Source: https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1013107
Timestamp: 2020-07-16 18:05:58+00:00

Document:
Vorlage - VI-DS-06978-NF-01
Betreff: Jubiläumsausstellung "Klinger 2020" i.V.m. überplanmäßigen Aufwendungen nach § 78 in Anlehnung an § 79 (1) SächsGemO
VI-DS-06978
Die Stadt Leipzig unterstützt anlässlich des 100. Todestages des Leipziger Künstlers Max Klinger (1857 – 1920) die umfassende Jubiläumsausstellung „Klinger 2020“ des Museums der bildenden Künste Leipzig. Dafür stellt die Stadt Leipzig maximal 425.000 Euro zur Verfügung. Davon sind 350.000 Euro planmäßig im Budget des Dezernates Kultur veranschlagt. 75.000 Euro stammen aus dem Ratsbeschluss zur Vorlage VI-DS-06662-NF-02 „Maßnahmen zur Verwendung der Gästetaxe - Bestätigung nach § 78 SächsGemO in Anlehnung an § 79 SächsGemO für 2019 und 2020“
Der Stadtrat beschließt die zweckgebundene Verwendung der Mittel entsprechend Punkt 6 der Vorlage. Die Mittel werden im Budget des Museums der bildenden Künste bereitgestellt.
Die daraus resultierenden überplanmäßigen Aufwendungen nach § 78 in Anlehnung an § 79 (1) SächsGemO i.H.v. 350.000 € im Innenauftrag „Max Klinger 2020“ (104130020295) werden bestätigt. Die Deckung erfolgt aus dem PSP-Element „Dezernat IV – Kultur“ (1.100.11.1.1.02.24).
Die Vorlage informiert über die Aktivitäten anlässlich des 100. Todestages des Leipziger Künstlers Max Klinger (1857 – 1920) im Jahr 2020. Sie skizziert die vielschichtig angelegte Ausstellung „Klinger 2020“, die das Museum der bildenden Künste Leipzig (MdbK) vorbereitet. Im Zuge der Ausstellung erfolgt eine umfassende Grundlagenforschung und Bestandserfassung. Die Schau, die anschließend auch in Bonn und Wien gezeigt wird, soll in Kooperation mit der LTM GmbH ein touristischer Besuchermagnet werden. Das Kapital „Klinger und die Musik“ eröffnet zudem die Möglichkeit, an das bundesweit begangene Beethoven-Jahr 2020 anzuknüpfen. Nicht zuletzt werden zahlreiche Klinger-Akteure der Leipziger Stadtgesellschaft eingebunden.
Für das Jahr 2020 stehen aus Sicht des Dezernates Kultur zwei zentrale Themen im Fokus, die einen originären und exponierten Bezug zur Stadt Leipzig haben. Der 100. Todestag von Max Klinger, dem renommierten Wegbereiter der Moderne, ist unbestritten ein Höhepunkt der Jubiläumsaktivitäten der Stadt. Daneben stand die Frage, inwieweit das vom Freistaat Sachsen ausgerufene Jahr der Industriekultur 2020 Berücksichtigung findet. Auch dieses Thema hat sich nach einer umfänglichen Auseinandersetzung vielfältig entwickelt und mündet in eine separate Vorlage für den Stadtrat. Beide Schwerpunkte ergänzen sich, indem diese die Innovationskraft Leipzigs im ausgehenden 19. Jahrhundert beschreiben und Bezüge zur Gegenwart herstellen.
