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Timestamp: 2018-09-21 15:33:13+00:00

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Die Funktion der Wasseranlage
Jedermann weiss, dass das Wasserrad die Mühle treibt, doch wie kommt das eigentlich zustande?
Wassermühlen funktionieren je nach den örtlichen Gegebenheiten ganz unterschiedlich:
♦ Bei unterschlächtigen Mühlrädern fliesst das Wasser unter dem Mühlrad vorbei.
♦ Bei mittelschlächtigen Mühlrädern fliesst das Wasser in halber Höhe auf das Mühlrad.
♦ Bei oberschlächtigen Mühlrädern fliesst das Wasser von oben auf das Mühlrad.
♦ Schiffsmühlen sind fest verankerte Schiffe, unter denen die Strömung eines Flusses vorbeitreibt und das am Schiff installierte Mühlrad treibt.
♦ Bei Gezeitenmühlen treibt das steigende und fallende Wasser das Mühlrad während des Tidenhubs. Wie das funktioniert, hat die Uni Leipzig ausführlich dargestellt, folgen Sie bitte dem Link Gezeitenmühle.
Gezeitenmühlen finden wir in Europa an der Atlantikküste, unsere Beispielbilder zeigen Mühlen in Portugal.
Für die Lahrensmühle bot sich das Prinzip des oberschlächtigen Rads an, denn die Glems war überwiegend von Wasserarmut gekennzeichnet. Nicht die Strömung des Wassers konnte also die Kraft bringen – dazu wäre erheblich mehr Wasser mit grösserer Strömung notwendig gewesen.
Man musste auf die Kraft setzen, die das Wasser sozusagen beim Herabfallen freisetzen konnte. Wie aber bringt man Wasser an der richtigen Stelle zum Herabfallen? Schließlich hat so ein Bach ein mehr oder weniger konstantes Gefälle über seine ganze Länge. Und wir brauchen die ganze Kraft nur an einer Stelle, nämlich da, wo unsere Mühle mit ihrem Wasserrad steht.
Dazu zapft man etwa 1 km vor der Mühle den Bach an und leitet das Wasser in einem viel flacheren Gefälle, als es die Glems in ihrem natürlichen Verlauf hat, direkt zur Mühle. Diese Art der Teilung des Baches ist auf der Forstkarte des Andreas Kieser von 1682 erstmalig dokumentiert (Blick von Norden nach Süden). Zu jenem Zeitpunkt trägt die Mühle den Namen "Pfarherns Mül", siehe Die Geschichte der Lahrensmühle.
Damit der Wasserstrom in den Mühlkanal gelangt, muss man es dem Bach "verwehren", in seinem natürlichen Verlauf in vollem Umfang weiter zu fliessen. Dazu braucht man ein "Stauwehr" genau an der Stelle, an der man den Bach anzapft.
Die letzte Ausbaustufe des Stauwehrs ist in mehreren Fotos dokumentiert.
Dies ist keine Luftaufnahme, sondern ein Ausschnitt aus dem an anderer Stelle schon gezeigten Geländemodell aus den Jahren 1938/39. Kein Baum oder Gebüsch versperrt uns die Sicht auf die Wasseranlage der Lahrensmühle.
Mit dem hier noch nicht montierten Schieber kann der Mühlkanal zu Wartungsarbeiten trockengelegt werden.
Vom einstigen Stauwehr sind heute nur noch Überreste zu erkennen.
Der "obere Kanal" kommt von Richtung Süd-West und knickt hier am Blickpunkt zur Mühle hin ab.
Nur im Winter ist der Verlauf von Mühlkanal (links) und Glems (rechts) gut erkennbar. Im Hintergrund dampft ein Personenzug in Richtung Weil der Stadt.
Die tief verschneite Talaue in einem Winter der frühen 1960er Jahre.
Hier geht der Blick in Richtung Süd-West. Weiter oben verläuft heute die Verlängerung der Brennerstrasse in Richtung Autobahnanschluss Leonberg-West. Der obere Mühlkanal kommt von oben rechts und verläuft im Bogen an den linken Bildrand und dann in Richtung Mühle.
Jetzt klappt alles wunderbar: Eine um die andere Wasserradschaufel nimmt das herangeleitete Wasser auf: Das Rad dreht sich.
Man kann sogar ausrechnen, wie viel Kraft das Rad hat. Denn die Kraft errechnet sich aus dem Gewicht des Wassers, das sich in den jeweils gefüllten Wasserradschaufeln befindet multipliziert mit der aktiven Hebellänge von der Schaufel zur Mittellinie des Rads. Sind viele Schaufeln gefüllt, gibt das ordentlich Kraft.
Wer alte Fotos von der Lahrensmühle studiert, findet nirgendwo ein Wasserrad abgebildet. Dies sass nämlich ganz diskret in der "Rad-" oder "Wasserstube".
Diese fröhliche Gesellschaft hat es sich im Mai 1939 an der Querverstrebung für den Leerlaufschieber gemütlich gemacht.
Vorn im Bild stehen und sitzen die Mädels auf dem Steg über den Mühlkanal. Die Rundhölzer dahinter decken die Wasserstube mit dem darunter verborgenen Mühlrad ab. Ganz hinten die schon erwähnte Mosterei.
Von vorn nach hinten gesehen zuerst der Steg über den Mühlkanal, dahinter die Querverstrebung für den Leerlauf-Schieber mit einem kleinen Steg. Und zuletzt die Wasserstube, die mit Brettern abgedeckt ist.
Im Jahr 1941 fand eine heftige Überschwemmung statt. Unser Fotograf hat die Mühle von Westen her abgelichtet und endlich ist die Wasserstube (rechts) zu sehen. Links davon die Mosterei, schwäbisch "Moste" genannt.
Durch die hier sichtbare Öffnung in der Mauer gelangte man einst an das Mühlrad.
Nachdem das Wasser der Glems das Mühlrad angetrieben hat, gelangt es im "unteren Kanal" wieder zurück zum ursprünglichen Bachbett.
Die Gänseschar schwimmt Anfang der 1940er Jahre im unteren Kanal vor der Scheune.
Dieses Foto ist das einzige seiner Art: es zeigt den unteren Mühlkanal und die Glems am Zusammenfluss etwa 1943.
Vom Mühlengebäude fliesst der untere Kanal vorbei an Scheune, Geflügelstall, Remise und entlang dem Garten. Bäume säumen den rechts schräg aus dem Bild laufenden blau eingefärbten Kanal.
Blick über die Bahnstrecke auf die Lahrensmühle. Gut zu erkennen ist das alte Wohnhaus, von der Mühle ist nur der Dachfirst sichtbar. Links im Bild führt der Weg zur Lahrensmühle und in der unteren Bildmitte überquert eine Brücke die Glems. Die Einmündung des unteren Kanals ist leider nicht erkennbar, wohl aber der Bachlauf in Richtung Eisenbahnunterführung.
Auch diese Ansicht dürfte um 1943 entstanden sein. Die Glems fliesst weiter in Richtung Gebersheimer Strasse. Bach und Fahrbahn sind gemeinsam nebeneinander unter der Bahnstrecke hindurch geführt.
Die Zweiteilung des Gewässers wie auf dem weiter oben gezeigten Kartenausschnitt von 1682, reichte für eine optimale Steuerung des Wasserzuflusses zum Mühlrad nicht aus. Wenn zu viel Wasser kommt, dann drehen die Maschinen zu schnell. Mit einem Schieber, der hier per Handkurbel direkt in der Mühle bedient werden konnte, lässt sich die Wasserzufuhr zum Mühlrad begrenzen. Dann aber droht der Mühlkanal überzulaufen. Damit der Müller nicht ans etwa 1 km weit entfernte Stauwehr laufen muss, hat man nahe der Mühle einen zusätzlichen Überlaufkanal geschaffen, der zum Bach zurückführt, wie die Katasterkarte von 1831 zeigt.
Das "Übereich" zweigt einige Meter vor der Mühle ab und lässt überschüssige Wassermengen zurück in die Glems strömen.
Die jungen Damen sitzen hier am Schieber des Übereich.
Im Vordergrund ist der Geländeeinschnitt für den Übereich zu sehen. Auch der Mühlkanal ist an seiner Einfassung zu erkennen
Wir schauen in entgegengesetzter Richtung: Bach und Mühlkanal sind durch den reichen Bewuchs an Büschen und Bäumen gut erkennbar. Zunächst erfolgt die Wasserführung ziemlich parallel, dann zweigt die Glems nach links ab. Im Anschluss sehen wir das Übereich und dahinter die Gebäude der Lahrensmühle.
Der Zusammenfluss von Übereich und Glems, die hier im Bild Hochwasser führt..
Blick in Richtung Süd-West. Oben von der Bildmitte kommt links der Mühlkanal heran, rechts vom Mühlenensemble schimmert zwischen Bäumen kurz die Glems durch. Der Umgehungskanal ist auf dem Foto an dem quer verlaufenden üppigen Baumbestand zu erkennen.
Im Gänsemarsch dem Mühlkanal entlang. Gut zu erkennen ist der Brettersteg, der über den Übereichkanal führt.
Noch ein Blick nach Westen: Quer durch das Bild verläuft der Übereichkanal, rechts ist der Verlauf der Glems an Hand der Bäume zu erkennen. Im Hintergrund der Bahndamm in Richtung Weil der Stadt. Mit den Gänsen an der Lahrensmühle hat es eine besondere Bewandtnis. Sie endeten grossteils nicht etwa zu Weihnachten in der Bratröhre, sondern gingen eines natürlichen Todes dahin.
Hier die Ansicht noch etwas mehr aus Westen.
Quer durch das Bild verläuft im Vordergrund das Übereich. Zur Mühle hin ist der Leerlaufkanal mit dem Wasserfall zu erkennen.
