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Timestamp: 2019-12-05 17:15:19+00:00

Document:
BFH, 29.10.1991 - VIII R 2/86 - dejure.org
https://dejure.org/1991,990
BFH, 29.10.1991 - VIII R 2/86 (https://dejure.org/1991,990)
BFH, Entscheidung vom 29.10.1991 - VIII R 2/86 (https://dejure.org/1991,990)
BFH, Entscheidung vom 29. Januar 1991 - VIII R 2/86 (https://dejure.org/1991,990)
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EStG § 16; EStDV § 7; KStG 1968 § 6 Abs. 1 Satz 2
Personengesellschaft - Übertragung eines Anteils - Verdeckte Gewinnausschüttung - Veräußerung eines Mitunternehmeranteils
§ 16 EStG; § 6 Abs. 1 Satz 2 KStG 1968; § 7 EStDV
Körperschaftsteuer; KG-Anteil-Übertragung durch GmbH an ihren Gesellschafter
DB 1992, 1556
dd) § 174 Abs. 3 AO gestattet auch die Änderung des Steuerbescheids eines Steuerpflichtigen, wenn der zuerst erlassene oder beabsichtigte Steuerbescheid einen anderen Steuerpflichtigen betraf oder betreffen sollte (…BFH-Urteile vom 21. Februar 1989 IX R 67/84, BFH/NV 1989, 687, und vom 29. Oktober 1991 VIII R 2/86, BFHE 167, 316, BStBl II 1992, 832).
ee) Die Nichtberücksichtigung ist i.S. des § 174 Abs. 3 AO erkennbar, wenn der Steuerpflichtige, gegen den der auf § 174 Abs. 3 AO gestützte Steuerbescheid ergeht, bei verständiger Würdigung erkennen musste, dass ein bestimmter Sachverhalt in einem Steuerbescheid nicht berücksichtigt wurde, weil das Finanzamt annahm, der Sachverhalt sei in einem anderen Steuerbescheid zu berücksichtigen (BFH-Urteil in BFHE 167, 316, BStBl II 1992, 832).
Deshalb ist namentlich über das Vorliegen einer vGA seitens der Komplementär-GmbH einer GmbH & Co. KG nur dann innerhalb des die KG betreffenden Feststellungsverfahrens zu entscheiden, wenn diese Frage untrennbar mit der Höhe des Gewinnanteils der GmbH bei der KG verbunden ist (BFH-Urteile vom 29. Oktober 1991 VIII R 2/86, BFHE 167, 316, BStBl II 1992, 832; vom 24. März 1998 I R 79/97, BFHE 186, 64, BStBl II 1998, 578, m.w.N.).
aa) Erkennbar heißt, dass dieser bei verständiger Würdigung des an ihn gerichteten Bescheids erkennen musste, warum ein bestimmter Vorgang dort nicht berücksichtigt wurde (BFH-Urteil vom 29. Oktober 1991 VIII R 2/86, BFHE 167, 316, BStBl II 1992, 832, Leitsatz 2).
Ebensowenig wie das Körperschaftsteuer-FA für die Gewinnfeststellung und die Festsetzung der Gewerbesteuermeßbeträge gegenüber einer GmbH & Co. KG zuständig ist (vgl. auch Senatsurteil vom 29. Oktober 1991 VIII R 2/86, BFHE 167, 316, BStBl II 1992, 832, Ziff. 3 der Gründe), kann dies für die Mitunternehmerschaft gelten, die durch eine GmbH & atypisch Still begründet wird.
a) Ob und ggf. in welcher Höhe im Rahmen der Besteuerung einer Kapitalgesellschaft eine vGA zu berücksichtigen ist, muss nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) grundsätzlich im Rahmen der Besteuerung der Kapitalgesellschaft entschieden werden (BFH-Urteile vom 29. Oktober 1991 VIII R 2/86, BFHE 167, 316, BStBl II 1992, 832; vom 23. März 1995 IV R 94/93, BFHE 177, 408, BStBl II 1995, 837).
Nur dieser Veräußerungsgewinn könnte indessen im Feststellungsbescheid für die E-KG berücksichtigt werden; der Betrag der vGA, die jenen Gewinn mindert, wäre auch bei einer solchen Gestaltung unmittelbar im Körperschaftsteuerbescheid für die S-GmbH zu erfassen (BFH-Urteil in BFHE 167, 316, BStBl II 1992, 832, 833).
bb) Die Erkennbarkeit, dass die Berücksichtigung des Sachverhalts im Hinblick auf dessen Erfassung in einem anderen Steuerbescheid unterblieben ist, muss für denjenigen vorliegen, dem gegenüber die Steuerfestsetzung geändert oder nachgeholt werden soll (BFH-Urteil vom 29. Oktober 1991 VIII R 2/86, BFHE 167, 316, BStBl II 1992, 832).
Davon unberührt bleibt die vorliegend nicht einschlägige Rechtsprechung, wonach § 174 Abs. 3 AO auch die Änderung des Steuerbescheides eines Steuerpflichtigen gestattet, wenn der andere Steuerbescheid einen anderen Steuerpflichtigen (Dritten) betrifft (BFH-Urteil in BFHE 167, 316, BStBl II 1992, 832).
Erkennbar heißt, dass dieser bei verständiger Würdigung des an ihn gerichteten Bescheids erkennen musste, warum ein bestimmter Vorgang dort nicht berücksichtigt wurde (BFH-Urteil vom 29. Oktober 1991 VIII R 2/86, BFHE 167, 316, BStBl II 1992, 832).
Dort führe das Gericht unter Hinweis auf das BFH-Urteil vom 26.10.1991 VIII R 2/86, BStBl. II 1992, 832 aus, dass verdeckte Gewinnausschüttungen nur ausnahmsweise im Rahmen einer Gewinnfeststellung zu erfassen seien.
Über das Vorliegen einer vGA bei einer GmbH ist grundsätzlich im Rahmen der Körperschaftsteuerveranlagung zu entscheiden (vgl. BFH-Urteil in BStBl. II 1992, 832).
Die gesetzlichen Regelungen über die vGA sind selbst dann anzuwenden, wenn wie im Falle einer unentgeltlichen Übertragung eines Mitunternehmeranteils eine Aufdeckung der stillen Reserven nach § 7 Abs. 1 EStDV a.F. gänzlich unterbleibt bzw. stille Reserven nicht vorhanden wären (vgl. BFH-Urteil in BStBl. II 1992, 832 Tz. 3 c).
Ob und ggf. in welcher Höhe im Rahmen der Besteuerung einer Kapitalgesellschaft eine vGA zu berücksichtigen ist, muss nach der BFH-Rechtsprechung grundsätzlich im Rahmen der Besteuerung der Kapitalgesellschaft entschieden werden (BFH-Urteile vom 29. Oktober 1991 VIII R 2/86, BFHE 167, 316, BStBl II 1992, 832; vom 23. März 1995 IV R 94/93, BFHE 177, 408, BStBl II 1995, 637).
Gewinnfeststellung 1990
BFH, 19.11.1999 - I B 59/99

References: § 16
 § 7
 § 6

§ 16
 § 6
 § 7
 § 174
 § 174
 § 174
 § 174
 § 7