Source: http://www.schichtplanfibel.de/gb/artmedic_guestbook_index.php?id=1
Timestamp: 2017-04-29 17:39:24+00:00

Document:
Start Überblick Seminare fragen suchen Buch der 98 Fragen
Stell hier Deine eigene Frage Arwina fragt am 28.04.2017, 14:09:18
[AVR, ? betriebliche Interessenvertretung] Müssen Hauspflege Helfer/Hauswirtschaft am Wochenende arbeiten in einer sozialen Einrichtung in einer Wohngruppe und was ist mit Nachtdienst? Im Arbeitsvertrag oder Stellenbeschreibung ist nichts ersichtlich!
Schichtplan-Fibel:Schade, dass Du - trotz unseres ausdrücklichen Hinweises - nichts über Deine Interessenvertretung schreibst.Dein Arbeitsvertrag hat eine AVR in Bezug genommen. »AVR« meint Arbeitsvertragsrichtlinie; solche Richtlinien sind das Kleingedruckte für Deinen Arbeitsvertrag. Solche Richtlinien gibt es viele: AVR der Caritas - differenziert nach Anlagen, AVR DD (früher AVR DW EKD), AVR Bayern, AVR-K, AVR DD, AVR KW, AVR Wue ... In jeder dieser Richtlinien finden wir andere Regeln. Wenn Du uns schreibst, was da genau bei Dir wirkt und gilt, können wir vielleicht etwas raten.
Mayer3 fragt am 28.04.2017, 13:04:57
[ TVöD-V , Personalrat] Wechselschicht , Arbeitszeitkonto 48 Stunden/Woche mit BereitschaftszeitEntsteht eine zuschlagpflichtige Überstunde, wenn ich kurz vor Schichtende laut Dienstplan wegen eines weiteren Auftrages länger Arbeiten muss?
Schichtplan-Fibel:TVöD § 7 Abs. 8TVöD § 7 Abs. 8Abweichend von Absatz 7 sind nur die Arbeitsstunden Überstunden, die [...]c) im Falle von Wechselschicht- oder Schichtarbeit über die im Schichtplan festgelegten täglichen Arbeitsstunden einschließlich der im Schichtplan vorgesehenen Arbeitsstunden, die bezogen auf die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit im Schichtplanturnus nicht ausgeglichen werden,angeordnet worden sind. regelt, dass jede Schichtverlängerung als Überstunde entsteht.Überstunden sind zu vergüten. Und sie sind zuschlagspflichtig.
Thomas fragt am 27.04.2017, 08:50:43
[ TVöD-K , Personalrat] Schichtarbeit Ich arbeite im Schichtdienst als Hausmeister und bekam vom Arbeitgeber mehrfach zu wenig Schichtzulage gezahlt .Wie lange kann ich rückwirkend diese Schichtzulage einfordern?Das Personalamt möchte nur 6 Monate rückwirkend zahlen.
Schichtplan-Fibel:Du machst Deinen Anspruch schriftlich (eMail) geltend, für jeden Monat zusätzlich 40&bsp;€ Verzugspauschale gemäß BGB § 288 Abs. 5.Nach 6 Monaten gehen die Ansprüche gemäß TVöD § 37 unter.
Aische fragt am 26.04.2017, 17:30:14
[ AVR DD , MAV] Rufbereitschaft in der Nacht (ambulanter Pflegedienst).Kunde ruft an, MA muss aber nicht raus fahren, ("nur") Telefonat. Sind es dann trotzdem 3 Stunden Arbeitszeit? Und wenn man 2 Einsätze hat, bekommt man für den kürzesten ja 3 Stunden und für den anderen die tatsächliche Zeit oder ist mit den 3 Stunden für den kürzesten alles abgedeckt? (so unsere PDL)
Schichtplan-Fibel:AVR DD Anlage 8 A Abs. 8 -»Die Zeit der Rufbereitschaft wird mit 12,5 v. H. als Arbeitszeit gewertet und mit dem Überstundenentgelt vergütet. Für anfallende Arbeit einschließlich einer etwaigen Wegezeit wird daneben das Überstundenentgelt gezahlt. Für eine Heranziehung zur Arbeit außerhalb des Aufenthaltsortes werden mindestens drei Stunden angesetzt. Wird die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter während der Rufbereitschaft mehrmals zur Arbeit herangezogen, wird die Stundengarantie nur einmal, und zwar für die kürzeste Inanspruchnahme, angesetzt. Das Überstundenentgelt entfällt, soweit entsprechende Arbeitsbefreiung gewährt wird (Freizeitausgleich).«
Marion fragt am 25.04.2017, 11:48:59
[ TVöD-K , Betriebsrat] Schichtdienstler,1.) Im Arbeitsvertrag ist geregelt: "Der Beschäftigte ist (...) zur Leistung von Bereitschaftsdiensten, Rufbereitschaft, Überstunden und Mehrarbeit verpflichtet."Darf er - gegen seinen Willen- auch zu Nachtdiensten eingeplant werden, obwohl er nur für den Tagdienst vorgesehen ist? Muss er z.B. bei Krankheitswellen in den ND springen?2.) Dürfen im Dienstplan Überstunden bzw. Mehrarbeitstunden von vorneherein eingeplant werden? ( bei entsprechender Vergütung)
Schichtplan-Fibel:Zu 1.) TVöD § 6 Abs. 5TVöD § 6 Abs. 5Die Beschäftigten sind im Rahmen begründeter betrieblicher/dienstlicher Notwendigkeiten zur Leistung von Sonntags-, Feiertags-, Nacht-, Wechselschicht-, Schichtarbeit sowie — bei Teilzeitbeschäftigung aufgrund arbeitsvertraglicher Regelung oder mit ihrer Zustimmung— zu Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft, Überstunden und Mehrarbeit verpflichtet. regelt die Verpflichtung zur Nachtarbeit. Eine weitere ausdrückliche Verpflichtung braucht es nicht. Die Regelung, die aus dem Arbeitsvertrag zitierst, betrifft Dich wohl nicht, sondern einen Mann.Zu 2.) TVöD § 7 Abs. 8TVöD § 7 Abs. 8Abweichend von Absatz 7 sind nur die Arbeitsstunden Überstunden, die [...]c) im Falle von Wechselschicht- oder Schichtarbeit über die im Schichtplan festgelegten täglichen Arbeitsstunden einschließlich der im Schichtplan vorgesehenen Arbeitsstunden, die bezogen auf die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit im Schichtplanturnus nicht ausgeglichen werden,angeordnet worden sind. regelt - die (vom Betriebsrat mitbestimmte) Überplanung am Ende des Schichtplanturnus (Dienstplan) leistest Du als Überstunden, als Teilzeitbeschäftigte als Mehrarbeit. Deren zwingende Vergütung regelt TVöD § 8 Abs 1 bzw. 2.
Roman fragt am 25.04.2017, 06:43:43
[ TVöD-K , schutzlos] Habe ich Anspruch auf einen Ersatzruhetag für Feiertagsarbeit, wenn ich am Mittwoch den 14.06. meinen Dienst um 16.00 Uhr beginne und dieser an Fronleichnam, Donnerstag den 15.06. um 8.00 Uhr endet? Die Zeit zwischen 22.00 bis 6.00 Uhr leiste ich als Bereitschaftsdiens.t
Schichtplan-Fibel:Du arbeitest im Schichtdienst, vielleicht wird Dein Arbeitsbereich an allen Wochentagen betrieben.Dann wird für einen Feiertag, der auf einen Werktags fällt, und an dem Du arbeitetst, Deinen Zeitschuld im Schichtplanturnus um ein Fünftel von 38,5 Stunden (7,7 Stunden) vermindert. Eine weitere Freistellung als Ausgleich ist nicht vereinbart.Dein 'Ersatzruhetag' (ArbZG § 11 Abs 4) ist nicht zwingend, im Zweifel jedoch liegt er am am nächsten beschäftigungsfreien Samstag.
Roman fragt am 24.04.2017, 08:20:30
[ TVöD-B , schutzlos] Ich arbeite in einem dezentralen Wohnheim für geistig behinderte Menschen. Rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen. Wir machen bis zu 8 Nächte im Monat, wobei die Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr als Bereitschaftsdienst gewertet wird.Wir erhalten die Schichtzulage mit 3 Tagen Zusatzurlaub im Jahr. Unser Arbeitgeber vertritt die Auffassung, dass wir keinen Anspruch auf die Wechselschichtzulage hätten, da der Bereitschaftsdienst nicht als Nachtarbeit zu werten sei und wir die erforderlichen zwei Stunden Nachtarbeit nicht erfüllen.Wenn dem so wäre, habe ich Anspruch auf zwei weitere Tage Zusatzurlaub nach § 27 (3.4.) zusätzlich zu meinem Zusatzurlaub nach der Schichtarbeitsregelung? Ich möchte mich auf den TVÖD-B berufen: Die Beschäftigten erhalten für die Zeit der Bereitschaftsdienste in den Nachtstunden einen Zusatzurlaub von 2 Arbeitstagen pro Kalenderjahr, sofern mindestens 288 Stunden der Bereitschaftsdienstein die Zeit zwischen 21 Uhr und 6 Uhr fallen.Ich fände dies nur gerecht, zumal im Bereitschaftsdienst Arbeitszeiten anfallen und pauschal vergütet werden; ich demnach auch Nachtarbeit leiste.
Schichtplan-Fibel:Die Regelungen des TVöD-B § 27 sind etwas verschraubt -»(3.1)1 Beschäftigte erhalten bei einer Leistung im Kalenderjahr von mindestens150 Nachtarbeitsstunden 1 Arbeitstag300 Nachtarbeitsstunden 2 Arbeitstage450 Nachtarbeitsstunden 3 Arbeitstage600 Nachtarbeitsstunden 4 ArbeitstageZusatzurlaub im Kalenderjahr.2 Nachtarbeitsstunden, die in Zeiträumen geleistet werden, für die Zusatzurlaub für Wechselschicht- oder Schichtarbeit zusteht, bleiben unberücksichtigt.(3.2) Bei Anwendung des Absatzes 3.1 werden nur die im Rahmen der regelmäßigen Arbeitszeit (§ 6) in der Zeit zwischen 21 Uhr und 6 Uhr dienstplanmäßig bzw. betriebsüblich geleisteten Nachtarbeitsstunden berücksichtigt. [...](3.4) 1 Die Beschäftigten erhalten für die Zeit der Bereitschaftsdienste in den Nachtstunden (§ 7 Abs. 5) einen Zusatzurlaub in Höhe von zwei Arbeitstagen pro Kalenderjahr, sofern mindestens 288 Stunden der Bereitschaftsdienste kalenderjährlich in die Zeit zwischen 21.00 bis 6.00 Uhr fallen.2 Absatz 3.1 Satz 2 und Absatz 3.3 gelten entsprechend.«Bereitschaftsdienst wird über die regelmäßige Arbeitszeit hinaus geleistet und bezahlt. Du bekommst diese Stunden zusätzlich bezahlt und kannst mindestens den Mindestlohn je Stunde beanspruchen, zusätzlich gemäß TVöD-B § 8.a Abs 5 noch 15 % ZeitzuschlagDer Bereitschaftsdienst unterbricht den Betrieb im Arbeitsbereich; dies verhindert, dass die Voraussetzungen für Wechselschichtarbeit im Sinne TVöD § 7 Abs 1 greifen.Wir vermuten allerdings, dass Euch kein Bereitschaftsdienst abverlangt wird (schlafen, bis der Chef Euch wecken lässt), sondern tarifwidrig Bereitschaftszeit (TVöD-B § 9, ruhen und merken, dass da ein Klient Hilfe braucht) und Ihr deshalb Wechselschichtarbeit leistet.Dir steht der Zusatzurlaub für Schicht- oder Wechselschichtarbeit zu. Damit scheidet weiterer Anspruch für Zusatzurlaub aufgrund Bereitschaftsdiensten in der Nacht aus; denn diese Belastung bleibt ausdrücklich unberücksichtigt. Es bleibt ausschließlich beim Zeitzuschlag. Auf Gerechtigkeit kommt es bei der Aushandlung des Preises für Deine Arbeitsleistung nicht an, nur auf die Verhandlungsmacht.
Mara fragt am 23.04.2017, 11:15:18
[ AVR DD , MAV], WechselschichtHabe Reha bekommen. Habe am Dienstag Nachtschicht im Dienstplan, Beginn der Reha aber am Mittwoch, wie wird die Nacht bewertet, kann ja nicht arbeiten, auch MAV ratlos.
Schichtplan-Fibel:Du schreibst an die Bereichsleitung, in Kopie an die MAV -»Sehr geehrte Damen und Herren,die von Ihnen in meinem Arbeitsvertrag in Bezug genommenen AVR DD regeln in § 28a Abs 5 - 'Endet ein Schichtdienst nicht an dem Kalendertag, an dem er begonnen hat, gilt als Arbeitstag der Kalendertag, an dem der Schichtdienst begonnen hat.' Am 25. April trete ich vormittags meine Reha-Maßnahme an. Dies betrifft also den Arbeitstag, der mit der Nachtschicht am 24.04. beginnt und 24 Stunden später endet. Bitte richten Sie sich darauf, dass ich von dieser Schicht wegen Unzumutbarkeit (Reha) unter Fortzahlung der Bezüge freigestellt bin. Mit freundliche Grüßen .... «
Malocher fragt am 21.04.2017, 20:21:30
[ AVR Caritas (Anlage 33), ? Interessenvertretung] Ich bin Heilerziehungspfleger in einer stationären Einrichtung der Behindertenhilfe,Vollzeit, unbefristet.In den letzten Jahren werden mir und auch anderen Kollegen gar keine arbeitsfreien Feiertage mehr gestattet. So habe ich wieder an Ostern alle Feiertage einschließlich Karfreitag gearbeitet. Stattdessen dürfen wir an den Werktagen Ersatzfrei nehmen, wobei Vorfeiertagstage auch nicht mit Ersatzfrei ausgeglichen werden.Ist dieses Vorgehen meines Arbeitgebers so rechtlich konform, oder habe ich Anrecht auf eine bestimmte Anzahl von arbeitsfreien Feiertagen im Jahr?
Schichtplan-Fibel: Schade, dass Du - trotz unseres ausdrücklichen Hinweises - nichts über Deine Interessenvertretung schreibst. So können wir weniger raten.Dir steht nach einem Sonntag, an dem Du arbeitet der folgende Sonntag als frei zu. Eine vergleichbare Regelung zur Feiertagsarbeit kennen weder die AVR Caritas noch die Gesetze.'Ersatzfrei' (wohl Freizeitausgleich) wird nicht von Dir genommen sondern vom Chef gewährt.Die Arbeit an Heiligabend und Silvester ist jeweils bis zum 24.03. und 31.03. durch Freizeit auszugleichen. Danach entsteht Schadensersatzanspruch.
Springer fragt am 21.04.2017, 14:22:58
[ AVR Caritas (Anlage 32), MAV] Ich arbeite als bei uns so genannter, Wochenendspringer in einer 1-Tage Woche . Schwerpunkt meiner Arbeit sind die Wochenenden und ab und zu mal einen Feiertag. Da ich dabei auch Schichtarbeit leiste: Stehen mir und wenn ja wie viele Tage Sonderurlaub für Schichtarbeit mir zu?	Schichtplan-Fibel:Je vier zusammenhängende Kalendermonate mit anteiliger Schichtzulage entsteht 1 Tag Zusatzurlaub.Dieser bezieht sich auf die 5-Tage/Woche. Der Zusatzurlaub des Kalendjahres (3 Tage) ist daher auf Deine 1-Tage/Woche umzurechnen: 3 : 5 * 1 = aufgerundet 1 Zusatzurlaubstag.
Marita fragt am 20.04.2017, 16:52:32
[ AVR DD , MAV] Betreuungskraft 87b 25 Stunden pro Woche Schichtdienst.Für meine Pflichtfortbildung wurden mir pro Tag 6 Stunden angerechnet, ich war aber mit Fahrzeit 12 STd. weg.
Schichtplan-Fibel:Bei den Fortbildungen handelt es sich um einen vertragsgemäßen Arbeitsinhalt. Du schuldest die Teilnahme daran. Es ist im vollen Umfang Arbeitszeit.Frage Deine MAV, welche Schicht (Beginn, Ende und Pause) sie für diesen Tag mitbestimmt hat; genau diese Zeit musstest Du an der Fortbildung teilnehmen.Die Fahrt zur Arbeit und nach Hause bleibt auch an diesen Tagen Deine Privatsache.
Brigitte fragt am 20.04.2017, 13:02:24
[ AVR DD , MAV] Ein Kollege muss von seiner regelmäßigen Arbeitsstätte mit dem Dienstwagen in eine andere Einrichtung des gleichen Arbeitgebers fahren (0,5 Std. eine Fahrt). Im Anschluss fährt er wieder in seine Arbeitsstätte und stellt den Dienstwagen ab. Im Gegensatz zum Chef sind wir der Meinung, dass die Fahrtzeit Arbeitszeit ist. Haben wir recht?
Schichtplan-Fibel:Ja.In seiner Freizeit darf der Kollege das Verkehrsmittel frei wählen. Von seiner Arbeit bestimmt die MAV Beginn und Ende der Arbeitszeit und die Lagen der Pausen mit. Ohne Zustimmung der MAV beginnt oder endet keine Arbeitszeit und beginnt auch keine Freizeit als Fahrzeit.
Tanja fragt am 19.04.2017, 21:30:29
[ BAT-KF , MAV] Schichtdienst in einer Pflegeeinrichtung.Ich bin im Dienstplan für Ostermontag mit Frühdienst eingetragen worden, wurde dann aber krank. Bekomme ich trotzdem meinen XF ( frei für den Ostermontag) Tag mit den hinterlegten Stunden?
Schichtplan-Fibel:Der BAT-KF § 6 formuliert in Absatz 7 -»Die regelmäßige Arbeitszeit vermindert sich für jeden gesetzlichen Feiertag sowie für den 24. Dezember und 31. Dezember, sofern sie auf einen Werktag fallen, um die dienstplanmäßig ausgefallenen Stunden.«Der BAT-KF § 8 regelt in Absatz den Fall, dass es nicht zu dieser Verminderung kommt.»Ausgleich für Sonderformen der Arbeit(1) Der/Die Mitarbeitende erhält neben dem Entgelt für die tatsächliche Arbeitsleistung Zeitzuschläge. Die Zeitzuschläge betragen – auch bei Teilzeitmitarbeitenden – je Stunde [...]d) bei Feiertagsarbeit sowie am Ostersonntag und am Pfingstsonntag• ohne Freizeitausgleich 135 v.H.,• mit Freizeitausgleich 35 v.H. [...] des auf eine Stunde entfallenden Anteils des Tabellenentgelts der Stufe 3 der jeweiligen Entgeltgruppe, bei S-Entgeltgruppen der Erfahrungsstufe 1.[...]Protokollerklärung zu Absatz 1 Satz 2 Buchst. d:Der Freizeitausgleich muss im Dienstplan besonders ausgewiesen und bezeichnet werden. Falls kein Freizeitausgleich gewährt wird, werden als Entgelt einschließlich des Zeitzuschlags und des auf den Feiertag entfallenden Tabellenentgelts höchstens 235 v.H. gezahlt.«Im Dienstplan wurdest Du trotz des Feiertags nicht freigestellt. Deine regelmäßige Arbeitspflicht entfiel stattdessen aufgrund Unzumutbarkeit. Du brauchst diese Stunden nicht nacharbeiten. Sie gelten wie tatsächlich geleistet.Falls Dein Dienstgeber Dir keinen Freizeitausgleich im selben Plan ausweist, steht Dir der Zeitzuschlag von 135 % zu, steuer- und abgabenfrei.
Björn fragt am 19.04.2017, 03:14:24
[ TVöD-E , ? betriebliche Interessenvertretung] Springer im Schichtdienst, eine Sollarbeitszeit Mo-Fr von 7,8 Stunden. Bei Urlaub/Krankheit vertrete ich den jeweiligen Kollegen Früh/Spät /Nacht.Wie ist die Regelung bei Feiertagen? Am Karfreitag habe ich eine Frühschichtvertretung gemacht, 8 Stunden. Eigentlich hätte ich frei gehabt und meine 7,8 Stunden wäre als soll/ist im Arbeitszeitkonto eingegangen. Dadurch, dass ich gearbeitet habe, bekomme ich jetzt 135% Zulagen oder 35% und 100% Freizeitausgleich? Was ist mit dem freien Tag, müsste der nicht auch ersetzt werden? Im Umkehrschluss bedeutet es ja für mich, dass wenn ich den Tag nicht ersetzt bekomme, für die 35 % an einem Feiertag zur Arbeit gefahren bin.
Schichtplan-Fibel:Schade, dass Du - trotz unseres ausdrücklichen Hinweises - nichts über Deine Interessenvertretung schreibst. So können wir weniger raten.Dein Tarifvertrag geht davon aus, dass Deine gesamte vertragliche Zeitschuld im Schichtplanturnus (Dienstplan, TVöD § 7 Abs. 8TVöD § 7 Abs. 8Abweichend von Absatz 7 sind nur die Arbeitsstunden Überstunden, diea) im Falle der Festlegung eines Arbeitszeitkorridors nach § 6 Abs. 6 über 45 Stunden oder über die vereinbarte Obergrenze hinaus,b) im Falle der Einführung einer täglichen Rahmenzeit nach § 6 Abs. 7 außerhalb der Rahmenzeit,c) im Falle von Wechselschicht- oder Schichtarbeit über die im Schichtplan festgelegten täglichen Arbeitsstunden einschließlich der im Schichtplan vorgesehenen Arbeitsstunden, die bezogen auf die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit im Schichtplanturnus nicht ausgeglichen werden,angeordnet worden sind.) 'vorgesehen' wird. Dies scheint bei Dir nicht der Fall zu sein. Es handelt sich bei Dir auch weder um eine Rahmenzeit, noch einen Arbeitszeitkorridor (TVöD § 6 Abs 6 bis 8). Ein 'Arbeitszeitkonto' (TVöD § 10) nimmt regelmäßige Zeitschuld nur ausnahmsweise (TVöD § 10 Abs 3 Satz 1 und 3) auf.Deine Schilderung betrifft daher eine durchgängig tarifwidrige Arbeitszeit-Praxis, in der sich Deine tariflichen Ansprüche umso schwieriger aufklären lassen.Zunächst wurdest Du für den 14.04. zur Schicht eingeplant und dann, anlässlich des Feiertags, gemäß TVöD-E § 6 Abs 3 von dieser Arbeitspflicht freigestellt.Im nächsten Schritt wurde diese Freistellung widerrufen.Du hast am Feiertag 7,8 Stunden geleistet.Dir steht zunächst die Anrechnung dieser 7,8 Stunden auf Deine regelmäßige wochendurchscnittliche Zeitschuld zu, für die Du Dein Tabellenentgelt bekommst (TVöD-E § 8 Abs 1 erster Halbsatz). Dies wird bei Dir offenbar über Zubuchungen auf ein Saldenkonten dokumentiert.Dir steht weiter ein Zeitzuschlag zu (TVöD-E § 8 Abs 1 d). Dessen Höhe richtet sich danach, ob Dir in den Wochen bis zum 14.07. im Dienstplan ein Freizeitausgleich (Freistellung von zunächst geplanter Arbeitspflicht) dokumentiert wird (Protokollerklärung zu TVöD § 8 Abs 1 d): Mit Freizeitausgleich 35 %, ohne 135 %.Da dieser Zeitzuschlag steuer- und sozialabgabenbefreit ist, steht Dir der Sinn eher nicht nach Freizeitausgleich.
ekki fragt am 17.04.2017, 19:20:03
[ AVR , MAV] Unser Tarifvertrag ist der AVR. Wir sind bei der Diakonie in der ambulanten Pflege angestellt. Aktuell haben wir das Problem, dass im Dienstplan nur ein Teil der zu leistenden Arbeitsstunden geplant ist. Das heißt, dass die Kollegen zu 70% wissen wann sie zu arbeiten haben. Die restlichen Stunden lässt der Arbeitgeber ungeplant um jederzeit auf diese zurückgreifen zu können. Die Kollegen können ihre Zeit also schlecht planen und fühlen sich rufbereit. Darf der Arbeitgeber das? Teilweise haben die Kollegen bis zu 250 Überstunden. Überstunden werden nicht geplant, da der Arbeitgeber sie ja nicht aus dem Frei zurückholen darf.
