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Timestamp: 2018-06-22 19:01:04+00:00

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BAG, Urteil vom 24.06.2008, 9 AZR 313/07 - HENSCHE Arbeitsrecht
BAG, Ur­teil vom 24.06.2008, 9 AZR 313/07
Schlagworte: Betriebsvereinbarung, Teilzeit, Arbeitszeitverringerung
Aktenzeichen: 9 AZR 313/07
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Frankfurt, Urteil vom 05.04.2006, 20 Ca 9352/05, Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 05.02.2007, 17 Sa 1224/06
Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 5. Fe­bru­ar 2007 - 17 Sa 1224/06 - wird zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über die Ver­rin­ge­rung und Neu­ver­tei­lung der Ar­beits­zeit des Klägers.
Der Kläger ist seit 1989 als Flug­ka­pitän für das be­klag­te Luft­fahrt­un­ter­neh­men tätig. Die Be­klag­te beschäftigt über 18.000 Ar­beit­neh­mer als flie­gen­des Per­so­nal.
Bei der Be­klag­ten sind Per­so­nal­ver­tre­tun­gen ge­bil­det. Es be­ste­hen ua. ei­ne Grup­pen­ver­tre­tung für (Flug-)Ka­pitäne und ei­ne Ge­samt­ver­tre­tung des flie­gen­den Per­so­nals. Die Gründung der Per­so­nal­ver­tre­tun­gen be­ruht auf § 117 Abs. 2 Be­trVG iVm. dem Ta­rif­ver­trag Per­so­nal­ver­tre­tung für das Bord­per­so­nal der Deut­schen Luft­han­sa AG vom 15. No­vem­ber 1972 (TV PV).
Die Be­klag­te stellt Flugpläne für das je­wei­li­ge Ka­len­der­jahr auf. Während des Ka­len­der­jah­res re­gelt sie die per­so­nel­le Be­set­zung des Cock­pits ih­rer Flug­zeu­ge und die ent­spre­chen­de La­ge der Ar­beits­zeit der Crew­mit­glie­der in sog. Um­laufplänen. Die Per­so­nal­ver­tre­tun­gen ha­ben nach § 77 Abs. 1 Nr. 2 TV PV, so­weit ei­ne ge­setz­li­che oder ta­rif­li­che Re­ge­lung nicht be­steht, bei der Re­ge­lung von Ar­beits­zeit­fra­gen ent­spre­chend den Be­stim­mun­gen des Ta­rif­ver­trags Bord­per­so­nal mit­zu­be­stim­men. § 4 8. Ab­schn. Abs. 1 Satz 1 des am 1. Ja­nu­ar 2001 in Kraft ge­tre­te­nen Man­tel­ta­rif­ver­trags Nr. 5a für das Cock­pit-per­so­nal (MTV Nr. 5a) sieht vor, dass die Per­so­nal­ver­tre­tung bei der Fest-
stel­lung der Um­laufpläne des Cock­pit­per­so­nals auf den ein­zel­nen Flug­stre­cken mit­zu­be­stim­men hat. § 78 TV PV lässt frei­wil­li­ge Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen zu.
§ 17e Satz 1 MTV Nr. 5a be­stimmt, dass die Be­klag­te Teil­zeit - im Vo­lu­men abhängig vom Vo­lu­men der „Verlänge­rer“ über 55 (Jah­re) - auch für Beschäftig­te an­bie­tet, die das 55. Le­bens­jahr noch nicht voll­endet ha­ben. Das Nähe­re wird durch Be­triebs­ver­ein­ba­rung ge­re­gelt (§ 17e Satz 2 MTV Nr. 5a).
Die Be­klag­te schloss am 15. Sep­tem­ber 2005 mit der Ge­samt­ver­tre­tung des flie­gen­den Per­so­nals ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung über die Teil­zeit­beschäfti­gung für Flug­zeugführer bei Luft­han­sa (BV Teil­zeit). Die­se re­gelt meh­re­re Teil­zeit­mo­del­le: ein Mo­dell mo­nats­re­du­zier­ter Teil­zeit und ver­schie­de­ne Block­teil­zeit­mo­del­le. Die BV Teil­zeit lau­tet aus­zugs­wei­se:
Die­se Ver­ein­ba­rung trifft Re­ge­lun­gen hin­sicht­lich der Teil­zeit­beschäfti­gung und de­ren Aus­wir­kun­gen auf Ur­laub und Al­ters­son­der­ur­laub von Flug­zeugführern bei Luft­han­sa auf der Grund­la­ge von § 17e, § 19 und Pro­to­koll­no­tiz I Zif­fer 14 MTV Nr. 5a Cock­pit.
Die­se Be­triebs­ver­ein­ba­rung wird zum Aus­gleich der un­ter­schied­li­chen In­ter­es­sen zwi­schen Luft­han­sa und den Mit­ar­bei­ter­grup­pen der Ka­pitäne und Co­pi­lo­ten ab-ge­schlos­sen. Die­se Be­triebs­ver­ein­ba­rung er­setzt mit ih­rem In­kraft­tre­ten die Be­triebs­ver­ein­ba­rung ‚Teil­zeit­beschäfti­gung und Verlänge­rung für Flug­zeugführer’ vom 15.08.2003.
(1) Die Men­ge der für ein Ka­len­der­jahr zur Verfügung ste­hen­den Teil­zeit beträgt 90 Beschäfti­gungs­jah­re. Hier-von ent­fal­len nach­fra­ge­ent­spre­chend ma­xi­mal 60 Beschäfti­gungs­jah­re auf die mo­nats­re­du­zier­ten Teil­zeit­mo­del­le, die rest­li­chen Beschäfti­gungs­jah­re ent­fal­len auf die Block­teil­zeit­mo­del­le. ...
