Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=1036
Timestamp: 2019-02-18 04:20:46+00:00

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tan hat, hernach die pagen den nach-schuß haben;
welches sich iedoch die jäger anmaßeten, Josephs
Römischen kaisers leben und taten I s. 44.
einer wild-
pret-schire.
In den residenz- universitäts- und garnisons-
städten sorget die hohe policei für den verkauf des
wildprets. Zu dem ende wird ein vereideter ver-
käufer desselben bestellet, an den die herrschaftli-
chen förster alles wild lifern müssen. Diß haus
nennet man die wildprets-schire, für diejenigen,
welche tische halten, dinet die vorzüglichkeit zum
augenmerke; wobei die verschleppung des wild-
prets an andre orte nicht zu dulten ist.
der jagten
Wie die jagten in anschlag gebracht werden
mögen, zeiget Stisser in der einleitung zur land-
wirtschaft cap. 15 § 30 s. 505. Es geschihet sol-
ches am besten vermittelst der geführten rechnun-
gen von einigen jaren, nachdem die kosten und der
aufwand abgezogen worden sind. Man nimmt
die jagt-register von neun jaren, zihet die unkosten
ab, und dividiret den ertrag mit neunen; so ergi-
bet sich der jagt-ertrag.
der jagt.
Von der jagt und den wilden thiren, hat man
verschidene sprüchwörter, z. e. I ein guter jäger
machet einen guten hund, und ein guter hund ma-
chet einen guten jäger, II wer sich dem jagen gar
ergeit, wird gleich den thiren mit der zeit; Pisto-
rius cent. 4 par. 80; III ein jäher gibt keinen
guten jäger; IIII ein ieder fuchs bewahret seinen
balg; V ein alter fuchs ist übel zu fangen; VI
wenn der fuchs zeitig ist, träget er den balg selbst
zum kürschner; VII wenn der hase läuft über
den weg, ist unglück schon auf dem steg.
tan hat, hernach die pagen den nach-ſchuß haben;
welches ſich iedoch die jaͤger anmaßeten, Joſephs
Roͤmiſchen kaiſers leben und taten I ſ. 44.
pret-ſchire.
In den reſidenz- univerſitaͤts- und garniſons-
ſtaͤdten ſorget die hohe policei fuͤr den verkauf des
kaͤufer deſſelben beſtellet, an den die herrſchaftli-
chen foͤrſter alles wild lifern muͤſſen. Diß haus
nennet man die wildprets-ſchire, fuͤr diejenigen,
welche tiſche halten, dinet die vorzuͤglichkeit zum
augenmerke; wobei die verſchleppung des wild-
prets an andre orte nicht zu dulten iſt.
anſchlag.
Wie die jagten in anſchlag gebracht werden
moͤgen, zeiget Stiſſer in der einleitung zur land-
wirtſchaft cap. 15 § 30 ſ. 505. Es geſchihet ſol-
ches am beſten vermittelſt der gefuͤhrten rechnun-
gen von einigen jaren, nachdem die koſten und der
aufwand abgezogen worden ſind. Man nimmt
die jagt-regiſter von neun jaren, zihet die unkoſten
ab, und dividiret den ertrag mit neunen; ſo ergi-
bet ſich der jagt-ertrag.
verſchidene ſpruͤchwoͤrter, z. e. I ein guter jaͤger
chet einen guten jaͤger, II wer ſich dem jagen gar
ergeit, wird gleich den thiren mit der zeit; Piſto-
rius cent. 4 par. 80; III ein jaͤher gibt keinen
guten jaͤger; IIII ein ieder fuchs bewahret ſeinen
balg; V ein alter fuchs iſt uͤbel zu fangen; VI
wenn der fuchs zeitig iſt, traͤget er den balg ſelbſt
zum kuͤrſchner; VII wenn der haſe laͤuft uͤber
den weg, iſt ungluͤck ſchon auf dem ſteg.
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[1024/1036] LXII haubtſtuͤck tan hat, hernach die pagen den nach-ſchuß haben; welches ſich iedoch die jaͤger anmaßeten, Joſephs Roͤmiſchen kaiſers leben und taten I ſ. 44. § 2561 In den reſidenz- univerſitaͤts- und garniſons- ſtaͤdten ſorget die hohe policei fuͤr den verkauf des wildprets. Zu dem ende wird ein vereideter ver- kaͤufer deſſelben beſtellet, an den die herrſchaftli- chen foͤrſter alles wild lifern muͤſſen. Diß haus nennet man die wildprets-ſchire, fuͤr diejenigen, welche tiſche halten, dinet die vorzuͤglichkeit zum augenmerke; wobei die verſchleppung des wild- prets an andre orte nicht zu dulten iſt. § 2562 Wie die jagten in anſchlag gebracht werden moͤgen, zeiget Stiſſer in der einleitung zur land- wirtſchaft cap. 15 § 30 ſ. 505. Es geſchihet ſol- ches am beſten vermittelſt der gefuͤhrten rechnun- gen von einigen jaren, nachdem die koſten und der aufwand abgezogen worden ſind. Man nimmt die jagt-regiſter von neun jaren, zihet die unkoſten ab, und dividiret den ertrag mit neunen; ſo ergi- bet ſich der jagt-ertrag. § 2563 Von der jagt und den wilden thiren, hat man verſchidene ſpruͤchwoͤrter, z. e. I ein guter jaͤger machet einen guten hund, und ein guter hund ma- chet einen guten jaͤger, II wer ſich dem jagen gar ergeit, wird gleich den thiren mit der zeit; Piſto- rius cent. 4 par. 80; III ein jaͤher gibt keinen guten jaͤger; IIII ein ieder fuchs bewahret ſeinen balg; V ein alter fuchs iſt uͤbel zu fangen; VI wenn der fuchs zeitig iſt, traͤget er den balg ſelbſt zum kuͤrſchner; VII wenn der haſe laͤuft uͤber den weg, iſt ungluͤck ſchon auf dem ſteg. § 2564
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 1024. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/1036>, abgerufen am 18.02.2019.

References: § 30
 § 30
 § 30
 § 2561
 § 2562
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 § 2563
 § 2564