Source: https://www.vatersein.de/Forum-topic-30619-start-50.html
Timestamp: 2019-04-26 08:19:20+00:00

Document:
vatersein.de - Forum 26. April 2019, 10:19:20
Autor Thema: Grundsatzdiskussion: Bedingungsloses Grundeinkommen [..die spinnen die Schweizer] (Gelesen 23038 mal)
« Antwort #50 am: 19. Juni 2016, 13:17:13 »
Gerne auch Strom.
Man muss dann nur eben an anderer Stelle sparen.
So wie es die Leute, die heute unter einer Brücke schlafen, auch machen.
Oder indem man sich mit mehreren Leuten ne Bude teilt.
« Antwort #51 am: 19. Juni 2016, 13:28:45 »
Ich mache gerne - neben Windeln waschen in einer neuzeitlichen Wohnung mit Strom als einzige Wärmequelle -> ohne Strom kein Kochen, sondern 4x höhere Wegwerfwindelpreise - weiter. Bewerbungsgespräche ohne Telefon, ohne I-net, ohne e-mail. Ohne den finanziellen Rahemn (Fahrkosten - oder interpretierst Du darunter den Trip nach Ibiza?), sich dort persönlich zu verkaufen vorstellen zu können. Du übst gerade die Quadratur des Kreises.
Du gehst anscheinend voreingenommen davon aus, ich habe Luxus gepredigt. Anscheinend ist Dir entgangen, dass das 21. Jahrhundert angebrochen ist mit neuen Kommunikationswegen, mir neuen notwendigen Verbindlichkeiten wie einer Haftpflichtversicherung etc. Entschuldige meinen sachlichen Ausfall, nur bist Du unsachlich nicht besser.
« Letzte Änderung: 19. Juni 2016, 13:31:25 von oldie » Gespeichert
« Antwort #52 am: 19. Juni 2016, 13:42:29 »
Falls betroffen, unser aller Lebensmotto ab jetzt:
Zitat von: Beppo am 19. Juni 2016, 13:17:13
PS: Ein BGE wird dabei nun wirklich überflüssig.
« Letzte Änderung: 19. Juni 2016, 13:44:38 von oldie » Gespeichert
« Antwort #53 am: 19. Juni 2016, 14:33:48 »
Oldie, was hält dich denn davon ab, den Betroffenen selbst zumindest ein kleinwenig Eigenverantwortung zuzumuten?
Es gibt aus meiner Sicht einfach keinen Grund diese Leute wie taubstumme, Arm- und Beinamputierte Klienkinder zu behandeln.
Die Tatsache, dass sich jemand etwas schönes oder sinnvolles nicht leisten kann, weil er nicht arbeiten will, löst bei mir keinerlei Solidarität oder Hilfsbereitschaft aus und dieses Verfahren beendet wirklich das letzte Argument, nicht arbeiten zu können.
« Antwort #54 am: 19. Juni 2016, 14:38:49 »
Das BGE dürfte -wie alle anderen sozialistischen Utopien auch- höchstens temporär funktionieren und auch das nur unter der (ebenfalls typisch sozialistischen) Prämisse: Man baut einen Zaun um das betroffene Land.
Das Ganze setzt auf massive Enteignung, denn nichts Anderes bedeuten Steuersätze von 70%. Den Effekt kann man sehr schön am Beispiel Schwedens in den 70ern ersehen. Mir persönlich blieben Überschläge mäßig 2000 € netto weniger übrig als heute. Kein Zweifel, was ich in diesem Fall machen würde.
Und nach erfolgter Deindustrialisierung (welche ziemlich schnell erfolgen dürfte, denn die Industrie wird gemeinsam mit ihren Leistungsträgern ihr Heil außerhalb Deutschlands suchen) sitzen die so von den Niederungen notwendiger Erwerbsarbeit Befreiten dann da und lesen oder spielen sich gegenseitig die Resultate unserer kreativen Ergüsse vor.
« Antwort #55 am: 19. Juni 2016, 14:57:38 »
Zitat von: Beppo am 19. Juni 2016, 14:33:48
1. Beim Grundbedürfnis die Tatsache, dass auch heute ein Vollzeitjob nicht gewährleistet, die eigene Existenz zu sichern - oder gar die der Familie.
