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Timestamp: 2019-11-15 09:46:04+00:00

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1834 / 247 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung)
1834 / 247 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff
E S A S R Ae R E A A Et Nis <3.
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Goldmann 1!, Emmerling î, und Hirsch 1 Stimme. Da hier- auf der durch S\¿immenmehrheit gewählte Direktor, Abg. von Gagern, erklärte, die auf ihn gefallene Wahl nicht annehmen zu können, und sich hierüber verschiedene Ansichten erheben, nament- lich auch darüber, ob in der heutigen Sißzung Úber diese Ange- legenheit disfutirt werden fônne, so stellt der Präsident die Frage: Will die Kaminer sogleich zur Diskussion úber die Frage eingehen, ob die von dem Abg. v. Gagern geschehene Ablehnung der Wahl eines ständischen Direktors der Staats-Schulden- Tilgurgs-Kasse anzunehmen sey, welche mit 32 gegen 7 Stim- men bejaht wurde, worauf die Kammer in öffentliher Sigzung zur Diskussion über die Ablehnung selbst eingeht, und sodann in geheimer Sikunz mit 27 gegen 11 Stimmen den Beschlu faßt, den Abg. von Gagern von der auf ihn gefallenen Wahl zu entbinden. Jn Folge dieses Beschlusses wird zu einer neuen Wahl geschritten, wobei der Aba. Emmerling mit 23 Stimmen als Direktor gewählt wurde. Zum Stellvertreter des landfän- dischen Direktors wurde hierauf der Abg. Reh mit 24 Stimmen erwählt. Da der ertoählte Substitut die Kammer ersuchte ihn wegen seiner Ges& zfts-Verhältnisse 2c. von dieser Wahl zu ent- binden, jo wird ber diesen Antrag sogleich abgestimmt und mit 21 gegen 1? Stimmen beschlossen, demjelben keine Folge zu geben. Zin Kontroleur und Substituten desselben wurden Ober-Fiy anzrath Kleinschmidt und Oberappellations - Gerichts- Sekre*.air Heumaan, als dur< neue Wahl zur Fortseßung ihrer Fuv "tionen berufen, einstimmig anerkannt.
Darm#kadt, 31. August. Heute war Se. Excellenz der bisherige Vice- Gouverneur der Bundesfestung Mainz, der Kaiserl. Königl. Oesterreichishe Feldmarschall - Lieutenant Graf Mensdorf, hier, um s< bei dem Großherzoglichen Hofe zu bes urlauben. Se, Excellenz geht nunmehr auf seinen Posten als Kommandirender nah Böhmen ab.
Nach den neuesten Berichten ist der religidse Schwärmer, Peter Hermann von Offenbach, in seiner Genesung so weit vorangeschritten, daß seine Entlassung aus dem Hospitale bald zu erwarten steht.
Basel, 28. Aug. Die hiesige Zeitung meldet: „Der 26. d. ist von vielen Bürgern der Stadt als eine freudige Er- innerung, nämli< an die Trennung, gefeiert worden mit Freu- denschüssen, Musik, Gesang und festlihem Mahle, was wohl am besten die einfältigen Gerüchte von Wiedereroberungsplänen nic- derschlagen kann. — Allein was au<h Gutes und Gedeihliches aus jener Trennung für uns möge entstanden seyn, wir unserer- seits vermdgen nur mit s{merzhaftem Gefühle eines Tages zu gedenken, an welchem in der obersten Bundesbehörde eine Unge- rechtigkeit sanctionirt wurde. ‘“
Es hat nun das Obergericht des Kantons Aargau in seiner Sißung ain 26. Aug., auf den Grund des s. 170 des Straf. Ge- sekbuchs, den Pfarrer Welti in dreifacher Beziehung: da näm- lich seine Brandstiftungen außer den angezündeten auch andeie Gebäude ergriffen, da er dieselben fünfmal geflissentlich wiederholt, Und dabei zwei Menschen das Leben eingebüßt, — des Todes schuldig befunden, und demgemäß denselben in Bestätigung des einstimmigen Urtheils des Bezirksgerichts in Baden, einstimmig seines Amtes entse6t, und zur Strafe des Schwerdtes, der Straf- art im Kanton Aargau, verurtheilt.
Genf, 18. August. Ein hiesiger Privatmann, der für reich galt, hatte kürzlih cin Haus bauen lassen. Dasselbe war schon ganz fertig und sollte von Miethleuten bezogen werden, als man erfuhr, daß der Eigenthümer Bankerott gemacht habe. Alsbald stúrzte ein Haufe von Arbeitern und Meistern, die an dem Bau Theil genommen hatt 1 und noch nicht bezahlt worden waren, auf das Haus zu, und rissen das von ihnen Ausgearbeitete oder Gelieferte weg; der nahm seine Fenster und Thüren, jener seine Laden, Andere nahmen ihr Eisenwerk, ihre Dachrinnen, ihre Spiegèln u. \. f. Die Pländerung war vollftändig; die Be- hôrden fonnten kaum eine gänzliche Zerstörung des Hauses ver- hindern.
Salt en.
Der Graf von Syrakus, Statthalter von Sicilien, segelte am 13. August auf der Fregatte „Königin Jsabelle// von Nea- pel nah Palermo ab.
Man spricht von zwei im Kirchenstaate zusammenzuziehenden Corps, eines bei Fuligno unter General Resta , das andere, aus Schweizern bestehend, bei Rom.
