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Timestamp: 2016-10-28 06:31:57+00:00

Document:
6S.386/2000 (01.09.2000)
6S.386/2000/hev
Wipr�chtiger und Gerichtsschreiber Monn.
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Advokatin Dr. Suzanne Lehmann, St. Alban-Anlage 65, Basel,
station�re psychotherapeutische Massnahme
(Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB), hat sich ergeben:
A.- Das Strafgericht Basel-Stadt sprach X.________ am 27. August 1999 der mehrfachen sexuellen N�tigung, der mehrfachen, teilweise versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern und der mehrfachen Veruntreuung schuldig und verurteilte ihn zu einem Jahr Gef�ngnis, unter Einrechnung der Auslieferungshaft, der Untersuchungshaft sowie des vorl�ufigen Massnahmevollzugs, und als Zusatzstrafe zu zwei Urteilen des Amtsgerichts D�sseldorf und des Landgerichts Wuppertal. Der Vollzug der Freiheitsstrafe werde in Anwendung von Art. 43 Ziff. 2 Abs. 2 StGB aufgeschoben und gem�ss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB eine ambulante psychotherapeutische Behandlung im Sinne einer Fortsetzung der begonnenen Therapie angeordnet.
Gegen diesen Entscheid appellierte die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt.
Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt erkannte am 14. April 2000, das erstinstanzliche Urteil werde insbesondere im Schuld- und Strafpunkt best�tigt.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe werde in Anwendung von Art. 43 Ziff. 2 Abs. 2 StGB aufgeschoben und gem�ss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB eine station�re psychotherapeutische Behandlung in der Psychiatrischen Universit�tsklinik Basel im Sinne der Fortsetzung der begonnenen Therapie angeordnet.
B.- X.________ f�hrt eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde und beantragt, das Urteil des Appellationsgerichts sei "wegen Verletzung von Artikel 43 Ziffer 1 Absatz 1 StGB sowie Artikel 4 BV (Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip) aufzuheben, und es sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zur�ckzuweisen". Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. Dem Beschwerdef�hrer sei die unentgeltliche Beschwerdef�hrung mit Advokatin Dr. Suzanne Lehmann als Rechtsvertreterin zu bewilligen.
1.- Wie die rechtskundige Vertreterin des Beschwerdef�hrers wissen m�sste, kann im Rahmen des vorliegenden Verfahrens die Verletzung von Art. 4 BV nicht ger�gt werden.
Sie bemerkt selber, dass von den tats�chlichen Feststellungen im angefochtenen Entscheid ausgegangen werden muss und Ausf�hrungen, die sich dagegen richten oder davon abweichen, unzul�ssig sind. Soweit sich die Vertreterin nicht an diese Regelung h�lt, ist darauf nicht einzutreten.
2.- a) Im Gegensatz zum Strafgericht hat die Vorinstanz eine station�re Behandlung angeordnet.
Sie f�hrt dazu unter anderem aus, beim Beschwerdef�hrer sei aufgrund der gutachterlichen Befunde von einer stabilen devianten P�dophilie auszugehen. Es sei eine verfestigte genuine p�dophile Perversion respektive eine fixierte P�dophilie diagnostiziert worden.
Seine p�dophile Orientierung habe sich in der Vergangenheit nicht nur vereinzelt oder in Verbindung mit psychischen Krisen bewiesen. Er habe seine Lebensumst�nde in der Schweiz, durch seine Flucht nach Thailand und in Deutschland vielmehr �ber Jahre derart gestaltet, dass er seiner p�dosexuellen Triebst�rung ungehindert habe nachkommen k�nnen. Er sei von allen Gutachtern, behandelnden �rzten und Psychologen, die sich hierzu ge�ussert h�tten, der Gruppe von Sexualt�tern mit der h�chsten R�ckfallquote zugeordnet worden. Die Wiederholungsgefahr m�sse angesichts des Schweregrades der P�dophilie und des Ausmasses der seriell rezidivierenden Delinquenz als ganz erheblich angesehen werden. Nur im Rahmen eines strukturierten und kontrollierten Tagesablaufs liessen sich m�gliche Therapieeffekte im Hinblick auf die sicherlich gegenw�rtig noch vorhandene und nicht unerhebliche R�ckfallgefahr einsch�tzen. Obwohl die R�ckfallgefahr heute geringer einzusch�tzen sei als noch vor einem Jahr, sei eine station�re Therapie sicherer als eine ambulante. Auch wenn der Beschwerdef�hrer aufgrund des Fehlens wesentlicher begleitender St�rungen hinsichtlich der R�ckfallgefahr "sicher auf der g�nstigen Seite" sei, wirkten sich die Zahl der Delikte sowie deren H�ufigkeit und Dauer ung�nstig auf die Prognose aus.
