Source: https://findok.bmf.gv.at/findok?stammNr=38481
Timestamp: 2017-09-26 12:58:19+00:00

Document:
Der Unabhängige Finanzsenat hat über die Berufung der Bw., vertreten durch Mag. Dr. S., vom 20. Oktober 2004 gegen den Bescheid des Finanzamtes vom 20. September 2004 betreffend Einkommensteuer (Arbeitnehmerveranlagung) 2003 entschieden:
Die Berufungswerberin (Bw.) ist Lehrerin an einem Gymnasium, wo sie die Lehrfächer Deutsch und Italienisch unterrichtet. In der Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung 2003 machte sie unter anderem Aufwendungen in Höhe von 1.500,00 € für Fortbildung sowie Reiseaufwendungen in Höhe von 469,92 € als Werbungskosten geltend.
Mit Schreiben vom 30. August 2004 ersuchte das Finanzamt die Bw., die beantragten Aufwendungen belegmäßig nachzuweisen sowie eine komplette Aufstellung der Aufwendungen vorzulegen. Eventuelle Ersätze und Zuschüsse seien abzuziehen.
Daraufhin gab die Bw. bekannt, dass die Reisekosten im Zusammenhang mit der Ausbildung an der "Akademie für pädagogische Kinesiologie" in Sf stehen. Sie habe die Strecke H - Sf vier Mal zurückgelegt, wobei die Gesamtkilometeranzahl 1.320 betrage. Bei einem Kilometersatz von 0,356 € ergäbe sich der Betrag iHv. 469,92 €.
Zusätzlich machte die Bw. Kopierkosten iHv. 15,94 € als Werbungskosten geltend.
Einem Aktenvermerk über eine weitere Mitteilung der Bw. ist zu entnehmen, dass diese die Strecke H - Sf nicht vier Mal, sondern sechs Mal gefahren sei. Es ergäbe sich somit eine einfache Strecke im Ausmaß von 220 Kilometern.
Die Bw. legte weiters einen Zahlschein über den an die Fa. S GmbH (SC) bezahlten Rechnungsbetrag in Höhe von 1.500,00 € sowie ein Schreiben der Firma SC vom 19. September 2003 vor, aus welchem hervorgeht, dass der erste Jahrgang der Akademie für Kinesiologie am 24. Oktober 2003 starten werde. Dieser in Europa einzigartiger Lehrgang werde von dem Begründer der LEAP-Methode Charles Krebs gemeinsam mit AH selbst geleitet. Er werde ca. 15 Tage in Sf unterrichten und auch die Überprüfung des Lernerfolges vornehmen. Im Preis von 1.500,00 € inkl. Mehrwertsteuer seien Skripten, Prüfungsgebühren und die obligatorische Zusatzausbildung: "Neurobiologische Grundlagen, Lernen, Denken, Gedächtnis" an der Uni Salzburg inkludiert.
Weiters legte die Bw.
- ein Anmeldungsformular für den von der Fa. SC angebotenen Lehrgang der "Akademie für Pädagogische Kinesiologie" im Zeitraum Wintersemester 2003 bis Sommersemester 2005 mit der Kursdauer von vier Semestern und der Kursgebühr von 1.500,00 € pro Semester,
- eine Rechnung betreffend Übernachtung und Frühstück in der Zeit vom 24. bis 26. Oktober 2003 in Höhe von insgesamt 28,00 €,
- eine Rechnung über zwei Nächtigungen in der Zeit von 6. bis 8. Dezember 2003 in Höhe von insgesamt 28,00 €, sowie
- eine Beschreibung der Methode der Kinesiologie mit folgendem Inhalt vor:
"Kinesiologie - griech.: ,Lehre von der Bewegung'
Lag das Hauptaugenmerk ursprünglich auf dem Körper und seinen Bewegungen, so arbeitet die Kinesiologie heute als ganzheitliche Methode: Körper, Geist und Emotionen tragen zur energetischen Ausgewogenheit bei und beeinflussen einander.
Nach jahrelanger gewissenhafter Forschung entwickelte der amerikanische Arzt Dr. George Goodheart in den 60er Jahren die Grundlage der Kinesiologie. Er fügte Wissen aus der traditionellen chinesischen Medizin, Ernährungslehre, Chiropraktik und moderner westlicher Medizin zu einem Ganzen zusammen und gab es vorerst nur an Mediziner weiter. Begeistert von der Effizienz und Einfachheit der Methode, entwickelte sein Schüler Dr. John F. Thie daraus "Touch for Health", das er erstmals Nicht-Medizinern widmete.
Dieser gibt als Biofeedback-Instrument Auskunft über den Energiefluss im Körper. Energie-Blockaden, die stets aus Stress-Situationen entstehen und unsere Kreativität und freie Entscheidungsfähigkeit einschränken, können aufgespürt werden. Außerdem lässt sich mit dem Muskeltest die für jedes Individuum am besten geeignete Korrekturmöglichkeit zur Wiedererlangung der energetischen Ausgewogenheit finden.
