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Timestamp: 2017-11-21 20:11:31+00:00

Document:
PGA-04_Die_Zentralbetriebsratswahl by VÖGB Wien - issuu
Praktische Gewerkschaftsarbeit PGA 4 Richard Ondraschek
Die Zentralbetriebsratswahl
INHALT Voraussetzung für die Errichtung des Zentralbetriebsrates	Vorgehensweise bei der Errichtung des Zentralbetriebsrates	Zentralbetriebsratswahl: Fristen	Die konstituierende Sitzung	Aufgaben des Zentralbetriebsrates	Die Zentralbetriebsratsumlage	Der Zentralbetriebsratsfonds	Der Zentraljugendvertrauensrat	Die Zentralbehindertenvertrauensperson	Beantwortung der Fragen
Inhaltliche Koordination: Peter Autengruber 3 7 11 19 20 21 21 22 22 24
Zeichenerklärung Frage zum Lernstoff im vorigen Abschnitt (vergleichen Sie Ihre eigene Antwort mit der am Ende des Skriptums ange­ gebenen). Anmerkungen:	Die linke bzw. rechte Spalte jeder Seite dient zur Eintra­ gung persön­licher Anmerkungen zum Lernstoff. Diese ei­ genen Notizen sollen, gemeinsam mit den bereits vorgege­ benen, dem Verständnis und der Wiederholung dienen.
Lernziele Nachdem Sie dieses Skriptum durchgearbeitet haben, sollen Sie wissen, –	unter welchen Voraussetzungen ein Zentralbetriebsrat zu bilden ist, –	wie hoch die Anzahl seiner Mitglieder ist, wie die Wahl des Zentral­ betriebsrates vor sich geht und wie das Wahlergebnis ermittelt wird; –	welche Aufgaben der Zentralbetriebsrat hat.
Abkürzungen: ArbVG:	Arbeitsverfassungsgesetz BRWO:	Betriebsratswahlordnung BRGO:	Betriebsratsgeschäftsordnung BRFVO:	Betriebsratsfondsverordnung BEinstG:	Behinderteneinstellungsgesetz iVm:	in Verbindung mit
Die Zentral­betriebsratswahl
In Unternehmen mit mehreren Betrieben werden wichtige, die Arbeit­ nehmer/-innen betreffende Entscheidungen nicht im Betrieb, sondern im Un­ternehmen vom Management getroffen. Sinn der Errichtung eines Zentralbetriebsrates ist es, einer mehrere Betriebe zusammenfassenden Unternehmensspitze ein ebenso zentrales Vertre­ tungsorgan auf Arbeitnehmer(innen)seite gegenüberzustellen.
Voraussetzung für die Errichtung des Zentralbetriebsrates § 40 Abs 4 ArbVG sowie § 37 BRWO
Voraussetzung für die Wahl eines Zentralbetriebsrates ist, dass in einem Unternehmen •	mindestens zwei Betriebe vorhanden sind, •	die eine wirtschaftliche (juristische) Einheit bilden, •	die vom Unternehmen zentral verwaltet werden •	und in denen Betriebsräte gewählt sind.
Betrieb? Unternehmen? Wichtig für die Voraussetzung zur Bildung eines Zentralbetriebsrates ist zunächst die Unterscheidung Betrieb/Unternehmen.
Der Betriebsbegriff Definition § 34 Abs 1 ArbVG
„Als Betrieb gilt jede Arbeitsstätte, die eine organisatorische Einheit bildet, innerhalb der eine physische oder juristische Person oder eine Personengemeinschaft mit technischen oder immateriellen Mitteln die Erzielung bestimmter Arbeitsergebnisse fortgesetzt ver­ folgt, ohne Rücksicht darauf, ob Erwerbsabsicht besteht oder nicht.“ Vereinfacht dargestellt ist das entscheidende Merkmal eines Betriebes die organisatorisch-technische Einheit. Wir sprechen also dann von einem Be­ trieb, wenn diese Einheit ein gewisses Mindestmaß an Selbstständigkeit hat. Wenn alle wesentlichen Entscheidungen in einer Zentrale getroffen werden, so können wir nicht mehr von einem „Betrieb“ sprechen.
Unternehmen Sind mehrere Betriebe so zusammengefasst, dass sie eine wirtschaftliche Einheit bilden und zentral verwaltet werden, so bilden sie ein Unterneh­ men. Ein Unternehmen, für das ein Zentralbetriebsrat gewählt werden kann, liegt also nur dann vor, wenn eine rechtliche Einheit (eine einheitliche Firma) von mehreren Betrieben gegeben ist.
Die Bestimmungen für die Errichtung eines Zentralbetriebsrates gelten für alle Unternehmen, gleichgültig welche unternehmerische Zielsetzung sie haben. Sie gelten also auch für die so genannten Tendenzbetriebe. Das sind Betriebe, die ihre Tätigkeit nicht – oder jedenfalls nicht hauptsächlich – auf wirtschaftliche Ziele ausrichten. Z. B. private Unterrichts- und Erziehungs­
§§ 132 sowie 133 ArbVG
anstalten; Betriebe, die unmittelbar Zwecken der Berichterstattung und Meinungsäußerung dienen und konfessionelle Betriebe, die religiöse ­Zwecke verfolgen. Informationsphase
Kein Tag vergeht, an dem nicht irgendein Betrieb oder Unternehmen sei­ nen/seine Eigentümer/-in wechselt. Oft kennen Beschäftigte und Interessen­vertreter/-innen zwar „ihre“ Geschäftsleitung, haben aber von der Verflechtung des Betriebes/Unternehmens im Detail keine Kenntnisse. Bevor nun das Wahlverfahren zur Wahl eines Zentralbetriebsrates einge­ leitet werden kann, muss sich der Betriebsrat einen Überblick über die be­ stehende Lage verschaffen.
Informationspflicht der Geschäftsleitung
Um die Strukturen des Unternehmens festzustellen, genügt normaler­weise eine Anfrage bei der örtlichen Geschäftsleitung. Der jeweilige Betriebsrat hat einen Informationsanspruch gegenüber seiner örtlichen Geschäftsleitung, um zu erfahren, ob die Voraussetzungen für die Bildung eines Zentralbetriebsrates vorliegen. Antwortet die Geschäftsleitung auf die Anfrage des Betriebsrates nicht, so kann das Auskunftsbegehren beim Arbeits- und Sozialgericht durch­gesetzt werden. Hier empfiehlt es sich, vorher Rücksprache mit der zu­ständigen Gewerkschaft zu halten. Diese kann durch eigene Recherchen Auskünfte geben bzw. vom/von der Arbeitgeber/-in erteilte Auskünfte überprüfen und beim einzuleitenden Verfahren vor dem Arbeits- und Sozialgericht Hil­ festellungen geben.
Für die Wahl des Zentralbetriebsrates muss also eine rechtliche Ein­heit der Betriebe in einem Unternehmen bestehen. Vorausgesetzt sind mindestens zwei Betriebe. ●	In diesen müssen gewählte und konstituierte Betriebsräte vorhan­ den sein. Aus den Vorschriften über die Bildung des Zentralbetriebs­ rates ergibt sich, dass zumindest zwei funktionsfähige Betriebsräte vorhanden sein müssen (Arbeiterbetriebsrat und/oder Angestell­ tenbetriebsrat oder gemeinsamer Betriebsrat). ●	In einem Unternehmen, das mindestens zwei Betriebe umfasst, kann daher kein Zentralbetriebsrat gewählt werden, wenn nur in einem der Betriebe Betriebsräte gewählt sind. Installierung eines Zentralbetriebsrates Beispiel a) In diesem Fall ist kein Zentralbetriebsrat zu bilden:
