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Timestamp: 2016-10-27 03:10:34+00:00

Document:
2C_1149/2015 � � Urteil vom 29. M�rz 2016
Hochschule f�r Wirtschaft und Tourismus.
A.________ ist als Student an der Haute Ecole Sp�cialis�e de Suisse occidentale Valais-Wallis (nachfolgend: HES-SO Valais-Wallis) im Studiengang Betriebs�konomie immatrikuliert. Am 28. Mai 2015 absolvierte er im Rahmen des Moduls yyy ("Instrumentelle F�cher") eine Zwischenpr�fung im Fach X.________. W�hrend dieser Pr�fung sandte er einem Mitstudenten einen Teil seiner L�sungen per E-Mail zu.
Am 11. Juni 2015 informierte ihn der Dozent dar�ber, dass er f�r die Zwischenpr�fung im Fach X.________ wegen Betrugs die Note 1.0 erhalte. Nach R�cksprache mit dem Studienleiter teilte ihm dieser am 13. Juni 2015 per E-Mail mit, dass er gest�tzt auf Art. 18Abs. 1 des Reglements vom 15. Juli 2014 f�r den Studiengang Bachelor of Science HES-SO in Betriebs�konomie (nachfolgend: Studiengangsreglement) im gesamten Modul die Note 1.0 erhalte. Der Studienleiter best�tigte dies mit E-Mail vom 15. Juni 2015. Gleichentags wurde gegen�ber A.________ eine Verwarnung wegen Betrugs ausgesprochen.
A.________ erhob Einsprache bei der HES-SO Valais-Wallis, Hochschule f�r Wirtschaft und Tourismus, un d beantragte, es sei die Sanktion mit der Note 1.0 im Modul "Instrumentelle F�cher" in eine Sanktion mit der Note 1.0 in der Zwischenpr�fung im Fach X.________ umzuwandeln. Mit Entscheid vom 26. Juni 2015 wurde die Einsprache abgewiesen. Die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde wies die Direktion der HES-SO Valais-Wallis am 17. August 2015 ab. Einer allf�lligen Beschwerde gegen den Beschwerdeentscheid entzog sie die aufschiebende Wirkung. Die dagegen angerufene Interkantonale Rekurskommission HES-SO (nachfolgend: Rekurskommission) wies die Beschwerde mit Urteil vom 23. November 2015 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 21. Dezember 2015 gelangt A.________ an das Bundesgericht und beantragt die Aufhebung des Urteils der Rekurskommission. Der Sanktionsentscheid der HES-SO vom 15. Juni 2015 sei aufzuheben und die Note 1.0 im Modul durch die Note 1.0 in der Zwischenpr�fung zu ersetzen. Weiter sei Art. 18 des Studiengangsreglements auf seine Verfassungsm�ssigkeit hin zu pr�fen (akzessorische Normenkontrolle).
W�hrend die Rekurskommission auf eine Vernehmlassung verzichtet, schliesst die Direktion der HES-SO Valais-Wallis auf Abweisung der Beschwerde. Die HES-SO Valais-Wallis, Hochschule f�r Wirtschaft und Tourismus, hat sich nicht vernehmen lassen.
Der angefochtene Entscheid wurde von einer interkantonalen oberen gerichtlichen Beh�rde erlassen, die nach Art. 35 Abs. 1 der Interkantonalen Vereinbarung vom 26. Mai 2011 der Fachhochschule der Westschweiz (HES-SO; nachfolgend: Interkantonale Vereinbarung) eingesetzt wurde (vgl. Art. 191b Abs. 2 BV). Die Rekurskommission entscheidet (inter-) kantonal letztinstanzlich und gem�ss Art. 35 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung in Anwendung des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG; SR 172.021; Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 BGG, vgl. auch Art. 110 BGG; Urteil 2C_951/2014 vom 16. April 2015 E. 1.1). Der Entscheid beschl�gt eine Angelegenheit des �ffentlichen Rechts (Art. 82 lit. a BGG). Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens bildete die Frage, ob dem Beschwerdef�hrer aufgrund des - unbestrittenen - Betrugs anl�sslich der Zwischenpr�fung im Fach X.________ zu Recht die Note 1.0 im gesamten Modul erteilt worden ist oder ob eine mildere Sanktion (Note 1.0 f�r die Zwischenpr�fung) h�tte ausgesprochen werden sollen. Die Note 1.0 wurde somit nicht wegen der inhaltlichen Beurteilung der durch den Beschwerdef�hrer abgelegten Pr�fung erteilt, sondern als disziplinarische Sanktion f�r unehrliches Verhalten. Die daraus resultierenden Folgen sind weder auf das Pr�fungsergebnis als solches noch intellektuelle oder physische F�higkeiten zur�ckzuf�hren, weshalb der Ausschlussgrund von Art. 83 lit. t BGG nicht greift (vgl. BGE 136 I 229 E. 1 S. 231; Urteile 2D_31/2014 vom 22. April 2014 E. 2.2.1; 2C_306/2012 vom 18. Juli 2012 E. 1.2). Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist damit zul�ssig. Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist.
