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Timestamp: 2018-08-19 15:33:22+00:00

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Veröffentlicht von:Monika Becke Geändert vor 11 Monaten
1 Patentrecht für Ingenieure
Gewerbliche Schutzrechte Patentrecht Gebrauchsmusterrecht Arbeitnehmererfinderrecht Marken- und Designrecht (c) Patentanwalt Dipl.-Ing. J. Gerstein Copyright, 1996 © Dale Carnegie & Associates, Inc. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
2 I. Gewerbliche Schutzrechte
1. Übersicht gewerblicher Schutzrechte 1.1	Registrierte (formale) Rechte 1.2	Nicht registrierte Rechte 1.3	Patentwesen in Zahlen 2. Grundprinzipien 2.1	Nachahmungsfreiheit 2.2	Anmeldeprinzip 2.3	Territorialprinzip 3. Organisationsstrukturen 3.1	Behörden des gewerblichen Rechtsschutzes 3.2	IPC-Klassifikation (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
3 Formale (registrierte) Rechte) Nicht registrierte Rechte)
Patent Geheimgehaltene Erfindung Qualifizierter Verbesserungsvorschlag Technische Schutzrechte Gebrauchs- muster Urheberrecht (z.B. Datenbanken+ Software) Halbleiter- Topographie Sortenschutz Zeichenrechte (z.B. Firma, besondere Geschäftsbezeichnung) Design Sonstige Bestimmungen Unlauterer Wettbewerb z.B. § Nr. 9 UWG – Sittenwidrige Leistungsübernahme § 17 UWG – Geheimnisverrat §§ 823 ff. BGB – Eingriff in den eingerichteten Geschäftsbetrieb Marken Urheberrolle für Pseudonyme (c) Patentanwalt Dipl.-Ing. J. Gerstein (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
4 Schutzrechts-Laufzeiten
Maximale Laufzeiten von Schutzrechten (ab Anmeldetag): Patent: 20 Jahre Gebrauchsmuster: 10 Jahre Halbleitertopographie: 10 Jahre Sortenschutz: 25 oder 30 Jahre (je nach Pflanzenart) Design: 25 Jahre Marke: unbegrenzt (Verlängerung alle 10 Jahre) Urheberrechtsschutz: 70 Jahre nach Tod des Urhebers (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
5 UrhG - Werksbegriff § 2 UrhG:	Persönlich-geistige Schöpfung, die das Durchschnittskönnen deutlich übersteigt § 4 (1) UrhG:	Sammelwerke Sammlung von Werken oder	Daten, deren Auswahl und Anordnung Elemente einer persönlichen geistigen Schöpfung sind § 69a UrhG:	Software § 87a UrhG:	Datenbanken (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing. 5
6 Nur Anlehnung an bauchige Seitenwand der S-Bahn Kopenhagen
Das Stadtbahnfahrzeug TW2000 ist ein Werk der angewandten Kunst. Es hält von rein handwerklichen Durchschnittsgestaltungen einen weiten Abstand ein und ist künstlerisch originell. Eine Stadtbahn mit dieser besonderen Anmutung, die übersichtlich und klar gegliedert, ausgewogen und harmonisch gestaltet ist, hat es bisher nicht gegeben. Die schöpferische Leistung beim Entwurf des Stadtbahnäußeren liegt in der erreichten besonderen Harmonie der Gesamtgestaltung. Die stark gerundete Vorderfront, bei der unten alle unfallkritischen Teile wie Scheinwerfer, Scheibenwischer und Kupplung soweit möglich zurückgenommen sind, ist mit der großzügig geschwungenen Seiten wand zu einer klar gegliederten, in sich ausgewogenen und eleganten Großform verschmolzen. Nur Anlehnung an bauchige Seitenwand der S-Bahn Kopenhagen (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
7 § 87 a UrhG - Begriffsbestimmung
Datenbank im Sinne dieses Gesetzes ist eine Sammlung von Werken, Daten oder anderen unabhängigen Elementen, die systematisch oder methodisch angeordnet und einzeln mit Hilfe elektronischer Mittel oder auf andere Weise zugänglich sind und deren Beschaffung, Überprüfung oder Darstellung eine nach Art oder Umfang wesentliche Investition erfordert. Wesentlichkeit der Investition: Zwei Meinungen Die Investition müsse substantielle Gewicht haben (LG Köln CR 2000,400) Mindestmaß an Arbeitsaufwand und wirtschaftlicher Investition, die dem Leistenden eine wirtschaftlich verwertbare Position verschafft. Grundsatz des britischen Rechts: „What‘s worth copying is prima facie worth protecting“ (AG Rostock, Mitt. 2003, 169) (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing. 7
8 § 87 b – Rechte des Datenbankherstellers
Es ist untersagt: die Datenbank insgesamt oder einen nach Art und Umfang wesentlichen Teil der Datenbank zu vervielfältigen, zu verbreiten oder öffentlich wiederzugeben. nach Art und Umfang unwesentlichen Teile der Datenbank wiederholt und systematisch zu vervielfältigen, zu verbreiten oder öffentlich wiederzugeben, sofern diese Handlungen einer normalen Auswertung der Datenbank zuwiderlaufen oder die berechtigten Interessen des Datenbankherstellers unzumutbar beeinträchtigen. Privat vs. Geschäftlich: § 87 c UrhR normiert ausdrücklich, dass Vervielfältigung zum privaten Gebrauch nicht zulässig ist. Miturheber: Werden mit der Entwicklung umfassender Datenbanken (Erhebung und Aufbereitung von Daten des pharmazeutischen Marktes zwecks Dokumentation der Umsatz- und Absatzentwicklungen) mehrere Personen beauftragt, die ihre Arbeitsergebnisse in Workshops finden sollen und auf diese Weise eigene schöpferische Beiträge leisten, gelten sie als Miturheber – auch wenn die Erstellung der Datenbank insgesamt unter Leitung nur eines Herausgebers steht. Urheberrechtliche Unterlassungsansprüche können dann nicht ohne Mitwirkung sämtlicher Miturheber geltend gemacht werden. (OLG Frankfurt 11 U 67/00, CR 1/2003, 50-55) Unwesentliche Teile – wiederholt + systematischer Zugriff: Wenn aus Zeitungsartikeln, die in einer Datenbank gespeichert sind, durch einen Internet- Suchdienst einzelne kleinere Bestandteile auf Suchwortanfrage an Nutzer übermittelt werden, um diesen einen Anhalt dafür zu geben, ob der Aufruf des Volltextes für sie sinnvoll wäre, liegt keine Verletzung nach § 87b (1) Satz 2 UrhR vor, auch wenn der Suchdienst dabei wiederholt und systematisch auf die Datenbank zugreift. (BGH I ZR 259/00 Paperby, GRUR 2003,958) (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing. 8
9 Urheberrecht - Patentrecht
Schweizer Patent CH : Stuhl, bei dem die Sitzrahmenleisten (c) mit ihren Auflageleisten (a) durch aus demselben Strang gebogene Federn verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die federnde Verbindung aus einem unmittelbar aus jeder Auflageleiste (a) in die zugehörige Sitzrahmenleiste (c) übergehenden, in einer Ebene liegenden Federbogen (b) besteht. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
10 Die Welt der Patente Weltweit sind derzeit mehr als 8,66 Millionen Patente in Kraft. Jedes Jahr werden ca. 2,35 Millonen Erfindungen neu zum Patent angemeldet. Für jede Erfindung wird durchschnittlich in vier Ländern Patentschutz beantragt. Patente warfen schätzungsweise über die Vergabe von Lizenzen weltweit mehr als Mrd. US$ an Einnahmen ab, mehr als zehnmal so viel wie Allein die jährlichen Einnahmen von US Firmen für Patentlizenzen werden auf Mrd. US$ geschätzt (The Business Review“). Pro Jahr werden beim DPMA > und beim EPA über Patentanmeldungen angemeldet. Für Patentrecherchen hat das EPA Zugriff auf über 80 Millionen Dokumente aus über 70 Ländern. Rund 50 Staaten haben ihre Patentsysteme mehr oder weniger stark an die Vorschriften des Deutschen Patentrechts und des Europäischen Patentübereinkommens angeglichen (Harmonisierung). (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
11 Buy-and-hold-Rendite(BHAR) von deutschen IPOs in den ersten 500 Handelstagen (2J.)
hell-graue Linie: Keine Patente schwarze Linie: mehr als 25 Patente Quelle: Bessler/Bittelmeyer, 2006 (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
12 Nokia verklagt Apple wegen iPad
SpiegelOnline 07. Mai 2010: Am Freitag hat Nokia Apple erneut wegen Patentrechtsverletzungen verklagt. Mit dem iPhone und dem iPad 3G verletze Apple fünf Nokia- Patente, teilte das Unternehmen aus Helsinki am Freitag mit – unmittel- bar, nachdem bekannt wurde, dass Apples Flachrechner Ende Mai nach Deutschland kommt. Konkret handele es sich um Technologien für die Sprach- und Datenübertragung, zur Nutzung von Positionsdaten in Anwendungen sowie Innovationen im Bereich der Antennenkonfiguration. Die Aktien beider Konzerne rutschten nach Bekanntgabe der Klage stark ins Minus. Inwieweit das mit dem Patentestreit zusammenhängt, ist jedoch unklar. Apple hat seit der Markteinführung mehr als 34 Millionen Geräte verkauft. Selbst wenn die Nokia-Patente nur ein Prozent des Preises ausmachten, erhielte der Konzern mehr als 200 Millionen Dollar Schadenersatz. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
13 Wirtschaftliche Gründe für Patente
Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit Schutz vor Nachahmung Sicherung des Pioniergewinns Anbahnung von Kooperationen oder Lizenzvergabe Maßnahmen gegen Produktpiraten Information der Öffentlichkeit Schutz vor späteren Anmeldungen Abschreckung des Wettbewerbs Firmenimage Werbung mit Schutzrechten Information aus Schutzrechten Vermeiden unnötiger Entwicklungskosten Anregungen zu neuen Produkten / Problemlösungen Vermeiden von Schutzrechtskollisionen Beachtung der Rechte von Arbeitnehmererfindern Anmeldepflicht bei Inanspruchnahme Motivation der Mitarbeiter Kosten- / Nutzen – Aspekte Verhältnis von Schutzrechtskosten zu Markteinführungskosten Idee : Serie : Marketing = 1 : 9 : 16 Erschließung neuer Märkte (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
14 Volkswirtschaftliche Begründung von Monopolrechten
Grundsatz der Wettbewerbsfreiheit, aber Interesse des Erfinders an Geheimhaltung zwecks alleiniger Verwertung Interesse der Allgemeinheit an Offenbarung der Erfindung Lösung des Konflikts: Zeitlich begrenztes Monopolrecht Veröffentlichung spätestens nach 18 Monaten (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
15 Grundprinzipien formaler Rechte
Nachahmungsfreiheit Eingeschränkt durch zeitlich begrenzte Ausschlussrechte für geistige Leistung Anmeldeprinzip formelles Anmelde- & Eintragungs- / Erteilungsverfahren Territorialprinzip Schutzwirkungen richten sich nach nationalem Recht (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