An dieser grunds�tzlichen Einsch�tzung der R�ckfallgefahr verm�ge auch die beim Beschwerdef�hrer allgemein attestierte aktive Teilnahme an der begonnenen Therapie nichts zu �ndern. Die Therapiebereitschaft sei zwar die Grundlage einer l�ngerfristig erfolgreichen Therapie und einer zuk�nftigen positiven Prognose. Da eine normale Therapie gem�ss den Angaben von Prof. Dittmann und Dr. Graf aber vier bis f�nf Jahre dauere, die in Deutschland begonnene Therapie nicht eins zu eins fortgesetzt werden k�nne und die hier begonnene Therapie in einer kognitiv-verhaltensorientierten Gruppe zwei bis drei Jahre ben�tige, k�nne aus der Therapiebereitschaft allein noch nicht auf eine g�nstige Prognose hinsichtlich der heute bestehenden R�ckfallgefahr geschlossen werden.
Zusammenfassend sei festzustellen, dass die R�ckfallgefahr auch heute noch bestehe und damit von der Gefahr weiterer Verletzungen Dritter auszugehen sei.
Die Anordnung einer station�ren Massnahme als schuld�berschreitender Eingriff in die Freiheitsrechte des Betroffenen m�sse dem Verh�ltnism�ssigkeitsgrundsatz standhalten und deshalb zur Verh�tung weiterer Delikte geeignet, erforderlich und mit Bezug auf die Art der zu erwartenden Delikte und die H�he der Wiederholungsgefahr verh�ltnism�ssig sein.
Zutreffend sei zwar, dass eine R�ckversetzung beim Beschwerdef�hrer aufgrund seiner narzisstischen Pers�nlichkeit eine Kr�nkung darstelle, die f�r den Therapieverlauf ung�nstig sei und diesen um ein halbes bis ein ganzes Jahr verl�ngern werde. Trotzdem k�nne bei der Anordnung einer station�ren Massnahme auf der bisher im ambulanten Rahmen durchgef�hrten Therapie aufgebaut werden.
Die Fortsetzung der bisher ambulant erfolgten Therapie erweise sich f�r den l�ngerfristigen Schutz von pr�pubertierenden Knaben vor weiteren p�dophilen �bergriffen des Beschwerdef�hrers somit nicht effektiver respektive geeigneter als die Anordnung einer station�ren Massnahme.
Da der Beschwerdef�hrer nur im Rahmen einer station�ren Massnahme bis zum Abschluss der Therapie wirksam �berwacht werden k�nne, erweise sich diese f�r den Schutz der �ffentlichkeit als erforderlich. Es k�nne auch nicht von einer geregelten Wohn- und Arbeitssituation ausgegangen werden, welche die Erfolgsaussichten einer ambulanten Therapie gegen�ber einer station�ren Behandlung als gr�sser erscheinen liessen. Insbesondere habe der Beschwerdef�hrer noch immer keine Arbeit finden k�nnen.
Auch wenn der Beschwerdef�hrer bei seinen sexuellen Handlungen mit pr�pubertierenden Knaben keine Gewalt und Drohung eingesetzt habe, so habe er durch den bis zum Oral- und Analverkehr gehenden sexuellen Missbrauch doch ihre k�rperliche und sexuelle Integrit�t in ausserordentlich schwerer Weise verletzt und ihre geschlechtliche Entwicklung nachhaltig gest�rt. An der Verhinderung derartiger sexueller �bergriffe bestehe ein erhebliches �ffentliches Interesse. Unerheblich sei, dass nur noch ein kurzer Strafrest von gut zwei Monaten verbleibe. Zwar gelte es, die Dauer der �ber die schuldangemessene Strafe hinausgehenden Deprivation zu beachten.