2. Es muss ein Wandel her, was Arbeit ggü. Lohnempfang wert ist. Hier gibt es m.E. eine Schieflage. Zu viele Jobs werden zu schlecht entlohnt, ebenso werden zu viele Jobs zugut entlohnt. Zu letzterem gehört meiner.
3. Wir sind sowas von satt und reich genug, es zu probieren.
Du stilisierst, ja übertreibst. Andererseits, gerade die Benannten sollten besondere Unterstützung erfahren.
Wenn es Dir möglich ist, interpretiere Solidarität durch Subvention und Hilfsbereitschaft durch 'besondere' Ausnahmeregelung vor dem Gesetz. Das ist heutige und ständige Praxis. Lediglich der Empfänger wechselt.
Zitat von: Tina10 am 19. Juni 2016, 14:38:49
Hm. Schweden hat einen der höchsten Sozialstandards - weltweit. Scheint ihnen bekommen zu sein. Und selbst wenn. Wieso wäre es der Weltuntergang, wenn sich die weltweite Wirtschaftsleistung um nur noch 0.1% pro Jahr erhöht (pro Kopf wohlgemerkt)? Solange sich die Preise ebenso entwickeln, ist mir das herzlichst egal.
Die Astronomen sagen, das ein kleiner Asteroid um die Erde kreist und die Wahrscheinlichkeit besteht, dass er irgendwann auf der Erde einschlägt.
« Letzte Änderung: 19. Juni 2016, 15:07:32 von oldie » Gespeichert
« Antwort #56 am: 19. Juni 2016, 15:40:57 »
Es geht doch nicht darum, sich ein Wunsch-Internat auszusuchen oder Auslandsschuljahre. Auch nichts anderes in diese Richtung. Es geht um einen freien Bildungsweg, welcher hier per Qualifikation von Dir beschrieben wurde. Alles andere ist elitäres Denken und hat nichts mit einem BGE zu tun. Ich verstehe nicht, wieso auf elitäres Verhalten wieder und wieder angespielt wird. Zudem erkenne ich trotz jahrelanger Tätigkeit in einer wissenschaftl. Einrichtung keinen Nutzen, welcher diese Anstrengung rechtfertigt. Wieso Du aber das Gymnasien nicht erwähnst, verstehe ich nicht.
Weil ich es bei "Oberschule" und "der Qualifikation entsprechend" integriert habe und mich nie daran gewöhnen werde, dass du mir eine Haltung oder Gesinnung unterstellst, wenn du nicht genau die Worte liest, die du zu lesen wünschst.
Du unterstellst hier wiederholt, dass man Menschen etwas Schlechtes wünscht. Niemand will hier Menschen "am Existenzminimum sehen". Man will den Menschen dieses sichern, so dass sie dann überlegen können, ob sie aus eigener Kraft etwas dafür tun möchten, um sich einen höheren Standard oder gar Luxus leisten zu können. Telefon, Versicherung, das sind doch keine lebensnotwendigen Dinge!
Es kann dann für eine vierköpfige Familie keinen Anspruch auf 4 Zimmer-Küche-Bad geben. Sondern darauf, mit 2000 Euro für NULL eigenen Einsatz (!!!) irgendeine Unterkunft zu finden. Wenn sie irgendwelche Wünsche daran haben, dann müssen sie entsprechenden Einsatz zeigen. Deine Variante empfindeich als soziale Hängematte für alle. Wer will denn aber nich aktiv werden, wenn er für lau ein all-inklusive-Paket bekommt?
Der letzte Satz in dem Zitat löst bei mir aus.
Die Gedanken von Beppo und mir gehen in die Richtung: "Wenn du die 2000 Euro deiner Familie lieber in Bier und Kippen investierst, ist das dein Problem." Man muss mit dem BGE eigenverantwortlich umgehen. Wenn alle, dann alle. Beispiel: wenn Papa das Geld fehlinvestiert, stürzt das Mama und die Kinder nicht mehr in Schwierigkeiten, weil sie mit BGE für 3 Personen und minimalem eigenem Arbeitseinsatz einen Neuanfang ohne Obdachlosigkeit schafft.
