Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F21-11-2014-8C_226-2014
Timestamp: 2016-10-28 00:41:22+00:00

Document:
8C_226/2014 (21.11.2014)
8C_226/2014 � � Urteil vom 21. November 2014
A.a.�Die 1983 geborene A._________ leidet seit ihrer Geburt an einer progredienten Muskeldystrophie. Seit der erstmaligen Anmeldung bei der Invalidenversicherung im Jahr 1994 wurden ihr verschiedenste Leistungen wie Sonderschulmassnahmen, Hilfsmittel sowie medizinische und berufliche Massnahmen zugesprochen. �berdies erh�lt sie eine Hilflosenentsch�digung schweren Grades und eine ganze Invalidenrente. Bis Ende M�rz 2011 in einem Heim wohnhaft gewesen bezog sie auf 1. April 2011 eine eigene Wohnung.
A.b.�Am 16. Januar 2012 gelangte A._________ an die IV-Stelle des Kantons Z�rich und ersuchte um Ausrichtung von Assistenzbeitr�gen. In der Folge wurden die Anspruchsvoraussetzungen abgekl�rt und gest�tzt darauf vorbescheidweise Assistenzbeitr�ge von Fr. 4'474.80 monatlich bzw. von Fr. 53'697.40 j�hrlich in Aussicht gestellt. Nachdem die Versicherte dagegen opponiert hatte, beurteilte die IV-Beh�rde den Anspruch neu (u.a. Einholung einer Stellungnahme des IV-Abkl�rungsdienstes vom 30. Juli 2012) und sprach ihr mit Wirkung ab 1. Januar 2012 Assistenzbeitr�ge in der H�he von Fr. 4'738.40 pro Monat respektive von Fr. 56'860.30 pro Jahr zu (Verf�gung vom 30. Juli 2012).
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 31. Januar 2014 ab.
A._________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen aus IVG auszurichten. Namentlich sei ihr der maximale j�hrliche Tages-Assistenzbeitrag auf der Grundlage von 249 Monatsstunden zu einem Stundenlohn inklusive Spesen und Auslagenpauschale von Fr. 37.45 auszuzahlen, zuz�glich der bereits zugesprochenen monatlichen Nachtentsch�digung von Fr. 1'648.58. Eventualiter sei der Sachverhalt bez�glich des behinderungsbedingten Assistenzbedarfs in finanzieller, zeitlicher und qualitativer Hinsicht vollst�ndig und umfassend abzukl�ren, unter Beizug eines externen Gutachters und unter der zus�tzlichen Fragestellung, ob FAKT2 sich eigne, den Assistenzbedarf rechtskonform abzukl�ren. Ferner sei Art. 39f IVV in konkreter Normenkontrolle aufzuheben. Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege (Prozessf�hrung, Verbeist�ndung) zu gew�hren. Der Eingabe liegt u.a. eine "Stellungnahme zum Thema Abkl�rungsinstrumente f�r die Bedarfsbemessung von Assistenzbeitr�gen" des lic. phil. I B._________ vom 21. Oktober 2013 bei.
Die Vorinstanz verzichtet auf eine Antragstellung. Die IV-Stelle und das Bundesamt f�r Sozialversicherungen (BSV) schliessen auf Abweisung der Beschwerde.
1.1.�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).
1.2.�Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG; vgl. dazu BGE 132 II 257 E. 2.5 S. 262). Immerhin pr�ft es - unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) - grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind. Es ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254 mit Hinweisen).
2.1.�Anspruch auf einen Assistenzbeitrag haben Versicherte, denen eine Hilflosenentsch�digung der Invalidenversicherung nach Art. 42 Abs. 1-4 IVG ausgerichtet wird, die zu Hause leben und die vollj�hrig sind (Art. 42quater Abs. 1 lit. a-c IVG). Ein Assistenzbeitrag wird gew�hrt f�r Hilfeleistungen, die von der versicherten Person ben�tigt und regelm�ssig von einer nat�rlichen Person (Assistenzperson) unter bestimmten Voraussetzungen erbracht werden (Art. 42quinquies IVG).