16 Behörden für gewerblichen Rechtsschutz
Deutsches Patent- und Markenamt (DPMA) München Zweigstelle in Jena Europäisches Patentamt (EPA) Zweigstellen in Den Haag + Wien WIPO / OMPI (World Intellectual Property Organization) Genf Patentstreitkammern (LG, OLG, BGH) Harmonisierungsamt Alicante Bundessortenamt Hannover (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
17 Instanzen im formalen Amtsverfahren
Deutsches Patent- und Markenamt (DPMA) Verwaltungsbehörde (dem Bundesministerium für Justiz unterstellt) Gliederung in: Prüfungsstellen Prüfungsabteilungen Patentregister Bundespatentgericht (BPatG) Bundesgericht gemäß Art. 96 GG Gliederung in juristische und technische Senate Beschwerdeinstanz zur Überprüfung von Entscheidungen des DPMA Beschwerdefrist: 1 Monat ab Zustellung der Entscheidung Bundesgerichtshof (BGH) Rechtsbeschwerdeinstanz Gliederung in Senate Zugelassene und zulassungsfreie Rechtsbeschwerden (§ 100 PatG) Revisionsfrist: 1 Monat ab Zustellung der Entscheidung (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
18 Europäisches Patentamt
Verwaltungsrat Vertreter der Mitgliedstaaten Präsident Rechtsabteilung Eingangsstelle Gerichtlich unabhängig Rechercheabteilungen Beschwerdekammern technische + juristische Prüfungsabteilungen Rechtsfragen Überprüfung von Verfahrensmängeln Einspruchsabteilungen Große Beschwerdekammer (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
19 Internationale Patentklassifikation (IPC)
Gliederung: Sektion – Untersektion - Klasse – Unterklasse - Hauptgruppe Sektion A:	Täglicher Lebensbedarf Sektion B:	Arbeitsverfahren; Transportieren Sektion C:	Chemie; Hüttenwesen Sektion D:	Textilien; Papier Sektion E:	Bauwesen; Erdbohren; Bergbau Sektion F:	Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen Sektion G:	Physik Sektion H:	Elektrotechnik (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
20 Sektion H: Elektrotechnik (Auszug)
H04B	Übertragung H04H	Rundfunkübertragung ... H04L	Übertragung digitaler Information 1/00	Anordnungen zum Erkennen oder zum Beseitigen von Fehlern in der empfangenen Nachricht 1/02 . durch Diversityempfang 1/ durch Frequenzdiversity 1/ durch Raumdiversity 1/08 . durch wiederholte Übertragung, z.B. Verdan-System 1/12 . mittels Rückkanal 1/ in welchen die Signale zur Prüfung zum Sender zurückgeschickt werden 1/ wobei der Rückkanal Überwachungssignale führt, z.B. Signale, mit denen eine Wiederholung der Nachricht verlangt wird 1/ Selbsttätige Wiederholungssysteme, z.B. van Duurensystem 1/20 . unter Verwendung von Detektoren für die Signalbeschaffenheit 1/22 . unter Verwendung von redundanten Geräten zur Erhöhung der Betriebssicherheit 1/24 . Prüfen des richtigen Arbeitens 5/00 Anordnungen, die eine Vielfachausnützung des Übertragungsweges erlauben .... (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
21 II. Patentrecht 1. Patentvoraussetzungen 2. Grenzen des Patentschutzes
1.1	Weltweite Neuheit (§ 3 PatG) 1.2	Erfinderische Tätigkeit (§ 4 PatG) 1.3	Gewerbliche Anwendbarkeit (§5 PatG) 1.4	Ausführbarkeit, Wiederholbarkeit 1.5	Technizität 2. Grenzen des Patentschutzes 3. Patentanmelde- / erteilungsverfahren 3.1	Formale Anmeldeerfordernisse 3.2	Prüfung der Patentfähigkeit Stand der Technik Aufgabe-Lösungs-Ansatz (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
22 Patent - Voraussetzungen
§ 1 Abs. 1 PatG - Patentfähige Erfindung Patente werden für Erfindungen auf allen Gebieten der Technik erteilt, die neu sind, auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen und gewerblich anwendbar sind. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
23 Definition des Begriffs „ERFINDUNG“
Eine "Erfindung" wird gemäß ständiger Rechtsprechung als "Lehre zum technischen Handeln" definiert (BGH GRUR 65, 533, Typensatz). Eine Lehre zum "Lehre zum technischen Handeln" ist definiert als: planmäßiges Handeln (BGH GRUR 65, 533, Typensatz), um beherrschbare Naturkräfte zur Erzielung eines kausal übersehbaren Erfolges einzusetzen (Präs. DPMA Bl. 52, 407, 408), ohne Zwischenschaltung menschlicher Verstandestätigkeit (BGH GRUR 75, 549, Buchungsblatt), wobei der kausal übersehbare Erfolg die unmittelbare Folge des Einsatzes beherrschbarer Naturkräfte ist (BGH GRUR 77, 152, Kennungsscheibe). (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
24 Erfindung Eine patentfähige Erfindung ist die Lösung eines Problems
auf eine Weise, für die es aus dem Stand der Technik keine Anregung gab. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
25 Definitionen § 3 Abs. 1 PatG - Neuheit: Eine Erfindung gilt als neu, wenn sie nicht zum Stand der Technik gehört. § 4 PatG – Erfinderische Tätigkeit: Eine Erfindung gilt als auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhend, wenn sie sich für den Fachmann nicht in naheliegender Weise aus dem Stand der Technik ergibt. § 5 Abs. 1 PatG – Gewerbliche Anwendbarkeit: Eine Erfindung gilt als gewerblich anwendbar, wenn ihr Gegenstand auf irgendeinem gewerblichen Gebiet einschließlich der Landwirtschaft hergestellt oder benutzt werden kann. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
26 Stand der Technik (§ 3 PatG – Neuheit)
(1)	... Der Stand der Technik umfasst alle Kenntnisse, die vor dem für den Zeitrang der Anmeldung maßgeblichen Tag durch schriftliche oder mündliche Beschreibung, durch Benutzung oder in sonstiger Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind. (2)	Als Stand der Technik gilt auch der Inhalt folgender Patent- anmeldungen mit älterem Zeitrang, die erst an oder nach dem für den Zeitrang der jüngeren Anmeldung maßgeblichen Tag der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind: 1.	nationale Anmeldungen beim Deutschen Patentamt; europäische Anmeldungen mit Benennung von Deutschland; internationale Anmeldungen mit Bestimmung von Deutschland. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
27 Zugänglichkeit Möglichkeit für unbegrenzten Personenkreis von Existenz oder Inhalt des Stands der Technik eine genügende Kenntnis zu erlangen. Personenkreis aufgrund der Zweckbestimmung eingegrenzt (Lizenznehmer, Kunden, Wissenschaftskollegen) ? Manuskripte ab Einsichtsmöglichkeit (Zeitpunkt der Recherchier- barkeit), aber nicht bereits ab Eingang bei der Redaktion. Vortrag, wenn Manuskript verteilt wird oder Eingeladenen nicht zur Geheimhaltung verpflichtet ist, nicht aber bei begrenztem, ausgewähltem Personenkreis. Erkennbarkeit der Erfindung. Gelegenheit und Anlass für Untersuchung erforderlich (z.B. Integrierte Schaltungen). (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
28 § 4 PatG – Erfinderische Tätigkeit
Eine Erfindung gilt als auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhend, wenn sie sich für den Fachmann nicht in naheliegender Weise aus dem Stand der Technik ergibt. Gehören zum Stand der Technik auch Unterlagen im Sinne des §3 Abs. 2, so werden diese bei der Beurteilung der erfinderischen Tätigkeit nicht in Betracht gezogen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
29 Erfinderische Tätigkeit Aufgabe-/ Lösungsansatz
i)	Ermittlung des "nächstliegenden Stands der Technik" ii)	Bestimmung der zu lösenden "objektiven technischen Aufgabe" iii)	Prüfung der Frage, ob die beanspruchte Erfindung angesichts des nächstliegenden Stands der Technik und der objektiven technischen Aufgabe für den Fachmann naheliegend gewesen wäre, mit dem Could-Would-Test: Findet sich im Stand der Technik insgesamt eine Lehre, die den mit der objektiven technischen Aufgabe befassten Fachmann veranlassen würde (nicht nur könnte, sondern würde), den nächstliegenden Stand der Technik unter Berücksichtigung dieser Lehre zu ändern oder anzupassen und somit zu etwas zu gelangen, was unter den Patentanspruch fällt, und das zu erreichen, was mit der Erfindung erreicht wird. Keine ex-post-Betrachtung (rückschauend in Kenntnis der Erfindung)! (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
30 Theorie Systematischen Erfindens TRIZ: Erfindung = Lösung eines Widerspruchs
Prof. Altshuller erkannte, dass die meisten Erfindungen daraus resultieren, dass der Erfinder jene Kompromisse nicht akzeptiert, welche sonst meist akzeptiert werden, und dass einer großen Anzahl von Erfindungen eine vergleichs- weise kleine Anzahl von allgemeinen Lösungsprinzipien zugrundeliegt. Aus der Lösung von Widersprüchen resultieren erfinderische Lösungen. Widersprüche zu suchen und zu eliminieren ist daher erfinderisches Handwerk. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
31 Beispiel für TRIZ-Erfindungen
Zur Bestückung einer Platine müssen die Pins eines Chips erhitzt werden, aber zur Vermeidung von Beschädigung des Chips darf dieser nicht erhitzt werden. Separation der Anforderungen - im Raum (Lösung: Wärmeableitung an den Pins zum IC) - in der Zeit (Lösung: erst Chipträger auflöten, dann IC in Chipträger einbauen) - innerhalb eines Objektes und seiner Teile (Lösung: IC-Fassung) - durch Bedingungswechsel (Lösung: Kleben statt Löten)
32 Beweisanzeichen für Erfindung
Neue Aufgabe Lang andauerndes Bedürfnis Vergebliche Bemühungen der Fachwelt Überragender technischer Fortschritt Wirtschaftlicher Erfolg Vorliegen von Nachahmungen Überraschende Vorteile Überwindung von Vorurteilen Zeitfaktor (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
33 Grenzen des Patentschutzes
§ 1 Abs PatG: Als Erfindungen werden insbesondere nicht angesehen: a)	Entdeckungen sowie wissenschaftliche Theorien und mathematische Methoden; b) ästhetische Formschöpfungen; c) Pläne, Regeln und Verfahren für gedankliche Tätigkeiten (z.B. Baupläne, Schnittmuster, Lehrmethoden für Menschen und Tiere, Notenschrift, Kurzschriften), für Spiele und geschäftliche Tätigkeiten (z.B. Buchführungssysteme); d) Computerprogramme als solche (d.h. soweit sie keine technische Lehre enthalten); e) die Wiedergabe von Informationen (z.B. Tabellen, Formulare, Schriftenanordnungen); sofern hierfür als solche Schutz begehrt wird (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