2.1.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann insbesondere die Verletzung von Bundesrecht und von interkantonalem Recht ger�gt werden (Art. 95 lit. a und e BGG). Zum interkantonalen Recht in diesem Sinne z�hlen namentlich interkantonale Vereinbarungen und die von interkantonalen Organen erlassenen rechtsetzenden Bestimmungen (BGE 138 I 435 E. 1.1 S. 439 f.; Urteile 2C_345/2014 vom 23. September 2014 E. 1.4.1; 8C_451/2013 vom 20. November 2013 E. 2.2).
2.2.�Wird die Verletzung interkantonalen Rechts geltend gemacht, verf�gt das Bundesgericht �ber volle Kognition (Urteil 2C_345/2014 vom 23. September 2014 E. 1.4.2 mit Hinweisen). Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht pr�ft das Bundesgericht jedoch nur insoweit, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). In der Beschwerde ist klar und detailliert anhand der Erw�gungen des angefochtenen Entscheids darzulegen, inwiefern die entsprechenden Rechtsnormen verletzt worden sein sollen (BGE 139 I 229 E. 2.2 S. 232).
2.3.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willk�rlich" (BGE 140 III 115 E. 2 S. 116 f.). Die beschwerdef�hrende Partei kann die Feststellung des Sachverhalts unter den gleichen Voraussetzungen beanstanden, wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Eine entsprechende R�ge ist substanziiert vorzubringen (BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356; 136 II 304 E. 2.5 S. 314).
Die Vorinstanz ist in ihrem Entscheid zum Schluss gekommen, es sei zu Recht die Note 1.0 f�r das gesamte Modul ausgesprochen worden. Der Beschwerdef�hrer bringt dagegen vor, die Sanktion erweise sich als willk�rlich im Sinne von Art. 9 BV. Es sei ihm lediglich in der Zwischenpr�fung die Note 1.0 zu setzen. Zudem beanstandet er einen Verstoss gegen das Gebot der Rechtsgleichheit (Art. 8 Abs. 1 BV) sowie das Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 BV). Den Betrug als solchen bestreitet er jedoch nicht; gegen die Verwarnung wehrt er sich ebenfalls nicht.
Im Einzelnen macht der Beschwerdef�hrer geltend, lediglich einem Mitstudenten einen Teil der L�sungen geschickt zu haben. Dies rechtfertige die ausgesprochene Sanktion, die zur Folge habe, dass er ein ganzes Schuljahr verliere, nicht. Die Erfahrung lehre, dass die meisten Sch�ler und Studentinnen in ihrer Laufbahn einmal "von einem Spick Gebrauch machen" w�rden. Nach der Argumentation der Vorinstanz w�ren somit alle mehrfach Get�uschte und Geprellte und viele w�ren schwere Betr�ger. Im �brigen habe der Entscheid zur Folge, dass er nicht nur in der Zwischenpr�fung mit der Note 1.0 bestraft werde, sondern zus�tzlich in allen zw�lf Pr�fungen des Moduls "Instrumentelle F�cher". Der Sanktionsentscheid laufe somit in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider und sei unverh�ltnism�ssig. Wer den Stoff nicht lerne und betr�ge, bekomme die besseren Noten als der ehrlich Lernende. Wer nicht betr�ge, sei der Dumme und letztlich betr�ge fast jeder, zus�tzlich angespornt durch das betrugsfreundliche Klima, das durch die fehlenden pr�ventiven Massnahmen (private Laptops, Internetzugang, mangelhafte Kontrollen w�hrend den Pr�fungen) gef�rdert werde. Die Wirkung von Art. 18 des Studiengangsreglements widerspreche somit seinem urspr�nglichen Sinn und Zweck und verstosse folglich sowohl gegen das Willk�rverbot als auch das Gebot der