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Timestamp: 2016-10-26 19:22:58+00:00

Document:
1C_71/2015 (23.06.2015)
1C_71/2015 � � Urteil vom 23. Juni 2015
Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Franz A. Wolf,
�Beschwerdegegner, alle vier vertreten durch Rechtsanwalt Adrian Rufener,
Politische Gemeinde Sch�nholzerswilen,
handelnd durch den Gemeinderat Sch�nholzerswilen,
�Die A.________ AG ist Eigent�merin der Liegenschaft Nr. 580 (Freihof) in der Landwirtschaftszone von Sch�nholzerswilen. In den Jahren 1998 bis 2006 wurden ihr (bzw. ihrem Rechtsvorg�nger A.________) mehrere Ausnahmebewilligungen f�r Bauten und Anlagen im Zusammenhang mit dem Viehhandel erteilt.
�Am 20. September 2010 erteilte das Amt f�r Raumentwicklung des Kantons Thurgau (ARE/TG) eine weitere Ausnahmebewilligung f�r den Neubau eines Hochsilos mit Futterr�stunterstand; das Projekt wurde am 20. Oktober 2010 von der Gemeinde bewilligt und die Baubewilligung am 17. September 2012 verl�ngert.
�Nachdem bei einer Kontrolle Abweichungen vom bewilligten Projekt festgestellt worden waren, reichte die A.________ AG ein Projekt�nderungsgesuch "Neubau Futterr�stunterstand, neu mit K�lberbuchten" ein. Dagegen erhob die Erbengemeinschaft B.________, Eigent�merin der benachbarten Liegenschaft Nr. 2186, Einsprache.
�Mit Entscheid vom 3. September 2013 erachtete das ARE/TG das Bauvorhaben als zonenkonform. Am 16. September 2013 bewilligte der Gemeinderat Sch�nholzerswilen das Projekt und wies die Einsprache ab.
�Dagegen erhob die Erbengemeinschaft B.________ am 26. September 2013 zun�chst Rekurs an das Departement f�r Bau und Umwelt des Kantons Thurgau (DBU). Gegen den abweisenden Rekursentscheid vom 26. Mai 2014 gelangte sie mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau. Dieses hiess die Beschwerde am 17. Dezember 2014 gut und hob den Rekursentscheid samt der Baubewilligung vom 16. September 2013 auf.
�Gegen den verwaltungsgerichtlichen Entscheid hat die A.________ AG am 29. Januar 2015 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht erhoben. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Baubewilligung sei zu erteilen. Eventualiter sei die Sache mit verbindlichen Weisungen zur Neubeurteilung an eine Vorinstanz zur�ckzuweisen.
�Die Erbengemeinschaft B.________ (im Folgenden: die Beschwerdegegnerin) und das Verwaltungsgericht schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Das ARE/TG h�lt an seinem Entscheid fest. Das DBU verzichtet auf eine Vernehmlassung.
�Das Bundesamt f�r Raumentwicklung (ARE) erachtet den Betrieb der Beschwerdef�hrerin in der Landwirtschaftszone als zonenwidrig und beantragt die Abweisung der Beschwerde.
�In ihrer Replik vom 27. Mai 2015 h�lt die Beschwerdef�hrerin an ihren Antr�gen fest.
�Die Beschwerdef�hrerin erhebt verschiedene Verfahrensr�gen.
2.1.�Zun�chst r�gt sie eine Verletzung der Begr�ndungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV), weil das verwaltungsgerichtliche Urteil zu den Fragen der Zonenkonformit�t, der inneren Aufstockung und der M�glichkeit einer Ausnahmebewilligung nicht bzw. nicht gen�gend begr�ndet sei.
�Das Verwaltungsgericht hat (in E. 2) die Voraussetzungen f�r die Zonenkonformit�t von Bauten und Anlagen in der Landwirtschaftszone dargelegt, und anschliessend (in E. 3.1 bis 3.3) begr�ndet, weshalb das streitige Bauvorhaben diese Voraussetzungen nicht erf�lle. Zum Schluss erl�uterte es (in E. 3.4) kurz, weshalb keine weitere Ausnahmebewilligung erteilt werden k�nne, sondern eine Planungspflicht bestehe. Damit hat es die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte in einer Weise dargelegt, die eine sachgerechte Anfechtung erm�glichen (vgl. BGE 124 II 146 E. 2a S. 149 f.). Ob die Begr�ndung sachlich richtig und widerspruchsfrei ist, ist keine Frage der Begr�ndungspflicht, sondern der materiellen Rechtsanwendung.
