Source: https://vdvc.de/blog/2015/10/12/killerspielverbot-bundesregierung-plant-weitere-verschaerfung/?replytocom=115142
Timestamp: 2018-03-17 14:41:32+00:00

Document:
„Killerspielverbot“ – Bundesregierung plant weitere Verschärfung - VDVC
(heise) Bereits Anfang des Jahres berichteten wir, dass der Deutsche Bundestag das bestehende „Killerspielverbot“ am 27.01.2015 durch Einführung einer Versuchsstrafbarkeit in den Tatbestand des § 131 Abs. 1 S. 2 StGB verschärfte. Nach einer Neukonzeption des Jugendmedienschutzstaatsvertrags, die vergangenen Freitag von heise veröffentlicht wurde, ist für die Zukunft eine weitere Verschärfung geplant.
Nach der Neukonzeption des § 4 Abs. 1 JMStV – zukünftig § 3 Abs. 1 Nr. 1 JMStV – wird demnach das bisher nur für Telemedien geltende „härtere“ Verbot zukünftig auch bei Datenträgern gelten:
Jungendmedienschutzstaatsvertrag (Aktuelle Fassung)
Jungendmedienschutzstaatsvertrag (Geplante Fassung des Bundes)
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in News und verschlagwortet mit JMStV, Jugendschutz, Verbot von Patrik Schönfeldt. Permanenter Link zum Eintrag.
5 Gedanken zu “„Killerspielverbot“ – Bundesregierung plant weitere Verschärfung”
Vicarocha sagte am 12. Oktober 2015 um 22:57 :
Ungeachtet der bereits vorhandenen verfassungsrechtlichen Defizite des § 4 Abs. 1 JMStV liegt die unterschiedliche Behandlung von Tele- und Trägermedien – gem. der Argumentation in den einschlägigen Gesetzesbegründungen (etc.) – ja in den (angenommenen) besonderen Wirkungsformen der Verbreitungsmedien selbst (s. auch die Anmerkung in § 4 Abs. 2 Nr. 3 JMStV selbst), resp. soll ein Resultat der unterschiedlichen Zugänglichkeiten bei Träger- und bei Telemedien sein. Weil man die Verbreitung etc. bei Telemedien nicht so gut kontrollieren könne, wäre hier das Totalverbot angemessen, wärend der Verkauf von Trägermedien gut kontrolllierbar sei.
Womit will man denn diese Gleichbehandlung jetzt begründen, außer mit fadenscheinigen Konvergenzbegründungen?
Ich gehe aber auch davon aus, dass das intendierte Reglement definitiv gegen die Wesensgehaltgarantie (bzgl. der Informations- und Kunstfreiheit), wie auch das Übermaßverbot verstößt und ein entsprechendes Gesetz i.d.S. verfassungswidrig wäre, insb. hinsichtlich des Verstoßes gg. die Informationsfreiheit nach Art. 5 Abs. 1 GG; der Jugendmedienschutz ist eben kein legitimer Grund, Erwachsenen dort eine Schranke aufzuweisen.
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David sagte am 22. Oktober 2015 um 17:47 :
Anderes Thema: Schaut euch mal das an:
https://www.youtube.com/watch?v=EFt0sfRMrR0
Pyri sagte am 23. Oktober 2015 um 23:39 :
Das kommt davon wenn Rundfunk zu genau recherchiert… Nein, ernsthaft: der Bericht ist zum Davonlaufen (als ob es ein Videospiel namens „Blood & Burning“ überhaupt gäbe), das Spiel heißt „Total War – Attila“ (!), noch schlimmer allerdings die Reaktion von Falk. Er könnte ja sagen wie es sich mit dem BIU-Mitglied SEGA so verhält, aber das will der Konzern vermutlich nicht. Und „Industrienähe“ ist gut, die USK ist im BESITZ der Industrie. Das ist schon der vierte (!) Gore-DLC den SEGA mittlerweile auf Steam veröffentlicht hat. Zu allen „Total War“-Standalone-Titeln seit „Shogun 2“ erschein im digitalen Handel genau einer. Und keiner davon war bislang doch je Bestandteil USK- oder PEGI-geprüfter Versionen mit jeweils niedrigerer Freigaben, erschien im Retail-Handel etc. Daraus einen Fehler und ein Kalkül zu deduzieren kann doch nicht so schwer sein, das könnte der Öffentlichkeit doch auch vermittelt werden, und dementsprechend begründet.
Der Gipfel ist allerdings zu behaupten die veränderte Gewaltdarstellung wäre erst per „Patch“ nachgereicht worden, wenn die veränderte Gewaltdarstellung doch der einzige Inhalt ist: echt unglaublich. Das ist so, um bei der Buch-Analogie vom Falk zu bleiben, wie zu behaupten sie hätten bei einem Buch nur den Deckel geprüft, die Seiten wären erst später dazugekommen – ja Du meine Güte: was haben die da dann bitte schön „geprüft“?
Auch zuletzt in der „Emperor Edition“ des zweiten „Rome“, eigentlich eine Sammelausgabe, wurde der dazugehörige Inhalt natürlich ausgespart. Wegen der USK (wieder USK-12), aber auch wegen der PEGI (PEGI-16, dieser DLC aber erst „ab 18“). Die Frage bleibt allerdings weshalb blutleere Animationen Kindern zumutbarer wären, was für ein Geschichtsbild das vermittelt usw.
Im Übrigen, wenn schon so nah herangezoomt wird, was ja von den Genre-Einschätzungen her irgendwie gar nicht vorgesehen ist und weshalb so viele Kriegsspiele in Deutschland für Kinder ideologisch freigegeben werden: da gäbe es bei der aktuellen Polygonanzahl wohl Myriaden an USK-12-Titel welche noch solche Berichte spendiert bekommen könnten. Und bei dieser Öffentlichkeitsarbeit würde ich das der USK fast wünschen…
Rey sagte am 24. Oktober 2015 um 11:29 :
Ich hatte es so verstanden, dass der DLC nachträglich per Patch geändert worden sein soll.
Weiter hast du Recht, dass die USK im Besitz der Industrie ist, doch für meinen Geschmakc ist auch im Bericht wieder etwas unter den Tisch gefallen, dass nicht die USk – auch nicht anteilig – Altersfreigaben vergibt, sondern der ständige Vertreter der OLJB nach einem Gremium, das mit der Industrie nichts am Hut hat.

References: § 131
 § 4
 § 3
 § 4
 § 4
 Art. 5