Source: https://www.stbverband-thueringen.de/service/hdi-informiert/?L=0
Timestamp: 2020-07-08 00:26:21+00:00

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HDI informiert- StBV | Steuerberaterverband Thüringen e.V.
Das Auffüllrisiko in der betrieblichen Altersvorsorge als möglicher Haftungsfall für den Steuerberater im Dauermandat
Von Bilanzsprungrisiko oder Auffüllungsrisiko in der betrieblichen Altersvorsorge spricht man bei Eintritt von so genannten biometrischen Risiken wie zum Beispiel dem Eintritt von Berufsunfähigkeit des Versorgungsberechtigten. Die Wirkung dieses Ereignisses haben auf die beiden Seiten der Bilanz derartige Auswirkungen, dass es nicht selten zur Überschuldung eines Unternehmens führen kann. Fraglich ist, ob der Steuerberater, welcher für das Unternehmen in einem Dauermandat tätig ist, dieses Risiko hätte erkennen, seinen Mandanten darauf aufmerksam machen und sogar Lösungsvorschläge unterbreiten müssen.
Das Auffüllrisiko in der betrieblichen Altersvorsorge
Die unmittelbare Versorgungszusage, umgangssprachlich auch Direktzusage oder Pensionszusage genannt, ist ein wesentlicher Bestandteil der betrieblichen Altersversorgung, insbesondere von Führungskräften. Obwohl diese Form der Versorgung eine immer größere Komplexität erfährt, gehört die Pensionszusage weiterhin zu den flexibelsten Modellen. Vorausgesetzt, die Spielregeln bei der Einrichtung einer solchen Zusage werden berücksichtigt. Darüber hinaus ist eine regelmäßige Prüfung und ggfs. Aktualisierung an geänderte Rahmenbedingungen (z.B. Rechtsprechung, Gesetzesänderungen oder der Versorgungssituation der Versorgungsberechtigten) zwingend erforderlich, um den vermeintlichen Nachteilen einer Pensionszusage frühzeitig entgegentreten zu können.
Dass Pensionszusagen in der Vergangenheit häufig als Steuersparmodelle genutzt wurden, hat auch die Finanzverwaltung schon vor geraumer Zeit erkannt und zahlreiche Anforderungen im Lauf der Zeit erarbeitet, die eingehalten werden müssen, damit die Pensionszusage steuerlich anerkannt wird. Dazu zählt auch unter anderem die Frage, ob die Pensionszusage, im Falle des Versorgungsfalles auch tatsächlich für die Gesellschaft (GmbH) finanzierbar ist. Ein Indiz dafür stellt nach Auffassung der Finanzverwaltung eine sog. Rückdeckungsversicherung dar. Somit haben viele Unternehmen solche Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen, die die zugesagten Leistungsbausteine, wie die Alters-, Berufsunfähigkeits- und Witwenrente, der Pensionszusage, abdecken sollen.
Das Wesen einer unmittelbaren Versorgungszusage ist, dass für die Erfüllung der zugesagten Versorgungsleistungen, das Unternehmen alleine gerade steht. Als „ungewisse Verbindlichkeit“ hat das Unternehmen aus dieser Verpflichtung eine Rückstellung in der Bilanz zu bilden. Aus verschiedenen Gründen unterscheiden sich die Rückstellungen in der Handels- und Steuerbilanz, aber das soll an dieser Stelle nicht das Thema sein. Wir konzentrieren uns auf die steuerlichen Auswirkungen. Hat das Unternehmen eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen, ist diese mit ihrem sog. Aktivwert jährlich als Vermögenswert des Unternehmens, auf der Aktivseite der Bilanz auszuweisen.
Aus den Besonderheiten des § 6a EStG, in dem die steuerlichen Regelungen für die Bildung von Pensionsverpflichtungen festgeschrieben sind, ergeben sich nun verschiedene Problemstellungen:
Zum einen ist im § 6a Abs. 3 Nr. 3 EStG ein Zins von 6% vorgeschrieben, mit dem die Pensionsrückstellungen abzuzinsen sind. Wenn man das mit dem aktuellen Zinsumfeld am Kapitalmarkt vergleicht, kommt man sehr schnell zu der Erkenntnis, dass, die dann in den Steuerbilanzen ausgewiesenen Pensionsrückstellungen, doch deutlich zu gering ausfallen – also den tatsächlichen Verpflichtungsumfang nur unzureichend abbilden.
Das im § 6a EStG festgelegte Berechnungsverfahren zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen, das sog. Teilwertverfahren, nimmt eine Gleichverteilung des „Personalaufwands“ über die gesamte vom Versorgungsberechtigten zurückzulegende Arbeitszeit vor. Bei einer Festbetragszusage (z. B. 1.000 EUR Rente monatlich) ist der „Personalaufwand“ im ersten Jahr der Versorgungszusage, gleich dem Personalaufwand im letzten Jahr vor Rentenbeginn. Erst bei Eintritt des Leistungsfalles ist der Barwert der künftigen Versorgungsverpflichtung als Rückstellung zulässig.
Selbstverständlich zahlt die Berufsunfähigkeitsrentenversicherung die monatlich vereinbarte BU-Rente im Leistungsfall. Dies ist ein durchlaufender Posten für die Firma und muss vom Versorgungsberechtigten genau wie sein vorheriges Einkommen nach § 19 EStG versteuert werden. Dieser Liquiditätsfluss ist aber unabhängig von der Steuerbilanz zu sehen.
Schauen wir uns zunächst die Pensionsrückstellung, also die Passivseite der Steuerbilanz, an: Der bereits genannte Teilwert der Verpflichtungen wird im Wirtschaftsjahr, in dem der Leistungsfall eingetreten ist, zum Barwert der künftigen Versorgungsverpflichtungen (§ 6a Abs. 3 Nr. 1 Satz 5). In diesem Jahr ist also eine hohe Zuführung zu der Pensionsrückstellung erforderlich. Der angenehme Nebeneffekt – diese Zuführung wirkt sich gewinnmindernd auf die Steuerbilanz aus. (Ob eine Aufteilung der Rückstellungen auf drei Wirtschaftsjahre sinnvoll wäre, sei im Einzelfall zu prüfen.) Dieser Bilanzsprung (also die außerordentlich hohe einmalige Zuführung zur Pensionsrückstellung) wird als das sogenannte „Auffüllungsrisiko“ des Unternehmens bezeichnet.
