Source: http://m.hensche.de/Tarifvertraege_CGZP_die_Tarifvertraege_der_CGZP_sind_unwirksam_die_CGZP_war_nie_tariffaehig_BAG_1ABN27-12-u.html
Timestamp: 2018-06-24 14:45:42+00:00

Document:
HENSCHE Arbeitsrecht: 1 ABN 27/12
Schlag­worte: Tarifvertrag, Tariffähigkeit, CGZP, Zeitarbeit
Akten­zeichen: 1 ABN 27/12
Ent­scheid­ungs­datum: 22.05.2012
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 30.05.2011, 29 BV 13947/10
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9.01.2012, 24 TaBV 1285/11, 24 TaBV 1338/11, 24 TaBV 1368/11, 24 TaBV 1395/11, 24 TaBV 1612/11, ...
1 ABN 27/12
24 TaBV 1285/11, 24 TaBV 1338/11,
24 TaBV 1368/11, 24 TaBV 1395/11,
24 TaBV 1612/11
Be­schwer­deführer und Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­deführer,
Be­schwer­deführer,
An­trag­stel­ler und An­schluss­be­schwer­deführer,
Be­schwer­deführe­rin und Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­deführe­rin,
Be­schwer­deführe­rin,
hat der Ers­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts am 22. Mai 2012 be­schlos­sen:
Die Be­schwer­den der zu 36 bis 67 so­wie 70 bis 94 be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­be­rin­nen und des zu 7 be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des ge­gen die Nicht­zu­las­sung der Rechts­be­schwer­de in dem Be­schluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg vom 9. Ja­nu­ar 2012 - 24 TaBV 1285/11, 24 TaBV 1338/11, 24 TaBV 1368/11, 24 TaBV 1395/11, 24 TaBV 1612/11 - wer­den zurück­ge­wie­sen.
Die Be­schwer­den der zu 36 bis 67 so­wie 70 bis 94 be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­be­rin­nen und des zu 7 be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des (BAP) blei­ben oh­ne Er­folg.
A. Die Zu­las­sung der Rechts­be­schwer­de durch das Bun­des­ar­beits­ge­richt rich­tet sich nach den in §§ 92a, 72 Abs. 2, § 72a Abs. 3 ArbGG be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen.
I. Nach §§ 92a, 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG kann ei­ne Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de dar­auf gestützt wer­den, dass ei­ne ent­schei­dungs­er­heb­li­che Rechts­fra­ge grundsätz­li­che Be­deu­tung hat. Dies ist der Fall, wenn die Ent­schei­dung des Rechts­streits von ei­ner klärungs­bedürf­ti­gen und klärungsfähi­gen Rechts­fra­ge abhängt und die Klärung ent­we­der von all­ge­mei­ner Be­deu­tung für die Rechts­ord­nung ist oder we­gen ih­rer tatsächli­chen Aus­wir­kun­gen die In­ter­es­sen zu­min­dest ei­nes größeren Teils der All­ge­mein­heit berührt. Ent­schei­dungs­er­heb­lich ist ei­ne Rechts­fra­ge, wenn sich das Lan­des­ar­beits­ge­richt im an­zu­fech­ten­den Be­schluss mit ihr be­fasst und sie be­ant­wor­tet hat und bei ei­ner an­de­ren Be­ant­wor­tung mögli­cher­wei­se ei­ne für den Be­schwer­deführer güns­ti­ge Ent­schei­dung ge­trof­fen hätte (vgl. BAG 13. Ju­ni 2006 - 9 AZN 226/06 - Rn. 11, BA­GE 118, 247). Gemäß §§ 92a, 72a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 ArbGG muss der Be­schwer­deführer die grundsätz­li­che Be­deu­tung ei­ner Rechts­fra­ge und ih­re Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit in der Be­schwer­de­be­gründung dar­le­gen. Dies er­for­dert, dass er die durch die an­zu­fech­ten­de Ent­schei­dung auf­ge­wor­fe­ne Rechts­fra­ge kon­kret be­nennt und ih­re Klärungsfähig­keit, Klärungs­bedürf­tig­keit, Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit und die all­ge­mei­ne Be­deu­tung für die Rechts­ord­nung oder ih­re Aus­wir­kung auf die In­ter­es­sen je­den­falls ei­nes größeren Teils der All­ge­mein­heit auf­zeigt.
II. Nach §§ 92a, 72 Abs. 2 ArbGG kann die Nicht­zu­las­sung der Rechts­be­schwer­de durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt auch dann an­ge­foch­ten wer­den, wenn ei­ne Di­ver­genz iSd. § 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG vor­liegt. Da­zu muss der an­zu­fech­ten­de Be­schluss von ei­ner Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts oder ei­nes an­de­ren der im Ge­setz ge­nann­ten Ge­rich­te ab­wei­chen und auf die­ser Ab­wei­chung be­ru­hen. Das hat der Be­schwer­deführer zu be­gründen und die Ent­schei­dung, von der der Be­schluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts ab­weicht, zu be­zeich­nen. Die Be­schwer­de muss dar­le­gen, dass der an­zu­fech­ten­de Be­schluss ei­nen all­ge­mei­nen, die Ent­schei­dung tra­gen­den Rechts­satz auf­ge­stellt hat und dass die­ser von ei­nem in ei­ner di­ver­genzfähi­gen Ent­schei­dung auf­ge­stell­ten Rechts­satz ab­weicht. Hierfür reicht die Be­nen­nung ei­ner feh­ler­haf­ten oder un­ter­las­se­nen An­wen­dung der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts oder ei­nes an­de­ren der im Ge­setz ge­nann­ten Ge­rich­te nicht aus.