Schichtplan-Fibel:Dein Arbeitsvertrag hat eine AVR in Bezug genommen, also keinen Tarifvertrag. »AVR« meint Arbeitsvertragsrichtlinie; solche Richtlinien sind das Kleingedruckte für Deinen Arbeitsvertrag. Solche Richtlinien gibt es in der Diakonie viele: AVR DD (früher AVR DW EKD), AVR Bayern, AVR-K, AVR DD, AVR KW, AVR Wue ... In jeder dieser Richtlinien finden wir andere Regeln. Wenn Du uns schreibst, was da genau bei Dir wirkt und gilt, können wir mehr raten.Die Anordnung von Arbeitsstunden muss nicht nur rechtzeitig erfolgen, sondern zwingend auch mitbestimmt durch die MAV. Ohne deren Zustimmung sind die Anordnungen, auch die kurzfristigen, für Dich weder verbindlich noch rechtswirksam. Du kannst das Angebot annehmen oder unbeachtet lassen.Der Dienstgeber darf unvollständige Pläne vorankündigen. Sie können nicht mitbestimmt werden, weil die Mitbestimmung eine vollständige Information der MAV voraussetzt. Sobald der Dienstplan vollständig ist, kann der Dienstgeber ihn - mit Zustimmung der MAV - verbindlich anordnen.
Harry55 fragt am 17.04.2017, 00:49:29
[ TVöD-K , Betriebsrat] Wechselschicht Nachgefragt zu 06.03.17 / Feiertagsarbeit am Sonntag, den 1. Januar 2017. Ich habe meinem Arbeitgeber, die Möglichkeiten die Feiertagsarbeit auszugleichen mitgeteilt und zusätzlich 40 € Verzugspauschale gefordert, - wie von euch aufgeschrieben.Mein Arbeitgeber meint, dass die Gehaltsabrechnung im März 2017 tarifkonform ausgezahlt und der Freizeitausgleich bereits berücksichtigt wurde (Vorabzug – Prinzip). Weil der 01.01.2017 ein Sonntag war, ergibt sich daher keine Änderung durch den gesetzlichen Feiertag, der auf einen Sonntag fällt.Wenn das so wäre, wären die 135 % ohne Freizeitausgleich von Vorteil, da der Sonntag grundsätzlich vorweg abgezogen ist.Der BAT sah vor, dass Mitarbeiter, deren Freizeitausgleich für die Sonntagsarbeit auf einen gesetzlichen Feiertag fällt, eine zusätzliche Vergütung für die am Feiertag ausgeglichenen Stunden erhalten (§15 Abs.6 Satz4 BAT), wie ist das beim TVöD?Was muss ich meinem Arbeitgeber mitteilen, damit ich die Feiertagsarbeit vergütet bekomme?
Schichtplan-Fibel:Zunächst: Sonntage werden von nichts abgezogen. Über den gesamten Januar hinweg gab es auch keine Möglichkeit für einen 'Vorwegabzug' (Verminderung) gemäß TVöD-K § 6.1 Abs 2; denn kein Feiertag fiel auf einen Werktag.Dein Arbeitgeber hat - wohl mit Zustimmung des Betriebsrates gemäß BetrVG § 87 Abs 1 nr. 3 - entschieden, dass er keinen Freizeitausgleich gewähren will. Daher wurde am Zahltag Ende März die Vergütung fällig.Du hast regelmäßige Arbeitszeit geleistet. Die wird zunächst mit dem Tabellenentgelt vergütet (TVöD-K § 8 Abs 1 Satz 1). Ansprüche müssen schriftlich und klar geltend gemacht werden; im TVöD-K vom Januar 2017 kannst Du unter TVöD-K § 8 Abs 1 den präzisen Euro-Betrag ermitteln. Deine eMail reicht aus, geschickter ist aber, Dir bei der Übergabe auf einer Kopie dies quittieren zu lassen.Der Zeitzuschlag für Feiertagsarbeit ist in TVöD-K § 8 Abs 1 d so klar beschrieben, dass es bislang kein Gericht dazu bemüht werden musste. Allerdings lohnt kein Gerichtsverfahren, bei dem neben den Verfahrenskosten noch Gebühren für einen Rechtsanwalt anfallen. Hier greift entweder der gewerkschaftliche Rechtsschutz; oder Du wartest, ob bis im Dezember 2020 weitere Forderungen den Braten fett machen; denn erst mit dem Jahreswechsel (drei Kalenderjahre, BGB) geht dieser Zahlungsanspruch unter. Besser: Dein Betriebsrat kümmert sich im Rahmen BetrVG § 87 Abs 1 nr 3 um die Klärung.
Frank fragt am 16.04.2017, 13:08:02
[ TVöD-K , Betriebsrat] Schichtarbeiter.Im Januar 2018 beabsichtige ich, von 100 % Vollkraft auf 80% zu reduzieren. Dies möchte ich über den TVöD vornehmen, befristet für 1 Jahr.Wenn ich meinem Arbeitgeber die gewünschte Reduzierung anzeige, wie wird die Verteilung der Arbeitszeit geregelt? Kann ich bei dieser Maßnahme auch die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit auf die Wochentage benennen?Wie wird dies gehandhabt?
Schichtplan-Fibel:Der befristetet Reduzierungsanspruch in TVöD § 11 wird dort zunächst an Voraussetzungen geknüpft - (a) mindestens ein Kind unter 18 Jahren oder (b) einen nach ärztlichem Gutachten pflegebedürftigen sonstigen Angehörigen.Dann wird die Befristung an eine Einschränkung gegen+ber TzBfG § 8 gekoppelt -»Bei der Gestaltung der Arbeitszeit hat der Arbeitgeber im Rahmen der dienstlichen bzw. betrieblichen Möglichkeiten der besonderen persönlichen Situation der/des Beschäftigten nach Satz 1 Rechnung zu tragen.«Tatsächlich handelt es sich um wenig mehr als das in GewO § 106Gewerbeordnung § 106 Weisungsrecht des ArbeitgebersDer Arbeitgeber kann Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen, so weit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind. Dies gilt auch hinsichtlich der Ordnung und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb. Bei der Ausübung des Ermessens hat der Arbeitgeber auch auf Behinderungen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen. bereits geregelte billige Ermessen. Du äußerst klar Deine Interessen und hoffst.Wenn Dir die Verteilung Deiner Arbeitszeit wichtig ist, wähle den Weg über TzBfG § 8 und koppele Deinen Antrag mit einer Anzeige nach TzBfG § 9.
Peter fragt am 15.04.2017, 17:32:29
[ BAT-KF , MAV] Schichtdienst mit Bereitschaft; BehinderteneinrichtungSpätdienst von 13.00 bis 21.00 Uhr mit anschließender Bereitschaft bis 06.00 Uhr (könnte in der Zeit schlafen) und anschließendem Frühdienst bis 13.30 Uhr.1.) Ist der Bereitschaftsdienst als Dienstzeit anzusehen (Anrechnung auf die Dienstzeiten; bislang werden nur ca. 2,5 Stunden /Nacht bezahlt, aber keine Stunden auf die Dienstzeiten angerechnet? Es gibt meines Erachtens ein EUGH-Urteil, nach dem Bereitschaftsdienste aus die Dienstzeiten angerechnet und bezahlt werden müssen2.) Werden die Stunden der Bereitschaft pro Tag berechnet (21.00 bis 24.00 Uhr) und die Zeit von 00.00 bis 06.00 Uhr als zweiter Tag berechnet?3.) Gibt es Ruhepausenzeiten nach so einem Dienst (Ende Dienst um 13.30, Beginn des neuen Dienstes am nächsten Tag um 06.00 bzw. um 13.00 Uhr)?4.) Muss der Bereitschaftsdienst nach dem Mindestlohn für alle Stunden bezahlt werden? (BAG-Urteil?)Es wird sich bei allen Fragen auf den BAT-KF bezogen, aber das Arbeitsschutzgesetz und Arbeitszeitgesetz nicht beachtet.
Schichtplan-Fibel:Zu 1.) 'Dienstzeit' sind Zeitspannen wie etwa der Wehrdienst. Bei Arbeitsbereitschaft, Bereitschaftsdienst und Inanspruchnahmen in der Rufbereitschaft handelt es sich arbeitsschutzrechtlich (ArbZG, ArbSchG) um Arbeitszeit. Diese Arbeitsstunden sind auf die werktägliche Arbeitszeit (höchstens 24 Stunden) anzurechnen.Der EuGH hat sich nicht mit den vertraglichen Vergütungsansprüchen beschäftigt.Zu 2.) Arbeitsschutzrechtlich werden alle werktäglichen Stunden (ab Beginn der Arbeitszeit die folgenden 24 Stunden) betrachtet.Der BAT-KF öffnet sich sperrangelweit in § 6 Abs 11 - »In Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe sowie Behindertenhilfe kann die Arbeitszeit auf bis zu 24 Stunden verlängert werden, wenn mindestens die 16 Stunden überschreitende Zeit als Bereitschaftsdienst abgeleistet wird. Dabei muss die Arbeitszeit nach längstens zehn Stunden durch einen Bereitschaftsdienst von mindestens acht Stunden unterbrochen werden.« Diese Öffnung widerspricht wohl eklatant den europäischen Schutzregeln, nach denen die Höchstbelastung durch Vollarbeit je 24-Stunden-Zeitraum bei etwa 12 Stunden liegen kann.Zu 3.) ArbZG § 4 regelt Pausen (spätestens jeweils nach einer Zeitspanne von höchstens 6 Stunden), ArbZG § 5 regelt Ruhezeiten (nach der letzten Arbeitsstunde mindestens 10 Stunden).Zu 4.) Ja. Doch es gibt hierzu noch kein Urteil, lediglich zur Arbeitsbereitschaft (Bereitschaftszeit) von Rettungsassistenten. Die Ansprüche aus dem MiLoG unterliegen keiner Ausschlussfrist.Wir bezweifeln, dass es sich um Bereitschaftsdienst handelt. Wahrscheinlich wird Dir eine Arbeitsbereitschaft abgefordert, bei der Du selbst Arbeitsbedarfe erkennen und abarbeiten musst. Diese sieht der BAT-KF gar nicht vor.
Lorinda fragt am 14.04.2017, 09:38:13
[? Vertrag / AVR, schutzlos] 3 Schicht System.Wir haben bei uns im Betrieb einen neuen Dienst den "XP" = Frei aus Plusstunden, an diesen XP müssen wir jedoch kommen, falls jemand krank wird Ist das rechtens? Anscheinend ist dieser Dienst im AVR gekennzeichnet und legal, kann es aber nicht finden.Wir werden in keinster Weise dafür bereitschaftlich entlohnt.
Schichtplan-Fibel:Dein Arbeitsvertrag hat eine AVR in Bezug genommen. »AVR« meint Arbeitsvertragsrichtlinie; solche Richtlinien sind das Kleingedruckte für Deinen Arbeitsvertrag. Solche Richtlinien gibt es viele: AVR der Caritas - differenziert nach Anlagen, AVR DD (früher AVR DW EKD), AVR Bayern, AVR-K, AVR DD, AVR KW, AVR Wue ... In jeder dieser Richtlinien finden wir andere Regeln. Wenn Du uns schreibst, was da genau bei Dir wirkt und gilt, können wir mehr raten.
Regina fragt am 13.04.2017, 13:07:52
[KTD, MAV] SchichtdienstZu meiner Urlaubsplanung: Ist es gesetzlich fixiert, dass ich vor meinem Urlaubsantritt an den Wochenenden frei habe. Oder muss ich es "dulden", dass man mich einsetzt und ich dann ab Montag in den Urlaub gehe?
Schichtplan-Fibel:Du hast Deinen Urlaub beantragt. Du hast dabei den ersten Tag und den letzten Tag angegeben. In Betrieben, an denen auch am Sonntag gearbeitet wird, behandelt das BUrlG dieseSonntage und Feiertage wie Werktage.»Urlaub kann nur für solche Tage erteilt werden, an denen der Arbeitnehmer aufgrund der Verteilung seiner Arbeitszeit eigentlich hätte arbeiten müssen. [...] Denn Urlaubsgewährung ist die Befreiung von der Arbeitspflicht für einen bestimmten künftigen Zeitraum.« (BAG, 15.03.2011 – 9 AZR 799/09 Randnummer 22).Must Du 'eigentlich' am Wochenende arbeiten, wirst Du da also geplant, so stellt Dich Dein Urlaub von dieser Arbeitspflicht frei. Hast Du allerdings Deinen Urlaub erst ab Montag beantragt und auf ein vielleicht diesem vorangehendes freies Wochenende spekuliert, dann hast Du auf Sand gebaut.
Simon fragt am 13.04.2017, 01:43:03
[Italien, Betriebsrat (R.S.U.) ] SchichtarbeitIch arbeite in Rom, die Gesetze sind nur ähnlich zivil sind wie in Deutschland. Ich arbeite im Schichtdienst in 8 Wochen Rhythmus (Früh,Spät,Nacht) in einer Lebensmittelfabrik. Jetzt wurde vom Betriebsrat der Schichtplan mit der Belegschaft neu entworfen. Das Problem ist aber das dieser neue Schichtplan nur nachteilig für mich ist. Bei der ersten Versammlung war ich bedauerlicherweise nicht anwesend und dementsprechend wurde dieser Schichtplan von der Mehrheit zugestimmt. Jedoch hat sich bei der Mehrheit gar nichts geändert. War das ja klar. So wurde dieser neue Schichtplan auch von beiden Seiten akzeptiert und unterzeichnet. Nach meinem Gespräch mit dem Betriebsrat, wurde der Schichtplan nochmals geändert, jetzt hat er 16 Wochen und ich werde immer noch benachteiligt. Meiner Nachteil: während die anderen 2 lange Wochenende haben (SA, SO, MO) habe ich in den 16 Wochen nur eins. Vorher hatte ich gar keins. Jetzt wird dieser neue Schichtplan schon seit 2 Wochen durchgeführt und für mich liegt keine Änderung in Sicht. Auf jeden Fall nicht bis zum Ende des Jahres. Kann man das aus Eurer Sicht machen? Ist das nicht Diskriminierung oder auch schon Mobbing? Ich weiß, dass Ihr Euch mit italienischen Gesetzen nicht auskennt. Ich möchte nur eure Meinung hören. Ist das human? Kann ich dagegen angehen und das gewinnen? Dem Betriebsrat kann ich auch nicht mehr trauen. Nach der Bitte vom Betriebsrat einen von mir erstellten Schichtplan auszuhändigen (welchen ich auch perfekt für beide Seiten erstellt habe) wurde ich nur vertröstet und mir wurde gesagt, wenn es mir an einigen Tagen nicht passt, dann solle ich mich doch krank schreiben lassen.Was soll ich nur machen?
Schichtplan-Fibel:In Europa habe sich bestimmte Vorstellungen über 'humane', also menschegrechte Vorstellungen durchgesetzt:Die 'Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens und Arbeitsbedingungen' hat 'Leitlinien für Schichtarbeiter' formuliert (download).Die Europäische Sozialcharta formuliert in Artikel 2 -»Das Recht auf gerechte ArbeitsbedingungenUm die wirksame Ausübung des Rechtes auf gerechte Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, verpflichten sich die Vertragsparteien:1. für eine angemessene tägliche und wöchentliche Arbeitszeit zu sorgen und die Arbeitswoche fortschreitend zu verkürzen, soweit die Produktivitätssteigerung und andere mitwirkende Faktoren dies gestatten; 2. bezahlte öffentliche Feiertage vorzusehen; 3. die Gewährung eines bezahlten Jahresurlaubs von mindestens zwei Wochen sicherzustellen;4. für die Gewährung zusätzlicher bezahlter Urlaubstage oder einer verkürzten Arbeitszeit für Arbeitnehmer zu sorgen, die mit bestimmten gefährlichen oder gesundheitsschädlichen Arbeiten beschäftigt sind;5. eine wöchentliche Ruhezeit sicherzustellen, die, soweit möglich, mit dem Tag zusammen fällt, der in dem betreffenden Land oder Bezirk durch Herkommen oder Brauch als Ruhetag anerkannt ist.«Die Gleichbehandlung (nicht Diskriminierung) macht Sinn unter gleichen. Die Menschen sind aber verschieden. Du möchtest daher gleichberechtigt sein.'Mobbing' meint etwas ganz anderes - die gezielte und systematische Herabsetzung; das liegt hier nicht vor. Es handelt sich nur um schlechte Arbeitsorganisation zu Deinem Schaden.Dein Weg ist richtig: Mach dem Betriebsrat unermüdlich Vorschläge, wie Du - wie die anderen - zu mehr freien Wochenenden kommst - und begründe das mit den europäischen Sozialstandards.
Syijuu fragt am 12.04.2017, 07:17:50
[tariflos, ? betriebliche Interessenvertretung] Produktionsmitarbeiterin Ich arbeite momentan in zwei Schichten drei Wochen Nachtschicht und eine Woche Spätschicht.Nun habe ich gehört, dass wir am Wochenende auch arbeiten sollen, sprich jewals eine sechste Früh, Spät und Nachtschicht. Ein Teil der Kolleginnen und Kollegen fängt Montags an bis Freitag und der andere von Dienstag bis Samstag.Mein Arbeitgeber meinte, wenn man eine normale fünf-Tage/Woche hat von Dienstag bis Samstag, gibt es fürn Samstags keine steuerfreie Zulage,weil es ja keine Mehrarbeit ist, sprich keine sechs-Tage/Woche. Ist das so rechtens ?Darf ich als Arbeitnehmer 11 Tage am Stück durcharbeiten?
Schichtplan-Fibel:Schade, dass Du - trotz unseres ausdrücklichen Hinweises - nichts über Deine Interessenvertretung schreibst. So können wir weniger raten.Die Zuschlagspflicht von ungewöhnlichen Arbeitszeiten vereinbart Dein Arbeitsvertrag oder Dein Betriebsrat. Im Einkommenssteuergesetz (EStG § 3b) ist geregelt, welche der so vereinbarten Zulagen steuer- und damit auch sozialabgabenfrei bleiben. Samstagsstunden gehören nicht dazu.Niemand muss geänderte Arbeitszeiten arbeiten, wenn sie oder er nicht zunächst befragt wurde, ob das so passt (GewO § 106 Gewerbeordnung § 106 Weisungsrecht des ArbeitgebersDer Arbeitgeber kann Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen, so weit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind. Dies gilt auch hinsichtlich der Ordnung und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb. Bei der Ausübung des Ermessens hat der Arbeitgeber auch auf Behinderungen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen.). Denn Ohne Rückfrage können die Vorgesetzten ja nicht Deine gegen die betrieblichen Interessen abwägen.Die Leitlinien gemäß ArbZG § 6 Abs. 1 schließen Schichtfolgen von mehr als 5 bis 7 Tagen aus.
Stephan fragt am 09.04.2017, 20:22:22
[? Vertrag / AVR, ? betriebliche Interessenvertretung] Nach Dienstplanfreigabe wird mein Dienstplan mit meinem Einverständnis verändert, weil ein MA krank wurde. Jetzt wurde ich krank. Nach welchen Dienstplan werden nun meine Stunden berechnet?
Schichtplan-Fibel:Schade, dass Du - trotz unserer ausdrücklichen Hinweise - nichts über Deine Bezüge im Arbeitsvertrag auf Tarif oder AVR schreibst, nichts darüber, ob Du Schichtarbeit leistest oder etwas zur Interessenvertretung. Da können wir wenig raten. Ist denn Euer Dienstplan rechtswirksam und verbindlich angeordnet?
Inkognito fragt am 11.04.2017, 17:22:22
[ TVöD-K , Betriebsrat] WechselschichtUnser Arbeitgeber will unbedingt Bereitschaftsdienste einführen. Der Betriebsrat ist der Meinung, dass der Arbeitgeber dies sogar über ein Einigungsstellenverfahren durchsetzen kann. Es wird kein Weg daran vorbei führen, dass wir Bereitschaftsdienste leisten müssen.Wir vermuten Gemauschel zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat auf unsere Kosten. Wenn der Bereitschaftsdienst kommt, kann man diesen ablehnen oder ist er für alle verbindlich?
Schichtplan-Fibel:Beschwert Euch gemeinsam beim Betriebsrat. Der möchte zumindest wiedergewählt werden .... Falls er den Konflikt mit dem Chef in der Einigungsstelle mehr fürchtet als Euch, hat er verloren.Ihr schreibt gemeinsam an den Betriebsrat -»Liebe Kolleginnen und Kollegen,unsere Teilnahme an Bereitschaftsdiensten knüpfen die Gesetze und unser Tarifvertrag an eine Reihe von Vorbedingungen.1.) Teilzeitbeschäftigte brauchen sich darauf nur mit ihrer ausdrücklichen Zustimmung (TVöD § 6 Abs. 5TVöD § 6 Abs. 5Die Beschäftigten sind im Rahmen begründeter betrieblicher/dienstlicher Notwendigkeiten zur Leistung von Sonntags-, Feiertags-, Nacht-, Wechselschicht-, Schichtarbeit sowie — bei Teilzeitbeschäftigung aufgrund arbeitsvertraglicher Regelung oder mit ihrer Zustimmung — zu Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft, Überstunden und Mehrarbeit verpflichtet.) einlassen.2.) Schwerbehinderte oder ihnen Gleichgestellte können sich aufgrund SGB IX § 124 von dieser Mehrarbeit ausnehmen lassen.3).TVöD-K § 7.1 Abs. 3 erwartet, dass die weniger belastenden Alternativen Rufbereitschaft und Vollarbeit in einer Prüfung ausschieden.4.) TVöD-K § 7.1 Abs. 3 erwartet, dass eine Belastungserfassung und -bewertung zu dem Ergebnis kommt, dass zusätzliche Belastungen an unseren Arbeitsplätzen zumutbar sind.5.) TVöD-K § 7.1 Abs. 3 erwartete, der der Arbeitgeber nach Zustimmung des Betriebsrates die erforderlichen Maßnahmen zu unserem Gesundheitsschutz trifft.4.) TVöD-K § 7.1 Abs. 3 erwartet, dass der Arbeitgeber mit dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung schließt, welche all dies ausführt und regelt und den Beschäftigten veröffentlicht wird.6.) TVöD-K § 8.1 Abs. 2 bestimmt, dass die Betriebsparteien (also auch der Betriebsrat) die Auslastungsstufe bestimmen.7.) ArbZG § 4 Satz 3 ('Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden') wirft die Aufgabe einer geregelten Ablösung auf.8.) BetrVG § 87 Abs 1 nr. 2 bzw. 3 koppelt die Einteilung zu den einzelnen Diensten und die Lage der einzelnen Pausen in diesen Langschichten dann wiederum an Eure Zustimmung.Wie Ihr wisst, wären wir nicht froh über zusätzliche Belastungen. Wer und wie oft daran teilnimmt, wird auch von Eurer Beantwortung dieser von uns geschilderten 8 Voraussetzungen abhängen. Bleibt eine Voraussetzung unerfüllt, wären wir ja zur Leistung nicht verpflichtet.Ist es richtig, dass Ihr für März/April 2018 die regelmäßige Neuwahl des Betriebsrates vorbereitet?Liebe Grüße ..... «
Bommel fragt am 09.04.2017, 04:22:22
[AVR Caritas (Anlage 14), ? MAV] kein SchichtdienstIch möchte zum 31.07. kündigen. Teilzeit 3 Tage/Woche. Steht mir der volle Urlaub zu (AZV plus 6 Wochen) oder nur der gesetzliche Urlaub von 4 Wochen?
