Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=24.11.1992&Aktenzeichen=12%20RK%208/92
Timestamp: 2019-10-18 18:05:32+00:00

Document:
BSG, 24.11.1992 - 12 RK 8/92 - dejure.org
https://dejure.org/1992,636
BSG, 24.11.1992 - 12 RK 8/92 (https://dejure.org/1992,636)
BSG, Entscheidung vom 24.11.1992 - 12 RK 8/92 (https://dejure.org/1992,636)
BSG, Entscheidung vom 24. November 1992 - 12 RK 8/92 (https://dejure.org/1992,636)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1992,636) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Verwaltungsakt - Einzugsermächtigung - Nichtgebrauch - Krankenversicherung - Beitragsfreiheit - Lastschriftverfahren - Erziehungsgeld
RVO RVO (a.F.) § 383; SGB V § 224
SG Bremen, 15.02.1991 - S 16 KR 55/89
BSGE 71, 244
NZS 1993, 360
Krankenversicherung - freiwillig Versicherter - Beitragsbemessung - kein …
Der Gesetzgeber hat in der vom Solidaritätsprinzip gekennzeichneten gesetzlichen Krankenversicherung die beitragspflichtigen Einnahmen bei den Pflichtversicherten und den freiwillig Versicherten in verfassungsrechtlich zulässiger Weise unterschiedlich geregelt (vgl Urteil des Senats vom 24. November 1992, 12 RK 8/92, BSGE 71, 244, 247 f = SozR 3-2500 § 224 Nr. 2 S 6).
Demgegenüber werden bei freiwilligen Mitgliedern die Beiträge nach der gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bemessen, da bei vielen freiwillig Versicherten das Arbeitsentgelt nicht als Bemessungsgrundlage in Betracht kommt, sondern typischerweise der Lebensunterhalt durch andere Einnahmearten bestritten wird (vgl Urteil des Senats vom 24. November 1992, 12 RK 8/92, BSGE 71, 244, 248 = SozR 3-2500 § 224 Nr. 2 S 7 mwN).
e) Die unterschiedliche beitragsrechtliche Berücksichtigung von Kapitaleinkünften bei freiwillig Versicherten einerseits und Pflichtversicherten andererseits ist im Übrigen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl bereits dazu BSGE 71, 244 = SozR 3-2500 § 224 Nr. 2;… BSG SozR 4-2500 § 240 Nr. 14 RdNr 22;… BVerfG SozR 3-2500 § 240 Nr. 11) .
Wie der Senat ebenfalls bereits entschieden hat, ist die von § 224 Abs. 1 SGB V vermittelte Beitragsfreiheit auch dann allein auf das Elterngeld beschränkt, wenn die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit kraft Gesetzes in einer Mindesthöhe fingiert wird (vgl bereits zum Erziehungsgeld BSGE 71, 244, 247 = BSG SozR 3-2500 § 224 Nr. 2 S 5;… zuletzt BSG SozR 4-2500 § 224 Nr. 1 RdNr 6) .
Ob in dieser Zeit (dh vor dem 7. April 1990) eine Familienversicherung hätte bestehen können oder die von der Beklagten angenommene freiwillige Versicherung bestand und diese beitragsfrei war (vgl hierzu die Urteile des Senats vom 24. November 1992, 12 RK 8/92 = SozR 3-2500 § 224 Nr. 2;… SozR 3-2200 § 383 Nr. 1;… SozR 3-2500 § 224 Nr. 3), ist daher nicht mehr zu prüfen.
a) Das BSG hat die anteilige Zurechnung des Ehegatteneinkommens unter Berücksichtigung unterhaltsberechtigter Kinder bei der Beitragsbemessung für freiwillige Mitglieder, deren Ehegatte nicht gesetzlich krankenversichert ist, in ständiger Rechtsprechung gebilligt (…vgl zum früheren Recht: GrS in BSGE 58, 183 = SozR 2200 § 180 Nr. 27;… BSG SozR 3-5428 § 4 Nr. 1 mwN und Urteil vom 26. März 1996 - 12 RK 8/94, Die Beiträge 1996, 435; zum Recht des SGB V: BSGE 71, 244 = SozR 3-2500 § 224 Nr. 2;… BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 15;… BSG SozR 3-2500 § 5 Nr. 26 und Beschluß vom 26. März 1996 - 12 BK 45/95; die 2. Kammer des Ersten Senats des BVerfG hat die gegen die Entscheidungen vom 26. März 1996 gerichteten Verfassungsbeschwerden nicht zur Entscheidung angenommen).
