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Timestamp: 2016-10-22 13:45:36+00:00

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Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der Vertraulichen Geburt Verfahrensabläufe, Akteure, Schnittstellen. - ppt herunterladen
Veröffentlicht von:Jacob Arnold
Präsentation zum Thema: "Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der Vertraulichen Geburt Verfahrensabläufe, Akteure, Schnittstellen."— Präsentation transkript:
Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der Vertraulichen Geburt Verfahrensabläufe, Akteure, Schnittstellen 2
Vertrauliche Geburt Seit 1.Mai 2014 gibt es das Gesetz zur Vertraulichen Geburt Es bietet Frauen, die ihre Schwangerschaft geheim halten bzw. ihre Identität nicht preisgeben möchten, die Möglichkeit einer beschützten und medizinisch betreuten Entbindung. Die werdende Mutter hat das Recht in einer staatlich anerkannten Schwangerschaftsberatungsstelle anonym Beratung und Unterstützung zu erhalten. Neben dem Wunsch der Schwangeren, ihre Identität zu verbergen, werden zugleich die Rechte des Kindes sowie des Vaters berücksichtigt. 3
Wie verläuft die vertrauliche Geburt? Das Angebot der vertraulichen Geburt umfasst ein gestuftes, durch die Schwangerschaftsberatungsstellen gesteuertes Verfahren. 1.Stufe der Beratung (§2 SchKG) -anonyme und ergebnisoffene Beratung zur Lösung der psychosozialen Konfliktlage -Hilfen zur Bewältigung und Entscheidungsfindung -Motivation zur Aufgabe der Anonymität und für ein Leben mit dem Kind 4
Wie verläuft die vertrauliche Geburt? Wenn Aufgabe der Anonymität nicht möglich: 2. Stufe der Beratung (§25 SchKG) - über die Möglichkeit der vertraulichen Geburt informieren wie: Ablauf des Verfahrens, Rechtsfolgen, Rechte des Kindes und des Vaters, Ablauf einer Adoption, Voraussetzungen für die spätere Rückkehr zum Kind, Schutzverfahren nach 15 Jahren 5
§ 26 SchKG Das Verfahren der vertraulichen Geburt Vor der Geburt des Kindes: Frau wählt Pseudonym (Vor-/Familienname) und Vornamen für das Kind (§ 26 Absatz 1) Beratungsstelle: kontrollierte Aufnahme der persönlichen Daten in Herkunftsnachweis (§ 26 Absatz 2) Beratungsstelle: Nachweis wird versiegelt und mit Merkmalen versehen, so dass er später dem Kind zugeordnet werden kann (§ 26 Absatz 3) Beratungsstelle: Anmeldung der Schwangeren unter Pseudonym zur Entbindung in Klinik bzw. bei Geburtshelferin (§ 26 Absatz 4) Beratungsstelle: Mitteilung über bevorstehende vertrauliche Geburt an Adoptonsvermittlung Jugendamt (§ 26 Absatz 5) * Vom Gesetz Verpflichtete jeweils in orange! 6
§ 26 SchKG Das Verfahren der vertraulichen Geburt Nach der Geburt des Kindes: Klinik/Geburtshelferin geben unverzügliche Mitteilung an die Beratungsstelle (§26 Absatz 6) Beratungsstelle vermerkt die restlichen Merkmale auf dem Umschlag und übersendet ihn an das BAFzA (§ 27 Absatz 1) Geburtsanzeige der Klinik/Geburtshelferin über vertrauliche Geburt beim Standesamt binnen einer Woche, (§18 Absatz 1, in Verb. m. Absatz 2 PStG) Bei Ablehnung vertraulicher Geburt: durch Beraterin Angebot weiterer anonymer Beratung und Hilfe (§ 25 Absatz 5 SchKG) 7
Im Detail: Erstellen des Herkunftsnachweises Vordruck „Herkunftsnachweis“ anhand eines gültigen Ausweises ausfüllen (Vorname, Name, Geburtsdatum, Anschrift der Mutter) In Anwesenheit der Frau: Herkunftsnachweis in dafür vorgesehenen Umschlag geben und diesen sicher verschließen (Beratungsstellenstempel auf die Verschlusslasche) Umschlag beschriften (Pseudonym, Anschrift Geburtsklinik, Anschrift Beratungsstelle. Nach Mitteilung durch die Klinik: Geburtsort und -datum) Unverzüglich nach der Geburt: Umschlag an Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben schicken (per Einschreiben mit Rückschein) (§27 SchKG) Herkunftsnachweis erstellt + Kind abgenabelt = Ruhen der elterlichen Sorge 8
