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Timestamp: 2020-02-29 01:01:01+00:00

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BFH, 15.07.2005 - I R 21/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,1706
BFH, 15.07.2005 - I R 21/04 (https://dejure.org/2005,1706)
BFH, Entscheidung vom 15.07.2005 - I R 21/04 (https://dejure.org/2005,1706)
BFH, Entscheidung vom 15. Juli 2005 - I R 21/04 (https://dejure.org/2005,1706)
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GewStG 1991 § 8 Nr. 7 Satz 2 Halbsatz 1, § 12 Abs. 2 Nr. 2 Satz 2 Halbsatz 1; EGV Art. 59 (= EG Art. 49); GG Art. 3 Abs. 1
Hinzurechnungen nach § 8 Nr. 7 Satz 2 und § 12 Abs. 2 Nr. 2 Satz 2 GewStG 1991 verstoßen nicht gegen Gemeinschafts- und Verfassungsrecht
Rechtmäßigkeit des Hinzurechnens der Hälfte der Mietzinsen und Pachtzinsen bei der Ermittlung des Gewerbeertrags; Verbot von Beschränkungen des freien Dienstleistungsverkehrs; Voraussetzungen für die Anwendbarkeit der Grundfreiheiten; Voraussetzungen für die Annahmen ...
Hinzurechnungen bei "reinem Inlandsfall"
BFHE 210, 43
BB 2005, 2051
DB 2005, 2115
BStBl II 2005, 716
Mit der seitens der Finanzverwaltung aufgeworfenen --und vom FG bestätigten-- Frage der (sog. umgekehrten) Inländergleichbehandlung im engeren Sinne (s. dazu bezogen auf die Gewerbesteuer BFH-Urteil vom 18. September 2003 X R 2/00, BFHE 203, 263, BStBl II 2004, 17; s. auch Senatsbeschluss vom 15. Juli 2005 I R 21/04, BFHE 210, 43, BStBl II 2005, 716) hat das nichts zu tun, ebenso wenig mit der Situation einer auf das Inland bezogenen konzernierten Besteuerung, über die der EuGH in der Sache "X-Holding" im Urteil vom 25. Februar 2010 C-337/08 (DStR 2010, 427) zu befinden hatte.
Der Senat hat zudem in ständiger Rechtsprechung entschieden, dass durch die Umsetzung von Gemeinschaftsrecht geschaffene Ungleichbehandlungen rein innerstaatlicher Sachverhalte insoweit nicht dem nationalen Gesetzgeber zugerechnet werden können, als dieser lediglich gemeinschaftsrechtliche Vorgaben in Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen in die nationale Rechtsordnung zu übernehmen hat (Senatsbeschluss vom 15. Juli 2005 I R 21/04, BFHE 210, 43, BStBl II 2005, 716, m. w. N.; Senatsurteile vom 9. August 2006 I R 31/01, BFHE 214, 496, BStBl II 2007, 838;… vom 18. März 2009 I R 13/08, BFH/NV 2009, 1613); hieran hält er fest.
Der Senat verweist dazu im Übrigen, um Wiederholungen zu vermeiden, auf seinen Beschluss vom 15. Juli 2005 I R 21/04 (BFHE 210, 43, BStBl II 2005, 716).
Wäre R 78 Abs. 5 Satz 3 KStR 1995 als Billigkeitsregelung zu verstehen, ergäbe sich hieraus demnach allenfalls eine Inländerdiskriminierung, die durch Art. 52 EGV (jetzt Art. 43 EG) nicht untersagt wird (vgl. Senatsurteil vom 15. Juli 2005 I R 21/04, BFHE 210, 43, BStBl II 2005, 716, m.w.N.).
Durch die Umsetzung von Gemeinschaftsrecht geschaffene Ungleichbehandlungen innerstaatlicher Sachverhalte können jedoch nicht dem nationalen Gesetzgeber zugerechnet werden, da dieser lediglich gemeinschaftsrechtliche Vorgaben in Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen in die nationale Rechtsordnung zu übernehmen hat (vgl. auch für den Fall der sog. umgekehrten Inländerdiskriminierung z.B. Senatsbeschluss vom 15. Juli 2005 I R 21/04, BFHE 210, 43, BStBl II 2005, 716;… Senatsurteil vom 18. März 2009 I R 13/08, BFH/NV 2009, 1613).
Überdies ist die Kapitalverkehrsfreiheit schon deshalb nicht betroffen, weil es im Streitfall an dem notwendigen Auslandsbezug fehlt. Es entspricht ständiger Rechtsprechung des EuGH und des BFH, dass die Grundfreiheiten auf rein interne Sachverhalte eines Mitgliedstaats nicht anwendbar sind (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 26. Januar 1993 Rs. C-112/91, Werner, Slg. 1993, I-429; BFH-Urteil vom 15. Juli 2005 I R 21/04, BFHE 210, 43, BStBl II 2005, 716, m.w.N.).
Denn eine "Inländerdiskriminierung" sei nicht verboten (Hinweis auf das BFH-Urteil vom 15. Juli 2005 I R 21/04, BFHE 210, 43 , BStBl II 2005, 716 ).
Soweit die Klägerin in diesem Zusammenhang auf den Beschluss des BFH vom 15. Juli 2005 I R 21/04 (BFHE 210, 43 ; BStBl II 2005, 716 ) hingewiesen hat und diesem entnehmen möchte, dass eine etwaige Inländerdiskriminierung unbeachtlich sei, ist dies insoweit zutreffend, als der BFH erkannt hat, dass keine unbedingte steuerliche Gleichbehandlung von deutschen und ausländischen (Vertrags-)Verhältnissen erfolgen muss.
Denn selbst wenn eine Inländerdiskriminierung zu bejahen wäre, liegt darin weder ein Unionsrechtsverstoß noch eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung (ständige Rechtspr., vgl. z. B. BFH I R 21/04, BStBl II 2005, 716 m. w. N.).

References: § 8
 § 12
 Art. 59
 Art. 49
 Art. 3
 § 8
 § 12
 EuGH 
 Art. 52
 Art. 43
 EuGH