2.2.�Unbegr�ndet ist auch die R�ge der Verletzung des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 Abs. 2 BV) durch eine f�r die Beschwerdef�hrerin v�llig �berraschende rechtliche Begr�ndung, zu der sie vorg�ngig h�tte angeh�rt werden m�ssen. Das Verwaltungsgericht ist im Wesentlichen der Argumentation der Beschwerdegegnerin gefolgt, zu der sich die Beschwerdef�hrerin im Schriftenwechsel vor Verwaltungsgericht ausreichend �ussern konnte.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin hat das Verwaltungsgericht den Bestand der bereits erteilten rechtskr�ftigen Ausnahmebewilligungen nicht in Frage gestellt, sondern erw�hnte diese lediglich als Beleg f�r die Zonenwidrigkeit des Viehhandels und die Notwendigkeit einer planerischen Grundlage f�r weitere Bauten und Anlagen. Im Dispositiv des verwaltungsgerichtlichen Entscheids wurden nur der angefochtene Rekursentscheid des DBU und die Baubewilligung vom 16. September 2013 aufgehoben, die Streitgegenstand des Verfahrens bildeten. Damit erweist sich auch der Vorwurf der Beschwerdef�hrerin, das Verwaltungsgericht habe den Streitgegenstand und damit seine funktionelle Zust�ndigkeit �berschritten, als unbegr�ndet.
�Materiellrechtlich ist in erster Linie streitig, ob die K�lberboxen, die 49 K�lbern Platz bieten, in der Landwirtschaftszone zonenkonform sind. Art. 16a RPG (SR 700) und Art. 34 Abs. 1 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1) unterscheiden zwischen bodenabh�ngiger und bodenunabh�ngiger landwirtschaftlicher Produktion: Bauten und Anlagen, die f�r die bodenabh�ngige Bewirtschaftung n�tig sind (Art. 34 Abs. 4 RPV), sind grunds�tzlich zonenkonform (Art. 16a Abs. 1 RPG und Art. 34 Abs. 1 RPV), dagegen d�rfen Bauten und Anlagen f�r die bodenunabh�ngige Produktion nur im Rahmen der inneren Aufstockung (Art. 16a Abs. 2 RPG i.V.m. Art. 36 f. RPV) in einer gew�hnlichen Landwirtschaftszone errichtet werden (vgl. BGE 133 II 370 E. 4.2 S. 374; Urteil 1C_561/2012 vom 4. Oktober 2013 E. 2.4.3 und 2.4.4., in: ZBl 116/2015 S. 218; je mit Hinweisen).
3.1.�Es ist unstreitig, dass die K�lbermast bodenunabh�ngig ist, da die K�lber mit Milchpulver bzw. Buttermilch gef�ttert werden (vgl. Rekursentscheid DBU S. 6 f.). Zu pr�fen ist daher, ob die daf�r bestimmten K�lberbuchten im Rahmen der inneren Aufstockung (Art. 16a Abs. 2 RPG i.V.m. Art. 36 RPV) bewilligt werden k�nnen.