III. Die Rechts­be­schwer­de ge­gen ei­nen Be­schluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist fer­ner zu­zu­las­sen, wenn ein ab­so­lu­ter Re­vi­si­ons­grund gemäß § 547 Nr. 1 bis Nr. 5 ZPO gel­tend ge­macht wird und vor­liegt (§ 72 Abs. 2 Nr. 3 Alt. 1 ArbGG). Dies er­fasst auch die Rüge der nicht ge­setzmäßigen Ver­tre­tung ei­ner Par­tei im Ver­fah­ren nach § 547 Nr. 4 ZPO.
IV. Hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt sei­ne Ent­schei­dung auf meh­re­re von­ein­an­der un­abhängi­ge, je­weils selbständig tra­gen­de Gründe gestützt, ist die Rechts­be­schwer­de nur zu­zu­las­sen, wenn mit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de bei­de Be­gründun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts an­ge­grif­fen wer­den und die Rügen ge­gen je­de der bei­den Be­gründun­gen für sich be­trach­tet be­gründet sind. Da­bei kann die Be­schwer­de hin­sicht­lich der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt ge­ge­be­nen Be­gründun­gen auf un­ter­schied­li­che Tat­bestände des § 72 Abs. 2 ArbGG gestützt wer­den (BAG 18. März 2010 - 2 AZN 889/09 - Rn. 13, AP ArbGG 1979 § 72a Nr. 69 = EzA ArbGG 1979 § 72 Nr. 41).
B. Die von den zu 36 bis 67 so­wie 70 bis 94 be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­be­rin­nen auf die Ver­ken­nung der grundsätz­li­chen Be­deu­tung ei­ner ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Rechts­fra­ge (§ 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG) gestütz­te Be­schwer­de genügt nur teil­wei­se den An­for­de­run­gen des § 72a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 ArbGG. Im Um­fang ih­rer Zulässig­keit ist sie un­be­gründet.
I. Die auf Sei­te 12 der Be­schwer­de­be­gründung (un­ter III 2) gewähl­te For­mu­lie­rung stellt kei­ne Rechts­fra­ge iSd. § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG dar. Um ei­ne sol­che han­delt es sich bei ei­ner Fra­ge, die die Wirk­sam­keit, den Gel­tungs­be­reich, die An­wend­bar­keit oder den In­halt ei­ner Norm zum Ge­gen­stand hat (BAG 15. März 2011 - 9 AZN 1232/10 - Rn. 6, NZA 2011, 997). Die von der Be­schwer­de for­mu­lier­te Fra­ge genügt nicht den ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen. Zwar lässt die Be­schwer­de er­ken­nen, dass es den Be­schwer­deführe­rin­nen um die An­wen­dung des sich aus dem Rechts­staats­prin­zip (Art. 20 Abs. 3 GG) er­ge­ben­den Ver­trau­ens­schutz­grund­sat­zes durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt geht. Es ist aber we­der von der Be­schwer­de dar­ge­tan noch of­fen­sicht­lich, wel­chen In­halt die Be­schwer­deführe­rin­nen den von ih­nen ver­wand­ten Be­griff­lich­kei­ten „neue richter­recht­li­che An­for­de­run­gen“ oder „der vom BAG ge­schaf-
fe­ne Richter­rechts­satz“ zu­ord­nen. Da­her bleibt un­klar, auf wel­che Ausführun­gen des Be­schwer­de­ge­richts zum Ver­trau­ens­schutz­prin­zip die Be­schwer­deführe­rin­nen ih­re Grund­satz­be­schwer­de stützen.
II. Die Be­schwer­de ist je­den­falls un­be­gründet, so­weit sie gel­tend macht, das Lan­des­ar­beits­ge­richt ha­be die grundsätz­li­che Be­deu­tung der von ihr auf Sei­te 12 der Be­schwer­de­be­gründung (un­ter III 1) for­mu­lier­ten Rechts­fra­ge ver­kannt.