Einfach und klar in der Anwendung, zuverlässig in der Wirkung und absolut schmerzfrei bietet die Kinesiologie Hilfe für jedermann - gleich welchen Alters."
Mit Einkommensteuerbescheid 2003 anerkannte das Finanzamt die beantragten Werbungskosten nur zum Teil. Als Begründung führte es an:
"Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen (§ 16 EStG 1988). Zwischen dem als Werbungskosten bezeichneten Aufwand und den Einnahmen, zu deren Erzielung der Aufwand notwendig ist, muss ein ursächlicher Zusammenhang bestehen. Aufwendungen, die mit den Einnahmen nur in einem mittelbaren Zusammenhang stehen, sind nach der ständigen Rechtssprechung des Verwaltungsgerichtshofes keine Werbungskosten. Da es sich bei dem von Ihnen besuchten Lehrgang (Kinesiologie) um keine berufsspezifische Fortbildung handelt, konnten die beantragten Aufwendungen nicht berücksichtigt werden."
Dagegen erhob die Bw. mit Schreiben vom 20. Oktober 2004 wie folgt Berufung:
"In der Bescheidbegründung wird ausdrücklich ausgeführt, dass Werbungskosten Ausgaben zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen nach § 16 EStG sind.
Ein Anforderungs- bzw. Anwendungsprofil "Pädagogischer - Kinesiologe/in" mit folgendem Inhalt wurde beigeschlossen:
"Begriffsbestimmung / Ausbildung
Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt in den kinesiologischen Gehirnintegrationsprogrammen von Dr. Charles Krebs (LEAP), Ian Stubbings und Lynne MeCall (SIPS, Hugo Tobar, Reflexe) und all der Programme, die im Vor- und Umfeld von LEAP entwickelt wurden und sich mit ähnlicher Thematik befassen.
Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Gehirnforschung und neurologischen Forschung ergänzen und komplementieren diese Ausbildungsrichtung.
Mit Schreiben vom 13. Dezember 2004 ersuchte das Finanzamt die Bw., folgende Fragen zu beantworten:
"1. Erhielten Sie für die Ausbildung "Pädagogische Kinesiologie" Kostenersätze von Ihrem Dienstgeber und wurden Sie für diese Ausbildung vom Dienst freigestellt?
Mit Vorhaltsbeantwortung vom 12. Jänner 2005 nahm die Bw. zu den an sie gerichteten Fragen wie folgt Stellung:
"Zu 1) Kein Kostenersatz und keine Dienstfreistellung.
Im Akt befinden sich weiters zwei Ausdrucke aus dem Internet (www.SC-info.at) mit folgenden Inhalten:
- Die 2002 gegründete S GmbH ist ein dezentrales, nicht-institutionelles Bildungszentrum (Independent Point of Learning) mit Zugang zu mehreren Universitäten und Fachhochschulen (Gateways) in einer Region mit hohem Entwicklungspotenzial (Pinzgau). Europäischer Sozialfonds (esf), bm:bwk, Land Salzburg, Stadt Sf und Universität Salzburg fördern mit diesem europäischen Pilotmodell die Entwicklung neuartiger regionaler Bildungszentren unter besonderer Berücksichtigung von Selbststudium und Fernunterricht im zweiten Bildungsweg und im Rahmen der universitären Aus- und Weiterbildung.
- Pädagogische Kinesiologie Praktische Ausbildung zur Erkennung und Behandlung von Lernschwierigkeiten mit Hilfe der Kinesiologie. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt in den kinesiologischen Gehirnintegrationsprogrammen von Dr. Charles Krebs (LEAP) Ian Stubbings und Lynne McCall (SIPS), Hugo Tobar (Reflexe) und all der Programme, die im Umfeld von LEAP entwickelt wurden und sich mit ähnlicher Thematik befassen. Dauer: 4 Semester; Gebühr: 1.500,00 € pro Semester
Im Steuerakt befindet sich weiters eine mehrseitige, von der Fa. SC herausgegebene Lehrgangsbeschreibung "Pädagogische Kinesiologie" samt einer Übersicht über den Ablauf der viersemestrigen Ausbildung.
Ein Telefonat mit der Bw. ist in einem Aktenvermerk vom 14. Februar 2005 festgehalten:
-"Teilnehmer waren nicht ausschließlich Lehrer, aber schätzungsweise zu 90 % Lehrer. - Kurs war nicht verpflichtend, sondern wurde aufgrund eigener Initiative besucht."
Mit Berufungsvorentscheidung vom 21. Februar 2005 wies das Finanzamt die Berufung mit folgender Begründung ab:
"Gemäß § 16 (1) 10 EStG 1988 sind Aufwendungen für Aus- und Fortbildungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der vom Steuerpflichtigen ausgeübten oder einer damit verwandten beruflichen Tätigkeit Werbungskosten. Werbungskosten sind die Aufwendungen oder Ausgaben zur Erwerbung, Sicherung oder Erhaltung der Einnahmen.
