Source: https://www.dmrz.de/wissen/ratgeber/pflege-news-und-infos-fuer-pflegedienste-und-andere-leistungserbringer
Timestamp: 2020-03-29 17:32:54+00:00

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Pflege: News und Infos für Pflegedienste und andere Leistungserbringer | Deutsches Medizinrechenzentrum
Für Leistungserbringer in der Pflege
Wissenswertes für Pflegedienste
Pflege: News und Infos für Pflegedienste und andere Leistungserbringer
Für Anbieter von häuslicher Pflege, Intensivpflege, Palliativpflege sowie Tages- und Nachtpflege ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten. Die Pflegebranche ist durchzogen mit komplexen Vorgaben und Prozessen, zudem gibt es immer wieder Neuigkeiten aus der Politik. Wir vom Deutschen Medizinrechenzentrum (DMRZ.de) haben alle relevanten News und Informationen gesammelt und für Sie zusammengefasst. Egal, ob zum Pflegestärkungsgesetz, zum TSVG oder alles zur Strukturierten Informationssammlung: Hier werden Sie fündig!
Inhaltsverzeichnis: Wissenswertes rund um die Pflege
Grundlegendes in der Pflege: Die Pflegestärkungsgesetze und der Pflegegrad
Pflege durch Angehörige: Pflegegeld, Qualitätsbesuche und Pflege Ko-Pilot
Tages- und Nachtpflege 2016, 2017, 2018, 2019 und 2020 mit und ohne Demenz nach § 36, §38, §41, §45 SGB XI
Gesetz zur Strukturierten Informationssammlung (SIS) vereinfacht die Pflegedokumentation
Positionsnummern und Leistungskomplexe
TSVG: Häusliche Pflege ab sofort auch für Betreuungsdienste möglich
Institutionskennzeichen, Mindestlohn, Buchführung: Wissenswertes für Leistungserbringer in der Pflege
Das Gesetz, das derzeit die größte Auswirkung in der Pflege hat, ist das Pflegestärkungsgesetz. Es gab von 2015 bis 2017 insgesamt drei Pflegestärkungsgesetze. Den vorangegangen sind die 1995 eingeführte Pflegepflichtversicherung, das „Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz“ von 2002 sowie das „Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz“ (PNG) aus dem Jahr 2012.
Die Basis für die neuen Pflegestärkungsgesetze sind die Definition und Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Dieser orientiert sich nun stärker an den Bedürfnissen jedes einzelnen Menschen, an seiner individuellen Lebenssituation und an seinen individuellen Beeinträchtigungen und Fähigkeiten. Die Frage ist: Ab wann ist ein Mensch laut Gesetz „pflegebedürftig“? Mit den alten Pflegestufen 1, 2 und 3 wurden Pflegebedürftige ausschließlich auf ihre alters- oder krankheitsbedingten körperlichen Einschränkungen begutachtet. Kognitive oder seelische Einschränkungen – wie sie zum Beispiel bei psychischen Erkrankungen wie Demenz oder Depression auftreten – oder geistige Behinderungen blieben weitestgehend unberücksichtigt.
Mit dem Pflegestärkungsgesetz 2 wurden die drei Pflegestufen durch die neuen fünf Pflegegrade abgelöst. Mit dem neuen Pflegegrad 1 wurden zudem Menschen eingestuft, die noch keinen erheblichen Unterstützungsbedarf haben, aber etwa eine Pflegeberatung oder eine Anpassung der Wohnungsgegebenheiten benötigen. Vor allem wird mit den Pflegegraden nicht mehr zwischen Menschen mit oder ohne einer dauerhaft eingeschränkten Alltagskompetenz (wie z. B. Demenz oder einer psychischen Erkrankung) unterschieden. Für die Beurteilung des Pflegegrads gibt es das „neue Begutachtungsassessment“ (kurz NBA). Hier finden Sie umfassende Informationen zum Pflegegrad.