Bei den steuerlichen Auswirkungen von Pensionszusagen ist vielen Beteiligten eine Affinität zur Passivseite nachzusagen. Liegt eine Rückdeckungsversicherung in Form einer BU-Rente und oder einer Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit vor, so sollte man das Augenmerk auf die Aktivseite der Steuerbilanz richten. Bei der Berechnung des Aktivwertes einer Berufsunfähigkeitsrente ist von einer abgekürzten Leibrente, einer „Rente auf Zeit“, auszugehen. Dafür wurde als Kalkulationsgrundlage früher der § 6a EStG, also ein Rechnungszins von 6 % zu Grunde gelegt. Der Aktivwert für lebenslange Altersrenten wurde früher mit einem Rechnungszins von 3% abgezinst. Diese Berechnungen waren bei den Mathematikern der Versicherer so Jahre lang üblich. Der BFH hat mit seinem Urteil (IR 67/08) vom 10.06.2009 diese, in der Praxis übliche Vorgehensweise, gekippt und klargestellt, dass eine Rückdeckungsversicherung als „einheitliches Wirtschaftsgut“ zu aktivieren ist. Eine abgekürzte Leibrente, wie die Berufsunfähigkeitsrente, ist genauso wie eine lebenslange Rente, also mit dem gültigen Rechnungszins (der „Garantiezins“ des Versicherungsvertrages) bei Vertragsabschluss zu bewerten! Zum Vergleich: der Garantiezins der Lebensversicherer lag noch nie höher als 4% – der Zins für die Pensionsrückstellungen aber bei 6% (s.o.). In zahlreichen Stufen hat sich Garantiezins der Versicherer auf aktuell 0,9% reduziert. In der Praxis treffen wir in den meisten Fällen auf Rückdeckungsversicherungen mit Rechnungszinsen von 3,25 – 2,25%!
Der Barwert der künftigen Versicherungsleistungen (Aktivseite) ist alleine aus der Tatsache, dass dieser Barwert mit einem geringeren Zins abgezinst wird, deutlich höher als der Barwert der zugesagten Leistung (Passivseite). Dazu kommt, dass der Barwert der Invaliditätsverpflichtung nicht nur die Summe der zugesagten Berufsunfähigkeitsrente bis zum Altersrentenbeginn, den steuerlichen Wert der Altersrentenzusage zum Rentenbeginn, sondern auch noch die zukünftigen Prämien, die auf Grund einer Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit nicht mehr gezahlt werden müssen, sowie ggf. entsprechende Dynamiken beinhaltet.
Die Zuführung zur Aktivseite (Ertrag) ist demnach deutlich höher als die Zuführung zur Passivseite (Aufwand) – unterm Strich bleibt also ein deutlicher, außerordentlicher Ertrag in der Steuerbilanz, der anders als in der Handelsbilanz, eine konkrete Steuerzahlung zur Konsequenz hat.
Hinweispflicht im steuerlichen Dauermandat
Die Pflichten eines Steuerberaters richten sich nach Inhalt und Umfang des erteilten Mandats. Hat er einen auf eine bestimmte Angelegenheit klar umrissenen Auftrag erhalten, ist er grundsätzlich nur verpflichtet, diesen konkreten Sachverhalt zu klären. Er muss sich nur mit den steuerrechtlichen Aspekten befassen, die bei der pflichtgemäßen Erledigung der einzelnen Aufgaben zu beachten sind. Aber auch in diesem durch das erteilte Mandat begrenzten Bereich ist der Steuerberater zur umfassenden und erschöpfenden Beratung verpflichtet. Er hat den Mandanten auch stets ungefragt über die bei der Bearbeitung auftauchenden steuerrechtlichen Fragen zu belehren (BGH 11.05.1995, NJW 1995, 2108, 2110). Die Pflichten des konkreten Mandat sind also bereits in der Rechtsprechung festgelegt; Mandantenwunsch und mit etwas erfahrenem Weitblick über den Tellerrand hinaus.
Die Rechtslage ist hingegen etwas anders, wenn der Steuerberater mit einem umfassenden Dauermandat beauftragt ist. Dann hat er ohne weiteres die regelmäßig anfallenden Buchführungs- und Aufzeichnungsarbeiten zu erledigen und die in Betracht kommenden Steuererklärungen zu fertigen. Nach der Rechtsprechung des BGH (20.11.97, NJW 98, 1221) ist er darüber hinaus sogar verpflichtet, von sich aus und ohne besondere Beauftragung über alle steuerlich bedeutsamen Fragen einschließlich der insoweit bestehenden zivilrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten zu beraten. Den Steuerberater treffen damit eigene Ermittlungs- und Beratungspflichten auch hinsichtlich solcher Umstände, die vom Mandanten bei der Erteilung des Mandats und in der Folgezeit nicht bedacht waren. Von einem umfassend beauftragten Steuerberater kann ein Mandant dies aber auch erwarten, so die Ansicht des Bundesgerichtshof und teilweise auch der vorbefassten Gerichte.
Die Beweislast für das Vorliegen eines konkreten Mandats, welches auf ein bestimmtes Aufgabengebiet begrenzt ist, liegt beim Steuerberater. Oft gibt es keinen schriftlichen Vertrag, in dem der Auftrag exakt beschrieben ist. Dies ergibt sich aus der Art, wie sich Mandate bei einem Steuerberater entwickeln. In der Regel ist die Kundenverbindung über viele Jahre gewachsen und Aufträge erfolgen auf telefonischen Zuruf oder werden als selbstverständlich vorausgesetzt. In einem solch lebendigen Vertragsverhältnis plötzlich Aufgaben und damit Regeln zu definieren, erscheint unpassend, ja sogar dem Vertrag zuwider. So scheuen sich die Steuerberater ein Grundsatzgespräch mit Ihren Mandanten zu führen oder auch nur den jeweiligen Auftrag per Bestätigungsschreiben zu perpetuieren. Die Folge ist, dass der Steuerberater oft in das Vertragsverhältnis Dauermandat rutscht, mit allen daraus resultierenden Haftungsrisiken.
