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Timestamp: 2016-10-28 10:24:34+00:00

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128 V 315
128 V 31547. Auszug aus dem Urteil i.S. S. gegen Arbeitslosenkasse SMUV und Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden C 357/01 vom 9. August 2002
Art. 2, 8 et 11 ainsi que l'annexe II de l'Accord sur la libre circulation des personnes (ALCP); art. 94 et 95 du R�glement (CEE) no 1408/71. - Sous r�serve des dispositions sp�cifiques contenues dans l'ALCP ou des actes auxquels il est fait r�f�rence, d'une part, et, d'autre part, des principes d'�quivalence et d'effectivit�, l'organisation de la proc�dure est d�termin�e selon le droit suisse. - Dans une proc�dure judiciaire de recours en mati�re d'assurances sociales, les dispositions de l'ALCP ne sont en principe applicables pour la p�riode post�rieure � leur entr�e en vigueur (le 1er juin 2002) que si la d�cision administrative a �t� rendue post�rieurement � cette date (la question est toutefois laiss�e ouverte pour les cas o� une proc�dure d'opposition est pr�vue). Conform�ment � la jurisprudence constante du Tribunal f�d�ral des assurances, en effet, l'examen par le juge se limite � la p�riode pr�c�dant le prononc� de la d�cision administrative; les modifications ult�rieures de l'�tat de fait ou de droit ne peuvent normalement pas �tre prises en consid�ration. Consid�rants � partir de page 316
BGE 128 V 315 S. 316
1. Der Beschwerdef�hrer ist ein spanischer Staatsangeh�riger, der in der Schweiz eine Erwerbst�tigkeit ausge�bt hat und Leistungen der schweizerischen Arbeitslosenversicherung beansprucht. In Anbetracht dieses einen Angeh�rigen eines EU-Mitgliedstaats betreffenden grenz�berschreitenden Sachverhalts fragt sich, ob und inwieweit im vorliegenden Beschwerdeverfahren das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europ�ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits �ber die Freiz�gigkeit (Abkommen �ber die Personenfreiz�gigkeit; APF; AS 2002 1529) anzuwenden ist. Dabei ist zu beachten, dass das APF nach Erlass der Verwaltungsverf�gung vom 17. Juli 2001 in Kraft getreten ist, aber nach dessen Inkrafttreten �ber die Verwaltungsgerichtsbeschwerde entschieden wird.
a) Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 APF ausgearbeiteten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 APF) Anhangs II "Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit" des APF in Verbindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien untereinander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur BGE 128 V 315 S. 317Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstst�ndige sowie deren Familienangeh�rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (nachfolgend: Verordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung (EWG) Nr. 574/72 des Rates vom 21. M�rz 1972 �ber die Durchf�hrung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 �ber die Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstst�ndige sowie deren Familienangeh�rige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (nachfolgend: Verordnung Nr. 574/72), oder gleichwertige Vorschriften an. Der am 1. Juni 2002 in Kraft getretene neue Art. 121 AVIG verweist in lit. a auf diese beiden Koordinierungsverordnungen (AS 2002 699 f.).
b) aa) Art. 94 der Verordnung Nr. 1408/71 sowie Art. 118 der Verordnung Nr. 574/72 enthalten �bergangsvorschriften f�r Arbeitnehmer und Art. 95 der Verordnung Nr. 1408/71 sowie Art. 119 der Verordnung Nr. 574/72 solche f�r Selbstst�ndige. Gem�ss Art. 94 Abs. 1 und 95 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1408/71 begr�ndet die Verordnung keinen Anspruch f�r einen Zeitraum vor dem Beginn ihrer Anwendung im betreffenden Staat. Eine r�ckwirkende Anwendung des durch das APF hinsichtlich der sozialen Sicherheit eingef�hrten Koordinierungsrechts auf einen vor Inkrafttreten des Abkommens liegenden Zeitraum ist deshalb ausgeschlossen.
bb) Hingegen enthalten die �bergangsbestimmungen der Verordnungen Nr. 1408/71 und Nr. 574/72 keinen Hinweis darauf, ob das neue Recht in einem gerichtlichen Beschwerdeverfahren, welches eine vor Inkrafttreten der neuen Regelung ergangene Verwaltungsverf�gung betrifft, f�r die Zeit ab Inkrafttreten des APF - erforderlichenfalls bei Vorliegen eines entsprechenden Antrags nach Massgabe von Art. 94 und 95, je Abs. 4 und 5, der Verordnung Nr. 1408/71 - anzuwenden ist oder ob f�r diesen Zeitraum zun�chst eine neue Verwaltungsverf�gung erlassen werden muss. Auch im APF selbst findet sich keine Antwort auf diese verfahrensrechtliche Frage.
