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Timestamp: 2020-01-18 01:20:43+00:00

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§ 212 BGB: Neubeginn der Verjährung
BGH, URTEIL vom 2.10.2014, Az. XI ZR 265/13 40	bb)	Rechtsfehlerfrei	hat	das	Berufungsgericht	zudem	angenommen,	dass das Schreiben vom 31. August 2011 nicht mehr zu einem Neubeginn der Verjährung im Sinne von § 212 Abs. 1 Nr. 1 BGB führen konnte, denn der Neubeginn einer bereits abgelaufenen Verjährungsfrist ist nicht mehr möglich (vgl. BGH, Urteile vom 21. November 1996 - IX ZR 159/95, NJW 1997, 516, 517 und vom 9. Oktober 1986 -1 ZR 158/84, WM 1987, 298 ff., jeweils zu § 208 BGB aF).
BGH, BESCHLUSS vom 2.0.2013, Az. VIII ZR 344/12 Einer solchen Hilfestellung bedarf es im Streitfall schon deswegen nicht, weil der in § 212 BGB verwendete Begriff des 'Neubeginns der Verjährung' inhaltlich mit dem im alten Schuldrecht gebrauchten Begriff 'Unterbrechung der Verjährung' (vgl. § 217, § 208 BGB aF) identisch ist (vgl. BT-Drucks. 14/6040, S. 120; Senatsurteil vom 9. Mai 2007 - VIII ZR 347/06, NJW 2007, 2843 Ls) und sich die vom Bundesgerichtshof aufgestellten Leitlinien zu den Auswirkungen einer vor Verjährungsbeginn eingetretenen und beendeten Unterbrechung (BGH, Urteile vom 31. März 1969 - VII ZR 35/67, BGHZ 52, 47, 49 f. [vor Verjährungsbeginn zugestellter Mahnbescheid]; vom 27. September 1995 - VIII ZR 257/94, NJW 1995, 3380 unter III 3 b [Rückwirkung eines Mahnbescheids auf Zeitpunkt vor Verjährungsbeginn]; vom 9. Juli 1998 - IX ZR 272/96, NJW 1998, 2972 unter I 1, insoweit in BGHZ 139, 214 ff. nicht abgedruckt [vor Verjährungsbeginn abgegebenes Anerkenntnis]) damit ohne weiteres auf die vorliegende Fallkonstellation übertragen lassen.
BGH, BESCHLUSS vom 2.0.2013, Az. VIII ZR 344/12 6	aa) Zwar beginnt bei einem - hier vorliegenden - Anerkenntnis nach § 212 BGB die maßgebliche Verjährungsfrist am nachfolgenden Tag im Ganzen neu zu laufen (BGH, Urteile vom 9. Juli 1998 - IX ZR 272/96, aaO; vom 15. August 2012 - XII ZR 86/11, NJW 2012, 3633 Rn. 33).
BGH, URTEIL vom 2.2.2010, Az. XI ZR 200/09 Vielmehr sind ein Neubeginn der Verjährung gemäß § 212 Abs. 1 Nr. 2 BGB erst durch die von der Beklagten beantragten gerichtlichen Vollstreckungshandlungen ab Mai 2008 und ihre Verteidigung gegenüber der Vollstreckungsgegenklage (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 22. März 2006 - IV ZR 93/05, WM 2006, 1398, Tz. 16 m.w.N.) mit Schriftsatz vom 5. August 2008 sowie eine Hemmung der Verjährung gemäß § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB durch die von ihr am 13. August 2008 erhobene Hilfswiderklage eingetreten.
BGH, BESCHLUSS vom 1.2.2010, Az. II ZR 249/08 lung eines Jahresabschlusses ein Anerkenntnis des jeweiligen Gesellschafters liegen, dass die in dem Abschluss ausgewiesenen, gegen ihn gerichteten Forderungen bestehen (vgl. Sen.Urt. v. 2. März 2009 - II ZR 264/07, ZIP 2009, 1111 Tz. 15 m.w.Nachw.), mit der möglichen Folge, dass die Verjährung nach §212 Abs. 1 Nr. 1 BGB neu beginnt (Senat, BGHZ 105, 300, 306).
BGH, URTEIL vom 4.2.2008, Az. III ZR 206/07 Diese Folge hat der Gesetzgeber beabsichtigt (BT-Drucks. 14/7052 S. 207 mit Hinweis auf § 212 Abs. 2 BGB a.F.; vgl. BGH, Urteil vom 7. März 2007 - VIII ZR 218/06 - NJW 2007, 2034, 2035 Rn. 22 zu dem umgekehrten Fall, dass eine Unterbrechung als nicht erfolgt gilt).
