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Timestamp: 2018-01-20 14:31:09+00:00

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Schwangerenvorsorge - Frauenärzte am Rottpark
Mit dem Eintritt der Schwangerschaft beginnt sich Ihr Leben grundlegend zu verändern. Neben großer Vorfreude werden sich auch Phasen der Ungewissheit und Ängste einstellen.
Das Ziel unserer Schwangerenbetreuung ist es, Ihnen einen großen Teil dieser Ungewissheiten und Ängste zu nehmen, so dass Sie die Zeit der Schwangerschaft möglichst unbeschwert genießen können.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Betreuung sind die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, die uns helfen, eventuelle Schwangerschaftsrisiken frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls eine Behandlung einzuleiten.
Mutterschaftsrichtlinien und Mutterschutzgesetz
Die Betreuung der Schwangerschaft in Deutschland ist in den so genannten Mutterschaftsrichtlinien (Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen) festgelegt. Darin ist von Gesetzgeber genau geregelt, welche Untersuchung zu welchem Zeitpunkt in der Schwangerschaft durchzuführen und im Mutterpass zu dokumentieren ist.
Diese gesetzlich vorgegebenen Untersuchungen umfassen ein breites Spektrum an medizinisch notwendigen Leistungen. Die Kosten hierfür werden von den Krankenkassen übernommen.
Im Mutterschutzgesetz sind verschiedene Regelungen zum Schutz der berufstätigen, werdenden Mutter zusammengefasst. So müssen Schwangere für sämtliche Vorsorgeuntersuchungen von der Arbeit freigestellt werden, ohne dass ein Verdienstausfall entsteht.
Zu den zentralen Bestimmungen gehören weiterhin die so genannten Beschäftigungsverbote. Nach § 3 dürfen werdende Mütter nicht beschäftigt werden, soweit nach ärztlichem Zeugnis Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind bei Fortdauer der Beschäftigung gefährdet ist. § 4 verbietet des Weiteren, dass werdende Mütter mit schweren Arbeiten beschäftigt werden, wie schweres Heben, Fließbandarbeit und Akkordarbeit. Hier der genaue Wortlaut:
(2) Werdende Mütter dürfen insbesondere nicht beschäftigt werden mit Arbeiten, bei denen
regelmäßig Lasten von mehr als fünf Kilogramm Gewicht oder gelegentlich Lasten von mehr als zehn Kilogramm Gewicht ohne mechanische Hilfsmittel von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden. Sollen größere Lasten mit mechanischen Hilfsmitteln von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden, so darf die körperliche Beanspruchung der werdenden Mutter nicht größer sein als bei Arbeiten nach Satz 1,
(3) Die Beschäftigung von werdenden Müttern mit Akkordarbeit und sonstigen Arbeiten, bei denen durch ein gesteigertes Arbeitstempo ein höheres Entgelt erzielt werden kann, Fließarbeit mit vorgeschriebenem Arbeitstempo ist verboten. Die Aufsichtsbehörde kann Ausnahmen bewilligen, wenn die Art der Arbeit und das Arbeitstempo eine Beeinträchtigung der Gesundheit von Mutter oder Kind nicht befürchten lassen. Die Aufsichtsbehörde kann die Beschäftigung für alle werdenden Mütter eines Betriebes oder einer Betriebsabteilung bewilligen, wenn die Voraussetzungen des Satzes 2 für alle im Betrieb oder in der Betriebsabteilung beschäftigten Frauen gegeben sind.
(4) Die Bundesregierung wird ermächtigt, zur Vermeidung von Gesundheitsgefährdungen der werdenden oder stillenden Mütter und ihrer Kinder durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates Arbeiten zu bestimmen, die unter die Beschäftigungsverbote der Absätze 1 und 2 fallen, weitere Beschäftigungsverbote für werdende und stillende Mütter vor und nach der Entbindung zu erlassen.
In den letzten sechs Wochen vor der Entbindung dürfen Schwangere nur beschäftigt werden, wenn sie sich ausdrücklich (und jederzeit widerruflich) zur Arbeitsleistung bereit erklären. Des Weiteren dürfen Mütter nach § 6 acht Wochen, bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf Wochen nach der Entbindung nicht beschäftigt werden.