Diese und die folgenden Aussagen beziehen sich nur auf die hier einzig interessierende Situation, dass der Verwaltungsverf�gung kein Einspracheverfahren folgte. Wenn etwa gesagt wird, es sei auf den Zeitpunkt der Verwaltungsverf�gung abzustellen, folgt daraus nicht ohne weiteres, dass in F�llen, in denen ein Einspracheverfahren durchzuf�hren ist, (immer) der Zeitpunkt des Einspracheentscheides massgebend ist. Wie es sich bei einem Einspracheverfahren - allenfalls je nachdem, ob der Einspracheentscheid von einem Zeitpunkt BGE 128 V 315 S. 318vor oder nach Inkrafttreten des APF datiert - verhielte, braucht hier nicht untersucht zu werden. Dementsprechend sind im vorliegenden Urteil mit dem Ausdruck "Verwaltungsverf�gung" nur ohne Einspracheverfahren ergangene Verf�gungen gemeint.
c) Mangels einer einschl�gigen gemeinschaftsrechtlichen bzw. f�r die Schweiz abkommensrechtlichen Regelung ist die Ausgestaltung des Verfahrens grunds�tzlich Sache der innerstaatlichen Rechtsordnung. Dies erhellt zum einen daraus, dass Art. 11 APF, der sich auch auf die Anwendung der Verordnungen Nr. 1408/71 und Nr. 574/72 bzw. diesen gleichwertiger Vorschriften bezieht (SILVIA BUCHER, Die Rechtsmittel der Versicherten gem�ss APF im Bereich der Sozialen Sicherheit, in: Rechtsschutz der Versicherten und der Versicherer gem�ss Abkommen EU/CH �ber die Personenfreiz�gigkeit [APF] im Bereich der Sozialen Sicherheit, St. Gallen 2002, S. 87 ff., Rz 3), abgesehen von Mindestgarantien (innert angemessener Frist zu behandelnde "Beschwerde" bei der zust�ndigen Beh�rde; "Berufung" beim zust�ndigen nationalen Gericht; vgl. dazu z.B. SPIRA, L'application de l'Accord sur la libre circulation des personnes par le juge des assurances sociales, in: Bilaterale Abkommen Schweiz-EU [Erste Analysen], Basel 2001, S. 369 ff., S. 374 ff.) die Regelung des Verfahrens der innerstaatlichen Rechtsordnung �berl�sst (KLAUS-DIETER BORCHARDT, Grunds�tze des Rechtsschutzes gem�ss APF, in: Rechtsschutz der Versicherten und der Versicherer gem�ss Abkommen EU/CH �ber die Personenfreiz�gigkeit [APF] im Bereich der Sozialen Sicherheit, St. Gallen 2002, S. 49 ff., S. 55; BREITENMOSER/ISLER, Der Rechtsschutz gem�ss dem Personenfreiz�gigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 im Bereich der Sozialen Sicherheit, in: Die Durchf�hrung des Abkommens EU/CH �ber die Personenfreiz�gigkeit [Teil Soziale Sicherheit] in der Schweiz, St. Gallen 2001, S. 197 ff., S. 210; BETTINA KAHIL-WOLFF, Im APF nicht geregelte Fragen des Rechtsschutzes, in: Rechtsschutz der Versicherten und der Versicherer gem�ss Abkommen EU/CH �ber die Personenfreiz�gigkeit [APF] im Bereich der Sozialen Sicherheit, St. Gallen 2002, S. 67 ff. [nachfolgend: KAHIL-WOLFF, Fragen], S. 74).
