Source: https://mhb.meeresschutz.info/de/kennblaetter/neue-kennblaetter/details/pid/25
Timestamp: 2020-07-05 22:22:30+00:00

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Letzte PDF-Aktualisierung: 2020-07-03 21:45:23
Makrozoobenthos (Stand: 03.07.2015 )
Biologisches Monitoring - Fauna
Unter Makrozoobenthos werden in diesem Kennblatt alle am und im Weich- und Hartboden sowie auf Pflanzen lebenden wirbellose Organismen verstanden, die von einem Sieb mit 1 mm Maschenweite zurückgehalten werden. In den Ästuaren und Schlicksedimenten werden auch kleinere Siebweiten verwendet.
Bund BfN , UBA , BfG , BSH
Hamburg BUE HH
Niedersachsen NLPV NI , NLWKN
Schleswig-Holstein LKN.SH / NPV , LLUR SH
Fach-AG Benthos und benthische Lebensräume
Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (kurz: FFH-Richtlinie) hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern und zu schützen. Sie bildet die Grundlage für das Schutzgebietssystem „Natura 2000“.
Die Vernetzung von Lebensräumen dient der Bewahrung, (Wieder-)Herstellung und Entwicklung ökologischer Wechselbeziehungen sowie der Förderung natürlicher Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungsprozesse.
In Deutschland wird die FFH-RL durch das Bundesnaturschutzgesetz und das Wasserhaushaltsgesetz sowie durch entsprechende Landesgesetze in ihrer jeweils geltenden Fassung umgesetzt. Sie trat bereits 1992 in Kraft und liegt seit 2007 in konsolidierter Form vor und enthält die folgenden Anhänge:
Anhang I: Lebensraumtypen zur Berücksichtigung im Schutzgebietsnetz NATURA 2000
Anhang II: Arten zur Berücksichtigung im Schutzgebietsnetz NATURA 2000
Anhang III: Kriterien zur Auswahl von Schutzgebieten
Anhang IV: Streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten
Anhang V: durch Entnahme gefährdete Arten
Anhang VI: Verbotene Methoden und Mittel des Fangs, der Tötung und der Beförderung
Zur Überprüfung von ergriffenen Schutzmaßnahmen und des Erhaltungszustandes ist nach Art. 11 ein Monitoring aller Arten und Lebensräume von europäischem Interesse gemäß den Anhängen I, II, IV und V durchzuführen.
Die Richtlinie zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik (Wasserrahmenrichtlinie, WRRL) trat im Jahr 2000 in Kraft und bündelt vielzählige Einzelrichtlinien des Wasserrechts. Ziel der Wasserrahmenrichtlinie ist der gute chemische Zustand und gute ökologische Zustand bzw. Potential der Gewässer, ein Verschlechterungsverbot und Verbesserungsgebot für den Gewässerzustand, nachhaltige Wassernutzung und Schutz der Wasserressourcen sowie Schutz vor Überschwemmungen und Dürren.
Die WRRL wird in Deutschland durch das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und die Wassergesetze der Länder sowie die Oberflächengewässerverordnung (OGewV) und die Grundwasserverordnung (GrwV) umgesetzt. Die Richtlinie gilt u.a. für die Oberflächengewässer einschließlich der Übergangs- und Küstengewässer.
Das Ziel zur Erreichung des guten ökologischen Zustandes bis 2027 wird in drei Bewirtschaftungszyklen mithilfe von Maßnahmenprogrammen und Bewirtschaftungsplänen umgesetzt. Durch die Gewässerüberwachung und -bewertung werden die umgesetzten Maßnahmen überprüft.
Bei den Überwachungsprogrammen der Oberflächengewässer nach Anhang V WRRL wird unterschieden in Programme zur „überblicksweisen Überwachung", zur „operativen Überwachung" und zur „Überwachung zu Ermittlungszwecken" (siehe z.B. Überwachungsprogramme Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern).
Die Trilaterale Wattenmeerzusammenarbeit zum Schutz des Wattenmeeres (Trilateral Wadden Sea Cooperation, TWSC) basiert auf der gemeinsamen Erklärung der Umweltminister aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden, welche 1982 unterzeichnet und im Jahr 2010 aktualisiert wurde (Joint Declaration on the Protection of the Wadden Sea). Die grenzüberschreitende, ökosystembasierte Kooperation war Grundvoraussetzung für die Anerkennung des Wattenmeeres als UNESCO-Weltnaturerbe nach der Welterbekonvention.
Die drei Anrainerstaaten des Wattenmeeres kooperieren u.a. auf den Gebieten Monitoring, Bewertung, Maßnahmen, Forschung und Umweltbildung. Ziel ist es, ein weitgehend natürliches und ungestörtes Ökosystem Wattenmeer zu erhalten. Neben der Gewährleistung des Küstenschutzes wird der Dialog mit allen Nutzern und Interessengruppen gepflegt und gefördert.
Eckpunkte für ein gemeinsames Management, welches sowohl gemeinsam als auch eigenverantwortlich umgesetzt wird, sind im Wattenmeerplan 2010 enthalten.
Für eine Bewertung der Umsetzung und des Erfolges von ergriffenen Maßnahmen wird das Trilaterale Monitoring- und Bewertungsprogramm (Trilateral Monitoring and Assessment Program, TMAP) durchgeführt. Basierend auf dem TMAP werden regelmäßig Berichte über den aktuellen ökologischen Zustand des Wattenmeeres (Quality Status Report, QSR) erstellt. Darin werden Zustandsänderungen und mögliche Ursachen benannt sowie Maßnahmen inkl. Wirksamkeitsanalyse angegeben.
FFH-RL x x x x
WRRL - - x x
TWSC - - - x
Nach der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (Art. 11) müssen Überwachungsprogramme erstellt werden, welche die in der nach Artikel 8 erstellten Anfangsbewertung bewerteten Merkmale (Anhang III, Tab. 1 der MSRL) umfassen soll, unter anderem das Makrozoobenthos. Dabei müssen die nach Artikel 10 festgelegten Umweltziele sowie die in Anhang V MSRL explizit gelisteten Aspekte berücksichtigt werden.
Konkrete Bewertungskriterien mit möglichem Bezug zum Makrozoobenthos entsprechend der Vorgaben des Kommissionsbeschlusses (2017/848/EU) [2] werden im Bericht zum Guten Umweltzustand (GES, Art. 9) genannt.
Die Überwachungsprogramme müssen innerhalb der Meeresregion bzw. -unterregion kompatibel und mit anderen Richtlinien (FFH, VRL, WRRL) vereinbar sein. Eine Festlegung der hieraus erwachsenden Anforderungen an Überwachungsprogramme bedarf noch einer (inter-) nationalen Abstimmung. Die nationalen Überwachungsprogramme nach Art. 11 MSRL wurden 2014 erstmals berichtet und werden 2020 aktualisiert.
Ergebnisse der Makrozoobenthosüberwachung werden v.a. zur Beurteilung der benthischen Lebensgemeinschaften als Aspekt der Beschaffenheit und Diversität der Habitate (D1), der indirekten Auswirkungen der Nährstoffanreicherung durch flächenhaften Sauerstoffmangel (D5), des Zustands des Meeresgrundes (D6) sowie ggf. als Abundanz/Verteilung von wichtigen trophischen Schlüsselgruppen (D4) und des Vorkommens nicht-einheimischer Arten (D2) benötigt.
Zur Bewertung des Meeresbodens nach MSRL wird unterschieden zwischen den weitverbreiteten benthischen Lebensräume (BHT, „Broad Habitat Types“, laut KOM-Beschluss 2017/848/EU, dort auf Deutsch übersetzt als „Benthische Biotopklassen“) und den besonders geschützten benthischen Lebensräume (OHT, „Other Habitat Types“, laut KOM-Beschluss 2017/848/EU, dort auf Deutsch übersetzt als „Andere Lebensraumtypen“).
Nach Artikel 10 müssen die Mitgliedsstaaten auf der Grundlage der Anfangsbewertung 2012 und der Bewertung 2018 (Art. 8) für jede Meeresregion bzw. -unterregion Umweltziele für ihre Meeresgewässer festlegen, die mit Konkretisierung der operativen Umweltziele als Richtschnur für die Erreichung eines guten Umweltzustands der Meeresumwelt (GES, Art. 9) dienen. Der deutsche Bericht zu den Umweltzielen wurde erstmals im Juli 2012 sowie eine Aktualisierung im Juli 2018 an die EU gemeldet. Der Zustand der benthischen Lebensgemeinschaften und die Ausdehnung der benthischen Lebensräume ist dabei explizit im Ziel "Meere ohne Beeinträchtigungen der marinen Arten und Lebensräume durch die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten" angesprochen, dient aber auch als Aspekt in der Beurteilung der Auswirkungen von Belastungen, die in anderen Zielen thematisiert werden.