§ 11 sieht für die Dauer der Beschäftigungsverbote eine Entgeltfortzahlungspflicht vor. § 13 und § 14 regeln die Zahlung des Mutterschaftsgeldes durch die Krankenkassen.
Verstöße gegen das Mutterschutzgesetz werden als Straftat oder als Ordnungswidrigkeit geahndet.
Für Ihren ersten Praxisbesuch während Ihrer Schwangerschaft nehmen wir uns besonders viel Zeit. Meist findet er in der 6. bis 8. Woche statt. Vielleicht haben Sie zuhause schon einen Schwangerschaftstest gemacht. Natürlich kann er auch bei uns erfolgen. Schön wäre es, wenn Sie sich an den Beginn Ihrer letzten Periode erinnern könnten. Dieses Datum wird dann in den Mutterpass eingetragen. Der Mutterpass wird beim Erstbesuch angelegt und begleitet Sie während Ihrer ganzen Schwangerschaft. Wenn sie schon einmal schwanger waren und schon einen Mutterpass besitzen, bringen Sie Ihn bitte mit, ebenso wie einen evtl. vorhandenen Blutgruppenausweis.
Beim Anlegen des Mutterpasses werden Sie zunächst nach eigenen und familiär erblichen Erkrankungen gefragt. Besonders wichtig sind hier natürlich Krankheiten, die den Verlauf der Schwangerschaft beeinträchtigen könnten (z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion) sowie Erbkrankheiten, die ggf. mittels Ultraschalldiagnostik frühzeitig erkannt werden könnten (z.B. Herzfehler). Bitte bedenken Sie, dass auch die Familie Ihres Mannes/Partners in diese Überlegungen einbezogen werden muss. Gefragt wird auch nach dem Verlauf eventueller früherer Schwangerschaften, Auffälligkeiten werden im Mutterpass dokumentiert.
Der voraussichtliche Geburtstermin (ungefährer Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes) wird mittels der Naegelschen Regel (Errechneter Geburtstermin = [erster Tag der letzten Regelblutung] 7 Tage - 3 Monate 1 Jahr; oder wenn man es einfach mag: erster Tag der letzten Regelblutung 9 Monate und 7 Tage) berechnet und eingetragen. Sollte er wesentlich von unserem Ultraschallergebnis abweichen, wird er nochmals korrigiert.
Der erste Ultraschall (er wird üblicherweise von der Scheide aus durchgeführt) dient der Festlegung des Termins und der korrekten Lage der Schwangerschaft in der Gebärmutter. Häufig kann auch schon der kindliche Herzschlag beobachtet werden (nach der 6.Woche). Ein häufig gewünschtes und gerne gewährtes Souvenir ist das erste Ultraschallbild zum Einkleben ins Familienalbum.
Wie bei jeder weiteren Vorsorgeuntersuchung messen wir Ihren Blutdruck, den Höhenstand Ihrer Gebärmutter und Ihr Körpergewicht. Außerdem erfolgt eine gynäkologische Untersuchung mit der Entnahme von Muttermund-Abstrichen.
Eine Urinprobe wird auf Hinweise für schwangerschaftsbedingte Erkrankungen untersucht.
Eine Blutuntersuchung dient der Feststellung Ihrer Blutgruppe und dem Ausschluss eventueller Unverträglichkeiten mit dem kindlichen Blut (Antikörpersuchtest). Ihr Röteln Schutz wird überprüft. Ausgeschlossen werden auch einige Infektionskrankheiten, z.B. Chlamydien, Lues, Hepatitis B und HIV. Letzter Test ist optional (freiwillig).
Der Antikörpersuchtest wird zwischen der 24. und 28. SSW wiederholt.
Nach der 32. SSW wird nochmals eine Blutentnahme durchgeführt, die eine mögliche Infektion mit Hepatitis B aufdecken soll.
Den Mutterpass sollten Sie während der Schwangerschaft immer bei sich führen.
Bei unauffälligem Untersuchungsbefund und Schwangerschaftsverlauf erfolgt die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung gemäß Mutterschaftsrichtlinien alle 4 Wochen und in den letzten beiden Schwangerschaftsmonaten zweiwöchentlich, so dass insgesamt ca. 10-12 Vorsorgeuntersuchungen vorgenommen werden.