Gruß LBM.
« Antwort #57 am: 19. Juni 2016, 15:41:25 »
Hat eben nicht funktioniert in Schweden. Die haben sich in den 90 ern eine saftige Krise hinein manövriert und nur die harten Reformen sorgten dafür, dass der Sozialstaat heute wieder finanzierbar ist.
Das mit dem (pro Kopf wohlgemerkt!) lasse ich besser unkommentiert ( na ja, ein kleines Lächeln ist wohl erlaubt).
« Antwort #58 am: 19. Juni 2016, 16:09:15 »
Du operierst immer noch mit wilden Unterstellungen in allen Richtungen ggü. Deinen Mitbürgern. Du magst in Deinen Befürchtungen recht haben - ich weiß es nicht. Nur möchte ich nicht diese Ebene betreten, meinen Mitbürgern erst eimal schlechtes zu unterstellen, bis ich sie ... - ja was auch immer bei 80 Millionen.
Deine Unterlassungen kannst Du schriftlich haben anhand Deiner Zitate, z.B. Deine Beschränkung auf nicht Erfrieren, nicht verdursten, nicht verhungern, oder - mein Liebling - wegen Verblödung zu vegetieren. Jep, ich übertreibe, polemisiere, spitze zu. Nur die Wortwahl - das ist nicht die meine, sondern stammt von Dir.
Zitat von: Lausebackesmama am 19. Juni 2016, 15:40:57
Die Gedanken von Beppo und mir gehen in die Richtung: "Wenn du die 2000 Euro deiner Familie lieber in Bier und Kippen investierst, ist das dein Problem."
Dein Festhalten an pauschaler Unterstellung trotz so vieler Beiträge ist fast schon bewunderswert, wenn es nicht (für mich) so traurig wäre.
« Letzte Änderung: 19. Juni 2016, 16:12:40 von oldie » Gespeichert
« Antwort #59 am: 19. Juni 2016, 16:16:56 »
Du solltest mal aufhören, Sätze aus dem Kontext zu reißen.
« Antwort #60 am: 19. Juni 2016, 16:25:10 »
Oldie ich kann, ausser vieldeutigem Gejammer über das schlimme Schicksal der arbeitsunwilligen Teile unserer Bevölkerung nicht viel an substanziellen Argumenten finden.
« Antwort #61 am: 19. Juni 2016, 16:30:29 »
ich gehe mit allen mit die sagen BGE ist dazu da ein Existenzminimum zu haben und dafür sich entwürdigenden Bedingungen zu unterwerfen.
Die einen nennen es eine soziale Utopie und ein bisschen klingt es wie DDR. Trotzdem hatte die DDR eben auch ihre menschlichen Vorteile davon. Da die Lohnspreizung nicht so groß war, wurde mehr nach Interesse gearbeitet. Trotzdem gab es die Verpflichtung aller Hochschulabsolventen mindestens 3 Jahre lang nach dem Studium an einer zugewiesenen Stelle zu arbeiten.
Studienplätze wurden gemäß "Bedarf" vorgehalten und jeder, der ein Abitur hatte, konnte auch studieren (politische Besonderheiten lass ich mal außen vor), aber nicht unbedingt das, was er wollte. Mit den Lehrberufen war es ähnlich.
Der Nachteil war z.B., dass die guten bezahlten Jobs bei der Stadtreinigung durchaus von Ingenieuren besetzt waren, weil die in ihrem Beruf nicht soviel verdienten.
Ich stelle die ketzerische Behauptung auf, dass die DDR nicht wirtschaftlich gescheitert ist, sondern daran, dass die Menschen ihr eigenes wollten. Sie wollten einfach freier sein (und das ist nicht nur politisch zu verstehen), jeder wollte seines eigenen Glücks Schmied sein, dass dies so vielen verwert blieb, nämlich den Menschen, die nach der Wende nie wieder richtige Arbeit hatten, ist die andere Seite der Medaille.
Der Mensch ist nicht dankbar für das BGE, er sieht nur, dass der andere dafür nicht arbeiten muss bzw. er dafür hohe Steuern zahlen muss.
