Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=19.09.1990&Aktenzeichen=IX%20R%2072/85
Timestamp: 2020-04-07 14:21:26+00:00

Document:
BFH, 19.09.1990 - IX R 72/85 - dejure.org
https://dejure.org/1990,3787
BFH, 19.09.1990 - IX R 72/85 (https://dejure.org/1990,3787)
BFH, Entscheidung vom 19.09.1990 - IX R 72/85 (https://dejure.org/1990,3787)
BFH, Entscheidung vom 19. September 1990 - IX R 72/85 (https://dejure.org/1990,3787)
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Diese Bindung besteht dann nicht, wenn die tatsächlichen Feststellungen auf einem Rechtsirrtum oder Verfahrensmangel beruhen oder gegen Denkgesetze, allgemeine Erfahrungssätze oder anerkannte Schätzungsgrundsätze verstoßen (vgl. BFH-Urteile vom 19. September 1990 IX R 72/85, BFH/NV 1991, 369, und vom 27. Juni 1995 IX R 130/90, BFHE 178, 151).
Negativer Progressionsvorbehalt; negative Einkünfte aus der …
Der Senat weist in diesem Zusammenhang vorsorglich darauf hin, dass ein im Ausland belegenes Einfamilienhaus wegen der Maßgeblichkeit des Bewertungsrechts in § 21a EStG 1987 und des insoweit fehlenden Einheitswertverfahrens (vgl. auch § 31 des Bewertungsgesetzes) jedenfalls nicht der in § 21a EStG 1987 bestimmten pauschalen Nutzungswertbesteuerung unterfällt und die sog. Große Übergangsregelung in § 52 Abs. 21 Satz 2 EStG 1987 deswegen im Grundsatz einschlägig ist (…vgl. z.B. Senatsurteil vom 11. April 1990 I R 63/88, BFH/NV 1990, 705; Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 19. September 1990 IX R 72/85, BFH/NV 1991, 369).
Bei dem Rohmietwert der Wohnung im eigenen Haus handelt es sich um eine fiktive Mieteinnahme (Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 19. September 1990 IX R 72/85, BFH/NV 1991, 369).
Diese Bindung besteht dann nicht, wenn die tatsächlichen Feststellungen auf einem Rechtsirrtum oder Verfahrensmangel beruhen oder gegen Denkgesetze, allgemeine Erfahrungssätze oder anerkannte Schätzungsgrundsätze verstoßen (vgl. BFH-Urteile vom 19. September 1990 IX R 72/85, BFH/NV 1991, 369; in BFHE 143, 61, BStBl II 1985, 252).
Es genügt für die Selbstnutzung und damit für die Anwendung des § 21 a EStG, daß die Wohnung dem Steuerpflichtigen ständig zur Eigennutzung zur Verfügung steht (Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 26. Juli 1977 VIII R 194/73, BFHE 122, 522, BStBl II 1977, 723; vom 24. September 1985 IX R 143/83, BFHE 145, 331, BStBl II 1986, 287; vom 7. April 1987 IX R 133-135/84, BFHE 150, 12, BStBl II 1987, 565; vom 19. September 1990 IX R 72/85, BFH/NV 1991, 369).
Die höchstrichterliche Rechtsprechung hat zwar im Anschluß an den Beschluß des Großen Senats vom 25. Juni 1984 GrS 4/82 (BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751, Abschn. C IV 3 c aa (2)), wiederholt entschieden, daß diese Grundsätze bei Ferien- und Zweitwohnungen anwendbar sein könnten (BFH-Urteile vom 22. Januar 1980 VIII R 134/78, BFHE 130, 261, BStBl II 1980, 447;… vom 24. September 1985 IX R 32/80, BFH/NV 1986, 449;… vom 5. Mai 1988 III R 41/85, BFHE 153, 374, BStBl II 1988, 778, und III R 139/85, BFH/NV 1988, 774;… vom 11. April 1990 I R 63/88, BFH/NV 1990, 705; vgl. auch Urteil in BFH/NV 1991, 369).
Es genügt für die Selbstnutzung i. S. des § 21 Abs. 2 Alternative 1, § 21 a EStG, daß die Wohnung dem Steuerpflichtigen ständig zur Nutzung zur Verfügung steht (BFH-Urteile in BFHE 122, 522, BStBl II 1977, 723; vom 24. September 1985 IX R 143/83, BFHE 145, 331, BStBl II 1986, 287; vom 7. April 1987 IX R 133-135/84, BFHE 150, 12, BStBl II 1987, 565; vom 19. September 1990 IX R 72/85, BFH/NV 1991, 369).
Bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung ist die Überschußerzielungsabsicht zu verneinen, wenn das Gesamtergebnis der voraussichtlichen Vermögensnutzung durch den Nutzenden negativ ist, wobei steuerfreie Veräußerungsgewinne außer Betracht bleiben (Senatsentscheidung vom 19. September 1990 IX R 72/85, BFH/NV 1991, 369 m.w.N.).
Es müssen ausreichende Beweisanzeichen dafür hinzukommen, daß der Steuerpflichtige die verlustbringende Tätigkeit nur aus persönlichen Gründen oder Neigungen aufrechterhält (BFH-Urteil in BFH/NV 1991, 369).
Das FG hat insoweit verkannt, daß bei Ferienwohnungen nach der ständigen höchstrichterlichen Rechtsprechung die Grundsätze der Liebhaberei anwendbar sein können, falls sich bei - zutreffender - Ermittlung der Einkünfte kein positiver Gesamtüberschuß der Einnahmen über die Werbungskosten erzielen läßt (Urteile des Bundesfinanzhofs vom 21. Oktober 1980 VIII R 81/79, BFHE 132, 518, BStBl II 1981, 452;… vom 24. September 1985 IX R 32/80, BFH/NV 1986, 449;… vom 5. Mai 1988 III R 41/85, BFHE 153, 374, BStBl II 1988, 778, und III R 139/85, BFH/NV 1988, 774;… vom 11. April 1990 I R 63/88, BFH/NV 1990, 705; vgl. auch Urteil vom 19. September 1990 IX R 72/85, BFH/NV 1991, 369).
Der im Jahre 1998 steuerfreie Veräußerungsgewinn ist außer Betracht zu lassen (vgl. BFH-Urteil vom 19. September 1990, IX R 72/85, BFH/NV 1991, 369).

References: § 21
 § 31
 § 21
 § 52
 § 21
 § 21
 § 21