Unternehmen: bestehend aus Betrieben A, B und C
Betrieb B: Betriebsrat der Arbeiter/-innen oder: Betriebsrat der Angestellten oder: Gemeinsamer Betriebsrat
Betrieb A: kein Betriebsrat
Betrieb C: kein Betriebsrat
Beispiel b) In diesem Fall ist ein Zentralbetriebsrat zu bilden: Unternehmen: bestehend aus Betrieben A, B und C
Betrieb A: Gemeinsamer Betriebsrat oder: Arbeiterbetriebsrat und/oder: Angestelltenbetriebsrat
Betrieb B: Gemeinsamer Betriebsrat oder: Arbeiterbetriebsrat und/oder: Angestelltenbetriebsrat
Beispiel c) Auch in diesem Fall ist ein Zentralbetriebsrat zu bilden: Unternehmen: bestehend aus Betrieben A, B und C
Betrieb C: Gemeinsamer Betriebsrat oder: Arbeiterbetriebsrat und/oder: Angestelltenbetriebsrat
Anzahl der Mitglieder des Zentralbetriebsrates § 80 ArbVG sowie § 38 BRWO
Die Anzahl der Mitglieder des Zentralbetriebsrates richtet sich nach der Anzahl der Beschäftigten in einem Unternehmen. Bei bis zu 1000 Arbeitnehmer/-innen besteht er aus 4 Mitgliedern. Pro weiteren 500 kommt bis zu einer Gesamtzahl von 5000 je ein weiteres Mitglied hinzu. Darüber kommt nur noch pro 1000 Beschäftigten ein Mitglied hinzu. Wobei Bruchteile von 500 bzw. 1000 voll gerechnet werden.
Ausschlaggebend für die Beschäftigtenzahl ist der Tag der Ausschrei­ bung der Wahl für den Zentralbetriebsrat. Eine spätere Änderung der Zahl der Arbeitnehmer/-innen hat keinen Ein­ fluss auf die Anzahl der Mandate. bis zu
1000 Arbeitnehmer/-innen..................................... 4 Mitglieder
1001	bis	1500 Arbeitnehmer/-innen..................................... 5 Mitglieder 1501	bis	2000 Arbeitnehmer/-innen..................................... 6 Mitglieder 2001	bis	2500 Arbeitnehmer/-innen..................................... 7 Mitglieder 2501	bis	3000 Arbeitnehmer/-innen..................................... 8 Mitglieder 3001	bis	3500 Arbeitnehmer/-innen..................................... 9 Mitglieder 3501	bis	4000 Arbeitnehmer/-innen.....................................10 Mitglieder 4001	bis	4500 Arbeitnehmer/-innen.....................................11 Mitglieder 4501	bis	5000 Arbeitnehmer/-innen.....................................12 Mitglieder 5001	bis	6000 Arbeitnehmer/-innen.....................................13 Mitglieder 6001	bis	7000 Arbeitnehmer/-innen.....................................14 Mitglieder
Aktives und passives Wahlrecht § 40 BRWO
Das aktive und passive Wahlrecht besitzen nur die Mitglieder der im Unter­ nehmen bestehenden Betriebsräte, sofern sie am Tag der Wahl in Funktion stehen. Ersatzmitglieder können weder gewählt werden – noch sind sie wahlberechtigt. Es sei denn, sie vertreten ein Betriebsratsmitglied, dann sind sie aktiv wahlberechtigt.
1.	Was ist die Voraussetzung für die Errichtung eines Zentral­ betriebs­rates?
Der Wahlvorstand Wurde nun festgestellt, dass die Voraussetzungen zur Errichtung des Zen­ tralbetriebsrates vorliegen, so obliegt •	die Ausschreibung und •	die Durchführung der Wahl, wie bei der Betriebsratswahl, einem Wahlvorstand.
Einberufung des Wahlvorstandes § 41 Abs 2 BRWO
Einberufen wird der Wahlvorstand •	vom/von der Betriebsratsvorsitzenden des nach der Zahl der Mitglieder stärksten Betriebsrates; •	bei gleicher Mitgliederzahl wird der Wahlvorstand vom/von der Vorsit­ zenden des Betriebsrates, der die meisten Arbeitnehmer/-innen reprä­ sentiert, einberufen. Beispiel: Das Unternehmen XY besteht aus drei Betrieben: 1.	Betrieb Standort Graz: 2.	Betrieb Standort Linz: 3.	Betrieb Standort Wien:
50 Beschäftigte; 3 Betriebsratsmitglieder 68 Beschäftigte; 4 Betriebsratsmitglieder 90 Beschäftigte; 4 Betriebsratsmitglieder
Zwar hat der Betriebsrat der Standorte Linz und Wien gleich viele Mitglieder, der Betriebsrat in Wien repräsentiert aber mehr Beschäftigte. Der/Die Betriebsratsvorsitzende des Standortes Wien hat somit den Wahlvorstand einzuberufen. Selbstverständlich steht jedes Mitglied im Wahlvorstand, da es sich ja auch um einen Betriebsrat handelt, unter einem besonderen Kündigungsschutz.
Bestellung des Wahlvorstandes Hier werden drei Fälle unterschieden: •	Es besteht bereits ein Zentralbetriebsrat: Wenn in einem Unternehmen bereits ein Zentralbetriebsrat besteht, soll der Wahlvorstand nicht früher als 12 Wochen vor Ablauf der Tätigkeits­ dauer des bereits bestehenden Zentralbetriebsrates bestellt werden.
§ 42 Abs 1 BRWO
•	Es wird erstmals ein Zentralbetriebsrat gewählt: In Unternehmen, in denen noch kein Zentralbetriebsrat besteht, ist der Wahlvorstand binnen einer Woche nach der letzten Konstituierung eines Betriebsrates in einem Betrieb des Unternehmens zu bestellen.
§ 42 Abs 2 BRWO
•	Der Zentralbetriebsrat beendet vorzeitig seine Tätigkeit: Wird die Nichtigkeit der letzten Zentralbetriebsratswahl festgestellt oder die Tätigkeitsdauer des früheren Zentralbetriebsrates vorzeitig beendet, so ist der Wahlvorstand unverzüglich zu bestellen.
Der Wahlvorstand wird bei der Zentralbetriebsratswahl, im Ge­ gensatz zur Betriebsratswahl, nicht gewählt, sondern von den ein­ zelnen Betriebs­räten bestellt. Jeder im Unternehmen bestehende Betriebsrat (Arbeiterbetriebsrat und/oder Angestelltenbetriebsrat oder gemeinsamer Betriebsrat) in einem Betrieb des Unterneh­ mens ist verpflichtet, eines seiner Mitglieder in den Wahlvorstand zu entsenden.
§ 81 Abs 4 ArbVG sowie § 41 Abs 2 BRWO
Die einzelnen Betriebsräte beschließen mit Stimmenmehrheit, welches ihrer Mitglieder in den Wahlvorstand entsandt wird. Die Entsendung ist dem/der Einberufer/-in kundzugeben.
Anzahl der Mitglieder des Wahlvorstandes Anzahl der Mitglieder § 81 Abs 4 ArbVG sowie § 41 Abs 2 BRWO
Die Anzahl der Mitglieder des Wahlvorstandes richtet sich danach, wie vie­ le Betriebsräte in einem Unternehmen bestehen. Der Wahlvorstand bei der Zentralbetriebsratswahl muss aber aus mindestens drei Mitgliedern be­ stehen! Ausnahme: Die Betriebsräte der einzelnen Betriebe des Unternehmens können mit Mehr­ heitsbeschluss vereinbaren, dass die Zahl der Wahlvorstandsmitglieder bei mehr als 3 Betriebsräten/-innen (Personen) auf 3 (Personen) herabgesetzt wird. Dies geht nur dann, wenn im Unternehmen mehr als drei Betriebsräte bestehen. Wenn aber auch nur ein Betriebsrat der Herabsetzung der Zahl der Wahlvorstandsmitglieder nicht zustimmt, dann bleibt es bei der Regel, dass jeder Betriebsrat ein Mitglied in den Wahlvorstand zu entsenden hat.
