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Timestamp: 2020-02-23 14:50:58+00:00

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Gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder v. 27.11.2009 - G 1422 - NWB Datenbank
oberste Finanzbehörden der Länder v. 27.11.2009 - G 1422BStBl 2009 I S. 1595
oberste Finanzbehörden der Länder v. 27.11.2009 - G 1422 BStBl 2009 I S. 1595
Abgrenzung von Hilfs- und Nebengeschäften zu Finanzdienstleistungsgeschäften zu anderen Geschäften bei Leasing- und Factoringunternehmen bei der Anwendung des§ 19 Absatz 3 Nummer 4 GewStDV
Die Inanspruchnahme der Sonderregelung des § 19 GewStDV setzt bei Finanzdienstleistungsunternehmen (hier: Leasing- und Factoringunternehmen) nach § 19 Absatz 3 Nummer 4 GewStDV voraus, dass sie nachweislich ausschließlich Finanzdienstleistungen im Sinne des § 1 Absatz 1a Satz 2 Nummer 9 und 10 KWG tätigen. Zur Auslegung dieses Ausschließlichkeitsgebots gilt nach dem Ergebnis einer Erörterung der obersten Finanzbehörden der Länder Folgendes:
I. Vorliegen von Finanzdienstleistungen
Für die Frage, ob Finanzdienstleistungen im Sinne des § 1 Absatz 1a Satz 2 Nummer 9 (Factoring) und 10 (Finanzierungsleasing) KWG vorliegen, ist allein die kreditaufsichtrechtliche Auslegung maßgebend. Als Auslegungshilfen können die jeweils maßgebenden Mitteilungen bzw. Merkblätter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) herangezogen werden [1].
II. Vorliegen anderer Tätigkeiten
Das Ausschließlichkeitsgebot in § 19 Absatz 3 Nummer 4 GewStDV ist – vorbehaltlich der Ausführungen unter IV. – insbesondere dann verletzt, wenn das Unternehmen auch Tätigkeiten erbringt, die in den vorgenannten Mitteilungen bzw. Merkblättern ausdrücklich nicht als Finanzdienstleistungen angesehen werden. Aus Sicht des Ausschließlichkeitsgebots handelt es sich bei diesen Tätigkeiten um andere Hauptgeschäfte, die nicht als Hilfs- und Nebengeschäfte zu Finanzdienstleistungen anzusehen sind.
III. Begünstigte Hilfs- und Nebengeschäfte zu Finanzdienstleistungen
Hilfs- und Nebengeschäfte zu Finanzdienstleistungen stehen dem Ausschließlichkeitsgebot nicht entgegen.
Derartige Geschäfte liegen vor, wenn sie für die Durchführung der jeweiligen Finanzdienstleistungen zwingend notwendig sind. Das ist insbesondere dann nicht der Fall, wenn das Geschäft fakultativ mit der Finanzdienstleistung verbunden werden kann.
Im Bereich Factoring gehören zu den begünstigten Tätigkeiten solche, die in unmittelbarem und zwingend notwendigem Zusammenhang mit dem Ankauf der Forderung (einschl. Prüfung deren Werthaltigkeit), der Refinanzierung der für den Ankauf notwendigen Finanzmittel und dem Einzug der angekauften Forderung bzw. der Verwertung von Sicherheiten branchentypisch anfallen.
Im Bereich Finanzierungsleasing gehören zu den begünstigten Tätigkeiten solche, die in unmittelbarem und zwingend notwendigem Zusammenhang mit dem Erwerb des Leasinggegenstands (einschl. Prüfung dessen Werthaltigkeit), der Finanzierung des Erwerbs des Leasinggegenstands, der Überlassung des Leasinggegenstands an den Leasingnehmer; der Rücknahme des Leasinggegenstands von Leasingnehmer und der Verwertung des Leasinggegenstands branchentypisch anfallen.
Vom Leasinggeber ausgeübte Tätigkeiten, die wirtschaftlich gesehen Ausfluss der Nutzung des Leasinggegenstands durch den Leasingnehmer sind (z. B. auftragsgemäße Inspektion des Leasinggegenstands), zählen nicht zu den begünstigten Hilfs- und Nebengeschäften.
