Source: https://www.contax-muschlin.de/aktuell/unternehmer-2011.html
Timestamp: 2020-06-02 04:41:01+00:00

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Auch wenn ein GmbH-Geschäftsführer zu seinem 60. Geburtstag fast nur Mitarbeiter und Geschäftspartner einlädt, müssen die Aufwendungen für die Veranstaltung keine Werbungskosten darstellen. Das gilt umso mehr, wenn das Fest außerhalb des Betriebsgeländes stattfindet und der Geschäftsführer seine Gäste persönlich einlädt. Dies geht aus einem Urteil des Finanzgerichts (FG) Münster hervor. [erfahren Sie mehr]
Bittet der Arbeitgeber die Belegschaft zum gemütlichen Beisammensein, verlangt der Fiskus von den teilnehmenden Mitarbeitern oftmals und völlig überraschend im Nachhinein Lohnsteuer. Denn das Finanzamt akzeptiert lediglich zwei betriebliche Veranstaltungen pro Jahr als üblich. Darüber hinaus darf der Chef nicht allzu großzügig sein. Denn eine Betriebsfeier darf pro Teilnehmer brutto nur 110 Euro kosten. In diesen Betrag fließen Kosten für Speisen, Getränke, Raummiete, Fahrten, Darbietungen und kleine Geschenke an die Mitarbeiter ein. Ergibt nun die Gesamtsumme, dividiert durch die Teilnehmeranzahl, einen höheren Betrag, liegt insgesamt und nicht nur in Höhe der übersteigenden Differenz Arbeitslohn vor. Insoweit greift also das Fallbeil-Prinzip, sollte die Veranstaltung 111 Euro kosten. [erfahren Sie mehr]
Eine Spielhallenbetreiberin und ihr Steuerberater haben sich vor dem Verwaltungsgericht (VG) Stuttgart erfolgreich gegen die Mitnahme von Geschäftsunterlagen durch Bedienstete der Gewerbebehörde der Landeshauptstadt Stuttgart gewandt. Das Gericht stellt klar, dass die Beamten im Rahmen der von ihnen durchgeführten gewerberechtlichen Nachschau allenfalls befugt gewesen wären, die Unterlagen vor Ort zu sichten. [erfahren Sie mehr]
Der Europäische Betriebsrat einer europaweit tätigen Unternehmensgruppe aus dem Bereich der Automobilzulieferer ist mit seinem Antrag gescheitert, mit dem er es der Unternehmensgruppe verbieten lassen wollte, einen Betrieb in Spanien stillzulegen. [erfahren Sie mehr]
Die Umsatzsteuer entsteht grundsätzlich mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums (in der Regel pro Monat oder pro Quartal), in dem die Leistung ausgeführt wurde. Bei dieser sog. Soll-Versteuerung kommt es dabei auf die Bezahlung der Leistung durch den Kunden grundsätzlich nicht an. Das Umsatzsteuergesetz bietet den Unternehmern, deren Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr nicht mehr als 500 000 Euro betragen hat, jedoch die Möglichkeit, die Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten zu berechnen. Bei dieser sog. Ist-Versteuerung entsteht die Steuer mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem das Entgelt für die Leistung durch den Unternehmer vereinnahmt worden ist. Damit muss die Abführung der Steuer an das Finanzamt erst erfolgen, wenn und soweit der Kunde gezahlt hat. Diese Ist-Versteuerung schafft Liquiditätsvorteile insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, auch weil der Vorsteuerabzug für die bezogenen Eingangsleistungen sofort, das heißt ohne Rücksicht auf eine Bezahlung, vorgenommen werden kann. [erfahren Sie mehr]
Die Finanzverwaltung fordert eine verbindliche Bestellung, wenn ein Investitionsabzugsbetrag bereits im Jahr vor der Betriebsgründung geltend gemacht wird. Der BFH muss klären, ob die Investitionsabsicht auch anders glaubhaft gemacht werden kann. [erfahren Sie mehr]
