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Timestamp: 2017-06-28 23:28:12+00:00

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SCHLEUDERDAS TRAUMAINFO. Kundgebung in Bern Gerichtsentscheide IV-Revision 6b Selbsthilfe Bücher für Sie gelesen 2/2010. Ausgabe - PDF
SCHLEUDERDAS TRAUMAINFO. Kundgebung in Bern Gerichtsentscheide IV-Revision 6b Selbsthilfe Bücher für Sie gelesen 2/2010. Ausgabe
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Heiko Flater
1 SCHLEUDERDAS Ausgabe 2/2010 TRAUMAINFO Kundgebung in Bern Gerichtsentscheide IV-Revision 6b Selbsthilfe Bücher für Sie gelesen2 «Mit dem Gutachte(r)n entscheidet sich alles» Diese Informations- und Schulungsveranstaltung richtet sich an Betroffene, die sich auf ein Gutachten vorzubereiten haben. Es werden spezielle Fragestellungen behandelt wie beispielsweise: Wie kann ich mich optimal vorbereiten? Worauf muss ich als Klient besonders achtsam sein? Wie bestimme ich den Verlauf mit? Es steht genügend Zeit zur Verfügung, um eigene Fragen einzubringen. Referentin Margrith Stalder Erwachsenenbildnerin und Somatic Experience-Therapeutin Margrith Stalder verfügt über langjährige Erfahrung in der Beratung von Schleudertrauma-Betroffenen und in der Begleitung von Begutachtungen. Sie leitet ausserdem eine Selbsthilfegruppe für Betroffene in Chur. Termin Zeit Kosten Samstag, 29. Januar 2011 in Aarau Ref. Kirchgemeinde Aarau, Bullingerhaus, (Erdgeschoss), Jurastrasse 13, Aarau Uhr bis ca Uhr jeweils Fr. 50. für Mitglieder des Schleudertraumaverbandes jeweils Fr. 80. für Nichtmitglieder Pro Veranstaltung sind maximal 25 Plätze verfügbar. Die Postquittung der Einzahlung gilt als Eintrittsberechtigung und muss an der Veranstaltung vorgewiesen werden. Bei kurzfristigen Absagen können die Kurskosten nicht rückvergütet werden. Ihre verbindliche Anmeldung richten Sie bitte an: Telefonisch jeweils Mo / Di / Do / Fr Uhr an Tel oder per Mail Ihr Ergonomie-Fachgeschäft 23 Inhaltsverzeichnis Einleitung Editorial Medienstimmen Recht Das zweite Massnahmenpaket der 6. IV-Revision; Zusammenfassung der Vernehmlassung des Verbandes Gerichtsurteile aus dem Haftpflicht und Versicherungsrecht Medizin Schleudertrauma - und man sieht es doch Selbsthilfe Geschäftsstelle Neues auf der Website Euro NCAP Crashtests Die KulturLegi Literatur Bücher für Sie gelesen Spendenaufruf Termine Bitte vormerken Mitgliederversammlung 2011 Freitag, 6. Mai 2011 Impressum Herausgeber Redaktion Anschrift Schleudertraumaverband, Zürich Geschäftsstelle Zürich Schleudertraumaverband Horneggstrasse 9, 8008 Zürich Tel , Fax Beratungszeiten Montag / Dienstag Uhr Donnerstag / Freitag Uhr Spendenkonto PC: Erscheinungsweise Copyright Haftung Besonderes Inserateverkauf Titelseite Vorstand Geschäftsstelle 2 x jährlich, Auflage je 2500 Exemplare Schleudertraumaverband, Zürich Für Fachbeiträge liegt das Copyright bei den Autoren Der Verband übernimmt für die Richtigkeit von Informationen sowie für unbestellt erhaltene Unterlagen keine Haftung. Die Autoren und Autorinnen vertreten jeweils ihre Meinung, die sich nicht unbedingt mit der Meinung des Schleudertraumaverbandes decken muss. Artikel zu bestimmten Therapieformen können deshalb nichts als Therapieempfehlung im eigentlichen Sinn verstanden werden, sondern sind lediglich ein Hinweis auf mögliche Behandlungs - formen. Von «Heilversprechen» jeglicher Art distanziert sich der Schleudertraumaverband an dieser Stelle. Schleudertraumaverband Horneggstrasse 9, 8008 Zürich Tel , Fax Matthias Känel, Wiler bei Seedorf Evalotta Samuelsson, Zürich (Präsidentin) Gerda Braun, Zürich, Frank Goecke, Zürich, Patrick Lienert, Zürich, Pierre Seidler, Delémont Pia Ernst, Geschäftsführung Susanne Elsener, Administration Barbara Raymann, Beratung Margrith Stalder, Beratung, Felsberg GR Thierry Weigel, Beratung, Delémont SCHLEUDERDAS TRAUMAINFO 34 Editorial Gegner beziehen sich zur Untermauerung ihrer phantastischen Behauptungen samt und sonders auf die immer gleichen «Junk-Studien», die wissenschaftlich keine Bedeutung haben. Allen voran werden die abgefälschten, irreführenden Ergebnisse der Quebec-Studie angeführt. Mit der nächsten IV-Revision sollen nun auch bereits gesprochene Renten aufgehoben werden. Liebe Mitglieder und Interessierte Die Ereignisse überschlagen sich. Am 30. August 2010 ereilte uns alle ein wegweisendes Urteil des Bundesgerichtes. Schleudertraumatafolgen gelten im IV-Bereich nunmehr als in der Regel überwindbar. Sie werden den somatoformen Schmerzstörungen gleichgesetzt. Nur falls und wenn eine psychische Komorbidität oder eine chronische körperliche Begleiterkrankung hinzukommt, können die Beschwerden als nicht überwindbar qualifiziert werden. Das Bundesgericht reduziert chronische Schleudertraumafolgen auf Schmerzen. Und es definierte medizinische Vorgaben, welche in der Medizin keine Stütze finden. Dieser Bundesgerichtsentscheid macht betroffen. Es hagelte Kritik im Anschluss sowohl von medizinischer als auch von juristischer Seite. Das Thema wurde medial ausgeschlachtet. Einmal mehr werden die Betroffenen als «Simulanten» abgetan. Das Schleudertrauma sei ein Phänomen. Langzeitfolgen gebe es nicht. So tönt es nun wieder von Versichererseite. Schleudertrauma- Dies hat uns veranlasst, am Samstag, dem eine Kundgebung auf dem Bundesplatz in Bern zu lancieren. «Zämestah» lautete das Motto. Zusammen für eine solidarische Invalidenversicherung. Es kamen etwa 2000 Menschen mit und ohne Behinderung, um unserem Anliegen Gehör zu verschaffen. Viele Behindertenorganisationen machten mit. Auch sie fürchten die fatalen Auswirkungen der geplanten IV-Revisionen und wehren sich dagegen. Es reicht! Es reicht, die IV auf dem Buckel der Schwächsten sanieren zu wollen. Der Leitsatz «Eingliederung vor Rente» gilt im Invalidenbereich schon seit Jahrzehnten. Doch die bereits bei der letzten 5.