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Timestamp: 2016-10-25 19:12:50+00:00

Document:
Bundesrichter Sch�n und Bundesrichterin Leuzinger,
S.________, 1961, Beschwerdef�hrerin,
vertreten durch F�rsprecher Ulrich Seiler,
Falkenh�heweg 20, 3012 Bern,
Die 1961 geborene S.________ war ab 1. Oktober 2002 bei der Firma X.________ angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 14. Januar 2003 wurde sie als Fussg�ngerin von einem von der Polizei verfolgten Mann umgerannt und kam zu Fall. Sie suchte anderntags ihren Hausarzt auf, welcher die Diagnosen "Kontusio Gesicht, rechte Schulter, Kopf, B�nder-Muskelzerrung Schulter, Nacken" stellte und eine volle Arbeitsunf�higkeit ab 15. Januar 2003 best�tigte. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung; Taggeld). Nach medizinischen Abkl�rungen er�ffnete sie der Versicherten mit Verf�gung vom 15. M�rz 2005 die Einstellung der gesetzlichen Leistungen zum 31. M�rz 2005, da die noch geklagten Beschwerden organisch nicht als Folge des erlittenen Unfalles erkl�rbar seien und nicht in einem ad�quaten Kausalzusammenhang zu diesem st�nden. Im Weiteren wurde mit der Begr�ndung, der Unfall vom 14. Januar 2003 habe weder zu einer Erwerbsunf�higkeit noch zu einem Integrit�tsschaden gef�hrt, ein Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integrit�tsentsch�digung verneint. Auf Einsprache hin hielt der Unfallversicherer an der Verf�gung vom 15. M�rz 2005 fest (Einspracheentscheid vom 11. August 2005).
Beschwerdeweise beantragte S.________, der Einspracheentscheid vom 11. August 2005 sei aufzuheben und es seien erg�nzende Abkl�rungen zu treffen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern wies die Beschwerde mit Entscheid vom 20. Februar 2006 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst S.________ ihre vorinstanzlichen Rechtsbegehren erneuern.
Der haupts�chliche Antrag in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde lautet auf Aufhebung des Einspracheentscheides vom 11. August 2005. Den Anfechtungsgegenstand im letztinstanzlichen Verfahren bildet indessen der - hier den Einspracheentscheid best�tigende - kantonale Gerichtsentscheid vom 20. Februar 2006. Dessen Rechtm�ssigkeit wird h�chstens sinngem�ss bestritten. Sie ist dennoch im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen und mangels einer Bindung an die Parteibegehren zu pr�fen (vgl. den bis 30. Juni 2006 in Kraft gestandenen Art. 132 lit. c OG, welche Bestimmung inhaltlich unver�ndert in den am 1. Juli 2006 in Kraft getretenen Art. 132 Abs. 1 lit. c OG �berf�hrt wurde). Zu beurteilen ist demnach, ob das kantonale Gericht eine weitere Leistungspflicht der SUVA aus dem Unfall vom 14. Januar 2003 �ber den 31. M�rz 2005 hinaus zu Recht verneint hat.
Die massgeblichen Rechtsgrundlagen sind im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt. Es betrifft dies zun�chst den f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (Krankheit; Invalidit�t; Tod; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181; zum Gen�gen einer Teilurs�chlichkeit: BGE 123 V 43 E. 2b S. 45 mit Hinweis, 121 V 326 E. 2 S. 329 mit Hinweisen) und die sich dabei stellenden beweisrechtlichen Fragen, namentlich auch den zu beachtenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen). Ebenfalls richtig sind die vorinstanzlichen Erw�gungen �ber den neben dem nat�rlichen erforderlichen ad�quaten Kausalzusammenhang im Allgemeinen (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181 mit Hinweis) sowie bei klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen (BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103 mit Hinweisen), bei psychischen Unfallfolgesch�den (BGE 115 V 133), bei Schleudertraumen der Halswirbels�ule (HWS) ohne organisch (hinreichend) nachweisbare Folgesch�den (BGE 117 V 359), bei dem Schleudertrauma �quivalenten Verletzungen (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) und bei Sch�del-Hirntraumen (BGE 117 V 369) im Besonderen.
