Source: https://www.lohn-info.de/gleitzone_2019.html
Timestamp: 2018-12-16 15:44:56+00:00

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Gleitzone 2019 - Sozialversicherungsrechtlicher Einstiegsbereich ab Juli 2019
Beitragsberechnung für 2019
Beitragsberechnung in der Gleitzone für 2019 - Sozialversicherungsrechtlicher Einstiegsbereich ab Juli 2019
Mit der Absenkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung durch das Qualifizierungschancengesetz stehen alle Beitragssätze für 2019 fest. Der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz beträgt 39,65%. Der Faktor F beträgt 0,7566.
Der Bundestag hat mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung am 8. November 2018 den Weg für zahlreiche Änderungen innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung frei gemacht und angenommen. Das Gesetz stand auf der Tagesordnung der 972. Sitzung des Bundesrates am 23.11.2018. Der Bundesrat hat den Vermittlungsausschuss nicht aufgerufen. Das Gesetz wurde am 04.12.2018 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Der Gesetzentwurf sieht die Ausweitung der Gleitzone bis auf 1.300 Euro vor. Die Gleitzone geht ab Juli 2019 von 450,01 bis 1.300 Euro. Die Neuausrichtung der Gleitzone zeigt sich auch in einer veränderten Begrifflichkeit. Im Gesetz wird von einem sozialversicherungsrechtlichen Einstiegsbereich gesprochen.
Durch die Einfügung des neuen Absatzes 1a in § 70 SGB VI wird sichergestellt, dass die geringeren Rentenversicherungsbeiträge im Einstiegsbereich ab 1. Juli 2019 aus der verminderten Beitragsbemessungsgrundlage nicht zu geringeren Rentenansprüchen führen.
In § 70 wird nach Absatz 1 folgender Absatz 1a eingefügt:
Abweichend von Absatz 1 Satz 1 werden Entgeltpunkte für Beitragszeiten aus einer Beschäftigung im Übergangsbereich (§ 20 Absatz 2 Viertes Buch) ab dem 1. Juli 2019 aus dem Arbeitsentgelt ermittelt.
Durch eine Änderung des § 28a SGB IV (Meldepflicht) wird für die richtige Meldung gesorgt.
Nach § 28a Absatz 3 Satz 2 Nummer 2 Buchstabe b wird folgender Buchstabe c eingefügt:
c) in Fällen, in denen die beitragspflichtige Einnahme in der gesetzlichen Rentenversicherung nach § 163 Absatz 10 Sechstes Buch bemessen wird, das Arbeitsentgelt, das ohne Anwendung dieser Regelung zu berücksichtigen wäre,
Daher ist die bisher gegebene Möglichkeit, zur Vermeidung rentenrechtlicher Nachteile auf die Anwendung der beitragsrechtlichen Regelung des § 163 Absatz 10 zu verzichten, nicht mehr notwendig.
Die begünstigenden beitragsrechtlichen Regelungen in der ab dem 1. Juli 2019 gültigen Fassung finden deshalb auch für Versicherte Anwendung, die bisher auf die Anwendung der Gleitzone in der gesetzlichen Rentenversicherung verzichtet haben. Die erteilten Verzichtserklärungen verlieren damit für Zeiten ab dem 1. Juli 2019 ihre Wirkung.
Berechnung des Faktor F im Jahr 2019
Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung wird für das Jahr 2019 auf 0,9 Prozent abgesenkt. Das gibt das Bundesministerium für Gesundheit am 26. Oktober 2018 mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger bekannt. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz dient den Krankenkassen als Richtwert bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze.
Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt um 0,5% auf 2,5%.
Der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt um 0,5% auf 3,05%.
Damit würde der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz 39,65% betragen. Der Faktor F wäre 0,7566.
Mit dem Versichertenentlastungsgesetz sollen die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung ab 1. Januar 2019 wieder zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Versicherten getragen werden. Der bisherige Zusatzbeitrag wird damit paritätisch finanziert. Das spielt für die Berechnung des Faktor F keine Rolle.
(30%/39,65%)
Bestimmung der fiktiven beitragspflichtigen Einnahme. Wegen der Ausweitung der Gleitzone ab Juli 2019 gibt es hier Unterschiede zwischen erstem und zweitem Halbjahr. Der Faktor F in Höhe von 0,7566 ist aber für das gesamte Jahr 2019 maßgebend.
