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Timestamp: 2016-10-25 10:34:15+00:00

Document:
4C.77/2000 (03.07.2000)
4C.77/2000/rnd
G. Schwegler AG in Konkurs, vormals Industriestrasse 25, 9430 St. Margrethen, Kl�gerin und Berufungskl�gerin, handelnd durch die Ausseramtliche Konkursverwaltung RCR Holding AG, Achslenstrasse 15, 9016 St. Gallen, vertreten durch Rechtsanwalt Samuel M�der, St. Galler Strasse 99, Postfach, 9201 Gossau,
Kaufmann & Co., Rosenbergstrasse 75, 9000 St. Gallen, Beklagte und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Andreas Auer, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,
Werkvertrag; Vereinbarung, hat sich ergeben:
A.-Am 20. M�rz 1992 unterzeichneten Willi Kaufmann f�r die Kaufmann & Co. (nachfolgend Beklagte) als Unternehmer und Freddy Schwegler, damals einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der G. Schwegler AG (heute G. Schwegler AG in Konkurs, nachfolgend Kl�gerin), unter der Bezeichnung "Freddy Schwegler, c/o Schwegler AG" als Bauherr, einen Werkvertrag �ber Baumeisterarbeiten in der �berbauung Bauholz in Wittenbach. Mit Vereinbarung vom 10. Juli 1992 verpflichtete sich die Beklagte sodann, einen Teilbetrag ihres Werklohnes stehen zu lassen. Dieser Stehbetrag von Fr. 400'000.-- gelte als R�ckhaltegeld zur Ausl�sung von einschl�gigen Arbeitsleistungen der Kl�gerin gegen�ber der Beklagten, deren Beteiligungsfirmen oder befreundeten Unternehmen und k�nne in Teilbetr�gen oder gesamt jederzeit abgegolten werden. Die Stehbetragssumme sollte mit den erteilten Gegengesch�ften um den jeweiligen Betrag verringert werden.
In der Folge schlossen die Beklagte selbst oder andere, mit ihr verbundene Unternehmen verschiedene Gegengesch�fte mit der Kl�gerin, wobei der jeweilige Werklohn vom Guthaben von urspr�nglich Fr. 400'000.-- in Abzug gebracht wurde. Mit Schreiben vom 24. Mai 1995 forderte die Beklagte "Freddy Schwegler c/o Schwegler AG" auf, die zu diesem Zeitpunkt noch offene Forderung sicherzustellen, worauf Gottfried Schwegler am 7. Juli 1995 einen Pfandvertrag �ber Fr. 144'938. 20 im Grundbuch eintragen liess. Am 12. Juli 1995 wurde der Kl�gerin vom Bezirksgericht Unterrheintal die Nachlassstundung bewilligt. Gest�tzt auf eine Auftragsbest�tigung vom 15. September 1995 lieferte sie der Beklagten in der Zeit zwischen September und November 1995 Fenster und stellte hierf�r am 27. November 1995 einen Betrag von insgesamt Fr. 46'327.-- in Rechnung. Am 5. Februar 1996 fiel die Kl�gerin schliesslich in Konkurs.
Die Beklagte errechnete im M�rz 1996 ein Guthaben von Fr. 1'087. 90. Diesen Betrag beglich Freddy Schwegler pers�nlich am 11. Februar 1997 durch Barzahlung. Danach erteilte die Beklagte ihr Einverst�ndnis zur L�schung der Grundpfandverschreibung.
B.-Am 9. Oktober 1998 belangte die Kl�gerin die Beklagte beim Handelsgericht des Kantons St. Gallen auf Bezahlung von Fr. 46'327.-- nebst Zins. Sie machte geltend, einerseits sei fraglich, ob die Kl�gerin �berhaupt Schuldnerin der Stehbetragsforderung der Beklagten geworden war, mit der die Werklohnforderungen verrechnet wurden. Anderseits habe die Beklagte den eingeklagten, f�r Fensterlieferungen geschuldeten Betrag erst am 26. November bzw. 7. Dezember 1995 und damit nach Bewilligung der Nachlassstundung am 12. Juli 1995 zur Verrechnung gebracht. Die Bekanntmachung der Nachlassstundung sei gleich zu behandeln wie die Konkurser�ffnung. Gem�ss Art. 213 Abs. 2 SchKG sei aber die Verrechnung ausgeschlossen, wenn ein Gl�ubiger des Gemeinschuldners erst nach Konkurser�ffnung Schuldner desselben oder der Konkursmasse werde. Das Handelsgericht wies die Klage mit Entscheid vom 19. Januar 2000 ab.
