Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/die-katholische-kirche-im-grundbuchrecht-360277
Timestamp: 2020-02-22 15:39:12+00:00

Document:
Die katho­li­sche Kir­che im Grund­buch­recht | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Im Rah­men der Ver­wal­tung eines Bis­tums wird der Orts­bi­schof durch den Gene­ral­vi­kar ver­tre­ten. Die dem Gene­ral­vi­kar hier­zu zur Ver­fü­gung ste­hen­de kirch­li­che Behör­de wird als Bischöf­li­ches Ordi­na­ri­at oder Gene­ral­vi­ka­ri­at bezeich­net. Zum Nach­weis einer im Namen der Diö­ze­se abge­ge­be­nen Ein­tra­gungs­be­wil­li­gung oder einer sons­ti­gen zu einer Ein­tra­gung im Grund­buch erfor­der­li­chen Erklä­rung genügt die unter­schrie­be­ne und mit dem Sie­gel des Bischöf­li­chen Ordi­na­ri­ats bzw. des Gene­ral­vi­ka­ri­ats ver­se­he­ne Urkun­de die­ser Behör­de.
Die Löschung einer Ein­tra­gung erfolgt auf Antrag, § 13 GBO, wenn der­je­ni­ge sie bewil­ligt, des­sen Recht von ihr betrof­fen ist, § 19 GBO. Die Bewil­li­gung ist durch öffent­li­che oder öffent­lich beglau­big­te Urkun­den nach­zu­wei­sen, § 29 Abs. 1 S. 1 GBO. Öffent­li­che Urkun­den sind Urkun­den, die von einer öffent­li­chen Behör­de inner­halb der Gren­zen ihrer Amts­be­fug­nis­se inner­halb des ihr zuge­wie­se­nen Geschäfts­krei­ses in der vor­ge­schrie­be­nen Form auf­ge­nom­men sind, § 415 Abs. 1 ZPO.
Danach ist es hier im Aus­gangs­punkt nicht zu bean­stan­den, dass das Grund­buch­amt die Amts­be­fug­nis­se des Bischöf­li­chen Ordi­na­ri­ats geprüft hat, des­sen Sie­gel den bei­den Löschungs­be­wil­li­gun­gen bei­gedrückt war. Auch wenn die Urkun­den inso­weit for­mell nicht zu bean­stan­den waren, vgl. § 29 Abs. 3 GBO, wird das Grund­buch­amt des­halb nicht von der Fest­stel­lung befreit, dass die Gren­zen der Amts­be­fug­nis­se ein­ge­hal­ten wor­den sind 1.
Unzu­tref­fend ist hin­ge­gen der Schluss, die Gene­ral­vi­ka­re hät­ten sich bei Abga­be der Löschungs­be­wil­li­gun­gen nicht des Sie­gels des Bischöf­li­chen Ordi­na­ri­ats bedie­nen dür­fen. Maß­geb­lich sind inso­weit allein die Rege­lun­gen des gemäß Art. 140 GG, 137 WV von allen staat­li­chen Instan­zen zu beach­ten­den Kir­chen­rechts.
Es ist Sache des Diö­ze­san­bi­schofs, die ihm anver­trau­te Teil­kir­che nach Maß­ga­be des Rechts mit gesetz­ge­ben­der, aus­füh­ren­der und rich­ter­li­cher Gewalt zu lei­ten, can 391 § 1 Codex Iuris Cano­ni­ci (cic). Die aus­füh­ren­de Gewalt übt der Bischof selbst oder nach Maß­ga­be des Rechts durch die Gene­ral­vi­ka­re aus, can 391 § 2. Die Gene­ral­vi­ka­re sind dabei und soweit ihnen Spe­zi­al­man­da­te über­tra­gen wor­den sind, can 134 § 3, Ver­tre­ter des Bischofs im Bereich der Ver­wal­tung der Diö­ze­se, can 475 § 1, 479 § 1 2. Dies wird durch § 29 Kirch­li­ches Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ge­setz im Erz­bis­tum Ber­lin (KiVVG) vom 1. Janu­ar 2007 noch­mals klar­ge­stellt. Die Amts­be­fug­nis­se des Gene­ral­vi­kars der Erz­diö­ze­se Ber­lin umfas­sen somit auch die Ver­tre­tung des Erz­bis­tums Ber­lin im Grund­buch­ver­fah­ren.
Die Beden­ken des Grund­buch­amts hin­sicht­lich der ver­wen­de­ten Sie­gel sind nicht berech­tigt. Die kirch­li­che Behör­de, die dem Gene­ral­vi­kar als Ordi­na­ri­us, can 134 § 1, bei der Ver­wal­tung der Diö­ze­se zur Ver­fü­gung steht, trägt bei der Erz­diö­ze­se Ber­lin die Bezeich­nung „Erz­bi­schöf­li­ches Ordi­na­ri­at Ber­lin“, § 1 Abs. 1 der Geschäfts­ord­nung für das Erz­bi­schöf­li­che Ordi­na­ri­at Ber­lin – GO – 3. Sie wird von dem Gene­ral­vi­kar gelei­tet, § 1 Abs. 2 GO; ihre Befug­nis­se lei­ten sich folg­lich von denen des Gene­ral­vi­kars ab. Deut­lich wird dies vor dem Hin­ter­grund, dass die­se kirch­li­che Behör­de in ande­ren Diö­ze­sen Gene­ral­vi­ka­ri­at genannt wird 4. Gemäß § 2 Abs. 1 der Sie­gel­ord­nung des Erz­bis­tums ist das Ordi­na­ri­at befugt, ein Sie­gel zu benut­zen. Mit die­sem Sie­gel ver­se­hen­de Erklä­run­gen des Ordi­na­ri­ats sind nach alle­dem dem Gene­ral­vi­kar zuzu­rech­nen.
Kam­mer­ge­richt, Beschluss vom 5. Febru­ar 2013 – 1 W 236 – 238/​12, 1 Ws 236/​12, 1 Ws 237/​12, 1 Ws 238/​12
Kno­t­he, in: Bauer/​von Oefe­le, GBO, 3. Aufl., § 29, Rdn. 141[↩]
vgl. Schlief, in: Hand­buch des Staats­kir­chen­rechts der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, 2. Aufl., Band II, S. 372f.; Mül­ler, in: Hand­buch des katho­li­schen Kir­chen­rechts, S. 366f.; Schwen­den­wein, Das neue Kir­chen­recht, S. 204f.; Putza, Katho­li­sches Kir­chen­recht, 2. Aufl., S. 270[↩]
Amts­blatt des Erz­bis­tums Ber­lin vom 1. Juni 2005, 51[↩]
Schlief, a.a.O., S. 372; Mül­ler, a.a.O., S. 364[↩]
GeneralvikariatGrundbuchkatholische Kirche

References: § 13
 § 19
 § 29
 § 415
 § 29
 Art. 140
 § 1
 § 2
 § 3
 § 1
 § 1
 § 29
 § 1
 § 1
 § 1
 § 2
 § 29