mit seinen zahlreichen Indikationen zu geben. „La- serlicht“, so Meister, „sei ein besonderes Licht, das sich komplett von denen, die mit thermischen und chemi- schen Lichtquellen erzeugt werden, unterscheidet: es ist phasenrein und gleichgerichtet.“ Relevante Wellenlängen für die Zahnheilkunde Nach Vermittlung dieser laserphysikalischen Kennt- nisse war der nächste Schritt naturgemäß die Darstel- 40 LASER JOURNAL 1/2012
Fortbildung anhand zahlreicher klinischer Fallbeispiele darzustellen, wo die Vorteile monochromatischen Lichtes in der Endo - dontologie liegen, wie die technischen Voraussetzungen sind und wie dies in der Literatur gewertet wird. Als „ide- ale Wellenlänge für die Endo dontologie“ definierte der DGL-Präsident die Nd:YAG-Wellenlänge. Allerdings soll- ten bewährte, evidenzbasierte Laserparameter nicht verlassen werden, da sonst thermische Schäden drohen. Er:YAG-/Er,Cr:YSGG-/Dioden- und KTP-Laser seien, so Gutknecht, ebenfalls zum Einsatz in der Endodontologie geeignet. Im Vergleich zum Nd:YAG weisen sie aber eine schlechtere Effizienz auf, könne doch mit dieser Wellen- länge eine Keimelimination bis zu 96 Prozent im infizier- ten Wurzelkanal erreicht werden. In einer anschließenden Diskussion waren sich Gut- knecht mit weiteren Referenten einig, dass in diesen aufgeführten Bereichen der Laser bei Problemfällen konventionellen Bereichen eindeutig überlegen sei. Selbst bei absoluten Problemfällen, z.B. Zähnen, die be- reits zur Extraktion oder einer Resektion freigegeben wurden, kann Gutknecht die Erfolgsquote einer laser- unterstützten Endodontologie mit 82 Prozent angeben. Einsatzbereiche des Lasers in der Zahnmedizin Laser in der Implantologie Tagungspräsident Bach oblag es, den Einsatz von Laser- licht in der Implantologie darzustellen. Er unterschied hier zwischen etablierten Anwendungen des Lasers in der Implantologie, zu denen er die Schnittführung und auch die Dekontamination bei der Periimplantitis zählte, und zwischen neuen Denkansätzen, wie Kombinations- therapien Laserlichtapplikation und Augmentation so- wie Implantatbettpräparation mit Laserlicht. Er schloss mit einem Ausblick in die Zukunft. Laserschnittführun- gen, welche sich durch ein hohes Maß an minimalinvasi- vem Vorgehen, Blutungsarmut und Beschwerdefreiheit auszeichnen, sieht der Referent ebenso als etabliertes Verfahren an, wie die Möglichkeit der Laserlichtdekonta- mination bei Periimplantitiden. Hierbei müsse jedoch zwischen reinen Dekontaminationslasern (CO2 und Diode) und ablativ wirkenden Dekontaminationslasern unterschieden werden (Er:YAG und Er:Cr,YSGG). Als hoff- nungsvollen Denkansatz präsentierte Bach die Präpara- tion des Implantatbettes mit dem Er:YAG-Laser und gab seiner festen Zuversicht Ausdruck, dass diese und andere Formen der Knochenbearbeitung dereinst zu Standard- verfahren der Implantologie werden mögen. Gleiches gilt nach Ansicht des Freiburger Oralchirurgen für die Kombinationstherapie, bestehend aus Laserlichtdekon- tamination und Augmentation mit dem nanokristalli- nen, pastösen Knochenersatzmaterial OSTIM®, welche er als „einfach zu erlernende, aber sichere“ Einstiegsform in die Behandlung der Periimplantitis bezeichnete. Laser in der Parodontologie Mit Professor Dr. Heinz Renggli/Nijmegen, Niederlande, konnte ein überaus renommierter Vertreter des Fachge- bietes Parodontologie verpflichtet werden. Der holländi- sche Parodontologe Renggli untermauerte sein Credo der „miminalinvasiven Laserpraxis“(mit eindeutigem Fokus auf dem Er:YAG-Laser) mit großem Engagement und er- wähnte auch die Stellungnahmen wissenschaftlicher Ge- sellschaften, welche sich mit dem Einsatz von Laserlicht auseinandersetzen. Seine klare Aussage: „Die Evidenz des Lasers ist da, ebenso wie klinische und therapeutische Vor- teile für den Patienten.“ Auch die im Vergleich zum Scaling deutlich verringerte Zementreduktion beim selektiv ab- tragenden Vorgehen mit dem Er:YAG würde zu einer sig - nifikant geringeren Anzahl sensibler Zahnhälse führen. Ausgehend von den Ergebnissen der Forschungsgruppe um AOIKI („Zahnsteinentfernung mit Laser“) konnten zwei LASER-PARO-Vorgehensweisen definiert werden: a) als ADJUVANS zu vorgängig durchgeführten Scaling und Root Planing (z.B. mit einer Diode) b) als alleinige Maßnahme (ausschließlich mit dem Er:YAG-Laser möglich). Renggli vermochte seine Aussage anhand zahlreicher Studien, deren Ergebnisse er präsentierte, zu belegen. Eine Fülle klinischer Fallbeispiele, bei denen Laser im Rahmen marginaler Parodontopathien eingesetzt wur - de, rundeten seine Ausführungen ab. Laser in der Oralchirurgie Professor Dr. Herbert Deppe/München, Hochschulleh- rer und Oralchirurg zugleich, jedoch auch anerkannter Experte auf dem Gebiet der Laserzahnheilkunde, stellte umfassend den Einsatz von Laserlicht in der zahnärzt- lichen Chirurgie dar. „Lassen Sie sich von der vielen The- orie nicht ins Boxhorn jagen, mit der (Laser-)Anwendung kommt auch der Spaß!“ Mit diesem sympathischen Be- ginn hatte der einzige Lehrstuhlinhaber für zahnärztli- che Implantologie in Deutschland gleich zu Anfang sei- ner Ausführungen das Eis gebrochen. Deppe, dem bahn- brechende Arbeiten zum Einsatz des Er:YAG-Lasers zur Knochenbearbeitung und in der Implantologie zu ver- QR-Code: Bilder vom LASER START UP und der DGL-Jahrestagung 2011. QR-Code einfach mit dem Smartphone scannen. 41 LASER JOURNAL 1/2012
