Source: http://www.hensche.de/Arbeitsrecht_Keine_Vertragsstrafe_fuer_Verletzung_von_Mitbestimmungsrechten_BAG_1ABR62-08.html
Timestamp: 2017-11-18 15:46:29+00:00

Document:
13 TaBV 132/07
1. Auf die Rechts­be­schwer­de der Ar­beit­ge­be­rin wird der Be­schluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm vom 25. April 2008 - 13 TaBV 132/07 - auf­ge­ho­ben.
ei­ner Ein­stel­lung und Ver­set­zung im Sin­ne des § 99 Abs. 1 Be­trVG - ein Ord­nungs­geld in Höhe von 1.000,00 Eu­ro an den DRK Kreis­ver­band H zu zah­len, für Verstöße, die nach dem 01.04.2006 ein­tre­ten.
Kreis­ver­band H ver­lan­gen. Die in dem ge­richt­li­chen Ver­gleich ver­ein­bar­te Ver­trags­stra­fen­ab­re­de ist un­wirk­sam.
her­zu­stel­len (Fit­ting 24. Aufl. § 23 Rn. 96). Dem­ent­spre­chend ist der Be­triebs­rat be­rech­tigt, die Be­sei­ti­gung ei­nes vom Ar­beit­ge­ber ge­schaf­fe­nen rechts­wid­ri­gen Zu­stands zu ver­lan­gen (Oet­ker GK-Be­trVG 9. Aufl. § 23 Rn. 144). Das gilt in be­son­de­rem Maße für die Si­che­rung des Be­tei­li­gungs­rechts in per­so­nel­len An­ge­le­gen­hei­ten. Bei per­so­nel­len Maßnah­men iSd. § 99 Be­trVG, de­ren vorläufi­ge Durchführung vor Ab­schluss des Be­tei­li­gungs­ver­fah­rens dem Ar­beit­ge­ber nur un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 100 Be­trVG ge­stat­tet ist, soll die­ser vom Be­triebs­rat dar­an ge­hin­dert wer­den können, vor der Durchführung des Zu­stim­mungs- oder Zu­stim­mungs­er­set­zungs­ver­fah­rens voll­ende­te Tat­sa­chen zu schaf­fen. Führt der Ar­beit­ge­ber ei­ne per­so­nel­le Maßnah­me iSd. § 99 Be­trVG oh­ne Zu­stim­mung des Be­triebs­rats oder un­ter Miss­ach­tung des Ver­fah­rens nach § 100 Be­trVG durch, hat der Be­triebs­rat nach § 101 Be­trVG ei­nen An­spruch auf Be­sei­ti­gung des durch ein­sei­ti­ge Hand­lun­gen des Ar­beit­ge­bers her­bei­geführ­ten be­triebs­ver­fas­sungs­wid­ri­gen Zu­stands.
4. Aufl. § 23 Rn. 70, 74). Da­durch ist gewähr­leis­tet, dass die zwangs­wei­se Durch­set­zung oder Wie­der­her­stel­lung der be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Ord­nung durch den Be­triebs­rat aus­sch­ließlich im In­ter­es­se der von ihm ver­tre­te­nen Ar­beit­neh­mer und un­abhängig von sach­frem­den Erwägun­gen er­folgt. Das si­chert die äußere Un­abhängig­keit der Amtsführung des Be­triebs­rats.
se­hen. Das kommt ei­nem „Ab­kauf“ ge­setz­li­cher Rech­te gleich und ist mit der ge­setz­li­chen Kon­zep­ti­on der be­trieb­li­chen Mit­be­stim­mung auch dann schlech­ter­dings un­ver­ein­bar, wenn der Be­triebs­rat kei­nen fi­nan­zi­el­len Vor­teil aus der Ver­wir­kung der Ver­trags­stra­fe zu er­war­ten hat. Sch­ließlich ist das Sank­tio­nen­sys­tem des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes nicht dar­auf ge­rich­tet, Drit­te zu un­terstützen, mögen sie auch wohltäti­ge Zwe­cke ver­fol­gen.
ist, be­wusst in Kauf ge­nom­men (Se­nat 23. Ju­ni 2009 - 1 ABR 23/08 - Rn. 22, NZA 2009, 1430).
zur Übersicht 1 ABR 62/08

References: § 99
 § 23
 § 23
 § 99
 § 100
 § 99
 § 100
 § 101
 § 23