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Timestamp: 2019-04-25 00:52:27+00:00

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BGH, 24.11.2006 - LwZR 6/05 - dejure.org
BGB § 410 Abs. 1
Ausschluss des Eintritts des Verzuges im Fall der Geltendmachung eines Leistungsverweigerungsrechts durch den Schuldner; Wirksamkeit einer Ermächtigung zur Ausübung des Rechts zur Kündigung eines Pachtvertrages ; Pflicht zur Einhaltung der Schriftform für die ordentliche Kündigung bei einer außerordentlichen Kündigung wegen Zahlungsverzugs; Umdeutung einer ordentlichen Kündigung in eine außerordentliche Kündigung; Ausschluss der Erfüllung der Pachtzinsforderung durch einen Vorbehalt; Geeignetheit einer bedingten Zahlung für den Ausschluss des Eintritts des Verzuges; Ausschluss eines durch die Mahnung eintretenden Verzuges duch das Bestehen eines Leistungsverweigerungsrechts
Zum Ausschluss des Verzuges durch das Leistungsverweigerungsrecht nach § 410 Abs. 1 Satz 1 BGB
Verfahrensrecht - Leistungsverweigerungsrecht: Geltendmachung notwendig
OLG Naumburg, 25.08.2005 - 2 U 52/05
NJW 2007, 1269
DNotZ 2007, 522
WM 2007, 996
Da zur wirksamen Erklärung eines Rücktritts ein Gebrauch dieses Wortes nicht erforderlich ist, kann dem Schreiben - zumindest im Wege der Umdeutung (§ 140 BGB) - auch eine Rücktrittserklärung entnommen werden, die dem von der Klägerin erstrebten Ziel, den Vertrag zu beenden und den erfolgten Leistungsaustausch rückgängig zu machen, in gleicher Weise zum Erfolg verhilft (…Erman/Röthel, BGB, 12. Aufl., § 349 Rdnr. 2 m.w.N.; vgl. ferner BGH, Urteil vom 24. November 2006 - LwZR 6/05, NJW 2007, 1269, Tz. 14 m.w.N.).
Der Leistende kann auf diese Weise erreichen, dass im späteren Rückforderungsstreit den Leistungsempfänger die Beweislast für das Bestehen des Anspruchs trifft (vgl. BGH, Urteile vom 6. Oktober 1998 - XI ZR 36/98, BGHZ 139, 357, 367 f., vom 9. Juni 1992 - VI ZR 215/91, NJW-RR 1992, 1214, 1216, vom 24. Oktober 2002 - I ZR 3/00, BGHZ 152, 233, 244 f. und vom 24. November 2006 - LwZR 6/05, NJW 2007, 1269 Rn. 19, jeweils mwN).
Ein solcher Vorbehalt ist regelmäßig anzunehmen, wenn die Leistung des Schuldners an den Gläubiger aufgrund eines vorläufig vollstreckbaren Urteils zur Vermeidung der Zwangsvollstreckung erfolgt (…BGH 19. November 2008 - X ZR 39/08 - Rn. 5, aaO; 24. November 2006 - LwZR 6/05 - Rn. 19, NJW 2007, 1269;… 19. Januar 1983 - VIII ZR 315/81 - zu II 1 der Gründe, aaO) .
Eine Umdeutung ist aber dann zulässig und angebracht, wenn - für den Kündigungsgegner erkennbar - nach dem Willen des Kündigenden das Vertragsverhältnis zweifelsfrei zum nächstmöglichen Termin beendet werden soll (Vgl. BGH, Urteile vom 12.01.1981 - VIII ZR 332/79, NJW 1981, 976, 977 m.w.N.; vom 24.11.2006 - LwZR 6/05, NJW 2007, 1269, 1270;… Ehlert in Beck'scher Online Kommentar BGB, Stand: 01.08.2012, § 543 Rdnr. 53).
