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Timestamp: 2019-11-12 00:29:49+00:00

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BFH, 04.10.1968 - IV R 59/68 - dejure.org
https://dejure.org/1968,550
BFH, 04.10.1968 - IV R 59/68 (https://dejure.org/1968,550)
BFH, Entscheidung vom 04.10.1968 - IV R 59/68 (https://dejure.org/1968,550)
BFH, Entscheidung vom 04. Januar 1968 - IV R 59/68 (https://dejure.org/1968,550)
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Angehörige freier Berufe - Herzinfarkt - Typische Berufskrankheit - Darlehnsmittel - Krankheitskosten - Steuerermäßigung - Anrechnung eines Steuervorteils
BFHE 94, 442
NJW 1969, 1600
DB 1969, 510
BStBl II 1969, 179
Sie können zwar nach der Rechtsprechung des BFH Betriebsausgaben oder Werbungskosten sein, wenn der Steuerpflichtige gesundheitliche Schäden im Zusammenhang mit seinem Beruf oder Betrieb erleidet (BFHE 94, 442, BStBl II 1969, 179).
Die abweichende Rechtsauffassung von Bundesfinanzhof - BFH - (vgl. z.B. Urteile vom 23. Juni 1961 VI 99/61 U, BFHE 73, 331, BStBl III 1961, 387, und vom 4. Oktober 1968 IV R 59/68, BFHE 94, 442, BStBl II 1969, 179) und Finanzverwaltung (vgl. nun Abschn. 189a Abs. 1 der Einkommensteuer-Richtlinien 1987 - EStR 1987 -), wonach erst die im jeweiligen Veranlagungszeitraum auf das Darlehen geleisteten Tilgungsbeträge zu einer Steuerermäßigung nach § 33 EStG führten, sei weder durch Wortsinn und Bedeutungszusammenhang des § 33 EStG noch durch den erkennbaren Gesetzeszweck und die Regelungsabsicht des Gesetzgebers gerechtfertigt.
Nach der bisherigen Rechtsprechung des BFH sind mit einem Darlehen bestrittene Aufwendungen, die ihrer Art nach eine außergewöhnliche Belastung gemäß § 33 Abs. 1 EStG darstellen, erst im Jahr der Tilgung des Darlehens steuerermäßigend zu berücksichtigen, da erst zu diesem Zeitpunkt eine Belastung des Einkommens des Steuerpflichtigen eintrete (sog. Belastungsprinzip - vgl. z.B. Urteile in BFHE 73, 331, BStBl III 1961, 387, und in BFHE 94, 442, BStBl II 1969, 179; so auch Abschn. 189a Abs. 1 EStR 1987, Abschn. 66 Abs. 4 LStR 1987 und die Verfügung der Oberfinanzdirektion (OFD) Düsseldorf vom 4. Oktober 1983 S 2.284 A - St. 211, Steuererlasse in Karteiform (StEK), Einkommensteuergesetz, § 33 Nr. 78 -).
a) Aufwendungen für eine der Behandlung einer Krankheit dienende Reise (Kur) sind nach ständiger Rechtsprechung des BFH als aus tatsächlichen Gründen zwangsläufige außergewöhnliche Belastung zu berücksichtigen, wenn die Reise zur Heilung oder Linderung der Krankheit nachweislich notwendig ist und eine andere Behandlung nicht oder kaum erfolgversprechend erscheint (Urteile vom 26. Juli 1957 VI 155/55 U, BFHE 65, 298, BStBl III 1957, 347; vom 29. Juli 1960 VI 249/58, Steuerrechtsprechung in Karteiform - StRK -, Einkommensteuergesetz bis 1974, § 33, Rechtsspruch 154; vom 11. Dezember 1964 VI 228/64, StRK, Einkommensteuergesetz bis 1974, § 33, Rechtsspruch 223; vom 4. Oktober 1968 IV R 59/68, BFHE 94, 442, BStBl II 1969, 179; vom 10. März 1972 VI R 256/69, BFHE 105, 127, BStBl II 1972, 534, und vom 14. Februar 1980 VI R 218/77, BFHE 130, 54, BStBl II 1980, 295).
Dem entsprechend hat der BFH etwa abgelehnt, den Herzinfarkt bei Angehörigen von freien Berufen als typische Berufskrankheit und damit als einen solchen Ausnahmefall zu beurteilen (BFH-Urteil vom 04. Oktober 1968 IV R 59/68, BStBl II 1969, 179, BFHE 94, 442).
Das gilt z.B. für Aufwendungen, die ein Angehöriger eines freien Berufs zur Wiederherstellung seiner Gesundheit macht, wenn es sich um eine typische Berufskrankheit handelt oder der Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Beruf eindeutig feststeht (BFH-Urteil vom 4. Oktober 1968 IV R 59/68, BFHE 94, 442, BStBl II 1969, 179).
FG Rheinland-Pfalz, 22.08.2012 - 2 K 1152/12
Werbungskostenabzug für Klinikaufenthalte zur Behandlung einer beruflich …
Ausnahmsweise erkennt aber die Finanzrechtsprechung krankheitsbedingte Aufwendungen dann als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben an, wenn es sich entweder - was hier unstreitig nicht vorliegt - um eine typische Berufskrankheit handelt oder der Zusammenhang zwischen der Erkrankung und der Berufsausübung (eindeutig) feststeht (vgl. BFH-Urteil vom 4. Oktober 1968 - IV R 59/68, BStBl II 1969, 179) bzw. "unzweifelhaft" (vgl. BFH-Urteil vom 6. Juni 1957 - IV 158/56 U, BStBl III 1957, 286) bzw. "offenkundig" oder "offensichtlich" ist (vgl. BFH-Urteil vom 9. Februar 1962 - VI 10/61 U, BStBl III 1962, 235;… von Bornhaupt in Kirchhoff-Söhn-Mellinghoff -KSM- EStG, § 9 Rnr. B 504 bis 506).
So wurde z.B. ein Herzinfarkt eines Rechtsanwalts und Notars nicht zu den typischen Berufserkrankungen gezählt (BFH-Urteile vom 04.10.1968 IV R 59/68, BStBl II 1969, 179; vom 17.04.1980 IV R 207/75, BStBl II 1980, 639 für Strahlenschäden bei den Kindern eines Röntgenarztes).
BFH, 10.12.1971 - VI R 209/69
Kosten der Berufsfortbildung bei Darlehensaufnahme
Schließlich hat das FG auch zutreffend dargelegt, daß die Tilgung von Schulden zwar ausnahmsweise im Bereich der außergewöhnlichen Belastungen des § 33 EStG berücksichtigt werden kann, nämlich dann, wenn die Schuldaufnahme selbst schon eine solche Belastung dargestellt hat (vgl. hierzu die Urteile des BFH VI 80/55 U vom 19. Juli 1957, BFH 65, 399, BStBl III 1957, 385, und IV R 59/68 vom 4. Oktober 1968, BFH 94, 442, BStBl II 1969, 179).

References: § 33
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 § 9
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