Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%202017,%20646
Timestamp: 2020-02-22 15:22:36+00:00

Document:
BFH, 02.03.2017 - II B 33/16 - dejure.org
https://dejure.org/2017,9257
BFH, 02.03.2017 - II B 33/16 (https://dejure.org/2017,9257)
BFH, Entscheidung vom 02.03.2017 - II B 33/16 (https://dejure.org/2017,9257)
BFH, Entscheidung vom 02. März 2017 - II B 33/16 (https://dejure.org/2017,9257)
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§ 240 Abs. 1 Satz 4 der Abgabenordnung (AO), § ... 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung, § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO, § 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO, § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO, § 115 Abs. 2 FGO, § 74 FGO, § 227 AO, § 240 Abs. 1 AO, § 240 Abs. 1 Satz 1 AO, § 240 Abs. 1 Satz 4 AO, Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes, § 13 Abs. 1 des Grundsteuergesetzes, § 171 Abs. 10, § 180 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § 182 AO, § 361 AO, § 69 FGO, § 32 Abs. 1 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht, Art. 106 Abs. 6 GG, §§ 33, 34 GrStG, § 115 Abs. 2 Nr. 1 und 2 FGO, § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO, § 240 AO, § 135 Abs. 2 FGO
§ 69 FGO, § 74 FGO, § 116 Abs 3 S 3 FGO, § 227 AO, § 240 Abs 1 AO
GG Art. 3 Abs. 1; AO §§ 227, 240 Abs. 1, § 361; FGO § 74
Kein Erlass von Säumniszuschlägen zur Grundsteuer trotz anhängigen Verfahrens wegen möglicher Verfassungswidrigkeit der Einheitsbewertung
Säumniszuschlag entsteht allein durch Zeitablauf!
Der Streit um die Verfassungswidrigkeit der Einheitsbewertung - und die Säumniszuschläge zur Grundsteuer
Kein Erlass von Säumniszuschlügen zur Grundsteuer wegen möglicher Verfassungswidrigkeit der Einheitsbewertung
Säumniszuschläge bei möglicher Verfassungswidrigkeit
Aussetzung der Vollziehung wegen Erlass von Säumniszuschlägen zur Grundsteuer
FG Berlin-Brandenburg, 16.03.2016 - 3 K 3271/15
BFHE 257, 27
BStBl II 2017, 646
Zu diesen Ansprüchen gehören auch Ansprüche auf steuerliche Nebenleistungen einschließlich der nach § 240 Abs. 1 AO entstehenden Säumniszuschläge (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 10. März 2016 III R 2/15, BFHE 253, 12, BStBl II 2016, 508, Rz 27; BFH-Beschluss vom 2. März 2017 II B 33/16, BFHE 257, 27, BStBl II 2017, 646, Rz 14).
Gemäß § 240 Abs. 1 Satz 1 AO sind Säumniszuschläge zu entrichten, falls eine Steuer nicht bis zum Ablauf des Fälligkeitstages gezahlt wird, ohne dass es auf ein Verschulden des Steuerpflichtigen ankommt (BFH-Beschluss in BFHE 257, 27, BStBl II 2017, 646, Rz 32, m.w.N.).
Säumniszuschläge sind allerdings nicht verwirkt, soweit die Vollziehung des Steuerbescheids ausgesetzt ist (BFH-Urteil in BFHE 253, 12, BStBl II 2016, 508, Rz 30; BFH-Beschluss in BFHE 257, 27, BStBl II 2017, 646, Rz 15).
Allerdings sind Säumniszuschläge wegen sachlicher Unbilligkeit zu erlassen, wenn die Steuerfestsetzung später aufgehoben wird und der Steuerpflichtige alles getan hat, um die AdV des Steuerbescheids zu erreichen, das FA oder das FG aber die Aussetzung "obwohl möglich und geboten" abgelehnt hat (vgl. BFH-Urteile vom 29. August 1991 V R 78/86, BFHE 165, 178, BStBl II 1991, 906; in BFHE 229, 83, BStBl II 2010, 955, Rz 22; in BFHE 245, 105, BStBl II 2015, 106, Rz 12; in BFHE 253, 12, BStBl II 2016, 508, Rz 31;… BFH-Beschlüsse vom 18. Juli 2001 X B 161/00, BFH/NV 2002, 7, unter 1.a, Rz 4; in BFHE 257, 27, BStBl II 2017, 646, Rz 16).
Dies kann bereits deshalb nicht gelten, da Säumniszuschläge ein Druckmittel eigener Art sind (vgl. nur BFH-Beschluss vom 2. März 2017 II B 33/16, BFHE 257, 27, BStBl II 2017, 646, Rz 32, m.w.N.), die nach § 240 Abs. 1 Satz 4 AO unberührt bleiben, wenn die Festsetzung der Hauptforderung aufgehoben oder geändert wird.
Bei ernstlichen Bedenken gegen die Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes setzt die AdV bzw. Aufhebung der Vollziehung nach § 69 Abs. 3 Satz 3 und Satz 1 Halbsatz 2 i.V.m. § 69 Abs. 2 Satz 2 FGO wegen des Geltungsanspruchs jedes formell verfassungsgemäß zustande gekommenen Gesetzes zusätzlich voraus, dass ein besonderes berechtigtes Interesse des Antragstellers an der Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes besteht, dem der Vorrang gegenüber dem öffentlichen Interesse am Vollzug des Gesetzes zukommt (vgl. BFH-Beschluss vom 2. März 2017 II B 33/16, BFHE 257, 27, BStBl II 2017, 646, Rz 22, m.w.N.).
Dem bis zu einer gegenteiligen Entscheidung des BVerfG bestehenden Geltungsanspruch jedes formell verfassungsmäßig zustande gekommenen Gesetzes ist der Vorrang einzuräumen, wenn die Aussetzung bzw. Aufhebung der Vollziehung eines Steuerbescheids im Ergebnis zur vorläufigen Nichtanwendung eines ganzen Gesetzes führen würde, die Bedeutung und die Schwere des durch die Vollziehung des angefochtenen Bescheids im Einzelfall eintretenden Eingriffs beim Steuerpflichtigen als eher gering einzustufen sind und der Eingriff keine dauerhaften nachteiligen Wirkungen hat (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 257, 27, BStBl II 2017, 646, Rz 23, m.w.N.).

References: § 240
 § 115
 § 115
 § 116
 § 115
 § 74
 § 227
 § 240
 § 240
 § 240
 Art. 3
 § 13
 § 171
 § 180
 § 182
 § 361
 § 69
 § 32
 Art. 106
 § 115
 § 115
 § 240
 § 135

§ 69
 § 74
 § 116
 § 227
 § 240
 Art. 3
 § 361
 § 74
 § 240
 § 240
 § 240
 § 69
 § 69