Source: https://lagedernation.org/2019/01/13/ldn125-doxing-zensus-vorbereitungs-gau-brexit-trump-erwaegt-nationalen-notstand-starke-familien-gesetz-entgelttransparenzgesetz/
Timestamp: 2020-07-05 14:09:14+00:00

Document:
LdN125 Doxing, Zensus-Vorbereitungs-GAU, Brexit, Trump erwägt Nationalen Notstand, Starke-Familien-Gesetz, Entgelttransparenzgesetz – Lage der Nation
LdN125
Doxing, Zensus-Vorbereitungs-GAU, Brexit, Trump erwägt Nationalen Notstand, Starke-Familien-Gesetz, Entgelttransparenzgesetz
19. Januar 2019 um 14:20 Uhr
Der Verweis auf die direkte Demokratie der Schweiz war unterkomplex und uninformiert. Denn das besprochene Problem spitzt sich auch in der Schweiz zu: Per Initiative werden Dinge gefordert, die nur mit hohen oder höchsten Kosten umsetzbar sind (weil die EU nicht mitmacht oder es völkerrechtlich problematische Forderungen sind usf.). Im Abstimmungskampf zirkulieren ganz unterschiedliche mehr oder minder falsche Versprechen über die mögliche Umsetzung. Zudem zeigt sich in der Schweiz auch, dass es häufig eine Frage der (privaten) Finanzierung ist, ob eine Abstimmung gewonnen oder verloren wird.
19. Januar 2019 um 12:15 Uhr
Bin gerade erst dazu gekommen, die Folge nach zuhören. Zum Starke-Familien-Gesetz:
Ihr sprecht über den tollen Namen des Gesetzes, arbeitet aber leider nicht heraus, was Giffey und ihre Spin-Doctoren, meiner Meinung nach, mit der Benennung ihrer Gesetze bezwecken wollen.
Das ging schon mit dem Gute-Kita-Gesetz los.
Wenn man Nachrichten (wie ich) überwiegend im Radio/Podcast verfolgt, bekommt man ständig erkärt, dass Giffey ein “gutes Kita-Gesetz” und ein “starkes Familien-Gesetz” auf den Weg bringt.
Die deutsche Sprache ist leider so sperrig, dass kein Sender/Sprecher Sätze bildet wie: “…beim Gesetz ‘Gute-Kita’ geht es…” oder “…das Gesetz ‘Starke-Familien’ möchte bewirken…” –
man hört nur “….beim guten Kita-Gesetz geht es…” (selbst im DLF so gehört) und “…das starke Familien-Gesetz möchte bewirken…”
Inhaltlich habt ihr die Schwächen des Gesetze gut herausgearbeitet, aber die unterschwellig Wirkung der Benennung dieser Gesetze, sollte bei der Bewertung, meiner Meinung nach, mitbedacht werden….
Vielen Dank für euren tollen Podcast, auf den ich die ganze Woche jeweils hinfiebere. Ihr bereitet die politische Lage immer sehr fundiert und gut verständlich auf.
In der letzten Folge habt ihr euch zu dem Vorfall, dass Gewalt gegen den AfD-Abgeordneten Magnitz ausgeübt wurde, auf den biblischen Ausspruch “Auge um Auge, Zahn um Zahn” in Ex 23, 23-25, die sog. “lex talionis”, bezogen. Ihr sagt, dass dies der Inbegriff von Rache sei. In der alttestamentlichen Wissenschaft wird die lex talionis jedoch gerade als Einbindung von Rache verstanden. Es geht nicht um die zügellose Vergeltung, sondern beschreibt rechtlich geordnete Vergeltungsmaßnahmen. Wer beispielsweise ein Auge verliert, darf auch nur ein Auge einfordern, nicht das Leben des Menschen. Der “Schadensersatz” soll in alttestamentlicher Sicht die Blutrache einschränken und Verhältnismäßigkeit wahren.
Diese kleine Ungenauigkeit wollte ich euch gerne mitteilen.
18. Januar 2019 um 9:20 Uhr
Der Bericht zum Entgelttransparenzgesetz ist nicht sauber. Der Vorwurf geht nicht an euch (Ulf, Philip), aber die Äußerungen des Instituts sind unseriös. Es beginnt mit Seite 1 des Berichts; dort wird nur der unbereinigte Gender Pay Gap (21 %) genannt, der bereinigte wird verschwiegen. Es ist kein Geheimnis, dass der Informationswert der unbereinigten GPG hinsichtlich Diskriminierung gleich Null ist (btw. auch der bereinigte ist nur ein schwacher Hinweis auf Diskriminierung). Im Kontext des Entgelttransparenzgesetzes ist der unbereinigte GPG daher nicht relevant, ihn allein darzustellen grob falsch.
Ein weiterer grober Fehler ist es, zu behaupten, das EntgTranspG sei nicht wirkungsvoll gewesen, ohne ein Vergleichsmaß darzulegen (also wie die Zahlen bei einem wirkungsvollen EntgTranspG auszusehen hätten). Dass so wenige Arbeitnehmer nachfragen, kann ja insbesondere auch daran liegen, dass in dem Betrieb bereits Transparenz herrscht. Ich wusste eigentlich immer, was meine Kollegen verdienen. Und bei Tariflöhnen stellt sich die Frage erst gar nicht.
Wenn vorher schon alle alles wussten dann ist das Gesetz ja trotzdem sinnlos. Und das Gesetz ist ja nur für große Firmen relevant und dort herrscht dann häufiger Tarif-Lohn…
Bisher aufjedenfall die unterhaltsamste Lage!
Nur einen kleinen Hinweis, bzw. eigentlich eine Bitte. Warum nutzt ihr die deutsche Aussprache des Wortes “Hack/er”? Ihr seid ja beide doch recht internetaffin und selbst in der Tagesschau wird der englische Begriff genutzt, also bitte verschont doch meine Ohren mit den Hakkern! ;)
Der CCC benutzt die deutsche Aussprache. Ich halte den CCC ggü der Tagesschau jedenfalls bei diesem Thema für die Autorität.
Warum ein zweites Referendum, das überwiegend im Ausland viele Anhänger hat (die Verschiebungen zwischen Leave und Remain gegenüber 2016 sind gering), nicht richtig wäre..? Weil
🔹beide großen Parteien dagegen sind
🔹es Einstimmigkeit der EU für eine Verschiebung des Austrittsdatums bedarf und im Mai eine EU-Wahl ansteht, die bei Verlängerung darüber hinaus bedingt, dass auch UK wählen müsste und damit MEP‘s in Brüssel hätte, um danach auszutreten (?!)
🔹man erst ein erstes Referendum umsetzen muss, um nach einer evtl. späteren Meinungsänderung ein zweites durchzuführen (nicht umsonst gibt es trotz Meinungsänderungen nicht jedes Jahr Wahlen)
🔹es bei ähnlichem Ergebnis nichts ändern würde
🔹es, wenn es gegensätzlich ausfiele, die Frage aufwerfen würde, welches denn nun gilt (noch mehr Spaltung der Gesellschaft)? Mit welchem Recht? Evtl. ein drittes?
„Aber jetzt sind doch viel mehr junge Leute (eher Remainer) wahlberechtigt als 2016 und viele der älteren Leute (eher Leaver), die 2016 wählten, sind inzwischen verstorben.“
Ja, aber das ist ständig so. Bei jeder Wahl wählen Leute, die danach versterben und können Leute nicht wählen, die am nächsten Tag wahlberechtigt wären..
Mündige Bürger müssen sich vor einer Wahl über die Konsequenzen informieren und diese dann tragen.
Man kann ein total falsch durchgeführtes Referendum nicht durch Aushöhlung der Demokratie heilen..
Der zentrale Fehler ist denke ich Dein Punkt 2: es braucht die EU nur für eine Verschiebung – canceln kann das UK auch unilateral. Das ist doch unser Vorschlag: Brexit canceln, den Deal fertig ausverhandeln (das alte Referendum zwingt ja dazu, einen Brexit anzustreben), dann den erreichten Deal einer Volksabstimmung unterziehen. Dann sind die o.g. Punkte alle vom Tisch.
Dein Punkt 1 stimmt übrigens auch nicht: Bei Labour gibt es inzwischen eine wachsende Minderheit für ein neues Referendum. Ob die es bis zu einer Mehrheit schaffen ist in diesen Londoner Chaos-Tagen überhaupt nicht zu prognostizieren.
17. Januar 2019 um 9:31 Uhr
Die Frage ist nur folgende (ich habe keine antwort darauf, nur um das vorab klar zu machen):
> Brexit canceln, den Deal fertig ausverhandeln (das alte Referendum zwingt ja dazu, einen Brexit anzustreben), dann den erreichten Deal einer Volksabstimmung unterziehen
Wird die EU das so mitmachen? An sich muss die EU nämlich gar nichts verhandeln wenn UK nun den Brexit canceled. Dann gibt es kein Austrittsgesuch, worüber also offiziell verhandeln? Klar, man kann da sicherlich im stillen Kämmerlein mit einzelnen EU Behörden versuchen Dinge auszuhandeln, bindent ist das dann aber wiederum nicht.
Klar muss die EU gar nichts – aber der EuGH hat ja die bizarre Rechtslage geschaffen, dass ein Mitgliedstaat nach Gusto Art. 50 ziehen und wieder canceln kann (ich hatte mich in der Lage 2016 aus gutem Grund anders positioniert). Daher ist die Frage, wie man das derzeitige Chaos im UK am besten beenden kann. Und da fällt mir nur ein, ein Abkommen fair zu verhandeln (man muss ja damit rechnen, dass es kommt!), das dann einem Referendum unterziehen und schauen was passiert. Dann ist immerhin Klarheit, so oder so: Wenn Brexit, dann nach klaren Regeln. Wenn nein, dann kann man im UK auch innenpolitisch für mindestens 20 Jahre mit dem Leave niemandem mehr kommen.
Ist ein wenig wie mit der quälenden Abtreibungsdebatte in D von Mitte der 70er bis Mitte der 90er: Nur wenige sind mit dem derzeitigen Kompromiss wirklich glücklich. Aber zugleich möchte politisch kaum jemand an den § 218 StGB ran.
§ 219a StGB ist eine andere Baustelle, der ist natürlich heiß umstritten, aber nicht Teil des Kompromisses aus dem 90ern, sondern stammt aus dem Mai 1933 – das Werbeverbot für Abtreibungen war tatsächlich eine der ersten legislativen Maßnahmen der Nazis, frei nach dem Motto: dem Führer ein Kind, egal wie. Die Wehrmacht brauchte halt Soldaten.
einerseits hoffe ich natürlich wie du, dass dies so kommt.
