Source: http://www.wiesaussieht.de/2014/03/11/hoeness-als-stoff-fuer-eine-raeuberpistole/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=hoeness-als-stoff-fuer-eine-raeuberpistole
Timestamp: 2017-10-17 18:53:27+00:00

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by f.luebberding on 11. März 2014
Gute Ratschläge sollte man annehmen. Seit der “Focus” am 20. April vergangenen Jahres die erste Meldung über die Selbstanzeige von Uli Hoeneß veröffentlicht hat, war das Hauptmerkmal der späteren Debatte Überraschung gewesen. Man war über die Dimensionen dieses Falles erstaunt, die tatsächlich unvorstellbar gewesen sind. Sie beruhten auf einer Meldung des Stern im Januar 2013, die Hoeneß schließlich zu seiner hektisch verfassten Selbstanzeige veranlasst haben soll. Rechtlich ist das heute von entscheidender Bedeutung, ob der Präsident des FC Bayern München schon über die mögliche Strafverfolgung informiert gewesen ist oder nicht.
Aber jenseits dieser rechtlichen Würdigung fragte man sich schon damals, wie Hoeneß eigentlich diese Summen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro für seine Spekulationen zusammenbekommen haben will. Hoeneß erklärte uns aber über ein Interview in der “Zeit” und die Berichterstattung in der “Süddeutschen Zeitung”, wie er an das Spielgeld für seine Zockerei gekommen sein will. Er schien damit die Stern-Geschichte von einem Konto mit “mehreren hundert Millionen Euro” zu widerlegen. Ein bedauerlicherweise verstorbener Freund namens Robert Louis-Dreyfus habe ihm im Jahr 2000 ein Darlehen in Höhe von 10 bis 15 Millionen € zur Verfügung gestellt. Uli Hoeneß kauft kein Haus in Großburgwedel. Nun ist das alles nicht mehr strafrechtlich relevant – und wird daher nicht in München verhandelt werden. Wie schön für Hoeneß. Von Dreyfus sind auch keine unschönen Indiskretionen mehr zu erwarten. In München platzte aber gestern Vormittag am ersten Prozesstag eine Bombe.
Die Anwälte von Hoeneß nannten jetzt plötzlich eine Summe von 18,5 Millionen € an hinterzogenen Steuern. Frank Plasberg beschäftigte sich mit dem Thema – und ich mit Plasberg in meiner Frühkritik. Aber Uli Hoeneß gilt unser eigentliches Interesse. Warum?
“Dort (in der Frühkritik F.L.) kaust du nämlich auf einem wirklich schmackhaften Knochen mit der Frage: woher kommt eigentlich die Kohle (und die Info hinter all diesen tausenden Transaktionen!!!!), um 18 Millionen an hinterzogenen Steuern produzieren zu können? Der gute Uli ist entweder ein Insider oder ein Finanzgenie von allerhöchsten Gnaden, gegen das diverse Hedgefondsmanager aussehen wie blutige Anfänger. Das ist doch mal wirklich toller Stoff für eine echte Räuberpistole!”
Der Kommentator ist bekanntlich in Fragen des Finanzmarktes ein blutiger Anfänger. Wenigstens im Vergleich zu Herrn Hoeneß, wie es scheint. Also werden wir jetzt dem Gericht in München Antworten auf die Fragen geben, die ansonsten niemand zu stellen wagt.
Tagged as: Landgericht München, Steuerhinterziehung, Uli Hoeneß
karla März 15, 2014 um 22:21
Morph März 13, 2014 um 01:29
apropos Bayern: gibt ja von Luhmann einen ganz passenden Text zum Thema, “Kausalität im Süden”.
http://www.uni-bielefeld.de/sozsys/leseproben/luhmann.htm
Der ist auch hinsichtlich der Ukraine-Debatte ganz interessant.
Habe mir mal den link komplett durchgelesen.
“Tatsächlich haben wir aber erst heute die Chance, die moderne Gesellschaft angemessen zu beschreiben, weil sie erst heute, und zwar in weltweiten Dimensionen, als beobachtbares und beschreibbares Faktum vor Augen liegt.”
Einwand: Mit beobachten und beschreiben kann man ein gesellschaftliches Verhältnis wie die Sklaverei erklären. Sie ist ein pures ökonomisches Zwangsverhältnis.
Ökonomie heute beruht nicht auf Zwang sondern auf einem Vertrag der beiden Vertragspartner Kapital und Arbeit. Beide Seiten haben die Freiheit sie einzugehen oder auch nicht. Der Arbeitnehmer verkauft seine Arbeitskraft. Sie wird damit zum Eigentum des Kapitals (für die Zeit die er vertraglich arbeiten muss). Das Kapital macht das ökonomisch richtige mehr herauszuholen als man hineingesteckt hat). Dies beinhaltet einen Gegensatz der nicht auflösbar ist sondern eine Verlaufsform annimmt (z.B. Gewerkschaften und Unternehmerverbände).
Mit beobachten (Empirie betreiben) kommt man dem Gegensatz nicht bei. Aus der Empirie kommt bestenfalls heraus, dass es wohl nicht ganz gerecht zugeht.
“hinsichtlich der Ukrainedebatte”:
b) “Im übrigen geht man bei der Beschreibung unterentwickelter Regionen von den vorgefundenen Tatbeständen aus. Inzwischen gibt es jedoch Anhaltspunkte genug dafür, daß die funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaft solche Tatbestände erst produziert. Typisch verstärken die Funktionssysteme der Weltgesellschaft vorgefundene Ungleichheiten, weil es für sie rational ist, Unterschiede zu nutzen. Nur wer zahlungsfähig zu sein scheint, erhält Kredite…….Mehr und mehr scheint die moderne Weltgesellschaft sich mit Problemen zu befassen, die sie selbst erst erzeugt hat.”
Da kann ich Luhmann folgen. Auf die Ukraine angewandt: Warum müssen wir mit der ein Assoziierungsabkommen abschließen? Warum begnügt man sich z.B. nicht damit Schüleraustausch zu betreiben und dafür ein paar Vereinbarungen abzuschließen?
Das angestrebte EU-Abkommen bedeutet erstmal für die Ukrainer den Gürtel enger schnallen um irgendwann in der besten aller Welten anzukommen.
Die, die zu entscheiden haben arbeiten sich peu a peu an kriegsträchtige Zustände heran. Und in der Ukraine kommt auf allen Seiten der Nationalismus wieder zu allen Ehren.
karla März 14, 2014 um 20:48
Goodnight März 14, 2014 um 11:49
“Yep…vielleicht haben sich in der Moderne auch einfach nur die Rücktritte beschleunigt ;-)
Aber merkst Du: Du hast mal ganz nebenbei die neue Gegenwart gekennzeichnet: Putin. Auf zur Jagd, der steht noch….”
Die ukrainische Regierung steht auch noch. Die könnten ja auch zurücktreten und den alten Plan mit vorgezogenen Wahlen wieder rausholen. Sollen wir die jetzt auch jagen?
"ruby" März 14, 2014 um 18:50
Sehe wie der Augenthaler(5) von Schwindelgefühlen geplagt dem Ball hinterherschaut und zum Schluss Bayern die Meisterschaft an Werder Bremen verspielt hat.
focion März 14, 2014 um 16:56
Porn zweiter Ordnung. :-(
"ruby" März 14, 2014 um 16:42
Kaum einer hat die Fußballstrümpfe (Stutzen) so herrlich schlabberig getragen wie der Spieler mit der 4.
Als Siggi Reich zum Flankengott wurde …
Yep…vielleicht haben sich in der Moderne auch einfach nur die Rücktritte beschleunigt ;-)
Aber merkst Du: Du hast mal ganz nebenbei die neue Gegenwart gekennzeichnet: Putin. Auf zur Jagd, der steht noch….
f.luebberding März 14, 2014 um 11:44
Das ist wirklich ein Problem. Zeit. Alle treten zurück, bevor wir die Wahrheit herausfinden konnten … . Fehlt nur noch, dass Putin zurücktritt.
Goodnight März 14, 2014 um 11:38
Yep, aber Du verkennst die Macht des Faktischen: Alles was man über Honeß hätte schreiben können, also all die Wahrheit, die hätte man in den letzten Tagen schreiben müssen. Jetzt ist es zu spät.
Honeß war in den letzten Tagen ein Thema, eine Information, hab Deutschland hat mitgelesen, bei der Urteilsverkündung hatte mein netz Probleme SpOn zu erreichen.
Alle Wahrheit die jetzt noch rauskommt wird niemanden mehr erreichen.
Der Faktor Zeit ist bei dem Job, den Du machst, von entscheidender Bedeutung geworden.
( 3 days of the condor)
f.luebberding März 14, 2014 um 11:26
Du verkennst ein wenig die Logik der Online-Kommunikation. In einer Konstellation, wie jetzt bei Hoeneß, wäre es früher unmöglich gewesen, die Kalküle der anderen zum Ausgangspunkt des öffentlichen Diskurses zu machen. Alles blieb im Dunkeln. Heute kann ich jedes eigene Kalkül experimentell untersuchen und testen, um Reaktionen zu antizipieren. Im Grunde kann ich ohne das heute auch gar nicht mehr rational handeln. Dieser Blog ist ja eine hervorragende Spielwiese dafür, weil sich auch der Deppenfaktor in Grenzen hält … . Was hier in der Hoeneß-Debatte schön zum Ausdruck kam. Auf wirklich alles sofort reagieren zu können.
Insofern sind Online-Medien aufklärerisch, wenn sie denn nicht puren Nonsens erzählen. Bei Hoeneß kann die andauernde Forderung nach Aufklärung und die Aufdeckung von Widersprüchen ja durchaus dazu geführt haben, das für ein Problem zu halten. Selbst wenn seine Räuberpistole richtig gewesen wäre, blieb das Kommunikationsproblem … .
Dann geht man mit einem milden Urteil doch besser in den Knast.
chabis März 14, 2014 um 11:13
Gute Rücktrittserklärung auf den ersten Blick.
So tritt man vorbildlich zurück als “Oligarch” in unserer Zeit.
Oligarchische Züge hatte er schon, der Uli Hoeness, auf dem
Gebiet der Fussballökonomie und Pionier in diesem “Neuland”
in den roaring 80igern. Und er wird abgelöst durch korrektere
und leichter auswechselbare Gestalten, für die er heute den Winkelried macht .
otto März 14, 2014 um 11:03
Kommt mir in letzter Zeit immer wieder hoch
Goodnight März 14, 2014 um 10:59
Der Mensch Uli Honeß wurde bestraft. Und die Blog Karawane marschiert weiter zum nächsten Thema. Niemand interessiert sich jetzt mehr wirklich für die Wahrheit hinter den Mio., Schweizer Konten, trades…
D.h. Der Mensch hat in der Moderne immer noch eine Bedeutung, sei es auch als Mülleimer der Kommunikation.
D.h. die Kommunikation folgt, wie bekannt, nicht der Wahrheit sondern der Information und die Information ist Gegenwart, also diese nicht existierende Einheit von Vergangenheit und Zukunft.Deshalb ist sie so flüchtig, die Information, weil sie gar nicht ist.
Blogs sind deshalb wie Twitter und Nachrichten die Abbildung der Gegenwart, d.h. nur hier ist Gegenwart möglich.
Und dabei stellt sich die Frage wer über die Gegenwart der Gegenwart bestimmt, und wie sich der Mensch zwischen seiner indiviuellen “Gegenwart” (Arbeit, Essen, Schlafen..) und der Gegenwart bewegen kann.
Whatever, viel Stoff für viel Forschung.
Das gleiche Problem besteht beim “Mensch”, weil der existiert auch nicht. Wir haben einen Körper und einen Namen, aber kann hier oder oder irgendwo anders jemand sagen was das ist: ein Mensch.
Die Einheit einer Differenz, d.h. ein Konstrukt.
Die Moderne hat dieses Konstrukt perfektioniert (Individuum) und zugleich ist es dabei es zu zerlegen (Rollen). Dabei kann man davon ausgehen dass beides in einem kausalen Zusammenhang steht, d.h. die Einheit dient der Ermöglichung der Differenzierung.
Wenn man z.B. Stanford beobachtet, dann beobachtet man die Dekonstruktion des Menschen entlang der technischen Möglichkeiten.
Zugleich bleibt der Mensch als Adressat z.B. für Konsum unverzichtbar. Fraglich ist nur, ob der Mensch als Einheit der Differenz nicht komplett in die virtuelle Welt ausgelagert wird.
Aber das dauert noch einige hundert Jahre.
Whatever, den Uli hat sein Mensch-sein vor der Wahrheit geschützt, nun ist er auch als Mensch aus der Gegenwart raus. Und wir müssen die neue Gegenwart bestimmen: Kalter Krieg, Flugzeugabstürze, Staatsaffären…
“For someone who was never meant for this world, I must confess I’m suddenly having a hard time leaving it. .. Maybe I’m not leaving… maybe I’m going home.”
Vincent (gattaca)
Stephan März 14, 2014 um 10:48
“Hybridiot”. I like that.
wowy März 14, 2014 um 10:32
Wenn ich das tue, belege ich immer warum.
Ansonsten kann ich mich nicht erinnern die KommentatorInnen dieses Blogs in Bekloppte und nicht Bekloppte eingeteilt zu haben.
Bladnoch1971 März 14, 2014 um 10:28
Respekt. Sie haben das Ganze richtig eingeschätzt. Strafrechtlich ist der Deckel drauf und alle weiteren Fragen werden wohl im Dunkel bleiben. Bei Hoeneß selbst wird irgendwann man dann wieder überwiegend seine Erfolge und Wohltaten sehen und diese Affäre als dunkle Episode in seinem Leben abtun.
Jetzt können wir uns ja wieder um die Krim und das Freihandelsabkommen mit den USA kümmern.
jmg März 14, 2014 um 10:27
Persönlichen Erklärung von Hoeneß:
otto März 14, 2014 um 10:24
Jochen Venus März 14, 2014 um 10:24
“du wirst das was du suchst hier nicht finden. Das ist nur ein Blog.”
Was suche ich denn, Deiner Meinung nach?
Mich interessiert, in dem Sinn, wie @TRSS es beschrieben hat, was Blogkommunikation ist und wie sie funktioniert.
Und was die Hybris angeht: Du be- und verurteilst doch auch mit großem Selbstbewusstsein die Rechtsauffassungen anderer Leute. Ich kann darin keinen Unterschied zu meiner Beurteilung der Sinnhaftigkeit von Kommentaren sehen. Der einzige Unterschied zwischen uns ist, dass Deine Urteile bei ihren Adressaten nicht ankommen, meine aber schon.
jmg März 14, 2014 um 10:21
Uli Hoeneß geht ins Gefängnis, Rücktritt von allen Ämtern
wowy März 14, 2014 um 10:20
Ich bin von dem ausgegangen, was wir bisher wissen ;-)
holger196967 März 14, 2014 um 10:18
wowy März 14, 2014 um 10:13
Alles andere hätte keinen Sinn gemacht. Wie ich gestern schon sagte, Hoeness kann an einer Revision kein Interesse haben.”
Wirklich nur der UH? HUIHUIHUI :D Oder vielleicht doch die Allianz? ;)
Durchsage März 14, 2014 um 10:16
So, Revision wird keine eingelegt, U.H. akzeptiert das Urteil und tritt mit sofortiger Wirkung von allen FCB-Ämtern zurück.
Wobei mich dennoch die wohlfeile Kommentiererei durch die Politik nervt. Als ob ein Gerichtsurteil ein Plebiszit wäre. Was muß der U.H. “durch” sein, damit die Politik sich auf’s moralische Roß setzen kann. Bspw. Herr Meister von der CDU, siehe Parteispendenskandal und jüdische Vermächtnisse… da warten wir heute noch. Was ist mit Versicherungssteuer beim ADAC? Aber auf nem Gefallenen rumlatschen geht immer super…
wowy März 14, 2014 um 10:15
Bedeutet aber wohl auch, dass die Staatsanwaltschaft auf eine Revision verzichten wird.
Alles andere hätte keinen Sinn gemacht. Wie ich gestern schon sagte, Hoeness kann an einer Revision kein Interesse haben.
The Real Slim Shady März 14, 2014 um 10:13
> Lösungsschema: pull the plug.
Wäre eine denkbare Möglichkeit, why not? Allerdings nur dann wahrscheinlich, wenn sich “mensch” als “mensch” von der entwicklung bis dahin tatsächlich “entmenscht” genug fühlt, wonach es für mich nicht wirklich aussieht. Big data ist ja nichts andres als die Kehrseite enorm populärer Umwälzungen a la Facebook, Google, Cloudcomputing, etc. Daher scheint es zumindest zweifelhaft, ob die Entwicklung, wie auxh immer sie jonkret sein mag, drastisch genug als “Bedrohung” wahrgenommen wird, um das bisschen “Mensch”, das dann noch existiert, zu mobilisieren.
holger196967 März 14, 2014 um 10:09
Chapeau Herr Lübberding
UH verzichtet auf Revision und nun in den Knast.
Warum? Nun kann VT gemacht werden :D
Doktor D März 14, 2014 um 10:08
Meine Twitter TL sagt mir gerade: Hoeness geht nicht in die Revision.
keiner März 14, 2014 um 10:04
“sondern zu beobachten, wie Systeme (also gut: auch “Menschen”), das Heranzoomen eines so gearteten Welthorizonts als Umweltveränderung beoachten und zukünftige Differenzen daran anschliessen.”
…oder auch nicht, Lösungsschema: pull the plug.
Russland-Krim ist nur der Anfang neuer, sehr alter, schlichter Lösungsschemata für komplex Fragestellungen. Der Mensch neigt halt im Zweifelsfall von einem gewissen Punkt der Genervtheit zur Reduktion von Komplexität, koste es was es wolle (Amoklauf). Auf der Basis gesammter Gesellschaften nennt man das dann schlicht “Krieg”/”Revolution”, ob gegen innnere oder gegen äußere “Feinde” spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
holger196967 März 14, 2014 um 09:56
—>>> Der Mensch interessiert in diesem Zusammenhang kein bisschen, es interessiert ausschliesslich seine, oder: die von ihm technisch hervorgebrachte Kommunikation. Und dafür mag “Mensch” aktuell noch als Resource (und nur als Resource!) Vorbedingung sein, aber die Frage stellt dich ohnehin: “Wie lange noch?”