Das kantonale Gericht hat zun�chst erwogen, soweit im Zeitpunkt des vom Unfallversicherer zum 31. M�rz 2005 ausgesprochenen Fallabschlusses �berhaupt organisch nachweisbare Unfallfolgesch�den vorgelegen h�tten, seien sie h�chstens marginaler Art und verm�chten nicht, die weiterhin geklagten Beschwerden zu erkl�ren. F�r diese sei vielmehr die im Rahmen der medizinischen Abkl�rungen festgestellte psychische Problematik verantwortlich.
Diese Beurteilung ist nach Lage der Akten nicht zu beanstanden. Soweit dagegen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde �berhaupt Einwendungen erhoben werden, beschr�nken sich diese zun�chst auf die Erw�hnung der von einem Teil der berichterstattenden �rzte gestellten Diagnose eines chronischen posttraumatischen Zervikalsyndroms sowie auf die Geltendmachung einer beim Unfall vom 14. Januar 2003 erlittenen hirnorganischen St�rung. Die besagte Diagnose gen�gt indessen nicht, um den Schluss auf eine unfallkausale organische Ursache der persistierenden Symptomatik zu gestatten. Und dass eine gegebenenfalls unfallbedingte hirnorganische Beeintr�chtigung vorliegt, konnte mittels bildgebenden und anderen physiologisch-diagnostischen Verfahren nicht nachgewiesen werden. Auch eine eingehende neuropsychologische Abkl�rung ergab keine Anhaltspunkte f�r eine solche gesundheitliche St�rung (Untersuchungsbericht des Dr. phil. T.________, Zentrum f�r Psychiatrie, Psychotherapie und Neuropsychologie, vom 13. April 2003).
Die Versicherte l�sst sodann geltend machen, der SUVA-Kreisarzt sei zu ihren Ungunsten voreingenommen, was sich in den kreis�rztlichen Untersuchungsberichten niedergeschlagen und auch die versicherungsexternen �rzte resp. Neuropsychologen beeinflusst habe. Anhaltspunkte hief�r lassen sich den Akten indessen nicht entnehmen. Es kann im �brigen auf die einl�ssliche Auseinandersetzung mit den medizinischen Berichten und den diesbez�glich bereits beschwerdeweise vorgetragenen Einw�nden im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. Darin wird auch zutreffend die Notwendigkeit erg�nzender medizinischer Abkl�rungen verneint. Denn ob (noch) organisch nachweisbare Unfallsch�den vorliegen, l�sst sich mit den vorhandenen zahlreichen Arztberichten verschiedener medizinischer Fachrichtungen zuverl�ssig in der dargelegten Weise beurteilen.
Nach dem Gesagten fehlt es an einer unfallbedingten organisch nachweisbaren Ursache f�r die persistierende Symptomatik. Zu beurteilen bleibt, ob sich ein Leistungsanspruch aus dem Unfall vom 14. Januar 2003 �ber den 31. M�rz 2005 hinaus aufgrund der festgestellten psychischen Problematik ergibt. Das kantonale Gericht hat hiebei ohne weitere Ausf�hrungen zum nat�rlichen Kausalzusammenhang die Ad�quanz gepr�ft. Nach SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 3c ist dies nicht zu beanstanden.
5.1 Die Vorinstanz hat sich zun�chst mit der Frage auseinandergesetzt, ob die Versicherte beim Unfall vom 14. Januar 2003 eine Verletzung erlitten hat, welche die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis bei der Ad�quanzpr�fung (vgl. E. 3 hievor) rechtfertigt. Dies entspricht dem rechtsprechungsgem�ssen Vorgehen bei organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgesch�den (BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103; SVR 2007 UV Nr. 8 S. 27, E. 2.2, U 277/04). Das kantonale Gericht hat diese Frage verneint.
