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Hinweis auf § 248b StGB??? - Strafrecht / Strafprozeßrecht - JuraForum.de
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Hinweis auf § 248b StGB???
Dieses Thema "Hinweis auf § 248b StGB??? - Strafrecht / Strafprozeßrecht" im Forum "Strafrecht / Strafprozeßrecht" wurde erstellt von elissar_soraya, 3. April 2010.
elissar_soraya Boardneuling 03.04.2010, 20:19
A hat einen Selbstmordversuch unternommen.
B findet den A.
B erkennt, dass A in Lebensgefahr schwebt.
Tatsächlich würde die Zeit nicht ausreichen auf einen Krankenwagen zu warten. (entlegenes Waldstück)
B lädt ihn in den Porsche des A. Und will mit diesem sofort ins Krankenhaus fahren.
Ich frage mich, ob hier die Prüfung des § 248b in Betracht kommen könnte.
Schließlich benutzt B den PKW des A unbefugt.
Oder ist das vllt zu weit hergeholt???
Wenn mir hier jemand helfen könnte wäre, das sehr nett
Jesús Inquilino Star Mitglied 03.04.2010, 23:35
AW: Hinweis auf § 248b StGB???
Nein, das wäre in einer Hausarbeit ein sehr guter Gedanke. Der sich noch dadurch anreichern lässt, ob die zivilrechtliche GoA (§§ 678 ff. BGB) strafrechtlich ein Rechtfertigungsgrund ist.
DanaS Senior Mitglied 03.04.2010, 23:37
ist nicht abwegig..würde ich anprüfen...hätte A sich nicht umbringen wollen, sondern wäre von einer Dritten Person verletzt worden, dann würde eine mutmaßliche Einwilligung des A vorliegen...hier jedoch nicht, A will nicht gerettet werden...schließlich will er sich umbringen...es kommt darauf an, was im SV steht...
Jesús Inquilino Star Mitglied 03.04.2010, 23:56
Der entgegenstehende Wille des Selbstmörders ist rechtlich unbeachtlich. Ein Fall der GoA scheidet nicht deshalb aus, weil der Wille des Suizidenten dem entgegensteht. Denn ein solcher Wille ist unbeachtlich. Richtigerweise muss die Unbeachtlichkeit des Willens über die Anwendung des § 138 BGB hergeleitet werden. Denn verglichen mit dem redlichen Bemühen des Helfers, den Selbstmordkandidaten zu retten, muss dessen Lebensmüdigkeit als "sittenwidrig" angesehen werden. Diese Wertung entspricht der Rechtslage, denn wer einen Selbstmörder beobachtet und ihn ohne Selbstgefährdung retten könnte, macht sich unstreitig wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar, wenn er es unterlässt. Dann kann bei der Beurteilung der zivilrechtlichen Seite der Hilfe keine andere Wertung gelten; über § 138 BGB ist von einer Geschäftsführung ohne Auftrag auszugehen.
Diese klugen Überlegungen entnehme ich dem Staudinger (das Obige ist ein stark verkürztes Exzerpt in meinen eigenen Worten).
Schon seit Zitelmanns berühmtem Aufsatz "Ausschluss der Rechtswidrigkeit" aus dem Jahre 1906 ist es wohl unstreitig, dass die GoA auch strafrechtlich rechtfertigend wirkt.
Damit wäre - um die Ausgangsfrage zu beantworten - § 248 b StGB zu prüfen und wegen GoA eine Strafbarkeit des Retters zu verneinen.
elissar_soraya Boardneuling 04.04.2010, 08:21
für die Antworten, die sind sehr hilfreich.
Ich werde gleich mal versuchen §248b StGB zu prüfen.
elissar_soraya Boardneuling 04.04.2010, 14:42
Einige meiner Komolitonen prüfen hier ein Diebstahlsdelikt.
Gefühlsmäßig halte ich das für unnötig. Ich frage mich, ob das korrekt ist, weil es sich bei dem § 249b um ein Auffangtatbestand handelt. Sollte ich der Vollständigkeit halber Diebstahl (-) prüfen und danach §248b.
Kann mir hier vllt jemand einen Tipp geben???
Brati V.I.P. 04.04.2010, 15:02
Ich halte das für überflüssig. Hätte aber den Vorteil, dass du noch die Geschichte mit dem Gewahrsam von Bewustlosen einbauen könntest. Bei der Wegnahme, also speziell bei dem Punkt gegen/ ohne den Willen des Opfers würdest du aber dann vermutlich auf die Ausführungen von Jesús vorgreifen...
elissar_soraya Boardneuling 04.04.2010, 15:23
Kommt es nicht auf die richtige Schwerpunktsetzung an?
Es besteht doch die Möglichkeit § 248b StGB alleine zu prüfen, oder?
Jesús Inquilino Star Mitglied 04.04.2010, 16:35
Diebstahl würde ich nicht prüfen. Das liegt so fern, dass es m. E. bei der Korrektur Abzüge gäbe.
elissar_soraya Boardneuling 04.04.2010, 21:23
Nun im SV steht, dass A einen Abschiedsbrief hinterlassen hat, außerdem teilt A dem B den Ort des Geschehens mit.
Diese Tatsachen weisen für mich darauf hin, dass A gefunden werden will und nicht wirlich sterben möchte.
Allerdings handelt es sich hierbei dann um Interpretation und das entspräche nicht einem juristischen Gutachten.
Brati V.I.P. 05.04.2010, 08:40
Richtig, solcherlei freie Interpretationen sollte man tunlichst unterlassen. Irgendeinen Sinn wird die Erwähnung eines Abschiedsbriefes aber doch haben.
elissar_soraya Boardneuling 05.04.2010, 09:48
Sicher, bei einem SV für eine Hausarbeit gehe ich stark davon aus, dass jede Textpassage einen Sinn hat.
Nun, ich habe mir mein StGB zu Hand genommen und bin jeden Artikel durchgegangen, der eventuell Anwendung finden könnte. Auf Diebstahl wäre ich nie gekommen.
Ich werde mich mit Komolitonen kurz schließen und nach einer Begründung fragen.
Florafine Boardneuling 05.04.2010, 17:37
Ich habe dazu eine Frage, wird §248b nicht nur auf Antrag verfolgt? (§248b III ?)
Heißt das nicht das Selbstmörder A einen Antrag stellen müsste, dass B für den Gebrauch seines Wagens (den des A) bestraft wird?
Florafine
DanaS Senior Mitglied 05.04.2010, 18:08
Ich bin etwas überrascht...muss hier nochmal wegen dem Verständnis nachfragen. Also nehmen wir an A begeht Selbstmord und B sieht das. B ist sogar Garant, sagen wir mal der Ehemann. So besteht keine Verpflichtung des Garanten B den Selbstmord zu verhindern. Eine Unterstützungshandlung wäre sogar straflos. Es macht doch keinen Sinn B nach der vorgenannten Rspr. (straflose Beihilfe zum Selbstmord) jetzt nach § 323 c zu bestrafen...
Brati V.I.P. 05.04.2010, 18:26
Die Beihilfe ist aber nur deshalb strafbar, weil Selbstmord keine teilnahmefähige Haupttat ist...
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