Source: https://lemmerer.wordpress.com/2010/09/07/salzi-at-vom-7-9-staatsanwaltschaft-bringt-strafantrag-gegen-unfalllenker-ein/
Timestamp: 2017-10-22 11:46:19+00:00

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7.9.10 salzi.at: „Staatsanwaltschaft bringt Strafantrag gegen Unfalllenker ein“ | In Gedenken an Günther Lemmerer aus Ebensee "Verdienter Trainer, feiner Mensch"
« fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen (§ 81 StGB)
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7.9.10 salzi.at: „Staatsanwaltschaft bringt Strafantrag gegen Unfalllenker ein“
Ein Bild des Grauens zeigte sich am 7. August 2010 den Rettungskräften auf der B145, der Salzkammergut Bundesstraße im Bartel-Kreuz Tunnel. Bei einem schweren Verkehrsunfall mit einem Sportwagen der Marke Ford GT kamen zwei Personen ums Leben.
Gegen 20.40 Uhr lenkte der Topmanager den geliehenen 550PS Boliden in die Tunnelkette Traunsee. Rund 300 Meter vor dem Tunnelende des Bartel Kreuz Tunnels krachte er in einen von Ebensee Richtung Gmunden kommenden Lieferwagen – gelenkt vom 67-jährigen Sportfunktionär Günther Lemmerer aus Ebensee. Am Beifahrersitz des Sportewagens stirbt der 43-jährige Flugkapitän der AUA und Obmann des Wasserflugvereines Salzkammergut Oliver Hörzing. Der 50-jährige Porschegeschäftsführer überlebte den Unfall schwer verletzt. Er wurde nach notärztlicher Erstversorgung ins LKH-Bad Ischl eingeliefert.
Strafantrag wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen nach § 81 StGB
Im Tunnel selbst erinnern heute nur noch die Spuren der Fahrzeuge an der Tunnelwand sowie die Markierungen der Polizei an die Unfalltragödie. Wie der Staatsanwalt Dr. Christian Hubmer auf Anfrage von salzi.at mitteilt, liegt nun nach dem Zwischenbericht ein Gutachten vor. Das Gutachten hat jetzt ergeben, dass der Sportwagen viel zu schnell unterwegs war. Der Strafantrag gegen den Lenker wurde desswegen wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen nach §81 StGB gestellt.
Videos der Tunnelüberwachung dokumentieren Unfall
Sofort nach dem tödlichen Unfall haben die ermittelnden Beamten von der Tunnelüberwachung die Videos über Anordnung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmen lassen. Laut ersten Informationen ist der komplette Unfallhergang auf dem Video zu sehen.
Mit weitaus überhöhter Geschwindigkeit in den Tunnel gerast
Im Rahmen dieses strafrechtlichen Ermittlungsverfahren gegen den 50-jährigen Lenker wird die Auswertung der Blutproben selbstverständlich heran gezogen. Zur Frage ob Alkohol oder andere Suchtmittel vom Lenker eingenommen wurden wollte sich Staatsanwalt Dr. Christian Hubmer nicht äussern. „Als besonders erschwerend zählen beispielsweise die Straßenverhältnisse sowie die weitaus überhöhte Geschwindigkeit!“, so Hubmer gegenüber salzi.at.
Der Topmanager wird laut Paragraf §81 wegen fahrlässiger Tötung unter besonders schweren Verhältnissen angeklagt. Die fahrlässige Tötung ist in Österreich nach § 80 Strafgesetzbuch geregelt. Im Falle einer Verurteilung können dem Topmanager bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe drohen.
§ 80 StGB lautet:
Wer fahrlässig den Tod eines anderen herbeiführt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr zu bestrafen.
Das geschützte Rechtsgut ist das Leben, das Handlungsobjekt ein Mensch, nicht jedoch die Leibesfrucht. Das Gesetz beschreibt die Tathandlung nicht als solche, sondern nur als Herbeiführung eines bestimmten Erfolges (Erfolgs-Verursachungs-Delikt).
Daneben besteht der qualifizierte Tatbestand der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen (§ 81 StGB) mit einer erhöhten Strafdrohung:
§ 81. (1) Wer fahrlässig den Tod eines anderen herbeiführt:
unter besonders gefährlichen Verhältnissen,
nachdem er sich vor der Tat, wenn auch nur fahrlässig, durch Genuss von Alkohol oder den Gebrauch eines anderen berauschenden Mittels in einen die Zurechnungsfähigkeit nicht ausschließenden Rauschzustand versetzt hat, obwohl er vorhergesehen hat oder hätte vorhersehen können, dass ihm eine Tätigkeit bevorstehe, deren Vornahme in diesem Zustand eine Gefahr für das Leben, die Gesundheit oder die körperliche Sicherheit eines anderen herbeizuführen oder zu vergrößern geeignet sei, oder
dadurch, dass er, wenn auch nur fahrlässig, ein gefährliches Tier entgegen einer Rechtsvorschrift oder einem behördlichen Auftrag hält, verwahrt oder führt,
(2) Der Täter ist nach Abs. 1 Z 3 auch zu bestrafen, wenn er sich mit einer Rechtsvorschrift oder einem behördlichen Auftrag nicht bekannt gemacht hat, obwohl er seinem Beruf, seiner Beschäftigung oder sonst den Umständen nach dazu verpflichtet gewesen wäre, oder wenn ihm der Irrtum über die Rechtsvorschrift oder den behördlichen Auftrag sonst vorzuwerfen ist.

References: § 81
 §81
 §81
 § 80

§ 80

§ 81