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Timestamp: 2016-10-23 20:32:37+00:00

Document:
Bundesrichter Wipr�chtiger, pr�sidierendes Mitglied, Bundesrichter Kolly, Karlen,
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanw�ltin Dominique von Planta-Sting,
Art. 9 und 29 BV (Strafverfahren; rechtliches Geh�r, Willk�r)
Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 1 i.V.m. 2 lit. c BetmG),
X.________ baute in den Jahren 1999 und 2000 auf einer Fl�che von ca. 1,4 Hektaren Hanfsorten an, die mit Ausnahme der Sorte "Kompolti" nicht in der Sortenkatalog-Verordnung des Bundesamtes f�r Landwirtschaft (Art. 4 und Anhang 4; SR 916.151.6) aufgef�hrt sind. Im Jahre 2000 schloss er mit mehreren Landwirten Anbauvertr�ge ab. Dabei wurde das Saatgut jeweils von ihm als Abnehmer bestimmt. Das Rohmaterial verarbeitete er mehrheitlich selber zu Trockenblumen, Naturhanftaschen, Hanfkissen, Hanfsamenmehl, Hanfsenf, Hanfsirup, Hanfseife usw. und verkaufte diese Produkte an Hanfgesch�fte und Private. Die angebauten Hanfsorten einschliesslich der Sorte Kompolti (0,6 %) wiesen einen THC-Gehalt von 0,5 bis 3 % auf, diejenigen seiner Vertragspartner mitunter 6 % (Urteil des Obergerichts S. 13 f.). Er erzielte mit dem Hanfanbau im Jahre 1999 bei einem Ertrag von Fr. 238'754,85 einen Gewinn von rund Fr. 169'400.-- und im Jahre 2000 bei Einnahmen von ca. Fr. 150'000.-- einen Gewinn von Fr. 131'000.-- (Urteil des Obergerichts S. 23 f., 49). In einer zweiten Anklageschrift wurden ihm weitere Widerhandlungen gegen das Bet�ubungsmittelgesetz vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft beantragte in zwei Anklageschriften eine Gesamtstrafe von 2 � Jahren Gef�ngnis und Fr. 10'000.-- Busse.
Das Obergericht des Kantons Aargau (1. Strafkammer) stellte in teilweiser Gutheissung einer Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Baden (2. Abteilung) vom 27. Februar 2003 das Verfahren wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verf�gung zufolge Verj�hrung ein (Ziff. 1/1a des Dispositivs), sprach ihn in mehreren Anklagepunkten frei (Ziff. 1/1b) und fand ihn der qualifizierten Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 lit. c BetmG schuldig (Ziff. 1/2). Es bestrafte ihn mit 13 Monaten Gef�ngnis und Fr. 5000.-- Busse (Ziff. 1/3). Im �brigen wies es die Berufung ab (Ziff. 2).
X.________ erhebt staatsrechtliche Beschwerde und eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde mit den gleichlautenden Antr�gen, das Urteil des Obergerichts (in den Ziff. 1/2, 1/3 und 2) aufzuheben, die Sache zu neuer Beurteilung an das Obergericht zur�ckzuweisen, dieses anzuweisen, eine Verhandlung durchzuf�hren und ihn pers�nlich anzuh�ren, sowie ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren und den Beschwerden die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
X.________ zieht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit Eingabe vom 5. Mai 2004 zur�ck.
Die staatsrechtliche Beschwerde muss gem�ss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw. welche Rechtss�tze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Das Bundesgericht pr�ft nur klar und einl�sslich erhobene R�gen und wendet das Recht nicht von Amtes wegen an (BGE 127 I 38 E. 3c). Es tritt auf ungen�gend begr�ndete R�gen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid nicht ein (BGE 125 I 492 E. 1b).
Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung von � 222 Abs. 1 des Gesetzes �ber die Strafrechtspflege des Kantons Aargau (StPO/AG), weil das Obergericht die Durchf�hrung einer Berufungsverhandlung verweigert habe. Dies sei unverh�ltnism�ssig und nicht im Sinne dieser Bestimmung. Bevor eine zu vollziehende Freiheitsstrafe angeordnet werde, solle der Angeklagte pers�nlich angeh�rt werden. Dazu geh�re auch eine Gef�ngnisstrafe von unter 18 Monaten, sofern sie unbedingt ausgesprochen werde.