Das mit Abstand beliebteste Fotomotiv der Wasseranlage der Lahrensmühle: Aus dem Mühlkanal gelangt das angestaute Wasser in herrlichem Fall in den Leerlaufkanal und wieder zurück in die Glems.
Das war ein wirklich kalter Winter, wenn der Leerlauf gewissermassen im Fluss gefroren ist.
Die Schneeschmelze im Frühjahr bewirkt einen kräftigen Wasserfall.
Heute ist Sonntag und Emil Lautenschlager will sein Mühlrad abstellen. Das geht am einfachsten, wenn er den Schieber am hier gezeigten "Leerlauf" zieht.
Der Lerrlaufkanal von der Mühle aus gesehen. Links unten im Bild über Eck der Leerlauf-Schieber und der Schieber für den Zufluss zum Mühlrad. Die "Rad-" oder "Wasserstube" ist unten rechts unter der dicken Schneeschicht zu erahnen.
Und hier gleich noch einmal.
Sogar Badenixen waren hier gelegentlich im Sommer anzutreffen.
Nur bei ganz genauer Betrachtung wird klar, was hier zu shen ist. Ganz links hinten der Wasserfall und am Bildrand entlang der Leerlaufkanal. Lina Lautenschlager steht hier an der Stelle, wo Leerlauf und Übereich zusammenfliessen.
Die Wasseranlage im Rückblick
Das älteste erhalten gebliebene Schriftstück über die Wasseranlage der Lahrensmühle liegt im Kreisarchiv Böblingen und reicht zurück in das Jahr 1767. Anlässlich einer "Visitirung" wurde der Zustand der Wasseranlagen der Mühlen an der Glems untersucht und auf Vorschriftsmässigkeit geprüft. Wenn ein Bach wie die Glems eine eher geringe Wassermenge führt, muss der Müller die Möglichkeiten voll ausschöpfen, damit sich sein Mühlrad munter dreht. Gewisse Eigenmächtigkeiten gegenüber dem genehmigten Stand waren eher die Regel, wie wir noch erfahren werden.
Die frühen Unterlagen sind – man ahnt es schon – handgeschrieben in altdeutscher Schrift. So kommt es, dass wir die alten Texte nur in längeren Zeitabständen vorstellen können, nachdem sie fehlerfrei entziffert wurden. Leichter fällt es ab etwa 1905, wo die ersten maschinengeschriebenen Schriftstücke auftauchen.
Wir werden in nächster Zeit diesen Artikel Stück um Stück ergänzen.
Auch der Lageplan des Wasserbaugesuchs von David Wankmüller ist erhalten geblieben.
Wie wir vom Nachfahren Hermann Beile der Gässlesmühle wissen, hat sich die zur Verfügung stehende Wassermenge der Glems durch die herzoglich verfügte teilweise Umleitung in Richtung Nesenbach/Stuttgart erheblich verringert. An der Gässlesmühle wurden der Gerb-, später der Mahlgang und schliesslich der Sägebetrieb stillgelegt.
Für jeden Mahl- oder Gerbgang wurde ursprünglich ein eigenes Wasserrad installiert, so auch in der Lahrensmühle. Um die Wasserkraft zu steigern, hat David Wankmüller einige Veränderungen im Zulauf durchgeführt, die in der nachstehen Bekanntmachung näher erläutert werden. Am 31. Mai 1904 hat er die Pläne zur Genehmigung des veränderten Wasserbauwerks unterzeichnet. Der Grundriss zeigt links das Wasch- und Backhaus, zur Mühle hin die Durchfahrt und rechts das Mühlengebäude mit drei Wasserrädern in der Radstube. Blau eingezeichnet links der Ober-Kanal, nach oben der Leerlauf-Kanal und rechts der Unter-Kanal.
Die drei Wassererräder füllen die Radstube komplett aus.
Gleich auf der Titelseite der Glems- u. Würm-Gauzeitung erscheint am Dienstag, den 21. Juni 1904 unter Amtliche Bekanntmachungen Leonberg:
Bekanntmachung, betreffend die Wasserwerksanlage des David Wankmüller zur Lahrensmühle in Eltingen.
David Wankmüller, Besitzer der Lahrensmühle Geb.-N. 230 auf Markung Eltingen, bittet um Erlaubnis zur Belassung der nachstehenden, schon vor Jahren vorgenommenden Aenderungen an seiner Wasserbenutzungsanlage.
Das Wehr ist 22 cm zu kurz, die Oberkannte des Wehrfachbaums liegt oben 13 und in der Mitte 9 cm zu hoch, unten aber um 3 cm zu tief, 1,25 m vor dem Wehrfachbaum ist eine Spundwand eingesetzt und ist zwischen dem Wehr und der Spundwand eine Erdfüllung hergestellt. Die für die 3 Arbeitsfallen gemeinsame Schwelle liegt 4 cm zu hoch, die im linken Ufer 38 m oberhalb der Arbeitsfallen eingesetzte Überreichfalle ist 16 cm zu eng.
Etwaige Einwendungen gegen dieses Unternehmen sind binnen 14 Tagen, vom Tage nach Ausgabe dieses Blattes an gerechnet, bei unterzeichneter Stelle, bei der die Beschreibungen, Zeichnungen und Pläne aufgelegt sind, anzubringen.
Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen im gewerbepolizeilichen Verfahren nicht mehr geltend gemacht werden.
Den 18. Juni 1904.
K. Oberamt.
Gunzenhäuser, Amtm[ann]
Die von Emil Lautenschlager in der Lahrensmühle angetroffene Wasseranlage ist nicht ausreichend leistungsfähig. Das hat schon sein Vorgänger Albert Kühnle erkannt. An Stelle der 3 Wasserräder soll ein einziges grosses Mühlrad für den Antrieb der Müllereimaschinen dienen, die Kraftverteilung auf die verschiedenen Mahl- und Gerbgänge übernimmt ein Getriebe. Dazu hat er die Maschinenfabrik und Mühlenbauanstalt J. Rilling & Söhne in Dusslingen mit der Planung beauftragt. Die Blaupausen werden erst im Jahr 1909 fertig, als Kühnle die Lahrensmühle bereits wieder verlassen hat, um sich nach Amerika abzusetzen.
Emil Lautenschlager übernimmt diese Planungen und setzt den Umbau im Jahr 1911 ohne Absprache mit den zuständigen Behörden in die Tat um.
Aber der Obrigkeit sind die Veränderungen nicht verborgen geblieben. Das Königliche Oberamt Leonberg weist das Schultheissenamt Eltingen mit Schreiben vom 24. April 1912 wie folgt an:
Betreff: Wasserwerkanlage des David Wankmüller zur Lahrensmühle in Eltingen, Triebw. Nr. 25.
In der Lahrensmühle sollen in der letzten Zeit wesentl. Änderungen der Wasserwerkanlage ohne die erforderliche Genehmigung vorgenommen worden sein. Der Besitzer wolle darauf aufmerksam gemacht werden, dass er eine Anzeige an die K. Staatsanwaltschaft wegen Vergehen i[m] S[inne] des § 147 A[bsatz] 2 der Gew[erbe] Ordn[ung] wesent. auf Besserungsmassregeln gemäss § 147 Absatz 2, zu gewärtigen hat, wenn er nicht verspricht, alsbald ein vorschriftsmässiges Genehmigungsgesuch einzureichen.
A[mt]m[ann] Klumpp
Also so ganz ist der Herr Amtmann wohl nicht auf dem Laufenden, denn Emil Lautenschlager ist bereits seit 1908 Besitzer der Lahrensmühle.
Jedenfalls wird der Müller zum Bürgermeisteramt in Eltingen zitiert und mimt zunächst einmal den Unschuldigen:
Eltingen 25. April 1912
Dem jetzigen Besitzer Emil Lautenschlager z[ur] Lahrensmühle wird vorstehender Erlass durch wörtliches Vorlesen eröffnet, worauf er die Erklärung abgibt, dass er in letzter Zeit keine wesentlichen Änderungen an der Wasserwerkanlage vorgenommen habe.
A[n]e[rkannt] Emil Lautenschlager
z[ur] B[eurkundung] Schultheissenamt
Damit gibt sich der Amtmann Klumpp natürlich nicht zufrieden, denn er schreibt postwendend:
Das Schulth[eissenamt] Eltingen wolle dem Lautenschlager unter Bekanntgabe des Vorstehenden eröffnen, dass es bei dem Erlass auf g[leichen] I[nhhalts] verbleibt.
Leonberg den 29. April 1912
Am Klumpp
Tags darauf ist der Müller wieder ins Bürgermeisteramt Eltingen einbestellt mit folgendem Ergebnis:
Eltingen 30. April 1912
Lautenschlager gibt auf weitere Eröffnung an: dass er in einigen Jahren einige Abänderungen an der Wehranlage vorgenommen habe und dass er dafür vom K. Oberamt um 17 M[ark] bestraft worden sei. Auf dieses hin habe er den früheren Zustand wieder hergestellt.
z[ur] B[eurkundung] [Unterschrift unleserlich]
Das Schreiben geht zur Wiedervorlage ans Oberamt.
Was tatsächlich verändert wurde, erkennen wir aus folgendem Schreiben an das K[öni]gl[iche] Oberamt Leonberg:
Wie schon durch den H[errn] O[ber)a(mt) Baumeister berichtet, hat Lautenschlager im Jahre 1911 die 3 alten Mühlräder durch ein neues Rad ersetzt, das Zulaufgerinne geändert, die Einlassfallen durch eine einzige Falle mit Zahnradgetriebe ersetzt und den Oberkanal teilweise neu hergestellt.
Ebenso wurde der oberste Balken am Wehr neu eingezogen und hierbei, nach Angabe von Lautenschlager, höher als das Eichzeichen gelegt, später jedoch auf die genehmigte Höhe des Eichzeichens richtig gelegt.