Bei jeder dieser Vorsorgeuntersuchungen kontrollieren wir Gewicht, Blutdruck und den Urin. Weiterhin wird eine Tastuntersuchung der Gebärmutter und des Muttermundes vorgenommen. Mindestens bei jedem zweiten Termin wird außerdem ein Blutbild erstellt. Ab der 24. Schwangerschaftswoche werden zusätzlich die kindlichen Herztöne und eventuelle Wehentätigkeit mittels des so genannten CTG (Cardio-Tokografie auch Wehenschreiber genannt) aufgezeichnet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kardiotokografie
Im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien sind während der Schwangerschaft drei routinemäßige Ultraschalluntersuchungen vorgesehen: jeweils um die 12., 20. und 30. Schwangerschaftswoche. Bei Vorliegen bestimmter Risiken oder Komplikationen können auch häufigere Ultraschalluntersuchungen angeordnet werden.
Falls Ihr Kind am Termin noch nicht geboren sein sollte, werden wir Sie alle 2 Tage einbestellen um ein CTG aufzuzeichnen und mittels Ultraschall und Doppleruntersuchung die Fruchtwassermenge und Durchblutung des Kind zu überprüfen. Bei unauffälligen Befunden und ausbleibendem Geburtsbeginn wird frühestens 1 Woche nach dem errechneten Termin in der Geburtsklinik eine Geburtseinleitung durchgeführt.
Unter Pränataldiagnostik versteht man alle Untersuchungen zur Früherkennung genetischer Erkrankunken (z.B. Chromosomenanomalien) und anderer Erkrankungen des Feten (z.B. Herzfehler). Prinzipiell unterschieden werden nicht-invasive Methoden (z.B. Ultraschall mit Nackenfaltenmessung, Laboruntersuchungen oder Kombinationen aus beiden) und invasive Methoden (z.B. Amniozentese und Chorionzottenbiopsie).
Ob und welche Diagnostik für Sie sinnvoll ist, kann im Einzelfall nur durch das ärztliche Gespräch entschieden werden. Zu berücksichtigen sind hierbei insbesondere individuelle oder familiäre Risiken, das Alter der werdenden Mutter und persönliche Wünsche oder Ängste.
Unter nicht-invasiver Pränataldiagnostik werden alle Methoden zusammengefasst, die ohne direkten Eingriff in den Mutterleib erfolgen, also fürs Baby ungefährlich sind.
Die einfachste Form ist die genetische Beratung, in der Regel bei einem Spezialisten (Humangenetiker) um eventuelle, individuelle Risiken zu ermitteln, ihre Bedeutung einzuschätzen und die nötigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen (z.B. die Notwendigkeit bestimmter diagnostischer Maßnahmen). Eine genetische Beratung ist zum Beispiel sinnvoll bei familiär erblichen Erkrankungen, Fehlbildungen und vorausgegangenen Fehlgeburten.
Laboruntersuchungen können die Analyse des mütterlichen und väterlichen Erbgutes (Chromosomenanalyse) oder verschiedene Tests (Harmony oder PraenaTest, Nackenfaltenmessung, Nasenbeinmessung, Bestimmung von free-ßHCG, PAPP A, AFP) zu unterschiedlichen Schwangerschaftszeitpunkten umfassen, letztere sind im Regelfall keine Kassenleistung, siehe deshalb Kapitel „erweiterte Schwangerenvorsorge/Ersttrimesterscreening“.
In Deutschland wird allen Schwangeren ab dem 35. Geburtstag eine kindliche Chromosomendiagnostik angeboten. Grund dafür ist, dass das Risiko bestimmter Erbkrankheiten mit dem mütterlichen Alter steigt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Frau im Alter von 25 Jahren, mit einem Kind mit Down-Syndrom (Mongolismus, Trisomie 21) schwanger zu werden, liegt bei weniger als 0,1 %, im Alter von 35 Jahren bei 0,3 %, im Alter von 40 Jahren bei 1 % und im Alter von 48 Jahren bei 9 %. Weitere wichtige Gründe für eine Chromosomendiagnostik sind erkrankte Familienangehörige oder bestimmte erbliche Stoffwechselerkrankungen.
