Source: http://www.wiete-strafrecht.de/User/Leitsaetze/LS_176a_StGB.html
Timestamp: 2018-11-20 00:08:14+00:00

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Leitsätze des BGH zu § 176a StGB - Schwerer sexueller Mißbrauch von Kindern
Leitsätze und Leitsatzentscheidungen des Bundesgerichtshofs zu § 176a StGB
Leitsätze zu § 176a StGB
1. Eine gemeinschaftliche Tatbegehung nach § 176a Abs. 2 Nr. 2 StGB setzt voraus, dass bei der Verwirklichung der Grundtatbestände des § 176 Abs. 1 und 2 StGB mindestens zwei Personen grundsätzlich vor Ort mit gleicher Zielrichtung täterschaftlich derart bewusst zusammenwirken, dass sie in der Tatsituation zusammen auf das Tatopfer einwirken oder sich auf andere Weise psychisch oder physisch aktiv unterstützen.
2. Der Qualifikationstatbestand des § 176a Abs. 2 Nr. 2 StGB ist auch dann erfüllt, wenn von zwei am Tatort aktiv zusammenwirkenden Tätern sich der eine nach § 176 Abs. 1 StGB, der andere nach § 176 Abs. 2 StGB strafbar macht.
BGH, Urteil vom 10. Oktober 2013 – 4 StR 258/13 – LG Essen
Ein "Zungenkuss" ist in der Regel keine dem Beischlaf ähnliche Handlung im Sinne von § 176a Abs. 2 Nr. 1 StGB.
BGH, Beschluss vom 14. April 2011 - 2 StR 65/11 - LG Kassel
BGH, Beschluss vom 19. Dezember 2008 - 2 StR 383/08 - LG Gera
BGHSt 53, 118 - NStZ 2009, 262
2. Ein Verbreiten (§ 184 Abs. 3 Nr. 1 StGB) im Internet liegt vor, wenn die Datei auf dem Rechner des Internetnutzers angekommen ist. Dabei ist es unerheblich, ob dieser die Möglichkeit des Zugriffs auf die Daten genutzt oder ob der Anbieter die Daten übermittelt hat. Ein Zugänglichmachen (§ 184 Abs. 3 Nr. 2 StGB) im Internet liegt vor, wenn eine Datei zum Lesezugriff ins Internet gestellt und dem Internetnutzer so die Möglichkeit des Zugriffs auf die Datei eröffnet wird.
3. Das Tatbestandsmerkmal des § 184 Abs. 3 StGB "sexuellen Mißbrauch von Kindern zum Gegenstand haben” liegt stets vor, wenn die Person des tatsächlichen sexuellen Mißbrauchs ein Kind ist. In den übrigen Fällen
kommt es auf die Sicht eines verständigen Betrachters an.
BGH, Urteil vom 27. Juni 2001 - 1 StR 66/01 - Landgericht Würzburg
BGHSt 47, 55 - NJW 2001, 3558

References: BGH 
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