Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=703
Timestamp: 2019-02-18 20:45:40+00:00

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von der stadt- und dorf-flure.
Nimand darf bei ernstlicher strafe mit reiten,was bei den
wisen ver-
boten ist?
faren, oder gehen neue wege über des andern wi-
sen und äcker machen, Tenzel am a. o. thes. V
s. 31, vilweniger das gras vergiften, Stisser am
a. o. cap. II § 13 s. 63.
Von den wisen sind die auen unterschiden.was eine
aue ist?
Aue ist eigentlich ein stück landes, welches in ei-
nem grunde, oder tale, auch an einem flusse, oder
bache gelegen, und mit höhen umgeben ist. Die-
semnach bestehet eine aue aus wisen und feldern.
Merere bedeutungen des wortes aue, sihe im re-
pertorio iuris priuati, Iten teile s. 361, beim
Schottel de singularibus quibusdam et anti-
quis in Germania iuribus, cap. XIII.
Die gemeine lehre gehet dahin, daß in erman-wie man
wisewachs
für das vie[h]
gelung des wisenwachses ein landwirt solchen zu
verschaffen habe. Er soll sich daher an den Hol-
ländischen oder Spanischen klee, imgleichen den
Burgundischen, den schurisamen, den burri, oder
strohparsch, spurrei, esparcette, saint-foin hal-
ten etc. Man rätet ihm bei dessen anlegung den
boden zuförderst wohl zu prüfen, besage Stisser
am a. o. cap. II § 14, und der öconomischen
sammlungen aus den Breslauer natur- und kunst-
geschichten, cap. III s. 354 fg., der Leipziger samm-
lungen von wirtschaftlichen etc. sachen VIII bandes
s. 805 fg., des von Rohr im hauswirtschafts-
buche s. 460.
Diejenige, welche es besser treffen wollen, re-
den und schreiben vom esparcette. Man beziehet
sich deßfalls auf das allgemeine haushaltungs-
lexicon s. 435 fg. des 1sten bandes.
von der ſtadt- und dorf-flure.
Nimand darf bei ernſtlicher ſtrafe mit reiten,was bei den
wiſen ver-
boten iſt?
faren, oder gehen neue wege uͤber des andern wi-
ſen und aͤcker machen, Tenzel am a. o. theſ. V
ſ. 31, vilweniger das gras vergiften, Stiſſer am
a. o. cap. II § 13 ſ. 63.
Von den wiſen ſind die auen unterſchiden.was eine
aue iſt?
Aue iſt eigentlich ein ſtuͤck landes, welches in ei-
nem grunde, oder tale, auch an einem fluſſe, oder
bache gelegen, und mit hoͤhen umgeben iſt. Die-
ſemnach beſtehet eine aue aus wiſen und feldern.
Merere bedeutungen des wortes aue, ſihe im re-
pertorio iuris priuati, Iten teile ſ. 361, beim
Schottel de ſingularibus quibusdam et anti-
wiſewachs
fuͤr das vie[h]
gelung des wiſenwachſes ein landwirt ſolchen zu
verſchaffen habe. Er ſoll ſich daher an den Hol-
laͤndiſchen oder Spaniſchen klee, imgleichen den
Burgundiſchen, den ſchuriſamen, den burri, oder
ſtrohparſch, ſpurrei, eſparcette, ſaint-foin hal-
ten ꝛc. Man raͤtet ihm bei deſſen anlegung den
boden zufoͤrderſt wohl zu pruͤfen, beſage Stiſſer
am a. o. cap. II § 14, und der oͤconomiſchen
ſammlungen aus den Breslauer natur- und kunſt-
geſchichten, cap. III ſ. 354 fg., der Leipziger ſamm-
lungen von wirtſchaftlichen ꝛc. ſachen VIII bandes
ſ. 805 fg., des von Rohr im hauswirtſchafts-
buche ſ. 460.
Diejenige, welche es beſſer treffen wollen, re-
den und ſchreiben vom eſparcette. Man beziehet
ſich deßfalls auf das allgemeine haushaltungs-
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[691/0703] von der ſtadt- und dorf-flure. § 1724 Nimand darf bei ernſtlicher ſtrafe mit reiten, faren, oder gehen neue wege uͤber des andern wi- ſen und aͤcker machen, Tenzel am a. o. theſ. V ſ. 31, vilweniger das gras vergiften, Stiſſer am a. o. cap. II § 13 ſ. 63. was bei den wiſen ver- boten iſt? § 1725 Von den wiſen ſind die auen unterſchiden. Aue iſt eigentlich ein ſtuͤck landes, welches in ei- nem grunde, oder tale, auch an einem fluſſe, oder bache gelegen, und mit hoͤhen umgeben iſt. Die- ſemnach beſtehet eine aue aus wiſen und feldern. Merere bedeutungen des wortes aue, ſihe im re- pertorio iuris priuati, Iten teile ſ. 361, beim Schottel de ſingularibus quibusdam et anti- quis in Germania iuribus, cap. XIII. was eine aue iſt? § 1726 Die gemeine lehre gehet dahin, daß in erman- gelung des wiſenwachſes ein landwirt ſolchen zu verſchaffen habe. Er ſoll ſich daher an den Hol- laͤndiſchen oder Spaniſchen klee, imgleichen den Burgundiſchen, den ſchuriſamen, den burri, oder ſtrohparſch, ſpurrei, eſparcette, ſaint-foin hal- ten ꝛc. Man raͤtet ihm bei deſſen anlegung den boden zufoͤrderſt wohl zu pruͤfen, beſage Stiſſer am a. o. cap. II § 14, und der oͤconomiſchen ſammlungen aus den Breslauer natur- und kunſt- geſchichten, cap. III ſ. 354 fg., der Leipziger ſamm- lungen von wirtſchaftlichen ꝛc. ſachen VIII bandes ſ. 805 fg., des von Rohr im hauswirtſchafts- buche ſ. 460. wie man wiſewachs und futter fuͤr das vieh erhalten kan? § 1727 Diejenige, welche es beſſer treffen wollen, re- den und ſchreiben vom eſparcette. Man beziehet ſich deßfalls auf das allgemeine haushaltungs- lexicon ſ. 435 fg. des 1ſten bandes. § 1728 X x 2
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 691. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/703>, abgerufen am 18.02.2019.

References: § 13
 § 14
 § 13
 § 14
 § 13
 § 14
 § 1724
 § 13
 § 1725
 § 1726
 § 14
 § 1727
 § 1728