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Timestamp: 2020-08-04 14:02:44+00:00

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Sozialversicherung und der Regreß in der nichtehelichen Lebensgemeinschaft | Rechtslupe
Der Scha­dens­er­satz­an­spruch eines Ver­letz­ten geht auf den Ver­si­che­rungs­trä­ger (etwa die Kran­ken­kas­se oder die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rungh) oder den Trä­ger der Sozi­al­hil­fe über, soweit die­ser auf Grund des Scha­dens­er­eig­nis­ses Sozi­al­leis­tun­gen zu erbrin­gen hat, die der Behe­bung eines Scha­dens der glei­chen Art die­nen und sich auf den­sel­ben Zeit­raum wie der vom Schä­di­ger zu leis­ten­de Scha­dens­er­satz bezie­hen, § 116 Abs. 1 SGB X. Die­ser Über­gang ist jedoch gemäß § 116 Abs. 6 Satz 1 SGB X aus­ge­schlos­sen bei nicht vor­sätz­li­chen Schä­di­gun­gen durch Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, die im Zeit­punkt des Scha­dens­er­eig­nis­ses mit dem Geschä­dig­ten oder sei­nen Hin­ter­blie­be­nen in häus­li­cher Gemein­schaft leben. Die­se Bestim­mung des § 116 Abs. 6 Satz 1 SGB X ist ana­log auch auf Part­ner einer nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft anwend­bar [1].
§ 116 Abs. 6 Satz 1 SGB X ist ana­log auch auf Part­ner einer nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft anwend­bar. Sie ste­hen inso­weit „Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen“ im Sin­ne die­ser Vor­schrift gleich. An der gegen­tei­li­gen Auf­fas­sung [2] wird vom Bun­des­ge­richts­hof nicht mehr fest­ge­hal­ten.
Die Anwen­dung des Fami­li­en­pri­vi­legs bei der Gel­tend­ma­chung von Regress­an­sprü­chen auf­grund erbrach­ter Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen oder der Leis­tun­gen sons­ti­ger Dritt­leis­tungs­trä­ger beruht auf einem all­ge­mei­nen Rechts­ge­dan­ken [3]. Die­ser fand sei­nen Aus­druck zunächst nur in § 67 Abs. 2 des Geset­zes vom 30.05.1908 über den Ver­si­che­rungs­ver­trag [4]. Eine ent­spre­chen­de Rege­lung fehl­te im Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht, solan­ge der den Regress ermög­li­chen­de For­de­rungs­über­gang in § 1542 RVO gere­gelt war. Gleich­wohl hat der erken­nen­de Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­den, dass die­ser For­de­rungs­über­gang bei Schä­di­gun­gen unter Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die in häus­li­cher Gemein­schaft mit dem Ver­si­cher­ten leben, durch den Schutz­zweck der Ver­si­che­rungs­leis­tung in der Art des § 67 Abs. 2 VVG a.F. aus­ge­schlos­sen ist und dass die­ser Aus­schluss für alle Zwei­ge der Sozi­al­ver­si­che­rung gilt [5]. Sinn und Zweck des § 67 Abs. 2 VVG a.F. war zu ver­hin­dern, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer durch einen Rück­griff gegen einen in sei­ner häus­li­chen Gemein­schaft leben­den Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen selbst in Mit­lei­den­schaft gezo­gen wird. Dabei ist davon aus­zu­ge­hen, dass die in häus­li­cher Gemein­schaft zusam­men­le­ben­den Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen meist eine gewis­se wirt­schaft­li­che Ein­heit bil­den und dass bei der Durch­füh­rung des Rück­griffs der Ver­si­cher­te im prak­ti­schen Ergeb­nis das, was er mit der einen Hand erhal­ten hat, mit der ande­ren wie­der her­aus­ge­ben müss­te. Zugleich soll im Inter­es­se der Erhal­tung des häus­li­chen Fami­li­en­frie­dens ver­hin­dert wer­den, dass Strei­tig­kei­ten über die Ver­ant­wor­tung von Scha­dens­zu­fü­gun­gen gegen Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge aus­ge­tra­gen wer­den [6].
