Source: https://www.peterlang.com/view/9783653977684/vorwort.html
Timestamp: 2018-02-18 07:23:13+00:00

Document:
Vorwort : Dritthaftung für Kunstexpertisen und Aufnahmebestätigungen in den Catalogue raisonné
Vorwort : Dritthaftung...
Dritthaftung für Kunstexpertisen und Aufnahmebestätigungen in den Catalogue raisonné
Ein Beitrag zur Expertenhaftung
Patrick Ehinger
Diese Arbeit setzt sich mit dem Problem der Dritthaftung von Gutachtern am Beispiel fehlerhafter Kunstexpertisen und Aufnahmeentscheidungen in den Catalogue raisonné auseinander. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Voraussetzungen und die Reichweite der Vertrauenshaftung auf der Grundlage von §§ 280 Abs. 1, 241 Abs. 2 i.V.m. § 311 Abs. 3 S. 2 BGB. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Bestimmung der Sorgfaltspflichten des Kunstexperten und des Werkverzeichners bei der Begutachtung von Kunstwerken, wobei das komplexe Verhältnis der unterschiedlichen Erkenntnisquellen und Untersuchungsmethoden zueinander analysiert und die Frage der Haftung für verschiedene Fallkonstellationen praxisnah betrachtet wird.
9783653977684
http://dx.doi.org/10.3726/978-3-653-04539-0
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014. XVI, 280 S.
§ 2. Vorgehensweise
A. Die Echtheit
B. Originalität und Original
C. Zuschreibung, Abschreibung und Authentifizierung
D. Kopie, Nachahmung und Fälschung
I. Die Authentifizierung
II. Urheberbestimmung bei Werken unbekannter Herkunft
I. Die Materialuntersuchung
II. Die Flächenuntersuchungen
III. Fazit zur Aussagekraft der naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden
C. Die Provenienz
D. Weitere Erkenntnisquellen für die Echtheitsprüfung
I. Definition und äußere Gestaltung
II. Person des Experten
III. Das Phänomen des Experten als Zuschreibungsautorität
IV. Auftraggeber
1. Staatlich vereidigte Gutachter
2. Privatgutachter
I. Das Zuschreibungsergebnis im Werkverzeichnis
II. Die schriftliche Aufnahmebestätigung
III. Aufnahmekriterien und unterschiedliche Qualitäten von Werkverzeichnissen in Abhängigkeit vom wissenschaftlichen Anspruch und Prüfungsumfang des Verzeichners
IV. Die Person des Werkverzeichners
§ 4. Fazit zu Kapitel 2
A. Die Haftung aus Auskunftsvertrag nach der Rechtsprechung
B. Vertragshaftungsmodelle in der Literatur
A. Die Entwicklung des VSD durch die Rechtsprechung
B. Dogmatische Begründung des VSD
I. Aufgabe der “Wohl-und Wehe“ – Formel – Erkennbarkeit der bestimmungsgemäßen Verwendung des Gutachtens durch Dritte
II. Gegenläufigkeit der Interessen von Auftraggeber des Gutachtens und Dritten
III. Abbedingung von § 334 BGB
D. Kritik an der Anwendbarkeit des VSD auf die Expertenhaftung
I. Strafgesetze als Schutznormen
II. Sachverständigenordnungen der Industrie-und Handelskammern als Schutznormen
III. Verkehrspflichten als Schutznormen i.S.v. § 823 Abs. 2 BGB
B. Die Haftung nach § 826 BGB
A. Die Berufshaftung
B. Haftung aufgrund einer Garantieerklärung
C. Die Haftung kraft faktischer Sonderverbindung
A. Rechtshistorischer Hintergrund des § 311 Abs. 3 S. 2 BGB und dessen Verhältnis zur Vertrauenshaftung
I. Rekurs auf den Willen des historischen Gesetzgebers
II. Systematische Bedenken gegen die Anwendung von § 311 Abs. 3 BGB auf die Gutachterdritthaftung
C. § 311 Abs. 3 BGB als Grundlage der Expertenhaftung
§ 6. Fazit und Prämissen für das weitere Vorgehen