Fortbildung danken sind, legte denn auch den Fokus seiner Ausfüh- rungen auf die Darstellung des Er:YAG-Lasers zur Bear- beitung von Knochen. Außerdem sprach er über die Mög- lichkeiten der Dioden-Wellenlänge in der Oralchirurgie. Das Programm des zweiten Tages war, neben den Work - shops, für die Vertiefung und Festigung der bis dato er- lernten Informationen reserviert. Abrechnung und Wirtschaftlichkeit des Lasers Mit dem Fokus des nachhaltigen Arbeitens konnte Dr. Thorsten Kuypers/Köln mit seinem Vortrag „Abrech- nung und Wirtschaftlichkeit des Lasers“ einen ganz neuen Aspekt den Erkenntnissen des ersten Tages hin- zufügen und um wesentliche Themenbereiche wie Ge- räteamortisation und Abrechnung von Laserleistungen erweitern. Kuypers sieht den Betrieb eines Dentallasers als wichtige Möglichkeit, der Praxis ein modernes Image sowie hohe Patientenakzeptanz durch Kompetenz und Innovationsfreude zu vermitteln. „Laser muss ein fester Bestandteil des Behandlungsspektrums werden. Nicht nur Sie müssen etwas tun und es muss sich etwas in Ih- rem Kopf ändern, sondern auch Ihre Mitarbeiterinnen müssen mitziehen!“ – dies Credo und Aufforderung des Kölner Referenten. Kuypers wies auch darauf hin, dass mit einer Laserspezialisierung sich nicht nur die Stel- lung der Praxis, vielmehr aber auch deren Image zum Positiven verändere und damit eine wesentliche Rolle bei der Bindung von Patienten spiele. Extraorale Anwendungen von Laserlicht – Entscheidungsfindungen Hier war es Dr. Georg Bach/Freiburg im Breisgau mit sei- nem vierten Vortrag „Extraorale Anwendungen des La- sers – Lasertypen und Wellenlängen“ vorbehalten, den Kongressteilnehmern anhand von Langzeitdaten und Studien in einem Resümee Indikationen und Kontraindikationen der jeweiligen Wellenlän- gen vorzustellen und entsprechende Empfeh- lungen zu geben. Es gelang hier die „Domänen (Endo/Paro/Periimplantitis/Chirurgie) der La- serzahnheilkunde“ darzustellen und zuvor den „Blick über den Tellerrand zu wagen“, um An- wendungen des monochromatischen Lichtes in der Ophthalmologie, der Dermatologie, der HNO und der Urologie vorzustellen. Mehrfach betonte der Breisgauer Referent, dass zahlrei- che der von ihm beschriebenen, humanmedizi- nischen Anwendungen zum Standard avan- ciert und einige sogar nur noch mit dem Laser möglich seien. Sein Credo: In der Humanmedi- zin ist der Laser nicht mehr wegzudenken! Podiumsdiskussion Ein wesentlicher Bestandteil des wissenschaft- lichen Programms eines jeden LASER START UP und auch in diesem Jahr ein großer Erfolg ist die Podiumsdiskussion am Samstagmorgen. Als Expertenrunde stellten sich Professor Dr. Matthias Frentzen, Dr. Stefan Grümer, Dr. Detlef Klotz und als Moderator Dr. Georg Bach der Diskussion, die sehr dankbar von den Kongress - teilnehmern angenommen wurde. Schnell kristallisierte sich die „Kernfrage“ vieler Diskutanten heraus: „Welcher Laser ist nun für mich der richtige?“ Eindeutiges Credo aller Referenten und Diskutanten: Einzige Vorgabe für die Entscheidung für eine Wellenlänge und gegen andere ist die Tätigkeit des Kollegen selbst; nur er kann mit den jeweiligen Praxis- und Tätigkeitsschwerpunkten entscheiden, wel- che Wellenlänge nun zur Praxis passt. Gut angenommen wurde das Angebot der Industrie, sich und ihre Produkte in zwei großzügig dimensio- nierten Workshop-Sessions sowie in der beachtlichen Dentalausstellung zu präsentieren. Einige der Laseran- bieter und -hersteller hatten für die Workshops des Samstags eigene zahnärztliche Referenten gewonnen, die zusätzliches Wissen um die Gerätschaften beizu- steuern wussten. n KONTAKT Dr. Georg Bach Rathausgasse 36 79098 Freiburg im Breisgau E-Mail: doc.bach@t-online.de 42 LASER JOURNAL 1/2012
Faszination Laser in Düsseldorf Die Abstracts zur 20. Jahrestagung der DGL – Teil 2 Bereits zum 20. Mal konnten sich bei dem diesjährigen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. (DGL) und dem LASER START UP 2011 sowohl laserversierte Anwender als auch laserinteressierte Neulinge über den aktuellen Stand in Wissenschaft und Forschung der Laserzahnmedizin informieren. Die hier folgenden Ab- stracts sollen einen Einblick in die Themenschwerpunkte der gehaltenen Vorträge geben. Dajana Mischke/Leipzig Chirurgische Laseranwendungen bei kardialen Risikopatienten Hubert Deppe, Julia Auer-Bahrs/München Die zahnärztlich-chirurgische Behandlung von kardialen Risikopatienten ist bei bestehender Antikoagulation häufig erschwert. Ziel der vorgestellten Untersuchung war es, eine laserassistierte Vorgehensweise mit der kon- ventionellen Behandlung zu vergleichen. Im Oktober 2005 konnten 80 von 305 Patienten nachuntersucht werden, die im Zeitraum 1995 bis 2001 vor Herz- klappenersatz zahnärztlich-chirurgisch saniert worden waren. Bei diesen 80 Patienten ergab sich bei der Nach- untersuchung 2005 die Indikation zur Extraktion bei 52 Zähnen, zur WSR bei sieben Zähnen und zur Osteotomie in zwei Fällen. Chirurgisch behandlungsbedürftige Weichgewebsbefunde zeigten sich in zwölf Fällen. Die Be- handlung wurde nach Wunsch des Patienten lasergestützt (30 