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Timestamp: 2019-04-18 12:23:53+00:00

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Aktuelle Seite: Home Existenzgründung Fördermittel Gründungszuschuss
1. Begünstigte des Gründungszuschuss
2. Dauer der Förderung mittels Gründungszuschuss
3. Steuerliche Behandlung des Gründungszuschuss
4. Gründungszuschuss und Gesetzliche Sozialversicherung
In den letzten Jahren war in Deutschland ein Rückgang vollwertiger Existenzgründungen zu beobachten. Die Zahl der Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit hat hingegen zugenommen. Umso wichtiger ist die finanzielle Unterstützung dieser Existenzgründer, da diese Form der finanziellen Unterstützung dazu führt, dass durch mehr Unternehmensgründungen auch mehr Arbeitsplätze entstehen.
1. Begünstigte des Gründungszuschusses
Anspruch auf den Gründungszuschuss haben gem. § 57 SGB III Arbeitnehmer, die ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer selbstständigen und hauptberuflichen Tätigkeit beenden und ferner folgende Bedingungen erfüllen:
Tatsächliche Arbeitslosigkeit vor Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit und Bezug von Entgeltersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld I oder Unterhaltsgeld oder Beschäftigung in einer geförderten Arbeitsbeschaffungsmaßnahme;
Beabsichtigte selbstständige Tätigkeit hat einen zeitlichen Umfang von mindestens 15 Stunden pro Woche, ohne dass eine Scheinselbstständigkeit vorliegt. Eine nichtselbstständige Beschäftigung muss im zeitlichen Umfang geringer als die selbstständige Tätigkeit sein. Die Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit ist durch eine Gewerbeanmeldung oder eine Bestätigung des Finanzamt über die Anzeige der Tätigkeit nachzuweisen.
Das sind die Voraussetzungen für einen Gründungszuschuss im Einzelnen:
a) Tatsächlicher Anspruch auf Arbeitslosengeld I
Vor der maßgeblichen Existenzgründung muss die Arbeitslosigkeit von mindestens einem Tag mit entsprechendem Anspruch auf Arbeitslosengeld I von mindestens 90 Tagen eingetreten sein, § 57 Abs. 2 Nr. 2 SGB III. Studenten haben daher keinen Anspruch auf den Gründungszuschuss, da sie noch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I erworben haben. Der Gründungszuschuss wird daher auch nicht mehr bewilligt, wenn die Existenzgründung erst in den letzten drei Monaten des Anspruchszeitraums auf Arbeitslosengeld I realisiert wird, da der Mindestanspruchszeitraum von 90 Tagen nicht mehr besteht.
b) Nachweis der Tragfähigkeit der Existenzgründung
Zum Nachweis der Tragfähigkeit der Existenzgründung ist der Arbeitsagentur ein Businessplan bzw. ein Unternehmenskonzept mit dem Testat einer fachkundigen Stelle vorzulegen. Darin sollte eine Umsatz- und Rentabilitätsplan enthalten sein sowie der Finanzbedarf und eine Marktanalyse, § 57 Abs. 2 Nr. 3 SGB III.
Als fachkundige Stelle werden insbesondere die Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, berufsständische Kammer, Fachverbände und Kreditinstitute anerkannt, aber auch Einrichtungen, deren Tätigkeitsschwerpunkt auf Existenzgründungsberatung und -vorbereitung ausgerichtet ist, z.B. lokale Gründungsinitiativen oder Gründungszentren.
c) Begründung der unternehmerischen Eignung
Neben dem Nachweis der Tragfähigkeit des Gründungsvorhabens sind auch die Kenntnisse und Fähigkeiten zur Ausübung der selbstständigen Tätigkeit mittels eines beruflichen Werdegang oder durch Qualifikationsnachweise darzulegen, um damit die unternehmerische Eignung zu begründen, § 57 Abs. 2 Nr. 4 SGB III. Bei begründeten Zweifeln an der Eignung kann die Arbeitsagentur die Teilnahme an besonderen Maßnahmen zur Eignungsfeststellung oder zur Vorbereitung der Existenzgründung verlangen.
d) Ausschluss durch Ruhenstatbestände
Solange der Anspruch auf Arbeitslosengeld I gem. §§ 142-144 SGB III ruht, wird kein Gründungszuschuss gewährt. Das vor allem in folgenden Fällen gegeben:
Bezug von Krankengeld,
Arbeits- und Urlaubsabgeltung,
Das gleiche gilt auch, wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld I wegen einer Abfindung sowie bei Eintritt einer Sperrfrist wegen Eigenkündigung oder Arbeitsablehnung ruht. Erfolgt die Existenzgründung bereits während eines solchen Zeitraum, wird der Gründungszuschuss erst nach Ablauf dieses Zeitraums gewährt, jedoch ohne Kürzung der Förderdauer.