Diese Richtlinie hat zum Ziel, zur Sicherung der Artenvielfalt durch die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen im europäischen Gebiet der Mitgliedstaaten, für das der Vertrag Geltung hat, beizutragen (Artikel 2, Absatz 1). Das Makrozoobenthos ist bei der Überwachung des Erhaltungszustandes der Lebensräume (Lebenraumtypen) als Komponente zu berücksichtigen (Siehe Liste der Kennblätter zu den Lebensraumtypen in Abschnitt 2.1).
Lebensraumcharakterisierende Arten des Makrozoobenthos sind im Zusammenhang mit den betreffenden Lebensräumen zu überwachen. Siehe Kennblätter zu den FFH-LRTen:
überspülte Sandbänke (pdf-Download) (Natura 2000 Code 1110)
Ästuarien (pdf-Download) (Natura 2000 Code 1130)
Vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt (pdf-Download) (Natura 2000 Code 1140)
Lagunen des Küstenraumes (pdf-Download) (Natura 2000 Code 1150)
Flache große Meeresarme und -buchten (pdf-Download) (Natura 2000 Code 1160)
Riffe (Natura 2000 Code 1170)
Das Makrozoobenthos muss im Zusammenhang mit der Überwachung der marinen Lebensraumtypen erfasst werden. Die Überwachungsfrequenzen leiten sich aus den Berichtsfrequenzen (alle 6 Jahre) ab.
Der "Erhaltungszustand" eines natürlichen Lebensraums wird unter anderem definiert über den Erhaltungszustand der für ihn charakteristischen Arten. (s. Kennblätter zu den jeweiligen Lebensräumen)
Der ökologische Status der biologischen, chemischen und hydromorphologischen Parameter wird an einem definierten Referenzzustand bemessen. Angestrebt wird ein "guter" ökologischer Zustand für alle Oberflächengewässer bis 2015: "Der Grad der Vielfalt und der Abundanz der wirbellosen Taxa liegt geringfügig außerhalb des Bereichs, der den typspezifischen Bedingungen entspricht. Die meisten empfindlichen Taxa der typspezifischen Gemeinschaften sind vorhanden." (Siehe WRRL Anhang V Abschnitt 1.2.3 - 1.2.4). Für stark veränderte Gewässer (HMWB) ist der Zielzustand nicht der „Gute ökologische Zustand“ sondern das „Gute ökologische Potenzial“ was niedrigere Zielstandards und eine veränderte Bewertungsmethodik zulässt (WHG §27).
WRRL - Artikel 8, Absatz 1
Gemäß der WRRL und der OGewV muss die benthische wirbellose Fauna als Qualitätskomponente im Rahmen der überblicksweisen Überwachung in Übergangs- und Küstengewässern mindestens einmal im Jahr alle 1-3 Jahre untersucht werden (Siehe OGewV Anlage 9 und Anhang V, Abschnitte 1.3.3 und 1.3.4: Überwachung der benthischen wirbellosen Fauna in Küsten- und Übergangsgewässern). Zusätzlicher Überwachungsaufwand ist in Wasserkörpern erforderlich bei Nichterreichen des guten Zustands (operative Überwachung) und unklaren Belastungsursachen (Überwachung zu Ermittlungszwecken)(s. OGewV,§ 9, Anlage 9).
Ecological Quality Objectives
Gesunde Meeresumwelt in der Ostsee, in der die verschiedenen biologischen Komponenten im Gleichgewicht zueinander stehen. Die Umwelt soll in einem guten ökologischen Zustand sein und für nachhaltige ökonomische und soziale Belange genutzt werden können. (HELCOM 25/2004).
Der Baltic Sea Action Plan [5] fordert unter anderem eine von Eutrophierungserscheinungen unbeeinflusste Ostsee mit natürlicher Verbreitung und Vorkommen von Pflanzen und Tieren (Eutrophierungssegment). Im Segment zur Biodiversität steht die naturnahe Funktionalität von Ökosystemen und Habitaten im Vordergrund, wobei Makrozoobenthos-Gemeinschaften eine besondere Rolle spielen.
HELCOM - COMBINE
Das COMBINE-Manual führt Makrozoobenthos als verpflichtende "Core Variable" auf. Die jährlich notwendige Überwachung steht im Zusammenhang mit dem "response of the different biological compartments" in Bezug auf Eutrophierung (siehe Combine Manual Abschnitt C, Annex C-8). Dabei stehen als Eutrophierungseffekte im Vordergrund:
Zunahme der Biomasse
Abnahme der Artendiversität
Schädigung und Absterben des Makrozoobenthos im Falle von Sauerstoffmangel.
HELCOM - Baltic Sea Action Plan
Eine Reihe von EcoQOs werden von HELCOM für alle vier Segmente - Eutrophierung, gefährliche Substanzen, Biodiversität und Naturschutz sowie maritime Aktivitäten - des Baltic Sea Action Plans beschrieben, wobei das Makrozoobenthos insbesondere für die Segmente Eutrophierung und Biodiversität zu erfassen ist.
Im HELCOM Monitoring Manual werden die Themen dieses Kennblattes unter dem folgenden Programmpunkt (programme topic) betrachtet: Species distribution and abundance (benthic community)
Eutrophierungsstatus nach OSPAR (Common Procedure)
"Übergreifendes Ziel ist es, bis 2010 einen gesunden Zustand der Meeresumwelt zu erreichen, in der keine Eutrophierung auftritt."
Ökologische Qualitätsziele (Ecological Quality Objectives)
Nährstoffe und Eutrophierungseffekte: Einfluss der Eutrophierung auf Änderungen und Absterben des Makrozoobenthos - Es soll kein Absterben des Makrozoobenthos auftreten, das durch eutrophierungsbedingte Sauerstoffdefizite und/oder das Auftreten von toxischen Algen zurückzuführen ist.
Dichte empfindlicher Arten
Siehe auch überarbeitete Liste der EcoQOs (OSPAR Commission 2010, Anhang 10) und Kennblatt Biologische Effekte (Imposex bei der nordischen Purpurschnecke Nucella lapillus).
OSPAR - JAMP-Common Procedure
Verfahren für die Bestimmung des Eutrophierungszustandes der OSPAR-Meeresregion.
Makrozoobenthossterben sind im Falle des Auftretens als sekundäre Eutrophierungseffekte in Problemgebieten und potentiellen Problemgebieten zu erfassen.
OSPAR - JAMP (Siehe Theme B: Biological Diversity and ecosystems)
Überwachung der Verbreitung von Arten und Lebensräumen.
Bewertung des Ökosystemzustands, um den Umfang der anthropogenen Beeinträchtigung zu bestimmen.
OSPAR - Liste der beeinträchtigten und/oder abnehmenden Arten und Lebensräume
Die OSPAR-Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, alle schützenswerten Arten und Habitate zu erfassen. Diese Liste wird von OSPAR als Richtschnur verwendet, um zukünftig Prioritäten bei weiteren Arbeiten zur Erhaltung und zum Schutz der marinen Biodiversität zu setzen.
OSPAR erarbeitet momentan Monitoringanweisungen für die Arten und Lebensräume der Liste.
Bisher werden folgende Arten auf dieser Liste geführt, die auch in den deutschen Gewässern vorkommen:
Arctica islandica (Linnæus, 1767),
Nucella lapillus (Linnæus, 1758),
Ostrea edulis (Linnæus, 1758).
OSPAR - Mapping European Seabead Habitats (MESH)
Im Rahmen von OSPAR wurden Arten und Habitate im MESH-Programm festgelegt bzw. beschrieben. Dafür wird eine Monitoringstrategie entwickelt. Diese wird auch die "Ecological objectives" berücksichtigen (Siehe 2.2 Umweltziele).
Der Einfluss von Änderungen in den Einträgen von Nährstoffen und Schadstoffen sowie des Salzgehaltes und der Exposition auf das Makrozoobenthos soll erfasst werden. Hierzu müssen Veränderungen der natürlichen Prozesse, Artenzusammensetzung, Abundanzen (Dominanzen) und Biomasse des Makrozoobenthos über die Zeit beobachtet werden.
Ein weiteres Ziel ist es, eine günstige Nahrungsverfügbarkeit (für höhere trophische Ebenen) zu erreichen (siehe TMAP-Manual Chapter 2, Teil 2).
Trilaterales Ziel:"Eine zunehmende Fläche und eine natürlichere Verbreitung und Entwicklung natürlicher Muschelbänke, Sabellaria-Riffe und Zostera-Flächen."
Das Monitoring Programm für Makrozoobenthos lehnt sich an das JAMP-Programm an (siehe daher OSPAR). Muschelbänke und Sabellaria-Riffe (Niedersachsen) sind in der Stade-Deklaration als trilaterale Targets festgelegt worden (siehe Abschnitt 2.2).
