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Timestamp: 2020-08-13 11:07:11+00:00

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BGH, 12.02.1987 - III ZR 251/85 - dejure.org
https://dejure.org/1987,515
BGH, 12.02.1987 - III ZR 251/85 (https://dejure.org/1987,515)
BGH, Entscheidung vom 12.02.1987 - III ZR 251/85 (https://dejure.org/1987,515)
BGH, Entscheidung vom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 (https://dejure.org/1987,515)
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Anspruch auf Rückzahlung eines Ratenkredits - Kette von acht aufeinander aufbauenden Kreditverträgen - Sittenwidrigkeit der Einzelverträge - Verhältnis zwischen Vertragszins und Marktzins - Maßgeblichkeit des in der Statistik der Deutschen Bundesbank ausgewiesenen ...
Keine Ansprüche des Kreditgebers aus dem neuen, einen nichtigen Kreditvertrag ablösenden, aber dem Kreditnehmer keine zusätzlichen Rechte einräumenden Vertrag bei Kettenkreditverträgen
BGB § 138, § 242, § 607
NJW-RR 1987, 679
ZIP 1987, 504
MDR 1987, 821
WM 1987, 463
Ob eine Mahnung nach § 284 BGB unter einer Zuvielforderung im Umfange des tatsächlich bestehenden Anspruchs wirksam ist, entscheidet sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls nach Treu und Glauben; eine unverhältnismäßig hohe Zuvielforderung kann den zu Recht angemahnten Teil so in den Hintergrund treten lassen, daß dem Schuldner kein Schuldvorwurf zu machen ist, wenn er sich nicht als wirksam gemahnt ansieht (BGH 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 - BGHR BGB § 284 Abs. 1 Mahnung 1; 13. November 1990 - XI ZR 217/89 - NJW 1991, 1286).
So ist in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs verschiedentlich das Ausmaß der Zuvielforderung als Kriterium für die Unwirksamkeit einer Mahnung berücksichtigt worden (BGHZ 146, 24, 35; BGH, Urt. v. 12.02.1987 - III ZR 251/85, NJW-RR 1987, 679, 682;… Urt. v. 25.06.1999 - V ZR 190/98, NJW 1999, 3115).
BGH, 24.03.1988 - III ZR 30/87
Die übliche Bearbeitungsgebühr hat das Berufungsgericht dagegen mit 3 % des Nettokredits = 900, - DM beziffert, obwohl beide Parteien hierfür nur 2 % angesetzt hatten, wie es den Monatsberichten der Deutschen Bundesbank für die Vertragszeit und der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats - auch für Kredite mit längerer Laufzeit - entspricht (vgl. Senatsurteile vom 2. Oktober 1986 aaO und BGHR BGB § 138 Abs. 1 - Ratenkredit 2 - vom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 = WM 1987, 463;… vom 5. März 1987 aaO …und vom 3. Dezember 1987 - III ZR 103/86 = WM 1988, 184 zur Veröffentlichung in BGHR BGB § 138 Abs. 1 - Ratenkredit 11 + 12 - vorgesehen).
BGH, 03.12.1987 - III ZR 103/86
Auswirkungen der Sittenwidrigkeit eines Kreditvertrages auf die Beurteilung eines …
Zur Anpassung des wirksamen Folgevertrages bei Sittenwidrigkeit des vorausgegangenen Vertrages bei sogenannten Kettenkreditverträgen (Ergänzung zu den Senatsurteilen vom 15. Januar 1987 - III ZR 217/85 - BGHZ 99, 333 [BGH 15.01.1987 - III ZR 217/85] und vom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 - WM 1987, 463).
Der Senat hat sich - nach Erlaß des Berufungsurteils - in mehreren Entscheidungen mit der Frage befaßt, wie sich bei sogenannten Kettenkreditverträgen die Sittenwidrigkeit eines der Verträge auf die Beurteilung der nachfolgenden auswirkt (…Urteile vom 15. Januar 1987 - III ZR 217/85 - BGHZ 99, 333 [BGH 15.01.1987 - III ZR 217/85] = BGHR BGB § 138 I - Ratenkreditvertrag 7 = WM 1987, 339; vom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 - WM 1987, 463; vom 24. September 1987 - III ZR 188/86).
