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Timestamp: 2020-01-21 10:47:06+00:00

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Pauschalierungsmöglichkeiten in der Entgeltabrechnung | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
Die Besteuerung des Arbeitslohns richtet sich grundsätzlich nach den persönlichen Lohnsteuerabzugsmerkmalen des Arbeitnehmers. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Lohnsteuer pauschaliert werden. Es wird unterschieden zwischen der Pauschalierung nach festen und besonders ermittelten Pauschsteuersätzen. Die Ermittlung des steuerpflichtigen bzw. steuerfreien Arbeitslohns erfolgt nach den gleichen Regeln wie die Besteuerung nach den individuellen ELStAM des Arbeitnehmers, nur haben diese bei der Pauschalbesteuerung keine Auswirkung auf die Höhe des Pauschsteuersatzes.
Oftmals folgt aus der Pauschalbesteuerung die Sozialversicherungsfreiheit. Bestimmte Einnahmen, die der Arbeitnehmer zusätzlich zu seinem Lohn oder Gehalt erhält, sind grundsätzlich sozialversicherungsrechtlich kein Arbeitsentgelt, wenn der Arbeitgeber die Lohnsteuer pauschal erhebt.
Lohnsteuer: Wichtigste Vorschrift für die Pauschalbesteuerung ist § 40 EStG. Dort werden die Voraussetzungen für die Pauschalbesteuerung und die Berechnungsschritte zur Ermittlung der besonderen Pauschsteuersätze sowie die Lohnteile und die anzuwendenden pauschalen Steuersätze beschrieben. § 40 Abs. 1 EStG enthält die Regelungen zu den besonderen Pauschsteuersätzen. Die dazugehörenden Verwaltungsanweisungen enthalten R 40.1 LStR und H 40.1 LStH.
Sozialversicherung: Wird die Möglichkeit der pauschalen Besteuerung nach § 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG genutzt, liegt nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SvEV kein Arbeitsentgelt im sozialversicherungsrechtlichen Sinne vor; sofern es sich nicht um einmalig gezahltes Arbeitsentgelt (§ 23a SGB IV) handelt. Nach § 40 Abs. 2 EStG sind pauschal besteuerte Bezüge kein Arbeitsentgelt (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SvEV).
1 Varianten der Lohnsteuerpauschalierung
1.1 Pauschalierung mit festen Pauschsteuersätzen
Feste Pauschsteuersätze sind überwiegend in § 40 Abs. 2 EStG geregelt. Sie gelten für
die Zahlung von Essenszuschüssen,
Zuwendungen aus Anlass einer Betriebsveranstaltung,
die Zahlung von Erholungsbeihilfen,
den steuerpflichtigen Ersatz von Verpflegungskosten bei Reisekosten bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten,
die schenkungsweise oder verbilligte Überlassung von Datenverarbeitungsgeräten sowie für Zuschüsse zur Internetnutzung des Arbeitnehmers,
die Übereignung von oder Zuschüsse für Ladevorrichtungen für Elektrofahrzeuge oder Hybridelektrofahrzeuge,
Vorteile aus der unentgeltlichen oder verbilligten Übereignung von betrieblichen Fahrrädern,
Fahrtkostenzuschüsse und Jobtickets für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte,
Sachprämien für Kundenbindungsprogramme,
die Pauschalbesteuerung von Sachzuwendungen an Mitarbeiter und Geschäftsfreunde,
Arbeitslohn aus kurzfristigen Beschäftigungen und geringfügig entlohnten Beschäftigungen,
1.2 Pauschalierung mit besonderen Pauschsteuersätzen
Eine Pauschalierung der Lohnsteuer mit besonders zu ermittelnden Pauschsteuersätzen ist möglich
auf Antrag des Arbeitgebers für sonstige Bezüge bis zu 1.000 EUR jährlich und
bei Nacherhebung der Lohnsteuer durch das Finanzamt im Anschluss an eine Lohnsteuer-Außenprüfung.
2 Lohnsteuerpauschalierung mit besonderen Pauschsteuersätzen
2.1 Pauschalierungsfälle
In den folgenden Fällen kann der Arbeitgeber auf Antrag die Lohnsteuerpauschalierung mit einem durchschnittlichen, betriebsindividuellen Pauschsteuersatz wählen:
für sonstige Bezüge bis zu 1.000 EUR pro Jahr und pro Arbeitnehmer und
bei Nacherhebung der Lohnsteuer durch das Finanzamt in einer größeren Zahl von Fällen, wenn der Arbeitgeber die Lohnsteuer nicht vorschriftsmäßig einbehalten hat.
Mögliche Anwendungsfälle für betriebsindividuelle Pauschsteuersätze sind:
steuerpflichtig gezahlte Vergütungen für Reisekosten, die aufgrund betrieblicher oder tarifvertraglicher Regelungen bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten unabhängig von den steuerlichen Voraussetzungen für steuerfreie Verpflegungspauschalen gezahlt werden,
Prämien für besondere Leistungen. Gehören solche Vergütungen zum laufenden Arbeitslohn, können sie wie sonstige Bezüge innerhalb der 1.000-EUR-Grenze mit besonderen Pauschsteuersätzen pauschal versteuert werden.
2.2 Pauschalbesteuerung sonstiger Bezüge
2.2.1 Antrag beim Betriebsstättenfinanzamt
Die Lohnsteuerpauschalierung mit dem durchschnittlichen bzw. betriebsindividuellen Pauschsteuersatz setzt die Zustimmung des Betriebsstättenfinanzamts voraus. Dazu ist ein formloser Antrag des Arbeitgebers erforderlich. Beizufügen ist eine Berechnung, aus der sich der durchschnittliche (Pausch-)Steuersatz ergibt; eine Erläuterung mit dem Grund und den Voraussetzungen für die Sonderzahlung kann hilfreich sein.
Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuerpauschalierung für unbeschränkt und beschränkt steuerpflichtige Arbeitnehmer durchführen.
Zustimmung des Betriebsstättenfinanzamts
Das Finanzamt prüft die Pauschalierungsvoraussetzungen, die Berechnung und Höhe des vom Arbeitgeber ermittelten Pauschsteuersatzes und teilt dem Arbeitgeber danach seine Zustimmung sowie den anzuwendenden durchschnittlichen Steuersatz im Rahmen eines Pauschalierungsbescheids mit.
Wahlrecht des Arbeitgebers
Der Arbeitgeber ist an seinen Antrag auf Pauschalierung gebunden, sobald der Pauschalierungsbescheid wirksam geworden ist, d. h. de...
Sachzuwendungen an Geschäftsfreunde oder Mitarbeiter können zu steuerpflichtigen Einnahmen führen. 2007 wurde dafür die Pauschalierung der Steuer durch den Schenker eingeführt. Nun hat das Bundesfinanzministerium einen neuen Anwendungserlass zur Pauschalierung bei Sachzuwendungen veröffentlicht.

References: § 40
 § 40
 § 40
 § 1
 § 40
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