Source: http://erzieher-brandenburg.de/seiteneinstieg/antragstellung/
Timestamp: 2019-08-18 15:00:35+00:00

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Für die Beschäftigung und Anrechnung von Kräften gemäß § 10 (1-4) KitaPersV im Rahmen des notwendigen pädagogischen Personals muss der Kita-Träger ein Antrag bei der obersten Landesjugendbehörde stellen.
In diesem Antrag ist die vorhandene Eignung der zu beschäftigenden Person nachvollziehbar darzustellen. Die notwendige Eignung kann z.B. durch Vorbildung, bereits vorhandene praktische Erfahrungen, angeleitete Praxistätigkeit, und/oder abgeleistete bzw. abzuleistende Fortbildungen belegt werden. Dieser Antrag ist mindestens vier Wochen vor Beginn des Einsatzes zu stellen. Eine rückwirkende Tätigkeitserlaubnis erfolgt in der Regel nicht.
Hier erhalten Sie einen Überblick über die notwendigen Antragsunterlagen.
Antrag gemäß § 10 (1) KitaPersV
Für einen Antrag gemäß § 10 (1) KitaPersV ist vom Träger darzulegen, dass bei der entsprechenden Kraft bereits eine gleichartige und gleichwertige Qualifikation vorhanden ist.
Dies ist durch entsprechende Belege nachzuweisen z.B. Zeugnis des vorhandenen Berufsabschlusses, tabellarische Darstellung des beruflichen Werdegangs, Fortbildungsbescheinigungen, dokumentierte Praxisanleitung und Supervision etc.
Zur Antragsstellung gemäß § 10 (1) hat die oberste Landejugendbehörde folgendes Merkblatt erstellt.
Antrag gemäß § 10 (2) KitaPersV
Für einen Antrag gemäß § 10 (2) KitaPersV ist vom Träger zu belegen, dass die betreffende Kraft über eine tätigkeitsbegleitende Qualifizierung einen Abschluss erreichen wird, der § 9 (1) KitaPersV entspricht.
Dieser kann entweder über eine dreijährige Teilzeitausbildung an einer Fachschule oder über eine zweijährige tätigkeitsbegleitende Qualifizierung „Profis für die Praxis“ erlangt werden.Dazu sind Aussagen zur Zeitplanung und zum angestrebten Abschluss zu treffen sowie eine Bestätigung der Fachschule oder des Qualifizierungsträgers beizufügen.
Weitere Informationen enthält das allgemeinen Merkblatt der obersten Landejugendbehörde zur Antragsstellung für Kräfte gemäß § 10 (1-4) KitaPersV.
Antrag gemäß § 10 (3) KitaPersV
Für einen Antrag gemäß § 10 (3) KitaPersV muss zwischen dem Kita-Träger und der betreffenden Person ein individueller Bildungsplan abgestimmt werden.
In einem ersten Schritt sind die bereits vorhanden Kompetenzen durch entsprechende Belege nachzuweisen z.B. Zeugnis des vorhandenen Berufs-/Bildungsabschlusses, Fortbildungsbescheinigungen, dokumentierte Praxisanleitung und Supervision etc.
Eine Orientierung kann anhand der Lernfelder der Fachschulausbildung der Fachrichtung Sozialpädagogik oder entlang des gemeinsamen Orientierungsrahmens „Bildung und Erziehung in der Kindheit“ erfolgen.
In einem zweiten Schritt sind die bereits vorhandenen Kompetenzen mit den für das Einsatzgebiet erwarteten Kompetenzen abzugleichen. Das Ausmaß dieser Differenz bestimmt die konkrete Gestaltung des individuellen Bildungsplans. Zur Erlangung der noch fehlenden Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse sind die geplanten Stundenkontingente für Fortbildungen, Praxisanleitung, Teamfortbildungen, Reflexionsgespräche, Beobachtungszeiten, Selbststudium etc. darzustellen. Ebenfalls sind Aussagen zur geplanten Dauer des Qualifizierungszeitraums notwendig.
Zur Antragsstellung gemäß § 10 (3) gibt es ein Merkblatt der obersten Landejugendbehörde.
Antrag gemäß § 10 (4) KitaPersV
Für einen Antrag gemäß § 10 (4) KitaPersV ist vom Träger darzulegen, wie die entsprechende Kraft zur Ergänzung und Erweiterung des fachlichen Profils in der Einrichtung eingesetzt werden soll.
Dabei ist sowohl eine Darstellung der konzeptionellen als auch der arbeitsorganisatorischen Einbindung notwendig.
