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Timestamp: 2016-10-27 18:52:05+00:00

Document:
8C_243/2011 (08.06.2011)
8C_243/2011
Invalidenversicherung (Invalidenrente; Rentenbeginn),
Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Uri vom 18. Februar 2011.
Die 1987 geborene F.________ leidet an einer massiven idiopathischen lumbalen Adoleszentenskoliose, linkskonvex, welche an der kinderorthop�dischen Klinik X.________ im Jahre 2004 zwei Mal operiert und mit einer Spondylodese versorgt wurde. Am 18. August 2008 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Abkl�rungen der IV-Stelle ergaben, dass sie in einer Kinderarztpraxis als medizinische Praxisassistentin in einem Pensum im Bereich von 60 bis 80 % arbeitete. Wegen den t�glichen starken R�ckenschmerzen sei ihr ein solches von 100 % nicht m�glich. Im Bericht der Klinik X.________ zu Handen der IV-Stelle vom 3. Februar 2009 bescheinigten die Dres. med. R.________, Assistenzarzt, und H.________, Leitende �rztin, der Patientin eine seit Dezember 2007 bestehende Arbeitsunf�higkeit von 40 %, wobei die bestehende wechselbelastende T�tigkeit als optimal beschrieben wird. Weitere Abkl�rungen ergaben, dass F.________ im Jahre 2008 tats�chlich in einem durchschnittlichen Pensum von 70 % t�tig und entsprechend unregelm�ssig entl�hnt worden war. Mit Verf�gung vom 14. Oktober 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass ihr das aktuell ausge�bte Arbeitspensum von durchschnittlich 70 % (60 bis 80 %) aus �rztlicher Sicht zumutbar sei und der Einkommensvergleich einen Invalidit�tsgrad von 30 % ergeben habe, womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe.
Die von F.________ hiegegen erhobene Beschwerde hiess das Obergericht des Kantons Uri, Verwaltungsrechtliche Abteilung, mit Entscheid vom 18. Februar 2001 gut und stellte fest, die Beschwerdef�hrerin habe ab 1. August 2009 Anspruch auf eine Viertelsrente.
Die IV-Stelle erhebt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei ihre Verf�gung vom 14. Oktober 2009 zu best�tigen, eventuell sei die Sache an sie zur�ckzuweisen, damit sie neu dar�ber verf�ge, subeventuell sei der Beginn des Anspruchs auf eine Viertelsrente auf August 2010 anzusetzen.
F.________ l�sst auf Abweisung der Beschwerde schliessen. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichtet auf Vernehmlassung.
1.1 Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Das Bundesgericht legt seinem Urteil - von hier nicht interessierenden Ausnahmen abgesehen - den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat. Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen oder auf R�ge hin (Art. 97 Abs. 1 BGG) berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Artikel 95 beruht (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Die unvollst�ndige Feststellung der rechtserheblichen Tatsachen sowie die Nichtbeachtung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 61 lit. c ATSG durch das kantonale Versicherungsgericht stellen eine solche Verletzung dar (Urteil 9C_802/2008 vom 22. Dezember 2008 E. 1.1 mit Hinweisen). Der Verzicht der Vorinstanz auf weitere Abkl�rungen oder R�ckweisung der Sache an die IV-Stelle zu diesem Zwecke in antizipierter Beweisw�rdigung (Urteil 9C_561/2007 vom 11. M�rz 2008 E. 5.2.1) im Besonderen verletzt etwa dann Bundesrecht, wenn der festgestellte Sachverhalt unaufl�sbare Widerspr�che enth�lt oder wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage, wie namentlich Gesundheitszustand und Arbeitsf�higkeit einer versicherten Person, auf unvollst�ndiger Beweisgrundlage beantwortet wird (Urteil 9C_410/2008 vom 8. September 2008 E. 3.3.1 mit Hinweisen).
Die konkrete Beweisw�rdigung ist wie die darauf beruhende Sachverhaltsfeststellung ebenfalls nur unter diesem eingeschr�nktem Blickwinkel �berpr�fbar (Urteile 9C_410/2008 vom 8. September 2008 E. 3.3.1 und 9C_801/2008 vom 6. Januar 2009 E. 2.2). Die Beweisw�rdigung durch das kantonale Gericht verletzt Bundesrecht, namentlich wenn es den Sinn und die Tragweite eines Beweismittels offensichtlich falsch eingesch�tzt, ohne sachlichen Grund ein wichtiges und f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidendes Beweismittel nicht beachtet oder aus den abgenommenen Beweisen unhaltbare Schl�sse gezogen hat (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9; Urteil 9C_45/2009 vom 3. April 2009 E. 1.2 mit Hinweisen).
Streitig ist der Anspruch der Beschwerdegegnerin auf eine Invalidenrente.
2.1 Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen und von der Rechtsprechung entwickelten Grunds�tze zum Begriff der Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG [SR 830.1] in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG) und der Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG), zum Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 2 IVG) und zur Bemessung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) sowie zur Aufgabe medizinischer Fachleute bei der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261) und zum Beweiswert und zur W�rdigung medizinischer Unterlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
2.2 Bei den vorinstanzlichen Feststellungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsf�higkeit der versicherten Person handelt es sich grunds�tzlich um Entscheidungen �ber eine Tatfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397 ff.), was auch f�r die konkrete Beweisw�rdigung gilt. Dagegen ist die Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes und der Beweisw�rdigungsregeln nach Art. 61 lit. c ATSG Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 und 4 S. 397 ff.).