Allerdings muss man als EU ja auch die Konsequenzen bzw. die Vorbildfunktion für andere Länder in Betracht ziehen. Die würden dann ggfs. erstmal Verhandlungen führen für einen möglichen Austritt, und sollten die Bedingungen nicht so ausfallen wie erhofft danach kein Austritts-Verfahren einleiten. Das würde vermutlich die EU Administrative auf Dauer blockieren mit anhängigen Anträgen. Wo zieht man die Grenze?
Man darf ernsthaft gespannt sein, denn die Zeit wird knapp.
18. Januar 2019 um 0:09 Uhr
Ulf, diese Logik von euch ist leider total falsch (sieh mein Kommentar). Man kann den Brief nicht einseitig zurückziehen mit dem Ziel zu verhandeln.
1. Wird der Brief zurückgezogen besteht keine rechtliche Grundlage für Verhandlungen.
2. Nach Rückzug des Briefes darf auch Artikel 50 nicht unmittelbar wieder getriggert werden
16. Januar 2019 um 23:44 Uhr
Witziger Funfact zum Thema Passwortsicherheit: Die comdirect Bank erlaubt nur 6 Ziffern für das Online Login Passwort (Onlinebanking). Das finde ich persönlich nur so semi sicher. Kann dazu jemand etwas sagen, außer die Bank zu wechseln?
Zur Ehrenrettung muss man ihnen aber zugestehen, dass Geburtsdaten nicht möglich sind!
FunFact: Meine Sparkasse hatte bis Mitte letzten Jahres als Online Passwort eine 4-stellige Zahl. Ja, man möchte sich ständig mit der flachen Hand auf die Stirn patschen.
Ein neues Referendum würde für ziemlich viel Chaos sorgen. Darauf kann man eigentlich nur hoffen wenn einem die Zukunft der EU egal ist.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/brexit-bruessel-fuerchtet-chaos-bei-laengerer-frist-a-1247993.html
Entweder die Briten ziehen Artikel 50 zurück bis Ende März oder sie haben Pech gehabt. Der Deal von May wurde gestern niederschmetternd abgelehnt und wird der Bevölkerung niemals zur Abstimmung vorgelegt werden. Das Ergebnis wäre nicht anders als im Parlament.
Die Briten hatten knapp drei Jahre Zeit sich auf den Brexit vorbereiten, das muss reichen.
Hallo, beim Brexit habt ihr leider einige Fehler gemacht, welche gravierend sind und auch Kernproblem der der Situation an sich. Mit falschen Aussagen und ungenauen Kommentaren wird eine Situation herbeigeredet, welche irgendwie “lösbar” erscheint. Es gibt keinen “guten” Brexit. Ich würde euch bitten bei Themen, welche aufgrund von Fakenews, Ungenauheit, Unwissenheit über Handels/Grenzfachspezifika und Populismus entstanden sind, sehr sehr genau zu Kommentieren, oder Notfalls zuzugeben,dass das nötige Fachwissen nicht vorhanden ist.
Der krasseste Fehler liegt in dem Kommentar, dass ja noch nicht alles geregelt sei, einiges erst ab 2021 greife und man dies doch jetzt erstmal verhandelt sollte, um danach über ein Gesamtpaket abzustimmen. Es könne doch nicht sein, das die Leute im Referendum nicht volles Wissen über das Ergebnis haben. Dies ist aber grundsätzlich nicht möglich. Es ist klar formuliert, auch nach EU Beschluss, dass es eine eindeutige Zeitabfolge der Dinge gibt. Erst wird der Austritt verhandelt, dann die zukünfitgen Beziehungen. Von daher wird immer (!) Unklarheit zum Zeitpunkt der Austrittsverhandlungen über die Zukunftsbeziehungen bestehen. Es gibt weder eine rechtliche Grundlage für ein Aufweichen dieser zeitlichen Abfolge (warum sollte die auch EU mit ihrern eigenen Mitgliedern zum Zeitpunkt der Mitgliedschaft über ein FTA oder eine Zollunion verhandeln), noch ist dies politisch sinnvoll (dann kann ja jeder Mal testen was denn im Fall eines Austritts rausspringen könnte). Jeder der für einen Austritt ist, ist für Desintegration – und muss sich im klaren sein, dass Neuverhandlungen erst nach Abschluss des Austritts anfangen. Diese kritisierte Unsicherheit ist unumgänglich (ich kann ja schlecht schonmal beim Gericht sie Sorgerechtsbestimmungen für meine Kinder einklagen, bevor ich mich scheiden lasse).
Auch ist die EU in gewissen Verträgen (FTAs/EPAs) mit weiteren Drittstaaten. Von daher muss ein Austritt auch sauber und rechtlich unangreifbar abgeschlossen werden. Ansonsten würden Probleme mit anderen Regelungen aufkommen – die Welt ist manchmal größer als wir in Europa annehmen. Um aber nicht ins kalte Wasser des MFN-Prinzips der WTO zu fallen, wurde ja extra einen Übergangszeit von zwei Jahren beschlossen um weitergehende Probleme dann zu besprechen, also zeitlich nach dem Austrittsabkommen.
Auch wäre es politisch für die EU extrem schadbar, wenn kalkuliert der Brief (Austrittsantrag) zurückgezogen wird, um dann neu zu verhanden. Das Passt weder in den neuen EU Haushalt (MFF ab 2021), noch in die EU Wahl und die Reform des EU Parlaments. In der politischen Kommunikation wäre dies eine reine Katastrophe. Auch der britische Generalstaatsanwalt hat sich hierzu geäußert und gesagt, sollte der Brief zurückgezogen werden, dann nicht um Zeit zum verhandeln zu gewinnen.
16. Januar 2019 um 8:44 Uhr
noch etwas zur Rücknahme der Austrittserklärung der Briten. Der EUGH hat es ja nun den Briten ermöglicht, einseitig diese Austrittserklärung zurückzuziehen, was meiner Meinung nach viel zu viel Spielraum für Erpressung des Rests der EU lässt. Aber können könnten sie nun. Nur mir als juristischem Laien kommt das trotzdem nicht so leicht vor, wie es offenbar die meisten mittlerweile denken. Wenn man sich die Urteilsbegründung durchliest, steht da:
(http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf;jsessionid=30070EAD3C16AB345376A71509ACC49D?text=&docid=208636&pageIndex=0&doclang=EN&mode=req&dir=&occ=first&part=1 unter Punkt 73)
It follows, in the first place, that, for as long as a withdrawal agreement concluded between the European Union and that Member State has not entered into force or, if no such agreement has been concluded, for as long as the two-year period laid down in Article 50(3) TEU, possibly extended in accordance with that provision, has not expired, that Member State […] retains the ability to revoke unilaterally the notification of its intention to withdraw from the European Union, in accordance with its constitutional requirements.
Wenn ich mich richtig erinnere, gehörte zu den “constitutional requirements”, dass das Parlament der Austrittserklärung zustimmen musste. Es müsste also genauso dem Zurückziehen dieser Austrittserklärung zustimmen, damit diese verfassungsgemäßen Voraussetzungen erfüllt wären und die Rücknahme der Austrittserklärung gültig wäre. Die Regierung alleine sollte so etwas nicht können.
Und das britische Parlament macht im Augenblick nicht den Eindruck, als wäre es in der Lage sich dazu eine Meinung zu bilden oder gar dieser Rücknahme zuzustimmen.
16. Januar 2019 um 0:52 Uhr
Als es um Facebook- und Twitter-Verlasser ging, habe ich erst gezuckt, dann war ich etwas angepißt, und dann habe ich gedacht: “Na, die beiden werden das mit den Internetausdruckern und Holzzaun-Besitzern etwas überzeichnet haben und meinten bestimmt nur die, die immer gegen alles sind”.
Und mich habt ihr bestimmt nicht gemeint, nur weil ich mich von Twitter und FB abgemeldet habe. Das war **für mich** zunehmend ein Quell schlechter Laune und Like-scroll-like-Zeitverschwendung, aber definitiv kein Platz, um zu diskutieren. Seitdem blogge ich wieder mehr, nutze weiter meinen RSS-Reader und bin bei Micro.blog (http://micro.blog). Da gibt es keine Like-Klickerei – dafür so etwas wie Gespräche.
Und ich glaube nicht, daß es eine Gefahr für die Demokratie wäre, wenn sich alle Demokrat*innen aus FB verabschieden würden: Dann wäre FB irgendwann vielleicht nur noch ein großer Tummelplatz für Hass-Leute und Antidemokrat*innen – also das, was es früher in den Newsgroups zuhauf gab. Und dann würden sie sich selbst langweilen, und der VS könnte ein Auge drauf haben :)
Nicht ärgern lassen. Gibt auch immer wieder Leute, die mir WhatsApp aufschwatzen wollen. Da muss man einfach standhaft bleiben.
15. Januar 2019 um 22:50 Uhr
500-600€ pro Monat für Kinder von Arbeitslosen.
ich finde es gut, dass sich in diesem Punkt der soziale Ausgleich verbessert, Kinder sollten natürlich keinen Nachteil von der Erwerbs-, oder eben nicht Erwerbstätigkeit ihrer Eltern erfahren!
Die in den Raum geworfene Zahl von 500-600€ pauschal pro Kind finde ich natürlich wünschenswert, es sei nur erwähnt, dass dies zu viel Missmut in der Bevölkerung führen würde. Ich bin selbst 25 Jahre und noch Student. Meine Eltern arbeiten in mittelständigen Berufen auf odem Land, als Verkäuferin und Angestellter im Öffentlichen Dienst. Beide arbeiten in Vollzeit und es gab merkliche Opfer Ihrerseits zwei Kinder durch die Schulzeit und eins durch das Studium zu hiefen (nur finanziell, kein Kind ist übergewichtig). Bei Nennung obiger Zahl, würde den Beiden wohl die Kinnlade runter sausen.
Was ich damit sagen will ist, dass sozialer Ausgleich in angemessenen Maß stattfinden muss. Man kann nicht anfangen für Kinder von Arbeitslosen derartige Mengen an Geld bereit zu stellen ohne andere Familien der sozialen Schicht gemäß auch zu entlasten.
Ich hätte mir eine Kommentar diesbezüglich in eurer Ausstrahlung gewünscht.
Ich frage mich, wie wir aus dieser Neiddebatte rauskommen, damit es uns allen besser gehen kann. Wir sind eines der reichsten Länder der Welt, wir könnten es uns locker leisten, dass jedes Kind angemessen unterstützt wird, egal aus welcher sozialen Schicht es kommt.
Warum können wir nicht ausrechnen, was ein Kind benötigt, und diesen Betrag ggf. zur Verfügung stellen? 500€ scheinen mir plausibel zu sein.
Die Erzählung, dass nur der Anspruch an staatliche Leistungen hat, der hart für sein Geld arbeitet und “Opfer erbringt” ist schon lange nicht mehr plausibel — weil es keine “einfachen Jobs” mehr gibt.
