Source: http://www.berliner-methodentreffen.de/angebot/ws/2007.html
Timestamp: 2019-02-23 12:35:16+00:00

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Workshops 2007 • Berliner Methodentreffen
Small Story Analysis
Innerhalb des letzten Jahrzehnts lassen sich interessante Entwicklungen auf dem Feld der narrativen Forschung nachzeichnen. Gerade innerhalb der Identitätsforschung haben sich narrative Methoden zu einem primären Zugang zu (auto-) biographischen Material entwickelt. Dabei hat im Speziellen das "Narrative Interview" nach Schütze bzw. Wengraf einen großen Stellenwert eingenommen.
Von diesem Stand ausgehend möchten wir im ersten Teil des Workshops kurz das Konzept der "Small Stories" (als kontrastierend zum in der Biographieforschung verwendeten Konzept der "Big Stories") vorstellen und aufzeigen, wie diese Analysekategorie in der Lage ist, einige Probleme und Beschränkungen, die mit der traditionellen Biographieforschung verbunden sind, zu überwinden und gleichzeitig neue Möglichkeiten und Wege innerhalb der narrativen Forschung eröffnen kann.
Ein zentraler Begriff bei der Analyse von Small Stories ist das Positioning. Ausgehend von Judith Butlers Subjektbegriff wird der Akteur in der Analyse von Small Stories als aktiv handelnd und gestaltend verstanden. Das Subjekt befindet sich also nicht in einer ausschließlich vorgefertigten Welt, in der es sich bestimmter Diskurse bedient, sondern ist selbst aktiv an der Gestaltung und Ausarbeitung dieser, eben an seiner eigenen Positionierung, beteiligt. Diesen theoretischen Rahmen berücksichtigend, liegt der Focus der Small Story Analysis nicht auf dem Erzähltem, sondern auf dem Prozess des Erzählens.
Im zweiten Teil werden wir dann die Analyse von Small Stories an Hand von vorhandenem Datenmaterial vorstellen und in Gruppen bearbeiten. Unsere Analyse befasst sich dabei nicht ausschließlich mit der Struktur und dem Inhalt der Erzählungen, sondern berücksichtigt die jeweiligen Produktionsumstände des Narrativs und die individuelle Eingebettetheit der Erzähler in die Situation. Der Workshop wird sich also auf den narrativen Prozess und die Analyse der konkreten Erzählaktivitäten, in Absetzung zur Analyse von Erzähltem, fokussieren.
Mishler, Elliot G. (1995). Models of narrative analysis. A typology. Journal of Narrative and Life History, 5, 87-123.
Bamberg, Michael (2003) Positioning with Davie Hogan – Stories, Tellings, and Identities. In Colette Daiute & Cynthia Lightfoot (Hrsg.), Narrative analysis: Studying the development of individuals in society (S.135-158). London: Sage [ http://www.clarku.edu/~mbamberg/positioning_and_identity.htm].
Bamberg, Michael & Georgakopoulou, Alexandra (under review). Small Stories as a New Perspective in Narrative and Identity Analysis. Text & Talk [ http://www.clarku.edu/~mbamberg/Material_files/michael_and_alex.doc].
Bamberg, Michael (submitted). Narrative Analysis and Identity Research: A Case for "Small Stories" [ http://www.clarku.edu/~mbamberg/Material_files/Theory%20&%20Psychologyy%20manuscript.doc].
Foucaultsche Diskursanalyse (Interpretative Analytik)
Diaz-Bone, Rainer (2006). Zur Methodologisierung der Foucaultschen Diskursanalyse [48 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 7(1), Art. 6, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/1-06/06-1-6-d.htm.
Diaz-Bone, Rainer (2006). Die interpretative Analytik als methodologische Position. In Brigitte Kerchner & Silke Schneider (Hrsg.), Foucault: Diskursanalyse der Politik. Eine Einführung (S.68-84). Wiesbaden: VS Verlag.