Das kantonale Gericht hat nach eingehender W�rdigung der medizinischen Akten festgestellt, es sei auf das Ergebnis des Arztberichts der �rzte an der Klinik X.________, Prof. Dr. med. E.________ und PD Dr. med. H.________ sowie Dr. med. R.________ abzustellen, wonach bei der Versicherten in ihrem als leidensangepasst zu qualifizierenden Beruf als Praxisassistentin eine Arbeitsunf�higkeit von 40 % vorliege. Im weiteren stellte die Vorinstanz hinsichtlich des Zeitpunkts des Rentenbeginns fest, es sei davon auszugehen, dass die Versicherte erst seit August 2009 in einem 60%-Pensum arbeite, weshalb sie auch erst ab dem 1. August 2009 Anspruch auf eine Viertelsrente habe.
Die Beschwerde f�hrende IV-Stelle macht vorerst geltend, die Versicherte habe im Jahre 2008 durchschnittlich zu 70 % gearbeitet und sei entsprechend entl�hnt worden sei. Zudem habe das kantonale Gericht zu Unrecht auf den Bericht der Klinik X.________ vom 24. August 2010 abgestellt, da dieser widerspr�chlich sei und es sich um eine reine Gef�lligkeit gegen�ber der Versicherten handle. Damit sei die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz teilweise widerspr�chlich und offensichtlich unrichtig. Es liege auch eine Verletzung von Bundesrecht vor, da unter Missachtung des Wartejahres eine Rente mit Beginn August 2009 zugesprochen worden sei.
Im angefochtenen Entscheid wurde in zutreffender W�rdigung der medizinischen Aktenlage dargelegt, weshalb die verschiedenen die Versicherte behandelnden �rzte letztlich �bereinstimmend von einer seit der R�ckenoperation im Sommer 2004 (Dr. med. G.________) beziehungsweise seit dem 1. Dezember 2007 (PD Dr. med H.________) bestehenden Arbeitsunf�higkeit von 40 % ausgehen. Die Beschwerdef�hrerin beruft sich auf das Schreiben des Assistenzarztes Dr. med. S.________, mitunterzeichnet von Chefarzt Prof. Dr. med. E.________ vom 22. September 2009, worin diese auf Anfrage der IV-Stelle ob, bei einem Arbeitspensum von durchschnittlich 70 % von einer �berschreitung des Zumutbaren gesprochen werden m�sse, antworten, es sei auch bei einer weiteren Aus�bung eines 70 % Pensums von keiner relevanten Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen. Die beiden �rzte, die die Versicherte im Gegensatz zu PD Dr. med. H.________ und Dr. med. R.________ nicht selbst untersucht haben, f�gen an: "Die Tatsache, dass die Patientin bekannterweise in ihrer beruflichen T�tigkeit als medizinische Praxisassistentin in der Praxis von Dr. U.________ optimal integriert ist, l�sst ebenfalls ein �ber das als zumutbares Mass hinausgehendes Arbeitspensum als wahrscheinlich erscheinen." Damit steht fest, dass auch diese �rzte bei einem dauernden �ber 60 % liegenden Arbeitspensum von einem "�ber das als zumutbar hinausgehende" sprechen. Entsprechend hat die die Versicherte im Hinblick auf die Anfrage der IV-Stelle speziell untersuchende PD Dr. med. H.________ mit Schreiben vom 24. August 2010 nochmals ausdr�cklich betont, dass eine regelm�ssig �ber das Mass von 60 % hinausgehende Berufst�tigkeit eine vermehrte Analgetikaeinnahme erfordere, was auf die Dauer nicht zumutbar sei.
Zusammenfassend besteht bei genauer Betrachtung keine widerspr�chliche Zumutbarkeitsbeurteilung seitens der verschiedenen �rzte. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung ist damit nicht mangelhaft im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG und beruht auf einer rechtlich korrekten Beweisw�rdiung. Es ist damit von einer seit Dezember 2007 bestehenden Arbeitsunf�higkeit von 40 % auszugehen.
Umstritten bleibt der Beginn des Rentenanspruchs.
6.1 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die w�hrend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunf�hig im Sinne von Art. 6 ATSG gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid im Sinne von Art. 8 ATSG sind (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG). Die durchschnittliche Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit w�hrend eines Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunf�higkeit m�ssen kumulativ und in der f�r die einzelnen Rentenabstufungen erforderlichen Mindesth�he gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden Umfang zugesprochen werden kann (BGE 121 V 264 E. 6b/cc S. 274; 105 V 156 E. 2c/d S. 160 f.; Urteil 9C_996/2010 vom 5. Mai 2011 E. 7.2).
6.2 Gem�ss der in Erw�gung 5 getroffenen Feststellung ist die Beschwerdegegnerin sp�testens seit Dezember 2007 zu 40 % arbeitsunf�hig, da sich dieser Begriff gem�ss Art. 6 ATSG auf die Zumutbarkeit bezieht, im bisherigen Beruf Arbeit zu leisten. Unbestritten ist, dass sie im August 2009 den Versuch, bei Bedarf �ber das Ausmass von 60 % hinaus zu arbeiten, abgebrochen hat, seither eine 40%ige Verdiensteinbusse gegen�ber einer Gesunden erleidet und daher zu 40 % invalide ist. Das kantonale Gericht hat den Beginn des Anspruchs auf eine Viertelsrente richtig festgesetzt.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Sie hat der Beschwerdegegnerin �berdies eine Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).

References: Art. 61
 Art. 4
 Art. 28
 Art. 61
 Art. 97
 Art. 6
 Art. 8
 Art. 6