Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=19.04.2005&Aktenzeichen=9%20AZR%20188/04
Timestamp: 2019-07-22 19:23:19+00:00

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BAG, 19.04.2005 - 9 AZR 188/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1570
BAG, 19.04.2005 - 9 AZR 188/04 (https://dejure.org/2005,1570)
BAG, Entscheidung vom 19.04.2005 - 9 AZR 188/04 (https://dejure.org/2005,1570)
BAG, Entscheidung vom 19. April 2005 - 9 AZR 188/04 (https://dejure.org/2005,1570)
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Auskunft, Dienstfahrzeug, Privatnutzung, Kfz-Kosten
Auskunft des Arbeitnehmers über die Kosten eines benutzten Dienstfahrzeugs als arbeitsvertragliche Nebenpflicht; Prägung des Inhalts der Nebenpflichten im Arbeitsverhältnis durch eine besondere persönliche Bindung der Vertragspartner; Steuerliche Berücksichtigung eines dem Arbeitnehmer auch zu privaten Zwecken zugewiesenen Dienstwagens
BGB § 133 § 157 § 241 § 242; EStG § 8 Abs. 2
Mitarbeiter kann Auskunft über Kosten verlangen
Dienstwagen - Arbeitnehmer kann Auskunft über konkrete Kosten verlangen
Arbeitsrecht - Auskunftsanspruch über Dienstwagenkosten
Firma muss Mitarbeiter über Dienstwagen-Kosten informieren
Den Firmenwagen für den Fiskus billig rechnen
Dienstwagen: Auskunftspflichten des Arbeitgebers bei Anwendung der Listenpreismethode
Vergleich über sämtliche wechselseitigen finanziellen Ansprüche erfasst nicht Anspruch auf Auskunftserteilung
ArbG Herne, 09.09.2003 - 3 Ca 894/03
NZA 2005, 983
DB 2005, 1691
Darüber hinaus kann der Arbeitnehmer nach allgemeinen Grundsätzen Auskunft über die Grundlagen seines Vergütungsanspruchs verlangen, wenn er hierüber unverschuldet keine Kenntnis hat (vgl. nur BAG 19. April 2005 - 9 AZR 188/04 - AP BGB § 242 Auskunftspflicht Nr. 39 = EzA BGB 2002 § 242 Auskunftspflicht Nr. 1, zu II 2 der Gründe).
Außerhalb der gesetzlich oder vertraglich geregelten Auskunftsansprüche besteht ein Auskunftsrecht dann, wenn die Rechtsbeziehungen der Parteien es mit sich bringen, dass der Berechtigte in entschuldbarer Weise über Bestehen und Umfang eines Rechts im Ungewissen ist und der Verpflichtete die zur Beseitigung der Ungewissheit erforderlichen tatsächlichen Angaben unschwer machen kann (…für die st. Rspr. BAG 22. Mai 2007 - 3 AZR 357/06 - Rn. 23, Kurzwiedergabe zB in FA 2007, 217; Senat 19. April 2005 - 9 AZR 188/04 - Rn. 21, AP BGB § 242 Auskunftspflicht Nr. 39 = EzA BGB 2002 § 242 Auskunftspflicht Nr. 1 mwN).
Ob die Auskunftspflicht der früheren Arbeitgeberin aus einer Nebenpflicht ihrer vertraglichen Vereinbarungen mit der Beklagten oder aus § 242 BGB herzuleiten ist, kann deswegen offenbleiben (vgl. Senat 19. April 2005 - 9 AZR 188/04 - Rn. 22, AP BGB § 242 Auskunftspflicht Nr. 39 = EzA BGB 2002 § 242 Auskunftspflicht Nr. 1).
Aus § 242 BGB ergibt sich eine Auskunftspflicht, wenn die zwischen den Parteien bestehenden Rechtsbeziehungen es mit sich bringen, dass der Berechtigte in entschuldbarer Weise über Bestehen und Umfang seines Rechts im Ungewissen ist und der Verpflichtete die zur Beseitigung der Ungewissheit erforderliche Auskunft unschwer geben kann (BAG 19. April 2005 - 9 AZR 188/04 - mwN, AP BGB § 242 Auskunftspflicht Nr. 39 = EzA BGB 2002 § 242 Auskunftspflicht Nr. 1).
Dieser weitergehende Auskunftsanspruch wird damit begründet, dass es sich dabei um eine Nebenpflicht aus dem Arbeitsverhältnis handelt und der Inhalt dieser Nebenpflicht durch eine besondere persönliche Bindung der Vertragspartner geprägt ist, und dass sich aus dem Arbeitsverhältnis spezifische Pflichten zur gegenseitigen Rücksichtnahme ergeben (…vgl. BAG 1. Dezember 2004 - 5 AZR 664/03 - aaO; 19. April 2005 - 9 AZR 188/04 - aaO).
Etwa "zu viel" gezahlte Steuer wird bei der Veranlagung des Arbeitnehmers auf dessen Einkommensteuer angerechnet (§ 36 Abs. 2 EStG) und kann von ihm bei der Veranlagung nach § 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG geltend gemacht werden (vgl. BAG 19. April 2005 - 9 AZR 188/04 - zu II 3 b der Gründe) .
