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Timestamp: 2014-11-01 03:50:56+00:00

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GmbH in Not - Die rechtlichen Grundlagen - Insolvenz - Finanznachrichten
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ABRAKADABRAR
Das Problem einer insolvenzbedrohten GmbH ist im Grunde genommen nicht das Problem der Gesellschaft, sondern das ganz große Problem für den Geschäftsführer oder ggf. auch ein Problem der Gesellschafter. Denn ein verantwortungsbewusster Geschäftsführer unternimmt alles, um die Gesellschaft auch noch aus einer wirtschaftlich fast ausweglosen Situation zu retten. Daher wird in der Regel eine Insolvenz (ein Konkurs) gar nicht oder zu spät (im juristisch deutschen Tatbestand) wahrgenommen oder angemeldet. Und dann greift in Deutschland erbarmungslos die persönliche Haftung des Geschäftsführers bzw. des geschäftsführenden Gesellschafters (Durchgriffshaftung). Konsequenzen für den Geschäftsführer bei einem Insolvenzverfahren sind dann:
1. Abgabe der eidesstattlichen Versicherung
2. Veröffentlichungen des GF-Namens
- a) in der Tageszeitung
- b) im Bundesanzeiger
- c) bei allen Auskunfteien
- d) in der SchuFa
- e) Im öffentlichen Schuldnerverzeichnis
3. Berufsverbot (§§ 70 ff Strafgesetzbuch)
- a) zukünftiger öffentlicher Ämter
- b) zukünftig das Amtes eines GF (GmbH) oder Vorstandes (AG) auszuüben
- c) Generelles Verbot der Selbständigkeit
4. Gewerbeverbot, zukünftige Ausübung eines Gewerbes
5. Untersagung der Anstellung von Angestellten (Antrag der Sozialversicherung)
6. Keine neuen Bankkonten (Banken verweigern die Neueröffnung von Konten)
7. Staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes des Betruges und der Insolvenzverschleppung (früher: Konkursverschleppung) wird immer, von Amtswegen eingeleitet durch Aktenweiterleitung des Insolvenzrichters bei Einstellung mangels Masse an die zuständige Staatsanwaltschaft.
8. Durchgriffshaftung gegen den GF persönlich (ist zum Regelfall geworden)
9. Postsperre im Insolvenzverfahren (gegen die GmbH und den GF persönlich)
Da Sie mit diesen Problemen als GmbH-GF oder Gesellschafter meist nur einmal im Leben mit einer insolvenzbedrohten GmbH zu tun haben und daher völlig unerfahren im Umgang mit diesen (rein rechtlichen, aber doch strafrechtlichen) Problemen sind, konnten Sie auch keine Erfahrungen mit diesen existenzbedrohenden rechtlichen Folgen machen. Aber wer keine Erfahrungen hat, fällt leicht auf Abzocker herein, zumal diese Typen außerdem noch „ zu Schnäppchenpreisen entsorgen“, wie sie sagen. Und das ist dann auch ein weiterer Anreiz für viele, die in der Not verständlicherweise auch nicht mehr über ausreichendes Kapital verfügen, solche Angebote annehmen. Die Insolvenzordnung (durch die das weit humanere frühere Konkursrecht abgelöst wurde), das GmbH-Gesetz in Deutschland und das (verschärfte) Strafrecht in Deutschland, stellen sehr hohe Anforderungen an Gesellschafter und noch höhere an Geschäftsführer. Was es in keinem anderen Land der Welt gibt ist die Tatsache, dass bei Nichtbeachtung der handelsrechtlichen Vorschriften, dem Geschäftsführer strafrechtliche Konsequenzen drohen, die mit krassen Haftstrafen verbunden sind und in den meisten Fällen eine Durchgriffshaftung auf den Geschäftsführer (§ 64, Abs. 2 GmbHG) nach sich zieht. Der Grund liegt im Schutz der Gläubiger und der Gesellschafter. Das Argument, ich bin ja selbst Gesellschafter, zieht hier nicht, weil es generelle Schutzbestimmungen und generelle Strafbestimmungen sind, die hier Anwendung finden. Jeder Geschäftsführer versucht (insbesondere, wenn er auch noch selbst Gesellschafter ist), alles so lange wie möglich hinauszuzögern, menschlich auch verständlich, rechtlich aber fast Selbstmord. Denn: Die Staatsanwaltschaft tritt z. B. automatisch durch die gesetzlich
vorgeschriebene Übergabe der Akten des Insolvenzrichters in Deutschland in Aktion, wenn ein Insolvenzverfahren mangels Masse eingestellt wurde: Das Schlagwort heisst dann: Insolvenz(antrags) verschleppung! Darauf reiten sie alle herum und packen jeden, der auch nur einen Tag die Frist überschreitet. Ob Sie selbst schon einen Fehler gemacht haben, erfahren Sie ganz leicht, wenn Sie das folgende Kapitel „Insolvenzgründe (rechtlich: Eröffnungsgrund)“ mal ganz bedächtig durchlesen. Das kann man für sich mit einem Verkauf der Gesellschaftsanteile und der Sitzverlegung ins Ausland vermeiden und abwenden, wenn man es mit erfahrenen Experten zu tun hat. Und wenn Ihnen einer von den Amateurjuristen vorgaukelt, man könne keine Firma ins Ausland verlegen, dann lassen Sie sich, bevor Sie diesem Geschwätz glauben schenken, mal Originalunterlagen über die Sitzverlegung einer deutschen GmbH in Ausland oder nach Spanien zeigen.