Befunde) bzw. konventionell (25 Befunde) bei Umstellung der Antikoagulation von Marcumar auf Heparin durchgeführt. An 18 Befunden wurde die Therapie verweigert. Die Blutungsneigung war durch den Einsatz thermischer Laser deutlich reduziert, sodass ein zügi- geres operatives Vorgehen möglich war. In beiden Gruppen waren je zwei Nachblutungen zu verzeichnen, die sich mit lokalen Maßnahmen stillen ließen. Die Wundheilung zeigte sich in der Lasergruppe gegenüber der Kontrollgruppe gering verzögert. Die lasergestützte Behandlung kardialer Risikopatienten stellt eine sichere Alternative zum konventionellen Vorgehen dar und darf als minimalinvasiv bezeichnet werden. Allerdings sind die Fallzahlen zu gering, um dar- aus einen State of the Art abzuleiten. Nutzen und Missbrauch von Lasern in der PA-Therapie Prof. (emerit.) Heinz H.Renggli/Nijmegen Die erste Phase der PA-Therapie ist gegen den Verursacher der Parodontitis, die subgingivale mikrobielle Plaque, gerichtet. Sorgfältige Entfernung supra- und subgingivaler Beläge mit anschließender Glättung der Wurzel (SRP) und Kürettage sind die durch Studien gesicherten Methoden dafür. Aus kontrollierten, internationalen Untersu- chungen geht hervor, dass Nd:YAG- und Er:YAG-Laser in der Kausaltherapie ebenfalls erfolgreich einzusetzen sind. Sie sind bezüglich Reduktion der Sondiertiefen und Attachmentgewinn mit dem SRP zu vergleichen. Sind zur wei- teren Reduktion der Sondiertiefen resektive oder reparative chirurgische Methoden indiziert, wird der Einsatz von Lasern fraglich. Es fehlen international durchgeführte, vergleichbare und kontrollierte Studien, aus denen sich eine solche Evidenz ableiten ließe. Wohl ist der Umgang mit parodontalen Weichgeweben in vielen Einzelfällen doku- mentiert, über die Reaktionen des parodontalen Knochens sind nur wenige, nicht übereinstimmende Resultate bekannt. Die Wundheilung nach Laserapplikation ist unproblematisch und in vergleichenden Studien dargelegt. Der Einsatz von (Soft-)Lasern zur Behandlung überempfindlicher Zahnwurzeln als Folge aggressiver PA-Therapien und im Rahmen der antimikrobiellen Photodynamischen Therapie (aPDT) ist vielversprechend, bedarf aber wei- terer Studien. 43 LASER JOURNAL 1/2012
Systematik der Laseranwendungen in der Kieferorthopädie Dr. M.Sc. Peter Kleemann, Prof. Dr. Norbert Gutknecht/Aachen Das Ziel war, eine vollständige Systematik der Laseranwendungen in der Kieferorthopädie zu entwickeln. Hierzu wurden Nd:YAG-/Er:YAG- und 2␻-Nd:YAG-Laser bei 1.800 kieferorthopädischen Patienten zwischen 2003 und 2010 in der täglichen Routine eingesetzt, um Weich- und Hartgewebsprobleme zu lösen. Zusätzlich kamen Diodenlaser einschließlich LLLT-Laser zur Anwendung. Entsprechend der klinischen Hauptindikatio- nen konnten vier Indikationsgruppen unterschieden werden. Diese Gruppen konnten analog einer „Baum- struktur“ unterklassifiziert werden in Art des Zielgewebes (Hart- versus Weichgewebe) und weiter in den Mo- dus Ablation versus Nonablation. Am Ende steht die Laserapplikation, eindeutig beschrieben mit Protokoll- name, Konzept, Wirkungsweise und zu erwartendem Resultat. Als Ergebnis wird eine komplette Systematik der Laseranwendungen in der Kieferorthopädie präsentiert: 1. Orthodontisch indizierte Laseranwendungen – unterklassifiziert in: Laser Bonding, Laser Debonding, Gingivektomie, Frenektomie, Operculotomie, Freilegung retinierter und verlagerter Zähne, Insertion von Minipins, Biostimulation aus kieferorthopädischen Gründen. 2. Ästhetisch indizierte Laseranwendungen – unterklassifiziert in: Zahnformkorrektur, Laser Bleaching, ästhetische Gingivakorrektur 3. Kariespräventiv indizierte Laseranwendungen – unterklassifiziert in: Laserfluoreszenzdiagnostik, karies- präventive Laserbestrahlung 4. Assoziierte Laseranwendungen – unterklassifiziert in: Kariestherapie; Behandlung der Dentinhypersensi- tivität, Fibrom-Exzision und Vestibulumplastik, Therapie von Aphthen, Herpes und Schleimhautläsionen, Parodontaltherapie, Akupunktur. Die Systematik enthält einen geordneten Überblick aller Laseranwendungen in der Kieferorthopädie. Noch fehlende oder wünschenswerte Laseranwendungen können identifiziert werden. Am Protokoll Laser Debon- ding werden beispielhaft die Vorteile der Systematik erläutert: Laser-Protokolle mit nicht oder fraglich Erfolg versprechendem Ergebnis können leichter erkannt werden. Die Systematik ist ein hilfreicher Wegweiser in der Vielzahl kieferorthopädischer Laserapplikationen und ist ein wichtiger Schritt in Richtung evidenzfähige, strukturierte Laseranwendung. Materialbearbeitung mit der Ultrakurzpulstechnologie Dipl.-Phys. F. Schelle, Dr. B. Oehme, Dr. O. Brede, Priv.-Doz. Dr. A. Braun, Priv.