1. Jubiläumsausstellung „Klinger 2020“
2. Marketing und Tourismus
3. Max Klinger – Die Themen der Ausstellung
a) Max Klinger und Paris
b) Max Klinger, Gustav Klimt und die Wiener Secession
c) Max Klinger und die Musik
d) Klingers Athletenfigur im Kontext der frühen Bodybuilding-Bewegung
e) Max Klinger als Wandmaler. Die geplante Ausmalung des Treppenhauses im historischen Museum der bildenden Künste Leipzig am Augustusplatz
f) Max Klinger und Käthe Kollwitz
g) Das Frauenbild von Max Klinger
h) Virtual Reality: Klingers Atelier
i) Max Klinger: Denkmäler und Erinnerungsorte
4. Kunstvermittlung
5. Bestandsverzeichnis Max Klinger im Museum der bildenden Künste Leipzig
Zur 100jährigen Wiederkehr des Todestages von Max Klinger (18.2.1857 Leipzig - 4.7.1920 Großjena) widmet das MdbK Leipzig einem der bedeutendsten Wegbereiter der Moderne eine umfassende Ausstellung. Trotz seiner immensen Bedeutung für die internationale Kunstgeschichte ist es in den vergangenen Jahrzehnten sehr still um Max Klinger geworden. Ursachen liegen in seiner mangelnden Ausstellungspräsenz als auch der mangelnden zeitgemäßen Aufarbeitung seines künstlerischen Schaffens; die grundlegende Literatur ist veraltet und durch neue Erkenntnisse bereits seit vielen Jahren überholt.
Das MdbK Leipzig plant daher nicht nur eine Ausstellung, sondern wird durch eine zeitgemäße Grundlagenforschung, die in der Herausgabe von Bestands- und Werkkatalogen mündet, die internationale Kompetenz für Max Klinger in Leipzig nachhaltig untermauern.
Die Kurator/-innen sind: Brigitte Borchardt-Birbaumer, Conny S. Dietrich, Marcus Andrew Hurttig, Jan Nicolaisen, Susanne Petri, Max Pommer, Jeannette Stoschek, Alfred Weidinger u.a. Die nachfolgenden Texte stammen (in gekürzter Form) von den genannten Kurator/-innen.
Das Museum der bildenden Künste geht davon aus, dass die Schau „Klinger 2020“ eine besucherstarke Ausstellung wird. Insbesondere wird ein großer Anteil an Touristen erwartet. Die LTM GmbH hat die geplante Ausstellung bereits in sein Bewerbungsprogramm aufgenommen. Im Frühjahr 2019 wird die Schau bereits intensiv auf der Internationalen Tourismus-Börse Berlin beworben. Ein weiterer, den Tourismus begünstigender, Faktor ist die Ausstellungszeit, die weitestgehend die Urlaubszeit abdeckt. In Bezug auf die zu erwartenden Besucherzahlen ist als Vergleichswert die Paul Klee-Ausstellung des MdbK heranzuziehen. In 2014 wurde diese Ausstellung im Schnitt von täglich etwa 650 Personen besucht. Unabhängig von den Besuchern vor Ort wird die Ausstellung ein erhebliches internationales Interesse wecken (USA, Frankreich, China, Österreich und die skandinavischen Länder), dessen positive mediale und touristische Folgeeffekte für die Stadt nicht monetär zu veranschlagen sind. Eine entsprechende Marketingstrategie sowie weitere Ausstellungsstationen (Bundeskunsthalle Bonn, Österreichische Galerie Belvedere, Wien) unterstützen dieses Ziel. Außerdem wurde eine Klinger-Filmdokumentation initiiert und von ARTE beauftragt.
a.) Max Klinger und Paris
Max Klinger ist kein sächsisches Phänomen, sondern ein Künstler von internationaler Bedeutung, der nachhaltig von seinen Reisen und Aufenthalten in europäischen Kunstmetropolen geprägt worden ist: vor allem Paris, Wien, Rom und Brüssel. Darüber hinaus reiste er u.a. nach London, Madrid und Athen. Bekanntlich beeindruckte ihn in Paris die Begegnung mit dem Werk Auguste Rodins (1840–1917) stark. Klinger war an der Organisation von dessen ersten Ausstellungen in Weimar und Leipzig 1904 wesentlich beteiligt, korrespondierte dazu mit dem Künstler und kümmerte sich persönlich um den Ausstellungsaufbau. Forschungen werden auch weitere Beziehungen zwischen Leipzig und Paris zutage fördern. Ein Kapitel der Ausstellung „Klinger 2020“ im MdbK soll daher dem Aspekt „Klinger und Paris“ gewidmet sein. Durch repräsentative Leihgaben herausragender französischer Künstler soll dieser deutsch-französische Kunsttransfer illustriert werden.