Die gebräuchlichsten Methoden sind ab der 12. Schwangerschaftswoche die Chorionzottenbiopsie (Punktion des Mutterkuchens) und ab der 15. Schwangerschaftswoche die Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung). Beide Methoden werden heutzutage üblicherweise durch Punktion der Bauchdecke unter Ultraschallkontrolle in spezialisierten Zentren vorgenommen. Voraussetzung ist eine vorherige, ausführliche ärztliche Beratung über den Grund sowie Vor- und Nachteile des Eingriffs.
Die Ultraschalldiagnostik ist eines der wichtigsten Elemente in der Schwangerenbetreuung. Die heutigen Ultraschallgeräte erfüllen hohe Sicherheitsnormen, die Untersuchung ist für Mutter und Kind gefahrlos. Wie oben bereits erwähnt, kennt die Schwangerenvorsorge in Deutschland 3 Standard-Ultraschalluntersuchungen bei normalem Schwangerschaftsverlauf. Diese Ultraschalluntersuchungen dienen primär der Kontrolle des Wachstumsfortschritts (d.h. entspricht die Größe Ihres Kindes Ihrer Schwangerschaftswoche), der Kontrolle der Kindslage, der Lage der Plazenta (Mutterkuchen) und der Früherkennung von Auffälligkeiten und Fehlbildungen.
Bei Verdachtsmomenten erfolgt in der Regel die Überweisung an ein pränatalmedizinisches Zentrum der DEGUM Stufe II oder III (DEGUM bedeutet Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin, es gibt eine Stufendiagnostik, Stufe I ist der niedergelassene Frauenarzt, Stufe II sind Frauenärzte mit besonderer Qualifikation in der Pränataldiagnostik, Stufe III sind hochrangige Spezialisten).
Bei der so genannten Dopplersonografie handelt es sich um eine spezielle Ultraschalltechnik zur Messung von Blutflussgeschwindigkeiten, sie ermöglicht z.B. Aussagen über die Versorgung des Kindes über die Nabelschnur, die Durchblutung der Gebärmutter oder bestimmter kindlicher Organe. Die Dopplersonografie wird in der Schwangerenvorsorge hauptsächlich zur Überwachung von Risikofällen oder bei Terminüberschreitung eingesetzt.
Bakterielle Infektionen des Muttermundes können vorzeitige Wehen und im Extremfall eine Frühgeburt verursachen. In einer gesunden Scheide leben Milchsäurebakterien, die verhindern, dass sich dort andere Keime vermehren können. Diese Milchsäurebakterien (Laktobazillen) sorgen für das saure Vaginalmilieu, der ideale Säuregrad oder auch pH-Wert für die Scheide beträgt 4,0.
Höhere Werte zeigen an, dass sich die Zahl der schützenden Milchsäurebakterien verringert bzw. sich andere, schädliche Bakterienarten vermehrt haben. Mit einem einfachen Papierteststreifen lässt sich der pH-Wert in der Scheide kontrollieren. Solange der pH-Wert bei 4,0 liegt, besteht keine Gefahr. Wir messen den pH-Wert bei jeder Vorsorge.
Wenn Sie selbst zuhause kontrollieren möchten:
Einige Kassen (KKH, BEK, TKK, BKK) geben kostenlos Handschuhe mit pH-Messfeld an Schwangere ab. Ansonsten können Sie sich in der Apotheke Spezialindikatorpapier Merck pH 4,0 bis 7,0 kaufen. Bei erhöhten pH-Werten sollten Sie sich in der Praxis melden.
Viel Obst und Gemüse, Vollkorn- und fettarme Milchprodukte. Fleisch, Fisch, Geflügel und Ei liefern das reichlich benötigte Eiweiß und Eisen. Vermeiden Sie leere Kalorien in Form von Süßigkeiten und Zucker. Sie müssen nicht das Doppelte Ihrer früheren Portionen essen, maximal sollten Sie während Ihrer Schwangerschaft 14 kg zunehmen (sehr Schlanke etwas mehr).
Bei Ernährungsfragen rund um die Schwangerschaft beraten Sie gerne ausführlich unsere Hebamme Britta Schwarz und Regina Popp, die eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin gemacht hat.
