Source: https://www.bibukurse.de/bilanz-nach-handelsrecht/gewinn-und-verlustrechnung.html
Timestamp: 2017-12-13 09:32:10+00:00

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Gewinn- und Verlustrechnung - Bilanzbuchhalter-Prüfung
Bilanz nach Handelsrecht - Gewinn- und Verlustrechnung
Grafische Aufbereitung der GuV
Möglichkeiten der Saldierung
Beispiele zur Erstellung einer GuV
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Video: Gewinn- und Verlustrechnung
Sie sollen nach Durchsicht dieses Kapitels die Vorgehensweise der Gewinn- und Verlustrechnung beherrschen, insbesondere die Unterschiede zwischen der GuV nach dem Umsatzkosten- und nach dem Gesamtkostenverfahren.
Lesen Sie deshalb zunächst einmal sehr genau § 275 II und § 275 III HGB.
In der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) werden die Erfolgsbeträge des Unternehmens gesammelt, es werden Aufwendungen und Erträge einander gegenüber gestellt. Die Aufgaben einer GuV sind damit zum einen, den Periodenerfolg zu berechnen, und zum anderen, die Quellen des Periodenerfolgs darzustellen. Man unterscheidet verschiedene Möglichkeiten von Gewinn- und Verlustrechnung in Abhängigkeit der folgenden Kriterien:
nach der grafischen Aufbereitung
oder Staffelform
oder Nettorechnung
oder Umsatzkostenverfahren.
Bei der Kontoform werden Aufwendungen und Erträge einander gegenübergestellt wenn die Aufwandsseite ertragsmäßig größer als die Ertragsseite ist, so erhält man einen Jahresfehlbetrag. Im umgekehrten Fall ergibt sich ein Jahresüberschuss. Bei der Staffelform werden Aufwendungen und Erträge skontiert vorgeschrieben. Dies bedeutet, dass Erträge und Aufwendungen untereinander weg geschrieben werden. Sowohl in § 275 II HGB und § 275 III HGB wird eine skontierte Form zwingend dargestellt. In den folgenden beiden Abbildungen wird eine Gewinn- und Verlustrechnung in Kontoform sowohl als auch eine Gewinn- und Verlustrechnung in Staffelform dargestellt, hierbei bilden Umsatzerlöse und Erträge aus Beteiligungen die Erträge, Löhne und Gehälter, Abschreibungen und Zinsen die Aufwendungen. Die Erträge seien größer als die Aufwendungen, sodass schließlich ein Jahresüberschuss entsteht.
Gewinn- und Verlustrechnung in Kontoform
Nach der Art der Saldierung unterscheidet man eine GuV nach Brutto- und nach Nettorechnung. Bei einer Bruttoerfolgsrechnung werden Aufwendungen und Erträge grundsätzlich unsaldiert ausgegeben. Beide Arten der Darstellung von Gewinn- und Verlustrechnung in § 275 II HGB und § 275 III HGB gehen nach diesem Bruttoprinzip vor, verbieten also weitestgehend die Saldierung von Aufwendungen mit Erträgen.
Nach der Art des Umgangs mit Bestandserhöhungen unterscheidet man Gewinn- und Verlustrechnungen
nach dem Gesamtkostenverfahren (GKV) und
nach dem Umsatzkostenverfahren (UKV).
Bei dem Gesamtkostenverfahren werden alle Umsatzerlöse als Erträge gebucht, darüber hinaus jedoch werden Bestandserhöhungen als Ertrag, d.h. als Erfolg, gebucht. Der Gesamtertrag der Unternehmung setzt sich deswegen aus Umsatzerlösen und Bestandserhöhungen zusammen. Sollte es zu Minderung des Bestandes an unfertigen oder fertigen Erzeugnissen und Eigenleistungen kommen, so würden diese von den Umsatzerlösen abgezogen werden. § 275 II HGB beschreibt die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren vor. Er erwähnt sieben Arten von Erträgen, nämlich:
Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen oder fertigen Erzeugnissen
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge.