Verh�ltnism�ssigkeit. Weiter sieht der Beschwerdef�hrer darin auch einen Verstoss gegen das Gebot der Rechtsgleichheit. Ein Betrug in einem kleineren Modul mit 4 ECTS-Credits habe gr�sseres Gewicht, weil ein Betrug in einem solchen Modul die Chance erh�he, das Modul zu bestehen. In einem Modul mit 4 ECTS-Credits und 4 Pr�fungen trage der Betrug einen Viertel zum Bestehen des Moduls bei, im Gegensatz dazu bei einem Modul mit 12 ECTS-Credits und 12 Pr�fungen lediglich einen Zw�lftel. Die gleiche Bestrafung eines Betrugs in verschiedenen F�chern sei nur gew�hrleistet, wenn sich die Sanktion (Note 1.0) auf die einzelne Pr�fung und nicht das Modul beziehe, weshalb Art. 18 des Studiengangsreglements revidiert werden m�sse. Dar�ber hinaus werde ein Betrug im Modul "Instrumentelle F�cher" h�rter bestraft, da 12 fehlende ECTS-Credits auch dazu f�hrten, dass ein Studienjahr als nicht bestanden gelte.
4.1.�In vorfrageweiser (inzidenter, akzessorischer, konkreter) Normenkontrolle (so BGE 139 V 72 E. 3.1.4 in fine S. 80) unterzieht das Bundesgericht die als verfassungswidrig ger�gte generell-abstrakte Rechtsnorm regelm�ssig zun�chst einer Geltungskontrolle und hernach einer Inhaltskontrolle (Urteile 2C_345/2014 vom 23. September 2014 E. 4.3; 2C_1174/2012 vom 16. August 2013 E. 1.7.2 f., in: ASA 82 S. 146). Inhaltlich beschr�nkt sich die Pr�fung auf jenen Teil der Norm, der ger�gt und f�r den konkreten Fall massgeblich ist (BGE 136 I 65 E. 2.3 S. 69 f.). Erweist sich die R�ge der fehlenden Verfassungsm�ssigkeit der generell-abstrakten Norm als begr�ndet, hebt das Bundesgericht den gest�tzt auf die angefochtene Norm ergangenen individuell-konkreten Anwendungsakt auf (Urteile 2C_345/2014 vom 23. September 2014 E. 4.3; 2C_599/2012 vom 16. August 2013 E. 1.6, in: StE 2014 A 21.16 Nr. 16, StR 68/2013 S. 890).
4.2.�Willk�r liegt nach der Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder sogar vorzuziehen w�re. Das Bundesgericht weicht vom Entscheid der kantonalen Instanz nur ab, wenn dieser offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 136 I 316 E. 2.2.2 S. 318 f. mit Hinweisen). Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Vorinstanz offensichtlich unhaltbare Schl�sse zieht, erhebliche Beweise �bersieht oder solche willk�rlich ausser Acht l�sst (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9; Urteil 2D_16/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 3.1). Dabei gen�gt es nicht, wenn sich nur die Begr�ndung des angefochtenen Entscheides als unhaltbar erweist. Eine Aufhebung rechtfertigt sich nur dann, wenn der Entscheid auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 136 I 316 E. 2.2.2 S. 318 f. mit Hinweisen).
Erlass�verst�sst gegen das Willk�rverbot (Art. 9 BV), wenn er sich nicht auf ernsthafte sachliche Gr�nde st�tzen l�sst oder sinn- und zwecklos ist. Er verletzt das Gebot der Rechtsgleichheit (Art. 8 BV), wenn er rechtliche Unterscheidungen trifft, f�r die ein vern�nftiger Grund in den zu regelnden Verh�ltnissen nicht ersichtlich ist, oder Unterscheidungen unterl�sst, die sich aufgrund der Verh�ltnisse aufdr�ngen. Das Rechtsgleichheitsgebot ist insbesondere verletzt, wenn Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich oder Ungleiches nicht nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird (BGE 136 II 120 E. 3.3.2 S. 127; 127 I 185 E. 5 S. 192).
