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Timestamp: 2017-10-18 07:57:17+00:00

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Steuererklärung Kleinunternehmer - Anlage Vorsorgeaufwand - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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10.11.2014, 02:43 #1
hangover->Emailproblem
Steuererklärung Kleinunternehmer - Anlage Vorsorgeaufwand
da ich mit einer Webseite ein paar Werbeeinahmen generieren möchte, geht der Weg ausschließlich über den Gewerbeschein. Aufgrund der Geringfügigkeit der Summen, würde ich die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Auch habe ich nicht vor, diese Einnahmequelle als finanzielles Standbein zu nutzen, sondern lediglich als "Taschengeldaufbesserung". Daher auch nur "nebenerwerblich", da ich mittelfristig hoffentlich wieder einer Festanstellung nachgehen kann.
Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung habe ich bereits ausgefüllt, aber noch nicht eingereicht.
Laut Recherchen habe ich erfahren, dass zu den obligatorischen Steuererklärungen, die mit dem Gewerbe einhergehen (Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung), auch eine Einkommenssteuererklärung mit den Anlagen EÜR, G und Vorsorgeaufwand eingereicht werden muss.
EÜR ist klar, Anlage G auch. Aber die letzte Anlage, die Anlage Vorsorgeaufwand bereitet mir Kopfzerbrechen.
Ich bin erwerbslos, beziehe keine Gelder in Form von ALG1/2 o.Ä. Meine einzige finanzielle Unterstützung erhalte ich von meiner Familie. Ebenso verhält es sich mit der KV. Ich bin freiwillig in der gesetzlichen KV versichert. Die Beiträge zahlt aber ausschließlich meine Mutter.
Wie genau handhabe ich "Anlage Vorsorgeaufwand" in meinem Fall? Ist diese Anlage verpflichtend? Ich selbst zahle keinen Cent an Beiträgen - bin ehrlich gesagt, nicht einmal über die Höhe dieser im Bilde..
danke für jeden erdenklichen Hinweis!
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10.11.2014, 13:50 #2
AW: Steuererklärung Kleinunternehmer - Anlage Vorsorgeaufwand
Ich habe nie diese Vorsorgeaufwandssache abgegeben, wurde vom FA nicht gemeckert.
10.11.2014, 14:57 #3
Zitat von hangover
Ebenso verhält es sich mit der KV. Ich bin freiwillig in der gesetzlichen KV versichert. Die Beiträge zahlt aber ausschließlich meine Mutter.
na also da hast du doch was das du da eintragen kannst, geb das an was die deine kv am jahresende bescheinigt, ich gebe immer die beiträge zur kv und der pfv an, wer die beiträge für dich einzahlt spielt dabei erstmal keine rolle.
wenn deine mutter steuern zahlt, wäre es vll. nich verkehrt wenn sie diese unterstützung ( kv-beiträge ) bei ihrer steuererklärung geltend macht, dass würde ihre steuerlast reduzieren.
wenn man keine beiträge zahlt weil man im leistungsbezug is, dann is es ok, wenn man aber selbst irgendwelche ausgaben zur kv oder rv hat sollte man das auch angeben, denn dadurch zahlst du weniger steuern.
wer natürlich mit seinen gesamten einkünften unter der steuerfreigrenze ( 2014= 8354€ ) liegt bei dem isses egal, allerdings sollte man beachten das da alle einkunftsarten dazu zählen.
10.11.2014, 20:35 #4
Also reichts tatsächlich aus, lediglich die Summen aus der "Abrechnung" der KV dort anzugeben? Na gut, das ist ja simpler, als ich dachte. Dann muss ich den Wisch mal ausfindig machen..
Mit meinen Einnahmen liege ich allerdings auch weit unter der Steuerfreigrenze. Die Werbeeinnahmen sind im kleinen dreistelligen Bereich und sonstige Einnahmen habe ich zur Zeit keine, bis auf kleine unregelmäßige Barzuwendungen seitens meiner Familie - deshalb kommt mir die Werbesache auch grad sehr gelegen..
Werde mich die Tage beim FA wohl nochmal vergewissern, aber das entschärft meine Bedenken zumindest schonmal. Wäre ja peinlich, wenn die Steuererklärung kommt, und man keine Ahnung hat, was da vor einem liegt. Einen Steuerberater kann ich mir z.Z. leider nicht leisten, daher recherchiere ich mir alle Informationen manuell zusammen..
11.11.2014, 01:19 #5
Einen Steuerberater kann ich mir z.Z. leider nicht leisten, daher recherchiere ich mir alle Informationen manuell zusammen..
in den finanzämtern gibt es doch die annahmestellen wo du die anträge direkt abgeben kannst wenn du alles zusammen hast, die helfen dir auch beim ausfüllen.
wobei ja von selbstständigen i.d.r. verlangt wird die erklärung elektronisch über elster zu machen.
11.11.2014, 17:06 #6
Ach naja, damit kann ich leben. Nachfragen kostet ja nichts. Habe jetzt eh alle Daten zusammen - auch wenns noch ein halbes Jahr bis zur Erklärung ist, aber ich plane lieber im Vorfeld alles konkret, als hinterher vor offenen Fragen zu stehen.