C.-Die Kl�gerin gelangt mit Berufung ans Bundesgericht und beantragt, das Urteil des Handelsgerichts aufzuheben und die Beklagte zu verpflichten, den Betrag von Fr. 46'327.-- zuz�glich Zins zu bezahlen. Die Beklagte schliesst auf Abweisung der Berufung.
1.- Die Kl�gerin macht zun�chst geltend, mit dem Abschluss der Vereinbarung vom 10. Juli 1992 habe ihr Verwaltungsrat Freddy Schwegler gegen das Selbstkontrahierungsverbot verstossen, indem er einerseits pers�nlich und anderseits als Organ der Kl�gerin gehandelt habe. Dabei habe er sich selbst beg�nstigt und zugleich die von ihm vertretene juristische Person belastet. Die Benachteiligung der Kl�gerin sei f�r die Beklagte erkennbar gewesen, weshalb die Vereinbarung nichtig sei.
2.-Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz entsprach es dem �bereinstimmenden Willen der an der Vereinbarung vom 10. Juli 1992 beteiligten Personen, dass Freddy Schwegler nicht nur sich pers�nlich, sondern - in seiner Eigenschaft als einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat - auch die Kl�gerin verpflichten sollte. Unbestritten ist ferner, dass die Parteien mit der betreffenden Vereinbarung beabsichtigten, Freddy Schwegler pers�nlich zu erm�glichen, �ber die stehengelassenen Fr. 400'000.-- wie �ber einen Darlehensbetrag zu verf�gen, wobei die R�ckerstattung in Form von Werkvertragsleistungen durch die Kl�gerin erfolgen sollte. Im Folgenden ist zu pr�fen, ob diese Vereinbarung noch von der organschaftlichen Vertretungsmacht Schweglers gedeckt war.
a) Gem�ss Art. 718a Abs. 1 OR k�nnen die zur Vertretung einer Aktiengesellschaft befugten Personen im Namen der Gesellschaft alle Rechtshandlungen vornehmen, die der Zweck der Gesellschaft mit sich bringen kann. Unter Rechtshandlungen, die der Gesellschaftszweck mit sich bringen kann, sind nicht bloss solche zu verstehen, die der Gesellschaft n�tzlich sind oder in ihrem Betrieb gew�hnlich vorkommen; erfasst sind vielmehr ebenfalls ungew�hnliche Gesch�fte, sofern sie auch nur m�glicherweise im Gesellschaftszweck begr�ndet sind, d.h. durch diesen zumindest nicht geradezu ausgeschlossen werden (BGE 116 II 320 E. 3a S. 323; 111 II 284 E. 3b S. 288 f., je mit Hinweisen). Welche Rechtsgesch�fte noch unter die Zweckumschreibung fallen, bestimmt sich nach abstrakten Grunds�tzen und nicht danach, ob das konkrete Gesch�ft tats�chlich dem Zweck der juristischen Person dienlich war. Da die Organe der juristischen Personen nicht Vertreter im Sinne von Art. 32 ff. OR sind, sondern direkt den Willen der juristischen Person kundtun und diese deshalb mit ihren rechtsgesch�ftlichen, aber auch mit ihren deliktischen Handlungen binden k�nnen, kommt dem guten Glauben der beteiligten Dritten eine wichtige Rolle zu (BGE 111 II 284 E. 3b S. 289, mit Hinweisen; Forstmoser/Meier-Hayoz/Nobel, Schweizerisches Aktienrecht, Bern 1996, � 30 Rz 128). Abstrakt auf die Natur des Gesch�fts abzustellen, rechtfertigt sich nur, wenn der Dritte gutgl�ubig annehmen durfte, das Gesch�ft diene tats�chlich dem Zweck der juristischen Person (vgl. Dieter Zobl, Probleme der organschaftlichen Vertretungsmacht, ZBJV 125 [1989] S. 289 ff., S. 307 f.).
