Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20204/91
Timestamp: 2020-01-29 13:41:24+00:00

Document:
Schadensersatzanspruch aus der Vermittlung von Warentermindirektgeschäften - Verpflichtung zu schriftlicher Aufklärung bei der Vermittlung von Warentermindirektgeschäften - Vorvertragliches Vertrauensverhältnis bei Vermittlung von Warentermindirektgeschäften - ...
Die genannten Grundsätze sind zunächst für Londoner Warenterminoptionen entwickelt, dann aber auch auf Aktien- und Aktienindex-Optionen (Senatsurteil vom 27. November 1990 - XI ZR 115/89 = WM 1991, 127, 128) [BGH 27.11.1990 - XI ZR 115/89] sowie unter entsprechender Anpassung auf Warentermindirektgeschäfte (Senatsurteil vom 17. März 1992 - XI ZR 204/91I ZR 204/91 = WM 1992, 770, 771) [BGH 17.03.1992 - XI ZR 204/91] angewandt worden.
Die hier erforderliche Aufklärung kann ebenso wie in den Fällen des Optionserwerbsgeschäfts (vgl. dazu BGHZ 105, 108, 110 f.) [BGH 11.07.1988 - II ZR 355/87] und des Warentermindirektgeschäfts (vgl. dazu Senatsurteil vom 17. März 1992 - XI ZR 204/91I ZR 204/91 = WM 1992, 770, 771) [BGH 17.03.1992 - XI ZR 204/91] ihren Zweck nur erfüllen, wenn sie schriftlich erteilt wird.
Diese Grundsätze gelten zum einen sowohl für Warentermingeschäfte (vgl. BGHZ 80, 83 f = WM 1981, 374; BGH WM 1995, 81, 82; BGH WM 1986, 734; BGH WM 1987, 103; BGH WM 1988, 291, 292; BGHZ 105, 108, 110 = NJW 1988, 2882; BGH WM 1991, 1410, 1411; BGH NJW 1992, 1879, 1880; OLG Düsseldorf - Senat -, Urteil vom 09.01.1992 - 6 U 192/91 -) als auch für Börsentermingeschäfte (vgl. BGH WM 1991, 127, 128; BGH NJW 1994, 512 = WM 1994, 149, 150; BGH NJW 1994, 997; BGH WM 1994, 1746, 1747; OLG Düsseldorf - Senat -, Urteil vom 15.10.1992 - 6 U 18/92 - OLG Düsseldorf - Senat -, Urteil vom 27.10.1994 - 6 U 172/93 - OLG Düsseldorf - Senat -, Urteil vom 19.01.1995 - 6 U 287/93 - OLG Düsseldorf - Senat -, Urteil vom 27.07.1994 - 6 U 12/95 - OLG Düsseldorf - Senat -, Urteil vom 07.09.1995 - 6 U 166/94 - OLG Düsseldorf - Senat -, Urteil vom 28.11.1996 - 6 U 216/95 -).
Was die Form der notwendigen Aufklärung angeht, so ist anerkannt, dass sie, wenn sie ihren Zweck nicht verfehlen soll, grundsätzlich nur schriftlich und nicht ausschließlich mündlich oder fernmündlich erfolgen kann (vgl. BGHZ 105, 108, 110 f = NJW 1988, 2882 = WM 1988, 1255; BGH NJW 1991, 1947, 1948; BGH NJW 1992, 1879, 1880;… OLG Düsseldorf - Senat -, a.a.O.).
Dabei muss die Darstellung zutreffend, vollständig, gedanklich geordnet und auch von der Gestaltung her geeignet sein, einem unbefangenen, mit derartigen Geschäften nicht vertrauten Leser einen realistischen Eindruck von den Eigenarten und Risiken solcher Geschäfte zu vermitteln (vgl. BGH WM 1991, 1410, 1411; BGH NJW 1992, 1879, 1880).
Wichtige Hinweise, wie etwa solche auf die geschäftsspezifischen Risiken, dürfen nicht drucktechnisch oder durch ihre Plazierung in den Hintergrund treten (vgl. BGHZ 105, 108, 114; BGH NJW 1992, 1879, 1880), sondern müssen schriftlich und in einer für den flüchtigen Leser auffälligen Form erfolgen, wobei die Hinweise weder durch Beschönigungen noch durch Werbeaussagen noch auf andere Weise beeinträchtigt werden dürfen (BGH NJW 1994, 512 = WM 1994, 149, 150; BGH WM 1994, 453, 455; BGH WM 1994, 492, 493; BGH NJW 1994, 997; BGH NJW-RR 1996, 947, 948 = WM 1996, 1214, 1215 m.w.Nachw.; BGH, Urteil vom 24.09.1996 - XI ZR 244/95 -).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. BGHZ 61, 118, 121; BGH NJW 1984, 1688, 1689 = WM 1984, 221 ff; BGH WM 1991, 127, 130; BGH WM 1992, 770, 773 = NJW 1992, 1879; BGH WM 1992, 1935, 1937 = NJW 1993, 257; BGH WM 1993, 1457, 1458; BGH WM 1994, 149, 153 = NJW 1994, 512, 513), der der Senat - ebenfalls in ständiger Rechtsprechung - folgt (vgl. u.a. OLG Düsseldorf - Senat -, Urteil vom 24.06.1993 - 6 U 198/92 - OLG Düsseldorf - Senat -, Urteil vom 17.03.1994 - 6 U 283/92 - OLG Düsseldorf - Senat -, Urteil vom 19.01.1995 - 6 U 287/93 - OLG Düsseldorf - Senat -, Urteil vom 27.07.1995 - 6 U 12/95 - OLG Düsseldorf - Senat -, Urteil vom 28.11.1996 - 6 U 216/95 -), ist derjenige, der vertragliche oder vorvertragliche Aufklärungspflichten verletzt, dafür beweispflichtig, dass der Schaden auch eingetreten wäre, wenn er sich pflichtgemäß verhalten hätte, der Geschädigte also dann den Rat oder den Hinweis nicht befolgt hätte.

References: BGH 
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