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Timestamp: 2019-02-19 21:37:53+00:00

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BGE-136-III-437 - 2010-05-18 - BGE - Zivilrecht - Art. 131 Abs. 1 SchKG; Forderungsüberweisung; private Verwertung von verarrestierten...
Art. 131 Abs. 1 SchKG; Forderungsüberweisung; private Verwertung von verarrestierten Pfandgegenständen. Rechtsnatur des Entscheides über den Bestand einer nach Art. 131 Abs. 1 SchKG überwiesenen Forderung; Zulässigkeit der Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 Abs. 1 BGG (E. 1.1). Wirkung der Forderungsüberweisung nach Art. 131 Abs. 1 SchKG (E. 3 Ingress). Zulässigkeit der Verrechnung, wenn ein privates Pfandverwertungsrecht (Art. 891 ZGB) nach Verarrestierung des Pfandgegenstandes ausgeübt wird (E. 3.1-3.6). Verhältnis zwischen Verwertung nach Art. 131 Abs. 1 SchKG und Widerspruchsverfahren (E. 4).
Art. 131 al. 1 LP; cession de créances; réalisation de gage de gré à gré portant sur des objets séquestrés. Nature juridique de la décision statuant sur l'existence d'une créance cédée en vertu de l'art. 131 al. 1 LP; recevabilité du recours en matière civile selon l'art. 72 al. 1 LTF (consid. 1.1). Effet de la cession de créances selon l'art. 131 al. 1 LP (consid. 3 introduction). Admissibilité de la compensation lorsqu'un droit de réalisation du gage de gré à gré (art. 891 CC) est exercé après séquestre de l'objet mis en gage (consid. 3.1-3.6). Relation entre réalisation selon l'art. 131 al. 1 LP et procédure de revendication (consid. 4).
Art. 131 cpv. 1 LEF; assegnazione dei crediti; realizzazione privata di oggetti sequestrati dati in pegno. Natura giuridica della decisione sull'esistenza di un credito assegnato in virtù dell'art. 131 cpv. 1 LEF; ammissibilità del ricorso in materia civile secondo l'art. 72 cpv. 1 LTF (consid. 1.1). Effetto della cessione secondo l'art. 131 cpv. 1 LEF (consid. 3 introduzione). Ammissibilità della compensazione quando un diritto privato di realizzazione del pegno (art. 891 CC) viene esercitato dopo il sequestro dell'oggetto dato in pegno (consid. 3.1-3.6). Relazione fra la realizzazione secondo l'art. 131 cpv. 1 LEF e la procedura di rivendicazione (consid. 4).
C. Die Bank X. AG führt mit Eingabe vom 16. Dezember 2009 Beschwerde in Zivilsachen. Die Beschwerdeführerin beantragt dem Bundesgericht, das Urteil des Handelsgerichts vom 4. November 2009 aufzuheben und die Klage vollumfänglich abzuweisen. (...) Das Bundesgericht weist die Beschwerde in Zivilsachen ab.
1.1 Angefochten ist ein Entscheid über Forderungen, welche den Beschwerdegegnern nach Art. 131 Abs. 1 SchKG durch das Betreibungsamt überwiesen und von diesen eingeklagt wurden. Die Forderungen sind auf die Beschwerdegegner kraft Gesetz im Sinne von Art. 166 OR übergegangen und werden von diesen aus eigenem Recht geltend gemacht (FRITZSCHE/WALDER, Schuldbetreibung und Konkurs [...], Bd. I, 1984, § 30 Rz. 23; GILLIÉRON, Poursuite pour dettes, faillite et concordat, 4. Aufl. 2005, S. 243 Rz. 1260). Der Entscheid über den Bestand einer auf diese Weise abgetretenen Forderung gegenüber dem Drittschuldner - der Beschwerdeführerin - ist materieller Natur und betrifft eine Zivilsache im Sinne von Art. 72 Abs. 1 BGG. In der vorliegenden vermögensrechtlichen Streitigkeit wird die gesetzliche Streitwertgrenze von Fr. 30'000.- erreicht (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Die Vorinstanz als Fachgericht für handelsrechtliche Streitigkeiten hat als einzige Instanz in verfahrensabschliessender Weise entschieden (Art. 75 Abs. 2 lit. b und Art. 90 BGG). Die Beschwerde in Zivilsachen ist grundsätzlich zulässig. (...)
2.2 Die Beschwerdeführerin rügt im Wesentlichen eine Verletzung von Art. 120 ff . OR und Art. 884 ff . ZGB, weil das Handelsgericht