A. Die Sonderverbindung nach § 311 Abs. 3 BGB
B. Die Pflichten nach § 241 Abs. 2 BGB im Schuldverhältnis
C. § 280 Abs. 1 BGB
D. §§ 249 ff. BGB
I. § 311 Abs. 3 S. 2 BGB als offene Regelung für die Fallgruppe der Gutachterdritthaftung
II. Integration von Kriterien und Grundsätzen der BGH Rechtsprechung zur c.i.c-Dritthaftung bei der Auslegung des § 311 Abs. 3 S. 2 BGB
1. Das systematische und teleologische Erfordernis einer Haftungsbegrenzung
a. Die Kalkulierbarkeit und Versicherbarkeit des Risikos
b. Überschaubarkeit und objektive Abgrenzbarkeit der potenziellen Anspruchsteller
IV. Weitere systematische Maßgaben für rechtsgeschäftsähnliche Schuldverhältnisse: Die Definition einer subjektiven Komponente und deren Integration in den Tatbestand der „Inanspruchnahme von Vertrauen“
I. Der Begriff des Dritten
2. Bezugspunkt des Vertrauens
I. Der Inanspruchnahmebegriff im Kontext des § 311 Abs. 3 S. 2 BGB
a. Objektive Anforderungen an das „Setzen“ einer vertrauenstauglichen Erklärung im Rechtsverkehr
b. Erforderlicher Inhalt der Erklärung bzw. inhaltliche Tauglichkeit des Drittverhaltens zur Begründung von Vertrauen
aa. Ermittlung des Gutachtenzwecks
bb. Gutachtenzweck und typische personelle Verwendungsreichweite
aaa. Risikokumulation durch unbestimmten Adressatenkreis
i) Das Gesamthaftungsrisiko bei sachbezogenen Wertgutachten
ii) Das Gesamthaftungsrisiko bei sachbezogenen Tatsachengutachten
b. Zeitliche Bestimmtheit der Erklärung zur Geschäftsbeeinflussung
3. Subjektive Anforderungen an die Inanspruchnahme
I. Objektive Kriterien
II. Subjektive Kriterien
I. Beeinflussung der Vertragsverhandlungen oder des Vertragsschlusses
II. Erheblichkeit der Beeinflussung
III. Kausalitätsnachweis
A. Schuldverhältnis
I. Die Rücksichtnahmepflichten gemäß § 241 Abs. 2 BGB in der Sonderverbindung nach § 311 Abs. 3 S. 2 BGB
II. Schutzpflicht des Gutachters und Konkretisierung der Pflichtverletzung
I. Haftungsmaßstab, Zurechnung und Ursachenzusammenhang
II. Die Wirkung von Haftungsbeschränkungen gegenüber dem Vertrauenden
I. Bestimmung des kausalen Schadens
II. Wirksamkeit von Haftungsbeschränkungen, die eine Höchsthaftungssumme bestimmen
III. Die Beschränkung der Haftung durch den Schutzzweck der Norm
I. Eigenständigkeit der Ansprüche und Haftungsausschlüsse in der Rechtsprechung zur c.i.c.-Dritthaftung
II. Haftungsausschluss aufgrund inhaltsgleicher Ansprüche gegen den Vertragspartner
III. Ausschluss wegen Vorrangs der Regeln zur Anfechtung nach § 123 BGB
I. Übertragung der Verjährungsfrist aus dem Bezugsvertrag
II. Bestimmung einer gemeinsamen Verjährungshöchstfrist
a. Setzen einer vertrauenstauglichen Erklärung im Rechtsverkehr
b. Personelle Bestimmtheit der Erklärung zur Drittbeeinflussung/Gerichtetheit
aa. Möglichkeiten der Haftungsbegrenzung
c. Zeitliche Bestimmtheit der Erklärung zur Drittbeeinflussung
d. Subjektive Voraussetzungen der Inanspruchnahme
2. Inanspruchnahme von Vertrauen in besonderem Maße und erhebliche Beeinflussung eines Drittvertrages
1. Inanspruchnahme von Vertrauen durch den Experten
3. Fazit und Interessengerechtigkeit des Ergebnisses
aa. Die Relevanz der Zuschreibungsautorität für die Bestimmung der typischen personellen Reichweite der Erklärung
bb. Das Problem der Haftungsbegrenzung
b. Subjektive Voraussetzungen der Inanspruchnahme von Vertrauen
