Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.10.2012&Aktenzeichen=AnwZ%20(Brfg)%2014/12
Timestamp: 2020-02-16 23:08:15+00:00

Document:
BGH, 24.10.2012 - AnwZ (Brfg) 14/12 - dejure.org
https://dejure.org/2012,37975
BGH, 24.10.2012 - AnwZ (Brfg) 14/12 (https://dejure.org/2012,37975)
BGH, Entscheidung vom 24.10.2012 - AnwZ (Brfg) 14/12 (https://dejure.org/2012,37975)
BGH, Entscheidung vom 24. Januar 2012 - AnwZ (Brfg) 14/12 (https://dejure.org/2012,37975)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2012,37975) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Art 3 Abs 1 GG, Art 12 Abs 1 GG, § 11 Abs 1 S 1 PartGG, § 43 BRAO, § 43b BRAO
Klärungsbedürftigkeit der Frage des Rechts einer Rechtsanwaltskammer bzgl. der Belehrung einer Answaltssozietät über die Verwendung einer gesetzwidrigen und damit unzulässigen Firmierung
Art 12 GG, § 11 PartG
Zusatz "& Partner GbR" bleibt unzulässig
BRAO § 73 Abs. 2 Nr. 1, 4; PartGG § 11 Abs. 1
Der "belehrende Hinweis" der Anwaltskammer - Selbstverständlich zulässig
AnwBl 2013, 146
AnwBl Online 2013, 51
Es ist zu Recht anerkannt, dass für die Kammer-vorstände auch die Möglichkeit besteht, bei berufsrechtswidrigem Verhalten zwischen einfacher Belehrung und Rüge einen sogenannten belehrenden Hinweis bzw. eine missbilligende Belehrung zu erteilen (vgl. BGH Beschluss vom 21.01.2014 AnwZ (Brfg) 67/12;… BGH NJW 2012, 3102 Rn. 12; BGH Beschluss vom 24.10.2012 AnwZ (Brfg) 14/12 Rn. 4;… Feuerich/Weyland, BRAO, 8. Aufl., § 73 Rn. 31;… Feuerich/ Weyland/Böhnlein a.a.O. § 112a Rn. 24).
Hierbei erfordert die schlüssige Darlegung der Klärungsbedürftigkeit regelmäßig, dass - jedenfalls wenn es um die Anwendung bereits seit längerem in Kraft befindlicher Regelungen geht - über die Darstellung der persönlichen Meinung des Klägers hinaus Ausführungen dazu erfolgen, aus welchen Gründen, in welchem Umfang und von welcher Seite die angebliche Grundsatzfrage umstritten ist, mithin dass die Ansicht des Klägers in Rechtsprechung oder Literatur überhaupt vertreten wird und insoweit aktuell ein Meinungsstreit besteht (…vgl. nur Senatsbeschlüsse vom 6. Februar 2012, aaO Rn. 25, 27; vom 24. Oktober 2012 - AnwZ (Brfg) 14/12, juris Rn. 6 …und vom 28. März 2013, aaO Rn. 5, 9).
Es ist zu Recht anerkannt, dass für die Kammervorstände auch die Möglichkeit besteht, bei berufsrechtswidrigem Verhalten zwischen einfacher Belehrung und Rüge einen sogenannten belehrenden Hinweis bzw. eine missbilligende Belehrung zu erteilen (vgl. BGH Beschluss vom 21.01.2014 AnwZ (Brfg) 67/12;… BGH NJW 2012, 3102 Rn. 12; BGH Beschluss vom 24.10.2012 AnwZ (Brfg) 14/12 Rn. 4;… Feuerich/Weyland, BRAO, 9. Aufl., § 73 Rn. 28 ff).
Letzteres gilt erst recht, wenn die Verfassungs- oder Europarechtswidrigkeit einer Norm gerügt wird, die - wie hier - bereits vor längerer Zeit in Kraft getreten ist (vgl. BGH, Beschluss vom 24. Oktober 2012 - AnwZ (Brfg) 14/12, juris Rn. 6 mwN).
Argumente für die Gegenauffassung ergeben sich auch nicht aus den von der Beklagten zitierten Entscheidungen des Bundesgerichtshofes vom 23.04.2012 und 24.10.2012 (veröffentlicht in BGH NJW 2012, 3039 ff. und BGH AnwBl. 2013, 146 ff.).
Dies bedeutet, wenn die Verfassungswidrigkeit einer Norm gerügt wird, dass - zumal wenn es sich wie hier um bereits seit längerem in Kraft befindliche Regelungen handelt - über die Bekundung der persönlichen Meinung des jeweiligen Antragstellers hinaus auch darzulegen ist, dass ernstliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit in Rechtsprechung oder Literatur überhaupt geäußert werden (…vgl. entsprechend zu § 124 Abs. 2 Nr. 3 VwGO: Senatsbeschlüsse vom 6. Februar 2012, aaO Rn. 25, 27 und vom 24. Oktober 2012 - AnwZ (Brfg) 14/12, juris Rn. 6).
Dass diese Rechtsansicht in Rechtsprechung oder Literatur vertreten wird, ist nicht ersichtlich und den Darlegungen des Klägers auch nicht zu entnehmen (…vgl. zu diesen Erfordernissen BGH, Beschlüsse vom 2. November 2012 - AnwZ (Brfg) 50/12, BRAK-Mitt. 2013, 38 Rn. 10; vom 24. Oktober 2012 - AnwZ (Brfg) 14/12, Rn. 6).
Hierbei ist regelmäßig - zumal wenn es sich um bereits seit längerem in Kraft befindliche Regelungen handelt - darzulegen, dass die persönliche Ansicht des Antragstellers in Rechtsprechung oder Literatur überhaupt vertreten wird bzw. insoweit aktuell ein Meinungsstreit besteht (…vgl. nur Senat, Beschlüsse vom 6. Februar 2012 - AnwZ (Brfg) 42/11, juris Rn. 25 und 27; vom 24. Oktober 2012 - AnwZ (Brfg) 14/12, juris Rn. 6; vom 11. Februar 2014 - AnwZ (Brfg) 79/13, juris Rn. 3 und vom 17. November 2014 - AnwZ (Brfg) 84/13, juris Rn. 16).

References: § 11
 § 43
 § 43
 § 11
 § 73
 § 11
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 73
 § 112
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 73
 BGH 
 BGH 
 § 124