Pensionsverpflichtungen, die im Rahmen eines Betriebsübergangs entgeltlich erworben wurden, sind mit ihren Anschaffungskosten und nicht mit dem Teilwert nach § 6a Absatz 3 Einkommensteuergesetz (EStG) zu bewerten. Dies stellt das Finanzgericht (FG) Münster klar. Die Klägerin übernahm im Zusammenhang mit dem Kauf eines Fertigungsbetriebs auch die Pensionsverpflichtungen für die übergegangenen Arbeitnehmer (Betriebsübergang nach § 613a BGB). Die Vertragsparteien vereinbarten hierfür eine Minderung des für den Betrieb zu zahlenden Kaufpreises. Das Finanzamt bewertete die Pensionsrückstellung zum Jahresende mit dem unter den Anschaffungskosten liegenden Teilwert nach § 6a Absatz 3 EStG und nahm in Höhe des Unterschiedsbetrages eine Gewinnerhöhung vor. [erfahren Sie mehr]
Wenn Kleinunternehmer die Umsatzsteuergrenze überschreiten und die Steuer in der Annahme, keiner Steuerpflicht zu unterliegen, verspätet anmelden, liegt keine Steuerhinterziehung vor. Dies stellt die Bundesregierung klar. [erfahren Sie mehr]
Unternehmer, Freiberufler und Personengesellschaften können, soweit bestimmte Größenklassen nicht überschritten sind, für die künftige Anschaffung eines abnutzbaren beweglichen Anlagegutes bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Kosten gewinnmindernd über einen Investitionsabzugsbetrag abziehen, wenn das begünstigte Wirtschaftsgut nur in geringen Umfang – maximal 10 Prozent – privat genutzt werden soll. [erfahren Sie mehr]
Unternehmen, die Abgaben an die Künstlersozialkasse leisten müssen, müssen die Anmeldung jeweils nach Ablauf eines Kalenderjahres, spätestens also wieder bis zum 31.03.2012 abgeben. Für das Jahr 2011 besteht also noch ausreichend Zeit, um die Bemessungsgrundlage zu melden, aus der die Künstlersozialabgabe errechnet wird. Dies kann entweder über einen Vordruck oder neuerdings auch im Onlineverfahren erfolgen. [erfahren Sie mehr]
Mit zwei zeitgleich veröffentlichten Urteilen hat der Bundesfinanzhof (BFH) zu der bisher häufig streitigen umsatzsteuerlichen Abgrenzung von Essenslieferungen (Steuersatz 7 Prozent) und Restaurationsleistungen (Steuersatz 19 Prozent) Stellung genommen. Die Entscheidungen beruhen auf einem neuen Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 10.03.2011 (C-497/09, C-499/09, C-502/09, Bog u.a.), das aufgrund von Vorlagen des BFH ergangen ist. Danach liegt eine dem ermäßigten Steuersatz unterliegende Essenslie- [erfahren Sie mehr]
Aufwendungen eines Arbeitnehmers, Unternehmers oder Freiberuflers für einen Fremdsprachenkurs im Ausland können als Werbungskosten oder Betriebsausgaben zu berücksichtigen sein, auch wenn dieser nur Grundkenntnisse oder allgemeine Kenntnisse in einer Fremdsprache vermittelt, diese aber für die betriebliche Tätigkeit ausreichen. Denn nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs sind Aufwendungen für die berufliche Fortbildung dienenden Reisen grundsätzlich abziehbar, wenn sie durch den Betrieb veranlasst sind (Az. VI R 12/10). Findet der Fortbildungslehrgang zum Erwerb oder zur Vertiefung von Fremdsprachenkenntnissen nicht am Wohnort des Arbeitnehmers oder Selbstständigen in dessen Nähe statt, muss aber geprüft werden, ob neben den reinen Kursgebühren auch die Aufwendungen für die mit dem Sprachkurs verbundene Reise betrieblich oder beruflich veranlasst und demzufolge abziehbar sind. Bei einer Sprachreise ist zu berücksichtigen, dass eine Fremdsprache in dem Land, in dem sie gesprochen wird, im Allgemeinen effizienter als im Inland zu erlernen sein wird. Daher kann nicht darauf abgestellt werden, dass ein Besuch von Sprachkursen im Inland den gleichen Erfolg hätte haben können. Das gilt auch für die Tatsache, dass ein Auslandsaufenthalt erhöhte Kosten verursachen kann. [erfahren Sie mehr]