Außerhalb der gesetzlich oder vertraglich geregelten Auskunftsansprüche besteht ein Auskunftsrecht nur dann, wenn die Rechtsbeziehungen zwischen den Parteien es mit sich bringen, dass der Berechtigte in entschuldbarer Weise über Bestehen und Umfang eines Rechts im Ungewissen ist und der Verpflichtete die zur Beseitigung der Ungewissheit erforderlichen tatsächlichen Angaben unschwer machen kann (BAG 19. April 2005 - 9 AZR 188/04 - Rn. 21 mwN;… 12. Juli 2006 - 5 AZR 646/05 - Rn. 15, jeweils zitiert nach juris).
Gewohnheitsrechtlich ist jedoch anerkannt, dass Auskunftsansprüche nach Treu und Glauben (§ 242 BGB) bestehen können, wenn die Rechtsbeziehungen zwischen den Parteien es mit sich bringen, dass der Berechtigte in entschuldbarer Weise über Bestehen und Umfang seines Rechts im Ungewissen ist und der Verpflichtete die zur Beseitigung der Ungewissheit erforderliche Auskunft unschwer geben kann (vgl. BAG 19. April 2005 - 9 AZR 188/04 - Rn. 21, 1. Dezember 2004 - 5 AZR 664/03 - Rn. 21 f.; jeweils zitiert nach juris) .
Informationsansprüche setzen damit ein Wissensgefälle zwischen den Beteiligten voraus (RG, Urteil vom 19. November 1938 - II 69/38 -, RGZ 158, 377, 379 f; BGH, Urteil vom 08. Juni 1983 - IVa ZR 150/81 -, BGHZ 87, 346; aus jüngerer Zeit BGH, Urteil vom 06. Februar 2007 - X ZR 117/04 -, NJW 2007, 1806, 1807; BAG, Teilurteil vom 19. April 2005 - 9 AZR 188/04 -, NZA 2005, 983, 984).
a) Es ist anerkannt, dass Auskunftsansprüche nach Treu und Glauben bestehen können, wenn die Rechtsbeziehungen zwischen den Parteien es mit sich bringen, dass der Berechtigte in entschuldbarer Weise über Bestehen und Umfang seines Rechts im Ungewissen ist und der Verpflichtete die zur Beseitigung der Ungewissheit erforderliche Auskunft unschwer geben kann (BAG 19.4.2005 - 9 AZR 188/04 - AP BGB § 242 Auskunftspflicht Nr. 39 = EzA BGB 2002 § 242 Auskunftspflicht Nr. 1;… 1.12.2004 - 5 AZR 664/03 - aaO; 21.11.2000 - 9 AZR 665/99 - BAGE 96, 274 = AP BGB § 242 Auskunftspflicht Nr. 35 = EzA BGB § 242 Auskunftspflicht Nr. 6; 7.9.1995 - 8 AZR 828/93 - BAGE 81, 15 = AP BGB § 242 Auskunftspflicht Nr. 24 = EzA BGB § 242 Auskunftspflicht Nr. 4).
Dabei kommt es nicht darauf an, ob der durch die Auskunft vorbereitete Hauptanspruch sich gegen den Arbeitgeber oder gegen einen Dritten richtet (BAG 19. April 2005 - 9 AZR 188/04 - AP BGB § 242 Auskunftspflicht Nr. 39 = EzA BGB 2002 § 242 Auskunftspflicht Nr. 1, zu II 2 der Gründe).
Auskunftsansprüche dienen der Durchsetzung eines Hauptanspruchs (BAG 19. April 2005 - 9 AZR 188/04 - AP BGB § 242 Auskunftspflicht Nr. 39) , hier des geltend gemachten Anspruchs auf Vertragsänderung auf einen Bodenarbeitsplatz.
Auch nach allgemeinen Rechtsgrundsätzen kann ein Arbeitnehmer Auskunft über die Grundlage seines Vergütungsanspruches verlangen, wenn er hierüber unverschuldet keine Kenntnis hat (vgl. BAG, Urteil vom 19.04.2005 - 9 AZR 188/04 = AP BGB § 242 Auskunftspflicht Nr. 39).
LAG Hamm, 27.06.2013 - 11 Sa 53/13
Auskunftsanspruch auf Kollektivvereinbarungen
LAG Hamm, 27.06.2013 - 11 Sa 55/13
LAG Hamm, 27.06.2013 - 11 Sa 52/13
LAG Hamm, 27.06.2013 - 11 Sa 54/13
LAG Hamm, 10.10.2013 - 11 Sa 665/13
Anspruch auf Betriebsvereinbarungen, Gesamtbetriebsvereinbarungen und Sozialpläne
LAG Hamm, 10.10.2013 - 11 Sa 712/13
LAG Hamm, 10.10.2013 - 11 Sa 713/13
LAG Hamm, 10.10.2013 - 11 Sa 711/13
LAG Hamm, 10.10.2013 - 11 Sa 666/13
Anspruch auf Betriebsvereinbarungen, Gesamtbetriebsvereinbarungen und Sozialpläne …

References: § 133
 § 157
 § 241
 § 242
 § 8
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 46
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242
 § 242