Source: https://www.bipap-berlin.de/aktuelles
Timestamp: 2020-08-04 05:08:23+00:00

Document:
Aktuelles | BIPAP BERLIN | Deutschland
Zentrales Register zur bundesweiten Erfassung von Beatmungskapazitäten -
Robert Koch Institut bittet um Beteiligung aller Krankenhäuser
Ab sofort stellt die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ein Online-Register zur bundesweiten Erfassung und tagesaktuellen Darstellung von Beatmungskapazitäten zur Verfügung. Das Register der DIVI wurde zusammen mit dem Robert Koch-Institut (RKI) und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) entwickelt und ist ab sofort freigeschaltet. Es gibt Auskunft über freie Beatmungsplätze in allen deutschen Kliniken, sofern diese sich dort registriert haben. Laut Experten wäre mit einem steigenden Bedarf an Intensiv- und Beatmungskapazitäten zur Behandlung von Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen zu rechnen. Deshalb sei es wichtig, die Kapazitäten von Intensivbetten digital zu erfassen und so eine bessere Koordinierung zu ermöglichen, erklärt Professor Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Institutes zu den Hintergründen.
Das Register soll Engpässe vermeiden helfen, diene der Vernetzung aller bundesweiten Intensivstationen und setze hierbei darauf, dass alle Krankenhäuser tagesaktuell ihre Daten über einen geschlossenen Bereich der Datenbank selbstständig einpflegen. Dies soll eine optimale Versorgung der COVID-19-Patienten ohne Engpässe gewährleisten.
Das Abfragesystem ist intuitiv und einfach. Unterschieden wird zwischen freien Kapazitäten von low-care (geringer Betreuungsbedarf), high-care (schwer Kranke) und ECMO (für schwerstkranke Beatmungspatienten). Wichtig zu erwähnen wäre laut der Initiatoren und Entwickler auch, dass über das Register ein direkter Austausch zwischen Kliniken mit viel Erfahrung und kleineren Kliniken, die seltener beatmungspflichtige Patienten behandeln, erfolgen könne. Das Register wurde bereits am Wochenende getestet, beinhaltet aktuell ca. 110 Einträge und soll so schnell wie möglich erweitert werden. Das RKI bittet daher alle Krankenhäuser um eine zeitnahe Registrierung. Das zentrale Register ist unter www.divi.de/intensivregister öffentlich einsehbar. Weitere Informationen unter
Coronavirus stellt alle vor große Herausforderungen
Notwendigkeit der Notfallvorsorge rückt in den Vordergrund
Sicherheit geht vor: bis 30.04.2020 nur Telefonberatungen bei BIPAP.BERLIN
Fast stündlich ist mit neuen Zahlen, Entwicklungen und verordneteten Maßnahmen in Sachen Coronavirus zu rechnen. Das stellt nicht nur das Gesundheitswesen, Politik und Wirtschaft vor große Herausforderungen, sondern jeden einzelnen, der den eigenen Berufs- und Familienalltag meistern muss. Um das Infektionsrisiko für alle zu minimieren, verlangt dies von jedem auch Verantwortungsbewusstein und Achtsamkeit gegenüber seinen Mitmenschen ab.
BIPAP.BERLIN hat sich der Notfallvorsorge verschrieben, deren Notwendigkeit gerade in diesen Zeiten bei vielen Menschen
in den Vordergrund rückt. Gezielte und klientenorientierte Informationen rund um die Notfallvorsorge sind wichtig und möchte BIPAP:BERLIN trotz der schwierigen Situation auch weiterhin für Ratsuchende gewährleisten. Zur Sicherheit und um das Infektionsrisiko für alle Beteiligten zu minimieren, sind Beratungen in der Beratungsstelle und an anderer Stelle vorerst bis 30.04. 2020 nicht mehr möglich. Auch Hausbesuche finden nicht mehr statt und müssen verschoben werden. Beratungen erfolgen ab sofort ausschließlich am Telefon. Bereits gebuchte Beratungstermine können entweder verschoben oder telefonisch wahrgenommen werden. Informationsbroschüren, Vorlagen, Unterlagen wie auch Beratungsnachweise werden im Anschluss an die telefonische Beratung per E-Mail oder postalisch verschickt. Videosprechstunden via Skype können aus datenschutzrechtlichen Gründen leider nicht angeboten werden. Das Angebot einer gesicherten Videosprechstunde ist ungeachtet der aktuellen Situation bereits anvisiert und soll voraussichtlich noch bis Ende dieses Jahres zur Verfügung stehen.