Wir brauchen aber gut ausgebildete Kinder, die überhaupt noch mithalten können in der modernen Welt — das ist eine Investition in die Zukunft, von der wir alle profitieren, auch die “besserverdienenden”. Nicht zuletzt fließt das investierte Geld ja direkt in den Konsum, wird also der lokalen Wirtschaft zugeführt.
Ich glaube mittlerweile, wir brauchen eine neue “Aufklärung” für Leute aus der Mittelschicht, wie eigentlich Wirtschaft funktioniert.
In den saueren Apfel würden deine Eltern (und meine und viele andere ja auch) dann wohl beißen müssen. Nur weil es “immer so” war kann man ja nun schlecht ewig auf diesem Status Quo beharren.
Ich hätte auch gerne die Altersvorsorge meiner Eltern (beide mitlerweile Rentner). Ich hätte auch gerne deren Sozialsystem von damals. Was passiert wenn man rückwirkend für frühere Generationen das System anpasst sieht man der der sogenannten “Mütterrente”.
ich finde das Manöver des Herrn Habeck ziemlich clever: er punktet bei Technikskeptikern, nimmt der Kritik an seinem Twitterverhalten die Luft aus den Segeln, spart sich erstmal viel Aufwand, wenn er diese Kanäle stilllegt und hat jetzt Zeit seine Öffentlichkeitsarbeit neu zu organisieren. Außerdem zeigt er sich demütig: “Ich bin nur ein Mensch, ich kann auch mal m bisschen überfordert sein von sowas.“ Kommt bestimmt auch an.
Gibt es Auswertungen zB von/für Politiker der Art “Wie viele Menschen erreich ich auf welchem Kanal“? Ich kann mir nämlich auch vorstellen, dass manches Sprachrohr bei dem großen Angebot an Medien(-arten) ineffektiv ist. Für Herrn Habeck, nicht generell.
15. Januar 2019 um 23:02 Uhr
Brexit: I’m running out of tables and foreheads…
Eure Ausführungen zu IT-Sicherheit sind gut und ich finde sie wirklich sehr hilfreich (for the record: als Passwortmanager verwende ich KeePass).
Eine Ergänzung würde ich anbieten: den Verweis auf das Identity Leak Checker des HPI (https://sec.hpi.de/ilc/search?lang=de). Dort kann man sehen, welche der eigenen IDs schon öffentlich feilgeboten werden. So konnte ich z.B. sehen, dass ich von dem LinkedIn-Hack aus 2012 betroffen war, und wusste in der Folge, dass ich bei allen Diensten, für die ich das gleiche Passwort und den gleichen Nutzernamen verwendeten habe, das Passwort ändern musste. (Übrigens: dank Passwortmanager und der dort einsehbaren Historie der Passwörter konnte ich sehen, was mein Passwort damals gewesen war).
Gender Pay Gap – mal einige Gedanken…
Ich finde es ja faszinierend, dass sich diese Mär vom Gender Pay Gap 21%/6% auch bei Ihnen hält und sie in dem Thema den Lobbyisten einfach mal glauben, anstatt zu recherchieren. Wenn ich das hinbekomme, glaube ich fest daran, dass sie das auch können. Daher wundert es mich, dass sie es nicht getan haben, denn dann wären sie deutlich kritischer in Ihrer Berichterstattung damit umgegangen.
Ich bin ein durchaus politisch interessierter Geist und es kam wohl keiner um das Thema “Gender Pay Gap” dieses Jahr herum. Weil sich die Aussagen in der Presse “21% weniger für Frauen” “Frauen verdienen 1/5 weniger als Männer” usw. nicht mit meiner persönlichen Beobachtung deckt, hab ich mich mal versucht schlau zu machen. Das war gar nicht so einfach, denn es wird zwar immer “eine Studie” zitiert, doch die zu finden, war nicht so einfach.
Vielleicht auch, weil ich davon ausgegangen bin, dass sie von einer wissenschaftlichen Stiftung, die sonst gern immer Studien rausgibt, veröffentlicht war. War ein Trugschluss, letztendlich bin ich beim statistischen Bundesamt fündig geworden (Quellenangaben unten). Wie so oft, ist die Wahrheit nicht so einfach, wie die (politischen) oder (medialen) Parolen oder Schlagzeilen, die Sie leider in Ihrer Sendung auch übernommen haben. Im Grunde kursieren zwei Zahlen, zum einen die 21% “unbereinigte” Gender Pay Gap und die “bereinigte” Gender Pay Gap von 6 %. Fangen wir mal mit den 21 % an:
1) 21 % unbereinigte Gender Pay Gap (2016)
Berechnung: Wir rechnen alle männlichen Einkommen zusammen und wir rechnen alle weiblichen Einkommen zusammen, teilen sie durch die jeweilige Anzahl der Arbeitnehmer und stellen fest, dass das Durchschnittsgehalt der Männer um 21 % über dem Durchschnittsgehalt der Frauen. Soweit so schlecht.
Kritik: Hier müssen wir ein wenig in die Statistik einsteigen und wissen, dass der “Durchschnitt” stark abhängig ist von Ausreißern. Ein kleines Beispiel verdeutlicht dies:
Peter Müller: Kassierer, Bruttogehalt 30.000 €/a
Melanie Mayer: Kassiererin, Bruttogehalt 30.000 €/a
Hans Maier: Polizist, Bruttogehalt 40.000 €/a
Sandra Maler: Polizistin, Bruttogehalt 40.000 €/a
Marcel Schmidt: Contoller, Bruttogehalt 50.000 €/a
Tanja Schmidt: Lehrerin, Bruttogehalt 50.000 €/a
Durchschnittsgehalt M (30+40+50)/3 = 40.000 €/a
Durchschnittsgehalt F (30+40+50)/3 = 40.000 €/a
Jetzt wandert Peter Müller aus und in die Statistik rutscht rein ein gewisser Herr Thomas Müller, Fußballprofi, Bruttogehalt 10.000.000 €/a. Damit verändert sich das Durchschnittsgehalt der Männer auf (10.000 + 40 + 50)/3 = 3.363.333 €/a. Das verfälscht natürlich die vermeintliche Aussage des Durchschnittsgehalts total.
Weiterer Kritikpunkt: Die Zusammensetzung der jeweiligen Jobs in den Gruppen Mann und Frau ist natürlich eine vollkommen andere, da es (noch) so ist, dass es sehr viel mehr Ingenieure als Ingenieurinnen gibt und sehr viel mehr Krankenpflegerinnen als Krankenpfleger. Also die Gewichtung der “gut” bezahlten Jobs ist eindeutig Richtung Mann verschoben und die Gewichtung der “schlecht” bezahlten Jobs (noch) Richtung Frau. Aktuell ändert sich diese Job-Aufteilung schon, aber die derzeitigen Beschäftigungsaufteilungen sind derzeit noch so.
Folge: Die Aussage, Männer verdienen 21 % mehr als Frauen bezieht sich rein auf das Durchschnittsgehalt und nicht auf jedes Einzelschicksal. Somit wird die transportierte Botschaft in vielen Medien “für den gleichen Job, bekommt Frau 21 % weniger”, denn dieses reflexartige Denken löst die Botschaft “21% weniger für Frauen”, nicht richtig gestellt, zumindest nicht in den Schlagzeilen. Das wurde auch vom statistischen Bundesamt so gesehen und deshalb gibt es die:
2) 6 % “bereinigte” Gender Pay Gap (2014)
die, vereinfacht gesprochen, diese Verzerrungseffekte herausrechnet.
Zum einen fällt auf, dass wir hier nicht über das gleiche Berechnungsjahr reden! Die bereinigte Zahl stammt aus 2014, die unbereinigte aus 2016. Da stellt sich erstmal die Frage, warum werden hier unterschiedliche Jahre herangezogen und nicht das gleiche? Hier sagt die Webseite des Statistischen Bundesamtes nur, dass die bereinigte Quote nur für die Jahre 2006, 2010 und 2014 vorliegt, warum das so ist, konnte ich nicht herausfinden.
Wie genau jetzt die “Bereinigung” erfolgt, konnte ich auch nicht finden, wobei das natürlich interessanteste Detail in der ganzen Diskussion wäre. Aus 2014 gibt es jedoch eine Überführung von unbereinigt zu bereinigt, die die einzelnen Ursachen mit einem Wert beziffert (siehe in den Quellen)
Interessant finde ich da die Aussage des Statistischen Bundesamtes:
“Hier wird jener Teil des Verdienst­unterschieds heraus­gerechnet, der auf strukturelle Unterschiede zwischen den Geschlechter­gruppen zurückzuführen ist, wie Unterschiede bei Berufen, Beschäftigungsumfang, Bildungsstand, Berufserfahrung oder der geringere Anteil von Frauen in Führungspositionen.
Es muss berücksichtigt werden, dass der ermittelte Wert eine Obergrenze ist. Er wäre geringer ausgefallen, wenn weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analysen zur Verfügung gestanden hätten, wie vor allem Angaben zu Erwerbs­unterbrechungen” –> der zweite Absatz ist der Wichtige!
Ich und auch das stat. Bundesamt schlussfolgere daraus: Die 6 % sind eine “Restgröße”, die aufgrund fehlender Basisdaten keiner Ursache, wie beispielsweise die angesprochene Information über Erwerbsunterbrechungen, zugeordnet werden können.
Korrekt wäre also eher eine Aussage wie etwa: “Es verbleibt eine Restgröße von 6 % als Unterschiedsbetrag vom Durchschnittseinkommen zwischen Mann und Frau, die aufgrund fehlender Datengrundlage, keiner Ursache zugeordnet werden kann”
Was jedoch politisch und medial draus gemacht wird ist (zugespitzt formuliert) “Weil der Arbeitnehmer eine Frau ist, bekommt sie einen um 6 % geringeren Stundenlohn” und diese Aussage ist schlicht falsch!
3) Weitere Überlegungen:
Das Grundgesetz (Art. 3) verbietet eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes.
Ungefähr die Hälfte der Beschäftigten in einem Betrieb in Deutschland haben einen Tarifvertrag. Hier ist eindeutig geregelt, dass es keinerlei unterschiedliche Bezahlung aufgrund des Geschlechtes geben kann.
–> Ergo wäre jeder Arbeitgeber mit dem Hammer gehauen, wenn er einer Mitarbeiterin sagt, dass sie nur aufgrund ihres Geschlechts weniger Gehalt erhält. So blöd kann keiner sein.
–> Aus persönlicher Erfahrung: In tariflich gebundenen Unternehmen resultieren die Gehaltsunterschiede, wenn es sie gibt, nicht aus Geschlecht, sondern Betriebszugehörigkeit, Qualifikation, etc. Bei AT-Verhältnissen kommt noch das Thema “Verhandlungsgeschick” hinzu, was zu einem Unterschied in der Bezahlung führen kann.