Auch wenn die Massnahme grunds�tzlich unbefristet auszusprechen sein werde, sei mit R�cksicht auf die gesamte Dauer der begonnenen Therapie und der zu bef�rchtenden Verl�ngerung bei einer R�ckversetzung in den station�ren Vollzug mit einer mindestens anderthalbj�hrigen Dauer zu rechnen. Diese zu erwartende Dauer des Freiheitsentzuges sei aber mit Blick auf die von ihm begangenen und weiter drohenden Delikte auch dann gerechtfertigt, wenn ber�cksichtigt werde, dass er nur noch eine rund zweimonatige Gef�ngnisstrafe abzusitzen h�tte.
Das Interesse der �ffentlichkeit an der Verh�tung weiterer Sexualdelikte an Unm�ndigen �berwiege auch dann das Interesse des r�ckfallgef�hrdeten T�ters, in Freiheit zu leben, wenn dieser nur noch einen geringen Strafrest abzusitzen habe.
Zusammenfassend sei eine station�re psychotherapeutische Behandlung in der Psychiatrischen Universit�tsklinik Basel anzuordnen (angefochtenes Urteil S. 5 - 11).
b) Der Beschwerdef�hrer erblickt eine Verletzung von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB darin, dass die Vorinstanz die ganz erheblichen Lockerungen bereits im station�ren Massnahmenvollzug (dies zun�chst in der Klinik Langenfeld und dann in der Psychiatrischen Universit�tsklinik Basel) nicht dahin gehend gewertet habe, dass die R�ckfallgefahr als gering einzustufen sei, und dies insbesondere in Verbindung mit dem Umstand, dass im Zeitpunkt der vorinstanzlichen Verhandlung die ambulante Massnahme bereits erfolgreich acht Monate gedauert habe.
Eine weitere Verletzung von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB liege darin, dass die Vorinstanz in Kauf genommen habe, dass der Massnahmewille und die Massnahmef�higkeit des Beschwerdef�hrers beeintr�chtigt, vermindert und allenfalls sogar zerst�rt werden k�nnte (vgl. Beschwerdeschrift S. 10 - 12).
Weiter macht der Beschwerdef�hrer eine Verletzung des Verh�ltnism�ssigkeitsprinzips geltend. Er weist zun�chst darauf hin, dass der zu verb�ssende Strafrest gerade noch zwei Monate betrage; die Vorinstanz vertrete zu Unrecht trotzdem die Meinung, eine ca. eineinhalb Jahre dauernde station�re Massnahme sei verh�ltnism�ssig.
Wenn die Vorinstanz ausf�hre, die Fortsetzung der bisher ambulant erfolgten Therapie erweise sich f�r den l�ngerfristigen Schutz von pr�pubertierenden Knaben vor weiteren p�dophilen �bergriffen als nicht effektiver als die Anordnung einer station�ren Massnahme, so bedeute diese Formulierung ja geradezu eine klassische Verletzung des Verh�ltnism�ssigkeitsprinzips; denn damit werde doch gesagt, dass eine ambulante Massnahme nicht geeigneter sei als eine station�re, aber auch nicht ungeeigneter, und wenn ein weniger schwerer Eingriff in die pers�nliche Freiheit eines Menschen ausreiche, so sei der leichtere Eingriff zu w�hlen. Wenn ferner im angefochtenen Urteil festgehalten werde, nur im Rahmen einer station�ren Massnahme sei der Schutz der �ffentlichkeit gewahrt, so verkenne die Vorinstanz, dass �ber mehrere Monate hinweg die �ffentlichkeit durch eine ambulante Massnahme gesch�tzt worden sei. Schliesslich sei von Bedeutung, dass der Beschwerdef�hrer, auch wenn eine station�re Massnahme angeordnet werde, irgendeinmal wieder in Freiheit sein werde; indem die Vorinstanz im Grunde genommen davon ausgehe, der Beschwerdef�hrer k�nne f�r immer eingesperrt werden, habe sie Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB verletzt (vgl. Beschwerdeschrift S. 13 - 17).