Mehr als 3 BR in einem Unternehmen § 81 Abs 4 ArbVG sowie § 41 Abs 4 BRWO
Sonderfall: Wenn in den Betrieben des Unternehmens nur zwei in verschiedenen Betrie­ ben bestellte Betriebsräte bestehen, dann entsendet der Betriebsrat, der die größere Anzahl von Arbeitnehmer/-innen vertritt, zwei Wahlvorstands­ mitglieder, der andere Betriebsrat entsendet ein Wahlvorstandsmitglied. Bei gleicher Arbeitnehmer(innen)zahl entscheidet das Los.
2 BR in einem Unternehmen § 81 Abs 4 ArbVG sowie § 41 Abs 3 BRWO
Beispiel: a)	Das Unternehmen XY besteht aus zwei Betrieben: 1.	Betrieb Standort Krems: Gemeinsamer Betriebsrat. 120 Arbeitnehmer/-innen 2.	Betrieb Standort Innsbruck: Gruppenbetriebsrat (Angestellte). 60 Arbeitnehmer/-innen b)	Das Unternehmen XY besteht aus zwei Betrieben: 1.	Betrieb Standort Melk: Gruppenbetriebsrat (Arbeiter): 50 Arbeitnehmer/-innen 2.	Betrieb Standort Weiz: Gruppenbetriebsrat (Arbeiter): 40 Arbeitnehmer/-innen In beiden Fällen entsendet der Betriebsrat, der die größere Anzahl von Ar­beit­­ nehmer/-innen vertritt, zwei Wahlvorstandsmitglieder. Also in Beispiel a) der Betriebsrat im Standort Krems und in Beispiel b) der Betriebrat im Standort Melk. Der andere Betriebsrat entsendet nur ein Wahlvorstandsmitglied. Bei gleicher Arbeitnehmer(innen)zahl entscheidet das Los.
Wahl des/der Vorsitzenden des Wahlvorstandes
§ 43 BRWO
Der Wahlvorstand hat nun aus seiner Mitte mit einfacher Mehrheit der Stim­men einen Vorsitzenden bzw. eine Vorsitzende zu wählen. Wenn die Wahl ergebnislos bleibt, so hat das an Lebensjahren älteste Mit­ glied des Wahlvorstandes den Vorsitz zu führen. Beschlüsse werden mit Stimmenmehrheit gefasst. Bei Stimmengleichheit gilt die Meinung als angenommen, für die der bzw die Vorsitzende ge­ stimmt hat. Zur Beschlussfassung ist die Anwesenheit von mindestens der Hälfte der Mitglieder des Wahlvorstandes erforderlich. § 81 Abs 4 ArbVG sowie § 45 BRWO
Der Wahlvorstand hat nach seiner Bestellung die Wahl unverzüg­ lich vorzubereiten und binnen vier Wochen durchzuführen. Den Vorsitzenden aller im Unternehmen errichteten Betriebsräte sind der Wahltag und der Wahlort schriftlich bekanntzugeben. Die Betriebsratsvor­ sitzenden der einzelnen Betriebe des Unternehmens haben die Betriebsrats­ mitglieder zu informieren.
§ 18 BRWO
Der Wahlvorstand kann beschließen, dass die Stimmabgabe an mehreren Orten gleichzeitig stattzufinden hat. Besteht nicht die Möglichkeit, dass der Wahlvorstand an jedem Ort die Wahl selbst leitet, so hat er eine Wahlkom­ mission zu bestellen, die aus drei wahlberechtigten Arbeitnehmer/-innen des Betriebes zu bestehen hat. Davon wird eine/einer als Vorsitzende bzw. Vorsitzender bezeichnet.
Vorbereitung der Wahl § 44 Abs 1 BRWO
Der/Die Vorsitzende eines jeden Betriebsrates muss nun dem Wahlvor­ stand •	eine Liste der Mitglieder des Betriebsrates übermitteln (diese Liste gilt als Wählerliste) •	und die Zahl der bei der letzten Betriebsratswahl wahlberechtigten Arbeitnehmer/-innen bekanntgeben.
Wahlvorschläge § 46 Abs 2 BRWO
•	Die Wahlvorschläge müssen von mindestens drei wahlberechtigten Betriebsratsmitgliedern unterschrieben werden. Diese müssen nicht dem gleichen Betriebsrat angehören. Auf einem Wahlvorschlag können Betriebsratsmitglieder eines Betriebes, mehrerer oder aller Betriebe eines Unternehmens kandidieren. •	Für die Erstellung von Wahlvorschlägen gibt es noch eine besondere Vor­ schrift: Danach soll darauf Bedacht genommen werden, dass Arbeitnehme­rin­nen und Arbeitnehmer, die Gruppen der Arbeiter und Angestellten, aber auch die einzelnen Betriebe des Unternehmens im Zentralbetriebsrat angemessen vertreten sind. Es handelt sich hierbei um eine Empfehlung des Gesetzgebers an die Einbringer/-innen von Wahlvorschlägen.
§ 81 Abs 3 ArbVG sowie § 46 Abs 4 BRWO
•	Jedenfalls gilt der/die Erstunterzeichnete des Wahlvorschlages als des­ sen Vertreter/-in.
§ 46 Abs 2 BRWO
•	Der Wahlvorschlag soll doppelt so viele Wahlwerber/-innen enthalten, als Mitglieder in den Zentralbetriebsrat zu wählen sind.
§ 46 Abs 3 BRWO
•	Der Wahlvorschlag kann durch Aufschrift als Vorschlag einer be­ stimmten Organisation oder wahlwerbenden Gruppe (z. B. Fraktion) bezeichnet werden.
§ 46 Abs 5 BRWO
•	Gruppen von Betriebsratsmitgliedern, die Wahlwerber/-innen aufzu­ stellen beabsichtigen, haben ihre Wahlvorschläge spätestens eine Wo­ che vor dem Wahltag schriftlich dem/der Vorsitzenden des Wahlvor­ standes zu über­reichen.
§ 46 Abs 1 BRWO
•	Der Empfang ist unter Angabe der Zeit der Empfangannahme vom Wahlvorstand zu bestätigen.
Ersatzmitglieder § 30 BRGO
Die auf einem Wahlvorschlag den gewählten Mitgliedern folgenden Wahlwerber/-innen sind die Ersatzmitglieder. Bei der Erstellung der Wahl­ vorschläge ist auch auf die gesetzliche Reihenfolge des Nachrückens der "Ersatzmänner" Bedacht zu nehmen.
Prinzipiell gilt dieselbe Regelung wie für den Betriebsrat: Es sind die den gewählten Mitgliedern des Zentralbetriebsrates auf den Wahlvorschlag folgenden Wahlwerber/innen Ersatzmitglieder. Diese rüc­ ken der Reihung im Wahlvorschlag entsprechend nach. Eine nachträgliche Veränderung der Reihenfolge des Nachrückens ist nur in der Weise möglich, dass ein vorgereihtes Ersatzmitglied auf das Nachrüc­ ken verzichtet. Das Ersatzmitglied, welches auf ein Nachrücken verzichtet, verbleibt trotzdem in der ursprünglichen Reihung auf dem Wahlvorschlag.
Abweichend von der Betriebsratswahl gilt bei der Zentralbetriebsrats­ wahl eine Besonderheit:
§ 82 Abs 5 ArbVG
Ein Wahlvorschlag weist kein Ersatzmitglied mehr auf: In diesem Fall hat diejenige wahlwerbende Gruppe, der das ausgeschiedene Mitglied des Zentralbetriebsrates angehört, das Recht, an dessen Stelle ein anderes Be­ triebsratsmitglied in den Zentralbetriebsrat zu entsenden.
Zulassung von Wahlvorschlägen § 46 Abs 6 BRWO iVm § 21 Abs 1-4 BRWO