Dass das Unfallereignis zu einem Sch�del-Hirntrauma im Sinne von BGE 117 V 369 gef�hrt hat, macht die Versicherte, nach Lage der Akten zu Recht, nicht geltend. Sie stellt sich vielmehr, wie schon vorinstanzlich, auf den Standpunkt, sie habe ein Schleudertrauma resp. eine �quivalente Verletzung der HWS erlitten. Das kantonale Gericht f�hrt hiezu im angefochtenen Entscheid aus, eine entsprechende Einwirkung auf die HWS sei aufgrund des Unfallhergangs, der Art und Weise der danach aufgetretenen Beschwerden und der �rztlichen Stellungnahmen nicht �berwiegend wahrscheinlich.
5.2 Die vorinstanzliche Beurteilung beruht auf einer sorgf�ltigen W�rdigung der Sach- und Rechtslage. Dass der Unfall vom 14. Januar 2003 mit einer Krafteinwirkung auf die HWS verbunden war, welche �berhaupt ein Schleudertrauma oder eine vergleichbare Verletzung h�tte hervorrufen k�nnen, erscheint mit Blick auf den aktenkundigen Unfallablauf fraglich. Der Hausarzt schloss denn auch lediglich auf Kontusionen nebst einer B�nder-Muskelzerrung. Sowohl der SUVA-Kreisarzt, der die Versicherte wiederholt untersucht hat, als auch Prof. Dr. med. E.________ im neurologischen Gutachten vom 10. Oktober 2004 verneinen sodann ausdr�cklich eine beim Unfall vom 14. Januar 2003 erlittene Schleuder- resp. Distorsionsverletzung der HWS. Nach der �berzeugenden Beurteilung des Kreisarztes gilt dies selbst dann, wenn es es beim Aufprall des Kopfes schlimmstenfalls zu einer leichten Abknickverletzung gekommen sein sollte. Zu Recht wird im kantonalen Entscheid weiter erw�hnt, dass das Beschwerdebild, welches f�r die der Schleudertrauma-Praxis zugrunde liegenden Verletzungsmuster typisch ist (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b S. 360, 369 E. 4b S. 382), hier anf�nglich nur teilweise und im �brigen, soweit �berhaupt, erst mit einiger zeitlicher Verz�gerung aufgetreten ist.
5.3 Soweit in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingewendet wird, der Kopf der Versicherten sei beim Zusammenprall mit dem fl�chtenden Mann durch Kopfstoss nach hinten geschleudert worden, was die HWS gesch�digt habe, findet dies in den Akten keine St�tze. Vielmehr gab die Beschwerdef�hrerin am 18. M�rz 2003 gegen�ber dem Kreisarzt an, sie sei beim Zusammenstoss am Brustkasten und an der rechten Gesichtsh�lfte getroffen worden. Schon der Umstand, dass der Aufprall demnach auf Kopf und Brustkasten erfolgte, spricht gegen die behauptete "erhebliche Akzeleration des Kopfes mit Bezug auf den Rumpf" mit entsprechender Krafteinwirkung auf die HWS. Die weiteren Ausf�hrungen, mit welchen ein entsprechender Unfallmechanismus geltend gemacht wird, stellen letztlich ebenfalls nur Behauptungen und Mutmassungen dar, welche sich auch mittels der beantragten erg�nzenden Abkl�rungen nicht zuverl�ssig st�tzen liessen. Es ist daher mit dem kantonalen Gericht von solchen Beweismassnahmen abzusehen (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162 mit Hinweis).
