Source: https://bitcointalk.org/index.php?topic=1976285.msg50747969
Timestamp: 2019-09-19 01:06:33+00:00

Document:
September 19, 2019, 01:06:33 AM
Author Topic: Bitcoin & die Steuer - FAQ (Read 87452 times)
April 23, 2019, 04:22:39 PM
Quote from: bct_ail on April 23, 2019, 11:57:33 AM
Hier steht erstmal etwas dazu, was du machen kannst, wenn der Steuerbescheid nachträglich geändert werden soll: https://www.smartsteuer.de/online/steuertipps/haben-sie-bei-ihrer-steuererklaerung-vergessen-einigewollen-sie-ihren-steuerbescheid-aendern/
Na schau, da ist doch hilfreiches dabei, vielen Dank!
Zur nachträglichen Änderung:
Aus deinem Link kommt folgende Info
- Festsetzung unter Vorbehalt der Nachprüfung gem. § 164 AO
- neue Tatsachen
Und ein Blick auf den Bescheid bringt mir folgendes ins Auge, worauf ich bis dato tatsächlich noch nicht geachtet hatte:
"Der Bescheid ergeht nach §164 Abs. 1 AO unter Vorbehalt der Nachprüfung.
Er ist nach §165 Abs. 1 Satz 2 AO teilweise vorläufig"
Da sollte ich wohl nochmal anrufen und mit dem SB sprechen. Merci!!
In dem Zuge könnten wir hier ja vielleicht alle mal einen Blick auf unsere Bescheide für 2017 (und ggf. 2018 wenn schon zurück) werfen und hier zusammentragen, ob der "Vorbehalt der Nachprüfung." und/oder "nach §165 Abs. 1 Satz 2 AO teilweise vorläufig" für alle oder die Mehrheit zutrifft / sich da ggf. ein Schema entnehmen lässt.
edit: bei meiner Partnerin ist lediglich der Zusatz "Er ist nach §165 Abs. 1 Satz 2 AO teilweise vorläufig" enthalten.
1568855193
Posts: 1568855193
April 24, 2019, 07:00:53 AM
Quote from: Scheede on April 23, 2019, 04:22:39 PM
Steht da denn nichts weiter drin, auf was sich der Vorbehalt bezieht?
Laienmeinung Anfang:
Anrufen würde ich nicht. Du musst nun schriftlich eine Änderung mit dem Hinweis auf § 164 AO beantragen und das Begründen....in deinem Fall also mit den korrigierten Daten. Alternative: Änderung beantragen mit dem Hinweis, wann du die korrigierten Daten hinschickst. So musst du nicht befürchten, dass während deiner Korrekturzeit das FA deinen Bescheid plötzlich als bestandskräftig deklariert.
Laienmeinung Ende.
Es gibt auch noch §129 AO. Da widersprechen sich aber zwei Seiten und mir ist nicht ganz klar, ob die Rechenfehler wie in deinem Fall dann überhaupt relevant für eine Änderung sind...?
Der Steuerbescheid kann noch gemäß § 129 AO berichtigt werden, wenn Ihnen oder dem Finanzbeamten Schreib-, Rechenfehler o.Ä. unterlaufen sind. Der Fehler muss bei der Offenlegung des Sachverhaltes für jeden unvoreingenommenen Dritten klar und deutlich erkennbar sein. Es kommt nicht darauf an, ob die Unrichtigkeit aus dem Bescheid erkennbar ist oder ob Sie den Fehler erkennen konnten (BFH-Urteil vom 16.7.2003, X R 37/99, BStBl. 2003 II S. 867).
https://www.steuernetz.de/lexikon/aenderung-bestandskraeftiger-steuerbescheide
Umgekehrt sollen Rechen- und Schreibfehler des Steuerpflichtigen eine Änderung wegen offenbarer Unrichtigkeit nicht rechtfertigen, weil die Finanzverwaltung diesen Fehler nicht erkennen konnte.