34 Grenzen des Patentschutzes
§ 2 PatG: Daneben können Patente nicht erteilt werden für a)	Erfindungen, deren Veröffentlichung oder Verwertung gegen die öffentliche Ordnung oder die guten Sitten verstoßen würde; ein solcher Verstoss kann jedoch nicht allein aus der Tatsache hergeleitet werden, dass die Verwertung der Erfindung durch Gesetz oder Verwaltungsvorschrift verboten ist; b)	Pflanzensorten oder Tierarten sowie für im wesentlichen biologische Verfahren zur Züchtung von Pflanzensorten oder Tieren. Mikrobiologische Verfahren und die mit Hilfe dieser Verfahren gewonnenen Erzeugnisse sind dagegen dem Patentschutz zugänglich; Verfahren zur chirurgischen oder therapeutischen Behandlung des menschlichen oder tierischen Körpers und Diagnostizierverfahren (§ 5 Abs. 2 PatG). (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
35 Definitionen Entdeckung: Eine Entdeckung ist das Auffinden von etwas Vorhandenem, das bisher nicht bekannt war (BPatG GRUR 78, 238, Naturstoffe). Mathematische Methode: Mathematische Gleichungen, aber keine mathematische Methode, die in einen technischen Prozeß eingebunden ist. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
36 Software - Patente BGH: Prägendes notwendiges technisches Merkmal
Ausschluß von "Computerprogrammen als solche" (§1 Abs. 2 Nr. 3 PatG; Art. 52 Abs. 2 c) + Abs. 3 EPÜ) Ausschluß von wissenschaftlichen Theorien, mathematischen Methoden und geschäftlichen Tätigkeiten als solche Erfordernis der "Lehre zum technischen Handeln" BGH: Prägendes notwendiges technisches Merkmal Technische Mittel Technische Aufgabe Technische Überlegungen (Lehre ist durch eine auf technischen Überlegungen beruhende Erkenntnis und deren Umsetzung geprägt) Abgrenzung zur geschäftlichen Tätigkeit EPA: Erfindung ist Lösung einer technischen Aufgabe (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
37 Rechtsprechung des BGH
§ 1 Abs. 1 PatG – Technizität:	Liegt der Gegenstand der Erfindung zumindest mit einem Teilaspekt auf technischem Gebiet ? Hierfür reicht es aus, wenn ein Teilaspekt der geschützten Lehre ein technisches Problem bewältigt. § 1 Abs. 3 PatG – Nicht patentfähige Erfindungen:	Stellt dieser Gegenstand lediglich ein Datenverarbeitungsprogramm / eine Informationswidergabe / eine Geschäftsmethode als solches dar ? Der Ausschlusstatbestand greift nicht ein, wenn diese weitere Prüfung ergibt, dass die Lehre Anweisungen enthält, die der Lösung eines konkreten technischen Problems mit technischen Mitteln dienen. § 4 PatG – Erfinderische Tätigkeit:	Nur die Merkmale, welche die Lösung eines technischen Problems mit technischen Mitteln bestimmen oder zumindest mit beeinflussen, können die Patentfähigkeit einer erfindungsgemäßen Lehre stützen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
38 BGH - Webseitenanzeige
DE : Hauptantrag (BGH - X ZR 121/09) 1. Verfahren zur Erzeugung einer Darstellung für das Wiederfinden einer bereits von der Startseite eines Informationsanbieters aus aufgerufenen und inzwischen verlassenen Informationsseite, welche über das Internet, ein Intranet oder ein Extranet aufrufbar ist, aufweisend folgende von dem Server durchgeführte Verfahrensschritte: a) Registrieren eines Benutzers bei Aufruf der Startseite, b) Registrieren der von dem Benutzer unmittelbar und mittelbar von der Startseite aus aufgerufenen Informationsseiten des Informationsanbieters und c) Erzeugung einer anzeigbaren Darstellung, aus der die Abfolge der von dem Benutzer aufgerufenen Informationsseiten des Informationsanbieters erkennbar ist. Unerheblich, ob technische Merkmale neu + nicht-technische Merkmale nicht erfinderisch sind Ein Computer bleibt auch dann eine technische Einrichtung, wenn darauf eine redaktionelle Bearbeitung von Texten vorgenommen wird (BGH - Sprachanalysevorrichtung) (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing. 38
39 BGH - Webseitenanzeige
DE : Hauptantrag Technizität bejaht: -	„offenkundig ist, dass das Verfahren den Einsatz von Computern in Netzwerken bedingt. Es genügt auch bei einem Verfahrensanspruch für die Erfüllung des Technizitätserfordernisses, wenn die Erfindung eine bestimmte Nutzung der Komponenten einer Datenverarbeitungsanlage lehrt und damit eine Anweisung zum technischen Handeln gibt. […] Dabei handelt es sich um typische Schritte der Verarbeitung, Speicherung und Übermittlung von Daten mittels technischer Geräte“ Lösung eines konkreten Problems mit technischen Mitteln verneint: => Computerprogramm als solches -	„beschränkt sich der Gegenstand des Streitpatents darauf, im Stand der Technik bekannte technische Mittel einzusetzen, um Daten in bestimmter Form zusammenzustellen oder darzustellen. Die Lehre des Streitpatents geht darüber nur insoweit hinaus, als sie vorsieht, diese Strukturen zur Darstellung bestimmter Inhalte zu nutzen.“ Unerheblich, ob technische Merkmale neu + nicht-technische Merkmale nicht erfinderisch sind Ein Computer bleibt auch dann eine technische Einrichtung, wenn darauf eine redaktionelle Bearbeitung von Texten vorgenommen wird (BGH - Sprachanalysevorrichtung) (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing. 39
40 EPA – Kombinationsansatz I
Welchen Beitrag zum Stand der Technik leistet der beanspruchte Gegenstand als Ganzes tatsächlich ? Dieser Beitrag muss technischen Charakter haben. Lösung einer wesentlichen technischen Aufgabe. Technische Überlegungen, die eine technische Aufgabe implizieren, die durch technische Merkmale zu lösen ist (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
41 EPA – Kombinationsansatz II
Bei einer Erfindung, die aus technischen und nichttechnischen Merkmalen besteht und als Ganzes technischen Charakter aufweist, sind alle Merkmale des zu prüfenden Anspruchs zu berücksichtigen, die zu dem technischen Charakter beitragen. Merkmale, die keinen solchen technischen Beitrag leisten, können das Vorliegen erfinderischer Tätigkeit hingegen nicht stützen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
42 Anspruchskategorien Verfahren Computersystem
Verwendung eines Computersystems Digitales Speichermedium mit elektronisch auslesbaren Steuersignalen, die so mit einem programmierbaren Computersystem zusammenwirken können, dass ein Verfahren ausgeführt wird Computer-Programm-Produkt mit auf einem maschinenlesbaren Träger gespeicherten Programmcode zur Durchführung eines Verfahrens, wenn das Programmprodukt auf einem Rechner abläuft Computer-Programm mit Programmcode zur Durchführung eines Verfahrens, wenn das Programm auf einem Computer abläuft (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
43 Beispiel EP B1 Verfahren zur Erlangung und Darstellung von Information, die einem Steuerungssystem zugeordnet ist, mit: a) mindestens einer Steuereinrichtung (10) zur Durchführung einer Steuerungsfunktion in einem Verfahren oder einer Vorrichtung und zum Sammeln von Daten, die der Steuerungsfunktion zugeordnet oder für diese relevant sind, und b) einer entfernt angeordneten Überwachungsstation (5), wobei das Verfahren die Schritte aufweist: i) Sammeln der Daten; ii) Erzeugen von Datensignalen, die Daten und zugeordnete Anweisungen aufweisen, zur Darstellung der Daten in einem vorbestimmten Format; Iii) Übertragen der Datensignale an die entfernt angeordnete Überwachungsstation (59); und iv) Darstellen der Daten in einem vorbestimmten Format entsprechend der zugeordneten Anweisungen. Unerheblich, ob technische Merkmale neu + nicht-technische Merkmale nicht erfinderisch sind Ein Computer bleibt auch dann eine technische Einrichtung, wenn darauf eine redaktionelle Bearbeitung von Texten vorgenommen wird (BGH - Sprachanalysevorrichtung) (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing. 43
44 (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
45 DPA - Patenterteilungsverfahren
(c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
46 PCT-Anmeldung Länderbenennung Prüfungsverfahren Länder-Benennung
Auslandsanmeldungen Basisanmeldung EP-Anmeldung PCT-Anmeldung Länderbenennung Nationale Anmeldung Recherche Recherche Recherche Prüfungsverfahren Länder-Benennung Vorläufige Prüfung Prüfungsverfahren Nationale Patente Nationale Phasen Nationale Patente (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
47 PCT-Verfahren (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
48 Formale Anforderungen
Mindestanforderung für Begründung eines Anmeldetages (§34 (3) PatG) Anmeldung bei zuständigen Patentamt (DPMA / EPA) (auch teilweise Patentinformationszentren) Anmelderangaben / Namen des Anmelders – (eindeutige Zuordnung + parteifähig) Antrag auf Erteilung eines Patents Beschreibung der Erfindung - (Bezugnahme auf andere Unterlagen oder eingereichte Modelle ist nicht ausreichend) Lesbare Form – (Brief, Fax, Diskette, aber kein Tonband, Telefon o.ä.) (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
49 Formale Anforderungen
Zusätzliche Erfordernisse Bezeichnung der Erfindung Patentansprüche – (Definition dessen, was als patentfähig unter Schutz gestellt werden soll) Zeichnungen Deutliche und vollständige Offenbarung, so dass ein Fachmann sie ausführen kann Einheitlichkeit Anmeldegebühr Unterschrift (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
50 Formale Anforderungen
Sonstige Anforderungen Deutsche Sprache – 3-Monatsfrist für Nachreichen einer beglaubigten Übersetzung Keine Bilder im Text (§8 (7) PatAnmV) Masseinheiten im SI-Standard Zusammenfassung – 16-Monatsfrist (§36 PatG) Erfinderbenennung – 15-Monatsfrist (§ 37 PatG) (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
51 Gliederung einer Patentanmeldung
Stand der Technik Nachteile des Standes der Technik Aufgabe der Erfindung Lösung der Aufgabe Vorteil der Erfindung Ausführungsbeispiel Patentansprüche (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
