Source: https://www.econect.com/wirtschaftspruefer/pruefung+zulassung/wp+examen+im+ueberblick/
Timestamp: 2020-01-29 07:26:32+00:00

Document:
Wichtige Fakten zum WP-Examen
A. Das modulare Examen
Was sind Prüfungsmodule?
Die Prüfungsmodule der Prüfung gemäß § 4 WiPrPrüfV umfassen:
Wirtschaftliches Prüfungswesen, Unternehmensbewertung und Berufsrecht (im Folgenden abgekürzt durch "Prüfungswesen" oder "PW")
Angewandte Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre (im Folgenden abgekürzt durch "BWL/VWL")
Wirtschaftsrecht (im Folgenden abgekürzt durch "WR")
Steuerrecht (im Folgenden abgekürzt durch "StR")
Das Examen besteht maximal aus den o.g. vier Modulen. Die Module können in einem Prüfungstermin abgelegt werden, durch die Möglichkeit der Modularisierung können die Prüfungsmodule seit dem Herbstexamen 2019 auf mehrere Prüfungstermine verteilt werden. Hierbei ist jede denkbare Kombination möglich und auch die Reihenfolge der Module ist frei wählbar, solange die Zulassungsvoraussetzungen hierfür erfüllt sind.
Examensart
Aufsichts­arbeiten
PW Aufsichts­arbeiten
BWL/VWL Aufsichts­arbeit
WR Aufsichts­arbeiten
Vollprüfung (Voll-WP)
Verkürzte Prüfung nach § 13 WPO (WP)
Diese Regelung gilt nicht für die verkürzten Prüfungen nach § 13a WPO (vBP), nach § 13b WPO oder nach § 8a WPO.
Wie lange kann ich modularisieren?
Für die Ablegung aller Prüfungsmodule stehen sechs Jahre zur Verfügung, beginnend mit der ersten Zulassung zur Prüfung.
B. Schriftliche Prüfung
Wann finden die schriftlichen Prüfungen statt?
Es gibt zwei feste Zeiträume im Jahr, an denen die schriftlichen Aufsichtsarbeiten geschrieben werden können:
Frühjahrsprüfung Anfang Februar
Herbstprüfung Ende Juni bzw. Mitte August
Für die Herbstprüfung gibt es die Möglichkeit, die schriftlichen Aufsichtsarbeiten für die Prüfungsmodule Wirtschaftsrecht und BWL/VWL bereits Ende Juni zu schreiben.
Wann und wie soll die Zulassung erfolgen?
Die Zulassung zum Wirtschaftsprüfungsexamen regeln weiterhin die §§ 8 und 9 WPO. Der Antrag auf Zulassung zur WP-Prüfung ist schriftlich oder elektronisch (mit qualifizierter elektronischer Signatur), ansonsten formlos an die Landesgeschäftsstelle der Wirtschafts­prüferkammer zu stellen, in deren Zuständigkeitsbereich der/die Bewerber/in wohnt. Mit dem Zulassungsantrag muss die Anmeldung zu mindestens einer Modulprüfung erfolgen.
Frühjahrsprüfung bis zum 31. August des Vorjahres
Herbstprüfung bis zum 28. Februar bzw. 29. Februar
Wo findet die schriftliche Prüfung statt?
Die schriftliche Prüfung findet i.d.R. am Sitz der Landesgeschäftsstelle der Wirtschafts­prüferkammer statt, die den/die Bewerber/in zur Prüfung zugelassen hat.
Gem. der Gebührenordnung der WPK (04.12.2019) gelten folgende Prüfungsgebühren:
"Für das Zulassungsverfahren hat der Bewerber eine Zulassungsgebühr zu zahlen. Sie betägt 500 €.
Im Verfahren der Zulassung und Prüfung als Wirtschaftsprüfer erhebt die Wirtschaftsprüferkammer
...für das Verfahren der Prüfung als Wirtschaftsprüfer eine vor Beginn der schriftlichen Prüfung in einem Prüfungsgebiet, in dem zwei Aufsichtsarbeiten anzufertigen sind, zu entrichtende Gebühr in Höhe von 1.000 €
für das Verfahren der Prüfung als Wirtschaftsprüfer eine vor Beginn der schriftlichen Prüfung in einem Prüfungsgebiet, in dem eine Aufsichtsarbeit anzufertigen ist, zu entrichtende Gebühr in Höhe von 500 €."
Wann erfolgt die Einladung zur schriftlichen Prüfung?
Eine Einladung zu den schriftlichen Aufsichtsarbeiten erfolgt spätestens drei Wochen vor Beginn des Prüfungstermins. In der Ladung werden dann Ort und Zeit genannt und auch die Hilfsmittel definiert, die zum schriftlichen Examen mitzubringen sind.
Welche Hilfsmittel dürfen in der schriftlichen Prüfung genutzt werden?