Madrid, 17. August. Folgendes is der Jnhalt des von dem Minister dec auswärtigen Angelegenheiten den Cortes vor- gelegten Vertrages mit Nord-Amerika: Art. 1. J. M. die Königin-Regentin verpflichtet sich, im Namen und als Stellver- treterin J. M. Donna Jsabella !1., an die Vereinigten Staa- ten als Vergütigung für deren Reclamationen die Summe von zivdlf Millionen Realen in einer oder je nah dem Wunsche der Regierung der Vereinigten Staaten verschiedenen Jnscriptionen einer ewigen Rente auf das große Buch der konsolidirten Schuld Spaniens mit Z5proc. jährlichen Zinsen zu bezahlen. Diese Jn- scription oder Jnscciptionen werden dem Muster oder Formular gleichen, von welchem agegenwärtigem Vertrage eine Abschrift beigelegt ist, und ste sollen vier Monate nach Auswechselung ihrer Ratificationen in Madrid an die Person oder Personen ausgeliefert werden, welche zur Empfangnahme von Seiten der Regierung der Vereinigten. Staaten, die die erwähnten Jnscriptionen oder ihren Betrag unter die dazu berechtigten Reklamanten nah ihrem Wohlbefin- den vertheilen wird, ermächtigt seyn werden. Art. 2. Die Auszahlung der Zinsen der erwähnten JInscriptionen soll in Pa- ris alle se<s Monate geschehen; das erste Semester soll sechs Monate nach Auswechselung der Ratificationen dieser Uebercin- kunft ausgezahlt werden. Art. 3. Kraft der im Art. 1 festge- setzten Bestimmungen erklären die hohen Kontrahenten gegensei- tig, alle Reclamationen, wessen Rechtsgrundes und Ursprunges sie seyn môdgen, welche einer von beiden gegen den andern seit dem 22. Febr. 1819 bis zum Datum der gegenwärtigen Ueber- einfunft macht, für erledigt und getilgt, und entsagen densel- ben. Art. 4. Die Regierung der Vereinigten Staaten wird se<s Monate nah Auslieferung der Ratificationen dieser Ueber- einkunft dem bevollmächtigten Minister Jhrer kathol. Maj. in Washington auf dessen Begehren ein Verzeichniß der von Sei- ten Amerikanischer Bürger dgen die Spanische Regierung er- hobenen Reclamationen mit Angabe ihres Betrags Übergeben, und drei Jahre darauf, oder wo möglich früher, authentische Abschriften aller Dokumente, auf welche sie gegründet sind. Art. 5, Gegenwärtige Uebereinkunft soll ratifizirt, und die Ratificationen nah se<s Monaten, von der Unterzeichnung an gerechnet, oder wo möglich früher, in dieser Hauptstadt ausge- wechselt werden u. s. w. Madrid, den 17. Febr. 1834.
(Unterz.) Jose de Heredia, C. P, Van-Neß.“
Die den Cortes ebenfalls vorgelegte Instruction für den Spanischen Botschafter in Rom, erlassen am 23. Februar 1834, in Bezug auf die Anerkennung der Donna Jsabella lautet folpendermaßen :
¡„Fhre Maieñät die Königin - Regentin befiehlt mir, an Ew. Excellenz eine Abschrift dec auf Königlichen Befehl an den Minlk- fter Fhrer Maj. in Wien gerichteten Depesche zu schi>en, in der Ab- sicht, welche aus dem Dokumente selbst echellt: eben diese Depesche is dem Fnhalte und der Form nah mit der, welche an die Minisier Fhrer Majestät bei den Hdfen von Berlin und St Petersburg ge- schi>t worden ist, fast gleichlautend. Jhre Maicstät hofft, daß die- ser mit so vieler Loyalität und guter Absicht gethanene Schritt der Art von Unentschiedenheit, welche einige Mächte in Bezug auf die Anerkennung der Kdnigin gezeigt haven, um so eher ein Ziel seßen werde, und hofft gleichfalls, daß die erlauchte Reglerung Seiner Héiligkeit auf keine längere Zeit das, was zugleich die Ge- rechtigfeit, Vernunft und politische Konvenienz erfordern, verschte- ben wird. Jn der an Ew. Exc. von dem Kardinal-Staats-Srccetair unter dem 29. Nov. 1833 erlassenen Note hieß es unter Anderm: /, (Se. Heil. behalten es sich vor, zu weiteren Ertflärungeir zu schrei- ten, bis Sie besser von den EntschiÜssen unterrichtet seyn werden, welche in dieser Angelegenheit andere Hdfe nehmen möchten, von denen sie sich nicht treanen können, ohne zuvor die Beweggründe zu erwä- gen, welche diese Hdfe, wie Se. Heil. wissen, verhtndern, die Suc- cessions - Ordnung anzuerkennen, welche man jetzt ain die Stelle der alten in der Spanischen Monarchie gebräuchlichen eingeführt hat.‘ Diese Ausdrücke beweisen, daß die Regierung Sr. Heil. keinen hin- reichend richtigen Begriff von den Gesehen und Gebräuchen Spa- niens rücksichtlich des wichtigen Punktes der Thronfolge - Ordnung hat, und, wenn gleich dieser Gegensiand rein national, und fo zu sagen, von häuslicher Natur if, so kommt doch viel darauf an, die irrigen Vorstellungezt Über einen so wichtigen Gegenstand zu berich- tigen. Keinesweges hat man jeht die Thronfolge-Ordnung geändert, indem man eine neue Ordnung an die Stelle der früheren sehte; im Segen: heile, man hat die wiederhergestellt, welche so alt is, wie die Monarchie selb; welche in Aragonien, in Navarra, in Caslilten, in allen den verschiedenen Staaten, aus denen sîch unsere Nation bildete, in Kraft und Gültigkeit war; welche in unsern Geseßbüchern, die nur dem durch Herkommen Eingeführten eine gesezliche Sanc- tion geben, ausgezeichnet ist; welche beständig in Spanien beobachtet wurde, indem dic Frauen den Thron erbten, wenn im gleichen Grade feine Mannsperson vorhanden war, und ohne jemals vermdge ihres Geschlechts ausgeschlossen worden zu seyn Die neuere Erbfolge: Ords nung ist die, welche man erst zu Anfange des vergangenen Fahrhutt- derts einführen wollte : sie istaber den Gesehen, Gebräuchen und Gefüh- len des Spanischen Volkes so sehr zuwider, daß man nur mit großer Schwierigkeit und mit Widersprüchen in unsere Geseßbücher ein fremdes Geseß aufnehmen konnte, welches die alte Thronfolge- Ordnung änderte; ein Geseh, welches so wentg in unserem Boden wurzeln fonnte, daß es auch nicht ein einzigesmal beobachtet, und bald hernach auf den Cortes von Madrid von 1789 abgescha\ft wurde. Fm Fahre 1830 befahl Ferdinand \ ll. feierlich, den Beschluß der erwähnten Cortes rücksichtlich der Thronfolge-Ordnung zu promul- giren, einen Beschluß, den man um so weniger als eine Neueru:ig betrachtete, als er das ehrwürdige Gepräge hohen Altérthums