b) Das Handelsgericht ist auf die Frage, ob Freddy Schwegler mit dem Abschluss der Vereinbarung vom 10. Juli 1992 seine Vertretungsmacht als Organ der Kl�gerin �berschritten habe, kaum eingegangen, sondern hat lediglich festgehalten, es liege auf der Hand, dass das Eingehen "solcher Gegengesch�fte" ohne weiteres durch den Gesellschaftszweck der Kl�gerin gedeckt gewesen sei. Entgegen der Auffassung der Beklagten hat die Vorinstanz damit aber keine f�r das Bundesgericht verbindliche tats�chliche Feststellung getroffen. Ob ein bestimmtes Gesch�ft noch mit dem Gesellschaftszweck im Einklang steht und dadurch von der Vertretungsmacht des Organes erfasst wird, ist eine im Berufungsverfahren frei �berpr�fbare Rechtsfrage. Unbegr�ndet ist auch der Einwand, die Kl�gerin habe nichts dargelegt, was auf eine unzul�ssige Selbstkontrahierung schliessen lasse.
Auch dabei handelt es sich um eine Frage der Anwendung von Bundesrecht, welche vom Bundesgericht auf der Grundlage der tats�chlichen Feststellungen des angefochtenen Urteils �berpr�ft werden kann. Die Kl�gerin hat im �brigen bereits im kantonalen Verfahren geltend gemacht, dass es nach ihrer Auffassung gegen das Selbstkontrahierungsverbot verstossen w�rde, wenn sie durch die Vereinbarung vom 10. Juli 1992 verpflichtet w�rde.
3.-a) Nach herrschender Lehre und st�ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichtes ist das Kontrahieren eines Vertreters mit sich selbst grunds�tzlich unzul�ssig, weil es regelm�ssig zu Interessenkollisionen f�hrt und somit vom Gesellschaftszweck nicht erfasst wird. Selbstkontrahieren hat deshalb die Ung�ltigkeit des betreffenden Rechtsgesch�ftes zur Folge, es sei denn, die Gefahr einer Benachteiligung des Vertretenen sei nach der Natur des Gesch�ftes ausgeschlossen oder der Vertretene habe den Vertreter zum Vertragsschluss mit sich selbst besonders erm�chtigt oder das Gesch�ft nachtr�glich genehmigt (BGE 95 II 442 E. 5 S. 452 f.; 89 II 321 E. 5 S. 324 ff.; 82 II 388 E. 4 S. 392 ff.; Z�ch, Berner Kommentar, N 80 ff. zu Art. 33 OR; Watter, Basler Kommentar,
2. Aufl. , N 19 zu Art. 33 OR). Nichts anderes gilt f�r die gesetzliche Vertretung juristischer Personen durch deren Organe. Auch in diesem Fall bedarf es einer besonderen Erm�chtigung oder einer nachtr�glichen Genehmigung durch ein �ber- oder nebengeordnetes Organ, wenn die Gefahr einer Benachteiligung besteht (BGE 95 II 442 E. 5 S. 452 f.; 89 II 321 E. 5 S. 326; Watter, Basler Kommentar, N 12 zu Art. 718a OR; Forstmoser/Meier-Hayoz/Nobel, Schweizerisches Aktienrecht, Bern 1996, � 30 N 121 f.).
