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Timestamp: 2020-02-21 22:17:43+00:00

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BGH, 05.10.2010 - VI ZR 257/08 - dejure.org
https://dejure.org/2010,1965
BGH, 05.10.2010 - VI ZR 257/08 (https://dejure.org/2010,1965)
BGH, Entscheidung vom 05.10.2010 - VI ZR 257/08 (https://dejure.org/2010,1965)
BGH, Entscheidung vom 05. Januar 2010 - VI ZR 257/08 (https://dejure.org/2010,1965)
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§ 340 Abs 1 ZPO
Einspruch gegen ein Versäumnisurteil: Einspruchseinlegung durch den Prozessbevollmächtigten in der "Ich-Form"
Vornahme von Prozesshandlungen im Namen einer Partei trotz Verwendung der "Ich-Form" in einem Einspruchsschriftsatz eines Rechtsanwalts; Erlöschen von Aufträgen und Geschäftsbesorgungsverträgen durch Eröffnung des Insolvenzverfahrens
ZPO § 340; InsO § 115; InsO § 116
Verwendung der Ich-Form in Schriftsätzen
Anwälte machen nicht nur Fehler
Ich, der Rechtsanwalt
Verwendung der &quot;Ich-Form&quot; durch einen Rechtsanwalt in einem Einspruchsschriftsatz ist eindeutig
Rechtsanwalt darf "ich" schreiben! (IBR 2010, 1400)
LG Braunschweig, 26.07.2005 - 6 O 2090/01
OLG Braunschweig, 29.08.2008 - 2 U 81/05
NJW 2010, 3779
FamRZ 2011, 34
VersR 2011, 284
Die Freigabe führte hier dazu, dass der Schuldner die Verfügungsbefugnis über die aus seiner selbständigen Tätigkeit entstehenden Forderungen wiedererlangte (vgl. BGH, Urteil vom 5. Oktober 2010 - VI ZR 257/08, NJW 2010, 3779 Rn. 10).
aa) Dahingehend kann der Senat als Rechtsbeschwerdegericht nicht nur die maßgeblichen Prozesshandlungen selbst auslegen (st. Rspr.;… BGH, Urteile vom 14. November 2013 - IX ZR 215/12, WM 2014, 854 Rn. 6;… vom 1. August 2013 - VII ZR 268/11, NJW 2014, 155 Rn. 30;… Beschluss vom 9. Juli 2014 - VII ZB 9/13, NJW 2014, 2732 Rn. 11; jeweils mwN), wobei die Auslegung dem Grundsatz zu folgen hat, dass im Zweifel dasjenige gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und dem recht verstandenen Interesse entspricht, ohne dabei am buchstäblichen Sinn der Wortwahl einer Partei zu haften (st. Rspr.; BGH, Urteil vom 5. Oktober 2010 - VI ZR 257/08, NJW 2010, 3779 Rn. 4 mwN).
Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung lässt allein die Verwendung der "Ich-Form" in einem Rechtsbehelfsschriftsatz eines Rechtsanwalts grundsätzlich keine Zweifel daran aufkommen, dass der Rechtsanwalt in seiner Eigenschaft als Prozessbevollmächtigter seiner Partei für diese den Rechtsbehelf einlegen will (BGH, Urteil vom 5. Oktober 2010 - VI ZR 257/08 -, juris).
Bei der Auslegung von Prozesshandlungen, welche das Rechtsbeschwerdegericht selbst vornehmen kann (st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Urteile vom 28. Februar 1996 - VIII ZR 241/94, NJW 1996, 1962 unter III 1 a; vom 18. Juni 1996 - VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210 unter II 2; jeweils mwN;… Beschlüsse vom 9. Juli 2014 - VII ZB 9/13, NJW 2014, 2732 Rn. 11;… vom 12. Juli 2016 - VIII ZB 55/15, WuM 2016, 632 Rn. 6), darf eine Partei nicht am buchstäblichen Sinn ihrer Wortwahl festgehalten werden, sondern es ist davon auszugehen, dass sie mit ihrer Prozesshandlung im Zweifel dasjenige erreichen will, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage der Prozesspartei entspricht (st. Rspr.;… vgl. nur BGH, Urteile vom 18. Juni 1996 - VI ZR 325/95, aaO; vom 19. Januar 2001 - V ZR 437/99, BGHZ 146, 298, 310; vom 5. Oktober 2010 - VI ZR 257/08, NJW 2010, 3779 Rn. 4; jeweils mwN;… Beschlüsse vom 11. September 2012 - XI ZB 8/12, juris Rn. 8 mwN;… vom 12. Juli 2016 - VIII ZB 55/15, aaO).
b) Der Umfang der Anfechtung des Klägers ist auf Grundlage der in der mündlichen Verhandlung vor dem Senat abgegebenen Erklärung jedenfalls im Wege der Auslegung hinreichend bestimmbar (vgl. BGH NJW 2010, 3779-3780 [juris Tz. 4] m.w.N.).