Zum andern entspricht dieser Grundsatz der Rechtsprechung des Gerichtshofes der Europ�ischen Gemeinschaften (nachfolgend: EuGH), wonach die Bestimmung der zust�ndigen Gerichte und die Ausgestaltung gerichtlicher Verfahren, die den Schutz der den B�rgern aus dem Gemeinschaftsrecht erwachsenden Rechte gew�hrleisten sollen, mangels einer einschl�gigen gemeinschaftlichen BGE 128 V 315 S. 319Regelung Sache der innerstaatlichen Rechtsordnung der einzelnen Mitgliedstaaten ist (z.B. Urteil des EuGH vom 22. Februar 2001 in den verbundenen Rechtssachen C-52/99 und C-53/99, Office national des pensions [ONP] gegen Gioconda Camarotto und Giuseppina Vignone, Slg. 2001 S. I-1395 ff. [nachfolgend: EuGH-Urteil Camarotto und Vignone], Randnr. 21; Urteil des EuGH vom 21. Januar 1999 in der Rechtssache C-120/97, Upjohn Ltd gegen The Licensing Authority established by the Medicines Act 1968 u.a., Slg. 1999 S. I-223 ff. [nachfolgend: EuGH-Urteil Upjohn], Randnr. 32). Die Gestaltungsfreiheit der Mitgliedstaaten ist allerdings nach der Praxis des EuGH dahin eingeschr�nkt, dass die Modalit�ten nicht weniger g�nstig sein d�rfen als bei gleichartigen Verfahren, die das innerstaatliche Recht betreffen (Grundsatz der Gleichwertigkeit), und nicht so ausgestaltet sein d�rfen, dass sie die Aus�bung der durch die Gemeinschaftsrechtsordnung verliehenen Rechte praktisch unm�glich machen oder �berm�ssig erschweren (Grundsatz der Effektivit�t) (z.B. EuGH-Urteil Camarotto und Vignone, Randnrn. 21 und 40; EuGH-Urteil Upjohn, Randnr. 32).
Der Grundsatz der Gleichwertigkeit gilt aufgrund von Art. 2 APF (Nichtdiskriminierung) ohne weiteres auch f�r die Schweiz (vgl. auch BORCHARDT, a.a.O., S. 55). Auch der vom EuGH entwickelte Grundsatz der Effektivit�t l�sst sich auf das APF �bertragen; denn mit der Rechtsschutzgarantie des Art. 11 APF kann nur ein effektiver Rechtsschutz gemeint sein (vgl. BUCHER, a.a.O., Rz 88 am Ende; KAHIL-WOLFF, Fragen, S. 75). Eine andere L�sung w�re auch unter dem Gesichtspunkt der Gegenseitigkeit fragw�rdig, weil die EU-Mitgliedstaaten bei der Ausgestaltung ihres Verfahrens nicht nur im Anwendungsbereich z.B. der Verordnung Nr. 1408/71, sondern der gesamten Gemeinschaftsrechtsordnung, zu der auch Assoziierungsabkommen mit Drittstaaten wie das APF (siehe zur Qualifikation des APF als Assoziierungsabkommen BREITENMOSER/ISLER, a.a.O., S. 200; KAHIL-WOLFF, L'accord sur la libre circulation des personnes Suisse-CE et le droit des assurances sociales, in: SJ 2001 II S. 81 ff., S. 83; KAHIL-WOLFF/MOSTERS, Struktur und Anwendung des Freiz�gigkeitsabkommens Schweiz/EG, in: Die Durchf�hrung des Abkommens EU/CH �ber die Personenfreiz�gigkeit [Teil Soziale Sicherheit] in der Schweiz, St. Gallen 2001, S. 9 ff., S. 19) geh�ren (z.B. Urteil des EuGH vom 15. Juni 1999 in der Rechtssache C-321/97, Ulla-Brith Andersson und Susanne W�ker�s-Andersson gegen Svenska staten [Schwedischer Staat], Slg. 1999 S. I-3551 ff., Randnr. 26), die Rechtsprechung des EuGH BGE 128 V 315 S. 320zur Effektivit�t zu beachten haben. Dabei kann dahingestellt bleiben, ob der Grundsatz der Effektivit�t zu den f�r die Anwendung des Abkommens herangezogenen Begriffen des Gemeinschaftsrechts geh�rt, f�r deren Auslegung nach Art. 16 Abs. 2 APF die einschl�gige Rechtsprechung des EuGH zu ber�cksichtigen ist, ist es doch den schweizerischen Beh�rden jedenfalls nicht verwehrt, diese Rechtsprechung autonom nachzuvollziehen.