Selbstbestimmt Sterben: Bundesverfassungsgericht erklärt Verbot der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe für ungültig
Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem heutigen Urteil das Verbot geschäftsmäßiger Förderung der Selbsttötung für ungültig erklärt, weil es sich nicht mit dem Grundgesetz vereinbaren lässt. Demnach ist es nun jedem Menschen unabhängig seiner Krankheitssituation gestattet, sich das Leben zu nehmen - auch unter Zuhilfenahme Dritter und auch von Ärzten. Das Urteil berührt jedoch nicht das Verbot der Tötung auf Verlangen. Dies fällt unter die aktive Sterbehilfe und bleibt weiterhin in Deutschland verboten. Klargestellt wurde bei Urteilsverkündung, dass kein Arzt dazu gezwungen werden kann, Patienten bei der Selbsttötung zu unterstützen.
Dem Urteil, das seit Monaten mit Spannung erwartet wurde, gingen mehrere Verfassungsklagen von betroffenen Patienten, Sterbehelfern und auch Palliativmedizinern voraus. Das erst 2015 mit § 217 im Strafgesetzbuch eingeführte gesetzliche Verbot zur geschäftsmäßigen Suizidbehilfe war in erster Linie dafür gedacht, Sterbehilfe von kommerziell ausgerichteten Sterbehilfeorganisationen zu unterbinden. Das Gesetz brachte aber vor allem Palliativmediziner und Ärzte in Bedrängnis, die Sorge hatten, sich strafbar zu machen, wenn sich Patienten mit einem Sterbewunsch an sie wandten.
Mit dem heutigen Urteil wurde für Ärzte und professionelle Sterbehelfer in Hospizen mehr Klarheit und Rechtssicherheit geschaffen. Dennoch dürfte es nun zeitnah Regelungen für die ebenso professionelle Umsetzung in der medizinischen Praxis und darüber hinaus zu diskutieren und zu treffen geben.
Kurz nach Bekanntgabe des Urteils äußerten sich Patientenverbände, Politik, Ärzteschaft und Kirchen sehr unterschiedlich zu Wort.
Ärzteschaft ist geteilter Meinung
Professor Dieter Siebrecht, Leiter des Zentrums für Palliativmedizin am Universitätsklinikum in Kiel, begrüßte die Entscheidung des Verfassungsgerichts. Man könne nun auch mit Patienten ins Gespräch kommen, die den Wunsch äußern, sterben zu wollen, um ein qualvolles Sterben zu verhindern. Viele Ärzte hätten Patientengespräche an diesem Punkt abgebrochen, aus Angst, wegen eines Verstoßes gegen Paragraf 217 strafrechtlich belangt zu werden. Mit dem Urteil würde die Möglichkeit eröffnet, die Sterbehilfe offen zu thematisieren. Eine Enttabuisierung der Sterbehilfe mit entsprechender Aufklärung könne letztlich auch dazu führen, dass sie vom Patienten gerade nicht gewählt werde, so Siebrecht.
Der Urteilsverkündung stehen jedoch längst nicht alle Palliativmediziner positiv gegenüber Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), warnt vor „freier Bahn für Sterbehilfeorganisationen“. Die Äußerung eines Sterbewunsches als konkrete Handlungsaufforderung zu verstehen, wäre nach seiner Ansicht viel zu kurz gegriffen. Ein vertrauensvoller Gesprächsprozess über den Sterbewunsch in all seiner Ambivalenz sorge für Entlastung und eröffne nach Erfahrung der DGP fast immer auch Perspektiven zur Linderung belastender Symptome oder Nöte des Patienten, so Radbruch.
Selbsttötung als selbstverständliche Therapieoption
Auch Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, äußerte Bedenken nach dem heutigen Urteil.Da die Beihilfe zum Suizid nun jederzeit von jedermann angeboten werden könne, würde die Selbsttötung zur selbstverständlichen Therapieoption erklärt. Das Urteil gehe seiner Ansicht nach an der Lebenswirklichkeit vorbei, da mehr als die Hälfte der Menschen lieber den Suizid wählen würden, als in ein Pflegeheim zu ziehen, so Brysch.
Gesetzgebung muss auf das Urteil reagieren
Die Kirchen fürchten eine Kommerzialisierung der Sterbehilfe und fordern nach diesem Urteil eine Regulierung durch den Gesetzgeber. Gesundheitsminister Jens Spahn ließ verlauten, dass diese schwierige wie weittragende Urteil genügend Spielraum für gesetzliche Regelungen ließe und kündigte eine zeitnahe Reaktion seitens der Politik für eine gesetzliche Regelung an. Unter anderem stellte er hier auch die Einführung einer Beratungspflicht in Aussicht.
