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Timestamp: 2020-01-29 18:39:51+00:00

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LVerfG Sachsen-Anhalt, 03.07.1997 - LVG 1/97 - dejure.org
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LVerfG Sachsen-Anhalt, 03.07.1997 - LVG 1/97 (https://dejure.org/1997,4741)
LVerfG Sachsen-Anhalt, Entscheidung vom 03.07.1997 - LVG 1/97 (https://dejure.org/1997,4741)
LVerfG Sachsen-Anhalt, Entscheidung vom 03. Juli 1997 - LVG 1/97 (https://dejure.org/1997,4741)
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Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über Kommunale Gemeinschaftsarbeit des Landes Sachsen-Anhalt vom 04. Juli 1996; Begründung einer Zwangsmitgliedschaft im Abwasserverbandes "Fuhne" durch das Gesetz zur Änderung des Gesetzes über Kommunale ...
LKV 1997, 411
Nach der Rechtsprechung des Landesverfassungsgerichts Sachsen-Anhalt ist die kommunale Verfassungsbeschwerde nach Art. 75 Nr. 7 VerfLSA, § 51 LVerfGG LSA nur zulässig, wenn die Gemeinde oder der Gemeindeverband durch das angegriffene Landesgesetz selbst, gegenwärtig und unmittelbar betroffen sind (vgl. LVerfG LSA, LKV 1997, S. 411; LVerfGE 10, 413 ).
Das Landesverfassungsgericht hat durch Urteil vom 3. Juli 1997 - LVG 1/97 - festgestellt, daß § 19a GKG-LSA Verbandsgründungen nach § 61 des Gesetzes über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der Deutschen Demokratischen Republik - Kommunalverfassung - (DDR-GBl. 1990 Teil I Nr. 33 S. 299) - KommVfG nicht erfaßt.
Infolgedessen konnte die den Kommunen heute nach § 51 Abs. 1 Satz 2 des Wassergesetzes für das Land Sachsen-Anhalt vom 31. August 1993 (LSA-GVBl. S. 477; geändert durch Art. 3 des Gesetzes zum Enteignungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt und zur Änderung des Denkmalschutzgesetzes und des Wassergesetzes vom 13. April 1994, LSA-GVBl. S. 508) - LSA-WG - obliegende Pflichtaufgabe der Abwasserentsorgung nicht nach § 20 Abs. 1 LSA-GKG übergehen (vgl. dazu Landesverfassungsgericht Sachsen-Anhalt, Urt. v. 03.07.1997 - LVG 8/97 -, LKV 1997, 411, mit zustimmender Anmerkung Wellmann LKV 1997, 402).
Das Reichszweckverbandsgesetz vom 7. Juni 1939 (RGBl I 979) ergänzt die Regelungen des § 61 KommVfG nicht; denn es ist nicht Landesrecht von Sachsen-Anhalt geworden (LVfG-LSA, LKV 1997, 411; Wellmann LKV 1997, 402; a. A. OVG Bautzen, Beschl. v. 06.07.1995 - 3 S 156/94 -, LKV 1997, 425 und vom 07.05.1997 - 2 S 179/95 -, LKV 1997, 418;… OLG Brandenburg, Urt. v. 25.09.1996 - 3 U 57/95 -, LKV 1997, 426;… LG Potsdam, Urt. v. 11.12.1996 - 4 O 427/95 -, LKV 1997, 430; Sommerschuh in Arbeitshilfe für die Praxis in den Kommunen der neuen Bundesländer der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände zur Gründung von Zweckverbänden, S. 4).
Es hätte der ausdrücklichen Anordnung der gewollten Rechtsfolge - Entstehen einer juristischen Person - im Gesetz selbst bedurft (LVfG-LSA, LKV 1997, 411).
Erst als später die Regelungslücke aufgedeckt wurde - spätestens nach dem Urteil des Landesverfassungsgerichts vom 3. Juli 1997 - LVG 1/97 - konnte für die Beschwerdeführerin und andere Kommunen, die sich in der gleichen Lage befanden, der Eindruck entstehen, daß die rechtlichen Konsequenzen aus dem Nichtentstehen einer juristischen Person durch die Zweckverbandsgründung nach § 61 KommVfG allein von ihnen - den betroffenen Kommunen - gezogen werden könnten.
