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Timestamp: 2019-12-10 18:24:29+00:00

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BGH, 24.01.1992 - V ZR 274/90 - dejure.org
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BGH, 24.01.1992 - V ZR 274/90 (https://dejure.org/1992,1451)
BGH, Entscheidung vom 24.01.1992 - V ZR 274/90 (https://dejure.org/1992,1451)
BGH, Entscheidung vom 24. Januar 1992 - V ZR 274/90 (https://dejure.org/1992,1451)
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§§ 833, 906 Abs. 2 BGB
Tierhalterhaftung des Bienenhalters
Bienenhaltung: Schadensersatz wegen Blütenbestäubung Schnittstaudengärtnerei
Nachbarrechtlicher Bereich - Nachbarrecht - Tierhalterhaftung - Rechtswidrigkeit der Haftung - Eigentumsvorschriften - Grundstücksbeeiträchtigung - Bienenflug
BGB § 833, § 906
Nachbarrecht; Haftung bei Bienenhaltung
BGHZ 117, 110
NJW 1992, 1389
MDR 1992, 482
VersR 1992, 624
WM 1992, 1117
Die von § 906 BGB erfaßten Einwirkungen stimmen darin überein, daß sie in ihrer Ausbreitung weithin unkontrollierbar und unbeherrschbar sind, in ihrer Intensität schwanken und damit andere Grundstücke überhaupt nicht, unwesentlich oder wesentlich beeinträchtigen können (Senat, BGHZ 117, 110, 112).
Ein Imker, der die Bestimmungsmacht über die Bienen hat, aus eigenem Interesse für die entsprechenden Kosten aufkommt, Wert und Nutzen der Tiere für sich in Anspruch nimmt und das Risiko ihres Verlustes trägt, ist somit aber unproblematisch als Halter seiner Honigbienen anzusehen (BGH, Urteil vom 24.01.1992, Az.: V ZR 274/90, u.a. in: NJW 1992, Seiten 1389 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 14.08.1990, Az.: 4 U 233/89, u.a. in: AgrarR 1991, Seiten 263 f.;… Moritz, in: Herberger/Martinek/Rüßmann u.a., jurisPK-BGB, 8. Auflage 2017, § 833 BGB, Rn. 7; Lehmann/Auer, VersR 2011, Seiten 846 f.; Martinek, Die Biene 1994, Heft 10, Seiten 584 ff. [Teil 1] und Heft 11, Seiten 641 ff. [Teil 2]; Schüssler, Deutsches Bienenrecht, 1934).
43 Kann somit der Kläger die von ihm behauptete Einwirkung durch die Honig-Bienen des Beklagten nicht als Eigentumsbeeinträchtigung abwehren (§ 1004 Abs. 2 in Verbindung mit § 906 BGB), so kann der Beklagte auch grundsätzlich nicht nach § 833 BGB zum Schadensersatz aufgrund des Bienen-Flugs verpflichtet sein (BGH, Urteil vom 24.01.1992, Az.: V ZR 274/90, u.a. in: NJW 1992, Seiten 1389 f.; LG Bonn, Urteil vom 16.01.2013, Az.: 7 O 181/12, u.a. in: BeckRS 2013, Nr.: 17420 = "juris"; LG Dessau-Roßlau, Urteil vom 10.05.2012, Az.: 1 S 22/12, u.a. in: NJW-RR 2013, Seiten 87 ff.; AG Augsburg, Urteil vom 19.12.1997, Az.: 2 C 2757/97, u.a. in: BeckRS 2009, Nr.: 08249 = "juris"; Schwendner, Handbuch Bienenrecht 1989, 1. Teil, Seite 12; Schüßler, Deutsches Bienenrecht 1934, Seite 136; Keßler, JW 1933, Seite 2951).