an sich trug, indem er, so zu sagen, nur die Wiederherstellung des Ge- seßes der Partida is, welches seit schon sehs Jahrhunderten be- ständig in Spanien beobachtet wurde. Jn Uebereinstimmung mit dem Haupt- Grundsaße des Spanischen Rechtes, welcyer, in Er mangelung eines Sohnes, und mit Vorzug vor den Seitenlinien, die Tbchter der Könige zur Thronfolge beruft; und um einen ur- alten Gebrauch zu befolgen, der weislich eingeführt ist, um die Thronfolge- Ordnung schon beim Leben des regterenden Monar= chen sicher zu siellen, versammelten sich die Cortes des Reichs im Monate Junius des vergangenen Jahres, und erkannten die erstge : borne Tochter Ferdinands V11. als Prinzessin von Asturien an, und shwuren ihr als Thron- Erbin in Ermanglung eines Sohnes; wobei zu bemerken ist, daß in feierlicher, aus Prälaten der Kirche, aus Granden des Reichs, aus Prokuradoren der Städte und Fle>en be- stehender Versammlung, auch nicht der leiseste Zweifel in Hinsicht des unbesirittenen Rechts erhoben wurde, welches die erlauchtese Prinzessin Donna Fsabella li., gegenwärtig unsre Königin, deren Lame schon die Spanier an eine der glorreichsten Regierungen ihrer Ge- schichte erinnert, an der Thronfolge hatte. Wenn unglü>licher Weise jene trceulosen Einflüsterungen das Uebergewicht behalten hät=- ten, und wenn Ew. Exc. glauben sollten, daß ste auch nur etnen Schatten von Zweifel bei der dortigen erleuchteten Regterung ha- ben erregen édnnen, so ist es Fhre Pflicht (und so erwartet es dîc Königin - Regentin von Fhrem Eifer), \o falsche Behauptungen zu bestreiten, und srei und offen die Beschaffenheit der Ansichten der Spanischen Regierung auszusprechen. Gerecht in threm Ur- sprunge, loyal in ¿hrer Absicht, nühlih in ihren Resultaten, be zwe>en sie einzig mit der Hülfe und dem Schuße des Himmels den Thron Fsabella I. auf feste und dauerhafte Grundlagen auf- zurihten, indém man ihn auf die alten Grund-Geseße stellt, welche in vergangenen Jahrhunderten der Nation so viel Heil und Ruhm verschafften, und deren Vergessen die Ursache so vielen Uebels und Unglücés wurde. Das monarchische Prinzip, die Stúße des Frie- dens und der Ruhe des Reichs, weit entfernt, auf diese Weise beein- trächtigt zu werden, wird man als den geseßmäßigen Ursprung al- ler heilsamen Reformen betrachten, als die Quelle, aus der die Wohl- thaten, welche das Volk genicßen soll, entspringen, kurz, als die (Grundlage des Gebäudes der Monarchie, welche die Daucr dessel- ben sichern soll. Bei dem Zustande, in welchem sich die Ration be- findet, bei so vielen eingetretenen Enttäuschungen wünscht Spanien, aus eigener Erfahrung Überzeugt, daß nichts mehr als Unordnung und Zügellosigkeit der wahren Freiheit zuwider ist, na<h den vergangenen Erschütterungen unter dem schühßenden Schatten des Thrones auszuruhen, indem es in seinen weisen (GHrundge- seßen zu gleicher Zeit eine Sicherstellung der Rechte und Prä- rogative des Monarchen und der Rechte und Freiheiten des Volfs erbli>t. Wenn es ein erreichbares Mittel giebt, die Rückkehr ver- gangener Uebelstände zu vermeiden , so besteht es darin, mit Festig- keit und guter Absicht den geraden Weg des eseßes zu betreten, und das Königthum davor zu schúßen, daß man unter seinem Na- men Mißbräuche einführe, welche es Gefahren aussezen, wte wtr es in unsern eigenen Tagen zu beweinen hatten. Die Grundsäße, die Ansichten, das Betragen der Spanischen Regierung wird nicht nur nichts enthalten , was gegen die zur Ausrechthaltung der Euro- päischen Gesellschaft bestimmten Grundsäße gerichtet wäre, sondern se werden im Gegentheile (das beabsichtigen und wünschen sie) das hdchste Gut, die Ruhe von Europa befördern, indem sie die Ord- nung und Ruhe in der Halbinsel fichern, was nie stattfinden könnte, wenn mau den entgegengeseßten Weg einschlüge. Auf diesen Punkt richte ich insbesondere Ew. Excellenz Aufmerksamkeit; denn, wenn es gleich feineswegs waghrsche:nlih is, daß sich Jemand einbilden fönne, daß sh das monarhishe Prinzip mehr befestigen würde, wenn die Partei des Prätendenten siegte (eine Vorausseßung des Unmöglichen bei der Entschiedenheit und dem Charakter der Spa- nier), so muß man doch laut, und ohne Furcht sih Lügen gefraft zu sehen, es aussprechen, daß der blutige Triumph jener Faction die Revolution in Spanien nur verewigen würde.//
Jn dem Bericht über die auswärtigen Angelegenheiten Spa- niens, den der Minister Martinez de la Rosa den Cortes abge- stattet, hat sich bei den Uebersezungen der meisten ausländischen Blät- ter ein Fehler eingeschlichen. Der Minister hat nämlich nicht gesagt, daß er den verschiedenen Gesandten an einigen Höfen die Jn- struction ertheilt, sich nah ihren Posten zu begeben, sondern vielmehr , daß er sie ermächtigte habe, von dem ihnen im Vor- aus ertheilten Urlaub Gebrauch zu machen (que salieran à usar de las licencias que ya de antemano tenian),
Die unsinnigen Maßregeln, durch welche die Gouverneure
der Provinzen das Vordringen der Cholera verhüten wollen /
verseßen das Land in eine s{limmere Lage, als selbst ein ofen; barer Belagerungs-Zustand herbeiführen könnte. So z. B. be- fiehlt der Civil-Gouverneur von Segovia, daß, sobald sich inner- halb eines Umkreise: von sechs Leguas um San Ildefonso ein verdächtiger Krankheits: Anfall zeige, das Haus oder die Straße
vermauert, alle Einwohner derselben vertrieben, und, so wie die, | die mit ihnen in Berührung kamen, an einem abgesonderten |
Orte einer Quarantaine von wenigstens 20 Tagen unterworfen werden sollen. Die direkte Verbindung zwischen Burgos und
Madrid úber Lerma und Arauda is no<h immer unterbrochen, È
man muß den Umweg Über Valladolid und Segovia machen; die Französische Post geht über Saragossa und Jaca, #0 daß Briefe und Journale von Madrid erst nach 14 Tagen in Paris ankommen. Aus Toledo schreibt man, daß dort täglich und in bedeutender Anzah! Menschen verschwinden, welche sich-an die zahlreichen Banden anschließen, Welche Aussichten versprecheu so!che Zustönde für die Zukunft?