I. Pflichtverletzung durch eine Falschinformation des Anspruchstellers
II. Pflichtverletzungen wegen nachwirkender Pflichten nach Gutachtenerstellung
III. Fragen der Darlegungs- und Beweislast
I. Allgemeine Sorgfaltspflichtsanforderungen an die Expertisenerstellung
II. Inhaltliche Sorgfaltspflichtsanforderungen an die Expertisenerstellung
1. Stilkritische Analyse
2. Die naturwissenschaftlichen Untersuchungen
aa. Prüfung auf Fälschungshinweise im Rahmen der zumutbaren und sachlich gebotenen Mittel des Kunstexperten
bb. Gegenrecherchepflicht unabhängig von den Angaben des Auftraggebers
cc. Authentifizierungspflicht im Rahmen der zumutbaren und sachlich gebotenen Mittel des Kunstexperten
aa. Die Auswirkungen von konkreten Fälschungshinweisen
bb. Die Auswirkungen der Gegenrechercheergebnisse
aaa. Die lückenlosen Provenienzangaben können belegt und durch den Experten vollständig authentifiziert werden
bbb. Nicht authentifizierbare Provenienzangaben
ccc. Teilweise authentifizierbare Provenienzangaben
4. Weitere Erkenntnisquellen
I. Bestimmung des Schadens
II. Die Begrenzung der Haftung durch den Schutzzweck der Norm
E. Haftungsausschluss und Verjährung
1. Inanspruchnahme von Vertrauen
2. Fazit und Interessengerechtigkeit des Ergebnisses
c. Subjektive Voraussetzungen der Inanspruchnahme
d. Korrelation zwischen schriftlicher Echtheitsbescheinigung und veröffentlichten Angaben im Werkverzeichnis
I. Grundsätzliche Anforderungen an eine sorgfältige Authentifizierung im Rahmen der Aufnahmeentscheidung
II. Korrelation zwischen Angabenveröffentlichung im Werkverzeichnis und Echtheitsprüfung unter dem Aspekt der Darlegungs- und Beweislast
C. Schaden, Haftungsausschluss und Verjährung
Kapitel 6. Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit wurde bei der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Freien Universität Berlin als Dissertation eingereicht. Die mündliche Prüfung fand am 16. Januar 2014 statt.
Mein herzlicher Dank gilt zuvorderst meinen Eltern für ihren bedingungslosen Rückhalt und ihre Förderung.
Ebenso schulde ich Herrn Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Franz Jürgen Säcker besonderen Dank für seine fachliche Betreuung, die schnelle Erstellung seines Gutachtens und die Aufnahme in diese Schriftenreihe.
Sehr herzlich bedanken möchte ich mich insbesondere auch bei Prof. Dr. Peter Raue für die Anregung des Themas, seine engagierte Förderung der Arbeit, die schnelle Anfertigung des Zweitgutachtens und die wertvollen gemeinsamen Diskussionen.
Kapitel 1. Einleitung und Vorgehensweise
Kapitel 2. Begriffe, Methoden und tatsächliche Grundlagen der Begutachtung von Kunstwerken
§ 1. Definitionen und begriffliche Abgrenzungen
§ 2. Erkenntnisquellen für die Beurteilung von Kunstwerken
A. Kunsthistorische Stilanalyse des Werkes
B. Naturwissenschaftlich-technische Untersuchungsmethoden
§ 3. Die formellen Rahmen der Zuschreibung
A. Die Expertise
V. Formelle Anforderungen an die Expertise
B. Das Werkverzeichnis
Kapitel 3. Lösungsmodelle der Dritthaftung für fehlerhafte Gutachten in Literatur und Rechtsprechung
§ 1. Unmittelbare Vertragshaftung
§ 2. Haftung nach den Grundsätzen des Vertrages mit Schutzwirkung zugunsten Dritter
C. Maßgebliche Kriterien des VSD für die Gutachterhaftung
§ 3. Haftung nach Deliktsrecht
A. Die Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB
§ 4. Alternative Haftungsmodelle in der Literatur
§ 5. Die Vertrauenshaftung und § 311 Abs. 3 S. 2 BGB
B. Anwendbarkeit des § 311 Abs. 3 S. 2 BGB auf die Fälle der Expertenhaftung im Spiegel der Literaturmeinungen
Kapitel 4. Der Schadensersatzanspruch nach § 280 Abs. 1 i.V.m. §§ 311 Abs. 3 S. 2, 241 Abs. 2 BGB
§ 1. Die Struktur und Systematik des Schadensersatzanspruchs im gesetzlichen System der Schadenshaftung
§ 2. Maßgaben für die Auslegung des § 311 Abs. 3 S. 2 BGB
A. Auslegungsrelevante Rechtsprinzipien und Vorgaben des Gesetzgebers
III. Die Begrenzung der Dritthaftung als zentrale Auslegungsmaßgabe
2. Kriterien zur Haftungsbegrenzung in der Rechtsprechung
§ 3. Entstehung der Sonderverbindung nach § 311 Abs. 3 S. 2 BGB
A. Personenbezeichnung und Vertrauensbegriff
II. Vertrauen als Haftungsgrund
B. Inanspruchnahme von Vertrauen
II. Die konkreten Tatbestandsvoraussetzungen der Inanspruchnahme von Vertrauen nach § 311 Abs. 3 S. 2 BGB für die Gutachterhaftung
1. Objektives Setzen einer vertrauenstauglichen Erklärung im Rechtsverkehr
2. Die objektive Bestimmtheit der Erklärung zur Beeinflussung des konkreten Drittgeschäftes
a. Personelle Bestimmtheit der Erklärung zur Geschäftsbeeinflussung/Gerichtetheit anhand des Gutachtenzwecks und der typischen personellen Verwendungsreichweite
cc. Begrenzung der Gerichtetheit durch das konkret bestimmbare Gesamthaftungsrisiko
bbb. Schadensverschiebungen
C. Die Inanspruchnahme von Vertrauen für sich „in besonderem Maße“
D. Die vom Vertrauen beeinflusste Handlung des Vertrauenden
§ 4. Schadensersatzanspruch wegen schuldhafter Verletzung von Schutzpflichten (§ 280 Abs. 1 BGB)
C. Vertretenmüssen der Pflichtverletzung
D. Kausaler Schaden und Haftungsumfang
E. Haftungsausschlüsse
F. Verjährung
Kapitel 5. Die einzelnen Fallvarianten der Haftung für Kunstexpertisen und Werkverzeichnisaufnahmen
§ 1. Die fehlerhafte Kunstexpertise
A. Bestehen einer Sonderverbindung nach § 311 Abs. 3 S. 2 BGB in den einzelnen Konstellationen der Kunstexpertisenfälle
I. Drei-Personen-Konstellationen beim Erstverkauf
II. Die Vier-Personen-Konstellation im Kommissionsmodell
III. Folgegeschäfte und Folgeverkäufe
1. Die Inanspruchnahme von Vertrauen durch den Experten
a. Setzen einer vertrauenstauglichen Erklärung im Rechtsverkehr und personelle Bestimmtheit der Erklärung zur Drittbeeinflussung/Gerichtetheit
B. Verletzung einer Pflicht nach § 241 Abs. 2 BGB
C. Verschulden und Sorgfaltspflichtmaßstab
III. Die Anforderungen an die Sorgfalt bei Anwendung der verschiedenen Untersuchungsmethoden unterschiedlicher Erkenntnisquellen
3. Die Provenienzrecherche
a. Obligatorische Provenienzprüfungspflichten im Rahmen der eigenen Möglichkeiten
b. Die Konsequenzen der ermittelten und ermittelbaren Provenienz für die im Verkehr erforderliche Sorgfalt
cc. Die Auswirkungen des Authentifizierungsprozesses
D. Der Schaden
§ 2. Kunstexpertisen im Zusammenhang mit Werkverzeichnissen
A. Bestehen einer Sonderverbindung
I. Die Verzeichnung im gedruckten oder elektronisch geführten Werkverzeichnis
B. Pflichtverletzung und Verschulden

References: § 311

§ 2

§ 4
 § 334
 § 823
 § 826
 § 311
 § 311
 § 311

§ 6
 § 311
 § 241
 § 280
 § 311
 BGH 
 § 311
 § 311
 § 241
 § 311
 § 123

§ 1

§ 2

§ 3

§ 1

§ 2

§ 3
 § 823

§ 4

§ 5
 § 311
 § 311
 § 280

§ 1

§ 2
 § 311

§ 3
 § 311
 § 311

§ 4

§ 1
 § 311
 § 241

§ 2