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Timestamp: 2020-08-09 08:06:22+00:00

Document:
Hochschulwiki: BGHZ 55, 128
Revision [115abfc]
Letzte Änderung am 2013-05-31 19:36:12 durch IgorBauer
[Link zum Urteil](http://lorenz.userweb.mwn.de/urteile/bghz55_128.htm)
>>>>>>> Leistungskondition = vertragsähnlich, daher Kenntnis des gestzl. Vertreter entscheidend
>>>>>>> Nichtleistungskondiktion = deliktsähnlich,daher Kenntnis des Minderjährigen entscheidend
>>>> B haftet gem. § 818 IV BGB nach den allgemeinen Vorschriften, d.h. weiterhin nach § 818 II BGB auf Wertersatz
[Link zum Urteil](http://www.lrz.de/>Lorenz/urteile/bghz55_128.htm)
>>>>> Leistungskondition = vertragsähnlich, daher Kenntnis des gestzl. Vertreter entscheidend
>>>>> Nichtleistungskondiktion = deliktsähnlich,daher Kenntnis des Minderjährigen entscheidend
>> B haftet gem. § 818 IV BGB nach den allgemeinen Vorschriften, d.h. weiterhin nach § 818 II BGB auf Wertersatz
Revision [51909e2]
Bearbeitet am 2011-06-03 22:58:41 von FannySchneider
<span style="text-decoration:underline;"> **4. Haftungsverschärfung, § 819 I BGB**</span>
>> **(a) Kenntnis des rechtlichen Mangels** (+)
>>>* Ansicht des BGH: B hat seine Bereicherung aufgrund unerlaubter Handlung ([**§ 265a StGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__265a.html)) (also durch
>>> Eingriff, nicht durch Leistung) erlangt
>>>* gem. § 828 III BGB ist Deliktsfähgkeit des Minderjährigen von seiner Einsichtsfähigkeit abhängig
>>>* Einsichtsfähigkeit i.S.d. § 828 III BGB ist gegeben
>> **(b) Haftungsverschärfung gem. § 819 I BGB** (+)
[Link zum Strukturbaum](http://80.237.160.189/taris/?path=0-4-1-0-1-1&subsumsession=3447&root=755)
Der Anspruch der K könnte gem. § 818 III BGB entfallen sein, wenn B nicht mehr bereichert ist und kein Fall der Haftungsverschärfung (§§ 818 IV, 819, 820 BGB) vorliegt.
>> **(d) Haftungsverschärfung?**
>>Es könnte ein Fall der verschärften Haftung vorliegen, durch die B nicht schutzwürdig wäre. Gemäß § 819 I BGB beginnt die verschärfte Haftung mit dem Zeitpunkt, ab dem B Kenntnis vom Fehlen des Rechtsgrunds hatte.
>>>* Ansicht des BGH: B hat seine Bereicherung aufgrund unerlaubter Handlung ([**§ 265a StGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__265a.html)) erlangt
>>>* gem. § 828 II BGB ist Deliktsfähgkeit des Minderjährigen von seiner Einsichtsfähigkeit abhängig
>>>* Einsichtsfähigkeit i.S.d. § 828 II BGB ist gegeben
>> **(e) Haftungsverschärfung gem. § 819 I BGB** (+)
<span style="text-decoration:underline;"> **4. kein Wegfall des Anspruchs aufgrund Entreicherung**</span>
[Link zum Strukturbaum](http://80.237.160.189/taris/?subsum=Y&subsumitem=760&root=755&path=0-4-1-0-1-1-1&subsumsession=3447)
Revision [4eeb3b6]
Bearbeitet am 2011-05-26 13:27:28 von WojciechLisiewicz
### BGHZ 55, 128
##### Erläuterung der praxisrelevanten Hauptprobleme des Falles, die dem Urteil zugrunde liegen
**A. Zum Sachverhalt**
**B. Relevante Stelle im Prüfungsaufbau**
Das Urteil ist bei der Prüfung des Ausschlusses der Einrede des Wegfalls der Bereicherung ([**§ 818 Abs. 3 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__818.html)) relevant.
**C. Fallprüfung**
>>**1. Anspruchserwerb - dem Grunde nach**
>>K könnte den Anspruch aus [**§ 812 I 1 Alt. 2 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__812.html) dem Grunde nach erworben haben. Dies ist der Fall, wenn B in sonstiger Weise etwas auf ihre Kosten erlangt hat, ohne dass hierfür ein Rechtsgrund vorlag.
