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Timestamp: 2020-07-08 04:04:14+00:00

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Lawbrary | VZG - Verordnung des Bundesgerichts über die Zwangsverwertung von Grundstücken
1. Pfändungsvollzug (8 - 15)
2. Verwaltung (16 - 22)
3. Pfändung eines Miteigentumsanteils (23 - 23)
4. Requisitorialpfändung (24 - 24)
A. Allgemeine Vorschriften (25 - 32)
B. Lastenverzeichnis (33 - 44)
C. Steigerungsbedingungen (45 - 52)
A. Voraussetzungen des Zuschlags (53 - 55)
B. Steigerungsverfahren (56 - 72)
3. Verwertung eines Miteigentumsanteils (73 - 73)
4. Requisitorialverwertungen (74 - 78)
5. Versteigerung eines Miteigentumsanteils auf Anordnung des Richters (78 - 78)
III. Verteilung (79 - 84)
I. Vorverfahren (85 - 96)
II. Verwertung (97 - 111)
III. Verteilung (112 - 121)
C. Verwertung im Konkursverfahren (122 - 133)
Schlussbestimmungen (135 - 136)
Schlussbestimmungen der Änderung vom 4. Dezember 1975
Schlussbestimmungen der Änderung vom 7. September 1993
A. Sach­li­cher Gel­tungs­be­reich
1Den Vor­schrif­ten die­ser Ver­ord­nung un­ter­lie­gen die in der Schweiz ge­le­ge­nen Grund­stücke im Sin­ne des Ar­ti­kels 655 des Zi­vil­ge­setz­bu­ches (ZGB)2.
2Für die Ver­wer­tung der Ei­gen­tums­rech­te des Schuld­ners an Grund­stücken, die im Ge­sam­tei­gen­tum ste­hen (z. B. ei­ner un­ver­teil­ten Erb­schaft an­ge­hö­ren), gilt nicht die­se Ver­ord­nung, son­dern die Ver­ord­nung des BGer vom 17. Ja­nu­ar 19233 über die Pfän­dung und Ver­wer­tung von An­tei­len an Ge­mein­schafts­ver­mö­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975, in Kraft seit 1. April 1976 (AS 1976 164).
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996 (AS 1996 2900).
C. An­mel­dung für Ein­tra­gun­gen und Vor­mer­kun­gen im Grund­buch
I. Zeit­punkt
Die den Be­trei­bungs- und Kon­kur­säm­tern ob­lie­gen­den An­mel­dun­gen für die Ein­tra­gun­gen und Vor­mer­kun­gen im Grund­buch ha­ben un­ver­züg­lich nach Stel­lung des An­tra­ges oder des Ver­wer­tungs­be­geh­rens oder nach Vor­nah­me der Pfän­dung oder des Ar­res­tes zu er­fol­gen. Sie dür­fen, auch wenn ei­ne Be­schwer­de ge­gen die­se Hand­lun­gen an­hän­gig sein soll­te, nur un­ter­las­sen wer­den, wenn und so­lan­ge die­ser durch pro­vi­so­ri­sche Ver­fü­gung der Auf­sichts­be­hör­de auf­schie­ben­de Wir­kung bei­ge­legt wor­den ist.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2900).
II. Zu­stän­dig­keit
Zu­stän­dig zur An­mel­dung ist das­je­ni­ge Amt, wel­ches die der An­mel­dung zu­grun­de lie­gen­de Amts­hand­lung selbst vor­ge­nom­men hat, auch wenn es nur als be­auf­trag­tes Amt ei­nes an­dern ge­han­delt hat. In letz­te­rem Fal­le hat es je­doch den ihm zu­kom­men­den Aus­weis über die An­mel­dung (Art. 5 hier­nach) mit den an­dern Ak­ten dem er­su­chen­den Am­te zu­zu­stel­len.
III. Ver­kehr mit dem Grund­buchamt
Die Zu­stel­lung der An­mel­dung zur Ein­tra­gung oder Lö­schung er­folgt in zwei gleich­lau­ten­den Dop­peln des ein­heit­li­chen For­mu­lars ent­we­der durch die Post, nach den für die Zu­stel­lung von Ge­richts­ur­kun­den gel­ten­den Post­vor­schrif­ten (Art. 28 der V (1) vom 1. Sep­tem­ber 19672 zum Post­ver­kehrs­ge­setz), oder durch per­sön­li­che Über­ga­be ge­gen Be­schei­ni­gung des Emp­fän­gers auf dem einen Dop­pel. Das mit der Zu­stel­lungs­be­schei­ni­gung des Grund­bucham­tes ver­se­he­ne Dop­pel ist bei den amt­li­chen Ak­ten der be­tref­fen­den Be­trei­bung oder des Kon­kur­ses auf­zu­be­wah­ren.
2 [AS 1967 1405, 1969 385 1120, 1970 480 714, 1971 683 1712, 1972 2675, 1974 578 1977 2050, 1975 2033, 1976 962, 1977 2122, 1979 287 1180, 1980 2 777, 1981 1863, 1983 1656, 1986 39 991 1991 Art. 45 Ziff. 2, 1987 440, 1988 370, 1989 565 764 1899, 1990 1448, 1992 94 1243, 1993 62 2473, 1994 1442 2788, 1995 5491, 1996 14 470 Art. 55 Abs. 2, 1997 270 1435. AS 1997 2461 Art. 13 Bst. a]. Sie­he heu­te: die V vom 26. Nov. 2003 (SR 783.01).
IV. Ver­fü­gungs­be­schrän­kung
1. Lö­schung
Ei­ne vor­ge­merk­te Ver­fü­gungs­be­schrän­kung ist zur Lö­schung an­zu­mel­den:1
Von Am­tes we­gen:
bei Weg­fall der Pfän­dung oder des Ar­res­tes in­fol­ge Er­he­bung ei­nes Drit­t­an­spru­ches, der im Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 106 ff. SchKG nicht be­strit­ten wor­den ist;
wenn die Be­trei­bung in­fol­ge Ver­wer­tung des Grund­stückes oder Be­zah­lung er­lo­schen ist;
wenn der ge­stun­de­te Kauf­preis für das ver­stei­ger­te Grund­stück be­zahlt wor­den ist;
wenn ein Pfän­dungs­an­schluss aus ir­gend­ei­nem Grun­de da­hin­fällt. In die­sem Fal­le be­zieht sich je­doch die Lö­schung nur auf die Vor­mer­kung des An­schlus­ses;
wenn ein Ar­rest in­fol­ge Nicht­an­he­bung der Be­trei­bung oder Kla­ge in­nert Frist er­lischt;
wenn der Schuld­ner Si­cher­heit ge­mä­ss Ar­ti­kel 277 SchKG leis­tet.
Auf An­trag des be­trie­be­nen Schuld­ners, so­fern er den er­for­der­li­chen Aus­weis und den Kos­ten­vor­schuss da­für leis­tet:
wenn ei­ne pro­vi­so­ri­sche Pfän­dung in­fol­ge Gut­heis­sung der Ab­er­ken­nungs­kla­ge da­hin­fällt;
wenn ei­ne Pfän­dung in­fol­ge Durch­füh­rung ei­nes ge­richt­li­chen Wi­der­spruchs­ver­fah­rens da­hin­fällt;
wenn ein Ar­rest in­fol­ge Durch­füh­rung des Ein­spra­che­ver­fah­rens oder durch sons­ti­ges ge­richt­li­ches Ur­teil auf­ge­ho­ben wird;
wenn die Be­trei­bung in­fol­ge ei­ner rechts­kräf­ti­gen Ver­fü­gung des Rich­ters nach Ar­ti­kel 85 oder 85aSchKG auf­ge­ho­ben oder ein­ge­stellt wur­de oder in­fol­ge un­be­nütz­ten Ab­lau­fes der Frist zur Stel­lung des Ver­wer­tungs­be­geh­rens er­lo­schen ist.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975, in Kraft seit 1. April 1976 (AS 1976 164).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2900).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2900).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2900).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2900).
Zu­stän­dig zur An­mel­dung der Lö­schung ist das Amt ge­mä­ss Ar­ti­kel 4.
A. Um­fang und Voll­zug der Pfän­dung
Das Be­trei­bungs­amt voll­zieht die Pfän­dung auf Grund der An­ga­ben im Grund­buch un­ter Zu­zie­hung des Schuld­ners (Art. 91 SchKG), in­dem es so vie­le Grund­stücke schätzt und in die Pfän­dungs­ur­kun­de ein­trägt, als er­for­der­lich ist, um die For­de­rung nebst Zins und Kos­ten zu de­cken (Art. 97 SchKG).
B. Schät­zung
1Die Schät­zung soll den mut­mass­li­chen Ver­kaufs­wert des Grund­stückes und sei­ner Zu­ge­hör, un­ab­hän­gig von ei­ner all­fäl­li­gen Ka­tas­ter- oder Bran­das­se­ku­ranz­schät­zung, be­stim­men. Die aus dem Grund­buch er­sicht­li­chen Pfand­for­de­run­gen sind sum­ma­risch an­zu­ge­ben, je­doch ist zu ih­rer Fest­stel­lung ein Wi­der­spruchs­ver­fah­ren nicht ein­zu­lei­ten.
2Je­der Be­tei­lig­te ist be­rech­tigt, in­ner­halb der Frist zur Be­schwer­de ge­gen die Pfän­dung (Art. 17 Abs. 2 SchKG) bei der Auf­sichts­be­hör­de ge­gen Vor­schuss der Kos­ten ei­ne neue Schät­zung durch Sach­ver­stän­di­ge zu ver­lan­gen. Hat ein Gläu­bi­ger die Schät­zung be­an­tragt, so kann er Er­satz der Kos­ten vom Schuld­ner nur dann be­an­spru­chen, wenn die frü­he­re Schät­zung des Be­trei­bungs­am­tes we­sent­lich ab­ge­än­dert wur­de. Strei­tig­kei­ten über die Hö­he der Schät­zung wer­den end­gül­tig durch die kan­to­na­le Auf­sichts­be­hör­de be­ur­teilt.1
C. Nicht auf den Schuld­ner ein­ge­tra­ge­ne Grund­stücke
1Grund­stücke, die im Grund­buch auf einen an­dern Na­men als den­je­ni­gen des Schuld­ners ein­ge­tra­gen sind, dür­fen nur ge­pfän­det wer­den, wenn der Gläu­bi­ger glaub­haft macht, dass ent­we­der:
der Schuld­ner das Ei­gen­tum oh­ne Ein­tra­gung im Grund­buch (zu­fol­ge An­eig­nung, Erb­gang, Ent­eig­nung, Zwangs­voll­stre­ckung, rich­ter­li­chem Ur­teil) er­wor­ben hat (Art. 656 Abs. 2 ZGB2), oder
das Grund­stück kraft ehe­li­chen Gü­ter­rechts für die Schul­den des be­trie­be­nen Schuld­ners haf­tet, oder
der Grund­buchein­trag un­rich­tig ist.
2In die­sen Fäl­len hat das Be­trei­bungs­amt so­fort nach der Pfän­dung das Wi­der­spruchs­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten.3
D. Be­stand­tei­le und Zu­ge­hör
1Ge­gen­stän­de, die nach der am Or­te üb­li­chen Auf­fas­sung Be­stand­tei­le oder Zu­ge­hör sind, wer­den in der Pfän­dungs­ur­kun­de nicht er­wähnt; sie gel­ten oh­ne wei­te­res als mit dem Grund­stück ge­pfän­det.
2Da­ge­gen sind die­je­ni­gen be­weg­li­chen Sa­chen, die im Grund­buch als Zu­ge­hör an­ge­merkt sind (Art. 805 Abs. 2 und 946 Abs. 2 ZGB1) oder de­ren Ei­gen­schaft als Zu­ge­hör zu Zwei­feln An­lass ge­ben könn­te, als sol­che ein­zeln auf­zu­füh­ren und zu schät­zen. Be­fin­det sich bei den Grund­buch­ak­ten ein ge­nau­es Ver­zeich­nis über die Zu­ge­hör­stücke (In­ven­tar) und stimmt die­ses mit den vor­han­de­nen Ge­gen­stän­den über­ein, so kön­nen die­se un­ter Hin­weis auf das Ver­zeich­nis sum­ma­risch der Gat­tung nach be­zeich­net und ge­schätzt wer­den.
3Ver­langt ein Be­tei­lig­ter, dass noch wei­te­re Ge­gen­stän­de als Zu­ge­hör in die Pfän­dungs­ur­kun­de auf­ge­nom­men wer­den, so ist ei­nem sol­chen Be­geh­ren oh­ne wei­te­res zu ent­spre­chen.
4Strei­tig­kei­ten über die Be­stand­teils- oder Zu­ge­hö­rei­gen­schaft wer­den im Las­ten­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren aus­ge­tra­gen (Art. 38 Abs. 2 hier­nach).2
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2900).
II. Ge­son­der­te Pfän­dung der Zu­ge­hör
1Die ge­son­der­te Pfän­dung der Zu­ge­hör ei­nes Grund­stückes ist nur zu­läs­sig, wenn der Schuld­ner und al­le aus dem Grund­bu­che er­sicht­li­chen Be­rech­tig­ten (Grund­pfand­ei­gen­tü­mer usw.) da­mit ein­ver­stan­den sind.
2Ist die ge­son­dert ge­pfän­de­te und ver­wer­te­te Zu­ge­hör im Grund­buch an­ge­merkt, so hat das Be­trei­bungs­amt dem Grund­buchamt nach der Ver­wer­tung ein Ver­zeich­nis über die­se Ge­gen­stän­de zur Strei­chung der­sel­ben als Zu­ge­hör im Grund­buch ein­zu­rei­chen.
E. Ei­gen­tü­mer­ti­tel1
1Im Be­sit­ze des Schuld­ners be­find­li­che Ei­gen­tü­mer­pfand­ti­tel, die nicht ge­pfän­det wur­den, weil sie zur De­ckung der in Be­trei­bung ge­setz­ten For­de­rung nicht aus­rei­chen, sind vom Be­trei­bungs­amt für die Dau­er der Pfän­dung des Grund­stückes in Ver­wah­rung zu neh­men (Art. 68 Abs. 1 Buchst. a hier­nach).
2Nach Pfän­dung des Grund­stückes ist ei­ne Pfän­dung von Ei­gen­tü­mer­pfand­ti­teln aus­ge­schlos­sen.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2900).
F. Früch­te
1Die hän­gen­den und ste­hen­den Früch­te so­wie die lau­fen­den Miet- und Pacht­zin­se gel­ten von Ge­set­zes we­gen als mit dem Grund­stück ge­pfän­det (Art. 102 Abs. 1 SchKG). Sie sind da­her in der Pfän­dungs­ur­kun­de nicht als be­son­de­re Pfän­dungs­ob­jek­te auf­zu­füh­ren und kön­nen, so­lan­ge die Pfän­dung des Grund­stückes dau­ert, nicht mehr ge­son­dert ge­pfän­det wer­den. Von den be­ste­hen­den Miet- und Pacht­ver­trä­gen ist im­mer­hin in der Pfän­dungs­ur­kun­de Vor­merk zu neh­men.
2Wer­den die Früch­te oder Miet- und Pacht­zin­se vor der Pfän­dung des Grund­stückes ge­son­dert ge­pfän­det, so ist hier­von den Grund­pfand­gläu­bi­gern, gleich wie von der Pfän­dung des Grund­stückes (Art. 15 Abs. 1 Buchst. b hier­nach), An­zei­ge zu ma­chen.
G. An­zei­gen
1Das Be­trei­bungs­amt hat spä­tes­tens am Ta­ge nach Vor­nah­me der (pro­vi­so­ri­schen oder de­fi­ni­ti­ven) Pfän­dung:
beim zu­stän­di­gen Grund­buchamt ei­ne Ver­fü­gungs­be­schrän­kung im Sin­ne der Ar­ti­kel 960 ZGB2und 101 SchKG zur Vor­mer­kung im Grund­buch an­zu­mel­den; eben­so ist je­der de­fi­ni­ti­ve oder pro­vi­so­ri­sche An­schluss ei­nes neu­en Gläu­bi­gers an die Pfän­dung beim Grund­buchamt an­zu­mel­den (Art. 101 SchKG);
den Grund­pfand­gläu­bi­gern oder ih­ren im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nen Ver­tre­tern so­wie ge­ge­be­nen­falls den Mie­tern und Päch­tern von der Pfän­dung Kennt­nis zu ge­ben, ers­te­ren un­ter Hin­weis auf die Ar­ti­kel 102 Ab­satz 1, 94 Ab­satz 3 SchKG und 806 Ab­satz 1 und 3 ZGB4, letz­te­ren mit der An­zei­ge, dass sie ins­künf­tig die Miet-(Pacht-)zin­se rechts­gül­tig nur noch an das Be­trei­bungs­amt be­zah­len kön­nen (Art. 91 Abs. 1 hier­nach);
wenn ei­ne Scha­dens­ver­si­che­rung be­steht, den Ver­si­che­rer von der Pfän­dung zu be­nach­rich­ti­gen und ihn dar­auf auf­merk­sam zu ma­chen, dass er nach Ar­ti­kel 56 des Bun­des­ge­set­zes vom 2. April 19085 über den Ver­si­che­rungs­ver­trag, ei­ne all­fäl­li­ge Er­satz­leis­tung bis auf wei­te­re An­zei­ge gül­tig nur an das Be­trei­bungs­amt aus­rich­ten kön­ne; eben­so ist dem Ver­si­che­rer, wenn die Pfän­dung in der Fol­ge da­hin­fällt, oh­ne dass es zur Ver­wer­tung ge­kom­men wä­re (in­fol­ge Rück­zugs oder Er­lö­schens der Be­trei­bung, Zah­lung usw.), hier­von so­fort An­zei­ge zu ma­chen (Art. 1 und 2 der V vom 10. Mai 19106 be­tref­fend die Pfän­dung, Ar­res­tie­rung und Ver­wer­tung von Ver­si­che­rungs­an­sprü­chen nach dem Bun­des­ge­setz vom 2. April 1908 über den Ver­si­che­rungs­ver­trag; VPAV).
2Vom Er­lass die­ser An­zei­gen ist in der Pfän­dungs­ur­kun­de Vor­merk zu neh­men.
3In dring­li­chen Fäl­len soll die An­mel­dung der Ver­fü­gungs­be­schrän­kung beim Grund­buchamt (Abs. 1 Bst. a) vor der Auf­nah­me der Pfän­dungs­ur­kun­de er­fol­gen.7
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975, in Kraft seit 1. April 1976 (AS 1976 164).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2900).
A. Im all­ge­mei­nen. Dau­er und Aus­übung
1Das Be­trei­bungs­amt sorgt von Am­tes we­gen, so­lan­ge die Pfän­dung be­steht, für die Ver­wal­tung und Be­wirt­schaf­tung des Grund­stückes (Art. 102 Abs. 3 SchKG), es sei denn, dass sich die­ses im Be­sit­ze ei­nes Drit­t­an­spre­chers be­fin­det.
2Die Ver­wal­tung geht auch dann auf das Be­trei­bungs­amt über, wenn sie vom Schuld­ner vor der Pfän­dung ver­trag­lich ei­nem Drit­ten über­tra­gen wor­den ist. Sie ver­bleibt beim Be­trei­bungs­amt auch wäh­rend ei­ner vor­läu­fi­gen Ein­stel­lung der Be­trei­bung (Rechts­s­till­stand, Nach­lass­stun­dung) und wäh­rend ei­nes dem Schuld­ner nach Ar­ti­kel 123 SchKG (Art. 143aSchKG) er­teil­ten Auf­schu­bes.1
3Die Ver­wal­tung und Be­wirt­schaf­tung kann auf Ver­ant­wor­tung des Be­trei­bungs­am­tes ei­nem Drit­ten, die Be­wirt­schaf­tung auch dem Schuld­ner selbst über­tra­gen wer­den. In letz­te­rem Fal­le hat der Schuld­ner im­mer­hin kei­ne be­son­de­re Ver­gü­tung zu be­an­spru­chen, so­fern ihm nach Ar­ti­kel 103 SchKG ein Teil der Früch­te oder des Er­lö­ses als Bei­trag an sei­nen Un­ter­halt über­las­sen wird.
4So­fern die Ver­wal­tung nicht ge­nü­gend Ein­nah­men ver­spricht, ist das Be­trei­bungs­amt be­rech­tigt, von dem Gläu­bi­ger für die Aus­la­gen Vor­schuss zu ver­lan­gen (Art. 105 SchKG).
B. Um­fang
I. Or­dent­li­che Ver­wal­tungs­mass­nah­men
Die Ver­wal­tung und Be­wirt­schaf­tung des ge­pfän­de­ten Grund­stückes um­fasst al­le die­je­ni­gen Mass­nah­men, die zur Er­hal­tung des Grund­stückes und sei­ner Er­trags­fä­hig­keit so­wie zur Ge­win­nung der Früch­te und Er­träg­nis­se nö­tig sind, wie An­ord­nung und Be­zah­lung klei­ne­rer Re­pa­ra­tu­ren, Be­sor­gung der An­pflan­zun­gen, Ab­schluss und Er­neue­rung der üb­li­chen Ver­si­che­run­gen, Kün­di­gung an Mie­ter, Aus­wei­sung von Mie­tern, Neu­ver­mie­tun­gen, Ein­brin­gung und Ver­wer­tung der Früch­te zur Rei­fe­zeit, Be­zug der Miet- und Pacht­zin­se, nö­ti­gen­falls auf dem Be­trei­bungs­we­ge, Gel­tend­ma­chung des Re­ten­ti­ons­rechts für Miet­zins­for­de­run­gen, Be­zah­lung der lau­fen­den Ab­ga­ben für Gas, Was­ser, Elek­tri­zi­tät u.dgl. Wäh­rend der Ver­wal­tungs­pe­ri­ode fäl­lig wer­den­de oder vor­her fäl­lig ge­wor­de­ne Pfand­zin­se dür­fen da­ge­gen nicht be­zahlt wer­den.
II. Aus­ser­or­dent­li­che Ver­wal­tungs­mass­nah­men
1Er­for­dert die Ver­wal­tung die Füh­rung von Pro­zes­sen oder an­de­re, mit grös­se­ren Kos­ten ver­bun­de­ne oder sonst­wie aus­ser­ge­wöhn­li­che Mass­nah­men, so hat das Be­trei­bungs­amt, wenn Ge­fahr im Ver­zu­ge ist, von sich aus das Nö­ti­ge vor­zu­keh­ren, je­doch die be­trei­ben­den Gläu­bi­ger, ein­sch­liess­lich der Grund­pfand­gläu­bi­ger, die Be­trei­bung an­ge­ho­ben ha­ben (Art. 806 ZGB1), und den Schuld­ner un­ver­züg­lich von den ge­trof­fe­nen Mass­nah­men zu be­nach­rich­ti­gen, un­ter Hin­weis auf ihr Be­schwer­de­recht.
