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Timestamp: 2019-06-20 10:18:35+00:00

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Arbeitsrecht im Betrieb Dr. jur. Joachim Ingendahl PowerPoint Presentation
Arbeitsrecht im Betrieb Dr. jur. Joachim Ingendahl
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Arbeitsrecht im Betrieb Dr. jur. Joachim Ingendahl - PowerPoint PPT Presentation
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Arbeitsrecht im BetriebDr. jur. Joachim Ingendahl 3. Vorlesung Sommersemester 2014 Stand 01.06.2014 www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 0 Vor- & Nachbereitung der Vorlesung • Power – Point Datei alsSkript & inMoodle • Übersicht & Strukturen • Lernkarten für Nacharbeit • Arbeitsgemeinschaften: • 3 – 5 Teilnehmer • 2 – 3 Stunden, einmal wöchentlich • Arbeitsmittel: • Wichtige Arbeitsgesetze, 20. Auflage • Schaub Arbeitsrechtshandbuch, 14. Auflage 2011, für Dauer der Arbeitsgemeinschaften Entleihe aus Bibliothek • Individuelle Schwerpunkte & berufl. Perspektiven: • Kranke Mitarbeiter • Bewerberauswahl • Leistungsförderung www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 0 Abkürzungen	Allgemein • AG	Arbeitgeber • AGB	Allgemeine Geschäftsbedingungen • ANArbeitnehmer • a. o. außerordentlich/-e • ArbG	Arbeitsgericht • AV	Arbeitsvertrag • BA	Bundesanstalt für Arbeit • BAG	Bundesarbeitsgericht • BG	Berufsgenossenschaft • BR	Betriebsrat • event.	eventuell • ff	fortfolgende • G	Gesetz • gg.	gegen • grds.	grundsätzlich • i.d.R.	in der Regel • IG	Industriegewerkschaft • LAG	Landesarbeitsgericht • MTV	Manteltarifvertrag • o.	Oder • s.	siehe • Std.	Stunde • TV	Tarifvertrag • UVV	Unfallverhütungsvorschriften der BG • VO	Verordnung www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 0 Arbeits- & Organisationspsychologe Ihr beruflicher Einsatz erfolgt in Personalabteilung-en. Aus organisatorischen und Kostengründen müssen Personalverantwortliche das arbeitsrecht-liche Tagesgeschäft überwiegend ohne fachan-waltliche Begleitung bewältigen. Nur wenn Sie die beteiligen Institutionen, ihre Aufgaben & Rechte, die wesentlichen Rechtsvorschriften sowie die aktuelle Rechtsprechung kennen und verstehen, können Sie den sozialen Frieden schonen und • kompetent reagieren sowie • rechtssichere Entscheidungen treffen, die Ihre Mitarbeiter nachvollziehen und ggf. einer Überprüfung durch die Arbeitsgerichte standhalten. www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 0 Beteiligte im Arbeitsrecht • Arbeitsvertrag: • Arbeitgeber	Direktionsrecht • Arbeitnehmer Existenzielle Abhängigkeit • Sozialversicherungen, Behörden: • Krankenkassen& Pflegekassen • Deutsche Rentenversicherung mit Prüfdienst • Bundesanstalt für Arbeit + Arbeitsämter • Berufsgenossenschaft: Arbeitsunfälle und -sicherheit • FinanzämterAbführung der Lohnsteuer • Zoll Bekämpft Schwarzarbeit • Betriebsrat: Mitbestimmung AN zum Wohl des Betriebs • Gewerkschaften: Arbeitsbedingungen, insbes. Löhne durch Tarifverträge • Arbeitsgerichte: Anwendung GG,Gesetze,TV • Gesetzgeber: Arbeitsrechtliche Gesetze www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 0 AbkürzungGesetz • AGG	Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz • AEntGArbeitnehmerentsendegesetz • ArbMedVVVerordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge • ArbSchGArbeitsschutzgesetz • ArSiGArbeitssicherheitsgesetz • ArbZG	Arbeitszeitgesetz • BGB	Bürgerliches Gesetzbuch • BBiG	Berufsbildungsgesetz • BDSG	Bundesdatenschutzgesetz • BEEG	Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz • BetrVG	Betriebsverfassungsgesetz • BUrlG	Bundesurlaubsgesetz • EntgFG	Entgeltfortzahlungsgesetz • GewO	Gewerbeordnung • GG	Grundgesetz • GmbHG	Gesellschaft mit beschränkter Haftung Gesetz • HGB	Handelsgesetzbuch • InsO	Insolvenzordnung • JSchGJugendschutzgesetz • KSchG	Kündigungsschutzgesetz • MuSchG	Mutterschutzgesetz • NachwG	Nachweisgesetz • SGB	Sozialgesetzbuch • SGG	Sozialgerichtsgesetz • TVG Tarifvertragsgesetz • TzBfG	Teilzeit- und Befristungsgesetz www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 0 Vorlesung Thema • Grundgesetz: Staatsgewalten, öffentl. &privates Recht • BGB Allg.T, Verträge, GesellschaftsR, absolute Rechte • Dienst- und Arbeitsverträge im Zivil- & SozialversR • Sozialversicherungen: Sozialgesetzbücher SGB • Allgemeiner Kündigungsschutz & -klage • Gewerkschaften& Tarifverträge, AN-Überlassung • Betriebsrat: Betriebsvereinbarung, Beteiligungsrechte • Direktionsrecht & arbeitsrechtliche Gesetze • Arbeitsverträge: Gestaltungen und Grenzen • Recruting& Diskriminierungsverbote des AGG • Arbeitsschutz & -sicherheit	• Kranke Mitarbeiter &Gesundheitsförderung • Wiederholung & Vertiefung: Kündigungsschutz • WuV: Rechtsträger & Rechte 1. Probeklausur • WuV: Rechtsmittel & -wege 2. Probeklausur www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 Grundgesetz & Staatsgewalten www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 Bundes-Republik Deutschland • Republik: Staatsform = Keine Monarchie • Bundesstaat: 16 Länder, NRW, Bayern, HH usw. Demokratie: Die Staatsgewalt (kratie = Herrschaft)geht vom Volke (= Demos-) aus • Wahlen: Direkt & unmittelbar, Mehrheits- prinzip, jede Stimme zählt grds. gleich • Urteile: „Im Namen des Volkes“ Verfassung: Grundgesetz • Verfassungsgeber: Das Volk • Erlass: Verfassungsgebende Versammlung www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 Gewaltenteilung im Grundgesetz • Art. 70 ff Gesetzgebung	Legislative	- Bundestag, -rat, -präsident - Länderparlamente • Art. 83 ff Verwaltung	Exekutive - Bundesministerien - Länderverwaltungen nach öffentlichem Recht • Art. 92 ff Gerichte	Judikative - Gerichtsbarkeiten - Rechtszüge http://www.bundestag.de/dokumente/rechtsgrundlagen/grundgesetz/index.html www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 Grundgesetz:	Grundrechte: Schutz des Bürgers vor Staat Ausstrahlung auf AG • Art. 2 Freie Entfaltung, Schutz der körperlichen Integrität: Weder Eingriff noch Untersuchung • Art. 3Gleichheit, insbes. Männer + Frauen Arbeitsrechtliche Gleichbehandlung • Art. 4	Glaubens- u. Gewissensfreiheit	(siehe AGG) • Art. 5	Freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit • Art. 6	Ehe und Familie • Art. 8	Versammlungsfreiheit, insbes. Demonstrationen • Art. 9 Vereinigungsfreiheit: Abs. 3 Gewerkschaften und Streikrecht • Art. 12	Berufsfreiheit, freie Arbeitsplatzwahl • Art. 14	Eigentum • Art. 19	Gesetzesvorbehalt: Einschränkung von Grund- rechten nur durch ein Gesetz www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 Zusammenwirken der Gewalten • Gesetze: Rahmen und Strukturen	des Zusammenlebens in der Gesellschaft • Verbindlich für alle • Nicht systematisch, sondern Spiegel des politischen Willens in seiner historischen Entwicklung • Durchsetzung durch Verwaltung & Gerichte	• Verwaltung: Gesetzesvollzug • Wahrnehmung der Aufgaben, z.B. Steuern einnehmen • Repressiv: Verteidigung gegen Verstöße • Gerichte:	• Auf Klage: Anwendung der Gesetze, auch Aufsicht • Bundesverfassungsgericht: Kein „rechtsfreier Raum“ Sonderstatus als Hüter der Verfassung www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 Europäische Gemeinschaft „EU“ • Grundgesetz: • Staatsziel, Art. 23: Vereinigtes Europa • Hoheitsrechte