Ausnahme: Übernimmt das Finanzamt den Fehler des Steuerpflichtigen bzw. den seines Beraters als eigenen Fehler, ist eine Korrektur möglich. Voraussetzung ist aber, dass dieser Fehler für das Finanzamt erkennbar war. Aus diesem Grunde kann es sinnvoll sein, der Steuerklärung auch Berechnungen selbst und nicht nur das Ergebnis einer Berechnung beizufügen, da dann mögliche Fehler auch für das Finanzamt erkennbar werden.
https://www.haufe.de/steuern/finanzverwaltung/aenderungen-des-aeao-durch-das-bmf-schreiben-vom-3112013/bescheidaenderung-bei-offenbarer-unrichtigkeit-129-ao_164_168738.html
-> Idee: Hast du deine Screenshots und die csv mitgeschickt? Falls nein, könntest du evtl. argumentieren, dass du bei der Erstellung der Unterlagen nur von den csv.-Daten ausgegangen bist und nun durch Zufall beim Sichten eines Sreenshots über diese Abweichung gestolpert bist
Er ist nach §165 Abs. 1 Satz 2 AO teilweise vorläufig
Vorläufige Festsetzungen nach 165 AO gibt es in jedem Steuerbescheid. Das sind noch ausstehende Urteile, die eine Änderung von vielen Bescheiden bewirken könnten. Das erfolgt dann automatisch durchs FA, wenn das Urteil rechtskräftig ist. Ich glaube, Pendlerpauschale und Soli sind sowas.
April 24, 2019, 10:51:15 AM
Neuer Stoff für Diskussion
Mein Steuerberater hat mir erklärt, dass Bounties und Airdrops nicht beim Erhalt versteuert werden müssen sondern erst beim Verkauf.
Somit wurden die bereits verkauften Bounties in der Erklärung steuerlich geltend gemacht und die nicht verkauften nur aufgeführt als Info, was aber laut des Steuerberaters nicht nötig gewesen wäre, da noch nicht verkauft. Das Finanzamt hatte dazu keine Einwände. Der Bescheid kam kürzlich.
Ich möchte dies erwähnen da, soweit ich das hier verfolgt habe die Auffassung gilt, dass beim Erhalt versteuert werden muss.
Sollte das schon bekannt sein, nimmt es mir nicht übel, ich schaue hier nur sporadisch vorbei.
April 24, 2019, 11:24:36 AM
Quote from: neon23 on April 24, 2019, 10:51:15 AM
Kein neuer Stoff für die, die diesen Thread gewöhnlich beiwohnen. Einige sehen es so wie dein Steuerberater, andere sehen es anders. Noch kann jeder überwiegend selber "auswählen" was für ihn das optimalste ist.
April 24, 2019, 02:18:13 PM
April 24, 2019, 09:22:48 PM
Hey, danke für deinen Erfahrungsbericht, dass ein weiterer Steuerberater das so sieht und auch danke für den Erfahrungsbericht, dass dein Finanzamt diese Sichtweise bestätigt hat. Ich sehe es auch so, dass Altcoin Bounties und Airdrops erst bei Verkauf mit dem dann erzielten Preis versteuert werden um diesen zweifelsfrei feststellen zu können, mehr dazu habe ich hier geschrieben (alle Angaben wie immer ohne Gewähr):
https://bitcointalk.org/index.php?topic=1976285.msg47022403#msg47022403
https://bitcointalk.org/index.php?topic=1976285.msg47878645#msg47878645
https://bitcointalk.org/index.php?topic=2360806.msg50018971#msg50018971
https://bitcointalk.org/index.php?topic=1976285.msg50020929#msg50020929
Und Erfahrungsberichten von anderen:
https://bitcointalk.org/index.php?topic=1976285.msg46701749#msg46701749
Letztendlich gibt es da mehrere Varianten und wenn das Finanzamt die jeweilige Situation auch so sieht und sie bestätigt, passt das ja perfekt.
Wenn du hinter Gittern bist, interessiert das aber keinen
LeonardV123x
April 25, 2019, 02:24:59 PM
Eventuell kam schon mal die Frage, aber muss ich etwas dokumentieren bzw. versteuern lassen wenn ich Bitcoins von einem Freund oder "zufällig" erhalten habe.
Angenommen, ich hätte auf einen meiner Wallets 10BTC erhalten und würde alles (wöchentlich einen BTC) auf mein Bankkonto senden (um das Geld zu nehmen), kann ich dann die Argumentation verwenden ein Familienmitglied hat mir diese als Geschenk gesendet oder "ich weiss nicht wie die BTC auf meinem Wallet kamen".
Noch eine andere Frage ist, wenn ich jetzt in einem Bitcoin Casino spiele und auch soviel Geld gemacht hätte und von dem Casino die Bitcoin auf meinem normalen Wallet sende und dann die verkaufe und das Geld auf meinem Bankkonto habe, muss ich da irgendwas angeben? die Frage kommt da der Casino-Besitzer mir gesagt hat, dass ich selber verantwortlich bin wenn ich Steuern oder sonstiges bezahlen muss, aber für Glücksspiele muss man keine Steuern zahlen in Deutschland und ich habe ja in diesem Sinne Bitcoin nur als eine Währung benutzt und nicht als Gewinn.