Als begünstigte Hilfs- und Nebengeschäfte gelten auch die Zwischenanlage vorübergehender freier Finanzmittel am Kapitalmarkt, die Tätigkeiten, die im Zuge der allgemeinen Betriebsorganisation üblicherweise anfallen (z. B. Unterhalten einer Betriebskantine) oder das Halten von Beteiligungen an Unternehmen, wenn für deren Erwerb und das Halten keine Fremdmittel aufgenommen worden sind. Entsprechendes gilt für die Personalgestellung an einen Dritten, der als nahe stehende Person i. S. d. § 1 Absatz 2 AStG anzusehen ist, und der Tätigkeiten erbringt, die keine Finanzdienstleistungen bzw. keine begünstigten Hilfs- und Nebentätigkeiten sind.
Nicht begünstigt sind Vermittlungstätigkeiten, auch wenn sie sich auf Finanzdienstleistungen beziehen.
IV. Billigkeitsregelung
Erbringt das Unternehmen neben Finanzdienstleistungen im Sinne des § 1 Absatz 1a Satz 2 Nummer 9 (Factoring) und 10 (Finanzierungsleasing) KWG und begünstigten Hilfs- und Nebenleistungen hierzu auch andere Leistungen, so steht dies dem Ausschließlichkeitsgebot nicht entgegen, wenn die anderen Leistungen 1 % des Gesamtumsatzes des Unternehmens nicht übersteigen.
Auch wenn vorgenannte Grenzen nicht überschritten sind, sind die auf die anderen Leistungen entfallenden Finanzierungsaufwendungen nach Maßgabe des § 8 Nummer 1 GewStG bei der Ermittlung des Gewerbeertrags hinzuzurechnen.
Haben Unternehmen schon vor dem 24. Dezember 2008 (Tag der Verkündung des Jahressteuergesetzes 2009) neben Factoring und Finanzierungsleasing i. S. d. § 1 Absatz 1a Satz 2 Nummer 9 und 10 KWG auch andere Geschäfte betrieben, steht dies dem Ausschließlichkeitsgebot erstmals für den Erhebungszeitraum 2011 entgegen. In dieser Übergangzeit sind die nicht auf Factoring und Finanzierungsleasing entfallenden Finanzierungsaufwendungen nach Maßgabe des § 8 Nummer 1 GewStG bei der Ermittlung des Gewerbeertrags hinzuzurechnen. Dies gilt entsprechend für Unternehmen, die nach dem 23. Dezember 2008 ihre Factoring- und Finanzierungsleasingtätigkeit erstmals aufgenommen haben.
Diese Erlasse [2] ergehen im Einvernehmen mit dem Bundesminister der Finanzen.
oberste Finanzbehörden der Länder v. 27.11.2009 - G 1422
Finanzministerium Baden-Württemberg v. 27.11.2009 - 3 G 1422/47
Bayerisches Staatsministerium der Finanzen v. 27.11.2009 - 33-G 1422 - 110-21517/09
Senatsverwaltung für Finanzen Berlin v. 27.11.2009 - III A - G 1422-2/2008
Ministerium der Finanzen des Landes Brandenburg v. 27.11.2009 - 35 - G 1422 - 4/08
Die Senatorin für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen v. 27.11.2009 - G 1422 - 295
Finanzbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg v. 27.11.2009 - 53 - G 1422- 003/09
Hessisches Ministerium der Finanzen v. 27.11.2009 - G 1422 A - 050 - II 42
Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern v. 27.11.2009 - IV 302 - G 1422 - 00000 - 2009/001 -
Niedersächsisches Finanzministerium v. 27.11.2009 - G 1422 - 109 - 31 1
Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen v. 27.11.2009 - G 1422 - 96 - V B 4
Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz v. 27.11.2009 - G 1422 A - 08-002-444
Ministerium der Finanzen des Saarlandes v. 27.11.2009 - B/3-1 - 125/2009 - G 1422
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen v. 27.11.2009 - 33-G 1422-39/8- 25948
Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt v. 27.11.2009 - 43 - G 1422 - 50
Finanzministerium des Landes Schleswig-Holstein v. 27.11.2009 - VI 323 - G 1422 - 163
Thüringer Finanzministerium v. 27.11.2009 - G 1422 A - 30 - 204
BStBl 2009 I Seite 1595
StB 2010 S. 12 Nr. 1
FAAAD-33332
1Zurzeit maßgebend sind die Merkblätter vom 5. Januar 2009 „Hinweise zum Tatbestand des Factorings“ und vom 19. Januar 2009 „Hinweise zum Tatbestand des Finanzierungsleasings“ (abrufbar unter www.bafin.de und dort unter Veröffentlichungen, Kategorie „Merkblätter“ und Bereich „Bankenaufsicht“).
2Erlasse = gleich lautender Ländererlass.
Gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder v. 27.11.2009 - G 1422 ablegen in?

References: § 19
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 § 1
 § 1
 § 19
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 § 8
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