Daran schliesst die Frage an, wie es sich mit der Vertretungsmacht verh�lt, wenn zwar kein Selbstkontrahieren, aber ein Konflikt zwischen den Interessen der juristischen Person und jenen des handelnden Organs vorliegt. Grunds�tzlich ist davon auszugehen, dass die Vertretungsbefugnis nach dem mutmasslichen Willen der juristischen Person stillschweigend jene Gesch�fte ausschliesst, welche sich als interessen- bzw. pflichtwidriges Vertreterhandeln erweisen (Zobl, a.a.O., S. 295 f.). Eine stillschweigende Beschr�nkung der Vertretungsbefugnis kann aber dem gutgl�ubigen Dritten nicht entgegengehalten werden. Der Interessenkonflikt vermag die Vertretungsmacht nur zu begrenzen, wenn er f�r den Dritten erkennbar war oder dieser ihn wenigstens bei geb�hrender Sorgfalt h�tte erkennen m�ssen (vgl. BGE 120 II 5 E. 2c, S. 9; Zobl, a.a.O., S. 306 ff.). Die Rechtslage ist bei einem Gesch�ft mit Interessenkonflikt mithin nicht dieselbe wie beim Selbstkontrahieren. W�hrend beim Selbstkontrahieren und der Doppelvertretung die Vertretungsmacht grunds�tzlich fehlt und nur ausnahmsweise aufgrund besonderer Umst�nde besteht, schliesst der blosse Interessenkonflikt aus Gr�nden der Verkehrssicherheit die Vertretungsmacht nicht von vornherein aus, sondern l�sst sie nur entfallen, wenn der Dritte den Interessenkonflikt auch erkannt hat bzw. h�tte erkennen m�ssen. Dann aber fehlt es an der Vertretungsmacht, selbst wenn sich der Interessenkonflikt im konkreten Fall nicht zum Nachteil der vertretenen Person ausgewirkt hat (vgl. zur analogen Rechtslage bei der gesetzlichen Vertretung: BGE 118 II 101 E. 4 S. 103 ff.; 107 II 105 E. 4 S. 109 ff.; zu den Ausnahmen vgl. BGE 120 II 5 E. 2c S. 9 f.). Der Interessenkonflikt bewirkt, dass der rechtsgesch�ftliche Wille nicht fehlerfrei zustande kommen und damit das Rechtsgesch�ft f�r den Vertretenen nicht wirksam werden kann. Die Regeln des Selbstkontrahierens sind deshalb analog anzuwenden (vgl. Watter, a.a.O., N 19 zu Art. 33 OR; Z�ch, a.a.O., N 78 zu Art. 33 OR).
b) Nach den insofern unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz stellte die Beklagte mit der Vereinbarung vom 10. Juli 1992 Freddy Schwegler Fr. 400'000.-- zur Verf�gung, zu deren R�ckerstattung sich jedoch die Kl�gerin verpflichtete.
Dabei handelte Schwegler zugleich f�r sich pers�nlich und in seiner Eigenschaft als einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat f�r die Kl�gerin. Wirtschaftlich erzielten die Parteien dadurch im Ergebnis eine darlehens�hnliche Beg�nstigung Schweglers zulasten der Kl�gerin, indem Letztere dessen Schuld gegen�ber der Beklagten zu begleichen hatte.
Um einen Fall von Selbstkontrahieren im eigentlichen Sinne handelt es sich indessen nicht, da dem fraglichen Rechtsgesch�ft ein Dreipersonenverh�ltnis zugrunde liegt und der vorliegende Rechtsstreit zwischen dem Dritten und dem Vertretenen angehoben wurde. Die Gefahr eines Konflikts zwischen den Interessen des Organs und der Gesellschaft ist jedoch un�bersehbar. Der vorliegende Fall ist somit mit demjenigen vergleichbar, der BGE 111 II 284 ff. zugrunde lag, wo eine durch ihren Hauptaktion�r vertretene Gesellschaft in dessen Interesse kumulativ eine Schuld �bernahm. Allerdings lagen damals keinerlei Anhaltspunkte f�r die B�sgl�ubigkeit des Dritten vor, weshalb das Bundesgericht keinen Anlass hatte, sich zu dieser Frage eingehend zu �ussern (vgl. Zobl, a.a.O., S. 307). Vorliegend behauptet die Kl�gerin jedoch, die Beklagte sei b�sgl�ubig gewesen. Im Folgenden ist daher zu pr�fen, ob diese den Interessenkonflikt erkannt hat oder h�tte erkennen m�ssen.