B. Insolvenzgründe
Nach den gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland der InsO (InsolvenzOrdnung) und dem GmbH-Gesetz von 1896, ist der Geschäftsführer verpflichtet, in folgenden Fällen unverzüglich (heisst: ohne schuldhaftes Zögern = Gummiauslegung, also offenes Scheunentor, sprich: Willkür!) Insolvenzantrag zu stellen bzw. früher in der Normalsprache: Konkurs anzumelden:
B.1. Bei Verlust des Stammkapitals: Wenn das Stammkapital zu mehr als der Hälfte verloren ist. Das ist dann der Fall, wenn in einer (zeitnahen) Bilanz das Stammkapital auf der Passivseite von beispielsweise 25 T€, auf der Aktivseite einen Verlust von mehr als 12,5 T€ ausweist oder auf der Passivseite die Kapitalabwicklung weniger als 12,5 T€ ergibt (§ 63, 2 und § 82 Abs. 2 GmbHG).
Rechtsfolge: Der GF muss binnen drei Wochen (sog. „Dreiwochenfrist“)nach Bekanntwerden (diesen Terminus sollten Sie sich unbedingt ab heute merken!) dieser Tatsache den Insolvenzantrag stellen (MUSS, nicht kann oder sollte), sonst: Insolvenzantragsverschleppung mit der möglichen Folge der Durchgriffshaftung persönlich gegen den Geschäftsführer von den Gläubigern.
B.2. Bei Vorliegen des Eröffnungsgrundes: Der Eröffnungsgrund ist mit der Einführung der InsO und des Gesetzes zur Beschleunigung fälliger Zahlungen vom 1.5.2000 rigoros zu Gunsten des Gläubiger zu einem Lottospiel für den GF geworden. Wir werden das noch näher ausführen.
B.3 Bei Zahlungsunfähigkeit.
Sie liegt vor, wenn die GmbH zahlungsunfähig geworden ist (§ 63, 64 GmbHG, Text an anderer Stelle dieses Konzepts). Das heisst: Der Schuldner (also hier die GmbH) ist zahlungsunfähig (nach § 17 der InsO), wenn der Schuldner nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.
Frühere Fassung: Zahlungsunfähigkeit ist in der Regel anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen auf Dauer eingestellt hat. Aktuelle Fassung: Wenn er seine fälligen Rechnung nicht innerhalb eines Monats beglichen hat (ohne Mahnung, ohne Fristsetzung). Er gerät seit Mai 2000 automatisch in Zahlungsverzug, es ist dann Zahlungsunfähigkeit anzunehmen. Und: Zahlungsunfähigkeit liegt immer vor, wenn der Gerichtsvollzieher fruchtlos pfändet oder Kontenpfändungen ins Leere gehen. Deshalb auch unsere ausführlichen Fragen im Datenblatt „Fragebogen“, Kap. 5 des Konzepts)
B.4 Bei drohender Zahlungsunfähigkeit.
Eine weitere Verschärfung, um schneller alles platt zu machen, liegt im § 18 InsO. „Der Schuldner droht zahlungsunfähig zu werden, wenn er voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, die bestehenden Zahlungspflichten im Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfüllen“ (Gummi-§). Mann muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Voraussichtlich nicht in der Lage sein wird ......
