Source: https://www.agdd.de/de/danach/unsere-angebote/fortbildungsfoerderung/
Timestamp: 2017-04-30 03:10:50+00:00

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Fortbildungsförderung | Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste e.V.
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Mit dem Ziel, die berufliche Wiedereingliederung von (nach EhfG) entsandten Fachkräften in den deutschen oder europäischen Arbeitsmarkt bestmöglich zu unterstützen, stellt das Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) jährlich einen Betrag für die finanzielle Fortbildungsförderung von Rückkehrer/innen zur Verfügung. Die gesetzliche Grundlage ist das Entwicklungshelfergesetz, insbesondere §12 EhfG:"Wer nach Beendigung des Entwicklungsdienstes einen neuen Arbeitsplatz sucht, soll unter Berücksichtigung der besonderen Erfahrungen und Kenntnisse, die er sich während des Entwicklungsdienstes und des Vorbereitungsdienstes angeeignet hat, vermittelt und beruflich gefördert werden." Das Förderungswerk der AGdD verwaltet die Mittel. Die Bedingungen für eine Förderung orientieren sich am Ausbildungsförderungsgesetz (BAföG) §§18ff. und sind in den vom BMZ formulierten Auflagen festgeschrieben.
WerWasWieVerlauf Wer kann gefördert werden?
Zielgruppe der Fortbildungsförderung sind rückkehrende Fachkräfte aus dem Entwicklungsdienst, die mindestens zwei Jahre im Ausland tätig waren.
Eine Fortbildungsförderung kann gewährt werden bei:ArbeitslosigkeitBefristetem Arbeitsvertrag von weniger als einem JahrBeschäftigung unterhalb des QualifikationsniveausFehlender Möglichkeit wieder zum vorherigen Arbeitgeber/Dienstherren zurückzukehrenFehlen anderer Finanzierungsmöglichkeiten (nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), Sozialgesetzbuch oder andere)Ende des (letzten) EH-Vertrages liegt max. 24 Monate zurück.Bei mehrfacher Entsendung besteht prinzipiell auch die Möglichkeit, mehr als einmal einen Antrag zu stellen. Was wird gefördert?
Es können Informations-, Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen, die die berufliche Wiedereingliederung verbessern beziehungsweise erleichtern, gefördert werden. Dies sind: Nur Weiterbildungen an folgenden Aus- und Fortbildungsinstitutionen sind förderungsfähig:
Fortbildungsmaßnahmen im eigenen Berufsbereich (das heißt im erlernten beziehungsweise vor der Ausreise zuletzt ausgeübten Beruf) zum Erlangen des beruflichen AnschlussesKurzzeitfortbildungen von bis zu sechs Monaten zur Erlangung von ZusatzqualifikationenAus- und Fortbildungen im eigenen Berufsbereich bei einer befristeten Tätigkeit im berufsfremden GebietNeue Berufsausbildungen, wenn im eigenen Berufsbereich nur schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt bestehenFernstudiengänge, solange der Empfänger dem deutschen/europäischen Arbeitsmarkt uneingeschränkt zur Verfügung stehtberufsbegleitende Aufbaustudiengänge in Teilzeit (in Ausnahmefällen)
Aus- und Fortbildungen an staatlichen oder staatlich anerkannten deutschen/europäischen Aus- und FortbildungsinstitutionenAus- und Fortbildungen an deutschen sowie europäischen nicht staatlich anerkannten Aus- und Fortbildungsinstitutionen, wenn der Antragsteller die Gleichwertigkeit mit staatlich anerkannten Abschlüssen nachweistAus- und Fortbildungen im außereuropäischen Ausland nur, wenn die Gleichwertigkeit über die Kultusministerkonferenz anerkannt wirdBetriebliche Mitarbeit/Hospitation für längstens sechs Monate, zur Erlangung berufsspezifischer Praxis oder Aktualisierung des vorhandenen Fachwissens
Die Förderung wird als zinsfreies Darlehen gewährt und umfasst die Kosten der Fortbildung und des Lebensunterhaltes. Ergänzend ist es möglich, eine Unterstützung für den Unterhalt der im gemeinsamen Haushalt lebenden Ehepartner/in und Kinder zu beantragen; wird dieser Zuschlag gewährt, muss dieser nicht zurückbezahlt werden.
