Source: http://stmas.bayern.de/kinderbetreuung/horte/ganztages.php
Timestamp: 2017-05-24 09:50:02+00:00

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Ganztagesschule und Hort
Empfehlungen zur pädagogischen Arbeit Sie sind hier: Ganztagsschule und Hort
Für Schulkinder in Bayern bestehen vielfältige Möglichkeiten einer ganztägigen Bildung, Erziehung und Betreuung. Im Grundschulbereich steht den zuständigen Kommunen zum Beispiel mit den schulischen Angeboten einfache Mittagsbetreuung,
verlängerte Mittagsbetreuung und
und den Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe in Horten
Häusern für Kinder und
altersgeöffneten Kindergärten
ein umfassendes Instrumentarium zur Verfügung, um vor Ort eine bedarfsgerechte Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungslandschaft zu gestalten.
Hort erfreut sich zunehmender Beliebtheit
Eine herausragende Stellung im Rahmen der Ganztagsbildung von Schulkindern nehmen in Bayern die Horte ein. Etwa ein Drittel der Grundschulkinder, die Betreu-ungsangebote über die Halbtagsgrundschule hinaus in Anspruch nehmen, entscheiden sich für das Angebot eines Horts.
Außerschulische Tageseinrichtung mit ganzheitlichem Bildungsansatz
Beim Hort handelt es sich um eine außerschulische Tageseinrichtung zur regelmäßigen Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern ab der Einschulung bis zum Alter von 14 Jahren. In Einzelfällen nehmen Horte auch Jugendliche auf (zur Möglichkeit der Altersmischung vgl.) . Horte werden ebenso wie z.B. Kindergärten und Kinderkrippen nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) von den Gemeinden gefördert. Diese wiederum erhalten Zuschüsse seitens des Freistaates. Horte folgen einem eigenständigen, ganzheitlichen Bildungsansatz. Im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit steht der zielgerichtete Erwerb von Basiskompetenzen . Zu den Basiskompetenzen zählen zum Beispiel personale Kompetenzen, Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext, der kompetente Umgang mit Veränderungen und Belastungen und lernmethodische Kompetenzen. Es ist Aufgabe der Horte, Bildungs- und Erziehungsprozesse zu initiieren und zu moderieren. Sie streben dabei eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern an, arbeiten altersoffen und öffnen sich hin zum Gemeinwesen. Zu den weiteren Kernaufgaben zählt die Kooperation und Vernetzung mit anderen Kindertageseinrichtungen bzw. anderen Institutionen im Umfeld.
Bedarfsgerechte und qualifizierte Bildung, Erziehung und Betreuung In Horten arbeiten zwingend pädagogisch qualifizierte Kräfte, überwiegend staatlich anerkannte Erzieher und Erzieherinnen . Dies sichert qualitativ hochwertige Bildung, Erziehung und Betreuung während des gesamten Tages. Im Vergleich zu den schulischen Ganztagsangeboten bieten Horte das zeitlich umfassendere Angebot. So ist eine Betreuung auch am späteren Nachmittag und am Freitag in den meisten Horten ebenso eine Selbstverständlichkeit wie ein bedarfsgerechtes Angebot in Ferienzeiten. Lediglich 30 Schließtage pro Jahr sind förderunschädlich möglich.
Nach § 1 Abs. 2 SGB VIII i.V.m. Art. 6 GG sind Pflege und Erziehung der Kinder das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Allen Kindertageseinrichtungen kommt die Aufgabe zu, Eltern bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Art. 14 Abs. 1 BayKiBiG formuliert daher das Ideal der Erziehungspartnerschaft von Kindertageseinrichtung und Eltern. So ist es Aufgabe des Hortpersonals die Eltern regelmäßig über den Stand des Lern- und Entwicklungsprozesses ihres Kindes in der Tageseinrichtung informieren und mit ihnen wichtige Fragen der Bildung, Erziehung und Betreuung des Kindes zu er-örtern und beraten.
Vernetzung mit Schule und anderen Diensten der Jugendhilfe
Weiterer wichtiger Partner der Horte sind die Grundschulen . Enge Zusam-menarbeit und kontinuierliche Abstimmung sind hier unerlässlich. § 81 SGB VIII, Art. 15 BayKiBiG und Art. 31 BayEUG bilden hierfür die gesetzlichen Grundlagen. Darüber hinaus sind Horte in der Regel eng mit anderen Diensten der Jugendhilfe vernetzt. Als niedrigschwelliges Angebot der Jugendhilfe leisten sie einen wich-tigen Beitrag zur frühzeitigen Prävention. Darüber hinaus vernetzen sich Horte zum Beispiel mit Sportvereinen, Musikschulen, Bibliotheken, Museen, Arztpraxen.
Im Unterschied zur Ganztagsschule sind Horte in aller Regel beitragspflichtig. So-weit Familien die Zahlung eines Elternbeitrags aus finanziellen Gründen nicht zu-mutbar ist, können die Beiträge nach § 90 SGB VIII jedoch durch den Träger der öf-fentlichen Jugendhilfe (wirtschaftliche Jugendhilfe) übernommen werden. Für weitere Informationen steht das örtliche Jugendamt gerne zur Verfügung. (Liste der bayerischen Jugendämter)
Die Übernahme der Kosten für das Mittagessen ist im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets möglich. Schulische Ganztagsangebote
Nähere Informationen zu den in die Zuständigkeit des Staatsministeriums für Unter-richt und Kultus fallenden schulischen Angeboten sind auf der Homepage des StMUK abrufbar. Einfache und verlängerte Mittagsbetreuung
Kombination von schulischen Angeboten und Hort
Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit schulische Ganztagsangebote und den Besuch eines Hortes zu kombinieren. Dies bietet sich insbesondere in den Fällen an, in denen über die durch die Schule abgedeckten Zeiten hinaus weiterer Betreuungsbedarf besteht, so z.B. am Spätnachmittag, am Freitag und in Fe-rienzeiten. Ist eine reine Ferienbetreuung gewünscht, und überschreitet die Zahl der Besuchstage des Kindes im Hort 15 Betriebstage im Jahr, so kann der Hort hierfür eine Förderung nach dem BayKiBiG erhalten.
Für nähere Informationen über die Angebote der Ganztagsbildung für Schulkinder und verfügbare Plätze vor Ort stehen Ihnen die Stadt- und Gemeindeverwaltungen, die Schul- und Einrichtungsleitungen ebenso wie die örtlichen Schul- und Jugendämter zur Verfügung. Zusätzliche Informationen
verwaltungsportal.de	Staatsinstitut für Frühpädagogik
ifp.bayern.de	Sozial-Fibel

References: § 1
 Art. 6
 Art. 14
 § 81
 Art. 15
 Art. 31
 § 90