Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.04.2016&Aktenzeichen=5%20StR%20332%2F15
Timestamp: 2019-02-17 08:44:50+00:00

Document:
BGH, 07.04.2016 - 5 StR 332/15 - dejure.org
Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen; Beauftragtenbegriff; Verbotsirrtum bei unzutreffender Einschätzung der Arbeitnehmereigenschaft (Erkundigungspflicht; hypothetisches Ergebnis der unterlassenen Erkundigung; bedingte Unrechtseinsicht; voluntatives Element)
§ 14 Abs. 2 Nr. 2 StGB, § 14 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3 StGB
§ 14 Abs 2 Nr 2 StGB, § 17 StGB, § 266a StGB
Anforderungen an die Beauftragung im Sinne des § 14 Abs. 2 Nr. 2 Strafgesetzbuch ( StGB ); Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt; Nichtabführung von Sozialversicherungsbeiträgen
NStZ 2016, 460
StV 2017, 76
Steht fest, dass eine ausreichende Erkundigung des einem Verbotsirrtum unterliegenden Täters bei der zuständigen Aufsichtsbehörde dessen Fehlvorstellung bestätigt hätte, so scheidet seine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit dem betreffenden Strafgesetz infolge eines unvermeidbaren Verbotsirrtums auch dann aus, wenn der Täter eine entsprechende Erkundigung nicht eingeholt hat (vergleiche BGH, Urteil vom 7. April 2016, 5 StR 332/15, NStZ 2016, 460, 462).
Zudem wäre Arbeitgeber dann eine GbR oder ein - vorliegend näher zu ermittelnder - Gruppenführer oder eine Gruppenführerin (vgl. hierzu: BGH, Urteil vom 7. April 2016 - 5 StR 332/15 - juris Rn. 12) aus dem Kreis der Gesellschafter oder in der Person der Sekretärin.
Der Kläger verweist ergänzend insbesondere auf das Urteil des BGH vom 7. April 2016 (5 StR 332/15) und den Beschluss des Finanzgerichts Köln vom 12. Oktober 2017 (10 K 977/17).

References: § 14
 § 14

§ 14
 § 17
 § 266
 § 14
 § 823
 BGH