§ 29 SchKG: Beratung in Einrichtungen der Geburtshilfe oder bei Hausgeburt Schwangere wird ohne Feststellung der Identität zur Geburt aufgenommen unverzügliche (= ohne schuldhaftes Verzögern) Information an wohnortnahe Beratungsstelle durch Klinik bzw. Geburtshelferin (§ 29 Absatz 1) Die unterrichtete Beratungsstelle sorgt dafür, dass der Schwangeren unverzüglich (= ohne schuldhaftes Verzögern) persönlich Beratung durch qualifizierte Fachkraft angeboten wird (§ 29 Absatz 2, 3 i.V.m. § 30 Absatz 1 SchKG), auch wenn Kind bereits geboren ist. Bei Ablehnung der vertraulichen Geburt: Angebot weiterer Beratung (§ 25 Absatz 5 und § 30 SchKG) * Vom Gesetz Verpflichtete jeweils in orange! 9
§ 31 SchKG: Einsichtsrecht des Kindes in den Herkunftsnachweis Kind: mit Vollendung des 16. Lj. Antrag beim BAFzA möglich Mutter kann ab Vollendung 15. Lj. des Kindes Belange geltend machen, die dem Einsichtsrecht entgegen stehen (befürchtete Gefahren für Leib, Leben, Gesundheit, persönliche Freiheit u.ä.) Erklärung in einer Beratungsstelle nach §§ 3 und 8 mit Nennung von Pseudonym, Geburtsort und Geburtsdatum Beratungsstelle zeigt Hilfsangebote auf (Abwehr der befürchteten Gefahren) Beratungsstelle informiert über mögliches familiengerichtliches Verfahren Mutter benennt Verfahrensstandschafter_in Beratungsstelle meldet Erklärung und benannte Person an BAFzA * Vom Gesetz Verpflichtete jeweils in orange! 10
§ 32 SchKG: Familiengerichtliches Verfahren BAFzA verweigert dem Kind Einsicht Kind kann familiengerichtliche Entscheidung beantragen Familiengericht wägt Interesse des Kindes und Interesse der Mutter ab Verfahrensbeteiligte: Kind, BAFzA, Verfahrensstandschafter_in Bei Ablehnung des Antrags: Nach drei Jahren erneute Möglichkeit. * Vom Gesetz Verpflichtete jeweils in orange! 11
„Aufgaben“ der Schwangeren/Mutter Wahl des Pseudonyms Evtl. Wahl der Vornamen für das Kind Angabe ihrer Daten gegenüber Berater_in (Gültiger, geeigneter Ausweis!) = Aufgabe Anonymität Möglichst: Nachrichten für das Kind Pseudonym und Geburtsdatum aufbewahren (für spätere mögliche Einwendung!) Annahme von Hilfe bei Bedarf, insbesondere bei Rücknahmewunsch! Nach 15 Jahren: An Beratungsstelle wenden (§3, §8 SchKG), wenn Einwände gegen Einsichtsrecht. 12
Aufgaben der weiteren Beteiligten (1) Klinik/Hebamme Geburtsbegleitung, Nachsorge, pseudonymisierte Dokumentation Meldung von Geburtsdatum, Vorname(n) und Pseudonym an Standesamt Mitteilung der Geburt (Datum und Geburtsort) an Beratungsstelle Kontakt Jugendamt zwecks Inobhutnahme etc. Information einer Beratungsstelle, falls Schwangere ohne Angabe Ihrer Identität zur Geburt aufgenommen wird Antrag Kostenübernahme an BAFzA 13
Aufgaben der weiteren Beteiligten (2) Jugendamt/Adoptionsvermittlungsstelle – Beantragung der Bestellung eines Vormunds – Unterbringung Kind, Adoptionsverfahren Standesamt – Vorname(n) und Nachnamen des Kindes festlegen – Beurkundung der Geburt und Erstellen einer Personenstandsurkunde – Mitteilungen an das Bundesamt und an das Familiengericht Familiengericht – Ruhen der elterlichen Sorge erklären, Bestellung eines Vormunds – evtl. Entscheidung über Wiederaufleben der elterlichen Sorge – Adoption – Später: Verfahren zum Einsichtsrecht des Kindes, wenn Mutter wichtige Belange geltend macht 14
