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Timestamp: 2020-06-07 08:36:46+00:00

Document:
VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 29. Oktober 2002, Az.: 1 S 1925/01
Aktenzeichen: 1 S 1925/01
Der Streitwert für das Zulassungsverfahren wird auf 510,27 EUR festgesetzt.
Der Antrag hat keinen Erfolg. 1. Der in erster Linie geltend gemachte Zulassungsgrund der ernstlichen Zweifel an der Richtigkeit des verwaltungsgerichtlichen Urteils (§ 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO in der hier maßgeblichen Fassung des 6. VwGOÄndG vom 1.11.1996, BGBl. I, S. 1626) dürfte bereits nicht in einer den Anforderungen des § 124 a Abs. 1 S. 4 VwGO genügenden Weise dargelegt sein.
Daran dürfte es hier fehlen. Der Schriftsatz des Prozessbevollmächtigten des Klägers vom 24.08.2001, mit dem die Zulassung der Berufung beantragt worden ist, beschränkt sich im wesentlichen darauf, auf die Ausführungen des Klägers in seiner schriftlichen Klagebegründung zu verweisen. Grundsätzlich ist eine schriftliche Bezugnahme des Rechtsanwalts auf ein von seinem Mandanten verfasstes Schriftstück mit dem Sinn und Zweck des Vertretungsgebots im Berufungszulassungsverfahren und des Darlegungsgebots des § 124 a Abs. 1 Satz 4 VwGO unvereinbar und deshalb unzureichend. Eine Bezugnahme oder Übernahme von Ausführungen von Beteiligten kann ausnahmsweise lediglich dann gerechtfertigt sein, wenn unzweifelhaft ist, dass sie auf einer eigenständigen Prüfung, Sichtung, rechtlichen Durchdringung und Würdigung des postulationsfähigen Prozessvertreters beruht (vgl. BVerwG, Beschluss vom 19.08.1993, Buchholz 310 § 67 VwGO Nr. 81 m.w.N. <zur Nichtzulassungsbeschwerde>; VGH Baden-Württemberg, Beschlüsse vom 22.01.1999, a.a.O., und vom 05.05.1997, VBlBW 1997, 381, 382). Dies dürfte hier nicht der Fall sein.
Ergänzend weist der Senat darauf hin, dass mit Wirkung vom 01.01.2002 nunmehr ein ausdrückliches bundesrechtliches Verbot von Radarwarngeräten eingeführt worden ist. Danach ist es dem Führer eines Kraftfahrzeugs untersagt, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen - Radarwarngeräte oder Laserstörgeräte - (§ 23 Abs. 1 b StVO i.d.F. der 35. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 14.12.2001, BGBl. I S. 3783; zur Ermächtigungsgrundlage vgl. § 6 Abs. 1 Nr. 3 StVG i.d.F. des Gesetzes zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 19.03.2001, BGBl. I S. 386). Ein Verstoß gegen dieses Verbot stellt nunmehr eine Ordnungswidrigkeit gem. § 24 StVG i.V.m. § 49 Abs. 1 Nr. 22 StVO (vgl. hierzu Hentschel, NJW 2002, 1237, 1238) und damit auch insoweit eine - Maßnahmen der streitgegenständlichen Art grundsätzlich rechtfertigende -Beeinträchtigung der öffentlichen Sicherheit dar (vgl. die Begründung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 02.06.2000, BRDrucks 321/00, S. 21 ff.).
2. Den ferner geltend gemachten Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 124 Abs. 2 Nr. 3 VwGO) hat der Kläger schon nicht im Sinne des § 124 a Abs. 1 S. 4 VwGO ausreichend dargelegt. So wird bereits keine hinreichend konkrete Frage aufgeworfen, die in einem Berufungsverfahren geklärt werden könnte. Unabhängig davon fehlt es mit Blick auf die Ausführungen unter 1. an substantiierten und schlüssigen Darlegungen zur Erheblichkeit der in der Antragsschrift angesprochenen Problematik einer "Aushebelung" des Subsidiaritätsprinzips (€) und des Anwendungsvorrangs des europäischen Gemeinschaftsrechts im Verhältnis zu landesrechtlichen Regelungen.
Az: 1 S 1925/01
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References: § 124
 § 124
 § 67
 § 6
 § 24
 § 49
 § 124