(3) Al­le Mo­del­le der Block­teil­zeit sind je­weils auf ein Ka­len­der­jahr (01.01. - 31.12.) be­fris­tet.
(4) Die Block­teil­zeit wird auf das Ka­len­der­jahr be­zo­gen (01.01. - 31.12.) be­an­tragt und ver­teilt.“
Die Ge­samt­ver­tre­tung kündig­te die BV Teil­zeit im De­zem­ber 2005 zum 31. März 2006.
Der Kläger be­an­trag­te un­ter dem 10. Sep­tem­ber 2005, ab 1. Ja­nu­ar 2006 30 Ta­ge we­ni­ger im Ka­len­der­jahr zu ar­bei­ten. Die frei­en Ta­ge soll­ten je­weils in der Zeit vom 17. De­zem­ber bis 15. Ja­nu­ar lie­gen. Die Be­klag­te lehn­te den Teil­zeit­an­trag mit Schrei­ben vom 26. Sep­tem­ber 2005 ab, oh­ne die gewünsch­te Ver­rin­ge­rung zu erörtern. Sie teil­te dem Kläger mit, er könne Teil­zeit nur nach Maßga­be der BV Teil­zeit „re­ques­ten“.
Der Kläger meint, die Vor­aus­set­zun­gen ei­nes Ver­rin­ge­rungs- und Neu­ver­tei­lungs­an­spruchs nach § 8 Tz­B­fG sei­en erfüllt. Sei­nem An­spruch stünden kei­ne be­trieb­li­chen Gründe ent­ge­gen, ob­wohl die Block­teil­zeit­mo­del­le der BV Teil­zeit auf das Ka­len­der­jahr be­fris­tet sei­en.
Der Kläger hat sei­ne Kla­ge zunächst auf Ver­rin­ge­rung und Neu­ver­tei­lung der Ar­beits­zeit ab 1. Ja­nu­ar 2006 ge­rich­tet. Zu­letzt hat er in den Vor­in­stan­zen be­an­tragt,
Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Sie ist der An­sicht, für die Ab­leh­nung des Teil­zeit­an­trags bestünden be­trieb­li­che Gründe. Die BV Teil­zeit kon­kre­ti­sie­re als mit­be­stimm­tes Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zept die Vor­aus­set­zun­gen, un­ter de­nen Teil­zeit­anträgen zu­ge­stimmt wer­den könne. Die Be­klag­te müsse Anträge, die von der BV Teil­zeit ab­wi­chen, ab­leh­nen, um das Mit­be­stim­mungs­recht der Ge­samt­ver­tre­tung nicht zu ver­let­zen. Die Neu­ein­stel­lung von Flug­zeugführern sei ta­rif­lich nur ein­ge­schränkt möglich. Die Aus­bil­dung von Co­pi­lo­ten zu Flug­ka­pitänen ver­ur­sa­che er­heb­li­che Kos­ten. In der
vom Kläger gewünsch­ten Frei­zeit­pha­se von Mit­te De­zem­ber bis Mit­te Ja­nu­ar würden über­pro­por­tio­nal vie­le Ur­laubs­anträge ge­stellt. Mehr­flug­stun­den an­de­rer Flug­ka­pitäne be­deu­te­ten ein Si­cher­heits­ri­si­ko.
Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung der Be­klag­ten zurück­ge­wie­sen. Mit ih­rer vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt die Be­klag­te ih­ren Kla­ge­ab­wei­sungs­an­trag wei­ter. Der Kläger hat sein Teil­zeit­be­geh­ren in der Re­vi­si­ons­in­stanz mit Ein­wil­li­gung der Be­klag­ten auf die Zeit ab De­zem­ber 2008 be­schränkt. Mit die­ser Be­schränkung der Kla­ge be­an­tragt der Kläger, die Re­vi­si­on zurück­zu­wei­sen.
A. Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ist un­be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge zu Recht statt­ge­ge­ben. Ein An­spruch des Klägers auf die gewünsch­te un­be­fris­te­te Ver­rin­ge­rung und Neu­ver­tei­lung der Ar­beits­zeit er­gibt sich zwar nicht aus der BV Teil­zeit. § 3 Abs. 3 und § 8 Abs. 4 BV Teil­zeit se­hen kei­ne un­be­fris­te­te und ka­len­der­jah­resüberg­rei­fen­de Block­teil­zeit vor. Der An­spruch des Klägers auf Zu­stim­mung der Be­klag­ten zu ei­ner auf 91,78 % der Vol­l­ar­beits­zeit ver­rin­ger­ten Ar­beits­zeit mit ei­ner Frei­zeit­pha­se vom 17. De­zem­ber bis 15. Ja­nu­ar be­ruht je­doch auf § 8 Tz­B­fG.
I. Der Kläger hat sei­nen Kla­ge­an­trag in der Re­vi­si­ons­in­stanz zulässig auf ei­ne Ver­rin­ge­rung und Neu­ver­tei­lung der Ar­beits­zeit ab De­zem­ber 2008 statt ei­nes Be­ginns mit De­zem­ber 2006 be­schränkt.
