Source: http://www.ogh.gv.at/entscheidungen/entscheidungen-ogh/zuspruch-von-schmerzengeld-wegen-eines-durch-schwerste-verletzung-eines-nahen-angehoerigen-ausgeloesten-schocks/
Timestamp: 2017-11-19 12:30:41+00:00

Document:
Zuspruch von Schmerzengeld wegen eines durch ... | OGH | ogh.gv.at
Home > Entscheidungen des OGH > Urteile und Beschlüsse des OGH > Zuspruch von Schmerzengeld wegen eines durch „schwerste“...
OGH | 2 Ob 72/13x | 23.10.2013 | Urteile und Beschlüsse des OGH
Zuspruch von Schmerzengeld wegen eines durch „schwerste“ Verletzung eines nahen Angehörigen ausgelösten Schocks
Verursacht die Unfallnachricht einen Schockschaden von Krankheitswert, rechtfertigt dies den Zuspruch eines Schmerzengelds nicht nur im Falle des Todes, sondern auch bei „schwersten“ Verletzungen des Unfallopfers (so bereits OGH 13. 6. 2012, 2 Ob 136/11f, zum Anlassfall). Im zweiten Rechtsgang wurde nun dem Ehemann des Unfallopfers Schmerzengeld zuerkannt.
Der Oberste Gerichtshof führte im ersten Rechtsgang aus, dass der durch die Nachricht von einer Verletzung des Unfallopfers (ohne Todesfolge) bei einem nahen Angehörigen verursachte Schockschaden mit Krankheitswert einen Zuspruch von Schmerzengeld rechtfertigen kann, wenn es sich um „schwerste“ Verletzungen handelt. Diese Verletzungen müssen im Zeitpunkt der Nachricht von einer solchen Schwere sein, dass entweder akute Lebensgefahr oder die konkrete Gefahr dauernder Pflegebedürftigkeit besteht. Eine nachträgliche Besserung dieses Zustands ist hingegen für die Haftung des Schädigers bedeutungslos (2 Ob 136/11f).
Aus den im zweiten Rechtsgang ergänzend getroffenen Feststellungen ergibt sich, dass bei der Erstklägerin im Zeitpunkt der Unfallnachricht akute Lebensgefahr bestand und die psychische Erkrankung des Zweitklägers durch die Unfallnachricht ausgelöst wurde. Damit lagen die vom Obersten Gerichtshof im ersten Rechtsgang umrissenen Voraussetzungen für den Zuspruch eines Schmerzengelds an den Zweitkläger wegen des erlittenen Schockschadens vor.
Die Vorinstanzen sprachen daher dem Zweitkläger ein mit 10.000 EUR bemessenes Schmerzengeld zu.
Der Oberste Gerichtshof billigte diese Entscheidung und wies die Revision der beklagten Parteien im Hinblick auf die bereits geklärte Rechtslage zurück. Die Höhe des Schmerzengelds blieb im Rechtsmittel ungerügt.
ogh.gv.at | 19.11.2017, 12:11
(http://www.ogh.gv.at/entscheidungen/entscheidungen-ogh/zuspruch-von-schmerzengeld-wegen-eines-durch-schwerste-verletzung-eines-nahen-angehoerigen-ausgeloesten-schocks/)

References: OGH 
 OGH 
 OGH 

OGH 
 OGH

 OGH