Source: https://enphotoblog.com/kind-alleine-lassen/
Timestamp: 2020-04-04 08:15:30+00:00

Document:
Ab wann darf ein kind alleine zuhause bleiben gesetzlich – elterliche aufsichtspflicht BEI 15 jährigen
Jugendliche müssen sich Vertrauen der Eltern verdienen
Ab 16 sollten sich Jugendliche selbst versorgen können
Vorab Regeln festlegen
Vertrauensperson vor Ort benennen
Reife und Verantwortungsbewusstsein sind wichtig
Ab wann kann ich mein Kind alleine zu Hause lassen?
Kinder unter 3 Jahren nicht unbeaufsichtigt lassen
Kinder im Alter von 4-6 Jahren
Regeln für das Alleine sein festlegen
Ab wann kann ich mein Kind abends alleine lassen?
Ab wann war mein Kind alleine zur Schule gehen?
Darf mein Kind alleine zum Spiel- oder Sportplatz gehen?
Welches Alter empfehlen Erziehungsexperten?
Wichtig sind Reife und Verantwortungsbewusstsein
Die Eltern freuen sich auf den Urlaub, aber zu Hause hockt ein trotziger Teenager und mault „Ich komm nicht mit!“ Dürfen Jugendliche überhaupt so lange allein zu Hause bleiben? Unter diesen Voraussetzungen ist es möglich.
Im vollgepackten Auto stundenlang über die Autobahn fahren, um dann vierzehn Tage in einer kleinen Ferienwohnung aufeinander zu hocken? Für viele Teenager ist so ein Familienurlaub wenig verlockend. „Für die Eltern ist diese Ablehnung erstmal hart, aber es gehört dazu, Teenager loslassen zu können“, sagt Klaus Fischer. Er ist Erziehungsberater in Meschede. Mit 16, 17 Jahren sei es ganz normal, dass Teenager lieber ihre eigenen Wege gehen.
Darf man denn minderjährige Kinder überhaupt alleine zu Hause lassen? „Das ist gesetzlich nicht eindeutig geregelt“, sagt Klaus Weil vom Deutschen Anwaltverein. „Das Maß der Aufsichtspflicht ist sehr individuell und abhängig von der Persönlichkeit und dem Alter des Kindes.“ Bei einem 17-Jährigen, der routiniert alleine klarkommt, sei es in der Regel kein Problem, wegzufahren. Bei einer 16-Jährigen, die bekanntermaßen Drogen nimmt, sei das anders.
Fakt ist: Passiert in Abwesenheit der Eltern etwas, sind diese in der Pflicht, zu belegen, dass sie ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen sind. „Deshalb rate ich auf jeden Fall dazu, vor Ort immer Ansprechpersonen für das Kind zu haben, zum Beispiel die Nachbarn.“
Kinder unter 15 Jahren sollten nach Auffassung des Anwalts grundsätzlich nicht über längere Zeit allein bleiben. „Die können sicher mal einen Abend ohne Eltern zu Hause sein, aber nicht mehrere Tage.“
Die meisten Eltern könnten relativ gut einschätzen, ob ihr Kind in der Lage ist, allein zu bleiben. Wer ständig Regeln missachtet, zu spät kommt oder sich nicht um häuslichen Aufgaben kümmert, ist noch nicht so weit. „Die Jugendlichen müssen in der Lage sein, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen“, sagt Diplom-Psychologe Andreas Engel von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.
Grundlage dafür ist Selbstständigkeit. „Der Jugendliche sollte schon eine gewisse Erfahrung haben, wie man sich alleine versorgt.“ Sich selbst Essen kochen, danach aber auch den Herd ausstellen. Das Haus abschließen, wenn man es verlässt. Die Waschmaschine bedienen oder Kerzen auspusten. Die meisten Jugendlichen sind dazu ab 16 oder 17 Jahren in der Lage. „Da ist es eher die große Herausforderung an die Eltern, Verantwortung zu übertragen und loszulassen.“
Die Übertragung von Verantwortung stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder. Bevor Eltern die Koffer packen, sollten sie in einem grundlegenden Gespräch klären, was sie von dem Jugendlichen erwarten: etwa, dass er in der Wohnung keine Partys feiert oder das Auto nicht benutzt. Und wer ein Haustier zurücklässt, muss deutlich machen: „Das Tier ist von deiner Fürsorge abhängig!“
Über jede Kleinigkeit sollten Eltern jedoch nicht verhandeln. Jugendliche brauchen den Raum, eigene Entscheidungen zu treffen. „Man kann sich zwar wünschen, dass der Teenager gesund isst, ob er es dann tatsächlich macht, darauf hat man keinen Einfluss“, sagt Erziehungsberater Fischer. Das Haushaltsgeld sollte zwar mit dem Hinweis „Für Lebensmittel und Busfahrkarte“ herausgegeben werden. „Wenn sich das Kind davon aber gleich am ersten Tag Klamotten kauft und dann von Knäckebrot leben muss, ist das auch eine Erfahrung, die gemacht werden muss.“
Trotz allem Loslassen sollten Eltern regelmäßig anrufen und zwischendurch über WhatsApp oder andere Dienste Nachrichten schicken. Für die Kinder sei es gut, vor Ort einen Ansprechpartner zu haben, zum Beispiel die Großeltern, Onkel und Tanten oder Nachbarn. „Man kann ja mit dem Jugendlichen vereinbaren, dass alle drei Tage jemand vorbeikommt und nach dem Rechten sieht“, rät Engel.
Spannend sei es bei der ersten Fahrt vor allem, wie der Teenager mit dem Alleinsein klarkommt. „Oft stellt sich bei Jugendlichen nach den ersten Tagen Höhenflug ein Gefühl des Vermissens ein“, sagt Engel. Dann merken Kinder plötzlich, dass es doch etwas ganz anderes ist, plötzlich für sich selbst verantwortlich zu sein. Diese Erfahrung kann die Beziehung zwischen Eltern und Teenager stärken und neue Blickwinkel eröffnen.