Neuregelung zur Organspende: Bundestag hat Zustimmungslösung beschlossen
Organspende setzt auch weiterhin Zustimmung voraus - Für mehr Spendenbereitschaft sollen Informations- und Organisationsstrukturen verbessert werden
Der Bundestag hat heute die Neuregelung zur Organspende beschlossen. Nach einer mehrstündigen emotional geführten Debatte entschied sich die Mehrheit auch weiterhin für die bisherige Zustimmungslösung, die jedoch künftig mehr Information und Beratung vorsieht.
Die doppelte Widerspruchslösung, die Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in seinem Gesetzesentwurf vorsah, um die Spenderzahlen zu erhöhen und bei der alle Bürgerinnnen und Bürger als Spender gelten sollten, sofern sie nicht zu Lebzeiten widersprochen haben, fand keinen mehrheitlichen Zuspruch. Schweigen könne nicht als Zustimmung gewertet werden und so sah man vor allem diejenigen in Gefahr, die nicht fähig oder denen es nicht möglich ist, eine Entscheidung darüber treffen zu können, wie z. B. Obdachlose, Behinderte, psychsich Erkrankte, Analphabeten,
Mit dem nun beschlossenen Gesetzentwurf zur Zustimmungsregelung bleibt somit alles wie gehabt, allerdings soll die Entscheidungsbereitschaft durch regelmäßige Information, Befragung und Beratung verbessert werden. Der Entwurf sieht vor, dass alle Bürgerinnen und Bürger alle zehn Jahre in Bürgerämtern bei Ausweiserneuerungen auf das Thema Organspende angesprochen werden. Zudem sollen Hausärzte ihre Patienten regelmäßig informieren und ein Onlineregister eingeführt werden, bei dem sich jeder Spender freiwillig registrieren kann. Auf das Onlineregister sollen dann künftig Krankenhäuser und Ärzte schnell zugreifen können.
Der gute alte Organspendeausweis hat auch weiterhin Bestand. Wer viel reist, sollte immer auch eine Version seines Organspendeausweises in der jeweiligen Landessprache oder zumnidest in englischer Sprache bei sich tragen. Dies gilt besonders für die, die sich gegen eine Organspende aussprechen. Jedes Land hat eigene gesetzliche Regelungen zur Organspende.; in Österreich bspw. die Widerspruchslösung. Was viele nicht wissen: Verstirbt eine Person im Ausland, so greift die Regelung des jeweiligen Landes, und nicht die des Heimatlandes.
Medikamentenabhängigkeit - Die unbemerkte Sucht
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen macht auf Zahlen und Gefahren des Medikamentenmissbrauchs aufmerksam - Bundesärztekammer informiert Hausärzte
Mindestens 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind medikamentenabhängig. Davon betroffen seien rund eine Millionen Frauen, wobei die Dunkelziffer noch weitaus höher sein könnte, so die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V. Übermäßiger Medikamentenkonsum bei Betroffenen bleibt im familiären Umfeld oft und lange unbemerkt. Mitunter sind sich die Betroffenen selbst einer bereits bestehenden Abhängigkeit oder des Abhängigkeitspotenzials und damit verbundener Auswirkungen der ihnen verschriebenen oder frei verkäuflicher Arzneien nicht bewusst. Ärzte verschreiben ihren Patienten zwar in guter Absicht Medikamente, ohne aber über deren mögliche Abhängigkeitsgefahren ausreichend aufzuklären. Suchtexperten verweisen auf Untersuchungen, wonach im Durchschnitt 7 Prozent der Patienten Medikamente mit Suchtpotenzial über einen zu langen Zeitraum von Allgemeinärzten und Internisten verordnet bekämen, so dass bei diesen Patienten eine Abhängigkeit sehr wahrscheinlich sei. Daher empfiehlt die Hauptstelle für Suchtfragen ( DHS) e.V jedem Patienten, gezielt beim Arzt oder Apotheker nachzufragen, ob verordnete oder auch bestimmte freiverkäufliche Medikamente Suchtpotenzial aufweisen könnten. Das fängt bei Nasen- und Asthmaspray an und hört bei Schmerz- und Schlafmedikamenten auf. Vor allem von Benzodiazepinen oder benzodiazepinhaltigen Präparaten, die bei Schlafbeschwerden verordnet werden, wären Schätzungen zufolge allein in dieser Medikamentengruppe 1,1 Millionen Menschen dauerhaft abhängig . In der Tumortherapie sind Schmerzmittel für Patienten unverzichtbar. Allerdings würden u.a. auch bei Rückenschmerzen zu häufig und zu lange Schmerzmedikamente verordnet, die schnell in einen Abhängigkeitskreislauf münden, so Suchtexperten.
