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Bildungsplan Kauffrau / Kaufmann EFZ vom 21. November 2014 für die schulisch organisierte Grundbildung - PDF
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1 Bildungsplan Kauffrau / vom 21. November 2014 für die schulisch organisierte Grundbildung Inhaltsverzeichnis ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS... 4 EINLEITUNG BEDEUTUNG DER KAUFMÄNNISCHEN AUSBILDUNG FÜR DIE WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT DIE KAUFMÄNNISCHE GRUNDBILDUNG KAUFFRAU/KAUFMANN EFZ BERUFSBILD EIN BERUF MIT ZWEI SCHULISCHEN PROFILEN UND BRANCHENSPEZIFISCHER AUSGESTALTUNG DIE ZUGANGSWEGE ZUM EIDGENÖSSISCHEN FÄHIGKEITSZEUGNIS (EFZ)... 6 GRUNDLAGEN DER SOG MERKMALE UND TERMINOLOGIE MODELLE DER SOG KONZENTRIERTES MODELL INTEGRIERTES MODELL THEORETISCH-SCHULISCHER UNTERRICHT ZUR ERLANGUNG DES EFZ BERUFSMATURITÄT ZUSÄTZLICHE, ALLGEMEINBILDENDE FÄCHER (SOG+) BILDUNG IN BERUFLICHER PRAXIS ANFORDERUNGEN IM KONTEXT EINER VOLLZEITSCHULE AUFGABEN DER BETEILIGTEN AUSBILDUNGS- UND PRÜFUNGSBRANCHEN INTEGRIERTE PRAXISTEILE (IPT) PROBLEMORIENTIERTER UNTERRICHT (POU) BETRIEBSPRAKTIKUM (BP) ÜBERBETRIEBLICHE KURSE (ÜK) LERN- UND LEISTUNGSDOKUMENTATION TEIL A: BERUFLICHE HANDLUNGSKOMPETENZEN FACHKOMPETENZEN BRANCHE UND BETRIEB UNTERRICHTSBEREICH STANDARDSPRACHE (REGIONALE LANDESSPRACHE) UNTERRICHTSBEREICH FREMDSPRACHEN (2. LANDESSPRACHE UND/ODER ENGLISCH) UNTERRICHTSBEREICH INFORMATION, KOMMUNIKATION, ADMINISTRATION (IKA) _Erlass_d_2014_11_21.docx 1
2 1.5 UNTERRICHTSBEREICH WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT (W&G) SOG METHODENKOMPETENZEN EFFIZIENTES UND SYSTEMATISCHES ARBEITEN VERNETZTES DENKEN UND HANDELN ERFOLGREICHES BERATEN UND VERHANDELN WIRKSAMES PRÄSENTIEREN SOZIAL- UND SELBSTKOMPETENZEN LEISTUNGSBEREITSCHAFT KOMMUNIKATIONSFÄHIGKEIT TEAMFÄHIGKEIT UMGANGSFORMEN LERNFÄHIGKEIT ÖKOLOGISCHES BEWUSSTSEIN BESCHREIBUNG DER TAXONOMIESTUFEN K1 WISSEN K2 VERSTEHEN K3 ANWENDEN K4 ANALYSE K5 SYNTHESE K6 BEURTEILUNG TEIL B: LEKTIONENTAFELN INHALTLICHE ANFORDERUNGEN AN DIE BEIDEN SCHULISCHEN PROFILE LEKTIONENTAFELN MINDESTLEKTIONEN SOG MIT EFZ (B-, E-PROFIL) LEKTIONENZAHLEN SOG MIT BERUFSMATURITÄT TYP WIRTSCHAFT LERNGEFÄSS VERTIEFEN UND VERNETZEN (V&V) UND SELBSTSTÄNDIGE ARBEIT (SA) LERNGEFÄSS ÜBERFACHLICHE KOMPETENZEN (ÜFK) TEIL C: ORGANISATION, AUFTEILUNG UND DAUER DER ÜBERBETRIEBLICHEN KURSE KONZENTRIERTES MODELL ZWECK TRÄGER ORGANISATIONSREGLEMENT DAUER, ZEITPUNKT UND INHALTE _Erlass_d_2014_11_21.docx 2
3 2. INTEGRIERTES MODELL TEIL D: QUALIFIKATIONSVERFAHREN BETRIEBLICHER TEIL KONZENTRIERTES MODELL: QUALIFIKATIONSBEREICHE, AUSGESTALTUNG, GEWICHTUNG INTEGRIERTES MODELL: QUALIFIKATIONSBEREICHE, AUSGESTALTUNG, GEWICHTUNG BRANCHENÜBERGREIFENDER QV-RAHMEN BRANCHENÜBERGREIFENDER RAHMEN ZU BERUFSPRAXIS SCHRIFTLICH BRANCHENÜBERGREIFENDER RAHMEN ZU BERUFSPRAXIS MÜNDLICH BRANCHENÜBERGREIFENDER RAHMEN ZUR ERFAHRUNGSNOTE SCHULISCHER TEIL QUALIFIKATIONSBEREICHE, AUSGESTALTUNG, GEWICHTUNG NOTENBERECHNUNG - B-PROFIL: GEWICHTUNG UND RUNDUNGSREGELN NOTENBERECHNUNG - E-PROFIL: GEWICHTUNG UND RUNDUNGSREGELN ZUSÄTZLICHE, ALLGEMEINBILDENDE FÄCHER (SOG+) SCHLUSSBESTIMMUNGEN INKRAFTTRETEN ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN GENEHMIGUNG ANHANG ANHANG _Erlass_d_2014_11_21.docx 3
4 Abkürzungsverzeichnis Abs. ALS APB Art. BBG BbP BBV BiPla BiVo BM BOG BP B-Profil D&A EBA EFZ E-Profil FS GER HGT HMS IDAF IDPA IKA IPT IPT-KN LLD LS MSSK OdA ovap PE POU QV SA SBFI SDBB SKBQ SKKAB SOG SOG+ ÜfK ük ük-kn V&V W&G Absatz Arbeits- und Lernsituationen (Erfahrungsnote betrieblicher Teil) Ausbildungs- und Prüfungsbranchen Artikel Bundesgesetz über die Berufsbildung (Berufsbildungsgesetz) Bildung in beruflicher Praxis Verordnung über die Berufsbildung (Berufsbildungsverordnung) Bildungsplan Verordnung über die berufliche Grundbildung Berufsmaturität Betrieblich organisierte Grundbildung Betriebspraktikum Basis-Grundbildung (schulisches Profil) Dienstleistung und Administration Eidgenössisches Berufsattest Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis Erweiterte Grundbildung (schulisches Profil) Fremdsprache (Unterrichtsbereich) Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen Hotel-Gastro-Tourismus Handelsmittelschule Interdisziplinäres Arbeiten in den Fächern (BM-Unterricht) Interdisziplinäre Projektarbeit (BM) Information, Kommunikation, Administration (Unterrichtsbereich) Integrierte Praxisteile Kompetenznachweis der integrierten Praxisteile (Erfahrungsnote betrieblicher Teil) Lern- und Leistungsdokumentation Standardsprache regionale Landessprache (Unterrichtsbereich) Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen Organisation der Arbeitswelt Öffentliche Verwaltung - Administration publique Prozesseinheit (Erfahrungsnote betrieblicher Teil) Problemorientierter Unterricht Qualifikationsverfahren Selbstständige Arbeit Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation Schweizerisches Dienstleistungszentrum für Berufsbildung sowie Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität Schweizerische Konferenz der kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen Schulisch organisierte Grundbildung Optionales SOG-spezifisches Angebot der zusätzlichen, allgemeinbildenden Fächern Überfachliche Kompetenzen (schulisches Lerngefäss) Überbetrieblicher Kurs Kompetenznachweis der überbetrieblichen Kurse (Erfahrungsnote betrieblicher Teil) Vertiefen und Vernetzen (schulisches Lerngefäss) Wirtschaft und Gesellschaft (Unterrichtsbereich) _Erlass_d_2014_11_21.docx 4
