Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=EuGH&Datum=30.03.2004&Aktenzeichen=C-147/02
Timestamp: 2020-07-11 02:49:38+00:00

Document:
EuGH, 30.03.2004 - C-147/02 - dejure.org
https://dejure.org/2004,1437
EuGH, 30.03.2004 - C-147/02 (https://dejure.org/2004,1437)
EuGH, Entscheidung vom 30.03.2004 - C-147/02 (https://dejure.org/2004,1437)
EuGH, Entscheidung vom 30. März 2004 - C-147/02 (https://dejure.org/2004,1437)
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Michelle K. Alabaster gegen Woolwich plc und Secretary of State for Social Security.
1. Sozialpolitik - Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen - Gleiches Entgelt - Mutterschaftsurlaub - Bestimmung des während des Mutterschaftsurlaubs bezogenen Entgelts - Kriterien - Verpflichtung, eine Lohnerhöhung einzubeziehen, die zwischen dem Beginn des Zeitraums, für ...
Michelle K. Alabaster gegen Woolwich plc und Secretary of State for Social Security
Vorlagefragen in einem Rechtsstreit wegen Berücksichtigung einer Lohnerhöhung bei der Berechnung des gesetzlichen Mutterschaftsgeldes; Nichtberücksichtigung einer Lohnerhöhung bei der Festsetzung der Höhe eines gezahlten gesetzlichen Mutterschaftsgeldes als eine ...
EG Art. 138; EG-Vertrag Art. 119
Gleichbehandlung von Männern und Frauen - Auslegung von Artikel 141 EG - Entgelt während eines Mutterschaftsurlaubs - Maßgeblicher Zeitraum für die Berechnung des vom Gehalt abhängigen Teils dieses Entgelts
EuZW 2004, 471
NZA 2004, 839
DVBl 2004, 779 (Ls.)
EuGH 26.06.2001 - C-173/99 BECTU - Rn. 49, vgl. 30.03.2004 - C-147/02 Alabaster - Rn. 42-44.
Zwar sei im Urteil vom 30. März 2004, Alabaster (C-147/02, Slg. 2004, I-3101), das Diskriminierungsverbot im Zusammenhang mit allgemeinen Lohnerhöhungen erläutert worden, doch beziehe sich der von der Betroffenen geltend gemachte Anspruch nicht auf ihren regelmäßigen Monatsbezug, also den Referenzlohn, oder eine allgemeine Erhöhung desselben.
Nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofs befinden sich Arbeitnehmerinnen während eines im nationalen Recht vorgesehenen Mutterschaftsurlaubs nämlich in einer besonderen Situation, die verlangt, dass ihnen ein besonderer Schutz gewährt wird, die jedoch nicht mit der Situation eines Mannes oder mit der einer Frau, die tatsächlich an ihrem Arbeitsplatz arbeiten oder sich im Krankheitsurlaub befinden, gleichgesetzt werden kann (vgl. in diesem Sinne Urteile vom 13. Februar 1996, Gillespie u. a., C-342/93, Slg. 1996, I-475, Randnr. 17, vom 27. Oktober 1998, Boyle u. a., C-411/96, Slg. 1998, I-6401, Randnr. 40, sowie Alabaster, Randnr. 46).
Die Arbeitnehmerinnen können daher nicht aufgrund von Art. 141 EG oder von Art. 11 Nrn. 2 und 3 der Richtlinie 92/85 fordern, dass ihnen während ihres Mutterschaftsurlaubs ihr volles Entgelt weiter gezahlt wird, als ob sie wie die anderen Arbeitnehmer tatsächlich an ihrem Arbeitsplatz arbeiteten (vgl. in diesem Sinne Urteile Gillespie u. a., Randnr. 20, sowie Alabaster, Randnr. 46).
Nach der Rechtsprechung besteht der Zweck eines Vorabentscheidungsverfahrens nicht in der Abgabe von Gutachten zu allgemeinen oder hypothetischen Fragen, sondern in dem Erfordernis, einen das Unionsrecht betreffenden Rechtsstreit tatsächlich zu lösen (vgl. u. a. Urteile, Djabali, C-314/96, EU:C:1998:104, Rn. 19, Alabaster, C-147/02, EU:C:2004:192, Rn. 54, und Åkerberg Fransson, C-617/10, EU:C:2013:105, Rn. 42).
43 - Urteile vom 13. Februar 1996, Gillespie u. a. (C-342/93, Slg. 1996, I-475), vom 27. Oktober 1998, Boyle u. a. (C-411/96, Slg. 1998, I-6401), sowie vom 30. März 2004, Alabaster u. a. (C-147/02, Slg. 2004, I-3101).
70 - Urteile Garland, Randnr. 10, Gillespie u. a., Randnr. 12, Alabaster u. a., Randnr. 42, Schönheit und Becker, Randnr. 56.
47 und 48), und vom 30. März 2004, Alabaster (C-147/02, Slg. 2004, I-3101, Randnr. 55).
Ein solches Verhalten stellt eine unmittelbar auf dem Geschlecht beruhende Diskriminierung im Sinne der Richtlinie 76/207 dar (vgl. Urteile vom 13. Februar 1996 in der Rechtssache C-342/93, Gillespie u. a., Slg. 1996, I-475, Randnr. 22, Thibault, Randnrn. 29 und 32, und vom 30. März 2004 in der Rechtssache C-147/02, Alabaster, Slg. 2004, I-0000, Randnr. 47).
Danach braucht hier nicht darüber befunden zu werden, ob der bezahlte Mindesturlaub Entgeltcharakter trägt (vgl. EuGH v. 30.03.2004, C-147/02, Alabaster, NZA 2004, 841, Rz. 42-44) oder als Sozialleistung in der persönlichen Fürsorgepflicht gründet.

References: Art. 138
 Art. 119

EuGH 
 Art. 141
 Art. 11
 EuGH