Gemäß § 20 (1) 2 lit. a EStG 1988 sind Aufwendungen oder Ausgaben für die Lebensführung nicht als Werbungskosten abzugsfähig, selbst wenn sie die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt und sie zur Förderung des Berufes oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen. Für Aufwendungen, die sowohl durch die Berufsausübung, als auch durch die private Lebensführung veranlasst sind, gilt das Aufteilungsverbot, sie sind nicht als Werbungskosten abzugsfähig.
Dagegen brachte die Bw. mit Vorlageantrag vom 21. März 2005 Folgendes vor:
"Unter Bezugnahme auf die von mir vorgebrachten Begründungen lege ich eine Bestätigung des Dienstgebers über die Dienstfreistellung vor. Die Direktion weist daraufhin, wie wichtig die erworbene Zusatzqualifikation ist, dass sie jedoch die kostenintensive Fortbildung aus dem Budget der Schule nicht aufbringen kann. Meine Mandantin erwirbt Zusatzqualifikationen, mit denen sie in der Lage ist "Leistungsschwächen von legasthenischen Kindern auf den Grund zu gehen und in der Folge für diese Kinder gezielt und professionell leistungsfördernde Maßnahmen zu setzen sowie die Eltern der betreffenden Kinder zu beraten".
Als Beilage wurde folgende Bestätigung des Direktors des Gymnasiums, an welchem die Bw. lehrt, vorgelegt:
"Als Direktor des RGL bestätige ich, dass Frau Mag. SL (Unterrichtsgegenstände: Deutsch, Italienisch) seit Beginn des Schuljahres 2003/04 (Herbst 2003) den Lehrgang "Lernpädagogische Kinesiologie" am SCSf besucht und zu diesem Ausbildungszweck vom Dienst freigestellt wird.
Das FA legte in der Folge die Berufung der Abgabenbehörde zweiter Instanz zur Entscheidung vor.
Mit Vorhalt des Unabhängigen Finanzsenats vom 30. Oktober 2008 wurde die Bw. um Beantwortung folgender Fragen bzw. Vorlage von Unterlagen ersucht:
"A) Weiterbildungslehrgang Kinesiologie
Im Steuerakt sind Internet-Ausdrucke sowie eine Beschreibung "Pädagogische Kinesiologie, SC" enthalten ( siehe Beilage ).
3) Mit Vorhaltsbeantwortung vom 12. Jänner 2005 haben Sie auf die Frage des Finanzamtes (FA) nach Kostenersätzen des Dienstgebers und Dienstfreistellungen bekannt gegeben, dass kein Kostenersatz und keine Dienstfreistellung gewährt wurde.
In der Begründung (Punkt C der Berufung) beziehen Sie sich jedoch ausschließlich auf die nicht anerkannten Kosten für den Weiterbildungslehrgang Kinesiologie.
Sollten Sie die Berufung gegen die Nichtanerkennung eines Teiles der beantragten Kosten für Fachliteratur aufrecht erhalten, werden Sie ersucht, zur Beurteilung der Abzugsfähigkeit der von Ihnen geltend gemachten Aufwendungen eine Literaturliste (für alle oben angegebenen Buchtitel) nach folgenden Kriterien vorzulegen:
Kurzbeschreibung Sehr eindrucksvoll und lebendig schildert Charles Krebs am Anfang des Buches, wie er einen Unfall hatte, der ihn zum Querschnittsgelähmten machte, und wie er auf wundersame Weise Heilung durch die Kinesiologie erfahren hat. Anschließend beschreibt er seine eigene Suche nach wissenschaftlichen Erklärungen für dieses "Wunder". Nach diesem Abschnitt war ich selbst sehr gespannt auf die Erklärungen, die er gefunden hat und was er daraus entwickelt hat; bin also sehr neugierig auf den Rest des Buches geworden. Diese Neugier und Lesemotivation war bei der weiteren Lektüre sehr nützlich, denn die nächsten Kapitel, die Aufbau und Funktion des Gehirns sowie das Lernen beschreiben, sind zwar interessant, aber wegen der vielen Fachbegriffe und der Komplexität schwer zu lesen. Die nächsten Kapitel beschäftigen sich mit Dysfunktionen und Blockaden im Gehirn sowie mit dem optimalen Zustand der Gehirnintegration. Um diesen Kapiteln folgen zu können, ist es relativ wichtig, die vorhergehenden Abschnitte wenigstens ein wenig verstanden zu haben. Der letzte Teil des Buches ist eher praktisch orientiert und beschäftigt sich mit Möglichkeiten, die (eigene) Gehirnintegration zu verbessern. Dafür werden Übungen aus Brain-Gym erklärt, sowie Akupressurtechniken und Möglichkeiten, emotionalen Streß zu lösen. Weiter wird noch das von Krebs entwickelte Programm LEAP für Lern- und Teilleistungsstörungen anhand von vielen Beispielen erklärt sowie Umweltfaktoren, die sich negativ oder positiv auf das Gehirn auswirken können. Auch wenn es manchmal nicht leicht ist, lohnt sich die Lektüre, wenn man mehr über Lernen, dessen Voraussetzungen oder über die Begründungen für die Wirkungen der Kinesiologie erfahren will. Quelle http://www.amazon.de
Innerhalb verlängerter Frist wurde der Vorhalt wie folgt beantwortet:
Eingangs bemerkte der steuerliche Vertreter:
"Ich glaube, dass gerade die öffentliche Diskussion in den letzten Tagen gezeigt hat, wie notwendig diese Lehrerinitiative ist, und daher auch Werbungskosten vorliegen, nachdem der Werbungskostenbegriff nicht enger ist als der Betriebsausgabenbegriff, dass die Kosten ausschließlich aus der beruflichen Verantwortung und Sorgfalt in Kauf genommen wurden. Auch der von Renner kürzlich in der SWK veröffentlichte Aufsatz unterstützt m. E. die hier vorgenommene Argumentation und die Interpretation."