So verneinte das Verfassungsgericht Sachsen-Anhalt für die Zeit bis zum Inkrafttreten des dortigen GKG die Fortgeltung des RZwVerbG in Sachsen-Anhalt und sah auch in § 61 DDR-KV keine ausreichende Grundlage für die Bildung einer öffentlichen Körperschaft (Urteil vom 3. Juli 1997 - LVG 12/97 -, LVerfGE 7, 251).
Erst mit dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg vom 14. Mai 1997 (LKV 1997, 417 f.) und dem kurz darauf ergangenen Urteil des Landesverfassungsgerichts Sachsen-Anhalt vom 3. Juli 1997 (LVerfGE 7, 251 ff.) setzte sich die Auffassung durch, dass § 61 DDR-KV für sich genommen keine ausreichende Grundlage für Zweckverbandsgründungen bilde und auch das RZwVerbG für die neuen Bundesländer nicht die notwendige gesetzliche Ergänzung bereitstelle (vgl. hierzu etwa Wellmann, LKV 1997, 402 ff.; Kollhosser, NJW 1997, 3266).
b) Eine gegen das Erste Heilungsgesetz erhobene Kommunalverfassungsbeschwerde wies das Landesverfassungsgericht Sachsen-Anhalt (im Folgenden: LVerfG LSA) mit Urteil vom 3. Juli 1997 als unzulässig zurück, weil die beschwerdeführenden Gemeinden nicht unmittelbar betroffen seien (LVerfG LSA, LKV 1997, S. 411).
a) Hieraus folgt für das Verwaltungsgericht, dass die Mitgliedsgemeinden jederzeit und ohne Angaben von Gründen aus dem nicht rechtsfähigen Zweckverband "austreten" konnten (ebenso LVerfG LSA, LKV 1997, 411 ).
Indes ist der zeitliche Anknüpfungspunkt des Art. 123 Abs. 1 GG nicht zwangsläufig mit einer Festlegung des räumlichen Geltungsbereichs auf den seinerzeitigen Bereich der Geltung des GG verbunden (so aber LVerfG LSA, LKV 1997, S. 411; VwRR MO 1998, S.70;… VG Chemnitz, VwRR MO 1998, S. 83, 84 sowie Jarass, in: Jarass/ Pieroth, Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, 4. Aufl. 1997, Art. 123 Rz. 1).
Die Gerichte nahmen, soweit sie mit der Frage der Fortgeltung des Zweckverbandsgesetzes vom 07.06.1939 befaßt waren, bis zu dem Beschluß des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg vom 14.05.1997 (LKV 1997, 417 f) sowie dem kurz darauf ergangenen Urteil des Landesverfassungsgerichts Sachsen-Anhalt vom 03.07.1997 (LKV 1997, S. 411 f) ebenfalls an, daß dieses Gesetz auch für den von § 170 a Abs. 1 KV M-V erfaßten Zeitraum Geltung beanspruchte (…vgl. OVG Bautzen, LKV 1997, S. 223 sowie LKV 1997, S. 420;… OLG Brandenburg, LKV 1997, S. 427; VG Schwerin…, Urt. vom 19.02.1997 - 4 A 1092/95).
Auf der Grundlage der in Sachsen-Anhalt bis zum 15. Oktober 1992 geltenden Vorschrift des § 61 des Gesetzes über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990 (GBl. S. 255) konnte ein Zweckverband nämlich nicht als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet werden (OVG LSA…, Beschluss vom 14. Mai 1997, C 2 S 1/96 , a.a.O.; LVerfG LSA, Urteil vom 03. Juli 1997, LVG 1/97 , LVerfGE 7, 251 [259]; Urteil vom 12. Dezember 1997, LVG 12/97 , LVerfGE 7, 304 [313]).
Da es in Sachsen-Anhalt erstmals mit Inkrafttreten des GKG LSA a.F. am 16. Oktober 1992 möglich war, einen rechtsfähigen Zweckverband zu gründen, waren in den Fällen, in denen ein Zweckverband bereits zuvor gegründet worden war, übereinstimmende Beschlüsse aller Gemeindevertretungen der Verbandsmitglieder über die in § 29 GKG LSA a.F. vorgesehene Anpassung der Verbandssatzung erforderlich, um die den Gemeinden zustehende Aufgabe der Abwasserbeseitigung und die damit verbundene Kompetenz zur Abgabenerhebung wirksam auf einen Zweckverband zu übertragen und diesen damit erstmals als rechtsfähige Körperschaft des öffentlichen Rechts zu gründen (LVerfG LSA, Urteil vom 03. Juli 1997, LVG 1/97 , LVerfGE 7, 251 [260]; Urteil vom 12. Dezember 1997, LVG 12/97 , LVerfGE 7, 304 [314 f.]; VG Dessau, Urteil vom 19. März 1998, A 1 K 238/96, LKV 1998, 322 [323]).