4.3.1.�Die Kantone k�nnen miteinander Vertr�ge schliessen sowie gemeinsame Organisationen und Einrichtungen schaffen, solange die Vertr�ge dem Recht und den Interessen des Bundes sowie den Rechten anderer Kantone nicht zuwiderlaufen (vgl. Art. 48 Abs. 1 und 2 BV). In diesem Rahmen k�nnen sie interkantonale Organe durch interkantonalen Vertrag zum Erlass rechtsetzender Bestimmungen erm�chtigen (vgl. Art. 48 Abs. 4 BV). Gest�tzt hierauf (und Art. 63a BV sowie Art. 1a des fr�heren Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 �ber die Fachhochschulen [FHSG; AS 1996 2588]) wurde am 26. Mai 2011 die Interkantonale Vereinbarung der Fachhochschule der Westschweiz (HES-SO) abgeschlossen. Diese sieht ihrerseits eine Delegation normativer Kompetenzen vor: Die Partnerkantone �bertragen der HES-SO die Befugnis, Regeln bez�glich der akademischen Aspekte zu erlassen, die f�r ihre T�tigkeit und ihren Betrieb notwendig sind (Art. 8 der Interkantonalen Vereinbarung). Das Rektorat der HES-SO erliess gest�tzt hierauf am 15. Juli 2014 das Reglement �ber die Grundausbildung (Bachelor- und Masterstudieng�nge) an der HES-SO (nachfolgend: Reglement �ber die Grundausbildung), das die Rahmenbedingungen f�r die Studieng�nge festlegt, die zu den Titeln Bachelor und Master f�hren, welche von den Schulen und Ausbildungsstandorten der HES-SO verliehen werden. Es gilt f�r alle Personen, die an der HES-SO immatrikuliert sind und einen Titel der Grundausbildung (Bachelor oder Master) anstreben (Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 des Reglements �ber die Grundausbildung). Nach Art. 5 des Reglements �ber die Grundausbildung erarbeitet jeder Studiengang ein Studiengangsreglement, welches das Reglement �ber die Grundausbildung konkretisiert. Entsprechend erliess das Rektorat der HES-SO das vorliegend umstrittene Studiengangsreglement.
4.3.2.�Art. 18 Abs. 1 Studiengangsreglement h�lt sich demnach im Rahmen der gesetzlich delegierten Kompetenzen und sprengt diesen jedenfalls nicht offensichtlich (vgl. BGE 137 III 217 E. 2.3 S. 220 f.; 136 II 337 E. 5.1 S. 348 f.).
4.4.1.�Gem�ss Art. 18 Abs. 1 des Studiengangsreglements wird jeder Betrug oder Betrugsversuch sanktioniert, indem f�r das betroffene Modul mindestens die Note 1.0 vergeben wird, was das Nichtbestehen dieses Moduls bedeutet. Von der Hochschule k�nnen zus�tzliche Sanktionen beschlossen werden, wie sie in den Rahmenrichtlinien (heute Reglement �ber die Grundausbildung) vorgesehen sind. Im Falle eines Beschlusses �ber den Ausschluss aus dem Studiengang erteilt die Hochschule ihren Beschluss nach Stellungnahme des Bereichsrats (Art. 18 Abs. 2 des Studiengangsreglements). Auch das Reglement �ber die Grundausbildung regelt (wie schon ehemals die Rahmenrichtlinien) unter Ziff. V. disziplinarische Aspekte. Jeder Betrug (einschliesslich Plagiat oder Betrugsversuch) im Rahmen von Evaluationsarbeiten, Pr�fungen sowie der Bachelor- oder Masterarbeit hat die Nichtvergabe der entsprechenden ECTS-Credits oder sogar die Ung�ltigkeitserkl�rung des Diploms zur Folge und kann Gegenstand einer der in Art. 30 vorgesehenen Sanktionen sein (Art. 29 Abs. 1 des Reglements �ber die Grundausbildung). Studierende, welche gegen die Vorschriften und Gepflogenheiten verstossen, werden je nach Grad des Verschuldens mit einer der folgenden Disziplinarstrafen belegt: a) Verwarnung; b) vor�bergehendem Ausschluss; c) Ausschluss aus dem Studiengang oder auch aus dem Fachbereich, wenn das Reglement des Bereichs dies vorsieht (Art. 30 Abs. 1 des Reglements �ber die Grundausbildung).