Bührmann, Andrea D.; Diaz-Bone, Rainer; Kendall, Gavin; Guiterréz, Rodríguez Encarnación; Schneider, Werner & Tirado, Francisco (Hrsg.) (2007). From Michel Foucault's Discourse Theory to Empirical Social Research on Discourses. Current Methodological Developments und Methodical Applications in Social Research. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [Online Journal], 8(2), http://www.qualitative-research.net/fqs/fqs-d/inhalt2-06-d.htm [ab 31.Mai 2007 verfügbar]
Die Verwendung unterschiedlicher Zugänge in theoretischer und methodischer Hinsicht und was die verwendeten Daten betrifft spielt in der qualitativen Forschung schon seit längerem eine Rolle und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Als Leitkonzept in diesem Kontext hat sich der Begriff der Triangulation eingebürgert, der von Norman Denzin in den 1970er Jahren entsprechend eingeführt wurde. Triangulation kann sich auf die Kombination unterschiedlicher theoretischer Perspektiven oder auf die Verwendung unterschiedlicher Methoden beziehen, wobei die Kombination qualitativer und quantitativer Methoden (nur) eine von verschiedenen Möglichkeiten darstellt. Sie kann sich auf Verwendung unterschiedlicher Datensorten sowie die Zusammenarbeit verschiedener ForscherInnen stützen. Dabei kann Triangulation jeweils als Strategie der Geltungsbegründung aber auch allgemeiner zur Erweiterung der Erkenntnismöglichkeiten eingesetzt werden.
Flick, Uwe (2004). Triangulation – Eine Einführung (Reihe Qualitative Sozialforschung, Band 12). Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaft.
Flick, Uwe (2005, September). Qualitative research in Sociology in Germany and the US—State of the art, differences and developments [47 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 6(3), Art. 23, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/3-05/05-3-23-e.htm.
Teilnehmende Beobachtung: das Beobachtungsprotokoll
Die Teilnehmende Beobachtung ist ein methodisches Verfahren, bei der der/die Forscher/in subjektive Wahrnehmung von Interaktion in einem diese strukturierenden Raum möglichst nachvollziehbar und detailliert aufzeichnen muss. Im Mittelpunkt dieses Verfahrens wie auch dieser Veranstaltung steht deshalb das Beobachtungsprotokoll, dessen Strukturierung, dessen Erstellung. Ziel des Workshops ist es, das Aufzeichnen von Beobachtungsdaten zu Vertiefen. Dieses geschieht unter der Berücksichtigung der unterschiedlichen Möglichkeiten eines Zugangs zum und dem Verhalten des/der Beobachters/in im Feld.
Die Rolle des/der Beobachters/in und das Verhalten im Feld
Schöne, Helmar (2003, April). Die teilnehmende Beobachtung als Datenerhebungsmethode in der Politikwissenschaft. Methodologische Reflexion und Werkstattbericht [58 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 4(2), Art. 20, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-03/2-03schoene-d.htm.
Kawulich, Barbara B. (2005). Participant Observation as a Data Collection Method [81 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 6(2), Art. 43, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-05/05-2-43-e.htm.
Einführung in MAXqda und die Zusatzmodule MAXdictio (Inhaltsanalyse) und MAXMaps (Grafiktool)
Der Workshop führt die Teilnehmenden systematisch in die wesentlichen Funktionen ein, die in der neuen Programmversion MAXqda2007 zur Qualitativen Datenanalyse zur Verfügung stehen. Zudem gibt es eine praktische Einführung in die Grundfunktionen von MAXdictio und MAXMaps, die Zusatzmodule zur Wortschatzanalyse und Grafiken. Anhand angeleiteter Übungen lernen die Teilnehmenden, die wesentlichen Schritte der qualitativen Datenanalyse mit MAXqda2007 durchzuführen. Für Fragen und selbständiges Experimentieren ist viel Zeit vorgesehen.
Eine Mappe mit Arbeitsmaterialien und Leseproben wird den Teilnehmenden zu Beginn des Workshops zur Verfügung gestellt. Bei entsprechendem Interesse wird es, wie im letzten Jahr, einen Workshop für Einsteiger und einen für erfahrene Anwender geben.
Themenzentrierte Gruppendiskussion
Subjektwissenschaftliche Praxisanalyse
Markard, Morus (1999). Selbsterfahrung, Selbstreflexion und Selbstbeobachtung als Aspekte des subjektiven Weltzugangs in der Kritischen Psychologie. Forum Kritische Psychologie, 41, 5-11.