5 Einleitung 1. Bedeutung der kaufmännischen Ausbildung für die Wirtschaft und Gesellschaft Die kaufmännische Ausbildung hat für die schweizerische Volkswirtschaft eine zentrale Bedeutung. Für die grosse Mehrheit der über 370'000 privaten Unternehmen und staatlichen Institutionen der Schweiz stellt sie die wichtigste Nachwuchsquelle von Fachleuten für die betriebswirtschaftlichen Bereiche dar. Kaufleute werden in insgesamt 21 Branchen ausgebildet. Es handelt sich um eine typische Querschnittsausbildung, wobei zum Teil auch erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Branchen bestehen. Die kaufmännische Grundbildung ist mit rund 30'000 Lernenden mit Abstand die zahlenstärkste berufliche Grundbildung. Die kaufmännische Grundbildung ist für junge Frauen und Männer gleichermassen attraktiv und ist auch eine bedeutende Basis für die berufliche Weiterbildung und für ein Studium an einer höheren Fachschule oder Fachhochschule. Ihr kommt deshalb in der schweizerischen Volkswirtschaft eine hohe Bedeutung zu, welche durch den steten Strukturwandel geprägt ist. Die technologischen Entwicklungen, insbesondere in der anwendungsbezogenen Informatik, die Weiterentwicklung der betrieblichen Prozesse und Arbeitsabläufe sowie neue Formen der Zusammenarbeit mit Kunden, Partnern usw. verändern die Anforderungen an Kaufleute stark und verlangen daher von den Berufsleuten ein ausgeprägtes Mass an Selbstständigkeit, Kreativität, Eigeninitiative, die Bereitschaft für das lebenslange Lernen und die Mitverantwortung für nachhaltiges Handeln. Die kaufmännische Grundbildung kennt zwei eigenständige Berufe: Die zweijährige Ausbildung zur Büroassistentin EBA bzw. zum Büroassistenten EBA und die dreijährige Ausbildung zur Kauffrau EFZ bzw. zum (mit und ohne Berufsmaturität). Beide Berufe sind aufeinander abgestimmt. 2. Die kaufmännische Grundbildung Kauffrau/ 2.1 Berufsbild Kaufleute sind dienstleistungsorientierte Mitarbeitende in betriebswirtschaftlichen Prozessen. Ihr Berufsfeld reicht von der Beratung externer und interner Kunden über die Verrichtung administrativer Tätigkeiten bis zur branchenspezifischen Sachbearbeitung. Auf der Grundlage gemeinsamer Kompetenzen üben sie ihre Tätigkeit je nach Branche, Unternehmensstrategie und persönlicher Eignung mit unterschiedlichen Schwerpunkten aus. Ihre Haltung ist durch Kundenorientierung, Eigeninitiative und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen gekennzeichnet. 2.2 Ein Beruf mit zwei schulischen Profilen und branchenspezifischer Ausgestaltung Die beiden Profile Basis-Grundbildung (B-Profil) und Erweiterte Grundbildung (E-Profil) differenzieren die Anforderungen im schulischen Teil der beruflichen Grundbildung. In den Basiskompetenzen verfügen Kaufleute im B-Profil über breitere Kenntnisse in IKA, über weniger Kenntnisse in W&G und über nur eine Fremdsprache. In der praktischen Ausbildung werden die Handlungskompetenzen bei beiden Profilen gleich ausgebildet. Für die Einzelheiten vgl. Teil A: Berufliche Handlungskompetenzen sowie die Leistungszielkataloge für die beiden Profile. _Erlass_d_2014_11_21.docx 5
6 Die Wahl der schulischen Profile liegt in der Verantwortung der Schule und der Lernenden. Die Profilwahl in welcher die Ausbildung durchlaufen wird, ist im Praktikumsvertrag festgehalten. Für die Absolventinnen und Absolventen der beiden schulischen Profile wird ein einheitliches eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) ausgestellt. Das schulische Profil und die Ausbildungs- und Prüfungsbranche werden im Notenausweis dokumentiert Die Zugangswege zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) Das EFZ kann auf verschiedenen Zugangswegen erlangt werden. Wichtig dabei ist, dass die im Qualifikationsprofil und im Teil A: Berufliche Handlungskompetenzen des vorliegenden Bildungsplans dargestellten Handlungskompetenzen den Grundmassstab für sämtliche Zugangswege zum EFZ bedeuten. Diese Gleichwertigkeit wird im Wesentlichen durch ein entsprechendes Qualifikationsverfahren (QV) gewährleistet, aber auch durch einen entsprechenden Aufbau der Kompetenzen, je nach Bildungsgang. Die Ausbildung zum EFZ beträgt gemäss Bildungsverordnung 3 Jahre. Das Grundraster für den Aufbau der Kompetenzen ist in diesem Dokument im Teil A: Berufliche Handlungskompetenzen beschrieben und geregelt. Die Ausbildungsdauer kann gegebenenfalls verlängert oder verkürzt werden. Einige Lehrverkürzungen (als Zweitlehre, Zusatzlehre oder gestützt auf einen anderen Bildungsgang) sind in der Bildungsverordnung standardisiert. Dies betrifft explizit: Inhaberinnen und Inhaber eines eidgenössischen Berufsattests Büroassistentin/Büroassistent EBA (BiVo Art. 4, Abs. 3) Inhaberinnen und Inhaber einer gymnasialen Maturität (BiVo Kapitel 10) Der vorliegende Bildungsplan richtet sich an alle Anbieter der schulisch organisierten Grundbildung (SOG). Insbesondere definiert er die Anforderungen an die Bildung in beruflicher Praxis die Leistungsziele für die Bildung in beruflicher Praxis im Unterricht sowie für das Langzeitpraktikum das optionale SOG-spezifische Angebot an zusätzlichen, allgemeinbildenden Fächern (SOG+) Das EFZ kann auch nach individuellem Aufbau von Kompetenzen erlangt werden, denn die Zulassung zum Qualifikationsverfahren ist nicht vom Besuch bestimmter Bildungsgänge abhängig (Art. 34, Abs. 2 BBG). Wurden Qualifikationen ausserhalb eines geregelten Bildungsganges erworben, so setzt die Zulassung zum Qualifikationsverfahren eine mindestens fünfjährige berufliche Erfahrung voraus (Art. 32 BBV). Für Personen, die eine Vorbildung ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung erworben haben, gelten: das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung gem. BiVo Art. 19 für die Zulassung und BiVo Art. 24 für das Bestehen, oder das sogenannte andere Qualifikationsverfahren (Art. 33 BBG und Art. 31, Abs. 1 BBV) gem. Leitfaden SBFI für die Validierung von Bildungsleistungen (September 2010). 1 BiVo Art. 43, Abs. 3 lit. c und d _Erlass_d_2014_11_21.docx 6
7 Grundlagen der SOG 1. Merkmale und Terminologie Dieser Bildungsplan definiert die Mindestanforderungen für den Erwerb des EFZ innerhalb des konzentrierten oder integrierten Modells der SOG (vgl. BiVo Art. 28). In der SOG wird die Bildung in beruflicher Praxis kontinuierlich in den Schulunterricht integriert und mit diesem vernetzt. Dabei gilt die folgende besondere Begrifflichkeit: Mit Schulunterricht ist derjenige Unterricht gemeint, der durch die Schule durchgeführt wird: theoretisch-schulischer Unterricht, problemorientierter Unterricht (POU), integrierte Praxisteile (IPT). Unter schulischem Unterricht ist diejenige Teilmenge des Schulunterrichts zu verstehen, die nicht in einem betriebsnahen Umfeld vermittelt werden (d.h. Schulunterricht exkl. IPT). Die Bildung in beruflicher Praxis besteht aus IPT, POU und sofern vorhanden dem Betriebspraktikum (BP). Die folgende Darstellung zeigt diese Zusammenhänge: 2. Modelle der SOG 2.1 Konzentriertes Modell Im konzentrierten Modell wird der Schulunterricht durch ein betriebliches Langzeitpraktikum (Vollzeit) von zwölf Monaten mit überbetrieblichen Kursen (ük) ergänzt. Der Schulunterricht dauert ohne Zusatzunterricht zur Berufsmaturität zwei Jahre, mit Zusatzunterricht zur Berufsmaturität maximal drei Jahre. Das Vollzeitpraktikum von zwölf Monaten (inkl. Ferien gemäss Art. 345a, Abs. 3 OR) schliesst an die schulische Ausbildung an und darf nicht unterbrochen oder durch kompensatorische Elemente gekürzt werden. In den Schulunterricht sind mindestens 880 Lektionen Bildung in beruflicher Praxis integriert. _Erlass_d_2014_11_21.docx 7