Quelle:PM medica
Palliativ- und Intensivmedizin
Palliativmedizin zum Wohle des Patienten - Sehr komplex und nicht immer einfach für Behandlungsteams
Die Palliativmedizin widmet sich der aktiven und ganzheitlichen Behandlung und Begleitung von Patienten mit einer nicht mehr heilbaren und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung. Auch die Begleitung und Unterstützung von Angehörigen dieser Patienten gehört dabei zu den Aufgaben der palliativen Versorgung. "Palliativ" bedeutet so viel wie "mit einem Mantel umhüllt", "beschützt". Die Palliativmedizin bejaht das Leben, versteht und begleitet das Sterben als einen natürlichen Prozess und lehnt die aktive Sterbehilfe ab. In der Palliativmedizin geht es in erster Linie darum, Schmerzen und Ängste von Schwerstkranken zu lindern, psychische und soziale Probleme in Zusammenhang mit der Erkrankung zu mindern, das subjektive Wohlbefinden und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Dafür ist ein interdisziplinäres speziell ausgebildetes Behandlungsteam erforderlich bestehend aus Ärzten, Pflegepersonal, Psychologen, Sozialarbeitern, Seelsorgern und Therapeuten. Bei der Behandlung ist die Berücksichtigung des Patientenwillens von zentraler Bedeutung. Hierbei muss nicht selten auch von Palliativmedizinern der vom Patienten gewünschte Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen berücksichtigt werden, was im Übrigen unter die passive Sterbehilfe fällt , ebenso wie der vom Patienten geäußerte Wunsch nach Schmerzmitteln, die u. U. auch eine Verkürzung der Lebenszeit für den Patienten zur Folge haben können und der indirekten Sterbehilfe zuzuordnen ist. Insofern sind passive und indirekte Sterbehilfe durchaus auch in der Palliativmedizin gängige Praxis und nicht immer leicht für die Behandlungsteams händelbar. Denn diese sind einerseits angehalten, den Wunsch des Patienten zu respektieren, selbst wenn dieser freiwillig auf bestimmte Maßnahmen (z. B. Essen und Trinken) verzichten möchte. Dies ist für palliative Behandlungsteams schwer mit ihrem grundsätzlich lebensbejahenden Berufsethos vereinbar und auch für Angehörige nur schwer auszuhalten, die in solchen Fällen ebenfalls Unterstützung brauchen. Zudem agieren palliative Behandlungsteams in Bezug auf die Aushändigung und Verabreichung von Medikamenten zur Schmerzlinderung angesichts des Gesetzeslage auch oft in rechtlichen Grenzbereichen, was die Arbeit erschwert und aus rechtlicher Sicht zu einem Balanceakt macht.
Besondere Rolle der Pflegekräfte in der palliativmedizinischen Versorgung
Pflegekräfte stehen in allen Versorgungsbereichen in weitaus engerem Kontakt zu Patienten und Angehörigen als behandelnde Ärzte. Pflegekräften in der Palliativversorgung (ebenso auf Intensivstationen) kommt hierbei eine ganz besondere Stellung zu. Wenn in der medizinischen Betreuung von Patienten die Therapieziele von kurativen auf palliative Maßnahmen geändert werden, sei zu beobachten, dass sich die Berufsgruppe der Ärzte zurückziehe und Pflegefachkräfte mehr Kompetenzraum bekämen. Pflegefachkräfte in der Palliativversorgung wie auch in der Intensivmedizin benötigen daher nicht nur besondere Fachkompetenz, sondern auch Sozialkompetenz, ethische Kompetenz und Selbstkompetenz, um ihr Tun und Handeln regelmäßig zu reflektieren. Denn die Einstellung der Pflegeperson sei eine wichtige Komponente, um eine patientenorientierte palliative Betreuung - auch auf Intensivstationen - sicher zu stellen. Bei der Versorgung von Patienten im Endstadium einer Erkrankung müssen Pflegekräfte Strategien entwickeln, um damit umgehen zu können. Die multidisziplinäre Zusammenarbeit im und mit dem Team sind hierbei zum Wohl des Patienten unverzichtbar.
Auch die Hightech-Medizin verbessere die Behandlungsmöglichkeiten in der Palliativ-Versorgung und damit die Lebensqualität der Patienten. Gleichzeitig verschiebe sich aber auch die Grenze bei der Behandlung und so wäre nicht immer ganz eindeutig, wo eine kurative Behandlung ende und eine palliative Behandlung beginne, so Experten. Daher sei es eine der größten Herausforderungen in der palliativmedizinischen Versorgung eine qualitativ hochwertige End-of-Life-Versorgung sowohl im ambulanten, wie auch im stationären Bereichen zu schaffen. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) setzt sich seit 25 Jahren für die Verbesserung der palliativmedizinischen Versorgung im ambulanten und stationären Bereich zum Wohle des Patienten und palliativmedizinischer Berufsgruppen ein. Die DGP ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft mit 5.800 Mitgliedern bestehend aus Ärzten, Pflegefachkräften und weiteren sozialen Berufsgruppen.
