Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20154,%2098
Timestamp: 2018-10-18 10:38:14+00:00

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BFH, 20.07.1988 - I R 250/83 - dejure.org
EStG §§ 24, 34; HGB § 90a, § 89b
Begünstigter Steuersatz - Außerordentliche Einkünfte - Zusammenballung - Vorabentschädigung - Handelsvertreter - Teilzahlung - Künftige Wettbewerbsentschädigung - Künftiger Ausgleichsanspruch
EStG §§ 24, 34; HGB §§ 90a, 89b
Laufende vorzeitige Teilzahlungen an einen Handelsvertreter auf seine künftige Wettbewerbsentschädigung und seinen künftigen Ausgleichsanspruch sind nicht außerordentlich i. S. von § 34 Abs. 2 EStG
BFHE 154, 98
DB 1988, 2337
BStBl II 1988, 936
Zudem ist allen außerordentlichen Einkünften des § 34 Abs. 2 EStG und damit auch des § 34 Abs. 2 Nr. 2 i.V.m. § 24 Nr. 1 EStG gemein, dass die in Frage kommenden Einkünfte steuerlich jeweils in einem Veranlagungszeitraum zu erfassen sind, erhöhte steuerliche Belastungen also allein durch die Zusammenballung von Einnahmen entstehen (vgl. BFH-Urteil vom 20. Juli 1988 I R 250/83, BFHE 154, 98, BStBl II 1988, 936, unter 1.c).
Der Ausgleichsbetrag muss, dem Grundsatz der Zusammenballung entsprechend, in einer Summe gezahlt werden (grundlegend BFH-Urteil in BFHE 154, 98, BStBl II 1988, 936, unter 1.c, betr. "Vorabentschädigungen" eines Handelsvertreters; Blümich/ Heuermann/Fischer, § 24 EStG Rz 60;… Schmidt/Wacker, a.a.O., § 24 Rz 44;… Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 14. Aufl., § 34 Rz 11, jeweils m.w.N., sowie aktuell BFH-Urteil vom 14. April 2015 IX R 29/14, BFH/NV 2015, 1354).
Daneben wurde bereits in H 199 EStH 1998 die Aussage unter Hinweis auf das BFH-Urteil vom 20. Juli 1988 I R 250/83 (BFHE 154, 98, BStBl II 1988, 936) auf in einer Summe gezahlte Entschädigungen beschränkt.
Die streitbefangene Zahlung stelle sich damit faktisch als eine Art Vorabentschädigung auf einen möglichen künftigen Ausgleichsanspruch des Klägers dar, die zu keiner Zusammenballung außerordentlicher Einkünfte geführt und deshalb auch nicht den begünstigten Steuersatz nach § 34 Abs. 1 EStG ausgelöst habe (Hinweis auf BFH-Urteil vom 20. Juli 1988 I R 250/83, BStBl II 1988, 936 ).
Eine sog. Vorabentschädigung, wie sie dem vom Beklagten angeführten BFH-Urteil vom 20. Juli 1988 I R 250/83 (…aaO.) zu Grunde gelegen hatte, sieht der Senat hier nicht gegeben.
dem Zweck des § 34 EStG entsprechend, einen zusammengeballten Zufluß der Entschädigung (…vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 18. September 1991 XI R 9/90, BFH/NV 1992, 102; vom 20. Juli 1988 I R 250/83, BFHE 154, 98, BStBl II 1988, 936).
Darüber hinaus scheitert die Anwendung des ermäßigten Steuersatzes auch daran, daß - wie das FG zu Recht dargelegt hat - begünstigte Einkünfte nicht "zusammengeballt" angefallen sind (BFH-Urteil vom 20. Juli 1988 I R 250/83, BFHE 154, 98, BStBl II 1988, 936, ständige Rechtsprechung).
Eine Entschädigung i.S. des § 24 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ist nur dann tarifbegünstigt, wenn sie dem Steuerpflichtigen in einem Veranlagungszeitraum zusammengeballt zufließt (vgl. z.B. Senatsurteil vom 14. Mai 2003 XI R 12/00, BFHE 203, 38, BStBl II 2004, 449;… BFH-Beschluss vom 4. Dezember 2001 X B 112/01, BFH/NV 2002, 346; BFH-Urteil vom 20. Juli 1988 I R 250/83, BFHE 154, 98, BStBl II 1988, 936), denn Zweck der Tarifbegünstigung des § 34 Abs. 1, 2 EStG ist die Abmilderung des ansonsten bei außerordentlichen Einkünften regelmäßig eintretenden Progressionssprungs (§ 32a Abs. 1 EStG).

References: § 90
 § 89
 § 34
 § 34
 § 34
 § 24
 § 24
 § 24
 § 34
 § 34
 § 34
 § 24
 § 34