— Ein Bordeauxer Blatt (l’Elecrion) äußert :*,,Ma- drid befindet sich in einem traurigen Zustande; es ist wahrschein. lich, daß eine Katastrophe nicht fern i. Man bemerkt überall, sowoh! bei den Liberalen, als bei den Karlisten, Symptome ei ner Aufregung, und dessenungeachtet beharrt bie Regierung in einer unbegreiflichen Sorglosigkeit. Der Karlismus erhebt sein Haupt mehr als jemals, und in den Provinzen verhält es sich eben ss. Die Partei der Jusurgenten vermehrt sich täglich und man sagt heut, daß sie sich Avila's bemächtigt habe. Es gübt feine Provinz, welche nicht ihre Banden hätte,“ die das Land verwüstenz und welches Gegenmittel hat die Regierung ge gen dies Alles? eine höchst tadelnswerthe Unempfindlidy feit. Von den Cortes aufgefordert, bedient sie sich der Ausflúchte, um über den wahren Zustand des Junern nichis
mitzutheilen, was sowohl die Proceres als die ‘Prokuradoren *
schr mißgestimmt hat, und diese Unzufriedenheit hat sich auch nach außen hin verbreitet. selbst die wahren Christinos. Die Desertion beginnt in der Garnison von Madrid; etwa 80 Mann sind verschwunden, und sie sind ohne Zweifel zu den Karlisten gegangen. Einige Kaval- leristen von der Stadt-Miliz scheinen diesem Beispiel gefolgt zu sehn. Man weiß nicht, wie dies enden wird, allein offenbar bereiten sich wichtige Ereignisse vor.“/
— Ein Französisches Abendblatt enthält in einer Nachschrift Folgendes: „So eben erfahren wir, daß ein hiesi ges Handlungshaus einen Courier erhalten hat, der am 20sten aus Madrid abgegangen war. Die Depeschen melden noch durch aus nichts von ausgebrochenen Unruhen ; aber der Korrespondent berichtet, daß einige Gährung in der Hauptstadt herrsche, und daß er, wenn Unruhen ausbrechen sollten, einen außerordentli ><en Courier absenden wúrde. Dann avf die Finanz-Angelegen heiten Übergehend, äußert sich der Briefsteller folgendermaßen: /, „Die Finanz-Kommission wird noch ungefähr 8 Tage brauchen,
bis sie ihren Bericht voilendet hat; aber man weiß jet |{<on, F daß sie fast einstimmig (mit Ausnahme von 2 oder 3 Stimmen) |
Jedermann klagt die Minister an,
die Reduction nicht allein billiat, sondern sogar wünscht, daß *
solche noch bedeutender seyn mdge, als Toreno verlangt.
fürchtet, daß, wenn man die Schuld nur um die Hälfte reducirt, *
die Kammern binnen kurzem gendthigt seyn würden, aus den * 5 proc. 3 proc. zu machen, was einer neuen Reduction von Ftel F Auffallend is es, daß kein Mitglied der |
gleich kommen würde. Kommission den Vorschlag gemacht hat, die National- und Klöster-Güter zu verkaufen, um durch deren Ertrag die Schul: den Spaniens zu bezahlen.“ ‘/
— Die Sentinelle des Pyrenées vom 26. Aug. meldet
„Briefe aus Madrid vom 16ten sprechen von F / E
der Abnahme der Cholera. An dem genannten Tage starben nur
19 Personen daran; dagegen herrschen Faulfieber und Lungen- Krankheiten. Bricfe aus Granada vom Sten melden das Auf hdren der Cholera daselbst. — In Siguenza sind alle jungen Leute unter die Jnsurgenten eingeschrieben, nur die verheirathe- ten Männer blerben zurú>. Jn Lequeytio haben die Karlisten sich mit zwei vierpfündigen Kanonen verschanzt. Das Hand-
sungshaus Jaen in Pampelona, dessen Chef nah Frankreich ge: | flohen ist, hat sich für insolvent erklärt, — Zu Bilbao hat ein |
gewisser Vallo mit 27 Mill. Realen fallirt. — Jemand, der von |
St. Sebastian kommt, erzählte von höchst traurigen Ereignissen Er versichert, daß die Truppen der Königin zu Segura fünf Háuser oder Meierhdfe des Herrn Lardizabal, welcher mit seiner Familie na<h Bayonne geflohen is, angezündet haben. Auch bestätigt er die Nachricht von dem Brande des Hauses des Mar- quis von Valdespina. Dagegen haben die Karlisten, unter An- führung von Lavale und Jturizzi, die Eisenwerke bei Egbar und Tolosa niedergebrannt.
Man darf sich Über diese beklagenswerthe *
Parteienwuth nicht wundern, indeß is es zu bedauern, daß die f
Diener der Regierung sich solcher Excesse shuldig machen.“
— Folgendes is der leßte in Baponne eingegangene ®
Bericht aus Spanien: „Am 20. kam Don Carlos in Navarra an und seßte am nächsten Tage seinen Escarra fort. Er war von vier Bataillonen Guipuzcoanern und
u Leiria Weg nad |
Biscayern und 2 Compagnieen Navarresischer Guiden begleitet,
Frúh am Morgen des 23. verließen die Truppen, unter Anfüh-
rung des General Rodil, in drei Kolonnen getheilt , Tolosa, um
Don Carlos zu verfolgen. Zu derselben Zeit war Zumalacarre guy mir vier Bataiilonen Navarresen , zwei Bataillonen Alavesen und einem Bataillon Guipuzcoaner in Navarra, scharf bewacht
von den Kolonnen Lorenzo's und Ora's. Das gefeierte Bild der Jung: | frau, welches sich darin befand, wurde nach Arpeitia gebracht. Einigé der angesehensten Männer aus der Nachbarschaft sind mit De F
taschements von 150 bis 200 Mann nah Roncesvalles, Saw
guesa, Sos und andern Dörfern gesandt, um die Bewohner
vor den Requisitionen der Karlisten zu \{üßen.
Pferd, welches für Don Carlos bestimmt seyn sollte, und dessen * /
Kauf eine der Ursachen zur Klage gegen Hr. da Cruz, den Por! |
tugiesishen Ex-Consul, war, und ihn zwang, Bayonne zu ver:
lassen, ist aus den Ställen des Hotels St. Etienne vershwun * den und wird hôchst wahrscheinlich jeßt schon von dem ‘Prinzen *
geritten.“
— Das Journal des Pyrenées Orientales enthält | Folgendes: „Die leßten Nachrichten aus Valencia sind vom f 12ten d. und melden, daß die Cholera von Lucar aus ihre Ver: f wüstungen bis nach jener volkreichen Stadt ausgedehnt hat. Der f
Mittelpunkt der Karlistischen Verschwörung befand sih ebenfalls in dem erstgenannten Orte. Der General - Capitain hat das Uebel bei der Wurzel angegriffen, indem er die Verschwörer ver haften und transportiren und mehrere von ihnen erschießen ließ.