Die Frage kann man grob Beantworten, dann, wenn das Energieversorgungssystem für die Systeme “Save” ist. Also in rund 20 Jahren.
Frankie (formerly known as Bernankie) März 14, 2014 um 09:53
“Die Leitdifferenz scheint mir in nicht mehr zu bestehen als “reagieren/nicht reagieren”, wobei als Referenz eines entwickelten Threads weniger der Inhalt des ursprünglichen Blogeintrags in Frage kommt, sondern primär die jüngeren Kommentare, zu welchem konkreten Inhalt sich diese auch äußern mögen.”
Sehr fein beobachtet, diese Blog-Dynamik.
Übrigens , die Bank of England wurde wahrscheinlich 1977 schleichend und heimlich privatisiert, und keiner thematisiert das:
Wahnsinn, die stecken alle unter einer Decke!!! Ein Kartell des Verschweigens.
wowy März 14, 2014 um 09:49
No deal, weil Äpfel und Birnen.
Aber um es abzukürzen, und da wiederhole ich mich, du wirst das was du suchst hier nicht finden. Das ist nur ein Blog.
holger196967 März 14, 2014 um 09:45
Zu der Frühkritik von Frank
was mich immer wieder erstaunt, ist das Rechtsverständnis in dieser Gesellschaft, indem man Fälle mit einander vergleicht, die gar nicht vergleichbar sind. Und das daraus resultierende „Hängen sehen wollen“. Das allgemeine Volk kann vermutlich nur moralische Urteile fällen. Das nur mal zur Häme auf vielen Kanälen. Auch die Bestürzung darüber oder über das milde Urteil für UH finde ich persönlich lächerlich, da das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Es ist ein Präzedenzfall wo keiner richtig Einblick hat. Selbst wenn der BGH zu Gunsten UH entscheidet und Revision zulässt, und eine andere Kammer dann Zeit hat den Fall richtig aufrollen zu können, ist in den Köpfen 3,6 Jahre Knast.
Ob er nun für den FCB was taugt, oder nicht, muss der Verein entscheiden oder UH eben selber. Aber glaubt denn auch nur einer, dass UH nun niemals mehr in der VIP Loge sitzen wird? Wird der Name UH jemals vom FCB zu trennen sein? Quatsch, der wird irgendwann EhrenEhrenEhrenpräsi und wird auch weiterhin im Schatten seine Fäden ziehen. Soll er eben Medienwirksam öffentlich verzichten, und gut ist. Als Ehrengast taugt er noch und wenn er wirklich in die JVA oder offenen Vollzug muss, dann wird er nach Verbüßung Triumphal empfangen werden.
Die große Frage die man sich eigentlich stellen müsste, wieso konnte das überhaupt so kommen, die stellt sich kein Intellektueller. Warum auch, wäre ja mit Denken verbunden.
Es geht hier nicht um die hohen Summen, die ja so empörend sind, nein, es geht um das Steuerrecht an sich. Dieses Steuerrecht personalisiert und dämonisiert im Zweifel. Dabei, und das sage ich immer wieder, geht es nur um die Transaktion von Geld, und nicht, welche Person mit wem, wann und warum.
Das Steuerabkommen mit der CH wäre ja schon mal ein richtiger Schritt gewesen. Aber nein, die rote Pest (Harzer Roller Heute) will ja lieber die CH ausräuchern. In der Moderne ja immer noch das beste Mittel. Nicht wahr?
Hier in dieser Moderne hängt man lieber Personen auf. Anstatt sich lieber an dem Zocken oder Traden zu beteiligen. Davon hätte der Staat viel mehr auf Dauer, als eine einmal Hängung und lächerliche 30 40 50 Millionen. Noch viel lächerlicher finde ich es, wie viel KITA man ja davon bauen könnte. Das zeigt von einer Dummheit, die man schlecht noch toppen kann. Erstmal müssen die Jährlichen Zinsen für das Kunstwerk der SPD BER von rund 1 Milliarde zusammen gekratzt werden.
Da, wo die „richtigen“ Summen das Land verlassen, nämlich bei zB VW und den Werken in China, da kräht keiner. Das muss man sich mal überlegen, hier heulen die Manager rum Wettbewerb, Entlassungen Lohndumping, und machen sich dann selber Wettbewerb im größten Absatzmarkt in Asien, mit dem gesteigerten Gewinn durch den Verzicht der Belegschaft?
Wichtig ist, UH geht in den Knast. Bravo endlich haben wir die Sau am Haken.
Als wenn es keine anderen Sorgen gäben würde.
Andreas Kreuz März 14, 2014 um 09:40
The Real Slim Shady März 14, 2014 um 09:29
Übrigens ein hübscher Beitrag im FAZ-Feuilleton mit dem (fast richtigen) Titel: “Der Mensch ist fast überflüssig”. Fast richtig, weil “der Mensch” im Kontext von “big data” natürlich nicht “fast” sondern total überflüssig ist. Der Mensch interessiert in diesem Zusammenhang kein bisschen, es interessiert ausschliesslich seine, oder: die von ihm technisch hervorgebrachte Kommunikation. Und dafür mag “Mensch” aktuell noch als Resource (und nur als Resource!) Vorbedingung sein, aber die Frage stellt dich ohnehin: “Wie lange noch?”
Die big profits an der Wallstreet werden offenbar heute schon mittels HFT erzielt, sprich: machine-to-machine Communication. Oder, wie es im Neusprech der FAZ jetzt immer heisst: “Algorithmen”. Das Interessante wird nicht darin bestehen, über die Entwicklung und den Verlust von “Menschlichkeit” zu jammern; sondern zu beobachten, wie Systeme (also gut: auch “Menschen”), das Heranzoomen eines so gearteten Welthorizonts als Umweltveränderung beoachten und zukünftige Differenzen daran anschliessen.
The Real Slim Shady März 14, 2014 um 09:10
Habe mir ja lange den Kopf zerbrochen, was ein Blog (mit Fokus auf den Kommentarstrang!) eigentlich medientheoretisch genau ist. Komme immer wieder zum Fazit, dass es sich doch eher um eine Art medial vermitteltes Interaktionssystem handelt als irgendeine Evolution von Verbreitungsmedium. Die Leitdifferenz scheint mir in nicht mehr zu bestehen als “reagieren/nicht reagieren”, wobei als Referenz eines entwickelten Threads weniger der Inhalt des ursprünglichen Blogeintrags in Frage kommt, sondern primär die jüngeren Kommentare, zu welchem konkreten Inhalt sich diese auch äußern mögen. Kommentarstränge in Blogs sind aus mehreren Blickwinkeln eine wunderbare Case Study für gesellschaftliche Kommunikation insgesamt, sie differenzieren gelegentlich aus in whatever und sie enden niemals im “Konsens”. Sie laufen weiter, solange irgeindeiner sich findet, der noch was sagen will (im Prinzip egal was) und sich daraufhin einer (oder sogar mehrere, weil die Kommunikation plötzlich reaktualisiert (oder, mit einem Hilfsausdruck: revitalisiert), finden, die das Rad der Debatte eine Runde weiterdrehen. Hübsch zu beobachten auch der zunehmend steigende Anteil von Selbstreferenz im Laufe der Entwicklung des Threads, so nach dem Motto: “Warum didkutieren diskutieren wir darüber eigentlich und wenn ja dann so oder so?”.
Sorry, hat zwar alles nix mit Hoeness zu tun, aber fiel mir spontan bei der Lektüre der letzten Eibtröge so ein…
Morph März 14, 2014 um 09:06
“Warum hälst du dich eigentlich für berufen diese Einteilung zu treffen? Hybris?”
Klar, Hybris, was denn sonst?
Beobachte mal ganz ruhig und vorbehaltlos Deine eigenen Stellungnahmen zum Rechtssystem. Entdeckt Du in diesen Stellungnahmen vielleicht auch am Ende ein bißchen – Hybris?
Und jetzt nimm Dir mal Deine Hybris hinsichtlich des Rechtssystems und meine Hybris hinsichtlich des blogs wiesaussieht im Verleich vor. Wer, denkst Du, ist von uns zwei beiden der größere Hybridiot?
Wir könnten uns, ohne das weiter zu vertiefen, auf den Formelkompromiss einigen, dass wir uns da nichts nehmen. Deal?
wowy März 14, 2014 um 08:40
wowy März 14, 2014 um 08:39
Eine Frage an den Meinungsvorturner: Warum hälst du dich eigentlich für berufen diese Einteilung zu treffen? Hybris?
Morph März 14, 2014 um 07:52
“Noch einmal, @ Morph, wie wird man A-Kommentator?” Indem man die Anhänger von Illusionen und Illusionisten kritisiert und an der Aufklärung teilnimmt, zu der es alle erkenntnisfähigen Personen ohnehin zieht, selbst wenn die aufgeklärte Wirklichkeit profaner und verwickelter wirkt als die unaufgeklärte Vorstellung wahr haben wollte und man sich von lieb gewordenen Vorurteilen verabschieden muss (was oft weh tut).
Dein Kneipenbild ist ja ganz nett. Dann ist halt in der Kneipe auch einer dabei, der anderen ungefragt sagt: Ey, red’ nicht so einen Schwachsinn! Bist Du dann derjenige, der sagt: Hör auf, das hier ist eine Schwachsinnigen-Kneipe, hier darf jeder sagen, was ihm durch den Schädel brummt, und sei es noch so wahnhaft!
Die Moderne liebt ja die funktionale Differenzierung. Gut möglich, dass sich dann eben A-Kneipen und B-Kneipen bilden. In welche würdest Du gehen, wenn Du die Wahl hättest? Siehst Du!
Goodnight März 14, 2014 um 07:33
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz-net-fruehkritik/hoeness-auf-den-prozess-folgt-das-talkshow-tribunal-12846427.html
Goodnight März 14, 2014 um 07:28
http://www.faz.net/aktuell/politik/der-buerger-hoeness-12845578.html
petervonkloss März 14, 2014 um 03:26
- Der Philosoph Jacob Taubes hat einmal zu Beginn seines Nietzsche-Seminars diesen Witz erzählt:
russischen Revolution soll es ein besonders fanatisches Bataillon der Roten Armee gegeben haben. Seine Mitglieder: alles davongelaufene Schüler eines Moskauer Rabbiners. Wird der Rabbi gefragt: “Wie kann das sein? Du unterrichtest sie jahrelang im Talmud, und jetzt das. -
jmg März 14, 2014 um 02:21
“Katsche hat einen Tabakladen.”
Nein, er hatte bis August 2008 einen Schreibwarenladen und beliefert (vermutlich bis heute) regelmässig die Geschäftsstelle von Bayern München in der Säbener Strasse mit Schreibwaren aller Art. Jetzt aber von zu Hause aus.
http://www.merkur-online.de/lokales/regionen/katsche-schwarzenbeck-schliesst-nach-jahren-seinen-schreibwarenladen-405535.html
“”Er hat sich nicht mehr rentiert”, so Katsche. “Schon länger sei der Laden in der Münchner Au aber nicht mehr so gut gelaufen,
berichtet Schwarzenbeck. Die Konkurrenz durch Großhandel und Internet sei zu stark geworden.”
“Jeden Werktag von 6 bis 12 und 13 bis 18 Uhr stand Hans-Georg Schwarzenbeck in seinem Laden “und hoffte, dass was geht.”
“Das war nicht immer lustig.” Sein Glück war, dass er den FC Bayern als Großkunden hatte. “Die Lieferungen haben mich über Wasser gehalten”, sagt er. (Vater Teresa vom Tegernsee sei dank)
“Es war eine schöne Zeit”. Eine Zeit, in der der gelernte Buchdrucker sich von seinen Tanten zeigen ließ, wie man einen Laden führt. Eine Zeit, in der der “etwas mundfaule Fußballspieler”, wie er von sich selbst sagt, lernen musste, sich mit Leuten zu unterhalten. Eine Zeit, in der Kindergartenkinder und Rentner zu ihm kamen, um Hefte, Stifte und Zeitschriften zu kaufen, über Fußball zu reden und zu fragen, ob er nicht etwas gegen Knieschmerzen wüsste.”
Darüber hinaus war er ein exzellenter Verteidiger, der einem nichts vom Pferd erzählt hat und Belege sortieren kann der bis heute.
Unvergesslich ist folgendes:
http://www.youtube.com/watch?v=bcwTmfsbW58
20 Sekunden vor Schluss. Wie haben wir damals gejubelt.
petervonkloss März 14, 2014 um 01:47
-Durch das Sinai-Schema wird – soweit man sieht, zum ersten Mal – ein Volk zu einer programmatischen totalen Institution überhöht, die ihren Angehörigen, zusammen mit dem striktesten Vermischungsverbot, die Pflicht zur integralen Mitgliedschaft an einem erhabenen kultisch-ethischen Projekt auferlegt.
petervonkloss März 14, 2014 um 01:29
Ich will im Folgenden auf einige Momente der bekannten Sinai-Episode aus der Exodus-Erzählung des Pentateuchs etwas näher eingehen, um sie als Urszene der altjüdischen Anti-Vermischungspolitik zu charakterisieren. Daß es sich bei der Sinai-Erzählung wie bei der gesamten Konstruktion des Exodus-Epos mitsamt seinen Irrfahrten, Rebellionen und Wundern weitgehend um literarische Fiktionen im Modus nachträglicher Prophezeiung handelt, wahrscheinlich zwischen dem 8. und dem 6. vorchristlichen Jahrhundert verfaßt und nach-exilisch überarbeitet, setze ich in aller Ruhe voraus. An Spekulationen über den möglichen Einschluß von Realitätsresten aus älteren Epochen in diesen Geschichten kann ich mich nicht beteiligen; daher ist für den vorliegenden Versuch auch die Frage nach der geographischen Identifizierung des Sinai-Schauplatzes – es soll hierzu 14 verschiedene Hypothesen geben – ohne Belang. Des weiteren ist es im gegebenen Zusammenhang nicht weiter beunruhigend, daß Moses wohl kaum zwei von Gottes Finger beschriebene Steintafeln von der Berghöhe zum Lager des Volks herab gebracht haben kann. Der Münsteraner Alttestamentler Erich Zenger (1939-2010) hat hierzu das Nötige mit einer rührenden Deutlichkeit hingeschrieben: “Hinter den Sinaigeschichten des Buches Exodus wird nicht ein wie immer geartetes einmaliges, empirisch greifbares Ereignis sichtbar: es gab historisch keinen Bundesschluß am Sinai… es gab keine Übergabe von Gesetzestafeln durch Gott an den Mose auf einem Berg Sinai. – Ja… es gab auch keine Anfertigung des Goldenen Kalbs durch die Mose-Leute oder sonstige Sinaibeduinen.”[1] Man darf folgern, es habe mangels eines Goldenen Kalbs auch keine massenhafte Abschlachtung der Tänzer um das Kalb gegeben und keine anderen religiös motivierten Terrorhandlungen der Moses-Partei gegen das eigene Volk. Naturgemäß gab es auch keine Leviten, um sich bei der Niedermetzelung der Abtrünnigen hervorzutun. All die genannten Vorgänge haben ihren wahren Ort ausschließlich in den Erzählungen selbst. Die Erzählungen ihrerseits haben ihren vitalen Ort in den “israelogenen” Riten, das heißt in den volksstabilisierenden Opferhandlungen und Schriftlesungen, die sich zwischen dem 8. und dem 5. vorchristlichen Jahrhundert im Umfeld des Jerusalemer Tempelkults entfalteten – der sagenumwobene salomonische Tempel wurde nach Auskunft jüngerer archäologischer Forschung erst 200 Jahre nach Salomos Tod, also um die Mitte des 8. Jahrhunderts, errichtet und diente bis zu seiner Zerstörung durch die Truppen Nebukadnezars II. um 586 als kultisches Zentrum des Landes. Weil den Sinai-Erzählungen keine historischen Wahrheitsbefunde zugeordnet werden können, ist der Betrachter gehalten, ihre symbolische Bedeutsamkeit bei der Einschwörung des Volks auf seine religiöse Verfassung umso höher zu veranschlagen.