8 2.2 Integriertes Modell Das integrierte Modell kennt kein Langzeitpraktikum. Die Bildung in beruflicher Praxis findet vor allem innerhalb der IPT statt, welche durch ein Kurzzeitpraktikum ergänzt wird 2. Dabei sind zwingend sämtliche Handlungskompetenzen gemäss Teil A: Berufliche Handlungskompetenzen dieses Bildungsplans zu vermitteln. In den Schulunterricht sind mindestens 1220 Lektionen Bildung in beruflicher Praxis integriert. Diese richten sich nach dem Leistungszielkatalog Branche und Betrieb der SOG Integrierte Praxisteile für das integrierte Modell (vgl. Anhang 1). Kaufmännische Berufsleute werden bei der Planung und Evaluation der IPT beigezogen (vgl. Grundlagen, Kapitel 4.1 und 4.3). Die Schulen und ihre Lehrpersonen pflegen laufend Kontakte zur kaufmännischen Arbeitswelt. Die Lernumgebung für die Bildung in beruflicher Praxis entspricht den Ansprüchen gemäss Kapitel 4.1. Praxisnahe Formen der IPT sind unabdingbar (vgl. Kap ). 3. Theoretisch-schulischer Unterricht 3.1 Zur Erlangung des EFZ Der Fokus des theoretisch-schulischen Unterrichts liegt auf der Erlangung der Berufsfähigkeit (allgemeinbildender und berufskundlicher Unterricht). Er orientiert sich soweit wie möglich an Problem- und Aufgabenstellungen der Berufspraxis. Er ermöglicht die Integration der Bildung in beruflicher Praxis an der Schule. Die Fächer und deren Inhalte entsprechen denjenigen der betrieblich organisierten Grundbildung. Die Lektionenzahlen richten sich nach Teil B, Kapitel Berufsmaturität Für die Ausbildung Kauffrau/ mit Berufsmaturität gelten die Verordnung über die Berufsmaturität sowie der Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität, Ausrichtung Wirtschaft und Dienstleistungen, Typ Wirtschaft. Für die Berufsmaturitätsfächer gilt das Qualifikationsverfahren für die Berufsmaturität, für die EFZ- Fächer, welche nicht zur Berufsmaturität gehören, dasjenige für das EFZ (Teil D, Kapitel 2). In den für das EFZ und die Berufsmaturität gemeinsamen Fächern sind neben den Lernzielen für die Berufsmaturität auch die Leistungsziele für das EFZ, welche in den Lernzielen für die Berufsmaturität nicht enthalten sind, zu unterrichten und zu prüfen. 2 Vgl. Grundlagen der SOG b). _Erlass_d_2014_11_21.docx 8
9 3.3 Zusätzliche, allgemeinbildende Fächer (SOG+) Der schulische Unterricht kann durch zusätzliche, allgemeinbildende Fächer ergänzt werden (in diesem + genannt). Diese Fächer werden in einem zusätzlichen, standardisierten Notenausweis aufgeführt. Dabei sind folgende Kriterien zwingend: Bei der Ausbildung zum EFZ ohne BM sind Mathematik, Geschichte und Staatslehre sowie weitere Fächer aufzuführen, sofern ihr Umfang mindestens 160 Lektionen beträgt. Die Inhalte der Fächer Mathematik sowie Geschichte und Staatslehre sind in separaten Lernzielkatalogen definiert (vgl. Anhang 1). Der Mindestumfang der SOG+-Fächer ergibt sich aus der Lektionentafel in Teil B, Kapitel 2.1 und 2.2. Bei der Ausbildung zum EFZ mit BM besteht SOG+ aus Fächern, welche weder im EFZ noch für die BM Typ Wirtschaft vorkommen. In den Fremdsprachen können zusätzliche Lernziele als weiteres Fach angeboten werden (z.b. kulturelle Inhalte oder zugelassene Sprachzertifikate, welche höher eingestuft sind als der Abschluss ohne SOG+, d.h. Niveau B2 gemäss Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen (GER) bei der Ausbildung zum EFZ, Niveau C1 bei der Ausbildung zum EFZ mit BM). Zum Qualifikationsverfahren SOG+ in den Fremdsprachen vgl. Teil D, Kap Bildung in beruflicher Praxis 4.1 Anforderungen im Kontext einer Vollzeitschule Für die Umsetzung der Bildung in beruflicher Praxis müssen an einer Vollzeitschule spezifische Rahmenbedingungen erfüllt sein: a. Integration und Transfer: Im theoretisch-schulischen Unterricht wird auch auf die BbP vorbereitet. Theoretisch-schulischer Unterricht, POU und IPT sind optimal aufeinander abzustimmen. Die in der BbP erworbenen Kompetenzen werden im theoretischen Unterricht verwendet. b. Aktualität der Inhalte, Verbindung zur Arbeitswelt: Schule und betriebliche Praxis kommunizieren sowohl auf institutioneller wie auch auf Ebene der Betreuenden regelmässig und intensiv. Der Knowhow-Transfer in die Schule wird durch geeignete Instrumente sichergestellt. Die Inhalte werden regelmässig aktualisiert. c. Schaffung einer geeigneten Lehr-/Lernumgebung: Genügende Zeitgefässe, eine an die kaufm. Praxis angelehnte Infrastruktur, Lehrende in der Rolle als Begleitende bzw. Coaches ermöglichen schülerzentriertes, praktisches Arbeiten. Die Inhalte der Bildung in beruflicher Praxis (BbP) sind auf die Inhalte eines allfälligen Betriebspraktikums (Kurz- oder Langzeitpraktikum) abgestimmt. 4.2 Aufgaben der beteiligten Ausbildungs- und Prüfungsbranchen Die Schweizerische Konferenz der kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen (SKKAB), als zuständige Organisation der Arbeitswelt (OdA), ist auf gesamtschweizerischer Ebene Ansprechstelle für die Anbieter der SOG im Zusammenhang mit der Umsetzung der Bildung in beruflicher Praxis. Die SKKAB regelt die Beteiligung von Ausbildungs- und Prüfungsbranchen. Die Ausbildungs- und Prüfungsbranchen legen fest, an welchen Umsetzungsvarianten und in welchem Umfang sie sich an der SOG beteiligen (die Umsetzungsvarianten ergeben sich aus den Bestimmungen von Abschnitt 9 Schulisch organisierte Grundbildung der Bildungsverordnung in Verbindung mit dem Kapitel Grundlagen der SOG, Abschnitt 2 Modelle der SOG, Ziffer 2.1 Konzentriertes Modell sowie Abschnitt 4 Bildung in beruflicher Praxis, Ziffer 4.3 Integrierte Praxisteile (IPT) in Verbindung mit Teil B: Lektionentafeln dieses Bildungsplans). Die beteiligten Ausbildungs- und _Erlass_d_2014_11_21.docx 9