Der Rebellen-Anführer Carnice wurde bis nah Aragonien verk l
folgt, und da er nicht in Catalonien eindringen konnte, so zet f
streute er seine Truppen in den Wäldern von Estrella. Von dem
Augenblick an hat sich die Straßenräuberei organisirt, und dies, |
im Verein mit den Gesundheits-Maßregeln, hat alle Verbindun:
gen mit Estrella abgeschnitten, Die Cholera hat sich bereits von :
Valencia aus nah Albayda, Allia, Tera, Alcoy, Alchorf, Almo- rady, Alcera, Calloso de Segura, Cabral, Crevillente, Cofuentes, Cullera, Dolores - Elhe, Novelda Mura, Orichuela, Rafal, Rosales, San Miguel de Galenes, San Felippe la Oleriíia , Benigarno , Torrente, Alzaneta , San Fulgenito, Cascacente und Succa verbreitet. Jn Elche befanden sich 2116 Kranke, und Novelda, eine fleine Stadt, hat 400 seiner Ein- wohner verloren. Der Ausbruch der Cholera in Tarragonien ist von der oberen Junta von Catalonien auf offizielle Weise bekannt gemacht worden. Jnmitten der ängstlichen Stimmung wurde ein Aufstand in Barcellona versucht. Es erschienen meh-
, pere Haufen von Personen , die größtentheils bewaffnet waren,
in dem Stadtviertel der Municipalität, sie wurden aber durch die herangezozgenen Truppen schnell auseinandergetrieben. So eben geht die offizielle Nachricht von dem Nusbruche der Cho- lera in Saragossa ein.‘ Dor ewgal
Jn einem Privat-Schreiben aus Lissabon (im Temps) heißt es: „Jh werde sobaid die Verlegenheit der jungen Kd- nigin bei der Stelle der Rede ihres Vaters an die Cortes nicht vergessen, wo von ihrer zukünfcigen Vermählung die Rede ist; diese Verlegenheit ward vorzüglich durch die Blicke aller Anwe- senden, die sh in jenem Augenbli> nach der Tribune richteten, auf der sle saß, verursacht. Jn ihrer sittsamen und zugleich würdigen Miene lag etwäs Hinreißendes, dem gewiß Niemand widerstehen konnte. Ein Zwischenfall von einiger Wichtigkeit hat ein wenig die Ceremonie gestôrt. Zu der für die Eröffnung der Cortes angezeigten Stunde pflanzte die Französische Station im Tajo die Portugiesische Flagge auf und grüßte. durch das Feuer aller ihrer Batterieen. Die Englische Station blieb wäh- rend dieser Zeit in einer gänzlichen Unthärigkei. Dom Pedro, erstaunt über dieses Schweigen, ließ an Lord Howard de Wal- den hreiben, um die Ursache davon zu erfahren, und damit die- ses Vergessen wieder gut gernacht werde. Das Schreiben kam dem Botschafter auf der Tribune des Cortes - Saales zu, wohin ec <h mit dem diplomatischen Corps begeben hatte. Se. Exc. besprach sich nah Empfang desselben einige Augenblicke mit dem Admiral Gage, und der Befehl ward an die Englische Escadre gesandt, die Portugiesischen Farben aufzupflanzen. Aber zur all- gemeinen Verwunderung folgte kein Gruß der Artillerie auf diese Demonstration. ‘/
Die Bdrsen-Halle meldet aus Veracruz vom 30. Juni: „„Zn politischer Hinsicht sieht man jeßt etwas klarer, als vor cinem Monate. Santana wird die Föderal-Regierung aufrecht erhalten, zieht aber jeßt die vernünftig denfenden und rechtlich handelnden Menschen mehr an sich, denn die Demagogen hatten es zu arg getrieben, und die Republik war mit einer furchtbaren Reaction bedrcht, wenn Santana nicht kräftig eingegriffen
und dem nun klar gewordenen schre>lichen Unwesen des Kon- |
gresses in Mexiko Einhalt gethan, so wie in den verschiede- nen Staaten es dahin gebracht hätte, daß das Volk die zu de- magogischen Governadoren und Kongresse verjagte und vernünf- tigere Leute an ihrer Stelle einsebte. Dieses is in den Staa- ten Veracruz, Guanajuato und Mexico geschehen, so wie sich auch, außer den Hauptstädten, alle übrigen großen Städte in den Staaten Puebla, Mechoacan, ODajaca und Guadalaxara in gleichem Sinne erklärt haben. Queretaro ward ohne Wider- siand von den Regierungs-Truppen eingenommen, und man hofft, daß dasselbe bald auch mir S. Luis der Fall seyn wird, so sehr auch der jeßige Governador droht und shimpfc. Nur in Puebla sieht es schlecht aus, und dort ist Blut geflossen. Der Gover-
nador und der dasige Kongreß haben der Föderal- Regierung |
nicht gehorchen wollen, sondern sich mit 1500 Mann Milizen und fast 30 Kanonen in der Mitte der Stadt befestigt.
nige Punkte in der Stadt genommen, welches aber beiden ‘Par- teien viele Menschen gekostet har, und es sieht no<h gar nicht danach aus, als ob der Sache bald ein Ende gemacht werden könnte. Jn Mexiko hat sich das Volk am lten d. auch ausge- \prochen, nämlich für den Plan von Cuernavaca, für den es jeßt die Mode ist, fich zu erklären, und von welchem ih Jhnen eine Abschrift beilege. Das einzige, was geschah, war, das von Go- mez Farias eingesezte Ayuntamiento (den Stadtrath) abzudan- ken, und an seiner Statt das von demselben im Juni 1833 ab- gesekte Ayuntamiento wieder zu installiren.
massen durchzogen die Straßen von früh bis Abend und schrieen: | „Es lebe die Religion und der erlauchte Prásident Santana !‘/ | Dabei waren aber alle Läden und Magazine ofen, und Carga-
doren mit Geld und Waaren gingen ungesidrt durch die versam- meslte Menge. Außer dem rasenden Lärm der Glocken und Ra- keten stôrte nichts die dffentliche Ruhe.
