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Verordnung vom 26. Oktober über die berufliche Grundbildung. mit Fähigkeitszeugnis (FZ) 1 - PDF
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1 Verordnung vom 26. Oktober 2010 über die berufliche Grundbildung Köchin/Koch mit Fähigkeitszeugnis (FZ) Köchin/Koch Aufgrund von Art. 26 des Berufsbildungsgesetzes (BBG) vom 13. März 2008, LGBl Nr. 103, verordnet die Regierung: I. Gegenstand, Berufsbild und Dauer Art. 1 Berufsbild Köchinnen/Köche beherrschen namentlich folgende Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Haltungen aus: a) Sie befassen sich mit der Verarbeitung und Veredelung von Nahrungsmitteln zu warmen und kalten Gerichten. b) Sie denken und handeln gäste- und teamorientiert, betriebswirtschaftlich und ökologisch. c) Sie beherrschen die Grundsätze von Hygiene, Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz. Art. 2 Dauer und Beginn 1) Die berufliche Grundbildung dauert drei Jahre. 2) Inhaberinnen/Inhabern eines Berufsattest Küchenangestellte wird das erste Jahr der beruflichen Grundbildung angerechnet. 3) Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zuständigen Berufsfachschule. II. Ziele und Anforderungen Art. 3 Handlungskompetenzen 1) Die Ziele und Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen nach den Art. 4 bis 6 beschrieben. 2) Sie gelten für alle Lernorte. 1 LGBl Nr. 308; LR
2 Art. 4 Fachkompetenz Die Fachkompetenz umfasst Kenntnisse und Fähigkeiten in folgenden Bereichen: a) Herstellung, Zubereitung und Präsentation von Speisen und Gerichten, Fremdsprache/kochtechnische Fachsprache; b) Verstehen und effizientes Mitgestalten der betrieblichen Abläufe; c) Denken und Handeln unter betriebswirtschaftlichen, gästeorientierten und ökologischen Aspekten; d) Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltschutz und Brandschutz; e) Hygiene und Werterhaltung. Art. 5 Methodenkompetenz Die Methodenkompetenz umfasst Kenntnisse und Fähigkeiten in folgenden Bereichen: a) Arbeitstechniken und Problemlösen; b) prozessorientiertes, vernetztes Denken und Handeln; c) Informations- und Kommunikationsstrategien; d) Lernstrategien; e) Kreativitätstechniken. Art. 6 Sozial- und Selbstkompetenz Die Sozial- und Selbstkompetenz umfasst Kenntnisse und Fähigkeiten in folgenden Bereichen: a) eigenverantwortliches Handeln; b) lebenslanges Lernen; c) Kommunikationsfähigkeit; d) Konfliktfähigkeit; e) Teamfähigkeit; f) Umgangsformen; g) Belastbarkeit; h) gesundheitsorientiert Arbeiten. III. Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz Art. 7 1) Die Anbieter der Bildung geben den Lernenden zu Beginn der Bildung Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz ab und erklären sie ihnen. 2) Diese Vorschriften und Empfehlungen werden an allen Lernorten vermittelt und in den Qualifikationsverfahren berücksichtigt.