Der praktische Fall: ein Fall, bei dem eine Rechnung, die nach 14 Tagen fällig war, nach 3 Wochen nicht bezahlt wurde. Der durch den Staat geschützte und behütete und wütende Gläubiger hat dabei bei Gericht nach § 14 InsoO den Insolvenzantrag gestellt und das Gericht hat den Insolvenzantrag binnen 3 Tagen bearbeitet. Der Gläubiger hat dabei an den Haaren herbei gezogene „Dringlichkeitsgründe“ (juristisch: Gefahr im Verzuge) angeführt; das Gericht hat das alles natürlich geglaubt. Durch die Schnelligkeit der Verfahrenseröffnung (juristisch: Eilbedürftigkeitsverfahren) konnte der eingesetzte Insolvenzverwalter so richtig an den Speck ran gehen und zuerst mal sein fettes Honorar auf den beschlagnahmten Bankkonten sicherstellen und auf sein Konto überweisen. Dann wurde alles schnell „platt gemacht“, neue Fälle sind ja genügend und schnell greifbar mit einer solchen („fortschrittlichen“) Rechtsordnung für die hungrigen drittklassigen Juristen, die Insolvenzverwalter, die legalisierten „Plattmacher der Nation“. Und noch ein wenig Praxis: Um die Luft und den Druck aus der Sache zu nehmen, konnte man früher gegen einen Mahnbescheid (Zahlungsbefehl) erst mal Widerspruch einlegen, um Zeit zu gewinnen. Heute ist das für den Gläubiger viel einfacher, schnell zu seinem Geld zu kommen, die fatalen Folgen interessieren ja nicht mehr im Geschäftsleben nach „Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrsitten“. Er wendet dabei eine gewisse „Erpressung“ an, aber alles schön legal: Er stellt bei einer über 30 Tage alten Forderung einfach Insolvenzantrag gegen den Schuldner. Folge: Der GF der GmbH als Verantwortlicher der Schuldnerin wird vom Insolvenzgericht aufgefordert, binnen 2 Wochen die Vermögensverhältnisse der Gesellschaft offen zu legen. Die Formulare unterscheiden sich inhaltlich in NICHTS von den Formularen der eidesstattlichen Versicherung. Die Aufforderung ist direkt damit verbunden, dass der GF im Verweigerungsfalle mit einem Haftbefehl zu rechnen hat. Der GF hat also nur die Möglichkeit, sofort zu zahlen oder Sicherheit zu leisten, um die Sache vom Tisch zu bekommen (oder die Gesellschafter verkaufen die GmbH-Anteile). Folge: So schnell kommt in der ganzen Welt mit staatlicher Hilfe kein Gläubiger an sein Geld. Ob man nun Sicherheit leistet oder sofort bezahlt: Die Offenbarung des GF über die Gesellschaft hat er trotzdem zu leisten. Und noch ein Hammer: Wenn Sie - egal bei wem und egal seit wann - Zahlungsrückstände haben, kann jeder Gläubiger bei der zuständigen Aufsichtsbehörde (Regierungspräsident, Kreisverwaltung u.a.) einen Antrag auf Einleitung eines Gewerbeuntersagungsverfahrens (wegen Unzuverlässigkeit im Geschäftsverkehr) nach § 25 der Gewerbeordnung beantragen. Die Neufassung (§ 35 der GewerbeOrdnung = GewO) wurde am 22.02.99 im Bundesgesetzblatt auf Seite 202 ff veröffentlicht. Danach wird Ihnen das Betreiben Ihres jetzigen und auch die Betreibung zukünftiger Gewerbe durch Verwaltungsakt (Regierungspräsident) unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis 500.000 € für jeden Fall der Zuwiderhandlung verboten, wenn Sie also einfach ein Gewerbe neu beginnen. Und davon wird in den letzten Monaten (2004) ebenfalls rigoros Gebrauch gemacht. Das ist dann das totale AUS für jeden, der in einer solchen Sache steckt! Auch wegen dieses Rechtsdiktats ist eine Klage am Europäischen Gerichtshof anhängig: Verstoß gegen die Menschenwürde. Früher hatten wir hier ein ausführliches, mehrseitiges Kapitel über die (freiwillige) Liquidation stehen. Wir haben das ersatzlos gestrichen, weil es zu solchen für den Schuldner (und auch für die Gläubiger) vorteilhaften Massnahmen in Deutschland gar nicht mehr kommen kann.