Schichtplan-Fibel:Der volle gesetzliche (Bundesurlaubsgesetz) Anspruch steht Dir gemäß BUrlG § 4 nach der 'Wartezeit' von 6 Monaten zu, die Du am 30.06. erreichst. BUrlG § 5 (Teilurlaub) greift daher bei Dir nicht.Dein zusätzlicher vertraglicher Urlaubsanspruch dagegen entsteht erst ab September.
Aische fragt am 08.04.2017, 18:54:11
[ AVR DD , MAV] Ambulanter PflegedienstEine Kollegin möchte rückwirkend Arbeitsstunden, die ihr nicht gutgeschrieben wurden, geltend machen.Wie lange zurück kann sie diese geltend machen? Es handelt sich um 1 Jahr,was ihr jetzt erst aufgefallen ist. Wir bekommen jeden Monat eine Stundenabrechnung wo alles (Zuschläge,etc.) aufgelistet ist.
Schichtplan-Fibel:AVR DD § 9b (Arbeitzeitkonten) regelt -Absatz 2 - »Die geleistete Arbeitszeit ist auf dem Jahresarbeitszeitkonto gutzuschreiben. Abrechnungszeitraum ist das Kalenderjahr.«Absatz 6 - »Bis zu 150 Plusstunden bzw. bis zu 50 Minusstunden können auf das nächste Kalenderjahr übertragen werden.«Der Arbeitgeber hat die Pflicht, das Arbeitszeitkonto zu führen (Dokumentationspflicht). Der Vertrag hat Fristen für die Leistung (Arbeitsstunden, Vergütung). Der Vertrag regelt dagegen keine Fristen für die Dokumentation dieser Leistungen. Deine Kollegin braucht daher nur zu bitten, die fehlenden 10 Stunden zu dokumentieren und dazu das derzeitige Monatssaldo zu korrigieren.
Mari fragt am 08.04.2017, 17:03:10
[ AVR Caritas (Anlage ?), MAV], Schichtdienst, 30 Stunden/WocheArbeitgeber hat mir Fortbildung zum Praxisanleiter angeboten. Heimleitung sagt, ich bekomme 6 Stunden angerechnet. Die MAV sagt, solange die Fortbildung dauert. Richtig?
Schichtplan-Fibel:Es könnte sich um ein Qualifizierungsangebot zu Deinen Gunsten handeln. Denn Deine zukünftige Eingruppierung wird Dir finanzielle Vorteile bringen. Das bedeutet, dass es sich vielleicht gar nicht um eine Arbeitspflicht (Arbeitszeit) handelt.Deine MAV war vor Deiner Auswahl unter anderem auch zur Durchführung dieser Maßnahme zur beruflicher Fort- und Weiterbildung zunächst anzuhören; die MAV hatte den Dienstgeber dabei zu beraten (MAVO § 29).Frag daher die MAV, inwieweit sie der Dienstgeber über Beginn und Ende sowie Dauer der täglichen Bildungszeiten informiert hat und was er mit Dir dazu einzelvertraglich vereinbaren will.
Max fragt am 07.04.2017, 14:53:33
[TVöD/ TVÜ-VKA Zweckverband, Personalrat] WechselschichtMein Urlaub, laut Tarif, beträgt 30 Tage, durch meine Wechslschicht bekomme ich noch 6 Tage Sonderurlaub. Da man nicht über 35 Tage kommen kann wäre es somit 35 Tage Urlaub.Jetzt heißt es, dass wir für den Grundurlaub nicht die erforderlichen Arbeitstage erreichen und uns nur 33 Tage Urlaub zustehen. Wir arbeiten am Wochenende 12 Stunden, das ist somit schon ein Arbeitstag pro Wochenende weniger. Stunden sind rechnerisch genug da.Da ich die Überstunden in Freizeit ausgleiche, fehlen mir da auch noch zusätzlich Arbeitstage.Die Arbeitsstunden passen, es sind halt nur zu wenig Arbeitstage.Kann der Arbeitgeber den Urlaub kürzen, wenn die Anzahl der Arbeitstage nicht ausreicht aber die Arbeitsstunden mehr als genug sind?
Schichtplan-Fibel:Zunächst habt Ihr da etwas missverstanden: Von der sogenannten 'Kappung' wird in TVöD § 27 Abs. 4 der Zusatzurlaub ausgenommen -»[Satz 2] Erholungsurlaub und Zusatzurlaub (Gesamturlaub) dürfen im Kalenderjahr zusammen 35 Arbeitstage nicht überschreiten. [Satz 3] Satz 2 ist für Zusatzurlaub nach den Absätzen 1 und 2 hierzu nicht anzuwenden.«Ergebnis: Du hast 36 Tage Gesamturlaub - in der 5-Tage/Woche.Freizeitausgleich für Überstunden in der Wechselschichtarbeit sieht der TVöD nicht vor. Dir steht die tarifliche Vergütung zu.Die beiden Urlaubsansprüche (Grundurlaub und Zusatzurlaub) sind jeweils für sich von der 5-Tage/Woche auf die tatsächliche Tage/Woche (Verteilung Deiner regelmäßigen Arbeitsstunden) umzurechnen. Der Urlaub stellt ja später auch tageweise von den geplanten längeren Schichten am Wochenende frei.
Markus fragt am 07.04.2017, 13:47:34
[ AVR Caritas (Anlage 33), MAV] SchichtarbeitZu "Kind Krank" - Ich habe eine 100% Stelle und arbeite im Schichtdienst.Wenn ich "Kind krank" habe, bin ich über das Prozedere gut informiert. Meine Frage bezieht sich auf die Stunden auf meinem monatlichen Stundenzettel.Konkret: Ich stehe im Dienstplan mit 10 Stunden und melde mich 'Kind krank' vom Dienst ab.Nun mache ich laut Personalabteilung in dem Monat 2,2 Minusstunden, da mir für den Tag 'Kind krank' immer der wöchentliche Durchschnittswert (7,8 Stunden) angerechnet wird.Diese 7,8 Stunden werden mir vom Monatssoll abgezogen und somit auch nicht ausgezahlt.Ist das korrekt so? Die Personalabteilung sagt, sie könne nicht mehr als 7,8 Stunden bei der Krankenkasse angeben.
Schichtplan-Fibel:Du schreibst an die Personalleitung, wortgleich an die MAV -»Sehr geehrte Damen und Herren,am .... März 2017 war es mir unmöglich bzw. unzumutbar, die von Ihnen angeordnete Schicht von 10 Stunden zu leisten. Denn ich musste mein krankes Kind betreuen. Keine dieser Stunden brauche ich nachleisten. Stattdessen haben wir über die AVR Caritas Anlage 1 X Zusatzbestimmungen zu den Bezügen vereinbart - 'b) Besteht der Anspruch auf Dienstbezüge (Abschnitt II der Anlage 1 zu den AVR) und auf in Monatsbeträgen festgelegte Zulagen, auf Urlaubsvergütung oder auf Krankenbezüge nicht alle Tage eines Kalendermonats, wird nur der Teil gezahlt, der auf den Anspruchszeitraum entfällt.'Mir stehen daher 30/31 meines vereinbarten Monatsentgelts zu. Entgegen BGB § 616 dürfen Sie mir mein Entgelt so kürzen, denn Sie haben diese Ausnahme in die AVR Caritas § 10 (Arbeitsbefreiung) geregelt, für Fälle, in denen ich Anspruch aus § 45 SGB V (Krankengeld bei Erkrankung des Kindes) habe. Dieser Anspruch bestand tageweise.Auf die Anzahl der Stunden, zu denen Sie mich einteilten und dann freistellten, kam es bei meinem Krankengeld nicht an.Fälschlich weist mein Stundenzettel nun aus, dass Sie mich 2,2 Stunden nacharbeiten lassen wollen, indem sie meine wochendurchschnittliche Zeitschuld für den fraglichen Tag nicht um die geplanten 10 sondern nur um 7,8 Stunden kürzen.Zwar verfällt die nicht nicht abgerufene Zeitschuld ersatzlos am Ende meines Ausgleichszeitraums, hier - am Ende des Schichtplanturnusses (Anlage 33 § 4 Abs 8 c). Sie tragen dennoch vertragswidrig und zu meinem Nachteil solche Überträge weiter vor und nun sogar die gesetzwidrige Nacharbeit in die Zukunft. Dies belastet und beeinträchtigt mich. Bitte helfen Sie meiner Beschwerde ab und korrigieren Sie zunächst die Bewertung am fraglichen Tag, dann Ihre Praxis der Überträge. Ich bitte zugleich die MAV sicherzustellen, dass mir in den zukünftigen Plänen keine Nacharbeit von untergegangener Zeitschuld abgefordert wird.Mit freundlichen Grüßen ....«
Mayer3 fragt am 07.04.2017, 12:39:04
[ TVöD-V , Personalrat] Rettungsdienst, Wechselschichtarbeit, 48 Stundenwoche , Bereitschaftszeit, ArbeitszeitkontoSollte jede Woche die Arbeitszeit 48 Stunden sein oder kann das auch zwischen den Woche im Monat weniger oder mehr sein, laut Arbeitszeitkonto muss die Zeit nach einem Jahr ausgeglichen sein ,das kann aber keiner so richtig nachprüfen und führt immer zu Arbeitszeiten von 60h und mehr in der Woche und dann auch mal wieder weniger.
Schichtplan-Fibel:TVöD Anhang zu § 9 B regelt -»Die Summe aus den faktorisierten Bereitschaftszeiten und der Vollarbeitszeit darf die Arbeitszeit nach § 6 Abs. 1 nicht überschreiten. Die Summe aus Vollarbeits- und Bereitschaftszeiten darf durchschnittlich 48 Stunden wöchentlich nicht überschreiten.«Die wochendurchschnittliche Arbeitszeit soll als 40 Stunden bei Dir sein. Der Dienstgeber darf sie auch erhöhen. Er muss es nicht.Die 48 Stunden sind daher eine wochendurchschnittliche Höchstmarke. Der Dienstgeber und der Personalrat haben in ihrer Dienstvereinbarung zu regeln, in welchem konkreten Zeitraum (ArbZG § 6 Abs . 2) dieser Durchschnitt nicht überschritten werden darf.
Alex fragt am 06.04.2017, 20:45:34
[ AVR Caritas (Anlage 33), MAV] Ich arbeite im Bereich stationäre Kinder- und Jugendhilfe. Arbeitszeiten von MO-SO rund um die Uhr, also volle Schichten. Ich habe einen 35 Stunden Vertrag. Mein Problem: Im Krankheitsfall bekomme ich nur Krankengeld von Mo-Fr in Höhe von 7 Stunden pro Tag. Wenn ich laut Diensplan an einem Tag 12 Stunden Schicht habe, fehlen mir 5 Stunden. Sa und So bekomme ich bei Krankheit gar nichts, Zuschläge fallen im Krankheitsfall komplett weg. Ich muss also bei Krankheit im Vorraus rechnen, dass ich nicht aus dem Krank mit Minusstunden komme. Kann das rechtens sein?
Schichtplan-Fibel:Krankengeld zahlt die Krankenkasse nach Ablauf der ersten 6 Wochen. Während der ersten 6 Wochen erhältst Du ungekürzte Entgeltfortzahlung (AVR Caritas Anlage 1 XII Krankenbezüge).Du wirst monatlich bezahlt. Auch bei Krankheit. Da können also nie Stunden fehlen. Allerdings wird für die Zeitzuschläge aus den drei Vormonaten ei Tagesdurchschnitt ermittelt (bei der Verteilung der durchschnittlichen regelmäßigen Arbeitszeit auf fünf Tage 1/65, bei einer Verteilung auf sechs Tage 1/78 aus der Summe der in den dem Urlaubsbeginn vorangegangenen drei Kalendermonaten gezahlten) - so regelt es die Anlage 14.Die zur Arbeitsleistung geplanten Stunden entfallen für Dich in der Krankheit komplett. Du brauchst keine nacharbeiten.
Timm fragt am 06.04.2017, 10:49:50
[ TVöD-K , Personalrat] Schichtarbeit mit Bereitschaftsdienst im Heim.Wie berechnet man die wochendurchschnittliche Arbeitszeit? Welche Auswirkung hat Urlaub?Gemäß TVÖD-B § 7.1 (4) sind in meinem Fall 58 Stunden Arbeitszeit wochendurchschnittlich möglich.
Schichtplan-Fibel:Im Heim wird bei Dir tatsächlich 'Bereitschaftsdienst' abgefordert, also Tiefschlaf, bis der Arbeitgeber Dich weckt, spätestens jeweils nach 6 Stunden wird eine Pause gewährt ...? Wir haben Zweifel.Die wochendurchschnittliche Zeitschuld (39 Stunden) wird im Schichtplanturnus (Dienstplan) fällig. Für die wochendurchschnittliche Höchstarbeitzeit (48 Stunden) legt der Personalrat mit dem Dienstgeber den Ausgleichszeitraum (ArbZG § 6 Abs. 2: Monat oder vier Wochen) fest. Das findest Du dann wohl in der zwingend vorgeschriebenen Dienstvereinbarung.Ein Urlaubstag bleibt für die Höchstarbeitszeit unschädlich; er wird dazu z.B. mit 6,86 Stunden neutralisiert.TVöD-B § 7.1 Abs. 4 (Opt-out) betrifft lediglich die Fälle, in denen der Personalrat den Gesundheitsschutz komplett freigibt (zum Beispiel, weil die Arbeit eine reine Freude ist) und Du selbst widerruflich durch Nebenabrede die Höchstgrenze aufgehoben hast. Die Schutzregeln in TVöD-B § 6 Abs 1 und 6.1 Abs. 3 stellen dann die Dienstplanenden vor enorme Herausforderungen.
Mayer3 fragt am 05.04.2017, 08:07:15
[ TVöD-V , Personalrat] Rettungsdienst, Wechselschichtarbeit, 48 Stundenwoche , Bereitschaftszeit, 12 Stunden Schicht Tag und Nacht davon 10 Stunden als Arbeitszeit bezahlt, Arbeitszeitkonto durch DienstvereinbarungNachfrage zum 4.4.17:Ich habe nie eine Erklärung zur Buchung von Minusstunden auf meinen Arbeitszeitkonto abgeben. Es wird aber seit Jahren gemacht. An machen Monat wird man regelrecht auf Minus geplant, damit man im nächsten Monat Nacharbeiten muss .Was soll ich da machen, das es aufhört?
Schichtplan-Fibel:Dein Problem sind nicht angebliche 'Minusstunden'. Denn Dein Arbeitsvertrag regelt ja 39 Stunden, der TVöD-V nur eine höchstmögliche Belastung. Dein Problem ist das gesetz- und tarifwidrige Nacharbeiten.Individualrechtlich: Du kannst die Vergütung Deiner tatsächlichen Überplanung in manchen Schichtplanturnusses geltend machen.Individualrechtlich: Du kannst Dich schriftlich beim Personalrat über die tarifwidrige Praxis beschweren; dennn die Dienstvereinbarungen sind - vielleicht bei Euch gegen ihren Wortlaut - tarifkonform auszulegen und umzusetzen.Du kannst Deine Betreuungssekretärin bei ver.di aktivieren, mit Rückendeckung unseres Rechtsschutzes die tarifwidrige Praxis abzulösen.Du kannst die Aufsichtsbehörde (Amt für Arbeitsschutz, Bezirksregierung ...) bitten, die Betriebsparteien über den Ausgleichszeitraum für die wochendurchschnittliche Höchstarbeitszeit (ArbzG § 6 Abs 2, 48 Stunden im Schnitt von 4 Wochen oder im Monat) zu beraten.
Mayer3 fragt am 04.04.2017, 08:53:28
Der Dienstplan kommt vom Personalrat genehmigt am 2.des Vormonats für den laufenden Monat raus. Ich bin nun krank geworden und musste feststellen, dass mir die Arbeitstage, an den ich krank bin, komplett im Dienstplanprogramm gestrichen wurden, als ob ich da nicht hätte arbeiten müssen, am Monatsende haben sich dann Minusstunden ergeben, die ich nacharbeiten muss. Was läuft hier falsch mit der Abrechnung? Was soll ich machen?
Schichtplan-Fibel:Die am Krankheitstag geschuldete Arbeitspflicht konnte von Dir nicht geleistet werden; Du kannst sie auch nicht nachholen. Dennoch steht Dir die Bezahlung zu.Das EntgFG und der TVöD bilden dabei die unabdingbare Grundlage für den Schutz Deiner Bezahlung bei Arbeitsunfähigkeit. Du berichtest auch nicht, dass etwa Dein Tabellenentgelt gekürzt wird.Deine Zeitschuld war im Schichtplanturnus (Dienstplan) fällig und wurde - mitbestimmt durch den Personalrat - festgelegt. Auf Streichungen oder Umwertungen kommt es also nicht an. Du brauchst sie im Schichtplantunus nicht an anderen Tagen 'nacharbeiten'.Auf das TVöD § 10 Arbeitszeitkonto kann nur der Beschäftigte selbst Zeitschulden zur Buchung gegenüber dem Plus auf seinem Konto freigeben (TVöD § 10 Abs 3 Sätze 1 und 3). Wir vermuten: Du hast einen solchen Buchungswunsch nicht erklärt.Nun überträgt der Dienstgeber offenbar eigenwillig am Monatsende seine Sorgen aus dem einen Ausgleichszeitraum auf den Folgenden (Folgemonat). Dies ist rechtswidrig und nichtig. Auch im Folge-Ausgleichszeitraum schuldest Du nur genau die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 48 Stunden. Alle rechtswidrigen Überträge führen tatsächlich zu einem Verstoß gegen die Wochenhöchstarbeitszeit und zudem zu vergütungspflichtigen Überstunden. Der Personalrat soll eine Zustimmung zu solchen gesetzwidrigen und nicht betrieblich notwendigen Überstunden (TVöD § 6 Abs 5) verweigern! Du kannst andernfalls deren Vergütung geltend machen.
Babs fragt am 05.04.2017, 02:29:23
Betriebsrat, Altenpflege Hallo, bei uns in der Altenpflegeeinrichtung werden zurzeit einzelne ex. Pflegefachkräfte oder Pflegehilfskräfte von ihren bestimmten bzw. dauerhaften eingesetzten Wohnbereich auf einen anderen Wohnbereich verlegt (Dauer überschreitet einen Monat). Vom AG erhalten wir als Betriebsrat auch die schriftliche Information von den jeweiligen betroffenen AN, dass auch unterschrieben werden muss. Laut § 95 BetrVG bedarf eine personelle Versetzung, die Zustimmung des BR. Im BR sind jedoch alle der Meinung, dass es keine Versetzung sei, weil es keinen anderen Arbeitsbereich darstellt, denn die Tätigkeit ändert sich bei den AN nicht. 1. Frage: Ist das eine Versetzung nach § 95 Abs.3 BetrVG? Gilt der Wohnbereichwechsel als ein anderer Arbeitsbereich? Wenn eine ex. PFK, die gleiche Tätigkeit aufnimmt, nur auf einem anderen Wohnbereich. Der AN hat in diesem Zusammenhang ein neuen Vorgesetzten, neue MA und neue Bewohner.2. Frage: Können wir da mitbestimmen oder müssen wir in diesem Fall nur vom AG informiert werden? 3. Frage: Wenn wir als BR mitbestimmen dürfen, wie gehen wir am besten vor, um auch den Wünschen des AN gerecht zu werden?
Schichtplan-Fibel: Die Schichtplan-Fibel beschränkt sich auf Probleme und Sorgen der Beschäftigten mit Schichtplänen und Arbeitszeiten.Es handelt sich um Versetzungen. Hier haben Beschäftigte ein Problem mit dem überforderten Betriebsrat.
Katha fragt am 04.04.2017, 15:10:21
[ AVR Bayern , MAV] Schichtarbeit Bei uns gibt es 24 Stunden-Dienste.Z.B.: Ich muss von Montag um 16 Uhr anfangen und bis 23 Uhr vollarbeiten. Von 23 Uhr bis um 07 Uhr des Folgetages leiste ich Bereitschaftsdienst. Dann von 7 bis 12 Uhr arbeite ich weiter normal auf der Wohngruppe.Laut § 3 ArbZG darf die werktägliche Arbeitszeit durchschnittlich acht Stunden und grundsätzlich 10 Stunden nicht überschreiten. Ich arbeite in der Woche aber sogar 12 Stunden voll und dazu noch 8 St unden Bereitschaftsdienst.Es gibt eine Dienstvereinbarung (nach § 7 ArbZG und Anlage 11B AVR Bayern) , die uns überhaupt erlaubt über 16 Stunden (Arbeit + Bereitschaftsdienst) zu arbeiten, aber laut dieser Dienstvereinbarung, sagt mein Gruppenleiter, dass wir bis zu 24 Stunden arbeiten dürfen und wir dürfen auch über 10 Stunden reine Arbeit leisten. Ich kann nicht glauben, dass wir im kirchlichen Bereich mehr als 10 Stunden, bzw. am Sonntag und Feiertag mehr als 12 Stunden reine Arbeit leisten müssen. Ist das überhaupt richtig?
Schichtplan-Fibel:Du hast bereits die richtige Stelle gefunden - AVR Bayern Anlage 11 B (3) -»Durch Bereitschaftsdienst kann die tägliche Arbeitszeit auf bis zu 16 Stunden verlängert werden. Durch Dienstvereinbarung kann die tägliche Arbeitszeit auf bis zu 24 Stunden verlängert werden. Die Dienstvereinbarung muss vorsehen, dass entweder im Anschluss an eine über 16-stündige Arbeitszeit dem Dienstnehmer bzw. der Dienstnehmerin 24 Stunden Ruhezeit gewährt werden muss oder der Ausgleichszeitraum auf 6 Monate beschränkt wird.«Diese Dienstvereinbarung musste zudem den Gesundheitsschutz regeln, ebenso die Pausen (spätestens alle 6 Stunden), und den Ausgleichszeitraum gemäß ArbZG § 6 Abs 2 bestimmen. Die Belastung mit 'reiner Arbeit', also das Erbringen der Hauptleistung, darf in der Gesamtschicht nicht durchschnittlich mehr als 12 Stunden ausmachen.Mitarbeitervertretungen tun sich zunehmend schwer, solche Zumutungen zu unterschreiben.
Conny fragt am 04.04.2017, 14:37:23
[ TVöD-K , Personalrat] Wechselschicht, 30 Stunden/WocheIch werde im Dienstplan mit 8 Stunden/Tag geplant. Die angesammelten Stunden gleiche ich tageweise als geplanter FZA aus. Für Tage an denen ich selbst erkrankt bin, werden mir 8 Stunden angerechnet, also erhalte ich auch an diesen Tagen 2 Stunden +. Wie verhält es sich nun, wenn mein Kind erkrankt und ich auch mit 8 Stunden geplant war? Werden mir an diesem Tag auch 2 Stunden + angerechnet oder wird dieser Tag lediglich mit 6 Stunden berechnet? Ich bin versichert bei einer gesetzlichen Krankenkasse.