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Bei einigen Erziehungsfragen gibt es keine allgemein gültige Antwort. Eine dieser, mitunter schwierigen, Fragen betrifft etwa das Alleinlassen des eigenen Sprößlings.
Eltern haben eine Aufsichtspflicht. Dies heißt, sie müssen dafür sorgen, dass weder dem Kind etwas passiert, noch, dass durch das Kind Schaden entsteht. Das wiederum heißt aber nicht, dass Eltern ihr Kind bis zum 18. Geburtstag bewachen müssen. Auch kleine Kinder dürfen durchaus mal für kürzere Zeit alleine gelassen werden. Eltern müssen aber soweit Vorsorge treffen, dass keine Gefahr entsteht, etwa durch brennende Kerzen, heiße Herdplatten oder ähnliches.
Das Gesetz sieht zwar keine festen Altersgrenzen fürs Alleinlassen vor, aber es gibt Richtwerte. Natürlich muss man aber neben dem Alter des Kindes auch die persönliche Reife beachten. Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung empfiehlt laut Stiftung Warentest Folgendes als Orientierung:
Bis zum Alter von 3 Jahren sollte ein Kind immer beaufsichtigt werden. Zum einen, weil sie sich selbst schnell in Gefahr bringen, zum anderen weil die Trennungsangst in diesem Alter meist noch sehr groß ist.
Von 4 bis 7 Jahren kann man Kinder auch mal für bis zu 30 Minuten alleine lassen, aber möglichst nur auf sicherem Gelände oder in der eigenen Wohnung (etwa wenn man kurz in den Keller muss). Eltern sollten aber auf jeden Fall immer in der Nähe sein.
Ab dem Schulalter kann man Kinder auch bis zu 2 Stunden alleine lassen. Bei Teenagern gelten natürlich andere, entsprechend längere Zeiten.
Wie bereits erwähnt, sollte man immer auch die persönliche Reife des Kindes in Betracht ziehen, bevor man sein Kind alleine lässt. Gerade bei Volksschülern sollte man sich zum Beispiel selbst fragen, ob man ihnen das Alleinsein zutraut und ob sie dies auch selbst tun und wollen. Wenn man sich dazu entschließt, sein Kind kurz alleine zu lassen, ist es wichtig, vorher Regeln zu vermitteln, wie etwa, dass die Türe nicht geöffnet wird und dass der Herd tabu ist. Vater und Mutter sollten zudem immer erreichbar sein und sich gerade bei den ersten Malen in der Nähe aufhalten. Voraussetzung ist auch, dass sich Kinder zuverlässig an Abmachungen halten und dass sie Risiken erkennen können und es gegebenenfalls schaffen, Hilfe zu holen.
Grundsätzlich sollte immer alles im Vorhinein in Ruhe mit dem Kind besprochen werden. Dabei werden auch feste Rückkehrzeiten vereinbart, an die man sich auch unbedingt als Elternteil halten sollte.
„Eltern haften für ihre Kinder!“ – Haften Eltern für ihre Kinder?
Darf ich meine Kinder alleine spielen lassen? Wer haftet, wenn Kindern etwas zustößt oder sie etwas anstellen? Worauf muss ich achten, wenn ich ein Ferienlager oder Partys mit Jugendlichen organisiere?
Egal ob als fürsorgliche Eltern, Betreiber eines Jugendzentrums, als Babysitter oder als Veranstalter von Jugendfesten – beim Umgang mit Minderjährigen stellt sich so gut wie immer die eine oder andere Frage nach der Aufsichtspflicht.
Ganz gleich, ob ihr selbst schon Nachwuchs habt, mit Kindern & Jugendlichen beruflich zusammenarbeitet oder als Verein etwas für Minderjährige veranstalten wollt – wir haben euch nachfolgend die wichtigsten Fakten und rechtlichen Grundlagen zum Thema Aufsichtspflicht zusammengestellt! Wenn ihr euch nicht sicher seid, was Aufsichtspflicht eigentlich ist, wer sie haben kann, was sie alles umfasst, wann sie verletzt wird und was danach passiert, dann seht euch die nachfolgenden Absätze einfach mal genauer an!
In unserem Infoblatt geben wir euch einen Überblick rund um das Thema Aufsichtspflicht. Sollten dennoch nicht alle eure Fragen beantwortet werden, dann meldet euch gerne bei uns!
Die Aufsichtspflicht wird in verschiedenen Gesetzen erwähnt, aber nicht definiert. Die eigentliche Begriffsbestimmung erfolgt durch die Rechtsanwendung der Gerichte. Daraus haben sich folgende Grundsätze ergeben:
Aufsichtspflichtige Personen haben dafür zu sorgen, dass die ihrer Aufsicht unterstehenden Kinder selbst nicht zu Schaden kommen und auch keinen anderen Personen Schaden zufügen.
Dabei bestimmt sich das Maß der Aufsichtspflicht danach, welche Schädigung angesichts des Alters, der Eigenschaft und der Entwicklung des Kindes vorhersehbar ist und vom Aufsichtspflichtigen vernünftigerweise verhindert werden kann.
Die Aufsichtspflicht ist also stark situationsabhängig und von Mal zu Mal verschieden! Zusätzlich muss die Aufsichtspflicht laut dem Obersten Gerichtshof „lebensnah verstanden werden und darf nicht unrealistisch überspannt werden“.
Wer kann Aufsichtspflicht haben und wie entsteht sie?
Grundsätzlich kann jeder aufsichtspflichtig werden, in einem gewissen Umfang sogar Minderjährige selbst (Stichwort: Babysitter). Es ist aber darauf zu achten, dass durch die Betrauung einer offensichtlich ungeeigneten Person mit Aufsichtspflicht nicht wiederum selbst eine Aufsichtspflichtverletzung begangen wird. Es gibt folgende Möglichkeiten, wie Aufsichtspflicht begründet bzw. übertragen werden kann:
Aufsichtspflicht kraft ausdrücklicher gesetzlicher Anordnung (z.B. Eltern, Lehrer während der Schulzeit,…)
Ausdrücklich oder konkludent vertraglich übernommene Aufsichtspflicht (z.B. Rechtsträger, Kindergärten, Tagesmütter, Babysitter,…)
Faktisch übernommene Aufsichtspflicht (z.B. in einem Jugendzentrum)
Freiwillige Gefahrenübernahme (z.B. fünfminütiges Aufpassen auf ein Kind am Spielplatz)
Verkehrssicherungspflicht (z.B. Aufsicht bei einer Baustelle neben einer Schule)
Aufsichtspflicht kraft Ingerenz, das heißt bei Schaffung oder Beherrschbarkeit der Gefahr (z.B. Passant, der Zeuge einer gefährlichen Situation wird und helfen könnte).
