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Timestamp: 2019-08-25 07:42:47+00:00

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cannabisanbau in Niedersachsen
| 20.01.2010 15:16 |
hallo, ich würde gern wissen, mit was für einer Strafe man rechnen müsste, wenn bei einem in der Wohnung (in Niedersachsen) equipment zum anbau und dazu 100 Pflanzen gefunden werden. Danke
Strafbar sind nach § 29 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) der Anbau, der Besitz, und zwar auch zum ausschließlichen Eigenverbrauch, der Erwerb, die Abgabe, die Einfuhr und Ausfuhr sowie nahezu alle anderen Umgangsformen mit Cannabis. Seit Februar 1998 ist jedoch auch der Besitz von Hanfsamen strafbar, wenn diese zum unerlaubten Anbau von (THC-haltigen) Hanfpflanzen bestimmt sind.
b)	Diamorphin als pharmazeutischer Unternehmer abgibt,
Anzumerken ist, dass der Verbrauch bzw. der Konsum straffrei ist, da eine eventuelle eigenverantwortliche gesundheitliche Selbstschädigung durch den Cannabiskonsum durch den Art. 2 Abs. 1 GG (Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit) geschützt ist.
Bei Besitz ausschließlich zum Eigenkonsum kann aber das Gericht (nach § 29 Abs. 5 bzw. §31a Abs. 2 des BtMG) oder bereits die Staatsanwaltschaft (nach § 31a Abs.1) das Verfahren einstellen, wenn es sich lediglich um eine "geringe Menge" handelt. Jedoch steht die vom Bundesverfassungsgericht zugleich eingeforderte einheitliche Regelung der Definition einer "geringen Menge" für alle Bundesländer noch aus.
Der Strafrahmen des §29 BtMG reicht daher von einer Geldstrafe oder bis zu einer fünf Jahren Freiheitsstrafe.
Die Strafzumessung liegt grundsätzlich im Ermessen des zuständigen Strafgerichts. Daher kann im Rahmen dieser Plattform und auch ohne genaue Kenntnis der Aktenlage naturgemäß keine konkrete Prognose hinsichtlich der zu erwartenden Strafe an dieser Stelle abgeben werden.
Jedoch ist insoweit auf § 29 Abs. 5 BtMG hinzuweisen. Handelt es sich daher um eine geringe Menge, dann kann das Gericht unter Umständen von der Strafe absehen, wenn Sie oder ein Dritter eine geringe Menge angebaut hat. Eine geringe Menge kann je nach dem entsprechenden Bundesland, denn eine einheitliche Regelung gibt es bisher noch nicht, bei bis zu 7,5 g THC angenommen werden.
Für das Bundesland Niedersachsen konnte eine Recherche jedoch ergeben, dass dort i.d.R. die Praxis gilt, dass zum Schutz der Volksgesundheit und insbesondere zum Schutz der nachwachsenden Generation das Betäubungsmittelgesetz in vollem Umfang angewandt wird. Also auch in Bereichen bei Drogenbesitz von unter einem Gramm und regelmäßig eine Strafverfolgung stattfindet.
Insoweit kann daher auch keine genauere Einschätzung vorgenommen werden.
Maßgeblich jedoch ist die Messung des THC-Gehalts der Pflanzen. Dieser ist entscheidend für die Strafzumessen, da dessen THC-Gehalt die Grammzahl bestimmt. Insoweit ist es ein erheblicher Unterschied ob die Pflanzen in voller Blühte beschlagnahmt wurden oder nur als Grünwerk, sodass ein Gutachter die Menge des darin enthaltenen THCs für die Strafzumessung bestimmen muss, ggf. müssen Sie dies in einem zu erwartenden Verfahren beantragen, was im schlimmsten Fall auch zu weiteren Kosten führen kann.
Ich rate Ihnen jedoch abschließend und dringend bei dieser Menge zu einem Anwalt Ihres Vertrauens zu gehen und mit ihm die Taktik zu besprechen.
Bewertung des Fragestellers 22.01.2010 | 13:02

References: § 29
 Art. 2
 § 29
 §31
 § 31
 §29
 § 29