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Timestamp: 2020-01-21 15:01:43+00:00

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Allgemein | Behr und Partner GmbB
19. Februar 2019 /in Allgemein, eCommerce /von Behr und Partner
Im Online-Handel gilt seit Jahresbeginn das „Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“. Ein aktuelles BMF-Schreiben geht auf die Aufzeichnungspflichten für Betreiber elektronischer Marktplätze und die mögliche Haftung für Umsatzsteuerschulden von Händlern näher ein. Teilweise greifen Übergangsregelungen.
Mit Schreiben vom 28.01.2019 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) zum Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften Stellung genommen.
Dabei geht es schwerpunktmäßig auf die besonderen Pflichten für Betreiber eines elektronischen Marktplatzes zu Aufzeichnungspflichten und zur Bescheinigung über die steuerliche Erfassung sowie zur Haftung beim Handel auf einem elektronischen Marktplatz und die Übergangsvorschriften ein.
https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2019/02/online-steuerberater-steuerhaftung-umsatzsteuerschulden.jpg 1000 1500 Behr und Partner https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/01/BPGrafikUND-300x122.png Behr und Partner2019-02-19 15:49:362019-02-19 15:55:17BMF-Vorgaben zu den neuen Pflichten und der Steuerhaftung
13. Dezember 2018 /in Allgemein /von PBehr
Für 2019 ergeben sich wesentliche Änderungen im Steuerrecht. Wir haben die wichtigsten Änderungen für Sie zusammengefasst.
Eltern leisten durch Unterhalt, Erziehung und Betreuung einen wesentlichen Beitrag für die Gesellschaft. Durch Kinderfreibeträge und Kindergeld sorgt das Steuerrecht für eine angemessene Besteuerung von Familien. Ab dem 1.07.2019 wird das Kindergeld um 10€ pro Kind erhöht. Somit erhalten Eltern ab dem 1.07.2019 für das erste Kind 204€, das zweite Kind 210€, das dritte Kind 210€ und für jedes weitere Kind 235€ pro Monat. Zudem wird der steuerliche Kinderfreibetrag von 7.428€ auf 7.620€ angehoben.
Ferner wird der in den Einkommensteuertarif integrierte Grundfreibetrag ab dem 1.01.2019 von 9.000€ auf 9.168€ angehoben. Im Zuge dessen erhöht sich auch der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen an gesetzlich unterhaltsberechtigte Personen.
Haftung der Betreiber von Internet-Marktplätzen für Online-Händler
Immer mehr Waren werden im Internet auf elektronischen Marktplätzen erworben. Damit einhergehend ist allerdings auch die Anzahl der Umsatzsteuerhinterziehungen unter Nutzung von elektronischen Marktplätzen verstärkt angestiegen. Um das Umsatzsteueraufkommen zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der steuerehrlichen Unternehmen zu sichern, werden ab dem 1.01.2019 die Betreiber elektronischer Marktplätze unter bestimmten Voraussetzungen für die entstandene und nicht abgeführte Umsatzsteuer der Händler aus den auf ihrem Marktplatz ausgeführten Umsätzen in Haftung genommen. Dies betrifft insbesondere den Verkauf durch Unternehmer, die in Deutschland steuerpflichtige Umsätze erzielen, aber in Deutschland nicht steuerlich registriert sind.
Steuervorteile für Elektro- und extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge
Die Privatnutzung von Dienstwagen muss grundsätzlich mit einem Prozent des inländischen Listenpreises für jeden Kalendermonat versteuert werden. Bei Elektro- und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen, die nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.01.2022 angeschafft oder geleast werden, wird die Privatnutzung jedoch nur noch zur Hälfte besteuert.
Steuerfreiheit für die private Nutzung eines Elektrofahrrads
Die umweltverträgliche Mobilität wird bereits jetzt umfassend durch das Einkommensteuergesetz gefördert. Das Bereitstellen von Ladestrom und einer betrieblichen Ladevorrichtung für Elektrofahrzeuge ist schließlich eine steuerfreie Arbeitgeberleistung. Ab 2019 gilt dies jedoch auch für den geldwerten Vorteil aus der der unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung eines betrieblichen Fahrrads oder Elektrofahrrads an den Arbeitnehmer. Bei Elektrofahrrädern, die verkehrsrechtlich ein Kraftfahrzeug sind (E-Fahrrad mit Motor, das Geschwindigkeiten von mehr als 25 km/h erzielt), gilt allerdings die Dienstwagenregelung (1%-Methode). Die Privatnutzung eines betrieblichen Fahrrads durch einen Betriebsinhaber gilt hingegen nicht als Entnahme.
Steuerfreie „Jobtickets“
Arbeitgeberleistungen für Fahrten des Arbeitnehmers zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet (z.B. Forstgebiet) oder zu einem dauerhaft festgelegten Sammelpunkt (z.B. Fährhafen) gehörten bislang zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Allerdings wurden Sachbezüge von bis zu 44€ monatlich pro Arbeitnehmer steuerlich nicht berücksichtigt. Ab 2019 werden zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährte Zuschüsse und Sachbezüge des Arbeitgebers für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet oder zu einem dauerhaft angelegten Sammelpunkt steuerfrei gestellt. Diese Sachzuwendungen fallen zwar nicht mehr unter die monatliche Freigrenze von 44€ pro Arbeitnehmer. Allerdings werden diese steuerfreie Leistungen fortan auf die Entfernungspauschale angerechnet, um einen Ausgleich gegenüber denjenigen Arbeitnehmer herzustellen, die die entsprechenden Aufwendungen selbst aus ihrem versteuerten Einkommen tragen müssen.