Sinngem�ss macht der Beschwerdef�hrer damit eine willk�rliche Anwendung der erw�hnten Bestimmung der StPO/AG geltend. Die Anwendung und Auslegung des kantonalen Rechts pr�ft das Bundesgericht gest�tzt auf Art. 9 BV unter dem Gesichtspunkt der Willk�r, d.h. es greift nur ein, wenn die Auslegung nicht nur unrichtig, sondern schlechthin unhaltbar ist (BGE 128 I 177 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 116 Ia 102 E. 4a).
� 222 Abs. 1 StPO/AG (in der Fassung des Gesetzes vom 9. September 1997) lautet: Bei der Beurteilung von Berufungen in F�llen, in denen im angefochtenen Urteil eine Freiheitsstrafe von �ber 18 Monaten oder eine freiheitsentziehende Massnahme ausgesprochen wurde oder mit der Berufung oder Anschlussberufung beantragt wird, und bei der Beurteilung von Wiederaufnahmegesuchen f�hrt das Obergericht eine Parteiverhandlung durch. Diese kann unterbleiben, sofern die Parteien ausdr�cklich darauf verzichten.
Diese Bestimmung stellt nicht darauf ab, ob die Freiheitsstrafe bedingt oder unbedingt ausgef�llt wird. Das Bezirksgericht hatte (nach Befragungen des Beschwerdef�hrers in den Verhandlungen vom 24. Januar 2002 und 27. Februar 2003; angefochtenes Urteil S. 5 und 8) eine unbedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten ausgesprochen. Im Berufungsverfahren kam weder eine dar�ber hinausgehende Freiheitsstrafe noch eine freiheitsentziehende Massnahme in Betracht. Das Obergericht nimmt daher an, dass eine Parteiverhandlung nicht zwingend durchzuf�hren ist (angefochtenes Urteil S. 12). Diese mit dem Wortlaut �bereinstimmende Auslegung von � 222 Abs. 1 StPO/AG ist nicht schlechthin unhaltbar und somit nicht willk�rlich.
Der Beschwerdef�hrer r�gt weiter eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r, weil er im Zusammenhang mit der Beurteilung des bedingten Strafvollzugs nicht pers�nlich angeh�rt worden sei und seine Haltung, Glaubw�rdigkeit und Gew�hr einer g�nstigen Prognose nicht habe darlegen k�nnen.
Sinngem�ss beruft er sich auf das rechtliche Geh�r gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV. Dazu geh�rt das Recht des Betroffenen, sich vor dem Entscheid zur Sache zu �ussern (BGE 127 I 54 E. 2b). Ein Anspruch auf vorg�ngige Anh�rung besteht insbesondere, wenn das Gericht seinen Entscheid mit Tatsachen (BGE 124 I 49 E. 3c) bzw. einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begr�nden beabsichtigt, die im bisherigen Verfahren nicht herangezogen wurden, auf die sich die Parteien nicht berufen haben und mit deren Erheblichkeit im konkreten Fall sie nicht rechnen konnten (BGE 128 V 272 E. 5b/bb; 126 I 19 E. 2c/aa).
Der f�r die Frage des bedingten Strafvollzugs massgebliche Sachverhalt wurde im erstinstanzlichen Verfahren abgekl�rt. Wie erw�hnt, f�hrte das Bezirksgericht zwei Verhandlungen durch und h�rte den Beschwerdef�hrer an. Dieser reichte im Berufungsverfahren eine Berufungsschrift ein, in der er sich zur Frage des bedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe �usserte und in der er seinen Standpunkt in tats�chlicher und rechtlicher Hinsicht darlegte. In der Best�tigung des erstinstanzlichen Entscheids ber�cksichtigt das Obergericht neben den Aussagen des Beschwerdef�hrers vor dem Bezirksgericht (act. 253 und 266) auch die in der Berufung behauptete Augenerkrankung (angefochtenes Urteil S. 54). Das rechtliche Geh�r ist dem Beschwerdef�hrer somit gew�hrt worden. Im Weiteren verzichtet das Obergericht in antizipierter Beweisw�rdigung auf eine weitere Beweisabnahme (angefochtenes Urteil S. 12 f. mit Hinweis auf BGE 124 I 208 E. 4a). Dass diese W�rdigung willk�rlich w�re, legt der Beschwerdef�hrer nicht dar. Im �brigen richtet er sich gegen die Verweigerung des bedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe. Das ist eine Frage des Bundesrechts, auf die im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerde nicht einzutreten ist.