-IV.-Revisionen hoch gepriesenen Integrationsmassnahmen sind toter Buchstabe geblieben. Es gibt sie einfach nicht, die erfolgreiche Integration von Rentenbezügern. Warum? Weil der Gesetzgeber vergessen hat, den Arbeitsmarkt und die Arbeitgeber mit einzube - ziehen. Es fehlen griffige Massnahmen zur erfolgreichen Umsetzung der Integration. Und schon will das Parlament die nächsten zwei Massnahmen - pakete beschliessen, kopflos und unüberlegt. Die vorgesehenen Änderungen sind wiederum unausgewogen und führen volkswirtschaftlich nur zu einer Verschiebung der finanziellen Lasten zu anderen Kassen (Ergänzungsleistungen) und noch viel mehr zu Kantonen und Gemeinden (Sozialhilfe). Die Zeche zahlt der ahnungslose Bürger. 45 Einleitung Wie die Rentenleistungen in den Unfallversicherungsverfahren künftig behandelt werden, wird sich wohl in jüngster Zukunft weisen. Die Berentungen der Unfallversicherungen nahmen in der Vergangenheit laufend ab. Im Jahr 2008 wurden noch gerademal 138 Personen (teil-)berentet. Dies entspricht einem Durchschnitt von 1% aller Schleudertrauma-Betroffenen. Diese Zahl zeigt deutlich, dass die seit Jahren laufende Kampagnen-Maschinerie der Versicherungsindustrie gegriffen hat. Die grossen Gewinner sind einmal mehr die privaten Grosskonzerne, denen es finanziell nicht besser gehen könnte. Wir bleiben dran, wir setzen uns ein für die Anliegen der Betroffenen, betreiben Prävention und Aufklärung. Ich wünsche Ihnen von Herzen gute Gesundheit, eine schöne Zeit und grüsse Sie. Ihre Präsidentin, Evalotta Samuelsson SCHLEUDERDAS TRAUMAINFO 56 Medienstimmen Bern: Tausende gegen IV-Revision Medienstimmen: Online-Artikel der Schweizerischen Depeschenagentur auf Sonntag, 31. Oktober 2010 Auf dem Bundesplatz in Bern haben am Samstag rund 2500 Personen gegen die bundesrätlichen IV-Revisionsvorlagen 6a und 6b demonstriert. Die neuen Vorschläge seien Sparübungen zu Lasten der Schwächsten. Am schlimmsten träfen sie die Schwerbehinderten. Die Kundgebung stand unter dem Motto «Zämestah für eine solidarische In - validenversicherung». Viele behinderte Menschen nahmen daran teil. Sie wurde organisiert von Vertretern von SP, Grünen und Behindertenverbänden. Beteiligt waren rund 20 Gesundheits- und Behindertenorganisationen. Gehe es nach den IV-Revi - sionsvorlagen 6a und 6b, würden langjährige IV- Renten aufgehoben und rückwirkend ganze Krankheitsbilder von der Leistungspflicht der Invalidenversicherung ausgeschlossen, lautet die Kritik. Weiter sollten die IV-Renten massiv gekürzt werden, obwohl sie bereits heute nicht existenz - sichernd seien. Toter Buchstabe Die Sparübung gefährde die soziale Sicherheit und die Existenz vieler Behinderter. Die hoch angepriesenen Integrationsmassnahmen blieben toter Buchstabe: Die erfolgreiche Integration von Rentenbezügern gebe es nicht. Denn es werde unterlassen, den Arbeitsmarkt zu berücksichtigen und die Arbeitgeber miteinzubeziehen. «Unverhältnismässig und ungerecht» Die vorgesehenen Änderungen seien unausge - wogen und führten volkswirtschaftlich zu einer Verschiebung der finanziellen Lasten zu anderen Kassen (Ergänzungsleistungen) oder noch viel mehr zu Kantonen und Gemeinden (Sozialhilfe), wurde an der Kundgebung kritisiert. Die Kundgebungsteilnehmer wandten sich gegen ein Aufheben laufender Renten. Die Massnahme sei unverhältnismässig und ungerecht und widerspreche dem öffentlichen Interesse, denn die finanziellen Folgen von Rentenabänderungen trügen die öffentliche Hand und der Steuerzahler. Profiteure seien die privaten Versicherungen. Nötig seien stattdessen Integrationsmassnahmen, die auf dem realen Arbeitsmarkt wirkten. Das seien sowohl betriebsgrössenabhängige Anstellungsquoten für Behinderte als auch steuerliche Erleichterungen und/oder Zuschüsse an Arbeitgeber. «Unglaublicher Rhythmus» Die IV-Revisionen folgten sich in einem «unglaublichen Rhythmus» stellte Nationalrätin Sylvia Schenker (SP/BS) fest. Zuerst solle man die Folgen der 5. IV-Revision evaluieren, bevor man im Rahmen der 6. Revision IV-Bezüger in den Arbeitsmarkt integrieren wolle. Die jüngste IV-Revisionsvorlage wird ein Thema in der Wintersession des Parlaments sein. «Es ist eine Frechheit, von Wiedereingliederung zu sprechen», sagte Nationalrätin Katharina Prelicz- Huber (Grüne/ZH) in einer Ansprache. Behinderte Menschen würden ausgegrenzt, obwohl der Wille zur Arbeit da wäre. 67 Recht Das zweite Massnahmenpaket der 6. IV-Revision Bis zum 15. Oktober 2010 lief die Vernehmlassungsfrist bei Kantonen und Organisationen und Verbänden. Im Folgenden eine Zusammenfassung der Vernehmlassungsantwort des Schleudertraumaverbandes: Stufenlose Rentenfestlegung Mit der 6. IV-Revision soll das Rentensystem ab einem IV-Grad von 40% stufenlos ausgestaltet werden. Dies ist an und für sich gutzuheissen, wenn bei der Neuberechnung von bestehenden Renten eine eventuelle Absenkung des absoluten Rentenbetrages ausgeglichen wird. Aus sozialpolitischer Sicht ist die generelle empfindliche Senkung der IV-Renten, wie sie sich aus der neuen Berechnungsweise ergibt, nicht akzeptabel. Die neue Berechnungsweise (1.25% Zuschlag pro Invaliditätsgrad bei Ausgangsbasis Viertelsrente 25%) führt bei einer 50%-igen Invalidität zu bloss noch 37.5% (25% + 10% x 1.25% = 37.5%) der zugehörigen ganzen Rente. Bei bisheriger Berechnung entsprach eine 50%-Invalidität einer 50%-Rente. Das heisst ein Viertel weniger Rente! Eine IV-Revision darf nicht zu neuerlichen Kürzungen der Renten führen. Mangelnder Regress der IV auf Haftpflichtversicherungen Es ist stossend, dass der mangelhafte Regress der IV auf die Haftpflichtversicherer auch in dieser Revisionsvorlage weiterhin gänzlich unbehandelt bleiben. Die drastischen Sparmassnahmen der 6. IV-Revision fussen offensichtlich wieder auf einer unvollständigen Analyse der grundsätzlichen Kostentreiber und der Gründe für die immensen Schulden der IV. Der Schleudertraumaverband hat bereits in seiner Vernehmlassung zum ersten Massnahmenpaket diese mangelhafte Regress - abwicklung bemängelt. Anstatt die Privatversicherer und die anderen Sozialversicherungszweige (Unfallversicherungen) endlich in die Pflicht zu nehmen, und diese an den Kosten, insbesondere im Rahmen der unfallbedingten Invalidität, zu beteiligen und damit die IV zu schonen, wird einseitig auf Kosten der Behinderten eine Sparübung veranstaltet. Die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen Mit dem vorliegenden Massnahmenpaket wird in Kauf genommen, dass Behinderte ihre IV-Berechtigung verlieren und dann von der Fürsorge abhängig werden. Die Vorlage verlangt keinerlei Beitrag der Arbeitgeber an der Lösung der Finanzmisere der IV. So fehlen, wie bereits bei der Revisionsvorlage IV 6a, auch hier wieder griffige Instrumente, um Behinderte tatsächlich in den real existierenden Arbeitsmarkt einzugliedern. In der Praxis scheitern Wiedereingliederungsversuche nämlich nicht am fehlenden Willen der Betroffenen sondern an den nicht vorhandenen Arbeitsplätzen. Zu diskutieren wären zum Beispiel Arbeitsplatz-Quoten, finanzielle Anreize zur Schaffung von Integrationsarbeitsplätzen oder steuerliche Erleichterungen. Daneben sind die versicherungsrechtlichen Nachteile, die ein Arbeitgeber bei Anstellung eines Behinderten gewärtigt, auszuräumen. Ausserdem muss der Kündigungsschutz im privaten und öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnis so verstärkt werden, dass der Arbeitgeber bei einer Kündigung aus Gesundheitsgründen zur Meldung und Rücksprache mit der IV verpflichtet wird. Besitzstandwahrung und Übergangsrecht Der Schleudertraumaverband fordert uneingeschränkte Besitzstandwahrung für Rentner, die bereits zehn und mehr Jahre Renten beziehen, wie auch für Rentner, die bei Inkrafttreten der Revision bereits 50-jährig sind. Diese Personen sind auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt mit seinen strukturellen Problemen mit bestehender Sockelarbeitslosigkeit kaum wieder eingliederbar. Diese Invalidenrentner SCHLEUDERDAS TRAUMAINFO 78 haben einen langen Rentenbezug hinter sich, und haben ihr Leben bereits schwerwiegend anpassen müssen. Auf dem heutigen, stark kompetitiven Arbeitsmarkt lassen sich diese Personen wenn überhaupt nur sehr schwer integrieren. Ausserdem: Bereicherungsverbot bei Haftpflichtfällen Werden die Renten aufgrund der neuen Berechnungsmethode gesenkt, und hat die IV bei Haftpflichtfällen beim Privatversicherer bereits regressiert, so hat sie in diesen Fällen im Nachhinein für mehr regressiert, als sie neu ausbezahlt. Den Geschädigten sind in solchen Haftpflichtfällen höhere IV-Leistungen vom Direktschaden abgezogen worden, als nun ausbezahlt werden. In diesen Fällen ist die IV nachträglich bereichert. Der Gesetzgeber muss also, begründet durch das Bereicherungsverbot, dafür sorgen, dass die IV bei dieser Fallkonstellation das zuviel Regressierte unaufgefordert an die Rentenbezüger ausbezahlt! Dies hat insbesondere eine eminente Bedeutung bei den Schleudertraumafällen, denn gerade hier, wo in der Regel die Haftpflicht die entsprechenden Rentenleistungen abgezogen hat, würden die Betroffenen sonst massgeblich geschädigt. Die Macht des RAD Laut Vorlage soll der RAD «für die Beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit der versicherten Person ausschliesslich massgebend sein». Einerseits ist der Begriff der «funktionellen Einschränkung der Leistungsfähigkeit» aus medizi - nischer Sicht völlig unklar. Gehören psychische Beeinträchtigungen nicht dazu? Die medizinische Sichtweise des RAD hat sich nach der allgemeinen medizinischen Erkenntnis zu richten. Alle Sozialversicherungszweige müssen den gleichen Gesundheitsbegriff verwenden, sonst entstehen unlösbare Abstimmungsprobleme. Medizinische Fragen sind nicht von Juristen und Verwaltungsärzten neu zu definieren, sondern jeweils nach dem neuesten Wissensstand der Medizin zu beantworten, was die