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Timestamp: 2019-07-15 23:14:23+00:00

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BGH, 17.06.1998 - XII ZR 206/96 - dejure.org
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BGH, 17.06.1998 - XII ZR 206/96 (https://dejure.org/1998,4241)
BGH, Entscheidung vom 17.06.1998 - XII ZR 206/96 (https://dejure.org/1998,4241)
BGH, Entscheidung vom 17. Juni 1998 - XII ZR 206/96 (https://dejure.org/1998,4241)
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Schadensersatzanspruch infolge eines Wasserrohrbruchs in gemieteten Räumlichkeiten - Darlegungslast bei der Geltendmachung von Schadensersatz in der Form des entgangenen Gewinns - Hinreichende Grundlage für die Ermittlung eines in jedem Fall eingetretenen Mindestschadens durch die vorgetragenen Grundlagen - Schadensschätzung bei Erweislichkeit der vorgetragenen Geschäftsentwicklung nach der Betriebsaufnahme
WM 1998, 1787
Für den Fall, dass sich der Umfang der Bereitschaft der Beklagten und der übrigen Lottogesellschaften zur Zusammenarbeit mit der Klägerin nicht hinreichend wahrscheinlich feststellen lassen sollte, wird das Berufungsgericht die Schätzung eines Mindestschadens in Betracht zu ziehen haben (vgl. BGH, Urteil vom 17. Juni 1998 - XII ZR 206/95, WM 1998, 1787).
Erforderlich ist mithin die schlüssige Darlegung von Ausgangs- und Anknüpfungstatsachen, die geeignet sind, dem Ermessen bei der Wahrscheinlichkeitsprüfung eine Grundlage zu geben (BGH WM 1998, 1787 f., Rn. 8 m.w.Nachw.).
Die Unterschiede und Probleme bei der Ermittlung des Umfangs des entgangenen Gewinns ("lucrum cessans") im Vergleich zum positiven Schaden ("damnum emergens") ergeben sich vorliegend daraus, dass bei dem durch den Wasserschaden beschädigten Haus (d.h. der Pension) des Klägers sich hier nicht nur die Frage nach der Höhe des Schadens für die Wiederherstellung des ordnungsgemäßen Bauzustandes des Hauses ergibt, sondern auch die nach der durchschnittlichen Zimmerauslastung der Ferienwohnungen/Appartements und dem damit einhergehenden entgangenen Gewinn des Klägers bis zum Zeitpunkt der möglichen Neuvermietung (…Flume, in: BeckOK zum BGB, Bamberger/Roth, 42. Edition, Stand: 01.02.2017, § 252 BGB, Rn. 11; BGH, Beschluss vom 27.10.2010, Az.: XII ZR 128/09, u.a. in: Grundeigentum 2010, Seiten 1741 f.; BGH, Urteil vom 17.06.1998, Az.: XII ZR 206/96, u.a. in: NZM 1998, Seiten 666 f.; LG Saarbrücken, Urteil vom 06.05.1981, Az.: 16 S 115/80, u.a. in: ZfSch 1983, Seiten 267 f.; LG Karlsruhe, Urteil vom 27.04.1979, Az.: 9 S 284/78, u.a. in: VersR 1979, Seite 968; AG Neustadt/Weinstraße, Urteil vom 20.03.1981, Az.: 1 C 1084/80, u.a. in: VersR 1981, Seite 1089; AG Karlsruhe-Durlach, Urteil vom 23.04.1980, Az.: 2 C 100/80, u.a. in: VersR 1981, Seite 1088).
Zeigt diese Gegenüberstellung z.B. eine vergleichbare Gewinnsituation (§ 287 ZPO), kann gemäß § 252 BGB unterstellt werden, dass der entsprechende Gewinn dann auch in dem Zeitraum entgangen ist, in dem der Pensionsbetreiber oder Hotelier die vorgesehenen Räume nicht nutzen konnte (BGH, Beschluss vom 27.10.2010, Az.: XII ZR 128/09, u.a. in: Grundeigentum 2010, Seiten 1741 f.; BGH, Urteil vom 17.06.1998, Az.: XII ZR 206/96, u.a. in: NZM 1998, Seiten 666 f.; OLG Brandenburg, Urteil vom 19.12.1995, Az.: 2 U 77/95, u.a. in: NJWE-VHR 1996, Seiten 85 f.; Dickersbach, in: Lützenkirchen, Anwalts-Handbuch Mietrecht, 5. Auflage 2015, 1.
