Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsglehnmittelheide_2016
Timestamp: 2018-12-16 11:23:14+00:00

Document:
Verordnung über das Naturschutzgebiet „Lehniner Mittelheide und Quellgebiet der Emster“
(GVBl.II/96, [Nr. 35], S.730)
geändert durch Artikel 9 der Verordnung vom 10. Juni 2016
Die in § 2 dieser Verordnung näher bezeichneten Flächen in den Gemeinden Lehnin, Emstal und Rädel (Landkreis Potsdam-Mittelmark) werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Lehniner Mittelheide und Quellgebiet der Emster".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 640 Hektar. Es umfaßt folgende Flächen in den Gemarkungen
Lehnin Flur 6 Flurstücke 12/18 anteilig (Wasserfläche), 13/4 anteilig (Wasserfläche), 14, 16-20;
Flur 7 Flurstücke 165, 168, 169/2;
Flur 8 Flurstücke 34/1 anteilig, 34/5 anteilig, 53/1, 53/2, 54-59, 62-66;
Flur 9 alle Flurstücke der Flur;
Flur 10 Flurstücke 17/2 anteilig, 21-26, 56, 57 anteilig, 58-93, 94/1-94/4, 95-111;
Flur 13 Flurstücke 1-7, 9-17, 18/1, 18/2, 19-25, 26/4, 26/5, 27, 41/2 anteilig, 42 anteilig, 43 anteilig, 57, 58, 61-67, 75-98, 99 anteilig;
Emstal Flur 1 Flurstücke 89-95 (erst ab 25 Meter von der straßenseitigen Flurstücksgrenze aus), 96, 97-99 (erst ab 25 Meter von der straßenseitigen Flurstücksgrenze aus), 100, 101-103 (erst ab 25 Meter von der straßenseitigen Flurstücksgrenze aus), 104/4, 106, 107, 109, 111/1, 127/2, 128 anteilig, 131,133 anteilig, 134 anteilig, 136, 137, 139 anteilig, 140-142, 148, 153-156, 169-179 anteilig, 210 anteilig, 211 anteilig, 220-229, 230, 231, 233 jeweils anteilig, 234-243, 244/1, 244/2, 245/1, 245/2, 246-249, 250/1, 250/2, 251-254, 255 anteilig, 256 anteilig, 257-277, 279, 280 anteilig, 281, 282/1, 282/2, 283, 284/1, 285, 286/1, 286/2 anteilig, 288-294, 296-354, 551;
Flur 3 Flurstücke 3 anteilig, 5/2, 11/1, 11/2 anteilig, 14-18 jeweils anteilig, 19, 20, 21-24 jeweils anteilig, 25, 26, 27-29 jeweils anteilig, 107/1 anteilig, 108 anteilig, 111 anteilig, 112, 113/2, 113/3, 113/4, 114, 115/1, 115/2, 120/1, 120/2, 121/1, 121/2, 122/1, 122/2, 123, 124 anteilig, 125-128, 129/1, 129/2, 135-138, 139/1, 139/2, 140-143, 146, 147, 150-152, 163-165, 167-172, 177-185;
Rädel Flur 1 Flurstücke 53-102, 103/2, 104-127, 129;
Flur 2 alle Flurstücke der Flur;
Flur 3 Flurstücke 109/2 anteilig, 110, 125 anteilig, 127 anteilig (nur Grünlandanteil), 353, 355-358, 360-370, 372, 373, 374 anteilig, 380 anteilig, 391.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 2 dieser Verordnung aufgeführten Karten mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 2 Nummer 1 aufgeführten drei topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 mit den Blattnummern 1 bis 3 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den in Anlage 2 Nummer 2 aufgeführten elf Flurkarten mit den Blattnummern 1 bis 11.
