Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.07.2013&Aktenzeichen=IX%20ZR%20219/11
Timestamp: 2020-03-29 17:35:23+00:00

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BGH, 18.07.2013 - IX ZR 219/11 - dejure.org
https://dejure.org/2013,18692
BGH, 18.07.2013 - IX ZR 219/11 (https://dejure.org/2013,18692)
BGH, Entscheidung vom 18.07.2013 - IX ZR 219/11 (https://dejure.org/2013,18692)
BGH, Entscheidung vom 18. Juli 2013 - IX ZR 219/11 (https://dejure.org/2013,18692)
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§ 135 Abs 1 Nr 1 InsO, § 135 Abs 1 Nr 2 InsO, § 43 Abs 2 GmbHG
Insolvenzanfechtung der Verwertung einer für ein GmbH-Gesellschafterdarlehen bestellten Sicherung; Anfechtbarkeit einer zur Sicherung eines Darlehens gewährten Forderungsabtretung als Finanzierunghilfe Dritter
InsO § 135 Abs. 1 Nr. 1 u. 2
Verwertung einer für ein Gesellschafterdarlehen anfechtbar bestellte Sicherung; Anfechtungsfrist
Insolvenzrechtliche Anfechtbarkeit einer Sicherung bei Unanfechtbarkeit der Befriedigung; Anfechtbarkeit einer vom Schuldner zur Sicherung eines Darlehens gewährten Forderungsabtretung bei Beteiligung des Gesellschafters des Schuldners mit 50 v.H. an der ...
Insolvenzanfechtung der Sicherheit für ein Gesellschafterdarlehen auch bei einer länger als ein Jahr vor Antragstellung erfolgten Verwertung
Verwertung einer für ein Gesellschafterdarlehen anfechtbar bestellten Sicherung nach § 135 Abs. 1 Nr. 1 InsO anfechtbar; gleichgestellte Forderung im Sinne von 135 ­InsO, wenn der Gesellschafter der Schuldnerin mit 50 v.H. an der darlehensgebenden Gesellschaft beteiligt ...
Durchgriffswirkung einer Anfechtung bei Verwertung einer für ein Gesellschafterdarlehen bestellten Sicherung
InsO § 129 Abs. 1; InsO § 135 Abs. 1 Nr. 1
Verjährung von Ansprüchen der GmbH gegen Geschäftsführer
Anfechtbarkeit von Rückführungen gesicherter Gesellschafterdarlehen
InsO §§ 135, 39 Abs. 1 Nr. 5
Auf die Zielrichtung im Einzelfall achten - Zur Problematik der Besicherung nachrangiger Darlehen
Kurznachricht zu "Kreditsicherheiten für Gesellschafterdarlehen - Stand der Dinge und offene Fragen" von Dr. Falk Mylich, original erschienen in: ZIP 2013, 2444 - 2451.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.07.2013, Az.: IX ZR 219/11 (Insolvenzanfechtung der Sicherheit für ein Gesellschafterdarlehen auch bei einer länger als ein Jahr vor Antragstellung ...)" von Prof. Dr. Georg Bitter, original erschienen in: ZIP 2013, 1579 ...
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.07.2013, Az.: IX ZR 219/11 (Insolvenzanfechtung bei der Verwertung einer für ein Gesellschafterdarlehen bestellten Sicherheit)" von Dipl.-Kfm. Prof. Dr. Christoph Thole, original erschienen in: NZI 2013, 742 - 746. ...
Kurznachricht zu "Ist das besicherte Gesellschafterdarlehen im Insolvenzverfahren der Gesellschaft subordiniert oder privilegiert? - Zugleich Besprechung BGH v. 18.7.2013 - IX ZR 219/11, ZIP 2013, 1579" von Prof. Dr. Holger Altmeppen, original erschienen in: ZIP 2013, 1745 - 1752. ...
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.07.2013, Az.: IX ZR 219/11 (Gesellschafterdarlehen: Verwertung einer anfechtbar zur Sicherung gewährten Forderungsabtretung länger als ein Jahr ...)" von RA Dr. Michael Bormann und Carolin Niederau, original erschienen in: GmbHR ...
Kurznachricht zu "Keine Sperrwirkung der anfechtungsfesten Befriedigung gem. § 135 Abs. 1 Nr. 2 InsO für die Anfechtung nach § 135 Abs. 1 Nr. 1 InsO" von RA Dr. Jan Markus Plathner und RA Maik Luttmann, original erschienen in: ZInsO 2013, 1630 - 1633.