-Doz. Dr. J. Meister, Prof. Dr. Chr. Bourauel, Prof. Dr. M. Frentzen/Bonn Ultrakurzpulslaser (UKPL) sind eine aus der industriellen Materialbearbeitung bekannte und bewährte Strah- lungsquelle. Zu den Vorteilen dieser Technologie zählen insbesondere die hohe Präzision, Vielseitigkeit und Effi- zienz der Bearbeitung. Ziel dieser Arbeit war es herauszufinden, inwiefern sich diese Eigenschaften auf einen Ein- satz in der Zahnheilkunde übertragen lassen. Im Speziellen sollten dazu die Ablationsschwellen und Ablations- raten oraler Hart- und Weichgewebe sowie Restaurationsmaterialien bestimmt werden. Als Strahlquelle diente ein 1.064 nm Nd:YVO4-Laser, der Pulse mit einer Dauer von 8 ps bei einer Repititionsrate von 500 kHz emittiert. Die Versuche wurden an Dentin, Schmelz, Kompakta, Knochenmark, Spongiosa, Titan, Amalgam, Komposit und Keramik durchgeführt. Die entstandenen Kavitäten wurden mit einem Streifenlicht- sensor vermessen. Alle untersuchten Materialien ließen sich bearbeiten. Ablationsraten und -schwellen konnten für alle Materia- lien bestimmt werden. Aus den gewonnenen Daten lässt sich unter anderem die Leistungsselektivität des Ma- terialabtrags abschätzen. Besonders deutlich äußert sich dies bei der Bearbeitung des verwendeten Komposits, der die höchste Ablationsrate bei gleichzeitig sehr niedriger Abtragsschwelle aufweist. Der Einsatz ultrakurzer Laserpulse in der Zahnheilkunde ist in Hinblick auf die Eigenschaften bei der Material- bearbeitung sehr vielversprechend. Am verwendeten Laborsystem ließen sich jedoch keine realistischen Be- handlungssituationen simulieren. Darüber hinaus sind weitere Studien notwendig, um mögliche Nebenwir- kungen und Risiken für den Patienten untersuchen und beurteilen zu können. 44 LASER JOURNAL 1/2012
Epulis Ektomie, moderne Welt versus Dritte Welt Dr. Ingmar Ingenegeren/Bottrop Das Ziel der Präsentation war das Verdeutlichen der Vorteile eines 810 nm Dioden-Lasers beim Entfernen eines Epulis anhand eines Vergleiches zur Methode mit einem Skalpell. In eigener Hightech-Praxis wurde ein ca. 1,5 cm großen Epulis lingual an Zahn 43 mit einem 810 nm Diodenlaser (300 μ Faser, 2 W, cw) am Stil entfernt. Ein eben- falls ca. 1,5 cm großes Epulis, jedoch vestibulär an Zahn 33, wurde im Einsatz für „Zahnärzte ohne Grenzen“ in der Gobi-Steppenwüste mit einem Skalpell am Stil entfernt und die Trennstelle mit Naht 3.0 geschlossen. Beide Ein- griffe fanden unter Infiltrationsanästhesie statt. Bei beiden Methoden wurde das gestilte Epulis in toto entfernt. Die Trennstelle bei der Laserbehandlung zeigte weder beim Trennen noch danach eine Blutung und konnte unversorgt belassen werden (Heilung per secundam). Nach Auswirkung der Infiltrationsanästhesie waren keine Schmerzen oder Beeinträchtigungen beim Sprechen und Kauen bemerkbar. Die Trennstelle bei dem Skalpelleinsatz zeigte beim Trennen und danach eine schwere Blutung arterieller Art und wurde zunächst mit Watterollen und Lippendruck komprimiert. Mehrere zeitinten- sive Versuche vermochten die Blutung nicht zum Stehen zu bringen. Es konnte jedoch in dem einfach ausge- statteten Krankenhaus eine Naht 3.0, eine Arterienklemme und eine stumpfe Schere aufgetrieben werden. Erst unter Zuhilfenahme der Lupenbrille und nach geduldigem, mehrfachen Übernähen und Zusammenziehen der Trennstelle konnte die Blutung reduziert, jedoch noch nicht zum Stillstand gebracht werden. Nach Auswirkung der Infiltrationsanästhesie waren geringe Schmerzen, aber keine Beeinträchtigungen beim Sprechen und Kauen bemerkbar. Der Patient bekam Kompressen mit nach Hause. Nach zwei Tagen war definitiv keine Blutung mehr vorhanden und nach drei Tagen wurde die Naht vorsichtig mit einer Diamantfräse durchtrennt und entfernt. Am vierten Tag post OP (Tag der Abreise) war die primäre Wundheilung so gut wie abgeschlossen. Diskussion: Epuli sind benigne Tumoren und können ohne Gefahr für Metastasen einfach entfernt werden. Sie stehen immer in Verbindung mit einem Zahn, meist in der Front. Ursachen sind Irritationen unterschiedlicher Art. Zur Rezidivvermeidung müssen sie ebenfalls beseitigt werden. Die Gefahr liegt in der Nachblutung nach dem Eingriff mit dem Skalpell, wobei durch die Blutung nicht immer exakt sichtbar ist, wo man arbeitet und man ungewollt iatrogene Schäden setzen kann. Mit Nahtmaterial, Koagulantia, Elektro- oder HF-Kauter, Kompressen und diversen Wundverbänden bekommt man die Blutung mit Aufwand zum Stehen. Die Epulis Ektomie mit dem 810 nm Diodenlaser kann sogar ohne Anästhesie erfolgen und lässt keine Blutung oder Nachbeschwerden entstehen. Die Behandlung nimmt darüber hinaus lediglich einige Sekunden in Anspruch. Somit ist bei dieser Indikation der 810 nm Diodenlaser den konventionellen Methoden (Skalpell oder Schere) weit überlegen. Grundlagen laserassistierter Diagnoseverfahren Dr. Jörg Meister, Dipl.-Phys. Florian Schelle, Olivier Brede, Andreas Braun, Prof. Dr. Matthias Frentzen/Bonn Die Diagnose beschreibt im weitesten Sinne die Zuordnung von Befunden zu einem Krankheitsbegriff, deren Findungsmethoden unter dem Begriff Diagnostik zusammengefasst werden. In der Zahnheilkunde sowie in der Oral- und der MKG-Chirurgie finden zahlreiche optische Methoden der Befunderhebung ihre Anwendung. Hierzu zählen in erster Linie die visuelle Begutachtung und die bildgebenden Verfahren wie die Röntgen- oder die MRT-Untersuchung. Mithilfe modernerer Dioden- und Lasertechnologie wurde der Bereich der optischen Diagnose erweitert. Die gezielte Anregung von Fluorophoren mittels monochromatischen Lichtes und der damit einhergehenden Erfassung von z.B. kariösen Läsionen hat diese Technologie zu einem festen Bestandteil in der zahnärztlichen Praxis gemacht. Eine kurze Funktionsbeschreibung sowie der aktuelle Stand der Fluores - zenz-Technologie werden vorgestellt. Mit der Realisierung der Ultra-Kurzpulslaser (UKPL) wurde ein weiteres Diagnosefenster geöffnet. Für die unter- schiedlichsten Detektionsverfahren werden ganz spezielle Eigenschaften des UKPL ausgenutzt, z.B. dessen kurze Kohärenzlänge oder die sehr großen Intensitäten. Die sich daraus ergebenden Technologien sind z.B. die Optische Kohärenz-Tomographie (OCT) und das Terahertz-Imaging. Sie erlauben es, nicht nur oberflächliche, sondern auch tiefere Gewebeschichten zu analysieren. Deren Funktion und Praxistauglichkeit werden erörtert. Für die Zukunft wird die Verknüpfung von Therapie und Diagnostik (Theragnostik) von besonderer Bedeutung sein. Dies soll am Beispiel von UKPL und OCT vorgestellt werden. 45 LASER JOURNAL 1/2012