Wer Fragen zur geplanten Vereinfachung der elektronischen Rechnungsstellung hat, kann in einem „Frage-Antwort-Katalog“, den das Bundesfinanzministerium auf seinen Internetseiten veröffentlicht hat, Antworten finden. Dort wird nach Angaben des Ministeriums auf eine Vielzahl von Fragen zur konkreten Ausgestaltung der geplanten Regelung eingegangen, die im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens aufgeworfen wurden. Die Vereinfachung der elektronischen Rechnungsstellung ist im Steuervereinfachungsgesetz 2011 vorgesehen. Dieses liegt derzeit auf Eis, da der Bundesrat seine Zustimmung am 08.07.2011 verweigert hat. [erfahren Sie mehr]
Die Oberfinanzdirektion (OFD) Koblenz warnt – vor allem neu gegründete – Unternehmen vor Schreiben, in denen für die Vergabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) eine Gebühr verlangt wird. Die Vergabe der USt-IdNr. sei kostenfrei, betont die OFD als vorgesetzte Dienstbehörde aller rheinland-pfälzischen Finanzämter. [erfahren Sie mehr]
Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat sich in einem Ende Juni 2011 veröffentlichten Urteil zur umstrittenen Frage geäußert, wie sich die private Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs durch einen Kleinunternehmer auf die Berechnung seines Gesamtumsatzes auswirkt. Grundsätzlich unterliegen der Umsatzsteuer alle Lieferungen und Leistungen von Unternehmern. Als sonstige Leistung, auf die Umsatzsteuer zu entrichten ist, gilt auch die Verwendung eines Gegenstands aus dem Unternehmen für private Zwecke, wenn der Erwerb dieser verwendeten Gegenstands damals beim Kauf zum Vorsteuerabzug berechtigt hatte. [erfahren Sie mehr]
In die Berechnung der Freigrenze für Betriebsveranstaltungen von 110 Euro je Arbeitnehmer sind die Kosten des Programms, des äußeren Rahmens der Veranstaltung und auch die Reisekosten einzubeziehen. Dies hat das Finanzgericht (FG) Düsseldorf klargestellt und in drei Entscheidungen die Auffassung vertreten, dass die Freigrenze überschritten war und die Zuwendungen des Arbeitgebers der (pauschalen) Lohnsteuer unterliegen. [erfahren Sie mehr]
Unternehmer, Freiberufler und Personengesellschaften können, soweit bestimmte Größenklassen nicht überschritten sind, für die künftige Anschaffung eines abnutzbaren beweglichen Anlagegutes bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Kosten vorab gewinnmindernd über einen Investitionsabzugsbetrag abziehen, wenn das begünstigte Wirtschaftsgut fast ausschließlich betrieblich genutzt werden soll. Wird das Wirtschaftsgut anschließend doch nicht erworben, wird der Investitionsabzug rückgängig gemacht und auf die Steuernachforderung ein Zinssatz von jährlich sechs Prozent draufgeschlagen. [erfahren Sie mehr]
Das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg hat in einem aktuellen Urteil die umstrittene Frage geklärt, wie sich die private Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs durch einen Kleinunternehmer auf die Berechnung des Gesamtumsatzes auswirkt. Danach hat dieser Umsatz bei der Beurteilung, ob die für Kleinunternehmer maßgeblichen Grenzen [erfahren Sie mehr]
Die Inszenierung einer Oper durch einen selbstständig tätigen Regisseur gegen Honorar ist weder nach dem Umsatzsteuergesetz (UStG) noch nach EU-Recht steuerbefreit. Die Tätigkeit unterliegt dem Regelsteuersatz. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden. Gemäß § 4 Nr. 20 a Satz 1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) sind Umsätze der Theater, Orchester und weiterer Einrichtungen des Bundes, der Länder, der Gemeinden oder der Gemeindeverbände steuerfrei. Das Gleiche gilt nach § 4 Nr. 20a Satz 2 UStG für die Umsätze gleichartiger Einrichtungen anderer Unternehmer, wenn die zuständige Landesbehörde bescheinigt, dass sie die gleichen kulturellen Aufgaben erfüllen. [erfahren Sie mehr]
