Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_19900911_OGH0002_0040OB00094_9000000_000&IncludeSelf=False
Timestamp: 2019-11-15 20:42:59+00:00

Document:
RIS - Rechtssätze für 4Ob94/90 - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 4Ob360/62 4Ob358/62 4Ob...
RS0077946
4Ob360/62; 4Ob358/62; 4Ob340/63; 4Ob320/64; 4Ob311/64; 4Ob348/67; 4Ob303/68; 4Ob345/68; 4Ob308/69; 4Ob323/69; 4Ob308/71 (4Ob309/71); 4Ob343/71; 4Ob308/72; 4Ob323/73; 4Ob348/75; 4Ob351/75; 4Ob357/76 (4Ob358/76); 4Ob313/77; 4Ob407/77; 4Ob409/77; 4Ob347/79; 4Ob359/79; 4Ob331/82; 4Ob349/84; 4Ob326/86; 4Ob359/87; 4Ob3/88; 4Ob18/88; 4Ob117/88; 4Ob58/89; 4Ob89/89; 4Ob114/89 (4Ob115/89); 4Ob94/90; 4Ob117/90; 4Ob158/90; 4Ob32/91; 4Ob69/92 (4Ob70/92); 4Ob78/93; 4Ob137/93; 4Ob87/93; 4Ob1059/95; 4Ob114/97m; 4Ob135/98a; 4Ob170/99z; 4Ob85/01f; 4Ob59/03k; 4Ob225/07b
Bei Übertretung sittlich neutraler Verwaltungsvorschriften kann ein Verstoß gegen § 1 UWG nur angenommen werden, wenn die Gesetzesverletzung zu Wettbewerbszwecken bewusst in der Absicht erfolgt, sich damit einen Vorsprung vor den gesetzestreuen Mitbewerbern zu sichern; es muss eine fortgesetzte und planmäßige Missachtung des Gesetzes vorliegen (hier: Verstoß gegen § 60 GewO).
4 Ob 360/62
Entscheidungstext OGH 22.01.1963 4 Ob 360/62
Veröff: EvBl 1963/230 S 325 = ÖBl 1963,45
4 Ob 358/62
Entscheidungstext OGH 29.01.1963 4 Ob 358/62
Beisatz: Hier: Verletzung des Apothekenvorbehalts. (T1) Veröff: ÖBl 1963,69
4 Ob 340/63
Entscheidungstext OGH 15.10.1963 4 Ob 340/63
Beisatz: Hier: Verstoß gegen §§ 59, 59 c GewO. (T2) Veröff: ÖBl 1964,66
4 Ob 320/64
Entscheidungstext OGH 05.05.1964 4 Ob 320/64
Beisatz: Vertrieb pharmazeutischer Spezialitäten. (T3) Veröff: ÖBl 1964,92
4 Ob 311/64
Entscheidungstext OGH 23.06.1964 4 Ob 311/64
Beisatz: Verletzung des Apothekenvorbehalts. (T4) Veröff: ÖBl 1965,36
4 Ob 303/68
Entscheidungstext OGH 23.04.1968 4 Ob 303/68
Beisatz: "Fahrt ins Blaue"; Verstoß gegen § 2 lit b ReisebüroV 1935. (T5) Veröff: ÖBl 1968,109
4 Ob 345/68
Entscheidungstext OGH 19.11.1968 4 Ob 345/68
Beisatz: Apothekenvorbehalt (T6) Veröff: ÖBl 1969,62
4 Ob 308/69
Entscheidungstext OGH 04.03.1969 4 Ob 308/69
Beisatz: Ladenschlussvorschriften (T7) Veröff: ÖBl 1969,63
4 Ob 323/69
Entscheidungstext OGH 17.06.1969 4 Ob 323/69
Beisatz: Apothekenvorbehalt; Ginseng-Wurzel (T8) Veröff: ÖBl 1969,131
4 Ob 308/71
Entscheidungstext OGH 30.03.1971 4 Ob 308/71
Beisatz: Verstoß gegen § 2 ReisebüroV 1935. (T9) Veröff: ÖBl 1971,127
4 Ob 343/71
Entscheidungstext OGH 07.09.1971 4 Ob 343/71
Beisatz: Verstoß gegen § 2 lit b ReisebüroV 1935. (T10) Veröff: ÖBl 1972,30
Beisatz: § 59 Abs 2 GewO (T11) Veröff: ÖBl 1973,33
4 Ob 323/73
Entscheidungstext OGH 10.07.1973 4 Ob 323/73
Beisatz: Hier: Vertreibt Gewerbetreibender Sexliteratur in Buchform ohne Befähigungsnachweis und gewerberechtliche Befugnis trotz Bestrafung wegen Übertretung der GewO. (T12) Veröff: ÖBl 1974,9
Beisatz: Nicht bei einmaliger Tätigkeit aus rein persönlichem Entgegenkommen und außerhalb des ausgeübten Berufes (Privatdetektiv). (T13)
4 Ob 351/75
Entscheidungstext OGH 16.12.1975 4 Ob 351/75
Beisatz: Berater in Versicherungsangelegenheiten. (T14) Veröff: VersR 1977,557 = ÖBl 1976,67
Beisatz: § 46 Abs 4, § 64 Abs 2, § 66 Abs 2 GewO 1973 "BILLDROG - Billige Drogerie". (T15) Veröff: ÖBl 1977,157
