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Timestamp: 2019-10-19 21:00:39+00:00

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BSG, 23.02.1989 - 11/7 RAr 103/87 - dejure.org
BSG, 23.02.1989 - 11/7 RAr 103/87
https://dejure.org/1989,1308
BSG, 23.02.1989 - 11/7 RAr 103/87 (https://dejure.org/1989,1308)
BSG, Entscheidung vom 23.02.1989 - 11/7 RAr 103/87 (https://dejure.org/1989,1308)
BSG, Entscheidung vom 23. Februar 1989 - 11/7 RAr 103/87 (https://dejure.org/1989,1308)
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NJW 1989, 2910 (Ls.)
MDR 1989, 939
NVwZ 1989, 902
DVBl 1990, 210
Das Bundessozialgericht (BSG) äußere seine gegenteilige Auffassung im Urteil vom 23. Februar 1989 11/7 RAr 103/87 (Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht 1989, 902) nur im Rahmen eines obiter dictum, das es zudem nicht nachvollziehbar begründet habe.
Das BSG hält die Nichtigkeitsfeststellung nach § 40 Abs. 5 des Zehnten Buchs Sozialgesetzbuch (SGB X) explizit ebenfalls für einen (deklaratorischen) Verwaltungsakt (Urteil vom 23. Februar 1989 11/7 RAr 103/87, Deutsches Verwaltungsblatt 1990, 210).
Auch ein vorheriger Antrag an die Behörde auf Feststellung der Nichtigkeit eines Verwaltungsakts nach § 40 Abs. 5 SGB X wird nicht vorausgesetzt (BSG Urteil vom 23.2.1989 - 11/7 RAr 103/87 - SozR 1500 § 55 Nr. 35;… BSG Urteil vom 7.9.2006 - B 4 RA 43/05 R - BSGE 97, 94 = SozR 4-2600 § 118 Nr. 4, RdNr 15; aA Ulmer in Hennig, SGG, § 55 RdNr 71, Stand September 2016) .
Dies soll Schwierigkeiten Rechnung tragen, die sich daraus ergeben, dass die Frage, ob ein Verwaltungsakt nur anfechtbar oder sogar nichtig ist, im Einzelfall nur schwer zu beantworten ist und möglicherweise in den Instanzen unterschiedlich beurteilt wird (BSG Urteil vom 23.2.1989 - 11/7 RAr 103/87 - SozR 1500 § 55 Nr. 35 S 36).
Ein solches zusätzliches berechtigtes Interesse, etwa wegen möglicher Vollstreckungsmaßnahmen (…vgl BSG Urteil vom 7.9.2006 - B 4 RA 43/05 - BSGE 97, 94 = SozR 4-2600 § 118 Nr. 4, RdNr 15) oder des Rechtsscheins eines unwirksamen Verwaltungsaktes (vgl zB BSG Urteil vom 23.2.1989 - 11/7 RAr 103/87 - SozR 1500 § 55 Nr. 35 S 36 zur Untersagung der Arbeitsvermittlung), ist hier jedoch weder vorgetragen noch ersichtlich.
Ein Verwaltungsakt ist nicht schon deshalb unbestimmt, weil er auslegungsbedürftig ist (BSG…, Urteil vom 15. Mai 2002 - B 6 KA 25/01 R - SozR 3-2500 § 85 Nr. 46; BSG, Urteil vom 23. Februar 1989 - 11/7 RAr 103/87 - SozR 1500 § 55 Nr. 35;… Engelmann in: von Wulffen/Schütze, SGB X, 8. Aufl. 2014, § 33 Rn. 9;… Pattar in: juris-PK SGB X, § 33 Rn. 28, Stand August 2014).
Die Unwirksamkeit der Verfügung hat der Kläger in Anlehnung an die Rechtsprechung des Hess. VGH und des OVG Berlin (im einzelnen siehe dazu unten) in der mündlichen Verhandlung vor dem Senat ausdrücklich als Klagegrund geltend gemacht, und es ist anerkannt, dass bei einem unwirksamen - oder: wie hier allenfalls unwirksam gewordenen - Verwaltungsakt eine (klarstellende) behördliche Rücknahme des Verwaltungsakts möglich und aus Gründen der Beseitigung des Rechtsscheins gegebenenfalls auch erforderlich ist (siehe dazu Kopp/Ramsauer, VwVfG, 2003, Rn 19a zu § 48; siehe auch Bay. VGH, Urteil vom 12.10.1989 - 26 B 86.02944 -, NVwZ-RR 1991, 117; Hess. VGH, Urteil vom 29.3.2006 - 6 UE 2874/04 - juris und BSG, Urteil vom 23.2.1989 - NVwZ 1989, 902).
