Source: http://www.finanzenchannel.de/kat/07,07/artikel/525.html
Timestamp: 2019-01-17 03:57:29+00:00

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Artikel: Kapitallebensversicherung
Eine Kapitallebensversicherung besteht aus einer Todesfallversicherung und einem Sparvorgang. Dass diese Kombination in der Regel (Ausnahmen siehe unter Bedarf-Bedarfsermittlung!) keinen Sinn macht, zeigen die folgenden Fakten:
Eine ausreichende Todesfallabsicherung ist normalerweise über eine Kapitallebensversicherung nicht erreichbar, da der Beitrag für eine solche Versicherung mit der benötigten Versicherungssumme unbezahlbar wäre. Über eine Risikolebensversicherung kostet der Versicherungsschutz für den Todesfall meistens nur 5 % des Beitrages für eine Kapitallebensversicherung mit einem entsprechenden Todesfallschutz. Deshalb:
Versicherung und Geldanlage trennen, also 5 % für eine entsprechende Risikolebensversicherung bezahlen und 95 % selbst anlegen.
Der in der Kapitallebensversicherung enthaltene Sparvorgang führt in der Regel zu keiner attraktiven Rendite. Dies liegt zunächst einmal daran, dass der Versicherer relativ hohe Abschluss- und Verwaltungskosten vom gezahlten Beitrag abzieht und er einen weiteren Teil des Beitrages für den Todesfallschutz vereinnahmt. Nur das, was übrig bleibt, wird mit einer Mindestverzinsung von zur Zeit 2,75 % vom Versicherer angelegt. Die garantierte Verzinsung des gesamten Beitrages ist folglich wesentlich geringer.
Große Manipulationsmöglichkeiten der Versicherer
Die Versicherer brüsten sich zuweilen damit, dass sie mehr als 90% der mit dem Sparanteil der Versicherungsprämie erzielten Überschüsse an die Versicherungsnehmer weitergeben. Fraglich ist jedoch, wie hoch die Bezugsgröße zu diesen 90 % ist, denn 90 % von 1 Euro ist natürlich wesentlich weniger als 90 % von 1.000.000 Euro. Die Bezugsgröße können die Versicherer jedoch zum Beispiel durch die Bildung stiller Reserven und ähnlicher buchhalterischer Tricks gering halten.
Vorsicht vor Renditeversprechungen
Versicherungsvertreter versuchen oft mittels Beispielrechnungen, mit reizvollen Rendite-Prognosen und schönfärberischen Ablaufleistungen, zum Versicherungsabschluss zu verführen. Fest steht jedoch, dass man nur mit den wirklich garantierten Leistungen und nicht mit den lediglich prognostizierten Überschüssen rechnen kann. Gerade in letzter Zeit wurden die zukünftigen Überschüsse zum Teil drastisch gekürzt.
Wie wichtig ist Kapitallebensversicherung?
Über eine Risikolebensversicherung kostet der Versicherungsschutz für den Todesfall sehr wenig, meistens nur 5 % des Beitrages zu einer Kapitallebensversicherung mit einem entsprechenden Todesfallschutz. Deshalb ist die Alternative: Versicherung und Geldanlage trennen, also 5 % für eine entsprechende Risikoversicherung bezahlen und 95 % selbst anlegen - besser, rentabler, flexibler, inflationssicher und überschaubarer! Die Kapitallebensversicherung hat auch nichts mit Altersversorgung zu tun, die kein Versicherungs-, sondern ein reines Geldanlageproblem ist! Über Geldanlage sollten Sie aber vor allem mit den Geldanlageberatern bei Banken und Sparkassen reden, sich dabei aber nicht deren unrentable Angebote, wie Sparbuch, Sparbrief oder Sparplan aufschwatzen lassen, sondern nach Besserem fragen (wie z. B. Investmentfonds, über deren Renditen ständig in Wirtschaftsmagazinen berichtet wird).