Der Senat hat zum früheren und geltenden Recht in ständiger Rechtsprechung entschieden, daß die Beitragspflicht wegen des Bezuges von Erzg nicht allgemein entfällt (…BSG SozR 3-2200 § 383 Nr. 1; BSGE 71, 244 = SozR 3-2500 § 224 Nr. 2;… BSG SozR 3- 2500 § 224 Nrn 3 und 4;… BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 15;… vgl auch BSGE 74, 282, 283 = SozR 3-2500 § 192 Nr. 2 S 3).
Er hatte allerdings vorwiegend über Sachverhalte zu befinden, bei denen die bisherige Beitragsbemessungsgrundlage durch das hinzutretende Erzg "weder beeinflußt noch ersetzt wurde" (…BSG SozR 3-2200 § 383 Nr. 1; BSGE 71, 244 = SozR 3-2500 § 224 Nr. 2;… BSG SozR 3-2500 § 224 Nrn 3, 4).
Der Senat hat bereits entschieden, daß die unterschiedliche Regelung der beitragspflichtigen Einnahmen bei den verschiedenen Mitgliedergruppen (freiwillig Versicherte und Pflichtversicherte) grundsätzlich nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG verstößt (BSGE 71, 244, 247 f = SozR 3-2500 § 224 Nr. 2 S 6 f).
Zum anderen ist die unterschiedliche beitragsrechtliche Berücksichtigung von Kapitaleinkünften verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl BSG, Urteil vom 24.11.1992 - 12 RK 8/92 - BSGE 71, 244 = SozR 3-2500 § 224 Nr. 2; BVerfG…, Beschluss vom 3.2.1993 - 1 BvR 1920/92 - SozR 3-2500 § 240 Nr. 11) .
Wie der Senat ebenfalls bereits in ständiger Rechtsprechung entschieden hat (vgl BSGE 71, 244, 247 = SozR 3-2500 § 224 Nr. 2 S 5; Nr. 3 S 12 ff; Nr. 7 S 26 f), ist die von § 224 Abs. 1 SGB V vermittelte Beitragsfreiheit auch dann allein auf das Erziehungsgeld beschränkt, wenn die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit kraft Gesetzes in einer Mindesthöhe fingiert wird.
Denn Wegfall und Änderung einer Verordnungsermächtigung lassen die Wirksamkeit der auf ihrer Grundlage ordnungsgemäß erlassenen Verordnungen grundsätzlich unberührt (BVerfGE 9, 3, 12; 12, 341, 346 f; 14, 245, 249; BVerwGE 59, 195, 197; BVerwG Buchholz 451.20 § 139 i GewO Nr. 1;… vgl BSG SozR 3-2200 § 180 Nr. 3; BSGE 71, 244, 245 = SozR 3-2500 § 224 Nr. 2).
Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung
LSG Berlin-Brandenburg, 26.09.2007 - L 9 KR 45/03
Beitragspflicht freiwillig Versicherter Mitglieder der Krankenversicherung bei …
BSG, 10.09.2012 - B 12 KR 18/12 B
LSG Hamburg, 15.11.2002 - L 1 B 98/02

References: § 383
 § 224
 § 224
 § 224
 § 224
 § 240
 § 240
 § 224
 § 224
 § 224
 § 224
 § 383
 § 224
 § 180
 § 4
 § 224
 § 240
 § 5
 § 383
 § 224
 § 224
 § 240
 § 192
 § 383
 § 224
 § 224
 Art. 3
 § 224
 § 224
 § 240
 § 224
 § 224
 § 139
 § 180
 § 224