Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=10.02.2009&Aktenzeichen=3%20AZR%20727/07
Timestamp: 2020-03-30 17:17:58+00:00

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BAG, 10.02.2009 - 3 AZR 727/07 - dejure.org
https://dejure.org/2009,198
BAG, 10.02.2009 - 3 AZR 727/07 (https://dejure.org/2009,198)
BAG, Entscheidung vom 10.02.2009 - 3 AZR 727/07 (https://dejure.org/2009,198)
BAG, Entscheidung vom 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 (https://dejure.org/2009,198)
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Betriebsrentenanpassung im Konzern; Auswirkungen der wirtschaftlichen Lage des Gesamtkonzerns auf die Anpassungsentscheidung des versorgungspflichtigen Unternehmens
Rechtwirkungen des Zustimmungsvorbehalts nach § 21 Abs. 2 Nr. 2 Insolvenzordnung (InsO) - Betriebsrentenanpassung im Konzern durch einen Versorgungsschuldner - Maßgeblichkeit der wirtschaftliche Lage der Konzernobergesellschaft - Schutzzweck des Berechnungsdurchgriffs - ...
Zur Betriebsrentenanpassung bei schlechter wirtschaftlicher Lage der Konzernobergesellschaft oder des Gesamtkonzerns
Rechtwirkungen des Zustimmungsvorbehalts nach § 21 Abs. 2 Nr. 2 InsO; Betriebsrentenanpassung im Konzern durch den Versorgungsschuldner; [Un-] Maßgeblichkeit der wirtschaftliche Lage der Konzernobergesellschaft; Schutzzweck des Berechnungsdurchgriffs; ...
Arbeitsrecht - Betriebsrentenanpassung im Konzern
Betriebsrentenanpassung im Tochterkonzern muss sich nicht nach wirtschaftlicher Lage des Gesamtkonzerns richten
Konzernkrise kann Anstieg deutscher Betriebsrenten verhindern
nomos.de , S. 25 (Entscheidungsbesprechung)
Betriebsrentenanpassung beim Tochteruntenehmen bei Insolvenz der Konzernmutter
BetrAVG § 16; BGB § 315 Abs. 3 Satz 2
Anpassung von Betriebsrenten im Konzern - wirtschaftliche Lage der jeweiligen Gesellschaft entscheidend
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BAG vom 10.02.2009, Az.: 3 AZR 727/07 (Betriebsrentenanpassung im Konzern)" von RA Dr. Stefan Fandel, FAArbR, und RA Dr. Christian Röck, FAArbR, original erschienen in: BB 2009, 2767.
Kurznachricht zu "§ 16 BetrAVG: Ende für den "Berechnungsdurchgriff" auf Mutter- oder Tochtergesellschaft?" von RA Dr. Martin Diller und RAin Dr. Charlotte Beck, original erschienen in: DB 2011, 1052 - 1056.
BAGE 129, 292
ZIP 2009, 2213
MDR 2010, 217
NZA 2010, 95
BB 2009, 2763
Demzufolge kommt es auf die voraussichtliche Entwicklung der Eigenkapitalverzinsung und der Eigenkapitalausstattung des Unternehmens an (vgl. BAG 23. Mai 2000 - 3 AZR 146/99 - zu II 2 der Gründe, AP BetrAVG § 16 Nr. 45 = EzA BetrAVG § 16 Nr. 37; 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 13, BAGE 129, 292) .
Deshalb bedarf es keiner Entscheidung, ob im Hinblick auf die geänderte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum existenzvernichtenden Eingriff (vgl. 17. September 2001 - II ZR 178/99 - BGHZ 149, 10; 25. Februar 2002 - II ZR 196/00 - BGHZ 150, 61; 24. Juni 2002 - II ZR 300/00 - BGHZ 151, 181; 13. Dezember 2004 - II ZR 256/02 - NZG 2005, 214; 16. Juli 2007 - II ZR 3/04 - BGHZ 173, 246; 28. April 2008 - II ZR 264/06 - BGHZ 176, 204) an den vom Senat entwickelten Grundsätzen zum Berechnungsdurchgriff im qualifiziert faktischen Konzern überhaupt festgehalten werden kann (vgl. BAG 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 16, BAGE 129, 292) .
Dementsprechend ist der volle Anpassungsbedarf seit Rentenbeginn zu ermitteln (vgl. BAG 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 12, BAGE 129, 292; 13. Dezember 2005 - 3 AZR 217/05 - Rn. 13 ff., BAGE 116, 285) .