(Wattenmeerplan 2010, siehe unter Kap. 2.1)
Indikatorische Eignung
Das Makrozoobenthos ist unter anderem ein Indikator für folgende Belastungen und Auswirkungen:
Das Makrozoobenthos zeigt frühzeitig indirekte Eutrophierungseffekte an. Dabei kommt es zu Veränderungen in der Artenzusammensetzung und der Biomasse. Außerdem können unter anderem eutrophierungsbedingte Sauerstoffdefizite zum Absterben des Makrozoobenthos führen.
Effekte von Maßnahmen am Gewässerboden, Baggerungen, Verklappungen, Bauwerke, Schleppnetzfischerei
Änderungen in der Morphologie und Hydrographie
[Kartenentwurf Nordsee 2020]
[Kartenentwurf Ostsee 2020]
Das Messkonzept wurde aufgrund der in Kapitel 2.1 dargelegten internationalen Verpflichtungen erstellt. Das Monitoringprogramm für die MSRL wurde im Juli 2014 an die EU gemeldet und wird weiterentwickelt. Eine detaillierte Beschreibung der Verfahren ist der Muster-Standardarbeitsanweisung (SOP MZB) für Laboratorien des BLMPs zu entnehmen. In den jeweiligen Kapiteln wird hier auf die entsprechende SOP verwiesen.
Abbildung 1: Messnetz für die Überwachung des Makrozoobenthos in der Nordsee: Ein repräsentatives Stationsnetz muss noch festgelegt werden. Vorschläge für Untersuchungsstationen in den Küsten- und Übergangsgewässern der Länder liegen vor und werden zurzeit in der Praxis getestet. Sie sind bezüglich der Intensität und Ausrichtung weiter zusammenzuführen. Abbildung 1 als PDF-Dokument
In Niedersachsen werden 9 Stationen im Sublitoral und 3 Stationen (plus 1 Transekt TMAP) im Eulitoral in den Küstengewässern 1-2 mal jährlich für das überblicksweise Monitoring des Makrozoobenthos beprobt. Hinzu kommen Stationen in den Übergangsgewässern (siehe unten) sowie die operative Überwachung. Dabei werden die unterschiedlichen Sedimente und Wassertiefen berücksichtigt. Das Makrozoobenthos in den Küstengewässern Schleswig-Holsteins wird jährlich einmal an 6 Sublitoralstationen und auf Helgoland (Tiefe Rinne, Felswatt, Laminariakrallen) beprobt. Das Wattenmeer (Eulitoral) wird an 6 Stationen 1-2 mal untersucht. Makrozoobenthos ist ein bedeutsames, prägendes und charakterisierendes Element der Lebensraumtypen (LRT). Daher ist zur Bewertung des Zustandes der LRT und der Schutzgebiete sowie der Gewässergüte die Beprobung und zum Teil eine flächenhafte Erfassung der jeweils wichtigsten Habitate des LRT oder des Gewässers notwendig. Im Einzelfall muss für die Bewertung entschieden werden, welche Habitate/Ökotope den Gewässerzustand am besten charakterisieren. Das Monitoring von LRT ist noch in der Entwicklung.
In beiden Ländern wird ein Miesmuschelmonitoring im Rahmen des Muschelmanagements durchgeführt (siehe unten).
In den Übergangsgewässern ist jeweils 1 Transekt pro Salinitätszone mit Sub- und Eulitoralstationen sowie die Nutzung der jährlichen BfG Stationen vorgesehen (Ästuarmonitoring).
Hohe See/AWZ Von 2008 bis 2011 führte das IOW im Auftrag des BSH das biologische Monitoring in der AWZ durch. Seit 2012 ist das biologische Monitoring in der AWZ ausgesetzt.
Das Messnetz für die AWZ in der Nordsee umfasst 12 Stationen, die pro Jahr im Frühjahr und im Herbst vom IOW beprobt werden. Es werden möglichst alle benthischen Lebensgemeinschaften sowie verschiedene Sedimenteigenschaften und Tiefenstufen berücksichtigt.
Neben den punktuellen Überwachungen an den Stationen des dargestellten Messnetzes müssen auch flächenhafte Untersuchungen zur Erfassung der eulitoralen Muschelbänke durchgeführt werden. Bei den sublitoralen Muschelbänken müssen die Kenntnisse zur Lage und Größe für eine Einbindung ins Monitoring noch vervollständigt werden.
Abbildung 2: Messnetz für die Überwachung des Makrozoobenthos in der Ostsee: Abbildung 2 als PDF-Dokument
Für das Monitoring der Weichböden werden an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste einmal jährlich im Frühjahr die Flachwasserbereiche (< 15 m Wassertiefe) an 14 Stationen beprobt. Die tiefen Schlickbereiche (> 15 m Wassertiefe) werden aufgrund der saisonalen Sauerstoffdefizite im Herbst an 17 Stationen aufgesucht.
An der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste umfasst das Messprogramm die Untersuchung der Fauna der Weichböden an 18 Stationen im Flachwasserbereich (< 15 m Wassertiefe) einmal jährlich im Frühjahr/Sommer. 12 Stationen werden in den tieferen Schlickgebieten (> 15 m Wassertiefe) einmal jährlich im Herbst beprobt.
Hohe See/AWZ (IOW im Auftrag des BSH)
Das Messnetz für die AWZ in der Ostsee umfasst 8 Stationen, die einmal pro Jahr im Herbst vom IOW beprobt werden. Die ausgewählten Stationen sind traditionell die HELCOM-Stationen, die seit Anfang der 1980er Jahre regelmäßig untersucht werden. Einzige Ausnahme ist die Station 18, die vor der Küste von Kühlungsborn in 20 m Wassertiefe liegt und territorial noch zu Mecklenburg-Vorpommern zählt. Da für diese Station ebenfalls lange Messreihen vorliegen und dieser Abschnitt der Küste indikativ für Sauerstoffmangel und für Einstromlagen aus der Kieler Bucht ist, wurde sie ebenfalls in die Messnetzroutine aufgenommen.
Softbottom Makrozoobenthos (Küste und AWZ, Ostsee) (Messprogramm-Nr. 119)
Beteiligte Institutionen -
Beginn des Messprogramms 01.01.2006
Ähnliches Monitoring (Greifer) schon bedeutend länger und vor der Entwicklung von WRRL-Multimetrischen Indices (MarBIT, BQI)
Gemäß Verpflichtungen WRRL, MSRL, HELCOM, BLMP/BLANO (Bund/Länder-Messprogramm / Bund/Länder-Ausschuss Nord- und Ostsee)
Überwachte Elemente -
Weichboden; Makrozoobenthos – Infauna Gemeinschaften
Beschreibung Probenahme-Methode
Eine detaillierte Beschreibung der Methoden zu Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden) ist der Muster-Standardarbeitsanweisung SOP MZB (Kapitel 9) für Laboratorien des BLMPs zu entnehmen.
Methoden der Beprobung
Van Veen Greifer 0,1 m²; 30 - 80 kg, van Veen Greifer 0.2 m²;
Rahmendredge
Siebe: 1 mm Maschenweite
Rahmen mit Netzbeutel (250 µm) für Phytalfauna (MarBIT)
unterstützend sollen zukünftig verstärkt Sonarsysteme zum Einsatz kommen
Rahmen: 10 - 20 Parallelen
Greifer: 3 - 5 (in HELCOM 3 Parallelen)
Dredgen: mindestens 1 Hol
siehe Prüfverfahren-SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden), Kapitel 9
Für die WRRL ist eine Mindestfrequenz für benthische wirbellose Tiere von 3 Jahren vorgesehen. Die Mindestfrequenz ist für Gewässer mit geringer natürlicher Variabilität und geringen Störfaktoren ausgewiesen. Die inneren und äußeren Gewässer in den deutschen Seegebieten unterliegen jedoch einer hohen Variabilität und Dynamik. So kann es in einigen Jahren im Spät-sommer und Herbst durch Sauerstoffmangel als Folge der Eutrophierung zu einem Absterben vieler Bodentiere kommen. Diese indikativen Ereignisse könnten bei einem dreijährigen Probenahmerhythmus unbemerkt bleiben. Auch die Populationsdynamik einiger für das System wichtiger, kurzlebiger Arten wie z.B. der Pfeffermuschel (Abra alba) wäre nicht erkennbar. Das Messnetz ist deshalb so anzulegen, dass es dieser Variabilität in Zeit und Raum Rechnung trägt. Dieses erfordert eine häufigere Beprobung, um den Berichtspflichten nachkommen zu können. So zeigt die Auswertung der bisher laufenden Monitoringprogramme, dass für eine Trendanalyse eine jährliche Beprobung zu empfehlen ist. Dieses erfordern auch das verwendete Bewertungssystem MarBIT (Meyer et al. 2011, Berg et al. 2015). Für die weiteren Stationen, die zur Erfassung der Variabilität im Raum erforderlich sind (Flächenmessstellen), wird dann - in Verbindung mit den Daten aus dem Dauermessstellennetz - eine Beprobung alle 6 Jahre als ausreichend angesehen.
