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Timestamp: 2020-08-12 11:31:58+00:00

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HOAI-Novelle - Referentenentwurf mit Stand vom 08.02.2008 - HOAI.de - Forum
HOAI.de - Forum : Novellierung oder Abschaffung der HOAI? : HOAI-Novelle - Referentenentwurf mit Stand vom 08.02.2008
IP: Logged HOAI-Novelle - Referentenentwurf mit Stand vom 08.02.2008
das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat den Kammern und Verbänden der Architekten und Ingenieure den Entwurf einer „neuen HOAI“ mit Stand vom 08.02.2008 vorgelegt. Ich konnte mich mit den Unterlagen kurz befassen und möchte nachstehend einen kurzen Überblick über den Entwurf geben.
Die Gliederung des Entwurfes einer „neuen HOAI“ stellt sich wie folgt dar:
Teil I:	Allgemeine Vorschriften, §§ 1-15
Teil II:	Flächenplanung, §§ 16-30
Teil III:	Objektplanung, §§ 31-44 (Gebäude, Freianlagen, Ingenieurbauwerke, Verkehrsanlagen)
Teil IV:	Fachplanung, §§ 45-51 (Tragwerksplanung, Technische Ausrüstung)
Teil V:	Überleitungs- und Schlussvorschriften, § 52
Anhang zur HOAI
Nach dem nunmehr vorliegenden Entwurf soll die neue HOAI nach der Novelle nur noch 52 Paragraphen (vorher 103) umfassen und soll somit deutlich schlanker werden. Grund für den geringeren Umfang ist, dass viele Leistungen (Leistungsphasen und Leistungsbilder) der bisherigen HOAI in den (unverbindlichen) Anhang zur neuen HOAI ausgelagert werden sollen.
Auch die neue HOAI soll Mindest- und Höchstsätze enthalten, die als gesetzliches Preisrecht verbindlich sein sollen. § 7 des Entwurfes sieht vor, dass eine Honorarvereinbarung nur im Rahmen der Mindest- und Höchstsätze getroffen werden kann. Ist keine Honorarvereinbarung getroffen, sollen nach § 7 Abs. 6 des Entwurfes die jeweiligen Mindestsätze auf der Basis der anrechenbaren Kosten der Kostenschätzung als vereinbart gelten.
Nach § 6 a) des Entwurfes soll sich das Honorar zukünftig nach „den einvernehmlich festgelegten, anrechenbaren Nettobaukosten auf der Grundlage der Kostenschätzung oder nach Verrechnungseinheiten oder Flächengrößen“ richten. Damit entfallen die Kostenermittlungen nach den verschiedenen Kostenermittlungsarten gem. DIN 276. Gemäß § 7 des Entwurfes soll es nunmehr den Vertragspartnern bei Vertragsschluss obliegen, die anrechenbaren Kosten einvernehmlich festzulegen. Wörtlich heißt es hierzu in dem Entwurf: „Die Vertragsparteien treffen bei Auftragserteilung im Rahmen der durch diese Verordnung festgesetzten Mindest- und Höchstsätze eine Vereinbarung über die Leistung und die einvernehmlich festgelegten, anrechenbaren Kosten im Sinne des § 6 Buchstabe a).“
Der Anwendungsbereich der neuen HOAI soll nach dessen § 1 auf die Leistungen „der Architektinnen und Architekten und Ingenieurinnen und Ingenieure (Auftragnehmerin oder Auftragnehmer) mit Sitz im Inland“ beschränkt sein. Für ausländische Architekten und Ingenieure ist die neue HOAI damit unbeachtlich.
Die Honorartafeln – und damit der Anwendungsbereich der HOAI als gesetzliches Preisrecht - werden in dem Entwurf stark beschränkt. So endet z.B. die Honorartafel für die Objektplanung Gebäude schon bei anrechenbaren Kosten von 5.000.000 EUR (bislang: 25.564.594 EUR). Die HOAI wäre damit nur noch für kleinere und mittlere Bauvorhaben einschlägig.