Investmentfonds schütten ihre Erträge in der Regel nicht aus, sondern legen sie wieder an. Im Gegensatz zu einer direkten Geldanlage entstehen dadurch nicht immer jährlich Steuern für den Anleger. Um die Anlage über eine direkte Geldanlage nicht schlechter zu stellen als eine Anlage über einen Investmentfonds, wird eine Vorabpauschale eingeführt. Die Höhe der Vorabpauschale orientiert sich an einer risikolosen Martkverzinsung, also dem Betrag, den ein Anleger am Markt für eine risikofreie Geldanlage erhalten würde. Von der Vorabpauschale werden tatsächliche Ausschüttungen subtrahiert, so dass sich die Vorabpauschale bis auf null reduzieren kann. Für 2018 gilt ein Zinssatz von 0,609% des Werts des Anteils am Investmentfonds. Bei einem Wert des Investmentanteils am Jahresanfang in Höhe von 100€ würden folglich 0,61€ Vorabpauschale (zzgl. 0,15€ Kirchensteuer) anfallen, falls der Wert des Investmentanteils bis zum 31.12.2018 tatsächlich um diesen Betrag gestiegen ist. Die Vorabpauschale für 2018 fließt Anfang 2019 zu, damit sie mit dem Spar-Pauschbetrag verrechnet werden kann. Sollte der Sparer-Pauschbetrag nicht ausreichen oder wurde kein Freistellungsauftrag gestellt, erhebt das depotführende Kreditinstitut Kapitalertragsteuer und zieht diesen Betrag vom Konto des Anlegers ein.
Bei weiteren Fragen steht Ihnen unser Team jederzeit gern zur Verfügung.
https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/12/new-years-day-3683748_1920.jpg 1144 1920 PBehr https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/01/BPGrafikUND-300x122.png PBehr2018-12-13 00:00:592019-06-08 21:52:48Steuernews 2019
18. November 2018 /in Allgemein /von PBehr
Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 21.06.2018 – VR 25/15 entschieden, dass für den Vorsteuerabzug keine wirtschaftlichen Tätigkeiten unter der Anschrift in der vom leistenden Unternehmer ausgestellten Rechnung ausgeübt werden müssen.
Es ist ausreichend, wenn es sich bei der Anschrift um eine Briefkastenanschrift handelt, sofern der Unternehmer unter dieser Anschrift erreichbar ist.
Der Kläger, ein Autohändler, erwarb Kraftfahrzeuge von einem Einzelunternehmer. Dieser Einzelunternehmer veräußerte seine Fahrzeuge ausschließlich im Internet, ohne ein „Autohaus“ zu betreiben. Der Einzelunternehmer stellte dem Kläger Rechnungen mit einer inländischen Anschrift aus, an der er postalisch erreichbar war. Unter dieser Adresse wurde der Einzelunternehmer auch beim Finanzamt geführt. Am Gebäude der Rechnungsanschrift befand sich ein Firmenschild des Einzelunternehmers. Die Fahrzeuge wurden dem Kläger an der Rechnungsadresse des Einzelunternehmers oder an öffentlichen Plätzen übergeben.
Das Finanzamt versagte dem Kläger den Vorsteuerabzug für die vom Einzelunternehmer ausgestellten Rechnungen, da die Geschäftsadresse nur als Scheinadresse diene und dort nichts vorhanden ist, was auf ein Unternehmen deutet. Das Finanzgericht gab der Klage des Klägers statt, indem er dem Kläger den Vorsteuerabzug zusagte. Das Finanzamt legte Revision beim Bundesfinanzhof ein. Der Bundesfinanzhof richtete im Rahmen der Revision folgende Vorlagefragen an den EuGH:
Für den Fall, dass Frage 1. zu verneinen ist:a) Reicht für die Angabe der Anschrift nach Art. 226 Nr. 5 MwStSystRL eine Briefkastenadresse? b) Welche Anschrift ist von einem Steuerpflichtigen, der ein Unternehmen (z.B. des Internethandels) betreibt, das über kein Geschäftslokal verfügt, in der Rechnung anzugeben?
Der EuGH hat die Vorlagefragen dahingehend beantwortet, dass nach Art. 168 lit. a und Art. 178 lit. a i.V.m. Art. 226 Nr. 5 MwStSystRL der Vorsteuerabzug durch nationale Regelungen nicht davon abhängig gemacht werden kann, dass in der Rechnung die Anschrift anzugeben ist, unter der der Rechnungsaussteller seine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt.
Die Revision des Finanzamts ist begründet, da nur für 15% der Fahrzeuglieferungen geklärt wurde, dass die Fahrzeuge in Deutschland geliefert wurden.
Nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs war das Merkmal der „vollständigen Anschrift“ in § 14 Abs. 4 S. 1 Nr. 1 UStG nur durch Angabe der zutreffenden Anschrift des leistenden Unternehmers erfüllt, unter der er seine wirtschaftlichen Tätigkeiten entfaltete. Briefkastenanschriften gehörten folglich nicht dazu.
Hieran hält der Bundesfinanzhof nicht mehr fest. Die zum Vorsteuerabzug relevanten § 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG , § 14 Abs. 4 S. 1 Nr. 1 UStG sind richtlinienkonform dahingehend auszulegen, dass nicht vorausgesetzt wird, dass die wirtschaftlichen Tätigkeiten unter der Anschrift ausgeübt werden, die in der ausgestellten Rechnung angegeben ist. Es ist jede Anschrift ausreichend, unter der der Unternehmer erreichbar ist.
Bei innengemeinschaftlichen Lieferungen gem. § 4 Nr. 1 lit. b UStG, § 6a UStG liegen jedoch die Voraussetzungen für einen Vorsteuerabzug nach § 15 ABs. 1 Nr. 1 UStG nach wie vor nicht vor, da es an einer vom leistenden Unternehmer „geschuldeten“ Steuer mangelt.
https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/11/fokus-gericht-hammer-1415558.jpg 2682 4000 PBehr https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/01/BPGrafikUND-300x122.png PBehr2018-11-18 13:13:242018-11-18 13:27:16Änderung der Rechtsprechung zum Vorsteuerabzug
16. August 2018 /in Allgemein /von PBehr
Viele Steuerpflichtige bedienen sich haushaltsnaher Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen, ohne zu wissen, dass diese Aufwendungen auch zu einer Steuerermäßigung führen können.
