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Timestamp: 2019-10-22 11:21:21+00:00

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Pflichtveranlagung bei Rückerstattung von Beiträgen für den Nachkauf von Versicherungszeiten - Findok Internet
Bescheidbeschwerde – Einzel – Erkenntnis des BFG vom 07.10.2015, RV/5101290/2014
Pflichtveranlagung bei Rückerstattung von Beiträgen für den Nachkauf von Versicherungszeiten
Das Bundesfinanzgericht hat durch die Richterin Dr. NN in der Beschwerdesache Bf, gegen den Bescheid des FA XYZ vom 24.6.2014 betreffend Einkommensteuer (Arbeitnehmerveranlagung) 2011 zu Recht erkannt:
Die Beschwerdeführerin erzielte im beschwerdegegenständlichen Jahr Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Mit Bescheid vom 24.6.2014 erfolgte eine Pflichtveranlagung gemäß § 41 EStG 1988.
In der dagegen erhobenen Beschwerde vom 23.7.2014 ersuchte die Beschwerdeführerin, von einer Veranlagung des Jahres 2011 mangels Vorliegens eines Pflichtveranlagungstatbestandes Abstand zu nehmen, und beantragte widrigenfalls die Vorlage ihrer Beschwerde an das Bundesfinanzgericht. Auf die näheren Ausführungen wird verwiesen.
Im Jahr 2010 entrichtete die Beschwerdeführerin Beiträge für den Nachkauf von Versicherungszeiten an die PVA laut deren Berechnung und Vorschreibung. In der Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung 2010 beantragte sie dafür Sonderausgaben in Höhe von 1.793,22 €, die zur Gänze anerkannt wurden (Bescheid vom 4.2.2011).
Im Jahr 2011 wurde neben einem ganzjährigen Lohnzettel der X-Versicherung auch ein Lohnzettel der PVA über die im Oktober 2011 erfolgte Rückerstattung von zu viel bezahlten Beiträgen für den Nachkauf von Versicherungszeiten in Höhe von 137,94 € übermittelt. Auf die übermittelten Lohnzettel wird verwiesen.
Der Betrag von 137,94 € konnte aufgrund eines verfahrenstechnischen Problems bei der PVA nur verspätet auf dem Konto für den Nachkauf der Schul- und Studienmonate verbucht werden. Da zu diesem Zeitpunkt der Nachkauf aller vorgeschriebenen Monate bereits abgeschlossen war, wurde dieser Betrag der Beschwerdeführerin rückerstattet (Bestätigung der PVA vom 15.6.2012).
Die Beschwerdeführerin war bis Jänner 2011 bei der X-Versicherung beschäftigt und befindet sich seit Februar 2011 in „Überbrückungspension“. Im Jänner 2011 erhielt sie von ihrem Arbeitgeber neben dem Gehalt für Jänner auch eine Abfertigung (insgesamte Zahlung 60.865,24 €); in weiterer Folge bezog sie von 1.2.2011 bis 31.12.2011 neben dem Arbeitslosengeld ein „Übergangsgeld“ der X-Versicherung.
Bei der Veranlagung 2011 ergab sich trotz Herausnahme des „Übergangsgeldes“ aus der Berechnung infolge der Besteuerung des Arbeitslosengeldes eine Einkommensteuernachzahlung von 5.305 € (angefochtener Bescheid vom 24.6.2014).
Gemäß § 41 Abs. 1 Z 3 EStG 1988 idF AbgÄG 2010, BGBl I 2010/34, ist der Steuerpflichtige, in dessen Einkommen lohnsteuerpflichtige Einkünfte enthalten sind, zu veranlagen, wenn im Kalenderjahr Bezüge gemäß § 69 Abs. 2, 3, 5, 6, 7, 8 oder 9 zugeflossen sind.
Gemäß § 69 Abs. 9 EStG 1988 idF BudBG 2009, BGBl I 2009/52, hat bei Auszahlung von Bezügen im Sinne des § 25 Abs. 1 Z 3 lit. e erster Satz die auszahlende Stelle bis 31. Jänner des Folgejahres einen Lohnzettel (§ 84) zur Berücksichtigung dieser Bezüge im Veranlagungsverfahren auszustellen und an das Finanzamt der Betriebsstätte zu übermitteln. Ein vorläufiger Lohnsteuerabzug hat zu unterbleiben.
Gemäß § 25 Abs. 1 Z 3 lit. e EStG 1988 idF BudBG 2009, BGBl I 2009/52, sind Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Arbeitslohn) Rückzahlungen von Beiträgen für freiwillige Weiterversicherungen einschließlich des Nachkaufs von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung und vergleichbarer Beiträge an Versorgungs- und Unterstützungseinrichtungen der Kammern der selbständig Erwerbstätigen. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit liegen nur insoweit vor, als die Beiträge als Sonderausgaben gemäß § 18 das Einkommen vermindert haben.
Strittig ist, ob ein Pflichtveranlagungstatbestand nach § 41 Abs. 1 Z 3 EStG 1988 vorliegt.
Unstrittig ist der vorliegende Sachverhalt.
Die Beschwerdeführerin hat den von der PVA rückerstatteten Betrag in Höhe von 137,94 € im Oktober 2011 erhalten. Bei der Arbeitnehmerveranlagung 2010 wurden vom Finanzamt zur Gänze die beantragten Sonderausgaben für den Nachkauf von Versicherungszeiten anerkannt. Wenn die Beschwerdeführerin vermeint, dass von den insgesamt beantragten Sonderausgaben (Nachkauf von Versicherungszeiten, Personenversicherungen) lediglich 276,79 € (lt. Bescheid 296, 79 €) das Einkommen tatsächlich gemindert hätten, so ist dies nicht richtig. Die Einschleifregelung betraf lediglich die Personenversicherungen.
Bei dem von der PVA rückerstatteten Betrag von 137,94 € handelt es sich gemäß § 25 Abs. 1 Z 3 lit. e EStG 1988 um lohnsteuerpflichtige Einkünfte.
Soweit die zurückgezahlten Beträge für die gesetzliche Pensionsversicherung – wie im gegenständlichen Fall – als Sonderausgaben gemäß § 18 EStG 1988 abgesetzt worden sind, liegt ein Pflichtveranlagungstatbestand gemäß § 41 Abs. 1 Z 3 EStG 1988 vor.
Eine Möglichkeit von der Durchführung einer Veranlagung – aus welchem Grund auch immer – abzusehen, sieht der Gesetzgeber nicht vor.
Im gegenständlichen Fall wird über die Pflichtveranlagung abgesprochen. Zu § 41 Abs. 1 EStG 1988 liegt eine einheitliche Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes vor (grundsätzlich VwGH 18.11.2008, 2006/15/0320). Zudem ergeben sich die Rechtsfolgen einer Pflichtveranlagung bereits aus dem Gesetz. Eine Revision ist demnach unzulässig.
ECLI:AT:BFG:2015:RV.5101290.2014
Findok-Nr: 107305.1, aufgenommen am: 13.11.2015 13:54:45, Dokument-ID: 9fdcd5e4-a9fc-4c93-8daa-2153848661f3, Segment-ID: 914b462b-14ee-4f1c-8aa6-fd63b20dc075

References: § 41
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 § 69
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 § 25
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