2.2.�Grundlage f�r die Berechnung des Assistenzbeitrags ist die f�r die Hilfeleistungen ben�tigte Zeit (Art. 42sexies Abs. 1 Satz 1 IVG). Davon abgezogen wird gem�ss Satz 2 der Bestimmung die Zeit, die folgenden Leistungen entspricht: (a) der Hilflosenentsch�digung nach den Art. 42-42 ter IVG; (b) den Beitr�gen f�r Dienstleistungen Dritter anstelle eines Hilfsmittels nach Art. 21ter Abs. 2 IVG; (c) dem f�r die Grundpflege ausgerichteten Beitrag der obligatorischen Krankenpflegeversicherung an Pflegeleistungen nach Art. 25a KVG. Der Bundesrat legt u.a. die Bereiche und die minimale und maximale Anzahl Stunden, f�r die ein Assistenzbeitrag ausgerichtet wird, sowie die Pauschalen f�r Hilfeleistungen pro Zeiteinheit im Rahmen des Assistenzbeitrags fest (Art. 42sexies Abs. 4 lit. a und b IVG).
2.3.�Nach Art. 39c IVV kann u.a. in den folgenden Bereichen Hilfebedarf anerkannt werden: (a) allt�gliche Lebensverrichtungen; (b) Haushaltsf�hrung; (c) gesellschaftliche Teilhabe und Freizeitgestaltung; (e) Aus�bung einer gemeinn�tzigen oder ehrenamtlichen T�tigkeit; (i) Nachtdienst. Dabei gelten f�r Hilfeleistungen in den Bereichen nach Art. 39c lit. a-c IVV pro allt�gliche Lebensverrichtung, die bei der Festsetzung der Hilflosenentsch�digung festgehalten wurde, folgende monatliche H�chstans�tze: 1. bei leichter Hilflosigkeit: 20 Stunden, 2. bei mittlerer Hilflosigkeit: 30 Stunden, 3. bei schwerer Hilflosigkeit: 40 Stunden (Art. 39e Abs. 2 lit. a IVV). F�r Hilfeleistungen in den Bereichen nach Art. 39c lit. d-g IVV gelten insgesamt 60 Stunden als monatlicher H�chstansatz (Art. 39e Abs. 2 lit. b IVV). Der Assistenzbeitrag betr�gt in der Regel Fr. 32.50 bzw. Fr. 32.80 pro Stunde (Art. 39f Abs. 1 IVV in der bis 31. Dezember 2012 respektive seit 1. Januar 2013 geltenden Fassung). Muss die Assistenzperson f�r die ben�tigten Hilfeleistungen in den Bereichen nach Art. 39c lit. e-g IVV �ber besondere Qualifikationen verf�gen, so betr�gt der Assistenzbeitrag Fr. 48.75 bzw. Fr. 49.15 pro Stunde (Art. 39f Abs. 2 IVV in der bis 31. Dezember 2012 bzw. in der seit 1. Januar 2013 geltenden Fassung).
Die Beschwerdegegnerin hat am 15. M�rz 2012 Erhebungen vor Ort durchgef�hrt und die daraus resultierenden Ergebnisse im mit dem standardisierten Abkl�rungsinstrument "FAKT2" (nachfolgend: FAKT2) erstellten Abkl�rungsbericht Assistenzbeitrag festgehalten. Gest�tzt darauf ermittelte die Verwaltung den Anspruch auf einen Assistenzbeitrag von Fr. 4'474.80 monatlich bzw. von Fr. 53'697.40 j�hrlich. Zu den in der Folge von der Beschwerdef�hrerin erhobenen Einwendungen nahm der IV-Abkl�rungsdienst am 30. Juli 2012 schriftlich Stellung. Daraufhin wurde der Assistenzbeitrag - best�tigt durch die Vorinstanz - auf Fr. 4'738.40 im Monat bzw. Fr. 56'860.30 im Jahr erh�ht (Verf�gung der IV-Stelle vom 30. Juli 2012, Entscheid vom 31. Januar 2014).
