Source: https://beta.e-justice.europa.eu/404/DE/interest_rates?FINLAND&action=print&init=true
Timestamp: 2020-08-12 22:02:11+00:00

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In den finnischen Rechtsvorschriften versteht man unter „gesetzlichen Zinsen“ sowohl den auf Außenstände vor deren Fälligkeitstag angewendeten Zinssatz als auch die Strafzinsen für Zahlungsverzug. Bestimmungen zu beiden Arten „gesetzlicher Zinsen“ sind im Zinsgesetz (633/1982) niedergelegt. Die Verpflichtung zur Zahlung von Zinsen oder Strafzinsen für verspätete Zahlungen ist im Zinsgesetz festgelegt, sofern nicht aus der vom Schuldner eingegangenen Verpflichtung oder einer geschäftlichen Praxis etwas anderes hervorgeht oder im Gesetz etwas anderes festgelegt ist (Zinsgesetz, § 2 Absatz 1).
Bei von Verbrauchern geschlossenen Kreditverträgen über Bargeldauszahlungen gelten ferner die Bestimmungen von Kapitel 7 § 17a des Verbrauchschutzgesetzes (38/1978). Danach darf in Fällen, in denen die Höhe des Kredits oder das Kreditlimit weniger als 2000 EUR betragen, der effektive Jahreszins auf den Kredit den in § 12 des Zinsgesetzes genannten Bezugszinssatz zuzüglich 50 % nicht übersteigen.
Strafzinsen auf verspätete Zahlungen: Bei Verträgen, die in den Anwendungsbereich des Gesetzes über die Zahlungsbedingungen für Handelsverträge (30/2013) fallen, sind die „gesetzlichen Zinsen“ bei verspäteten Zahlungen acht Prozentpunkte höher als der zur fraglichen Zeit geltende Bezugszinssatz (Zinsgesetz, § 4a, Absatz 1). Derzeit betragen sie 8,0 % (Stand: Herbst 2017). Bei anderen Verträgen liegen die gesetzlichen Strafzinsen für verspätete Zahlungen sieben Prozentpunkte über dem zur fraglichen Zeit geltenden Bezugszinssatz (Zinsgesetz, § 4). Sie betragen derzeit 7,0 % (Stand: Herbst 2017).
Was Verbraucherschulden betrifft, so sind die Bestimmungen des Zinsgesetzes über Strafzinsen für verspätete Zahlungen zwingendes Recht, und es besteht keine Möglichkeit zur Vereinbarung eines höheren Verzugszinssatzes (Zinsgesetz, § 2 Absatz 2). Bei anderen Schulden ist es möglich, den Verzugszinssatz zu vereinbaren. Bei Verträgen, die in den Anwendungsbereich des Gesetzes über die Zahlungsbedingungen für Handelsverträge fallen, ist es dagegen nicht möglich, zu vereinbaren, dass der Gläubiger nicht zur Erhebung von Strafzinsen auf verspätete Zahlungen berechtigt ist. Handelt es sich bei dem Schuldner um einen Auftraggeber, kann kein niedrigerer Zinssatz für Zahlungsverzüge vereinbart werden als der nach § 4a Absatz 1 des Zinsgesetzes (Gesetz über die Zahlungsbedingungen für Handelsverträge, § 8) berechnete Satz.
Die finnischen und schwedischen Fassungen des Gesetzes sind verfügbar unter: http://www.finlex.fi/fi/laki/ajantasa/1982/19820633?search%5btype%5d=pika&search%5bpika%5d=Korkolaki

References: § 2
 § 17
 § 12
 § 4
 § 4
 § 2
 § 4
 § 8