Steuerermäßigung in Form eines Abzugs von der Einkommensteuer
Nach § 35a Abs. 2 und 3 EStG können Aufwendungen im Zusammenhang mit Renovierungs-, Instandsetzungs-, oder Modernisierungsarbeiten in einem privaten Haushalt oder der Pflege eines dazu gehörigen Grundstücks in Höhe von 20% der Arbeitskosten zu einer Steuerermäßigung in Form eines Abzugs von der Einkommensteuer führen.
Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen bzw. Handwerkerleistungen?
Haushaltsnahe Dienstleistungen sind z.B. Reinigungsarbeiten in Wohnungen, Heckenschneiden, Pflege- und Betreuungsleistungen oder Gartenarbeiten wie z.B. Rasenmähen. Die maximale Steuerermäßigung beträgt 4.000€/ Jahr.
Handwerkerleistungen sind z.B. Modernisierungs-, Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten durch Handwerker, Reparatur und Wartung von Heizung oder Küchengeräten bzw. Schornsteinfegerleistungen. Die maximale Steuerermäßigung beträgt 1.200€/ Jahr.
Steuerermäßigung auf den „Haushalt“ begrenzt
Die haushaltsnahen Dienstleistungen bzw. Handwerkerleistungen sind jedoch nur steuerbegünstigend, sofern diese im „Haushalt“ erbracht werden. Zum „Haushalt“ gehören u.a. auch die Zweit-, Wochenend- oder Ferienwohnung.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unser Team unter 03974189900 oder unter info@behrundpartner.com.
https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/08/adult-1866533_1920.jpg 1277 1920 PBehr https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/01/BPGrafikUND-300x122.png PBehr2018-08-16 10:29:022019-06-08 21:20:51Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen
Bewertung von Grundstücken verfassungswidrig
Das Bundesverfassungsgericht hat mit Urteil vom 10. April 2018 (Az. 1 BvL 11/14, 1 BvL 12/14, 1 BvL 1/15, 1 BvR 639/11, 1 BvR 889/12) entschieden, dass die derzeitige Bewertung von Grundstücken für die Bemessung der Grundsteuer verfassungswidrig ist. Bis spätestens Ende 2019 muss der Gesetzgeber nun eine Neuregelung schaffen.
Ungleichbehandlung im Abstellen auf veraltete Einheitswerte
Die Bewertung der Grundstücke erfolgt in den „alten“ Bundesländern auf den Feststellungszeitpunkt 1. Januar 1964 und in den „neuen“ Bundesländern auf den 1. Januar 1935. Das Bundesverfassungsgericht teilt die Meinung des Bundesfinanzhofs, nach dem das Anknüpfen an die alten Bewertungen zu Ungleichbehandlungen durch Wertverzerrungen führt, die verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt sind.
Keine Befreiung von der Grundsteuer
Die Verfassungswidrigkeit der derzeitigen Regelung führt jedoch nicht zur Befreiung von der Zahlung der Grundsteuer, da das Bundesverfassungsgericht die derzeitigen Regelungen nicht für nichtig erklärt hat. Sollte die Neuregelung des Gesetzgebers sich an den Gesetzgebungsvorschlag aus dem Jahr 2015 ( BR-Drucks. 515/16) orientieren, werden die Bodenwerte nach den aktuellen Bodenrichtwerten ermittelt und der Gebäudewert durch die Alterswertminderung verringerten pauschalierten Herstellungskosten angesetzt werden. Dies würde zu einer massiven Erhöhung der Grundsteuer führen.
Welche Folgen dies für Sie im Einzelfall hat, können Sie gerne in einem persönlichen Gespräch unter 03974189900 oder unter info@behrundpartner.com erfahren.
https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/08/large-home-389271.jpg 1280 1920 PBehr https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/01/BPGrafikUND-300x122.png PBehr2018-08-16 09:56:522019-06-08 21:19:34Vorschriften zur Grundsteuer verfassungswidrig
12. August 2018 /in Allgemein /von PBehr
Von Kindergartenbeiträgen bis zu Zinsersparnissen
Dieser Beitrag setzt unseren ersten Beitrag zu den steuerfreien Arbeitgeberleistungen – Teil 1 fort. Neben den im ersten Beitrag genannten steuerfreien Arbeitgeberleistungen kommen beispielsweise ferner folgende steuerfreie Arbeitgeberleistungen in Betracht:
Aufwendungen für sowohl betriebliche als auch außenbetriebliche Einrichtungen, in den nicht schulpflichtige Kinder tagsüber betreut und versorgt werden, können steuerfrei übernommen werden.
Sind Arbeitnehmer dazu verpflichtet, Berufskleidung zu tragen, kann der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern die Kosten für Arbeitsschutzkleidung oder uniformähnliche Kleidung steuerfrei erstatten. Die Berufskleidung muss den Arbeitgeber jedoch erkennen lassen, z.B. durch ein Logo, so dass eine private Nutzung grundsätzlich ausgeschlossen ist.
Nicht selten werden Arbeitnehmern vor allem im Einzelhandel Waren vergünstigt oder unentgeltlich überlassen. Solche Waren können dem Arbeitnehmer allerdings nur bis zu einer Höhe von 1.080€/ Jahr vergünstigt oder unentgeltlich überlassen werden, sofern die Waren im Unternehmen grundsätzlich jedem Dritten zum Verkauf angeboten werden.
Aufwendungen für Reisegepäck, Ferngespräche, Parktickets o. ä. können vom Arbeitgeber steuerfrei für beruflich veranlasste Reisen erstattet werden.
Aufwendungen, die dem Arbeitgeber durch die Bereitstellung eines Fahrzeugs zur Sammelbeförderung von mindestens 2 Arbeitnehmern entstehen, können steuerfrei erstattet werden, sofern die Sammelbeförderung für den betrieblichen Einsatz der Arbeitnehmer notwendig ist.
Ein Trinkgeld kann immer dann steuerfrei gezahlt werden, wenn für die Zahlung des Trinkgelds kein Rechtsanspruch besteht. Das Trinkgeld muss folglich freiwillig neben der geschuldeten Leistung gewährt werden.