Diodenlaser in der zahnärztlichen Chirurgie Priv.-Doz. Dr. Sabine Sennhenn-Kirchner/Göttingen Vergleichende histologische Untersuchungen von Schnittführungen mit Diodenlaser und Skalpell zeigen eine vergleichbar schnelle und narbenarme Heilung. Der Vorteil des Lasereinsatzes liegt neben der Sterilisation der Wundgebiete und der Reduktion von Bakteriämien in erster Linie in der besseren Übersicht über das Opera- tionsgebiet aufgrund der intensiven Koagulationswirkung der Diodenlaser. Die Präsentation fokussiert auf die optimierte Sicht im Operationsgebiet durch den zahnärztlich-chirurgischen Einsatz von Diodenlaserlicht in Kombination mit Mikroskop und Endoskop. Neben der beispielhaften Darstel- lung chirurgischer Routineindikationen wie der Exzision gutartiger Tumore und Zahnfreilegungen wird speziell die chirurgische Therapie von Leukoplakien dargestellt. Neue Erkenntnisse in der photodynamischen Therapie Prof. Dr. med. dent. Anton Sculean, Dr. h.c. mult., M.S./Bern Neuste wissenschaftliche Ergebnisse haben gezeigt, dass die Photodynamische Therapie (PDT) eine neue Möglichkeit für die Therapie der Parodontitis darstellen könnte. Die Daten aus der Literatur zeigen, dass die einmalige oder wiederholte Anwendung der PDT im Rahmen der nichtchirurgischen Parodontaltherapie zu einer signifikanten Reduktion der Entzündung (z.B. Blutung auf Sondierung) und zu Verbesserungen der Son- dierungstiefen führen kann. Das Ziel des Vortrags ist es, neue Daten aus einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie zur Behand- lung von Patienten mit einer aggressiven Parodontitis mit subgingivalem Scaling und entweder einer Zusatz- gabe von Amoxicillin und Metronidazol oder einer zweimaligen Applikation von PDT zu präsentieren. Die Ergebnisse nach sechs Monaten zeigten, dass sich die BOP-Werte in beiden Gruppen signifikant reduziert hatten, wobei sich zwischen den Gruppen jedoch kein signifikanter Unterschied zeigte. Beide Behandlungsstra- tegien führten zu einer bedeutenden Reduktion von Sondierungstiefen und Gewinn an klinischem Attachment - level. Die systemische Antibiose resultierte jedoch in einer erheblich stärkeren Reduktion der Sondierungstiefen. Es konnte die Schlussfolgerung gezogen werden, dass im Rahmen der nichtchirurgischen Parodontalbehand- lung beide Therapiemethoden eingesetzt werden können. Laseranwendung in der Parodontologie Prof. (emerit.) Heinz H.Renggli/Nijmegen Parodontitis wird meistens durch subgingivale mikrobielle Beläge verursacht. Diese entwickeln sich aus dem zu- nächst harmlosen sulkulären Biofilm, der aber letztlich zur Taschenbildung führt. Die moderne Parodontalthe- rapie richtet sich primär gegen die Ursache des Attachmentverlustes. Als bewährte Methoden für die Kausal- therapie haben sich die sorgfältige Entfernung von Belägen mit Ultraschallgeräten (Rootdebridement) oder mit Handinstrumenten (Sc.), eventuell verbunden mit Glättung der Wurzel (SRP) und Kürettage der Taschengewebe (Cu) erwiesen. Häufig wird nach sorgfältiger Auswertung der Kausaltherapie die Reduktion der Taschentiefen mittels chirurgischer Maßnahmen nötig. In der Parodontaltherapie haben sich Nd:YAG- und Er:YAG-Laser als nützliche Geräte erwiesen. Es gibt genügend Evidenz dafür, dass diese Geräte in der Kausaltherapie mit Erfolg einzusetzen sind. Die Reduktion der Sondiertiefe nach Laserapplikation ist mit jener nach SRP zu vergleichen. Wird Attachmentgewinn als Goldstandard nach Initialtherapie herangezogen, schneidet die Lasertherapie sogar minimal besser ab. Mit Lasern sind subgingivale mikrobielle Beläge also ebenso gut zu beeinflussen wie mit mechanischen Geräten. Die neuerdings aufgekom- mene antimikrobielle Photodynamische Therapie, in der ebenfalls Laser zur Anwendung kommen, gewinnt durch kontrollierte Studien an Interesse. Für den Einsatz von Lasern in der Parodontalchirurgie gibt es keine Evidenz. In zahlreichen Fallpublikationen wird über den erfolgreichen Einsatz von Lasern berichtet. Kontrollierte Studien verschiedener Autoren, die klinisch verantwortbare Schlussfolgerungen zulassen, liegen jedoch kaum vor. 46 LASER JOURNAL 1/2012