Danke vielmals für eine ehrliche und hilfreiche Antwort.
April 25, 2019, 03:10:22 PM
Quote from: LeonardV123x on April 25, 2019, 02:24:59 PM
Es ist schon ein Unterschied, ob du die BTCs von einem Freund irgendwie, zufällig erhalten oder von einem Familienmitglied geschenkt bekommen hast. Bitte entscheide dich, wie es bei dir war, dann können wir dazu auch etwas sagen. Zur Beantwortung aller Eventualitäten aus deinen Post reicht meine Schreibkraft nicht aus. Wann hast du sie bekommen? Wann hast du sie in €, $, Yen o.ä getauscht?
Was ist ein Bitcoin Casino? Ein Online Casino? Woher hast du die Bitcoins, die da hingekommen sind? Wann hast du sie hingeschickt -> Haltefrist?
Ich lese aus deinem Post raus, dass du irgendwelche Argumentationen suchst, um keine Steuern zu zahlen. Du solltest schon bei der Wahrheit bleiben, alles andere kann zu ernsthaften Konsequenzen führen. Gib uns mehr Details und vielleicht ist bei der alles okay und du bist sowieso nicht steuerpflichtig.
April 25, 2019, 03:25:16 PM
Also ich habe ein Bitcoin Wallet eröffnet und aufeinmal hatte ich von irgendeinem zufälligen Wallet 14 BTC erhalten. Nun sind die echt und ich möchte diese gerne auszahlen lassen, jedoch weiss ich nicht ob ich dann Steuern zahlen muss oder nicht, da ich ja diese aufeinmal bekommen habe (vor 3 Wochen). Ich habe die noch nicht ausgezahlt in EURO, will es jedoch bald machen, also die Bitcoin in "echtes" Geld umwandeln.
Das mit dem Bitcoin Casino, ja es ist ein Online Casino und ich hatte die Idee um keine Steuern zu zahlen die zufälligen 14BTC in das Bitcoin Casino zu legen, da einwenig zu spielen und dann diese auszuzahlen, da Glücksspiele nicht versteuert werden müssen und dann niemand mich fragen könnte. (wegen den Steuern).
Zusammengefasst: Ja, ich habe zufällig BTC auf meinem Wallet erhalten und versuche diese steuerfrei auszuzahlen.
Hoffe kannst mir weiterhelfen. Danke!
April 25, 2019, 06:09:20 PM
Quote from: LeonardV123x on April 25, 2019, 03:25:16 PM
Du hast einfach so 14 BTC erhalten, schon klar ^^. Dann schick sie der armen Person doch zurück, die zufällig! deine Adresse eingegeben hat..sind schließlich schlappe 70000$! Nehmen wir mal an, dass das stimmt , dann musst du die trotzdem versteuern als Sonstiges Einnahmen. Du musst den Gegenwert in Euro zum Zeitpunkt des Erhalts versteuern...wenn der ursprüngliche Absender allerdings nicht ganz doof ist wird er gucken wo das Geld landet und entsprechend Nachforschungen anstellen...
April 25, 2019, 06:21:41 PM
Mensch ihr wisst doch was ich meine... und wenn ich die BTC als Geschenk bekommen hätte von einem Cousin aus dem Ausland? wie wäre es dann? oder mit dem Casino?
April 25, 2019, 06:34:59 PM
Quote from: LeonardV123x on April 25, 2019, 06:21:41 PM
Dann sag das doch einfach. Nein man muss das immer min. als Sonstige Einnahmen versteuern, ansonsten würde das doch jeder so machen....
April 25, 2019, 09:35:27 PM
Lifehack: Du hast deine Briefmarkensammlung/Fahrrad oder sonstiges auf einem dezentralem Marktplatz an jemanden im Ausland verkauft der dich mit diesen 14 BTC bezahlt hat - war halt nen Megaangebot für dich - da konntest halt nicht nein sagen und hast die 14 BTC dafür kassiert - Bezahlnachweiss hast Du dann ja anhand des Verkaufs auf dem dezentralem Marktplatz
April 26, 2019, 07:13:20 AM
Ich verstehe dich nicht. Ich habe doch oben geschrieben, dass wir schon wissen müssen, wie es war. Plötzlich x BTC erhalten, Familienmitglieder aus dem Ausland schenken dir es, dann noch ein Casino und ein Freund......so bringt das nichts. Wenn du Steuerhinterziehung machen möchstest, dann ist das deine Sache. Möglichkeiten gibt es dafür genug. Lese diesen Thread durch, setze dich mit den entsprechenden Paragraphen und Gesetzen auseinander (Tip: Schenkungssteuer, §22/23 EStG) und dann entscheide dich für eine Argumentation. Du bist hier in der Steuer-FAQ!