Hier hat der Kläger einen solchen Antrag auf Feststellung der Nichtigkeit nach § 40 Abs. 5 SGB X bei der Behörde nicht gestellt und einen solchen Antrag auch nicht im Klageweg verfolgt, was nicht notwendig ist (BSG, Urteil vom 23.02.1989, 11/7 RAr 103/87).
Nachdem der Kläger innerhalb der Rechtsmittelfrist Klage gegen den Überprüfungsbescheid erhoben hat, fehlt es an einem Feststellungsinteresse (vgl. BSG, Urteil vom 23.02.1989, 11/7 RAr 103/87 Rz 16).
Aus dem Verfügungssatz muss für den Betroffenen vollständig, klar und unzweideutig erkennbar sein, was die Behörde will (BSG…, Urteil vom 06. Februar 2007 - B 8 KN 3/06 R, abgedruckt in SozR 4-2600 § 96a Nr. 9 unter Hinweis auf BSG, Urteil vom 23. Februar 1989 - 11/7 RAr 103/87, abgedruckt in SozR 1500 § 55 Nr. 35 S 39) Die Aufhebung eines früheren Bescheides muss aber nicht ausdrücklich erklärt werden, sondern kann auch durch einen konkludenten, jedoch hinreichend deutlichen Verwaltungsakt erfolgen.
Darüber hinaus ist die Stellung eines Antrages nach § 44 Abs. 5 VwVfG keine Zulässigkeitsvoraussetzung der Nichtigkeitsfeststellungsklage (BSG, Urt. v. 23.02.1989 - 11/7 RAr 103/87 -, juris Rn. 17;… Kopp/Schenke, a.a.O., § 43 Rn. 21 m.w.N).
Das betrifft insbesondere auch eine nachträglich eingelegte Klage auf Feststellung der Nichtigkeit der angefochtenen Bescheide gemäß § 41 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 2 FGO (vgl. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Urteil vom 12. Januar 1990 23 B 89.00099, Bayerisches Verwaltungsblatt 1990, 696; ferner BSG-Urteil vom 23. Februar 1989 11/7 RAr 103/87, Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht --NVwZ-- 1989, 902;… Kopp/Schenke, a.a.O., § 43 Rz. 32).
Letzteres entspricht einem allgemeinen Grundsatz des Prozessrechts (vgl. nur § 55 Abs. 1 Nr. 4 SGG und § 41 Abs. 2 Satz 2 FGO), der durch die verfassungsrechtlich fundierte Garantie effektiven Rechtsschutzes (Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG) zwingend vorgegeben ist (vgl. insoweit auch BSG, U. v. 23.2.1989 - 11/7 RAr 103/87 -, NVwZ 1989, 902 [903]).
Daraus erhellt, dass für die Nichtigkeitsfeststellungsklage nach § 217 Abs. 1 Satz 3 BauGB und den Nichtigkeitsfeststellungsantrag nach Art. 44 Abs. 5 BayVwVfG auch dann noch ein rechtsschutzwürdiges Interesse besteht, wenn die Fristen für Anfechtungswiderspruch und Anfechtungsklage bereits verstrichen sind; denn andernfalls könnte der mit dem Erlass eines nichtigen Verwaltungsakts erzeugte Rechtsschein nicht mehr mit Rechtskraftwirkung beseitigt werden - ein mit der Garantie effektiven Rechtsschutzes (Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG) nicht in Einklang zu bringendes Ergebnis (vgl. hierzu auch BSG, U. v. 23.2.1989 - 11/7 RAr 103/87 -, NVwZ 1989, 902).
LSG Sachsen-Anhalt, 06.02.2014 - L 8 SO 9/10
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References: § 40
 § 40
 § 55
 § 118
 § 55
 § 55
 § 118
 § 55
 § 85
 § 55
 § 33
 § 33
 § 48
 § 40
 § 96
 § 55
 § 44
 § 43
 § 41
 § 43
 § 55
 § 41
 § 217
 Art. 44