3 IV. Anteile der Lernorte und Unterrichtssprache Art. 8 Anteile der Lernorte 1) Die Bildung in beruflicher Praxis erfolgt über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt an vier Tagen pro Woche. 2) Die schulische Bildung im obligatorischen Unterricht erfolgt in 1080 Lektionen. Davon entfallen auf den Sportunterricht 120 Lektionen. 3) Die überbetrieblichen Kurse umfassen insgesamt 20 Tage zu acht Stunden. Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung finden keine überbetrieblichen Kurse mehr statt. Art. 9 Saisonbetriebe Saisonbetriebe mit Sommer- oder Wintersaison dürfen Lernende ausbilden, sofern die Zwischensaisons durch den Besuch der interkantonalen Fachkurse oder durch die Platzierung der Lernenden in einem anderen geeigneten Betrieb überbrückt werden können. Art. 10 Unterrichtssprache 1) Unterrichtssprache ist in der Regel die Landessprache. 2) Zweisprachiger Unterricht in der Landessprache und in einer Fremdsprache ist empfohlen. 3) Die Regierung kann andere Unterrichtssprachen zulassen. V. Bildungsplan und Allgemeinbildung Art. 11 Bildungsplan 1) Der von den verantwortlichen Organisationen der Arbeitswelt erarbeitete und vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) genehmigte Bildungsplan gilt in Liechtenstein als anerkannt. 2) Der Bildungsplan führt die Handlungskompetenzen nach den Art. 4 bis 6 wie folgt näher aus: a) Er begründet sie in ihrer Wichtigkeit für die berufliche Grundbildung. b) Er bestimmt, welches Verhalten in bestimmten Handlungssituationen am Arbeitsplatz erwartet wird. c) Er differenziert sie in konkrete Leistungsziele aus. d) Er bezieht sie konsistent auf die Qualifikationsverfahren und beschreibt deren System. 3) Der Bildungsplan legt überdies fest: a) die curriculare Gliederung der beruflichen Grundbildung; b) die Aufteilung der überbetrieblichen Kurse über die Dauer der Grundbildung und ihre Organisation; c) die Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz. 4) Dem Bildungsplan angefügt ist die Liste der Unterlagen zur Umsetzung der beruflichen Grundbildung mit Titel, Datum und Bezugsquelle.
4 Art. 12 Allgemeinbildung Für die Allgemeinbildung gilt die Verordnung über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung. VI. Anforderungen an die Anbieter der betrieblich organisierten Grundbildung Art. 13 Fachliche Mindestanforderungen an Berufsbildnerinnen/Berufsbildner Die fachlichen Mindestanforderungen an eine Berufsbildnerin/einen Berufsbildner erfüllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt: a) Köchinnen/Köche mit mindestens drei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet; b) gelernte Köchinnen/gelernte Köche mit mindestens drei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet; c) Diätköchinnen/Diätköche mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet; d) einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung. Art. 14 Höchstzahl der Lernenden 1) In einem Betrieb darf eine lernende Person ausgebildet werden, wenn: a) eine entsprechend qualifizierte Berufsbildnerin/ein entsprechend qualifizierter Berufsbildner zu 100 % beschäftigt wird; oder b) zwei entsprechend qualifizierte Berufsbildnerinnen/entsprechend qualifizierte Berufsbildner zu je mindestens 60 % beschäftigt werden. 2) Tritt eine lernende Person in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung ein, so kann eine weitere lernende Person ihre Bildung beginnen. 3) Mit jeder zusätzlichen Beschäftigung einer Fachkraft zu 100 % oder von zwei Fachkräften zu je mindestens 60 % darf eine weitere lernende Person im Betrieb ausgebildet werden. 4) Als Fachkraft gilt, wer über ein Fähigkeitszeugnis oder über ein Berufsattest im Fachbereich der lernenden Person oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt. 5) In besonderen Fällen kann das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung einem Betrieb, der seit mehreren Jahren Lernende mit überdurchschnittlichem Erfolg ausgebildet hat, die Überschreitung der Höchstzahl der Lernenden bewilligen. VII. Lern- und Leistungsdokumentation Art. 15 Im Betrieb 1) Die lernende Person führt eine Lerndokumentation, in der sie laufend alle wesentlichen Arbeiten, die erworbenen Fähigkeiten und ihre Erfahrungen im Betrieb festhält. 2) Die Berufsbildnerin/der Berufsbildner kontrolliert und unterzeichnet die Lerndokumentation einmal pro Quartal. Sie oder er bespricht sie mindestens einmal pro Semester mit der lernenden Person. 3) Sie oder er hält am Ende jedes Semesters den Bildungsstand der lernenden Person in einem Bildungsbericht fest.
