Source: http://bfm-finanzmakler.de/html/sachversicherungen-info.html
Timestamp: 2018-01-20 20:45:18+00:00

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Die Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen, auf die niemand verzichten sollte,
da jeder nach dem Gesetz uneingeschränkt für einen Schaden sei es sächlich oder körperlich, den er jemand anderen zufügt mit seinem gesamten Vermögen haften muss.
Sie ist eine besondere Form der Schadensversicherung, deren Ausgestaltung in Deutschland in §§ 149 - 158k Versicherungsvertragsgesetz (VVG) (und nahezu gleichlautend in Österreich) geregelt ist. Sie sichert den Versicherungsnehmer gegen Ansprüche Dritter ab: der Versicherer stellt den Versicherungsnehmer vor Schadensersatzansprüchen Dritter frei, zahlt also (nur) dann eine Entschädigung, wenn der Versicherungsnehmer aufgrund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhalts (beispielsweise nach § 823 BGB) zum Schadensersatz verpflichtet ist. Werden unbegründete Ansprüche gegen den Versicherten von Dritten geltend gemacht, deckt die Versicherung die Abwehr dieser unbegründeten Ansprüche und ergänzt insofern die Rechtsschutzversicherung (passiver Rechtsschutz). Die Verträge beruhen nahezu immer auf den "Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung" (AHB). Für den Bereich der Berufshaftpflichtversicherung und besonders die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung bestehen teilweise abweichende Bedingungen
* Haftpflichtversicherungen für private Kunden
o Privathaftpflichtversicherung zur Abdeckung der Risiken als Privatperson aus den Gefahren des täglichen Lebens
Die Forderungsausfall-Versicherung oder Ausfalldeckung deckt die eigenen Forderungen des Versicherungsnehmers und der mitversicherten Personen die man gegen einen Dritten, z. B. wegen fehlender Privat-Haftpflichtversicherung, zahlungsunfähigen Schadenverursacher hat.
Der Gesetzgeber sieht vor, dass Kinder bis zur Vollendung des 7. Lebensjahrs (im Straßenverkehr auch teilweise bis zum 10. Jahr) nicht selbst haftbar gemacht werden können. Liegt auch keine Aufsichtspflichtverletzung der Eltern vor, hat der Geschädigte keinen Anspruch auf Schadensersatz. Dennoch bleibt meist die "Moralische Verpflichtung" gegenüber den Geschädigten wie z. B. den Nachbarn. Durch den Einschluss dieser Zusatzversicherung kann die "Einrede der Deliktunfähigkeit" bis zum vollendeten 7. Lebensjahr, bei manchen Versicherern auch bis zum 10. Lebensjahr ausgeschlossen werden. Der Versicherer prüft dann nur noch, ob der Schaden im Rahmen der Police abgedeckt ist. Zu beachten ist aber, dass die Versicherungssummen dafür meist sehr begrenzt (5.000 - 30.000 Euro) sind.
Die Kosten für den Verlust von fremden Schlüsseln können aufgrund der häufig vorhandenen Schließanlage relativ teuer werden. Diese Kosten können, wenn auch Summenmäßig begrenzt, jedoch meist nur für private Schlüssel, ebenfalls eingeschlossen werden.
Mietsachschäden können, wenn auch meist Summenmäßig begrenzt (100.000 - 1. Mio Euro), ebenfalls zusätzlich in der Privat-Haftpflichtversicherung mitversichert werden.
o Kfz-Haftpflichtversicherung,
der Pflichtversicherung bei Zulassung eines Kfz, die die durch Gebrauch des Kraftfahrzeugs verursachte Schäden abdeckt
o Tierhalterhaftpflichtversicherung zur Absicherung der besonderen Haftungsrisiken als Halter von Tieren
o Amts- und Diensthaftpflichtversicherung zur Absicherung der besonderen Haftungsrisiken als Beschäftigte/r im öffentlichen Dienst (z.B. Lehrer/innen in der Schule)
o Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht Versicherung gegen Haftpflichtschäden, die durch oder im Bereich von Häusern sowie Grund und Boden entstehen
o Gewässerschadenhaftpflicht zur Absicherung gegen die Folgen von Grundwasserschäden durch Öltanks und sonstige Anlagen mit gewässerschädlichen Substanzen
o Wassersporthaftpflichtversicherung Versicherung gegen wassersportbedingte Schäden
o Jagdhaftpflichtversicherung zur Absicherung gegen durch die Jagdausübung verursachte Haftpflichtschäden
o Bauherrenhaftpflichtversicherung Versicherung gegen Haftpflichtschäden im Zusammenhang mit Bauvorhaben
* Berufshaftpflichtversicherung bzw. Amtshaftpflichtversicherung zur Absicherung beruflich verursachter Schäden gegenüber Dritten, etwa
o als Angestellter oder Beamter über die Amtshaftpflichtversicherung oder die Diensthaftpflichtversicherung, eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung
o als Angehöriger der rechts- und steuerberatenden Berufe, also Rechtsanwalt, Notar, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer: Vermögensschadenhaftpflicht
* verschiedenen Betriebshaftpflichtversicherungen, zur Abdeckung gewerblicher und industrieller Risiken von Unternehmen, insbesondere der
o Gewerbe- und Industriehaftpflicht unter Einschluss der Produkthaftpflicht
* sog. D&O-Versicherung, eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Organe von Unternehmen
Zahlreiche Ausschlüsse (in den allgemeinen oder besonderen Versicherungsbedingungen) legen zudem fest, in welchen Fällen der Versicherer nicht leistet. Regelmäßig ausgeschlossen vom Versicherungsschutz sind:
* vorsätzlich herbeigeführte Schäden (grobe Fahrlässigkeit ist aber, anders als bei anderen Sachversicherung, meist versichert)
* im Zustand der Deliktsunfähigkeit herbeigeführte Schäden
* Ansprüche zwischen Familienangehörigen oder gesetzlichen Vertretern des Versicherten
* Ansprüche zwischen Personen, die Versicherungsschutz aus dem selben Versicherungsvertrag haben
* Schäden an fremden Sachen, die der Versicherungsnehmer tatsächlich besitzt aufgrund etwa von Miete, Leihe, Leasing, Pacht, verbotener Eigenmacht oder die er aufgrund vertraglicher Vereinbarung verwahrt
* Schäden an fremden Sachen, die der Versicherungsnehmer bearbeitet
* Umwelt-, Strahlen- und Asbestschäden
* bei der Vermögensschadenshaftpflichtversicherung auch Schäden aus kaufmännischer und spekulativer Geschäftstätigkeit.
Beispielhaft sei auf die Musterbedingungen des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) verwiesen, die über die Homepage des BdV aufgerufen werden können, dort § 4 AHB.
Wer braucht eine Haftpflichtversicherung, wem hilft sie?
Die Haftpflichtversicherung ist auch nach dem unabhängigen Urteil von Verbraucherschützern gerade für Privathaushalte dringend zu empfehlen, da nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch grundsätzlich für Schäden in voller Höhe gehaftet wird. Besteht keine Absicherung, muss der Schädiger diesen Schaden aus eigener Tasche zahlen. Daher sollten die Versicherungssummen regelmäßig den geänderten Anforderungen angepasst werden. Darüber hinaus bittet die Haftpflichtversicherung den Versicherten passiven Rechtsschutz bei unberechtigten Schadensforderungen. In der Betriebshaftpflichtversicherung trägt der Versicherungsnehmer häufig über eine Selbstbeteiligung den Schaden teilweise selbst, um die Versicherungsprämie noch in wirtschaftlich vernünftigem Rahmen zu halten.
Zwar schliesst der Versicherungsnehmer die Haftpflichtversicherung zunächst nur im eigenen Interesse ab, um sich für den Fall von Ansprüchen abzusichern. Jedoch hat die Haftpflichtversicherung darüber hinaus den sozialen Zweck, dem häufig schuldlos Geschädigten eine angemessene Entschädigung seiner berechtigten Ansprüche zu sichern. Daher fällt die Entschädigungsforderung wirtschaftlich nicht in das Vermögen des Versicherungsnehmers, der hierüber keine Verfügung treffen kann (§ 156 Abs. 1 VVG), der Geschädigte kann auch im Fall der Insolvenz des Versicherungsnehmers abgesonderte Befriedigung fordern (§ 157 VVG). Teilweise ist auch ein direkter Anspruch des Geschädigten gegenüber dem Versicherer festgelegt.