durchführt und das Föderal-Spystem nicht angreift, so möchte es ihm möglich werden, eine dauerhafte Ruhe zu begründen.“ Folgendes sind die obenerwähnten Artikel des sogenann- ten Pronunciamento von Cuernavaca, vom 25. Mai 1834: /-1) Daß ihr (der Erklärenden oder Pronunciados) Wille in offnem Widerspruche mit den Geseßen und willkürlichen Dekre- ten steht, welche über religidse Reformen und die Duldung der maurerischen Sekten erlassen worden, so wie mit den Übrigen Verfügungen, welche die in der allgemeinen Verfassung und den besonderen der Staaten vorgeschriebenen Schranken überschrei- ten. — 2) Daß es eben diesem Willen und der Einwilligung
des Volkes gemäß ist, indem der allgemeine Kongreß und die |
besonderen Legislaturen nicht anders als in Kraft der Befugnisse, welche ihnen ihre verschiedenen Verfassungen : handeln dürfen, daß alle von ihnen erlassenen Geseße und Bestimmungen, welche nororis<h aus jenem Kreise heraus- treten, für nichtig, werth- und wirkungslos, und als wä- ren fie von irgend einer Privatperson ausgegangen , zu erklären
sind. — 3) Daß das Volk ehrerbietigst die Schübung dieser ge- |
rechten und geseßmäßigen Grundlagen von Sr. Exc, dem Herrn Präsidenten der Republik, Don Ant. Lopez de Santana, fordert,
als der einzigen Autoritär, bei der sich jest die Möglichkeit, se zu verleihen, findet. — 4) Das Volk erklärt, daß die Abgeord- | neten, welche Theil an der Sanction der gedachten Gesebe und | Dekrete genommen, seinem Vertrauen nicht entsprochen haben;
und erwartet, daß sie demnach, wie die übrigen Beamten, welche
sich bestrebt haben, die Beschlüsse dieser Art E sich r die gegen- |
ihrer Posten entschlagen und so wenig wider als f wärtige Manifestation einschreiten werden, bis die Nation, neu
repräsentirt, sich gemäß der Verfassung und in der für ihr Wohl | Ee Weise reorganisirt werden wird. — 5) Daß zur Be- | hauptung der Verfügungea, welche Se, Exc. der Herr Präsident | in Uebereinstimmung mit, den hier ausgesprochenen Gedanken er- | lassen wird, ihm die kräftigsie Mitwirkung der hier versammel- |
den Macht angeboten wird,“
Die | Truppen der Regierung haben die Vorstädte inne, und auch ei |
Große Menschen- |
2A y Der Enthusiasmus für | Santana is sehr groß, und wean er nur seinen Plan redlich |
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Berlin, 5. Sept. Aus Königsberg schreibt man un- term Zl1sten v. M.: „Se. Majestät der König besuchten vorge- stern Morgens noch das Kaiserl, Russishe Dampfschiff „Jschora“/ und die dasselbe begleitende Kriegsbrigg. Mittags war große Tafel bei Sr. Majestät, zu welcher, außer dem Königl. Hofe, der Fürst von Warschau und viele andere fremde Offiziere, des- gleichen die hôdheren Militair- und Civil - Personen, so wie die hier zahlreich anwesenden Gutsbesißer, eingeladen waren. Nachmittags geruheten Allerhöchstdieselben, den Geheimen Kommerzien - Rath Richter auf seinem Landsize in Judit- ten mit einem Besuche zu beehren, während für die König- lichen Prinzen und viele der anwesenden hohen Gäste eine Elendsjagd in der Bludauer Forst veranstaltet war. Gestern Mor- gen wogten hon von Tagesanbruch an die Bewohner Königsbergs zu Wagen, zu Roß oder zu Fuß zum Königsrhor hinaus, um einem imposanten militairischen Schauspiel beizuwohnen. Niche mít Unrecht glauben wir versichern zu können, daß die Menge der Zuschauer an Anzahl das ganze versammelte erste Armee- Corps Übertraf. Dieses war auf dem großen Exercier - Plate aufgestellt, und nachdem Se. Majestät, begleitet von den Königl Prinzen, den andern Hôchsten und Hohen "Personen und der Generalität, die Fronte unter dreimaligem Hurrahruf herunterge- ritten waren, ließen Allerhöchstdieselben die Truppen bei sich vorbeidefiliren, worauf die Höchsten Herrschaften zwischen 9 und 10 Uhr Morgens wieder zur Sradt zurückkehrten. Am Nach- mittag und Abend ward der Stadt das Glúck und die Ehre zu Theil, Se. Majestät den König und die Königl. Familie in dem s{hônen Lokale der Loge zu den drei Kronen zu einem Thee zu empfangen. Nachdem Se. Majestät bei Jhrer An- kunft um 4 Uhr von dem Ober-Bürgermeister und den Depu- tirten des Magistrates und der Stadtverordneten empfangen worden, geruhten Allerhdchftdieselben einige Zeit in dem geshmac>k- voll dekorirten Saale zu verweilen, und begaben sich dann durch den in vollem Blumenschmucke prangenden Garten nach einem festlich gezierten Boote, um einer Lustfahrt auf dem Schloßteiche beizu- wohnen. Das Königliche Boot, um es so kurz zu bezeichnen, wurde von einer großen Menge größerer und kleinerer begleitet ; Mitglieder der Liedertafel in einem, das Musik-Corps des fünf- ten Infanterie - Regiments in einem zweiten Boote fuhren hin- terher, so daß abwechselnd Musik und Gesang während der gan- zen Fahrt ertônte. Alle, sowohl Privat- als dffentliche Gärten, mit denen der Schloßteich umtränzt is, waren mit Menschen gefüllt, und Musik-Chöre ließen sih in mehreren derselben hören. Auch die Schloßbrücke und die daran stoßenden Straßen waren mit Zuschauern besezt, und so ging die Fahrt um den ganzen Schloßteich beim s{dönsten Wetter länger denn eine Stunde her- um, und mitten durch die Musik und mitten durch den Gesang bahnte von denUfern her das lauteHurrah derEinwohnerKönigsbergs, die be- geistert waren, Jhren geliebten Landesvater wieder unter sich zu sehen, sich einen Weg. Nach beendigter Fahrt entfernten sich Se. Ma- jestät um 6 Uhr, Doch nicht sollte die Freude des Tages da- mit aufhören. Allmälig bei einbrehender Dämmerung ward ein Garten nach dem andern illuminirt; eine unzählige Masse von Lampen umgab die Einfassungen des Schloßteiches, und dar- über erhoben sih Pyramiden und Ehrenpforten in blendendem Glanze, und aus der dunklen Fluth verdoppelte sich der Zauber- schein. Die Schloßteichbrúcke, mit ihren Bögen bis zum Niveau des Wassers selbst erleuchtet, machte einen wunderbaren Effekt ; und am andern Ende ihr gegenüber bildeten die illuminirten Flügel der Windmühle am Roßgärtschen Thore einen frei in der Luft s{webenden brillantenen Stern. Da begann eine zweite Wasserfahrt, woran abermals Se. Majestät so wie alle hier an- wesende Höchste Herrschaften Theil nahmen, und derselbe Jubel erneute sich ungeshwächt wieder. Obgleich die Stadt mit Frem- den überfüllt isi, so hat doch bisher Überall die größte Ruhe und Ordnung geherrsht. Die Freude des Tages ist durch keinen Unalüksfall und dur< kein sonstiges unangenehmes Ereigniß gestört worden. — Heute Morgen gegen 7 Uhr sind Se. Kd- nigl. Hoheit der Prinz Wilhelm mit dem Dampfboote „„Zschora“/ von hier nah Petersburg abgereist. (Um 12! Uhr hatte das Dampfboot bereits Pillau passirt. )//
— Nachrichten aus Elbing zufolge, wurden Se. Majestät der König auf Allerhdchstihrer Reise von Königsberg nach Star- gard am 3ten September Nachmittags in jener Stadt erwar- tet. Se. Majestät wollten die Nacht vom Zten zum ten in | Marienburg zubringen.