Markard, Morus (2000). Kritische Psychologie: Methodik vom Standpunkt des Subjekts [31 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 1(2), Art. 19, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-00/2-00markard-d.htm.
Im Workshop sollen Arbeitsweisen qualitativ orientierter systematischer sozialwissenschaftlicher Textanalyse diskutiert werden. Die Qualitative Inhaltsanalyse stellt einen Forschungsstil dar, der
Mayring, Philipp & Brunner, Eva (2006). Beiträge zur Qualitativen Inhaltsanalyse – Schriftenreihe des Instituts für Psychologie der Alpen-Adria Universität Klagenfurt. Psy-Dok Volltextserver, http://psydok.sulb.uni-saarland.de/frontdoor.php?source_opus=573&la=de.
Interview(-planung)
Qualitative Medienanalyse/-forschung
Filme und Fernsehsendungen spielen eine immer größere Rolle in der qualitativen Medienforschung, da alle gesellschaftlichen Bereiche inzwischen weitgehend von Medien durchdrungen sind. Rezeptions- und Nutzungsstudien zu Filmen und Fernsehsendungen kommen ohne eine Analyse des audio-visuellen Materials, mit dem die Nutzer/Rezipienten/Zuschauer umgehen – und zwar durchaus auf multi- bzw. crossmedialen Plattformen – nicht mehr aus. Zugleich kommt man bei der Analyse audio-visueller, kultureller Phänomene nicht weit, wenn man sich lediglich auf eine Methode verlässt. Sowohl die Analyse der Filme und Fernsehsendungen als auch die Rezeptions- und Nutzungsstudien müssen sich daher zunehmend einer Theorie- und Methodentriangulation bedienen, um die zu untersuchenden Phänomene noch angemessen analysieren, beschreiben, erklären und interpretieren zu können.
In einem ersten Teil des Workshops werden Methoden zur Analyse von Filmen, Fernsehsendungen und anderem professionellen audio-visuellem Material vorgestellt. Dabei geht es vor allem darum, die medialen Bedingtheiten und die gestalterischen Mittel darauf hin zu analysieren, wie sie den Zuschauern bestimmte Subjektpositionen nahelegen und damit die Bewertung vorstrukturieren. Zudem wird die Rolle der Perspektivierung durch gestalterische Mittel verdeutlicht. Zur Veranschaulichung werden Beispielanalysen vorgestellt.
Im zweiten Teil steht die Durchführung von Medienforschungsstudien im Mittelpunkt. Hier wird ein Modell eines multidimensionalen Ansatzes zum Design von Medienstudien vorgestellt, in dem das Konzept der Triangulation auf mehreren Ebenen Berücksichtigung findet. Außerdem besteht in diesem Teil die Möglichkeit über Forschungsdesigns aus Medienprojekten der Teilnehmer zu diskutieren. Dazu ist es notwendig, dass die Teilnehmenden, die dies wünschen, im Vorfeld eine kurze Projektskizze mit Angaben über Thema, zentrale Forschungsfragen, theoretischer Hintergrund und methodische Anlage – nach Aufforderung und Bestätigung der Teilnahme am Berliner Methodentreffen durch die Organisatoren – einreichen.
Mikos, Lothar & Eichner, Susanne (2006). Involvement durch Action und Narration bei "Der Herr der Ringe". Adressierungsstrategien und Zuschauerorientierung. In Brigitte Frizzoni & Ingrid Tomkowiak (Hrsg.), Unterhaltung. Konzepte – Formen – Wirkungen (S. 293-320). Zürich: Chronos.
Flick, Uwe (2004). Triangulation – Eine Einführung. Wiesbaden: VS Verlag.
Wegener, Claudia & Mikos, Lothar (2005). Wie lege ich eine Studie an? In Lothar Mikos & Claudia Wegener (Hrsg.), Qualitative Medienforschung. Ein Handbuch (S. 172-180). Konstanz 2005: UVK/UTB.
