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Timestamp: 2018-07-16 01:48:30+00:00

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Dieser Artikel behandelt das Land, zum gleichnamigen Kriegsschiff siehe Baden-Württemberg (F 222).
Einwohnerzahl: 11.010.202 (30. September 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 307 Einwohner pro km²
Arbeitslosenquote: 3,1 % (Mai 2018)[2]
BIP (nominal): 476,76 Mrd. EUR(Jahr 2016)[3]
Schulden: 53,181 Mrd. EUR (31. Dez. 2016)[4]
Sitzverteilung im Landesparlament: Von 143 Sitzen entfallen auf:
Baden-Württemberg [ˌbaːdn̩ˈvʏrtəmbɛrk] (Abkürzung BW) ist eine parlamentarische Republik und ein teilsouveräner Gliedstaat (Land) im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Es wurde 1952 durch Zusammenschluss der Länder Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern gegründet. Sowohl nach Einwohnerzahl als auch bezüglich der Fläche steht Baden-Württemberg an dritter Stelle der deutschen Länder. Größte Stadt Baden-Württembergs ist die Landeshauptstadt Stuttgart, gefolgt von Karlsruhe und Mannheim. Weitere Großstädte sind Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Heilbronn, Pforzheim, Reutlingen und Ulm.
1.2.1 Temperaturen
1.2.2 Niederschlag
1.2.3 Folgen der globalen Erwärmung
1.6 Verdichtungsräume
1.7 Großstädte
8.1 Religionen und Weltanschauungen
9.5 Eishockey
9.6 Wintersport
9.9 Motorsport
9.10 Weitere Sportarten
Blick vom Nordschwarzwald längs der Oberrheinischen Tiefebene nach Norden zum Odenwald
Das Kleine Wiesental im Schwarzwald vom Belchen gesehen
Kalkstein-Felsen am Hohenstaufen, Schwäbische Alb
Voralpine Landschaft am Bodensee
Im Süden grenzt Baden-Württemberg mit dem Klettgau und dem Hotzenwald an den Hochrhein, im Hegau und Linzgau an den Bodensee und im Westen mit dem Breisgau und dem Markgräflerland an den Oberrhein. Im Norden zieht sich die Landesgrenze über Odenwald und Tauberland, im Osten über Frankenhöhe und Ries, entlang von Donau und Iller sowie durch das westliche Allgäu.
Benachbarte deutsche Länder sind im Osten und Nordosten Bayern, im Norden Hessen und im Nordwesten Rheinland-Pfalz, im Westen grenzt Baden-Württemberg an die französische Region Grand Est. Die Schweizer Grenze im Süden wird von den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau, Zürich, Schaffhausen und Thurgau gebildet. Der Kanton St. Gallen ist nur über den Bodensee verbunden. Über den Bodensee ist Baden-Württemberg außerdem mit dem österreichischen Bundesland Vorarlberg verbunden. Mit diesem teilt es – weil dort ebenfalls alemannischer Dialekt gesprochen wird – den manchmal umgangssprachlich verwendeten Beinamen „Ländle“ respektive Alemannisch „Ländli“.
Der geographische Mittelpunkt Baden-Württembergs bei 48° 32′ 15,9″ N, 9° 2′ 28,21″ O48.537759.041169 wird von einem Denkmal in einem Waldstück auf der Gemarkung von Tübingen markiert. Es handelt sich dabei um den Schwerpunkt der Landesfläche, im Gegensatz dazu wurde die Mitte von Baden-Württemberg aus den Extremwerten (nördlichster, südlichster, östlichster und westlichster Landpunkt) ermittelt. Das Mittel aus der geographischen Breite des nördlichsten und südlichsten Punktes und das Mittel aus der geographischen Länge des östlichsten und westlichsten Punktes im Bezugssystem WGS84 errechnet sich zu 48° 39′ 43″ N, 9° 0′ 14″ O48.6619444444449.0038888888889. Diese vier Extremkoordinaten Baden-Württembergs sind: im Norden 49° 47′ 29″ N, 9° 38′ 56″ O49.7913888888899.6488888888889 in der Stadt Wertheim, im Süden 47° 31′ 57″ N, 7° 41′ 32″ O47.53257.6922222222222 in der Gemeinde Grenzach-Wyhlen, im Westen 47° 41′ 52″ N, 7° 30′ 42″ O47.6977777777787.5116666666667 in der Gemeinde Efringen-Kirchen und im Osten 48° 41′ 18″ N, 10° 29′ 45″ O48.68833333333310.495833333333 in der Gemeinde Dischingen. Die Mitte von Baden-Württemberg befindet sich 14,3 km nördlich vom Tübinger Schwerpunkt in Böblingen in einem kleinen Waldstück, dem Hörnleswald, an der Tübinger Straße von Böblingen nach Holzgerlingen und ist mit einem Steinpfeiler markiert.
Die höchste Erhebung des Landes ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1493 m ü. NHN. Der tiefste Punkt liegt im Mannheimer Naturschutzgebiet Ballauf-Wilhelmswörth am Rheinufer und an der Grenze zu Hessen auf 87 m ü. NN.[5]
Naturräumliche Gliederung und Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Innerhalb Baden-Württembergs werden nach geologischen und geomorphologischen Kriterien fünf Großräume unterschieden:[6]
Die Oberrheinische Tiefebene ist ein mit Sedimenten gefüllter Grabenbruch. Dazu zählt auch die Vorbergzone zwischen der Ebene und dem Schwarzwald; in der Tiefebene finden sich diverse Salzlagerstätten, Heilquellen und einige heute erloschene Vulkane wie z. B. der Kaiserstuhl.
Die Randgebirge Schwarzwald und Odenwald bestehen aus Granit, Gneis und Buntsandstein. Ihre Nord-Süd-Ausrichtung macht sie zu Regenfängern, deren westliche Gewässer viel Wasser führen und sich vergleichsweise tief eingeschnitten haben, der im Südschwarzwald gelegene Feldberg ist mit 1493 m der höchste Berg in den deutschen Mittelgebirgen.
Das südwestdeutsche Schichtstufenland besteht aus weiten, hügeligen Landterrassen, die durch mehrere Gesteinsstufen voneinander abgegrenzt sind. Sie bestehen nach Südosten hin aus immer jüngeren Gesteinsschichten, wobei wechselweise harte und weiche Schichten übereinandergelagert sind. Teilräume sind die Neckar- und Tauber-Gäuplatten (Baar, das Obere Gäu, Stromberg, Kraichgau, Hohenloher Ebene), das Keuperbergland (Kleiner Heuberg, Rammert, Schönbuch, Glemswald, Strom- und Heuchelberg, Schurwald, Schwäbisch-Fränkische Waldberge) und das Albvorland. Zum Südwestdeutschen Schichtstufenland zählt auch der Randen und seine Ausläufer im Klettgau.
Die Schwäbische Alb ist als geschlossenes Mittelgebirge ein gewässerarmes Karstgebiet. Sie ist von typischen Karstformen (z. B. Dolinen) und zahlreichen kleinen vulkanischen Formen durchzogen. Am östlichen Rand liegt der Meteoritenkrater von Nördlingen (Nördlinger Ries).
Das Alpenvorland, zu dem Oberschwaben und das württembergische Allgäu gehören, ist ein flachwelliges Hügelland, in dem der Bodensee und einstige vulkanische Berge im Hegau liegen. Die starke Prägung durch eiszeitliche Vorgänge zeigt sich in zahlreichen typischen Landschaftsformen wie Moränen, Seen und Mooren.
Baden-Württemberg liegt in einem Übergangsgebiet zwischen Seeklima im Westen und Kontinentalklima im Osten,[7] das bewirkt, dass abwechselnd ozeanische und kontinentale Klimaeinflüsse wirksam werden. Aufgrund der vorherrschenden Westwinde überwiegen die ozeanischen Klimaeinflüsse, wobei diese in den östlichen Landesteilen abnehmen, die Vielgestaltigkeit der Oberflächenformen, also das Nebeneinander hoher Bergländer und abgeschirmter Beckenräume, führt zu deutlichen klimatischen Unterschieden schon auf kurzen Entfernungen.[8]
Durch die südliche Lage ist Baden-Württemberg gegenüber anderen Ländern hinsichtlich der Temperaturen begünstigt, das Oberrheinische Tiefland weist Jahresmitteltemperaturen von 10 °C auf und gehört damit zu den wärmsten Gebieten Deutschlands. Klimatisch begünstigt sind auch der Kraichgau, das Neckartal nördlich von Stuttgart, das Bodenseegebiet, das Hochrheingebiet und das Taubertal, mit der Höhe sinkt die Durchschnittstemperatur, und der Südschwarzwald ist mit durchschnittlich 4 °C eines der kältesten Gebiete Deutschlands. Eine Ausnahme von dieser Regel ist die im Winter vorkommende Inversionswetterlage, bei der höhere Lagen wärmer sind als tiefer gelegene, weil bei windstillem Hochdruckwetter die von den Höhen abfließende Kaltluft sich in Beckenräumen sammelt. Extreme Kältewerte lassen sich deshalb auf der Baar beobachten. Hier kann es im Winter zu Temperaturen von unter −30 °C kommen.[9]
Die mit dem Westwind herantransportierten Luftmassen stauen sich vor allem an Schwarzwald und Odenwald, daneben auch an der Schwäbischen Alb, den höheren Lagen der Keuperwaldberge und den Voralpen, deshalb fällt auf der Luvseite reichlich Niederschlag (über 1000 mm pro Jahr, im Südschwarzwald stellenweise über 2000 mm). Auf der Leeseite im Regenschatten fällt wesentlich weniger Niederschlag. Hier gibt es ausgeprägte Trockengebiete: Im nördlichen Oberrheinischen Tiefland, der Freiburger Bucht (Leeseite der Vogesen) und dem Taubergrund fallen etwa 600 mm, im mittleren Neckarraum und der Donauniederung bei Ulm etwa 700 mm pro Jahr.
→ Hauptartikel: Folgen der Globalen Erwärmung in Baden-Württemberg
Im Auftrag der baden-württembergischen Landesregierung wurden seit Ende der 1990er Jahre mehrere Studien zu den regionalen Folgen der globalen Erwärmung durchgeführt.[10] Laut einer Zusammenfassung dieser Ergebnisse aus dem Jahr 2012 stieg die Jahresdurchschnittstemperatur in Baden-Württemberg im Zeitraum 1906–2005 um 1,0 °C an (weltweit 0,7 °C), von durchschnittlich 8 °C auf 9 °C. Der größte Anstieg erfolgte dabei in den letzten 30 Jahren, die Anzahl der Höchstniederschläge im Winter und die Zahl der Hochwasserereignisse haben in diesem Zeitraum um 35 % zugenommen, die Anzahl der Tage mit Schneedecke in tiefer gelegenen Regionen haben um 30–40 % abgenommen. Von 1953 bis 2009 nahm die Anzahl der Eistage (Höchsttemperatur unter 0 °C) in Stuttgart von 25 auf 15 ab, die Anzahl der Sommertage (Höchsttemperatur mindestens 25 °C) dagegen erhöhte sich von 25 auf 45 (vgl. auch Hitzewelle 2003). Die Wahrscheinlichkeit einer ausgeprägt trockenen Vegetationsperiode im Sommer hat sich seit 1985 versechsfacht. Klimamodelle prognostizieren eine Weiterführung dieser Trends. In Folge wurde im Juli 2013 ein Klimaschutzgesetz für Baden-Württemberg verabschiedet.[11]
Neckar-Schleuse bei Gundelsheim
Aufgrund der bergigen Topographie spielten und spielen die Flüsse und ihre Täler eine erhebliche Rolle für Besiedlung, Verkehrswesen und Geschichte des Landes, die Europäische Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Donau hat im Hochschwarzwald ihre westlichste Ausbuchtung und verläuft über die Baar im Norden entlang der Schwäbischen Alb, im Süden durch das Alpenvorland. Das Einzugsgebiet des Rhein-Zuflusses Neckar nimmt mit etwa 14.000 km² fast zwei Fünftel der Landesfläche ein.[12]
Der Rhein ist der wasserreichste Fluss des Landes, mit ihm ist Baden-Württemberg an eine der bedeutendsten Wasserstraßen der Welt angeschlossen. Sein Einzugsgebiet (ohne Neckar) im Land ist etwa 11.000 km² groß.[12] Im 19. Jahrhundert wurde der Oberrhein ausgehend von den Plänen des badischen Ingenieurs Tulla begradigt, er bildet mit wenigen Ausnahmen die westliche Landesgrenze. Hochrhein, Seerhein und Bodensee bilden den größten Teil der südlichen Landesgrenze.
Der Neckar entspringt am Ostrand des Schwarzwalds bei Villingen-Schwenningen und durchfließt das Zentrum des Landes, bis er im Nordwesten in Mannheim in den Rhein mündet, er wird durch zahlreiche Schleusen reguliert und dient als Verkehrsweg für die industriereiche Landesmitte.
Die Donau entsteht bei Donaueschingen aus den vom Schwarzwald kommenden Quellflüssen Brigach und Breg und fließt etwa ostnordöstlich, wobei sie die Schwäbische Alb nach Süden und Oberschwaben nach Norden begrenzt und hinter Ulm nach Bayern fließt. Sie entwässert etwa 9.400 km² und damit mehr als ein Viertel des Landes.[13]
Während der Rhein das Land bei Mannheim auf einer Höhe von etwa 90 m ü. NN verlässt, liegt die Donau an der bayerischen Grenze bei Ulm noch über 460 m ü. NN hoch. Die zum Rhein entwässernden Flüsse haben daher eine größere Erosionskraft und vergrößern ihr Einzugsgebiet langfristig auf Kosten der Donau.[14]
Unter den übrigen Flüssen sind die längsten die Zwillingsflüsse Kocher und Jagst, die den Nordosten des Landes durchfließen und in den Neckar münden. Ganz im Nordosten fließt die Tauber. Hier grenzt das Landesgebiet an den Main.
Mit dem Bodensee hat das Land Anteil am zweitgrößten Alpenrandsee. Über die Bodensee-Wasserversorgung erhalten mehrere Millionen Einwohner vor allem im mittleren Neckarraum ihr Trinkwasser.[12]
→ Hauptartikel: Liste der Schutzgebiete in Baden-Württemberg
Der 2014 gegründete Nationalpark Schwarzwald ist der erste Nationalpark in Baden-Württemberg, die größten der mehr als 1000 Naturschutzgebiete des Landes sind die eiszeitlich überprägten Gebiete Feldberg und Gletscherkessel Präg im Hochschwarzwald, das Hochmoorgebiet Wurzacher Ried im ebenfalls glazial geprägten Alpenvorland und das Auengebiet Taubergießen am Oberrhein. Etwa 22,8 Prozent der Landesfläche sind als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. Sieben Naturparke nehmen zusammen ein Drittel der Fläche Baden-Württembergs ein, die Biosphärengebiete Schwäbische Alb und Schwarzwald sind als Biosphärenreservate der UNESCO anerkannt.
