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Timestamp: 2019-07-20 06:15:14+00:00

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BVerfG, 16.11.1993 - 1 BvR 258/86 - dejure.org
BVerfG, 16.11.1993 - 1 BvR 258/86
https://dejure.org/1993,71
BVerfG, 16.11.1993 - 1 BvR 258/86 (https://dejure.org/1993,71)
BVerfG, Entscheidung vom 16.11.1993 - 1 BvR 258/86 (https://dejure.org/1993,71)
BVerfG, Entscheidung vom 16. November 1993 - 1 BvR 258/86 (https://dejure.org/1993,71)
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§ 611a BGB aF, Art. 3 Abs. 2 GG, Anwendung einfachen Rechts, grundrechtliche Schutzpflichten;
§ 611a BGB, 'Motivbündel'
Erfolgreiche Verfassungsbeschwerde betreffend die Gleichbehandlung von Männern und Frauen, die sich um einen Arbeitsplatz bewerben
Vorschriften zur Erfüllung von Schutzpflichten - Arbeitssuchende - Benachteiligungen wegen des Geschlechts - Gleichbehandlung von Männern und Frauen
Geschlechtsspezifische Diskriminierung bei der Begründung eines Arbeitsverhältnisses als Verstoß gegen das verfassungsrechtliche Gleichbehandlungsgebot
BGB § 611a Abs. 1 S. 3, Abs. 2; GG Art. 3 Abs. 2
Gleichbehandlung von Männern und Frauen bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz
Arbeitsrecht; Verletzung des Gleichberechtigungsgebots bei Einstellung
Grundgesetz, Art. 1 Abs. 1, 2 Abs. 1, 3 Abs. 2 und 3, 20 Abs. 3 und 103 Abs. 1 ; Bürgerliches Gesetzbuch, § 611a
LAG Hessen, 04.12.1985 - 2 Sa 625/85
BVerfGE 89, 276
NJW 1994, 647
MDR 1994, 488
NVwZ 1994, 472 (Ls.)
NZA 1994, 745
FamRZ 1994, 429
BB 1994, 357
BB 1994, 502
Eine rechtfertigungsbedürftige Diskriminierung liegt also nach Art. 3 Abs. 3 GG bereits vor, wenn eine Ungleichbehandlung an ein dort genanntes Merkmal in diesem Sinne kausal anknüpft; ob daneben auch andere Gründe in einem Motivbündel maßgeblich waren, ist dann unerheblich (vgl. BVerfG, Beschluss vom 16. November 1993 - 1 BvR 258/86 -, BVerfGE 89, 276 [288 f.] = juris, Rn. 49).
Die Behinderung darf bei der Einstellungsentscheidung überhaupt nicht zulasten des schwerbehinderten Bewerbers berücksichtigt werden (vgl. zu geschlechtsbezogenen Benachteiligungen BVerfG 16. November 1993 - 1 BvR 258/86 - zu C I 2 d der Gründe, BVerfGE 89, 276).
Sind die Chancen eines Bewerbers bereits durch ein diskriminierendes Verfahren beeinträchtigt worden, kommt es nicht mehr darauf an, ob die (Schwer-)Behinderung bei der abschließenden Einstellungsentscheidung noch eine nachweisbare Rolle gespielt hat (vgl. zu geschlechtsbezogenen Benachteiligungen BVerfG 16. November 1993 - 1 BvR 258/86 - zu C I 2 c der Gründe, BVerfGE 89, 276).
Sind bereits die Chancen einer Bewerberin/eines Bewerbers durch ein diskriminierendes Verfahren beeinträchtigt worden, kommt es regelmäßig nicht mehr darauf an, ob eine nach § 1 AGG verbotene Anknüpfung bei der sich an das Auswahlverfahren anschließenden Einstellungsentscheidung noch eine nachweisbare Rolle gespielt hat (vgl. BVerfG 16. November 1993 - 1 BvR 258/86 - zu C I 2 c der Gründe, BVerfGE 89, 276 zu § 611a BGB aF für geschlechtsbezogene Benachteiligungen) .
Bereits die Ablehnung, den Kläger zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen, stellt eine weniger günstige Behandlung iSd. § 3 Abs. 1 AGG dar, weil ihm damit die Chance auf Einstellung versagt wurde (vgl. auch BVerfG 16. November 1993 - 1 BvR 258/86 - BVerfGE 89, 276).
Erforderlich ist insofern, dass der Arbeitgeber nachweist, dass diese später vorgebrachten Gründe nicht bloß vorgeschoben waren (BVerfG 16. November 1993 - 1 BvR 258/86 - BVerfGE 89, 276; BAG 5. Februar 2004 - 8 AZR 112/03 - BAGE 109, 265 = AP BGB § 611a Nr. 23 = EzA BGB 2002 § 611a Nr. 3).
Dies sei mit dem Schutzzweck des Art. 3 Abs. 2 GG unvereinbar (vgl. BVerfG 16. November 1993 - 1 BvR 258/86 - aaO.).
Es genügt vielmehr, wenn sie lediglich als Teil eines Motivbündels die Entscheidung beeinflusst hat (…BAG, NZA 2009, 945 Rn. 37; Bauer/Arnold, ZIP 2008, 993, 1000 f.; ebenso für § 611a BGB aF BVerfG, NZA 1994, 745, 746).
Es kontrolliert vielmehr nur, ob bei der Auslegung und Anwendung des einfachen Rechts der Einfluss und die Bedeutung der zu berücksichtigenden Grundrechte grundlegend verkannt worden sind (vgl. BVerfGE 1, 418 ; 18, 85 ; 89, 276 ).
Als weiteres Indiz im Sinne des § 22 AGG ist die Berufung auf ein nicht im maßgeblichen Anforderungsprofil enthaltenes Auswahlkriterium (hier: bestimmte Examensnoten) anzusehen (BVerfG, Beschluss vom 16. November 1993 - 1 BvR 258/86 - BVerfGE 89, 276 ).
Er zielt auf Angleichung der Lebensverhältnisse (BVerfG 16. November 1993 - 1 BvR 258/86 - BVerfGE 89, 276 = AP BGB § 611a Nr. 9 = EzA BGB § 611a Nr. 9).
Das ist aber bereits dann der Fall, wenn in dem Motivbündel, das seine Entscheidung beeinflusst hat, das Geschlecht des abgewiesenen Bewerbers als negatives oder das andere Geschlecht als positives Kriterium enthalten ist (BVerfG 16. November 1993 - 1 BvR 258/86 - aaO).
bb) Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (16. November 1993 - 1 BvR 258/86 - BVerfGE 89, 276) und des Bundesarbeitgerichts (5. Februar 2004 - 8 AZR 112/03 - BAGE 109, 265) ist es für den Entschädigungsanspruch unschädlich, wenn die Benachteiligung auf einem Motivbündel beruht.
BAG, 12.11.1998 - 8 AZR 365/97
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References: § 611
 Art. 3

§ 611
 § 611
 Art. 3
 Art. 1
 § 611
 Art. 3
 § 1
 § 611
 § 3
 § 611
 § 611
 Art. 3
 § 611
 § 22
 § 611
 § 611
 § 5