3.- a) Erfordert der Geisteszustand des T�ters, der eine vom Gesetz mit Zuchthaus oder Gef�ngnis bedrohte Tat begangen hat, die damit im Zusammenhang steht, �rztliche Behandlung oder besonderer Pflege und ist anzunehmen, dadurch lasse sich die Gefahr weiterer mit Strafe bedrohter Taten verhindern oder vermindern, so kann der Richter die Einweisung in eine Heil- oder Pflegeanstalt anordnen. Er kann eine ambulante Behandlung anordnen, sofern der T�ter f�r Dritte nicht gef�hrlich ist (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Gef�hrdet der T�ter infolge seines Geisteszustandes die �ffentliche Sicherheit in schwerwiegender Weise, so wird vom Richter seine Verwahrung angeordnet, wenn diese Massnahme notwendig ist, um ihn vor weiterer Gef�hrdung anderer abzuhalten (Abs. 2). Der Richter trifft seinen Entscheid aufgrund von Gutachten �ber den k�rperlichen und geistigen Zustand des T�ters und �ber die Verwahrungs-, Behandlungs- oder Pflegebed�rftigkeit (Abs. 3).
Umstritten ist im vorliegenden Fall nur, ob die anzuordnende Massnahme in station�rem Rahmen oder in ambulanter Behandlung (unter Aufschub der Strafe) durchzuf�hren ist.
b) Das Bundesgericht hat sich in j�ngster Zeit verschiedene Male zu den freiheitsentziehenden Massnahmen gem�ss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 und vor allem Abs. 2 StGB ge�ussert.
Unter dem Gesichtspunkt der Notwendigkeit unterschied das Bundesgericht in BGE 123 IV 100 E. 2 in einer Typisierung folgende T�tertypen, bei denen eine Verwahrung gem�ss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB in Betracht kommt, n�mlich
1) die hochgef�hrlichen T�ter, die keiner Behandlung zug�nglich sind,
2) jene T�ter, die zwar einer Behandlung zug�nglich sind, von denen aber auch w�hrend einer Behandlung schwere Delikte zu bef�rchten w�ren, wenn sie im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ambulant oder in einer Heil- oder Pflegeanstalt behandelt w�rden, und
3) jene T�ter, die noch nicht eindeutig aus dem Anwendungsbereich von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB herausfallen und deshalb auch noch nicht klar Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zugeordnet werden k�nnen, bei denen also die Heilchancen kurz- oder mittelfristig als gut erscheinen, jedoch in bestimmten Situationen ein Risiko besteht, so dass trotz einer Behandlung m�glichen Gefahren mit sichernden Mitteln begegnet werden k�nnen muss.
Dagegen sind unter Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB einzuordnen
4) jene T�ter, bei denen eine Behandlung notwendig ist, jedoch der Sicherungsaspekt deutlich zur�cktritt, sowie nichtgef�hrliche T�ter und schliesslich die in diesem Zusammenhang wenig problematischen T�ter, die lediglich einer ambulanten Massnahme bed�rfen, sei es im Vollzug oder in der Freiheit.
Die Typisierung hat blosse Ordnungsfunktion und nicht den Sinn, das erhebliche sachrichterliche Ermessen einzuschr�nken (vgl. auch BGE 124 IV 246 E. 2b; 120 IV 1 E. 2c).
c) Die Vorinstanz hat die station�re Behandlung ausdr�cklich in Anwendung von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB angeordnet und reiht den Beschwerdef�hrer folglich in die vierte Kategorie ein, n�mlich in die Gruppe der T�ter, bei denen eine Behandlung notwendig ist, jedoch der Sicherungsaspekt deutlich zur�cktritt.
