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Timestamp: 2019-06-18 23:54:55+00:00

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BFH, 03.09.2009 - IV R 17/07 - dejure.org
https://dejure.org/2009,1512
BFH, 03.09.2009 - IV R 17/07 (https://dejure.org/2009,1512)
BFH, Entscheidung vom 03.09.2009 - IV R 17/07 (https://dejure.org/2009,1512)
BFH, Entscheidung vom 03. September 2009 - IV R 17/07 (https://dejure.org/2009,1512)
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AO §§ 164, 172; EStG §§ 16, 15a, 4 Abs. 5; FGO §§ 44, 48, 60 Abs. 3
Beiladung einer Personengesellschaft in Insolvenz/Konkurs zum Klageverfahren eines Mitunternehmers; Auflösung des negativen Kapitalkontos des Kommanditisten bei Insolvenz/Konkurs der KG; Bestimmung des Aufgabegewinns des Kommanditisten; Rechtsbehelf bei Aufhebung des Nachprüfungsvorbehalts in der
Zur Auflösung des negativen Kapitalkontos eines Kommanditisten bei Aufgabe des Betriebs durch die KG
Beiladung einer Personengesellschaft in Insolvenz/Konkurs zum Klageverfahren eines Mitunternehmers
AO §§ 164, 172; EStG §§ 16, 15a, 4 Abs. 5; FGO §§ 44, 48, 60
Zur Beiladung einer insolventen KG zum Klageverfahren eines Kommanditisten über Aufgabegewinnanteil
Beiladung einer Personengesellschaft in der Insolvenz
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 03.09.2009, Az.: IV R 17/07 (Beiladung einer Personengesellschaft in Insolvenz zum Klageverfahren eines Mitunternehmers)" von RA/FASteuerR/FAStrafR Dr. Manzur Essankdari, original erschienen in: GmbH-StB 2010, 98.
Kurznachricht zu "Anmerkungen zum BFH-Urteil vom 03.09.2009, Az.: IV R 17/07 - Auflösung des negativen Kapitalkontos bei Betriebsaufgabe" von RiBFH Dr. Roland Wacker, original erschienen in: NWB 2010, 1590 - 1595.
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH v. 3.9.2009 - IV R 17/07 (Beiladung einer Personengesellschaft in Insolvenz zum Klageverfahren eines Mitunternehmers)" von RA/FASteuerR/FAStrafR Dr. Manzur Esskandari, original erschienen in: EStB 2010, 125 - 126.
EStG § 15a Abs 1, EStG § 52 Abs 33, EStG § 16 Abs 2
Aufgabegewinn; Negatives Kapitalkonto; Verrechenbarer Verlust
BFHE 227, 293
ZIP 2010, 1176
DB 2010, 368
BStBl II 2010, 631
Gleiches gilt für den Teil, der auf nach § 15a EStG lediglich verrechenbaren Verlusten beruht; Letzterer bleibt im Ergebnis allerdings ohne ertragsteuerliche Auswirkung, da der Gewinn aus der Auflösung des negativen Kapitalkontos insoweit um den für den Kommanditisten festgestellten verrechenbaren Verlust zu mindern ist (z.B. BFH-Urteil vom 3. September 2009 IV R 17/07, BFHE 227, 293, BStBl II 2010, 631, unter B.II.2.b aa, m.w.N.).
Sie erhöhen vielmehr --gleich einer nachträglichen Änderung der Gewinnverteilung-- den aus der mitunternehmerischen Beteiligung erzielten Vermögenszuwachs des Gesellschafters (vgl. BFH-Urteil in BFHE 227, 293, BStBl II 2010, 631, unter B.II.2.b bb).
Diese Belastung, das Kapitalkonto mit zukünftigen Gewinnen auszugleichen, entfällt jedoch mit dem Ausscheiden des Kommanditisten aus der Gesellschaft und geht auf die verbleibenden Gesellschafter über (vgl. BFH-Urteil in BFHE 227, 293, BStBl II 2010, 631, unter B.II.2.b cc).
bb) Zwar ist ein Veräußerungsgewinn um drohende Haftungsinanspruchnahmen im Zusammenhang mit der Beteiligung dadurch zu kürzen, dass die Haftungsbeträge in einer Sonderbilanz des Kommanditisten zurückgestellt werden (z.B. BFH-Urteil in BFHE 227, 293, BStBl II 2010, 631, unter B.II.2.c).
