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Timestamp: 2016-10-24 01:47:23+00:00

Document:
9C_152/2012 (22.03.2012)
9C_152/2012
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Januar 2012.
Die 1965 geborene P.________ meldete sich im Februar 2009 bei der Invalidenversicherung an und beantragte eine Rente. Die IV-Stelle Bern kl�rte die gesundheitlichen und erwerblichen Verh�ltnisse ab, wozu sie u.a. die Versicherte interdisziplin�r begutachten liess (Expertise der Zentrums S.________ vom 27. September 2010). Nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren wies die IV-Stelle mit Verf�gung vom 8. August 2011 das Leistungsbegehren ab.
Die Beschwerde der P.________ wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Entscheid vom 11. Januar 2012 ab.
P.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid vom 11. Januar 2012 sei aufzuheben und ihr ab 1. Januar 2010 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen; eventuell sei die IV-Stelle anzuweisen, den Verfassern des Gutachtens des Zentrums S.________ vom 27. September 2010 Erg�nzungsfragen zu stellen.
Die Vorinstanz hat gest�tzt auf das von der IV-Stelle eingeholte Gutachten vom 27. September 2010 und in Anwendung der mit BGE 130 V 352 begr�ndeten Rechtsprechung (vgl. etwa Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 1.1) gepr�ft, ob in psychischer Hinsicht ein invalidisierender Gesundheitsschaden (Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG) vorliegt. Sie ist zum Ergebnis gelangt, es bestehe keine psychische Komorbidit�t von erheblicher Schwere, Auspr�gung und Dauer. Die diagnostizierte mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F.32.11) habe nicht den Charakter einer eigenst�ndigen psychischen Erkrankung. Auch die weiteren massgeblichen Kriterien seien nicht bzw. nicht in hinreichender Ausgepr�gtheit gegeben. Das Schmerzgeschehen sei daher als mit zumutbarer Willensanstrengung �berwindbar zu qualifizieren.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt die vorinstanzliche Feststellung als aktenwidrig, mithin willk�rlich, wonach es sich bei der Depressivit�t lediglich um eine Begleiterkrankung der Schmerzst�rung und nicht um eine eigenst�ndige psychische Erkrankung handle. Im Weitern seien die Rechtsprechung gem�ss BGE 130 V 352 und seitherige Urteile ohnehin nicht anwendbar, wenn die Arbeitsunf�higkeit im Wesentlichen in einer depressiven St�rung begr�ndet sei.
3.1 Die Beschwerdef�hrerin bringt richtig vor, dass im Administrativgutachten vom 27. September 2010 die mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F.32.11) unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit aufgef�hrt wurde, das partielle Fibromyalgie-Syndrom dagegen bei den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit. Damit �bereinstimmend wurde bei der versicherungsmedizinischen Beurteilung festgehalten, die Arbeitsf�higkeit werde vorrangig durch die mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom beeintr�chtigt; sie betrage derzeit rund 50 %. Richtig ist auch, dass der psychiatrische Experte in seinem Teilgutachten vom 31. August 2010 erw�hnte, die Versicherte weise eine deutliche depressive Erkrankung auf.
3.2.1 Bei ihrer Argumentation l�sst die Beschwerdef�hrerin unerw�hnt, dass im Hauptgutachten - somit nach Diskussion aller daran beteiligten Fach�rzte des Verh�ltnisses der Depression zu den anderen Diagnosen - bei der Frage nach k�rperlichen, geistigen oder psychischen Beeintr�chtigungen festgehalten wurde: "Vorrangig besteht eine mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom im Sinne einer generalisierten Schmerzst�rung (...)". Mit anderen Worten wurde die Depression interdisziplin�r im Zusammenhang mit dem (partiellen) Fibromyalgie-Syndrom gesehen. Ebenfalls war im Hauptgutachten nicht von einer deutlichen depressiven Erkrankung die Rede.
3.2.2 Damit stimmt die Feststellung des psychiatrischen Gutachters �berein, wonach im Zusammenhang mit einem Schmerzsyndrom des Bewegungsapparates Stimmungsschwankungen, morgendliches Stimmungstief, Schlafst�rungen, innerliche Unruhe und Verlust der Lebensqualit�t aufgetreten seien. Im Wesentlichen unter Hinweis darauf hat die Vorinstanz die mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom nicht als eigenst�ndige psychische Erkrankung betrachtet und eine psychische Komorbidit�t von erheblicher Schwere, Auspr�gung und Dauer verneint. Dies verletzt nach dem Gesagten kein Bundesrecht, zumal nicht, wenn ber�cksichtigt wird, dass es anamnestisch im Zusammenhang mit den 2007 aufgetretenen k�rperlichen Beschwerden (Schmerzen) - krankheitsbedingte Absenzen von der Arbeit sind seit September 2008 aktenkundig, der erste (fach-) �rztliche Bericht datiert vom 23. Dezember 2008 - zunehmend auch zu depressiven Verstimmungen gekommen war. Ab Anfang 2010 wurde eine ambulante psychiatrische Behandlung durchgef�hrt, wodurch gem�ss psychiatrischem Teilgutachten eine Beruhigung und Minderung des Leidensdruckes eintrat (vgl. auch Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1, wonach solche psychische St�rungen grunds�tzlich als therapeutisch angehbar gelten).
3.2.3 Schliesslich ist auch nicht von Bedeutung, dass im Gutachten vom 27. September 2010 die mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit aufgef�hrt wurde, das partielle Fibromyalgie-Syndrom dagegen bei den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit. Es �ndert unter den dargelegten Umst�nden nichts daran, dass sich der invalidisierende Charakter des gesamten Beschwerdebildes als eine Rechtsfrage nach der mit BGE 130 V 352 begr�ndeten Rechtsprechung beurteilt (vgl. SVR 2012 IV Nr. 1 S. 1, 9C_1040/2010 E. 3.3). Insoweit unterscheidet sich das vorliegende vielf�ltige Beschwerdebild von jenem, das dem in der Beschwerde erw�hnten Urteil 8C_302/2011 vom 20. September 2011 zugrunde lag. Dort bestand eine weitgehend chronifizierte depressive St�rung, die mit psychosozialen Faktoren einherging.
3.3 Mit Bezug auf die weiteren einschl�gigen Kriterien gem�ss BGE 130 V 352 bringt die Beschwerdef�hrerin nichts vor, ebensowenig gegen die vorinstanzliche Invalidit�tsbemessung durch Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG). Es besteht kein Anlass zu einer n�heren Pr�fung.
Luzern, 22. M�rz 2012

References: BGE 
 Art. 3
 Art. 6
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 28