Intensivmedizin zum Wohle des Patienten - Patientenwille ist für Therapieentscheidung maßgeblich
Im Jahr 2017 verstarben in Deutschland von insgesamt rund 932.000 Menschen 427.917 Patienten in Kliniken - jeder achte Patient auf einer Intensivstation. Intensivmedizin beinhaltet die Erkennung und Behandlung von akut kritischen Krankheitszuständen, beispielsweise nach einem schweren Unfall, Herzinfarkt, Schlaganfall, bei schweren Verbrennungen oder auch zur engmaschigen Überwachung nach größeren Operationen. Auf Intensivstationen werden Patienten jeden Alters behandelt, sofern die Erkrankung oder der Zustand eine besonders intensive Überwachung oder Behandlung erfordert. Fachärzte für Anästhesiologie arbeiten hierbei eng mit Ärzten anderer Fachrichtungen, wie z. B. Neurochirurgie, Neurologie, Kardiologie und speziell ausgebildetem Pflegepersonal und Therapeuten zusammen. Das interdisziplinäre Team ist dabei stets in engem Kontakt mit dem Patienten und auch Angehörigen. Therapien werden besprochen, überprüft und ständig optimiert, um Schmerzen zu lindern und den kritischen Zustand des Patienten schnellstmöglich zu verbessern. Auf Intensivstationen steht für jeden Patienten deutlich mehr Personal zur Verfügung als auf normalen Stationen. Angehörige werden eingebunden und sind gern gesehen, da sie nachweislich dabei helfen können, den Genesungsprozess des Patienten zu beschleunigen.
Grenzen der High-Tech-Geräte-Medizin
Im Unterschied zur Palliativmedizin, bei der die Linderung von Beschwerden einer fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankung im Vordergrund steht, ist die Intensivmedizin darauf ausgerichtet, kritische und lebensbedrohliche Krankheitszustände eines Patienten unter Einsatz von High-Tech-Gerätemedizin schnellstmöglich zu behandeln. Nicht immer gelingt das, so dass auch auf Intensivstationen viele Patienten versterben. Allerdings ist der Tod eines Patienten auf Intensivstationen oft vorhersehbar, z. B. wenn durch langwierige aufwändige Behandlungen und trotz stetiger Optimierung der Therapie keine Verbesserung mehr zu erwarten ist. In solchen Fällen erfolgt dann keine kurative - also eine auf Heilung ausgerichtete - Behandlung, sondern nur noch eine auf Beschwerdelinderung ausgerichtete Behandlung. "In vielen Fällen gehe dem Sterben auf der Intensivstation ein Behandlungsverzicht voran – lebenserhaltende Maßnahmen werden dann bewusst beendet, begrenzt oder gar nicht erst begonnen", sagt Professor Dr. med. Uwe Janssens, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St. Antonius- Hospital Eschweiler und Vorsitzender der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Notfall- und Intensivmedizin (DIVI) e.V . Die Entscheidungen über die Therapien in der Intensivmedizin erfolge neben der ärztlichen Indikationsstellung grundsätzlich auf Basis des Patientenwillens. Sofern der Patient selbst in der Lage ist seinen Willen zu äußern, könne er in Behandlungen einwilligen oder diese auch ablehnen. Kann der Patient das nicht mehr, kommt sofern vorhanden seine Patientenverfügung zum Tragen. Eine präzise formulierte Patientenverfügung, die den Patientenwillen für oder gegen Behandlungsmaßnahmen in bestimmten Situationen präzise abbilde, sei für das Behandlungsteam extrem wichtig, um eine Entscheidung im Sinne und zum Wohle des Patienten treffen zu können. Selbst wenn eine Patientenverfügung nicht alle möglichen Behandlungsfälle und intensivmedizinischen Szenarien abdecken könne, sei sie eine wichtige Grundlage bei der Ermittlung des Patientenwillens, so Janssens. Bei der Erstellung einer Patientenverfügung rät er daher auch zu einer fachkundigen Beratung und von vorgefertigten Formularen insbesondere aus dem Internet ab. Diese stellen nach auch seiner Ansicht nach keine ausreichende Sicherheit dar, weil sie häufig unkonkret gehalten und nur durch das Ankreuzen der möglichen Ereignisse auszufüllen sind. Hier bestehe die Gefahr, dass dem Patienten nicht alle Konsequenzen seines Willens bewusst sind. Prof. Dr. med. Uwe Janssens ist seit 2008 Sprecher der Sektion Ethik der DIVI, in der er sich unter anderem auch mit Fragen der Übertherapie und den Grenzen bei Einsatz moderner intensivmedizinischer Mittel zum Wohl der Patienten befasst. Die DIVI ist eine interdisziplinäre Fachgesellschaft, die sich seit 40 Jahren dem praktischen und wissenschaftlichen Fortschritt der Intensiv- und Notfallmedizin widmet. Ziel der DIVI ist es, Wissenschaft, Praxis und Forschung in Bezug auf die Intensiv- und Notfallmedizin zu fördern und Politik und Öffentlichkeit auf Missstände, Probleme und Versorgungslücken in der Notfall- und Intensivmedizin und die Belange aller in diesem Bereich tätigen Berufsgruppen aufmerksam zu machen.