Wenn man aber ber�cksichtigt, dass sie selber feststellt,
- beim Beschwerdef�hrer sei von einer stabilen devianten
P�dophilie auszugehen,
- er sei der Gruppe von Sexualt�tern mit der h�chsten
R�ckfallquote zuzuordnen,
- die Wiederholungsgefahr m�sse wegen der Zahl der
Delikte sowie deren H�ufigkeit und Dauer als ganz
erheblich angesehen werden,
- aus der Therapiebereitschaft k�nne noch nicht auf
eine g�nstige Prognose geschlossen werden und
- er k�nne nur im Rahmen einer station�ren Massnahme
"wirksam �berwacht" werden, weshalb sich eine
solche f�r den Schutz der �ffentlichkeit als erforderlich
so steht fest, dass im vorliegenden Fall offensichtlich auch eine Verwahrung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1Abs. 2 StGB in Betracht gekommen w�re. Der Beschwerdef�hrer stellt selbst dann, wenn die Heilchancen kurz- oder mittelfristig gut sein sollten, vorl�ufig in bestimmten Situationen ein erhebliches Risiko dar. Bei diesen T�tern der Kategorie 3 muss den m�glichen Gefahren mit sichernden Mitteln begegnet werden.
d) Was der Beschwerdef�hrer dagegen vorbringt, dringt nicht durch.
Entgegen seiner Behauptung ist gem�ss den tats�chlichen und damit verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz, welche sich dabei auf Fachleute st�tzen kann, die R�ckfallgefahr immer noch erheblich. Richtig ist zwar, dass nicht jedwelches Risiko eines R�ckfalls ausgeschlossen werden muss. Darum geht es vorliegend aber nicht, da die R�ckfallgefahr im Falle des Beschwerdef�hrers betr�chtlich ist. Anzumerken ist, dass die R�ckfallgefahr bei der Anordnung einer station�ren Behandlung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB nicht unbedingt eine hohe sein muss, weil sonst eine Verwahrung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB Platz greifen m�sste.
Zutreffend hat die Vorinstanz auch ausgef�hrt, die zu erwartende Dauer des Freiheitsentzuges von mindestens 1� Jahren sei mit Blick auf die vom Beschwerdef�hrer begangenen und weiter drohenden Delikte auch dann gerechtfertigt, wenn ber�cksichtigt werde, dass er nur noch eine rund zweimonatige Gef�ngnisstrafe abzusitzen h�tte. Damit ist entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers das Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip nicht verletzt.
Grunds�tzlich gilt, dass f�r die Internierung des Betroffenen in einer Heil- oder Pflegeanstalt das Gesetz weder eine Mindest- noch eine H�chstdauer nennt. Insbesondere kommt es nicht auf die Dauer der zu Gunsten der Massnahme aufgeschobenen Freiheitsstrafe an. Eine Entlassung sollte allein davon abh�ngen, ob die Gr�nde, die die Massnahme rechtfertigen, fortbestehen oder nicht (G�nter Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II, Bern 1989, � 11 N 33). Der vom Beschwerdef�hrer angezogene Verh�ltnism�ssigkeitsgrundsatz besagt, dass zwischen dem erstrebten Ziel und den eingesetzten Mitteln eine vern�nftige Proportion bestehen soll (Stratenwerth, a.a.O., � 9 N 20). Angesichts der schweren Verletzungen der k�rperlichen und sexuellen Integrit�t von Jugendlichen und der erheblichen R�ckfallgefahr ist diese Proportion vorliegend gewahrt.
Das �berwiegende �ffentliche Interesse vermag immer nur die Preisgabe eines Minimums an entgegenstehenden individuellen Interessen zu rechtfertigen (Stratenwerth, a.a.O., � 9 N 55). Einzur�umen ist, dass die Feststellung der Vorinstanz, wonach die Fortsetzung der ambulanten Therapie sich "nicht effektiver respektive geeigneter als die Anordnung einer station�ren Massnahme" erweise, missverst�ndlich formuliert ist. Aus dem Kontext ergibt sich jedoch klar, dass eine gleiche Effektivit�t von ambulanter Behandlung (unter Aufschub der Strafe) und station�rer Behandlung nicht gemeint sein kann. Beispielsweise f�hrt die Vorinstanz nach der kritisierten Bemerkung aus, der Beschwerdef�hrer k�nne nur im Rahmen einer station�ren Massnahme bis zum Abschluss der Therapie wirksam �berwacht werden, so dass sich diese f�r den Schutz der �ffentlichkeit als erforderlich erweise.
