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Timestamp: 2020-07-09 20:01:07+00:00

Document:
Kollmarer Marsch - Landschaftsschutzgebiete | Kreis Steinburg
Impressionen aus dem LSG "Kollmarer Marsch"
Straße "Fleien am Deich in Richtung Kronsnest
Kreisverordnung zum Schutze von Landschaftsteilen in den Gemeinden Kollmar und Neuendorf b. E. und der Stadt Glückstadt vom 10.07.1980
Aufgrund des § 16 des Landschaftspflegegesetzes (LPflegG) vom 16. April 1973 (GVOBl. Schl.-H. S. 122) in der Fassung des Gesetzes vom 20.12.1977 (GVOBl. Schl.-H. S. 507) in Verbindung mit § 1 der Landesverordnung zur Übertragung von Zuständigkeiten nach dem Landschaftspflegegesetz vom 19. Juli 1973 (GVOBl. Schl.-H. S. 301) wird verordnet:
Die in § 2 beschriebene Fläche wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt und mit der Bezeichnung "Landschaftsschutzgebiet Kollmarer Marsch" im Verzeichnis der geschützten Landschaftsteile beim Landrat des Kreises Steinburg als untere Landschaftspflegebehörde unter der Nr.39 geführt.
(1) Das Landschaftsschutzgebiet ist rund 5000 ha groß und umfaßt das gesamte Gemeindegebiet der Gemeinden Kollmar und Neuendorf b. E. sowie Teilflächen der Stadt Glückstadt vom Leuchtturm Bielenberg an bis zum Hafen Bielenberg.
(2) Vom Schutz ausgenommen sind die im Zusammenhang bebauten Ortsteile und die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung durch rechtsverbindliche Bebauungspläne (§§ 9 und 12 des Bundesbaugesetzes) ausgewiesenen Baugebiete).
(3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Karte 1 : 25 000 sowie 1 : 50 000 dunkelgrün eingetragen und werden wie folgt beschrieben:
Die Südgrenze bildet die Gemeinde- bzw. Kreisgrenze Neuendorf b. E. gegen den Kreis Pinneberg entlang der Krückau; die Südwest- u. Westgrenze bilden die Landes- bzw. Gemeindegrenzen in der Elbe bis in Höhe des Leuchtturmes Bielenberg, von hier verläuft die Grenze in einer senkrechten Linie bis auf die Deichkrone vor dem Leuchtturm Bielenberg, von hier entlang der Deichkrone in nördlicher Richtung bis zur Abzweigung der Straße nach Herrenfeld. Hier beginnt die Fortsetzung der Nordgrenze entlang der Gemeindegrenze Kollmar - Engelbrechtsche Wildnis - Herzhorn und geht über in die Gemeindegrenzen Neuendorf b. E. - Herzhorn - Altenmoor. Die Ostgrenze wird gebildet durch die Gemeindegrenzen Neuendorf b. E. und die Kreisgrenze Pinneberg in südlicher Richtung bis hin zur Krückau.
Die Landschaftsschutzkarte ist Bestandteil dieser Verordnung. Sie ist beim Landrat des Kreises Steinburg im Dienstzimmer der unteren Landschaftspflegebehörde archivmäßig verwahrt und kann dort während der Dienstzeit von jedermann eingesehen werden. Weitere Ausfertigungen der Landschaftsschutzkarte befinden sich bei dem Amtsvorsteher des Amtes in Herzhorn und bei dem Bürgermeister der Stadt Glückstadt.
die reichgegliederte Kulturlandschaft der Elbmarsch, bestehend aus Ackerflächen, Grünländereien und Obstplantagen,
eine große Zahl von Entwässerungsgräben (Wettern) mit der ihnen eigenen Tier- und Pflanzenwelt,
den relativ reichen Bestand an Bäumen entlang den Wegen und Straßen, besonders durch den bedeutenden Anteil an Kopfweiden,
den Elbdeich mit Deichvorland und Uferregion mit zahlreichen Wasservogelarten, die diesen Bereich als Brut-, Rast- und Nahrungsplatz aufsuchen,
Kuhlen und Bracken an der Deichinnenseite, die durch frühere Deichbrüche (Auskolkungen) entstanden sind,
den Baumbestand um die Marschhöfe entlang den Wegen.
freilebenden Tieren nachzustellen, sie durch Lärmen oder anderweitig mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen oder zu töten oder Larven, Puppen, Eier oder Nester oder sonstige Wohn- und Brutstätten dieser Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen;
Schutt, Müll und Abfälle abzulagern oder zu versenken.
die Errichtung von Lagern oder Plätzen aller Art sowie das Abstellen von Wohnwagen und mehrtägige Verankern von Segel- und Motorbooten, Wohnbooten, Wohnflößen oder anderen schwimmenden Anlagen außerhalb von Häfen oder Sporthäfen;
die Anlage oder Änderung von Wegen, Deichen und Dämmen;
die dauernde Nutzungsfähigkeit der Naturgüter gewährleistet werden kann;
die Beeinträchtigungen des Landschaftshaushaltes abgewendet oder ausgeglichen werden.
