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Timestamp: 2020-07-09 03:58:31+00:00

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Erbengemeinschaft Wohnrecht (Erbrecht) - frag-einen-anwalt.de
| 11.08.2008 04:52 |
Ich der Sohn meiner Mutter wohne wg. Familierer Probleme schon seit Jahren im Haus meiner Goßeltern die 2003 und 2005 verstarben. Meine Mutter wurde enterbt so steht meinen zwei Schwestern und mir die Hälfte des Hauses zu. Dem Onkel die andere Hälfte. Das Haus hat circa 180 qm Wohnfläche so wie 90qm unausgebauten Dachboden. Mein Onkel hat das Verkaufsrecht von meiner Mutter bekommen, die in Vertretug meiner minderjägrigen Schwestern unterschrieben hatte.
Mein Onkel möchte nun das Haus verkaufen, ich 20 Jahre wohne aber noch dort welche rechte habe ich bezüglich wohnrecht. Was kann mein Onkel machen b.z.w muss er mir das Schriftlich geben. Was kann passieren, wenn ich mich wehement weigere, auszuziehen.
Wie lange wird es vermutlich dauern, bis er mich aus der Wohnung bekommt?
Als Verkauf des Grundstücks gegen Ihren Willen kommt nur eine Zwangsversteigerung nach § 753 BGB in Betracht. Denn Ihre Mutter konnte zwar Ihre minderjährigen Schwestern aber nicht Sie vertreten. Von dem Verkaufserlös würde Ihnen 1/6 zustehen.
Die Versteigerung kann auch stattfinden, ohne dass Sie vorher dort ausziehen. Dann können die Käufer entscheiden, ob sie einen Mietvertrag mit Ihnen abschließen oder Räumungsklage einreichen.
Wenn ihr Onkel seinen Erbanteil oder den Ihrer Schwestern verkauft, dann haben Sie zunächst nach § 2033 BGB ein Vorkaufsrecht gegenüber den Miterben und nach § 2034 BGB gegenüber den Käufern. Dazu müssen Sie nicht mehr sondern nur genauso viel, wie die Käufer bieten.
Die Verwaltung des Nachlasses steht nach § 2038 BGB den Erben gemeinsam zu. Wobei mit Mehrheit entschieden wird.
Wenn dort entschieden wird, dass Sie aus dem Haus ausziehen müssen, muß Ihnen dies schriftlich mitgeteilt werden. Die Erbengemeinschaft muß Ihnen bis zum 15. eines Monats zum Monatsende kündigen.
Wenn Sie dann nicht ausziehen, müßte die Erbengemeinschaft beim Amtsgericht Räumungsklage einreichen.
Wie lange eine Räumungsklage dauert, hängt davon ab, wie ausgelastet das Gericht ist. Dies kann zwischen 3 und 6 Monate dauern.
Dabei können Sie bis zum Schluß der mündlichen Verhandlung einen Antrag auf Räumungsfrist nach § 721 ZPO stellen.
„Es wird beantragt, die Klage abzuweisen hilfsweise eine Räumungsfrist nach § 721 ZPO von einem Jahr einzuräumen"
Das Gericht entscheidet dann über eine angemessene Räumungsfrist. Dabei ist ein Jahr nach § 721 V ZPO die Höchstgrenze, die das Gericht bewilligen kann.
Wenn das Gericht weniger als ein Jahr bewilligt, kann nach § 721 III ZPO bis Ablauf von 2 Wochen vor dem Ende der Frist eine Fristverlängerung beantragt werden, bis insgesamt das Jahr vorbei ist.
Ihr Onkel kann seinen Anteil an der Erbschaft auch verkaufen, ohne dass Sie dort ausziehen.
Wenn Ihre Schwestern demnächst volljährig werden, dann könnte es auch sinnvoll sein, wenn Sie durch einen Kollegen vor Ort eine Klage bei Gericht einreichen lassen.
Es wird beantragt dem Onkel zu untersagen, die Anteile der Schwestern an der Erbschaft zu verkaufen.
Begründung: Die Mutter war nach § 1643 BGB in Verbindung mit § 1822 Nr. 1 BGB nicht berechtigt, die Schwestern ohne Zustimmung des Familiengerichts zu vertreten.
Das ganze bringt jedoch nur einen Zeitgewinn von mehreren Monaten. Denn Ihre Mutter kann dem Familiengericht den mit Ihrem Onkel geschlossenen Vertrag zur Genehmigung vorlegen.
Wenn Ihre Schwestern infolge der Verzögerung 18 werden, bevor der Verkauf stattgefunden hat, können die Schwestern dem Onkel die Vollmacht zum Verkauf anschließend wieder entziehen.
Auf jeden Fall können Sie die Verzögerung nutzen, um das Zur Ausübung des Vorkaufsrechts benötigte Geld aufzutreiben.
Ergänzung vom Anwalt 11.08.2008 | 07:56
PS: wenn es noch nicht geschehen ist, sollten Sie die Erbengemeinschaft ins Grundbuch eintragen lassen um den guten Glauben von Kaufinteressenten zu zerstören.
"Ausgezeichnet sehr schön !!!!!!!!!!*****"

References: § 753
 § 2033
 § 2034
 § 2038
 § 721
 § 721
 § 721
 § 721
 § 1643
 § 1822