Source: http://georg-meschke.de/Physiologie/medikamente.htm
Timestamp: 2018-05-24 03:58:54+00:00

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Medikament ist ein Synonym für Arzneimittel. Was sind eigentlich Medikamente bzw. Arzneimittel? Auskunft hierüber gibt uns das Arzneimittelgesetz:
1a. tierärztliche Instrumente, soweit sie zur einmaligen Anwendung bestimmt sind und aus der Kennzeichnung hervorgeht, daß sie einem Verfahren zur Verminderung der Keimzahl unterzogen worden sind,
4. Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen, die, auch im Zusammenwirken mit anderen Stoffen oder Zubereitungen aus Stoffen, dazu bestimmt sind, ohne am oder im menschlichen oder tierischen Körper angewendet zu werden,
a) die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktionen des Körpers erkennen zu lassen oder der Erkennung von Krankheitserregern zu dienen,
b) Krankheitserreger oder Parasiten zu bekämpfen, ausgenommen solche, die dazu bestimmt sind, der Bekämpfung von Mikroorganismen einschließlich Viren bei Bedarfsgegenständen im Sinne des § 5 Abs. 1 Nr. 1 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes oder bei Medizinprodukten im Sinne des § 3 Nr. 1, 2, 6, 7 und 8 des Medizinproduktegesetzes zu dienen.
1. Lebensmittel im Sinne des § 1 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes,
2. Tabakerzeugnisse im Sinne des § 3 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes,
3. kosmetische Mittel im Sinne des § 4 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes,
6. Futtermittel, Zusatzstoffe und Vormischungen im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 des Futtermittelgesetzes,
7. Medizinprodukte und Zubehör für Medizinprodukte im Sinne des § 3 des Medizinproduktegesetzes, es sei denn , es handelt sich um Arzneimittel im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 2., die in § 9 Satz 1 des Transplantationsgesetzes genannten Organe und Augenhornhäute, wenn sie zur Übertragung auf den Menschen bestimmt sind.
So, nun wissen wir es genau! Was machen diese Medikamente in unserem Körper?
Wie die Lebensmittel, gelangen die meisten Medikamente über den Verdauungstrakt in unseren Körper. Natürlich können Medikamente auch auf anderem Weg z.B. durch Injektionen oder als Salbe über die Haut in den Körper gelangen. In dem Medikament sind Stoffe enthalten, die die Krankheit, unter der wir leiden, lindern oder beseitigen soll.
Hier nun eine Erläuterung am Bespiel einer bakteriellen Infektion (z.B. Erysipel), die mit hohen Dosen von Penicillin bekämpft wird:
Penicillin ist ein Stoffwechselprodukt, das von dem Schimmelpilz Penicillium notatum und Penicillium chrysogenum gebildet wird. Penicillin wirkt als Antibiotika indem es die Biosynthese der aus Murein bestehenden Zellwand der Bakterien hemmt. Damit sind die Bakterien sozusagen von der Außenwelt abgeschnitten. Sie können sich nicht mehr vermehren und verhungern. Das Immunsystem des Körpers kann nun mit dem "Aufräumen" des Infektionsherdes beginnen. Die körpereigenen Zellen teilen sich wieder ohne gestört zu werden. Die Funktion des Gewebes wird wieder hergestellt.
Leider haben Medikamente auch sogenannte Nebenwirkungen. Moderne Antibiotika, zu denen auch das Penicillin gehört, zerstören nicht nur die "bösen" Bakterien, sondern sie greifen auch die Bakterien an die unseren Darm besiedeln und hier wichtige Beiträge zu unserem Stoffwechsel beitragen. Auch allergische Reaktionen auf Penicillin sind nicht selten.
In der Naturheilkunde ist man bestrebt Nebenwirkungen zu vermeiden oder zu minimieren. Es gibt eine Menge Stoffe aus der Natur (letztlich ist Penicillin auch ein natürlicher Stoff) die auch als Antibiotika wirken ohne die heftigen Nebenwirkungen zu haben. In Ölen aus Eukalyptus, Fenchel, Kampfer, Kiefer, Limette, Melisse usw. und ganz besonders in Teebaumöl finden sich antimikrobielle Stoffe. Gerade Anwendungen von Teebaumöl füllen ganze Bücher. Leider sind auch hier Nebenwirkungen oder Allergien möglich jedoch bei weitem nicht so heftig oder oft.
Unter Nebenwirkungen beschreibt man die Prozesse, die ein Medikament hervorruft die bei der Bekämpfung der Krankheit stören oder unerwünscht sind. Eigentlich sind dies jedoch auch Wirkungen. Aus der Betrachtungsweise der Naturheilkunde ist also ein Medikament vorzuziehen, an das sich der Mensch im Laufe seiner Entwicklung gewöhnt hat. Hier sind in erster Linie gesunde und vollwertige Nahrungsmittel und Zubereitungen aus Pflanzen und Mineralien gemeint. Tees, Zwiebelwickel, Quarkwickel, Heublumensack, Moorbäder usw. sind nur einige Anwendungen aus Naturheilkunde und Alternativmedizin.
Übrigens: Das Erysipel ist eine heftig verlaufende Krankheit, bei der die Gabe von Penicillin unverzichtbar ist!
Anders wirken die homöopathischen Medikamente. Die Ausgangsbasis ist ein natürlicher Stoff. So werden Metalle, Schlangengifte, Pflanzen oder sogar ganze Tiere (Honigbiene = Apis) zu einer Urtinktur verarbeitet. Hieraus entstehen durch Verreiben, Verdünnen und Verschütteln die homöopathischen Medikamente in der entsprechenden Potenz z.B. D4 oder C30. Homöopathische Medikamente wirken dann nicht mehr in dem Sinne, dass ein Stoff dem menschlichen Organismus zugeführt wird, der dann die entsprechende Krankheit bekämpft, sondern auf einer energetischen Basis. Da homöopathische Medikamente immer auf ein Individuum und nicht auf Krankheiten abgestimmt sind, stehen in den Beipackzetteln auch keine Anwendungsgebiete.

References: § 5
 § 3
 § 1
 § 3
 § 4
 § 2
 § 3
 § 2
 § 9