Zusätzlich führte die Bw. im Einzelnen aus:
"Es ist mir ein Bedürfnis, gleich vorweg zu bemerken, dass ich durch meine eigenen Schüler angeregt worden bin, mich als Lehrer kinesiologisch zu schulen. In meiner Unterrichtspraxis hatte ich, bevor ich darüber erfuhr, dass ein pädagogischer Kinesiologielehrgang in Sf angeboten werden würde, Schüler erlebt, die sich von einer Serie von Nicht genügend in meinem Fach Deutsch innerhalb weniger Wochen auf Befriedigend bis Gut nachhaltig einpendeln konnten. Zunächst war mir die rasche Leistungssteigerung jener Schüler ein Rätsel, bis ich in den Sprechstunden von den Eltern erfuhr, dass kinesiologische Hilfe in Anspruch genommen worden war, was meine Neugierde auf Kinesiologie weckte.
Beispiel 2: Ein Schüler, der massive Schwierigkeiten dabei hat, über einen längeren Zeitraum ruhig sitzen zu bleiben bzw. konzentriert einer Beschäftigung zu folgen, hat höchstwahrscheinlich Probleme in der Propriozeption. Propriozeption bezeichnet die Tatsache, dass permanent alle Zellen im menschlichen Organismus Rückmeldung an das Gehirn liefern über ihre momentane Befindlichkeit, die Körperlage etc. Mangelnde Propriozeption kann als Ursache nicht gehemmte frühkindliche Reflexe haben, eine kinesiologische Therapie wäre in so einem Fall unumgänglich.
Als Beilage legte die Bw. vor:
- 3 Zertifikate über die im Jahr 2003 besuchten Kurse:
- Bestätigung ("Urkunde") über die erfolgreiche Teilnahme am Kurs "SIPS - SRESS - Indikatorpunktsystem 1 im Zeitraum vom 6. bis 8. Dezember 2003 (21 Stunden; Kursleiterin: AH )
- Bestätigung über die Teilnahme am Kurs "touch for health I im Zeitraum vom 24. bis 26. Oktober 2003 (14 Stunden) mit folgendem Inhalt: "Muskeltesten und Massage, um Körpergleichgewicht und Beweglichkeit zu fördern, sowie physisches und geistiges Unwohlsein und Spannungen zu lindern" - Bestätigung über die Teilnahme am Kurs "touch for health II am 15. und 16. November 2003 (14 Stunden) mit folgendem Inhalt: "Muskeltesten, Akupressurpunkte und 5 Elemente um Körpergleichgewicht und Beweglichkeit zu fördern, sowie physisches und geistiges Unwohlsein zu lindern"
- Entstehungsgeschichte des Touch for Health (Kopie) - Ausschnitt aus Mitschrift (datiert mit "24.4.04" und "24.9." sowie "2.3. ab 14:00 Uhr bis 6.3." und Lehrunterlagen (Kopien: 1 Blatt "The primitive brain", 1 Blatt "Das implizite und explizite Gedächtnis" und 1 Blatt "Assoziationsbereiche des Langzeitgedächtnisses im Kortex")
Zu Punkt 4. legte die Bw. eine Ausschreibung der Fa. SC vor, aus der hervorgeht, dass die genannte Firma ab Oktober 2003 eine viersemestrige Ausbildung zum/r Pädagogischen Kinesiologen/Kinesiologin anbietet. Ziel ist die Qualifizierung zur Erkennung und Behandlung von Lernschwierigkeiten mit Hilfe kinesiologischer Methoden. Entscheidend geprägt sind die Inhalte vom LEAP-Programm von Charles Krebs, das moderne Gehirnphysiologie mit Akupressurtechniken verbindet. Die Ausbildung richtet sich vor allem an PädagogInnen, die ihr Wissen in die tägliche Praxis umsetzen wollen. Beginn: 24. Oktober 2003, Sf; Dauer: Vier Semester: Kosten: 1.300,00 €.
Zu Punkt 5 wurde ein Schreiben des Bezirksschulrates ZS vorgelegt, mit welchem ein Praktikum für Teilnehmer des oben angeführten Seminars an den Volksschulen Sf 1 und 2 genehmigt wurde.
Weiters: 3 Unterlagen zum Nachweis des angeführten Praktikums.