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.[15]
Verdichtungsräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bevölkerungsdichte nach Gemeinden (2007). Schwarzwald, Schwäbische Alb und Hohenloher Ebene sind besonders dünn besiedelt.
Baden-Württemberg liegt innerhalb des als Blaue Banane bezeichneten, von London nach Norditalien verlaufenden europäischen Agglomerationsbandes. Der gültige Landesentwicklungsplan aus dem Jahr 2002 unterscheidet zwischen den Raumkategorien „Verdichtungsräume“, „Randzonen der Verdichtungsräume“ und „Ländlicher Raum“, wobei letzterer eigene Verdichtungsbereiche enthält.[16][17] Außer dem größten und zentralen Raum Stuttgart liegen die sieben Verdichtungsräume in grenzüberschreitenden Gunsträumen entlang der Peripherie des Landes, die meisten sind als Teil Europäischer Metropolregionen ausgewiesen:
der Verdichtungsraum Stuttgart mit ca. 2,7 Millionen Einwohnern[18] einschließlich der Räume um Heilbronn und um Reutlingen/Tübingen; siehe auch Metropolregion Stuttgart mit ca. 5,2 Millionen Einwohnern
der baden-württembergische Teil des grenzüberschreitenden Verdichtungsraums Rhein-Neckar, siehe auch Metropolregion Rhein-Neckar
der Verdichtungsraum Karlsruhe/Pforzheim
der Verdichtungsraum Freiburg
der Verdichtungsraum Lörrach/Weil als baden-württembergischer Teil des grenzüberschreitenden Verdichtungsraums um Basel, siehe Metropolregion Basel
der baden-württembergische Teil des grenzüberschreitenden Verdichtungsraums Ulm/Neu-Ulm
der Bodenseeraum mit besonderer struktureller Prägung
Der Oberrheinraum von Karlsruhe über Offenburg und Freiburg bis Lörrach/Weil am Rhein ist Teil der 2010 mit den angrenzenden südpfälzischen, französischen und Schweizer Regionen gebildeten Trinationalen Metropolregion Oberrhein.
Die fünf Verdichtungsbereiche im Ländlichen Raum sind:[19]
der Verdichtungsbereich Schwäbisch Hall/Crailsheim
der Verdichtungsbereich Aalen/Heidenheim/Ellwangen
der Verdichtungsbereich Offenburg/Lahr/Kehl
der Verdichtungsbereich Villingen-Schwenningen/Tuttlingen/Rottweil
der Verdichtungsbereich Albstadt/Balingen/Hechingen
Neun Städte im Land haben mehr als 100.000 Einwohner.
Stuttgart 628.032 Stuttgart Landeshauptstadt, ehemalige Hauptstadt des Königreichs Württemberg, sechstgrößte Stadt Deutschlands, am mittleren Neckar in Kessel- und Halbhöhenlage mit Weinbergen und Mineralquellen, Zentrum der Automobilindustrie (Daimler, Porsche, Bosch), zwei Universitäten und weitere Hochschulen.
Karlsruhe 309.999 Karlsruhe/Pforzheim Ehemalige Landeshauptstadt Badens, barocke Planstadt („Fächerstadt“) in der Oberrheinebene, Sitz des Bundesverfassungsgerichts und Bundesgerichtshofes, neun Hochschulen, bedeutender Standort der Informations- und Kommunikationstechnik.
Mannheim 304.781 Rhein-Neckar Industrie- und Handelsstadt am Zusammenfluss von Neckar und Rhein in der Oberrheinebene, ehemalige Residenzstadt der Kurpfalz, barocke Planstadt („Quadratestadt“), Hochschulen, UNESCO City of Music.
Freiburg im Breisgau 227.590 Freiburg Universitätsstadt am Westrand des Südschwarzwalds, ehemalige Hauptstadt Vorderösterreichs, südlichste Großstadt Deutschlands.
Heidelberg 159.914 Rhein-Neckar Universitätsstadt am Austritt des Neckars vom Odenwald in die Oberrheinebene, bis 1720 Residenzstadt der Kurpfalz, internationales Tourismusziel mit Altstadt und Schlossruine, UNESCO City of Literature.
Ulm 123.953 Ulm/Neu-Ulm An der Donau und der Grenze zu Bayern, Universität, ehemalige Freie Reichsstadt und Bundesfestung.
Heilbronn 123.771 Stuttgart Industriestadt am Neckar, „Käthchenstadt“, ehemalige Reichsstadt.
Pforzheim 123.493 Karlsruhe/Pforzheim Am Nordrand des Schwarzwalds und dem Zusammenfluss von Enz und Nagold gelegen, bekannt für die Schmuck- und Uhrenindustrie.
Reutlingen 115.006 Stuttgart Am Westrand der Schwäbischen Alb gelegen, ehemalige Freie Reichsstadt.
→ Hauptartikel: Urgeschichte Baden-Württembergs
Das Gebiet des heutigen Baden-Württemberg war nachweislich bereits vor mindestens einer halben Million Jahren von Vertretern der Gattung Homo besiedelt, der bei Mauer gefundene Unterkiefer von Mauer und der bei Steinheim an der Murr entdeckte Homo steinheimensis, die heute beide zur Hominini-Art Homo heidelbergensis eingeordnet werden, zählen mit einem Alter von rund 500.000 beziehungsweise 250.000 Jahren zu den ältesten Funden der Gattung Homo in Europa überhaupt.
Bedeutende paläolithische Nachweise kulturellen Lebens in Baden-Württemberg reichen circa 35.000 bis 40.000 Jahre zurück. So alt sind die Funde der ältesten bekannten Musikinstrumente der Menschheit (eine Elfenbeinflöte, ausgegraben 1979 im Geißenklösterle) und Kunstwerke (Löwenmensch), die in Höhlen der Schwäbischen Alb entdeckt wurden, vor allem in denen des Lonetals. Die wichtigsten dieser Höhlen sind die sogenannten Höhlen der ältesten Eiszeitkunst.
Vor allem aus dem Neolithikum finden sich zahlreiche Belege von Siedlungen und Bestattungen von der frühesten Zeit an, die ab der Bandkeramik auf die unterschiedlichsten Kulturkomplexe zurückgehen und eine ununterbrochene Linie bis zum Beginn der Bronzezeit und bis zur Eisenzeit repräsentieren.[20] Bei Kleinkems in Südbaden befindet sich das älteste deutsche Jaspisbergwerk aus der Jungsteinzeit.
In der Hallstattzeit besiedelten die Kelten große Teile des Landes. Dies ist durch die zahlreichen Hügelgräber belegt, deren bekanntestes das Grab des Keltenfürsten von Hochdorf ist, und durch hallstattzeitliche Siedlungen wie der Heuneburg oder dem Münsterhügel von Breisach.
Der Landweg zwischen Mainz und Augsburg war strategisch sehr wichtig, um diesen zu verkürzen, bauten die Römer um 73/74 n. Chr. eine Straße durch das Kinzigtal im mittleren Schwarzwald; zum Schutz dieser Straße gründeten sie Rottweil. Weitere Gründungen dieser Zeit sind Ladenburg, Bad Wimpfen, Rottenburg am Neckar, Heidelberg und Baden-Baden; eine Siedlungskontinuität ist jedoch nur für Baden-Baden, Ladenburg und Rottweil wahrscheinlich. Die später gebaute Straße über Bad Cannstatt verkürzte den Weg zwischen Mainz und Augsburg noch weiter, die Landnahme in Südwestdeutschland sicherten die Römer durch Feldzüge im heutigen Hessen ab. Um 85 n. Chr. gründete Kaiser Domitian die Provinz Germania superior (Obergermanien).
Die Grenze des römischen Reiches verlief von ungefähr 98–159 n. Chr. entlang des Neckar-Odenwald-Limes, später entlang des Obergermanisch-Rätischen Limes. Den vom Limes umschlossenen Teil des Gebietes rechts des Rheines und links der Donau bezeichneten die Römer als Dekumatland, der nordöstliche Teil des heutigen Baden-Württemberg war nie Teil des römischen Reiches.
Um 233 n. Chr. plünderten Alamannen das Dekumatland; in der Zeit der Reichskrise des 3. Jahrhunderts gaben die Römer um 260 n. Chr. nach erneuten Überfällen die bisherige Grenze auf und zogen sich hinter Rhein, Donau und Iller dem Donau-Iller-Rhein-Limes zurück. Sie hielten die Rheingrenze noch bis zum Rheinübergang von 406.
Im 5. Jahrhundert kam das Gebiet des Herzogtums Alemannien zum Fränkischen Reich, die Nordgrenze Alemanniens wurde nach Süden verschoben und deckte sich grob mit dem Verlauf der heutigen alemannisch-fränkischen Dialektgrenze. Das nördliche Drittel Baden-Württembergs lag somit im direkten fränkischen Einflussbereich (Bistümer Mainz, Speyer, Worms, Würzburg), die südlichen zwei Drittel verblieben im alemannischen Einflussbereich (Bistümer Konstanz, Augsburg, Straßburg), im 8. Jahrhundert wurden Grafschaften (Gaue) als Verwaltungseinheiten installiert, mit der Neubildung der Stammesherzogtümer gehörten die südlichen Gebiete des heutigen Bundeslandes bis zum Ausgang des Hochmittelalters zum Herzogtum Schwaben, die nördlichen Gebiete befanden sich beim Herzogtum Franken.
Im Hochmittelalter gehörte das Gebiet zu den zentralen Landschaften des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, es ist Heimat zahlreicher aufstrebender Adelsdynastien und lag im Schnittpunkt einiger wichtiger Fernhandelsrouten. Der Hochadel und die Klöster lenkten einen intensiven Landesausbau, in dessen Verlauf die Mittelgebirge erschlossen und zahlreiche Städte gegründet wurden, und erweiterten so ihre Machtbasis. Wichtige Familien waren neben den Herzogshäusern vor allem die fränkischen Salier und die schwäbischen Staufer, die sich zu ihrer Zeit den Kaiserthron erkämpften. Weitere wichtige Adelshäuser waren die – ursprünglich aus Oberschwaben stammenden – Welfen, die Zähringer und die Habsburger und auch die unterschwäbischen Hohenzollern.
Nach dem Ende der Stauferdynastie im 13. Jahrhundert kam es zu einer bleibenden Dezentralisierung des Reiches, die ohnehin traditionell schwache Zentralmacht von Kaisern und Königen verlor zunehmend Rechte und Befugnisse an aufstrebende Regionalmächte. Dieser langfristige Trend wurde auch und gerade in Südwestdeutschland spürbar, es kam zur territorialen Zersplitterung in Hunderte von kleinen Grafschaften, Reichsstädten, geistlichen Gebieten oder gar einzelnen ritterschaftlichen Dörfern.
Territoriale Zersplitterung um 1771
Die sich auf dem Gebiet der alten Stammesherzogtümer Franken und Schwaben im Hoch- und Spätmittelalter entwickelnden Territorien erwiesen sich zumeist als beständig und dominierten bis zu den Umbruchsjahren 1803/1806, zu den bedeutendsten unter ihnen zählen:
die Reichsstädte Ulm, Biberach an der Riß, Esslingen, Heilbronn, Gmünd, Hall, Rottweil, Konstanz (bis 1548) und Reutlingen
Zur horizontalen Diversifizierung trat die vertikale Aufteilung von Rechten an einem Ort in verschiedene Rechteinhaber, so konnten die zahlreichen finanziellen, wirtschaftlichen, militärischen und jurisdiktionalen Rechte innerhalb eines Dorfes in den Händen mehrerer Staaten, Herren oder Familien liegen.
Die frühe Neuzeit war geprägt von der Reformation und den Expansionsbestrebungen der entstehenden Flächenstaaten Österreich, Preußen, Frankreich und Schweden. Aus diesen resultierten Konflikte wie der Bauernkrieg, der Dreißigjährige Krieg und der Pfälzische Erbfolgekrieg, im heutigen Baden-Württemberg, das territorial außerordentlich stark zersplittert blieb, lag dabei einer der Schwerpunkte der Kampfhandlungen mit entsprechenden Folgen für Bevölkerung und Wirtschaft.
Das spätere Baden war Schauplatz der Bundschuh-Verschwörungen, der aus Untergrombach stammende Joß Fritz führte von 1501 bis 1517 im Fürstbistum Speyer und in Vorderösterreich insgesamt drei Verschwörungen an.
Bereits 1518 lernten junge südwestdeutsche Gelehrte bei der Heidelberger Disputation Martin Luther und seine Lehren kennen, der Brettener Philipp Melanchthon folgte Luther nach Wittenberg und wurde zu einem der führenden Köpfe der lutherischen Reformation. Johannes Brenz ging von Heidelberg nach Schwäbisch Hall, führte dort die Reformation ein und unterstützte später Herzog Christoph von Württemberg beim Aufbau der evangelischen Landeskirche.
Am Ostersonntag 1525 stürmten und besetzten schwäbische Bauern die Burg Weinsberg und töteten den Grafen von Helfenstein, der ein Schwiegersohn Kaiser Maximilians I. war. Diese Weinsberger Bluttat kostete die Bauern viele Sympathien; in der Folge zogen sie unter anderem in Stuttgart ein und zerstörten zahlreiche Burgen und Klöster, darunter die Burg Hohenstaufen, das Kloster Lorch und das Kloster Murrhardt. Am 24. April 1525 übertrugen die Aufständischen dem Hauptmann Götz von Berlichingen die militärische Führung, am 23. Mai 1525 nahmen südbadische Bauern Freiburg ein.
Besonders in den südwestdeutschen Reichsstädten verbreitete sich die Reformation schnell, der Protestation zu Speyer gehörten 1529 fünf Reichsstädte aus dem heutigen Baden-Württemberg an. Als Markgraf Philipp von Baden 1533 kinderlos starb, wurde die Markgrafschaft unter seinen Brüdern Ernst und Bernhard III. in das protestantische Baden-Durlach und das katholische Baden-Baden aufgeteilt. Herzog Ulrich von Württemberg führte die Reformation ein, als er 1534 durch die siegreiche Schlacht bei Lauffen nach fünfzehnjähriger Habsburgischer Zwangsverwaltung wieder auf den Stuttgarter Thron zurückkehrte.
In der Kurpfalz führte Kurfürst Ottheinrich 1557 die Reformation lutherischer Prägung ein, unter seinem Nachfolger Friedrich III., der 1563 den Heidelberger Katechismus ausarbeiten ließ, wurde die Kurpfalz calvinistisch.