4.-Das Handelsgericht hat - wenn auch in anderem Zusammenhang - festgestellt, beide Parteien seien davon ausgegangen, Freddy Schwegler habe nicht �ber die finanziellen Mittel verf�gt, um die �berbauung Bauholz zu realisieren.
W�hrend die Zahlungsf�higkeit der Beklagten nie bestritten worden sei, h�tten bei Schwegler diesbez�glich Zweifel bestanden.
Da er nicht �ber das notwendige Kapital verf�gt habe und den Stehbetrag gleichzeitig frei f�r die �berbauung verwenden durfte, habe die Vereinbarung vom 10. Juli 1992 nur den Sinn haben k�nnen, eine tats�chliche R�ckerstattung des Darlehens zu gew�hrleisten. Wie ferner aus dem angefochtenen Urteil hervorgeht, hat die Beklagte selbst im kantonalen Verfahren vorgebracht, nur unter der Bedingung bereit gewesen zu sein, einen Teil ihrer Werklohnforderungen als Darlehen stehen zu lassen, dass die R�ckzahlung �ber Gegengesch�fte mit der Kl�gerin erfolgen w�rde. Die Beklagte war sich somit bewusst, dass die Bonit�t des Empf�ngers Schwegler zweifelhaft war, und liess sich gerade aus diesem Grund die R�ckleistung durch die offenbar solvente Kl�gerin versprechen. Der Konflikt zwischen den pers�nlichen Interessen Schweglers und denjenigen der Kl�gerin war mithin auch f�r die Beklagte augenf�llig. Soweit sie in der Berufungsantwort geltend macht, es habe kein objektiver Grund zur Annahme bestanden, Schwegler werde nicht in der Lage sein, die "peu � peu entstehenden Verpflichtungen gegen�ber seinem Unternehmen (Subrogationsforderung) zu erf�llen", stehen ihre Ausf�hrungen mit den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz in Widerspruch. H�tte sie Schwegler tats�chlich f�r zahlungsf�hig gehalten, ist nicht einzusehen, weshalb es �berhaupt zur Vereinbarung vom 10. Juli 1992 kommen musste, wie bereits das Handelsgericht ausgef�hrt hat. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Gefahr einer Benachteiligung der Kl�gerin f�r die Beklagte erkennbar und sie diesbez�glich nicht gutgl�ubig war.
5.-Die Beklagte wendet allerdings ein, Freddy Schwegler sei der einzige Verwaltungsrat und "wirtschaftlicher Eigent�mer" der Kl�gerin gewesen, was die Vermutung begr�nde, dass eine stillschweigende Bevollm�chtigung bzw.
Genehmigung durch die Generalversammlung vorliege. Sinngem�ss macht sie damit geltend, zwischen Schwegler und der Beklagten (recte: Kl�gerin) habe gar kein Interessenkonflikt bestanden.
a) In einem Entscheid aus dem Jahre 1924, der einen Fall von Selbstkontrahieren betraf, hielt das Bundesgericht fest, die Gefahr einer Benachteiligung der vertretenen Gesellschaft entfalle, wenn neben dem Organ, welches das Eigengesch�ft geschlossen habe, keine weiteren Aktion�re und keine Gesellschaftsgl�ubiger vorhanden seien. Auch wenn die Gesellschaft eine gesonderte Rechtspers�nlichkeit habe und ihr Verm�gen von demjenigen des Alleinaktion�rs getrennt bleibe, so deckten sich doch die beidseitigen Interessensph�ren (BGE 50 II 168 E. 5 S. 183 f.). Diese Rechtsprechung ist in der Lehre �berwiegend auf Zustimmung gestossen (Z�ch, a.a.O., N 81 zu Art. 33 OR; Zobl, a.a.O., S. 312; Rolf Portmann, Das Selbstkontrahieren des Vertreters, Diss. Z�rich 1941, S. 100 ff.; Walter Heinrich Keicher, Das Selbstkontrahieren des Stellvertreters, Diss. Bern 1940, S. 54 f.; Paul Lemp, Vertragsabschluss durch Organe in Doppelstellung, in: Festgabe f�r Wilhelm Sch�nenberger, Freiburg 1968, S. 309 ff., S. 327 f.).
