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Timestamp: 2018-01-24 07:44:02+00:00

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BAG, Urteil vom 22.04.2010, 2 AZR 491/09 - HENSCHE Arbeitsrecht
BAG, Ur­teil vom 22.04.2010, 2 AZR 491/09
Aktenzeichen: 2 AZR 491/09
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Duisburg, Urteil vom 24.07.2008, 1 Ca 671/08
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 21.01.2009, 12 Sa 1590/08
12 Sa 1590/08
1. fest­zu­stel­len, dass die Ände­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen gemäß Ände­rungskündi­gung vom 29. Fe­bru­ar 2008 so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt ist und das Ar­beits­verhält­nis un­verändert fort­be­steht,
Das Ar­beits­ge­richt hat nach den Kla­ge­anträgen er­kannt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung der Be­klag­ten zurück­ge­wie­sen. Mit der vom Bun­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt die Be­klag­te ih­ren Klag­ab­wei­sungs­an­trag wei­ter.
kündi­gung nicht schon des­halb un­wirk­sam, weil die Ver­set­zung nicht die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats fand und die­se auch nicht er­setzt wur­de.
2. Ent­ge­gen ei­ner in Recht­spre­chung und Schrift­tum mit un­ter­schied­li­chen Ansätzen ver­tre­te­nen Auf­fas­sung (vgl. Hes­si­sches LAG 1. Ju­ni 2006 - 9 Sa 1743/05 -; KR/Rost 9. Aufl. § 2 KSchG Rn. 141; ähn­lich KDZ/Zwan­zi­ger 7. Aufl. Rn. 188 zu § 2 KSchG; DKK/Bach­ner Be­trVG 12. Aufl. § 99 Rn. 219; APS/Künzl 3. Aufl. § 2 KSchG Rn. 158f.; Löwisch-Spin­ner 9. Aufl. Rn. 112 zu § 2 KSchG; Ha­Ko-Pfeif­fer 3. Aufl. § 2 Rn. 70; v. Ho­y­nin­gen-Hue­ne/Linck 14. Aufl. § 2 Rn. 203; Ber­kow­sky NZA 2010, 250) ist an der Tren­nung zwi­schen dem be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Schick­sal der Ver­set­zung und den Wirk­sam­keits-
vor­aus­set­zun­gen der Kündi­gung auch für den hier ge­ge­be­nen Fall fest­zu­hal­ten, dass die vom Be­triebs­rat ver­wei­ger­te Zu­stim­mung zu der Ver­set­zung, de­ren Ermögli­chung Ge­gen­stand der Ände­rungskündi­gung ist, ge­richt­lich nicht er­setzt wor­den und die ent­spre­chen­de Ent­schei­dung rechts­kräftig ist. Durch die rechts­kräfti­ge Ab­wei­sung ei­nes An­trags auf Er­set­zung der vom Be­triebs­rat ver­wei­ger­ten Zu­stim­mung wird die Ausführung der mit der Ände­rungskündi­gung be­ab­sich­tig­ten Ver­tragsände­rung nicht dau­ernd unmöglich iSv. § 275 Abs. 1 BGB (dies noch in Be­tracht zie­hend Se­nat 30. Sep­tem­ber 1993 - 2 AZR 283/93 - zu B I 3 e ff der Gründe, BA­GE 74, 291; of­fen ge­las­sen von Se­nat 28. Au­gust 2008 - 2 AZR 967/06 - BA­GE 127, 342).
Der Ar­beit­ge­ber kann den Be­triebs­rat ggf. mehr­mals hin­ter­ein­an­der um Zu­stim­mung zur Ver­set­zung des­sel­ben Ar­beit­neh­mers auf den­sel­ben (neu­en) Ar­beits­platz er­su­chen. Er kann dem­ent­spre­chend meh­re­re Zu­stim­mungs-
er­set­zungs­ver­fah­ren - nach­ein­an­der oder auch zeit­lich par­al­lel, al­so schon vor dem rechts­kräfti­gen Ab­schluss des zunächst ein­ge­lei­te­ten - bei Ge­richt anhängig ma­chen. Die­se ha­ben trotz des glei­chen Rechts­schutz­ziels pro­zes­su­al un­ter­schied­li­che Ge­genstände. Durch die rechts­kräfti­ge Ab­leh­nung der Zu­stim­mungs­er­set­zung in ei­nem vor­an­ge­gan­ge­nen Ver­fah­ren ist der Aus­gang ei­nes wei­te­ren Er­set­zungs­ver­fah­rens nicht präju­di­ziert (BAG 16. Ja­nu­ar 2007 - 1 ABR 16/06 - AP Be­trVG 1972 § 99 Ein­stel­lung Nr. 52 = EzA Be­trVG 2001 § 99 Ver­set­zung Nr. 3).
un­ter­schied­li­che Ent­schei­dun­gen über die Ver­set­zung auf der ei­nen und die Ände­rungskündi­gung auf der an­de­ren Sei­te oh­ne wei­te­res möglich sind.
d) Der Ar­beit­neh­mer ist aus­rei­chend geschützt. Wie aus­geführt, bleibt die Ver­set­zung auch in­di­vi­du­al­recht­lich un­wirk­sam, so­lan­ge die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats nicht er­teilt oder er­setzt ist. Der Ar­beit­neh­mer muss trotz de­ren Wirk­sam­keit nicht zu den geänder­ten Be­din­gun­gen ar­bei­ten.
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References: § 2
 § 2
 § 99
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 275
 § 99
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