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Timestamp: 2020-01-23 20:42:09+00:00

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Inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit bei delik­ti­schen Ansprü­chen | Rechtslupe
Im Rah­men der Prü­fung der inter­na­tio­na­len Zustän­dig­keit ent­spre­chend § 32 ZPO genügt es, dass der Klä­ger die nach dem inso­weit maß­geb­li­chen deut­schen Recht delik­ti­schen Ansprü­che schlüs­sig behaup­tet 1. Ihr tat­säch­li­ches Vor­lie­gen wird erst im Zusam­men­hang mit der Begründ­etheit der klä­ge­ri­schen Ansprü­che geprüft.
Von der Kla­ge­par­tei behaup­te­te dop­pel­re­le­van­te Tat­sa­chen wer­den im Rah­men der Zustän­dig­keits­prü­fung als gege­ben unter­stellt. Ob sie tat­säch­lich gege­ben sind, ist eine Fra­ge der Begründ­etheit (so genann­te dop­pel­re­le­van­te Tat­sa­chen 2. Im Rah­men der Prü­fung der inter­na­tio­na­len Zustän­dig­keit ent­spre­chend § 32 ZPO genügt es, dass der Klä­ger die nach dem inso­weit maß­geb­li­chen deut­schen Recht delik­ti­schen Ansprü­che aus §§ 823, 826, 831 BGB schlüs­sig behaup­tet. Die ihnen zugrun­de lie­gen­den Tat­sa­chen sind näm­lich sowohl im Rah­men der Zuläs­sig­keit als auch für die Begründ­etheit der Kla­ge not­wen­di­ger­wei­se erheb­lich. Ihr tat­säch­li­ches Vor­lie­gen wird erst im Zusam­men­hang mit der Begründ­etheit der klä­ge­ri­schen Ansprü­che geprüft. Es müs­sen daher (nur) kon­kre­te Tat­sa­chen vor­ge­tra­gen wer­den, die – ihre Rich­tig­keit unter­stellt – bei zutref­fen­der recht­li­cher Wür­di­gung alle Tat­be­stands­merk­ma­le der Delikts­norm erfül­len 3.
Nach § 32 ZPO ist für Kla­gen aus uner­laub­ten Hand­lun­gen das Gericht zustän­dig, in des­sen Bezirk die Hand­lung began­gen wor­den ist. Bege­hungs­ort der delik­ti­schen Hand­lung kann sowohl der Hand­lungs- als auch der Erfolgs­ort sein, so dass eine Zustän­dig­keit wahl­wei­se dort gege­ben ist, wo die Ver­let­zungs­hand­lung began­gen oder dort, wo in ein geschütz­tes Rechts­gut ein­ge­grif­fen wor­den ist 4.
Ob das der Kla­ge zugrun­de geleg­te von den Klä­gern behaup­te­te Gesche­hen als uner­laub­te Hand­lung ein­zu­ord­nen ist, rich­tet sich nach dem am Gerichts­stand gel­ten­den Recht. Deut­sches Recht ist sowohl nach den Rege­lun­gen in Art. 40 ff. EGBGB 5 als auch nach dem zuvor gel­ten­den deut­schen Kol­li­si­ons­recht ana­log Art. 220 Abs. 1 EGBGB 6 anzu­wen­den.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 29. Juni 2010 – VI ZR 122/​09
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BGHZ 132, 105, 110; Hüß­te­ge in Thomas/​Put­zo, ZPO, 30. Aufl., § 32 Rn. 8; Zöller/​Vollkommer, ZPO, 28. Aufl. § 32 Rn. 19 m.w.N.[↩]
BGH, Urteil vom 06.11.2007 – VI ZR 34/​07, VersR 2008, 1129, 1130; BGHZ 124, 237, 240 f.; 132, 105, 110[↩]
BGHZ 124, 237, 241; RGZ 95, 268, 271; Ost, Dop­pel­re­le­van­te Tat­sa­chen im inter­na­tio­na­len Zivil­ver­fah­rens­recht, S. 23 f.[↩]
vgl. BGHZ 132, 105, 110 f.[↩]
in Kraft getre­ten zum 1. Juni 1999 durch Gesetz vom 21. Mai 1999, BGBl. I 1999 S. 1026[↩]
BT-Drucks. 14/​343 S. 7[↩]
Deliktische ForderungInternationale ZustInternationales Prozessrecht

References: § 32
 § 32
 § 32
 Art. 40
 Art. 220
 § 15
 § 106
 § 266
 § 243
 Art. 1
 § 32
 § 32