52 Herstellungs- verfahren
Patentkategorien Erzeugnis Sachen Vorrichtungen Anordnungen Stoffe Mittel Verfahren Herstellungs- verfahren Arbeits- verfahren Verwendung (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
53 Wirkung des Patents - § 9 PatG
§9:	Das Patent hat die Wirkung, dass allein der Patentinhaber befugt ist, die patentierte Erfindung im Rahmen des geltenden Rechts zu benutzen. Jedem Dritten ist es verboten, ohne seine Zustimmung 1.	Ein Erzeugnis, das Gegenstand des Patents ist, herzustellen, anzubieten, in Verkehr zu bringen oder zu gebrauchen oder zu den genannten Zwecken entweder einzuführen oder zu besitzen; 2.	Ein Verfahren, das Gegenstand des Patents ist, anzuwenden oder, wenn der Dritte weiß oder es auf Grund der Umstände offensichtlich ist, dass die Anwendung des Verfahrens ohne Zustimmung des Patentinhabers verboten ist, zur Anwendung im Geltungsbereich dieses Gesetzes anzubieten; 3.	Das durch ein Verfahren, das Gegenstand des Patents ist, unmittelbar hergestellte Erzeugnis anzubieten, in Verkehr zu bringen oder zu gebrauchen oder zu den genannten Zwecken zu besitzen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
54 Mittelbare Benutzung - §10 PatG
(1) Das Patent hat ferner die Wirkung, dass es jedem Dritten verboten ist, ohne Zustimmung des Patentinhabers im Geltungsbereich dieses Gesetzes anderen als zur Benutzung der patentierten Erfindung berechtigten Personen Mittel, die sich auf ein wesentliches Element der Erfindung beziehen, zur Benutzung der Erfindung im Geltungsbereich dieses Gesetzes anzubieten oder zu liefern, wenn der Dritte weiß oder es aufgrund der Umstände offensichtlich ist, dass diese Mittel dazu geeignet und bestimmt sind, für die Benutzung der Erfindung verwendet zu werden. (2) Absatz 1 ist nicht anzuwenden, wenn es sich bei den Mitteln um allgemein im Handel erhältliche Erzeugnisse handelt, es sei denn, dass der Dritte den Belieferten bewusst veranlasst, in einer nach § 9 Satz 2 verbotenen Weise zu handeln. (3) Personen, die die in § 11 Nr. 1 bis 3 genannten Handlungen vornehmen, gelten im Sinne des Absatzes 1 nicht als Personen, die zur Benutzung der Erfindung berechtigt sind. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
55 Erlaubte Handlungen - § 11 PatG
Die Wirkung des Patents erstreckt sich nicht auf : Handlungen im privaten Bereich zu nichtgewerblichen Zwecken; Handlungen zu Versuchszwecken, die sich auf den Gegenstand der patentierten Erfindung beziehen; Nutzung biologischen Materials zum Zweck der Züchtung, Entdeckung und Entwicklung einer neuen Pflanzensorte; Studien und Versuche für die Erlangung einer arzneimittelrechtlichen Genehmigung; unmittelbare Einzelzubereitung von Arzneimitteln in Apotheken; Gebrauch an Bord von Schiffen, Luft- oder Landfahrzeugen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
56 Patentansprüche = Schutzbereich
Hauptanspruch Unteransprüche Nebengeordnete Ansprüche Oberbegriff Kennzeichen (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
57 Anspruchskategorien Verfahren (Herstellungs- / Arbeitsverfahren)
Vorrichtung, Schaltungsanordnung, Stoffe Product by Process Circuit by Function (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
58 II. Patentrecht 3. Patentanmelde- / erteilungsverfahren
3.2	Prüfung der Patentfähigkeit 3.2.1	Stand der Technik 3.2.2	Aufgabe-Lösungs-Ansatz 3.2.3	Beweisanzeichen für Erfindungen 3.3	Prioritätsbegriff 3.4	Einspruchsverfahren und –gründe 3.5	Nichtigkeitsverfahren 3.6	Teilung einer Patentanmeldung / eines Patents (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
59 Prioritätsbegriff - § 40 Innere Priorität
(1) Dem Anmelder steht innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach dem Anmeldetag einer beim Patentamt eingereichten früheren Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldung für die Anmeldung derselben Erfindung zum Patent ein Prioritätsrecht zu, es sei denn, dass für die frühere Anmeldung schon eine inländische oder ausländische Priorität in Anspruch genommen worden ist. (2) Für die Anmeldung kann die Priorität mehrerer beim Patentamt eingereichter Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldungen in Anspruch genommen werden. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
60 § 40 - Innere Priorität (3) Die Priorität kann nur für solche Merkmale der Anmeldung in An- spruch genommen werden, die in der Gesamtheit der Anmeldungs- unterlagen der früheren Anmeldung deutlich offenbart sind. (4) Die Priorität kann nur innerhalb von zwei Monaten nach dem Anmeldetag der späteren Anmeldung in Anspruch genommen werden; die Prioritätserklärung gilt erst als abgegeben, wenn das Aktenzeichen der früheren Anmeldung angegeben worden ist. (5) Ist die frühere Anmeldung noch beim Patentamt anhängig, so gilt sie mit der Abgabe der Prioritätserklärung nach Absatz 4 als zurückgenommen. Dies gilt nicht, wenn die frühere Anmeldung ein Gebrauchsmuster betrifft. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
61 Äußere Priorität § 41 PatG + PVÜ Art. 4
A)	Wer in einem der Verbandsländer die Anmeldung für ein Erfindungs- patent, ein Gebrauchsmuster, ein gewerbliches Muster oder Modell, eine Fabrik- oder Handelsmarke vorschriftsmäßig hinterlegt hat, oder sein Rechtsnachfolger genießt für die Hinterlegung in den anderen Ländern während der unten bestimmten Fristen ein Prioritätsrecht. B) Unter vorschriftsmäßiger nationaler Hinterlegung ist jede Hinterlegung zu verstehen, die zur Festlegung des Zeitpunkts ausreicht, an dem die Anmeldung in dem betreffenden Land hinterlegt worden ist, wobei das spätere Schicksal der Anmeldung ohne Bedeutung ist. C) Die oben erwähnten Prioritätsfristen betragen zwölf Monate für die Erfindungspatente und die Gebrauchsmuster und sechs Monate für die gewerblichen Muster oder Modelle und für die Fabrik- oder Handelsmarken. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
62 Priorität - Übersicht Frist: max. 12 Monate ab Erstanmeldung
Innere Priorität: für Nachanmeldung im gleichen Land => Prioritäts-Patentanmeldung gilt als zurückgenommen, Prioritäts-Gebrauchsmuster bleibt bestehen Äußere Priorität: für Nachanmeldungen im Ausland =>	Prioritätsanmeldung bleibt bestehen Keine Kettenpriorität zulässig, d.h. die Priorität für Merkmale einer Anmeldung, für die bereits eine Priorität beansprucht wurde. Es können mehrere Prioritäten beansprucht werden (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
63 Voraussetzung zur Priorität
Voranmeldung Patentanmeldung (braucht nicht mehr anhängig zu sein) Gebrauchsmusteranmeldung Designanmeldung Personenidentität zum Anmelder (auch Rechtsnachfolger) Sachliche Übereinstimmung des Erfindungsgedankens (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
64 Einspruchsverfahren - § 59 PatG
(1) Innerhalb von neun Monaten nach der Veröffentlichung der Erteilung kann jeder, im Falle der widerrechtlichen Entnahme nur der Verletzte, gegen das Patent Einspruch erheben. Der Einspruch ist schriftlich zu erklären und zu begründen. Er kann nur auf die Behauptung gestützt werden, dass einer der in § 21 genannten Widerrufsgründe vorliege. Die Tatsachen, die den Einspruch rechtfertigen, sind im einzelnen anzugeben. Die Angaben müssen, soweit sie nicht schon in der Einspruchs- schrift enthalten sind, bis zum Ablauf der Einspruchsfrist schriftlich nachgereicht werden. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
65 Einspruchsgründe - § 21 PatG
Das Patent wird widerrufen, wenn sich ergibt, dass der Gegenstand des Patents nach den §§ 1 bis 5 nicht patentfähig ist, das Patent die Erfindung nicht so deutlich und vollständig offenbart, dass ein Fachmann sie ausführen kann, der wesentliche Inhalt des Patents den Beschreibungen, Zeichnungen, Modellen, Gerätschaften oder Einrichtungen eines anderen oder einem von diesem angewendeten Verfahren ohne dessen Einwilligung entnommen worden ist (widerrechtliche Entnahme), der Gegenstand des Patents über den Inhalt der Anmeldung in der Fassung hinausgeht, in der sie bei der für die Einreichung der Anmeldung zuständigen Behörde ursprünglich eingereicht worden ist; ... (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
66 Widerrechtliche Entnahme
§ 6 PatG - Recht auf das Patent Das Recht auf das Patent hat der Erfinder oder sein Rechtsnachfolger. Haben mehrere gemeinsam eine Erfindung gemacht, so steht ihnen das Recht auf das Patent gemeinschaftlich zu. Haben mehrere die Erfindung unabhängig voneinander gemacht, so steht das Recht dem zu, der die Erfindung zuerst beim Patentamt angemeldet hat. § 7 PatG - Anmelderfiktion, Priorität bei widerrechtlicher Entnahme (1) Damit die sachliche Prüfung der Patentanmeldung durch die Feststellung des Erfinders nicht verzögert wird, gilt im Verfahren vor dem Patentamt der Anmelder als berechtigt, die Erteilung des Patents zu verlangen. (2) Wird ein Patent aufgrund eines auf widerrechtliche Entnahme (§ 21 Abs. 1 Nr. 3) gestützten Einspruchs widerrufen oder führt der Einspruch zum Verzicht auf das Patent, so kann der Einsprechende innerhalb eines Monats nach der amtlichen Mitteilung hierüber die Erfindung selbst anmelden und die Priorität des früheren Patents in Anspruch nehmen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
67 Vindikationsklage § 8 PatG - Erfinderrechtliche Vindikation
Der Berechtigte, dessen Erfindung von einem Nichtberechtigten angemeldet ist, oder der durch widerrechtliche Entnahme Verletzte kann vom Patentsucher verlangen, dass ihm der Anspruch auf Erteilung des Patents abgetreten wird. Hat die Anmeldung bereits zum Patent geführt, so kann er vom Patentinhaber die Übertragung des Patents verlangen. Der Anspruch kann vorbehaltlich der Sätze 4 und 5 nur innerhalb einer Frist von zwei Jahren nach der Veröffentlichung der Erteilung des Patents (§ 58 Abs. 1) durch Klage geltend gemacht werden. Hat der Verletzte Einspruch wegen widerrechtlicher Entnahme (§ 21 Abs. 1 Nr. 3) erhoben, so kann er die Klage noch innerhalb eines Jahres nach rechtskräftigem Abschluss des Einspruchsverfahrens erheben. Die Sätze 3 und 4 sind nicht anzuwenden, wenn der Patentinhaber beim Erwerb des Patents nicht in gutem Glauben war. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