aktuelle Diskussion um das sogenannte Schleudertrauma deutlich aufzeigt. Andererseits verstösst der Vorschlag gegen das von der Bundesverfassung garantierte Gebot des rechtlichen Gehörs. Es muss dem Versicherten möglich sein, seinen Standpunkt in das IV-Verfahren einzubringen und damit angehört zu werden. Entscheidet der RAD allein, wird in eklatanter Weise gegen diesen Grundsatz verstossen. Generell ist ausserdem die Unparteilichkeit von Gutachtern ein hoher Anspruch zu stellen. Beim RAD handelt es sich um von der IV angestellte Versicherungsärzte. Sie sind damit von der IV wirtschaftlich abhängig. Solange der RAD organisatorisch in die IV integriert ist und von ihr besoldet wird, besteht keine Unabhängigkeit. Weitere Kritikpunkte Ganze Rente erst ab 80% Invaliditätsgrad: Da im Haftpflichtrecht eine hypothetische Restarbeits - fähigkeit von 30% und weniger nicht verwertet werden kann, muss die Schwelle von 70% weiterhin auch für das Sozialversicherungsrecht gelten. Die geplante Stufenerhöhung darf nicht erfolgen und die bisherige Regelung, das heisst ganze Rente ab Invaliditätsgrad von 70%, muss weiter gelten. Eingliederungsfähigkeit: Solange eine Eingliederungsfähigkeit besteht, gibt es keine Invalidität und damit auch keine Rente. Wer «theoretisch» eingliederungsfähig ist, hat keinen Rentenanspruch. Die Eingliederungsfähigkeit muss sich also nach den Gegebenheiten des «tatsächlichen» Arbeitsmarktes richten und ist nicht lediglich aufgrund des künst - lichen Konstruktes des fiktiven Arbeitsmarktes zu beurteilen. 89 Recht Gerichtsentscheide aus dem Haftpflicht- und Versicherungsrecht Von Kurt Pfändler, Fachanwalt für Haftpflicht- und Versicherungsrecht, Zürich Invalidenversicherung: Keine IV-Renten mehr für HWS-Verletzte Das Bundesgericht spricht bei Schleudertrauma künftig im Normalfall keine IV-Renten mehr zu. Das Gericht hält fest, im Bereich der Unfallversicherung könne eine bei einem Unfall erlittene Verletzung im Bereich von HWS und Kopf nach wie vor auch ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu länger dauernden, die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden Beschwerden führen. Dies dann, wenn derartige Verletzungen durch ein komplexes und vielschichtiges Beschwerdebild mit eng ineinander verwobenen, einer Differenzierung kaum zugänglichen Beschwerden physischer und psychischer Natur gekennzeichnet sind. Diese Grundsätze würden auch für die Invalidenversicherung gelten, aus dem Fehlen organisch nachweisbarer Befunde könne jedenfalls nicht auf uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Das Bundesgericht hat in diesem Urteil aber entschieden, die Rechtsprechung zu den Schmerz - leiden auch auf HWS- und vergleichbare Verletzungen anzuwenden. Das bedeutet, dass zu prüfen ist, inwieweit dem Versicherten trotz dieser Beschwerden die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem ihm offenstehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zuzumuten ist. Bei somatoformen Schmerzstörungen haben die Bundesrichter festgehalten, diese Beschwerden vermögen in der Regel keine zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken. Eine Unzumutbarkeit ist nur noch in Ausnahme - fällen anzunehmen, die nach den «Foerster-Kriterien» beurteilt werden. Zwei Konstellationen sind möglich: Entweder liegt eine mitwirkende, psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer vor (zum Beispiel eine schwere Depression). Oder es sind andere, qualifizierte, Kriterien gegeben wie: chronische körperliche Begleiterkrankungen und ein mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Besserung, ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung, oder unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter Behandlungsbemühungen und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person. Fazit: Sind keine zusätzlichen Kriterien erfüllt, so entfallen Rentenleistungen der IV. Bundesgericht, Urteil 9C_510/2009 vom 30. August 2010 Gutachten: Zurückhaltung bei rückwirkenden Arbeitsunfähigkeitsbestätigungen Generell und namentlich bei psychischen Störungen ist es schwierig, rückwirkend und überdies für einen weit zurückliegenden Zeitraum die Arbeits fähigkeit zuverlässig zu beurteilen, hält das Bundesgericht fest, unter Hiweis auf das Urteil 8C_808/2007 vom 16. Mai 2008 E mit weiteren Hinweisen). Dies bedinge schon in grundsätzlicher Hinsicht, die rückblickenden Aussagen der Gutachter des medizinischen Instituts X. zurück - haltend zu gewichten und besonders auf Über - einstimmung mit den echtzeitlichen Akten zu überprüfen. Bundesgericht, Urteil 8C_418/2010 vom SCHLEUDERDAS TRAUMAINFO 910 Gutachten: Mitwirkungsrechte und Recht auf Selbstbestimmung Das Bundesgericht hat im Urteil BGE 136 V 117 vom einer Unsitte der Suva den Riegel geschoben: ein Rehabilitationsaufenthalt darf nicht benutzt werden, um hinter dem Rücken der versicherten Person ein Gutachten zu erstellen. Eine 22jährige Frau litt nach einer Heck- und Frontkollision an einem Schleudertrauma. Zwei Jahre nach dem Unfall ordnete die Suva einen Rehablitationsaufenthalt in der Suva Klinik Bellikon an. Die Ärzte verfassten nebst dem Austrittsbericht über den dreiwöchigen Aufenthalt gleich noch ein interdisziplinäres Gutachten. Gestützt