Der Beschwerdef�hrer bringt vor, das Obergericht nehme willk�rlich an, er habe Hanf mit einem erh�hten THC-Wert an A.________ und B.________ verkauft.
Auch hier bezeichnet der Beschwerdef�hrer keinen Rechtssatz, der durch das angefochtene Urteil verletzt sein sollte. Sinngem�ss bezieht er sich auf Art. 9 BV. Nach dieser Verfassungsbestimmung hat jede Person Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne Willk�r behandelt zu werden. Willk�r liegt vor, wenn die Beh�rde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen. Dabei gen�gt es nicht, wenn das Urteil sich nur in der Begr�ndung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn es im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 129 I 49 E. 4; 128 I 81 E. 2).
Das Obergericht begr�ndet, dass es sich im ersten Fall um Hanf mit einem THC-Wert zwischen 1 und 3 % und im zweiten Fall um Hanf zur Bet�ubungsmittelgewinnung handelte (angefochtenes Urteil S. 43 f. und 35 f.). Der Beschwerdef�hrer legt nicht dar, inwiefern diese Beurteilung willk�rlich sei. Soweit er in Ziff. 30 der Beschwerde auf "Beilage 5 zur Berufung" (vom 5. September 2003) verweist, d.h. auf eine Untersuchung des Instituts f�r Rechtsmedizin der Universit�t Bern vom 27. M�rz 2002, ist anzumerken, dass sich mit diesem Beleg keine Willk�r in der Beweisw�rdigung darlegen l�sst (angefochtenes Urteil S. 42, Ziff. 11/a, mit Verweisung auf das Urteil des Bezirksgerichts S. 22 ff., insbesondere S. 24 betreffend die Probe Nr. 5 mit 0,3 %). Auf diese bloss appellatorische Kritik ist nicht einzutreten (oben E. 1).
In der Nichtigkeitsbeschwerde muss kurz dargelegt werden, welche Bundesrechtss�tze und inwiefern sie durch die angefochtene Entscheidung verletzt sind. Ausf�hrungen, die sich gegen die tats�chlichen Feststellungen des Entscheides richten, das Vorbringen neuer Tatsachen, neue Einreden, Bestreitungen und Beweismittel, sowie Er�rterungen �ber die Verletzung kantonalen Rechts sind unzul�ssig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Das Bundesgericht ist an die tats�chlichen Feststellungen der kantonalen Beh�rde gebunden (Art. 277bis BStP). Die Begr�ndung der Nichtigkeitsbeschwerde ist in dieser selber anzubringen (BGE 106 IV 283 E. 2).
Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die Annahme des Eventualvorsatzes. Er habe immer nur den so genannten "Bauernhanf" und auch die im Sortenkatalog aufgef�hrte Sorte "Kompolti" angebaut. Vor den Bundesgerichtsentscheiden im Jahre 2000 sei er gar nicht auf die Idee gekommen, dass sein Bauernhanf als Bet�ubungsmittel betrachtet werden k�nnte. Aus den Akten gehe klar hervor, dass er nicht in Kauf genommen habe, eine Straftat zu begehen. Sein Hanfkraut habe keinen hohen THC-Gehalt aufgewiesen und sei nicht konsumbereit gewesen. Er habe keine Garantenstellung gehabt und k�nne nicht f�r die Gesetzesverletzung anderer zur Verantwortung gezogen werden. Die hohen THC-Werte seien nicht bewiesen.