Der Beschwerdef�hrer verweist auf die seiner Ansicht nach "erfolgreich durchgef�hrte ambulante Massnahme".
Dem ist entgegenzuhalten, dass sich die Frage, ob eine Therapie (station�r oder ambulant) erfolgreich ist, im jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht beantworten l�sst. Dr. Graf, der den Beschwerdef�hrer behandelt, sagte vor der Vorinstanz aus, die kognitiv verhaltensorientierte Therapie, die sich einzig als effektiv erwiesen habe, gehe zwei bis drei Jahre; eine definitive Prognose zum Therapieablauf sei erst n�chstes Jahr m�glich (Protokoll Hauptverhandlung Appellationsgericht S. 3, act. 1121a).
Zutreffend ist, dass eine R�ckversetzung in den station�ren Massnahmenvollzug beim Beschwerdef�hrer eine Kr�nkung bewirken kann, welche f�r den Therapieverlauf ung�nstig ist und diesen um ein halbes bis ganzes Jahr verl�ngern wird. Der Beschwerdef�hrer widerspricht indessen den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz, wenn er ausf�hrt, dadurch werde seine Massnahmef�higkeit allenfalls sogar zerst�rt. Vielmehr kann bei der Anordnung einer station�ren Massnahme auf der bisher im ambulanten Rahmen durchgef�hrten Therapie aufgebaut werden.
Noch einmal ist im �brigen in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass angesichts der immer noch betr�chtlichen R�ckfallgefahr eine andere als die angeordnete station�re Massnahme gar nicht in Frage kam.
Schliesslich ist dem Beschwerdef�hrer deutlich vor Augen zu f�hren, dass er nicht "f�r immer eingesperrt" wird. Dies geht aus dem angefochtenen Entscheid klar hervor. Die station�re Behandlung kann - allenfalls probeweise - aufgehoben werden, wenn sich der Zustand bessert (dazu Stratenwerth, a.a.O., � 11 N 35). Dar�ber muss die zust�ndige Beh�rde von Amtes wegen mindestens einmal j�hrlich Beschluss fassen (Art. 45 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB). Die Therapie von Sexualdelinquenten im Massnahmenvollzug scheint nach empirischen Untersuchungen denn auch durchaus Erfolg versprechend (Norbert Nedopil, Forensische Psychiatrie, Stuttgart/New York, 1996, S. 145; Bernhard Strauss, Sexuelle St�rungen, in Harald J. Freyberger/Rolf-Dieter Stieglitz (Hrsg.), Kompendium der Psychiatrie und Psychotherapie, 10. Auflage, Basel usw. 1996, S. 210, der annimmt, bei geeigneter Psychotherapie d�rfte die Prognose nicht ung�nstig sein; ferner Reinhard Fatke, P�dophilie - Beleuchtung eines Dunkelfeldes, in: J�rg Schuh/Martin Killias (Hrsg.), Sexualdelinquenz, Reihe Kriminologie, Band 9, Chur/Z�rich 1994, S. 164 f.). Dies soll dem Beschwerdef�hrer Ansporn sein, auf dem eingeschlagenen therapeutischen Weg ernsthaft fortzufahren und die notwendige Motivation f�r eine station�re Behandlung aufzubringen.
e) Zusammenfassend ist die Nichtigkeitsbeschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
4.- a) Der Beschwerdef�hrer beantragt die unentgeltliche Rechtspflege. Seine Rechtsbegehren waren indessen aussichtslos, was in Anwendung von Art. 152 OG zur Abweisung des Gesuchs f�hrt.
Entsprechend diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdef�hrer die Kosten vor Bundesgericht zu tragen. Seinen finanziellen Verh�ltnissen ist mit einer reduzierten Gerichtsgeb�hr Rechnung zu tragen (Art. 153a Abs. 1 OG).
b) Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos.
4.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Staatsanwaltschaft und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, Ausschuss, schriftlich mitgeteilt.
--------- Lausanne, 1. September 2000

References: Art. 43
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 Art. 4
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 BGE 
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 43
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 BGE 
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 43
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 Art. 152