1. Al­ler­dings fehlt es schon an ei­ner aus­rei­chen­den Dar­le­gung der Be­schwer­deführe­rin­nen, mit wel­chen sei­ner tra­gen­den Ausführun­gen das Lan­des­ar­beits­ge­richt die von ih­nen auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge nach der zeit­li­chen Reich­wei­te ver­gan­gen­heits­be­zo­ge­ner Anträge bei der Fest­stel­lung der Ta­riffähig­keit be­ant­wor­tet hat. Die Be­schwer­de führt zwar aus, das Be­schwer­de­ge­richt ha­be in dem an­zu­fech­ten­den Be­schluss kei­ne Über­schnei­dung der Ver­fah­rens­ge­genstände ge­se­hen und die­se Fra­ge „nicht ver­tieft dis­ku­tiert“ (Sei­te 14 der Be­schwer­de­be­gründung). Die Be­schwer­deführe­rin­nen ha­ben aber versäumt, die­je­ni­gen Ausführun­gen, mit de­nen das Be­schwer­de­ge­richt die for­mu­lier­te Rechts­fra­ge be­ant­wor­tet ha­ben soll, wört­lich wie­der­zu­ge­ben oder in ei­ner ein­deu­tig er­kenn­ba­ren Wei­se in der Be­schwer­de­be­gründung dar­zu­stel­len. Da­ne­ben legt die Be­schwer­de nicht dar, aus wel­chen Gründen ei­ne in ih­rem Sinn er­folg­te Be­ant­wor­tung zu ei­nem für sie güns­ti­gen Er­geb­nis geführt hätte. Es fehlt an Ausführun­gen, war­um ein von ihr befürwor­te­tes „zeit­pha­sen­be­zo­ge­nes“ Verständ­nis von ei­nem ver­gan­gen­heits­be­zo­ge­nen An­trag zur vollständi­gen Ab­wei­sung der im Ver­fah­ren ge­stell­ten Anträge geführt hätte.
2. Selbst wenn zu­guns­ten der Be­schwer­deführe­rin­nen un­ter­stellt würde, dass ih­re Be­schwer­de­be­gründung den ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen genügt, ist die Be­schwer­de un­be­gründet. Die von ih­nen for­mu­lier­te Rechts­fra­ge ist nicht klärungs­bedürf­tig, da sie durch die vor­lie­gen­de Se­nats­recht­spre­chung be­reits als geklärt an­zu­se­hen ist und ein Bedürf­nis für ei­ne wei­te­re höchst­rich­ter­li­che Ent­schei­dung nicht er­sicht­lich ist. Denn das Verständ­nis des Ver­fah­rens­ge­gen­stan­des ist un­trenn­bar mit der An­trags­be­fug­nis ver­bun­den, aus der ein An­trag­stel­ler des nach § 97 Abs. 5 Satz 1 ArbGG aus­ge­setz­ten Ver­fah­rens sein
Be­geh­ren her­lei­ten kann. Da­zu hat der Se­nat be­reits ent­schie­den, dass sich die An­trags­be­fug­nis nach § 97 Abs. 5 Satz 2 ArbGG nach dem je­wei­li­gen Aus­set­zungs­be­schluss im Aus­gangs­rechts­streit rich­tet (da­zu BAG 29. Ju­ni 2004 - 1 ABR 14/03 - zu B I 2 a der Gründe, BA­GE 111, 164).
C. Auch die auf sämt­li­che Zu­las­sungs­gründe des § 72 Abs. 2 ArbGG gestütz­te Be­schwer­de des BAP bleibt oh­ne Er­folg.
I. So­weit die Be­schwer­de auf die Ver­ken­nung der grundsätz­li­chen Be­deu­tung ei­ner ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Rechts­fra­ge gestützt wird, genügt ih­re Be­gründung nur teil­wei­se den in §§ 92a, 72a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 ArbGG be­stimm­ten An­for­de­run­gen.
Die Be­schwer­de­be­gründung hat die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der auf Sei­te 48 der Be­schwer­de­be­gründung for­mu­lier­ten Rechts­fra­ge nach der Aus­set­zung ei­nes Ver­fah­rens über die Ta­riffähig­keit nicht dar­ge­tan. Die Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts über die feh­len­de Ta­riffähig­keit der CG­ZP be­ruht auch nach dem ei­ge­nen Vor­brin­gen des BAP auf ei­ner Dop­pel­be­gründung. Nach dem vom Be­schwer­de­ge­richt gewähl­ten Be­gründungs­weg ist den Anträgen ent­spro­chen wor­den, weil die Mit­glieds­verbände der CG­ZP ih­re Ta­riffähig­keit nicht vollständig ver­mit­telt ha­ben und der Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reich der CG­ZP über den ih­rer Mit­glie­der hin­aus­geht (Sei­te 35 des amt­li­chen Um-drucks). Die Ausführun­gen des Be­schwer­de­ge­richts zur Aus­set­zungs­pflicht in Hin­blick auf die um­strit­te­ne Ta­rif­zuständig­keit der Mit­glie­der der CG­ZP be­schränken sich nur auf die von ihm ge­ge­be­ne Zweit­be­gründung. Für die Fra­ge der feh­len­den Ver­mitt­lung der Ta­riffähig­keit ist die zwi­schen den Be­tei­lig­ten um­strit­te­ne Ta­rif­zuständig­keit der Mit­glie­der der CG­ZP er­sicht­lich oh­ne Be­deu­tung. Da ge­genüber der Erst­be­gründung von der Be­schwer­de kei­ne durch­grei­fen­den Zu­las­sungs­gründe iSd. § 72 Abs. 2 ArbGG gel­tend ge­macht wer­den, ist die Dar­le­gung der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der auf Sei­te 48 der Be­schwer­de­be­gründung for­mu­lier­ten Rechts­fra­ge un­zu­rei­chend.