Nun ist es fraglich, ob auch das Hinweisen auf die Tragweite des Auffüllrisikos im aktuellen Zinsumfeld und die daraus zu ziehenden Konsequenzen zum Pflichtenkreis eines Steuerberaters mit Dauermandat gehört. Der mögliche Schaden, der hier im Raum steht, ist immerhin die mögliche Zahlungsunfähigkeit des Mandanten mit all den daraus resultierenden Folgen.
Bisher wurde diese konkrete Frage noch nicht Gegenstand einer gerichtlichen Entscheidung. Daher wollen wir uns im Folgenden ein paar der jüngsten Entscheidungen zum Themenfeld der Pflichten eines Steuerberaters im Dauermandat ansehen und versuchen Tendenzen zu erkennen.
Dass sich die Haftung des Steuerberaters mit Dauermandat erheblich verschärft hat, zeigt ein Vergleich der Rechtsprechung des BGH mit seinem Urteil IX ZR 64/12. Am 07.03.2013 hat der BGH das übliche Dauermandat von der wirtschaftsrechtlichen Beratung und der heraus resultierenden Pflicht, den Mandanten auf eine notwendige Überprüfung des Insolvenzstatus hinzuweisen abgegrenzt und eine Pflichtverletzung für die Nichtprüfung der Insolvenzreife verneint. Mit Urteil vom 26.01.2017 – IX ZR 285/14 hat der BGH entschieden, dass auch im Rahmen des steuerrechtlichen Dauermandats eine Haftung des Steuerberaters begründet werden kann, wenn dieser es unterlässt, die Mandantin auf einen möglichen Insolvenzgrund und die daran anknüpfende Prüfungspflicht ihres Geschäftsführers hinzuweisen, obschon entsprechende Anhaltspunkte offenkundig sind und der Steuerberater annehmen musste, dass die mögliche Insolvenzreife nicht bewusst war. Diese Kehrtwende könnte eine Tendenz der Rechtsprechung deutlich machen, dass ein neuer Maßstab an die Anforderungen für ungefragte Hinweispflichten eines Dauermandats zu stellen ist.
Das OLG Karlsruhe (7 U 214/15) hatte sich am 22.02.2017 mit einem Fall zu beschäftigen, in dem der Mandant des Steuerberaters einen Spezialisten zur Erarbeitung eines steuerlichen Konzepts beauftragt hat. Dies geschah parallel zur Tätigkeit des Steuerberaters in einem umfangreichen Sachverhaltskomplex. Das Konzept des Spezialisten war jedoch fehlerhaft. Hierfür sollte auch der Steuerberater haften. Hier ist das Gericht davon ausgegangen, dass vom Steuerberater nicht erwartet werden kann, dass er sich in das fremde Konzept des Spezialisten einarbeitet und Vorzüge und Nachteile ohne Auftrag prüft.
Das LG Berlin musste sich mit dem Thema Dauermandat bei der Gründung einer GmbH befassen. Unbestritten hat der Steuerberater für den Mandaten, über 18 Jahre hinweg, die Buchhaltung und Steuererklärung gemacht. Hieraus schloss der Mandant, dass es sich um ein steuerliches Dauermandat handle und Ausfluss dessen sei es, dass der Steuerberater auch Anfragen zwischen Tür und Angel sorgfältig zu bearbeiten habe. So hätte der Steuerberater auch die Gründungsurkunde der Gesellschaft prüfen und berichtigen beziehungsweise ergänzen müssen. Die Frage, ob eine Gesellschaftsrechtliche Beratung Teil eines Dauermandats sein kann, konnte hier allerdingt weitestgehend offen gelassen werden, weil der Steuerberater stets einen konkreten Auftrag dokumentiert hat. Der Auftrag, den der Steuerberater nach der Gründung der GmbH erhalten hatte, könnte man als Dauermandat auslegen. Dies musste das Gericht aber nicht entscheiden, es ging um das Vertragsverhältnis vor der Gründung. Ferner, so dass Gericht, war der Steuerberater nicht umfassend über eine geplante Darlehensgewährung im Zusammenhang mit der Gesellschaftsgründung informiert worden, so dass er auch keine Kenntnis eines möglichen Schadenseintritts hatte und entsprechend auch keine Hinweispflicht. Diese Entscheidung hätte eine ganz andere Wendung genommen, wenn der Steuerberater nicht den Auftrag so konkret beschrieben hätte. Legt man den Maßstab des BGH zur Hinweispflicht eines Insolvenzgrunds diesem Sachverhalt zugrunde, hätte das Landgericht bei einem umfassenden Dauermandat sicherlich auch anders entscheiden können.
Am 15.04.2014 musste das OLG Koblenz (3 U 633/13) zu der Frage eine Entscheidung fällen, ob eine körperschaftsteuerliche Gestaltungsberatung im Rahmen eines steuerrechtlichen Dauermandats vom Steuerberater selbst aufgegriffen und mit dem Mandanten erörtert werden muss. Ja, meint das Gericht Im Rahmen eines umfassenden Dauermandats, welches alle Steuerarten umfasst, die für den Auftraggeber in Betracht kommen, ist er verpflichtet zur Beratung einschließlich der Möglichkeit zu zivilrechtlichen Steuergestaltungen auch jenseits der konkret bearbeitenden Angelegenheiten.