Wie das Bundesgericht im zitierten Entscheid ausf�hrt, ist die M�glichkeit einer Sch�digung der Gesellschaft der einzige ausschlaggebende Gesichtspunkt bei der Beurteilung der Zul�ssigkeit eines Eigengesch�ftes (BGE 50 II 168 E. 5 S. 184). Ein Schutzbed�rfnis entf�llt deshalb, wenn der mit sich selbst kontrahierende Vertreter zugleich Alleinaktion�r ist, ist doch unter diesen Umst�nden zwingend zu folgern, der Abschluss des betreffenden Eigengesch�ftes entspreche zugleich dem Willen der Generalversammlung und werde deshalb von der Vertretungsmacht des Organs gedeckt. Dasselbe muss a fortiori f�r Rechtsgesch�fte mit potentiellen Interessenkonflikten wie dem vorliegenden gelten: Sind neben dem handelnden Organ keine weiteren Aktion�re vorhanden, fehlt es von vornherein an gegenl�ufigen Interessen. Anders verh�lt es sich, wenn das Organ nicht Allein-, sondern bloss Mehrheitsaktion�r ist. Ein Interessenkonflikt ist diesfalls noch nicht per se ausgeschlossen. Zum Schutze der Minderheit ist deshalb zu fordern, dass eine Erm�chtigung bzw. Genehmigung mittels eines anfechtbaren Beschlusses erteilt wurde (anders Z�ch, a.a.O., N 81 zu Art. 33 OR, der bereits bei Besitz der Aktienmehrheit von einer Vermutung der Bevollm�chtigung ausgeht).
Soweit das Bundesgericht im angef�hrten Urteil auch die Interessen von Gesellschaftsgl�ubigern f�r erheblich erachtete, ist daran nicht festzuhalten. Zu Recht wurde in der Lehre darauf hingewiesen, dass das Verbot des Selbstkontrahierens bzw. die beschr�nkte G�ltigkeit von Rechtsgesch�ften mit Interessenkonflikten allein dem Schutz der Gesellschaft diene (Zobl, a.a.O., S. 312 f.; Portmann, a.a.O., S. 102; Keicher, a.a.O., S. 55). Den Gesellschaftsgl�ubigern stehen mit den paulianischen Anfechtungsklagen (Art. 285 ff. SchKG) und der Verantwortlichkeitsklage gegen�ber Verwaltungsr�ten (Art. 754 OR) andere Rechtsbehelfe zur Durchsetzung ihrer Anspr�che zur Verf�gung (Zobl, a.a.O., S. 312).
b) Das angefochtene Urteil enth�lt keine Feststellungen zur Zusammensetzung des Aktionariats der Kl�gerin zur fraglichen Zeit. Die Beklagte macht in der Berufungsantwort zwar geltend, im kantonalen Verfahren sei ihre Behauptung unbestritten geblieben, Freddy Schwegler sei "wirtschaftlicher Eigent�mer" der Kl�gerin. Was sie mit diesem Begriff im hier interessierenden Zusammenhang genau meint, bleibt indessen unklar; namentlich geht aus ihren Vorbringen nicht hervor, ob neben Schwegler noch andere Aktion�re vorhanden waren. Das aber ist f�r die Beurteilung der Frage, ob zwischen Freddy Schwegler und der Kl�gerin tats�chlich ein Interessenkonflikt bestanden hat, der den Abschluss der Vereinbarung vom 10. Juli 1992 ung�ltig macht, von ausschlaggebender Bedeutung. Sollte sich ergeben, dass Freddy Schwegler nicht Allein-, sondern bloss Mehrheitsaktion�r war, ist zus�tzlich erforderlich, dass eine spezifische Erm�chtigung bzw. Genehmigung seines Handelns durch die Gesellschaft g�ltig stattgefunden h�tte. Der vom Handelsgericht festgestellte Sachverhalt ist in diesem Sinne unvollst�ndig, weshalb die Streitsache zur Aktenerg�nzung und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 OG).