Die Zeitpunkte für die Probenahmen sind je nach Gewässertyp und Fragestellung abzustimmen. Z.B. empfiehlt sich in der Ostsee im Flachwasser eine Probenahme im zeitigen Frühjahr (nach der Eisschmelze), in tiefen Sauerstoffmangelgebieten im Herbst. Die MSRL fordert Aussagen zu jährlicher und jahreszeitlicher Variabilität (Anhang III, Tabelle 1) sowie zu Trends.
Auch die Vorgaben von HELCOM erfordern eine jährliche Probenahme , die in den Küstengewässern der Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie in der AWZ im Herbst erfolgt.
Die Bewertung für die WRRL erfolgt nach dem Bewertungsverfahren MarBIT (Meyer et al. 2009, Berg et al. 2015):
Hartboden und Phytal: Juni - Juli
Weichboden: März - April; jedoch in tiefen Sauerstoffmangelgebieten im Herbst.
Tabelle Methoden-URLs
4.2 Zustand vorherrschender und besonderer Biotoptypen
4.1 Verbreitung und Fläche vorherrschender und besonderer Biotoptypen
Weichboden-Arten - Fauna
Meeresboden-Habitate - Merkmale der Artengemeinschaften
Nicht-einheimische Arten - Abundanz und/oder Biomasse
Benthische Arten - Abundanz und/oder Biomasse
HELCOM-Indikatoren
Name des Indikator-Texts/der Kapitel-Überschrift Populationsstruktur langlebiger makrozoobenthischer Arten
Download-Link bei den regionalen Konventionen HELCOM Core Indicator of Biodiversity Population structure of long-lived macrozoobenthic species
Bemerkung zum regionalen Status core
Name des Indikator-Texts/der Kapitel-Überschrift -
Download-Link bei den regionalen Konventionen -
Bemerkung zum regionalen Status -
Name des Indikator-Texts/der Kapitel-Überschrift Zustand der Weichbodengemeinschaften (BQI)
Download-Link bei den regionalen Konventionen HELCOM Core Indicator of Biodiversity State of the soft-bottom macrofauna communities
Name des Indikator-Texts/der Kapitel-Überschrift Verbreitung, Verteilungsmuster und Größe benthischer Habitate
Bemerkung zum regionalen Status pre-core
HELCOM-Subprogramme
Link zum HELCOM Sub-Programm http://helcom.fi/action-areas/monitoring-and-assessment/monitoring-manual/benthic-community-species-distribution-and-abundance/softbottom-fauna
Helcom Name Softbottom fauna
Datenzugriff - Bereitstellung Bereitstellung einer URL zur Datenansicht
Datenzugriff - Bereitstellungs-Datum 01.01.2015
Je nach Fauna-Typ gibt es Tools zur Bewertung (Multimetrische Indices)
Hardbottom Makrozoobenthos (Küste und AWZ, Ostsee) (Messprogramm-Nr. 118)
Gelegentlich (unregelmäßig über Jahre und Wasserkörper) wurde für die WRRL die Phytalfauna auf Steinen erhoben (für Bewertung mit MarBIT). Eine Methode zur Beprobung und Bewertung von flachen Steingründen wird in SH derzeit (2014) ermittelt.
Hartboden und Stein-Riffe; Makrozoobenthos – Fauna auf Fels und Steinriffen
Eine detaillierte Beschreibung der Methoden zu Makrozoobenthos-Untersuchungen auf marinen Hartböden muss entwickelt bzw. die Muster-Standardarbeitsanweisung SOP MZB für Laboratorien des BLMP muss angepasst werden.
An Hartböden: Rahmen
Rahmen: 10 - 20 Parallelen (MarBIT)
Prüfverfahren-SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten muss für Hartboden angepasst werden
Für die WRRL ist eine Mindestfrequenz für benthische wirbellose Tiere von 3 Jahren vorgesehen. Die Mindestfrequenz ist für Gewässer mit geringer natürlicher Variabilität und geringen Störfaktoren ausgewiesen. Die inneren und äußeren Gewässer in den deutschen Seegebieten unterliegen jedoch einer hohen Variabilität und Dynamik. So kann es in einigen Jahren im Spätsommer und Herbst durch Sauerstoffmangel als Folge der Eutrophierung zu einem Absterben vieler Bodentiere kommen. Diese indikativen Ereignisse könnten bei einem dreijährigen Probenahmerhythmus unbemerkt bleiben. Auch die Populationsdynamik einiger für das System wichtiger, kurzlebiger Arten wie z.B. der Pfeffermuschel (Abra alba) wäre nicht erkennbar. Das Messnetz ist deshalb so anzulegen, dass es dieser Variabilität in Zeit und Raum Rechnung trägt. Dieses erfordert eine häufigere Beprobung, um den Berichtspflichten nachkommen zu können. So zeigt die Auswertung der bisher laufenden Monitoringprogramme, dass für eine Trendanalyse eine jährliche Beprobung zu empfehlen ist. Dieses erfordern auch das verwendete Bewertungssystem MarBIT (Berg et al. 2015). Für die weiteren Stationen, die zur Erfassung der Variabilität im Raum erforderlich sind (Flächenmessstellen), wird dann - in Verbindung mit den Daten aus dem Dauermessstellennetz - eine Beprobung alle 6 Jahre als ausreichend angesehen.
Die Zeitpunkte für die Probenahmen sind je nach Gewässertyp und Fragestellung abzustimmen.
Die MSRL fordert Aussagen zu jährlicher und jahreszeitlicher Variabilität (Anhang III, Tabelle 1) sowie zu Trends.
Die Bewertung für die WRRL erfolgt nach dem Bewertungsverfahren MarBIT (Berg et al. 2015):
Hartboden-Arten - Fauna
Link zum HELCOM Sub-Programm http://helcom.fi/action-areas/monitoring-and-assessment/monitoring-manual/benthic-community-species-distribution-and-abundance/hardbottom-species
Helcom Name Hardbottom Species
Ergänzende Angaben zum Daten-Zugriff -
Softbottom Makrozoobenthos (Küste und AWZ, Nordsee) (Messprogramm-Nr. 62)
NLPV NI
Ähnliches Monitoring (Greifer) existiert schon bedeutend länger und bereits vor der Entwicklung von WRRL-Multimetrischen Indices (M-AMBI)
Gemäß Verpflichtungen WRRL, MSRL, OSPAR, BLMP/BLANO (Bund/Länder-Messprogramm / Bund/Länder-Ausschuss Nord- und Ostsee)
Makrozoobenthos - Nordsee - Ohne Muschelbänke - Eulitoral
Entnahme von Sedimentproben mithilfe von Stechkasten oder Stechrohr sowie zusätzlich visuell mit Einmessungen (z.B. Erfassung der Koordinaten zur Abgrenzung einer Gemeinschaft) oder Auszählungen (z.B. makroskopisch gut erkennbare Organismen einer Art/Flächeneinheit);
Siehe Prüfverfahren-SOP: Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden), Kapitel 9
Stechrohre/-kästen: 5 bis 10 Parallelen
Bestimmung der Artenzusammensetzung, Abundanz und der Biomasse: Glühverlust oder Feuchtmasse (siehe Anmerkung zur Biomasse in Kapitel Muschelbänke). Die Größenklassen für Mollusken und Echinodermen sind gesondert zu bestimmen.
Siehe Prüfverfahren-SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen im marinen Sedimenten (Weichboden), Kapitel 9
Durch die WRRL ist eine Mindestfrequenz für benthische wirbellose Tiere von 3 Jahren vorgesehen. Die Mindestfrequenz ist für Gewässer mit geringer natürlicher Variabilität und geringen Störfaktoren ausgewiesen. Die inneren und äußeren Gewässer in den deutschen Seegebieten unterliegen jedoch einer hohen natürlichen Variabilität und Dynamik. Das Messnetz ist deshalb so anzulegen, dass es dieser Variabilität in Zeit und Raum Rechnung trägt.
Dieses erfordert zumindest für einen Teil des Stationsnetzes eine häufigere Beprobung, um den Berichtspflichten nachkommen zu können. So zeigt die Auswertung der bisher laufenden Monitoringprogramme, dass für eine Trendanalyse teilweise eine jährliche Beprobung mit Probenahmen in verschiedenen Jahreszeiten zu empfehlen ist.
Die Zeitpunkte für die Probenahmen sind je nach Gewässertyp und Fragestellung abzustimmen. In der Nordsee ist die Überwachung des Makrozoobenthos in der Regel im Frühjahr/Sommer/Herbst durchzuführen (siehe auch SOP MZB, Kapitel 9).
