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Anwaltskanzlei Sven Adam | Tacheles-Rechtsprechungsticker | Tacheles Rechtsprechungsticker KW 17/2016
Eingetragen oder aktualisiert am 25.04.2016
2. Für die Qualifizierung einer Einnahme als im Zuflussmonat zu berücksichtigende laufende Einnahme reicht es aus, wenn diese nach dem ihr zugrundeliegenden Rechtsgrund regelmäßig zu erbringen gewesen wäre, auch wenn sie tatsächlich erst in einem Gesamtbetrag nach der Beendigung des Rechtsverhältnisses erbracht wird (BSG, Urteil v. 24.4.2015, B 4 AS 32/14 R).
2.1 - BSG, Urteile vom 16.12.2015 - B 14 AS 15/14 R, B 14 AS 18/14 R und B 14 AS 33/14 R
3.1 - BSG, Urteil vom 20.04.2016 - B 8 SO 5/15 R
4.1 - Landessozialgericht Baden-Württemberg, Beschluss v. 02.02.2016 - L 9 AS 2914/15 B
Ebenso SG Augsburg, Urteil vom 18.11.2015 - S 8 AS 983/15
4.2 - Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil v. 20.10.2015 - L 9 AS 320/13
4.3 - Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil v. 22.09.2015 - L 9 AS 5084/13
§ 37 Abs. 2 Satz 1 SGB II verlangt keinen neuen Antrag, wenn im laufenden Antragsverfahren durch Verbrauch von Vermögen Hilfebedürftigkeit eintritt (LSG NSB, Urteil vom 11.03.2008 - L 7 AS 143/07).
Aus der Regelung des § 12 Abs. 4 SGB II folgt lediglich, dass sich das JobCenter auf das Vorhandensein eines Vermögensgegenstandes oder -wertes bei Antragstellung berufen kann, solange dieser unverändert besteht. Tritt insofern durch Veräußerung, Belastung oder durch sonstige Umstände eine Änderung des Verkehrswertes ein, ist dieser zu berücksichtigen, ohne dass es auf den Grund für die Vermögensänderung ankommt (wie hier: Bayerisches LSG, Urteil vom 23.07.2015 - L 11 AS 681/14).
1. Die Verwendung eigenen Vermögens (hier einer gekündigten Lebensversicherung) nach § 12 SGB II zur Schuldentilgung in Form des Ausgleichs eines Kontosolls führt zu dessen Verbrauch (Abgrenzung zur Berücksichtigung des einem Konto zugeflossenen und gutgeschriebenen Einkommens nach § 11 SGB II im Rahmen einer Kontokorrentabrede, s. BSG 29.04.2015 - B 14 AS 10/14 R).
4.4 - Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil v. 14.07.2015 - L 9 AS 609/15
Zur Rechtmäßigkeit einer Eingliederungsvereinbarung (hier verneinend) - Der Eingliederungsverwaltungsakt ist auch insgesamt rechtswidrig und nicht nur teilrechtswidrig.
1. Ein Eingliederungsverwaltungsakt, der sich in Vorgaben für den Betreffenden ohne konkreten Bezug zum Ziel der Eingliederung in Arbeit erschöpft, ist rechtswidrig (Von ihm wird lediglich und in Übereinstimmung mit den allgemeinen Vorschriften verlangt, Änderungen mitzuteilen, AU-Bescheinigungen vorzulegen, Urlaub und andere Ortsabwesenheiten mitzuteilen usw).
4.5 - Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 27.11.2015 - L 11 AS 941/13 - Die Revision wird zugelassen.
Quelle. sozialgerichtsbarkeit.de
Ähnlich SG Halle (Saale), Urteil v. 13.10.2015 - S 7 AS 4841/12
4.6 - Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 21.01.2016 - L 6 AS 1200/13
4.7 - Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil v. 11.03.2016 - L 11 AS 1359/12
1. Kosten für die Wartung der Heizung sind den Heizkosten und nicht der Bruttokaltmiete zuzuordnen (vgl. LSG NRW, Beschluss v. 30. März 2012 - L 19 AS 388/12 B).