Quellen: statistisches Bundesamt, dpg, divi, healthcare-in europe, anästhesisten im netz, springer-medizin
Weltärztebund lehnt ärztlich assistierte Suizidbeihilfe ab
Weltärtzebund (WMA) spricht sich gegen Sterbehilfe durch Ärzte aus
Bundesverfassungsgericht könnte bald Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe kippen
Auf seiner Jahrestagung in Tiflis hat der Weltärztebund (World Medical Association, WMA) seine Haltung zum ärztlich unterstützten Suizid noch einmal klar verdeutlicht. Nach einem intensiven Beratungsprozess mit Ärzten auf der ganzen Welt verabschiedete der Bund eine überarbeitete Stellungnahme zur Sterbehilfe und zum ärztlich assistierten Suizid. Darin heißt es u.a.: Ärzte dürften nicht dazu gezwungen werden, Patienten bei der Selbsttötung zu unterstützen oder "Euthanasie" zu betreiben. Die WMA bekräftige damit ihr Bekenntnis zu den Grundsätzen der ethischen Medizin und ärztlichen Handelns. In der überarbeiteten Fassung der Deklaration gelte lt. WMA als Sterbehilfe, wenn ein Arzt absichtlich eine tödliche Substanz verabreiche oder auf Wunsch des Patienten eine Maßnahme durchführe, um dessen Tod herbeizuführen. Unter ärztlich assistierte Suizidbeihilfe falle auch, wenn ein Arzt auf Wunsch eines Patienten sein eigenes Leben zu beenden, Medikamente verschreibe oder dem Patienten mit der Absicht zur Verfügung stellt, dessen Tod dadurch herbeizuführen. Unethisch handle ein Arzt laut Deklaration der WMA hingegen nicht, wenn dieser das Grundrecht des Patienten auf Ablehnung einer medizinischen Behandlung respektiere und diese unterlässt, selbst wenn die Unterlassung zum Tod des Patienten führe. Diese Meinung vertritt auch die Palliativmedizin, die kürzlich zu der Frage Stellung nahm (siehe Beitrag vom 22.10.2019), inwieweit der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken ( FVET) eines Patienten als Suizid und die medizinische Begleitung als Suizidbeihilfe zu bewerten sei.
Dr. Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender der WMA, sagte zur Deklaration: "Wir haben Konsultationskonferenzen mit allen Kontinenten der Welt abgehalten und sind der Ansicht, dass dieser überarbeitete Wortlaut den Ansichten der meisten Ärzte weltweit entspricht". Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, begrüßt die Deklaration des Weltärztebunds. Ärzte wären nach seiner Ansicht grundsätzlich dem Leben verpflichtet. Es wäre wichtig, dass dies noch einmal deutlich zum Ausdruck gebracht wurde, so Reinhardt.
Der Weltärztebund ist ein Zusammenschluss nationaler Ärzteverbände und repräsentiert 112 nationale Berufsvereinigungen. Ziel des Weltärztebunds ist es, einen hohen ethischen Standard im Gesundheitswesen weltweit durchzusetzen sowie Ärzten in Form von Beschlüssen, Deklarationen und Stellungnahmen ethische Leitlinien an die Hand zu geben. Zu den jährlichen Generalversammlungen auf denen auch in der Vergangenheit und seit Gründung 1947 weittragende Beschlüsse, Deklarationen und Stellungnahmen zu ethischen Grundsätzen in der Medizin verfasst wurden und regelmäßig verfasst werden, u.a. zu Menschenversuchen, Gentherapie, Organtransplantation, Schwangerschaftsabbruch oder auch Sterbehilfe, werden die Vertreter der nationalen Berufsvereinigungen sowie der assoziierten Mitglieder entsandt. Deutsches Mitglied im Weltärztebund ist die Bundesärztekammer in Berlin mit seinem amtierenden Präsidenten, dem Allgemeinmediziner Dr. Klaus Reinhardt.
