Source: https://www.coya.com/privathaftpflicht/haftpflichtversicherung-wechseln
Timestamp: 2020-04-08 16:05:40+00:00

Document:
Haftpflichtversicherung unkompliziert & schell wechseln | Coya
Warum sollte ich meine private Haftpflichtversicherung wechseln?
Wie gehe ich beim Wechseln der privaten Haftpflichtversicherung vor?
Was muss ich beim Vergleich der Angebote beachten, um die Haftpflichtversicherung zu finden, die zu mir passt?
Welche Leistungen und Zusatzleistungen der Privat-Haftpflichtversicherung sind für mich wichtig?
Was muss ich bei der Kündigung der privaten Haftpflichtversicherung beachten?
Was muss ich beachten, wenn ich einen neuen Versicherungsvertrag abschließe?
Du bist zwar in Deutschland nicht gesetzlich zum Abschluss einer privaten Haftpflicht verpflichtet, aber dennoch handelt es sich um eine der wichtigsten Versicherungen, die du haben solltest. Bist du Mieter einer Wohnung oder eines Hauses kann es sogar sein, dass der Abschluss dieser Versicherung im Mietvertrag vereinbart wird. Hierdurch möchte sich der Vermieter davor schützen, beispielsweise bei Schäden an Türen oder Fußböden auf der Summe für die Instandsetzung sitzenzubleiben.
Schadensersatzforderungen können ohne die Regulierung durch eine Haftpflichtversicherung zu einer großen finanziellen Belastung führen, die du eventuell nicht allein tragen kannst. Die jährlichen Versicherungsbeiträge für die Privat-Haftpflichtversicherung sind im Vergleich dazu eher gering. Dennoch kann es verschiedene Gründe geben, warum du deine bereits bestehende Versicherung zur Privathaftpflicht wechseln möchtest. Diese sind vielfältig und können durchaus persönlicher Art sein. Meistens liegen dem Wunsch nach einem Wechsel jedoch die folgenden Anlässe zugrunde:
dein Versicherer erhöht den Beitrag ohne gleichzeitige Anpassung seiner Leistungen
du hast bei einem Versicherungsvergleich ein besseres Angebot mit geringerer Versicherungsprämie bei gleichem Leistungsumfang gefunden
ein anderer Versicherer bietet dir bei gleich hoher Versicherungsprämie einen größeren Leistungsumfang
deine familiären Verhältnisse haben sich zum Beispiel durch eine Heirat oder die Geburt eines Kindes verändert und die Leistungen deines bisherigen Vertrags reichen dafür nicht mehr aus
du hast dich von deinem Partner getrennt und benötigst daher nur noch die Leistungen eines Single-Tarifs
du planst, deinen Wohnsitz für längere Zeit ins Ausland zu verlegen und benötigst daher eine Haftpflichtversicherung, die auch in diesem Falle ausreichenden Versicherungsschutz gewährt
Willst du deine private Haftpflichtversicherung wechseln, musst du einiges beachten, denn vermutlich bist du an deine bisherige Versicherung noch vertraglich gebunden. In der Regel werden die Schritte bei einem Versicherungswechsel die folgenden sein:
Prüfen des bisherigen Vertrags auf die Höhe der Versicherungsprämie und der Deckungssumme, die Vertragslaufzeit sowie die Kündigungsfrist
Vergleich verschiedener Angebote hinsichtlich der Konditionen
Kündigung der bisherigen Haftpflichtversicherung
Abschluss des neuen Versicherungsvertrags
Mehrere Privat-Haftpflichtversicherungen gleichzeitig vermeiden
Wenn du eine neue Haftpflichtversicherung abschließt und die bisherige noch nicht gekündigt hast, liegt eine Doppelversicherung beziehungsweise nach dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) eine Mehrfachversicherung vor. Das kostet nicht nur unnötig Geld, sondern kann im Schadensfall auch zu Problemen führen.
Generell wird nach § 78 VVG nur einmal und nicht zeitgleich Versicherungsschutz gewährt und im besten Fall würden sich die Versicherungen den Betrag der Schadensersatzforderung teilen. Unter Umständen fühlt sich aber zunächst keiner der beiden Versicherer für die Regulierung des Schadens zuständig. Im schlimmsten Fall kann dir der Abschluss einer Mehrfachversicherung in betrügerischer Absicht unterstellt werden. Damit werden beide Verträge ungültig, ohne dass du das Recht hast, die gezahlten Versicherungsprämien zurückzuerhalten.