auf zwischenstaatliche Einrichtungen, Art. 24 • Europäisches Parlament: • Wahl durch alle EU- Bürger • Rechtsetzungen durch: • Richtlinien: Auftrag an Nationale Gesetzgeber • Rechtsverordnungen: Unmittelbare Bindung • Europäische Kommission: • Executive – wie Regierung • Alleiniges Initiativrecht im Gesetzgebungsverfahren • Europäischer Gerichtshof (den Haag): • Anrufung nur durch nationale letztinstanzlicheObergerichte • Arbeitnehmer- Freizügigkeit: Jeder Unionsbürger kann ungeachtet seines Wohnortes injedem Mitgliedsstaat eine Beschäftigung aufnehmen und ausüben. www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 S Streik im öffentlichen Dienst • Gewerkschaft Verdi: • Angestellte & Arbeiter , nicht Beamte • Verwaltungen von Bund, Ländern, Städten & Gemeinden • Streikrecht, Art. 9 Abs. 3 GG: • Zur Regelung von Arbeitsentgelten, insbes. Lohnstrukturen und sonstigen Arbeitsbedingungen • In Tarifverträgen, hier Tarifvertrag für den öffentlicher Dienst „TVöD“ www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 S Verwaltungen des • Bundes	• Bundesministerien, z.B. Auswärtiges Amt, Finanzen • Bundeseigene Verwaltung, z.B. Bundeswehr, Zoll • Landes: Polizei, Finanzämter, Regierungspräsidium • Kommunale:Städte, Kreise & Gemeinden Verwaltungsaufbau: • Historisch gewachsenüber alle drei Ebenen • Grds. auf kommunaler Ebene, z.B. Schulen, Gewerbeämter • Land: Rechtsaufsicht www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 S Rechtsschutz durch Instanzenzüge Zivilgerichte: Klagen unter Privaten • Amtsgerichte incl. Familien-, Insolvenzgerichte • Landgerichte incl. Kammern für Handelssachen • Oberlandesgerichte • Bundesgerichtshof auch Strafgerichtsbarkeit • Arbeitsgerichteaus Arbeitsverhältnissen Weitere Gerichtsbarkeiten: • VerwaltungsgerichtmitOber-, Bundes- • Sozialgerichtmit Landes-, Bundes- • Finanzgerichtund Bundesfinanzhof • Bundesverfassungsgericht undVerfassungs-gerichtshöfe der Länder: Stehen über Gesetzgeber www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 S Öffentliches Recht	Rechtsschutz • Rechtsverhältnisse staatlicher Stellen zum untergeordneten Bürger	• Verwaltungsrecht	Verwaltungsgerichte • Sozialrecht	Sozialgerichte • Steuerrecht	Finanzgerichte • Strafrecht	Ordentliche Gerichte: Privatrecht-Amtsgerichte • Bürgerliches Recht:	- Landgerichte Rechtsverhältnisse zwischen Bürgern • Sonderprivatrecht:	-Oberlandesgerichte • Gesellschaftsrecht	- Bundesgerichtshof • Handelsrecht • Arbeitsrecht Arbeitsgerichte www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 S Organe des Bundes: • Bundestag	wird vom Volk gewählt • Bundeskanzler wird vom Bundestag gewählt • Bundesregierung	Bundeskanzler ernennt die Minister = Kabinett • Bundesrat	Vertretung der Länder • Bundespräsident	wird von Bundesversammlung gewählt Gesetzgebungsverfahren: • Bundesregierung	bringt Gesetzesvorlagen ein • Bundestag	beschließt mit Abstimmungsmehrheit • Bundesrat muss teilweise zustimmen • Bundespräsident	unterzeichnet, eigenes Prüfungsrecht www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 S Arbeitsrecht • Sonderrecht der unselbständigen = abhängigen Arbeitnehmer • Arbeitsgesetze: Zwingender Rahmen für Beschäf-tigung von Arbeitnehmern = Arbeitnehmerschutz • Arbeitsgerichte: • Selbständiger Zweig der Zivilgerichtsbarkeit • Zuständig für Streitigkeiten aus Arbeitsverhältnissen • Sozialversicherungen: Zwangs- Mitgliedschaft knüpft an bestehendes Arbeitsverhältnis: • Gesamt- Sozialversicherungs – Beiträge zu • Renten-, Arbeitslosen-, Kranken-& Pflegeversicherung • Streitigkeiten vor Sozialgerichte www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 