Die Auslegung von Prozesshandlungen, welche das Rechtsbeschwerdegericht selbst vornehmen kann (st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Urteile vom 28. Februar 1996 - VIII ZR 241/94, NJW 1996, 1962 unter III 1 a; vom 18. Juni 1996 - VI ZR 325/95, NJW-RR 1996, 1210 unter II 2; jeweils mwN;… Beschluss vom 9. Juli 2014 - VII ZB 9/13, NJW 2014, 2732 Rn. 11), orientiert sich an dem Grundsatz, dass im Zweifel dasjenige gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage der Prozesspartei entspricht, wobei diese nicht unter allen Umständen am buchstäblichen Sinn ihrer Wortwahl festzuhalten ist (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteile vom 19. Januar 2001 - V ZR 437/99, BGHZ 146, 298, 310; vom 5. Oktober 2010 - VI ZR 257/08, NJW 2010, 3779 Rn. 4;… Beschluss vom 11. September 2012 - XI ZB 8/12, juris Rn. 8; jeweils mwN).
Auch wenn der von dem Beklagten neu mandatierte Prozessbevollmächtigte die sofortige Beschwerde nicht ausdrücklich im Namen des Beklagten eingelegt hat, ist das Rechtsmittel als sofortige Beschwerde des Beklagten gegen die Zurückweisung des in seinem Namen gestellten Kostenfestsetzungsantrages auszulegen, zumal grundsätzlich die Vermutung gilt, dass ein Rechtsanwalt im Zweifel prozessuale Erklärungen für seine Partei abgeben will (vgl. BGH - VI ZR 257/08 - Urteil vom 5. Oktober 2010, S. 5) .
Die Wortwahl der Beschwerdeschrift des Verfahrensbevollmächtigten der Beteiligten vom 28. Dezember 2009 ("hiermit lege ich abermals Beschwerde ein") begründet bei verständiger Auslegung keinen Zweifel daran, daß das Rechtsmittel trotz der Wahl der "ich-Form" im Namen aller Antragsberechtigten (vgl. BGH NJW 1985, 3070 [3071]; BayObLGZ 1972, 204 [215]; OLG Jena, OLG-NL 1997, 233 [234]; vgl. auch BGH, Urteil vom 5. Oktober 2010 - VI ZR 257/08 -, Rdn. 4, 5, juris) und damit namens der Beteiligten zu 1) und 2) eingelegt ist.
Bei der vorzunehmenden Auslegung hat die Rechtspflegerin die höchstrichterliche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (Urt. v. 05.10.2010 - VI ZR 257/08 = NJW 2010, 1482 f.) nicht berücksichtigt, der der Senat bereits mit Beschluss vom 22.06.2015 - 2 W 150/15 - gefolgt ist (der von ihr zitierte Beschluss des Senates vom 11.06.2009 - 2 W 148/09 - ist überholt).
Ziffer 5.8 der Allgemeinen Bedingungen für den Bürgschaftsvertrag lautet auszugsweise wie folgt: "Die nach Inanspruchnahme der B...bank beim Kreditgeber eingehenden Zahlungen sind auf die Regressforderung der B...bank (...) und die Restforderung des Kreditgebers in dem Verhältnis anzurechnen, in dem diese Forderungen zum Zeitpunkt des Zahlungseingangs zueinander standen." Hieraus ergibt sich nicht nur ein Einziehungsrecht, sondern eine Einziehungspflicht der Klägerin, die in der Regel - von der abzuweichen kein Anlass besteht - die prozessuale Geltendmachung der Forderung umfasst (vgl. BGH, Urteil vom 5. Oktober 2010 - VI ZR 257/08).

References: § 340
 § 340
 § 115
 § 116
 BGH 
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