auf dieses stellte die Suva die Leistungen ein. Die Luzerner Verwaltungsrichter vermochten daran nichts Störendes zu entdecken, anders die Bundesrichter. Vorab hält das Gericht fest, fachmedizinische Stellungnahmen der Rehaklinik Bellikon, soweit sie von der SUVA verlangt werden, seien nicht als Gutachten unabhängiger Sachverständiger zu betrachten. Entsprechend komme Artikel 44 ATSG nicht zur Anwendung und ergebe sich damit aus dieser Bestimmung auch keine Pflicht zur Gewährung des rechtlichen Gehörs (Erwägung 3.4). Trotzdem wurde das Recht der Versicherten auf rechtliches Gehör schwerwiegend verletzt. Die Bundesverfassung (Art. 10 Abs. 2 und Art. 29 Abs. 2) sowie das ATSG in Artikel 43 schützen Recht auf Selbstbestimmung im sozialversicherungsrechtlichen Abklärungsverfahren. Die SUVA verletzt das Recht auf Selbstbestimmung, welches Teil des Anspruchs auf persönliche Freiheit bildet, und den Anspruch auf rechtliches Gehör, wenn sie die medizinische Begutachtung einer versicherten Person während eines Rehabilitations - aufenthalts durch die behandelnden Ärzte ohne Wissen der Betroffenen anordnet. Die Verpflichtung der SUVA, im Interesse der Versichertengemeinschaft keine nicht geschuldeten Leistungen zu erbringen, wiegt dasjenige der versicherten Person an einer rechtskonformen Abklärung nicht auf. Der Mangel kann im Rechtsmittelverfahren nicht geheilt werden. Bestehende IV-Rente: Wiedererwägung infolge zumutbarer Tätigkeit Wer eine IV-Rente bezieht, gestützt auf eine rechtskräftige Verfügung, ist vor Rentenrevisionen geschützt, soweit nicht veränderte Verhältnisse aufgetreten sind (zum Beispiel eine Verbesserung des Gesundheitszustandes). Soweit die Lage nach Gesetz. Das Bundesgericht öffnet die Hintertür zur Aufhebung bestehender Renten immer weiter. Wenn festgestellt wird, dass die ursprüngliche Verfügung zweifellos unrichtig war, dann kann sie angepasst werden. 1011 Recht Die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bezog sich im ursprünglichen Gutachten nur auf die bisherige Tätigkeit; nicht jedoch auf eine adaptierte, leidens - angepasste, zumutbare Tätigkeit. Deshalb wurde ein 2001 festgelegter IV-Grad von 90%, der 2005 in einer Rentenrevision bestätigt wurde, durch Wiedererwägung auf 58% angepasst, die IV-Rente damit halbiert. Im Urteil heisst es: Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die Wiedererwägung im Sinne dieser Bestimmung dient der Korrektur einer anfänglich unrich - tigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts (BGE 117 V 8 E. 2c S. 17 mit Hinweis; Urteil 9C_215/2007 vom 2. Juli 2007 E. 3.1). Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. heute Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit beruhende Invali - ditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne (Urteil 9C_290/ 2009 vom 25. September 2009 E mit Hinweisen). Die Rentenzusprache beruhte in medizi - nischer Hinsicht auf den Einschätzungen des Dr. med. H. Seine Einschätzung einer vollständig eingebüssten Arbeitsfähigkeit bezieht sich auf die bisherige Reinigungstätigkeit im Spital, während er sich über die Einschränkung in einer adaptierten Tätigkeit nicht äusserte. Dr. med. T. hielt «die Hälfte des bisherigen Pensums», somit eine «effektive Arbeitsleistung von 40% halbtags» für zumutbar. Das Spital Y. erwähnte in der Anamnese, «die 50 prozentige Arbeitsbelastung halber Tag» sei «zur Zeit machbar». Den übrigen (vor der Rentenzusprache vorliegenden) medizinischen Unterlagen lässt sich in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit nichts ent - nehmen. In Bezug auf die Invalidität im erwerb - lichen Bereich ist indessen die Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten, zumutbaren Tätigkeiten ausschlaggebend. Diesbezüglich fehlte es an einer ärztlichen Einschätzung. Bundesgericht, Urteil 9C_466/2010 vom (vgl. ferner analoges Urteil 9C_181_2010 vom ) Rechtsverzögerung durch die IV Die IV beging eine Rechtsverzögerung, indem sie in einem vom Gericht zurückgewiesenen Verfahren das Medizinische Zentrum Römerhof (MZR) beizog. Diese Stelle verfügt laut Bundesgericht «nicht über den orthopädischen Sachverstand», weshalb die Anordnung der IV nicht geeignet war, den vom Gericht beanstandeten Mangel zu beheben. Somit beging die IV eine «sinn- und nutzlose Verfahrensverzögerung». Bundesgericht, Urteil 9C_548/2010 vom 10. August 2010 Korrigendum: Zu Schleudertrauma-Info 1/2010, Seite 29: Falsches Zitat. AVB-Klauseln von Krankentaggeldversicherungen. Richtig ist: BGE 135 III 225, nicht BGE 135 III 222 SCHLEUDERDAS TRAUMAINFO 1112 «Schleudertrauma und man sieht es doch» eine Rückschau Wir können auf eine gelungene und gutbesuchte Veranstaltungsreihe zurückschauen. Insgesamt knapp 500 Teilnehmer haben an den drei Tagungsorten Bern, Zürich und St. Gallen die Referate unserer hochkarätigen Referenten verfolgt. Diese Referenten waren es denn auch, die ihre Zuhörer in den Bann schlugen mit ihren fachlich hochstehenden und äusserst interessanten Ausführungen. H. Schober: Sachverhalt und Medizin Fürsprecher H. Schober legte in seinen Äusserungen vor allem Wert auf die unverzichtbar wichtige Rolle der erstversorgenden Ärzte. Da zur Anerkennung eines Schleudertraumas bei den Versicherungen ein