Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=20.09.2018&Aktenzeichen=I%20ZB%20120%2F17
Timestamp: 2019-04-24 01:00:57+00:00

Document:
BGH, 20.09.2018 - I ZB 120/17 - dejure.org
§ 802l ZPO, Nr. 3309 VV RVG, § ... 18 Abs. 1 Nr. 1 RVG, § 802c ZPO, § 802a Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 ZPO, § 25 Abs. 1 Nr. 4 RVG, § 802a Abs. 2 Satz 1 Nr. 3, § 18 Abs. 1 RVG, § 802a Abs. 2 Nr. 2, § 802f ZPO, § 802a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 und 3 ZPO, § 802a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 ZPO, § 802a Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 ZPO, § 802l Abs. 3 ZPO, § 802d ZPO, § 802l Abs. 2 ZPO, § 802l Abs. 3 Satz 2 ZPO, § 802d Abs. 1 Satz 3 ZPO, § 18 Abs. 1 Nr. 2 bis 21 RVG, § 18 Abs. 1 Nr. 16 RVG, §§ 802f, 802g ZPO, § 807 ZPO, § 577 Abs. 5 ZPO, § 91 Abs. 1 ZPO
Gebühr für Drittauskunft
Anfallen einer Verfahrensgebühr eines Rechtsanwalts i.R.e. Antrags des Gläubigers auf Einholung von Drittauskünften als eine besondere Angelegenheit
Antrag des Gläubigers auf Einholung von Drittauskünften gemäß § 802a Abs. 2 Satz 1 Nr. 3, § 802l ZPO besondere Angelegenheit im Sinne von § 18 Abs. 1 Nr. 1 RVG; keine analoge Anwendung des § 25 Abs. 1 Nr. 4 RVG auf Verfahren zur Einholung von Drittauskünften nach § 802l ZPO
Für eingeholte Drittauskunft entsteht eine 0,3 Verfahrensgebühr!
Drittauskunft im Zwangsvollstreckungsverfahren - und die Anwaltsgebühren
AG Berlin-Tempelhof/Kreuzberg, 16.05.2017 - 33 M 4319/17
LG Berlin, 18.09.2017 - 51 T 401/17
MDR 2019, 189
WM 2019, 33
Der Senat hat mit Beschluss vom 20. September 2018 (I ZB 120/17, juris) die Rechtsfrage grundsätzlicher Bedeutung, die das Beschwerdegericht zur Zulassung der Rechtsbeschwerde veranlasst hat, im Sinne der Rechtsbeschwerde geklärt.
In dem Beschluss vom 20. September 2018 hat der Senat ausführlich begründet, warum der Antrag des Gläubigers auf Einholung von Drittauskünften gemäß § 802a Abs. 2 Satz 1 Nr. 3, § 8021 ZPO eine besondere Angelegenheit im Sinne von § 18 Abs. 1 Nr. 1 RVG ist, für die dem Rechtsanwalt eine 0, 3-Verfahrensgebühr gemäß Nr. 3309 VV RVG zusteht (BGH, Beschluss vom 20. September 2018 - I ZB 120/17, juris Rn. 10 ff.).
Damit kann die Vollstreckungsmaßnahme des § 8021 ZPO keine Fortsetzung der Einholung der Vermögensauskunft nach § 802c ZPO sein (BGH, Beschluss vom 20. September 2018 - I ZB 120/17, juris Rn. 12).
Wie auch die Aufzählung der Regelbefugnisse des Gerichtsvollziehers in § 802a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 und 3 ZPO zeigt, steht die Möglichkeit zur Einholung von Drittauskünften gemäß § 8021 ZPO systematisch selbständig neben der Einholung der Vermögensauskunft des Schuldners gemäß § 802c ZPO (BGH, Beschluss vom 20. September 2018 - I ZB 120/17, juris Rn. 13).