10 Prüfungsbranchen bestimmen zudem die Organisation und die Anzahl der ük-tage (gemäss Teil C Teil C: Organisation, Aufteilung und Dauer der überbetrieblichen Kurse ) und legen die Variante bezüglich der im Langzeitpraktikum durchgeführten Erfahrungsnoten fest (gemäss Teil D Qualifikationsverfahren, Ziffer 1.6 Branchenübergreifender Rahmen zur Erfahrungsnote ). Alle Angaben werden im Anhang 2 des Bildungsplans festgehalten 3. Die beteiligten Ausbildungs- und Prüfungsbranchen geben die Lern- und Leistungsdokumentation (LLD) für das Langzeitpraktikum 4 heraus, die als Steuerungsinstrument für die Umsetzung der Bildung in beruflicher Praxis sowie für das QV verbindlich ist. 4.3 Integrierte Praxisteile (IPT) Inhalt IPT sind Bestandteile des Schulunterrichts. In den IPT arbeiten die Lernenden selbstständig und eigenverantwortlich in einer betriebsnahen Lernumgebung an praktischen kaufmännischen Aufgabenstellungen. Die Schule plant die IPT auf der Basis der in Teil A: Berufliche Handlungskompetenzen geforderten beruflichen Handlungskompetenzen gemäss separatem Leistungszielkatalog. Die IPT umfassen mindestens 160 Lektionen im konzentrierten und mindestens 520 Lektionen im integrierten Modell. IPT weisen folgende Merkmale auf: Aktuelle kaufmännische Praxis: Inhalte und Arbeitsumgebung lehnen sich stark an diese an. Die Lernenden erfüllen Aufgaben, wie sie in der kaufmännischen Praxis für Kaufleute nach der Ausbildung typisch sind. Die IPT werden laufend der Entwicklung in der betrieblichen Praxis angepasst. Integrale Aufgabenstellungen: Für die Bewältigung dieser Aufgaben werden Kenntnisse und Fähigkeiten aus verschiedenen Unterrichtsbereichen sowie Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen (MSSK) kombiniert. Weitere Leistungsziele sind möglich, aber nicht Schwerpunkt. Der Schullehrplan macht diese Integration materiell wie auch organisatorisch transparent. Definiertes Ergebnis ( Produkt ): Die Tätigkeit des/der Lernenden führt zu einem definierten Ergebnis mit unmittelbarem betrieblichen Nutzen. Entwicklung: Es werden erfahrene kaufmännische Berufsleute beigezogen. Infrastruktur und Hilfsmittel entsprechen soweit wie möglich der Arbeitswelt. Die Lernenden haben Kontakt zur Aussenwelt, z. B. zu Kundinnen/Kunden. Betreuende: Sind entweder Lehrpersonen mit ausgewiesener kaufmännischer Praxiserfahrung und/oder kaufmännische Berufsleute mit methodisch-didaktischen Kenntnissen. Sie handeln als Begleitende und Coaches und weniger als Wissensvermittelnde. Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit: Die Lernenden arbeiten selbständig. Unmittelbares Feedback durch die Betreuenden über die Konsequenzen des eigenen Tuns unterstützen eigenverantwortliches Handeln. 3 Vgl. Anhang 2. 4 Die Schulen erstellen die LLD für die IPT _Erlass_d_2014_11_21.docx 10
11 4.3.2 Formen Formen von IPT sind: a. Auftragsübernahmen (reale Kundenaufträge oder Teile davon werden an die Schulen delegiert und durch die Lernenden abgewickelt); b. Übungsfirmen (fiktive Produkte und Geldströme, reale Aussenkontakte); c. Juniorfirmen (reale Produkte und Geldströme, reale Aussenkontakte); d. Lernbüros (fiktive Produkte und Geldströme, fiktive Aussenkontakte); e. Mischformen zwischen a) bis d) Instrumente Während eines IPT werden folgende Instrumente eingesetzt: a. Planung und Evaluation: Lehrpersonen der verschiedenen Fächer sowie Berufsleute bereiten unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Lernenden gemeinsam die Aufgabenstellungen vor. Jeder IPT wird durch die Lehrenden und Lernenden evaluiert und auf Grund der Ergebnisse werden allfällige Massnahmen abgeleitet. b. Dokumentation: Jeder IPT ist klar und verständlich beschrieben, so dass die Lernenden ihre Aufgaben und die Beurteilungskriterien im Voraus kennen. c. Teamarbeit: Die Lernenden arbeiten in Kleingruppen, ihre Aufgaben bearbeiten sie aber individuell. d. Betreuung: Um eine optimale Betreuung zu gewährleisten, sollte das Verhältnis zwischen Betreuenden zu Lernenden 1:12 im Idealfall; 1:16 maximal, nicht überschreiten. e. Lern- und Leistungsdokumentation (LLD): Die Lernenden weisen die in den IPT erworbenen Kompetenzen laufend in ihrer schulischen LLD nach. Diese dient zur regelmässigen Selbstreflexion und dokumentiert die erworbenen Handlungskompetenzen und die absolvierten Kompetenznachweise (vgl. Teil D, Kapitel 1). Dabei wird das Ausbildungsund Leistungsprofil als Planungs-, Umsetzungs- und Kontrollinstrument aktiv eingesetzt IPT im konzentrierten Modell Der Schwerpunkt der IPT im konzentrierten Modell liegt in der Vorbereitung auf das Langzeitpraktikum. Grundlage für die IPT bildet der Leistungszielkatalog der Ausbildungs- und Prüfungsbranche Dienstleistung und Administration (D&A) (vgl. Anhang 1). Bei branchenhomogenen Klassen gelten die branchenspezifisch definierten und den IPT zugeordneten Leistungsziele im entsprechenden Leistungszielkatalog der jeweiligen beteiligten Ausbildungs- und Prüfungsbranche (vgl. Anhang 2). Branchenhomogene Klassen bzw. Ausbildungsangebote bilden die Ausnahme (vgl. Teil A, Seite 16) und sind auf eine einzige Ausbildungs- und Prüfungsbranche ausgerichtet. Voraussetzung zur Führung von branchenhomogenen Klassen ist neben dem branchenspezifischen Leistungszielkatalog ein Konzept zur Kooperation zwischen der Ausbildungs- und Prüfungsbranche und den Schulen. Unter diesen Voraussetzungen können die IPT branchenspezifisch angepasst und die ÜK bei Bedarf zeitlich und inhaltlich auf die IPT ausgerichtet werden. _Erlass_d_2014_11_21.docx 11
12 4.3.5 IPT im integrierten Modell Im integrierten Modell liegt die Verantwortung für den Erwerb der beruflichen Handlungskompetenzen fast ausschliesslich bei der Schule. In den IPT müssen deshalb die Inhalte, Instrumente und Formen entsprechend sorgfältig gewählt und aufeinander abgestimmt werden. Basis bildet der Leistungszielkatalog Branche Dienstleistung und Administration (D&A) (vgl. Anhang 1). 4.4 Problemorientierter Unterricht (POU) Der POU als didaktisches Prinzip ist eine Anforderung an den Unterricht in den theoretischen Fächern. Er verfolgt die Zielsetzungen gemäss Teil A: Berufliche Handlungskompetenzen, ist schülerzentriert und verwendet erweiterte Lehr- und Lernformen. POU, im Sinne dieses Bildungsplans, orientiert sich an Problemstellungen und Situationen aus der kaufmännischen betrieblichen Praxis, wie sie die lernende Person nach der Grundbildung antreffen könnte. Der Unterricht geht von konkreten betrieblichen Aufgabenstellungen oder Situationen aus, welche Kompetenzen aus verschiedenen Bereichen (z.b. aus Recht, Betriebswirtschaft, Sprache, Information, Kommunikation, Administration) kombinieren. Die einzelne Disziplin mit ihrer an die Wissenschaft angelehnten Systematik tritt in den Hintergrund. POU wird im Schullehrplan konkretisiert. Dieser a. weist für das Fach Information, Kommunikation, Administration (IKA), die Wirtschafts- sowie Sprachfächer zumindest die in der Lektionentafel (Teil B, Kapitel 2.1, bzw. Kapitel 2.2) verlangten Anteile von POU aus; b. beschreibt die berufspraktischen Situationen; c. ordnet diesen die Leistungsziele sowie die MSSK zu; d. definiert die Schnittstellen zum theoretisch-schulischen Unterricht und IPT. 75% von IKA, unterstützt durch die Sprachfächer sowie etwa 25% in den Wirtschaftsfächern, werden als POU unterrichtet. Im integrierten Modell werden mindestens 700 Lektionen als POU umgesetzt, im konzentrierten Modell mindestens 720 Lektionen. Der POU verteilt sich auf die gesamte Schulzeit in den genannten Fächern. 