4.4.2.�Der Beschwerdef�hrer wurde gest�tzt auf Art. 18 des Studiengangsreglements sanktioniert. Die Vorinstanz hielt fest, dass kein Widerspruch zwischen dieser Bestimmung und jener im Reglement �ber die Grundausbildung bestehe, das Studiengangsreglement aber als Spezialgesetz vorgehe und daher zur Anwendung gelange. Im vorliegenden Verfahren wird dies vom Beschwerdef�hrer nicht mehr bestritten. Es ist daher nicht weiter darauf einzugehen.
4.4.3.�Die Regelung in Art. 18 Abs. 1 des Studiengangsreglements ist insofern klar und unmissverst�ndlich, als jeder Betrug oder Betrugsversuch mit (mindestens) einer Note 1.0 im betreffenden�
Modul�sanktioniert wird. Der Beschwerdef�hrer behauptet denn auch zu Recht nicht, die Regelung sehe die Erteilung der Note 1.0 in lediglich der betreffenden�
Pr�fung�vor. Er sieht darin jedoch eine willk�rliche Regelung.
4.4.4.�Disziplinarische Massnahmen sind Sanktionen gegen�ber Personen, die - wie vorliegend - in einem besonderen Rechtsverh�ltnis zum Staat (z.B. Arbeitnehmer im �ffentlichen Dienst, Sch�ler, Strafgefangene) oder unter einer besonderen Aufsicht des Staates (z.B. Rechtsanw�lte, Medizinalpersonen) stehen (vgl. H�FELIN/M�LLER/ UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 1505; TSCHANNEN/ZIMMERLI/M�LLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, �32 Rz. 46). Sie stellen repressive Sanktionen (vgl. H�FELIN/ M�LLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1444, 1450) oder Zwangsmassnahmen (vgl. TSCHANNEN/ZIMMERLI/M�LLER, a.a.O., �32 Rz. 6, 8) resp. p�nale Verwaltungssanktionen (vgl. TOBIAS JAAG, Sanktionen, in: Fachhandbuch Verwaltungsrecht, 2015, S. 933 ff., Rz. 23.9) dar. Auch wenn teilweise eine unterschiedliche Terminologie verwendet wird (vgl. dazu JAAG, a.a.O., Rz. 23.50; TOBIAS JAAG, Verwaltungsrechtliche Sanktionen: Einf�hrung, in: Verwaltungsstrafrecht und sanktionierendes Verwaltungsrecht, 2010, S. 1 ff., 4; auch THIERRY TANQUEREL, Manuel de droit administratif, 2011, Rz. 1142 f.), besteht insofern Einigkeit, als diese in der Regel nur mittelbar der Durchsetzung verwaltungsrechtlicher Pflichten dienen. Die (pr�ventive) Androhung von Sanktionen soll die Pflichtigen dazu anhalten, ihren Pflichten nachzukommen. Disziplinarmassnahmen im Besonderen dienen der Durchsetzung der Dienstpflichten oder der Anstaltsordnung und damit der Sicherstellung der ordnungsgem�ssen Aufgabenerf�llung wie auch der Wahrung des Ansehens oder der Vertrauensw�rdigkeit der Institution. Sie gelangen im Anschluss an Pflichtverletzungen zur Anwendung und haben p�nalen Charakter (a.M. TSCHANNEN/ZIMMERLI/M�LLER, a.a.O., �32 Rz. 47, wonach Disziplinarmassnahmen keinen vergeltenden [punitiven] Charakter haben). Gleichzeitig sollen sie pr�ventiv zur Vermeidung von Pflichtverletzungen beitragen (vgl. zum Ganzen H�FELIN/M�LLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1444, 1506; JAAG, a.a.O., Rz. 23.65; TANQUEREL, a.a.O., Rz. 1202; MOOR/POLTIER, Droit administratif, Bd. II, 3. Aufl. 2011, S. 133 f.; TSCHANNEN/ZIMMERLI/M�LLER, a.a.O., �32 Rz. 48).
