Source: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Aufhebungsvertrag_Anfechtung_Widerruf.html
Timestamp: 2016-10-24 03:18:36+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: Aufhebungsvertrag und Anfechtung, Widerruf
In­for­ma­tio­nen zum The­ma Auf­he­bungs­ver­trag und An­fech­tung, Wi­der­ruf: von Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Le­sen Sie hier, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Sie ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag we­gen Täu­schung oder Dro­hung durch ei­ne An­fech­tung be­sei­ti­gen kön­nen.
Im Ein­zel­nen fin­den Sie Hin­wei­se zu der Fra­ge, wann ei­ne Täu­schung durch Ih­ren Ver­trags­part­ner �arg­lis­tig� und wann ei­ne Dro­hung �wi­der­recht­lich� ist.
Au­ßer­dem fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, war­um das für Ver­brau­cher in vie­len Fäl­len be­ste­hen­de Wi­der­rufs­recht für ar­beits­recht­li­che Auf­he­bungs­ver­trä­ge nicht gilt.
Kann man ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag an­fech­ten? Wann können Sie ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag we­gen wi­der­recht­li­cher Dro­hung an­fech­ten? Wann können Sie ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag we­gen arg­lis­ti­ger Täuschung an­fech­ten? Wann können Sie ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag we­gen Irr­tums an­fech­ten? Können Sie ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag wi­der­ru­fen? Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Auf­he­bungs­ver­trag und An­fech­tung, Wi­der­ruf? Was k�n­nen wir f�r Sie tun?
Kann man ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag an­fech­ten? Ein Recht zur An­fech­tung hat nach den Vor­schrif­ten des Bürger­li­chen Ge­setz­buchs (BGB) je­der, der sich bei Ab­schluss ei­nes Ver­trags über den In­halt sei­ner Erklärung oder über we­sent­li­che Ei­gen­schaf­ten des Ver­trags­ge­gen­stan­des ge­irrt hat oder der zum Ver­trags­schluss mit un­lau­te­ren Me­tho­den genötigt wur­de, al­so et­wa mit Hil­fe ei­ner Täuschung oder Dro­hung. Die­se im Prin­zip im­mer denk­ba­re Möglich­keit, sich von ei­nem Ver­trag durch ei­ne An­fech­tungs­erklärung wie­der zu lösen, hilft bei Auf­he­bungs­verträgen aber im Er­geb­nis nur sel­ten. Ent­schei­dend ist nämlich im Ein­zel­fall, ob die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­nes An­fech­tungs­rechts vor­lie­gen oder nicht. Wann können Sie ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag we­gen wi­der­recht­li­cher Dro­hung an­fech­ten? § 123 Abs.1 BGB gibt dem Ver­trags­sch­ließen­den ein An­fech­tungs­recht für den Fall, dass er zum Ver­trags­schluss �durch arg­lis­ti­ge Täuschung oder wi­der­recht­lich durch Dro­hung be­stimmt wor­den ist�. Die Vor­aus­set­zun­gen für ein sol­ches An­fech­tungs­recht können bei Auf­he­bungs­verträgen zwar vor­lie­gen, doch kommt dies sel­ten vor. Droht der Ar­beit­ge­ber z.B. mit ei­ner Kündi­gung für den Fall, dass der Ar­beit­neh­mer kei­nen Auf­he­bungs­ver­trag ab­sch­ließen möch­te, ist ei­ne An­fech­tung we­gen wi­der­recht­li­cher Dro­hung gemäß § 123 BGB nach der Recht­spre­chung möglich, wenn ein "verständi­ger" Ar­beit­ge­ber die an­ge­droh­te Kündi­gung nicht ernst­haft in Erwägung zie­hen durf­te. Konn­te er aber ei­ne Kündi­gung ernst­haft in Erwägung zie­hen, be­deu­tet auch ein sehr �mas­si­ves Dro­hen� mit