Wenn man diese unterschiedlichen Entscheidungen vergleicht, so fällt auf, dass es am Steuerberater selbst liegt, ob er das Mandat zu einem umfassenden Dauermandat werden lassen möchte. Wenn das Gericht aber dazu kommt, dass hier ein Dauermandat vorliegt, so ist der Pflichtenkreis sehr weit gefasst und wie es das OLG Koblenz treffend formuliert hat, alle Steuerarten betreffend. Das im Blick halten aller Steuerarten, kombiniert mit der ungefragten Gestaltungsberatung oder sogar Gestaltungsempfehlung könnte bedeuten, dass hier auch die Pensionszusage mit all seinen Facetten, wie dem Auffüllrisiko, für den Steuerberater eine Prüf- und Überwachungspflicht darstellt. Insbesondere dann, wenn der Steuerberater auch immer die Insolvenzreife zu prüfen hat.
Wir stehen Ihnen und Ihren Mandanten mit praxisnahen Ideen und professionellen Lösungen, sowie bei versicherungstechnischen, mathematischen und rechtliche Fragen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen gern zur Verfügung.
René Koller Betriebsw. bAV (FH)
RA Nils Beglau-Biesterfeld
Futtergasse 2
06567 Bad Frankenhausen/Kyffh.
Mobil +49 (0)172 36 15 451
Büro +49 (0)34671 52 97 85
Bilanzsprungrisiko@hdi.de
Die neue HDI Vermögensschaden-Haftpflicht für Mitglieder
Top-Konditionen für Existenzgründer
Im Juli 2016 hat HDI als Rahmenvertragspartner des Steuerberaterverbandes Thüringen e.V. und einer der führenden Haftpflichtversicherer im deutschen Markt die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte grundlegend aktualisiert. Insbesondere die Mitglieder des Steuerberaterverbandes Thüringen e.V. profitieren dabei von vielen Vorteilen.
Basierend auf der langjährigen Erfahrung in diesem Bereich werden mit der neuen Bedingungs- und Tarifgestaltung umfangreiche Deckungskonzepte mit vielen Highlights geboten. Die Haftungsrisiken für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Allein die Zahl der Schadenersatzforderungen hat sich in letzter Zeit verdoppelt. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, Berufseinsteigern von Beginn an risikoadäquaten Versicherungsschutz zu bieten.
Highlights des neuen Produkts:
Günstige Konditionen für Existenzgründer
Existenzgründer zahlen in den ersten beiden Jahren nur den Mindestbeitrag, solange der Umsatz unter 100.000 Euro liegt. Weiterer Vorteil für Berufsanfänger: Der Selbstbehalt in den ersten drei Jahren nach der Erstzulassung entfällt völlig.
Flexible Wahl des Selbstbehalts
Sie können frei wählen, ob Sie einen festen Selbstbehalt von 750 Euro vereinbaren wollen – oder lieber eine prozentuale Selbstbeteiligung mit einer Höchstgrenze von 750 Euro.
Zeitgemäßer Versicherungsschutz
Cyber-Drittschäden aus dem Verlust, der Veränderung oder der Nichtverfügbarkeit von elektronischen Daten bei Mandanten sind generell mitversichert. Damit sind Sie auf der sicheren Seite, wenn bei Ihren Mandanten sensible Daten verloren gehen, unzulässigerweise verändert werden oder der Datenschutz bzw. die Netzwerksicherheit verletzt wird.Optional können Cyber-Eigenschäden als Ergänzung zur Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mitversichert werden.
Elektronischer Zahlungsverkehr für Mandanten
Im Rahmen der Buchführung für Mandanten erstellen Steuerberater auch Zahlungsdateien für die Bank oder erledigen als ergänzende Dienstleistung auch die Durchführung des Zahlungsverkehrs. Hierfür wird risikogerechter Versicherungsschutz auf Basis einer separaten Versicherungssumme von 250.000 oder 500.000 Euro.
HDI bietet Versicherungsschutz für alle Formen der Partnerschaften mit beschränkter Berufshaftung zu besonderen Verbandskonditionen. Besonderer Mehrwert: Die persönliche Haftpflicht der Partner einer Partnerschaft mbB ist automatisch mitversichert – ganz ohne Mehrkosten. Darüber hinaus gibt es individuelle Deckungskonzepte für Partnerschaften mbB sowie für gemischte Partnerschaften.
Als Mitglied des Steuerberaterverbandes Thüringen e.V. genießen Sie darüber hinaus bei HDI exklusive Verbandsvorteile:
zusätzliche Produktinhalte und Deckungserweiterungen, zum Beispiel die Mitversicherung des Anderkontenrisikos oder des elektronischen Zahlungsverkehrs
Honorierung der Teilnahme an Qualifizierungs- und Zertifizierungmaßnahmen der regionalen Steuerberaterverbände und ihrer Fortbildungseinrichtungen (max. 3.000 Euro): 10 % Nachlass für den anerkannten Fachberater (DStV e. V.)/10 % Nachlass für den Fortbildungspass/25 % Nachlass für Kanzleien mit DStV-Qualitätssiegel
inklusive Versicherungsschutz für Vermögens- und Finanzplanung mit einer Versicherungssumme von 100.000 Euro
Übrigens: Fachberater im Bereich Vermögens- und Finanzplanung (DStV e.V.) erhalten diese Deckung bis zur Deckungssumme von 1 Mio. Euro als Jahreshöchstleistung – ohne zusätzlichen Beitrag.
Neben diesen Vorteilen bietet die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung viele weitere attraktive Leistungen wie z. B. die Mitversicherung des Datenschutzrisikos in voller Höhe der Vertragsdeckungssumme oder die Mitversicherung der persönlichen Inanspruchnahme von Geschäftsführern versicherter Kapitalgesellschaften.
Das umfassende Angebot beinhaltet zudem:
Individuelle Risikoanalyse auf Basis einer umfassenden Datenerfassung der Mandatsstruktur und des Tätigkeitsfeldes
Beratung bei der Ermittlung des angemessenen Versicherungsbedarfs
Risikogerechte Absicherung für Haftungsbegrenzung mit AAB
Optimierung der Versicherung bei interprofessionellen Sozietäten und anderen Rechtsformen/Zusammenschlüssen
Maßgeschneiderte Objektdeckungen
Analyse bestehender Versicherungsverträge (Prüfung von Bedingungen und Prämien)
Laufende Betreuung in allen Versicherungsfragen
Fachinformation GIaktuell und GIservice für wirtschaftsprüfende, rechts- und steuerberatende Berufe
Im Schadenfall können Sie sich auf die HDI-Fachjuristen verlassen, die über fundierte Expertisen verfügen und auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen. Als Teil des Talanx-Konzerns verfügt der HDI über eine Finanzstärke, mit der auch Großschäden zuverlässig reguliert werden können – auch wenn die Verstöße bereits viele Jahre zurückliegen.
