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Timestamp: 2018-06-19 18:10:12+00:00

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Rechtsprechung: MDR 1976, 749 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 16.03.1976
Ein Zueigenmachen liegt insbesondere vor, wenn die Äußerung eines Dritten in den eigenen Gedankengang so eingeführt wird, dass dadurch die eigene Aussage unterstrichen werden soll (…vgl. BVerfG, a.a.O.; BGH, NJW 1976, 1198, 1200).
OLG Braunschweig, 20.09.2004 - 2 U 109/04
BGH, 16.03.1976 - VI ZR 62/75
Verschulden - Verkehrsteilnehmer - Nicht vorhersehbare Gefahrenlage - Platzen eines Fahrzeugreifens - Unfallverhütung
NJW 1976, 1504
VersR 1976, 734
Vielmehr betrifft dieser Umstand die Frage des Vertretenmüssens i.S. des § 276 BGB (…vgl. LG Wuppertal, Urt. v. 29.01.2003 - 19 O 403/02, zfs 2003, 170 f. mit zust. Anmerkung von Diehl ; ferner BGH, Urt. v. 16.03.1976 - VI ZR 62/75, VersR 1976, 734;… OLG Jena, Urt. v. 07.03.2001 - 4 U 893/00, NJW-RR 2001, 1319, [...] Rn. 6;… Römer/Langheid, VVG, 4. Aufl. 2014, § 90 Rn. 10 f.;… s. ferner OLG Hamm, Urt. v. 16.07.1974 - 5 Ss 331/74, MDR 1975, 69 f. zu ruckartigen Bewegungen eines Kraftfahrers als Reaktion auf ein Hineinfliegen eines Gegenstandes in das Auge;… OLG Hamm, Urt. v. 13.07.2001 - 9 U 141/00, NJW-RR 2002, 90 f., [...] Rn. 6 zum Zurücksetzen eines Fußes an einem Stehtisch;… OLG Köln, Urt. v. 27.01.1994 - 1 U 52/93, NJW-RR 1994, 1052, [...] Rn. 5 f. und OLG Düsseldorf, Urt. v. 12.07.1996 - 22 U 192/94, NJW-RR 1997, 1313 jeweils zum Ausrutschen und Hinunterrutschen auf einer Treppe;… AG Oldenburg (Holstein), Urt. v. 20.07.2010 - 23 C 927/09, [...] Rn. 24 f. zum Griff in ein Lenkrad durch den Beifahrer).
LG Karlsruhe, 29.07.2004 - 11 Ns 40 Js 26274/03
Gefährdung des Straßenverkehrs: Dichtes Auffahren auf der Autobahn zur Erzwingung …
Das falsche Reagieren eines Verkehrsteilnehmers ist dann nicht schuldhaft, wenn er in einer ohne sein Verschulden eingetretenen, für ihn nicht voraussehbaren Gefahrenlage keine Zeit zu ruhiger Überlegung hat und deshalb nicht das Richtige und Sachgemäße unternimmt, um einen Unfall zu verhindern, sondern aus verständlicher Bestürzung objektiv falsch reagiert (BGH VersR 76, 734).
Das kann die Beklagte aber schon deshalb nicht entlasten, weil sie nicht, wie die Revision geltend macht, ohne eigenes Verschulden in eine für sie nicht voraussehbare Gefahrenlage geraten war und dann aus verständlicher Bestürzung objektiv falsch reagiert hat (s. dazu Senatsurteil vom 16. März 1976 - VI ZR 62/75 - VersR 1976, 734).
Nach ständiger Rechtsprechung begründet das falsche Reagieren eines Verkehrsteilnehmers dann kein Verschulden, wenn er in einer ohne sein Verschulden eingetretenen, für ihn nicht voraussehbaren Gefahrenlage keine Zeit zu ruhiger Überlegung hat und deshalb nicht das Richtige und Sachgemäße unternimmt, um den Unfall zu verhüten, sondern aus verständlicher Bestürzung objektiv falsch reagiert (RGZ 92, 38; BGH LM Nr. 2 zu § 286 [A] ZPO; VRS 5 [1952] 87; 34 [1967] 434 [435]; 35 [1968] 177; VersR 1953, 337; 1958, 165; 1971, 909 [910]; 1976, 734 = DAR 1976, 184 [185] = NJW 1976, 1504 = MDR 1976, 749; VersR 1982, 443; 2009, 234 [unter II 2 a]; KG VersR 1978, 744; 1995, 38; OLG Karlsruhe VersR 1987, 692;… OLG Koblenz, Urt. v. 27.10.2003 - 12 U 714/02; OLG Düsseldorf NZV 2006, 415 [416]; NZV 2007, 614 = NJOZ 2007, 5944 [5950] = DAR 2007, 704; Senat, Urt. v. 18.01.2008 - 10 U 4156/07 [Juris = NJW-Spezial 2008, 201 - red.
Es kommt in solchen Fällen dann nur eine Haftung aus Betriebsgefahr gem. § 7 I StVG in Betracht (BGH VersR 1976, 734 = DAR 1976, 184 [186] = NJW 1976, 1504 = MDR 1976, 749;… OLG Koblenz a.a.O.).
OLG Karlsruhe, 07.01.2015 - 9 U 9/14
Kein Mitverschulden bei Schreckreaktion im Straßenverkehr
Für "Schreckreaktionen" ist anerkannt, dass kein Verschulden vorliegt, wenn jemand in einer ohne sein Verschulden eingetretenen, für ihn nicht vorhersehbaren Gefahrenlage keine Zeit zu ruhiger Überlegung hat, und deshalb nicht das Richtige und Sachgerechte unternimmt, um einen Unfall zu verhüten, sondern aus verständlicher Bestürzung objektiv falsch reagiert (vgl. BGH, NJW 1976, 1504; BGH, Urteil vom 04.11.2008 - VI ZR 171/07 -, RdNr. 10, zitiert nach Juris;… Palandt/Grüneberg a.a.O., § 276 BGB, RdNr. 17;… Spiegel a.a.O., S. 291).
a) Zwar ist in der Rechtsprechung anerkannt, dass eine falsche Reaktion eines Verkehrsteilnehmers kein Verschulden begründet, wenn er in einer ohne sein Verschulden eingetretenen, für ihn nicht voraussehbaren Gefahrenlage keine Zeit zu ruhiger Überlegung hat und deshalb nicht das Richtige und Sachgemäße unternimmt, um den Unfall zu verhüten, sondern aus verständlicher Bestürzung objektiv falsch reagiert (vgl. stellv. OLG Hamm, Schaden-Praxis 2015, 292 mit Verweis auf BGH, Urteil vom 16.03.1976 - VI ZR 62/75, VersR 1976, 734).
Rechtsfehlerfrei geht das Berufungsgericht allerdings davon aus,.eine Schadensersatzpflicht von Frau A. aus unerlaubter Handlung (§ 823 BGB ) sei nicht schlüssig dargelegt, da gegen sie auch dann kein Schuldvorwurf zu erheben sei, wenn sie im ersten Schreck instinktiv zu hart auf die Bremse getreten haben sollte (Senatsurteil vom 16. März 1976 - VI ZR 62/75 - VersR 1976, 734 = NJW 1976, 1504 ).
OLG Celle, 10.12.2014 - 14 U 139/14
OLG Düsseldorf, 19.03.1986 - 15 U 152/85
Der Anscheinsbeweis spricht für das Verschulden des vom Fahrbahnrand Anfahrenden, …

References: § 276
 § 90
 BGH 
 § 286
 § 7
 § 276