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Timestamp: 2020-07-12 20:24:59+00:00

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BGH, 20.01.2015 - VI ZR 27/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,4961
BGH, 20.01.2015 - VI ZR 27/14 (https://dejure.org/2015,4961)
BGH, Entscheidung vom 20.01.2015 - VI ZR 27/14 (https://dejure.org/2015,4961)
BGH, Entscheidung vom 20. Januar 2015 - VI ZR 27/14 (https://dejure.org/2015,4961)
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ZPO § 322; StPO § 406 Abs. 3 Satz 1
§ 322 ZPO, § 404 Abs. 2 Satz 1 StPO, §§ 403 f. StPO, § 406 Abs. 3 Satz 1 StPO, § 406 Abs. 3 Satz 3 StPO, § 406 Abs. 1 Sätze 3 und 6 StPO
§ 322 ZPO, § 406 Abs 3 S 1 StPO
Klage auf weiteres Schmerzensgeld nach einem rechtskräftigen Urteil über einen unbezifferten Schmerzensgeldantrag im Adhäsionsverfahren
Keine Klage auf weiteres Schmerzensgeld nach einem rechtskräftigen Urteil über einen unbezifferten Schmerzensgeldantrag im Adhäsionsverfahren
Rechtskraftwirkung eines im Adhäsionsverfahren ergangenen rechtskräftigen Urteils über einen unbezifferten Schmerzensgeldantrag
StPO § 406 Abs. 3 S. 1
Schmerzensgeld - und das frühere Urteil im Adhäsionsverfahren
Rechtskraftwirkung eines im strafprozessualen Adhäsionsverfahren ergangenen Urteils über einen Schmerzensgeldantrag
Rechtskraftwirkung eines im Adhäsionsverfahren ergangenen rechtskräftigen Urteils über unbezifferten Schmerzensgeldantrag
Der Adhäsionsantrag: Praktisch, wegen der Rechtskraftwirkungen aber nicht ungefährlich
Schmerzensgeldantrag im Adhäsionsverfahren
Sprachprobleme der Schuster
NJW 2015, 1252
MDR 2015, 1094
NZV 2015, 228
VersR 2015, 772
Bei der Bemessung sind sämtliche objektiv, nach den Kenntnissen und Erfahrungen eines Sachkundigen, erkennbaren und nicht fernliegenden künftigen Auswirkungen der Verletzung zu berücksichtigen (BGH, 20. Januar 2015 - VI ZR 27/14 - OLG München, 8. Juli 2016 - 10 U 3138/15 - vgl. auch den Praxistext von Schah Sedi, ZfS 17, 363).
Das Berufungsgericht hat rechtsfehlerhaft nicht beachtet, dass es der Grundsatz der Einheitlichkeit des Schmerzensgeldes gebietet, die Höhe des der Geschädigten zustehenden Schmerzensgeldes aufgrund einer ganzheitlichen Betrachtung der den Schadensfall prägenden Umstände unter Einbeziehung der absehbaren künftigen Entwicklung des Schadensbildes zu bemessen (vgl. BGH, Großer Senat für Zivilsachen, Beschluss vom 6. Juli 1955 - GSZ 1/55, BGHZ 18, 149, 151 ff.; Senatsurteile vom 6. Dezember 1960 - VI ZR 73/60, VersR 1961, 164 f.; vom 20. März 2001 - VI ZR 325/99, VersR 2001, 876 und vom 20. Januar 2015 - VI ZR 27/14, VersR 2015, 772).