Der Wahlvorstand hat die eingebrachten Wahlvorschläge zu prüfen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Wahlvorstand verpflichtet, ein­ gebrachte Wahlvorschläge nicht zur Wahl zuzulassen, z. B.: •	verspätet überbrachte Wahlvorschläge, also Wahlvorschläge, die nicht spätestens eine Woche vor dem Wahltag überreicht wurden; •	zu wenig Unterstützungsunterschriften; •	ein Wahlvorschlag enthält keine/n einzige/n wählbaren Wahlwerber/in.
Werden Mängel festgestellt, dann hat der Wahlvorstand dem/der Vertre­ ter/-in des Wahlvorschlages seine Bedenken mitzuteilen und eine Frist zur Behebung der Mängel festzusetzen (mind. 48 Stunden). Unverzüglich hat der Wahlvorstand die zugelassenen Wahlvor­ schläge den Vorsitzenden aller im Unternehmen errichteten Be­ triebsräte schriftlich bekanntzugeben. Die Betriebsratsvorsitzen­ den haben diese Mitteilung des Wahlvorstandes zur Einsicht für alle Mitglieder des Betriebs­rates aufzulegen.
2.	Was ist bei der Bestellung des Wahlvorstandes zu beachten?
3.	Wie wird ein Wahlvorschlag eingereicht?
Zentralbetriebsratswahl: Fristen Einberufung des Wahlvorstandes Bestellung des Wahlvorstandes
Nicht früher als 12 Wochen vor Ablauf der Tätigkeit des ZBR oder binnen einer Woche nach letzter Konstituierung eines BR Wahlvorschläge Spätestens 1 Woche vor Wahl Mängelfrist mind. 48 Stunden
Wahl Verständigung der Gewählten binnen 3 Tagen Erklärung, ob Wahl angenommen Einberufung der konstituierenden Sitzung
Konstituierende Sitzung	Anfechtung: binnen Monatsfrist 11
§ 81 Abs 1 ArbVG sowie § 39 BRWO
Für die Wahl des Zentralbetriebsrates gelten nur zum Teil dieselben Grund­ sätze wie für die Wahl des Betriebsrates. Die Wahl muss geheim, nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechts und, im Gegensatz zur Betriebsrats­ wahl, mittelbar durchgeführt werden.
Betriebsratsmitglied – Wahlrecht Geheim Mittelbar Verhältniswahlrecht – Stimmengewichtung Geheimes Wahlrecht Die Entscheidung des Wählers/ der Wählerin muss geheim bleiben. Der Grundsatz der geheimen Wahl wird verletzt, wenn über die Zentralbe­ triebsratskandidaten und -kandidatinnen offen abgestimmt wird.
Mittelbares Wahlrecht Der Zentralbetriebsrat ist kein Organ der Betriebsräte des Unternehmens, sondern unmittelbares Organ der Belegschaft des Unternehmens. Es gilt der Grundsatz des unmittelbaren Wahlrechts bei der Zentralbetriebsratswahl nicht (im Gegensatz zur Betriebsratswahl). Es handelt sich bei der Zentral­ betriebsratswahl um eine mittelbare Wahl, da nicht die Belegschaft selbst, sondern die Betriebsratsmitglieder der einzelnen Betriebe wählen.
Mittelbares Wahlrecht
Verhältniswahlrecht Das Verhältniswahlrecht ist ein Listenwahlrecht. Jeder Wahlvorschlag er­ hält im Verhältnis zur Gesamtmandatsanzahl so viele Mandate zugespro­ chen, wie für ihn im Verhältnis zur Gesamtstimmenanzahl Stimmen abge­ geben wurden. Wird nur ein Wahlvorschlag eingebracht, dann sind die Mitglieder des Zentralbetriebsrates, wie bei der Betriebsratswahl, mit einfa­ cher Mehrheit der abgegebenen Stimmen zu wählen (§ 39 BRWO).
Wenn auf den einzigen Wahlvorschlag zwar die Mehrheit der gültigen, aber nicht die Mehrheit der abgegebenen Stimmen entfällt (einschließlich der ungültigen), hat der Wahlvorstand das Wahlverfahren unverzüglich neu einzuleiten. Stimmengewichtung Der Grundsatz, dass jeder/jede Wahlberechtigte nur eine Stimme haben soll, gilt für die Zentralbetriebsratswahl nicht. Die Besonderheit bei der Zentralbetriebsratswahl besteht darin, dass nach Stimm­gewicht abgestimmt wird. Jeder Betriebsrat/Jede Betriebsrätin repräsentiert also eine bestimmte An­ zahl von Stimmen.
Warum gibt es bei der Zentral­betriebsratswahl ein gewichtetes Stimmrecht? Zweck
Der Zweck dieses gewichteten Stimmrechts besteht darin, •	Ungleichheiten bei der Vertretung von Betrieben im Zentralbetriebsrat zu verhindern: In Kleinbetrieben sind verhältnismäßig mehr Betriebsratsmitglieder zu wählen als in größeren Betrieben. Ein gleiches Stimmrecht jedes Betriebs­ ratsmitgliedes würde eine Benachteiligung der Arbeitnehmer/-innen in Großbetrieben hinsichtlich der Vertretung im Zentralbetriebsrat bedeuten. 12
Beispiel: Betrieb A mit 191 Arbeitnehmer/-innen...................... 5 Mandate. Betrieb B mit 642 Arbeitnehmer/-innen...................... 10 Mandate. Jedes Betriebsratsmitglied im Betrieb B repräsentiert daher rechnerisch ca. 64 Arbeitnehmer/-innen – jedes Betriebsratsmitglied im Betrieb A ca. 38 Arbeitnehmer/-innen. Also würde jedes Betriebsratsmitglied im Betrieb A etwas mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer/-innen vertreten, die jedes Betriebsratsmitglied im Betrieb B vertritt, obwohl im Betrieb A 191 Arbeitnehmer/-innen sind und im Betrieb B 642 Arbeitnehmer/-innen. Würde jedes Betriebsratsmitglied gleiches Stimmrecht haben, würde dies Ungleichheit bedeuten. •	und das Wahlgeheimnis zu gewährleisten: Beispiel: Wie wir gesehen haben, wird die Gewichtung aber nicht einfach so vorgenommen, dass z. B. die Betriebsratsmitglieder im Betrieb A 38 Stimmen und die Betriebsratsmitglieder im Betrieb B 64 Stimmen haben. Bei einer solchen Verteilung wäre das Wahlgeheimnis nicht gewährleistet. Es wäre leicht feststellbar, dass z.B. alle Betriebsräte/-innen des Betriebes A einen bestimmten Wahlvorschlag unterstützt haben, wenn auf diesen Wahlvorschlag 190 Stimmen entfallen sind: 5 x 38 = 190.
Ermittlung der Stimmenanzahl/der Stimmzettel Im Unterschied zur BR-Wahl gibt es bei der Zentralbetriebsratswahl zwei Arten von Stimmzetteln für jede/n Wahlberechtigte/n: •	gewichtete Stimmzettel •	Stimmzettel für Einzelstimmen § 81 Abs 1 ArbVG sowie § 47 BRWO
Zur Ermittlung der Stimmenanzahl ist zuerst die Zahl der bei der letz­ ten Betriebsratswahl wahlberechtigten Arbeitnehmer/-innen durch die Zahl der von diesen gewählten Betriebsratsmitglieder zu teilen.
Anzahl der im Betrieb (Arbeitnehmergruppe) bei der letzten BR-Wahl wahlberechtigten Arbeitnehmer/-innen Zahl der gewählten Betriebsräte/-innen Jedes Betriebsratsmitglied hat so viele Stimmen, wie diese Rechnung ergibt. Bruchteile von Stimmen sind nicht zu berücksichtigen. Die Mitglieder eines Betriebsrates haben also gemeinsam so viele Stimmen, wie in dem Betrieb, in dem sie gewählt wurden, wahlberechtigte An­ gehörige ihrer Gruppe bei der letzten Wahl des Betriebsrates in der Wähler­ liste eingetragen waren. Nachträgliche Veränderungen in der Wählerliste bleiben unberücksichtigt. Es zählt also nicht jede Person als eine Stimme. Vielmehr repräsentiert jeder Betriebsrat/jeder Betriebsrätin eine bestimmte Anzahl von Stim­ men. 13