Bei der entgeltlichen Übertragung eines Mitunternehmeranteils kann der Veräußerer hingegen "seinen" verrechenbaren Verlust mit dem Gewinn aus der Veräußerung seiner Beteiligung verrechnen, der u.a. daraus entsteht, dass die Belastung des Kommanditisten, das Kapitalkonto mit zukünftigen Gewinnen auszugleichen, mit der Veräußerung entfällt und auf den Anteilserwerber übergeht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 227, 293, BStBl II 2010, 631, unter B.II.2.b cc).
Im Ergebnis ist dies hier die vom Schädiger zu zahlende Schadensersatzleistung zuzüglich des von diesem übernommenen negativen Kapitalkontos (vgl. BFH, BStBl II 1989, 563, 564; BStBl II 2010, 631 Rn. 33; FG Berlin-Brandenburg, EFG 2012, 1837, 1838; Jooß, DStR 2014, 6, 9;… Kobor in Herrmann/Heuer/Raupach, EStG und KStG, Stand Februar 2013, § 16 EStG Rn. 412, 425;… Reiß in Kirchhof, EStG, 12. Aufl., § 16 Rn. 154;… Schmidt/Wacker, EStG, 32. Aufl., § 15a Rn. 215 f.;… zum Buchwert des Kapitalkontos siehe auch BFH/NV 2007, 37, 38;… BFH/NV 2010, 2056 Rn. 48; FG Berlin-Brandenburg, EFG 2012, 1837 f.; Hessisches FG, EFG 2011, 622, 623; zur Berücksichtigung des Agios als Anschaffungskosten siehe BFH, BStBl II 1980, 499, 500; BStBl II 2001, 24, 26; BStBl II 2006, 847, 850; Finanzgericht des Saarlandes…, Urteil vom 13. Februar 1981 - I 432/78, juris Rn. 24; Bundesminister der Finanzen, BStBl I 1976, 283).
a) Der Tatbestand der Betriebsaufgabe setzt voraus, dass sämtliche wesentliche Betriebsgrundlagen an verschiedene Erwerber veräußert oder ins Privatvermögen überführt werden (BFH-Urteil vom 3. September 2009 IV R 17/07, BFHE 227, 293, BStBl II 2010, 631, Rz 36).
Das FG hat die Rechtmäßigkeit eines Verwaltungsakts nach der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt seiner Entscheidung zu beurteilen (§ 100 Abs. 1, § 96 Abs. 1 FGO) und hierbei --vorbehaltlich einer Wesensänderung des Bescheids-- auch (materiell-rechtlich) rückwirkende Ereignisse zu berücksichtigen (z.B. BFH-Urteil vom 3. September 2009 IV R 17/07, BFHE 227, 293, BStBl II 2010, 631, m.w.N.).
Über eine abweichende Feststellung der Besteuerungsgrundlagen aus Billigkeitsgründen wäre in einem gesonderten Verwaltungsverfahren zu entscheiden (BFH-Urteil vom 3. September 2009 IV R 17/07, BFHE 227, 293, BStBl II 2010, 631, unter B.II.1.c cc der Gründe).
Nach der Rechtsprechung des BFH habe der Kommanditist auch den Teil seines negativen Kapitalkontos zu versteuern, der auf nicht abziehbare Betriebsausgaben zurückgehe, weil das negative Kapitalkonto des Veräußerers auf die verbleibenden Gesellschafter umgebucht werde (Urteil des BFH vom 3. September 2009 IV R 17/07, BStBl II 2010, 631 ).