68 Formales Einspruchsverfahren
Zulässigkeit Antrag an DPMA / EPA Schriftform Identität des Einsprechenden erkennbar Einspruchsberechtigung (grundsätzlich jeder, außer Treuepflicht, Nichtangriffspflicht, Rechtsmissbrauch und widerrechtliche Entnahme) Nach Patenterteilung und Veröffentlichung Behauptung eines Widerrufsgrundes Angabe des Patents Frist (9 Monate bei DPMA und EPA) Gebühr (200 Euro) Begründung Materiellrechtliche Begründetheit (Schlüssigkeit) (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
69 Substantiierung der Einspruchsgründe
Die für die Beurteilung des behaupteten Widerrufsgrundes maßgeblichen tatsächlichen Umstände sind im einzelnen so darzulegen, dass Amt und Patentinhaber daraus abschließende Folgerungen für das Vorliegen des Widerrufsgrundes ohne eigene Ermittlungen ziehen können (BGH Bl. 87, 203 – Streichgarn). Beweismittel sind keine Tatsachen, sondern Beleg für die Richtigkeit von Tatsachen. Sie können nachgebracht werden. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
70 Verfahrensgrundsätze
Antragsgrundsatz (kein Verfahren ohne Antrag, Bindung an Anträge / Hilfsanträge) Verfügungsgrundsatz (Verfahren wird von Amts wegen fortgesetzt) – auch Dispositionsmaxime genannt Amtsermittlungsgrundsatz (Untersuchungsgrundsatz) Amtsbetrieb (Ladungen + Zustellungen von Amts wegen) Wahrheitspflicht Rechtliches Gehör (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
71 Wiedereinsetzung - § 123 PatG
Wer ohne Verschulden verhindert war, dem Patentamt oder Patentgericht gegenüber eine Frist einzuhalten, deren Versäumung nach gesetzlicher Vorschrift einen Rechtsnachteil zur Folge hat, ist auf Antrag wieder in den vorherigen Stand einzusetzen. Dies gilt nicht für die Einspruchsfrist, Einspruchsbeschwerdefrist, und Prioritätsfrist. Die Wiedereinsetzung muss innerhalb von zwei Monaten nach Wegfall des Hindernisses schriftlich beantragt werden. Der Antrag muss die Angabe der die Wiedereinsetzung begründenden Tatsachen enthalten; diese sind bei der Antragstellung oder im Verfahren über den Antrag glaubhaft zu machen. Innerhalb der Antragsfrist ist die versäumte Handlung nachzuholen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
72 Weiterbehandlung - § 123a PatG
(1) Ist nach Versäumung einer vom Patentamt bestimmten Frist die Patentanmeldung zurückgewiesen worden, so wird der Beschluss wirkungslos, ohne dass es seiner ausdrücklichen Aufhebung bedarf, wenn der Anmelder die Weiterbehandlung der Anmeldung beantragt und die versäumte Handlung nachholt. (2) Der Antrag ist innerhalb einer Frist von einem Monat nach Zustellung der Entscheidung über die Zurückweisung der Patentanmeldung einzureichen. Die versäumte Handlung ist innerhalb dieser Frist nachzuholen (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
73 Nichtigkeitsklage - § 81 PatG
Das Verfahren wegen Erklärung der Nichtigkeit des Patents oder des ergänzenden Schutzzertifikats oder wegen Erteilung oder Rücknahme der Zwangslizenz oder wegen der Anpassung der durch Urteil festgesetzten Vergütung für eine Zwangslizenz wird durch Klage eingeleitet. Die Klage ist gegen den im Register als Patentinhaber Eingetragenen oder gegen den Inhaber der Zwangslizenz zu richten. ... § 22 – Nichtigkeitsgründe: (1) Das Patent wird auf Antrag (§ 81) für nichtig erklärt, wenn sich ergibt, dass einer der in § 21 Abs. 1 aufgezählten Gründe vorliegt oder der Schutzbereich des Patents erweitert worden ist. (2) § 21 Abs. 2 und 3 Satz 1 und 2 Halbsatz 1 ist entsprechend anzuwenden. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
74 Nichtigkeitsklage - § 81 PatG
(2) Klage auf Erklärung der Nichtigkeit des Patents kann nicht erhoben werden, solange ein Einspruch noch erhoben werden kann oder ein Einspruchsverfahren anhängig ist. (3) Im Falle der widerrechtlichen Entnahme ist nur der Verletzte zur Erhebung der Klage berechtigt. (4) Die Klage ist beim Patentgericht schriftlich zu erheben. Der Klage und allen Schriftsätzen sollen Abschriften für die Gegenpartei beigefügt werden. Die Klage und alle Schriftsätze sind der Gegenpartei von Amts wegen zuzustellen. (5) Die Klage muss den Kläger, den Beklagten und den Streitgegenstand bezeichnen und soll einen bestimmten Antrag enthalten. Die zur Begründung dienenden Tatsachen und Beweismittel sind anzugeben. Entspricht die Klage diesen Anforderungen nicht in vollem Umfang, so hat der Vorsitzende den Kläger zu der erforderlichen Ergänzung innerhalb einer bestimmten Frist aufzufordern. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
75 Abzweigung und Teilung - §§ 34, 39 PatG
Abzweigung der Patentanmeldung nur bei Nicht-Einheitlichkeit: § 34 (5) Die Anmeldung darf nur eine einzige Erfindung enthalten oder eine Gruppe von Erfindungen, die untereinander in der Weise verbunden sind, dass sie eine einzige erfinderische Idee verwirklichen. Freie Teilung der Patentanmeldung, nicht aber des Patents: § 39 (1) Der Anmelder kann die Anmeldung jederzeit teilen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
76 II. Patentrecht 4. Patentverletzung 4.4 Ansprüche 4.5 Beweislasten
4.1	Unmittelbare und mittelbare Patentverletzung 4.2	Vorbenutzungsrecht 4.3	Äquivalente 4.3.1	Einrede des freien Stands der Technik 4.3.2	Unterkombination 4.4	Ansprüche 4.4.1	Unterlassungsanspruch 4.4.2	Schadensersatzanspruch 4.4.3	Auskunfts- und Rechnungslegungsanspruch 4.4.4	Bereicherungsanspruch 4.4.5	Besichtigungs- und Vorlegungsanspruch 4.4.6	Beseitigungsanspruch 4.5	Beweislasten 4.6	Einstweiliges Verfügungsverfahren (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
77 Unmittelbare Patentverletzung
§9 PatG: Das Patent hat die Wirkung, dass allein der Patentinhaber befugt ist, die patentierte Erfindung im Rahmen des geltenden Rechts zu benutzen. Jedem Dritten ist es verboten, ohne seine Zustimmung 1.	Ein Erzeugnis, das Gegenstand des Patents ist, herzustellen, anzubieten, in Verkehr zu bringen oder zu gebrauchen oder zu den genannten Zwecken entweder einzuführen oder zu besitzen; 2.	Ein Verfahren, das Gegenstand des Patents ist, anzuwenden oder, wenn der Dritte weiß oder es auf Grund der Umstände offensichtlich ist, dass die Anwendung des Verfahrens ohne Zustimmung des Patentinhabers verboten ist, zur Anwendung im Geltungsbereich dieses Gesetzes anzubieten; 3.	Das durch ein Verfahren, das Gegenstand des Patents ist, unmittelbar hergestellte Erzeugnis anzubieten, in Verkehr zu bringen oder zu gebrauchen oder zu den genannten Zwecken zu besitzen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
78 Mittelbare Patentverletzung
§ 10 PatG: (1) Das Patent hat ferner die Wirkung, dass es jedem Dritten verboten ist, ohne Zustimmung des Patentinhabers im Geltungsbereich dieses Gesetzes anderen als zur Benutzung der patentierten Erfindung berechtigten Personen Mittel, die sich auf ein wesentliches Element der Erfindung beziehen, zur Benutzung der Erfindung im Geltungsbereich dieses Gesetzes anzubieten oder zu liefern, wenn der Dritte weiß oder es aufgrund der Umstände offensichtlich ist, dass diese Mittel dazu geeignet und bestimmt sind, für die Benutzung der Erfindung verwendet zu werden. (2) Absatz 1 ist nicht anzuwenden, wenn es sich bei den Mitteln um allgemein im Handel erhältliche Erzeugnisse handelt, es sei denn, dass der Dritte den Belieferten bewusst veranlasst, in einer nach § 9 Satz 2 verbotenen Weise zu handeln. (3) Personen, die die in § 11 Nr. 1 bis 3 genannten Handlungen vornehmen, gelten im Sinne des Absatzes 1 nicht als Personen, die zur Benutzung der Erfindung berechtigt sind. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
79 Vorbenutzungsrecht - § 12 PatG
Die Wirkung des Patents tritt gegen den nicht ein, der zur Zeit der Anmeldung bereits im Inland die Erfindung in Benutzung genommen oder die dazu erforderlichen Veranstaltungen getroffen hatte. => ERFINDUNGSBESITZ + UMSETZUNG der Erfindung Dieser ist befugt, die Erfindung für die Bedürfnisse seines eigenen Betriebs in eigenen oder fremden Werkstätten auszunutzen. Die Befugnis kann nur zusammen mit dem Betrieb vererbt oder veräußert werden. Hat der Anmelder oder sein Rechtsvorgänger die Erfindung vor der Anmeldung anderen mitgeteilt und sich dabei seine Rechte für den Fall der Patenterteilung vorbehalten, so kann sich der, welcher die Erfindung infolge der Mitteilung erfahren hat, nicht auf Maßnahmen nach Satz 1 berufen, die er innerhalb von sechs Monaten nach der Mitteilung getroffen hat. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
80 Äquivalente Patentverletzung
Urteil des Bundesgerichtshofs, X.Zivilsenat, vom 29. April 1986 (X ZR 28/85 - OLG Braunschweig) Stichwort: Formstein Leitsätze: Nach § 14 PatG 1981 erstreckt sich der Schutzbereich regelmäßig auf Äquivalente der in den Patentansprüchen unter Schutz gestellten Erfindung. Dabei ist der Einwand zugelassen, die als äquivalent angegriffene Ausführungsform stelle mit Rücksicht auf den Stand der Technik keine patentfähige Erfindung dar. Urteil des Bundesgerichtshofs, X.Zivilsenat, vom 17.Februar 1999 (X ZR 22/97) Stichwort: Kontaktfederblock 1.	Sind die Merkmale eines erteilten Patentanspruchs bei der angegriffenen Ausführungsform identisch verwirklicht, ist der Einwand abgeschnitten, die als patentverletzend beanstandete Ausführungsform stelle mit Rücksicht auf den Stand der Technik keine Erfindung dar – sogenannter ”Formstein ”-Einwand (BGHZ 98,12 ff.). 2.	Die Prüfung des sogenannten ”Formstein ”-Einwandes setzt methodisch die Klärung aller Merkmale und ihrer Funktion im Rahmen der patentgemäßen Lehre und weiterhin die Feststellung,zumindest die Unterstellung voraus,dass von jedem einzelnen Anspruchsmerkmal des Klagepatents bei der angegriffenen Ausführungsform Gebrauch gemacht,mindestens eines dieser Merkmale jedoch nicht in wortsinngemäßer Form verwirklicht ist. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