WMA Vorsitzender Frank Montgomery strikt gegen Sterbehilfe
Der ehemalige Präsident der Bundesärztekammer und heutiger Ehrenpräsident der BÄK, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, wurde auf der Vorstandssitzung des Weltärztebundes (World Medical Association, WMA) im April 2019 in Santiago de Chile für zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Montgomery sprach sich seit jeher und vehement gegen aktive Sterbehilfe und auch eine Aufweichung des Verbots der geschäftsmäßigen Sterbehilfe aus. Wenn man ärztlich assistierten Suizid erlauben würde, führe das direkt zu einer "Tötung auf Verlangen", äußerte Montgomery im Mai dieses Jahres gegenüber dem Tagesspiegel. "Wenn wir Sterbehilfe als Ärzte betreiben sollten, müssten wir es qualitätsgesichert und nach allen Prinzipien der guten medizinischen Praxis machen." Sterbewilligen würde das Gift über einen Venenzugang injiziert. Wo wäre da dann noch der Unterschied zur Euthanasie, gibt der WMA-Vorsitzende zu bedenken, der seit Januar 2019 auch Präsident des Ständigen Ausschusses der Ärzte der Europäischen Union (CPME) ist. Der Begriff Euthanasie - aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "schöner Tod" - wurde in Deutschland stark durch die Zeit des Nationalsozialismus geprägt, wo Morde unter dem Vorwand der „Rassenhygiene“ - ebenfalls als Euthanasie bezeichnet - begangen wurden. Der dadurch negativ besetze Begriff findet regelmäßig Erwähnung in Sterbehilfedebatten, in Deutschland vorzugsweise von Gegnern der Sterbehilfe. In den Niederlanden - ebenso in Luxemburg und Belgien - ist unter bestimmten Bedingungen und strengen gesetzlichen Vorgaben aktive Sterbehilfe durch Ärzte mittels "Giftspritze" erlaubt. Diese Form der Sterbehilfe wird in den Niederlanden ohne negative Besetzung regulär als Euthanasie bezeichnet. In der Schweiz hingegen, ist diese aktive Form der Sterbehilfe verboten. Dort spricht man von Freitodbegleitung, die auf das Selbstbestimmungsrecht eines Patienten abzielt. Ärzten ist es im Unterschied zu Deutschland gestattet, Patienten ein Medikament zu verschreiben und es auch zu besorgen. Der Patient muss es dann allerdings selbst einnehmen. Freitodbegleitungen werden von Organisationen wie Dignitas und Exit organisiert. Die organisierte Freitodhilfe erfolge aber laut Aussagen der Organisationen auch dort nur unter bestimmten Voraussetzungen und gesetzlichen Vorgaben.
Bundesverfassungsgericht könnte bald das derzeitige Verbot zur Sterbehilfe kippen
Der Bundestag hatte sich 2015 für ein Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe ausgesprochen und dies im §217 des Strafgesetzbuches verankert. Einzelfallentscheidungen von Ärzten, die Hilfe zum Suizid leisten, ebenso wie Hilfen von Angehörigen eines todkranken Patienten, sind danach straffrei. Die nach wie vor verbotene geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung wird derzeit vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt und das Urteil in wenigen Monaten mit Spannung erwartet. Dem Gericht liegen sechs Verfassungsbeschwerden vor, die sich unmittelbar gegen § 217 des Strafgesetzbuchs richten, der die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung unter Strafe stellt. Um "geschäftsmäßig" zu handeln, reiche es bereits, wenn man wiederholt anderen bei der Selbsttötung hilft. Eingereicht wurden die Beschwerden von Vereinen, die Suizidhilfe anbieten, aber auch von schwerkranken Patienten selbst, wie auch von Ärzten und Palliativmedizinern. Die beteiligten Ärzte stützen ihre Verfassungsbeschwerden auf eine Verletzung der Gewissens- und Berufsfreiheit und beanstanden, dass § 217 StGB nicht hinreichend sicherstelle, dass auch die im Einzelfall geleistete ärztliche Suizidhilfe straffrei bleibe. Ebenfalls sei nach Ansicht der Ärzte nicht sicher zu beurteilen, ob § 217 StGB straffreie Formen der Sterbehilfe erfasse, wie die indirekte Sterbehilfe ( z. B. Verabreichung von starken Schmerzmedikamenten, die zum Tode führen können) ebenso wie die passive Sterbehilfe (Unterlassung oder Abbruch von lebensverlängernden Maßnahmen) und palliativmedizinische Maßnahmen. Hospiz- und Palliativmediziner, Palliativpflegedienste, die regelmäßig mit Sterbenden zu tun haben und ihnen z.B. durch Überlassung von Schmerzmedikamenten die Gelegenheit zur Selbsttötung geben, handeln so gesehen bereits geschäftsmäßig. Nach Ansicht der beschwerdeführenden Ärzte verhindere § 217 StGB daher eine am Wohl des Patienten orientierte Behandlung.