Kamera-Ethnografie
Kamera-Ethnografin, Autorin, Dozentin
Der Workshop richtet sich an Forschende, die unter Einsatz ihrer Medien ihre Felder von innen heraus erkunden möchten und sich für die Kreativität wissenschaftlichen Beschreibens und Zeigens interessieren. Die Hervorbringung und Erarbeitung dichter Beschreibungen ist nach Clifford Geertz etwas "Hausgemachtes": Es entstehen Beschreibungen der Beschreibenden! Diese lapidare Feststellung birgt provozierende Konsequenzen – auch für die Kamera-Ethnografie/ "Videografie". Anhand kurzer Videobeispiele wird in ein ethnografisches Beobachten, Interpretieren und Visualisieren alltäglichen Handelns eingeführt. Im Mittelpunkt stehen Theorie, Methodologie und konkrete Praxis des Forschens mit der Kamera jenseits der bekannten Interview-Verfahren. Der kamera-ethnografische Ansatz verknüpft teilnehmendes Beobachten mit blickender Kameraführung und Video-Materialanalyse mit fokussierendem Schnitt. Dem ethnografischen Schreibprozess mit seiner Arbeit an der Versprachlichung von Beobachtungen ganz ähnlich, werden Kamera und Schnitt zu Instrumenten des Blickentwurfs mit dem Ziel eines dichten Zeigens. Kameras, gewohnt "etwas fest zu halten", werden im Kontext der Kamera-Ethnografie genutzt, um die Dynamik des Sehens und Verstehens zu gestalten und dabei das Denken in Bewegung zu bringen. Aus objektivistischer Dokumentation wird so eine positionierte Imagination sozialer Sinnstrukturen.
Prozessdynamik kamera-ethnografischer Forschung: 5 Forschungsphasen
Blickschneisen und Beobachtungsspuren: Die Kamera als "Federhalter" (Caméra Stylo)
Anwesenheit mit der Kamera: Interaktive Aspekte der Kamera-Beobachtung
Schnitte im Erkenntnisprozess: Versuchsanordnungen
Bilder und Worte in ihren Differenzen nutzen: Intermediales Forschen
flach, dicht, tief ...: Was lässt sich zeigen und wie?
Sehen und Filmen, Reden, Schreiben und Zeigen in den Projekten der Teilnehmenden
Mohn, Bina Elisabeth (2002). Filming Culture. Spielarten des Dokumentierens nach der Repräsentationskrise. Stuttgart: Lucius & Lucius.
Mohn, Bina Elisabeth & Amann, Klaus (2006). Lernkörper. Kamera-ethnographische Studien zum Schülerjob (Video-DVD). Göttingen: IWF Wissen und Medien.
Mohn, Bina Elisabeth (2007). Kamera-Ethnografie: Vom Blickentwurf zur Denkbewegung. In Gabriele Brandstetter und Gabriele Klein (Hrsg.), Methoden der Tanzwissenschaft. Modellanalysen zu Pina Bauschs "Sacre du Printemps" (S.171-192). .Bielefeld: transcript Verlag, .
Mohn, Bina Elisabeth & Wiesemann, Jutta (2007). Handwerk des Lernens. Kamera-ethnographische Studien zur verborgenen Kreativität im Klassenzimmer (Video-DVD). Göttingen: IWF Wissen und Medien.
Mohn, Bina Elisabeth & Hebenstreit-Müller, Sabine (2007). Kindern auf der Spur. Kita-Pädagogik als Blickschule. Kamera-ethnographische Studien 1 des Pestalozzi-Fröbel-Hauses Berlin (Video-DVD). Göttingen: IWF Wissen und Medien.
Mohn, Bina Elisabeth & Hebenstreit-Müller, Sabine (2007). Zu Tisch in der Kita. Chancen der Mittagssituation. Kamera-ethnographische Studien 2 des Pestalozzi-Fröbel-Hauses Berlin (Video-DVD). Göttingen: IWF Wissen und Medien.
Thomas Muhr, Dipl.-Psych. Dipl.-Inform
atlas.ti scientific software development gmbh – berlin
In dem Workshop wird ein Überblick über die "Philosophie", die Konzepte und Verfahren gegeben, die dem qualitativ orientierten Forscher mit ATLAS.ti zur Verfügung stehen. Im Rahmen einer Hands-On Session wird den Teilnehmern auch ein praktischer Zugang zu diesem Werkzeug vermittelt.