Soweit die vorgelegten Unterlagen ein Datum tragen, bezieht sich dieses auf das Jahr 2004 (z.B Lehrgangsmitschrift vom 24. April 2004, Schreiben des Bezirksschulrats ZS vom 25. Februar 2004). Das in diesem Schreiben erwähnte Praktikum betrifft das Schuljahr 2003/2004 und wurde im April 2004 begonnen.
Unmittelbar das Berufungsjahr betreffende Unterlagen wurden nicht vorgelegt.
Gemäß § 16 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 idF BGBl. Nr. 2002/155 I, sind Werbungskosten auch die Aufwendungen für Aus- und Fortbildungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der vom Steuerpflichtigen ausgeübten oder einer damit verwandten beruflichen Tätigkeit und Aufwendungen für umfassende Umschulungsmaßnahmen, die eine Tätigkeit in einem neuen Berufsfeld ermöglichen.
Gemäß § 20 Abs. 1 Z 2 lit. a EStG 1988 dürfen bei den einzelnen Einkünften Aufwendungen oder Ausgaben für die Lebensführung nicht abgezogen werden, selbst wenn sie die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt und sie zur Förderung des Berufes oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen. Lassen sich die Aufwendungen, die ausschließlich auf die berufliche Sphäre entfallen, nicht einwandfrei von den Aufwendungen für die private Lebensführung trennen, dann gehört der Gesamtbetrag derartiger Aufwendungen zu den nichtabzugsfähigen Ausgaben (VwGH 23.4.1985, 84/14/0119).
Im Erkenntnis vom 29.5.1996, 93/13/0013 hat der VwGH festgehalten, dass die Notwendigkeit einer Aufwendung keine Voraussetzung für die Anerkennung von Werbungskosten ist, sondern nur ein Indiz für die berufliche Veranlassung bzw. für das Fehlen einer privaten Veranlassung ist. Auf die Notwendigkeit kommt es daher nur bei solchen Aufwendungen oder Ausgaben an, die ihrer Art nach die Möglichkeit einer privaten Veranlassung vermuten lassen (VwGH 29.11.1994, 90/14/0231).
Die Bw. war im Berufungszeitraum 2003 als Lehrerin für die Fächer Deutsch und Italienisch tätig.
Im Berufungsjahr 2003 hat sie aus eigener Initiative und ohne finanzielle Unterstützung durch den Arbeitgeber im Rahmen einer im Oktober 2003 begonnenen, viersemestrigen "Ausbildung zur Pädagogischen Kinesiologin" die Teilkurse "touch for health" I und II sowie "SIPS - Stress-Indikatorpunktsystem 1" absolviert und hierfür einen Betrag iHv. 1.500,00 € (an die Fa. SC entrichtete Semestergebühr) zuzüglich Fahrtkosten als Werbungskosten geltend gemacht. Warum die Semestergebühr lediglich 1.300,00 € betragen hat (siehe Ausschreibung der Fa. SC; vorgelegt durch die Bw. mit Vorhaltsbeantwortung vom 11. Dezember 2008), ist unklar.
Diese Aufwendungen wurden als "Fortbildungskosten" deklariert; das Vorliegen einer "Ausbildung" im steuerlichen Sinn hat die Bw. nicht behauptet.
Im gegenständlichen Fall ist zu berücksichtigen, dass die Bw. die Ausbildung zur Pädagogischen Kinesiologin im Berufungsjahr zwar begonnnen, jedoch nicht abgeschlossen hat.
Die Bw. konnte zwar glaubhaft darstellen, dass das im Rahmen dieser Seminare erworbene Wissen für die Ausübung ihres Berufes als Lehrerin, insbesondere zur Erkennung von Lernschwächen etc. nützlich sein kann. Bei Bedarf könne sie beispielsweise den Eltern raten, privat eine kinesiologische Therapie in Anspruch zu nehmen.
Trotzdem stellen die von der Bw. im Jahr 2003 besuchten Teilkurse aus folgenden Gründen keine steuerlich abzugsfähigen Fortbildungskosten dar:
Die Bw. hat für die im Jahr 2003 besuchten Fortbildungsveranstaltungen zwar keine Kursmitschriften, jedoch Kurzbeschreibungen der Inhalte der besuchten Seminare sowie die "Entstehungsgeschichte des Touch for Health" vorgelegt.
Zusätzlich wurde versucht, mittels Internetrecherche, Informationen zu den von der Bw. im Berufungsjahr besuchten Seminaren ("touch for health" und "SIPS" Stressindikatorpunktsystem) zu erlangen:
"Die Kinesiologie wurde in den 1960er Jahren von dem amerikanischen Chiropraktiker George Goodheart (1918-2008) entwickelt. Die weitere Entwicklung der kinesiologischen Lehre wurde durch Schüler Goodhearts geprägt, die jeweils verschiedene Varianten der ursprünglichen Applied Kinesiology ausbildeten. Zu nennen sind hier "Touch for Health" nach John Thie, "Behavioral Kinesiology" nach John Diamond, "Edu Kinesthetics" und "Brain-Gym" nach Dennison und die "Psychokinesiologie" nach Klinghardt. Während die ursprüngliche Form der Applied Kinesiology vorwiegend von Ärzten praktiziert wurde, wurden die neueren Varianten auch von medizinischen Laien verwendet und verbreitet. In der Folge kam es zu einer stärkeren Popularisierung der Kinesiologie.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kinesiologie#Touch_for_Health
Quelle: http://www.leap-gehirnintegration.com/info/BIOCHEMICAL%20KINESIOLOGY.pdf.