II. In Be­zug auf die wei­ter auf­ge­wor­fe­nen Rechts­fra­gen lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen für die Zu­las­sung der Rechts­be­schwer­de nach § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG nicht vor.
1. Es kann da­hin­ste­hen, ob es sich bei den auf Sei­te 20, 44, 51 und 53 der Be­schwer­de­be­gründung for­mu­lier­ten Rechts­fra­gen um sol­che von grundsätz­li­cher Be­deu­tung han­delt. Dies be­darf kei­ner Ent­schei­dung, weil sie je­den­falls für die an­zu­fech­ten­de Ent­schei­dung nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich wa­ren. Das Be­schwer­de­ge­richt hat sie nicht in ei­ner die Ent­schei­dung tra­gen­den Wei­se be­ant­wor­tet. Dies räumt die Be­schwer­de für die von ihr auf Sei­te 20 der Be­schwer­de­be­gründung for­mu­lier­te Rechts­fra­ge nach der Be­deu­tung des § 3a AÜG auch aus­drück­lich ein (Sei­te 22 3. Ab­satz der Be­schwer­de­be­gründung). Dies gilt glei­cher­maßen für die auf Sei­te 44 der Be­schwer­de­be­gründung for­mu­lier­te Rechts­fra­ge zur Leh­re über das in Voll­zug ge­setz­te Dau­er­schuld­verhält­nis und sei­ner Ver­ein­bar­keit mit den ta­rif­recht­li­chen An­for­de­run­gen an den Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reich ei­ner Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on iSd. § 2 Abs. 3 TVG. Auf die­se ist das Lan­des­ar­beits­ge­richt in sei­ner Ent­schei­dung nicht ein­ge­gan­gen. Eben­so hat sich das Be­schwer­de­ge­richt nicht mit den auf Sei­te 51 und 53 der Be­schwer­de­be­gründung for­mu­lier­ten Rechts­fra­gen zur Ko­ali­ti­ons­frei­heit der Leih­ar­beit­neh­mer und der Gültig­keit von Art. 5 der Richt­li­nie 2008/104/EG in ent­schei­dungs­er­heb­li­cher Wei­se aus­ein­an­der­ge­setzt.
2. Die vom BAP auf Sei­te 15 der Be­schwer­de­be­gründung for­mu­lier­te ver­fah­rens­recht­li­che Rechts­fra­ge ist nicht klärungs­bedürf­tig. Sie ist be­reits durch vor­lie­gen­de Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ar­beits­ge­richts als aus­rei­chend geklärt an­zu­se­hen.
Der Se­nat hat ent­schie­den, dass die An­trag­stel­ler auch im Ver­fah­ren nach § 97 ArbGG ihr Be­geh­ren im We­ge der sub­jek­ti­ven An­tragshäufung ver­fol­gen können (27. Sep­tem­ber 2005 - 1 ABR 41/04 - Rn. 24, BA­GE 116, 45), wo­bei die ein­zel­nen Pro­zess­vor­aus­set­zun­gen für sämt­li­che An­trag­stel­ler ge­trennt zu prüfen sind (13. März 2007 - 1 ABR 24/06 - Rn. 19, BA­GE 121, 362). Die­se Grundsätze hat der Se­nat aus­drück­lich auch in ei­nem Ver­fah­ren über die Ta­riffähig­keit ei­ner Ar­beit­neh­mer­ver­ei­ni­gung her­an­ge­zo­gen
(14. De­zem­ber 2010 - 1 ABR 19/10 - Rn. 32, AP TVG § 2 Ta­riffähig­keit Nr. 6 = EzA TVG § 2 Nr. 31). Da­nach ist al­lein maßgeb­lich, ob die An­trag­stel­ler im Zeit­punkt der letz­ten Anhörung auf­grund der durch den Aus­set­zungs­be­schluss ver­mit­tel­ten An­trags­be­fug­nis ei­ne Sach­ent­schei­dung an­stre­ben können. Die vor­an­ge­gan­ge­ne Ein­lei­tung ei­nes Be­schluss­ver­fah­rens nach § 97 Abs. 5 ArbGG ist für die Fra­ge der An­trags­be­fug­nis in dem zu­letzt be­trie­be­nen Be­schluss­ver­fah­ren oh­ne Be­deu­tung. Nach § 81 Abs. 2 Satz 1 ArbGG kann der im Be­schluss­ver­fah­ren ge­stell­te An­trag vor dem Ar­beits­ge­richt je­der­zeit wie­der zurück­ge­nom­men wer­den. Mit der Ein­stel­lung des Ver­fah­rens en­den die Wir­kun­gen der Rechtshängig­keit. Die von der Be­schwer­de an­geführ­ten Be­schränkun­gen bei ei­ner spruchkörperüberg­rei­fen­den Ver­fah­rens­ver­bin­dung anhängi­ger Ver­fah­ren be­tref­fen dem­ge­genüber er­sicht­lich ei­ne an­de­re ver­fah­rens­recht­li­che Si­tua­ti­on. Sie ver­kennt über­dies, dass die sub­jek­ti­ve An­tragshäufung im Be­schluss­ver­fah­ren kei­ne „Ne­benin­ter­ven­ti­on“ iSd. §§ 66 ff. ZPO dar­stellt, die nach § 80 Abs. 2 Satz 1 letz­ter Halbs. ArbGG in An­ge­le­gen­hei­ten aus dem Be­trVG gemäß § 2a Abs. 1 Nr. 1 ArbGG durch die Ver­fah­rens­re­ge­lun­gen in §§ 81, 83 Abs. 1 Satz 2, Abs. 3 ArbGG aus­ge­schlos­sen wird (BAG 5. De­zem­ber 2007 - 7 ABR 72/06 - Rn. 25, BA­GE 125, 100).