6.1 Der objektive Tatbestand des Erwerbs und Verkaufs von Bet�ubungsmitteln ist erf�llt, wenn Hanfprodukte vertrieben werden, deren Gehalt an THC den noch zul�ssigen Grenzwert �berschreitet (BGE 126 IV 198 E. 2). Gem�ss Art. 1 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 BetmG f�llt Hanfkraut als Rohmaterial ohne R�cksicht auf den Gehalt an psychoaktiven Substanzen unter das Bet�ubungsmittelgesetz. Indessen gilt nach der neueren Rechtsprechung, die sich an den von den zust�ndigen Bundes�mtern erlassenen Grenzwerten orientiert, nur Hanf mit einem THC-Gehalt von �ber 0,3 % als Bet�ubungsmittel und darf nach Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG nicht in Verkehr gebracht werden (BGE 126 IV 198 E. 1 mit Hinweis auf die Sortenkatalog-Verordnung). Im �brigen unterstehen nach konstanter Rechtsprechung die verschiedenen Handelsformen des Canabis (Marihuana, Haschisch, Haschisch�l usw.) dem Bet�ubungsmittelgesetz (BGE 120 IV 256 E. 2a), insbesondere auch der in den letzten Jahren aufgetretene Verkauf in der Form von "Dufts�cklein" (BGE 126 IV 60 und 198).
Der THC-Gehalt der vom Beschwerdef�hrer vertriebenen Produkte lag deutlich �ber diesen Grenzwerten (angefochtenes Urteil S. 18 und 22). Er bestreitet diese Feststellungen �ber den THC-Gehalt und richtet sich damit in unzul�ssiger Weise gegen die Beweisw�rdigung. Darauf ist nicht einzutreten (oben E. 5).
6.2 In subjektiver Hinsicht gen�gt Eventualvorsatz, dass also der T�ter die Verwendung der von ihm vertriebenen Produkte als Bet�ubungsmittel in Kauf nimmt (BGE 126 IV 198 E. 2). Was der T�ter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen, ist damit Tatfrage und kann im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde nicht zur Entscheidung gestellt werden (BGE 125 IV 242 E. 3c). Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Die Vorinstanz kommt zum Ergebnis, der Beschwerdef�hrer habe bewusst THC-reiche Hanfsorten angebaut und die missbr�uchliche Verwendung seines Hanfs billigend in Kauf genommen. Sie nimmt damit zu Recht eventualvors�tzliches Handeln an (angefochtenes Urteil S. 19 - 27 sowie S. 36 f. und 44). Was der Beschwerdef�hrer dagegen einwendet, ist unbehelflich. So l�sst sich aus der Tatsache, dass f�r die in der Sortenkatalog-Verordnung aufgef�hrten Hanfsorten Anbaubeitr�ge ausgerichtet werden, offenkundig nicht ableiten, der Anbau anderer, THC-reicher Sorten sei legal. Dies um so weniger, als der dem Beschwerdef�hrer bekannte Anhang 4 der Sortenkatalog-Verordnung ausdr�cklich auf den Grenzwert von 0,3 % hinweist. In diesem Zusammenhang wendet sich der Beschwerdef�hrer auch gegen die differenzierte und im �brigen nicht entscheidende Erw�gung der Vorinstanz, der Anbau von THC-reichem Hanf k�nne bei Vorliegen einer entsprechenden Bewilligung erlaubt sein (angefochtenes Urteil S. 25). Dieser Fall liegt hier nicht vor, so dass darauf nicht einzugehen ist (vgl. Art. 3, 8 BetmG sowie die BetmV, SR 812.121.1). Es kann ferner keine Rede davon sein, dass der Beschwerdef�hrer f�r die Gesetzesverletzung anderer zur Verantwortung gezogen w�rde.
Der Beschwerdef�hrer beruft sich auf einen Rechtsirrtum im Sinne von Art. 20 StGB. Er macht im Wesentlichen geltend, er sei im Jahre 1999 in einem gleichgelagerten Fall freigesprochen worden, und die Kantonspolizei habe in einem Rapport vom 2. Juni 1997 festgestellt, der Verkauf der damals bei einer Hausdurchsuchung entdeckten Dufts�cklein sei legal.
Rechtsirrtum (Verbotsirrtum) ist anzunehmen, wenn der T�ter aus zureichenden Gr�nden annimmt, er sei zur Tat berechtigt (Art. 20 StGB). Dabei handelt der T�ter in Kenntnis aller Tatumst�nde und somit vors�tzlich, h�lt aber sein Tun versehentlich f�r erlaubt (BGE 129 IV 238 E. 3.1). Art. 20 StGB ist nur auf den unvermeidbaren Rechtsirrtum anzuwenden. Vermeidbar ist dieser regelm�ssig, wenn der T�ter selbst an der Rechtm�ssigkeit seines Verhaltens zweifelte oder h�tte Zweifel haben m�ssen oder wenn er weiss, dass eine rechtliche Regelung besteht, er sich �ber deren Inhalt und Reichweite aber nicht gen�gend informiert. Dasselbe gilt, wenn er von der Beh�rde ausdr�cklich auf die Rechtslage hingewiesen worden ist (BGE 129 IV 6 E. 4.1; 120 IV 208 E. 5b). Als unvermeidbar gilt ein Rechtsirrtum beispielsweise nach einem fr�heren Freispruch bei gleichem Sachverhalt (BGE 99 IV 185 E 3a; 91 IV 159 E. 7).
