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Timestamp: 2020-01-21 16:51:13+00:00

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BGH, 13.11.1997 - IX ZR 37/97 - dejure.org
https://dejure.org/1997,438
BGH, 13.11.1997 - IX ZR 37/97 (https://dejure.org/1997,438)
BGH, Entscheidung vom 13.11.1997 - IX ZR 37/97 (https://dejure.org/1997,438)
BGH, Entscheidung vom 13. November 1997 - IX ZR 37/97 (https://dejure.org/1997,438)
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Anscheinsbeweis für beratungsgerechtes Verhalten des Mandanten im Anwaltshaftungsprozeß
Berechnung des Zugewinn bei Scheidung der Ehe - Berücksichtigung von Abfindungen beim Endvermögen - Behandlungen von Abfindungen im Rahmen des Zugewinnausgleichs - Vorteil aus der unterhaltsrechtliche Abfindungsvereinbarung
§ 675 BGB, § 286 ZPO
BGB § 675; ZPO § 286
Haftpflicht des Rechtsanwalts; Anscheinsbeweis für beratungsgemäßes Verhalten eines Mandanten
Beratungsrichtiges Verhalten
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NJW 1998, 749
MDR 1998, 245
FamRZ 1998, 362
VersR 1998, 455
WM 1998, 297
BB 1998, 129
AnwBl 1998, 413
Demgegenüber hat der Bundesgerichtshof auch bei der Abfindung, die (etwa) einem Unfallopfer wegen dauernder Erwerbsunfähigkeit gewährt wurde (BGHZ 82, 145 ff.), und bei der Witwenrentenabfindung (…BGHZ aaO 149 ff.) auf das Stichtagsprinzip abgehoben, da die schematische und starre gesetzliche Regelung der §§ 1372 ff. BGB keine andere Entscheidung zulasse (vgl. auch BGH, Urteil vom 13. November 1997 - IX ZR 37/97 = FamRZ 1998, 362).
Die Abfindung des Antragstellers ist insoweit in erster Linie vergangenheitsbezogen als Entschädigung für den Verlust seines Arbeitsplatzes und des damit verbundenen Besitzstandes gewährt worden, ohne einen quantifizierbaren auf die Zukunft gerichteten Ausgleich zu bezwecken (vgl. auch BGH, Urteil vom 13. November 1997 aaO S. 362).
a) Dabei kann dahinstehen, inwieweit die vom Beklagten erlangte Abfindung überhaupt geeignet und bestimmt ist, für die Zeit ab 1. November 1998 als Einkommen des Beklagten unterhaltsrechtlich Berücksichtigung zu finden (vgl. etwa Senatsurteile vom 15. November 2000 - XII ZR 197/98 - FamRZ 2001, 278, 281 und vom 14. Januar 1987 - IVb ZR 89/85 - FamRZ 1987, 359, 360; BGH Urteil vom 13. November 1997 - IX ZR 37/97 - FamRZ 1998, 362).
Auf dem gleichen Gedanken beruht auch die Erwägung, daß der Ehegatte, der im Anwaltshaftungsprozeß Schadensersatz wegen einer aufgrund falscher Beratung im Zugewinnausgleich nicht geltend gemachten Vermögensposition des anderen Ehegatten verlangt, sich darauf gegebenenfalls den Vorteil anrechnen lassen muß, der sich aus einer Berücksichtigung dieser Position in einem Unterhaltsvergleich ergibt (vgl. BGH, Urteil vom 13. November 1997 - IX ZR 37/97 - FamRZ 1998, 362, 364).
Es bedarf letztlich keiner Entscheidung, ob Abfindungen, die einem Arbeitnehmer vor dem Stichtag gewährt worden sind, im Zugewinn stets und in vollem Umfang ausgleichspflichtig sind, und zwar unabhängig von der Art der Ansprüche, die dadurch abgegolten werden sollen (vgl. BGH, Urteil vom 13. November 1997 - IX ZR 37/97 - FamRZ 1998, 362).