Die Aufwendungen gliedern sich in der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren in
Das Ergebnis hier ist nun das sog. "Ergebnis nach Steuern". Von diesem werden noch die
sonstigen Steuern
abgezogen, so dass man insgesamt den Jahresüberschuss bzw. den Jahresfehlbetrag erhält. Die Bewertung der Bestandserhöhung bzw. Bestandsminderung bei der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren ist lediglich am Jahresende vonnöten. Hierzu muss stets eine körperliche Bestandsaufnahme vorgenommen werden. Es ist nicht notwendig, fortlaufend die Zugänge an fertigen und unfertigen Erzeugnissen zu ermitteln und zu bewerten, dies erfolgt lediglich beim Umsatzkostenverfahren.
Bei der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren werden als Ertrag nur die Umsatzerlöse ausgewiesen. Bestandserhöhungen werden nicht positiv bewertet. Auch die Aufwandsseite erfolgt beim Umsatzkostenverfahren anders als beim Gesamtkostenverfahren. Hier werden nicht sämtliche Aufwendungen der Periode erfasst, sondern lediglich jene, welche im Zusammenhang mit verkauften Produkten anfallen, so genannte Umsatzaufwendungen.
Hier klicken zum Ausklappen Beide Verfahren der Errechnung einer Gewinn- und Verlustrechnung, also Umsatzkostenverfahren als auch das Gesamtkostenverfahren, gelangen schließlich zum identischen Jahresüberschuss, wenn die Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie der bezogenen Waren auf die gleiche Art und Weise bewertet werden.
Nach § 275 I HGB existiert ein Wahlrecht, die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren oder nach dem Gesamtkostenverfahren aufzustellen. Die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren hat nach § 275 III HGB folgendes Aussehen:
Erträge aus Beteiligungen davon aus verbundenen Unternehmen
Die Grobgliederung einer GuV lautet damit wie folgt:
+ finanzwirtschaftliches Ergebnis
= Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag
Grobgliederung GuV
Der erste Teil, also die betriebliche Tätigkeit, wird zunächst mit dem Umsatz- oder Gesamtkostenverfahren ermittelt. Danach schließen sich die anderen Komponenten an, die unabhängig von UKV oder GKV sind.
Es lassen sich folgende Vorgehensweisen bei der Erstellung einer Gewinn- und Verlustrechnung unterscheiden:
nach Gesamtkostenverfahren
GuV auf Vollkostenbasis
Wir besprechen die einzelnen Möglichkeiten anhand von
Hier klicken zum Ausklappen Gegeben sei der folgende BAB der Mertes AG, einem Produzenten von Luxus-Fahrrädern. In der Abrechnungsperiode 2006 wurde eine Menge von 300 produziert, jedoch tatsächlich nur 220 abgesetzt. Der Verkaufspreis liegt derzeit bei 3.000 € pro Fahrrad.
- außerplanmäßig
Zunächst errechnet man die relevanten Summen aus obigem BAB.
Hiervon ausgehend lassen sich nun die unterschiedlichen Arten der GuV erstellen: Bei einer Rechnung auf Teilkostenbasis werden die Herstellungskosten der produzierten, aber nicht abgesetzten Mengeneinheiten nach Maßgabe der mindestens anzusetzenden Werte berechnet, hier also in Höhe der Materialeinzel- und Fertigungseinzelkosten (§ 255 II HGB). In einem Verfahren auf Vollkostenbasis hingegen wird die Höchstgrenze für die Bewertung dieser Mengeneinheiten maßgeblich, d.h. man rechnet Einzelkosten und aktivierungsfähige Gemeinkosten (also gerade nicht die Vertriebsgemeinkosten).
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Welche Paragraphen werden in Bezug auf das Umsatzkostenverfahren und Gesamtkostenverfahren bei der GuV angewandt?
§ 275 III HGB
§ 275 IV HGB.
§ 275 II HGB
§ 275 II HGB beschreibt die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren. Welche der folgenden Antwortmöglichkeiten stellt eine der Arten von Erträgen dar?
Nach dem Gesamtkostenverfahren gliedern sich Aufwendungen in der Gewinnn- und Verlustrechnung. Nennen Sie eine der fehlenden Aufwendungen: Sonstige betriebliche Aufwendungen, Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens, Zinsen und ähnliche Aufwendungen.

References: § 275
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