Der Wechsel der Haftpflichtversicherung ist natürlich nur dann sinnvoll oder notwendig, wenn du durch die neue Versicherung bessere Konditionen erhältst. Lass dich jedoch nicht nur durch einen geringen Versicherungsbeitrag blenden, sondern vergleiche auch den Leistungsumfang der verschiedenen Versicherer miteinander und überlege zudem, welche Leistungen beziehungsweise Zusatzleistungen für dich persönlich relevant sind.
Den Vergleich von Privat-Haftpflichtversicherungen kannst du entweder auf Vergleichsportalen im Internet oder durch das direkte Gegenüberstellen der Versicherungsbedingungen verschiedener Versicherer vornehmen. Unabhängig davon, für welche Vergleichsmöglichkeiten du dich entscheidest, solltest du vor allem auf die Punkte in der Tabelle Wert legen.
du hast meistens die Wahl zwischen einer Mindestlaufzeit zwischen ein bis drei Jahre
bestimmte Versicherer bieten auch ein tägliches Kündigungsrecht an
je kürzer die Mindestlaufzeit, umso höher oft der Versicherungsbeitrag
längere Vertragslaufzeiten werden oft durch Rabatte belohnt
bei kurzer Vertragslaufzeit ist der Wechsel zu einer Versicherung mit besseren Konditionen schneller möglich
diese Summe musst du bei einem Schadensfall selbst tragen
Privat-Haftpflichtversicherungen haben meistens Selbstbehalte von 150 bis 500 Euro
je höher die Selbstbeteiligung, umso niedriger der Versicherungsbeitrag
da die Beiträge insgesamt nicht sehr hoch sind, lohnt sich die Wahl der Selbstbeteiligung in der Regel nicht
die Deckungssumme ist der Betrag, den der Versicherer bei Schadensersatzforderungen maximal gewährt
da vor allem bei Personenschäden die Forderungen sehr hoch ausfallen können, ist es sinnvoll, eine möglichst hohe Versicherungssumme ab mindestens 30 Millionen Euro zu wählen
überlege auch, wie hoch dein Risiko ist, einen Schaden zu verursachen
üblich ist die Zahlung der Versicherungsprämie monatlich, vierteljährlich oder jährlich
bei der Wahl der jährlichen Zahlung erhältst du meistens einen Preisrabatt
Neben den Standardleistungen solltest du auch die Zusatzleistungen der Versicherer überprüfen und die Deckungssummen dieser Vertragsbausteine passend zu deinen Anforderungen und persönlichen Verhältnissen anpassen. Eine Risikoeinschätzung kann dir dabei helfen.
In der Regel sind die meisten genannten Leistungen in den aktuell angebotenen Privat-Haftpflichversicherungen enthalten. Unterschiede gibt es allerdings bei der Höhe der Versicherungssumme für die verschiedenen Bereiche. Gehst du beispielsweise Hobbys wie Skaten oder Surfen nach, bei denen unvermittelt Unfälle mit Schädigungen anderer Personen passieren können, solltest du Wert darauf legen, dass deine Haftpflichtversicherung diese auch mit höheren Versicherungssummen reguliert. Kannst du manche Risiken von vornherein für dich ausschließen, dürfen die Deckungssummen hier durchaus niedriger sein.
Diese Versicherungsbausteine können für dich als Versicherungsnehmer interessant sein:
Die Versicherung übernimmt die Aufwendungen für das Auswechseln der Schließanlage, den Ersatz der verlorengegangenen Schlüssel sowie gegebenenfalls die Beträge für ein Notschloss oder die Bewachung des entsprechenden Gebäudes. Es gibt Versicherungen, die den Verlust von Schlüsseln nur mit rund 15.000 Euro versichern, andere gewähren eine Deckungssumme von 100.000 Euro. Bist du nur für den Schlüssel deines eigenen Hauses verantwortlich, mag eine geringe Versicherungssumme ausreichend sein. Anders sieht es hingegen aus, wenn du in einem Mehrfamilienhaus mit vielen Mietparteien wohnst und noch dazu verschiedene Schlüssel einer großen Firma regelmäßig mit dir trägst. Bei einem Schlüsselverlust ist es dann notwendig, mehrere Schließanlagen mit entsprechenden Schlüsseln für viele Personen auszutauschen. Vielleicht muss sogar das Firmengelände für eine bestimmte Zeit durch einen Sicherheitsdienst überwacht werden, bis die neuen Schließanlagen eingebaut sind. Die Ausgaben hierfür können sich dann unvermittelt auf mehrere Tausend Euro belaufen.