6.-Die Kl�gerin r�gt auch die Auffassung der Vorinstanz als bundesrechtswidrig, wonach das Verrechnungsverbot gem�ss Art. 213 Abs. 2 SchKG nicht auf den vorliegenden Fall anwendbar sei. Sollte das Handelsgericht bei der erneuten Pr�fung der Streitsache zum Schluss kommen, dass die Vereinbarung vom 10. Juli 1992 g�ltig ist, dr�ngt es sich aus prozess�konomischen Gr�nden auf, die betreffenden Erw�gungen des angefochtenen Urteils bereits hier auf ihre Konformit�t mit dem Bundesrecht hin zu �berpr�fen.
a) Das Handelsgericht hat die Vereinbarung vom 10. Juli 1992 als Verrechnungsvertrag qualifiziert. Demnach sollten k�nftig entstehende Werklohnforderungen der Kl�gerin erl�schen, sobald sie der Darlehensforderung der Beklagten gegen�ber stehen. Im Rahmen dieses Verrechnungsvertrages habe es den Parteien auch freigestanden, auf die Erfordernisse der Gegenseitigkeit und der Gleichartigkeit von Verrechnungsforderung und Hauptforderung zu verzichten. W�hrend sich die Kl�gerin dieser Auffassung anschliesst, wendet die Beklagte in der Berufungsantwort erneut ein, die Leistungen der Kl�gerin stellten reine Erf�llungshandlungen dar, so dass f�r die Konstruktion eines Verrechnungstatbestandes kein Raum bleibe.
b) Bei der Verrechnung handelt es sich um einen besonderen, von der eigentlichen Erf�llung verschiedenen Untergangsgrund einer Forderung. Sie setzt den Bestand mindestens zweier Obligationen voraus, welche beide von der verrechnungsrechtlichen Wirkung erfasst werden (Aepli, Z�rcher Kommentar, 3. Aufl. , Z�rich 1991, N 17 f. der Vorbemerkungen zu Art. 120-126 OR). Verrechnungs- und Hauptforderung m�ssen zudem grunds�tzlich gleichartig sein und denselben Personen jeweils als Gl�ubiger bzw. Schuldner zustehen. Aufgrund der weitgehend dispositiven Natur der Normen des Verrechnungsrechts steht es den Parteien jedoch frei, abweichende Abreden zu treffen. So k�nnen sie - im Einverst�ndnis aller Beteiligten - vom Erfordernis der Gegenseitigkeit abweichen oder die Verrechnung nicht gleichartiger Leistungsgegenst�nde zulassen. Wird die Voraussetzung der Gleichartigkeit vertraglich wegbedungen, liegt allerdings keine Verrechnung im eigentlichen Sinne mehr vor, sondern eine Tilgung durch Hingabe an Erf�llungs Statt (Aepli, a.a.O., N 206 der Vorbemerkungen zu Art. 120-126 OR; Urteil des Bundesgerichts vom 14. Dezember 1993 i.S. G., in: SJ 1994 S. 600 ff. E. 2c).
c) Mit der Vereinbarung vom 10. Juli 1992 verpflichtete sich die Kl�gerin zur R�ckerstattung eines Betrages, welchen die Beklagte Freddy Schwegler pers�nlich zur Verf�gung gestellt hatte. Ein Darlehen im Sinne von Art. 312 ff. OR wurde indessen nicht vereinbart, sollte doch die R�ckerstattung nicht mittels Geldzahlung, sondern durch das Erbringen werkvertraglicher Leistungen erfolgen. Demnach war die Beklagte vertraglich f�r sp�ter zu erbringende Werkleistungen der Kl�gerin vorauszahlungspflichtig. Nur in diesem Sinne hatte die �berlassung von Fr. 400'000.-- Darlehensfunktion.
Eine Forderung der Kl�gerin aus Werkvertrag, welche anschliessend durch Verrechnung mit der Forderung der Beklagten untergehen sollte, kam somit gar nie zur Entstehung.