Wenn doch alle (fast alle) arbeiten wollen, warum bricht dann nicht der Wohlstand aus? Das ist die Frage, die ich habe. Da muss ich dann wieder oldie zustimmen, der sagt, dass die Arbeit falsch entlohnt wird, sprich es ist ein Verteilungsproblem.
Der Siegeszug des Kapitalismus begann mit der industriellen Revolution, technischer Fortschritt schuf Freiräume für Menschen. Heute funktioniert es nicht mehr und die "alten" Frage wie soll was verteilt werden tauchen neu auf.
Heute gehen 1-Euro-Jobber die Strassen entlang und lesen den Müll auf. Könnte das nicht auch eine Beschäftigung zum Mindestlohn sein? Pflegekräfte in Altenheimen werden gesucht, sind überlastet und verdienen wenig. Natürlich produzieren sie nichts, sollten uns unsere Kranken und Alten aber nicht mehr Wert sein als der Mindestlohn? Warum soll der produzierende Arbeiter alleine mehr Geld bekommen? Noch schlimmer warum kann Geld, Geld hecken?
Schwankungen in der 3., 5. oder gar 10. Stelle nach dem Komma wirken sich auf unser Vermögen nicht aus, wer aber Millionen oder gar Milliarden einsetzt kann davon profitieren. Wo kommt das Geld her?
Draghi kann Geld per Knopfdruck erzeugen und er pummt massiv Geld in den Markt, der das Geld nicht haben will, der es aber von uns als negativ Zinsen zurückfordert.
Alles das wird das BGE nicht ändern, dass ist aber die Wirtschaftsweise, die uns arm macht.
« Antwort #62 am: 19. Juni 2016, 17:09:14 »
Zitat von: Susi64 am 19. Juni 2016, 16:30:29
Im Moment rollt Industrie 4.0 heran.
« Antwort #63 am: 19. Juni 2016, 17:18:05 »
ich habe mir die "Für" und "Wieder" aller durchgelesen. Und jeder hat in seinem Bekanntenkreis jemanden, der das bereits existierende System gnadenlos ausnutzt ... oder einfach echtes Pech im Leben hatte und es verdient hat, wenn man ihm hilft. Mir geht es so ähnlich mit den Beamten, auch da ich selber mal einer war... (Anwesende bitte nicht gleich auf den Fuß getreten fühlen ).
In diesem Beamtenklientel habe ich die unterschiedlichsten Varianten kennen gelernt. Einer der sich wirklich und ehrlich den **tsts - ID 6** aufreißt, um einen guten Job zu machen. Der Ahnung hat und menschlich geblieben ist. Und dann leider (nach meiner Ansicht) überwiegenden Anteil, die an ihrem Job ständig meckern, immer der Meinung sind, dass sie immer noch zu wenig Alimentierung bekommen, 30 Tage Urlaub bei weitem nicht ausreichend sind, und dass es ja kein wunder ist, wenn man bei soviel Arbeitsbelastung dann auch mal 2 bis 4 Monate im Jahr krank ist. Das habe ich mir nicht ausgedacht, dass habe ich wirklich so erlebt.
Und über diesen Bogen komme ich zum BGE. Die Erwartungen hieran sind so unterschiedlich. Die einen sagen, "nur das wirklich notwendige ..."; andere dann "die Beteiligung am kulturellen Leben muss möglich sein!". Und über diese unterschiedlichen Ansichten kommen dann noch ganz andere Argumente, die ich auch nicht so unbedingt vernachlässigen kann. Zum Beispiel, die/der alleinerziehende, der nicht arbeiten kann ... aus welchen Gründen auch immer. Dieser bekommt ein BGE, aber alles andere bleibt verwehrt, weil einfach nicht möglich. Dann ein Behinderter, der ebenfalls nicht über das BGE kommen kann, was macht man mit dem? Auch die chronisch Kranken, da wären die ganzen depressiven, die auch nicht arbeiten können (zumindest nach eigener Aussage) und was man sich noch alles für Wehwehchen ausdenken kann. Alle stellen sie unterschiedliche Interessen dar, die sie mit einer lobbistischen Interessenvertretung ein BGE mit Ausnahmeregelungen aushöhlen wollen. Das ist bisher mit jeder (erfolgreichen) Änderung passiert und nannte sich dann "Anpassung", oder irgendwie so ähnlich.