b.) Max Klinger, Gustav Klimt und die Wiener Secession
„Jedenfalls wollen wir feststellen, dass in Wien noch nie ein Gemälde so die ganze Stadt in Atmen gehalten hat […] Max Klinger ist in Wien und Wien ist voll von ihm.“ Diese euphorischen Zeilen verfasste 1899 der Kunstkritiker Ludwig Hevesi. Klingers Popularität in Wien erfuhr anschließend ihren unbestreitbaren Höhepunkt, als die Secession im Jahr 1902 sein Beethoven-Denkmal in den Mittelpunkt ihrer XIV. Kunstausstellung rückte.
Wie konnte es zu diesem nicht zu erwartenden Durchbruch eines Leipziger Künstlers innerhalb von wenigen Jahren in der europäischen Kunstmetropole Wien kommen?
Warum lehnte Klinger 1895 einen Ruf als Malereiprofessor an der Wiener Akademie ab und trat stattdessen zwei Jahre später als korrespondierendes Mitglied der Wiener Secession bei? Und warum trat er zusammen mit Gustav Klimt 1905 aus der Vereinigung wieder aus? Wie eng war sein Verhältnis zu Gustav Klimt? Im Rahmen der Jubiläumsausstellung „Klinger 2020“ wird diesen Fragen zu einem nicht unbedeutenden Kapitel in der Biographie des Künstlers in der Sektion „Max Klinger, Gustav Klimt und die Wiener Secession“ nachgegangen. Ziel ist es, Klingers Werkschaffen aus seiner Isolation herauszulösen und in seiner Zeit zu kontextualisieren. Das „Gipfeltreffen“ zwischen Klimt (Kopie des Beethovenfrieses) und Klinger (Beethoven) wird neben weitreichenden Forschungsergebnissen zweifellos den publikumswirksamsten Reiz der Ausstellung ausmachen.
c.) Max Klinger und die Musik
Für Max Klinger war das Verhältnis von bildender Kunst zur Musik ein entscheidendes.
Klinger entwickelte ein eigenes musikalisches Talent und pflegte Freundschaften zu zeitgenössischen Komponisten. Ihnen widmete er Werke, wie Bildnisse oder Denkmalsentwürfe. Beispielhaft seien hier Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms genannt:
Brahms-Phantasie, Opus XII, 1894: Die Brahms-Phantasie gehört zu Klingers innovativsten und komplexesten Grafikfolgen und stellt ein Hauptwerk seines OEuvres dar. In ihr thematisiert Klinger Grundkonflikte menschlichen Lebens und reflektiert die Möglichkeiten der Kunst, zu Schicksalsfragen des modernen Individuums Stellung zu nehmen. Dafür schafft er ein „Gesamtkunstwerk“ aus Bild, Musik und Dichtung.
Beethoven, 1902: Klingers monumentale Beethoven-Skulptur wurde bereits um 1900 heiß diskutiert und ist ebenso beeindruckend wie irritierend und theoretisch voraussetzungsreich. Beethoven-Torso und Adler zeigen den Künstlergott Beethoven, der durch die Kunst sein Leiden überwunden hat. Die Thron-Reliefs thematisieren die Macht der Musik, die diese Erlösung möglich macht, wobei Klinger auf die Philosophien Schopenhauers, Nietzsches und Wagners rekurriert.
Mit diesem Kapitel ergeben sich vielfältige Anknüpfungspunkte zum Beethoven-Jahr 2020, in dem der 250. Geburtstag des Komponisten gefeiert wird du für das auf nationaler Ebene umfängliche Förderprogramme initiiert werden.
d.) Klingers Athletenfigur im Kontext der frühen Bodybuilding-Bewegung
Auf eigenen Wunsch wurde Max Klinger auf seinem Weinberg in Großjena bei Naumburg beigesetzt. Seine Grabstätte schmückt noch heute die lebensgroße Bronzeplastik eines knienden Athleten, die Klinger bereits im Jahr 1901 modellierte. Für die Figur stand ihm der Berufsathlet Lionel Strongfort Modell, der zu jener Zeit als „moderner Herkules“ mit kraftakrobatischen Vorführungen weltweit in Varietés auftrat. Um den Jahreswechsel 1900/01 hatte er auch im Leipziger Krystallpalast Station gemacht, einer der größten Vergnügungsstätten in Deutschland.
