Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.07.2000&Aktenzeichen=I%20ZR%20203/97
Timestamp: 2019-05-22 20:06:12+00:00

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BGH, 13.07.2000 - I ZR 203/97 - dejure.org
https://dejure.org/2000,1241
BGH, 13.07.2000 - I ZR 203/97 (https://dejure.org/2000,1241)
BGH, Entscheidung vom 13.07.2000 - I ZR 203/97 (https://dejure.org/2000,1241)
BGH, Entscheidung vom 13. Juli 2000 - I ZR 203/97 (https://dejure.org/2000,1241)
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Irreführung - Unternehmenskennzeichnung - Unternehmen - Firmennamen - Gesundheitsforschung
Irreführung/Leistungsfähigkeit; Rufausbeutung; Verbandsausstattung
Bezeichnung eines Marketingprojekts als Forschungsvorhaben - Zur Frage der Irreführung durch Verwendung des Begriffs der Gesundheitsforschung im Firmennamen eines Unternehmens
OLG München, 19.06.1997 - 6 U 1617/97
Damit sind solche Unternehmen gemeint, die dem Verletzer auf demselben sachlich und räumlich relevanten Markt als Wettbewerber begegnen, also um Kunden konkurrieren können (vgl. BGH, GRUR 2000, 1084).
Die Klagebefugnis, die von Amts wegen - auch ohne entsprechende Rüge der Revision - zu prüfen ist (st. Rspr.;… BGH, Urt. v. 18.10.1995 - I ZR 126/93, GRUR 1996, 217 = WRP 1996, 197 - Anonymisierte Mitgliederliste; Urt. v. 13.7.2000 - I ZR 203/97, GRUR 2000, 1084, 1085 = WRP 2000, 1253 - Unternehmenskennzeichnung;… Urt. v. 14.12.2000 - I ZR 181/99, GRUR 2001, 846, 847 = WRP 2001, 926 - Metro V), ist nicht schlüssig behauptet.
Es reicht aus, dass die Mitgliedsunternehmen eine zumindest nicht gänzlich unbedeutende Beeinträchtigung durch die Wettbewerbsmaßnahme mit einer gewissen, wenn auch nur geringen Wahrscheinlichkeit zu befürchten haben (BGH GRUR 2000, 438, 440 - Gesetzeswiederholende Unterlassungsanträge; BGH GRUR 2000, 1084, 1085 - Unternehmenskennzeichnung;… BGH, GRUR 2006, 778, Rn. 19 - Sammelmitgliedschaft IV;… BGH, GRUR 2007, 610, Rn. 17 - Sammelmitgliedschaft V;… BGH, GRUR 2007, 809 Rn. 14 - Krankenhauswerbung).
Bei der Prozeßführungsbefugnis gemäß § 13 Abs. 2 Nr. 2 UWG handelt es sich nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes um eine Prozeßvoraussetzung, deren Vorliegen in jeder Lage des Verfahrens, also auch vom Revisionsgericht, von Amts wegen geprüft werden muß (…vgl. BGH, Urt. v. 9.10.1997 - I ZR 122/95, GRUR 1998, 417 = WRP 1998, 175 - Verbandsklage in Prozeßstandschaft;… Urt. v. 27.4.2000 - I ZR 287/97, GRUR 2000, 1093, 1094 = WRP 2000, 1275 - Fachverband; Urt. v. 13.7.2000 - I ZR 203/97, GRUR 2000, 1084, 1085 = WRP 2000, 1253 - Unternehmenskennzeichnung).
Da ein Verband diese Funktion nur erfüllen kann, wenn ihm tatsächlich eine ausreichende Zahl von Mitgliedern angehört, deren Interessen von der Zuwiderhandlung berührt sind, die also Waren oder Dienstleistungen gleicher bzw. verwandter Art auf demselben sachlich und räumlich relevanten Markt vertreiben und dem Abgemahnten deshalb als Wettbewerber begegnen (BGH GRUR 2015, 1240; 2000, 1084, 1085), muss der Verband das auf Verlangen des Abgemahnten schlüssig darlegen.
dazu: Schmidt-Räntsch, DB 2002, 1595, 1596; Heinrichs, in: Palandt, BGB, 61. Aufl., 2002, AGBG § 22 a Rn. 5 ff.; BGH, Urteil vom 20.3.1986 - VII ZR 191/85 -, BB 1986, 970, unter Hinweis auf die Urteile vom 30.6.1972 - 1 ZR 16/71 -, NJW 1972, 1988, und vom 13.7.2000 - I ZR 203/97 -, NJW-RR 2001, 32; zum Verhältnis der Vorschriften des AGBG zu denen des UKlaG vgl. auch BGH, Urteil vom 25.9.2002 - VIII ZR 253/99 -, NJW 2003, 290.
Wissenschaftliche Bezüge (vgl. Schäfer-Newiger, WRP 2001, 782) und Voraussetzungen einer wissenschaftlichen Marktforschung durch neutrale Marktforschungsinstitute hat die Beklagte nicht andeutungsweise dargelegt.
Eine reine Quoten- oder Prozentbetrachtung ist nicht angemessen, je nach Marktsituation etwa bei engen Märkten kann auch die Mitgliedschaft weniger Unternehmen ausreichen (…vgl. BGH GRUR 2007, S. 610 - Sammelmitgliedschaft V (insbesondere S. 611);… BGH GRUR 1998, S. 417, 418 - Verbandsklage in Prozessstandschaft; BGH GRUR 1998, S. 489 f - unbestimmter Unterlassungsantrag III sowie BGH GRUR 2000, S. 1084 f - Unternehmenskennzeichnung sowie zusammenfassend Hefermehl/Köhler/Bornkamm, Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, 27. Auflage, 2009, § 8 UWG Rz 3.40 ff.).
Das Verbot der irreführenden Werbung gemäß § 3 UWG dient vielmehr der Wahrung schützenswerter Interessen, sei es des Verbrauchers, sei es des Mitbewerbers (BGH GRUR 1998, 949 - D-Netz Handtelefon; BGH GRUR 2000, 92 - Last-Minute-Reisen; BGH GRUR 2000, 1129 - Tageszulassung II; BGH WRP 2000, 1253 - Unternehmenskennzeichnung).
LG Stuttgart, 28.07.2009 - 17 O 190/09
Unzulässigkeit des Angebots von Rubbellosen als Glücksspielveranstaltung

References: BGH 
 § 13
 § 22
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 8
 § 3
 BGH 
 BGH 
 BGH