Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202007,%201532
Timestamp: 2019-03-19 08:51:50+00:00

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BGH, 25.01.2007 - VII ZB 74/06 - dejure.org
ZPO § 91 Abs. 1 Satz 1, § 103, § 104; JVEG § 9
Anwendung der Grundsätze der prozessualen Kostenerstattung auch hinsichtlich der Kosten eines prozessbegleitenden Privatgutachtens unter dem Gesichtspunkt der Schadensminderung; Obliegenheit zur Vorabmitteilung des Kostenrahmens des außergerichtlich eingeholten Gutachtens; Angemessenheit des Stundenlohns des Sachverständigen
Privatgutachten - Kostenbegrenzung bei prozessbegleitend eingeholten
ZPO § 91 Abs. 1 Satz 1, §§ 103, 104; JVEG § 9
Keine Begrenzung der Kostenerstattung eines Privatgutachtens wegen fehlender Vorabinformation des Prozessgegners
Umfang der Kostenerstattungspflicht nach § 91 ZPO: Erstattungsfähigkeit der Kosten eines Privatgutachtens
ZPO § 91 Abs. 1 S. 1 § 103 § 104; JVEG § 9
Erstattungsfähigkeit der Kosten eines prozessbegleitend eingeholten Privatgutachtens
Verfahrensrecht - Erstattung der Kosten eines Privatgutachtens
Kostenpraxis - BGH klärt weitere Fragen zur Erstattung der Kosten von vorprozessualen Privatgutachten
Kostenerstattung bei einem prozessbegleitenden Privatgutachten
Partei muss ihrem Prozessgegner vor Einholung eines Privatgutachtens nicht dessen voraussichtliche Kosten mitteilen
Erstattung der Kosten eines Privatgutachtens (IBR 2007, 287)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 25.01.2007, Az.: VII ZB 74/06 (Kostenerstattung)" von Peter-Andreas Kamphausen und Dr.-Ing. H.E. Aurnhammer, original erschienen in: JurBüro 2007, 318.
Zusammenfassung von "Besprechung des BGH-Beschluss vom 25.01.2007, Az.: VII ZB 74/06 (Zur Frage der Begrenzung der Erstattungsfähigkeit überteuerter Privatgutachten)" von RA Holger Pauly, original erschienen in: ZfIR 2008, 761 - 762.
Zusammenfassung von "BGH klärt weitere Fragen zur Erstattung der Kosten von vorprozessualen Privatgutachten" von der Redaktion von Prozessrecht Aktiv, original erschienen in: PA 2007, 122 - 123.
LG Erfurt, 22.08.2000 - 9 O 3017/99
LG Erfurt, 03.11.2005 - 9 O 3017/99
LG Erfurt, 16.01.2006 - 9 O 3017/99
OLG Jena, 21.06.2006 - 9 W 168/06
NJW 2007, 1532
MDR 2007, 803
NZBau 2007, 308
Rpfleger 2007, 285
BauR 2007, 744
ZfBR 2007, 342
Für die Höhe des erstattungsfähigen Stundensatzes des privaten Sachverständigen ist entsprechend der Grundsatzentscheidung des BGH vom 25. Januar 2007 - VII ZB 74/06 - (NJW 2007, 1532) das JVEG nicht direkt anwendbar.
Es ist schon fraglich, ob der Kläger insoweit neuen Vortrag im Sinne dieser Vorschrift gehalten hat, denn das ergänzende Vorbringen war lediglich darauf gerichtet, das bisherige Vorbringen zeitlich zu konkretisieren (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 21. Dezember 2006 - VII ZR 279/05 - NJW 2007, 1532 Tz. 10).
Nach der Rechtsprechung des BGH (NJW 2007, 1532 f. = BauR 2007, 744 ff. = juris Rn 11) dürfen hinsichtlich der Frage der Angemessenheit des Stundenlohns des Sachverständigen die Sätze des Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes - JVEG - nicht unmittelbar herangezogen werden (…vgl. auch Herget, aaO aE), da dieses lediglich das dem gerichtlichen Sachverständigen zustehende Honorar regelt.