Die Finanzierungsformen im Detail:
zinsfreies Darlehen
Als zinsfreies Darlehen werden gewährt:Kurskosten und Studiengebühren (auch spezifische Kosten bei elektronisch gestützten Lernverfahren (eLearning))Kosten für Verpflegung/Unterkunft für die Teilnahme an Kurz-, Teilzeit- und modularen Kursen außerhalb des WohnortesFahrtkosten (ggbfs. auch Flugkosten) für die einmalige Hin-/Rückreise vom Wohn-/Arbeitsort zum Aus- bzw. FortbildungsortZuschuss zu den Kosten des Lebensunterhalts der geförderten PersonKosten von vorgeschriebenen Auslandsaufenthalten in Drittländern, wenn diese durch die Studien-/Prüfungsordnung der Aus- bzw. Fortbildungsinstitution vorgeschrieben sindDer Zuschuss zu den Kosten des Lebensunterhaltes der geförderten Person ist gesetzlich festgelegt. Er ergibt sich (bei Vollzeitmaßnahmen von mindestens 30-tägiger Dauer) analog zu §§ 150 bis 153 SGB III (ALG I) bis zu maximal dem Betrag, der bei der fiktiven Bemessung nach § 152 Abs. 2 Nr. 2SGB III errechnet wird. Die maximalen Werte unterscheiden sich nach Ost und West und werden jährlich angepasst. Das Förderungswerk aktualisiert die Daten und stellt sie auf der Website zur Verfügung.
Bei Weiterbildungen in Teilzeit oder einer Dauer von weniger als 30 Tagen wird kein Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten gewährt.
Der Darlehensnehmer ist vor Antragstellung verpflichtet zu prüfen, ob er nicht aus anderen Mitteln Förderung erhalten kann, so z.B. Arbeitslosengeld, BAföG nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz oder eine andere Finanzierung nach dem Ausbildungsförderungsgesetz (AFBG).
nicht rückzahlbarer Zuschlag
In besonders begründeten Einzel- oder Härtefällen kann ein Teil der Fördermittel bis zu maximal 50% als „nicht rückzahlbarer Zuschlag“ gewährt werden. Diese Option ist auch nachträglich möglich, d.h. ein als Darlehen gewährter Zuschuss kann entsprechend umgewandelt werden.
Als nicht-rückzahlbarer Zuschlag zu den Lebenshaltungskosten der Familienangehörigen wird gewährt:Zuschlag für im Haushalt der geförderten Person lebende/r Ehepartner/in in Höhe von 30% des Zuschusses zu den Kosten des Lebensunterhaltes für die geförderte Person. Hier wird das Bruttoeinkommen des/der Partners/in zu Zweidritteln angerechnet. Auch Ansprüche aus anderen gesetzlichen Vorschriften werden dabei in voller Höhe als fiktives Einkommen angerechnet.Zuschlag für jedes im Haushalt lebende Kind der geförderten Person in Höhe von 25% des Zuschusses zu den Kosten des Lebensunterhaltes für die geförderte Person bis zum Abschluss der allgemeinen Schulbildung. Dies kann auch eine Fachoberschule sein. Ansprüche aus anderen gesetzlichen Vorschriften (z.B. BAföG) werden dabei in voller Höhe als fiktives Einkommen angerechnet.
Verlauf der Fortbildungsförderung
Sind Sie an einer finanziellen Förderung interessiert? Kontaktieren Sie uns
Die Fortbildungsförderung muss beim Förderungswerk der AGdD schriftlich beantragt werden. Dem sollte grundsätzlich ein Beratungsgespräch bei einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter des Förderungswerks vorausgehen. Die weiteren Schritte sind klar definiert und im Folgenden zusammengefasst. Über die eingereichten Anträge entscheidet zwei Mal im Jahr der Förderungsausschuss. Stichtage sind der 31. Januar und der 31. Juli. In Ausnahmefällen kann die Fortbildungsförderung auch rückwirkend genehmigt werden.
Der Förderungsausschuss wird von der AGdD Mitgliederversammlung berufen und hat zehn Mitglieder; zwei davon sind Rückkehrer/innen, die aktuell selbst ein Darlehen erhalten.
Der gesamte Verlauf der Fortbildungsförderung umfasst vier Phasen:
Phase I: die Antragsphase
Der Antrag auf Fortbildungsförderung besteht aus folgenden Komponenten:Antragsformular; ausgefüllt und unterschrieben (das Original muss auf dem Postweg eingereicht werden). Bitte fordern Sie das Formular persönlich bei uns anTabellarischer Lebenslauf (vollständige Auflistung des Ausbildungsweges und beruflichen Werdegangs)Abschlusszeugnisse (Ausbildung und/oder Studium)Arbeitszeugnis aus dem Entwicklungsdienst (mindestens Zwischenzeugnis)Informationen zur geplanten Aus- und Fortbildung; z.B. Broschüre des Bildungsträgers inklusive Kosten und KontaktdatenKopie der Zusage des Bildungsträgers (kann gegebenenfalls auch nachgereicht werden)Falls ein Zuschlag für Familienangehörige beantragt wird: KindergeldbescheidSteuerbescheid vom letzten Jahr für Ehepartner/in beziehungsweise Lebenspartner/inAntrag auf FamilienzuschussEine Förderung kann auch bereits während des Entwicklungsdienstes beginnen (z.B. in Form eines Fernstudiums). In diesem Fall muss eine schriftliche Zustimmung des Arbeitgebers vorgelegt werden, dass er der geplanten Aufnahme der Fortbildung noch während der Dienstzeit zustimmt.