5.4 Im Weiteren wird geltend gemacht, die Aussage des Kreisarztes zu einer maximal leichten Abknickverletzung sei Prof. Dr. med. E.________ "nicht pr�sent". Was damit gemeint sein soll, wird aus der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht klar. Sollte damit geltend gemacht werden, Prof. Dr. med. E.________ sei die Aussage des Kreisarztes nicht bekannt gewesen, tr�fe dies nicht zu. Der entsprechende kreis�rztliche Untersuchungsbericht vom 16. Juni 2003 lag dem Neurologen n�mlich gem�ss ausdr�cklicher Erw�hnung im Gutachten vom 10. Oktober 2004 vor.
Die letztinstanzlich aufgelegte haus�rztliche Krankengeschichte rechtfertigt ebenfalls keine andere Betrachtungsweise. Dies gilt namentlich auch f�r die darin enthaltene Angabe, die Versicherte habe am 24. Februar 2003 �ber ein leichtes Schwankgef�hl und Schwindel geklagt. Die entsprechende �usserung erfolgte erst mehrere Wochen nach dem Unfall vom 14. Januar 2003, und der Hausarzt sah sich weder durch diese noch durch die weiteren in der Folge geklagten Beschwerden veranlasst, eine Verletzung im Sinne der Schleudertrauma-Praxis ernsthaft in Betracht zu ziehen. Es kann im �brigen, und ohne dass auf die weiteren, grossenteils bereits beschwerdeweise vorgetragenen Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde noch im Einzelnen einzugehen w�re, auf die zutreffenden Erw�gungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden.
Ist nach dem Gesagten nicht von einem Schleudertrauma der HWS resp. einem vergleichbaren Verletzungsmuster im Sinne der Rechtsprechung auszugehen, erfolgt die Ad�quanzpr�fung in Bezug auf die organisch nicht (hinreichend) erkl�rbaren Beschwerden gem�ss den f�r psychische Unfallfolgesch�den geltenden Grunds�tzen.
Hief�r ist an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis anzukn�pfen (BGE 115 V 133 E. 6 Ingress S. 139). Das kantonale Gericht hat den Unfall vom 14. Januar 2003 h�chstens als mittelschwer, im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen qualifiziert. Diese Beurteilung ist aufgrund des augenf�lligen Geschehensablaufs und der erlittenen Verletzungen richtig. Die Versicherte war denn auch in der Lage, nach dem Unfallereignis selber, wenn auch mit Hilfe einer anderen Person aufzustehen, und sie ben�tigte erst am Folgetag, an welchem sie zudem zun�chst noch der Arbeit nachging, �rztliche Behandlung. Ein schwerer Unfall, wie er in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zumindest sinngem�ss geltend gemacht wird, oder auch nur ein mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unf�llen liegt jedenfalls nicht vor (vgl. die RKUV 2005 Nr. U 548 S. 228, E. 3.2.2, U 306/04, und Nr. U 555 S. 322, E. 3.4.1, U 458/04, aufgef�hrten Beispiele).
Von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umst�nden, welche als massgebende Kriterien in die Gesamtw�rdigung einzubeziehen sind (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140), m�ssten demnach f�r eine Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgepr�gter Weise oder aber mehrere in geh�ufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 115 V 133 E. 6c/bb S. 140). Beides hat die Vorinstanz mit zutreffender Begr�ndung, mit der sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht weiter auseinandersetzt, verneint.
Fehlt es demnach am ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 14. Januar 2003 und der nach dem 31. M�rz 2005 noch bestandenen gesundheitlichen Beeintr�chtigung, hat die Vorinstanz eine Leistungspflicht der SUVA hief�r zu Recht verneint.
Die von der SUVA nachtr�glich eingereichten Arztberichte k�nnten nur ber�cksichtigt werden, wenn sie neue erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel im Sinne von Art. 137 lit. b OG darstellen und als solche eine Revision des Gerichtsurteils rechtfertigen k�nnten (BGE 127 V 353 ff. insbes. E. 3b in fine S. 356 und E. 4 S. 357). Das trifft hier nicht zu, weshalb sich die Eingabe als unzul�ssig erweist.

References: Art. 132
 Art. 132
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 137
in fine