d) Nach dem Gesagten beurteilt sich unter dem Vorbehalt der Grunds�tze der Gleichwertigkeit und der Effektivit�t nach schweizerischem Recht, ob die Verordnungen Nr. 1408/71 und Nr. 574/72 bzw. das Abkommensrecht - erforderlichenfalls bei Vorliegen eines entsprechenden Antrags - in einem gerichtlichen Beschwerdeverfahren, das eine vor Inkrafttreten des neuen Rechts ergangene Verwaltungsverf�gung betrifft, f�r den Zeitraum ab Inkrafttreten des APF anzuwenden sind.
Dass sich gerade die hier interessierende Frage des im gerichtlichen Beschwerdeverfahren anwendbaren Rechts im angef�hrten Sinne grunds�tzlich nach innerstaatlichem Recht beurteilt, wird best�tigt durch das nach der am 21. Juni 1999 erfolgten Unterzeichnung des APF ergangene (vgl. Art. 16 Abs. 2 APF) EuGH-Urteil Camarotto und Vignone. Dieses betrifft den f�r die Schweiz zwar nicht relevanten (vgl. Anhang II Abschnitt A Ziff. 1 Anpassung a APF), aber mit Art. 94 Abs. 5 bis 7 und Art. 95 Abs. 5 bis 7 der Verordnung vergleichbaren (vgl. f�r Art. 94 Urteil des EuGH vom 28. Juni 2001 in der Rechtssache C-118/00, Gervais Larsy gegen Institut national d'assurances sociales pour travailleurs ind�pendants [Inasti], Slg. 2001 S. I-5063 ff., Randnr. 48 in Verbindung mit Randnr. 29) Art. 95a Abs. 4 bis 6 der Verordnung Nr. 1408/71, in welchem ebenso wie in den Abs. 4 bis 7 der Art. 94 und 95 von einem Antrag die Rede ist. Nach diesem Urteil bestimmt unter Vorbehalt der Grunds�tze der Gleichwertigkeit und der Effektivit�t das innerstaatliche Recht, ob ein Antrag im gerichtlichen Beschwerdeverfahren gestellt werden kann oder ob ein solcher trotz h�ngigen Beschwerdeverfahrens bei der Verwaltung eingereicht werden muss. Damit ist es auch dem nationalen Recht anheim gestellt, ob das neue Recht f�r die Zeit ab seinem Inkrafttreten im Beschwerdeverfahren vom Gericht anzuwenden ist oder ob diesbez�glich eine neue Verwaltungsverf�gung ergehen muss.
e) aa) Nach der Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts sind bei einer �nderung der Rechtsgrundlagen diejenigen Rechtss�tze massgebend, die bei der Erf�llung des BGE 128 V 315 S. 321rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 126 V 166 Erw. 4b). Da im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht in der Regel von dem Sachverhalt auszugehen ist, der sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverf�gung zugetragen hat (BGE 121 V 366 Erw. 1b), mithin nur die bis zu diesem Zeitpunkt erfolgte Erf�llung des rechtlich zu ordnenden bzw. zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes ber�cksichtigt wird, ist normalerweise auch nur die bis zu diesem Zeitpunkt geltende Rechtslage massgebend.
bb) Nachdem bei �nderungen innerstaatlichen Rechts bei der gerichtlichen Beurteilung nach Erlass der Verwaltungsverf�gung in Kraft getretene Rechtss�tze nicht zu ber�cksichtigen sind, steht der Grundsatz der Gleichwertigkeit des Verfahrens der Anwendung dieser Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts auch auf das APF und die Rechtsakte, auf die dieses Bezug nimmt, insbesondere die Verordnungen Nr. 1408/71 und Nr. 574/72, nicht entgegen. In Bezug auf das Abkommensrecht von der sonstigen Praxis abzuweichen, was eine Ausdehnung der richterlichen Beurteilung auch auf nach Erlass der Verwaltungsverf�gung eingetretene Sachverhalts�nderungen bedingen und den grunds�tzlich bestehenden Anspruch auf einen doppelten Instanzenzug (BGE 125 V 417 Erw. 2c mit Hinweis) beschneiden w�rde, w�rde zu einer nicht gerechtfertigten verfahrensrechtlichen Ungleichbehandlung zwischen eurointernationalen und innerstaatlichen (oder anderweitig internationalen) sozialversicherungsrechtlichen Streitsachen f�hren.