11.11.2014, 17:14 #7
wie kannst du alles zusammen haben, dass jahr läuft doch noch, ich muss auf manche sachen bis märz des folgejahrs warten, grade die aok lässt sich besonders viel zeit mit der bescheinigung.
11.11.2014, 23:01 #8
Sollte heißen: ich habe mir eine Checkliste mit allen benötigten Unterlagen angelegt und mich soweit mit den benötigten Formularen vertraut gemacht, dass ich diese - wenn es so weit ist - sinnvoll mit Inhalten füllen kann. Ich muss vieles rein hypothetisch schon lange Zeit im Voraus planen, sonst kann ich nicht schlafen. Besonders wenn es Projekte sind, die große Aufmerksamkeit benötigen, fühle ich mich besser, wenn ich von vornerein alles akribisch bis ins kleinste Detail geplant habe und mir sicher bin, jegliche Eventualität ausgeklammert zu haben. ;-)
Ganz getreu dem Motto: Vorsicht ist besser als Nachsicht.
franky0815 bedankte(n) sich...
12.11.2014, 01:42 #9
verkehrt is das nie, besonders im umgang mit behörden.
15.11.2014, 18:41 #10
Die Anlage Vorsorgeaufwand, genau wie eine mögliche Anlage AV oder Kind sind sehr unproblematisch - bieten aber Steuerspar-Potentiale.
Die normalen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, Daten zu Riester-Verträgen oder Rürup-Rentenversicherungen werden automatisch an die Finanzverwaltung übermittelt, hier kommt man nicht in die Verlegenheit aus Unwissenheit eine Steuerverkürzung begehen zu können - das ist mittlerweile alles Standardisiert. Die Anlage Vorsorgeaufwand könntest Du somit komplett leer (mit Ausnahme von St.Nr. / ID und Name) abgeben.
Wenn du allerdings sagst, dass du kein ALG I/II beziehst und von deiner Familie unterstützt wirst, könnte bspw. deine Mutter unter bestimmten Voraussetzungen Unterhaltsleistungen in ihrer eigenen Steuererklärung geltend machen. Wenn noch nicht geschehen, könnte eine Beratung hier durchaus sinnvoll sein.
15.11.2014, 18:53 #11
das hatte ich weiter oben ja auch schon bedacht, mich würde aber mal interessieren ob die zuwendungen der mutter ( auch das unEntgeltliche wohnen ) als einkommen zu werten sind, müsste ja so sein wenn die mutter das steuermindernd angeben kann?
16.11.2014, 09:03 #12
Die Unterhaltsleistungen der Mutter wären, sofern die weiteren Voraussetzungen gegeben sind, nach § 33a EStG bei Ihr als außergewöhnliche Belastungen in besonderen Fällen abziehbar. Eine Anrechnung als Einkommen beim Sohn unterbleibt, auch die unentgeltliche Überlassung von Wohnraum wird nicht als steuerpflichtiger Zufluss gewertet (§ 22 EStG Sonstige Einkünfte sind .. Nr. 1
Einkünfte aus wiederkehrenden Bezügen, soweit sie nicht zu den in § 2 Absatz 1 Nummer 1 bis 6 bezeichneten Einkunftsarten gehören; § 15b ist sinngemäß anzuwenden. (Satz 2)Werden die Bezüge freiwillig oder auf Grund einer freiwillig begründeten Rechtspflicht oder einer gesetzlich unterhaltsberechtigten Person gewährt, so sind sie nicht dem Empfänger zuzurechnen
Zusammengefasst lässt sich der steuermindernd abziehbare Betrag grob so ermitteln: Einkünfte der unterhaltenen Person (Einnahmen - Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben) + Bezüge der unterhaltenen Person (grob gesagt sind Bezüge all das, was nicht besteuert wird, z. B. auch Hartz 4). Abgezogen wird von der Summe der Einkünfte und Bezüge ein Karenzbetrag i.H.v. EUR 624,00, der übersteigende Betrag wird von der möglichen Unterhaltsleistung abgezogen.
Der Sohn erzielt EUR 300,00 Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb im Monat (Einkünfte, das bedeutet es sind bereits alle Betriebsausgaben abgezogen).
Hartz 4 wird nicht bezogen, aber es besteht grundsätzlich ein Anspruch darauf.
Die Mutter zahlt Kranken- und Pflegeversicherung i.H.v. EUR 100,00 im Monat für den unterhaltenen Sohn.
Als ungekürzter Höchstbetrag für Unterhaltsleistungen ergibt sich EUR 8.354,00
Hinzurechnung der Kranken- und Pflegeversicherung EUR 1.200,00
Summe des ungekürzten Höchstbetrages + Erhöhungsbetrag EUR 9.554,00
Einkünfte des Sohnes (aus Gewerbebetrieb) 12 x EUR 300,00 = EUR 3.600,00
Summe der Einkünfte = EUR 3.600,00
./. anrechnungsfreier Betrag: EUR 624,00
= anzurechnende Einkünfte = EUR 2.976,00
= Höchstbetrag der Unterhaltsleistungen: EUR 6.578,00
Die Mutter kann einen Höchstbetrag i.H.v. EUR 6.578,00 in der eigenen Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen nach § 33a EStG absetzen. Daneben, sollten z. B. Arzt- oder Medikamentenkosten von der Mutter für den Sohn getragen worden sein, kommt ein Abzug dieser Kosten im Rahmen der normalen außergewöhnlichen Belastungen in Frage (§ 33 EStG).
franky0815, gelibeh bedankte(n) sich...