4.5 Betriebspraktikum (BP) Kurzzeitpraktikum a) Allgemeines Die Verantwortung für das Kurzzeitpraktikum liegt bei der Schule. Es ist keine kantonale Bewilligung erforderlich. Der Praktikumsbetrieb erhält eine Beschreibung der vermittelten Kompetenzen, inkl. Ressourcen (Wissen, Fertigkeiten und Haltungen). Gestützt darauf erarbeiten die Betreuenden aus Schule und Betrieb gemeinsam die Zielsetzungen für das Kurzzeitpraktikum. b) Integriertes Modell Im integrierten Modell wird ein Kurzzeitpraktikum von vier aufeinanderfolgenden Wochen angeboten. Dieses kann in begründeten Ausnahmefällen von der kantonalen Behörde durch 120 zusätzliche Lektionen IPT ersetzt werden. _Erlass_d_2014_11_21.docx 12
13 c) Konzentriertes Modell Im konzentrierten Modell kann zusätzlich zum Langzeitpraktikum ein Kurzzeitpraktikum von mindestens 2 Wochen angeboten werden. Das Langzeitpraktikum wird dadurch nicht verkürzt. Das Kurzzeitpraktikum kann den Umfang von IPT um höchstens 40 Lektionen reduzieren Langzeitpraktikum im konzentrierten Modell a) Inhalt Der Schwerpunkt der BbP liegt beim konzentrierten Modell im Langzeitpraktikum. Die Lernenden erfüllen die gleichen beruflichen Aufgaben gemäss branchenspezifischem Leistungszielkatalog wie die Lernenden der betrieblich organisierten Grundbildung. Die Leistungsziele sowie die LLD im Langzeitpraktikum richten sich nach der, durch den Praktikumsbetrieb gewählten, beteiligten Ausbildungs- und Prüfungsbranche. Diese organisiert die ük und nominiert die Expertinnen und Experten für das Qualifikationsverfahren in beruflicher Praxis. Das Langzeitpraktikum basiert auf einem Praktikumsvertrag zwischen Betrieb und lernender Person. Dieser Vertrag nennt Rechte und Pflichten von Betrieb und lernender Person sowie die Namen der zuständigen Betreuungspersonen in Betrieb und beim Anbieter bzw. der Schule 5. Der Vertrag zwischen Schule und Betrieb ist gemäss Art. 15 BBV geregelt. Zudem gelten die Anforderungen gemäss Musterpflichtenheft im Qualitätssicherungskonzept zur Bildung in beruflicher Praxis in Bildungsgängen der schulisch organisierten Grundbildung der SBBK. b) Zeitpunkt Das Vollzeitpraktikum von zwölf Monaten (inkl. Ferien gemäss Art. 345a, Abs. 3 OR) schliesst an die schulische Ausbildung an und darf nicht unterbrochen oder durch kompensatorische Elemente gekürzt werden. c) Anforderungen an die Praktikumsbetriebe Die Anforderungen richten sich nach Abschnitt 6 der Bildungsverordnung. Die Praktikumsbetriebe führen die ALS und, falls vorgesehen, die PE durch. Der Praktikumsbetrieb bildet gemäss dem Leistungszielkatalog der beteiligten Ausbildungs- und Prüfungsbranche aus. Er sichert den Besuch der ük und bereitet die Lernenden ergänzend zu den ük auf das betriebliche QV vor. d) Verantwortung und Betreuung Die Vermittlung der Praktikumsstellen erfolgt gemäss Art. 15 BBV. Massgebend für die Begleitung der Praktikantinnen und Praktikanten durch die Schulen sind die Mindestaufgaben gemäss dem Musterpflichtenheft für das Langzeitpraktikum. Darin geregelt sind die Zusammenarbeit zwischen Anbieter bzw. Schule und dem Praktikumsbetrieb. Die Schulen konkretisieren das Musterpflichtenheft, insbesondere die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, die Struktur und Dauer sowie die Art und Weise der Evaluation des Verlaufs und der Resultate im Betriebspraktikum 6. 5 Ein entsprechendes Formular kann über den SDBB bezogen werden. 6 vgl. Musterpflichtenheft der SBBK _Erlass_d_2014_11_21.docx 13
14 Die beschriebenen Aufgaben können auch an eine geeignete Organisation übertragen werden, mit dem der Anbieter bzw. die Schule eine Zusammenarbeitsvereinbarung abgeschlossen hat 7. Umfang und Aufgaben der Betreuung im Langzeitpraktikum sind im Qualitätssicherungskonzept der SBBK festgehalten (vgl. Anhang 1). 4.6 Überbetriebliche Kurse (ük) Im konzentrierten Modell ergänzen ük während des Langzeitpraktikums die BbP. Sie werden durch die, an der SOG beteiligten, Ausbildungs- und Prüfungsbranchen organisiert und durchgeführt. In den ük wird die Lern- und Leistungsdokumentation (LLD) der Branche eingeführt, berufspraktische Inhalte vermittelt, gegebenenfalls ük-kompetenznachweise (ük-kn) oder Prozesseinheiten (PE) durchgeführt sowie die Lernenden auf den betrieblichen Teil des QV vorbereitet. Weiteres ist im Teil C: Organisation, Aufteilung und Dauer der überbetrieblichen Kurse ersichtlich. Im integrierten Modell sind keine ük vorgesehen. 4.7 Lern- und Leistungsdokumentation Während der Ausbildung führt die lernende Person eine LLD (vgl. BiVo Art sowie Art. 31, Abs. 1) LLD in der Schule Die in den integrierten Praxisteilen geführte LLD dient der regelmässigen Selbstreflexion, dokumentiert die im Rahmen der IPT erworbenen Handlungskompetenzen (individuelles Ausbildungsund Leistungsprofil) sowie die absolvierten Qualifikationselemente (vgl. Teil D, Kapitel 1). Für die Herausgabe dieser LLD ist die Schule verantwortlich. Bei branchenhomogenen Klassen wird die LLD durch die jeweilige beteiligte Ausbildungs- und Prüfungsbranche herausgegeben (Voraussetzungen vgl. Kapitel 4.3.4) Die Details zur LLD sind in den Ausführungsbestimmungen der Schweizerischen Kommission für Berufsentwicklung und Qualität (SKBQ) Kauffrau / (vgl. Anhang 1) geregelt LLD während des Langzeitpraktikums (konzentriertes Modell) Die LLD der jeweiligen beteiligten Ausbildungs- und Prüfungsbranchen ist die verbindliche Grundlage für das Langzeitpraktikum. In der LLD wird auf die wichtigsten Besonderheiten der Ausbildung im Betrieb und in den ük sowie des betrieblichen Teils des QV eingegangen. 7 vgl. Dossier Praktikumsvertrag der SBBK _Erlass_d_2014_11_21.docx 14