Nach der Schlacht am Weißen Berg verlagerte sich der Böhmisch-Pfälzische Krieg in die Kurpfalz, die vereinigten Heere der Grafen Peter von Mansfeld und Georg Friedrich von Baden-Durlach besiegten Tilly 1622 bei Mingolsheim. Wenig später unterlag der von Mansfeld getrennte Markgraf von Baden Tilly in der Schlacht bei Wimpfen.
Im Jahre 1647 unterzeichneten Bayern, Schweden und Frankreich in Ulm ein Waffenstillstandsabkommen, in dessen Folge sich die in Bayern eingefallenen schwedischen und französischen Truppen nach Oberschwaben und Württemberg zurückzogen, im Westfälischen Frieden 1648 erhielt Karl I. Ludwig die Pfalz sowie die 1623 im Regensburger Reichstag verlorene Kurwürde zurück und Breisach wurde französisch.
Als Folge des Dreißigjährigen Kriegs war die Bevölkerung um mehr als die Hälfte, regional um zwei Drittel, zurückgegangen, der Viehbestand war fast völlig vernichtet, ein Drittel des Nutzlandes lag brach, die Region brauchte lange, um sich davon zu erholen.
→ Hauptartikel für die Zeit von 1693–1733 in Württemberg: Eberhard Ludwig
Nach dem Ende des Holländischen Kriegs 1679 annektierte Frankreich Freiburg im Breisgau, die vorderösterreichische Regierung verlegte während der französischen Herrschaft über Freiburg ihren Sitz nach Waldshut.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg verwüsteten französische Truppen unter der Führung von General Melac den nordwestlichen Teil des heutigen Baden-Württembergs. Zwischen 1689 und 1693 ließ Melac flächendeckend nahezu alle Dörfer und Städte niederbrennen, darunter die Residenzstädte Heidelberg mitsamt dem Schloss, Durlach und Baden sowie Mannheim, Bretten, Pforzheim und Marbach. Nach Kriegsende musste Frankreich Freiburg und Breisach am Rhein an Österreich zurückgeben.
In der Folge zogen mehrere der Landes- und Kirchenfürsten aus den alten Residenzstädten aus und errichteten neue Barockresidenzen nach dem Vorbild von Versailles, so entstanden barocke Planstädte mit großen Schlössern in Karlsruhe, Ludwigsburg und Rastatt, die kurpfälzische Residenz Schloss Mannheim und Sommerresidenz Schloss Schwetzingen sowie Schloss Bruchsal als Sitz des Fürstbistums Speyer.
Von 1703 bis 1713 war die Oberrheinebene zwischen Freiburg und Heidelberg im Spanischen Erbfolgekrieg Aufmarschgebiet der kaiserlichen Truppen und mehrfach Schauplatz von Kämpfen zwischen diesen und denen Frankreichs.
Im österreichischen Erbfolgekrieg belagerten und eroberten französische Truppen unter dem persönlichen Kommando Ludwigs XV. 1744 Freiburg.
1782 wurde in den vorderösterreichischen Gebieten, d. h. in großen Teilen des südlichen heutigen Landesteils, die Leibeigenschaft im Zuge der Reformen Kaiser Josephs II. abgeschafft.
1806 bis 1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Niederschlagung des Heckeraufstandes 1848 (Lithografie, um 1850)
Hatten zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch etwa 300 Staaten im Gebiet des heutigen Baden-Württembergs territoriale Rechte inne, so reduzierte sich deren Zahl nach der Auflösung des Alten Reiches auf vier, vor allem das Königreich Württemberg und das Großherzogtum Baden gehörten zu den Gewinnern der Koalitionskriege. Die beiden Fürstentümer Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen überlebten aufgrund besonderer Beziehungen zu Napoléon die Mediatisierung, zudem war die Stadt Wimpfen eine hessische Exklave.
1849 wurde die Badische Revolution durch preußische Interventionstruppen niedergeschlagen, die Badische Armee aufgelöst und unter preußischer Führung neu aufgebaut. 1850 wurden die beiden hohenzollerischen Staaten zur preußischen Provinz Hohenzollernsche Lande. Im Deutschen Krieg 1866 standen Baden und Württemberg auf der Seite Österreichs und mussten nach Kriegsende eine Entschädigung an das siegreiche Preußen zahlen und militärische Geheimverträge mit dem Norddeutschen Bund schließen. Dies führte 1870 zum Eintritt dieser Staaten in den Deutsch-Französischen Krieg. Infolge des Kriegs schlossen sich Baden und Württemberg dem neu gegründeten und von Preußen angeführten Deutschen Kaiserreich an.
1919 gaben sich die Republik Baden und der Volksstaat Württemberg demokratische Verfassungen.
Machtergreifung und Terror[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In Baden ernannte sich Gauleiter Robert Wagner am 11. März 1933 selbst zum Staatspräsidenten, diese Selbsternennung legalisierte Reichspräsident Hindenburg am 5. Mai 1933 nachträglich durch Wagners Ernennung zum Reichsstatthalter, das Amt des badischen Ministerpräsidenten übernahm Walter Köhler. Der württembergische Landtag wählte am 15. März 1933 Wilhelm Murr mit den Stimmen der NSDAP, DNVP und des Bauernbundes zum Staatspräsidenten, am 6. Mai 1933 wurde er zum Reichsstatthalter ernannt, während das Amt des Ministerpräsidenten auf Christian Mergenthaler überging, diese Dualität in der Machtausübung blieb bis Kriegsende erhalten.
Die Regimegegner, vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten, wurden ab März 1933 in einer Verhaftungswelle der Gestapo in „Schutzhaft“ genommen und in den Lagern Kislau (bei Bad Schönborn), Ankenbuck (bei Villingen) und Heuberg (bei Stetten am kalten Markt) interniert. Regimekritische Frauen wurden im Frauengefängnis Gotteszell festgehalten, die badische SPD-Führung wurde am 16. Mai 1933 von Karlsruhe nach Kislau verschleppt, wobei der Abtransport öffentlich inszeniert wurde.
Nach der Umbildung der Landtage gemäß dem Ergebnis der Reichstagswahl vom 5. März 1933 beschlossen die Landtage am 8. Juni 1933 in Württemberg bzw. am 9. Juni 1933 in Baden Landesermächtigungsgesetze, an den Abstimmungen durften sich die Abgeordneten der inzwischen verbotenen KPD nicht mehr beteiligen. Die SPD-Abgeordneten enthielten sich in Württemberg der Stimme, während die fünf verbliebenen in Baden offen mit „Nein“ stimmten. Alle anderen Abgeordneten – in Württemberg waren dies Zentrum, DNVP, Bauernbund, CSVD und NSDAP – stimmten der Selbstentmachtung zu.
Das Lager Heuberg wurde Ende 1933 wegen Überfüllung geschlossen, die Insassen wurden auf das Fort Oberer Kuhberg in Ulm verlegt. Mitglieder von Gestapo, SS und SA ermordeten den führenden badischen Sozialdemokraten Ludwig Marum am 29. März 1934 in Kislau. 1936 meldete die Gestapo, sie habe die „illegalen“ Strukturen von SPD und KPD zerschlagen.
Dem Massenmord der Nationalsozialisten an der deutschen Zivilbevölkerung fielen in Baden-Württemberg ca. 12.000 Juden, eine große Zahl von Angehörigen der Roma-Minderheit, 10.000 Kranke sowie eine unbekannte Anzahl von Regimegegnern zum Opfer.
Gedenk- und Namensbuch von Grafeneck
Von 1933 bis 1939 waren zwei Drittel der ca. 35.000 Juden, die 1933 in Baden-Württemberg gelebt hatten, ausgewandert. Am 22. Oktober 1940 ließ Robert Wagner ca. 6000 badische Juden in das Lager Gurs verschleppen. Von dort aus wurden die meisten von ihnen in deutsche Vernichtungslager in Osteuropa gebracht und dort ermordet, die württembergischen Juden wurden ab November 1941 in mehreren Direktzügen zu je ca. 1000 Personen nach Riga, Izbica, Auschwitz und Theresienstadt transportiert, wo sie umgebracht wurden.
In Grafeneck bei Münsingen ermordeten die Machthaber im Rahmen der Aktion T4 mehr als 10.000 Patienten psychiatrischer Kliniken in einer Gaskammer. Roma, und unter ihnen viele Sinti, wurden z. T. in lokalen „Zigeunerlagern“ interniert, zum Beispiel in Ravensburg, und 1940 nach Polen und 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt. Zahlreiche Insassen baden-württembergischer Konzentrationslager starben bei der Zwangsarbeit. Beispielsweise kostete in Bisingen bei Hechingen der Versuch, Schieferöl zu gewinnen, 1000 Menschen das Leben. Andere Häftlinge kamen auf den sogenannten Todesmärschen, mit denen die Machthaber kurz vor Kriegsende die Konzentrationslager angesichts der anrückenden amerikanischen Truppen räumen wollten, ums Leben.
Sonderbriefmarke mit Georg Elser, 2003
Kriegsende und Kriegsfolgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Durch Luftangriffe zerstörtes Heilbronn, 1945
Die alliierten Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg trafen die Städte in Südwestdeutschland nicht alle in gleichem Maße. Beim Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 starben innerhalb von wenigen Minuten 17.600 Menschen. Sehr schwer getroffen wurden auch Stuttgart, Mannheim, Heilbronn, Friedrichshafen, Freiburg und Ulm. Schwere Schäden trugen Karlsruhe, Reutlingen, Böblingen, Sindelfingen, Offenburg und Göppingen davon. Andere Städte, z. B. Rottweil, Heidelberg, Baden-Baden, Esslingen, Ludwigsburg, Tübingen, Villingen, Konstanz, Aalen oder Schwäbisch Gmünd blieben nahezu unversehrt und haben deshalb noch heute intakte Altstädte.
Im Frühjahr 1945 besiegten amerikanische und französische Bodentruppen auch auf dem Gebiet Baden-Württembergs diejenigen der Wehrmacht, die Amerikaner besetzten Mannheim am 29. März 1945. Stuttgart eroberten die französischen Truppen am 22. April 1945. Teilweise schwere Kämpfe führten dazu, dass in den letzten Kriegswochen noch Crailsheim, Waldenburg und Freudenstadt zerstört wurden.
Der Weg zum Südweststaat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die nördlichen Teile von Baden und Württemberg zur US-amerikanischen Besatzungszone, die südlichen Teile sowie Hohenzollern zur französischen, die Aufteilung erfolgte entlang der Kreisgrenzen, wobei zur US-amerikanischen Zone bewusst alle die Kreise geschlagen wurden, durch die die Autobahn Karlsruhe-München (heutige A 8) verlief. Die Militärregierungen der Besatzungszonen gründeten 1945/46 die Länder Württemberg-Baden in der amerikanischen sowie Württemberg-Hohenzollern und Baden in der französischen Zone. Diese Länder wurden am 23. Mai 1949 Teil der Bundesrepublik Deutschland.
Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland traf in Art. 29 Regelungen zu einer Neugliederung des Bundesgebiets mithilfe von Volksabstimmungen. Dieser Artikel trat jedoch wegen Vorbehalten der Besatzungsmächte zunächst nicht in Kraft. Abweichend davon wurden in Artikel 118 die drei Länder im Südwesten dazu angehalten, eine Neugliederung durch gegenseitige Vereinbarung zu regeln, dieser Artikel beruhte auf der noch vor Beginn der Beratungen über das Grundgesetz getroffenen Entscheidung vom 31. August 1948 bei der Konferenz der Ministerpräsidenten auf Jagdschloss Niederwald zur Schaffung eines Südweststaats. Für den Fall, dass eine solche Regelung nicht zustande käme, wurde eine Regelung durch ein Bundesgesetz vorgeschrieben,[21] als Alternativen kamen entweder eine Vereinigung zu einem Südweststaat oder die separate Wiederherstellung Badens und Württembergs (einschließlich Hohenzollerns) in Frage, wobei die Regierungen Württemberg-Badens und Württemberg-Hohenzollerns für Ersteres, diejenige Badens für Letzteres eintraten. Eine Übereinkunft der Regierungen über eine Volksabstimmung scheiterte an der Frage des Abstimmungsmodus, das daraufhin am 4. Mai 1951 verabschiedete Bundesgesetz sah eine Einteilung des Abstimmungsgebiets in vier Zonen vor (Nordwürttemberg, Nordbaden, Südwürttemberg-Hohenzollern, Südbaden), die Vereinigung der Länder sollte als akzeptiert gelten, wenn sich eine Mehrheit im gesamten Abstimmungsgebiet sowie in drei der vier Zonen ergab. Da eine Mehrheit in den beiden württembergischen Zonen sowie in Nordbaden bereits abzusehen war (hierfür wurden Probeabstimmungen durchgeführt), favorisierte diese Regelung die Vereinigungsbefürworter, die (süd-)badische Regierung strengte eine Verfassungsklage gegen das Gesetz an, die jedoch erfolglos blieb.[22]
Vor der Volksabstimmung, die am 9. Dezember 1951 stattfand, bekämpften sich Befürworter und Gegner des geplanten Südweststaates, die führenden Vertreter der Pro-Seite waren der Ministerpräsident Württemberg-Badens Reinhold Maier und der Staatspräsident Württemberg-Hohenzollerns Gebhard Müller, Anführer der Südweststaat-Gegner war der Staatspräsident Badens Leo Wohleb. Bei der Abstimmung votierten die Wähler in beiden Teilen Württembergs mit 93 % für die Fusion, in Nordbaden mit 57 %, während in Südbaden nur 38 % dafür waren. In drei von vier Abstimmungsbezirken gab es eine Mehrheit für die Bildung des Südweststaates, so dass die Bildung eines Südweststaates beschlossen war. Hätte das Ergebnis in Gesamtbaden gezählt, so hätte sich eine Mehrheit von 52 % für eine Wiederherstellung des (separaten) Landes Baden ergeben.
Hinweis: Die historischen Abläufe finden sich ausführlich auch im Abschnitt Die Entstehung Baden-Württembergs im Artikel Württemberg-Hohenzollern.
Gründung des Landes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
50 Jahre Baden-Württemberg, Deutsche Briefmarke 2002
Am 9. März 1952 wurde die Verfassunggebende Landesversammlung gewählt. Auf einer Sitzung am 25. April 1952 wurde der erste Ministerpräsident gewählt. Damit war das Land Baden-Württemberg gegründet.