Eine Kapitallebensversicherung besteht aus einer Todesfallversicherung und einem Sparvorgang. Dass diese Kombination in der Regel (Ausnahmen siehe unter Bedarf-Bedarfsermittlung!) keinen Sinn macht, zeigen die folgenden Fakten: Keine ausreichende Todesfallabsicherung
Eine ausreichende Todesfallabsicherung ist normalerweise über eine Kapitallebensversicherung nicht erreichbar, da der Beitrag für eine solche Versicherung mit der benötigten Versicherungssumme unbezahlbar wäre. Über eine Risikolebensversicherung kostet der Die Kapitallebensversicherung in der bisherigen Form hat viele Nachteile  siehe Sinn und Zweck und kann allenfalls bei einem günstigen Anbieter empfohlen werden
1. zum Steuernsparen (nur bei gesichertem Sonderausgabenabzug der Beiträge, der meistens nur bei Selbständigen gegeben ist; mit einer Laufzeit von 12 Jahren und nur bei "Spitzengesellschaften", die erfahrungsgemäß hohe Renditen zahlen).
2. im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung (wenn der Arbeitgeber zubezahlt) oder als Direktversicherung über den Arbeitgeber (bei der ein Teil des Gehalts in Beitrag für eine Kapitalversicherung umgewandelt und mit einem Satz von 20 Prozent pauschal besteuert wird, was sich nur für gut Verdienende und erst ab einem Alter um die 40 Jahre lohnt, weil der Vertrag bis zum 60. Lebensjahr laufen muss und somit die mäßige Lebensversicherungsrendite und die Inflation die Steuervorteile wieder aufzehren). Ab dem 01.01.2005 entfällt jedoch die Pauschalbesteuerung. Dann zahlt der Sparer ohne Abzug von Steuern und - bis 2008 - ohne Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze. Die Auszahlung wird jedoch nachgelagert besteuert.
3. zur Tilgung von Krediten, wenn sich daraus hohe steuerliche Vorteile ergeben (was NICHT der Fall ist bei der Finanzierung von selbstbewohnten Wohnungen und Häusern, sondern allenfalls, und das auch nicht immer, bei vermietetem Grundbesitz). Der Gesetzgeber kann die Steuervorteile dieser Finanzierungsform in Zukunft beschneiden oder streichen! So werden z. B. neuerdings keine Steuervorteile mehr gewährt, wenn die Lebensversicherung nicht nur das reine Darlehen, sondern auch die Finanzierungskosten deckt.
4. als fondsgebundene Lebensversicherung, die den Vorteil hat, dass die Spargelder, im Gegensatz zur normalen Kapitalversicherung, als Sondervermögen zu behandeln und für die Gesellschaften unantastbar sind, und dass die Spargelder, jedenfalls bei einer Anlage in guten Aktienfonds, nicht der Inflation unterliegen. Doch auch hier gilt die Empfehlung: Trennen Sie Versicherung und Geldanlage! Wer an eine Lebensversicherung mit einem schlechten Fonds geraten und krank geworden ist, muss den Vertrag weiterführen, weil er woanders keinen Versicherungsschutz für den Todesfall mehr erhalten würde.
Die Weiterführung von Lebensversicherungen lohnt sich (neben den Fällen von 1. bis 4.) bei so genannten "befreienden" Lebensversicherungen, wenn man diese vor Jahren einmal, als dies möglich war, zur Befreiung von der Sozialversicherungspflicht abgeschlossen hat (weil dann der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrages zubezahlt).
Zusätze zu Kapitallebensversicherungen
Zu Kapitalversicherungen gibt es oft unsinnige, unrentable und teure Zusätze, wie z. B. den Unfallzusatz (UZ). Das heißt, dass bei einem Unfalltod eine höhere Leistung ausgezahlt würde. Dieser zusätzliche Versicherungsschutz ist viel zu teuer. Die Gesellschaften berechnen dafür über 1 Euro je 1.000 Euro Versicherungssumme. Bei einer günstigen Unfallversicherung kostet das nur 60 Cent. Warum aber sollte man überhaupt eine zusätzliche Summe für den Fall des Unfalltodes versichern, die doch sicher auch bei Tod durch Krankheit benötigt würde?! Die beste Lösung für eine vernünftige Vorsorge für den Todesfall, egal ob durch Unfall oder Krankheit, ist allein die reine Risikolebensversicherung. Wer also eine Lebensversicherung mit UZ hat und weiterführen will (oder - bei Krankheit weiterführen muss) sollte den Unfallzusatz ausschließen.