15 Teil A: Berufliche Handlungskompetenzen Um berufliche Anforderungen zu erfüllen und zu bewältigen, brauchen die Berufsleute berufliche Handlungskompetenzen. Sie bestehen aus einem spezifischen Bündel von Fachkompetenzen, MSSK jeweils bestimmt durch die Anforderungen einer Situation, Aufgabe oder Problemstellung. Mit dem Kompetenzwürfel wird dieses Zusammenwirken unterschiedlicher Qualifikationselemente in fachlicher, methodischer, zwischenmenschlicher und persönlicher Hinsicht veranschaulicht: Die beruflichen Handlungskompetenzen sind im betrieblichen, wie auch im schulischen Bereich, gemäss den Fachkompetenzen gegliedert. In der betrieblichen Ausbildung wird etwa im Bereich Branche und Betrieb die fachliche Handlungskompetenz Kunden beraten gefördert. In dieser werden geeignete MSSK aufgebaut, wie etwa Erfolgreiches Beraten und Verhandeln und Kommunikationsfähigkeit. In der schulischen Ausbildung wird im Unterrichtsbereich Wirtschaft und Gesellschaft die fachliche Handlungskompetenz Finanzwirtschaftliche Zusammenhänge gefördert. Im Rahmen dieser Kompetenz werden aber auch die MSSK Lernfähigkeit und Vernetztes Denken und Handeln integrativ geschult. Die betrieblichen und schulischen Fachkompetenzen wie auch die MSSK werden nachfolgend detailliert dargestellt. Sie dürfen aber jeweils nicht für sich isoliert betrachtet werden, sondern bilden ein Handlungskompetenzbündel in einer jeweils ganz spezifischen, beruflichen Anforderungssituation. _Erlass_d_2014_11_21.docx 15
16 Standardsprache regionale Landessprache (LS) Fremdsprachen (FS) 2. Landessprache und/oder Englisch Information, Kommunikation, Administration (IKA) Wirtschaft und Gesellschaft (W&G) SOG+ (optional) Kauffrau EFZ Die beruflichen Handlungskompetenzen lassen sich in der kaufmännischen Grundbildung im Überblick wie folgt darstellen: H a n d l u n g s k o m p e t e n z b e r e i c h e 1. Fachkompetenzen Branche und Betrieb Material/Waren oder Dienstleistungen bewirtschaften 2. Kunden beraten 3. Aufträge abwickeln 4. Massnahmen des Marketings- und der Öffentlichkeitsarbeit umsetzen 5. Aufgaben der Personaladministration ausführen 6. Finanzwirtschaftliche Prozesse ausführen 7. Administrative und organisatorische Tätigkeiten ausüben 8. Kenntnisse über die eigene Branche und den eigenen Betrieb anwenden 2. Methodenkompetenzen 2.1 Effizientes und systematisches Arbeiten 2.2 Vernetztes Denken und Handeln 2.3 Erfolgreiches Beraten und Verhandeln 2.4 Wirksames Präsentieren 3. Sozial- und Selbstkompetenzen 3.1 Leistungsbereitschaft 3.2 Kommunikationsfähigkeit 3.3 Teamfähigkeit 3.4 Umgangsformen 3.5 Lernfähigkeit 3.6 Ökologisches Bewusstsein Die acht beruflichen Fachkompetenzen aus Branche und Betrieb (Kap. 1.1), zusammen mit den MSSK (Kap. 2 / Kap. 3) befähigen zum branchenspezifisch kompetenten Handeln im Beruf. Sie werden durch allgemeine Basiskompetenzen in den Bereichen Sprachen, Information, Kommunikation, Administration (IKA) sowie Wirtschaft und Gesellschaft (W&G) und optional durch das SOG+-Angebot ergänzt (Kap ). Der Schulunterricht der Bildung in beruflicher Praxis richtet sich grundsätzlich nach den generalistischen beruflichen Fachkompetenzen. Ausnahme: Bei branchenhomogenen Klassen kann die zuständige Ausbildungs- und Prüfungsbranche diese Leistungsziele branchenspezifisch formulieren (vgl. unten 1.1). _Erlass_d_2014_11_21.docx 16
17 1. Fachkompetenzen Die Fachkompetenzen werden in den einzelnen Leistungszielkatalogen über drei Ebenen konkretisiert: Mit den Leitzielen werden in allgemeiner Form die Themengebiete und die Kompetenzbereiche der Grundbildung beschrieben und begründet, warum diese für die Kaufleute wichtig sind. Richtziele konkretisieren die Leitziele und beschreiben Einstellungen, Haltungen oder übergeordnete Verhaltenseigenschaften der Lernenden. Mit den Leistungszielen wiederum werden die Richtziele in konkretes Handeln umgesetzt, das die Kaufleute am Ende der Ausbildung zeigen sollen. Die in den Leistungszielkatalogen aufgeführten Bildungsziele sind verbindlich und prüfungsrelevant. Sie gelten als Mindestanforderung für die Ausbildung und als Maximalanspruch für das Qualifikationsverfahren. 1.1 Branche und Betrieb Die acht Fachkompetenzen Branche und Betrieb werden an den Lernorten der Bildung in beruflicher Praxis vermittelt 8. Im konzentrierten Modell werden die branchenspezifischen Leistungszielkataloge und branchenspezifischen Qualifikationsprofile von den beteiligten Ausbildungs- und Prüfungsbranchen definiert und den Lernorten zugeteilt. Die im schulischen Unterricht vermittelten Fachkompetenzen sind in unterrichtsbereichsspezifischen Leistungszielkatalogen definiert: 1.2 Unterrichtsbereich Standardsprache (regionale Landessprache) Grundlagen und Regeln der Sprache anwenden Inhalte erfassen und Absichten erkennen Texte interpretieren Texte sach- und adressatengerecht verfassen Informationen beschaffen, verarbeiten und präsentieren Mündlich und schriftlich argumentieren Mündlich kommunizieren 1.3 Unterrichtsbereich Fremdsprachen (2. Landessprache und/oder Englisch) Hören / Sprechen Lesen Schreiben Grundlagen der Fremdsprachen anwenden 8 In den Umsetzungsdokumenten können die in den branchen- bzw. unterrichtsspezifischen Leistungszielkatalogen definierten Leistungsziele sowie die MSSK in Teilfähigkeiten unterteilt werden. Es muss zwingend darauf geachtet werden, dass die nachgelagerten Ebenen Präzisierungen des betreffenden Leistungszieles, bzw. der MSSK sind, und keine neuen Inhalte darstellen. _Erlass_d_2014_11_21.docx 17
18 1.4 Unterrichtsbereich Information, Kommunikation, Administration (IKA) Informationsmanagement und Administration Grundlagen der Informatik Schriftliche Kommunikation Präsentation Tabellenkalkulation Textgestaltung Betriebssystem und Dateimanagement (B-Profil) Gestaltung von Bildern (B-Profil) Automatisierungsmöglichkeiten im Bürobereich (B-Profil) und Internet (B-Profil) 1.5 Unterrichtsbereich Wirtschaft und Gesellschaft (W&G) Finanzwirtschaftliche Zusammenhänge Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge Recht und Staat Gesamtwirtschaftliche und -gesellschaftliche Zusammenhänge 1.6 SOG Mathematik Die zu erreichenden Lernziele in Mathematik sind in separaten Lernzielkatalogen der SBBK definiert (vgl. Anhang 1) Geschichte und Staatslehre Die zu erreichenden Lernziele in Geschichte und Staatslehre sind in separaten Lernzielkatalogen der SBBK definiert (vgl. Anhang 1) Weitere Fächer Der Schullehrplan definiert die weiteren Fächer sowie deren Zielsetzungen. Damit die erzielten Noten im Notenausweis ausgewiesen werden können, sind die Anforderungen unter Grundlagen der SOG, Kap. 3.3 zu beachten. 9 Gestützt auf BiVo Art. 27, Abs. 4 und 5 _Erlass_d_2014_11_21.docx 18