Innerhalb der Honorartafeln wurden die Honorarwerte stark reduziert. So betrug z.B. bisher das Mindestsatzhonorar bei anrechenbaren Kosten von 400.000 EUR bei Honorarzone III, Mindestsatz, 38.127,- EUR. Nach der neuen Honorartafel in § 33 Abs. 1 des Entwurfes sind dies nur noch 19.826,- EUR. Allerdings wurde gleichzeitig auch die Bewertung der einzelnen Leistungsphasen grundlegend geändert. Der Entwurf für eine neue HOAI sieht vor, dass nur noch die Grundleistungsphasen in den Leistungsphasen 1 bis 5 oder 1- 3 (Leistungsbilder des Teils II des Entwurfs) bewertet werden. So sind z.B. die Leistungsphasen 1 bis 5 bei der Objektplanung Gebäude nach § 32 Abs. 1 des Entwurfes mit insgesamt 110% bewertet (LP1 - Grundlagenermittlung: 7%; LP2 – Vorplanung: 14%; LP3 – Entwurfsplanung: 23%; LP4 – Genehmigungsplanung: 13%; LP5 – Ausführungsplanung: 53%). Die weiteren Leistungsphasen sollen als „nichtplanerische Leistungen“ in den unverbindlichen Anhang zur HOAI einfließen, der freiwillig vereinbart werden kann. Die dortige Bewertung sowie die dortige Honorartafel entsprechen der bisherigen Regelung in der HOAI.
Eine Gegenüberstellung der alten und der neuen HOAI anhand eines Berechnungsbeispiels zeigt, dass der Entwurf für die neue HOAI bei den Planungsleistungen eine leichte Honorarerhöhung von ca. 10% bedeutet.
Aktuelle HOAI
Leistungsbild: Gebäude gem. § 15 HOAI
Anrechenbare Kosten: 500.000,- EUR
Mindestsatz, Honorarzone III
1. Grundlagenermittlung	3%	1.327,29 €
2. Vorplanung	7%	3.097,01 €
3. Entwurfsplanung	11%	4.866,73 €
4. Genehmigungsplanung	6%	2.654,58 €
5. Ausführungsplanung	25%	11.060,75 €
Summe	52%	23.006,36 €
Entwurf neue HOAI
Leistungsbild: Gebäude gem. § 32 des Entwurfes
1. Grundlagenermittlung	7%	1.610,42 €
2. Vorplanung	14%	3.220,84 €
3. Entwurfsplanung	23%	5.291,38 €
4. Genehmigungsplanung	13%	2.990,78 €
5. Ausführungsplanung	53%	12.193,18 €
Summe	110%	25.306,60 €
Der Umbauzuschlag ist in dem Entwurf der neuen HOAI allerdings nicht mehr vorgesehen und entfällt somit ersatzlos. Vorhandene Bausubstanz soll gem. § 31 Abs. 1 des Entwurfes nach wie vor Berücksichtigung finden.
Der bisherige § 8 HOAI wurde in dem vorliegenden Entwurf ersatzlos gestrichen. Insofern richtet sich die Fälligkeit der Honoraransprüche nach den Regelungen des BGB. Problematisch dürfte insbesondere der Wegfall von § 8 Abs. 2 HOAI sein, der bislang einen Anspruch auf Abschlagszahlungen gewährt. Der BGH hat den bisherigen § 8 HOAI in seinem Beschluss vom 22.12.2005 (Az.: VII ZB 84/05) sogar ausdrücklich als gesetzliches Leitbild bezeichnet. Die Vorschrift des § 632a BGB lässt Abschlagszahlungen nur „für in sich abgeschlossene Teile des Werkes“ zu, wenn „dem Besteller Eigentum an den Teilen des Werkes, an den Stoffen oder Bauteilen übertragen oder Sicherheit hierfür gleistet wird“. Ohne Sicherheitsleistung dürfte es daher nach dem vorliegenden Entwurf keine Abschlagszahlungen mehr geben.
Der Entwurf ist nicht amtlich veröffentlicht und wohl auch noch nicht mit den Ressorts innerhalb der Bundesregierung abgestimmt.
Der Protest bei den Kammern und Verbänden gegen den vorliegenden Entwurf ist groß. So geht die Architektenkammer NRW von dem Verlust von 2.000 Arbeitsplätzen in NRW aus (siehe hierzu: http://www.aknw.de/index.htm?modus=aktuelles_detail&id=1752 ).