S Koalitionsvertrag „Große Koalition“ Gesetzgebung Arbeitsrecht bis 2017 • Allg.gesetzlicher Mindestlohn zum 01.01.2015: 8,50 €/Std. • Mindestlohn alle Branchen gem. ArbeitnehmerentsendeG • Allgemeinverbindlich- Erklärung nach Tarifvertragsgesetz: Besonderes öffentlichen Interesseses genügt. Tarifgebundene AG müssen nicht mehr mindestens 50 % aller AN beschäftigen. • Arbeitnehmerüberlassung:„Überlassung von AN vorüber-gehend“ im AÜG wird auf eine Höchstdauer von 18 Monaten konkretisiert. Abweichungen in Tarifverträgen möglich. • Scheinselbständigkeit, Missbrauch von Werkvertragsge-staltungen: Rechtswidrige Vertragskonstruktionen bei Werk-verträgen zulasten von AN müssen verhindert werden. Die Kontroll- + Prüftätigkeit bei Schwarzarbeit ist zu konzentrieren und effektiver zu gestalten. • Teilzeitrecht:AN, die sich z. B. wegen Kindererziehung o. Pflege von Angehörigen zu einer Teilzeitbeschäftigung entschieden haben, können zur früheren Arbeitszeit zurückkehren. www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 S Grundrechte und Arbeitsrecht: • Art. 3 GG: Gleichheitsgrundsatz • Abs. 1: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Abs. 2: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Abs. 3: Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benach-teiligt oder bevorzugt werden. • Ungleichbehandlung nur aus sachlichem Grund • Arbeitsrechtliche Gleichbehandlung, z.B. equalpay • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz: Diskriminierungsverbot, § 1 AGG • § 75 BetrVG: Behandlung der Mitarbeiter www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 S Ausstrahlung Grundrechte auf Arbeitsverhältnis: Verpflichtung AG • Gleichheit, Art. 3: Minderheitenschutz, Frauenförderung • Glaubensfreiheit, Art. 4: • Kündigung wegen Kopftuch am Arbeitsplatz • Mahlzeiten ohne Schweinefleisch in Kantine • Meinungsfreiheit, Art. 5: Sachliche Kritik auch gegenüber Arbeitgeber • Familie, Art. 6: - „Zölibatsklausel“ in AV unwirksam • Kein Fragerecht nach Familienplanung • Keine Pflicht zur Mitteilung einer Schwangerschaft • Berufsfreiheit, Art. 12: Freie Verwertung des eigenen Wissens nach Arbeitsplatzwechsel www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 1 S Arbeitnehmerdatenschutz: • Recht des Arbeitnehmers auf „informationelle Selbstbestimmung“ aus • Schutz allgemeines Persönlichkeitsrecht, Art. 2 Abs. 2 S.3 GG gem. Urteilen Bundesverfassungsgericht • § 75 Abs. 2 Betriebsverfassungsgesetz • Personalakten: • Beschränktes Recht Arbeitgeber, Informationen über den AN (Persönlichkeit, Fähigkeiten, innerbetriebliches Verhal-ten) zu erheben, verarbeiten und zu nutzen: Nur soweit zur Begründung, Durchführung o. Beendigung des Arbeitsver-hältnisses erforderlich, § 32 BDSG. • AG muss Personalakte sorgfältig verwahren und vertraulich behandeln. • AG darf keine Detailinformationen zur Gesundheit des AN erheben. Was er mit Einwilligung erfährt, darf kein regulärer Teil der Personalakte sein, sondern muss besonders gesichert werden. www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Rechtsbeziehungen Privater • Bürgerliches Gesetzbuch BGB • Handelsgesetzbuch HBG www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Rechtsbeziehungen Privater • Subjekte: Inhaber von Rechten • Natürliche Personen • Personengesellschaften: GbR, OHG, KG • Juristische Personen: GmbH, Aktiengesellschaft • Objekte: Gegenstand von Rechten • Absolute Rechte: Abwehransprüche gegen jedermann • Körper & Gesundheit, Eigentum , Besitz, Urheberrechte • Relative Rechte: Ansprüche (nur) gegen Vertragspartner • Verträge: Begründen Ansprüche • Vertragsfreiheit: Abschluss- und Gestaltungsfreiheit • Durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen • Vertragstypen mit standardisierten Regelungen www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Träger von Rechten, Arbeitgeber • Natürliche Person • Rechtsfähigkeit mit Geburt	§ 1 BGB • eingetragener Kaufmann e.K. § 2 HGB • Juristische Personen	Vertretung durch • Eingetragener Verein, § 21 BGB	Vorstand • Gesellschaft mit beschränkter Haftung GmbH	+ Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) Geschäftsführer • Aktiengesellschaft AktienGVorstand • Stiftungen, Genossenschaft	Vorstand Rechtsfähigkeitdurch Eintragung in das Handelsregister • Gewerkschaften: Rechtsfähigkeit aus Art.9 II GG Ohne Eintragung in staatliches Register www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 G Personengesellschaften Vertretung durch • Gesellschaft bürgerlichen Rechts, § 705 BGB • Gemeinsamer Zweck: beliebig	alle Gesellschafter • Handelsgesellschaften: • Offene Handelsgesellschaft OHG § 105 HGB Gemeinsamer Zweck: Betrieb eines Handelsgewerbes jeden Gesellschafter allein • Kommanditgesellschaft KG § 161 HGB den Komplementär • Sonderform:GmbH & Co KG Geschäftsführer der GmbH www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 AbsoluteRechte: 1. Besitz, § 854 BGB = Tatsächliche Gewalt über eine Sache 2. Eigentum = Umfassendes Herrschaftsrecht § 929 Übertragung durch Einigung + Übergabe § 985 Herausgabeanspruch gegen den Besitzer, z.B. Arbeitsmittel + Geschäftsunterlagennach Ende des Arbeitsverhältnisses § 1004 Unterlassungsanspruch gegen Störer • Streikaufruf durch Betriebsrat über Intranet www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Immaterielle absolute Rechte: • PatentPatentGArbeitnehmererfindungsG • Neu & Erfindungshöhe: Beträchtlicher Fortschritt • Nutzungsrecht durch Lizenzvertrag • Gebrauchsmuster	GebrauchsmusterG • Geringere Anforderungen an Fortschritt • Marke: MarkenG	Wort- oder Bildmarke Alle: Eintragung beim Deutschen Patentamt • Urheberrechte:	JedesWerk der Kunst • Bücher, Film, Fotografie, Musik, Baukunst, Tanz usw. • Grds. auch im „worldwide web“ www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Relative Rechte: Ansprüche A § 433 BGB B Verkäufer	Käufer Kaufpreis	Gegenstand www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Vertragstypen des BGB § 433 Kaufvertrag	Gegenstand gegen Kaufpreis § 491 Darlehen Rückgabe vertretbarer Sachen Arbeitgeberdarlehen § 516 Schenkung	Verfügung unentgeltlich § 535 Miete, Pacht, Leihe Rückgabe derselben Sache § 576 Werkmietwohnungen § 611 Dienstvertrag Dienste gegen Vergütung Grundform des Arbeitsvertrages § 631	Werkvertrag	Werk= Erfolg gegen Werklohn §662 Auftrag, Geschäftsbesorgung § 765 Bürgschaft Einstehen für fremde Schuld § 779	Vergleich	Ungewissheit + gegenseitiges Entgegenkommen www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Vertragsschluss durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen :	§ 145 Angebot muss unter Anwesenden sofort angenommen werden § 147	Annahme: Akzeptieren ohne Änderung Auslegung: 1. Willenserklärungen, § 133: Nach Empfängerhorizont 2. Verträge, § 157 : - Wortlaut nach Treu und Glauben - mit Rücksicht auf die Verkehrssitte www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Willenserklärungen Wirksamkeit § 104	Geschäftsfähigkeit - ab 18 Jahre - außer dauernder Geschäftsunfähigkeit § 106 Beschränkte Geschäftsfähigkeit7–17 Jahre Vertragsschluss wirksam nur mit § 107 Einwilligung oder § 108 Genehmigung der gesetzlichen Vertreter § 113 Ermächtigung zu Arbeitsverhältnissen: Für Rechtsgeschäfte zur Eingehung /Aufhebung