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Tacheles Rechtsprechungsticker KW 21/2014 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht Rechtsanwalt in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
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1.1 BSG, Urteil vom 14.05.2014 – B 11 AL 3/13 R
2.1 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Urteile vom 26.09.2013 – L 2 AS 336/10 – und – L 2 AS 338/10 – Revisionen anhängig beim BSG unter dem Az. B 14 AS 13/14 R und B 14 AS 14/14 R
Eine "Nutzungsentschädigung", die an den getrennt lebenden Ehegatten für die bisherige gemeinsame Ehewohnung gezahlt wird, ist im Rahmen der Kosten der Unterkunft gem. § 22 Abs. 1 S 1 SGB 2 – nicht zu berücksichtigen.
Anmerkung 1: Anderer Auffassung SG Potsdam, Potsdam, Urteil vom 26.06.2012 – S 40 AS 1680/09 – Ist nach Auszug eines Mitgliedes aus der gemeinschaftlichen Wohnung der Bedarfsgemeinschaft durch die verbliebenen Mitglieder diesem die mietrechtliche Nutzungsentschädigung zu entrichten, steht diese den Kosten der Unterkunft gleich. Jedenfalls aber ist ein mietähnlicher Charakter der Nutzungsentschädigung festzustellen, weswegen sie in vollem Umfang den Unterkunftskosten zuzurechnen ist (vgl. SG Dresden, Urteil vom 30.05.2011, – S 3 AS 2611/09 – sowie sogar zur Sondersituation des Getrenntlebens im Hinblick auf § 1361 b Abs. 3 BGB: SG Potsdam, Beschluss vom 08.09.2009, – S 19 AS 2765/09 ER).
2.2 Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 10.04.2014 – L 7 AS 731/12
2.3 LSG Bayern, Urteil vom 23.04.2014 – L 11 AS 410/13
100% Sanktion wegen falscher Rechtsfolgenbelehrung im Vermittlungs Vorschlag ( VV) und nicht hinreichendem bestimmten Arbeitsangebot vom Gericht gekippt- Nichtnennung des zukünftigen Arbeitgebers im VV – keine zeitnahe Rechtsfolgenbelehrung
Erteilte Rechtsfolgenbelehrung im Vermittlungsvorschlag ist nicht verständlich und zeitnah (BSG, Urteil v. 17.12.2009 – B 4 AS 30/09 R) und leidet zudem an weiteren Unrichtigkeiten.
Anmerkung: Vgl. dazu Bay LSG, Urteil vom 28.06.2012 – L 7 AS 985/11 – Eine Maßnahme (hier Ein Euro Job) muss hinreichend genau beschrieben werden, damit ihre Verweigerung eine Sanktion nach § 31 Abs. 1 SGB II nach sich zieht.
2.4 Thüringer Landessozialgericht, Urteil vom 29.01.2014 – L 4 AS 1680/12 – rechtskräftig
Hinsichtlich des Vorliegens eines Bedarfs im Sinne des § 22 Abs. 1 Satz 1 SGB II kommt es auf die Fälligkeit der Forderung an – Rechnung für Heizöl
Erst mit der tatsächlichen Fälligkeit der Forderung ent- bzw. besteht die tatsächliche Bedarfslage, die für Leistungen nach dem SGB II entscheidend ist. Nur Forderungen im Monat der Fälligkeit sind als tatsächliche Aufwendungen zu berücksichtigen (vgl. insoweit beispielhaft BSG, Urteil vom 22. August 2012 – B 14 AS 1/12 R, Urteil vom 24. Februar 2011 – B 14 AS 61/10 R, Urteil vom 15. April 2008 – B 14/7b AS 58/06 R, Urteil vom 22. März 2010 – B 4 AS 62/09 R und letztlich Beschluss vom 16. Mai 2007 – B 7 B AS 40/06 R).
Es ist auch grundsätzlich auch ohne Relevanz, ob vom Leistungsberechtigten vor oder nach dem Fälligkeitszeitpunkt gezahlt wird – mithin hat die Erfüllung keine eigenständige bedarfsbezogene Bedeutung gegenüber der Fälligkeit ( BSG, Urt. v. 22. März 2010 – B 4 AS 62/09 R ).
2.5 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 30.01.2014 – L 6 AS 1154/13 – Die Revision wird zugelassen.