In diesem Zusammenhang kommen wir endlich auf die Frage nach dem Zusammenhang von “Monotheismus” und Gewalt zu sprechen. Es wird sich am Wortlaut einiger kritisch zu beleuchtender Passagen erweisen, warum es nicht sehr sinnvoll ist, das Gewaltproblem weiterhin vorrangig an einem religionstheoretischen Konstrukt namens “Monotheismus” festzumachen, auf dessen ausweichenden Sinn schon hingewiesen wurde. Stattdessen rückt unsere Untersuchung die Funktion des bund-förmigen Singularisierungsprojekts samt seiner psychosozialen und moralischen Kosten in den Vordergrund.[2] Tatsächlich bietet die Erzählung vom Bundesbruch durch das Volk Israel während der Absenz des Moses auf dem Gottesberg, wie sie im Kapitel 32 des Buchs Exodus zu lesen ist, das unüberbietbare Paradigma eines durch den Singularisierungsvertrag motivierten Gewaltakts. Im Bericht hiervon findet sich einer der schlimmsten Sätze der Religionsgeschichte aller Zeiten. Als Moses vom Berg zurückkehrend das Volk unter “Lärmen und Jauchzen” beim Tanz um das Idol findet, stürzt er das Bildwerk um, läßt es verbrennen und zu Pulver zermahlen. Etwas mysteriös bleibt die Anordnung des Religionsführers, den Staub des zerstörten Kalbs in Wasser zu schütten und die Israeliten zu nötigen, davon zu trinken.[3] Darauf beginnt eine beispiellose Schlächterei:
“26 Da stellte sich Moses an das Tor des Lagers und rief: ‘Wer für den Herrn ist, trete her zu mir!’ Da scharten sich alle Leviten um ihn. 27 Er sprach zu ihnen: ‘So spricht der Herr, der Gott Israels: Es gürte ein jeder sein Schwert um die Hüfte! Zieht hin und her im Lager von Tor zu Tor! Es töte ein jeder selbst den Bruder, Freund und Nächsten.’ 28 Die Leviten handelten nach des Moses Befehl. So fielen an jenem Tag vom Volk gegen dreitausend Mann.”[4]
Man hat zu Recht des öfteren bemerkt, daß die dargestellte Gewaltentfesselung, keine “extravertierte”, angriffskriegerische oder imperiale Stoßrichtung aufweist. Es handelt sich, im Gegenteil, um eine Entladung von “Gewalt nach innen” – man könnte nahezu von einem auto-genozidalen Drama sprechen. Hinsichtlich der Zahl 3000, mit der die Summe der Getöteten beziffert wird, ist nicht leicht zu entscheiden, ob es sich um eine pragmatische oder eine symbolische Zahl handelt. In jedem Fall läßt sie eine gewaltige Amputation am Körper des Moses-Volks erahnen. Ja, der Hinweis, daß die Leviten sich um Moses scharten, gibt der Vermutung Raum, es müsse sich – stets auf dem Schauplatz des Imaginären – um eine Vernichtungsaktion der Moses-treuen Minderheit an der Aaron-hörigen Mehrheit gehandelt haben. Tatsächlich spricht der zitierte Passus davon, das Volk – man darf wohl ergänzen, das ganze Volk, die dienstfertigen Leviten vielleicht ausgenommen, habe an dem ägyptisierenden Götzenfest teilgehabt. Nicht ohne Erstaunen nimmt man zur Kenntnis, daß es ausgerechnet Leviten sind, Angehörige einer priesterlichen Gruppe, die sich für die Ausführung des Gottes-Befehls bereit halten. Der Einwand, es könne zu der damaligen Zeit die Leviten noch gar nicht gegeben haben, verfängt aufgrund des fiktionalen Status des Berichts wegen nicht. Denn umso schwerer fällt die Beobachtung ins Gewicht, daß der Erzählung von der Ausmerzung zeitweilig abgefallener Volksmitglieder in Ermangelung des historischen Realgehalts ein herausragender symbolischer Charakter zukommt, um nicht von einer Dimension des Exemplarischen zu reden.[5] Der Gehorsam der Leviten gegen die mosaische Anweisung macht jedoch aus diesen Männern, selbst wenn sie töten, keine Mörder. Zwar verstoßen sie massiv gegen das kurz zuvor förmlich kundgegebene Fünfte Gebot (Exodus 20), doch steht ihr Tötungshandeln unter einem höheren Gesetz, es gehorcht gewissermaßen einem religiösen Notstandsrecht. Es scheint, die schwertführenden Leviten treten in die Nachfolge jener frühzeitlichen Heiligen Henker ein, deren überschriebene Spuren an mehreren Stellen des Alten Testaments in jüngerer Zeit – wie hypothetisch auch immer – entziffert werden konnten.[6]
Infolge der unglücksbedingten Hochkonjunktur der Bundestheologie nach der Katastrophe von 597 mußte das Pathos der Abgrenzung eine enorme Steigerung erfahren – wie eben die Exoduserzählungen es bezeugen. Dies spiegelt sich in der Struktur der Sinai-Erzählung nachdrücklich wieder. In ihr begegnet uns nicht nur der narrative Dreischritt vom Bundesschluß (Exodus 19-24) zum Bundesbruch (Exodus 32) und weiter zur Wiederherstellung des Bundes (Exodus 34), der für die erzählgesetzliche Abwicklung einer guten Geschichte obligat scheint. Die exorbitante Brutalität des Mittelteils, der den Einbruch der Störung abbildet, verrät darüber hinaus, wie sehr die Erzähler des Sinai-Dramas willens waren, sich in das seit jeher virulente, nun aber abgründiger denn je zuvor aufklaffende Problem des Bundesbruchs zu versenken. Der hochstilisierte Bundesbruch am Sinai ist also nicht bloß eine kultgeschichtliche Episode, die der frommen Besinnung zu denken gibt. Er besitzt prototypischen Charakter. Der Gedanke an ihn – und an seine fortwährend drohende Wiederholung – entwickelt sich zu einer Obsession, mehr noch, er wächst zu einer Denkform heran, die ihren Anwendern geradezu verspricht, den Schlüssel zu den dunklen Wechselfällen der Geschichte Israels zu liefern.
Ich nenne das obsessiv wiederkehrende Bundesbruch-Motiv des Tanachs daher das Sinai-Schema. Es macht den Preis der Singularisierung Israels inmitten der intensiven kultischen und militärischen Völkerkonkurrenz fühlbar. In der fiktiven Urszene am Fuß des Gottesberges wurde der Motivzusammenhang zwischen dem Bundesbruch und dem standrechtlich vollzogenen Strafgericht mit archetypischer Wucht exponiert und für Übertragungen in beliebig weit entfernte Kontexte bereitgestellt. Es liefert den Prototypus eines “Tun-Ergehen-Zusammenhangs” – um an den Fachausdruck zu erinnern, mit dem Alttestamentler gern das biblische Lohn- und Strafe-Schema umschreiben.[7] Mit Hilfe des Sinai-Schemas – Bundesbruch zieht Ausrottungsbuße nach sich, mit dem “Rest” geht die Reise weiter – wurde die Geschichte Israels, vor allem wo sie, wie in der babylonischen Exilzeit, als Unglücksgeschichte erlebt oder gedeutet wurde, gleichsam vorwärts wie rückwärts lesbar. Während am Sinai die Ausrottungsstrafe dem manifesten Bundesbruch in Sichtweite und linearer Konsequenz nachfolgt, lassen spätere, zunächst unbegreifliche Miseren des Volks nur indirekt den Rückschluß auf einen latent gebliebenen Bundesbruch zu – den erkennen in der Regel allein die Propheten und Priester, indem sie den Weg vom manifesten Strafleiden zum latenten Vergehen rückwärts abschreiten. Das Konzept der Sünde selbst, das vom Gang der jüdischen, christlichen und islamischen Ideen-, Gefühls- und Kultgeschichte nicht wegzudenken ist, trägt von Anfang an die Färbung der stets akuten Bundesbruchgefahr. Im Grunde ist jede Sünde ein Rückfall in das Leben vor der sinaitischen Konversion. In jeder Einzelsünde wird die Primärsünde des Verrats an der Bundespflicht, ja geradezu des Verrats an Gott, mehr oder weniger ausdrücklich aktualisiert.
Einer der frühen und typischen Anwendungen des Sinai-Schemas begegnet dem Leser der Bibel im 25. Kapitel des Buchs Numeri (Bamidbar). Dort wird berichtet, wie das Volk Israel beim Lager in Schittim (vermutlich im Ostjordanland) mit den “Töchtern Moabs Unzucht zu treiben” begann und an den Opfermahlzeiten der moabitischen “Götzen” teilnahm. Die Konsequenz ist vorhersehbar: “Der Herr sprach zu Moses: Nimm alle Volksverführer, und laß sie zu Ehren des Herrn angesichts der Sonne an Pfählen aufhängen… Moses gebot den Richtern Israels: ‘Es töte ein jeder die seiner Leute, die dem Baal-Peor anhingen!’”[8] Auch hier wird wie am Sinai das generelle Tötungsverbot durch eine überordnete Tötungspflicht ersetzt – eine Exemption, die in den gegebenen Fällen nicht aus der Kriegerethik folgt, sondern sich als unumgängliche Folge des Bundesbruchs aufzwingt. Ferner wird in dem gleichen Zusammenhang berichtet, unter den Israeliten sei eine Seuche ausgebrochen, die 24.000 Menschen das Leben kostete. Die Plage, deren Strafcharakter rückwirkend erkennbar wird, kam erst an ein Ende, als Pinchas, ein Enkel des Priesters Aaron, die Quelle des Übels ausfindig machte, indem er einen Israeliten, der mit einer Midianiterin schlief, mit seinem Speer durchbohrte. “Der Herr redete zu Moses: “Pinchas… hat bewirkt, daß mein Grimm von den Israeliten abließ… Siehe, ich verleihe ihm meinen Heilsbund. Ihm und seinen Nachkommen sei für immerwährende Zeit das Priesteramt vertraglich zugesichert dafür, daß er für seinen Gott geeifert und den Israeliten Sühne verschafft hat.”[9]
Vom Gesamtbefund des sinaitischen Schemas ist die kultisch explizit gemachte Pflicht zur Grausamkeit nicht wegzudenken, die bei der Exekution von strengen Gottes- bzw. Führergeboten demonstriert werden soll. So gebietet Moses den Kriegern bei dem Rachefeldzug gegen die verführerischen Midianiter die vollständige Auslöschung dieses Volks. Er erzürnt, als er erfährt, daß das israelitische Heer lediglich alle Männer niedergemacht hatte, Frauen und Kinder jedoch in Gefangenschaft führen wollte. In seinem vom Bundesbewußtsein befeuerten Eifer besteht Moses darauf, auch sämtliche Knaben und alle erwachsenen Frauen zu töten und nur die jungfräulichen Mädchen zu verschonen: die “laßt für euch am Leben!” (4 Moses 31). Bei der folgenden Landnahme Israels werden die jüdischen Heere zur präventiven Ausrottung der ansässigen Bevölkerungen aus Amoritern, Kanaanitern, Perisiten, Hiwitern und Jebusitern angehalten, damit diese das noch labile Bundesvolk erst gar nicht dazu verführen können, “alle Gräuel nachzuahmen, die sie begingen, wenn sie ihren Göttern dienten”[10]. Die Bundesbruchgefahr begleitet in wechselnden Graden von Explizitheit die weitere Geschichte des eiferpflichtigen Programmvolks. Im Umgang mit “Frevlern” und Verführern wird stets an die deuteronomistische Maxime “du sollst sie nicht verschonen”[11] erinnert. Naturgemäß unterstehen auch die Grausamkeiten Yehuda Makkabis, Sohn des Priesters Mattatias, in seinen Vernichtungsaktionen gegen assimiliationsbereite Mitbürger während des Kampfs um jüdische Kultfreiheit im 2. Jahrhundert durchwegs den Grundsätzen der am Sinai kreierten Eiferkultur. Von Yehudas Gewalttaten gegen Volksangehörige berichten die Makkabäerbücher im stolzen Ton. Dies steht in unaufgelöstem Kontrast zu dem sonst vorherrschenden Ethos der Lebensheiligung, durch das sich die heiligen Schriften des Judentums auszeichnen – nicht umsonst war die Ablehnung des Menschenopfers für die Opposition des Judentums gegen die Kulte der Umgebungskulturen konstitutiv.
Summarisch läßt sich sagen, daß die Mahnung zur unbedingten Bund-Bewahrung jederzeit die strikteste Kultpflicht mit sich bringt. Wer es versäumt, das Pessachfest zu feiern (es sei denn, er wäre auf Reisen und der Kultgemeinde fern), “soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden”[12]. “Wer einem anderen Gott als Jahwe ein Schlachtopfer darbringt, an dem soll die Vernichtungsweihe vollstreckt werden.”[13] “Jeder, der am Sabbat eine Arbeit verrichtet, soll des Todes sterben.”[14] Schon das Brennholzsammeln am Sabbat gilt als todeswürdiges Vergehen. Diese Heftigkeiten gegen Frevler und Fremde sind nicht als Relikte titanischer Ungeschliffenheit im Text stehengeblieben. Man muß in ihnen bewußt gesetzte Mahnzeichen sehen. Sie dramatisieren den Zusammenhang zwischen der einfachen Sünde und dem Bundesbruch: Die Gefahr der Apostasie steht immer schon im Raum, wo Kultverletzungen wahrgenommen werdem. Die vielfach reflektierten und sorgfältig redigierten Brutalismen der Heiligen Schrift, die um das Jahr 400 v. Chr. ihre Endgestalt erreicht haben dürfte, sind nur aus ihrer religiösen Grammatik begreiflich zu machen. Hierzu hat man sich die psychopolitische Merkwürdigkeit zu vergegenwärtigen, daß in ihnen keineswegs eine heitere Primäraggression, ein unbefangener Expansionismus, ein naiver Ethnozentrismus zum Ausdruck kommen. Sie sind Derivate des prekären Vorrechts auf Strenge gegen sich selbst, das in positiver Wendung Erwählung heißt.
Im Folgenden möchte ich die mehrfach geäußerte Vermutung wiederaufnehmen, daß die zitierten Gewaltreden zum größten Teil literarischer, performativer und evokativer Natur gewesen seien. Ich halte an der Annahme fest, sie bedeuteten nur heftige Verbalismen, denen in den meisten Fällen keine Realhandlungen entsprochen haben dürften. Religionspraktisch und ethno-pädagogisch gesehen gehören sie zu den Sprechakten der Einschwörung, kraft welcher sich das Volk Israel in seinen langen politischen Bedrängnis- und Versuchungszeiten auf die Grundlagen seiner “Sonderexistenz”[15] zu besinnen versucht. Nicht ohne Grund hat Jan Assmann in seiner Wiener Rede “Monotheismus und die Sprache der Gewalt”[16] auf die linguistischen Bedingungen des neuen, im Gottesbund fundierten modus vivendi hingewiesen. Dessen revolutionäre Neuheit ließ sich allein in einer Sprache der kollektiven Konversion artikulieren. Unter dem singularisierenden Effekt des Sinai-Schemas versucht sich erstmals ein ganzes Volk an der Seinsweise eines Eiferkollektivs bzw. von heilsbesorgten Verwirklichern des Gesetzes. Die Sprachformen dieses Daseinsmodus umfassen auf der einen Seite die Heilsverkündigung, die Segensrede, die Selbstbeglückwünschung und den Dankesspruch – ihnen verdankt die religiöse Weltliteratur einige der höchsten Dokumente theopoetischer Rede. Auf der anderen Seite verdichten sich die Gesten der Unheilsverkündigung, der Selbst- und Fremdverfluchung, der Drohrede und des Reuebekenntnisses (“das (richtige) Opfer für Gott ist ein zerknirschter Geist…”[17]) zu einem Strom stetiger Selbstermahnung, ja Selbsterschreckung. Zu Recht spricht Assmann davon, daß der “exklusive Monotheismus” – ich würde jetzt lieber sagen: die singularisierende Strategie in der Kult- und Völkerkonkurrenz – aus innerer Notwendigkeit einer “Semantik des Bruchs, der Abgrenzung, der Konversion”[18] bedarf.
Bruch, Abgrenzung und Konversion haben gemeinsam, daß sie Aspekte einer neuartigen Kultur der totalen Mitgliedschaft[19] darstellen. Zwar besitzen frühe Stämme und Völker insgesamt für ihre Mitglieder quasi von Natur aus den Charakter totaler Institutionen, außerhalb welcher sich sinnvolles Leben kaum vorstellen ließ – weswegen die Verbannung oft einer psychosozialen Todesstrafe gleichkam. Jedoch waren die alten ethnischen Formationen, wie die jüngere Ethnologie betont, gewöhnlich in viel höherem Maß für Wechselwirkungen mit anderen Völkern, für Absorptionen, Assimilationen und Vermischungen offen, als die romantische Unterstellung substantieller Ethnizitäten glauben wollte. Durch das Sinai-Schema wird – soweit man sieht, zum ersten Mal – ein Volk zu einer programmatischen totalen Institution überhöht, die ihren Angehörigen, zusammen mit dem striktesten Vermischungsverbot, die Pflicht zur integralen Mitgliedschaft an einem erhabenen kultisch-ethischen Projekt auferlegt.
Es ist in erster Linie dieser ethnogenetische Geniestreich, es ist diese singuläre Verwandlung einer zufälligen Ethnie aus bis dahin unauffälligen, “götzendienerischen” Stämmen in ein eiferndes Programmvolk unter dem einen Gott, auf welche das eindrucksvolle Phänomen der “Zeitüberdauer des Judentums”[20] zurückzuführen ist. Was man seit alter Zeit den “Zaun um die Tora” nennt und in jüngeren Tagen den Normenzaun um das jüdische Volk genannt hat, ist nichts anders als das Ergebnis aus der Anwendung des Sinai-Schemas auf das ethnische Substrat des Exodus-Volks, zu dem später – namentlich bei der Versammlung von Sichem[21] – eine Reihe von Nicht-Exodus-Stämmen hinzutraten.[22] Diese historisch imponierenden Effekte der Selbsteinzäunung des Judentums durch Schriftfrömmigkeit und Gesetzesgehorsam sind es, die Heinrich Heine zu der so eleganten wie tiefen Bemerkung inspirierten, für die Juden der Diasporazeit sei die Bibel ein “portatives Vaterland”[23] gewesen.
Die sinaitische Singularisierungsstrategie besteht in der Hauptsache aus einer beachtlichen Anzahl von Selbstinklusionsmaßnahmen, die das Ziel verfolgen, eine möglichst unüberwindliche Innen-Außen-Differenz aufzurichten – eine Differenz, deren reine Durchführung doppelt gefährdet ist, von innen durch das jederzeit aktuelle Risiko des Abfalls, beginnend mit einer schleichenden Gleichgültigkeit gegen die Tradition, von außen durch Assimilationsangebote seitens fremder Mächte. Ein gutteil des Religionsvolkslebens vollzieht sich als Streit am Zaun.
