Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_16_07_2014_XII_ZB_16_14_Beruecksichtigung_des_Anrechts_a-d7108239.html
Timestamp: 2016-12-06 20:17:30+00:00

Document:
BGH, 16.07.2014 - XII ZB 16/14 - Berücksichtigung des Anrechts auf Betriebsrente beim Versorgungsausgleich | Urteile auf anwalt24.de
BGH, 31.07.2014 - IX ZR 216/13 - Berichtigung des Rubrums…BGH, 16.07.2014 - XII ZB 16/14 - Berücksichtigung des Anrechts auf Betriebsrente...BGH, 16.07.2014 - 5 StR 227/14 - Verwerfung einer Revision als unbegründetBGH, 16.07.2014 - 5 StR 154/14 - Schwerer Menschenhandel zum Zwecke der sexuelle...BGH, 16.07.2014 - IV ZB 40/13 - Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Vers...BGH, 16.07.2014 - 5 StR 309/14 - Verwerfung einer Revision als unbegründetBGH, 16.07.2014 - 5 StR 303/14 - Verwerfung einer Revision als unbegründetBGH, 16.07.2014 - 5 StR 290/14 - Rücktritt vom Versuch der gefährlichen Körperve...BGH, 16.07.2014 - 5 StR 200/14 - Anwesenheitspflicht von Verteidiger und Angekla...BGH, 16.07.2014 - XI ZR 317/12 - Berücksichtigung einer Hilfswiderklage bei der ...BGH, 16.07.2014 - IV ZR 55/14 - Aufnahmeanspruch von Personen mit Empfang von la...BGH, 16.07.2014 - IV ZR 73/13 - Vereinbarkeit des sog. Policenmodells mit den Vo...BGH, 16.07.2014 - V ZR 180/13 - Maßgeblichkeit des Verkehrswertes für die Festse...BGH, 16.07.2014 - 5 StR 249/14 - Verwerfen einer Revision als unbegründetBGH, 16.07.2014 - XII ZB 164/14 - Versorgungsausgleich zugunsten eines contergan...BGH, 16.07.2014 - V ZB 80/13 - Aufhebung der Haftanordnung bei unterbliebener Au...BGH, 16.07.2014 - IV ZR 88/13 - Abgabe einer Deckungszusage durch den Rechtsschu...BGH, 16.07.2014 - XII ZR 108/12 - Anwendbarkeit der Vorschriften gem. § 1378 Abs...BGH, 16.07.2014 - 5 ARs 39/14 - Rechtsfigur der ungleichartigen Wahlfeststellung...BGH, 16.07.2014 - XII ZB 142/14BGH, 15.07.2014 - 5 StR 270/14 - Anrechnung einer in Polen erlittenen Auslieferu...BGH, 15.07.2014 - 5 StR 239/14 - Grenzwert des Wirkstoffgehalts des sichergestel...…BGH, 01.07.2014 - II ZB 29/12 - Abgrenzung eines Rückversicherungsvertrags von e...
BGH, 16.07.2014 - XII ZB 16/14 - Berücksichtigung des Anrechts auf Betriebsrente beim Versorgungsausgleich
BundesgerichtshofBeschl. v. 16.07.2014, Az.: XII ZB 16/14Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 16.07.2014Referenz: JurionRS 2014, 19032Aktenzeichen: XII ZB 16/14 Verfahrensgang:vorgehend:OLG Schleswig - 20.12.2013 - AZ: 14 UF 123/13AG Lübeck - 08.08.2013 - AZ: 124 F 58/12Rechtsgrundlagen:§ 2 Abs. 2 Nr. 3 VersAusglG§ 3 Abs. 1 VersAusglGFundstellen:FamRB 2014, 452FamRZ 2014, 1613FF 2014, 422FF 2014, 377FK 2015, 82FuR 2014, 4FuR 2014, 658-659JZ 2014, 593MDR 2014, 965NJW-RR 2014, 1217-1218NJW-Spezial 2014, 677Amtlicher Leitsatz:Ein Anrecht im Sinne des Betriebsrentengesetzes ist unabhängig von der Leistungsform auszugleichen. Es kann deshalb nicht durch Ausübung eines Wahlrechts auf einmalige Kapitalauszahlung dem Versorgungsausgleich entzogen werden (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 18. April 2012 - XII ZB 325/11 - FamRZ 2012, 1039).Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 16. Juli 2014 durch den Vorsitzenden Richter Dose und die Richter Schilling, Dr. Günter, Dr. Nedden-Boeger und Dr. Botur beschlossen:Tenor:Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des 6. Senats für Familiensachen des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts in Schleswig vom 20. Dezember 2013 wird auf Kosten des Antragsgegners zurückgewiesen.Beschwerdewert: 5.640 €GründeI.1Auf den am 5. September 2012 zugestellten Antrag hat das Familiengericht die am 21. Oktober 1988 geschlossene Ehe der Antragstellerin (Ehefrau) und des Antragsgegners (Ehemann) rechtskräftig geschieden, den Versorgungsausgleich abgetrennt und hierüber durch gesonderten Beschluss entschieden. Während der Ehezeit (1. Oktober 1988 bis 31. August 2012; § 3 Abs. 1 VersAusglG) erwarb der Ehemann - soweit für das Rechtsbeschwerdeverfahren von Belang - betriebliche Anrechte aus zwei von seinem Arbeitgeber für ihn bei der Beteiligten zu 1 abgeschlossenen Direktversicherungen mit Kapitalwerten von 18.491,76 € (Ausgleichswert: 9.045,88 €) und 13.438,55 € (Ausgleichswert: 6.519,28 €) sowie eine weitere vom Arbeitgeber für ihn bei der Beteiligten zu 2 abgeschlossene Pensionskassenversorgung mit einem Kapitalwert von 20.150,20 € (Ausgleichswert: 9.875,10 €). Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum 31. März 2013 - also nach Ehezeitende - übertrug der vormalige Arbeitgeber die Rechte aus den Direktversicherungen und der Pensionskassenversorgung auf den Ehemann mit Wirkung ab 1. April 2013. Dieser teilte den Versorgungsträgern mit Schreiben vom 2. April 2013 mit, dass er von seinem "Auszahlungswahlrecht" Gebrauch mache und auf jegliche Umwandlung in eine Rentenzahlung verzichte.2Das Familiengericht hat die bezeichneten Anrechte - neben weiteren Anrechten - intern geteilt. Unter anderem gegen die Einbeziehung der bezeichneten Anrechte in den Versorgungsausgleich hat der Ehemann Beschwerde eingelegt. Das Oberlandesgericht hat die Beschwerde insoweit zurückgewiesen; hiergegen richtet sich die zugelassene Rechtsbeschwerde des Ehemanns.II.3Die Rechtsbeschwerde ist nicht begründet.41. Das Oberlandesgericht hat seine Entscheidung im Wesentlichen wie folgt begründet: Bei den im Wege der Direktversicherung begründeten Anrechten handle es sich um Anrechte nach dem Betriebsrentengesetz, die gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 3 VersAusglG unabhängig von der Leistungsform auszugleichen seien. Ob die Klassifizierung der Anrechte als solche nach dem Betriebsrentengesetz dadurch nachträglich verändert worden sei, dass sie bei Ausscheiden aus dem Betrieb vom Arbeitgeber auf ihn übertragen worden seien, könne dahinstehen, da es maßgeblich auf den Rechtszustand zum Ehezeitende ankomme, in dem die Anrechte jedenfalls noch dem Betriebsrentengesetz unterfielen.52. Diese Ausführungen halten einer rechtlichen Nachprüfung stand.6a) Nach § 2 Abs. 2 Nr. 3 VersAusglG ist ein Anrecht im Sinne des Betriebsrentengesetzes oder des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes unabhängig von der Leistungsform auszugleichen. Ein Ausgleich findet also auch statt, wenn das betriebliche Anrecht auf eine Kapitalzahlung gerichtet ist. Mit dieser Ausnahmeregelung gegenüber dem ansonsten für den Versorgungsausgleich geltenden Grundsatz, dass nur auf Renten gerichtete Anrechte auszugleichen sind, sollten zum einen die bei der nach früherem Recht durch Einbeziehung von Anrechten auf Kapitalzahlung in den Zugewinnausgleich entstehende Liquiditätsprobleme des Ausgleichspflichtigen vermieden, zum anderen Umgehungsmöglichkeiten durch Ausübung eines Kapitalwahlrechts nach Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags abgeschnitten werden (vgl. BT-Drucks. 16/10144, S. 46).7Die unterschiedliche Behandlung der Anrechte aus einer betrieblichen Altersversorgung (sowie der ebenfalls in § 2 Abs. 2 Nr. 3 VersAusglG genannten Anrechte nach dem Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz) gegenüber Anrechten aus einer privaten, auf Kapitalleistung gerichteten Lebensversicherung rechtfertigt sich daraus, dass bei diesen besonders genannten Anrechten der Zweck der Alterssicherung eindeutig feststeht und durch Verfügungsbeschränkungen gesichert wird. So ist der Versicherte nach § 2 Abs. 2 Satz 4 bis 6, Abs. 3 Satz 3 BetrAVG daran gehindert, den Vertrag vorzeitig zu kündigen und die Auszahlung zu verlangen oder den Anspruch abzutreten oder zu beleihen (vgl. Senatsbeschluss vom 18. April 2012 - XII ZB 325/11 - FamRZ 2012, 1039 Rn. 15 ff.).8b) Der Ehemann konnte daher die bei den Beteiligten zu 1 und 2 begründeten Anrechte nicht dem Versorgungsausgleich entziehen (vgl. Blomeyer/Rolfs/Otto Betriebsrentengesetz 5. Aufl. § 2 Rn. 260 ff.). Seine Schreiben vom 2. April 2013 betrafen lediglich die Form der Leistung bei deren zukünftiger Fälligkeit. Das berührt unabhängig von dem Zeitpunkt der Ausübung dieses Wahlrechts nicht den Charakter der Anrechte als betriebliche Altersversorgung im Sinne des Betriebsrentengesetzes.DoseBoturNedden-BoegerGünterSchillingHinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.

References: § 1378
 § 3
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2