Makrozoobenthos - Nordsee - Sublitoral
Van Veen Greifer 0,1 m²; 30 - 80 kg, van Veen Greifer 0.2 m²; eventuell Reineck-Kastengreifer und andere
Rahmendredge, 1 m Breite, 0,5 - 1 cm Maschenweite
Siebe: 0,5 - 1 mm Maschenweite (in Übergangsgewässern zum Teil 250 µm)
unterstützend sollen zukünftig verstärkt Sonarsysteme/ Videotechniken zum Einsatz kommen
Greifer: mindestens 5 Parallelen
Für die WRRL ist eine Mindestfrequenz für benthische wirbellose Tiere von 3 Jahren vorgesehen. Die Mindestfrequenz ist für Gewässer mit geringer natürlicher Variabilität und geringen Störfaktoren ausgewiesen. Die inneren und äußeren Gewässer in den deutschen Seegebieten unterliegen jedoch einer hohen natürlichen Variabilität und Dynamik. Das Messnetz ist deshalb so anzulegen, dass es dieser Variabilität in Zeit und Raum Rechnung trägt.
In der Nordsee sollte die Überwachung des Makrozoobenthos in der Regel im Sommer / Herbst durchgeführt werden (siehe SOP MZB, Kapitel 9.)
Hardbottom Makrozoobenthos (Küste und AWZ, Nordsee, explizit Helgoland und Riffe) (Messprogramm-Nr. 57)
Messung von küstennahen Riffen aktuelle in Entwicklung (2014 Test: FFH-Riff „Steingrund“)
Makrozoobenthos - Nordsee - Muschelbänke
Verbreitung im Eulitoral:
Lage und Ausdehnung des Gesamtbestandes der Miesmuschelbänke werden auf der Grundlage von Luftbildern mittleren Maßstabs und zum Teil GPS-basierter Begehungen ermittelt.
Verbreitung im Sublitoral:
Die akustische Fernerkundung kann in Verbindung mit Videoaufnahmen, Greiferproben und Tauchereinsätzen die Möglichkeit bieten, die sublitorale Verbreitung von Muschelbänken, Seegraswiesen, Riffen und Sandbänke zu erfassen. Dem Einsatz der optischen Fernerkundung ist aufgrund der hohen Trübung im Wattenmeer Grenzen gesetzt. Ergebnisse über den Einsatz der akustischen Fernerkundung liegen seit 2011 (Bartholomä & Holler, 2011; Forschungsprojekt Senckenberg-Institut Wilhelmshaven) vor.
Miesmuscheln sind typische Habitatbildner des Wattenmeeres. Die Überwachung muss auch im Rahmen der Überwachung biogener Riffe - 1170 (im Sublitoral) und vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt - 1140 (im Eulitoral) durchgeführt werden (siehe auch: Monitoringhandbuch FFH-LRT).
Zur Ermittlung der Qualität von Miesmuschelbänken werden ausgewählte Muschelbänke im Gelände untersucht und beprobt. Die Qualität einer Miesmuschelbank ergibt sich anhand folgender populationsbiologischer Parameter:
Flächenausdehnung der Bank
Bedeckung (prozentualer Anteil der muschelbesetzten Beete an der Gesamtfläche einer Muschelbank)
Besatz (prozentualer Anteil der muschelbesetzten Flächen auf den Muschelbeeten)
Biomasse (Lebendgewicht)
Längen-Häufigkeitsverteilung (Altersstruktur)
siehe Prüfverfahren-SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden), (Kapitel 9.1.2.7).
Begleitfauna und -flora
In Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden an ausgewählten Stationen Proben zur Begleitfauna der Muschelbänke genommen. Eine Einbindung in die Bewertung nach WRRL und FFH-RL steht noch aus.
Allgemeine Anmerkung zum Parameter Biomasse:
Die WRRL fordert nicht die Bestimmung der Biomasse. Veränderungen in der Biomasse geben jedoch die ersten Anzeichen für Veränderungen der Eutrophierungsprozesse. OSPAR, TMAP und HELCOM zielen mit ihren Monitoringprogrammen direkt auf die Erfassung der Eutrophierungsprozesse ab. Die Bestimmung der Biomasse wird durch die FFH-Richtlinie, die MSRL, und die Meeresschutzkonventionen gefordert und wird deshalb durchgeführt.
Die Überwachung der Muschelbänke wird an repräsentativen Standorten mindestens 1 mal pro Jahr im Frühjahr/Sommer durchgeführt.
Jährliche Überwachung. Auftreten, Verteilung, Ausdehnung und Qualität von Muschelbänken unterliegen größeren jährlichen Schwankungen. Um diese zwischen den Jahren und in den Bänken vergleichen und bewerten zu können, sind mindestens jährliche Erhebungen erforderlich. Zudem ist die Ausbildung auch von der jeweiligen Witterung (z.B. Sturmereignisse) abhängig.
1-2 x pro Jahr
Um eine höhere zeitliche Auflösung der Entwicklung im Jahresgang zu erhalten, werden einzelne Muschelbänke monatlich beprobt.
Probenahme-Zyklus -
http://www.waddensea-secretariat.org/monitoring-tmap/manual-guidelines
Erfassung von Riffen in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee (Messprogramm-Nr. 340)
Beginn des Messprogramms 12.10.2011
Aufgrund der großen Entfernungen zwischen den einzelnen Riffvorkommen in der deutschen AWZ startete die Beprobung der einzelnen Messstationen des Messprogramms zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Im Vorkommensgebiet Sylter Außenriff (SAR) begann die Beprobung im Oktober 2011, wobei für einzelne Messstationen die Erstbeprobung durch witterungsbedingte Ausfälle bei der Ausfahrt erst in einem der beiden Folgejahre durchgeführt werden konnte. Die Beprobung der Messstationen im zweiten großen Vorkommensgebiet Borkum Riffgrund (BRG) startete im Juli 2012.
Das hier beschriebene Messprogramm wurde vom Bundesamt für Naturschutz zur Umsetzung der FFH-Richtlinie innerhalb seines Zuständigkeitsbereiches in der atlantischen biogeografischen Region konzipiert und etabliert. Diese Zuständigkeit beschränkt sich auf die Meeresgewässerregion "Ausschließlichen Wirtschaftszone".
Riffe kommen neben der AWZ auch in den Übergangs- und Küstengewässern der deutschen Nordsee vor. Diese innerhalb der Übergangs- und Küstengewässer gelegenen Riffe befinden sich im Zuständigkeitsbereich der Küstenbundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, welche aktuell daran arbeiten, eigene Messprogramme für diesen FFH-LRT zu entwickeln.
Weitere gemessene Parameter -
Das Messprogramm ist primär darauf ausgerichtet, den Erhaltungszustand des FFH-Lebensraumtyps Riffe festzustellen und anhand nationaler Vorgaben (https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/natura2000/marin_11.pdf) gemäß Art. 17 FFH-RL zu bewerten.
Tabelle Methoden-URLs -
Ergänzende Angaben zur Probenanzahl pro Jahr -
Frequenz kontinuierlich
Die festgelegten Messstationen werden alle 3 Jahre, d.h. zweimal pro Berichtszeitraum beprobt. Die Probenahmen finden meist im Sommer, seltener im Herbst statt. Aufgrund der großen Entfernungen zwischen den einzelnen Vorkommensgebieten von Riffen in der deutschen AWZ der Nordsee werden nicht alle Messstationen im gleichen Jahr untersucht. Die Beprobung erfolgt alternierend zwischen den beiden großen Vorkommensgebieten SAR (2011, 2014, 2017 usw.) und BRG (2012, 2015, 2018 usw.) sowie einem Jahr ohne Riffbeprobung (2013, 2016, 2019 usw.).
Probenahme-Zyklus alle 3 Jahre
Daten-Aggregationsstand -
Datenzugriff - Bereitstellung -
Datenzugriff - Bereitstellungs-Datum -
Datenzugriff - Datentyp -
Datenzugriff - Daten-Update-Frequenz -
Datenzugriff - INSPIRE-Standard -
Datenzugriff - Rechte -
Auf Anfrage können die erhobenen Daten vom BfN derzeit bereits INSPIRE-konform zur Verfügung gestellt werden.
Erfassung von Sandbänken in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee (Messprogramm-Nr. 341)
Aufgrund der großen Entfernungen zwischen den einzelnen Sandbankvorkommen in der deutschen AWZ startete die Beprobung der einzelnen Messstationen des Messprogramms zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Im Vorkommensgebiet Sylter Außenriff (SAR) begann die Beprobung der Amrumbank im Oktober 2011. Die Beprobung der Messstationen im zweiten großen Vorkommensgebiet Borkum Riffgrund (BRG) startete im Juli 2012 und im darauffolgenden Jahr 2013 wurde mit der Doggerbank das größte Vorkommensgebiet in der deutschen Nordsee erstmals beprobt.
Sandbänke kommen neben der AWZ auch in den Übergangs- und Küstengewässern der deutschen Nordsee vor. Diese innerhalb der Übergangs- und Küstengewässer gelegenen Sandbänke befinden sich im Zuständigkeitsbereich der Küstenbundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, welche aktuell daran arbeiten, eigene Messprogramme für diesen FFH-LRT zu entwickeln.
