Source: https://rechtsprechung.jimdo.com/rechtsprechung/zwangsvollstreckung-zwangsversteigerung/
Timestamp: 2019-05-24 00:05:50+00:00

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Weitere Entscheidungen siehe in der linken Spalte unter "Zwangsvollstreckung"
LG Memmingen, Beschluss vom 27.10.2017 - 44 T 1289/17 -
Zahlungen an den Gerichtsvollzieher bewirken noch keine Erfüllung der titulierten Forderung. Ein weitergehender Verzögerungsschaden, der durch nicht rechtzeitige Weiterleitung der Zahlung dem Gläubiger entsteht, wird weiterhin vom Schuldner geschuldet und ist (so wegen Zinsen) vom Gerichtsvollzieher zu vollstrecken. Lediglich das Gefahrtragungsrisiko des Verlusts des Geldes bei dem Gerichtsvollzieher geht gem. §§ 815 Abs. 3 ZPO, 270 BGB zu Lasten des Gläubigers (der dann evtl. einen Anspruch gegen den Gerichtsvollzieher hat).
Konkretisierung der notariellen Vollstreckungsunterwerfung
BGH, Urteil vom 19.12.2014 – V ZR 82/13 -
Es handelt sich um eine häufig geübte Praxis, in notariellen Kaufverträgen über Immobilien eine Zwangsvollstreckungsunterwerfungserklärung des Inhalts aufzunehmen, dass sich der Erwerber „wegen der in dieser Urkunde eingegangenen Zahlungsverpflichtungen, die eine bestimmte Geldsumme zum Gegenstand haben“, der sofortigen Zwangsvollstreckung in sein gesamtes Vermögen unterwirft. Der BGH hat nunmehr mit Urteil vom 19.12.2014 – V ZR 82/13 – entschieden, dass diese Unterwerfungserklärung mit dem Konkretisierungsgebot des § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO nicht vereinbar wäre und der verstoß zur Unwirksamkeit der Unterwerfungserklärung führt. Diese Unwirksamkeit kann vom Käufer mit der Titelgegenklage analog § 767 ZPO als auch mit der Herausgabeklage analog § 372 BGB geltend gemacht werden. Konkretisierung ist mehr als Bestimmtheit und stellt sich als zusätzliche formelle Voraussetzung für die Erteilung der Vollstreckungsklausel dar.
Dem Rechtsstreit lag ein notarieller Kaufvertrag mit benannter Unterwerfungserklärung zugrunde. Der Verkäufer hatte auf Grund dieser Unterwerfungserklärung gegen den Käufer nicht wegen des (bezahlten) Kaufpreises vollstreckt, sondern machte Pachtzinsforderungen, die auch mit in dem Vertrag geregelt waren, geltend. Die Vorinstanzen haben die Vollstreckungsgegenklage (als gestaltungsklage analog § 767 ZPO) und Herausgabeklage des Titels durch den Käufer abgewiesen; mit der Revision wurde die Klage vom BGH aus den o.g. Gründen positiv verbeschieden.
Die Entscheidung ist im Wortlaut auf > BGH-Entscheidungen nachzulesen.

References: BGH 
 § 794
 § 767
 § 372
 § 767
 BGH