§ 116 Abs. 6 SGB X, der erst für Scha­dens­fäl­le ab dem 30.06.1983 gilt, nor­miert die­se Recht­spre­chung für den Bereich des Sozi­al­ge­setz­buchs. Die Geset­zes­be­grün­dung lässt erken­nen, dass es dem Gesetz­ge­ber dar­auf ankam, in die­ser Vor­schrift die in der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ent­wi­ckel­ten Rechts­grund­sät­ze zur Gel­tung zu brin­gen, nach denen der For­de­rungs­über­gang gemäß § 1542 RVO a.F. bei fahr­läs­si­gen Schä­di­gun­gen durch Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, die mit dem Ver­si­cher­ten in häus­li­cher Gemein­schaft leben, ent­spre­chend der Rege­lung des § 67 Abs. 2 VVG a.F. aus­ge­schlos­sen ist [7].
Die Inter­es­sen­la­ge, die beim Anspruchs­über­gang nach § 67 Abs. 2 VVG a.F. (§ 86 Abs. 3 VVG n.F.) die Anwen­dung des Fami­li­en­pri­vi­legs recht­fer­tigt, besteht in ver­gleich­ba­rer Wei­se bei dem Anspruchs­über­gang gemäß § 116 Abs. 1 Satz 1 SGB X.
Die Vor­schrift des § 116 Abs. 6 Satz 1 SGB X ist inso­fern inhalts­gleich mit § 67 Abs. 2 VVG a.F. [8]. Die Legal­zes­si­on des § 116 Abs. 1 Satz 1 SGB X knüpft eben­so wie die des § 67 VVG a.F. (jetzt § 86 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 VVG) an die Ver­pflich­tung des Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­gers bzw. des Ver­si­che­rers an, auf­grund eines Scha­dens­er­eig­nis­ses Leis­tun­gen erbrin­gen zu müs­sen, die mit dem vom Schä­di­ger zu leis­ten­den Scha­dens­er­satz sach­lich und zeit­lich kon­gru­ent sind [9]. Die Zes­si­on soll bewir­ken, dass der Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger, durch des­sen Leis­tun­gen der Geschä­dig­te scha­dens­frei gestellt wird, Rück­griff neh­men kann; der Schä­di­ger soll durch die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen nicht unver­dient ent­las­tet wer­den, zugleich soll eine dop­pel­te Ent­schä­di­gung des Geschä­dig­ten ver­mie­den wer­den [10]. Von die­ser Regel besteht gemäß § 116 Abs. 6 Satz 1 SGB X und § 86 Abs. 3 VVG (frü­her § 67 Abs. 2 VVG) bei der Schä­di­gung eines Fami­li­en- bzw. Haus­halts­an­ge­hö­ri­gen aus den oben ange­spro­che­nen Grün­den eine Aus­nah­me. Die Stö­rung des Fami­li­en­frie­dens durch Strei­tig­kei­ten mit Fami­li­en- bzw. Haus­halts­an­ge­hö­ri­gen über die Ver­ant­wor­tung für nicht vor­sätz­li­che Scha­dens­zu­fü­gun­gen und der Rück­griff des Ver­si­che­rers bei dem Haft­pflich­ti­gen in Wider­spruch zu der wirt­schaft­li­chen Zweck­be­stim­mung sei­ner Leis­tun­gen an den Geschä­dig­ten sol­len ver­mie­den wer­den [11].
Für den Bereich des Ver­si­che­rungs­ver­trags­rechts ist das Fami­li­en­pri­vi­leg inzwi­schen erwei­tert wor­den; es erfasst nun­mehr ins­be­son­de­re auch nicht­ehe­li­che Lebens­part­ner, sofern die­se bei Ein­tritt des Scha­dens in häus­li­cher Gemein­schaft leben.
