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Timestamp: 2019-06-16 11:48:01+00:00

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OVG Nordrhein-Westfalen, 24.08.2016 - 13 A 63/16.A - dejure.org
OVG Nordrhein-Westfalen, 24.08.2016 - 13 A 63/16.A
https://dejure.org/2016,30045
OVG Nordrhein-Westfalen, 24.08.2016 - 13 A 63/16.A (https://dejure.org/2016,30045)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 24.08.2016 - 13 A 63/16.A (https://dejure.org/2016,30045)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 24. August 2016 - 13 A 63/16.A (https://dejure.org/2016,30045)
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Aufrechterhalten eines Bescheids bei Ablehnung eines Asylantrags wegen der Flüchtlingsanerkennung in einem anderen Mitgliedstaat als unzulässig; Lebensverhältnisse anerkannter Flüchtlinge in Italien als unmenschlich oder erniedrigend
VG Düsseldorf, 04.12.2015 - 13 K 6913/15
BVerwG, 23.11.2016 - 1 B 118.16
NVwZ-RR 2017, 115
DÖV 2016, 1056
Die Anwendung des § 26a AsylG ist nach der Neufassung des § 29 AsylG in den von dieser neuen Vorschrift erfassten Fallgruppen nicht mehr möglich (OVG Münster, Urteile vom 24.08.2016 - 13 A 63/16.A - und vom 22.09.2016 - 13 A 2448/15.A - OVG Berlin, Urteil vom 22.11.2016 - 3 B 2.16 - VG Schleswig, Beschluss vom 09.09.2016 - 10 A 336/16 -, jeweils juris;… Bethke/Hocks, Asylmagazin 2016, S. 337, 340; andere Ansicht: OVG Saarlouis, Urteil vom 25.10.2016 - 2 A 95/16 - VGH Kassel, Urteil vom 4. November 2016 - 3 A 1292/16.A -, jeweils juris).
aa) Im Rahmen der Überprüfung eines Bescheides im Rahmen einer Anfechtungsklage nach § 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO kommt es nicht (allein) auf das von der Verwaltung herangezogene Recht an (ebenso OVG Münster, Urteil vom 24.08.2016 - 13 A 63/16.A - VGH München, Urteil vom 20.10.2016 - 20 B 14.30320 -, jeweils juris).
Das führt aber nicht zu einer Wesensänderung des angefochtenen Bescheides (ebenso OVG Münster, Urteil vom 24.08.2016 - 13 A 63/16.A - juris).
e) Eine weitergehende Prüfung, insbesondere der Frage, ob die Kläger im Fall einer Überstellung nach Bulgarien mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Gefahr laufen, einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK ausgesetzt zu werden, sehen weder das nationale Recht noch das Unionsrecht als Voraussetzung für die Ablehnung des Asylantrags als unzulässig vor (OVG Münster, Urteil vom 24.08.2016 - 13 A 63/16.A -, juris).
- vgl. z.B. VGH Baden-Württemberg, Vorlagebeschluss an den Gerichtshof der Europäischen Union vom 15. März 2017 - A 11 S 2151/16 -, Asylmagazin 2017, 236, Rn. 25 ff.; VG Minden, Urteil vom 10. Mai 2016 - 10 K 2248/14.A -, juris Rn. 50 ff.; VG Hannover, Beschluss vom 8. März 2017 - 3 B 1492/17 -, juris Rn. 19 ff., VG Berlin, Beschluss vom 2. Juni 2017 - 33 L 365.17.A -, juris Rn. 17 ff.; a.A. z.B. OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 21. Februar 2014 - 10 A 10656/13 -, juris Rn. 49 ff.; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 16. April 2014 - A 11 S 1721/13 -, InfAuslR 2014, 293 (…juris Rn. 56); OVG NRW, Urteile vom 19. Mai 2016 - 13 A 1490/13.A -, Asylmagazin 2016, 312 (…juris Rn. 88 ff.), vom 24. August 2016 - 13 A 63/16.A -, NVwZ-RR 2017, 115 (…juris Rn. 50 ff.) und vom 22. September 2016- 13 A 2448/15.A -, juris Rn. 141 ff. -, aa) Angesichts der vorstehend geschilderten Umstände gelangt das Gericht zu der Überzeugung (§ 108 Abs. 1 VwGO), dass dem Kläger im Falle seiner Rückkehr nach Italien mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit seitens der dortigen Behörden keine Unterkunft zur Verfügung gestellt werden wird, so dass er entweder obdachlos bleiben oder in einem verlassenen Gebäude oder einer informellen Siedlung zu den in einer solchen Unterkunft üblichen schlechten Bedingungen, insbesondere in hygienischer Sicht, unterkommen wird.
