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Timestamp: 2019-02-16 11:16:50+00:00

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Arbeitsrechtslexikon > A > Au > Auszubildende - Ausbildende
Allgemeine Eignung von Ausbildenden und Ausbildern
Besonderheiten der Ausbilder-Eignungsverordnung
Der Vertragspartner des Auszubildenden ist der Ausbildende. Die Berufsausbildung knüpft dabei nicht zwingend an den Arbeitgeber in Person an. Das Berufsausbildungsrecht erlaubt auch Personen die Mithilfe bei der Berufsausbildung, die selbst keine Ausbildenden im Rechtssinne sind. Nach § 28 Abs. 1 BBiG gilt: "Auszubildende darf nur einstellen, wer persönlich geeignet ist. Auszubildende darf nur ausbilden, wer persönlich und fachlich geeignet ist."
Eine qualifizierte Ausbildung junger Menschen ist sowohl betriebs- als auch volkswirtschaftlich enorm wichtig. Dabei müssen Ausbilder persönliche und fachliche Standards erfüllen, die von ihnen als Teil einer geordneten Ausbildung einfach verlangt werden müssen. Wer sich zum Ausbilden entschließt, sollte möglichst frühzeitig mit den zuständigen Einrichtungen - Handwerksinnung, Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer etc. - Kontakt aufnehmen und mit ihnen die für die Ausbildung erforderlichen Voraussetzungen klären. Viele Einrichtungen bilden ihre Ausbilder selbst fort und sorgen mit einem reichhaltigen Kurs- und Seminarangebot dafür, dass Ausbilder die erforderlichen berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse bekommen.
Die notwendigen Anforderungen an die persönliche und fachliche Eignung von Ausbildern stellen die §§ 29, 30 BBiG. Für Ausbilder, die in ihrer Ausbildungsstätte nicht die gesamte Ausbildung durchführen können, gibt es die Möglichkeit, mit anderen zu kooperieren und eine überbetriebliche Ausbildung zu organisieren. Ausbilder müssen den zuständigen Stellen ihre Eignung und Befähigung zur Ausbildung in der Regel durch Prüfung und Zeugnis nachweisen (§§ 4,5 AusbEigV) - es gibt hier aber Ausnahmeregelungen. Besondere Pflichten des Ausbildenden sind in § 14 Abs. 1 Nr. 1 bis Nr. 5 BBiG hinterlegt.
2. Ausbildungsstätte und Ausbildungspersonal
die Zahl der Auszubildenden in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Ausbildungsplätze oder zur Zahl der beschäftigten Fachkräfte steht (Nr. 2 - es sei denn, dass anderenfalls die Berufsausbildung nicht gefährdet wird).
Eine Ausbildungsstätte, die nicht alles selbst vermitteln kann, gilt als geeignet, wenn die erforderlichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten durch Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte vermittelt werden (§ 27 Abs. 2 BBiG). Für land- (§ 27 Abs. 3 BBiG) und hauswirtschaftliche (§ 27 Abs. 4 BBiG) Ausbildungsstätten gibt es Sonderbestimmungen.
Nach § 2 Abs. 3 BBiG können Teile der Berufsausbildung sogar im Ausland durchgeführt werden. Vorausgesetzt, es dient dem Ausbildungsziel. Die Gesamtdauer der Bildungsmaßnahme im Ausland soll allerdings ein Viertel der in der Ausbildungsordnung festgelegten Ausbildungsdauer nicht überschreiten. Die zuständige Stelle überwacht und fördert die Durchführung von Auslandsaufenthalten (§ 76 Abs. 3 Satz 1 BBiG). Wenn die Dauer des Ausbildungsabschnitts im Ausland mehr als vier Wochen beträgt, ist dafür ein mit der zuständigen Stelle abgestimmter Plan erforderlich (§ 76 Abs. 3 Satz 2 BBiG).
Ausbilder und Ausbildende müssen persönlich und fachlich geeignet sein (dazu mehr in Gliederungspunkt 3.).
Unter Verantwortung des Ausbilders kann bei der Berufsbildung mitwirken, wer
selbst nicht Ausbilder ist,
aber abweichend von den besonderen Voraussetzungen des § 30 BBiG
die für die Vermittlung von Ausbildungsinhalten erforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und
ist (§ 28 Abs. 3 BBiG).
3. Allgemeine Eignung von Ausbildenden und Ausbildern
unmittelbar, verantwortlich und in wesentlichem Umfang
vermitteln (§ 28 Abs. 2 BBiG).
4. Besonderheiten der Ausbilder-Eignungsverordnung
Ausbilder haben für die Ausbildung in anerkannten BBiG-Ausbildungsberufen den Erwerb der
arbeitspädagogischen
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AusbEigV) nachzuweisen (§ 1 Satz 1 AusbEigV). Das gilt nicht für die Ausbildung im Bereich der freien Berufe (§ 1 Satz 2 AusbEigV).
Die berufs- und arbeitspädagogische Eignung von Ausbildern umfasst die Kompetenz zum selbstständigen Planen, Durchführen und Kontrollieren der Berufsausbildung in den Handlungsfeldern
Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und planen (§ 2 Nr. 1 AusbEigV),
Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken (§ 2 Nr. 2 AusbEigV),
Ausbildung durchführen (§ 2 Nr. 3 AusbEigV) und
Ausbildung abschließen (§ 2 Nr. 4 AusbEigV).
§ 3 AusbEigV erläutert in vier langen Absätzen, aus welchen Modulen sich die Handlungsfelder zusammensetzen. So umfasst das Handlungsfeld nach § 2 Nr. 3 AusbEigV die berufs- und arbeitspädagogische Eignung, selbstständiges Lernen in berufstypischen Arbeits- und Geschäftsprozessen handlungsorientiert zu fördern. Die Ausbilder sind dabei unter anderem in der Lage,
lernförderliche Bedingungen und eine motivierende Lernkultur zu schaffen, Rückmeldungen zu geben und zu empfangen (§ 3 Abs. 3 Nr. 1 AusbEigV),
aus dem betrieblichen Ausbildungsplan und den berufstypischen Arbeits- und Geschäftsprozessen betriebliche Lern- und Arbeitsaufgaben zu entwickeln und zu gestalten (§ 3 Abs. 3 Nr. 3 AusbEigV),
die soziale und persönliche Entwicklung von Auszubildenden zu fördern, Probleme und Konflikte rechtzeitig zu erkennen sowie auf eine Lösung hinzuwirken (§ 3 Abs. 3 Nr. 7 AusbEigV) und
interkulturelle Kompetenzen zu fördern (§ 3 Abs. 3 Nr. 9 AusbEigV).
Ausbilder müssen ihrer Eignung nach § 4 Abs. 1 Satz 1 AusbEigV durch eine Prüfung nachweisen. Über die bestandene Prüfung gibt es ein Zeugnis, § 5 AusbEigV. Ausnahmen von der Nachweis- und Prüfungspflicht regeln die §§ 6 ff. AusbEigV.
Ausbildende haben nach § 14 Abs. 1 Nr. 1 bis Nr. 5 BBiG einen umfangreichen Pflichtenkatalog zu erfüllen. Sie müssen
dafür sorgen, dass den Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit vermittelt wird, die zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist, und die Berufsausbildung in einer durch ihren Zweck gebotenen Form planmäßig, zeitlich und sachlich gegliedert so durchführen, dass das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Ausbildungszeit erreicht wird (Nr. 1);
selbst ausbilden oder einen Ausbilder ausdrücklich damit beauftragen (Nr. 2);
Auszubildenden kostenlos die Ausbildungsmittel, insbesondere Werkzeuge und Werkstoffe zur Verfügung stellen, die zur Berufsausbildung und zum Ablegen von Zwischen- und Abschlussprüfungen, auch soweit solche nach Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses stattfinden, erforderlich sind (Nr. 3);
Auszubildende zum Besuch der Berufsschule sowie zum Führen von schriftlichen Ausbildungsnachweisen anhalten, soweit solche im Rahmen der Berufsausbildung verlangt werden, und diese durchsehen (Nr. 4);
dafür sorgen, dass Auszubildende charakterlich gefördert sowie sittlich und körperlich nicht gefährdet werden (Nr. 5).
Hier ist nur eine begrenzte Auswahl der normierten Pflichten von Ausbildenden wiedergegeben. Selbstverständlich kommen noch viele weitere aus anderen Gesetzen, Tarifverträgen, Betriebs- und Dienstvereinbarungen etc. und der jeweils maßgeblichen Ausbildungsordnung hinzu.
An dieser Stelle werden einige der interessantesten Entscheidungen zum Thema Ausbilder und Ausbildende in alphabetischer Reihenfolge nach Stichwörtern geordnet vorgestellt:
6.1 Ausbildungsberechtigung
Die Berechtigung, Auszubildende einzustellen und auszubilden, setzt nach dem BBiG voraus, dass die Ausbildungsstätte ihrer Art und Einrichtung nach für die Berufsausbildung geeignet ist und über einen oder mehrere Ausbilder verfügt, die zur Ausbildung persönlich und fachlich geeignet sind. Dabei wird die fachliche Eignung durch die beruflichen sowie die berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten bestimmt, die für die Vermittlung der Ausbildungsinhalte erforderlich sind (§ 30 BBiG). Fehlen die fachliche Eignung oder wird sie nicht nachgewiesen, ist die zuständige Stelle berechtigt, die Anerkennung als Ausbildungsbetrieb - hier für den Beruf Kaufmann/frau für Bürokommunikation - zu versagen (VG Gelsenkirchen, 10.03.2010 - 7 K 6298/08).
6.2 Ausbildungskosten
Der Ausbildende trägt die Kosten einer Berufsausbildung (arg. ex § 12 Abs. 2 Nr. 1 BBiG und § 14 Abs. 1 Satz 3 BBiG, früher § 5 Abs. 2 Nr. 1 BBiG). Aber auch wenn der Ausbildende den Auszubildenden für den Berufsschulbesuch freizustellen hat: Er braucht die Kosten, die im Rahmen der dualen Ausbildung im Zusammenhang mit dem Besuch der Berufsschule entstehen, nicht zu bezahlen (BAG, 26.09.2002 - 6 AZR 486/00).
6.3 Schadensersatz
Auszubildende - Ausbildungs...

References: § 28
 § 14
 § 2
 § 30

§ 3
 § 2
 § 4
 § 5
 § 14
 § 12
 § 14
 § 5