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Timestamp: 2020-01-18 19:47:57+00:00

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BGH, 11.11.1992 - VIII ZR 238/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,291
BGH, 11.11.1992 - VIII ZR 238/91 (https://dejure.org/1992,291)
BGH, Entscheidung vom 11.11.1992 - VIII ZR 238/91 (https://dejure.org/1992,291)
BGH, Entscheidung vom 11. November 1992 - VIII ZR 238/91 (https://dejure.org/1992,291)
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AGB - Verwender - Freizeichnung - Schadensersatz - Haftungsbeschränkung - Kaufmann
Unwirksamkeit der formularmäßigen Haftungsbeschränkung im kaufmännischen Geschäftsverkehr bei Höchstbetrag unterhalb der vertragstypischen Schäden
Allgemeine Geschäftsbedingungen; Begrenzung der Haftung für die Verletzung wesentlicher Vertragspflichten im kaufmännischen Verkehr
Unwirksame Haftungsbeschränkung in AGB (IBR 1993, 92)
NJW 1993, 335
NJW-RR 1993, 564 (Ls.)
ZIP 1993, 46
MDR 1993, 212
WM 1993, 24
BB 1992, 2460
DB 1993, 221
Ein Ausschluß der Haftung für die verschuldete Nichterfüllung von Vertragspflichten kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nach § 9 Abs. 2 Nr. 2 AGBG als eine unangemessene Benachteiligung des Vertragspartners anzusehen sein, wenn dadurch wesentliche Rechte und Pflichten, die sich aus der Natur des Vertrages ergeben, so eingeschränkt werden, daß die Erreichung des Vertragszweckes gefährdet ist (BGHZ 89, 363, 367 f; BGH, Urteile vom 23. Februar 1984 - VII ZR 274/82, NJW 1985, 3016 unter II 2; vom 11. November 1992 - VIII ZR 238/91, NJW 1993, 335 unter II 2 a; vom 26. Januar 1993 - X ZR 90/91, NJW-RR 1993, 560 unter III 2 b aa; vom 19. Februar 1998 - I ZR 233/95, WM 1998, 2064 = NJW-RR 1998, 1426 unter II 2 a und BGHZ 145, 203, 244).
Ein formularmäßiger Ausschluß der Haftung für vertragstypische, vorhersehbare Schäden, die aus der Verletzung vertragswesentlicher Pflichten entstehen, ist darum von der Rechtsprechung wiederholt als unwirksam angesehen worden (BGHZ 145, 203, 244 f.; BGH, Urteil vom 11. Juni 1992 - VIII ZR 238/91, NJW 1993, 335 unter II. 3.).
Eine solche ist regelmäßig unwirksam, wenn sie vertragstypische, vorhersehbare Schäden, die aus der Verletzung vertragswesentlicher Pflichten entstehen, nicht abdeckt (vgl. BGH, Urteil vom 11. November 1992 - VIII ZR 238/91, WM 1993, 24 = NJW 1993, 335 unter II 3 m.w.N.).
Es entspricht gefestigter höchstrichterlicher Rechtsprechung, daß die Haftung für die Erfüllung wesentlicher Vertragspflichten selbst bei einfacher Fahrlässigkeit des AGB-Verwenders oder seiner Erfüllungsgehilfen nicht formularmäßig ausgeschlossen werden kann (zuletzt Senatsurteil vom 11.11.1992 - VIII ZR 238/91 = WM 1993, 24 unter II 2 a m. w. Nachw.).
Das in § 9 Abs. 2 Nr. 2 AGBG enthaltene Verbot soll verhindern, daß vertragswesentliche Rechte und Pflichten durch Allgemeine Geschäftsbedingungen ausgehöhlt werden (BGHZ 89, 363, 367 [BGH 19.01.1984 - VII ZR 220/82]; BGH, Urt. v. 11. November 1992 - VIII ZR 238/91, NJW 1993, 335 [BGH 11.11.1992 - VIII ZR 238/91]).