3. An der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit fehlt es auch hin­sicht­lich der auf Sei­te 50 for­mu­lier­ten Rechts­fra­ge nach den Rechts­fol­gen ei­ner feh­ler­haf­ten Er­rich­tung ei­ner Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on iSd. § 2 Abs. 3 TVG. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat sich auf den in der Be­schwer­de­be­gründung be­zeich­ne­ten Pas­sa­gen mit der Fra­ge beschäftigt, ob die CG­ZP im ver­fah­rens­re­le­van­ten Zeit­raum als Ta­rif­ver­trags­par­tei nach § 2 Abs. 2 TVG auf­ge­tre­ten ist. Auf die in der Be­schwer­de­be­gründung for­mu­lier­te Fra­ge, ob die CG­ZP we­gen der feh­ler­haf­ten Er­rich­tung als Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on nach § 2 Abs. 3 TVG als BGB-Ge­sell­schaft oder als Ta­rif­ge­mein­schaft grundsätz­lich hätte tätig wer­den können, geht das Be­schwer­de­ge­richt nicht ein. Viel­mehr hat es - wie auch die Be­schwer­de auf Sei­te 51 der Be­schwer­de­be­gründung ausführt - fest­ge­stellt, dass die CG­ZP von An­fang an nur als Spit­zen­ver­band tätig wer­den woll­te und auch nur so tätig ge­wor­den ist. Es hat des­halb an­ge­nom­men, dass ei­ne sol­che Fähig­keit schon
man­gels sat­zungsmäßiger Be­fug­nis so­wie we­gen ei­ner feh­len­den Be­auf­tra­gung nicht be­stan­den hat.
4. Die Rechts­be­schwer­de ist auch nicht we­gen der vom BAP auf Sei­te 26 der Be­schwer­de­be­gründung for­mu­lier­ten Rechts­fra­ge nach der Zulässig­keit der Her­an­zie­hung der Rechtssätze über die Ta­riffähig­keit von Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen nach § 2 Abs. 3 TVG aus der Se­nats­ent­schei­dung vom 14. De­zem­ber 2010 (- 1 ABR 19/10 - AP TVG § 2 Ta­riffähig­keit Nr. 6 = EzA TVG § 2 Nr. 31) zu­zu­las­sen.
a) Der an­zu­fech­ten­de Be­schluss enthält in­so­weit ei­ne Dop­pel­be­gründung. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt re­fe­riert zunächst die aus sei­ner Sicht für die Gewährung von Ver­trau­ens­schutz gel­ten­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben (Sei­te 42 f. des amt­li­chen Um­drucks, un­ter 1). An­sch­ließend führt es aus, dass die­se Grundsätze der Her­an­zie­hung der Rechtssätze aus dem Se­nats­be­schluss vom 14. De­zem­ber 2010 auf die ver­fah­rens­ge­genständ­li­chen Zeit­punk­te nicht ent­ge­gen­ste­hen (Sei­te 43 ff. des amt­li­chen Um­drucks, un­ter 2). Nach Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts hat der Se­nat mit den in der Ent­schei­dung vom 14. De­zem­ber 2010 ent­hal­te­nen Rechtssätzen erst­mals die für die Ta­riffähig­keit von Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen iSd. § 2 Abs. 3 TVG gel­ten­den An­for­de­run­gen fest­ge­legt. Bei der da­mit ver­bun­de­nen Aus­le­gung von § 2 TVG sei der Se­nat auch nicht von ei­ner ganz herr­schen­den Auf­fas­sung im ta­rif­recht­li­chen Schrift­tum ab­ge­wi­chen. Durch die ein­fach­ge­setz­lich be­stimm­ten An­for­de­run­gen würden we­der den be­tei­lig­ten Ar­beit­neh­mer­ko­ali­tio­nen noch den am Ver­fah­ren be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­be­rin­nen Hand­lungs­pflich­ten für die Ver­gan­gen­heit auf­er­legt. In ei­ner wei­te­ren tra­gen­den Be­gründung nimmt das Be­schwer­de­ge­richt an, dass die Be­schwer­deführer nicht gel­tend ge­macht ha­ben, aus wel­chen Gründen bei Ab­schluss der maßgeb­li­chen Ta­rif­verträge ein schutzwürdi­ges Ver­trau­en in die Ta­riffähig­keit der CG­ZP ent­stan­den sein soll (Sei­te 45 des amt­li­chen Um­drucks, un­ter b).
