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Timestamp: 2016-10-27 18:44:41+00:00

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I 948/05 (26.10.2006)
N.________, 1957, Beschwerdef�hrerin,
N.________, geboren 1957, meldete sich am 5. Mai 2003 unter Hinweis auf Depressionen und Angstzust�nde bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an, nachdem ihr die vormalige Stelle als Hilfsk�chin im Restaurant Q.________ per Ende Februar 2003 gek�ndigt worden war. Die IV-Stelle Bern holte Berichte des Hausarztes Dr. med. H.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 24. Juni 2003 sowie der Psychiatrischen Dienste A.________ vom 27. Juni 2003 ein und kl�rte die erwerbliche Situation ab. Mit Verf�gung vom 6. August 2003 sprach sie der Versicherten Beratung und Unterst�tzung bei der Stellensuche zu. Inzwischen war N.________ im Juli 2003 an einer Hirnhautentz�ndung erkrankt. Sie musste am 1. September 2003 (Kraniotomie mit Meningoencephaloceleresektion) und am 10. September 2003 wegen eines in der Folge aufgetretenen Hydrocephalus internus operiert werden (Einlage eines ventrikulo-peritonealen Shunts; Bericht des Spitals X.________, Neurologisch-Neurochirurgische Poliklinik, vom 20. November 2003). Nach einem Rehabilitationsaufenthalt im Rehazentrum Y.________ vom 23. September bis zum 27. Oktober 2003 (Bericht vom 12. November 2003) liess die IV-Stelle die Versicherte vom 2. Februar bis zum 31. Mai 2004 in der Stiftung G.________ beruflich abkl�ren (Bericht vom 7. Juni 2004). Mit Verf�gung vom 26. August 2004 sprach sie N.________ mit Wirkung ab 1. April 2004 eine Viertelsrente zu. Auf die Einsprache der Versicherten hin holte die IV-Stelle weitere Arztberichte der Frau Dr. med. R.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 29. Oktober 2004 sowie des Dr. med. E.________, Allgemeine Medizin FMH, vom 5. November 2004 ein, hielt indessen mit Einspracheentscheid vom 24. Januar 2005 an ihrer Auffassung fest.
N.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Antrag, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle Bern zur�ckzuweisen.
Das kantonale Gericht hat die gesetzlichen Bestimmungen und Grunds�tze zum Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1 IVG) und zur Aufgabe des Arztes im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2002 S. 70 Erw. 4b/cc) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
3.1 Streitig ist zun�chst, in welchem Umfang die Beschwerdef�hrerin ohne Invalidit�t erwerbst�tig w�re. Sie macht geltend, die IV-Stelle habe zu Unrecht auf ihre Aussage gegen�ber der Abkl�rungsperson abgestellt, welche die Einschr�nkungen im Haushalt �berpr�ft hat. Damals hatte sie angegeben, als Gesunde w�rde sie ein Pensum von 80 % versehen, ein volles Pensum m�chte sie nicht leisten m�ssen. Bei jener Abkl�rung habe es die IV-Stelle jedoch zu Unrecht unterlassen, den Beistand der Versicherten zu begr�ssen. Dieser sei der Auffassung, ohne gesundheitliche Einschr�nkungen w�re die Beschwerdef�hrerin zu 100 % erwerbst�tig, wie sie das auch bis Mitte der 90er Jahre gewesen sei. Die Versicherte selber sei sich der Tragweite ihrer �usserungen anl�sslich der Abkl�rung im Haushalt nicht bewusst gewesen.
3.2 Wie das Eidgen�ssische Versicherungsgericht in BGE 131 V 51 erkannt hat, ist die Reduktion des zumutbaren erwerblichen Arbeitspensums, ohne dass die dadurch frei werdende Zeit f�r die T�tigkeit in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG (in Kraft gestanden bis 31. Dezember 2002; ab 1. Januar 2003: Art. 8 Abs. 3 ATSG) verwendet wird, f�r die Methode der Invalidit�tsbemessung ohne Bedeutung. Wenn anzunehmen ist, dass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeintr�chtigung teilerwerbst�tig w�re, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich t�tig zu sein, ist die Invalidit�t ausschliesslich nach den Grunds�tzen f�r Erwerbst�tige, somit nach Art. 16 ATSG zu bemessen. Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden Vollerwerbst�tigen. Bei einer hypothetisch (im Gesundheitsfall) lediglich teilerwerbst�tigen versicherten Person ohne einen Aufgabenbereich bemisst sich somit die Invalidit�t nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs oder einer Untervariante davon (BGE 131 V 53 Erw. 5.1.2). Insbesondere allein stehende Personen werden bei einer Reduktion des Besch�ftigungsgrades aus freien St�cken nicht gleichsam automatisch zu Teilerwerbst�tigen mit einem Aufgabenbereich Haushalt neben der Berufsaus�bung (BGE 131 V 54 Erw. 5.2). Dies gilt auch, wenn und soweit gesundheitliche Gr�nde beim Entscheid, lediglich zu 80 % erwerbst�tig zu sein, eine Rolle gespielt haben sollten (BGE 131 V 55 Erw. 5.3.2).