Aufgaben der weiteren Beteiligten (3) Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben  Vermerk des Namens des Kindes auf Herkunftsnachweis  Aufbewahrung Herkunftsnachweis  Event. Vermerk des geänderten Namens des Kindes nach Adoption  Einsichtsgewährung nach 16 Jahren oder Verfahren  Kostenerstattung vertrauliche Geburt an Kliniken  Kostenrückforderung bei Aufgabe der Anonymität (Krankenkasse)  Annahme der von den Ländern übersandten Berichte der Beratungsstellen Bund: Öffentlichkeitsarbeit, Evaluierung des Gesetzes Länder: Konkrete Ausgestaltung, Berichte gegenüber Bund 15
Schutz der Vertraulichkeit der Frau Frau muss nur dem/der Berater_in (qualifizierte Fachkraft) ihre Daten offenbaren. Berater_in ist zur Geheimhaltung verpflichtet! Keinerlei Datenweitergabe, ausschließlich Weitergabe des Pseudonyms! Herkunftsnachweis darf erst nach 16 Jahren und nur vom Kind eingesehen werden. Frau kann ab dem 15. Lebensjahr des Kindes gegen die Offenlegung der Daten wichtige Belange geltend machen. 16
Situation des Kindes (1) Kind erhält einen Vormund (elterliche Sorge ruht) Klarer Personenstand: Vor- und Familienname durch zuständige Verwaltungsbehörde (evtl. später geändert im Adoptionsverfahren) erhält deutsche Staatsangehörigkeit erste Zeit (8 Wochen): Bereitschaftspflege oder Adoptionspflege (regionale Unterschiede) danach: Adoption oder dauerhafte Pflege Kenntnis der eigenen Herkunft – Aufklärung bedeutsam für weitere Entwicklung! – Einsichtsrecht in Herkunftsnachweis und die Adoptionsakte nach vollendetem 16. Lebensjahr 17
Situation des Kindes (2) Adoption Erfolgt erfahrungsgemäß nach mehr als einem Jahr Wie bei Findelkindern nach § 1747 BGB (Aufenthalt der Mutter dauerhaft unbekannt) Adoptionsbeschluss von der Mutter nicht anfechtbar Kann vom Vater wie bisher verhindert werden, keine Änderung seiner Rechte Adoptiveltern können die Umstände der Herkunft des Kindes erfahren und das Kind aufklären Nach 16 Jahren kann das Kind seine Herkunft selbst erfahren 18
Situation des Kindes (3) Rücknahme durch die Mutter Kann grundsätzlich bis zum Beschluss über die Adoption erfolgen (Je mehr Zeit vergangen ist, umso unwahrscheinlicher.) Voraussetzungen – Mutter gibt ihre Anonymität auf – Mutterschaft ist gesichert festgestellt – Kindeswohl wird dadurch nicht beeinträchtigt! § 1674 a BGB Beteiligung des Jugendamtes (ruhende elterliche Sorge!) und evtl. Familiengerichtsbeschluss notwendig! 19
Ansprechpartner Beratungsstellen finden Sie über das Hilfetelefon „Schwangere in Not – anonym & sicher“ Telefon: 20
Ansprechpartner Ansprechpartnerinnen für Vertrauliche Geburt im Land Brandenburg > derzeit 6 Beraterinnen (Stand 10/2014) pro familia Beratungsstelle Potsdam Tel. 0331/ >Britta von Lindenfels pro familia Beratungsstelle Bad Belzig Tel /32724 >Angela Hauer pro familia Beratungsstelle Wittenberge Tel /70782 >Janet Paarmann 21
Ansprechpartner >pro familia Beratungsstelle Bad Belzig Bahnhofstr Bad Belzig Tel Tatjana Okute (Dipl. Sozialpädagogin) Angela Hauer (Dipl. Sozialpädagogin) 22
Kostenübernahme Die im Zusammenhang mit der Entbindung und der Vor- und Nachsorge der Geburt entstandenen Kosten werden vom Bund übernommen und gegenüber dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) Referat 103, Köln Telefon: / geltend gemacht. 23
Informationen onen/Fachpublikationen/Vertrauliche_Geburt- 2014_final.pdf onen/Fachpublikationen/Vertrauliche_Geburt- 2014_final.pdf https://www.geburt- vertraulich.de/fileadmin/downloads/BMFSFJ_ VertraulicheGeburt_Pocketinfo_14_RZ_web.p df https://www.geburt- vertraulich.de/fileadmin/downloads/BMFSFJ_ VertraulicheGeburt_Pocketinfo_14_RZ_web.p df 24
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References: § 26

§ 26

§ 29
 § 30
 § 30

§ 31

§ 32
 §8
 § 1747
 § 1674