04.03.2008 at 10:42 Uhr
IP: Logged Re: HOAI-Novelle - Referentenentwurf mit Stand vom 08.02.2008
Hallo Herr Hilka, danke für das Posting. Meiner Meinung nach ist der Referentenentwurf mehr als unverschämt, zeigt aber eine deutliche Tendenz des Bundes, die Leistungen der einheimischen Architekten, Ingenieure und Techniker zu negieren und diesen Berufsgruppen Kompetenz und Engagement abzusprechen. Im Klartext heißt das doch, dass wir gut genug sind, kleinere Bauvorhaben anzubieten, große Projekte aber zu Dumpingpreisen ins Ausland vergeben werden. Es wundert mich eigentlich auch nicht, denn diese Praxis ist gerade bei öffentlich-rechtlichen Vorhaben des Bundes und der Länder über den Umweg von Vergaben an GÜ schon lange selbstverständlich.
Deutlicher kann eine Regierung die Gelder, die in die Ausbildung junger Architekten und Ingenieure inverstiert werden von Staats wegen nicht mehr verramschen und eigene Verstöße gegen geltendes Preisrecht entkriminalisieren. Es wird sich zeigen, ob die Kammern und Verbände ihrer Verantwortung bewußt werden und sich vor allem im Interesse der hier ansässigen Planer endlich einmal stark machen. Warum nur habe ich daran leise Zweifel ??
04.03.2008 at 12:55 Uhr
IP: Logged Re: Re: HOAI-Novelle - Referentenentwurf mit Stand vom 08.02.2008
....ob die Kammern und Verbände ihrer Verantwortung bewußt werden und sich vor allem im Interesse der hier ansässigen Planer endlich einmal stark machen. Warum nur habe ich daran leise Zweifel ??
Kammern und Verbände kämpfen seit 10 Jahren mit enormem Einsatz (in der Regel ehrenamtlich!) für den Erhalt und eine vernünftige Novellierung der HOAI. Wenn Sie daran Ihre Zweifel haben, dann engagieren Sie sich doch in einer der zahlreichen Institutionen! Leute die sich stark machen können und es am Ende auch sind, sind immer gerne gesehen.
Klar , was bisher herausgekommen ist, ist eine Katastrophe. Wenn diese Novelle so kommt, bedeutet das zu nächst ein erhebliches Chaos und anschliessend beginnt das Sterben der kleinen und mittleren Büros. Aber verantwortlich dafür sind nicht Kammern und Verbände sondern einzig und allein unsere Politiker! Erst haben Sie den Dipl.-Ing. kaputt gemacht, und jetzt geben sie uns den Rest. Nach Batchelor und Master bekommen wir jetzt unter der Maxime Bürokratieabbau und Honorarflexibilität auch betriebswirtschaftlich englische Verhältnisse. Der Blick über den Gartenzaun ist entweder verstellt oder schwer getrübt. Man macht sich um den Ausländer mehr Sorgen als um uns, der muss vor dem Inländer geschütz werden! Deshalb muss man eine "Inländer-HOAI" kreieren.
Wurde die Fernsehserie "ich muss hier raus" etwa vorausschauend für Architekten und Ingenieure gemacht?
17.03.2008 at 15:20 Uhr
Ja hallo, ich staune ! Doch einer hier, der zu diesem Thema eine Einung hat, ich dachte schon, der Beitrag geht allen hier an den Füßen vorbei.
Lieber Her Kollege SMSOFT, ich danke Ihnen für den Hinweis, das die Kammern und Verbände sich stark engagieren und ich bin die Letzte, die ehrenamtliche Arbeit verteufelt. Die Krux ist meiner Meinung nach nur, das jede Kammer und jeder Verband sein eigenes Süppchen kocht. Wo ist denn eine einzige, länderübergreifende Institution, die das alles mal bündelt ? Sind Kammern und Verbände bereit, sich auch unter Abstrichen an eigenen Satzungen und Bestimmungen mal dem Thema HOAI zu widmen ? Stellen Sie sich vor, was allein ein bundesweit geltendes Baurecht, Bauplanungs- und Zulassungsrecht für Administration freisetzen würde und Zeitreserven mobilisiern würde. Man würde wieder miteinander R E D E N und nicht nur bis zum eigenen Gartenzaun.Kennen Sie so eine Kammer oder einen Verband ? Ich ehrlich gesagt nicht.