Das Messprogramm ist primär darauf ausgerichtet, den Erhaltungszustand des FFH-Lebensraumtyps Sandbänke festzustellen und anhand nationaler Vorgaben (https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/natura2000/marin_11.pdf) gemäß Art. 17 FFH-RL zu bewerten.
Die festgelegten Messstationen werden alle 3 Jahre, d.h. zweimal pro Berichtszeitraum beprobt. Die Probenahmen finden meist im Sommer, seltener im Herbst statt. Aufgrund der großen Entfernungen zwischen den einzelnen Vorkommensgebieten von Sandbänken in der deutschen AWZ der Nordsee werden nicht alle Messstationen im gleichen Jahr untersucht. Die Beprobung erfolgt alternierend zwischen den drei Vorkommensgebieten SAR (2011, 2014, 2017 usw.), BRG (2012, 2015, 2018 usw.) und Doggerbank (2013, 2016, 2019 usw.).
Erfassung von Riffen in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Ostsee (Messprogramm-Nr. 342)
Beginn des Messprogramms 01.07.2009
Im Jahr 2009 erfolgten die Entwicklung des Monitoring- und Bewertungskonzeptes sowie die Ersterfassung aller monitoringrelevanten Vorkommen von Riffen in der deutschen AWZ der Ostsee. Das eigentliche Monitoring startete im darauffolgenden Jahr 2010.
Das hier beschriebene Messprogramm wurde vom Bundesamt für Naturschutz zur Umsetzung der FFH-Richtlinie innerhalb seines Zuständigkeitsbereiches in der kontinentalen biogeografischen Region konzipiert und etabliert. Diese Zuständigkeit beschränkt sich auf die Meeresgewässerregion "Ausschließlichen Wirtschaftszone".
Riffe kommen neben der AWZ auch in den Übergangs- und Küstengewässern der deutschen Ostsee vor. Diese innerhalb der Übergangs- und Küstengewässer gelegenen Riffe befinden sich im Zuständigkeitsbereich der Küstenbundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, welche aktuell daran arbeiten, eigene Messprogramme für diesen FFH-LRT zu entwickeln.
Das Messprogramm ist primär darauf ausgerichtet, den Erhaltungszustand des LRT Riffe festzustellen und anhand nationaler Vorgaben (https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/natura2000/marin_11.pdf) gemäß Art. 17 FFH-RL zu bewerten.
Probenahme-Methode
Beisiegel, K., Darr, A., Gogina, M., Zettler, M.L. 2017: Benefits and shortcomings in the employment of non-destructive benthic imagery for monitoring of hard-bottom habitats. Marine Pollution Bulletin.
Die Aufnahme des Meeresbodens erfolgt mit einem nach unten ausgerichteten
Kamerasystem (BaSIS), das mit einer Geschwindigkeit von ~0,5 kn entlang eines
definierten Transekt geschleppt wird. Hochauflösende Fotos (24 MPix) werden alle
20 s mit der vertikal angebrachten Kamera aufgenommen (SubCImaging1Cam Alpha),
was einem Abstand von ~5 m zwischen den Bildern entspricht.
Die auf den Bildern erfasste Fläche entspricht ~0,8 m2 und wird durch
Referenzlaserpunkte in jedem Bild exakt berechnet. Für die Bildauswertung wird
jedoch nur ein zentraler, gut ausgeleuchteter Bereich von 0,4 m2 gewählt.
Dieser Bildbereich wird mit Hilfe der Software Coral Point Count with Excel extensions"
(CPCe; Kohler & Gill 2006) für die Bestimmung des prozentualen Bedeckungsgrads,
des Substrats und der Artenanzahl verwendet.
Probenahme-Methode (URL) http://dx.doi.org/10.1016/j.marpolbul.2017.04.009
In der Ostsee sind die Distanzen zwischen den zu untersuchenden Flächen deutlich geringer als in der Nordsee, so dass der interannuellen Variabilität im Monitoringkonzept in hoher zeitlicher Auflösung Rechnung getragen werden kann. Analogieschlüsse von einer Fläche auf eine andere sind dagegen aufgrund der unterschiedlichen Wirkfaktoren (z.B. Salzwasserzustrom, Sauerstoffmangel, anthropogene Beeinträchtigungen, vgl. Zettler et al. 2017) nicht möglich. Daher werden alle Riffgebiete in der deutschen AWZ der Ostsee jährlich mit insgesamt 10-12 Dauerstationen aufgenommen. Zusätzlich erfolgt einmal pro Berichtszeitraum (alle 6 Jahre) eine vollständige Aufnahme jedes Gebietes (Schwerpunktuntersuchungen). Bei den Riffen werden dafür ergänzend in der Kieler Bucht 2, im Fehmarnbelt 11, in der Kadetrinne 10 sowie in den FFH-Gebieten „Westliche Rönnebank“ und „Adlergrund“ jeweils 5 Stationen aufgenommen.
Hartboden-Arten - Flora
Erfassung von Sandbänken in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Ostsee (Messprogramm-Nr. 343)
Im Jahr 2009 erfolgten die Entwicklung des Monitoring- und Bewertungskonzeptes sowie die Ersterfassung aller monitoringrelevanten Vorkommen in der deutschen AWZ der Ostsee. Das eigentliche Monitoring startete im darauffolgenden Jahr 2010.
Sandbänke kommen neben der AWZ auch in den Übergangs- und Küstengewässern der deutschen Ostsee vor. Diese innerhalb der Übergangs- und Küstengewässer gelegenen Sandbänke befinden sich im Zuständigkeitsbereich der Küstenbundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, welche aktuell daran arbeiten, eigene Messprogramme für diesen FFH-LRT zu entwickeln.
In der Ostsee sind die Distanzen zwischen den zu untersuchenden Flächen deutlich geringer als in der Nordsee, so dass der interannuellen Variabilität im Monitoringkonzept in hoher zeitlicher Auflösung Rechnung getragen werden kann. Analogieschlüsse von einer Fläche auf eine andere sind dagegen aufgrund der unterschiedlichen Wirkfaktoren (z.B. Salzwasserzustrom, Sauerstoffmangel, anthropogene Beeinträchtigungen, vgl. Zettler et al. 2017) nicht möglich. Daher werden alle Sandbankgebiete in der deutschen AWZ der Ostsee jährlich mit insgesamt 10 Dauerstationen aufgenommen. Zusätzlich erfolgt einmal pro Berichtszeitraum (alle 6 Jahre) eine vollständige Aufnahme jedes Gebietes (Schwerpunktuntersuchungen). Bei den Sandbänken werden hierfür im FFH-Gebiet „Adlergrund“ und im Fehmarnbelt jeweils 10, sowie auf der Oderbank 15 Stationen aufgenommen.
Bemerkung: Die Bewertungsverfahren sind zurzeit für die WRRL am weitesten fortgeschritten und z.T. auch für die Anwendung nach FFH-Richtlinie geeignet. In diesem Kapitel dominieren daher noch die Verfahren nach WRRL. Die Eignung für eine FFH-Bewertung ist an praktischen Beispielen zu prüfen. Ebenso ist eine Verwendungsmöglichkeit für die MSRL anhand der Anforderungen noch zu klären.
MSRL, Aktueller Stand Bewertungsverfahren, Makrozoobenthos
Aktueller Stand Bewertungsverfahren für MSRL-Indikatoren
In den Küstengewässern (WRRL, bis zur 1-Seemeilengrenze) können in der Regel die Bewertungsverfahren und Monitoringdaten der WRRl herangezogen werden, um für die MSRL den Zustand von küstennahen Biotoptypen zu bewerten. Teilweise sind hierzu nur einzelne Metrics/Module dieser i.d.R. multimetrischen Verfahren geeignet.
Für den Bereich der Hoheitsgewässer (1- bis 12-Seemeilenzone) und der AWZ wird im Rahmen des HELCOM-Projekts CORESET II ein multimetrischer Index (BQI) entwickelt und an die spezifischen Bedingungen der verschiedenen Ostseeküsten und -becken angepasst. Die Entwicklung soll Mitte 2015 abgeschlossen sein. Ein Praxistest und ein Abgleich mit den WRRL-Verfahren steht noch aus.
Ästuartypieverfahren (AETV)
Krieg (2005) Metrics: Ästuartypie-Index (AeTI), Artenzahl, Abundanz
Richtlinie: Wasserrahmenrichtlinie
Gewässer: Übergangsgewässer
Von Krieg wurde ein Bewertungsverfahren für die Elbe entwickelt (AETV). Der dafür verwendete Ästuartypieindex (AeTI) stellt eine Anpassung des Potamon Typie Index (PTI) an die Verhältnisse im Übergangsgewässer dar und bewertet neben der Artenzusammensetzung und Abundanz vor allem das Vorhandensein autökologisch eng an das Ästuar gebundener Arten (typspezifische Arten).