Demzufolge kommt es auf die voraussichtliche Entwicklung der Eigenkapitalverzinsung und der Eigenkapitalausstattung des Unternehmens an (…vgl. BAG 23. Mai 2000 - 3 AZR 146/99 - zu II 2 der Gründe, aaO; 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 13, aaO; 26. Oktober 2010 - 3 AZR 502/08 - Rn. 30, AP BetrAVG § 16 Nr. 71 = EzA BetrAVG § 16 Nr. 56) .
d) Die wirtschaftliche Belastbarkeit des Unternehmens ist auch dann beeinträchtigt, wenn die Eigenkapitalausstattung ungenügend ist (BAG 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 13, BAGE 129, 292) .
Daraus ergibt sich mit der hinreichenden Klarheit, dass für die Zeit ab dem 1. September 2006 mindestens weitere 29, 84 Euro monatlich verlangt werden (vgl. BAG 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 10 mwN, BAGE 129, 292) .
Demzufolge kommt es auf die voraussichtliche Entwicklung der Eigenkapitalverzinsung und der Eigenkapitalausstattung des Unternehmens an (…vgl. BAG 23. Mai 2000 - 3 AZR 146/99 - zu II 2 der Gründe, aaO; 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 13, aaO) .
Deshalb bedarf es keiner Entscheidung, ob für den qualifiziert faktischen Konzern an den vom Senat entwickelten Grundsätzen zum Berechnungsdurchgriff im Hinblick auf die geänderte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum existenzvernichtenden Eingriff (vgl. 17. September 2001 - II ZR 178/99 - BGHZ 149, 10; 25. Februar 2002 - II ZR 196/00 - BGHZ 150, 61; 24. Juni 2002 - II ZR 300/00 - BGHZ 151, 181; 13. Dezember 2004 - II ZR 256/02 - NZG 2005, 214; 16. Juli 2007 - II ZR 3/04 - BGHZ 173, 246; 28. April 2008 - II ZR 264/06 - BGHZ 176, 204) überhaupt festgehalten werden kann (vgl. BAG 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 16, BAGE 129, 292) .
Dementsprechend ist der volle Anpassungsbedarf zu ermitteln, der in der seit Rentenbeginn eingetretenen Teuerung besteht, soweit sie nicht durch vorhergehende Anpassungen ausgeglichen wurde (vgl. BAG 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 12, BAGE 129, 292; 13. Dezember 2005 - 3 AZR 217/05 - Rn. 13 ff., BAGE 116, 285).
Ein Sanierungskonzept muss den Sparbeitrag des Versorgungsschuldners erkennen lassen (Bestätigung BAG 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 16, juris).
Nur der Arbeitgeber kennt die wirtschaftliche Situation seines Unternehmens im Einzelnen, während den Versorgungsempfängern im Allgemeinen ausreichende Kenntnisse hierüber fehlen (BAG 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn 26, Juris; 10. Oktober 2011 - 3 AZR 527/09 - Rn 39, Juris jeweils mwN).
aa) Denn nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vom 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn 15 ff, Juris) sind die Verhältnisse im Unternehmen des versorgungspflichtigen Arbeitgebers entscheidend.
Außerdem bestehen angesichts der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs Bedenken, an den bisherigen Grundsätzen (zugunsten der Arbeitnehmer) festzuhalten (hierzu BAG 26. Oktober 2010 - 3 AZR 502/08 - Rn 60, Juris, sowie 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 Rn 16, Juris).
Für sich genommen ungenügend ist es, dass sich andere Konzernunternehmen oder der Gesamtkonzern in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden (so teils wörtlich, teils sinngemäß BAG 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn 16 ff, Juris).
Auf diese - zum Widerruf einer Versorgungszusage ergangene - Rechtsprechung hat das Bundesarbeitsgericht in der Entscheidung vom 10. Februar 2009 (3 AZR 727/07 Rn 18, 24, Juris) ausdrücklich Bezug genommen.
aa) Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vom 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn 15 ff, Juris) sind die Verhältnisse im Unternehmen des versorgungspflichtigen Arbeitgebers entscheidend.
Mithilfe des Berechnungsdurchgriffs sollen demnach nicht die Konzerne und deren Unternehmen, sondern die Versorgungsberechtigten geschützt werden (vgl. etwa BAG 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 16, BAGE 129, 292) .
Zwar können für die Anpassungsentscheidung nach § 16 Abs. 1 BetrAVG auch in der Zukunft liegende Umstände Bedeutung haben, da die zu prognostizierende wirtschaftliche Entwicklung des Arbeitgebers bei der Anpassungsentscheidung nach § 16 Abs. 1 BetrAVG zu berücksichtigen ist (vgl. nur BAG 10. Februar 2009 - 3 AZR 727/07 - Rn. 21 ff., BAGE 129, 292) .

References: § 21
 § 21
 § 16
 § 315
 § 16
 § 16
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 § 16
 § 16
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