— Die heute hier eingegangene Kölnische: Zeitung giebt bereits am 1. September, nach einer ihr gemachten telegraphi: schen Mittheilung, die in Berlin am 31. August eingegangene Nachricht von der am 26sten v. M. erfolgten Ankunft Sr. Ma- jestát des Königs in Königsberg
— Die Provinzial-Gewerbschule zu Münster beschloß am 3isten v. M., nachdem an den drei vorhergegangenen Tagen die | dffentlichen Prüfungen über die verschiedenen Lehrfächer im Schul - Lokale abgehalten worden waren, das 12te Jahr ihres Bestehens durch einen feierlichen Akt auf der Aula. Nach einer von dem Direktor der Anstalt, Professor Walde, gehaltenen Rede, worin er den sehr befriedigenden Zustand der Schule darstellte, erfolgte die Vertheilung der Preise. Zugleich wurden auch bei der vor se<s Jahren in Münster errichteten und eben- falls erfreulich blühenden Sonntagzschule für Handwerker, deren Lehrfächer Linear- und Handzeichnen, Schönschreiben, Recht- schreiben, Entwerfen von Aufsäßen und Rechnen sind, Beloh- nungen und Belobungen ertheilt. | — Der Holzhandel auf dér Saale hat fortwährend seine | frühere Lebhaftigkeit, Die Holzwaaren kommen vom Thüringer | Walde herunter nah dem an der Saale belegenen Salinen- | und Badeorte Kösen. Am Palm-Sonntage wird hier alljährlich ein sehr besuhter Markt gehalten, der sih aber durch seine Stille und Ruhe als durch die ansehnlichen Geschäfte auf demselben auszeihnet. Von da wird das Holz die Saale herab geflößt und | auf bestimmten Holzpläßen verkauft, wobei sich ganz besonders ' die Stadt Weissenfels dur<h sc<hwunghaften Betrieb dieses Geschäfts auszeichnet. Die wohlhabende und geachtete Corpora- " tion der dortigen Holzhändler hat nah einer jeßt aufgestellten
| Berechnung jährlih von Kösen aus nah Weissenfels abgefldßt : 1,200 St. Bauholz das Stk a 7 Rrhlr., also 8,400 Rtl. — Sgr,
32,000 - Roh- u. Bauholz a 2 Rtl. 15Sgr. 80,000 - — - 22,500 - Mittel-Bauholz a2 : — : 45,000 - — - | 10,000 -: schwaches dergl. a 1 - 15 - 15,000 - — - | 5,000 - Hangelbäume a-— - 15 5 2,500 - — - | 8,000 - Klein-Bauholz a— :- W - 50,338 1:10 7 | 500 Bohlen 830: — 145,000 s —
3,000 - Bretter al6: — -, 48,000 - —
980 - Schwatten A — 7,840. -
1,500 - Dachlatten 94-1 19 6,750 - —.-
| worgus sich die jährliche Summe von . . , 233,823 Rtl, 10 Sgr.
ergiebt, die mit geringen Abweichungen auch als die Durch- schnittssumme der leßten sehs Jahre angesehen werden kann.
— Der 29. August war der zweite für die diesjährigen Pferde-Rennen bei Stralsund bestimmte Tag. Es fanden über haupt noch vier Rennen statt, nämlih 1) Rennen um die von Sr. Königl. Hoh. dem Kronprinzen ausge{ebte silberne Schale; Pferde aller Länder ; doppelter Sieg. 2) Rennen um den von dem Vereine ausgesetßzten Preis von 100 Fr.d’or sür Pferde in Neu- Vorpommera oder Rügen geboren, im ungestörten Besiße der Züchter ; einfacher Sieg. 3) Rennen um den von dem Ver- eine ausgescbten silbernen Becher; Pferde jedes Alters uad Lan- des: einfacher Sieg. 4) Privat-Rennen um einen Einsaß von ¡0 Fr.d’or für auf dem Kontinente geborne 3jährige Pferde.
Im ersten Rennen liefen 4 Pferde. Sieger blieb in beiden Läufen die „Johanza// des Barons C. v. Maltzahn - Sommer®- dorf. Jhr zunächst kam der ¿eAlexis“/ des Grafen von Plessen- Ivenack, den sie im ersten Laue um drei, im zweiten nur um eine Kopflänae schlug. Im ¿weiten Rennen liefen von sechs angemeldeten Pferden nur fünf. Den Sieg errang der „¡Alcides‘/ des Herrn von Owstien-Quilow, der gleich nach dem Rennen für eine bedeutende Summe verkauft wuttde. — Bei dem dritten Rennen ritten Herren, Von 10 angeneldeten Pfer- den liefen jedo nur 5, von denen der „Brownlo “ des Herrn Paul Ebers in Berlin, das einzige trainirte Pferd n diesem Rennen, den Sieg davon trug. — Bei dem vierten cind leb ten Rennen liefen 10 Pferde, als die erforderliche geringe An- zahl, damit das Rennen überhaupt zu Stande komme. Von diesen machten sih jedo< nur 6 den Sieg streitig, den zuieKt nach einem hartnäckigen Kampfe der „„Alba‘/ des Barons von Biel-Zierow erstritt. Hiermit waren die Rennen ge \chlossen.