Die Bewertung basiert auf folgenden Klassengrenzen (bisher ist noch keine Interkalibrierung erfolgt):
Ökologischer Zustand sehr gut gut mäßig unbefriedigend schlecht
AETV >=0,92 0,92-0,8 0,8-0,55 0,55-0,27 <0,27
Der Ansatz wurde neben der Elbe auch für die Übergangsgewässer in Ems, Eider und Weser getestet (Krieg 2008, Krieg 2011) und für die erste Bewertung nach WRRL in der Elbe, der unteren Ems und der Unterweser genutzt. Im äußeren Übergangsgewässer, also meso- und polyhalinen Bereich, wird für Weser und Ems aufgrund der flächenhaften Habitatstrukturen eine Bewertung mit dem M-Ambi bevorzugt.
Anzeige von Belastungen:
Der Verlust von typspezifischen Arten wird angezeigt, und damit Belastungen der benthischen Gemeinschaft, die aufgrund von Veränderungen der Sedimente, der Morphologie sowie aufgrund von Salzzonenverschiebung eintreten.
Zurzeit sind die Bewertungen nach den Vorgaben der WRRL durchgeführt worden. Eine Einbindung der FFH Anforderungen ist noch in Arbeit.
Multimetric AZTI Marine Biotic Index (M-AMBI)
Borja et al.(2000), Muxika et al. (2007) Metrics: Ambi Index, Artenzahl, Diversität (Shannon)
Gewässer: Küstengewässer
Der M-AMBI wurde auf Basis der Arbeiten von Grall & Glemarec, 1997 von Borja et al. (2000) für Ästuare und Küstengebiete entwickelt. Der Index bewertet eine Verschiebung des Artenspektrums innerhalb 5 ökologisch begründeter Gruppen (u.a. die Sensitivität gegenüber organischer Anreicherung). Eine Wertänderung ist dabei z.B. durch die Zunahme von opportunistischen Arten gegenüber der Referenz gekennzeichnet (AMBI). Hinzu kommen die Metrics Artenzahl und Diversität nach Shannon-Wiener. Aufgrund der Verrechnung der Einzelwerte und der Einbindung der jeweiligen gewässerspezifischen Referenz werden hier nur die EQR angegeben.
Die Bewertung basiert auf folgenden international abgestimmten Klassengrenzen (NEA GIG: NEA 1/26 und NEA 3/4, interkalibriert sind nur die Klassen high/ good und good/ moderate).
M-AMBI >=0,85 <0,85-0,7 <0,7-0,4 <0,4-0,2 <0,2
Die Methode wurde nach ersten Anwendungstests modifiziert (Anpassung der Klassengrenzen wie oben dagestellt nach Heyer, 2007). Eine erste Bewertung wurde mit aktuellen Daten aus dem Monitoring 2006 bis 2009 für die Küstengewässer durchgeführt (Heyer 2008, Grotjahn et al. 2008, Heyer 2009).
Nach verschiedentlichen Tests innerhalb der Interkalibration wurden organische Anreicherung und gefährliche Substanzen als die wesentlichen Belastungen benannt, die der M-AMBI anzeigen soll. Da die Eutrophierung nicht zwangsläufig mit organischer Anreicherung im Sediment gekoppelt ist wurden spezifische Referenzen für die Küstengewässer und Übergangsgewässer sowie die Ökotope entwickelt (Heyer 2009).
Das MarBIT-Verfahren ist auf die Haftkrallenfauna von Laminaria, der Fauna des Felswatts und der tiefen Rinne angepasst und wird angewendet.
Das MarBIT-Verfahren wird getestet und auf die eulitoralen Muschelbänke angewendet. Das Verfahren wird zurzeit optimiert.
Benthic Quality Index (BQI)
Bewertungsverfahren bzw. Handlungsanweisung: Rosenberg et al. (2004)
Gewässer: AWZ
Bemerkung: Auf Grund des starken natürlichen Salzgehaltsgradienten von West (>25 psu) nach Ost (<5 psu) in der Ostsee konnte gezeigt werden, dass die unmodifizierten Indices (z.B. Shannon, BQI, AMBI) nicht angewendet werden können (Zettler et al. 2007). Außerdem wurde gezeigt, dass die Probengröße einen entscheidenen Einfluss auf die Berechnung haben kann (Fleischer et al. 2007). Mit Hilfe einer sowohl räumlich als auch zeitlich umfassenden Makrozoobenthos-Datenbank vom Leibniz-Institut für Meereskunde (GEOMAR) in Kiel und dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) konnte eine Anpassung des schwedischen Index BQI an die spezifischen Verhältnisse der Ostsee erreicht werden (Fleischer & Zettler 2009). Der verwendete Index wurde so modifiziert, das der Umfang der Beprobung weitestgehend einflussfrei auf die Berechnung ist. Außerdem wurde die Sensitivität/Toleranz von den meisten relevanten Vertretern des Makrozoobenthos (125 Taxa) in Abhängigkeit von zwei Tiefenstufen (unter und oberhalb 20 m) sowie für 5 Salzgehaltsstufen berechnet. Es gehen die Abundanz, die Artenzahl sowie die Sensitivität/Toleranz der Arten in die Berechnung ein. Diese Listen werden zur Verfügung gestellt, so dass jeder im Einzugsgebiet der Ostsee mit diesen Werten rechnen und eine Einschätzung der EcoQ vornehmen kann.
Marine Biotic Index Tool (MarBIT)
Meyer et al. 2007 (2009, 3. überarbeitete Fassung, 2015, 4. überarbeitete Fassung) Metrics: MarBIT- Index = Median aus Artenvielfalt, Abundanz, störungsempfindliche Taxa, tolerante Taxa
Der MarBIT (Marine Biotic Index Tool) wurde von Meyer et al. (2005, 2007) zur ökologischen Bewertung der Küstenwasserkörper der Ostsee entwickelt. 2014 und 2015 wurde eine Evaluierung des Verfahrens durchgeführt (Berg et al. 2015). Er ist WRRL-konform, hat eine fünfstufige Bewertungsskala, beinhaltet typspezifische Referenzbedingungen (Artenlisten pro Habitat) und ist in allen vorkommenden Habitaten (Weichboden, Hartboden, Phytal) anwendbar. Der Ansatz arbeitet mit den von der WRRL vorgegebenen Parametern Artenvielfalt, Abundanz, störungsempfindliche Taxa und tolerante Taxa. Jeder dieser Paramter wird mit einem eigenen unabhängigen Index bewertet. Jeder einzelne Index liefert einen Wert, der auf das Intervall zwischen 0 und 1 normiert wird. Der aus diesen Einzelwerten berechnete MarBIT-Index wird als Median der Einzelwerte angegeben.
Die Bewertung basiert auf international abgestimmten Klassengrenzen. Die Abstimmung der Klassengrenzen ist in der 2. Runde der Interkalibrierung im Rahmen der Baltic GIG erfolgt.
MarBIT 0,8-1 0,6-0,8 0,4-0,6 0,2-0,4 0-0,2
Mögliche Anzeige von Belastungen/Gefährdungen:
Sekundäre Eutrophierungseffekte (Sauerstoffmangel, Verschlickung), organische Verschmutzung (Kläranlagen), morphologische Veränderungen (Fahrrinnen, Verbau), (noch unklar ist, ob der MarBIT sensitiv auf Einträge gefährlicher Substanzen reagiert)
QS-Stelle (des BLMP am UBA (Workshops, Ringversuche, Artenliste, Normung bei DIN, CEN und ISO, Begleitung der Etablierung von QM-Systemen, Erarbeitung von Muster-SOPs, Durchführung von Audits))
NMBAQC (UK) (National Marine Biological Analytical Quality Control)
Sonstige AWI , IOW
OSPAR, 2004: JAMP - Guidelines on quality assurance for biological monitoring in the OSPAR area.; ICES Techniques in Marine Environment Sciences; 32; 2004. Download
OSPAR, 1997: JAMP, ASMO - eutrophication monitoring guidelines - benthos. Technical Annex 1: Hard bottom macrophytobenthos, soft-bottom macrophytobenthos and hard-bottom macrozoobenthos Download
HELCOM: COMBINE Manual, Annex C-8: Soft bottom macrozoobenthos. Download
OSPAR, 1997: JAMP, ASMO - eutrophication monitoring guidelines - benthos: Technical Annex 2: Soft-bottom macrozoobenthos Download
DIN EN 14996 (2006-08): Wasserbeschaffenheit - Anleitung zur Qualitätssicherung biologischer und ökologischer Untersuchungsverfahren in der aquatischen Umwelt; Deutsche Fassung EN 14996: 2006.