Übernachtungsosten für beruflich veranlasste Reisekosten können entweder in tatsächlicher Höhe oder pauschal erstattet werden. Für Übernachtungen im Inland beträgt die Übernachtungspauschale 20€. Für Übernachtungen im Ausland werden die Kosten nach einer Ländertabelle ermittelt.
Sofern ein Arbeitnehmer zwei Haushalte führt (doppelte Haushaltsführung), kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die tatsächlich nachgewiesenen Übernachtungskosten bis zu 1.000€/ Monat steuerfrei erstatten. Die pauschale Erstattung der Übernachtungskosten ist im Inland in den ersten drei Monaten bis zu 20€/ Tag und den darauf folgenden Monaten bis zu 5€/ Tag möglich. Für die Übernachtung im Ausland gelten Sonderregelungen.
Der Arbeitgeber kann bei einem beruflich notwendigen Umzug des Arbeitnehmers die Umzugskosten in tatsächlicher Höhe erstatten, sofern diese nicht der privaten Lebensführung zuzurechnen sind. Anderenfalls ist eine steuerfrei pauschale Erstattung nach dem Bundesumzugskostenrecht für neue Möbel oder eventuelle Verluste aus dem Verkauf alter Möbel möglich.
Unentgeltlich oder vergünstigte Sachbezüge in Form von Vermögensbeteiligungen (Aktien, GmbH-Anteilen, stille Beteiligungen) sind bis zu einem Betrag in Höhe von 360€/Jahr steuerfrei.
Je nach Dauer der täglichen Abwesenheit eines Arbeitnehmers von der Wohnung oder der ersten Tätigkeitsstätte kann der Arbeitgeber steuerfreie Verpflegungsmehraufwendungen zahlen. Diese betragen bei einer Abwesenheit über 8 Stunden sowie am An- und Abreisetag bei einer Dienstreise mit Übernachtung 12€, bei einer Abwesenheit von mehr als 24 Stunden 24€. Für Auslandsreisen gelten Sonderregelungen.
Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern Darlehen auf Grund eines Dienstverhältnisses zum marktüblichen Zins steuerfrei gewähren, sofern die Zinsersparnisse bei unverzinslichen oder zinsvergünstigten Darlehen einschließlich der zum Lohnzahlungszeitraum noch zu tilgenden Darlehenssumme 2.600€ nicht übersteigen.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an info@www.behrundpartner.com oder unsere Mitarbeiter, die werktäglich unter 03974189900 für Sie erreichbar sind.
https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/08/bed-1979270_1920.jpg 1280 1920 PBehr https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/01/BPGrafikUND-300x122.png PBehr2018-08-12 13:20:042018-08-12 13:30:40Steuerfreie Arbeitgeberleistungen - Teil 2
Steuerfreie Arbeitgeberleistungen – Teil 1
Welche Leistungen können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern steuerfrei gewähren?
Mit unserem Beitrag „Steuerfreie Arbeitgeberleistungen“ zeigen wir Ihnen beispielhaft, welche Leistungen Sie als Arbeitgeber Ihren Arbeitnehmern steuerfrei gewähren können. Während eine Gehaltserhöhung sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber eine höhere Steuerbelastung nach sich zieht, sind andere Arbeitgeberleistungen innerhalb bestimmter Grenzen steuerfrei oder pauschal besteuerbar und sozialversicherungsfrei. Dazu gehören insbesondere die folgenden Leistungen:
Unentgeltlich zur beruflichen Nutzung überlassene Arbeitsmittel (z.B. Notebook, Smartphone).
Sachzuwendungen (keine Geldzuwendungen) von bis zu 60€ (z. B. Blumen, Bücher, Tonträger, Genussmittel), die dem Arbeitnehmer oder seinen Angehörigen aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses zugewendet werden.
Beihilfen für Notfälle
600€ beispielsweise bei Krankheit, Unfall, Kuren.
Steuerfrei sind bis zu zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr bis 110 €/Arbeitnehmer. Die Veranstaltung muss allen Arbeitnehmern eines Betriebsteils offen stehen.
Bonuspunkte aus Kundenbindungsprogrammen
Viele Arbeitgeber gestatten ihren Mitarbeitern, auf Dienstreisen erworbene Bonuspunkte (z.B. Miles&More) privat zu verwenden. Bis zu 1.080€/Jahr sind sie steuerfrei. Der übersteigende Betrag ist nur dann nicht lohnsteuerpflichtig, wenn das gewährende Unternehmen, also z.B. die Fluggesellschaft, eine pauschale Besteuerung (2,25 Prozent) durchführt und dies dem Prämienempfänger schriftlich mitteilt.
Dieser sollte den Arbeitgeber wiederum davon unterrichten.
Elektronische Aufladestation
Das Aufladen von Elektrofahrzeugen (reine E-Fahrzeuge einschließlich Zweiräder, Hybridelektrofahrzeuge) in einer Betriebsstätte des Arbeitgebers oder eines verbundenen Unternehmens ist ab dem 01.01.2017 lohnsteuerfrei. Gleiches gilt, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine betriebliche Ladevorrichtung für das „Tanken“ des Elektrofahrzeugs überlässt.
Mahlzeiten vom Arbeitgeber sind nur mit den Sachbezugswerten von 3,17€ für Mittag- oder Abendessen bzw. 1,70€ für Frühstück, gemindert um Zuzahlungen des Arbeitnehmers, zu versteuern. Für Mahlzeiten in einer nicht vom Arbeitgeber selbst betriebenen Einrichtung kann der Arbeitgeber einen steuerfreien Zuschuss von bis zu 3,10€ täglich für z. B. eine Essenmarke gewähren, wenn der Arbeitnehmer den amtlichen Sachbezugswert hinzuzahlt oder versteuert.