Der Versicherer reguliert Schäden in einer gemieteten Wohnung oder einem gemieteten Gebäude sowie den hier fest eingebauten Gegenständen wie zum Beispiel Waschtischarmaturen und Einbauküchen. In der Regel werden hier Versicherungssummen zwischen einer bis zu 50 Millionen Euro vereinbart. Das hört sich zwar zunächst sehr viel an, aber stell dir vor, dir fällt ein harter Gegenstand auf einen teuren Marmorfußboden oder auf Parkett, das nur sehr aufwändig repariert werden kann beziehungsweise sogar ausgetauscht werden muss. Versicherungen übernehmen auch die Regulierung von Schäden, die wegen Fahrlässigkeit oder grober Fahrlässigkeit entstanden sind. Ein Beispiel hierfür ist ein Wasserschaden durch das Überlaufen der Badewanne, weil du vergessen hast, den Wasserhahn abzudrehen.
Es werden Aufwendungen für Schäden übernommen, die du bei der unentgeltlichen Hilfe für einen anderen verursacht hast. Abhängig von der gewählten Versicherung beginnen die Deckungssummen bei circa 5.000 Euro, können aber auch 50 Millionen Euro betragen. Hilfst du deinem Nachbarn zum Beispiel bei einem Umzug und dabei fällt dir ein Computermonitor herunter, sind vermutlich 5.000 Euro Deckung vollkommen ausreichend. Wurde durch das Fallen des Monitors jedoch eine Person ernsthaft verletzt, ist diese Summe meistens nicht ausreichend. Hast du den Schaden allerdings als professioneller und bezahlter Umzugshelfer verursacht, handelt es sich nicht um einen Gefälligkeitsschaden.
Schäden, die bei verschiedenen Tätigkeiten entstehen
In den Schutz der privaten Haftpflichtversicherung eingeschlossen, sind bei manchen Versicherern auch Tätigkeiten, die du ehrenamtlich oder nebenberuflich ausübst. Ehrenamtliche Tätigkeiten sind beispielsweise die Mitarbeit in einem Verein oder ein Engagement als Sporttrainer, für die du nicht bezahlt wirst. Bei nebenberuflichen Tätigkeiten setzen die meisten Versicherer ein begrenztes Jahreseinkommen beziehungsweise einen maximalen Umsatz fest. Wie hoch dieser Betrag ist, hängt von deinem Vertrag ab. Er kann zum Beispiel bei 6.000 oder 10.000 Euro liegen. Auch die gewerbsmäßige Tätigkeit als Tagesmutter, Tagesvater oder als Babysitter ist häufig mit hohen Versicherungssummen ab 10 Millionen mitversichert.
Schäden, die du durch Aktivitäten in der Freizeit verursachst
Auch bei unterschiedlichen Freizeitbeschäftigungen kann es zu Schäden kommen, die durch die private Haftpflichtversicherung abgedeckt werden. Während diese Gefahr sicher gering ist, wenn du in deiner Freizeit auf dem Sofa sitzt und liest oder strickst, kann vor allem bei sportlichen Aktivitäten sehr schnell etwas passieren. Sach- oder Personenschäden sind zum Beispiel beim Wassersport oder beim Steuern von Modellfahrzeugen oder Modellflugzeugen nicht selten. Hier zahlt es sich dann aus, wenn du eine hohe Deckungssumme gewählt hast. Achte aber auch darauf, welche Freizeitaktivitäten deine Versicherung tatsächlich abdeckt. So werden häufig Schäden durch versicherungspflichtige Drohnen ab einem bestimmten Gewicht von vielen Versicherungen ausgeschlossen.
Drohnen gehören dem Luftverkehrsgesetz (LuftVG) nach zu den Luftfahrzeugen. Sie müssen nicht nur zugelassen werden, sondern der Benutzer ist laut § 43 LuftVG auch gesetzlich verpflichtet, zur Deckung von Schäden aus der Nutzung eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Nicht jede private Haftpflichtversicherung gewährt Versicherungsschutz für Drohnen. In manchen Tarifen sind solche Fluggeräte nur bis zu einem Gewicht von 5 kg mitversichert. Greifen die Leistungen deiner Versicherung nicht, musst du eine separate Drohnenversicherung abschließen.