18.03.2008 at 10:58 Uhr
im Prinzip haben Sie schon recht. Wem wäre eine BauO in Deutschland nicht lieber als 16? Aber sobald man das versucht, kommen 16 Ländervertreter und melden ihr "allein selig" machende Formulierung an.
Aber jetzt werden Sie vielleicht staunen:
es gibt einen einzigen offenen Brief aller Bundeskammern und aller Verbände, der gegen über den beiden Ministerien alles ausdrückt was man (höflicherweise) an Enttäuschung, Kritik, Ablehnung und Protest gegen diese Novelle vorbringen kann und muss.
darf ich zum Download empfehlen:
www.bdb-koeln.de/downloads/190308.pdf
auf dieser Seite (www.bdb-koeln.de/index_d.htm) finden Sie auch alles andere, was einzelne Kammern und Verbände zu dem Thema zu sagen haben.
Und dann muss ich Ihnen noch mal recht geben: es erstaunt mich sehr, wie gelassen unser Berufsstand diese Vorgänge zur Kenntnis nimmt.
20.03.2008 at 15:33 Uhr
um mal zurück zum Thema zu kommen: was doch am meisten fehlt, ist die Anpassung der HOAI an sich ändernde Leistungsanforderungen. Kleines Beispiel gefällig?
- Kleine Trainingshalle für Hundeausbildung im Aussenbereich
- anrechenbare Kosten ca 60.000 EUR
- Beauftragt LP1-4
- 7 beteiligte Behörden( ohne Gemeinde und Landkreis)
- 14 Interessenverbände
- 4 Nachbarn
- erheblicher Umfang der Planunterlagen auf Grund der unterschiedlichen Anforderungen
- allein über 20 Stunden Koordinationsgespräche per Telefon, vor Ort, bei Behörden, Nachbarn, Verbänden, Anwälten und Notaren
- Verfahrensdauer: fast 2 Jahre
- Ergebnis: Niemand hat etwas dagegen, die Baugenehmigung wurde ohne Auflagen erteilt, aber alle ( weil ja jeder wichtig ist !!!) wollten unbedingt dazu gehört werden. Nur bezahlen will das keiner...
Was dabei an Honorar herauskommt, wissen hier alle. Dank des Aufwands für die administrativen Anforderungen wäre das streng nach HOAI definitiv ein Verlustgeschäft. Fälle wie diese werden zunehmend zur Regel, denn der Architekt wird eigentlich nur noch dann bemüht, wenn der Bauträger ratlos mit den Schultern zuckt. Unsere Honorarordnung gibt uns hier kaum Möglichkeiten, angemessen abzurechnen. Sie zwingt uns vielfach, unrentabel zu arbeiten, die Interessen des Bauherrn nicht nach besten Wissen und Gewissen zu vertreten, oder gegen sie zu verstoßen. Letzteres führt bei jedem gewieften Bauherrn spätestens mit der Schlussrechnung zum Disput. Und daß wir den in der Regel dann spätestens vor Gericht verlieren, wissen wir auch alle.
Es ist offenkundig, daß die Politik hier keinerlei Interesse hat, zu handeln. Es wird an der wirklich in vielen Bereichen antiquierten HOAI mit laaaangem Atem "verschlimmbessert". Für eine echte Reform, ein ausreichend flexibles und auch den Veränderungen und Besonderheiten des Leistungbildes gerecht werdendes Abrechnungssystem fehlt es m.E. an allem: am Willen, an Kompetenz und vor allem an Mut. Architekten und Ingenieure sind eben keine wirklich relevante Wählergruppe. Das ist die Realität!
Eine Lösung ist nicht in Sicht. Den Kammern und Verbänden bleibt nichts anderes übrig, als zuzusehen.
Zumindest im nichtöffentlichen Bereich dürfte die Umgehung der HOAI in Zukunft Gang und Gäbe werden, wie es übrigens im Bereich der Tragwerkplanung schon jetzt üblich ist (Stichwort Beratungsleistung ...)