Die Bronzefigur des knienden Athleten und weitere Athletendarstellungen markieren eine Phase im Schaffen Klingers, in der er sich unter dem Einfluss Auguste Rodins erstmals als Bildhauer intensiv mit der lebensgroßen Aktfigur auseinandersetzte. Dies geschah auch unter dem Eindruck der frühen Bodybuilding-Bewegung. Ein zentraler kulturhistorischer Aspekt der Lebensreformbewegung um 1900 war die Herausbildung eines neuen Verhältnisses zum Körper, das sich einschneidend auf künstlerisch-ästhetische Fragen auswirkte.
e.) Max Klinger als Wandmaler. Die geplante Ausmalung des Treppenhauses im historischen Museum der bildenden Künste Leipzig am Augustusplatz
Nach langjährigen Auslandsaufenthalten, zuletzt in Rom, war Max Klinger 1893, im Alter von 36 Jahren, in seine Heimatstadt Leipzig zurückkehrt. Er genoss in breiteren bürgerlichen Kreisen Anerkennung. Neben privaten Sammlern begannen auch öffentliche Museen nicht nur seine Grafiken, sondern ebenso Gemälde und Skulpturen zu kaufen. Klinger wurde zu Einzelausstellungen eingeladen, die nicht selten Besucherrekorde brachen. Die intellektuelle Prominenz des Kaiserreichs kam nach Leipzig, um ihn in seinem Atelier zu besuchen. Er zählte zu den renommiertesten Künstlern im Sächsischen Königreich.
Um den Jahreswechsel 1895/96 ereilte Klinger unverhofft das Angebot, eine Malerei-Professur an der Kunstakademie in Wien zu übernehmen. Obwohl gerade sein neues Wohn- und Atelierhaus in Leipzig bezugsfertig war, zeigte er sich zu Verhandlungen bereit und fuhr zu Gesprächen nach Wien. Ein sächsisches Gegenangebot ließ daraufhin nicht lange auf sich warten, Anfang 1896 erhielt er zwei konkrete Angebote: In Dresden stellten das Kultus- und das Innenministerium 40.000 Mark aus dem sächsischen Kunstfonds für ein Wandbild in der im Bau befindlichen neuen Aula der Leipziger Landesuniversität in Aussicht. Die Stadt Leipzig trat mit Klinger wegen einer Ausmalung des Treppenhauses im Museum der bildenden Künste in Verhandlung und Klinger erklärte sich auch bereit, für weitere Schritte erste Farbskizzen vorzulegen. Das Projekt verlief jedoch (nach Unstimmigkeiten zur Finanzierung) im Sande und wurde spätestens mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges endgültig aufgegeben.
f.) Max Klinger und Käthe Kollwitz
Max Klinger und Käthe Kollwitz (1867–1945) sind sich nur ein einziges Mal persönlich begegnet, als Klinger die Künstlerin gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Elsa Asenijeff um 1905 in ihrem Atelier besucht hatte. Käthe Kollwitz zeigte sich tief beeindruckt von der Begegnung. Darüber hinaus ist hinlänglich bekannt, dass Käthe Kollwitz 1920 als offizielle Vertreterin der Berliner Secession eine bewegende Abschiedsrede am Grab Klingers in Großjena gehalten hatte.
