Source: https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/3888?show=full
Timestamp: 2019-12-15 21:31:29+00:00

Document:
Refubium - Kindstötung
Bejarano Alomia, Pedro Paul
2009-05-05T12:50:08.489Z
https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/3888
http://dx.doi.org/10.17169/refubium-8088
A. Einleitung 1 I. Ein einschlägiger Kasus: Der Fall Sabine H. II. Rechtliche Ausgangslage B. Kriminologischer Befund 16 I. Klassifikationssysteme der Tötung von Kindern aus der Sicht der Kriminalpsychologie 1\. Resnick (1970) 2\. Scott (1973) 3\. Radbill (1978) 4\. D’Orban (1979) 5\. Bourget & Bradford (1990) 6\. Wilczynski (1997) 7\. Guileyardo, Prahlow and Barnard (1995) II. Zur Phänomenologie des Neonatizids: Entstehungsbedingungen und Risikofaktoren 1\. Die Studie Craig über Risikofaktoren 2\. Denial of pregnancy and concealed pregnancy 3\. Child Murder by Mothers: Die jüngste Studie Resnicks über Filizid und Neonatizid (2005) III. Neonatizid aus der Perspektive der Neurowissenschaften IV. Bioethik und die Frage nach dem status personae V. Der Phylogenetischer Ansatz vom Neonatizid C. Rechtsgeschichtliche Kurzdarstellung 48 I. Die Antike 1\. Griechenland 2\. Rom II. Der Übergang zwischen Spätantike und Anfang des Frühmittelalters: Die leges barbarorum III. Das mittelalterliche Recht 1\. Die Kapitularien 2\. Das geistliche Recht: die Konzilien im frühen Mittelalter und die erste Erwähnung von Tötung eines nichtehelichen Neugeborenen seitens der Mutter 3\. Die libri poenitentiales 4\. Die Rechtsbücher des Mittelalters 5\. Die Kanonistik seit dem 12. Jahrhundert IV. Die Constitutio Criminalis Carolina V. Die Partikulargesetzgebung im 18. Jahrhundert VI. Strafgesetzgebung im 19. Jahrhundert: Vom Kindermord zur Kindstötung VII. Parlamentarische Entstehungsgeschichte des Aufhebungsvorganges von § 217 a.F. D. Derzeitige Gesetzeslage 91 I. Rechtslage bezüglich des Menschseins i.S.v. Tötungs- und Körperverletzungsdelikten nach Fortfall des § 217 a.F. II. Strafbarkeit E. Vorschläge de lege ferenda 107 I. Zielvorgaben künftiger Normativität 1\. Optimales Verhältnis von Lebensschutz und Respektierung der Menschenachtung der Täterin 2\. Neonatizid als schuldgeminderte Tötung 3\. Rechtfertigung der Strafe und Sanktionierungszwecke a) Die absolute Straftheorie b) Die relativen Straftheorien c) Die Vereinigungstheorie II. Gesetzgeberische Maßnahmen III. Gründe für eine privilegierte Sondervorschrift 1\. Berücksichtigung besonders herabgesetzter Schuldfähigkeit 2\. Schwangerschaftsverleugnung als kriminologische Grundlage eines Sondertatbestandes a) Erklärungsansatz zum psychodynamischen Hintergrund des Neonatizids. Die Thesen Gerchows über die reaktive Pathologisierung der Schwangerschaft b) Die Kieler Verbundstudie von 1993 c) Die Reproversionstheorie d) Die prospektive Untersuchung Wessels über den Zusammenhang zwischen Schwangerschaftsverleugnung und Neonatizid 3\. Neonatizid als strafrechtsdogmatische Zwischenstufe zwischen Schwangerschaftsabbruch und allgemeinem Tötungsdelikt (§212) a) Der differenzierte Lebensschutz im Strafrecht b) Die Zäsur Geburt aus der Sicht der Mutter 4\. Optimale Sanktionierung für Neonatizid aus der Sicht der ökonomischen Analyse des Rechts (EAL: Economic Analysis of Law) F. Rechtsvergleichender Abriss 143 I. England II. Frankreich III. Schweiz Schlussfolgerungen
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Frage, inwieweit sich die Rechtslage in Bezug auf die Problematik der Kindstötung nach Abschaffung des § 217 StGB a. F. durch das 6. Strafrechtsreformgesetz geändert hat. Daher thematisiert die folgende Arbeit kriminologische, rechtsgeschichtliche, strafrechtsdogmatische und rechtsvergleichende Aspekte der Tötung von Neugeborenen durch die Mutter. Im Ergebnis lässt sich feststellen, dass die kriminologische Erfassung der Tötung von Kindern einer präziseren Terminologie bedarf. Insofern sollte die Tötung eines Neugeborenen seitens der Mutter durch den Begriff Neonatizid bezeichnet werden. Eine sinnvolle strafrechtliche und kriminologische Behandlung des Phänomens Neonatizid erfordert zudem nicht nur einen aktiven interdisziplinären Dialog, sondern auch dessen rechtsgeschichtliches Verständnis. Ein weiteres Fazit der Arbeit besagt, dass Neonatizid eine Übergansstellung zwischen dem Tatbestand des Schwangerschaftsabbruchs und dem allgemeinen Tötungsverbot des §212 darstellt. Demzufolge könnte man darüber nachdenken, ob es nicht sachgerecht wäre, eine Neuregelung für Neonatizid zu schaffen, deren Strafrahmen vielmehr dem des Schwangerschaftsabbruchs als dem des Totschlags angenähert würde. Zur Thematik der Menschwerdung im Strafrecht lässt sich erklären, dass die ersatzlose Streichung des § 217 a. F. an der traditionellen Zäsur Geburt nichts geändert hat.
The focus of this work is the question of whether the legal situation in relation to the problem of child killings after the abolition of § 217 StGB a. F. by the 6th German Criminal Law Reform Act has changed. Therefore focuses on the following working criminological, legal history, criminal dogmatic and comparative aspects of the killing of newborns through the mother. As a result, it can be stated that the criminological coverage of the killing of children requires a more precise terminology. On the other hand, a meaningful criminal and criminological Neonaticide treatment of the phenomenon requires not only an active interdisciplinary dialogue, but rather its historical understanding. Another conclusion from this work indicates that Neonaticide a transition between the facts of abortion and the killing of general prohibition of § 212 StGB represents. To issue of the Menschenwerdung in the criminal law can be explained by the fact that the replacement of the deletion of Section 217 a. F. to break the traditional birth has not changed.
XXIII, 157 S.
300 Sozialwissenschaften::340 Recht
Univ. -Prof. Dr. Klaus Geppert
Privatdozent Dr. Joachim Kretschmer
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Kriminologische, rechtsgeschichtliche und rechtsvergleichende Überlegungen nach Abschaffung des § 217 StGB a. F.
Criminological, historical legal and comparative law considerations after the abolition of § 217 StGB a.F.
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References: § 217
 § 217
de lege ferenda
 § 217
 §212
 § 217
 § 217
 § 212
 § 217
 § 217