Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=20.12.2001&Aktenzeichen=IX%20ZR%20419/98
Timestamp: 2020-02-27 14:24:48+00:00

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BGH, 20.12.2001 - IX ZR 419/98 - dejure.org
https://dejure.org/2001,670
BGH, 20.12.2001 - IX ZR 419/98 (https://dejure.org/2001,670)
BGH, Entscheidung vom 20.12.2001 - IX ZR 419/98 (https://dejure.org/2001,670)
BGH, Entscheidung vom 20. Dezember 2001 - IX ZR 419/98 (https://dejure.org/2001,670)
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ZVG § 115; ZPO § 876; KO § 15
Einmalvalutierungsabrede - Versteigerung - Versteigerungserlös - Konkurs - Insolvenz - Konkursmasse - Nachforderung - Gläubigerwechsel
Keine Beeinträchtigung der Konkursmasse durch Abtretung von Grundschulden
Zur Bedeutung einer Einmalvalutierungsabrede für die Verteilung eines Versteigerungserlöses; keine Beeinträchtigung der Konkursmasse durch bloßen Gläubigerwechsel
KO § 15; ZVG § 115
Reichweite der Prozessführungsbefugnis des Insolvenzverwalters;keine Beeinträchtigung der Konkursmasse durch bloßen Gläubigerwechsel
NJW 2002, 1578
ZIP 2002, 407
MDR 2002, 603
NZI 2002, 276
WM 2002, 337
Rpfleger 2002, 273
Für den Eintritt der Bedingung sind zwar grundsätzlich die Kläger als Anspruchssteller und Sicherungsgeber darlegungs- und beweisbelastet (BGH NJW 2002, 1578; NJW 2000, 1108; Staudinger-Wolfsteiner, BGB, Neubearb. 2015, § 1191 Rn.162; Erman2Wenzel, BGB, 14.Aufl., § 1191 Rn.61); nachdem weitere Forderungen der Beklagten aber bislang nicht in Rede stehen, sind dies nur die aus dem erklärten Widerruf entstandenen Rückgewähransprüche in Höhe des marktüblich verzinsten Nettokreditbetrages unter Berücksichtigung etwaiger Aufrechnungen.
Letztere müssen jedoch geeignet sein, die Geltendmachung des dinglichen Rechts eines anderen zu beschränken oder auszuschließen (BGH…, Urteil vom 20. März 1981, aaO, S. 694 f unter B.II.1.; vom 20. Dezember 2001 - IX ZR 419/98, NJW 2002, 1578, 1579), hier die Beklagte zu verpflichten, den auf ihr dingliches Recht entfallenden Erlösanteil der Klägerin zu überlassen.
Der Anspruch auf Rückgewähr nicht valutierter Teile einer Sicherungsgrundschuld begründet ein Widerspruchsrecht im Sinne von § 115 ZVG (BGH, Urteil vom 20. Dezember 2001, aaO) und kann mit der Vollstreckungsabwehrklage nach § 767 ZPO geltend gemacht werden (BGH, Urteil vom 30. April 1980 - V ZR 159/78, BGHZ 77, 107, 109).
Auch wenn Rückgewährberechtigte ihre Rückgewähransprüche im Verteilungsverfahren hätten geltend machen können (vgl. zur Möglichkeit, Einwendungen gegen den Teilungsplan aus schuldrechtlichen Ansprüchen herzuleiten: BGH, Urteil vom 20. Dezember 2001 - IX ZR 419/98, NJW 2002, 1578, 1579), haben sie diese Ansprüche durch die Nichtgeltendmachung nicht verloren (vgl. BGH…, Urteil vom 27. April 2012 - V ZR 270/10, BGHZ 193, 144 Rn. 6).
Da sie nicht in Prozessstandschaft für den Rückgewährberechtigten klagt (vgl. BGH, Urteil vom 20. Dezember 2001 - IX ZR 419/98, NJW 2002, 1578, 1579) und auch mit dem Widerspruch nicht die Auszahlung an diesen verlangt (…vgl. Stöber, aaO § 115 Anm. 3.4 Buchst. c), kommt es darauf an, dass ihr selbst gegenüber der Beklagten das bessere Recht zusteht.
Da die Übertragung eines bereits bestehenden Rechts die Rechtsstellung der Insolvenzgläubiger regelmäßig nicht beeinträchtigt, fällt die Zession grundsätzlich nicht unter § 91 Abs. 1 InsO (BGH, Urt. v. 20. Dezember 2001 - IX ZR 419/98, ZIP 2002, 407, 408;… MünchKomm-InsO/Breuer, aaO § 91 Rn. 16).