48 Die Bienenhaltung des Beklagten in einer kleinen Gemeinde im ländlichen Bereich ist auch ortsüblich (BGH, Urteil vom 24.01.1992, Az.: V ZR 274/90, u.a. in: NJW 1992, Seiten 1389 f.; OGH Österreichs, Beschluss vom 14.01.1997, Az.: 4Ob2347/96t; OLG Celle, Urteil vom 12.04.1988, Az.: 4 U 278/85, u.a. in: AgrarR 1990, Seiten 198 ff. = BeckRS 1988, Nr.: 31137453; OLG Köln, Urteil vom 03.10.1967, Az.: 13 U 67/67, u.a. in: RdL 1968, Seiten 46 ff.; LG Bonn, Urteil vom 16.01.2013, Az.: 7 O 181/12, u.a. in: BeckRS 2013, Nr.: 17420 = "juris" LG Dresden, Urteil vom 07.07.2011, Az.: 2 S 39/11; LG Memmingen, Urteil vom 25.02.1987, Az.: 1 S 550/86, u.a. in: NJW-RR 1987, Seiten 530 f.; LG München I, Urteil vom 16.04.1986, Az.: 15 S 22975/85, in: Schwendner, Handbuch Bienenrecht 1989, Nr. 2.5, Seiten 85 ff.; LG Lübeck, Urteil vom 08.10.1969, Az.: 6 S 21/69, u.a. in: VersR 1970, Seite 959; LG Kiel, Urteil vom 21.05.1965, Az.: 8 S 201/64, u.a. in: MDR 1966, Seiten 412 f.; AG Günzburg, Urteil vom 27.08.1986, Az.: C 812/85, in: Schwendner, Handbuch Bienenrecht 1989, Nr. 1.5, Seiten 47 ff.; AG München, Urteil vom 11.10.1985, Az.: 11 C 6949/85, in: Schwendner, Handbuch Bienenrecht 1989, Nr. 2.4, Seiten 83 ff.; AG Hamburg-Blankenese, ZMR 1960, Seite 204; Martinek, Die Biene 1994, Heft 10, Seiten 584 ff. [Teil 1] und Heft 11, Seiten 641 ff. [Teil 2]).
53 Ob nach den neueren Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 20.11.1992, Az.: V ZR 82/91, u.a. in: NJW 1993, Seiten 925 f.; BGH, Urteil vom 24.01.1992, Az.: V ZR 274/90, u.a. in: NJW 1992, Seiten 1389 f.; Martinek, Die Biene 1994, Heft 10, Seiten 584 ff. [Teil 1] und Heft 11, Seiten 641 ff. [Teil 2]) aufgrund eines veränderten Umweltbewusstseins der Menschen und der in den in den neueren Naturschutzgesetzen verankerte Grundsätze Personen nunmehr ggf. selbst in Großstädten mit einer Bienenhaltung rechnen müssen (vgl. LG Bonn, Urteil vom 16.01.2013, Az.: 7 O 181/12, u.a. in: BeckRS 2013, Nr.: 17420 = "juris"), kann vorliegend jedoch dahingestellt bleiben, da in einer ländlichen Umgebung - so wie hier - grundsätzlich jede Person mit einer Bienenhaltung rechnen muss (BGH, Urteil vom 24.01.1992, Az.: V ZR 274/90, u.a. in: NJW 1992, Seiten 1389 f.; OGH Österreichs, Beschluss vom 14.01.1997, Az.: 4Ob2347/96t; LG Bonn, Urteil vom 16.01.2013, Az.: 7 O 181/12, u.a. in: BeckRS 2013, Nr.: 17420 = "juris" LG Dresden, Urteil vom 07.07.2011, Az.: 2 S 39/11; LG Memmingen, Urteil vom 25.02.1987, Az.: 1 S 550/86, u.a. in: NJW-RR 1987, Seiten 530 f.; LG Lübeck, Urteil vom 08.10.1969, Az.: 6 S 21/69, u.a. in: VersR 1970, Seite 959; AG Dippoldiswalde, Urteil vom 26.11.2010, Az.: 3 C 412/09), weil der Flug der Bienen für die Befruchtung der Felder und Blüten von großem Vorteil ist.
55 Die daraus folgenden Einwirkungen auf das Grundstück der Zeugen W... können mit wirtschaftlich zumutbaren Maßnahmen vom Beklagten im Übrigen auch nicht verhindert werden (§ 906 Abs. 2 Satz 1 BGB; BGH, Urteil vom 24.01.1992, Az.: V ZR 274/90, u.a. in: NJW 1992, Seiten 1389 f.; OGH Österreichs, Beschluss vom 14.01.1997, Az.: 4Ob2347/96t; LG Bonn, Urteil vom 16.01.2013, Az.: 7 O 181/12, u.a. in: BeckRS 2013, Nr.: 17420 = "juris").
Da die Bienenhaltung in einem ländlich geprägten Gebiet - so wie hier - (und mehr und mehr auch in städtischen Gebieten) aber als üblich anzusehen ist, kann ein Nachbar die von der Klägerseite hier behaupteten Einwirkungen durch den Flug der Bienen des Beklagten auch in der Regel nicht abwehren (BGH, Urteil vom 24.01.1992, Az.: V ZR 274/90, u.a. in: NJW 1992, Seiten 1389 f.; LG Dresden, Urteil vom 07.07.2011, Az.: 2 S 39/11).
aa) Nach der Rechtsprechung des Senats zum Nachbarschaftsrecht scheidet eine deliktische Haftung aus § 833 BGB aus, wenn der Eigentümer die Beeinträchtigung seines Eigentums gemäß § 1004 Abs. 2 i.V.m. § 906 BGB nicht abwehren kann (vgl. Senat, Urteil vom 24. Januar 1992 - V ZR 274/90, BGHZ 117, 110, 111 f.).