Billigkeitsentscheidungen nach § 163 AO sind Gegenstand eines eigenständigen Verwaltungsverfahrens (BFH-Urteil vom 3. September 2009 IV R 17/07, BStBl II 2010, 631 ;… BFH-Beschluss vom 18. September 2000 IV B 139/99, BFH/NV 2001, 452 ).
Er umfasst deshalb nicht nur seinen Veräußerungsgewinn, sondern darüber hinaus (grundsätzlich) auch den Gewinn aus der Auflösung seines negativen Kapitalkontos sowie sämtliche mit der Veräußerung verbundenen Belastungen (BFH-Urteil vom 3. September 2009 IV R 17/07, BStBl II 2010, 631 unter II. 1. a zur Betriebsaufgabe).
Ausgaben (Aufwendungen), die der Abzugsbeschränkung des § 4 Abs. 5 EStG unterliegen, sind einerseits dadurch gekennzeichnet, dass sie aufgrund ihrer betrieblichen Veranlassung (§ 4 Abs. 4 EStG ) das steuerbilanzielle Vermögen der Personengesellschaft (hier: der KG) und damit --anteilig-- auch das Kapitalkonto der Mitunternehmer (hier: der Kommanditisten) belasten; andererseits dürfen sie den Gewinn nicht mindern (§ 4 Abs. 5 EStG ) mit der Folge, dass die aus der Steuerbilanz abgeleiteten Gewinnanteile der Mitunternehmer zu erhöhen bzw. die ihnen zugerechneten Verlustanteile zu kürzen sind (BFH-Urteil vom 3. September 2009 IV R 17/07, BStBl II 2010, 631 ).
Durch den gewinnerhöhenden Ansatz eines negativen Kapitalkontos werden die der KG zugerechneten ausgleichsfähigen Verluste neutralisiert (BFH-Urteil vom 3. September 2009 IV R 17/07, BStBl II 2010, 631 ).
Nach der Rechtsprechung des BFH habe der Kommanditist auch den Teil seines negativen Kapitalkontos zu versteuern, der auf nicht abziehbare Betriebsausgaben zurückgehe, weil das negative Kapitalkonto des Veräußerers auf die verbleibenden Gesellschafter umgebucht werde (Urteil des BFH vom 3. September 2009 IV R 17/07, BStBl II 2010, 631).
Billigkeitsentscheidungen nach § 163 AO sind Gegenstand eines eigenständigen Verwaltungsverfahrens (BFH-Urteil vom 3. September 2009 IV R 17/07, BStBl II 2010, 631;… BFH-Beschluss vom 18. September 2000 IV B 139/99, BFH/NV 2001, 452).
Ausgaben (Aufwendungen), die der Abzugsbeschränkung des § 4 Abs. 5 EStG unterliegen, sind einerseits dadurch gekennzeichnet, dass sie aufgrund ihrer betrieblichen Veranlassung (§ 4 Abs. 4 EStG) das steuerbilanzielle Vermögen der Personengesellschaft (hier: der KG) und damit -anteilig- auch das Kapitalkonto der Mitunternehmer (hier: der Kommanditisten) belasten; andererseits dürfen sie den Gewinn nicht mindern (§ 4 Abs. 5 EStG) mit der Folge, dass die aus der Steuerbilanz abgeleiteten Gewinnanteile der Mitunternehmer zu erhöhen bzw. die ihnen zugerechneten Verlustanteile zu kürzen sind (BFH-Urteil vom 3. September 2009 IV R 17/07, BStBl II 2010, 631).
Durch den gewinnerhöhenden Ansatz eines negativen Kapitalkontos werden die der KG zugerechneten ausgleichsfähigen Verluste neutralisiert (BFH-Urteil vom 3. September 2009 IV R 17/07, BStBl II 2010, 631).
Insoweit wird das zur Insolvenzmasse gehörende Vermögen nicht berührt (BFH-Urteile vom 3. September 2009 IV R 17/07, BFHE 227, 293, BStBl II 2010, 631, und vom 30. August 2012 IV R 44/10, Rz 19).

References: § 15
 § 52
 § 16
 § 15
 § 16
 § 16
 § 15
 § 96
 § 163
 § 4
 § 163
 § 4