Anmerkungen Beispiel: Wenn in einem Betrieb getrennte Betriebsräte der Arbeiter und Angestellten bestehen, ist die Errechnung des Stimmengewichtes nach dem Mus­ter dieses Beispieles für jede Arbeitnehmergruppe getrennt vorzunehmen. Hier wird zur Erleichterung des Berechnungsbeispieles auf eine Unterscheidung nach Arbeitnehmergruppen bei den Zahlenangaben verzichtet. Bei getrennter Betriebsvertretung wird für jede Arbeitnehmergruppe analog vorge­ gangen: In einem Unternehmen mit 3 Betrieben und 880 Arbeitnehmer/-innen ist ein Zentralbetriebsrat mit 4 Mitgliedern zu wählen. Wie wird nun das Stimmengewicht errechnet?
1. Ermittlung Stimmgewichtung Betrieb (Wählergruppe)
wahlberechtigte Arbeitnehmer/-innen	191	642	47 Mandate	Stimme pro Mandat:
5	10	3 191/5 = 38,2
642/10 = 64,2
47/3 = 15,6
wahlberechtigte AN / Zahl der gewählten	Bruchteile von Stimmen Betriebsratsmitglieder werden nicht berücksichtigt: daher: 38	daher: 64	daher: 15 Damit das Stimmengewicht errechnet wird, ist nun die kleinste Stimmen­ anzahl, die ein Betriebsratsmitglied aufweist, anzuschreiben und um 1 zu re­ duzieren. In unserem Beispiel wäre die kleinste Stimmenanzahl:	Reduziert um 1:	Stimmengewicht aller stimmgewichteten Stimmen:
15 –1 14
2. Ermittlung der gleichgewichtete Stimmzettel und der Stimmzettel für Einzelstimmen Bei der Zentralbetriebsratswahl gibt es zwei Arten von Stimmzetteln für jede/n Wahlberechtigte/n. Ermittlung der Stimmzettel pro wahlberechtigtem Betriebsratsmitglied
Stimme/Mandat
38 : 14 = 2 Rest 10
63 : 14 = 4 Rest 8
15 : 14 = 1 Rest 1
Ergibt an Stimmzettelen und Kuverts pro wahlberechtigtem Betriebsrats­ mitglied A
Rest = Einzelstimmen
Die 5 Betriebsratsmitglieder des Betriebes A können damit jeweils 2 gleich­ gewichtete Stimmzettel und jeweils 10 Einzelstimmen abgeben. Die 10 Mit­glieder des Betriebes B jeweils 4 gleichgewichtete und jeweils 8 Einzelstimmen, die 3 Mitglieder des Betriebes C jeweils 1 gleichgewichtete Stimme und jeweils 1 Einzelstimme abgeben. Sie erhalten auch die entsprechende Anzahl von Wahlkuverts.
Die Durchführung der Wahl § 48 Abs 1 BRWO
Der Wahlvorstand hat die den einzelnen Wahlberechtigten zustehende Stimmenanzahl zu ermitteln und jedem/jeder Wahlberechtigten eine sei­ ner/ihrer Stimmenanzahl entsprechende Anzahl der jeweilig leeren Stimm­ zetteln und die gleiche Zahl von Wahlkuverts zu geben. Bei der Zentralbe­ triebsratswahl gibt es also zwei Arten von Stimmzetteln: •	gleichgewichtete Stimmzettel •	Stimmzettel für Einzelstimmen Beispiel: Also würde jedes Mitglied des Betriebes A zwei gleichgewichtete Stimmzettel (und zwei dazugehörende Wahlkuverts) und 10 Stimmzettel für Einzelstimmen (und zehn Wahlkuverts) erhalten. Die Wahlkuverts für gleichgewichtete Stimmen müssen sich von jenen für Einzelstimmen entweder in der Farbe oder durch die Größe unterschei­ den. Wichtig ist, die Wahlberechtigten darauf hinzuweisen, dass sie pro Stimmzettel ein Wahlkuvert verwenden (siehe gültige/ungültige Stim­ men – Seite 16)! Die Stimmzettel dagegen sind einheitlich!
Briefliche Stimmabgabe § 81 Abs 2 ArbVG sowie § 48 Abs 2 BRWO
Die Stimmabgabe kann persönlich oder für Wahlberechtigte, die an der persönlichen Stimmabgabe verhindert sind, auf dem Postwege erfolgen. Die briefliche Stimmabgabe gilt bei der Zentralbetriebsratswahl als völlig gleichwertiges Mittel der Stimmrechtsausübung. Sie ist nicht wie bei der Betriebsratswahl an die Voraussetzung des Vorliegens von Hinderungs­ gründen (vgl. § 51 ArbVG) geknüpft. Stimmzettel und Kuverts müssen, sollte nicht über den Postweg gewählt werden, am Wahltag mitgenommen werden.
Ermittlung des Wahlergebnisses § 48 Abs 3 BRWO
Hinsichtlich der Ermittlung des Wahlergebnisses bestimmt die BRWO: •	Die Wahlkuverts für gleichgewichtete Stimmen sind von denen für Ein­ zelstimmen zu trennen. •	Zuerst sind die Kuverts für gleichgewichtete Stimmenzettel zu öffnen und die Stimmen auszuzählen. 15
•	Nach jeder Öffnung eines Wahlkuverts ist auf dem entnommenen Stimm­ zettel die ihm zukommende Stimmenanzahl zu notieren. Beispiel: In unserem oben angeführten Beispiel entspricht eine gleichgewichtige Stimme dem Wert von „14“. Auf einem gleichgewichtigen Stimmzettel ist daher die Zahl „14“ zu notieren. •	Danach erfolgt die Öffnung und Auszählung der Einzelstimmen. •	Auch auf diesen ist die Stimmenanzahl zu vermerken (also die Zahl 1). •	Die auf den Stimmzetteln vermerkten Zahlen bilden dann die Basis für die Ermittlung der Stimmensummen für die Wahlvorschläge.
Gültige/ungültige Stimmen Enthält ein Wahlkuvert mehrere auf denselben Wahlvorschlag lautende Stimmen, so zählen diese nur als eine Stimme. Ungültig sind mehrere in einem Kuvert enthaltene Stimmzettel nur dann, wenn mit ihnen für ver­ schiedene Wahlvorschläge gestimmt wurde. Beispiel a): Ein Kuvert enthält zwei Stimmzettel. Beide Stimmzettel unterstützen dieselbe wahlwerbende Gruppe. Diese gelten für eine Stimme, obwohl 2 Stimmzettel vorhanden sind. Beispiel b) Ein Kuvert enthält zwei Stimmzettel. Jeder Stimmzettel unterstützt eine andere wahlwerbende Gruppe. Beide Stimmzettel sind ungültig.
Ermittlung des Wahlergebnisses Im Übrigen gelten die Bestimmungen über die Betriebsratswahl:
Ermittlung des Wahl­ergebnisses nach d’Hondt § 27 BRWO
•	Für die Vergabe von Mandaten gelten die Vorschriften für die Ermitt­ lung des Wahlergebnisses bei der Betriebsratswahl: Die Ermittlung des Wahlergebnisses erfolgt nach dem d’Hondtschen System. Beispiel: Bei der Zentralbetriebsratswahl des Unternehmens XY mit 880 Beschäftigten gibt es zwei wahlwerbende Gruppen. Hier sind also 4 Mandate zu vergeben. Jede gewichtete Stimme entspricht 14 Stimmen. Die Wahlkuvert werden wie oben bereits erwähnt getrennt (gewichtete und Einzelstimmen) und es wird mit der Auszählung der gewichteten Stimmen begonnen. 1. Auszählung der gewichteten Stimmen Es werden 51 gültige gewichtete Stimmen und 2 ungültige gewichtete Stimmen ausgezählt (Hinweis: Nach jedem geöffnetem Kuvert wird die ihm zukommende Stimmanzahl – in unserem Beispiel 14 – darauf notiert) Von den ausgezählen gewichteten Stimmen entfallen auf: Liste A:	11 gewichtete Stimmen x 14	Liste B:	40 gewichtete Stimmen x 14	Ungültige:	2 gewichtete Stimmen x 14
