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Timestamp: 2019-12-05 16:00:01+00:00

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hinzugefügt von Karl-Heinz Menk [Kontakt]
am 17.10.01 14:57
Zu diesem Thema eine aktuelle Abhandlung:
"Tagfahrlicht für neu in der Verkehr kommende Kraftfahrzeuge ab Oktober 2002 sieht eine Selbstverpflichtung des europäischen Automobilhersteller-Verbandes ACEA für verbesserten Fußgängerschutz vor. Technisch wird dies zunächst per Zwangseinschaltung des Abblendlichts realisiert. Zulässig sind auch spezielle und extrem sparsame Tagfahrleuchten, wie Hella sie bereits heute zum Nachrüsten anbietet.
In allen skandinavischen und einigen osteuropäischen Ländern ist das Fahren mit Licht am Tag bereits heute Pflicht. Denn Tatsache ist, dass gerade an sonnigen Tagen oder während der Dämmerung Fahrzeuge, die durch Wälder oder Alleen fahren, von entgegenkommenden Verkehrsteilnehmern nicht oder nur sehr schlecht gesehen werden. Und auch Fußgänger und Zweiradfahrer profitieren von Tagfahrbeleuchtungen - sie erkennen die Fahrzeuge früher und können somit ihr Verhalten entsprechend darauf einstellen. Um den Treibstoffverbrauch durch eingeschaltetes Abblendlicht am Tag nicht unnötig in die Höhe zu treiben, hat Hella eine sparsame Tagfahrleuchte entwickelt, die zwölf Mal weniger Energie benötigt (Abblendlicht mindestens 145 Watt, Tagfahrleuchten 12 Watt). Die nachrüstbaren Leuchten werden ähnlich wie Zusatzscheinwerfer an der Fahrzeugfront montiert. Beim Zünden schalten nur sie sich automatisch ein. Alle anderen Beleuchtungseinrichtungen am Fahrzeug bleiben unbeeinflusst. Damit werden insbesondere die Glühlampen von Scheinwerfern und Heckleuchten geschont. Blink- und Bremsbeleuchtung können auch weiterhin uneingeschränkt wahrgenommen werden. Der Kontrast von Anzeigedisplays und Navigationssystemen bleibt erhalten. Beim Einschalten der Fahrzeugbeleuchtung erlöschen die Tagfahrleuchten automatisch.
Die aktuelle Zulassungssituation in Deutschland und Europa:
Auch wenn es noch nicht explizit in der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) steht: spezielle und allein eingeschaltete Tagfahrleuchten sind auch in Deutschland zulässig. Darauf weist Lichtspezialist Hella hin. Der Weg zum Ziel führt durch das deutsche und europäische Paragraphen-Dickicht: Gemäß § 19 (1) StVZO darf der Anbau von Beleuchtungs- und Signaleinrichtungen bei Kraftfahrzeugen den jeweils gültigen europäischen ECE-Regelungen entsprechen. Für Tagfahrleuchten gilt hier die ECE-Regelung R48 in der seit 1995 gültigen Fassung. Sie erlaubt zwei Leuchten an Kraftfahrzeugen und legt unter Punkt 6.19.4 die Anordnung an der Fahrzeugfront fest (in Breite, Höhe, Längsrichtung, geometrischer Sichtbarkeit, Ausrichtung und elektrischer Schaltung). Diese Regelung gilt in allen europäischen Ländern, welche die ECE-Regelungen anerkennen. Deutschland gehört dazu. Nun gibt es aber noch den § 17 unserer Straßenverkehrsordnung (StVO). Die Absätze 1 und 2 regeln lediglich die Nutzung der Fahrzeugbeleuchtung bei Dämmerung, Dunkelheit und schlechter Sicht. Das Bundesverkehrsministerium hat jedoch klargestellt, dass es den Verkehrsteilnehmern (außer Kradfahrern) freigestellt ist, auch am Tage eine der nach StVZO zulässigen Beleuchtungseinrichtungen zu nutzen. Somit steht dem Nachrüsten spezieller Tagfahrleuchten nichts im Wege. Darüber hinaus steht die Änderung des § 49a StVZO kurz bevor: Damit werden allein betriebene Tagfahrleuchten (ohne gleichzeitig eingeschaltetes Rücklicht) zusätzlich auch auf Basis des nationalen Rechts zulässig. Spezielle Tagfahrleuchten müssen gemäß der technischen Vorschrift ECE-R87 genehmigt sein und tragen die Buchstabenkombination "RL" im Genehmigungszeichen auf der Abschlussscheibe."
Nach Mitteilung des Bayer. Staatsministeriums des Innern sind mit solchen Leuchten bereits ausgerüstete Kraftfahrzeuge nicht zu beanstanden (gilt natürlich nur für Bayern!).
am 17.10.01 19:03
Vielen Dank für die Info!!! Gruß aus Berlin in die "heimliche Hauptstadt" (wo ich noch nie war)...:-)
Zu: Tagfahrlicht
am 17.10.01 22:19
Es würde nach meiner Erfahrung auch schon helfen das "Standlicht" beim Fahren zu erlauben. Warum nochmal irgendwelche Extra-Lichter am Auto montieren, wenn es in südlichen Ländern auch mit "Standlicht" funktioniert???