4.8 - Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 23.02.2016 - L 11 AS 1392/13
Pressemitteilung des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen v. 21.04.2016: SGB II: Im Sozialrecht kann für alle ergangenen Bescheide ein Überprüfungsantrag gestellt werden, er muss aber konkret begründet werden.
Quelle: www.landessozialgericht.niedersachsen.de
4.9 - Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 15.10.2015 - L 6 AS 1100/15
Ebenso: LSG NRW, Urteil v. 25.02.2016 - L 7 AS 199/15
4.10 - Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss v. 24.03.2016 - L 7 AS 140/16 B ER
4.11 - Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss v. 22.03.2016 - L 7 AS 137/16 B ER
1. Der Zusatz in einem Eingliederungsverwaltungsakt zur Geltungsdauer von sechs Monaten... soweit zwischenzeitlich nichts anderes geregelt wird ist keine unzulässige Nebenbestimmung nach § 32 SGB X. (amtlicher Leitsatz)
4.12 - Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 22.03.2016 - L 7 AS 354/16 B ER - und - L 7 AS 355/16 B - rechtskräftig
4.13 - Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 23.03.2016 - L 7 AS 1509/15
Ebenso LSG Berlin-Brandenburg, Urteil v. 26.02.2016 - L 28 AS 2230/12
4.14 - Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 21.05.2016 - L 6 AS 532/14
2. Die Aufwandsentschädigung gem. §§ 1908i Abs. 1 S. 1, 1835a Abs. 1, 1835 Abs. 1 BGB werde nicht mit einer ausdrücklichen Zweckbestimmung gewährt, da sich weder aus dem Wortlaut der Vorschrift noch aus der Gesetzesbegründung ein weitergehender Zweck ergebe.
4. Angesichts des Wortlauts, wonach ein Betrag von 200,00 EUR "monatlich" zu berücksichtigen sei, ist kein Raum für eine Auslegung zugunsten eines Jahresfreibetrages. Habe der Gesetzgeber zugunsten der ehrenamtlich Tätigen ein Jahresfreibetrag schaffen wollen, so wäre - die Regelung des § 11b Abs. 2 S. 3 SGB II überflüssig gewesen.
a. A. Dortmund, Urteil vom 30. April 2015 (Az.: S 30 AS 986/13) und SG Cottbus, Urteil vom 20.08.2014 - S 2 AS 3428/12
4.15 - Hessisches Landessozialgericht, Urteil v. 18.03.2016 - L 7 AS 730/14
3. Überlegungen zur Differenzierung bei der Anrechnung verschwiegenen Vermögens im Falle der Leistungsgewährung einerseits und der Rückforderung dieser Leistungen andererseits können auch nicht im Rahmen des § 50 SGB X angestellt werden. Ist eine Bewilligung aufgehoben worden, sieht § 50 SGB X vielmehr strikt vor, dass die aufgehobene Leistung vollständig zu erstatten ist. Deshalb kann eine Rückforderung auch nicht auf einen Zeitraum begrenzt werden, in dem die Hilfebedürftigkeit mit dem anrechenbaren Vermögen sicherzustellen gewesen wäre (so aber wohl Geiger, in: Münder (Hrsg.), Sozialgesetzbuch II - Grundsicherung für Arbeitssuchende, Lehr- und Praxiskommentar, 5. Auflage 2013, § 12 Rdnr. 87).