Das im Mutterleib wachsende Kind hat einen besonders hohen Bedarf an verschiedenen Vitaminen und Spurenelementen, insbesondere jedoch an Eisen, Jod und Folsäure. Beispielsweise wird Jod für die Bildung von Schilddrüsenhormon benötigt, dieses wiederum steuert den Aufbau von Gehirn- und Nervenzellen, ist also für die Intelligenzentwicklung Ihres Kindes entscheidend. Folsäure (ein B-Vitamin) schützt vor offenem Rücken. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren u.a.) sind wichtig für die Entwicklung des kindlichen Gehirns und Nervensystems.
Wir empfehlen während der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit speziell für Schwangere entwickelte Vitamin- und Mineralienkombinationen (Folio, Gynvital, Femibion, Orthomed natal u.ä.).
Bei Bauchschmerzen, Wadenkrämpfen oder Neigung zu vorzeitigen Wehen empfehlen wir zusätzlich Magnesium (z.B. 2 x tgl. 1 Kps. Magnesium diasporal 150 mg)
Bei erhöhtem Eisenbedarf (wird von uns anhand Ihrer Blutwerte festgestellt) zusätzlich 1 Kps. Ferrosanol duodenal täglich.
Sollten Sie während der gesamten Schwangerschaft meiden. Hören Sie auf zu rauchen; es gibt keine!!!Entzugserscheinungen beim Kind. Akupunktur hilft Ihnen aufzuhören!
Besonders in der Frühschwangerschaft (erstes Drittel) sollten Sie nur das absolut Notwendige nehmen. Bitte informieren Sie uns über alle Medikamente, die Sie regelmäßig nehmen müssen. Gerne beraten wir Sie bei Fragen rund um die Medikamenteneinnahme. Manchmal helfen auch der Beipackzettel und der Apotheker. Gute Internetadressen zu diesem Thema: www.babynet.de oder www.reprotox.de
Günstig ist erfahrungsgemäß die Zeit um den fünften Monat herum. Den meisten Frauen geht es dann sehr gut. Die Umstellungsprobleme der Anfangszeit sind vorbei und der Bauch ist noch nicht so groß, dass er hinderlich ist.
Grundsätzlich dürfen Sie nach Lust und Laune reisen, das gilt auch für Fernreisen. Folgende Punkte helfen Ihnen bei der Planung (Auch bei Last-Minute-Reisen müssen werdende Mütter übrigens besonders kritisch hinschauen):
Starke Klimawechsel belasten den Organismus. Wenn Sie dennoch gerne in die Karibik, nach Marokko oder Madagaskar fliegen wollen, sollten Sie eine komfortable Unterkunft mit Klimaanlage buchen. Dann können Sie sich jederzeit zum Ausruhen zurückziehen.
Ärztliche Versorgung und Hygiene sollten stimmen. Erkundigen Sie sich bei Fernreisen zu exotischen Zielen vorab, wie die medizinische Situation am Urlaubsort aussieht. Auch die sanitären Einrichtungen sollten halbwegs den hier üblichen Standards entsprechen.
Ungeeignet sind Zielgebiete über 4.500 Meter Höhe. Dort ist der Sauerstoffgehalt der Luft niedrig, das kann die Versorgung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen. Trekking-Touren im Himalaja sollten Sie also nicht gerade jetzt planen.
Unbedingt meiden sollten Sie Gebiete, in denen es Malaria oder andere Tropenkrankheiten, etwa Gelbfieber, gibt. Nicht nur Ihnen selbst, auch Ihrem Baby drohen im Falle einer Erkrankung ernste Gefahren. Falls bestimmte Impfungen erforderlich sind, können Sie bei mir erfragen, was in der Schwangerschaft erlaubt ist.
Je länger die Anreise ist, desto anstrengender für Sie. Falls Sie mit dem Auto fahren, sollten Sie viel Zeit für Pausen einplanen. Im Flugzeug am besten gleich beim Ticketkauf einen Platz am Gang reservieren lassen. Dann können Sie eher mal Ihre Beine ausstrecken oder aufstehen und umhergehen. Das ist sehr wichtig, da bei Schwangeren die Gefahr eine Thrombose erhöht ist. Auch das Tragen von Stützstrümpfen/Stützstrumpfhosen (es gibt spezielle für Schwangere) wird auf längeren Flugreisen empfohlen.