2Ist kei­ne Ge­fahr im Ver­zu­ge, so soll das Be­trei­bungs­amt die Gläu­bi­ger und den Schuld­ner vor­her um ih­re An­sicht be­fra­gen, un­ter An­set­zung ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist und un­ter For­mu­lie­rung ei­nes be­stimm­ten Vor­schla­ges über die zu tref­fen­den Mass­nah­men und die Art der Kos­ten­de­ckung, der bei un­be­nutz­tem Ab­lauf der Frist als an­ge­nom­men gilt. Ver­stän­di­gen sich Gläu­bi­ger und Schuld­ner über die Vor­nah­me an­de­rer Mass­nah­men, so hat das Be­trei­bungs­amt die ihm er­teil­ten In­struk­tio­nen zu be­fol­gen, vor­aus­ge­setzt, dass die Gläu­bi­ger einen all­fäl­lig er­for­der­li­chen Kos­ten­vor­schuss leis­ten oder dass sonst ge­nü­gend Mit­tel vor­han­den sind. Sind die Be­tei­lig­ten über das zu be­ob­ach­ten­de Ver­hal­ten nicht ei­nig, so er­sucht das Be­trei­bungs­amt die Auf­sichts­be­hör­de um die nö­ti­ge Wei­sung.
C. Stel­lung des Schuld­ners
Der Schuld­ner kann bis zur Ver­wer­tung des Grund­stückes we­der zur Be­zah­lung ei­ner Ent­schä­di­gung für die von ihm be­nutz­ten Wohn- und Ge­schäfts­räu­me ver­pflich­tet noch zu de­ren Räu­mung ge­nö­tigt wer­den.
D. Rech­nungs­füh­rung
I. Ver­wal­tungs­kos­ten
1Über die Kos­ten der Ver­wal­tung hat das Be­trei­bungs­amt ei­ne be­son­de­re Rech­nung zu füh­ren, die gleich­zei­tig mit der Ver­tei­lungs­lis­te den Be­tei­lig­ten zur Ein­sicht auf­zu­le­gen ist und der Be­schwer­de an die kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­den un­ter­liegt. Die­se ent­schei­den end­gül­tig, so­weit es sich nicht um die An­wen­dung der Ge­büh­ren­ver­ord­nung han­delt.1
2Die Ent­schä­di­gung, die ein Drit­ter für die Ver­wal­tung und Be­wirt­schaf­tung zu be­an­spru­chen hat (Art. 16 Abs. 3 hier­vor), wird im Streit­fal­le von den kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­den fest­ge­setzt.
II. Ein­nah­men und Aus­ga­ben
1Über die aus der Ver­wal­tung ent­stan­de­nen Ein­nah­men und Aus­ga­ben hat das Be­trei­bungs­amt lau­fend ei­ne spe­zi­fi­zier­te Rech­nung zu füh­ren, die je­der­zeit vom Schuld­ner und den be­trei­ben­den Gläu­bi­gern ein­ge­se­hen wer­den kann und gleich­zei­tig mit der Ver­tei­lungs­lis­te zur Ein­sicht der Be­tei­lig­ten auf­zu­le­gen ist.
2Strei­tig­kei­ten wer­den von der Auf­sichts­be­hör­de be­ur­teilt.
E. Früch­te und Er­träg­nis­se
1Der Er­lös der Früch­te und die ein­ge­gan­ge­nen Er­träg­nis­se sind in ers­ter Li­nie zur Be­strei­tung der Ver­wal­tungs­aus­la­gen und -kos­ten und zur Aus­rich­tung all­fäl­li­ger Bei­trä­ge an den Un­ter­halt des Schuld­ners und sei­ner Fa­mi­lie (Art. 103 Abs. 2 SchKG) zu ver­wen­den. Der Über­schuss ist nach Ab­lauf der Teil­nah­me­frist der Ar­ti­kel 110 und 111 SchKG und nach vor­he­ri­ger Auf­le­gung ei­nes pro­vi­so­ri­schen Ver­tei­lungs­pla­nes in pe­ri­odi­schen Ab­schlags­zah­lun­gen an die Be­rech­tig­ten zu ver­tei­len. Da­bei sind in ers­ter Li­nie die Grund­pfand­gläu­bi­ger zu be­rück­sich­ti­gen, de­ren vor der Ver­wer­tung der Früch­te an­ge­ho­be­ne Be­trei­bung auf Pfand­ver­wer­tung un­be­strit­ten ist.
2Reicht der Rein­er­lös der Früch­te und Er­träg­nis­se zur völ­li­gen De­ckung al­ler be­tei­lig­ten For­de­run­gen der Grund­pfand- und Pfän­dungs­gläu­bi­ger aus, so stellt das Be­trei­bungs­amt die Be­trei­bung von sich aus ein und nimmt die Schluss­ver­tei­lung vor, so­fern die Pfand­ver­wer­tungs­be­trei­bun­gen rechts­kräf­tig sind und für die Pfän­dungs­gläu­bi­ger die Teil­nah­me­frist ab­ge­lau­fen ist.
3Kommt es nicht zur Ver­wer­tung des Grund­stückes (Art. 121 SchKG), so ist ein all­fäl­li­ger Rein­er­lös der Früch­te und Er­träg­nis­se den dar­auf be­rech­tig­ten be­trei­ben­den Gläu­bi­gern aus­zu­rich­ten.
4Wird über den Schuld­ner der Kon­kurs er­öff­net, be­vor das Grund­stück ver­wer­tet ist, so wird der noch nicht ver­teil­te Rein­er­lös der Früch­te und sons­ti­gen Er­träg­nis­se nach den Ar­ti­keln 144-150 SchKG ver­teilt, so­fern die Fris­ten für den Pfän­dungs­an­schluss ab­ge­lau­fen sind (Art. 110 und 111 SchKG); ein Über­schuss fällt in die Kon­kurs­mas­se.1
3. Pfändung eines Miteigentumsanteils
A. In­halt der Pfän­dungs­ur­kun­de, Schät­zung, Miet- und Pacht­zin­se
1Bei der Pfän­dung ei­nes Mit­ei­gen­tumsan­teils an ei­nem Grund­stück hat die Pfän­dungs­ur­kun­de die Per­so­na­li­en des Schuld­ners und der üb­ri­gen Mit­ei­gen­tü­mer so­wie die ih­nen zu­ste­hen­den Bruch­tei­le (Art. 646 Abs. 1 ZGB2) bzw. Wert­quo­ten (Art. 712e Abs. 1 ZGB3 ) an­zu­ge­ben und die Be­schrei­bung so­wie den Schät­zungs­wert des im Mit­ei­gen­tum ste­hen­den Grund­stücks und sei­ner Zu­ge­hör, im Fal­le von Stock­werk­ei­gen­tum auch die Be­schrei­bung so­wie den Schät­zungs­wert der dem Schuld­ner zu­ge­schie­de­nen Grund­stücks­tei­le und ih­rer all­fäl­li­gen be­son­de­ren Zu­ge­hör zu ent­hal­ten.
2Für die Schät­zung und die sum­ma­ri­sche An­ga­be der Pfand­for­de­run­gen gilt Ar­ti­kel 9 hie­vor ent­spre­chend; ne­ben den auf dem ge­pfän­de­ten An­teil haf­ten­den Pfand­for­de­run­gen sind auch die Pfand­for­de­run­gen an­zu­ge­ben, die das Grund­stück als gan­zes be­las­ten.
3Für die der Pfän­dung der Miet- und Pacht­zin­se aus der Ver­mie­tung oder Ver­pach­tung ei­nes zu Stock­werk­ei­gen­tum aus­ge­stal­te­ten Mit­ei­gen­tumsan­teils gilt Ar­ti­kel 14 hier­vor ent­spre­chend.
B. An­zei­gen
Ar­ti­kel 15 hier­vor ist sinn­ge­mä­ss an­zu­wen­den, wo­bei zu be­ach­ten ist:
Ei­ne Ver­fü­gungs­be­schrän­kung ist nur für den ge­pfän­de­ten An­teil vor­mer­ken zu las­sen, nicht auch für die an­dern An­tei­le, doch soll ei­ne An­mer­kung auf dem Blatt des Grund­stücks selbst auf die An­teils­pfän­dung so­wie dar­auf hin­wei­sen, dass je­de Ver­fü­gung im Sin­ne von Ar­ti­kel 648 Ab­satz 2 ZGB2 der Be­wil­li­gung des Be­trei­bungs­am­tes be­darf.
Die Pfän­dung ist den am ge­pfän­de­ten An­teil pfand­be­rech­tig­ten Gläu­bi­gern und im Fal­le von Stock­werk­ei­gen­tum auch den Mie­tern oder Päch­tern des be­tref­fen­den Stock­werks an­zu­zei­gen. Fer­ner ist sie den Ver­si­che­rern mit­zu­tei­len, bei de­nen ei­ne Scha­den­ver­si­che­rung für das Grund­stück als gan­zes oder für den ge­pfän­de­ten Stock­werkan­teil be­steht.
Wirft das Grund­stück als sol­ches einen Er­trag ab, so hat das Be­trei­bungs­amt die Pfän­dung ei­nes An­teils auch den üb­ri­gen Mit­ei­gen­tü­mern und ei­nem all­fäl­li­gen Ver­wal­ter an­zu­zei­gen mit der Wei­sung, die auf den ge­pfän­de­ten An­teil ent­fal­len­den Er­träg­nis­se künf­tig dem Be­trei­bungs­amt ab­zu­lie­fern (Art. 104 und 99 SchKG). Aus­ser­dem ist die Pfän­dung in ei­nem sol­chen Fal­le den Pfand­gläu­bi­gern an­zu­zei­gen, de­nen das Grund­stück als gan­zes haf­tet (vgl. Art. 94 Abs. 3 SchKG und Art. 806 ZGB3 ).
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975, in Kraft seit 1. April 1976 (AS 1976 164).
C. Be­strei­tung des Mit­ei­gen­tums oder des Quo­ten­ver­hält­nis­ses
1Ver­langt der Gläu­bi­ger, dass das Grund­stück selbst ge­pfän­det wer­de, weil er die Rech­te der Mit­be­rech­tig­ten des Schuld­ners be­strei­ten will, so ist dem Be­geh­ren zu ent­spre­chen, un­ter gleich­zei­ti­ger An­set­zung ei­ner Kla­ge­frist an den pfän­den­den Gläu­bi­ger nach Ar­ti­kel 108 SchKG zur Ein­lei­tung des Wi­der­spruchs­ver­fah­rens.2
2Die­ses Ver­fah­ren ist auch ein­zu­lei­ten, wenn be­haup­tet wird, dass nicht Mit­ei­gen­tum, son­dern Ge­sam­tei­gen­tum vor­lie­ge oder dass ei­ne an­de­re Quo­ten­tei­lung be­ste­he.
3Wird die Frist nicht ein­ge­hal­ten oder der Gläu­bi­ger ab­ge­wie­sen, so ist der im Grund­buch ein­ge­tra­ge­ne An­teil zu pfän­den.
D. Ver­wal­tung
1Das Be­trei­bungs­amt er­setzt den Schuld­ner bei der Ver­wal­tung des Grund­stücks als sol­chem und ver­wal­tet bei Stock­werk­ei­gen­tum die dem Schuld­ner zu­ge­schie­de­nen Tei­le.
2Die Ar­ti­kel 16-22 die­ser Ver­ord­nung gel­ten da­bei sinn­ge­mä­ss.
E. Zu­stän­dig­keit
Zur Vor­nah­me der Pfän­dung und zur Ver­wal­tung ist stets das Be­trei­bungs­amt der ge­le­ge­nen Sa­che (Art. 24 hier­nach) zu­stän­dig.
4. Requisitorialpfändung
1Liegt das zu pfän­den­de Grund­stück in ei­nem an­dern Be­trei­bungs­kreis, so hat das Be­trei­bungs­amt den Be­am­ten die­ses Krei­ses, und wenn es in meh­re­ren Krei­sen liegt, den­je­ni­gen Be­am­ten, in des­sen Kreis der wert­vol­le­re Teil liegt, mit dem Voll­zug der Pfän­dung zu be­auf­tra­gen (Art. 89 SchKG), in­dem es ihm den Be­trag, für den zu pfän­den ist, mit­teilt.
2Das be­auf­trag­te Amt voll­zieht die Pfän­dung un­ter Be­ob­ach­tung der Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 89 und 90 SchKG und der Ar­ti­kel 8, 9, 11, 14 und 15 hier­vor und über­mit­telt die Pfän­dungs­ur­kun­de, von der es ei­ne Ab­schrift als Be­leg auf­be­wahrt, dem er­su­chen­den Amt, un­ter Bei­le­gung des Aus­wei­ses über die er­folg­te An­mel­dung ei­ner Ver­fü­gungs­be­schrän­kung im Grund­buch. Das er­su­chen­de Amt trägt den In­halt der Pfän­dungs­ur­kun­de in sei­ne Ori­gi­nal­pfän­dungs­ur­kun­de ein, ver­sen­det die Ab­schrif­ten der letz­te­ren an die Par­tei­en (Art. 114 SchKG) und be­sorgt all­fäl­li­ge Frist­an­set­zun­gen.1
3Die Ver­wal­tung und Be­wirt­schaf­tung der Lie­gen­schaft (Art. 16-21 hier­vor) ist aus­sch­liess­lich Sa­che des be­auf­trag­ten Am­tes, dem auch die Ver­tei­lung der Er­träg­nis­se an die Gläu­bi­ger ge­mä­ss Ar­ti­kel 22 hier­vor über­tra­gen wer­den kann.
A. Ver­wer­tungs­frist1
1Ist die Pfän­dung bloss pro­vi­so­risch, so kann der Gläu­bi­ger die Ver­wer­tung des Grund­stückes erst ver­lan­gen, wenn die Pfän­dung de­fi­ni­tiv ge­wor­den ist und seit der pro­vi­so­ri­schen Pfän­dung sechs Mo­na­te ver­flos­sen sind. Die Frist, wäh­rend wel­cher die Ver­wer­tung ver­langt wer­den kann, ist von dem Zeit­punk­te an zu be­rech­nen, wo die pro­vi­so­ri­sche Pfän­dung sich in ei­ne de­fi­ni­ti­ve ver­wan­del­te (Art. 116 und 118 SchKG).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996 (AS 1996 2900).
B. Ge­son­der­te Ver­wer­tung der Zu­ge­hör
Um­fasst die Pfän­dung auch be­weg­li­che Sa­chen, die Zu­ge­hör des Grund­stückes sind (Art. 11 hier­vor), so dür­fen die­se nur mit Zu­stim­mung sämt­li­cher Be­tei­lig­ter ge­son­dert ver­stei­gert wer­den. Ist die ge­son­dert ver­wer­te­te Zu­ge­hör im Grund­buch an­ge­merkt, so hat das Be­trei­bungs­amt die Vor­schrift des Ar­ti­kels 12 Ab­satz 2 hier­vor zu be­ob­ach­ten.
C. Ein­for­de­rung ei­nes Grund­buch­aus­zu­ges
1Nach der Mit­tei­lung des Ver­wer­tungs­be­geh­rens an den Schuld­ner (Art. 120 SchKG) for­dert das Be­trei­bungs­amt einen Aus­zug aus dem Grund­buch über das zu ver­stei­gern­de Grund­stück ein oder lässt einen all­fäl­lig frü­her ein­ge­hol­ten Aus­zug als dem jet­zi­gen Grund­bu­chin­halt ent­spre­chend be­stä­ti­gen oder er­gän­zen.
2Das Be­trei­bungs­amt hat an­hand des Grund­buch­aus­zu­ges durch Be­fra­gung des Schuld­ners Na­men und Wohn­ort der Pfand­gläu­bi­ger zu er­mit­teln und all­fäl­lig die An­ga­ben des Aus­zu­ges da­nach zu be­rich­ti­gen.
D. Be­kannt­ma­chung der Stei­ge­rung
I. Stei­ge­rungs­pu­bli­ka­ti­on
1Der Zeit­punkt der Stei­ge­rung ist so fest­zu­set­zen, dass die Frist zur Be­schwer­de ge­gen die Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen vor dem Stei­ge­rungs­tag ab­ge­lau­fen ist.
2Die Be­kannt­ma­chung der Stei­ge­rung soll aus­ser den in Ar­ti­kel 138 SchKG ge­for­der­ten An­ga­ben den Na­men und Wohn­ort des Schuld­ners so­wie die ge­naue Be­zeich­nung des zu ver­stei­gern­den Grund­stücks und die Schät­zung ent­hal­ten.1 Die Auf­for­de­rung an die Pfand­gläu­bi­ger (Art. 138 Abs. 2 Ziff. 3 SchKG) ist da­hin zu er­gän­zen, dass in der Ein­ga­be an das Be­trei­bungs­amt auch an­ge­ge­ben wer­den soll, ob die Pfand­for­de­rung ganz oder teil­wei­se fäl­lig oder ge­kün­digt sei, wenn ja, für wel­chen Be­trag und auf wel­chen Ter­min.
3Die Auf­for­de­rung zur An­mel­dung nach Ar­ti­kel 138 Ab­satz 2 Zif­fer 3 SchKG ist auch an al­le In­ha­ber von Dienst­bar­kei­ten zu rich­ten, die un­ter dem frü­he­ren kan­to­na­len Recht ent­stan­den und noch nicht in die öf­fent­li­chen Bü­cher ein­ge­tra­gen sind. Da­mit ist die An­dro­hung zu ver­bin­den, dass die nicht an­ge­mel­de­ten Dienst­bar­kei­ten ge­gen­über ei­nem gut­gläu­bi­gen Er­wer­ber des be­las­te­ten Grund­stückes nicht mehr gel­tend ge­macht wer­den kön­nen, so­weit es sich nicht um Rech­te han­delt, die auch nach dem ZGB2 oh­ne Ein­tra­gung in das Grund­buch ding­lich wirk­sam sind.
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996 (AS 1996 2900).
II. Spe­zi­al­an­zei­gen
1Die Spe­zi­al­an­zei­gen (Art. 139 SchKG) sind so­fort mit der Be­kannt­ma­chung der Stei­ge­rung zu ver­sen­den. Ist in der Be­kannt­ma­chung der Schät­zungs­wert des Grund­stücks an­ge­ge­ben, so gilt die Zu­stel­lung die­ser Spe­zi­al­an­zei­ge zu­gleich als Mit­tei­lung nach Ar­ti­kel 140 Ab­satz 3 SchKG.1
2Sol­che An­zei­gen sind je­dem Gläu­bi­ger, dem das Grund­stück als Pfand haf­tet oder für den es ge­pfän­det ist, den im Gläu­bi­ger­re­gis­ter des Grund­bu­ches ein­ge­tra­ge­nen Pfand­gläu­bi­gern und Nutz­nies­sern an Grund­pfand­for­de­run­gen, dem Schuld­ner, ei­nem all­fäl­li­gen drit­ten Ei­gen­tü­mer des Grund­stücks und al­len den­je­ni­gen Per­so­nen zu­zu­stel­len, de­nen ein sons­ti­ges, im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nes oder vor­ge­merk­tes
Recht an dem Grund­stück zu­steht. So­weit nach dem Aus­zug aus dem Grund­buch für Grund­pfand­gläu­bi­ger Ver­tre­ter be­stellt sind (Art. 860, 875, 877 ZGB2 ), ist die An­zei­ge die­sen zu­zu­stel­len.3
3In den Spe­zi­al­an­zei­gen an die Pfand­gläu­bi­ger ist die­sen mit­zu­tei­len, ob ein Pfän­dungs­gläu­bi­ger oder ein vor­her­ge­hen­der oder nach­ge­hen­der Pfand­gläu­bi­ger die Ver­wer­tung ver­langt ha­be.
4Spe­zi­al­an­zei­gen sind auch den In­ha­bern ge­setz­li­cher Vor­kaufs­rech­te im Sin­ne von Ar­ti­kel 682 Ab­sät­ze 1 und 2 ZGB4 zu­zu­stel­len. In ei­nem Be­gleit­schrei­ben ist ih­nen mit­zu­tei­len, dass und auf wel­che Wei­se sie ihr Recht bei der Stei­ge­rung aus­üben kön­nen (Art. 60a hier­nach).5
1 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975, in Kraft seit 1. April 1976 (AS 1976 164).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975, in Kraft seit 1. April 1976 (AS 1976 164).
III. Im Fal­le der Ein­stel­lung der Stei­ge­rung
Wird die Stei­ge­rung erst nach Ab­lauf der Frist zur An­mel­dung der Las­ten ein­ge­stellt, so braucht die neue Stei­ge­rung nur min­des­tens 14 Ta­ge vor­her aus­ge­kün­digt zu wer­den. Die Auf­for­de­rung des Ar­ti­kels 138 Ab­satz 2 Zif­fer 3 SchKG ist nicht zu wie­der­ho­len.
E. Auf­schubs­be­wil­li­gung nach er­folg­ter Pu­bli­ka­ti­on
1Nach er­folg­ter An­ord­nung der Ver­wer­tung darf ein Auf­schub (Art. 123, 143aSchKG) nur be­wil­ligt wer­den, wenn der Schuld­ner aus­ser dem fest­ge­setz­ten Bruch­teil der Be­trei­bungs­s­um­me die Kos­ten der An­ord­nung und des Wi­der­rufs der Ver­wer­tung so­fort be­zahlt.1
2Die Ab­schlags­zah­lun­gen sind so­fort nach ih­rem Ein­gang an den Gläu­bi­ger, der die Ver­wer­tung ver­langt hat, ab­zu­lie­fern.
A. Zeit­punkt der Auf­stel­lung
Nach Ab­lauf der An­mel­dungs­frist (Art. 138 Abs. 2 Ziff. 3 SchKG) hat das Be­trei­bungs­amt das Las­ten­ver­zeich­nis an­zu­fer­ti­gen, und zwar so recht­zei­tig, dass es mit den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen (Art. 134 Abs. 2 SchKG) auf­ge­legt wer­den kann.
1In das Las­ten­ver­zeich­nis sind auf­zu­neh­men:
die Be­zeich­nung des zu ver­stei­gern­den Grund­stückes und all­fäl­lig sei­ner Zu­ge­hör (Art. 11 hier­vor), mit An­ga­be des Schät­zungs­be­tra­ges, wie in der Pfän­dungs­ur­kun­de ent­hal­ten;
die im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nen so­wie die auf Grund der öf­fent­li­chen Auf­for­de­rung (Art. 29 Abs. 2 und 3 hier­vor) an­ge­mel­de­ten Las­ten (Dienst­bar­kei­ten, Grund­las­ten, Grund­pfand­rech­te und vor­ge­merk­te per­sön­li­che Rech­te), un­ter ge­nau­er Ver­wei­sung auf die Ge­gen­stän­de, auf die sich die ein­zel­nen Las­ten be­zie­hen, und mit An­ga­be des Rang­ver­hält­nis­ses der Pfand­rech­te zu­ein­an­der und zu den Dienst­bar­kei­ten und sons­ti­gen Las­ten, so­weit sich dies aus dem Grund­buch­aus­zug (Art. 28 hier­vor) oder aus den An­mel­dun­gen er­gibt. Bei Pfand­for­de­run­gen sind die zu über­bin­den­den und die fäl­li­gen Be­trä­ge (Art. 135 SchKG) je in ei­ner be­son­de­ren Ko­lon­ne auf­zu­füh­ren. Weicht die An­mel­dung ei­ner Last vom In­halt des Grund­buch­aus­zu­ges ab, so ist auf die An­mel­dung ab­zu­stel­len, da­bei aber der In­halt des Grund­buchein­tra­ges an­zu­ge­ben. Ist ein An­spruch in ge­rin­ge­rem Um­fang an­ge­mel­det wor­den, als aus dem Grund­buch sich er­gibt, so hat das Be­trei­bungs­amt die Än­de­rung oder Lö­schung des Grund­buchein­tra­ges mit Be­wil­li­gung des Be­rech­tig­ten zu er­wir­ken.