„Meine sehr verehrten Abgeordneten. Gemäß § 14, Absatz 4, Satz 2 wird hiermit der Zeitpunkt der Bildung der vorläufigen Regierung auf den gegenwärtigen Augenblick, nämlich auf Freitag, den 25. April 1952, 12 Uhr 30 Minuten festgestellt, mit dieser Erklärung sind gemäß § 11 des zweiten Neugliederungsgesetzes die Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zu einem Bundesland vereinigt. (…)“
– Reinhold Maier: lpb-bw.de, Gründung des Landes Baden-Württemberg am 25. April 1952[23]
Reinhold Maier (FDP/DVP) bildete als erster Ministerpräsident eine Koalition aus SPD, FDP/DVP und BHE. Nach Inkrafttreten der Verfassung wirkte die Verfassunggebende Landesversammlung bis 1956 als erster Landtag von Baden-Württemberg.
Der Name des Landes war Gegenstand eines längeren Streites, der im Überleitungsgesetz vom 15. Mai 1952 genannte Name Baden-Württemberg war zunächst nur übergangsweise vorgesehen, setzte sich jedoch letztlich durch, da kein anderer Name von allen Seiten akzeptiert wurde, die am 19. November 1953 in Kraft getretene Landesverfassung wurde lediglich von der Verfassunggebenden Landesversammlung beschlossen, anschließend aber nicht durch eine Volksabstimmung bestätigt.
Reinhold Maier hatte mit seiner schnellen Regierungsbildung 1952 die CDU als stärkste Fraktion ausgeschlossen, das erzeugte Unmut, sowohl bei den zwei südlichen Landesteilen Südbaden und Südwürttemberg-Hohenzollern, die sich in der neuen Regierung nicht oder nur unzureichend vertreten fühlten, als auch bei Gebhard Müller, dem neuen CDU-Fraktionsvorsitzenden, der die Nichtbeteiligung der CDU als persönlichen Affront empfand. Bei der Bundestagswahl vom 6. September 1953, die von Reinhold Maier zugleich zum Plebiszit über seine Politik erklärt worden war, errang die CDU in Baden-Württemberg die absolute Mehrheit der Stimmen. Reinhold Maier zog die Konsequenzen und trat als Ministerpräsident zurück, sein Nachfolger wurde Gebhard Müller, der eine Allparteienregierung aus CDU, SPD, FDP/DVP und BHE bildete, die bis 1958 Bestand hatte. Nachfolger Müllers wurde Kurt Georg Kiesinger als dritter Ministerpräsident des Landes.
Erneute Abstimmung in Baden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die badischen Vereinigungsgegner gaben den Kampf gegen den Südweststaat auch nach 1952 nicht auf, im Heimatbund Badnerland organisiert, erstrebten sie weiterhin die Wiederherstellung Badens. Art. 29 Abs. 2 GG sah vor, dass in Gebieten, deren Landeszugehörigkeit nach Ende des Zweiten Weltkriegs ohne Volksabstimmung geändert worden war, ein Volksbegehren über die Neugliederung möglich sei. Nachdem dieser Passus infolge des Deutschlandvertrags 1955 in Kraft trat, stellte der Heimatbund einen Antrag auf ein Volksbegehren zur Wiederherstellung des Landes Baden in den Grenzen von 1945, das Bundesinnenministerium lehnte diese Forderung unter anderem mit der Begründung ab, das neue Bundesland sei bereits durch eine Volksabstimmung zustande gekommen. In der darauf folgenden Klage vor dem Bundesverfassungsgericht bekam der Heimatbund 1956 Recht,[24] das Gericht argumentierte, dass die Abstimmung von 1951 keine Abstimmung in Sinne von Art. 29 GG gewesen sei, da hierbei die zahlenmäßig stärkere Bevölkerung Württembergs und Hohenzollerns die zahlenmäßig schwächere Badens habe überstimmen können. Der Wille der badischen Bevölkerung sei durch die Besonderheit der politisch-geschichtlichen Entwicklung überspielt worden, weshalb ein Volksbegehren nach Art. 29 GG zulässig sei.
Das Bundesverfassungsgericht setzte in seinem Urteil keine Frist für die Abstimmung, weshalb sie immer wieder verschleppt wurde, es bedurfte einer weiteren Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes im Jahre 1969, in der es die Abstimmung bis spätestens zum 30. Juni 1970 anordnete, diese wurde am 7. Juni 1970 durchgeführt und ergab mit 81,9 % eine große Zustimmung zum Verbleib von Baden im gemeinsamen Land Baden-Württemberg. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,5 %.
Einwohnerentwicklung von Baden-Württemberg von 1871 bis 2016
Einwohnerzahlen auf dem Gebiet Baden-Württembergs[25]
2011 10.786.227
2016 10.951.893
31. März 2017 10.969.301
30. Sep. 2017 11.010.202
Die Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg war zwischen 1950 und 2008 im Allgemeinen von einem stetigen Anstieg geprägt;[26] in den Fünfzigerjahren stieg die Bevölkerung Baden-Württembergs um knapp 1,3 Millionen Menschen an. Auch in den Sechzigerjahren stieg die Bevölkerung nochmals um knapp 1,2 Millionen Menschen an. 1971 überstieg die Bevölkerungszahl erstmals die Neun-Millionen-Marke. Die Siebzigerjahre waren dagegen bevölkerungsmäßig weitgehend von Stagnation geprägt.
Vor allem in den zehn Jahren von 1977 bis 1987 trat die Bevölkerungsentwicklung weitgehend auf der Stelle, ein Rückgang Anfang der Achtzigerjahre wurde zwar ausgeglichen, in den zehn Jahren nach 1977 nahm die Bevölkerung jedoch nur um rund 165.000 Menschen auf knapp 9,3 Millionen zu. Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zustrom von Menschen aus Zentral- und Osteuropa änderte sich dies jedoch sehr deutlich.
Die zwanzig Jahre von 1988 bis 2008 waren von einem kontinuierlichen Bevölkerungsanstieg geprägt, die Bevölkerung nahm in dieser Zeit um fast 1,5 Millionen Menschen zu. Am 31. März 2011 wurde der bisher höchste Stand von offiziell 10.754.995 Menschen registriert. In den Jahren 1990 und 1991 wuchs die Bevölkerung jeweils um fast 200.000 Personen.
Insgesamt ist in den 50 Jahren zwischen 1952 und 2002 die Bevölkerung Baden-Württembergs um knapp vier Millionen von 6,7 auf 10,7 Millionen Menschen gewachsen, das ist eine Zunahme um knapp 60 Prozent. In den Jahren 2008 und 2009 gab es einen kleinen Bevölkerungsrückgang im ansonsten von Wachstum geprägten Baden-Württemberg, auch bisher ist die Bevölkerung stets höchstens drei Jahre in Folge geschrumpft, um dann wieder und weiter anzuwachsen. Dennoch prognostiziert das Statistische Landesamt einen Rückgang der Bevölkerung bis zum Jahr 2030 um 3,5 Prozent auf rund 10,3 Millionen Menschen.[27]
Die Studie „Wegweiser Kommune“ der Bertelsmann-Stiftung geht in einer Prognose aus dem Jahr 2011 von einem Bevölkerungsrückgang von 0,4 Prozent für Baden-Württemberg bis 2030 (gegenüber 2009) aus, womit Baden-Württemberg nach Bayern das Flächenland mit der stabilsten Bevölkerungsgröße ist.[28]
Nebenstehende Prognose im Vergl. zur realen Entwicklung seit 1990
Bevölkerungsprognose 2011[29]
Das Wappen zeigt drei schreitende Löwen auf goldenem Grund. Dies ist das Wappen der Staufer und Herzöge von Schwaben.[30] Über dem großen Landeswappen befinden sich die sechs Wappen der historischen Landschaften, aus denen oder aus deren Teilen Baden-Württemberg gebildet worden ist. Es sind dies: Vorderösterreich (rot-weiß-rot geteilter Schild), Kurpfalz (steigender Löwe), Württemberg (drei Hirschstangen), Baden (roter Schrägbalken), Hohenzollern (weiß-schwarz geviert) und Franken (drei silberne Spitzen auf rotem Grund). Dabei sind die Wappen Badens und Württembergs etwas größer dargestellt. Schildhalter sind der badische Greif und der württembergische Hirsch, auf dem kleinen Landeswappen ruht stattdessen eine Blattkrone.
Die Benutzung des Landeswappens ist genehmigungspflichtig und grundsätzlich nur den Behörden gestattet.[31]
Hoheitssymbole des Landes Baden-Württemberg
Landesdienstflagge mit großem Wappen ohne Schildhalter
Siehe auch: Verwaltungsgliederung Badens und Verwaltungsgliederung Württembergs
Regierungsbezirke und Regionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Region Donau-Iller umfasst auch angrenzende Gebiete in Bayern, die Region Rhein-Neckar umfasst auch angrenzende Gebiete in Hessen und Rheinland-Pfalz.
Stadt- und Landkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Im Land bestehen die folgenden neun Stadtkreise (in Klammern die jeweiligen Kfz-Kennzeichen):
Freudenstadt (FDS, HCH, HOR, WOL)
Hohenlohekreis (KÜN, ÖHR)
Konstanz (KN, (BÜS))
Ortenaukreis (OG, BH, KEL, LR, WOL)
Zum Landkreis Konstanz gehört die Exklave Büsingen am Hochrhein, die in der Nähe von Schaffhausen liegt und völlig von Schweizer Gebiet umschlossen ist.
Gemeinden in Baden-Württemberg nach Klasse: Stadtkreise (rot), Große Kreisstädte (orange), Städte (gelb)
Siehe auch: Liste der Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg, Liste der größten Städte Baden-Württembergs (alle Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern) sowie Gemeindeordnungen in Deutschland
Das Land Baden-Württemberg gliedert sich in insgesamt 1101 Gemeinden (Stand: 1. Januar 2009) sowie die zwei unbewohnten gemeindefreien Gebiete Gutsbezirk Münsingen und Gemeindefreier Grundbesitz Rheinau.
Als ein Gemeindegebiet wird in § 7 GemO die Gesamtheit der zur Gemeinde gehörenden Grundstücke definiert. Diese Grundstückseinheit ist als Gemarkung im Grundbuch dokumentiert. Ferner ist festgelegt, dass alle Grundstücke Baden-Württembergs zu einer Gemeinde gehören sollen – „besondere Gründe“ rechtfertigen aber den Verbleib von Grundstücken außerhalb eines gemeindlichen Markungsverbandes, solche „gemeindefreien Grundstücke“ existieren in Baden-Württemberg in zwei unbewohnten gemeindefreien Gebieten – Gutsbezirk Münsingen und Gemeindefreier Grundbesitz Rheinau.
Hinter den neun Großstädten des Landes sind die größten Mittelstädte Ludwigsburg, Esslingen, Tübingen, Villingen-Schwenningen und Konstanz.
In § 3 GemO sind als besondere Gemeindetypen Stadtkreise (außerhalb Baden-Württembergs Kreisfreie Stadt genannt) und Große Kreisstädte erwähnt. Sie unterscheiden sich von den verbleibenden Gemeinden durch die ganze oder teilweise Übernahme von Kreisaufgaben; in Baden-Württemberg sind neun Gemeinden zu Stadtkreisen und 91 Gemeinden zu Großen Kreisstädten erklärt worden.
Von den in § 8 GemO genannten Gemeindegebietsänderungen haben Eingliederung (Eingemeindung) und Neubildung (Gemeindefusion/Zusammenlegung) das Ende der politischen Selbständigkeit einer Gemeinde zur Folge. Umfangreiche derartige Gebietsänderungen wurden unter dem Stichwort Gebietsreform in den 1970er Jahren verfügt, die Eingliederung von Tennenbronn nach Schramberg am 1. Mai 2006 war die erste Aufgabe der Selbstständigkeit einer Gemeinde seit 1977.
Die alle fünf Jahre stattfindenden Kommunalwahlen wurden zuletzt am 25. Mai 2014 durchgeführt.[32] Bei den vorherigen Wahlen im Jahr 2009 waren 18.233 Gemeinderäte und 1.960 Kreisräte zu wählen.
Ministerpräsident Kretschmann spricht im Landtag (2013)
1 Reinhold Maier 1889–1971 FDP/DVP 1952 1953
5 Lothar Späth 1937–2016 CDU 1978 1991
9 Winfried Kretschmann * 1948 Grüne 2011 amtierend
Baden-Württemberg ist politisch bürgerlich-konservativ geprägt, die CDU und die FDP/DVP sind in Baden-Württemberg verhältnismäßig stark und haben die meisten Regierungen des Landes gestellt, aus diesem Grund hatte die SPD dort stets einen schweren Stand; ihre Ergebnisse lagen bislang immer unter dem Bundesdurchschnitt. Die CDU ging bis 2011 bei jeder Wahl als stärkste Partei hervor, während das Bundesland für die FDP das bislang einzige darstellt, bei dem sie bei Landtagswahlen noch nie an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, seit den 1980er Jahren ist Baden-Württemberg auch eine Hochburg der in Karlsruhe gegründeten Grünen, deren Wahlergebnisse im Land stets über dem Bundesdurchschnitt lagen; ihr erstmaliger Einzug in den Landtag im Jahr 1980 war gleichzeitig der erste in einem Flächenland; seit dem Erfolg bei den Landtagswahlen 2011 stellen die Grünen hier ihren ersten Ministerpräsidenten überhaupt. Während der Ministerpräsident von 1953 bis 2011 immer von der CDU gestellt wurde, waren an der Regierung teilweise die FDP/DVP beziehungsweise die SPD (Große Koalition) beteiligt. Während der 1990er Jahre waren die Republikaner im Landtag vertreten (10,9 % 1992 und 9,1 % 1996), die in diesem Bundesland ihren größten Zulauf hatten. Zuvor saß zwischen 1968 und 1972 ebenso die NPD mit 9,8 % der Wählerstimmen im Landtag. 2016 zog die AfD mit 15,1 % in den Landtag ein. In keinem anderen der alten (westdeutschen) Länder erreichten Parteien rechts von CDU und CSU derart hohe Wahlergebnisse.