Mit der am 1.01.2008 in Kraft getre­te­nen Neu­fas­sung des Geset­zes über den Ver­si­che­rungs­ver­trag [12] wur­de das ehe­mals in § 67 VVG a.F. gere­gel­te Haf­tungs­pri­vi­leg dahin geän­dert, dass der Ersatz­an­spruch, den der geschä­dig­te Ver­si­che­rungs­neh­mer gegen einen Drit­ten hat, gemäß § 86 Abs. 1 VVG n.F. stets auf den Ver­si­che­rer über­geht, soweit die­ser den Scha­den ersetzt [13]. Gleich­zei­tig wur­de jedoch bestimmt, dass der Über­gang nicht gel­tend gemacht wer­den kann, wenn sich der Ersatz­an­spruch des Ver­si­che­rungs­neh­mers gegen eine Per­son rich­tet, mit der er bei Ein­tritt des Scha­dens in häus­li­cher Gemein­schaft lebt, es sei denn, die­se Per­son hat den Scha­den vor­sätz­lich ver­ur­sacht (§ 86 Abs. 3 VVG). Mit die­ser Geset­zes­re­form hat sich das Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen­pri­vi­leg zu einem Haus­halts­an­ge­hö­ri­gen­pri­vi­leg gewan­delt [14]. Für die­se Neu­re­ge­lung war aus­schlag­ge­bend, dass nach Auf­fas­sung des Gesetz­ge­bers eine Beschrän­kung des Regress­aus­schlus­ses auf Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge (in häus­li­cher Gemein­schaft) nicht mehr den heu­ti­gen Ver­hält­nis­sen ent­spre­che und die für die Son­der­re­ge­lung maß­geb­li­chen Gesichts­punk­te für alle Per­so­nen gel­ten, die in einer häus­li­chen Gemein­schaft mit­ein­an­der leben [15]. Mit der damit ver­bun­de­nen Ein­be­zie­hung nicht­ehe­li­cher Lebens­ge­mein­schaf­ten hat der Gesetz­ge­ber dem Umstand Rech­nung getra­gen, dass deren Zahl in den zurück­lie­gen­den Jah­ren deut­lich zuge­nom­men hat [16] und die­se Form des Zusam­men­le­bens, wor­auf das Beru­fungs­ge­richt zutref­fend hin­weist, gesell­schaft­lich zuneh­mend Akzep­tanz fin­det [17].
Nach Inkraft­tre­ten der VVG­Re­form hat der Bun­des­ge­richts­hof dem vom Gesetz­ge­ber erkann­ten und berück­sich­tig­ten gesell­schaft­li­chen Wan­del rechts­fort­bil­dend im Bereich des Ver­si­che­rungs­ver­trags­rechts auch für die­je­ni­gen Scha­dens­er­eig­nis­se Rech­nung getra­gen, die sich vor dem 1.01.2009 (vgl. Art. 1 Abs. 2 EGVVG) ereig­net haben. Er ist der in eini­gen Ent­schei­dun­gen der ober- und land­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung aus jün­ge­rer Zeit ver­tre­te­nen und auch im Schrift­tum zuneh­mend geäu­ßer­ten Auf­fas­sung gefolgt, dass die Ein­be­zie­hung von Part­nern nicht­ehe­li­cher Lebens­ge­mein­schaf­ten in den Schutz­be­reich des § 67 Abs. 2 VVG a.F. gebo­ten sei [18]. Dabei hat der Bun­des­ge­richts­hof offen gelas­sen, ob Part­ner einer nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft als Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge im Sin­ne die­ser Vor­schrift begrif­fen wer­den kön­nen, und ent­schie­den, dass die Ver­gleich­bar­keit der Schutz­wür­dig­keit zumin­dest ihre ana­lo­ge Anwen­dung erfor­de­re. In einer nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft, für die gemein­sa­me Mit­tel­auf­brin­gung und ver­wen­dung prä­gen­de Merk­ma­le sei­en, tref­fe die Inan­spruch­nah­me des Part­ners den Ver­si­che­rungs­neh­mer wirt­schaft­lich nicht min­der als in einer Ehe. Der häus­li­che Frie­de zwi­schen Part­nern nicht­ehe­li­cher Lebens­ge­mein­schaf­ten kön­ne durch zwi­schen die­sen aus­zu­tra­gen­de Strei­tig­kei­ten über die Ver­ant­wor­tung für Scha­dens­zu­fü­gun­gen in glei­cher Wei­se gestört wer­den wie bei Ehe­gat­ten. Der Gesetz­ge­ber des im Jah­re 2008 in Kraft getre­te­nen VVG habe durch die Strei­chung des Erfor­der­nis­ses der Fami­li­en­an­ge­hö­rig­keit in § 86 Abs. 3 VVG n.F. zum Aus­druck gebracht, dass inso­weit eine Ände­rung gebo­ten gewe­sen sei; die Beschrän­kung auf Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge in häus­li­cher Gemein­schaft ent­spre­che nicht mehr den heu­ti­gen gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen. Die­ses Urteil hat im Schrift­tum über­wie­gend Zustim­mung gefun­den [19].