Die Idee von Acura3600 kannst du ja gerne ausprobieren. Berichte uns doch mal, wie die Behörden und/oder Bank darauf reagiert haben.
Hier sonst auch was zum lesen:
https://bitcointalk.org/index.php?topic=2495363.0
P.S. Wenn du auf einen Post antworten möchtest, dann kannst du mit Klick auf
den Text zitieren. Das ist einfacher für alle dann zum Lesen.
April 26, 2019, 11:22:56 AM
Quote from: bct_ail on April 24, 2019, 07:00:53 AM
Zum § 164 AO steht in den "Erläuterungen zur Festsetzun" lediglich:
"[...] sollten die Belege bis zur Aufhebung bzw. bis zum Entfallen des Vorbehalts der Nachprüfung aufgehoben werden"
Klingt vernünftig, derLaienmeinung kann ich mich wohl machen. Merci.
Das entspricht sogar der Realität, ich habe alle BTC-Werte gem. der CSV-Datei zu Grunde gelegt, sowohl bei Alt-Kauf/BTC-Verkauf als auch vice versa Alt-Verkauf/BTC-Kauf. Nur das die Fees (bei Bittrex) immer in BTC abgezogen werden und nicht im Altcoin.
Ergo die separat aufgeführten Fees in der CSV sind nocht nicht im "Total" enthalten.
Ich habe auch die Tage mal Cointracking dahingehend getested und es sah mir so aus, als wären auch dort die Fees ignorniert.
Wenn ich nun aber bspw. 10 ETH zu einem Preis von 0.1 BTC/ETH verkaufe, erhalte ich nicht 1 BTC sondern. 0.9975 BTC (nach Abzug der 0.25% Fee).
Bei einem Bsp.Kurs von 10,000€ / BTC ist der FIAT-Gegenwert dieser TX dann eben 9,975€ (nicht 10,000€)
Meiner Erachtens ist dieser Wert dann maßgeblich für die Gewinnberechung, geht so aber nicht aus der CSV hervor, wenn man die Fees nicht ein- und rausrechnet.
Vielleicht bin aber auch ich hier auf dem Holzweg - complicated
April 26, 2019, 11:55:43 AM
Merited by tyz (3), aundroid (1)
Quote from: Skerberus on April 25, 2019, 06:09:20 PM
Du hast einfach so 14 BTC erhalten, schon klar ^^. Dann schick sie der armen Person doch zurück, die zufällig! deine Adresse eingegeben hat..sind schließlich schlappe 70000$! Nehmen wir mal an, dass das stimmt , dann musst du die trotzdem versteuern als Sonstiges Einnahmen. Du musst den Gegenwert in Euro zum Zeitpunkt des Erhalts versteuern...
Nein, woher sollen wir denn wissen, was du meinst?
Willst du hier einen Leitfaden zur Steuerhinterziehung?
Okay, dann gebe ich mal einen:
1. gib bei der Steuerklärung einfach nix an.
2. zahle dir das Geld auf's Konto aus.
3. kauf dir ein Auto.
4. antworte auf die Nachfrage des FA, woher du das Geld für's Auto hast mit "einfach so bekommen".
5. gehe in das Gefängnis. Begib dich direkt dorthin. Gehe nicht über Los. Ziehe nicht DM 4000 ein.
1. woher hast du deine 14 BTC?
2. wirklich, woher hast du deine 14 BTC?
3. nein, jetzt mal ganz ehrlich, woher hast du deine 14 BTC?
Es gibt ja nur ein paar Möglichkeiten:
2. du hast irgendwie mit zigtausend Shitcoins getradet und hast dadurch auf irgendwelchen Hinterhofbörsen aus ein paar hundert Euro heute 70.000 EUR gemacht. Tja, den Gewinn musst du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit deinem Einkommensteuersatz versteuern. Aber ist das denn wirklich so tragisch?
3. du hast Drogen verkauft, Waffen, Nutten, was auch immer, und bist so zu deinen BTC gekommen.
Die Steuer dürfte in dem Fall noch dein kleinstes Problem sein.
Spende deine Coins an eine Suchtpräventionsstelle oder dergleichen, leiste Abbitte bei der Gottheit deiner Wahl, und hoffe darauf, dass niemand jemals davon erfährt.
4. du hast die Coins geklaut. Gib sie zurück!
April 26, 2019, 12:00:51 PM
Geiler Post von Dir
April 26, 2019, 12:10:20 PM

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