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Timestamp: 2016-10-23 06:30:26+00:00

Document:
8C_82/2012 (29.05.2012)
8C_82/2012
Unfallversicherung (Arbeitsunf�higkeit; Taggeld),
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug, Sozialversicherungsrechtliche Kammer, vom 15. Dezember 2011.
Mit Verf�gung vom 25. M�rz 2010, best�tigt mit Einspracheentscheid vom 27. Mai 2011, stellte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) die wegen der Folgen eines Unfalles vom 7. April 2008 (Sturz auf einer vereisten Treppe) erbrachten Leistungen per 7. Februar 2010 mit der Begr�ndung ein, der 1946 geborene M.________ sei, trotz der Restbeschwerden am linken Ellbogen, im angestammten Beruf als Optiker wieder voll arbeitsf�hig.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde, mit der M.________ beantragen liess, die Taggeldleistungen seien �ber den 7. Februar 2010 hinaus zu erbringen, eventualiter sei die Sache zu neuer Abkl�rung und Verf�gung an die SUVA zur�ckzuweisen, wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zug ab (Entscheid vom 15. Dezember 2011).
Mit Beschwerde l�sst M.________ die vorinstanzlich gestellten Rechtsbegehren wiederholen.
Das Bundesgericht f�hrt keine Schriftenwechsel durch.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzung gem�ss den Art. 95 f. BGG erhoben werden. Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder der Unfallversicherung ist das Bundesgericht - anders als in den �brigen Sozialversicherungsbereichen (Art. 97 Abs. 1 BGG) - nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).
Unter den Parteien ist unbestritten, dass der Versicherte auch nach dem 7. Februar 2010, bis zu welchem Zeitpunkt die SUVA Taggeldleistungen erbrachte, noch an gesundheitlichen Folgen des Unfalles vom 6. Dezember 2002 litt. Streitgegenstand bildet die Frage, ob �ber diesen Zeitpunkt hinaus Anspruch auf Taggeld bestand.
3.1 Gem�ss Art. 16 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person, die infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunf�hig ist, Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsf�higkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod des Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG). Arbeitsunf�higkeit ist die durch eine Beeintr�chtigung der k�rperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unf�higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare T�tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich ber�cksichtigt (Art. 16 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 6 ATSG). Ein weiteres Leistungserfordernis f�r den Taggeldanspruch ist, wenn in dieser Bestimmung auch nicht ausdr�cklich erw�hnt, das Vorliegen eines wirtschaftlichen Schadens. Mit dem Taggeld wird die aus der Arbeitsunf�higkeit resultierende Erwerbseinbusse kompensiert, weshalb eine versicherte Person, die aufgrund der Unfallfolgen zwar (medizinisch-theoretisch) in der Arbeitsf�higkeit beeintr�chtigt ist, jedoch keine Verdiensteinbusse erleidet, grunds�tzlich nicht anspruchsberechtigt ist (BGE 134 V 392 E. 5.3 S. 395 mit Hinweisen).
3.2 Die Arbeitsunf�higkeit nach Art. 6 ATSG ist ein Rechtsbegriff, �ber den eine direkte Beweisf�hrung ausgeschlossen ist und deren Beurteilung den rechtsanwendenden Stellen obliegt (Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunf�higkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich f�r den Einkommensvergleich in der Invalidit�tsbemessung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunf�higkeit, St. Gallen 2003, S. 49). Dabei ist das Gericht auf die Beurteilung von �rztinnen und �rzten angewiesen, deren Aufgabe es ist, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bez�glich welcher T�tigkeiten die versicherte Person arbeitsunf�hig ist. Im Weiteren sind die �rztlichen Ausk�nfte eine wichtige Grundlage f�r die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden k�nnen (SVR 2007 UV Nr. 31 S. 105, U 127/06 E. 7 mit Hinweisen).
4.1.1 Laut Untersuchungsbericht des Dr. med. A.________, FMH orthop�dische Chirurgie, SUVA-Zentralschweiz, vom 17. August 2009 konnte im Bereich der linken Ellbogenspitze nach wie vor die gebrochene Exostose palpiert werden, die rein theoretisch entfernt werden sollte. Der Patient sei eigentlich voll einsatzf�hig, er m�sse aber beachten, dass er den linken Ellbogen nicht allzu oft heftig aufst�tze. Dr. med. S.________, Facharzt FMH f�r Chirurgie, SUVA Versicherungsmedizin, gelangte in der �rztlichen Beurteilung vom 25. Januar 2010 zum Schluss, auch nach Auffassung der vom Versicherten konsultierten �rzte sei eine Besserung der Beschwerden durch einen operativen Eingriff voraussichtlich lediglich mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 bis 60 % zu erwarten. Gesamthaft gesehen (das Ellbogengelenk war frei beweglich; Physiotherapie war nicht erforderlich; der Versicherte ben�tigte nicht regelm�ssig Medikamente; eine spontane Besserung war noch m�glich) dr�nge sich ein Eingriff medizinisch nicht auf. Auch ohne Operation sei der Versicherte voll arbeitsf�hig im Beruf als Optiker, wobei der Ellbogen nicht zwingend auf dem Tisch abgest�tzt werden m�sse und zudem eine gepolsterte Bandage getragen werden k�nne.