In welchem Rahmen besteht Aufsichtspflicht?
Die Aufsichtspflicht beinhaltet diverse konkrete Pflichten im direkten Umgang mit den Schützlingen, aber auch ganz allgemein die Einhaltung diverser – im jeweiligen Fall zur Anwendung kommender – Gesetze.
Unter „Erkundigungspflicht“ versteht man die Verpflichtung des Aufsichtspflichtigen, sich über Umstände in der Person des Kindes (Krankheiten, Allergien, Behinderungen, sportliche Voraussetzungen, Charakter,…), örtliche Gegebenheiten (z.B. bei einer Wanderung) und über gefährliche Gegenstände (z.B. Pfeil und Bogen, Gebläsemotor einer Hüpfburg,…) zu erkundigen und dementsprechend darauf zu achten.
Anleitungs- und Warnpflicht
Hierunter versteht man die Aufgabe des Aufsichtspflichtigen, ungewöhnliche Gefahren (falls möglich im Vorhinein) auszuschalten, indem Verantwortliche zur Behebung aufgefordert werden, den Kindern der Umgang mit Gefahren vermittelt wird und letztlich auch Verbote erteilt werden.
Wie die zu beaufsichtigenden Kinder/Jugendlichen kontrolliert werden sollen, kann nach zwei Aspekten beurteilt werden: Nach dem Alter ist zu klären, wie oft kontrolliert werden soll. Bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr sollte idealerweise durchgehender Blick- oder Hörkontakt bestehen, zumindest aber alle fünf bis zehn Minuten nachgesehen werden. Kinder im Volksschulalter bedürfen alle ein bis zwei Stunden einer Nachsicht, während bei Jugendlichen ganz allgemein nach Reife und Situation abgewogen werden muss; auf jeden Fall muss es eine klare Struktur geben und einzuhaltende Regeln für die Jugendlichen fühlbar sein. Der zweite Aspekt der Kontrollpflicht ist der sogenannte Betreuungsschlüssel, also die Frage nach dem zahlenmäßigen Verhältnis von Aufsichtspersonen zu Schützlingen. Es gibt keine ausdrückliche Regelung darüber, wie groß eine zu beaufsichtigende Gruppe sein darf bzw. wieviele Aufsichtspersonen für wieviele zu Beaufsichtigende abgestellt werden müssen, es kann aber dennoch eine Aufsichtspflichtverletzung vorliegen, wenn z.B. das Verhältnis zwischen Gruppenmitgliedern und Betreuern offensichtlich nicht stimmt. Letztlich hängt der Betreuungsschlüssel von zahlreichen Faktoren ab, wie z.B. Alter der Personen oder den örtlichen Gegebenheiten. Anbei einige Beispiele aus der Fachliteratur:
– Geschlossenen Räume (z.B. Kindergarten): 1:12
– Ausflüge oder im Ferienlager: 1:8 – gefährliche Unternehmungen (z.B. Bergtour): 1: 4-6
– Jugendliche mit speziellen Erziehungsbedürfnissen: 1: 2-3
– Betreuung von behinderten Kindern: nach Erfordernis
Die Eingreifpflicht umfasst Maßnahmen wie Ermahnungen, das Wegnehmen von gefährlichen Gegenständen, das Ausschließen des Kindes/Jugendlichen von einer Aktivität, das Abbrechen einer Aktivität und das Informieren der Eltern. Wichtig ist, dass keine Strafen mit Risiken für die Gesundheit oder mit „Prangereffekt“ erteilt werden!
Zu guter Letzt umfasst die Aufsichtspflicht auch die Einhaltung von Gesetzen. So sind beispielsweise die Bestimmungen der jeweiligen Jugend(schutz)gesetze im Hinblick auf Aufenthaltszeiten, Aufenthaltsverbote, Weitergabe von Alkohol & Nikotin oder Zugänglichmachung von jugendgefährdenden Medien so gut wie immer zu beachten. Bei Ausflügen mit Schützlingen auf der Straße ist die Straßenverkehrsordnung einzuhalten (z.B.. die Regelungen über die Benützung von Gehsteigen und Straßen, die Ausstattung von Fahrrädern oder die Verwendung von Lampen bei Gruppenwanderungen in der Dämmerung,…), bei Wanderungen oder Ferienlagern im Wald sind forst- und naturschutzrechtlicheVorschriften relevant (Lagerfeuer, Benützung von Zeltplätzen, Verbot von Verschmutzungen usw.). Daneben gibt es noch unzählige weitere Gesetze, die abhängig von der jeweiligen Betreuungssituation zur Anwendung kommen und deren Nichteinhaltung dann eine Aufsichtspflichtverletzung darstellen kann.
Bei der Frage nach den Grenzen der Aufsichtspflicht gibt es wie auch schon beim Begriff selbiger keine exakte Lehrbuchantwort. Was nicht mehr von der Aufsichtspflicht umfasst wird bzw. welche Verpflichtungen den Aufsichtspflichtigen nicht mehr treffen, ergibt sich aus näher zu bestimmenden Kriterien:
Was kann angesichts des Alters, der Eigenschaft und der Entwicklung des Kindes vorhergesehen werden?
Was kann vom Aufsichtspflichtigen vernünftigerweise verlangt werden?
Abwägung zwischen den Sicherheitserfordernissen des Kindes und seiner Erziehung zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Gefahren. Bei konkreter Schadensdrohung geht die Schadensverhinderung aber immer der Erziehungsaufgabe vor!