Schichtplan-Fibel:Anders als Dein Dienstplan Dir vorgaukelt, handelt es sich bei Deinem Frei nicht um FZA (Freizeitausgleich). Der Dienstgeber, wohl mit Zustimmung des Personalrates, verteilt Deine Arbeitszeit einfach nur auf 15 Tagschichten a 8 Stunden in vier Wochen.Der TVöD gibt Dir in § 29 falls Dein Kind unter 13 Jahren ist und von Dir betreut werden muss - bis zu vier Arbeitstage im Kalenderjahr frei unter Fortzahlung der Bezüge. Du musst Dir dazu nur von der behandelnden Ärztin diesen Pflegebedarf bescheinigen lassen.Der Umfang ist ein 'Arbeitstag'. Dies meint, dass Du an diesem Kalendertag von der gesamten geschuldeten und geplanten Arbeitspflicht ersatzlos freigestellt bist.
Katrin fragt am 04.04.2017, 10:41:12
[AVR-J, MAV] Darf ich als Schwangere, die keine Behandlungspflege usw. durchführen darf, als Examinierte im Dienstplan volle Kraft gezählt werden? Ich arbeite im Schichtdienst und wenn ich meine Leistung nicht bringe, schaffen wir unsere Schichten nicht. Ich fühle mich stark unter Druck gesetzt.
Schichtplan-Fibel: Die Schichtplan-Fibel beschränkt sich auf Probleme und Sorgen der Beschäftigten mit Schichtplänen und Arbeitszeiten. Dich bedrängt jedoch ein Problem der Überlastung der anderen im Team aufgrund einer Schicht-Unterbesetzung.Noch weigern sich die Arbeitgeber und ihre Gesetzgeber, die Anzahl der Pflegekräfte im Verhältnis zum Arbeitsbedarf festzulegen. Darum zählt der Chef im Dienstplan nicht durch.Deine MAV ist für den Gesundheistsschutz vor Überlastung zuständig. Sie kann einer Dienstplanung widersprechen, bevor diese sonst zu Überlastung führt.Deine Betriebsärztin kann Deinem Arbeitgeber Sofortmaßnahmen zu Eurem Schutz vorschlagen.
Alois fragt am 31.03.2017, 08:30:08
[ AVR Caritas (Anlage 33 und 2), MAV]Unser Sozialkaufhaus hat Montag bis Samstag geöffnet. Die Kolleginnen werden an 5 Tagen eingeteilt. In einem feststehendem zweiwöchigem Turnus arbeitet jeder an einem Samstag und hat dafür an einem festgelegten Tag unter der Woche frei. Fällt dieser Tag auf einem Feiertag, wird der freie Tag auf einen anderen Wochentag verlegt. Erhalten die Kolleginnen, welche turnusmässig an den Samstagen (Vorfesttage: 24.12. und 31.12.2016) gearbeitet hätten, den Tag bezahlt?Der Markt war an diesen Tagen geschlossen.
Schichtplan-Fibel:Die MAV bestimmt zwingend mit, bevor der Dienstgeber eine Kollegin für einen bestimmten Tag einteilt oder frei gibt.Die beiden Vorfesttage vermindern für diejenigen, die unter die Anlage 33 fallen, ihre Zeitschuld im Ausgleichszeitraum auch und gerade dann, wenn sie dienstplanmäßig an diesen frei haben.
Hildegard fragt am 30.03.2017, 16:55:16
[? Vertrag / AVR, ? betriebliche Interessenvertretung] Ich arbeite in eienen Ambulanten Pflegedienst im Hauswirtschaftlichen Bereich auf 19,25 Stunden in der Woche. Meine Arbeitstage sind von Montag-FreitagDarf mir meine Chefin Minus-Stunden berechnen, wenn ein gesetzlicher Feierertag auf einen Werktag fällt?Ich muss auch für einen gesetzlichen Feiertag wie Karfreitag einen Tage Urlaub berechnen, da ich die anderen Tage auch schon Urlaub habe.
Schichtplan-Fibel:Schade, dass Du - trotz unserer ausdrücklichen Hinweise - nichts über Deine Bezüge im Arbeitsvertrag auf Tarif oder AVR schreibst, nichts darüber, ob Du Schichtarbeit leistest oder etwas zur Interessenvertretung. Da können wir wenig raten.Feiertage unde deren Ausgleich richten sich nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz und dem Vertrag. Beide kennen keien "Minussstunden".Das Bundesurlaubsgesetz sichert nicht, dass an einem Feiertag kein Urlaubstag verbraucht wird.
Luna fragt am 30.03.2017, 14:25:58
[ TVöD-K , Betriebsrat] MTRA/30 Stunden Teilzeitkraft; 24 Bereitschaftsdienste Opt-outOpt-out 2007 unterschrieben (3 Dienste okay) .Jetzt immer weniger Personal, zusätzlich Schwangere teilweise 5-6 Dienste/Monat.( davon 2 Wochenenden und einen Freitag - bleibt ein freies Wochenende).1.) Wie berechnet sich eine Woche? Zum Beispiel Montag normal 6 Stunden, von Dienstag auf Mittwoch 24-Stunden-Bereitschaftsdienst (heißt ab 12-16 Uhr normal Arbeitszeit ab 16 Uhr bis 8 Uhr Mittwoch, Bereitschaftsdienst und ab 8 Uhr bis 12 Uhr wieder normale Arbeitszeit), Donnerstag normale Schicht 6 Stunden, Freitag normal 6 Stunden, Samstag wieder 24-Stunden-Bereitschaftsdienst.(von 8-8Uhr). Wird das zusammen als 66 Stunden gezählt? Dann< wäre ich doch weit über meine Opt out Regelung von maximal 54 Stunden bei Bereitschaftsdienststufe 2? Oder? Wie berechnet sich der Sonntagdienst (24 Stunden, 8 bis 16 Arbeitszeit, 16-8:30 Uhr Bereitschaftsdienst) mit der kommenden Woche, da ich ja Montag früh 8.30 Uhr heim gehe? Oder Freitag Bereitschaftsdienst (12-16 Uhr normale Arbeitszeit, ab 16-8 Uhr Bereitschaftsdienst). Da sind immer Minusstunden.2) Bereitschaftsdienststufe 2 - hab ich gelesen - maximal 13 Stunden Bereitschaftszeit. Bei uns sind es 16 Stunden von 16-8 Uhr. Ist das in Ordnung?3.) Muss ich als 30 Stunden-Kraft auch diese max.54 Stunden bringen( mit Opt-out) wie die Volltagskräfte oder ist dies auch anteilmäßig zu sehen?Mir konnte bis jetzt keiner das wirklich beantworten ,auch der Betriebsrat nicht und auch verdi ist leider gestrauchelt bei den Fragen, obwohl diese Person sehr nett war.4.) Ziehe ich Opt out zurück, wie viele Stunden dürfte ich dann überhaupt Bereitschaftsdienst machen in der Woche, um nicht über meine Zeit zu kommen? Wenn ich nur einmal Bereitschaftsdienst mache in der Woche, wäre ich ja Donnerstag schon bei 36 Stunden,was ist dann mit Freitag? Da wären es ja schon wieder 42 Stunden, die ich auf Arbeit wäre. Wenn ich 30 Stunden Teizeit bin, dürfte ich doch nach der Regelung (haben 40 Stunden/Woche bei Vollzeit (max.48 Stunden mal0,75=36 Stunden maximal) in der Woche arbeiten oder ist das falsch?5.)Muss ich genau so viele Bereitschaftsdienste machen wie die Vollzeitkräfte oder ist das anteilmäßig?Überlegung diese Opt out Regelung zu kündigen.
Schichtplan-Fibel: So viele Fragen .... Wir haben uns bemüht, die von Dir verwendeten zahlreichen Kürzel und Bruchstücke zunächst in einen verständlichen Text umzuformen. Dies ist uns nicht an allen Stellen gelungen.Die dem Arbeitgeber für Dich zulässige Höchstbelastung (Arbeitszeit) wurde von den Gesetzgebern wochendurchschnittlich begrenzt. Dein Betriebsrat legt dazu mit dem Arbeitgeber in der zwingend im Tarifvertrag (TVöD § 7.1) geforderten Betriebsvereinbarung die Länge und Lage diese Durchschnittszeiträume fest (Ausgleichszeiträume, ArbZG § 6 Abs. 1). Betriebspraktisch funktioniert: 4 Wochen.Die werktägliche Höchstarbeit ist 24 Stunden (der ganze Tag). Doch in solchen Fällen kommt es darauf an, wie - wieder durchschnittlich - sichergestellt ist, dass Du nicht zu mehr als 12 Stunden davon zur "Vollarbeit" (durch Erbringung der Hauptleistung belastende Arbeitszeit) herangezogen wirst.Teilzeitbeschäftigte müssen die Belastungen in der regelmäßigen Arbeitszeit anteilig mit tragen. Die Belastungen an Überarbeit vereinbaren sie gesondert. Hast Du lediglich allgemein Deine Teilnahme an Bereitschaftsdienst zugesagt, dann brauchst Du auch nur einen entsprechenden Anteil dieser Belastungen übernehmen. Opt-Out wird mit Dir in einer - von Dir kündbaren - Nebenabrede vereinbart. Darin beschreibst Du die Bedingungen, die Dir wichtig sind.Durchschnittlich, anteilig, abhängend von Deinem Vertrag und von der Abteilungsbelastung - all das sind schrechklich unbestimmte Begriffe. Aufgrund Deiner Schilderung haben wir den Eindruck, dass die Betriebsparteien Dir wenig helfen, diese Begriffe zu begreifen und handhabbar zu machen.
Renate fragt am 29.03.2017, 09:50:10
[? Vertrag / AVR, ? betriebliche Interessenvertretung] Wie viel Wochenenden frei bei 38,5 Stunden Dienst?
Schichtplan-Fibel:Schade, dass Du - trotz unserer ausdrücklichen Hinweise - nichts über Deine Bezüge im Arbeitsvertrag auf Tarif oder AVR schreibst, nichts darüber, ob Du Schichtarbeit leistest oder etwas zur Interessenvertretung. Da können wir wenig raten.Die werktägliche Höchstarbeitszeit liegt bei 10 Stunden; mehr als 24 Stunden kann niemand täglich arbeiten.Mehr als 52 bis 53 Wochenenden kann niemand arbeiten, denn es gibt nicht mehr Wochenenden im Jahr.
Marc fragt am 28.03.2017, 22:44:44
[ AVR Caritas (Anlage 31), MAV] 50% StelleWie viele Feiertage muß man mit einer 50% Stelle über das Jahr verteilt arbeiten?Änderung der Dienstzeiten am Wochenende SA. von 10.00 bis 19.00 =9 StundenSonntag von 9.00 bis 20.15= 11,25 Stundenmuss das so akzeptiert werden? bzw. wie viel Stunden am Stück sind erlaubt?
Schichtplan-Fibel:Höchstens 11 - denn mehr hat das Kalenderjahr nicht; nicht mehr als die anderen Kolleginnen und Kollegen, nicht mehr als die MAV zustimmt.Die Lage der Schichten kann - nach Rückkoppelung mit Euch (GewO § 106) und nach Zustimmung der MAV- geändert werden. Die Verlängerung der Sonntagsschicht über 10 Stunden hinaus ist nur zulässig, wenn dadurch mehr freie Sonntage (zum Beispiel zwei von drei) erreicht werden.
Kathrin fragt am 28.03.2017, 17:29:10
[ TVöD , Betriebsrat] Dauernachtdienst, 20 Wochenstunden, immer 3-4 Nächte dann Pause; muss ich in meinem "Frei" für den AG verfügbar sein, bzw. angeben, ob ich vor einem Urlaubsblock schon verreist bin; muss ich Urlaubsstunden beantragen, obwohl ich noch nicht weiß,ob ich in diesen Nächten arbeiten muss?
Schichtplan-Fibel:Du musst Dich - außer bei Rufbereitschaft - nie für den Arbeitgeber erreichbar halten.Du beantragst Deinen Urlaub vom ersten Tag, an dem Du frei sein willst, bis zum letzten. Der Verbrauch von Urlaubsanspruchstagen steht erst fest, wenn der Arbeitgeber nach Zustimmung des Betriebsrats den konkreten Schichtplan anordnet.
Pollux fragt am 27.03.2017, 17:42:53
[ TVöD-K , Betriebsrat] . Am 31.10.2017 gehe ich in Rente. Steht mir der Jahresurlaub von 30 Tagen zu oder nur 10/12, also 25 Tage?
Schichtplan-Fibel:Dir steht zunächst der volle gesetzliche Mindesturlaub von 20 Tagen in der 5 Tage/Woche zu.Der tarifliche Mehrurlaub von gesamt 30 Tagen wird allerdings auf 10/12 gekürzt, also gesamt 25 Urlaubstage.
Peter fragt am 27.03.2017, 09:17:46
[ TVöD , ? Interessenvertretung] Sachstand: Sonntag Dienst habe von 10 bis 18 Uhr.Montag frei. Dienstag Arbeitsbeginn 8:30 Uhr.Frage: sind die Ruhezeiten eingehalten?
Schichtplan-Fibel:Die Ruhezeit (ArbZG § 5) von 10 Stunden ist eingehalten.Es handelt sich beim Montag um einen arbeitsfreien Kalendertag - keinen Arbeitstag im Sinne des TVöD § 6 Abs 1.Es handelt sich wohl nicht um einen Ersatzruhetag (ArbZG § 11) für die sonntägliche Beschäftigung.
Tweety fragt am 26.03.2017, 20:32:02
[ AVR DD , MAV] Ich bin in einem Pflegedienst 100% tätig. Im jetzigen Dienstplan ist uns aufgefallen, dass die PDL zusätzliche Dienste am freien Wochende eingetragen hat, ohne zu fragen. Wir haben eine 6-Tage/ Woche, arbeiten aber 12 Tage durch. Darf sie das? Sind das nicht zusätzliche angeordnete Überstunden?
Schichtplan-Fibel:Die Pflegedienstleitung ordnet nur dann an als frei geplanten Tagen zusätzliche Dienste rechtswirksam an, wennsie Euch nach Eurer Lebensplanunggefragt hat (GewO § 106 - billiges Ermessen),Ihr zu der Planänderung Euer Einverständnis gegeben habt unddie MAV der Anordnung zugestimmt hat.Es handelt sich wohl nicht um Überstunden. Deshalb dürft Ihr - vor Eurer Zustimmung - auch Eure Bedingungen (Preis, Ausgleich, Freizeit) nennen.
Mayer3 fragt am 26.03.2017, 19:30:42
[ TVöD-V , Personalrat] Rettungsdienst, Wechselschichtarbeit, 48 Stundenwoche , Bereitschaftszeit, 12h Schicht Tag und NachtWie soll das im Rettungsdienst mit der Pause gemacht werden? Ich kann ja einen Einsatz nicht ablehnen und im Dienstplan sind keine Pausen vorgesehen. Die Zeit müsste ich dann auch nacharbeiten und komme dann über 12 Stunden pro Schicht. Wie lang sollte die Pause denn sein bei 12 Stunden und müsste sie der Arbeitgeber bezahlen, wenn er sie nicht geben kann?
Schichtplan-Fibel:TVöD-V § 6 Abs 1 -»Bei Wechselschichtarbeit werden die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen in die Arbeitszeit eingerechnet.«»Wenn die Beklagte in die Schichten Erholungspausen einplanen würde, müssten diese zwar nach § 6 Absatz 1 Satz 2 TVöD wie Arbeitszeit vergütet werden, weil der Kläger in Wechselschicht arbeitet. Aus dieser Regelung kann aber nicht gefolgert werden, dass dieser Vergütungsanteil auch dann gezahlt werden muss, wenn der Arbeitgeber in die Schichten keine Erholungspausen einplant. Denn wenn die Schichtplanung ohne die Einplanung von Erholungspausen im Sinne von § 4 ArbZG rechtswidrig sein sollte, würde daraus allenfalls vielleicht ein Leistungsverweigerungsrecht erwachsen können oder ein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch darauf, in Zukunft gesetzeskonforme Schichten mit Erholungspausen zu planen. Ein zusätzlicher Vergütungsanspruch kann daraus dagegen unter keinen Umständen erwachsen.« (LAG Mecklenburg-Vorpommern 15.09.2011 - 5 Sa 268/10)Deine Frage darfst Du an Deinen Personalrat richten. Denn der legt ja im Zuge seiner Mitbestimmung Beginn und Ende Deiner zwingend spätestens nach 6 Stunden Arbeitszeit zu gewährenden Pausen fest. Eine 12-Stunden-Schicht wird wohl durch mindestens zwei Pausen unterbrochen. In diesen Pausen stehst Du dann auch nicht für Einsatzrufe bereit.Kümmern sich die Betriebsparteien nicht um Deinen Gesundheitsschutz? Dann darfst Du genau nach 6 Stunden Arbeitszeit selbstständig - angeblich aufgrund einer Unmöglichkeit, weiter zu arbeiten - die Pause antreten. Sonst verzichtetst Du eben großzügig auf Deine Erholung.
Bibbi88 fragt am 25.03.2017, 23:19:43
[ AVR Caritas (Anlage 32), ? Interessenvertretung] Ambulanter Pflegedienst. Ich habe vom 02.05.17 bis 26.05.17 Reha mit evtl 1 Woche Verlängerung. Am 05.06.17 hätte ich Anfang des Jahres Urlaub eingetragen. Jetzt hatte ich schonmal meinen Arbeitgeber den Urlaubsantrag gegeben, aber bis jetzt wurde dieser noch nicht genehmigt.Können die mir den Urlaub verweigern, obwohl es vorher hieß ( wo das noch nicht klar mit der Reha war) das es da kein Problem wäre.Vorallem habe ich von der RV die Info, das es laut Gesetz so wäre das mir Urlaub zusteht. Aber momentan verunsichert mich das Ganze, weil sonst bekomme ich meine Urlaubszettel ganz schnell zurück und jetzt liegt der einfach bei der Chefin auf dem Tisch. Schichtplan-Fibel:Schade, dass Du - trotz unseres ausdrücklichen Hinweises - nichts über Deine Interessenvertretung schreibst. So können wir wenig raten.Während der Reha kann Dir kein Urlaub gewährt werden. Dein Anspruch vermindert sich auch nicht durch die Reha.BUrlG § 7 Abs 1 - »Der Urlaub ist zu gewähren, wenn der Arbeitnehmer dies im Anschluß an eine Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation verlangt.«Auf das, was Du in irgendwelche Listen am Jahresanfang eingetragen hättest, kommt es nicht an. Du hast zunächst einen Anspruch auf Bescheid.
Mollypink fragt am 24.03.2017, 10:26:58
[ AVR Caritas Ost Tarifgebiet West (Anlage), Betriebsrat] AVR Caritas durch Altvertrag in Anwendung. Unsere Station wurde über Weihnachten geschlossen und wir haben Urlaub genommen. Nun soll mir auch für den 25.12. Sonntag, ( das ist mein reguläres Dienstwochenende) Urlaub abgezogen werden. Hätte ich gearbeitet, hätte ich dann nicht den Sonntag im Rahmen der 5-TageWoche in der folgenden Woche frei bekommen müssen und und 135% Feiertagszuschlag. Bekomme ich für den Urlaubstag einen Freizeitausgleich für Sonntag und einen Freizeitausgleich für den Feiertag + 35 % oder Sonntagsfreizeitausgleich und Feiertagszuschläge von 135 % oder was steht mir nun genau zu. Aus dem Tariftext werde ich nicht schlau.
Schichtplan-Fibel:Urlaub wird auf Antrag gewährt. Er stellt von der - mitbestimmt vom Betriebsrat - eingeteilten Arbeitspflicht frei.Die Vergütung richtet sich nach der - bei Euch hier gesetzwidrig vereinbarten - Anlage 14 der AVR. Da werden aus den drei Kalendermonaten die unsteten Bezüge gemittelt und tageweise als Aufschlag gezahlt.Wer Urlaub über Feiertag beantragt, sollte sich da vorher ein paar Gedanken machen!
Clara fragt am 24.03.2017, 09:42:26
[? Vertrag / AVR, ? betriebliche Interessenvertretung] Die Pausen sind nicht im Dienstplan festgeschrieben. Wir können die Pausen auch nicht nehmen, weil immer jemand in der Wohngruppe sein muss und wir immer allein Dienst haben. Die Pausen werden uns aber von der Arbeitszeit abgezogen (45 Minuten täglich). Da schenken wir sozusagen dem Arbeitgeber ganz schön viel Arbeitszeit, weil wir während der "Pause" auch zur Verfügung stehen. Ich empfinde das als Benachteiligung. Was kann ich dagegen tun?
Schichtplan-Fibel:Schade, dass Du - trotz unserer ausdrücklichen Hinweise - nichts über Deine Bezüge im Arbeitsvertrag auf Tarif oder AVR schreibst, nichts darüber, ob Du Schichtarbeit leistest oder etwas zur Interessenvertretung. Da können wir wenig raten.Es handelt sich nicht um eine bloße Benachteiligung. Es handelt sich zum eine Straftat gemäß ArbZG § 23 Abs 1 nur 2 (beharrliche Wiederholung). Dem Arbeitgeber droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.Du darfst dieDeine Vergütung auch für jeder dieser 0,75 Stunden schriftlich geltend machen, monatsweise, und noch gemäß BGB § 288 Abs. 5 je Monat 40 € Verzugspauschale. Setze Deiner Geltendmachung hinzu: »Vielleicht sind Sie sich über Ihrer Verpflichtung aus ArbZG § 4 in Verbindung mit ArbZG § 23 nicht sicher. In diesem Fall sollten wir gemeinsam einmal die Aufsichtsbehörde bitten, uns zu beraten, was eine tatsächlich gewährte Pause ist.«
Mayer3 fragt am 23.03.2017, 15:08:31
[ TVöD-V , Personalrat] Rettungsdienst, Wechselschichtarbeit, 48 Stundenwoche , Bereitschaftszeit. Nachfrage zu Frank vom 22.03.2017 ,10:30:35 . Wo soll den das mehr an frei herkommen für die Mehrbelastung durch Schichtarbeit? Mein Arbeitgeber fordert 48 Stunden in der Woche im Jahresdurschnitt von allen Mitarbeitern.Danke für die Antwort !
Schichtplan-Fibel:Dei Chef darf zusammen mit dem Personalrat Deine Zeitschuld (39 Stunden) durch ein Arbeitsmodell mit Bereitschaftszeit auf bis zu 48 Stunden im Wochendurchschnitt hochreizen. Dabei regeln die beiden Betriebsparteien in einer Dienstvereinbarung, wie der Sozial- und Gesundheitsschutz dennoch eingehalten wird. De Arbeitgeber muss nicht die Höchstgrenze des Erlaubten erreichen, sondern eine gesetzeskonforme Lösung finden. Richte Deine Frage also an die beiden Betriebsparteien.Ein Modell, dass in der einen Kalenderwoche vier 12-Stunden-Tagschichten einteilt, in der anderen vier 12-Stunden-Nachtschichten (über 5 Arbeitstage hinweg), ergäbe eine 4,5-Tage/Woche im Durchschnitt. Damit blieben 26 Tage im Jahr mehr frei als bei Normalarbeitenden in ihrer 5-Tage/Woche.