1. Ände­run­gen des Sach­an­trags in der Re­vi­si­ons­in­stanz sind re­gelmäßig un­zulässig. An­de­res gilt für bloße Be­schränkun­gen der Kla­ge nach § 264 Nr. 2 ZPO, die kei­ne Kla­geände­run­gen iSv. § 263 ZPO sind. Ei­ne Kla­ge­be­schränkung ist zulässig, wenn der neue An­trag auf fest­ge­stell­tes oder un­strei­ti­ges tatsächli­ches Vor­brin­gen gestützt wird (für die st. Rspr. Se­nat 21. Ju­ni 2005 - 9 AZR 409/04 - BA­GE 115, 136, zu II der Gründe).
2. Hier han­delt es sich um ei­ne sol­che Kla­ge­be­schränkung. Der neue An­trag ent­spricht dem Teil­zeit­ver­lan­gen vom 10. Sep­tem­ber 2005 und ist kein da­von ab­wei­chen­des ei­genständi­ges Teil­zeit­be­geh­ren. Der Kläger trägt mit der Ver­schie­bung des Be­ginns der Ver­tragsände­rung von ursprüng­lich Ja­nu­ar 2006 und später De­zem­ber 2006 auf De­zem­ber 2008 le­dig­lich dem Um­stand Rech­nung, dass der geänder­te Ar­beits­ver­trag in der Ver­gan­gen­heit tatsächlich nicht durch­geführt wer­den kann.
3. Bei der Be­schränkung han­delt es sich um ei­ne teil­wei­se Rück­nah­me der Kla­ge nach § 269 ZPO (vgl. zB Zöller/Gre­ger ZPO 26. Aufl. § 264 Rn. 4a, § 269 Rn. 5 und 8a).
a) Ei­ner Teilrück­nah­me steht nicht ent­ge­gen, dass der Kläger kein Da­tum an­ge­ben muss, zu dem die Ver­tragsände­rung wirk­sam wer­den soll, um ei­ne aus­rei­chend be­stimm­te Kla­ge iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO zu er­he­ben. Der Be­ginn er­gibt sich aus dem Ge­setz. Mit Rechts­kraft ei­nes ob­sie­gen­den Ur­teils gilt die Zu­stim­mung der Be­klag­ten nach § 894 Abs. 1 Satz 1 ZPO als er­teilt (vgl. nur Se­nat 16. Ok­to­ber 2007 - 9 AZR 239/07 - Rn. 10, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 23 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 19). Zu wel­chem Zeit­punkt die fin­gier­te Ab­ga­be der An­nah­me­erklärung wirkt, be­ur­teilt sich da­ge­gen nach ma­te­ri­el­lem Recht (Se­nat 15. April 2008 - 9 AZR 111/07 - Rn. 20; BAG 25. Ok­to­ber 2007 - 8 AZR 989/06 - Rn. 26, AP BGB § 613a Wie­der­ein­stel­lung Nr. 2 = EzA BGB 2002 § 613a Nr. 80). Seit In­kraft­tre­ten des § 311a Abs. 1 BGB in der Fas­sung des Ge­set­zes zur Mo­der­ni­sie­rung des Schuld­rechts vom 26. No­vem­ber 2001 (BGBl. I S. 3138) kommt auch die Ver­ur­tei­lung zur Ab­ga­be ei­ner Wil­lens­erklärung in Be­tracht, mit der ein Ver­trags­an­ge­bot rück­wir­kend an­ge­nom­men wer­den soll (st. Rspr., vgl. Se­nat 15. April 2008 - 9 AZR 111/07 - Rn. 26; 13. No­vem­ber 2007 - 9 AZR 36/07 - Rn. 18, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 25 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 20).
b) Die­ser Rück­wir­kung der fin­gier­ten Ab­ga­be der An­nah­me­erklärung be­gibt sich der Kläger mit sei­ner Kla­ge­be­schränkung. In ihr liegt des­halb ei­ne Teilrück­nah­me, in die die Be­klag­te in der Re­vi­si­ons­ver­hand­lung aus­drück­lich ein­ge­wil­ligt hat (§ 269 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1 ZPO). Im Um­fang der Teilrück­nah­me ist der Rechts­streit als nicht anhängig ge­wor­den an­zu­se­hen. Das
Be­ru­fungs­ur­teil wird in­so­weit wir­kungs­los, oh­ne dass es sei­ner aus­drück­li­chen Auf­he­bung be­darf (§ 269 Abs. 3 Satz 1 ZPO).
II. Die noch rechtshängi­ge Kla­ge ist be­gründet.
1. Die all­ge­mei­nen Vor­aus­set­zun­gen ei­nes An­spruchs auf Zu­stim­mung zu der Ver­tragsände­rung nach § 8 Abs. 1, Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG wa­ren im Zeit­punkt des Ände­rungs­ver­lan­gens des Klägers vom 10. Sep­tem­ber 2005 erfüllt. Das Ar­beits­verhält­nis mit der Be­klag­ten be­steht seit 1989, al­so länger als sechs Mo­na­te (§ 8 Abs. 1 Tz­B­fG). Die Be­klag­te beschäftigt(e) in der Re­gel mehr als 15 Ar­beit­neh­mer (§ 8 Abs. 7 Tz­B­fG). Der Kläger hielt mit sei­nem Schrei­ben vom 10. Sep­tem­ber 2005 die drei­mo­na­ti­ge Min­destankündi­gungs­frist des § 8 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG ein. Die von ihm gewünsch­te Ver­rin­ge­rung der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Voll­zeit­beschäfti­gung und die Neu­ver­tei­lung der Ar­beits­zeit soll­ten am 1. Ja­nu­ar 2006 wirk­sam wer­den. Die Be­klag­te lehn­te den An­trag form- und frist­ge­recht mit Schrei­ben vom 26. Sep­tem­ber 2005 und da­mit länger als ei­nen Mo­nat vor dem gewünsch­ten Be­ginn der Ver­rin­ge­rung ab. Die Ar­beits­zeit des Klägers re­du­zier­te sich des­we­gen nicht be­reits kraft Ge­set­zes nach § 8 Abs. 5 Satz 2 Tz­B­fG.