81 Schutzbereich bei Äquivalenten
Abwandlungen fallen dann in den Schutzbereich des Patents, wenn das durch die Erfindung gelöste Problem mit gleichwertigen Mitteln gelöst wird, die den patentgemäßen Mitteln hinreichend gleichwirkend sind, und wenn der Durchschnittsfachmann diese gleichwirkenden Mittel mit Hilfe seiner Fachkenntnisse und aufgrund von Überlegungen auffinden konnte, die sich an der in den Patentansprüchen umschriebenen Erfindung orientieren (vgl. BGH GRUR 1986, 803, Formstein; 1988, 896, Ionenanalyse; 1989, 205, Schwermetalloxidationskatalysator; 1989, 903, Batteriekasten- schnur; 1991, 436, Befestigungsvorrichtung II; 1994, 597, 599 – Zerleg- vorrichtung). (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
82 Äquivalenzprüfung Gleichwirkung: Das Ersatzmittel muss – zumindest im wesentlichen – dieselbe technische Wirkung erzielen wie das im Patentanspruch beschriebene Lösungsmittel Auffindbarkeit: Der Durchschnittsfachmann mit dem Kenntnisstand des Prioritätstages muss – ausgehend vom Sinngehalt der patentierten Erfindung – ohne erfinderische Überlegungen in der Lage gewesen sein, das Ersatzmittel als funktionsgleiches Lösungsmittel aufzufinden Gleichwertig: Der Durchschnittsfachmann zieht die abweichende Ausführung mit ihren abgewandelten Mitteln als eine der gegenständlichen Lösung gleichwertige Lösung in Betracht (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
83 Sonderfall: Verfahrenserzeugnis
§ 139 (3) PatG: Ist Gegenstand des Patents ein Verfahren zur Herstellung eines neuen Erzeugnisses, so gilt bis zum Beweis des Gegenteils das gleiche Erzeugnis, das von einem anderen hergestellt worden ist, als nach dem patentierten Verfahren hergestellt. Bei der Erhebung des Beweises des Gegenteils sind die berechtigten Interessen des Beklagten an der Wahrung seiner Herstellungs- und Betriebs- geheimnisse zu berücksichtigen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
84 Unterlassungsanspruch
§ 139 (1) PatG: Wer entgegen den § 9 bis 13 eine patentierte Erfindung benutzt, kann vom Verletzten bei Wiederholungsgefahr auf Unterlassung in Anspruch genommen werden Voraussetzungen: Rechtswidrigkeit, aber kein Verschulden (Vorsatz, Fahrlässigkeit). Wiederholungsgefahr. (Beseitigung der Wiederholungsgefahr durch uneingeschränkte, bedingungslose Unterlassungserklärung mit Vertragsstrafeversprechen) Beweis der Rechtsverletzung durch den Kläger. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
85 Schadensersatzanspruch
§ 139 (2) PatG: Wer die Handlung vorsätzlich oder fahrlässig vornimmt, ist dem Verletzten zum Ersatz des daraus entstandenen Schadens verpflichtet. Bei der Bemessung des Schadensersatzes kann auch der Gewinn, den der Verletzer durch die Verletzung des Rechts erzielt hat, berücksichtigt werden. Der Schadensersatzanspruch kann auch auf der Grundlage des Betrages berechnet werden, den der Verletzer als angemessene Vergütung hätte entrichten müssen, wenn er die Erlaubnis zur Benutzung der Erfindung eingeholt hätte. Voraussetzungen: Rechtswidrigkeit (keine Duldung durch Lizenzvertrag, Weiter- oder Vorbenutzungsrecht). Verschulden (Vorsatz oder Fahrlässigkeit). Gewerblich Tätige haben die Pflicht, sich laufend über fremde Schutzrechte zu informieren. Schaden kausal durch Verletzung verursacht. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
86 Verschulden Vorsatz: Wissen und Wollen des rechtswidrigen Erfolges, d.h. der bewußte Eingriff in das fremde Patentrecht. Bedingter Vorsatz: als möglich erkannten rechtswidrigen Erfolg billigend in Kauf genommen (z.B. Benutzung in der Erwartung, das Patent wird vernichtet). Grobe Fahrlässigkeit (§ 276 (1) 2 BGB): im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt. Leichte Fahrlässigkeit (§ 276 (1) 2 BGB): im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer acht gelassen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
87 Schadensberechnungsarten
Grundsatz: Ausgleich der Differenz zwischen der Vermögenslage vor und nach der Patentverletzung gemäß § 249 BGB Lizenzanalogie: Anspruch auf angemessene Lizenzgebühr. Herausgabe des Verletzergewinns: Gewinn des Verletzers wurde kausal durch die Patentverletzung erzielt und nicht durch andere Maßnahmen (Werbung etc.) Entgangener Gewinn: Der Verletzte nutzt das Patent, hätte wahrscheinlich Gewinn erzielt und Patentverletzung ist ursächlich für den entgangenen Gewinn (Umsatzrückgang). Der Gewinn des Verletzers ist nicht maßgeblich. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
88 Auskunft und Rechnungslegung
Hilfsanspruch zum Schadensersatzanspruch (Stufenklage) Verschulden als Voraussetzung Auskunftsanspruch: Angaben über Gestehungs- und Vertriebskosten, Umstände für die Bemessung des erzielten Gewinns, Nennung von Namen und Anschrift von Lieferanten und Abnehmern, Angaben über Zeitpunkt, Menge und Preise der einzelnen Lieferungen. Rechnungslegung: Einnahmen- / Ausgabenrechnung. Auskunftsumfang im Rahmen des Erforderlichen. Abwägung zwischen Informationsinteresse des Verletzten und schutzwürdigem Geheim- haltungsinteresse des Verletzers (Wirtschaftsprüfervorbehalt). (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
89 Auskunftsanspruch gemäß § 140b PatG
(1) Wer entgegen den §§ 9 bis 13 eine patentierte Erfindung benutzt, kann vom Patentinhaber auf unverzügliche Auskunft über die Herkunft und den Vertriebsweg des benutzten Erzeugnisses in Anspruch genommen werden. (3) Der zur Auskunft Verpflichtete hat Angaben zu machen über Namen und Anschrift des Herstellers, des Lieferanten und anderer Vorbesitzer des Erzeugnisses, des gewerblichen Abnehmers oder Auftraggebers sowie über die Menge der hergestellten, ausgelieferten, erhaltenen oder bestellten Erzeugnisse. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
90 Besichtigungsanspruch - § 140c PatG
(1)	Wer mit hinreichender Wahrscheinlichkeit entgegen den §§ 9 bis 13 eine patentierte Erfindung benutzt, kann von dem Rechtsinhaber oder einem anderen Berechtigten auf Vorlage einer Urkunde oder Besichtigung einer Sache, die sich in seiner Verfügungsgewalt befindet, oder eines Verfahrens, das Gegenstand des Patents ist, in Anspruch genommen werden, wenn dies zur Begründung von dessen Ansprüchen erforderlich ist. (3)	Die Verpflichtung zur Vorlage einer Urkunde oder zur Duldung der Besichtigung einer Sache kann im Wege der einstweiligen Verfügung nach den §§ 935 bis 945 der Zivilprozessordnung angeordnet werden. Das Gericht trifft die erforderlichen Maßnahmen, um den Schutz vertraulicher Informationen zu gewährleisten. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
91 Bereicherungs- und Besichtigungsanspruch
a) Bereicherungsanspruch (§ 812 ff. BGB): Herausgabe des durch widerrechtliche Benutzung erlangten Vorteils Wertersatz gemäß § 818 (2) BGB durch angemessene Lizenz Kein Verschulden erforderlich b) Besichtigungsanspruch (809 BGB): Inaugenscheinnahme, Vermessen etc., aber keine Substanzeingriffe wie Ein-/Ausbau von Teilen oder Inbetriebnahme. Darlegung einer erheblichen Wahrscheinlichkeit für die Anwendung der geschützten Lehre Schutzwürdiges Interesse des Patentinhabers (keine andere einfachere Möglichkeit, sich über Patentverletzung Klarheit zu verschaffen) Fehlendes Geheimhaltungsinteresse des Verletzers (ggf. Besichtigung nur durch Sachverständigen) (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
92 Beseitigungsanspruch
§ 140 a PatG - Anspruch auf Vernichtung patentverletzender Erzeugnisse und Vorrichtungen (1) Wer entgegen den §§ 9 bis 13 eine patentierte Erfindung benutzt, kann von dem Verletzten auf Vernichtung der im Besitz oder Eigentum des Verletzers befindlichen Erzeugnisse, die Gegenstand des Patents sind, in Anspruch genommen werden. Satz 1 ist auch anzuwenden, wenn es sich um Erzeugnisse handelt, die durch ein Verfahren, das Gegenstand des Patents ist, unmittelbar hergestellt worden sind. (3) Wer entgegen den §§ 9 bis 13 eine patentierte Erfindung benutzt, kann von dem Verletzten auf Rückruf der Erzeugnisse, die Gegenstand des Patents sind, oder auf deren endgültiges Entfernen aus den Vertriebswegen in Anspruch genommen werden. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
93 Einstweilige Verfügung
1.	Verfügungsantrag bei zuständigem Gericht einreichen Ggf. mündliche Verhandlung 2.	Erlass der Verfügung 3.	Vollziehung der Verfügung durch Parteizustellung innerhalb von 1 Monat 4a.	Widerspruch 4b.	Berufung (nach mdl. Vhdl.) 4c.	Antrag auf Erhebung der Hauptsache 4d.	Abschlusserklärung (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
94 Einstweilige Verfügung
Voraussetzungen: Verfügungsanspruch: Bestehen eines Patents / Gebrauchsmusters Glaubhaftmachung des Verletzungstatbestandes Verfügungsgrund: Verhältnismäßigkeit (Abwägung der schutzwürdigen Interessen der Parteien) Dringlichkeit (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
95 III. Gebrauchsmusterrecht
Gebrauchsmusterfähigkeit - Erfinderischer Schritt Schutzgegenstand Definition des Stands der Technik Unterschiede zur Patentanmeldung / zum Patent Gebrauchsmusterabzweigung Löschungsverfahren (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
96 Gebrauchsmusterfähigkeit - § 1 GebrMG
Als Gebrauchsmuster werden Erfindungen geschützt, die neu sind, auf einem erfinderischen Schritt beruhen und gewerblich anwendbar sind. Erfinderischer Schritt == Erfinderische Tätigkeit bei Patent Aufgabe – Lösung wie erfinderische Tätigkeit (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
97 Schutzgegenstand => Verfahren sind nicht gebrauchsmusterfähig