Im Folgenden finden Sie weitere Highlights der Pflegestärkungsgesetze.
Fast alle Leistungsbeträge der Pflegeversicherungen wurden angehoben. Das liegt vor allem an der im § 30 SGB XI festgelegten Dynamisierung, die alle drei Jahre durchgeführt werden sollte. Weiter unten erfahren Sie, wie viel Pflegegeld und Pflegeleistungen aktuell für die jeweiligen Pflegegrade zur Verfügung stehen.
Ambulant vor stationär: Stärkung der ambulanten Pflege
Mit den Pflegestärkungsgesetzen 1 und 2 wurde der Grundsatz „ambulant vor stationär“ gestärkt. Pflegebedürftige sollen so weit wie möglich zu Hause gepflegt werden. Aus diesem Grund wurden die Leistungsbeiträge für die ambulante sowie private Pflege mit dem PSG 1 erhöht, wogegen die finanzielle Unterstützung für die Heimpflege weniger geworden ist.
Kombinierbarkeit von Kurzzeit- und der Verhinderungspflege
Mit dem PSG 1 wurde die Kombinierbarkeit der Kurzzeitpflege und der Verhinderungspflege verbessert. Die finanzielle Unterstützung lässt sich bis zu einem gewissen Betrag auf die jeweils andere Leistung übertragen. Die Kurzzeitpflege dient zur Pflege nach einem Krankenhausbesuch, während die Verhinderungspflege zum Tragen kommt, wenn der/die pflegende Angehörige im Urlaub oder anderweitig verhindert ist.
Tages-/Nachtpflege: Verbesserungen der teilstationäre Pflege
Durch das Pflegestärkungsgesetz 1 wurde die Tagespflege und Nachtpflege neugeregelt. Das Wichtigste dabei: Es wurde festgelegt, dass die finanzielle Unterstützung für die teilstationäre Pflege nicht mehr auf das Pflegegeld oder die Pflegeleistungen angerechnet werden.
Auch Pflegedienste ist die häusliche Pflege durch Angehörige oder Ehrenamtler kein unwichtiges Thema. Immerhin sind es Leistungserbringer in der Pflege, die sich um die regelmäßigen Qualitätssicherungsbesuche bei den Pflegebedürftigen kümmern.
Nimmt ein Pflegebedürftiger nicht die Unterstützung eines Pflegedienstes oder Pflegeheims in Anspruch, sondern wird von einem nicht-professionellen Pflegenden umsorgt, steht diesem Pflegegeld zu. Gesetzlich festgelegt ist dies im § 37 SGB XI. Doch auf Wunsch lässt sich die Pflege durch Angehörige auch mit der Pflege durch einen professionellen Pflegedienst kombinieren. Das ist dann möglich, wenn sich ein Pflegedienst zum Beispiel um die morgendliche Körperpflege kümmert. In einem solchen Fall gibt es das Pflegegeld aber nicht im vollem Umfang: Je mehr die Pflegesachleistungen ausgeschöpft sind, desto prozentual geringer ist das Pflegegeld.
Zusätzlich zum Pflegegeld stehen einem Pflegebedürftigen die teilstationäre Pflege in einem Pflegeheim sowie Leistungen der Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege zur Verfügung. Hinzu kommen noch ein Betreuungs- und Entlastungsbeitrag sowie Hilfsmittel, Beratungen, Kurse für die pflegenden Angehörigen und ein Zuschuss für die Wohnraumanpassung. Wir haben für Sie hier aufgelistet, was Empfängern von Pflegegeld alles zusteht.