3.2.�Das Verwaltungsgericht ging davon aus, dass die innere Aufstockung eine bodenabh�ngige Landwirtschaft voraussetze. Dies wird von der Beschwerdef�hrerin zu Unrecht bestritten: Wie bereits der Ausdruck "innere Aufstockung" zum Ausdruck bringt, geht es darum, einen �berwiegend bodenabh�ngig gef�hrten Betrieb mit Bauten und Anlagen f�r die bodenunabh�ngige Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu erg�nzen (Botschaft des Bundesrats zu einer Teilrevision des RPG vom 22. Mai 1996, BBl 1996 III Ziff. 111.2 S. 517; BGE 129 II 413 E. 3.2 S. 415 f.). Auch wenn die Voraussetzungen f�r die innere Aufstockung durch verschiedene RPV-Revisionen gelockert worden sind, muss weiterhin eine bodenabh�ngige landwirtschaftliche Nutzung vorhanden sein, die aufgestockt werden kann. Davon gehen auch die Art. 36 f. RPV aus, welche das zul�ssige Mass der bodenunabh�ngigen Produktion bestimmen; diese muss gegen�ber der bodenabh�ngigen Produktion eine untergeordnete Rolle einnehmen ( WALDMANN/H�NNI, Handkommentar RPG, Art. 16a N. 19; ALEXANDER RUCH, in: Aemisegger/Kuttler/Moor/Ruch [Hrsg.], Kommentar RPG, Art. 16a RPG N. 43). Bauten und Anlagen f�r eine ausschliesslich oder �berwiegend bodenunabh�ngige Produktion d�rfen nur in vom Kanton in einem Planungsverfahren daf�r freigegebenen speziellen Landwirtschaftszonen erstellt werden ( RUCH, a.a.O., Art. 16 N. 23 und Art. 16a N. 10).
�Im Folgenden ist daher zu pr�fen, ob die Beschwerdef�hrerin eine bodenabh�ngige Landwirtschaft betreibt, die durch die bodenunabh�ngige K�lbermast erg�nzt werden darf.
�Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung setzt (vom Sonderfall der Bewirtschaftung naturnaher Fl�chen abgesehen) die Produktion verwertbarer Erzeugnisse aus Pflanzenbau und Nutztierhaltung voraus (Art. 34 Abs. 1 lit. a RPV und Art. 3 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes �ber die Landwirtschaft vom 29. April 1998 [Landwirtschaftsgesetz; LwG; SR 910.1]; gleichgestellt wird in Art. 3 Abs. 1 lit. b LwG die Aufbereitung, die Lagerung und der Verkauf der entsprechenden Erzeugnisse auf den Produktionsbetrieben). Als bodenabh�ngig gilt die Bewirtschaftung, wenn ein enger Bezug zum nat�rlichen Boden besteht; dies ist bei der Tierhaltung der Fall, wenn die Tiere im Wesentlichen auf der Grundlage der auf dem Betrieb produzierten Futtermittel ern�hrt werden (BGE 133 II 370 E. 4.2 S. 375).
4.1.�Das Landwirtschaftsamt ging in seiner Stellungnahme davon aus, dass der Viehhandelsbetrieb der Beschwerdef�hrerin nicht unter den Begriff "Landwirtschaft" falle, weil die Tiere, die in den Stallungen stehen, nicht auf dem Betrieb aufgewachsen seien. Allerdings d�rfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Tiere w�hrend ihres Aufenthalts t�glich gef�ttert und gemolken w�rden und es sich dabei ausschliesslich um Wiederk�uer und Raufutterverzehrer handle. Der Umschlagplatz eines Grossviehhandelsbetriebs stelle deshalb ein landwirtschaftliches Gewerbe dar, dessen Besonderheit darin bestehe, dass der Tierbestand t�glich wechsle.
�Das DBU f�gte hinzu, dass die Beschwerdef�hrerin nicht nur Vieh handle, sondern gleichzeitig eine Milchwirtschaft betreibe; damit produziere sie verwertbare Erzeugnisse aus der Nutztierhaltung und betreibe insofern auch Landwirtschaft i.S.v. Art. 3 Abs. 1 lit. a LwG. Die hierf�r ben�tigten Stallungen sowie die Anlagen f�r Futterlagerung und -aufbereitung seien in der Landwirtschaftszone als zonenkonform zu betrachten, sofern die Futtermittelbasis mit eigenem und gepachtetem Land belegt sei, zumindest im Rahmen der Voraussetzungen einer inneren Aufstockung gem�ss Art. 36 RPV.