Dann gibt es Zusätze, die eine enorme Knebelwirkung haben, wie eine Berufsunfähigkeitszusatz- (BUZ) oder Pflegeversicherung. Wenn Sie derartige Zusatzvereinbarungen treffen, kommen Sie nicht mehr von dem unrentablen Sparvorgang und dem teuren Versicherungsschutz los, wenn Sie krank geworden sind und sich anderweitig nicht mehr über Risikoversicherungen versichern können. Denn kaum eine Gesellschaft führt die Zusatzversicherungen bei Aufkündigung des Sparvorganges als selbständige Verträge weiter!
Den Berufsunfähigkeitszusatz gibt es in zwei Formen: Erstens als Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit und zweitens als Beitragsbefreiung plus Zahlung einer Monatsrente. Nun meinen viele Vertreter, Beitragsfreiheit bei Berufsunfähigkeit und trotzdem Auszahlung des Kapitals bei Ablauf könne man mit einer Risikoversicherung nicht erreichen. Dies ist einer der vielen Vertretertricks, der wie folgt zu entlarven ist: Natürlich ist für diese Besonderheit ein gewisser Beitrag in die Prämie zur Kapitalversicherung einkalkuliert. Diesen Betrag wenden Sie besser für die Erhöhung einer Berufsunfähigkeitsrente auf, die Sie am besten in Verbindung mit eine Risikolebensversicherung abschließen (als Berufsunfähigkeits-Zusatz). Und im Falle eines Berufsunfähigkeitsfalles könnten Sie aus dieser Zusatzrente das erforderliche Kapital für später ansparen. Die Rechnung ist ganz einfach: Sie versichern eine Berufsunfähigkeitsrente plus den Beitrag zur Kapitallebensversicherung, mit dem Sie ja auch über diese Versicherung Ihre zusätzliche Altersversorgung selbst angespart hätten. So hätten Sie für wesentlich weniger Beitrag eine Berufsunfähigkeitsrente versichert zuzüglich einem Betrag, den Sie, falls Sie kein Geld mehr verdienen, für Ihr Alter anlegen könnten. Ein "Zuschlag" von 300 Euro monatlich auf eine Berufsunfähigkeitsrente würde bei einer vernünftigen Anlage, einschließlich Zinsen oder Erträgen, nach 20 Jahren einen Betrag von etwa 200.000 Euro, nach 30 Jahren von etwa 400.000 Euro ergeben.
Vereinbarung / Beibehaltung einer Dynamik im Rahmen einer Kapitallebensversicherung
In der Regel ist die Vereinbarung / Beibehaltung einer Dynamik im Rahmen einer Kapitallebensversicherung nicht empfehlenswert. Durch die Vereinbarung einer Dynamik, d. h. der automatischen Erhöhung des Beitrages und der Versicherungssumme, würde die Rendite der Kapitallebensversicherung weiter geschmälert werden. Das liegt daran, dass die Gesellschaften nach jeder Erhöhung zumindest einen Teil der Erhöhungsbeiträge jeweils als Provisionen und Abschlusskosten für die erhöhte Versicherungssumme einbehalten dürfen.
Eine bereits vereinbarte Dynamik entfällt, wenn der Versicherungsnehmer ihr bis zum Ende des ersten Monats nach dem Erhöhungstermin widerspricht oder wenn er Sie zum Ende des Versicherungsjahres herauskündigt.