4.1.�Die Beschwerdef�hrerin macht in grunds�tzlicher Hinsicht geltend, der Evaluationsbogen FAKT2 sowie das Kreisschreiben des BSV �ber den Assistenzbeitrag (KSAB, in der vorliegend massgeblichen Fassung vom 1. Januar 2012) stellten keine tauglichen Instrumente zur Erfassung des zeitlichen Umfangs des ben�tigten Hilfebedarfs im Sinne von Art. 42sexies Abs. 1 IVG dar. Das Abstellen darauf verletze sowohl den Untersuchungsgrundsatz als auch das Recht auf Beweis.
4.2.�Nach dem Wortlaut von Art. 42sexies Abs. 1 Satz 1 IVG ist der Ausgangspunkt f�r die Berechnung des Assistenzbeitrags die gesamthaft f�r Hilfeleistungen ben�tigte Zeit. Dazu ist in der Regel eine Abkl�rung an Ort und Stelle (Art. 57 Abs. 1 lit. f IVG in Verbindung mit Art. 69 IVV) erforderlich (dazu im Detail E. 5.1 hiernach). Die IV-Stellen benutzen zur Berechnung des Assistenzbeitrags das vom BSV entwickelte standardisierte Abkl�rungsinstrument FAKT2. Dessen Funktionsweise in Bezug auf den gesamten Hilfebedarf wird f�r die hier interessierenden Bereiche in den Rz. 4001-4032, 4037-4045 und 4072-4077 KSAB erl�utert.
4.2.1.�Im Kern beanstandet die Beschwerdef�hrerin die standardisierte Ermittlung des Hilfebedarfs. Dieser sei vielmehr individualisiert festzulegen. Der im betreffenden Kontext neu eingereichte Bericht des lic. phil. I B._________ vom 21. Oktober 2013 erweist sich, da ein (echtes) Novum darstellend, als unzul�ssig (Art. 99 Abs. 1 BGG). Im �brigen ist nicht ersichtlich, weshalb die Stellungnahme und die darauf basierenden Ausf�hrungen nicht bereits vor Erlass des angefochtenen Entscheids in das vorinstanzliche Verfahren h�tten eingebracht werden k�nnen (gleichermassen Urteil 9C_648/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 3.2.2.2 mit Hinweisen, zur Publikation vorgesehen).
4.2.2.�Wie das Bundesgericht im erw�hnten Grundsatzurteil erkannt hat (E. 3.2.2) - und auf welche Erl�uterungen an dieser Stelle vollumf�nglich verwiesen werden kann -, l�sst der Umstand, dass der mittels FAKT2 eruierte Hilfebedarf geringer ausf�llt als der Umfang der tats�chlich geleisteten Hilfe, nicht von vornherein Zweifel an der Tauglichkeit des Abkl�rungskonzepts aufkommen. Vielmehr bildet dieses ein grunds�tzlich geeignetes Instrument zur Abkl�rung des Hilfebedarfs. Auch wenn die Berechnung des Assistenzbeitrags im Einzelfall komplex erscheint, kann gest�tzt auf FAKT2 und die Weisungen des KSAB (Anhang 3 und 5) jeder Schritt und folglich die gesamte Ermittlung klar nachvollzogen werden. Es wird damit detailliert aufgezeigt, bei welchen Bereichen wie viel Zeit angerechnet und welche Abz�ge vorgenommen wurden.
Weiterungen zu diesem Punkt, namentlich die beantragte Befragung von B._________ als Zeuge bzw. dessen Beauftragung mit einer Gutachtenserstellung, er�brigen sich. Eine durch die Beschwerdegegnerin bzw. die Vorinstanz begangene Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes oder des Anspruchs auf Beweis ist vor diesem Hintergrund nicht erkennbar.
In der Beschwerde wird ferner eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs und des fairen Verfahrens bei der Evaluation des Assistenzbeitrags wegen fehlender Qualifikation der Evaluationsperson moniert. Die Abkl�rung sei lediglich durch eine einzige Person des IV-Abkl�rungsdienstes durchgef�hrt worden, deren fachliche Qualifikationen zudem nicht aktenkundig seien.