Das VISE Konzept: Visualisierung, Integration, Serendipity und Exploration
Die Hermeneutische Einheit: Organisation des Materials und der Projekte
Die textuelle und die konzeptionelle Ebene: Lesen, Suchen, Segmentieren, Komentieren, Kodieren und Vernetzen
Integration geografischer Informationen (Google Earth)
Modellentwicklung mit dem grafischen Netzwerkeditor
Einfach Super: Supercodes als "frozen hypotheses"
Datenquelle Datenbank: Zugriff auf Datenbankinhalte mit QUESSY.ti
Reichertz, Jo (2004) Abduction, Deduction and Induction in Qualitative Research. In Uwe Flick, Ernst von Kardorff & Ines Steinke (Hrsg.), A Companion to Qualitative Research (S.159-164). London: Sage [online vefügbar über http://www.uni-essen.de/kowi/reichertz/downloads/Abductionenglisch.pdf].
Schmitt, Rudolf (2000). Skizzen zur Metaphernanalyse [16 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [Online Journal], 1(1), Art. 20, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/1-00/1-00schmitt-d.htm.
Schmitt, Rudolf (2003). Methode und Subjektivität in der Systematischen Metaphernanalyse. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 4(2), Art. 41, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-03/2-03schmitt-d.htm.
Schmitt, Rudolf (2004). Diskussion ist Krieg, Liebe ist eine Reise, und die qualitative Forschung braucht eine Brille. Rezensionsaufsatz: George Lakoff & Mark Johnson (2003). Leben in Metaphern. Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern (Dritte Auflage) [54 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 5(2), Art. 19, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-04/2-04review-schmitt-d.htm.
Schmitt, Rudolf (2005). Entwicklung, Prägung, Reifung, Prozess und andere Metaphern. Oder: Wie eine systematische Metaphernanalyse in der Entwicklungspsychologie nützen könnte. In Günter Mey (Hrsg.), Handbuch Qualitative Entwicklungspsychologie (S.545-584). Köln: Kölner Studien Verlag.
Fallauswahl bei qualitativen Untersuchungen
In der qualitativen Forschung ist für die Stichprobenziehung in der Regel nicht das Kriterium der Repräsentativität im Hinblick auf eine Population bestimmend, die Auswahl einer Stichprobe ist vielmehr auf die Beschreibung bedeutungshaltiger Fälle oder auf Generierung einer Theorie ausgerichtet. Entsprechend ist die Vorgehensweise auch keine probabilistische, sondern eine bewusste.
Flyvbjerg, Bent (2004). Five misunderstandings about case study research. In Clive G. Seale, Giampietro Gobo, Jaber Gubrium & David Silverman (Hrsg.), Qualitative research practice (S.420-434). London: Sage.
Gobo, Giampietro (2004). Sampling, representativeness, and generalizability. In Clive G. Seale, Giampietro Gobo, Jaber Gubrium & David Silverman (Hrsg.), Qualitative research practice (S.435-456). London: Sage.
Quinn Patton, Michael (2002). Qualitative evaluation and research methods (3. Auflage, S.230-247). Newbury Park.: Sage.
Schreier, Margrit (2006). Qualitatives Untersuchungsdesign. In Norbert Groeben & Bettina Hurrelmann (Hrsg.), Empirische Unterrichtsforschung in der Literatur- und Lesedidaktik (S.338-354). Weinheim: Juventa.
Schreier, Margrit (2007). Stichprobenkonzepte in der qualitativen Marktforschung. In Gabriele Naderer & Eva Balzer (Hrsg.), Angewandte Marktforschung. Wiesbaden: Gabler.
Einführung in das Statistiklabor
Pea Zimmermann
In der praxisorientierten Sozialforschung geht es heute immer mehr darum, qualitative und quantitative Methoden gegenstandsangemessen zu kombinieren. In diesem Workshop wird qualitativ orientierten Forschenden eine systematische Einführung in die Funktionen und Arbeitsweisen der Open-Source Software "Statistiklabor" gegeben.
Das mit dem "Medida-Prix 2003" ausgezeichnete "Statistiklabor" ist im Gegensatz zu kommerziellen Programmen (z.B. SPSS) eine didaktisch motivierte Software. Sie ist angelegt als ein explorativer und interaktiver Werkzeugkasten. Als Engine für statistische Berechnungen wird die von einem internationalem Konsortium entwickelte Open-Source Software "R" verwendet.