=	154 Stimmen =	560 Stimmen =	28 Stimmen
2. Auszählung der Einzelstimmen Liste A:	51 Stimmen Liste B:	80 Stimmen Ungültige:	2 Stimmen 3. Ergibt so mit insgesamt Liste A:	154+51=	205 Stimmen Liste B:	560+80=	640 Stimmen Ungültige:	28+2=	30 Stimmen 4. Ermittlung des Wahlergebnisses nach dem d´Hondtschen System Bei 880 Beschäftigtem in unserem Beispiel sind 4 Mandate zu vergeben. Die vierthöchste Zahl ist also die Wahlzahl da 4 Mandate zu vergeben sind. Liste B:
640 (ersthöchste Zahl)
205 Wahlzahl (viertgrößte Zahl)
1/2 = 320 (zweithöchste Zahl)
1/2 = 102,5
1/3 =213,3 (dritthöchste Zahl)
1/3 = 68,3
1/4 = 160
1/4 =51,25
Liste B: 640 Stimmen : 205 Wahlzahl = 3,1 Liste A: 205 Stimmen: 205 Wahlzahl = 1 Die Berechnung ergibt also für Liste B - 3 Mandate (25 Reststimmen werden weiter nicht berücksichtigt) und Liste A - 1 Mandat.
Anfechtung Für die Anfechtung der Wahl gelten die Vorschriften für die Anfechtung der Betriebsratswahl.
§ 34 BRWO
Die einzelnen Wahlberechtigten und jede wahlwerbende Gruppe sowie der/die Betriebsinhaber/-in sind berechtigt, binnen Monatsfrist vom Tage der Kundmachung des Wahlergebnisses an gerechnet, die Wahl bei Gericht anzufechten.
§ 59 ArbVG
Anfechtungsgründe der Zentralbetriebsratswahl Anfechtungsberechtigte Anfechtungsgründe	Wahl-	wahl-	Betriebs	berechtigte	werbende	inhaber/	Gruppe	inhaberin Verletzungen wesentlicher Bestimmungen des Wahlverfahrens, wenn dadurch das Wahlergebnis beeinflusst werden konnte
Verletzung leitender Grundsätze des Wahlrechts, wenn dadurch das Wahlergebnis beeinflusst werden konnte
Nichtauflegen einheitlicher Stimmzettel
Die Wahl wäre –	ihrer Art nach –	ihrem Umfang nach –	mangels Vorliegen eines Unternehmens/Betriebes nicht durchzuführen
§ 82 Abs 1 ArbVG sowie § 82 Abs 2 ArbVG
Grundsätzlich beträgt die Funktionsdauer des Zentralbetriebsrates 4 Jahre. Die Funktionsdauer kann früher enden, wenn z. B.: •	das Unternehmen aufgelöst wird; Beispiel: Ein Unternehmen ist dann aufgelöst, wenn sämtliche Betriebe eingestellt sind. Das Unternehmen kann aber auch z. B. dadurch aufgelöst werden, dass zwar alle Betriebe bestehen bleiben, aber die rechtliche Einheit verlorengeht. •	dem Unternehmen nur mehr ein Betrieb angehört; Beispiel: Wenn dem Unternehmen nur mehr ein Betrieb angehört, dann sind die Voraussetzungen für die Errichtung eines Zentralbetriebsrates, nämlich der Bestand mehrerer Betriebe, nicht mehr gegeben. •	die Zahl der Zentralbetriebsratsmitglieder unter drei sinkt; •	die Versammlung aller Betriebsräte der Betriebe eines Unternehmens die Enthebung des Zentralbetriebsrates beschließt; •	oder der Zentralbetriebsrat seinen Rücktritt beschließt; •	das Gericht die Wahl für ungültig erklärt.
Die Mitgliedschaft zum Zentralbetriebsrat erlischt, wenn •	die Tätigkeitsdauer des ZBR endet, •	das Mitglied zurücktritt, •	die Mitgliedschaft zum Betriebsrat erlischt. (Ersatzmitglieder siehe Seite 10)
Wahlakten § 48 Abs 4 BRWO iVm § 31 BRWO
Der Wahlvorstand hat über die Wahlhandlung eine Niederschrift aufzu­ legen. Diese ist von den Mitgliedern des Wahlvorstandes zu unterschreiben. Wie bei der Betriebsratswahl sind die Wahlakten in einem Umschlag zu verwahren und zu versiegeln.
Benachrichtigung des/der Gewählten § 48 Abs 4 BRWO iVm § 32 Abs 1 BRWO
Unmittelbar nach der Feststellung des Wahlergebnisses hat der Wahlvor­ stand die Gewählten von ihrer Wahl zu verständigen. Erklärt ein/e Ge­ wählte/r nicht binnen drei Tagen, dass er/sie die Wahl ablehnt, so gilt sie als angenommen. Selbstverständlich kann auch vor Ablauf dieser drei Tage die Wahl angenommen werden.
Kundmachung des Wahlergebnisses § 48 Abs 4 BRWO iVm § 33 BRWO
Das Ergebnis der Wahl ist in den Betrieben durch Anschlag oder durch eine sonstige geeignete schriftliche oder elektronische Mitteilung kundzumachen. 4.	Wie wird das Wahlergebnis ermittelt?
§ 83 ArbVG iVm § 66 Abs 1 ArbVG
Innerhalb von zwei Wochen nach der Wahlergebniskundmachung ist von dem an Lebensjahren ältesten Mitglied des Zentralbetriebs­ rates die konstituierende Sitzung einzuberufen. Die Sitzung hat innerhalb von sechs Wochen nach der Wahlergebniskundmachung stattzufinden.
Wenn das älteste Mitglied seiner Verpflichtung nicht nachkommt, so hat (nach Ablauf von zwei Wochen nach der Wahlergebniskundmachung) je­ der/jede Listenführer/-in der bei der Zentralbetriebsratswahl Mandate er­ reichenden Gruppe das Recht zur Einberufung. Im Falle mehrerer (gleich­ zeitiger) Einberufungen gilt die Einberufung jenes Listenführers oder jener Listenführerin, dessen/deren wahlwerbende Gruppe bei der Zentralbe­ triebsratswahl die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte. Diese ersatzweise Einberufungsberechtigten sind an diese 2-Wochen-Frist nicht gebunden. Sie haben so lange die Möglichkeit, eine Einberufung vor­ zunehmen, als das Mandat der gewählten Zentralbetriebsratsmitglieder nicht abgelaufen ist. Dieses Mandat läuft sechs Wochen nach der dem pri­ mär einberufungsberechtigten ältesten gewählten Zentralbetriebsratsmit­ glied zur Verfügung stehenden Sechs-Wochen-Frist ab. Die gewählten Zentralbetriebsratsmitglieder sollen von der Einberufung der konstituierenden Sitzung mindestens eine Woche vorher verständigt werden.
Die Zentralbetriebsratsmitglieder sind verpflichtet, an der konstituierenden Sitzung teilzunehmen. Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit gefasst, wobei mindestens die Hälfte der Mitglieder anwesend sein muss. Den Vorsitz hat zunächst der/die Einberufer/-in zu führen, bis zur Wahl des/der Vorsitzenden.
Wahl des/der Vorsitzenden des Zentralbetriebsrates § 83 ArbVG iVm § 66 Abs 3 ArbVG