Part­ner nicht­ehe­li­cher Lebens­ge­mein­schaf­ten sind grund­sätz­lich auch in den Schutz­be­reich des § 116 Abs. 6 Satz 1 SGB X ein­zu­be­zie­hen.
Der Bun­des­ge­richts­hof hat bereits in sei­nem Urteil vom 01.12.1987 im Hin­blick auf den zu ver­zeich­nen­den gesell­schaft­li­chen Wan­del und die zuneh­men­de Zahl und Bedeu­tung ehe­ähn­li­cher Lebens­ge­mein­schaf­ten erwo­gen, die­se in den Schutz­be­reich des § 116 Abs. 6 Satz 1 SBG X ein­zu­be­zie­hen, weil Kon­flikt­si­tua­tio­nen, die die­se Vor­schrift ver­hin­dern wol­le, dort eben­so wie in einer Fami­li­en­ge­mein­schaft auf­tre­ten könn­ten, wenn der Schä­di­ger einem Regress aus­ge­setzt sei. Er hat dazu aus­ge­führt, dass mit einer erwei­tern­den Anwen­dung die­ser Vor­schrift bei ehe­ähn­li­chen Lebens­ge­mein­schaf­ten gleich­falls eine Befrie­di­gung zu errei­chen wäre. Ob dies mit dem Geset­zes­ver­ständ­nis, ins­be­son­de­re dem objek­ti­vier­ten Wil­len des Gesetz­ge­bers, den Geset­zes­ma­te­ria­li­en und der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Vor­schrift ver­ein­bar sei, kön­ne offen blei­ben, denn gegen eine ana­lo­ge Anwen­dung sprä­chen damit ein­her­ge­hen­de Unsi­cher­hei­ten in der prak­ti­schen Rechts­an­wen­dung, die wegen des nicht nur in der Pri­vat­ver­si­che­rung, son­dern auch in der Sozi­al­ver­si­che­rung beson­ders gro­ßen Bedürf­nis­ses nach Bere­chen­bar­keit und leicht fest­stell­ba­ren typi­sie­ren­den und pau­scha­lie­ren­den Tat­be­stän­den hier nicht hin­nehm­bar erschei­ne [20]. Die­se sei­ner­zeit geäu­ßer­ten Zwei­fel haben ange­sichts des seit­dem wei­ter fort­ge­schrit­te­nen gesell­schaft­li­chen Wan­dels und der die­sen tat­säch­li­chen Ver­än­de­run­gen Rech­nung tra­gen­den recht­li­chen Fort­ent­wick­lung [21] inzwi­schen an Gewicht ver­lo­ren und kön­nen nach heu­ti­ger Beur­tei­lung der Ein­be­zie­hung von Part­nern nicht­ehe­li­cher Lebens­ge­mein­schaf­ten in den Schutz­be­reich des § 116 Abs. 6 Satz 1 SGB X nicht län­ger ent­ge­gen­ste­hen.
