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Timestamp: 2017-07-21 14:39:37+00:00

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Rechtliche Folgen für Cybermobber | jugend.support
Sie sind hierStartseiteRechtlichesDie Rechte von anderen achten Rechtliche Folgen für Cybermobber Viele Cybermobber denken, dass im Internet alles erlaubt ist. Das stimmt nicht, denn Gesetze gelten auch im Internet!
Virtuelle Beleidigungen und Drohungen oder das Posten von entwürdigenden Bildern oder Videos gegen den Willen der Betroffenen sind strafbar und können ernsthafte rechtliche Folgen haben! Virtuelle Beleidigungen oder Drohungen sind verboten. Auch das Veröffentlichen von Bildern oder Videos ohne Zustimmung kann bestraft werden!
Beleidigung, Üble Nachrede und Verleumdung, §§ 185, 186 und 187 Strafgesetzbuch (StGB)
Beleidigung, Üble Nachrede und Verleumdung sind häufige Formen von Cybermobbing! Beispiele dafür sind:
Gemeine und verletzende Beschimpfungen oder Lügen, die auf deine Pinnwand gepostet werden.
Heftige Beleidigungen in extra dafür gegründeten Hassgruppen auf Online-Communities oder Messenger (WhatsApp; usw.)
Der Aufruf zur Hetze gegen eine Person (z.B. in Gruppen auf Online-Communities oder per Messenger)
Personen, die sich der Beleidigung, Übler Nachrede oder Verleumdung strafbar machen, droht eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe. Wer andere Personen öffentlich verleumdet, muss sogar mit einer Freiheitstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen!
Gewaltdarstellung, § 131 Strafgesetzbuch (StGB)
Schon das Teilen von gewalthaltigen Inhalten gilt als Straftat. Juristen sprechen dann von dem Verbreiten von Gewaltdarstellung. Dazu gehört zum Beispiel:
Wenn ein Video im Internet veröffentlicht wird, auf dem der Gemobbte verprügelt oder gequält wird, ist das Gewaltdarstellung. Es ist auch verboten, das Video z. B. übers Handy oder per Messenger an andere Personen zu schicken.
Wenn ein fremdes Gewaltvideo mit Bildern von der gemobbten Person ergänzt und das manipulierte Video im Internet veröffentlicht oder an andere Personen geschickt wird, ist das Gewaltdarstellung.
Wer sich der Gewaltdarstellung strafbar macht, wird mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft.
Körperverletzung, § 223 Strafgesetzbuch (StGB)
Cybermobbing kann nach deutschem Recht Körperverletzung sein. Dies ist der Fall, wenn die Gesundheit der gemobbten Person geschädigt wird, zum Beispiel, wenn es dir schlecht geht, weil du unter schweren Angst- und Panikattacken leidest.
Den Tätern drohen in diesem Fall Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.
Nachstellung, § 238 Strafgesetzbuch (StGB)
Wenn die Täter den Gemobbten ständig virtuell belästigen ist das Nachstellung. Cyber-Terror mit beleidigenden und bedrohlichen Nachrichten (per SMS; WhatsApp; E-Mails; usw.) rund um die Uhr ist rechtlich verboten und kann bestraft werden!
Die Höhe der Strafe hängt davon ab, wie stark sich das Cybermobbing auf das Leben des Opfers auswirkt.
Täter müssen mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren rechnen.
Wenn das Opfer (oder auch Angehörige!) durch Cybermobbing gesundheitliche Schäden erleidet, droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.
Sollte die gemobbte Person in Folge des Mobbing-Angriffs zu Tode kommen, kann sogar eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren verhängt werden!
Nötigung und Bedrohung, §§ 240 und 241 Strafgesetzbuch (StGB) Wenn die Täterinnen und Täter im Internet (Chatrooms, sozialen Netzwerken, per E-Mail oder Handy) Drohungen aussprechen, zum Beispiel dass
sie die gemobbte Person umbringen, verprügeln oder anderweitig verletzen wollen. Es ist dabei egal, ob öffentlich (z.B. auf der Pinnwand oder in Gruppen) oder in einer privaten Nachricht gedroht wird (Bedrohung StGB § 241).
sie die gemobbte Person verprügeln, wenn die gemobbte Peron nicht einer bestimmten Aufforderung nachkommt.
Es muss nicht zur Schlägerei kommen. Schon die Androhung von Prügel ist verboten!
Wer andere Personen durch Cybermobbing nötigt oder bedroht, wird mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft.
Verletzung der Vertraulichkeit des höchstpersönlichen Lebensbereichs und der Vertraulichkeit des Wortes, § 201 Strafgesetzbuch (StGB)
Es ist verboten, heimlich Aufnahmen zu machen, wie zum Beispiel heimlich mit dem Handy ein Gespräch etc. aufzunehmen, um es dann öffentlich zu machen. Genauso verhält es sich auch mit heimlich aufgenommenen Bildern, Filmen etc. aus Umkleidekabinen oder der Wohnung. Sollte dennoch eine solche Tat vorliegen, macht sich der Täter eventuell wegen Verletzung des persönlichen Lebens- und Geheimbereichs strafbar. Das hängt – wie immer – vom Einzelfall ab.
Straftaten solcher Art werden mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bestraft.
Recht am eigenen Bild, § 33 Kunsturhebergesetz (KunstUrhG)
Fotos oder Videos dürfen nur mit Zustimmung der abgebildeten Person veröffentlicht werden. Jeder Mensch hat also das Recht, selbst zu entscheiden, welche Bilder oder Videoaufnahmen von sich im Internet stehen. Wer also Bilder oder Videos von jemandem anderen ohne Erlaubnis veröffentlicht, macht sich strafbar! Personen, die gegen das ‚Recht am eigenen Bild‘ verstoßen, müssen mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr rechnen.

References: § 131
 § 223
 § 238
 § 241
 § 201
 § 33