4.2.�Das Verwaltungsgericht vertrat dagegen die Auffassung, dass es nicht m�glich sei, zwischen Bauten und Anlagen f�r den Viehhandel einerseits und die Milchwirtschaft andererseits zu trennen. Im Gesuchsformular ARP sei ausdr�cklich auf den Handel mit K�lbern hingewiesen worden. Aufgrund der maximalen Platzzahl von 146 Grossvieheinheiten (GVE) und dem deklarierten Handelsumfang von 1'600 Tieren pro Jahr (mit einer geplanten Erh�hung auf 2'000 Tiere) ergebe sich eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Tiere von nur rund einem Monat. Das ARE/TG sei schon bei der Erteilung der Ausnahmebewilligung 2006 f�r den H�ndlerstall von einem intensiven Viehhandel ausgegangen. Milchwirtschaft und K�lberaufzucht seien ein notwendiges Nebenprodukt beim vor�bergehenden Halten und Handeln mit Milchk�hen.
�Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts ist der Viehhandel nur dann als landwirtschaftliche T�tigkeit zu betrachten, wenn er als unmittelbare Folge des Futterbaus und der damit direkt verbundenen Tierhaltung betrieben wird. Hierzu z�hle der Kauf von Jungtieren zur eigenen Aufzucht oder der Verkauf von selber grossgezogenen Tieren, was vorliegend zu verneinen sei. Das zonenwidrige Auktionszelt wie auch die zahlreichen Lastwagentransporte und der Publikumsverkehr spr�chen gegen einen zur Hauptsache bodenabh�ngigen Betrieb und f�r einen industriell gef�hrten (bodenunabh�ngigen) Tierhandelsgrossbetrieb. Daran verm�ge auch nichts zu �ndern, dass offenbar durch den - erst im Oktober 2013 erfolgten - Abschluss neuer Pachtvertr�ge die Grundlagen f�r die Einstufung des Freihofs als landwirtschaftliches Gewerbe geschaffen werden sollten. Die Pachtvertr�ge seien denn auch nur auf (vorerst) sechs Jahre abgeschlossen worden.
4.3.�Die Beschwerdef�hrerin macht dagegen geltend, dass sie neben dem Viehhandel einen eigenen bodenabh�ngigen Milchbetrieb betreibe. Der Viehhandel spiele gegen�ber dem Landwirtschaftsbetrieb nur eine untergeordnete Rolle, mit einem Anteil von nur 28 % am Bruttogewinn. Die streitigen K�lberbuchten dienten zu 80 % der Haltung von eigenen K�lbern und nur zu 20 % der Haltung von K�lbern von Handelsk�hen. Sie belegt allerdings diese Behauptung nicht. Insbesondere hat sie keine Unterlagen eingereicht, aus denen sich ergibt, dass sie eigene Milchk�he h�lt, die l�ngerfristig im Betrieb verbleiben und nicht gehandelt werden. Die vorinstanzlich eingereichte Best�tigung der G.________ AG, wonach die Sparte Milch/ Landwirtschaft 72 % des Bruttogewinns erwirtschafte, gegen�ber nur 28 % durch den Nutztierhandel, l�sst die Kriterien f�r die Sparten-Aufteilung vermissen und ist ohnehin als Parteibehauptung zu werten. Die Beschwerdegegnerin vermag damit den vom Verwaltungsgericht festgestellten Sachverhalt nicht als offensichtlich unrichtig erscheinen zu lassen (Art. 105 Abs. 2 BGG). F�r diesen spricht auch der Projektbeschrieb vom 6. August 2012, wonach sich der Betrieb durch einen grossen Viehwechsel auszeichne und ein dringender Bedarf an neuen Tierpl�tzen f�r den Viehhandel bestehe, namentlich f�r den Tr�nkek�lberhandel.
Mit dem Verwaltungsgericht ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdef�hrerin keine vom Viehhandel unabh�ngige Milchwirtschaft betreibt, sondern im Wesentlichen die beim Handel mit Milchk�hen anfallende Milch verwertet.
�Im Folgenden ist zu pr�fen, wie ein derartiger Betrieb zu qualifizieren ist.