Fragen Sie rechtzeitig nach, wie lange Sie mitfliegen dürfen. Alle Fluggesellschaften haben - meist ab der 36. Schwangerschaftswoche, eventuell aber auch schon früher - Begrenzungen. Eventuell wird auch eine ärztliche Unbedenklichkeitserklärung verlangt.
Egal, wie Sie reisen: Denken Sie daran unterwegs viel zu trinken und regelmäßig auf die Toilette zu gehen. Schwangere bekommen leichter eine Blasenentzündung. Viel Flüssigkeit und regelmäßiges Wasserlassen beugen vor.
Am Urlaubsort nicht übertreiben. Lassen Sie’s ruhig angehen und vermeiden Sie wilde Aktionen wie Motorradtouren über Holperpisten im Hinterland. Auch Sonnenbäder sind nichts für werdende Mütter: Die Haut ist in der Schwangerschaft besonders empfindlich und es kann leichter zu unschönen Pigmenteinlagerungen kommen. Außerdem ist es besser, wenn Sie sich die unnötige Belastung durch die Sonnenhitze ersparen. Ihr Körper leistet in der Schwangerschaft sowieso schon Schwerarbeit. Also ab in den Schatten und immer gut eincremen.
Sport in der Schwangerschaft ist grundsätzlich sehr empfehlenswert und hilft Ihnen, schwangerschaftsbedingte Erkrankungen zu vermeiden (z.B. Krampfadern). Außerdem entbinden sportliche Schwangere leichter (Studie des deutschen Sportbundes). Entgegen einer weit verbreiteten Meinung schadet Sport nicht Ihrem Kind.
Bei der Ausübung Ihres Sportes sollten Sie primär Ihren Neigungen und körperlichen Fähigkeiten folgen. Überfordern Sie sich nicht (gilt auch für Nichtschwangere), tragen Sie geeignete Kleidung und Schuhwerk (Schwangere haben etwas lockere Gelenke) und trinken Sie ausreichend. Richten Sie Ihr Programm an Ihrem Trainingsstand aus. Trainingspuls max. 130/min.
Nachfolgend eine Aufstellung über empfehlenswerte und weniger empfehlenswerte Sportarten (erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit):
Wandern, Nordic-Walking, Gymnastik, Tanzen, Schwimmen (die Wassertemperatur sollte dabei nicht unter 20°C und nicht über 35°C sein).
Jogging, Radfahren, Rudern, Bodenturnen, Skilanglauf, Segeln.
Bedingt empfehlenswert (Verletzungsrisiko):
Tennis, Squash, Badminton, Tischtennis, Reiten, Schlittschuh- u. Rollschuhlaufen, Leichtathletik, Alpinski, Surfen.
Nicht empfehlenswert (Hohes Verletzungsrisiko):
Mannschafts- und Kampfsportarten (Ballsportarten, Judo, Boxen, Fechten u.a.m.),Wasserski, Geräteturnen, Marathonlauf, Triathlon, Tauchen, Bodybuilding, Gewichtheben, Fallschirmspringen, Gleitschirmfliegen, Bungee-Jumping u.a.m.
sowie alle Aktivitäten über 2000m Höhe.
Befürchtungen der werdenden Mutter, die Saunawärme könne dem Kind nicht bekommen, sind unbegründet. Kritische Körperinnentemperaturen liegen erst bei über 40 Grad Celsius vor. Derart hohe Kerntemperaturen werden aber beim Saunabaden nicht erreicht. In der Sauna wird die Körpertemperatur kurzfristig um maximal ein Grad Celsius erhöht. Das belastet weder Mutter noch Kind, betont Prof. Dr. med. Eberhard Conradi, Vorsitzender des Deutschen Sauna-Bundes.
Als Vorteile von Saunabesuchen werden Ausschwemmung von Wasseransammlungen (Ödemen) und eine leichtere Geburt genannt. Einig ist sich die Fachwelt, dass Schwangere mit Komplikationen (vorzeitige Wehen, Bluthochdruck) die Sauna meiden sollten. Der Saunagang sollte für Schwangere etwas kürzer (10-12 min) sein.
In der Schwangerschaft ist die Haut besonders empfindlich, wir raten eher ab.
Weitere Infos gibt: www.sportaerztebund.de

References: § 3
 § 4
 § 6

§ 11
 § 13
 § 14