cc) Das Abstellen auf den Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverf�gung, welches auch bewirkt, dass die Antr�ge auf (Neu-)Feststellung nach der neuen Regelung trotz eines h�ngigen gerichtlichen Beschwerdeverfahrens bei der Verwaltung einzureichen bzw. von dieser zu behandeln sind, verst�sst f�r sich allein nicht gegen den Grundsatz der Effektivit�t. Es kann n�mlich jedenfalls so lange nicht gesagt werden, dieses Vorgehen mache die Aus�bung der durch die einschl�gigen gemeinschafts- bzw. abkommensrechtlichen Bestimmungen einger�umten Rechte praktisch unm�glich oder erschwere diese �berm�ssig, als - wie vorliegend - die in Art. 94 Abs. 6 und Art. 95 Abs. 6 der Verordnung Nr. 1408/71 f�r die Antragstellung nach Art. 94 und 95, je Abs. 4 und 5, vorgesehene Zweijahresfrist seit Inkrafttreten der neuen Regelung im Zeitpunkt der Urteilsf�llung weder abgelaufen ist noch in K�rze abzulaufen droht und die rechtsuchende Person auf die M�glichkeit, BGE 128 V 315 S. 322bei der Verwaltung f�r den Zeitraum ab Inkrafttreten des APF ein neues Gesuch zu stellen, aufmerksam gemacht wird oder ein beim Gericht statt bei der Verwaltung gestellter Antrag zust�ndigkeitshalber an diese �berwiesen wird (vgl. f�r bei der Pr�fung der Frage der Effektivit�t zu beachtende Aspekte die Randnrn. 35 bis 41 des EuGH-Urteils Camarotto und Vignone). F�r solche F�lle kann demnach im Sozialversicherungsrecht auch in Bezug auf das APF an der Praxis, die richterliche Beurteilung auf den Zeitraum vor Erlass der Verwaltungsverf�gung zu beschr�nken und sp�tere Rechts�nderungen wie sp�tere Sachverhalts�nderungen nicht zu ber�cksichtigen, festgehalten werden. Wie in Anbetracht des Grundsatzes der Effektivit�t und des Umstandes, dass von der betroffenen Person nicht erwartet werden kann, von sich aus ein neues Gesuch zu stellen, solange in Bezug auf die gleiche Leistung ein Beschwerdeverfahren h�ngig ist (nicht ver�ffentlichtes Urteil D. vom 5. Dezember 1989, U 40/89), in anders gelagerten F�llen vorzugehen w�re, braucht vorliegend nicht entschieden zu werden.
f) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder der Grundsatz der Gleichwertigkeit noch jener der Effektivit�t erfordert, in Streitsachen wie der vorliegenden in Bezug auf das APF von der bisherigen Praxis des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts abzuweichen, wonach die Pr�fung grunds�tzlich auf den Zeitraum bis zum Erlass der Verwaltungsverf�gung beschr�nkt und nachtr�gliche Rechts�nderungen sowie nachtr�gliche Sachverhalts�nderungen grunds�tzlich nicht ber�cksichtigt werden. Da das APF erst nach dem Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverf�gung in Kraft getreten ist, muss es folglich im vorliegenden Verfahren unber�cksichtigt bleiben.
126 V 166,
121 V 366,
125 V 417
Art. 121 AVIG

References: Art. 2
 art. 94

BGE 
 Art. 1
 Art. 8
 BGE 
 Art. 121
 Art. 94
 Art. 118
 Art. 95
 Art. 119
 Art. 94
 Art. 94
 BGE 
 Art. 11
 BGE 
 EuGH 
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 2
 EuGH 
 Art. 11
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 16
 EuGH 
 Art. 16
 Art. 94
 Art. 95
 Art. 94
 EuGH 
 Art. 95
 Art. 94
 BGE 
 Art. 94
 Art. 95
 Art. 94
 BGE 

Art. 121