unbeschränkt geschäftsfähig Anwendung auf Berufsausbildungsverhältnisse streitig www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Willenserklärungen: Grundsatz Formfreiheit – Ausnahmen: § 126 SchriftformUrkunde mit Namensunterschrift - § 623 Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch a) Kündigung b)Aufhebungsvertrag - Tarifvertrag, § 1 Abs. 2 TVG - Betriebsvereinbarung, § 77 Abs. 2 BetrVG	§ 127 Vereinbarte Form, in Arbeitsvertrag: a) Schriftform für Änderung b) Doppelte Schriftform: Auch für Verzicht auf Schriftformerfordernis § 128 Notariell: Grundstücksgeschäfte, GmbH - Anteile §125 Folge bei Formmangel: Nichtigkeit www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Kündigungserklärung, schriftlich: • Auslegung, § 133 BGB: • Nicht notwendig Wort „Kündigung“, jedoch • Wille zur Beendigung des Vertrages erkennbar • Wirksamwerden mit Zugang, § 130 BGB: • Unter Abwesenden: Empfänger hat normalerweise die Möglichkeit zur Kenntnisnahme: • Einwurf in Briefkasten: Vormittags bis 12:00 Uhr • Übliche Zeit der Postzustellung BAG 22.3.2012– 2 AZR 224/11 • Nachweis: • Deutsche Post: Einschreiben / mit Rückschein • Bote	Einwurf in Briefkasten oder = Zeuge	persönliche Übergabe www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Verträge: Unwirksamkeitsgründe § 134 Gesetzliches Verbot: - Beider-(nicht ein-) seitige Verbotsgesetze: BGH 2013: Handwerkervertrag bei Verstoß SchwarzarbeiterG: Vorsätzlicher Verstoß Unternehmer, den Besteller kennt und bewusst zu eigenem Vorteil ausnutzt - Nicht ?: Arbeitsvertrag bei Schwarzgeldabrede § 138 Sittenwidriges Rechtsgeschäft: Wucher - Auffälliges Missverhältnis Leistung + Gegenleistung -- grds. doppelter Marktpreis, z.B. Zinsen 12% statt 6 % -- Lohn: weniger als 2/3 des tariflichen / üblichen Entgeltes - Zwangslage, Unerfahrenheit, Mangel an Urteilsvermögen oder erhebliche Willensschwäche - Ausbeutung der Schwächung, Indiz: Missverhältnis BAG 22.04.2009 - 5 AZR436/08 www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 AnfechtungWillenserklärungen wegen §119 BGB	Irrtums über Abs. 1 Abgabe der Erklärung oder den Inhalt der Erklärung Abs. 2	Eine verkehrswesentliche Eigenschaft, - Schwerbehinderung: nein - Approbation des angestellten Arztes: ja § 121	Anfechtungsfrist: unverzüglich = • Ohne schuldhaftes Zögern“ §123 BGB	Täuschung falsche Angaben in Bewerbung oder Drohung mit empfindlichen Übel § 124 Anfechtungsfrist: 1 Jahr § 142	Wirkung: Unwirksam von Anfang an www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 (Stell-) Vertretung, §§ 164 ff BGB § 164	Abgabe einer	Prüfungsschema: • eigenen Willenserklärungen • für einen anderen • mit Vertretungsmacht Wirkung unmittelbar für den Vertretenen § 174Kündigung (einseitiges Rechtsgeschäft) durch Vertreter:	Unwirksam, wenn - Erklärender keine Vollmacht vorgelegt - Empfänger „unverzüglich“ zurückweist (§ 121 „unverzüglich“ = ohne schuldhaftes Zögern BAG: Binnen 1 Woche) www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Vollmacht • Rechtsgeschäftlich: • formfrei, zu Beweiszwecken: schriftlich • Duldungs- und Anscheinsvollmacht	• Gesetzliche: • Geschäftsführer für GmbH, § 35 GmbHG • Vorstand für Verein und Aktiengesellschaft • Komplementär für KG, §§ 125, 164 HGB • Insolvenzverwalter als Partei kraft Amtes • Gesetzlich normiert: • Prokura, § 49 HGB – Anmeldung Handelsregister • Handlungsvollmacht, § 54 HGB • Ladenangestellter, § 56 HGB www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Treu und Glauben, § 242 BGB • Neben vertragliche Hauptpflichten bestehen • Mitwirkungs-, Schutz- + Aufklärungspflichten • Unzulässige Rechtsausübung: Außerhalb