Sie möchten mehr wissen zur neuen HDI Vermögensschaden-Haftpflicht? Wenden Sie sich an Ihren betreuenden Vertriebspartner
HDI Vertriebs AG l Marko Wand l Telefon 0361 77857-72 l Mail: marko.wand@hdi.de
oder den Ansprechpartner für den Verband.
Vorteile für Steuerberater als Existenzgründer
in der Berufshaftpflicht von Anfang an für Verbandsmitglieder
Bei der Entscheidung für den Beruf des Steuerberaters und bei der Planung der Existenzgründung in einer eigenen Kanzlei – allein oder mit Berufskollegen – ist es besonders wichtig, sich intensiv mit den möglichen Risiken der beruflichen Tätigkeit auseinanderzusetzen. Steuerberater benötigen den Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung als Voraussetzung ihrer Bestellung. Doch der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung allein garantiert ihnen noch nicht, dass sie eine wirkungsvolle und bedarfsgerechte Absicherung ihrer Haftungsrisiken aus der Berufstätigkeit haben. Die Haftungsrisiken für Steuerberater sind deutlich gestiegen. Die Gründe hierfür sind vielfältig, wobei allein die verschärften Anforderungen an die Steuerberater, einhergehend mit den permanenten Änderungen der Rechtslage, die Risikostruktur der Berufsträger beeinflussen. Schon ein kleiner Fehler kann ausschlaggebend sein, um ihre wirtschaftliche Existenz ins Wanken zu bringen. Nur mit dem richtigen Sicherheitskonzept können sie sich von Anfang an optimal absichern.
Als erfahrener Versicherer des Berufsstandes kennt HDI die berufsspezifischen Risiken ganz genau. Mitglieder erhalten neben vielen weiteren Vergünstigungen besondere Prämienvorteile und Deckungserweiterungen in der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung. Die Existenzgründerkonditionen gehen noch einmal deutlich weiter.
Bei Aufnahme einer erstmaligen selbstständigen Berufstätigkeit erhalten Sie auf die Jahresprämie Ihrer Berufshaftpflicht folgende Nachlässe:
– Nachlass im 1. Versicherungsjahr: 60 %
– Nachlass im 2. Versicherungsjahr: 30 %
Die Nachlässe gelten unabhängig vom Jahresumsatz odervon der gewünschten Deckungssumme.
Die Konditionen gelten für Einzelpraxen, Sozietäten, Partnerschaften und Partnerschaften mbB sowie interprofessionelle Kanzleien.
Kleinpraxen bis 20.000 Euro Jahres-Honorarumsatz (netto) können sich alternativ für einen Kleinpraxenrabatt in Höhe von 70 % auf die Jahresprämie entscheiden.
Auch angestellten Steuerberatern, die nebenberuflich in geringem Umfang auf eigene Rechnung arbeiten, bieten wir Versicherungsschutz zu Sonderprämien ab 94,80 Euro (ohne Versicherungssteuer).
Weitere Informationen zur Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung finden Sie hier.
Die Berufsunfähigkeit als Versorgungsbaustein
Die Berufsunfähigkeit als Versorgungsbaustein im Rahmen einer Direktzusage
(Pensionszusage) und ihre Auswirkung auf die Steuerbilanz
Artikel von Herrn René Koller, Betriebswirt für betriebliche Altersversorgung (FH), HDI Vertriebs AG GD Erfurt und
Michael Hoppstädter, Betriebswirt für betriebliche Altersversorgung (FH), Leiter Consulting Longial GmbH
Die unmittelbare Versorgungszusage, umgangssprachlich auch Direktzusage oder Pensionszusage genannt, ist ein wesentlicher Bestandteil der betrieblichen Altersversorgung, insbesondere von Führungskräften. Obwohl diese Form der Versorgung eine immer größere Komplexität erfährt, gehört die Pensionszusage weiterhin zu den flexibelsten Modellen; vorausgesetzt, die Spielregeln bei der Einrichtung einer solchen Zusage werden berücksichtigt. Darüber hinaus ist eine regelmäßige Prüfung und ggf. Aktualisierung an geänderte Rahmenbedingungen (z.B. Rechtsprechung, Gesetzesänderungen oder der Versorgungssituation der Versorgungsberechtigten) zwingend erforderlich, um den vermeintlichen Nachteilen einer Pensionszusage frühzeitig entgegentreten zu können.
Im Vordergrund vieler, in der Vergangenheit eingerichteter Pensionszusagen stand nicht immer der Versorgungsgedanke, sondern oft „DAS STEUERN SPAREN“. Das hat auch die Finanzverwaltung schon vor geraumer Zeit erkannt, und zahlreiche Bedingungen im Lauf der Zeit festgelegt, die eingehalten werden müssen, damit die Pensionszusage steuerlich anerkannt wird. Dazu zählt auch unter anderem die Frage, ob die Pensionszusage, im Falle des Versorgungsfalles auch tatsächlich für die Gesellschaft (GmbH) finanzierbar ist. Ein Indiz für die Ausfinanzierung stellt nach Auffassung der Finanzverwaltung eine sogenannte Rückdeckungsversicherung dar. Somit haben viele Unternehmen solche Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen, die die zugesagten Leistungsbausteine, wie die Alters-, Berufsunfähigkeits- und Witwenrente, der Pensionszusage, abdecken sollen. Das Wesen einer unmittelbaren Versorgungszusage ist, dass für die Erfüllung der zugesagten Versorgungsleistungen ausschließlich das Unternehmen verantwortlich ist. Daher hat das Unternehmen aus dieser Verpflichtung eine Rückstellung (für eine ungewisse Verbindlichkeit) in der Bilanz zu bilden. Aus verschiedenen Gründen unterscheiden sich die Rückstellungen in der Handels- und Steuerbilanz, aber das soll an dieser Stelle nicht das Thema sein. Wir konzentrieren uns hier auf die steuerliche Bilanzierung.