Unternehmer, Freiberufler oder Privatpersonen können nicht darauf vertrauen, dass eine schriftlich vom Finanzamt geäußerte Rechtsauffassung dauerhaft Wirkung zeigt. Hat das Finanzamt einem Steuerzahler auf Anfrage hin eine unverbindliche schriftliche Auskunft erteilt und ändert sich anschließend die zugrunde liegende Rechtslage, ist die Behörde nämlich anschließend nicht daran gehindert, einen entsprechenden Steuerbescheid auf Basis geänderter Ansichten zu erlassen. Das hat der Bundesfinanzhof in einem am 18.05.2011 veröffentlichten Urteil entschieden (Az. XI R 30/09). [erfahren Sie mehr]
Seit gut zwei Jahren lässt sich eine GmbH auch ohne Mindeststammkapital gründen. Diese kostengünstige Variante der sogenannten Mini- oder Ein-Euro-GmbH bietet eine Einstiegsvariante für eine Kapitalgesellschaft und ist beispielsweise für Existenzgründer interessant, die zu Beginn ihrer Tätigkeit zum Beispiel im Dienstleistungsbereich wenig Stammkapital aufweisen und dieses auch nicht benötigen. Rund 50.000 dieser Mini-Gesellschaften sind mittlerweile bundesweit im Handelsregister eingetragen, die zuvor so beliebte englische Limited wählen mittlerweile immer weniger Unternehmer als Alternative aus. Die Ein-Euro-GmbH darf ihre erwirtschafteten Gewinne aber höchstens zu 75 Prozent ausschütten und muss den Rest nach und nach ansparen, bis das Mindeststammkapital von 25.000 Euro erreicht ist. Dann kann sie sich freiwillig in eine normale GmbH umwandeln. Bis dahin handelt es sich um eine haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft oder kurz UG (haftungsbeschränkt). Systematisch handelt es sich nicht um eine neue Rechtsform, sondern um eine „GmbH im Kleinformat“, die ohne ein bestimmtes Mindeststammkapital gegründet werden kann. [erfahren Sie mehr]
Am 18. Januar 2011 fand im Bundesministerium der Finanzen eine Informationsveranstaltung statt, in der über die Pilotphase zur E-Bilanz informiert wurde. Die Teilnehmerliste der Einführungsveranstaltung wurde mit dem Einverständnis der Anwesenden bereits vom Projekt „E-Bilanz“ an alle Teilnehmer herausgegeben. [erfahren Sie mehr]
Unternehmer müssen für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen eine gewinnmindernde Rückstellung bilden. Fraglich war, ob sich die Höhe auf die Summe der Kosten im zehnjährigen Zeitraum erstreckt oder ob der Jahresaufwand nur mit 5,5 als arithmetisches Mittel der Aufbewahrungszeit zu vervielfachen ist und ob die Kosten für die spätere Vernichtung der Akten berücksichtigt werden darf. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat nun in einem am 6. April 2011 veröffentlichten Urteil entschieden, dass Rückstellungen für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen auch die voraussichtlichen Aussonderungsmöglichkeiten berücksichtigen müssen (Az. X R 14/09). [erfahren Sie mehr]
Für die Besteuerung eines Veräußerungsvorgangs im Sinne des § 17 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ist es unerheblich, wenn – einem Gesamtplan folgend – die Beteiligungshöhe des Gesellschafters infolge einer zeitgleich mit dem Erwerb von Anteilen beschlossenen Kapitalerhöhung wieder unter die Wesentlichkeitsschwelle von 25 Prozent abgesenkt werden sollte. Maßgeblich sei, so das Düsseldorfer Finanzgericht (FG), dass der Erwerb der Anteile zivilrechtlich – auch nur für eine juristische Sekunde – zu einer Überschreitung der Wesentlichkeitsschwelle geführt habe und die neuen Beteiligungsverhältnisse aufgrund der Kapitalerhöhung erst später durch die Eintragung der entsprechenden Satzungsänderung nach § 54 GmbH-Gesetz wirksam würden. [erfahren Sie mehr]