§ 2 GebrMG - Schutzausschließungsgründe Als Gebrauchsmuster werden nicht geschützt: -	Erfindungen, deren Veröffentlichung oder Verwertung gegen die öffentliche Ordnung oder die guten Sitten verstoßen würde; ein solcher Verstoß kann nicht allein durch die Tatsache hergeleitet werden, dass die Verwertung der Erfindung durch Gesetz oder Verwaltungsvorschrift verboten ist. -	Pflanzensorten oder Tierarten; -	Verfahren. => Verfahren sind nicht gebrauchsmusterfähig (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
98 Stand der Technik - § 3 GebrMG
Der Gegenstand eines Gebrauchsmusters gilt als neu, wenn er nicht zum Stand der Technik gehört. Der Stand der Technik umfasst alle Kenntnisse, die für den Zeitrang der Anmeldung maßgeblichen Tag durch schriftliche Beschreibung oder durch eine im Geltungsbereich der BRD erfolgte Benutzung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind. Eine innerhalb von sechs Monaten vor dem für den Zeitrang der Anmeldung maßgeblichen Tag erfolgte Beschreibung oder Benutzung bleibt außer Betracht, wenn sie auf der Ausarbeitung des Anmelders oder seines Rechtsvorgängers beruht. 6 monatige NEUHEITSSCHONFRIST bei GebrM <> absolute Neuheit bei eigener Veröffentlichung bei Patent (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
99 Besonderheiten GebrM zum Patent
Verfahren sind nicht gebrauchsmusterfähig Keine Prüfung auf Neuheit, erfinderischen Schritt und gewerbliche Anwendbarkeit (§ 8 GebrMG), lediglich Eintragung - Rechercheantrag ist aber möglich Veröffentlichung nach Eintragung => Aufschiebung der Bekanntmachung bis zu 18 Monate ab Anmeldetag Erfinderischer Schritt == erfinderische Tätigkeit 6 monatige Neuheitsschonfrist Offenkundige Vorbenutzung nur innerhalb Deutschlands neuheitsschädlich Keine Rücknahmefiktion bei Inanspruchnahme der inneren Priorität (§ 41 PatG) (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
100 Gebrauchsmusterabzweigung - § 5 GebrMG
Hat der Anmelder mit Wirkung für die Bundesrepublik Deutschland für dieselbe Erfindung bereits früher ein Patent nachgesucht, so kann er mit der Gebrauchsmusteranmeldung eine Erklärung abgeben, dass der für die Patentanmeldung maßgebende Anmeldetag in Anspruch genommen wird. Ein für die Patentanmeldung in Anspruch genommenes Prioritätsrecht bleibt für die Gebrauchsmusteranmeldung erhalten. Das Recht nach Satz 1 kann bis zum Ablauf von zwei Monaten nach dem Ende des Monats in dem die Patentanmeldung erledigt, oder ein etwaiges Einspruchsverfahren abgeschlossen ist, jedoch längstens bis zum Ablauf des zehnten Jahres nach dem Anmeldetag der Patentanmeldung ausgeübt werden. 2 Monate nach Patenterteilung/Zurückweisung kann GebrM abgezweigt werden => DOPPELSCHUTZ Vorteil: - Unterschiedliche Definition des Stand der Technik; => andere Erfindungsleistung bei GebrM; Jahre Schutzdauer bei Patent (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
101 Löschungsverfahren - §§13 + 15 GebrMG
§ 13 GebrMG - Nichteintritt der Schutzwirkung (1) Der Gebrauchsmusterschutz wird durch die Eintragung nicht begründet (ex tunc), soweit gegen den als Inhaber Eingetragenen von jedermann ein Anspruch auf Löschung besteht (§ 15 Abs. 1 und 3). § 15 GebrMG - Löschungsanspruch (1) Jedermann hat gegen den als Inhaber Eingetragenen Anspruch auf Löschung des Gebrauchsmusters, wenn der Gegenstand des Gebrauchsmusters nach den §§ 1 bis 3 nicht schutzfähig ist; der Gegenstand des Gebrauchsmusters bereits aufgrund einer früheren Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldung geschützt worden ist (DOPPELSCHUTZ) oder der Gegenstand des Gebrauchsmusters über den Inhalt der Fassung hinausgeht, in der sie ursprünglich eingereicht worden ist. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
102 Formales Löschungsverfahren - § 17 GebrM
(1) Das Patentamt teilt dem Inhaber des Gebrauchsmusters den Antrag mit und fordert ihn auf, sich dazu innerhalb eines Monats zu erklären. Widerspricht er nicht rechtzeitig, so erfolgt die Löschung. (2) Andernfalls teilt das Patentamt den Widerspruch dem Antragsteller mit und trifft die zur Aufklärung der Sache erforderlichen Verfügungen. (3) Über den Antrag wird aufgrund mündlicher Verhandlung beschlossen. Der Beschluss ist in dem Termin, in dem die mündliche Verhandlung geschlossen wird, oder in einem sofort anzuberaumenden Termin zu verkünden. (4) Das Patentamt hat zu bestimmen, zu welchem Anteil die Kosten des Verfahrens den Beteiligten zur Last fallen. => Löschung bei fehlendem Widerspruch; Verlierer zahlt die Kosten. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
103 VI. Arbeitnehmererfindungsrecht
Pflichten & Rechte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber Begriff der Diensterfindung Vergütungsanspruch (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
104 Pflichten & Rechte des Arbeitnehmers
Diensterfindung Tätigkeit des Arbeitnehmers Erfahrungen / Arbeiten des Betriebs Freie Erfindung keine Diensterfindung Meldepflicht (§5 ArbEG) Nachforderung (2 Monatsfrist) Mitteilungspflicht wenn betrieblich verwendbar (§18ArbEG) Automatischer Rechtsübergang Automatische Inanspruchnahme Möglichkeit der (beschränkten) Freigabe (Frist: 4 Monate ab ordnungsgemäßer Meldung) später: Auslandsfreigabe, Freigabe bei Schutzrechtsaufgabe Kein Rechtsübergang Arbeitgeber kann bestreiten, dass Erfindung frei ist Monatsfrist Vergütungsanspruch (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
105 Diensterfindung § 4 Abs. 2 ArbNEG
Diensterfindungen sind während der Dauer des Arbeitsverhältnisses gemachte Erfindungen, die entweder aus der dem Arbeitnehmer im Betrieb (oder der öffentlichen Verwaltung ) obliegenden Tätigkeit entstanden sind oder maßgeblich auf Erfahrungen oder Arbeiten des Betriebes (oder der öffentlichen Verwaltung) beruhen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
106 Vergütungsberechnung
Tatsächlicher wirtschaftlicher Nutzen als Maßstab für die Vergütung vergütet wird die Monopolstellung, nicht die Belohnung Vergütung = ERFINDUNGSWERT * ANTEILSFAKTOR ERFINDUNGSWERT ist der Preis, den der Arbeitgeber einem freien Erfinder bzw. freien Lizenzgeber für die Diensterfindung zahlen würde. in der Regel LIZENZANALOGIE (Umsatz * Lizenzsatz), d.h. erzielte oder ersparte Lizenzgebühren bei Eigennutzung, erzielbare Lizenzeinnahmen bei Sperrpatent (erst ca. 7 Jahre ab Anmeldung) ANTEILSFAKTOR wiegt die Stellung des Arbeitnehmers und die betrieblichen Beiträge am Zustandekommen der Erfindung gegeneinander ab. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
107 Anteilsfaktor a) Die Stellung der Aufgabe (RL Nr. 31)
Hinweis auf ein bestimmtes technisches Problem durch den Betrieb. b) Die Lösung der Aufgabe (RL Nr. 32) ist das technische Problem mit beruflich geläufigen Überlegungen gelöst worden ? Inwieweit ist die Lösung auf Grund betrieblicher Arbeiten und Kenntnisse gefunden worden (z. B. betriebliche Vorarbeiten, Erkenntnisse von Geschäfts-/ Kooperations- partnern des Arbeitgebers oder aus dem Kollegenkreis zur Erfindung). Technische Hilfsmittel, die der Erfinder nutzbar gemacht hat (Rohstoffe und Materialien für Versuche und Entwicklungsarbeiten, Gerätschaften, Laboreinrichtungen, Arbeitskräfte). c) Aufgaben und Stellung des Arbeitnehmers im Betrieb (RL Nr. 33–36). Je geringer die Leistungserwartung an den Erfinder auf Grund seines tatsächlichen Aufgaben- und Pflichtenkreises ist, umso höher fällt die Wertzahl aus. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
108 Erfindungswert Betrieblich genutzte Erfindung
Lizenzanalogie erfassbarer betrieblicher Nutzen Schätzung Lizenz-, Kauf- und Austauschverträge Sperrpatente Schutzrechtskomplexe Nicht verwertete Erfindungen Vorrats- und Ausbaupatente Technische Verbesserungsvorschläge (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
109 § 16 – Schutzrechtsaufgabe
(1) Wenn der Arbeitgeber vor Erfüllung des Anspruchs des Arbeitnehmers auf angemessene Vergütung die Anmeldung der Diensterfindung zur Erteilung eines Schutzrechts nicht weiterverfolgen oder das auf die Diensterfindung erteilte Schutzrecht nicht aufrechterhalten will, hat er dies dem Arbeitnehmer mitzuteilen und ihm auf dessen Verlangen und Kosten das Recht zu übertragen sowie die zur Wahrung des Rechts erforderlichen Unterlagen auszuhändigen. (2) Der Arbeitgeber ist berechtigt, das Recht aufzugeben, sofern der Arbeit- nehmer nicht innerhalb von drei Monaten nach Zugang der Mitteilung die Übertragung des Rechts verlangt. (3) Gleichzeitig mit der Mitteilung nach Absatz 1 kann sich der Arbeitgeber ein nichtausschließliches Recht zur Benutzung der Diensterfindung gegen angemessene Vergütung vorbehalten. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
110 § 14 - Auslandsfreigabe (2) Für ausländische Staaten, in denen der Arbeitgeber Schutzrechte nicht erwerben will, hat er dem Arbeitnehmer die Diensterfindung freizugeben und ihm auf Verlangen den Erwerb von Auslandsschutzrechten zu ermöglichen. Die Freigabe soll so rechtzeitig vorgenommen werden, dass der Arbeitnehmer die Prioritätsfristen [...] ausnutzen kann. (3) Der Arbeitgeber kann sich gleichzeitig mit der Freigabe nach Absatz 2 ein nicht ausschließliches Recht zur Benutzung der Diensterfindung in den betreffenden ausländischen Staaten gegen angemessene Vergütung vorbehalten und verlangen, dass der Arbeitnehmer bei der Verwertung der freigegebenen Erfindung in den betreffenden ausländischen Staaten die Verpflichtungen des Arbeitgebers aus den im Zeitpunkt der Freigabe bestehenden Verträgen über die Diensterfindung gegen angemessene Vergütung berücksichtigt. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
111 V. Einblick in das Markenrecht
1. Markenformen 1.1	Wortmarken 1.2	Bildmarken / Wort-Bildmarken 1.3	Hörmarken 1.4	Buchstaben / Zahlen 2. Schutzvoraussetzungen 2.1	Unterscheidungseignung 2.2	Absolute Schutzhindernisse 2.3	Relativer Schutzhindernisse 3. Markenverletzung und Markenvernichtung 3.1	Rechtsfolgen 3.2	Widerspruchs- und Löschungsverfahren (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