Achtung: Nur 67% der Bundesbürger besitzen eine Private-Haftpflichtversicherung. Was ist, wenn jemand einen Schaden durch eine Person erleidet, die keine Haftpflichtversicherung hat und auch nicht das Geld, diesen Schaden zu bezahlen? Dieses ist ein nicht zu unterschätzendes finanzielles Risiko. Aus diesem Grund bieten seit einiger Zeit Haftpflichtversicherer Sonderbedingungen an, die in einem solchen Fall den Schaden übernehmen (Schaden-Ausfalldeckung).
Trotz dieser erheblichen Relevanz für Versicherungsnehmer wie Geschädigte besteht nur ausnahmsweise abweichend vom Grundsatz der Vertragsfreiheit eine gesetzliche Verpflichtung zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung, zumeist im beruflichen Bereich:
* Hochrisikobereich: Kfz-Haftpflichtversicherung, Jagd-Haftpflichtversicherung
* Rechts- und Wirtschaftsberatung: Anwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer & Notare
* sonstige Gewerbetreibende: Bewachungsunternehmen, Schausteller und Makler
In diesen Fällen der Versicherungspflicht ist der Versicherer regelmäßig auch dann zur Leistung an den Geschädigten verpflichtet, wenn gegenüber dem Versicherungsnehmer Leistungsfreiheit besteht, § 158 c VVG: etwa wegen Prämienverzug, Kündigung oder Verletzung von Obliegenheiten. Dies entlastet jedoch nicht den Versicherungsnehmer (§ 158 D VVG), der dann dem Versicherer die für ihn erbrachte Leistung schuldet. Nach dem Entwurf zur Neufassung des VVG soll dies durch einen Direktanspruch des Geschädigten ergänzt werden analog zur Regelung in der Kfz-Haftpflichtversicherung.
Keine derartige Verpflichtung zum Abschluss von Haftpflichtversicherungen besteht im Bereich der Arzthaftung für Ärzte, Krankenhäuser und sonstige Heilberufe
Naiv gesprochen sind nahezu alle beweglichen Sachen im Haushalt des Versicherungsnehmers über die Hausratversicherung versichert. Dazu gehören beispielsweise Möbel, Haushaltselektronik, Kleidung und Nahrungsmittel. Versicherungsschutz besteht gegen die Gefahren Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus. Außerdem sind Kosten versichert wie Aufräumungskosten, Schutzkosten und Hotelkosten. Zusätzlich sind diverse weitere Einschlüsse in den Vertrag möglich, wie z.B. der Diebstahl von Fahrrädern oder die Abdeckung von Elementarschäden und Überspannungsschäden. Sehr oft ist die Haftung der Versicherung limitiert; so dass Unterversicherung im Schadensfall bestraft wird (d.h. bei Hausrat im Wert von 8000 € und einer Versicherungsdeckung von 2000 € bezahlt die Versicherung immer nur 2/8 vom Schaden, max. 2000 € (Entschädigung = Schaden x Versicherungssumme/Versicherungswert). Nahezu alle Versicherer sind bereit, auf diese sogenannte "Einrede der Unterversicherung" im Schadenfall generell zu verzichten, wenn der Kunde bereit ist, eine bestimmte Versicherungssumme pro Quadratmeter Wohnfläche - meist 650.- Euro/m² Wohnfläche - abzuschließen (Unterversicherungsverzicht). Dies garantiert dem Kunden den tatsächlichen Neuwert-Ersatz bis zur Höhe der Versicherungssumme, kann jedoch bei sehr großen Wohnungen auch schnell zu einer ebenfalls nicht erwünschten Überversicherung führen.
Die Prämie der Hausratversicherung bemisst sich meistens nach der Höhe der Versicherungssumme (teilweise auch nach der Wohnfläche), den individuellen Einschlüssen und der Lage der versicherten Räume (Einbruchdiebstahl-Tarifzone)
"Naturgewalten sind unberechenbar"
mit einer von mir angebotenen Hausratversicherung ist Ihr Hausrat bereits bestens gegen Feuer, Sturm oder Leitungswasser abgesichert! Doch was ist bei beispielsweise bei Hochwasser? Gerade in den letzten Jahren konnte jeder verfolgen, welche katastrophalen Schäden die Fluten anrichten können! Naturgewalten sind unberechenbar. Wolkenbruchartige Regenfälle setzen binnen kürzester Zeit Ihre Wohnung unter Wasser. Um solche und ähnliche Ereignisse abzusichern, können Sie in Ihre Hausratversicherung Elementarschäden (z. B. Überschwemmung, Erdbeben, Erdfall, Erdrutsch, Lawinen, Schneedruck) einschließen. Kostet nicht viel und im Falle eines Falles sind Sie wenigstens finanziell abgesichert.
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P.S. Denken Sie dran: vor Naturgewalten können wir uns alle nicht schützen! Aber zumindest vor den finanziellen Schäden!
* 1 Krankenversicherungsarten
* 2 Annahmevoraussetzungen
* 3 Beiträge
* 4 Beitragsrückerstattung
* 5 Versicherer
* 6 Abrechnungswesen
* 7 Vertragsgestaltung
* 8 Leistungen
* 9 Unterschiede zwischen PKV und GKV
1. Krankenversicherungsarten
* Vollversicherung - Absicherung der gesamten Krankheitskosten
* Teilversicherung - Absicherung eines Anteils der Krankheitskosten, beispielsweise bei Beamten mit Anspruch auf Beihilfe durch ihren Dienstherrn
* Zusatzversicherung - Absicherung zusätzlicher Risiken zur gesetzlichen Krankenversicherung, beispielsweise Auslandsreisekrankenversicherung, Krankenhaustagegeld, Krankentagegeld etc.
2. Annahmevoraussetzungen
Private Versicherungsunternehmen machen den Vertragsabschluss vom Gesundheitszustand und Alter des Interessenten abhängig.
In der PKV versichern sich in erster Linie Personen, für die keine Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) besteht (Arbeitnehmer, deren Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt sowie Beamte, Selbständige und Freiberufler). Seit 2003 unterscheidet sich dieser Wert von der Beitragsbemessungsgrenze. Freiberuflich tätige Künstler und Journalisten sind jedoch über die Künstlersozialkasse wie Arbeitnehmer bis zur Versicherungspflichtgrenze in der GKV versichert. Für gesetzlich Pflichtversicherte werden private Zusatzversicherungen angeboten.
* Geschlecht - Frauentarife sind aufgrund der höheren Lebenserwartung und höherem Behandlungsbedarf in der Regel teurer.
* Eintrittsalter der versicherten Person.
* Tarifliche Leistungen - Höhere Leistungen (z. B. Chefarztbehandlung) ergibt höheren Beitrag.
* Gesundheitszustand - Entsprechende Vorerkrankungen führen zu:
o Risikozuschläge sind meist prozentuale Aufschläge auf den Normalbeitrag. Diese können unter Umständen, jedoch nur auf Antrag des Versicherungsnehmers, je nach Gesundheitszustand, nach geraumer Zeit überprüft und gegebenenfalls reduziert werden.
o Leistungsstaffelung - Der Versicherer gewährt, zumeist im Zahnersatzbereich, eine in den ersten Versicherungsjahren gestaffelte, summenmäßig begrenzte Erstattung.
o Leistungsausschlüsse schließen die Behandlungskosten für die Diagnose einer bestimmten Vorerkrankung aus.
o Ablehnung - Private Krankenversicherer können, im Gegensatz zur GKV, einen Antragsteller aufgrund seines Gesundheitszustandes auch ganz ablehnen. Ausnahme: Nachversicherung eines Neugeborenen. Bei bestehender Vollversicherung für die Eltern muss der Neugeborene unabhängig seines Gesundheitszustandes vom Versicherer akzeptiert werden.
Der zu entrichtende Beitrag bleibt, so die Theorie, über die gesamte Dauer des Vertrages gleich. In der Praxis erhöht sich der Beitrag, ähnlich wie in der GKV, jedoch aufgrund folgender Faktoren:
* Medizinischer Fortschritt
* erhöhte Kostenbelastung innerhalb eines Tarifes:
o Verschlechterung des Versichertenbestandes - Sofern z. b. ein Versicherer einen neuen Tarif auf den Markt bringt und dieser, wie die Erfahrung zeigt, günstiger ist, bleiben hauptsächlich ältere und kränkere Versicherte im alten Tarif. So erhöht sich dieser alte Tarif überproportional, da sich der Anteil der Leistungsempfänger entsprechend erhöht.