Folgen unbeabsichtigter Bestrahlung von Amalgamfüllungen mit einem Er:YAG-Laser Rene Franzen, Martin Bulst, Norbert Gutknecht/Aachen Es ist allgemein bekannt, dass sowohl ein unbeabsichtigtes Bestrahlen von Amalgamfüllungen als auch ihre Ent- fernung mittels Lasersystemen vermieden werden sollte. Um nun genau herauszufinden, wie hoch die Belastung beim Einatmen sowie der Materialverschleiß ist, wur- den 15 extrahierte humane Molaren und Prämolaren mit Amalgamfüllungen präpariert und in Ober- und Unter- kiefer eines Phantomkopfes eingesetzt, um eine typische Behandlungssituation zu simulieren. An der Position der Nase des Phantomkopfes und am Kragen des Behandlers wurde eine Ansaugeinrichtung platziert, welche die Einatmung simuliert und abladierte Partikel in Aerosolfiltern auffängt. Die Amalgamfüllungen wurden mit einem Er:YAG-Laser an der Amalgam-Schmelz-Grenze bestrahlt; hierzu wurde ein Tip-basiertes Laserhandstück bei einer Pulsdauer von 100 μs, einer Pulsenergie von 300 mJ und einer Repetitionsrate von 30 Hz eingesetzt so- wie ein Freistrahl-Handstück bei einer Pulsdauer von 350 μs, 1.000 mJ und einer Repetitionsrate von 20 Hz. Die anschließende gravimetrische Analyse der Aerosolfilter zeigte keine statistisch signifikant höheren Werte bei der Laserbestrahlung des Amalgams gegenüber der Behandlung mit einem Bohrer. Die lichtmikroskopische Untersuchung zeigte nur bei einzelnen Filtern eine Kontamination. Signifikante Unterschiede ergaben sich im Mittel nicht. Der Materialverschleiß bei der Laserbestrahlung war mit beiden Applikatoren extrem hoch, Tips bzw. Auskoppelfenster wurden nach Bestrahlung von nur ein bis zwei Füllungsrändern zerstört. Als Schlussfolgerung lässt sich daher festhalten, dass erwartungsgemäß die Bestrahlung von Amalgam mit ei- nem Er:YAG-Laser zu vermeiden ist. Dabei unterschiedet sich jedoch die Belastung von Patienten und Behand- lern mit potenziell gesundheitsschädlichen Ablationspartikeln nicht von der bei Einsatz eines Bohrers. Lasertherapie von eruptiven Hämangiomen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich Dr. Maximilian Schmidt-Breitung, Friedrich Müller/Berlin Das Poster erläutert anhand klinischer Fallbeispiele (Fotodokumentation) die prognostisch sichere Therapie von eruptiven (senilen) Hämangiomen vor allem im Lippenbereich, aber auch intraoral. Zum Einsatz kommt dabei ein Nd:YAG-Laser. Es richtet sich vor allem an den praktisch tätigen Zahnarzt und soll zeigen, wie mit wenig (Zeit-) Aufwand einfach, sicher und narbenfrei Hämangiome entfernt werden können. Die Behandlung von pyogenem Granulom mit Diodenlaser Merita Bardoshi MD/Tirane, Albanien In diesem Artikel bewerte ich die Effizienz der Behandlung eines pyogenen Granuloms mit einem 980 nm Dio- denlaser anhand von zwei klinischen Fällen. Beide wurden ambulant und unter Infiltrationsanästhesie mit 1 ml Lidocain (2 %) behandelt. Verwendet wurde ein Dauerstrichlaser (6 W) mit Glasfaserkabel (300 μm). Nach der Operation waren keine Nähte erforderlich, noch wurden Schmerzmittel oder Antibiotika verschrieben. Um sowohl die unmittelbaren als auch die langfristigen Ergebnisse bewerten zu können, fanden Nachuntersu- chungen eine Woche, vier Wochen, sechs Monate und ein Jahr nach der Operation statt. Die Diagnose konnte durch eine Biopsie bestätigt werden. Eine Woche nach der Operation berichteten die Patienten weder von Schmerzen noch Schwellungen oder Blu- tungen. Bereits vier Wochen nach der Operation waren die Wunden ohne Komplikationen wie Narbenbildung oder eine Konsistenzveränderung der Lippen komplett verheilt. Auch ein Jahr nach der Operation traten keine Rezidive auf. Das ästhetische Ergebnis überzeugte ebenfalls, sodass insgesamt gesagt werden kann, dass die Patienten die Laserbehandlung gut angenommen haben und mit dem Ergebnis zufrieden waren. Zusammenfassend kann die Laser-Chirurgie als gute Behandlungsvariante für das pyogene Granulom einge- stuft werden. Sie ist einfach auszuführen und wird von den Patienten gut akzeptiert. In der Regel treten während des Heilungsverlaufs keine Komplikationen auf. Da die Wunden nicht vernäht werden müssen, kommt es zu keiner Narbenbildung, sodass zudem gute ästhetische Ergebnisse erzielt werden können. 47 LASER JOURNAL 1/2012
Fortbildung Abschluss des elften Jahrganges „M.Sc. in Lasers in Dentistry“ Im September 2011 haben weitere nationale und internationale Zahnärzte den „Master of Science in Lasers in Dentistry“ der RWTH Aachen mit Bravour absolviert und können nun die laserunterstützte Zahnbehandlung therapeutisch richtig und erfolgreich in ihrer täglichen Praxis einsetzen. Dajana Klöckner/Aachen n Patienten erkundigen sich immer öf- ter nach Therapiealternativen und er- warten von ihrem Zahnarzt, dass er über neueste Entwicklungen und sanfte Be- handlungsmethoden Auskunft geben kann. Durch die Anwendung der Lasertechnologie in der eigenen Praxis werden Zahnärzte diesen Forderun- gen nach innovativen und schonenden Behandlungs- methoden nicht nur gerecht, sondern bieten den Pa- tienten einen positiven Mehrwert gegenüber der her- kömmlichen Methode. Dies dachten auch vor zwei Jahren die nun erfolgrei- chen Absolventen und halten nun den Titel Master of Science „M.Sc. in Lasers in Dentistry“ in den Händen. Die deutschsprachigen Absolventen dieses Kurses sind Herr Dr. Gottfried Gisler aus Kuesnacht in der Schweiz, Frau Dr. Ute Gleiß aus Wesel, Frau Dr. Cornelia Hansche aus Königs Wusterhausen, Frau Dr. Coralie Narr aus Falken- see und Frau Dr. Constanze von Betteray aus Düsseldorf. Die Lasertechnologie ist heute fester Bestandteil ei - ner innovativen Zahnarztpraxis, die ihre Patienten auf modernste und effektivste Weise behandeln möchten. Die spezifischen Eigenschaften des Lasers ermöglichen neue Behandlungs- sowie Operationsmethoden. Darü- ber hinaus unterstützt und ergänzt der Laser bereits be- stehende Therapien. Mit einer fundierten und wissenschaftlich ausgerich- teten Ausbildung kann diese Behandlungsmethode therapeutisch richtig und erfolgreich angewendet werden. Vor allem auch, weil die wissenschaftlichen Hintergründe, die biophysikalischen Wechselwirkun- gen sowie die umfassenden theoretischen und prakti- schen Grundlagen im Studium der Zahnmedizin nicht unterrichtet werden und somit eine Spezialisierung nur mit der richtigen Zusatzausbildung gewährleistet werden kann. Genau hierfür wurde der Masterstudiengang „M.Sc. in Lasers in Dentistry“ der RWTH Aachen entwickelt. Auf- bauend auf einem Hochschulabschluss in der Zahnme- dizin werden in dem zweijährigen, modular aufgebau- ten und berufsbegleitenden Masterstudiengang die für die Berufspraxis notwendigen Fachkenntnisse für die Laseranwendungen in der Zahnheilkunde nicht nur the- oretisch, sondern auch praktisch behandelt. In der Zahnmedizin bieten wir seit 2004 den ersten in Deutschland akkreditierten Masterstudiengang an, der in der EU sowie in den Ländern des Washington Accord als international gültiger akademischer Grad anerkannt ist. Speziell das macht ihn zu einer festen Größe in der zahnmedizinischen Weiterbildung. Am 24. September 2012 startet der nächste englisch- sprachige Master of Science Kurs, am 1. Oktober 2012 der nächste deutschsprachige Studiengang an der RWTH Aachen. Interessierte können sich gerne unter www.aalz.de oder bei Frau Klöckner informieren und anmelden. n KONTAKT AALZ – Aachen Dental Laser Center Dajana Klöckner Pauwelsstr. 17 52047 Aachen Tel: 0241 47571311 E-Mail: kloeckner@aalz.de Web: www.aalz.de 48 LASER JOURNAL 1/2012
Fortbildung Laser in Leipzig Am 7. und 8. September finden in Leipzig das LASER START UP 2012 und der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. (DGL) statt. Laser-Einsteiger und ver- sierte Anwender kommen an diesem Wochenende voll auf ihre Kosten. Jürgen Isbaner/Leipzig n Der Lasermarkt kann seit einiger Zeit auf eine recht positive Bilanz verweisen. Nicht zuletzt spiegelt sich dies in einem breiten Angebot an modernen und sehr effi- zienten Lasern wider. Durch das Bestreben, die Laser- zahnmedizin immer stärker in die einzelnen Fachgebiete wie Implantologie, Parodontologie oder Endodontologie zu integrieren, gelingt es zunehmend besser, dem Laser den ihm gebührenden Platz innerhalb der modernen Zahnmedizin zu erkämpfen. Einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten die beiden für den deutschen Lasermarkt besonders relevanten Kongresse, die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Laser- zahnheilkunde e.V. (DGL) sowie das LASER START UP. Der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für La- serzahnheilkunde e.V. (DGL) baut auf vorhandene Quali- fikationen auf und lädt in einem vielseitigen Programm zur Weiterbildung hinsichtlich neuer Anwendungs- möglichkeiten von Lasern in der zahnärztlichen Praxis ein. Das LASER START UP bietet Einsteigern die ideale Möglichkeit, sich unabhängig mit den Grundlagen der Laserzahnmedizin und der aktuellen Lasertechnik ver- traut zu machen. Verhältnis von Aufwand und Ergebnis deutlich wirt- schaftlicher. In Zeiten des Kostendrucks liegt hier eine wesentliche Chance für den Laser, und was das techni- sche Niveau und die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten anbelangt, waren Dentallaser noch nie so gut wie heute. Nachgewiesenermaßen erreicht der Laser z.B. hervorra- gende Ergebnisse in der zahnärztlichen Chirurgie, in der Endodontologie und in der Parodontologie, hier speziell in der Periimplantitistherapie. Unbestrittene Vorteile der Laserbehandlung Fort- und Weiterbildung für Einsteiger und Anwender Seit mehr als 30 Jahren wird der Laser als Instrument zur Therapie und Diagnose in der Medizin und Zahnmedizin eingesetzt. Seine Vorteile gegenüber konventionellen Methoden, wie berührungsfreies und damit aseptisches Arbeiten sowie die meist reduzierte Traumatisierung des Gewebes, sind unbestritten. Darüber hinaus ermöglicht die Spezifik des Laserlichtes die Erschließung völlig neuer Behandlungs- und Operationstechniken. Laser lohnen sich Wenn angesichts des nahezu unbegrenzten Indika- tionsspektrums der Laser in den Zahnarztpraxen noch nicht den ungebrochenen Siegeszug gehalten hat, so gab es dafür in der Vergangenheit im Wesentlichen zwei Gründe: Erstens gab es keine universell einsetzbaren La- ser und zweitens waren Laser im Vergleich zu herkömm- lichen Instrumenten relativ teuer. Hier hat sich in jüngs - ter Zeit aber sehr viel getan. Die aktuellen Dentallaser sind flexibel, leistungsfähig und letztlich wirtschaftlich. Der Laser kann nichts, was nicht auch mit konventionel- ler Therapie erreichbar wäre. Aber, und das ist entschei- dend, der Laser kann vieles einfacher, schneller und im Die 2009 erstmals erreichte Verbindung der beiden traditionsreichsten dentalen Laserveranstaltungen hat das Thema auf eine neue Stufe gehoben. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Norbert Gut- knecht/Aachen, Prof. Dr. Herbert Deppe/München und Dr. Georg Bach/Freiburg im Breisgau bieten sowohl der DGL-Jahreskongress als auch das LASER START UP erneut eine erstklassige Referentenbesetzung sowie ein alle Fa- cetten des Lasereinsatzes in der täglichen Praxis umfas- sendes wissenschaftliches Programm bis hin zu Hands- on-Kursen und Workshops der führenden Laseranbieter. Damit wird die Leipziger Gemeinschaftstagung sowohl für versierte Laseranwender als auch für Einsteiger ein besonderes Fortbildungsereignis werden. n KONTAKT OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig E-Mail: event@oemus-media.de Web: www.startup-laser.de www.dgl-jahrestagung.de 49 LASER JOURNAL 1/2012