2. Das Vor­brin­gen der Be­klag­ten lässt nach den un­an­ge­grif­fe­nen tatsächli­chen Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts kei­ne der gewünsch­ten Teil­zeit­beschäfti­gung ent­ge­gen­ste­hen­den be­trieb­li­chen Gründe er­ken­nen.
a) Nach § 8 Abs. 4 Satz 1 und 2 Tz­B­fG hat der Ar­beit­ge­ber der Ver­rin­ge­rung und Neu­ver­tei­lung der Ar­beits­zeit zu­zu­stim­men, so­weit be­trieb­li­che Gründe nicht ent­ge­gen­ste­hen. Ein be­trieb­li­cher Grund liegt ins­be­son­de­re vor, wenn die Um­set­zung des Ar­beits­zeit­ver­lan­gens die Or­ga­ni­sa­ti­on, den Ar­beits­ab­lauf oder die Si­cher­heit im Be­trieb we­sent­lich be­ein­träch­tigt oder un­verhält­nismäßige Kos­ten ver­ur­sacht. Es genügt, wenn der Ar­beit­ge­ber ra­tio­nal nach­voll­zieh­ba­re Gründe hat. Drin­gen­de be­trieb­li­che Gründe sind nicht er­for­der­lich. Die Gründe müssen je­doch hin­rei­chend ge­wich­tig sein. Der Ar­beit­ge­ber kann die Ab­leh­nung nicht al­lein mit sei­ner ab­wei­chen­den un­ter­neh­me­ri­schen Vor­stel­lung von der „rich­ti­gen“ Ar­beits­zeit­ver­tei­lung be­gründen
(für die st. Rspr. Se­nat 13. No­vem­ber 2007 - 9 AZR 36/07 - Rn. 27, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 25 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 20; 16. Ok­to­ber 2007 - 9 AZR 239/07 - Rn. 30, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 23 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 19).
b) Die Prüfung der Gründe des Ar­beit­ge­bers er­folgt nach der Recht­spre­chung des Se­nats re­gelmäßig in drei Stu­fen. Zunächst ist fest­zu­stel­len, ob der vom Ar­beit­ge­ber als er­for­der­lich an­ge­se­he­nen Ar­beits­zeit­re­ge­lung über­haupt ein be­stimm­tes be­trieb­li­ches Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zept zu­grun­de liegt (ers­te Stu­fe). In der Fol­ge ist zu un­ter­su­chen, in­wie­weit die Ar­beits­zeit­re­ge­lung dem Ar­beits­zeit­ver­lan­gen tatsächlich ent­ge­gen­steht (zwei­te Stu­fe). Sch­ließlich ist in ei­ner drit­ten Stu­fe das Ge­wicht der ent­ge­gen­ste­hen­den be­trieb­li­chen Gründe zu prüfen. Da­bei ist die Fra­ge zu klären, ob das be­trieb­li­che Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zept oder die zu­grun­de lie­gen­de un­ter­neh­me­ri­sche Auf­ga­ben­stel­lung durch die vom Ar­beit­neh­mer gewünsch­te Ab­wei­chung we­sent­lich be­ein­träch­tigt wer­den (st. Rspr., Se­nat 13. No­vem­ber 2007 - 9 AZR 36/07 - Rn. 28, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 25 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 20; 16. Ok­to­ber 2007 - 9 AZR 239/07 - Rn. 31, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 23 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 19). Die­ser Prüfungs­maßstab gilt nicht nur für die Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit, son­dern auch für ih­re Neu­ver­tei­lung (Se­nat 16. März 2004 - 9 AZR 323/03 - BA­GE 110, 45, zu B II 4 c der Gründe). Ob be­trieb­li­che Gründe vor­lie­gen, be­ur­teilt sich nach dem Zeit­punkt, in dem der Ar­beit­ge­ber den Ar­beits­zeit­wunsch ab­lehnt (vgl. zB Se­nat 13. No­vem­ber 2007 - 9 AZR 36/07 - aaO; 16. Ok­to­ber 2007 - 9 AZR 239/07 - aaO).
c) Der Be­griff der be­trieb­li­chen Gründe ist ein un­be­stimm­ter Rechts­be­griff, bei des­sen An­wen­dung dem Tat­sa­chen­ge­richt ein Be­ur­tei­lungs­spiel­raum zu­kommt. Das Re­vi­si­ons­ge­richt kann über­prüfen, ob der Rechts­be­griff selbst ver­kannt wor­den ist, bei der Sub­sum­ti­on des fest­ge­stell­ten Sach­ver­halts un­ter die­sen Rechts­be­griff Denk­ge­set­ze oder all­ge­mei­ne Er­fah­rungssätze ver­letzt wor­den sind, nicht al­le we­sent­li­chen Umstände berück­sich­tigt wor­den sind oder das Er­geb­nis wi­dersprüchlich ist (st. Rspr., vgl. Se­nat 13. No­vem­ber 2007 - 9 AZR 36/07 - Rn. 29, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 25 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 20; 16. Ok­to­ber 2007 - 9 AZR 239/07 - Rn. 32, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 23 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 19).