Als Beispiele sollen hier einige Fälle aus der recht kasuistischen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes dienen: So wurde etwa keine Aufsichtspflichtverletzung angenommen, wenn die Einhaltung eines Verbotes durch Kinder erwartet werden konnte, dies in der Folge aber dennoch nicht geschehen ist. Dagegen handelte es sich sehr wohl um eine Aufsichtspflichtverletzung, als einem Elfjährigen ohne Aufsicht das Hantieren mit einem Luftdruckgewehr ermöglicht wurde, oder auch als ein Neunjähriger unbeaufsichtigt mit dem Rad im Straßenverkehr unterwegs war.
Was sind die möglichen Folgen einer Aufsichtspflichtverletzung?
Wurde die Aufsichtspflicht verletzt und liegen noch weitere Voraussetzungen wie Schaden und Ursächlichkeit vor (siehe dazu näher gleich unten), dann kann es zur Haftung kommen.
Unter „Haftung“ versteht man das persönliche Einstehenmüssen. Dies heißt zunächst einmal, dass man zivilrechtlich Schadenersatz leisten muss, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:
Als Vorfrage: Bestand überhaupt Aufsichtspflicht? (siehe die verschiedenen Arten der Übernahme)
Wurde die Aufsichtspflicht verletzt? (Abstellen auf Vorhersehbarkeit beim Kind & Zumutbarkeit an Aufsichtspflichtigen):
– Liegt eine objektive Aufsichtspflichtverletzung vor? (das heißt der Schaden aufgrund der Aufsichtspflichtverletzung hätte vom Aufsichtspflichtigen verhindert werden können und müssen, „Rechtswidrigkeit“)
– Liegt eine subjektive Aufsichtspflichtverletzung vor? (das heißt der Aufsichtspflichtige hat den Schaden schuldhaft, also ihm persönlich vorwerfbar, nicht verhindert; „Verschulden“)
Ist ein Schaden eingetreten?
Liegt Ursächlichkeit der Aufsichtspflichtverletzung für den Schaden vor? (das heißt wenn die Aufsicht nicht verletzt worden wäre, dann wäre es zu keinem Schaden gekommen, „Kausalität“)
Grundsätzlich gilt: Nur wenn alle diese Voraussetzungen gemeinsam vorliegen, haftet der Aufsichtspflichtige!
Daneben können zusätzlich noch weitere Personen unabhängig von den genannten Voraussetzungen haften, nämlich:
Die gesetzlichen Vertreter (in der Regel die Eltern) für die Auswahl ungeeigneter Personen gemäß § 1313a Allgemein bürgerliches Gesetzbuch
Rechtsträger einer Einrichtung (z.B.. Gemeinde oder Verein als Betreiber eines Jugendzentrums), für die Auswahl ungeeigneter Personen gemäß §1313a Allgemein bürgerliches Gesetzbuch; Dabei kommt es darauf an, wer geschädigt wurde: Mitglieder (beim Verein) haben Anspruch gegen Schädiger und Rechtsträger. Dritte grundsätzlich nur gegen Schädiger; gegen Rechtsträger nur bei Auswahl von untüchtigen oder gefährlichen Mitarbeitern.
Mitarbeiter einer Einrichtung, Regress entweder nach Dienstnehmerhaftpflichtgesetz bzw. Amtshaftungsgesetz
Das Kind selbst: Unmündige Minderjährige (unter 14 Jahren) haften gemäß § 176 in Verbindung mit § 1310 Allgemein bürgerliches Gesetzbuch nur subsidiär (wenn kein Aufsichtspflichtiger haftet) und nach Billigkeit, wenn ihm also je nach Einsichtsfähigkeit dennoch ein Verschulden zur Last gelegt werden kann oder es aufgrund von eigenem Vermögen den Schaden leichter tragen kann als der Geschädigte (z.B. wenn eine Haftpflichtversicherung zu Gunsten des Kindes besteht); mündige Minderjährige (ab 14 Jahren) haften generell (gegebenenfalls solidarisch mit dem Aufsichtspflichtigen)
Andererseits kann durch die Aufsichtspflichtverletzung aber auch ein Tatbestand des Strafgesetzbuches erfüllt sein, was dann zusätzlich noch eine gerichtliche Strafe nach sich ziehen kann. Typische Straftatbestände, die mit einer Aufsichtspflichtverletzung einhergehen, sind z.B.:
Fahrlässige Körperverletzung gemäß § 88 Strafgesetzbuch
Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen, die der eigenen Fürsorge oder Obhut unterstehen bzw. Schädigung wegen Vernachlässigung der Fürsorge oder Obhut gemäß § 92 Strafgestzbuch
Evt. Beitragstäterschaft durch Unterlassen, wenn das Kind selbst jemanden verletzt oder einen Schaden anrichtet (gemäß §§ 2 und 12 Strafgesetzbuch in Verbindung mit dem jeweiligen Tatbestand, den das vom Kind begangene Delikt erfüllt)
Haftungsausschlüsse sind für einigermaßen vorhersehbare Sachschäden und leicht fahrlässiges Verhalten zulässig; für Personenschäden bzw. grob fahrlässiges oder gar vorsätzliches Verhalten kann niemand die Haftung abbedingen! Solche Haftungsausschlüsse wären sittenwidrig und damit unwirksam. Gerade bei Jugendorganisationen macht es jedoch kein gutes Bild, wenn die Haftung für leicht fahrlässiges Verhalten im Vorhinein ausgeschlossen wird; besser wäre hier der Abschluss einer geeigneten Haftpflichtversicherung (siehe sogleich unten).