Die Prämie beinhaltet ferner die gesetzlich vorgeschriebenen Alterungsrückstellungen. Diese sollen der Beitragsentwicklung im Alter entgegenwirken. Darüber hinaus kann häufig ein zusätzlicher freiwilliger Beitrag zur Beitragsentlastung im Alter entrichtet werden. Dies ist jedoch, da im Fall einer Kündigung diese Beiträge zur Zeit nicht zurückgefordert werden können, verglichen mit einer separaten Geldanlage häufig uninteressant
Derzeit können in Deutschland auch die gesetzlich vorgeschriebenen Alterungsrückstellungen nicht zum nächsten Krankenversicherer "mitgenommen" werden. Daraus resultiert, dass es effektiv keinen Wettbewerb um Bestandskunden einer privaten Krankenversicherung gibt, der Versicherer hat also ein Monopol auf den Versicherungsnehmer. Aus dem Monopol auf den Versicherungsnehmer und dem mangelnden Wettbewerb um Bestandskunden folgt, dass Wettbewerb um Versicherungsnehmer lediglich bei Neukunden möglich ist. Diese werden von vielen privaten Krankenversicherungsunternehmen mit im Verhältnis zur gesetzlichen Krankenversicherung sehr günstigen und im Verhältnis zur anderen privaten Krankenversicherungen immer noch günstigen Tarifen angeworben. Grundsätzlich ist der private Versicherungsschutz umfangreicher als die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Günstigkeit solcher Tarife erklärt sich dadurch:
1. Der Tarif wird "frisch aufgelegt", d. h. mit einem Versichertenbestand von 0.
2. Der Tarif wird stark in bestimmten Zielgruppen umworben, sodass besonders gesunde Versicherte den Versichertenbestand ausmachen.
3. Die Beiträge, die die Versicherten zu leisten haben, errechnen sich nach einer Risikoäquivalenz, es wird auf Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand geachtet.
4. Wegen der daraus resultierenden niedrigen Beiträge lässt sich gut für den Tarif werben.
5. Nach einigen Jahren steigen die Kosten, weil der meist junge Versichertenbestand älter wird. Die Beiträge steigen. Der Tarif wird damit unattraktiv für Neuzugänge.
6. Das Versicherungsunternehmen legt einen anderen neuen Tarif "frisch auf". Zukünftig wird nach bekanntem Muster der neue Tarif beworben, der alte jedoch nicht mehr und erhält so gut wie keine Neuzugänge mehr.
7. Die älter und kränker werdenden Versicherten bleiben immer mehr unter sich.
Seriöse und renommierte Unternehmen verfahren allerdings nicht so. Es ist somit darauf zu achten, dass man ein Unternehmen nebst Tarif wählt, welche bereits seit Jahrzehnten am Markt sind. In jedem Fall gibt es einen gesetzlich vorgeschriebenen "Standardtarif", der sich an den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse orientiert und in den der Versicherte wechseln kann, wenn er älter als 55 Jahre ist, sein Einkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt und er seit mindestens 10 Jahren bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert ist. Ab 65 besteht diese Möglichkeit unabhängig vom Einkommen. Aus diesem Grund ist bereits bei Antragstellung eine Wahl des Versicherungsunternehmens sehr wichtig. Versicherungsunternehmen der Rechtsform Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit sind weniger anfällig für ein solches "Tariffeuerwerk" als Versicherungsunternehmen der Rechtsform Aktiengesellschaft, da erstere ihre Gewinne nur an die Versicherten selbst auszahlen, mithin für das Unternehmen kein Vorteil aus einem solchen "Tariffeuerwerk" entsteht. Bei Antragstellung sollte man darauf achten, wie oft das Versicherungsunternehmen in der Vergangenheit neue Tarife aufgelegt hat und wieviele Tarife es überhaupt im Versicherungsunternehmen gibt.
Grundsätzlich steigen die Kosten im Gesundheitssystem bedingt durch den medizinischen Fortschritt. Solange Leistungen der PKV in geringerem Maße eingeschränkt werden als bei der gesetzlichen Versicherung, steigen die Beiträge steiler an. Das wichtigste Kriterium bei der Wahl einer PKV ist die Beitragsstabilität. Denn sobald eine ernste Erkrankung auftritt, ist ein Wechsel i. d. R. nicht mehr günstig, da man vermutlich durch den neuen Versicherer weitaus höhere Kosten entrichten muss. Deshalb sind Bestrebungen der Portabilität der Rückstellungen ein Weg der Politik zu mehr Wettbewerb.
Als Beitragsrückerstattung versteht man die teilweise Erstattung bereits gezahlter Monatsbeiträge zur Krankenvoll- und auch Zusatzversicherung. Sie wird gewährt, wenn der Versicherte, je nach Versicherungsanbieter unterschiedlich, jedoch mindestens ein Kalenderjahr keine Leistungen vom Versicherer in Anspruch genommen hat.
* Beitragsrückerstattung – Diese ist eine freiwillige Leistung und wird, je nach Geschäftserfolg des Versicherers, jährlich in der Höhe (bis zu 6 Monatsbeiträge) neu festgelegt.
* Pauschalleistung – Neben der konventionellen Rückerstattung bieten vereinzelte Versicherer, bei Leistungsfreiheit des Kunden, in aktuellen Verträgen eine vertraglich garantierte Pauschalleistung. Sie steigert sich, je nach Dauer der Leistungsfreiheit, von anfänglich 3 bis auf 6 Monatsbeiträge und wird im Gegensatz zur herkömmlichen Beitragsrückerstattung unabhängig vom Geschäftserfolg des Versicherers gezahlt.
o Besonders interessant für Arbeitnehmer, die einen Arbeitgeberzuschuss erhalten. Da die Pauschalleistung erst im Folgejahr ausbezahlt wird, bleibt der Zuschuss in voller Höhe bestehen. Der Beitrag für den Versicherten reduziert sich jedoch rechnerisch um bis zu 100%.
* Leistungsfreiheitsrabatt – Ähnlich dem bekannten Schadenfreiheitsrabatt aus der Kfz-Versicherung bieten vereinzelte Versicherer nun auch im Krankenvoll- und Zusatzbereich einen jährlich steigenden Rabatt, sofern keine Leistungen in Anspruch genommen werden. Dies kann bis zu einem Rabatt von bis zu 50% des regulären Beitrages führen. Anzumerken ist dabei, dass dieser Rabatt, nach Leistungsbezug z. b. in einem Jahr, wie in der Kfz-Versicherung auch, nur langsam (jeweils 10 Prozentpunkte) reduziert wird. Hierbei handelt sich ebenfalls um eine vertraglich garantierte Leistung des Versicherungsunternehmens. (siehe auch Leistungsfreiheitsrabatt)
5. Versicherer
* Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG)
Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Unternehmensformen ist, dass bei Aktiengesellschaften die Gewinne in Form von Dividenden an die Aktionäre fließen, bei Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit bleiben die Gewinne dagegen im Topf der Versichertengemeinschaft. Auch gibt es bei den VVaGs eine meist unterentwickelte Form der Mitbestimmung der Versicherten über das Unternehmen. Im Jahr 2003 hatten die VVaGs in Deutschland 44.68 % aller Beitragseinnahmen, aber 50.77 % aller Vollversicherten.
Im Verband der privaten Krankenversicherung sind zur Zeit (August 2006) 48 Unternehmen zusammengeschlossen. Der Sitz befindet sich in Köln, Direktor ist Volker Leienbach.
6. Abrechnungswesen
Der Versicherungsnehmer kann je nach seinen Bedürfnissen verschiedene Tarife individuell kombinieren, um für sich die beste Lösung zu finden. Bei Tarifwerken mit Modultarifen können verschiedene ambulante, zahnärztliche und stationäre Tarife vereinbart werden. Bei so genannten Kompakttarifen sind ambulante, zahnärztliche und stationäre Leistungen als feste Versicherungsleistungen vereinbart, welche nicht individuell gestaltet werden können. Einige Tarife beinhalten eine Selbstbeteiligung. D. h., die Versicherung tritt erst dann ein, wenn die jährlichen oder monatlichen Arzt- und Medikamentenkosten den Selbstbeteiligungs-Betrag übersteigen. Ebenso sind Leistungsartbezogene Selbstbeteiligungen (z. B. 10 % der Medikamentenkosten oder 15% der Heilmittelkosten) möglich. Für bestimmte Leistungen können auch Obergrenzen vereinbart sein (z. B. Brillen bis max 300 Euro oder orthopädische Schuhe bis 200 Euro). Dafür ist bei diesen Tarifen die Versicherungsprämie niedriger oder ein Teil der Beiträge wird zurückerstattet, wenn Leistungen nicht in Anspruch genommen wurden.