Die CDU erreichte bei allen Wahlen zwischen 1972 und 1988 die absolute Mehrheit im Landtag. Aufgrund des Austrittes des Landtagsabgeordneten Ulrich Maurer aus der SPD am 27. Juni 2005 und seinem Eintritt in die WASG am 1. Juli war diese im Landtag vertreten. Stefan Mappus wurde am 10. Februar 2010 zum Ministerpräsidenten gewählt, verlor allerdings seine schwarz-gelbe Regierungsmehrheit nach der Landtagswahl 2011, die CDU selbst fuhr mit 39,0 % das zweitschlechteste Wahlergebnis in der Geschichte der Landespartei ein, die FDP schaffte nur knapp den Sprung in den Landtag (5,3 %). Die Grünen dagegen erreichten mit 24,2 % das zu dem Zeitpunkt beste Ergebnis der Partei auf Landesebene. Die SPD erreichte mit 23,1 % ihr in Baden-Württemberg bis dahin schlechtestes Wahlergebnis und trat als Juniorpartner in eine grün-rote Koalition ein. Bei der Landtagswahl 2016 setzte sich der Trend fort: Sowohl CDU als auch SPD verschlechterten sich nochmals auf ihre bis dahin jeweils schlechtesten Ergebnisse im Land, wohingegen die Grünen weiter zugewinnen konnten, die Neuangetretene AfD konnte 15,1 % der Stimmen erzielen.[33] In der Folge bildeten die Grünen zusammen mit der CDU eine Koalition unter Ministerpräsident Kretschmann.[34]
Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund in Berlin-Tiergarten
Das Land unterhält zwei Landesvertretungen außerhalb von Baden-Württemberg, seit 1954 existiert die Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund, welche ihren Sitz bis zum Umzug der Bundesregierung in der Bundesstadt Bonn hatte und heute in der Bundeshauptstadt Berlin sitzt. Im Jahre 1987 kam die Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der Europäischen Union dazu, welche als Bindeglied zwischen dem Bundesland Baden-Württemberg und der Europäischen Union fungiert.
Baden-Württemberg und die japanische Präfektur Kanagawa pflegen seit 1989 eine bilaterale Partnerschaft.[35] Innerhalb Europas bildet Baden-Württemberg zusammen mit den Regionen Katalonien, Lombardei und Rhône-Alpes die multilaterale Arbeitsgemeinschaft Vier Motoren für Europa.
Mit service-bw steht den Bürgern eine E-Government-Plattform zur Verfügung, im landeseigenen Umweltinformationssystem Baden-Württemberg sind aktuelle Messergebnisse zur Luftqualität, zum Bodensee, Unwetterwarnungen, Geoinformationen, und ein Informationssystem für Wasser, Immissionsschutz, Boden, Abfall und Arbeitsschutz abrufbar.
Stuttgart-Untertürkheim mit Daimler-Werken
Baden-Württemberg zählt zu den wirtschaftsstärksten und wettbewerbsfähigsten Regionen Europas. Insbesondere im Bereich der industriellen Hochtechnologie sowie Forschung und Entwicklung gilt Baden-Württemberg als die innovativste Region der Europäischen Union.[36] Die Forschungsstärke spiegelt sich in den Ausgaben für Forschung und Entwicklung wider, welche 2005 bei 4,2 % des Bruttoinlandsprodukt liegen, der höchste Wert unter den EU-Regionen (NUTS 1).[37][38]
Gemessen am Bruttoinlandsprodukt, das 2016 rund 476,76 Milliarden Euro betrug,[3] gehört Baden-Württemberg zu den wohlhabenderen Regionen der EU mit einem Index von 144 (EU-28: 100, Deutschland: 126) (2014).[39] Nach Hamburg und Bayern belegt Baden-Württemberg den dritten Platz im Kaufkraftvergleich 2016 mit 23.368 Euro pro Einwohner.[40] Die Arbeitslosenquote betrug 3,1 % (Mai 2018)[41]. Sie ist dabei in den eher ländlich geprägten Regionen traditionell niedriger als in den Städten, so betrug die Quote im Juli 2014 im Landkreis Biberach lediglich 2,5 %, im Bodenseekreis 2,6 % sowie im Alb-Donau-Kreis 2,7 %, während sie in den Stadtkreisen Mannheim mit 6,1 %, Heilbronn mit 6,2 % und insbesondere Pforzheim mit 7,6 % deutlich höher lag. Ungefähr 50.000 Baden-Württemberger gehen als Grenzgänger einer Arbeit in der Schweiz nach.[42]
Seit 1999 wirbt die Landesregierung mit dem Motto „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ für Baden-Württemberg als Wirtschaftsstandort und Lebensumfeld. Ziel der von der Landesregierung als äußerst erfolgreich eingeschätzten Kampagne ist es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes bekannter zu machen und sie mit den kulturellen, landschaftlichen und gastronomischen Vorzügen zu assoziieren, das Motto wurde von der Werbeagentur Scholz & Friends erfunden und zunächst dem Freistaat Sachsen angeboten, der seine Nutzung jedoch ablehnte.[43]
Bedeutendste Standorte sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung[44]
Stuttgart 359.817 +5,65 +142.934 932
Mannheim 170.843 +7,59 +63.423 902
Karlsruhe 163.521 +7,68 +60.708 852
Freiburg im Breisgau 107.888 +10,03 +39.246 760
Ulm 84.825 +8,02 +40.671 1.113
Heidelberg 82.246 +8,80 +38.937 805
Heilbronn 63.321 +6,54 +19.326 879
Sindelfingen 56.379 −0,02 +33.701 1.507
Pforzheim 51.124 +4,98 +9.371 727
Reutlingen 48.948 +2,82 +8.700 702
1 Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze pro 1000 Einwohner im Alter zwischen 18 und 64; Zahlen zum 9. Mai 2011 gemäß Zensus 2011.[45]
Weinbau am Rand des Schwarzwalds
Das Land weist für die Landwirtschaft höchst unterschiedliche natürliche Bedingungen auf (vgl. Abschnitt Geographie); in der Bilanz sind die tiefer gelegenen Tal- und Beckenräume des Landes wie Oberrhein-Tiefland und Neckartal oder auch das Bodenseegebiet ausgesprochene Gunsträume für die Landwirtschaft. Hier finden sich neben Ackerbau auch Intensivkulturen wie z. B. Obst- und Weinbau mit den Weinbaugebieten Baden und Württemberg, der überwiegende Teil des Landes weist mittlere Höhenlagen auf, die für den Getreidebau günstig sind, der in unterschiedlichen Kombinationen mit Grünlandwirtschaft und Futterbau auftritt. Ungünstige Wuchsklimate finden sich in den Höhengebieten des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb sowie in der Baar, hier herrschen Futterbau und Viehhaltung auf Grünland oder Forstwirtschaft vor.
Der allgemeine Strukturwandel der Landwirtschaft, ihre betriebliche Konzentration und die Intensivierung der Produktion, vollzieht sich in Baden-Württemberg aufgrund seiner kleinteiligeren Landwirtschaft mit einiger Verzögerung letztlich in gleicher Geschwindigkeit. Indikatoren sind z. B.[46]
der Rückgang der Betriebszahlen: 1971 gab es noch 215.430 landwirtschaftliche Betriebe, 2007 waren es nur noch 57.049;[47]
das Wachstum der durchschnittlichen Betriebsgröße: 1949 betrug diese noch 4,9 Hektar, im Jahr 2005 23,9 Hektar[48] (im Bundesdurchschnitt unter den Flächenstaaten die geringste Zahl);
die Umkehrung des Verhältnisses von Haupt- zu Nebenerwerbsbetrieben: 1949 waren es 251.000 Haupt- und 141.000 Nebenerwerbsbetriebe, im Jahr 2005 wurden 19.900 Haupterwerbsbetriebe und 35.400 Nebenerwerbsbetriebe verzeichnet;[48]
der Rückgang der in der Landwirtschaft Erwerbstätigen: deren absolute Zahl nahm in Baden-Württemberg noch bis 1925 zu und sank danach zunächst langsam, ab den 1950er Jahren schnell ab, im Jahr 2005 waren es etwa 100.000 Erwerbstätige, was zwei Prozent aller Erwerbstätigen entspricht.
Erstes Auto der Welt, erschaffen in Mannheim von Carl Benz aus Karlsruhe
Industrie und Gewerbe beschäftigten 2005 in 8.600 Betrieben gut 1,2 Millionen Menschen, was 38,3 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten darstellt. Damit ist Baden-Württemberg das deutsche Bundesland mit dem höchsten Anteil der Industriebeschäftigten und dem höchsten Industrieanteil am Bruttoinlandsprodukt,[38] die international hohe Wettbewerbsfähigkeit der Industriebranchen des Landes wird maßgeblich durch hohe Forschungsleistungen der Unternehmen begünstigt (Wirtschaftsanteil an Forschung und Entwicklung: 3,4 % vom Bruttoinlandsprodukt).[38]
die Maschinenbauindustrie, die mit vielen Unternehmen in Baden-Württemberg ansässig ist (z. B. Trumpf, Heidelberger Druckmaschinen, Festo, Voith, Liebherr, Putzmeister, SEW);
Im Schwarzwald war früher die Feinmechanik sehr bedeutend, insbesondere die Uhrenindustrie sowie später die Unterhaltungselektronik (Junghans, Kienzle, SABA, Dual).
Auf der Schwäbischen Alb war und ist hauptsächlich die Textilindustrie (mit Hugo Boss, Trigema und Steiff) von Bedeutung.
Die Mineralölraffinerie Oberrhein in Karlsruhe ist die zweitgrößte Mineralölraffinerie in Deutschland.
In Walldorf hat das größte europäische Software-Unternehmen SAP seinen Sitz, aus Baden-Württemberg stammen die bekannten Programme VirtualBox, TeamSpeak und TeamViewer. Mit Lexware ist ein weiterer Softwareentwickler in Baden-Württemberg beheimatet und vor allem durch kaufmännische Softwarelösungen bekannt.
In Baden-Württemberg gibt es zwei Kernkraftwerke, das Kernkraftwerk Philippsburg und das Kernkraftwerk Neckarwestheim, ein drittes Kernkraftwerk in Obrigheim wurde 2005 stillgelegt. 2011 wurden die jeweils ältesten Blöcke der Kernkraftwerke Neckarwestheim und Philippsburg stillgelegt. Seitdem sind nur noch zwei Blöcke mit einer Gesamtbruttoleistung von 2868 MW in Betrieb.
Die Flüsse des Landes weisen zahlreiche Laufwasserkraftwerke auf. Mitte der 1970er Jahre wurde das Rheinkraftwerk Iffezheim gebaut, es wurde 2013 erweitert und ist seitdem mit 148 MW das größte dieser Art in Deutschland.
Mit Stand Ende 2015 waren in Baden-Württemberg 515 Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 880 MW installiert, von denen 186 MW im ersten Halbjahr 2016 errichtet wurden.[49] Ab 2015, als sich die von der grün-roten Regierung beschlossene Windenergieerlass auszuwirken begann, nahm der Ausbau deutlich zu. Allerdings hat Baden-Württemberg weiterhin die niedrigste installierte Windenergieleistung aller deutschen Flächenländer mit Ausnahme des Saarlandes,[50] mit Stand November 2015 war der aus 14 Windkraftanlagen bestehende Windpark Harthäuser Wald der größte Windpark des Landes.[51]
Der Stuttgarter Fernsehturm des Südwestrundfunks
In Baden-Württemberg produzieren fast 50 Zeitungsverlage täglich mehr als 220 unterschiedliche Tageszeitungen mit einer Auflage von mehr als zwei Millionen Exemplaren,[52] im Zeitungsbereich gibt es 17 Regionalzeitungen. Die auflagenstärksten (mind. 80.000 Exemplare) sind die Südwest Presse, die Stuttgarter Nachrichten, die Schwäbische Zeitung, der Mannheimer Morgen, die Badische Zeitung, die Badischen Neuesten Nachrichten, die Rhein-Neckar-Zeitung, die Heilbronner Stimme und die Stuttgarter Zeitung. Die meisten Lokalzeitungen beziehen den Mantel von einer Regionalzeitung.
Über 500 Verlage in Baden-Württemberg produzieren jährlich über 10.000 Neuerscheinungen.[52] Viele traditionsreiche Unternehmen wie beispielsweise der Ernst Klett Verlag, die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck oder die Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm haben ihren Stammsitz im Land. Weiterhin befindet sich in Offenburg der Sitz der Hubert Burda Media, einer der größten Verlags- und Medienkonzerne Deutschlands, der auch auf dem internationalen Markt von Bedeutung ist.
Die wichtigsten wissenschaftlichen Bibliotheken Baden-Württembergs sind die Württembergische Landesbibliothek und die Badische Landesbibliothek. In den 800 öffentlichen Bibliotheken des Landes in kommunaler Trägerschaft werden etwa 16 Millionen Medien verfügbar gehalten.[53] Hinzu kommen mehrere hundert Bibliotheken in kirchlicher Trägerschaft.[54]
→ Hauptartikel: Liste der Bibliotheken in Baden-Württemberg
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird vom Südwestrundfunk betrieben, der auch Klangkörper unterhält, die zu den führenden in Europa gehören: das SWR Symphonieorchester, das SWR Vokalensemble Stuttgart sowie die SWR Big Band Stuttgart.
Im privaten Hörfunk gibt es neben 13 Lokalsendern drei regionale Bereichssender (Radio Regenbogen, Antenne 1, Radio 7) und einen überregionalen Sender vorwiegend für junge Menschen (bigFM). Zwölf nichtkommerzielle private Hörfunkveranstalter, wie beispielsweise Bermudafunk, Querfunk oder radioaktiv, und fünf Lernradios ergänzen das Angebot.[55]
Die Sender BWeins, HD-Campus-TV und Sport in Baden TV bieten ein privates TV-Landesprogramm. Darüber hinaus gibt es 14 regionale TV-Sender, wie das Rhein-Neckar Fernsehen, Regio TV Schwaben oder RTF.1 Neckar-Alb. Acht private bundesweite Veranstalter senden aus Baden-Württemberg.[56]
Bauernhof im südlichen Schwarzwald
Burg Hohenzollern am Albtrauf
Pro Jahr werden im Fremdenverkehrsgewerbe Baden-Württemberg rund 49 Millionen Übernachtungen gezählt,[57] das mittelständisch geprägte Tourismusgewerbe trägt rund fünf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Der Tourismus bietet etwa 200.000 Arbeitsplätze sowie 8.000 Ausbildungsplätze. Da die Arbeitsplätze standortgebunden sind, gelten sie als relativ sicher.
Der Schwarzwald ist die wichtigste Erholungsregion in Baden-Württemberg und das meistbesuchte Urlaubsziel unter den deutschen Mittelgebirgen,[58] er ist insbesondere für seine romantischen Täler, Schluchten, Mühlen und die typischen Bauernhöfe sowie als Herkunftsort der Kuckucksuhr bekannt. Er ist auch wegen seines guten Wegenetzes mit Fernwanderwegen wie dem Westweg ein beliebtes Wandergebiet. Rund um den Feldberg (1493 m), dem höchsten Berg im Schwarzwald, sowie in vielen anderen Orten des Schwarzwalds hat der Wintersport eine lange Tradition.