Rein aus Geldanlagegesichtspunkten heraus halten wir es für sinnvoll, der Dynamik zu widersprechen oder Sie aus dem Vertrag herauszukündigen. Lediglich dann, wenn man mehr Todesfallschutz benötigt, und diesen beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr durch den Abschluss oder durch die Erhöhung einer Risikolebensversicherung erhalten kann, ist die Beibehaltung der Dynamik unseres Erachtens aus Versicherungsgesichtspunkten heraus sinnvoll.
Die Entscheidung, eine Kapitallebensversicherung abzuschließen, war fehlerhaft,
wenn Sie hohe Beiträge für eine langfristige Lebensversicherung zur zusätzlichen Altersversorgung aufwenden, aber noch keinen ausreichenden Versicherungsschutz für Ihre Familie über eine wesentlich billigere Risikolebensversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsrente haben.
wenn Sie den Sparerfreibetrag noch nicht ausgenutzt haben, also über jede andere Geldanlage - flexibler und besser - steuerfreie Erträge erreichen können.
wenn Sie eine langfristige Lebensversicherung haben und die Beiträge nicht im Rahmen der voll abzugsfähigen Sonderausgaben von Ihrem Einkommen absetzen können (Durchschnittsrendite dann  je nach Laufzeit - zwischen 5 und 5,5 Prozent).
wenn Sie Lebensversicherungen bei einer ungünstigen Gesellschaft mit einer schlechten Überschussbeteiligung abgeschlossen haben.
wenn Sie eine langfristige vermögensbildende Lebensversicherung abgeschlossen haben (wofür es keine Sparzulagen mehr gibt).
wenn Sie für Berufsunfähigkeit über eine langfristige Kapitallebensversicherung vorgesorgt haben.
wenn Sie eine Kapitallebensversicherung zur Tilgung eines Darlehens für selbstbewohnten Grundbesitz abgeschlossen haben (sog. Verrechnungsabkommen, Tilgungsaussetzung oder Lebensversicherungshypothek).
Sie sollten in diesen Fällen nicht resignieren, sondern sich informieren und handeln. Der Nachteil: Sie verlieren viel Geld - meist die ersten Jahresbeiträge. Das sollte Sie aber nicht von der Aufhebung oder Veränderung Ihrer Lebensversicherung abhalten, denn ob Sie die Versicherung unverändert durchhalten, verändern oder ganz aufheben: Sie haben dieses Geld in jedem Fall verloren. Es wäre also ein Selbstbetrug zu glauben, durch Weiterführung einer Lebensversicherung dieses Geld retten zu können. Sie würden den Verlust nur über eine längere Zeit strecken. Es geht jetzt darum, in der Zukunft und auf Dauer nicht noch mehr Geld zu verlieren - vor Allem auch durch die Inflation, die jahrzehntelang die Kaufkraft Ihres angesparten Geldes verringert.
Wenn Kapitallebensversicherungsverträge erst bis zu 6 Jahre alt sind, ist oftmals die Aufhebung / Beendigung der Verträge und die eigene (bessere) Anlage der zurückerhaltenen Beiträge bzw. des Rückkaufswertes das Sinnvollste (siehe dazu unsere Hinweise unter Vertragsaufhebung / Kündigung!).
Bei Verträgen, die älter sind als 6 Jahre, kann man als Alternative zur Kündigung eine Beitragsfreistellung oder eine Laufzeitverkürzungsvereinbarung in Erwägung ziehen.
Um diesbezüglich eine Entscheidungshilfe zu erhalten, brauchen Sie einige Angaben von Ihrer Versicherungsgesellschaft. Diese Fragen sollten Sie stellen, um diese Angaben zu erhalten:
1. Wie hoch ist die voraussichtliche Ablaufleistung (inkl. Überschussbeteiligung) zum Vertragsablauf?
2. Wie hoch wäre die voraussichtliche Ablaufleistung (inkl. Überschussbeteiligung) zum Vertragsablauf bei Beitragsfreistellung zum jetzigen Zeitpunkt?