–> Klar kann es im Einzelfall asoziale und dumme Arbeitgeber geben, die einer Mitarbeiterin weniger zahlen, weil sie eine Frau ist. Das nachzuweisen wird schwierig, weil der Chef das natürlich nie zugeben wird, sondern andere Gründe anführen wird. Dennoch ist gerade in der aktuellen konjunkturellen Lage da das Beste sich einfach einen neuen Job zu suchen. Gerade momentan hat man bei dem akuten Fachkräftemangel da gute Karten, was zu finden.
Fazit: Ich bin schon fasst gewillt das Wort “Fake News” in den Mund zu nehmen, wenn man sich manche Medien aber auch Aussagen von diversen Politikern anschaut, denn wider besseren Wissens werden hier Aussagen und Zahlen in die Welt gesetzt, die schlicht einen falschen Eindruck erzeugen und deren Aussagen nicht belegbar sind. Also nicht alles glauben und selbst mal ein wenig denken…
Anregungen / Kritik / eigenes Denken gerne
1) https://www.destatis.de/…/PD17_094_621.html;jsessionid=C274…
2) https://www.destatis.de/…/BroschuereVerdiensteBlick01600131…
3) https://de.wikipedia.org/wiki/Tarifvertrag
4) https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html
Puddinpulver sagt:
Verimi und IDnow sind keine SSO Anbieter sondern Identitätsverwalter. Dort geht es eben NICHT darum sich anzumelden wie bei Facebook oder Google sonder eine gesicherte Identität zu haben.
höre immer gerne euren Podcast, aber ich bin tatsächlich immer wieder überrascht über die Bedeutung, die ihr in Deutschland Twitter bemesst. Kenne kaum Nicht-Journalisten/Politiker, die dieses Portal aktiv oder passiv täglich nutzen. Wenn man das mal schnell googelt, kommt man bei Twitter gerade mal auf 0.6 Mio tägliche User (Vergleich FB 13 Mio…). Sicher ist die Statistik wie immer kritisch zu hinterfragen, aber spiegelt meinen Eindruck wider, dass das eher ein Austausch der Meinungsmacher als der Meinungsleser darstellt. Ich denke, das liegt an der Dynamik, die für Hobbyuser mit Vollzeitbeschäftigung kaum zu bewältigen ist im Vergleich zu anderen langsameren und überschaubareren Medien. Um mal den Bogen zum Podcast zu schlagen, glaube ich demnach, dass Robert Habeck mit seinem Rückzug von Twitter – wie wohlüberlegt auch immer- sicherlich nicht den Kontakt zum Bürger verliert. Sehe ich doch dort ein ausgewähltes Publikum vertreten, deren Meinung ihn sicher anderweitig erreicht.
ich verstehe gar nicht, warum sich alle so über habecks twitter-rückzug aufregen. oder, besser gesagt, ich vermute, dass ich das schon verstehe.
nach meiner erfahrung (die natürlich nur anektdotisch ist, auf meinen horizont beschränkt) ist twitter ein reines journalisten-medium. ich kenne in meinem bekanntenkreis nur sehr wenige leute, die twitter benutzen. und niemand von denen hält twitter für einen validen informationskanal. niemand läuft da herum (real oder metaphorisch im netz) und ruft: “schaut her freunde, was ich gerade auf twitter gefunden habe!” das tun in meinem erfahrungshorizont nur journalisten.
dass habeck damit solch eine entrüstung auslöst, halte ich für ein element der journalistischen selbstbefriedigung. journalisten regen sich darüber auf, dass jemand ihre hauptinformationsquelle herabwürdigt.
und leute, die kein twitter nutzen, damit abzutun, dass man sie in die internetausdrucker-ecke stellt, ist nicht besonders nett. aber vielleicht ist das ja ein automatisches ergebnis davon, dass man auf twitter-feeds starrt, wie das kaninchen auf die schlange, immer in der hoffung, da fiele der nächste große coup raus, anstatt ewig nur köttel.
Nach laengerer Zeit mal wieder die Lage gehoert. Leider schien mir in der Vergangenheit die Lage live zu sehr auf das Publikum zugeschnitten zu sein. Das fand ich in dieser Woche wohltuend anders.
Inhaltlich noch kurz: Um einen “Hack-back” durchfuehren zu koennen, muessten die Behoerden ja erstmal den Angriff erfolgreich detektieren. Bei den grossen Attacken schien es jedoch in letzter Zeit dort eher Defizite gegeben zu haben.
Ich finde in der letzten Zeit passiert es euch immer mal wieder, dass der Umgang mit den Themen ins Stammtischhaft laecherliche abgleitet (“Wie sind die auf die Zahlen gekommen? Na die haben bestimmt einfach durch 3 geteilt.”, “Hatt Trump eigentlich einen Rage Account?”). Das kann auch mit den Liveshows zusammen haengen, wo man wahrscheinlich etwas mehr gepusht wird und zumindest unterbewusst auch ein wenig unterhalten will)
Auf mich wirkt das dann unprofessionell und es untergraebt ein wenig eure gute Berichterstattung. Diese Witze tragen auch nicht zum Thema bei.
Ich wuensche mir, dass ihr da in Zukunft wieder etwas mehr bei der Sache bleibt.
Das ist ein Dauerbrenner in den Kommentaren – einige finden es großartig, andere doof. Es wird also vermutlich so bleiben: Uns die Lage live sehr wichtig, das Publikum liebt die etwas lockerere Stimmung, und Phil und mir macht es auch Spaß.
Ich fand‘s super. Nicht so gut fand ich den „weißen Schimmel“. Zweimal.
also ich finde die atmosphäre bei den live-podcasts eigentlich ganz nett. und man bekommt solche sachen zu hören wie: “den weißen schimmel schüren” … :)
15. Januar 2019 um 11:12 Uhr
Kleine Anmerkung zum Thema Hackback, der gerne vergessen wird:
Ein live-Zurückhacken gibt es denke ich nur in Filmen. Insbesondere wenn die Computer des Angreifers unter der Kontrolle eines fremden Dienstes stehen sind diese sicherlich gut gesichert. Um also Hackback machen zu können muss der eigene “Dienst” die Systeme des “Gegners” bereits im Vorfeld infiltriert haben..
15. Januar 2019 um 9:01 Uhr
Warum sollen die Briten über Mays misslungenen Deal oder Remain abstimmen? Wäre es nicht besser wenn sie zwischen einem Hard Brexit oder dem Deal von May wählen könnten? Über die Frage Leave oder Remain haben sie ja bereits abgestimmt.
Wenn das Parlament sich bis Ende März nicht einigen können, muss derjenige, der dann Premierminister ist, eben über die Zurückziehung des Artikel 50 im Parlament abstimmen lassen. Dann haben es die Abgeordneten in der Hand ob es zum Hard Brexit kommt oder nicht.
Ich hoffe das Thema ist im Mai durch, sonst werden wir bei den Europawahlen ein braublaunes Wunder erleben mit dem Front National als stärkste Partei in Frankreich.
Über einen Hard Brexit wurde noch nie abgestimmt, sondern über ein Konglomerat von Fake News, an dem sich eine knappe Mehrheit berauscht hat. Es wäre nur fair, den Briten die Chance zu geben, noch einmal darüber nachzudenken, ob sie einen Brexit zu den realen Konditionen wirklich wollen.
Soweit ich weiß gibt es in Großbritannien Pressefreiheit. Die Leute wollten den Fake News glauben, weil sie so schön in ihr Weltbild passten und haben alles andere (BBC z.B.) ausgeblendet. Es ist ein Märchen, dass die Briten mit Lügen verführt wurden und jetzt alle lieber in der EU bleiben wollen. Das “Leave-“Lager liegt je nach Umfragen immer noch zwischen 45 und 49%.
Die realen Konditionen existieren ja nur weil May und die EU einen hunderte Seiten langen Deal ausgehandelt haben. Bei der Abstimmung ging es aber nie um einen Deal mit der EU, sondern um einen Brexit, auf den man sich jetzt zweieinhalb Jahre hätte vorbereiten können statt irgendwelche Deals auszuhandeln. Warum wurde nicht stattdessen über einen Freihandelsvertrag zwischen der EU und Großbritannien verhandelt? Dann hätte man sich auf faire Konditionen einigen können und wäre jetzt nicht an die WTO-Regeln gebunden.
Ich hab ehrlich gesagt wenig Lust darauf, dass die EU wegen innenpolitischer Machtspiele in England noch mehr beschädigt wird. Reisende soll man nicht aufhalten…
Das Remain-Lager liegt derzeit in Umfragen drei Punkte vorne. Wenn es zu einer erneuten Abstimmung kommt, wird es natürlich auch wieder ein Konglomerat von Fake News geben. Da kann dann alles passieren. Außerdem reicht die Zeit nicht mehr, im Mai finden bereits die Europawahlen statt. An denen müssten die Briten teilnehmen, wenn bis dahin nicht klar ist ob sie die EU verlassen.
Statt sich immer noch über die Wahl 2016 zu empören, sollte man lieber fragen inwiefern Theresa May den aktuellen Clusterfuck zu verantworten hat:
https://www.tagesschau.de/kommentar/may-brexit-171.html
Ich hoffe nur, dass es in den kommenden zehn Jahren zur Unabhängigkeit Schottlands und der Wiedervereinigung Irlands kommt, damit die Engländer den Schlamassel alleine ausbaden dürfen. Danach können sie es ja gerne nochmal mit einer EU-Mitgliedschaft versuchen, vielleicht ist die junge Generation klüger als die British-Empire-Romantiker.
15. Januar 2019 um 21:20 Uhr
Ulf, ich kann Dir nur aus vollem Herzen zustimmen: das, worüber in 2016 abgestimmt wurde, war nie hinreichend definiert – jeder hat sich darunter etwas anderes vorgestellt, und eine Mehrheit gab es für keinen einzigen konkreten Plan – was sich jetzt bestätigt. Es ist völlig legitim, jetzt erneut abstimmen zu lassen, wo endlich klar ist, worum es eigentlich geht. Es ist richtig, dass ein Remain-Lager wenn überhaupt nur eine knappe Mehrheit hätte, aber das wäre nicht weniger legitim als die knappe Mehrheit, die die Summe aller Leave-Vorstellungen damals gewann. Vielleicht sollte, wie auch von der Guardian vorgeschlagen, einer zweiten Abstimmung ein moderierter Diskussionsprozess (Citizens’ Assembly o.Ä.) vorausgehen.