Damit bei der Pflege durch einen Angehörigen trotzdem eine Qualitätssicherung stattfindet, findet ein obligatorischer Pflegebesuch durch einen Pflegedienst statt. Die sogenannten Qualitätssicherungsbesuche werden nach § 37 Abs. 3 SGB XI definiert. Je nach Pflegegrad finden die Besuche viertel- oder halbjährlich statt. Hier finden sie alles, was Sie zur Abrechnung von Qualitätssicherungsbesuchen wissen müssen. Auch interessant: Alternativ dazu hat der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, im Juli 2019 ein Konzept für den sogenannten Pflege Ko-Piloten (PDF) vorgestellt, der die bisherigen Kontrollbesuche bei pflegenden Angehörigen ersetzen soll. Der Pflege Ko-Pilot soll Pflegebedürftige und Pflegepersonen im Rahmen regelmäßiger Besuche vertrauensvoll und unabhängig unterstützen und beraten.
Pflegestufe 0 Pflegegrad 2 231 € 689 € 689 € 689 € 689 €
Pflegestufe I Pflegegrad 3 689 € 1298 € 1298 € 1298 € 1298 €
Pflegestufe II Pflegegrad 4 1298 € 1612 € 1612 € 1612 € 1612 €
Pflegestufe III Pflegegrad 5 1612 € 1995 € 1995 € 1995 € 1995 €
Ein großes Thema für Leistungserbringer in der Pflege ist die sogenannte Pflegedokumentation. Diese ist gesetzlich vorgeschrieben, frisst im Arbeitsalltag aber viel Zeit. Deswegen gibt es schon seit langem Pläne, die Pflege zu „entbürokratisieren“. Dabei soll die Strukturierte Informationssammlung (SIS) helfen. Die beiden zentralen Kernpunkte der Vereinfachung sind:
Hier finden Sie umfassende Informationen zum Gesetz zur Strukturierten Informationssammlung.
Ein Beispiel für die Pflegedokumentation finden Sie hier: Wir stellen die Wunddokumentation mit den Dokument Typ 205 vor und zeigen, wie einfach dies mit DMRZ.de funktioniert.
Damit Sie als Leistungserbringer in der Pflege Ihre Arbeit mit den Pflegekassen abrechnen können, benötigen Sie die Positionsnummern. Diese definieren jede erdenkliche Leistung und reduzieren diese somit in Form eines kurzen Nummernschlüssels. Pflegepositionsnummern sind 6-stellig – in der Regel aus Ziffern, gelegentlich auch mal mit einem Buchstabe (A oder B). So sind die Pflegepositionsnummern aufgebaut:
Gesetzliche Leistungsgrundlage (1. und 2. Stelle)
Art der Versorgung (3. Stelle)
Art der Leistung (4. bis 6. Stelle)
Aufgelistet sind die Nummern im „Bundeseinheitlichen Positionsnummernverzeichnis für Leistungen der häuslichen Krankenpflege und Haushaltshilfe“, hier als PDF zum Download (173 KB, Quelle: GKV). Speziell für den Bereich Palliativpflege (SAPV) gibt es auch ein eigenes Verzeichnis. Sie wollen mehr wissen? Hier finden Sie alles zum Thema Positionsnummern. Nutzen Sie DMRZ.de, um Ihre Heilmittelleistungen mit den Kostenträgern abzurechnen? Dann sind alle Positionsnummern bereits im DMRZ.de-System enthalten. Einfach ein passendes Stichwort eintippen, die gewünschte Leistung auswählen und schnell und einfach mit den Kassen abrechnen.
Eine ganz andere Aufstellung der pflegerischen Leistungen sind die sogenannten Leistungskomplexe (LK). Pflegerische und hauswirtschaftliche Leistungen werden in sogenannte Leistungskomplexe zusammengefasst. Zu den Leistungskomplexen werden auch jeweilige Punktwerte genannt. Diese Punkte bilden die Grundlage für die Abrechnung der Leistungen mit den Pflegekassen.