Wer einmal privat vollversichert ist, wird von den gesetzlichen Krankenkassen nur dann wieder aufgenommen, wenn er wieder versicherungspflichtig wird, z. B. durch Arbeitslosigkeit, jedoch nur, wenn er noch unter 55 Jahre alt ist bzw. zuvor weniger als 5 Jahre in der PKV war. (SGB V § 6 Abs. 3a)
* Ein- oder Zweibett-Zimmer bei stationärer Behandlung
* Freie Wahl der Klinik
* Zahnersatz (Hochwertige Kronen, Füllungen und Prothesen)
* Kieferorthopädische Behandlungen
* Sehhilfen (Brillen, Kontaktlinsen)
* Alternative Behandlungsmethoden und Medikamente
9. Unterschiede zwischen PKV und GKV
* Familienangehörige der Mitglieder ohne eigenes Einkommen sind in der GKV beitragsfrei mitversichert. Bei der PKV ist für jede versicherte Person ein separater Beitrag fällig.
* Die Beiträge richten sich bei der GKV prozentual nach dem Arbeitsentgelt (Lohn, Gehalt, Provision ...) bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Bei der PKV wird der Beitrag nach dem persönlichen Krankheitsrisiko (Alter, Geschlecht, Beruf, Gesundheitsstatus) berechnet.
* Gut verdienende Alleinstehende ohne Vorerkrankungen erhalten in der PKV in der Regel günstigere Tarife als in der GKV.
* Einige Leistungen werden von der GKV im Gegensatz zur PKV nicht oder nur teilweise bezahlt (z. B. nicht rezeptpflichtige Arzneimittel, Sehhilfen, Zahnersatz).
* Im Bereich der Innovationen in der Medizin zahlen die gesetzlichen Krankenversicherungen nur, was ihrer Ansicht nach "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich" ist.
* Die Praxisgebühr von 10 EUR pro Quartal ist von GKV-Versicherten zu entrichten, Privatversicherte müssen dies nicht.
* Alle Versicherten haben in der GKV bei gleichem Status den gleichen Leistungsanspruch.
* Die Leistungen der GKV werden im Sozialgesetzbuch und nicht durch privatrechtlichen Vertrag festgelegt (d. h. die Politik bzw. die Selbstverwaltung können die Leistungen jederzeit beschränken oder aber auch erweitern).
* Klagen gegen eine GKV erfolgen vor den Sozialgerichten und sind kostenfrei.
* Die GKV nimmt ehemals PKV-Versicherte nur dann wieder auf, wenn diese versicherungspflichtig werden (z. B. nach Aufgabe einer selbständigen Tätigkeit und Aufnahme einer nichtselbständigen Beschäftigung), unter 55 Jahren alt sind und ihr Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze gesunken ist (§ 6 Abs. 3a SGB V).
* PKV-Versicherte können bei Unzufriedenheit nur mit erheblichen finanziellen Nachteilen zu einem anderen PKV-Unternehmen wechseln, weil sie älter wurden, evtl. inzwischen Krankheitsvorfälle hatten und ihre Altersrücklage nicht angerechnet erhalten.
* PKV-Versicherte können auf die Höhe ihres Beitrages durch Anpassung ihrer Leistungsansprüche und durch die Höhe eines etwaigen Selbstbehalts Einfluss nehmen. Sie haben damit im fortschreitenden Alter die Chance, ihre durch laufende Steigerungen evtl. nicht mehr tragbaren Beitragslasten durch Leistungsverzicht zu mildern.
* 1 Unterscheidungen
* 2 Versicherungsfall
* 3 Versicherungsleistung
* 4 Ausschnittsdeckungen
* 5 Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr
* gegen Einmalzahlung oder gegen laufende Beiträge
* mit Kapitalleistung und/oder Rentenleistung
* mit Progression bei höheren Invaliditätsgraden
* mit verbesserte Gliedertaxe
* (Unfall-)Todesfallschutz
* Kurkostenbeihilfe
* Sofortleistung bei schweren Verletzungen
* Leistungen bei Knochenbrüchen
Meist bestehen Leistungseinschränkungen bei alkoholbedingten Unfällen.
Die Versicherungsbedingungen erweitern den Unfallbegriff auf Fälle, in denen aufgrund einer erhöhten Kraftanstrengung - also ohne Einwirkung von Außen - an Gliedmaßen oder Wirbelsäule ein Gelenk verrenkt wird oder Muskeln, Sehnen, Kapseln oder Bänder zerreißen. So liegt ein Unfall im Sinne dieser erweiterten Definition auch vor, wenn die versicherte Person z. B. ein schweres Möbelstück anhebt und durch die dabei aufgewendete Muskelkaft die Bizepssehne reißt.
Manche Versicherer ziehen noch weitere Fälle in den Versicherungsschutz ein. Z. B. werden vereinzelt auch Zeckenbisse gemäß einer Klausel bedingungsgemäß als Unfall behandelt. Ähnliches gilt neuerdings auch für frauentypische Krebserkrankungen, bei denen bei einigen Anbietern eine Leistung vorgesehen sein kann.
3. Versicherungsleistung
Die Kernleistung der Unfallversicherung zielt auf die finanzielle Absicherung im Fall einer dauernden Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit Invalidität hin. Die Absicherung erfolgt in der Regel in Form einer einmaligen Kapitalzahlung oder als lebenslange Rente. Durch Progressionsvereinbarungen kann sichergestellt werden, dass die Höhe der Invaliditätsleistungen bei höheren Invaliditätsgraden überproportional ansteigt.
Neben dem Invaliditätsrisiko können auch weitere Unfallfolgen gegen Mehrprämie versichert werden. So kann z.B. ein fester Kapitalbetrag für den Falle des Unfalltodes des Versicherten vereinbart werden. Die Todesfallleistung wird fällig, wenn die versicherte Person innerhalb eines Jahres nach dem Unfall an den Unfallfolgen verstirbt. Die Vereinbarung einer Todesfalleistung zusätzlich zur Invaliditätsleistung ist unter anderem deshalb sinnvoll, weil anderenfalls bei unfallbedingtem Ableben des Versicherten trotz schwerer Verletzungen kein Leistungsanspruch entsteht. Denn nach den Versicherungsbedingungen werden Invaliditätsleistungen in der Regel erst 12 Monate nach dem Unfallereignis fällig. Wenn auch eine Todesfallleistung versichert ist, kann bereits vor Fälligkeit der Invaliditätsleitung eine Vorauszahlung bis zur Höhe der versicherten Todesfallsumme fällig werden.
Um den Finanzbedarf im Zeitraum bis zur Fälligkeit der Invaliditätsleistung zu überbrücken, kann zusätzlich eine Übergangsleistung vereinbart werden. Dabei handelt es sich um einen festen Kapitalbetrag, der bei schweren Verletzungen fällig wird, wenn der Versicherte wegen der Unfallfolgen in seiner Leistungsfähigkeit über einen bestimmten Zeitraum erheblich beeinträchtigt ist (z.B. drei Monate 100%; 6 Monate mindestens 50 %).
Darüberhinaus kann eine Vielzahlt weiterer Leistungsarten vereinbart werden. Hierzu gehören das Krankenhaustagegeld und das nach der Entlassung aus dem Krankenhaus fällig werdende Genesungsgeld, welches in der Regel für die gleiche Anzahl von Tagen wie Krankenhaustagegeld gezahlt wird. Ferner das Unfall-Tagegeld, das hauptsächlich der Absicherung von Selbständigen dient. Es wird prozentual nach dem Grad der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit abgestuft fällig.
Weiterhin werden von vielen Versicherern sog. Sofortleistungen angeboten. Diese beinhalten feste Kapitalbeträge bei bestimmten schweren Verletzungsarten. Einige Gesellschaften bieten auch ein vertragliches Schmerzensgeld an, welches bei bestimmten Verletzungen feste Prozentsätze der Schmerzensgeldsumme beinhaltet.
Als weitere Leistungen werden angeboten Zahlungen für kosmetische Operationen, um Entstellungen durch einen Unfall zu beheben und die Erstattung von Bergungskosten, die von den Krankenkassen nicht oder nur teilweise übernommen werden (z. B. Eigenbeteiligungen zum Rettungstransport oder Hubschrauberrettungsflüge im Ausland nach einem Skiunfall).