Fahrtkosten/Reisekosten
Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel (Bahn, Bus, Taxi, Schiff, Flugzeug) können in Höhe des tatsächlich gezahlten Beförderungsentgelts erstattet werden, sofern sie im Rahmen einer beruflich veranlassten Tätigkeit entstanden sind. Fahrten mit dem privaten PKW können mit 0,30€/km erstattet werden. Bei Motorrädern beträgt die Pauschale 0,20€/km.
Die Überlassung eines Firmenwagens ist immer dann lohnsteuerfrei, wenn der Arbeitnehmer den Wagen nur für solche Fahrten nutzen darf, für die Reisekosten anfallen.
Berufliche Fort- und Weiterbildungsleistungen sind immer dann steuerfrei, wenn die Maßnahmen im überwiegenden Interesse des Arbeitgebers durchgeführt werden.
Geschenke (Sachbezüge)
Geschenke (z.B. Belohnungsessen, Waren-/ Benzingutscheine) sind steuerfrei, wenn der Vorteil für den Arbeitnehmer höchstens 44.oo €/ Kalendermonat beträgt. Erhält der Arbeitnehmer insgesamt mehr Geschenke als in Höhe von 44.00€/Monat sind alle Geschenke des betroffenen Monats zu versteuern.
Aufwendungen zur Gesundheitsförderung des Arbeitnehmers können jährlich bis zu 500.00€/Arbeitnehmer steuerfrei zusätzlich zum ohnehin gezahlten Arbeitslohn erstattet werden. Mitgliedsbeiträge für Fitnessstudios oder Sportvereine können nur steuerfrei erstattet werden, sofern die sportlichen Einrichtungen den fachlichen Anforderungen der Krankenkassen gerecht werden.
Fortsetzung s. Teil 2.
https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/08/adult-2449725_1920.jpg 1280 1920 PBehr https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/01/BPGrafikUND-300x122.png PBehr2018-08-12 11:00:172018-08-12 13:28:32Steuerfreie Arbeitgeberleistungen - Teil 1
Deutsche Rentner im Ausland – wer muss Steuern zahlen?
31. Juli 2017 /in Allgemein /von PBehr
Viele Rentner zieht es ins Ausland: Die Sonne ist warm, das Leben kostet wenig, und die deutsche Bürokratie ist weit, weit weg … Nicht ganz so weit, wie viele denken! Immer mehr Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben, auch wenn sie im Ausland leben. „Schuld daran“ ist das Alterseinkünftegesetz, dass 2004 von der Bundesregierung unter Gerhard Schröder beschlossen wurde und ein Jahr später in Kraft trat. Seitdem werden Vorsorgeaufwendungen schrittweise stärker steuerlich absetzbar, im Gegenzug werden Renten und Altersbezüge zunehmend steuerpflichtig. Dieser Grundsatz der „nachgelagerten Besteuerung“ soll die privaten Vorsorge, beispielsweise die Riester-Rente, fördern und gegenfinanzieren. Ob das eine gute Idee ist, sei dahingestellt. In jedem Fall müssen auf Altersbezüge seit 2005 Steuern gezahlt werden. Wir verraten Ihnen, was die „Steuer auf die Rente“ für Sie bedeutet, und was Sie jetzt unternehmen sollten.
Alle deutschen Rentner sind steuerpflichtig, auch im Ausland.
Grundsätzlich ist jeder Empfänger von Altersbezügen seit 2005 steuerpflichtig – egal, ob im In- oder Ausland lebend. Dass viele deutsche Rentner im Ausland erst jetzt vom Finanzamt Post bekommen, liegt an dem enormen Kraftakt, den die Behörden vollbringen mussten, um das Gesetz von 2005 überhaupt in die Tat umzusetzen. Gut ein halbes Jahrzehnt dauerte es allein, alle Informationen über Rentenbezieher im Ausland im dafür zuständigen Finanzamt in Neubrandenburg zu sammeln. Erst seit 2011 werden von dort aus Auslandsrentner zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert. Und erst seit 2013 ermöglicht eine EU-Richtlinie die Amtshilfe und den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Ländern. Die Mühlen der Bürokratie mahlen also langsam, das ändert jedoch nichts an der Steuerpflicht: Auch wer im Ausland lebt, muss auf seine Alterseinkünfte Steuern zahlen.
Auch als Rentner sollten Sie sich regelmäßig über die aktuelle Steuergesetzgebung informieren. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre finanzielle Situation.
Auch Rentner im Ausland müssen eine Steuererklärung abgeben.
Zuständig für das Erfassen von Altersbezügen ist die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA). Die Behörde hat Zugriff auf alle Daten von Rentenversicherungsträgern, Versorgungswerken, privaten Rentenkassen und Lebensversicherern und informiert ihrerseits die Finanzämter. Zusätzlich informieren sich die Finanzbehörden der Staaten, mit denen Doppelbesteuerungsabkommen bestehen, gegenseitig über Einkünfte aus Erwerbstätigkeit, Zinsen, Lebensversicherungen und Pensionen. Besonders die EU-Mitgliedsstaaten tauschen fleißig Daten, das Netz ist engmaschig. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis jeder im Ausland lebende Rentner Post aus Neubrandenburg bekommt. Spätestens dann ist die Abgabe einer Steuererklärung fällig. Es ist jedoch schlauer, nicht erst auf „den Brief aus der Heimat“ zu warten, sondern selbst aktiv zu werden.
Informieren Sie sich, ob zwischen Deutschland und dem Land, in dem Sie leben, ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht. Leben Sie in der Europäischen Union?
Alterseinkünfte werden auch rückwirkend versteuert.
Die Höhe der „Steuer auf die Rente“ hängt maßgeblich vom Jahr des Renteneintritts ab. Wer 2005 oder davor in Rente gegangen ist, muss 50 Prozent seiner Alterseinkünfte versteuern, die andere Hälfte – der Rentenfreibetrag – bleibt steuerfrei. Danach steigt der zu versteuernde Anteil jährlich um 2 Prozent an, bis schließlich 2040 alle Alterseinkünfte vollkommen besteuert werden. Wer 2017 in den Ruhestand geht, muss demnach auf knapp drei viertel seiner Rente Steuern zahlen.