Beim Anwaltsvertrag spricht zwar bei Verstößen gegen die Beratungspflicht zu Gunsten des Mandanten die Vermutung, dieser hätte sich bei vertragsgerechtem Handeln des Beauftragten beratungsgemäß verhalten (BGH, NJW 2000, 2814, 2815; 1998, 749; 1983, 1665, 1666; 1992, 1159, 1160; NJW-RR 1992, 1110).
Ursprünglich hatte der Bundesgerichtshof Abfindungen unabhängig von der Art der Ansprüche, die durch die jeweilige Abfindung abgegolten werden sollten, in den Zugewinnausgleich einbezogen (zuletzt wohl der IX. Zivilsenat des BGH, FamRZ 1998, 362 = NJW 1998, 749).
Bei Abfindungen aus der Auflösung eines Arbeitsverhältnisses ist umstritten, ob sie grundsätzlich ausschließlich im Zugewinnausgleich zu berücksichtigen sind (BGH FamRZ 1998, 362; Hoppenz, Zur Konkurrenz von Unterhalt und Zugewinnausgleich, FamRZ 2006, 1242;… vgl. auch Palandt/Brudermüller, BGB, 72. Auflage 2013, § 1375 Rn. 2) oder ob nach der Zweckbestimmung der Abfindung als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes oder für künftigen Verdienstausfall zu differenzieren ist (BGH FamRZ 2001, 278 in einem obiter dictum;… Johannsen/Henrich/Jaeger Familienrecht, 5. Aufl., § 1375 Rn. 6;… Kogel, Strategien beim Zugewinnausgleich, 4. Auflage 2013, Rn. 486 ff., 498 ff;… Büte, Zugewinnausgleich bei Ehescheidung, 4. Auflage 2011, Kapitel 6, Rn. 72, 76 f.;… Krenzler/Borth/Zimmermann, Anwalts-Handbuch Familienrecht, 2. Auflage 2012, Kapitel 9, Rn. 110 ff. ).
Diese von der Rechtsprechung anerkannte Vermutung, dass derjenige, der einen anderen wegen seiner besonderen Sachkunde um Rat fragt, sich beratungsgemäß verhalten hätte, wenn er von diesem zutreffend aufgeklärt worden wäre (vgl. BGH in NJW 2000, 2814, 2815; NJW-RR 1999, 641, 642; NJW 1998, 749, 750; NJW 1994, 3295, 3298, NJW 1993, 3259;… NJW 1992, 1159, 1160, 1161, siehe auch Fischer in "Handbuch der Anwaltshaftung Rdn. 1053 ff) greift nur dann ein, wenn bei sachgerechter Aufklärung im Hinblick auf die Interessenlage oder andere objektive Umstände aus der Sicht eines vernünftig urteilenden Menschen eindeutig eine bestimmte Reaktion nahegelegen hätte (vgl. BGH in NJW 1994, 3295, 3298; NJW 1993, 3259).
Aus § 255 BGB ergibt sich, dass der Geschädigte auch dann vollen Schadensersatz verlangen kann, wenn ihm zugleich ein Anspruch gegen einen Dritten zusteht, dessen Erfüllung den geltend gemachten Vermögensnachteil ausgleichen würde (BGH, U. v. 13.11.1997 - IX ZR 37/97, NJW 1998, 749, 751 unter Hinweis auf BGHZ 120, 261, 268 = NJW 1993, 593 und BGH NJW 1997, 2946, 2948, je mwN.).
OLG Karlsruhe, 26.07.2001 - 9 U 91/00
Anwaltshaftung - falsche Beratung - Schaden - Beweislast des Mandanten
OLG Hamm, 02.02.1999 - 27 U 246/98
Haftung des Sequesters wegen Verkaufs von Gegenständen des späteren …

References: § 675
 § 286
 § 675
 § 286
 BGH 
 § 1375
 § 1375
 BGH 
 BGH 
 § 255
 BGH