Im Rahmen sog. Seniorenpolicen werden ferner bestimmte Betreuungs-Serviceleistungen angeboten wie Einkaufen, Hausputz).
4. Ausschnittsdeckungen
Ausser der Rund-um-24-Stunden-Deckung gibt es auch sog. Ausschnittsdeckungen. Dazu gehören namentlich die Insassenunfallversicherung, die in Verbindung mit der KFZ-Versicherung abgeschlossen wird oder die Bauhelferunfallversicherung.
In Pauschalreiseangeboten werden auch Reiseunfallversicherungen angeboten.
5. Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr
Eine besondere Form der privaten Unfallversicherung ist die Unfallversicherung mit Beitragsrückzahlung. Dabei werden im Schnitt wesentlich höhere Beiträge fällig, welche aber nach Ablauf des Vertrages garantiert (abzüglich gesetzlicher Versicherungsteuer und eventuellen Ratenzahlungszuschlägen) zuzüglich nicht garantierter Überschussanteile erstattet werden.
Hierbei handelt es sich um die Kombination einer Versicherung mit einem Sparvertrag. Hier gilt, dass solche Koppelprodukte generell nur Sinn machen, wenn der Kunde beide Teilprodukte benötigt. Bei den geringen Sparsummen, die mit diesem Produkt bewegt werden ist der Nutzen für den Kunden typischerweise gering.
Die Beitragsrückgewähr wird daher von Kritikern als reines Marketinginstrument der Versicherungen gewertet
o 1. Haftpflicht
o 2. Leistungen des Versicherers:
o 3. Wer ist versichert?
o 4. Welche Risiken sind versichert?
o 5. Welche Ausschlüsse gelten, welche Einschlüsse sind möglich?
o 6. Betriebs- und Produkthaftungsversicherung:
Die Betriebshaftpflichtversicherung entspricht dem Bedürfnis der Befreiung oder finanziellen Absicherung von Haftpflichtansprüchen. Denn die Auseinandersetzung mit solchen Ansprüchen absorbiert Ressourcen/Energie (Zeit, persönliches Engagement, juristisches Know-How) und Geld (Bezahlung von Juristen und Experten und im Falle einer anerkannten Haftung die Geldwerte Befriedigung der Ansprüche).
Gesetzliche Haftpflicht ist die gesetzliche Pflicht für einen entstandenen Schaden einstehen zu müssen. Das “Einstehen-Müssen” ist nicht willkürlich; die Gesetze eines Landes definieren genau, wie dieses “Einstehen-Müssen” zustande kommt. Mann nennt die entsprechenden Gesetze “Haftungsnormen”. Ohne eine Norm, welche definiert, dass man haftpflichtig wird, gibt es keine Haftung (Recht). Ein Geschädigter muss sich zur Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen an den Schädiger auf eine Haftungsnorm berufen. Diese Normen legen auch fest, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Haftung gegeben ist.
Aber auch aus Vertrag kann jemand ersatzpflichtig werden. Es steht Vertragsparteien im Rahmen von Vertragsverhandlungen frei, sich vertraglich zur Schadloshaltung zu verpflichten oder (im Rahmen der gesetzlich zugelassenen Möglichkeiten) nicht zwingende gesetzliche Haftung vertraglich wegzubedingen. Hier ist aber Vorsicht geboten: Ueber die gesetzliche Haftung hinausgehende Haftungen werden durch die Betriebshaftpflichtversicherung im Prinzip (Ausnahmen möglich) nicht abgedeckt. Im Sinne des Risikomanagement ist es also kritisch zu versuchen, sich nachteilhafte Haftungsklauseln in Verträgen wegzubedingen.
Von der gesetzlichen Haftpflicht klar zu unterscheiden ist die richtige Vertragserfüllung. Letztere ist natürlich auch gesetzlich geschuldet. Liefert ein Unternehmen also Teile, welche nicht der Bestellung entsprechen und muss diese zum Beispiel umtauschen oder reparieren, hat dies im Prinzip nichts mit Haftpflicht unt Haftpflichtversicherung zu tun. Die Kosten für Umtausch oder Reparatur oder eines Preisnachlasses kann er nicht auf die Betriebshaftpflichtversicherung überwälzen.
2. Leistungen des Versicherers:
Ferner umfasst er die Prüfung, ob und inwieweit diese Ansprüche begründet sind und die Abwehr unbegründeter Ansprüche. Insoweit ist die Haftpflichtversicherung eine passive Rechtsschutzversicherung: die Kosten der Prüfung und des Rechtsschutzes trägt in Deutschland unabhängig von der vereinbarten Versicherungssumme der Versicherer.
Der Versicherungsschutz gilt allerdings nur für auf Ersatz eines Schadens gerichtete Ansprüche, nicht auf solche, die auf Erfüllung vertraglichen Verpflichtungen gerichtet sind oder die andere Ziele wie etwa Auskünfte oder die Unterlassung bestimmter Handlungen zum Gegenstand haben.
Mitversichert sind neben dem Einzelunternehmer bzw. der Trägergesellschaft die Personen, die einen Betrieb oder eine Niederlassung leiten (§ 151 VVG) sowie alle übrigen Betriebsangehörigen (Mitarbeiter), bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit für den Arbeitgeber (für die Freizeit ist die Privathaftpflichtversicherung zuständig). Mit der Absicherung der Haftungsrisiken der Mitarbeiter wird zugleich deren arbeitsrechtlichem Freistellungsanspruch Rechnung getragen. Nicht Gegenstand der BHV sind Ansprüche des Versicherungsnehmers gegen Mitversicherte oder von Mitversicherten untereinander (in der Schweiz sind auch Ansprüche von Mitversicherten untereinander mitversichert). Bei einem Arbeitsunfall ersetzt die gesetzliche Unfallversicherung den Schaden des Arbeitnehmers, womit die Haftpflichtansprüche gegen den schädigenden Arbeitgeber oder Kollegen auf Ersatz des Personenschadens im Umfang der Leistungen der Unfallversicherung als abgegolten gelten. Bei Freiberuflern und bei gewerblichen Subunternehmern beschränken die Versicherer regelmäßig ihre Leistungspflicht auf die Haftpflicht des eigenen Versicherungsnehmers als Geschäftsherrn und schließen die persönliche Haftpflicht des Subunternehmers oder (Urlaubs-) Vertreters ausdrücklich aus: dieser soll selbst für entsprechende Vorsorge sorgen.
4. Welche Risiken sind versichert?
5. Welche Ausschlüsse gelten, welche Einschlüsse sind möglich?
Das für den Bereich der gesamten Haftpflichtversicherung konzipierte Bedingungswerk der AHB ist durch branchenübliche “Besondere Bedingungen” über weite Bereiche abgeändert, meist zugunsten des Versicherungsnehmers. Für alle betrieblichen Kunden müssen Klauseln wie die zu im Ausland vorkommenden Schäden oder solchen an in ihrem Gewahrsam befindlichen Sachen (etwa auch Gebäudegrundstücken) eingeschlossen werden. Auch die Regelungen zu Tätigkeitsschäden werden regelmäßig zugunsten der Versicherungsnehmer abgeändert. Über zwischen den einzelnen Stufen der Produktion übliche Vereinbarungen zur Qualitätssicherung wird häufig die handelsrechtlich gebotene Eingangskontrolle des Abnehmers auf den Zulieferer zurückverlagert, der sich erhöhten Haftungsrisiken ausgesetzt sieht. Auch derartige “übergesetzliche Haftungszusagen” sind absicherbar. Da aber jeder Betrieb einen individuellen Bedarf an Absicherung hat, kann hier nur professionelle Auskunft letztlich Sicherheit bieten. Diese bieten neben den Versicherern selbst (über Direktionsbevollmächtigte, Agenturen und übrigen Außendienst) zahlreiche Kreditinstitute sowie oft auf einzelne Berufszweige spezialisierte Versicherungsmakler an.