5 Art. 16 In der schulischen Bildung und in der schulisch organisierten Grundbildung Die Anbieter der schulischen Bildung und die Anbieter schulisch organisierter Grundbildungen dokumentieren die Leistungen der Lernenden in den unterrichteten Bereichen und stellen ihnen am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus. VIII. Qualifikationsverfahren Art. 17 Zulassung Zu den Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung erworben hat: a) nach den Bestimmungen dieser Verordnung; b) in einer dafür zugelassenen Bildungsinstitution; oder c) ausserhalb eines geregelten Bildungsganges, soweit sie oder er: 1. die nach Art. 46 Abs. 3 BBG erforderliche Erfahrung erworben hat; 2. von dieser beruflichen Erfahrung mindestens drei Jahre im Bereich der Köchin/des Kochs erworben hat; und 3. glaubhaft macht, den Anforderungen der Abschlussprüfung (Art. 19) gewachsen zu sein. Art. 18 Gegenstand der Qualifikationsverfahren In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach den Art. 4 bis 6 erworben worden sind. Art. 19 Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung 1) Im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung werden die nachstehenden Qualifikationsbereiche wie folgt geprüft: a) Praktische Arbeit, als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von sieben bis acht Stunden: Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation, die Fachliteratur und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden. b) Berufskenntnisse, im Umfang von drei Stunden: Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person wird schriftlich oder sowohl schriftlich wie mündlich befragt. Wird eine mündliche Prüfung durchgeführt, so dauert diese höchstens eine Stunde. c) Allgemeinbildung: Dieser Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verordnung über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung. 2) In jedem Qualifikationsbereich beurteilen mindestens zwei Prüfungsexpertinnen/- experten die Leistungen.
6 Art. 20 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung 1) Das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung ist bestanden, wenn: a) der Qualifikationsbereich praktische Arbeit mit der Note 4 oder höher bewertet wird; und b) die Gesamtnote 4 oder höher erreicht wird. 2) Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung sowie der gewichteten Erfahrungsnote. 3) Die Erfahrungsnote ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe aller Semesterzeugnisnoten des berufskundlichen Unterrichts. 4) Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet: a) praktische Arbeit: 40 %; b) Berufskenntnisse: 20 %; c) Allgemeinbildung: 20 %; d) Erfahrungsnote: 20 %. Art. 21 Wiederholungen 1) Wiederholungen von Qualifikationsverfahren sind höchstens zweimal möglich. Muss ein Qualifikationsbereich wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen. 2) Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch der Berufsfachschule wiederholt, so wird die bisherige Erfahrungsnote beibehalten. Wird der berufskundliche Unterricht während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten. Art. 22 Spezialfall 1) Hat eine lernende Person die Vorbildung ausserhalb der geregelten beruflichen Grundbildung erworben und die Abschlussprüfung nach dieser Verordnung absolviert, so entfällt die Erfahrungsnote. 2) Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet: a) praktische Arbeit: 50 %; b) Berufskenntnisse: 30 %; c) Allgemeinbildung: 20 %. IX. Ausweise und Titel Art. 23 Fähigkeitszeugnis 1) Wer ein Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält ein Fähigkeitszeugnis. 2) Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel Köchin FZ / Koch FZ zu führen. 3) Ist das Fähigkeitszeugnis mittels Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung erworben worden, so wird im Notenausweis aufgeführt:
7 a) die Gesamtnote; b) die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter Vorbehalt von Art. 22 Abs. 1, die Erfahrungsnote. X. Kommission für Berufsentwicklung und Qualität Art. 24 Die Regierung kann eine Kommission bestimmen, der die Förderung der Berufsentwicklung und die Sicherstellung der Qualität der Grundbildung für Köchinnen/Köche obliegt. XI. Übergangs- und Schlussbestimmungen Art. 25 Übergangsbestimmungen 1) Lernende, die ihre Bildung als gelernte Köchinnen/gelernte Köche vor dem 1. Januar 2010 begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab. 2) Wer die Lehrabschlussprüfung für gelernte Köchinnen/gelernte Köche bis zum 31. Dezember 2014 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden. Art. 26 Inkrafttreten Diese Verordnung tritt am Tage der Kundmachung in Kraft. Fürstliche Regierung: gez. Dr. Klaus Tschütscher Fürstlicher Regierungschef

References: Art. 26
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 5
 Art. 6
 Art. 7
 Art. 8
 Art. 9
 Art. 10
 Art. 11
 Art. 4
 Art. 12
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 15
 Art. 16
 Art. 17
 Art. 46
 Art. 18
 Art. 4
 Art. 19
 Art. 20
 Art. 21
 Art. 22
 Art. 23
 Art. 22
 Art. 24
 Art. 25
 Art. 26