Die Bundesregierung plant keine weiteren Steuersenkungen im Tourismusgewerbe. In einer Antwort (BT-Drs. 17/5104) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (BT-Drs. 17/4930) heißt es außerdem, es sei auch keine Ausdehnung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes auf sämtliche Restaurationsumsätze vorgesehen. Zur Kritik des Bundesrechnungshofes und des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung an der Senkung der Mehrwertsteuer auf Übernachtungsdienstleistungen von 19 auf 7 Prozent verweist die Regierung auf die Einsetzung einer „hochrangigen Kommission“, die unter anderem die Vorschläge von Rechnungshof und Sachverständigenrat prüfen werde. Deutscher Bundestag, PM vom 30.03.2011 [erfahren Sie mehr]
Die Anwendung des § 1 Außensteuergesetz (AStG) auf Fälle von Teilwertabschreibungen und anderen Wertminderungen auf Darlehen an verbundene ausländische Unternehmen ist Thema eines aktuellen Schreibens des Bundesfinanzministeriums. [erfahren Sie mehr]
Teilt eine US-amerikanische Kapitalgesellschaft ihren Anteilseignern im Wege eines sog. Spin-off Aktien ihrer ebenfalls US-amerikanischen Tochtergesellschaft zu, so führt dies bei einem inländischen Anteilseigner nur dann zu einem steuerpflichtigen Kapitalertrag, wenn sich die Zuteilung nach US-amerikanischem Handelsrecht und Gesellschaftsrecht als Gewinnverteilung – und nicht als Kapitalrückzahlung – darstellt. Das entschied der Bundesfinanzhof mit einem jetzt veröffentlichten Urteil vom 20.10.2010 (I R 117/08). [erfahren Sie mehr]
Verpflichtet sich ein Unternehmer gegen besondere Vergütung, die von ihm verkaufte Waren später auf Verlangen seines Kunden zeitlich befristet wieder zurückzukaufen, hat er hierfür eine Verbindlichkeit in seiner Bilanz auszuweisen. Das hat der Bundesfinanzhof in einem am 23. Februar 2011 veröffentlichten Urteil entschieden (Az. I R 83/09) und sich damit ausdrücklich gegen die Finanzverwaltung gestellt. Denn nach einem Erlass des Bundesfinanzministeriums aus dem August 2009 darf hierfür kein gewinnmindernder Passivposten in die Bilanz eingestellt werden (Az. IV C 6 - S 2137/09/10003). Im entschiedenen Fall ging es um einen Kfz-Händler, der sich nach den Einzel-Kaufverträgen auf Wunsch dazu verpflichtete, die verkauften Neufahrzeuge später zu einem vorab verbindlich festgelegten Preis wieder zurück zu erwerben. Maßgebend war ein von der Dauer der Nutzung des jeweiligen Fahrzeugs abhängiger Prozentsatz des Listenpreises. Machten die Erwerber von dem Recht auf Rückgabe keinen Gebrauch, war der Händler in bestimmten Fällen verpflichtet, einen „No-return-Bonus“ zu zahlen. Wer ein Auto ohne Rückkaufverpflichtung kaufte, erhielt einen Rabatt von 22 Prozent auf den Listenpreis. Bei Fahrzeugen mit Rückkaufverpflichtung betrug der Rabatt vier Prozent weniger. Der zu entrichtende Rückkaufpreis richtete sich danach, wie lange die Haltedauer war. [erfahren Sie mehr]