KSchG: Kleiner Kündigungsschutz • Versprechen oder widersprüchliches Verhalten • Kündigung offensichtlich willkürlich • zur Unzeit • in ehrverletzender Form oder • Diskriminierend, insbes. Verstoß gegen AGG • Verwirkung: • Zeitmoment: erheblicher Zeitablauf, grds. nicht bei kurzer Verjährung • Umstandsmoment = Vertrauenstatbestand aus Verhalten als Grundlage für Vertrauensbildung www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Leistungsstörungen: Verzug Leistungsverzug:	z.B. AG mit Lohnzahlung § 286Abs. 1 Fällige Forderung und Mahnung oder Abs. 2 Fälligkeit kalendermäßig bestimmt Folge: Schadensersatz + § 288	Zinsen Annahmeverzug: des Arbeitgebers § 294Grundsätzlich: Arbeitnehmer muss seine Arbeit so wie geschuldet tatsächlich anbieten § 242Ein Angebot ist entbehrlich, wenn Arbeitgeber sich auf das fehlende Angebot nicht berufen kann, z.B. nach außerordentlichen Kündigung Folge § 615 BGB: Verzugslohn ohne Arbeit www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Annahmeverzug des AG: § 294 BGB Tatbestands- Voraussetzungen: -AN - Angebot der Arbeitsleistung: - Wie geschuldet: Am rechten Ort + Zeit - Entbehrlich, wenn AG bereits abgelehnt hat, insbes. a.o. Kündigung, Freistellung - Leistungswille und –fähigkeit des AN - Nichtannahme durch AG § 615 BGB + Betriebsrisiko: • keine Nachleistungspflicht • Anrechnung • ersparte Aufwendungen • anderweitiger Verdienst, ggf. böswillig unterlassen www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Einreden: Berücksichtigung nur, wenn vom Schuldner erhoben: • Verjährung, §§ 194, 199 I, 214 • Jedes relative Recht, z.B. Lohnanspruch • Frist: Jahresende + 3 Jahre, aus 2013 am 31.12.2016 • Zurückbehaltungsrecht, § 273 BGB: • Schuldner hat selbst einen fälligen Anspruch • gegen den Gläubiger • aus dem selben rechtlichen Verhältnis Folge: Schuldner kann eigene Leistung verweigern ArbeitsverweigerungArbeitnehmer, § 273 BGB: • Nur, wenn Lohnrückstand erheblich,und zwar • sowohl nach Höhe als auch nach Dauer www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Einwendungen: Untergang von Ansprüchen durch • § 362 Erfüllung, insbes. Zahlung	• § 387 Aufrechnung mit Gegenforderung • § 397 Erlass bzw. Verzicht • z.B. Ausgleichsquittungbei Beendigung des Arbeitsvertrages • Insolvenz: Restschuldbefreiung • Arbeitsrecht: Verfallklausel Anspruch schriftlich geltend machen, Frist • Tarifvertrag: Grds. 2 Monaten • Arbeitsvertrag: BAGmindestens 3 Monate www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 Anfechtung: Eigenkündigung + Aufhebungsvertrag 1. § 119 Abs. 1 BGB: a)Erklärungsirrtum: Abgabe einer Erklärung b)Inhaltsirrtum, z.B. bloße Entschuldigung gemeint 2. § 123 BGB:Drohung des AG mit fristloser Kündi- gungist nur dann ein empfindliches Übel, wenn ein verständiger Arbeitgeber a.o. Kündigung nicht ernsthaft in Erwägung ziehen durfte. 3. Unbeachtlich: a) Irrtümer über Rechtsfolgen,z.B. steuer- und sozial- versicherungsrechtliche, z.B. Sperrzeit b) Unkenntnis Sonderkündigungsschutz www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 S Fall: Geschuldete Arbeitszeit Frau AT ist seit 2006 bei der I GmbH als Angestellte beschäftigt. Nach dem Arbeitsvertrag erhält AT „für die Erfüllung ihrer Aufgaben“ ein Jahresgehalt von 95.000 € brutto, sowie eine vom Unternehmens- erfolg abhängige Tantieme. Mit Schreiben vom 10.11.2010 forderte I dazu auf, täglich mindestens 7,6 Stunden zu arbeiten und eine Wochenarbeits-zeit von 38 Stunden einzuhalten. Im Dezember 2010 arbeitet AT insgesamt 19,8 Stunden, vom 1. bis 19. Januar 2011 insgesamt 5,51 Stunden. AT meint, das Maß ihrer Arbeitsleistung sei die geschuldete Arbeitsleistung. Sie erhebt Klage zum Arbeitsgericht auf Feststellung, dass sie nicht zur Ableistung von 38 Stunden wöchentlich verpflichtet ist. Mit Erfolg?	