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Timestamp: 2020-02-22 17:00:37+00:00

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Rücktritt vom Kaufvertrag auf eBay wegen Betrug - frag-einen-anwalt.de
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| 15.04.2010 14:55 |
Ich habe auf einen Artikel bei Ebay geboten welcher als World of Warcraft Account auf einem Deutschen PvP Server beworben wurde. Erst hinterher habe ich festgestellt, dass ganz unten im Kleingedruckten eine Anmerkung steht, dass es sich um einen Account auf einem Privatserver handelt. Diese Server sind illegal, weshalb ich davon ausgegangen bin bei Ebay darauf vertrauen zu können, dass es sich um einen legalen Account handelt. Da der Account sowohl illegal als auch wertlos ist bin ich recht ungehalten darüber, jetzt 50€ für Nichts zahlen zu müssen.
Ich bin in meinen Augen getäuscht worden und möchte vom Kaufvertrag zurücktreten. Muss ich hier rechtliche Konsequenzen fürchten, falls ich vom Kauf zurücktrete?
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Es ergeben sich in Ihrem Fall verschiedene Möglichkeiten, die ich in der Rheinfolge aufzeigen werde.
1. a) Der von Ihnen anvisierte Rücktritt setzt einen Mangel der Kaufsache voraus. Dieser Mangel des Accounts i.S.d. § 434 I, Nr. 2 BGB könnte darin zu sehen sein, dass er infolge der Illegalität der privaten Server wertlos ist und dementsprechend sich nicht für die gewöhnliche Verwendung eignet und auch keine Beschaffenheit aufweist, die bei den Accounts gleicher Art üblich ist (für gewöhnlich befinden sich diese Accounts nicht auf illegalen privaten Servern), was Sie als Käufer aber erwarten konnten.
b) Die Gefahr bei dieser Vorgehensweise ist, dass der Verkäufer - wenn er versiert ist- Ihnen vorwerfen kann, dass dieser Mangel des Accounts Ihnen grob fahrlässig unbekannt geblieben ist, da er (Verkäufer) auf diesen Umstand in den Kleingedruckten hingewiesen hat. In diesem Fall sieht § 442 BGB Ausschluss des Gewährleistungsrechts. Nach meiner rechtlichen Beurteilung reicht das Übersehen eines in den Kleingedruckten versteckten Hinweises nicht für grobe Fahrlässigkeit. Es liegt hier höchstens einfache Fahrlässigkeit vor, die nicht zum Ausschluss des Gewährleistungsrechts führt. Im Prozess müsste der Verkäufer das Vorliegen der groben Fahrlässigkeit Ihrerseits beweisen, was Ihnen günstige Prozesslage verschafft.
2. a) Sie können alternativ den Vertrag gem.: § 119 II BGB wegen Irrtums über die Beschaffenheit der Sache anfechten. Die Beziehung der Sache zu ihrer Umfeld ist eine wesentliche Eigenschaft der Sache. D.h, dass der Umstand, ob der Account sich auf einem legalen oder illegalen Privatserver befindet, eine wesentliche Eigenschaft dieses Accounts darstellt. Liegt der Account nicht erwartungsgemäß auf einem legalen Server, so kann der Accountkaufvertrag wegen Irrtums über diese wesentliche Eigenschaft gem.: § 119 II BGB angefochten werden.
b) Angefochtener Vertrag wird gem.: § 142 BGB von Anfang an nichtig. Zwar kann in diesem Fall der Verkäufer grundsätzlich Schadensersatz fordern ( § 122 BGB). In Ihrem Fall werden Sie gem.: § 122 II BGB nicht schadensersatzpflichtig, da der Verkäufer sehr wohl wissen müsste, dass private Server illegal und die Accounts dementsprechend wertlos sind.
3. Eine Täuschung liegt hier nicht vor, da der Verkäufer in den Kleingedruckten darauf hingewiesen hat, dass dieser Account sich auf einem Privatserver befindet.
Ergebnis: Erklären Sie Rücktritt und alternativ fechten Sie den Vertrag wegen des Fehlens einer wesentlichen Eigenschaft der Kaufsache an. Argumentieren Sie wie oben.
Bewertung des Fragestellers 17.04.2010 | 10:01
FRAGESTELLER 17.04.2010 4,2/5,0

References: § 434
 § 442
 § 119
 § 119
 § 142
 § 122
 § 122