Das Alterseinkünftegesetz ist seit 2005 in Kraft, entsprechend verlangt das Finanzamt Steuererklärungen und Steuerzahlungen rückwirkend ab 2005. Das ist natürlich eine böse Überraschung, denn in mehr als zehn Jahren kann sich einiges an Steuerschulden angesammelt haben. Statt zu warten und möglicherweise noch mehr Schulden beim Fiskus zu machen, ist daher eine schnelle Klärung der tatsächlichen Steuerpflicht und -schuld wichtig.
Klären Sie, ob Sie tatsächlich steuerpflichtig sind. Rechnen Sie nach, wie viel Steuern Sie möglicherweise zahlen oder nachzahlen müssen.
Die beschränkte Steuerpflicht kann teuer werden.
Rentner, die ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen, sind in Deutschland nur noch „beschränkt steuerpflichtig“, wer zu Hause bleibt, ist weiter „unbeschränkt steuerpflichtig“. Mit der beschränkten Steuerpflicht soll eine Doppelbesteuerung durch in- und ausländische Finanzämter vermieden werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass dadurch die Steuerlast sinkt. Das Gegenteil ist der Fall, denn mit der beschränkten Steuerpflicht entfallen viele steuermindernde Ansprüche. Der wichtigste ist der steuerliche Grundfreibetrag.
Der steuerliche Grundfreibetrag, nicht zu verwechseln mit dem Rentenfreibetrag, ist die Grenze unterhalb derer Einkünfte unversteuert bleiben. 2017 sind das 8.820 Euro für Alleinstehende und 17.640 Euro für Ehe- oder eingetragene Paare. Rentner im Ausland erhalten diesen Grundfreibetrag nicht, ihre Alterseinkünfte werden vom ersten Euro an besteuert. Das kann teuer werden – muss es aber nicht.
Lernen Sie die wichtigsten Begriffe kennen: Rentenfreibetrag, Grundfreibetrag, beschränkte und unbeschränkte Steuerpflicht.
Ein Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht kann Geld sparen.
Wer seine Alterseinkünfte zum weitaus größten Teil aus Deutschland bezieht, kann aufatmen. In diesem Fall kann beim Finanzamt ein Antrag auf „unbeschränkte Steuerpflicht“ gestellt werden. Wird dem Antrag entsprochen, gilt wieder der Grundfreibetrag. Einkünfte unterhalb des Grundfreibetrages bleiben dann steuerfrei. Zusätzlich greifen bei unbeschränkter Steuerpflicht auch andere „Steuersparmodelle“ wie beispielsweise das Ehegatten-Splitting oder Werbungskosten.
Doch was bedeutet „weitaus größter Teil“? – Darauf gibt es zwei Antworten. Entweder: Die Alterseinkünfte werden zu wenigstens 90 Prozent aus Deutschland bezogen, und es gibt daneben im Ausland nur kleine Einkünfte, beispielsweise aus Zinsen, Rente oder einem Nebenjob. Oder: Die Einkünfte aus dem Ausland, die nicht in Deutschland versteuert werden, liegen unter dem Grundfreibetrag von 8.820 bzw. 17.640 Euro.
Über alle Einkünfte aus dem In- und Ausland müssen bei Antragstellung Nachweise beigebracht werden. Das kann Nerven kosten, doch der Aufwand lohnt sich. Summiert man die durch die unbeschränkte Steuerpflicht gesparten Steuern über mehrere Jahre auf, kommt ein ansehnlicher Betrag zusammen. Manchmal macht dieser Betrag den Unterschied aus zwischen einem unbeschwerten Lebensabend und Altersarmut. Es lohnt sich also genau zu prüfen, ob eine unbeschränkte Steuerpflicht in Frage kommt.
Kommt die unbeschränkte Steuerpflicht für Sie in Frage? Dann sollten Sie unbedingt nachrechnen, welche Steuerersparnis möglich ist.
Deutsche Rentner im Ausland sollten einen Steuerberater kontaktieren.
Die seit 2005 bestehende Steuerpflicht und die schleppende Bearbeitung durch die Finanzämter können deutsche Rentner im Ausland in eine unangenehme Lage bringen – Nachzahlungen drohen. Es hilft jedoch nicht, den Kopf in den Sand zu stecken, denn früher oder später finden der Fiskus jeden Altersruhesitz. Besser ist, die eigene Situation jetzt nüchtern zu analysieren und die Möglichkeiten zu nutzen, die das Steuerrecht gewährt. Da die Steuergesetzgebung oft angepasst wird und nicht selten unübersichtlich wirkt, lohnt sich in jedem Fall der Rat eines Steuerberaters.
Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einen Steuerberater – am besten, bevor Sie selbst mit dem Finanzamt in Verhandlung treten. Behr & Partner informiert Sie über Ihre Rechte und rechnet für Sie nach. Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gern!
https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2017/11/BLOG_DE_011_rentner-1791854_1920-1030x687.jpg 687 1030 PBehr https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/01/BPGrafikUND-300x122.png PBehr2017-07-31 01:00:532017-11-14 13:05:45Deutsche Rentner im Ausland – wer muss Steuern zahlen?
Ausländische Arbeitnehmer in Deutschland – wer darf arbeiten, wer muss Steuern zahlen?
5. Juni 2017 /in Allgemein /von PBehr
Viele Deutsche haben Angst vor Ausländern, auch auf dem Arbeitsmarkt. Häufig wird die Sorge geäußert, Ausländer nähmen Deutschen die Jobs weg und schickten das hierzulande verdiente Geld postwendend zurück in die Heimat. Wasser auf die Mühlen solcher Befürchtungen ist das jüngst bekannt gewordene Gebaren einiger US-Unternehmen, die in Deutschland eingeheimsten Gewinne nicht in der Bundesrepublik zu versteuern, sondern in EU-Steuerparadiesen. Die in vielen bilateralen Verträgen errungene und ausgehandelte „Freizügigkeit“ ist ins Gerede gekommen. Zu unrecht!