>>>**a. in sonstiger Weise (+)**
>>>>* keine bewusste und zweckgerichtete Mehrung des Vermögens des B durch K
>>>>* daher: Bereicherung des B nicht durch Leistung sondern in sonstiger Weise (Eingriff des B)
>>>**b. auf Kosten der K (+)**
>>>>* K kann als Fluggesellschaft darüber entscheiden, wen und zu welchen Bedigungen sie befördert (= Zuweisungsgehalt)
>>>>* B hat sich die Beförderung ohne den Willen der K verschafft
>>>>* somit: Eingriff in den Zuweisungsgehalt der K
>>>**c. etwas erlangt (+)**
>>>>* Vermögensvorteil des B ist die Inanspruchnahme einer Dienstleistung (Flug)
>>>**d. ohne Rechtsgrund (+)**
>>>>* kein vertraglicher, gesetzlicher oder sonstiger Grund
>>>Ergebnis: K hat den Anspruch dem Grunde nach erworben.
>>**2. Umfang des Anspruchs**
>>* ## 1. Zum Sachverhalt
## 2. Relevante Stelle im Prüfungsaufbau
Das Urteil ist bei der Prüfung des Ausschlusses der Einrede des Wegfalls der Bereicherung (§ 818 III BGB) relevant.
Gemäß § 819 I BGB steht demjenige die Einrede nicht zu, der vom Mangel des Rechtsgrundes positive Kenntnis hatte. Fraglich ist, ob es bei einem Minderjährigen auf dessen Kenntnis oder aber auf die Kenntnis seines gesetzlichen Vertreters ankommt.
## 3. Prüfung
<span style="text-decoration:underline;"> **1. Dem Grunde nach**</span>
K könnte den Anspruch aus § 812 I 1 Alt. 2 BGB dem Grunde nach erworben haben.
Dies ist der Fall, wenn B in sonstiger Weise etwas auf ihre Kosten erlangt hat, ohne dass hierfür ein Rechtsgrund vorlag.
>> **(a) in sonstiger Weise** (+)
>>>* keine bewusste und zweckgerichtete Mehrung des Vermögens des B durch K
>>>* daher: Bereicherung des B nicht durch Leistung sondern in sonstiger Weise (Eingriff des B)
>> **(b) auf Kosten der K** (+)
>>>* K kann als Fluggesellschaft darüber entscheiden, wen und zu welchen Bedigungen sie befördert (= Zuweisungsgehalt)
>>>* B hat sich die Beförderung ohne den Willen der K verschafft
>>>* somit: Eingriff in den Zuweisungsgehalt der K
>> **(c) etwas erlangt** (+)
>>>* Vermögensvorteil des B ist die Inanspruchnahme einer Dienstleistung (Flug)
>> **(d) ohne Rechtsgrund** (+)
>>>* keine vertraglicher, gesetzlicher oder sonstiger Grund
>> **(e)** K hat den Anspruch dem Grunde nach erworben.
<span style="text-decoration:underline;"> **2. Umfang des Anspruchs**</span>
Revision [c80b509]
Bearbeitet am 2011-05-23 23:36:06 von FannySchneider
<span style="text-decoration:underline;"> **3. Wegfall des Anspruchs aufgrund Entreicherung**</span>
>> **(a) Entreicherung** (+)
>>>* nach Inanspruchnahme des Flugs ist B nicht mehr bereichert
>> **(b) Ersparte Aufwendungen** (-)
>>>* Etwas anderes könnte sich ergeben, wenn sich B durch die Inanspruchname eigene Aufwendungen erspart hat.
>>>* Reise für B jedoch Luxus, den er sich nie hätte leisten können
>>>* daher keine ersparten Aufwendungen
>> **(c)** Einwand des § 818 III BGB eigentlich gerechtfertigt
>>>* B hatte Ticket für den ersten Flug von München nach Hamburg
>>>* daher kein Zweifel, dass er wusste, dass er auch für den Weiterflug ein Ticket benötigt
>>>* aber: B ist 17 Jahre und damit gem. §2 BGB minderjährig
>>>* fraglich ist, ob es auf seine Kenntnis oder die seines gesetzl. Vertreters ankommt:
>>>> **1. Ansicht:** Kenntnis des gesetzl. Vertreters ist stets entscheidend (§ 166 I BGB analog)
>>>> **2. Ansicht:** Kenntnis des Minderjährigen ist stets entscheidend ([**§ 828 BGB**](http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__828.html) analog)
>>>> **3. Ansicht:** Differenzierung nach Leistungs- und Nichtleistungskondiktion
>>>* somit: auch Kriterien des Deliktrechts für Beurteilung heranzuziehen, d.h. Ansicht 3 ist zu folgen
>>>* B ist 17 Jahre und hatte Kenntnis, davon, dass er ein Ticket braucht (s.o.)
<span style="text-decoration:underline;"> **5. Zwischenergebnis**</span>
<span style="text-decoration:underline;"> **II. Verlust des Anspruchs**</span>
## 1. Zum Sachverhalt
>> **(c) ohne Rechtsgrund** (+)
>> **(d)** K hat den Anspruch dem Grunde nach erworben
Revision [094317b]
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 § 819
 § 828
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 § 828
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 § 819
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 § 812
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