Der Bodensee mit der Alpenkette im Hintergrund ist ebenfalls ein gut besuchtes Reiseziel und auch Naherholungsziel für die Städter; hier finden sich mit den Pfahlbauten Unteruhldingen und der zum UNESCO-Welterbe zählenden Klosterinsel Reichenau Zeugnisse unterschiedlichster Epochen. Am See haben die Blumeninsel Mainau und die alten Städte Konstanz und Meersburg die höchsten Besucherzahlen. Nicht weit von der Region um den Bodensee liegen das Donautal sowie Oberschwaben mit den alten reichsstädtisch geprägten Kleinstädten Biberach an der Riß und Ravensburg. Die Oberschwäbische Barockstraße führt durch dieses Zentrum des Barocks nördlich der Alpen.
Das württembergische Allgäu lockt mit seiner Landschaft und vielen Wandermöglichkeiten, ebenso wie weiter nördlich der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Die Schwäbische Alb ist für ihre kleinen romantischen Städte (z. B. Bad Urach), die Heidelandschaften, die ausgedehnten Wälder, die Höhlen, Burgen und Schlösser bekannt (Burg Hohenzollern, Schloss Lichtenstein, Schloss Sigmaringen). Baden-Württemberg hat rund 60 Heilbäder und Kurorte, insbesondere im Schwarzwald und in Oberschwaben.
Anziehungspunkte für Städtereisende sind auch die Kurstadt Baden-Baden mit ihrer berühmten Spielbank, die von ihrer akademischen Bevölkerung geprägten alten Universitätsstädte Heidelberg (Heidelberger Schloss und Altstadt), Freiburg im Breisgau (Münster und „Bächle“ in der Altstadt) und Tübingen (am Rande des idyllischen Waldes Schönbuch gelegen, auch bekannt für seine Stocherkähne auf dem Neckar), die alten Reichsstädte Esslingen am Neckar, Reutlingen und Ulm (dort steht der höchste Kirchturm der Welt) und die zentral gelegene Landeshauptstadt Stuttgart mit dem zoologisch-botanischen Garten Wilhelma, der Staatsgalerie und den Automobilmuseen (Mercedes, Porsche).
Der Europa-Park im südbadischen Rust, Deutschlands größter Freizeitpark, zieht auch internationale Gäste an.
Beliebt sind auch die badische und die schwäbische Gastronomie sowie die badischen und württembergischen Weine. Im Schwarzwaldort Baiersbronn befinden sich mit der Schwarzwaldstube und dem Restaurant Bareiss gleich zwei Restaurants, die vom Guide Michelin mit drei Sternen ausgezeichnet sind.[59] Insgesamt befinden sich 74 Sternelokale in Baden-Württemberg.[60]
Die Kochertalbrücke in Hohenlohe ist Deutschlands höchste Talbrücke.
Die wichtigsten Autobahnen sind in Süd-Nord-Richtung die A 5 (von Basel über Karlsruhe bis Weinheim und weiter Richtung Frankfurt am Main) und die A 81 (von Singen am Hohentwiel über Stuttgart nach Würzburg). Weiter östlich stellt die A 7, die allerdings nur auf einem kurzen Abschnitt zwischen Ulm und Ellwangen durch baden-württembergisches Gebiet verläuft, eine weitere Süd-Nord-Verbindung dar.
In West-Ost-Richtung haben die A 6 (von Saarbrücken kommend über Mannheim und Heilbronn nach Crailsheim und weiter Richtung Nürnberg) und die A 8 (von Karlsruhe über Stuttgart nach Ulm und weiter Richtung München) die größte Bedeutung. Besondere straßenbauliche Herausforderung war und ist der Albaufstieg, der auf 16 km Länge rund 380 m Höhendifferenz vom Albvorland bis zur Albhochfläche überwindet.
Beide West-Ost-Autobahnen liegen weitgehend in der nördlichen Hälfte des Landes, in der bergigen Südhälfte fehlt eine durchgehende West-Ost-Autobahn, der Verkehr in diesen Richtungen wird hier durch Bundesstraßen aufgenommen, wie z. B. durch die B 31, welche durch den Südschwarzwald sowie am nördlichen Bodenseeufer entlang führt und dabei die Autobahnen 5, 81 und 96 miteinander verbindet. Letztere erschließt den äußersten Südosten des Landes. Lediglich am Rande des Hochrheins entsteht derzeit nach und nach eine neue Autobahn, die A 98, von der es bereits einige Teilstücke gibt.
Die meistbefahrene Kreuzung Baden-Württembergs ist die als Echterdinger Ei bekannte Anschlussstelle Stuttgart-Degerloch, welche die Kreuzung der A 8 mit der autobahnähnlich ausgebauten B 27 bildet. Es liegt einige Kilometer östlich des Autobahnkreuzes Stuttgart und wird jeden Tag von 170.000 bis 180.000 Fahrzeugen befahren.
Das Schienennetz der DB Netz AG im Land umfasst 3.400 Kilometer Strecke, auf denen 6.400 Kilometer Gleise verlegt und 9.500 Weichen eingebaut sind. Rund 1.400 Bahnübergänge sind vorhanden. Auf diesem Netz finden täglich 6.500 Zugfahrten statt, die dabei 310.000 Kilometer zurücklegen.
Weitere Strecken werden von anderen Eisenbahninfrastrukturunternehmen betrieben; die bedeutendsten sind die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft, die Hohenzollerische Landesbahn und die Karlsruher Albtal-Verkehrs-Gesellschaft. Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg bestellt im Auftrag des Landes den Schienenpersonennahverkehr in Baden-Württemberg. Das Karlsruher Modell als Innovation verbindet technologisch die Systeme Eisenbahn und Straßenbahn und wird an vielen Stellen weltweit nachgeahmt.
Das Land Baden-Württemberg fördert die Realisierung von Schienenwegeprojekten, die eigentlich Sache des Bundes wären, über mehrere Jahre hinweg mit insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro, mehr als alle Länder zusammen (Stand: 2017). Zu den geförderten Vorhaben zählen Stuttgart 21, die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm, die Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel sowie die Südbahn.[61]
Der Rhein hat bis Basel und der Neckar bis Plochingen den Status von Bundeswasserstraßen, am Zusammenfluss in Mannheim liegt der Hafen Mannheim, einer der bedeutendsten Binnenhäfen Europas. Weitere große Häfen sind die Rheinhäfen Karlsruhe mit dem größten Ölbinnenhafen Europas, der Hafen Heilbronn und der Hafen in Kehl, auf den Flüssen wird auch Fahrgastschifffahrt im Ausflugs- und Freizeitverkehr betrieben. Auf dem Bodensee verkehren die Autofähren, Personenschiffe und Ausflugsboote der Weißen Flotte.
Baden-Württemberg verfügt über vier Verkehrsflughäfen, der internationale Flughafen Stuttgart ist der sechstgrößte Deutschlands. Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden bei Rastatt erfuhr einen Aufschwung durch die Angebote von Billigfluglinien und ist der zweitgrößte im Bundesland, ein weiterer Regionalflughafen befindet sich in Friedrichshafen. Die Regionen Oberrhein und Hochrhein-Bodensee profitieren zudem von den grenznahen Flughäfen Flughafen Basel-Mülhausen, Flughafen Straßburg und Flughafen Zürich. Der Black Forest Airport bei Lahr ist ein Frachtflughafen; im Personenluftverkehr hat er zudem die Lizenz als Zubringerflughafen für den Europapark Rust. Mannheim besitzt mit dem City-Airport einen bedeutenden Verkehrslandeplatz.
Mit der Klosterinsel Reichenau im Bodensee, der Zisterzienserabtei Kloster Maulbronn und den Höhlen der ältesten Eiszeitkunst liegen drei Stätten des UNESCO-Welterbes vollständig in Baden-Württemberg. Außerdem hat das Land Anteil an den Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen und am Obergermanisch-Raetischen Limes, die ebenfalls zum Weltkulturerbe zählen. Zwei Häuser in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung wurden 2016 als Teil des architektonischen Werks von Le Corbusier in die Welterbe-Liste aufgenommen.
In der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe wird die Ausgabe C des Nibelungenlieds aufbewahrt, die drei vollständigen Handschriften aus dem 13. Jahrhundert wurden gemeinsam im Juli 2009 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe ernannt.
Der Barbarastollen ist ein stillgelegter Versorgungsstollen bei Oberried in der Nähe von Freiburg im Breisgau, als einziges Objekt in Deutschland unterliegt der Barbarastollen dem Sonderschutz nach den Regeln der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten. Er dient seit 1975 als Zentraler Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland zur Lagerung von fotografisch archivierten Dokumenten mit hoher national- oder kulturhistorischer Bedeutung. In Europa ist er das größte Archiv zur Langzeitarchivierung, seit 1978 ist der Bergungsort auch in das Internationale Register der Objekte unter Sonderschutz bei der UNESCO in Paris eingetragen.
Die Stadt Mannheim ist seit 2014 UNESCO City of Music.
Im Süden und entlang des Rheins wird die Schwäbisch-alemannische Fastnacht gefeiert. Das Cannstatter Volksfest wird nach dem Münchner Oktoberfest als zweitgrößtes Volksfest der Welt bezeichnet, seit 1978 werden im Land die Heimattage Baden-Württemberg veranstaltet.
Im nördlichen Teil von Württemberg, in den Gebieten der ehemaligen Markgrafschaft Baden-Durlach und in der Kurpfalz ist die Bevölkerung überwiegend evangelisch. Die meisten anderen Gebiete, vor allem Süd- und Nordbaden sowie Oberschwaben, sind mehrheitlich römisch-katholisch. Wie überall in Deutschland gibt es auch eine wachsende Zahl von Menschen, die sich keiner oder anderen Religionen (z. B. Islam) zugehörig fühlen.
Für Baden-Württemberg insgesamt ergeben sich (Stand Ende 2011) folgende Mitgliederzahlen der Religionsgemeinschaften:[62][63][64][65]
Verteilung der Konfessionen/Religionen im Land Baden-Württemberg
römisch-katholisch 35,80 3.860.000
evangelisch 31,90 3.470.000
muslimisch 5,60 600.000
neuapostolisch 0,87 95.300
Zeugen Jehovas 0,26 28.000
buddhistisch 0,23 25.000
hinduistisch 0,14 15.000
jüdisch 0,08 9.000
Konfessionslose und andere Konfessionen 25,10 2.700.000
Siehe auch: Erzbistum Freiburg, Bistum Mainz und Diözese Rottenburg-Stuttgart, Evangelische Landeskirche in Baden und in Württemberg, Neuapostolische Kirche Süddeutschland, Alt-Katholische Kirche in Deutschland#Verbreitung nach Bundesländern
Das traditionelle Verbreitungsgebiet westoberdeutscher (= alemannischer) Dialektmerkmale im 19. und 20. Jahrhundert, an dem Baden-Württemberg wesentliche Anteile hat
Die angestammten Dialekte werden von Sprachwissenschaftlern in oberdeutsche und mitteldeutsche Mundarten gruppiert:
Mitteldeutsch: Um Mannheim und Heidelberg wird Rheinfränkisch (stellenweise auch Kurpfälzisch oder Pfälzisch genannt) gesprochen
Oberdeutsch: Etwa in den südlichen zwei Dritteln, werden verschiedene Färbungen des Schwäbischen (vor allem in Württemberg) sowie des Nieder-, Mittel- und Hochalemannischen (vor allem in Baden) gesprochen. Um Karlsruhe und Heilbronn wird Südfränkisch gesprochen, im Osten des nördlichen Drittels Baden-Württembergs Ostfränkisch.
Zwischen den Mundarträumen bestehen Übergangsgebiete, die sich keinem der Räume eindeutig zuordnen lassen, es existieren vor allem südfränkisch-schwäbische (unter anderem um Calw, um Pforzheim, Strohgäu, Zabergäu), südfränkisch-niederalemannische (um Baden-Baden und Rastatt) und schwäbisch-niederalemannische (Oberschwaben) Übergangsgebiete. Vor allem in diesen Gegenden wird die Unschärfe der germanischen Dialektgliederung deutlich. Neuere Entwicklungen sind das Eindringen schwäbischer Dialektmerkmale nach Heilbronn und Schwäbisch Hall.
Das Land wird auch außerhalb der Landesgrenze mit (vor allem schwäbischen) Dialektsprechern assoziiert, die Landesregierung unter Erwin Teufel griff dies 1999 auf, indem sie den Werbeslogan „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ prägte. Bekannte Mundartkünstler sind z. B. die Dichter bzw. Schriftsteller Thaddäus Troll und Harald Hurst, der Volksschauspieler und Komiker Willy Reichert, der Schauspieler Walter Schultheiß und der Kabarettist Christoph Sonntag. Es gibt Fernsehsendungen im Dialekt wie z. B. Hannes und der Bürgermeister. Auch der Kinofilm bzw. die Fernsehserie Die Kirche bleibt im Dorf wurden in Mundart verfilmt. Eine Verschriftlichung der Mundart wie in Luxemburg steht aber nicht zur Debatte.
Die Mercedes-Benz Arena in Stuttgart
Stuttgart war Spielort der Fußball-Weltmeisterschaften 1974 und 2006; in der Fußball-Bundesliga spielen mit dem SC Freiburg, der TSG 1899 Hoffenheim und dem VfB Stuttgart drei Vereine aus Baden-Württemberg. Der VfB Stuttgart wurde fünf Mal Deutscher Meister und drei Mal DFB-Pokalsieger; in der 2. Bundesliga spielen der SV Sandhausen und der 1. FC Heidenheim. In der 3. Liga sind die SG Sonnenhof Großaspach, der VfR Aalen und der langjährige Erstbundesligist Karlsruher SC aktiv. Die ehemaligen Bundesligisten Stuttgarter Kickers, SV Waldhof Mannheim und SSV Ulm 1846 spielen derzeit alle in der Fußball-Regionalliga Südwest. Aus dem heutigen Baden-Württemberg kommen auch die ehemaligen Deutschen Meister Freiburger FC (1907), FC Phönix Karlsruhe (1909), Karlsruher FV (1910), und VfR Mannheim (1949). Der baden-württembergische Fußball wird von drei regionalen Landesverbänden organisiert: Badischer Fußballverband (BFV), Südbadischer Fußball-Verband (SBFV) und Württembergischer Fußball-Verband (WFV). In der Frauen-Bundesliga spielen der SC Freiburg, der SC Sand und die TSG 1899 Hoffenheim. Ehemalige Bundesligisten sind: VfL Sindelfingen, TSV Crailsheim, SC Klinge Seckach, TSV Ludwigsburg, TuS Binzen und VfL Ulm/Neu-Ulm.