Daher glaube ich nicht, dass es ein BGE irgendwann geben wird. Selbst mit den besten Glauben und Ansinnen, wird jedes Vorhaben bombardiert und ausgehöhlt. Gleiches konnte man bei den ARGE Leistungen beobachten, wobei ich wirklich denke, dass der Ansatz vor über 10 Jahren wirklich gut war. Nur jetzt ist es ein Bürokratie Monster geworden, bei dem niemand wirklich durchblickt, jeder versucht auf irgendeine Art und Weise seine ganz persönlichen Vorteile herauszuziehen und wer ist nicht schafft, der hat selber schuld. Sogar der zaghafte Versuch, eine Art "gesellschaftlichen Nutzen" in Form der 1-Euro-Jobs zu schaffen, verfing sich darin, dass Firmen Aufgaben verloren bzw. Firmen sich günstiger Arbeitskräfte bedienen konnten. Je nachdem wie man es betrachtet.
Hier geht es jetzt auch um die Höhe und wie man dieses wertet. Dazu sollte man erst einmal definieren, was das BGE abdecken sol und selbst dann wird es schwer genug, einen festen Betrag auszumachen.
Denn dann kommen wieder örtliche Besonderheiten zustande, und wenn es nur die Mietkosten sind, die in immer weitere Höhe steigen.
Ich glaube, wir stehen gesellschaftlich an einem Entscheidungspunkt. Wir können nicht die Welt retten und die 100%-Sozialpolitik wird auch nicht funktionieren. Denn es gibt noch einen weiteren Punkt: die gefühlte Gerechtigkeit!
Ein Bezieher von BGE findet es gerecht, auf sein Einkommen keine Steuern zu bezahlen. Personen mit hohem Einkommen sehen nicht ein, durch hohe Steuern für viele die BGE zu finanzieren...
Und wenn man dann liest, wie intern. Firmen Steuer an der EU bzw. D, vorbei schleust ... dann beteiligen sie die Firmen, die vom System in D profitieren, am wenigsten am Steuersystem. Das Finanzsystem hat sich in den letzten Jahrzehnten massiv zu den gesellschaftlichen Ungunsten verschoben. Ich glaube, dass dies wirklich zu den massiven unfairen Kapitalströmen geführt hat und ich mir die Frage erlaube, ob Banken und Finanzhäuser überhaupt "systemrelevant" sein können. Denn auch wie Susi es treffend beschreibt, kann es nicht sein, dass per Knopfdruck Geld in Bereiche verschoben werden, um Fehlinvestitionen zu verdecken. Gleiches gilt, wie es möglich ist mit bloßen Wetten auf irgendwelche Währungs- und Aktienkurse Milliarden zu gewinnen, oder zu verlieren. Das hat mit dem (nach meinem Verständnis) grundlegenden Bankgeschäft nichts mehr zu tun.
Deswegen, gerecht ist anders und ich sehe hierbei kaum eine Lösung am Horizont.
« Antwort #64 am: 19. Juni 2016, 18:02:47 »
.Heute funktioniert es nicht mehr und die "alten" Frage wie soll was verteilt werden tauchen neu auf.
Was genau funktioniert denn Deiner Meinung nach nicht mehr?
Heute gehen 1-Euro-Jobber die Strassen entlang und lesen den Müll auf. Könnte das nicht auch eine Beschäftigung zum Mindestlohn sein?
Selbstverständlich! Da aber die allermeisten Kommunen keine Überschüsse erwirtschaften, muss man eine passende Möglichkeit finden, wie man den Mehrbetrag einsparen kann.
Pflegekräfte in Altenheimen werden gesucht, sind überlastet und verdienen wenig. Natürlich produzieren sie nichts, sollten uns unsere Kranken und Alten aber nicht mehr Wert sein als der Mindestlohn? Warum soll der produzierende Arbeiter alleine mehr Geld bekommen?
