Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=02.01.2008&Aktenzeichen=1%20BV%2004.2737
Timestamp: 2019-11-20 22:02:15+00:00

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VGH Bayern, 02.01.2008 - 1 BV 04.2737 - dejure.org
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VGH Bayern, 02.01.2008 - 1 BV 04.2737 (https://dejure.org/2008,4968)
VGH Bayern, Entscheidung vom 02.01.2008 - 1 BV 04.2737 (https://dejure.org/2008,4968)
VGH Bayern, Entscheidung vom 02. Januar 2008 - 1 BV 04.2737 (https://dejure.org/2008,4968)
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Keine Lofts im Gewerbegebiet!
VG München, 17.08.2004 - M 1 K 04.1796
BauR 2008, 1035
BauR 2008, 649
ZfBR 2008, 598
Dies bedeutet, dass der Kläger nicht auf die Geltendmachung eines Verstoßes gegen das Rücksichtnahmegebot in seiner nachbarschützenden Ausprägung beschränkt ist, sondern sich auf einen sog. Gebietserhaltungsanspruch berufen kann (vgl. hierzu VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 30.12.2008 - 8 S 2604/08 -, VBlBW 2009, 342;… BVerwG, Urt. v. 16.09.1993 - 4 C 28.91 -, BVerwGE 94, 151; Beschl. v. 13.05.2002 - 4 B 86.01 -, BauR 2002, 1499; Beschl. v. 01.03.2010 - 4 B 7.10 - BayVGH, Urt. v. 02.01.2008 - 1 BV 04.2737 -, BauR 2008, 649).
Der Gebietsbewahrungsanspruch umfasst auch den Anspruch auf Aufrechterhaltung der typischen Prägung eines Baugebiets nach § 34 Abs. 2 BauGB, § 15 Abs. 1 Satz 1 BauNVO (vgl. BVerwG vom 13.5.2002 NVwZ 2002, 1384; BayVGH vom 2.1.2008 BauR 2008, 649; vom 26.5.2008 BauR 2008, 1556; OVG Hamburg vom 5.6.2009 - 2 Bs 26/09 - juris).
Die Privilegierung erfolgte mit Blick darauf, dass Dienstleistungen von freien Berufen ihrem Herkommen nach regelhaft in allen Wohngebieten angeboten werden und sich wohnartig ausnehmen, das heißt insbesondere keine weitergehenden Anforderungen an die Räumlichkeiten stellen, vgl. zur Wohnartigkeit: OVG NRW, Beschlüsse vom 7. Juli 2010 - 7 A 1277/09 -, juris Rn. 4, vom 24. Oktober 1997 - 7 B 2333/97 -, juris Rn. 2 ff., und vom 29. April 1996 - 11 B 748/96 -, BRS 58 Nr. 63 = juris Rn. 5 f.; Bay. VGH, Urteil vom 2. Januar 2008 - 1 BV 04.2737 -, BRS 73 Nr. 81 = juris Rn. 28, und vom Störgrad und der Störempfindlichkeit im Grundsatz in allen Wohngebieten verträglich sind.
Zwar mögen bestimmte Designer-Berufe, wie z.B. ein Industrie-Designer oder ein Werbedesigner (vgl. BFH, U.v. 23.8.1990 - IV R 61/89 - BFHE 162, 68 = juris Rn. 12, 17 und BayVGH, U.v. 2.1.2008 - 1 BV 04.2737 - juris Rn. 27) als freiberuflich oder freiberufsähnlich angesehen werden können.
Eine Verletzung des sog. Gebietsprägungserhaltungsanspruchs, § 15 Abs. 1 Satz 1 BauNVO, auf die der Antragsteller mit seinem Vortrag zu Umfang ("Dichte der Bebauung") und Höhe des Bauvorhabens abzuheben scheint und auf die er sich grundsätzlich berufen könnte (vgl. BVerwG, B.v. 13.5.2002 - 4 B 86/01 - juris; BayVGH, U.v. 2.1.2008 - 1 BV 04.2737 - juris; B.v. 26.5.2008 - 1 CS 08.881 - juris; zweifelnd dagegen bspw. BayVGH, B.v. 3.2.2014 - 9 CS 13.1916 - juris), kommt nicht in Betracht.
dar (vgl. dazu BayVGH, U.v. 2.1.2008 - 1 BV 04.2737 - juris).
Sie können somit unabhängig von ihrer eigenen Beeinträchtigung eine schleichende Umwandlung der Nutzungsart des fraglichen Gebiets verhindern (vgl. VGH Bayern, Urteil vom 2. Januar 2008 - 1 BV 04.2737 -, nach juris).
§ 13 BauNVO erfasst zwar nicht nur Berufsgruppen, die ihre freiberufliche Tätigkeit "wohnartig" ausüben; die "Wohnartigkeit" gibt aber Aufschluss über den Störgrad und die Störempfindlichkeit der Nutzung und ist daher ein wichtiges Kriterium für die Zulässigkeit einer unter § 13 BauNVO fallenden Nutzung (vgl. BayVGH vom 2.1.2008 BauR 2008, 649).
Eine Wohnnutzung ist dagegen in GE-Gebieten gem. § 8 Abs. 3 BauNVO nur ausnahmsweise und sehr eingeschränkt zulässig, wobei dies nach der Rechtsprechung des BayVGH (U.v. 02.01.2008, 1 BV 04.2737, Fundstelle 2/2009, RN 24) in einem uneingeschränkten GE-Gebiet selbst für "wohnartige" freiberufliche und gewerbliche Nutzungen gilt.

References: § 34
 § 15
 § 15

§ 13
 § 13
 § 8