b) So­weit das Lan­des­ar­beits­ge­richt die Vor­aus­set­zun­gen be­han­delt, un­ter de­nen den Rechts­un­ter­wor­fe­nen ge­genüber ge­richt­li­chen Ent­schei­dun­gen Ver­trau­ens­schutz zu gewähren ist, sind die hier­mit im Zu­sam­men­hang ste­hen­den Rechts­fra­gen durch die Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts und des Bun­des­ar­beits­ge­richts als hin­rei­chend geklärt an­zu­se­hen. Die Be­schwer­de rügt letzt­lich nur die un­zu­tref­fen­de Rechts­an­wen­dung der ver­fas­sungs­recht­li­chen Grundsätze für Recht­spre­chungsände­run­gen durch das Be­schwer­de­ge­richt, was ihr aber den Zu­gang zur Rechts­be­schwer­de­instanz nicht eröff­net.
aa) Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts folgt aus dem in Art. 20 Abs. 3 GG ent­hal­te­nen Grund­satz der Ge­set­zes­bin­dung, dass die Ge­rich­te bei ih­rer Rechts­fin­dung die ge­setz­ge­be­ri­sche Grund­ent­schei­dung zu re­spek­tie­ren ha­ben und von den an­er­kann­ten Me­tho­den der Ge­set­zes­aus­le­gung nur in ver­tret­ba­rer Wei­se Ge­brauch ma­chen dürfen. Al­ler­dings schreibt die Ver­fas­sung ei­ne be­stimm­te Aus­le­gungs­me­tho­de oder gar ei­ne rei­ne Wort­in­ter­pre­ta­ti­on nicht vor (vgl. BVerfG 2. Se­nat 2. Kam­mer 26. Sep­tem­ber 2011 - 2 BvR 2216/06, 2 BvR 469/07 - zu B II 2 b der Gründe, NJW 2012, 669). Die Ände­rung ei­ner be­ste­hen­den Recht­spre­chung ist nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts auch un­ter dem Ge­sichts­punkt des Ver­trau­ens­schut­zes grundsätz­lich dann un­be­denk­lich, wenn sie hin­rei­chend be­gründet ist und sich im Rah­men ei­ner vor­her­seh­ba­ren Ent­wick­lung hält. So­weit schutzfähi­ges Ver­trau­en vor­lie­gen soll­te, kann die­sem er­for­der­li­chen­falls durch Be­stim­mun­gen zur zeit­li­chen An­wend­bar­keit oder Bil­lig­keits­erwägun­gen im Ein­zel­fall Rech­nung ge­tra­gen wer­den (BVerfG 15. Ja­nu­ar 2009 - 2 BvR 2044/07 - zu B III 1 der Gründe, BVerfGE 122, 248).
bb) Es ist we­der of­fen­sicht­lich noch von der Be­schwer­de dar­ge­tan, dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt in sei­nen Ausführun­gen zur Her­an­zie­hung der Rechtssätze aus dem Se­nats­be­schluss vom 14. De­zem­ber 2010 Rechts­fra­gen von grundsätz­li­cher Be­deu­tung be­ant­wor­tet hat.
