Source: https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/381767/
Timestamp: 2019-06-20 13:49:06+00:00

Document:
OFD Niedersachsen v. 15.11.2010 - S 0202 - 13 - St 141 - NWB Datenbank
OFD Niedersachsen v. 15.11.2010 - S 0202 - 13 - St 141
Die Vollmacht berechtigt den Bevollmächtigten zur Vornahme aller Verfahrenshandlungen, soweit der Steuerpflichtige die Vollmacht nicht ausdrücklich eingeschränkt und die Einschränkung dem Finanzamt mitgeteilt hat.
Ist dem Finanzamt keine ausdrückliche Empfangsvollmacht vorgelegt worden, berechtigt die bloße (Vertretungs-)Vollmacht nach § 80 AO nicht zur Entgegennahme von Steuerverwaltungsakten, da § 122 Abs. 1 Satz 3 AO als „lex speziales” dem § 80 Abs. 3 Satz 1 AO vorgeht. Das Vorliegen einer Empfangsvollmacht kann im Gegensatz zur (Vertretungs-)Vollmacht nicht unterstellt werden.
Mit der Bestellung eines Bevollmächtigten verliert der Steuerpflichtige nicht die Möglichkeit, selbst rechtswirksame Erklärungen gegenüber der Finanzamt abzugeben. Er kann z. B. auch einen von dem Bevollmächtigten eingelegten Einspruch zurücknehmen.
Bevollmächtigten, die nach Ansicht des Finanzamts wiederholt und hartnäckig Hilfe in Steuersachen leisten, ohne dazu befugt zu sein, kann das Finanzamt die Tätigkeit nach § 7 Abs. 1 Nr. 3 StBerG untersagen. In Abgrenzung zu dieser Untersagungsverfügung kommt der Zurückweisung gem. § 80 Abs. 5 AO keine Dauerwirkung zu. § 80 Abs. 5 AO ermächtigt das Finanzamt nur zur Zurückweisung des Bevollmächtigten im konkreten Verfahren. Die Zurückweisung beschränkt sich auf das jeweilige Verfahren bzw. auf den jeweiligen Verfahrensabschnitt und kommt nicht einer generellen Untersagung gleich. [11]
WAAAD-57545
1 BFH-Beschluss vom 4. August 1999 - X B 209/98 -, BFH/NV 2000 S. 163
3 BFH-Urteile vom 24. April 1985 - I S 1/85 -, BFH/NV 1986 S. 320, vom 22. Juli 1987 - I R 180 , 181/84 -, BFH/NV 1988 S. 274, und vom 23. November 1999 - VII R 38/99 -, BStBl 2001 II 2001 S. 463
4 BFH-Urteil vom 19. Oktober 1994 - II R 131/91 -, BFH/NV 1995 S. 475
5 BFH-Urteil vom 2. Oktober 1986 - VII R 58/83 -, BFH/NV 1987 S. 482
6 Urteil des FG München vom 8. Februar 2007 - 11 K 3990/04 -, EFG 2008 S. 999
7 Urteil des FG Köln vom 12. März 1998 - 2 K 7526/96 -, EFG 1998 S. 988
8 BFH-Beschluss vom 26. Oktober 1982 - VII B 49/82 -, Juris; Urteil des FG Hamburg vom 17. Juni 2010 - 5 K 79/08 -, Juris, StE 2010 S. 680 (Revision eingelegt, BFH-Az. III R 46/10)
9Tipke/Kruse, Stand 9/2009, § 80 AO Tz. 32
10Dumke in Schwarz, Stand 2/2008, § 80 AO Rz. 44, unter Hinweis auf Urteil des FG Brandenburg vom 30. August 2000 - 2 K 779/97 E - , EFG 2001 S. 154
11 Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts vom 26. November 2009 - 6 K 530/08 -, EFG 2010 S. 541 (Revision eingelegt, BFH-Az. II R 6/10)
OFD Niedersachsen v. 15.11.2010 - S 0202 - 13 - St 141 ablegen in?

References: § 80
 § 122
 § 80
 § 7
 § 80
 § 80
 § 80
 § 80