Leonberg, 5. Juli 1912
O[ber)a(mt) Strassenmeister
Das ruft dem Amtmann Klumpp wieder auf den Plan, denn er leitet das Schriftstück mit folgendem Wortlaut weiter:
Das Schultheissenamt Eltingen wolle dem Werkbesitzer Lautenschlager das nachfolgende Gutachten wörtlich vorlesen u. ihm eröffnen, dass das Oberamt gemäss § 147 Abs. 3 der Gew[erbe] O[rdnung] ihm die Auflage erteilt, binnen 4 Wochen entweder ein vorschriftsmässiges Gesuch einzureichen oder den früheren Zustand (von 1911) wieder herzustellen. Tut Lautenschlager keines von beiden, so wird zunächst die Einstellung seines Betriebs vom Oberamt verfügt werden.
Leonberg den 6. Juli 1912
K. Oberamt
Am Dr. Klumpp
Der Herr Amtmann hat vergessen, diesen neumodischen Datumsstempel umzustellen und muss nun von Hand vom 5. auf den 6. korrigieren.
Die Eröffnung bestätigt
Eltingen 10. Juli 1912
Jetzt helfen keine Ausreden mehr, es muss ein Wasserbaugesuch eingereicht werden. Das erweist sich als ziemlich aufwändiges Unterfangen. Vom Stauwehr bis zum Unteren Kanal wird die gesamte Wasseranlage aufgenommen, ein Lageplan und diverse Geländeschnitte erstellt. Der Wasserbautechniker Schwab benötigt bis zum 21. Oktober 1912, um die Pläne zur Genehmigung vorlegen zu können.
Die Bekanntmachung aus der Glems- und Würm-Gauzeitung - Amtsblatt und Leonberger Tagblatt - vom 29. Oktober 1912 schildert den Stand:
Königliches Oberamt Leonberg
Bekanntmachung betreffend Änderung einer Wasserbenützungsanlage
Der Besitzer des Triebwerks Nr. 25 (Lahrensmühle), Emil Lautenschlager in Eltingen, hat um die Erlaubnis nachgesucht, an die Stelle der früheren 3 Wasserräder ein einziges oberschlächtiges Wasserrrad von 3,96 m Durchmesser und 2,11 m Breite einbauen, die 3 Radeinlassfallen durch eine einzige, 3,17 m weiter bachabwärts liegende von 1,42 m Breite und 0,35 m Höhe ersetzen und an der Leerlauffalle und dem Überreich kleine Änderungen anbringen zu dürfen.
Etwaige Einwendungen gegen diese neue Anlage sind binnen 14 Tagen beim Oberamt anzubringen.
Die Frist nimmt ihren Anlauf mit Ablauf des Tags, an welchem das die gegenwärtige Bekanntmachung enthaltene Blatt ausgegeben worden ist. Nach Verfluss dieser Frist können Einwendungen im gewerbepolizeilichen Verfahren nicht mehr vorgebracht werden.
Innerhalb dieser Frist liegen die Beschreibung und die Pläne zur Einsicht bei dem Oberamt auf.
Den 28. Oktober 1912.
Amtmann Dr. Klumpp.
Man glaubt es kaum, sogar die Rechnung der Glems- und Würm-Gauzeitung an das Königliche Oberamt für das Inserat der nebenstehenden Bekanntmachung ist erhalten geblieben: 3,53 Mark sind zu bezahlen, und zwar von Emil Lautenschlager, denn handschriftlich ist vermerkt:
Das Schultheissenamt Eltingen wolle für die Bereinigung der vorstehenden Rechnung durch den Gesuchsteller Sorge tragen.
Leonberg, 13. Nov. 1912
Mit Schreiben No. 12551 vom 24. Dezember 1912 der Königlich Württembergischen Regierung des Neckarkreises an das K. Oberamt Leonberg ist der Umbau amtlich als genehmigt bestätigt.
Beil[agen] Mit den Berichtsbeilagen & einer Verleihungs- & Genehmigungsurkunde in dreifacher Ausfertigung.
Betreff: Das Gesuch des Mühlebesitzers Emil Lautenschlager zur "Lahrensmühle" in Eltingen Triebwerk Nr. 25 um Verleihung vermehrter Wassernutzung & Genehmigung zur Vornahme der dazu erforderlichen Änderungen an seiner Wasserbenützungsanlage.
Auf den Bericht vom 18.ds.Mts.Nr. 489.
Im Anschluss lassen wir dem K. Oberamt eine Verleihungs- & Genehmigungsurkunde zugehen: eine Ausfertigung bei den oberamtlichen Akten zu behalten, die zweite samt den damit verbunden Beilagen dem Unternehmer gegen Empfangsbescheingung auszufolgen, nachdem er sich mit den Genehmigungsvorschriften zuvor einverstanden erklärt hat & die dritte dem Schultheissenamt Eltingen zur Aufbewahrung in der Ortsregistratur zuzustellen.
Nach Ausführung der Wasserbenützungsanlage wolle das K. Oberamt eine Untersuchung über ihre plan- und vorschriftsmässige Ausführung sowie die Richtigstellung sämtlicher vorhandener Werksbeschreibungen anordnen; der Entwurf hierüber ist dann unter Wiederanschluss der Akten zur Prüfung hieher vorzulegen, als Beilage fürs Wasserrechtsbuch ist je eine weitere Fertigung von /1.3.4 & 5 der oberamtlichen Akten erwünscht.
Die gemäss Nr. 92.I.la des Tarifs zum allgemeinen Sportelgesetz angesetzte Sportel im Betrage von –:. 10 Mk. wolle das K. Oberamt von dem Unternehmer erheben und verrechnen.
Sportel:
Tarif Nr. 92.I.la –:. 10 Mk.
Falls Sie das Wort "Sportel" nicht kennen, wir wussten's auch nicht: Es ist eine amtliche Gebühr.
Diese Verleihungs- und Genehmigungsurkunde beschreibt die Einzelheiten der Wasseranlage. Wir greifen nur ein paar technische Details heraus:
1.) Die Oberkante der Übereichfalle wird um 7 cm höher, also auf –1,49 m unter S[icherheits] Z[eichen] gelegt.
2.) Die Leerlauffalle am Werk wird um 16 cm, also auf 0,90 m erbreitert, ihre Schwelle wird um 7 cm, d.h. auf –1,48 m unter S.Z. erhöht.
3. Die drei vorhandenen Wasserräder einschliesslich der zugehörigen Einlassfallen werden beseitigt; sie werden durch ein einziges oberschlächtiges Wasserrad von 3,36 m Durchmesser & 2,11 m Gesamtbeite ersetzt. Die neue Einlassfalle wird um 3,17 m bachabwärts gerückt, sie erhält eine lichte Breits von 1,42 m, ihre Schwelle liegt –1,70 m unter S.Z.
4.) Das Nutzgefälle am Werk (Oberkante Übereichfalle bis Unterwasserspiegel) wird um 17 cm auf 3,61 m gesteigert.
Jetzt nähern wir uns dem Höhepunkt des Verwaltungsakts, das Oberamt Leonberg schreibt dem Bürgermeister von Eltingen.
K. Oberamt Leonberg
Nro. 489
Leonberg, den 4. Januar 1913
Beilagen: 1 Genehm. Urk. mit 6 Beil.
1 Genehm. Urk. ohne Beil.
Betreff: Änderung der Wasserbenützungsanlage des Triebwerks Nr. 25 (Lahrensmühle) in Eltingen.
Das Schultheissenamt Eltingen wolle dem Lautenschlager eine Genehmigungsurkunde mit Beilagen gegen Empfangsbescheinigung ausfolgen, nachdem er sich zuvor mit den Genehmigungsvorschriften einverstanden erklärt hat. Die Sportel wolle eingezogen werden.
Lautenschlager ist zu veranlassen, nach Ausführung der Wasserbenützungsanlge dem Oberamt Anzeige zu erstatten und von den Aktenstücken /1, /3, 4 u. /5 eine Fertigung für das Wasserrechtsbuch vorzulegen.
Die weitere Fertigung der Genehmigungsurkunde ist für die dortige Registratur bestimmt.
An das Schultheissenamt Eltingen
Die Eröffnung vorstehenden Erlasses und den Empfang der Ausfertigung einer Genehmigungs-Urkunde bestätigt mit der Erklärung, dass er sich mit den Genehmigungsvorschriften einverstanden erklärt u. dass er zum Wasserrechtsbuch später Vorlage machen werde
Eltingen den 7. Januar 1913
t. Emil Lautenschlager
z[ur]B[eurkundung] unter Beschluss der Sportel v. 10 M[ark]
Schulth.Amt
Sportel empfangen
Mit der Begleichung der 10 Mark ist der Höhepunkt erreicht, es folgt aber noch ein kleines Nachspiel.
Ungeachtet des Umstands, dass der Müller ja vorab schon vollendete Tatsachen geschaffen hat, wird der Anschein dadurch gewahrt, dass Emil Lautenschlager sich rund zwei Wochen später erneut im Schultheissenamt einfindet:
Eltingen Oberamt Leonberg
Geschehen, den 22. Januar 1913
Es erscheint: Emil Lautenschlager, Lahrensmüller hier und gibt die Erklärung ab: dass seine Wasserwerksanlage vollständig erledigt sei und dass er nun um oberamtliche Nachvisitation bitte.
Zur weiteren Verfügung in Vorlagen
Darunter folgt die weitere Anweisung vom Oberamt:
Herrn Oberamtstrassenmeister Josenhans hier z[ur] K[enntnis] zum Vornehmen der Schlusskontrolle und zur Richtigstellung sämtlicher vorhandenen Werksbeschreibungen vgl. /12 S. 2.