Frisch Auf Göppingen gewann 1960 und 1962 den Europapokal der Landesmeister und zwischen 1954 und 1972 neun Mal die deutsche Meisterschaft. Die Rhein-Neckar Löwen wurden 2016 und 2017 Deutscher Meister. In der Handball-Bundesliga der Männer spielt außerdem der TVB 1898 Stuttgart; in der 2. Bundesliga sind die HBW Balingen-Weilstetten, die SG BBM Bietigheim und die HSG Konstanz aktiv. In der Frauen-Bundesliga sind mit der SG BBM Bietigheim (Deutscher Meister 2016/17), dem TuS Metzingen (deutscher Vizemeister 2015/16), Frisch Auf Göppingen, der Neckarsulmer Sport-Union und dem TV Nellingen fünf Teams vertreten.
In der Basketball-Bundesliga sind die Walter Tigers Tübingen, die MHP Riesen Ludwigsburg und Ratiopharm Ulm beheimatet. In der ProA (zweite Basketball-Bundesliga) spielen die Crailsheim Merlins, die Kirchheim Knights, die MLP Academics Heidelberg, die PS Karlsruhe Lions, das Team Ehingen Urspring und die Ulmer OrangeAcademy.
Der VfB Friedrichshafen gewann 2007 die Volleyball Champions League und wurde je 13 Mal Deutscher Meister und Pokalsieger. In der Volleyball-Bundesliga spielen außerdem der TV Rottenburg und der TV Bühl, die Mannschaft von Allianz MTV Stuttgart spielt in der Bundesliga der Damen; sie gewann den DVV-Pokal 2011, 2015 und 2017 und wurde 2015, 2016, 2017 und 2018 viermal in Folge deutscher Vizemeister. CJD Feuerbach gewann von 1989 bis 1991 die deutsche Meisterschaft der Frauen und wurde vier Mal Pokalsieger.
In der Deutschen Eishockey Liga spielen der siebenfache deutsche Meister Adler Mannheim und die Schwenninger Wild Wings; in der DEL2 sind die Ravensburg Towerstars, die Bietigheim Steelers, die Heilbronner Falken sowie der EHC Freiburg vertreten.
Skisprung-Weltcup auf der Hochfirstschanze
Internationale Skisprung-Wettbewerbe werden auf der Hochfirstschanze in Titisee-Neustadt und im Adler-Skistadion Hinterzarten veranstaltet. Eine traditionsreiche Veranstaltung in der Nordischen Kombination ist der Schwarzwaldpokal in Schonach, aus dem Schwarzwald stammen Olympiasieger und Weltmeister in nordischen Disziplinen wie Georg Thoma, Dieter Thoma und Martin Schmitt. Alpine Skiwettbewerbe finden im Feldberg-Gebiet bei Todtnau-Fahl statt, in der Heimat des ältesten deutschen Skiclubs, des Skiclub Todtnau 1891 e. V.
In Stuttgart finden zwei international bedeutende Tennisturniere statt: Der MercedesCup der Männer auf der Anlage des TC Weissenhof ist Teil der ATP World Tour 250, der Porsche Tennis Grand Prix der Frauen in der Porsche-Arena gehört zur WTA Tour.
Das Männerteam des TK Grün-Weiss Mannheim spielt in der 1. Bundesliga, das Frauenteam des TEC Waldau Stuttgart wurde 2005 Sieger der Bundesliga, das des TC Weissenhof zwischen 1975 und 1989 vier Mal Deutscher Mannschaftsmeister. Der TC Rüppurr aus Karlsruhe gehörte lange der 1. Herren- und aktuell der 1. Damen-Bundesliga an.
Aus dem nordbadischen Landesteil stammen die ehemaligen Weltranglistenersten Steffi Graf und Boris Becker.
Stuttgart war Austragungsort der Leichtathletik-Europameisterschaften 1986 und -Weltmeisterschaften 1993. Von 2006 bis 2008 fand hier das Leichtathletik-Weltfinale statt. Danach wurde die Mercedes-Benz Arena in ein reines Fußballstadion umgebaut, das Internationale Hochsprung-Meeting Eberstadt wird jährlich ausgetragen.
Autorennsport auf dem Hockenheimring
Der Hockenheimring zählt zu den bedeutendsten Motorsport-Rennstrecken in Deutschland, er gehört zu den Austragungsorten für den Großen Preis von Deutschland in der Formel 1 und ist Schauplatz des Eröffnungsrennens sowie des Finales der DTM.
In Holzgerlingen, Gaildorf und Reutlingen fanden Läufe zur Motocross-Weltmeisterschaft statt. In Rudersberg werden WM-Läufe mit Seitenwagen veranstaltet; in Berghaupten und Hertingen fanden Läufe zur Langbahn-Welt- und Europameisterschaft statt.
Erfolgreichster Hockeyverein ist der HTC Stuttgarter Kickers, welcher 2005 die deutsche Meisterschaft und 2006 den Europapokal der Landesmeister gewann. Aktuell spielen der Mannheimer HC und der TSV Mannheim sowohl bei den Damen als auch bei den Herren in der Feldhockey-Bundesliga. In der Deutschen Wasserball-Liga ist der SSV Esslingen vertreten, der SV Cannstatt wurde 2006 Deutscher Meister.
In der Baseball-Bundesliga Süd spielen der deutsche Rekordmeister Mannheim Tornados, der zweifache Deutsche Meister Heidenheim Heideköpfe, die Stuttgart Reds und die Tübingen Hawks. Im American Football gewannen die Schwäbisch Hall Unicorns 2011, 2012 und 2017 den German Bowl. Außerdem spielen in der German Football League die Stuttgart Scorpions. Heidelberg ist neben Hannover das Zentrum des Rugbysports in Deutschland, die dortigen Vereine Heidelberger RK, RG Heidelberg und SC Neuenheim gewannen in der Bundesliga insgesamt 14 Titel. Aktueller Deutscher Meister ist der TV Pforzheim 1834.
In der Schachbundesliga ist Baden-Württemberg vertreten mit dem SV 1930 Hockenheim und der OSG Baden-Baden, welche von 2006 bis 2015 zehn Mal in Folge die deutsche Meisterschaft gewann. Pferderennen werden seit 1858 auf dem Rennplatz Iffezheim bei Baden-Baden ausgetragen.
In Baden wurde mit dem Mannheimer Schulsystem der Vorläufer des modernen Schulsystems entwickelt.[66] Heute folgt in Baden-Württemberg nach der vierjährigen Grundschule ein vielgliedriges Schulsystem mit Hauptschule und Werkrealschule, Realschule, Gymnasium und Gemeinschaftsschule.[67] Schüler mit und ohne Behinderung werden gemeinsam erzogen und unterrichtet (inklusive Pädagogik),[68] die sonderpädagogische Beratung, Unterstützung und Bildung findet in den allgemeinen Schulen statt, soweit Schüler mit Anspruch auf ein entsprechendes Bildungsangebot kein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum besuchen.[69] In ganz Baden-Württemberg gibt es lediglich drei integrierte Gesamtschulen in Freiburg, Heidelberg und Mannheim, die als Schulen besonderer Art im Schulgesetz für Baden-Württemberg eine Sondergenehmigung erhalten haben.[70] Des Weiteren führt Baden-Württemberg als einziges Bundesland die besondere Form des „sechsjährigen Wirtschaftsgymnasiums“, welches das bundesweit einzige berufliche Gymnasium ist, das bereits mit der gymnasialen Mittelstufe beginnt, der Besuch dauert von Klassenstufe 8 und endet in Jahrgangsstufe 13 mit der allgemeinen Hochschulreife. Nach dem Regierungswechsel 2011 führte die Landesregierung als neue Schulform in Baden-Württemberg die Gemeinschaftsschule ein, die meist aus ehemaligen Hauptschulen (bzw. Werkrealschulen), vereinzelt aber auch aus Realschulen gebildet wurden. Zum Schuljahr 2013/14 gab es 129 Gemeinschaftsschulen im Land, weitere 81 folgen 2014.[71]
Baden-Württemberg verfolgt eine dezentrale Bildungs-, Hochschul- und Forschungsinfrastruktur, die Hochschulen sind über das ganze Land verteilt. Insgesamt liegen über ein Viertel aller Hochschulstandorte im ländlichen Raum.
In Baden-Württemberg gibt es 9 staatliche Universitäten, 6 pädagogische Hochschulen (Universitäten gleichgestellt) sowie die private Zeppelin-Universität und 73 staatliche und private Hochschulen.[72]
Die baden-württembergischen Hochschulen gehören zu den renommiertesten in Deutschland; in einem Hochschulranking des Magazins Focus (2005) wurden sechs baden-württembergische Universitäten unter die besten zehn eingestuft.[73] In Heidelberg befindet sich die älteste Universität in Deutschland; außerdem gibt es noch Universitäten in Freiburg, Konstanz, Mannheim, Stuttgart, Tübingen, Stuttgart-Hohenheim, Ulm, in Nachfolge der Universität Karlsruhe das Karlsruher Institut für Technologie sowie die private Zeppelin-Universität in Friedrichshafen.[74] 2006 wurde die ehemalige Universität Karlsruhe bei der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder als eine von bundesweit drei zu fördernden Universitäten mit „Zukunftskonzepten“ ausgewählt. In der zweiten Runde der Exzellenzinitiative folgten 2007 die Universitäten Heidelberg, Konstanz und Freiburg als zu fördernde Hochschulen in den exklusiven Kreis der „Eliteuniversitäten“ nach, sodass zeitweise vier von insgesamt neun der durch die Exzellenzinitiative in allen drei Förderlinien geförderten deutschen Universitäten in Baden-Württemberg lagen, im Zuge der dritten Runde der Exzellenzinitiative im Jahr 2012 verloren jedoch das Karlsruher Institut für Technologie und die Universität Freiburg diesen Status, während die Universität Tübingen erstmals diese Auszeichnung erlangte. Damit liegen derzeit noch drei von insgesamt elf „Eliteuniversitäten“ in Baden-Württemberg.
Die staatlichen Fachhochschulen tragen in Baden-Württemberg seit 2006 den Titel Hochschule. Neben einer Vielzahl von weiteren Hochschulen, wie Kunst- und Musikhochschulen oder pädagogischen Hochschulen wird der tertiäre Bildungsbereich durch die Duale Hochschule Baden-Württemberg ergänzt. Bundesweit einzigartig ist die Popakademie Baden-Württemberg; in Ludwigsburg befindet sich die renommierte Filmakademie Baden-Württemberg.
Portal: Baden-Württemberg – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Baden-Württemberg
Otto Borst: Geschichte Baden-Württembergs. Ein Lesebuch. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1730-0.
Erwin Keefer/Württembergische Landesmuseum Stuttgart: Steinzeit. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-8062-1106-X.
Siegfried Kullen: Baden-Württemberg. 3. Auflage. Klett, Stuttgart 1989, ISBN 3-12-928805-8.
Literatur über Baden-Württemberg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Hermann Bausinger: Der herbe Charme des Landes. Gedanken über Baden-Württemberg. 4. Auflage. Klöpfer & Meyer, Tübingen 2011, ISBN 978-3-940086-98-3.
Wikinews: Portal:Baden-Württemberg – in den Nachrichten
Wikivoyage: Baden-Württemberg – Reiseführer
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↑ a b Bruttoinlandsprodukt von Baden-Württemberg seit 1970 statista.com, abgerufen am 9. Januar 2018.
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↑ Kirchenmitgliederzahlen am 31. Dezember 2011, Evangelische Kirche in Deutschland, abgerufen am 20. Dezember 2012 (PDF-Datei)
↑ Landesrecht BW SchG. Abgerufen am 26. Dezember 2016: „Schulgesetz für Baden-Württemberg“
↑ § 3 Abs. 3 Schg
↑ § 15 Schg
↑ gemeinschaftsschule-bw.de
↑ Focus Uni Ranking 2005 (Memento vom 15. Juli 2006 im Internet Archive)
↑ Universitäten, Baden-Württemberg.de, abgerufen am 16. April 2016.