Auch bei Schäden, die durch ein Wasserfahrzeug entstehen, gibt es bei den privaten Haftpflichtversicherungen Einschränkungen. In der Regel sind folgende Wasserfahrzeuge mitversichert, unabhängig davon, ob du Besitzer oder nur Nutzer bist:
Wind- und Kitesurfgeräte
Schlauch-, Ruder- und Tretboote
Paddelboote, wie Kanus und Kajaks
Ausgeschlossen ist die Regulierung von Schäden durch die Haftpflichtversicherung üblicherweise in den folgenden Fällen:
die Segelfläche eines Segelbootes beträgt mehr als 25 Quadratmeter
das Wasserfahrzeug verfügt über einen Motor mit einer Leistung von mehr als 15 PS beziehungsweise 11 Kilowatt
Haftpflichtversicherungen für Wasserfahrzeuge
Deckt deine Privat-Haftpflichtversicherung Schäden nicht ab, die du als Besitzer oder Nutzer eines Wasserfahrzeugs verursachst, bist du nach § 823 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) dennoch verpflichtet, dem Geschädigten im Schadensfall Schadensersatz zu leisten. Je nachdem, um welche Art von Schaden es sich handelt, können Forderungen in Millionenhöhe möglich sein. Es ist daher unbedingt ratsam, eine Bootshaftpflichtversicherung für solche Fälle abzuschließen, um nicht selbst auf hohen Summen sitzenzubleiben.
Schäden durch die Nutzung des Internets
Dem Statistischen Bundesamt nach nutzen mehr als 80 Prozent aller Bewohner Deutschlands privat oder beruflich einen Computer. Smartphones werden von rund 60 Millionen Deutschen genutzt. Fast alle Nutzer dieser Geräte surfen regelmäßig im Internet oder kommunizieren darüber.
Schäden durch die Internetnutzung sind daher nicht selten – umso besser, wenn diese durch die Privat-Haftpflichtversicherung mit abgedeckt werden. Häufige haftpflichtige Schäden in diesem Bereich entstehen durch das unbeabsichtigte Verbreiten von Computerviren. Stell dir zum Beispiel vor, du hast aus dem Internet eine Musikdatei herunterladen, die einen Virus enthält. Du hast die Datei auf einem USB-Stick gespeichert und steckst diesen an deinen Firmencomputer an. Der Virus wird aktiv und legt das gesamte Firmennetzwerk lahm, sodass der Arbeitsprozess massiv gestört wird oder wichtige Dateien sogar auf Dauer unbrauchbar werden. Die Schadensersatzforderungen deines Arbeitgebers fallen in so einer Situation sicher sehr hoch aus. Eine Deckungssumme ab einer Million Euro ist daher nicht unrealistisch. Je nach Risiko kann es aber auch sinnvoll sein, eine weit höhere Deckungssumme ab 10 Millionen Euro zu wählen.
In der Privat-Haftpflichtversicherung mitversichert sind kleinere, zahme Haustiere wie Kaninchen, Wellensittiche, Katzen und Goldhamster. Hast du beispielsweise Besuch von einer Freundin und dein Goldhamster knabbert deren Handtasche an, wird deine Versicherung die Regulierung dieses Schadens normalerweise übernehmen. Auch wilde Kleintiere wie Schlangen oder Spinnen können in den Versicherungsschutz eingeschlossen sein, sofern ihre Haltung erlaubt ist. Prüfe hierzu am besten deinen Vertrag.
Hunde, Pferde und andere große Tiere müssen jedoch separat versichert werden, wenn du deren Besitzer bist. Sofern du solche Tiere jedoch nur beaufsichtigst, greift üblicherweise deine private Haftpflichtversicherung.
Bist du Besitzer größerer Tiere wie Hunde und Pferde musst du eine separate Tierhalterhaftplichtversicherung abschließen, die Schäden reguliert, welche dein Haustier verursacht hat. In manchen Bundesländern ist der Abschluss für Hundehalter sogar Pflicht. Unter anderem ist das der Fall in Berlin, in Hamburg und in Sachsen-Anhalt. Andere Bundesländer wie Rheinland-Pfalz, Hessen oder Bremen sehen die Versicherungspflicht für Hunde vor, die als gefährlich eingestuft werden. Das können beispielsweise Kampfhunde sein oder Hunde, die bereits durch besonders aggressives Verhalten und Beißbereitschaft aufgefallen sind. Die Tierhalterhaftpflichtversicherung wird für Hunde von manchen Versicherern auch als Hundehaftpflichtversicherung angeboten.