Leonberg, den 23. Jan. 1913
Beil /1-14
Der Herr Oberamtstrassenmeister antwortet nun zu unserer Verwunderung unter der Berufsbezeichnung Wasserbautechniker. Das scheint ja ein richtiger Tausendsassa zu sein. Wie dem auch sei, sein Bericht fällt positiv für Emil Lautenschlager aus:
Oberamtlicher Wasserbautechniker Josenhaus
Leonberg den 20. Februar 1913
Unersuchungsbericht
Beil: /1-14, 4 Bd.
Betr: Wassertriebwerk T 25 des E. Lautenschlager zur Lahrensmühle Oa Leonberg
Auf den Erlass vom 24. Dez. 1912 No. 12551
Bei der Untersuchung am 19. Februar 1913 hat sich ergeben, dass die Anlage genau nach den Vorschriften der Genehmigungsurkunde Erlass vom 24. Dez. 1912 No. 12551 ausgeführt ist und keine Abweichungen vorliegen.
Oberamtlicher Wasserbautechniker
Und der Wasserbautechniker liefert als Entwurf, der zu den Akten genommen wird, eine siebenseitige Beschreibung der Wasseranlage der Lahrensmühle, von der wir nur die letzte Seite herausgreifen wollen.
Mittlere Wassermenge u. Wasserkraft
Nach meinen Erfahrungen beträgt die mittlere Wassermenge 130 l/sec. Das Nutzgefälle beträgt 3,61 m, die Wasserkraft berechnet sich daher zu 130 x 3,61 : /75 = rd. 6,30 P.S.
Im Anschluss wird das Dokument etwas konfus. Zunächst lesen wir das Anerkenntnis des Mühlenbesitzers, darunter jedoch das frühere Erstellungsdatum für das Gutachten. Und links davon hat noch der Beamte für das Wasserrechtsbuch seine Eintragung hinterlassen.
Vorstehende Werksbeschreibung anerkennt in allen Teilen
Eltingen den 21. Mai 1913
Der Werkbesitzer
Emil Lautenschlager
Nach 1913 hat der Müller dann für 24 Jahre keine behördlichen Beanstandungen mehr mit seiner Wasseranlage. 1937 ist wieder Zeit für eine sogenannte Wasserschau mit folgendem Ergebnis:
Kreis: Leonberg
Gemeinde: Eltingen
Gemarkung: Eltingen
Wasserbenützungsanlage T Nr. 25, Getreidemühle, sog. "Lahrensmühle," des Emil Lautenschlager
Niederschrift der Vorwasserschau 1937.
Geschehen am 20. Oktober 1937
Bei der vorgenommenen Untersuchung der Anlage wurde Nachstehendes festgestellt:
1. Die Übereichfalle rd. 38 m oberhalb der Mühle hat eine Lichtweite von 1,33 m anstatt 1,42 m und einschliesslich des abnehmbaren Aufsatzes eine Höhe von 1,03 m anstatt von 0,70 m. Die Schwelle ist tiefer und die Fallenoberkante höher gelegt gegenüber dem genehmigten Bestande.
2. Die übrigen Wasserbauteile entsprechen dem genehmigten Bestande.
Zur Unterstützung der Wasserkraft ist ein Elektromotor aufgestellt.
Der Werksbesitzer Emil Lautenschlager erklärt zu den Abweichungen Ziff. 1 oben, dass er diese belassen wolle. Er beabsichtige aber, bestimmt in den nächsten 2 Jahren anstelle des Wasserrades eine Turbine einzusetzen. Mit dem Gesuch um Genehmigung dieser Änderung werde er dann gleichzeit um Belassung der Abweichungen an der Übereichfalle (Ziff. 1 oben) nachsuchen.
Oberbauinspektor (gez.) Kurz
Eltingen, den 1. November 1937
Mühlebesitzer (gez.) E. Lautenschlager.
Oberbaurat (gez.) Kurz.
Auf die Beanstandungen von der Wasserschau geschieht zunächst nichts. Aber im September meldet sich der Landrat beim Eltinger Bürgermeister mit folgendem Schreiben:
Dem Herrn Bürgermeister in Eltingen zur Kenntnis und Veranlassung des Erforderlichen. Über die Erledigung der Anstände Nr. 6 und 10 ist mir bis 1.1.1939 zu berichten. Das nach Nr. 7 Abs. 2 und Nr. 11 zu Veranlassende ist bereits in Behandlung.
Falls der Besitzer der Wasserbenützungsanlage T. Nr. 25, Emil Lautenschlager, das im letzten Absatz der Beilage genannte Gesuch nicht bis spätestens 1.11.1939 einreicht, hat er bis zu dies Zeitpunkt die Übereichfalle nach dem genehmigten Bestand wiederherzustellen. Dies ist Lautenschlager zu eröffnen.
Leonberg den 14.9.1938
I[m] A[uftrag] Schmid
Nach unseren Quellen war seinerzeit jedoch Otto Meditsch Landrat in Leonberg, der Herr Obersekretär war wohl sein Stellvertreter.
Diese Aufforderung scheint keine hektischen Reaktionen hervorzurufen, denn zum genannten Stichtag 1.11.1939 ist bereits der Krieg ausgebrochen und im Landratsamt hat man wohl Wichtigeres zu tun, als sich um die Lahrensmühle zu kümmern. Erst 1942 wird der Schriftwechsel vom Bürgermeister von Leonberg (Eltingen ist mittlerweile eingemeindet) fortgesetzt.
Der Bürgermeister der Stadt Leonberg
Leonberg, den 8.Januar 1942
Betreff: Wasserbenützungsanlage T Nr. 25 Getreidemühle, sog. "Lahrensmühle" der Emil Lautenschlager
Beil[agen] 0
Uns[er] Z[eichen] Sp./Re.
Unter den gegenwärtigen Verhältnissen ist es ausgeschlossen, dass die im Wasserschauprotokoll beanstandeten Mängel z. Zt. behoben werden können. Der beabsichtigte Turbineneinbau muss ebenfalls zurückgestellt werden.
Ich bitte daher für Lautenschlager um Terminverlängerung bis nach dem Krieg.
An Stelle einer Durchschrift wurde in früheren Zeiten oft der Entwurf für das Schreiben zu den Akten genommen und das hoffentlich fehlerfrei getippte Original versandt. So auch in diesem Fall.
Nr. 2815 – 892/39
An die M A B K
Leonberg, den 13. Januar 1942
Auf den Mahnerlass vom 10.12.v[origen] J[ahres]
Lautenschlager hat mir erklärt, er hätte seine Wasserkraftanlage durch Einsetzung einer neuen Turbine gemäss seiner Verpflichtung vom 20. Oktober 1937 nicht erneuern können, da eine Bachkorrektion geplant war und die Abflussverhältnisse der Glems infolge einer im Zuge der Reichsautobahn zu eng gebauten Strassenunterführung sich ungünstig auf seine Anlage auswirkten. Auf diese Korrektion hoffe er immer noch, so dass er sich bis jetzt nicht habe entschliessen können, eine neue Turbine, die er gegenwärtig auch nicht erhalten könne, einzubauen.
Ich habe den Triebwerksbesitzer durch den Bürgermeister hierauf aufgefordert, unter diesen Umständen das Belassungsgesuch für die s[eine]rz[ei]t vorgenommenen Abweichungen an der Übereichfalle gegenüber dem genehmigten Stand bis 1. März d[iesen] J[ahres] bei mir einzureichen. Dieses Gesuch werde ich nach Vorbehandlung s[eine]rz[ei]t vorlegen.
Reg.Rat.
/Schm
Beim Vergleich mit dem Schreiben vom 14.9.1938 stellen wir fest, dass der Herr Schmid mittlerweile vom Obersekretär zum Regierungsrat befördert wurde.
Auch vom folgenden Schreiben wurde der Entwurf archiviert und das Original abgesandt:
Der Landrat Nr. 3815
Auf den Bericht vom 8.d[es] M[ona]ts
Betreff: Wasserbenützungsanlage T Nr. 25 Getreidemühle, sog. "Lahrensmühle" des Emil Lautenschlager.
Anlagen: -0-
Die Erledigung dieser Wasserschauangelegenheit ist auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht ausgeschlossen. Es handelt sich nur um die formelle Genehmigung der von Lautenschlager eigenmächtig vorgenommenen Abweichungen am der Übereichfalle, welche Lautenschlager nach der Niederschrift der Vorwasserschau vom 20. Oktober 1937 binnen 2 Jahren zusammen mit dem Einbau einer Turbine einhalten wollte. Wenn die Einsetzung der Turbine s[eine]rz[ei]t aus Gründen, die ausserhalb der jetzigen Umstände liegen, nicht möglich war, so hätte hierüber Bericht erstattet und das Belassungsgesuch der Abweichungen an der Übereichfalle eingereicht werden sollen, da diese Änderungen der Wassernutzung gemäss Art. 31 Abs. 4 des Wassergesetzes einer erneuten Verleihung bezw. Genehmigung durch die M[inisterial]A[bteilung für] B[ezirks- und] K[örperschaftsverwaltung] bedürfen. Lautenschlager, mit dem ich fernmündlich gesprochen habe, hat diese Notwendigkeit auch ohne Weiteres eingesehen und erklärt, er sei vom Herrn Bürgermeister hiezu in keiner Weise gehört worden. Wasserbautechniker, welche die nötigen Unterlagen zu diesem Gesuch liefern können (Heinz/Eltingen etc.) sind ohne Weiteres vorhanden.