Entgegen: LSG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 25. Juli 2012, L 5 AS 56/10, unter Bezugnahme auf das Sozialgericht Karlsruhe, Urteil vom 30. Juni 2011, S 13 AS 1217/09; diesen folgend Sozialgericht Landshut, Urteil vom 5. Februar 2014, S 10 AS 390/12; ebenso LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 22. Juli 2011, L 12 AS 4994/10; Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 12. März 2010, L 5 AS 2340/08; Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 3. April 2014, L 7 AS 827/12
4.16 - Hessisches Landessozialgericht, Urteil v. 09.03.2016 - L 6 AS 379/15
Ebenso: LSH Hessen, Urteil v. 09.03.2016 - L 6 AS 795/12 (Ein Erwerbstätigenfreibetrag ist nur bei Einkommen aus einer ausgeübten Erwerbstätigkeit zu berücksichtigen (vgl. BSG vom 27. September 2011 - B 4 AS 180/10 R). Das Ausbildungsgeld jedoch ist kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit und auch nicht wie solches zu behandeln); BSG, Urteil vom 16.06.2015 - B 4 AS 37/14 R - (Ausbildungsgeld ist als bedarfsorientierte spezifische Teilhabeleistung für behinderte Menschen kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit und somit nicht um eine Erwerbstätigenpauschale oder den Erwerbstätigenfreibetrag zu bereinigen).
4.17 - Hessisches Landessozialgericht, Urteil v. 09.03.2016 - L 6 AS 93/14
5.1 - Sozialgericht Halle (Saale), Urteil vom 16.02.2016 - S 7 AS 4358/14 - rechtskräftig
2. Zweitens muss dieses tatsächliche Durchschnittseinkommen bei erheblicher Abweichung von mehr als 20 Euro monatlich der endgültigen Bewilligung zugrunde gelegt werden (Satz 3; vgl. hierzu Söhngen in Juris-PK SGB II, § 11 Rdnr. 66, LSG Nordrhein-Westfalen vom 31. Oktober 2012 - L 12 AS 691/11 -, LSG Sachsen-Anhalt vom 30. Januar 2013 - L 5 AS 487/10; SG Dortmund vom 13. Juli 2015 - S 31 AS 3733/13).
a. A. auch aktuell: SG Berlin, Urteil vom 20.01.2016 - S 100 AS 9940/15 und SG Altenburg, Urteil vom 25.11.2015 - S 24 AS 145/15 - Berufung anhängig beim Thüringer LSG unter dem Az. : L 7 AS 82/16
5.2 - Sozialgericht Halle (Saale), Beschluss v. 14.04.2016 - S 32 AS 1109/16 ER
Rumänische Antragsteller haben keinen Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II. Ein Anspruch der Antragsteller auf Leistungen nach dem SGB XII kommt ebenfalls nicht in Betracht (entgegen Rechtsprechung BSG).
5.3 - Sozialgericht Dortmund, Urteil vom 04.04.2016 - S 31 AS 2064/14
Ähnlich Urteile Sozialgericht Schwerin S 15 AS 1947/13 und Sozialgericht Detmold S 18 AS 871/12; a. A. Urteil Sozialgericht Nordhausen S 13 AS 1351/14 und aktuell SG Rostock, Urteil vom 25.01.2016 - S 5 AS 620/13
5.4 - SG Braunschweig, Urteil vom 13.01.2016 - S 17 AS 3211/12 - Berufung zugelassen
5.5 - Sozialgericht Kassel, Urteil v. 17.03.2016 - S 8 AS 447/14 - Die Berufung wird zugelassen
5.6 - Volltextveröffentlichung zu SG Gießen v. 23.2.2016: Auskunftsverlangen des Jobcenter gegenüber dem Partner einer erwerbsfähigen Leistungsberechtigten
zur Pressemitteilung des SG Gießen vom 14. April 2016
sg-giessen-justiz.hessen.de
6.1 - Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil v. 14.04.2016 - L 7 SO 81/15
Zur Übernahme von Bestattungskosten (hier ablehnend).
6.2 - Sozialhilfeleistungen für Unionsbürger- Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschlüsse v. 13.04.2016 - L 15 SO 53/16 B, L 23 SO 46/16 B
Damit sind der 15. und der 23. Senat des LSG Berlin-Brandenburg zwar der Rechtsprechung des BSG nicht entgegengetreten, haben den Sozialhilfeträgern aber weitere Ermittlungen auferlegt, die im Einzelfall auch dazu führen können, dass am Ende das nach § 23 Abs. 1 Satz 3 SGB XII bestehende Ermessen zu Lasten der Betroffenen ausgeübt wird oder dass aufgrund eines verfestigten Aufenthaltsrechts doch das Jobcenter nach dem SGB II leistungspflichtig ist.