Offen­blei­ben kann, ob Part­ner einer nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft nach heu­ti­ger Sicht schon im Wort­sin­ne als Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge begrif­fen wer­den kön­nen. Die Ver­gleich­bar­keit der Schutz­wür­dig­keit erfor­dert im Bereich des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts eben­so wie im Ver­si­che­rungs­ver­trags­recht zumin­dest eine ana­lo­ge Anwen­dung des Haf­tungs­pri­vi­legs. Der erken­nen­de Bun­des­ge­richts­hof teilt die Auf­fas­sung des IV. Zivil­Bun­des­ge­richts­hofs zur gebo­te­nen ana­lo­gen Anwen­dung von § 67 Abs. 2 VVG a.F. [22] und erach­tet aus den­sel­ben Erwä­gun­gen her­aus die ana­lo­ge Anwen­dung auch von § 116 Abs. 6 Satz 1 SGB X für zuläs­sig und gebo­ten. Die dage­gen von der Revi­si­on vor­ge­brach­ten Beden­ken sind nicht begrün­det. Der Gesetz­ge­ber der im Jah­re 2008 in Kraft getre­te­nen Neu­fas­sung des Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­set­zes hat durch die Strei­chung des Erfor­der­nis­ses der Fami­li­en­an­ge­hö­rig­keit in § 86 Abs. 3 VVG n.F. die Not­wen­dig­keit der Erwei­te­rung des Haf­tungs­pri­vi­legs ver­deut­licht. Aus dem Umstand, dass er dabei von einer Ände­rung der mit § 67 Abs. 2 VVG a.F. inhalts­glei­chen Vor­schrift des § 116 Abs. 6 Satz 1 SGB X abge­se­hen hat, kann ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Revi­si­on nicht geschlos­sen wer­den, dass der Gesetz­ge­ber den bis dahin aner­kann­ten Gleich­lauf bei­der Vor­schrif­ten [23] nun­mehr auf­ge­ben woll­te. Ein dahin­ge­hen­der Wil­le lässt sich den Geset­zes­ma­te­ria­li­en, die sich mit § 116 Abs. 6 SGB X in kei­ner Wei­se befas­sen [24], nicht ent­neh­men. Ein unter­schied­li­ches Ver­ständ­nis des Ange­hö­ri­gen­pri­vi­legs im Bereich des Ver­si­che­rungs­ver­trags­rechts einer­seits und des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts ander­seits ist auch weder gebo­ten noch gerecht­fer­tigt [25].
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Febru­ar 2013 – VI ZR 274/​12
im Anschluss an BGH, Urteil vom 22.04.2009 – IV ZR 160/​07, BGHZ 180, 272; Auf­ga­be von BGH, Urteil vom 01.12.1987 – VI ZR 50/​87, BGHZ 102, 257[↩]
BGH, Urteil vom 01.12.1987 – VI ZR 50/​87, BGHZ 102, 257, 263 ff.[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 28.06.2011 – VI ZR 194/​10, BGHZ 190, 131 Rn. 10 und vom 21.09.1976 – VI ZR 210/​75, VersR 1977, 149, 150; Gre­ger, Haf­tungs­recht des Stra­ßen­ver­kehrs, 4. Aufl., § 32 Rn. 73; vgl. auch Ver­kehrs­ge­richts­tag 2007 in Gos­lar, Arbeits­kreis 1, Emp­feh­lung 1[↩]
BGH, Urtei­le vom 11.02.1964 – VI ZR 271/​62, BGHZ 41, 79, 82 ff.; vom 14.07.1970 – VI ZR 179/​68, BGHZ 54, 256, 257 f.; vom 05.12.1978 – VI ZR 233/​77, VersR 1979, 256, 257; vom 15.01.1980 – VI ZR 270/​78, VersR 1980, 644 und vom 15.01.1980 – VI ZR 181/​78, VersR 1980, 526, 527[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 11.02.1964 – VI ZR 271/​62, BGHZ 41, 79, 83; vom 12.11.1985 – VI ZR 223/​84, VersR 1986, 333, 334; vom 01.12.1987 – VI ZR 50/​87, BGHZ 102, 257, 259 f. und vom 28.06.2011 – VI ZR 194/​10, aaO; BGH, Urtei­le vom 30.04.1959 – II ZR 126/​57, BGHZ 30, 40, 45 [unter Hin­weis auf die amtl. Begrün­dung zu § 67, RTDrucks., 11. Legis­la­tur­pe­ri­ode, II. Ses­si­on Nr. 22, S. 127, abge­druckt bei Gerhard/​Hagen, VVG, 1908, S. 312] und vom 22.04.2009 – IV ZR 160/​07, aaO Rn. 10; BVerfGE 127, 263, 281 ff.[↩]