Die Zentralbetriebsratsmitglieder haben aus ihrer Mitte mit Mehr­ heit der abgegebenen Stimmen den/die Vorsitzende/-n und einen oder mehrere Stellvertreter/-innen zu wählen. Der/Die Stellver­ treter/-in kann der gleichen Arbeitnehmergruppe wie der/die Vor­ sitzende angehören. Besteht ein Zentralbetriebsratsfonds, ist auch ein/e Kassaverwalter/-in zu wählen. Der/Die Vorsitzende vertritt den Zentralbetriebsrat gegenüber der Ge­ schäftsführung, bei dessen/deren Verhinderung seine/ihre Stellvertreter/ -in. Unmittelbar nach der Wahl hat der/die Vorsitzende •	dem/der Betriebsinhaber/-in, •	dem nach den Standort der Betriebe zuständigen Arbeitsinspektoraten, •	den zuständigen freiwilligen Berufsvereinigungen und •	der zuständigen gesetzlichen Interessenvertretung der Arbeitnehmer/ -innen das Ergebnis der Wahl schriftlich mitzuteilen.
§ 83 ArbVG iVm § 66 Abs 8 ArbVG
1.	Mitwirkung in wirtschaftlichen Angelegenheiten – Aufsichtsrat­ entsendung: § 110 ArbVG
Der Zentralbetriebsrat ist berechtigt, in Unternehmen, die aufsichtsrats­ pflich­tig sind (Ausnahmen § 132 ArbVG), für je zwei bestellte Ka­pital­ vertreter/-innen einen/eine Arbeitnehmervertreter/-in in den Aufsichtsrat zu entsenden. Wenn die Zahl der Aufsichtsratsmitglieder ungerade ist, dann ist ein/e weitere/r Arbeitnehmervertreter/-in zu entsenden. Der Auf­ sichtsrat hat die wesentliche Aufgabe, die Geschäftsführung zu über­ wachen. Im Allgemeinen haben die Arbeitnehmervertreter/-innen im ­Aufsichtsrat das gleiche uneingeschränkte Stimmrecht wie die von der Ka­ pitalseite entsendeten Aufsichtsratsmitglieder. Die entsendeten Betriebs­ rät/-innen üben die Funktion ehrenamtlich aus und erhalten keine Auf­ sichts­rat­entschädigung.
Bei Haftungsansprüchen aus ihrer Tätigkeit als Aufsichtsrät/-innen können Betriebsrät/-innen im Aufsichtsrat aber voll haftbar gemacht werden. Da Betriebs­rät/-innen im Aufsichtsrat keine Aufwandsentschädigung erhal­ ten, aber voll haftbar sind, hat der ÖGB eine Gruppenversicherung abge­ schlossen, um sie vor finanziellen Risken abzu­sichern. Die Betriebsrät/-innen, die als Arbeitnehmervertreter/-innen in den Auf­ sichtsrat entsendet wurden, haben dafür Sorge zu tragen, dass ein ausge­ fülltes Formular AR 1 ( bei der für sie zuständigen Gewerkschaft) eingeht. Ab dem Eintreffen des Formulars beginnt der Versicherungsschutz zu wir­ ken. Wird nun gegen einen Betriebsrat/eine Betriebsrätin im Aufsichtsrat ge­ richtlich vorgegangen, hat er/sie umgehendst seine/ihre Gewerkschaft zu verständigen (nähere Informationen auf www.betriebsraete.at).
Kompetenzabgrenzung zum Betriebsrat § 113 Abs 4 ArbVG
In Unternehmen, in denen ein Zentralbetriebsrat zu errichten ist, werden folgende Befugnisse von diesem ausgeübt: •	Mitwirkung in wirtschaftlichen Angelegenheiten gemäß §§ 110 bis 112; •	soweit sie nicht nur die Interessen der Arbeitnehmerschaft eines Be­ triebes berühren a) Recht auf Intervention (§ 90); b) allgemeines Informationsrecht (§ 91); c) Beratungsrecht (§ 92); d) Mitwirkung in Arbeitsschutzangelegenheiten (§ 92a); e) Mitwirkung an betriebs- und unternehmenseigenen Schulungs-, Bil­ dungs- und Wohlfahrtseinrichtungen (§§ 94 und 95); f) wirtschaftliche Informations- und Interventionsrechte (§ 108); g) Mitwirkung bei Betriebsänderungen gemäß § 109. •	Abschluss von Betriebsvereinbarungen nach § 97 Abs 1 Z 1b (Mitarbeite­ rInnenvorsorgekasse) •	Wahrnehmung der Rechte gemäß § 89 Z 3 hinsichtlich geplanter und in Bau befindlicher Betriebsstätten des Unternehmens, für die noch kein Betriebsrat zuständig ist; •	Entsendung von Arbeitnehmervertreter/-innen in das besondere Ver­ handlungsgremium (§§ 179, 180) und in den Europäischen Betriebsrat (§ 193); - sofern kein Konzernbetriebsrat vorhanden ist. Darüber hinaus gibt es noch einige Entsendungsregelungen und Befugnis­ regelungen für den Zentralbetriebsrat. 20
Kompetenzübertragung auf den Zentralbetriebsrat
Betriebsrat und Betriebsausschuss können dem Zentralbetriebsrat mit des­ sen Zustimmung die Ausübung ihrer Befugnisse für einzelne oder für be­ stimmte Angelegenheiten übertragen. Dies kann zum Beispiel die Ab­schluss­ kompetenz von Betriebsvereinbarungen sein.
§ 114 Abs 1 ArbVG
Die Zentralbetriebsratsumlage § 85 ArbVG sowie § 38 BRFVO
Zur Deckung der Kosten der Geschäftsführung des Zentralbetriebsrates und zur Errichtung und Erhaltung von Wohlfahrtseinrichtungen der Ar­ beitnehmerschaft des Unternehmens kann eine Zentralbetriebsratsumlage eingehoben werden. Einhebung und Höhe der Zentralbetriebsratsumlage beschließt auf Antrag des Zentralbetriebsrates oder eines Betriebsrates die Betriebsräteversammlung. Die Zentralbetriebsratsumlage ist aus den in den einzelnen Betrieben des Unternehmens eingehobenen Betriebsratsumlagen zu entrichten. Sie darf höchstens 10 % der Be­ triebsratsumlage betragen.
Die Zentralbetriebsratsumlage ist nicht von den einzelnen in den Betrieben des Unternehmens beschäftigten Arbeitnehmer/-innen zu entrichten, son­ dern von den bestehenden Betriebsratsfonds. Die einzelnen AN trifft daher keine zusätzliche Belastung. Zur Beschlussfassung der Zentralbetriebsratsumlage ist die Anwesenheit von mindestens der Hälfte aller Betriebsratsmitglieder an der Betriebsräte­ versammlung erforderlich. Der Beschluss wird mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst. Sind bei Beginn der BR-Versammlung weniger als die Hälfte der BR-Mit­ glieder anwesend, so ist eine halbe Stunde zuzuwarten; nach Ablauf dieser Zeit ist die BR-Versammlung ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden BR-Mitglieder beschlussfähig.
Der Zentralbetriebsratsfonds § 86 ArbVG sowie § 40 BRFVO
Die Eingänge aus der Zentralbetriebsratsumlage bilden den Zentralbe­ triebs­ratsfonds. Vertreter/-in des Fonds ist der/die Vorsitzende des Zen­ tralbetriebsrates, bei seiner Verhinderung der/die Stellvertreter/-in.
Literaturtipp Zum Betriebsratsfonds vgl. Robert Priewasser, Der Betriebsratsfonds, Verlag des ÖGB, Wien 2007.
Der Zentraljugend­vertrauensrat
Anmerkungen § 64a BRWO
In Unternehmen mit mindestens zwei Betrieben, die eine wirtschaftliche Einheit bilden und vom Unternehmen zentral verwaltet werden, ist ein Zentraljugendvertrauensrat zu wählen.
Anzahl der Mitglieder des Zentraljugendvertrauensrates § 131b Abs 1 ArbVG sowie § 64b Abs 1 BRWO
Der Zentraljugendvertrauensrat besteht (abgesehen von einigen Sonder­ regelungen, die in der Praxis selten anzutreffen sind) in Unternehmen mit bis zu 250	jugendlichen Arbeitnehmer/-innen aus 4 Mitgliedern 251 bis 500	jugendlichen Arbeitnehmer/-innen aus 5 Mitgliedern ab 501	jugendlichen Arbeitnehmer/-innen aus	6 Mitgliedern
