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Jurawelt-Forum • Thema anzeigen - Küchenkanzlei und die liebe Steuer
Aktuelle Zeit: Samstag 24. März 2018, 08:56
Küchenkanzlei und die liebe Steuer
Betreff des Beitrags: Küchenkanzlei und die liebe Steuer
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 01:02
Registriert: Mittwoch 3. Januar 2018, 00:32
nachdem ich mich entschlossen habe, in diesem Jahr doch gelegentlich auch mal Rechnungen für kleinere Mandate zu stellen, bin ich gerade dabei, in ELSTER hierfür eine zusätzliche Steuernummer zu beantragen.
Frage an die anderen Nebenberufler oder diejenigen die sich sonst damit auskennen:
Ohne USt-ID-Nr. wird man vermutlich nicht besonders Ernst genommen, weil dann klar ist, wie wenig man als Anwalt einnimmt.
Eine solche Nummer bekomme ich logischerweise aber nur, wenn ich auf die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung verzichte. In dem Fall muss ich dann aber jeden Monat eine Umsatzsteuer Voranmeldung abgeben (=Aufwand und ggf. Kosten für Vorauszahlungen?)
Wie handhabt ihr das? Insbesondere wenn ihr nur mit geringen und äußerst unregelmäßigen Einnahmen rechnet.
Betreff des Beitrags: Re: Küchenkanzlei und die liebe Steuer
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 10:33
Ich bin kein Steuerrechtler, aber wieso sollte man als Kleinunternehmer keine USt-ID-NR. bekommen? Und wieso sollte man nur mit einer solchen ernst genommen werden?
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 10:40
Seit 1.1.2010 erhalten auch Kleinunternehmer eine UStID.
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 11:20
@ Tibor: Bist du dir sicher? Regulär aber nicht sondern nur auf Antrag, ne? Der Sinn der Kleinunternehmerregelung ist doch gerade, keine Ust auszuweisen - was braucht man dann die besondere ID?
@Bunny66: Ich würde mir den Aufwand ersparen und bei der Kleinunternehmer-Regelung bleiben. Was schert es die Mandanten? Für die ist entscheidend, was für sie im Ergebnis bei rauskommt, als ob auf deiner Rechnung Ust ausgewiesen ist oder nicht (im Zweifel kennen sie sich damit nichtmal groß aus bzw. wissen nicht, wo die Grenze für Kleinunternehmer überhaupt liegt). Ich würde mir da nicht so einen Kopf machen. Wenn sie zufrieden mit dir waren, kommen sie auch wieder - egal ob du da Ust ausweist und eine ID hast oder nicht. Die überweisen den Rechnungsbetrag und gut ist.
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 11:51
@ Tibor: Bist du dir sicher?
Ja, vgl. § 27a Abs. 1 UStG. Das Antragserfordernis für Kleinunternehmer in § 27a Abs. 1 S. 2 UStG ist durch das Gesetz zur Umsetzung steuerlicher EU-Vorgaben sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften vom 8. April 2010 aufgegeben worden.
a) Die Sätze 2 und 3 werden durch folgenden Satz
„Das Bundeszentralamt für Steuern erteilt auch
juristischen Personen, die nicht Unternehmer
sind oder die Gegenstände nicht für ihr Unternehmen
erwerben, eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer,
wenn sie diese für innergemeinschaftliche
Erwerbe benötigen.“
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 13:10
Ah ok. "Wenn sie diese benötigen": das wird wohl der Knackpunkt sein, warum die meisten Kleinunternehmer sie nicht haben (wollen). :-)
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 22:06
Wozu brauchst du überhaupt eine eigene Steuernummer dafür?
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 22:11
§ 14 Abs. 4 Nr. 2 UStG.
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 22:24
Hm. Kann man stattdessen keine Quittungen ausstellen?
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 22:37
Eine Quittung ist was anderes (sie belegt eine Zahlung). Und wie willst du ernsthaft eine Leistung erbringen, wenn du keine Rechnung erstellst?
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 22:57
Jein, möchte ich sagen. Eine Quittung erfüllt nicht unbedingt das Erfordernis an eine ordnungsgemäße Rechnung iSv § 14 IV UStG. Kann sie aber, wenn sie diese Pflichtangaben aufweist. Dann aber ist sie wiederum auch eine Rechnung. Wie man die Urkunde nennt, ist dabei egal.
USt-IdNr. braucht Du grds. nur, wenn Du innergemeinschaftliche Umsätze ausführst. Sinnlos ist es aber nicht, sie anstelle der Steuernummer auf seinen Rechnungen zu verwenden. Mit den Steuernummern ist schon von Dritten Schindluder betrieben worden. Da haben Fremde beim Finanzamt unter Nennung einer Steuernummer angerufen und durch nicht ganz ungeschicktes Fragen Informationen über den Rechnungsaussteller herausgekitzelt. Mit der USt-IdNr geht das nicht.
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 23:08
Nein, der Satz bezieht sich ja auf juristische Personen. Satz 1 regelt das für Unternehmer nach § 2 UStG. Und jeder Anwalt ist Unternehmer nach § 2 UStG und bekommt deshalb auf Antrag ohne weiteres eine USt-IdNr.
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 23:16
Danke für die Erklärung. Bei irgendwelchen Seminaren habe ich auch schon Quittungen bekommen, ich dachte, das hinge damit zusammen, dass man sich damit eben weniger Anforderungen aussetzt.
Geht aus § 14 IV Nr. 2 denn hervor, dass man eine eigene Steuernummer für diese Unternehmung braucht? Im Steuerformular kann man ja auch entsprechende Nebeneinkünfte eintragen mit Kleinunternehmerregelung und braucht nicht extra eine zusätzliche Steuernummer.
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2018, 23:27
Im Fall der Wohnzimmerkanzlei entspricht die Steuernummer aus dem Einkommensteuerbescheid der Steuernummer für Umsatzsteuerzwecke. Abweichungen ergeben sich bei Ehegatten, wenn beide Gatten USt-Unternehmer sind, dann hat mindestens einer eine abweichende USt-Steuernummer. Die UStID bekommt man relativ fix, wenn man sie online beantragt: http://www.bzst.de/DE/Steuern_Internati ... l#faq28792
Ah, danke, daher rührte meine Verwirrung, weil der TE ja meinte, er würde jetzt eine zusätzliche Steuernr. beantragen.

References: § 27
 § 27

§ 14
 § 14
 § 2
 § 2
 § 14