ihr noch lan­ge nicht, dass ein An­fech­tungs­recht be­steht. BEISPIEL: Der Ar­beit­ge­ber be­haup­tet, zum Aus­spruch ei­ner or­dent­li­chen ver­hal­tens­be­ding­ten Kündi­gung be­rech­tigt zu sein, da der Ar­beit­neh­mer zum wie­der­hol­ten Mal und trotz vor­he­ri­ger Ab­mah­nung ver­spätet bei der Ar­beit er­schie­nen ist. Da­her ver­langt er den Ab­schluss ei­nes Auf­he­bungs­ver­trags und droht mit ei­ner Kündi­gung für den Fall, dass der Ar­beit­neh­mer nicht mit­spielt. Auf­grund der lan­gen Ver­trags­lauf­zeit hätte ei­ne Kündi­gung vor Ge­richt aber mögli­cher­wei­se kei­nen Be­stand. Stimmt der Ar­beit­neh­mer dem Auf­he­bungs­ver­trag zu, kann er nicht an­fech­ten, da der Ar­beit­ge­ber ja nicht grund­los ei­ne Kündi­gung an­ge­droht hat, son­dern die­se je­den­falls ernst­haft in Erwägung zie­hen durf­te. Die Fra­ge, un­ter wel­chen Umständen die An­dro­hung ei­ner Kündi­gung den Ar­beit­neh­mer zur An­fech­tung des Auf­he­bungs­ver­trags be­rech­tigt, ist al­ler­dings meist rei­ne Theo­rie, da sol­che Dro­hun­gen in der Re­gel un­ter vier Au­gen aus­ge­spro­chen wer­den. Dann sind sie nicht be­weis­bar. Ein bloßer Zeit­druck, der vom Ar­beit­ge­ber aus­geübt wird, wird von der Recht­spre­chung nicht als Si­tua­ti­on der wi­der­recht­li­chen Dro­hung an­er­kannt. Wann können Sie ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag we­gen arg­lis­ti­ger Täuschung an­fech­ten? Wie erwähnt, gibt Ih­nen § 123 Abs.1 BGB das Recht, ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag an­zu­fech­ten, falls ei­ne vom Ar­beit­ge­ber verübte �arg­lis­ti­ge Täuschung� der Grund für Ih­re Zu­stim­mung war. Ei­ne sol­che Täuschung kann z.B. dar­in be­ste­hen, dass ei­ne in Wahr­heit nicht be­ste­hen­de be­trieb­li­che Pla­nung be­haup­tet wird, aus der der Weg­fall des Ar­beits­plat­zes fol­gen soll. Auch in sol­chen Kon­stel­la­tio­nen steht der Ar­beit­neh­mer vor dem Pro­blem, die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des An­fech­tungs­rechts im Ein­zel­fall nach­zu­wei­sen. Hier­zu gehört die �Arg­list�, d.h. das Auf­stel­len un­rich­ti­ger Be­haup­tun­gen wi­der bes­se­res Wis­sen. Wann können Sie ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag we­gen Irr­tums an­fech­ten? Gemäß § 119 Abs.1 BGB können Sie ei­nen von Ih­nen ab­ge­schlos­se­nen Auf­he­bungs­ver­trag an­fech­ten, wenn Sie sich bei Ih­rer Zu­stim­mung nicht über den In­halt im Kla­ren wa­ren oder ei­ne Zu­stim­mungs­erklärung gar nicht ab­ge­ben woll­ten. Irrtümer die­ser Art kom­men höchst sel­ten vor und spie­len da­her prak­tisch kei­ne Rol­le. Eher in­ter­es­sant könn­te das An­fech­tungs­recht gemäß § 119 Abs.2 BGB sein, wo­nach ein zur An­fech­tung be­rech­ti­gen­der Irr­tum auch dann vor­liegt, wenn man sich über ei­ne we­sent­li­che Ei­gen­schaft der Per­son oder Sa­che ge­irrt hat, die Ge­gen­stand oder Grund­la­ge des Auf­he­bungs­ver­trags war. Hier könn­te man der An­sicht sein, dass Schwan­ge­re oder schwer­be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer, die ih­re Schwan­ger­schaft bzw. Be­hin­de­rung nicht ken­nen, ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag we­gen Irr­tums an­fech­ten können, da sie ihn bei Kennt­nis ih­res be­son­de­ren Kündi­gungs­schut­zes nicht ab­ge­schlos­sen hätten. Nach der Recht­spre­chung be­steht in sol­chen Fällen ein Recht zur Irr­tums­an­fech­tung