Der Wahlvorstand § 131b Abs 2 ArbVG sowie § 64e Abs 1 und 2 BRWO
Der Wahlvorstand besteht aus mindestens zwei Jugendvertrauensratmit­ gliedern und einem vom Zentralbetriebsrat zu entsendenden Zentralbe­ triebsratsmitglied. Der/Die Vorsitzende des nach der Anzahl der Mitglieder größten Jugend­ vertrauens­rates hat den Wahlvorstand zur konstituierenden Sitzung ein­ zuberufen.
Durchführung der Wahl § 64h BRWO sowie § 64i BRWO
Für die Wahl des Jugendvertrauensrates gelten dieselben Grund­ sätze und Vorschriften wie für die Wahl des Zentralbetriebsrates. Insbesondere gilt auch hier der Grundsatz der Stimmgewichtung. Jedem wahlberechtigten Jugendvertrauensratmitglied kommen so viele Stim­ men zu: Anzahl der im Betrieb bei der letzten Jugendvertrauensratwahl wahlberechtigten jugendlichen Arbeitnehmer/-innen Anzahl der gewählten Jugendvertrauensräte Der weitere Wahlvorgang erfolgt analog der Zentralbetriebsratswahl.
Die Zentralbehindertenvertrauens­ person § 22a Abs 11 und 12 BEinstG
Besteht in einem Unternehmen ein Zentralbetriebsrat, so sind von den Behindertenvertrauenspersonen und den Stellvertreter/-innen aus ihrer Mitte mit einfacher Mehrheit der Stimmen eine Zen­ tralbehindertenvertrauensperson und ein/eine Stellvertreter/-in zu ­wählen. Für die Gültigkeit der Wahl muss zumindest die Hälfte der Wahlberechtig­ ten anwesend sein. 22
Wurde im gesamten Unternehmen nur eine Behindertenvertrauensperson und ein/eine Stellvertreter/-in gewählt, so üben diese auch die Funktion der Zentralbehindertenvertrauensperson und des Stellvertreters bzw. der Stellvertreterin aus.
Nach § 57 ArbVG ist das Ergebnis der Wahl der Zentralbehindertenvertrau­ ensperson und des Stellvertreters bzw. der Stellvertreterin in den Betrieben des Unternehmens kundzumachen und •	dem/der Betriebsinhaber/-in, •	dem nach dem Standort des Betriebes zuständigen Arbeitsinspektorat, •	den zuständigen freiwilligen Berufsvereinigungen •	und der zuständigen gesetzlichen Interessenvertretung der Ar­beit­neh­ mer/-innen •	sowie – ergänzend zu § 57 ArbVG – dem zuständigen Bundesamt für Soziales und Behindertenwesen bekanntzugeben. Aufgaben der Zentralbehindertenvertrauensperson •	Die Zentralbehindertenvertrauensperson ist berufen, die wirtschaft­ lichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Interessen der be­ günstigt Behinderten im Einvernehmen mit dem Zentralbetriebsrat wahrzunehmen. Der Zentralbetriebsrat ist verpflichtet, der Zentralbehindertenver­ trauensperson bei der Wahrnehmung der besonderen Belange der be­ günstigten Behinderten beizustehen und die erforderlichen Auskünfte zu erteilen. •	Die Zentralbehindertenvertrauensperson ist befugt, höchstens zweimal jährlich eine Versammlung aller Behindertenvertrauenspersonen des Unternehmens einzuberufen, um über ihre Tätigkeit zu berichten und Angelegenheiten, die für die begünstigten Behinderten des Unterneh­ mens von Bedeutung sind, zu erörtern. •	Die Zentralbehindertenvertrauensperson kann an den Sitzungen des Zentralbetriebsrates beratend teilnehmen. Tätigkeitsdauer der Zentralbehindertenvertrauensperson Die Tätigkeitsdauer der Zentralbehindertenvertrauensperson – ihres Stell­ vertreters bzw. ihrer Stellvertreterin – beträgt vier Jahre. Sie endet vor Ab­ lauf dieser Zeit, wenn •	im Unternehmen kein Zentralbetriebsrat mehr besteht, •	die Funktion als Behindertenvertrauensperson endet, •	die Zentralbehindertenvertrauensperson zurücktritt.
5.	Nennen Sie die wesentlichen Aufgaben des Zentralbetriebs­ rates.
Voraussetzung ist, dass in einem Unternehmen mindestens zwei Be­ triebe vorhanden sind, die eine wirtschaftliche (juristische) Einheit bilden, vom Unternehmen zentral verwaltet werden und in denen Betriebsräte gewählt sind.
F 2:	Jeder im Unternehmen bestehende Betriebsrat ist verpflichtet, eines seiner Mitglieder in den Wahlvorstand zu entsenden.
Der Wahlvorstand besteht in der Regel aus mindestens drei Mitglie­ dern. In ihm muss jeder Betriebsrat des Unternehmens vertreten sein.
F 3:	Wahlvorschläge müssen von mindestens drei Betriebsratsmitglie­ dern unterschrieben werden. Wahlvorschläge sollen doppelt so viele Wahlwerber/-innen enthalten, als Mitglieder in den Zentralbetriebs­ rat zu wählen sind. Der/Die Erstunterzeichnete des Wahlvorschlages gilt als dessen Vertreter/-in. Es soll bei der Erstellung von Wahlvor­ schlägen darauf Bedacht genommen werden, dass sowohl die Grup­ pe der Arbeiter und Angestellten als auch die einzelnen Betriebe des Unternehmens im Zentralbetriebsrat angemessen vertreten sind. Wahlvorschläge müssen spätestens eine Woche vor dem Wahltag schriftlich dem/der Vorsitzenden des Wahlvorstandes überreicht werden. Dieser bestätigt den Empfang. F 4:
Die Ermittlung des Wahlergebnisses erfolgt nach dem d’Hondtschen System.
F 5:	Entsendung von Arbeitnehmervertreter/-innen in den Aufsichtsrat; Interventions-, Informations- und Beratungsrecht; z. B.:	Mitwirkung in wirtschaftlichen Angelegenheiten, Mitwirkung an Schulungs-, Bildungs- und Wohlfahrtseinrich­ tungen, Mitwirkung bei Betriebsänderung.
Hilfsmittel zur Wahl des Zentralbetriebsrats befinden sich auch auf unserer ÖGB Webseite www.betriebsraete.at Formulare die zur Verfügung stehen: •	ZBR 1 – Bestellung des Wahlvorstandes zur ZBR-Wahl •	ZBR 2 – Vorbereitung der ZBR-Wahl •	ZBR 2a – WählerInnenliste •	ZBR 2b – Wahlvorschlag •	ZBR 3 – Wahlkarte •	ZBR 4 – Abstimmungsverzeichnis •	ZBR 5 – Niederschrift •	ZBR 6 – Auszug aus der Niederschrift •	ZBR 7 – Ergebnis der ZBR-Wahl •	ZBR 8 – Mitteilung über die Konstituierung des ZBR
PZG-7 Faschismus PZG-8 Staat und Verfassung PZG-10 Politik, Ökonomie, Recht und Gewerkschaften
PGA-04_Die_Zentralbetriebsratswahl

References: § 40
 § 37
 § 34
 § 80
 § 38
 § 40
 § 41

§ 42

§ 42

§ 81
 § 41
 § 81
 § 41
 § 81
 § 41
 § 81
 § 41

§ 43
 § 81
 § 45

§ 18
 § 44
 § 46

§ 81
 § 46

§ 46

§ 46

§ 46

§ 46
 § 30

§ 82
 § 46
 § 21

§ 81
 § 39
 § 81
 § 47
 § 48
 § 81
 § 48
 § 51
 § 48
 § 27

§ 34

§ 59

§ 82
 § 82
 § 48
 § 31
 § 48
 § 32
 § 48
 § 33

§ 83
 § 66
 § 83
 § 66

§ 83
 § 66
 § 110
 § 132
 § 113
 § 109
 § 97
 § 89

§ 114
 § 85
 § 38
 § 86
 § 40
 § 64
 § 131
 § 64
 § 131
 § 64
 § 64
 § 64
 § 22
 § 57
 § 57