OLG Köln, 12.03.2010 - 17 W 21/10
Die Parteivereinbarung und nicht die Regelung des JVEG ist die Grundlage der Festsetzung der notwendigen Kosten (vgl. BGH NJW 2007, 1532), weil dem Gutachten ein privater und kein gerichtlicher Auftrag i.S. von § 1 Abs. 1 Nr. 1 JVEG zu Grunde liegt.
Auch eine entsprechende Anwendung des JVEG kommt nicht in Betracht, weil nicht davon ausgegangen werden kann, dass es einer Partei in der Regel möglich sein wird, einen geeigneten Sachverständigen zu den im JVEG vorgesehenen Vergütungssätzen zu gewinnen (vgl. BGH NJW 2007, 1532, 1533; OLG Schleswig IBR 2009, 549 - Volltext in juris).
Es soll unerheblich sein, ob die Partei ihren Gegner über die voraussichtlichen Privatgutachterkosten unterrichtet hat oder nicht, weil die gebotene Einschränkung der Erstattungsfähigkeit über das Tatbestandsmerkmal der Notwendigkeit hinreichend sei (BGH, Urt. v. 25.01.2007, VII ZB 74/06, NJW 2007, 1532).
Danach kann die unterliegende Partei nur mit den Kosten des Gegners belastet werden, die eine verständige Partei für eine zweckentsprechende Rechtsverfolgung oder -verteidigung als sachdienlich ansehen musste (BGH, Beschluss v. 25.01.2007 - VII ZB 74/06, zitiert nach juris).
Auch eine entsprechende Anwendung kommt nicht in Betracht, weil nicht davon ausgegangen werden kann, dass es einer Partei in der Regel möglich sein wird, einen geeigneten Sachverständigen zu den im JVEG vorgesehenen Vergütungssätzen zu gewinnen (BGH, Beschluss v. 25.01.2007 - VII ZB 74/06, zitiert nach juris).
Die Parteivereinbarung und nicht die Regelung des JVEG ist die Grundlage der Festsetzung der notwendigen Kosten (vergleiche OLG München vom 24. September 1999, 11 W 2377/99, AGS 2000, 37, zitiert nach juris; vergleiche BGH vom 25. Januar 2007, VIIZB 74/06, NJW 2007, 1532, zitiert nach juris Rdnr. 11), weil dem Gutachten ein privater und kein gerichtlicher Auftrag im Sinne von § 1 Abs. 1 Nr. 1 JVEG zugrunde liegt.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (NJW 2007, 1532 Tz. 11 - juris -) ist eine Prüfung im Rahmen der Kostenfestsetzung dahingehend erforderlich, ob die vom Privatgutachter in Rechnung gestellte Stundenzahl als angemessen erscheint.
Unerheblich ist, ob das Privatgutachten im Rahmen einer ex-post-Betrachtung tatsächlich die Entscheidung des Gerichts beeinflusst hat (vgl., auch zum Folgenden: BGH, Beschluss vom 26.02.2013 - VI ZB 59/12, NJW 2013, 1823; Beschluss vom 24.04.2012 - VIII ZB 27/11, GuT 2012, 271; Beschluss vom 20.12.2011 - VI ZB 17/11, BGHZ 192, 140; Beschluss vom 25.01.2007 - VII ZB 74/06, NJW 2007, 1532; Beschluss vom 17.12.2002 - VI ZB 56/02, BGHZ 153, 235; OLG Koblenz JurBüro 2016, 149; OLG Köln IBR 2016, 128; OLG Frankfurt OLGR 1993, 201;… Zöller/Herget a. a. O. § 91 Rn. 12, Rn. 13 Stichwort "Privatgutachten"; jeweils m. w. N.).
Maßgeblich ist, inwiefern die entstandenen Kosten von einer verständigen Partei als erforderlich angesehen werden mussten (BGH NJW 2007, 1532).
LG Oldenburg, 17.01.2019 - 5 Qs 444/18
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References: § 91
 § 103
 § 104
 § 9
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