Wo der “Zaun” um das Volk in “Sonderexistenz” nicht nur durch wiederholte Verheißungen, sondern auch mit den Mitteln chronischer Selbstermahnung, ja sogar ständiger Selbstdrohung errichtet wird, wandelt sich die gewöhnliche politische Phobokratie, ohne die sich die Herausbildung größerer hierarchisch strukturierter Herrschaftssysteme von antiken Tagen an nicht vorstellen läßt, zu einer neuen Form von primär nach innen wirkender Furchtsteuerung. Sie erzeugt bei dem betroffenen Volk eine gewissermaßen auto-phobokratische Verfassung. In dieser geht die allgemeinreligiöse Scheu vor dem Numinosen wie vor der Rache der Götter in die Sonderform der Furcht vor dem Bundesbruch und seinen Folgen über. Da in diesem Regime virtuell jedes Vergehen, weil heilige Normen verletzend, vor dem Hintergrund der Bundesbruchdrohung gesehen werden kann, nehmen die Strafen auch in niedrigrangigen Angelegenheiten einen phobokratischen Charakter an. Im Buch Deuteronomium (Devarim) des Pentateuchs wird der Fall eines ungehorsamen und trunksüchtigen Sohns erörtert, mit dem wie folgt verfahren werden soll: Seine Eltern mögen ihn ergreifen und an das Gerichtstor bringen. “Dann sollen alle Männer seiner Heimatstadt ihn zu Tode steinigen. So sollst du das Böse aus deiner Mitte wegschaffen. Ganz Israel soll es vernehmen und sich fürchten.”[24] Im Klima generalisierter Phobokratie dringen die Wirkungen des Sinai-Schemas bis auf die Ebene von Alltagskonflikten vor. Die Spruchliteratur reflektiert dies in der Devise: “Die Furcht des Herrn ist der Beginn der Weisheit.”[25]
Es wäre nun ein gravierender Fehlschluß, wollte man annehmen, die Wirkungen des Sinai-Schemas beschränkten sich auf die Religionsverfassung Israels in vormoderner Zeit. Wenn es tatsächlich gute Gründe gibt, von einer Gruppe eminenter monotheistischer Religionen und ihrem problematischen Verhältnis zur Gewaltfrage zu sprechen, so deswegen, weil die Grundstrukturen der sinaitischen Konstitution wenn auch nicht in allen Hinsichten, so doch in wesentlichen Elementen auf die Nachfolgereligionen des Judentums, namentlich das Christentum und den Islam, übergegangen sind. Die Geschichte des Christentums wie die des Islams ist bis zu einem gewissen Grad als die Wanderung des Sinai-Schemas durch expansive nicht-jüdische Kollektivprojekte zu verstehen. Erst in diesen späteren Re-Inszenierungen kam es zu den bekannten massiven Gewaltfreisetzungen nach innen wie nach außen, die die Religionsgeschichte verdüstern. Daher scheint es sinnvoll, die Dreiergruppe der klassischen Monotheismen mittels ihrer gemeinsamen Prägung durch das Sinai-Schema zu definieren, ungeachtet dessen, daß sich viele Theologen lieber mit dem post-antisemitischen Phantombegriff der “abrahamitischen Religionen” angefreundet haben, dem sie so manche gute Stunde am ökumenischen Kamin verdanken. Tatsächlich verpaßt man beim Rückgang auf Abraham als vorgeblichen Quellpunkt intermonotheistischer Gemeinsamkeiten die entscheidende Pointe: die ethnogenetische Wirkung der religiösen Einschwörung. Der von Jahwe mit Abraham in dessen neunundneunzigstem Lebensjahr geschlossene Bund atmet die Luft des Patriarchenmärchens, ihn umgibt, der dunklen Isaak-Geschichte zum Trotz, noch der Charme des vor-sinaitischen Israel, dem Thomas Mann in seiner Joseph-Tetralogie das großartigste Denkmal gesetzt hat. Der Abraham-Bund ist als Heilszusage an einen frommen Einzelnen formuliert, so sehr auch schon vom Segen einer unabsehbaren Nachkommenschaft die Rede ist. Es fehlt ihm noch das Element der sinaitischen Verschärfung, die mit der Kollektivoffenbarung am Gottesberg und mit der Einberufung eines ganzen Volks in den Gehorsamsvertrag mit Gott wirksam wird.
Was Christentum und Islam mit dem Judentum gemeinsam haben, ist nicht die mythische Herkunft von einem Stammvater, sondern die neuartige ethnogenetische Form, die sie als Programmvölker mit prophetischen Skripten von den übrigen ethnischen Gruppierungen abhebt – und sie auch gegeneinander in Stellung bringt. Das sinaitische Programmvolk Israel findet seine wahren Verwandten und typologischen Nachfolger in dem pneumatischen Programmvolk, das christlich ekklesia heißt, und in dem koranischen Programmvolk, das sich als Ummah Wahidah, sprich als die Eine Gemeinschaft der Muslime konstituiert. Beide Neuvölker haben den Ausbruch aus der ethnischen Klausur des Judentums zur Voraussetzung.
Die drei theogenen Kollektive teilen miteinander den in der sinaitischen Verschärfung zuerst prägnant ausgeformten Zugriff auf das Leben ihrer Angehörigen im Modus der totalen Mitgliedschaft – ob dieser nun hebräisch qana heißt oder griechisch zélos oder arabisch djihad. Dies verrät sich nicht zuletzt in ihrer gemeinsamen tiefen Nervosität angesichts der Gefahr von Apostasie. Er wär leichtsinnig, das Apostasieproblem in den resoluten Programmvölkern vom Muster des Kirchenaustritts in einer modernisierten Gesellschaft her aufzufassen. Tatsächlich betrachten auch die beiden Nachfolgereligionen des Judentums das Verlassen der Heilsgemeinschaft nach wie vor – dem Sinai-Schema folgend – als einen Bundesbruch, auch wenn die Bundespartner nicht mehr Jahwe und Israel sind, sondern der Dreieinige und sein Kirchenvolk oder Allah und seine muslimische Gemeinde. Es verwundert daher nicht, daß die totalen Programmkollektive in den Zeiten ihrer sozialen Vollmacht den “Abtrünnigen” oder Religionsmüden de iure ein Todesurteil hinterherschicken konnten, zumindest einen eschatologischen Fluch und eine von Herzen kommende Verwünschung. Noch der heutige Islam ist vom Problem der Apostasie (ridda) geradezu besessen, wie unter anderem ein fatales Urteil des Fatwa-Ausschusses der Al-Azhar-Universität in Kairo, der angesehensten Institution des sunnitischen Islam, von 1978 bezeugt: Nach diesem sind noch heute Apostaten unter gewissen Umständen als Verräter an Allah zu töten. Zudem wird der Islam in diesen Tagen mehr denn je vom Argwohn gegen reale oder vermeintliche Blasphemien heimgesucht. Als Angehörige eines Eiferkollektivs, dessen Mitglieder die eigenen kulturellen Schwächen mit zunehmender Deutlichkeit verspüren, versäumen manche muslimische Eiferer heute keine Gelegenheit, sich von Ungläubigen beleidigt zu fühlen. Sie antworten auf die zum gutteil eingebildeten oder herbeigewarteten Angriffe mit zelotischen Grenzverstärkungen.
Wer sich für Methoden zur Erzeugung von totaler Mitgliedschaft im frühen 21. Jahrhundert interessiert, braucht sich nur kundig zu machen über das Treiben von Taliban-Schulen in Afghanistan und von wahabitischen Ausbildungszentren in Saudi-Arabien, deren Abgänger vor allem in den Ländern Afrikas und Asiens als Glaubenskämpfer auffällig werden. Daß Ähnliches in manchen Hinterhof-Moscheen Europas geschieht, läßt nicht mit Stillschweigen übergehen. Der Interessent sollte sich allerdings auch Auskünfte über die protestantischen Sekten-Universitäten in den USA verschaffen, über Seminare der Pius-Brüder in der Schweiz, über Engelwerke und marianische Inbrunst-Vereine in Bayern sowie über die Geschäfte einer Unzahl totalitärer Kleinreligionen in aller Welt, die bei all ihren Verschiedenheiten das eine gemeinsam haben, daß sie, scheinbar altmodisch, nach dem “ganzen Dasein” ihrer Mitglieder greifen.
Es liegt in der Natur moderner Gesellschaften, daß sie im Verlauf ihrer funktionalen Differenzierung die religiöse Semantik (wie die religiöse Ritualistik) von der Aufgabe der Kollektivsynthese entlasten. Modern sind Gesellschaften, sobald sie ihren Zusammenhang durch säkulare Medien und funktionenteilig verzahnte Subsysteme besorgen, ohne daß sie an irgendeiner Stelle ein wahres Selbst oder eine Kultmitte ausbilden könnten – nicht einmal in den Parlamenten oder den Fachbereichen für Soziologie. Hierdurch befreien sie die Religion insgesamt zu ihrem “Kerngeschäft”: der Deutung des In-der-Welt-Seins als solchem – die sie in unentscheidbarer Konkurrenz mit der Kunst und der Philosophie betreibt -, der Schicksalsbewältigung und der Betreuung der letzten Dinge. Diese Befreiung wird von Gläubigen, die sich nostalgisch an vormoderne Verhältnisse erinnern, als Bedeutungsverlust erlebt. Die große Mehrheit der religiös Betroffenen dürfte die Aufhebung zudringlicher Kollektivierungen im Namen von zwanghafter Kult- und Kirchenmitgliedschaft als Erleichterung begrüßt haben. Das zeigt: Die wirkliche, das heißt die systemische “Reformation” – nicht bloß der Kirche, sondern des religiösen Lebens überhaupt – konnte sich aus strukturellen Gründen noch nicht im Jahrhundert Luthers und Calvins ereignen, da jene Zeit lediglich alternative Formen der religiösen Totalerfassung hervorzubringen imstande war – wie die integristischen Zuspitzungen des Luthertums und des Calvinismus zeigen, die strukturell eher mit den islamischen Reformbewegungen des Wahabismus und Salafismus zu vergleichen wären. Sie vollzog sich der Sache nach erst zwischen dem 18. und dem 20. Jahrhundert bei der Ausdifferenzierung der Religion zu einem “Subsystem” mit eigengesetzlichen Funktionen.
Dies ist die Reformation, der sich selbst die römisch-katholische Kirche nach erbittertem antiliberalem Widerstand nicht verweigern konnte. Allerdings zeigen sich in ihr auch nach dem historischen Kompromiss mit dem “Liberalismus”, den das Vaticanum II vollzog, unverkennbare gegenreformatorische Tendenzen in Form von Vorschlägen zu einer erneuten neo-sinaitischen Verschärfung: Nicht zufällig hat Benedikt XVI. die katholische Kirche jüngst an ihre wahre Identität als pneumatisches Volk von Zeugen erinnert und sie zu stärkerer Entweltlichung aufgerufen.[27] Da sie die Rolle einer kollektivbildenden Staatskirche nicht mehr spielen kann, steht für sie auf den Wegen der Entweltlichung nur noch die Selbstgewisserung in einer vom Pneuma und Dogma animierten Parallelgesellschaft offen – spätere Öffnung zur Welt nicht ausgeschlossen.
Im übrigen ist aus systemevolutionärer Sicht gut zu verstehen, warum in der Übergangsphase von traditionellen Gesellschaften mit religioider Einheitssemantik zu modernen Gesellschaften mit diskreten “Grundwerten”[28] zeitweilig – vor allem in der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – das Problem der sogenannten Ersatzreligionen auftauchen konnte: Was man den Nationalismus, den Totalitarismus, den Faschismus, den Kommunismus, den Fundamentalismus oder den Integrismus genannt hat, waren und sind in der Sache nichts anderes als mehr oder weniger verzweifelte Versuche, ältere Formen der Kollektivsynthese durch die allzuständige prophetisch geoffenbarte Religion mit neuen, halbwillkürlichen Themen wie Nationalkultur, Vergesellschaftung der Produktionsmittel, Führerkult, Rassendifferenz oder Buchstabengläubigkeit nachzuspielen. Zumal der Katholizismus südeuropäischer Länder begab sich zu dieser Zeit in eine sehr zweideutige Lage, da er sich allzu willig als Zivilreligion autoritärer und faschistischer Regime instrumentalisieren ließ. Auf der anderen Seite übernahm die bürgerliche Kunstreligion trotz fragwürdiger Überspitzungen eine aufs Ganze gesehen produktive Rolle, weil in ihr am Umgang mit ästhetischen Kultobjekten der Übergang von der traditionellen zwangsmitgliedschaftlichen Kultübung zu spontanen dogmenlosen Verehrungen eingeübt werden konnte.
Der Strukturwandel des Religiösen in der Moderne kann die Formen totaler Mitgliedschaft nicht unberührt lassen, die sich nach dem ethnogenetischen Geniestreich im Zeichen des Sinai entwickelt hatten. Er affiziert daher auch die einstige fortlaufende Israelisierung Israels unter dem Ritualgesetz ebenso wie ihre Parallelen in den Programmvölkern der christlichen Kirchen und des Islam, die sich auf jeweils eigene Weise der stetigen Christianisierung der Christen und der vertieften Islamisierung der Muslime verschrieben hatten. Offenkundig hat sich im westlichen Judentum seit dem 18. Jahrhundert eine Emanzipation vollzogen, die über die Gemeinschaftszwänge der Vergangenheit und den chronischen Bundesbruchverdacht hinausführen. Tatsächlich hat gerade das Judentum in seiner spezifischen “Reformation” eine vertiefte Anteilnahme an Aufklärung und Demokratie entwickeln können. Auf dem jüdischen Weg in den ethischen Liberalismus darf die ernstgenommene Demokratie als Fortsetzung des Bundes mit anderen Mitteln gelten.[29]
Im Lauf der Modernisierung werden Konzepte wie Mitgliedschaft oder Zugehörigkeit einer tiefgehenden Revision unterworfen. Es sind im wesentlichen zwei Veränderungen des Sozialsystems und seiner normativen Ausstattung, die dem Phänomen der totalen Mitgliedschaft in Religionsvolksgruppen die Grundlage entziehen – zum einen die eben genannte Freistellung der überlieferten Religion vom Geschäft der Ethnogenese bzw. der Kollektivsynthese – was eine Erledigung mancher Formen der vormals unausweichlichen “politischen Theologe” mit sich bringt[30] – , zum anderen die progressive Erhebung der Individuen zu Trägern unveräußerlicher Grundrechte. Unter denen ragen das Recht auf Freizügigkeit und das Recht auf freie Religionswahl hervor.[31] Wenn es auch übertrieben ist, von einer Sakralisierung der Person in der Moderne zu sprechen, die Souveränisierung der Person ist nicht zu leugnen.[32] Indem die Souveränität der Person ein grundrechtlich verankertes Gegengewicht zur potentiell dämonisch übersteigerbaren Idee der Volkssouveränität bildet, lockert sie eo ipso den Zugriff des Kollektivs auf die Einzelnen und emanzipiert diese von der Zumutung totaler Volksangehörigkeit.[33] Insgesamt wird der Volksbegriff zunehmend problematisch, ja, die Volkstümer selbst erscheinen immer öfter als Anachronismen, zuweilen nur noch als altehrwürdige Sperrgüter in den stofflichen und informatischen Flüssen der Weltgesellschaft. Beobachtungen dieser Tendenz hat Karl Marx in seinen noch immer anstößigen Bemerkungen zur Judenfrage antizipiert, in denen er einer Auflösung des abgesonderten Volks in einer durch Entfesselung der Produktivkräfte emanzipierten Menschheit das Wort redete.
Vor dem Hintergrund des Strukturwandels von Mitgliedschaft wird das Fortbestehen älterer und renovierter Formen totaler Angehörigkeit zu einem Sonderproblem der Moderne. Auf dieses nehmen seit einiger Zeit die meistens begrifflich hilflosen Diskurse über die sogenannten religiösen Fundamentalismen Bezug. Auch die noch hilflosere Frage “Sind Religionen gefährlich?”, mit der sich mancher Theologe seines interessanten Berufs vergewissert, reagiert auf die nicht mehr zu verdrängende Tatsache, daß neben den komplizierten, doch insgesamt erfolgreichen Lebensformen der liberalen Teil- und Mehrfachmitgliedschaft an ethnischen, religiösen, berufsständischen, künstlerischen und sonstigen Kollektiven noch immer – oder schon wieder – Tendenzen zu monolithischen oder mono-mitgliedschaftlichen Lebensformen zu beobachten sind. In denen wird es beispielsweise fraglich, ob man wirklich und ohne Heuchelei Muslim und Bürger eines westlichen Nationalstaats sein könne.
Ich lese die Frage nach der alten oder neuen Gefährlichkeit von Religion als Ausdruck einer typisch modernen Problemlage, die als das Toleranzparadoxon beschrieben werden kann: Während unter der Vorherrschaft des Sinai-Schemas ein striktes Intoleranzgebot in Kraft war – als notwendige Implikation des Vermischungsverbots, des Assimilationsverbots und des Opfergemeinschaftsverbots -, setzt sich in der liberalen Ordnung der Dinge das Toleranzgebot durch, gleich ob mit oder ohne Rekurs auf die Ringparabel.[34] Dies schließt die Toleranz für die Intoleranten ein. Es spricht für die bewundernswerte Stärke des religionsliberalen way of life, daß er fast alle überständigen oder aus Neubildungen erwachsenden Formen des Eiferertums zu dulden willens ist. Allein dessen terroristische Überspitzungen sind von der Duldung ausgenommen. Der ethische Liberalismus erklärt die Vorliebe Einzelner für Lebensweisen unter hohem normativem Selbstzwang zur Privatsache der Zwangliebenden und übt im Umgang ihren Bekundungen weitgehend Neutralität.[35] Zur Ironie der Religionen in der Moderne gehört, daß sie auch das Absolute zu einer Option machen. Dem häretischen Imperativ entgeht auch der um Orthodoxie Ringende nicht, nachdem nun selbst die Rechtgläubigkeit eine Wahl (hairesis) zu ihren Gunsten zur Voraussetzung hat.
Nach dem Gesagten liegt auf der Hand, daß die Hauptarbeit bei der Auflösung von Traditionen totaler Mitgliedschaft durch den systemischen Umbau der modernisierenden Gesellschaft geleistet wurde, als diese im religiösen Bereich von politisch motivierten Konfessionszwang auf freie Kultwahl umstellte. Dem entsprechen auf der politisch-sozialen Ebene der Strukturwandel des “Volks” zur “Bevölkerung” und das Absinken von völkischen Merkmalen zur Folklore. Die zuständigen Begriffe für Menschenverbände “nach den Völkern” lauten Masse, Multitude und schweigende Mehrheit.[36] In bezug auf diese Größen verstummt die Frage nach Gott und Göttern.
Der Umgang mit Intoleranz-Resten, die nach der Wende zur Subsystemisierung von Religion fortbestehen, bleibt eine offene Aufgabe. Diese dürfte mit der Formel “Zivilisierung der Religionen durch Bildung” annähernd richtig umschrieben sein.[37] Ob die neuerdings beliebten Fußballspiele zwischen Imamen und Pfarrern zu den wünschbaren Bildungsprogrammen gehören, ist nicht sicher. Bildungswirksam sind die jüngst vermehrt zu hörenden Polemiken christlicher Theologen gegen den angeblichen postmodernen Polytheismus sicher nicht. Die Verspottung der Erinnerung an den “Kosmotheismus” nicht-monotheistischer Religionen durch habilitierte Christen ist geradezu bildungswidrig. Zuverlässige Zivilisierungsmethoden hingegen haben Religionsdenker zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert vorgeschlagen, von denen einige mehr denn je wegweisend sind.