Um mögliche nachteilige Folgen einer Haftung abzufedern, empfiehlt sich der Abschluss einer Haftpflichtversicherung, die regelmäßig eben auch Schäden aufgrund einer 6 Aufsichtspflichtverletzung abdeckt. Haushaltsversicherungen beinhalten meist gleich eine Haftpflichtversicherung, für Betriebe bzw. Jugendorganisationen gibt es eigene Betriebs- oder Pauschalhaftpflichtversicherungen, von der dann alle Mitarbeiter auf einmal mitumfasst werden. Hier gilt es vor allem, die unterschiedlichen Versicherungsbedingungen genau zu beachten, also z.B. wie welche Versicherungsfälle konkret abgedeckt werden und welche nicht, wie hoch die Deckungssumme ist oder ob ein etwaiger Selbstbehalt besteht und welche Verpflichtungen der Versicherung gegenüber bestehen (umgehende Schadensmeldung und Ähnliches). Neben einer Haftpflichtversicherung gibt es auch noch Unfall- und Rechtsschutzversicherungen, die dann bei bleibenden Gesundheitsschäden oder Tod bzw. beim Rechtsweg Unterstützung bieten.
Schnell noch dem dreijährigen Sohn ein Butterbrot geschmiert, ein Glas Milch dazu auf den Tisch und dann vier Stunden in die Kneipe zum Kegeln? Was vor 30 Jahren für einen Bekannten des Autors zum typischen Freitagabend gehörte, war wohl schon aus damaliger Sicht von seinen Eltern außerordentlich, sagen wir: unbekümmert. Glaubt man ihnen hingegen: „zu der Zeit völlig normal“.
Wie dem auch sei, und selbst wenn heute alle Beteiligten darüber lachen, fest steht: Die Eltern haben damit ihre Aufsichtspflicht verletzt. Aber was gilt denn heute: Ab welchem Alter darf ich mein Kind eigentlich allein lassen? Und kann ich mein Kind überall und zu jeder Uhrzeit mit hinnehmen – solange ich dabei bin?
Wir haben mit dem Rechtsanwalt Marcus Hegelein gesprochen. Die wichtigsten Antworten im Überblick.
Eltern sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihr Kind zu beaufsichtigen, sodass ihm und Dritten kein Schaden entsteht. Konkrete Vorgaben, wie lange Eltern ihre Kinder in welchem Alter allein lassen dürfen, gibt es aber nicht. Das bedeutet: Die Entscheidung liegt in erster Linie im Ermessen der Eltern. Ob diese tatsächlich gegen ihre Aufsichtspflicht verstoßen, entscheiden die Gerichte immer im Einzelfall – und natürlich auch nur dann, wenn dem Kind tatsächlich etwas passiert, es irgendetwas angestellt oder kaputtgemacht hat.
Grundsätzlich aber gilt: Je jünger das Kind, desto strenger legen die Gerichte diese Aufsichtspflicht aus. Bis zum dritten Lebensjahr dürfen Eltern demnach ihre Kinder im Grunde überhaupt nicht allein lassen. Aber so lange nichts passiert, interessiert sich in der Regel auch kein Gericht dafür.
Ob es also etwa in Ordnung ist, kurz über die Straße einkaufen zu gehen, während das Baby im Gitterbett schläft, muss letztlich jeder mit sich selbst ausmachen. Lässt hingegen jemand sein dreijähriges Kind allein zu Hause, während er mit den Freunden stundenlang in die Kneipe geht, sieht das sicher anders aus. In einem solchen Fall drohen Eltern nicht erst strafrechtliche Konsequenzen, wenn etwas passiert. Es genügt schon, wenn Polizei, Jugend- oder Ordnungsamt mitbekommen, dass so etwas öfter vorkommt.
Sind die Kinder älter als drei Jahre, verletzen Eltern ihre Aufsichtspflicht in der Regel auch dann nicht, wenn sie für einen kurzen Moment Wohnung oder Haus verlassen – etwa den Müll rausbringen oder im Keller etwas holen. Allerdings müssen sie sicherstellen, dass in dieser Zeit nichts passieren kann, das Kind etwa keine spitzen oder scharfen Gegenstände erreichen kann, keine Kerzen brennen oder Herdplatten ausgeschaltet sind.
Entspannter wird es aus juristischer Sicht ab dem siebten Lebensjahr des Kindes: Dann können Eltern es auch mal für eine kurze Zeit allein zu Hause oder draußen spielen lassen. Es reicht, wenn sie sich ab und zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist, zum Beispiel per Telefon oder durch einen gelegentlichen Blick aus dem Fenster.
Laut Jugendschutzgesetz dürfen Kinder ab sechs Jahren allein ins Kino – vorausgesetzt, der Film ist ab diesem Alter freigegeben und er endet vor 20 Uhr. Für 14-Jährige liegt diese Grenze bei 22 Uhr, für 16-Jährige bei 24 Uhr. Die sogenannte FSK-Empfehlung gilt grundsätzlich auch dann, wenn die Eltern dabei sind. Der Kinobetreiber darf einen Neunjährigen also nicht in einen Film ab 16 lassen, auch wenn der in Begleitung eines Elternteils ist, der ihm das erlauben würde. Ausnahme: Filme, die ab zwölf Jahren freigegeben sind. Diese dürfen auch jüngere Kinder im Kino anschauen, wenn ihre Eltern dabei sind.
Für kleinere Einkaufstouren gilt dasselbe wie für den Schulweg: Sobald das Kind sechs Jahre alt ist, darf es auch allein unterwegs sein. So ist es etwa unproblematisch, wenn Eltern ihr Kind zum Bäcker oder Supermarkt schicken. Allerdings sind Kinder bis zu ihrem siebten Geburtstag geschäftsunfähig. Das bedeutet: Dinge, die ihr sechsjähriges Kind gekauft hat, können Eltern theoretisch wieder zurückgeben.
Eine Uhrzeit, ab der sich Kinder und Jugendliche nicht mehr in der Öffentlichkeit aufhalten dürfen, gibt es in Deutschland nicht.
Grundsätzlich dürfen Eltern ihre Kinder von Beginn an, also dem sechsten Lebensjahr, allein zur Schule gehen lassen. Verkehrsexperten empfehlen aber, die Strecke immer vorher gemeinsam einzuüben.
Bis zum Alter von 16 Jahren müssen Kinder und Jugendliche grundsätzlich einen Erwachsenen dabei haben, wenn sie ins Restaurant möchten. Ausnahme: Sie möchten dort etwas essen und Nicht-Alkoholisches trinken. Das dürfen sie bis 23 Uhr auch allein.