https://www.beuth.de/de/norm/din-en-14996/86726609
DIN EN ISO 19493 (2007-09): Wasserbeschaffenheit - Anleitungen für meeresbiologische Untersuchungen von Hartsubstratgemeinschaften (ISO 19493:2007); Deutsche Fassung EN 19493:2007. https://www.beuth.de/de/norm/din-en-iso-19493/97479786
DIN EN ISO 16665 (2014-06): Wasserbeschaffenheit - Anleitung für die quantitative Probenahme und Probenbearbeitung mariner Weichboden-Makrofauna (ISO 16665:2014); Deutsche Fassung EN ISO 16665:2013. https://www.beuth.de/de/norm/din-en-iso-16665/192000244
DIN EN 15196 (2006-10): Wasserbeschaffenheit - Anleitung zur Probenahme und Behandlung von Exuvien von Chironomidae-Larven (Diptera) zur ökologischen Untersuchung; Deutsche Fassung EN 15196: 2006.
https://www.beuth.de/de/norm/din-en-15196/87987474
Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2018:
Makrozoobenthos-Ringversuch „Sortierung, Artbestimmung und Zählung ausgewählter Taxa aus der Nord- und Ostsee“; Anzahl der beteiligten Labore: 16, Bericht: Dezember 2019
Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2015:
Makrozoobenthos-Ringversuch „Artbestimmung ausgewählter Taxa aus der Ostsee“; Anzahl der beteiligten Labore: 15, Bericht: Dezember 2016
Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2013:
Makrozoobenthos-Ringversuch „Korngrößenbestimmung, Biomassebestimmung und Sortierung/Artbestimmung/Zählung“; Anzahl der beteiligten Labore: 16, Bericht: Dezember 2014
Makrozoobenthos-Ringversuch „Bestimmung von ausgewählten Makrozoobenthosarten in einer "naturnahen" Makrozoobenthosprobe aus der westlichen Ostsee“; Anzahl der beteiligten Labore: 16, Bericht: November 2004
NMBAQC/BEQUALM, 2004:
Makrozoobenthos-Ringversuch „Ring Test Exercise 23“; Anzahl der beteiligten Labore: 15, Bericht: 2004
Makrozoobenthos-Ringversuch „Macrobenthos Exercise 11“; Anzahl der beteiligten Labore: 10, Bericht: 2004
NMBAQC/BEQUALM, 2003:
Makrozoobenthos-Ringversuch „Ring Test Exercise 22“; Anzahl der beteiligten Labore: 13, Bericht: 2003
Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2002:
Makrozoobenthos-Ringversuch „Artbestimmung ausgewählter Makrozoobenthosarten aus der Nord- und Ostsee“; Anzahl der beteiligten Labore: 13, Bericht: Oktober 2001, korrigierte Fassung Mai 2002
Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2000:
Makrozoobenthos-Ringversuch „Artbestimmung von 25 ausgewählten Makrozoobenthosarten“; Anzahl der beteiligten Labore: 11, Bericht: Januar 2000
ICES, 1985:
Makrozoobenthos-Vergleichsuntersuchung „Intercalibration Exercise on Sampling Methods for Macrobenthos”, ICES Benthos Methods WG; Anzahl der beteiligten Labore: 6, Bericht: Januar 1985
Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2019:
Taxonomischer-Workshop: „Taxonomie und Bestimmung ausgewählter mariner Makrozoobenthosgruppen“; 13.11. – 15.11.2019, Wilhelmshaven
Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2012:
Taxonomischer-Workshop: „Bestimmung aktuell in der Nord- und Ostsee auftretender Neobiota“; 15.02. - 16.02.2012, Rostock-Warnemünde
Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2011:
Taxonomischer-Workshop: „Bestimmung aktuell in der Nord- und Ostsee auftretende Neobiota und Hartboden-Monitoring in der Ostsee“; 15.06. – 16.06.2011, Kiel
Workshop „Akkreditierung von Laboratorien nach DIN EN ISO/IEC 17025“; 08.02.2007, Berlin
Workshop „Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025“; 31.11.2005, Berlin
Workshop „Mollusca, Polychaeta, Oligochaeta“; 22.03. – 26.03.2004, Kiel
Workshop „Miesmuschel-Monitoring im BLMP“; 17.02.2004, Berlin
HELCOM/BEQUALM, 2000:
Taxonomischer-Workshop „Benthos Taxonomic Workshop
Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 1998:
Taxonomscher Workshop „Polychaeta“; 23.03. – 26.03.1998, Neubroderstorf
Taxonomscher-Workshop „Amphipoda“ “; 28.09. – 01.10.1998, Neubroderstorf
ICES/HELCOM, 1997:
Taxonomischer-Workshop Benthos Taxonomic Workshop
ICES/HELCOM, 1996:
Workshop „Quality Assurance of Benthic Measurements in the Baltic Sea“
ICES/HELCOM, 1994:
Qualitätssicherungsstelle des BLMP am UBA, 2009: Prüfverfahren-SOP: Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden), (P-SOP-BLMP-MZB_v01). Umweltbundesamt (Version: 01 vom 15.10.2009 im Mitgliederbereich)
5.5 QS - Art. 11 MSRL
Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Ausgabe dieses Inhaltselementes wird erst nach Abschluß der Überarbeitung aller Messprogramme wieder erfolgen.
5.6 Entwicklungsbedarf
Folgende Prüfverfahren-Muster-SOPs sind in Vorbereitung:
"Tauch- und Videountersuchungen"
Erweiterung der Prüfverfahren-SOP "Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden)" für Übergangsgewässer
Bis 01.01.2012 soll die Etablierung der Qualitätsmanagementsysteme nach DIN EN ISO/IEC 17025 im Rahmen des BLMP abgeschlossen sein.
In diesem Zusammenhang soll neben der Entwicklung einheitlicher Qualitätsstandards (QM-System) auch erreicht werden, dass im Zuge der Erarbeitung von SOPs, die beteiligten Labore nach einer weitgehend gemeinsamen Vorschrift arbeiten. Deshalb sind in Ergänzung des Muster-Qualitätsmanagementhandbuchs für Makrozoobenthos noch folgende SOPs zu erarbeiten:
SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen in marinen Sedimenten (Weichboden) - Erweiterung für die Übergangsgewässer, Fertigstellung geplant für 1. Halbjahr 2010
SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen mittels Tauchuntersuchungen - Fertigstellung geplant für 1. Halbjahr 2010
SOP Makrozoobenthos-Untersuchungen mittels Videountersuchungen - Fertigstellung geplant für 2. Halbjahr 2010
Weitere Schritte ab 2010 sind:
Bereitstellung der einheitlichen Artenliste einschließlich Synonymen und regelmäßige Berücksichtigung der getroffenen Vereinbarungen zur (Neu-) Benennung von Taxa über das QS-Informationssystem
Liste unabhängiger Experten für problematische Bestimmungsfälle
alternierend Workshops zu taxonomischen Fragestellungen, zur Methodik (Schwerpunkt: Greifer- und Taucharbeit) und zu Auswertungsverfahren (Gewährleistung einheitliche Qualitätsmindeststandards aller Labore) und Ringversuche, damit möglichst einmal pro Jahr eine Form der externen QS angeboten werden kann (hier sind natürlich internationale Workshops und Ringversuche zu berücksichtigen, die eine niedrigere Frequenz durch die UBA QS-Stelle möglich machen), die ausreichend und zeitnah zu dokumentieren sind.
Fortschreibung des UFOPlan-Vorhabens zur Erstellung von Bestimmungsschlüsseln (Polychaeta, Chironomidae)
einheitliches Datenmanagement aller beteiligten Institutionen
Bartholomä, A. & P. Holler (2011)	Kartierung sublitoraler Habitate im Niedersächsischen Wattenmeer mittels akustischer Fernerkundung. Unveröffentl. Abschlußbericht zum Projekt 19/05 plus Anhang i. A. der niedersächsischen Wattenmeerstiftung, Senckenberg- Institut, Wilhelmshaven
Below, H. & C. Hobohm (1998)	Fahrwasservertiefungen in der Tideelbe und mögliche Auswirkungen auf den Bestand des Schierlings-Wasserfenchel (Oenanthe conioides). Jb. Naturw. Verein Fstm. Lbg. 41: 103 - 115.
Berg, T., Fürhaupter, K. & T. Meyer (2015)	Evaluierung der WRRL-Bewertungssysteme, Teil A: MarBIT (Makrozoobenthos). MariLim, Bericht im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern
Borja, A., Franco, J. & V. Pérez (2000)	A marine biotic index to establish the ecological quality of soft-bottom benthos within European estuarine and coastal environments. Mar.Poll.Bull. 40(12) 1100 - 1114.
Fleischer, D. & M.L. Zettler (2009)	An adjustment of benthic ecological quality assessment to effects of salinity. Marine Pollution Bulletin 58 (2009) 351¿357.	Download
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References: Art. 11
 Art. 9
 Art. 11
 Art. 9
 §27
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 11