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Timestamp: 2019-08-18 14:53:34+00:00

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412.014.132
Jahrgang 2014 Nr. 27 ausgegeben am 7. Februar 2014
über die berufliche Grundbildung Fachfrau Bewegungs- und Gesundheitsförderung/Fachmann Bewegungs- und Gesundheitsförderung mit Fähigkeitszeugnis (FZ)1
Fachfrauen Bewegungs- und Gesundheitsförderung/Fachmänner Bewegungs- und Gesundheitsförderung beherrschen namentlich folgende Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Haltungen aus:
a)	Sie verfügen über ein adäquates Wissen in Bewegungs- und Gesundheitsförderung und erbringen in Gesundheits- und Fitnesscentern und ähnlichen öffentlichen und privaten Institutionen Dienstleistungen im Bereich Gesundheitsförderung durch Bewegung und Entspannung.
b)	Sie fördern einen gesunden Lebensstil und betreuen Kundinnen/Kunden aller Altersklassen, die an Bewegung, Entspannung und Gesundheitsförderung interessiert sind.
c)	Sie ermitteln Bedürfnisse und Anliegen, machen eine Datenerhebung nach Standardvorgabe und stimmen Bewegungs- und Entspannungsmethoden nach definierten Vorgaben auf die Kundinnen/Kunden ab und unterstützen sie in der Durchführung von Programmen und Methoden.
d)	Sie sind fähig, Beratungs- und Verkaufsgespräche zu führen und administrative Arbeiten nach definierten Vorgaben auszuführen sowie eine gesundheitsfördernde Umgebung zu schaffen.
1) Die Ziele und Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von beruflichen Handlungskompetenzen nach Art. 4 beschrieben.
2) Die beruflichen Handlungskompetenzen beinhalten Fachkompetenzen, Methodenkompetenzen, Sozial- und Selbstkompetenzen.
3) Beim Aufbau der beruflichen Handlungskompetenzen arbeiten alle Lernorte eng zusammen und koordinieren ihre Beiträge.
a)	gesunden Lebensstil erkennen und fördern:
1.	nach Vorgaben Kundinnen/Kunden den Transfer erworbener Grundkenntnisse ermöglichen;
2.	Kundinnen/Kunden zu persönlicher Zielerreichung verhelfen;
3.	nach standardisiertem Vorgehen bei Kundinnen/Kunden gesundheitsrelevante Gewohnheiten erfragen;
4.	Kundinnen/Kunden in Ernährungsfragen beraten und bei einem ausgeglichenen Lebensstil unterstützen;2
b)	Daten erheben, Ziele ableiten und Vorgehenskonzept erstellen:
1.	relevante Personaldaten zielorientiert aufnehmen;
2.	aus erhobenen Daten Ziele ableiten;
3.	nach Vorgaben Vorgehensmassnahmen planen;
c)	bewegungsorientierte Vorgehenskonzepte durchführen, auswerten und anpassen:
1.	berufsspezifisches Denken und Handeln auf theoretische Kenntnisse abstützen;
2.	glaubwürdiges Auftreten gegenüber Kundinnen/Kunden durch Körperwahrnehmung und Bewegungskompetenz;
3.	bewegungsorientiertes Vorgehen methodisch abstützen;
4.	Leistungsveränderungen festhalten und bestehenden Vorgehensplan anpassen;
5.	Vorgehensweise und Kundenumgang nach lernphysiologischen und ethischen Prinzipien gestalten;
6.	zielorientiert Geräte und Hilfsmittel einsetzen;
7.	insgesamt eine motivierende Betriebsatmosphäre schaffen;
8.	sein eigenes Tun autonom und kontinuierlich reflektieren;
9.	die Eigenreflexion der Kundschaft bezüglich Lebensgestaltung und Bewegungsverhalten fördern;
d)	mit Kundinnen/Kunden kommunizieren und betriebliche Prozesse einhalten:
1.	Kundenprozesse nach den betrieblichen Vorgaben abwickeln, insbesondere Kundenbedürfnisse von Interessentinnen/Interessenten und Neukundschaft erfragen;
2.	nach den betrieblichen Vorgaben Interessentinnen/Interessenten den Betrieb zeigen;
3.	Kundinnen/Kunden korrekt über Produkte und Dienstleistungen informieren;
4.	korrekt und professionell Kundenreklamationen, Fragen und andere Rückmeldungen entgegennehmen, bearbeiten und/oder weiterleiten;
5.	korrekt, professionell und dienstleistungsorientiert Kundinnen/Kunden und Interessentinnen/Interessenten begrüssen und verabschieden;
6.	selbständig sich und die eigene Kommunikationsweise den Kundinnen/Kunden, Interessentinnen/Interessenten und Situationen anpassen;
7.	einfache Kundengespräche in einer Fremdsprache führen;
e)	Produkte und Dienstleistungen beraten und verkaufen:
1.	Termine mit Interessentinnen/Interessenten vereinbaren;
2.	unter Anleitung an Kundenevents mithelfen;
3.	das eigene Auftreten nach den betrieblichen Strategien, Zielen und Philosophien ausrichten;
