Source: http://www.dkgev.de/dkg.php/cat/56/aid/6832/title/Ausbildungskostenkalkulation_gemaess___17a_KHG
Timestamp: 2017-10-23 13:29:58+00:00

Document:
Ausbildungskostenkalkulation gemäß § 17a KHG
Seit dem 11. Januar 2010 steht auf der Homepage des InEKs (www.g-drg.de) eine Mustervereinbarung zur Teilnahme an der Ausbildungskostenkalkulation für Zwecke gemäß § 17a KHG zum Download zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass die Teilnahme an der Kalkulation der Ausbildungskosten freiwillig ist. Die Richtwerte werden jedoch in Zukunft von entscheidender Bedeutung für die Ausbildungsfinanzierung sein, so dass ein Engagement der ausbildenden Krankenhäuser zu begrüßen wäre.
Zudem möchten wir die Möglichkeit nutzen, um auf einige Besonderheiten bei der Kalkulation der Ausbildungskosten aufmerksam zu machen:
1. Zeitlicher Ablauf der Ausbildungskostenkalkulation:
a. Die Vereinbarung zur Teilnahme an der Ausbildungskostenkalkulation gemäß § 17a KHG steht bereits jetzt auf der Homepage des InEKs zur Verfügung und kann bei Interesse in doppelter Ausführung unterschieben an das InEK zurückversandt werden.
b. Über hinausgehende Strukturdaten des Kalkulationsdatensatz, welche zusätzlich an das InEK zu übermitteln sind, informiert das InEK rechtzeitig vorher – spätestens aber bis zum 15.02. des Datenlieferungsjahres die teilnehmenden Ausbildungsstätten bzw. Krankenhäuser.
c. Die Kalkulationsdatensätze sind spätestens bis zum 31. März des Datenlieferungsjahres zu übermitteln.
d. Die über den Kalkulationsdatensatz hinausgehenden Strukturdaten sind zum 31. März des Datenlieferungsjahres, spätestens aber 2 Tage vor Lieferung der Kalkulationsdatensätze, zu übermitteln
e. Korrekturlieferungen müssen spätestens bis zum 24. Mai (12 Uhr) des Datenlieferungsjahres erfolgen.
2. Die Kalkulation der Ausbildungskosten erfolgt aus Sicht der Ausbildungsstätte. Dies bedeutet eine Abkehr von der im Datensatz nach § 21 KHEntgG vorgesehenen Unterteilung der Ausbildungsstätten in sechs Typen hin zu nur noch drei verschiedenen Kategorien. Die Nachfolgenden Tabellen sollen dies verdeutlichen.
Bisherige Unterteilung der Ausbildungsstätten aus Sicht des Krankenhauses
Typ 1: Ausbildungsstätte, die vom Krankenhaus selbst betrieben wird und nur Auszubildende des eigenen Krankenhauses ausbildet.
Typ 2: Ausbildungsstätte, die vom Krankenhaus selbst betrieben wird und nur Auszubildende des eigenen Krankenhauses ausbildet. Die Ausbildenden sind hier im Landesdienst beschäftigt.
Typ 3: Ausbildungsstätte, die vom Krankenhaus selbst betrieben wird und neben den eigenen Auszubildende auch Auszubildende anderer Krankenhäuser ausbildet.
Typ 4: Ausbildungsstätte, die vom Krankenhaus selbst betrieben wird und neben den eigenen Auszubildende auch Auszubildende anderer Krankenhäuser ausbildet. Die Ausbildenden sind hier im Landesdienst beschäftigt.
Typ 5: Ausbildungsstätte, die von einem Dritten, z.B. GmbH, Kommune oder anderes Krankenhaus betrieben wird; nur die praktische Ausbildung findet im Krankenhaus statt.
Typ 6: Ausbildungsstätte, die von einem Dritten, z.B. GmbH, Kommune oder anderes Krankenhaus betrieben wird; nur die praktische Ausbildung findet im Krankenhaus statt. Die Ausbildenden sind hier im Landesdienst beschäftigt.
Unterteilung der Ausbildungsstätten aus Sicht der Ausbildungsstätte gemäß dem Kalkulationshandbuch:
Typ A: Die mit einem Krankenhaus verbundene Ausbildungsstätte für den theoretisch-praktischen Unterricht nur für die Schüler dieses Krankenhauses durch.
Typ B: Die mit einem Krankenhaus verbundene Ausbildungsstätte für den theoretisch-praktischen Unterricht für die Schüler mehrerer kooperierender Krankenhäuser durch.
Typ C: Die Ausbildungsstätte ist nicht mit einem Krankenhaus verbunden und führt den theoretisch-praktischen Unterricht für die Schüler ausmehreren Krankenhäusern durch.