Die Bestimmung der fiktiven beitragspflichtigen Einnahme erfolgt auch im ersten Halbjahr 2019 nach der Formel:
Die Bestimmung der fiktiven beitragspflichtigen Einnahme erfolgt ab Juli 2019 nach einer neuen Formel:
F * 450 + ([1300/(1300-450)] - [450/(1300-450)] * F) * (Arbeitsentgelt - 450)
Ab dem 1. Januar 2019 werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung in gleichem Maße von Arbeitgebern und Beschäftigten getragen. Der bisherige Zusatzbeitrag wird damit paritätisch finanziert. Beitragssatz plus individueller Zusatzbeitragssatz ergeben den Gesamtbeitrag zur Krankenversicherung. Anwendung des halben Gesamtbeitragssatz. Rundung des Ergebis. Dieser Betrag wird verdoppelt.
Besonderheit in der Pflegeversicherung in Sachsen (AG-Anteil nur 1,025%).
Gleitzonenrechner 1. Halbjahr 2019
Gleitzonenrechner ab Juli 2019
EXCEL-Aufgaben zur Gleitzone.
Wegen der Änderung der Berechnung im laufenden Jahr, folgen jetzt zwei Beispiele.
Das erste Beispiel gilt für das erste Halbjahr. Es wird die alte Formel zur Bestimmung der fiktiven beitragspflichtigen Einnahme verwendet.
Das zweite Beispiel gilt für das zweite Halbjahr. Es wird die neue Formel zur Bestimmung der fiktiven beitragspflichtigen Einnahme verwendet.
Der Faktor F (0,7566) gilt für das gesamte Jahr 2019.
Die paritätische Tragung des Zusatzbeitragssatzes gilt ebenfalls für das gesamte Jahr 2019.
Beispiel für das erste Halbjahr 2019 (es gilt noch die alte Formel)
Abrechnungsmonat ist der Januar 2019
Berechnung der fiktiven beitragspflichtigen Einnahme ergibt: 531,54 €
AG-Anteil: 7,85% (ab 2019 wird der Zusatzbeitrag paritätisch finanziert)
83,46 € 47,10 € 36,36 €
AG-Anteil: 1,525%
16,22 € 9,15 € 7,07 €
98,86 € 55,80 € 43,06 €
AG-Anteil: 1,25%
13,28 € 7,50 € 5,78 €
211,82 € 119,55 € 92,27 €
Darüber hinaus ist der Beitragszuschlag in der Pflegeversicherung bei Kinderlosigkeit von 0,25%, der vom Arbeitnehmer alleine zu tragen ist, durch Anwendung des Beitragszuschlags auf die reduzierte beitragspflichtige Einnahme gesondert zu berechnen und dem Arbeitnehmerbeitragsanteil hinzuzurechnen (§ 2 Abs. 2 Satz 5 BVV).
Zwei Besonderheiten gilt es noch zu beachten:
Im obigen Beispiel wäre der Gesamtbeitrag zur Pflegeversicherung immer noch 16,22 €.
Der AG-Anteil wäre aber nur 6,15 € (1,025% AG-Anteil * 600 €).
Der AN-Anteil wäre dann aber 10,07 € (16,22 - 6,15).
Im obigen Beispiel wäre der Gesamtbeitrag zur Pflegeversicherung dann 17,55 € (16,22 € + 1,33 €).
Der AG-Anteil wäre immer noch 9,15 €.
Der AN-Anteil wäre dann aber 8,40 € (7,07 € + 1,33 €).
Beispiel für das zweite Halbjahr 2019 (Anwendung der neuen Formel)
Abrechnungsmonat ist der Juli 2019
Berechnung der fiktiven beitragspflichtigen Einnahme ergibt: 509,80 €
80,04 € 47,10 € 32,94 €
15,54 € 9,15 € 6,39 €
94,82 € 55,80 € 39,02 €
12,74 € 7,50 € 5,24 €
203,14 € 119,55 € 83,59 €
Im obigen Beispiel wäre der Gesamtbeitrag zur Pflegeversicherung immer noch 15,54 €.
Der AN-Anteil wäre dann aber 9,39 € (15,54 - 6,15).
Im obigen Beispiel wäre der Gesamtbeitrag zur Pflegeversicherung dann 16,81 € (15,54 € + 1,27 €).
Der AN-Anteil wäre dann aber 7,66 € (6,39 € + 1,27 €).
Die dritte Besonderheit entfällt ab Juli 2019. Durch die Einfügung des neuen Absatzes 1a in § 70 SGB VI wird sichergestellt, dass die geringeren Rentenversicherungsbeiträge im Einstiegsbereich ab 1. Juli 2019 aus der verminderten Beitragsbemessungsgrundlage nicht zu geringeren Rentenansprüchen führen. Daher ist die bisher gegebene Möglichkeit, zur Vermeidung rentenrechtlicher Nachteile auf die Reduzierung des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts in der Rentenversicherung zu verzichten, nicht mehr notwendig.

References: § 70
 § 70
 § 28
 § 28
 § 163
 § 163
 § 70