48.539.05Koordinaten: 48° 32′ N, 9° 3′ O
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2. Freie Hansestadt Bremen – The Free Hanseatic City of Bremen is the smallest of Germanys 16 states. A more informal name, but used in official contexts, is Land Bremen. The state consists of two enclaves with two cities in the North of Germany, surrounded by the state of Lower Saxony. The state of Bremen consists of two separated enclaves and these enclaves contain Bremen, officially the City which is the state capital and located in both enclaves, and the city of Bremerhaven. Both are located on the River Weser, Bremerhaven is further downstream than the parts of Bremen. Both enclaves are completely surrounded by the neighbouring State of Lower Saxony, the two cities are the only administrative subdivisions the state has. The highest point in the state is in Friedehorst Park, at the unwinding of the Holy Roman Empire in 1806 the Free Imperial City of Bremen was not mediatised but became a sovereign state officially titled Free Hanseatic City of Bremen. Its currency was the Bremen thaler, in 1811 the First French Empire annexed the city-state. Upon the first, albeit only preliminary, defeat of Napoléon Bonaparte, the Vienna Congress of 1815 confirmed Bremens—as well as Frankfurts, Hamburgs, and Lübecks—independence after pressuring by Bremens emissary, and later burgomaster, Johann Smidt. Bremen became one of 39 sovereign states of the German Confederation, in 1827 the state of Bremen bought the tract of land from the Kingdom of Hanover, where future Bremerhaven would be established. Bremen, which in 1935 had become a city at the de facto abolition of statehood of all component German states within the Third Reich, was reestablished as a state in 1947. Being—at that time—actually located in the British Zone of Occupation the Control Commission for Germany - British Element, in 1949 the city-state joined the then West German Federal Republic of Germany. The legislature of the state of Bremen is the Bürgerschaft, elected by the citizens in the two cities of Bremen and Bremerhaven, the executive is constituted by the Senate of Bremen, elected by the Bürgerschaft. The Senate is chaired by the President of the senate, who is one of the mayors of the city of Bremen and is elected directly by the Bürgerschaft. The Senate selects of its members as a mayor who serves as deputy of the president. In contrast to the Federal Chancellor of Germany or other German states, the President of the Senate has no authority to override senators on policy, since 1945, the Senate has continuously been dominated by the Social Democratic Party. Bremerhaven, on the hand, has a municipal assembly distinct from the state legislature and an administration under a distinct head mayor. Dr. Henning Scherf remained Mayor and Senate President, in an SPD-CDU grand coalition, as promised he resigned after half of the legislative period
4. Niedersachsen – Lower Saxony is a German state situated in northwestern Germany and is second in area, with 47,624 square kilometres, and fourth in population among the sixteen Länder of Germany. In rural areas Northern Low Saxon, a dialect of Low German, and Saterland Frisian, a variety of Frisian, are still spoken, but the number of speakers is declining. Lower Saxony borders on the North Sea, the states of Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Saxony-Anhalt, Thuringia, Hesse and North Rhine-Westphalia, and the Netherlands. Furthermore, the state of Bremen forms two enclaves within Lower Saxony, one being the city of Bremen, the other, its city of Bremerhaven. In fact, Lower Saxony borders more neighbours than any other single Bundesland, the states principal cities include the state capital Hanover, Braunschweig, Lüneburg, Osnabrück, Oldenburg, Hildesheim, Wolfenbüttel, Wolfsburg and Göttingen. The northwestern area of Lower Saxony, which lies on the coast of the North Sea, is called East Frisia, in the extreme west of Lower Saxony is the Emsland, a traditionally poor and sparsely populated area, once dominated by inaccessible swamps. The northern half of Lower Saxony, also known as the North German Plains, is almost invariably flat except for the hills around the Bremen geestland. Towards the south and southwest lie the northern parts of the German Central Uplands, the Weser Uplands, between these two lie the Lower Saxon Hills, a range of low ridges. Thus, Lower Saxony is the only Bundesland that encompasses both maritime and mountainous areas, Lower Saxonys major cities and economic centres are mainly situated in its central and southern parts, namely Hanover, Braunschweig, Osnabrück, Wolfsburg, Salzgitter, Hildesheim and Göttingen. Oldenburg, near the coastline, is another economic centre. To the north, the Elbe river separates Lower Saxony from Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Western Pomerania, the banks just south of the Elbe are known as Altes Land. Due to its local climate and fertile soil, it is the states largest area of fruit farming. Most of the territory was part of the historic Kingdom of Hanover. It was created by the merger of the State of Hanover with several states in 1946. Lower Saxony has a boundary in the north in the North Sea. The state and city of Bremen is an enclave surrounded by Lower Saxony. The Bremen/Oldenburg Metropolitan Region is a body for the enclave area. To the southeast the state border runs through the Harz, low mountains that are part of the German Central Uplands, in northeast Lower Saxony is Lüneburg Heath
5. Bayern – Bavaria is a free state and one of 16 federal states of Germany. Located in the German southeast with an area of 70,548 square kilometres and its territory comprises roughly a fifth of the total land area of Germany, and, with 12.9 million inhabitants, it is Germanys second most populous state. Munich, Bavarias capital and largest city, is the third largest city in Germany, the Duchy of Bavaria dates back to the year 555. In the 17th century CE, the Duke of Bavaria became a Prince-elector of the Holy Roman Empire, the Kingdom of Bavaria existed from 1806 to 1918, when Bavaria became a republic. In 1946, the Free State of Bavaria re-organised itself on democratic lines after the Second World War, Bavaria has a unique culture, largely because of the states Catholic majority and conservative traditions. Bavarians have traditionally been proud of their culture, which includes such as Oktoberfest. The state also has the second largest economy among the German states by GDP figures, modern Bavaria also includes parts of the historical regions of Franconia, Upper Palatinate and Swabia. The Bavarians emerged in a north of the Alps, previously inhabited by Celts. The Bavarians spoke Old High German but, unlike other Germanic groups, rather, they seem to have coalesced out of other groups left behind by Roman withdrawal late in the 5th century. These peoples may have included the Celtic Boii, some remaining Romans, Marcomanni, Allemanni, Quadi, Thuringians, Goths, Scirians, Rugians, the name Bavarian means Men of Baia which may indicate Bohemia, the homeland of the Celtic Boii and later of the Marcomanni. They first appear in written sources circa 520, a 17th century Jewish chronicler David Solomon Ganz, citing Cyriacus Spangenberg, claimed that the diocese was named after an ancient Bohemian king, Boiia, in the 14th century BCE. From about 554 to 788, the house of Agilolfing ruled the Duchy of Bavaria and their daughter, Theodelinde, became Queen of the Lombards in northern Italy and Garibald was forced to flee to her when he fell out with his Frankish overlords. Garibalds successor, Tassilo I, tried unsuccessfully to hold the frontier against the expansion of Slavs. Tassilos son Garibald II seems to have achieved a balance of power between 610 and 616, after Garibald II little is known of the Bavarians until Duke Theodo I, whose reign may have begun as early as 680. From 696 onwards he invited churchmen from the west to organize churches and his son, Theudebert, led a decisive Bavarian campaign to intervene in a succession dispute in the Lombard Kingdom in 714, and married his sister Guntrud to the Lombard King Liutprand. At Theodos death the duchy was divided among his sons, at Hugberts death the duchy passed to a distant relative named Odilo, from neighbouring Alemannia. He was defeated near Augsburg in 743 but continued to rule until his death in 748, saint Boniface completed the peoples conversion to Christianity in the early 8th century. Bavaria was in ways affected by the Protestant Reformation in the 16th century
6. Saarland – The Saarland is one of the sixteen states of the Federal Republic of Germany. With its capital at Saarbrücken, it has an area of 2,570 km², in terms of both area and population size – apart from the city-states of Berlin, Bremen and Hamburg – it is Germanys smallest state. Prior to its creation as the Territory of the Saar Basin by the League of Nations after World War I, until then, some parts of it had been Prussian while others belonged to Bavaria. The inhabitants voted to rejoin Germany in a referendum held in 1935, from 1947 to 1956 the Saarland was a French-occupied territory separate from the rest of Germany. Between 1950 and 1956, Saarland was a member of the Council of Europe, in 1955, in another referendum, the inhabitants were offered independence, but voted instead for the territory to become a state of West Germany. From 1920 to 1935, and again from 1947 to 1959, Saarland is the result of a regulation of the treaty of Versailles and was created in 1919. Prior to this creation, there never existed a comparable administrative unit or a feeling of togetherness, the region of the Saarland was settled by the Celtic tribes of Treveri and Mediomatrici. The most impressive relic of their time is the remains of a fortress of refuge at Otzenhausen in the north of the Saarland, in the 1st century BC, the Roman Empire made the region part of its province of Belgica. The Celtic population mixed with the Roman immigrants, the region gained wealth, which can still be seen in the remains of Roman villas and villages. Roman rule ended in the 5th century, when the Franks conquered the territory, for the next 1,300 years the region shared the history of the Kingdom of the Franks, the Carolingian Empire and of the Holy Roman Empire. The region of the Saarland was divided into small territories. Most important of the rulers were the counts of Nassau-Saarbrücken. It was not the king of France but the armies of the French Revolution who terminated the independence of the states in the region of the Saarland, after 1792 they conquered the region and made it part of the French Republic. While a strip in the west belonged to the Département Moselle, the centre in 1798 became part of the Département de Sarre, after the defeat of Napoleon in 1815, the region was divided again. Most of it part of the Prussian Rhine Province. Another part in the east, corresponding to the present Saarpfalz district, was allocated to the Kingdom of Bavaria, a small part in the northeast was ruled by the Duke of Oldenburg. On 31 July 1870, the French Emperor Napoleon III ordered an invasion across the River Saar to seize Saarbrücken, the first shots of the Franco-Prussian War 1870/71 were fired on the heights of Spichern, south of Saarbrücken. The Saar region became part of the German Empire which came into existence on 18 January 1871, in 1920 the Saargebiet was occupied by Britain and France under the provisions of the Treaty of Versailles
7. Schleswig-Holstein – Schleswig-Holstein is the northernmost of the 16 states of Germany, comprising most of the historical duchy of Holstein and the southern part of the former Duchy of Schleswig. Its capital city is Kiel, other cities are Lübeck. Also known in more dated English as Sleswick-Holsatia, the Danish name is Slesvig-Holsten, the Low German name is Sleswig-Holsteen, historically, the name can also refer to a larger region, containing both present-day Schleswig-Holstein and the former South Jutland County in Denmark. The term Holstein derives from Old Saxon Holseta Land, originally, it referred to the central of the three Saxon tribes north of the River Elbe, Tedmarsgoi, Holstein and Sturmarii. The area of the tribe of the Holsts was between the Stör River and Hamburg, and after Christianization, their church was in Schenefeld. Saxon Holstein became a part of the Holy Roman Empire after Charlemagnes Saxon campaigns in the eighth century. Since 811, the frontier of Holstein was marked by the River Eider. The term Schleswig comes from the city of Schleswig, around 1100, the Duke of Saxony gave Holstein, as it was his own country, to Count Adolf I of Schauenburg. Schleswig and Holstein have at different times belonged in part or completely to either Denmark or Germany, the exception is that Schleswig had never been part of Germany until the Second Schleswig War in 1864. For many centuries, the King of Denmark was both a Danish Duke of Schleswig and a German Duke of Holstein, essentially, Schleswig was either integrated into Denmark or was a Danish fief, and Holstein was a German fief and once a sovereign state long ago. Both were for centuries ruled by the kings of Denmark. In the church, following the reformation, German was used in the part of Schleswig. This would later prove decisive for shaping national sentiments in the population, the administration of both duchies was conducted in German, despite the fact that they were governed from Copenhagen. The German national awakening that followed the Napoleonic Wars gave rise to a popular movement in Holstein. This development was paralleled by an equally strong Danish national awakening in Denmark and this movement called for the complete reintegration of Schleswig into the Kingdom of Denmark and demanded an end to discrimination against Danes in Schleswig. The ensuing conflict is called the Schleswig-Holstein Question. e. Not only in the Kingdom of Denmark, but also to Danes living in Schleswig, furthermore, they demanded protection for the Danish language in Schleswig. A liberal constitution for Holstein was not seriously considered in Copenhagen and these demands were rejected by the Danish government in 1848, and the Germans of Holstein and southern Schleswig rebelled
8. Brandenburg – Brandenburg is one of the sixteen federated states of Germany. It lies in the northeast of the country covering an area of 29,478 square kilometers and has 2.48 million inhabitants, the capital and largest city is Potsdam. Brandenburg surrounds but does not include the capital and city-state Berlin forming a metropolitan area. Brandenburg is one of the states that was re-created in 1990 upon the reunification of the former East Germany. Governed by the Hohenzollern dynasty from 1415, it contained the future German capital Berlin, after 1618 the Margraviate of Brandenburg and the Duchy of Prussia were combined to form Brandenburg-Prussia, which was ruled by the same branch of the House of Hohenzollern. In 1701 the state was elevated as the Kingdom of Prussia, Brandenburg is situated in territory known in antiquity as Magna Germania, which reached to the Vistula river. By the 7th century, Slavic peoples are believed to have settled in the Brandenburg area, the Slavs expanded from the east, possibly driven from their homelands in present-day Ukraine and perhaps Belarus by the invasions of the Huns and Avars. They relied heavily on river transport, the two principal Slavic groups in the present-day area of Brandenburg were the Hevelli in the west and the Sprevane in the east. Beginning in the early 10th century, Henry the Fowler and his successors conquered territory up to the Oder River, Slavic settlements such as Brenna, Budusin, and Chośebuz came under imperial control through the installation of margraves. Their main function was to defend and protect the eastern marches, in 948 Emperor Otto I established margraves to exert imperial control over the pagan Slavs west of the Oder River. Otto founded the Bishoprics of Brandenburg and Havelberg, the Northern March was founded as a northeastern border territory of the Holy Roman Empire. However, an uprising of Wends drove imperial forces from the territory of present-day Brandenburg in 983. The region returned to the control of Slavic leaders, the Roman Catholic Church brought bishoprics which, with their walled towns, afforded protection from attacks for the townspeople. With the monks and bishops, the history of the town of Brandenburg an der Havel, in 1134, in the wake of a German crusade against the Wends, the German magnate, Albert the Bear, was granted the Northern March by the Emperor Lothar III. He formally inherited the town of Brandenburg and the lands of the Hevelli from their last Wendish ruler, Pribislav, after crushing a force of Sprevane who occupied the town of Brandenburg in the 1150s, Albert proclaimed himself ruler of the new Margraviate of Brandenburg. Albert, and his descendants the Ascanians, then made progress in conquering, colonizing, Christianizing. Within this region, Slavic and German residents intermarried, during the 13th century, the Ascanians began acquiring territory east of the Oder, later known as the Neumark. In 1320, the Brandenburg Ascanian line came to an end, under the Luxembourgs, the Margrave of Brandenburg gained the status of a prince-elector of the Holy Roman Empire
9. Sachsen – Its capital is Dresden, and its largest city is Leipzig. Saxony is the tenth largest of Germanys sixteen states, with an area of 18,413 square kilometres, located in the middle of a large, formerly all German-speaking part of Europe, the history of the state of Saxony spans more than a millennium. It has been a medieval duchy, an electorate of the Holy Roman Empire, a kingdom, the area of the modern state of Saxony should not be confused with Old Saxony, the area inhabited by Saxons. Old Saxony corresponds approximately to the modern German states of Lower Saxony, Saxony-Anhalt, Saxony is divided into 10 districts,1. After a reform in 2008, these regions - with some alterations of their respective areas - were called Direktionsbezirke, in 2012, the authorities of these regions were merged into one central authority, the Landesdirektion Sachsen. The Erzgebirgskreis district includes the Ore Mountains, and the Schweiz-Osterzgebirge district includes Saxon Switzerland, the largest cities in Saxony according to the 31 December 2015 estimate. To this can be added that Leipzig forms a metropolitan region with Halle. The latter city is located just across the border to Saxony-Anhalt, Leipzig shares for instance an S-train system and an airport with Halle. Saxony has, after Saxony Anhalt, the most vibrant economy of the states of the former East Germany and its economy grew by 1. 9% in 2010. Nonetheless, unemployment remains above the German average, the eastern part of Germany, excluding Berlin, qualifies as an Objective 1 development-region within the European Union, and is eligible to receive investment subsidies of up to 30% until 2013. FutureSAX, a business competition and entrepreneurial support organisation, has been in operation since 2002. Microchip makers near Dresden have given the region the nickname Silicon Saxony, the publishing and porcelain industries of the region are well known, although their contributions to the regional economy are no longer significant. Today the automobile industry, machinery production and services contribute to the development of the region. Saxony is also one of the most renowned tourist destinations in Germany - especially the cities of Leipzig and Dresden, new tourist destinations are developing, notably in the lake district of Lausitz. Saxony reported an unemployment of 8. 8% in 2014. By comparison the average in the former GDR was 9. 8% and 6. 7% for Germany overall, the unemployment rate reached 8. 2% in May 2015. The Leipzig area, which recently was among the regions with the highest unemployment rate, could benefit greatly from investments by Porsche. With the VW Phaeton factory in Dresden, and many part suppliers, zwickau is another major Volkswagen location
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The flag of Baden-Württemberg has three variants. The civil flag (Landesflagge) has one design, while the state flag …
Image: Flag of Baden Württemberg (state, greater arms)
Image: Flag of Baden Württemberg (state, lesser arms)

References: Art. 29
 § 14
 § 11
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 29
 § 7
 § 3
 § 8
 § 3
 § 15