2Auf­zu­neh­men sind auch die­je­ni­gen Las­ten, die vom Be­rech­tig­ten an­ge­mel­det wer­den, oh­ne dass ei­ne Ver­pflich­tung zur An­mel­dung be­steht. Las­ten, die erst nach der Pfän­dung des Grund­stückes oh­ne Be­wil­li­gung des Be­trei­bungs­am­tes in das Grund­buch ein­ge­tra­gen wor­den sind, sind un­ter An­ga­be die­ses Um­stan­des und mit der Be­mer­kung in das Ver­zeich­nis auf­zu­neh­men, dass sie nur be­rück­sich­tigt wer­den, so­fern und so­weit die Pfän­dungs­gläu­bi­ger voll­stän­dig be­frie­digt wer­den (Art. 53 Abs. 3 hier­nach).
II. Lee­re Pfand­stel­len und Ei­gen­tü­mer­ti­tel
1Lee­re Pfand­stel­len sind bei der Auf­stel­lung des Las­ten­ver­zeich­nis­ses nicht zu be­rück­sich­ti­gen, des­glei­chen im Be­sit­ze des Schuld­ners be­find­li­che Ei­gen­tü­mer­pfand­ti­tel, die nicht ge­pfän­det aber nach Ar­ti­kel 13 hier­vor in Ver­wah­rung ge­nom­men wor­den sind (Art. 815 ZGB1 und Art. 68 Abs. 1 Bst.a hier­nach).
2Sind die Ei­gen­tü­mer­pfand­ti­tel ver­pfän­det oder ge­pfän­det, so dür­fen sie, wenn das Grund­stück selbst ge­pfän­det ist und in­fol­ge­des­sen zur Ver­wer­tung ge­langt, nicht ge­son­dert ver­stei­gert wer­den, son­dern es ist der Be­trag, auf den der Pfand­ti­tel lau­tet, oder so­fern der Be­trag, für den er ver­pfän­det oder ge­pfän­det ist, klei­ner ist, die­ser Be­trag nach dem Ran­ge des Ti­tels in das Las­ten­ver­zeich­nis auf­zu­neh­men.
III. Von der Auf­nah­me aus­ge­schlos­se­ne An­sprü­che
1An­sprü­che, die nach Ab­lauf der An­mel­dungs­frist gel­tend ge­macht wer­den, so­wie For­de­run­gen, die kei­ne Be­las­tung des Grund­stückes dar­stel­len, dür­fen nicht in das Las­ten­ver­zeich­nis auf­ge­nom­men wer­den. Das Be­trei­bungs­amt hat den An­spre­chern von der Aus­sch­lies­sung sol­cher An­sprü­che so­fort Kennt­nis zu ge­ben, un­ter An­ga­be der Be­schwer­de­frist (Art. 17 Abs. 2 SchKG).
2Im Üb­ri­gen ist das Be­trei­bungs­amt nicht be­fugt, die Auf­nah­me der in dem Aus­zug aus dem Grund­buch ent­hal­te­nen oder be­son­ders an­ge­mel­de­ten Las­ten in das Ver­zeich­nis ab­zu­leh­nen, die­se ab­zuän­dern oder zu be­strei­ten oder die Ein­rei­chung von Be­weis­mit­teln zu ver­lan­gen. Ein von ei­nem Be­rech­tig­ten nach Durch­füh­rung des Las­ten­be­rei­ni­gungs­ver­fah­rens er­klär­ter Ver­zicht auf ei­ne ein­ge­tra­ge­ne Last ist nur zu be­rück­sich­ti­gen, wenn die Last vor­her ge­löscht wor­den ist.
C. Mit­tei­lung
1Das Las­ten­ver­zeich­nis ist sämt­li­chen Gläu­bi­gern, zu de­ren Guns­ten das Grund­stück ge­pfän­det ist, al­len Grund­pfand­gläu­bi­gern so­wie den aus Vor­mer­kun­gen Be­rech­tig­ten (Art. 959 ZGB1 ) und dem Schuld­ner mit­zu­tei­len.
2Die Mit­tei­lung er­folgt mit der An­zei­ge, dass der­je­ni­ge, der einen im Ver­zeich­nis auf­ge­führ­ten An­spruch nach Be­stand, Um­fang, Rang oder Fäl­lig­keit be­strei­ten will, dies in­ner­halb von zehn Ta­gen, von der Zu­stel­lung an ge­rech­net, beim Be­trei­bungs­amt schrift­lich un­ter ge­nau­er Be­zeich­nung des be­strit­te­nen An­spruchs zu er­klä­ren ha­be, wid­ri­gen­falls der An­spruch für die be­tref­fen­de Be­trei­bung als von ihm an­er­kannt gel­te (Art. 140 Abs. 2 und 107 Abs. 2 und 4 SchKG).2
3Ist in­fol­ge ei­ner frü­he­ren Be­trei­bung be­reits ein Pro­zess über ei­ne im Las­ten­ver­zeich­nis ent­hal­te­ne Last an­hän­gig, so hat das Be­trei­bungs­amt hier­von im Las­ten­ver­zeich­nis von Am­tes we­gen Vor­merk zu neh­men, un­ter An­ga­be der Pro­zess­par­tei­en und des Rechts­be­geh­rens. Der Aus­gang des pen­den­ten Pro­zes­ses ist auch für das Las­ten­ver­zeich­nis der neu­en Be­trei­bung mass­ge­bend.
D. Be­rei­ni­gung
I. Zu­ge­hör
1Wäh­rend der Frist für die An­fech­tung des Las­ten­ver­zeich­nis­ses kön­nen die Pfand­gläu­bi­ger, die bis­her da­zu noch nicht in der La­ge wa­ren, beim Be­trei­bungs­amt ver­lan­gen, dass noch wei­te­re Ge­gen­stän­de als Zu­ge­hör der Lie­gen­schaft in das Ver­zeich­nis auf­ge­nom­men wer­den (Art. 11 Abs. 3 hier­vor).
2Sind im Las­ten­ver­zeich­nis Ge­gen­stän­de als Zu­ge­hör des Grund­stückes auf­ge­führt (Art. 34 Abs. 1 Buchst. a hier­vor), so hat das Be­trei­bungs­amt gleich­zei­tig mit der nach Ar­ti­kel 37 hier­vor zu er­las­sen­den An­zei­ge den Pfän­dungs­gläu­bi­gern, dem Schuld­ner, und wenn die Ge­gen­stän­de von ei­nem Drit­ten als Ei­gen­tum be­an­sprucht wer­den, auch die­sem mit­zu­tei­len, dass in­ner­halb der glei­chen Frist die Zu­ge­hö­rei­gen­schaft die­ser Ge­gen­stän­de oder ein­zel­ner der­sel­ben beim Be­trei­bungs­amt be­strit­ten wer­den kön­ne.
3Wer­den die Zu­ge­hör­ge­gen­stän­de zu­gleich von ei­nem Drit­ten als Ei­gen­tum be­an­sprucht, so ist die zehn­tä­gi­ge Frist zur Be­strei­tung die­ses An­spruchs (Art. 107 Abs. 2 SchKG) sämt­li­chen Pfän­dungs- und Pfand­gläu­bi­gern und dem Schuld­ner an­zu­set­zen.1
II. Par­tei­rol­le und Ge­richts­stand im Pro­zess
Er­folgt ei­ne Be­strei­tung, so ver­fährt das Be­trei­bungs­amt nach Ar­ti­kel 107 Ab­satz 5 SchKG. Han­delt es sich um ein im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nes Recht, des­sen Be­stand oder Rang vom Ein­trag ab­hängt, oder um ein oh­ne Ein­trag gül­ti­ges ge­setz­li­ches Pfand­recht, so ist die Klä­ger­rol­le demje­ni­gen zu­zu­wei­sen, der ei­ne Ab­än­de­rung oder die Lö­schung des Rech­tes ver­langt.
III. Er­gän­zung oder Be­rich­ti­gung durch die Auf­sichts­be­hör­de
Wird das Las­ten­ver­zeich­nis in­fol­ge ei­ner Be­schwer­de durch Ver­fü­gung der Auf­sichts­be­hör­de er­gänzt oder be­rich­tigt, so hat das Be­trei­bungs­amt die Er­gän­zung oder Än­de­rung den Be­tei­lig­ten wie­der­um un­ter An­set­zung ei­ner zehn­tä­gi­gen Be­strei­tungs­frist mit­zu­tei­len.
IV. Vom Schuld­ner an­er­kann­te, von ei­nem Gläu­bi­ger mit Er­folg be­strit­te­ne An­sprü­che1
Ist ein An­spruch von ei­nem Gläu­bi­ger mit Er­folg be­strit­ten, vom Schuld­ner da­ge­gen durch Nicht­be­strei­tung an­er­kannt wor­den, so kann der An­spre­cher ver­lan­gen, dass das Grund­stück so­wohl mit als oh­ne An­zei­ge der von ihm be­haup­te­ten Last aus­ge­bo­ten und dass, wenn das An­ge­bot für das Grund­stück mit der Last zur Be­frie­di­gung des Gläu­bi­gers, der den An­spruch be­strit­ten hat, aus­rei­che, das Grund­stück un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Last zu­ge­schla­gen wer­de (Art. 56 hier­nach).
V. An­fech­tung von Rang und Hö­he. Ver­hält­nis zwi­schen Gläu-bi­gern ei­ner Grup­pe1
1Rang und Hö­he der im Las­ten­ver­zeich­nis auf­ge­führ­ten Pfand­for­de­run­gen kön­nen von demje­ni­gen, der da­zu im Las­ten­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren Ge­le­gen­heit hat­te, bei der Ver­tei­lung nicht mehr an­ge­foch­ten wer­den.
2Nah­men meh­re­re Gläu­bi­ger an der Pfän­dung teil, so wirkt ei­ne Be­strei­tung und ge­richt­li­che An­fech­tung des Las­ten­ver­zeich­nis­ses nicht zu­guns­ten der­je­ni­gen Grup­pengläu­bi­ger, wel­che die Last nicht be­strit­ten ha­ben.
E. Re­vi­si­on der Schät­zung
Nach Durch­füh­rung des Las­ten­be­rei­ni­gungs­ver­fah­rens ist fest­zu­stel­len, ob seit der Pfän­dung Än­de­run­gen im Wer­te des Grund­stückes, wie na­ment­lich in­fol­ge Weg­fall von Las­ten, ein­ge­tre­ten sind. Das Er­geb­nis ei­ner sol­chen neu­en Schät­zung ist den Be­tei­lig­ten mit­zu­tei­len. Die Be­stim­mung des Ar­ti­kels 9 Ab­satz 2 hier­vor fin­det ent­spre­chen­de An­wen­dung.
1Die Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen müs­sen aus­ser der An­ga­be des Schuld­ners, des Gläu­bi­gers, auf des­sen Be­geh­ren die Ver­wer­tung er­folgt, des Or­tes und der Zeit der Stei­ge­rung so­wie der Be­schrei­bung des Grund­stückes und sei­ner Zu­ge­hör min­des­tens fol­gen­de Be­stim­mun­gen ent­hal­ten:
die Be­stim­mung, dass das Grund­stück mit al­len nach dem Las­ten­ver­zeich­nis dar­auf haf­ten­den Be­las­tun­gen (Dienst­bar­kei­ten, Grund­las­ten, Grund­pfand­rech­te und vor­ge­merk­te per­sön­li­che Rech­te) ver­stei­gert wer­de, un­ter Über­bin­dung der da­mit ver­bun­de­nen per­sön­li­chen Schuld­pflicht auf den Er­wer­ber für nicht fäl­li­ge For­de­run­gen, so­weit sie nach dem Zu­schlags­preis noch zu Recht be­ste­hen (Art. 135 SchKG);
wenn meh­re­re Grund­stücke zu ver­stei­gern sind, die An­ga­be, ob sie ge­samt­haft oder in Ein­zel­grup­pen und in wel­chen oder par­zel­len­wei­se und evtl. in wel­cher Rei­hen­fol­ge sie ver­stei­gert wer­den;
wenn ein dop­pel­tes Aus­ge­bot den Grund­stücks oder sei­ner Zu­ge­hör statt­fin­det (Art. 42 hier­vor, 57 und 104 hier­nach), die Be­stim­mung, dass der Meist­bie­ter beim ers­ten Aus­ge­bot für sein An­ge­bot be­haf­tet blei­be bis nach Schluss des zwei­ten Aus­ge­bo­tes (Art. 56 hier­nach);
die An­ga­be der Be­trä­ge, die der Er­stei­ge­rer auf Ab­rech­nung am Zu­schlags­preis bar zu be­zah­len, so­wie die­je­ni­ge Pos­ten, die er über den Zu­schlags­preis hin­aus zu über­neh­men hat (Art. 46 und 49 hier­nach);
die Be­stim­mung, ob und all­fäl­lig für wel­chen Be­trag an der Stei­ge­rung selbst Bar­zah­lung zu leis­ten sei, ob ein Zah­lungs­ter­min im Sin­ne des Ar­ti­kels 136 SchKG ge­währt wer­de und ob und wel­che Si­cher­heit in die­sem Fal­le für den ge­stun­de­ten Be­trag an der Stei­ge­rung selbst oder in­ner­halb ei­ner in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen zu be­stim­men­den Frist ver­langt wer­den kann. Für den Fall, dass die Bar­zah­lung oder Si­cher­heit an der Stei­ge­rung selbst ver­langt wird, ist zu be­stim­men, dass der Zu­schlag von ih­rer Leis­tung ab­hän­gig ge­macht wer­de und dass des­halb je­der Bie­ter bei sei­nem An­ge­bot so lan­ge be­haf­tet blei­be, als nicht dem Hö­h­er­bie­ten­den der Zu­schlag er­teilt sei;
wenn das Be­trei­bungs­amt den Be­trag der ein­zel­nen An­ge­bo­te be­schrän­ken will, die Be­stim­mung, dass je­des An­ge­bot das vor­her­ge­hen­de um einen be­stimm­ten Be­trag über­stei­gen müs­se;
ei­ne Be­stim­mung über die Weg­be­din­gung der Ge­währspflicht.
2Das ent­spre­chend dem Aus­gan­ge all­fäl­li­ger Pro­zes­se oder Be­schwer­den be­rich­tig­te oder er­gänz­te Las­ten­ver­zeich­nis ist den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen als An­hang bei­zu­fü­gen.
II. Bar­zah­lung des Stei­ge­rungs­prei­ses
1. ef­fek­tiv
1Auf Ab­rech­nung am Zu­schlags­preis ist in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen vom Er­stei­ge­rer Bar­zah­lung zu ver­lan­gen für die fäl­li­gen, durch ver­trag­li­ches oder ge­setz­li­ches Pfand­recht ge­si­cher­ten Ka­pi­tal­for­de­run­gen, die fäl­li­gen Ka­pi­tal­zin­se, in­be­grif­fen Ver­zugs­zin­se und Be­trei­bungs­kos­ten, die Ver­wal­tungs­kos­ten, so­weit sie nicht aus den ein­ge­gan­ge­nen Er­träg­nis­sen De­ckung fin­den, die Ver­wer­tungs­kos­ten und für den all­fäl­li­gen, den Ge­samt­be­trag der pfand­ge­si­cher­ten For­de­run­gen über­stei­gen­den Mehr­er­lös.1
2Als fäl­lig sind die­je­ni­gen Ka­pi­tal- und Zins­for­de­run­gen zu be­han­deln, die nach den An­ga­ben im rechts­kräf­ti­gen Las­ten­ver­zeich­nis im Zeit­punkt der Ver­stei­ge­rung fäl­lig sind, in­be­grif­fen sol­che mit ge­setz­li­chem Pfand­recht, so­wie in Be­trei­bung ge­setz­te Pfand­for­de­run­gen, wenn ein Rechts­vor­schlag nicht er­folgt oder ge­richt­lich auf­ge­ho­ben wor­den ist.
3Pfand­for­de­run­gen, die nicht fäl­lig sind, müs­sen dem Er­stei­ge­rer stets über­bun­den wer­den (Art. 45 Abs. 1 Buchst. a hier­vor).
2. auf an­de­re Wei­se
1Will der Er­stei­ge­rer ei­ne bar zu be­zah­len­de Pfand­for­de­rung auf an­de­re Wei­se til­gen (z.B. durch Schuld­über­nah­me oder No­va­ti­on), so darf das Be­trei­bungs­amt dies nur be­rück­sich­ti­gen, wenn ihm in­ner­halb der in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen für die Zah­lung fest­ge­setz­ten oder durch Zu­stim­mung sämt­li­cher Be­tei­lig­ter ver­län­ger­ten Frist (Art. 63 Abs. 1 hier­nach) ei­ne Er­klä­rung des Gläu­bi­gers über des­sen an­der­wei­ti­ge Be­frie­di­gung vor­ge­legt wird.
2Wird ein sol­cher Aus­weis nicht er­bracht, so hat das Be­trei­bungs­amt so­fort nach Ab­lauf des Zah­lungs­ter­mins ei­ne neue Stei­ge­rung an­zu­ord­nen (Art. 143 SchKG).
III. Über­bin­dung
1. auf Ab­rech­nung am Zu­schlags­preis
1Die bis zum Stei­ge­rungs­tag lau­fen­den Zin­se der über­bun­de­nen Pfand­for­de­run­gen wer­den dem Er­stei­ge­rer auf Ab­rech­nung am Zu­schlags­preis über­bun­den, so­fern die Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen nicht aus­drück­lich et­was an­de­res be­stim­men.
2Hin­sicht­lich der im Zeit­punkt der Ver­stei­ge­rung lau­fen­den Er­träg­nis­se kön­nen die Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen be­stim­men, dass sie als Ent­gelt für die Über­bin­dung der lau­fen­den Zin­se der nicht fäl­li­gen Pfand­for­de­run­gen dem Er­stei­ge­rer zu­fal­len. An Stel­le des Stei­ge­rungs­ta­ges kann auch ein ent­spre­chen­der Zins­ter­min als mass­ge­bend für Nut­zens- und Scha­dens­an­fang be­stimmt wer­den. Da­ge­gen dür­fen schon ein­ge­zo­ge­ne und noch aus­ste­hen­de fäl­li­ge Er­träg­nis­se dem Er­stei­ge­rer nicht zu­ge­wie­sen wer­den.
2. oh­ne Ab­rech­nung am Zu­schlags­preis
1Oh­ne Ab­rech­nung am Zu­schlags­preis sind dem Er­stei­ge­rer durch die Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen zur Zah­lung zu über­bin­den:1
die Kos­ten der Ei­gen­tums­über­tra­gung und der in be­zug auf die Grund­pfand­rech­te, Dienst­bar­kei­ten usw. er­for­der­li­chen Lö­schun­gen und Än­de­run­gen im Grund­buch und in den Pfand­ti­teln, mit Ein­schluss der Kos­ten des in Ar­ti­kel 69 hier­nach vor­ge­schrie­be­nen Ver­fah­rens be­tref­fend feh­len­de Pfand­ti­tel über Grund­pfand­rech­te, die durch die Ver­stei­ge­rung ganz oder teil­wei­se un­ter­ge­gan­gen sind, so­wie die Hand­än­de­rungs­ab­ga­ben;
die im Zeit­punkt der Ver­stei­ge­rung noch nicht fäl­li­gen und da­her im Las­ten­ver­zeich­nis nicht auf­ge­führ­ten For­de­run­gen mit ge­setz­li­chem Pfand­recht (Art. 836 ZGB3, Bran­das­se­ku­ranz­steu­ern, Lie­gen­schaf­ten­steu­ern usw.), fer­ner die lau­fen­den Ab­ga­ben für Gas, Was­ser, Elek­tri­zi­tät u.dgl.
2Zu wei­te­ren Zah­lun­gen über den Zu­schlags­preis hin­aus kann der Er­stei­ge­rer nicht ver­pflich­tet wer­den, aus­ser es sei in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen vor­ge­se­hen.4
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2900).
3. Miet- und Pacht­ver­trä­ge
Be­ste­hen auf dem Grund­stück Miet- oder Pacht­ver­trä­ge, so ge­hen sie mit dem Ei­gen­tum an der Sa­che auf den Er­wer­ber über (Art. 261, 261bund 290 Bst. a des Ob­li­ga­tio­nen­rechts; OR2).
4. Vor­kaufs­recht
1Ver­trag­lich be­grün­de­te Vor­kaufs­rech­te (Art. 216 Abs. 2 und 3 OR2) kön­nen bei der Zwangs­ver­stei­ge­rung nicht aus­ge­übt wer­den, ge­setz­li­che Vor­kaufs­rech­te nur nach Mass­ga­be von Ar­ti­kel 60ahier­nach.
2Be­steht zu Las­ten des ver­stei­ger­ten Grund­stücks ein im Grund­buch vor­ge­merk­tes Vor­kaufs­recht, so wird es, wenn es nicht in­fol­ge des Er­geb­nis­ses ei­nes dop­pel­ten Auf­ru­fes des Grund­stücks ge­löscht wer­den muss (Art. 56 hier­nach), so wie es im Las­ten­ver­zeich­nis ent­hal­ten ist, dem Er­stei­ge­rer über­bun­den. Vor­be­hal­ten bleibt ein ge­richt­li­cher Ent­scheid dar­über, ob es nach sei­nem In­halt bei ei­nem künf­ti­gen Ver­kauf des Grund­stücks gel­tend ge­macht wer­den kön­ne oder ob es er­lo­schen sei.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 7. Sept. 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3183).
Nach­träg­li­che Ab­än­de­run­gen der Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen sind nur zu­läs­sig, wenn sie neu auf­ge­legt, pu­bli­ziert und den Be­tei­lig­ten nach Ar­ti­kel 139 SchKG spe­zi­ell zur Kennt­nis ge­bracht wer­den.