BGH, Urteil vom 01.12.1987 – VI ZR 50/​87, BGHZ 102, 257, 259 mit Hin­weis auf BT-Drucks. 9/​95 S. 28; vgl. fer­ner Fenn, Zen­tral­blatt für Sozi­al­ver­si­che­rung, Sozi­al­hil­fe und Ver­sor­gung 1983, 107, 112 f.[↩]
vgl. BGH, Urtei­le vom 01.12.1987 – VI ZR 50/​87, aaO S. 259 und vom 15.01.1980 – VI ZR 181/​78, VersR 1980, 526[↩]
BGH, Urtei­le vom 24.01.1989 – VI ZR 130/​88, BGHZ 106, 284, 288 und vom 08.07.2003 – VI ZR 274/​02, BGHZ 155, 342, 349 f.[↩]
BGH, Urteil vom 28.06.2011 – VI ZR 194/​10, aaO Rn. 21[↩]
Prölss in Prölss/​Martin, VVG, 28. Aufl., § 86 Rn. 46[↩]
Jahn­ke, Unfall­tod und Scha­den­er­satz, 2. Aufl., § 2 Rn. 431[↩]
vgl. Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung vom 20.12.2006 zum Ent­wurf eines Geset­zes zur Reform des Ver­si­che­rungs­ver­trags­rechts, BT-Drucks. 16/​3945, S. 82[↩]
vgl. Jahn­ke, NZV 2008, 57, 60 f. mwN; Lang, NZV 2009, 425 f.[↩]
vgl. Groß, DAR 1999, 337, 340; Jahn­ke, MDR 2005, 668, 669; dazu auch Münch­Komm- VVGMöller/​Segger, 1. Aufl., § 86 Rn. 177 ff. mwN[↩]
BGH, Urteil vom 22.04.2009 – IV ZR 160/​07, aaO Rn. 9 ff.[↩]
vgl. Voit in Bruck/​Möller, VVG, 9. Aufl. § 86 Rn. 167; Geis­ler, juris­PRBGH­Zi­vilR 12/​2009, Anm. 2; Lang, juris­PR­Ver­kR 11/​2009, Anm. 3; Jahn­ke in Burmann/​Heß/​Jahnke/​Janker, Stra­ßen­ver­kehrs­recht, 22. Aufl., § 86 VVG Rn. 105; Arm­brüs­ter, LMK 2009, 284055; Jahn­ke, Unfall­tod und Scha­den­er­satz, aaO Rn. 437 ff.; Lang, NZV 2009, 425, 427; ableh­nend: Gün­ther, VersR 2009, 816; zwei­felnd: Münch­Komm-VVG/M­öl­ler/­Seg­ger, aaO Rn. 183[↩]
BGH, Urteil vom 01.12.1987 – VI ZR 50/​87, aaO S. 259 ff., 263 ff.[↩]
vgl. BVerfG 82, 6, 12[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 22.04.2009 – IV ZR 160/​07, aaO Rn. 18 mwN[↩]
vgl. BVerfG 127, 263, 266 f. mwN[↩]
vgl. BT-Drucks. 16/​3945[↩]
vgl. OLG Nürn­berg, NZV 2009, 287 f.; KassKomm/​Kater, Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht, Bd. 2, § 116 SGB X Rn. 246 [Stand: Dezem­ber 2011]; Hauck/​Noftz/​Nehls, SGB X, 2. Bd., K § 116 Rn. 46 [Stand: Dezem­ber 2012]; KSW/​Waltermann, § 116 SGB X Rn. 77; Bie­resborn in von Wul­f­fen, SGB X, 7. Aufl., § 116 Rn. 35; Jahn­ke, Unfall­tod und Scha­den­er­satz, aaO Rn. 437 ff.; ders., NZV 2008, 57, 59 f.; Dahm, NZV 2008, 280, 281; Lang, NZV 2009, 425, 429; ders., juris­PR­Ver­kR 19/​2012 Anm. 1; Grzi­wotz, Fam­FR 2012, 360; a.A. Geigel/​Plagemann, Der Haft­pflicht­pro­zess, 26. Aufl., Kap. 30, Rn. 78; Möl­ler, NZV 2009, 218; zwei­felnd: Münch­Komm-VVGMöl­ler/­Seg­ger, aaO Rn. 185; vgl. auch Gie­sen in Henssler/​Willemsen/​Kalb, Arbeits­recht, 5. Aufl. § 116 SGB X Rn. 69[↩]
Forderungsübergangnichteheliche LebensgemeinschaftSozialversicherung

References: § 116
 § 116
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§ 116
 § 67
 § 1542
 § 67
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§ 116
 § 1542
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 § 86
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 Art. 1
 § 67
 § 86
 § 116
 § 116
 § 116
 § 67
 § 116
 § 86
 § 67
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 § 32
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 § 2
 § 86
 § 86
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 § 116
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