Wie der Senat wiederholt hervorgehoben hat, werden alle aufgrund von Ratenkreditverträgen erbrachten Einzelzahlungen jeweils anteilig im Verhältnis der vereinbarten Gesamtbeträge auf Kapital und Kreditkosten geleistet, so daß die Kapital- und Kostenanteile der einzelnen Raten während der Laufzeit des Vertrages unverändert bleiben (BGHZ 91, 55, 58; Urteile vom 10. Juli 1986 - III ZR 47/85 - WM 1986, 1017, 1020; vom 6. November 1986 - III ZR 70/86 - WM 1987, 101; vom 15. Januar 1987, WM 1987, 339, 341; vom 12. Februar 1987 a.a.O. S. 465).
Vergeblich wendet sich die Revision gegen den Standpunkt des Senats, die Bank könne mit ihrem Anspruch auf Rückzahlung des restlichen Kapitals nicht gegen den Bereicherungsanspruch des Kreditnehmers aufrechnen, weil der Anspruch der Bank nicht sofort fällig sei, sondern vom Kreditnehmer gemäß § 817 Satz 2 BGB nur in der vereinbarten zeitlichen Abfolge erfüllt zu werden brauche (Urteil vom 12. Februar 1987 a.a.O. m. w. Nachw.).
Demgemäß ist der in den Senatsurteilen vom 15. Januar und 12. Februar 1987 (aaO) eingeschlagene Berechnungsweg nicht als starre schematische Lösung zu verstehen; das die Vertragsanpassung beherrschende Prinzip von Treu und Glauben bietet vielmehr hinreichend Raum für vernünftige Vereinfachungen, die in geeigneten Fällen einen billigen Interessenausgleich gewährleisten, ohne die vom Senat aufgestellten Rechtsgrundsätze außer acht zu lassen.
Die Bearbeitungsgebühr ist beim Marktzins nicht mit 3 %, sondern nur mit 2 % anzusetzen (Senatsurteil vom 12. Februar 1987 aaO).
Demgemäß schuldet der Kreditnehmer lediglich diejenige Restschuldversicherungsprämie, die er hätte entrichten müssen, wenn ihm die Bank mit dem neuen Vertrag von vornherein nur einen Kredit in Höhe des durch die Anpassung bestimmten Betrages gewährt hätte (vgl. Senatsurteil vom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 - WM 1987, 463, 466).
BGH, 13.11.1990 - XI ZR 217/89
Umfang der Haftung einer zur Sicherung eines Kontokorrentkredits bestellten …
Ob eine Zuvielmahnung im Umfange des tatsächlich bestehenden Anspruchs wirksam ist, entscheidet sich unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls nach Treu und Glauben; eine unverhältnismäßig hohe Zuvielforderung kann den zu Recht angemahnten Teil so in den Hintergrund treten lassen, daß dem Schuldner kein Schuldvorwurf zu machen ist, wenn er sich nicht als wirksam gemahnt ansieht (BGH, Urteil vom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 = BGHR BGB § 284 Abs. 1 - Mahnung 1).
OLG Düsseldorf, 24.06.2008 - 24 U 204/07
Neuberechnung der Kosten bei korrigiertem Gegenstandswert- Durchsetzbarkeit einer …
Diese unverhältnismäßig hohe Zuvielforderung hat den zu Recht angemahnten Teil so in den Hintergrund treten lassen, dass der Beklagten kein Schuldvorwurf zu machen ist, wenn sie sich nicht als wirksam gemahnt ansah (vgl. hierzu auch BGH NJW 1991, 1286 ff.; BGHR BGB § 284 Abs. 1 - Mahnung 1).
Bei einer fälligen Restforderung von nur 45.590,76 DM aber ging die mit Anwaltsschreiben vom 19. Januar 1984 angemahnte und sodann eingeklagte Forderung von 205.000 DM in einem Maße über den berechtigten Anspruch hinaus, daß Verzugswirkung nicht eingetreten ist (Senatsurt. v. 19. Mai 1967, V ZR 24/66, WM 1967, 660, 662; BGH, Urt. v. 12. Februar 1987, III ZR 251/85, BGHR BGB § 284 Abs. 1 - Mahnung 1 und v. 13. November 1990, XI ZR 217/89, WM 1991, 60, 63).
