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Timestamp: 2018-01-23 00:25:07+00:00

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Urlaubsabgeltungsanspruch nach Kündigung in der 2.Jahreshälfte
| 05.12.2011 22:33 |
nach 2 Wochen Krankheit bin ich gekündigt worden. Die Kündigung wurde zum 31.10.2011 ausgeprochen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch 13 Tage Urlaub bis 31.12.2011. (Laut Arbeitsvertrag habe ich 28 Tage Jahresurlaub) Meine Frage lautet: Habe ich Anspruch auf die vollen 13 Tage oder nur einen Teilanspruch. Meine Beschäftigungsdauer waren 5 Jahre. Desweiteren möchte ich gern wissen, wie der Abgeltungsanspruch berechnet wird. Durch meine Krankheit konnte ich den Urlaub ja nicht mehr antreten) Ich habe ein gleichbleibendes, monatliches Gehalt bezogen. Mein Arbeitgeber meint, dass er einfach 30 Tage (1 voller Monat) nimmt und dann durch 10 teilt, weil ich noch 8 Tage Teilanspruch habe und diese durch ein Wochenende getrennt sind. Ich muss dazu erwähnen, dass ich eine 5 Tage-Woche hatte. (Keine Wochenendarbeit). Gilt hier nicht die Berechnungsformel: 13 Wochen Gehalt durch 65 Tage mal Anzahl der Urlaubstage, die mir noch zustehen? Oder ist die Berechnung bei gleichbleibendem Gehalt anders? Wie wird der Entgeltanspruch vesteuert? (Steuerklasse 2) Es wäre schön, eine genaue Antwort zu bekommen. Vielen Dank im Voraus.
zunächst bedanke ich mich für Ihre Anfragen, die ich wie folgt beantworte:
Zu Frage 1: Habe ich Anspruch auf die vollen 13 Tage oder nur einen Teilanspruch. Meine Beschäftigungsdauer waren 5 Jahre.
Sie haben nach § 4 BurlG Anspruch auf vollen Urlaub, da die Wartezeit von sechs Monaten bereits seit langem erfüllt ist. Ist die Wartezeit erfüllt, dann hat der Arbeitnehmer Anspruch auf vollen Jahresurlaub, auch wenn das Arbeitsverhältnis, wie in Ihrem Fall, nicht während des ganzen Jahres bestanden hat.
Demzufolge haben Sie Anspruch auf die vollen 13 Urlaubstage.
Zu Frage 2: Desweiteren möchte ich gern wissen, wie der Abgeltungsanspruch berechnet wird.
Die Höhe des Abgeltungsanspruchs entspricht dem nach § 11 Abs. 1 Satz 1 BUrlG zu berechnenden Urlaubsentgelt. Hierbei wird der durchschnittliche Arbeitsverdienst, also in Ihrem Fall das Gehalt, der letzten 13 Wochen vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses in Ansatz gesetzt. Wenn der Arbeitnehmer, wie in Ihrem Fall den Urlaub aufgrund der Kündigung des Arbeitgebers nicht mehr vor dem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis nehmen kann, dann hat er einen Anspruch auf Urlaubsabgeltung gem. § 7 Abs. 4 BurlG. Das Urlausentgelt berechnet sich nach § 11 Abs. 1 Satz 1 BUrlG. Bei einer Arbeitszeit von 5 Tagen in der Woche beträgt der Divisor 65 in Anlehnung an § 3 Abs. 2 BUrlG ( Dörner in Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht, § 11 Rn. 17).
Demzufolge ergibt sich für die Berechnung in Ihrem Fall folgende Formel: Gehalt der letzten 13 Wochen x 13 Urlaubstage dividiert durch 65. Der sich hieraus ergebende Betrag ist der Abgeltungsanspruch, den Ihr Arbeitgeber Ihnen zu zahlen hat.
Zu Frage 3: Wie wird der Entgeltanspruch versteuert?
Die Urlaubsabgeltung ist wie das Arbeitsentgelt zu versteuern. Die Höhe der Urlaubsabgeltung entspricht der Urlaubsvergütung, die der Arbeitnehmer bei fortbestehendem Arbeitsverhältnis erhalten hätte. Die Urlaubsvergütung ist die Fortzahlung der Arbeitsvergütung während des Urlaubs und daher wie das Arbeitsentgelt zu versteuern. Entsprechend sind auch die Sozialversicherungsabgaben abzuführen.
Gern stehe ich bei Unklarheit für eine Nachfrage zur Verfügung.
Bewertung des Fragestellers 06.12.2011 | 01:19
"Sehr schnell und sehr kompetent. VIELEN DANK!!!"
FRAGESTELLER 06.12.2011 5/5.0
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References: § 4
 § 11
 § 7
 § 11
 § 3
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