Ich ersuche, das Erforderliche beschleunigt zu veranlassen, dem Mühlebesitzer einen Termin für den Eingang des Gesuchs bis 1. März d[es] J[ahres] zu setzen, das Gesuch gemäss §§ 87 ff der Vollz[ugs] Verfüg[ung] z[um] W[asser] [G]esetz vorzubehandeln und zu diesem Zweck den Ober- bezw. Unterlieger der Anlage, sowie den Fischwasserpächter zu hören. Auf die öffentliche Bekanntmachung kann dann verzichtet weden, wenn der Unternehmer darum nachsucht. Die Unterlagen müssen in dreifacher Fertigung vorgelegt werden.
I[n] V[ertretung]
Auf dem Schreiben finden wir links unten zwei Vermerke. Nachdem zum gesetzten Termin kein Gesuch eingeht, bringt sich das Landratsamt beim Bürgermeister in Erinnerung: Unter dem Datum 9. Apr. 1942 steht handschriftlich "Bü[rgermeister] an Erl[edigung] erinnern".
Darauf wird Emil Lautenschlager zum Bürgermeisteramt einbestellt mit folgendem Ergebnis:
Leonberg, den 16. April 1942
Betreff: Wasserbenützungsanlage T Nr. 25 Getreidemühle sog. "Lahrensmühle" des Emil Lautenschlager
Es erscheint Emil Lautenschlager, Besitzer der Lahrensmühle in Leonberg Eltingen
Es ist mir unmöglich, meine Wasserschauangelegenheit zu erledigen. Ich bekomme weder einen Wasserbautechniker, noch Maurer.Ich bitte, mit eineVerlängerung des Termins bis nach dem Krieg zu erteilen. Dann kann ja alles miteinander gemacht werden, Die Übereichfalle und der Turbineneinbau.
(Unterschrift des Vernommenen)
Die Zeit vergeht, das Landratsamt trägt einen weiteren Vermerk auf dem Brief vom 13. Januar ein mit Datum 9. Mai 1942 "Bü wiederh[olt] erinnern".
Die Stellungnahme des Bürgermeisters erfolgt am 13. Mai:
-Nr. 3815 -
Dem Herrn Landrat
in Vorlage. Das Vorbringen des Lautenschlager ist richtig. Ich halte die gegenwärtige Zeit nicht angebracht, derartige Anstände zu erledigen.
Leonberg, den 13. Mai 1942
Aus dem bisherigen Schriftwechwel erkennen wir schon, dass der Bürgermeister eine eher pragmatische Einstellung zu diesem Vorgang hat.
Darauf hin wendet sich das Landratsamt direkt an Emil Lautenschlager. Der Entwurf geht wieder zu den Akten, das Schreiben an den Müller:
Leonberg, den 15. Mai 1942
An Herrn Emil Lautenschlager
Lahrensmühle in Leonberg-Eltingen
Betreff: Ihre Wasserbenützungsanlage T Nr. 25
Zur Regelung Ihrer Wasserschauangelegenheit ersuche ich Sie, am kommenden Donnerstag, den 21. Mai vormittags 11 Uhr sich auf dem Landratsamt, Zimmer Nr. 5, einzufinden.
Reg.Inspektor.
Nach diesem Besuch im Landratsamt ist es für Emil Lautenschlager klar, dass die Verzögerungstaktik nicht mehr hilft. Er muss sein Wasserbaugesuch schleunigst einreichen. Und der Herr Schmid, mittlerweile (dabk des richtigen Parteibuchs?) schon wieder eine Stufe höher gefallen, nämlich Regierungsinspektor, hat noch handschriftlich "Eilt" dem Schreiben hinzugefügt.
Hierzu erhält der Eltinger Wasserbautechniker Albert Heinz die erforderlichen Unterlagen gegen Quittung vom Landratsamt ausgehändigt:
Der Landrat in Leonberg.
Den Empfang der Verleihungs- und Genehmigungsurkunde sowie der Beschreibung der Werksanlage /13 u. 17 1-A.) von Triebwerk Nr. 25 des Emil Lautenschlager in Leonberg-Eltingen zum Zwecke der Herstellung eines Belassungsgesuches bescheinigt:
Leonberg, den 8. Juni 1942
t.. A.Heinz
Arch[itekt] (Baumeister und Wasserbautechniker.)
Es folgt noch ein handschriftlicher Eintrag mit Datumsstempel 8. Juni 1942: Ich habe Heinz an Hand eines Vorgangs (Tonmühle Ditzingen) über die Art der notwendigen Unterlagen belehrt, er wird das Gesuch direkt hier einreichen.
Und zum Zeichen, dass es jetzt zügig gehen muss, steht handschriftlich noch darunter: W[ieder]V[orlage] 1.7.42.
Für Albert Heinz ist die Erstellung der Genehmigungsunterlagen auch kein Problem, denn bereits am 13.6.1942 kann er die erforderliche Zeichnung und die zugehörige Beschreibung vorlegen:
Kreis Leonberg.
Gemeinde u.Markung Lbg./Eltingen
Beschreibung über die Wasserbenützungsanlage T Nr. 25, Getreidemühle, sog. "Lahrensmühle," des Emil Lautenschlager, Mühlenbesitzer, Lbg./Eltingen.
Bei der vorgenommenen Wasserschau im Okt. 1937, wurden an dem oben bezeichneten Triebwerk einige Änderungen gegenüber der Genehmigung vom Dez. 1912. (N12551) festgestellt.
Die Änderungen beziehen sich ausschliesslich auf das ca. 38 m. Oberhalb dem Triebwerk gelegenen Übereich.
Daselbst wurde die 0,15 m. hohe hölzerne Fallenschwelle entfernt und ein abnehmbarer Bretteraufsatz angebracht, so dass eine Gesamt-Übereichfallenhöhe mit 1,05 m. vorhanden ist, gegenüber 0,70 m. Der Genehmigungsurkunde, und in Bezug auf das Sicherheitszeichen (Eichklammer an dem Mühlengebäude Nr. 230 vom Jahre 1767) auf –1,31 m. Gegenüber –1,49 m. zu liegen kommt. Ferner wurde die Übereichfallenbreite 1,37 m., gegenüber 1,42 m. ausgeführt und die Kanalufermauern links und rechts der Übereich-Falle aus Beton hergestellt.
Die rohe Wasserkraft beträgt demnach bei einer Wassermenge von 130 l/sec. Und einem Nutzgefälle von nunmehr 3,79 m. = 130 x 3,79 : 75 = 6,569 rd. 6,57 PS. Gegenüber 6,30 P.S. bisher.
Aus beiliegenden Plänen gehen die Änderungen hervor und entsprechen dem heutigen Zustand.
Lbg./Eltingen, den 13.6.42.
Der Werksbesitzer:
Gef[ertigt]
Alb. Heinz
Baumeister und Wasserbautechniker
Hier wird die Leistungssteigerung beim Namen genannt. Das von Emil Lautenschlager betriebene "Mühlen-Tuning" bringt eher bescheidene Ergebnisse hervor, nämlich 0,27 PS oder knapp 4,3%.
Die Post aus Stuttgart hat den Herrn Regierungsinspektor Schmid wohl nicht sehr erfreut, denn die Genehmigung rückt in die Ferne:
Ministerialabteilung für Bezirks- und Körperschaftsverwaltung
Stuttgart-S, den 27. August 1942.
22 T 25 Nr. 5
Auf den Bericht vom 1. August 1942, Nr. 3820-446-42.
Betreff: T Nr.25, "Lahrensmühle" des Emil Lautenschlager in Leonberg-Eltingen.
Beil. /1-20 (/12 u. 13 je vierfach),
1 Erlassabschrift.
In seiner Antragsbeschreibung vom 13. Juni 1942, /13 landr. Akten, bemerkt der Besitzer der "Lahrensmühle" T Nr. 25, Emil Lautenschlager in Leonberg-Eltingen, dass sich die Änerungen an seiner Wasserbenützungsanlage, um deren Genehmigung er nachsuche, ausschliesslich auf die rd. 38 m. Oberhalb des Triebwerks gelegene Übereichfalle beziehen. Dabei gibt er die neue Höhenlage der Oberkante dieser Übereichfalle zu –1,31 m unter der Oberkante der Eichklammer vom Jahre 1767 auf der südwestlichen Seite des Mühlgebäudes und das Nutzgefälle am Werk zu 3,79 m an, während ein solches von nur 3,61 m genehmigt ist.
Ein Nutzgefälle von 3,79 m am Werk könnte nur dann erreicht werden, wenn neben der Übereichfalle rd. 38 m oberhalb des Werks auch noch gleichzeitig die 0,90 m weite Leeerlauffalle unmittelbar beim Werk erhöht und die Wehroberkante, die bisher in der Höhenlage –1,40 m bis –1,56 m unter dem Festpunkt genehmigt ist, entsprechend höher gelegt würde.
Die Gesuchsunterlagen sind demnach durchaus ungenügend und wenn der Unternehmer sein Gesuch weiter verfolgen will, entsprechend umzuarbeiten.
Wenn der Unternehmer tatsächlich um die Verleihung des Rechts einer Stauerhöhung an seiner Wasserbenützungsanlage nachsuchen sollte, könnte von einer öffentlichen Bekanntmachung nicht abgesehen werden. Eine öffentliche Bekanntmachung erscheint aber während des Kriegs nicht angezeigt, da nicht alle Beteiligte ihre Belange wahren könnten.
Ich ersuche Sie daher, das flusspolizeiliche Verfahren über die Dauer des Krieges einzustellen und dem Unternehmer, wenn er sein Gesuch nach dem Krieg weiter verfolgen will, die entsprechende Umarbeitung seiner Gesuchsunterlagen anheimzugeben.
Für den Fall, dass aus dem unvorschriftsmässigen Zustand der Wasserbenützungsanlage T Nr. 25 des Emil Lautenschlager Anstände für andere oder die Allgemeinheit erwachsen sollten, ersuche ich, zunächst in eigener Zuständigkeit das Weitere zu veranlassen.