Maria fragt am 23.03.2017, 13:16:38
[ TVöD-B , Betriebsrat] Pflegekraft, Wochenendkraft 14-tägig, Altenheim Ich bin seit 3 Jahren Wochenendkraft und arbeite alle 14 Tage am Wochenende im Früh- oder Spätdienst. Mein Arbeitgeber hat jetzt plötzlich angefangen, mir für den April-Dienstplan am Karfreitag und am Ostermontag für beide Tage anhand der 1/5 Tage Regelung von meinem AZ Konto per Korrektur die Stunden abzuziehen. Auf Nachfrage sagte er mir, dass das Dienstplan-Programm allen Beschäftigten 1/5 der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von der Monats-Soll-Arbeitszeit abgezogen hat, dieser Abzug mir als Wochenend-Kraft aber nicht zustehen würde, weil ich ja nur am Wochenende arbeite und nie an einem Freitag oder Montag eingesetzt werde. Ist das neu oder ist das falsch? Früher ist das nie so gewesen und mein Arbeitszeit-Konto hat in Monaten die Feiertage beinhaltet haben, immer 1-2 Stunden Überstunden ausgewiesen.
Schichtplan-Fibel:Du arbeitest per Defintion Schichtdienst, weil Du in einem Arbeitsbereich nach einem Plan mit anderen zu unterschiedlichen Zeiten arbeitetst. Dieser Dienstplan teilt an allen Wochentagen zur Arbeit ein. Doch TVöD-B § 6 Abs 1 regelt , dass wir nur an fünf, ausnahmsweise an sechs Tagen einer Woche arbeiten müssen. Niemand in diesem Plan muss also 'an allen sieben Tagen in der Woche' arbeiten. Diese Bedingung betrifft daher immer den Dienstplan des gesamten Arbeitsbereichs. Deshalb fällst Du unter den TVöD-B § 6.1 Abs. 2. Deine Zeitschuld vermindert sich um 1/5 Deiner wochendurchschnittlichen Zeitschuld an jedem Feiertag, an dem Du laut diesem Dienstplan arbeitsfrei hast.Wende Dich an Deinen Betriebsrat, denn dieser bestimmt sowohl den Dienstplan als auch die Überplanung (bei Dir: Mehrarbeit) am Ende jedes Plans zu.
Marienkäfer fragt am 23.03.2017, 09:50:27
[ TVöD-B , Personalrat] Schichtdienst- Ich bin blöderweise Zuhause ans Telefon gegangen und mir wurde mitgeteilt, dass ich morgen kein Überstundenfrei nehmen kann und zum Dienst kommen muss. Hätte ich in dem Fall auch nein sagen dürfen, da "Privatanruf"? Wie verhält es sich wenn im Dienstplan Überstundenfrei steht und mir während der Arbeitszeit gesagt wird, dass ich am Tag X kein Frei bekommen könne? Kann man sich auf den verbindlichen Dienstplan berufen?
Schichtplan-Fibel:Der TVöD-B kennt nur die Überstundenvergütung, kein Überstundefrei / keinen Freizeitausgleich für Überstunden. Für diese tarifwidrige Praxis gibt es daher keine Schutzregeln. Frag den Personalrat, wann er statdessen gemäß TVöD-B § 10 ein schützendes Arbeitszeitkonto mit den Schutzregeln für den von Dir beschriebenen Fall (TVöD § 10 Abs. 5 d) vereinbart.Auf jeden Fall hätte zunächst der Personalrat der Anweisung der Vorgesetzten zustimmen müssen. Ohne Zustimmung - keine für Dich rechtswirksame Anordnung.Vorgesetzte dürfen sich an Dich wenden, um - vor der Bitte an den Personalrat um Zustimmung - Dich zu fragen, ob der Widerruf von Freistellung für Dich in Deine Lebensplanung passen würde. Du darfst darauf antworten, oder auf einen anderen Zeitpunkt vertrösten.
Sabine fragt am 23.03.2017, 09:16:35
[ BAT-KF , ? betriebliche Interessenvertretung] Wir haben die 5,5-Tage oder genauer gesagt eine 7 + 4 Tage/Woche ( 1 Woche= 7 Tage arbeiten, 2. Woche = 4 Tage arbeiten + 1 Rolltag (wird nicht mit Stunden berechnet) + freies Wochenende. Frage: entfällt mein Rolltag bei Krankheit, wenn er in dem Dienstplan bereits festgelegt war?
Schichtplan-Fibel:Schade, dass Du - trotz unseres ausdrücklichen Hinweises - nichts über Deine Interessenvertretung schreibst. So können wir weniger raten.Weder die Gesetze noch der BAT-KF kennt den Begriff 'Rolltag'. Es handelt sich um einen als frei geplanten Tag.Wenn Du an einem Arbeitstag arbeitsunfähig bist, entfällt Deine Arbeitspflicht. Ohne Arbeitspflicht bist Du eben nur krank.Krankheit verändert am Plan nichts, den Deine Arbeitspflicht ist eine 'absolute Fixschuld'.
Volker fragt am 22.03.2017, 17:35:42
[ BAT-KF , MAV] Bei mir gilt der BAT-KF und ich bin Mitglied der MAV, ich leiste keine Schichtarbeit.Zur Wochenarbeitszeit im Jahresdurchschnitt. Ich habe einmal einen Ausschnitt aus dem BAT-KF sowie dem Arbeitszeitgesetz eingefügt. Was gilt denn nun?BAT-KF § 6 Abs 12: Wenn in die Arbeitszeit regelmäßig und in erheblichem Umfang Bereitschaftsdienst fällt, kann mit schriftlicher Zustimmung der/des Mitarbeitenden im Rahmen des § 7 Abs. 2a und Abs. 7 Arbeitszeitgesetz und innerhalb der Grenzwerte nach Absatz 11 eine Verlängerung der täglichen Arbeitszeit über acht Stunden hinaus auch ohne Ausgleich erfolgen. Die wöchentliche Arbeitszeit darf dabei durchschnittlich im Kalenderjahr bis zu 60 Stunden betragen.Arbeitszeitgesetz § 7 Abs 8: Werden Regelungen nach Absatz 1 Nr. 1 und 4, Absatz 2 Nr. 2 bis 4 oder solche Regelungen auf Grund der Absätze 3 und 4 zugelassen, darf die Arbeitszeit 48 Stunden wöchentlich im Durchschnitt von zwölf Kalendermonaten nicht überschreiten. Erfolgt die Zulassung auf Grund des Absatzes 5, darf die Arbeitszeit 48 Stunden wöchentlich im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen nicht überschreiten
Schichtplan-Fibel:Dich interessiert die wochendurchschnittliche Höchstarbeitszeit. Genauer: Darf es mehr als 48 Stunden ohne Ausgleich werden?BAT-KF erschließt die sogenannte Opt-Out-Öffnung: Mit Öffnung der kirchlichen AVR (ArbZG § 7 Abs 4) und zusätzlich mit widerruflicher Einwilligung einer Arbeitnehmerin darf deutlich mehr als 48 Stunden im wochendurchschnittlich abgefordert werden, 'wenn in die Arbeitszeit regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst fällt und durch besondere Regelungen sichergestellt wird, dass die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht gefährdet wird.'Der BAT-KF versäumt hier, die verlangten besonderen Regeln zum Gesundheitsschutz.ArbZG §7 (5) 'In einem Bereich, in dem Regelungen durch Tarifvertrag üblicherweise nicht getroffen werden, können Ausnahmen im Rahmen des Absatzes 1, 2 oder 2a durch die Aufsichtsbehörde bewilligt werden, wenn dies aus betrieblichen Gründen erforderlich ist und die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht gefährdet wird.'In Altenheimen und Krankenhäusern werden üblicherweise Tarifverträge geschlossen; in kirchlichen Einrichtungen dagegen nur ausnahmsweise. Die Verfasser des BAT-KF sahen das offenbar besonders; vielleicht, weil sie ihren BAT-KF als 'Bundesangestelltentarifvertrag kirchliche Fassung' tarnten.
Frank fragt am 22.03.2017, 10:30:35
[ TVöD-K , Betriebsrat] SchichtdienstIm ArbZG § 6 Abs. 1 in Verbindung mit den Leitlinien steht, dass Schichtarbeitende mehr freie Tage haben sollen als Angestellte mit Normalarbeitszeiten (Verwaltung).Ist dies durch den Zusatzurlaub für Schichtarbeit abgegolten oder doch anders zu verstehen?
Schichtplan-Fibel:Die Empfehlung der BAuA lautet tatsächlich -»Schichtarbeiter/-innen sollten möglichst mehr freie Tage im Jahr haben als Tagarbeiter. Die Mehrbelastung durch Arbeit in der Nacht sollte möglichst durch Freizeit ausgeglichen werden.«Auf Angestellte kommt es hier nicht an. Auch nicht auf Urlaubstage oder Freizeitausgleich. Es wird auch nichts abgegolten, sondern ausgeglichen. Mehr freie Tage als die Kollegin in der Personalabteilung.
Mayer3 fragt am 21.03.2017, 15:34:55
[ TVöD-V , Personalrat] Rettungsdienst, Wechselschichtarbeit. Ich bin Rettungssanitäter und habe auch einen Abschluss als Rettungsassistent aber nur einen Arbeitsvertrag als Rettungssanitäter. Ich werde nur als Rettungssanitäter bezahlt .Es kommt immer wieder vor, dass ich wegen plötzlicher Krankheit des Rettungsassistenten bei Schichtbeginn diese Arbeit übernehmen muss, ohne es mit der entsprechenden Lohngruppe anteilig vergütet bekomme. Es wird mir erzählt, dass der Personalrat zugestimmt hat.Muss ich anderer Arbeiten als im Arbeitsvertrag und Stellenbeschreibung beschrieben übernehmen und steht mir eine anteilige Vergütung mit der höheren Lohngruppe eines Rettungsassistenten zu?
Schichtplan-Fibel: Die Schichtplan-Fibel beschränkt sich auf Probleme und Sorgen der Beschäftigten mit Schichtplänen und Arbeitszeiten.Dein Arbeitsvertrag beschreibt abschließend Deine Pflichten. Dir wir nicht nur eine höherbewertete, sondern eine andere Arbeit als vereinbart übertragen. Für eine Differenzzahlung oder Höhergruppierung bringst Du die persönlichen Voraussetzungen (Berufsabschluss) mit. Mach Deine Ansprüche schriftlich geltend. Dazu bauchst Du den Nachweis der Übertragung der Tätigkeit, dagegen keine Zustimmung des Personalrates.
Martin fragt am 21.03.2017, 15:18:23
[ TV AWO nrw, Betriebsrat]In unseren Arbeitsverträgen ist die Verpflichtung enthalten, auf Anforderung durch den Arbeitgeber Arbeit auf Abruf zu leisten.Heißt das, dass der Arbeitgeber mit Arbeit auf Abruf noch nach Genehmigung des Dienstplans zusätzliche Dienste anordnen kann?
Schichtplan-Fibel:Der TV AWO nrw beschreibt in § 13 und § 13 a 'Sonderformen der Arbeit'. Zunächst bestreiten wir, dass dies noch Raum lässt für arbeitsvertragliche weitere Belastungsformen.In TV AWO § 13 Abs. 6 wird unmissverständlich geregelt, dass alle über die im Plan festgesetzten Arbeitsstunden hinausgehenden Stunden Überstunden sind. Da bleibt für überraschende regelmäßige Arbeitszeit kein Raum.Zuletzt beträfe Arbeit auf Abruf gemäß TzBfG § 12 aussschließlich Teilzeitbeschäftigte, die dazu Länge und Volumen arbeitsvertraglich auszuhandeln haben.Dagegen werden Dienstpläne nicht 'genehmigt', sondern vom Betriebsrat mitbestimmt, oft sogar ausdrücklich vereinbart. Für weitere Fantasien des Arbeitgebers bleibt auch da kein Platz.
Frauke fragt am 21.03.2017, 12:19:19
[ AVR Caritas (Anlage 32), MAV] Der Arbeitgeber gibt uns, der MAV, maximal 2 Tage vor Veröffentlichung der Dienstpläne Zeit, um die zu genehmigen bzw von uns eingesehen zu werden. Sind da 2 Tage für über 4 Stationen uns etwa 90 Mitarbeiter etwas wenig?
Schichtplan-Fibel:Die MAVO § 33 Abs 2 beschreibt:»Der Dienstgeber unterrichtet die Mitarbeitervertretung von der beabsichtigten Maßnahme oder Entscheidung und beantragt ihre Zustimmung. Die Zustimmung gilt als erteilt, wenn die Mitarbeitervertretung nicht binnen einer Woche nach Eingang des Antrages bei ihr Einwendungen erhebt. Auf Antrag der Mitarbeitervertretung kann der Dienstgeber die Frist um eine weitere Woche verlängern. Wenn Entscheidungen nach Ansicht des Dienstgebers eilbedürftig sind, so kann er die Frist auf drei Tage, bei Anstellungen und Einstellungen auch bis zu 24 Stunden unter Angabe der Gründe verkürzen.«Die Frist beginnt mit der vollständigen Information über alle die Maßnahme begründenden Beweggründe (Mindestbesetzungen, Auslastungserwartungen, Wunschbücher, Arbeitsverträge, Behinderungen ...).Die Frist von drei Tagen meint drei ganze Kalendertage. Eine wochenlang vorbereitete Maßnahme ist wohl nicht eilbedürftig im Sinne MAVO § 33 Abs 2.Die MAVO kennt keinen Vorgang 'genehmigen'. Ihr lest da: Zustimmen, Zustimmung erteilen, verweigern, Einwendungen machen. Darum werden alle MAV-Mitglieder von ihren Arbeitspflichten freigestellt und handeln zeitnah und zielgerichtet. Und sie regeln in einer Dienstvereinbarung, wann sie spätestens die Pläne für den folgenden Schichtplanturnus vorgelegt bekommen.
PM fragt am 21.03.2017, 11:16:42
[ AVR Caritas (Anlage 32), MAV] 80 % Stelle Wechselschicht.Ich bin verwirrt. Zum einem verlangt der Dienstgeber, das im Falle einer Arbeitsunfähigkeit es nicht ausreicht, sich auf der Station zu melden, sondern beim direkten Vorgesetzten. Das ist aber doch unlogisch, oder? Zumal z B die Wohnbereichsleitung ja nicht 24 Stunden im Dienst ist. Wenn z.B. mein Partner anrufen müßte, was ist dann?Auch aus dem krank zurückmelden müßen wir uns, wenn die AU bis Montags geht, am Freitag vorher bis 13 Uhr beim Vorgesetzten.Gleiches gilt für Urlaubsende, da verlangt der Arbeitgeber, das wenn der Urlaub z. B. bis montags geht ,dass wir uns bis Freitags vorher bis um 13 Uhr zu melden haben. Egal ob wir noch in Kanada, in Spanien, im Flieger oder Zuhause auf dem Sofa sitzen, wir müßen Bescheid sagen und nachfragen, ob sich der Dienst geändert hat.Auch hier wieder nur beim Vorgesetzten melden und nicht einfach auf der Station. Somit sind die letzten Urlaubstage eh versaut.
Schichtplan-Fibel:Nicht Du bist, sondern der Dienstgeber ist verwirrt.Im Falle einer eintretenden Arbeitsunfähigkeit verpflichtet Dich das EntgFG in § 5, dass Du oder Dein Bote dies 'unverzüglich' (also ohne schuldhaftes Zögern) beim Arbeitgeber meldest. Der Arbeitgeber darf seinen Enpfangsboten regeln - bekommt dann aber die Meldung eher später. Deine Email genügt.In beiden Fällen bestimmt der Begriff 'unverzüglich' im Gesetz abschließend den Zeitpunkt der Meldung. Eine andere Bestimmung des Meldungszeitpunkt, etwa 'schon vorher, spätestens am ....', oder 'lieber später' ist unwirksam.Im Falle einer endenden Arbeitsunfähigkeit hast Du dies als Nebenpflicht unverzüglich dem Arbeitgeber anzukündigen. Eine Email genügt.Im Falle eine geplant endenden Urlaubs brauchst Du nicht damit rechnen, dass der Dienstgeber rechtsunwirksam den verbindlich angeordneten Plan geändert hat. Du brauchst auch nicht zu melden, dass Du nichts zu melden hast.
Maike fragt am 20.03.2017, 17:58:01
[tariflos, Betriebsrat] Ich arbeite in einer stationären Wohneinrichtung für psychisch erkrankte Menschen. Nun will mein Arbeitgeber mit dem Betriebsrat einen Rufdienst über 12 Stunden anordnen. Ist dies überhaupt zulässig?
Schichtplan-Fibel:Dein Arbeitgeber darf das wollen. Dein Betriebsrat darf das mit dem Arbeitgeber vereinbaren.Nur wenn Du Dich in Deinem Arbeitsvertrag zur Leistung von Rufbereitschaft verpflichtet hast, must Du dem nun folgen.Nach werktäglich 10 Stunden Arbeitszeit (ob regelmäßige Arbeitszeit, ob Inanspruchnahme im Rahmen eines Rufdienstes) ist für den Chef und Dich Feierabend.
Ellen fragt am 20.03.2017, 12:57:29
[ BAT-KF , MAV]Ich arbeite in einem Behindertenwohnheim mit Nachtbereitschaft, Dienst 15.30 Uhr bis 22 Uhr Spätdienst, dann Nachtbereitschaft mit anschließenden Frühdienst. Wir bekommen von den 8 Stunden Nachtbereitschaft nur 2 Stunden vergütet. Die Bewohner sollen sich nachts durch klopfen an der Tür oder Signal bei uns melden.Es gibt aber welche darunter die das nicht können - wenn ich nun selbst regelmäßig Kontrollgänge mache (die Bewohner befinden sich aber auf einer anderen Etage) wird es doch eine Nachtwache? Und wie ist die rechtliche Seite bzgl der Haftung, wenn ich was in der Nacht nicht mitbekomme? Wir dürfen ja schlafen.
Schichtplan-Fibel: Die geringe Vergütung zusätzlich zum Tabellenentgelt und je Zeitstunde verstößt gegen MiLoG § 1. Der Trick, stattdessen gar kein Geld zu zahlen und zwei Stunden Freizeitausgleich zu gewähren, wurde noch nicht gerichtlich geächtet.Wir haben allerdings schon begründete Zweifel, dass solche Schlafwachen Um 'Bereitschaftsdienste' im Sinne des ArbZG § 7 und der AVR (BAT-KF) handelt es sich offenbar nicht. Du wirst nachts nicht vom Dienstgeber bei Bedarf aktiviert, Dir werden auch nicht die gesetzlichen Pausen spätestens jeweils nach 6 Stunden Arbeitszeit gewährt. Darum unterstützt ver.di Mitglieder bei der Geltendmachung der aufgelaufenen Ansprüche. Haftungsprobleme inmitten dieser Verwirrug gibt es für Dich selbst nicht.
Tatjana fragt am 20.03.2017, 03:24:04
[ TVöD-K , Personalrat] Wechselschicht 1. Ist es rechtens, einen befristeten Vertrag auf Stundenerhöhung (für 3 Monate auf 35 Stunden/Woche) von meinem Arbeitgeber zu bekommen, bei dem ich bereits vorher befristet angestellt war (für 2 Jahre), aktuell aber unbefristet angestellt bin (mit 30 St./Woche)?2. Als Teilzeitkraft arbeite ich in letzter Zeit vermehrt zu "unschönen" Dienstzeiten, arbeite z.B. in einem Dienstplan drei Wochenenden und Vollzeitarbeiter nur eines oder höchstens zwei. Ist das rechtens?
Schichtplan-Fibel:Zu 1.) Ja. Den Aufstockungsanteil Deines Arbeitsvertrags betrachten die Bundesarbeitsrichter nicht unter den Bedingungen des TzBfG. Es könne sich zudem um eine Befristung dieses neuen Vertragteils mit einem Sachgrund handeln. (BAG, Urteil 16.01.2008 - 7 AZR 603/06).Zu 2.) Nein. Die Arbeitszeit zu ungewöhnlichen Zeiten belastet besonders. Teilzeitbeschäftigte müssen nur anteilig ihrer vereinbarten Vertragsstunden an diesen Belastungen teilnehmen, die Stunden sind der Bemessungsmaßstab (AG Berlin-Brandenburg, 20.08.2015 - 26 Sa 2340/14). Doch bereits TVöD-K § 6.1 Abs 3 regelt ja, dass in zwei betrachteten Wochen ein Sonntag arbeitsfrei bleibt.
Hans-Werner fragt am 18.03.2017, 16:17:08
[ TVöD-K , Betriebsrat] Wechselschicht.Laut einer Betriebsvereinbarung sollen die Dienstpläne bis zum 10. des Monats, für den übernächsten Monat beim Betriebsrat sein. Jetzt lag ein Wochenende dazwischen und es gab technische Probleme, die zuständigen Dienstplaner haben sich entschuldigt für die zu späte Abgabe. Inhaltlich waren die Dienstpläne o.k. Wie kann bzw. soll man sich da verhalten, hat der Betriebsrat nicht einen sog. Ermessensspielraum, oder muss man so starr verfahren?
Schichtplan-Fibel:BGB § 315BGB § 315 Bestimmung der Leistung durch eine Partei(3) Soll die Bestimmung nach billigem Ermessen erfolgen, so ist die getroffene Bestimmung für den anderen Teil nur verbindlich, wenn sie der Billigkeit entspricht. Entspricht sie nicht der Billigkeit, so wird die Bestimmung durch Urteil getroffen; das Gleiche gilt, wenn die Bestimmung verzögert wird. regelt bereits, dass eine verspätete Anordnung nicht mehr rechtswirksam ist.Wende Dich an Deinen Betriebsrat. Bitte ihn, die Betriebsvereinbarung zu kündigen. In einer Neuvereinbarung sollen dann nicht bloße Verfahrensanweisungen sondern ausdrücklich und klar Rechte von Arbeitnehmer/innen geregelt werden. Dazu gehört die Rechtsfolge für den Fall, dass wegen Versäumnissen des Arbeitgebers er den Schichtplan nicht rechtzeitig anordnet.Du kannst dem Betriebsrat auch vorschlagen, sich dazu unter unter www.nach-hilfe-ruf.schichtplanfibel.de beraten zu lassen.
Michael fragt am 17.03.2017, 18:28:42
[ TV AWO nrw , Betriebsrat] , Schichtdienstmitarbeiter; zum UrlaubsantragDie Jahresurlaubsplanung soll/ muss bis 31.Januar jeden Jahres der Bereichsleitung vorgelegt werden.Wie lange (Wochen, Monate) muss ich auf die Genehmigung meiner Urlaubsplanung warten?Kann Mitte März die Jahresurlaubsplanung, ganz oder ein Teil, abgelehnt werden?Wie oft kann ein Mitarbeiter mit schulpflichtigen Kindern innerhalb eines Jahres die Ferien nutzen?Hat dieser Mitarbeiter Anspruch auf Oster- Sommer- Herbst und Winterferien Anspruch, oder nur in einer Ferienzeit?
Schichtplan-Fibel:Du hast durch das BUrlG und den Tarifvertrag das Recht, Anträge auf die Lage Deiner Urlaubsteile zu stellen. Du kannst Dich auch an der frühzeitigen Urlaubsplanung beteiligen.Ein Urlaubsplan setzt entsprechend der Urlaubswünsche den Urlaub in der Lage abschließend fest. Dazu muss zuvor der Betriebsrat der Planung ausdrücklich zustimmen. Vielleicht hängt es da noch? Danach gibt der Arbeitgeber den endgültigen und verbindlichen Plan bekannt. Steht der Urlaub fest im Plan, tritt ruhig Deine Reise an. Sonst brauchst Du eine andere, beweisbare Erklärung durch Vorgesetzte ('Genehmigung').Jeder Urlaubswunsch ist erlaubt. Jeder Wunsch muss gegen betriebliche Interessen vereinbart werden. Gibt es keine vereinbarte Mindestbesetzung, kann ein Urlaubswunsch schwerlich abgelehnt werden. Die Schulpflicht von Kindern ist eine böse Sache; sie muss jeweils und immer wieder besonders mit abgewogen werden.