3.3 Ein solcher Fall liegt hier vor. Die Beschwerdef�hrerin hat zuletzt, vor ihrer Anmeldung bei der Invalidenversicherung, ein 80 %-Pensum versehen, ohne daneben eine T�tigkeit in einem Aufgabenbereich auszu�ben. Ob sie ihre Erwerbst�tigkeit im Jahr 1996 wegen gesundheitlicher Beschwerden reduziert hat, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde geltend gemacht wird, l�sst sich kaum eruieren, zumal die Versicherte auch fr�her schon unter Depressionen gelitten hat. Dies kann jedoch nach der dargelegten Rechtsprechung (Erw. 3.2) offen gelassen werden, denn selbst wenn solche Gr�nde mitverantwortlich waren f�r die Aufnahme einer Teilerwerbst�tigkeit, ist hier mangels T�tigkeit in einem Aufgabenbereich die Einkommensvergleichsmethode anzuwenden. Im �brigen ist nicht ersichtlich, weshalb die Versicherte ohne Beistand nicht in der Lage sein sollte, verl�ssliche Angaben �ber ihr Arbeitspensum im Gesundheitsfall zu machen. Letztlich ist dies jedoch nicht von Belang, wie noch zu zeigen ist. Weitere Ausf�hrungen zur ger�gten Geh�rsverletzung er�brigen sich damit.
Zu pr�fen sind im Weiteren die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens.
4.1 Bez�glich des Valideneinkommens beruft sich die Beschwerdef�hrerin darauf, es sei nicht der Lohn heranzuziehen, den sie zuletzt als K�chengehilfin im Restaurant Q.________ verdient hat, sondern zu ber�cksichtigen, dass der wirtschaftlich relevante Eintritt der Invalidit�t schon im Jahr 1995 eingetreten und daher das damals erzielte Einkommen aufzurechnen sei. Darauf ist indessen nicht abzustellen, kann doch, wie bereits ausgef�hrt (Erw. 3.3), der Nachweis, dass die Beschwerdef�hrerin ihr Pensum damals ausschliesslich aus gesundheitlichen Gr�nden reduziert hat, nicht erbracht werden. Auszugehen ist daher mit der Vorinstanz von einem Valideneinkommen von Fr. 35'360.-, welches im �brigen nicht bestritten wird.
4.2 Was das Invalideneinkommen betrifft, hat das kantonale Gericht auf die vom Bundesamt f�r Statistik herausgegebenen Tabellenl�hne abgestellt, unter Annahme einer 40%igen Arbeitsunf�higkeit.
4.2.1 Das kantonale Gericht st�tzte sich dabei auf den Bericht der Stiftung G.________ vom 7. Juni 2004. Demnach hatten die Praktika gezeigt, dass die Versicherte in einem ihr angepassten Rahmen in der Privatwirtschaft verwertbare Teilleistungen erbringen k�nne. Die Stiftung G.________ bot ihr in der Folge auch eine 40 %-Stelle an. Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird jedoch ein Bericht der Stiftung G.________ vom 6. Dezember 2005 eingereicht, aus welchem hervorgeht, dass die Beschwerdef�hrerin die an sie gestellten Anforderungen nicht erf�llen kann. Im September 2004 sei die vorerst befristete - seit der IV-Abkl�rung im Fr�hling 2004 ausge�bte - in eine unbefristete Stelle umgewandelt worden. Im Verlauf ihrer T�tigkeit und der Integration in das soziale System in der Institution der Stiftung G.________ habe sich die Versicherte von einer Seite gezeigt, welche w�hrend der Abkl�rung nicht sichtbar und beobachtbar gewesen sei. Ihre Belastbarkeit und Sozialkompetenz pr�sentierten sich anders als in der Abkl�rung. Die Fachleute der Stiftung G.________ kamen nunmehr deshalb zu einer abweichenden Einsch�tzung. Die Versicherte sei gering belastbar und schnell reiz�berflutet. Sie reagiere in diesen Momenten ungehalten, aufbrausend, unverbl�mt, verschliesse sich und lasse sich nicht mehr f�hren. Auch aufgrund ihres Umgangstons werde sie zur starken Belastung f�r die Arbeitsgruppe und das F�hrungspersonal. Die Fachleute gingen daher davon aus, dass die Beschwerdef�hrerin dem Leistungsdruck in der Privatwirtschaft nicht gewachsen sei. Zwar gen�ge sie den Anforderungen in Bezug auf Fachkompetenz, Arbeitsg�te und Arbeitsqualit�t. Aufgrund ihrer Reizverarbeitung, Belastbarkeit und Sozialkompetenz sei sie jedoch auf den gesch�tzten Rahmen eines Arbeitsplatzes angewiesen. Gleiches berichtet auch die behandelnde Psychiaterin Frau Dr. med. R.________ in ihrem Bericht vom 13. Dezember 2005. Sie erachtet eine Arbeitst�tigkeit ausserhalb des gesch�tzten Rahmens f�r absolut unm�glich. Die Versicherte habe in einer �berforderungssituation M�he, sich abzugrenzen, und reagiere mit verbalen Aggressionen und momentanen Arbeitsunterbr�chen, was eine deutliche Belastung f�r sie und die mit ihr zusammenarbeitenden Mitarbeiter darstelle.
