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Timestamp: 2019-06-17 06:09:10+00:00

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BGH, 09.04.2008 - VIII ZB 58/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,1857
BGH, 09.04.2008 - VIII ZB 58/06 (https://dejure.org/2008,1857)
BGH, Entscheidung vom 09.04.2008 - VIII ZB 58/06 (https://dejure.org/2008,1857)
BGH, Entscheidung vom 09. April 2008 - VIII ZB 58/06 (https://dejure.org/2008,1857)
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Zulässigkeit einer Berufung bei fehlender Erkennbarkeit der Person des Berufungsklägers und des Berufungsbeklagten in der Berufungsschrift
Berufungsschrift ohne klare Angabe des Berufungsklägers bzw. Berufungsbeklagten
Verfahrensrecht - Zulässigkeit einer Berufung, wenn Berufungskläger unklar?
Berufung - BGH klärt, bis zu welchem Zeitpunkt die Formalien stimmen müssen
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 09.04.2008, Az.: VIII ZB 58/06 (Berufung - BGH klärt, bis zu welchem Zeitpunkt die Formalien stimmen müssen)" von Redaktion Prozessrecht aktiv, original erschienen in: PA 2008, 127 - 129.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH v. 9.4.2008 - VIII ZB 58/06 (Unvollständige Berufungsschrift)" von VorsRiLG Heinz Hansens, original erschienen in: JurBüro 2008, 671 - 672.
AG Neuss, 30.11.2005 - 80 C 1269/05
LG Düsseldorf, 03.05.2006 - 23 S 527/05
NJW-RR 2008, 1161
NZM 2008, 684
Das bedeutet jedoch nicht, dass die erforderliche Klarheit über die Person des Berufungsklägers ausschließlich durch dessen ausdrückliche Bezeichnung zu erzielen wäre; sie kann auch im Wege der Auslegung der Berufungsschrift und aus etwa sonst vorliegenden Unterlagen gewonnen werden (vgl. BGH 29. Juni 1956 - V ZB 20/56 - BGHZ 21, 169, 173; 7. November 1995 - VI ZB 12/95 - AP ZPO § 518 Nr. 68; zuletzt 9. April 2008 - VIII ZB 58/06 -).
Der zugrunde liegende Zweck besteht darin, dass im Falle einer Berufung, die einen neuen Verfahrensabschnitt vor einem anderen als dem bis dahin mit der Sache befassten Gericht eröffnet, zur Erzielung eines auch weiterhin geordneten Verfahrensablaufs aus Gründen der Rechtssicherheit die Parteien des Rechtsmittelverfahrens, insbesondere die des Rechtsmittelführers, zweifelsfrei erkennbar sein müssen (…BGH 29. Juni 1956 - V ZB 20/56 - aaO;… 7. November 1995 - VI ZB 12/95 - aaO; 9. April 2008 - VIII ZB 58/06 -).
Vielmehr kann sie - nicht zuletzt unter Beachtung des Grundsatzes, dass der Zugang zu den Instanzen aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht unzumutbar erschwert werden darf - auch im Wege der Auslegung der Berufungsschrift und der im Zeitpunkt des Ablaufs der Berufungsfrist etwa sonst vorliegenden Unterlagen gewonnen werden (st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 13. Januar 2004 - VI ZB 53/03, NJW-RR 2004, 572, 573; Urteil vom 8. April 2004 - III ZR 20/03, NJW-RR 2004, 851, 852;… Beschluss vom 10. Oktober 2006 - XI ZB 14/06, NJW-RR 2007, 413 Rn. 8; Beschluss vom 9. April 2008 - VIII ZB 58/06, NJW-RR 2008, 1161 Rn. 5;… Urteil vom 18. Januar 2011 - X ZR 71/10, BGHZ 188, 85 Rn. 8;… Beschluss vom 12. April 2011 - II ZB 14/10, NJW 2011, 2371 Rn. 10, jeweils mwN).