Vielmehr bildeten die Werkleistungen den prim�ren Leistungsinhalt der kl�gerischen Verpflichtung und standen im Synallagma zur Geldhingabe. In diesem wesentlichen Punkt unterscheidet sich der vorliegende Fall von BGE 115 III 65:
Dort wurde einem Mieter vertraglich das Recht einger�umt, die Mietzinsschuld mit Kontokorrentforderungen gegen�ber der Vermieterin zu verrechnen, soweit und solange er �ber ein Guthaben verf�gte. Bei der �berlassung der Mietsache handelte es sich mithin nicht um eine Erf�llungshandlung, sie hatte ihre Grundlage vielmehr in einem eigenen Vertragsverh�ltnis.
Bei der hier zu beurteilenden Streitsache hingegen sollte die Kl�gerin die Schuld Freddy Schweglers direkt durch werkvertragliche Leistungen tilgen, ohne dass es zus�tzlich einer Verrechnungserkl�rung bedurft h�tte, denn ein Recht der Beklagten, die Darlehensr�ckzahlung von Freddy Schwegler pers�nlich zu verlangen, war nicht vereinbart worden.
Hinzu kommt, dass es vorliegend sowohl an der Gegenseitigkeit als auch an der Gleichartigkeit der einander gegen�berstehenden Forderungen fehlt. Wohl k�nnen die Parteien mit dem Abschluss eines Verrechnungsvertrages auch Forderungen der Verrechnung unterstellen, welche diese beiden Voraussetzungen nicht erf�llen. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist jedoch nicht leichthin anzunehmen, die Parteien w�rden das Erfordernis der Gleichartigkeit vertraglich wegbedingen (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Dezember 1993 i.S. G., in: SJ 1994 S. 603). Der Umstand, dass die in Frage stehenden Forderungen weder gegenseitig noch gleichartig sind, spricht daher gegen das Vorliegen eines Verrechnungsvertrages.
Bei der Verrechnung nicht gleichartiger Leistungsgegenst�nde handelt es sich richtig besehen um eine Tilgung durch Hingabe an Erf�llungs Statt. Die Werkvertragsleistungen der Kl�gerin aber stellten nach dem Inhalt der Vereinbarung vom 10. Juli 1992 nicht etwa ein Erf�llungssurrogat, sondern den vertraglich vereinbarten normalen Erl�schensgrund der Darlehensforderung dar. Daran �ndert auch der Umstand nichts, dass die Beklagte selbst in ihrer Abrechnung die Kl�gerin als "Verrechnungspartner" bezeichnete.
Gebrauchen die Parteien eine unrichtige Bezeichnung oder Ausdrucksweise, ist dies f�r die Beurteilung des Vertragsinhaltes nicht massgeblich (Art. 18 Abs. 1 OR). Die von den Parteien vorgesehene Art und Weise der R�ckerstattung des Darlehens ist nicht als Verrechnung zu qualifizieren und f�llt somit von vornherein nicht unter das Verrechnungsverbot von Art. 213 Abs. 2 SchKG. Die Auffassung der Vorinstanz erweist sich deshalb im Ergebnis als bundesrechtskonform.
7.-Nach dem Gesagten ist die Berufung teilweise gutzuheissen.
Die Kl�gerin dringt jedoch mit ihrem Antrag auf Gutheissung der Klage nicht durch, und der endg�ltige Ausgang des Verfahrens ist noch ungewiss. Es rechtfertigt sich daher, den Parteien die Gerichtskosten je zur H�lfte aufzuerlegen und die Parteientsch�digungen wettzuschlagen.
1.- Die Berufung wird teilweise gutgeheissen, und das Urteil des Handelsgerichts des Kantons St. Gallen, vom 19. Januar 2000 wird aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
2.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000.-- wird den Parteien je zur H�lfte auferlegt.
3.- Es wird keine Parteientsch�digung zugesprochen.

References: Art. 213
 Art. 718
 Art. 32
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 718
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 33
 Art. 33
 BGE 
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 213
 Art. 120
 Art. 120
 Art. 312
 BGE 
 Art. 213