Liegt einer der Eröffnungsgründe vor, ist der Geschäftsführer verpflichtet, innen einer Frist von drei Wochen (§ 64 GmbHG) nach Kenntnis einer der vorgenannten Gründe, Antrag auf Insolvenz zu stellen. Unterlässt der Geschäftsführer dies oder hält er die Frist nicht ein, droht ihm Schadensersatz (mit Durchgriffshaftung = man geht an sein Privatvermögen nach § 64 Abs. 2 Satz 1 GmbHG) und die strafrechtliche Verfolgung durch die Staatsanwaltschaft (wegen Insolvenzverschleppung). Lesen Sie das bitte nochmals durch! Mit der Insolvenzordnung ist das alles erheblich verschärft worden (siehe vorstehende Ausführungen). Die Insolvenzordnung, die zwar nicht das GmbH-Gesetz ersetzt, sondern ergänzt, setzt noch einen drauf (§§ 17,18,19 InsO). § 283 Strafgesetzbuch
Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer bei Überschuldung oder bei drohender oder eingetretener Zahlungsunfähigkeit 1. Bestandteile seines Vermögens, die im Falle der Eröffnung des Insolvenzverfahrens zur Insolvenzmasse gehören, beiseite schafft oder verheimlicht oder in einer den Anforderungen einer ordnungsgemäßen Wirtschaft widersprechenden Weise zerstört, beschädigt oder unbrauchbar macht,
4. Rechte anderer vortäuscht oder erdichtete Rechte anerkennt, 5. Handelsbücher, zu deren Führung er gesetzlich verpflichtet ist, zu führen
unterlässt oder so führt oder verändert, dass die Übersicht über seinen Vermögensstand erschwert wird, 6. Handelsbücher oder sonstige Unterlagen, zu deren Aufbewahrung ein Kaufmann nach Handelsrecht verpflichtet ist, vor Ablauf der für Buchführungspflichtige bestehenden Aufbewahrungsfristen beiseite schafft, verheimlicht, zerstört oder beschädigt und dadurch die Übersicht über seinen Vermögensstand erschwert, 7. entgegen dem Handelsrecht a) Bilanzen so aufstellt, dass die Übersicht über seinen Vermögensstand erschwert wird, oder b) es unterläßt, die Bilanz seines Vermögens oder das Inventar in der vorgeschriebenen Zeit aufzustellen, oder
Die GmbH als Schuldnerin ist nach § 17 und § 18 der Insolvenzordnung zahlungsunfähig, wenn sie nicht in der Lage ist, ihre fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Gerade bei Nichtbegleichung kleinerer Beträge kann regelmäßig auf besondere Liquiditätsprobleme geschlossen werden. Nach der alten Konkursordnung gilt die dauerhafte Zahlungsunfähigkeit nicht mehr (was fast jeder deutsche Geschäftsführer noch immer annimmt), jetzt genügt es nach der Insolvenz-Ordnung, wenn Rechnungen nicht termingemäss bezahlt wurden (§ 17.2). Auszug aus der Insolvenzordnung vom 5. Oktober 1994 (BGBl. I S. 2866) in der Fassung vom 25.08.1998 (BGBl. I S. 2489), geändert am 19.12.1998 (BGBl. 3839), zuletzt geändert am 08.12.1999 (BGBl. I 2384).
(2) Der Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen.
Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen vom 1.5.2000
Das Insolvenzgericht hat alle Maßnahmen zu treffen, die erforderlich erscheinen, um bis zur Entscheidung über den Antrag eine den Gläubigern nachteilige Veränderung in der Vermögenslage des Schuldners zu verhüten. Direkte, gerichtlich angeordnete Beschlagnahme aller Unterlagen, Beschlagnahme von Bankkonten und Kassenbeständen sowie Beschlagnahme aller offenen Forderungen mit Hausdurchsuchung (auch durch den vorläufig bestellten Insolvenzverwalter, fast ausschließlich ein drittklassiger Rechtsanwalt, der sonst nichts zu tun hat) ist gängige Praxis in Deutschland geworden.