4 Ob 313/77
Entscheidungstext OGH 22.02.1977 4 Ob 313/77
Beisatz: Verstoß gegen § 11 Abs 1 PreisG beim gewerbsmäßigen Verkauf von Sachgütern an Letztverbraucher, die geforderten Preise ersichtlich zu machen. (T16) Veröff: ÖBl 1977,162
4 Ob 407/77
Entscheidungstext OGH 20.12.1977 4 Ob 407/77
Auch; Beisatz: § 29 Abs 3 GiftV (T17) Veröff: ÖBl 1978,116
4 Ob 409/77
Entscheidungstext OGH 20.12.1977 4 Ob 409/77
Beisatz: § 84 Abs 2 StVO "Camping" (T18)
4 Ob 347/79
Entscheidungstext OGH 29.05.1979 4 Ob 347/79
Auch; Beisatz: Ankündigung von "Weihnachtsschiwochen" im Werbeflugblatt einer "Ferienschule", welche keine Bewilligung nach § 1 oö SchischulG besitzt. (T19)
4 Ob 359/79
Entscheidungstext OGH 10.07.1979 4 Ob 359/79
Auch; Beisatz: Apothekenvorbehalt (hier: Bestellkarten der Immuno AG) (T20)
Vgl auch; Beisatz: Metro-Post (T21) Veröff: SZ 56/2 = EvBl 1983/49 S 184
4 Ob 349/84
Entscheidungstext OGH 10.07.1984 4 Ob 349/84
Beisatz: § 208 GewO (T22)
Vgl auch; Beisatz: Nicht jede Wettbewerbshandlung, die eine gesetzliche Bestimmung verletzt, ist deshalb allein schon sittenwidrig. (Hier: Verstoß gegen § 16 b TROG nur dann Verstoß gegen § 1 UWG, wenn die tatsächlich benützte Verkaufsfläche die zulässigen Grenzen übersteigt. (T23)
Vgl auch; Beisatz: Hier: Bei § 66 GewO verneint. (T24) Veröff: WBl 1988,232 = ÖBl 1989,144
Auch; Beisatz: Durch wirkungslose Vereinbarung eines "Wiederkaufsrechtes" an beweglichen Sachen zu einem höheren Preis als dem Verkaufspreis wird wirtschaftlich ohne Konzession das Pfandleihergewerbe ausgeübt. (T25) Veröff: MR 1988,102
4 Ob 117/88
Entscheidungstext OGH 24.01.1989 4 Ob 117/88
Beisatz: Hier: § 127 StGB durch Entleeren von Altpapier-Sammelbehältern. (T26)
Auch; Beisatz: Hier: DOGRO Steiermark (T27)
4 Ob 89/89
Entscheidungstext OGH 26.09.1989 4 Ob 89/89
4 Ob 114/89
Entscheidungstext OGH 17.10.1989 4 Ob 114/89
Beisatz: Hier: § 2 Abs 1 ÄrzteG (T28)
Vgl auch; Beisatz: Nach nunmehr ständiger Rechtsprechung (RdW 1988,42; RdW 1989,254 und 272; WBl 1989,155; ÖBl 1989,167) begründet jeder dem Beklagten subjektiv vorwerfbare Gesetzesverstoß auch einen Verstoß gegen § 1 UWG, wenn er in der Ansicht begangen wurde, im Wettbewerb einen Vorsprung vor gesetzestreuen Mitbewerbern zu erlangen. Feststellungen darüber, ob sich der Beklagte dauernd und planmäßig über gewerberechtliche Vorschriften hinweggesetzt hat, sind daher nicht erforderlich. (T30) Veröff: MR 1990,236
Vgl; Beis wie T30; Beisatz: Bei einer solchen unlauteren Veränderung der wettbewerblichen Ausgangslage zugunsten des Verletzers kommt es nicht darauf an, ob die übertretene Norm an sich wettbewerbsregelnden Charakter hat (MR 1990,196 ua). Entscheidend ist vielmehr die objektive Eignung des konkreten Verstoßes zur Beeinträchtigung des freien Leistungswettbewerbs. (T31) Veröff: MR 1991,120
Vgl auch; Beis wie T30 nur: Nach nunmehr ständiger Rechtsprechung (RdW 1988,42; RdW 1989,254 und 272; WBl 1989,155; ÖBl 1989,167) begründet jeder dem Beklagten subjektiv vorwerfbare Gesetzesverstoß auch einen Verstoß gegen § 1 UWG, wenn er in der Ansicht begangen wurde, im Wettbewerb einen Vorsprung vor gesetzestreuen Mitbewerbern zu erlangen. (T32) Veröff: MR 1991,243
Vgl auch; Beis wie T32; Beis wie T31
4 Ob 78/93
Entscheidungstext OGH 21.09.1993 4 Ob 78/93