5.1.�Ein Abkl�rungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs hat folgenden Anforderungen zu gen�gen: Als Berichterstatterin wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der �rtlichen und r�umlichen Verh�ltnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeintr�chtigungen und Hilfsbed�rftigkeiten hat. Bei Unklarheiten �ber physische oder psychische St�rungen und/oder deren Auswirkungen auf allt�gliche Lebensverrichtungen sind R�ckfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zul�ssig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu ber�cksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begr�ndet und detailliert bez�glich der einzelnen allt�glichen Lebensverrichtungen sowie den tatbestandsm�ssigen Erfordernissen der dauernden Pflege und der pers�nlichen �berwachung (Art. 37 IVV) sowie der lebenspraktischen Begleitung (Art. 38 IVV) sein. Schliesslich hat er in �bereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverl�ssige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abkl�rung t�tigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch�tzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abkl�rungsperson n�her am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zust�ndige Gericht (BGE 133 V 450 E. 11.1.1 S. 468; 130 V 61 E. 6.2 S. 62 f.; 128 V 93 E. 4 S. 93 f.; Urteil 8C_756/2011 vom 12. Juli 2012 E. 3.2, in: SVR 2012 IV Nr. 54 S. 195). Diese Rechtsprechung ist auch massgeblich beim Eruieren des gesamten Hilfebedarfs mit Blick auf den Assistenzbeitrag (erw�hntes Urteil 9C_648/2013, E. 3.2.1).
5.2.�Im angefochtenen Entscheid wurde zutreffend erwogen, dass es Aufgabe der Abkl�rungsbeauftragten ist, die sich aus den medizinischen Unterlagen ergebenden respektive die von der versicherten Person deklarierten Einschr�nkungen und die n�tigen Hilfeleistungen in den verschiedenen Hilfebereichen einer bestimmten Hilfebedarfsstufe zuzuordnen (Rz. 4009 ff. KSAB). Fachliche Voraussetzungen im Sinne eines bestimmten Expertenwissens sind hierf�r mit dem kantonalen Gericht prinzipiell nicht erforderlich. Namentlich erscheint nicht zwingend, dass lediglich Personen mit Ausbildung im Pflege- oder Managementbereich in der Lage sind, entsprechende Erhebungen sachlich einwandfrei durchzuf�hren. Einzig in Art. 39f Abs. 2 IVV wird ein erh�hter Assistenzbeitrag erw�hnt f�r den Fall, dass die Assistenzperson in den Bereichen nach Art. 39c lit. e-g IVV f�r die ben�tigten Hilfeleistungen �ber besondere Qualifikationen verf�gen muss. Darunter f�llt u.a. auch ein in der Aus�bung einer gemeinn�tzigen oder ehrenamtlichen T�tigkeit anerkannter Hilfebedarf. Dieser Bereich wurde vorliegend zwar nachtr�glich in der Bedarfserhebung zus�tzlich ber�cksichtigt (vgl. Stellungnahme der IV-Abkl�rungsperson vom 30. Juli 2012, S. 4 unten). Dass die dadurch bedingten Hilfeleistungen der beigezogenen Assistenzperson spezielle F�higkeiten erforderten, wird jedoch nicht geltend gemacht. Diese scheinen sich nach eigener Aussage der Beschwerdef�hrerin denn auch auf eine reine Begleitfunktion zu beschr�nken (Eingabe der Versicherten vom 4. Juni 2012, S. 7 oben). Anderweitige konkrete Anhaltspunkte f�r eine mangelnde fachliche Eignung der Abkl�rungsperson liegen sodann nicht vor. Vielmehr hat sie sich im Vorbescheidverfahren mit Stellungnahme vom 30. Juli 2012 nochmals detailliert und sorgf�ltig zu den gegen die Abkl�rungsergebnisse erhobenen Einw�nden vernehmen lassen und diesen teilweise auch Rechnung getragen.
6.1.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt im Weiteren, die auf die Hilflosenentsch�digung entfallende Zeit von monatlich 57,15 Stunden (vgl. Art. 42sexies Abs. 1 lit. a IVG) sowie diejenige von 44 Stunden monatlich, welche dem f�r die Grundpflege ausgerichteten Beitrag der obligatorischen Krankenpflegeversicherung an Pflegeleistungen nach Art. 25a KVG entspreche (vgl. Art. 42sexies Abs. 1 lit. c IVG), seien in FAKT2 nicht vom H�chstansatz gem�ss Art. 39e Abs. 2 IVV sondern vom ermittelten Gesamtbedarf abzuziehen.