Das "Statistiklabor" richtet sich zunächst an statistische Einsteiger. Es ermöglicht ihnen schnell und einfach einen Einstieg in die Welt der Statistik zu finden. Durch die Verwendung der "R-Engine" sind jedoch auch für Profis der Statistik keine Grenzen gesetzt. Die standardmäßig mitgelieferten vielfältigen graphischen Auswertungsmöglichkeiten im Labor ermöglichen jederzeit eine anschauliche Visualisierung und Interpretation der zugrundeliegenden Daten.
Folgende Schwerpunktthemen sollen vermittelt werden:
Die Arbeitsoberfläche des Labors
Wir schlagen vor, den Workshop in drei Teile zu gliedern:
Wiederholung von deskriptivstatistischen Grundbegriffen
Einführung in das "Statistiklabor" zum Mitklicken
Bearbeiten eines empirischen Beispieldatensatzes durch die Teilnehmer
Kostenfreier Download: http://www.statistiklabor.de/ (für Win 2000 und XP)
Forum für Anwender: http://forum.statistiklabor.de/
Dolic, Dubravko (2004). Statistik mit R. Einführung. München: R.Oldenbourg.
Sekundäranalyse qualitativer Daten
Archivierte qualitative Daten und damit verbundene Dienstleistungen bieten neben der Vermeidung erneuter aufwändiger Datenerhebungen und -aufbereitung die Vorteile der Unterstützung und Förderung der sozialwissenschaftlichen und multidisziplinären Forschung durch die Bereitstellung sekundärer Nutzungsmöglichkeiten von bereits erhobenem Datenmaterial. Die Befunde der Machbarkeitsstudie "Archivierung und Sekundärnutzung qualitativer Interviewdaten" verweisen dagegen insbesondere auf eine verbreitete Unvertrautheit mit der Methode der Sekundäranalyse als Folge der gering ausgeprägten Erfahrungen mit der Durchführung solcher Studien und einer bislang fehlenden zentralen Organisation, die qualitative Daten archiviert, aufbereitet und weitergibt oder vermittelt. Die wissenschaftliche Befassung mit den methodologischen Erfordernissen einer qualitativen Sekundäranalyse ist somit eher neu und noch rudimentär
Der Workshop hat das Ziel, eine Kultur der Sekundäranalysen zu fördern, indem er die Nützlichkeit einer solchen methodischen Vorgehensweise theoretisch und praktisch aufzeigt. Mit dem Fokus auf Interviewdaten werden folgende Fragen bearbeitet:
Einführung GABEK – ein qualitatives Forschungsverfahren mit PC-Unterstützung durch WinRelan
Prof. Dr. Josef Zelger
Ass. Prof. Dr. Renate Buber
Ziel des Workshops ist das Kennenlernen der Grundzüge der Methode GABEK sowie der Software WinRelan.
GABEK® (Ganzheitliche Bewältigung von Komplexität) ist eine PC-unterstützte Methode zur Auswertung und Darstellung umgangssprachlicher Texte. Ausgehend von offenen Interviews oder anderer verbaler Daten werden Erfahrungen, Wissen, Einstellungen vieler Personen vernetzt, so dass eine koordinierte Zusammenarbeit unterstützt wird. GABEK® übersetzt Meinungen der Befragten in begriffliche Wissenssysteme. Entscheidungen können damit vorbereitet, Ziele präzisiert und Maßnahmen vorgeschlagen werden.
GABEK®-Projekten liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Erfahrung und das Wissen möglichst vieler Betroffener in soziale und politische Entscheidungen einbezogen werden sollen. GABEK® fördert die Achtung voreinander und setzt sich von Ansätzen ab, wo Lösungsvorschläge über Machtpositionen auferlegt werden. Eine aufrichtig demokratische Grundeinstellung ist Voraussetzung für GABEK®-Projekte. Daraus leitet sich das übergeordnete Ziel von GABEK® ab. Es ist der Versuch, die menschliche Basis sozialer Organisationen mehr und mehr einzubeziehen, vor allem wenn es um Erneuerung und Reformen geht. Die Wissenskompetenz und die Meinungen vieler Menschen sollen erfasst und mitberücksichtigt werden. Der "Austausch" persönlicher Meinungen baut positive emotionale Bindungen zwischen den Mitgliedern der Organisation auf, so dass Gemeinschaft entstehen kann.