Schnellübersicht: Gründe, wann der GF Insolvenzantrag stellen muss:
1. des Absatzes 1 die Überschuldung oder die drohende oder eingetretene
Zahlungsunfähigkeit fahrlässig nicht kennt oder
2. des Absatzes 2 die Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit leichtfertig
1. des Absatzes 1 Nr. 2, 5 oder 7 fahrlässig handelt und die Überschuldung
oder die drohende oder eingetretene Zahlungsunfähigkeit wenigstens fahrlässig nicht kennt oder
(6) Die Tat ist nur dann strafbar, wenn der Täter seine Zahlungen eingestellt hat oder über sein Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet oder der Eröffnungsantrag mangels Masse abgewiesen worden ist. Zitieren
wbb.thread.post.button.translate	UlrichMünch
Ja das mit der GmbH und den Folgen für den Geschäftsführer klingt dramatisch. Wo kann man sich den Kompetent beraten lassen, wie man sich aus der Affäre zieht? Wo kann man sich seriös beraten lassen, wie man vorgehT Zitieren
wbb.thread.post.button.translate	RA Carl Franken
17.06.2005, 09:02
Eine gelungene Zusammenfassung der Rechtslage. Nur am Rande deshalb: Der Verlust der Hälfte des Stammkapitals löst noch keine Insolvenzantragspflicht aus. Der Geschäftsführer hat allerdings den Gesellschaftern den Verlust anzuzeigen, § 84 I Nr. 1 GmbHG.
Tut er dies nicht, macht er sich strafbar. Zitieren
was an diesen Zusammenfassung gelungen sein soll möge man mir bitte erklären. Nur mal einige Punkte herausgefischt:
Zitat von »"ABRAKADABRAR"«	. Bei Verlust des Stammkapitals: Wenn das Stammkapital zu mehr als der Hälfte verloren ist. Das ist dann der Fall, wenn in einer (zeitnahen) Bilanz das Stammkapital auf der Passivseite von beispielsweise 25 T€, auf der Aktivseite einen Verlust von mehr als 12,5 T€ ausweist oder auf der Passivseite die Kapitalabwicklung weniger als 12,5 T€ ergibt (§ 63, 2 und § 82 Abs. 2 GmbHG).
Rechtsfolge: Der GF muss binnen drei Wochen (sog. „Dreiwochenfrist“)nach Bekanntwerden (diesen Terminus sollten Sie sich unbedingt ab heute merken!) dieser Tatsache den Insolvenzantrag stellen (MUSS, nicht kann oder sollte), sonst: Insolvenzantragsverschleppung mit der möglichen Folge der Durchgriffshaftung persönlich gegen den Geschäftsführer von den Gläubigern. Blödsinn.
Zitat von »"ABRAKADABRAR"«	B.3 Bei Zahlungsunfähigkeit.
Sie liegt vor, wenn die GmbH zahlungsunfähig geworden ist (§ 63, 64 GmbHG, Text an anderer Stelle dieses Konzepts). Das heisst: Der Schuldner (also hier die GmbH) ist zahlungsunfähig (nach § 17 der InsO), wenn der Schuldner nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.	Dieser Abschnitt kann man auf den unterschiedlichsten Internetseiten immer wieder lesen und immer ist der gleiche Fehler drin: § 63 GmbH-Gesetz ist schon ewig aufgehoben.
Zitat von »"ABRAKADABRAR"«	B.4 Bei drohender Zahlungsunfähigkeit.
Eine weitere Verschärfung, um schneller alles platt zu machen, liegt im § 18 InsO. „Der Schuldner droht zahlungsunfähig zu werden, wenn er voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, die bestehenden Zahlungspflichten im Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfüllen“ (Gummi-§). Mann muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Voraussichtlich nicht in der Lage sein wird ......	Eine drohende Zahlungsunfähigkeit ist kein "muss" um Insolvenz anzumelden, sondern ein "kann". Dies ist eingeführt worden, um den Schuldner zu ermöglichen, frühzeitig eine Sanierung zu erreichen.