16.11.2014, 16:23 #13
eine frage dazu hab ich aber noch, spielt dabei der verwandtschaftsgrad eine rolle ( von wem die zuwendungen kommen ) oder is das egal?
16.11.2014, 17:14 #14
Auszug aus den Hinweisen zu § 33a EStG "Dem Grunde nach gesetzlich unterhaltsberechtigt sind nach § 1601 BGB Verwandte in gerader Linie i. S. d. § 1589 Satz 1 BGB , wie z. B. Kinder, Enkel, Eltern und Großeltern, sowie nach §§ 1360 ff. , 1570 BGB Ehegatten untereinander (...)". Was im vorliegenden Fall wahrscheinlich zu vernachlässigen ist, aber grundsätzlich zu beachten wäre: haben die Eltern z. B. Anspruch auf Kindergeld oder einen Freibetrag für das unterhaltene Kind, ist ein Abzug ausgeschlossen (dann können wieder andere Paragraphen greifen, § 33a EStG wäre damit jedoch vom Tisch).
16.11.2014, 18:48 #15
nicht wirklich, ich kenne ein uneheliches paar, sie arbeitet und verdient sehr gut, er is arbeitslos seit 2 jahren und bekommt weder alg1 ( weil die 12 monate rum sind ) noch alg2, weil seine feundin eben zu gut verdient, er wohnt bei ihr, sie bezahlt seinen kompletten unterhalt incl. gkv und diversen anderen versicherungen.
in so einem fall wäre es ja schön man könnte wenigstens einen teil davon wieder durch die steuer reinholen, schliesslich sagt das jc ja auch, sie sind eine eheähnliche gemeinschaft wo der eine für den anderen aufkommen muss.
da bleibt dann nur eine fake wohnung, oder er zieht wirklich aus.
16.11.2014, 20:55 #16
Ja, ich denke ich verstehe was du meinst: hier hilft ein Blick in Satz 3 zu § 33a Absatz 1 "Der gesetzlich unterhaltsberechtigten Person gleichgestellt ist eine Person, wenn bei ihr zum Unterhalt bestimmte inländische öffentliche Mittel mit Rücksicht auf die Unterhaltsleistungen des Steuerpflichtigen gekürzt werden"
Weitere Informationen u. a. im Schreiben des BMF IV C 4 - S 2285/07/0006 vom 07.06.2010. Randziffer 3 "Als Personen, die gesetzlich unterhaltsberechtigten Personen gleichstehen, kommen insbeson-dere Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft oder in Haushaltsgemeinschaft mit dem Steuerpflichtigen lebende Verwandte und Verschwägerte in Betracht (BFH-Urteil vom 23. Oktober 2002, BStBl 2003 II Seite 187). Seit dem 1. August 2006 können dies auch Partner einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft (lebenspartnerschaftsähnliche Gemeinschaft) sein (§ 7 Absatz 3 Nummer 3c i. V. m. Absatz 3a SGB II und § 20 SGB XII). Ob eine Gemeinschaft in diesem Sinne vorliegt, ist ausschließlich nach sozial-rechtlichen Kriterien zu beurteilen (sozialrechtliche Bedarfsgemeinschaft)."
Meiner Meinung nach hervorzuheben ist auch Randziffer 5 "Da die Vorschriften des § 20 Satz 1 SGB XII und der §§ 7 Absatz 3 Nummer 3c i. V. m. Absatz 3a, 9 Absatz 2 SGB II eheähnliche und lebenspartnerschaftsähnliche Gemeinschaften faktisch wie Ehegatten behandeln, bestehen keine Bedenken, wenn in diesen Fällen grund-sätzlich davon ausgegangen wird, dass bei der unterstützten Person die Voraussetzungen des § 33a Absatz 1 Satz 24 EStG vorliegen, auch wenn sie keinen Antrag auf Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II gestellt hat. (...)"
Darum mag ich das Steuerrecht :)
16.11.2014, 21:24 #17
ich vll. auch wenn ich dieses beamten/juristen deutsch besser verstehn würde, ich muss sowas immer erst mehrfach lesen um zu verstehn was gemeint is, deine antwaort war aber sehr hilfreich.
16.11.2014, 22:14 #18
Wenn du dennoch eine "Übersetzung" brauchst, kannst du gerne jederzeit fragen.
anlage, kleinunternehmer, steuererklärung, vorsorgeaufwand
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References: § 33
 § 2
 § 15
 § 33
 § 33
 § 1601
 § 1589
 § 33
 § 33
 § 20
 § 20
 § 33