Deshalb fällt in der Insolvenz des Grundstückseigentümers der Verlust der Einrede der Nichtvalutierung in den durch § 91 Abs. 1 InsO geschützten Bereich (…BGH, Urt. v. 30. Oktober 1974 - VIII ZR 81/73, NJW 1975, 122; v. 20. Dezember 2001 - IX ZR 419/98, aaO S. 408;… Jaeger/Windel, aaO § 91 Rn. 41 in Verbindung mit 31;… Jaeger/Henckel, KO 9. Aufl. § 15 Rn. 33).
Ein weitergehendes Absonderungsrecht (vgl. BGH, Urt. v. 20. Dezember 2001 - IX ZR 419/98, aaO S. 408) ist durch die Abtretung auch aus diesem Blickwinkel nicht entstanden.
Die Abtretung einer Grundschuld, die der Schuldner einem Dritten vor dem Eintritt von Verfügungsbeschränkungen bestellt hat, ist insolvenzrechtlich wirksam (vgl. BGH, Urteil vom 20. Dezember 2001 - IX ZR 419/98, WM 2002, 337, 338 unter B.II.1.b. zu § 15 KO).
§ 15 KO sei auch anwendbar, wenn Grundschulden erst nach Konkurseröffnung mit einer Forderung unterlegt wurden (BGH, Urteil vom 20. Dezember 2001 - IX ZR 419/98, WM 2002, 337, 338).
Im Verteilungsverfahren besteht ein Widerspruchsrecht nach § 115 Abs. 1 ZVG, § 876 ZPO (vgl. BGHZ 108, 237, 247; BGH, Urt. v. 20. November 2001 - IX ZR 419/98, WM 2002, 337, 338 f unter II. 2. b, aa).
Hat sich ein nachrangiger Grundschuldgläubiger Rückgewähransprüche des Schuldners gegen vorrangige Grundschuldgläubiger abtreten lassen, steht dem nachrangigen Gläubiger zwar der Widerspruch gegen den Teilungsplan nach § 115 Abs. 1 ZVG iVm. § 878 ZPO zu (vgl. BGH, Urt. v. 20. Dezember 2001 - IX ZR 419/98, NJW 2002, 1578, 1579 m.w.N.); dieser kann aber ebenfalls nur im Wege einer Klage bei dem Prozeßgericht geltend gemacht werden.
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann jemand ein fremdes Recht auf Grund einer ihm von dem Berechtigten erteilten Ermächtigung im eigenen Namen und auf eigene Rechnung im Prozess verfolgen, sofern er hieran ein eigenes schutzwürdiges Interesse hat (vgl. BGH NJW 1986, 850; BGH, NJW 2000, 738; BGH NJW 2002, 1578; OLG Köln, NJW-RR 2001, 532).
Ausreichend kann auch ein wirtschaftliches Eigeninteresse sein (vgl. BGH NJW 1988, 1210; BGH, NJW 1995, 3186; BGH NJW 2002, 1578; BGH…, Urteil vom 27.03.2008, IX ZR 65/06, Rdn. 9, nach juris).
Dafür kann es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs genügen, wenn dem Prozessstandschafter eine Beteiligung an den Erlösen aus den in gewillkürter Prozessstandschaft geltend gemachten Ansprüchen (vgl. BGH NJW 1988, 1210; BGH NJW-RR 2003, 1490) oder der vollständige Erlös (vgl. BGH NJW 2002, 1578) zufließen soll.
Der gegebene Fall ist auch nicht mit dem dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 20. Dezember 2001 (IX ZR 419/98, WM 2002, 332 ff.) zugrunde liegenden Sachverhalt zu vergleichen.
Dennoch, dies ist der Klägerin zuzugeben, kann nach ganz überwiegender Meinung, der sich der Senat anschließt, der Inhaber eines Rückgewähranspruchs, wenn er als Eigentümer Beteiligter im Vollstreckungsverfahren (§ 9 ZVG) ist, dem Teilungsplan mit der Begründung widersprechen, dass darin eine nicht voll valutierende Grundschuld voll berücksichtigt werde (…vgl. Gaberdiel/Gladenbeck, a.a.O., Rn. 1145 mit zahlreichen Nachweisen; aus der BGH-Rechtsprechung vgl. nur: BGH, Urt. v. 20.12.2001, IX ZR 419/98, NJW 2002, 1578, zit. nach Juris, Rn. 21).
AG Berlin-Mitte, 14.05.2004 - 6 C 164/03
OLG München, 12.12.2006 - 5 U 3787/06
LG München I, 10.05.2006 - 29 O 25502/05
Anfechtbarkeit des Erhalts einer Sicherheit mit dem Recht auf abgesonderte …

References: § 115
 § 876
 § 15
 § 15
 § 115
 § 1191
 § 1191
 § 115
 § 767
 § 115
 § 91
 § 91
 § 91
 § 91
 § 15
 § 15

§ 15
 § 115
 § 876
 § 115
 § 878
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