Die Einflüsse seines grafischen OEuvres vor allem auf das frühe Radierwerk der Künstlerin gehen jedoch weit über eine Verehrung Klingers hinaus. Einige Aspekte dieser Beziehung sind bereits in der zeitgenössischen Kunstkritik sehr kontrovers angerissen und zuletzt in einem Aufsatz von Alexandra von dem Knesebeck (Verfasserin Kollwitz WVZ Druckgrafik) thematisiert worden und sollen nun erstmals in einer Ausstellung mit begleitender Publikation vertieft und umfassend dokumentiert werden.
g.) Das Frauenbild von Max Klinger
Das Verhältnis von Mann und Frau sowie die Themen der (un)erfüllten Liebe und Sexualität, ziehen sich durch das umfangreiche Werk des Künstlers. Die vielfältigen Darstellungen von Frauen, als Akt oder Porträt, als Verführte wie Verführende irritieren bis heute ob ihrer Modernität wie auch Klingers Verharren/Verankerung in seiner bürgerlichen Zeitgenossenschaft. Starke Frauen aus seiner realen Umwelt, der Geschichte und Mythologie faszinierten den Künstler und erfüllten ihn gleichzeitig mit Unbehagen. Der weiblichen und männlichen Sexualität begegnete er ambivalent. Durch die Lektüre Arthur Schopenhauers und die Kunst seiner Zeit war Klinger von einer pessimistischen Liebesauffassung geprägt.
In seinen Werken erscheint seine langjährige Lebensgefährtin Elsa Asenijeff, die als Schriftstellerin, Frauenrechtlerin, Intellektuelle tätig war. In seinem letzten Lebensjahrzehnt – von 1909/10 bis 1920 – dominierte Gertrud Bock Leben und Werk. Die junge Frau inspirierte Klinger zu seinem erotisch konnotierten Spätwerk, das anfangs im Verborgenen entstand. Gertrud Bock wird als Max Klingers letzte Muse, Geliebte und einzige Ehefrau in die Kunstgeschichte eingehen. In dem Ausstellungsteil „Max Klinger und die Frauen“ werden Gertrud Bock und Elsa Asenijeff im Zentrum stehen.
h.) Virtual Reality: Klingers Atelier
Die Präsentation von Virtual Reality-Arbeiten zählt inzwischen zum Repertoire des MdbK. Nicht zuletzt deshalb wird DOK Neuland 2019 erstmals im MdbK veranstaltet.
Max Klingers Atelier in Plagwitz, in dem u.a. sein monumentaler Beethoven entstand, existiert nicht mehr. Eine Reihe von auf uns gekommenen Fotografien dokumentiert seinen Zustand und gibt Hinweise auf die Arbeitssituation im Bildhaueratelier. Im Verein mit den historischen Bauplänen des im 2. Weltkrieg zerstörten Ateliers rekonstruiert das MdbK Leipzig für die Sonderausstellung Max Klingers Atelier. Der virtuell konstruierte Raum wird mit dem gebauten Raum überlagert. Die Besucher/-innen haben somit die Möglichkeit, sich in Klingers Atelier zu bewegen, die räumliche Dimension auch im Realraum zu begreifen und seine Kunstwerke dreidimensional wahrzunehmen.
Die Kunstwerke werden zu diesem Zweck gescannt, die Daten in die Datenbank abgelegt und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Virtual Reality-Anwendung wird nach Klinger 2020 im sog. Klinger-Raum in etwas eingeschränkter Form permanent nutzbar sein.
i.) Max Klinger: Denkmäler und Erinnerungsorte
In der Ausstellung und im Vermittlungsangebot werden verschiedene Wirkungsstätten Max Klingers, wie sein Leipziger Atelier oder sein später Wohnsitz in Großjena, mit Blick auf Klingers damalige Lebenssituation thematisiert. Welche Bedeutung hatte Max Klinger im sozialen Umfeld seiner Wirkungsstätten? Kunstwerke Klingers an öffentlichen Orten, wie die vier Bronzeskulpturen im Leipziger Zoo oder das Richard-Wagner-Denkmal in Leipzig, werden ebenso unter diesem Aspekt untersucht. Die Diskussion um die Errichtung des Richard Wagner-Denkmals (inkl. 3D-Print in der geplanten Größe) wird dabei ebenso thematisiert wie dessen mögliche Wirkung im Umfeld des geplanten Großprojektes Matthäikirchhof.