Hat das Unternehmen eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen, ist diese mit ihrem sog. Aktivwert jährlich als Vermögenswert des Unternehmens auf der Aktivseite der Bilanz auszuweisen. Aus den Besonderheiten des § 6a EStG, in dem die steuerlichen Regelungen für die Bildung von Pensionsverpflichtungen festgeschrieben sind, ergeben sich nun verschiedene Problemstellungen:
Zum einen ist im § 6a Abs. 3 Nr. 3 EStG ein Zins von 6% vorgeschrieben, mit dem die Pensionsrückstellungen abzuzinsen sind. Wenn man das mit dem aktuellen Zinsumfeld am Kapitalmarkt vergleicht, kommt man sehr schnell zu der Erkenntnis, dass die dann in den Steuerbilanzen ausgewiesenen Pensionsrückstellungen, doch deutlich zu gering ausfallen – also den tatsächlichen Verpflichtungsumfang nur unzureichend abbilden.
Das im § 6a EStG festgelegte Berechnungsverfahren zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen, das sog. Teilwertverfahren, nimmt eine Gleichverteilung des „Personalaufwands“ über die gesamte vom Versorgungsberechtigten zurückzulegende Arbeitszeit vor. Bei einer Festbetragszusage (z. B. 1.000 € Rente monatlich) ist der „Personalaufwand“ im ersten Jahr der Versorgungszusage gleich dem Personalaufwand im letzten Jahr vor Rentenbeginn. Erst bei Eintritt des Leistungsfalles ist der Barwert der künftigen Versorgungsverpflichtung als Rückstellung zulässig.
Der LEISTUNGSFALL Berufsunfähigkeit
"Die Berufsunfähigkeitsrentenversicherung zahlt die monatlich vereinbarte BU-Rente. Dies ist ein durchlaufender Posten für die Firma und muss vom Versorgungsberechtigten genau wie sein vorheriges Einkommen nach § 19 EStG versteuert werden."
Was den Liquiditätsfluss angeht, ist diese Aussage nicht falsch. Aber der Leistungsfall „Berufsunfähigkeit“ hat in der Steuerbilanz deutliche Auswirkungen, weil die bisherigen Bilanzwerte auf der Aktiv- und Passivseite erhebliche Veränderungen erfahren.
PASSIVSEITE: Die bisher zum Teilwert bilanzierte Verpflichtungen ist ab demWirtschaftsjahr, in dem der Leistungsfall Berufsunfähigkeit eingetreten ist, zum Barwert der künftigen Versorgungsverpflichtungen (§ 6a Abs. 3 Nr. 1 Satz 5) zu bilanzieren. In dem Jahr des Leistungseintritts ist also eine hohe Zuführung zu der Pensionsrückstellung erforderlich. Der angenehme Nebeneffekt – diese Zuführung wirkt sich gewinnmindernd in der Steuerbilanz aus. Ob eine Verteilung der Rückstellungserhöhung auf drei Wirtschaftsjahre sinnvoll ist, ist im Einzelfall zu prüfen. Dieser Bilanzsprung (also die außerordentlich hohe einmalige Zuführung zur Pensionsrückstellung) wird als das sogenannte „Auffüllungsrisiko“ des Unternehmens bezeichnet. Bei den steuerlichen Auswirkungen von Pensionszusagen ist vielen Beteiligten eine Affinität zur Passivseitenachzusagen; aber wie sieht es nun auf der Aktivseite aus?
AKTIVSEITE: Liegt eine Rückdeckungsversicherung in Form einer BU-Rente und/oder einer Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit vor, so sollte man das Augenmerk auf die Aktivseite der Steuerbilanz richten. Bei der Berechnung des Aktivwertes einer Berufsunfähigkeitsrente ist von einer abgekürzten Leibrente, einer „Rente auf Zeit“, auszugehen. Dafür wurde als Kalkulationsgrundlage früher der § 6a EStG, also ein Rechnungszins von 6 % zu Grunde gelegt. Der Aktivwert für lebenslange Altersrenten wurde früher mit einem Rechnungszins von 3 % abgezinst. Diese Berechnungen waren bei den Mathematikern der Versicherer so Jahre lang üblich.
Der BFH hat mit seinem Urteil (I R 67/08) vom 10.06.2009 diese in der Praxis übliche Vorgehensweise gekippt und klargestellt, dass eine Rückdeckungsversicherung als „einheitliches Wirtschaftsgut“ zu aktivieren ist. Eine abgekürzte Leibrente, wie die Berufsunfähigkeitsrente, ist genauso wie eine lebenslange Rente, also mit dem gültigen Rechnungszins (der „Garantiezins“ des Versicherungsvertrages) bei Vertragsabschluss zu bewerten!
Bitte bedenken Sie an dieser Stelle, dass der Garantiezins der Lebensversicherer noch nie höher als 4 % lag – der Zins für die Pensionsrückstellungen aber bei 6 % liegt (s.o.). In zahlreichen Stufen hat sich Garantiezins der Versicherer auf aktuell 1,25 % reduziert. In der Praxis treffen wir in den meisten Fällen auf Rückdeckungsversicherungen mit Rechnungszinsen von 3,25 % bis 2,25 %! Der Barwert der künftigen Versicherungsleistungen (Aktivseite) ist allein aus der Tatsache, dass dieser Barwert mit einem geringeren Zins abgezinst wird, deutlich höher als der Barwert der zugesagten Leistung (Passivseite). Dazu kommt, dass der Barwert der Invaliditätsverpflichtung nicht nur die Summe der zugesagten Berufsunfähigkeitsrente bis zum Altersrentenbeginn, den steuerlichen Wert der Altersrentenzusage zum Rentenbeginn, sondern auch noch die zukünftigen Prämien, die auf Grund einer Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit nicht mehr gezahlt werden müssen, sowie ggf. entsprechende Beitragsdynamiken beinhaltet.