4.	Kundinnen/Kunden Grund- und Zusatzangebote nach Vorgabe empfehlen und verkaufen;
5.	sich über Aktuelles, Trends und Produkte im beruflichen und betrieblichen Kontext auf dem Laufenden halten;
f)	betriebliche Administration unter Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen ausführen:
1.	betriebliche Hilfsmittel, IT-Systeme und Programme anwenden;
2.	betriebliche Reportingsysteme selbständig anwenden;
3.	Standardkorrespondenz korrekt nach den betrieblichen Vorgaben erledigen;
4.	jederzeit die betrieblichen Vorgaben betreffend Administrationsprozesse einhalten;
5.	Wareneingang und Lager bearbeiten und kontrollieren;
6.	Datenschutzbestimmungen jederzeit korrekt einhalten;
7.	Vorschriften zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz einhalten;
g)	Sauberkeit, Funktionalität, Ökologie und Sicherheit der Arbeitsumgebung erhalten:
1.	Produkte und Waren kosten- und ökologisch bewusst bewirtschaften;
2.	korrekt und zu jeder Zeit betriebliche Hygienestandards befolgen und sicherstellen;
3.	Betriebsbereitschaft erstellen und garantieren;
4.	nach betrieblichen Vorgaben Einrichtungsfunktionen und Geräte überprüfen und pflegen;
5.	selbständig Notfälle nach den betrieblichen Vorgaben behandeln und regelmässig an Notfallübungen teilnehmen;
6. eigenständig die Notfallapotheke verwalten.
3) Die überbetrieblichen Kurse umfassen insgesamt mindestens 15 und höchstens 17 Tage zu acht Stunden. Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung finden keine überbetrieblichen Kurse mehr statt.
1) Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan der zuständigen Organisation der Arbeitswelt vor.
d)	Er beinhaltet die Lektionentafel der Berufsfachschule.
e)	Er bezeichnet die Trägerschaft der überbetrieblichen Kurse und legt deren Organisation und Aufteilung über die Dauer der beruflichen Grundbildung fest.
f)	Er bezieht die Handlungskompetenzen konsistent auf das Qualifikationsverfahren und beschreibt dessen System.
Fachliche Anforderungen an Berufsbildnerinnen/Berufsbildner4
Die fachlichen Anforderungen an eine Berufsbildnerin/einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt:5
a)	Fachfrau Bewegungs- und Gesundheitsförderung/Fachmann Bewegungs- und Gesundheitsförderung mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
b)	einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung;
c)	einschlägiger Abschluss einer Fachhochschule mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
d)	einschlägiger Abschluss einer universitären Hochschule mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet.
Art. 11 6
VII. Lerndokumentation, Bildungsbericht und Leistungsdokumentationen7
Art. 12 8
Art. 12a 9
Art. 12b 10
Leistungsdokumentation über die Bildung in beruflicher Praxis
1) Die Berufsbildnerin/der Berufsbildner hält die Leistungen der lernenden Person am Ende jedes Semesters in der Form von Kompetenznachweisen fest.
3) Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung werden keine Kompetenznachweise dokumentiert.
Art. 13 11
Art. 13a 12
1) Die Anbieter der überbetrieblichen Kurse dokumentieren die Leistungen der Lernenden in Form je eines Kompetenznachweises für die Kurse IV, V und VI.
2.	von dieser beruflichen Erfahrung mindestens drei Jahre im Bereich der Fachfrau Bewegungs- und Gesundheitsförderung/des Fachmannes Bewegungs- und Gesundheitsförderung erworben hat; und13
3.	glaubhaft macht, den Anforderungen der jeweiligen Qualifikationsverfahren gewachsen zu sein.14
In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die beruflichen Handlungskompetenzen nach Art. 4 erworben worden sind.
a)	Praktische Arbeit, als individuelle praktische Arbeit (IPA) im Umfang von 8 bis 16 Stunden: Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden.
b)	Berufskenntnisse, im Umfang von drei Stunden: Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person wird schriftlich befragt.
a)	praktische Arbeit: 20 %;
d)	Erfahrungsnote: 40 %.
3) Die Erfahrungsnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der folgenden Noten mit nachstehender Gewichtung:15
a)	Note für die Bildung in beruflicher Praxis: 25 %;
b)	Note für den berufskundlichen Unterricht: 50 %;
c)	Note für die überbetrieblichen Kurse: 25 %.