Darüber sollte der Gesetzgeber mal nachdenken...
Zu: Tagfahrlicht (@ Markus)
am 18.10.01 07:57
Ich denke, Du meinst das Fahrlicht (Abblendlicht), nicht das Standlicht. Letzteres ist aber tagsüber kaum zu erkennen und dürfte insofern keinen Sicherheitsgewinn bringen.
Im übrigen ist es laut § 17 Abs. 2 Satz 1 StVO verboten, während der Fahrt das Standlicht alleine zu benutzen.
Es spricht jedoch nichts dagegen, aus Sicherheitsgründen auch mit vierrädigen Kraftfahrzeugen tagsüber mit Abblendlicht zu fahren, was bei Motorrädern gemäß § 17 Abs. 2a StVO ohnehin bereits vorgeschrieben ist.
Hinsichtlich Deiner Anmerkung einer weiteren, eigentlich überflüssigen Beleuchtungseinrichtung gebe ich Dir völlig Recht. Hier ist wohl wieder einmal der Druck der Industrielobby als Hintergrund zu sehen, die ein zusätzliches Geschäft wittert; darüber hinaus gibt es sicherlich auch etliche Fahrzeughalter, die ihr Heiligtum wie einen Christbaum mit weiteren Lichtern schmücken wollen (siehe dazu auch einschlägige Diskussionen in früheren Threads).
am 18.10.01 10:13
Hmmm, ich meinte eigentlich schon das richtige Standlicht. Die Argumente für das Tagfahrlicht deuten doch darauf hin, dass auch Autofahrer in Alleen und Tunneln besser gesehen werden können. So soll es doch sein...
Tagsüber unter normalen (Licht-)verhältnissen sieht man das Standlicht kaum.
Kommst Du aber gerade in eher dunklere Bereiche (Alleen und Tunnel, auch Dämmerung) so kann man das Standlicht schon viel besser wahrnehmen. A la dem Motto "Ah, da ist doch was..."
Dann brauch man doch kein extra Tagfahrlicht. Was denkst Du dazu?
am 19.10.01 12:11
Da reicht doch eigentlich der § 17 Abs. 1, StVO völlig aus, nach dem bei Dämmerung, Dunkelheit oder wenn es die Sichtverhältnisse sonst erfordern, die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen zu benutzen sind, zumal ja das Tagfahrlicht bei Benutzung der normalen Beleuchtung ohnedies ausgeschaltet sein muss.
Ansonsten glaube ich, zu Deiner Frage in meiner obigen Antwort in den Absätzen 3 und 4 bereits darauf eingegangen zu sein.
angehängt von Christian (christian.haegele@berlin.de)
am 24.10.01 21:26
Warum soll denn eigentlich die Verwendung des Standlichts nach bestehender Rechtslage verboten sein. Solange keine Beleuchtungspflicht besteht, darf ich auch allein mit Standlicht (Begrenzungsleuchten) fahren. Der Nutzen mag fraglich sein, verboten ist es m.E. aber nicht!
Website: http://www.polizeiautos.de
angehängt von Uwe Kusnezow (webmaster@uwekusnezow.de)
am 24.10.01 21:48
@khmenk:Es spricht jedoch nichts dagegen, aus Sicherheitsgründen auch mit vierrädigen Kraftfahrzeugen tagsüber mit Abblendlicht zu fahren.
Ich finde es spricht doch etwas dagegen:Fahrlicht für Krafträder ist aus Sicherheitsgründen vorgeschrieben.Sollten jetzt alle mit Licht am Tage fahren, dann entfällt der Effekt des besser gesehen werdens von (schmalen) Krädern bei Tageslicht beim Einschalten des Fahrlichtes durch Führer von mehrspurigen Kfz am Tage.
am 25.10.01 08:01
Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass es keine Vorschrift gibt, die für mehrspurige Fahrzeuge das Fahren am Tag mit Abblendlicht verbietet.
am 26.10.01 05:48
War ja gar nicht böse gemeint ;-)
Wollte nur den Sinn erklären warum Krad muss,und Andere nicht!
angehängt von Richard (richard.maag@freenet.de)
am 06.11.01 20:54
Ich wäre dafür Tagesfahrlicht einzuführen, muß aber dazu bemerken, dass das Licht laut ECE R48 weiß sein muß.Viele LKWs haben gelbe Leuchten am Tag an und geben bei Kontrollen an, dass dies Tagesleuchten sein, was auf jedenfall falsch ist. Erstens dürfen nach vorn nur Nebelscheinwerfer gelbes Licht ausstrahlen und entsprechend § 17 StVO eingesetzt werden und zweitens handelt es sich hierbei um nichtzugelassene Leuchten(keinerlei E-Kennzeichnung) oder es handelt sich um Nebelschlußleuchten(B) nur gelb umgespritzt.

References: § 19
 § 17
 § 49
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17