In der Regel können folgende Hilfsmittel mitgenommen werden:
Aufsichtsarbeiten Wirtschaftliches Prüfungswesen
Schönfelder, Deutsche Gesetze (Textsammlung und Ergänzungsband)
IFRS-Texte (IDW oder WILEY)
IDW-Wirtschaftsgesetzte
Aufsichtsarbeiten BWL
Aufsichtsarbeiten Wirtschaftsrecht
Aufsichtsarbeiten StR
Steuergesetze, Steuerrichtlinien, Steuererlasse (jeweils Beck’sche Textausgabe, Loseblatt-Textsammlung)
Sind Markierungen in den Hilfsmitteln zulässig?
In den Hilfsmitteln dürfen als Eigeneintragung nur farbliche Hervorhebungen mit sog. Textmarkern und Unterstreichungen vorgenommen werden. Ebenso sind farbige Haftnotizen (sog. Fähnchen) als Register zulässig, die jedoch nicht beschriftet sein dürfen. Auf keinen Fall ist es zulässig, in den Hilfsmitteln Querverweise durch entsprechende Paragraphenangaben, durch eigene Erläuterungen oder durch erläuternde Hinweise (wie z.B. Plus- oder Minus­zeichen, Frage- oder Ausrufezeichen) verständlicher zu machen. Wird als Hilfsmittel ein netzunabhängiger Taschenrechner zugelassen, darf dieser nicht programmierbar sein und nicht über eine Textausgabe verfügen.
Aus wieviel Aufsichtsarbeiten besteht i.d.R. die schriftliche Prüfung?
Je nach Examensart sind folgende schriftliche Aufsichtsarbeiten zu leisten:
Verkürzte Prüfung nach § 13a WPO (vBP)
Verkürzte Prüfung nach § 13b WPO
Verkürzte Prüfung nach § 8a WPO
Durch die Möglichkeit der Modularisierung kann man für die Vollprüfung (Voll-WP) und die verkürzte Prüfung nach § 13 WPO (WP) jedes Modul (PW, BWL/VWL, WR und StR) auch Einzeln oder in beliebiger Kombination innerhalb von sechs Jahren ablegen. Diese Regelung gilt nicht für die verkürzten Prüfungen nach § 13a WPO (vBP), nach § 13b WPO oder nach § 8a WPO. hier müssen die Aufsichtsarbeiten wie oben beschrieben komplett abgelegt werden.
Wie viel Zeit wird für die schriftlichen Aufsichtsarbeiten angesetzt?
Für jede Aufsichtsarbeit stehen den Kandidaten vier bis sechs Stunden zur Verfügung (kürzere Bearbeitungszeit bei der verkürzten Prüfung nach §13a WPO).
Was passiert bei einem Nichterscheinen zur schriftlichen Prüfung?
Falls ein/e geladene/r Bewerber/in zur einer oder mehrerer Aufsichtsarbeiten nicht erscheint, gilt dies als Rücktritt mit der Folge, dass die gesamte Prüfung als nicht bestanden gilt. Ausnahmen: Wenn ein triftiger Grund vorliegt! Der Grund für ein Nichterscheinen zur Prüfung ist der Prüfungsstelle unverzüglich schriftlich oder elektronisch (mit qualifizierter elektronischer Signatur) mitzuteilen und nachzuweisen (§ 21 Abs. 2 Satz 2 WiPrPrüfV). Kann an einer oder mehreren Aufsichtsarbeiten aus gesundheitlichen Gründen nicht teilgenommen werden, ist als Nachweis unverzüglich ein amtsärztliches Attest vorzulegen.
Wie erfolgt die Bewertung der schriftlichen Aufsichtsarbeiten?
Jede Aufsichtsarbeit wird von zwei Mitgliedern der Prüfungskommission selbständig bewertet. Weichen die Bewertungen einer Arbeit voneinander ab, so gilt der Durchschnitt der Bewertungen. Die Noten der schriftlichen Prüfung werden i.d.R. mit der Ladung zur mündlichen Prüfung mitgeteilt (ca. 3 Wochen vor dem mündlichen Termin).
Wann ist man zur mündlichen Prüfung zugelassen und wann nicht?
Die schriftlichen Aufsichtsarbeiten werden nach dem Schulnotenprinzip bewertet (1 bis 6). Wird in der schriftlichen Prüfung für ein Modul im Durchschnitt die Gesamtnote 5,0 oder besser erreicht, ist man für dieses Modul zur mündlichen Prüfung zugelassen. Bei einem Gesamtschnitt von schlechter als 5,0 hat man die Prüfung für das Modul nicht bestanden.
Zur mündl. Prüfung zugelassen?
Ja, da Gesamtnote ≤ 5,0
Nein, da Gesamtnote > 5,0
C. Mündliche Prüfung
Frühjahrsprüfung Mai/Juni
Herbstprüfung November/Dezember
Wo findet die mündliche Prüfung statt?
Die mündliche Prüfung findet i.d.R. am Sitz der Landesgeschäftsstellen der Wirtschafts­prüferkammer statt.
Wann erfolgt die Einladung zur mündlichen Prüfung?