3. Wie hoch ist der derzeitige Rückkaufswert inkl. Überschussbeteiligung?
4. Bitte machen Sie mir ein Angebot auf Verkürzung der Laufzeit zum nächstmöglichen Zeitpunkt unter Beachtung der Mindestlaufzeit von 12 Jahren ab Vertragsbeginn und bei Beibehaltung des jetzigen Beitrages.
5. Wie hoch wäre nach der Laufzeitverkürzung die voraussichtliche Auszahlung (inkl. Überschussbeteiligung) bei Weiterzahlung der Beiträge?
6. Wie hoch wäre nach der Laufzeitverkürzung die voraussichtliche Auszahlung (inkl. Überschussbeteiligung) ohne Weiterzahlung der Beiträge?
Der Rückkaufswert ist der Betrag, den eine Lebensversicherungsgesellschaft Ihnen bei Aufhebung der Versicherung zurückzahlen muss, wenn sie bereits ein gewisses Deckungskapital aus Ihren Sparbeiträgen gebildet hat. Eine Laufzeitverkürzung kann den Vorteil haben, dass ein regulärer Ablauf erreicht und damit bei der Auszahlung zum vorgezogenen Ablauf möglicherweise "Schlussgewinne" fällig werden, wogegen bei einer vorzeitigen Aufhebung ein "Stornoabzug" erfolgen kann.
Durch eine Laufzeitverkürzung und durch eine Beitragfreistellung verringert sich die Versicherungssumme. Wenn es Ihnen hinsichtlich Ihrer Kapitallebensversicherung nicht nur um den Aspekt der Geldanlage, sondern auch um eine Absicherung Ihrer Hinterbliebenen im Todesfall geht, sollten Sie den Versicherer daher auch nach der Höhe der Versicherungssumme fragen, die nach einer Beitragsfreistellung bzw. nach einer Laufzeitverkürzung bestehen würde.
Nach der Vereinbarung einer Laufzeitverkürzung gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Sie können die Versicherung für die letzten Jahre (die Versicherer verlangen in der Regel eine Restlaufzeit von 2-5 Jahren) beitragsfrei stellen lassen. (Wichtig: Erst n a c h Erhalt des Nachtrags über die Laufzeitverkürzung die Beitragsfreistellung beantragen, weil eine beitragsfreie Versicherung nicht mehr verändert, also auch nicht mehr verkürzt werden kann!)
2. Sie zahlen noch die Beiträge für die letzten Jahre nach der Laufzeitverkürzung.
Wenn Sie die oben angegebenen Werte vorliegen haben, brauchen Sie für die Entscheidung über Ihr weiteres Vorgehen ein paar Eckwerte aus der Zinses-Zins-Tabelle, um feststellen zu können, ob die Auszahlung des Rückkaufswertes zum nächstmöglichen Kündigungstermin, eine Laufzeitverkürzung oder das Fortführen des Vertrages (beitragsfrei oder beitragspflichtig) das bessere Geschäft ist. Siehe die unten abgebildeten Tabellen! BdV-Mitglieder können die Werte in vielen Fällen auch dem BdV für die Berechnung einer Entscheidungshilfe vorlegen. Wichtig ist, dass Sie sich neutral beraten lassen.
Beitragsvergleich Versicherungsfall
Der Tod des Versicherten ist der Gesellschaft unverzüglich anzuzeigen. Dem Versicherer sind der Versicherungsschein, eine amtliche, das Alter und den Geburtsort der verstorbenen Person enthaltene Sterbeurkunde sowie ein ausführliches ärztliches oder amtliches Zeugnis über die Todesursache sowie über Beginn und Verlauf der Krankheit, die zum Tode des Versicherten geführt hat, einzureichen.