In Begleitung eines Erwachsenen dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in eine Kneipe. Allerdings nur bis 23 Uhr. Danach droht den Eltern ein Bußgeld für den Fall, dass jemand das Ordnungsamt ruft.
Sobald sie 14 Jahre alt sind, dürfen Kinder in der Regel allein ein Konzert besuchen. Jüngere müssen einen Erwachsenen dabei haben.
Betreuungspflicht – die betreuende Person muss im Betreuungszeitraum anwesend und erreichbar sein
Belehrungspflicht bzw. Anleitungs- und Kontrollpflicht – die Aufsichtsperson ist dazu verpflichtet, die Kinder oder Jugendlichen über mögliche Gefahrensituationen und falsches bzw. risikohaftes Verhalten aufzuklären und davor zu warnen. Dabei muss sichergestellt sein, dass die Minderjährigen diese Hinweise auch verstehen und sich daran halten. Hierzu zählt etwa die Aufklärung über Risiken im Straßenverkehr oder über Drogen.
Informationspflicht – befinden sich Kinder und Jugendliche unter der Aufsicht nicht erziehungsberechtigter Personen, müssen diese die Eltern darüber informieren, was sie mit ihren Kindern unternehmen.
Ein kleines Kätzchen, das gerade erst ein paar Tage bei Ihnen wohnt, sollten Sie nicht mehrere Stunden alleine zuhause lassen. Ganz im Gegenteil: Viele frischgebackene Katzenbesitzer nehmen sich erst einmal ein, zwei Wochen frei, um rund um die Uhr für den Neuzugang da zu sein. So bleibt genügend Zeit, dass sich die Katze in ihrem neuen Zuhause gut eingewöhnen kann, alles kennenlernt und Vertrauen entsteht. Recht schnell werden Sie sehen, wie der Charakter Ihrer Katze ist. Gehört sie zu den schüchternen, wird alleine bleiben für sie nicht einfach werden. Gehört sie dagegen zu den Katzen, die vor Selbstvertrauen nur so strotzen, dann dürfte sie damit kein Problem haben. Dennoch sollte eine Katze unter vier Monaten nicht täglich mehrere Stunden alleine sein.
13 Geh offline. Mails checken, Instagram durchscrollen, Whatsapp-Nachrichten schreiben… Schalte dein Handy und deinen Laptop zur Abwechslung mal für ein paar Stunden aus und geniesse eine Offline-Zeit ohne Ablenkungen und aufblinkende Screens.
Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man seine Kinder auch mal alleine lässt – auf dem Bolzplatz, der Spielwiese oder zu Hause. Doch ab welchem Alter kann und darf man ein Kind überhaupt alleine lassen? Wie ist es mit der Aufsichtspflicht? Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort, aber Anhaltspunkte, nach denen Eltern sich richten können.
Aber es ist ebenso wichtig für die kindliche Entwicklung, selbstständig zu werden und dazu gehört eben auch das Erweitern des Radius. Immerhin hat jedes Kind sogar per Gesetz ein Recht darauf. In §1626 BGB heißt es nämlich wortwörtlich: „Bei der Pflege und Erziehung berücksichtigen die Eltern die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes zu selbstständigem verantwortungsbewusstem Handeln.“ Und dazu gehört eben auch, ihnen etwas zuzutrauen.
Oft könnten Kinder schon im späten Kindergartenalter mal an einem Nachmittag allein bleiben. „Dann ist es wichtig, vorher Regeln zu vermitteln wie: die Tür nicht aufmachen und den Herd nicht einschalten“, sagt Große Perdekamp. Außerdem sollten Mutter oder Vater erreichbar sein und am besten erst mal nicht zu weit weg gehen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass ein Kind in diesem Alter auf einem Spielplatz, auf dem Gehweg vor dem Haus oder auf einem Sportplatz spielen darf, ohne auf Schritt und Tritt kontrolliert zu werden.
Ab dem Schulalter wird der Gesetzgeber großzügiger. Ein siebenjähriges Kind darf man sogar bis zu zwei Stunden alleine lassen – immer vorausgesetzt, die Bedingungen stimmen. Lässt man das Kind allein zu Hause, ist es wichtig, dass man die angekündigte Rückkehrzeit zuverlässig einhält. Außerdem sollten Kinder wissen, wie sie ihre Eltern erreichen können.
„Gut geht es in der Regel mit einem Altersabstand von mindestens fünf Jahren“, meint Große Perdekamp. Die Kinder sollten besser nicht gemeinsam ohne Betreuung bleiben, wenn sie fast gleich alt oder Zwillinge sind, und wenn sie dazu neigen, sich gegenseitig anzustacheln, Unsinn zu machen. Schließlich liegt die Entscheidung, was man den eigenen Kinder zutrauen kann beziehungsweise was ihnen zuzutrauen ist, grundsätzlich in der Verantwortung der Eltern.
Sagt ein Kind, dass es nicht alleine bleiben möchte, sollten Eltern überlegen, was die Gründe dafür sind. Manchmal machen sich Kinder beispielsweise Sorgen und entwickeln dann Trennungsängste. „Und in schwierigen Situationen, beispielsweise nach der Trennung der Eltern oder wenn Oma oder Opa gestorben sind, ist das Kind vielleicht nicht so stabil“ sagt Große Perdekamp. „Eltern sollten dann nicht zu streng oder fordernd sein, das normalisiert sich mit der Zeit wieder.“
Kinderpsychologie: Kinderängste – so können Eltern helfen
© | Kind alleine zu Hause
Nur mal kurz zum Bäcker, oder gerade das Geschwisterkind aus dem Kindergarten holen. Irgendwann stellen sich Eltern die Frage: „Kann ich mein Kind unbeaufsichtigt zu Hause lassen?“ Ab wann darf ich mein Kind alleine lassen, auch wenn es nur kurz ist. Und was ist mit dem Weg zum Sportplatz, Spielplatz, oder besten Freund? Geht das schon alleine? Verletze ich meine Aufsichtspflicht, wenn ich mein Kind alleine gehen lasse?
