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Timestamp: 2020-01-17 23:04:09+00:00

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Altersgrenze beim BAföG - Studis Online
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BAföG-Anspruch bei Studienbeginn mit über 30
Die Altersgrenze für eine Förderung mit BAföG liegt bei 30 Jahren, bei einem Masterstudium bei 35 Jahren. Entscheidend ist jeweils das Alter bei Beginn des Studiums oder der sonstigen Ausbildung. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, die in diesem Artikel ausführlich erklärt werden. Für alle Grenzfälle gilt: Eine amtliche Vorabprüfung der Förderungsfähigkeit kann sinnvoll sein.
1. Die Altersgrenze beim BAföG
Die Altersgrenze für eine Förderung mit BAföG liegt bei 30 Jahren. Ein Masterstudium müsst ihr spätestens mit 35 Jahren beginnen, wenn ihr eine Chance auf BAföG haben wollt. Entscheidend ist jeweils das Alter bei Beginn des Studiums (oder der sonstigen Ausbildung). Es schadet also nicht, wenn ihr während eurer Ausbildung die Altersgrenze überschreitet.
Wer erst nach seinem 30. Geburtstag ein Studium (oder eine andere BAföG-förderungsfähige Ausbildung) aufnimmt, wird nur noch unter bestimmten engen Voraussetzungen gefördert, die unten im Einzelnen aufgeführt sind (Punkte 2a-f). Entsprechendes gilt für diejenigen, die sich nach ihrem 35. Geburtstag für ein Masterstudium entscheiden.
Die gute Nachricht ist: Erfüllt ihr eine der nachfolgend genannten Voraussetzungen, bekommt ihr auf jeden Fall elternunabhängiges BAföG.
2. Überschrittene Altersgrenze: Wann eine BAföG-Förderung ausnahmsweise möglich ist
Ausnahmen bei der Überschreitung der Altersgrenze
Zugangsberechtigung zum Studium auf dem zweiten Bildungsweg erworben
Weiterführende Hochschulausbildung nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 oder 3 BAföG
Persönliche oder familiäre Hinderungsgründe
a) Zugangsberechtigung zum Studium auf dem zweiten Bildungsweg erworben
Wer nach seinem 30. Geburtstag ein grundständiges Studium aufnimmt, kann dann BAföG erhalten, wenn er die Zugangsberechtigung zum Studium auf dem zweiten Bildungsweg, also an einer Fachoberschule (die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt), einem Abendgymnasium, einem Kolleg o. ä. erworben habt und der weitere Ausbildungsverlauf nahtlos verlief (vgl. § 10 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 und Satz 3 BAföG). Das bedeutet, dass ihr unverzüglich nach Erwerb der Hochschulreife mit dem Studium begonnen haben müsst und ebenfalls unverzüglich nach dem Erwerb des Bachelor das Masterstudium beginnt. Schreibt ihr euch erst nach eurem 35. Geburtstag in einen Masterstudiengang ein, so steht dies einer Förderung nicht entgegen (vgl. VwV 10.3.1).
Unverzüglich heißt, dass ihr die objektiv nächste Möglichkeit wahrnehmen müsst, um die gewünschte Ausbildung aufzunehmen, auch wenn dies nicht am favorisierten Standort möglich ist.
Nach unseren Recherchen wird diese Rechtsauslegung in den meisten Bundesländern so gehandhabt. Es ist aber nicht auszuschließen, dass es gerade in dem von euch favorisierten Bundesland anders ist (insbesondere könnte die Altersgrenze beim Master in manchen Ländern doch zum Tragen kommen). Daher möchten wir euch dringend nahelegen, vorab entsprechende Erkundigungen einzuholen. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang:
Das OVG Hamburg hat mit Beschluss vom 22. September 2014 (Az. 4 Bf 200/12) einem Studenten Recht gegeben, der – bei bundesweiter Bewerbung – theoretisch bereits zum Sommersemester sein Studium hätte aufnehmen können, jedoch unbedingt den Studiengang Wirtschaftsinformatik an der Uni Hamburg belegen wollte, der nur zum Wintersemester beginnt.
