Source: https://www.brennecke-rechtsanwaelte.de/Die-GmbH-Reform-die-wichtigsten-Aenderungen-im-Ueberblick-Teil-31-86-und-87-GmbHG-Umstellung-auf-Euro-Uebergangsvorschrift-zum-Transparenz-und-Publizitaetsgesetz_79350
Timestamp: 2020-07-09 05:11:54+00:00

Document:
Die GmbH Reform die wichtigsten Änderungen im Überblick Teil 31 §§
Die nächsten Änderungen erfolgen an den letzten beiden Vorschriften des GmbH-Gesetzes, genauer gesagt geht es um die §§ 86 [Umstellung auf Euro] und 87 GmbHG [Übergangsvorschrift zum Transparenz- und Publizitätsgesetz].
Die Altfassungen lauten wie folgt:
§ 86 GmbHG:
„(1) Gesellschaften, die vor dem 1. Januar 1999 in das Handelsregister eingetragen worden sind, dürfen ihr auf Deutsche Mark lautendes Stammkapital beibehalten; entsprechendes gilt für Gesellschaften, die vor dem 1. Januar 1999 zur Eintragung in das Handelsregister angemeldet, aber erst danach bis zum 31. Dezember 2001 eingetragen werden. Für Mindestbetrag und Teilbarkeit von Kapital, Einlagen und Geschäftsanteilen sowie für den Umfang des Stimmrechts bleiben bis zu einer Kapitaländerung nach Satz 4 die bis dahin gültigen Beträge weiter maßgeblich. Dies gilt auch, wenn die Gesellschaft ihr Kapital auf Euro umgestellt hat; das Verhältnis der mit den Geschäftsanteilen verbundenen Rechte zueinander wird durch Umrechnung zwischen Deutscher Mark und Euro nicht berührt. Eine Änderung des Stammkapitals darf nach dem 31. Dezember 2001 nur eingetragen werden, wenn das Kapital auf Euro umgestellt und die in Euro berechneten Nennbeträge der Geschäftsanteile auf einen durch zehn teilbaren Betrag, mindestens jedoch auf fünfzig Euro gestellt werden.
(2) Bei Gesellschaften, die zwischen dem 1. Januar 1999 und dem 31. Dezember 2001 zum Handelsregister angemeldet und in das Register eingetragen werden, dürfen Stammkapital und Stammeinlagen auch auf Deutsche Mark lauten. Für Mindestbetrag und Teilbarkeit von Kapital, Einlagen und Geschäftsanteilen sowie für den Umfang des Stimmrechts gelten die zu dem vom Rat der Europäischen Union gemäß Artikel 109l Abs. 4 Satz 1 des EG-Vertrages unwiderruflich festgelegten Umrechnungskurs in Deutsche Mark umzurechnenden Beträge des Gesetzes in der ab dem 1. Januar 1999 geltenden Fassung.
(3) Die Umstellung des Stammkapitals und der Geschäftsanteile sowie weiterer satzungsmäßiger Betragsangaben auf Euro zu dem gemäß Artikel 109l Abs. 4 Satz 1 des EG-Vertrages unwiderruflich festgelegten Umrechnungskurs erfolgt durch Beschluß der Gesellschafter mit einfacher Stimmenmehrheit nach § 47; § 53 Abs. 2 Satz 1 findet keine Anwendung. Auf die Anmeldung und Eintragung der Umstellung in das Handelsregister ist § 54 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 Satz 2 nicht anzuwenden. Werden mit der Umstellung weitere Maßnahmen verbunden, insbesondere das Kapital verändert, bleiben die hierfür geltenden Vorschriften unberührt; auf eine Herabsetzung des Stammkapitals, mit der die Nennbeträge der Geschäftsanteile auf einen Betrag nach Absatz 1 Satz 4 gestellt werden, findet jedoch § 58 Abs. 1 keine Anwendung, wenn zugleich eine Erhöhung des Stammkapitals gegen Bareinlagen beschlossen und diese in voller Höhe vor der Anmeldung zum Handelsregister geleistet werden.“
§ 87 GmbHG:
„§ 42a Abs. 4 in der Fassung des Artikels 3 Abs. 3 des Transparenz- und Publizitätsgesetzes vom 19. Juli 2002 (BGBl. I S. 2681) ist erstmals auf den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das nach dem 31. Dezember 2001 beginnende Geschäftsjahr anzuwenden.“
Nach der Neuregelung des GmbH-Gesetzes werden die §§ 86 und 87 aufgehoben.
Das Recht der GmbH soll durch die geplante Reform übersichtlicher gemacht werden.
Zu diesem Zweck erhält das GmbH-Gesetz künftig für die Übergangsvorschriften ein gesondertes Gesetz: das Einführungsgesetz zum GmbH-Gesetz (EGGmbHG). Hierzu gibt es auch einen separaten Homepageartikel, auf den an dieser Stelle verwiesen wird.
Die Vorschriften der §§ 86 und 87 GmbHG fallen also nicht komplett weg, sondern erfahren, wenn man so sagen will, lediglich einen „Platzwechsel“.

References: § 86
 § 47
 § 53
 § 54
 § 58

§ 87