Und dennoch: Wir werden's schon überleben...
Übrigens: Der Honorarvergleich am Ende des Eröffnungsbeitrages ist ja schön, mehr als Mindestsatz ist doch aber kaum mehr durchsetzbar?!?
29.03.2008 at 22:35 Uhr
Der Entwurf zur 6.Novelle wurde letzte Woche (29.05.) zurückgezogen und wird in dieser Form nicht weiter verfolgt.
Dies ist zunächst ein grossartiger Erfolg des Protestes von Kammern und Verbänden (der erstaunlich einmütig war) !
Wenn die CDU-NRW das als "ihren" Erfolg verkauft, so hat das schon ein gewisses Geschmäckle.
http://cdu-nrw.de/?id=113&tx_ttnews[tt_news]=4838
(bitte den Link komplett in den Browser kopieren, habs nicht anders hinbekommen)
Der Staatssekretär Schauerte aus dem BWMi, in dem dieser Mist entrwickelt wurde, kommt immerhin aus NRW!
Man darf gespannt sein, ob nun etwas passiert, was dem Berufsstand aus der Misere hilft.
Versprochen wurde es jedenfalls (wieder mal).
[Edited by smsoft on 01.06.2008 at 09:00 Uhr]
01.06.2008 at 08:59 Uhr
Aha. Da hat also ein Politikanfänger auf kosten der Steuerzahler mal geübt.....
05.06.2008 at 10:19 Uhr
ja und jetzt ? gute Frage - nächste Frage
Der Vorschlag bzw. das Angebot von BAK, BIK und AHO in einer Arbeitsgruppe unter Beteiligung des Berufsstandes eine sachgerechte Novelle zu erarbeiten, wird vom BMWi vollständig ignoriert. Nach Informationen des AHO hat die Arbeitsebene des BMWi den Auftrag erhalten, bis Ende August 2008 einen vollständig überarbeiteten Novellierungsentwurf vorzulegen. Dieser soll noch vor der Ressortabstimmung innerhalb der Bundesregierung dem Berufsstand zur Verfügung gestellt werden. Eine erneute öffentliche Anhörung ist nicht vorgesehen.
Man glaubt also, mit der Anhörung zu dem völlig unbrauchbaren Entwurf, den Berufsstand genug angehört zu haben !
Der weitere Zeitplan sieht vor, dass nach der Ressortabstimmung innerhalb der Bundesregierung im Oktober 2008 ein Kabinettsbeschluss herbeigeführt und der Entwurf dem Bundesrat zur Zustimmung übermittelt werden soll. Die Pläne zur HOAI-Novellierung sollen am 1. Januar 2009 umgesetzt werden.
Ohne dem Ergebnis vorgreifen zu wollen, fragen wir uns natürlich, was herauskommen wird, wenn die gleiche Manschaft, die den völlig unsachgerechten und daher unbrauchbaren Entwurf vom Februar 2008 verfasst hat, nun an einer neuen Novelle arbeitet
Wir sollten heftig protestieren. Für mich ist das eine weitere Missachtung des Berufsstandes durch das BMWi !
20.07.2008 at 11:29 Uhr
Wie stellen Sie sich denn wirksamen und heftigen Protest vor ? Ich bin der Meinung, wir organisieren wirklich über die Kammern und Verbände eine DEMO.
21.07.2008 at 10:39 Uhr
bin froh über eine novelle der hoai, fühle mich von meinem architekten hinters licht geführt und nehme an, das ist standard. bausumme -250K- hat er eigenmächtig in den bauantrag geschrieben ( angeblich würde es bei einer geringeren summe keine genehmigung geben, deshalb von mir unterschrieben), obwohl von vornherein war, dass nur 60% verbaut werden könnten. anbau an ein bestehendes objekt begründet 25%umbauzuschlag, 10%nebenkosten kommen sowieso dazu, soetwas wie eine kostenvorschau ( wir machen das schon...) oder gar einen verbindlichen kostenvoranschlag hat es bis zum abschluss von phase 4 nicht gegeben. dummerweise gibt es keinerlei schriftliche vereinbarung, deshalb kam letztens, als wir die zusammenarbeit beenden wollten, ein schreiben des architektenanwalts mit der gesamtforderung -40K- bis ende phase 9....
ok, ist lehrgeld und dummheit wird eben bestraft. was ich mir wünschte, ist, dass nicht schon "guten tag" und eine erste skizze kosten die in die tausende gehen, verursachen und dass der architekt vorher! ausführlich über kosten aufklären muss.