ganzer Katalog von Kriterien zu erfüllen ist, kommt dem Erstversorger, oft ist dies der eigene Hausarzt, eine Schlüsselrolle zu. Folgende Elemente gehören zu diesem Kriterienkatalog: genaue Dokumentation durch den erstbehandelnden Arzt, klinische und radiologische Untersuchung, Befragung zum Unfallhergang und kritische Prüfung der Aussagen der versicherten Person, Differentialdiagnose, Ausfüllen des Erstdokumentationsbogens, genaue Beschreibung des Verlaufes ab Unfallzeitpunkt, Aufzeichnen des Chronifizierungsrisikos Interdisziplinäre Abklärung durch Fachärzte bereits in einer ersten Phase nach dem Unfall: neurologisch/orthopädische, psychiatrische, neuropsychologische, otoneurologische, ophtalmologische Untersuchungen, teilweise auch weitere besondere Körperhaltung beim Unfall, eventuelle Begleitverletzungen belastende, fortgesetzte medizinische Behandlung Dauerbeschwerden, glaubhafte Schmerzen lange Arbeitsunfähigkeit bei wiederholten, ernsthaften Arbeitsversuchen. Sämtliche mit Schleudertraumata befassten Medizinalpersonen, insbesondere die Hausärzte, die Ärzte der Notfallkliniken und Spezialärzte in eigenen Praxen müssten auf ihre wichtigen Aufgaben aufmerksam gemacht werden. Nur so ist gewährleistet, dass den speziellen juristischen Anforderungen bei NOBOP-Fällen (Nicht oder schwer Objektivierbare Beschwerden Organischer oder Psychischer Art) nachgekommen werden kann. H. Schober ist sicher, dass die Zusammenarbeit von Juristen, die NOBOP-Fälle vertreten, einerseits und Ärzten, die Betroffene behandeln, andererseits unbedingt gesucht und intensiviert werden muss zum Wohle der Patienten. W. Laubichler: Nachweismöglichkeiten und Methoden Professor Laubichler, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, war während 30 Jahren am Institut für gerichtliche Medizin Salzburg/Linz tätig. Er weist mit Vehemenz darauf hin, dass Kontroversen um das Vorhandensein eines Halsschleudertraumas weitgehend vermeidbar wären, wenn die radiologischen Abklärungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft würden. Bereits mit den seit Jahren gängigen Methoden sind Befunde zu erheben. Das heisst, dass in einem MRI zwischen dem zweiten und spätestens zehnten Tag nach einem Unfall, das Vorhandensein oder eben die Absenz eines Spongiosaödems nachgewiesen werden kann. Bei fortdauernden Beschwerden müssten dann weitere ausführliche radiologische Untersuchungen, zum Beispiel auch funktionelle oder dynamische MRI durchgeführt werden. 1213 Medizin Die rasante Entwicklung der Technik in der Radiologie lässt hoffen, dass auch bei der Abklärung von HWS-Verletzungen Fortschritte erzielt werden. Allerdings wird weiterhin auch eine präzise Befundinterpretation von Nöten sein. Alle Referenten stellten sich hinter die in der Ausschreibung zu den Veranstaltungen aufgestellte Feststellung: «yes we can», wenn wir wollten. M. Curatolo / A. Siegenthaler: Therapie der Facettengelenksverletzung durch die Bogdukmethode Die Facettengelenke sind eine gut dokumentierte Quelle von Schmerzen bei Patienten nach einem HWSDistorsionstrauma. Die Infiltration der versorgenden Nerven mit Lokalanästhetika wurde als Methode für die Diagnose der Facettengelenkschmerzen gründlich untersucht. Die Infiltration ist zielspezifisch, das heisst, sie blockiert nur die Nervenfasern aus den Facettengelenken und aus den Multifidi und keine andere mögliche Quelle von Schmerzen. Bei Patienten mit positiver Diagnostik werden die entsprechenden Nerven therapeutisch thermokoaguliert. Dabei werden die Nerven mittels Hitze zerstört. Vollkommene Schmerzfreiheit für knapp ein Jahr wird bei rund 70% der Patienten erreicht. Die Behandlung kann bei Wiederauftreten der Schmerzen mit einer hohen Erfolgschance wiederholt werden. Handouts und Unterlagen zu den Vorträgen herunterladen unter: Literatur_DVD_CD.html Es muss erwähnt werden, dass das Verfahren sehr aufwendig ist und die Wirksamkeit nur garantiert werden kann, wenn validierte Methoden der Patientenzuweisung angewandt werden. Die diagnostischen Verfahren müssen kontrolliert, doppelblind und mit einer umfassenden Kontrolle des Ergebnisses durchgeführt werden. Diese validierte Methode für die Thermokoagulation ist mit hohem Aufwand verbunden und nicht in unter zwei Stunden durchführbar. SCHLEUDERDAS TRAUMAINFO 1314 Selbsthilfe Selbsthilfe heisst im Grunde genommen alles und nichts. Alles, was ich zum eigenen Nutzen für mich selber tue, ist letztlich Selbsthilfe. Das geht von alltäglichen Verrichtungen, wie Zähneputzen, essen, schlafen, bis zur egoistischen Verfolgung eigener Ziele auf Kosten anderer. Die hier beschriebene Selbsthilfe meint die solidarische Selbsthilfe. Es geht um ein Handeln nicht nur für sich, sondern ebenso für Gleichbetroffene und gemeinsam mit ihnen. Eine Selbsthilfe also, die auf einer Gruppe von Menschen basiert, die mitdenkt und mitentscheidet. Bei allem Respekt vor den Erkenntnissen, die sich aus der eigenen Leidens - geschichte ergeben, sind Betroffene aber allein aufgrund ihrer Erfahrungen nicht die besseren Psychologen und Therapeuten. Selbsthilfe versus Fremdhilfe Unser Alltag besteht immer aus Selbst- und Fremdhilfe. Ziel jeder psychosozialen oder medizinischen Hilfe ist, die behandelte Person kompetenter zu