Fünf Ansätze hierunter verdienen gegenwärtig, wie mir scheint, eine besondere Betonung. An erster Stelle ist die Domestikation des Eiferertums im “Modus Erasmus” anzuführen, mit dem sich bis heute die Erinnerung an eine zivilisierende Synthese von humanistischen und christlichen Motiven verbindet. Nicht zufällig stehen Programme für ein erasmisches Europa im Fokus aktueller Bildungspolitik. Dem folgt das religionskritische Lehrstück des 17. Jahrhunderts im “Modus Spinoza”, bei dem erstmals die Aufhebung der eifersüchtig gehüteten lokalen Besitzstände an speziellen Offenbarungen in universal zugängliche philosophische Erkenntnis offensiv zur Sprache gebracht wird – nicht ohne subtilen Spott über die Kirchturmpolitik der historischen Religionen. An dritter Stelle nenne ich die große religionspsychologisch zivilisierende Intervention im “Modus James”, die sich in den Gifford-Lectures von 1901-1902 zur “Vielfalt religiöser Erfahrungen” präsentierte.[38] In seinem generösen Empirismus bot der Psychologe William James ein Beispiel dafür, wie das undogmatische Interesse an Religion, sei es als “Wille zum Glauben”, sei es als humanisierende Skepsis, dem Eifer der herkömmlichen religiösen Zwangskollektive den Rang abläuft. Von hoher zivilisierender Wirksamkeit könnten sich ferner die Beiträge zur Religionstheorie im “Modus Sholem” erweisen, der zumal im Judentum die Häresie als innerste Triebkraft religiöser Evolution aufdeckte und diese selbst als immerwährendes, unvermeidliches und schöpferisches Ringen zwischen häretischen und orthodoxen Kräften verstand.[39] Diese Optik dürfte sich auch beim Studium nicht-jüdischer Religionssysteme bewähren. An der Wende vom 20. zum 21.Jahrhundert schließlich hat der zivilisierende Religionsdiskurs eine weitere Belebung im “Modus Assmann” erfahren. Durch ihn war zu lernen, wie sich von ägyptischen Anfängen ausgehend ein roter Faden aus Ideen über die Möglichkeit und Wirklichkeit der Doppelreligion durch die europäische Überlieferung hindurch zieht – die exoterische und die esoterische, die volkstümliche und die philosophische, die lokale und die menschheitliche, die äußere und die innere, die politische und die natürliche.[40] Man darf ergänzend anmerken, daß die Logik des Sowohl-als-auch von alters her zu den prägenden Merkmalen der indischen Religionskulturen gehört.
Mit diesen Mentoren zur Seite ist die zerklüftete Landschaft der neuen Religionspolemiken mit etwas höherer Trittsicherheit zu durchqueren. Von ihnen ist zu lernen, daß Religion und Religionen – die man doch endlich besser als mentale und rituelle Übungssysteme begreifen sollte – seit jeher und immer noch wichtige Manifestationen des dichterischen Wohnens von Menschen auf der Erde darstellen, gerade nachdem sie, zum Vorteil aller, von ihren ethnogenen Funktionen weithin entlastet sind. Ich habe an anderer Stelle vorgeschlagen, die herkömmliche Disziplin Theologie aufzutrennen und eine Hälfte von ihr den Theaterwissenschaften bzw. der Poetik, die andere den allgemeinen Trainingswissenschaften zuzuschlagen – diese heißen allgemein, weil in ihnen sämtliche Kulturen und Kultivierungen dem Feld der aktiven und passiven Wiederholungs- und Übungsphänomene zugerechnet werden. Auf diesem Weg ließe sich die historische Mächtigkeit und bis heute spürbare Virulenz theopoetischer Leistungen des Menschengeists um vieles besser würdigen, als es jetzt in den Einzäunungen instituierter Fakultäten geschehen kann.
Zu den bemerkenswertesten Wirkungen der global tätigen Theopoesie gehört nicht zuletzt das Dasein der geschichtlichen Völker und deren wie auch immer gebrochenes Fortleben in der Gegenwart. Friedrich der Große soll in einem Gespräch mit dem Grafen Reventlow gefragt haben: “Können Sie mir einen einzigen unwiderlegten Gottesbeweis nennen?” Darauf soll Reventlow geantwortet haben: “Jawohl, Majestät, die Juden!” Vielleicht wäre ein Gottesbeweis durch ein Volk zu viel verlangt, aber der Volksbeweis durch das Festhalten an einem unverwechselbaren Gott kann als erbracht gelten. Ob Volksbeweise eines Tages gewaltfrei erfolgen können, ja ob sie möglicherweise irgendwann nicht mehr benötigt werden, wird erst eine ferne Zukunft zeigen.
sol1 März 14, 2014 um 00:41
Aber, die wichtigste Ursache für Schwarzgeldbedarf wurde bisher gar nicht genannt: wie wird die Blutzentrifuge bezahlt? Privat von den Spielern?
Bei den Summen, die im Spitzenfußball gezahlt werden, sind 50.000 Euro Peanuts:
http://www.tagesanzeiger.ch/sport/weitere/Mit-dieser-Maschine-wird-gedopt/story/15434668
ruby März 14, 2014 um 00:14
http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.947782.1355881726!/httpImage/image.jpg_gen/derivatives/208x156_fit/image.jpg
hat einen Tabakladen …
egal März 13, 2014 um 23:38
Ich schrieb oben, in Deutschland habe es bisher nur Verdachtsfälle von Spielmanipulationen gegeben. Das ist natürlich nicht richtig. Es gab den Bundesligaskandal. In den 70ern machten die Bareinnahmen des Eintrittskartenverkauf bei Heimspielen noch einen bedeutenden Teil des Umsatzes aus und Handgeld wurde auf die Hand ausgezahlt.
Auch wenn die Entwicklung der Umsätze mit der Professionalisierung der Branche nicht Schritt hielt, die leitenden Angestellten der heutigen mittelständischen Fußballunternehmen im Teilbesitz von Investoren sind mit den Amateurfunktionären und Patriachen der 70er überhaupt nicht mehr vergleichbar.
Die Entwicklung wurde von Bosman aufgehalten, als Vereine mit Spielerberatern aus Südamerika und Osteuropa verhandeln mussten, die mit ungesetzlichen Vorschlägen ankamen. Aber die Funktionäre dieser Epoche sind mittlerweile auch abgetreten. Man kann sich auch kaum vorstellen, dass von Spieler der heutigen Internatsgeneration Forderungen nach steuerfreiem Einkommen stellen.
Sowas wie der Bundesligaskandal wäre heute so nicht mehr möglich. Die ganze Branche hat sich verändert. Die ganze Branche? Es gibt einen kleinen Verein im Süden der Republik, dessen Kernpersonal seit den 70ern unverändert ist. Hoeneß, Beckenbauer, Rummenigge. Bis vor kurzem Breitner und Karl Hopfner. Hoeneß Konto stammt von 75. Einfach unvorstellbar, dass da nicht weitere Altlasten rumliegen.
petervonkloss März 13, 2014 um 23:12
- Der Wortlaut des Telefonats sagt alles. Nachinterpreation unnötig.
Dieser Artkel erscheint wie aus einer anderen Welt: Ja, is ruhige Analyse doch noch möglich? Nach der Lektüre dieses Artikels erscheinen die anderen Artiekl um so schriller und peinlicher. Ja, ehrlich gesagt, trotz des Ernst der Lage, lese ich viele Artikel immer mehr zu meiner Belustigung, es wird so ein Stück DDR Kindheit wieder wach. Insofern bin ich an dieser Stelle sehr positiv überrascht. Was miich allerdings an diesen Artikel gestört hat, ist wie das Telefongespräch Ashton-Paet zu vorsichtig realtiviert wird. Fakt sind doch zwei Dinge: Dessen Authentizität wurde bestätigt. Der Wortlaut und Inhalt wurde NICHT dementiert. Es wurde abgehört, unschön, aber da ist dem Westen für alle Zeiten die Empörungsmasse verschwunden. Wenn also der Wortlaut AUTHENTISCH ist, dann interessiert doch nicht mehr, was die Abgehörten hinter gemeint haben wollen. Fakt ist: Es wurde gesagt, was veröffentlicht wurde, und das ist deutlich genug. Es sollte eigentlich alles ändern, nunja, andere Interessen. –
sol1 März 13, 2014 um 23:05
http://www.sueddeutsche.de/sport/fc-bayern-muenchen-hoeness-in-der-hoelle-1.373408
sol1 März 13, 2014 um 22:53
…lassen sich die Leute um drei schöner Stunden in der Woche Willen an der Nase durch die Arena ziehen, während der achso spendenwütige Uli alias Mutter Teresa ihnen erzählt, dass er ja unter Spielsucht gelitten habe? Während er aus einem Schuldenklub den gesündesten und reichsten Verein der Welt machte, ohne sich von Scheichs, anderen hyperreichen Unternehmern mit Spieltrieb oder Stadtverwaltungen pimpen zu lassen? Der soll also Dr. Jekyll und Mr. Hyde gewesen sein? Tagsüber alles unter Kontrolle: Finanzen, Medien, Spieler, ein bisschen gezielt in der Öffentlichkeit rumpoltern und zu guter Letzt mal die Champions-League gewinnen. Dann, wenn alle Lichtlein aus sind und die Kinderchen alle schön unter ihren Bayernbettdecken liegen, dann macht es plopp! Aus dem Organisationstalent wird der spielsüchtige Herr Zocker, der genau so durch die Gegend zockt, wie die Banker, denen er gerade noch im Fernsehen sein Moralin ins Gesicht pfeffergesprayt hat?
http://neuesaussiberia.wordpress.com/2014/03/13/und-dann-fragte-man-mich-nach-fussball/
sol1 März 13, 2014 um 22:44
Prinzipiell sind also beide Verwendungszwecke für Schwarzgeld denkbar. Ich frage mich, warum A-Kommentatoren nur Möglichkeit A vermuten und nur B-Kommentatoren auf Möglichkeit B kommen.
Zumal es Indizien gibt, die auch von A-Kommentatoren ernst genommen werden könnten:
egal März 13, 2014 um 21:42
Das Konto bei der Schweizer Vontobel-Bank, um das es geht, habe er seit 1975, sagt Hoeneß vor Gericht.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.prozess-gegen-uli-hoeness-in-den-staub-geworfen.d579c94e-f8b1-479b-bef8-370665227f48.html
jmg März 13, 2014 um 21:24
Das war doch nur das Hinspiel. Das hat der Uli krachend verloren mit unverständlichen Abwehrfehlern. Mit einem “Katsche” in der Abwehr wär ihm das nicht passiert. Aber: Rückspiel in Karlsruhe und da hat er mit seiner Mannschaft fast immer gewonnen. Kurz gesagt:”Ein Spiel dauert 90 Minuten.”
Sachverhalt ist doch: Steueranzeige ist verunglückt. Hat man wirklich nur einen Schuss und der muss sitzen? Nachbessern wirklich unter allen Umständen nicht erlaubt auch wenn die Unterlagen objektiv nicht fristgerecht beizubringen sind?
Die Fragen wurden meines Wissens höchstrichterlich noch nicht entschieden. Zur Erinnerung: Im WM Endspiel 74 hat der Uli den Johan Cruyff in der 1. Minute auch im Strafraum umgesäbelt und wurde trotzdem noch Weltmeister.
http://www.youtube.com/watch?v=_N2mRJwvBrY
Der Uli wird Gras fressen und bis zur letzten Minute kämpfen, damit ihn der Horst Eckel nicht im Knast besuchen muss.
http://www.horst-eckel.de/?p=1118
egal März 13, 2014 um 21:05
Und dass gegenüber Spielmanipulationen nicht gerade Null-Toleranz herrscht, hat doch die Reaktion gezeigt, als Piszczek eine Sperre drohte, weil er in Polen an einer Spielmanipulation mitgewirkt hat. Der BVB konnte andere Clubs und die Liga auf seine Seite ziehen. Letztlich wurde die Bestrafung in Polen abgemildert, so dass keine Sperre in Deutschland mehr drohte. Eine gute Figur hat aber keiner der Beteiligten gemacht.
ruby März 13, 2014 um 20:59
das willst du doch garnicht alles wissen, denn dann bräche unsere wunderbare scheinwelt zusammen !
ruby März 13, 2014 um 20:56
the dollar works with reuters
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/steigender-euro-kurs-wird-fuer-die-ezb-immer-relevanter-12846099.html
daher ist binnenkonsum ist angesagt oder was ?
egal März 13, 2014 um 20:54
Ich finde den Hinweis auf Spielmanipulationen gar nicht so abwegig.
Wozu braucht ein Verein Schwarzgeld? Für Spielertransfers und für Spielmanipulationen.
Schwarzgeld kommt bei Transfers ständig zum Einsatz, siehe das aktuelle Neymar-Verfahren. Es kam auch schon bei großen Bundesligaclubs vor, ich erinnere nur an den veruteilten FCK-Vorstand um Friedrich.
Spielmanipulationen durch Vereine aus sportlichen Gründen (also nicht für die Wettmafia) kommen auch häufig vor, auch bei großen Clubs. OM und Juve spielten in der CL-Finalrunde, als sie relegiert wurden. Auch in Deutschland gab es Verdachtsfälle. Rainer Calmund wurde z. B. von Bayer Leverkusen angezeigt.
Und: manipuliert wird in Deutschland ja öfters, siehe Wettquoten. Hätten vor Hoyzer nur Lunatiker bestochene Schiedsrichter vermuten dürfen?
ruby März 13, 2014 um 20:41
Vielleicht geling/kt es das Thema im Milieu unserer Netzwerke zu transportieren :
Am 13. März 1979 trat das Europäische Währungssystem EWS in Kraft. Es sollte Währungsstabilität schaffen und damit Europas Gewicht in der Weltwirtschaft erhöhen.
http://www.ndr.de/info/audio195709.html
Jeder mit seinen besonderen “Talenten” – gemeinsam ist mehr.
http://www.youtube.com/watch?v=ndCnOqKq5Xs
Stephan März 13, 2014 um 20:21
Das ist also deine “Moderne” @Goodnight? Wenn ein Wall Street Trader loslegt ist das “easy as f*ck” weil halt “Moderne”? Wenn ein Uli Hoeneß genau dasselbe macht ist das PFUI?
Nick Leeson: Despite rumours of secret bank accounts and hidden millions, I did not profit personally from my unlawful trading. To be absolutely honest, sometimes I wish I had. (Rogue Trader)
Bruch vom Müller März 13, 2014 um 20:20
@ Morph März 13, 2014 um 17:51
Es wäre vielleicht dankenswert, wenn Du einige Kernsätze formulieren, gern auch detaillierte Ausführungen machen könntest dazu, wie man sich dem Status eines A-Kommentators im Blog „Wiesaussieht“ annähern soll. Ich sage das trotz meiner festen Absicht, die B-Blödelei, die ich hier ab und zu betreibe, weiter einzuschränken; die Absicht festigt sich in dem Maß, wie das Blog sich von meinen eigentlichen Interessen immer weiter entfernt. Die betreffen die Alltagssituation ganz verschiedener Menschen in meinem Umfeld und die Veränderungen, die sich dort abzeichnen oder immer aufs Neue ergeben. Ein hoch spannendes Beobachtungsfeld, wenn man eigene und anderer Leute Reflexionen zusammen führt.
In diesem Zusammenhang füge ich zu Deinen Kategorien noch die K-Kommentatoren hinzu. Die Kommentatoren all des Geschehens in der Kneipe. Die Spanne reicht vom saufenden Harzer über den Schwarzarbeiter bis zum Anwalt und Berufsschullehrer, der Hausmeister und der Hausverwalter sind dabei, ein Kahnverleiher aus dem zentralen Stadtpark, und der Taxifahrer mit der unglaublichen Schnauze, tatsächlich: auch er. Ein Kripobeamter als bekannter Gast und vielleicht, wer weiß es, auch mal einer im Dienst.
Man kennt sich und mag das Milieu. Natürlich ist Fußball ein Thema. Die Familie, die Partnerschaften, und die Arbeitswelt wird sehr transparent. Man glaubt nicht, was für vielfältige Netzwerke es auf dieser Ebene gibt. Und immer wieder frappierend das detaillierte Wissen um Sachverhalte bei Leuten, bei denen man das nie vermutet hätte. Die Primitivpropaganda liegt hier anderen morgens unter dem Kneipenhocker wie ein 5-Cent-Stück, das niemand aufhebt, weil man es der Putzfrau überlässt.
Oxham schon gelöffelt. Noch einmal, @ Morph, wie wird man A-Kommentator?
holger196967 März 13, 2014 um 20:16
es freut mich, dass die Moderne aus Geifer aus dem Maul besteht. Bestätigt ja alle Vorurteile. Hauptsache Schleim und Schaum vor dem Mund. Chapeau das es zu mehr nicht reicht.
wowy März 13, 2014 um 19:56
Die ARD schießt wieder den Vogel ab.
Es wird einen Brennpunkt zu Hoeneß geben.
Im Gegensatz zur NSA-Affäre hat Herr Herres wohl diesmal kein Veto eingelegt.
Goodnight März 13, 2014 um 19:52
Hurra, intelligente Menschen bei der Zeit…das es das noch gibt:
wowy März 13, 2014 um 19:31
Wirklich spannend ist die Frage, ob die Staatsanwaltschaft in die Revision geht (und Herr Bausback ihr bei der Entscheidung freie Hand lässt ;-)
g.w. März 13, 2014 um 19:14
Hoeness hat mit den Kornkreisen nichts zu tun, da bin ich mir ziemlich sicher. Aber ausschliessen kann man ja heutzutage kaum noch etwas ;-)
"ruby" März 13, 2014 um 19:06
http://www.youtube.com/watch?v=P0cce8443-Y
wowy März 13, 2014 um 18:49
Hoeness war doch im Gerichtssaal, oder?
http://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__341.html
Was schreibt der Spiegel da mit Zustellung?