Eine Buchführung kann auch dann ordnungsgemäß sein, wenn die Kontierung auf dem Beleg fehlt. Auf ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Münster (12 O 471/07) weist der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) hin. Das Gericht verweise auf § 239 Absatz 4 des Handelsgesetzbuches. Danach könnten die Bücher sowie die sonstigen erforderlichen Aufzeichnungen auch aus einer geordneten Ablage von Belegen bestehen oder auf Datenträgern geführt werden, soweit diese Form der Buchführung einschließlich des dabei angewandten Verfahrens den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung entsprechen. Der DStV sieht in dem Urteil eine Argumentationshilfe für Steuerpflichtige zum Beispiel bei Betriebsprüfungen. In Zeiten zunehmender Digitalisierung ergäben sich nämlich in der Praxis immer häufiger Fragen, wie die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung sichergestellt werden könne. Grundsätzlich müssten alle Geschäftsvorfälle retrograd und progressiv nachprüfbar sein. Die progressive Prüfung beginne beim Beleg, gehe über die Grundaufzeichnungen zu den Konten und schließlich zur Bilanz/Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise zur Steueranmeldung/Steuererklärung. Die retrograde Prüfung verlaufe umgekehrt. Hinsichtlich der Kontierung fordere das Bundesfinanzministerium, dass Angaben dazu auf dem Beleg zu erfolgen hätten. Ein solches Vorgehen sei jedoch stets mit Mehraufwand verbunden, betont der DStV. Eine gesetzliche Regelung gebe es hierzu nicht. Deutscher Steuerberaterverband e.V., PM vom 01.03.2011 [erfahren Sie mehr]
Wollen Unternehmer die Vorsteuer aus einer Eingangsrechnung beim Finanzamt geltend machen, muss diese den formalen Anforderungen entsprechen. Enthält sie beispielsweise nur allgemeine Formulierungen, ist dies unzureichend und das Finanzamt erkennt die Vorsteuern wegen mangelhafter Leistungsbeschreibung nicht an. Denn nach einem Urteil des Finanzgerichts Thüringen muss ein Abrechnungspapier Angaben tatsächlicher Art enthalten, welche die Identifizierung der abgerechneten Leistung ermöglichen. Der Zweck dieser Formalie liegt darin, eine leichtere Überprüfung des vorgenommenen Vorsteuerabzugs beim Leistungsempfänger zu gewährleisten (Az. 3 K 633/09). Die Richter listen eine Reihe von Angaben auf, was für eine Leistungsbeschreibung unzulänglich ist. Das gilt beispielsweise bei [erfahren Sie mehr]
Die ehemalige Umgliederung des Körperschaftsteuerguthabens aus dem Übergang vom Anrechnungs- auf das Halbeinkünfteverfahren war mit dem allgemeinen Gleichheitssatz im Grundgesetz nicht vereinbar. Daher hatte das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber verpflichtet, spätestens mit Wirkung zum 01.01.2011 für die noch nicht bestandskräftig abgeschlossenen Verfahren eine Neuregelung zu treffen, die den Erhalt des im Zeitpunkt des Systemwechsels vorhandenen Körperschaftsteuerminderungspotenzials sicherstellt (Az. 1 BvR 2192/05). [erfahren Sie mehr]
Die sogenannte Sanierungsklausel im deutschen Unternehmenssteuerungsrecht, die es wirtschaftlich schlecht dastehenden Unternehmen trotz Eigentümerwechsels ermöglicht, Verluste gegen zukünftige Gewinne zu verrechnen, ist als staatliche Beihilfe anzusehen und nicht mit den europäischen Beihilferegeln zu vereinbaren. Dies hat die Europäische Kommission eigenen Angaben zufolge am 26.01.2011 entschieden. [erfahren Sie mehr]
Weisen Unternehmer Grundbesitz in ihrer Bilanz aus, können sie zur Minderung ihres Steuergewinns den Teilwert der Immobilie ansetzen, wenn dieser aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung niedriger als die fortgeschriebenen Anschaffungs- oder Herstellungskosten ist. Dies setzt jedoch voraus, dass ein nachhaltiges Absinken unter den maßgeblichen Buchwert vorliegt. Daher reicht eine nur vorübergehende Wertminderung für eine Teilwertabschreibung nicht aus, so der Bundesfinanzhof in einem am 12. Januar 2011 veröffentlichten Urteil (Az. IV R 38/08). [erfahren Sie mehr]

References: § 6
 § 613
 § 6
 § 4
 § 4
 § 17
 § 54
 § 1
 § 239