5.1.�In zwei Urteilen zu aArt. 16 RPG (in der bis zum 1. September 2000 geltenden Fassung) f�hrte das Bundesgericht aus, dass der Viehhandel nur dann als landwirtschaftliche T�tigkeit betrachtet werden k�nne, wenn er als unmittelbare Folge des Futteranbaus und der damit direkt verbundenen Tierhaltung betrieben werde. Hierunter falle der Kauf von Jungtieren zur eigenen Aufzucht oder der Verkauf von selber grossgezogenen Tieren, immer unter der Voraussetzung eines gen�genden betriebseigenen Futtermittelanbaus (Urteil 1A.67/1993 vom 18. Januar 1994 E. 3a, in: Bl�tter f�r Agrarrecht 1995 S. 34; Urteil A 406/81 vom 1. M�rz 1982, in: Informationshefte BRP Nr. 4/82 S. 20 E. 5a).
�PETER M. KELLER ( Neubauten in der Landwirtschaftszone, Diss. Bern 1987) h�lt fest, dass diese Voraussetzungen f�r landwirtschaftliche Betriebe regelm�ssig nur in untergeordnetem Rahmen und zudem ohne Bedarf an zus�tzlichen oder gr�sseren Bauten zutreffen w�rden (S. 38). Betriebe, die zwar einen Bezug zur Landwirtschaft, aber keinen direkten Zusammenhang mit der Bodennutzung durch einen bestimmten Landwirtschaftsbetrieb aufwiesen (z.B. landwirtschaftliche Genossenschaften, Lagerungs-, Verarbeitungs- und Verwertungsbetriebe), seien nicht landwirtschaftlicher, sondern gewerblicher Natur; in aller Regel dienten sie auch einer Mehrzahl von Bauern (S. 39).
5.2.�Seit der Teilrevision des RPG vom 20. M�rz 1998 stellt der Gesetzgeber zwar f�r die Definition der Landwirtschaft nicht mehr auf die bodenabh�ngige Produktion, sondern nur noch auf die Erzeugung von pflanzlichen und tierischen Produkten ab (sog. Produktemodell, vgl. Botschaft 1996, BBl 1996 III 523 f.; Urteil 1A.110/2001 vom 4. Dezember 2001 E. 4.2, in: ZBl 103/2002 S. 615; RDAF 2003 I S. 389; WALDMANN/H�NNI, a.a.O., Art. 16 RPG N. 12). Dagegen bleibt es dabei, dass Bauten und Anlagen (ausser in den F�llen von Art. 16a Abs. 2 und 3 RPG) in der Landwirtschaftszone nur zonenkonform sind, wenn sie der bodenabh�ngigen Bewirtschaftung dienen (oben E. 3). F�r die Definition der Bodenabh�ngigkeit kann daher weiterhin auf die bisherigen, zu aArt. 16 RPG entwickelten Abgrenzungskriterien abgestellt werden (Urteil 1C_561/2012 vom 4. Oktober 2013 E. 2.4.4, in: ZBl 116/2015 S. 218 mit Hinweisen).
�Immerhin ist zu ber�cksichtigen, dass der Bundesrat in Art. 34 Abs. 2 lit. a und Art. 35 RPV vom einzelbetrieblichen Ansatz abgewichen ist (Urteil 1A.110/2001 vom 4. Dezember 2001 E. 4.5, in: ZBl 103/2002 S. 615; RDAF 2003 I S. 389). Nach Art. 34 Abs. 2 RPV gelten Bauten und Anlagen, die der Aufbereitung, der Lagerung oder dem Verkauf landwirtschaftlicher oder gartenbaulicher Produkte dienen, als zonenkonform, wenn die Produkte in der Region und zu mehr als der H�lfte auf dem Standortbetrieb oder auf den in einer Produktionsgemeinschaft zusammengeschlossenen Betrieben erzeugt werden (lit. a). Zus�tzlich wird verlangt, dass die Aufbereitung, die Lagerung oder der Verkauf nicht industriell-gewerblicher Art ist (lit. b) und der landwirtschaftliche oder gartenbauliche Charakter des Standortbetriebs gewahrt bleibt (lit. c). Damit ist stets eine einzelfallbezogene Gesamtw�rdigung des Betriebs erforderlich (so auch Urteil 1C_561/2012 vom 4. Oktober 2013, E. 2.4.4, in: ZBl 116/2015 S. 218 mit Hinweisen).