12.08.2008 at 13:47 Uhr
Hallo Weihnachtsgans,
die HOAI-Novelle wird Ihnen bei den von Ihnen beschriebenen Problemen nicht helfen. Sie beschreiben das Problem, dass sehr viele private Häuslebauer haben: unkritisches, blauäugiges Vertrauen in den Architekten.
Unterschreiben Sie niemals einen Bauvertrag, den Sie nicht verstehen! Warum lassen Sie sich die Bausumme von 250K nicht erklären? Wenn Ihr Autohändler Ihnen sagt, Sie müssten zu dem ausgewiesenen Kaufpreis nochmals 10 % extra zahlen, denken Sie sofort, der spinnt. Aber wenn Ihnen Ihr Architekt sagt, man müsse irgendwelche Mondzahlen in die amtlichen Formulare eintragen, dann glauben Sie das unbesehen.
Einen Umbauzuschlag von 25 % gibt es nur, wenn das schriftlich vereinbart wurde (§ 24 HOAI). Pauschale Nebenkosten von 10 % kann der Archi nur abrechnen, wenn Sie das bei Vertragsabschluss schriftlich vereinbart haben (§ 7 HOAI).
Der Anwalt des Archi´s hat mit hoher Sicherheit nicht geprüft, welches Entgelt dem Archi möglicher Weise zusteht. Der schreibt erst einmal das auf, was der Archi sich so vorstellt.
Schreiben Sie zurück, dass Sie eine ordentliche, für einen Laien prüfbare Rechnung erwarten, in der auch die Anspruchsgrundlage exakt bezeichnet sein muss. Gehen Sie damit zu einem Sachverständigen (möglichst öffentlich bestellt und vereidigt; Adressen bekommen Sie bei Ihrer IHK). und lassen Sie ihn das Ding prüfen. Auf den Kosten dafür bleiben Sie zwar sitzen, aber das lässt sich vorher mit dem Sachverständigen abstimmen. Mehr als etwa 1.000 € sollte es nicht kosten. Diesen Betrag können Sie dann als Lehrgeld abschreiben, aber doch nicht kampflos die ganzen 40K.
Übrigens verhalten sich nicht alle Architekten so, wie Sie es in Ihrem Fall beschreiben. In der Regel sind Architekten doch recht zuverlässige Mitglieder unserer Gesellschaft, aber schwarze Schafe gibt es natürlich überall...
Also: Zahlen Sie Rechnungen nicht so schnell, wie Sie Bauanträge unterschreiben!
13.08.2008 at 14:54 Uhr
jetzt tut sich vielleicht doch noch was :
http://www.cducsu.de/Titel__Pressemitteilung_Neuregelung_der_HOAI_laeuft_nun_in_die_richtige_Richtung/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__11425/Inhalte.aspx
30.11.2008 at 18:21 Uhr
Nach derzeitigem Stand der Planung will das Kabinett die neue HOAI Ende Januar 2009 ins Gesetzgebungsverfahren bringen.
12.12.2008 at 18:32 Uhr
Die Überarbeitung des völlig unbrauchbaren Entwurfs vom Februar 2008 war für September, danach für Oktober, danach für Dezember und im Dezember fest für Mitte Januar 2009 den Kammern und Verbänden zugesagt!
Auch diese Zusage wurde wieder mal nicht eingehalten!
Das Ganze entwickelt sich zu einem unglaublichen Akt der Missachtung des Berufsstandes von Architekten und Ingenieuren durch die amtierende Bundesregierung! Wobei einem da inzwischen auch gröbere Bezeichnungen durchaus in den Sinn kommen.
"Notleidende" Banken und z. B.die Autoindustrie werden mit zig Millarden unterstützt, wärend man andere Berufe am langen Arm versauern lässt.
