Source: https://www.anwalt-suchservice.de/rechtstipps/wie_schnell_wirkt_almased_23977.html
Timestamp: 2020-08-08 06:42:44+00:00

Document:
09.09.2017, Autor: Herr Bernd Fleischer / Lesedauer ca. 2 Min. (125 mal gelesen)
Das Unternehmen erneut verurteilt wegen irreführender Werbung.
Jedenfalls die TV-Werbung kennt doch bestimmt jeder: Ein faltiger Mops läuft über den Strand, in Zeitlupe, eine nette Frauenstimme im Hintergrund sagt: "Für alle, die schon morgen eine Bikinifigur brauchen." als ein gutaussehendes junges Model im gelben Bikini -- die Erkennungsfarbe von Almased -- ins Bild läuft. Almased. Ein Wundermittel. Oder?
Mehrfache Rechtsverstöße
Denn gegen die Werbeaussagen von Almaseder ging nun beileibe nicht das erste Urteil. Bereits 2016 scheiterte das Unternehmen in letzter Instanz vor dem Bundesgerichtshof (BGH) wegen irreführender Werbung.
Geworben wurde für das als "Almased Vitalkost" bezeichnete Produkt unter anderem damit, dass innerhalb konkret angegebener Zeiträumen eine bezifferte Gewichtsreduktion herbeizuführen sei, mit einer angeblichen Regulierung des Blutzuckerspiels und mit einer Aktivierung des Stoffwechsels. Der BGH bestätigte die Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Celle.
Bikinifigur: morgen?
Die Richter des OLG hatten einerseits das Versprechen einer Gewichtsreduktion innerhalb einer bestimmten Zeit als verbotene Werbung eingestuft. Schlankheitsmittel allein führten nicht automatisch zu einer Gewichtsreduktion, sondern stellen diese allein in Aussicht. Auch reagiert jeder Körper anders. Die sichere Abnahme in der vom Unternehmen beworbenene Zeit sahen die Richter als wissenschaftlich nicht gesichert an. Daher sei die Werbung irreführend, weil sie bei den Verbrauchern einen falschen Eindruck hervorrufe.
Darüber hinaus dürfe auch mit gesundheitsfördernder Wirkung oder der Linderung von Krankheitssymptomen bei Lebensmitteln grundsätzlich nicht geworben werden. Almased zählt als solches Nahrungsmittel. Darüber hinaus sahen die Richter auch diese Angaben als nicht hinreichend wissenschaftlich belegt an.
Dreister Verstoß gegen das Werbeverbot
Obwohl obige Aussagen schon 2016 als verbotene Werbung eingestuft und untersagt worden waren, fanden sie sich Anfang des Jahres 2017 weiterhin auf der Webseite des Unternehmens. Nun verhängte das Landgericht Lüneburg ein Ordnungsgeld in Höhe von 50.000 Euro.
DIe Richter begründeten, man habe versucht, ein möglichst hohes Schmerzensgeld zu verhängen, dass Almased als "Global-Player" empfindlich treffe. Verbraucherschützer bemängeln die Summe als viel zu gering. Und tatsächlich dürfte den internationalen Konzern dieses Ordnungsgeld bei einem Einkaufspreis von rund zwanzig Euro pro Dose Almased nicht allzu schwer treffen. Tja, wer schön sein will...
Weitere Rechtstipps (80) Werbeverbot für Tabakprodukte – Gesetzesentwurf stellt strengere Beschränkungen auf Markenrecht: BGH entscheidet im Streit um quadratische Schokolade Lebensmittelrecht: BVerfG urteilt über Blankettstrafvorschrift Kartellrecht: Amtshaftungsklage wegen Vorgehen des Bundeskartellamts Jameda-Bewertungen: Zahnarzt muss erneut Niederlage einstecken Markenrecht: Kann „Fack Ju Göthe“ nun doch als Unionsmarke eingetragen werden? Nun doch beleidigende Kommentare – Landgericht revidiert Entscheidung zum Social-Media-Recht E-Commerce – Bundesrat fordert verbesserten Verbraucherschutz im Online-Handel Berechnung in Viertelstundenschritten – Richter erklären Anwalts-AGB für unzulässig Urheberrechtsschutz auch für Modemodelle? Facebook-Fanpages im Fokus des Datenschutzrechtes - Verantwortung für datenschutzkonformer Zustände Cathy Hummels siegt im Kampf gegen Kennzeichnungspflicht E-Commerce: EU plant Stärkung von Verbraucherrechten im Online-Handel Eyeo und Google im Fokus des Bundeskartellamtes „Beleidigungsfreie Sphäre“ bei WhatsApp? Aktuelle Entscheidung im Medienstrafrecht Neue Regelungen im Internetrecht bringen keine Flut an Beschwerden Reputation und Bewertungen im Internet – „Yelp“ muss Schadensersatz leisten Abmahn (wahnsinn)? Justizministerium stellt Gesetzesentwurf gegen unseriöse Abmahnungen vor Internetrecht: BGH kippt die Gebühr