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Timestamp: 2019-09-16 08:56:19+00:00

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﻿ ﻿ BAG – 5 AZR 118/17 | bag-urteil.com
BAGE 161, 132	NZA 2018, 597	ZTR 2018, 332
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 06.12.2017, 5 AZR 118/17
Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts vom 24. November 2016 – 5 Sa 590/16 – wird zurückgewiesen.
5 AZR 118/17 > Rn 1
5 AZR 118/17 > Rn 2
5 AZR 118/17 > Rn 3
5 AZR 118/17 > Rn 4
5 AZR 118/17 > Rn 5
5 AZR 118/17 > Rn 6
5 AZR 118/17 > Rn 7
5 AZR 118/17 > Rn 8
5 AZR 118/17 > Rn 9
5 AZR 118/17 > Rn 10
5 AZR 118/17 > Rn 11
5 AZR 118/17 > Rn 12
5 AZR 118/17 > Rn 13
5 AZR 118/17 > Rn 14
5 AZR 118/17 > Rn 15
5 AZR 118/17 > Rn 16
5 AZR 118/17 > Rn 17
a) An die Bestimmtheit eines Feststellungsantrags sind keine geringeren Anforderungen zu stellen als an die eines Leistungsantrags (BAG 12. Dezember 2012 – 5 AZR 918/11 – Rn. 35). Auch wenn das Bestehen oder der Umfang eines Rechtsverhältnisses oder eines Anspruchs zur gerichtlichen Entscheidung gestellt wird, muss zuverlässig erkennbar sein, worüber das Gericht eine Sachentscheidung treffen soll (BAG 23. März 2016 – 5 AZR 758/13 – Rn. 21 mwN, BAGE 154, 337). Wie der Antrag, einem Arbeitszeitkonto Stunden „gutzuschreiben“, erfordert die hinreichende Bestimmtheit (§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO) eines auf Feststellung dieser Verpflichtung gerichteten Antrags, dass der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer ein Zeitkonto führt, auf dem zu erfassende Arbeitszeiten nicht aufgenommen wurden und noch gutgeschrieben werden können sowie eine Konkretisierung, an welcher Stelle des Arbeitszeitkontos die Gutschrift erfolgen soll (vgl. BAG 29. Juni 2016 – 5 AZR 617/15 – Rn. 14 mwN, BAGE 155, 310).
5 AZR 118/17 > Rn 18
5 AZR 118/17 > Rn 19
5 AZR 118/17 > Rn 20
5 AZR 118/17 > Rn 21
5 AZR 118/17 > Rn 22
5 AZR 118/17 > Rn 23
5 AZR 118/17 > Rn 24
5 AZR 118/17 > Rn 25
5 AZR 118/17 > Rn 26
5 AZR 118/17 > Rn 27
5 AZR 118/17 > Rn 28
5 AZR 118/17 > Rn 29
(2) § 12 EFZG bestimmt den Prüfungsmaßstab für den Günstigkeitsvergleich im Anwendungsbereich des Entgeltfortzahlungsgesetzes. Während § 4 Abs. 3 TVG von unmittelbar und zwingend geltenden Tarifbestimmungen abweichende vertragliche Abmachungen nur „zugunsten“ des Arbeitnehmers zulässt und damit fordert, dass die mit dem Tarifvertrag kollidierende vertragliche Regelung „stets günstiger“ ist (vgl. zum Günstigkeitsvergleich nach § 4 Abs. 3 TVG: BAG 15. April 2015 – 4 AZR 587/13 – Rn. 32, BAGE 151, 221; 20. September 2017 – 6 AZR 474/16 – Rn. 49; ebenso zum Günstigkeitsvergleich vertraglicher und gesetzlicher Kündigungsfristen BAG 29. Januar 2015 – 2 AZR 280/14 – Rn. 19, BAGE 150, 337), eröffnet § 12 EFZG den Tarifvertragsparteien