Ob ein solcher Fall gegeben ist, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab (vgl. BGH, Beschluss vom 9. April 2008 - VIII ZB 58/06, NJW-RR 2008, 1161 Rn. 5;… Urteil vom 11. Januar 2001 - III ZR 113/00, aaO).
aa) An die eindeutige Bezeichnung des Rechtsmittelführers sind strenge Anforderungen zu stellen; bei verständiger Würdigung des gesamten Vorgangs der Rechtsmitteleinlegung muss jeder Zweifel an der Person des Rechtsmittelklägers ausgeschlossen sein (st. Rspr.; vgl. etwa BGH…, Urteil vom 15. November 2001 - I ZR 74/99, BGHReport 2002, 655; Senatsbeschlüsse vom 6. Dezember 2005 - VIII ZB 30/05, juris, Tz. 4; vom 9. April 2008 - VIII ZB 58/06, NJW-RR 2008, 1161, Tz. 5;… vom 12. Januar 2010, aaO).
Die erforderliche Klarheit über die Person des Berufungsklägers kann auch im Wege der Auslegung der Berufungsschrift und der etwa sonst vorliegenden Unterlagen gewonnen werden (Bestätigung von BGH, Beschluss vom 9. April 2008, VIII ZB 58/06, NJW-RR 2008, 1161).
Dabei sind, wie auch sonst bei der Ausdeutung von Prozesserklärungen, alle Umstände des jeweiligen Einzelfalls zu berücksichtigen (BGH…, Beschluss vom 11. Mai 2010 - VIII ZB 93/09, NJW-RR 2011, 281 Rn. 9 f.; Beschluss vom 9. April 2008 - VIII ZB 58/06, NJW-RR 2008, 1161 Rn. 5; Beschluss vom 4. Juni 1997 - VIII ZB 9/97, NJW 1997, 3383).
Aus der Berufungsschrift muss entweder für sich allein betrachtet oder mit Hilfe weiterer Unterlagen bis zum Ablauf der Rechtsmittelfrist eindeutig zu erkennen sein, wer Berufungskläger und wer Berufungsbeklagter sein soll (st. Rspr.; vgl. Senatsbeschlüsse vom 9. April 2008 - VIII ZB 58/06, NJW-RR 2008, 1161 Rn. 5;… vom 12. Januar 2010 - VIII ZB 64/09, juris Rn. 5;… vom 11. Mai 2010 - VIII ZB 93/09, NJW-RR 2011, 281 Rn. 9 mwN).
Die Anforderungen an die zur Kennzeichnung der Rechtsmittelpartei nötigen Angaben richten sich nach dem prozessualen Zweck dieses Erfordernisses und damit danach, dass im Falle einer Berufung, die einen neuen Verfahrensabschnitt darstellt, aus Gründen der Rechtssicherheit die Parteien des Rechtsmittelverfahrens zweifelsfrei erkennbar sein müssen (BGH vom 09.04.2008 - VIII ZB 58/06 - Rn. 5, zitiert nach Juris;… BGH vom 22.11.2008 - XI ZB 43/04 -, NJW-RR 2006, 284 Rn. 8; BAG vom 04.07.1973 - 1 AZB 12/73 - NJW 1973, 1949;… Grunsky in Stein/Jonas, ZPO § 518 Rn. 19).
Die Anforderungen an die zur Kennzeichnung der Rechtsmittelpartei nötigen Angaben richten sich nach dem prozessualen Zweck dieses Erfordernisses und damit danach, dass im Falle einer Berufung, die einen neuen Verfahrensabschnitt darstellt, aus Gründen der Rechtssicherheit die Parteien des Rechtsmittelverfahrens zweifelsfrei erkennbar sein müssen (BGH vom 09.04.2008 VIII ZB 58/06 - Rn. 5, zitiert nach Juris;… BGH vom 22.11.2008 XI ZB 43/04 NJW-RR 2006, 284 Rn. 8; BAG vom 04.07.1973 I AZB 12/73, NJW 1973, 1949).
BPatG, 23.09.2014 - 23 W (pat) 6/12
Wenngleich grundsätzlich jeder Zweifel über die Person des Rechtsmittelführers ausgeschlossen sein muss (BGH Report 2002, 655; BGH NJW-RR 2008, 1161, 1162), ist die Bezeichnung einer Partei als Teil einer Prozesserklärung auslegungsfähig (BGH NJW-RR 2006, 1569 f; BGH X ZR 39/05).
Dabei können auch Unterlagen außerhalb der Beschwerdeschrift zur Auslegung herangezogen werden, sofern diese innerhalb der Rechtsmittelfrist verfügbar sind (BGH Report 2002, 655; BGH NJW-RR 2008, 1161, 1162; BGH NJW-RR 2006, 1569, 1570).

References: BGH 
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 § 518
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 § 518
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