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Timestamp: 2020-08-07 01:06:26+00:00

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Hofzugehörigkeitsvermerke | Landwirtschaftslupe
Aller­dings ist umstrit­ten, ob § 7 Abs. 1 HöfeV­fO die aus­nahms­lo­se Pflicht zur Anle­gung eines ein­heit­li­chen Grund­buch­blatts mit der Fol­ge zu ent­neh­men ist, dass die Ein­tra­gung von Hof­zu­ge­hö­rig­keits­ver­mer­ken aus­schei­det. Wäh­rend die Fra­ge ins­be­son­de­re unter Hin­weis auf § 4 Abs. 2 GBO teil­wei­se selbst dann bejaht wird, wenn die Hof­grund­stü­cke in ver­schie­de­nen Grund­buch­be­zir­ken lie­gen, kann nach der Gegen­auf­fas­sung die Hof­zu­ge­hö­rig­keit durch Ein­tra­gung eines Ver­merks kennt­lich gemacht wer­den. Die Buchung eines Grund­stücks in dem Grund­buch einer ande­ren Gemar­kung las­se den unzu­tref­fen­den Ein­druck ent­ste­hen, das Grund­stück sei dort bele­gen. Vor die­sem Hin­ter­grund ent­spre­che es einer weit­ver­brei­te­ten Pra­xis, Hof­grund­stü­cke nur gemar­kungs­wei­se auf einem Grund­buch­blatt zusam­men­zu­schrei­ben.
Nach § 4 Abs. 1 GBO kann über meh­re­re Grund­stü­cke des­sel­ben Eigen­tü­mers, deren Grund­bü­cher von dem­sel­ben Grund­buch­amt geführt wer­den, ein gemein­schaft­li­ches Grund­buch­blatt geführt wer­den, wenn hier­von Ver­wir­rung nicht zu besor­gen ist. Das gilt nach dem kla­ren und ein­deu­ti­gen Wort­laut des § 4 Abs. 2 GBO auch dann, wenn die zu einem Hof im Sin­ne der Höfe­ord­nung gehö­ren­den Grund­stü­cke in ver­schie­de­nen Grund­buch­be­zir­ken lie­gen. Auch in die­sen Fäl­len darf danach kei­ne Ver­wir­rung zu besor­gen sein.
Aus § 7 Abs. 1 HöfeV­fO, wonach das Land­wirt­schafts­ge­richt das Grund­buch­amt von Amts wegen zu ersu­chen hat, die zu einem Hof gehö­ren­den Grund­stü­cke auf einem beson­de­ren Grund­buch­blatt ein­zu­tra­gen, ergibt sich nichts ande­res. Die Vor­schrift muss im Zusam­men­hang mit § 4 Abs. 2 GBO gese­hen wer­den, des­sen Ent­ste­hungs­ge­schich­te belegt, dass der Gesetz­ge­ber eine Zusam­men­schrei­bungs­pflicht nur unter den in die­ser Norm genann­ten Vor­aus­set­zun­gen sta­tu­ie­ren woll­te. Der in der Vor­schrift ent­hal­te­ne Ver­weis auf einen “Hof im Sin­ne der Höfe­ord­nung” wur­de durch Art. 1 Nr. 4 des Regis­ter­ver­fah­rens­be­schleu­ni­gungs­ge­set­zes vom 20.12.1993 mit der Begrün­dung ein­ge­führt, § 7 HöfeV­fO ent­hal­te kei­ne beson­de­re Rege­lung für die Fäl­le, in denen der Hof in den Bezir­ken meh­re­rer Grund­buch­äm­ter lie­ge. Um eine gemein­sa­me Buchung “zuzu­las­sen”, bedür­fe es der Ergän­zung des § 7 HöfeV­fO durch § 4 Abs. 2 GBO.
Wie in Kon­stel­la­tio­nen zu ver­fah­ren ist, in denen eine Zusam­men­schrei­bung wegen zu besor­gen­der Ver­wir­rung aus­schei­det, ist gesetz­lich nicht gere­gelt. Inso­weit besteht eine plan­wid­ri­ge Geset­zes­lü­cke, die im Wege einer ent­spre­chen­den Anwen­dung des § 6 Abs. 4 HöfeV­fO dadurch zu schlie­ßen ist, dass in den jewei­li­gen Grund­bü­chern wech­sel­sei­ti­ge Hof­zu­ge­hö­rig­keits­ver­mer­ke ein­ge­tra­gen wer­den. In sol­chen Fäl­len ist die Inter­es­sen­la­ge der in § 6 Abs. 4 HöfeV­fO gere­gel­ten ver­gleich­bar, bei der ein zum Hof gehö­ren­der Mit­ei­gen­tums­an­teil auf einem ande­ren Grund­buch­blatt als die Hof­s­tel­le ein­ge­tra­gen ist.
Das folgt aller­dings nicht schon dar­aus, dass bei Behör­den­er­su­chen das Grund­buch­amt nach § 38 GBO nur zu prü­fen hat, ob die Behör­de – wie hier nach § 7 i.V.m. einer ent­spre­chen­den Anwen­dung von § 6 Abs. 4 HöfeV­fO – zur Stel­lung eines Ersu­chens der in Rede ste­hen­den Art abs­trakt befugt ist, ob das Ersu­chen bezüg­lich sei­ner Form den gesetz­li­chen Vor­schrif­ten ent­spricht und ob die durch das Ersu­chen nicht ersetz­ten Ein­tra­gungs­er­for­der­nis­se gege­ben sind. Ob hin­ge­gen im kon­kre­ten Ein­zel­fall die Vor­aus­set­zun­gen für das Ersu­chen vor­lie­gen, ist vom Grund­buch­amt grund­sätz­lich nicht zu prü­fen. Hier­für trägt die ersu­chen­de Behör­de die Ver­ant­wor­tung, soweit die ihr recht­lich zuge­schrie­be­ne Sach­kom­pe­tenz bei der Beur­tei­lung der Ein­tra­gungs­vor­aus­set­zun­gen reicht.
HofeigenschaftHöfeordnungHofzugehörigkeitsvermerk

References: § 7
 § 4
 § 4
 § 4
 § 7
 § 4
 Art. 1
 § 7
 § 7
 § 4
 § 6
 § 6
 § 38
 § 7
 § 6