für die Entgeltfortzahlung an gesetzlichen Feiertagen einen weitergehenden Regelungsspielraum. Die Bestimmung verbietet, wie sich aus ihrem von § 4 Abs. 3 TVG abweichenden Wortlaut ergibt, nur tarifliche Regelungen „zuungunsten“ des Arbeitnehmers. Allein in diesem Fall führt die Abweichung vom Gesetz zur Nichtigkeit der tariflichen Regelung, § 12 EFZG iVm. § 134 BGB (vgl. BAG 26. September 2001 – 5 AZR 539/00 – zu I der Gründe, BAGE 99, 112). Wirksam sind demzufolge von § 2 Abs. 1 EFZG abweichende tarifliche Regelungen der Entgeltfortzahlung an gesetzlichen Feiertagen nicht nur, wenn sie „stets günstiger“ als das Gesetz sind, sondern auch dann, wenn nach objektiven Maßstäben – sei es, weil es sich um eine „ambivalente“ Regelung handelt, bei der es von den Umständen des Einzelfalls abhängt, ob sie sich für den Arbeitnehmer günstiger oder ungünstiger auswirkt (vgl. dazu BAG 15. April 2015 – 4 AZR 587/13 – Rn. 29, BAGE 151, 221; 20. September 2017 – 6 AZR 474/16 – Rn. 49), sei es, weil die Regelung neutral ist – nicht zweifelsfrei feststellbar ist, dass sie für den Arbeitnehmer ungünstiger sind.
5 AZR 118/17 > Rn 30
5 AZR 118/17 > Rn 31
5 AZR 118/17 > Rn 32
5 AZR 118/17 > Rn 33
5 AZR 118/17 > Rn 34
5 AZR 118/17 > Rn 35
(a) Das Entgeltfortzahlungsgesetz lässt, indem den Tarifvertragsparteien durch § 12 EFZG ein Regelungsspielraum eröffnet wird, der nicht auf Abweichungen „zugunsten“ des Arbeitnehmers beschränkt ist, sondern allein Abweichungen zuungunsten der Beschäftigten verbietet, pauschalierende Regelungen der Entgeltfortzahlung an gesetzlichen Feiertagen durch Tarifvertrag zu, sofern sie im Regelfall mit dem Gesetz gleichwertig oder ambivalent sind und strukturell nicht auf eine Benachteiligung der Arbeitnehmer ausgerichtet sind. Den Tarifvertragsparteien ist es dabei gestattet, im Interesse der Praktikabilität, der Verständlichkeit und der Übersichtlichkeit typisierende Regelungen zu treffen. Sie dürfen sich am Regelfall orientieren und sind nicht gehalten, allen Besonderheiten jeweils durch Sonderregelungen Rechnung zu tragen. Die dabei auftretenden Abweichungen und im Einzelfall möglicherweise auftretenden Härten sind einer tariflichen Pauschalierung immanent (vgl. zur Typisierungsbefugnis von Tarifvertragsparteien bei der Regelung von Massenerscheinungen BVerfG 18. April 2008 – 1 BvR 759/05 – Rn. 72, BVerfGK 13, 455; zu Stichtagsregelungen BAG 13. Juni 2012 – 10 AZR 247/11 – Rn. 19 mwN; zur Berechnung des Mindestnettobetrags im Rahmen eines Tarifvertrags zur Altersteilzeitarbeit vgl. BAG 19. Februar 2013 – 9 AZR 431/11 – Rn. 24 mwN).
5 AZR 118/17 > Rn 36
5 AZR 118/17 > Rn 37
5 AZR 118/17 > Rn 38
FGr. 6-TV
BAGE 161, 132
ZTR 2018, 332
Das Urteil BAG – 5 AZR 118/17 wird zitiert in:

References: § 12
 § 4
 § 4
 § 12
 § 4
 § 12
 § 134
 § 2
 § 12