Im Folgenden überspringen wir vorläufig einige Jahre und dokumentieren das Ende der Wasseranlage.
Kreisverband Leonberg Kreisbauamt
14a Leonberg (Württ.), den 16. November 1949
Fernsprecher 301 und 541
An das Landratsamt im Hause
Auf den Erlass des I.M. vom 29.Okt. 1949
Betr.: T 25 “Lahrensmühle“ des Emil Lautenschlager in Leonberg-Eltingen
Beil.: 1 Bund Akten
Der Mühlebesitzer Emil Lautenschlager gab heute an, vorerst nicht in der Lage zu sein, den unvorschriftsmässigen Bestand seimer Wasserbenützungsanlage zu erneuern, da er nach dem Kriege zuerst seinen Kriegsschaden an seinem Anwesen beheben und den 2stockigen Wohnhausneubau fertig machen musste. Ausserdem hat er in diesem Jahr das im Frühjahr 1948 vollständig zerstörte Wehr an der Glems in denselben Ausmassen neu aufgebaut, wobei der Wehrüberlauf um 4 cm über dem früheren Eichzeichen erhöht wurde (- 1,40 m unter der Eichklammer am Mühlengebäude) wie das am 15.11.49 vorgenommene Nivellement ergeben hat.
Lautenschlager hat daher ein Gesuch um Erhöhung seiner Wehranlage vorzulegen; das durch Hochwasser entfernte Eichzeichen ist nach Genehmigung am Wehr neu anzubringen.
Wasserwirtschaftsamt Besigheim.
Besigheim den 25.Januar 1950.
Tgb. Nr. 110.
An den Herrn Bürgermeister der Stadt Leonberg.
Betreff: Wehranlage zu Triebwerk T 25.
Anlagen: 0.
Nach den von Ihnen mitgeteilten Feststellungen liegt die derzeitige neue Wehrkrone zum Triebwerk T 25 / 5 cm höher als zulässig.
Die alte Wehrkrone war 1,44 m tiefer, als die Eichklammer vom Jahre 1767 genehmigt gewesen. Ob der geplante Bau des neuen Wehres dem Landratsamt oder Ihnen vom Müller Emil Lautenschlager bekanntgegeben war, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls ist eine Erhöhung ohne Genenehmigung unzulässig und kann eine Beseitigung dieser Erhöhung verlangt werden. Im Hinblick auf die Verlegung der Glems und den dem Müller Emil Lautenschlager wahrscheinlich bekannten Ablösungsbestrebungen wäre eine gemeinsame Lösung der Hochwasserfrage bei der Wiedererstellung des Wehres möglich gewesen. Die neue Staulänge bei völliger Ausnützung der neuen Wehrhöhe wird etwa 50 m weiter reichen, als die alte Staulänge, also etwa 150 m über die gewölbte Brücke bei der Einmündung des Wasserbaches gegen die Strasse Eltingen - Renningen. Die Erhöhung des Staues wirkt sich naturgemäss auf die langsame aber sichere Versumpfung der Wiesen unterhalb der Brücke aus. Dass die Grundstücksbesitzer daselbst ihr Einverständnis dazu geben, dürfte sehr fraglich sein. So wie die Grundablassfalle in heutiger Breite erbaut ist, kann sie ein Mittelwasser aber kein Hochwasser abführen. Wie der Zustand vor der Erstellung des neuen Wehres war, entzieht sich meiner Kenntnis, muss aber m.E. aus den Akten beim Landratsamt ersichtlich sein.- Jedenfalls werden nach der Glemsverbesserung Ablagerungen beim Ablaufen eines Hochwassers und damit Verschlammung bis ungefähr zum gewölbten Durchlass eintreten können. Durch eine Erbreiterung der Grundablassfalle oder Erstellung einer Hochwasserfalle anstatt Wehr und Grundablassfalle könnte dies vermieden werden. Das Glemsbett ist in seinem heutiegen Zustand ab etwa der gewölbten Brücke als Mühlkanal zu betrachten. Ob dieser Zustand auch bei der einstigen Genehmigung als Grundlage galt, wäre ebenfalls ausschlaggebend für weitere Verhandlungen mit dem Müller.
Im Hinblick auf die bevorstehende Glemsverbesserung 1. Teil bitte ich mich von weiteren Ermittlungen und evtl. Besprechungen mit dem Landratsamt bezw. Ministerialabteilung für Körperschaftwesen auf dem Lau-
fenden zu halten.
gez. Merkle
Landratsamt Leonberg Den 26.August 1950
Es erscheint der Mühlebesitzer Emil Lautenschlager "Lahrensmühle" in Leonberg-Eltingen und bringt vor:
Ich erhebe gegen die gegen mich verhängte Ungehorsamstrafe in Höhe von 20.-- DM Einspruch mit folgender Begründung:
1. Von einer eigenmächtigen Erhöhung der Wehrkrone und Leerschussfalle kann keine Rede sein, da ich den Wasserbautechniker Architekt Heinz mit der P1anfertigung beauftragt habe und naoh diesen Plänen die Anlage von Maurermeister Ernst Röckle in Lbg.-E1tingen erneuert wurde. Wir haben lediglich am Auslauf eine kleine Änderung gegenüber den Plänen vorgenommen. Mit Rücksicht auf den grossen Kostenaufwand wurde der Auslauf um 2 bis 3 Meter gekürzt gebaut. Den Architekten Heinz habe ich von der Verkürzung des Auslaufs verständigt. Er hat mir erklärt, wenn die Anlage nicht genau nach seinen Plänen ausgeführt wird, lehne er jede Verantwortung ab. Für die Erhöhung der Wehrkrone hat Architekt Heinz einen Pflock in die Erde gerammt, nach diesem Zeichen wurde die Kronhöhe eingerichtet. Der Pflock steckt heute noch in der Erde.
2. Wenn es zutreffen sollte, dass die Wehrkrone um einige cm erhöht ist, spielt dies meiner Ansieht naoh praktisch keine Rolle, weil der Wasserspiegel bei normalem Wasserstand 20 bis 30 cm unter der Wehrkrone liegt und somit kein grösserer Rückstau eintritt. Dadurch tritt auch kein grösserer Schaden wie vor der Erhöhung für die benachbarten Grundstücke ein. Bei Hochwasser ziehe ich schon aus eigenem Interesse die Falle. Nach dem unter Ziff. 1 und 2 Angeführten kann ich mit einer Abänderung der Wehranlage nicht ohne weiteres einverstanden sein und bitte um eine Besichtigung durch Sachverständige. Diesem Gutachten werde ich mnich unterwerfen.
14a Leonberg (Württ.), den 1. Dezember 1953
Postscheckkonto Stuttgart Nr. 109 36 (Kreispflege)
Girokonto Nr. 13 bei der Kreissparkasse Leonberg
Betr.: T 25 Lahrensmühle des Emil Lautenschlager in Leonberg-Eltingen
Die im Jahre 1949 von Emil Lautenschlager erneuerte Wehranlage wurde an Hand der genehmigten Unterlagen nachgeprüft und folgende Abweichungen festgestellt:
Die Länge der Wehranlage beträgt heute nur 4,05 m gegenüber einer genehmigten Länge von 5,17 m.
Die Breite der Grundablassfalle beträgt 72 cm gegenüber früher 63 cm.
Die heutige waagrecht betonierte Wehrkrone liegt 1,40 m unter dem Sicherheitszeichen am Triebwerk, genehmigt war die Wehrkronenoberkante links auf 1,40 m, in der Mitte auf 1,44 m und rechts 1,56 m unter Sicherheitszeichen.
Die waagrechte Oberkante der Grundablassfalle liegt heute auf -1,48 m (genehmigt in der Mitte -1,45 m, an den Seiten -1,54 m), die Schwelle dieser Falle auf -1,88 m (genehmigt -2,56 m).
Am Querprofil des Oberkanals beim Wehr hat sich nichts geändert.
Da die geplante Turbinenanlage vorerst nicht zur Ausführung kommen wird, sollte für die Belassung der Abweichung unter Vorlage der Planungsunterlagen eine Verleihung und Genehmigung nach Art. 30 W.G. nachgesucht werden.
Wasserwirtschaftsamt Besigheim
Besigheim a. N, den 28. August 1956
Fernsprecher 359
Tagb. Nr. 2486.
An das Landratsamt Leonberg
Betreff: T 25 Lahrensmühle
Bezug: Auf das Schreiben vom 17. 7.1956 Nr. VI/3810 und das Schreiben vom 10.8.1956 Nr. VI/3820
Anlagen: 1 Planheft )
1 Beschreibung) zurück
5 Bund Akten )
Die Wiederherstellung des sehr schadhaft gewesenen Wehres der Lahrensmühle T 25 fand zu Beginn der Bauzeit der Glemsverbesserung I. Bauteil durch den Triebwerksbesitzer statt. Anlässlich schon der Entwurfsaufstellung wurde mit dem früheren Bürgermeister von Leonberg die bessere Linienführungfür Hochwasser unter Ablösung der Wasserkraft der Lahrensmühle vorgeschlagen. Die Ablösung scheiterte m.W. an dem zu hohen Verlangen des Triebwerksbesitzers. Über diese Verhandlungen könnte bei Bedarf die Stadtgemeinde Leonberg Aufschluss geben. Vom Wasserwirtschaftsamt war dann zusammen mit Beteiligung evtl. der Gemeinde geplant ein bewegliches Wehr zu bauen, damit einmal die heute vermehrten Schlammablagerungen im Bachbett und andererseits die Hochwasser einwandfreier abgeführt werden können. Herr Bürgermeister Schminke hatte m.W. damals dem Triebwerksbesitzer mitgeteilt, dass er vor der Wiederherstellung seines Wehres Rücksprache mit der Stadtgemeinde und dem Wasserwirtschaftsamt nehmen solle.