Katrin fragt am 17.03.2017, 16:26:41
[AVR-J , MAV] Ich bin schwanger in der 6. Woche , arbeite im Schichtdienst. Ich bin im April an jedem Samstag mit Dienst geplant. Am Ostersonntag bin ich auch geplant. Im ganzen April habe ich bei einer 35 Stundenwoche nicht einmal zwei Tage zusammenhängend frei. Ich war bei unserer MAV und der Vorsitzende geht jetzt in Urlaub . Darf ich so geplant werden?
Schichtplan-Fibel:AVR J § 11 Abs 1 regelt -»Die durchschnittliche täg liche Arbeitszeit einer vollbeschäftigten Mitarbeiterin bzw. eines vollbeschäftigten Mit arbeiters beträgt 8 Stunden. Der Tag beginnt um 0.00 Uhr und endet um 24.00 Uhr.Bei Teilzeitbeschäftigten wird die regelmä ßige wöchentliche Arbeitszeit entsprechend dem Verhältnis der mit ihnen vereinbarten Arbeitszeit zur regelmäßigen Arbeitszeit einer vollbeschäftigten Mitarbeiterin bzw. eines vollbeschäftigten Mitarbeiters festgelegt (X % von 40). Mit der Teilzeitbeschäftigten bzw. dem Teilzeitbeschäftigten ist eine Vereinbarung zu treffen, wie ihre bzw. seine durchschnittliche regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit im Rahmen der betriebsüblichen bzw. dienstplanmäßigen Arbeit erfolgt.«Hast Du keine solche Rahmenvereinbarung? Ohne allgmeine Vereinbarung ist dem Vorgesetzten noch keine rechtswirksame Schichtplanung möglich. Er muss dann jeden einzelnen Plan mit Dir frei aushandeln und vereinbaren.Die Regel bedeutet für die Vollzeitbeschäftigten bei Euch eine tatsächliche 5-Tage/Woche. Für Dich gilt nichts Schlechteres: durchschnittlich hast Du 7-Stunden-Schichten, zwei freie Tage wochendurchschnittlich.MuSchG § 8 regelt nun in Abs 4 zusätzlich -»[...] in Krankenpflege- und in Badeanstalten,[...] Darbietungen oder Lustbarkeiten dürfen werdende oder stillende Mütter, abweichend von Absatz 1, an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden, wenn ihnen in jeder Woche einmal eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 24 Stunden im Anschluss an eine Nachtruhe gewährt wird.«
Andy fragt am 17.03.2017, 11:56:59
[ TVöD Bund , Betriebsrat] NachfrageIst es überhaupt statthaft, das Urlaubstage mit einem anderen Stundenansatz berechnet werden, als regelmäßige Arbeitstage?Werden bei dieser, vom Arbeitgeber praktiziere Berechnung, eventuell Plus- und/oder Minusstunden erwirtschaftet? Da ja freie Tage zwar als Urlaubstage berechnet werden, aber gleichzeitig auch dadurch die Ist-Arbeitszeit (über Sollarbeitszeit) erhöht wird?
Schichtplan-Fibel:Eine tarifwidrige Praxis ist auch nicht 'statthaft'. Urlaubstage stellen von der gesamten geplanten Arbeitspflicht frei.Wird betriebsüblich keine genaue Arbeitspflicht geplant (Gleitzeit), dann kann vereinbart werden, eine Zeitpauschale anzusetzen.Arbeitsstunden werden nicht erwirtschaftet, sondern angeodnet und geleistet. Plusstunden wären Überplanung am Ende des Schichtplanes, aöso der Oberbegriff für geplante Überstunden bzw. Mehrarbeit. Minusstunden meint: Unterplante Zeitschuld im Schichtplanturnus; diese verfällt am Endes deiese Ausgleichzeitraums ersatzlos.Beides hat mit 'Urlaub' nichts zu schaffen. Denn Urlaub erhöht nicht die Zeitschuld und muss auch nicht nachgearbeitet werden.
Andy fragt am 17.03.2017, 09:24:04
[ TVöD Bund , Betriebsrat] DRK Alten-u. PflegeheimIn unserem Alten- u. Pflegeheim gibt es sowohl Vollzeit- wie auch Teilzeit Beschäftigte.Bisher erhielten wir je nach Arbeitstagen unseren Jahresurlaub berechnet. Ausgehend von 30 Tagen bei einer 5 Tage Woche.Regelarbeitszeiten sind pro Arbeitstag auf 7 Stunden festgelegt. Zeiterfassung mit Stempeluhr.Bei uns wird in folgenden Rastern über Sa, So u. Feiertage gearbeitet.Vollzeit 5 Tage u. 5,5 Tage (11 Tage) Woche.Teilzeit 4 (8), 3 (6) u. 2 (4) Tage Woche.Arbeitsraster =( ).Ab 01.01.2017 wurde dieses geändert.Jetzt erhalten alleBeschäftigten (egal wie viele Arbeitstage) 30 Tage Urlaub.Jedoch werden diese Tage mit einem anderen Stundenansätzen berechnet.Es werden immer die wöchentliche Arbeitszeit durch 5 Arbeitstage geteilt.Das ergibt den Stundenansatz für den Urlaubstag.Bei dieser Berechnung werden alle freien Tage (egal ob Urlaubstage oder arbeitsfreie Tage, außer Sa, So u. Feiertage), bei der Gewährung des Urlaubs, mit berechnet. Besonders die Teilzeitbeschäftigten werden hier erheblich benachteiligt, da ihre arbeitsfreien Tage , die in den Urlaubszeitraum fallen, mit berechnet werden.Wir haben zwareinen Betriebsrat, aber von hier haben wir bisher keine Hilfe erhalten.Fragen: Ist dieses statthaft? Was können wir noch unternehmen, um dieses wieder zu ändern?	Schichtplan-Fibel:Diese betriebliche Praxis ist offen tarifwidrig. Denn TVöD § 26 regelt -»Bei Verteilung der wöchentlichen Arbeits zeit auf fünf Tage in der Kalenderwoche beträgt der Urlaubsanspruch in jedem Kalenderjahr 30 Arbeitstage. Bei einer anderen Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeit als auf fünf Tage in der Woche erhöht oder vermindert sich der Urlaubsanspruch entsprechend. Verbleibt bei der Berechnung des Urlaubs ein Bruchteil, der mindestens einen halben Urlaubstag ergibt, wird er auf einen vollen Urlaubstag aufgerundet; Bruchteile von weniger als einem halben Urlaubstag bleiben unberücksichtigt.«Der TVöD geht also von der tatsächlichen wochendurchschnittlichen Anzahl der Arbeitstage aus. Dein Betrieb geht abweichend von der Idealfiktion aus.Der Betriebsrat stellt sicher, dass in Deinem Schichtplanturnus (Schichtplan) nicht mehr als Deine Zeitschuld verplant wird. Tarifwidrige Praxis darf nicht im Einzelfall zu Nachteilen für Dich führen (weniger Geld, versteckte Überarbeit, weniger Urlaubstage). Aktiviere Deinen Betriebsrat, damit dieser sicherstellt: Auch bei Urlaub müssen Dir zunächst die regelmäßigen Schichten an den sieben Wochentagen eingeplant werden. Urlaubsanspruchstage verbrauchst Du, wenn der Urlaub Dich von geplanter Arbeitspflicht freistellt.
Reiner fragt am 17.03.2017, 09:35:19
[ TVöD-K , Personalrat] Schichtarbeit. Ich musste am 1. Januar arbeiten (Bertreuung Veranstaltung Stadthalle ). Ich bekam die Arbeitszeit gutgeschrieben zum Abbummeln und 35 % Zuschläge. Da dieser Tag ein Sonntag war müsste ich doch 135 % Feiertag und Sonntag als Zulage bekommen und die Stunden abbummeln können?
Schichtplan-Fibel:Der TVöD begründet Deine Ansprüche in § 8 -»Der/Die Beschäftigte erhält neben dem Entgelt für die tatsächliche Arbeitsleistung Zeitzuschläge. Die Zeitzuschläge betragen – auch bei Teilzeitbeschäftigten – je Stunde [...]d) bei Feiertagsarbeit– ohne Freizeitausgleich 135 v. H., – mit Freizeitausgleich 35 v. H., [...]des auf eine Stunde entfallenden Anteils des Tabellenentgelts der Stufe 3 der jeweiligen Entgeltgruppe.«Im Tarifvertrag steht nichts vom Abbummeln oder einer Frist. Dir steht die Bezahlung auch der 100 % steuer- und sozialabgabenfrei zu, fällig mit dem März-Entgelt. Wird nicht gezahlt? Dann wird zudem die Verzugaspauschale von 40 € (BGB § 288 Abs. 5) fällig!
Marion fragt am 15.03.2017, 09:33:53
[ TVöD-B , Betriebsrat] SchichtdienstIch habe eine 28-Stunden-Stelle und muss parallel meinen Vater betreuen, der zum Pflegefall geworden ist.Muss mein Vorgesetzter darauf Rücksicht nehmen, wenn es um die Dienstplangestaltung geht?
Schichtplan-Fibel:Der Schichtplan kann Dir angeordnet werden - unter Berücksichtigung Deiner Wünsche, des TVöD und der Leitlinien gemäß ArbZG § 6 Abs. 1 . Doch: Erst nach Zustimmung Deines Betriebsrates.Deine Interessen sind bei der Abwägung gegenüber den betrieblichen besonders hoch zu bewerten (Familie, Gesundheit).Aktiviere Deinen Betriebsrat!
Knutschkugel fragt am 14.03.2017, 17:56:08
[ TVöD , Betriebsrat] SchichtdienstIch arbeite seit 15 Jahren mit einem Beschäftigungsumfang von 100% im Schichtdienst auf ein und der gleichen Station. Nun soll ich zum 01.04.2017 auf eine andere Station versetzt werden. Auf der neuen Station verändert sich zum einen die Arbeitszeit, d.h der Frühdienst ist kürzer und dadurch muss ich einen Dienst im Monat mehr arbeiten, um mein Soll zu erreichen. Was mich aber extremst stört ist, dass ich auch die Schicht (anderes Dienstwochenende, in meiner jetzigen Spätwoche Frühdienst, in meiner jetzigen Frühwoche Spätdienst) wechseln soll (aus betrieblichen Gründen) was mein Privatleben völlig auf den Kopf stellt :-(. Habe ich da eine rechtliche Handhabe? Gibt es so etwas wie Gewohnheitsrecht? Kann ich mich auf mein Privatleben berufen? Muss das meinen Arbeitgeber überhaupt interessieren?
Schichtplan-Fibel:Der Schichtplan kann Dir angeordnet werden - unter Berücksichtigung Deiner Wünsche, des TVöD und der Leitlinien gemäß ArbZG § 6 Abs. 1 . Doch: Erst nach Zustimmung Deines Betriebsrates.Nein: Ein zwingendes Gewohnheitsrecht gibt es nicht. Aber bei Dir hoch zu bewertende Interessen (Familie, Gesundheit, Vereingungsfreiheit ...).Aktiviere Deinen Betriebsrat!
Uschi fragt am 14.03.2017, 13:15:57
[AVR dwbo; MAV] Es geht um § 20 Satz 1 AVR, wie genau berechnen sich die 5 Wochen (Stichtagsregelung)? Es kommt vor, dass ich bei Nachtdiensten über den Monatswechsel mal eine Schichtzulage bekomme mal nicht. Auf Nachfragen kommt nur gr. Achselzucken :-(
Schichtplan-Fibel:Die AVR dwbo § 20 Abs 1. regeln -»Die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter, die bzw. der ständig nach einem Schichtplan (Dienstplan) eingesetzt ist, der einen regelmäßigen Wechsel der täglichen Arbeitszeit in Wechselschichten (§ 9e Abs. 2 Satz 2) vorsieht und die bzw. der dabei in je fünf Wochen durchschnittlich mindestens 40 Arbeitsstunden in der dienstplanmäßigen oder betriebsüblichen Nachtschicht leistet, erhält eine Wechselschichtzulage i.H.v. 102,26 € monatlich.«Es handelt sich bei den 5-Wochen nicht um einen festen Ausgleichszeitraum ähnlich dem in ArbZG § 6 Abs 2. Denn es handelt sich um eine Durchschnittsberechnung. Im Zweifel: Über das Kalenderjahr hinweg.Im Ergebnis bekommst Du entweder immer oder nie im Jahr die Zulage.
Susi fragt am 13.03.2017, 13:59:19
[ TVöD-K , Betriebsrat] Hatte bereits genehmigten Urlaub, als ich wegen Schwangerschaft Beschäftigungsverbot erhielt. Verfällt dieser Urlaub im Beschäftigungsverbot oder kann der Urlaub da es sich um "mutterschutzrechtliche Beschäftigungszeiten" handelt übertragen werden. Wenn ja, wie lange? Bis nach der Elternzeit?
Schichtplan-Fibel:1. Ein tätigkeitsbezogenes generelles Beschäftigungsverbot nach § 4 MuSchG verhindert den zur Erfüllung des Urlaubsanspruchs nach § 362 Abs. 1 BGB erforderlichen Leistungserfolg auch dann, wenn der Urlaubszeitraum bereits vor Eintritt des Beschäftigungsverbots festgelegt war und der Arbeitgeber der Arbeitnehmerin keine zumutbare Ersatztätigkeit zugewiesen hat.2. § 17 Satz 2 MuSchG regelt die Unvereinbarkeit von Urlaub und einer (vollständigen) Arbeitsbefreiung infolge mutterschutzrechtlicher Beschäftigungs­verbote mit der Folge, dass das Risiko der Leistungsstörung durch ein in den festgelegten Urlaubszeitraum fallendes Beschäftigungsverbot dem Arbeitgeber zugewiesen wird.(BAG Urteil 09.08.2016 - 9 AZR 575/15)Dein Urlaubanspruch verfällt nicht. Er bleibt im Wert unverändert erhalten, bis Du aus dem Mutterschutz bzw. der anschließenden Elternzeit zurückkehrst. Harry55 fragt am 12.03.2017, 23:39:02
[ TVöD-K , Betriebsrat] Wechselschicht.Am Donnerstag 9.3.17 um 19 Uhr ging ein Fax von unserer Teamleitung mit folgenden Text ein. „Einladung außerordentliche Dienstbesprechung am 15.03.um 15:00 Uhr. Pflichtveranstaltung! Um vollzähliges erscheinen wird gebeten.“ Die Veranstaltung findet in einer 7 Km entfernten anderen Betriebsstätte statt.In meinem Team arbeiten 4 Mitarbeiter, jeweils alleine in der Schicht. Der eine hat bis 14:15 Uhr Frühschicht, der andere ab 14:00h Spätschicht und ein anderer hat Nachtschicht bis 06:15. Ich selbst habe am 15.03. frei. Nach meinem Empfinden muss keiner von uns an der „Pflichtveranstaltung“ teilnehmen, da nichts im Dienstplan eingetragen ist. Offiziell erfahre ich erst morgen 13.03. nach meinem freien Wochenende von dem Fax. Unser Betriebsrat bestimmt die Dienstpläne nicht mit, „weil er sonst zu keiner anderen Tätigkeit mehr kommen würde“. Meine Frage ist: Muss jemand von uns an der Dienstbesprechung teilnehmen?
Schichtplan-Fibel:Besprechungen gehören zur regelmäßig geschuldeten Arbeitstätigkeit. Alle müssen in ihrer regelmäßigen Arbeitszeit daran teilnehmen. Voraussetzung ist zunächst, dass der Betriebsrat dieser Anordnung zugestimmt hat. Ohne Zustimmung - aus welchem dunklen Grund auch immer - kann der Arbeitgeber (Vorgesetzte) rechtswirksam weder regelmäßige noch darüberhinausgehende Arbeitszeit anordnen. Dann handelt es sich lediglich um eine für den Arbeitgeber einseitig verbindliches Angebot - Du kannst kommen, musst es aber nicht. Darum schreibt der Vorgesetzte ja auch 'wird gebeten'.Wer so freiwillig eine Schicht antritt, könnte allerdings verpflichtet sein, während dieser Schicht zum Besprechungsort zu fahren, bis die Schicht endet.Überstunden, also die Verlängerung einer festgelegten Schicht (TVöD § 7 Abs. 8TVöD § 7 Abs. 8Abweichend von Absatz 7 sind nur die Arbeitsstunden Überstunden, die [...]c) im Falle von Wechselschicht- oder Schichtarbeit über die im Schichtplan festgelegten täglichen Arbeitsstunden [...] angeordnet worden sind. scheiden hier aus. Denn für alle fehlt es an der Zustimmung des Betriebsrates (BetrVG § 87 Abs 1 nr. 3). Ohne Anordnung (Festlegung) einer Schicht kann keine verlängert werden (keine Überstunden an freien Tagen). Ohne Rücksprache mit den Betroffenen fehlt es zudem am billigen Ermessen (GewO § 106Gewerbeordnung § 106 Weisungsrecht des ArbeitgebersDer Arbeitgeber kann Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen, so weit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind. Dies gilt auch hinsichtlich der Ordnung und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb. Bei der Ausübung des Ermessens hat der Arbeitgeber auch auf Behinderungen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen.). Dagegen kommt es auf den Ort der Besprechung hier nicht an.
Marco fragt am 09.03.2017, 14:38:32
[? Vertrag / AVR, Betriebsrat] Ich arbeite im Schichtdienst früh, spät und Nachtschichten. Der Schichtplan geht über zwölf Wochen. In diesen zwölf Wochen gibt es lediglich zwei Tage, an denen wir nur 8,5 Stunden arbeiten. Alle anderen Tage arbeite ich 10,5, 11 oder 12 Stunden. Außerdem haben wir noch Rufbereitschaft. Bereitschaften haben wir 24 Stunden 48 Stunden 72 Stunden oder 96 Stunden im Schichtplan werden 4,5 Stunden für eine Bereitschaftsschicht angerechnet. Sollten wir an einem Bereitschaft Tag nicht gerufen werden, entstehen uns Minusstunden. Ausgleichstage für Bereitschaftsdienst oder auch 12 Stunden Nachtdienst gibt es nicht. Auf Nachfrage, ob dies alles rechtens ist, wird uns immer wieder gesagt, wir haben dafür Betriebsvereinbarung - oder - meldet euch beim Betriebsrat. Aber der wird leider nicht tätig. Darf der Arbeitgeber nicht geleistete Bereitschaftstage im minus anrechnen oder sind Bereitschaften am gleichen Tag abgegolten. Das wäre meine primäre Frage. Es gibt noch so viele Punkte, die nicht geklärt sind in unserem Schichtplan.
Schichtplan-Fibel:Schichtplan-Fibel:Schade, dass Du - trotz unserer ausdrücklichen Hinweise - nichts über Deine Bezüge im Arbeitsvertrag auf Tarif oder AVR schreibst. Da können wir wenig raten.Richtig ist, dass ArbZG § 7 in Abs 1 und 3 für Anwesenheits-'Bereitschaftsdienst' die Form einer Betriebsvereinbarung vorschreibt. Ein aktiver Betriebsrat hat auch vor Zustimmung zu Rufbereitschaften eine Betriebsvereinbarung dazu abgeschlossen. Diese Vereinbarungen muss der Arbeitgeber im Betrieb veröffentlichen.Eine Verrechnung (Faktorisierung) von Rufbereitschaften wäre sicherlich nicht durch die Verträge abgedeckt.
Sara fragt am 09.03.2017, 09:41:03
[ AVR Caritas (Anlage 33), MAV]Schichtdienst Ich habe einen Arbeitsvertrag für 2 Monate während meiner Elternzeit unterschrieben. Nun habe ich 6 Tage Erholungsurlaub. Aufgrund meiner Kinder, arbeite ich "nur" an den Wochenenden. Wie lege ich den nun meinen Urlaub? Wenn ich den auf die beiden Wochenenden lege, muss ich im nächsten Monat ja fast nicht mehr arbeiten. Ich kenne die Erwartungshaltung meiner Chefin dazu "noch" nicht.
Schichtplan-Fibel:Der Arbeitsvertrag in der Elternzeit ist ein anderer als der vor- und nachher. Bei den 6 Tagen Urlaub handelt es sich also hoffentlich nicht um Urlaub aus dem 'vor- und nachher'-Vertrag. Denn der wird erst bei der Rückkehr aus der Elternzeit fällig.Handelt es sich um in der Elternzeit entstandenen Anspruch auf Urlaub? Dein Urlaub (30 Tage in der 5-Tage/Woche) ist umgerechnet auf Deine 1-Tage/Woche. Jeder Deiner 6-Urlaubstage stellt Dich so von einem Tag mit Arbeitspflicht frei. Du brauchst also an insgesamt drei Wochenenden, an denen Du mit Schichten gesplant bist, nicht arbeiten.
Harry55 fragt am 09.03.2017, 09:38:24
[ TVöD-K , Betriebsrat] Wechselschicht.Nachdem der Dienstplan/Schichtplan aushängt, oder dem Mitarbeiter ausgehändigt wurde, ist dieser nach meinem Wissen rechtsverbindlich. Wenn ich auf diesem Plan 15,4 Stunden unterplant bin, dann müssen die unterplanten Stunden nicht nachgearbeitet werden, sondern verfallen am Ausgleichsende (Schichtplan).Wenn ich mitten im Plan für jemanden 2 Tage (15,4 Stunden) einspringen soll (Krankheitsvertretung o.ä.), stellt sich für mich die Frage, muss ich überhaupt einspringen? Gleicht sich die Sollarbeitszeit dadurch aus, oder sind es dann Mehrstunden?
Schichtplan-Fibel:In der Schicht- und Wechselschichtarbeit ist alle abgeforderte regelmäßige Zeitschuld im Schichtplanturnus angeordnet. Bei den an planfreien Tagen eingesprungenen handelt es sich also nicht um regelmäßige Zeitschuld. Es handelt sich gemäß TVöD § 7 Abs. 8TVöD § 7 Abs. 8Abweichend von Absatz 7 sind nur die Arbeitsstunden Überstunden, die [...]c) im Falle von Wechselschicht- oder Schichtarbeit über die im Schichtplan festgelegten täglichen Arbeitsstunden einschließlich der im Schichtplan vorgesehenen Arbeitsstunden, die bezogen auf die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit im Schichtplanturnus nicht ausgeglichen werden,angeordnet worden sind.handelt es sich auch nicht um Überstunden. Mehrarbeit scheidet bereits aus, weil Du keine Teilzeitkraft bist.So bleiben nur zwei Wertungsmöglichkeiten:Es handelt sich um eine einvernehmliche Dienstplanänderung auf Initiative Deines Chefs und zu Deinen Lasten.Es handelt sich um eine außervertragliche Leistung, deren Ausgleich Du außervertraglich aushandeln musst.Dienstplanänderungen sind nur einvernehmlich möglich. Zu außervertraglichen Leistungen bist Du nicht verpflichtet.