(4) Soweit für die Bauvorhaben die Zustimmung des Innenministers nach § 36 Abs. 1 Satz 2 des Bundesbaugesetzes erforderlich ist oder soweit der Innenminister über Ausnahmen nach § 17 a Abs. 3 Nr 1 des Landeswassergesetzes entscheidet, muß auch die Zustimmung der obersten Landschaftspflegebehörde eingeholt werden. Eine allgemeine Festlegung nach § 36 Abs. 2 Bundesbaugesetz kann mit einer entsprechenden Regelung der obersten Landschaftspflegebehörde verbunden werden.
an Gewässern, Quellen, Wald- und Straßenrändern, in Schutzwäldern (§ 24 Landeswaldgesetz) sowie an Hügelgräbern, Wallanlagen u. ä. Landschaftsbestandteilen oder Naturgebilden von wissenschaftlicher, geschichtlicher, heimat- und volkskundlicher Bedeutung chemische Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen beeinflussen, nicht angewendet werden dürfen;
die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd, der Fischerei, der Schiffahrt, der Muschelwirtschaft sowie daraus resultierende Nebentätigkeiten, wie z. B. Würmergraben;
Maßnahmen, die in ihren Einzelheiten den Raumordnungs-, Landschafts-, Landschaftsrahmen- und forstlichen Rahmenplänen festgelegt worden sind;
die Maßnahmen des Küstenschutzes und die Maßnahmen zur Gewährleistung der gesetzlichen Aufgaben der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung;
die Maßnahmen des Seenot-Rettungswesens.
(3) Auf Flächen, die nach Inkrafttreten des Landschaftspflegegesetzes ausschließlich oder vorwiegend Zwecken der Verteidigung einschl. des Schutzes der Zivilbevölkerung dienen oder in einem verbindlichen Plan für die genannten Zwecke ausgewiesen werden, gelten die Bestimmungen dieser Verordnung nur insoweit, als dadurch die zweckbestimmte Nutzung nicht beeinträchtigt wird.
freilebenden Tieren nachstellt, sie durch Lärmen oder anderweitig mutwillig beunruhigt, sie fängt oder tötet oder Larven, Puppen, Eier oder Nester oder sonstige Wohn- und Brutstätten dieser Tiere fortnimmt oder beschädigt;
Schutt, Müll und Abfälle ablagert oder versenkt;
bauliche Anlagen nach § 2 Abs. 2 der Landesbauordnung für Schleswig-Holstein errichtet, auch wenn sie keiner baurechtlichen Genehmigung bedürfen. Das gleiche gilt für die Errichtung von baulichen Anlagen gleichgestellter Maßnahmen;
Bild- und Schrifttafeln errichtet oder anbringt, ohne dazu berechtigt zu sein;
Lager oder Plätze aller Art errichtet oder Wohnwagen abstellt oder mehrtägig Segel- oder Motorboote, Wohnboote, Wohnflöße oder andere schwimmende Anlagen außerhalb von Häfen oder Sporthäfen verankert, ausgenommen ortsansässige Anlieger;
die Bodengestalt oder den Landschaftshaushalt durch Abgrabungen, Aufschüttungen, Auf- oder Abspülungen oder Ausfüllungen verändert;
Wege, Deiche oder Dämme anlegt oder verändert;
Anlagen oder Einrichtungen errichtet, die für die Aufsuchung und Gewinnung von Bodenschätzen notwendig sind, soweit dafür eine Genehmigung oder Anzeige nach dem Bergrecht erforderlich ist;
Itzehoe, den 10.07.1980
Mit den Änderungsverordnungen vom 29.04.1982, 06.12.1983, 12.07.1994, 02.04.1998, 18.10.1999, 30.08.2018 und 21.10.2019 wurden verschiedene im Zusammenhang bebaute Ortsteile vom Landschaftsschutz ausgenommen.

References: § 16
 § 1
 § 2
 § 36
 § 17
 § 36
 § 2