1Bei der Be­rech­nung des Zu­schlags­prei­ses (Art. 142ain Ver­bin­dung mit Art. 126 Abs. 1 SchKG) dür­fen von den dem be­trei­ben­den Gläu­bi­ger vor­ge­hen­den pfand­ge­si­cher­ten For­de­run­gen (Ka­pi­tal, rück­stän­di­ge Zin­sen, lau­fen­der Zins bis zum Stei­ge­rungs­tag, all­fäl­li­ge Ver­zugs­zin­se und Be­trei­bungs­kos­ten) nur die­je­ni­gen be­rück­sich­tigt wer­den, die im Las­ten­ver­zeich­nis ent­hal­ten und un­be­strit­ten ge­blie­ben oder ge­richt­lich gut­ge­heis­sen, evtl. noch beim Rich­ter an­hän­gig sind (Art. 141 SchKG).1
2Ist das Grund­stück in meh­re­ren Pfän­dun­gen (Grup­pen) ent­hal­ten, so fal­len nur die­je­ni­gen pfand­ge­si­cher­ten For­de­run­gen in Be­tracht, die ge­gen­über der Pfän­dung, in der die Ver­wer­tung ver­langt wird, zu Recht be­ste­hen.2
3Pfand­las­ten, die erst nach der Pfän­dung oh­ne Be­wil­li­gung des Be­trei­bungs­am­tes in das Grund­buch ein­ge­tra­gen wur­den, fal­len bei der Be­rech­nung des Zu­schlags­prei­ses aus­ser Be­tracht, wenn sie nicht schon vor­her kraft Ge­set­zes ent­stan­den sind und al­len ein­ge­tra­ge­nen Be­las­tun­gen vor­ge­hen.
B. Wenn ein Pfand­gläu­bi­ger auf Pfän­dung be­treibt und
I. der Pfand­gläu­bi­ger die Ver­wer­tung ver­langt
1Hat ein Pfand­gläu­bi­ger für ei­ne grund­pfand­ge­si­cher­te For­de­rung auf Pfän­dung be­trie­ben und das ihm ver­pfän­de­te Grund­stück in Pfän­dung er­hal­ten, so kann, wenn der Pfand­gläu­bi­ger die Ver­wer­tung ver­langt und die in Be­trei­bung ge­setz­te For­de­rung im Las­ten­ver­zeich­nis ent­hal­ten ist (Art. 53 Abs. 1 hier­vor), der Zu­schlag er­fol­gen, wenn nur die dem be­trei­ben­den Gläu­bi­ger im Ran­ge vor­ge­hen­den grund­pfand­ge­si­cher­ten For­de­run­gen über­bo­ten sind.1
2Wenn je­doch der Pfand­gläu­bi­ger nur für Zin­se oder nur für einen Teil der Ka­pi­tal­for­de­rung auf Pfän­dung be­trie­ben hat, so darf nur zu­ge­schla­gen wer­den, wenn auch die Ka­pi­tal­for­de­rung, so­weit sie nicht in Be­trei­bung ge­setzt wur­de, über­bo­ten ist.
II. ein an­de­rer Gläu­bi­ger die Ver­wer­tung ver­langt
Ist der Gläu­bi­ger, für des­sen grund­pfand­ge­si­cher­te For­de­rung das Grund­pfand selbst ge­pfän­det ist, mit die­ser Be­trei­bung Teil­neh­mer ei­ner Grup­pe und wird die Ver­wer­tung von ei­nem an­dern Grup­pengläu­bi­ger ver­langt, so muss auch je­ne grund­pfand­ge­si­cher­te For­de­rung, so­fern sie im Las­ten­ver­zeich­nis ent­hal­ten ist, über­bo­ten sein, da­mit der Zu­schlag er­fol­gen kann.
A. Dop­pelauf­ruf
Muss der Auf­ruf des Grund­stückes so­wohl mit als oh­ne An­zei­ge ei­ner Last statt­fin­den (Art. 42 hier­vor und 104 hier­nach), so ist, wenn dies nicht schon in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen er­wähnt ist, je­den­falls vor Be­ginn der Stei­ge­rung den Be­tei­lig­ten da­von Kennt­nis zu ge­ben. Für den Zu­schlag gel­ten fol­gen­de Be­stim­mun­gen:
Der ers­te Auf­ruf mit der Last er­folgt mit dem Be­mer­ken, dass der Meist­bie­ter für sein An­ge­bot be­haf­tet blei­be bis nach Schluss ei­nes all­fäl­li­gen zwei­ten Auf­rufs oh­ne die Last. Reicht beim ers­ten Auf­ruf das An­ge­bot zur Be­frie­di­gung des Gläu­bi­gers aus oder wird ein all­fäl­li­ger Fehl­be­trag vom Dienst­bar­keits- oder Grund­last­be­rech­tig­ten so­fort bar be­zahlt, so wird die Last dem Er­stei­ge­rer über­bun­den; ein zwei­ter Auf­ruf fin­det nicht statt.
Wird der Gläu­bi­ger durch das Meist­ge­bot beim ers­ten Auf­ruf mit der Last nicht voll ge­deckt, so muss ein zwei­ter Auf­ruf statt­fin­den mit dem Be­mer­ken, dann das Grund­stück oh­ne die Last zu­ge­schla­gen wer­de, es sei denn, dass auch die­ser Auf­ruf kei­nen hö­he­ren Er­lös er­ge­be. Wird durch den zwei­ten Auf­ruf ein hö­he­rer Er­lös er­zielt, so wird der Zu­schlag er­teilt und muss die Last im Grund­buch ge­löscht wer­den, selbst wenn der Gläu­bi­ger voll ge­deckt wird (Art. 116 hier­nach).
Er­gibt der Auf­ruf oh­ne die Last kei­nen hö­he­ren Er­lös, so wird der Zu­schlag dem Höchst­bie­ten­den im ers­ten Auf­ruf mit der Last er­teilt und ihm die­se über­bun­den.
1 Im ita­lie­ni­schen Text be­steht die­ser Ar­ti­kel aus zwei Ab­sät­zen. Abs. 1 ent­spricht dem ers­ten und Abs. 2 dem zwei­ten Satz des deut­schen Tex­tes.
II. Zu­ge­hör
Wenn Zu­ge­hör­ge­gen­stän­de mit dem Grund­stück zu ver­wer­ten sind, so kön­nen der Schuld­ner und je­der be­trei­ben­de Gläu­bi­ger und Pfand­gläu­bi­ger vor der Stei­ge­rung zu­nächst ge­trenn­te und her­nach ge­mein­sa­me Aus­bie­tung von Zu­ge­hör und Grund­stück ver­lan­gen. Über­steigt da­bei das Er­geb­nis des Ge­sam­t­ru­fes die Sum­me der Ein­zel­an­ge­bo­te, so gilt der Zu­schlag an die Ein­zel­an­ge­bo­te als da­hin­ge­fal­len.
B. An­ge­bot
1An­ge­bo­te, die an Be­din­gun­gen oder Vor­be­hal­te ge­knüpft sind oder nicht auf ei­ne be­stimm­te Sum­me lau­ten, darf das Be­trei­bungs­amt nicht be­rück­sich­ti­gen.
2Von Per­so­nen, die als Stell­ver­tre­ter in frem­dem Na­men oder als Or­gan ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son bie­ten, kann vor dem Zu­schlag der Nach­weis der Ver­tre­tungs­be­fug­nis ver­langt wer­den. Die all­fäl­li­gen Aus­wei­se sind, wenn dem Ver­tre­te­nen zu­ge­schla­gen wird, bei den Ak­ten auf­zu­be­wah­ren.
3An­ge­bo­te für na­ment­lich nicht be­zeich­ne­te oder erst spä­ter zu be­zeich­nen­de Per­so­nen oder für noch nicht be­ste­hen­de ju­ris­ti­sche Per­so­nen dür­fen nicht an­ge­nom­men wer­den.
4Schrift­li­che An­ge­bo­te sind bei Be­ginn der Stei­ge­rung den Teil­neh­mern be­kannt­zu­ge­ben und un­ter den glei­chen Be­din­gun­gen wie münd­li­che An­ge­bo­te zu be­rück­sich­ti­gen.1
II. Ge­mein­sa­mes An­ge­bot meh­re­rer
Bie­ten meh­re­re Per­so­nen ge­mein­sam und er­klä­ren sie nichts an­de­res, so wird ih­nen das Grund­stück zu Mit­ei­gen­tum zu glei­chen Tei­len zu­ge­schla­gen.
III. Aus­ruf der An­ge­bo­te und Zu­schlag
1Je­des An­ge­bot wird drei­mal aus­ge­ru­fen und da­bei je­wei­len an­ge­ge­ben, ob es sich um den ers­ten, zwei­ten oder drit­ten Aus­ruf han­delt. Das Be­trei­bungs­amt ist ver­pflich­tet, demje­ni­gen Bie­ter, der das letz­te und höchs­te An­ge­bot ge­macht hat, so­fort öf­fent­lich den Zu­schlag zu er­tei­len.
2Der Zu­schlag er­folgt, wenn nach den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen ei­ne so­fort zu leis­ten­de Bar­zah­lung oder Si­cher­heits­leis­tung ver­langt wird, nur nach de­ren Leis­tung; an­dern­falls wird in Fort­set­zung der Stei­ge­rung das nächst tiefe­re An­ge­bot noch­mals drei­mal aus­ge­ru­fen und, wenn es nicht über­bo­ten wird, dar­auf­hin der Zu­schlag er­teilt.
IV. Aus­übung ge­setz­li­cher Vor­kaufs­rech­te
1Ge­setz­li­che Vor­kaufs­rech­te kön­nen nur an der Stei­ge­rung selbst und zu den Be­din­gun­gen, zu wel­chen das Grund­stück dem Er­stei­ge­rer zu­ge­schla­gen wird, aus­ge­übt wer­den (Art. 681 Abs. 1 ZGB2).
2Ver­ein­ba­run­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 681bAb­satz 1 ZGB, die dem Vor­kaufs­be­rech­tig­ten Vor­zugs­rech­te ge­wäh­ren, sind bei der Stei­ge­rung nicht zu be­ach­ten.
3Nach drei­ma­li­gem Aus­ruf des Höch­st­an­ge­bo­tes hat der Lei­ter der Stei­ge­rung die an­we­sen­den oder ver­tre­te­nen In­ha­ber ei­nes ge­setz­li­chen Vor­kaufs­rech­tes auf­zu­for­dern, sich über des­sen Aus­übung aus­zu­spre­chen. Bis dies ge­sche­hen ist, bleibt der Meist­bie­ten­de an sein An­ge­bot ge­bun­den.
4Er­klärt ei­ner der Be­rech­tig­ten, er wol­le das Vor­kaufs­recht zum an­ge­bo­te­nen Prei­se aus­üben, so wird ihm der Zu­schlag er­teilt. Ge­ben meh­re­re Be­rech­tig­te die­se Er­klä­rung ge­mein­sam ab, so ist Ar­ti­kel 59 hier­vor, bei Mit­ei­gen­tü­mern Ar­ti­kel 682 Ab­satz 1 Satz 2 ZGB an­wend­bar.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975 (AS 1976 164). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 7. Sept. 1993, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 3183).
C. Stei­ge­rung und Pro­to­koll
1Die Stei­ge­rung ist oh­ne Un­ter­bre­chung durch­zu­füh­ren.
2Über je­de Stei­ge­rung ist im An­schluss an die Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen ein Pro­to­koll zu füh­ren, das vom Stei­ge­rungs­be­am­ten so­wie vom Er­stei­ge­rer zu un­ter­zeich­nen ist.
D. Ver­si­cher­te Zu­ge­hör
Wer­den Zu­ge­hör­ge­gen­stän­de, de­ren Ge­samt­heit den Ge­gen­stand ei­nes Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges bil­det (Art. 15 Abs. 1 Buchst. c hier­vor), mit­ver­stei­gert, so ist bei der Ver­stei­ge­rung auf die Ver­si­che­rung auf­merk­sam zu ma­chen. Wird die Ge­samt­heit der ver­si­cher­ten Ge­gen­stän­de von ei­ner und der­sel­ben Per­son er­wor­ben, so ist der Ver­si­che­rer vom Über­gang des Ei­gen­tums so­fort in Kennt­nis zu set­zen (Art. 3 VPAV1).
E. Zah­lungs- ver­zug des Er­stei­ge­rers
1Be­fin­det sich der Er­stei­ge­rer im Zah­lungs­ver­zug und kön­nen all­fäl­li­ge von ihm be­stell­te Si­cher­hei­ten nicht so­fort oh­ne Be­trei­bung oder Pro­zess li­qui­diert wer­den, so hat das Be­trei­bungs­amt, so­fern nicht sämt­li­che Be­tei­lig­te (Schuld­ner, zu Ver­lust ge­kom­me­ne Pfand­gläu­bi­ger, be­trei­ben­de Gläu­bi­ger) zu ei­ner Ver­län­ge­rung der Zah­lungs­frist ih­re Ein­wil­li­gung er­tei­len, oh­ne wei­te­res den Zu­schlag auf­zu­he­ben und so­fort ei­ne neue Stei­ge­rung nach Ar­ti­kel 143 Ab­satz 1 SchKG an­zu­ord­nen.1 Die Auf­he­bung des Zu­schla­ges ist im Stei­ge­rungs­pro­to­koll (Art. 61 hier­vor) vorzu­mer­ken und dem Er­stei­ge­rer schrift­lich an­zu­zei­gen.
2Ist der Ei­gen­tums­über­gang be­reits im Grund­buch ein­ge­tra­gen (Art. 66 Abs. 3 hier­nach), so be­auf­tragt das Be­trei­bungs­amt das Grund­buchamt un­ter Hin­weis auf die Auf­he­bung des Zu­schla­ges mit der Lö­schung des Ein­tra­ges so­wie der ent­spre­chen­den Vor­mer­kung im Grund­buch.
F. Neue Stei­ge­rung
I. Be­kannt­ma­chung
1Die neue Stei­ge­rung darf nicht vor Ab­lauf ei­nes Mo­nats seit der frü­he­ren statt­fin­den.
2Sie ist in der Be­kannt­ma­chung aus­drück­lich als «Neue Stei­ge­rung in­fol­ge Zah­lungs­ver­zugs des Er­stei­ge­rers» zu be­zeich­nen.
3Ei­ne neue Schät­zung des Grund­stücks ist nicht vor­zu­neh­men; eben­so we­nig er­folgt ei­ne noch­ma­li­ge Frist­an­set­zung zur An­mel­dung von An­sprü­chen nach Ar­ti­kel 138 Ab­satz 2 Zif­fer 3 SchKG.
II. Las­ten­ver­zeich­nis und Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen
1Das für die frü­he­re Stei­ge­rung auf­ge­stell­te Las­ten­ver­zeich­nis ist auch für die neue und ei­ne all­fäl­lig wei­ter not­wen­dig wer­den­de Stei­ge­rung mass­ge­bend.1 Kom­men dem Be­trei­bungs­amt neue, in der Zwi­schen­zeit ent­stan­de­ne öf­fent­lich-recht­li­che Las­ten zur Kennt­nis, so hat es sie von Am­tes we­gen zu be­rück­sich­ti­gen. In die­sem Fal­le ist die Er­gän­zung des Las­ten­ver­zeich­nis­ses den In­ter­es­sen­ten nach Ar­ti­kel 140 Ab­satz 2 SchKG (Art. 37 hier­vor) mit­zu­tei­len. In der Zwi­schen­zeit fäl­lig ge­wor­de­ne, im Las­ten­ver­zeich­nis als lau­fend an­ge­merk­te Ka­pi­tal­zin­se sind mit dem ent­spre­chen­den Be­trag un­ter die fäl­li­gen und bar zu be­zah­len­den For­de­run­gen ein­zu­stel­len, oh­ne dass aber des­we­gen ei­ne Neu­auf­la­ge des Las­ten­ver­zeich­nis­ses nö­tig wä­re.
2Die üb­ri­gen Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen kön­nen vom Be­trei­bungs­amt in­ner­halb der Gren­zen der ihm in Ar­ti­kel 134 Ab­satz 1 SchKG ein­ge­räum­ten Be­fug­nis­se ab­ge­än­dert wer­den. Wer­den sie erst nach ih­rer Auf­le­gung ab­ge­än­dert, so ist die Vor­schrift des Ar­ti­kels 52 hier­vor zu be­ob­ach­ten.
G. Voll­zug des Zu­schla­ges
I. An­mel­dung des Ei­gen­tums­über­gangs
1Die An­mel­dung des durch den Zu­schlag be­wirk­ten Ei­gen­tums­über­gan­ges an dem ver­stei­ger­ten Grund­stück zur Ein­tra­gung in das Grund­buch er­folgt durch das Be­trei­bungs­amt von Am­tes we­gen, so­bald fest­steht, dass der Zu­schlag nicht mehr durch Be­schwer­de an­ge­foch­ten wer­den kann oder die er­ho­be­ne Be­schwer­de end­gül­tig ab­ge­wie­sen wor­den ist.
2Sie soll in der Re­gel erst er­fol­gen, nach­dem die Kos­ten der Ei­gen­tums­über­tra­gung so­wie der Zu­schlags­preis voll­stän­dig be­zahlt sind.
3Auf be­son­de­res be­grün­de­tes Be­geh­ren des Er­stei­ge­rers kann das Amt aus­nahms­wei­se die An­mel­dung auch vor­her vor­neh­men, so­fern der Er­stei­ge­rer für den aus­ste­hen­den Rest des Zu­schlags­prei­ses aus­rei­chen­de Si­cher­heit leis­tet. In die­sem Fall ist aber gleich­zei­tig ei­ne Ver­fü­gungs­be­schrän­kung nach Ar­ti­kel 960 ZGB im Grund­buch vorzu­mer­ken.1
4In den­je­ni­gen Kan­to­nen, in de­nen die Ein­tra­gung im Grund­buch von der Be­zah­lung ei­ner Hand­än­de­rungs­steu­er ab­hän­gig ge­macht wird, muss vor der An­mel­dung auch die­se an das Amt be­zahlt oder der Aus­weis über di­rekt ge­leis­te­te Be­zah­lung er­bracht wer­den.
5Ist der Schuld­ner noch nicht als Ei­gen­tü­mer im Grund­buch ein­ge­tra­gen (z.B. als Er­be), so ver­an­lasst das Be­trei­bungs­amt des­sen vor­gän­gi­ge Ein­tra­gung gleich­zei­tig mit der An­mel­dung des Ei­gen­tums­über­gangs auf den Er­stei­ge­rer.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 der Grund­buch­ver­ord­nung vom 23. Sept. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 4659).
II. Per­son, die ein­zu­tra­gen ist
Das Be­trei­bungs­amt darf nur den­je­ni­gen, dem der Zu­schlag er­teilt wor­den ist, als Ei­gen­tü­mer in das Grund­buch ein­tra­gen las­sen. Die Ein­tra­gung ei­nes Drit­ten, der als Zes­sio­nar oder als ver­trag­li­cher Vor­kaufs­be­rech­tig­ter in den Stei­ge­rungs­kauf ein­zu­tre­ten er­klärt, ist un­zu­läs­sig, selbst wenn der Er­stei­ge­rer da­mit ein­ver­stan­den ist.
III. Lö­schun­gen im Grund­buch
1Gleich­zei­tig mit der An­mel­dung des Ei­gen­tums­über­gangs zur Ein­tra­gung im Grund­buch hat das Be­trei­bungs­amt zur Lö­schung an­zu­mel­den:
lee­re Pfand­stel­len so­wie Ei­gen­tü­mer­pfand­ti­tel, über die der Schuld­ner nicht ver­fügt hat (Art. 815 ZGB1). Sind sol­che Ti­tel ver­pfän­det und ist die Faust­pfand­for­de­rung fäl­lig und des­halb dem Er­stei­ge­rer die ent­spre­chen­de Pfand­schuld nicht über­bun­den wor­den, so sind die Ti­tel eben­falls zu ent­kräf­ten oder in­so­weit ab­zu­schrei­ben, als sie durch den Zu­schlags­preis nicht ge­deckt sind;
die Pfand­rech­te und sons­ti­gen Las­ten, die nicht über­bun­den wer­den konn­ten;
die in­fol­ge der Pfän­dung des Grund­stückes vor­ge­merk­te Ver­fü­gungs­be­schrän­kung (Art. 15 Abs. 1 Buchst. a hier­vor).
2Fer­ner sind all­fäl­li­ge, im Las­ten­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren fest­ge­stell­te, noch nicht im Grund­buch ein­ge­tra­ge­ne Las­ten (Dienst­bar­kei­ten u.dgl.) zur Ein­tra­gung an­zu­mel­den.
IV. Zu lö­schen­de Pfand­ti­tel
1Das Be­trei­bungs­amt hat die Ti­tel über die durch die Ver­stei­ge­rung ganz oder teil­wei­se un­ter­ge­gan­ge­nen Grund­pfand­rech­te vor der Ver­tei­lung ein­zu­for­dern. Wer­den sie nicht bei­ge­bracht, so hat das Be­trei­bungs­amt trotz­dem die er­for­der­li­chen Lö­schun­gen oder Ab­än­de­run­gen im Grund­buch zu ver­an­las­sen, die auf die be­tref­fen­den For­de­run­gen ent­fal­len­den Be­trä­ge aber zu hin­ter­le­gen.
2Die statt­ge­fun­de­ne Lö­schung oder Ab­än­de­rung des Grund­pfand­rechts ist in die­sem Fal­le durch ein­ma­li­ge Pu­bli­ka­ti­on im Amts­blatt zu ver­öf­fent­li­chen und dem Gläu­bi­ger, so­fern sein Na­me und sein Wohn­ort be­kannt sind, durch ein­ge­schrie­be­nen Brief zur Kennt­nis zu brin­gen mit der An­zei­ge, dass die Ver­äus­se­rung oder Ver­pfän­dung des gänz­lich zu Ver­lust ge­kom­me­nen Pfand­ti­tels oder des teil­wei­se zu Ver­lust ge­kom­me­nen über den er­lös­ten Be­trag hin­aus als Be­trug straf­bar wä­re.
3Ist der In­ha­ber des Ti­tels un­be­kannt, so hat das Be­trei­bungs­amt die Lö­schung oder Ab­än­de­rung des Grund­pfand­rechts öf­fent­lich be­kanntz­u­ma­chen, un­ter Hin­weis auf die in Ab­satz 2 hier­vor er­wähn­te Fol­ge ei­ner Ver­äus­se­rung oder Ver­pfän­dung des Ti­tels.
V. An­zei­ge an Mie­ter und Päch­ter
1Be­ste­hen auf dem ver­stei­ger­ten Grund­stück Miet- oder Pacht­ver­trä­ge, so teilt das Be­trei­bungs­amt dem Mie­ter oder Päch­ter den Ei­gen­tums­über­gang mit, un­ter An­ga­be des Zeit­punk­tes, von wann an der Er­wer­ber den Zins zu be­zie­hen be­rech­tigt ist.
2Ist der Kauf­preis dem Er­stei­ge­rer ge­stun­det wor­den, so er­folgt die­se An­zei­ge erst, nach­dem der Kauf­preis be­zahlt und die im Grund­buch vor­ge­merk­te Ver­fü­gungs­be­schrän­kung vom Be­trei­bungs­amt zur Lö­schung an­ge­mel­det wor­den ist.
