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Timestamp: 2019-03-20 08:03:44+00:00

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Lexikon Steuer: GoB - Verfolgbarkeit der Geschäftsvorfälle
> GoB - Verfolgbarkeit der Geschäftsvorfälle
Die Geschäftsvorfälle müssen sich nach § 238 Abs. 1 S. 3 HGB und § 145 Abs. 1 S. 2 AO in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen ( Grundsatz der Nachprüfbarkeit , vgl. auch Tz. 2 zu GoBS ).
An jede Buchführung wird die Anforderung gestellt, dass Geschäftsvorfälle retrograd und progressiv prüfbar bleiben müssen. Die progressive Prüfung beginnt beim Beleg zu einem Geschäftsvorfall (Bankauszug, Kassenbuch, Quittungen, Eingangsrechnungen und Ausgangsrechnungen), geht über die Grundaufzeichnungen (Dokumentation der Verbuchung des Beleges, z.B. durch Primanota), zu den Konten (insbesondere den Sachkonten ) und schließlich zu den Abschlüssen (Bilanz / Gewinn- und Verlustrechnung ) bzw. zur Steueranmeldung / Steuererklärung (ESt, KSt, USt, GewSt, etc.). Die retrograde Prüfung verläuft umgekehrt.
Der Zusammenhang zwischen Buchung und Beleg muss erkennbar sein ( Belegprinzip ). Dies setzt voraus, dass zu jeder Buchung ein Beleg vorhanden sein muss ( keine Buchung ohne Beleg ). Soweit Fremdbelege fehlen, sind interne Belege anzufertigen. Interne Belege dokumentieren z.B. Umbuchungen, Ausbuchungen, Stornierungen oder Abschlussbuchungen.
Es muss also einerseits möglich sein, aus einem beliebigen Beleg zu erkennen, wie dieser verbucht worden ist. Dies erfolgt optimalerweise durch eine entsprechende Kontierung des Belegs , also durch einen Vermerk auf dem Beleg, wie dieser gebucht wurde. Dies kann ergänzend - je nach Umfang der Buchführung - aber auch auf anderem Wege geschehen, z.B. durch ein besonderes Ablage- oder Ordnungssystem und einem entsprechenden Vermerk zum Ordnungskriterium für die Ablage und dem Buchungsdatum. Häufig werden z.B. im Ablagesystem der Eingangsrechnungen die Wareneingangsrechnungen gesondert abgelegt.
Eine unmittelbare Folge des Verstoßes gegen das Belegprinzip bei Betriebsausgaben ist deren Nichtanerkennung. Im Urteil vom (BFH, 24.06.1997 - VIII R 9/96, BStBl II 1998, 51) hat der BFH u.a. ausgeführt, inwiefern hierbei die Vorschriften der §§ 160 und 162 AO in Konkurrenz zueinander stehen:
Ist es sowohl unklar, ob Betriebsausgaben in der geltend gemachten Höhe vorliegen, als auch, ob die fehlende Benennung der Zahlungsempfänger dem Abzug entgegensteht, so ist zunächst die Höhe der Betriebsausgaben zu ermitteln oder ggf. zu schätzen ( § 162 AO ). Dann ist zu prüfen, ob und inwieweit die fehlende Benennung der Zahlungsempfänger gemäß § 160 AO dem Abzug der nachgewiesenen oder geschätzten Ausgaben entgegensteht.
§ 160 AO setzt hingegen voraus, dass steuerliche abziehbare (Betriebs-)ausgaben vorliegen. Unerheblich ist, ob diese nachgewiesen oder geschätzt worden sind. § 160 AO ist deshalb also auch dann anwendbar, wenn Ausgaben auf Grund einer Schätzung anzunehmen sind ( Anwendbarkeit des § 160 AO auch auf geschätzte Betriebsausgaben ).

References: § 238
 § 145
 § 162
 § 160

§ 160
 § 160
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