Dabei fordern die Architekten und Ingenieure im Gegensatz zu anderen gar keine Unterstüzung, sondern nur eine angemessene und seit über 10 Jahren überfällige Anpassung vorhandener Regelungen.
Vielleicht ist das der Fehler, wir sollten einfach auch mal ein paar Milliarden staatlicher Unterstützung fordern. Wenn wir dann ein paar Millionen bekommen, können wir die in unseren Büros verbraten und bräuchten uns keine Mühe mehr zu geben betriebswirtschaftlich vernünftig und effektiv zu arbeiten. Denn wenn das Geld dann alle ist, dann kann man ja wieder nach staatlicher Hilfe schreien.
Nach dem probaten Motto: die Damen und Herren Politiker wollen doch sicherlich auch, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben, oder ?
17.01.2009 at 16:03 Uhr
Das aktuelle Seminarprogramm der Ingenieurakademie West e.V. beschäftigt sich natürlich auch mit de HOAI.
Das erste Seminar mit dem Titel "Aktuelle Entwicklung der HOAI" findet am 09.03.09 statt und hat als Einleitungssatz:
"Das Seminar befasst sich sowohl mit den vorgesehenen Änderungen der HOAI zum 01.01.2010 als auch........."
Das zum Thema "Wann kommt die neue HOAI?"
18.01.2009 at 12:29 Uhr
Ja, das liegt an der Weitsicht der Ingenieurakademie West. Möglicherweise hat der Referent auch gewisse hellseherische Fähigkeiten
Vom bisher praktizierten "Verfahren" zur Novellierung lässt sich dieser Seminarinhalt jedoch nicht ableiten.
18.01.2009 at 13:13 Uhr
Warum habe ich das Gefühl, dass wir wieder die Deppen sein werden ? Die Bilder auf der HP hier sind auch nicht situationsbezogen; die beiden Figuren mit dem gelben Helm rechts oben sind noch fröhlich und zukunftsweisend...
18.01.2009 at 13:33 Uhr
1) Das Bild ist vermutlich 13 Jahre alt und stammt aus 1996
2) "Figuren" ist schon der richtige Ausdruck! Kann sich eigentlich nur um Models (oder wie schreibt man das?)handeln, denn auf welcher Baustelle laufen Architekten mit gerollten Plänen und diesem Strahler 70-Lächeln herum?
Hat etwas von Professor Brinkmann und der Schwarzwaldklinik!
18.01.2009 at 19:00 Uhr
Warum habe ich das Gefühl, dass wir wieder die Deppen sein werden ?
kann schon sein, dass das gar kein Gefühl ist, sondern Realität
aber jetzt macht doch den IT-Fuzzy, der die Seite gestaltet hat, nicht so madig - der macht doch auch nur seinen Job.
Ingenieur oder Ingenieurin mit hängenden Mundwinkeln wären für uns doch auch nicht die richtige Darstellung.
... So Mancher von uns klagt doch auf relativ hohem Niveau, oder?
19.01.2009 at 18:13 Uhr
Sollten wir nicht mal einen Event starten: Germanys next poorest arcitects and engineers ?? Und die beiden da oben vor einer Suppenküche ?
Aber nun mal Spaß beiseite; was kommt nun auf uns zu ? Ich bin ja der Meinung man könnte die Leistungsphasen zusammenfassen z.B.
1-3 als Gundlagenermittlung/Entwurfsphase
4 als Genehmigungsphase
5-7 als Projektphase
8/9 als Ausführung/Realisierung
aber ob einer auf mich kleines Licht hört ?
[Edited by C.Zeh on 20.01.2009 at 17:20 Uhr]
20.01.2009 at 08:44 Uhr
Sollten wir nicht mal einen Event starten[Edited by C.Zeh on 20.01.2009 at 17:20 Uhr]
das ist ja auch ein Teil der Sauerei, dass man solange eine Novelle in Aussicht gestellt wird, man so richtig nix machen kann. Ersten weiß man nicht, ob jetzt doch was kommt und wenn ja, weiß man nicht, wie die Inhalte aussehen.
Die letzten inhaltlichen Meldungen sahen ja ganz gut aus :
http://www.baumeister-online.de/aktuelles/index.phtml?modus=detail&id=1319
- nur wo ist sie denn nun, die Novelle ?