Diese neue Strukturierung ist im Zusammenhang mit der Kalkulation besonders aus Sicht des InEKs eine Vereinfachung, da vor allem bei Ausbildungsverbünden nicht die Teilnahme jedes am Verbund angesiedelten Krankenhauses eingeholt werden muss, sondern sich gezielt an die Ausbildungsstätte gewendet werden kann. Müsste sich hingegen das InEK einzig an die Krankenhäuser als Kalkulationsteilnehmer wenden, hätte es zu Problemen bei der Kostenzusammenführung kommen können, wenn sich ggf. ein oder mehrere Krankenhäuser eines Ausbildungsverbundes nicht bereit erklärt hätten an der Kalkulation teilzunehmen. Eine Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Gliederungen ist jedoch dennoch gegeben, so entsprechen Typ 1 und 2 dem Typ A, Typ 3 und 4 dem Typ B und Typ 5 und 6 dem Typ C. Die Differenz beruht einzig darauf, ob man die Untergliederung aus Sicht des Krankenhausträgers oder der Ausbildungsstätte vornimmt.
3. Im Kalkulationshandbuch wird an mehreren Positionen darauf hingewiesen, dass die Kosten der Praxisanleitung nur in einer mit der Ausbildungsstätte verbundenen Einrichtung der praktischen Ausbildung zu ermitteln und in der Kalkulation zu berücksichtigen sind. Dies bedeutet jedoch für Ausbildungsstätten des Typ B oder C, dass entweder nur anteilige oder gar keine Kosten für die Praxisanleitung in der Kalkulation enthalten sind. Um hierdurch eine Verfälschung der Richtwerte zu vermeiden, sind derzeit zwei unterschiedliche Ansätze vorgesehen. Einerseits könnte eine zusätzliche Abfrage der nicht mit der Ausbildungsstätte verbundenen Krankenhäuser über die vor Ort entstehenden Kosten für Praxisanleitung erfolgen. Diese Abfrage würde von der kalkulierenden Ausbildungsstätte vorgenommen und voraussichtlich über die Erfassung zusätzlicher Informationen zur Kalkulationsgrundlage an das InEK übermittelt werden. Andererseits müssten die Kosten bei fehlender Datenlieferung vom InEK hochgerechnet werden.
Obwohl eine Teilnahme der in einem Ausbildungsverbund angegliederten Krankenhäuser an der Datenlieferung der Kosten der Praxisanleitung natürlich rein freiwillig erfolgt, möchten wir noch einmal auf die in den letzten Jahren zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen sehr konfliktäre Situation der Finanzierung der Praxisanleitung hinweisen. Vor diesem Hintergrund wäre es sehr wünschenswert, wenn die Datenlage für die Ermittlung der Richtwerte möglichst genau kalkuliert würde und sich daher viele Krankenhäuser für die Lieferung dieser Kostendaten bereiterklären würden.
4. Zur Vereinfachung der Kalkulation beruht die Struktur des Kalkulationshandbuchs auf den gemäß § 17a Abs. 2 KHG auf Bundesebene vereinbarten Finanzierungsgegenständen sowie den in der Rahmenvereinbarung zum Kalkulationsschema festgelegten Kostenartengruppen. Trotz dieser Orientierung am Kalkulationsschema ist es besonders wichtig, dass auf keinen Fall Vereinbarungswerte aus den Budgetverhandlungen als Kalkulationsergebnis verwendet werden. Die Kalkulation der Ausbildungskosten folgt einem Vollkostenansatz auf Istkostenbasis und somit dürfen auch nur Istkosten bei der Kalkulation Berücksichtigung finden. Dies ist vor allem deshalb von Bedeutung, da die Intention der Kalkulation der Ausbildungskosten zunächst in der Festlegung quantitativer, monetärer Werte liegt, wodurch der Istkostenkalkulation eine ganz andere Bedeutung zuteil wird, als beispielsweise der Istkostenkalkulation im Rahmen der Weiterentwicklung des G-DRG-Systems, bei welcher es sich um eine Kalkulation von Relativgewichten handelt.
5. Nochmals sollte an dieser Stelle auch auf die Qualität der § 21-Datenlieferung hingewiesen werden, da diese Daten auch zur Kalkulation der Richtwerte herangezogen werden können. Vor diesem Hintergrund sollten alle Krankenhäuser/Ausbildungsstätten, auch wenn Sie nicht direkt an der Kalkulation der Ausbildungskosten teilnehmen, auf eine korrekte Übermittlung der § 21-Daten besonderen Wert legen.
Sollten Sie weitere Fragen zur Kalkulation der Ausbildungskosten für Zwecke gemäß § 17a KHG haben, so bitten wir Sie sich an Ihre Landeskrankenhausgesellschaft zu wenden.

References: § 17
 § 17
 § 17
 § 21
 § 17
 § 21
 § 21
 § 17