BAG 15.05.2013 – 10 AZR 325/12 www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 S Lösung: Geschuldeten Arbeitszeit bei Fehlen ausdrücklicher Vereinbarung Der Arbeitsvertrag enthält keine genaue Bezif-ferung des Umfangs der Arbeitszeit. Dann ist anzunehmen, dass die Parteien die betriebsübliche Arbeitszeit vereinbaren wollen. Dies entspricht dem Vertragswillen verständiger und redlicher Vertragspartner. Ein Vollzeitarbeit-nehmer muss mangels anderer Anhaltspunkte davon ausgehen, dass er in gleichem Umfange wie andere Vollzeitarbeitnehmer zur Arbeit verpflichtet ist, §§ 133, 157 BGB. Ergebnis: AT ist verpflichtet, die übliche Arbeitszeit für Vollzeitarbeitskräfte einzuhalten. www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 S Fall: Konkludente Vereinbarung Herr J war bis zum 30.6.2011 für die Firma A als „Leiter IT“ tätig. Sein Arbeitsvertrag vom 22.12. 1995 enthält folgende Vergütungsvereinbarung: „J erhält ein Bruttogehalt von 120.000 DM p.a., das in 12 monatlichen Teilbeträgen ausgezahlt wird. Bei erfolgreicher Zusammenarbeit im 1. Jahr zahlt A zusätzlich eine Tantieme von10.0000 DM.“ A zahlte jährlich eine Tantieme, in den Jahren 2004 bis 2006 erhielt J jeweils 34.103€. J verlangt für die Jahre 2007 bis 2010 Tantiemen in gleicher Höhe. Zurecht? BAG 17.04.2013 - 10 AZR 251/12 www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 S Lösung: Vereinbarung Tantieme • Schriftlicher Arbeitsvertrag: Nur für 1. Jahr • Betriebliche Übung: • Wiederholte, mindestens 3- malige Zahlung ohne Freiwilligkeitsvorbehalt • Enthält kollektives Element: Bezieht sich auf eine Vielzahl oder zumindest eine abgrenzbare Grup-pe von Arbeitnehmern, ohne dass individuelle Besonderheiten die vertraglichen Beziehungen gestalten. 3. Ergebnis: Zurückverweisung zur Auflärung: a) Individueller Tantiemeanspruch kann durch eine schlüssige/konkludente Abrede entstanden sein, b) über deren Höhe der Arbeitgeber nach billigem Ermessen zu entscheiden hat, § 315 BGB www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014
Arbeitsrecht im Betrieb 2 S Fall: Schwangere Schwangerschaftsvertretung Frau F schließt mit der S – AG einen auf 2 Jahre be-fristeten Arbeitsvertrag als Schwangerschaftsvertre-tung. Einen Monat nach Beschäftigungsbeginn setzt F die S- AG in Kenntnis, dass sie schwanger ist und in wenigen Monaten ein Kind gebären wird. Die S-AG ficht den Arbeitsvertrag wegen arglistiger Täuschung an. F sei ihre Schwangerschaft bei Abschluss des Arbeitsvertrages bekannt gewesen. Sie hätte niemals eine Schwangere als Schwanger-schaftsvertretung eingestellt. Besteht das Arbeitsverhältnis fort? LAG Köln 11.10.2012 - 6 Sa 641/12 www.ingendahl-rust.de Arbeitsrecht im Betrieb, Sommersemester 2014

References: Art. 70
 Art. 83
 Art. 92
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 4
 Art. 5
 Art. 6
 Art. 8
 Art. 9
 Art. 12
 Art. 14
 Art. 19
 Art. 23
 Art. 24
 Art. 9
 Art. 3
 § 1
 § 75
 Art. 3
 Art. 4
 Art. 5
 Art. 6
 Art. 12
 Art. 2
 § 75
 § 32
	§ 1
 § 2
 § 21
 Art.9
 § 705
 § 105
 § 161
 § 854
 § 929
 § 985
 § 1004
 § 433
 § 433
 § 491
 § 516
 § 535
 § 576
 § 611
 § 631
 §662
 § 765
 § 779
	§ 145
 § 147
 § 133
 § 157
 § 104
 § 106
 § 107
 § 108
 § 113
 § 126
 § 623
 § 1
 § 77
	§ 127
 § 128
 §125
 § 133
 § 130
 § 134
 BGH 
 § 138
 §119
 § 121
 §123
 § 124
 § 142
 § 164
 § 174
 § 35
 § 49
 § 54
 § 56
 § 242
 § 286
 § 288
 § 294
 § 242
 § 615
 § 294
 § 615
 § 273
 § 273
 § 362
 § 387
 § 397
 § 119
 § 123
 § 315