machen. Selbsthilfe und Fremdhilfe haben dasselbe Ziel, unterscheiden sich aber im Weg dahin: Eine Operation ist nur als Fremdhilfe denkbar, sie führt aber hoffentlich dazu, dass man nachher wieder besser gehen kann und sich also auch wieder besser selber zu helfen weiss. Bei Selbsthilfe geht man den Weg ohne Fachleitung und aufgrund eigener Erfahrungen. Solidarische Selbsthilfe beruht auf Gegenseitigkeit Hilfe im Tausch gegen Hilfe. Bei der Fremdhilfe heisst es Hilfe gegen Bezahlung. Fremdhilfe durch Fachpersonen ist immer an die «Regeln der Kunst», an einen Auftrag gebunden. Selbsthilfe hingegen ist eine rein private Angelegenheit. Selbsthilfe bekommt hohe Sympathie Welche Assoziationen werden mit Selbsthilfe verbunden? Das sind Menschen die nicht auf Hilfe des Staates warten, sondern ihre Probleme selber lösen (aktiv, ohne Kosten) die miteinander solidarisch sind, und sich gegenseitig unterstützen (Nächstenliebe, basisdemokratisch) die sich für ihre Anliegen einsetzen (selbstbewusst, selbstverantwortlich) die dem Expertenwissen ihr Erfahrungswissen gegenüberstellen (kämpferisch, emanzipiert). Aber Selbstverantwortung darf nicht heissen, dass die Gesellschaft dank der Selbsthilfe aus der Verantwortung für die Besserstellung Betroffener entlassen wird. Es darf nicht mit Verweis auf die Selbsthilfe noch mehr gespart werden. Selbsthilfe ist nicht kostengünstige Lückenbüsserin. Selbsthilfegruppen Was unterscheidet Selbsthilfegruppen von anderen Gruppen? Diese Diskussion unter Selbsthilfegruppen ist oft unnötig. Wenn Betroffene eine Form finden, die ihnen hilfreich erscheint, was will man mehr? Deshalb ist es auch nie möglich, eine genaue Zahl von Selbsthilfegruppen zu nennen. Die Dachorganisation KOSCH rechnet mit rund 2000 Gruppen mit Mitgliedern in der Schweiz, verteilt auf 450 Themengebiete. Was ist also eine Selbsthilfegruppe? «Selbsthilfegruppen sind freiwillige, meist lose Zusammenschlüsse von Menschen, deren Aktivitäten sich auf die gemeinsame Bewältigung von Krankheiten, psychischen oder sozialen Problemen richten, von denen sie entweder selber oder als Angehörige betroffen sind. Sie wollen mit ihrer Ar- 1415 Medizin beit keinen Gewinn erwirtschaften. Ihr Ziel ist eine Veränderung ihrer persönlichen Lebensumstände und häufig auch ein Hineinwirken in ihr soziales und politisches Umfeld. In der regelmässigen Gruppenarbeit betonen sie die Authentizität, Gleichberech - tigung, gemeinsames Gespräch und gegenseitige Hilfe. Die Gruppe ist dabei ein Mittel, die äussere (soziale gesellschaftliche) und die innere (persön - liche seelische) Isolation aufzugeben. Die Ziele von Selbsthilfegruppen richten sich vor allem auf ihre Mitglieder und nicht auf Aussenstehende. Selbst - hilfegruppen werden nicht von professionellen Helfern geleitet. Manche ziehen jedoch gelegentlich Experten zu bestimmten Fragestellungen hinzu.» Für die KOSCH gelten die folgenden Kriterien für Selbsthilfegruppen: Gruppen: Gleiche Betroffenheit: Regelmässige Treffen: Gegenseitige Hilfe: Im Vordergrund steht die persönliche Auseinander- setzung jedes Mitglieds und die Entwicklung als Gruppe. Zielschwerpunkt auf persönlicher Ebene: Autonomie und gemeinsame Verantwortung: Leitung: Freiwillige Teilnahme: Kosten: Grundlage: Persönlichkeitsschutz: Kleine, auf unmittelbar persönlichen Kontakten beruhende Gruppen. Menschen in ähnlichen Lebenssituationen, seien es als Direktbetroffene oder Angehörige. Je nach Möglichkeiten und Bedarf in unterschiedlichem Rhythmus. Mitglieder sind gleichzeitig sowohl Hilfebedürftige als auch HelferInnen. Selbsthilfegruppen sind private Initiativen. Sie arbeiten in eigenem Auftrag. Die Mitglieder sind gemeinsam für das Wohl der Gruppe verantwortlich. Selbsthilfegruppen werden nicht durch eine Fachperson geleitet. Die Leitung wird unter den Mitgliedern geregelt. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe basiert auf einem persönlichen Entscheid. Überweisungen in Selbsthilfegruppen sind ausgeschlossen. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ist kostenlos. Allfällige Spesen, zum Beispiel für die Raummiete, werden gemeinsam bestritten. Selbsthilfegruppen basieren auf den persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen der Mitglieder. Es geht nicht um die Vermittlung spezieller Methoden oder Kursangebote. Es ist üblich, dass sich die Mitglieder zur Diskretion gegen aussen verpflichten. SCHLEUDERDAS TRAUMAINFO 1516 Was bringt die Teilnahme in einer Selbsthilfegruppe 1. Soziale Geborgenheit Selbsthilfegruppen werden oft mit Familien verglichen. Das mag übertrieben sein, weist aber darauf hin, dass schwerwiegende Probleme zu einem gewissen Mass an sozialer Heimatlosigkeit führen. Oft werden sie auch als Ort bezeichnet, wo man nicht immer alles erklären muss, wo andere ohne grosse Wort vieles verstehen. 2. Prophylaxe Mit dem Beitritt zu einer Selbsthilfegruppe wollen Menschen verhindern, dass aus einem Problem eine schwere Krise, aus einer Krise eine Krankheit, aus einer Krankheit oder Behinderung eine umfassende Hilfebedürftigkeit entsteht. Je nach Situation geht es um Primär-, Sekundär- oder Tertiär - prophylaxe. 