Verlangt die Klägerin für erlittene Körperverletzungen - wie im Streitfall - uneingeschränkt ein Schmerzensgeld, so werden durch den Klageantrag alle diejenigen Schadensfolgen erfasst, die entweder bereits eingetreten und objektiv erkennbar waren oder deren Eintritt jedenfalls vorhergesehen und bei der Entscheidung berücksichtigt werden konnte (st. Rspr.: vgl. Senatsurteile vom 11. Juni 1963 - VI ZR 135/62, VersR 1963, 1048, 1049; vom 8. Juli 1980 - VI ZR 72/79, VersR 1980, 975 f.; vom 24. Mai 1988 - VI ZR 326/87, VersR 1988, 929 f.; vom 7. Februar 1995 - VI ZR 201/94, VersR 1995, 471, 472; vom 20. März 2001 - VI ZR 325/99, VersR 2001, 876; vom 20. Januar 2004 - VI ZR 70/03, VersR 2004, 1334;… vom 14. Februar 2006 - VI ZR 322/04, VersR 2006, 1090 Rn. 7 und vom 20. Januar 2015 - VI ZR 27/14, VersR 2015, 772 Rn. 7 f., jeweils mwN).
Lediglich solche Verletzungsfolgen, die zum Beurteilungszeitpunkt noch nicht eingetreten waren und deren Eintritt objektiv nicht vorhersehbar war, mit denen also nicht oder nicht ernstlich gerechnet werden musste und die deshalb zwangsläufig bei der Bemessung des Schmerzensgeldes unberücksichtigt bleiben müssen, werden von dem Klageantrag nicht umfasst und können deshalb die Grundlage für einen Anspruch auf weiteres Schmerzensgeld und Gegenstand eines Feststellungsantrags sein (…vgl. Senatsurteil vom 14. Februar 2006 - VI ZR 322/04, VersR 2006, 1090 Rn. 7 und vom 20. Januar 2015 - VI ZR 27/14, VersR 2015, 772 Rn. 8).
Dem steht der Grundsatz der Einheitlichkeit der Schmerzensgeldbemessung entgegen (…vgl. Senatsurteile vom 20. Januar 2004 - VI ZR 70/03, VersR 2004, 1334 Rn. 7;… vom 14. Februar 2006 - VI ZR 322/04, VersR 2006, 1090 Rn. 7; vom 20. Januar 2015 - VI ZR 27/14, VersR 2015, 772 Rn. 7 f.).
Denn mit der Abweisung des Antrags auf Zahlung eines Schmerzensgeldbetrages, der über den vorprozessual gezahlten Betrag von 8.000 EUR hinausgeht, durch das Landgericht sind alle derzeitigen und voraussehbaren Beeinträchtigung mit Rechtskraft berücksichtigt (vgl. dazu BGH, Urteil vom 20. Januar 2015 - VI ZR 27/14 -, juris Rdn. 7;…Urteil vom 07. Februar 1995 - VI ZR 201/94 -, juris Rdn. 13).
Ein gleichwohl gestellter Antrag ist gemäß § 403 StPO, § 322 ZPO unzulässig (vgl. BGH, Urteile vom 20. Januar 2015 - VI ZR 27/14, NJW 2015, 1252 f.; vom 24. Mai 1988 - VI ZR 326/87, VersR 1988, 929, 930).
Der Feststellungsausspruch bedarf jedoch im Hinblick darauf, dass der zugesprochene Schmerzensgeldbetrag die angemessene Entschädigung für den immateriellen Gesamtschaden darstellt, einer einschränkenden Modifikation dahin, dass die Beklagten gesamtschuldnerisch haftend verpflichtet sind, dem Kläger alle zukünftigen immateriellen Schäden aus den Behandlungen vom 17. und 18.8.2002 zu ersetzen, die bei der ursprünglichen Bemessung noch nicht eingetreten waren und mit deren Eintritt nicht oder nicht ernstlich zu rechnen war (BGH, Urteil vom 20.1.2015, VI ZR 27/14, juris Rn 8;… Zöller/Vollkommer, a. a. O., Vor § 322 Rn 49).
Da im Zivilrecht der Grundsatz der Einheitlichkeit des Schmerzensgeldes gelte (BGH, U.v. 20.1.2015 - VI ZR 27/14), sei eine Aufspaltung nach Verletzungen nicht möglich.
