Source: http://juracrash.de/?thema=urkundenfaelschung
Timestamp: 2018-05-22 17:14:46+00:00

Document:
Strafrecht Crashkurs Urkundenfälschung
Grundsätze Deliktseinteilungen Vorsätzliches Begehungsdelikt Fahrlässigkeit Versuch Irrtum Rechtswidrigkeit Unterlassungsdelikte Täterschaft und Teilnahme Schuld Konkurrenzen Blutalkohol Diebstahl Betrug Mord und Totschlag Körperverletzung Raub und Erpressung Verkehrsdelikte Beleidigung Urkundenfälschung Meineid Nötigung
Rechts­gut des § 267 StGB ist die Si­cher­heit und Zu­ver­läs­sig­keit des Be­weis­ver­kehrs.
Eine Ur­kun­de ist ei­ne
ver­kör­per­te Ge­dan­ken­er­klä­rung (Per­pe­tu­ie­rungs­funk­tion),
die zum Be­weis im Rechts­ver­kehr ge­eig­net und be­stimmt ist (Be­weis­funk­tion)
und ih­ren Aus­stel­ler er­ken­nen lässt (Ga­ran­tie­funk­tion).
Per­pe­tu­ie­rungs­funk­tion: Mensch­li­che Ge­dan­ken­er­klä­rung, die fest ver­kör­pert und vi­su­ell wahr­nehm­bar ist.
Be­weis­funk­tion: Die Ur­kun­de muss ob­jek­tiv ge­eig­net sein, Be­weis zu er­brin­gen, und sie muss sub­jek­tiv da­zu be­stimmt sein (Ab­sichts­ur­kun­de: von vorn­he­rein be­stimmt, Zu­falls­ur­kun­de: im Nach­hi­nein be­stimmt).
Ga­ran­tie­funk­tion: Fra­ge nach der Er­kenn­bar­keit des Aus­stel­lers. Wer soll geis­tig hin­ter der Er­klä­rung ste­hen? Der Aus­stel­ler kann sich even­tu­ell auch nur aus den Um­stän­den er­ge­ben.
Eine Ge­samt­ur­kun­de be­steht aus meh­re­ren Ein­zel­ur­kun­den, die auf­grund Ver­ein­ba­rung, Ge­setz oder Üb­lich­keit der­art zu­sam­men­ge­fügt sind, dass die Ge­samt­ur­kun­de ei­nen selbst­stän­di­gen Er­klä­rungs­ge­halt be­kommt.
Ei­ne Ur­kun­de ist echt, wenn der in der Ur­kun­de ver­kör­per­te Ge­dan­ken­in­halt von dem­je­ni­gen stammt, der aus der Ur­kun­de als Aus­stel­ler her­vor­geht.
§ 267 StGB hat drei Tat­al­ter­na­ti­ven:
Her­stel­len ei­ner un­ech­ten Ur­kun­de,
Ver­fäl­schen ei­ner ech­ten Ur­kun­de,
Ge­brau­chen ei­ner un­ech­ten oder ver­fälsch­ten Ur­kun­de.
Im sub­jek­ti­ven Tat­be­stand des § 267 StGB ist er­for­der­lich, dass der Tä­ter zur Täu­schung im Rechts­ver­kehr han­delt. Di­rek­ter Vor­satz zwei­ten Gra­des reicht aus.
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