Bevor du die Versicherung wechseln kannst, musst du normalerweise deine bisherige Haftpflichtversicherung kündigen. Abhängig von den individuellen Voraussetzungen ist dies auf zwei Wegen möglich:
Ausdrücklich nur für einen bestimmten Zeitraum abgeschlossene Haftpflichtversicherungen enden in der Regel mit dessen Ablauf, sodass das Vertragsende keiner extra Kündigung bedarf.
Die ordentliche Kündigung einer privaten Haftpflichtversicherung, die auf unbestimmte Zeit abgeschlossen wurde
Du kannst deine auf unbestimmte Zeit abgeschlossene private Haftpflichtversicherung gemäß § 11 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) immer ordentlich unter Einhaltung der Kündigungsfrist, aber frühestens zum Ende der vereinbarten Mindestlaufzeit kündigen. Welche Frist für dich gilt, entnimmst du deinem Versicherungsvertrag. Üblich sind Kündigungsfristen von drei Monaten, aber es gibt auch Versicherer die eine Frist von einem Monat oder eine tägliche Kündigungsfrist zum Ende der Vertragslaufzeit vereinbaren. Die auf unbestimmte Zeit abgeschlossene Haftpflichtversicherung der Coya sieht keine Mindestlaufzeit und keine Kündigungsfrist vor. Du kannst sie daher täglich kündigen. Um das zu veranschaulichen, hier konkrete Beispiele:
Du hast eine private Haftpflichtversicherung mit einer Laufzeit von einem Jahr abgeschlossen. Beginn der Versicherung war am 1. Juni 2019 um 12:00 Uhr. Das bedeutet, dass du den Vertrag zum ersten Mal ordentlich zum 1. Juni 2020 um 11:59 Uhr kündigen kannst. Die vereinbarte Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Deine Kündigung muss dem Versicherer also spätestens bis zum 1. März 2020 11:59 Uhr vorliegen, damit sie wirksam wird.
In deinem Versicherungsvertrag ist eine Kündigungsfrist von einem Tag vereinbart. Die Mindestlaufzeit endet am 1. Juni 2020. Du kannst den Vertrag noch bis zum 31. Mai 2020 ordentlich kündigen, damit die Kündigung zum 1. Juni wirksam wird.
Du hast deine Haftpflichtversicherung am 1. Juni 2019 bei der Coya ohne Mindestlaufzeit und mit täglichem Kündigungsrecht auf unbefristete Zeit abgeschlossen. Du stellst nach einigen Monaten fest, dass du die Versicherung nicht mehr benötigst und kündigst sie am 1. März 2020. Die Kündigung wird mit Ablauf des 1. März 2020 wirksam. Ab 2. März 2020 hast du keinen Versicherungsschutz mehr.
Hast du einen Vertrag mit einer Mindestlaufzeit von drei Jahren abgeschlossen, ist die Kündigung nach dem VVG erstmals mit einer Frist von drei Monaten zum Ende des dritten Versicherungsjahres und anschließend jährlich möglich. Versäumst du es, deine Haftpflichtversicherung rechtzeitig ordentlich zu kündigen, verlängert sie sich üblicherweise automatisch um ein weiteres Versicherungsjahr. Sie kann dann erst wieder zu dessen Ende mit der vereinbarten Kündigungsfrist gekündigt werden.
Die außerordentliche Kündigung der privaten Haftpflichtversicherung
Unter bestimmten Umständen kannst du eine bestehende Privat-Haftpflichtversicherung außerordentlich kündigen. Das Recht zur sogenannten Sonderkündigung hast du, wenn einer der folgenden Gründe vorliegt:
gemäß § 19, Absatz 6 VVG, wenn dein Versicherer die Versicherungsprämie um mindestens zehn Prozent erhöht hat oder den Versicherungsschutz für einen versehentlich nicht angezeigten Umstand ablehnt
gemäß § 40 VVG nach der Erhöhung der Versicherungsprämie ohne gleichzeitige Erhöhung des Leistungsumfangs
gemäß § 111 VVG nach einem Versicherungsfall, unabhängig davon, ob dein Versicherer den Schaden reguliert oder die Regulierung abgelehnt hat
Auch bei der außerordentlichen Kündigung geht es nicht ohne die Einhaltung von Fristen. In der Regel musst du deinen Vertrag innerhalb eines Monats nach dem Zeitpunkt kündigen, zu dem du von dem Grund erfahren hast, der dich zur Sonderkündigung berechtigt. Beim Kündigen wegen einer Beitragserhöhung beginnt diese Frist mit dem Zugang des entsprechenden Schreibens, in dem der Versicherer auf dein Sonderkündigungsrecht hinweisen muss. Möchtest du nach einem Schadensfall von deinem Recht zur außerordentlichen Kündigung Gebrauch machen, beträgt die Frist ebenfalls vier Wochen. Sie beginnt mit dem Zeitpunkt, an dem die Verhandlungen über die Schadensersatzforderungen abgeschlossen sind.