6. Betriebs- und Produkthaftungsversicherung:
Wer nicht nur seine Erzeugnisse an Endverbraucher liefert, sondern in Arbeitsteiligen Produktionsprozessen integriert produziert, ist dem Risiko ausgesetzt, dass seine Produkte über direkte Schäden hinaus Vermögensschäden verursachen, die über eine “konventionelle Betriebshaftpflichtversicherung” nicht ausreichend abgesichert werden. Solche Schäden können in vergeblich aufgewendeten Weiterverarbeitungs- oder Herstellungskosten ebenso liegen wie in den Kosten von Austausch- oder gar Rückrufaktionen, die durch Fehler von einzelnen Komponenten der Endprodukte verursacht werden. Derartige Risiken sind über die “konventionelle Betriebshaftpflichtversicherung” nur in geringem Maße, nämlich die Deckungssumme für Vermögensschäden abgesichert, die oft noch unter 100.000 € liegt. Zuverlässige Absicherung bietet für solche gewerblichen Zwischenproduzenten nur eine Produkthaftpflichtversicherung, die teilweise schon standardmäßig für gewerbliche Betriebe und (größere) Landwirte angeboten wird.
* 1 Was kann die Betriebsunterbrechungsversicherung?
* 2 Rückwirkungsschäden
* 3 Ausschlüsse der BU ?
* 4 Vorteile für Arbeitnehmer von der BU?
1. Betriebsunterbrechungsversicherung?
Eine Betriebsunterbrechungsversicherung, auch gelegentlich Ertragsausfallversicherung genannt, befasst sich mit bestimmten finanziellen Folgen einer Betriebsunterbrechung durch ein versichertes Schadenereignis.
Dabei gilt in der vereinfachten Variante der sogenannte "Rohertrag" als versichert. Jener ist das Ergebnis der Netto-Jahresumsatzes abzüglich des Wareneinsatzes.
Eine Betriebsunterbrechung kann die Folge von verschiedenen sich realisierenden Gefahren Risiken sein. So kann z. B. ein Feuer, ein Sturm, eine Überschwemmung, ein Einbruch oder ein kapitaler Wasserschaden zum Betriebsstillstand führen.
Der Versicherer ersetzt dann die fortlaufenden Kosten als auch den entgangenen Gewinn.
Man erhält eine Betriebsunterbrechungs-/Ertragsausfallversicherung als separates Produkt (mittlere Betriebsunterbrechung genannt) oder auch als Kombiprodukt im Zusammenschluss (verbundene Versicherung) mit einer Inhalts-/Geschäftversicherung (kleine Betriebsunterbrechung).
Meist bietet die separate mittlere Betriebsunterbrechungsversicherung die besseren Bedingungen bei etwas höherem Preis an.
2. Rückwirkungsschäden
Wenn Rückwirkungsschäden in der Betriebsunterbrechungsversicherung mitversichert werden, ist der Betriebsunterbruch des Versicherten auch mitgedeckt, wenn das verursachende Ereignis (Verwirklichung der Gefahr an einer Sache) nicht an einer Sache des Versicherten eintritt, sondern an einer Sache eines Zulieferers oder eine Abnehmers. Beispiel: Erleidet ein Bergrestaurant einen Umsatzausfall, weil die Talstation der Bergbahngesellschaft, welche das Gebiet erschliesst, abgebrannt ist, bezahlt die Betriebsunterbrechungsversicherung des Bergrestaurants den Umsatzausfall des Wirtes des Bergrestaurants.
3. Ausschlüsse der BU ?
Die Grenzen der BU sollen am Beispiel des abgebrannten Produktionsbetriebes veranschaulicht werden. Der versicherte Betrieb wird durch die Ersatzleistung des Versicherers zwar in die Lage versetzt die laufenden Kosten zu decken und erhält darüber hinaus auch den entgangenen Gewinn, jedoch ist es nicht unwahrscheinlich, dass Kunden dauerhaft "abspringen", da sie für eine gewisse Zeit nicht beliefert werden können. Dieses Risiko ist über eine Versicherungspolice (natürlich) nicht gedeckt. Allerdings ersetzt die BU-Versicherung in diesen Fällen während der Haftzeit auch die Kosten für eine Vielzahl von Maßnahmen, die der Vermeidung eines sogenannten Kundenverlustschadens, nämlich des dauerhaften Abspringens des Kunden dienen. Das können z.B. Maßnahmen wie Erinnerungswerbung sein, die Produktion in provisorisch errichteten Betriebsanlagen oder sogar in Betrieben anderer Unternehmen.
4. Vorteile für Arbeitnehmer von der BU?
Auch für den Arbeitnehmer bietet der Abschluss dieses Versicherungsbausteins die Gewähr, dass der Arbeitgeber unter Umständen mangels eingehender Aufträge keine regulären Kündigungen aussprechen muss. Neueste Erhebungen/Schadensanalysen aus den USA haben bewiesen, dass fast 80 Prozent der Unternehmen die keine Betriebsunterbrechungsversicherung abgeschlossen hatten, nach zwei Jahren vom Markt verschwunden waren nachdem sie ein Großschadenereignis heimgesucht hatte. Dies ist Aussage genug über die Wichtigkeit dieses Versicherungsschutzes für alle Betriebe.
Wer in Deutschland einen Jagdschein lösen will, diesen oder dessen Verlängerung bei der zuständigen Jagdbehörde beantragt, muss den Nachweis über den Abschluss einer Jagdhaftpflichtversicherung erbringen. Die Versicherungszusage muss mindestens der Laufzeit des beantragten Zeitraumes für den Jagdschein entsprechen.
Die Jagdhaftpflichtversicherung, die auch die Haftpflichtversicherung für einen Jagdhund beinhaltet, tritt für die Schäden in bestimmten Grenzen und Fällen ein, die der Jagdscheininhaber in Ausübung einer Jagd schuldhaft Dritten zufügt. Grob fahrlässiges Verschulden ist jedoch hier, wie bei allen anderen Haftpflichtversicherungen auch, ausgeschlossen.
Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist eine Versicherung, die ausschließlich den Schaden des oder der Geschädigten trägt, nicht aber den eigenen Schaden des Versicherungsnehmers. Der Schaden kann durch einen Verkehrsunfall entstehen, an dem der Fahrer eines Kfz des Versicherten die Schuld trägt oder für dessen Folgen er verschuldensunabhängig einzustehen hat.
* Sachschäden (Reparaturen an anderen Fahrzeugen / Objekten (z.B. Leitplanke))
* 2 Beitragsgestaltung
* 3 Deckungssumme
* 4 Entschädigungsleistungen
* 5 Vertragsbeendigung
* 6 Nachhaftung
* 7 Schäden mit ausländischen Fahrzeugen
* 8 Details aus einigen Ländern
o 8.1 Deutschland
o 8.2 Österreich
Rechtsgrundlage der Versicherungspflicht ist das Pflichtversicherungsgesetz.
Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist, aufgrund der Gefährdungshaftung, die von dem versicherten Fahrzeug ausgeht, demnach eine Pflichtversicherung zum Führen eines Fahrzeuges.
2. Beitragsgestaltung
* Typklasse des Fahrzeuges (Schadenhäufigkeit eines bestimmten Fahrzeugmodells)
* Regionalklasse des Zulassungsortes (Schadenhäufigkeit in einem regional begrenzten Gebiet)
* Weiche Tarifmerkmale
o Alter des Versicherungsnehmers (VN) / der Fahrer
o Alter des Fahrzeuges
o Beruf des VN - Besondere Tarife für Angehörige des öffentlichen Dienstes
o Jährliche Fahrleistung
o Einschränkung auf bestimmte Fahrer
o im Haushalt lebende Kinder
Zwar ist der Versicherer bei einem Verstoß des Versicherungsnehmers, gegen die vertraglich vereinbarten “weichen Tarifmerkmale”, nicht von der Leistungspflicht befreit, jedoch sind in der Regel Vertragsstrafen, die bis zur Höhe der doppelten 100%-Normalprämie gehen können, vorgesehen.
Bei gewerblichen Risiken spielt häufig der objektive Schadenverlauf eine größere Rolle. So werden hier in der Regel keine “weichen Tarifmerkmale” herangezogen.
* Gesetzlich Mindestdeckungssumme (2,5 Mio. für Personenschäden / 500.000 Euro für Sachschäden)
* 50 oder 100 Mio. Euro Pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden (Mit Begrenzung, je geschädigte Person, auf maximal 8 Mio. Euro)
Bei Sachschäden werden vorrangig die Reparaturkosten + einer Prämie für die Wertminderung erstattet. Bei technischen oder wirtschaftlichen Totalschäden wird jedoch der Wiederbeschaffungswert ersetzt.