Mit sei­ner Be­schwer­de macht der BAP gel­tend, der Se­nat ha­be durch die sei­ne Ent­schei­dung vom 14. De­zem­ber 2010 tra­gen­den Rechtssätze zu den ta­rif­recht­li­chen An­for­de­run­gen ei­ner Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on gemäß § 2 Abs. 3 TVG sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung geändert (Sei­te 30 bis 32 der Be­schwer­de­be­gründung). Un­abhängig da­von, dass die­se An­nah­me nicht zu­tref­fend ist, eröff­net sie dem Be­schwer­deführer auch nicht den Zu­gang zur Rechts­be­schwer­de­instanz. Die Be­schwer­de wen­det sich le­dig­lich ge­gen die aus ih­rer Sicht un­zu­tref­fen­de An­nah­me des Lan­des­ar­beits­ge­richts, der Se­nat ha­be mit den in sei­ner Ent­schei­dung vom 14. De­zem­ber 2010 ent­hal­te­nen Rechtssätzen erst­mals die An­for­de­run­gen an die Ta­riffähig­keit ei­ner Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on be­stimmt. Sie macht da­mit ei­ne un­zu­tref­fen­de Rechts­an­wen­dung durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt gel­tend, die nicht Ge­gen­stand des Ver­fah­rens nach § 92a ArbGG ist. Dies gilt glei­cher­maßen für die An­nah­me des Be­schwer­de­ge­richts, durch die Fest­le­gung der An­for­de­run­gen an die Ta­riffähig­keit ei­ner Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on iSd. § 2 Abs. 3 TVG wer­de schutzwürdi­ges Ver­trau­en der zweit­in­stanz­li­chen Be­schwer­deführer nicht ver­letzt. So­weit der BAP - teil­wei­se un­ter Be­zug­nah­me auf noch nicht er­schie­ne­ne Veröffent­li­chun­gen sei­nes Ver­fah­rens­be­vollmäch­tig­ten - dem­ge­genüber meint, die Recht­spre­chung hal­te sich nicht im Rah­men ei­ner vor­her­seh­ba­ren Ent­wick­lung und er­le­ge der CG­ZP nicht erfüll­ba­re Hand­lungs­pflich­ten auf (Sei­te 32, 33 f. der Be­schwer­de­be­gründung), macht er eben­falls nur ei­ne aus sei­ner Sicht un­zu­tref­fen­de Rechts­an­wen­dung der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auf­ge­stell­ten Rechtssätze gel­tend. Aus den glei­chen Gründen ist es für die Be­ur­tei­lung der Vor­aus­set­zun­gen für die Zu­las­sung der Rechts­be­schwer­de nach § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG oh­ne Be­deu­tung, ob der Rechts­ver­kehr in schutzwürdi­ger Wei­se auf die Wirk­sam­keit der von der CG­ZP ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge und da­mit in de­ren Ta­riffähig­keit ver­trau­en durf­te (Sei­te 34 ff. der Be­schwer­de­be­gründung). Auch in­so­weit be­schränkt sich das Be­schwer­de­ge­richt nur auf ei­ne Sub­sum­ti­on des fest­ge­stell­ten Sach­ver­halts un­ter die für die Gewährung von Ver­trau­ens­schutz gel­ten­den ver­fas­sungs­recht­li­chen An­for­de­run­gen.
c) Die vom BAP auf­ge­wor­fe­ne Rechts­fra­ge ist über­dies durch den Se­nats­be­schluss vom 14. De­zem­ber 2010 (- 1 ABR 19/10 - Rn. 63, AP TVG § 2 Ta­riffähig­keit Nr. 6 = EzA TVG § 2 Nr. 31) als geklärt an­zu­se­hen. In die­sem hat der Se­nat die nach sei­nem Verständ­nis für die Ta­riffähig­keit ei­ner Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on iSd. § 2 Abs. 3 TVG gel­ten­den ta­rif­recht­li­chen An­for­de­run­gen auf ei­nen vor der Verkündung des ge­nann­ten Se­nats­be­schlus­ses lie­gen­den Sach­ver­halt an­ge­wandt. Er hat ent­schie­den, dass die CG­ZP im zeit­li­chen Gel­tungs­be­reich ih­rer am 8. Ok­to­ber 2009 geänder­ten Sat­zung we­der nach § 2 Abs. 1 TVG als Ge­werk­schaft noch nach § 2 Abs. 3 TVG als Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on ta­riffähig ist. Der Se­nat hat die Wir­kung sei­ner Rechtssätze nicht auf die Zu­kunft be­schränkt, son­dern die­se ent­spre­chend dem Ver­fah­rens­ge­gen­stand für die Be­ur­tei­lung der Ta­riffähig­keit der CG­ZP her­an­ge­zo­gen.
III. Ei­ne ent­schei­dungs­er­heb­li­che Di­ver­genz iSd. § 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG liegt nicht vor.
1. Der an­ge­zo­ge­ne Rechts­satz aus der Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 2. No­vem­ber 1960 (- 1 ABR 18/59 - AP ArbGG 1953 § 97 Nr. 1) di­ver­giert nicht mit den auf Sei­te 56 der Be­schwer­de­be­gründung wie­der­ge­ge­be­nen Ausführun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts im an­zu­fech­ten­den Be­schluss. Die­ser Rechts­satz des Bun­des­ar­beits­ge­richts be­trifft die Fra­ge, ob ein Ver­fah­ren über die Ta­riffähig­keit ei­ner Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on nach § 97 Abs. 5 ArbGG aus­zu­set­zen ist, wenn die Ta­riffähig­keit ei­nes ih­rer Mit­glie­der in Zwei­fel ge­zo­gen wird. Dem­ge­genüber be­han­delt der an­zu­fech­ten­de Be­schluss die Fra­ge, ob ei­ne sol­che Aus­set­zungs­pflicht auch be­steht, wenn die Ta­rif­zuständig­keit ei­nes Mit­glieds ei­ner Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on zwi­schen den Be­tei­lig­ten um­strit­ten ist. Es be­darf da­her kei­nes Ein­ge­hens auf die Fra­ge, ob der von der Be­schwer­de an­ge­zo­ge­ne Rechts­satz an­ge­sichts der zwi­schen­zeit­li­chen Neu­fas­sung des § 97 ArbGG über­haupt noch ei­ne Di­ver­genz iSd. § 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG zu be­gründen ver­mag.