Phase II: die Durchführungsphase
Erfolgt die Bewilligung durch den Förderungsausschuss, wird ein Vertrag zwischen der AGdD und dem/r Fortbildungsförderungsnehmer/in, die "Fortbildungsförderungsvereinbarung", aufgesetzt und unterzeichnet. Hier sind alle Rechte und Pflichten festgehalten. Die Vereinbarung beschreibt das gesamte Vorhaben der Fortbildung. Die Zahlungsphase beginnt mit Aufnahme der Fortbildung.
Änderungen der Bedingungen, auch zum Zuschlag zu den Lebenshaltungskosten der Familie, sind der AGdD durch den/die Fortbildungsförderungsnehmer/in unverzüglich mitzuteilen. Haben die angezeigten Änderungen eine Auswirkung auf die laufende Förderung, so ist die Fortbildungsförderungsvereinbarung entsprechend neu zu erstellen.
Die tatsächlich entstandenen Fortbildungskosten müssen am Ende des Jahres durch das Einreichen der entsprechenden Nachweise belegt werden (dies umfasst alle Belege wie Hochschulgebühren, Fahrtkosten, Teilnahmebescheinigungen usw. für Ausgaben, die in der Fortbildungsförderungsvereinbarung festgehalten wurden). Die Belege werden mit den ausgezahlten Mitteln abgeglichen; gegebenenfalls erfolgt eine Aufforderung zur unmittelbaren Rückzahlung. Auch ist zum Jahresende ein Bericht über den Verlauf der Fortbildung einzureichen.
Nach dem Ende der Förderung erhält der/die Darlehensnehmer/in einen Bescheid über die gesamte Höhe der Darlehensschuld (§18 Abs. 5b Ausbildungsförderungsgesetz). Diese wird in der "abschließenden Fortbildungsförderungsvereinbarung" festgehalten. Hier sind auch die Bedingungen der Rückzahlungsverpflichtung und des möglichen Nachlasses der Darlehenstilgung gelistet.
Phase III: die Ruhephase
Als Ruhephase wird der Zeitraum zwischen der letzten Auszahlung von Förderungsmitteln (Kosten für den Lebensunterhalt) und dem Beginn der Darlehenstilgung bezeichnet. Wurde kein Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten finanziert, so gilt das Datum des in der Vereinbarung festgeschriebenen Ausbildungsendes.Die Ruhephase dauert drei (3) Jahre, wenn die geförderte Fortbildung weniger als insgesamt sechs (6) Monate dauertefünf (5) Jahre, wenn die geförderte Fortbildung sechs (6) Monate und mehr dauerte
Phase IV: die Tilgungsphase
Das Ausbildungsförderungsrecht nach §18 und §18a gibt die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Tilgungsphase der Aus- und Fortbildungsförderung vor. Hieraus ergeben sich die Möglichkeit einer regulären oder frühzeitigen Tilgung sowie eine Rückstellung der Tilgungsphase auf Antrag.
Reguläre Tilgung
Die Tilgung ist nach §18 Abs. 3 in gleichbleibenden monatlichen Raten in Höhe von mindestens 105€ zu leisten. In der Regel sind die Raten für drei Monate in einer Summe zu entrichten. Dies sollte per Einzugsermächtigung geschehen. Die Rückzahlung ist längstens innerhalb von 20 Jahren, spätestens jedoch zum errechneten Renteneintrittsdatum zu erfüllen. Frühzeitige Tilgung
Das Ausbildungsförderungsgesetz regelt in §18 Abs. 5b: Bei vorzeitiger Tilgung vor Beginn der regulären Tilgungsphase ist ein Nachlass von der Darlehensschuld zu gewähren. Der prozentuale Nachlass ergibt sich aus der Tabelle des Bundesamtes für Bundesausbildungsförderung. Darüber hinaus kann die Darlehensrestschuld auch früher als vereinbart getilgt werden, z.B. indem höhere Raten vereinbart werden. Dies ist jederzeit möglich, führt aber zu keinem Darlehensnachlass. Zinszahlung bei Zahlungsverzug
Das Darlehen an sich ist nach §18 Abs. 2 zinslos. Allerdings fallen in der Tilgungsphase Zinsen in Höhe von 6% an, sobald ein Zahlungstermin um mehr als 45 Tage überschritten wird. Fällige Zinsen sind nach §18 Abs. 5 sofort fällig. Mit Zahlung der letzten Darlehensrate erhält der/die Fortbildungsförderungsnehmer/in ein abschließendes Schreiben. Der Prozess der Fortbildungsförderung ist damit abgeschlossen. © 2017 AGdD – Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste e.V.
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References: §12
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