Source: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/einzelnen_naturschutzgebiete/40863.html
Timestamp: 2019-08-20 02:07:24+00:00

Document:
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Ahrensdorfer Moor" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Ahrensdorfer Moor"
(NSG WE 235)
Verordnung vom 04.08.1999 über das Naturschutzgebiet "Ahrensdorfer Moor" in der Stadt Friesoythe, Landkreis Cloppenburg
(1) Das in Abs. 3 näher bezeichnete Gebiet wird zum Naturschutzgebiet "Ahrensdorfer Moor" erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet ist ca. 321,5 ha groß.
(5) Ausfertigungen der Verordnung mit den Karten werden bei der Bezirksregierung Weser-Ems– obere Naturschutzbehörde –, Theodor-Tantzen-Platz 8, 26122 Oldenburg,
Das Ahrensdorfer Moor ist ein Teilgebiet des in der Hunte-Leda-Moorniederung gelegenen Langen Moores.
Der überwiegende Teil des ursprünglichen Hochmoores wurde nach Entwässerung als Grünland, Acker und Forst kultiviert. Die Aufnahme der landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Nutzungen erfolgte überwiegend ohne die Zerstörung der natürlich entstandenen hochmoortypischen Bodenhorizonte. Ein industrieller Torfabbau wurde nur im westlichen Bereich des Naturschutzgebietes betrieben. Diese Flächen befinden sich zur Zeit in der Wiedervernässung.
Kleinflächig wurde von den privaten Eigentümern im Rahmen der Deckung des Eigenbedarfes Torf im Handtorfstichverfahren abgebaut. Diese im südöstlichen Teil des Naturschutzgebietes entlang des Lahe-Ableiters gelegenen wenigen Flächen wurden nach dem Torfabbau gekuhlt oder besandet und der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt. Im Nordosten des Naturschutzgebietes befindet sich die Klärschlammdeponie Edewechterdamm/Ahrensdorf, die eine nationale Bedeutung als Vogelbrutgebiet besitzt.
Zweck der Unterschutzstellung ist die langzeitige Erhaltung des vorhandenen natürlichen Bodenschichtenaufbaus des gewachsenen Hochmoores. Zudem werden die ökologisch in Beziehung stehenden Lebensräume wie Hochmoorgrünland, Pfeifengras- und Besenheide-Moordegenerationsstadien, Wollgrastorfmoosrasen, Teichröhrichte, Weidengebüsche und nasse Staudenfluren für schutzbedürftige, z.T. gefährdete wildwachsende Pflanzen und Tiere sowie deren Lebensgemeinschaften gesichert und entwickelt. Daneben bedarf das Naturschutzgebiet wegen der besonderen Eigenart, seiner geologischen Entstehung und wegen seiner Bedeutung für die Heimatkunde des besonderen Schutzes.
Landwirtschaftlich genutzte Bereiche sollen durch eine Nutzung als Grünland für Arten und Lebensgemeinschaften des kultivierten Hochmoores gesichert und entwickelt werden. Die Abtorfungsflächen und aufgegebenen Grünlandflächen sollen sich zu ungenutzten Feuchtbiotopen auf gewachsener Torfschicht entwickeln. Der Feuchtegrad der durch Nutzungsaufgabe gewachsenen Hochmoordegenerationsstadien und Pfeifengras-Birken-Moorwälder soll erhöht werden. Die mit standortfremden Gehölzen bestandenen Forstflächen sollen zu heimischen standortgerechten Laubwäldern entwickelt werden. Nach Beendigung der Einlagerung soll die durch eutrophe Standortverhältnisse geprägte Klärschlammdeponie der ungestörten Sukzession überlassen und die sich einstellende Tier- und Pflanzenwelt gesichert werden.
(4) In der gemäß § 24 Abs. 3 Satz 2 NNatG ausgewiesenen und in den Karten im Maßstab 1 : 10.000 und 1 : 25.000 schraffierten 80 Meter breiten hydrologischen Schutzzone sind zusätzliche Entwässerungsmaßnahmen verboten.
a) auf Grünlandflächen
- eine Umwandlung zu Ackerland oder eine ackerbauliche Zwischennutzung vorzunehmen,
- Gehölze einzubringen, die nicht der natürlichen Artenzusammensetzung des Standortes entsprechen (nicht standortgerecht) und die nicht in der naturräumlichen Region (Ems-Hunte-Region) heimisch sind,
- eine mechanische Bodenbearbeitung vorzunehmen,
- den Gehölzaufwuchs in der Zeit vom 01.03.-30.09 eines jeden Jahres zu nutzen,
- Waldkalkungen oder Düngung vorzunehmen,
1. Maßnahmen, zu deren Durchführung eine gesetzliche Verpflichtung besteht. Sie sind hinsichtlich Zeitpunkt und Ausführung vor ihrer Durchführung mit der Bezirksregierung Weser-Ems – obere Naturschutzbehörde – abzustimmen,
2. das Betreten des Gebietes
(1) Die folgenden Maßnahmen bedürfen der Zustimmung durch die Bezirksregierung Weser-Ems– obere Naturschutzbehörde –:
(3) Ein Verstoß kann gem. § 65 NNatG im Falle des § 3 Abs. 1, 2 und 4, § 4 Abs. 1 und § 5 Abs. 1 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 100.000,- DM, im Falle des § 3 Abs. 3 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 50.000,- DM geahndet werden.
Gleichzeitig tritt die Verordnung vom 21.01.1997 über die einstweilige Sicherstellung des Landschaftsteiles "Ahrensdorfer Moor" (Amtsblatt für den Reg.-Bez. Weser-Ems Nr. 5 vom 31.01.1997) außer Kraft.
Oldenburg, den 04.08.1999
Naturschutzgebiet "Ahrensdorfer Moor"

References: § 24
 § 65
 § 3
 § 4
 § 5
 § 3