Weitere Informationen enthält das allgemeine Merkblatt der obersten Landejugendbehörde zur Antragsstellung für Kräfte gemäß § 10 (4) KitaPersV.
Hier erhalten Sie eine Erläuterung wichtiger Begrifflichkeiten für die vorhandene Eignung von Seiteneinsteiger_innen.
Gleichartigkeit und Gleichwertigkeit der Qualifikation
Unter einer gleichartigen Qualifikation wird die Fähigkeit zur selbständigen und eigenverantwortlichen pädagogischen Arbeit im Arbeitsfeld Kita in den Bereichen Bildung, Erziehung, Betreuung und Versorgung in der Kindheit verstanden.
Gleichwertig ist eine Qualifikation, wenn diese mindestens auf Fachschulniveau vorliegt. Grundsätzlich dient das Anforderungsprofil der Erzieher_in als Vorlage zur Beurteilung: Ist die betreffende Kraft im vorgesehen Arbeitsgebiet mindestens ebenso einsetzbar wie eine staatlich anerkannte Erzieher_in?
Persönliche, gesundheitliche und fachliche Eignung
Jede Person, die in der Kindertagesstätte arbeitet, ob vollständig oder anteilig als Fachkraft angerechnet, ob ehrenamtlich oder als Praktikant_in muss persönlich und gesundheitlich geeignet sowie fachlich vorbereitet sein.
Entlang der VVKitaPersV können die Begrifflichkeiten der persönlichen, gesundheitlichen und fachlichen Eignung sowie die fachliche Eignung anderer Kräfte für die Eignungseinschätzung fassbar gemacht werden.
Eine persönliche Eignung setzt folgende personale Kompetenzen voraus: Dialogfähigkeit, Beziehungsfähigkeit, Feinfühligkeit und Belastbarkeit. Diese notwendigen personalen Kompetenzen sind z.B. feststellbar durch Beobachtung des Verhaltens gegenüber Kindern, Kollegen, Eltern, der gezeigten Eigeninitiative, dem Interesse an der Tätigkeit, den Ausdrucksfähigkeiten der Person, dem Durchhaltevermögen in Stresssituationen etc. Die Einschätzung der persönlichen Eignung erfolgt somit anhand von Bewerbungsunterlagen, Gesprächen und den Beobachtungen in der Praxis. Im Fokus dieser Einschätzung sollte immer die Beziehungsgestaltung zu den Kindern stehen. Eine Entscheidung über die persönliche Eignung sollte nach Möglichkeit gemeinsam innerhalb des pädagogischen Teams getroffen werden.
Eine gesundheitliche Eignung wird durch eine entsprechende Bescheinigung des zuständigen Gesundheitsamtes belegt. Sie bezieht sich auf die notwendigen körperlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen für die Wahrnehmung pädagogischer Aufgaben. Vorübergehende Erkrankungen oder Infektionen stellen die generelle gesundheitliche Eignung nicht in Frage.
Unter der fachlichen Eignung werden sowohl praktische Kompetenzen als auch deren theoretische und konzeptionelle Fundierung verstanden. Dazu zählen z.B. die Fähigkeit zur Reflexion, die fachliche Vorbildung, absolvierte Fortbildungen und vorhandene praktische Erfahrungen etc. Von Erziehungsprofis wird erwartet, dass auch ihr spontanes Verhalten begründet und begründbar ist.
Zur fachlichen Vorbereitung zählt u.a. das Wissen um Dienstpflichten, Aufsichtspflicht, Erste-Hilfe am Kind sowie den Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsauftrag von Kita.
Gemäß VV KitaPersV muss die einzusetzende Kraft in ihrem Handeln genügend sicher und reflektiert sein, damit das Wohl der betreuten Kinder gewährleistet ist.
Durch eine entsprechende Vorbildung z.B. durch die Auseinandersetzung mit den „Grundsätzen der elementaren Bildung“, dem eigenen Bild vom Kind und eine i.d.R. 4-wöchige angeleitete Praxistätigkeit können diese Voraussetzungen erlangt werden.
Zur Eignungseinschätzung und gleichzeitigen fachlichen Vorbereitung ist es für sowohl für den Kita-Träger als auch für die interessierte Seiteneinsteiger_in empfehlenswert, einen Vorvertrag über 4 Wochen abzuschließen. Dabei sollte festgelegt werden, wozu diese 4-wöchige angeleitete Praxistätigkeit dient, so dass am Ende dieser begleiteten Praxistätigkeit auch eine begründete Absage bei nicht geeigneten Personen möglich ist.

References: § 10
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 § 9
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