4) Die Note für die Bildung in beruflicher Praxis ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der fünf benoteten Kompetenznachweise.16
5) Die Note für den berufskundlichen Unterricht ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der sechs Semesterzeugnisnoten.17
6) Die Note für die überbetrieblichen Kurse ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der drei benoteten Kompetenznachweise.18
2) Wird die Abschlussprüfung ohne erneute Bildung in beruflicher Praxis wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Wird die Bildung in beruflicher Praxis während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.
3) Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch der Berufsfachschule wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Wird der berufskundliche Unterricht während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.
4) Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch von überbetrieblichen Kursen wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Werden die letzten zwei bewerteten überbetrieblichen Kurse wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.19
2) Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel "Fachfrau Bewegungs- und Gesundheitsförderung FZ"/"Fachmann Bewegungs- und Gesundheitsförderung FZ" zu führen.
Die Regierung kann eine Kommission bestimmen, der die Förderung der Berufsentwicklung und die Sicherstellung der Qualität der Grundbildung für Fachleute Bewegungs- und Gesundheitsförderung obliegt.
Personen mit einer anerkannten QUALITOP-Zertifizierung in den Bereichen Fitness, Rückengymnastik und Beckenbodengymnastik und mit mindestens zwei Jahren beruflicher Erfahrung im Lehrgebiet der Fachleute Bewegungs- und Gesundheitsförderung sowie Personen mit dem anerkannten "QUALITOP-Status ok" für den Fitnesscenterbereich und mit mindestens zwei Jahren beruflicher Erfahrung im Lehrgebiet der Fachleute Bewegungs- und Gesundheitsförderung sind berechtigt, bis vier Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnung Lernende auszubilden.
Art. 22a 20
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 22. Januar 2019
1) Lernende, die ihre Bildung als Fachfrau Bewegungs- und Gesundheitsförderung/Fachmann Bewegungs- und Gesundheitsförderung vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 22. Januar 2019 begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2023.
2) Kandidierende, die das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung für Fachfrau Bewegungs- und Gesundheitsförderung/Fachmann Bewegungs- und Gesundheitsförderung bis zum 31. Dezember 2023 wiederholen, werden nach bisherigem Recht beurteilt. Auf ihren schriftlichen Antrag hin werden sie nach neuem Recht beurteilt.
3) Die Änderungen der Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 14 bis 20) kommen ab dem 1. Januar 2022 zur Anwendung.
1) Diese Verordnung tritt am 1. März 2014 in Kraft.
2) Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 14 bis 20) treten am 1. Januar 2015 in Kraft.
1 85701 Fachfrau/Fachmann Bewegungs- und Gesundheitsförderung
2 Art. 4 Bst. a Ziff. 4 eingefügt durch LGBl. 2019 Nr. 4.
3 Art. 8 abgeändert durch LGBl. 2019 Nr. 4.
4 Art. 10 Sachüberschrift abgeändert durch LGBl. 2019 Nr. 4.
5 Art. 10 Einleitungssatz abgeändert durch LGBl. 2019 Nr. 4.
6 Art. 11 abgeändert durch LGBl. 2019 Nr. 4.
7 Überschrift vor Art. 12 abgeändert durch LGBl. 2019 Nr. 4.
8 Art. 12 abgeändert durch LGBl. 2019 Nr. 4.
9 Art. 12a eingefügt durch LGBl. 2019 Nr. 4.
10 Art. 12b eingefügt durch LGBl. 2019 Nr. 4.
11 Art. 13 abgeändert durch LGBl. 2019 Nr. 4.
12 Art. 13a eingefügt durch LGBl. 2019 Nr. 4.
13 Art. 14 Bst. c Ziff 2 abgeändert durch LGBl. 2019 Nr. 4.
14 Art. 14 Bst. c Ziff 3 abgeändert durch LGBl. 2019 Nr. 4.
15 Art. 17 Abs. 3 abgeändert durch LGBl. 2019 Nr. 4.
16 Art. 17 Abs. 4 abgeändert durch LGBl. 2019 Nr. 4.
17 Art. 17 Abs. 5 abgeändert durch LGBl. 2019 Nr. 4.
18 Art. 17 Abs. 6 eingefügt durch LGBl. 2019 Nr. 4.
19 Art. 18 Abs. 4 eingefügt durch LGBl. 2019 Nr. 4.
20 Art. 22a eingefügt durch LGBl. 2019 Nr. 4.

References: Art. 4

Art. 11

Art. 12

Art. 12

Art. 12

Art. 13

Art. 13
 Art. 4

Art. 22
 Art. 4
 Art. 8
 Art. 10
 Art. 10
 Art. 11
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 18
 Art. 22