Selbstverständlich! Momentan beträgt die Zuzahlung für einen Pflegeheimplatz in München bei Pflegestufe 1 etwa 2000 €. Auf welchen Betrag sollte man die Zuzahlung Deiner Meinung nach erhöhen?
Noch schlimmer warum kann Geld, Geld hecken?
Das macht er, weil wir in Europa uns daran gewöhnt haben, soziale Wunschlisten zu formulieren ohne uns Gedanken über deren Finanzierung zu machen. Mit anderen Worten: Wir leben besser als unsere Finanzen das hergeben.
Und anstatt uns daran zu machen, unseren Haushalt wieder auf solide Beine zu stellen, um nicht weiter auf Kosten der nächsten Generation zu leben, schwelgen wir weiter in Wünsch-Dir-Was-Phantasien "jeder sollte doch ... können"; "keiner sollte ...müssen"...
« Letzte Änderung: 19. Juni 2016, 18:08:43 von Tina10 » Gespeichert
« Antwort #65 am: 19. Juni 2016, 18:48:21 »
Zitat von: Tina10 am 19. Juni 2016, 18:02:47
Insbesondere nach dem 2. Weltkrieg kam der Wohlstand dadurch, dass die Erfindungen des 19./Anfang des 20. Jh. umgesetzt wurden. Haushaltsgeräte, Autos wurden Massengüter. Die Produktion dieser Güter schuf zum einen riesige Werte, die andererseits von den arbeitenden Menschen gekauft wurden und so stiegen die Einkommen und der Wohlstand.
Nachdem der Wissensvorsprung aufgebraucht war, flachte die Entwicklung ab und begann sich umzukehren indem nun die Produktivität durch besseres Management erhöht wurde, als das nicht mehr reichte ging man zum Lohndumping über.
Damit entzog man aber dem Markt die Kaufkraft, die Produkte müssen also noch billiger werden damit sie gekauft werden.
Zogen vorher höhere Preise und auch Löhne in einer Aufwärtsspirale nach oben, so geht die Spirale jetzt nach unten. Es muss billiger werden und es wird billiger durch noch weniger Lohn.
Es gibt das Bruttosozialprodukt, da gehen alle geschaffenen Werte und Dienstleistungen ein, weiterhin gibt es den Aktienmarkt. Der Geldwert der realen Werte, Dienstleistungen und Aktien entspricht einem 50stel bis 100stel des sogenannten Finanzmarktes, d.h. nicht durch Produktivität, Dienstleistungen und Aktien abgedecktes Finanzvolumen ist 50 bis 100 mal größer!
Solange diese "Finanzprodukte" exisiteren bedrohen sie die Wirtschaftskraft und sollte dieses Geld über die Wirtschaft realisiert werden, dann bricht die Weltwirtschaft zusammen. Dieses Geld heckt aber Geld indem es aus minimalen Kursschwankungen maximale Gewinne erzielt, die durch keinerlei reale Wertschöpfung gedeckt ist.
« Antwort #66 am: 20. Juni 2016, 09:58:24 »
Ich komme aus etwas was man heute einen sozialen Brennpunkt nennen würde und hatte an sich überhaupt keine Chance. Dennoch bin ich heute Bankdirektor. Jeder kann das schaffen. Wenn ich anfange es den Leuten hinten und vorne reinzustopfen, wird es nie mehr einer schaffen. Dann bleiben die Empfänger von Transferleistungen für immer Empfänger von Transferleistungen.
Die Leute müssen einfach mal weniger RTL gucken und gute Bücher lesen. Und eine Gelegenheit am Schopfe greifen wenn sie sich bietet. Ich habe schon ein paar Leuten die es wirklich nötig hätten angeboten sich ein paar hundert € nebenbei zu verdienen. Die Leute bekommen den **tsts - ID 6** nicht hoch. Der größte Feind sozialer Gerechtigkeit ist schlicht Faulheit.
« Antwort #67 am: 20. Juni 2016, 10:16:08 »
Zitat von: psoidonuem am 20. Juni 2016, 09:58:24
Der größte Feind sozialer Gerechtigkeit ist schlicht Faulheit.