Ferner entbehrte es sachlicher Rechtfertigung, Gläubigern, die sich erstmals mit einem Antrag auf Drittauskunft im Vollstreckungsverfahren beteiligen, eine Rechtsanwaltsvergütung für den Antrag auf Drittauskunft zu versagen (BGH, Beschluss vom 20. September 2018 - I ZB 120/17, juris Rn. 15).
Werden die Verfahren der Vermögensauskunft und der Drittauskunft von unterschiedlichen Gläubigern beantragt, wird außerdem die Vollstreckung unterschiedlicher Forderungen erstrebt (BGH, Beschluss vom 20. September 2018 - I ZB 120/17, juris Rn. 17).
Die Drittauskunft ist auch nicht unabdingbare Voraussetzung für das Ziel des Gläubigers, die Erfüllung seiner Forderung zu erzwingen (BGH, Beschluss vom 20. September 2018 - I ZB 120/17, juris Rn. 18).
Schließlich rechtfertigt es der mit anderen Vollstreckungsmaßnahmen zumindest vergleichbare Aufwand des Rechtsanwalts, den Antrag auf Einholung von Fremdauskünften als besondere Angelegenheit im Sinne von § 18 Abs. 1 Nr. 1 RVG anzusehen (BGH, Beschluss vom 20. September 2018 - I ZB 120/17, juris Rn. 19).
b) Keine maßgebliche Bedeutung kommt dem nach den Feststellungen des Landgerichts offenen Umstand zu, ob der Gerichtsvollzieher die Drittauskünfte - wie in der Sache I ZB 120/17 - im Streitfall aufgrund eines gesondert gestellten Antrags des Gläubigers nach § 802a Abs. 2 Nr. 3 ZPO eingeholt hat, oder ob dieser Antrag in einem einheitlichen Zwangsvollstreckungsauftrag zusammen mit dem Antrag auf Abnahme der Vermögensauskunft (§ 802a Abs. 2 Nr. 2 ZPO) gestellt worden ist.
Vielmehr spricht alles dafür, dass der Gesetzgeber bewusst davon abgesehen hat (vgl. BGH, Beschluss vom 20. September 2018 - I ZB 120/17, juris Rn. 21 f.).
LG Düsseldorf, 15.03.2019 - 25 T 88/19
Anfallen einer gesonderten Gebühr eines Gläubigers für die Einholung von …
Das Gericht schließt sich der Beurteilung des Bundesgerichtshof in der in Rechtsprechung und Schrifttum unterschiedlich beantworteten Frage, ob für die Einholung von Drittauskünften nach § 8021 ZPO eine gesonderte Gebühr nach Nr. 3309 VV RVG anfällt, dahingehend an, dass dem Gläubiger eine gesonderte 0, 3-Verfahrensgebühr zusteht, weil die Einholung von Drittauskünften eine besondere Angelegenheit im Sinne von § 18 Abs. 1 Nr. 1 RVG darstellt (BGH, Beschl. vom 20.09.2018 (I ZB 120/17).
Soweit das Amtsgericht die Erinnerung mit der Begründung zurückgewiesen hat, dass für die Beauftragung des Gerichtsvollziehers mit der Einholung von Drittauskünften keine gesonderte Verfahrensgebühr nach Nr. 3309 VV RVG entstehe, kann dem im Hinblick auf den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 20. September 2018 (I ZB 120/17) nicht gefolgt werden.
AG Ratingen, 30.11.2018 - 31 M 1010/18
Der Auftrag zur Einholung von Drittauskünften löste keine gesonderte Verfahrensgebühr Nr. 3309 VV RVG aus (anders jedoch: BGH, 20.09.2018, I ZB 120/17).

References: § 802
 § 802
 § 802
 § 25
 § 802
 § 18
 § 802
 § 802
 § 802
 § 802
 § 802
 § 802
 § 802
 § 802
 § 802
 § 802
 § 18
 § 18
 § 807
 § 577
 § 91
 § 802
 § 802
 § 18
 § 25
 § 802
 § 802
 § 8021
 § 18
 § 8021
 § 802
 § 802
 § 8021
 § 802
 § 18
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 § 8021
 § 18