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/uli-hoeness-revision-vollzug-haftdauer-wie-es-jetzt-weitergeht-a-958487.html
holger196967 März 13, 2014 um 18:40
Also, wenn Selbstanzeige, dann bitte schön in Bayern, wie der Beichtstuhl. Oder?
Schäuble der du da bist im Himmel, geheiligt werde dein Name…
ich der Sünder gelobe von nun an Steuerehrlichkeit. Ich werde dir all meine Verfehlungen in den nächsten 6 Monaten offenbaren.
So war mir Gott oder eine Hedge Fond Derivat helfe.
holger196967 März 13, 2014 um 18:36
warum gibt es also die Selbstanzeige, wenn se eh nichts taugt? Oder solche Hürden aufweißt (im Fall UH), dass diese eh nicht funktioniert?
Doktor D März 13, 2014 um 18:34
#VT: @goodnight hatte doch da schon einen ganz viel versprechenden Ansatz: Das sind schwarze Kassen, die im Zusammenhang mit Spielertransfers stehen, und dem FC Bayern die Möglichkeit für Geldgeschäfte außerhab der Bilanz gegeben haben. Vielleicht als Gemeinschaftskonto mit adidas – bei Spielertransfers sind die ja auch immer ganz innig.
Ich bin leider finanzspekulativ viel zu illiterat, um da irgendwas konkret zusammen zu fabulieren, dafür gibt es hier aber ja berufene Kräfte.
Stephan März 13, 2014 um 18:28
Da bin ich ganz bei @Morph. Dieses Fantasieren über Sucht … ist Kindergarten-Psychologie. Ich meine wenn das Sucht ist müsste man 99% aller Kapitalisten in die Sucht-Therapie schicken? Und von Kontrollverlust kann auch keine Rede sein. Hoeneß hat doch seine Trades scheinbar diszipliniert und aufmerksam exekutiert? Dieses dringende Bedürfnis bei Hoeneß irgendwo dunkle Machenschaften zu verorten verstehe ich auch nicht? Hoeneß war ein Spekulant. Das ist soweit ich weiß noch nicht verboten. Er hat halt zu seinem Unglück vergessen dafür auch Steuern zu bezahlen. So etwas soll vorkommen. Dafür wird er jetzt bestraft. End of story.
holger196967 März 13, 2014 um 18:20
LOL —>>> Doch, der Richter: UH habe alle Zeit der Welt gehabt, die Unterlagen zu besorgen für eine strafbefreiende Selbstanzeige – wenn er sich denn steuerehrlich machen wollte.”
Klar vom ersten Trade an :D
Dipfele März 13, 2014 um 18:14
> Das hat ja noch keiner geschnallt
Doch, der Richter: UH habe alle Zeit der Welt gehabt, die Unterlagen zu besorgen für eine strafbefreiende Selbstanzeige – wenn er sich denn steuerehrlich machen wollte.
carlos manoso März 13, 2014 um 17:55
@holger196967 März 13, 2014 um 17:37
„das solche Schmierfinken gar nichts mehr raffen ist ja klar…“
holger196967 ,50.000 mal „kurz rein und schnell wieder raus“ . Da wäre auch UB schnell „overtradet“.
Morph März 13, 2014 um 17:51
“Ist eigentlich das Stichwort Sportkorruption in dem Zusammenhang schon gefallen? ;)”
Nein, aber danke für den Kommentar, der bilderbuchartig illustriert, wie B-Kommentatoren ticken.
Ich sage nicht mehr VTler, denn die Verschwörungstheorie im buchstäblichen Sinn ist gar nicht das Problem der Bekloppten, sondern: die komplett abwegige Verschwörungsphantasie! (Mit Theorie hat das ja gar nichts zu tun). Also, ich distanziere mich hiermit von allen meinen oberflächlichen Beschimpfungen, die mit der Vokabel ‘Verschwörungstheorie’ hantierten. Und da mittlerweile mein rumpelstielzchenhaftes Herumschimpfen über ‘Bekloppte’ auch etwas ausgenudelt ist, führe ich hiermit die Vokabel des/der ‘B-KommentatorIn’ ein, wobei das B für Birnenquark und/oder Beklopptentum steht. Die Moderne ist bekanntlich flexibel: zwischen A(ufklärung)-Liga und B(ekloppten)-Liga des Kommentariats kann man je nach Tagesform hin- und herwechseln…
Also, “Sportbetrug” ist im Fall Hoeneß noch kein Thema, ebensowenig übrigens, @Keynesianer, wie Kinderpornographie.
Wir spekulieren hier verschwörungstheoretisch mit Ockhams Rasiermesser, und wir sehen, dass die Geschichte, die uns Hoeneß erzählt und die durch das Urteil bestätigt wurde (okay, es geht um Recht, nicht um Wahrheit…), zur Alltagserfahrung überhaupt nicht passt. So, wie uns erzählt wird, kann es nicht gewesen sein.
Z.B. die ‘Sucht’-Geschichte. Die Spiel-Sucht zeichnet sich nicht dadurch aus, dass man hoch und höher zockt, sondern allein dadurch, DASS man uockt. Und dass einen das immer stärker absorbiert. D.h. die angebliche Spielsucht hätte dadurch auffallen müssen, dass UH in seinem Job nicht merh funktioniert, Termine nicht einhält, er nicht mehr erreichbar ist, das Vorstandskollegium in eine Krise gerät.
Die ‘Sucht’-Geschichte ist psychopathologisch komplett unglaubwürdig, das muss eigentlich jeder einsehen können, der schon einmal den Eindruck hatte, in der Nähe suchtartigen Verhaltens zu operieren. Sucht ist ein anderer Name für Kontrollverlust, und zwar nicht Kontrollverlust über den Suchtgegenstand, sondern über das ÜBRIGE eigene Privat- und Sozial-Leben.
holger196967 März 13, 2014 um 17:37
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-03/hoeness-urteil-kommentar
das solche Schmierfinken gar nichts mehr raffen ist ja klar…
carlos manoso März 13, 2014 um 17:24
@holger196967 März 13, 2014 um 16:30
„So gesehen ist UH doppelt bestraft.“
Uli Hoeness zum „Handelsblatt“ 2011 im Interview : „Kurz rein und schnell wieder raus – das entspricht nicht meiner Überzeugung.“
Susi Hoeness zur „Bunten“: „Mein Mann hat jemand gebraucht, der alles zu Hause macht: Büro, Haus, Kinder, Hund.“
ttp://www.bunte.de/panorama/susi-hoeness-bunte-mein-mann-ist-kein-macho-12976.html#sthash.N0iNzF5l.dpuf
egal März 13, 2014 um 17:09
Meine 50 cent von oben ziehe ich übrigens zurück. Ich hatte den Dreyfus verwechselt. Wer 700 Millionen für 20% von Adidas ausgeben kann, braucht natürlich keine 5 Millionen.
Interessant ist, dass Dreyfus, als er UH die 5 Millionen gab, schon das Schwarzgeldsystem von Bernhard Tapie bei OM übernommen hatte. In dieses Schwarzgeldsystem waren bei OM alle im Verein eingebunden, ein Teil der Gehälter ging direkt auf Schweizer Konten. Die fünf Millionen waren für Fußballverhältnisse also eine ganz normale Transaktion.
In Marseille gibt es ohnehin die eigentlichen Räuberpistolen:
http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Sohn-des-Sportdirektors-von-Olympique-Marseille-erschossen/story/14913259
holger196967 März 13, 2014 um 16:58
Keynesianer März 13, 2014 um 16:50
Dir würde ich mindestens 12 Jahre aufbrummen :D Wenn VT dann aber bitte richtig. Hoeness ist ein Sohn vom Metzger oder gar Viehhändler? Als Metzgers Sohn hat er garantiert gehackt und durch den Wolf gedreht. Viehhändler zB waren die Goldmänner Sucks und Lehmänner.
Reicht das für ne VT? Natürlich ist der Handel mit Vieh Zinsen (Franzosen und Brandstifter) lukrativ. Kauf dir die BamS da steht so ein Fall drin., wer wie was.
Auch sogar mit Steuerhinterziehung. :D
Ist eigentlich das Stichwort Sportkorruption in dem Zusammenhang schon gefallen? ;)
Ach nee, der Hoeneß war ein Devisentrader und hat damit die Millionen bewegt. Wer hätte das gedacht? :)
http://www.srf.ch/news/schweiz/session/staenderat-will-die-korruption-im-sport-bekaempfen
holger196967 März 13, 2014 um 16:30
Entweder wird die Möglichkeit der “Selbstanzeige” gestrichen, und zwar für Alle auch für Lübberding ausnahmslos, oder man wird die “Selbstanzeige” in Art und Ausführung reformieren müssen.
Desweiteren sind hier seitens der Behörden, “Finanz” oder “Staatsanwaltschaft” erheblich Fehler begangen worden (Presse/Öffentlichkeit). Steht aber auf einem anderen Blatt Papier.
Sollte es zur Revision kommen, werden andere Maßstäbe gesetzt werden müssen. Denn die “Unmöglichkeit” einer “Selbstanzeige” kann keinem gerecht werden.
Und da spielt der Faktor Zeit und der Ermessensspielraum eine große Rolle.
Moralisch gesehen, würde ich mich nicht ärgern, wenn der UH mal zur Reflektion kommt, auch wegen seiner Dämlichkeit. Rechtlich gesehen, wenn es schon die Möglichkeit gibt, dann muss sie jedem auch möglich sein.
Von daher hat die “Selbstanzeige” ein Manko in sich selber ruhend. Wie soll man so eine umfangreiche Selbstanzeige machen, ohne das ein dritter davon Wind bekommt.
Vermutlich sollte man das Vorhaben, bei einem Notar beglaubigen lassen.
Wenn ich die Kohle hätte, würde ich jedenfalls nicht mehr in DE verweilen. Und würde es wie die Beckenbauers und die Schumachers oder die Vettels machen.
So gesehen ist UH doppelt bestraft. Nur weil der Tegernsee noch zu Bayern gehört, und Berlin auf die Fertigstellung des BER hofft.
Von daher sind die 3 Jahr und 6 Monate für einseitige Dummheit viel zu wenig. 9 Jahre und 9 Monate hätte ich ihm aufs Fell gebrannt, aber nur wegen Dämlichkeit.
f.luebberding März 13, 2014 um 16:05
Ist ja nicht so, dass unser Finanzgenie nirgendwo sonst gewürdigt werden würde.
holger196967 März 13, 2014 um 16:02
Halten wir also fest, der Uli wird 2014 und 2015 noch das Tripple Quatro … feiern dürfen :D
Huuh März 13, 2014 um 16:01
>>> „Beim offenen Vollzug werden im Gegensatz zum geschlossenen Vollzug keine oder nur verminderte Vorkehrungen gegen Entweichungen getroffen.”
Kann man dann nicht auch Kehrungen bzw. Vorkehrungen treffen, wo gar keiner merkt, dass einer entweicht?
holger196967 März 13, 2014 um 16:00
wowy März 13, 2014 um 15:54
Formelle Rechtskraft bedeutet Unanfechtbarkeit. Erst wenn die Revision vom Tisch ist, wird das Ding rechtskräftig.
Eine Woche, wenn alle die Frist verstreichen lassen.”
Du schaffst mich, sach ich doch :D
wowy März 13, 2014 um 15:57
I agree to agree #nodisagreement
Eine Woche, wenn alle die Frist verstreichen lassen.
Ansonsten http://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__345.html ff.
f.luebberding März 13, 2014 um 15:51
Es gibt zwischen der rechtlichen Beurteilung und der Verfahrenslogik, nämlich den Haftantritt des Klienten zu verzögern, halt einen Unterschied.
holger196967 März 13, 2014 um 15:45
Und die Urteilsbegründung legt es ja auch nah, dass sogar eine Revision erwünscht ist, damit man die Form der “Selbstanzeige” mal wirklich und richtig definiert.
Habe ich ja schon weiter ganz weiter oben getippselt. Diese Selbstanzeige von UH hätte ja mindestens 1 Jahr gedauert (Bearbeitung). Also wäre der Fakt eine Selbstanzeige in Fällen derer von UH überhaupt gar keine Selbstanzeige möglich.
Das hat ja noch gar keiner geschnallt. Also muss sich der BGH mit der Revision beschäftigen und eine andere Kammer damit, geht überhaupt so eine selbstanzeige!
Wenn, wenn denn alle vor dem Recht gleich sein sollen.
Also die Mutti mit 10 Buchungsbelegen und der UH mit 60 oder 70.000 ?
keiner März 13, 2014 um 15:43
“Nein. Hier blühen Ideen.”
…auf die keiner hört. Also eigentlich eher niemand.
holger196967 März 13, 2014 um 15:34
f.luebberding März 13, 2014 um 15:00
Das sage ich ja: Er hat Revision angekündigt. Das ist auch nachvollziehbar, weil es Zeitgewinn bedeutet, etwa um nachzudenken. Ob es irgendwann auch zu einem Revisionsverfahren kommen wird, steht damit aber noch nicht fest.”
das Urteil ist nicht Heute rechtsgültig. Deswegen musste man Heute auch keine Revision ankündigen. Das muss man überhaupt nicht. Das ist Bla Bla. Hat auch nix mit Zeitschinden zu tun. Rechtsgültig wird das Urteil mit Zustellung. Entweder stellt man den Antrag auf Revision innerhalb einer Woche oder nicht. Das kann für jeden, auch für die Staatsanwaltschaft offen bleiben. Selbst die könnte noch Revision einlegen, muss sie aber auch nicht ankündigen.
NUR wenn ein so Verteidiger in seiner Stellung ankündigt: Revision, dann kommt das auch so, sonst macht er sich ja zum Kasper.
Vermutlich hat es die Verteidigung darauf sogar angelegt, liegt vielleicht Nahe. Kann man Vermuten.
BB März 13, 2014 um 15:32
Knast-Wetter-Experte Kachelmann:
“Hoeness wird in der Knasthierarchie ganz oben sein.”
Insider März 13, 2014 um 15:23
Der Prozess ist durch.
Die Sache bleibt im Dunkeln.
H. geht für die Hälfte der Strafe in den in den offenen Vollzug, der Rest wird auf Bewährung ausgesetzt.
„Beim offenen Vollzug werden im Gegensatz zum geschlossenen Vollzug keine oder nur verminderte Vorkehrungen gegen Entweichungen getroffen. Dies erfordert vom Insassen die freiwillige Einordnung in ein System der Selbstdisziplin, der Gemeinschaftsfähigkeit und Eigensteuerung und ist die letzte und wichtigste Stufe zur „Einübung der Regeln des freien Lebens“ (Resozialisierung).
Im Idealfall heißt dies konkret: Der Gefangene verlässt morgens die Anstalt und begibt sich zu seinem Arbeitsplatz. Nach Beendigung der Arbeit kehrt er unverzüglich in die Anstalt zurück und bleibt dort bis zum nächsten Morgen, sofern er keinen Ausgang oder Urlaub hat. In der Anstalt kann der Gefangene an den dort angebotenen Freizeit-, Sport- und Behandlungsmaßnahmen teilnehmen, die meisten Wochenenden verbringt er bei seiner Familie.“ (Wikipedia)
Konkret bedeutet dies, dass H. für 21 Monate – abzüglich Urlaub – wochentags in fremden Räumen nächtigen muss.
F. Lübberding (März 12, 2014 um 17:29) wies bereits darauf hin:
Bastian Brinkmann von der Süddeutschen Zeitung hat es einmal nachgerechnet. Hoeneß muss Morgen bei einer Steuerschuld von 30 Mio. € je nach Urteil mit Ansprüchen des Fiskus zwischen 70 Mio. € (Freispruch) und 48 Mio. € rechnen. Die werden sofort vollstreckt. Folge der zu zahlenden Zinsen. Jetzt die Frage: Ist ein Freispruch 22 Mio. € wert?
Mit jedem Monat Auswärts-Schlafen spart unser Uli also über 1 Mio. €.
So kann man Geld im Schlaf verdienen.
wowy März 13, 2014 um 15:17
Vielleicht nur Taktik. Man kann den BGH ja auch zur Zurückweisung ermuntern ;-)
Das sage ich ja: Er hat Revision angekündigt. Das ist auch nachvollziehbar, weil es Zeitgewinn bedeutet, etwa um nachzudenken. Ob es irgendwann auch zu einem Revisionsverfahren kommen wird, steht damit aber noch nicht fest.
wowy März 13, 2014 um 14:57
Der Verteidiger kündigt Revision an?
holger196967 März 13, 2014 um 14:57
Ist überhaupt kein unterschied, das Urteil ist ja salomon oder?
Also lächerlich…
f.luebberding März 13, 2014 um 14:57
Nein. Hier blühen Ideen.
holger196967 März 13, 2014 um 14:56
f.luebberding März 13, 2014 um 14:53
sein Anwalt hat eben vor laufender Kameras Revision angekündigt, geseh auf n-tv
keiner März 13, 2014 um 14:54
Ich hab hier gerade Krokus am blühe, willste ein frisches Bild?
jmg März 13, 2014 um 14:54
Bin mal gespannt auf die Erklärung des Bayern Aufsichtsrats. Bekommen Richter Heindl und der Staatsanwalt jetzt Stadionverbot?
Hoeness geht wohl in Revision. Beziehungsweise: Er lässt das Ankündigen. Ist manchmal ein Unterschied.
wowy März 13, 2014 um 14:53
Ich schließe mich der Meinung von Prantl an: Das war ein Deal
Es wird keine Revision geben, weil die
Beteiligten so schnell wie möglich Rechtskraft des Urteils erlangen wollen.
#Strafklageverbrauch
holger196967 März 13, 2014 um 14:53
Es ist Revision
f.luebberding März 13, 2014 um 14:49
Morph März 13, 2014 um 14:49
Dass sich der FC Bayern noch nicht äußern mag und schweigt, spricht sehr laut Klartext, finde ich.
Und wie immer fällt den Herren Verschwörungstheoretikern nichts ein, wenn es einmal nicht um Reptilienorks from Outer Space oder unterirdische Weltregierungen geht, sondern um ein mit Händen zu greifendes Beispiel für den außerrechtlichen Charakter der Geldwirtschaft geht.