Exportweltmeister Deutschland ist auf das Ausland angewiesen, nicht nur der vollen Auftragsbücher wegen. Deutschland ist arm an Rohstoffen, es mangelt an Fachkräften. Viele Unternehmen suchen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern, auch im Ausland. Es ist also ein Glücksfall, wenn Menschen aus dem Ausland in Deutschland leben und arbeiten wollen: eine Win-Win-Situation.
Aus diesem Grund lohnt sich ein Blick auf die Bedingungen, unter denen ausländische Beschäftigte in Deutschland arbeiten, Steuern und Sozialabgaben zahlen. Das Ausländer-, das Steuer- und das Sozialversicherungsrecht geben dabei strenge Spielregeln vor, gewähren aber auch einige Spielräume. Vier Grundsätze sollten ausländische Arbeitnehmer und ihre deutschen Arbeitgeber in jedem Fall beachten:
Ausländische Arbeitnehmer benötigen eine Aufenthaltstitel
Der deutsche Arbeitsmarkt ist grundsätzlich eine geschlossene Veranstaltung. Wer etwa als Tourist ins Land kommt, dem ist der Zugang zu einer bezahlten Beschäftigung verwehrt. Dasselbe gilt im Übrigen auch für Geflüchtete. Ausländer, die sich zum Zweck der Ausübung einer Erwerbstätigkeit in Deutschland aufhalten wollen, benötigen dafür einen Aufenthaltstitel. Dieser ist zeitlich befristet und zweckgebunden und muss, abhängig vom Land, vor oder nach der Einreise beantragt werden. Zur Aufnahme einer Beschäftigung benötigen Ausländer außerdem eine Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit: Sie soll Verzerrungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt vermeiden, beispielsweise durch schlechtere Bezahlung oder ungünstigerer Arbeitsbedingungen. Zur Erteilung einer solchen Erlaubnis muss bereits ein konkretes Arbeitsangebot vorliegen.
Ausländer, die Staatsangehörige eines Landes der Europäischen Union, der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen oder Island sind, genießen „Freizügigkeit“ – sie benötigen keinen Aufenthaltstitel und keine Genehmigung. Die Freizügigkeit gilt mittlerweile auch für alle osteuropäischen EU-Länder. Ebenfalls ausgenommen sind Ausländer, die schon eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzen oder für die andere zwischenstaatliche Regelungen greifen.
Unser Praxistipp: Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – die Beantragung eines Aufenthaltstitel kann einige Monate in Anspruch nehmen. Kümmern Sie sich frühzeitig darum!
Ausländische Arbeitnehmer müssen Einkommensteuer zahlen
Unabhängig von der Staatsangehörigkeit gilt: Wer in Deutschland einen amtlichen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, ist hier unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. „Unbeschränkt“ heißt: Alle weltweiten Einkünfte des Steuerpflichtigen, das sogenannte „Welteinkommen“, werden zur Besteuerung herangezogen. Zum diesem Welteinkommen zählen, genau wie in Binnen-Deutschland, sämtliche Einkünfte aus nichtselbständiger und selbständiger Arbeit, Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft, Kapital, Verkauf, Vermietung und Verpachtung. Ein „gewöhnliche Aufenthalt“ in Deutschland wird vom Finanzamt angenommen, wenn sich ein ausländischer Beschäftigter länger als sechs Monate (183-Tage-Regelung) in Deutschland aufhält. Bleibt der Wohnsitz dagegen im Ausland, man spricht dann vom „Grenzpendler“, besteht nach dem Doppelbesteuerungsabkommen nur eine beschränkte Steuerpflicht. Das heißt, der Fiskus hält nur bei den in Deutschland erzielten Einkünften die Hand auf.
In manchen Fällen ist dennoch die unbeschränkte Steuerpflicht wünschenswert, auch wenn diese aufgrund Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland eigentlich nicht greift. Grund dafür sind mögliche Steuervergünstigungen, beispielsweise Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen und Sonderausgaben. In diesem Fall kann eine unbeschränkte Steuerpflicht beantragt werden, jedoch nur unter bestimmten Bedingungen: Wenigstens 90% der Einkünfte müssen in Deutschland erzielt werden und die ausländischen Einkünfte dürfen den deutschen Steuerfreibetrag nicht überschreiten.
Unser Praxistipp: Für Ausländer ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland ist das Doppelbesteuerungsabkommen ein komplizierter aber möglicher Weg zum Steuern sparen. Der Steuerberater hilft!
Grenzpendler zahlen in Deutschland Steuern, Grenzgänger im Ausland.
Neben dem genannten „Grenzpendler“ kennt das Doppelbesteuerungsabkommen auch den „Grenzgänger“. Beide sind Pendler, dennoch sollte man die Begriffe nicht verwechseln. Ein Grenzgänger ist ein Arbeitnehmer, der grenznah im Ausland lebt, regelmäßig zum Arbeitsplatz nach Deutschland pendelt und dabei wenigstens einmal wöchentlich nach Hause zurück kehrt. Ausländischer Wohnort und deutscher Arbeitsplatz befinden sich dabei in einer 20 bis 30 Kilometer breiten Grenzzone. Die Besteuerung erfolgt in dem Staat, in dem sich der Wohnsitz befindet, von der deutschen Einkommensteuerpflicht ist der Grenzgänger befreit. Das für die Betriebsstätte zuständige Finanzamt stellt dazu auf Antrag eine Freistellungsbescheinigung aus.
Befinden sich Arbeitsplatz oder Wohnort außerhalb der Grenzzone, gilt wieder die beschränkte Steuerpflicht in Deutschland für Grenzpendler mit der Möglichkeit, sie in eine unbeschränkte Steuerpflicht umzuwandeln.
Unser Praxistipp: Auf den ersten Blick kann es reizvoll erscheinen, als Grenzgänger keine Steuern in Deutschland zu zahlen. Wer mit diesem „Steuersparmodell“ liebäugelt, sollte jedoch genau nachrechnen, ob sich das Pendeln zwischen In- und Ausland wirklich lohnt!
