Source: http://blogfsv.blogspot.de/2017/07/
Timestamp: 2018-05-23 08:41:40+00:00

Document:
Juli 2017 ~ Freiheit statt Vollbeschäftigung: Mitteilungen
"...Nur weil es in der Wirtschaft gut läuft, geht es doch den Menschen nicht automatisch gut..."...
...sagt Baukje Dobberstein, die sich für das Bündnis Grundienkommen engagiert,in einem Interview mit jetzt. Siehe auch ihren Beitrag in der Huffington Post.
31.7.17 Baukje Dobberstein, Bündnis Grundeinkommen
"Ich bin selbstbewusster geworden..."
...berichtet eine Gewinnern von "Mein Grundeinkommen" in einem Interview mit bento darüber, wie der Gewinn ihr Leben verändert hat.
31.7.17 bento, Mein Grundeinkommen, Spiegel online
Nachruf auf Helmut Pelzer in der Südwestpresse
28.7.17 Helmut Pelzer, Südwestpresse, Ulmer Modell
"Grundeinkommen gestalten" - eine Aktion des Bündnis Grundeinkommen
28.7.17 Bündnis Grundeinkommen, Grundeinkommen gestalten
BGE:open air 17.4 - morgen am Brandenburger Tor
28.7.17 BGE:open, Bündnis Grundeinkommen
"Money for nothing – einen Versuch ist es wert"...
..., so der Titel eines Beitrag von Heino Klingen auf der Website der Industrie- und Handelskammer Saarland.
28.7.17 Heino Klingen, IHK Saarland
"Das Experiment" - ein weiterer Artikel über Finnland...
..., das seit Januar eine besondere Form des Grundeinkommens ausprobiert. Siehe den Beitrag der Süddeutschen Zeitung.
27.7.17 Finnland, Grundeinkommen, Kela, Süddeutsche Zeitung
"The OECD and the problems of basic income"...
...eine Besprechung der vor wenigen Wochen erwähnten OECD-Studie "Basic Income as a Policy Option – can it add up?" von Johanna Perkiö, University of Tampere (Finland). Siehe auch hier und hier.
25.7.17 Basic Income, Finland, Johanna Perkiö, OECD
"Why Finland’s Basic Income Experiment Isn’t Working"...
...ein Beitrag in New York Times.
24.7.17 Basic Income, Basic Income Pilot, Field Experiments, Finland, New York Times
"Ökonomie und Ethos im Gesundheitswesen: Die Mär der Kostenexplosion"...
...ein Beitrag im Deutschen Ärzteblatt.
24.7.17 Deutsches Ärzteblatt, Gesundheitswesen, Günther Jonitz, Jürgen Lichey, Wolfgang Schilling
"'Ein "Gedenktag' für den gebeutelten Steuerzahler?" - Stefan Sell über schiefe Berechnungen und den Sinn von Steuern...
21.7.17 Aktuelle Sozialpolitik, Bund der Steuerzahler, Stefan Sell, Steuern
"Programm-Aussagen der Parteien zum "bedingungslosen Grundeinkommen - BGE"...
...eine Zusammenstellung des Archiv Grundeinkommen.
21.7.17 Archiv Grundeinkommen, Bundestagswahl 2017
"Was ich kann, will keiner wissen"...
...wer das 50zigste Lebensjahr überschritten hat und was das im Arbeitsmarkt heißt, berichtete die ZDF Reportage 37 Grad mit dem Untertitel "50plus und arbeitslos".
21.7.17 37 Grad, 50plus, Arbeitslosigkeit, ZDF
"Die Lüge von der Leistungsgesellschaft" oder zur unauflösbaren Abhängigkeit aller von allen...
..darum geht es in einem Beitrag von Stephan Kaufmann in der Frankfurter Rundschau. Darin heißt es unter anderem:
"Aber selbst wenn man Produktivität als Maßstab für Leistung anerkennt, so scheitern Betriebe und Ökonomen doch notwendig an der Frage: Welchen Beitrag hat der Einzelne zum gesamten Umsatz des Unternehmens oder einer Branche geleistet? Welcher Teil der Erlöse ist dem Pförtner zuzurechnen, welcher Anteil der Sekretärin, welcher dem Verkaufsleiter? Diese Rechnung ist laut Horn ein Ding der Unmöglichkeit."