19 2. Methodenkompetenzen 2.1 Effizientes und systematisches Arbeiten Ich führe meine Arbeiten effizient und systematisch aus. Ich wähle Informationsquellen aufgabenbezogen aus und beschaffe mir zielgerichtet die erforderlichen Informationen; plane meine Arbeiten und Projekte, setze Prioritäten und entscheide situationsgerecht; führe meine Arbeiten kostenbewusst und zielorientiert aus; kontrolliere und dokumentiere meine ausgeführten Arbeiten; reflektiere meine Arbeiten und mein Handeln, um meine Leistungen und mein Verhalten zu optimieren. Dazu setze ich passende Methoden und Hilfsmittel ein Vernetztes Denken und Handeln Ich stelle meine Tätigkeit in den Zusammenhang mit anderen Aktivitäten meiner Unternehmung oder Organisation für die ich arbeite. Ich stelle betriebswirtschaftliche Prozesse, Organisationsformen und gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge verständlich dar; erkenne Abhängigkeiten und Schnittstellen; trage in meinem Arbeitsbereich und -umfeld dazu bei, Arbeitsabläufe zu optimieren. Dazu setze ich passende Methoden und Hilfsmittel ein Erfolgreiches Beraten und Verhandeln Ich setze wirksame Methoden für Beratungen und Verhandlungen mit externen und internen Partnerinnen und Partnern ein. Ich kläre Bedürfnisse und Standpunkte; erkenne und verstehe verbale und nonverbale Botschaften der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner; erarbeite angemessene Lösungsvorschläge; erziele für die Beteiligten gute und erfolgreiche Ergebnisse. 10 Aus schulischer Sicht können hier etwa eingesetzt werden (nicht abschliessend): - Suchstrategien im Netz - Handlungsorientierte Strategien (wie etwa IPERKA) - Entscheidungstechniken (Nutzwertanalyse, Entscheidungsbaum, Pro-/Contra-Liste etc.) - Hilfsmittel für Projektarbeiten (wie etwa ein Projekttagebuch) 11 Aus schulischer Sicht können hier etwa eingesetzt werden (nicht abschliessend): - Vernetztes Denken (etwa Netzwerke, Feedbackdiagramme) - Prozessablaufdiagramme _Erlass_d_2014_11_21.docx 19
20 2.4 Wirksames Präsentieren Ich zeichne mich aus durch wirksames Präsentieren meiner Arbeiten, indem ich: Präsentationen plane und vorbereite; Präsentationen überzeugend durchführe; Rhetorik und Körpersprache angemessen einsetze; Präsentationshilfsmittel adressaten- und situationsgerecht einsetze. 3. Sozial- und Selbstkompetenzen 3.1 Leistungsbereitschaft Ich bin leistungsbereit. Ich gehe meine Arbeiten motiviert und überlegt an; erfülle die Anforderungen und Anliegen meiner Auftraggeberinnen und Auftraggeber sowie Geschäftspartnerinnen und -partner; halte mich an Termine und Qualitätsvorgaben; bin belastbar, erkenne schwierige Situationen und hole mir bei Bedarf Unterstützung; übernehme Verantwortung für meine Arbeiten und mein Verhalten. 3.2 Kommunikationsfähigkeit Ich bin kommunikationsfähig und zeige ein ausgeprägtes kundenorientiertes Verhalten. Ich nehme mündliche und schriftliche Aussagen differenziert wahr und bin offen gegenüber Ideen und Meinungen meiner Gesprächspartnerinnen und -partner; drücke mich mündlich und schriftlich sach- und adressatengerecht aus und teile meine Standpunkte und Vorschläge klar und begründet mit; bewältige herausfordernde Situationen, indem ich Missverständnisse und Standpunkte kläre und Lösungen anstrebe; übe Diskretion, damit die Interessen meiner Gesprächspartnerinnen und -partner und gegenüber der eigenen Unternehmung oder Organisation gewahrt bleiben. 3.3 Teamfähigkeit Ich arbeite selbstständig und auch im Team. Im Team bringe ich eigene Beiträge ein, akzeptiere getroffene Entscheide und setze diese um; übe ich konstruktive Kritik und bin auch fähig, Kritik entgegenzunehmen und zu akzeptieren; übernehme ich Verantwortung für das Resultat einer Teamarbeit und vertrete die Lösung nach aussen. _Erlass_d_2014_11_21.docx 20
21 3.4 Umgangsformen Ich lege im persönlichen Verhalten Wert auf gute Umgangsformen. Ich bin pünktlich und zuverlässig, halte Ordnung und handle gewissenhaft; passe meine Erscheinung den Gepflogenheiten der Unternehmung oder Organisation an und trete situationsgerecht auf; halte in der mündlichen und schriftlichen Kommunikation sowie im Verhalten die Höflichkeitsregeln ein; begegne den Menschen mit Anstand und Respekt. 3.5 Lernfähigkeit Ich bin mir des stetigen Wandels in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft bewusst und bin bereit, mir immer wieder neue Kompetenzen anzueignen. Ich bin offen für Neues und reagiere flexibel auf Veränderungen; wende geeignete Lern- und Kreativitätstechniken an und übertrage Gelerntes in die Praxis; reflektiere meinen Lernprozess und dokumentiere meine Fortschritte in geeigneter Form; bin mir bewusst, dass durch ein lebenslanges Lernen meine Arbeitsmarktfähigkeit und meine Persönlichkeit gestärkt wird; Dazu setze ich passende Methoden und Hilfsmittel ein Ökologisches Bewusstsein Ich verhalte mich umweltbewusst und befolge entsprechende Vorschriften und Verhaltensregeln. Insbesondere verwende ich Energie, Güter, Arbeits- und Verbrauchsmaterial sparsam; gehe ich mit Einrichtungen sorgfältig um; entsorge ich Abfälle umweltgerecht. 12 Aus schulischer Sicht können hier etwa eingesetzt werden (nicht abschliessend): - Lernstrategien (Lesen, Strukturieren, Notizen nehmen, Prüfungsstrategien etc.) - Kreativitätstechniken (Brainstorming, Morphologischer Kasten, Methode etc.) _Erlass_d_2014_11_21.docx 21
22 4. Beschreibung der Taxonomiestufen Die Angabe der Taxonomiestufen bei den Leistungszielen dient dazu, deren Anspruchsniveau zu bestimmen. Es werden sechs Kompetenzstufen unterschieden (K1 bis K6). Im Einzelnen bedeuten sie: 4.1 K1 Wissen Informationen wiedergeben und in gleichartigen Situationen abrufen. Beispiel: Ich nenne die Vor- und Nachteile der Einzelunternehmung, der GmbH und der AG. 4.2 K2 Verstehen Informationen nicht nur wiedergeben, sondern auch verstehen. Beispiel: Ich zeige unseren Kunden die wichtigsten Prozesse des Verkaufssupportes in den Absatzkanälen auf und beschreibe ihnen die Vor- und Nachteile bei der Wahl der verschiedenen Absatzkanäle. 4.3 K3 Anwenden Informationen über Sachverhalte in verschiedenen Situationen anwenden. Beispiel: Ich bereite Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Informationsanlässe für Kunden effizient und zielorientiert vor und nach. Dabei erledige ich alle Arbeiten von der Ausschreibung, Organisation, Begleitung, Durchführung bis hin zum Abschluss. 4.4 K4 Analyse Sachverhalte in Einzelelemente gliedern, die Beziehung zwischen Elementen aufdecken und Zusammenhänge erkennen. Beispiel: Ich führe die Kasse pflichtbewusst und genau. Ich eröffne, führe, kontrolliere und schliesse die Kasse und führe das Kassenbuch. 4.5 K5 Synthese Einzelne Elemente eines Sachverhalts kombinieren und zu einem Ganzen zusammenfügen oder eine Lösung für ein Problem entwerfen. Beispiel: Ich verfasse selbstständig die folgenden Dokumente korrekt und gemäss Vorgaben: s Aktennotizen Briefe Berichte Texte für Websites Ich leite sie an Kunden, Vorgesetzte oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter und lege sie sicher und nachvollziehbar ab. 4.6 K6 Beurteilung Bestimmte Informationen und Sachverhalte nach vorgegebenen oder selbstgewählten Kriterien beurteilen. Beispiel: Ich beurteile die Richtigkeit und Angemessenheit einer Offerte anhand von selbstbestimmten Kriterien. _Erlass_d_2014_11_21.docx 22