Die Vorinstanz pr�ft diese Frage und in diesem Zusammenhang die Tragweite des Urteils des Obergerichts des Kantons Aargau (2. Strafkammer) vom 8. Juni 1999 eingehend und verneint einen Rechtsirrtum (angefochtenes Urteil S. 27 - 34). Dem Beschwerdef�hrer war damals vorgeworfen worden, Hanftee mit zu hohem THC-Gehalt ver�ussert zu haben. Die Mehrheit des Obergerichts kam jedoch im damaligen Urteil (S. 8 f.) zum Ergebnis, dass der THC-Gehalt nur unmassgeblich �ber den angenommenen Grenzwerten von 0,3 % bzw. 0,5 % lag und dass eine zus�tzliche Absicht, aus dem Hanfkraut Bet�ubungsmittel zu gewinnen, nicht nachgewiesen werden konnte, weshalb ein Freispruch erfolgte (angefochtenes Urteil S. 32). Wie die Vorinstanz ausf�hrt, konnte der Beschwerdef�hrer hieraus nicht folgern, er sei zum Anbau von Hanfkraut mit einem diesen Grenzwert um ein Mehrfaches �bersteigenden THC-Gehalt berechtigt (angefochtenes Urteil S. 34). Vielmehr war er damals vom Obergericht ausdr�cklich auf die Grenzwerte hingewiesen worden. Allerdings wurde im damaligen Urteil des Obergerichts (S. 7) ausgef�hrt, die Tatbestandsm�ssigkeit h�nge davon ab, ob das Hanfkraut konsumbereit sei oder dazu noch der Verarbeitung bed�rfe. Indessen kann der Beschwerdef�hrer auch aus dieser Erw�gung heute nichts f�r eine Entschuldbarkeit eines allf�lligen Rechtsirrtums ableiten, weil er in den vorliegend zu beurteilenden F�llen bewusst THC-reiche Hanfsorten angebaut und die missbr�uchliche Verwendung seines Hanfs in Kauf genommen hatte. Bereits im erw�hnten Rapport der Kantonspolizei wurde festgestellt, dass die Dufts�cklein auch gekauft wurden, um den Hanf daraus in Form von Joints zu rauchen. Wie sich dem erw�hnten Urteil aus dem Jahre 1999 (S. 8) entnehmen l�sst, war der Beschwerdef�hrer im Jahre 1996 vom Kantonalen Laboratorium verwarnt und mehrmals auf die gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam gemacht worden. Der Beschwerdef�hrer wurde sodann im freisprechenden Urteil auf die Grenzwerte hingewiesen. Die vorinstanzliche Beurteilung verletzt kein Bundesrecht.
Der Beschwerdef�hrer f�hrt in einer Bemerkung zur Strafzumessung aus, es k�nne nicht die Gewerbsm�ssigkeit festgestellt und die Strafe zus�tzlich wegen genau desselben Grundes noch einmal versch�rft werden (Beschwerde Ziff. 53). Dabei geht es um die Frage des Doppelverwertungsverbots bei der Strafzumessung. Die Vorinstanz nimmt Gewerbsm�ssigkeit im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG an und gewichtet straferh�hend, dass der Beschwerdef�hrer "aus (rein) finanziellen Motiven" gehandelt hatte (angefochtenes Urteil S. 51 oben). Sie durfte die Beweggr�nde (Art. 63 StGB; BGE 129 IV 6 E. 6.1) straferh�hend ber�cksichtigen (vgl. auch BGE 118 IV 342 E. 2b; 120 IV 67 E. 2b), weil die Beweggr�nde und die Gewerbsm�ssigkeit sich nicht decken m�ssen.
