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Timestamp: 2020-07-08 05:58:05+00:00

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Tarifauslegung – tarifliche Jahresarbeitszeit – Arbeitsverhältnis mit dem Erfüllungsort in Berlin-Ost
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 29.09.2010, 10 AZR 630/09
Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 2. April 2009 – 20 Sa 524/08 – wird zurückgewiesen.
10 AZR 630/09 > Rn 1
10 AZR 630/09 > Rn 2
10 AZR 630/09 > Rn 3
10 AZR 630/09 > Rn 4
10 AZR 630/09 > Rn 5
10 AZR 630/09 > Rn 6
10 AZR 630/09 > Rn 7
10 AZR 630/09 > Rn 8
10 AZR 630/09 > Rn 9
10 AZR 630/09 > Rn 10
10 AZR 630/09 > Rn 11
10 AZR 630/09 > Rn 12
10 AZR 630/09 > Rn 13
10 AZR 630/09 > Rn 14
10 AZR 630/09 > Rn 15
10 AZR 630/09 > Rn 16
10 AZR 630/09 > Rn 17
aa) Protokollnotizen können eigenständiger Teil eines Tarifvertrags sein. Entscheidend ist, ob sie dem Formerfordernis eines Tarifvertrags nach § 1 Abs. 2 TVG entsprechen (BAG 4. April 2001 – 4 AZR 237/00 – zu II 1 b aa der Gründe, BAGE 97, 263). Ihre tarifliche Wirksamkeit kann sich auch daraus ergeben, dass sie in den Tariftext selbst aufgenommen werden (BAG 19. September 2007 – 4 AZR 670/06 – Rn. 32, BAGE 124, 110).
10 AZR 630/09 > Rn 18
10 AZR 630/09 > Rn 19
10 AZR 630/09 > Rn 20
10 AZR 630/09 > Rn 21
10 AZR 630/09 > Rn 22
10 AZR 630/09 > Rn 23
10 AZR 630/09 > Rn 24
10 AZR 630/09 > Rn 25
10 AZR 630/09 > Rn 26
10 AZR 630/09 > Rn 27
bb) Der Ort der Arbeitsleistung ergibt sich regelmäßig aus dem Arbeitsvertrag. Ist dies nicht der Fall, bestimmt sich der Erfüllungsort nach § 269 BGB auch bei Arbeitsverhältnissen nach den Umständen des Einzelfalls und der Natur des Arbeitsverhältnisses (BAG 3. Dezember 1985 – 4 AZR 325/84 – AP TVG § 1 Tarifverträge: Großhandel Nr. 5; ErfK/Preis 11. Aufl. § 611 BGB Rn. 650). Regelmäßig ist von einem einheitlichen gemeinsamen Erfüllungsort auszugehen. Dies ist der Ort, an dem der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung zu erbringen hat (BAG 9. Oktober 2002 – 5 AZR 307/01 – zu I 2 c aa der Gründe, AP ZPO § 38 Internationale Zuständigkeit Nr. 18 = EzA ZPO 2002 § 29 Nr. 1).
10 AZR 630/09 > Rn 28
cc) Der Kläger ist zum 1. September 2007 nach T versetzt worden. Er ist dort nicht mehr – wie zuvor – nur als Springer tätig, sondern hat dauerhaft seine Arbeitsleistung in einem Gebiet zu erbringen, in dem die tarifliche Jahresarbeitszeit von 1.672 Stunden gilt.
10 AZR 630/09 > Rn 29
10 AZR 630/09 > Rn 30
10 AZR 630/09 > Rn 31
a) Der Gleichbehandlungsgrundsatz gebietet dem Arbeitgeber, seine Arbeitnehmer oder Gruppen von Arbeitnehmern, die sich in vergleichbarer Lage befinden, bei Anwendung einer selbstgesetzten Regel gleichzubehandeln. Damit verbietet er nicht nur die willkürliche Schlechterstellung einzelner Arbeitnehmer innerhalb der Gruppe, sondern auch eine sachfremde Gruppenbildung. Im Bereich der Arbeitsvergütung ist der Gleichbehandlungsgrundsatz trotz des Vorrangs der Vertragsfreiheit anwendbar, wenn Arbeitsentgelte durch eine bestimmte betriebliche Einheitsregelung generell angehoben werden und der Arbeitgeber die Leistung nach einem bestimmten erkennbaren und generalisierenden Prinzip gewährt, indem er bestimmte Voraussetzungen oder Zwecke festlegt (st. Rspr., zuletzt BAG 17. März 2010 – 5 AZR 168/09 – Rn. 14, AP BGB § 242 Gleichbehandlung Nr. 211 = EzA BGB 2002 § 242 Gleichbehandlung Nr. 22). Sofern der Arbeitgeber durch eine betriebliche Einheitsregelung abweichend vom Tarifvertrag eine kürzere Arbeitszeit festlegt, verbietet der Gleichbehandlungsgrundsatz auch insoweit eine willkürliche Schlechterstellung einzelner Arbeitnehmer und eine sachfremde Gruppenbildung.
10 AZR 630/09 > Rn 32
10 AZR 630/09 > Rn 33
4. Soweit der Kläger erstmalig mit der Revision einen Verstoß gegen das Maßregelungsverbot des § 612a BGB geltend macht und behauptet, die Erhöhung der Jahresarbeitszeit sei aus Verärgerung über den Widerspruch gegen den Übergang seines Arbeitsverhältnisses erfolgt, liegt darin in der Revisionsinstanz unzulässiger neuer Sachvortrag. Deshalb bedarf es keiner Entscheidung, ob die Berufung auf die tarifliche Arbeitszeit seitens der Beklagten eine Maßnahme iSd. § 612a BGB darstellt. Es steht auch nicht fest, dass die zulässige Ausübung des Widerspruchsrechts der tragende Grund, dh. das wesentliche Motiv für die Erhöhung der Jahresarbeitszeit durch die Beklagte war. Es reicht nicht aus, dass die Rechtsausübung nur den äußeren Anlass für die Maßnahme bietet (st. Rspr., zuletzt BAG 17. März 2010 – 5 AZR 168/09 – Rn. 28, AP BGB § 242 Gleichbehandlung Nr. 211 = EzA BGB 2002 § 242 Gleichbehandlung Nr. 22).
10 AZR 630/09 > Rn 34
Das Urteil BAG – 10 AZR 630/09 wird zitiert in:

References: § 1
 § 269
 § 1
 § 611
 § 38
 § 29
 § 242
 § 242
 § 612
 § 612
 § 242
 § 242