d) Mit sei­nen Erwägun­gen hat sich das Lan­des­ar­beits­ge­richt in sei­nem tatrich­ter­li­chen Be­ur­tei­lungs­spiel­raum ge­hal­ten. Es hat die drei­stu­fi­ge Prüfungs­fol­ge des Se­nats nach­voll­zo­gen und bei der Sub­sum­ti­on des fest­ge­stell­ten Sach­ver­halts auf der drit­ten Prüfungs­ebe­ne al­le we­sent­li­chen Umstände wi­der­spruchs­frei berück­sich­tigt.
aa) Die Be­klag­te hat nicht dar­ge­legt, dass dem Ver­rin­ge­rungs- und Neu­ver­tei­lungs­ver­lan­gen be­trieb­li­che Gründe von hin­rei­chen­dem Ge­wicht ent­ge­gen­ste­hen.
(1) Das Be­ru­fungs­ge­richt hat an­ge­nom­men, der un­be­fris­te­te und ka­len­der­jah­resüberg­rei­fen­de Block­teil­zeit­an­trag des Klägers ste­he mit den in der BV Teil­zeit ge­re­gel­ten Teil­zeit­mo­del­len nicht in Ein­klang. Die Ab­wei­chun­gen be­ein­träch­tig­ten aber we­der das be­trieb­li­che Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zept noch die zu­grun­de lie­gen­de Auf­ga­ben­stel­lung we­sent­lich. So­weit sich die Be­klag­te auf die ho­he An­zahl von Ur­laubs­anträgen in der gewünsch­ten Frei­zeit­pha­se be­ru­fe, sei ei­ne Ur­laubs­pla­nung gewähr­leis­tet. Die von der Be­klag­ten für die Be­fris­tung der Block­teil­zeit­mo­del­le an­geführ­te Pla­nungs­un­si­cher­heit tref­fe je­den Ar­beit­ge­ber. Die Be­klag­te ha­be nicht be­haup­tet, dass ein Flug­ka­pitän neu ein­ge­stellt oder ein Co­pi­lot zum Flug­zeugführer aus­ge­bil­det wer­den müsse. Sie ha­be auch nicht im Ein­zel­nen vor­ge­bracht, wel­che Mehr­flug­stun­den an­de­rer Ka­pitäne an­fie­len und wel­che Mehr­kos­ten da­mit ver­bun­den sei­en.
(2) Der Se­nat stimmt dem im Er­geb­nis zu. Es kann of­fen­blei­ben, ob das Be­ru­fungs­ge­richt in den mo­nats­re­du­zier­ten und „ver­block­ten“ Teil­zeit­mo­del­len der BV Teil­zeit zu Recht ein be­trieb­li­ches Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zept ge­se­hen hat, das an­de­re Teil­zeit­mo­del­le aus­sch­ließt und im Be­trieb durch­geführt wird. Je­den­falls hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt auf der drit­ten Prüfungs­stu­fe in sich wi­der­spruchs­frei dem Teil­zeit­an­trag ent­ge­gen­ste­hen­de be­trieb­li­che Gründe von aus­rei­chen­dem Ge­wicht ver­neint. Nach den Fest­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts hat die hierfür be­haup­tungs­be­las­te­te Be­klag­te (Se­nat 8. Mai 2007 - 9 AZR 1112/06 - Rn. 36, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 21 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 18) ins­be­son­de­re nicht dar­ge­legt, dass die er­streb­te Teil­zeit­beschäfti­gung des Klägers die Or­ga­ni­sa­ti­on, den Ar­beits­ab­lauf oder die Si­cher­heit im Be­trieb we­sent­lich
be­ein­träch­tigt oder un­verhält­nismäßige Kos­ten ver­ur­sacht (§ 8 Abs. 4 Satz 2 Tz­B­fG).
(a) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt ist zu­tref­fend da­von aus­ge­gan­gen, die nach der BV Teil­zeit vor­ran­gi­ge Ur­laubs­pla­nung ste­he dem Teil­zeit­an­spruch des Klägers nicht ent­ge­gen. Die Be­klag­te hat be­reits kei­ne kon­kre­ten Zah­len dafür ge­nannt, wie vie­le Ur­laubs­anträge für die Zeit vom 17. De­zem­ber bis 15. Ja­nu­ar im Un­ter­schied zu an­de­ren Zeiträum­en ge­stellt wer­den. Es ist nicht er­kenn­bar, dass Ur­laubs­anträge für die vom Kläger gewünsch­te Frei­zeit­pha­se be­son­ders gehäuft auf­tre­ten. Da­her kann da­hin­ste­hen, ob die Ver­let­zung der Ver­hand­lungs­ob­lie­gen­heit des § 8 Abs. 3 Tz­B­fG die Be­klag­te dar­an hin­dert, dem Kläger ent­ge­gen­zu­hal­ten, für die er­streb­te Block­frei­zeit­pha­se würden be­son­ders vie­le Ur­laubs­anträge ge­stellt (vgl. zu der Erörte­rungs­ob­lie­gen­heit Se­nat 18. Fe­bru­ar 2003 - 9 AZR 356/02 - BA­GE 105, 133, zu I 5 b aa und bb (1) der Gründe).