vgl. OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 21. Februar 2014 - 10 A 10656/13 -, juris Rn. 49; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 16. April 2014 - A 11 S 1721/13 -, juris Rn. 56; OVG NRW, Urteile vom 19. Mai 2016 - 13 A 1490/13.A -, Asylmagazin 2016, 312 (…juris Rn. 88 ff.), vom 24. August 2016 - 13 A 63/16.A -, NVwZ-RR 2017, 115 (…juris Rn. 50 ff.) und vom 22. September 2016 - 13 A 2448/15.A -, juris Rn. 141 ff.
Die unter Berufung auf Berichte des Auswärtigen Amtes geäußerte Ansicht des Oberverwaltungsgerichts, es stünden landesweit ausreichend Unterkünfte für anerkannte Schutzberechtigte bei teilweise lokaler Überbelegung zur Verfügung - vgl. OVG NRW, Urteile vom 19. Mai 2016 - 13 A 1490/13.A -, Asylmagazin 2016, 312 (…juris Rn. 119 ff.), vom 24. August 2016 - 13 A 63/16.A -, NVwZ-RR 2017, 115 (…juris Rn. 77) und vom 22. September 2016 - 13 A 2448/15.A -, juris Rn. 164 -, sieht das Gericht durch die ihm vorliegenden Auskünfte [s.o b) bb)] als widerlegt an, zumal die von den Gemeinden bereitgestellten Unterkünfte danach größtenteils in das SPRAR-System integriert und nicht als das staatliche Aufnahmesystem ergänzend anzusehen sind.
Der Feststellung des Oberverwaltungsgerichts, dass anerkannte Schutzberechtigte staatliche Hilfen in Anspruch nehmen können, um ihre Grundbedürfnisse zu decken - vgl. OVG NRW, Urteile vom 19. Mai 2016 - 13 A 1490/13.A -, Asylmagazin 2016, 312 (…juris Rn. 136), vom 24. August 2016- 13 A 63/16.A -, NVwZ-RR 2017, 115 (…juris Rn. 51) und vom 22. September 2016 - 13 A 2448/15.A -, juris Rn. 183 -, vermag sich das Gericht vor dem Hintergrund, dass das italienische Recht keinen Anspruch auf das Existenzminimum garantierende Sozialhilfeleistungen kennt [s.o. b) aa)] und auch nicht ersichtlich ist, dass andere staatliche Leistungen diese Funktion übernehmen, ebenfalls nicht anzuschließen.
Soweit das Oberverwaltungsgericht anerkannte Schutzberechtigte auf die Hilfe karitativer Organisationen verweist - vgl. OVG NRW, Urteile vom 19. Mai 2016 - 13 A 1490/13.A -, Asylmagazin 2016, 312 (…juris Rn. 115 und 136), vom 24. August 2016 - 13 A 63/16.A -, NVwZ-RR 2017, 115 (…juris Rn. 51 und 73) und vom 22. September 2016 - 13 A 2448/15.A -, juris Rn. 122 und 135 -, kann das Gericht den ihm vorliegenden Erkenntnissen keine Anhaltspunkte dafür entnehmen, dass die staatlichen Defizite, insbesondere in Bezug auf die Bereitstellung einer Unterkunft, durch kirchliche oder nicht-kirchliche Einrichtungen effektiv ausgeglichen werden [s.o. b) ee)].
Berufliche Lehrgänge und andere Integrationsmaßnahmen - vgl. OVG NRW, Urteile vom 19. Mai 2016 - 13 A 1490/13.A -, Asylmagazin 2016, 312 (…juris Rn. 123 ff.), vom 24. August 2016 - 13 A 63/16.A -, NVwZ-RR 2017, 115 (…juris Rn. 81 ff.) und vom 22. September 2016 - 13 A 2448/15.A -, juris Rn. 168 ff. - stehen den dem Gericht vorliegenden Erkenntnissen zufolge jedenfalls nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung, sondern bleiben auf wenige, den Bedarf bei Weitem nicht abdeckende Projekte beschränkt [s.o. b) dd)].