Welche Form muss die Kündigung der Haftpflichtversicherung haben?
Während bei manchen Verträgen wie zum Beispiel Arbeits- oder Mietverträgen die Schriftform erforderlich ist, ist für die Kündigung einer Haftpflichtversicherung keine bestimmte Form vorgesehen. Viele Versicherer sehen in ihren AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) jedoch die Textform vor. Das heißt, dass ein einfaches, formloses Schreiben ausreicht. Dieses sollte aber zumindest deinen vollständigen Namen, deine Adresse, die Versicherungsnummer und den angestrebten Kündigungstermin enthalten. Wie du dein Schreiben versendest, ob per Post, per Fax oder per E-Mail, bleibt dir überlassen. Um den rechtzeitigen Zugang beim Versicherer nachweisen zu können, kann allerdings der Versand als Einschreiben mit Rückschein sinnvoll sein.
Nur den Tarif, nicht aber den Versicherer wechseln
Eine Kündigung ist oft nicht notwendig, wenn du bei deinem bisherigen Versicherer bleibst und nur den Leistungsumfang erhöhst, also in einen höheren Tarif wechselst. In diesem Fall kommt es lediglich zu einer Vertragsanpassung. Unter Umständen beginnt die vereinbarte Laufzeit dann jedoch von Neuem.
Nachdem du durch den Vergleich mehrerer Versicherungsangebote die am besten zu deinen Voraussetzungen und Bedürfnissen passende Haftpflichtversicherung gefunden und deinen bisherigen Versicherungsvertrag erfolgreich gekündigt hast, wird es Zeit für den Abschluss des neuen Versicherungsvertrags. In vielen Fällen ist das bereits online und in wenigen Schritten möglich.
Voraussichtlich wird der Versicherer Auskünfte über Gefahrumstände verlangen, die für Schäden maßgeblich sein können. Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) sieht die sogenannte vorvertragliche Anzeigepflicht vor und verpflichtet den Versicherungsnehmer in § 19 zur wahrheitsgemäßen Angabe aller Risikofaktoren, die für die Versicherung bedeutsam sein können. Hierzu kann zum Beispiel die Haltung exotischer Wildtiere gehören. Üblich sind zudem Fragen nach der Vorversicherung und nach Schadensfällen, die in den letzten Jahren durch diese reguliert wurden. Alle Fragen, die dir das Versicherungsunternehmen in Textform stellt, musst du nach bestem Wissen und Gewissen beantworten. Außerdem solltest du vermeiden, die Fragen nur unvollständig zu beantworten. Die Verletzung der Anzeigepflicht kann bestimmte Rechtsfolgen zur Folge haben:
Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du daher sämtliche Fragen, die dir durch das Versicherungsunternehmen gestellt werden, vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Damit erfüllst du die vorvertragliche Anzeigepflicht und musst dich um deinen Versicherungsschutz nicht sorgen. Gibst du allerdings bewusst falsche oder unvollständige Antworten auf die Fragen des Versicherers, ist dieser nach § 22 VVG wegen arglistiger Täuschung zur Anfechtung des Vertrags berechtigt.
Wenn der Versicherer versäumt, bestimmte Fragen zu stellen
Ist der Fragenkatalog des Versicherers unvollständig und du hast deshalb auf bestimmte Gefahrumstände nicht hingewiesen, liegt das Risiko hierfür beim Versicherer. Dieser muss seine Fragen zudem in Textform stellen, beispielsweise per Brief oder per E-Mail. Die rein digitale Erfassung der entsprechenden Daten und die mündliche Fragestellung reichen hierfür nicht aus. Hinzu kommt, dass dir die Möglichkeit eingeräumt werden muss, deine Antworten auf die gestellten Fragen auch nach Vertragsabschluss noch überprüfen zu können.

References: § 78
 § 43
 § 823
 § 11
 § 19
 § 40
 § 111
 § 19
 § 22