Diese Vorschrift erfasste nämlich allein Gründungsfehler, die bei Zweckverbandsgründungen nach Inkrafttreten des GKG LSA a.F. am 16. Oktober 1992 aufgetreten waren; die auf der Grundlage des § 61 Kommunalverfassung bis zum 15. Oktober 1992 gegründeten Zweckverbände wurden durch § 19 a GKG LSA a.F. nicht erfasst (OVG LSA…, Beschluss vom 14. Mai 1997, C 2 S 1/96 , a.a.O.; LVerfG LSA, Urteil vom 03. Juli 1997, LVG 1/97 , LVerfGE 7, 251 [260 f.]; Urteil vom 12. Dezember 1997, LVG 12/97 , LVerfGE 7, 304 [313 f.]).
Auch auf die Anpassung einer bestehenden Verbandssatzung nach § 29 GKG LSA a.F. war § 19 a GKG LSA a.F. nicht anwendbar (LVerfG LSA, Urteil vom 03. Juli 1997, LVG 1/97 , LVerfGE 7, 251 [260 f.]; Urteil vom 12. Dezember 1997, LVG 12/97 , LVerfGE 7, 304 [313 f.]).
Die Vorschrift des § 8 a Abs. 4 Satz 1 GKG LSA n.F. enthält die vom Landesverfassungsgericht in seinem Urteil vom 03. Juli 1997 ( LVG 1/97 , a.a.O.) geforderte Klarstellung, dass die Heilungsvorschriften grundsätzlich auch auf unwirksame Anpassungen der Verbandssatzung gemäß § 29 GKG LSA a.F. mit der Folge anwendbar sind, dass der Verband (allein) auf Grund dieses Anpassungsvorgangs als gegründet gilt (…vgl. LT-Drucksache 2/3894, S. 6 ff.).
Da es in Sachsen-Anhalt erstmals mit Inkrafttreten des GKG LSA a.F. am 16. Oktober 1992 möglich war, einen rechtsfähigen Zweckverband zu gründen, waren in den Fällen, in denen ein Zweckverband bereits zuvor gegründet worden war, übereinstimmende Beschlüsse aller Gemeindevertretungen der Verbandsmitglieder über die in § 29 GKG LSA a.F. vorgesehene Anpassung der Verbandssatzung erforderlich, um die den Gemeinden zustehende Aufgabe der Abwasserbeseitigung und die damit verbundene Kompetenz zur Abgabenerhebung wirksam auf einen Zweckverband zu übertragen und diesen damit erstmals als rechtsfähige Körperschaft des öffentlichen Rechts zu gründen (LVerfG LSA, Ur-teil vom 03. Juli 1997, LVG 1/97 , LVerfGE 7, 251 [260]; Urteil vom 12. Dezember 1997, LVG 12/97 , LVerfGE 7, 304 [314 f.]; VG Dessau, Urteil vom 19. März 1998, A 1 K 238/96, LKV 1998, 322 [323]).
Erst mit dem Beschluß des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg vom 14. Mai 1997 (LKV 1997, 417 f.) und dem kurz darauf ergangenen Urteil des Landesverfassungsgerichts Sachsen-Anhalt vom 3. Juli 1997 (LVerfGE 7, 251 ff.) setzte sich die Auffassung durch, daß § 61 DDR-KV für sich genommen keine ausreichende Grundlage für Zweckverbandsgründungen bilde und auch das RZwVerbG für die neuen Bundesländer nicht die notwendige gesetzliche Ergänzung bereitstelle (vgl. hierzu etwa Wellmann, LKV 1997, 402 ff.; Kollhosser, NJW 1997, 3266).
OVG Sachsen-Anhalt, 11.01.2007 - 4 L 732/04
Austritt; Zweckverband; Abwasserbeseitigung
OVG Sachsen-Anhalt, 04.07.2000 - 1 M 10/00

References: Art. 75
 § 51
 § 19
 § 61
 § 51
 Art. 3
 § 20
 § 61
 § 61
 § 61
 § 61
 Art. 123
 Art. 123
 § 170
 § 61
 § 29
 § 61
 § 19
 § 29
 § 19
 § 8
 § 29
 § 29
 § 61