H. Er­geb­nis­lo­sig­keit der Stei­ge­rung1
1Bleibt die Stei­ge­rung er­geb­nis­los, weil kein ge­nü­gen­des An­ge­bot im Sin­ne von Ar­ti­kel 142ain Ver­bin­dung mit Ar­ti­kel 126 Ab­satz 1 SchKG oder gar kein An­ge­bot er­folgt, oder hat das Be­trei­bungs­amt nach Ar­ti­kel 127 SchKG von der Ver­wer­tung ab­ge­se­hen, so fällt die Be­trei­bung in Hin­sicht auf das ge­pfän­de­te Grund­stück und des­sen Zu­ge­hör da­hin; ei­ne ge­son­der­te Ver­wer­tung der letz­te­ren ist un­zu­läs­sig, es wä­re denn, dass al­le Be­tei­lig­ten (Schuld­ner, pfän­den­de Gläu­bi­ger und Pfand­gläu­bi­ger) sich da­mit ein­ver­stan­den er­klä­ren.2
2Der noch nicht ver­teil­te Rein­er­lös der Früch­te und sons­ti­gen Er­träg­nis­se des Grund­stückes (Art. 22 Abs. 1 hier­vor) so­wie ei­ner all­fäl­li­gen Aus­fall­for­de­rung (Art. 72 hier­nach) ist den be­trei­ben­den Pfän­dungs- und Pfand­gläu­bi­gern (Art. 806 ZGB3) zu­zu­wei­sen.
3Vom Weg­fall der Pfän­dung und der da­durch be­grün­de­ten Ver­fü­gungs­be­schrän­kung ist den Mie­tern oder Päch­tern so­wie dem Grund­buchamt so­fort An­zei­ge zu ma­chen.
J. Aus­fall­for­de­rung
1Hat der Er­stei­ge­rer den Stei­ge­rungs­kauf nicht ge­hal­ten und ist an der neu­en Stei­ge­rung (Art. 63 hier­vor) ein ge­rin­ge­rer Er­lös er­zielt wor­den, so hat das Be­trei­bungs­amt die Aus­fall­for­de­rung zu­nächst in ih­rer Hö­he fest­zu­stel­len und, falls sie vom Schuld­ner der­sel­ben in­nert Frist nicht be­gli­chen wird, den bei der Ver­wer­tung des Grund­stückes zu Ver­lust ge­kom­me­nen be­trei­ben­den Gläu­bi­gern und Pfand­gläu­bi­gern An­zei­ge zu ma­chen mit der Auf­for­de­rung an sie, ein all­fäl­li­ges Be­geh­ren um Ver­wer­tung der For­de­rung ge­mä­ss den Ar­ti­keln 130 Zif­fer 1 und 131 SchKG in­nert der Frist von zehn Ta­gen an­zu­brin­gen. Wird kein sol­ches Be­geh­ren ge­stellt, so ist die For­de­rung an ei­ner ein­zi­gen öf­fent­li­chen Stei­ge­rung zu ver­kau­fen.1
2Hat der Schuld­ner der Aus­fall­for­de­rung für die Er­fül­lung der Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen Si­cher­hei­ten be­stellt, so sind die­se den­je­ni­gen Gläu­bi­gern, wel­che die For­de­rung zur Ein­trei­bung oder als Er­wer­ber über­nom­men ha­ben, oder dem Er­wer­ber zu über­ge­ben (Art. 170 Abs. 1 OR2).
3Muss auch die neue Stei­ge­rung we­gen Nicht­hal­tung des Kaufs wie­der­holt wer­den und ent­steht da­durch ein Mehr­ver­lust, so ist die­se Scha­den­er­satz­for­de­rung ge­gen den zwei­ten Er­stei­ge­rer in glei­cher Wei­se wie die ur­sprüng­li­che Aus­fall­for­de­rung zu ver­wer­ten.
3. Verwertung eines Miteigentumsanteils
A. Grund­buch­aus­zug
Ist ein Mit­ei­gen­tumsan­teil zu ver­wer­ten, so hat der vom Be­trei­bungs­amt ein­zu­for­dern­de Aus­zug aus dem Grund­buch (Art. 28 hier­vor) nicht nur über den An­teil des Schuld­ners, son­dern auch über das Grund­stück als gan­zes Aus­kunft zu ge­ben.
B. Be­kannt­ma­chung der Stei­ge­rung; An­mel­dung von Rechts­an­sprü­chen
I. Pu­bli­ka­ti­on
1Die Pu­bli­ka­ti­on der Ver­stei­ge­rung ei­nes Mit­ei­gen­tumsan­teils hat an­zu­ge­ben, wel­cher Bruch­teil bzw. wel­che Wert­quo­te dem Schuld­ner zu­steht, und muss die Be­schrei­bung so­wie den Schät­zungs­wert des im Mit­ei­gen­tum ste­hen­den Grund­stücks und sei­ner Zu­ge­hör, im Fal­le von Stock­werk­ei­gen­tum auch die Be­schrei­bung so­wie den Schät­zungs­wert der dem Schuld­ner zu­ge­schie­de­nen Grund­stücks­tei­le und ih­rer all­fäl­li­gen be­son­de­ren Zu­ge­hör ent­hal­ten.
2Die Auf­for­de­rung zur An­mel­dung von Pfand­rech­ten und von sol­chen Dienst­bar­kei­ten, die un­ter dem frü­he­ren kan­to­na­len Recht ent­stan­den und noch nicht in die öf­fent­li­chen Bü­cher ein­ge­tra­gen sind (Art. 29 Abs. 2 und 3 hier­vor), hat sich nicht bloss auf der­ar­ti­ge Rech­te am ge­pfän­de­ten An­teil, son­dern auch auf der­ar­ti­ge Rech­te am Grund­stück selbst zu be­zie­hen.
3Ist nach dem Grund­buch­aus­zug (Art. 73 hier­vor) das Grund­stück selbst pfand­be­las­tet, so wird einst­wei­len der Zeit­punkt der Stei­ge­rung nicht fest­ge­setzt, son­dern nur die öf­fent­li­che Auf­for­de­rung im Sin­ne von Ab­satz 2 hier­vor er­las­sen und die Las­ten­be­rei­ni­gung durch­ge­führt.
1Für die Spe­zi­al­an­zei­gen gilt Ar­ti­kel 30 hier­vor.
2Ist das Grund­stück als sol­ches ver­pfän­det, so ist ein Ex­em­plar der öf­fent­li­chen Auf­for­de­rung im Sin­ne von Ar­ti­kel 73a Ab­sät­ze 2 und 3 hier­vor auch den Gläu­bi­gern der das Grund­stück als sol­ches be­las­ten­den Pfand­for­de­run­gen so­wie den Per­so­nen zu­zu­stel­len, de­nen nach dem Gläu­bi­ger­re­gis­ter an ei­ner sol­chen For­de­rung ein Pfand­recht oder die Nutz­nies­sung zu­steht.
C. Las­ten­ver­zeich­nis
I. In­halt
Das Las­ten­ver­zeich­nis (Art. 33ff. hier­vor) muss über den zu ver­wer­ten­den Mit­ei­gen­tumsan­teil und das Grund­stück als sol­ches die in Ar­ti­kel 73a Ab­satz 1 hier­vor vor­ge­schrie­be­nen An­ga­ben ent­hal­ten und die im Grund­buch ein­ge­tra­ge­nen so­wie die auf Grund der öf­fent­li­chen Auf­for­de­rung (Art. 29 Abs. 2 und 3 und Art. 73a Abs. 2 hier­vor) an­ge­mel­de­ten Be­las­tun­gen des An­teils ei­ner­seits und des Grund­stücks als sol­chem an­der­seits ge­trennt auf­füh­ren.
II. Mit­tei­lung
Das Las­ten­ver­zeich­nis ist sämt­li­chen Gläu­bi­gern, zu de­ren Guns­ten der Mit­ei­gen­tumsan­teil ge­pfän­det ist, al­len Grund­pfand­gläu­bi­gern, de­nen der An­teil oder das Grund­stück selbst haf­tet, so­wie den aus Vor­mer­kun­gen Be­rech­tig­ten und dem Schuld­ner mit­zu­tei­len.
D. Vor­ge­hen bei Pfand­be­las­tung des Grund­stücks als sol­chem.
I. Ei­ni­gungs­ver­hand­lun­gen
1Ist nach dem Er­geb­nis des Las­ten­be­rei­ni­gungs­ver­fah­rens das Grund­stück als sol­ches pfand­be­las­tet, so hat die Stei­ge­rung einst­wei­len zu un­ter­blei­ben.
2Das Be­trei­bungs­amt ver­sucht, durch Ver­hand­lun­gen mit den am Grund­stück als sol­chem pfand­be­rech­tig­ten Gläu­bi­gern und mit den an­dern Mit­ei­gen­tü­mern ei­ne Auf­tei­lung der be­tref­fen­den Pfand­las­ten auf die ein­zel­nen An­tei­le her­bei­zu­füh­ren und im Fal­le, dass der Schuld­ner für ei­ne durch das Grund­stück als sol­ches ge­si­cher­te Pfand­for­de­rung zu­sam­men mit an­dern Mit­ei­gen­tü­mern so­li­da­risch haf­tet, ei­ne ent­spre­chen­de Auf­tei­lung der Schuld­pflicht zu er­rei­chen. Ha­ben die Ver­hand­lun­gen Er­folg, so ist, nach­dem die er­for­der­li­chen Än­de­run­gen im Grund­buch vor­ge­nom­men sind, das Las­ten­ver­zeich­nis ih­rem Er­geb­nis an­zu­pas­sen und der An­teil des Schuld­ners auf die­ser Grund­la­ge zu ver­stei­gern.2
3Das Be­trei­bungs­amt kann auch ver­su­chen, durch Ver­hand­lun­gen mit den Be­tei­lig­ten die Auf­he­bung des Mit­ei­gen­tums zu er­rei­chen und so zu er­mög­li­chen, dass der be­trei­ben­de Gläu­bi­ger aus dem Er­geb­nis der Ver­wer­tung der dem Schuld­ner zu­ge­wie­se­nen Par­zel­le oder aus dem An­teil des Schuld­ners am Er­geb­nis des Ver­kaufs des Grund­stücks als sol­chem oder aus der dem Schuld­ner zu­kom­men­den Aus­kaufs­s­um­me (vgl. Art. 651 Abs. 1 ZGB3 ganz oder teil­wei­se be­frie­digt wer­den kann.
4So­weit zur Her­bei­füh­rung der an­ge­streb­ten Än­de­run­gen der recht­li­chen Ver­hält­nis­se nach Zi­vil­recht ei­ne Mit­wir­kung des Schuld­ners er­for­der­lich ist, tritt das Be­trei­bungs­amt an sei­ne Stel­le (Art. 23c hier­vor).
5Die obe­re kan­to­na­le Auf­sichts­be­hör­de kann zur Durch­füh­rung die­ser Ei­ni­gungs­ver­hand­lun­gen sich selbst oder die un­te­re Auf­sichts­be­hör­de als zu­stän­dig er­klä­ren.
II. Ver­stei­ge­rung des An­teils
1Ge­lingt es nicht, die Pfand­be­las­tung des Grund­stücks als sol­chem und ge­ge­be­nen­falls die So­li­dar­schuld­pflicht auf­zu­tei­len, und kommt es auch nicht zur Auf­he­bung des Mit­ei­gen­tums, so ist der ge­pfän­de­te An­teil nach vor­he­ri­ger Pu­bli­ka­ti­on (Art. 73a Abs. 1 hier­vor) und Be­nach­rich­ti­gung der Be­tei­lig­ten im Sin­ne von Ar­ti­kel 30 Ab­sät­ze 2-4 und 73b Ab­satz 2 hier­vor für sich al­lein zu ver­stei­gern. Die Auf­for­de­rung im Sin­ne von Ar­ti­kel 29 Ab­sät­ze 2 und 3 und Ar­ti­kel 73a Ab­satz 2 hier­vor ist da­bei nicht zu wie­der­ho­len. Die Zwangs­ver­wer­tung des Grund­stücks als sol­chem ist un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 106a hier­nach oh­ne Zu­stim­mung al­ler Be­tei­lig­ten nicht zu­läs­sig.
2Wird vor der Ver­stei­ge­rung des An­teils ei­ne Grund­pfand­be­trei­bung an­ge­ho­ben, die das Grund­stück als sol­ches zum Ge­gen­stand hat (Art. 106a hier­nach), so ist die­ser Be­trei­bung der Vor­tritt ein­zuräu­men.
E. Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen
1Die Be­din­gun­gen für die Ver­stei­ge­rung ei­nes Mit­ei­gen­tumsan­teils müs­sen aus­ser dem Schuld­ner und dem Gläu­bi­ger, auf des­sen Be­geh­ren die Ver­wer­tung er­folgt (Art. 45 Abs. 1 am An­fang hier­vor), auch die Per­so­nen nen­nen, die ne­ben dem Schuld­ner Mit­ei­gen­tü­mer sind.
2Ist we­gen Schei­terns der Ei­ni­gungs­ver­hand­lun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 73e hier­vor ein Mit­ei­gen­tumsan­teil an ei­nem Grund­stück zu ver­wer­ten, das als gan­zes ver­pfän­det ist, so ha­ben die Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen zu be­stim­men, dass der Er­stei­ge­rer hin­sicht­lich der nach dem rechts­kräf­ti­gen Las­ten­ver­zeich­nis am Grund­stück als gan­zem be­ste­hen­den Pfand­rech­te und der da­durch ge­si­cher­ten For­de­run­gen oh­ne An­rech­nung die­ser Be­las­tung auf den Stei­ge­rungs­preis voll­stän­dig in die Rechts­stel­lung des Schuld­ners ein­tritt. Vor­be­hal­ten bleibt ei­ne all­fäl­li­ge Er­klä­rung des Gläu­bi­gers im Sin­ne von Ar­ti­kel 832 Ab­satz 2 ZGB2, er wol­le den frü­he­ren Schuld­ner bei­be­hal­ten (Art. 135 Abs. 1 Satz 2 SchKG).
3Für die auf Grund von Ar­ti­kel 712c ZGB3 er­rich­te­ten Vor­kaufs- und Ein­spruchs­rech­te gel­ten die Be­stim­mun­gen von Ar­ti­kel 51 hier­vor über die ver­trag­lich be­grün­de­ten und im Grund­buch vor­ge­merk­ten Vor­kaufs­rech­te ent­spre­chend.
F. Zu­schlags­preis
Bei der Be­rech­nung des nach Ar­ti­kel 142a in Ver­bin­dung mit Ar­ti­kel 126 SchKG er­for­der­li­chen Min­de­st­an­ge­bots sind die auf dem Grund­stück als gan­zem las­ten­den Grund­pfand­for­de­run­gen nicht zu be­rück­sich­ti­gen.
G. Ent­spre­chend an­wend­ba­re Be­stim­mun­gen
Un­ter Vor­be­halt der Ar­ti­kel 73-73h hier­vor sind auf die Ver­wer­tung ei­nes Mit­ei­gen­tumsan­teils die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 25-72 hier­vor ent­spre­chend an­wend­bar.
4. Requisitorialverwertungen
A. Fäl­le1
1Liegt das zu ver­stei­gern­de Grund­stück in ei­nem an­dern Be­trei­bungs­kreis, so ist das Ver­wer­tungs­be­geh­ren gleich­wohl dem Be­trei­bungs­amt des Be­trei­bungs­or­tes ein­zu­rei­chen, auch wenn der Schuld­ner seit der Pfän­dung in einen an­dern Be­trei­bungs­kreis ge­zo­gen ist. Der Be­am­te des Be­trei­bungs­or­tes be­auf­tragt mit der Ver­wer­tung den­je­ni­gen des Krei­ses, in dem das Grund­stück liegt, und leis­tet ihm auf Be­geh­ren einen an­ge­mes­se­nen Kos­ten­vor­schuss.
2Liegt das Grund­stück in meh­re­ren Krei­sen, so ist das­je­ni­ge Be­trei­bungs­amt zum Voll­zug der Ver­wer­tung zu­stän­dig, in des­sen Kreis der wert­vol­le­re Teil des Grund­stückes liegt.
3Sind meh­re­re ge­mein­sam ver­pfän­de­te Grund­stücke ge­samt­haft zu ver­stei­gern, so ist die Ver­wer­tung, wenn sich ei­nes der Grund­stücke im Be­trei­bungs­kreis des Be­trei­bungs­or­tes be­fin­det, durch das Be­trei­bungs­amt die­ses Krei­ses zu voll­zie­hen. Liegt kein Grund­stück in die­sem Kreis, so ist das­je­ni­ge Be­trei­bungs­amt zu­stän­dig, in des­sen Kreis das wert­vol­le­re Grund­stück liegt.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975, in Kraft seit 1. April 1976 (AS 1976 164). Ge­mä­ss der­sel­ben Be­stim­mung wur­den in den Rand­tit. der Art. 74-78 die rö­mi­schen Zah­len I-V durch die Bst. A-E er­setzt.
B. Pflich­ten des er­such­ten Am­tes
1Das be­auf­trag­te Be­trei­bungs­amt hat al­le mit der Ver­wer­tung ver­bun­de­nen Ver­rich­tun­gen, ins­be­son­de­re die amt­li­che Ver­wal­tung1, die öf­fent­li­chen Be­kannt­ma­chun­gen (Art. 138, 143 SchKG), die nö­ti­gen Mit­tei­lun­gen (Art. 139, 140 Abs. 2 SchKG, die Auf­stel­lung des Las­ten­ver­zeich­nis­ses (Art. 140 SchKG) und der Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen (Art. 134, 135 SchKG), den Ein­zug der Stei­ge­rungs­s­um­me so­wie die An­mel­dung des Ei­gen­tums­über­gangs an dem ver­stei­ger­ten Grund­stück im Grund­buch von sich aus zu be­sor­gen.2
2Wo das Ge­setz auf das Er­mes­sen des Be­trei­bungs­be­am­ten oder auf den Orts­ge­brauch ab­stellt (Art. 134 Abs. 1, 135 Abs. 2, 137, 140 Abs. 3 SchKG), ent­schei­det der be­auf­trag­te Be­am­te.
3Die Aus­wahl der Blät­ter für die Be­kannt­ma­chun­gen und die Fest­set­zung der Stei­ge­rungs­ter­mi­ne steht in­ner­halb der ge­setz­li­chen Schran­ken zu­nächst eben­falls dem be­auf­trag­ten Be­am­ten zu; doch hat die­ser be­grün­de­te Be­geh­ren des auf­trag­ge­ben­den Be­am­ten zu be­rück­sich­ti­gen.
C. Mit­tei­lun­gen und Frist­an­set­zun­gen
Zur rich­ti­gen Be­sor­gung der Mit­tei­lun­gen und Frist­an­set­zun­gen (Art. 139, 140 Abs. 2 SchKG) hat der Be­am­te des Be­trei­bungs­or­tes dem Be­auf­trag­ten mit dem Auf­trag ein Ver­zeich­nis der an der Be­trei­bung be­tei­lig­ten Gläu­bi­ger mit ih­ren For­de­rungs­s­um­men zu­zu­stel­len.
D. Auf­schub­be­wil­li­gung. Ein­kas­sier­te Gel­der
1Der be­auf­trag­te Be­am­te darf von sich aus kei­ne Auf­schub­be­wil­li­gung im Sin­ne des Ar­ti­kels 123 SchKG er­tei­len.
2Die bei dem be­auf­trag­ten Am­te ein­ge­hen­den Gel­der sind so­fort dem er­su­chen­den Am­te ab­zu­lie­fern, wenn nicht et­was an­de­res be­stimmt wor­den ist (Art. 24 hier­vor).
E. Pro­to­koll und Nach­p­fän­dung1
1Nach Voll­zug der Ver­wer­tung über­mit­telt der be­auf­trag­te Be­am­te dem er­su­chen­den Am­te ei­ne Ab­schrift des Ver­wer­tungs­pro­to­kol­les mit den Be­le­gen, die Schluss­rech­nung über das Er­geb­nis der Ver­wer­tung und den Er­lös nach Ab­zug der Kos­ten. Das Ori­gi­nal des Ver­wer­tungs­pro­to­kolls ist bei den Ak­ten des be­auf­trag­ten Am­tes auf­zu­be­wah­ren.
2Zur An­ord­nung ei­ner Nach­p­fän­dung (Art. 145 SchKG) so­wie zur Auf­stel­lung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes und zur Ver­tei­lung des Er­lö­ses ist aus­sch­liess­lich das Be­trei­bungs­amt des Be­trei­bungs­or­tes zu­stän­dig (Art. 24 hie­vor).2
5. Versteigerung eines Miteigentumsanteils auf Anordnung des Richters
1Zur Ver­stei­ge­rung auf An­ord­nung des Rich­ters nach Ar­ti­kel 649b Ab­satz 3 ZGB2 ist das Be­trei­bungs­amt oder, wenn das kan­to­na­le Recht es so be­stimmt, das Kon­kur­samt zu­stän­dig, in des­sen Kreis das im Mit­ei­gen­tum ste­hen­de Grund­stück oder der wert­vol­le­re Tei­le des­sel­ben liegt.
2Die Kos­ten des Ver­stei­ge­rungs­ver­fah­rens sind vom Ge­such­stel­ler vor­zu­schies­sen und aus dem Er­lös vor­weg zu de­cken.
3Der Zu­schlag kann zu ei­nem den Be­trag der Pfand­for­de­run­gen er­rei­chen­den Prei­se er­teilt wer­den, auch wenn kein Über­schuss er­zielt wird.
4Das Er­geb­nis der Stei­ge­rung ist in al­len Fäl­len, auch wenn sie er­folg­los ge­blie­ben ist, dem Rich­ter mit­zu­tei­len.
5Im Üb­ri­gen sind die Ar­ti­kel 73-73i hier­vor, Ar­ti­kel 73e Ab­satz 3 aus­ge­nom­men, ent­spre­chend an­wend­bar. Ei­ne Ver­wer­tung des im Mit­ei­gen­tum ste­hen­den Grund­stücks selbst in­fol­ge Grund­pfand­be­trei­bung (Art. 73f Abs. 2 hier­vor und Art. 106a hier­nach) ist in­des nur ab­zu­war­ten, wenn sie un­mit­tel­bar be­vor­steht.
A. Zeit­punkt der Ver­tei­lung
1Die Auf­stel­lung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes und die Ver­tei­lung des Er­lö­ses (Art. 144ff. SchKG) dür­fen erst er­fol­gen, wenn auch ei­ne all­fäl­li­ge Aus­fall­for­de­rung (Art. 72 hier­vor) ver­wer­tet ist. Vor­be­hal­ten bleibt die Be­stim­mung des Ar­ti­kels 199 SchKG.
2Der Kol­lo­ka­ti­ons­plan soll sich nur auf die Rang­ord­nung der Pfän­dungs­gläu­bi­ger er­stre­cken.
3Die im rechts­kräf­ti­gen Las­ten­ver­zeich­nis ent­hal­te­nen fäl­li­gen For­de­run­gen sol­len so­fort nach Ein­gang des Zu­schlags­prei­ses be­zahlt wer­den, auch wenn die Schluss­ver­tei­lung für die Pfän­dungs­gläu­bi­ger noch nicht mög­lich ist.