4.1.2 Der Beschwerdef�hrer wiederholt die im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten Zweifel an der Schl�ssigkeit und Zuverl�ssigkeit der �rztlichen Beurteilung des Dr. med. S.________. Hiezu hat das kantonale Gericht zutreffend erwogen, dass bereits der behandelnde Dr. med. B.________, Spezialarzt FMH f�r orthop�dische Chirurgie, und der Kreisarzt Dr. med. A.________ anl�sslich eines Telefongespr�chs vom 19. September 2008 �bereinkamen, mit dem Tragen eines zu verordnenden Ellbogenschoners sei der Versicherte voll arbeitsf�hig. Gem�ss Bericht des Dr. med. B.________ vom 10. November 2008 war der Schleimbeutel nicht mehr geschwollen, die Bursitis abgeklungen und ab Anfang 2009 die Steigerung der aktuell noch im Umfang von 10 % bescheinigten Arbeitsunf�higkeit auf 0 % vorgesehen. In der Folge trug zwar Dr. med. G.________, Facharzt FMH f�r Allgemeine Medizin, auf dem Unfallschein UVG jeweils weiterhin eine Arbeitsunf�higkeit von 10 % ein, allerdings ohne hiezu Stellung zu nehmen, wie die Vorinstanz weiter unter Hinweis auf dessen Bericht vom 27. M�rz 2009 richtig festgehalten hat. Unter diesen Umst�nden ist nicht ersichtlich, inwiefern von den beantragten weiteren medizinischen Abkl�rungen in Bezug auf die Frage der Arbeitsf�higkeit zus�tzliche Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148, 124 V 90 E. 4b S. 94). Vielmehr reichen die medizinischen Akten aus, um gest�tzt darauf die Arbeitsf�higkeit in der Berufst�tigkeit als Optiker beurteilen zu k�nnen.
4.2.1 Anl�sslich von zwei Gespr�chen am Arbeitsplatz mit dem Aussendienstmitarbeiter der SUVA vom 23. Januar und 31. August 2009 hielt der Versicherte fest, �rztliche Behandlung oder Therapien f�nden nicht mehr statt. Wegen der verbliebenen Ber�hrungsempfindlichkeit und Druckschmerzhaftigkeit appliziere er ein schmerzstillendes Pflaster und trage eine Bandage. Vorsichtiges Aufst�tzen auf den linken Ellbogen sei m�glich, jedoch nur f�r kurze Zeit. Eingeschr�nkt sei er grunds�tzlich bei s�mtlichen Arbeiten, vor allem in der Werkstatt (wie beim Richten/Biegen von Brillengestellen, Einpassen von Gl�sern) und bei der circa einen Drittel des Umsatzes ausmachenden T�tigkeit auf dem Schiessplatz �ber die Mittagszeit, wo er in allen K�rperpositionen (liegend, stehend, kniend) den Sch�tzen die Schiessbrillen anpassen m�sse. Insgesamt sei er leistungsm�ssig mehr als 10 % beeintr�chtigt. Von einem chirurgischen Eingriff sehe er angesichts der nach �rztlicher Einsch�tzung fraglichen Erfolgsaussichten sowie der damit verbundenen l�ngeren Abwesenheit vom Gesch�ftsbetrieb und der wirtschaftlichen Einbussen ab.
4.2.2 Diese Angaben stehen entgegen den Vorbringen des Beschwerdef�hrers dem Ergebnis der Vorinstanz nicht entgegen. Sie hat unter Hinweis auf die sich direkt aus Art. 6 Satz 1 ATSG ergebende Schadenminderungspflicht (vgl. auch BGE 114 V 281 E. 3 S. 285 f.) erwogen, dem Beschwerdef�hrer sei es m�glich und zumutbar, mit den genannten Einschr�nkungen leistungsm�ssig einen den Anspruch auf Taggeld der Unfallversicherung ausschliessenden Verdienst zu erzielen. Zum einen sei er als Selbstst�ndigerwerbender in Bezug auf die Zeiteinteilung im Vergleich zu Angestellten flexibler. Zum anderen k�nne er den Vorderarm teils aufst�tzen, ohne die schmerzhafte Druckstelle am Ellbogen direkt zu belasten. Auch das Tragen einer sch�tzenden Bandage sei ihm zumutbar. Diese zutreffenden Erw�gungen, auf die im �brigen verwiesen wird, sind nicht zu beanstanden.
4.3 Zusammengefasst haben SUVA und Vorinstanz einen �ber den 7. Februar 2010 hinausgehenden Taggeldanspruch zu Recht verneint.
Dem unterliegenden Beschwerdef�hrer sind die Gerichtskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Sozialversicherungsrechtliche Kammer, und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 95
 Art. 105
 Art. 16
 Art. 6
 Art. 6
 BGE 
 Art. 6
 BGE