Zitat von »"ABRAKADABRAR"«	Der praktische Fall: ein Fall, bei dem eine Rechnung, die nach 14 Tagen fällig war, nach 3 Wochen nicht bezahlt wurde. Der durch den Staat geschützte und behütete und wütende Gläubiger hat dabei bei Gericht nach § 14 InsoO den Insolvenzantrag gestellt und das Gericht hat den Insolvenzantrag binnen 3 Tagen bearbeitet. Der Gläubiger hat dabei an den Haaren herbei gezogene „Dringlichkeitsgründe“ (juristisch: Gefahr im Verzuge) angeführt; das Gericht hat das alles natürlich geglaubt. Durch die Schnelligkeit der Verfahrenseröffnung (juristisch: Eilbedürftigkeitsverfahren) konnte der eingesetzte Insolvenzverwalter so richtig an den Speck ran gehen und zuerst mal sein fettes Honorar auf den beschlagnahmten Bankkonten sicherstellen und auf sein Konto überweisen. Dann wurde alles schnell „platt gemacht“, neue Fälle sind ja genügend und schnell greifbar mit einer solchen („fortschrittlichen“) Rechtsordnung für die hungrigen drittklassigen Juristen, die Insolvenzverwalter, die legalisierten „Plattmacher der Nation“. So einen Schwachsinn habe ich lange nicht mehr gelesen. Für diesen Vorgang möchte ich doch mal Belege sehen !!
Zitat von »"ABRAKADABRAR"«	Und noch ein wenig Praxis: Um die Luft und den Druck aus der Sache zu nehmen, konnte man früher gegen einen Mahnbescheid (Zahlungsbefehl) erst mal Widerspruch einlegen, um Zeit zu gewinnen.	Das ging nicht nur früher, heute ist das immer noch möglich.
Zitat von »"ABRAKADABRAR"«	Er stellt bei einer über 30 Tage alten Forderung einfach Insolvenzantrag gegen den Schuldner. Folge: Der GF der GmbH als Verantwortlicher der Schuldnerin wird vom Insolvenzgericht aufgefordert, binnen 2 Wochen die Vermögensverhältnisse der Gesellschaft offen zu legen. Schon überhaupt mal § 14 InsO gelesen ? Zitat von »"ABRAKADABRAR"«	Unterlagen, Beschlagnahme von Bankkonten und Kassenbeständen sowie Beschlagnahme aller offenen Forderungen mit Hausdurchsuchung (auch durch den vorläufig bestellten Insolvenzverwalter, fast ausschließlich ein drittklassiger Rechtsanwalt, der sonst nichts zu tun hat) ist gängige Praxis in Deutschland geworden.	Gängige Praxis ? Behauptung, die durch nichts bewiesen ist.
Zitat von »"ABRAKADABRAR"«	Dem § 284 BGB wird folgender Absatz 3 angefügt:	Haben wir mehr als ein BGB in Deutschland ? "Mein" §284 BGB hat nur einen Absatz. Hm, aber dejure.org weiß bestimmt näheres : http://dejure.org/gesetze/BGB/284.html. Huch, die haben auch nur einen Absatz?!?
Fazit: Reine Panikmache! Na, wer versucht denn da wieder einen Blödsinn zu verkaufen ?
Von einer gelungenen Zusammenfassung so weit entfernt, wie ich vom Mond.
Bleibt bei einer Gewerbeuntersgagung nach GewO §35 oder durch Insolvenzverschleppung nicht generell die Möglichkeit mit einer engl. Limited wieder unternehmerisch hier in Deutschland durchzustarten? Zitieren
17.06.2005, 12:52
Zitat von »"RA Carl Franken"«	Eine gelungene Zusammenfassung der Rechtslage.	Zitat von »"ThoFa"«	Hallo,
was an diesen Zusammenfassung gelungen sein soll möge man mir bitte erklären. Gelungen, oder nicht gelungen das ist doch nicht entscheidend.
- ein User fühlt sich berufen, oder möchte sich mitteilen, etc
- stellt etwas zur Diskussion / bzw. schreibt einiges ins Forum
- die Teilnehmer diskutieren darüber
- es gibt immer pro und contra
und zum Schluss kommt für alle etwas heraus,
Infos - die man kaum in dieser Art woanders bekommen kann.
Auch aus diesem Grund ist das Posting von "@ Abrakadabrar" ein Teil dessen was das Forum ausmacht.
P.S. besonders gut finde ich, das es vollkommen ohne Bezug zu einem Anbieter, Firma oder Unternehmen ist. Zitieren
Nun, ich muß mein Urteil ein wenig relativieren, nachdem ich die kritischen Bemerkungen von ThoFa gelesen habe. Er hat in den meisten Punkten recht.