Die Wiederherstellung des Wehres geschah damals sozusagen über Nacht, d.h. schnellstens und ohne jegliche Rücksprache. Es wurde damals schon vom Wasserwirtschaftsamt an Hand des tatsächlichen Rückstaues festgestellt, dass dieser nun weit mehr ins Glemstal hinauf erfolgt. Soviel dem Wasserwirtschaftsamt bekannt ist, hat auf Veranlassung der Stadtgemeinde Leonberg der damalige Kreisbaumeister Schöttle die tatsächlich unrichtige und ohne ... (die zweite Seite des Schreibens liegt uns leider nicht vor)
26. Nov. 1964
VI/3810
L/Ot.
An des Wasserwirtschaftsamt Besigheim
Betr.: T Nr. 25, LahrensmUhle des Emil Lautenschlager in Leonberg-Eltingen
Beil.: 0
Dem Triebwerksbesitzer wurde mit Verfügung vom 27. Sept. 196o folgende Auflege erteilt: bis spätestens 31. Dezeber 196o
1. die Wehroberkante um die vorgnommene Erhöhung von 7,5 cm zu erniedrigen,
2. den Go cm breiten StUtzpfeiler der Grundablassfalle auf die Höhe der zu erniedrigenden Wehroberknte (Ziffer 1) abzunehmen und die Oberkante der Grundablassfelle ebenfalls auf die genehmigte Höhe zu bringen.
Nachdem die Auflage nicht erfüllt wurde, ist am 12. Okt. 1964 ein Zwangsgeld in Höhe von 1oo,-- DM verhängt worden. Daraufhin hat hier Fräulein Irmgard Lautenschlager vorgesprochen und vorgebracht, daß der Mühlenbetrieb seit 1. März 196o stillgelegt sei und keine Wasser mehr gestaut werden. Sie ist deshalb der Meinung, dass die seinerzeitige Auflage somit hinfällig sei.
Es wird um Stellungnahme hierzu gebeten.
Tagb. Nr. LEO V 15-3
(bei Rückantwort bitte Tagb. Nr. angeben)
7122 Besigheim a. N., den 14. Januar 1965
Eit/We.
Betreff: T Nr. 25, Lahrensmühle des Emil Lautenschlager, in Leonberg-Eltingen.
Bezug: Ihr Schreiben vom 26. Nov. 1964, Nr. VI/5810
Anlagen: 1 Mehrfertigung
Am 28.12.1964 erfolgte eine Besichtigung der Triebwerksanlagen. Es wurde festgestellt, daß die Wehranlage noch betriebsfähig ist.
Das angestaute Oberwasser wird über die Leerschussfalle und teilweise über das baufällige Wasserrad dem Glemsmutterbach zugeleitet.
Das Triebwerk ist nach Angaben der Triebwerksbesitzerin Fräulein Lautenschlager seit dem Jahre 1960 stillgelegt. Der angetroffene Zustand der Triebrerksanlagen lässt dies auch deutlich erkennen.
Wir bitten deshalb um Löschung des Wasserrechts nach § 12 Abs. 2 Ziffer 2 WHG.
Der vorhandene Stau beeinträchtigt die im Jahre 1950 durchgeführte Glemsverbesserung "Schopflochberg" sehr. Es ist deshalb in wasserwirtschaftlicher Hinsicht zu begrüssen, wenn die Stauanlage beseitigt wird und entsprechende Auflagen nach § 22 WG erteilt werden.
gez. Fellmeth
Mit der Entscheidung vom 17.11.1966 nimmt das Landratsamt das Wasserbenutzungsrecht zurück und spricht bei Nichtbeachtung der Verfügung gleich ein happiges Zwangsgeld aus.
Beim Durchnummerieren seiner Absätze ist der Herr Regierungsassessor etwas durcheinander geraten, denn auf Blatt 2 kommt statt V für römisch 5 nochmals die römisch IV. Das wird im seiner Laufbahn sicher zunehmend besser.
Wasserrechtliche Entscheidung vom 17. November 1966 Nr.VI/3810
I. Das Wasserbenutzungsredht T Nr. 25 der Lahrensmühle der Erben des Emil Lautenschlager an der Glems in Leonberg - Eltingen wird gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 2 des Wasserhaushaltsgesetzes vom 19.-Februar 1959 (BGBl. I S. 37) zurückgenommen.
Nach Angaben von Frl. Irmgard Lautenschlager wird der Mühlenbetrieb seit 1. März 196o nicht mehr ausgeübt. Gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 2 WHG kann ein Wassernutzungsrecht ohne Entschädigung zurückgenommen werden, wenn dieses drei Jahre ununterbrochen nicht ausgeübt wurde. Eine Rücknahme des Wassernutzungsrechts war hier erforderlich, da durch die Wehranlagen ein Stau entsteht, der die Wasserführung in der Glems und die Wirkung der im Jahre 195o durchgeführten Glemsverbesserung im dortigen Gebiet stark beeinträchtigt.
III. Gemäß § 22 Abs. 1 des Wassergesetzes für Baden-Württemberg vom 25. Februar 1960 (Ges.31.S.17) wird den bisherigen Inhabern des Wassernutzungsrechts ferner die Auflage erteilt, die Wehranlage bis spätestens 31. Juli 1967 auf ihre Kosten zu beseitigen. Die Erteilung dieser Auflage ist zur Abwendung der durch den Stau entstehenden nachteiligen Folgen erforderlich.
IV. Bei Nichtbeachtung dieser Verfügung kann ein Zwangsgeld bis zu looo,-- D.M angesetzt werden. Das Zwangsgeld kann wiederholt werden, bis die Auflage erfüllt ist. Führt die Ansetzung des Zwangsgeldes nicht zum Erfolg, so kann die Auflage auf Kosten der Emil Lautenschlager Erben (durch das Landratsamt im Wege der Ersatzvornahme selbst oder einen beauftragten Dritten) vollzogen werden.
Gegen diese Verfügung kann innerhalb eines Monats nach Eröffnung beim Landratsamt Leonberg, Eltinger Strasse 42, schriftlich oder mündlich zur Niederschrift Widerspruch erhoben werden.
Dr.Bosch
Emil Lautenschlager Erben, Lbg.-Eltingen
Bürgermeisteramt Leonberg
Regierungspräsidium Nordwürttemberg -Wasserbuch-
Die Zurücknahme des Wasserbenutzungsrechts wollen die Emil Lautenschlagers Erben so nicht hinnehmen. Sie befürchten beim Rückbau der Wehranlage nicht tragbare finanzielle Belastungen.
Veitenmühle
Lbg.-Eltingen, den 27.Dez.1966
An das Landratsamt Leonberg 7250 Leonberg
Betr.: Wassernutzungsrecht T Nr. 25 Lahrensmühle(Veitenmühle)
Bezug: Wasserrechtliche Entscheidung vom 17.Nov.1966 - Nr.VI/3810
Gegen die wasserrechtliche Entscheidung erheben wir Widerspruch.
Wir sind nicht überzeugt, dass das öffentliche Intresse eine Beseitigung der Anlage erfordert. Zum schadlosen Wasserabfluss bestehen an der Anlage noch zwei weitere Ablassfallen, die auch nach der Glemskorrektur bei Hochwasser betätigt wurden und werden. Dadurch wurde ein schädlicher Rückstau verhindert.
Ferner ist es unbillig, eine Beseitigung zu verlangen, wenn diese nur mit einem wirtschaftlich nicht tragbaren Kostenaufwand möglich ist. Dies trifft für eine Beseitigung zu.
Wir bitten um Überprüfung, insbesondere auch im Hinblick auf die Kostenfrage, und Klärung, ob nicht eventuell durch geringfügige Änderungen der Anlage diese erhalten bleiben könnte.
i.A. Irmgard Lautenschlager
4.1.1967
VI/3820
An das Wasserwirtschaftsamt Besigheim
Schreiben des LRA vom 18.11.1966
T Nr. 25 Lahrensmühle der Emil Lautenschlager Erben in Leonberg-Eltingen
Beil.: 1 Widerspruchschreiben u. R.
Gegen die Zurücknahme des Wasserbenutzungsrechts T Nr. 25 der Lahrensmühle in Leonberg-Eltingen haben die Eigentümer mit dem beiliegenden Schreiben vom 27. Dez. 1966 Widerspruch erhoben.
Es wird gebeten, zu der Begründung Stellung zu nehmen.
Regierungsoberinspektor
Tagb. Nr. V — LEO 13/6
7122 Besigheim a. N., den 20. Januar 1967
Schn/Ba.
An das Landratsamt 7250 Leonberg
Betreff: T Nr. 25 Lahrens mühle Emil Lautenschlager Erben in Leonberg-Eltingen
Bezug: Ihr Schreiben vom 4. Januar 1967 Nr. VI/3820
Anlagen: 1 Widerspruchschreiben zurück 1 Mehrfertigung
Der Widerspruch der Triebwerksbesitzer wird wohl in erster Inie in rechtlicher Hinsicht zu entscheiden sein. Durch das feste Wehr entstsht ein Stau von etwa 600 m bis zur Einmündung des Wasserbachs in die Glems. In diesem Stauraum sammelt sich sehr viel Schlamm und Unrat an.
In wasserwirtschsaft1icher Hinsicht wäre es deshalb wünschenswert, wenn die ohnedies nicht mehr benötigte Stauanlage beseitigt wüde.
Eine geringfügige Änderung der Anlage, wie im Widerspruch erwähnt, ist technisch nicht denkbar. Es müsste schon ein bewegliches Wehr eingebaut werden, dessen Kosten in keinem Verhältnis zur möglichen Wassernutzung stehen.
Wie aus Absatz 2 und 3 des Widerspruchs zu entnehmen ist, befürchten die Einsprechenden die Auflagen nach § 22, Abs. 1 WG, we1che mit Kosten verbunden sind.