Der diesbezügliche Wille muss sich danach - zur Sicherheit des Rechtsverkehrs - eindeutig aus der Kündigungserklärung selbst oder aus Umständen ergeben, die dem Kündigungsgegner zu diesem Zeitpunkt bekannt sind (BGH, Urteil vom 24.11.2006 - LwZR 6/05, NJW 2007, 1269, 1270; Urteil vom 12.01.1981 - VIII ZR 332/79, NJW 1981, 976, 977).
Die Bestimmung des § 410 Abs. 1 Satz 1 BGB begründet keinen Gegenanspruch und darum auch kein Zurückbehaltungsrecht nach § 273 BGB, sondern ein Leistungsverweigerungsrecht, das der Schuldner dem neuen Gläubiger einredeweise entgegenhalten kann (BGH, Urteil vom 24. November 2006 - LwZR 6/05, NJW 2007, 1269 Rn. 24; Urteil vom 21. November 1985 - VII ZR 305/84, BauR 1986, 222, 224 = ZfBR 1986, 65; Urteil vom 17. Februar 1969 - II ZR 102/67, WM 1969, 598, 599;… Staudinger/Busche [2012], § 410 Rn. 5).
c) Der Bundesgerichtshof hat diese Frage offengelassen (Urteil vom 24. November 2006 - LwZR 6/05, NJW 2007, 1269 Rn. 25).
In der Revisionsinstanz kann die Erhebung einer Einrede aus § 273 BGB nicht nachgeholt werden (BGH, Urt. v. 24. November 2006 - LwZR 6/05, WM 2007, 996, 1000 Rn. 37 m.w.N.).
In der Revisionsinstanz ist ihre (erstmalige) Erhebung dagegen ausgeschlossen, selbst wenn die Tatsachen, auf die das Leistungsverweigerungsrecht gestützt wird, bereits vorgetragen wurden (zu § 273 Abs. 1 BGB vgl. BGH 18. November 2010 - IX ZR 240/07 - Rn. 19; 24. November 2006 - LwZR 6/05 - Rn. 37; sowie zu § 320 Abs. 1 Satz 1 BGB bereits RG 19. April 1928 - VI 428/27 - RGZ 121, 73) .
Dieser muss sich eindeutig aus der Kündigungserklärung selbst oder aus Umständen ergeben, die dem Kündigungsgegner bekannt sind (Senatsurteil vom 12. Januar 1981 - VIII ZR 332/79, NJW 1981, 976 unter II 1 e aa; BGH, Urteil vom 24. November 2006 - LwZR 6/05, NJW 2007, 1269 Rn. 14; jeweils mwN).
Dieses Gegenseitigkeitsverhältnis ist der Grund dafür, dass schon das Bestehen der Einrede des nichterfüllten Vertrages (§ 320 BGB) nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und nahezu einhelliger Ansicht im Schrifttum den Eintritt des Schuldnerverzugs hindert (Senat, BGHZ 113, 232, 236; 116, 244, 249;… Urt. v. 23. Mai 2003, V ZR 190/02, NJW-RR 2003, 1318 f.;… BGH, Urt. v. 24. Oktober 2006, X ZR 124/03, NJW-RR 2007, 325, 327 f.; Urt. v. 24. November 2006, LwZR 6/05, NJW 2007, 1269, 1272;… MünchKomm-BGB/Emmerich, BGB, 5. Aufl., § 320 Rdn. 46;… Staudinger/Otto, BGB [2004], § 320 Rdn. 46, jeweils m. w. N.).
BGH, 26.02.2009 - VII ZR 73/08
Im Einzelfall gegebene Möglichkeit zur Abstandnahme von einer Vereinbarung zur …
Denn dieses Zurückbehaltungsrecht hat die Beklagte erstmals im Revisionsverfahren geltend gemacht, so dass es keine Berücksichtigung mehr finden kann (BGH, Urteil vom 24. November 2006 - LwZR 6/05, NJW 2007, 1269, 1273).

References: § 410
 § 410
 § 349
 § 543
 § 410
 § 273
 § 410
 § 273
 § 273
 BGH 
 § 320
 § 320
 § 320