Achtung: Bei Eigenkündigung des bestehenden Arbeitsverhältnis ohne wichtigen Grund oder Zustimmung zu einem Aufhebungsvertrag, wird für eine Karenzzeit von drei Monaten kein Arbeitslosengeld I gewährt. In diesem Zeitraum liegen auch die Voraussetzungen für den Gründungszuschuss nicht vor. Außerdem wird die Förderdauer um die Karenzzeit gekürzt.
2. Förderungsdauer beim Gründungszuschuss
Der Gründungszuschuss wird für längstens 15 Monate gewährt und erfolgt in zwei Phasen:
a) Grundförderung: 9 Monate
Die Grundförderung mittels Gründungsschuss beginnt nach der Existenzgründung und dauert 9 Monate. In diesem Zeitraum entspricht der Gründungszuschuss dem zuletzt bezogenen Arbeitslosengeld I, zuzüglich einer Pauschale von monatlich 300,-- Euro zur sozialen Absicherung. Die Grundförderung ist unabhängig von der Höhe des Einkommen aus dem gegründeten Unternehmen.
b) Aufbauförderung: 6 Monate
Im Anschluss an die Grundförderung kann die Arbeitsagentur für weitere sechs Monate einen Gründungszuschuss zur sozialen Absicherung gewähren. Die Aufbauförderung zur sozialen Absicherung beträgt 300,-- EUR monatlich. In der Regel wird die weitere Förderung nur dann bewilligt, wenn die Geschäftstätigkeit vor Beginn der zweiten Förderphase anhand eines schriftlichen Bericht über die unternehmerische Tätigkeit dargestellt wird, zusammen mit einem Ausblick auf die Entwicklung der nächsten Monate. Darin sollten mindestens die bisherigen Einnahmen und Ausgaben, die Auftragseingänge oder die Bemühungen zum Erhalt von Aufträgen dokumentiert werden.
c) Verrechnung der Grundförderung mit Arbeitslosengeld I
Mit jedem Tag der Grundförderung verringert sich der Anspruch auf Arbeitslosengeld I um einen Tag, wobei diese Verrechnung nur für die erste Förderphase gilt. Dadurch kann ein noch bestehender Anspruch auf Arbeitslosengeld I während der Grundförderung vollständig verbraucht werden, und zwar in Höhe von mindestens 90 Tagen bis zu höchstens 270 Tagen, § 128 Abs. 1 Nr. 9 SGB III.
Wird die Existenzgründung erst 90 Tage vor Auslaufen des Anspruch auf Arbeitslosengeld I realisiert, werden nur diese 90 Tage mit dem Gründungszuschuss verrechnet. Der Gründungszuschuss wird aber trotzdem für 9 Monate gewährt.
Wird die Existenzgründung ein Monat nach Beginn des Arbeitslosengeldbezug realisiert, werden 270 Tage (9 Monate) mit dem Gründungszuschuss verrechnet. Im Falle eines Arbeitslosengeldanspruch von 12 Monaten bleiben also noch 2 Monate übrig, die bei Scheitern der Existenzgründung innerhalb von vier Jahren in Anspruch genommen werden könnten.
Der Gründungszuschuss dient somit als Ersatz für das Arbeitslosengeld I. Bei der bisherigen Förderung mittels Ich-AG oder Überbrückungsgeld blieb der Restanspruch auf Arbeitslosengeld I erhalten. Daher sollte die Existenzgründung jetzt sorgfältig geplant werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, innerhalb eines Monat nach Aufnahme der Tätigkeit einen Antrag auf freiwillige Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung zu stellen. Damit können wieder neue Ansprüche auf Arbeitslosengeld I aufgebaut werden.
3. Gründungszuschuss ist steuerfrei
Der Gründungszuschuss ist gem. § 3 Nr. 2 EStG steuerfrei und unterliegt auch nicht dem Progressionsvorbehalt. Der Gründungszuschuss bleibt also sowohl bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommen als auch bei der Ermittlung des Steuersatz unberücksichtigt. Insoweit ist der Gründungszuschuss steuerlich besser gestellt als das Arbeitslosengeld I.
4. Gründungszuschuss und Sozialversicherung
Der Existenzgründer muss etwaige Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung bzw. zur Altersvorsorge in voller Höhe selbst tragen. Hierzu dient die Pauschale von 300,-- EUR, die in beiden Förderphase zusätzlich zum Gründungszuschuss gewährt wird.

References: § 57
 § 57
 § 57
 § 57
 § 128
 § 3