Mit einem Schritt Abstand gesehen: die britische Demokratie steht jetzt vor einer neuen und sehr grundsätzlichen Herausforderung: das Spaltungsthema “Brexit” mit seiner toxischen Mischung aus Ego-geilen Opportunisten (Johnson, Farage, Banks), Verzerrspiegel der sozialen Medien und nicht zuletzt russischem Shit-Stirring die britische Politik und Gesellschaft so vergiftet, dass eine Art “Truth and Reconciliation”-Prozess (oder Citizens’ Assemblies) notwendig erscheint, um wieder ein normales Zusammenleben zu ermöglichen. Findet man hier keinen Weg nach vorne, ist der demokratische Prozess kaputt. In USA, Frankreich und Italien ist die Lage nicht viel besser; auch wir in Deutschland merken schon, wie viel stärker die Fliehkräfte in der Gesellschaft geworden sind (AfD, Mediendebatten, …). Erst beim nächsten Abschwung werden wir erfahren, ob wir besser dagegen gefeit sind, aber eine Garantie sehe ich nicht. In Frankreich versucht Macron, eine nationale Diskussion zu organisieren, wobei die ersten Zeichen wenig ermutigend sind, dass das auf breiter Basis Fuß fassen kann. Neue Wege werden benötigt, sonst zersetzt sich unsere Gesellschaft und wir werden politisch handlungsunfähig.
15. Januar 2019 um 7:56 Uhr
Ich verstehe nicht, warum ihr euch so ueber Herrn Habeck lustig macht. Stellen wir uns mal kurz vor (ein bisschen wie ihr am Anfang der Sendung vorgeschlagen habt) es ginge nicht um Soziale Medien sondern um Alkohol. Dann liesst sich der Artikel auf gruene.de so:
“[…] Nach einer schlaflosen Nacht komme ich zu dem Ergebnis, dass [der Alkohol] auf mich abfärbt. […] Alkohol ist, wie kein anderes [Nahrungsmittel] so aggressiv und [bei] keinem anderen [Nahrungsmittel] gibt es so viel Hass, Böswilligkeit und Hetze. Offenbar triggert [Alkohol] in mir etwas an: aggressiver, lauter, polemischer und zugespitzter zu sein – und das alles in einer Schnelligkeit, die es schwer macht, dem Nachdenken Raum zu lassen. Offenbar bin ich nicht immun dagegen.
[…] [Alkohol] desorientiert mich, macht mich unkonzentriert, praktisch, wenn man in Sitzungen verstohlen [auf die Flasche] schaut.
[…] Einen Fehler kann man machen, den gleichen ein zweites Mal nicht. Das muss Konsequenzen haben. Und meine ist, dass ich [aufhoere zu trinken].”
Das klingt doch wie jemand, der eine gesunde Entscheidung trifft.
Ich finde auch nicht, dass der Vergleich weit hergeholt ist. Sucht nach sozialen Medien ist ja kein Spass. Ich selbst neige zur Spielsucht und habe das nur dadurch im Griff, dass ich ueberhaupt keine online Gluecksspiele oder suechtig machenden Handyspiele mehr anfasse.
Und auch das Argument, das “Tweet oder nicht Tweet” nicht die schwerste Entscheidung in einer politischen Karriere ist mochte ich nicht gelten lassen. Die wichtigen Entscheidungen in der Politik werden ja auch nicht aus dem Bauch heraus getroffen wie das senden eines Tweets. Die wichtigen Entscheidungen laufen ueber Wochen und Monate und werden in vielen Gespraechen reflektiert und diskutiert. Das ist schon etwas anderes.
15. Januar 2019 um 8:09 Uhr
Vielen Dank für den schönen Vergleich … sehr anschaulich, sowohl bei den Parallelen als auch bei den Grenzen der Vergleichbarkeit ;)
15. Januar 2019 um 9:58 Uhr
Ich stimme euch vollkommen zu, dass man Facebook als öffentlichen Raum wahrnehmen sollte und nur das posten sollte, was man auch in der Öffentlichkeit auch vertritt und äußern würde.
Jedoch suche ich nach einem Netzwerk, dem ich meine persönliche Daten anvertrauen kann und diese auch mit meiner Familien und engen Freunden teilen kann. Kennt ihr Netzwerke die das heute zeitgemäß leisten können?
15. Januar 2019 um 8:06 Uhr
Ich fürchte das musst du (oder ein Mensch, dem du vertraust) selbst hosten … es gibt aber durchaus solche Software, wobei sich die unterschiedlichen Instanzen dann auch untereinander vernetzen können und so ein großes Netzwerk bilden, zB Diaspora.
Ich habe mich damit aber noch nie näher beschäftigt. Vielleicht jemand der anderen hier?
Diaspora, Mastodon und Friendica koennen das leisten, du solltest aber selbst hosten (zum beispiel auf einem gemieteten Server bei Netcup oder so) und einstellen, was oeffentlich sichtbar sein soll und was nicht. Die genannten sind dezentrale soziale Netzwerke, alle frei und open source. Am bessten auf deine Frage passt wohl Diaspora.
15. Januar 2019 um 17:55 Uhr
wenn du dir da wirklich sicher sein willst, musst du es selbst hosten. da kämen dann solche netzwerke wie diaspora, hubzilla, mastodon und andere infrage (stichwort: fediverse), oder auch movim (stichwort XMPP, Jabber). dort kann man knoten (hub, pods uä) selber aufsetzen und muss dann selber dafür sorgen, dass sie mit anderen kommunizieren. das ist unterschiedlich aufwändig, hat aber den echten vorteil, dass ausschießlich du deine daten besitzt und du unabhängig von management-entscheidungen großer konzerne bist. sieht zb g+, wo ein riesenkonzern spontan entscheidet, sein social net zu schließen und die teilehmer dann ziemlich im regen stehen.
15. Januar 2019 um 1:11 Uhr
Ich finde es ja eigentlich ganz sympatisch das Habeck seinen FB und Twitter Account löscht. Facebook ist schlicht ein Scheissverein, ein einziges Datenleck das an alles und jeden die eigenen Daten verramscht. Stichwort Camebridge Analytica, Dark Ads usw. usf. Bei Facebook lernt man was der gemeine Wähler denkt ? Das ist doch Quatsch, Böhmermann hat uns doch alle aufgeklärt das die Kommentare bei FB weitestgehend von organisierten Faschos dominiert werden. Das Stichwort lautet Reconquista Germanica. Ich fand es auch schwierig wie ihr meintet Haabeck würde damit den nicht online affinen Teil der Wählerschaft ansprechen. Ich finde es schon wichtig darauf hinzuweisen das Internet nicht nur aus Facebook besteht und nur weil jemensch seinen FB Account löscht er sich nicht grundsätzlich den Gestaltungswillen des digitalen Wandels aufgibt.
Ich habe ja selbst noch einen FB Account, überlege aber ernsthaft den bald mal zu löschen. Ist schlicht weitestgehend sinnlos. Von Twitter werde ich als News Junkie wohl nicht so einfach loskommen, das ist was die Aktualität angeht einfach unschlagbar. Von Zeit zu Zeit Nachrichten schon mehrere Stunden zu kennen bevor es in den Deutschen Medien als Eilmeldung kommt ist schon recht witzig.
14. Januar 2019 um 23:41 Uhr
woher kommt Eure negative Meinung zu GMX?
Grüsse und Danke für Eure Arbeit,
14. Januar 2019 um 23:53 Uhr
Ich kann nur für mich sprechen, und ich habe keine grundsätzlich schlechte Meinung über GMX. Nur scheint es so zu sein, dass es den Hackern besonders leicht gefallen ist, GMX Konten zu knacken. Wie die Schwachstelle genau aussieht weiß ich aber auch nicht.
15. Januar 2019 um 7:19 Uhr
Die Datenbank wurde vor einigen Jahren mal komplett erbeutet und mein Konto war damals auch betroffen.
B.Kraft sagt:
Ist das nicht mit GMX genauso wie mit Microsoft? Viele Nutzer = viele Idioten = viele Hacker = viel kriminelle Energie. Den Leuten ernsthaft zu raten Microsoft oder GMX zu verlassen hilft nicht weiter. Wenn sie (wie ich) seit Jahrzehnten dort Kunden sind und zufrieden, werden sie ums verrecken nicht den Anbieter wechseln.
Kleiner Erfahrungsbericht bezüglich 2-Factor-Auth: Ich habe das bei meinen Amazon AWS Account aktiviert und dann das Gerät mit dem Google Authenticator verloren. Kein Problem, man kann sich vom Service über die hinterlegte Telefonnumer anrufen lassen – wenn man denn eine gültige hinterlegt hat (Datensparsamkeit, ihr wisst schon). In diesem Fall verlangt Amazon folgendes:
* A notarized Identity Verification Form and Affidavit
* A photocopy of the primary proof of identification, such as a State driver’s license or passport
* A photocopy of a proof of address matching the address on file
Nun findet mal eine Institution, die eine Unterschrift unter einem englischsprachigen Dokument beglaubigt. Der dritte Notar war dann glücklicherweise so freundlich.
Also macht schön eure (Google Authenticator) Backups ;-)
Ich nutze 2FA trotzdem wo immer es geht.
ich war am Samstag in Bamberg bzw. der Metropole Hallstadt in eurer Lage
Live, da ich seit mir mein Bruder euren Podcast empfohlen hat,
begeisterte Hörerin und Anhängerin eurer Sendung bin.
Ihr habt es geschafft aus mir einen politischeren und vor allem
informierteren Menschen zu machen.
Ich bin begeistert von eurem Wissen, von der Art, wie ihr euch in die
Themen hinein fuchst und der kurzweiligen Eloquenz in der ihr berichtet.
Umso mehr hat mich eure Antwort, auf eine der Fragen aus dem Publikum am
Samstag verstört. Ein Zuschauer hatte gefragt, ob ihr -rein
hypothetisch- einen ARD-Primetime-Sendeplatz annehmen würdet. Von eurer
Antwort darauf blieb bei mir hängen, dass euch das zu kompliziert,
einengend und anstrengend wäre und euch eure komfortable Situation ganz
gut gefiele.
Natürlich kann ich das verstehen. Jeder Mensch hat es gerne bequem. Aber
ist dies nicht eines der Probleme unserer Gesellschaft? -Warum es in
vielen Belangen irgendwie gerade in die falsche Richtung driftet? Weil
es so schön bequem ist, weiter Fleisch zu essen, weiter Auto zu fahren,
weiter Einwegverpackungen zu verwenden, weiter uninformiert aber
glücklich (Freude ist nur ein Mangel an Informationen durchs Leben zu
tingeln?!
Ihr wurdet gefragt, ob ihr in der ARD in der Primetime einen Sendeplatz
wollt! Ob ihr also an prominenter Stelle für viele Menschen zugänglich
eure Gedanken, Anschauungen und Informationen im Fernsehen präsentieren
wollt. Und ihr sagt nein??
Ich hatte euch eigentlich so eingeschätzt, dass euer Ziel (auch mit
diesem Podcast) das ist, einen Gegenpol zur aktuellen
Mainstream-Berichterstattung darzustellen und dass ihr damit eine andere
Denkweise bei so vielen Menschen wie möglich erreichen wollt, um einen
Einfluss auf das politische und demokratische Geschehen in Deutschland
Mein Hoffnung ist, dass ihr diesen Aspekt, der mich jetzt seit zwei Tage
beschäftigt nach zwei Stunden hochkonzentrierter Sendezeit in der
Liveshow einfach nicht bedacht hattet.