* Ordentliche Kündigung (durch Versicherer / Versicherungsnehmer zum Ablauf)
* Wegfall des versicherten Risikos (Kfz wird verkauft)
* Stillegung des Fahrzeuges (zuerst Ruhensversicherung / nach 18 Monaten Beendigung)
* Außerordentliche Kündigung infolge Nichtzahlung der Erst- oder Folgeprämie
Die Nachhaftung tritt nach Beendigung des eigentlichen Kfz-Haftpflichtversicherungsvertrages ein. So sind - zumindest in Deutschland - alle Haftpflichtversicherer verpflichtet, im Falle einer Vertragsbeendigung bis zu einem Monat darüber hinaus im vertraglichen Umfang zu haften.
7. Schäden mit ausländischen Fahrzeugen
Schwierig können sich dennoch Unfälle mit Fahrzeugen aus anderen Ländern gestalten. So gelten im Ausland häufig sehr niedrige Deckungssummen.
Eine eventuell entstehende Differenz zur tatsächlichen Schadenhöhe kann, jedoch bislang nur bei Schäden, die im Ausland geschehen sind, gegen Mehrbeitrag in kundenfreundlicheren Tarifen oder über Schutzbriefleistungen abgesichert werden.
Waren früher dann die Dienste eines Rechtsanwaltes zur Feststellung der Schadenersatzansprüche mit ausländischen Versicherungen obligatorisch, werden diese Verhandlungen, seit 2003, durch inländische Anlaufstellen stark vereinfacht.
Bei Fahrten ins Ausland benötigt man meist zum Nachweis einer gültigen Kfz-Haftpflichtversicherung die grüne Versicherungskarte. Sie ist zwar in den EU-Staaten und in vielen anderen Staaten nicht mehr zwingend vorgeschrieben (Innerhalb der EU gilt das sogenannte Kennzeichenabkommen). Das Mitführen der Grünen Karte kann bei einem Unfall die Schadensabwicklung jedoch wesentlich erleichtern. Wichtig: Erfahrungen zeigen, bei verschuldeten Unfällen mit Personenschäden oder sogar Todesfolge wird die "Grüne Karte" meist zwingend verlangt - Festhalten oder Inhaftierung bis zur Klärung des Versicherungsschutzes ist schon vorgekommen.
Manche Versicherer kombinieren Haftpflichtversicherungen mit sog. Schutzbriefen, die Zusatzleistungen mitbringen, wie man sie von Automobilclubs kennt. Dazu zählen Pannenhilfe, Abschleppdienste, Übernachtung und Rücktransport. Ein Schutzbrief kann ebenso spezielle Auslandsangebote wie Ersatzteillieferungen beinhalten
Bei PKW und Motorrädern richtet sich die Höhe der Prämie nach der Motorleistung mit Bonus-Malussystem, bei LKW nach dem höchsten zulässigen Gesamtgewicht ohne Bonus-Malus, ebenso wie bei Anhängern. Außerdem gibt es noch für verschiedene Bevölkerungsgruppen verschiedene Rabattstufen, die von den Versicherern unterschiedlich gehandhabt werden. So gibt es einen Frauenrabatt oder einen Seniorenrabatt.
* die gesetzlichen Anwaltsgebühren des vom Versicherten frei wählbaren Rechtsanwaltes
* Zeugengelder/Sachverständigenhonorare
* Kosten des Gegners, soweit der Versicherungsnehmer diese übernehmen muss.
Rechtsschutzversicherungen sind heute in der Regel "modular" aufgebaut. Man kann sich also entscheiden, ob man ein "Komplettpaket", das alle Leistungsarten abdeckt, versichert, oder sich auf bestimmte Bereiche des Lebens beschränkt, wie z. B. auf den Verkehrs-Rechtsschutz, den Arbeits-Rechtsschutz oder den Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz. Welche Risiken die Versicherung genau einschliesst, ist den Bedingungen zu entnehmen, die der Versicherungspolice beiliegen.
* §21 Abs. 3 ARB Verkehrs-Rechtsschutz für ein oder mehrere Fahrzeuge (Kennzeichen muss angegeben werden)
* §21 Abs. 11 ARB Verkehrs-Rechtsschutz für alle Fahrzeuge der Familie
* §22 ARB Fahrer-Rechtsschutz (für Fahrer von fremden Fahrzeugen)
* §23 ARB Privat-Rechtsschutz für Selbständige
* §24 ARB Berufs-Rechtsschutz für Selbständige, Rechtsschutz für Firmen und Vereine
* §25 ARB Privat- und Berufsrechtsschutz für Nichtselbständige
* §26 ARB Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz für Nichtselbständige
* §27 ARB Landwirtschafts- und Verkehrs-Rechtsschutz
* §28 ARB Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz für Selbständige
* §29 ARB Rechtsschutz für Grundstückseigentum und Miete
Ausschliesslich die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen ist versichert. Die Abwehr ist zum Teil über Haftpflichtversicherungen abgedeckt. Beispiele: Verkehrsunfall, Sturz im Supermarkt, Falschberatung beim Aktienkauf, Schmerzensgeld wegen Beleidigung.
Beispiele: Streitigkeiten aus der gesetzlichen Sozialversicherung - die Erwerbsminderungsrente wird nicht anerkannt, das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) ist falsch berechnet, die BfA oder LVA übernimmt eine Reha-Maßnahme nicht; dem Schwerbehinderten wird die Eintragung von Merkzeichen oder die Erhöhung des GdB nicht anerkannt
Bei nicht verkehrsrechtlichen Vorwürfen besteht nur für Vergehen Versicherungsschutz, die auch dann bestraft werden, wenn sie fahrlässig begangen werden. Wird eine Tat vorgeworfen, die nach dem Strafgesetzbuch nur bei vorsätzlicher Begehungsweise bestraft wird, oder wird eine Verbrechen vorgeworfen, besteht kein Versicherungsschutz. Der Versicherer prüft nicht, ob die Tat begangen wurde. Auch der Ausgang des Verfahrens ändert nichts an der Entscheidung. Wird beispielsweise das Strafverfahren wegen Beleidigung eingestellt, besteht trotzdem kein Versicherungsschutz.
Beispiele für versichertete Vorwürfe: einfache Körperverletzung, viele Tatbestände des Betäubungsmittelgesetztes und des Waffengesetzes
Die Abwehr von Schadenersatzansprüchen ist genausowenig versichert wie die aktive Strafverfolgung (Ausnahme: der genannte Opfer-Rechtsschutz).
Streitigkeiten mit dem eigenen Rechtsschutzversicherer sind genauso ausgeschlossen wie Klagen vor dem Verfassung
Die verbundene Wohngebäudeversicherung schützt den Gebäudeeigentümer vor Risiken, die sich aus Brand, Sturm und Leitungswasserschäden ergeben (versicherte Gefahren). Entsprechend dem Namen ist der Versicherungsgegenstand das Wohngebäude, ohne deren Inhalt an beweglichen Sachen zu versichern (versicherte Sache). Ziel ist hierbei die Kostendeckung für Wiederaufbau oder Sanierung Gebäudes sowie eine Absicherung gegen weitere Kosten (versicherte Kosten).
Eine Wohngebäudversicherung ist ein Versicherungsvertrag und bewegt sich somit rechtlich im Rahmen des BGB, HGB und dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Gegen Versicherungsprämie schließt der Kunde einen Vertrag bei einer Gesellschaft. Somit werden die individuellen Gesellschaftbedingungen Vertragsbestanteil. Die Gesellschaftbedingungen unterteilen sich hierbei für gewöhnlich folgendermaßen:
* Allgemeinen Wohngebäude Versicherungbedingungen (VGB)
* Klauseln
* Besondere Bedingungen für weitere Elementarrisiken in der Wohngebäudeversicherung (BEW oder BBEW)
* individuelle Vereinbarungen
Die Bedingungen/Klauseln kann gemäß dem Wettbewerbs-EU-Recht jede Versicherung seit 1994 selbst bestimmen. Dies erschwert erheblich die Vergleichbarkeit der einzelnen Angebote.
* Allgemeinen Wohngebäude Versicherungbedingungen 2000
* Allgemeinen Wohngebäude Versicherungbedingungen 1988
* Allgemeinen Wohngebäude Versicherungbedingungen 1962
* Die in dem Versicherungsschein bezeichneten Gebäude (Beispiel: Musterstraße 99, 99999 Musterhausen)
* Gebäudezubehör (Beispiel: Klingel- und Briefkastenanlagen, Müllboxen sowie Terrassen)
* sonstiges Gebäudezubehör, soweit ausdrücklich vereinbart (Beispiel: Carports, Gewächs- u. Gartenhäuser, Hundehütten, Hof- und Gehwegbefestigungen)
Die verbundene Wohngebäudeversicherung verbindet drei Versicherungen in einem Vertrag. Die drei Versicherung sind die Feuer-, die Leitungswasser- und die Sturm/Hagelversicherung. Jede Versicherung kann auch einzeln oder in einer zweier Kombination abgeschlossen werden. Die einzelnen Versicherungen vereinigen jeweils genau definierte Gefahren, welche das Gebäude und die weiteren versicherten Sachen bedrohen und durch diese versichert sein sollen.