112 Markenformen (§ 3 MarkenG)
Alle Zeichen, insbesondere Wörter Abbildungen Buchstaben, Zahlen Hörzeichen Geruchsmarke 3-dimensionale Gestaltungen Aufmachungen Farben + Farbzusammenstellungen Bewegungsmarke (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
113 Wortmarken Wortspiele FAIRSICHERUNG (Versicherung)
RASCH AUA (Rush Hour) COOK MAL (Guck Mal) Slogans Nicht immer, aber immer öfter Bitte ein Bit (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
114 Bildmarken 3-dimensionale Marken Wort-Bild-Marke Reine Bildmarke
115 Hörmarken Notenschrift Sonogramm
116 Abstrakte Unterscheidungseignung
Ist Marke geeignet, Waren oder Dienstleistungen eines Unternehmens von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden ? Nicht markenfähig sind Zeichen, mit einer Form, die durch Art der Ware selbst bestimmt ist; zur Erreichung einer technischen Wirkung erforderlich ist; der Ware einen wesentlichen Wert verleiht. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
117 Absolute Schutzhindernisse (§ 8 MarkenG)
Graphische Darstellbarkeit Konkrete Unterscheidungskraft „Fehlen jeglicher Unterscheidungskraft für die beanspruchten Waren oder Dienstleistungen“ Freihaltebedürfnis „Marke besteht aus Zeichen ausschließlich aus Zeichen, die im Verkehr zur Bezeichnung der Art, der Beschaffenheit, der Menge, der Bestimmung, des Wertes, der geographischen Herkunft, der Zeit der Herstellung der Waren oder Erbringung der Dienstleistungen oder zur Bezeichnung sonstiger Merkmale der Waren/DL dienen können.“ (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
118 Relative Schutzhindernisse (§ 9 MarkenG)
Die Eintragung einer Marke kann aufgrund älterer angemeldeten oder eingetragenen Marke gelöscht werden (3monatige Widerspruchsfrist), bei: Identität / Ähnlichkeit der Zeichen und Identität / Ähnlichkeit der Waren/DL (Verwechslungsgefahr); Identität / Ähnlichkeit der Zeichen und unähnliche Waren/DL bei Bekanntheit der älteren Marke sowie unlauterer Ausnutzung. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
119 Entstehung des Markenschutzes (§ 4 MarkenG)
Eintragung als Marke in das Register Benutzung im geschäftlichen Verkehr, soweit das Zeichen Verkehrsgeltung erlangt hat Notorische Bekanntheit nach Ansicht der Behörde (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
120 Rechtsfolgen (§ 14 + 15 MarkenG)
Markenschutz gewährt dem Inhaber ein ausschließliches Recht. Dritten ist es untersagt, ohne die Zustimmung des Inhabers im geschäftlichen Verkehr: ein mit der Marke identisches Zeichen für identische Waren/DL zu benutzen ein Zeichen zu benutzen, wenn wegen Identität oder Ähnlichkeit der Zeichen und Waren/DL für das Publikum die Gefahr von Verwechslungen besteht. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
121 V. Einblick in das Designrecht
1. Schutzvoraussetzungen 1.1	Neuheit 1.2	Eigentümlichkeit 2. Anmelde- und Löschungsverfahren 2.1	Sammelanmeldung 2.2	Absolute Schutzhindernisse 2.3	Relativer Schutzhindernisse 3. Designverletzung 3.1	Rechtsfolgen 3.2	Formenschatz (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
122 Definition eines Designs (§ 1 DesignG)
zweidimensionale oder dreidimensionale Erscheinungsform eines ganzen Erzeugnisses oder eines Teils davon, die sich insbesondere aus den Merkmalen der Linien, Konturen, Farben, der Gestalt, Oberflächenstruktur oder der Werkstoffe des Erzeugnisses selbst oder seiner Verzierung ergibt (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
123 Ausgeschlossene Designs (§ 3 DesignG)
1. Erscheinungsmerkmale von Erzeugnissen, die ausschließlich durch deren technische Funktion bedingt sind; Erscheinungsmerkmale von Erzeugnissen, die zwangsläufig in ihrer genauen Form und ihren genauen Abmessungen nachgebildet werden müssen, damit das Erzeugnis, in das das Design aufgenommen oder bei dem es verwendet wird, mit einem anderen Erzeugnis mechanisch zusammengebaut oder verbunden oder in diesem, an diesem oder um dieses herum angebracht werden kann, so dass beide Erzeugnisse ihre Funktion erfüllen; (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
124 Ausgeschlossene Designs (§ 3 DesignG)
3.	Designs, die gegen die öffentliche Ordnung oder gegen die guten Sitten verstoßen; 4. Designs, die eine missbräuchliche Benutzung eines der in Artikel 6ter der Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutz des gewerblichen Eigentums aufgeführten Zeichen oder von sonstigen Abzeichen, Emblemen und Wappen von öffentlichem Interesse darstellen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
125 Schutzvoraussetzungen (§ 2 (1) DesignG)
Als Design wird ein Muster geschützt, das neu ist und Eigenart hat. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
126 Neuheit (§ 2 (2) DesignG) Ein Design gilt als neu, wenn vor dem Anmeldetag kein identisches Design offenbart worden ist. Designs gelten als identisch, wenn sich ihre Merkmale nur in unwesentlichen Einzelheiten unterscheiden. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
127 Bauelemente komplexer Erzeugnisse (§ 4 DesignG)
Ein Design, das bei einem Erzeugnis, das Bauelement eines komplexen Erzeugnisses ist, benutzt oder in dieses Erzeugnis eingefügt wird, gilt nur dann als neu und hat nur dann Eigenart, wenn das Bauelement, das in ein komplexes Erzeugnis eingefügt ist, bei dessen bestimmungsgemäßer Verwendung sichtbar bleibt und diese sichtbaren Merkmale des Bauelements selbst die Voraussetzungen der Neuheit und Eigenart erfüllen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
128 Eigenart – § 2(3) DesignG Ein Design gilt als neu, wenn vor dem Anmeldetag kein identisches Muster offenbart worden ist. Muster gelten als identisch, wenn sich ihre Merkmale nur in unwesentlichen Einzelheiten unterscheiden. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
129 Gesamtvergleich mit Formenschatz ästhetischer Gesamteindruck
Angemeldetes Design (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
130 Eigenart auch bei Nachbildung aus der Natur
Badezimmerteppich (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
131 Formenschatz / Offenbarung (§ 5 DesignG)
Ein Design ist offenbart, wenn es bekannt gemacht, ausgestellt, im Verkehr verwendet oder auf sonstige Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, es sei denn, dass dies den in der Gemeinschaft tätigen Fachkreisen des betreffenden Sektors im normalen Geschäftsverlauf vor dem Anmeldetag des Musters nicht bekannt sein konnte. Ein Design gilt nicht als offenbart, wenn es einem Dritten lediglich unter der ausdrücklichen oder stillschweigenden Bedingung der Vertraulichkeit bekannt gemacht wurde. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
132 Schutzgegenstand (§ 37 DesignG)
Der Schutz wird für diejenigen Merkmale der Erscheinungsform eines Designs begründet, die in der Anmeldung sichtbar wiedergegeben sind. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
133 Anmeldeerfordernisse (§ 11 DesignG)
Die Anmeldung muss enthalten: 1. einen Antrag auf Eintragung, 2. Angaben, die es erlauben, die Identität des Anmelders festzustellen, 3. eine zur Bekanntmachung geeignete Wiedergabe des Designs und 4. eine Angabe der Erzeugnisse, in die das Design aufgenommen oder bei denen es verwendet werden soll. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
134 Sammelanmeldung (§ 12 DesignG)
Mehrere Designs können in einer Anmeldung zusammengefasst werden (Sammelanmeldung). Die Sammelanmeldung darf nicht mehr als 100 Designs umfassen, die derselben Warenklasse angehören müssen. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
135 Schutzdauer (§ 27 DesignG)
Ungeprüftes Schutzrecht ! Entstehung und Dauer des Schutzes Der Schutz entsteht mit der Eintragung in das Register. Die Schutzdauer des Designs beträgt 25 Jahre, gerechnet ab dem Anmeldetag. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
136 Nichtigkeit (§ 33 DesignG)
(1)	Ein Design ist nichtig, wenn das Erzeugnis kein Design ist, das Design nicht neu ist oder keine Eigenart hat (§ 2 Abs. 2 oder Abs. 3) oder das Design vom Designschutz ausgeschlossen ist (§ 3). (2) Die Feststellung der Nichtigkeit erfolgt durch Urteil. Zur Erhebung der Klage ist jedermann befugt. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
137 Rechte aus Design / Schutzgegenstand (§ 38 (1) DesignG)
Das Design gewährt seinem Rechtsinhaber das ausschließliche Recht, es zu benutzen und Dritten zu verbieten, es ohne seine Zustimmung zu benutzen. Eine Benutzung schließt insbesondere die Herstellung, das Anbieten, das Inverkehrbringen, die Einfuhr, die Ausfuhr, den Gebrauch eines Erzeugnisses, in das das Design aufgenommen oder bei dem es verwendet wird, und den Besitz eines solchen Erzeugnisses zu den genannten Zwecken ein. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
138 Gesamteindruck (§ 38 (2) DesignG)
Der Schutz aus einem Design erstreckt sich auf jedes Design, das beim informierten Benutzer keinen anderen Gesamteindruck erweckt. Bei der Beurteilung des Schutzumfangs wird der Grad der Gestaltungsfreiheit des Entwerfers bei der Entwicklung seines Designs berücksichtigt. (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.
139 Gesamteindruck aus Zusammenschau aller Einzelmerkmale
Design Verletzungsform (c) J. Gerstein, Patentanwalt Dipl.-Ing.

References: § 17
 § 2
 § 4
 § 69
 § 87
 § 87
 § 87
 § 87
 § 87
 Art. 96

§ 1
 § 3
 § 4
 § 5
 § 4
 §3

§ 1

§ 2
 Art. 52
 BGH

 § 1
 § 4
 BGH 
 BGH 
 § 9

§9
 §10
 § 9
 § 11
 § 11
 § 40
 § 40
 § 41
 Art. 4
 § 59
 § 21
 § 21

§ 6
 § 7
 § 8
 § 123
 § 123
 § 81
 § 22
 § 21
 § 21
 § 81
 § 34
 § 39

§9

§ 10
 § 9
 § 11
 § 12
 § 14
 BGH 

§ 139

§ 139
 § 9

§ 139
 § 249
 § 140
 § 140
 § 818

§ 140
 § 1

§ 2
 § 3
 § 5

§ 13
 § 15
 § 17
 § 4
 § 16
 § 14
 § 2