Angesichts eines so prominenten Falls könnten auch Marxisten und Debitisten einmal ihre Lehren überprüfen, die ja unrealistischerweise nicht zwischen Geldwirtschaftssystem und Rechtssystem unterscheiden und ihre Entwicklungsprognosen genau auf diesen Schwachpunkt aufbauen. Man muss einfach davon ausgehen, dass neben der offiziellen, rechtmäßigen Geldwirtschaft auch ein Riesenbereich an unrechtmäigen Geschäften läuft und die Nachfrage nach Übersetzungsleistungen unrechtmäßigen Besitzes in rechtmäiges Eigentum enorm ist und parallel zum Wirtschaftswchstum steigt.
keiner März 13, 2014 um 14:48
Meine auch (siehe Krokus)! Soll ich mal mit deiner Frau reden?
f.luebberding März 13, 2014 um 14:44
Eine sehr gute Formulierung. Die werde ich mir für heute Nacht merken. Ansonsten wäre ein neues Verfahren sicherlich wünschenswert. Leider werden aber meine Wünsche nur selten berücksichtigt.
Bladnoch1971 März 13, 2014 um 14:38
Was hast Du erwartet oder als angemessen angesehen? Das was die Staatsanwaltschaft gefordert hat oder gleich öffentlich anketten an der Mariensäule am Marienplatz mit anschließendem beschießen durch Fußbälle die wahlweise in den Vereinsfarben von 1860 München oder Borussia Dortmund gehalten sind. Das wäre aber dann ziemlich vormodern.
Schließe mich der Meinung von @Luebberding an, in Anbetracht der Umstände ein wirklich salomonisches Urteil.
Goodnight März 13, 2014 um 14:37
Vontobel hatte gar keinen Devisenhandel…bis Honeß erschien…
“And what we say is the truth is what everybody accepts. Right, Owen? I mean, psychiatry: it’s the latest religion. We decide what’s right and wrong. We decide who’s crazy or not. I’m in trouble here. I’m losing my faith.”
otto März 13, 2014 um 14:33
Finde ich auch, ein Adidas-Salomonisches Urteil……
keiner März 13, 2014 um 14:33
Keine Einstellung des Verfahrens? Ich bin entsetzt! Vielleicht kann Putin da was machen, der hat doch auch schon Steuersünder rein äääh raus gehauen….
holger196967 März 13, 2014 um 14:32
wenn es keine Revision geben sollte, dann wäre ich verwundert. Frist läuft ab Urteil eine Woche.
Es gab ja nur 2 Dinge, entweder Straffrei oder ohne Bewährung. Wie man nun mit solchen komplexen Selbstanzeigen umgehen soll, steht noch im Raume.
Das war ein Larifari Prozess. Normalerweise müsste man von dritter Seite “Revision” einlegen. Um eine Klarheit schaffen zu können.
Goodnight März 13, 2014 um 14:28
http://www.focus.de/finanzen/steuern/insiderbericht-aus-der-schweiz-dieser-banker-zockte-fuer-hoeness-am-devisenmarkt_id_3684802.html
“Mit dem Wegfall von Hoeneß hat der Devisenhandel von Vontobel die wichtigste Einnahmequelle verloren.”
=>Wird immer lustiger, jetzt scheint Herr Honeß nicht nur ein Genie sondern auch der einzige Devisenhändler der Vontobel Bank gewesen zu sein!!!!!!
“All work and no play makes Jack a dull boy. All work and no play makes Jack a dull boy. All work and no play makes Jack a dull boy. All work and no play makes Jack a dull boy. All work and no play makes Jack a dull boy…….”
Morph März 13, 2014 um 14:27
“Wie schon gestern formuliert: Ein salomonisches Urteil”
Ja, Volltreffer, sehr gute Analyse!
“Außerdem mag ja die Räuberpistole von Hoeneß richtig sein … . Dann sollte er aber nichts anderes als einen Freispruch akzeptieren.”
Yep, jetzt wird’s spannend, schau’n mer mal! ;-)
chabis März 13, 2014 um 14:24
“Hoeneß hat auch von deutschen Konten aus ähnliche Spekulationsgeschäfte durchgeführt und dort angefallene Gewinne offenbar korrekt versteuert (er hat aber offenbar insgesamt massive Verluste angehäuft, aber steuerpflichtig ist ja jeder einzelne Trade bei Devisengeschäften). Dies entzieht jeder Argumentationslinie die Basis, dass er es nicht hätte besser wissen müssen für seine Trades auf Schweizer Konten.”
Aus einem Kommentar bei G.Wolff
http://gabrielewolff.wordpress.com/2013/12/28/der-fall-mollath-die-irrwege-der-psychiatrie-3/comment-page-4/#comment-34062
f.luebberding März 13, 2014 um 14:18
Wie schon gestern formuliert: Ein salomonisches Urteil. Man wird sehen, wer noch Interesse an einer Verfahrensverlängerung hat.
Goodnight März 13, 2014 um 14:14
2 Jahre Freigänger, danach auf Bewährung…
Ich sage nur: Bayern!
Skarssen: What do you want?
Salinger: I want some f.cking justice.
f.luebberding März 13, 2014 um 14:12
Ob es weitergeht, wissen wir noch nicht.
holger196967 März 13, 2014 um 14:11
Also Revision… passt, dann wollen die anderen Instanzen ein Grundsatz fällen wollen.
holger196967 März 13, 2014 um 14:09
Urteil 3 Jahre 6 monate… es geht weiter
holger196967 März 13, 2014 um 14:01
Und ein guter Aspekt via Twitter von @egghat
in etwa: “Warum gibts die Selbstanzeige überhaupt”
Die ist ja schon ein Aufruf zur Steuerhinterziehung bei Straffreiheit.
holger196967 März 13, 2014 um 13:57
nein, ich war das nicht :D der im Radio. Aber das, was man nachvollziehen kann, steht rein juristisch logisch in Büchern geschrieben ;) Und mein Dozent in Steuerrecht war ein Steuerfahnder, und in Recht ein Richter. Daher kann ich ja auch ab und zu mal Differenzieren. Und ja, ich geb es zu, am Anfang habe ich mich mit dem Recht sehr schwierig getan. Gerecht scheint es nicht zu sein. Aber was solls, das zählt nun mal nicht, die Gerechtigkeit. :D
wowy März 13, 2014 um 13:50
Die 50.000 sind geschafft :-)
Dank an alle Unterstützer und sorry für meine Penetranz, war aber wichtig!
Doktor D März 13, 2014 um 13:42
@holger: Als ich den heute morgen im Radio hörte, dachte ich: So klingt also der Holger… Du warst das also nicht?
holger196967 März 13, 2014 um 13:22
chabis März 13, 2014 um 13:16
das beste was ich bis jetzt, außer mir natürlich :D , dazu gelesen hab.
focion März 13, 2014 um 13:21
Ergänzend zum tweet von Wolf-Doettinchem (Stern) & zur Zurückhaltung der Medien:
Wolfgang Michal hat bei carta in den Kommentaren gerade folgendes geschrieben:
“Sowohl die AZ als auch der stern stehen in juristischen Auseinandersetzungen wg. ihrer Berichterstattung. Darauf müssen die Redaktionen Rücksicht nehmen.”
http://www.carta.info/70816/ungeklarte-fragen-zur-causa-hoenes/
Uli Hoeneß’ Selbstanzeige sei die komplizierteste, die je vor Gericht gelandet ist, sagte der Ex-Steuerfahnder und Buchautor Frank Wehrheim im DLF. Er könne sich vorstellen, dass es trotz der Höhe der Steuerschulden zu einem überraschenden Urteil komme.
http://www.deutschlandfunk.de/prozess-gegen-hoeness-steuerexperte-ueberraschung-moeglich.694.de.html?dram:article_id=279922
holger196967 März 13, 2014 um 13:11
Eines sieht man aber schon,
an allgemein “bildenden” Schulen fehlt das Fach : Recht
Das sieht man an allen Umfragen in diesem Fall. Naja, das sind ja auch die Meisten, die sich wundern, wenn se wie im Fall zB HRE enteignet werden.
Dieses verflixte Kleingedruckte aber auch. Oder alleine einen Paragraphen ff. deuten zu können.
Wenn Heute ein Urteil fällt, wird das in den Büchern einschlägig und zum Zitat fähig. Kommt es zum Vergleich oder zu einer Einstellung, hat das mit folgenden Verfahren Post-UHö keine Auswirkung.
keiner März 13, 2014 um 13:01
Was der Richter wohl zum Nachtisch heute hat?
f.luebberding März 13, 2014 um 12:49
Ich kenne nicht die Tatumstände dieser Urteile. Aber der beschriebene Fall vom Unternehmer ist mit Hoeneß zwar zu vergleichen, aber nicht unbedingt gleichzusetzen. Hoeneß ist offenkundig kein Betrugsdelikt wie vorsätzlicher Bankrott vorgeworfen worden, sondern eine unwirksame Selbstanzeige führte zu einem Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung. Die früheren Urteile sagen nur dann etwas aus, wenn die Tatumstände vergleichbar sind.
focion März 13, 2014 um 12:44
Danke für den Hinweis, interessant. Werde ich mir dann nämlich vielleicht sogar ausnahmsweise mal anschauen.
Eine Talkshow ist ja vielleicht genau das richtige Format für den hier zuletzt viel zitierten und eher nicht printbaren B/S.
holger196967 März 13, 2014 um 12:43
die Selbstanzeige stellt man beim zuständigen Finanzamt. Bei keinem Anderen ist man verpflichtet auch nicht der Staatsanwaltschaft gegenüber. Also hat das Finanzamt das zu prüfen. Wenn aber das FA damit nicht klar kommt, dann ist das zu klären, Warum kommt das FA damit nicht klar?
Der Fall ist dubios.
holger196967 März 13, 2014 um 12:37
—>>> Der BGH hat, wie der Gesetzgeber, bisher immer die Bedingungen für eine Selbstanzeige verschärft.”
Das habe ich ja auch gedacht… Nein, der Bundesfinanzgerichtshof, laut Verteidiger hat das gemacht, macht ja auch Sinn.
Der BGH hat lediglich festgelegt, dass über 1 Millionen Hinterziehung OHNE Selbstanzeige, keine Bewährung mehr möglich ist.
jmg März 13, 2014 um 12:35
Richter Heindl:
“Heindl gilt als hart, ein Magazin bezeichnete ihn sogar als “Richter Gnadenlos”. Bei früheren Verhandlungen griff er durchaus rigide durch, wie Prozessbeobachter berichten. Eine 75-Jährige schickte er für drei Jahre ins Gefängnis, weil sie eine Frau um 250 000 Euro betrogen hatte. Einen Unternehmer verurteilte er vor einigen Monaten zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft – wegen Steuerhinterziehung in Höhe von einer Million Euro, Insolvenzverschleppung und vorsätzlichen Bankrotts.”
http://www.sueddeutsche.de/sport/richter-rupert-heindl-in-seiner-hand-liegt-hoeness-zukunft-1.1910460-2
bilbo März 13, 2014 um 12:33
An alle “VTler”:
Hier kann man recht instruktiv nachlesen, wie man mit Derivativgeschäften Geld waschen kann:
Hab mich immer gefragt, wieso das attraktiv ist, wenn man für den Gewinn Steuern bezahlen muss und den Verlust nicht gegenrechnen kann. Wann man natürlich keine Steuern bezahlt …
Weather hedges sollen übrigens in Russland sehr beliebt sein.
f.luebberding März 13, 2014 um 12:31
Wir werden sehen, ob die Verteidigung Revision einlegen wird. Bei einem Urteil ohne Haftstrafe sieht das bekanntlich anders aus. Der BGH hat, wie der Gesetzgeber, bisher immer die Bedingungen für eine Selbstanzeige verschärft. An der Stelle der Verteidigung würde ich das nicht übersehen … . Aber ich ja nicht die Verteidigung.
Der Chefredakteur des Stern ist heute Abend bei Frau Illner. Er wird sich bestimmt zu den Recherchen äußern.
holger196967 März 13, 2014 um 12:24
«Die Tat wird überlagert von einer vollständigen Rückkehr zur Steuerehrlichkeit», sagte Feigen. «Die Stunde Null dieses Verfahrens ist der 17. Januar 2013. Das war die Rückkehr des Herrn Hoeneß zur Steuerehrlichkeit», betonte der Staranwalt. Es gebe bisher keine Urteile, wie mit einer solchen fehlgeschlagenen Selbstanzeige umzugehen sei. Es sei zu prüfen, warum die Selbstanzeige fehlgeschlagen sei. Das sei nicht die Schuld von Hoeneß gewesen, die Selbstanzeige sei von Beratern erstellt worden. Es wäre besser gewesen, wegen diverser Unklarheiten eine Schätzung vorzunehmen.
http://www.fr-online.de/panorama/hoeness-vor-gericht-staatsanwalt-fordert-fuenfeinhalb-jahre-haft-fuer-hoeness,1472782,26540062.html
Fett von mir, nur das ist Maßgebend.
Auch wenn es noch keiner glauben mag, Uli H. wird nicht in den Knast wandern. Wie gesagt, es bleibt spannend, ob diese Frage der Ausführung der Selbstanzeige (gut oder nicht gut) geklärt werden muss, oder nicht.
Weil, dann müsste eben ein anderes Gericht zu einem Grundsatzurteil über die Selbstanzeige kommen. Und das dauert Jahre. Wäre dann auch bindend für weitere Verfahren dieser Ordnung.
Der Verteidiger hat ja auch gleich auf den Bundesfinanzgerichtshof verwiesen, der ja wohl eine Meinung zu Selbstanzeigen hat. Damit wären ja dann, nicht nur der BGH beschäftigt.
focion März 13, 2014 um 12:19
>Leider werden die nicht dafür bezahlt wie die Redakteure beim Spiegel, Focus, Zeit, SZ und so, also all die, die diese Fragen nicht stellen. Abgesehen von den Personen im öffentlichen Dienst, die eigentlich auch solche Fragen stellen sollten.
Mag sein, dass diese Fragen von einigen tatsächlich nicht gestellt werden.
Andererseits hat der ‘Managing Editor’ des Stern L. Wolf-Doettinchem bei twitter Wolfgang Michal gestern darauf hingewiesen, daß
“nicht jede Recherche zu veröffentlichungsfähigen Ergebnissen führt. Es geht um Vorgänge, die mehr als zehn Jahre her sind; in der Schweiz; verstorbene Beteiligte – das ist ne harte Nuss.”
https://twitter.com/WolfgangMichal/status/443791322969669632
Soweit nicht unplausibel, finde ich.
f.luebberding März 13, 2014 um 12:16
Gut beobachtet, das mit dem Anti-Brok. Es war eine gute Sendung gewesen.
BB März 13, 2014 um 12:15
+++ Putin wartet mit Krim-Annexion bis nach Hoeneß-Urteil +++
+++ EU-Parlament erteilt Sprechverbot für Schröder +++
+++ Die Grüne Harms hat eine an der Waffel +++
(OT: Gestern Anne Will gesehen? Was war denn das? Der Mißfelder machte den Anti-Brok *kecker,lach* und der Dohnany schimpft gegen USA aber mit Oligarschen soll man es nicht so genau nehmen *kecker,lach* Wie flexibel sie auf einmal alle im Wahlkampf werden.)
+++ Weiter im Programm: Richter Gnadenlos, mach vorran! +++
f.luebberding März 13, 2014 um 12:15
Brinkmann ist sicher auch an eure Antworten interessiert.
holger196967 März 13, 2014 um 12:00
Und keiner weint rum, wenn VW zig Werke (auf Lohnverzicht=Einnahme Verlust Bund +Sozialversicherung) in China baut, und da versteuert, über die China Tochter.
Nichts anderes hat Uli H. auch gemacht.
Nur nicht auf Kosten vom FCB.
holger196967 März 13, 2014 um 11:55
—>>>Und was sagte das FA dazu? Dreyfus zahlt 5 Mio auf Schweizer Konto und kriegt Jahre später 5 Mio wieder. Ohne Erträge, ohne Scheingeschäft?”
Schon mal was von einem Zinslosen Kredit gehört? Die VT entsteht ja hier, nur unter “Kleinbürgern” für die ja schon ne Million nicht vorstellbar ist.
Wenn ich jetzt in die CH fahre, und mit einem Kumpel ein Geschäft machen will, mir da ein Konto eröffne. Und mein Kumpel macht eine stille Beteiligung und gibt mir Startkapital mit möglichen Totalverlust was ist denn dann?
Uli H. war nur zu dämlich da eine AG zu gründen. Mehr nicht. Was sagt eigentlich der CH Fiskus dazu?
Goodnight März 13, 2014 um 11:50
Um beim Trading zu gewinnen muss man entweder seine Risiken minimieren, aber dann ernährt man sich wie ein Eichhörnchen, oder man hat drei Alternativen:
Beeing first fällt bei einem pager am Stadionrand aus (in der Gegenwart ist das sowieso eine andere Dimension, da braucht man so gar nicht mehr anzutreten).
Beeing smarter ist im Bereich des Möglichen, d.h. der Uli wäre ein absolutes, einzigartiges Genie, wenn er es schafft über mehrere Jahre hinweg zwei- dreistelligen Millionengewinne zu erwirtschaften! (Nach neusten Meldungen soll er dann doch 7 Jahre lang Gewinne verbucht haben…????)
Cheating…im Devisenhandel eigentlich für jemanden in Honeß Position ausgeschlossen.
Bleibt nur: Genie. Und das halte ich persönlich auch für ausgeschlossen.
Whatever, die Verteidung stated, dass sie bis zu 70 mio Steuern veranschlagt hat…..hallo? ….. ich denke ich vermute schon in die richtige Richtung und was man dann in den Blogs (blauweißer, Carta) liest so stellen sich einige intelligente Menschen in diesem Land doch einige Fragen. Leider werden die nicht dafür bezahlt wie die Redakteure beim Spiegel, Focus, Zeit, SZ und so, also all die, die diese Fragen nicht stellen. Abgesehen von den Personen im öffentlichen Dienst, die eigentlich auch solche Fragen stellen sollten.