4.4.5.�Mit Art. 18 des Studiengangsreglements sollen einerseits Studierende davon abgehalten werden, anl�sslich von Leistungsnachweisen zu betr�gen, und andererseits im Falle eines Regelverstosses durch einen Betrug oder einen Versuch dazu, der Betreffende bestraft werden. Die Massnahme will damit den ordnungs- und vorschriftsgem�ssen Ablauf von Pr�fungen und sonstigen Leistungskontrollen durchsetzen. Gleichzeitig wird damit die Wahrung des �ffentlichen Interesses, vertrauen zu k�nnen, dass Abschl�sse an der Fachhochschule der Westschweiz regelrecht zustande kommen, und entsprechend auch das Ansehen der Schule sichergestellt. Der Massnahme kommt somit pr�ventive wie p�nale Funktion zu. Die Bestimmung st�tzt sich damit durchaus auf ernsthafte sachliche Gr�nde und erweist sich weder als sinn- noch zwecklos. Haltlos ist insofern auch das Vorbringen des Beschwerdef�hrers, die Bestimmung verfehle ihren Zweck, da Lehrpersonen aufgrund der drastischen Konsequenzen zur�ckschreckten, die Note 1.0 zu vergeben. Sein Fall - und die im Rechtsmittelverfahren zum Ausdruck gekommene Haltung der Schule - zeigen gerade, dass dem nicht so ist.
4.4.6.�Die Sanktion, nicht nur in der fraglichen Pr�fung, sondern f�r das gesamte Modul eine Note 1.0 zu erteilen, womit das Modul als nicht bestanden gilt, ist zweifellos streng. Das Nichtbestehen eines Moduls ist aber auch die Folge, wenn die Mindestnote 4.0 nicht erreicht wird oder eine Evaluation abgebrochen wird (vgl. Art. 11 und Art. 13 Abs. 6 des Studiengangsreglements). Eine gewisse Strenge erscheint zudem erforderlich, um den Zweck der Betrugsvermeidung zu erreichen. Die Regelung erweist sich im �brigen auch als mit Art. 20 Abs. 3 des Reglements �ber die Grundausbildung koh�rent, wonach die ECTS-Credits f�r jedes Modul gesamthaft verliehen oder nicht verliehen werden. Jedenfalls kann im Ergebnis bei Art. 18 Abs. 1 des Studiengangsreglements nicht von einer willk�rlichen Regelung gesprochen werden. Auch der vom Beschwerdef�hrer vorgebrachte Vergleich hinsichtlich Betrug in unterschiedlichen Modulen f�hrt nicht dazu, die Bestimmung als willk�rlich erscheinen zu lassen. Zwar kann es Studierende unterschiedlich hart treffen, je nachdem wie viele ECTS-Credits f�r ein Modul vergeben werden. Wie die Vorinstanz aber festgehalten hat, ist jedes akademische Jahr, Semester oder Trimester in Lernelemente untergliedert. Jedes Lernelement umfasse eine schl�ssige und eindeutige Reihe von Lernergebnissen, angemessenen Beurteilungskriterien, einen definierten Arbeitsaufwand und eine festgelegte Anzahl von ECTS-Credits, wobei diese anhand des typischen Arbeitsaufwands zugewiesen w�rden, der erforderlich sei, um die ben�tigten Lernergebnisse zu erzielen. Der Betrug in einem Lernelement, dem in Bezug auf den erforderlichen Arbeitsaufwand eine h�here Gewichtung zukomme und dem infolgedessen auch eine h�here Anzahl von ECTS-Credits zugewiesen werde, wiege somit schwerer als der Betrug in einem Lernelement mit einer geringeren Gewichtung. Damit erscheint es sachlich gerechtfertigt, dass die Sanktion die Studierenden je nach Umfang des Moduls unterschiedlich trifft.
4.4.7.�Vorliegend hat der Beschwerdef�hrer w�hrend einer Pr�fung einen Teil seiner L�sung per E-Mail an einen Mitstudenten geschickt. Das kann nicht mehr als harmloser Fehltritt bezeichnet werden und l�sst sich auch nicht durch ein angeblich betrugsfreundliches Klima, das eigene Laptops und Internetzugang erlaubt, herunterspielen. Dass ihm hierf�r die Note 1.0 im gesamten betroffenen Modul erteilt wurde und er dieses wiederholen muss, trifft ihn hart, erweist sich aber, selbst wenn dies am Ende ein zus�tzliches Studienjahr bedeutet, noch nicht als offensichtlich unhaltbar oder geradezu stossend. Der Beschwerdef�hrer kannte die geltenden Regeln - hatte er doch zu Beginn des Studienjahres deren Kenntnisnahme mit Unterschrift best�tigt - und musste daher um die m�glichen Konsequenzen seines Verhaltens wissen.