4.2.2 Bei geistigen Gesundheitssch�digungen ist f�r die Annahme einer invalidisierenden Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit ausschlaggebend, ob die psychiatrischen Befunde nach Einsch�tzung des Arztes eine derartige Schwere aufweisen, dass der versicherten Person die Verwertung ihrer Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder dies f�r die Gesellschaft gar untragbar ist (BGE 130 V 354). Im vorliegenden Fall diagnostizierte die Psychiaterin am 29. Oktober 2004 eine rezidivierende depressive St�rung, aktuell mittelgradige Episode (ICD 10 F33.1), sowie eine leichte Intelligenzminderung (ICD 10 F70.0). Schon damals f�hrte sie aus, dass die Versicherte durch die depressive Symptomatik bei ihr unbekannten T�tigkeiten oder Stresssituationen sehr schnell in eine �berforderungssituation gerate, dabei schnell aggressiv reagiere und meistens nicht mehr in der Lage sei, bei ihrer T�tigkeit zu bleiben. Anl�sslich einer neuropsychologischen Untersuchung im Rehazentrum Y.________, wo sich die Beschwerdef�hrerin nach ihrer Hirnhautentz�ndung aufhielt, hatten sich in fast allen Bereichen deutliche Defizite gezeigt, so in der selektiven und geteilten Aufmerksamkeit, dem visuellen und Textged�chtnis, wobei hier mehr Probleme beim Speichern als beim Abruf von Informationen bestanden, sowie beim Planen und Probleml�sen. Die Psychologin hielt fest, dass sich ein Teil der Resultate sicherlich auf die depressive Symptomatik zur�ckf�hren liessen, diese allein jedoch den Schweregrad der Defizite nicht zu erkl�ren verm�ge (Bericht vom 28. Oktober 2003).
4.2.3 Unter diesen Umst�nden ist anzunehmen, dass die erste Einsch�tzung der Fachleute der Stiftung G.________ tats�chlich zu optimistisch ausfiel und sich die Beschwerdef�hrerin nur noch im gesch�tzten Rahmen zu bew�hren vermag. Damit kann beim Invalideneinkommen nicht auf die Tabellenl�hne abgestellt werden, sondern es ist der effektiv erzielte Lohn bei der Stiftung G.________ - wo die Versicherte mittlerweile eine Festanstellung erhalten hat - heranzuziehen (vgl. BGE 126 V 76 Erw. 3b/aa). Dieser belief sich gem�ss den mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichten Lohnabrechnungen ab September 2004, dem Zeitpunkt der Festanstellung, bis zum August 2005 auf Fr. 6896.50.
4.3 Verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 35'360.- resultiert ein Invalidit�tsgrad von 80 % (vgl. zur Rundung des Invalidit�tsgrades BGE 130 V 121). Damit hat die Beschwerdef�hrerin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG in der bis 30. Juni 2006 in Kraft gestandenen Fassung; vgl. Erw. 1). Dem Prozessausgang entsprechend hat die Beschwerdef�hrerin Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 135 in Verbindung mit Art. 159 OG).
In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. November 2005 und der Einspracheentscheid der IV-Stelle Bern vom 24. Januar 2005 aufgehoben, und es wird festgestellt, dass die Beschwerdef�hrerin mit Wirkung ab 1. April 2004 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, der GastroSocial Ausgleichskasse und dem Bundesamt f�r Sozialversicherungen zugestellt.

References: BGE 
 Art. 5
 Art. 8
 Art. 16
 BGE 
 BGE 
 Art. 159