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Prof. Dr. Hermann Reichold Belegschaftsvertretungen im Spannungsfeld divergierender Arbeitnehmerinteressen 26. Passauer Arbeitsrechtssymposion Vielfalt.
Veröffentlicht von:Wilhelmina Lambert
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Prof. Dr. Hermann Reichold Belegschaftsvertretungen im Spannungsfeld divergierender Arbeitnehmerinteressen 26. Passauer Arbeitsrechtssymposion Vielfalt in der Einheit am 21. und 22. Juni 2012 Freitag, 22.06.2012 – 14:30 Uhr
2 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold Inhalt 1.Einführung und Problemstellung 2.Sozialwissenschaftliche / Ökonomische Analyse zur Clearing- Funktion des Betriebsrats 3.Juristische Analyse der Betriebsratsfunktion 4.Interessen-Clearing auf wessen Kosten? 5.Fazit
3 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold 1.Einführung und Problemstellung Der Betriebsrat als Grenzinstitution: Interessenvertretung zwischen Sozial- und Management-Partnerschaft Management Belegschaft Betriebsrat Gewerkschaft Unternehmen
4 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold 2.Sozialwissenschaftliche / Ökonomische Analyse zur Clearing- Funktion des Betriebsrats a)Prekäre Repräsentation: Einheitlicher Repräsentant der Belegschaft, aber keine Einheitlichkeit der Belegschaft Individualisierung und Subjektivierung der Arbeit Repräsentationsproblem
5 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold 2.Sozialwissenschaftliche / Ökonomische Analyse zur Clearing- Funktion des Betriebsrats b)Effiziente Vertragsgestaltung: Ergänzung offener Arbeitsverträge durch multilaterale Vereinbarungen zu betrieblich-kollektiven Themen Beitrag zur Stärkung einer informellen Kultur der Beteiligung aber: Abhängigkeit von Fairness des Managements und vom Rückhalt in der repräsentierten Belegschaft
6 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold 2.Sozialwissenschaftliche / Ökonomische Analyse zur Clearing- Funktion des Betriebsrats moral hazard – Problem! Betriebsrat 3 3 KooperationDefektion Kooperation Arbeitgeber Defektion 4 1 1 4 2 3 Kooperationsgewinne als maximaler Nutzen
c)Grenzgänge des Betriebsrats Beziehungskonflikte zwischen partizipativem Management und Gewerkschaftssteuerung Wettbewerb um die Gunst der Mitarbeiter – Rückhalt als Grundlage erfolgreicher Repräsentation 2.Sozialwissenschaftliche / Ökonomische Analyse zur Clearing- Funktion des Betriebsrats 7 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold
d)Betriebsräte als paradoxe Führungskräfte Effiziente Gestaltungsmacht einerseits Mehrseitige Abhängigkeit andererseits 2.Sozialwissenschaftliche / Ökonomische Analyse zur Clearing- Funktion des Betriebsrats 8 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold Belegschaft ManagementBetriebsrat Unternehmen
9 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold 3.Juristische Analyse der Betriebsratsfunktion a)Gesetzesvorgaben §§ 2, 74, 75, 80 BetrVG Vertrauensvolle Zusammenarbeit, Friedenspflicht, Verfassungsorgan – political correctness! § 3 BetrVG BR auch von oben? (Bsp. SAP) – Effizienzgedanke! § 5 III/IV BetrVG Herausnahme nur der richtig Leitenden
10 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold 3.Juristische Analyse der Betriebsratsfunktion a)Gesetzesvorgaben § 7 S. 2 BetrVG Leiharbeitnehmer wählen, ohne zu zählen §§ 15, 27 ff., insb. 28a BetrVG Repräsentative BR-Zusammensetzung, gender-and diversity- correctness, Arbeitseffizienz durch Ausschüsse, Übertragung von Befugnissen auf Arbeitsgruppen (?)
11 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold 3.Juristische Analyse der Betriebsratsfunktion b)Lehre Kein imperatives Mandat Keine rechtsgeschäftliche Vertretung der Arbeitnehmer Nur partielle Vermögensfähigkeit (§§ 40, 41 BetrVG) Ultra vires-Doktrin / sehr beschränkte Haftung Ausgleichsfunktion im Bereich des § 87 I BetrVG Einlassfunktion im Bereich des § 99 BetrVG Verwalterfunktion im Bereich der §§ 111, 112 BetrVG
12 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold 3.Juristische Analyse der Betriebsratsfunktion c)Aktuelle Rechtsprechung BR darf politischer werden (kein Unterlassungsanspruch auf Grundlage von § 74 II 3 BetrVG) BR darf gesamte Vergütungsordnung mitbestimmen, soweit keine Tarifbindung vorliegt Kein echter Akteur im Arbeitskampf Leiharbeitnehmer zählen doch für Schwellenwert in § 111 BetrVG
13 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold 4.Interessen-Clearing auf wessen Kosten? a)These: Betriebsrat ist nur für Verlierer da; die Starken bedienen sich der Privatautonomie ManagementBetriebsrat Gewerkschaft Unternehmen Beleg (stark) schaft (schwach) Belegschaft Beleg (stark) schaft (schwach)
14 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold 4.Interessen-Clearing auf wessen Kosten? b)BAG-Rechtsprechung macht Betriebsräte zur Ersatz- Gewerkschaft, fördert damit aber Rückkehr zur Tarifbindung c)BAG-Rechtsprechung stärkt Drohkulisse der gesetzförmigen Verfahrensweisen (§ 99 BetrVG, Einigungsstelle) und begünstigt damit eine Kultur informeller Partnerschaft und gegenseitiger Geschäfte ohne Sachzusammenhang
15 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold 5.Fazit Betriebsrat – weder Robin Hood noch Sancho Pansa.
16 | Prof. Dr. Hermann Reichold© 2012 Universität Tübingen Prof. Dr. Hermann Reichold Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Kontakt: Prof. Dr. Hermann Reichold Juristische Fakultät Geschwister-Scholl-Platz, 72074 Tübingen Telefon: +49 7071 29-78149 Telefax: +49 7071 29-5068 reichold@jura.uni-tuebingen.de
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References: § 3
 § 5
 § 7
 § 87
 § 99
 § 74
 § 111