als Standort einer Vielzahl seltener und bestandsbedrohter Pflanzengesellschaften, wie intakte Hangquellmoore, orchideenreiche Feuchtwiesen (Calthion-Typ), Schneiden-Ried, Walzenseggen-Erlen-Bruchwald;
als pflanzengeographisch bemerkenswerter Standort von Elementen mit vorwiegend arktischer und borealer Verbreitung;
als Lebensraum bestandsbedrohter und vom Aussterben bedrohter Tierarten, insbesondere von Vogel- und Insektenarten sowie als Rückzugsgebiet für Amphibien;
aus ökologischen und wissenschaftlichen Gründen;
wegen seiner besonderen geomorphologischen Eigenart.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Lehniner Mittelheide und Quellgebiet der Emster“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae), Feuchten Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe, Mageren Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis), Übergangs- und Schwingrasenmooren und Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Moorwäldern und Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) als prioritären natürlichen Lebensraumtypen im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Sumpf-Glanzkraut (Liparis loeselii) als Art von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich seiner Lebensräume und den für seine Reproduktion erforderlichen Standortbedingungen.
(1) Vorbehaltlich der nach § 5 dieser Verordnung zulässigen Handlungen sind in dem Naturschutzgebiet gemäß § 21 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes alle Handlungen verboten, die das Gebiet, seinen Naturhaushalt oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen, verändern oder nachhaltig stören können.
bauliche Anlagen zu errichten oder wesentlich zu verändern, auch wenn dies keiner öffentlich-rechtlichen Zulassung bedarf; ausgenommen sind Zäune oder andere Einfriedungen, soweit es sich um ortsübliche Weidezäune mit Drähten bis zu einer Höhe von maximal 1,20 Meter oder für den Forstbetrieb notwendige Kulturzäune handelt;
zu lagern, Feuer zu verursachen, zu zelten, Wohnwagen aufzustellen oder Hausboote zu verankern;
Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern oder abzulagern.
die im Sinne des § 11 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung mit der Maßgabe, daß auf Grünland die Verbote nach § 4 Abs. 2 Nr. 17, 18, 21 und 22 gelten, ausgenommen die Phosphat-Kali-Erhaltungsdüngung, wobei zu beachten ist, daß Nährstoffeinträge in Gewässer vermieden werden;
Erstaufforstungen im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde möglich sind,
Kahlschläge über 1 Hektar verboten sind,
das Anpflanzen von fremdländischen Baumarten verboten ist;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung mit der Maßgabe, daß das Verbot des § 4 Abs. 2 Nr. 19 gilt und es verboten ist
am Mittelsee zu angeln,
fischereiwirtschaftliche Verfahren, die zur Gewässereutrophierung und zu anderen Schädigungen der Gewässer führen, anzuwenden,
am Mittelsee die Jagd auf Wasservögel verboten ist;
die ordnungsgemäße Unterhaltung der Gewässer und rechtmäßig bestehender Anlagen, einschließlich der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege, im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde. Der Herstellung des Einvernehmens bedarf es nicht, soweit es sich um unaufschiebbare Maßnahmen handelt;
die Verlegung von Schmutzwasserleitungen zur gemeinsamen Abwasserentsorgung der Gemeinden Rädel, Emstal und Lehnin mit der Maßgabe, daß die Trassenführung zwischen Lehnin und Emstal entlang der Verbindungsstraße erfolgt;
(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Anordnung des Vorsitzenden des Landwirtschaftsrates der DDR vom 11.9.1967 zur Ausweisung des Naturschutzgebietes "Mittelsee" außer Kraft.
Potsdam, den 21. Mai 1996
Titel: Übersichtskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Lehniner Mittelheide und Quellgebiet der Emster“
1 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung (MUNR)
2 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR
3 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR
Titel: Anlage zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Lehniner Mittelheide und Quellgebiet der Emster“
1 Lehnin 6 1 250 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR
2 Lehnin 7 1 250 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR
3 Lehnin 8 1 250 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR
4 Lehnin 9 2 500 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR
5 Lehnin 10 5 000 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR
6 Lehnin 13 5 000 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR
7 Rädel 1 2 500 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR
8 Rädel 2 2 500 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR
9 Rädel 3 2 500 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR
10 Emstal 1 3 000 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR
11 Emstal 3 3 000 unterzeichnet am 29. Mai 1996 von der Siegelverwahrerin, Siegelnummer 9 des MUNR

References: § 2
 § 7
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 § 7
 § 5
 § 21
 § 11
 § 4
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