Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202012,%203108
Timestamp: 2020-01-23 16:14:03+00:00

Document:
OLG Koblenz, 11.06.2012 - 11 UF 266/12 - dejure.org
https://dejure.org/2012,62546
OLG Koblenz, 11.06.2012 - 11 UF 266/12 (https://dejure.org/2012,62546)
OLG Koblenz, Entscheidung vom 11.06.2012 - 11 UF 266/12 (https://dejure.org/2012,62546)
OLG Koblenz, Entscheidung vom 11. Juni 2012 - 11 UF 266/12 (https://dejure.org/2012,62546)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2012,62546) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 1666 BGB, § 1666a Abs 1 S 1 BGB, § 8a SGB 8, § 11 SGB 8, §§ 11 ff SGB 8
Elterliche Sorge: Sorgerechtsentzug wegen Erziehungsunfähigkeit der Eltern; Vorrang der Inanspruchnahme öffentlicher Hilfen; Verantwortungsgemeinschaft von Familiengericht und Jugendamt
Vorrang der Inanspruchnahme öffentlicher Hilfen
Fehlender Nachweis der Erziehungsfähigkeit der Eltern berechtigt nicht zum Sorgerechtsentzug
AG Andernach, 02.04.2012 - 70 F 152/12
NJW 2012, 3108
Es entsteht eine Verantwortungsgemeinschaft von Familiengericht und Jugendamt sowie die Pflicht zu einer kooperativen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendhilfe; die (gegebenenfalls durch internen und/oder externen Sachverstand unterlegte) Einschätzung des Jugendamts zur Gefährdungslage ist dabei regelmäßig Grundlage der nachfolgenden gerichtlichen Entscheidung (OLG Koblenz NJW 2012, 3108, 3110 f.).
Hierbei geht das Familiengericht zutreffend davon aus, dass es selbst trotz der Regelung des § 18 SGB VIII gegenüber dem Jugendamt keine Anordnungskompetenz zur Mitwirkung an Umgangskontakten besitzt (…vgl. Staudinger/Rauscher, BGB -Neubearbeitung 2014, 1684 Rn. 19; OLG Saarbrücken FamRZ 2015, 344; a.A. für Jugendhilfemaßnahmen im Rahmen von § 1666 BGB : OLG Koblenz NJW 2012, 3108 ).
Die Fach- und Sachkompetenz ist grundsätzlich beim Jugendamt angesiedelt (vgl. OLG Koblenz, NJW 2012, 3108 ff., Rn. 41 im juris-Ausdruck).
Zuletzt wurde sowohl in der obergerichtlichen Rechtsprechung der ordentlichen Gerichtsbarkeit (vgl. OLG Koblenz, NJW 2012, S. 3108) als auch derjenigen der Verwaltungsgerichtsbarkeit (VGH Hessen, Beschluss vom 07.11.2012, Az.:7 L 2673/12) eine Letztverantwortung bzw. ein Letztentscheidungsrecht des Familiengerichts hervorgehoben.
Der Staat muss daher nach Möglichkeit versuchen, durch helfende, unterstützende, auf Herstellung oder Wiederherstellung eines verantwortungsgerechten Verhaltens der leiblichen Eltern gerichtete Maßnahmen sein Ziel zu erreichen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 28.02.2012, 1 BvR 3116/11, beck-online; OLG Koblenz, Beschluss vom 11.06.2012, 11 UF 266/12, Rn. 24, juris).

References: § 1666
 § 1666
 § 8
 § 11
 § 18
 § 1666