Nach diesen strengen Maßstäben bestehen in Italien keine grundlegenden Defizite im Hinblick auf die Aufnahmebedingungen für anerkannte Schutzberechtigte, da diese in ihrer Gesamtheit zur Überzeugung des Senats nicht die Annahme rechtfertigen, dass anerkannten Schutzberechtigten - wie dem Kläger - bei einer Abschiebung mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung im Sinne von Art. 4 EUGrCh bzw. Art. 3 EMRK droht (ebenfalls eine drohende Verletzung von Art. 3 EMRK für rücküberstellte anerkannte Schutzberechtigte verneinend: OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 24.08.2016 - 13 A 63/16. A -, juris Rn. 51 ff; VG Braunschweig…, Urteil vom 26.09.2017 - 7 A 338/16 -, juris Rn. 57 ff.).
Soweit es danach im Bereich der Versorgung mit einer Unterkunft und mit den Leistungen zum Lebensunterhalt - wie im Folgenden dargestellt wird - zu Problemen kommen kann, ergeben sich daraus keine systemischen Mängel in den Aufnahmebedingungen für anerkannte Schutzberechtigte, die eine Verletzung von Art. 4 EUGrCh bzw. Art. 3 EMRK begründen (so auch OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 24.08.2016 - 13 A 63/16. A -, juris Rn. 55 ff.).
Da Italien anerkannte Schutzberechtigte im Hinblick auf die Sozialleistungen genauso behandelt wie seine eigenen Staatsangehörigen, scheidet deshalb auch ein Verstoß gegen die Qualifikationsrichtlinie von vornherein aus (ebenso OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 24.08.2016 - 13 A 63/16. A -, juris Rn. 58).
In der veröffentlichten Rechtsprechung waren zwar systemische Mängel des Asylverfahrens und der Aufnahmebedingungen in der Republik Italien überwiegend - jedenfalls für gesunde, alleinstehende junge Personen - verneint worden (statt vieler OVG Münster, Urteil vom 24. August 2016 - 13 A 63/16.A - VG Magdeburg, Urteil vom 27. April 2017 - 8 A 674/16 - VG Trier, Beschluss vom 20. Juli 2017 - 5 L 7778/17.TR - VG Braunschweig, Urteil vom 26. September 2017 - 7 A 338/16 - VG Köln, Urteil vom 26. Oktober 2017 - 19 K 5869/16.A - VG Freiburg, Beschluss vom 10. Januar 2018 - A 4 K 6049/17 - VG Augsburg, Urteil vom 22. Januar 2018 - Au 5 K 17.50400 - und VG Bayreuth, Beschluss vom 26. Januar 2018 - B 5 S 18.50036 -).
Diese Regelung setzt Art. 33 Abs. 2 lit. a) der Verfahrensrichtlinie in deutsches Recht um (OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 24.08.2016 - 13 A 63/16.A -, juris, Rn. 30).
Diese Vorschrift legitimiert, dass ein ursprünglich rechtswidriger, später infolge einer Rechtsänderung rechtmäßig gewordener Verwaltungsakt nicht (mehr) aufgehoben werden kann (vgl. auch Nds. OVG, Beschl. v. 26.10.2016 - 2 LA 215/15 - OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 24.08.2016 - 13 A 63/16.A -, juris, Rn. 28 ff.).
Weshalb das Bundesamt vor diesem Hintergrund erneut über sein Asylbegehren (hinsichtlich des Herkunftsstaates) entscheiden sollen müsste, ist nicht ersichtlich (Nds. OVG, Beschl. v. 26.10.2016 - 2 LA 215/15 - OVG NRW, Urt. v. 24.8.2016 - 13 A 63/16.A -, juris).
Denn § 77 AsylG legitimiert diese Rechtsfolge, wonach ein ursprünglich rechtswidriger, später infolge einer Rechtsänderung rechtmäßig gewordener Verwaltungsakt nicht (mehr) aufgehoben werden kann (s. schon oben; so i. E. auch OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 24.08.2016 - 13 A 63/16.A -, juris).