20.01.2009 at 18:27 Uhr
Eine Novelle (lat. novus neu; ital. novella Neuigkeit) ist eine kürzere Erzählung (siehe auch Kurzepik) in Prosaform. Als Gattung lässt sie sich nur schwer definieren und oft nur in Bezug auf andere Literaturarten abgrenzen. Hinsichtlich des Umfangs bemerkte Hugo Aust, das Argument einer „mittleren“ Länge finde sich oft, die sich dadurch feststellen ließe, die Erzählung in einem Zug zu lesen. Der Begriff „Novelle“ (diminuisierte (verkleinerte) Form) weist auf eine Neuheit hin. Häufig wird auch der Bezug zur italienischen Renaissance-Kirche Santa Maria Novella angeführt, der auf die Zeit der Entstehung schließen lässt. Als Begründer der Novellentradition wird der Italiener Giovanni Boccaccio mit seinem Decamerone („Zehntagewerk“) genannt.-soviel zum Thema
22.01.2009 at 10:00 Uhr
Nach neuestem Stand der Dinge soll die neue HOAI am 29.04.2009 verabschiedet werden. Es läuft aber derzeit nochmals eine Frist zur Stellungnahme für die betroffenen Verbände und Institutionen. Ob es wirklich beim 29.04. bleibt, ist deshalb nicht sicher.
13.03.2009 at 11:02 Uhr
was soll denn am 29.04. verabschiedet werden
wie nimmt man denn Stellung, wenn die zigfach zugesagte Novelle noch gar keiner gesehen hat
Das hat mit Politik nix mehr zu tun, das ist was anderes.......
20.03.2009 at 19:09 Uhr
IP: Logged Re: Re: Re: HOAI-Novelle - Referentenentwurf mit Stand vom 08.02.2008
der überarbeitete Entwurf ist nun endlich heute bei den Verbänden eingegangen.
Stellungnahme wird bis zum 09.04. erwartet. (Überarbeitungszeit: 14 Monate!)
Man fragt sich allerdings: wo zu Stellungnahme? wenn doch nichts mehr zu ändern ist, da der Kabinettsbeschluss noch im April erfolgen muss, will man in dieser Legislaturperiode noch zu Potte kommen.
Die Texte zur Novelle gips hier:
http://www.bdb-koeln.de/downloads/HOAI_6.Novelle.zip
24.03.2009 at 16:29 Uhr
Sag ich doch: Eine Novelle ist ein "Zehntagewerk". Das gilt jedenfalls für die Zeit der Stellungnahme durch die Betroffenen
Corinna Zeh >
25.03.2009 at 21:24 Uhr
scheint so, als ob wir nächste Woche Freitag die "neue" HOAI bekommen werden!
( siehe 859. Sitzung des Bundesrates, TOP 48 )
[url=http://] http://www.bundesrat.de/cln_090/nn_6898/sid_31EA06B9266DFADD4EEA441739837BC4/nsc_true/DE/parlamentsmaterial/to-plenum/859-sitzung/to-node.html?__nnn=true[/url]
[Edited by bento on 02.06.2009 at 18:27 Uhr]
02.06.2009 at 18:24 Uhr
IP: Logged HOAI-Novelle - beschlossen!
Quelle: http://www.bundesrat.de/cln_099/nn_95694/DE/presse/pm/2009/112-2009.html?__nnn=true
Der genaue Beschlusstext und der Veröffentlichungstermin (am Folgetag tritt die neue HOAI in Kraft) liegen noch nicht endgültig vor.
12.06.2009 at 12:44 Uhr
IP: Logged Bundesrats-Beschluss vom 12.09.2009
Und hier nun der genaue Beschlußtext mit der zusätzlichen Entschließung - den Empfehlungen der Ausschüsse wurde dabei fast uneingeschränkt gefolgt:
http://www.bundesrat.de/cln_090/SharedDocs/Drucksachen/2009/0301-400/395-09_28B_29.
15.06.2009 at 13:22 Uhr

References: § 52
 § 7
 § 7
 § 6
 § 7
 § 6
 § 1
 § 33
 § 32
 § 15
 § 32
 § 31
 § 8
 § 8
 BGH 
 § 8
 § 632