« Antwort #68 am: 20. Juni 2016, 11:47:41 »
Ich brauche kein BGE, mir würde schon ein Schikaneverbot reichen, bzw. auch mal eine konkrete Anwendung aus dem BGB im SGB.
Hätte ich meine beruflichen Ziele weiter konsequent verfolgt, wäre ich heute längst Abteilungsleiter, Senior Consultant und wie sie alle heißen und könnte sicher auch schon an der 6stelligen Einkommensmarke kratzen. Allerdings nur zum Preis eines irrsinnigen Zeiteinsatzes.
Jetzt bin ich nur IT-Facharbeiter und muß mir noch den Kühlschrank von der Grundsicherung auffüllen lassen. Ich bin doch nicht behämmert und fülle nach einer 48 Stunden Woche noch Regale auf. Das bisschen Zeit hätte ich dann ganz gerne, um mich dafür zu motivieren, das restliche Netto bis auf den Sozialhilfesatz abzuliefern.
« Antwort #69 am: 20. Juni 2016, 11:50:05 »
Beinahe einer Meinung ...
Die größten Feinde sozialer Gerechtigkeit sind Bequemlichkeit und Neid.
Dann bleiben die Empfänger von Transferleistungen für immer Empfänger von Transferleistungen.
Generationsübergreifende Transferleistungsempfängerfamilien hast Du schon heute.
Ebenso gibt es eine Menge Niedriglohnempfänger, die quasi das gleiche Geld haben (oder weniger, wenn sie mehr als eine Person durchfüttern müssen) und sich folgerichtig jeden Tag fragen, wieso sie sich die Arbeit antun.
... und die Frage ist berechtigt.
Ebenso wie die Frage wieso sich der RTL-Gucker vom Sofa hochbequemen soll, wenn ihm von einem qualifikationsbedingt geringen Hinzverdienst ohnehin nur 20% (bis 1.000 EUR) bzw. 10% (ab 1.000-1.200 EUR) verbleiben.
Auch wenn ich mit Sicherheit kein CDU-Fanatiker bin, so denke ich, daß Herr Althaus durchaus rechnen kann (Quelle).
Ein solidarisches Bürgergeld in Höhe von 400 EUR (das wäre zumindest der Regelsatz) hält er bei einem linearen Einkommensteuersatz von 25% für finanzierbar.
Alle Fragen wären damit mit Sicherheit nicht beantwortet (insbesondere die Nichtabdeckung der KdU), nichts desto trotz wäre das ein Anfang.
25% (oder aber auch jeden Abzug bis zu 50%) auf den ersten Euro Hinzuverdienst halte ich jedenfalls für einen besseren Erwerbsanreiz als die derzeitige Regelung.
Abzüge auf Einkommen oberhalb von 50% (oder aber eine Finanzierung über eine Konsumsteuer) halte ich hingegen für volkswirtschaftlich kontraproduktiv.
Für Utopie halte ich das nicht (für Utopie halte ich es, auf das Gute im Menschen zu vertrauen).
... als Mitglied der Sandwich-Generation (der ich aktuell drei Kinder, eine Ex-Frau, einen Arbeitslosen, einen Rentner und zwei Hart-IV-Empfänger durchfüttere) sehe ich einen Handlungsbedarf.
Wenn ich für meine drei Kinder und die Ex-Frau nicht mehr finanziell zuständig bin, übernehme ich anstelle dessen auch gerne die Verpflichtung für 4x BGE.
« Antwort #70 am: 20. Juni 2016, 12:14:23 »
Allerdings wird das alles nur klappen, wenn gerade größere Firmen - die in Deutschland ihren Umsatz/Reingewinn generieren - auch hier in Deutschland besteuert werden. Denn ansonsten sehe ich die Hauptlast beim Mittelstand, und der ächzt jetzt schon. Dann "könnten" vielleicht nebenbei auch die Steuersätze sinken und alle hätten etwas davon ... aber das müsste man halt durchrechnen.