Der Studienbeginn erfolge in diesem Fall zwar nicht unverzüglich, es sei jedoch unverhältnismäßig, dem Studenten die BAföG-Förderung zu versagen, da er in diesem Fall gegenüber solchen BAföG-Empfängern benachteiligt würde, die an seiner Stelle – zur Überbrückung des Sommersemesters – zunächst ein Parkstudium absolviert hätten, sich also an der Uni Hamburg für irgendeinen Studiengang eingeschrieben hätten, um nach einem Semester einen Fachrichtungswechsel in den Wunschstudiengang durchzuführen.
Der klagende Student habe dies nicht gemacht und sich damit hochschulrechtlich vernünftig verhalten. Zudem habe er sicher sein können, dass er einen Studienplatz zum Wintersemester erhält, weil er über eine Abiturnote von 2,7 verfügte und der NC in Wirtschaftsinformatik in den Jahren zuvor bei 3,2 bzw. 3,1 lag.
Hindert euch einer der unten genannten Gründe daran, die objektiv nächste Möglichkeit des Ausbildungsbeginns zu nutzen, so ist das Erfordernis der Unverzüglichkeit auch dann erfüllt, wenn ihr die objektiv nächste Möglichkeit nach Wegfall des Hinderungsgrundes nutzt.
b) Studium ohne Abitur
Habt ihr euren Studienplatz ohne schulisch erworbene Hochschulzugangsberechtigung allein aufgrund eurer beruflichen Qualifikation erhalten („Studium ohne Abitur“), ist eine Förderung trotz überschrittener Altersgrenze ebenfalls möglich (vgl. § 10 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1a BAföG). Nehmt ihr unverzüglich (s. o. Punkt 2a) nach dem Bachelorabschluss ein Masterstudium auf, schadet es nicht, wenn ihr bei Beginn des Masterstudiums bereits älter als 35 seid. Das ergibt sich aus VwV 10.3.1.
c) Masterstudium
Förderungsfähig ist zudem, wer vor dem 35. Geburtstag ein Masterstudiengang aufnimmt (§ 10 Abs. 3 Satz 1 BAföG).
d) Weiterführende Hochschulausbildung nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 oder 3 BAföG
Für eine weiterführende Hochschulausbildung nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 oder 3 BAföG könnt ihr trotz überschrittener Altersgrenze BAföG erhalten, sofern ihr die weitere Ausbildung unverzüglich (s. o.) nach Erreichen der Zugangsvoraussetzungen aufnehmt (vgl. § 10 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1b und Satz 3 BAföG). Was weiterführende Hochschulausbildungen sind, erfahrt ihr im Artikel zur Förderungsfähigkeit.
Übrigens: Durch das 26. BAföG-Änderungsgesetz gibt es statt eines verzinslichen Bankdarlehens in diesen Fällen die normale Förderung (50% Zuschuss, 50% Staatsdarlehen) 😀
e) Persönliche und familiäre Hinderungsgründe
Vor dem 30. Geburtstag ist für viele ja nicht nur die Berufsausbildung Thema, sondern auch die Familienplanung. Der Staat nimmt darauf u. a. insofern Rücksicht, als ihr auch mit über 30 noch gefördert werden könnt, wenn euch persönliche oder familiäre Gründe daran gehindert haben, die Ausbildung vor dem 30. Geburtstag zu beginnen (vgl. § 10 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 und Satz 3 BAföG). Dies betrifft vor allem diejenigen, die Kinder haben und deshalb ihre Ausbildung verschieben mussten.
Die Pflege und Erziehung von Kindern bis zum 10. Lebensjahr (ab Wintersemester 2019/20: 14. Lebensjahr) muss lediglich die Aufnahme der jetzigen Ausbildung vor dem 30. Lebensjahr (35. Lebensjahr für Masterstudiengänge) verhindert haben. Es schadet also nicht, wenn ihr während der Kindererziehungszeit bis zu 30 Std./Woche erwerbstätig gewesen seid.
Alleinerziehende dürfen in der Regel umfangreicher erwerbstätig gewesen sein, weil vermutet wird, dass sie so den Bezug von Leistungen der Grundsicherung vermeiden konnten.