Jedenfalls kann der Bescheid im maßgeblichen Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung auf der Rechtsgrundlage des § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG aufrechterhalten werden (ebenso OVG NRW, Urteil vom 24. August 2016 - 13 A 63/16.A -, juris m.w.N.).
Ungeachtet dessen, wie die tatsächlichen Verhältnisse für international Schutzberechtigte in Bulgarien sind, haben die Kläger als anerkannte Flüchtlinge keinen Anspruch auf erneute Zuerkennung internationalen Schutzes durch die Beklagte (ebenso: OVG NRW, Urteil vom 24. August 2016, a.a.O.).
Im Übrigen modifiziert und ergänzt § 35 AsylG die Regelung in § 34 AsylG, weshalb auch die Voraussetzungen des § 34 AsylG zu prüfen sind (vgl. OVG NRW, Urteil vom 24. August 2016, a.a.O.;… Pietzsch, a.a.O., § 35 AsylG Rn. 2).
Der kostenlose Zugang zur Notfallversorgung steht ihnen immer zur Verfügung (Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 24. August 2016 - 13 A 63/16.A - Juris Rn. 94).
Ferner kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass eine erhebliche konkrete Gefahr aus gesundheitlichen Gründen gegeben ist, die nach § 60 Abs. 7 Satz 2 AufenthG das Vorliegen lebensbedrohlicher oder schwerwiegender Erkrankungen voraussetzt, die sich durch die Abschiebung wesentlich verschlechtern würden (OVG für das Land Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 24. August 2016 - 13 A 63/16.A - Juris Rn. 94).
Hiermit wird Art. 33 der Richtlinie 2013/32/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26.06.2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (ABl. L 180 S. 60) - Asylverfahrensrichtlinie - (Richtlinie 2013/32/EU) umgesetzt, welcher in seinem Absatz 2 abschließend regelt, unter welchen Voraussetzungen die Mitgliedstaaten einen Asylantrag als unzulässig betrachten dürfen (vgl. OVG NRW, Urteil vom 24.08.2016 - 13 A 63/16.A -, juris, Rn. 30).
Dies zugrunde gelegt ist das Vorliegen eines Abschiebungsverbotes nach § 60 Abs. 5 AufenthG i. V. m. Art. 3 EMRK hinsichtlich des in der Abschiebungsandrohung bezeichneten sicheren Drittstaates Italien - unter Würdigung aller Umstände des Einzelfalls (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 08.08.2018, a. a. O., Rn. 11) - nicht festzustellen (vgl.Nds. OVG…, Urteil vom 06.04.2018, a. a. O., Rn. 33 ff.; OVG NRW, Urteil vom 24.08.2016 - 13 A 63/16. A -, juris, Rn. 51 ff.; VG Braunschweig…, Urteil vom 26.09.2017 - 7 A 338/16 -, juris, Rn. 57 ff.; VG Magdeburg…, Urteil vom 06.04.2017 - 8 A 92/16 -, juris, Rn. 15 ff.).
Dies ist unionsrechtlich im Grundsatz nicht zu beanstanden (vgl. nochmals Nds. OVG…, Urteil vom 06.04.2018, a. a. O., Rn. 31; OVG NRW, Urteil vom 24.08.2016 - 13 A 63/16. A -, juris, Rn. 51 ff., 58).
Da Italien anerkannte Schutzberechtigte im Hinblick auf die Sozialleistungen genauso behandelt wie seine eigenen Staatsangehörigen, scheidet deshalb auch ein Verstoß gegen die Qualifikationsrichtlinie von vornherein aus (Nds. OVG…, Urteil vom 06.04.2018, a. a. O., Rn. 3; vgl. ebenso OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 24.08.2016, a. a. O., Rn. 58):.
VG München, 08.02.2017 - M 25 S 16.33050
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VG Augsburg, 16.01.2017 - Au 7 S 16.32708
Keine zielstaatsbezogenen Abschiebungsverbote bzgl. Italien
VG München, 23.12.2016 - M 9 S 16.50788

References: § 26
 § 29
 § 113
 Art. 3
 Art. 4
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 4
 Art. 3
 Art. 33
 § 77
 § 29
 § 35
 § 34
 § 34
 § 35
 § 60
 Art. 33
 § 60
 Art. 3
 § 29