Ungeachtet der geltenden Gesetzeslage emfpiehlt BIPAP, die persönliche Einstellung zur Sterbehilfe in einer Patientenverfügung durchaus zu verankern. Dies kann im Zweifelsfall und bei besonders schwierigen Entscheidungssituationen helfen und dazu beitragen, dass Angehörige, Bevollmächtigte, Ärzte wie auch vom Gericht einberufene Betreuer leichter eine Entscheidung im Sinne des Patienten treffen können. Dies setzt allerdings auch voraus, dass man in Kenntnis darüber ist, was aus medizinischer Sicht überhaupt unter die aktive, passive, direkte oder indirekte Sterbehilfe fällt und welche strafrechtlichen Konsequenzen sich für jede einzelne Form nach aktueller Rechtsprechung und derzeit geltendem Gesetz für behandelnde Ärzte, Bevollmächtigte oder Angehörige daraus ergeben könnten. Eine pauschale Aussage, wie "Ich bin für Sterbehilfe" wäre an dieser Stelle zu kurz gegriffen und zu wenig differenziert und würde schnell vermuten lassen, dass der Verfasser sich nicht hinreichend mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Insoweit sollten vom Gesetzgeber empfohlene fachkundige" Beratungen für die Erstellung von Patientenverfügungen auch diesen Bereich detailliert umfassen. Eine kurze Übersicht über die aktuellen gesetzlichen Regelungen zur Sterbehilfe in Deutschland und anderen europäischen Ländern gibt der Menüpunkt Sterbehilferegelungen in Europa .
Quellen: www.wma.net; Bundesärztekammer, www.tagesspiegel.de; www.spiegel.de; www.tagesschau.de;
Darf sich ein Patient zu Tode hungern und ist die medizinische Begleitung des "Sterbefastens" Suizidbeihilfe?
Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin bezieht Stellung zur Frage, ob der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken Schwerstkranker als Suizid zu bewerten ist
Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken (FVET) - auch etwas irreführend als "Sterbefasten" bezeichnet - sei nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) nicht als Suizid zu bewerten, sondern Ausdruck des Patientenwillens, den es von allen Beteiligten - auch Ärzten und Angehörigen - zu respektieren gelte. Das stellte die DGP in einem aktuellen Positionspapier klar, aber betont gleichzeitig, dass dies nur für Patienten mit lebensbedrohlichen oder lebenslimitierenden Erkrankungen zuträfe und "die Inhalte des Positionspapiers nicht ohne weiteres auf andere Gruppen übertragbar sind, zum Beispiel auf alte, multimorbide oder gebrechliche Menschen ohne schwere Erkrankungen oder gesunde Menschen, die des Lebens müde sind", so DGP-Präsident Lukas Radbruch.
In Patientenverfügungen kann frühzeitig und bereits zu gesunden Lebzeiten verankert werden, dass in besonders schweren Krankheitsfällen, keine lebensverlängernden Maßnahmen mehr erfolgen sollen. Dazu zählt auch eine künstliche Ernährung, die nicht eingeleitet werden darf oder abgebrochen werden muss, wenn der Patient dies so verfügt hat. Es sei nicht geboten, einen schwerkranken noch entscheidungsfähigen Menschen, der durch Verzicht auf Essen und Trinken seinen Tod herbeiführen möchte, gegen seinen Willen zu ernähren. Eine Behandlung ohne Einwilligung würde den Straftatbestand der Körperverletzung erfüllen. Im Umkehrschluss wäre es daher auch keine strafbare Handlung, den freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken von Palliativpatienten medizinisch zu begleiten und gegebenenfalls die erforderliche Basisversorgung zur Linderung von Durst-und Hungergefühlen zu leisten. Allerdings führe die Begleitung von Patienten, die bewusst auf Essen und auch auf Trinken verzichten, regelmäßig zu komplexen Problemen in der Hospiz- und Palliativversorgung. Dies beträfe den Umgang mit dem schwerstkranken Patienten selbst, aber auch Angehörige und die Behandlungsteams. Für unmittelbar Beteiligte sei eine solche Entscheidung oft nur schwer auszuhalten. Deshalb bräuchten vor allem auch Angehörige aber ebenso Behandlungsteams umfassende Unterstützung, so die DGP. Fallkonferenzen oder ethische Fallbesprechungen könnten für Behandlungsteams hilfreich sein. Wichtig wären entsprechende Informationen für alle Beteiligten zum zeitlichen Verlauf, möglichen Folgesymptomen, Komplikationen und Behandlungsoptionen bei FVET. Angehörige und Behandlungsteams düften jedoch keinen Einfluss auf den Patienten ausüben, der die Entscheidung prinzipiell für sich ganz allein treffen muss. Das Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ist HIER nachzulesen.

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