6.2.1.�Auch in dieser Hinsicht hat sich das Bundesgericht im zitierten Urteil 9C_648/2013 vom 17. Oktober 2014 bereits abschliessend ge�ussert (vgl. E. 3.6). Es f�hrt darin insbesondere aus (E. 3.6.3) :
"Aus dem Wortlaut von Art. 39e IVV ergibt sich f�r die Beantwortung der aufgeworfenen Frage nichts. Hingegen geht aus dem Katalog von Art. 39c IVV hervor, dass der anerkannte Hilfebedarf alle Leistungsbereiche umfasst. Sodann beruhen die Vorgaben der Rz. 4105-4109 KSAB ebenso wie die vom Bundesrat festgesetzten H�chstans�tze auf den Erfahrungen aus dem Pilotversuch (BBl 2010 1869 Ziff. 1.3.4, 1906). Weiter trifft zwar zu, dass schwerer Behinderte mit tendenziell h�herem Hilfebedarf gegen�ber solchen mit leichteren Einschr�nkungen und geringerem Bedarf in Bezug auf die H�chstgrenzen - wie grunds�tzlich bei allen limitierten Leistungen - benachteiligt sein k�nnen. Das stellt aber keine unzul�ssige Diskriminierung (Art. 8 Abs. 2 BV) dar: Einerseits ist dies Folge des klaren Willens des Gesetzgebers, die Kostenfolgen des As�s�
istenzbeitrages als auf den 1. Januar 2012 neu eingef�hrte Leistung f�r die Invalidenversicherung unter Kontrolle zu halten (vgl. BBl 2010 1872 Ziff. 1.3.4) und �ber den Bundesrat daf�r u.a. zeitliche H�chstgrenzen festlegen zu lassen. Anderseits wird Unterschieden im Behinderungsgrad mit abgestuften H�chstans�tzen Rechnung getragen (vgl. Art. 39e Abs. 2 lit. a IVV). Sodann tr�gt das Vorgehen gem�ss Rz. 4105-4109 KSAB dem Gleichbehandlungsgebot insofern besser Rechnung, als nebst der Hilflosenentsch�digung auch Dienstleistungen Dritter und Grundpflege nach KVG zu ber�cksichtigen sind. W�rden solche Hilfeleistungen vom Gesamtbedarf abgezogen, liesse sich die H�he des Assistenzbeitrages durch entsprechende (externe) Organisation der Hilfe steigern. Werden sie hingegen beim anerkannten Hilfebedarf ber�cksichtigt, ist der gesamte Hilfebedarf, unbesehen wodurch er gedeckt wird, gleichm�ssig limitiert. Nach dem Gesagten beinhalten die H�chstans�tze von Art. 39e IVV die durch die Hilflosenentsch�digung und allf�llige Beitr�ge f�r Dienstleistungen Dritter oder an Grundpflege nach Art. 25a KVG zu deckende Zeit; diesbez�glich sind auch die Rz. 4105-4109 KSAB verordnungs- und gesetzeskonform."
6.2.2.�Darauf kann auch im vorliegenden Verfahren integral verwiesen werden. Der Einwand der Beschwerdef�hrerin, es bestehe die Gefahr, dass sie infolge ihres Bezugs von Erg�nzungsleistungen auf den Einkauf von Assistenz verzichten m�sse, da diese zum F�hren eines Lebens ausserhalb einer Heimstruktur nicht ausreiche, ist nicht nachvollziehbar. Vielmehr steht ihr nunmehr neben den Erg�nzungsleistungen auch noch der Assistenzbeitrag zu, der es ihr erlaubt, bisher nicht gedeckte Kosten abzugelten.
