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Timestamp: 2019-10-15 08:22:43+00:00

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BGH, 11.10.2006 - VIII ZR 270/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,764
BGH, 11.10.2006 - VIII ZR 270/05 (https://dejure.org/2006,764)
BGH, Entscheidung vom 11.10.2006 - VIII ZR 270/05 (https://dejure.org/2006,764)
BGH, Entscheidung vom 11. Januar 2006 - VIII ZR 270/05 (https://dejure.org/2006,764)
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BGB § 315 Abs. 3; AVBFernwärmeV § 24 Abs. 2
Vorraussetzungen einer Billigkeitskontrolle der Preisgestaltung eines Fernwärmeversorgungsunternehmens; "Preise" i. S. von § 24 Abs. 2 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen der Versorgung mit Fernwärme (AVBFernwärmeV)
Keine Billigkeitskontrolle der Preisgestaltung eines Fernwärmeversorgers bei automatischer Preisgleitklausel ohne Ermessensspielraum
Billigkeitskontrolle - Preisgestaltung eines Fernwärmeversorgungsunternehmens
Keine Billigkeitskontrolle von auf der Grundlage automatischer Preisgleitklauseln erfolgender Änderungen des Fernwärmeentgelts (§ 315 BGB)
Keine Billigkeitskontrolle der Preisgestaltung eines Fernwärmeversorgungsunternehmens, wenn die Berechnungsfaktoren für eine Preisänderung vertraglich so bestimmt sind, dass kein Ermessensspielraum besteht
AVBFernwärmeV § 24 Abs. 2; BGB § 315 Abs. 3
Fernwärmeversorgung: Billigkeitskontrolle der Preisgestaltung
Billigkeitskontrolle von Fernwärmetarifen
Keine Billigkeitskontrolle der Preisgestaltung eines Fernwärmeversorgungers bei automatischer Preisgleitklausel ohne Ermessensspielraum
AG Bad Schwalbach, 16.03.2004 - 3 C 930/03
LG Wiesbaden, 08.11.2005 - 1 S 20/04
NJW 2007, 210
ZIP 2007, 920
NZM 2007, 96
ZMR 2007, 96
WM 2007, 40
Dementsprechend ist auch Voraussetzung für eine Überprüfung der Preisgestaltung nach § 315 Abs. 3 BGB stets, dass der Bestimmungsberechtigte die Leistung einseitig bestimmen darf und ihm hierbei ein gewisser Ermessensspielraum zustehen soll (BGH, Urteile vom 11. Oktober 2006 - VIII ZR 270/05, WM 2007, 40 Rn. 19;… vom 5. Dezember 2012 - IV ZR 110/10, aaO).
So verhält es sich auch, wenn die Vertragsparteien objektive Maßstäbe, namentlich etwa bestimmte Berechnungsfaktoren für eine Preisanpassung, vereinbaren, aus denen sich die Kriterien für die danach zu bestimmende Leistung ohne Eröffnung von Ermessensspielräumen unmittelbar ableiten lassen (BGH, Urteile vom 11. Oktober 2006 - VIII ZR 270/05, aaO;… vom 5. Dezember 2012 - IV ZR 110/10, aaO; vgl. auch BGH, Urteil vom 5. Juli 1991 - V ZR 117/90, WM 1991, 1854 unter II 2 a).
Bei kundenfeindlichster Auslegung kommt vielmehr auch ein Klauselverständnis in Betracht, nach dem der Beklagten wegen der festen, nach Art eines Index vorgenommenen Koppelung der Preisänderungen an die Änderungen der Grundversorgungspreise kein der Überprüfung zugänglicher Ermessensspielraum zusteht und deshalb für den Kunden zugleich keine Kontrolle des geänderten Preises auf Billigkeit stattfindet (vgl. Senatsurteile vom 11. Oktober 2006 - VIII ZR 270/05, WM 2007, 40 Rn. 19;… vom 14. Juli 2010 - VIII ZR 246/08, aaO Rn. 41).
Ebenso wenig wird durch die genannte Bestimmung die Möglichkeit ausgeschlossen, die Billigkeit einer einseitigen Preisbestimmung des Versorgungsunternehmens (§§ 315, 316 BGB) zu bestreiten (vgl. Senatsurteile vom 11. Oktober 2006 - VIII ZR 270/05, NJW 2007, 210 Rn. 18;… vom 15. Februar 2006 - VIII ZR 138/05, aaO Rn. 28, 29;… vom 30. April 2003 - VIII ZR 279/02, aaO [zu § 30 AVBWasserV];… vom 6. Dezember 1989 - VIII ZR 8/89, aaO;… vom 19. Januar 1983 - VIII ZR 81/82, aaO; aA Berkner/Topp/Kuhn/Tomala, ET 2005, 952, 953 f.; ferner BGH, Urteil vom 5. Juli 2005 - X ZR 60/04, NJW 2005, 2919 unter II 2 b bb, insoweit in BGHZ 163, 321 nicht abgedruckt; KG, GE 2004, 887 f. [jeweils für den Fall von vertraglichen Leistungsbedingungen in einem Abfallentsorgungsvertrag]).
In diesem wesentlichen Punkt unterscheidet sich der vorliegende Fall von der der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 11. Oktober 2006 (VIII ZR 270/05, aaO Rn. 1, 2) zugrunde liegenden Sachverhaltsgestaltung.
So liegt bei einer Preisanpassungsklausel nur dann ein einseitiges Leistungsbestimmungsrecht vor, wenn dem Leistungserbringer bei der Preisgestaltung ein Ermessensspielraum zusteht; dies ist nicht der Fall, wenn vertraglich die Berechnungsfaktoren im Einzelnen bestimmt sind (BGH, Urteil vom 11. Oktober 2006 - VIII ZR 270/05, NJW 2007, 210 Rn. 19).
Das Berufungsgericht hat zwar zutreffend erkannt, dass die Preisregelung "SG" den Transparenzanforderungen des § 24 Abs. 3 Satz 2 und 3 AVBFernwärmeV aF genügt (vgl. hierzu Senatsurteile vom 11. Oktober 2006 - VIII ZR 270/05, NJW 2007, 210 Rn. 10 f.;… vom 6. April 2011 - VIII ZR 66/09, aaO Rn. 35 ff.).
Es muss nur überhaupt bestehen (BGH, Urteil vom 11. Oktober 2006 - VIII ZR 270/05, NJW 2007, 210 Rn. 19).
Das Landgericht geht vielmehr mit der Antragstellerin und insoweit in Übereinstimmung mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGH NJW 2003, 3131/3132; BGH NJW 2007, 210/211) davon aus, dass das Bestreiten der Billigkeit einer Preisbestimmung nicht bereits durch § 30 AVBFernwärmeV ausgeschlossen wird.
Daran fehlt es nämlich, wenn die Parteien vertraglich die Berechnungsfaktoren für eine Preisänderung im Einzelnen so bestimmt haben, dass bei der Berechnung des geänderten Preises ein Ermessensspielraum des Versorgungsunternehmens nicht besteht (sog. automatische Preisgleitklausel, vgl. BGH NJW 2007, 210/211).
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References: § 315
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