(Vgl. BGH, NJW 1959, 1632; BGHZ 38, 61; BGH, NJW 1992, 1389; BGH, NJW 1993, 925; LG Heidelberg, NZM 2010, 919;… Palandt/Bassenge, aaO, § 906 BGB Rn. 23;… missverständlich hingegen die Formulierungen von Fritzsche in Bamberger/Roth, BGB, 3. Auflage 2012, § 906 BGB Rn. 56; unklar OLG Stuttgart…, Urteil vom 30.04.2013 - 3 U 46/13 -, Rn. 24, zitiert nach Juris.) Die für die Klägerin störende Anlage auf dem Dach des Nachbarhauses wäre mithin nur dann "ortsüblich" im Sinne des Gesetzes, wenn von anderen Photovoltaikanlagen im selben Ort, bzw. im selben Wohngebiet, Blendwirkungen auf Nachbarhäuser in ungefähr gleicher Art und gleicher Intensität ausgehen würden.
(2) Unter dem im zivilen Nachbarrecht gebräuchlichen Begriff der Einwirkungen (vgl. § 906 BGB) fallen ohne Beschränkung auf unwägbare Stoffe alle grenzüberschreitenden Immissionen, die in ihrer Ausbreitung weitgehend unkontrollierbar und unbeherrschbar sind (BGHZ 117, 110) und denen gesundheits- oder sachschädigende Wirkung zukommen kann (…Palandt/Bassenge BGB 63. Aufl. § 906 Rn. 5; siehe auch § 3 Abs. 2 BImSchG).
Aus dieser Duldungspflicht bzw. dem Fehlen eines Verbietungsrechtes der Kläger folgt, dass die Einwirkung nicht rechtswidrig i. S. d. §§ 823 ff. BGB ist (BGH, NJW 1992, 1389; NJW-RR 2000, 537;… Palandt/Bassenge, 71. Aufl., § 906 BGB, Rn. 14).
Diese Bewertung entspricht auch dem Sinn und Zweck des § 906 BGB, der das dem Eigentümer grundsätzlich zustehende Ausschließungsrecht (§ 903 BGB) mit den Bedürfnissen des praktischen Lebens in Einklang bringen will (RGZ 141, 406, 408 f.; BGH, Urteil vom 24.01.1992, Az. V ZR 274/90, juris-Rn. 7).
Der abstrakte Ausgangspunkt dieses klägerischen Gedankengangs ist richtig: Unter § 906 BGB fallen grenzüberschreitende Einwirkungen, die in ihrer Ausbreitung weitgehend unkontrollierbar und unbeherrschbar sind (BGH, NJW 1992, 1389).
Unter § 906 BGB fallen ohne Beschränkung auf unwägbare Stoffe grenzüberschreitende Einwirkungen, die in ihrer Ausbreitung weitgehend unkontrollierbar und unbeherrschbar sind (BGH, Urt. v. 24.01.1992, V ZR 274/90, NJW 1992, 1389).
OLG Zweibrücken, 29.01.2001 - 7 U 161/00
Begriff der grenzüberschreitenden Einwirkung; Skybeamer- Lichtstrahlen
Zu den Einwirkungen i.S.v. § 906 gehören nämlich solche, die in ihrer Ausbreitung weitgehend unkontrollierbar und unbeherrschbar sind (BGHZ 117, 110, 112), damit grundsätzlich also auch Licht.
OLG Brandenburg, 30.07.2009 - 5 U 96/08
Nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch: Erforderliche Darlegung einer unzumutbaren …
b) Es kann aber bereits nicht festgestellt werden, dass es sich bei den Beeinträchtigungen um wesentliche handelt, die eine ortsübliche Benutzung des Grundstücks der Klägerin oder dessen Ertrag über das zumutbare Maß hinaus beeinträchtigen; darlegungs- und beweisbelastet ist insoweit die Klägerin (BGHZ 117, 110, 113;… Münchener Kommentar/Medicus, a.a.O., Rn. 144).
Auf diese Weise begrenzt die Duldungspflicht die Gefährdungshaftung nach § 114 BBergG ebenso wie die Haftung aus unerlaubter Handlung; insoweit ist anerkannt, dass die Duldungspflicht unerlaubten Handlungen die Rechtswidrigkeit und damit der Schadensersatzverpflichtung die Grundlage nimmt (vgl. etwa BGH, Urteil vom 24. Januar 1992, V ZR 274/90, BGHZ 117, 110 = NJW 1992, 1389, unter 1. m. Nachw.).
AG Kandel, 29.06.2009 - 1 C 5/09
Zur Frage, wieviel Bienenvölker auf einem Nachbargrundstück geduldet werden …

References: § 833
 § 906
 § 906
 § 833
 § 906
 § 833
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 833
 § 1004
 § 906
 § 906
 § 906
 § 906
 § 906
 § 3
 § 906
 § 906
 § 906
 § 906
 § 906
 § 114