Nachdem in vielen Fällen, die notwendigen Vorkehrungen von den Gemeinden übernommen wurden, da sie auch im öffent1ichen Interesse liegen, sollte versucht werden, die Stadt Leonberg für die Kostenbeteiligung an der Wehrbeseitigung und einer evtl. Ausräumung der Glems zu gewinnen.
1967 meldet das Wasserwirtschaftsamt dem Leonberger Landratsamt, dass die Wasseranlage nicht mehr einsatzfähig ist.
Tagb. Nr. V — LEO 13/8
7122 Besigheim a. N., den 19. September 1967
Fernsprecher 369
Schn/Wa.
An das Landratsamt 725 Leonberg
Betreff: Wasserbenutzungsrecht T Nr. 25 der Lahrensmühle Emil Lautenschlager Erben an der Glems in Leonberg-Eltingen
Bezug: Ihr Schreiben vom 23. August 1967 Nr. VI/3810
Die Triebwerksanlagen sind seit dem Jahre 1960 stillgelegt. Die Voraussetzungen von Art. 44, Abs. 1 Nr. 2 des Württ. Wassergesetzes i.V. mit § 122 Abs. 2 Satz 1 des Wassergesetzes treffen zu, sodass die mit Schreiben vom 14 Jan. 1965, Nr. LEO V - 13 - 3 beantragte Löschung des Wasserrechts festgestellt werden kann.
Die Wasserbenützungsanlage befindet sich in einem ihre Benützung unmöglich machenden Zustand, weil Wasserbau und Wasserrad vollständig zerfallen sind.
Im März 1969 erhält die Erbengemeinschaft Post vom Wasserwirtschaftsamt.
An die Erbengemeinschaft Emil Lautenschleger
725o Leonberg-Eltingen Veitenmühle
Ihre Wasserkraftanlege an der Glems in Leonberg-Eltingen (Triebwerk Pr. 25)
Bei dem Wasserbenutzungsrecht T Nr. 25 (Lahrensmühle bzw. Veitenmühle) handelt es sich um ein altes Recht im Sinne von § 15 Wasserhaushaltsgeeetz und § 122 Wassergesetz. Ein Erlöschen dieser Rechte tritt ein, wenn die Voraussetzungen von Art. 44 Abs. 1 Nr. 2 des Württ. Wassergesetzes i.V. mit § 122 Abs. 2 Satz 1 des Wassergesetzes zutreffen.
Danach erlischt das Recht an einer Wassernutzung durch die mit der Wegnahme oder dem Eingehenlassen der zur Ausübung des Nutzungsrechts erforderlichen Einrichtungen verbundenen Einstel1ung der verliehenen Wassernutzung während eines ununterbrochenen Zeitraumes von vier Jahren, sofern nicht eine Fristung von der Verleihungsbehörde erteilt worden ist, und, falls zur Ausübung der Nutzungsrechte eine ständige Anlage nicht erforderlich ist, durch blosse Nichtausübung der Nutzung während des oben bezeichneten Zeitraumes.
Das Bürgermeisteramt Leonberg hat dem Landratsamt bereits am 8. Oktober 1964 mitgeteilt, daß der Mühlenbetrieb stillgelegt ist und somit auch die Wassermotoren. Ausserdem erklärte Fräulein Irmgard Lautenschlager zu Protokoll des Landratsamts vom 28. November 1964, dass der Mühlenbetrieb nicht mehr ausgeübt wird und auch kein Wasser mehr gestaut würde. Der Mühlenbetrieb ist seit 1. März 1960 stillgelegt worden.
Das Wasserwirtschaftsamt besichtigte Ihre Triebwerksanlage am 28. Dezember 1964. Es stellte hierbei fest, dass das Wasserrad baufällig ist und dass nach dem angetroffenen Zustand die Stillegung des Triebwerks deutlich zu erkennen war.
Das Landratsamt wird deshalb das Erlöschen Ihres Triebwerksrechts feststellen. Eine Entschädigung hierfür ist nicht gegeben. Gemäß § 22 Wassergesetz sind beim Erlöschen von Wasserbenutzungsrechten Vorkehrungen zu treffen, die aus Gründen der Gewässerunterhaltung oder zur Abwendung nachteiliger Folgen für die Benutzung des Gewässers dem bisherigen Besitzer aufzugeben sind. In Ihrem Falle wäre erforderlich, die Wehranlage zu beseitigon und einen Gefällausgleich herzustellen. Ausserdem müsste der Oberkanal aufgefüllt werden.
Nachdem die Stadt Leonberg beabsichtigt, die Glems im Bereich Ihrer Mühle zum Teil einzudolen, wird Ihnen vorgeschlagen, bei der Stadt einen Antrag auf Durchführung dieser Massnahmen und Übernahme der dadurch entstehenden Kosten zu stellen.
Nach den Feststellungen des Landratsamts handelt es bei dem Oberkanal um ein öffentliches Gewässer. An dem Gewässerbett besteht kein privates Eigentum. Es liegt vielmehr im öffentlichen Eigentum der Gemeinde bzw. der Stadt.
Drei Jahre nach dem vorangegangenen Schreiben fällt das Leonberger Landrratsamt die endgültige Entscheidung über das Wasserrecht der Lahrensmühle in einem zweiseitigen Schriftstück.
Nr. VI/662.14
Leonberg, den 20. 3. 1972
L/ro
I. Mit Verfügung des Landratsamtes Leonberg vom 17. November 1966, Nr. VI/310, wurde das Wassernutzungsrecht T Nr. 25 der Lahrensmühle der Erben des Emil Lautenschlager an der Glems in Leonberg-Eltingen gemäss § 12 Abs. 2 Nr. 2 des Wasserhaushaltsgesetzes vom 19.2.1959 zurückgenommen. Gegen diese Verfügung erhob die Erbengemeinschaft Emil Lautenschlager mit Schreiben vom 27. Dezember 1966 rechtzeitig Widerspruch.
Bei diesem Wasserbenutzungsrecht handelt es sich jedoch um ein altes Recht im Sinne von § 15 WEG und § 122 Wassergesetz. Ein Erlöschen dieses Rechts tritt ein, wenn die Voraussetzungen von Artikel 44 Abs. 1 Nr. 2 Württ. Wassergesetz i.V. mit § 122 Abs. 2 S. 1 Wassergesetz zutreffen. Danach erlischt ein Wassertriebwerksrecht durch das Eingehenlassen der zur Ausübung des Nutzungsrechts erforderlichen Vorrichtungen und der damit verbundenen Einstellung der Wassernutzung während eines ununterbrochenen Zeitraumes von 4 Jahren, sofern nicht durch die Verleihungsbehörde eine Befristung erteilt worden ist.
Die Verfügung des Landratsamtes vom 17. November 1966, Nr. VI/3810, wird aufgehoben, da die Voraussetzungen zur Zurücknahme des Wasserbenutzungsrechts nicht vorlagen.
II. Das Erlöschen des Wassernutzungsrechts T Nr. 25 der Lahrensmühle der Erben des Emil Lautenschlager an der Glems in Leonberg-Eltingen wird gemäss Artikel 44 Abs. 1 Nr. 2 Württ. Wassergesetz i.V. mit § 122 Abs. 2 S. 1 Wassergesetz festgestellt.
Nach den Angaben von Fräulein Irmgard Lautenschlager zu Protokoll des Landratsamtes am 20. 11. 1964 wird der Mühlenbetrieb seit 1. März 1960 nicht mehr ausgeübt. Das Wasserwirtschaftsamt Besigheim hat dem Landratsamt mit Schreiben vom 19. September 1967 mitgeteilt, dass die Triebwerksanlagen seit dem Jahre 1960 stillgelegt sind und sich die Wasserbenützungsanlage in einem Zustand befindet, der eine Wasserbenutzung unmöglich mache, weil Wasserbau und Wasserrad vollständig zerfallen wären. In der Zwischenzeit wurde durch und auf Rechnung der Stadt Leonberg das Wehr im Zusammenhang mit dem Ausbau der Gebersheimer Straße beseitigt.
Die Voraussetzungen zum Erlöschen des Triebwerksrechts T Nr. 25 sind deshalb gegeben.
IV. Auflagen gemäss § 22 Wassergesetz sind nicht zu erteilen. Die erforderlichen Massnahmen werden durch die Stadt Leonberg im Zusammenhang mit der Ausführung der Glemsverbesserungen vorgenommen.
V. Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diese Verfügung kann innerhalb eines Monats nach Eröffnung beim Landratsamt Leonberg, Eltinger Str 42, schriftlich oder zur Niederschrift Widerspruch erhoben
Das Ende der Wasseranlage der Lahrensmühle ist jetzt amtlich bestätigt.
Stuttgart den 10. Mai 1972
Heidehofstrasse 9
Fernruf: 24 47 33/34
Nr. 51 - WR f 303/20
Auf den Bericht vom 28.4.1972
Az.: VI / 662.14
Betreff: Wasserkraftanlage der Lahrensmühle der Emil Lautenschlager Erben an der Glems in Leonberg-Eltingen T Nr. 25
Der Eintrag im Wasserbuch wurde gelöscht. Das Landratsamt wird gebeten, den Eintrag in dem dort aufliegenden alten Wasserrechtsbuch T Nr. 25, Kreis Leonberg ebenfalls zu löschen.
Auf dem Schreiben finden wir einen Vermerk in rot: gelöscht am 07.03.

References: § 147
 § 147
 § 147
 Art. 31
 Art. 30
 § 12
 § 22
 § 12
 § 12
 § 22
 § 22
 Art. 44
 § 122
 § 15
 § 122
 Art. 44
 § 122
 § 22
 § 12
 § 15
 § 122
 § 122
 § 122
 § 22