Ich würde mich über eure Sichtweise hierzu freuen!
14. Januar 2019 um 20:34 Uhr
ich habe mich bei euren Quellen über den Zensus GAU schlau machen wollen, jedoch gesehen das die Links nichts damit zu tun haben.
Leider habe ich auf der Seite von der GFF auch nichts darüber finden können.
Ich fände es interessant da mal eine Referenz zu haben…
In dem Kontext habt ihr voll recht das weckt bei mir ungute Erinnerungen an die unrühmliche Vergangenheit.
Den Link zur Fallseite findest Du direkt auf der Startseite:
Anmerkung zum “Gender Pay Gap” bzw. der Behauptung des BDA, es handele sich nur um einen Unterschied von 2%: Der BDA stützt sich dabei auf eine Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts. Der vom statistischen Bundesamt berechnete bereinigte Gender Pay Gap beträgt 6%. Dabei weist das statistische Bundesamt allerdings darauf hin, dass diese 6% eine Obergrenze darstellen. In den FAQs zu ihren Zahlen steht:
“Es muss berücksichtigt werden, dass der ermittelte Wert eine Obergrenze ist. Er wäre geringer ausgefallen, wenn weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analysen zur Verfügung gestanden hätten, wie vor allem Angaben zu Erwerbs­unterbrechungen.”
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VerdiensteArbeitskosten/FAQ/GenderPayGap.html
D.h. es gibt nicht einfach einen diskriminierungsbedingten Unterschied von 6%, sondern es haben einfach noch bestimmte Faktoren gefehlt, die aufgrund fehlender Zahlen nicht einberechnet werden konnten, um den “echten” bereinigten Gender Pay Gap zu ermitteln. Darunter fallen insbesondere “Erwerbsunterbrechungen”, also wenn Frauen beispielsweise zuhause bleiben um Kinder zu versorgen und deshalb unterm Strich weniger Berufserfahrung haben als Männer.
Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut hat in seiner Untersuchung versucht, das was das statistische Bundesamt nicht leisten konnte, durch eigene Berechnungen zu berichtigen und damit einen realistischeren bereinigten Gender Pay Gap vorzulegen. Also wahrscheinlich (Erwerbsunterbrechungen dürften schon einiges an Lohnunterschieden erklären) ist der Wer von 2% bereinigtem Gender Pay Gap, auf den der BDA sich bezieht näher an der Realität.
Endlich mal ein kritischer Geist, der sich mit der Thematik auch mal inhaltlich auseinander setzt und nicht nur Zahlen aus der Presse übernimmt. ;-)
Ich erinnere mich, bei der letzten Bundestagswahl Plakate der SPD gesehen zu haben, die die 21 % Gehaltsunterschied verurteilten. Soviel also zur Abwärtsspirale der SPD …
Philipp C. Becher sagt:
Stichwort 2FA: Einen großen Dank an euch für einen Hinweis, der mehr so in einem Nebensatz/Zusatz von euch erwähnt wurde: (Einige) Passwortmanager können selbst als “Authenticator”-Programm für 2FA verwendet werden. Das war mir nicht klar!
Habe das getestet (benutze 1Password). Klappt hervorragend – sowohl mit der 1Password-Software auf dem Mac als auch mit der mobilen 1Password-App auf dem iPhone! Man kann 1Password sogar so einstellen, dass das Programm/die App den Einmal-Code automatisch für 30 Sek. in die Zwischenablage kopiert. Sehr praktisch, der Login-Prozess mit 2FA dauert dann höchstens nur noch 3-4 Sek. länger als beim Login ohne 2FA :-)
Man benötigt also keine zusätzliche Authenticator-App mehr, hat auch bei Handyverlust noch Zugriff auf seine Accounts und das Ganze ist äußerst praktikabel – ich bin begeistert!
Vielen Dank für diesen Hinweis! LG Philipp
Ja, ich finde das auch super. Vorher war mir 2FA immer zu heikel – was ist, wenn das Handy weg ist?? Mit 1Password ist das kein Thema mehr.
Wenn man mit Security-Tokens arbeitet, was sicherer ist (auf einem Handy kann schließlich Schadsoftware laufen), dann verlangt Google z. B. dass man mindestens zwei Tokens anmeldet. Genau aus diesem Grund (Handy weg, Token weg usw.).
Dieselbe Software (Passwortmanager) als Speicher für die Passwörter und als Authenticator für die 2FA zu verwenden, ist IMHO keine gute Idee. Das Grundprinzip des zweiten unabhängigen Kanals für den 2F wird verletzt. Wird z.B. der Passwortmanager kompromittiert ist evtl. auch gleich noch die 2FA geknackt. Ähnlicher Fall: einige Banken lassen es zu, auf demselben Mobilgerät eine Banking-App und eine davon “unabhängige” TAN-Generator/-Empfangs/-…-App zu verwenden.
15. Januar 2019 um 0:14 Uhr
Ich sehe Deinen Punkt, aber der Fallout ist typischerweise einfach enorm, wenn man die 2FA im Handy (und nicht im PW-Manager) hat. Das Risiko wäre mir zu krass.
Aber es gibt ja verschiedene PW-Manager … und wenn man einen nur für die 2FA und den anderen für die Passwörter einsetzt hat man das Beste beider Welten.
Da muss ich dir zustimmen, wenn beides an der selben Stelle ist benötigt man keinen zweiten Faktor mehr. Anders wäre das, wenn das Passwort “einfach knackbar” wäre, dann würde der zweite Faktor die Sicherheit stärken. Da das ja bei der Nutzung eines Passwortmanagers nicht der Fall ist bringt die 2FA imho keinen Mehrwert, wenn die Tokens im Passwortmanager sind.
Ich teste gerade Folgendes: 2 Passwortmanager, der eine (1Password) beinhaltet die Login-Daten, der andere (Bitwarden) dient ausschließlich als 2FA. Klappt auf dem Mac mit den entsprechenden Browsererweiterungen und Shortcuts ganz gut. Auf iOS-Devices etwas “frickelig”, aber auch gut machbar :-)
Zum Brexit: Das man ein zweites Referendum durchführen sollte lässt sich meiner Ansicht nach gut begründen, da zum Einen das Abstimmungsergebnis ja sehr knapp war und es auch viele irreführende Informationen gab. Zum anderen standen im Referendum ja auch nicht alle Möglichkeiten, so wie heute, zur Auswahl:
1. In der EU bleiben.
2. Austritt mit Deal.
3. Austritt ohne Deal.
Und genau das würde ich auch heute fordern: Ein zweites Referendum mit diesen drei Möglichkeiten.
Jetzt mag es natürlich sein, dass bei diesen drei Möglichkeiten keine mehr als 50 % bekommt. Es könnte sogar sein, dass bei drei Möglichkeiten die Wähler meinen, strategisch wählen zu müssen (z. B. für den Deal um zu vermeiden, dass es einen Austritt ohne Deal gibt, auch wenn man lieber einfach in der EU bleiben würde).
Deshalb schlage ich folgendes Verfahren für das Referendum vor: Es muss zwei Abstimmungsrunden geben. In der ersten Runde stehen alle drei Möglichkeiten zur Wahl. In der zweiten Runde fällt der Vorschlag heraus, der in der ersten Runde die wenigsten Stimmen hatte.
Wenn Behörden 0days horten besteht natürlich die Gefahr, dass andere die auch finden. Soweit so gut. Aber wenn sie die dann auch noch einsetzen, dann sind sie potentiell veröffentlicht (und dann auch noch bei den bösen, soweit die irgendwie an technischen Sachverstand kommen) und die Gefahr für die Allgemeinheit potenziert sich. Darauf wird mir zu wenig hingewiesen. Wen man mit Trojanern muckibudenbesitzer hochnimmt, kann nicht nur der ccc einen disassembler einsetzen.
Danke für den Hinweis! Das muss in der Tat noch deutlicher gesagt werden.
Auch wenn es eine gute Idee ist, so kann man bei vielen Accounts keine gesonderte Emailadresse für den Passwortreset angeben. Umgekehrt möchte ich natürlich auch nicht meine ganzen Benachrichtigungen, etc. in dieses Postfach bekommen.
Hallo Ulf und Philip, Ich höre mir alle eure Sendungen an und finde den größten Teil eurer Beiträge sehr gut. Allerdings empfinde ich eure Kommentare manchmal etwas überheblich, hochmütig und herablassend. Die Reaktion von Robert Habeck kann man übertrieben finden, ihn deshalb aber als naiv und dämlich darzustellen halte ich nicht für angebracht. Dieses Bild das ihr von ihm zeichnet bleibt lange in den Köpfen der Hörer hängen. Deshalb solltet ihr euch diesbezüglich mäßigen.
Ansonsten bin ich euch für eure Recherchen und euren Podcast sehr dankbar.
Bitte hör Dir den Teil zu Robert Habeck noch mal an. Wir haben ihn nicht als naiv und dämlich dargestellt, sondern ihn als Person sogar noch gelobt. Wir finden aber seine Entscheidung in diesem Fall falsch. Es muss doch möglich sein, ein Verhalten zu kritisieren, ohne dass uns das als überheblich oder gar hochmütig ausgelegt wird.
Aber Robert Habeck schreibt ja selbst, dass seine Entscheidung, rein politisch betrachtet, ein Fehler sein könnte, weil ihm Reichweite verloren geht. Dennoch kann es ja für ihn persönlich ein großer Gewinn sein, keinen Zwang mehr zu verspüren ansprechende Twitter und Facebook-Nachrichten zu schreiben und stattdessen etwas mehr Zeit fürs Nachdenken zu haben.
Mir persönlich geht es viel besser, seitdem ich Facebook und Twitter verlassen habe. Und so geht es meiner Einschätzung nach vielen Menschen.
Ich halte es auch für völlig unangemessen, den Verzicht auf soziale Medien mit genereller Technikabneigung zu vermischen. Wobei ein solcher Bezug wohl sehr häufig gemacht wird, siehe Minute 2:40 auf https://www.youtube.com/watch?v=3E7hkPZ-HTk
Übrigens genieße ich deshalb die Lage so, weil ich mich so einmal die Woche ausführlich über die Nachrichtenlage informieren kann, ohne mich einem konstanten Strom an Tweets und anderen Nachrichten aussetzen zu müssen.
14. Januar 2019 um 8:49 Uhr
Für Robert Habeck ist die Entscheidung gut und klug. Dieser angeblich so “direkte Kanal” zum Publikum ist trügerisch und verführerisch. Den Shortcut, den das “soziale” Netz verspricht, gibt es nicht. Nur für die, die sonst keine Medienaufmerksamkeit haben, kann er hilfreich sein.