Schichtbulle fragt am 08.03.2017, 21:07:12
[TV-V, Betriebsrat] Vertretung Wechselschicht Wir arbeiten im normalen Tagbetrieb 39 Stunden, die sich wie folgt aufteilen: Mo.-Do. 8,5 Stunden und Fr. 5 Stunden.Zusätzlich springen wir aber in die Wechselschicht als Krankheits -und Urlaubsvertretung ein. Die Wechselschicht arbeitet 8 Stunden, täglich je 7 Tage Nacht von 22 bis 6 Uhr, dann am darauffolgenden Tag von 14 bis 22 Uhr je 7 Tage Spät, dann Wechseltag und wieder 7 Tage Früh von 6 bis 14 Uhr. Und hat dann 5 Tage frei bis der Rhythmus von vorne beginnt. (Es gibt während dieser 8 Stunden. Schichten auch keine Pausen, soll man nebenbei machen was aber nicht möglich ist. Ist das so überhaupt erlaubt?Wenn wir jetzt einspringen, weil ein Kollege krank ist, mal angenommen eine Nachtschicht am Sonntag, dann können wir am Montag nicht mehr zur Arbeit kommen (Ruhezeiten). Der Arbeitgeber zieht uns hier 8,5 Stunden. ab. In der Woche verhält es sich genauso, es werden einfach 8,5 Stunden abgezogen.Eine andere Situation: Mo.,Di.,Mi. und Do. Nachtschichtvertretung, Freitag dann keine Arbeitsaufnahme möglich. Wir haben also nur 32 Stunden gearbeitet und 7 werden einfach abgezogen. Dabei können wir ja gar nicht mehr zur Arbeit wegen Ruhezeiten.Und noch eine Sache: wird die Spätschicht vertreten und im Anschluss noch ein paar Tage die Frühschicht, dann sind wir am Wechseltag ja auch nicht da wegen Einhaltung der Ruhezeiten. Auch wieder 8,5 Stunden weg. Wir kommen jetzt schon immer an solchen Tagen zum normalen Dienst um nicht zu viel Verlust zu machen. Bis vor kurzem ging das alles noch problemlos, da wurden die Stunden noch aufgefüllt und es gab keine Abzüge. Aber jetzt wird rigoros gestrichen. Wir stehen jetzt als Springer ziemlich dumm da, weil wir hier plötzlich benachteiligt werden. Darf das denn so sein?
Schichtplan-Fibel:Der TV-V regelt in § 9 Abs 8c, dass Dir als Schicht- oder Wechselschichtarbeiter die Arbeitszeit im Schichtplan für die Tage festgelegt werden muss. Dies wird Dir tarifwidrig durch die geschilderte Praxis des "Springen" verwehrt. TV-V § 8 regelt abschließend die Flexibilisierungsmöglichkeiten bei der Arbeitszeit. Eine Arbeit auf Zuruf (TzBfG § 12) gehört nicht dazu. 'Springen' darf daher allenfalls die Arbeitsinhalte betreffen.Das BetrVG gibt in § 87 Abs 1 nr 2 Deinem Betriebsrat das Recht und die Pflicht, insbesondere die »Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage« mitzubestimmen. Einem Dienstplan, in dem nicht alle regelmäßige Zeitschuld abschließend verteilt ist, kann Dein Betriebsrat nicht rechtswirksam zugestimmt haben.Ergebnis: Der Dir anfangs angeordnete Schichtplan verteilt abschließend für Dich die Arbeitszeit. Unterplanung am Ende dieses Schichtplanturnus verfällt dem Arbeitgeber. Du brauchst nicht Einspringen. Du musst keine durch Dein freiwilliges Einspringen auf Anordnung des Arbeitgeber ihm nicht mehr erlaubte Schichten nacharbeiten.
Peter fragt am 08.03.2017, 14:54:51
[ BAT-KF , MAV] Dienstplangestaltung/ Bereitschaftsdienst; Schichtdienst Es wurde uns mitgeteilt, daß wir einen neuen Dienstplan erhalten sollen. Dieser soll u.a. folgendermaßen aussehen: Spätdienst (13.00 bis 21.00 Uhr) mit anschließender Bereitschaft im Haus (von 21.00 bis 6.00 Uhr) und daran anschließenden Frühdienst (6.00 bis 13.30 Uhr).Ist das rechtens? Was wird als Stunden angerechnet? Wie muß dies vergütet werden?Laut Leitung ist der Wechsel von Spätdienst auf Bereitschaft und Frühdienst kein zusammenhängender Dienst sondern wird durch die Bereitschaft unterbrochen. Im BAT-KF steht es auch so. Meines Erachtens ist dies aber nicht zulässig! Wir sind dann über 24 Stunden in der Einrichtung. Desweiteren wurde uns mitgeteilt, dass wir bis zu 8x im Monat diesen Dienst leisten müssen/können/dürfen.
Schichtplan-Fibel:Über das Schlupfloch ArbZG § 7 Abs 4 regelt der BAT-KF in § 6 Abs. 1 1-»Wenn in die Arbeitszeit regelmäßig und in erheblichem Umfang Bereitschaftsdienst fällt, kann unter den Voraussetzungen einer- Prüfung alternativer Arbeitszeitmodelle,- Belastungsanalyse gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz und- ggf. daraus resultierender Maßnahmen zur Gewährleistungdes Gesundheitsschutzesim Rahmen des § 7 Absatz 1 Nr. 1 und 4, Absatz 2 Nr. 3 Arbeitszeitgesetz die tägliche Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes abweichend von §§ 3, 5 Absatz 1 und 2 und 6 Absatz 2 Arbeitszeitgesetz über acht Stunden hinaus auf 24 Stunden verlängert werden, wenn mindestens die acht Stunden überschreitende Zeit als Bereitschaftsdienst abgeleistet wird.In Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe sowie Behindertenhilfe kann die Arbeitszeit auf bis zu 24 Stunden verlängert werden, wenn mindestens die 16 Stunden überschreitende Zeit als Bereitschaftsdienst abgeleistet wird. Dabei muss die Arbeitszeit nach längstens zehn Stunden durch einen Bereitschaftsdienst von mindestens acht Stunden unterbrochen werden.«Deine Schilderung lässt uns im Unklaren, im welcher Art Dienstleistungsbereich Du arbeitest. Doch die Hürden sind in beiden dieselben:Es braucht eine Dienstvereinbarung (ArbZG § 7 Abs 1) mit Eurer MAV. Die gemeinsame Prüfung muss ergeben haben: Dies ist das effektivste bzw. entlastenste Arbeitszeitmodell. Alle Belastungen wurden erfasst und bewertet. Die daraufhin als erforderlich erkannten Maßnahmen zu Eurem Gesundheitsschutz wurden zwischen den Betriebsparteien vereinbart. Im Arbeitsvertrag wird zu dieser Überarbeit verpflichtet (Achtung: Teilzeitbeschäftigte!; Achtung: Schwerbehinderte und Gleichgestellte!).Dann sind Schichten erlaubt mit der maximalen werktäglichen Gesamtlänge (Arbeitsbeginn bis zur Ruhezeit) von 24 Stunden. Der Anteil der 'Vollarbeit' (nicht bloßes Bereithalten oder Pausen) darf 12 Stunden durchschnittlich nicht übersteigen. (Dies sehen die Aufsichtsbehörden nämlich weniger großzügig als die Diakonisten und ihr willfähriger Verhandlungspartner Vkm in ihrem BAT-KF unterschrieben haben).Spätestens alle 6 Stunden ist durch eine Pause (nicht Bereitschaftsdienst) zu unterbrechen.Das von Dir geschilderte Modell erfüllt mehrere dieser Mindestvorgaben nicht. Wir ersparen uns, Dir die wenig attraktiven Ausgleichsregelungen (Vergütung, Faktorisierung) des BAT-KF § 8 Abs. 6 zu referieren.
Ralf fragt am 07.03.2017, 10:30:46
[ TVöD-BK durch Inbezugnahme, Betriebsrat] SchichtdienstIch arbeite in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung. Der Dienstplan für April weist für die Feiertage (Karfreitag und Ostermontag) je 1/5 Abzug von der Sollarbeitszeit (Vollzeit = 2x7,8 Std.) auf. Das verstehe ich. An den Tagen mit Arbeit bekomme ich die jeweilig geleistete Stundenzahl angerechnet plus den entsprechenden Zuschlägen. Ist diese Vorgehensweise richtig oder muss anders gerechnet werden?
Schichtplan-Fibel:TVöD-K/B § 6.1 Abs. 2TVöD § 6.1 Abs. 2Für Beschäftigte, die regelmäßig nach einem Dienstplan eingesetzt werden, der Wechselschicht- oder Schichtdienst an sieben Tagen in der Woche vorsieht, vermindert sich die regelmäßige Wochenarbeitszeit um ein Fünftel der arbeitsvertraglich vereinbarten durchschnittlichen Wochenarbeitszeit, wenn sie an einem gesetzlichen Feiertag, der auf einen Werktag fällt,a)	Arbeitsleistung zu erbringen haben oderb)	nicht wegen des Feiertags, sondern dienstplanmäßig nicht zur Arbeit eingeteilt sind und deswegen an anderen Tagen der Woche ihre regelmäßige Arbeitszeit erbringen müssen.: Die Verminderung der Zeitschuld im Schichtplanturnus ist richtig. TVöD-B § 8 Ausgleich für Sonderformen der Arbeit - »(1) Beschäftigte erhalten neben dem Entgelt für die tatsächliche Arbeitsleistung Zeitzuschläge. Die Zeitzuschläge betragen - auch bei Teilzeitbeschäftigten - je Stunde [...] d) bei Feiertagsarbeit - ohne Freizeitausgleich 135 v.H., - mit Freizeitausgleich 35 v.H.[...]des auf eine Stunde entfallenden Anteils des Tabellenentgelts der Stufe 3 der jeweiligen Entgeltgruppe.« Wenn Du im Juni Deine Feiertagsarbeitsstunden mit 35 %-Aufschlag steuer- und sozialabgabenfrei vergütet bekommst: Prima.Tarifwidrig ist hier also lediglich, dass der Schichtplanturnus nicht über einen Anzahl von Kalenderwochen geführt wird, sondern über den Kalendermonat April (30 Tage mit 5 Wochenenden). Dies macht eine Überprüfung Deiner vertraglich wochendurchschnittlich bestimmten Zeitschuld im 'April' schwer und unklar.
Rainer fragt am 07.03.2017, 07:02:59
[ BAT-KF , MAV] Eingruppierung Ambulante PflegeEs ist ein Pflegedienst in unsere Einrichtung übergegangen. Wir wollen die Eingruppierungen prüfen, nun bin ich mir unsicher. Wo finde ich diese im BAT KF?
Schichtplan-Fibel: Die Schichtplan-Fibel beschränkt sich auf Probleme und Sorgen der Beschäftigten mit Schichtplänen und Arbeitszeiten.Auf www.tarife.schichtplanfibel.de findest Du unseren Link zum aktuellen BAT-KF.Siehe dort: Anlage 1 Allgemeiner Entgeltgruppenplan zum BAT-KF; Anlage 2 Pflegedienst Entgeltgruppenplan zum BAT-KF
Harry55 fragt am 06.03.2017, 07:01:07
[ TVöD-K , Betriebsrat] Wechselschicht. Danke für die Antwort auf meine Frage vom 05.03.2017. Mir ist aber weiterhin unklar, was zu tun ist, da der freie Tag nicht mehr im selben Dienstplan liegt. Der Feiertag war ja bereit im Januar und der TVöD-K/B § 6.1 Abs. 2 regelt Feiertage die auf einen Werktag fallen. Der 1. Januar war aber ein Sonntag.Die Auszeichnung des freien Tages 'Frei für Feiertag' müsste doch geplante Arbeitszeit ersetzen (Freistellung von geplanter Arbeitszeit). Sonst hätte doch ein Mitarbeiter der ohne Freizeitausgleich (135%) erhält, 100% mehr als ich. Oder sehe ich was falsch?
Schichtplan-Fibel:Ja. Der Tarifvertrag regelt zwei Möglichkeiten für den Arbeitgeber, Dir Deine Feiertagsarbeit am 01.01.2017 auszugleichen:a) 35 v.H . Zeitzuschlag und entsprechender Freizeitausgleichb) 135 v.H. Zeitzuschlag, fällig mit der März-Vergütung.Dir wurde Deine Feiertagsarbeit weder nach a) noch nach b) ausgeglichen. Dir fehlt ein im Plan ausgewiesener Freizeitausgleich an einer im Januar-Plan ansonsten entsprechend zu arbeitenden Schicht. Dir fehlt auch alternativ die Vergütung von 100 v.H., steuer- und sozialabgabenfrei, jedoch fällig erst mit dem Zahltag Ende März.Du wartest nun bis April, und machst dann die ausstehende Vergütung (100 v.H) zuzüglich 40 € Verzugspauschale gemäß BGB § 288 Abs. 5 geltend.
Harry55 fragt am 05.03.2017, 09:42:22
[ TVöD-K , Betriebsrat] Wechselschicht.Am 01.01.2017 musste ich arbeiten (gesetzlicher Feiertag, Sonntag) und habe "Feiertag mit Freizeitausgleich" angegeben. Die 35% Zulage erhalte ich mit der nächsten Abrechnung (März 2017). Für mich stellt sich die Frage, wie das mit dem Freizeitausgleich (Freistellung von geplanter Arbeitszeit) geregelt ist. Muss der Freizeitausgleich von mir beantragt werden? Gibt es Fristen? Verfällt er? Was muss ich tun? Im Dienstplan ist bisher kein Ausgleich eingetragen, geplant.
Schichtplan-Fibel:In der Wechselschicht kommt es im TVöD-K nicht zu 'Freizeitausgleich' bei Feiertagsarbeit. Stattdessen regelt TVöD-K/B § 6.1 Abs. 2TVöD § 6.1 Abs. 2Für Beschäftigte, die regelmäßig nach einem Dienstplan eingesetzt werden, der Wechselschicht- oder Schichtdienst an sieben Tagen in der Woche vorsieht, vermindert sich die regelmäßige Wochenarbeitszeit um ein Fünftel der arbeitsvertraglich vereinbarten durchschnittlichen Wochenarbeitszeit, wenn sie an einem gesetzlichen Feiertag, der auf einen Werktag fällt,a)	Arbeitsleistung zu erbringen haben oderb)	nicht wegen des Feiertags, sondern dienstplanmäßig nicht zur Arbeit eingeteilt sind und deswegen an anderen Tagen der Woche ihre regelmäßige Arbeitszeit erbringen müssen. die Folge der Verminderung der Zeitschuld um 1/5 der ivrAZ im Ausgleichszeitraum (Dienstplan).BAG Urteil 17.11.2016 – 6 AZR 465/15: »Das erfordert eine der Arbeitsleistung am Feiertag entsprechende tatsächliche Freistellung an einem anderen, konkreten Tag (vgl. BAG 21. August 2013 - 5 AZR 410/12 - Rn. 15), bei dem es sich um einen Werktag handeln muss. Allerdings besteht entgegen der Ansicht der Revision kein Anspruch des Arbeitnehmers, auf die Lage dieses Tages Einfluss zu nehmen. Der freie Werktag wird vielmehr vom Arbeitgeber unter Beachtung etwaiger Mitbestimmungs­rechte des Betriebsrats bzw. Personalrats festgelegt. [...]Die Beachtung des Satzes 1 der Protokollerklärung in § 43 Nr. 5 TV-L ['Der Freizeitausgleich muss im Dienstplan besonders ausgewiesen und bezeichnet werden.'] ist zwar keine Wirksamkeitsvoraussetzung für die Gewährung des Freizeitausgleichs. Die Tarifvertragsparteien haben mit dieser der Klarstellung und dem Beweis dienenden und insoweit zwingenden Bestimmung (vgl. BAG 9. Juli 2008 - 5 AZR 902/07 - Rn. 20) aber ihren Willen zum Ausdruck gebracht, dass es dem Beschäftigten möglich sein muss, den Ausgleich subjektiv als Inanspruchnahme von Freizeit wahrnehmen zu können. Darum muss der Freizeitgewinn einem bestimmten (Werk-)Tag zuzuordnen sein. Das ist dem Beschäftigten im Dienstplan deutlich zu machen.«Dir steht - ohne Antrag, aber unter Beachtung Deiner Wünsche - die Auszeichnung eines Deiner im Dienstplan freien Tage als 'Frei für Feiertag' zu. Der freie Tag liegt also im selben Dienstplan wie der Feiertag.
Mayer3 fragt am 04.03.2017, 18:39:48
[ TVöD-V , Personalrat] Rettungsdienst, Wechselschicht, 12-Stunden-Schichten mit Bereitschaftszeit (TVöD § 9). In den Dienstplänen werden Freizeitausgleich für Feiertagsarbeit mit FF vermerkt aber keine Sollzeit dafür hinterlegt. Solche Dienstpläne werden immer wieder vom Personalrat genehmigt. Was kann man machen das der Personalrat solche Pläne nicht genehmigt. Ich bekomme ja so keinen Freizeitausgleich für gearbeitete Feiertagsstunden?
Schichtplan-Fibel:«Der TVöD ist in § 8 schwer misszuverstehen -Protokollerklärung zu Absatz 1 Satz 2 Buchst. d:Der Freizeitausgleich muss im Dienstplan besonders ausgewiesen und bezeichnet werden. Falls kein Freizeitausgleich gewährt wird, werden als Entgelt einschließlich des Zeitzuschlags und des auf den Feiertag entfallenden Tabellenentgelts höchstens 235 v. H. gezahlt.»Es handelt sich nicht um Freizeit, sondern um Freizeitausgleich. .TVöD-V § 6 Abs 3 beschreibt zunächst die Freistellung an Feiertagen, dann die Ausnahme: Die Feiertagsarbeit und deren Folgen:»Kann die Freistellung nach Satz 1 aus betrieblichen/dienstlichen Gründen nicht erfolgen, ist entsprechender Freizeitausgleich innerhalb von drei Monaten zu gewähren.« Die 'entsprechende' Freistellung von geplanter Arbeitspflicht ist also in ihrem Gesamtumfang beschrieben. Er entspricht der geleisteten Feiertagsarbeit. Steht in Deinem Plan 'Frei für Feiertagsarbeit'? Dann meint das genau die Anzahl der geleisteten Arbeittsstunden. Schreibt der Dienstgeber dies nicht deutlich? Dann darfst Du dies als 'gemeint' ergänzen, mit Bleistift hinzufügen, dem Saldo hinzuadieren, die mögliche Überplanung erkennen ....Im BAG Urteil 17.11.2016 – 6 AZR 465/15 wurde jüngst für die etwas andere Fallgestaltung, die Verminderung, für Recht erkannt, dass selbst dann der Personalrat die Lage der - übrigens widerruflichen - Freistellung von Arbeitspflicht mitbestimmt. Er 'genehmigt' also nicht, er stimmt zu oder widerspricht, vielleicht wird er sogar initiativ. Stimmt er - irregeführt durch die unvollständige Dienstplanschreibung - einer Überplanung zu? Dann handelt es sich um Überstunden. Diese sind jedoch nicht betrieblich begründet, sondern im Schlendrian. Sie sind auch nicht notwendig. Es besteht daher keine Verpflichtung gemäß TVöD § 6 Abs. 5TVöD § 6 Abs. 5Die Beschäftigten sind im Rahmen begründeter betrieblicher/dienstlicher Notwendigkeiten zur Leistung von Sonntags-, Feiertags-, Nacht-, Wechselschicht-, Schichtarbeit sowie — bei Teilzeitbeschäftigung aufgrund arbeitsvertraglicher Regelung oder mit ihrer Zustimmung — zu Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft, Überstunden und Mehrarbeit verpflichtet., sie zu leisten. Frag also den Personalrat, ob er da gelegentlich seine Mitbestimmungsrechte aktivieren möchte.
Juppi fragt am 02.03.2017, 15:14:12
[ AVR Caritas (Anlage 32), MAV]Gilt die Anreisezeit zur Teamsitzung oder 3 stündigen Fortbildungen als Arbeitszeit?
Schichtplan-Fibel:Innerbetriebliche Fortbildungen und Besprechungen gehören zur regelmäßigen Arbeitszeit.Es gelten hier keine anderen Bedingen als im Übrigen: An- und Abreise gelten als 'Privatvergnügen'.Voraussetzung ist, dass die MAV dieser Zumutung zugestimmt hat. Sie bestimmt ja der Zuordnung zu Schichten und der Festlegung von Beginn und Ende der Arbeitszeit zu. Oder nicht. Eine aktive und orientierte MAV würde kaum einer 3-stündigen Schicht zustimmen.
Uwe fragt am 02.03.2017, 11:44:24
[? Vertrag / AVR, ? betriebliche Interessenvertretung] Haben Ehepaare die Möglichkeit in einen Betrieb zu gleichen Diensten eingesetzt zu werden.
Schichtplan-Fibel:Schade, dass Du - trotz unserer ausdrücklichen Hinweise - nichts über Deine Bezüge im Arbeitsvertrag auf Tarif oder AVR schreibst, nichts darüber, ob Du Schichtarbeit leistest oder etwas zur Interessenvertretung. Da können wir wenig raten.GewO § 106Gewerbeordnung § 106 Weisungsrecht des ArbeitgebersDer Arbeitgeber kann Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen, so weit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind. Dies gilt auch hinsichtlich der Ordnung und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb. Bei der Ausübung des Ermessens hat der Arbeitgeber auch auf Behinderungen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen. regelt - Ihr dürft Euren Vorgesetzten Eure Wünsche vor der Schichteinteilung mitteilen.
Markus fragt am 02.03.2017, 09:52:45
[ AVR Caritas (Anlage 33), MAV] SchichtarbeitZu verpflichtenden Fortbildungen.Unser Dienstgeber verpflichtet neue Mitarbeiter im ersten Jahr der Beschäftigung zu ganztägigen (09:00 - 17:00 ) Fortbildungen / Qualifizierungen inhouse.	Die Mitarbeiter müssen dazu in das zentrale Gebäude anreisen. Aufgrund unserer dezentralen Organisation, müssen einige Mitarbeiter nun rund 1 Stunde länger anreisen als an ihre übliche Arbeitsstelle.Der Dienstgeber rechnet allerdings max. 7,8 Stunden an.Ist dies so korrekt? Was ist den mit der Anreisezeit / Anreisekosten?
Schichtplan-Fibel:Innerbetriebliche Fortbildungen und Besprechungen gehören zur regelmäßigen Arbeitszeit.Es gelten hier keine anderen Bedingen als im Übrigen: An- und Abreise gelten als 'Privatvergnügen'.
Verena fragt am 02.03.2017, 09:47:00
[ TV-L JVA, Betriebsrat] Schichtdienst als Krankenschwester in der AmbulanzVielen Dank für die Antworten vom 18.02.!Nun habe ich meine Abrechnung bekommen. Ich habe an allen Weihnachtstagen 2016 von 9-17 Uhr gearbeitet. Freizeitausgleich gab es für keinen Tag.Ich habe nun für den 25.12. 35% steuerfreie Zulage bekommen, sonst nichts. Der fiel aber auch auf einen Sonntag. Gibt es da im TV-L keine 135%? Für 26.12. habe ich auch 35% steuerfrei erhalten, die 100% anstelle von Freizeitausgleich aber wieder versteuert und mit Sozialabgaben belegt.Das ist doch nicht richtig, oder?Muss ich nicht mehr Zulagen bekommen, als das was bisher bezahlt wurde?Konkret 26.12.2016:Der Ambulanzdienst findet an 7 Tagen in der Woche statt und der Vorwegabzug ist erfolgt - allerdings in Höhe meiner durchschnittlichen Arbeitszeit von 7,7 Stunden -ich habe aber 8 Stunden Feiertagsdienst.Freizeitausgleich für 26.12.2016 war also in Höhe von 7,7 Stunden schon Vorweg gegeben worden. Nun habe ich 8 Stunden Dienst gehabt, die gutgeschrieben und sofort wieder abgezogen worden sind, weil statt des Freizeitausgleich die 135% Regelung gelten sollte. Also höhere Zulage statt Freizeit. Ist die dann nicht auch komplett steuerfrei?Oder 125% steuerfrei wie 01.11. und 3.10.?Am 1.1.2017 der ja auch auf einen Sonntag viel, habe ich auch gearbeitet.Es gibt keinerlei Dienstvereinbarungen über Freizeitausgleich oder ähnliches mit dem Betriebsrat.Eine Antwort, die ich meinem Betriebsrat als "Arbeitshilfe" geben kann wäre super!