Der unvermeidbare Anstieg des finanzmathematischen Wertes der Rückdeckungsversicherung (Zuführung zur Aktivseite = Ertrag) ist demnach deutlich höher als die Zuführung zur Passivseite (Aufwand). Unterm Strich bleibt also ein deutlicher „außerordentlicher“ Ertrag in der Steuerbilanz, der anders als in der Handelsbilanz eine konkrete erhebliche Steuerzahlung zur Konsequenz hat. Da die monatlichen Leistungen der Versicherungsgesellschaft für die monatliche Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente an den Versorgungsberechtigten abfließen, ist die erhebliche zusätzliche steuerliche Belastung auf den a. o. Ertrag aufgrund des fehlenden Liquiditätszuflusses aus anderen – hoffentlich im Unternehmen vorhandenen – finanziellen Mittel abzusichern. Bereits heute versteuert man aufgrund des unverändert hohen Zinssatzes in § 6a EStG Scheingewinne, im Leistungsfall Berufsunfähigkeit kommt es sogar zu einer „Explosion“ des Scheingewinns mit einer erheblichen steuerlichen Zusatzbelastung.
Vielen Unternehmern mit Versorgungsverpflichtungen sind die steuerbilanziellen Risiken im vorzeitigen Leistungsfall nicht bewusst. Im Rahmen der aktuellen Diskussion zum Thema "Zinsschmelze" werden in der Praxis die angebotenen Alternativmodelle häufig nur auf ihre handelsbilanziellen Auswirkungen reduziert. Die dargestellten Auswirkungen im vorzeitigen Leistungsfall verdeutlichen, dass es durchaus notwendig und angeraten ist, das Thema Versorgungsversprechen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Eine Ist-Analyse unter Berücksichtigung der individuellen Ziele und Bedürfnisse sowie der finanziellen Möglichkeiten aller Beteiligten muss die Grundlage für eine zukunftsorientierte Pensionszusage sein.
Die Betriebswirte für betriebliche Altersversorgung (FH) René Koller und Michael Hoppstädter helfen Ihnen vor Ort bei der Umsetzung und stehen Ihnen für versicherungstechnische und mathematische Fragen in diesem Zusammenhang gern zur Verfügung.
„Ob es besser wird, wenn es anders wird, weiß ich nicht. Dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll, ist gewiss.“
Georg Christoph Lichtenstein
HDI Vertriebs AG GD Erfurt
Telefon 034671 529785
Mobil 0172 3615451
rene.koller@hdi.de
Leiter Consulting Longial GmbH
Telefon 0211 4937-7655
Mobil 0173 1865988
michael.hoppstaedter@longial.de
Verlust der Arbeitskraft – das verkannte Risiko
Statistisch gesehen werden jeder vierte Arbeiter und jeder fünfte Angestellte im Laufe ihres Lebens erwerbsunfähig. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Der Alltag wird immer komplexer, Berufs- und Privatleben stellen jeden ständig vor neuen Herausforderungen.
Fest steht: Alltäglicher Stress sowie psychische Belastungen am Arbeitsplatz und im Privatleben können unangenehme Folgen haben. Tatsächlich führen psychische Erkrankungen mit 41% aller Krankheitsfälle als Auslöser für eine Berufsunfähigkeit inzwischen die Statistik an. Aber auch ein Unfall kann zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Berufsleben zwingen. Fällt das gewohnte Einkommen weg, kann dies existenzielle Auswirkungen haben. Wer auch im Falle einer Berufsunfähigkeit (BU) seinen Lebensstandard beibehalten möchte, sollte sich frühzeitig absichern.
Der überwiegende Teil der Angehörigen Freier Berufe, insbesondere auch Steuerberater, haben den Vorteil, nicht von der ohnehin für viele Menschen nur unzureichenden gesetzlichen BU-Absicherung abhängig zu sein. Danach genießen Arbeitnehmer, die nach dem 01.01.1961 geborgen wurden, keinen Berufsschutz mehr, sondern erhalten nur eine Erwerbsminderungsrente. D.h., wer seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, wird auf eine andere Tätigkeit verwiesen. Erst wer aufgrund seiner Krankheit weniger als drei Stunden am Tag einer Tätigkeit nachgehen kann, erhält die volle Rente; Berufstätige, die noch zwischen drei und sechs Stunden am Tag arbeiten können, bekommen gerade einmal die halbe Rente. Zum Leben reicht dieses Geld allerdings kaum aus.
Steuerberater genießen hingegen das Privileg, durch ihr berufsständisches Versorgungswerk gut abgesichert zu sein. Dieses legt seine Beiträge wie Lebensversicherungen nach dem Kapitaldeckungsverfahren an. Anders als bei der gesetzlichen Rentenversicherung spart jedes Mitglied seinen eigenen Anteil an. Daher sind die Rentenleistungen des Versorgungswerks im Falle einer Berufsunfähigkeit höher als die gesetzlichen Leistungen.
Besonderheit für Mitglieder eines berufsständischen Versorgungswerkes
So gut die Berufsunfähigkeitsversorgung des Versorgungswerks der Steuerberater ist – ihre Leistungen sind an bestimmte Voraussetzungen geknüpft: Betroffene müssen ihre berufliche Tätigkeit als Steuerberater in der Regel komplett einstellen und ihre Zulassung zurückgeben. Eine Rückkehr in den ursprünglichen Beruf ist durch diese Regelung – zumindest solange eine BU-Rente gezahlt wird – nicht mehr möglich und auch eine eingeschränkte Tätigkeit als Steuerberater wird dadurch ausgeschlossen. Außerdem besteht der Leistungsanspruch oft nur bei vollständiger Berufsunfähigkeit. Daher ist man gut beraten, neben der Absicherung über das Versorgungswerk eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.