Twitter-Verzicht ist auch ein Dienst an der Demokratie selbst. Er nimmt dem Publikum (also uns) die Illusion, der Spitzenpolitiker wäre ständig nur einen Klick von uns entfernt und durchgehend empfängnisbereit für unsere Problemchen. Demokratie ist Arbeit. Für viele Themen ist der eigene Ortsverband der bessere Ansprechpartner als ein Bundespolitiker.
Barbara Ferri sagt:
Hallo Ulf und Philip, die Tonqualität der Live-Lage diesmal top. Aber die Lachbereitschaft des Publikums war doch wirklich nervig. Ich persönlich mag die Studio-Lage mehr. Wussten alle, dass ihr kein Comedy-Duo seid? Bitte bleibt auch weiterhin sachlich und schreibt nicht auf Pointen hin. Das schätzen eure „Fans“ einfach sehr. Die Shownotes sind super. Die Länge ist kein Problem, ich höre euch durchaus auch zweimal. (Cool dass ihr „The Americans“ erwähnt habt. )
Was ich wirklich schätze ist, dass ihr IMMER Vorschläge habt wenn ihr kritisiert.
zum Brexit-Aufschub:
Der vorgestellte Vorschlag, Großbritannien möge erstmal vom Brexit zurücktreten, um sich ausreichend Verhandlungszeit zu sichern, ist genau jene Strategie, die ihr (Ulf) damals als Argument angeführt habt, wieso ein einseitiger Rücktritt eigentlich nicht möglich sein sollte. (Ist kein Vorwurf an euch, immerhin ist dieses Vorgehen ja vom EuGH abgenickt.)
Wenn Großbritannien vom Brexit zurücktritt, dann bitte richtig. Entweder sie ziehen den Artikel 50 oder sie stimmen Mays Deal zu oder es kommt der Hard Brexit. Aber jetzt bitte nicht eine jahrelange Hängepartie, welche die EU lähmt, weil alle Reformen und neuen Vertragswerke auf Eis liegen solange der Brexit das dominierende Thema ist. Dann hätten wir in wenigen Jahren Le Pen oder Melénchon als französischen Präsidenten und das nächste Land, was damit droht die EU zu verlassen.
Vielleicht sieht Artikel 50 ja (unter anderem) aus diesem Grund die Zustimmung der verbleibenden Mitglieder zum Aufschub vor?
14. Januar 2019 um 3:07 Uhr
Ich finde, dass das wegwischen der Kritik an Twitter und sozialen Medien nicht wirklich passend. Ja, es gibt Leute, die anti-Technik sind und jedwede Veränderung verteufeln. Das ist aber eine Übersimplifizierung des Problems soziale Medien und Twitter. In den USA ist seit den Facebook Kontroversen eine mMn deutlich konstruktivere kritischere Auseinandersetzung mit Social Media ins Rollen gekommen.
Ich würde behaupten, dass der Effekt von Twitter im momentanen Zustand nicht positiv für den politischen, aber auch menschlichen Diskurs ist und, dass es unsere niedersten Instinkte hervorkitzelt.
Dieser Artikel setzt sich mit dem Problem besonders bei Jugendlichen auseinander.
14. Januar 2019 um 0:17 Uhr
Ich glaube diese Lösungen, die ein konkretes Erfragen einzelner verlangen sind doch immer nur absichtlich eingebaute Stolpersteine wenn es um Transparenz geht. Die Informationen sind auch dann interessant wenn sich niemand aus der Belegschaft traut zu fragen. Einfach alle Unternehmen ab xxx Mitarbeiter/-innen jährlich einen Gehaltsbericht abgeben lassen, dann gibt es da auch zügig eine automatisierte Lösung per IT für und man hat genügend Daten. Kann ja keine große Herausforderung sein, das müsste in der Personalabteilung ja ohnehin alles mehr oder weniger geordnet erfasst sein. So kann man auch Entwicklungen besser erfassen.
14. Januar 2019 um 0:00 Uhr
Für die meiste Leute recht es völlig wenn die einfach GMail/GSuite mit einem Yubikey benutzen. Dieses Verhältnis zwischen Sicherheit/Nutzbarkeit und Aufwand/Kosten ist unschlagbar.
Das Video von Herrn Magnitz erinnert mich an das “Knockout Game”, welches vor Jahren mal die Runde mit Videos im Internet gemacht hat. Dabei versucht ein Idiot einen ahnungslosen Passanten von hinten mit möglichst einem Schlag bewusstlos zu schlagen.
Ein paar Punkte zum Themenkomplex Entgelttransparenzgesetz und Gender Pay Gap:
1. Selbst beim bereinigten Gender Pay Gap verbleiben noch Faktoren für Lohnunterschiede die nicht berücksichtigt wurden, da diese Daten nicht vorliegen, insbesondere zu Erwerbsunterbrechungen. Ich würde selbst die 6% (laut StBA eine Obergrenze) noch mit Vorsicht genießen, und irgendwo beginnt auch das statistische Rauschen.
Die vom Arbeitgeberverband genannten 2% stammen vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Auch wenn es sich um ein wirtschaftsnahes Institut handelt, halte ich die Zahl für realistisch, da hier differenzierter verglichen wurde. Die Arbeitgeber wollen ja vor allem aufzeigen, dass sie Frauen nicht aktiv diskriminieren, sondern dass die Lohnunterschiede vor allem struktureller Natur sind.
https://faktenfinder.tagesschau.de/inland/genderpaygap-103.html
2. Wenn ich Frauen für die selbe Leistung weniger bezahlen muss, würde ich doch aus ökonomischer Sicht nur noch Frauen einstellen. (Ist ein typisches Totschlagargument, aber was lässt sich dem entgegensetzen?)
3. Wer wissen möchte, wie gerecht das Gehaltsgefüge bei sich im Betrieb ist, kann auch schon jetzt seinen Betriebsrat fragen, dieser hat nämlich ein Recht auf Einsicht in die Gehaltslisten.
Danke, hätte ich das vorher gelesen, hätte ich keinen Kommentar schreiben müssen. Wahrscheinlich liegt der BDA mit seinen 2% näher an der Realität als das statistische Bundesamt. Und die gestehen ja auch offen ein, dass insbesondere Daten zur Unterbrechung der Erwerbszeit fehlen.
13. Januar 2019 um 22:02 Uhr
Ich finde das immer wieder haarsträubend, wie die direkte Demokratie am Beispiel Brexit festgemacht und verteufelt wird. Schaut bitte in Länder, die das nicht einmal im Jahrzehnt, sondern wie die Schweiz mehrfach im Jahr machen. Da würde dann auffallen, dass die Volksentscheide im Mittel nicht schlechter sind als die Parlamentsentscheide.
Klar gibt es auch in der Schweiz immer wieder ganz schlechte Volksentscheide (z.B. Minarettinitative, Ausschaffungsinitative, Nachrichtendienstgesetz, BÜPF-Überwachungsgesetz), aber es wird mindestens ebenso häufig gut entschieden (z.B. Nobillag, Unternehmenssteuerreform 3, Zweiwohnungsinitative, UNO-Beitritt, Alpenschutz, etc.).
Der Hauptnutzen der direkten Demokratie ist aber indirekt, indem die Politik dazu gebraucht wird, vorhaben mehr am Gemeinwohl zu orientieren, und mehr mit Bürgern zu debattieren. Stellt euch mal vor, ihr würdet in Deutschland über den Atomausstieg, den Kohleausstieg oder S21 abstimmen können.
Ein wichtiger Effekt ist auch, dass gerade Grossvorhaben wie in der Schweiz der Bau des Gotthard-Basistunnels durch Volksabstimmungen grösstmögliche Legitimation haben.
13. Januar 2019 um 22:13 Uhr
Danke für diese Perspektive! Vermutlich ist es wie mit der Demokratie generell, sie funktioniert einfach nur mit Demokraten … und als Direkt-Demokrat wird man eben nicht geboren. Da habt ihr uns in der Schweiz einfach die direkt-demokratische Kultur voraus.
Ein Unterschied ist doch wohl auch, daß Volksentscheide in der Schweiz bindend sind, die Brexit-Abstimmung aber nur beratenden Charakter hatte? Daher ist das Argument ohnehin Quatsch, da die Britische Regierung das Ergebnis einfach hätte ignorieren und wegdiskutieren können.
Nur der Vollständigkeithalber: Ulf hat hervorgehoben, dass Mailbox.org Behördenanfragen besonders kritisch prüft und Transparenzberichte veröffentlicht. Allerdings war es gerade Posteo, die “Pionierarbeit” mit diesen Transparenzberichten geleistet und ausführlich dargelegt haben wie der Hauptteil aller Polizeianfragen inkorrekt sind und abgelehnt werden.
Zwischen Mailbox.org un Posteo “Anhängern” gibt es oft einige Diskussionen, die will ich hier nicht starten, ich würde beide sehr empfehlen :) Aber die Hervorhebung von Ulf war nunmal nich korrekt, da dadurch ein falscher Eindruck entsteht.
Abgesehen davon, dieses Prüfen und Abwehren von rechtswidrigen Anfragen der Polizei ist ein sehr sehr wichtiger Grund einen ordentlichen Emailanbieter zu wählen!
13. Januar 2019 um 21:22 Uhr
Problem bei einer Verschiebung des Brexits ist die nahende Wahl zum EU-Parlament: Eine Wahl der Briten ist nicht geplant – ihre Sitze im Parlament sind schon an die anderen Länder verteilt worden (per Vertrag). Wenn man den Brexit nur aufschiebt, was macht man dann mit der Wahl?
Da wäre ein Exit vom Brexit deutlich einfacher. Der EU-Wahlkampf in UK würde dann natürlich auch spannend. :-)
600 Euro an Eltern oder Generalverdacht?
Ja – wenn man unterprivlegierten Kindern 600 Euro zukommen lassen will und das Geld
ohne Verwendungssteuerung und -kontrolle verteilt, werden natürlich nur sehr wenige Eltern die komplette Summe ausschließlich für sich selbst verbrauchen.
Aber die Annahme, dass die allermeisten Eltern eine solche Mehreinkunft nicht – wie vom Steuerzahler wünschenswert – ausschließlich zur gezielten Situationsverbesserung des Nachwuchses, sondern für alle Familienmitglieder in gleicher Weise ausgeben werden, als ungerechtfertigten Generalverdacht zu bezeichnen ist genauso daneben.
Die Aufgabe lautet m.E. nicht Steuerungverzicht als (einziger) Weg zur Bürokratiebeherrschung sondern Steuerung unter weitestmöglicher intelligenter Bürokratiereduzierung.
Da wohl kaum genügend Eltern sinnvoll mit der kommissarischen Mittelverwaltung im beabsichtigten Sinn erfolgversprechend zu betrauen sind, müßten m.E. eher Randbedingungen wie beispielsweise Schulessen, Lernmittel, Nachhilfen, Schulkleidung (?!!) mehr oder weniger umweglos gefördert werden!