Versicherung Versicherte Gefahr genaue Definition gemäss Musterbedingungen
Brand ist ein Feuer, das ohne einen bestimmungsgemässen Herd entstanden ist oder
Kurzschluss- und Überspannungsschäden an elektrischen Einrichtungen sind nur versichert,
wenn ein Blitz unmittelbar auf versicherte Sachen aufgetroffen ist.
Implosion ist eine plötzliche Zerstörung eines Hohlkörpers durch äusseren Überdruck infolge eines inneren Unterdruckes
In den Musterbedingungen gibt es keine Definition für Hagel; Die Gefahr Hagel ist unabhängig vom Ausmaß (z.B.Korngröße) ohne Eingrenzung versichert.
* Brand,
* Implosion und
* Aufprall eines Luftfahrzeuges, seiner Teile oder seiner Ladung.
Schäden durch Brand sind nur versichert, wenn es sich um ein Feuer handelt, welches zu einer offen erkennbare Flamme geführt hat. Des Weiteren sind Brandschäden an z.B. Kaminen nicht versichert, wenn das Feuer den Kamin nicht verlassen hat.
* 7160 Überspannungsschäden durch Blitz
* 7161 Brandschäden durch Nutzwärme
* 7165 Fahrzeuganprall
* 7166 Regenwasserrohre innerhalb des Gebäudes - Klausel
* 7260 Erweiterte Versicherung von Wasserzuleitungs- und Heizungsrohren auf dem Versicherungsgrundstück, die nicht der Versorgung versicherter Gebäude oder Anlagen dienen
* 7261 Erweiterte Versicherung von Wasserzuleitungs- und Heizungsrohren außerhalb des Versicherungsgrundstücks
* 7262 Erweiterte Versicherung von Ableitungsrohren auf dem Versicherungsgrundstück*
* 7263 Erweiterte Versicherung von Ableitungsrohren außerhalb des Versicherungsgrundstücks*
In der Sturmversicherung sind Sturmschäden durch Windbewegungen ab Windstärke 8 versichert als auch Hagelschäden. In der Meterologie werden Windbewegungen erst ab Windstärke 9 als Sturm bezeichnet. Der Nachweis erfolgt durch umliegende Wetterstationen oder indirekt durch ähnliche Schäden an Gebäuden in der Nachbarschaft. Hagelschäden werden ähnlich abgeleitet.
* Schadenminderungskosten
* Aufräumungs- und Abbruchkosten, Bewegungs- und Schutzkosten
* Mietausfall
* 7362 Dekontaminationskosten
* 7360 Mehrkosten infolge behördlicher Wiederherstellungsbeschränkungen für Restwerte
* 7361 Gebäudebeschädigungen durch unbefugte Dritte
* 7363 Aufwendungen für die Beseitigung umgestürzter Bäume
* 7364 Wasserverlust
* 7365 Sachverständigenkosten
* 7366 Graffitischäden
* Versicherungssumme 1914
* umbauter Raum
Der Schutzbrief ist die Bezeichnung für ein Produkt aus dem Kfz-Versicherungswesen. Das versicherte Fahrzeug bekommt kostenfreie Hilfe durch den Versicherer im Falle einer Panne, eines Unfalls oder eines Diebstahls.
Mittlerweile bieten die meistem Kfz-Versicherer auch einen optionalen Schutzbrief in der Kfz-Haftpflichtversicherung an, oder es werden Alternativprodukte zu den Leistungen der Automobilclubs angeboten, z.B. der D.A.S. oder Roland-Schutzbrief.
* Pannenhilfe: Wiederherstellung der Fahrbereitschaft des versicherten Fahrzeuges am Pannen- oder Unfallort.
* Abschleppen: Transport des ausgefallenen KFZ in die nächste Werkstatt.
* Bergen: Das Fahrzeug wird wieder auf die befestigte Fahrbahn gehoben/gebracht. Meist unbegrenzt versichert.
* Weiter- und Rückfahrt: Transport der (berechtigten) Insassen zum Zielort und zurück zum reparierten Fahrzeug. Mögliche Varianten in Reihenfolge der Häufigkeit: Mietwagen, Bahn, Flug .
* Fahrzeug-Rücktransport (Pick-up): Das ausgefallene KFZ wird in die Werkstatt am Heimatort gebracht (Unbegrenzt versichert, meist nur aus dem Ausland). Im Inland wird die Variante des Rücktransports von Fahrzeug und Insassen mit speziellen Abschleppfahrzeugen angeboten.
* Ersatzteil-Versand: Der Versicherer organisiert die Beschaffung und den Versand eines benötigten Ersatzteils, das im Ausland nicht zu bekommen ist (Unbegrenzt versichert, meist nur aus dem Ausland).
* Ersatzfahrer: Stellung eines Ersatzfahrers bei Fahrerausfall durch Krankheit/Unfall .
* Fahrzeugunterstellung: Standkosten bis zur Wiederherstellung des KFZ .
* Übernachtungskosten: Hotelkosten für alle berechtigte Insassen bis zur Wiederherstellung der Fahrbereitschaft .
* Sonstiges: Routenplanung, Kostenerstattung für Selbstorganisiertes, Nutzungsausfall, Verzollung/Verschrottung, Organisatorische Leistungen ohne Kostenübernahme (Assistance-Leistungen).
* Häufigste Stolperfalle ist der Mietwagen. Ist der Schadensort in der Nähe des Wohnorts (regelmäßig 50 km Luftlinie), wird meist kein Mietwagen gestellt. Dies erfolgt auch, wenn das versicherte Fahrzeug aus eigener Kraft in eine Werkstatt kam.
* Der Schutzbrief deckt verschiedene Risiken ab: Panne (Brems-, Bruch- oder Betriebsschaden), Unfall (von außen eingetretenes, unvorhersehbares Ereignis) und Diebstahl (oder -versuch). Vergessene Schlüssel im Auto oder ein zugefrorenes Türschloss zählen nicht dazu, da das Auto bei solchen Tatbeständen in der Regel intakt ist.
* Die Kosten der Reparatur sind nicht versichert.
* In der Kfz-Haftpflichtversicherung ist nur ein definiertes Fahrzeug versichert.
Unter einer Sterbegeldversicherung versteht man eine Lebensversicherung auf den Todesfall. Sie ist erheblich günstiger als eine übliche Kapitallebensversicherung auf den Erlebensfall. Sterbegeldversicherungen werden bei Sozialhilfebedürtigkeit anders als Kapital-Lebensversicherung nicht als verfügbares Vermögen (§ 90 SGB XII) angesehen. Sinn dieser Versicherung soll es sein, die Hinterbliebenen nicht mit der finanziellen Belastung einer Bestattung zu konfrontieren.
Es ist auch zu beachten, dass viele Fluggesellschaften (so z.B. Thai Airways) jemanden, der erst einmal als krank gilt, unabhängig von der Diagnose nicht befördern.
Als Begründungen werden
* Schutz anderer Passagiere vor ansteckenden Krankheiten
* Verhinderung des Notwendigwerdens von außerplanmäßigen Zwischenlandungen
angegeben. Dies gilt selbst dann, wenn der Betroffene lediglich einen besagten Knochenbruch hat. Thai Airways beispielsweise lässt sich in der Regel 72 Stunden ab Antragstellung Zeit zu entscheiden, ob ein Passagier nicht trotzdem befördert wird. Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob der Passagier bereits über ein bestätigtes Flugticket verfügt oder nicht. Im Zweifel darf der betroffene Kunde trotz bezahltem Ticket nicht fliegen. Auch solche Fälle können von einer Reiserücktransportversicherung behandelt werden, indem der Versicherer auf seine Kosten einen anderen Flug bei einer anderen Fluglinie organisiert, bei der der fit-to-fly-Test schneller abläuft. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die medizinische Versorgung im Reiseland gerade nicht ausreichend ist für den entsprechenden Vorfall (z.B. eine Operation notwendig ist), wohl aber im Heimatland, also der Flug auch medizinisch indiziert ist.

References: § 823
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 § 6
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