beim Selbstausdrucken von Eintrittskarten Persönlichkeitsrecht: Nationalspieler will kein Sammelobjekt mehr sein Bundesregierung plant verbesserten Schutz für Geschäftsgeheimnisse Experten streiten über Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche LG Lübeck verurteilt Google zur Löschung einer Bewertung: Kein Recht auf Meinungsfreiheit Der rettende Vergleich bei der Kündigungsschutzklage: Whistleblowing in Apotheke geht glimpflich aus Fairer Wettbewerb ist wichtig: Wettbewerbszentrale legt Jahresbericht für 2017 vor EuG: Begründungsmängel bei Frage um Markeneintragung Kein Netzwerkdurchsuchungsgesetz auf europäischer Ebene Sieg vor dem Bundesgerichtshof - Bewertungsportal Jameda muss Profil löschen Neue AGB von PayPal unverständlich und zu lang – Verbraucherschützer mahnen PayPal ab Keine guten Karten für Hobby-Stalker: Suchmaschinen-Link für Facebook benötigt Hinweis EuGH bestätigt hohe Geldbußen wegen Luftfahrtkartell Ärztin klagt auf Löschung aus Ärztebewertungsportal Jameda Können Werbeverbote zur Verteidigung gegen einen „Shitstorm“ aufgeweicht werden? Verbraucherzentrale warnt vor Abzocke durch Abmahnschreiben Das Deutsche Medienschiedsgericht bekommt einen neuen Präsidenten Berliner Startup wird von Verlagen wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt Urheberrecht durch soziale Medien in Gefahr – DJV fordert besseren Schutz Im Internet verkaufte Bioprodukte müssen kontrolliert werden Gesetzesnovelle im Datenschutzrecht Die Vorschau im Urheberrecht Werbung mit dem „besten Netz“ – Wie 1&1 seine Kunden täuscht Widerrufsausschluss bei Matratzenkauf im Internet? OLG München: Werbeblocker verstoßen nicht gegen Kartellrecht oder Wettbewerbsrecht Kundenbewertung als Werbung? Änderung des Urheberrechts in Bildung und Wissenschaft Null Euro heißt N/nichts! Anschlussinhaber hat Nachforschung- und Offenbarungspflichten Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung – die Uhr tickt Schlagabtausch im Werberecht Filesharing – LG München wendet sich an den EuGH BGH: Zuzahlungsverzicht bei medizinischen Hilfsmitteln erlaubt Reform des Urhebervertragsrechts Digitale Vervielfältigung: EuGH stärkt Urheberrecht Verstoß gegen Health-Claims-Verordnung – Grenzen in der Werbung Produktpiraterie: Handel mit Plagiaten und Fälschungen nimmt zu EuG: Einfacher Klingelton zu banal für Eintragung als Hörmarke Markenrecht: Keine Verwechslungsgefahr zwischen Roman und Zeitschrift BGH: Sparkassen-Rot bleibt als Farbmarke geschützt EuG: Wertschätzung der McDonald’s-Marken ausgenutzt Schadensersatzansprüche gegen Lkw-Kartell Bundesverfassungsgericht zum Sampling: Kunstfreiheit vor Urheberrecht Lkw-Kartell muss mit Bußgeldern in Milliardenhöhe rechnen OLG Hamburg: Irreführung der Verbraucher durch Mogelpackungen OECD-Studie: Produktpiraterie nimmt weltweit zu Markenrecht: EuG bestätigt Markenschutz für Winnetou Gemeinschaftsmarke: Erfolg für Adidas, Pleite für Coca-Cola Bundeskartellamt leitet Verfahren gegen Facebook ein Markenrecht: Schlappe für den FC Barcelona vor dem EuG Irreführende Werbung: Hinweis limitierte Stückzahl oft unzureichend „Hochzeitsrabatte“ nicht kartellrechtswidrig BGH: Irreführende Angaben verstoßen gegen Wettbewerbsrecht BGH erleichtert Kampf gegen Produktpiraterie – Schutz des Markenrechts BGH: Goldbären kein Monopol-Produkt OLG Hamm untersagt Verkauf nachgeahmter „Le-Pliage“-Handtaschen OLG Frankfurt: Bezeichnung „Schmuddelkind der Branche“ verstößt gegen BGH kippt Apple-Patent BGH zum Schutz einer Farbmarke EuGH erschwert Internet-Handel mit Fälschungen und Plagiaten Bundeskartellamt mahnt Post ab Markenrecht: BGH muss Entscheidung im Goldbären-Streit treffen
1597299107647
Der Zwilling der „Almased-Frau” – unlautere Herkunftstäuschung trotz anderer Produktbezeichnung
Wettbewerbsrechtlicher Nachahmungsschutz hat bei lange und umfangreich beworbenen Produkten keine überhöhten Anforderungen.Die Schwächung der wettbewerblichen Eigenart jahrzehntelang vertriebener Produkte durch ähnliche Konkurrenzprodukte setzt nicht...

References: BGH 
 BGH 
 BGH 
 EuGH 
 EuGH 
 EuGH 
 EuG 
 EuG 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 EuGH 
 BGH