(b) Die von der Be­klag­ten für die Ab­leh­nung des Teil­zeit­an­trags an­geführ­te all­ge­mei­ne Pla­nungs­un­si­cher­heit lässt sich mit den Be­son­der­hei­ten ei­nes Luft­fahrt­un­ter­neh­mens nicht be­gründen. Die­se Be­son­der­hei­ten ent­bin­den die Be­klag­te eben­so wie an­de­re Ar­beit­ge­ber nicht da­von, die im Zeit­punkt der Ab­leh­nung be­ste­hen­den kon­kre­ten Pla­nungs­unwägbar­kei­ten dar­zu­le­gen. Sonst würde die in § 1 Tz­B­fG ent­hal­te­ne Ziel­set­zung des Ge­set­zes, Teil­zeit­ar­beit zu fördern, ver­fehlt.
(c) Die von der Be­klag­ten be­haup­te­ten Mehr­flug­stun­den an­de­rer Flug­ka­pitäne ste­hen dem Teil­zeit­an­spruch des Klägers we­der un­ter dem Ge­sichts­punkt ei­ner we­sent­li­chen Si­cher­heits­be­ein­träch­ti­gung noch un­ter dem As­pekt un­verhält­nismäßiger Kos­ten ent­ge­gen. Die Be­klag­te hat die we­gen der Ver­rin­ge­rung und Neu­ver­tei­lung der Ar­beits­zeit des Klägers not­wen­di­ge An­zahl von Mehr­flug­stun­den und die mit ih­nen ver­bun­de­nen zusätz­li­chen Kos­ten nicht kon­kret pro­gnos­ti­ziert. Ihr Vor­brin­gen kann des­halb nicht dar­auf über­prüft wer­den, ob es sich bei den an­fal­len­den Mehr­flug­stun­den über­haupt um ei­nen ent­ge­gen­ste­hen­den be­trieb­li­chen Grund han­delt und ob ihm ggf. das nöti­ge Ge­wicht zu­kommt.
(d) Un­verhält­nismäßige Kos­ten las­sen sich aus den von der Be­klag­ten abs­trakt dar­ge­stell­ten, vom Kläger be­strit­te­nen Auf­wen­dun­gen für die Aus­bil­dung von Co­pi­lo­ten zu Flug­ka­pitänen und von an­de­ren Ar­beit­neh­mern zu Co­pi­lo­ten nicht ab­lei­ten. Es gehört zu der dem Ar­beit­ge­ber vor­be­hal­te­nen Or­ga­ni­sa­ti­on und Ge­stal­tung des Be­triebs, die Stärke der Be­leg­schaft, mit der das Be­triebs­ziel er­reicht wer­den soll, fest­zu­le­gen. Dar­un­ter fällt auch die Ent­schei­dung über die er­for­der­li­che Ka­pa­zität an Ar­beits­kräften und Ar­beits­zeit (Se­nat 21. Ju­ni 2005 - 9 AZR 409/04 - BA­GE 115, 136, zu IV 4 c der Gründe). Die Be­klag­te hat nach den un­an­ge­grif­fe­nen Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts je­doch be­reits nicht be­haup­tet, die Ver­rin­ge­rung und Neu­ver­tei­lung der Ar­beits­zeit des Klägers er­for­de­re die ta­rif­lich nur be­schränkt mögli­che Neu­ein­stel­lung ei­nes Flug­ka­pitäns oder die Aus­bil­dung ei­nes Co­pi­lo­ten zum Flug­zeugführer.
bb) Dem Teil­zeit­ver­lan­gen des Klägers steht schließlich auch kein Ab­leh­nungs­grund aus kol­lek­ti­vem Recht ent­ge­gen.
(1) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat an­ge­nom­men, die Ab­leh­nung des Teil­zeit­be­geh­rens könne nicht auf die BV Teil­zeit gestützt wer­den. Das Mit-be­stim­mungs­recht der Per­so­nal­ver­tre­tung nach § 117 Abs. 2 Be­trVG, § 77 Abs. 1 Nr. 2 TV PV, § 4 8. Ab­schn. MTV Nr. 5a ent­spre­che nicht dem Mit­be­stim­mungs­recht des Be­triebs­rats aus § 87 Abs. 1 Nr. 2 Be­trVG. Der Ver­rin­ge­rungs- und Neu­ver­tei­lungs­an­trag des Klägers berühre das nur auf die Fest­le­gung der Um­laufpläne des Cock­pit­per­so­nals be­zo­ge­ne Mit­be­stim­mungs­recht der Per­so­nal­ver­tre­tung nicht. Die in der BV Teil­zeit zu se­hen­de frei­wil­li­ge Be­triebs­ver­ein­ba­rung ver­s­toße ge­gen § 8 Abs. 4 Satz 3 Tz­B­fG.
(2) Die­se Erwägun­gen sind frei von Rechts­feh­lern.
(a) § 8 Tz­B­fG be­gründet kei­nen Ge­set­zes­vor­be­halt iSd. Ein­gangs­sat­zes von § 87 Abs. 1 Be­trVG, der zum Aus­schluss des Mit­be­stim­mungs­rechts des Be­triebs­rats führt. Ei­ne auf der Grund­la­ge von § 87 Abs. 1 Nr. 2 Be­trVG ge­schlos­se­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung kann den Ar­beit­ge­ber da­her da­zu be­rech­ti­gen, den Ver­tei­lungs­wunsch des Ar­beit­neh­mers ab­zu­leh­nen (Se­nat
16. März 2004 - 9 AZR 323/03 - BA­GE 110, 45, zu B II 5 b der Gründe; 18. Fe­bru­ar 2003 - 9 AZR 164/02 - BA­GE 105, 107, zu B IV 2 a der Gründe). Vor­aus­set­zung ist, dass die Zu­stim­mung zu der geänder­ten Ver­tei­lung der Ar­beits­zeit ei­nen kol­lek­ti­ven Be­zug hat. Sonst ist der Ar­beit­ge­ber im An­wen­dungs­be­reich des § 8 Tz­B­fG ver­pflich­tet, die Ar­beits­zeit an­trags­gemäß fest­zu­le­gen (Se­nat 16. März 2004 - 9 AZR 323/03 - aaO, zu B II 5 c cc der Gründe).