Diese Einsicht stellt nicht nur die Vorstellungs eines "Leistungslohnes" in Frage, der schon immer eine Fiktion war, sie greift noch weiter. Über Kaufmanns Ausführungen hinaus stellt sich die Abhängigkeit von anderen noch umfassender dar, als es im Wertschöpfungsprozess erscheint. Nicht nur ist eine Abhängigkeit in der Gegenwart unauflösbar, sie ist auch generationsübergreifend gegeben. Denn Infrastruktur, Wissen, politische Ordnungsgefüge usw. - all dies greift über die Gegenwart, in der die Leistungsmessung vollzogen werden soll, weit hinaus. Welcher Teil des "Erlöses", um die Formulierung aufzugreifen, kommt dem politischen Gemeinwesen zu, das die Bedingungen für verlässliches Wirtschaften bereitstellt, z. B. durch Rechtssicherheit, staatliches Gewaltmonopol, Rechtsstaatlichkeit? Welcher Teil gebührt den Bürgern, die diese Ordnung tragen? Welcher Anteil gebührt denen, die an der Schaffung dieser Voraussetzung mitgewirkt haben in der Vergangenheit? Welcher Anteil gebührt denjenigen (vor allem Familien), die Bildungsprozesse durch verlässliche und bedingungslose Hinwendung zu ihren Kindern ermöglicht und unterstützt, damit dem Gemeinwesen eine Zukunft und die Basis für Leistung gelegt haben? An diesen Fragen zeigt sich, wie sehr ein Verständnis von Leistung, das individuelle Leistungsbeträge bestimmen will, an der Realität vorbeigeht. Das heißt nun nicht, dass es auf den Einzelnen nicht ankommen, aber anders als individualistisch gedacht. Er steht immer auf den Schultern von anderen und ist selbst zugleich Schulter für die anderen. Nimmt man dies ernst, liegt es auf der Hand, ein Bedingungsloses Grundeinkommen als allgemeinen Anteil an dem gesamten Leistungsgefüge zu verstehen, zu dem es ebenso gehört, dass jeder in einem Gemeinwesen so dazugehört, wie er ist. Das Gemeinwesen ist die Ermöglichung und die Grenze der Selbstbestimmung.
20.7.17 Bildungsprozessse, Frankfurter Rundschau, Gemeinwesen, Generation, Leistung, Leistungsgesellschaft, Sozialisation, Stephan Kaufmann
"Wir, die Bürger(lichen)" - ein Beitrag über die sonderbare Verachtung des Politischen...
...von Christoph Möllers bei Zeit Online.
19.7.17 Bürger, Christoph Möllers, Politik, Zeit Online
Saudi Arabien als mahnendes Beispiel für die Folgen eines Bedingungslosen Grundeinkommens...
...ein wirklich beeindruckendes Statement von Kanzleramtsminister Peter Altmaier zum Bedingungslosen Grundeinkommen in der ARD-Sendung "Frag' selbst" (ab Minute 16:05). Erst kürzlich hatte er das BGE als Wolkenkuckucksheim bezeichnet, die neuerliche Einlassung ist viel präziser. Auf die Frage, ob denn in der CDU das BGE diskutiert werde, antwortete er, ja, das sei geschehen schon vor Jahren (vermutlich meint er hier das Solidarische Bürgergeld von Dieter Althaus, siehe hier und hier). Er persönlich sei vom BGE nicht überzeugt, weil ihm ein saudischer Politiker - dort gebe es angeblich ein solches BGE, wie es in Deutschland diskutiert wird - erzählt habe, dass es häufig dazu führe, dass Menschen darauf verzichten, ihre Fähigkeiten zu entwickeln. - Bitte? Wo gibt es das und womit wird Deutschland verglichen? Hat der Kanzleramtsminister womöglich kurzzeitig vergessen, dass wir eine demokratische Grundordnung haben, in der Artikel 20 (2) bestimmt, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgehe? Dass unsere politische Ordnung von Eigeninitiative und Selbstbestimmung des Bürgers ausgeht und sie fraglos voraussetzt, dies genau die Grundlage unserer Demokratie ist? Von wem geht sie denn in Saudi Arabien, einer absoluten Monarchie, aus? Vom König. Wenn es dort irgendetwas geben sollte, das oberflächlich einem BGE gleichen sollte, bliebe es ein Almosen des Königs. Es soll nicht verschwiegen werden, dass Altmaier dann noch manche Landesregierung erwähnt, die sich darüber Gedanken mache, was denn möglich sei. Alles klar? Deutschland, Deine Bürger, Untertanen.