3.4 Die Beschwerdegegner weisen darauf hin, die Verrechnung der Beschwerdeführerin sei rechtsmissbräuchlich, weil sie auf einem Verstoss gegen den Arrestbeschlag beruhe. Dass das Guthaben (die Hauptforderung) zu Gunsten der C. Stiftung durch den Verkauf der verarrestierten Fondsanteile entstanden ist, geht aus dem Sachverhalt hervor und ist unbestritten. Entstand aber die der Verrechnung zugrunde liegende Hauptforderung aufgrund eines rechtswidrigen Verhaltens des nachherigen Kompensanten, so kann ihre Tilgung durch Verrechnung rechtsmissbräuchlich sein (AEPLI, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 1991, N. 88 Vorbem. zu Art. 120 -126 OR). Wohl wird im angefochtenen Urteil nicht ausdrücklich von "Rechtsmissbrauch" gesprochen. Wenn das Handelsgericht aber festgehalten hat, die Guthaben (Hauptforderung) aus der unzulässigen - weil gegen den Arrestbeschlag verstossenden - Selbsthilfe bzw. privaten Verwertung ihres Pfandes seien "nicht dafür bestimmt gewesen", der Beschwerdeführerin zur Verrechnung mit eigenen Forderungen zur Verfügung zu stehen, wirft sie ihr wohl eine rechtsmissbräuchliche Verrechnung vor. Nach Auffassung der Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin in unzulässiger Weise ihre Rechtsposition verbessert, indem sie einseitig und in Missachtung der laufenden Zwangsvollstreckung unmittelbar eine verrechenbare Hauptforderung geschaffen hat (anstatt ihre allfälligen Pfandrechte - wie alle Gläubiger - nach Art. 106 f . SchKG geltend zu machen). Darauf geht die Beschwerdeführerin nicht ein. Sie beschränkt sich auf die Feststellung, dass ihr ein Verrechnungsrecht zustehe, ohne auf den Grund einzugehen,
4.2 Zu Recht ist unbestritten, dass die Pfandrechte Dritter am Arrest- bzw. Pfändungsgut (wie Wertpapieren, Bankguthaben) im Widerspruchsverfahren zu klären sind (Art. 106 ff ., 275 SchKG;
AMONN/WALTHER, a.a.O, § 24 Rz. 7, 10). Es trifft zu, dass es nach BGE 104 III 42 (E. 4b S. 49) - auf welchen die Beschwerdeführerin hinweist - den Banken in der Regel leichtfällt, den Bestand der von ihnen geltend gemachten Pfandrechte durch Vorlage von Urkunden sofort zu beweisen, so dass der Gläubiger von vornherein auf eine Widerspruchsklage verzichtet. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin kann aus dem erwähnten Urteil keinesfalls abgeleitet werden, dass die Anmeldung des Anspruchs gemäss Art. 106 Abs. 1 SchKG (bzw. das sog. Vorverfahren) für Banken entbehrlich wäre (vgl. FRITZSCHE/WALDER, a.a.O., § 26 Rz. 27 S. 369). Eine gültige Anmeldung ist vielmehr Voraussetzung, dass das Betreibungsamt das Widerspruchsverfahren überhaupt eröffnen kann (vgl. Art. 107 ff . SchKG); gegebenenfalls kann es - wie die Vorinstanz zu Recht erwogen hat - mittels Beschwerde (Art. 17 Abs. 1 SchKG) dazu gezwungen werden (AMONN/WALTHER, a.a.O., § 24 Rz. 30; GILLIÉRON, Poursuite, a.a.O., Rz. 1137, 1143).
Entscheid : 136 III 437
Status : 136 III 437
Regeste : Art. 131 Abs. 1 SchKG; Forderungsüberweisung; private Verwertung von verarrestierten...
betreibungsamt • handelsgericht • stiftung • beschwerdegegner • vorinstanz • weiler • beschwerde in zivilsachen • wille • frage • bankguthaben • pfand • sachverhalt • rechtsverletzung • schuldbetreibungs- und konkursrecht • bundesgesetz über bucheffekten • zins • schuldner • wald • bucheffekten • kenntnis
100-III-79 • 104-III-42 • 108-III-91 • 116-III-23 • 129-III-493 • 132-III-281 • 136-III-437 • 81-III-57 • 95-II-235
BEG: 31
BGG: 42, 72, 74, 75, 90
OR: 120, 125, 126, 166, 169
SchKG: 17, 98, 106, 107, 131, 275
ZGB: 2, 884, 891
2006/9381

References: BGE 
 Art. 131

Art. 131
 Art. 131
 Art. 72
 Art. 131
 Art. 131

Art. 131

Art. 131
 Art. 131
 Art. 166
 § 30
 Art. 72
 Art. 90
 Art. 120
 Art. 884
 Art. 120
 Art. 106
 § 24
 BGE 
 Art. 106
 § 26
 Art. 107
 § 24
 Art. 131