Nach Abschluss einer Lebensversicherung kann der Versicherungsnehmer nach § 8 Abs. 5 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) in einer Frist von 30 Tagen vom Vertrag zurücktreten. Nach § 5a VVG kann der Versicherungsnehmer noch bis zu 30 Tage nach Erhalt der Police dem Vertragsabschluss widersprechen, wenn er erst mit der Police eine "Verbraucherinformation" und die Versicherungsbedingungen erhält. Die Geltendmachung des Widerspruchsrechts auf diesem Weg ist normalerweise unproblematisch. In Fällen, in denen diese Frist bereits verstrichen war, war die Unzulänglichkeit der von den Lebensversicherern erteilten Verbraucherinformation der Grund für die Rückzahlungen. § 5a VVG beinhaltet nämlich das Recht, Vertragsschlüssen binnen Jahresfrist zu widersprechen, wenn keine ausreichende Verbraucherinformation erteilt wurde. Seit der am 09. Mai 2001 ergangenen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) weigern sich die meisten Lebensversicherer jedoch, die eingezahlten Beiträge zurückzuzahlen, wenn der Verbraucher dem Vertragsschluss später als 30 Tage nach Erhalt der Police gemäß § 5a VVG widerspricht.
Sie haben aufgrund der BGH-Rechtsprechung ihre Bedingungsklauseln ein wenig geändert und stehen auf dem Standpunkt, die neuen Bedingungswerke würden eine hinreichende Verbraucherinformation darstellen. Wer eine Kapitalversicherung bereits zu den neuen Bedingungen abgeschlossen hat (ca. ab dem Jahre 2002), ist daher in der Regel nicht in der Lage, sein Widerspruchsrecht außergerichtlich durchzusetzen. Wie die Gerichte auf diese neuen Konstellationen reagieren werden, lässt sich noch nicht absehen. Der BdV plant daher, mittels Verbandsklagen auch gegen die neuen Bedingungsklauseln gerichtlich vorzugehen. In einigen Fällen müssen die betroffenen Verbraucher jedoch nicht warten, bis positive Urteile zu Verträgen mit neu formulierten Bedingungsklauseln erstritten worden sind (dreijährige Verjährungsfrist beachten!). Der Schlüssel zum Erfolg kann nämlich auch das BGH-Urteil vom 28.01.2004 (Aktenzeichen IV ZR 58/03) sein. Der Bundesgerichtshof hat in diesem Urteil gefordert, der Versicherer müsse dem Verbraucher eine Widerspruchsbelehrung übermitteln, die den Hinweis enthält, dass die Widerspruchsbelehrung schriftlich erfolgen muss und dass zur Fristwahrung für den Widerspruch die rechtzeitige Absendung des Widerspruchs ausreicht. Außerdem muss die Widerspruchsbelehrung laut BGH drucktechnisch deutlich hervorgehoben sein.
Wer also nach Durchsicht seiner Unterlagen feststellt, dass eine dieser Voraussetzungen fehlt (die Widerspruchbelehrung befindet sich oftmals am Ende des Versicherungsscheins oder am Ende des Bedingungswerks), kann an seinen Versicherer schreiben. Dies gilt sowohl für klassische Lebens- und Rentenversicherungen, wie auch für alle fondsgebundenen Versicherungen. Die Jahresfrist seit Zahlung des ersten Beitrages darf jedoch noch nicht abgelaufen sein. Unproblematisch ist nach wie vor ein Widerspruch innerhalb von 30 Tagen ab Erhalt der Versicherungspolice.
Vertrags-Nr: .....
ich widerspreche dem Vertragsabschluss gemäß § 5a des Versicherungsvertragsgesetzes. Sie haben mich über das mir gesetzlich zustehende Widerspruchsrecht (bitte auswählen)
- hinsichtlich der Tatsache, dass der Widerspruch schriftlich erfolgen muss und dass zur Einhaltung der Frist die rechtzeitige Absendung des Widerspruchs genügt, nicht informiert
- nicht drucktechnisch deutlich informiert
Ich verweise in diesem Zusammenhang auf das Urteil des BGH vom 28.01.2004 (Az.: IV ZR 58/03). Bitte zahlen Sie alle eingezahlten Beiträge plus 7 % Zinsen zurück.

References: § 8
 § 5
 § 5
 § 5
 BGH 
 § 5
 BGH