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Timestamp: 2020-04-06 18:26:32+00:00

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BGH, 23.09.1992 - I ZR 150/90 - dejure.org
https://dejure.org/1992,637
BGH, 23.09.1992 - I ZR 150/90 (https://dejure.org/1992,637)
BGH, Entscheidung vom 23.09.1992 - I ZR 150/90 (https://dejure.org/1992,637)
BGH, Entscheidung vom 23. September 1992 - I ZR 150/90 (https://dejure.org/1992,637)
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Rechtmäßigkeit der Eingehung überörtlicher Sozietäten durch Rechtsanwälte - Anforderungen an eine überörtliche Sozietät - Unterschiede zwischen einer örtlichen und einer überörtlichen Sozietät
UWG § 1; UWG § 13; BRAO § 18; BRAO § 27; BRAO § 28
Verletzung Berufs-/Standesrecht; Irreführung/Geschäftsverhältnisse
BRAO § 18, § 27, § 28
Anwaltsrecht; Voraussetzungen einer überörtlichen Anwaltssozietät - Gestaltung des Briefbogens
BGHZ 119, 225
NJW 1993, 196
ZIP 1992, 1749
MDR 1993, 179
GRUR 1993, 399
WM 1992, 2072
BB 1993, 85
DB 1992, 2613
AnwBl 1993, 130
Eine Rechtsanwaltskammer hat die Klagebefugnis eines rechtsfähigen Verbandes zur Förderung gewerblicher Interessen im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 2 UWG (st. Rspr.; vgl. u.a. BGHZ 109, 153, 156 - Anwaltswahl durch Mieterverein; 119, 225, 227 - Überörtliche Anwaltssozietät;… BGH, Urt. v. 30.4.1997 - I ZR 154/95, GRUR 1997, 914, 915 = WRP 1997, 1051 - Die Besten II;… Urt. v. 9.10.1997 - I ZR 92/95, WRP 1998, 172, 173 - Professorenbezeichnung in der Arztwerbung III;… Urt. v. 2.4.1998 - I ZR 4/96, GRUR 1998, 835, 836 = WRP 1998, 729 - Zweigstellenverbot;… Urt. v. 3.12.1998 - I ZR 112/96, GRUR 1999, 748, 749 = WRP 1999, 824 - Steuerberaterwerbung auf Fachmessen; vgl. auch BVerfG, Beschl. v. 30.9.1981 - 1 BvR 545/81; Beschl. v. 18.3.1992 - 1 BvR 1503/88; zur Klagebefugnis öffentlich-rechtlicher Kammern gemäß § 13 Abs. 2 Nr. 2 AGBG vgl. BGHZ 81, 229, 230).
Eine Rechtsanwaltskammer hat die Klagebefugnis eines rechtsfähigen Verbandes zur Förderung gewerblicher Interessen im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 2 UWG (st. Rspr.; vgl. u.a. BGHZ 109, 153, 156 - Anwaltswahl durch Mieterverein; 119, 225, 227 - Überörtliche Anwaltssozietät;… BGH, Urt. v. 30.4.1997 - I ZR 154/95, GRUR 1997, 914, 915 = WRP 1997, 1051 - Die Besten II;… vgl. weiter - allgemein zur Klagebefugnis der Kammern freier Berufe - BGH, Urt. v. 9.10.1997 - I ZR 92/95, WRP 1998, 172, 173 - Professorenbezeichnung in der Arztwerbung III; vgl. auch BVerfG, Beschl. v. 30.9.1981 - 1 BvR 545/81 und Beschl. v. 18.3.1992 - 1 BvR 1503/88; zur Klagebefugnis öffentlich-rechtlicher Kammern gemäß § 13 Abs. 2 Nr. 2 AGBG vgl. BGHZ 81, 229, 230).
a) Ein Rechtsanwalt, der - ohne eine Ausnahmegenehmigung nach § 28 Abs. 1 Satz 2 BRAO zu besitzen - durch die Gestaltung seines Kanzleibriefbogens den Eindruck erweckt, er betreibe eine Zweigstelle, oder der in dieser Weise auf eine von ihm tatsächlich eingerichtete Zweigstelle hinweist, verstößt gegen § 28 Abs. 1 BRAO (vgl. BGHZ 119, 225, 236 - Überörtliche Anwaltssozietät;… BGH, Urt. v. 5.5.1994 - I ZR 57/92, GRUR 1994, 736, 737 = WRP 1994, 613 - Intraurbane Sozietät; OLG Stuttgart NJW 1993, 1336).
Vielmehr können auch bei einer überörtlichen Sozietät die beteiligten Rechtsanwälte weiterhin gemäß §§ 18, 27 BRAO "ihre" Kanzlei jeweils an dem Ort des Gerichts haben, bei dem sie zugelassen sind (vgl. BGHZ 108, 290, 294 f.; 119, 225, 230 - Überörtliche Anwaltssozietät).
Die Kanzleien der beteiligten Rechtsanwälte werden auch nicht dann schon jeweils zu Zweigstellen, wenn in der Kanzlei des einen Mandate für den assoziierten, andernorts residierenden Rechtsanwalt entgegengenommen werden oder wenn in der Kanzlei des assoziierten Rechtsanwalts eine beratende Tätigkeit ausgeübt wird (vgl. BGHZ 119, 225, 230 - Überörtliche Anwaltssozietät).