« Antwort #71 am: 20. Juni 2016, 12:16:26 »
Zitat von: United am 20. Juni 2016, 11:50:05
Was man mit 400€ anfangen soll erschließt sich mir nicht. Ein wirklicher Fortschritt zu jetzt ist das ja nun nicht
« Antwort #72 am: 20. Juni 2016, 13:05:15 »
Zitat von: Susi64 am 19. Juni 2016, 18:48:21
... als das nicht mehr reichte ging man zum Lohndumping über.
Es ist richtig, dass das Wirtschaftswachstum nicht mehr so hoch ist wie in den Nachkriegsjahren.
Viele Experten denken auch, dass es in Zukunft nie mehr so stark steigen wird. Einer der Gründe ist, dass wir in den entwickelten Ländern (und auch China, Iran usw.) in einer alternden Gesellschaft leben, in der das Medianalter immer starker steigt. Alternde Gesellschaften sind von ihrer Dynamik her ganz anders und weisen einen geringeren Bedarf an bestimmten Gütern auf.
Es ist auch wahr, dass sich die Lohnschere in den vergangenen Jahren etwas gespreizt hat, sprich die Vergütung hochqualifizierter Tätigkeiten hat im Vergleich zu derjenigen geringer qualifizierter Tätigkeiten zugenommen.
Gerade in Deutschland mit seiner extreme hohen Umverteilungsquote hat dies aber nicht dazu geführt, dass der Anteil der unteren 25% am Nettoeinkommen in den vergangenen 20 Jahren geringer geworden ist. Der Anteil dieser Gruppe liegt ziemlich konstant bei etwa 10 bis 11%.
Von daher sehe ich eigentlich keinen Grund für noch mehr Umverteilungsmaßnahmen.
Ein so geringes Bürgergeld ware aber zumindest dann, wenn es alle anderen Sozalleistungen ersetzen soll, nicht verfassungskonform und das zu Recht: Man denke an diejenigen, die tatsächlich nicht arbeiten können. Diejenigen müssten dann tatsächlich mit 400 € ihren Lebensunterhalt bestreiten.
« Letzte Änderung: 20. Juni 2016, 13:08:56 von Tina10 » Gespeichert
« Antwort #73 am: 20. Juni 2016, 13:37:11 »
Zitat von: Tina10 am 20. Juni 2016, 13:05:15
Ein so geringes Bürgergeld ware aber zumindest dann, wenn es alle anderen Sozalleistungen ersetzen soll, nicht verfassungskonform und das zu Recht: Man denke an diejenigen, die tatsächlich nicht arbeiten können.
Ungeachtet dessen, daß ich die Frage nach den "Kosten der Unterkunft" bereits in meinem Text aufgeführt hatte, verrät ein Blick in den vorhin verlinkten Artikel:
Was ich skizziert habe, könnte ein Einstieg sein. Bisherige Instrumente wie Kosten der Unterkunft, Finanzierung besonderer Bedarfe (Pflege etc.), Rente, Gesundheit könnten wie bisher weiterlaufen, ohne auch hier Weiterentwicklungen im Sinne von sozialer Sicherheit und wirtschaftlicher Freiheit auszuschließen.
Die Althaus´sche Idee skizziert ein vereinfachtes Einkommensteuerrecht (weg vom steuerfreien Existenzminimum und der Steuerprogression) und den Ersatz von Hartz-IV-Regelleistungen.
Zu Ende gedacht ist das nicht.
Anders ausgedrückt: Wer schon am Weiterlesen scheitert, bei dem wird es mit dem Weiterdenken ohnehin nix ...
« Antwort #74 am: 20. Juni 2016, 13:51:39 »
warum fällt es in der Diskussion mit Frauen einigen HERRschaften so schwer, ohne eine gewissen Grundpampigkeit auszukommen, die manchmal schon die Grenze zur Beleidigung überschreitet oder anders gefragt
möchtest du mit jemandem diskutieren, der dir solche Sätze um die Ohren haut?
Wer schon am Weiterlesen scheitert, bei dem wird es mit dem Weiterdenken ohnehin nix ...
Diskussionskultur geht anders und so verleidet man anderen (auch gerne weniger finanzpolitisch bewanderten) Forenteilnehmern die aktive Teilnahme an Diskussionen.

References: BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE