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Timestamp: 2019-04-21 13:18:07+00:00

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BGH, 13.12.2006 - XII ZB 176/03 - dejure.org
ZPO §§ 269 Abs. 3 Satz 2, 493, 494 a
Erfassung der Kosten des abgeschlossenen selbstständigen Beweisverfahrens nach Rücknahme der Klage im Hauptsacheverfahren von der Kostengrundentscheidung; Kostenverteilung nach Rücknahme der Klage; Notwendigkeit einer abschließenden Entscheidung über den Gegenstand des selbstständigen Beweisverfahrens im Hauptsacheverfahren für die Einbeziehung der Kosten des selbstständigen Beweisverfahrens
Kosten des abgeschlossenen selbständigen Beweisverfahrens; Klagerücknahme; Kostengrundentscheidung
Beweisverfahren (selbstständiges) - Rücknahme der Klage - Kostenentscheidung
ZPO § 269 Abs. 3 S. 2 § 493 § 494a
Kosten des selbständigen Beweisverfahrens nach Klagerücknahme im Hauptsacheverfahren
Selbständiges Beweisverfahren: Kosten nach Rücknahme der Hauptsacheklage (IBR 2007, 166)
LG Wiesbaden, 26.05.2003 - 1 O 97/02
NJW 2007, 1279
MDR 2007, 554
NZBau 2007, 246
FamRZ 2007, 374
Rpfleger 2007, 226
BauR 2007, 587
Die fehlende Kostengrundentscheidung im Hauptsacheverfahren kann nicht durch eine Entscheidung nach § 494 a Abs. 2 ZPO ersetzt werden (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 13. Dezember 2006 - XII ZB 176/03 -).
Wie der Senat mit Beschluss vom 13. Dezember 2006 (- XII ZB 176/03 - zur Veröffentlichung bestimmt) entschieden hat, werden die Kosten des selbständigen Beweisverfahrens von der Kostenentscheidung des § 269 Abs. 3 Satz 2 ZPO im Hauptsacheverfahren umfasst, wenn die Parteien und der Gegenstand des selbständigen Beweisverfahrens und des Hauptsacheverfahrens identisch sind.
Das folgt aus dem Grundsatz, dass über die Kosten des selbständigen Beweisverfahrens stets im Hauptsacheverfahren zu entscheiden ist und nur ausnahmsweise, wenn trotz Fristsetzung keine Hauptsacheklage erhoben worden ist, eine Kostenentscheidung gemäß § 494 a ZPO ergehen darf (Senatsbeschluss vom 13. Dezember 2006 aaO;… BGH Beschluss vom 24. Juni 2004 ­ VII ZB 11/03 ­ aaO).
Dabei ist § 494a ZPO als Ausnahmevorschrift eng auszulegen (BGH, Beschluss vom 13. Dezember 2006 - XII ZB 176/03 - FamRZ 2007, 374 unter b aa; Beschluss vom 10. Januar 2007 - XII ZB 231/05 - BauR 2007, 747 unter II 2 b).
In diesen Fällen ist es dem Antragsgegner und damit seinem Streithelfer verwehrt, einen Antrag nach § 494a Abs. 2 Satz 1 ZPO zu stellen, weshalb eine Entscheidung über die dem Streithelfer im Rahmen des selbständigen Beweisverfahrens entstandenen Kosten allein im Hauptsacheverfahren ergehen kann (…BGH, Beschlüsse vom 23. Juli 2009 - VII ZB 3/07, aaO, Rn. 10, 12;… vom 10. Januar 2007 - XII ZB 231/05, aaO; vom 13. Dezember 2006 - XII ZB 176/03, BauR 2007, 587 = NZBau 2007, 246).
Die Umdeutung einer Prozesshandlung in eine andere setzt nämlich stets voraus, dass sie als solche unwirksam ist (vgl. Senatsbeschluss vom 13. Dezember 2006 ­ XII ZB 176/03 ­ FamRZ 2007, 375), während die Voraussetzungen der Wirksamkeit einer anderen, dem gleichen Zweck dienenden Prozesshandlung erfüllt sind (vgl. Senatsbeschluss vom 17. April 2002 ­ XII ZB 46/02 ­ FuR 2002, 432; Senatsurteil vom 6. Dezember 2000 ­ XII ZR 219/98 ­ ZIP 2001, 305, 307 m.w.N.).
Vielmehr gilt der Grundsatz, dass über die Kosten des selbständigen Beweisverfahrens im Hauptsacheverfahren zu entscheiden ist und nur ausnahmsweise eine Kostenentscheidung im selbständigen Beweisverfahren in Betracht kommt, wenn kein Hauptsacheverfahren durchgeführt wird (vgl. BGH NJW-RR 2003, 1240 f. Tz. 12; NJW-RR 2005, 1015 f. Tz. 4; NJW 2007, 1279 ff. Tz. 23, 1282 f. Tz. 9; jeweils zit. nach juris;… MünchKomm. ZPO/Giebel, 3. Aufl., § 91 Rdnr. 23).
Der Bundesgerichtshof hat mit Beschluss vom 13. Dezember 2006 (XII ZB 176/03 - Juris; bestätigt durch Beschluss vom 10. Januar 2007 - XII ZB 231/05 - Juris) entschieden, dass die Kosten des selbständigen Beweisverfahrens von der Kostenentscheidung des § 269 Abs. 3 S. 2 ZPO im Hauptsacheverfahren auch nach Rücknahme der Klage mitumfasst werden, wenn die Parteien und der Gegenstand des selbständigen Beweisverfahrens und des Hauptsacheverfahrens (teil-)identisch sind.
Die vom Amtsgericht zitierte Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf (NJW-RR 2006, 1028) ist überholt, da sich der Bundesgerichtshof in seinem Beschluss vom 13. Dezember 2006 (a.a.O.) ausdrücklich gegen die dort vertretene Auffassung gewandt hat.
Dies folgt im Übrigen auch aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wonach im Bauprozess einer Partei keine Nachlässigkeit zur Last fällt, wenn sie erst in zweiter Instanz Einwendungen gegen ein erstinstanzlich eingeholtes Gerichtsgutachten unter Beifügung eines Privatgutachtens erstmals vorbringt (vgl. z. B. BGH, BauR 2007, 587).
3 Die Kosten eines selbständigen Beweisverfahrens (Gebühren sowie Auslagen für einen gerichtlich bestellten Sachverständigen) stellen nach allgemeiner Meinung gerichtliche Kosten des nachfolgenden Hauptsacheverfahrens dar und zählen daher zu den Kosten des Rechtsstreites, die grundsätzlich über § 91 ZPO erstattungsfähig sind (vgl. BGH NJW 2007, 1279, 1281; BGH RPfl 2006, 338; RPfl 2004, 588; ständige Rechtsprechung des Senats, vgl. Beschluss vom 30.11.2007 (Az.:2 W 123/07) und vom 23.12.2008, Az.: 2 W 285/08).
Wie der Bundesgerichtshof mit Beschluss vom 13.12.2006 (XII ZB 176/03) entschieden hat, werden die Kosten des selbständigen Beweisverfahrens von der Kostenentscheidung des § 269 Abs. 3 Satz 2 ZPO im Hauptsacheverfahren umfasst, wenn die Parteien und der Gegenstand des selbständigen Beweisverfahrens und des Hauptsacheverfahrens identisch sind.
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References: § 269
 § 493
 § 494
 § 494
 § 269
 § 494
 BGH 
 § 494
 § 494
 BGH 
 § 91
 § 269
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 BGH 
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 § 269