Fortbildung Kongresse, Kurse und Symposien Datum Ort Veranstaltung Info/Anmeldung 23./24. 03. 2012 Landsberg am Lech 5. Landsberger Implantologie-Symposium 26.–28. 04. 2012 Barcelona, Spanien 13. WFLD World Congress 27./28. 04. 2012 Essen 9. Jahrestagung der DGKZ 01./02. 06. 2012 Warnemünde Ostseekongress/ 5. Norddeutsche Implantologietage 07./08. 09. 2012 Leipzig 21. Jahrestagung der DGL/ LASER START UP 2012 Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-308 www.landsberger- implantologiesymposium.de Tel.: +37-93 3624986 Fax: +34-93 2405040 www.wfld-barcelona2012.com Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-390 www.dgkz-jahrestagung.de Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-390 www.ostseekongress.com Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-308 www.startup-laser.de www.dgl-jahrestagung.de Laser Journal Deutsche Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. (DGL) Sekretariat: Eva Speck Pauwelsstraße 30 · 52074 Aachen Tel. 0241 8088-164 · Fax 0241 803388-164 E-Mail: sekretariat@dgl-online.de Web: www.dgl-online.de Impressum Herausgeber: OEMUS MEDIA AG in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. (DGL) Verleger: Torsten R. Oemus Verlag: OEMUS MEDIA AG Holbeinstr. 29 · 04229 Leipzig Tel. 0341 48474-0 · Fax 0341 48474-290 E-Mail: kontakt@oemus-media.de Web: www.oemus-media.de Deutsche Bank AG Leipzig · BLZ 860 700 00 · Kto. 1 501 501 Verlagsleitung: Ingolf Döbbecke · Tel. 0341 48474-0 Dipl.-Päd. Jürgen Isbaner (V.i.S.d.P.) · Tel. 0341 48474-0 Dipl.-Betriebsw. Lutz V. Hiller · Tel. 0341 48474-0 Chefredaktion: Dr. Georg Bach Rathausgasse 36 · 79098 Freiburg im Breisgau Tel. 0761 22592 Redaktion: Dajana Mischke · Tel. 0341 48474-335 Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. Norbert Gutknecht, Universität Aachen; Prof. Dr. Matthias Frentzen, Universität Bonn; Prof. Dr. Anton Sculean, Universität Bern; Dr. Detlef Klotz, Duisburg; Dr. Thorsten Kleinert, Berlin; Priv.-Doz. Dr. Sabine Sennhenn-Kirchner, Universität Göttingen; Prof. Dr. Herbert Deppe, Universität München; Prof. Dr. Siegfried Jänicke, Universität Osnabrück; Priv.-Doz. Dr. Andreas Braun, Universität Bonn; Dr. Jörg Meister, Universität Aachen; Dr. René Franzen, Universität Aachen Herstellung: Sandra Ehnert · Tel. 0341 48474-119 W. Peter Hofmann · Tel. 0341 48474-116 Ingrid Motschmann, Frank Sperling · Tel. 0341 48474-125 Korrektorat: Druck: Messedruck Leipzig GmbH, An der Hebemärchte 6, 04316 Leipzig Erscheinungsweise: Das Laser Journal – Zeitschrift für innovative Laserzahnmedizin – erscheint 2012 mit 4 Aus gaben. Es gelten die AGB. Verlags- und Urheberrecht: Die Zeitschrift und die enthaltenen Bei träge und Abbildun gen sind urhe- berrechtlich geschützt. Jede Ver wer tung ist ohne Zu stim mung des Ver - legers und Heraus gebers unzulässig und strafbar. Dies gilt besonders für Vervielfäl tigungen, Übersetzungen, Mikro verfil mungen und die Ein spei - che rung und Bear bei tung in elek tro nischen Systemen. Nach druck, auch auszugsweise, nur mit Geneh migung des Ver lages. Bei Einsendungen an die Redaktion wird das Ein verständnis zur vollen oder auszugsweisen Ver- öffent li chung vorausgesetzt, sofern nichts an deres vermerkt ist. Mit Ein- sendung des Manuskriptes gehen das Recht zur Veröffentlichung als auch die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von Nachdruckrechten in deutscher oder fremder Sprache, zur elektronischen Speicherung in Da- tenbanken, zur Herstellung von Sonderdrucken und Fotokopien an den Verlag über. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte Beiträge auf Form - fehler und fachliche Maß geb lichkeiten zu sichten und gegebenen falls zu berichtigen. Für unverlangt eingesandte Bücher und Ma nu skrip te kann keine Gewähr über nommen werden. Mit anderen als den redaktionsei- genen Signa oder mit Verfassernamen gekennzeichnete Beiträge geben die Auffassung der Verfasser wieder, die der Meinung der Redaktion nicht zu entsprechen braucht. Der Verfasser dieses Beitrages trägt die Verant - wor tung. Gekenn zeichnete Sonder teile und Anzeigen befinden sich außer halb der Veran t wortung der Redak tion. Für Verbands-, Unterneh- mens- und Mark t infor ma tionen kann keine Ge währ übernommen wer- den. Eine Haf tung für Folgen aus unrichtigen oder fehlerhaften Dar - stellungen wird in je dem Falle ausgeschlossen. Ge- richts stand ist Leipzig. Grafik/Layout: Copyright OEMUS MEDIA AG 50 LASER JOURNAL 1/2012
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