Für die Entwicklung der Kinder ist es gut selbstständig zu werden…
Eins ist schon mal klar, für die Entwicklung des Kindes ist es wichtig selbständig zu werden. Eigene Erfolgserlebnisse heben das Selbstvertrauen ungemein. Deshalb langsam und in kleinen Schritten anfangen das Kind eigenständig Wege zu gehen und dann steigern. Auch kurzzeitiges, bewusstes Alleine lassen kann gut sein. Wenn das Kind alleine zuhause ist sollte man sich vor allem zu Beginn nicht weit entfernen, sodass man schnell zurückkommen kann. Dadurch können beide, Kind und Eltern, sich an die Veränderungen gewöhnen.
Durch den Gesetzgeber ist die Aufsicht nur schwammig geregelt…
Grundsatz ist: Eltern haben die Aufsichtspflicht für ihr Kind und müssen dafür sorgen, dass es weder körperlich noch seelisch verletzt wird, oder andere verletzt. Es gibt allerdings kein Gesetz, dass Eltern vorschreibt wie das nun auszusehen hat.
Oder auch schön formuliert:
Dass „Eltern bei der Pflege und Erziehung die wachsende Fähig­keit und das wachsende Bedürfnis des Kindes zu selbst­ständigem verantwortungs­bewusstem Handeln“ berück­sichtigen sollen.Anders ausgedrückt. Eltern kennen ihre Kinder am besten und können so am ehesten abwägen wann sie ihre Kinder unbeaufsichtigt zu Hause lassen können und wann nicht.
Wir versuchen mal ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen. Hier sind ein paar Empfehlungen, die wir für euch zusammengefasst haben.
Kinder unter 3 Jahre sollten nie unbeaufsichtigt alleine zu Hause bleiben. Auch fest schlafende Säuglinge und Kleinkinder im Mittagsschlaf sollte man niemals alleine lassen. Wenn die Kinder doch plötzlich aufwachen und niemand hört und kümmert sich um sie kann das dramatische Folgen haben. Das Gefühl alleine gelassen zu werden kann die Trennungsangst bei kleinen Kindern noch verstärken.
Kinder im Kindergarten-Alter also ab dem 4. Lebensjahr können schon kurze Zeit (15-30 Minuten) unbeaufsichtigt zu Hause gelassen werden. Nur sollten die Eltern oder andere Bezugspersonen sich in der Nähe aufhalten.
Ab dem 7. Lebensjahr können Kinder für 1-2 Stunden alleine gelassen werden. Aber dafür braucht das Kind gewisse Voraussetzungen und Training. Kinder sind unheimlich stolz, wenn sie mal für ein paar Minuten bzw. Stunden der „Chef im Hause“ sind. Aber man sollte sein Kind nicht überfordern. Oder wenn man merkt, dass das Kind Angst hat alleine zuhause zu sein, darauf eingehen und sich in vorsichtigen Schritten an das Alleine sein herantasten.
Auch sollten folgende Regeln für alle Kinder ab 4 Jahren vorher abgesprochen werden:
Niemandem wird die Tür geöffnet
Keine Telefongespräche führen, außer mit der ausgemachten Notfallnummer
Kein „Spielen“ mit Feuer, Strom, oder sonstigen gefährlichen Gegenstände
Unbedingt die Rückkehrzeit einhalten
Die Notfallnummer unter Kurzwahl im Telefon einspeichern
Unter der Notfallnummer immer erreichbar sein
Das Kind in der Wohnung nicht einschließen. So kann die Wohnung bei einem Feuer leider zur tödlichen Falle werden.
Abends alleine, das ist schon ein anderes Kaliber. Da sollte man ganz auf sein Kind hören. Abends ergibt sich eine ganz andere Situation für das Kind. Die Dunkelheit, die Geräusche, nachts sieht alles anders aus. Frühestens im späten Volksschulalter kann man es ganz taffen Kindern zutrauen am Abend alleine zu bleiben. Bei Kindern, die es sich noch nicht zutrauen, sollte man auf alle Fälle einen Babysitter zur Seite stellen.
Kann mein Schulkind allein zur Schule gehen bzw. fahren? Auch wenn der Weg nur kurz ist, braucht das Kind eine gewisse Sicherheit auf dem Fahrrad. Der zu fahrende Weg muss immer wieder geübt werden. Auch die Verkehrstauglichkeit und das erkennen von Gefahren im Straßenverkehr muss immer wieder geübt werden. Das gleiche gilt für Kinder, die den Weg zu Fuß antreten. Ein Tipp ist auch sich mit anderen Müttern der Schule abzusprechen und die Kinder zusammen zur Schule gehen zu lassen.
Klein und -Kindergartenkinder sollten auf gar keinen Fall ohne Begleitung zum Spielplatz gehen. Dies gilt außerdem für den Aufenthalt am Spielplatz.
Schulkinder hingegen dürfen ohne Begleitung den sicheren und möglichst kurzen Weg gehen bzw. fahren. Meist klappt das auch schon sehr gut, wenn eine Freundin oder ein Freund mitfährt.
Eltern haben eine Aufsichtspflicht. Das heißt, sie sollten dafür sorgen, dass weder dem Kind was passiert, noch dass durch das Kind Schaden entsteht. Das heißt natürlich nicht, dass Eltern bis zum 18. Geburtstag rund um die Uhr bewachen (lassen) müssen. Sie dürfen auch kleine Kinder durchaus mal allein lassen, müssen aber soweit möglich Vorsorge treffen, dass keine Gefahren entstehen, etwa durch brennende Kerzen, heiße Herdplatten, ungesicherte Teiche etc.
Die Seite Juraforum.de nennt hier folgendes Beispiel: Lassen Eltern Feuerwerkskörper offen in der Wohnung liegen, in der sich das Kind allein befindet, verletzen sie ihre Aufsichtspflicht. Falls Schaden entsteht, müssten sie dafür laut einem Urteil von 2001 womöglich haften. Hätten sie die Feuerwerkskörper aber versteckt und das Kind hätte sie trotzdem gefunden, wäre die Aufsichtspflicht nicht verletzt worden.