7.1.�Soweit die Beschwerdef�hrerin sodann die H�he des f�r die gesamte Schweiz geltenden Pauschalansatzes von Fr. 32.50 (respektive Fr. 32.80 seit 1. Januar 2013) als zu gering r�gt, richtet sich ihre Kritik nicht gegen FAKT2 oder den Abkl�rungsbericht Assistenzbeitrag, sondern gegen die Bestimmung von Art. 39f Abs. 1 IVV.
7.2.�Entgegen den Ausf�hrungen in der Beschwerde l�sst sich aus der beanstandeten Norm keine Verletzung von Arbeitgeberpflichten gem�ss OR ableiten. Dass die Verordnungsbestimmung sonst wie gesetzeswidrig sein soll, ist ebenfalls nicht ersichtlich: Einerseits hat der Gesetzgeber in Art. 42sexies Abs. 4 lit. b IVG explizit den Bundesrat mit der Festlegung von Pauschalen beauftragt (vgl. auch Botschaft vom 24. Februar 2010 zur �nderung des Bundesgesetzes �ber die Invalidenversicherung [6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket], BBl 2010 1817 ff., 1905 f.). Anderseits entspricht die H�he der Pauschale - die eine Ferienentsch�digung von 8,33 % beinhaltet (Erl�uterungen betreffend �nderungen der IVV vom 1. M�rz 2012, S. 18 [abrufbar unter http://www.bsv.admin.ch/themen/iv/00025/index.html?lang=de]; nachfolgend: Erl�uterungen) - in etwa dem Durchschnittslohn f�r pers�nliche Dienstleistungen gem�ss Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes f�r Statistik (BBl 2010 1869) bzw. den im Rahmen des Pilotversuchs gemachten Erfahrungen (BBl 2010 1869; Erl�uterungen, S. 18). Weiter liegt es in der Natur der Sache, dass Pauschalen von den tats�chlichen Gegebenheiten des Einzelfalls abweichen k�nnen, was namentlich aus Gr�nden der Praktikabilit�t in Kauf zu nehmen ist (Urteil 2C_192/2012 vom 7. Juni 2012 E. 3.3) und im Gegenzug die Rechtssicherheit erh�ht. Ferner deckt der Assistenzbeitrag nach dem klaren Wortlaut von Art. 42quinquies IVG lediglich Hilfeleistungen, nicht aber Spesen und Auslagen f�r die Assistenzperson ab; davon unber�hrt bleibt jedoch ein allf�lliger Anspruch auf Verg�tung solcher Kosten im Rahmen von Erg�nzungsleistungen (vgl. Art. 14 Abs. 1 lit. b ELG; zum Ganzen: Urteil 9C_648/2013, E. 3.3).
8.1.�Bem�ngelt werden schliesslich diverse Diskrepanzen zwischen den gem�ss Abkl�rungsbericht Assistenzbeitrag ausgewiesenen Assistenzzeiten und den von der Beschwerdef�hrerin nach eigenen Angaben tats�chlich ben�tigten zeitlichen Aufwendungen.
8.2.1.�Mit dem BSV ist dazu auf Folgendes hinzuweisen: In ihrer Eingabe vom 4. Juni 2012 zuhanden der Beschwerdegegnerin ist die Versicherte in Bezug auf Pos. 1.1.1 des Abkl�rungsberichts (Zusammenstellen der Kleider/W�schewechsel) zwar mit der vorgenommenen Stufeneinteilung einverstanden. Sie brauche daf�r aber f�nf und nicht nur die angegebenen drei Minuten. Dagegen ben�tigt sie bei Pos. 1.1.6 (Zusatzaufwand wegen Aufrechterhaltung der K�rpertemperatur) nach ihrer Aussage nur f�nf Minuten. Der Abkl�rungsbericht gibt diesbez�glich jedoch zehn Minuten vor, womit ihr in diesem Punkt ein h�herer als der von ihr - jedenfalls anf�nglich (anders in der Folge in der vorinstanzlichen Replik vom 14. Juni 2013 [vgl. "Zusammenfassung der Berechnungen von A._________"]) - geltend gemachte Zeitbedarf angerechnet wird. Allgemein ergeben sich aus dem Vergleich der im mit der Stellungnahme vom 4. Juni 2012 eingereichten Dokument "Zusammenfassung der Berechnungen" selbstdeklarierten Zeitangaben und der im kantonalen Beschwerdeverfahren beigebrachten Auflistung in einzelnen Punkten grosse Unterschiede. So wurde etwa in der ersten Zusammenstellung unter Pos. 3.2 die Stufe 2 mit zwei Minuten als angemessen erachtet, wohingegen sie im zweiten Dokument f�r denselben Punkt Stufe 3 mit 15 Minuten ber�cksichtigt haben wollte.
