Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/3/3192.htm
Timestamp: 2018-12-12 12:40:46+00:00

Document:
3.192 Kadelburger Lauffen-Wutachmündung
Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Natur - und Landschaftsschutzgebiet »Kadelburger Lauffen - Wutachmündung« vom 9. März 1993 (GBl. v. 30.04.1993, S. 235).
Auf Grund von H 21, 22, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBI. S.654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19.November 1991 (GBI. S.701) sowie auf Grund von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) vom 20.Dezember 1978 (GBI. 1979 S. 12) wird verordnet:
(1) Die in § 2 Abs. 1 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Küssaberg und der Stadt Waldshut- Tiengen, Landkreis Waldshut, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Die in § 2 Abs. 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Waldshut- Tiengen, Landkreis Waldshut, wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.
(3) Das Naturschutzgebiet und das Landschaftsschutzgebiet führen die gemeinsame Bezeichnung »Kadelburger Lauffen - Wutachmündung«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 38,5 ha und liegt am Hochrhein zwischen Waldshut und Kadelburg im Bereich der Wutachrnündung - und - des »Kadelburger Lauffen«. Es umfaßt nach dem Stand vom 19. September 1990 auf
· Gemarkung Kadelburg, Gemeinde Küssaberg, die Grundstücke Flst. - Nrn. 1046 und 1080 sowie Teile der Grundstücke Flst. - Nrn. 112, 967, 970, 976, 988, 1047 bis 1049, 1050/1, 1052, 1054/1, 1056, 1057, 1059, 1062 bis 1067, 1069 bis 1079, 1082/1, 1083 bis 1085, 1087, 1088/ 1, 1090 und 1097 bis 1099;
· Gemarkung Tiengen, Stadt Waldshut- Tiengen, das Grundstück Flst. - Nr. 1463 sowie Teile der Grundstücke Flst. - Nrn. 1235, 1454/2 und 1462;
· Gemarkung Waldshut, Stadt Waldshut- Tiengen, das Grundstück Flst. - Nr.455 sowie Teile der Grundstücke Flst. - Nrn. 359, 452 und 454;
· Gemarkung Gurtweil, Stadt Waldshut- Tiengen, die Grundstücke Flst. - Nrn.718 und 803 sowie Teile der Grundstücke Fist. - Nrn.719, 720, 72111, 724, 802 und 802/1.
· Gemarkung Tiengen, Stadt Waldshut- Tiengen, Teile der Grundstücke Flst. - Nrn. 1454/2 und 1462;
· Gemarkung Waldshut, Stadt Waldshut- Tiengen, Teile der Grundstücke Flst. - Nrn. 359 und 452 bis 454;
· Gemarkung Gurtweil, Stadt Waldshut- Tiengen, Teile der Grundstücke Flst. - Nrn. 719, 721/1, 724, 802 und 802/1.
(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1:5000 rot, die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes grün eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg i. Br., beim Landratsamt Waldshut in Waldshut- Tiengen und beim Bürgermeisteramt der Stadt Waldshut- Tiengen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(1) Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist die Erhaltung des naturhaften Hochrheinabschnittes mit dem Kadelburger Lauffen und der Wutachmündung einschließlich der Ufer
· als geologisch und landschaftsgeschichtlich bedeutsame Erscheinung,
· als Bereich vielfältiger Lebensgemeinschaften mit teilweise stark gefährdeten Arten,
· als Brut- , Durchzugs- und Überwinterungshabitat verschiedener, teilweise gefährdeter Vogelarten,
13. schwimmende Anlagen zu verankern sowie Stege oder Bootsanlegestellen zu errichten oder Anlagen dieser Art zu erweitern;
14. im Bereich von 10 m, vom Ufer aus gemessen, Motorboot zu fahren oder am Ufer anzulegen;
15. das Schutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten;
17. mit Kraftfahrzeugen zu fahren;
18. Schwimm - und Flugmodelle zu betreiben.
7. Errichtung von Einfriedigungen;
8. Verlegen oder Ändern von ober - oder unterirdischen Leitungen aller Art;
9. Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung, der Bodengestalt auf andere Weise;
12. Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen;
13. Anlage oder Veränderung von Flugplätzen;
14. Betrieb von Motorsport;
16. Verankern von Wohnbooten, Bojen und anderen schwimmenden Anlagen und die Errichtung von Stegen;
17. Anlage, Beseitigung oder Änderung von fließenden oder stehenden Gewässern;
18. Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild - oder Schrifttafeln;
19. Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha;
20. Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;
21. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß die Röhrichtzone im Naturschutzgebiet in der Zeit vom 1. März bis 15. Juli nur im Rahmen der jagdrechtlich gebotenen Nachsuche nach krankgeschossenem oder schwerkrankem Wild betreten werden darf;
2. für die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei mit der Maßgabe, daß die Röhrichtzone im Naturschutzgebiet in der Zeit vom 1. März bis zum 15. Juli nicht betreten werden darf;
b) im natürlichen Geißklee - Kiefernwald eine Nutzung unterbleibt;
c) naturnahe, aus standortgemäßen einheimischen Laubbaumarten zusammengesetzte Bestände durch Pflege und Verjüngung zu erhalten bzw. anzustreben sind;
2. in dem Landschaftsschutzgebiet entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG in Verbindung mit § 5 dieser Verordnung eine Handlung vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändert oder dem besonderen Schutzzweck gemäß § 3 Abs. 2 dieser Verordnung zuwiderläuft;
3. in dem Landschaftsschutzgebiet entgegen § 6 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis eine Handlung vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck gemäß § 3 Abs. 2 dieser Verordnung zuwiderlaufen kann.
(2) Ordnungswidrig im Sinne von § 33 Abs.2 Nr.4 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 7 Nr. 1 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
(2) Gleichzeitig tritt im Geltungsbereich dieser Verordnung die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet »Hochrhein - Klettgau« des Landratsamtes Waldshut vom 19. Mai 1987 außer Kraft.
FREIBURG I. BR., den 9. März 1993

References: § 64
 § 22
 § 33
 § 2
 § 2
 § 22
 § 5
 § 3
 § 6
 § 3
 § 33
 § 7