Das Gesetz sieht zwar keine festen Altersgrenzen fürs Alleinlassen vor, aber es gibt Richtwerte. Und natürlich muss man die Reife des Kindes beachten. Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung empfiehlt laut Stiftung Warentest Folgendes als Orientierung:
– Bis zum Alter von 3 Jahren sollte ein Kind immer beaufsichtigt werden. Zum einen, weil sie sich selbst schnell in Gefahr bringen, aber auch weil die Trennungsangst noch sehr groß ist.
– Im Alter von 4 bis 7 Jahren könne man die Kinder auch mal für bis zu 30 Minuten allein lassen, aber möglichst nur auf sicherem Gelände oder in der eigenen Wohnung (zum Beispiel, weil man mal kurz in den Keller muss). Eltern sollten immer in der Nähe sein.
– Ab dem Schulalter könne man Kinder auch mal bis zu zwei Stunden alleine lassen. Bei Teenagern gelten natürlich entsprechend längere Zeiten.
Maria Große Perdekamp von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung weist im Interview mit t-online darauf hin, dass Kinder sehr unterschiedlich entwickelt sind. Man sollte gerade bei Grundschülern unbedingt darauf achten, ob man ihnen das Alleinsein zutraut – und ob sie das auch selbst tun und wollen.
„Es ist wichtig, vorher Regeln zu vermitteln wie: die Tür nicht aufmachen und den Herd nicht einschalten“, sagt Große Perdekamp. Außerdem sollten Mutter oder Vater erreichbar sein und bei den ersten Malen in der Nähe sein.
Voraussetzung sei auch, dass sich Kinder zuverlässig an Absprachen halten, dass sie Risiken erkennen können und es schaffen, Hilfe zu holen.
Grundsätzlich sollte man vorher immer alles in Ruhe mit dem Kind besprechen und feste Rückkehrzeiten ausmachen, die man auch unbedingt einhält.
Wichtig ist es auch die Kinder in die Entscheidung aktiv einzubinden und sie zu fragen: „Traust du dir das zu?“ Außerdem solltet ihr mit euren Kinder auch über die Dauer des Alleinseins sprechen und während eurer Abwesenheit telefonisch für sie erreichbar sein.
Viele Eltern kommen nach der Arbeit spät nach Hause. Es stellt sich die Frage: Ab welchem Alter kann man Kinder alleine lassen? Das Gesetz sieht keine eindeutige Regelung vor. Fest-steht, dass bis zum 18. Lebensjahr Eltern oder Erziehungsbeauftragten die volle Aufsichtspflicht haben. Man kann Kinder – das ist richtig – nicht einfach sich selbst überlassen. Man muss sie auf Gefahren aufmerksam machen und sicherstellen, dass sie sich an Regeln halten.
Ab welchem Alter kann man Kinder grundsätzlich aus den Augen lassen? Nach der Entwicklungspsychologie keinesfalls unter 3 Jahren – auch nicht für wenige Minuten. Das Kind sollte in Reichweite sein, denn es hat noch keine Vorstellung vom eigenen Ich und möglichen Gefahren. Ab dem fünften Lebensjahr sind erste unbeaufsichtigte Momente möglich: Man kann das Kind in den Hof lassen, etwa wenn man Blickkontakt hat. Mit dem Beginn der Schule und des regelhaften Denkens sind längere Zeiten, etwa ein bis zwei Stunden,möglich. Länger alleine lassen sollte man Kinder nicht vor dem neunten Lebensjahr und das nur nach guter Vorbereitung. Ab dem Beginn von Haupt- oder Mittelschule können Kinder untertags alleine sein, wenn klar ist, wann die Eltern kommen.
Natürlich hängt das von der Reife des Kindes ab: Kann es sich an Regeln halten? Kann es sich selbstständig etwas zu essen richten? Weiß es, wie man Hilfe holt? Kann es gefährliche von ungefährlichen Situationen unterscheiden?
Ab dem 12. Lebensjahr können Kinder auch am Abend alleine bleiben – maximal aber bis eine Stunde vor Mitternacht. Grundsätzlich sollten sie mit dem Alleine-Lassen eher vorsichtig sein.
So klappt das Alleinelassen
1. Versichern Sie sich des Einverständnisses Ihres Kindes! Wenn es nur widerwillig zustimmt, lassen Sie es bitte sein.
2. Seien Sie sicher, dass das Kind die wichtigsten Regeln beherrscht: Es muss wissen, was es darf und was nicht, sodass es Fremden etwa nicht die Türe öffnet.
3. Sperren Sie Ihr Kind nicht ein! Es muss die Türe öffnen können.
4. Machen Sie Tests, ob das Alleinsein klappt. Beobachten Sie etwa, was Ihr Kind macht, wenn es Hunger hat oder sich schlecht fühlt.
5. Beginnen Sie mit kleinen Einheiten: Etwa, indem Sie fünf Minuten in den Keller gehen oder für 15 Minuten einkaufen. Prüfen Sie natürlich, ob alle Gefahrenquellen beseitigt sind: die Fenster geschlossen, der Herd ausgeschalten.
6. Bauen Sie ein Netz aus Verwandten und Nachbarn auf, die erreichbar sind und im Notfall helfen. Statten Sie Ihr Kind mit den wichtigsten Telefonnummern aus.
7. Machen Sie klar, wie lange Sie weg sind, und halten Sie diese Zeiten peinlich genau ein. Ansonsten verunsichern Sie Ihr Kind. Rufen Sie auch zwischendurch mal an – nicht um zu kontrollieren, sondern um Sicherheit zu geben.
8. Kinder für mehrere Tage alleine zu lassen und darauf zu vertrauen, dass alles gutgeht, ist ein absolutes No-go. Mindestanforderungen sind tägliche Kontaktmöglichkeit und ein unterstützendes Netzwerk. So können Kinder ohne Angst ihre Autonomie entwickeln.
Jede Woche beantwortet er in der „WOCHE“ eine Frage rund um die Themen Erziehung und Beziehung.

References: § 1313
 §1313
 § 176
 § 1310
 § 88
 § 92
 §1626