2. Bei der auf Sei­te 57 f. der Be­schwer­de­be­gründung be­haup­te­ten Di­ver­genz fehlt es an der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit für die an­zu­fech­ten­de Ent­schei­dung. Ei­ne ent­schei­dungs­er­heb­li­che Di­ver­genz iSd. § 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG liegt nicht vor, wenn der di­ver­gie­ren­de Rechts­satz nur in ei­ner Hilfs- oder wei­te­ren Be­gründung ent­hal­ten ist (BAG 27. Ok­to­ber 1998 - 9 AZN 575/98 - AP ArbGG 1979 § 72a Di­ver­genz Nr. 39). Es kann da­her da­hin­ste­hen, ob den fall­be­zo­ge­nen Ausführun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts über­haupt der von der Be­schwer­de for­mu­lier­te Rechts­satz zu­grun­de liegt. Das Zurück­blei­ben der Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­rei­che der Mit­glie­der der CG­ZP ge­genüber de­nen ih­rer Mit­glie­der war nach dem vom Be­schwer­de­ge­richt gewähl­ten Be­gründungs­weg nur im Rah­men sei­ner Zweit­be­gründung von Be­deu­tung. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat den Fest­stel­lungs­anträgen in sei­ner selbständig tra­gen­den Erst­be­gründung ent­spro­chen, weil die am Ver­fah­ren be­tei­lig­ten Ar­beit­neh­mer­ver­ei­ni­gun­gen CGM, DHV und GÖD der CG­ZP ih­re Ta­riffähig­keit nicht vollständig ver­mit­telt ha­ben. Für die­sen Be­gründungs­weg ist die Ta­rif­zuständig­keit der frühe­ren Mit­glie­der der CG­ZP oh­ne Be­deu­tung.
IV. Ein Zu­las­sungs­grund nach § 72 Abs. 2 Nr. 3 Halb­satz 1 ArbGG liegt nicht vor.
Es kann zu­guns­ten des BAP un­ter­stellt wer­den, dass es sich bei al­len Gründungs­mit­glie­dern der CG­ZP nicht nur um Ar­beit­neh­mer­ko­ali­tio­nen, son­dern je­weils um Ge­werk­schaf­ten ge­han­delt hat und dass die­se von den Vor­in­stan­zen im Ver­fah­ren nach § 97 Abs. 2 iVm. § 83 Abs. 3 ArbGG an­gehört wer­den muss­ten. De­ren un­ter­blie­be­ne Be­tei­li­gung führt in­des nicht zum Vor­lie­gen des ab­so­lu­ten Re­vi­si­ons­grun­des aus § 547 Nr. 4 ZPO, wie der BAP un­ter Be­zug­nah­me auf ei­ne im Ehe­lich­keits­an­fech­tungs­ver­fah­ren er­gan­ge­ne Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs (30. Ok­to­ber 2002 - XII ZR 345/00 - NJW 2003, 585) gel­tend macht (Sei­te 59 f. der Be­schwer­de­be­gründung). Nach die­ser Vor­schrift ist ei­ne Ent­schei­dung stets als auf ei­ner Rechts­ver­let­zung be­ru­hend an­zu­se­hen, wenn ein Be­tei­lig­ter am Ver­fah­ren nicht in der ge­setz­lich ge­bo­te­nen Wei­se ver­tre­ten war, so­fern er nicht die Pro­zessführung aus­drück­lich oder still­schwei­gend ge­neh­migt hat. Auf die­sen Ver­fah­rens­man­gel kann
sich im Be­schluss­ver­fah­ren aber nur der­je­ni­ge Be­tei­lig­te be­ru­fen, des­sen ord­nungs­gemäße Ver­tre­tung im Pro­zess un­ter­blie­ben ist (BVerwG 6. April 2011 - 6 PB 20/10 - zu 1 der Gründe, NZA-RR 2011, 447).
D. Von ei­ner wei­te­ren Be­gründung zum sons­ti­gen, vom Se­nat ge­prüften Vor­brin­gen der Be­schwer­den wird gemäß §§ 92a, 72a Abs. 5 Satz 5 ArbGG ab­ge­se­hen, weil sie nicht ge­eig­net wäre, zur Klärung der Vor­aus­set­zun­gen bei­zu­tra­gen, un­ter de­nen ei­ne Rechts­be­schwer­de zu­zu­las­sen ist.
N. Schus­ter
Wiss­kir­chen
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References: § 72
 § 72
 § 547
 § 547
 § 72
 § 72
 § 72
 § 72
 § 72
 § 97
 § 97
 § 72
 § 72
 § 72
 § 3
 § 2
 Art. 5
 § 97
 § 2
 § 2
 § 97
 § 81
 § 80
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 Art. 20
 § 2
 § 92
 § 2
 § 72
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 72
 § 97
 § 97
 § 97
 § 72
 § 72
 § 72
 § 72
 § 97
 § 83
 § 547