Schichtplan-Fibel:In Justizvollzuganstalten greifen zwar die Sonderregeln des TV-L § 47. Dieser enthält jedoch keine besonderen Bestimmungen für Feiertage. Es greift alleinTV-L § 6 (3) -»Soweit es die betrieblichen/dienstlichen Verhältnisse zulassen, wird die/der Beschäftigte am 24. Dezember und am 31. Dezember unter Fortzahlung des Tabellenentgelts und der sonstigen in Monatsbeträgen festgelegten Entgeltbestandteile von der Arbeit freigestellt. Kann die Freistellung nach Satz 1 aus betrieblichen/dienstlichen Gründen nicht erfolgen, ist entsprechender Freizeitausgleich innerhalb von drei Monaten zu gewähren. Die regelmäßige Arbeitszeit vermindert sich für jeden gesetzlichen Feiertag, sowie für den 24. Dezember und 31. Dezember, sofern sie auf einen Werktag fallen, um die dienstplanmäßig ausgefallenen Stunden.Protokollerklärung zu § 6 Absatz 3 Satz 3:Die Verminderung der regelmäßigen Arbeitszeit betrifft die Beschäftigten, die wegen des Dienstplans am Feiertag frei haben und deshalb ohne diese Regelung nacharbeiten müssten«TV-L § 8 Ausgleich für Sonderformen der Arbeit - »(1) Beschäftigte erhalten neben dem Entgelt für die tatsächliche Arbeitsleistung Zeitzuschläge. Die Zeitzuschläge betragen - auch bei Teilzeitbeschäftigten - je Stunde [...] d) bei Feiertagsarbeit - ohne Freizeitausgleich 135 v.H., - mit Freizeitausgleich 35 v.H.,e) für Arbeit am 24. Dezember und am 31. Dezember jeweils ab 6 Uhr 35 v.H., [...]des auf eine Stunde entfallenden Anteils des Tabellenentgelts der Stufe 3 der jeweiligen Entgeltgruppe.«EStG § 3b Steuerfreiheit von Zuschlägen für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit»(1) Steuerfrei sind Zuschläge, die für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit neben dem Grundlohn gezahlt werden, soweit sie [...] 3. vorbehaltlich der Nummer 4 für Arbeit am 31. Dezember ab 14 Uhr und an den gesetzlichen Feiertagen 125 Prozent, 4. für Arbeit am 24. Dezember ab 14 Uhr, am 25. und 26. Dezember sowie am 1. Mai 150 Prozent des Grundlohns nicht übersteigen.« Die Sozialversicherungsentgeltverordnung folgt dem in § 1 und befreit auch von den Sozialabgaben.Der 25.12. war ein gesetzlicher Feiertag. Er fiel nicht auf einen Werktag. Du hast dennoch an ihm gearbeitet. Lass Dir von Deinem Betriebsrat bestätigen, dass auch in den kommenden Wochen kein Freizeitausgleich von ihm mitbestimmt geplant und im Plan ausgewiesen wird. Dir stehen 135 v.H steuer- und sozialabgabenfrei zu, fällig am 28.02.2017; nun noch die Verzugspauschale von 40 € gemäß BGB § 288 Abs. 5. Die Abführung von Steuern und Sozialabgaben für Zeitzuschläge war falsch. Bitte den Betriebsrat, dies für alle Kolleginnen und Kollegen im Zuge seiner Überwachungspflicht korrigieren zu lassen.Der 26.12. war ein gesetzlicher Feiertag. Er fiel auf einen Werktag. Du hast dennoch an ihm gearbeitet. Es ist Dir entsprechender Freizeitausgleich innerhalb von drei Monaten zu gewähren. Am 1. April entsteht Dir stattdessen ein Vergütungsanspruch über weitere 100 % Zeitzuschlag, steuer und sozialabgabenfrei, fällig am 31.05.2017.Eine 'Verminderung' Deiner Arbeitszeit wegen der beiden Feiertage wäre tarifwidrig gewesen. Ebenfalls zu korrigieren.Der 01.01.2017 war ein gesetzlicher Feiertag. Er fiel nicht auf einen Werktag. Du hast dennoch an ihm gearbeitet. Lass Dir von Deinem Betriebsrat bestätigen, dass auch in den kommenden Wochen kein Freizeitausgleich von ihm mitbestimmt geplant und im Plan ausgewiesen wird. Dir stehen 135 v.H steuer- und sozialabgabenfrei zu, fällig am 31.03.2017.
Marc fragt am 02.03.2017, 08:30:46
[ AVR Caritas (Anlage 31), MAV] Vollzeit 38,5hZu: Zeitzuschläge Überstunden Vergütung.Im Monat Januar sind zusätzlich 35 Überstunden angefallen. Auf der aktuellen Gehaltsabrechnung wurden nur 16 Stunden berechnet. Laut Personalabteilung würde das Elektronische Dienstplanprogramm ab dem 23.Januar einen Schnitt machen, die restlichen 17 Stunden würden mit der Februar Abrechnung erfolgen.Müssen dies Zeituschläge nicht in dem Monat bezahlt werden, wo Sie anfallen . Für Januar mit der aktuellen Abrechnung? Kann das elektonische Dienstplanprogramm einfach einen Schnitt machen ab dem 23.Januar und diese Stunden für Februar aufnehmen? Laut Personalabteilung wäre da nichts zu ändern.
Schichtplan-Fibel:Du hast Überstunden geleistet, sei es geplant oder überraschend. Der Tag deren Leistung fiel in den Januar.AVR Caritas Anlage 1 regelt nun»X Zusatzbestimmungen zu den Bezügen(a) Die Bezüge, die in Monatsbeträgen festgelegt sind, sind für den Kalendermonat zu berechnen und dem Mitarbeiter so rechtzeitig zu zahlen, dass er am letzten Werktag des Kalendermonats über sie verfügen kann. [...] Die Bezüge, die nicht in Monatsbeträgen festgelegt sind, sind für den Kalendermonat zu berechnen. Sie sind dem Mitarbeiter, soweit Unterabsatz 3 nichts anderes bestimmt, so rechtzeitig zu zahlen, dass er über sie verfügen kann am letzten Werktag des Kalendermonats, der auf den folgt, in dem die für die Bezüge maßgebliche Arbeitsleistung erbracht worden istDer Zeitzuschlag nach [...] § 6 Abs. 1 Buchst. a der Anlage 31 zu den AVR,[...] und die Überstundenvergütung nach [...] § 6 Abs. 1 Anmerkung zu Absatz 1 Satz 1 der Anlage 31 zu den AVR, [...] sind dem Mitarbeiter so rechtzeitig zu zahlen, dass er über die Überstundenabgeltung am letzten Werktag des Kalendermonats verfügen kann, der auf den folgt, in dem der im Einzelfall gemäß [...] § 4 Abs. 7, 8 der Anlage 31 zu den AVR,[...] angewandte Ausgleichszeitraum endet.«Der bei Dir angewandte Ausgleichszeitraum ist der Schichtplanturnus (Dienstplan). Der Zahltag für Zeitzuschläge und Überstundenvergütung (100 %) ist der 28 Februar.
Marta fragt am 28.02.2017, 18:51:04
[ TVöD-B , Betriebsrat] Schichtarbeit.Nachfrage zu Anja 28.02.17, Bei uns ist es ähnlich, allerdings gibt es bei uns unterschiedlich lange Dienste. Wenn ich jetzt einen geplanten Spätdienst 7 Stunden auf Frage der Vorgesetzten gegen einen 3,5 Frühdienst tausche, mache ich auch am Ende Minus.a) Verfallen auch diese Stunden am Ende des Monats?b) Was passiert, wenn ich an diesem kurzen Frühdienst, den ich gegen einen langen Spätdienst getauscht habe, krank werde?c) Welche Stunden werden mir angerechnet? Wenn nur die später geplanten Frühstunden, mache ich ja im Krank Minus?
Schichtplan-Fibel:Zu a) Am Ende des Schichtplanturnus (Dienstplan) verfallen Minusstunden (Annahmeverzug) und wird geleistete Überplanung zu vergütungspflichtigen Überstunden bzw. Mehrarbeitsstunden.Zu b) Der Plan wurde einvernehmlich geändert. Arbeitsunfähigkeit stellt ersatzlos von geplanter Arbeitspflicht frei.Zu c) Wir kennen die Begrifflichkeit 'anrechnen' nicht. Du musst niemals Stunden nacharbeiten (Deine Arbeitsvertrag regelt eine absolute Fixschild, diese ist nicht nachholbar oder von anderen für Dich zu erbringen).Krank ändert am weiteren Plan nichts.
Vanessa fragt am 28.02.2017, 17:31:44
[ TVöD , ? Interessenvertretung] Wir arbeiten in einer 12 Stunden Schicht, d.h. 12 Stunden (im Wechsel Tag/Nacht)-7 Tage (Mo-So auch an Feiertagen) dann 7 Tage frei. Letztes Jahr konnte uns niemand sagen, wie viel Urlaubstage wir haben (wegen der Sonderschicht) was zur Folge hat, saß ich jetzt drei Tage Nachtschicht abarbeiten soll! Der TVöD gibt für diese Art Schicht keine Auskunft!Was tun? Ich sehe mich nicht in der Lage das zu bewerkstelligen!Bin Angestellte im öffentlichen Dienst, Sachbearbeiterin und hoffe auf Hilfe!
Schichtplan-Fibel:Schade, dass Du - trotz unseres ausdrücklichen Hinweises - nichts über Deine Interessenvertretung schreibst. So können wir weniger raten.TVöD § 26 regelt -»Bei Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeit auf fünf Tage in der Kalenderwoche beträgt der Urlaubsanspruch in jedem Kalenderjahr 30 Arbeitstage. Bei einer anderen Verteilung der wöchent lichen Arbeitszeit als auf fünf Tage in der Woche erhöht oder vermindert sich der Urlaubsanspruch entsprechend.«Das BAG hat dies am Fall einer Nachtschichtlerin erläutert:»Die danach maßgebliche Umrechnungsformel lautet:Urlaubstage × Arbeitstage bei abweichender Verteilung : Arbeitstage in der Fünf-Tage-WocheIn diese Formel sind folgende Werte einzusetzen:Als Dividend: Die ›nominell‹ im Tarifvertrag festgelegte Anzahl von 30 Urlaubstagen. Diese sind mit der vom Kläger im Schichtsystem zu leistenden Anzahl von 294 Arbeitstagen zu multiplizieren. Denn nach den Feststellungen des Landesarbeitsgerichts hatte der Kläger nach den Schichtplänen jährlich 147 Arbeitsschichten zu leisten. Das sind bei den kalendertagübergreifenden Schichten 294 Arbeitstage im Jahr.« (Aus der Urteilsbegründung BAG, 15.03.2011 – 9 AZR 799/09, Randnr 26 bis 28.)Du brauchst also nicht 'Schichten' oder 'Arten von Schichten' betrachten. Du zählst ausschließlich Kalendertage mit Arbeitspflicht (Arbeitstage). Auf der von Dir so bestimmten Tage/Woche (tatsächliche Verteilung) rechnest Du den Urlaubsanspruch (30 Tage) um. Unter www.rechnen.schichtplanfibel.de helfen wir dabei.
Pepa fragt am 28.02.2017, 15:24:24
[EmK-MAV] Als ich meine Arbeitszeit reduzierte, bekam ich von meinem Arbeitgeber nur ein paar Zusatzzeilen, die besagten ich würde dann auf 80% von 100% arbeiten und alles andere blieb gleich. Alle Teilzeiten bei uns haben immer 7,75 Stunden am Tag gearbeitet, der Unterschied ist nur dass die Teilzeitmitarbeiter weniger Arbeitsstunden im Monat haben, als die Vollzeiten. Nun überlegt sich die Hausleitung, unsere Arbeitszeiten zu ändern. Möglicherweise Geteilte Dienst einzuführen. Was passiert wenn ich mit der Arbeitszeit reduzierung nicht einverstanden bin (weniger als 6,20 Stunden/Tag)? Wäre das ein Fall für eine Änderungskündigung?
Schichtplan-Fibel:Du hast Deine Arbeitszeit gemäß TzBfG § 8 verkürzt, und dazu einen Antrag gestellt? Dein Antrag hat dann Deinen Vertrag geändert. Erklärungen des Arbeitgebers bedurfte es nicht.TzBfG § 8 Abs 5 endet -»Haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Verteilung der Arbeitszeit kein Einvernehmen nach Absatz 3 Satz 2 erzielt und hat der Arbeitgeber nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Arbeitszeitverringerung die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit schriftlich abgelehnt, gilt die Verteilung der Arbeitszeit entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers als festgelegt. Der Arbeitgeber kann die nach Satz 3 oder Absatz 3 Satz 2 festgelegte Verteilung der Arbeitszeit wieder ändern, wenn das betriebliche Interesse daran das Interesse des Arbeitnehmers an der Beibehaltung erheblich überwiegt und der Arbeitgeber die Änderung spätestens einen Monat vorher angekündigt hat.«Die Ankündigung genügt, es braucht allerdings das billige Ermessen (Gespräch mit Dir) und erhebliche betriebliche Bedarfe. Ach ja, und die Zustimmung der MAV.'Geteilte Dienste' - das wäre zudem ein Verstoß gegen die AVR EmK und die Leitlinien gemäß ArbZG § 6 Abs. 1.
Robert fragt am 28.02.2017, 14:24:21
[M+E, Betriebsrat] SchichtarbeitWas ist unter "freie Tage" im Sinne des § 6 (5) ArbZG zu verstehen?Ist ein freier Tag als ein 24stündiger Zeitraum zu verstehen, wie z.B. von 14Uhr Frühschichtende bis 14Uhr Spätschichtanfang?Oder ist darunter ein Kalendertag ohne Arbeitspflicht zu verstehen?
Schichtplan-Fibel:Der TV M+E regelt u.a. Zeitzuschläge für Nachtarbeit. Damit scheidet die Rechtsgrundlage ArbZG § 6 Abs 5 für Dich aus.
Anja fragt am 28.02.2017, 13:19:30
[ TVöD-K , Betriebsrat] Wechselschicht, Dienstpläne sind mitbestimmt Ich war bereit, auf Bitten meiner Stationsleitung, vom geplanten Spätdienst in den Nachtdienst zu wechseln. Am folgenden Tag hätte ich laut Dienstplan wieder Spätdienst gehabt. An diesem Tag habe ich ein 0=Frei eingetragen bekommen. Da konnte ich ja auch nicht arbeiten, weil ich bis um 6:30 Nachtdienst hatte. Spätdienst geht von 13:15 bis 21:27. Als Ergebnis hatte ich dann plötzlich Minusstunden im Monatsdienstplan. Ich weiß, dass das nicht in Ordnung ist. Ich weiß aber nicht warum, ich bräuchte eine Begründung für die PDL. Ich werde jedenfalls nicht mehr tauschen, wenn ich mit Minus belohnt werde.
Schichtplan-Fibel:Unterplanung am Ende des Dienstplans 8Schichtplanturnus) verfällt; sie kann nicht nachgearbeitet werden. Denn der Übertrag in den Folgeplan (Folge-Ausgleichszeitraum) wäre tarifwidrig. Allerdings kann der Arbeitgeber Überplanung, die Du aufgrund der einvernehmlichen Planänderung nicht geleistet hast, verrechnen.Ansonsten kannst Du Deine Stationsleitung bitten, sich an den Betriebsrat zu wenden, ob der der Planänderung gemäß BetrVG § 87 Abs 1 nr 3 zugestimmt hat. Sonst wäre die Verrechnung rechtswidrig.
Schlafbär fragt am 28.02.2017, 13:13:11
[Tarifvielfalt, schutzlos] Kann meine Zeitarbeitsfirma mich einfach auf Bereitschaftsdienst setzen?Bin seid Jahren bei der gleichen Firma vermittelt worden und arbeitete nach einem bestehenden Schichtplan der Leihfirma.Die Verleihfirma arbeitet nach verschiedenen Tarifverträgen, die ich nicht verstehe.Ansonsten bin ich schutzlos.
Schichtplan-Fibel:Steht in Deinem Arbeitsvertrag keine Verpflichtungsklausel? Dann wird sich Dein Chef wohl an den TV iGZ gebunden haben; der enthält keine Verpflichtung zu Sonderformen der Arbeit. Du kannst dann recht keck auftreten. Denn auch die Verweise auf die Arbeitzeit-Modelle der Entleiher begründen bei Dir noch keine eigenständige Verpflichtung.
Horst fragt am 28.02.2017, 11:24:55
[ AVR dwbo , MAV]Die Röntgenassistenten bei uns im Krankenhaus haben im Wechsel Rufbereitschaft. Es sind drei Kräfte die sich den Monat aufteilen. Alle drei arbeiten Teilzeit, alle drei haben im Arbeitsvertrag keinen Zusatz der sie zur Rufbereitschaft verpflichtet.Müssen sie Rufbereitschaft ableisten und wenn ja gilt die max. 12 Tage Regelung? In der Urlaubszeit / Krankheitsfall sind es schon mal deutlich mehr. Arbeitsanfall ist im Durchschnitt jede vierte Nacht.
Schichtplan-Fibel:Die AVR des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bestimmen in der Anlage Abs. 8 -»Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verpflichtet, sich auf Anordnung der Dienstgeberin bzw. des Dienstgebers außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit an einer der Dienstgeberin bzw. dem Dienstgeber anzuzeigenden Stelle aufzuhalten, um auf Abruf die Arbeit aufzunehmen (Rufbereitschaft). Die Dienstgeberin bzw. der Dienstgeber darf Rufbereitschaft nur anordnen, wenn erfahrungsgemäß lediglich in Ausnahmefällen Arbeit anfällt.Leistet die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter in der Regel nur Rufbereitschaft und nicht auch Bereitschaftsdienst, dürfen im Kalendermonat nicht mehr als zwölf Rufbereitschaften angeordnet werden. Diese Zahl darf überschritten werden, wenn sonst die Versorgung der Patientinnen und Patienten nicht sichergestellt wäre. Die anfallenden Rufbereitschaften sollen auf die an der Rufbereitschaft teilnehmenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichmäßig verteilt werden.«Die Einteilung wird von der MAV mitbestimmt und sie sichert auch eine konkrete Umsetzung mit festem Blick auf die Leitlinien gemäß ArbZG § 6 Abs. 1. Denn Ihr leistet Schichtarbeit und werdet insbesondere an Sonn- und Feiertagen und in der Nacht herangezogen. Schlimm.Die Teilzeitbeschäftigten werden auch zu diesen Belastungen nur anteilig herangezogen, als regelmäßig weniger als 12 Rufbereitschaften im Kalendermonat.
Wolpertinger fragt am 26.02.2017, 23:45:25
[Manteltarifvertrag BRK 2013, Betriebsrat] Ich arbeite als Teilzeitkraft im Schichtdienst (Pflegefachkraft) mit Dehnvertrag 62 %.1.) Ich bin für Monat März an drei Wochenenden Samstag und Sonntag eingeteilt, Monat Januar war es ebenso, wogegen die Ganztagskräfte nur an zwei Wochenenden Dienst haben. Ist das rechtens?2.) Dienstplan für Folgemonat liegt erst 14 Tage vorher vor, also fast keine private Planung möglich.Ich bin allerdings noch in der Probezeit und fürchte, dass das negativen Einfluss haben könnte.
Schichtplan-Fibel:Zu 1.) Der MTV Bayrisches Rotes Kreuz regelt in § 10 Absatz 4 -»Der Dienstplan regelt den konkreten Einsatz des einzelnen Mitarbeiters. Der Dienstplan umfasst einen Zeitraum von mindestens 4 Wochen und ist den Mitarbeitern spätestens 2 Wochen vorher bekannt zu geben. Änderungen des Dienstplanes haben mindestens 2 Tage vor Einsatz zu erfolgen und sind dem Mitarbeiter bekannt zu geben. Im Monat sollen zwei Sonntage arbeitsfrei sein.«Die Regelung zu den Änderungen ist sehr wahrscheinlich rechtswidrig: Ein Dienstplan kann nur vorbehaltslos angeordnet werden.Von der 'Soll'-Regelung zu den monatlich mindest-freien Sonntagen können Arbeitgeber und Beschäftigte im Einzelfall einvernehmlich abweichen. Dagegen verstoßen Deine Vorgesetzten.Du brauchst als Teilzeitkraft nur zeitanteilig (gemessen an den Vollzeit-Kolleginnen) an der Belastung durch Wochenendarbeit teilnehmen.Zu 2.) Die Mindest-Ankündigungsfrist von zwei Wochen ist offenbar eingehalten.Ob der Plan bei Dir dann über 4 Wochen oder länger reicht, geht aus Deiner Schilderung nicht hervor.Frag den Betriebsrat, ob er den Plänen zustimmt, die u.a. den tariflichen Mindestbedingungen entsprechen.

References: § 7
 § 7
 § 288
 § 37
 § 6
 § 6
 § 7
 § 7
 § 8
 § 11
 § 27
 § 27
 § 8
 § 7
 § 9
 § 28
 § 6
 § 8
 § 7
 § 7
 § 6
 § 6
 § 6
 § 10
 § 10
 § 6
 § 8
 § 8
 § 8
 § 6
 § 87
 § 8
 § 8
 § 8
 § 87
 § 11
 § 8
 § 106
 § 106
 § 8
 § 9
 EuGH 
 § 6
 § 4
 § 5
 § 3
 § 106
 § 106
 § 6
 § 6
 § 6
 § 124
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 8
 § 4
 § 87
 § 4
 § 5
 § 9
 § 29
 § 27
 § 616
 § 10
 § 45
 § 4
 § 9
 § 6
 § 6
 § 7
 § 6
 § 7
 § 6
 § 6
 § 10
 § 10
 § 6
 § 95
 § 95
 § 3
 § 7
 § 6
 § 29
 § 7
 § 6
 § 106
 § 5
 § 6
 § 11
 § 106
 § 6
 § 6
 § 4
 § 7
 § 23
 § 288
 § 4
 § 23
 § 6
 § 6
 § 10
 § 10
 § 6
 § 7
 § 7
 § 7
 §7
 § 6
 § 13
 § 13
 § 13
 § 12
 § 33
 § 33
 § 5
 § 1
 § 7
 § 6
 § 315
 § 315
 § 11
 § 8
 § 26
 § 8
 § 288
 § 6
 § 6
 § 20
 § 20
 § 6
 § 4
 § 362
 § 17
 § 7
 § 7
 § 87
 § 106
 § 106
 § 7
 § 7
 § 7
 § 9
 § 8
 § 12
 § 87
 § 7
 § 6
 § 5
 § 7
 § 7
 § 8
 § 6
 § 6
 § 8
 § 6
 § 288
 § 6
 § 6
 § 43
 § 9
 § 8
 § 6
 § 6
 § 6
 § 106
 § 106
 § 47
 § 6
 § 6
 § 8
 § 3
 § 1
 § 288
 § 6
 § 6
 § 4
 § 26
 § 8
 § 8
 § 6
 § 6
 § 6
 § 87
 § 6
 § 10