19.7.17 Absolute Monarchie, ARD, CDU, Demokratie, Peter Altmaier, Saudi Arabien
"Wir Ökonomen sollten demütiger sein"...
...sagt Thomas Straubhaar in einem Interview mit der Wirtschaftswoche.
19.7.17 Thomas Straubhaar, Wirtschaftswoche
"Man kann zu einem miesen Job Nein sagen"...
...so Götz W. Werner in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau.
18.7.17 Frankfurter Rundschau, Götz W. Werner
BGE:open air Berlin - 29. Juli - das Programm steht
18.7.17 Berlin, BGE:open, Bundestagswahl 2017, Bündnis Grundeinkommen
"Reich gegen arm" - Deutsche Welle berichtet über Bedingungsloses Grundeinkommen...
...wenn auch nur in dieser Passage:
"Zu den Lösungsvorschlägen für die wachsende Ungleichheit in Deutschland gehört die Forderung nach der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Harald Schröder ist von der Idee vollkommen überzeugt. Der 61-Jährige arbeitet für die Innere Mission Bremen als Seelsorger mit Menschen, die in Armut leben. Er nennt sie "Gäste", denn sie kommen auch schon mal zu ihm in die Bahnhofsmission des Hauptbahnhofs. Viele seiner "Gäste" mieden aus Scham den Gang zu den Behörden. Das Jobcenter wiederum habe in einigen harten Fällen Hausverbot erteilt. Schröder unterstützt die Forderung nach einem Grundeinkommen, weil "sie aus Alimentierten wieder gleichberechtigte Bürger macht".
18.7.17 Demokratie, Deutsche Welle, Staatsbürger
17.7.17 Helmut Pelzer, Initiative Grundeinkommen Ulm, Ulmer Transgergrenzenmodell
"Statt Grundeinkommen – Lebenschancenkredit!"...
...auch im Blog von Wirtschaftswunder wird der jüngst von Marcel Fratzscher oder in einer Variante von Steffen Mau entwickelte Vorschlag eines "Erwerbskontos" bzw. eines "Lebenschancenkredits" (über den Begriff alleine ließe sich viel sagen, denn ein Kredit ist ja mit Rückzahlungsverpflichtungen verbunden) dem Grundeinkommen entgegengestellt. Im Beitrag auf Wirtschaftswunder heißt es: "Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), widerlegt in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst diese Argumente und plädiert stattdessen für ein individuelles Erwerbskonto oder den Lebenschancenkredit." Am Ende des Artikels wird auf Fratzschers Beitrag im Wirtschaftsdienst verlinkt. Er entspricht weitgehend der kürzlich von mir kommentierten Kolumne Fratzschers bei Zeit Online. Zu Steffen Maus Vorschlag bzw. zu der Idee von Ziehungsrechten, auf die er zurückgreift, siehe hier.
17.7.17 Erwerbskonto, Lebenschancenkredit, Marcel Fratzscher, Steffen Mau, Wirtschaftswunder
"Das Geld hat unsere Familie gerettet" - eine Gewinnerin von "Mein Grundeinkommen" erzählt...
...in einem Interview mit n-tv, wie der Gewinn ihr Leben verändert hat.
17.7.17 Mein Grundeinkommen, Valerie Rupp
Die ver.di Frauen Mittelfranken haben eine Broschüre zu diesem Thema herausgebracht, die in mancher Hinsicht für ein Bedingungsloses Grundeinkommen spricht, auch wenn das dort kein Thema ist. Das kommt nicht von ungefähr, weil die Broschüre am Vorrang von Erwerbstätigkeit festhält, womit manches der Ziele, die erreicht werden sollen, in der Arbeitsmarktorientierung steckenbleibt.
13.7.17 Arbeitsmarktinklusion, Armut, ver.di Frauen Mittelfranken
Boulevardmagazin Gala berichtet über Bedingungsloses Grundeinkommen...
...damit hat die Diskussion nun auch Boulevard-Magazine erreicht, siehe hier.
12.7.17 Gala
BGE:open air Berlin - #GrundeinkommenIstWählbar 29.7.2017
10.7.17 Berlin, BGE:open, Bündnis Grundeinkomen
10.7.17 Bundeswahlausschuss, Bündnis Grundeinkommen
Grundeinkommen ist wählbar - Bündnis Grundeinkommen in allen Bundesländern vertreten
7.7.17 Bundestagswahl 2017, Bündnis Grundeinkommen
"Natürlich ist Vollbeschäftigung möglich" - an Aktualität hat unser Slogan nichts verloren
Stephan Schulmeister, Wirtschaftsforscher, hat sich in diese Richtung in einem Interview mit Neues Deutschland geäußert. Auch wenn das Zitat der wörtlichen Äußerung nicht entspricht, gibt es den Sinn doch angemessen wieder. Im Program von CDU/ CSU zur Bundestagswahl spielt Vollbeschäftigung ebenfalls wieder eine prominente Rolle. "Vollbeschäftigung" ist allerdings nicht zu verwechseln damit, voll und ganz mit etwas beschäftigt zu sein. Weshalb Freiheit und Vollbeschäftigung in Gegensatz treten können und wir deswegen uns vor vielen Jahren für diesen Slogan entschieden haben, dazu finden Sie Ausführungen hier. In dem Beitrag wird auch auf wiederkehrende Missverständnisse zum Slogan eingegangen. Dass BGE und Arbeitsmarktentwicklung im Grunde nichts miteinander zu tun haben, dazu siehe z. B. hier.
7.7.17 freiheit statt vollbeschäftigung, neues deutschland, Stephan Schulmeister, Vollbeschäftigung
"Weiter arm, trotz Arbeit"...
...dazu hat das WSI der Hans Böckler Stiftung eine Studie verfasst. Darin heißt es u.a.:
"Das Beispiel Deutschland sei „besonders bemerkenswert“, so die Forscher. Einerseits stieg die Beschäftigungsrate zwischen 2004 und 2014 stärker als in den meisten europäischen Ländern, andererseits verzeichnete Deutschland den höchsten Zuwachs an Erwerbsarmut. Wie passt das zusammen? „Offensichtlich ist der Zusammenhang zwischen Beschäftigungswachstum und Armut komplizierter als gemeinhin angenommen“, so die Wissenschaftler. Mehr Arbeit sei keine Garantie für weniger Armut – zumindest dann nicht, wenn die neuen Jobs nicht angemessen entlohnt werden oder die Stundenzahl gering ist. Die positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt beruhe zu einem großen Teil auf einer Zunahme atypischer Beschäftigung, vor allem Teilzeit, häufig im Dienstleistungsbereich und im Niedriglohnsektor. Die Ausweitung des Niedriglohnsektors sei durch weitgehende Deregulierungen des Arbeitsmarktes, die Kürzung von Transferleistungen und verschärfte Zumutbarkeitsregelungen beschleunigt worden. Der Druck auf Arbeitslose sei gestiegen, möglichst schnell eine Arbeit zu finden. „Maßnahmen, die Arbeitslose dazu zwingen, Jobs mit schlechter Bezahlung oder niedrigem Stundenumfang anzunehmen, können dazu führen, dass die Erwerbsarmut steigt, weil aus arbeitslosen armen Haushalten erwerbstätige arme Haushalten werden“, schreiben die Wissenschaftler."
7.7.17 Armut, Erwerbsarbeit, Hans Böckler Stiftung, WSI
"Grundeinkommen - Geldregen auf Zeit"...
darüber berichtete 3sat nano (Minute 7:22 bis 14:44) am 27. Juni.
7.7.17 3Sat nano
"Grundeinkommen in Schleswig-Holstein? - Reality Check"...
...ein Beitrag von Ronald Heinrich, Bundestagskandidat des Bündnis Grundeinkommen (Landesverband Bayern", in der Huffington Post.
6.7.17 Bündnis Grundeinkomen, Huffington Post, Pilot-Projekt, Ronald Heinrich, Schleswig-Holstein
"Net incomes under a Basic Income system"...
...Michael Lewis hat sich in einem Beitrag für die Basic Income News der Frage angenommen, wie sich die Kosten eine BI darstellen, da in der öffentlichen Diskussion, so auch in der kürzlich gesendeten Phoenix-Runde zum Bedingungslosen Grundeinkommen, häufig einfach die Bevölkerungszahl mit dem BGE-Beitrag multipliziert wird. Das führt zu einer schiefen Darstellung der Aufwendungen, da den Ausgaben für ein BGE, die Einnahmen durch Besteuerung gegenüber gestellt werden müssen. Siehe auch den Beitrag von Karl Widerquist zu dieser Frage.
6.7.17 Basic Income News, Finanzierung, Kosten, Michael Lewis, Net Income, Nettoeinkommen
In diesem Zusammenschnitt eines Interviews tauchen verschiedene Themen auf, darunter das Bedingungslose Grundeinkommen. Frau Allmendinger setzt angesichts gegenwärtiger Herausforderungen auf Arbeitsmarktpolitik und Prävention, also Qualifizierung, um etwaiger Erwerbslosigkeit vorzubauen. Eine Frage, die sich dann aufdrängt ist, auf welcher Basis für den Einzelnen all dies in Angriff genommen wird: kann er, soll er oder muss er? Dampft man die Ausführungen bezüglich dieser Frage ein, dann bleibt der paternalistische Vorbehalt Frau Allmendingers stehen. Sie befürchtet nämlich, ein BGE führe dazu, dass "Leute" Zeit mit ihresgleichen verbringen, statt sich zu "durchmischen". Wer mit wem - darüber soll der Einzelne also so wenig wie möglich befinden können.
Wenn "Sorgearbeit" angemessen bezahlt werden soll, so ihr Vorschlag, dann verändert sie sich jedoch für diejenigen, die dafür gar keine Bezahlung, aber eine Absicherung in Gestalt von Einkommenssicherheit benötigen. Ein BGE wäre eben keine Bezahlung, sondern eine Ermöglichung, Zuwendung zu Angehörigen würde dadurch eben nicht kommodifiziert, also zu einer Dienstleistung verwandelt, wie es der Fall ist, wenn ausgebildete Pfleger beauftragt werden. Gleichwohl wäre Pflege aus diesem Motiv abgesichert.
Es darf am Ende natürlich der Hinweis darauf nicht fehlen, wie wichtig Ganztagsschulen seien. Dem wäre die Frage entgegenzuhalten, welche Erfahrungsmöglichkeiten im lebensnahen oder auch frei gewählten Umfeld Kindern und Jugendlichen dann noch bleiben, wenn sie die meiste Zeit des Tages in einer Einrichtung unter Beaufsichtigung verbringen. Es ist grundsätzlich etwas anderes, ob aus eigenem Drang die Welt erkundet wird oder dies im Rahmen einer pädagogischen Einrichtigung geschieht. Zum Leben gehört auch Privatsphäre, Dinge verbergen zu können, das können Kinder aber nur, wenn es beaufsichtigungsfreie Erfahrung geben kann - das spricht genau gegen Ganztagsschulen und -kitas. Dann aber bedarf es nahestehender Personen, in vielen Fällen der Eltern, damit solche Erfahrungen gemacht werden können. Besonders grotesk ist es, wenn der Achte Familienbericht aus dem Jahr 2012 mit dem Ziel "Zeit für Familie" überschrieben ist, die Empfehlungen allerdings, wie bei Allmendinger, in Richtung Ganztagsbetreuung gehen, was ja letztlich heißt: keine oder wenig Zeit für Familie.
6.7.17 Arbeitsmarktpolitik, Armut, Bildung, Familie, Jutta Allmendinger, Stifterverband, Wissensgemeinschaft, Wissensgesellschaft
"Emanzipation für alle" - auch für Familie...
...ein Beitrag von Svenja (Baukje) Dobberstein im Forum von der freitag. Zur Phoenix-Runde, auf die der Beitrag sich bezieht, siehe den Kommentar von Sascha Liebermann "Befreiung durch Bildung oder durch Machtumverteilung?"
5.7.17 Baukje Dobberstein, Bündnis Grundeinkomen, Familie, Svenja Dobberstein
"Zur Persistenz der Argumente im Automatisierungsdiskurs"...
...ein Beitrag der Historikerin Martina Heßler zur Automatisierungsdiskussion.
5.7.17 Automatisierung, Digitalisierung, Martina Heßler
"Jenseits der Details der Vielzahl unterschiedlicher Modelle ist die Grundidee eines bedingungslosen Grundeinkommens denkbar einfach. Anstelle diverser bedarfsorientierter sozialstaatlicher Programme hat jeder das Recht auf ein Grundeinkommen aus Steuermitteln. Einige Fragen sind offensichtlich: Wer ist bezugsberechtigt, alle Staatsbürger oder jeder sich auf dem Bundesgebiet legal aufhaltender Mensch, oder jeder Mensch überhaupt? Wie wird die Höhe der Transferleistung bestimmt (Existenzsicherung, Sicherung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben)? Wie wird die Transferleistung ausgezahlt und wird sie durch Bezug von Arbeitseinkommen eingeschränkt. Ich will mich in der Folge auf das Modell einer negativen Einkommenssteuer konzentrieren, da mir die Konzeption einer Sozialdividende, also die Auszahlung des Grundeinkommens an alle, unabhängig von ihrem Einkommen, als politisch unrealistisch erscheint."
"Gezielte Zuwanderung" in das System des Grundeinkommens? Dazu müssen wir uns heute schon verhalten, das ist keine Frage der Zukunft. Man könnte sagen, ein BGE würde uns um so mehr dazu aufrufen, uns zu fragen, wie wir damit umgehen wollen und welchen Beitrag wir dazu leisten können, dass Menschen nicht aus ihrem Land fliehen.
"Ist es andererseits sozial gerecht, mit einem Grundeinkommen tatsächliche Bedarfe, die punktuell oder strukturell über dieses hinausgehen, zu ignorieren, weil es weder Bürokratie noch Programme gibt, diese Bedarfe zu erfassen?"
5.7.17 Existenzsicherung, Feldexperiment, Gegenblende, Gerechtigkeit, Sozialdividende, Sozialstaat, Staatsbürger, Thomas Greven
"Es gibt kein Jobwunder"...
...ein Beitrag von Markus Krüsemann bei miese jobs.
4.7.17 Arbeitsvolumen, Bundesagentur für Arbeit, Erwerbstätigenrechnung, Markus Krüsemann, miese jobs, Prekäre Beschäftigung
"Arbeit transformieren!"... - ohne Bedingungsloses Grundeinkommen
Die Kommission "Arbeit der Zukunft" bei der Hans Böckler Stiftung hat unter dem Titel "Arbeit transformieren!" "Denkanstöße" veröffentlicht. Dem Bedingungslosen Grundeinkommen werden nur zwei Bemerkungen gewidmet, die eine bezieht sich auf etwaige Folgen der Digitalisierung (S. 55), die andere darauf, eine Alternative zum BGE vorzuschlagen: "bedingungslose Grundzeiten" (S. 62):
"Um wachsende Lohnungleichheit einzudämmen, stehen diverse Instrumente zur Verfügung wie eine solidarische Lohnpolitik, überproportionale Tarifsteigerungen, ein Zurückdrängen prekärer Beschäftigungsverhältnisse und veränderte Entgeltordnungen. Zusätzlich könnte auch ein Sockel für die Arbeitszeit die Lage verbessern: eine Grund- bzw. Mindestarbeitszeit. Das ist kein aus der Luft gegriffener Gedanke: Frankreich führte sie 2014 ein; seitdem gilt für alle neuen Teilzeitverträge eine Mindestarbeitszeit von 24 Stunden pro Woche, 104 Stunden pro Monat und 1.102 Stunden pro Jahr. In Deutschland sehen die Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie Untergrenzen für die Wochenarbeitszeit vor; bereits in der Tarifrunde 2003 hatten die Mitglieder der Tarifkommission bei ver.di eine tägliche zusammenhängende Mindestarbeitszeit von vier Stunden und eine wöchentliche Mindestarbeitszeit von 20 Stunden gefordert..."
So weit, so innovativ die "Denkanstöße", was heißt das konkret? Wer Einkommen erzielen will, muss mindestens halbtags erwerbstätig sein - wieder eine Förderung von Erwerbstätigkeit, die als schützenswert gilt. Und wer nicht erwerbstätig sein will, weil er anderes, wichtigeres zu tun hat? Der hat das Nachsehen, denn normativ gilt Erwerbstätigkeit als Non-plus-ultra.
4.7.17 Arbeit der Zukunft, Bedingungslose Grundeinzeiten, Hans Böckler Stiftung
"Von wegen Revolution" - zur Überschätzung der Digitalisierung...
...in ihren Folgen für Unternehmensstrukturen äußerten sich Stefanie Büchner, Stefan Kühl und Judith Muster in der Süddeutschen Zeitung vom April. Ein interessanter Blick von erfahrenen Organisationsforschern auf eine teils hysterische Debatte.
4.7.17 Digitalisierung, Judith Muster, Stefan Kühl, Stefanie Büchner, Süddeutsche Zeitung
"Verheißung oder leeres Versprechen? Das bedingungslose Grundeinkommen"...
...ein Feature auf hr info.
3.7.17 hr info
"Utopie oder mögliche Realität?" - Bedingungsloses Grundeinkommen im SWR Fernsehen
Siehe auch "Für radikalen Umbau des Sozialsystems"
3.7.17 SWR Fernsehen
Bündnis Grundeinkommen - Stand der Unterschriftensammlung
3.7.17 Bundestagswahl 2017, Bündnis Grundeinkommen
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