Die Darlegungserleichterung gemäß § 252 Satz 2 BGB ändert nichts daran, dass der Geschädigte Anknüpfungstatsachen vorzutragen und zu beweisen hat, aus denen sich die Wahrscheinlichkeit ergibt, dass der geltend gemachte Gewinn zu erzielen gewesen wäre (BGHZ 54, 45, 55; BGH, Urt. v. 17. Juni 1998 - XII ZR 206/96, WM 1998, 1787, 1788; v. 27. September 2001 - IX ZR 281/00, NJW 2002, 825, 826; v. 17. Oktober 2003 - V ZR 84/02, NJW-RR 2004, 79, 81).
Hierzu hat die Klägerin, die alle konkreten Umstände darlegen und ggf. beweisen muss, aus denen sich die Wahrscheinlichkeit der Gewinnerwartung im Sinne von § 252 Satz 2 BGB ergibt (vgl. Senatsurteil vom 17. Juni 1998 - XII ZR 206/96 - NZM 1998, 666) u.a. vorgetragen, dass zur Sicherung des erforderlichen Kapitaldienstes erhebliches Vermögen der Ehefrauen der beiden Gesellschafter vorhanden gewesen sei, das diese nötigenfalls zugunsten der Klägerin auch eingesetzt hätten.
Er muss nachweisen, wie sich seine Vermögenslage bei ordnungsgemäßer Erfüllung des Vertrags dargestellt hätte und welchen Gewinn er in diesem Fall hätte erwarten können (BGH, Urteil vom 17.06.1998 - XII ZR 206/96, Rn. 8, juris).
Diese hat zur Folge, dass die bloße Wahrscheinlichkeit der Erwartung des Gewinns anstelle des positiven Nachweises genügt, sofern die Vorkehrungen und Anstalten, aus denen die Gewinnerwartung hergeleitet wird, in der geschilderten Weise dargetan werden (BGH, Urteil vom 17.06.1998 - XII ZR 206/96, Rn. 8, juris).
Der Geschädigte kann sich deshalb auf die Behauptung und den Nachweis von Ausgangs- bzw. Anknüpfungstatsachen beschränken, bei deren Vorliegen die in § 252 S. 2 BGB geregelte Vermutung eingreift (vgl. BGH, Urteil vom 17.06.1998 - XII ZR 206/96, Rn. 8, juris;… Urteil vom 24.04.2012 - XI ZR 360/11, NJW 2012, 2266, Rn. 13;… Urteil vom 16.07.2015 -XI ZR 197/14, NJW 2015, S. 3447, Rn. 49), d.h. aus denen sich nach dem gewöhnlichen Verlauf der Dinge oder den besonderen Umständen des Falles, die Wahrscheinlichkeit eines Gewinneintritts ergibt (vgl. BGH, Urteil vom 24.04.2012 - XI ZR 360/11, NJW 2012, 2266, Rn.13).
Auch bei Lücken im Klagevortrag hat das Gericht eine Schätzung vorzunehmen, soweit hierfür tatsächliche Anhaltspunkte bestehen (s. nur BGH, Urt. vom 17. Juni 1998 - XII ZR 206/96 - WM 1998, 1787, 1788).
OLG Hamm, 17.05.2013 - 20 U 149/12
Anforderungen an die Darlegung eines Betriebsunterbrechungsschadens in der …
Erforderlich ist mithin die schlüssige Darlegung von Ausgangs- bzw. Anknüpfungstatsachen, die geeignet sind, dem Ermessen bei der Wahrscheinlichkeitsprüfung eine Grundlage zu geben und eine Schadensschätzung gemäß § 287 ZPO zu ermöglichen (vgl. zum entgangenen Gewinn BGH WM 1998, S. 1787;… BGH WuM 1991, S. 545).

References: § 252
 § 252
 § 252
 § 252
 § 252
 § 287
 BGH 
 BGH