(b) Die im Flug­be­trieb beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer der Be­klag­ten fal­len nach § 117 Abs. 2 Satz 1 Be­trVG iVm. § 77 Abs. 1 Nr. 2 TV PV nicht in den persönli­chen Gel­tungs­be­reich des § 87 Abs. 1 Nr. 2 Be­trVG. Der Kläger gehört als Flug­zeugführer zum flie­gen­den Per­so­nal. Er übt un­mit­tel­ba­re Beförde­rungstätig­kei­ten aus (vgl. BAG 14. Ok­to­ber 1986 - 1 ABR 13/85 - AP Be­trVG 1972 § 117 Nr. 5 = EzA Be­trVG 1972 § 117 Nr. 3, zu B II 3 a der Gründe). Die Aus­nah­me­vor­schrift des § 117 Abs. 2 Be­trVG trägt den Be­son­der­hei­ten der ar­beits­tech­ni­schen Zweck­set­zung des Flug­be­triebs von Luft­fahrt­un­ter­neh­men Rech­nung. Sie ist ver­fas­sungs­gemäß (für die st. Rspr. BAG 20. Fe­bru­ar 2001 - 1 ABR 27/00 - BA­GE 97, 52, zu B II 1 der Gründe; mit­tel­bar auch 11. De­zem­ber 2007 - 1 ABR 73/06 - Rn. 2, EzA Be­trVG 2001 § 95 Nr. 7; zu der Ge­mein­schafts­rechts­kon­for­mität der Be­reichs­aus­nah­me Fit­ting 24. Aufl. § 117 Rn. 6).
(c) Die Grundsätze, die der Se­nat für das Verhält­nis von § 8 Tz­B­fG und § 87 Abs. 1 Nr. 2 Be­trVG ent­wi­ckelt hat, können in­so­fern auf das Mit­be­stim­mungs­recht des § 77 Abs. 1 Nr. 2 TV PV über­tra­gen wer­den, als § 8 Tz­B­fG kei­nen Ge­set­zes­vor­be­halt iSd. Ein­gangs­sat­zes von § 77 Abs. 1 TV PV be­gründet. In­halt­lich un­ter­schei­det sich das in § 4 8. Ab­schn. Abs. 1 Satz 1 MTV Nr. 5a ge­re­gel­te Mit­be­stim­mungs­recht der Grup­pen­ver­tre­tung je­doch von § 87 Abs. 1 Nr. 2 Be­trVG. Die Grup­pen­ver­tre­tung hat nur über die Fest­stel­lung der Um­laufpläne des Cock­pit­per­so­nals auf den ein­zel­nen Flug­stre­cken mit­zu­be­stim­men.
(d) Der Re­ge­lungs­ge­gen­stand des § 4 8. Ab­schn. Abs. 1 Satz 1 MTV Nr. 5a - das Mit­be­stim­mungs­recht der Grup­pen­ver­tre­tung hin­sicht­lich der
fest­zu­stel­len­den Um­laufpläne - wird von den in der BV Teil­zeit ge­re­gel­ten Ansprüchen auf Neu­ver­tei­lung der Ar­beits­zeit nicht berührt. Bei der im Zeit­punkt der Ab­leh­nung des Teil­zeit­an­trags des Klägers am 26. Sep­tem­ber 2005 gel­ten­den BV Teil­zeit vom 15. Sep­tem­ber 2005 han­delt es sich dem­nach um ei­ne frei­wil­li­ge Be­triebs­ver­ein­ba­rung iSv. § 78 TV PV. Sie hin­dert den Neu­ver­tei­lungs­an­spruch des Klägers auch dann nicht, wenn un­ter­stellt wird, dass die BV Teil­zeit an­de­re Teil­zeit­mo­del­le als die von ihr vor­ge­se­he­nen mo­nats­re­du­zier­ten und „ver­block­ten“ Teil­zeit­mo­del­le aus­sch­ließen soll.
(e) Der Se­nat hat bis­her of­fen­ge­las­sen, ob ei­ne frei­wil­li­ge Be­triebs­ver­ein­ba­rung im Gel­tungs­be­reich des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes auf Grund ih­rer un­mit­tel­ba­ren und zwin­gen­den Wir­kung und der Durchführungs­pflicht des Ar­beit­ge­bers ei­nem Neu­ver­tei­lungs­an­spruch ent­ge­gen­ste­hen kann (15. Au­gust 2006 - 9 AZR 30/06 - Rn. 16 f., AP Tz­B­fG § 8 Nr. 16 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 14). Die Fra­ge kann auch hier auf sich be­ru­hen. Die BV Teil­zeit ver­letzt die Zu­stim­mungs­pflicht der Be­klag­ten nach § 8 Abs. 1, Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG, weil sie Ansprüche auf Block­teil­zeit „kon­tin­gen­tiert“ und auf das Ka­len­der­jahr be­fris­tet.