B. Auf­zu­le­gen­de Ak­ten­stücke
Mit dem Kol­lo­ka­ti­ons­plan und der Ver­tei­lungs­lis­te sind gleich­zei­tig auch die Schluss­rech­nung über die Er­träg­nis­se der Ver­wal­tung und die Rech­nung über die Kos­ten und Ge­büh­ren der Ver­wal­tung und Ver­wer­tung zur Ein­sicht der Be­tei­lig­ten und des Er­stei­ge­rers auf­zu­le­gen mit der An­zei­ge, dass sie durch Be­schwer­de an­ge­foch­ten wer­den kön­nen.
C. Ver­tei­lungs­grund­sät­ze
Die Ver­tei­lung des Reiner­lö­ses er­folgt nach fol­gen­den Grund­sät­zen:
Zu­nächst sind die­je­ni­gen Grund­pfand­gläu­bi­ger und In­ha­ber von Pfand­rech­ten an Pfand­ti­teln zu be­frie­di­gen, de­ren For­de­run­gen im Las­ten­ver­zeich­nis als fäl­lig auf­ge­führt und un­be­strit­ten ge­blie­ben oder ge­richt­lich gut­ge­heis­sen sind; der Rest ist un­ter die Gläu­bi­ger, zu de­ren Guns­ten das Grund­stück ge­pfän­det oder ar­res­tiert war, zu ver­tei­len; für die Gläu­bi­ger mit pro­vi­so­ri­scher Pfän­dung ist der Be­trag zu de­po­nie­ren.
Grund­pfand­gläu­bi­ger, de­ren Pfand­rech­te erst nach der Pfän­dung in das Grund­buch ein­ge­tra­gen oder im Las­ten­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren ab­er­kannt, aber vom Schuld­ner durch Nicht­be­strei­tung an­er­kannt wor­den sind, ha­ben erst dann An­spruch auf den Er­lös, wenn die Pfän­dungs­gläu­bi­ger be­frie­digt sind, es sei denn, dass die nach­träg­lich ein­ge­tra­ge­nen Pfand­rech­te schon vor­her kraft Ge­set­zes ent­stan­den sind und al­len ein­ge­tra­ge­nen Be­las­tun­gen vor­ge­hen.
II. Wenn ein Grund­pfand­gläu­bi­ger auf Pfän­dung be­treibt
1Hat ein Gläu­bi­ger für ei­ne grund­pfand­ge­si­cher­te For­de­rung auf Pfän­dung be­trie­ben und das ihm ver­pfän­de­te Grund­stück in Pfän­dung er­hal­ten, so wird der Mehr­er­lös über die vor­ge­hen­den Pfand­for­de­run­gen zu­nächst zur De­ckung der in Be­trei­bung ge­setz­ten Zins- oder Ka­pi­tal­for­de­rung und so­dann der nach­ge­hen­den grund­pfand­ge­si­cher­ten For­de­run­gen nach ih­rer Rang­ord­nung ver­wen­det.1
2Reicht der Mehr­er­lös zur De­ckung der in Be­trei­bung ge­setz­ten For­de­rung nicht aus, so kann der Grund­pfand­gläu­bi­ger für den Aus­fall sein Recht als Pfän­dungs­gläu­bi­ger auf den Er­lös aus den üb­ri­gen in der Pfän­dung ent­hal­te­nen Ge­gen­stän­den nach der ge­setz­li­chen Rang­ord­nung gel­tend ma­chen.
III. Früch­te und Er­träg­nis­se
Die Früch­te und Er­träg­nis­se des Grund­stückes fal­len, wenn die­ses in meh­re­ren (Ein­zel- oder Grup­pen-)pfän­dun­gen ent­hal­ten ist, auch in­so­weit den Gläu­bi­gern ei­ner vor­ge­hen­den Pfän­dung zu, als sie erst nach Voll­zug ei­ner nach­ge­hen­den Pfän­dung ver­wer­tet oder fäl­lig wer­den, und zwar für so lan­ge, als die Pfän­dung des Grund­stückes selbst dau­ert. Vor­be­hal­ten blei­ben die Rech­te der be­trei­ben­den Grund­pfand­gläu­bi­ger nach Ar­ti­kel 94 Ab­satz 3 SchKG und Ar­ti­kel 806 ZGB1 (Art. 114 hier­nach).2
2 Fas­sung von Satz 2 ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975, in Kraft seit 1. April 1976 (AS 1976 164).
D. Ver­lust­schein
1Dem be­trei­ben­den Gläu­bi­ger ist auch dann ein Ver­lust­schein (Art. 149 SchKG) aus­zu­stel­len, wenn die Stei­ge­rung er­folg­los ge­blie­ben ist und ei­ne Pfän­dung im Sin­ne des Ar­ti­kels 145 SchKG nicht mög­lich war.
E. Ver­tei­lung des Er­lö­ses aus ei­nem Mit­ei­gen­tumsan­teil
Ist der Er­lös aus der Ver­wer­tung ei­nes pfand­be­las­te­ten Mit­ei­gen­tumsan­teils an ei­nem als gan­zes ver­pfän­de­ten Grund­stück zu ver­tei­len, so gel­ten die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 79 Ab­satz 3 und 81 Ab­satz 2 hier­vor über die Be­zah­lung fäl­li­ger Pfand­for­de­run­gen nur für die al­lein den Mit­ei­gen­tumsan­teil, nicht auch für die das Grund­stück als gan­zes be­las­ten­den Pfand­for­de­run­gen.
A. Rechts­vor­schlag
Er­hebt der Schuld­ner ge­gen den Zah­lungs­be­fehl Rechts­vor­schlag, so wird, wenn in die­sem nichts an­de­res be­merkt ist, an­ge­nom­men, er be­zie­he sich auf die For­de­rung und auf das Pfand­recht.
B. Un­zu­läs­sig­keit
Die An­he­bung ei­ner Be­trei­bung auf Grund­pfand­ver­wer­tung ist, aus­ser in den in den Ar­ti­keln 56-62 SchKG be­stimm­ten Fäl­len, auch wäh­rend der Dau­er des öf­fent­li­chen In­ven­tars für Schul­den des Erb­las­sers ge­gen die Er­ben oder die Erb­mas­se aus­ge­schlos­sen (Art. 586 ZGB1), nicht da­ge­gen wäh­rend der In­ven­tar­auf­nah­me nach Art. 398 ZGB2 .
C. Pfand­ge­gen­stand
I. Sub­si­di­äre Haf­tung
Haf­ten von meh­re­ren ge­mein­sam ver­pfän­de­ten Grund­stücken ein­zel­ne nur sub­si­di­är, so wird die Be­trei­bung zu­nächst nur ge­gen die an­dern an­ge­ho­ben und durch­ge­führt. Er­gibt sich da­bei ein Aus­fall für die in Be­trei­bung ge­setz­te For­de­rung, so hat der Gläu­bi­ger zur Ver­wer­tung der sub­si­di­är haf­ten­den Grund­stücke ein neu­es Be­trei­bungs­be­geh­ren zu stel­len.
II. Ei­gen­tum ei­nes Drit­ten. Fa­mi­li­en­woh­nung1
1Wird vom be­trei­ben­den Gläu­bi­ger, sei es im Be­trei­bungs­be­geh­ren, sei es im Ver­lau­fe der Be­trei­bung, das Pfand als im Ei­gen­tum ei­nes Drit­ten ste­hend oder als Fa­mi­li­en­woh­nung die­nend be­zeich­net, oder er­gibt sich dies erst im Ver­wer­tungs­ver­fah­ren, so ist dem Drit­ten oder dem Ehe­gat­ten des Schuld­ners oder des Drit­ten durch Zu­stel­lung ei­nes Zah­lungs­be­fehls die Mög­lich­keit zu ver­schaf­fen, Rechts­vor­schlag zu er­he­ben.2
2Die­ses Recht kann je­doch der­je­ni­ge Drit­tei­gen­tü­mer, der das Grund­stück erst nach der Vor­mer­kung ei­ner Ver­fü­gungs­be­schrän­kung im Grund­buch ge­mä­ss den Ar­ti­keln 90 und 97 hier­nach er­wor­ben hat, nicht für sich be­an­spru­chen.
3Im Üb­ri­gen kann das Be­trei­bungs­ver­fah­ren ge­gen ihn nur fort­ge­führt wer­den, so­weit es auch ge­gen den per­sön­li­chen Schuld­ner mög­lich ist, und es sind auf das­sel­be die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 57-62, 297 SchKG, 586 ZGB3 an­wend­bar. Die Be­trei­bung ge­gen den per­sön­li­chen Schuld­ner wird un­ter Vor­be­halt der Ar­ti­kel 98 und 100 die­ser Ver­ord­nung von der­je­ni­gen ge­gen den Drit­tei­gen­tü­mer nicht be­rührt.4
4Die­se Be­stim­mun­gen sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar, wenn das Pfand­grund­stück im Mit- oder Ge­sam­tei­gen­tum des Schuld­ners und ei­nes Drit­ten steht.5
4 Fas­sung von Satz 2 ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975, in Kraft seit 1. April 1976 (AS 1976 164).
2. Kon­kurs des per­sön­lich haf­ten­den Schuld­ners
1Ist der per­sön­li­che Schuld­ner im Kon­kurs, ge­hört aber das Grund­stück nicht zur Kon­kurs­mas­se, so kann die Be­trei­bung auf Pfand­ver­wer­tung ge­gen den Ge­mein­schuld­ner und den Drit­tei­gen­tü­mer auch wäh­rend des Kon­kurs­ver­fah­rens durch­ge­führt wer­den.
2Wird der Nach­lass des Schuld­ners kon­kur­samt­lich li­qui­diert (Art. 193 SchKG), oder ist ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son in­fol­ge Kon­kur­ses un­ter­ge­gan­gen, so ist die Be­trei­bung auf Pfand­ver­wer­tung aus­sch­liess­lich ge­gen den drit­ten Pfand­ei­gen­tü­mer zu rich­ten.1
3Die­se Be­stim­mun­gen sind auch dann an­wend­bar, wenn das Pfand­grund­stück im Mit- oder Ge­sam­tei­gen­tum des Schuld­ners und ei­nes Drit­ten steht.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975, in Kraft seit 1. April 1976 (AS 1976 164).
D. Fa­kul­ta­ti­ve Ver­fü­gungs­be­schrän­kung
1Auf Ver­lan­gen des be­trei­ben­den Pfand­gläu­bi­gers hat das Be­trei­bungs­amt ei­ne Ver­fü­gungs­be­schrän­kung nach Ar­ti­kel 960 ZGB1 zur Vor­mer­kung im Grund­buch an­zu­mel­den (vgl. Art. 15 Abs. 1 Bst.a und 23a Bst. a hier­vor), wenn ent­we­der:2
ein Rechts­vor­schlag ge­gen den Zah­lungs­be­fehl nicht (oder nicht in rechts­gül­ti­ger Form oder Frist) ein­ge­reicht oder
der gül­tig er­ho­be­ne Rechts­vor­schlag durch Ur­teil im Rechts­öff­nungs- oder im or­dent­li­chen Pro­zess­ver­fah­ren oder durch Rück­zug rechts­kräf­tig be­sei­tigt wor­den ist.
2Die­se Vor­schrift ist dem be­trei­ben­den Gläu­bi­ger mit der Zu­stel­lung des Dop­pels des Zah­lungs­be­fehls zur Kennt­nis zu brin­gen.
E. Miet- und Pacht­zin­se
I. Zin­sen­sper­re
1Ver­langt der be­trei­ben­de Pfand­gläu­bi­ger die Aus­deh­nung der Pfand­haft auf die Miet- und Pacht­zins­for­de­run­gen (Art. 806 ZGB2), so stellt das Be­trei­bungs­amt so­fort nach Emp­fang des Be­trei­bungs­be­geh­rens fest, ob und wel­che Miet- oder Pacht­ver­trä­ge auf dem Grund­stück be­ste­hen, und weist die Mie­ter oder Päch­ter un­ter Hin­weis auf die Ge­fahr der Dop­pel­zah­lung un­ver­züg­lich an, die von nun an fäl­lig wer­den­den Miet- und Pacht­zin­se an das Be­trei­bungs­amt zu be­zah­len.
2Die An­zei­ge ist auch wäh­rend der Be­trei­bungs­fe­ri­en so­wie wäh­rend ei­nes dem Schuld­ner oder dem Pfand­ei­gen­tü­mer ge­währ­ten Rechts­s­till­stan­des zu er­las­sen, so­fern der Zah­lungs­be­fehl schon vor Be­ginn der Fe­ri­en oder des Rechts­s­till­stan­des er­las­sen wor­den ist. Sie kann un­ter­blei­ben, wenn das Grund­stück schon ge­pfän­det ist (Art. 15 Abs. 1 Bst. b hier­vor), und ist nicht zu wie­der­ho­len, wenn ein neu­es Be­trei­bungs­be­geh­ren auf Pfand­ver­wer­tung ge­stellt oder das Grund­stück ge­pfän­det wird.
II. An­zei­ge an den Pfand­ei­gen­tü­mer
1Gleich­zei­tig mit dem Er­lass der An­zei­gen an die Mie­ter (Päch­ter) ist dem Pfand­ei­gen­tü­mer an­zu­zei­gen, dass die von nun an fäl­lig wer­den­den Miet- und Pacht­zin­se in­fol­ge der ge­gen ihn an­ge­ho­be­nen Be­trei­bung auf Grund­pfand­ver­wer­tung durch das Be­trei­bungs­amt ein­ge­zo­gen wer­den und dass ihm da­her bei Straf­fol­ge (Art. 292 des Straf­ge­setz­bu­ches; StGB2) nicht mehr ge­stat­tet sei, Zah­lun­gen für die­se Zins­for­de­run­gen ent­ge­gen­zu­neh­men oder Rechts­ge­schäf­te über sie ab­zu­sch­lies­sen.3
2Die­ser An­zei­ge ist bei­zu­fü­gen, dass der Pfand­ei­gen­tü­mer, wel­cher die Ein­re­de er­he­ben will, dass sich das Pfand­recht nicht auch auf die Miet- (Pacht-) zin­se oder dass es sich nur auf einen Teil da­von er­stre­cke, dies dem Be­trei­bungs­amt bin­nen zehn Ta­gen seit Emp­fang der An­zei­ge, un­ter An­ga­be der Grün­de und all­fäl­lig der be­strit­te­nen Teil­be­trä­ge, zu er­klä­ren hat.
1 Fas­sung ge­mä­ss V des BGer vom 19. Dez. 1923, in Kraft seit 3. März 1924 (AS 40 25).
III. Rechts­vor­schlag
1Ist ge­gen den Zah­lungs­be­fehl Rechts­vor­schlag er­ho­ben wor­den, so for­dert das Be­trei­bungs­amt den Gläu­bi­ger auf, in­ner­halb von zehn Ta­gen ent­we­der di­rekt Kla­ge auf An­er­ken­nung der For­de­rung und Fest­stel­lung des Pfand­rechts an­zu­he­ben oder ein Rechts­öff­nungs­be­geh­ren zu stel­len und, wenn die­ses ab­ge­wie­sen wer­den soll­te, in­ner­halb von zehn Ta­gen seit rechts­kräf­ti­ger Ab­wei­sung den or­dent­li­chen Pro­zess auf Fest­stel­lung der For­de­rung und des Pfand­rechts ein­zu­lei­ten.2
2Hat der Pfand­ei­gen­tü­mer die Ein­re­de er­ho­ben, dass sich das Pfand­recht nicht auch auf die Miet- (Pacht-) zin­se oder dass es sich nur auf einen Teil da­von er­stre­cke, so for­dert das Be­trei­bungs­amt den Gläu­bi­ger auf, in­ner­halb zehn Ta­gen Kla­ge auf Fest­stel­lung des be­strit­te­nen Pfand­rechts an den Miet- (Pacht-) zin­sen an­zu­he­ben.
3Die Auf­for­de­rung er­folgt mit der An­dro­hung, dass, wenn die­se Fris­ten nicht ein­ge­hal­ten wer­den, die an die Mie­ter (Päch­ter) er­las­se­nen An­zei­gen wi­der­ru­fen oder bei bloss teil­wei­ser Be­strei­tung der Miet- (Pacht-) zinss­per­re ent­spre­chend ein­ge­schränkt, und dass all­fäl­lig be­reits be­zahl­te Miet- (Pacht-) zins­be­trä­ge, bei bloss teil­wei­ser Be­strei­tung der Zin­sen­sper­re die be­strit­te­nen Teil­be­trä­ge, dem Ver­mie­ter (Ver­päch­ter) aus­hin­ge­ge­ben wer­den.
4Wer­den die Fris­ten ein­ge­hal­ten, so bleibt die Miet- (Pacht-) zinss­per­re in vol­lem Um­fan­ge oder all­fäl­lig nur für den von der Kla­ge fest­ge­hal­te­nen Teil­be­trag auf­recht.
IV. Pflich­ten des Am­tes wäh­rend der Zin­sen­sper­re
1Das Be­trei­bungs­amt hat nach Er­lass der An­zei­gen an die Mie­ter und Päch­ter nach Ar­ti­kel 91 hier­vor al­le zur Si­che­rung und zum Ein­zug der Miet- und Pacht­zin­se er­for­der­li­chen Mass­nah­men an Stel­le des Schuld­ners oder Pfand­ei­gen­tü­mers zu tref­fen, wie Ein­for­de­rung auf dem Be­trei­bungs­we­ge, Gel­tend­ma­chung des Re­ten­ti­ons­rechts, Kün­di­gung in Mie­ter, Aus­wei­sung von Mie­tern, Neu­ver­mie­tun­gen. Es ist be­rech­tigt, dring­li­che Re­pa­ra­tu­ren an­zu­ord­nen und aus den ein­ge­gan­ge­nen Miet- und Pacht­zin­sen die lau­fen­den Ab­ga­ben für Gas, Was­ser, Elek­tri­zi­tät u.dgl., die Kos­ten für Re­pa­ra­tu­ren so­wie Un­ter­halts­bei­trä­ge nach Ar­ti­kel 103 Ab­satz 2 SchKG zu be­zah­len.
2Das Be­trei­bungs­amt kann die­se Mass­nah­men auf sei­ne Ver­ant­wor­tung auch ei­nem Drit­ten über­tra­gen.
V. Ver­wen­dung der Zin­se
1. Ab­schlags­zah­lun­gen an Gläu­bi­ger
1An nicht be­trei­ben­de Grund­pfand­gläu­bi­ger dür­fen aus den ein­ge­gan­ge­nen Miet- und Pacht­zin­sen für fäl­lig wer­den­de Zins­for­de­run­gen kei­ne Zah­lun­gen ge­leis­tet wer­den, da­ge­gen kön­nen an den be­trei­ben­den Gläu­bi­ger, der sich dar­über aus­weist, dass sei­ne For­de­rung an­er­kannt oder rechts­kräf­tig fest­ge­stellt ist, auch vor der Stel­lung des Ver­wer­tungs­be­geh­rens Ab­schlags­zah­lun­gen ge­leis­tet wer­den.
2Sind meh­re­re sol­che Be­trei­bun­gen von Grund­pfand­gläu­bi­gern auf Ver­wer­tung des näm­li­chen Grund­stückes hän­gig, so kön­nen Ab­schlags­zah­lun­gen an sie vor­ge­nom­men wer­den, wenn und so­weit sämt­li­che be­trei­ben­de Grund­pfand­gläu­bi­ger mit der Ver­tei­lung ein­ver­stan­den sind oder, so­fern ei­ner Wi­der­spruch er­hebt, wenn vor­her durch Auf­stel­lung ei­nes Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes ge­mä­ss Ar­ti­kel 157 Ab­satz 3 SchKG Rang und Be­stand der Pfand­for­de­rung fest­ge­stellt wur­de. Der Ver­tei­lung vor­gän­gig ist ei­ne Ver­tei­lungs­lis­te auf­zu­le­gen.1
2. Kon­kurs des Schuld­ners
Wird über den Schuld­ner, der zu­gleich Ei­gen­tü­mer des Grund­pfan­des ist, der Kon­kurs er­öff­net, be­vor das Grund­stück ver­wer­tet ist, so fal­len die vor der Er­öff­nung des Kon­kur­ses fäl­lig ge­wor­de­nen und noch nicht ver­teil­ten Miet- und Pacht­zin­se in die Kon­kurs­mas­se, un­ter Vor­be­halt des den be­trei­ben­den Grund­pfand­gläu­bi­gern nach Ar­ti­kel 806 Ab­satz 1 ZGB1 zu­ste­hen­den Vor­zugs­rechts (Art. 198 SchKG).
A. Vor­ver­fah­ren
I. Ob­li­ga­to­ri­sche Ver­fü­gungs­be­schrän­kung
1Nach­dem das Ver­wer­tungs­be­geh­ren ge­stellt ist, hat der Be­trei­bungs­be­am­te von Am­tes we­gen ei­ne Ver­fü­gungs­be­schrän­kung nach Ar­ti­kel 960 ZGB1 zur Vor­mer­kung im Grund­buch an­zu­mel­den (vgl. Art. 15 Abs. 1 Bst.a und 23a Bst.a hier­vor).2
2Ist ei­ne sol­che Vor­mer­kung im Grund­buch be­reits ent­hal­ten, so ist ei­ne noch­ma­li­ge An­mel­dung nicht not­wen­dig.
II. Be­rech­nung der Ver­wer­tungs­fris­ten
1Für die Be­rech­nung der Ver­wer­tungs­fris­ten des Ar­ti­kels 154 SchKG ist, wenn das ver­pfän­de­te Grund­stück ei­nem Drit­ten ge­hört oder als Fa­mi­li­en­woh­nung dient, das Da­tum der letz­ten Zu­stel­lung des Zah­lungs­be­fehls, sei es an den Schuld­ner, an den Drit­tei­gen­tü­mer oder an den Ehe­gat­ten des Schuld­ners oder des Drit­ten, mass­ge­bend.1
2Bei der Be­rech­nung der Frist, wäh­rend wel­cher die Ver­wer­tung ver­langt wer­den kann, fal­len, ist Rechts­vor­schlag er­ho­ben wor­den, die Zeit zwi­schen der Ein­lei­tung und Er­le­di­gung ei­nes da­durch ver­an­lass­ten ge­richt­li­chen Ver­fah­rens so­wie die Dau­er ei­nes dem Drit­tei­gen­tü­mer zu­kom­men­den Rechts­s­till­stan­des oder ei­ner Nach­lass­stun­dung (Art. 297 SchKG) oder ei­nes über des­sen Nach­lass er­öff­ne­ten In­ven­tars (Art. 586 ZGB2) nicht in Be­tracht.3
3Wäh­rend der Zei­ten, die nach Ab­satz 2 hier­vor bei der Be­rech­nung der Fris­ten des Ar­ti­kels 154 SchKG aus­ser Be­tracht fal­len, kann auch die Ver­wer­tung nicht statt­fin­den.4
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975, in Kraft seit 1. April 1976 (AS 1976 164).
III. Grund­buch­aus­zug und Schät­zung
1Nach der Mit­tei­lung des Ver­wer­tungs­be­geh­rens an den Schuld­ner und ge­ge­be­nen­falls den Drit­tei­gen­tü­mer des Grund­pfan­des (Art. 155 Abs. 2 SchKG) for­dert das Be­trei­bungs­amt einen Aus­zug aus dem Grund­buch über das zu ver­stei­gern­de Grund­stück ein (Art. 28 und 73 hier­vor) und ord­net die Schät­zung an (Art. 9 Abs. 1 und 23 hier­vor).
