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Timestamp: 2018-10-22 17:28:29+00:00

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Pflichtpraktikum während des Studiums - Studis Online
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Praktika vor, während und nach dem Studium [Seite 3]
Um ein Pflichtpraktikum (bei Bedarf bitte lesen: Pflichtpraktikum oder freiwilliges Praktikum?) während des Studiums – in der Sozialversicherung wird es Zwischenpraktikum genannt – handelt es sich, wenn ihr während der Praktikumszeit als Studierende an der Hochschule immatrikuliert seid (und das Studium noch nicht abgeschlossen habt). Umfasst sind sowohl ganze Praxissemester als auch Blockpraktika in den Semesterferien oder Teilzeitpraktika während der Vorlesungszeit.
aa) Wirkt sich eine Praktikumsvergütung auf den Förderbetrag aus?
bb) Kann ich zusätzliche Ausgaben durch das Praktikum geltend machen?
cc) Kann ich Einfluss auf die Einkommensanrechnung nehmen, indem ich Beginn und/oder Ende des Bewilligungszeitraums selbst bestimme?
dd) Verlängert sich die Förderungshöchstdauer durch das Praktikum?
Einkommen in Höhe von insgesamt 1.800 Euro aus 6-monatigem Pflichtpraktikum während des Studiums; BWZ: 12 Monate.
Praktikumsvergütung 6 Monate x 300 € 1.800 €
abzgl. Werbungskostenpauschale - 1000 €
Zwischensumme = 800 €
abzgl. Sozialpauschale (21,2 %*) 800 € x 0,212 - 169,60 €
Abzug vom BAföG-Bedarf im gesamten BWZ 800 € - 169,60 € = 630,40 € (BWZ)
Abzug vom BAföG-Bedarf in jedem Monat des BWZ (also nicht nur während der Praktikumszeit) 630,40 € : 12 Monate = 52,53 € (Monat)
Einkommen in Höhe von insgesamt 600 Euro aus 6-monatigem Pflichtpraktikum während des Studiums und von insgesamt 5.400 Euro aus abhängiger Beschäftigung im gesamten Bewilligungszeitraum (Dauer: 12 Monate).
Praktikumsvergütung 6 Monate x 100 € 600 €
abzgl. Werbungskostenpauschale - 1.000 €
Zwischensumme (Einkommen aus Praktikum) = 0 €
abzgl. Sozialpauschale (21,2 %) hier nicht erforderlich, da schon durch die Berücksichtigung der Werbungskostenpauschale das Einkommen aus dem Praktikum 0 € beträgt. - 0 €
Zwischensumme (anzurechnendes Einkommen aus Praktikum) = 0 €
Einkommen aus abhängiger Beschäftigung 12 Monate x 450 € 5.400 €
abzgl. Werbungskostenpauschale 1.000 € - 600 € (verbraucht im Rahmen der Praktikumsvergütung*) - 400 €
Zwischensumme (Einkommen aus abhängiger Beschäftigung) = 5.000 €
abzgl. Sozialpauschale (21,2 %*) 5.000 € x 0,212 - 1.060 €
abzgl. Freibetrag 12 Monate x 290 €** - 3.480 €
Zwischensumme (anzurechnendes Einkommen aus abhängiger Beschäftigung) 5.000 € - 1.060 € - 3.480 € 460 €
Abzug vom BAföG-Bedarf insgesamt im BWZ 0 € + 460 € 460 €
Abzug vom BAföG-Bedarf im Monat 460 € : 12 Monate 38,33 €
* Dass die Werbungskostenpauschale vorrangig von der Praktikumsvergütung abzuziehen ist, ergibt sich aus VwV 21.1.18.
** Freibetrag für BAföG-EmpfängerInnen, ergibt sich aus § 23 Abs. 1 Nr. 1c BAföG. Darf nicht auf das Einkommen aus dem Pflichtpraktikum angerechnet werden! Daher wird im Beispiel auch gesondert gerechnet.
cc) Kann ich Einfluss auf die Einkommensanrechnung nehmen, indem ich Beginn und/oder Ende des Bewilligungszeitraums selbst bestimmen?
Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Ihr selbst könnt lediglich auf den Beginn des Bewilligungszeitraums (BWZ) Einfluss nehmen. Dem BAföG-Amt steht dagegen die Entscheidung über dessen Ende zu.
Was ist mit „Bewilligungszeitraum“ gemeint?
Der BWZ ist der Zeitraum, für den in dem BAföG-Bescheid über eure Förderung entschieden wird. Er beträgt in der Regel ein Jahr (§ 50 Abs. 3 BAföG). Der Beginn des BWZ fällt bei Studierenden regelmäßig mit dem Beginn eines Semesters zusammen (offizieller Semesterbeginn, nicht Beginn der Vorlesungszeit).
Warum ist der Bewilligungszeitraum wichtig?
Der BWZ spielt deshalb eine so große Rolle, weil er – neben anderen Faktoren – Einfluss auf die Höhe eures Förderbetrages hat. Das hängt damit zusammen, dass für die Anrechnung eures (eigenen) Einkommens auf den BAföG-Bedarf der BWZ maßgeblich ist und nicht etwa das im jeweiligen Monat erzielte Einkommen. Bei dem üblichen BWZ von 12 Monaten wird das gesamte Einkommen aus dieser Zeit also zusammenaddiert und durch 12 geteilt. Daraus ergibt sich (nach den üblichen Abzügen) der anzurechnende Betrag.
Warum entsteht der Wunsch, auf den BWZ Einfluss zu nehmen?
Man könnte verhindern, dass Einkommen aus einem bestimmten Zeitraum beim BAföG berücksichtigt wird.
Wie nehme ich Einfluss auf den Beginn des BWZ?
Der Beginn des BWZ ergibt sich grundsätzlich aus dem Gesetz. Nach § 15 Abs. 1 BAföG ist dies (während der laufenden Ausbildung) der Antragsmonat. Einfluss auf den Beginn des BWZ nehmt ihr also bereits dadurch, dass ihr den Antrag zu einem bestimmten Zeitpunkt stellt. Darüber hinaus ist es möglich, dass ihr selbst einen späteren Beginn des BWZ im Antrag bestimmt (VG Regensburg FamRZ 1995, 902). Der BWZ sollte allerdings zeitnah zum Antragsmonat beginnen. Dies dürfte bei einer Verschiebung um zwei (höchstens drei) Monate noch der Fall sein.
Kann ich auf das Ende des BWZ Einfluss nehmen?
Nein. Über die Dauer des BWZ entscheidet in jedem Fall das BAföG-Amt. Das allerdings auch nicht nach freiem Ermessen. Grundsätzlich hat sich das Amt an den Bewilligungszeitraum von einem Jahr zu halten. Ist allerdings aus rechtlichen oder verwaltungstechnischen Gründen ein anderer Zeitraum sinnvoll, dann kann der BWZ auch kürzer oder länger bemessen werden (vgl. VwV 50.3.1).
In welchen Fällen liegen solche Gründe vor? (Beispiele aus Ramsauer, BAföG-Kommentar, 4. Aufl. 2005, § 50 Rn. 27)
Das Ende der Ausbildung steht bevor. (Vgl. auch VwV 50.3.2 und 50.3.3.)
Es steht eine Auslandsausbildung nach § 5 BAföG an oder eine solche geht zu Ende.
Der für die Vorlage des Leistungsnachweises maßgebliche Zeitpunkt erfordert einen veränderten BWZ.
Die Änderung der Förderungsart steht bevor. (Vgl. auch VwV 17.3.1.)
Ein veränderter BWZ ist erforderlich, um auf den bei Universitäten üblichen BWZ vom 01.10. bis 30.09. (an Fachhochschulen in der Regel 01.09. bis 31.08.) des Folgejahres umzustellen.