5.3.�Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, der Viehhandel sei bodenabh�ngig, weil die Tiere im Wesentlichen auf der Grundlage der auf dem Betrieb produzierten Futtermittel ern�hrt w�rden. Sie verweist hierf�r auf den Rekursentscheid des DBU und die Stellungnahme des Landwirtschaftsamts Thurgau vom 8. Dezember 2013.
�Beide �mter haben jedoch die Futtergrundlage des Betriebs lediglich anhand der Trockensubstanzbilanz �berpr�ft (mit einem Trockensubstanzpotenzial von 69 %). Dieses Kriterium dient jedoch lediglich der Pr�fung, ob eine innere Aufstockung zul�ssig ist; die Bodenabh�ngigkeit eines Vorhabens kann damit nicht gen�gend beurteilt werden. Diese setzt vielmehr voraus, dass das von den Tieren ben�tigte Futter auch tats�chlich zum �berwiegenden Teil auf dem Betrieb selbst produziert wird (BGE 133 II 370 E. 4.4 S. 376 f.). Damit ist die Bodenabh�ngigkeit des Betriebs nicht belegt, und zwar unabh�ngig davon, ob die neuen Pachtvertr�ge zu ber�cksichtigen sind (wie die Beschwerdef�hrerin geltend macht) oder nicht.
5.4.�Im �brigen hat bereits das DBU festgehalten, dass die Tiere, die in den Stallungen stehen, nicht (auch nicht zur H�lfte) auf dem Betrieb aufgewachsen sind. Damit ist der Bezug zum (eigenen und zum gepachteten) Boden der Beschwerdef�hrerin nicht eng genug, um von einem bodenabh�ngigen Landwirtschaftsbetrieb auszugehen. Zwar m�ssen die Tiere w�hrend ihres kurzen Aufenthalts auf dem Betrieb t�glich gef�ttert und die Milchk�he gemolken werden. Der Boden ist aber f�r diese Betriebsform als Produktionsfaktor entbehrlich. Die Beschwerdef�hrerin hat denn auch in ihrem Projektbeschrieb vom 6. August 2012 selbst ausgef�hrt, dass es f�r sie sinnvoller sei, mit Landwirtschaftsbetrieben in der Umgebung zusammenzuarbeiten, um von diesen Futterbauprodukte zu beziehen und Hofd�nger abzugeben, anstatt eigene landwirtschaftliche Nutzfl�chen zu bearbeiten. Ein Weidegang findet unstreitig nicht statt. Das Verwaltungsgericht durfte daher willk�rfrei davon ausgehen, dass der Abschluss von Pachtvertr�gen im Oktober 2013 (per Anfang 2015) lediglich erfolgte, um die Anerkennung als landwirtschaftlichen Betrieb zu erreichen.
Schliesslich ber�cksichtigte das Verwaltungsgericht im Rahmen der gebotenen Gesamtw�rdigung auch die Intensit�t des Viehhandels (mit 1'600 bzw. k�nftig 2'000 Tieren pro Jahr), die daf�r mittels Ausnahmebewilligungen errichteten Bauten und Anlagen wie auch die zahlreichen Lastwagentransporte und den Publikumsverkehr als Indiz gegen die Zonenkonformit�t in der Landwirtschaftszone. Auch dies ist nicht zu beanstanden. Unter diesen Umst�nden ist die Qualifikation des Betriebs als bodenunabh�ngiger Grossgewerbebetrieb nicht zu beanstanden.
5.5.�Fehlt es nach dem Gesagten an einem (ganz oder �berwiegend) bodenunabh�ngigen landwirtschaftlichen Betrieb, kommt eine innere Aufstockung gem�ss Art. 16a Abs. 2 RPG nicht in Betracht.
�Ebenso wenig kann sich die Beschwerdef�hrerin auf Art. 24b Abs. 1bis RPG berufen, der die Erg�nzung eines Landwirtschaftsbetriebs mit einem nichtlandwirtschaftlichen Gewerbebetrieb erlaubt (sog. kleingewerbliche Aufstockung). Geht man davon aus, dass die K�lberhaltung keine landwirtschaftliche, sondern eine gewerbliche T�tigkeit ist, so handelt es sich dennoch nicht um einen Nebenbetrieb i.S.v. Art. 40 Abs. 3 RPV, sondern der K�lberhandel bildet Teil des Viehhandels als Hauptt�tigkeit der Beschwerdef�hrerin. Dieses darf nicht mehr mittels Ausnahmebewilligungen erweitert werden (vgl. unten E. 6).