Im Workshop werden anhand eines Beispiels über Motive zum Kauf eines Passivhauses Grundzüge der Methode GABEK® sowie der Software WinRelan® dargestellt. Dabei werden folgende Fragen beantwortet:
Wie können Assoziationsnetze einer Personengruppe oder Organisation gebildet werden?
Wie werden Bewertungen vieler Personen wiedergegeben?
Lassen sich Assoziationsnetze mit Bewertungen kombinieren und zur Darstellung von Problemfeldern oder von Erfolgsgebieten verwenden?
Wie werden Grundwerte, Ziele und mögliche erfolgversprechende Maßnahmen identifiziert?
Können Annahmen über erwartete Wirkungen von Maßnahmen graphisch dargestellt werden?
Wie wird die Relevanz von Einzelergebnissen bestimmt?
Wie werden Gruppenentscheidungen über Ziele und Maßnahmen vorbereitet?
Kann man die Gesamtergebnisse einer Befragung logisch-systematisch ordnen, so dass jedes Einzelergebnis durch verbale Daten begründet wird?
Wie werden die Ergebnisse eines GABEK®-Projekts bestätigt oder widerlegt?
Einige wenige Projektbeispiele sollen auf die Vielfalt möglicher Anwendungen hinweisen:
GABEK® wurde angewandt zur
Evaluierung (der italienischen Grundschulreform in Südtirol),
Qualitätssicherung (in einem Krankenhaus),
Produktbewertung (von Fahrzeugen),
Konfliktbearbeitung (in Industrien in Südafrika),
Leitbildentwicklung (einer Universität in Südafrika),
Sprachgruppenforschung (in Südtirol),
Stadtteiluntersuchung (Tepito in Mexico City),
Akzeptanzforschung in Georgien, Holland und Deutschland,
Interkulturelles Management in Thailand, China, Brasilien, Europa.
Projekte zur Organisations- und Personalentwicklung und zur Innovationsforschung liegen immer wieder im Kernbereich von GABEK. Marktforschung in Südafrika und Österreich gehören ebenso zu den Standardanwendungen. Andere Projekte untersuchen Fragen zur medizinischen Ethik, zur klinischen Psychologie, zur Sportmedizin, zur Persönlichkeitspsychologie und zur Erforschung sozialer Randgruppen.
Ca. 300 GABEK-Projekte wurden in fünf Kontinenten durchgeführt. Neben rund 200 Diplomarbeiten und Dissertationen in ca. 60 Universitätsinstituten, wurde GABEK® von Unternehmen wie etwa DaimlerChrysler für Produktentwicklung, Akzeptanz- und Verhaltensforschung, und von Beratungsfirmen in Lizenz eingesetzt. Alle zwei Jahre finden GABEK-Symposien statt, bei denen sich GABEK®-AnwenderInnen zum Erfahrungsaustausch treffen.
Weitere Informationen unter http://www.GABEK.com/.
Zelger, Josef (2007a/im Druck). Kundenwünsche verstehen und gewichten durch das PC-unterstützte Verfahren GABEK. In Renate Buber & Hartmut H. Holzmüller (Hrsg.), Qualitative Marktforschung (S.697-712).Wiesbaden: Gabler.
Zelger, Josef (2007b). Regionale Ontologien als Grundlage für das Marketing. Von offenen Interviews zur innovativen Produktgestaltung durch das Verfahren GABEK. In Renate Buber & Hartmut H. Holzmüller (Hrsg.), Qualitative Marktforschung (S. 507-524).
Zelger, Josef (2000). Twelve Steps of GABEKWinRelan. A Procedure for Qualitative Opinion Research, Knowledge Organization and Systems Development. In Renate Buber & Josef Zelger (Hrsg.), GABEK II. Zur Qualitativen Forschung. On Qualitative Research (S.205-220). Innsbruck-Wien-München: Studienverlag.

References: Art. 6
 Art. 23
 Art. 20
 Art. 43
 Art. 19
 Art. 20
 Art. 41
 Art. 19