Dieser gebietet es, die Höhe des dem Geschädigten zustehenden Anspruchs aufgrund einer ganzheitlichen Betrachtung der den Schadensfall prägenden Umstände unter Einbeziehung der absehbaren künftigen Entwicklung des Schadensbildes zu bemessen (BGH, U.v. 20.1.2015 - VI ZR 27/14 - juris Rn. 8).
Dadurch sollen Gericht und Gegner darüber unterrichtet werden, welchen Umfang der Streitgegenstand haben soll (vgl. Senat…, Beschluss vom 26. August 2016 - 2 StR 585/15, juris Rn. 11; BGH, Beschlüsse vom 6. September 2017 - 5 StR 396/17;… vom 14. März 2018 - 4 StR 516/17, juris Rn. 14;… Urteil vom 20. September 2018 - 3 StR 618/17, juris Rn. 11;… Beschlüsse vom 6. Dezember 2018 - 4 StR 484/18, juris Rn. 15; Senat…, Beschluss vom 8. Januar 2019 - 2 StR 569/18, juris Rn. 2; jeweils unter Berufung auf ältere Rechtsprechung des VI. Zivilsenats, BGH, Urteile vom 13. Oktober 1981 - VI ZR 162/80, NJW 1982, 340 f. und vom 28. Februar 1984 - VI ZR 70/82, NJW 1984, 1807; 1809 f.;… gegen das Erfordernis der Nennung eines Mindestbetrags als Zulässigkeitsvoraussetzung Pardey in Geigel, Haftpflichtprozess, 27. Aufl., 7. Kapitel Rn. 25;… Wern, ebenda, 41. Kapitel Rn. 14 unter Verweis auf Gerlach, VersR 2000, 525, der mit beachtlichen Argumenten ausführt, die Rechtsprechung des VI. Zivilsenats zur Zulässigkeit sei aufgrund neuerer Entscheidungen überholt, weil das Gericht in keiner Weise an die Betragsvorstellungen des Klägers gebunden sei und diese nur für die Beschwer und damit für den Zugang zur zweiten Instanz von Bedeutung sei; vgl. dazu auch BGH, Urteil vom 20. Januar 2015 - VI ZR 27/14, NJW 2015, 1252).
Wegen des Grundsatzes der Einheitlichkeit des Schmerzensgeldes sind alle diejenigen Schadensfolgen einzubeziehen, die entweder bereits eingetreten oder objektiv erkennbar sind oder deren Eintritt jedenfalls vorhergesehen und bei der Entscheidung berücksichtigt werden kann (ständige Rechtsprechung des BGH NJW 2015, 1252 [BGH 20.01.2015 - VI ZR 27/14] m.w.N.).
BGH, 08.09.2015 - 4 StR 225/15
Feststellung der Ersatzpflicht für zukünftige immaterielle Schäden
Soweit das Landgericht in den Urteilsgründen unter Berufung auf den Grundsatz der Einheitlichkeit des Schmerzensgeldanspruchs (vgl. BGH, Urteil vom 20. Januar 2015 - VI ZR 27/14, NJW 2015, 1252) von einer Entscheidung über die Feststellung der Ersatzpflicht für zukünftige immaterielle Schäden abgesehen hat, war dies im Hinblick auf § 406 Abs. 3 Satz 3 StPO auch in der Urteilsformel zum Ausdruck zu bringen (vgl. BGH…, Beschluss vom 15. Juni 2010 - 4 StR 161/10, Rn. 4 zitiert nach juris).
OLG Karlsruhe, 31.10.2019 - 9 U 77/17
Bindungswirkung einer Verurteilung des Versicherungsnehmers im Adhäsionsverfahren …

References: § 322
 § 406

§ 322
 § 404
 § 406
 § 406
 § 406

§ 322
 § 406
 § 406
 § 403
 § 322
 § 322
 BGH 
 § 406