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Timestamp: 2019-05-23 03:47:49+00:00

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Lexikon Steuer: Einlagen - Bewertung
> Einlagen - Bewertung
Dies gilt auch für Kapitalgesellschaften. Ist der Nennwert der für die Einlagen an den Einlegenden ausgegebenen Anteile geringer, so wird der Differenzbetrag der Kapitalrücklage zugeführt ( § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB ).
Einlagen sind grundsätzlich mit dem Teilwert für den Zeitpunkt der Zuführung anzusetzen ( § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1, 1. Halbsatz EStG ). Sie werden aus dem Grund mit dem Teilwert angesetzt, weil die im außerbetrieblichen Bereich entstandenen stillen Reserven nicht betrieblich begründet sind und daher das Betriebsvermögen nicht erhöhen dürfen (BFH, 26.10.1987 - GrS 2/86, BStBl II 1988, 348).
Die im außerbetrieblichen Bereich selbst geschaffenen immateriellen Anlagegegenstände werden als Einlagen nicht mit 0 EUR angesetzt, sondern ebenfalls zum Teilwert eingelegt. Insoweit gilt für die Steuerbilanz nicht § 5 Abs. 2 EStG , wonach immaterielle Anlagegegenstände nur dann aktiviert werden dürfen, wenn sie entgeltlich erworben worden sind.
Wirtschaftsgüter, die innerhalb der letzten drei Jahre vor dem Zeitpunkt der Zuführung angeschafft, hergestellt oder aus einem Betriebsvermögen entnommen worden sind ( § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1, 2. Hs. Buchst. a, Satz 3 EStG );
Anteile an einer Kapitalgesellschaft, an denen der Unternehmer gemäß § 17 Abs. 1 oder Abs. 6 EStG beteiligt ist ( § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1, 2. Hs. Buchst. b EStG );
Wirtschaftsgüter im Sinne des § 20 Abs. 2 EStG ( § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1, 2. Hs. Buchst. c EStG ).
( § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 2. Hs. Buchst. a, Satz 2 und 3 EStG ).
Der Wert der Einlage ( Einlagewert ) ergibt sich aus folgender Übersicht:
Bei der Einlage eines abnutzbaren Wirtschaftsguts sind außerdem die Absetzungen für Abnutzung abzuziehen, die auf den Zeitraum zwischen der Anschaffung, Herstellung oder Entnahme des Wirtschaftsguts und seiner Einlage entfallen ( § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 2 EStG ). Es ist nicht entscheidend, ob die AfA sich überhaupt ausgewirkt hat. Selbst wenn sich das Wirtschaftsgut in dem gesamten Zeitraum oder in einem Abschnitt davon im Privatvermögen befunden hat, wird die volle auf den Zeitraum entfallende AfA von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgezogen ( R 6.12 Abs. 1 Satz 2 EStR ). Wurde also das Wirtschaftsgut vor der Einlage nicht zur Einkunftserzielung genutzt, sind fiktive AfA abzuziehen (Schmidt/Kulosa, EStG, § 6 Rz. 559).
Wurde während der Zugehörigkeit zum Privatvermögen die Bewertungsfreiheit für geringwertige Wirtschaftsgüter nach § 9 Abs. 1 Nr. 7 Satz 2 EStG in Anspruch genommen, beträgt der Einlagewert 0 EUR ( H 6.12 (Geringwertiges Wirtschaftsgut) EStH ; BFH, 27.01.1994 - VI R 101/92, BStBl II 1994, 638).
Nach dem Gesetzeswortlaut sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten nur um die Absetzungen für Abnutzung (AfA) zu kürzen ( § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 2 EStG ). Die in den Verwaltungsanweisungen wiedergegebene Sichtweise der Finanzverwaltung sieht eine Kürzung auch um erhöhte Absetzungen und Sonderabschreibungen vor. Für erhöhte Absetzungen und Sonderabschreibungen bestehen Wahlrechte. Sie werden daher nur berücksichtigt, wenn und soweit sie vom Steuerpflichtigen in Anspruch genommen worden sind. Ist das nicht der Fall, können daher bei der Einlage von abnutzbaren Wirtschaftsgütern in dem Dreijahreszeitraum nur die linearen AfA abgezogen werden, da hierfür ein Abschreibungsgebot besteht.