�Das Verwaltungsgericht hielt fest, dass die Beschwerdef�hrerin seit Jahren einen zonenwidrigen Gewerbebetrieb f�hre, der nur dank grossz�giger Ausnahmebewilligungen realisiert werden konnte. Dazu w�re jedoch mindestens eine Intensiv-Landwirtschaftszone und von Anfang an eine Regelung auf der Planungsebene notwendig gewesen. Es gehe nicht an, weitere Bauten und Anlagen mittels Ausnahmebewilligung zu errichten.
6.1.�Die Beschwerdef�hrerin bringt dagegen nichts Substanzielles vor. Das Bestehen einer Planungspflicht l�sst sich auch nicht ernsthaft in Frage stellen:
�Wie aus den Akten hervorgeht, wurden der Beschwerdef�hrerin bzw. ihrem Rechtsvorg�nger A.________ seit der �bernahme des Freihofs vor rund 10 Jahren bereits zahlreiche Ausnahmebewilligungen f�r den Viehhandel erteilt (1998: Ausdehnung des Kiesplatzes zur Schaffung eines Viehumschlagplatzes mit Mistwurf; 2001: befristete Ausnahmebewilligung f�r ein 20 x 20 m grosses Auktionszelt; 2006: Neubau eines 25 x 45 m grossen Anbindestalls mit Auktionshalle und Futterlager; 2010: zus�tzliches Hochsilo und Futterr�stunterstand). Gem�ss den Gesuchsunterlagen soll der Handel von heute 1'600 auf rund 2'000 Tiere pro Jahr ausgeweitet werden; ein weiteres Baugesuch vom 20. April 2013 f�r einen Laufstall, eine Remise und ein Wohnhaus f�r Betriebsleiter mit Familie und zwei Lehrlingszimmern ist beim DBU h�ngig).
Dieses Vorgehen, etappenweise einen zonenwidrigen Tierhandelsgrossbetrieb in der Landwirtschaftszone zu bewilligen, ist unzul�ssig. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich um ein landschaftlich empfindliches Gebiet handelt: Der Freihof befindet sich in einem kantonalen Landschaftsentwicklungskonzept mit Vorrang Landschaft und dem Vernetzungskorridor Nr. 533, nur rund 600 m unterhalb vom Weiler Wertb�hl, der gem�ss ISOS als Weiler von nationaler Bedeutung eingestuft wurde, u.a. wegen der unverbauten Lage.
6.2.�Unter diesen Umst�nden k�nnen ohne planerische Grundlage, die ein Gesamtkonzept voraussetzt, keine weiteren Bauten und Anlagen bewilligt werden. Es ist Sache der Vollzugsbeh�rde, die notwendigen Wiederherstellungsmassnahmen f�r die bereits errichteten, aber nicht (oder nur provisorisch) bewilligten Bauten und Anlagen anzuordnen.
�Ob f�r den Viehhandelsbetrieb eine Intensivlandwirtschaftszone nach Art. 16a Abs. 3 RPG in Betracht kommt oder eine Bauzone (z.B. Gewerbe- oder Industriezone) erforderlich w�re, braucht vorliegend nicht gepr�ft zu werden. F�r die Ausscheidung beider Zonentypen w�re das Konzentrationsprinzip zu beachten (BGE 141 II 50 E. 2.5 S. 54).
�Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdef�hrerin kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 und 68 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin hat die private Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 4'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Politischen Gemeinde Sch�nholzerswilen, dem Amt f�r Raumentwicklung, dem Departement f�r Bau und Umwelt des Kantons Thurgau und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau sowie dem Bundesamt f�r Raumentwicklung schriftlich mitgeteilt.

References: BGE 
 Art. 16
 Art. 34
 Art. 34
 Art. 36
 BGE 
 Art. 36
 BGE 
 Art. 36
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 36
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 34
 Art. 35
 Art. 34
 Art. 16
 Art. 24
 Art. 40
 Art. 16