LG Köln, 15.12.2010 - 91 O 32/10
BGHZ 198, 64
NJW 2013, 3035
ZIP 2013, 1579
MDR 2013, 1190
NZI 2013, 742
WM 2013, 1565
DB 2013, 1894
NZG 2013, 1036
Dies gilt insbesondere für Darlehen verbundener Unternehmen (BGH…, Urteil vom 17. Februar 2011 - IX ZR 131/10, BGHZ 188, 363 Rn. 10;… vom 21. Februar 2013 - IX ZR 32/12, BGHZ 196, 220 Rn. 14 ff; vom 18. Juli 2013 - IX ZR 219/11, BGHZ 198, 64 Rn. 23).
Die Beteiligung kann in der Weise ausgestaltet sein, dass ein Gesellschafter an beiden Gesellschaften, der die Leistung annehmenden und der die Leistung gewährenden Gesellschaft, und zwar an der letztgenannten maßgeblich beteiligt ist (BGH, Urteil vom 18. Juli 2013 - IX ZR 219/11, BGHZ 198, 64 Rn. 24).
Dazu genügt bei einer GmbH & Co. KG eine Beteiligung von mehr als 50 vH (vgl. BGH, Urteil vom 18. Juli 2013, aaO).
Das Risiko der persönlichen Haftung ist geeignet, im Sinne einer Disziplinierung eine ordnungsgemäße Wahrnehmung der Aufgaben - gleich ob es sich um einen Insolvenzverwalter oder den Geschäftsleiter einer eigenverwalteten Gesellschaft handelt - sicherzustellen (…MünchKomm-InsO/Tetzlaff, aaO § 270 Rn. 173, 177;… Kübler/Flöther, Handbuch Restrukturierung in der Insolvenz Eigenverwaltung und Insolvenzplan, 2. Aufl., § 18 Rn. 28;… Schaal, aaO S. 260; vgl. BGH, Urteil vom 18. Juli 2013 - IX ZR 219/11, BGHZ 198, 64 Rn. 19).
Die Gewährung von Gesellschafterdarlehen, die durch das Gesellschaftsvermögen gesichert werden, ist darum mit einer ordnungsgemäßen Unternehmensfinanzierung nicht vereinbar (BGH, Urteil vom 18. Juli 2013 - IX ZR 219/11, BGHZ 198, 64 Rn. 19).
Der Gesellschafter ist zudem im Gegensatz zu externen Gläubigern über die als Sicherung in Betracht kommenden Vermögensgegenstände seines Unternehmens unterrichtet (BGH, Urteil vom 18. Juli 2013, aaO Rn. 20).
Ebenso verhält es sich mit einem noch unter wirtschaftlich gesunden Verhältnissen gegebenen Darlehen, welches der Gesellschafter bei Eintritt der Kreditunwürdigkeit stehen lässt (BGH, Urteil vom 18. Juli 2013 - IX ZR 219/11, BGHZ 198, 64 Rn. 28 mwN).
Es kann dahinstehen, ob der Beklagte zu 2 als Gesellschafter der Schuldnerin im Sinne von § 39 Abs. 1 Nr. 5, § 135 InsO anzusehen ist (vgl. BGH, Urteil vom 18. Juli 2013 - IX ZR 219/11, BGHZ 198, 64 Rn. 22 f).
Im Streitfall erweist sich die Gewährung der Grundschuld als inkongruent, weil dem Kläger aus der ursprünglichen Pensionszusage kein Anspruch auf eine Sicherung - weder im Blick auf die zunächst verpfändeten Versicherungen noch die hier in Rede stehende Grundschuld - zustand und es sich deshalb um eine nachträgliche Besicherung handelt (vgl. BGH, Urteil vom 18. Juli 2013 - IX ZR 219/11, WM 2013, 1565 Rn. 34).
aa) Eine inkongruente Deckung bildet nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nur dann ein Beweisanzeichen für den Benachteiligungsvorsatz des Schuldners und für die Kenntnis des Gläubigers von diesem Vorsatz, wenn die Wirkungen der Rechtshandlung zu einem Zeitpunkt eintraten, als zumindest aus der Sicht des Empfängers der Leistung Anlass bestand, an der Liquidität des Schuldners zu zweifeln (BGH, Urteil vom 18. Dezember 2003 - IX ZR 199/02, BGHZ 157, 242, 251;… vom 5. Juni 2008 - IX ZR 163/07, WM 2008, 1459 Rn. 19;… vom 25. Oktober 2012 - IX ZR 117/11, WM 2012, 2251 Rn. 13;… vom 6. Dezember 2012 - IX ZR 3/12, WM 2013, 174 Rn. 46; vom 18. Juli 2013, aaO Rn. 33).