Eine solche Klausel ist gem. § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 2 BGB unwirksam, weil hierdurch auch wesentliche Pflichten ("Kardinalpflichten"), die sich aus der Natur des Vertrags ergeben, so einschränkt werden, dass die Erreichung des Vertragszwecks gefährdet ist (Anschluss an BGH NJW 1993, 335).
Eine Haftungsfreizeichnung bzw. -beschränkung ist nämlich nach der ständigen Rechtsprechung des BGH (vgl. u. a. NJW 1993, 335 mwN.), der der Senat folgt, gem. § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 2 BGB insbesondere dann unwirksam, wenn die verwendete Klausel wesentliche Pflichten ("Kardinalpflichten"), die sich aus der Natur des Vertrags ergeben, so einschränkt, dass die Erreichung des Vertragszwecks gefährdet ist.
Eine so weitgehende Einschränkung selbst der Hauptleistungspflichten der Beklagten gefährdet zweifellos die Erreichung des Vertragszwecks, weil die Beklagte nach der Formulierung der Klausel auch bei der Erbringung ihrer Hauptleistungspflichten die hierbei gebotene Sorgfalt bis zur Grenze der groben Fahrlässigkeit sanktionslos vernachlässigen durfte (vgl. BGH NJW 1993, 335 f.).
Sie sind deshalb nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes grundsätzlich nur wirksam, wenn die Höchstsumme die vertragstypischen, vorhersehbaren Schäden abdeckt (BGHZ 89, 363, 368 f; Senatsurteil vom 11. November 1992 - VIII ZR 238/91 = NJW 1993, 335 unter II 3 m.w.Nachw.).
In Konkretisierung dieses Grundsatzes hat der Bundesgerichtshof ausgesprochen, die Begrenzung der Haftung für die Verletzung wesentlicher Vertragspflichten auf einen Höchstbetrag sei in Allgemeinen Geschäftsbedingungen auch gegenüber Kaufleuten dann unwirksam, wenn der Höchstbetrag die vertragstypischen, vorhersehbaren Schäden nicht abdeckt (BGH, Urt. v. 11.11.1992 - VIII ZR 238/91, WM 1993, 24, 26).
Vor allem darf sich der Klauselverwender - auch gegenüber einem Kaufmann - nicht formularmäßig von Pflichten freizeichnen, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrages überhaupt erst ermöglicht, auf deren Erfüllung der Vertragspartner daher vertraut und auch vertrauen darf (st. Rspr.;… vgl. u. a. BGH, Urt. v. 5.5.1992 - VI ZR 188/91, NJW 1992, 2016; Urt. v. 11.11.1992 - VIII ZR 238/91, BGHR AGBG § 9 Abs. 2 Nr. 2 - Haftungsfreizeichnung 3 m.w.N.).
Ausgehend von § 9 Abs. 2 AGBG ist deshalb im Einzelfall darauf abzustellen, ob der Haftungsausschluss sich auch auf vertragstypische Schadensrisiken erstreckt, deren Vermeidung nach dem Vertragszweck unbedingt geboten ist (vgl. auch BGH MDR 1993, 212 f.).
Eine solche ist danach regelmäßig unwirksam, wenn sie vertragstypische, vorhersehbare Schäden, die aus der Verletzung vertragswesentlicher Pflichten (Kardinalspflichten) entstehen, nicht abdeckt (BGH NJW 2001, 292, 302; BGH NJW 1993, 335 f. - st. Rspr.).
OLG Köln, 21.03.1997 - 19 U 215/96
Grenzen des Haftungsausschlusses in AGB bei Vorträgen über die Lieferung von …
OLG Naumburg, 18.02.1997 - 9 U 200/96
Gelten Nebenpflichten der VOB/B auch für BGB-Werkvertrag?
LG Bielefeld, 01.10.2014 - 22 S 130/14

References: § 9
 § 9
 § 307
 BGH 
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 § 9
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 BGH 
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