Aus der genannten Internetseite ist auch ersichtlich, dass diese Kurse von AH , 1. LZ, angeboten werden.
Die von der Bw. im Jahr 2003 absolvierten Veranstaltungen sind Teil der Basisausbildung zur Kinesiologin. So wendet sich z.B. "touch for health" vor allem an Laien und bezieht auch Elemente der traditionellen chinesischen Medizin ein. Touch for Health ist die Grundlage vieler heutiger Kinesiologierichtungen.
Das System der Stressindikatorpunkte (in der von der Bw. vorgelegten Urkunde vom 8. Dezember 2003 offenbar auf Grund eines Tippfehlers als "Sress-Indikatorpunktsystem" bezeichnet) soll helfen, die Natur des jeweiligen Stressors präzise zu bestimmen und lässt sich in jedes andere Balanceverfahren einbauen.
Beiden Seminaren ist gemeinsam, dass Basiswissen im Bereich der Kinesiologie vermittelt und eine Spezialisierung in Richtung "pädagogische Kinesiologie" nicht angesprochen wird und auch nicht erkennbar ist.
Diese Ansicht bestätigt die Bw. in der Vorhaltsbeantwortung vom 11. Dezember 2008 selbst, indem sie darauf hinweist, dass die im Jahr 2003 von ihr besuchten Lehrveranstaltungen die ersten Bausteine der Pädagogischen Kinesiologie bilden.
Die Bw. hat die Frage, ob der Lehrgang mit einer offiziellen bzw. anerkannten Bestätigung abgeschlossen wurde, dahin gehend beantwortet, dass sie das letzte Seminar "LEAP Learning", welches Ende Mai 2005 stattgefunden hätte, nicht besuchen konnte und ihr daher das letzte Zertifikat fehle. Sie hat auch nicht behauptet, den Abschluss mittlerweile nachgeholt zu haben.
Die im Jahr 2003 besuchten Seminare sind für sich betrachtet von ihrem Inhalt her (Muskeltesten und Massage, um Körpergleichgewicht und Beweglichkeit zu fördern, sowie physisches und geistiges Unwohlsein und Spannungen zu lindern bzw. Akupunkturtechnik zwecks Stressabbau) jedenfalls allgemeiner Natur und daher auch für nicht berufstätige Personen von Interesse. Das in dieser Ausbildungsphase vermittelte Wissen und die erlernten Methoden sind sowohl in privaten Lebensbereichen, als auch im Berufsleben der Bw. anwendbar. Die Inhalte dieser Seminare sind weder derart umfassend, dass sie einen Einstieg in eine neue berufliche Tätigkeit ermöglichten, noch wurde die Ausbildung mit einem anerkannten Zertifikat oder Zeugnis abgeschlossen.
Eine Veranlassung durch die Einkunftserzielung darf nur dann angenommen werden, wenn sich die Aufwendungen als für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit notwendig erweisen.
Wie oben bereits erwähnt, hat der VwGH im Fall eines Steuerpflichtigen, welcher Aufwendungen für den Besuch von Kursen für neurolinguistisches Programmieren (NLP) geltend gemacht hat, fest gehalten, dass in derartigen Kursen im Regelfall Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden, die auch für den Bereich der privaten Lebensführung von Bedeutung sind.
Diese Beurteilung gilt in gleicher Weise auch für die von der Bw. im Jahr 2003 besuchten Basiskurse "touch for health" und "SIPS Stress-Indikatorpunktsystem", da auch bei diesen Seminaren - wie oben bereits ausgeführt - Methoden vermittelt wurden, wie Energieblockaden abgebaut und Stress bewältigt werden können und somit die eigene Stressbewältigung und das eigene Wohlbefinden im Vordergrund stand.
Die Bestätigung des Direktors der Schule, an der die Bw. unterrichtet, beinhaltet im Wesentlichen, dass die Bw. mit dieser Zusatzausbildung in der Lage sein wird, Leistungsschwächen von legasthenischen Kindern auf den Grund zu gehen und in der Folge für diese Kinder gezielt und professionell leistungsfördernde Maßnahmen zu setzen sowie die Eltern der betreffenden Kinder zu beraten. Da die Absolvierung anspruchsvoller Zusatzausbildungen im Interesse der Schule liege, sei es selbstverständlich, dass dafür Dienstfreistellung gewährt wird.
Die Kurskosten bzw. die Fahrtkosten wurden vom Arbeitgeber jedoch nicht ersetzt.
Wie oben dargelegt ist im vorliegenden Fall eine Trennung zwischen beruflicher und privater Veranlassung nicht möglich. Die "berufliche Notwendigkeit" für die geltend gemachten Aufwendungen ist daher nicht gegeben, auch wenn seitens des Dienstgebers Dienstfreistellung gewährt wurde.