Studentin A hat vom 01.10.2016 bis 30.09.2017 BAföG für das 1. und 2. Semester bezogen. Ihren Folgeantrag stellt sie erst im Dezember 2017. Ihr BWZ beginnt zum 01.12.2017. Für die Monate Oktober und November 2017 hat A faktisch auf ihr BAföG verzichtet. Einkommen, das sie in dieser Zeit hat, bleibt bei der Berechnung ihres Förderbetrages unberücksichtigt, weil es außerhalb des BWZ liegt. Das Ende des neuen BWZ wird vom Amt aller Voraussicht nach auf den 30.09.2018 festgelegt, um auf den bei Hochschulen üblichen BWZ umzustellen. Außerdem kann A ab dem 01.10.2018 nur noch gefördert werden, wenn sie den erforderlichen Leistungsnachweis beim BAföG-Amt vorlegt, denn mit dem 01.10.2018 beginnt ihr 5. Fachsemester.
Nein. Die Förderungshöchstdauer richtet sich normalerweise nach der Regelstudienzeit (vgl. § 15a Abs. 1 Satz 1 BAföG). Diese schließt nach § 10 Abs. 2 Hochschulrahmengesetz (HRG) erforderliche Praktika ein. Gleiches gilt nach § 15a Abs. 1 Satz 2 BAföG dann, wenn die Förderungshöchstdauer dem Ausbildungsförderungsgesetz zu entnehmen ist.
Wer während des Studiums ein Pflichtpraktikum absolviert, ist in diesem weder in der Kranken- und Pflegeversicherung noch in der Renten- und Arbeitslosenversicherung versicherungspflichtig. Es besteht aber eine Versicherungspflicht als StudentIn in der Kranken- und Pflegeversicherung.
Praktikum ohne Verdienst Praktikum mit Verdienst
KV/PV Versicherungsfreiheit (im Praktikum)
Aber: Versicherungspflicht als StudentIn, soweit nicht familienversichert
RV Versicherungsfreiheit
KV = Krankenversicherung; PV = Pflegeversicherung; RV = Rentenversicherung; ALV = Arbeitslosenversicherung
Achtung: Bei einem monatlichen Verdienst über 425 Euro (gilt seit 01.01.2017) bzw. im Falle eines 450-Euro-Jobs von über 450 Euro könnt ihr nicht mehr familienversichert sein (§ 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V)! Dann greift die studentische Pflichtversicherung.
Macht ihr nun ein Pflichtpraktikum, geht man in der Sozialversicherung davon aus, dass euer Studentenstatus weiterhin im Vordergrund steht. Die Folge ist, dass ihr im Praktikum nicht als Arbeitnehmer versicherungspflichtig seid (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V), und zwar unabhängig davon, wie lange das Praktikum dauert, wie viele Stunden ihr in der Woche arbeitet und wie hoch euer Verdienst ist. Für Arbeitgeber ist es deshalb so günstig, Studenten zu beschäftigen, denn auch sie müssen keine Versicherungsbeiträge für euch zahlen.
Neu seit 1.1.2017: Absolviert ihr während eines Urlaubssemesters ein Pflichtpraktikum, bleibt ihr ebenfalls versicherungsfrei.
Auch in der Rentenversicherung seid ihr versicherungsfrei (§ 5 Abs. 3 SGB VI). Die Dauer des Praktikums, die wöchentliche Arbeitszeit und die Höhe der Praktikumsvergütung spielen keine Rolle.
Die Versicherungsfreiheit in der Arbeitslosenversicherung ergibt sich aus § 27 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 SGB III. Sie ist ebenfalls unabhängig von Dauer und Umfang des Praktikums und dem erzielten Einkommen. Seit 1.1.2017 bleibt die Versicherungsfreiheit auch dann bestehen, wenn ihr während eines Urlaubssemesters ein Pflichtpraktikum absolviert.
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References: § 23
 § 15
 § 50
 § 5
 § 15
 § 10
 § 15
 § 27