Selbst Nicht-Alleinerziehende können sich möglicherweise auf diese Regelung berufen, wenn sie nur deswegen über 30 Stunden arbeiten mussten, um den Bezug von Sozialleistungen zu verhindern oder zumindest zu vermindern. Jedenfalls hat im Dezember 2012 das OVG Hamburg einen entsprechenden Eilentscheid getroffen (Az. 4 Bs 200/12), nach dem auch ein Verheirateter BAföG erhalten muss, obwohl er erst mit über 30 eine Ausbildung begonnen hat und über 30 Stunden gearbeitet hatte, die Kindererziehung des gemeinsamen Kindes also offenbar vor allem durch die Ehepartnerin erfolgte.
Das Studium muss nach Wegfall des Hinderungsgrundes unverzüglich (s. o. Punkt 2a) aufgenommen werden. Nehmt ihr dann auch noch unverzüglich nach dem Bachelorabschluss ein Masterstudium auf, schadet es nicht, wenn ihr bei Beginn des Masterstudiums bereits älter als 35 seid. Das ergibt sich aus VwV 10.3.1.
f) Einschneidende Veränderung der persönlichen Verhältnisse
Seid ihr z. B. aufgrund einer Scheidung oder dem Tod eures Ehepartners bedürftig geworden und habt noch keine BAföG-förderungsfähige Ausbildung abgeschlossen, könnt ihr ebenfalls trotz überschrittener Altersgrenze BAföG erhalten (vgl. § 10 Abs. 3 Satz 2 Nr. 4 und Satz 3 BAföG). Bedürftigkeit meint hier, dass ihr über kein einzusetzendes Vermögen im Sinne des § 90 SGB XII verfügt und euer monatliches Einkommen die nach § 85 SGB XII maßgebliche Einkommensgrenze nicht übersteigt. Auch hier gilt wieder: Ihr müsst unverzüglich nach Eintritt der Bedürftigkeit das Studium aufnehmen (s. o. Punkt 2a). Nehmt ihr unverzüglich nach dem Bachelorabschluss noch ein Masterstudium auf, schadet es nicht, wenn ihr bei Beginn des Masterstudiums bereits älter als 35 seid. Das ergibt sich aus VwV 10.3.1.
Wenn es nicht um ein Studium geht
Die Altersgrenze von 30 Jahren gilt auch für die Förderung von anderen Ausbildungen mit BAföG. Wer die Altersgrenze überschritten hat, kann allerdings dann noch gefördert werden, wenn eine der oben unter Punkt 2e oder 2f genannten Voraussetzungen vorliegt.
Hinweis: Wer ein Abendgymnasium, eine Abendhaupt- oder eine Abendrealschule besucht, bei Beginn des Ausbildungsabschnitts über 30 Jahre alt war/ist, die o.g. Voraussetzungen nicht erfüllt und nur deshalb kein BAföG erhält, kann im Falle der Hilfebedürftigkeit ALG II beantragen (§ 7 Abs. 6 Nr. 3 SGB II).
Andere SchülerInnen, deren Förderung an der Altersgrenze scheitert, haben seit dem 1. August 2016 ggf. einen Anspruch auf ALG-II-Leistungen im Rahmen der Härtefallregelung des § 27 SGB II. Voraussetzung ist, dass die Ausbildung zur Integration ins Erwerbsleben zwingend notwendig und vor dem 31.12.2020 aufgenommen wurde. Mehr dazu im ALG-II-Artikel.
3. Vorabprüfung der Förderungsfähigkeit
In einem sog. Antrag auf Vorabentscheid könnt ihr im Vorfeld prüfen lassen, ob ihr trotz ￼Überschreitens der Altersgrenze förderungsfähig seid. Die Entscheidung des BAföG-Amtes betrifft in ￼diesem Fall nur das Ob der Förderung, nicht deren Höhe. Das Amt ist ein Jahr ab Antragstellung an ￼seine Entscheidung gebunden.
Studieren mit über 30: Altersgrenzen für Förderungen und Vergünstigungen im Überblick
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References: § 7
 § 10
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 § 10
 § 10
 § 90
 § 85
 § 27