— Am 29sten v. M. Nachmittags gegen 2 Uhr brach in dem, im Lúbener Kreise des Regierungs-Bezirks Liegniß gele- genen, zur Herrschaft Koßenau gehörigen Dorfe Krebsberg, in einer Bauerwohnunhg, auf eine bis jeßt no< nicht ermittelte Weise, ein Feuer aus, welches bald ‘bei dem starken Ostwinde mit solcher Schnelligkeit um si griff, daß in unglaublich kurzer Zeit in dem genannten Dorfe und în dem dicht angränzenden Dorfe Groß-Koßenau 16 Bauerhöfe, so wie 16 Häuser und 7 Gebäude des herrschaftlichen Vorwerks Charlottenthal, ein Raub der Flammen wurden, in denen au< eine Frau ihr Leben verlor. Durch diese Feuersbrunst haben einige funfzig Familien ihr Obdach und (mit Ausnahme des glücklich geret- teten Viehs) den größten Theil ihrer Habe verloren. Der Land- rath des Lübener Kreises, A von Schweiniß, und der evan- gelishe Pfarrer Kühnel zu Seebniß haben einen Aufruf erlassen, worin sie alle Menschenfreunde bitten, den Verunglückten in ihrer hôchst traurigen Lage hülfreich beizustehen.
welche im Winter 1832 in der Königlichen Thier- arznei-Schule gehalten werden.
1) Herr Ober-Stabs-Roßarzt und Professor Naumann wird täglich von 11 — 12 Uhr über specielle Pathologie und Therapie und Mittroochs von 2—3 Uhr über Hufbeschlag Vorlesungen halten.
2) Herr Professor und Privat-Docent an der Universität, Dr.
ned. Red>leben, wird Mittwoochs und Sonnabends von 11 — 12 Uhr über die Knochen-Lehre der Hausthiere, und an denselben Ta- gen von 1 —2 Uhr über gerichtliche Thierheilkunde und Veteri- nair-Polizei, ferner Montags, Dienstags, Donnerftags und Freitags von 1 — 2 Uhr über spezielle Pathologie und Therapie der Kran?- heiten des Rindviehes und der úbrigen Hausthiere, mit Ausnahme des Pferdes, Vorlesungen halten. 3) Herr Professor Dr. med. Gurlt wird über Anatomie der Hausthiere täglih von 1 — 2, über pathologische Anatomie Dien- siags, Mittwochs und Sonnabends von 2—3 Uhr, Vorlesungen halten. Derselbe wird die praftischen Uebungen in der Zootomie täglich, Vormittags, und — mit Ausnahme des Mittwochs und Sonnabends — auch Nachmittags leiten. Unter seiner Leitung ge schehen die Sectionen der gefällenen Thiere, bei welchem derjenige Md g seyn wird, in dessen Krankenstall das Thier ge- allen ift.
4) Herr Professor Dr. med. Hertwig wird die praktischen Uebungen im Kranktenstalle täglich von 8 — 10 Uhr Vormittags und von 4 — 5 Uhr Nachmittags leiten; ferner täglich des Mor: gens von 7 — 8 Uhr Vorlesungen und Repetitionen über spezielle Chirurgie und Operations-Lehre halten: auch wird er die im Kran- fensialle vorkommenden chirurgischen Operationen verrichten und unter seiner Leitung verrichten lassen.
5) Herr Apotheker und Lehrer Erdmonn, wird Dienstags,
Donnerstags und Sonnabends von 4 — 6 Uhr über Chemie und Pharmacie Vorträge und Repetitionen halten und den praktischen Unterricht in der Apotheke täglich ertheileu. 6) Herr Kreis-Thierarzt und Repetitor Spinola wird täg- lich von 10 —- 11 Uhr den praktischen Unterricht im Hunde - Kran- kenstall ertheilen, und Dienstags, Donnerstags und Sonnabends von R Uhr über spezielle Pathologie und Therapie der Krankheiten des Pferdes, und Mittwoch von 5 — 6 und Donnerstags von 2 — 3 Uhr úber gerichtliche Thierheilkunde und Veterinair - Polizei Repetitio nen halten. i :
7) Herr Kreis-Thierarzt und Repetitor Erdt hält Montags und Freitags von 5—6 Uhr Repetitionen über spezielle Pathologie und
herapie der Krankheiten des Rindviehes und der übrigen Hausthiere mit Ausnahme des Pferdes. Ferner wird derselbe dem Herrn Pro fessor G urlt bei Leitung der zootomischen Uebungen assiftiren.
8) Herr Professor Dr. pbil. Stôrig wird Über Erterieur-ZÜ<- tung und Pflege der Hausthiere, mit Ausnahme des Pferdes un? Schafes , Montags, Mittwochs und Freitags von 3— 4 Uhr Vor- lesungen halten.
9) Herr Professor Bürde hält zweimal wöchentlich in noch zu bestimmenden Stunden Vorträge über die Proportionen der Theile des Pferdes, und der damit verwandten Gegenstände.
10) Der Thierarzt und Vorsteher der Schmiede, Herr MÜl- ler, wird die Uebungen in der Fnstructions-Schmiede täglich von 2— 4 Uhr leiten. Sonnabends von 2 — 3 Uhr wird derselbe über die dem Hufschmidt nöthigen Kenntnisse Vorträge halten, und die Lehre vom Hufbeschlag repetiren.
Die Vorlesungen fangen det Ende Mdârz k. F. geschlossen. :
Zur Untersuchung von Thieren, die nur zu diesem Zwecke nach der Schule gebracht werden, sind die Stunden von 8 — 10 Uhr Vor- mittags und von #—dò Uhr Nachmittags, so lange das Tageslicht solches gestattet, bestimmt; kranke Thiere aber finden zu jeder Zeit, so weit es der Raum erlaubt, in der Anstalt Aufnahme.
Ofktohber an, und werden
1834. | Morgens | Nachmitt. | Abends | Rach einmaliger A, Septot.| Q UV!, . 2 LIOL 10 UbU Beobachtung.
Luftdru>.… 338, 6 s “Par.|337, 9 6 ‘Par./337,6 o Par Quellwärme 9,2 ° R, Luftwärme 9,0 ° R. 197 © SAR. 14,6 ° R. H 5 Thaupunkt | 7,0°R. | 9,1 °R. | 10,7 °R. Pllîwärme 16/5 ° R. Dunftsättg.| 85 pCt. 45 pCt. 74 pCt. [Bodenwärme 15,0 © R. Wetrer. .… | halbheiter heiter. heer, Wind. R. | WSW. WSW. WSW., Ausdünst. 0,1 5 2 " K#, Wolkenzug i _—_ SW. | — Îniederschiag 9.

References: Art. 1
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 1
 Art. 4
 Art. 5