Demgemäß hat der Senat in der Folgezeit regelmäßig, wenn eigene Zinsberechnungen in der Revisionsinstanz notwendig wurden, die Restschuldversicherungskosten beim Vertragswie beim Marktzins außer Betracht gelassen (vgl. BGHZ 99, 333, 336 [BGH 15.01.1987 - III ZR 217/85]; Senatsurteilevom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 = WM 1987, 463 zu II 2. a.E. undvom 5. November 1987 - III ZR 98/86 = WM 1988, 181 zu II 2; vgl. auchSenatsurteil vom 14. Januar 1988 - III ZR 249/86 = WM 1988, 364 zu II 3 a).
Zur Klarstellung ist darauf hinzuweisen: Der Grundsatz, daß der Abschluß einer Restschuldversicherung regelmäßig im Interesse beider Kreditvertragsparteien liegt und daß die Zahlung der Restschuldversicherungsprämie daher beiden Teilen in etwa gleichem Maße Vorteile bringt, behält seine Bedeutung, soweit es um den Bereicherungsausgleich bei Nichtigkeit des Kreditvertrags geht (vgl. Senatsurteilevom 2. Dezember 1982 - III ZR 90/81 = NJW 1983, 1420 zu IV 1 b, vom 30. Juni 1983 - III ZR 114/82 = NJW 1983, 2692 zu III 3, vom 2. Oktober 1986 - III ZR 163/85 = BGHR BGB § 138 Abs. 1 - Ratenkredit 5 = WM 1986, 1519 zu II 1 undvom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 = BGHR BGB § 812 Abs. 1 S. 1 - Ratenkredit 1 = WM 1987, 463 zu II 8).
Nach der gefestigten Rechtsprechung des Senats kann von einem solchen Mißverhältnis grundsätzlich nur dann gesprochen werden, wenn der Vertragszins mindestens doppelt so hoch ist wie der marktübliche Zins (…z.B. Urteile vom 8. Juli 1982 aaO.;… vom 2. Oktober 1986 - III ZR 130/85 - BGHR BGB § 138 I - Ratenkredit 3 = WM 1986, 1517, 1518; vom 12. Februar 1987 - III ZR 251/85 - WM 1987, 463, 465).
Diese unverhältnismäßig hohe Zuvielforderung lässt den zu Recht angemahnten Teil so in den Hintergrund treten, dass der Beklagten kein Schuldvorwurf zu machen ist, wenn sie sich nicht als wirksam gemahnt ansah (vgl. hierzu auch BGH NJW 1991, 1286 ff.; BGHR BGB § 284 Abs. 1 - Mahnung 1; Senat AGS 2008, 432, ferner FD-RVG 2008, 264339 (beck-online), Juris und NRWE; OLGR 2009, 265 ff.).
OLG Koblenz, 05.10.1989 - 5 W 566/89
Beschwerde gegen die Ablehnung eines Antrags auf Prozesskostenhilfe; Verletzung …
BGH, 05.03.1987 - III ZR 43/86
AG Hamburg-Altona, 06.11.2007 - 316 C 85/07
BGH, 14.01.1988 - III ZR 249/86
OLG Düsseldorf, 25.10.2001 - 10 U 116/00
Pflichten des gewerblichen Vermieters bei Verbürgung des Vormieters für …
OLG Stuttgart, 10.05.1988 - 6 U 134/87
OLG Celle, 05.04.1989 - 3 U 18/88
Sittenwidrigkeit von Darlehensverträgen; Sittenwidrigkeit wegen deutlicher …
LG Frankfurt/Main, 19.08.1991 - 24 S 64/91

References: § 138
 § 242
 § 607
 § 284
 § 284
 § 138
 § 138
 § 138
 § 817
 § 284
 BGH 
 § 284
 § 284
 § 138
 § 812
 § 138
 BGH 
 § 284