4.5.�Insgesamt ergibt sich somit, dass es sich bei Art. 18 Abs. 1 des Studiengangsreglements weder um eine willk�rliche Bestimmung handelt, noch diese im konkreten Anwendungsfall willk�rlich angewendet worden w�re.
4.6.�Im Zusammenhang mit dem Rechtsgleichheitsgebot bringt der Beschwerdef�hrer vor, andere Studenten h�tten vor drei Jahren bloss die Note 1.0 in der Zwischenpr�fung und nicht f�r das gesamte Modul erhalten. Weder er noch die Vorinstanz legen Beweise vor, wonach F�lle ungleich resp. gleich behandelt worden seien. Selbst in der Annahme, dass es in der Vergangenheit zu Ungleichbehandlungen gekommen sein sollte, ist der Vorinstanz aber zuzustimmen, dass kein Anlass besteht, davon auszugehen, die HES-SO werde in Zukunft im Betrugsfall Art. 18 des Studiengangsreglements nicht oder entgegen dem klaren Wortlaut anwenden. Der Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht wird nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur ausnahmsweise anerkannt, wenn eine st�ndige rechtswidrige Praxis einer rechtsanwendenden Beh�rde vorliegt und die Beh�rde zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht von dieser Praxis abzuweichen gedenke (vgl. BGE 139 II 49 E. 7.1 S. 61; 136 I 65 E. 5.6 S. 78; 134 V 34 E. 9 S. 44). Vorliegend erscheint schon fraglich, ob �berhaupt eine st�ndige rechtswidrige Praxis bestanden hatte. Auf jeden Fall aber bestehen keinerlei Hinweise, dass die Fachhochschule in Zukunft eine solche verfolgen w�rde. Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz einen Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht verneint hat.
4.7.�Der Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit ist im gesamten Verwaltungsrecht bei der Rechtsetzung und bei der Rechtsanwendung zu beachten. Er setzt voraus, dass die Massnahme das geeignete Mittel zur Erreichung des angestrebten Zieles ist, dass der Eingriff nicht �ber das hinausgeht, was zur Erreichung des Zweckes erforderlich ist, und dass zwischen Ziel und Mitteln ein vern�nftiges Verh�ltnis besteht (BGE 135 I 176 E. 8.1 S. 186; 134 I 214 E. 5.7 S. 218, 221 E. 3.3 S. 227; 131 V 107 E. 3.4.1 S. 113). Das Bundesgericht schreitet wegen Verletzung des Verh�ltnism�ssigkeitsgebots ausserhalb von Grundrechtseingriffen (Art. 36 Abs. 3 BV) praxisgem�ss nur dann ein, wenn die kantonalrechtliche Anordnung offensichtlich unverh�ltnism�ssig ist und damit gleichzeitig gegen das Willk�rverbot verst�sst (BGE 141 I 1 E. 5.3.2 S. 7 f.; 139 II 7 E. 7.3 S. 28; 134 I 153 E. 4.3 S. 158). Dem Einwand des Beschwerdef�hrers, die Erteilung der Note 1.0 f�r das gesamte Modul verletze das Verh�ltnism�ssigkeitsgebot, kommt demzufolge gegen�ber der ger�gten - und wie gesehen verneinten - Verletzung des Willk�rverbots, keine selbst�ndige Bedeutung zu.
Die Beschwerde erweist sich damit als unbegr�ndet und ist abzuweisen. Mit Einzahlung des Kostenvorschusses hat der Beschwerdef�hrer kundgetan, sein Begehren um unentgeltlichen Rechtsbeistand zur�ckzuziehen. Als unterliegende Partei tr�gt er die Gerichtskosten (vgl. Art. 65 und 66 Abs. 1 BGG). Ausgangsgem�ss ist keine Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 68 Abs. 1 und 3 BGG).

References: Art. 18
 Art. 18
 Art. 35
 Art. 191
 Art. 35
 Art. 86
 Art. 110
 Art. 83
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 Art. 95
 Art. 9
 Art. 18
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in fine
 Art. 48
 Art. 48
 Art. 63
 Art. 1
 Art. 5
 BGE 
 Art. 18
 Art. 30
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 11
 Art. 13
 Art. 20
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
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 Art. 65