(1) Das Zweigstellenverbot, von dessen Verfassungsmäßigkeit die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes bis in die jüngste Zeit ohne weiteres ausgegangen ist (vgl. BGHZ 108, 290, 294; 117, 382, 384; 119, 225, 227 - Überörtliche Anwaltssozietät), verletzt auch unter den heutigen Verhältnissen nicht die durch Art. 12 Abs. 1 GG geschützte Freiheit der Berufsausübung (vgl. dazu auch OLG Stuttgart NJW 1993, 1336, 1337;… Feuerich/Braun aaO § 28 Rdn. 2;… vgl. aber auch Henssler/Prütting aaO § 28 Rdn. 4;… Kleine-Cosack aaO § 28 Rdn. 2).
Danach ist auch die Bildung überörtlicher Sozietäten zulässig; § 28 Abs. 1 der Grundsätze des anwaltlichen Standesrechts (Richtlinien nach § 177 Abs. 2 Nr. 2 BRAO; RichtlRA), wonach eine Anwaltssozietät nur im Rahmen einer gemeinsamen Kanzlei begründet werden kann, steht dem ebensowenig entgegen, wie das Lokalisierungsgebot des § 18, die Residenzpflicht des § 27, das Zweigstellenverbot des § 28 BRAO oder ein vorkonstitutionelles Gewohnheitsrecht (vgl. BGHZ 108, 290, 293 ff.; BGH Urteil vom 23. September 1992 - I ZR 150/90 - zur Veröffentlichung vorgesehen).
Deshalb muß jedes Sozietätsmitglied durch die Sozietätsvereinbarung ermächtigt und grundsätzlich verpflichtet sein, den Anwaltsvertrag mit Wirkung für und gegen alle Sozien abzuschließen und deren gesamtschuldnerische Haftung mit den Mandanten zu vereinbaren (BGH Urteil vom 23. September 1992, aaO., m.w.N.).
Auch in haftungsrechtlicher Hinsicht wird zu Lasten der Mandanten kein unzutreffender Eindruck erweckt, da auch die Angestellten und freien Mitarbeiter unstreitig aufgrund der getroffenen Absprachen berechtigt sind, die Partnerschaft vertraglich zu verpflichten, was in der bisherigen Rechtsprechung zum Auftreten von Sozietäten als wesentliches Kriterium angesehen wurde (BGHZ 108, 290, 295 = NJW 1993, 196, 198 - Überörtliche Sozietät).
Insbesondere stehen ihr weder das Berufsrecht für Rechtsanwälte, noch die Regelungen der BRAO oder vorkonstitutionelles Gewohnheitsrecht entgegen (vgl. BGH NJW 1989, 2890 f; BGH NJW 1991, 79 f; BGH NJW 1993, 196 ff.).
Jedes Mitglied muss durch die Sozietätsvereinbarung ermächtigt und grundsätzlich verpflichtet sein, den Anwaltsvertrag mit Wirkung für und gegen alle Sozien abzuschließen und deren gesamtschuldnerische Haftung mit den Mandanten zu vereinbaren (vgl. BGH NJW 1991, 49 f; BGH NJW 1993, 196 ff; BGH NJW 1996, 2308 ff).
Daraus sei zu folgern, daß für die Zulassung einer Rechtsanwalts-GmbH eine entsprechende Gesetzesänderung erforderlich sei (vgl. z. B. Odersky AnwBl. 1991, 238/242; ferner BGHZ 119, 225/234 m.w.Nachw.).
BGH, 21.01.1993 - I ZR 43/91
Kooperationspartner - Berufswidrige Werbung; Irreführung/Leistungsfähigkeit
Es begegnet damit keinen rechtlichen Bedenken, daß das Berufungsgericht den Inhalt und die Form des Hinweises auf die Kooperation mit den niederländischen Kollegen auf dem Briefbogen der Beklagten der wettbewerbsrechtlichen Beurteilung unterzogen hat (vgl. auch BGH, Urt. v. 23.9. 1992 - I ZR 150/90I ZR 150/90, NJW 1993, 196, 198 - Überörtliche Anwaltssozietät).
Es hat indessen - anders als die von der Revision angeführte Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf GRUR 1991, 241 (mit ablehnenden Anmerkungen von Brandner, GRUR 1991, 243, 245 [BGH 27.09.1990 - 2 U 87/90]; Prütting, AnwBl 1991, 49 ff.; Schockenhoff, NJW 1991, 1158, 1159 f.; vgl. auch BGHZ 119, 225, 236 [BGH 23.09.1992 - I ZR 150/90] - Überörtliche Anwaltssozietät) - zutreffend zugleich berücksichtigt, daß einer solchen Irreführungsgefahr durch klare und unmißverständliche Zusatzangaben begegnet werden kann.
LG Erfurt, 23.06.2010 - 7 O 2036/09
Kennzeichung eines Standorts im Briefbogen
BayObLG, 07.03.1996 - 1Z AR 14/96
Anspruch auf Ersatz des Schadens durch eine fehlerhafte Beratung eines …
OLG Nürnberg, 17.08.1998 - 3 W 1814/98
Gebührenermäßigung nach dem Einigungsvertrag
BGH, 08.12.1993 - XII ZB 149/93
Postulationsfähigkeit des Rechtsanwalts vor dem Bezirksgericht - Eintragung in …
OLG Braunschweig, 24.09.1998 - 2 U 25/98
Erweckung eines unzutreffenden Anscheins durch eine entsprechende …

References: § 1
 § 13
 § 18
 § 27
 § 28
 § 18
 § 27
 § 28
 § 13
 § 13
 § 13
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 § 28
 § 28
 Art. 12
 § 28
 § 28
 § 28
 § 28
 § 177
 § 18
 § 27
 § 28
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