Das Erschreckende an dieser Moderne ist ja nicht, dass da immer wieder einige Personen gegen das Recht verstoßen. Das Erschreckende ist, dass die Institutionen, die für die Kontrolle dieser Personen zuständig sind, irgendwie nicht das machen, wofür ich denke, dass sie bezahlt werden.
Peter (margin call)
egal März 13, 2014 um 11:47
Hier mal meine 50 cent zur VT:
Hoeneß will von Dreyfus 5 Mio als Kredit und 15 Mio als Bürgschaft erhalten haben.
Die 5 Mio sind ja plausibel, wenn UH kein Schwarzgeld hatte. Aber wieso brauchte Uli Hoeneß eine Bürgschaft über 15 Millionen?
Und was sagte das FA dazu? Dreyfus zahlt 5 Mio auf Schweizer Konto und kriegt Jahre später 5 Mio wieder. Ohne Erträge, ohne Scheingeschäft?
2013 wurde diskutiert, ob Hoeneß sich von Adidas bestechen ließ. Nike bot angeblich mehr, was aber niemand überprüfen kann. Adidas legte daraufhin nach und kaufte die Anteile der FCB-AG.
Das Schweizer Konto sieht eher nach einer Versicherung aus. Dryfus/Adidas hatten Kompromat. Wofür? Um die Partnerschaft abzusichern? Weil UH ebenfalls Kompromat aus einem Kickbackgeschäft besaß?
Dreyfus hatte damals schon Leukämie, der Tod stand vor der Tür, da verschieben sich die Prioritäten. Ob die Angehörigen gut versorgt sind wird wichtiger als die möglichen Nachteile bei Entdeckung des Kickbackgeschäfts, die ja vielleicht eh nicht mehr erlebt werden. Der FCB kann ja auch heimelig und familiär sein. Da fühlt man sich viel eher unter Freunden als im Vorstand eines Konzerns. Wenn jemand bestochen wurde, dann eher Dreyfus.
holger196967 März 13, 2014 um 11:38
Und dann möchte ich mal sehen, wie der BGH sich dann mit der Selbstanzeige auseinander zu setzen hat, und an welches LG oder OLG der BGH dann den Fall übergibt.
holger196967 März 13, 2014 um 11:32
—>>> Der Anwalt hat ja keinen Freispruch gefordert, sondern interessanterweise eine Einstellung des Verfahrens oder wegen der eingeräumten Schwierigkeiten bei der Selbstanzeige alternativ eine Bewährungsstrafe. Revision wird es nicht geben.”
Bei Bewährung oder Einstellung wohl nicht. Bei Verurteilung ja.
f.luebberding März 13, 2014 um 11:20
Jeder Richter ist dankbar, wenn ihm die Urteilsfindung erleichtert wird. Er muss sich jetzt nicht mehr dazu äußern. Das verstehen Staatsanwälte und Verteidigung. Der Anwalt hat ja keinen Freispruch gefordert, sondern interessanterweise eine Einstellung des Verfahrens oder wegen der eingeräumten Schwierigkeiten bei der Selbstanzeige alternativ eine Bewährungsstrafe. Revision wird es nicht geben.
f.luebberding März 13, 2014 um 11:04
Ein Ansatz, der zielführend wäre, wenn man ihn denn nach dem Urteil noch nachgehen könnte. Worauf das hinausläuft, zeichnet sich ja ab. Es ist nämlich kein Widerspruch, dass Hoeneß bisweilen halsbrecherische Geschäfte gemacht haben kann – und gleichzeitig seine Vontobel-Konten für andere Zwecke genutzt worden sind. Dafür müsste man sich aber jede einzelne Transaktion genau ansehen. Seine hohen Gewinne, die Hoeneß unmittelbar nach dem Dreyfus-Kredit gemacht hat, sind übrigens ein Thema für sich. Es wäre rationaler gewesen, die intimen Kenntnisse von Dreyfus zu nutzen, als im Devisenhandel Lotterie zu spielen.
Insider März 13, 2014 um 10:58
FOCUS: 9.53 Uhr: Richter Heindl schlägt vor, die Verlustvorträge aus der Anklage nicht weiter zu verfolgen. Dabei geht es um 5,5 Millionen Euro, die Hoeneß falsch als Verluste in seiner Steuererklärung deklariert hatte. Alle Beteiligten sind damit einverstanden.
Bedeutet dies nicht, dass die Strafverfolgung eines vorsätzlichen Steuerbetrugs unterbleibt?
Martin Lindner März 13, 2014 um 10:53
der link oben von @chabis sieht für mich als laien interessant aus. über den “lustigen” durchblickertonfall, der in der regel wirre verschwörungstheorien signalisiert, sehe ich mal hinweg, weil er weiter unten recht konkret wird.
er entwirft ein in sich stimmiges szenario, in dem dreyfus/adidas und hoeness pseudo-optionsgeschäfte als mittel verwendet haben könnten, um auf verdeckte weise große geldsummen zu transferieren.
und er bringt das in verbindung mit dem ausfall von geldern aus der kirch-gruppe für den fc bayern aus einem umstrittenen vertrag. das würde die merkwürdige schizophrenie des “zockers” hoeness zumindest teilweise erklären. (fragt sich, was dann mit den späteren verlusten war …)
siehe auch hoeness’ seltsame verteidigungsstrategie: um die “blackbox” (prantl) nur möglichst kurz öffnen zu müssen und ganz schnell wieder endgültig zumachen zu können? dass er dann als wirrer zocker und schmarotzer dasteht, würde er damit billigend in kauf nehmen …
ich persönlich halte von anfang an die story vom unverantwortlichen zocker für eine schutzkonstruktion, aber natürlich weiß man nix, und wird es wohl nie genau wissen. immerhin ein interessanter einblick in die finanzströme in einer gesellschaft nach der festgeld-ära, in der auch fußballvereine plötzlich riesenhafte geldmaschinen sind, die mit fantastillionen operieren.
Ignaz März 13, 2014 um 10:47
Ich denke mal mit “normal” ist das klassische Positionstrading gemeint, d.h. Positionen laufen Tage bis Wochen, perfekt für Papa nach der Arbeit. Im SZ-Bsp. wird ja auch eine Haltedauer von 2 Monaten verwendet.
Nur passt das Ganze nicht zur Hoeneßschen Tradefrequenz, da handelte es sich allem Anschein nach um richtiges Intraday-Trading, also Haltedauern von Minuten bis einigen Stunden. WIe das über Jahre nebenbei nur mit Pager und Bauchgefühl funktionieren soll, ist mir ein Rätsel.
f.luebberding März 13, 2014 um 10:25
Kollege Brinkmann sagte mir gerade, es habe sich bei Hoeneß um “ganz normale Währungswetten” gehandelt. Und erläutert dann, wie diese Wetten funktionieren. Ich habe weder Einblick in die Positionen, die Hoeneß aufgebaut hatte, noch in das Marktumfeld, in dem sie platziert wurden. Aber vielleicht kann hier jemand etwas zu dem Begriff “normal” beitragen. Normal ist für einen Privatanleger eher das, was TRSS hier mitgeteilt hat.
holger196967 März 13, 2014 um 10:23
5 Jahre und 6 Monate fordert die Staatsanwaltschaft
keiner März 13, 2014 um 09:48
Bin ich dämlich? Ich kapier’s nicht:
20 Mio Darlehen -> 20 Mio Wette -> 20 Mio Gewinn und davon -> 20 Mio Rückzahlung für Darlehen = NULLSUMMENGESCHÄFT
Da müsste noch ein Hebel drin sein, um aus den 20 Mio Darlehen z.B. 40 Mio Gewinn zu machen, DANN wäre das eine lohnende Transaktion, oder?
chabis März 13, 2014 um 09:16
Nein, nicht bei fefe gefunden.
chabis März 13, 2014 um 09:15
Gerade fefunden. Ein Fan der Looser aus dem Kohlenpott recherchiert schon länger, wie seriös, kann ich auf die Schnelle nicht beurteilen (muss jetzt arbeiten)
http://derblauweisse.wordpress.com/tag/adidas-loan-haunts-bayern-boss-hoenes/
Morph März 13, 2014 um 08:57
“Bayern ist schon lange in der Moderne angekommen”
Überall auf der Welt ist Moderne, da gibt es kein Außen, von dem man aus ‘in der Moderne’ ankommen kann. Aber die modernen Institutionen wirken sich in unterschiedlichen Weltregionen unterschiedlich aus. Und in Bayern ist das ziemlich anders als in anderen Landesteilen Deutschlands. Daraus beziehen Polts Darstellungen ja gerade ihren Witz! In denen geht es ja um nichts anderes als um Garagen, Webergrills, Sitzrasenmäher, Kärcher, Häcksler usw. Warum wohl?
http://www.youtube.com/watch?v=3d-2ghFtWoc
Jackle März 13, 2014 um 08:57
“Das ist voll unfair.”
Nein, das meine ich nicht. Der Hoeneß kann gerne jetzt soviel Staub fressen, wie er sich vorher durch all die öffentlichen Aussagen gerade bzgl. Politik, Wirtschaft selbst aufgetischt hat.
Nur geifert der Volksmob, in vielem was ich so vernehme, geradezu danach ihm, dem Hoeneß, es mal so richtig zu zeigen. Das Recht als Rache gegen den Rotkopf aus Bayern. Der selbe Volksmob, der fleißig täglich Steuern hinterzieht, und sich bei 30-50 Millionen, ob bei Hoeneß oder bei Tebartz, kaum noch einkriegt, während man aber anscheinend kein großes Problem damit hat, wenn in Südeuropa die Demokratie abgeschafft wird und das nur, weil gigantische Geldvermögen in Billionenhöhe gerettet werden müssen, die sicherlich alle so ehrlich verdient wurden wie Hoeneß seins. Es ist zum Davonlaufen.
Hoeneß – nicht mal Peanuts und vor allem nichts Besonderes. Ein vor Doppelmoral platzender Schreihals und Sozialdarwinist, der selbst sich Millionen zusammen spielt, rafft, erarbeitet. Abziehbild einer ganzen Schicht!
Frankie (f.k.a.B.) März 13, 2014 um 08:41
@Morph , alle Bielefelder und sonstige Bayernversteher
Schön, dass wir Bayern in den Augen der anderen noch so einen sympathisch kauzhaften Ruf haben und vermutet wird, hier wäre es anders.
Aber konkret hat sich der Mythos-Raum Bayern schon lange aufgelöst in viele Neubaugebiete mit den entsprechenden Bausparer-Verhaltensweisen. Siedlungen entstehen heute um praktisch angelegte Kreisverkehre, die den Berufsverkehr effizient einerseits zu den Autobahn-Pendlerschleudern leiten, andrerseits ein möglichst barrieresfreies Parken vor den unvermeidlichen Kreiselgeschäften kik, lidl und aldi schaffen. Die Garagen sind vollgestopft mit Webergrill, Sitzrasenmäher, Kärcher, Häcksler, deren gartengestalterisches Leistungsvermögen in einem bizarren Mißverhältnis zu der bearbeitbaren Gartenfläche steht – was frustrierend ist, und dem begegnet die Baumarkt-Beschickungsindustrie mit immer neuer Quengelware und Gadgets). Seine spirituelle Kraft borgt dieses Bayerntum dann aus Auftrumpf-Veranstaltungen wie FC Bayern, BMW, Oktoberfest oder Länderfinanzausgleichs-Klagen.
Also , Bayern ist schon lange in der Moderne angekommen, auch wenn @goodnight das nicht wahrhaben will, der alte Romantiker.
Ich persönlich finde, dass das Leben südlich, sagen wir mal, der Mainlinie schon geiler ist. Und da muss man dann halt die merkwürdige Form der Politik in dieser Region in Kauf nehmen.
Luhmann hat nicht nur vor Moral gewarnt, er würde auch vor zuviel modernistischer Zuversicht gewarnt haben. Fundamentalismus, Berlusconismus, Putinismus, Korruption usw. – das alles sind moderne Phänomene. Zu glauben, diese Phänomene mit ‘Modernisierung’ bekämpfen zu können, ist systemtheoretisch nicht gedeckt.
Verstehe nicht ganz, wie Du zu der Einschätzung kommst. Hält sich doch alles in einem sehr moderaten Rahmen. – In einer Hinsicht hast Du Recht: Es gibt Verfahren, die noch viel knüppeldicker sind und medial nicht gecovert werden, weil keine medienbekannten Akteure involviert sind. Das ist voll unfair ;-)
Jackle März 13, 2014 um 00:50
Hach, wenn man noch den Freisler hätte. Der würde den Hoeneß morgen mal richtig zusammen falten. Naja, ist wohl schlecht zu machen. Wäre aber beruhigend. Man muss ja zu dem Eindruck kommen, dass es bei einer Bewährungsstrafe, der Wutbürgervolksmob vor den Toren Berlins steht und die Mistgabeln dabei hat.
ruby März 12, 2014 um 23:40
Das morgen keiner das Frühstück für den vierten und letzten Prozesstag vergisst:
und mit ein bischen Glück …
werden wir diesen Sozialschmarotzen nicht mehr hören und sehen oder?
Stephan März 12, 2014 um 23:08
Ach Thomas. Lass es gut sein. Verglichen mit dir ist der Uli sowieso ein armer Waisenknabe, dem nur Unrecht widerfährt! Dass du die Welt verarschen willst und kannst wissen wir schon.
The Real Slim Shady März 12, 2014 um 22:54
Aber OK: mit den nächsten 49.999 Transaktionen werde ich das mehr als wettmachen…
The Real Slim Shady März 12, 2014 um 22:52
>80-90% aller Trader verlieren nur.
Yep. So wie ich mit meinem Gold-Short. 2000 $ futdch in less than 72 hours…
Stephan März 12, 2014 um 22:15
LOL @Goodnight
Mit deinem Enron Beispiel habe ich gerechnet. Tja, Shit Happens. ~) Ist aber auch so ein schwarzer Schwan, den du ja gar nicht magst wegen der Wahrscheinlichkeit und so, oder? Ist Bayern anders? Ich weiß es nicht aber ich glaube nicht. Amigo hin oder her.
“It’s still the same old story. A fight for love and glory …” (Casablanca)
holger196967 März 12, 2014 um 22:12
Lieber @Stephan
da gebe ich dir vollkommen Recht. Das ist dann schon ne Meisterleistung. Ich hatte es falsch verstanden, was du damit meintest. sorry
Stephan März 12, 2014 um 22:02
Lieber @Holger
Geh mal zu deiner Bank und frag nach Kopien deiner Kontoauszüge von den letzten 10 Jahren. Weil du die für das Finanzamt brauchst. Ich bin gespannt wann du deinem Finanzamt deine Kontoauszüge wirst liefern können.
Goodnight März 12, 2014 um 22:00
“Bei einer AG schauen dir so viele Leute auf die Finger. Das ist sehr schwer.”
Yep, aber in diesem Fall wären es nur Bayern die Bayern auf die Finger schauen…abgesehen von so Fällen wie Enron, wo Due Diligence ja ganz vorbildlich und so…
Whatever, vielleicht hat ja auch der Bayrische Staat himself in der Schweiz in seinen Fussballclub investiert …nope…jetzt gehe ich zu weit…völlig abwegig….
(Enron-the smartest guys in the room)
holger196967 März 12, 2014 um 21:56
—>>>Mit Deinen 160 M würde es aber so oder so nichts, bei Betsafe gilt ein Höchstgewinn je Einzelwette von 12.500.”
Ich hatte das ja nur mal als Beispiel gebracht, dass man zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen “Nase” an einem Tag mit einer einzigen Wette aus 10M 160M machen kann.
Nun, jetzt kann man eben aus 10M 70M machen, wenn eben nicht limitiert, aber ich kann ja noch stückeln ;)
Nur mal so für Herrn Lübberding :D gedacht.
Wasser zu Wein und so.
holger196967 März 12, 2014 um 21:53
—>>>Das waren über 50.000 Transaktionen in 10 Jahren? Ich kann dir aus eigener Erfahrung mitteilen, das ist für jede Bank ein Big-Headache.”
Aha… rund 25 Stück / Tag bei 200 Tagen iss also echt zu viel?
Wurden denn noch Überweisungen per Hand ausgestellt? Frag nur…
Soldat Schwejk März 12, 2014 um 21:50
Hey, das ist immer schön, auf was alles man hier und da so wetten kann. Schon bei der Wulfferei war das lustig zu beobachten, wie sich je nach Meldung die Quoten verändert haben.
Hab gerade mal bei Betsafe geschaut, die Quoten der Hoeneß-Wette haben sich verändert. Aktuell Gefängnis 1:1,4 – Bewährung 1:2,95 – Freispruch 1:7.
Und besonders schön: Das läuft dort als Wette nicht aus dem Bereich Wirtschaft & Politik, sondern als Fußballwette.
Mit Deinen 160 M würde es aber so oder so nichts, bei Betsafe gilt ein Höchstgewinn je Einzelwette von 12.500.
wowy März 12, 2014 um 21:46
deshalb hatten wir auch keine Bankenkrise ;-)
Stephan März 12, 2014 um 21:44
Das waren über 50.000 Transaktionen in 10 Jahren? Ich kann dir aus eigener Erfahrung mitteilen, das ist für jede Bank ein Big-Headache. Die meisten Leute überschätzen total die EDV-Systeme einer Bank was solche Angelegenheiten betrifft. Wir reden da über die Steinzeit der EDV-Buchhaltung. Und nicht über Algo-Trading.
Aber gut. Du denkst es hat was mit dem FC Bayern zu tun und der ganzen vielen heissen Kohle im Fussball. Ich bin da sehr skeptisch. Der FCB ist eine AG. Da musst du schon richtig viel kriminelle Energie aufbringen um krumme Dinger zu drehen. Bei einer AG schauen dir so viele Leute auf die Finger. Das ist sehr schwer.
“Money laundering is called what it is because that perfectly describes what takes place – illegal, or dirty, money is put through a cycle of transactions, or washed, so that it comes out the other end as legal, or clean, money. In other words, the source of illegally obtained funds is obscured through a succession of transfers and deals in order that those same funds can eventually be made to appear as legitimate income”. (About the origin of the term “money laundering” thanks to Al Capone)
wowy März 12, 2014 um 21:40
Da sollte es hin :-)
holger196967 März 12, 2014 um 21:22
Sorry 1:16 nur bei Freispruch
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