(aa) Die Über­schrei­tung ei­ner fest­ge­leg­ten Quo­te von Teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­sen im Verhält­nis zu Voll­zeit­ar­beitsplätzen kann ei­nen ent­ge­gen­ste­hen­den be­trieb­li­chen Grund nach § 8 Abs. 4 Satz 3 Tz­B­fG kon­kre­ti­sie­ren (Se­nat 21. No­vem­ber 2006 - 9 AZR 138/06 - Rn. 30, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 18 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 16). In ei­nem sol­chen Fall genügt es, wenn der Ar­beit­ge­ber dar­legt, dass die Quo­te über­schrit­ten ist. Ei­ne we­sent­li­che Be­ein­träch­ti­gung braucht er darüber hin­aus nicht vor­zu­tra­gen (vgl. Laux in Laux/Schlach­ter Tz­B­fG § 8 Rn. 164). Die Fest­le­gung ei­ner sog. Über­for­de­rungs­quo­te ist nach § 8 Abs. 4 Satz 3 Tz­B­fG je­doch den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en - und nicht den Be­triebs­par­tei­en - vor­be­hal­ten. Die­se ge­setz­li­che Re­ge­lung kann we­gen ih­res zwin­gen­den Cha­rak­ters nicht mit­hil­fe der ta­rif­li­chen Öff­nungs­klau­sel in § 17e Satz 2 MTV Nr. 5a über­wun­den wer­den. Da­nach wer­den die nähe­ren Ein­zel­hei­ten des Teil­zeit­an­ge­bots der Be­klag­ten und sei­nes Vo­lu­mens für die un­ter 55-jähri­gen Ar­beit­neh­mer durch Be­triebs­ver­ein­ba­rung ge­re­gelt. Die den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ge­setz­lich ein­geräum­te Be­fug­nis zur Fest­le­gung von Ab-
leh­nungs­gründen er­laubt es ih­nen nicht, ih­re Re­ge­lungs­macht an die Be­triebs­par­tei­en zu de­le­gie­ren. § 8 Abs. 4 Satz 3 Tz­B­fG be­schränkt die Möglich­keit der Fest­le­gung von Ab­leh­nungs­gründen auf die über­be­trieb­li­che Ebe­ne der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en. Es kommt des­halb nicht auf die vom Lan­des­ar­beits­ge­richt of­fen­ge­las­se­ne Fra­ge an, ob die Be­klag­te hin­rei­chend dar­ge­legt hat, dass das Kon­tin­gent der Block­teil­zeit erschöpft und da­mit die Über­last­quo­te er­reicht ist.
(bb) Die Be­fris­tung der Block­teil­zeit­mo­del­le der BV Teil­zeit steht dem Teil­zeit­an­trag des Klägers eben­falls nicht ent­ge­gen. Es kann of­fen­blei­ben, ob sich das Be­fris­tungs­er­for­der­nis nur auf die ne­ben dem ge­setz­li­chen An­spruch aus § 8 Tz­B­fG ste­hen­den Teil­zeit­ansprüche der BV Teil­zeit be­zieht (für ei­ne ta­rif­li­che Re­ge­lung be­jaht von Se­nat 21. No­vem­ber 2006 - 9 AZR 138/06 - Rn. 32, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 18 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 16). Selbst wenn die Be­triebs­par­tei­en den ge­setz­li­chen An­spruch - ua. mit Blick auf die jähr­li­che Ur­laubs­pla­nung - auf das je­wei­li­ge Ka­len­der­jahr be­fris­ten woll­ten, wäre die­se Re­ge­lung un­wirk­sam. § 8 und § 22 Abs. 1 Tz­B­fG se­hen kei­nen An­spruch auf le­dig­lich vorüber­ge­hen­de Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit vor (Se­nat 21. No­vem­ber 2006 - 9 AZR 138/06 - Rn. 32 f., aaO). Die un­be­fris­te­te Dau­er des ge­setz­li­chen Teil­zeit­an­spruchs aus § 8 Tz­B­fG ist nicht ta­rif­dis­po­si­tiv. Die­se den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ge­zo­ge­ne Gren­ze gilt erst recht für die Be­triebs­par­tei­en der BV Teil-zeit.
B. Die Be­klag­te hat nach § 97 Abs. 1 ZPO die Kos­ten ih­rer er­folg­lo­sen Re­vi­si­on zu tra­gen. Die Kos­ten des zurück­ge­nom­me­nen Teils der Kla­ge sind dem Kläger nicht auf­zu­er­le­gen. Die frühe­ren Anträge und der letz­te Sach­an­trag sind wirt­schaft­lich tei­li­den­tisch. Die auf ei­nen frühe­ren Be­ginn der Teil­zeit­ar­beit ge­rich­te­ten frühe­ren Anträge ha­ben kei­ne be­son­de­ren Kos­ten ver­ur­sacht (vgl. § 269 Abs. 3 Satz 2 2. Alt. ZPO).
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References: § 117
 § 77
 § 4
 § 78

§ 17
 § 17
 § 19
 § 8
 § 3
 § 8
 § 8
 § 264
 § 263
 § 269
 § 264
 § 269
 § 253
 § 894
 § 8
 § 8
 § 613
 § 613
 § 311
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 1
 § 117
 § 77
 § 4
 § 87
 § 8
 § 8
 § 87
 § 87
 § 8
 § 117
 § 77
 § 87
 § 117
 § 117
 § 117
 § 95
 § 117
 § 8
 § 87
 § 77
 § 8
 § 77
 § 4
 § 87
 § 4
 § 78
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 17
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 22
 § 8
 § 97
 § 269