2Das Er­geb­nis der Schät­zung ist, wenn es nicht in die Stei­ge­rungs­pu­bli­ka­ti­on nach Ar­ti­kel 29 hier­vor auf­ge­nom­men wird, dem Gläu­bi­ger, der die Ver­wer­tung ver­langt, so­wie dem Schuld­ner und ei­nem all­fäl­li­gen Drit­tei­gen­tü­mer mit der An­zei­ge mit­zu­tei­len, dass sie in­ner­halb der Be­schwer­de­frist bei der Auf­sichts­be­hör­de ei­ne neue Schät­zung durch Sach­ver­stän­di­ge im Sin­ne des Ar­ti­kels 9 Ab­satz 2 hier­vor ver­lan­gen kön­nen.
IV. Wenn sich nach­träg­lich er­gibt, dass Pfand Drit­tei­gen­tum oder Fa­mi­li­e­nei­gen­tum ist1
1Er­gibt sich erst nach der Stel­lung des Ver­wer­tungs­be­geh­rens, dass das ver­pfän­de­te Grund­stück Ei­gen­tum ei­nes Drit­ten ist oder als Fa­mi­li­en­woh­nung dient, so ist die­sem oder dem Ehe­gat­ten des Schuld­ners oder des Drit­ten nach­träg­lich ein Zah­lungs­be­fehl zu­zu­stel­len. Die Ver­wer­tung darf erst vor­ge­nom­men wer­den, wenn der letz­te­re rechts­kräf­tig und die sechs­mo­na­ti­ge Frist seit des­sen Zu­stel­lung ab­ge­lau­fen ist.2
2Die­se Vor­schrif­ten fin­den je­doch kei­ne An­wen­dung, wenn im Zeit­punkt des Ei­gen­tum­s­er­werbs durch den Drit­ten ei­ne Ver­fü­gungs­be­schrän­kung nach Ar­ti­kel 90 oder 97 hier­vor im Grund­buch vor­ge­merkt war.
3Er­gibt sich erst aus dem Grund­buch­aus­zug, dass für die in Be­trei­bung ge­setz­te For­de­rung meh­re­re Grund­stücke ver­schie­de­ner Ei­gen­tü­mer haf­ten, und ist nicht ge­gen al­le Be­trei­bung an­ge­ho­ben, so ist der Gläu­bi­ger auf­zu­for­dern, bin­nen ei­ner kur­z­en Frist den Kos­ten­vor­schuss für die nach­träg­li­che Zu­stel­lung des Zah­lungs­be­fehls zu leis­ten, un­ter der An­dro­hung, dass sonst die Be­trei­bung als da­hin­ge­fal­len be­trach­tet wer­de.
B. Ver­wal­tung
1Von der Stel­lung des Ver­wer­tungs­be­geh­rens an hat das Be­trei­bungs­amt in glei­cher Wei­se für die Ver­wal­tung und Be­wirt­schaf­tung des Grund­stückes zu sor­gen wie im Pfän­dungs­ver­fah­ren von der Pfän­dung an (Art. 155 Abs. 1, 102 Abs. 3 SchKG so­wie Art. 16ff. und 23c hier­vor), es sei denn, dass der be­trei­ben­de Gläu­bi­ger aus­drück­lich dar­auf ver­zich­tet.1
2Ge­hört das Grund­stück ei­nem Drit­ten, so kann es vom Be­trei­bungs­amt erst in Ver­wal­tung ge­nom­men wer­den, wenn ein all­fäl­li­ger Rechts­vor­schlag des Drit­ten be­sei­tigt ist.
C. Ver­wer­tung
Auf die Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung der Ver­wer­tung sind die Ar­ti­kel 13, 28 Ab­satz 2, 29-42, 43 Ab­satz 1, 44-53, 54 Ab­satz 2, 56-70 und 72, im Fal­le der Ver­wer­tung ei­nes Mit­ei­gen­tumsan­teils die Ar­ti­kel 73-73i so­wie 74-78 hier­vor ent­spre­chend an­wend­bar; aus­ser­dem gel­ten da­für die nach­ste­hen­den be­son­de­ren Vor­schrif­ten.
II. Be­son­de­re Be­stim­mun­gen
1. Bei Drit­tei­gen­tum
Ge­hört das Grund­stück ei­nem Drit­ten, so ist in der Be­kannt­ma­chung der Stei­ge­rung (Art. 29 Abs. 2 hier­vor) auch des­sen Na­me und Wohn­ort an­zu­ge­ben und sind ein Ex­em­plar die­ser Be­kannt­ma­chung (Art. 30 hier­vor) so­wie das Las­ten­ver­zeich­nis (Art. 34 hier­vor) auch ihm zu­zu­stel­len.
2. Dop­pelauf­ruf
1Haf­ten auf dem Grund­stück Dienst­bar­kei­ten, Grund­las­ten oder im Grund­buch nach Ar­ti­kel 959 ZGB1 vor­ge­merk­te per­sön­li­che Rech­te (Vor­kaufs-, Kaufs-, Rück­kaufs­rech­te, Miet- (Pacht-) rech­te usw.), so zeigt das Be­trei­bungs­amt den Grund­pfand­gläu­bi­gern gleich­zei­tig mit der Zu­stel­lung des Las­ten­ver­zeich­nis­ses an, dass die In­ha­ber der­je­ni­gen Pfand­rech­te, die die­sen Las­ten im Ran­ge vor­ge­hen, bin­nen zehn Ta­gen beim Be­trei­bungs­amt schrift­lich den dop­pel­ten Auf­ruf nach Ar­ti­kel 142 SchKG ver­lan­gen kön­nen, so­fern der Vor­rang des Pfand­rechts sich aus dem Las­ten­ver­zeich­nis er­gibt und nicht mit Er­folg be­strit­ten wird.2
2Ist ein Mit­ei­gen­tumsan­teil zu ver­wer­ten, so ist Ar­ti­kel 142 SchKG hin­sicht­lich der den An­teil und der das Grund­stück als gan­zes be­las­ten­den Rech­te im Sin­ne von Ab­satz 1 an­wend­bar.3
3. Be­trei­ben­der Gläu­bi­ger nach Art. 142a (126) SchKG1
1Als be­trei­ben­der Gläu­bi­ger nach Ar­ti­kel 142a in Ver­bin­dung mit Ar­ti­kel 126 SchKG gilt der­je­ni­ge Gläu­bi­ger, auf des­sen Be­geh­ren die Stei­ge­rung an­ge­ord­net wur­de, und un­ter meh­re­ren der­je­ni­ge, der den an­dern pfand­recht­lich vor­geht.2
2Steht der Pfand­gläu­bi­ger, auf des­sen Be­geh­ren die Ver­wer­tung an­ge­ord­net wur­de, im glei­chen Rang mit an­de­ren Pfand­gläu­bi­gern, so gel­ten die­se als mit­be­trei­bend, auch wenn sie die Ver­wer­tung nicht ver­langt ha­ben.
4. Bau­hand­wer­ker­pfand­recht
Der Zu­schlags­preis be­rech­net sich auch dann nach Ar­ti­kel 142a in Ver­bin­dung mit Ar­ti­kel 126 SchKG so­wie den Ar­ti­keln 53 Ab­satz 1 und 105 hier­vor, wenn Pfand­for­de­run­gen zu­guns­ten von Hand­wer­kern und Un­ter­neh­mern nach den Ar­ti­keln 839 ff. ZGB2 be­ste­hen. Für al­le die­se For­de­run­gen ist je­doch in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen für den Fall, dass sie nicht voll­stän­dig ge­deckt wer­den, Bar­zah­lung zu ver­lan­gen (Art. 840 ZGB).
4a. Ver­wer­tung ei­nes im Mit­ei­gen­tum ste­hen­den, als gan­zes ver­pfän­de­ten Grund­stücks
1Muss in­fol­ge Grund­pfand­be­trei­bung ei­nes Gläu­bi­gers, dem ein im Mit­ei­gen­tum ste­hen­des Grund­stück als gan­zes ver­pfän­det ist, die Ver­wer­tung an­ge­ord­net wer­den, so ist das Grund­stück als gan­zes zu ver­stei­gern.
2In die Las­ten­be­rei­ni­gung sind auch die Be­las­tun­gen der ein­zel­nen Mit­ei­gen­tumsan­tei­le ein­zu­be­zie­hen.
3Der Stei­ge­rungs­er­lös dient in ers­ter Li­nie zur De­ckung der das Grund­stück als gan­zes be­las­ten­den Pfand­for­de­run­gen. Ein all­fäl­li­ger Über­schuss ent­fällt auf die ein­zel­nen Mit­ei­gen­tumsan­tei­le im Ver­hält­nis ih­rer Bruch­teils­quo­ten (Art. 646 ZGB2), bei Stock­werk­ei­gen­tum im Ver­hält­nis der nach Ar­ti­kel 9 und 23 hier­vor fest­zu­stel­len­den Schät­zungs­wer­te.
4Für den Teil des Stei­ge­rungs­prei­ses, der den Gläu­bi­gern der die An­tei­le be­las­ten­den Pfand­for­de­run­gen zu­kommt, ist in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen Bar­zah­lung zu ver­lan­gen.
5Die Ver­tei­lungs­lis­te (Art. 112 hier­nach) hat auch die Ver­tei­lung ei­nes all­fäl­li­gen Über­schus­ses des Er­lö­ses über die das gan­ze Grund­stück be­las­ten­den Pfand­for­de­run­gen zu re­geln.3
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 4. Dez. 1975, in Kraft seit 1. April 1976 (AS 1976 164 2420).
5. Haf­tung meh­re­rer Grund­stücke
1Haf­ten für die in Be­trei­bung ge­setz­te For­de­rung meh­re­re Grund­stücke, die dem glei­chen Ei­gen­tü­mer ge­hö­ren, so sind nur so vie­le Stücke zu ver­wer­ten, als zur De­ckung der For­de­rung des be­trei­ben­den Pfand­gläu­bi­gers so­wie all­fäl­li­ger dem letz­te­ren im Ran­ge vor­ge­hen­der Pfand­for­de­run­gen er­for­der­lich ist (Art. 119 Abs. 2 SchKG). Da­bei sind in ers­ter Li­nie die­je­ni­gen Grund­stücke zu ver­wer­ten, auf wel­chen dem be­trei­ben­den Gläu­bi­ger kei­ne Grund­pfand­gläu­bi­ger im Ran­ge nach­ge­hen.
2Ge­hö­ren die ge­mein­sam ver­pfän­de­ten Grund­stücke ver­schie­de­nen Ei­gen­tü­mern, so sind zu­erst die dem Schuld­ner ge­hö­ren­den Grund­stücke zu ver­wer­ten. Die Grund­stücke Drit­ter dür­fen erst ver­wer­tet wer­den, wenn je­ne kei­ne De­ckung bie­ten. In die­sem Fal­le müs­sen al­le Grund­stücke an der glei­chen Stei­ge­rung ver­wer­tet wer­den (Art. 816 Abs. 3 ZGB1 ).
3Die Rei­hen­fol­ge der zu ver­stei­gern­den Grund­stücke ist in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen an­zu­ge­ben (Art. 45 Abs. 1 Buchst. b hier­vor).
6. Ge­trennt ver­pfän­de­te Grund­stücke
1Ge­trennt ver­pfän­de­te Grund­stücke dür­fen nur dann ge­samt­haft oder grup­pen­wei­se ver­stei­gert wer­den, wenn sie ei­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit bil­den, die sich oh­ne star­ke Wert­ver­min­de­rung nicht auf­lö­sen lässt.1
1bisDem Ge­samt- oder Grup­pen­ruf muss stets ein Ein­zel­ruf vor­aus­ge­hen. Die Meist­bie­ten­den beim Ein­zel­ruf blei­ben an ih­re An­ge­bo­te ge­bun­den, bis der Ge­samt- oder Grup­pen­ruf er­folgt ist. Der Zu­schlag wird je nach­dem, ob der Ein­zel­ruf oder der Ge­samt- oder Grup­pen­ruf den hö­he­ren Ge­samt­preis er­gibt, den Meist­bie­ten­den beim Ein­zel­ruf oder dem bzw. den Meist­bie­ten­den beim Ge­samt- oder Grup­pen­ruf er­teilt.2
2Die­ses Ver­fah­ren ist, wenn im­mer mög­lich, in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen vor­zu­se­hen, je­den­falls aber bei Be­ginn der Stei­ge­rung den Teil­neh­mern be­kannt­zu­ge­ben.
3In den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen ist fer­ner dar­auf hin­zu­wei­sen, dass der bei der ge­samt­haf­ten Ver­wer­tung je­dem ein­zel­nen Grund­stück zu­kom­men­de An­teil am Er­lös we­nigs­tens so hoch sein muss wie das höchs­te An­ge­bot, wel­ches für das be­tref­fen­de Grund­stück bei der Ein­zel­ver­stei­ge­rung ge­macht wor­den ist.3
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2900).
7. Gleich­zei­ti­ge Pfän­dung des Un­ter­pfan­des
Wenn das in­fol­ge ei­ner Grund­pfand­be­trei­bung ver­wer­te­te Grund­stück zu­gleich ge­pfän­det war, so ist von der Ver­wer­tung in den ein­schlä­gi­gen Pfän­dungs­ur­kun­den mit der Num­mer der Pfand­ver­wer­tungs­be­trei­bung Vor­merk zu neh­men.
8. An­mel­dung im Grund­buch
1Das Be­trei­bungs­amt hat gleich­zei­tig mit den in Ar­ti­kel 68 hier­vor vor­ge­schrie­be­nen An­mel­dun­gen beim Grund­buchamt die nach den Ar­ti­keln 90 und 97 hier­vor vor­ge­merk­te Ver­fü­gungs­be­schrän­kung zur Lö­schung an­zu­mel­den.
2Die Ur­kun­den über die ganz oder teil­wei­se zu Ver­lust ge­kom­me­nen Pfand­rech­te sind, wenn es sich um Schuld­brie­fe oder Gül­ten han­delt, dem Grund­buchamt zur Ab­schrei­bung oder Ent­kräf­tung ein­zu­rei­chen, die­je­ni­gen über Grund­pfand­ver­schrei­bun­gen dür­fen dem Gläu­bi­ger nur aus­hin­ge­ge­ben wer­den, nach­dem das Be­trei­bungs­amt dar­in den Un­ter­gang des Pfand­rechts an­ge­merkt hat.
9. Er­geb­nis­lo­sig­keit der Ver­wer­tung
1War die Be­trei­bung er­geb­nis­los (Art. 158 SchKG und Art. 71 hier­vor), so hat das Be­trei­bungs­amt das Pfand­recht für die in Be­trei­bung ge­setz­te For­de­rung (Ka­pi­tal, Ra­te oder An­nui­tät) so­wie die nach den Ar­ti­keln 90 und 97 hier­vor vor­ge­merk­te Ver­fü­gungs­be­schrän­kung zur Lö­schung an­zu­mel­den. Die an Mie­ter und Päch­ter er­las­se­nen An­zei­gen (Art. 91 hier­vor) sind un­ver­züg­lich zu wi­der­ru­fen.
2Der Rein­er­lös der Früch­te und sons­ti­gen Er­träg­nis­se des Grund­stückes ist den be­trei­ben­den Pfand­gläu­bi­gern zu­zu­wei­sen.
A. Ver­tei­lungs­lis­te
1Nach Ein­gang des voll­stän­di­gen Er­lö­ses der Ver­stei­ge­rung stellt das Be­trei­bungs­amt ge­stützt auf das Er­geb­nis des Las­ten­be­rei­ni­gungs­ver­fah­rens die Ver­tei­lungs­lis­te auf. Ei­ne noch­ma­li­ge ge­richt­li­che An­fech­tung der dar­in fest­ge­stell­ten For­de­run­gen ist we­der hin­sicht­lich des For­de­rungs­be­tra­ges noch des Ran­ges mög­lich.
2Die Ver­tei­lungs­lis­te ist gleich­zei­tig mit der Kos­ten­rech­nung (Art. 20 hier­vor) und der Ab­rech­nung über die ein­ge­gan­ge­nen Er­träg­nis­se wäh­rend zehn Ta­gen zur Ein­sicht der Gläu­bi­ger auf­zu­le­gen. Je­dem nicht voll ge­deck­ten Gläu­bi­ger und dem Schuld­ner ist hier­von schrift­lich An­zei­ge zu ma­chen, je­nem un­ter Kennt­nis­ga­be des auf sei­ne For­de­rung ent­fal­len­den An­teils.
B. Kon­kur­renz zwi­schen Pfän­dungs- und Pfand­gläu­bi­gern
1War das in­fol­ge ei­ner Pfand­ver­wer­tungs­be­trei­bung ver­wer­te­te Grund­stück zu­gleich ge­pfän­det, so sind in der Ver­tei­lung­lis­te (Art. 157 Abs. 3 SchKG) nur die Pfand­gläu­bi­ger, nicht auch die bei der Pfän­dung be­tei­lig­ten Gläu­bi­ger zu be­rück­sich­ti­gen, und ein all­fäl­li­ger Über­schuss nach De­ckung der Ver­wal­tungs-, Ver­wer­tungs- und Ver­tei­lungs­kos­ten (Art. 157 Abs. 1 SchKG) und des be­trei­ben­den Pfand­gläu­bi­gers so­wie all­fäl­li­ger nach­ge­hen­der Pfand­gläu­bi­ger ist für die Pfän­dungs­gläu­bi­ger zu­rück­zu­be­hal­ten und bei Er­le­di­gung der Pfän­dungs­be­trei­bung in die Ver­tei­lung ein­zu­be­zie­hen.1
2So­lan­ge die Pfand­gläu­bi­ger nicht voll­stän­dig ge­deckt sind, darf, so­weit die Pfän­dungs­gläu­bi­ger die­sen im Rang nicht vor­ge­hen, der Er­lös des ver­pfän­de­ten Grund­stückes we­der für die Kos­ten der Pfän­dungs­be­trei­bung noch für die For­de­run­gen der Pfän­dungs­gläu­bi­ger in An­spruch ge­nom­men wer­den.2
3Bei der spä­te­ren Ver­tei­lung in der be­tref­fen­den Pfän­dung (Art. 144ff. SchKG) sind die Pfand­gläu­bi­ger nicht in den Kol­lo­ka­ti­ons­plan auf­zu­neh­men.
C. Miet- und Pacht­zin­se
1Der Rein­er­lös der seit der Stel­lung ei­nes Be­geh­rens auf Grund­pfand­be­trei­bung bis zur Ver­wer­tung des Grund­stückes ein­ge­gan­ge­nen Miet- und Pacht­zin­se ist dem be­trei­ben­den Grund­pfand­gläu­bi­ger für sei­ne For­de­rung zu­zu­wei­sen oh­ne Rück­sicht dar­auf, ob der Er­lös des Grund­stückes ihm ge­nü­gen­de De­ckung bie­ten wür­de.
2Ha­ben meh­re­re Grund­pfand­gläu­bi­ger zu ver­schie­de­nen Zei­ten das Be­trei­bungs­be­geh­ren ge­stellt, so hat für die nach Stel­lung sei­nes Be­geh­rens fäl­lig wer­den­den Miet- und Pacht­zin­se der­je­ni­ge das Vor­recht, der den bes­sern Rang hat.
3Der Rein­er­lös der na­tür­li­chen Früch­te, die nach Stel­lung des Ver­wer­tungs­be­geh­rens be­zo­gen wur­den, so­wie der Er­lös ei­ner all­fäl­li­gen Aus­fall­for­de­rung (Art. 72 hier­vor) sind zum Grund­stück­s­er­lös hin­zu­zu­rech­nen und zur Be­frie­di­gung sämt­li­cher Pfand­gläu­bi­ger nach ih­rer Rang­ord­nung zu ver­wen­den.
D. Zu­ge­hör
1Der Er­lös für Zu­ge­hör­ge­gen­stän­de, die nur ein­zel­nen Grund­pfand­gläu­bi­gern ver­pfän­det wa­ren, ist aus­sch­liess­lich die­sen Gläu­bi­gern nach ih­rer Rang­ord­nung zu­zu­tei­len in der Wei­se, dass je­der die­ser Gläu­bi­ger für sei­ne For­de­rung zu­erst auf den Er­lös des Grund­stückes und erst, so­weit er dar­aus nicht be­frie­digt wird, auf den­je­ni­gen der Zu­ge­hör­ge­gen­stän­de an­ge­wie­sen wird. Ein all­fäl­li­ger Über­schuss die­ses Er­lö­ses fällt, wenn kei­ne Pfän­dun­gen be­ste­hen, dem Pfand­ei­gen­tü­mer zu.
2Die Ver­tei­lung des Er­lö­ses auf Grund­stück und Zu­ge­hör er­folgt, wenn letz­te­re nicht ge­son­dert ver­wer­tet wor­den ist (Art. 27 hier­vor), nach dem Ver­hält­nis ih­rer rechts­kräf­tig fest­ge­stell­ten Schät­zung.
E. Dienst­bar-keits- und Grund­last­be­rech­tig­te, de­ren Recht ge­löscht wor­den ist
1Muss ei­ne den Grund­pfand­rech­ten nach­ge­hen­de Last nach dem Er­geb­nis ei­nes dop­pel­ten Auf­ru­fes des Grund­stückes ge­löscht wer­den (Art. 56 hier­vor) und bleibt nach De­ckung des vor­ge­hen­den Grund­pfand­gläu­bi­gers ein nach Ar­ti­kel 812 Ab­satz 3 ZGB1 zu ver­wen­den­der Über­schuss, so hat das Be­trei­bungs­amt den Be­rech­tig­ten auf­zu­for­dern, ihm bin­nen zehn Ta­gen den Wert der Be­las­tung an­zu­ge­ben, den er die­ser bei­legt. Kommt der Be­rech­tig­te der Auf­for­de­rung nicht nach, so wird an­ge­nom­men, er ver­zich­te auf den ihm zu­ste­hen­den Ent­schä­di­gungs­an­spruch.
2Die An­ga­be des Wer­tes der Be­las­tung ist in die Ver­tei­lungs­lis­te auf­zu­neh­men. Die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 147 und 148 SchKG fin­den in be­zug auf die­se For­de­rung ent­spre­chen­de An­wen­dung.2
F. Be­strei­tung durch Bau­hand­wer­ker
1Kom­men bei der Ver­tei­lung Pfand­for­de­run­gen von Bau­hand­wer­kern oder Un­ter­neh­mern (Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB1 ) zu Ver­lust, so setzt das Be­trei­bungs­amt den letz­te­ren ei­ne Frist von zehn Ta­gen an, um beim Ge­richt des Be­trei­bungs­or­tes einen all­fäl­li­gen An­spruch auf De­ckung aus dem den vor­ge­hen­den Pfand­gläu­bi­gern zu­fal­len­den Ver­wer­tungs­an­teil (Art. 841 Abs. 1 ZGB2) ein­zu­kla­gen.
