Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.02.2010&Aktenzeichen=VII%20ZR%20218/08
Timestamp: 2019-07-22 15:01:26+00:00

Document:
BGH, 11.02.2010 - VII ZR 218/08 - dejure.org
https://dejure.org/2010,1382
BGH, 11.02.2010 - VII ZR 218/08 (https://dejure.org/2010,1382)
BGH, Entscheidung vom 11.02.2010 - VII ZR 218/08 (https://dejure.org/2010,1382)
BGH, Entscheidung vom 11. Februar 2010 - VII ZR 218/08 (https://dejure.org/2010,1382)
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HOAI § 57 Abs. 2; BGB § 126
§ 57 Abs 2 AIHonO, § 126 BGB
Vereinbarung eines Honorars für die örtliche Bauüberwachung bei Ingenieurbauwerken und Verkehrsanlagen: Wahrung der Schriftform ohne ausdrückliche Erwähnung eines Prozentsatzes im Vertrag
Honorarvereinbarung für örtliche Bauüberwachung: Wahrung der Schriftform
Voraussetzungen der Wahrung der Schriftform für die Vereinbarung eines Honorars für die örtliche Bauüberwachung bei Ingenieurbauwerken und Verkehrsanlagen
Schriftform für Honorarvereinbarung über örtliche Bauüberwachung; Honorarhöhe; Honorarvereinbarung
HOAI § 57 Abs. 2; BGB § 126 Abs. 2 S. 1
Honorarvereinbarung: Wahrung der Schriftform (IBR 2010, 276)
LG Duisburg, 04.12.2007 - 4 O 491/06
NJW-RR 2010, 821
MDR 2010, 621
NZBau 2010, 320
BauR 2010, 677
BauR 2010, 793
ZfBR 2010, 450
Die der Auslegung gesetzte Grenze bei der Berücksichtigung solcher Umstände ist erst dann überschritten, wenn der beurkundete Text die Richtung des rechtsgeschäftlichen Willens nicht einmal dem Grunde nach erkennen lässt (vgl. BGH, NJW-RR 2010, 821 f. [BGH 11.02.2010 - VII ZR 218/08] ).
Es kann unterstellt werden, dass dem Kläger aufgrund vorangegangener Erläuterungen klar sein musste, er solle überhaupt nicht mehr als Elektrotechniker eingesetzt werden und dass ein solcher Wille der Beklagten in dem Kündigungsschreiben hinreichenden Anklang gefunden hat (§ 623 BGB, BAG 25. April 2013 - 2 AZR 960/11 - Rn. 31; BGH 11. Februar 2010 - VII ZR 218/08 - Rn. 12) .
Insoweit können auch außerhalb des Vertrags liegende, zur Erforschung des Vertragsinhalts geeignete Umstände herangezogen werden wenn der rechtsgeschäftliche Wille der Parteien in der Urkunde einen wenn auch nur unvollkommenen Ausdruck gefunden hat, während die der Auslegung gesetzte Grenze bei der Berücksichtigung dieser Umstände erst überschritten wird, wenn der beurkundete Text die Richtung des rechtsgeschäftlichen Willens nicht einmal dem Grunde nach erkennen lässt (vgl. BGH, Urteil vom 11. Februar 2010 - VII ZR 218/08 -, Rn. 12, juris), was vorliegend mit Rücksicht auf die Laufzeitangabe indessen nicht anzunehmen sein dürfte.
Zur Auslegung einer formbedürftigen Erklärung können auch außerhalb der Urkunde liegende Umstände herangezogen werden, wenn der Wille in der Urkunde zumindest einen, wenn auch unvollkommenen, Ausdruck gefunden hat (vgl. BGH Urteile vom 11. Februar 2010 - VII ZR 218/08 - MDR 2010, 621 und vom 14. November 1991 - IX ZR 20/91 - MDR 1992, 745).
Jedoch verlangt der BGH in ständiger Rechtsprechung, dass die Berücksichtigung außerhalb der Urkunde liegender Umstände nur zulässig ist, wenn der sich daraus ergebende Parteiwille in der Urkunde selbst, wenn auch unvollkommen, so zumindest andeutungsweise zum Ausdruck gekommen sein muss (BGHZ 63, 359; BGH, NJW-RR 2010, 821).
Diese führt dann zur Schriftformwahrung, wenn die Vertragsurkunde zwar nicht sämtliche Vereinbarungen enthält, solche jedoch in ihr angedeutet werden, so dass der Erwerber ausreichenden Anlass hat, Erkundigen einzuholen (Due Diligence) (vgl. (BGH NJW-RR 2010, 821 [821] [BGH 11.02.2010 - VII ZR 218/08] ; BGH NJW 1975, 536 [536] [BGH 20.12.1974 - V ZR 132/73] ; LG Berlin ZMR 2016, 31;… Emmerich in Staudinger (2018) BGB § 550, Rn. 27;… Heile/Landwehr in Bub/Treier Handbuch der Geschäfts- und Wohnraummiete 4. Aufl. 2014 II Rn. 2483; Lindner-Figura NZM 2007, 705 [706]).
Die Grenze bei der Berücksichtigung dieser Umstände ist nach der sog. Andeutungstheorie erst dort überschritten, wo der beurkundete Text die Richtung des rechtsgeschäftlichen Willens nicht einmal dem Grunde nach erkennen lässt (st. Rspr., vgl. nur BGH, Urt. v. 11. Februar 2010 - VII R 218/08, NJW-RR 2010, 821 Tz. 12;… Emmerich, in: Staudinger, BGB, Neubearb. 2014, § 550 Rz. 27;… Lammel, in: Schmidt/Futterer, 12. Aufl. 2015, § 550 Rz. 34;… Singer, in: Staudinger, Neubearb. 2012, § 133 Rz. 31).
Diese führt dann zur Schriftformwahrung, wenn die Vertragsurkunde zwar nicht sämtliche Vereinbarungen enthält, solche jedoch in ihr angedeutet werden, so dass der Erwerber ausreichenden Anlass hat, Erkundigen einzuholen (Due Diligence) (vgl. (BGH NJW-RR 2010, 821 [821]; BGH NJW 1975, 536 [536); LG Berlin ZMR 2916, 31;… Emmerich in Staudinger (2018) BGB § 550, Rn. 27;… Heile/Landwehr in Bub/Treier Handbuch der Geschäfts- und Wohnraummiete 4. Aufl. 2014 II Rn. 2483; Lindner-Figura NZM 2007, 705 [706)).
Zur Erforschung des Vertragsinhalts geeignete Umstände außerhalb der Urkunde sind nach der sog. Andeutungstheorie der Rechtsprechung indes nur dann von Relevanz, wenn sie zumindest unvollkommen einen Ausdruck in der Vertragsurkunde gefunden haben (s. z.B. BGH, Urteil vom 11. Februar 2010 - VII ZR 218/08 -, NJW-RR 2010, 821).

References: § 57
 § 126

§ 57
 § 126
 § 57
 § 126
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 550
 § 550
 § 550
 § 133
 BGH 
 § 550