Die Leistungskomplexe unterscheiden sich von Land zu Land. Die genauen Daten entnehmen Sie am besten den Rahmenverträgen und Vergütungsvereinbarungen, die für Ihre Region relevant sind. Hier finden Sie ein Beispiel der LK 1 bis 20 für Berlin. Und hier haben wir erklärt, wie Sie in NRW speziell Häusliche Betreuung als Leistungskomplex LK 31 abrechnen können. Zudem sind die Leistungskomplexe auch in DMRZ.de zur schnellen und einfachen Abrechnung enthalten.
Neuigkeiten bringt auch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das im Mai 2019 in Kraft getreten ist. Unter dem Stichpunkt „bessere Versorgung“ dürfen auch Betreuungsdienste ab sofort Sachleistungen erbringen. Bisher durften reine Betreuungsdienste nur bei der Haushaltsführung des Pflegebedürftigen helfen und häuslichen Betreuungsleistungen ausführen. Die gesetzlichen Änderung soll nach Ansicht der Gesetzgeber die häusliche Pflege verbessern, weil damit mehr Betriebe zur Verfügung stehen. Hier finden mehr Informationen zum Terminservice- und Versorgungsgesetz.
IK-Nummer, Mindestlohn, Buchführung: Wissenswertes für Leistungserbringer in der Pflege
Egal, ob Sie als selbstständiger Pflege-Dienstleister oder als Leiter eines ganzen Pflegedienstes arbeiten: Die Anforderungen an Leistungserbringer in der Pflege sind hoch. Im Folgenden finden Sie ein paar wichtige Informationen rund um die Büroarbeit in der Pflegebranche.
Keine Abrechnung von Leistungen ohne Institutionskennzeichen
Das Institutionskennzeichen, kurz IK, ist eine bundesweit gültige eindeutige Identifikation für alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen, die mit den gesetzlichen Kassen abrechnen möchten. Das neunstellige Institutionskennzeichen dient in der Abrechnung mit den Krankenkassen als eindeutige Identifikation der Leistungserbringer.
Seit 2013 erhalten Pflegekräfte in den alten Bundesländern einen Pflegemindestlohn. Bis 2020 steigt dieser auf 11,35 Euro für die Bundesländer West bzw. auf 10,85 Euro für die Bundesländer Ost. Beachten Sie dabei: Der Pflegemindestlohn entspricht nicht dem Mindestlohn in der Pflege. Denn in privaten Haushalten gilt der Pflegemindestlohn nicht, hier beträgt der allgemeine Mindestlohn derzeit 9,35 € (2020) bzw. 9,19 € (2019). Dieser gilt z. B. auch für Reinigungs- und Küchenhilfen. Der Pflegemindestlohn hingegen gilt für Pflegebetriebe – ambulante wie stationäre.
Zum Pflege-Mindestlohn
Die Pflegebuchführungsverordnung (PBV)
Seit 1996 gibt es auf Grundlage des elften Sozialgesetzbuchs (SGB XI) die sogenannte Pflegebuchführungsverordnung (PBV). Sie regelt die Art der Finanzbuchführung, Bilanzierung und Betriebsabrechnung für Pflegeeinrichtungen. Seit 2017 gibt es aufgrund des Pflegestärkungsgesetzes II Änderungen in der PBV. Über den folgenden Link erfahren Sie alles, was es zu der Pflegebuchführungsverordnung neues gibt.
Pflegestandards zur Qualitätssicherung des Pflegebetriebs
Pflegestandards sind Richtlinien zur Qualitätssicherung in der Pflege. Sie legen tätigkeitsbezogen fest, welche Maßnahmen das Personal in konkreten Situationen des Pflegealltags leisten darf und soll. Somit sollen Pflegestandards Handlungsabläufe unterstützen. Auch Sie sollten Standards für die täglichen Aufgaben des Pflegealltags erstellen mit der Zielsetzung, Vorgehensweisen zu vereinheitlichen und die Qualität Ihrer Aktivitäten zu verbessern.
10 Tipps zur Erstellung von Pflegestandards

References: § 36
 §38
 §41
 §45
 § 30
 § 37
 § 37