2Wird der Pro­zess in­ner­halb die­ser Frist an­hän­gig ge­macht, so bleibt die Ver­tei­lung hin­sicht­lich des strei­ti­gen An­teils bis zu güt­li­cher oder recht­li­cher Er­le­di­gung des Pro­zes­ses auf­ge­scho­ben. Wenn und so­weit die Kla­ge gut­ge­heis­sen wird, hat das Be­trei­bungs­amt den Baupfand­gläu­bi­ger die ih­nen auf Grund des Ur­teils zu­kom­men­den Be­treff­nis­se aus dem Ver­wer­tungs­an­teil des vor­ge­hen­den un­ter­le­ge­nen Pfand­gläu­bi­gers zu­zu­wei­sen.
3Ist bei der Stei­ge­rung das Pfand­recht des vor­ge­hen­den Pfand­gläu­bi­gers dem Er­stei­ge­rer über­bun­den wor­den, so wird der ob­sie­gen­de Baupfand­gläu­bi­ger bis zur Hö­he sei­nes An­spruchs auf De­ckung aus dem vor­ge­hen­den Pfand­recht ge­mä­ss dem er­gan­ge­nen Ur­teil in je­nes ein­ge­wie­sen. Zu die­sem Zwe­cke hat das Be­trei­bungs­amt die not­wen­di­gen Ein­tra­gun­gen im Grund­buch und in den Pfand­ti­teln von Am­tes we­gen zu ver­an­las­sen.
4Wird der Pro­zess nicht in­nert der an­ge­setz­ten Frist an­hän­gig ge­macht, so schrei­tet das Be­trei­bungs­amt oh­ne Rück­sicht auf die An­sprü­che der zu Ver­lust ge­kom­me­nen Bau­hand­wer­ker zur Ver­tei­lung.
G. Bei ge­samt­haf­ter Ver­wer­tung ge­trennt ver­pfän­de­ter Grund­stücke
Sind ge­trennt ver­pfän­de­te Grund­stücke nach Ar­ti­kel 108 hier­vor ge­samt­haft ver­stei­gert wor­den, so ist der im Ge­sam­t­ruf er­ziel­te Er­lös auf die ein­zel­nen Grund­stücke nach dem Ver­hält­nis der Schät­zung der Ein­zel­grund­stücke, die im Las­ten­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren vor­ge­nom­men wur­de, zu ver­le­gen.
H. Bei Ver­wer­tung so­li­da­risch ver­pfän­de­ter Grund­stücke
Wer­den meh­re­re ver­pfän­de­te Grund­stücke ver­schie­de­ner so­li­da­risch haf­ten­der Ei­gen­tü­mer nicht vom glei­chen Er­stei­ge­rer er­wor­ben, so ist bei der Ver­tei­lung nach fol­gen­den Grund­sät­zen zu ver­fah­ren:
Die­je­ni­gen Grund­pfand­for­de­run­gen, de­nen kei­ne nur auf ein­zel­nen Grund­stücken haf­ten­de Pfand­for­de­run­gen im Ran­ge vor­ge­hen, sind auf die ein­zel­nen Grund­stücke nach dem durch die Stei­ge­rung aus­ge­wie­se­nen Wert­ver­hält­nis der­sel­ben zu ver­le­gen.
Ge­hen da­ge­gen der Ge­samt­pfand­for­de­rung Ein­zel­pfand­for­de­run­gen im Ran­ge vor, so er­folgt die Ver­le­gung der Ge­samt­pfand­for­de­rung auf die ein­zel­nen Grund­stücke nach dem Ver­hält­nis der vom Stei­ge­rungs­er­lös der ein­zel­nen Grund­stücke nach De­ckung der Ein­zel­pfand­for­de­run­gen noch vor­han­de­nen Rest­be­trä­ge.
Der in Be­trei­bung ge­setz­ten For­de­rung vor­ge­hen­de Ge­samt­pfand­for­de­run­gen sind bar zu be­zah­len, auch wenn sie nicht fäl­lig sind.
J. Pfand­aus­fall­schein
Konn­te das Pfand we­gen un­ge­nü­gen­den An­ge­bo­tes nicht ver­wer­tet wer­den, oder deckt der Er­lös die For­de­rung des be­trei­ben­den Pfand­gläu­bi­gers nicht, so ist die­sem ein Pfand­aus­fall­schein ge­mä­ss Ar­ti­kel 158 SchKG aus­zu­stel­len. Den üb­ri­gen Pfand­gläu­bi­gern wird le­dig­lich ei­ne Be­schei­ni­gung des In­hal­tes aus­ge­stellt, dass ih­re For­de­run­gen un­ge­deckt ge­blie­ben sind.
II. In nach Be­stä­ti­gung des Nach­lass­ver­tra­ges durch­ge­führ­ter Ver­wer­tung
Ist für ei­ne vor der Be­stä­ti­gung ei­nes Nach­lass­ver­tra­ges ent­stan­de­ne Pfand­for­de­rung ge­stützt auf ei­ne nach die­sem Zeit­punkt vor­ge­nom­me­ne Pfand­ver­wer­tung dem Gläu­bi­ger ein Pfand­aus­fall­schein zu­ge­stellt wor­den, so fin­det Ar­ti­kel 158 Ab­satz 2 SchKG kei­ne An­wen­dung. Ei­ne Be­trei­bung für die un­ge­deckt ge­blie­be­ne For­de­rung ist dem­nach auch bin­nen Mo­nats­frist nur mit Zu­stel­lung ei­nes neu­en Zah­lungs­be­fehls zu­läs­sig, es sei denn, dass der Schuld­ner ge­gen die oh­ne vor­an­ge­gan­ge­nes Ein­lei­tungs­ver­fah­ren fort­ge­führ­te Be­trei­bung bin­nen zehn Ta­gen seit der Vor­nah­me der Pfän­dung oder der Zu­stel­lung der Kon­kur­san­dro­hung kei­ne Be­schwer­de er­ho­ben hat.
A. Ver­hält­nis zur Ver­ord­nung über die Ge­schäfts­füh­rung der Kon­kur­säm­ter
Für die Ver­wer­tung von Grund­stücken im Kon­kurs­ver­fah­ren gel­ten die Vor­schrif­ten der Ver­ord­nung vom 13. Ju­li 19111 über die Ge­schäfts­füh­rung der Kon­kur­säm­ter (KOV), mit den aus den nach­ste­hen­den Be­stim­mun­gen sich er­ge­ben­den Er­gän­zun­gen und Än­de­run­gen.
B. Be­son­de­re Vor­schrif­ten.
I. An­mel­dung der Dienst­bar­kei­ten
1Im An­schluss an die Kon­kur­spu­bli­ka­ti­on (Art. 232 SchKG) sind die In­ha­ber von Dienst­bar­kei­ten, die un­ter dem frü­he­ren kan­to­na­len Recht oh­ne Ein­tra­gung ent­stan­den und noch nicht im Grund­buch ein­ge­tra­gen sind, aus­drück­lich auf­zu­for­dern, die­se Rech­te in­nert ei­nem Mo­nat beim Kon­kur­samt un­ter Ein­le­gung all­fäl­li­ger Be­weis­mit­tel an­zu­mel­den.1
2Die Auf­for­de­rung er­folgt mit ge­nau­er Be­zeich­nung des Ge­mein­schuld­ners und des zu ver­wer­ten­den Grund­stückes und mit der in Ar­ti­kel 29 Ab­satz 3 hier­vor be­stimm­ten An­dro­hung.
II. An­zei­ge an Mie­ter und Päch­ter
So­fort nach Emp­fang des Kon­kur­ser­kennt­nis­ses hat das Kon­kur­samt an die all­fäl­li­gen Mie­ter und Päch­ter ei­nes im Ei­gen­tum des Ge­mein­schuld­ners ste­hen­den Grund­stückes von der Kon­kurser­öff­nung schrift­li­che An­zei­ge zu ma­chen und sie auf­zu­for­dern, die von nun an fäl­lig wer­den­den Miet- und Pacht­zin­se un­ter Hin­weis auf die Ge­fahr der Dop­pel­zah­lung an das Kon­kur­samt zu be­zah­len.
III. Las­ten­be­rei­ni­gung
1Zur Fest­stel­lung der auf dem Grund­stücke haf­ten­den be­schränk­ten ding­li­chen Rech­te (Pfand­rech­te, Dienst­bar­kei­ten, Grund­las­ten, Vor­kaufs-, Kaufs-, Rück­kaufs-, Miet- und Pacht­rech­te usw.) ge­mä­ss Ar­ti­kel 58 Ab­satz 2 KOV1 über die Ge­schäfts­füh­rung der Kon­kur­säm­ter ist ein be­son­de­res Ver­zeich­nis sämt­li­cher auf den ein­zel­nen Grund­stücken haf­ten­der For­de­run­gen so­wie al­ler an­dern bei der Stei­ge­rung dem Er­wer­ber zu über­bin­den­den ding­li­chen Be­las­tun­gen, so­weit sie nicht von Ge­set­zes we­gen be­ste­hen und über­ge­hen, an­zu­fer­ti­gen, wel­ches auch die ge­naue Be­zeich­nung der Ge­gen­stän­de (Grund­stücke und Zu­ge­hör), auf die sich die ein­zel­nen Las­ten be­zie­hen, ent­hal­ten muss.
2Die­se Las­ten­ver­zeich­nis­se bil­den einen Be­stand­teil des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes. An­stel­le der Auf­füh­rung der grund­pfand­ge­si­cher­ten For­de­run­gen ist im Kol­lo­ka­ti­ons­plan auf die be­ste­hen­den be­son­de­ren Ver­zeich­nis­se zu ver­wei­sen.2
IV. Faust­pfand­for­de­run­gen, für wel­che Ei­gen­tü­mer­ti­tel haf­ten
1For­de­run­gen, für wel­che Ei­gen­tü­mer­pfand­ti­tel als Faust­pfän­der haf­ten, sind als faust­pfand­ge­si­chert zu kol­lo­zie­ren, wäh­rend die ver­pfän­de­ten Pfand­ti­tel mit dem Be­trag der zu­ge­las­se­nen Faust­pfand­for­de­rung un­ter die grund­pfand­ge­si­cher­ten For­de­run­gen auf­zu­neh­men sind, un­ter Ver­wei­sung auf die Faust­pfand­kol­lo­ka­ti­on.
2Ist ei­ne faust­pfand­ge­si­cher­te For­de­rung klei­ner als der ver­pfän­de­te Grund­pfand­ti­tel, so ist der Mehr­be­trag nicht als Grund­pfand zu kol­lo­zie­ren.
V. Le­gi­ti­ma­ti­on zur An­fech­tung der Las­ten­ver­zeich­nis­se
1Die Kur­rent­gläu­bi­ger sind zur An­fech­tung der Las­ten­ver­zeich­nis­se über die Grund­stücke (Art. 125 hier­vor) nicht be­rech­tigt, so­weit es sich nur um die Fra­ge des Vor­ran­ges ei­nes Pfand­gläu­bi­gers vor dem an­dern han­delt, und sie kön­nen sich auch nicht ei­ner sol­chen von ei­nem Pfand­gläu­bi­ger ge­gen einen an­dern an­ge­streng­ten Kol­lo­ka­ti­ons­kla­ge an­sch­lies­sen.
2Will ein Pfand­gläu­bi­ger nur den Rang ei­nes an­dern be­strei­ten, so hat er nur ge­gen die­sen und nicht auch gleich­zei­tig ge­gen die Mas­se zu kla­gen.
VI. Zeit­punkt der Ver­wer­tung
1Wenn nach den Ein­trä­gen im Grund­buch oder dem Er­geb­nis des öf­fent­li­chen Auf­ru­fes (Art. 123 hier­vor) Pfand­rech­te oder an­de­re be­schränk­te ding­li­che Rech­te an dem Grund­stück gel­tend ge­macht wer­den, so darf die Ver­wer­tung (Ver­stei­ge­rung oder Ver­kauf aus frei­er Hand), selbst im Fal­le der Dring­lich­keit, erst statt­fin­den, nach­dem das Kol­lo­ka­ti­ons­ver­fah­ren über die­se Rech­te durch­ge­führt und all­fäl­li­ge Kol­lo­ka­ti­ons­pro­zes­se rechts­kräf­tig er­le­digt sind.1
2Aus­nahms­wei­se kön­nen die Auf­sichts­be­hör­den die Ver­stei­ge­rung schon vor­her be­wil­li­gen, wenn kei­ne be­rech­tig­ten In­ter­es­sen ver­letzt wer­den. In die­sem Fal­le ist in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen auf einen all­fäl­lig pen­den­ten Pro­zess hin­zu­wei­sen und ei­ne vor­läu­fi­ge Ein­tra­gung im Grund­buch (Art. 961 ZGB2) vorzu­mer­ken.
VII. Spe­zi­al­an­zei­ge
1In den Spe­zi­al­an­zei­gen an die Pfand­gläu­bi­ger nach Ar­ti­kel 257 SchKG (Art. 71 KOV1), ist den­je­ni­gen Gläu­bi­gern, de­nen nach dem Las­ten­ver­zeich­nis (Art. 125 hier­vor) ein an­de­res be­schränk­tes ding­li­ches Recht (Dienst­bar­keit, Grund­last, Vor­kaufs­recht usw.) im Ran­ge nach­geht, gleich­zei­tig an­zu­zei­gen, dass sie bin­nen zehn Ta­gen beim Kon­kur­samt schrift­lich den dop­pel­ten Auf­ruf des Grund­stücks im Sin­ne des Ar­ti­kels 142 SchKG ver­lan­gen kön­nen, mit der An­dro­hung, dass sonst Ver­zicht auf die­ses Recht an­ge­nom­men wür­de.2
2Spe­zi­al­an­zei­gen sind in ent­spre­chen­der An­wen­dung von Ar­ti­kel 30 Ab­satz 4 hier­vor auch den In­ha­bern ge­setz­li­cher Vor­kaufs­rech­te im Sin­ne von Ar­ti­kel 682 Ab­sät­ze 1 und 2 ZGB3 zu­zu­stel­len.4
VIII. Stei­ge­rung
1Hin­sicht­lich der Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen und der Durch­füh­rung des Stei­ge­rungs­ver­fah­rens fin­den die Ar­ti­kel 45-52, 56-70, 106 Ab­satz 2, 108 und 110 Ab­satz 2 hier­vor ent­spre­chen­de An­wen­dung.1
2Die Kon­kurs­ver­wal­tung kann sich in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen auf Grund ei­nes Be­schlus­ses der Gläu­bi­ger­ver­samm­lung das Recht vor­be­hal­ten, den Zu­schlag zu ver­wei­gern, falls das Höch­st­an­ge­bot nicht einen be­stimmt zu be­zeich­nen­den Be­trag er­reicht.2
3Kommt es in ei­nem sol­chen Fal­le nicht zu ei­nem Frei­hand­kauf, so kann in ei­ner nach­fol­gen­den neu­en Stei­ge­rung auch zu­ge­schla­gen wer­den, wenn der ge­mä­ss Ab­satz 2 hier­vor be­zeich­ne­te Min­dest­be­trag nicht er­reicht wird.3
4Die Be­stim­mung des Ar­ti­kels 135 Ab­satz 1 Satz 2 SchKG fin­det im Kon­kurs­ver­fah­ren kei­ne An­wen­dung.
a. Be­son­der­hei­ten der Ver­wer­tung ei­nes Mit­ei­gen­tumsan­teils
1. Grund­buch-aus­zug. An­mel­dung von Dienst­bar­kei­ten
1Um­fasst die Kon­kurs­mas­se einen Mit­ei­gen­tumsan­teil an ei­nem Grund­stück, so gilt Ar­ti­kel 73 hier­vor für den nach Ar­ti­kel 26 KOV2 ein­zu­ho­len­den Grund­buch­aus­zug ent­spre­chend.3
2Die Auf­for­de­rung zur An­mel­dung von Dienst­bar­kei­ten, die un­ter dem frü­he­ren kan­to­na­len Recht oh­ne Ein­tra­gung in die öf­fent­li­chen Bü­cher ent­stan­den und noch nicht ein­ge­tra­gen sind (Art. 123 hier­vor), ist an die In­ha­ber sol­cher Dienst­bar­kei­ten am Grund­stück selbst und im Fal­le von Stock­werk­ei­gen­tum, das vom frü­he­ren kan­to­na­len Recht be­herrscht wird (Art. 20­bis SchlT/ZGB4), auch an die In­ha­ber sol­cher Dienst­bar­kei­ten an dem zur Kon­kurs­mas­se ge­hö­ren­den Stock­werk zu rich­ten.
2. An­zei­gen. Ver­wal­tung
1Die Kon­kurser­öff­nung ist ne­ben den am Mit­ei­gen­tumsan­teil des Ge­mein­schuld­ners pfand­be­rech­tig­ten Gläu­bi­gern auch den Gläu­bi­gern an­zu­zei­gen, de­nen das Grund­stück als Gan­zes ver­pfän­det ist, doch sind die­se nicht zur Ein­rei­chung der Pfand­ti­tel auf­zu­for­dern.
2Hat der Ge­mein­schuld­ner einen Mit­ei­gen­tumsan­teil an ei­nem Grund­stück, das einen Er­trag ab­wirft, so gilt Ar­ti­kel 23a Buch­sta­be c Satz 1 hier­vor ent­spre­chend.
3Auf die Ver­wal­tung ist Ar­ti­kel 23c Ab­satz 1 hier­vor sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
3. Las­ten­ver­zeich­nis. Kol­lo­ka­ti­ons­plan
1Im Las­ten­ver­zeich­nis (Art. 125 hier­vor) sind nicht nur die Be­las­tun­gen des An­teils, son­dern auch die­je­ni­gen des Grund­stücks selbst auf­zu­füh­ren, und zwar ge­trennt.
2Pfand­for­de­run­gen, die das Grund­stück als gan­zes be­las­ten, sind mit dem auf den Ge­mein­schuld­ner ent­fal­len­den Teil­be­trag, bei So­li­dar­haf­tung des Ge­mein­schuld­ners mit ih­rem Ge­samt­be­trag, als un­ge­si­cher­te For­de­run­gen zu kol­lo­zie­ren (Art. 61 Abs. 1 KOV2); dies für den Fall, dass die Ei­ni­gungs­ver­hand­lun­gen nach Ar­ti­kel 130e hier­nach und Ar­ti­kel 73e hier­vor so­wie die Ver­stei­ge­rung des Mit­ei­gen­tumsan­teils des Ge­mein­schuld­ners zu den nach Ar­ti­kel 130f hier­nach und Ar­ti­kel 73g hier­vor gel­ten­den Be­din­gun­gen er­geb­nis­los blei­ben.3
4. Stei­ge­rungs­pu­bli­ka­ti­on und Spe­zi­al­an­zei­gen2
1Die Stei­ge­rungs­pu­bli­ka­ti­on (Art. 257 Abs. 1 und 2 SchKG) muss die in Ar­ti­kel 73a Ab­satz 1 hier­vor ge­nann­ten An­ga­ben ent­hal­ten.
2Spe­zi­al­an­zei­gen (Art. 257 Abs. 3 SchKG, Art. 71 KOV3 , Art. 129 hier­vor) sind auch den Gläu­bi­gern zu­zu­stel­len, de­nen das Grund­stück selbst oder ein die­ses be­las­ten­der Pfand­ti­tel ver­pfän­det ist.4
5. Vor­ge­hen bei Pfand­be­las­tung des Grund­stücks als sol­chem
Ist nach dem Er­geb­nis des Las­ten­be­rei­ni­gungs­ver­fah­rens das Grund­stück als gan­zes pfand­be­las­tet, so sind die Ar­ti­kel 73e und 73f hier­vor ent­spre­chend an­wend­bar.
6. Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen
Für die Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen gilt Ar­ti­kel 73g hier­vor ent­spre­chend, je­doch oh­ne den in Ab­satz 2 die­ser Be­stim­mung ent­hal­te­nen Vor­be­halt von Ar­ti­kel 832 Ab­satz 2 ZGB2 (Art. 130 Abs. 4 hier­vor).
7. Vor­be­halt der Grund­pfand­be­trei­bung
1Dem Gläu­bi­ger ei­ner das Grund­stück als gan­zes be­las­ten­den Pfand­for­de­rung bleibt vor­be­hal­ten, die­se bei Fäl­lig­keit schon wäh­rend des Kon­kurs­ver­fah­rens (Art. 89 Abs. 1 hier­vor) auf dem We­ge der Grund­pfand­be­trei­bung (Art. 106a hier­vor) gel­tend zu ma­chen.
2Er­folgt die Pfand­ver­wer­tung vor Aus­rich­tung ei­ner all­fäl­li­gen Kon­kurs­di­vi­den­de an den Pfand­gläu­bi­ger, so ist Ar­ti­kel 61 Ab­satz 2 KOV2 an­wend­bar. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 217 SchKG.3
IX. Aus­fall­for­de­rung
Die Aus­fall­for­de­rung (Art. 143 Abs. 2 SchKG) ist, wenn sie be­strit­ten und ihr Ein­zug durch die Kon­kurs­ver­wal­tung nicht mög­lich ist, zur Gel­tend­ma­chung nach Ar­ti­kel 260 SchKG zu­nächst den un­ge­deck­ten Pfand­gläu­bi­gern und even­tu­ell her­nach den Kur­rent­gläu­bi­gern an­zu­bie­ten und, wenn kei­ner von ih­nen die Ab­tre­tung ver­langt, öf­fent­lich zu ver­stei­gern. Ar­ti­kel 72 hier­vor fin­det ent­spre­chen­de An­wen­dung.
X. Ver­tei­lung
Für die Ver­tei­lung des Er­lö­ses fin­den die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 115-118 hier­vor ent­spre­chen­de An­wen­dung.
Art. 133 - 134
1Die vor­lie­gen­de Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 1921 in Kraft.
1Al­le mit den Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung im Wi­der­spruch ste­hen­den Ver­ord­nungs­vor­schrif­ten und An­wei­sun­gen wer­den auf­ge­ho­ben.
2Ins­be­son­de­re wird die Ver­ord­nung des Bun­des­ge­rich­tes vom 21. De­zem­ber 19161 be­tref­fend die von den Be­trei­bungs- und Kon­kur­säm­tern an­zu­mel­den­den Ein­tra­gun­gen und Vor­mer­kun­gen im Grund­buch auf­ge­ho­ben und Ar­ti­kel 74 Ab­satz 3 KOV2 durch Ar­ti­kel 69 Ab­satz 3 hier­vor ab­ge­än­dert.

References: BGer 
 BGer 
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 Art. 45
 Art. 55
 Art. 13
 BGer 
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 BGer 
 BGer 
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 Art. 94
 Art. 806
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 Art. 68
 BGer 
 BGer 
 Art. 126
 BGer 
 BGer 
 Art. 73
 Art. 651
 BGer 
 Art. 74
 Art. 106
 BGer 
 Art. 398
 BGer 
 BGer 
 Art. 15
 BGer 
 Art. 15
 BGer 
 Art. 16
 Art. 142
 BGer 
 BGer 
 Art. 71
 Art. 71
 Art. 129

Art. 133