Die Kreditrückführung hat zu Lasten der Schuldnerin eine auch im Anwendungsbereich des § 135 Abs. 1 und 2 InsO unerlässliche (BGH…, Urteil vom 1. Dezember 2011 - IX ZR 11/11, BGHZ 192, 9 Rn. 20; vom 18. Juli 2013 - IX ZR 219/11, BGHZ 198, 64 Rn. 8;… HmbKomm-InsO/Schröder, 6. Aufl., § 135 Rn. 34, 44;… HK-InsO/Kleindiek, 8. Aufl., § 135 Rn. 21; Haas, ZIP 2017, 545, 550) Gläubigerbenachteiligung ausgelöst.
Da die einzelne anfechtbare Rechtshandlung ein eigenes selbständiges Rückgewährschuldverhältnis begründet, ist der Eintritt einer Gläubigerbenachteiligung isoliert mit Bezug auf die konkret angefochtene Minderung des Aktivvermögens zu beurteilen (BGH, Urteil vom 18. Juli 2013 - IX ZR 219/11, BGHZ 198, 64 Rn. 13 mwN).
Dies gilt insbesondere für Darlehen verbundener Unternehmen (BGH…, Urteil vom 17. Februar 2011 - IX ZR 131/10, BGHZ 188, 363 Rn. 10;… vom 21. Februar 2013 - IX ZR 32/12, BGHZ 196, 220 Rn. 14 ff; vom 18. Juli 2013 - IX ZR 219/11, BGHZ 198, 64 Rn. 23;… vom 29. Januar 2015 - IX ZR 279/13, BGHZ 204, 83 Rn. 46).
Eine maßgebliche Beteiligung in diesem Sinn ist gegeben, wenn der Gesellschafter auf die Entscheidungen des hilfeleistenden Unternehmens, nämlich auf die Gewährung oder auf den Abzug der Leistung an das andere Unternehmen, einen bestimmenden Einfluss ausüben kann (BGH…, Urteil vom 5. Mai 2008 - II ZR 108/07, WM 2008, 1164 Rn. 9 f;… vom 28. Februar 2012 - II ZR 115/11, WM 2012, 843 Rn. 16 ff; vom 18. Juli 2013, aaO Rn. 24;… vom 29. Januar 2015, aaO Rn. 50).
Dies setzt voraus, dass der Gesellschafter an dem kreditgebenden Unternehmen maßgeblich beteiligt ist (vgl. BGH, Urteil vom 29.01.2015 - IX ZR 279/13 - BGHZ 204, 83- juris Tz. 50; Urteil vom 18.07.2013 - IX ZR 219/11 - BGHZ 198, 64Rn. 24).
Dazu genügt bei einer GmbH & Co. KG grundsätzlich eine Beteiligung von mehr als 50 % (vgl. BGH, Urteil vom 18.07.2013 - IX ZR 219/11 - BGHZ 198, 64 Rn. 24).
§ 44a InsO ist unabhängig von einem eigenkapitalersetzenden Charakter der Forderung oder Sicherheit anzuwenden (vgl. BGH…, Urteil vom 1. Dezember 2011 - IX ZR 11/11, BGHZ 192, 9 Rn. 9 f;… vom 21. Februar 2013 - IX ZR 32/12, ZIP 2013, 582 Rn. 10;… vom 7. März 2013 - IX ZR 7/12, ZIP 2013, 734 Rn. 14; vom 18. Juli 2013 - IX ZR 219/11, ZIP 2013, 1579 Rn. 28).
Entgegen der Ansicht des Klägers kommt es damit auf eine Kenntnis der anspruchsbegründenden Umstände - selbst bei deren Verheimlichung durch den Geschäftsführer - nicht an (vgl. BGH, Urteil vom 18.07.2013 - IX ZR 219/11 -, BGHZ 198, 64-77, Rn. 36).

References: § 135
 § 135
 § 43
 § 135
 § 135
 § 129
 § 135
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 135
 § 135
 § 270
 § 18
 § 39
 § 135
 § 135
 § 135
 § 135

§ 44