BGH, URTEIL vom 2.8.2007, Az. XI ZR 447/06 Für die Annahme, es beginne wie beim Anerkenntnis (§ 212 Abs. 1 Nr. 1 BGB) eine neue Verjährungsfrist zu laufen, besteht mangels Regelungslücke kein Anlass (vgl. LG Stendal FamRZ 2007, 585, 586, Tz. 36; MünchKommBGB/ Grothe 5. Aufl. § 202 Rdn. 13; Lakkis ZGS 2003, 423,	426;
LG Köln, Urteil vom 4.1.2007, Az. 6 S 378/06 12Demgegenüber ist die Vorschrift des § 212 Abs. 1 Nr. 1 BGB Ausfluss des Grundsatzes von Treu und Glauben gemäß § 242 BGB und trägt den Rechtsgedanken, dass es dem Schuldner aufgrund widersprüchlichen Verhaltens versagt ist, sich gegenüber einer (soeben) anerkannten Forderung auf die Verjährung zu berufen (vgl. BGH WM 2004, 392, 393).
LG Köln, Urteil vom 4.1.2007, Az. 6 S 378/06 19Der Ablauf einer Ausschlussfrist, der - anders als der Ablauf einer Verjährungsfrist – nicht zu einer bloßen Einredebefugnis gegenüber einem fortbestehenden Recht führt, sondern den Untergang des Rechts zur Folge hat (vgl. auch BGHZ 122, 23, 24), stehe der vollständigen Erneuerung der Frist – wie es die Rechtsfolge des § 212 BGB vorsieht - entgegen (vgl. nur Staudinger/Peters, BGB, §§ 164-240 (AT Band 5), Neubearbeitung 2004, § 212, Rn. 34; Palandt/Heinrichs, a.a.o., § 212, Rn. 1; MünchKomm/Grothe, BGB, Band 1, 5. Auflage 2006, § 212, Rn. 1).
BGH, BESCHLUSS vom 3.5.2006, Az. IV ZR 190/05 Die Anforderungen an ein die Verjährung unterbrechendes Anerkenntnis nach § 212 Abs. 1 Nr. 1 BGB (§ 208 BGB a.F.) sind höher als der Beschwerdeführer meint; insbesondere genügt nicht jede Auskunft nach § 2314 BGB (BGH, Urteile vom 10. Juni 1987 - IVa ZR 14/86- WM 1987, 1108 unter 1; vom 27. Juni 1990 - IV ZR 115/89 - FamRZ 1990, 1107 unter 2 a).
BGH, URTEIL vom 3.10.2004, Az. VIII ZR 84/07 20	b) Entgegen der Ansicht der Revision hat das Berufungsgericht auch zu Recht angenommen, dass § 212 Abs. 1 Nr. 1 BGB, wonach die Verjährung erneut beginnt, wenn der Schuldner dem Gläubiger gegenüber den Anspruch - vor Ablauf der Verjährungsfrist (BGH, Urteil vom 21. November 1996 - IX ZR 159/95, NJW 1997, 516, unter II 2 m.w.N., zu der Vorgängerregelung des § 208 BGB aF) - anerkennt, auf die Abrechnungsfrist des § 556 Abs.3 Satz 2 BGB keine entsprechende Anwendung findet.
BGH, URTEIL vom 3.10.2004, Az. VIII ZR 84/07 Danach kommt jedoch eine entsprechende Anwendung des § 212 Abs. 1 Nr. 1 BGB (§ 208 BGB aF) auf Ausschlussfristen in der Regel nicht in Betracht, weil deren Zweck im Allgemeinen darin besteht, für Rechtssicherheit und Rechtsklarheit zu sorgen, und dieser Zweck ihrer vollständigen Erneuerung entgegensteht (vgl. BGHZ 112, 95, 101 f. für die Ausschlussfrist des §612 HGB aF; BGH, Urteil vom 25. Juli 2003 - V ZR 444/02, WM 2004, 392, unter II 3 b, allgemein und zu der Ausschlussfrist des § 7 Abs.8 Satz 2 VermG; allgemein MünchKommBGB/Grothe, 5. Aufl., §212 Rdnr. 1; Staudinger/Peters, BGB (2004), §212 Rdnr. 34; Erman/Schmidt-Räntsch, BGB, 12. Aufl., §212 Rdnr. 3).
BGH, URTEIL vom 4.3.1986, Az. VII ZR 262/85 Es kommt deshalb nicht darauf an, ob die Verjährung durch eine Hilfswiderklage in der Form, wie sie hier vorlag (Widerklage in Höhe der Klageforderung mit Vorbehalt weiterer Erhöhung), hätte unterbrochen werden können, wenn die Klägerin sie rechtzeitig erhoben und dann den Klageanspruch innerhalb der Frist des § 212 BGB erneut geltend gemacht hätte (vgl. hierzu auch BGH NJW 1968, 692, 693).
BGH, URTEIL vom 4.9.1980, Az. III ZR 143/79 Damit hat, da der Kläger gemäß der entsprechend anzuwendenden Vorschrift des § 212 Abs. 2 BGB (vgl. BGHZ 21, 199, 206 f) innerhalb von sechs Monaten nach Zurückweisung seines Antrages die Klage erhoben hat, der Antrag vom 15. Dezember 1976 die Verjährung unterbrochen.

References: § 212
 § 208
 § 212
 § 217
 § 208
 § 212
 § 212
 § 204
 §212
 § 212
 § 202
 § 212
 § 242
 BGH 
 § 212
 § 212
 § 212
 § 212
 § 212
 § 2314
 § 212
 § 208
 § 556
 § 212
 §612
 § 7
 §212
 §212
 §212
 § 212
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