Bronzeskulpturen von Max Klinger im Leipziger Zoo, Leipzig
Klinger-Villa, Leipzig
Richard-Wagner-Denkmal, Leipzig
Max-Klinger-Haus und Klinger-Weinberg, Großjena
Wandgemälde „Arbeit – Wohlstand – Schönheit“, 1918, Ratssaal, Neues Rathaus, Chemnitz
„Was kann das Werk von Max Klinger über ihn und seine Zeit erzählen?“ und „Welchen Bezug haben wir heute zu den Kunstwerken? Was erkennen, lernen wir und wo ergeben sich Fragen zur Vergangenheit und zum Heute?“ bilden die Fragestellungen, von denen ausgehend Besucher/-innen und Gruppen eingeladen werden, sich theoretisch wie praktisch mit dem Leben und Werk von Max Klinger auseinanderzusetzen.
Dabei werden Personengruppen in Leipzig, im Leipziger Umland sowie bspw. in Bonn und Wien angesprochen, die inhaltlich bzw. namentlich mit Klinger in Verbindung stehen. Neben dem Freundeskreis Max Klinger und dem Klinger Forum, wären – je nach Projektidee – erste Ansprechpartner/-innen die Max-Klinger-Schule in Grünau Nord, die Kindertageseinrichtung Max Klinger in Kleinjena, der Max-Klinger-Chor in Krostitz, die Betreiber/-innen des Max-Klinger-Weinberg oder auch die Bewohner/-innen im Klingerweg in Leipzig. Durch die inhaltliche Verbindung mit der Skulptur des Beethovens wäre ein Austausch mit Personengruppen in Bonn und Wien ebenfalls spannend. Ausgehend von diesen Personengruppen würden eigene Themen/Formate entwickelt werden. Darüber hinaus werden buchbare Projekttage, Workshops und Führungen sowie ein öffentliches Veranstaltungsprogramm angeboten.
Die folgenden Beispiele geben einen Einblick in mögliche Themenschwerpunkte:
Klinger im Sinn III – Ästhetische Forschung
Max Klinger in Leipzig
Wen setzen wir auf den Thron?
Was ist heute ein Gesamtkunstwerk?
Tagung & Lesung zu Elsa Asenijeff
Vermittlung von Archiv-Materialien in der Ausstellung
Abendessen mit Max Klinger / Dinner mit Klinger
5. Bestandsverzeichnis Max Klinger im Museum der bildenden Künste
Das Museum der bildenden Künste Leipzig plant einen umfassenden Bestandskatalog, der Gemälde, Skulpturen, Plastiken, Druckgrafiken und Zeichnungen systematisch erfasst. Die bisher vorliegenden Verzeichnisse sind unvollständig oder entsprechen nicht mehr dem heutigen Forschungsstand. Bei der Aufarbeitung des Bestandes werden auch zahlreiche Digitalisierungen vorgenommen, die anschließend öffentlich zugänglich sind.
Ausstellungsgestaltung, Gerätemiete
3-D-Scans und 3-D-Print
Bestandskataloge (Recherchelesitung)
Klinger – Artist in Residence für Bildhauer/-innen
Stadt Leipzig, Sondermittel Jubiläum
Stadt Leipzig, Sondermittel aus Gästetaxe (siehe Beschluss zur Vorlage 6662-NF-02 Vorlage Maßnahmen zur Verwendung der Gästetaxe
Weitere Förderansuchen laufend in 2019
Eventuelle Mehrkosten sind durch das MdBK zu decken.
Sollte der Vorlage nicht zugestimmt werden, kann die Jubiläumsausstellung „Klinger 2020“ nicht realisiert werden. Private Fördermittel, hier von der Ernst von Siemens-Stiftung, könnten nicht eingeworben werden.
VI-DS-06978 Jubiläumsausstellung "Klinger 2020" i.V.m. überplanmäßigen Aufwendungen nach § 78 in Anlehnung an § 79 (1) SächsGemO 02.4 Dezernat Kultur Beschlussvorlage
VI-DS-06978-NF-01 Jubiläumsausstellung "Klinger 2020" i.V.m. überplanmäßigen Aufwendungen nach § 78 in Anlehnung an § 79 (1) SächsGemO 02.4 Dezernat Kultur Neufassung

References: § 78
 § 79
 § 78
 § 79
 § 78
 § 79
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 § 78
 § 79