Quelle: Pressemitteilung des LSG Berlin-Brandenburg v. 20.04.2016: www.lsg.berlin.brandenburg.de
6.3 - Bayerisches Landessozialgericht, Urteil v. 21.01.2016 - L 8 SO 159/13
Zur Gewährung von Eingliederungshilfe in Form der Übernahme der Instandhaltungskosten für das behindertengerechte Kraftfahrzeug des Antragstellers (hier bejahend)
Ein Anspruch auf Leistungen der Kfz-Hilfe als Eingliederungshilfe in das Leben in der Gemeinschaft nach § 10 Abs. 6 EinglHV setzt eine ständige, nicht nur vereinzelte oder nur gelegentliche Nutzung des Kfz voraus. Für die behinderungsbedingte Notwendigkeit eines Kfz sind ausschließlich Teilhabeziele relevant, die der Teilhabe am kulturellen und gemeinschaftlichen Leben dienen (BSG, Urteil vom 12.12.2013 - B 8 SO 18/12 R).
2. Der Begriff der Regelmäßigkeit im Sinne von § 10 Abs. 6 EinglHV verlangt eine Mindesthäufigkeit der Nutzung bzw. des Angewiesen seins auf ein Kfz. (amtlicher Leitsatz)
6.4 - Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 18.02.2016 - L 9 SO 175/15
7.1 - VG Köln, Urteil v. 19.04.2016 - 5 K 79/16
Quelle: Pressemitteilung des VG Köln v. 19.04.2016: www.vg-koeln.nrw.de
7.2 - VG Schwerin 15. Kammer, Urteil vom 08.04.2016, 15 A 262/16 As SN
3. Eine Weiterleitungsentscheidung der Ausländerbehörde kann nicht auf Grundlage des SGB VIII erfolgen, da diese Entscheidung vom Jugendamt zu treffen ist.
7.3 - VG Saarlouis, Beschluss vom 14.4.2016 - 6 L 186/16
Quelle: Pressemitteilung des LArbG Berlin-Brandenburg Nr. 20/2016 v. 22.04.2016 - www.juris.de
9. SG Koblenz: Rentenversicherungsträger muss fehlgeleitete Rente an Berechtigten zahlen
Pressemitteilung 4/2016 des Sozialgerichts Koblenz - tinyurl.com
Die Freiheit des Instanzrichters ist geltendes Verfassungsrecht; Dürig hat treffend festgestellt, dass die Rechtsprechung "konstitutionell uneinheitlich" ist. Das ist aber nur erträglich, wenn es Wege zur Vereinheitlichung gibt. Eine gewisse Vorvereinheitlichung sichert bereits das Kollegialprinzip im Spruchkörper; der Diskurs unter Kollegen rationalisiert und moderiert. Vor allem aber sorgt die Möglichkeit von Rechtsmitteln für eine Vereinheitlichung durch die höhere Instanz.
Weiter: www.brak-mitteilungen.de
Zu: BSG, Urt. v. 17.12.2015 - B 2 U 150/15 B - dejure.org
2. Für die Zurückweisung gem. § 160a Abs. 5 SGG wegen des festgestellten Verfahrensmangels ist es unerheblich, ob das ohne mündliche Verhandlung ergangene, nicht verkündete Urteil bereits wirksam geworden war oder ob es sich letztlich um ein unwirksames Nicht- oder Scheinurteil handelt, dessen Rechtsschein zu beseitigen ist. (Leitsätze des Verfassers)

References: § 37
 § 12
 § 12
 § 11
 § 32
 § 11
 § 50
 § 50
 § 12
 § 11
 § 23
 § 10
 § 10
 § 160