8.2.2.�Diese Beispiele zeigen auf, wie schwierig es selbst f�r die betroffene Person ist, den jeweils ben�tigten Zeitbedarf zuverl�ssig einsch�tzen zu k�nnen. Daraus erhellt die Notwendigkeit, den Bedarf mittels eines standardisierten Abkl�rungsinstruments zu ermitteln. Es erm�glicht, die pers�nliche, subjektiv gef�rbte Einsch�tzung anhand von wissenschaftlich evaluierten und praxiserprobten Minutenwerten gleichsam einer Plausibilit�tskontrolle zu unterziehen. W�rde stets unbesehen ohne Gegenpr�fung auf die Angaben der betroffenen Personen abgestellt, k�nnte dies je nach Selbstwahrnehmung selbst bei �hnlich gelagerten Beschwerdebildern und vergleichbaren funktionellen Einschr�nkungen zu unterschiedlichen Ergebnissen und damit zu einer nicht gerechtfertigten Ungleichbehandlung von Versicherten f�hren.
Zusammenfassend setzt sich der anerkannte Assistenzbedarf mit der Vorinstanz wie folgt zusammen: Die Beschwerdegegnerin ermittelte nach Massgabe von Art. 39c und 39e IVV anhand der f�r jeden Hilfebereich relevanten Stufe den anerkannten Hilfebedarf und die massgebenden zeitlichen H�chstans�tze pro Monat. Die abschliessende Berechnung enth�lt die Festsetzung des Assistenzbeitrags unter Ber�cksichtigung der verschiedenen Verg�tungsans�tze nach Art. 39f IVV und der Zeitabz�ge gem�ss Art. 42sexies Abs. 1 IVG. Der derart errechnete Assistenzbeitrag bel�uft sich auf Fr. 4'738.40 pro Monat bzw. Fr. 56'860.30 pro Jahr. Diese Bemessung l�sst sich nach dem vorstehend Ausgef�hrten nicht beanstanden. Ein effektiv h�herer Hilfebedarf ist nicht ausgewiesen.
Dem Verfahrensausgang entsprechend hat die Beschwerdef�hrerin die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Ihrem Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Prozessf�hrung und Verbeist�ndung (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG) ist jedoch zu entsprechen, da die Bed�rftigkeit auf Grund der eingereichten Unterlagen als ausgewiesen gelten kann, das Rechtsbegehren nicht als von vornherein aussichtslos anmutet und die Vertretung durch einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanw�ltin als geboten erscheint (BGE 129 I 129 E. 2.3.1 S. 135 f.; 128 I 225 E. 2.5.3 S. 235 f.). Es wird aber ausdr�cklich auf Art. 64 Abs. 4 BGG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu in der Lage ist.
Der Beschwerdef�hrerin wird die unentgeltliche Rechtspflege gew�hrt und Rechtsanwalt David Husmann wird als unentgeltlicher Anwalt bestellt.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdef�hrerin auferlegt, indes vorl�ufig auf die Gerichtskasse genommen.

References: Art. 39
 Art. 95
 Art. 95
 BGE 
 Art. 42
 Art. 42
 Art. 21
 Art. 25
 Art. 39
 Art. 39
 Art. 39
 Art. 39
 Art. 42
 Art. 42
 Art. 69
 Art. 39
 Art. 39
 Art. 42
 Art. 25
 Art. 42
 Art. 39
 Art. 39
 Art. 39
 Art. 39
 Art. 39
 Art. 25
 Art. 39
 Art. 42
 Art. 42
 Art. 14
 Art. 39
 Art. 39
 Art. 42
 Art. 64