Ca. 3 Wochen vor dem mündlichen Prüfungstermin werden die Einladungen mit den genauen Angaben zum Ort, Zeitpunkt (z.B. vormittags ab 8.30 Uhr oder nachmittags ab 13.30 Uhr) sowie den schriftlichen Noten verschickt.
Welche Hilfsmittel dürfen in der mündlichen Prüfung mitgenommen werden?
Keine. Sollten z.B. Gesetztestexte von Nöten sein, werden diese von der WPK vor Ort gestellt.
Aus wie vielen Prüfungsmitgliedern besteht die mündliche Prüfungskommission?
Je nach Examensart stehen den Teilnehmenden folgende Anzahl an Prüfern gegenüber:
Prüfer/in PW
Prüfer /in BWL/VWL
Prüfer/in WR
Prüfer/in StR
Im Einzelnen für die Prüfungsmodule:
Vertreter/in d. Wirtschaft
BWL-Hochschullehrer/in
Vertreter/in d. Finanzverwaltung
Was ist Bestandteil der mündlichen Prüfung?
Die mündliche Prüfung für das Modul Prüfungswesen besteht aus einem kurzen Vortrag und anschließend aus einer Fragerunde, in der nur die beiden Wirtschaftsprüfer/innen Fragen zum Fachgebiet Prüfungswesen stellen können. In den anderen Prüfungsmodulen soll der Kurzvortrag entfallen. Hier können für das Modul BWL/VWL nur der Hochschullehrer bzw. die Hochschullehrerin und der Vertreter bzw. die Vertreterin der Wirtschaft Fragen stellen. Für das Modul Wirtschaftsrecht darf der Volljurist bzw. die Volljuristin und der Vorsitzende bzw. die Vorsitzende Fragen stellen. Für das Modul Steuerrecht übernimmt der Vertreter bzw. die Vertreterin der Finanzverwaltung die Fragestellung. Die Fragerunden finden mit allen anwesenden Teilnehmenden statt. I.d.R. nehmen zwei bis vier Teilnehmende an der mündlichen Prüfung teil.
Wie ist der Vortrag zu halten?
Für den Vortrag erhalten die Teilnehmenden drei Themen zum Prüfungsgebiet Prüfungswesen zur Wahl gestellt. Der Vortag muss alleine vor dem Prüfungsausschuss gehalten werden. Es steht eine halbe Stunde Vorbereitungszeit zur Verfügung. Der Vortrag soll die Dauer von zehn Minuten nicht überschreiten!
Was passiert bei einem Nichterscheinen zur mündlichen Prüfung?
Bei Nichterscheinen gilt dies als Rücktritt mit der Folge, dass die gesamte Prüfung als nicht bestanden gilt. Ausnahme: bei Vorliegen eines triftigen Grundes! Bezüglich der Mitteilung an die WPK gilt das gleiche wie beim Nichterscheinen zur schriftlichen Prüfung.
Wie erfolgt die Bewertung der mündlichen Prüfungsleistung?
Wie in den schriftlichen Aufsichtsarbeiten wird auch die mündliche Prüfungsleistung nach dem Schulnotenprinzip bewertet (1 bis 6). Die Teilnehmenden erhalten für ihre mündliche Prüfungs­leistung eine Gesamtnote. In dieser Note fließt auch die Leistung des Kurzvortrages ein.
Die Gesamtprüfung gilt als bestanden, wenn alle abzulegenden Module bestanden sind. Aus den Noten der schriftlichen Prüfung und den Noten der mündlichen Prüfungsleistung wird pro Prüfungsmodul eine Gesamtnote gebildet.
Die Prüfung ist für ein Prüfungsmodul bestanden, wenn in Kombination schriftliche Note und Mündliche Note mindestens die Note 4,0 erreicht wurde. Dabei wird die schriftliche Note zu 60%, die mündliche Note zu 40% gewichtet.
Die Prüfung gilt als nicht bestanden, wenn die Gesamtnote für ein Prüfungsmodul schlechter als 4,0 ist.
Modul PW
Ja, da Gesamtnote ≤ 4,0
Modul BWL/VWL
Nein, da Gesamtnote > 4,0
Das Prüfungsergebnis wird den Teilnehmenden nach Abschluss der mündlichen Prüfung unmittelbar mitgeteilt.
Wie oft kann die Prüfung wiederholt werden?
Jedes Modul kann innerhalb von sechs Jahren zweimal wiederholt werden. Ein bestandenes Modul verfällt innerhalb dieses Zeitraums nicht. Die Prüfung insgesamt kann einmal wiederholt werden.
Ausnahme: Kandidaten, die das Examen als Blockprüfung nach vorherigen Recht absolviert haben und nicht bestanden haben, können -dann in modularisierter Form- noch zweimal das Examen wiederholen können.

References: § 4
 § 13
 § 13
 § 13
 § 8
 § 13
 § 13
 § 8
 § 13
 § 13
 § 13
 § 8
 §13