§ 20 Abs. 1 Z 2 lit. a EStG 1988 normiert ein striktes Aufteilungsverbot für Aufwendungen, auch wenn sie dem Beruf förderlich sind und bei denen die Kosten nicht objektiv als beruflich oder privat veranlasst anzusehen und daher entsprechend zu trennen sind, sodass solche Aufwendungen zur Gänze nichtabzugsfähige Kosten der Lebensführung darstellen.
Dies gilt insbesondere für Aufwendungen oder Ausgaben im Zusammenhang mit Wirtschaftsgütern, die typischerweise der Befriedigung privater Bedürfnisse dienen. Eine Aufspaltung in einen beruflichen und in einen privaten Teil ist auch im Schätzungswege nicht zulässig. Im Interesse der Steuergerechtigkeit soll nämlich vermieden werden, dass ein Steuerpflichtiger auf Grund der Eigenschaft seines Berufes eine Verbindung zwischen beruflichen und privaten Interesse herbeiführen und somit Aufwendungen der Lebensführung steuerlich abzugsfähig machen kann (VwGH vom 6.11.1990, 90/14/0176 und vom 28.2.1995, 94/14/0154).
Auch wenn man davon ausgeht, dass es sich bei den vorliegenden Aufwendungen für die Seminare um solche handelt, die zwar zur Förderung des Berufes der Steuerpflichtigen dienlich sein mögen, sind sie jedoch auf Grund des Aufteilungsverbotes ebenfalls insgesamt nicht als Werbungskosten abzugsfähig.
Die Bw. wurde weiters ersucht, bekannt zu geben, wie sie die erworbenen Kenntnisse im Beruf eingesetzt habe und genau zu beschreiben, in welchen Bereichen ihrer beruflichen Tätigkeit als Lehrkraft die Lehrgangsinhalte konkret zur Anwendung gelangt sind. Weiters wurde sie ersucht, einige typische praktische Anwendungsbeispiele anzuführen. In diesem Zusammenhang wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die bisher bekannt gegebene Beschreibung für eine Beurteilung nicht ausreichend sei.
Trotzdem nannte die Bw. in der Vorhaltsbeantwortung lediglich Beispiele ganz allgemeiner Natur. In Beispiel 1 führte sie aus:
"Nehmen wir an, ein Unterstufenschüler weist Ungereimtheiten in der Rechtschreibung auf, er vertauscht Buchstaben oder sogar Silben in erster Linie während der Mitschrift im Unterricht....."
"Ein Schüler, der massive Schwierigkeiten dabei hat, über einen längeren Zeitraum ruhig sitzen zu bleiben bzw. konzentriert einer Beschäftigung zu folgen, hat höchstwahrscheinlich Probleme in der Propriozeption....."
Diese Beispiele zeigen nur allgemeine Möglichkeiten von Anwendungsfällen auf; konkrete Einzelfälle, in denen die Bw. die in den Seminaren erworbenen Kenntnisse tatsächlich zur Anwendung gebracht hat, wurden jedoch nicht angeführt. Es wurde auch von der Bw. weder behauptet, noch ist den vorgelegten Beweismitteln zu entnehmen, dass den Seminarteilnehmern in den genannten Seminaren gelehrt worden wäre, wie die Seminarinhalte an die Schüler vermittelt werden könnten. Vielmehr zielen Basiskurse, wie zum Beispiel "touch for health" darauf ab, das Wissen um das Meridiansystem und die Zusammenhänge zwischen Energiebahnen und Organen sowie Energiebahnen und Muskeln zu vermitteln. Die Anwendung bei "Patienten" im weitesten Sinn ist hierbei offenbar noch nicht vorgesehen.
Die Bw. räumt selbst ein, ............"dass ein Bundesgymnasium nicht der Ort ist, wo therapeutische Arbeit von Lehrern verrichtet werden soll und kann. Balancen an Schülern werden von mir in der Schule selbstverständlich nicht durchgeführt."
Mangels abgeschlossener Ausbildung erscheint das Anbieten einer therapeutischen Behandlung in der Schule auch gar nicht zulässig.
Die Bw. konnte auch nicht darlegen, worin durch die Absolvierung der drei genannten Seminare im Jahr 2003 eine Verbesserung ihrer beruflichen Tätigkeit konkret besteht.
Deshalb geht auch der Hinweis des steuerlichen Vertreters der Bw. auf Renner in SWK 2008, S 879 ins Leere. Der in diesem Artikel vertretene Standpunkt, das Urteil des Bundesfinanzhofes, VI R 44/04 vom 28.8.2008, könne zu einer Erweiterung des Werbungskostenbegriffes beitragen, gilt nur für den Fall, dass unter bestimmten Konstellationen eine private Anwendbarkeit logische Konsequenz der Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten darstellt.
Im gegenständlichen Fall vermochte die Bw. - wie oben ausgeführt - eine Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten jedoch nicht überzeugend darzulegen.