Zur Rechtsfrage, ob § 42 a Abs. 2 S. 1 SGB II auch auf Mietkaution-Darlehen anzuwenden ist, die bereits vor dem 01.04.2011 bewilligt wurden – Für die vor dem 01.04.2011 gewährten Darlehen verbleibt es bei dem Rechtszustand nach dem bisherigen Recht jedenfalls dann, wenn die Darlehen für die Deckung eines Bedarfs bewilligt wurden, der im " Regelbedarf " nicht abgebildet ist.
Die uneingeschränkte Anwendung der gesetzlichen Neuregelung auf Mietkaution – Altdarlehen begegnet unter dem Blickwinkel des Vertrauensschutzes durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken.
Anmerkung 1: Anderer Auffassung SG Lübeck, Gerichtsbescheid vom 29. August 2013 (Az.: S 26 AS 405/12), offen gelassen vom LSG NRW, Beschluss vom 27.03.2014 – L 19 AS 332/14 B.
2.6 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 05.05.2014 – L 2 AS 702/14 B ER – rechtskräftig
Mit einer Größe von mehr als 118 m² ist die Eigentumswohnung bei Belegung mit einer Person nicht angemessen im Sinne von § 12 Abs. 3 Nr. 4 SGB II und damit grundsätzlich zur Vermeidung von Hilfebedürftigkeit zu verwerten; vgl. BSG Urteil vom 12.12.2013 – B 14 AS 90/12 R).
2.7 Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 04.03.2014 – L 20 AS 3422/13 B ER
Ergänzende Sachleistungen – Antragserfordernis – Ein Hinweis im Sanktionsbescheid auf die Möglichkeit der Erbringung ergänzender Sach- bzw. geldwerter Leistungen "auf Antrag" ist ausreichend.
2.8 Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 12.02.2014 – L 18 AS 2908/12
3.1 SG Stade, Beschluss vom 09.05.2014 – S 6 AS 41/14 ER
Arbeitslosengeld II – Unterkunft und Heizung – Auszug aus elterlichem Haushalt vor Vollendung des 25. Lebensjahres – kein Zusicherungserfordernis bei fehlender Hilfebedürftigkeit bzw Beantragung von Leistungen zum Auszugszeitpunkt – Missbrauchsabsicht
Es erscheint wirklichkeitsfremd, dass die Entscheidung der Eltern des Antragstellers für den Bezug einer Drei-Zimmer-Wohnung maßgeblich durch das Verhalten des Antragstellers beeinflusst wurde. Eine Aufnahme des Antragstellers in die neue Wohnung der Eltern ist auf Grund des Zuschnitts der Wohnung unmöglich, desweiteren ist eine gemeinsame Nutzung des Kinderzimmers des Antragstellers mir seiner Schwester auf Grund des erheblichen Altersunterschiedes ( 7 und 24 – jährig ) für den Antragsteller nicht zumutbar.
3.2 SG Hamburg, Beschluss vom 06. Mai 2014 – S 24 AS 1510/14 ER
4.1 LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 07.05.2014 – L 8 SO 126/14 B ER
Anmerkung: Anderer Auffassung LSG BB, Urteil vom 06.03.2014 – L 31 AS 1348/13 – der von dem Leistungsausschluss nach § 7 Abs. 1 Satz 2 SGB II betroffene Personen sind „dem Grunde nach leistungsberechtigt” nach dem SGB II.
4.2 Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 30.04.2014 – L 7 SO 3423/10
5. FG Düsseldorf, Urt. v. 06.03.2014 – 16 K 3046/13 AO
6. Anmerkung zu: BVerwG 5. Senat, Urteil vom 27.02.2014 – 5 C 1/13 D, Autor: Dr. Rainer Störmer, RiBVerwG,
7. BVerfG, Beschluss vom 03.03.2014 – 1 BVR 1671/13, BeckRS 2014, 48676 – Anmerkung von
8. Drucksache 18/1188 – Kleine Anfrage: Berichte über die Verweigerung der Annahme von Neuanträgen auf Hartz-IV-Leistungen.
10. Ab dem 01.06.2014 höhere Pauschalen für die Erstausstattung in Berlin – Neu: Jugendbett und Kinderschreibtisch als Erstausstattung
Quelle: "Tacheles-Rechtsprechungsticker, www.tacheles-sozialhilfe.de

References: § 22
 § 1361
 § 31
 § 22
 § 42
 § 12
 § 7