Besser privat vorsorgen
Das Angebot an Einkommensschutzprodukten ist vielfältig. Gerhard Frieg, im Vorstand der HDI Lebensversicherung AG für Produktmanagement und Marketing verantwortlich: „Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist – insbesondere für Akademiker – die ‚erste Wahl’, denn sie schützt die Arbeitskraft im zuletzt ausgeübten Beruf.“ Der Kunde kann mit der Police also seinen sozialen Status bewahren. Außerdem bringen BU-Versicherungen schon die volle Leistung, sobald der Kunde die Hälfte seiner Arbeitskraft eingebüßt hat. Eine Abstufung nach vollen und halben Renten kennen gute BU-Versicherer laut Frieg nicht.
HDI Betriebshaftpflicht: Zusatzdeckung Cyberrisk
Die Versicherung für Cyberrisiken
Immer erreichbar, Mails von unterwegs beantworten, noch schnell die Daten an den Kunden verschicken - beruflich sind wir nahezu permanent in der digitalen Welt unterwegs. Und da lauern Gefahren, gegen die Firewalls und Anti-VirusSoftware als Sicherheitsmaßnahme nicht mehr ausreichen. Unternehmen müssen sich den neuen Risiken stellen.
Die Zusatzdeckung Cyberrisk ergänzt Ihre betriebliche Haftpflichtversicherung. Sie übernimmt den finanziellen Schaden, wenn Dritte aufgrund eines IT-Schadenseinen Haftpflichtanspruch an Sie stellen. Zum Beispiel bei Verletzungen des Datenschutzes oder bei Datenverlust. Darüber hinaus leistet sie Ersatz bei Eigenschäden, wenn also Ihr Betrieb selbst durch einen Cyber-Vorfall einen Verlust erleidet - zum Beispiel, wenn Sie nach einem IT-Schaden ein Bußgeld wegen einer Verletzung von nationalen Datenschutzgesetzen nach ausländischen Rechtsordnungen zahlen oder verlorene Daten aufwendig wiederherstellen müssen.
Ob ein Schaden aus Versehen oder durch kriminelle Energie entsteht - mit HDI Cyberrisk sind Sie bestens darauf vorbereitet, wie diese Beispiele zeigen:
Ein Mitarbeiter verschickt versehentlich Adresslisten mit Kundendaten per E-Mail an eine falsche Adresse. Der Vorfall muss bei der Datenschutzbehörde gemeldet werden. Für die dabei entstandenen Kosten fordert der Kunde Schadenersatz. HDI Cyberrisk ersetzt diese Kosten. Und da der Vorfall auch an die Öffentlichkeit gelangt ist, erstattet HDl Cyberrisk darüber hinaus die Beratungskosten für die notwendige Öffentlichkeitsarbeit.
In einem Modegeschäft manipulieren Diebe ein Lesegerät und kommen so an die Kreditkartendaten der Kunden. Ergebnis: Kunden stellen hohe Schadenersatzforderungen. Zudem müssen die Kreditkarten überwacht werden, um weiterem Missbrauch vorzubeugen. Die Kosten für die Überwachungsdienstleistung übernimmt HDI Cyberrisk. Darüber hinaus erstattet HDI Cyberrisk die Kosten für das Honorar eines PR-Experten, mit dessen Hilfe der entstandene Imageschaden behoben werden kann.
Digitale Risiken. Realer Schutz
Deutschland belegt Platz 1 (2013) in der Schadenstatistik durch Cyberangriffe. Schadensumme: 46 Mrd. Euro.
30 % der Unternehmen in Deutschland haben 2013 oder 2014 einen IT-Sicherheitsvoriall festgestellt.
75 % davon wurden - mit Absicht oder aus Versehen von Mitarbeitern verursacht.
Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), www.gdv.de
Die nachfolgende Übersicht stellt lediglich eine Kurzbeschreibung der versicherten Leistungen dar. Der rechtsverbindliche Inhalt des Versicherungsschutzes ergibt sich ausschließelich aus dem Wortlaut der jeweils aktuellen Bedingungen, welche beantragt und im Versicherungsschrein dokumentiert werden:
Versicherungsschutz für Drittschäden:
Gegenstand der Versicherung l Deckungssumme = 750.000 Euro
Schäden aus der Informationsicherheitsverletzung (Datenschutzverletzung, Datenvertraulichkeitsverletzung, Netzwerksicherheitsverletzung)
Schäden aus dem Verlust, der Veränderung oder der Nichtverfügbarkeit von elektronischen Daten Dritter
Durch eine Freistellungsverpflichtung übernommene gesetzliche Haftpflicht wegen Datenschutz- oder Datenvertraulichkeitsverletzungen
Prüfung der Haftpflichtfrage, die Abwehr unberechtigter Schadenersatzansprüche und die Freistellung der Versicherten von berechtigten Schadenersatzverpflichtungen
Kosten einer Verteidigung eines Versicherten in einem Strafverfahren wegen einer Informationssicherheitsverletzung oder eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens wegen einer Datenschutzverletzung
Gegenstand der Versicherung l Sublimit generell für Eigenschäden = 250.000 Euro
Schäden infolge einer Informationssicherheitsverletzung
Schäden infolge einer nicht autorisierten Nutzung, Vervielfältigung, Veränderung, Beschädigung, Zerstörung oder des Diebstahl von Daten
Schäden infolge eines Denial-of-Service-Angriffs, durch den der Betrieb des Netzwerks oder des Internets unterbrochen wird
Schäden infolge eines rechtswidrigen Eingriffs durch nicht autorisierte digitale Nutzung der Telefonanlage
Forensische Untersuchungen = 250.000 Euro
Benachrichtigung von Betroffenen und Datenschutzbehörden = 250.000 Euro
Öffentlichkeitsarbeit im Krisenfall (PR-Beratung) = 50.000 Euro
Kreditkartenüberwachungsdienstleistungen = 50.000 Euro
Wiederherstellung von Daten und Software = 250.000 Euro
Betriebsunterbrechung = 250.000 Euro
Telefonkosten = 5.000 Euro

References: § 6
 § 6
 § 6
 § 19
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 BGH 
 BGH 
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