Schließlich ist noch eine weitere, von der Judikatur geforderte Voraussetzung für die Anerkennung der geltend gemachten Aufwendungen nicht erfüllt:
Auf die Frage, welcher Teilnehmerkreis den Lehrgang besucht habe, verbunden mit dem Hinweis, die Aussage im Telefonat vom 14. Februar 2005, die Teilnehmer hätten "schätzungsweise zu 90%" aus Lehrern bestanden, erscheine zu ungenau, antwortete die Bw:
"Die Teilnehmer kamen ausschließlich aus Lehrberufen bzw. aus pädagogischen Berufen."
Die weitere Frage nach spezifischen Voraussetzungen und "Anforderungsprofilen" für die Teilnahme an diesem Lehrgang beantwortete die Bw. wie folgt:
"Der Lehrgang war berufsbegleitend für Personen ausgeschrieben, die in Lehrberufen oder pädagogischen Berufen tätig sind. Man hätte ihn auch als Berufsausbildung absolvieren können...."
Die Frage des Vorhalts betreffend erforderlicher Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Lehrgang wurde jedoch nicht beantwortet. Der Hinweis, dass der Lehrgang sogar in einer Lehrerfortbildung des Pädagogischen Instituts für Bundeslehrer empfohlen wurde, kann jedenfalls nicht als Beantwortung dieser Frage gelten.
Auch die Tatsache, dass das Absolvieren eines Praktikums an einer Volksschule verpflichtend gewesen sei lässt keinen Rückschluss auf allfällige Teilnahmevoraussetzungen zu.
Zum Begriff "pädagogische Berufe" ist dem Internet folgende Information zu entnehmen:
"Das Spektrum pädagogischer Berufe und Arbeitsfelder ist breitgefächert. Pädagogisch ausgebildete Fachkräfte findet man hauptsächlich in den klassischen Arbeitsfeldern der Schulpädagogik, Sozialpädagogik, Sonder-, Heil- und Förderpädagogik, Erwachsenen- und Weiterbildung oder Geragogik......
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dagoge#P.C3.A4dagogische_Berufe_und_Arbeitsfelder
Mit der Aussage der Bw., die Teilnehmer seien ausschließlich aus Lehrberufen bzw. aus pädagogischen Berufen gekommen, wurde die Frage des Vorhalts nicht konkret beantwortet. Offen bleibt, welcher Teilnehmerkreis die Seminare tatsächlich besucht hat.
Die von der Bw. hierzu bekannt gegebenen Umstände zeigen keinen schlüssig nachvollziehbaren Grund auf, weshalb vom Vorliegen eines homogenen Teilnehmerkreises auszugehen wäre. Zu breitgefächert ist das Tätigkeitsfeld von Personen, die in "Lehrberufen oder pädagogischen Berufen" tätig sind. Die Berufsbilder von Tätigkeiten, die die Erziehung, Bildung, Betreuung, Förderung, Anleitung oder Begleitung von Menschen zum Inhalt haben, können stark von einander abweichen. An den von der Bw. besuchten Seminaren können demnach durchaus Angehörige verschiedenster Berufsgruppen mit unterschiedlichen Tätigkeitsschwerpunkten und Anforderungsprofilen teilgenommen haben.
Nachdem die von der Bw. im Berufungsjahr besuchten Seminare allgemein interessierende Inhalte zum Thema hatten, wie das Diagnostizieren von Blockaden und Unter- bzw. Überenergien ("touch for health") bzw. den Stressabbau ("System der Stressindikatorpunkte"), und diese Seminare ebenfalls von AH (welche auch bei den von der Bw. besuchten Seminaren als Vortragende angegeben wurde), angeboten wurden, bleibt für die Annahme eines homogenen Teilnehmerkreises mit gleichgerichteten fachlichen Interessen kein Raum.
Nach dem Inhalt der genannten Seminare wurden also Methoden vermittelt, wie Energieblockaden abgebaut und Stress bewältigt werden können. Die eigene Stressbewältigung des Steuerpflichtigen gehört aber in den Bereich der Erhaltung bzw. Verbesserung er eigenen Gesundheit und somit in den Bereich der persönlichen Lebensführung (vgl. VwGH vom 24.6.2004, 2001/15/0184).
Ob die Bw. in späteren Jahren, nach Absolvierung der gegenständlichen "Basisseminare", Seminare mit speziell auf ihre Lehrtätigkeit abgestimmten Inhalten mit homogenem Teilnehmerkreis besucht hat, ist für die Beurteilung des Berufungsfalles ohne Bedeutung.
In Punkt C und D des Vorhaltes vom 30. Oktober 2008 wurde die Bw. um Vorlage diverser Unterlagen und Nachweise ersucht. Die Beantwortung des Punktes C des Vorhaltes sollte erfolgen, falls die Berufung in diesem Punkt aufrecht erhalten würde. Beide Punkte des Vorhalts wurden nicht beantwortet, weshalb darauf nicht mehr näher einzugehen war.
Linz, am 30. Dezember 2008

References: § 16
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 § 20
 § 16
 § 20

§ 20