Insbesondere der Link zu der Beratungsfirma macht deutlich, dass da kräftig abgekupfert wurde. Diese Firma will ja offenbar die Firmenbestattung besonders gut machen und lästert über die angeblichen Deppen in ihrer Branche. Weniger verwerflich handelt sie ja dann wohl nicht.
Als Diskussionsanregung ist der Beitrag jedoch gut. Zitieren
Einige Zeit ist vergangen, in der so interessanten Diskussion wurde nicht weiter geschrieben.
Viel hat sich verändert in der Zeit, sogenannte Firmenbestatter wurden aus dem Verkehr gezogen, die Geschäftsführer von Unternehmen in Not mussten schmerzlich lernen, das diese Firmenbestattung Konsequenzen hat.
Ihre GmbH, Ihr Unternehmen ist in einer Notlage? Sie benötigen Hilfe?
Auch wenn es nicht mehr möglich ist, die Insolvenz abzuwehren, so ist eine Betriebsfortführung oder ein Neustart möglich. Keine Sorge, es gibt Möglichkeiten die sauber sind, manchmal hart an der Grenze, aber legal. Nicht so, wie Sie es aus den Berichten über die Firmenbestatter auch auf diesem Forum lesen. Firmenbestattung über die "spanische Lösung" bringt Ihnen nicht das was Sie sich wünschen.
Die sofortige Entlastung des Geschäftsführers innerhalb von 24 ist möglich. Die Geschäftsübernahme innerhalb dieser Zeit ebenfalls.
(Sie können diese E-Mail Adresse erst sehen, wenn Sie mindestens Premium-User sind.) aufnehmen, per PN hier im Forum, oder Sie schreiben kurz eine Antwort direkt im Forum. Bitte keine Angaben zu Ihrer Person oder zu Ihrem Unternehmen im Beitrag. Auch keine Telefonnummer.
Schreiben Sie zum Beispiel. Mein Unternehmen, im Bereich Sanitär benötigt Hilfe. Schreiben Sie eine Mailadresse dazu, wenn Sie den Kontakt per Mail herstellen möchten. Wir melden uns dann bei Ihnen, keine Sorge.
Denken Sie daran, wenn es kriselt haben Sie nur 21 Tage Zeit, um etwas zu unternehmen.
Handeln Sie nach den neuen gesetzlichen Möglichkeiten.
Sie werden überrascht sein, was alles möglich ist. Zitieren
Also, lieber Herr Leimer,
so wie Sie das hier schreiben, weiß ich nicht, ob wir hier über "Firmenbestattung" der neuen Art sprechen.
Fakt ist, dass eine wirksame Entlastung eines Geschäftsführers innerhalb von 24 Stunden nicht möglich ist, es sei denn, Sie schaffen ihn außer Landes, und zwar dorthin, wo kein Rechtshilfeabkommen und/oder Auslieferungsvereinbarung besteht.
Fakt ist, dass ein Geschäftsführer für seine Taten grundsätzlich immer haftet, egal ob die Gesellschafter ihm Absolution erteilen oder er als GF abelöst wird.
Ein ehrlicher Berater wird sicherlich versuchen, möglich strafrechtliche Gegebenheiten zu erkennen und diese, soweit legal möglich, zu entschärfen, die Haftung für begangene und entdeckte Straftaten ist aber irreversibel hier könnte lediglich die Straffolge gemildert werden!
Was sich dagegen geändert hat, ist der Umgang mit dem neuen Insolvenzrecht. Da Insolvenzverwalter nachwievor lieber ein Unternehmen zerschlagen, eröffnet eine professionale Beratung im Zuge einer Insolvenz, den Unternehmer den Insolvenzverwalter dazu zu zwingen, das Unternehmen im Zuge eines Insolvenzplanverfahren zu sanieren.
Wenn hier ein Berater auf diesem Instrument spielen kann, erweist sich die InsO als gar nicht mal so schlechtes Sanierungsinstrument. In diese Richtung sollte eine ehrliche Beratung marschieren, also Ursachenbeseitigung statt Symptomkosmetik!

References: § 82
 § 17
 § 18
 § 14
 § 25
 § 64
 § 283
 § 17
 § 18
 § 84
 § 82
 § 17
 § 63
 § 18
 § 14
 § 14
 § 284
 §284
 §35