al­ler­dings nicht. Da­bei kommt es nicht dar­auf an, ob der Ar­beit­neh­mer sei­nen körper­li­chen Zu­stand ver­kann­te oder ob ihm die dar­aus ab­zu­lei­ten­den Rechts­fol­gen (Son­derkündi­gungs­schutz) un­be­kannt sind. In der Pra­xis kommt es da­her kaum je­mals vor, dass Auf­he­bungs­verträge we­gen Irr­tums an­ge­foch­ten wer­den. Können Sie ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag wi­der­ru­fen? Im Un­ter­schied zu Ver­brau­chern, die ei­nen ih­nen an der Haustür auf­ge­schwatz­ten Ver­trag gemäß § 312 BGB frei wi­der­ru­fen können, ha­ben Ar­beit­neh­mer ein sol­ches Wi­der­rufs­recht nach der Recht­spre­chung nicht. Dies ver­steht sich nicht von selbst, da § 312 Abs.1 Nr.1 BGB als Über­rum­pe­lungs­si­tua­ti­on aus­drück­lich auch �münd­li­che Ver­hand­lun­gen an sei­nem Ar­beits­platz� nennt. Trotz­dem hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) mit Ur­teil vom 27.11.2003 (2 AZR 177/03) ein Wi­der­rufs­recht für ei­nen Fall ver­neint, in dem der Ar­beit­neh­mer im Per­so­nalbüro ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag un­ter­schrie­ben hat. Nach An­sicht des BAG be­fin­det sich der Ar­beit­neh­mer in ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on, d.h. bei ei­nem dienst­li­chen Gespräch im Per­so­nalbüro, nicht in ei­ner �Über­rum­pe­lungs­la­ge�, wie sie et­wa beim Kauf ei­nes Staub­sau­gers oder ei­nes Zei­tungs-Abos an der Woh­nungstür oder in der Straßen­bahn ge­ge­ben ist. Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Auf­he­bungs­ver­trag und An­fech­tung, Wi­der­ruf? Wei­te­re In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Auf­he­bungs­ver­trag und An­fech­tung, Wi­der­ruf in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:
Hand­buch Ar­beits­recht: Ar­beits­ver­trag und all­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen (AGB) - Aus­gleichs­quit­tung
Beiträge un­se­res An­walts­teams zu ak­tu­el­len Ge­richts­ent­schei­dun­gen im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Auf­he­bungs­ver­trag und An­fech­tung, Wi­der­ruf fin­den Sie hier:
Ar­beits­recht ak­tu­ell: 10/233 Dro­hung mit frist­lo­ser Kündi­gung macht Auf­he­bungs­ver­trag nur sel­ten an­fecht­bar
Ar­beits­recht ak­tu­ell: 03/07 Kein Wi­der­rufs­recht bei Auf­he­bungs­verträgen Letzte Überarbeitung: 10. Oktober 2016
Was k�nnen wir f�r Sie tun? Wenn Ih­nen das An­ge­bot ei­nes Auf­he­bungs­ver­trags vor­liegt oder sie ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag be­reits ab­ge­schlos­sen ha­ben, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne, ins­be­son­de­re auch we­gen ei­nes mög­li­cher­wei­se ge­ge­be­nen An­fech­tungs­rechts. Je nach La­ge des Fal­les bzw. ent­spre­chend Ih­ren Wün­schen tre­ten wir ent­we­der nicht nach au­ßen in Er­schei­nung oder aber wir ver­han­deln in Ih­rem Na­men mit Ih­rem Ar­beit­ge­ber bzw. mit den Ver­tre­tern der Ge­sell­schaf­ter.
Auf­he­bungs­ver­trags­an­ge­bot (falls vor­han­den)
Bewertung: Auf­he­bungs­ver­trag und An­fech­tung, Wi­der­ruf
14/174 Frist­lo­se Kün­di­gung nach­schie­ben oh­ne neu­en An­lass?
13.05.2014. Zwei­felt der Ar­beit­ge­ber da­her an der Wirk­sam­keit ei­ner von ihm er­klär­ten Kün­di­gung, ist er meist gut be­ra­ten, wenn er wei­te­re Kün­di­gun­gen aus­spricht. Die­sem "Nach­schie­ben von ...

References: § 123
 § 123
 § 123
 § 119
 § 119
 § 312
 § 312