Beis wie T31; Beisatz: Hier: §§ 14 ff Tir LandesPolizeiG Regelung der Prostitution. (T33)
4 Ob 1059/95
Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 1059/95
Vgl; Beis wie T32; Beisatz: Diese Absicht ist bei einer Wettbewerbshandlung zu vermuten. Die konkrete Normverletzung muss dabei objektiv geeignet sein, den freien Leistungswettbewerb zu beeinträchtigen. (T34)
4 Ob 85/01f
Entscheidungstext OGH 24.04.2001 4 Ob 85/01f
Vgl auch; Beisatz: Waren können demnach nur dann als Verzehrprodukt in Verkehr gebracht werden, wenn sie, auch was ihre Aufmachung betrifft, den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen. Verstöße gegen diese Bestimmungen machen nicht nur strafbar; sie können von Mitbewerbern auch zum Anlass genommen werden, eine Klage wegen Verstoßes gegen § 1 UWG einzubringen und ein Vertriebsverbot zu erwirken. (T35)
4 Ob 59/03k
Entscheidungstext OGH 20.05.2003 4 Ob 59/03k
Auch; Beisatz: Eine Wettbewerbshandlung kann nur dann angenommen werden, wenn ein Verhalten geeignet und auch darauf gerichtet ist, die Marktposition der Mitbewerber zu beeinflussen. (T36); Beisatz: Hier: Kein Verstoß gegen § 1 UWG, weil sich die Beklagte den Vorteil auch durch ein gesetzeskonformes Verhalten verschaffen könnte. (T37); Beisatz: Gewinnspiel. (T38)
Vgl aber; Beisatz: Das Erfordernis der Spürbarkeit löste zuletzt das nicht mehr ausdrücklich genannte Kriterium der „Absicht", sich einen Wettbewerbsvorsprung zu verschaffen, ab. Darin lag aber in der Sache keine Änderung der Rechtsprechung. Denn die Absicht des belangten Mitbewerbers wurde in aller Regel ohnehin nur aus objektiven Umständen erschlossen, und zwar insbesondere aus der diesbezüglichen Eignung seines Verhaltens. (T39); Beisatz: Mit der UWG-Novelle 2007 wurde die Spürbarkeit als ein bisher für den Rechtsbruchtatbestand konstitutives Element verallgemeinert. Eine auf das Erlangen eines Wettbewerbsvorsprungs gerichtete Absicht ist demgegenüber nicht (mehr) zu verlangen. (T40); Veröff: SZ 2008/32
ECLI:AT:OGH0002:1963:RS0077946
JJR_19630122_OGH0002_0040OB00360_6200000_001
Rechtssatz für 4Ob94/90
RS0051717
ÄrzteG §30 Abs1
Eine Definition des Begriffes "Erste - Hilfeleistung in dringenden Fällen" ist im ÄrzteG nicht enthalten; dem Gesetz ist jedoch zu entnehmen, daß die besonderen Umstände des Einzelfalles nach der Art der ärztlichen Praxis und nach den örtlichen Verhältnissen berücksichtigt werden müssen und insbesondere ein dringender Fall der Abgabe eines Arzneimittels an einen Patienten immer nur dann vorliegen kann, wenn die Beschaffung des Arzneimittels aus einer öffentlichen Apotheke nicht mehr rechtzeitig möglich ist.
ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0051717
JJR_19900911_OGH0002_0040OB00094_9000000_001
RS0051723
Der Arzt hat das Vorliegen der von ihm behaupteten Ausnahme vom sogenannten Apothekenvorbehalt zu beweisen (bescheinigen).
ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0051723
JJR_19900911_OGH0002_0040OB00094_9000000_002

References: § 1
 § 60
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 2
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 2
 OGH 
 § 2
 § 59
 OGH 
 OGH 
 § 46
 § 64
 § 66
 OGH 
 § 11
 OGH 
 § 29
 OGH 
 § 84
 OGH 
 § 1
 OGH 
 OGH 
 § 208
 § 16
 § 1
 § 66
 OGH 
 § 127
 OGH 
 OGH 
 § 2
 § 1
 § 1
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 1
 OGH 
 § 1
 §30