Ausländische Arbeitnehmer sind sozialversicherungspflichtig.
Arbeitnehmer unterliegen grundsätzlich dem Sozialversicherungsrecht des Landes, in dem sie arbeiten. Die Staatsangehörigkeit oder der Wohnsitz spielen keine Rolle. Ausländische Arbeitnehmer müssen demnach in Deutschland Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlen. Das gilt auch für EU-Bürger und auch für Grenzpendler und Grenzgänger.
Ausgenommen von den deutschen Rechtsvorschriften sind lediglich Arbeitnehmer, die von einem ausländischen Arbeitgeber vorübergehend nach Deutschland entsandt werden, gewöhnlich in mehreren Staaten beschäftigt sind oder aufgrund besonderer Vereinbarungen den Rechtsvorschriften eines anderen Landes unterliegen.
Für Staatsangehörige der Europäischen Union gilt aufgrund der Freizügigkeit bei der Wahl von Wohnort und Arbeitsplatz, dass ein ausländischer Arbeitnehmer durch die Zahlung von Beiträgen in die deutsche Sozialversicherung Ansprüche im Heimatland erwirbt. Die Höhe der Ansprüche richtet sich dann jedoch nach den Bestimmungen des Landes, in dem die Auszahlung erfolgt.
Unser Praxistipp: Ausländische Arbeitnehmer, die ihren Ruhestand im Heimatland verleben möchten, sollten sich frühzeitig Gedanken machen: über die Wahl des Altersruhesitzes, die Höhe der Zahlungen aus Renten- und Pflegeversicherung und die Möglichkeiten privater Vorsorge!
Sie haben Fragen? Oder brauchen Hilfe? Kontaktieren Sie uns!
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Verfahrensdokumentation – für eine GoBD konforme und geordnete Belegablage
30. Mai 2017 /in Allgemein /von PBehr
Mit dem Inkrafttreten der neuen GoBD ab dem 01.01.2015 (ab 2017 für alle bindend) ist der Begriff „Verfahrensdokumentation“ wieder ein Thema. Dabei ist diese Problematik nicht neu, seit über zwanzig Jahren sollte jedes Unternehmen bereits über eine Verfahrensdokumentation verfügen, so steht in den GoBS von 1995 geschrieben. Die Wirtschaft hat sich nicht ernsthaft darum gekümmert und die Finanzverwaltung in der Praxis nicht weiter daran gestört.
Doch nun bekommt das Thema Verfahrensdokumentation neuen Schwung.
Immer mehr Außenprüfer lassen sich jetzt die Verfahrensdokumente zeigen.
Kann eine Verfahrensdokumentation nicht vorgelegt werden, so ist zunächst die Beweiskraft für eine geordnete und sichere Belegablage einer konventionellen oder IT-gestützten Buchführung gestört, es liegt in der Folge ein Verstoß gegen die GoBD vor.
Dass eine Verfahrensdokumentation zukünftig notwendig sein wird, sollte somit unstrittig sein. Welchen Umfang die Dokumentation aber haben sollte, welchen Inhalt, welche Struktur, dass hängt von der jeweiligen Größe und Organisation des Unternehmens ab.
Eine Verfahrensdokumentation soll Antworten auf folgende Fragen geben:
Wie ist das eventuelle Nebeneinander von konventionellen Papierbelegen und originär digitalen Belegen organisiert?
Werden Teile des Verfahrens durch beauftragte Dritte wie z.B. Steuerberater oder IT Unternehmen angewendet oder ausgeführt, ändert das grundsätzlich nichts an der Verantwortung des Buchführungs- bzw. Aufzeichnungspflichtigen (Unternehmer, Inhaber, Geschäftsführer) für die Ordnungsmäßigkeit im Außenverhältnis z.B. gegenüber dem Finanzamt. Um dieser Verantwortung nachzukommen, sollte er eine ausreichende Sorgfalt bei der Auswahl seines Dienstleisters (Steuerberater, IT-Unternehmen), dem Auftragsumfang und der abgestimmten Einrichtung ordnungsmäßiger Verfahren walten lassen.
Neue Wege mit ADDISON OneClick
Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass wir für Sie mit ADDISON OneClick eine Möglichkeit gefunden haben, dass mit seinen Arbeitshilfen alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt und entspricht, bei der Sie zudem Ihren Büroalltag spürbar leichter gestalten, aber vor allem um wieviel einfacher, transparenter und effizienter die Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerbüro sein wird.
Nehmen Sie Abschied von alten Denkweisen – und entdecken Sie jetzt gemeinsam mit uns und ADDISON OneClick neue Wege – erleben Sie, wie leicht es sein kann, im Büro alles noch besser im Griff zu haben und wie reibungslos sich die Zusammenarbeit gestalten lässt.
Mit ADDISON OneClick bieten wir Ihnen maßgeschneiderte, auf Ihre Bedürfnisse angepasste Anwendungen. Dank modernster Webtechnologie geschieht der Daten-, Dokumenten- und/oder Belegaustausch mit Ihrem Steuerberater auf einen „Click“ – und wenn Sie eine Frage haben, können wir jederzeit direkt eingreifen.
alle bereitgestellten Daten sind jederzeit abrufbar
Ihre Nachteile im Überblick:
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung – Kontakt
Bei Interesse senden wir Ihnen gerne eine Muster-Verfahrensdokumentation zu!
https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2017/11/Blog_DE_009_verfahren_IMG_2031-1030x773.jpg 773 1030 PBehr https://www.behrundpartner.com/wp-content/uploads/2018/01/BPGrafikUND-300x122.png PBehr2017-05-30 13:32:192017-11-17 15:50:50Verfahrensdokumentation - für eine GoBD konforme und geordnete Belegablage

References: Art. 226
 EuGH 
 Art. 168
 Art. 178
 Art. 226
 § 14
 § 15
 § 14
 § 4
 § 6
 § 15
 § 35