Der Beschwerdef�hrer macht schliesslich geltend, die Vorinstanz verletze mit der Verweigerung des bedingten Strafvollzugs Bundesrecht.
Gem�ss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug einer Freiheitsstafe von nicht mehr als 18 Monaten aufschieben, wenn Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. Der Richter hat also eine Prognose �ber das zuk�nftige Verhalten des T�ters zu stellen. Dabei steht dem Sachrichter ein erhebliches Ermessen zu. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid nur auf, wenn die Vorinstanz nicht von rechtlich massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder diese in �berschreitung oder Missbrach ihres Ermessens unrichtig gewichtet hat. Bei der Pr�fung, ob der Verurteilte f�r ein dauerndes Wohlverhalten Gew�hr bietet, ist eine Gesamtw�rdigung aller wesentlichen Umst�nde vorzunehmen. In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Tatumst�nden auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die g�ltige Schl�sse auf den Charakter des T�ters und die Aussicht seiner Bew�hrung zulassen. Die pers�nlichen Verh�ltnisse sind bis zum Zeitpunkt des Entscheids zu ber�cksichtigen (BGE 128 IV 193 E. 3a).
Die Vorinstanz f�hrt aus, f�r eine g�nstige Prognose w�rden der gute Leumund und die Vorstrafenlosigkeit sprechen, dagegen die Tatumst�nde und die offensichtliche Einsichtslosigkeit. Trotz erdr�ckender Beweislast bestreite der Beschwerdef�hrer s�mtliche Vorw�rfe und sei sich keines Unrechts bewusst. Er zeige auch keinerlei Reue. Ins Gewicht falle ferner, dass er trotz des h�ngigen Strafverfahrens erneut grosse Mengen Hanf mit einem zu hohen THC-Wert verkauft habe, was zu einer zweiten Anklageschrift gef�hrt habe. Vor dem Bezirksgericht habe er angegeben, weiterhin im Hanfbereich t�tig sein zu wollen. Er wolle im n�chsten Jahr wieder indischen Hanf ans�en und ein Gesuch um THC-reiche Sorten stellen. In einer zus�tzlichen Erw�gung f�hrt sie aus, es sei nicht einzusehen, weshalb er trotz der Augenprobleme nicht weiterhin im Hanfbereich t�tig sein k�nnte. Es bestehe die M�glichkeit, die T�tigkeiten, die er in diesem Bereich nicht mehr selber ausf�hren k�nne, durch Dritte ausf�hren zu lassen. Jedenfalls dr�nge sich aufgrund seiner Augenerkrankung nicht der Schluss auf, dass er nicht mehr gegen das Bet�ubungsmittelgesetz verstossen werde (angefochtenes Urteil S. 53 f.).
Diese Beurteilung verletzt kein Bundesrecht. Die Vorinstanz nimmt zutreffend an, dass die Einsichtslosigkeit gegen eine g�nstige Prognose spricht (vgl. Roland M. Schneider, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Art. 41 N. 98, 100). Entgegen der Beschwerde verneint sie eine g�nstige Prognose nicht wegen der Art oder Schwere des Delikts, sondern gewichtet die Tatumst�nde und das Fortsetzen der deliktischen T�tigkeit w�hrend des Strafverfahrens in zul�ssiger Weise als f�r die Prognose erhebliche Tatsachen. Auch die Einwendungen des Beschwerdef�hrers bez�glich der behaupteten Augenerkrankung sind unbehelflich. Die vorinstanzliche Erw�gung besagt nur, dass die Augenerkrankung an der ung�nstigen Prognose, die sich aus den erw�hnten anderen Umst�nden ergibt, nichts �ndert.
Die staatsrechtliche Beschwerde und die Nichtigkeitsbeschwerde sind abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Entsprechend tr�gt der Beschwerdef�hrer die Kosten vor Bundesgericht (Art. 156 Abs. 1 OG; Art. 278 Abs. 1 BStP).
Die Gerichtsgeb�hren von Fr. 4'000.-- werden dem Beschwerdef�hrer auferlegt.

References: Art. 9
 Art. 19
 Art. 90
 Art. 9
 BGE 
 Art. 29
 BGE 
 Art. 9
 Art. 1
 Art. 8
 Art. 3
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 19
 BGE 
 BGE 
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 278