Die fortdauernden Existenz der Menschheit ist schon ein ganz guter Indikator dafür, dass die große Mehrheit der Eltern das Wohl ihrer Kinder priorisiert.
Frank Bockholdt sagt:
Den Eltern pauschal einen höheren Betrag für die Kinder zuzugestehen und auf die verantwortliche Verwendung im Interesse ihrer Kinder zu vertrauen finde ich zu einfach. Ganz sicher kann man Beziehern von Grundsicherungsleistungen nicht pauschal anlasten, die Leistungen anstatt für ihre Kinder für Bier und Schnaps auszugeben. Aber wenn man sich an Schulen und KiTas in kritischen Gegenden mal umhört, kommt man doch nicht umhin festzustellen, dass ein zumindest nicht unerheblicher Anteil dieser Personen die eigenen Kinder nicht so fördert und ausstattet, wie das andere Eltern tun und man es sich wünschen würde (sie z.B. morgens ohne Brote zur Schule schickt, keine Hausaufgaben mit ihnen macht etc.). Hinzu kommen häufig hohe laufende Verbindlichkeiten und ein problematisches Konsumverhalten (Handy, Netflix und Co.), die dazu verleiten, das monatlich zur Verfügung stehende (wenige) Geld anderweitig auszugeben als für Sportvereine oder Nachhilfestunden der Kinder. Selbst wenn das nur für eine Minderheit der Grundsicherungsempfänger gelten sollte, so sind es doch gerade deren Kinder, für die der Staat selbst Verantwortung übernehmen muss und die er nicht durch einen pauschalen Verweis auf Mehrheit der verantwortlich handelnden Eltern “hängen lassen” darf, wenn er die ohnehin schon schlechteren Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern aus sozial schwachen Familien nicht noch weiter verschlechtern will. Die Argumentation ist letztlich dieselbe wie beim Streit zwischen kostenloser KiTa und Betreuungsgeld.
Dann werden eben Schulranzen etc. vom Bildungspaket bezahlt, dafür bleiben dann ein paar Euros mehr vom Kindergeld übrig, um sich Bier zu kaufen.
Verhindern kann man die “falsche” Verwendung von Sozialleistungen m.E. nicht, solange überhaupt ein frei verfügbarer Anteil besteht.
Wenn die Schätzung von 30% Verwaltungsaufwand stimmt, würde es ja genügen, wenn 100€/130€ (=77%) korrekt ausgegeben werden, und ich behaupte mal diese Quote werden Journalisten und Hartz IV Empfänger gleicheraßen erreichen.
Wie so oft üblich werden die wenigen Missbrauchsfälle dazu hergenommen, den Ton der Diskussion zu bestimmen. In den allermeisten Fällen ist doch wohl davon auszugehen dass die Eltern das Wohl ihrer Kinder im Blick haben.
16. Januar 2019 um 23:36 Uhr
Das war auch mein Gedanke als ich die Vorschläge “Kinder-Grundeinkommen” gehört habe. Warum mit der Gießkanne Geld an Eltern verteilen und darauf hoffen, dass sie damit schon etwas vernünftiges zum Wohl ihrer Kinder machen werden statt gezielt die Dinge zu subventionieren die mehr oder weniger alle Eltern für ihre Kinder bezahlen müssen? Die Beispiele oben (kostenloses Schulessen, Bücher, Hefte, Nachhilfe,…) lassen sich beliebig erweitern – warum kein kostenloser Nahverkehr für Kinder, Übernahme von Mitgliedsbeiträgen in Vereinen etc…? Damit ist vielen Kindern sicher mehr geholfen und die Bürokratie wird von zwei Seiten reduziert – es wird nicht mehr geprüft wer bedürftig ist und in der Mensa muss für das Essen nicht mehr kassiert werden. Und wen man eine Neid-Debatte verhindern will kann man ja den Kinder-Freibetrag kürzen.
Weil man in Deutschland immernoch der Theorie anhängt, man müsste ein Problem nur mit genügend Geld bewerfen um es zu lösen.
Sinnvolle pragmatische Lösungen sind doch die absolute Ausnahme. Hinzu kommt, dass deine Vorschläge die Bürokratie verringern könnte, etwas, was das Establishment unbedingt zu vermeiden sucht, auch wenn es alle Parteien ständig versprechen.
Tolle Lage, und ein ganz besonderes Lob an den Newsletter, das ganze macht bestimmt nicht wenig Arbeit, aber es ist ein toller Service! Ich freue mich schon wenn ich es mal wieder auf eine Lage live schaffe. Vielen Dank. und acht weiter so.
„Derjenige weiß von mindestens einer Straftat. Natürlich informiert man die Polizei.“
Wenn man schlau ist hält man die Klappe, sonst kommt nämlich die Polizei vorbei und verwüstet die Wohnung und schleppt alles was nach IT aussieht weg und man sieht es erst wieder wenn es völlig veraltet ist
Also mein Prozessor von 2010 (Core i7) ist immer noch ausreichend schnell für moderne Computerspiele. Oder überschätze ich gerade das Tempo der Polizei? ;-)
Die armen Schweine bei uns müssen immer noch Windows XP benutzen, da kommen einem die eigenen Probleme (Verlust des Fahrrads) auf einmal viel unbedeutender vor wenn man auf der Wache sitzt. ^^
Ann Nonymous sagt:
Irgendwie ist das leider ein Punkt. Auf der einen Seite widerspricht das total meinem Rechtsempfinden, als Zeuge nichts zu sagen – aber wenn man sich auf der anderen Seite mal anschaut, wie teilweise mit Zeugen umgegangen wird…
Von einfacher Missachtung mit teilweise Stundenlangen Wartezeiten, wo einem dann am Ende gesagt wird, dass der Termin doch schon lange verschoben wurde bis hin zu Konstellationen, in denen man dann u.U. die Polizei in der Wohnung hat oder aus anderen Gründen plötzlich einen Verteidiger braucht ist alles dabei – und leider viel häufiger als man als Laie annehmen würde.
Wer sich gruseln möchte, kann gerne mal in einschlägigen Anwaltsblogs nachlesen oder sich bspw. im CCC-Umfeld oder bei engagierten Fußballfans umhören…
Sehr interessante Sendung, besonders life!
Ja, Ulfs Erfahrungen mit der SPD decken sich leider mit meinen, die Mandatsverteilungen an Altgediente und Promis beherrscht die interne Diskussion.
Ja, eine Erhöhung der Hartz4 Pauschale für Kinder statt dem Starke Familien Gesetz wäre weniger bürokratisch aber nicht so hübsch kommunizierbar.
Eine Aktualisierung über die laufende und schleppende Aufarbeitung der klerikalen Mißbrauchsfälle erscheint sehr wichtig.
Passwort-Manager: Keeper, einer der 4 von der Stiftung Warentest empfohlenen Passwortmanager, ist wohl nur sehr eingeschränkt empfehlenswert. In der Vergangenheit haben Sicherheitsforscher da immer wieder teils haarsträubende Sicherheitslücken gefunden, und die Herstellerfirma reagiert dann gerne mal mit juristischen Drohnungen gegen die Sicherheitsforscher, die ihnen die Lücke melden (z.B. Fox-IT Mitte 2013: https://blog.fox-it.com/2013/04/05/security-advisory-unencrypted-storage-of-confidential-information-in-keeper-password-data-vault-v5-3-for-ios/ ) oder auch gegen Journalisten, die über gefundene Lücken in Keeper berichten (z.B. Dan Goodin von Ars Technica Ende 2017: https://www.zdnet.com/article/security-firm-keeper-sues-news-reporter-over-vulnerability-story/ ).
Generell kann man sich die Frage stellen, ob man wirklich irgendwelcher kaum nachprüfbarer Closed-Source-Software trauen sollte, die die eigenen Passwörter irgendwo “in der Cloud” ablegt.
Wer seine Logindaten statt über irgendeine “Cloud” lieber über den eigenen Server/Webspace synchronisiert, der sollte sich Keepass anschauen – dafür gibt es auch unzählige kompatiblen Clients für alle möglichen Betriebssysteme und Endgeräte, und das Ganze ist kostenlos und Open Source.
Danke für den Hinweis, Pascal!
14. Januar 2019 um 7:29 Uhr
Ist ja toll, was die Stiftung Warentest so empfiehlt.
14. Januar 2019 um 8:58 Uhr
Man muss schon zugestehen, dass die Stiftung Warentest keine IT-Sicherheits-Firma ist, dh die Softwarequalität können sie nicht prüfen und behaupten das auch nicht.
Ich würde hier noch KeePassXC in den Ring werfen. Das ist Freie Software, erhältlich für alle gängigen Betriebssysteme und eine Weiterentwicklung von KeePassX. Wir haben im Datenkanal ein Interview mit einem der Entwickler gemacht: https://datenkanal.org/archives/113-DK76-KeePassXC.html
Google Chrome empfiehlt einen zufällige Passwörter und speichert die dann. Wie sicher ist das? Google zu hacken dürfte ja nicht gerade trivial sein.
Am Besten ist es immer noch sich Anfang und Ende der Passwörter handschriftlich zu notieren und möglichst gut im eigenen Haus zu verstecken.
Alle Passwortlösungen müssen auch praktikabel sein, also nicht zu umständlich.
Sich immer neue Passwörter auszudenken ist für Menschen gar nicht so einfach und ganz schnell entstehen Muster, die eine Software u. U. vorhersagen kann.
Wesentlich einfacher sind Lösungen, die einen “Security Token” verwenden, also ein kleines Gerät wie einen Schlüssel, den man in den USB-Port steckt und der den Benutzer gegenüber dem Server authentifiziert. Dafür gibt schon Unterstützung in modernen Browsern (z. B. Firefox, Chrome, Edge) und es gibt einen offenen Standard: U2F
Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/U2F
Jeder der Zugriff auf dein Gerät hat kann potenziell die Passwörter aus Chrome auslesen. Die Sicherheit der in Chrome gespeicherten Passwörter hängt also an der Sicherheit deiner eingesetzten Geräte. Wenn du das noch über verschiedene Geräte synchronisierst also an dem am unsichersten..
Im übrigen ist es bei Firefox möglich und empfohlen ein Master-Passwort zu vergeben. Dann werden die gespeicherten Passwörter unter Zuhilfenahme dieses Passworts verschlüsselt. Das sollte dann also ähnlich sicher wie ein Passwort-Manager sein.
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Donald Trump fuels immigration fears in TV address on ‘border crisis’ (The Guardian)
Mehr Geld für mehr Kinder (Süddeutsche Zeitung)
Mehr Unterstützung für Familien mit kleinem Einkommen (Die Bundesregierung)
Studie zu Entgelttransparenzgesetz
Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Frauen und Männern (Bundesamt für Justiz)

References: EuGH 
 Art. 50
 § 218

§ 219
 EUGH 
 EuGH