Source: http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/altersvorsorge-zulage.html
Timestamp: 2017-09-25 09:57:24+00:00

Document:
> Altersvorsorge - Zulage
Die gesetzliche Rentenversicherung wird auf ein geringeres Niveau abgesenkt. Als Ausgleich bietet der Staat dem von der Absenkung der Rente betroffenen Personenkreis ( Altersvorsorge - Personenkreis ) Anreize, privates "Altersvermögen" aufzubauen ( Altersvorsorge ). Der Abschluss entsprechender Verträge ist freiwillig. Nach dem Altersvermögensgesetz geförderte Altersvorsorgebeiträge sind Beiträge, die der Zulageberechtigte zugunsten eines auf seinen Namen lautenden Vertrages leistet, der nach § 5 AltZertG (Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes) zertifiziert ist. ( Altersvorsorge - Zertifizierung ).
Die gesetzlichen Regelungen zur Gewährung einer Altersvorsorgezulage wurden in das EStG aufgenommen ( §§ 79 ff EStG ). § 79 EStG stellt klar, dass nur unbeschränkt steuerpflichtige Personen Anspruch auf Zulage haben können. Die staatliche Zulage wird auf Antrag des Berechtigten von der Deutschen Rentenversicherung Bund als zentraler Stelle unmittelbar auf den begünstigten Vertrag gutgeschrieben. Die Höhe der Zulage ist abhängig von Familienstand und Kinderzahl.
Darüber hinaus kann der gesamte Altersvorsorgeaufwand im Rahmen des Sonderausgabenabzugs geltend gemacht werden, vgl. Altersvorsorge - Sonderausgabenabzug . Ist die Steuerersparnis durch den Sonderausgabenabzug höher als die Zulage, wird die Differenz dem Steuerpflichtigen zusätzlich mit dem Steuerbescheid überwiesen. Die gezahlte Zulage verbleibt auf dem Anlagekonto. Begünstigt sind insgesamt nur zwei Verträge. Die Zulage kann in einem Beitragsjahr maximal auf zwei Verträge verteilt werden.
Zu den begünstigten Altersvorsorgebeiträgen gehören auch Zahlungen an eine Pensionskasse , Direktversicherung oder Pensionsfonds , soweit die Voraussetzungen für geförderte Anlagen erfüllt sind und die Beiträge aus individuell versteuerten Arbeitsentgelten erbracht werden.
Der Arbeitgeber zahlt für seinen Arbeitnehmer in 2008 einen Betrag von 2.544 EUR steuerfrei in eine Pensionskasse . Ein Anspruch auf Zulage und ggf. zusätzlichen Sonderausgabenabzug nach § 10a EStG besteht nicht.
Der Arbeitgeber zahlt 2008 aus einer Entgeltumwandlung 2.544 EUR in einen Pensionsfonds . Der Arbeitnehmer verzichtet auf die Steuerfreiheit. Somit hat er Anspruch auf die "Riester-Zulage" bzw. den Sonderausgabenabzug nach § 10a EStG .
Der zulageberechtigte Bürger wird dadurch entlastet, dass er nur seine Mindest-Eigenbeiträge zu zahlen hat, vgl. Stichwort Altersvorsorge - Eigenbeteiligung .
Die Grundzulage ( § 84 EStG ) beträgt
Veranlagungszeiträume 2002 und 2003 bis zu 38 EUR
Veranlagungszeiträume 2004 und 2005 bis zu 76 EUR
Veranlagungszeiträume 2006 und 2007 bis zu 114 EUR
ab Veranlagungszeitraum2008 jährlich bis zu 154 EUR
Die Kinderzulage ( § 85 EStG ) beträgt je Kind
ab Veranlagungszeitraum2008 jährlich bis zu 185 EUR (für ab 2008 geborene Kinder = 300 EUR)
Im Falle der Zusammenveranlagung von Ehegatten steht die Grundzulage jedem gesondert zu, wenn beide Ehepartner eigenständige Altersversorgungsansprüche erwerben. Sonderregelungen ermöglichen es, Ehegatten, die beide einen Vertrag zur Altersvorsorge abgeschlossen haben und von denen nur einer pflichtversichert ist, auch dem nicht versicherten Partner eine Zulage zukommen zu lassen (abgeleitetes Recht). Der nicht pflichtversicherte Ehegatte hat Anspruch auf eine ungekürzte Zulage, wenn der Pflichtversicherte den von ihm geforderten Mindesteigenbeitrag auf seinen Altersvorsorgevertrag leistet ( Altersvorsorge - Eigenbeteiligung ).
2002 38 EUR 76 EUR 46 EUR
2004 76 EUR 152 EUR 92 EUR
2006 114 EUR 228 EUR 138 EUR
2008 154 EUR 308 EUR 185 EUR (300 EUR für ab 2008 geborene Kinder)
Die späteren Auszahlungen unterliegen der nachgelagerten Besteuerung ( Altersvorsorge - Besteuerung ).

References: § 5
 § 79
 § 10
 § 10
 § 84
 § 85