23 Teil B: Lektionentafeln 1. Inhaltliche Anforderungen an die beiden schulischen Profile Basis-Grundbildung (B-Profil) Erweiterte Grundbildung (E-Profil) Standardsprache (reg. Landessprache) Fremdsprache 1 Identische Anforderungen gemäss vorliegendem Bildungsplan Erhöhte Anzahl Lektionen in der Basis-Grundbildung Identische Anforderungen gemäss vorliegendem Bildungsplan Erhöhte Anzahl Lektionen in der Basis-Grundbildung Fremdsprache 2 IKA W&G keine Gemeinsame Ziele B-/E-Profil, plus zusätzliche Ziele Gemeinsame Ziele B-/E-Profil Anforderungen gemäss vorliegendem Bildungsplan Gemeinsame Ziele B-/E-Profil Gemeinsame Ziele B-/E-Profil, plus zusätzliche Ziele V&V / SA / ÜfK Zusätzliche, allgemeinbildende Fächer (SOG+) Identische Anforderungen, identisches Zeitbudget Identische Anforderungen, identisches Zeitbudget _Erlass_d_2014_11_21.docx 23
24 2. Lektionentafeln 2.1 Mindestlektionen SOG mit EFZ (B-, E-Profil) Integriertes Modell Konzentriertes Modell B-Profil E-Profil B-Profil E-Profil Schulunterricht EFZ Standardsprache (regionale Landessprache) Fremdsprache Fremdsprache IKA Wirtschaft & Gesellschaft Vertiefen und Vernetzen sowie SA Überfachliche Kompetenzen IPT Sport Summe EFZ Schulunterricht SOG+ (optional) Geschichte und Staatslehre Mathematik Weitere Fächer Summe SOG+ (optional) Total EFZ und SOG Nachweis Bildung in beruflicher Praxis POU IPT Total BbP an der Schule Betriebspraktikum 4 Wochen 12 Monate Hinweise zur Lektionentafel 75% des Unterrichts in IKA sowie 25% in W&G; zusätzlich unterstützt durch die Sprachfächer, werden problemorientiert unterrichtet. Es steht den Kantonen frei, zusätzlich zu den EFZ-Fächern weitere Fächer im SOG+-Angebot anzubieten. Mehrlektionen im Vergleich zur betrieblich organisierten Grundbildung begründen sich mit der fehlenden betrieblichen Praxis und der unterschiedlichen didaktischen Rahmenbedingungen an einer Vollzeitschule. 13 Gemäss Art. 52, Abs. 2, Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung: Mindestens 80 Lektionen pro Schuljahr _Erlass_d_2014_11_21.docx 24
25 2.2 Lektionenzahlen SOG mit Berufsmaturität Typ Wirtschaft Integriertes Modell E-Profil mit BM Konzentriertes Modell E-Profil mit BM BM-Fächer Erste Landessprache Zweite Landessprache Dritte Sprache/Englisch Mathematik Finanz- und Rechnungswesen Wirtschaft und Recht Geschichte und Politik Technik und Umwelt IDPA Summe EFZ-Fächer IKA Vertiefen und Vernetzen Überfachliche Kompetenzen IPT Sport Summe EFZ und BM SOG+ (optional) Weitere Fächer Total EFZ, BM und SOG Nachweis Bildung in beruflicher Praxis POU IPT Summe BbP an der Schule Betriebspraktikum 4 Wochen 12 Monate IDAF (10% der Lektionen der BM-Fächer) Hinweise zur Lektionentafel Das konzentrierte Modell mit BM kann auch in anderen Umsetzungsvarianten mit den Mindestlektionen für das EFZ gemäss Tabelle 2.1 in Verbindung mit den Lektionenzahlen für die Berufsmaturität gemäss RLP-BM angeboten werden. 14 Gemäss Art. 52, Abs. 2, Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung: Mindestens 80 Lektionen pro Schuljahr _Erlass_d_2014_11_21.docx 25
26 75% des Unterrichts in IKA sowie 25% in den Wirtschaftsfächern Finanz- und Rechnungswesen sowie Wirtschaft und Recht ; zusätzlich unterstützt durch die Sprachfächer, werden problemorientiert unterrichtet. Es steht den Kantonen frei, zusätzlich zu den BM-Fächern weitere Fächer im SOG+-Angebot anzubieten. Mehrlektionen im Vergleich zur betrieblich organisierten Grundbildung begründen sich mit der fehlenden betrieblichen Praxis und der unterschiedlichen didaktischen Rahmenbedingungen an einer Vollzeitschule. 3. Lerngefäss Vertiefen und Vernetzen (V&V) und Selbstständige Arbeit (SA) Die Arbeitswelt verlangt ein verstärktes prozessorientiertes und bereichsübergreifendes Denken und Handeln. Deshalb sollen MSSK (wie effizientes und systematisches Arbeiten, vernetztes Denken und Handeln, wirksames Präsentieren, Lernfähigkeit, etc.) während der Grundbildung gefördert werden. Diese Kompetenzen sind an allen drei Lernorten gezielt zu fördern. Am Lernort Schule eignet sich dazu insbesondere das Lerngefäss Vertiefen und Vernetzen (V&V). V&V bietet ein Lern-, Arbeits- und Beurteilungsgefäss, das die ganzheitliche, problem- und handlungsorientierte Arbeitsweise der Lernenden fördert. Im Verlauf der Ausbildung sind drei V&V- Module durchzuführen. Ein V&V-Modul soll den folgenden Kriterien gerecht werden: Die leitende Problemstellung ist komplex, Leistungsziele aus W&G, IKA und der Standardsprache werden vertieft und unterrichtsbereichsübergreifend vernetzt; es werden betriebswirtschaftliche Prozesse abgebildet; der Aufbau von MSSK wird unterstützt; ein Modul hat exemplarischen Charakter und ist nicht auf die primäre Anwendbarkeit im Betrieb ausgerichtet. Einzelheiten zum Lerngefäss V&V und Selbstständige Arbeit werden in einer Ausführungsbestimmung der SKBQ geregelt. 4. Lerngefäss Überfachliche Kompetenzen (ÜfK) An den Schulen besteht ein Lerngefäss Überfachliche Kompetenzen im Umfang von 40 Lektionen. MSSK werden kontinuierlich von Anbeginn der Ausbildung gefördert, sei dies in den fachlichen Unterrichtsbereichen (W&G; IKA; Sprachen, Sport) oder in den Lerngefässen IPT, überfachliche Kompetenzen und Vertiefen & Vernetzen und Selbstständige Arbeit. Einzelheiten zum Lerngefäss ÜfK werden in einer Ausführungsbestimmung der SKBQ geregelt. _Erlass_d_2014_11_21.docx 26
Bildungsplan Kaufmännische Grundbildung mit EFZ. Inhaltsverzeichnis
Bildungsplan Kaufmännische Grundbildung mit EFZ Inhaltsverzeichnis EINLEITUNG... 3 VORBEMERKUNGEN... 3 BERUFSBILD... 4 ERLÄUTERUNG ZUR HANDHABUNG DES BILDUNGSPLANS... 4 EIN BERUF MIT ZWEI SCHULISCHEN AUSRICHTUNGEN...

References: Art. 4
 Art. 19
 Art. 24
 Art. 31
 Art. 43
 Art. 28
 Art. 345
 Art. 15
 Art. 345
 Art. 15
 Art. 31
 Art. 27
 Art. 52
 Art. 52