Ist das eingelegte Wirtschaftsgut ein Anteil an einer Kapitalgesellschaft im Sinne von § 17 Abs. 1 EStG (seit 01.01.2001 unmittelbare oder mittelbare Beteiligung von mindestens 1 %) oder § 17 Abs. 6 EStG , so wird die Einlage höchstens mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt ( § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1, Buchstabe b EStG ). Hier kommt es nicht auf einen Dreijahreszeitraum zwischen Anschaffung und Einlage an.
H 17 (8) EStH nimmt Bezug auf das BFH-Urteil vom 02.09.2008 – X R 48/02, BStBl II 2010, 162. Hiernach ist die Einlage einer Beteiligung, deren Teilwert bei der Einlage unter den Anschaffungskosten liegt, mit den Anschaffungskosten zu bewerten. Der Wertverlust in Höhe der Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem niedrigeren Teilwert sei im Privatvermögen eingetreten. Würde die Einlage der Beteiligung entsprechend dem Gesetzeswortlaut mit dem Teilwert bewertet, würde sich der im Privatvermögen eingetretene Wertverlust bei einer späteren Veräußerung oder Entnahme aus dem Betriebsvermögen steuererhöhend auswirken. Auf der anderen Seite könne aber der im Privatvermögen eingetretene Wertverlust nicht durch Teilwertabschreibung im Betriebsvermögen berücksichtigt werden. Es sei daher eine Teilwertabschreibung nicht zulässig, soweit sie auf einer vor der Einlage eingetretenen Wertminderung beruht. Die Einlage einer Beteiligung ist daher, wenn ihr Teilwert niedriger als die Anschaffungskosten ist, mit den Anschaffungskosten zu bewerten
Abschreibungen sollen sich nicht mehrfach steuermindernd auswirken können. Für Einlagen, die vor dem 01.10.2011 vorgenommen wurden, war geregelt, dass sich die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um die Absetzungen für Abnutzung oder Substanzverringerung, Sonderabschreibungen oder erhöhte Absetzungen mindern, die bis zum Zeitpunkt der Einlage vorgenommen worden sind ( § 7 Abs. 1 Satz 5 EStG a. F. ). Nach der Rechtsprechung wurde das so verstanden, dass nicht die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, sondern der Einlagewert um die vorgenommenen Abschreibungen zu mindern war.
Zusätzlich wurde im 2. Halbsatz der neuen Vorschrift bestimmt, dass die Minderung des Einlagewerts durch die vorgenommenen Abschreibungen höchstens bis zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgen darf. Ist der Einlagewert niedriger als die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden die weiteren AfA vom Einlagewert vorgenommen. Diese Bestimmung ist erstmals für Einlagen anzuwenden, die nach dem 31.12.2010 vorgenommen werden ( § 52 Abs. 21 Satz 4 EStG ).
Fallgruppe 1 : Der Einlagewert des Wirtschaftsguts ist höher oder gleich den historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die AfA ist vom Zeitpunkt der Einlage an von dem um die bereits in Anspruch genommenen AfA, AfS, Sonderabschreibungen oder erhöhten Absetzungen geminderten Einlagewert zu bemessen.
Fallgruppe 2 : Der Einlagewert des Wirtschaftsguts ist geringer als die historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, aber nicht geringer als die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die AfA ist ab dem Zeitpunkt der Einlage nach den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu bemessen.
Fallgruppe 3 : Der Einlagewert des Wirtschaftsguts ist geringer als die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die AfA bemisst sich nach dem Einlagewert.
Fallgruppe 4 : Die Einlage erfolgte innerhalb von 3 Jahren seit der Anschaffung oder Herstellung. Der Einlagewert ist gleichzeitig die AfA-Bemessungsgrundlage nach § 7 Abs. 1 Satz 5 EStG .
Das Gebäude ist ein abnutzbares Wirtschaftsgut. Es wurde vor der Einlage zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung verwendet. Die Anschaffung erfolgte nicht im Zeitraum der letzten drei Jahre vor der Einlage. Der Einlagewert wird daher nicht nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 2 EStG gekappt. Einlagewert ist daher der Teilwert in Höhe von 1.000.000 EUR ( § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1, Hs. 1 EStG ).
Bemessungsgrundlage für die AfA gemäß § 7 Abs. 1 Satz 5 EStG ist der Einlagewert nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 Halbsatz 2 Buchst. a i.V.m. Satz 2 EStG . Der Einlagewert besteht also aus den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

References: § 272
 § 6
 § 5
 § 6
 § 17
 § 6
 § 20
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6
 § 9
 § 6
 § 17
 § 17
 § 6
 § 7
 § 52
 § 7
 § 6
 § 6
 § 7
 § 6