3. Stärkung des Selbstbewusstseins Weil wir soziale Wesen sind, orientieren wir uns automatisch an anderen. Für Menschen mit einer Behinderung kann dies zu einer hoffnungslosen Defizit-Bilanz führen, die vor allem enthält, was nicht (mehr) möglich ist. Erst der Vergleich mit Gleichbetroffenen erlaubt eine neue Orientierungsbasis. Man erkennt dabei auch, welche Probleme zwingend zu einer bestimmten Lebenssituation gehören, weil es anderen auch nicht anders geht, und welche tatsächlich «hausgemacht», und vielleicht vermeidbar wären. Gerade Beispiele von Mitbetroffenen, die einen guten Weg gefunden haben, geben Mut und Zuversicht, dass noch einiges möglich ist. 4. Entlastung der Familien Der Bezugsrahmen einer Familie kann sich manchmal so verengen, dass die betroffene Person ausserhalb kaum mehr Kontakte pflegt. Dann wird es eng und belastend für alle Beteiligten. Manche Betroffenen vermeiden es dann tunlichst, über ihre Sorgen zu sprechen, um die Belastung nicht noch grösser zu machen. Gesprächspartner ausserhalb der Familie sind in jedem Fall wichtig, vor allem wenn sie, wie in Selbsthilfegruppen, noch die entsprechende eigene Erfahrung mitbringen. 5. Soziales Engagement Viele Betroffene kennen das Gefühl der Wertlosigkeit. Sie machen im Zusammenhang mit ihrer Behinderung zwar wertvolle Erfahrungen und sind täglich herausgefordert dazuzulernen, aber wen interessiert das schon? Für eine Selbsthilfegruppe «qualifiziert» man sich nicht trotz, sondern gerade wegen diesem speziellen Erfahrungsschatz. Dort sind Menschen, die daran interessiert sind, weil es ihnen zur Bewältigung ihrer Probleme hilft. Jeder Mensch braucht Orte, wo es auf seine Kompetenz und seine Person ankommt für viele Betroffenen ist die Selbsthilfegruppe ein solcher Ort. 6. Soziale Kompetenz In einer Selbsthilfegruppe kann man viel lernen, das weit über die eigene Betroffenheit hinausreicht. Die besondere Chance ist, dass man immer wieder in Situationen kommt, wo man sich Neues zumutet, 1617 Medizin weil es für die Gruppe notwendig ist und es andere auch nicht besser können. Sei es eine Gesprächsleitung, ein Interview, ein heikles Konfliktgespräch oder eine Krisenhilfe es sind alles Dinge, die man gemeinhin mit besonderer sozialer Kompetenz verbindet. 7. Relativierung der Definitionsmacht von Experten Behinderungen und Krankheiten werden von Fachleuten definiert: was es ist, wie schlimm oder harmlos etwas ist, welche Hilfe Betroffene brauchen, was die Ursachen sind etc. In Selbsthilfegruppen entstehen dazu oft eigene Vorstellungen, die nicht unbedingt mit der Fachmeinung übereinstimmen. 8. Politisches Bewusstsein Spätestens in der Selbsthilfegruppe lernt man, dass der persönliche Umgang mit einem Leiden das eine, der gesellschaftliche das andere ist. Der Stellenwert von Menschen mit einer Behinderung ist nicht Gottgegeben, sondern von Menschen gemacht, und somit veränderbar. Es ist wichtig, Einflüsse und «Behinderungen», die von aussen kommen, als solche zu erkennen um nicht sämtliche Lebensprobleme auf das eigene Konto zu buchen. Leider ist es so, dass viele Impulse, die zum Umdenken führen, nur von den Betroffenen selber kommen können. Selbsthilfegruppen geben die Kraft, diese auch zu geben. 9. Enttabuisierung von Problemen Manche Probleme wurden von der Fachwelt und der Öffentlichkeit in ihrer Tragweite erst erkannt, nachdem dazu Selbsthilfegruppen entstanden waren und Menschen so den Mut fanden, darüber offen zu reden. Zum Beispiel gilt dies für Angehörige, speziell in der Psychiatrie, die über lange Zeit in Behandlungskonzepten schlicht vergessen oder noch schlimmer als Ursache allen Übels betrachtet wurden. Erst nachdem Selbsthilfegruppen eine gewisse Macht entwickelt hatten, fand ein Umdenken statt. Es ist von grosser Bedeutung, dass Betroffene an solchen Definitionen beteiligt sind, denn sie haben grosse Auswirkungen bei Renten und Versicherungen, auf Behandlungen und Dienstleistungen, die zur Verfügung stehen, sowie auf Vorstellungen, die sich die Öffentlichkeit von Betroffenen macht. Selbsthilfegruppen geben den nötigen Rückhalt und bieten eine gute Plattform, um eigene Anliegen nach aussen zu vertreten. 10. Kosten Weil gegenseitige Hilfe kostenlos und trotzdem sehr wirksam ist, helfen alle Beteiligten, Kosten in beträchtlichem Ausmass zu sparen. Die Arbeit von Selbsthilfegruppen können nur Betroffene leisten, trotzdem sei der Kostenvergleich genannt: Wenn die Arbeit der ca Selbsthilfegruppen in der Schweiz analog durch Fachleute geleistet werden müsste, entstünden dadurch jährliche Kosten von rund 97 Mio. Franken. SCHLEUDERDAS TRAUMAINFO 1718 Euro NCAP Crashtests seit 2009 mit Heckaufpralltest Das European New Car Assessment Programme Euro NCAP ist ein Crashtest-Projekt, das von der europäischen Kommission, von den meisten europäischen Regierungen, den Konsumentenschutzverbänden und den Automobilclubs (inkl. TCS) unterstützt wird. Euro NCAP will die Crashtest-Aktivitäten europaweit koordinieren. Man strebt möglichst weltweit einheitliche Testanordnungen an. Im Crashtest- Programm werden Neuwagen auf ihre Sicherheit hin beurteilt. Einheitliche Testkriterien ermöglichen den direkten Vergleich der Fahrzeuge innerhalb der gleichen Fahrzeugklasse. Neu auch mit Heckaufpralltest 2009 wurde das Testverfahren erweitert und das Bewertungssystem angepasst. Beim Euro NCAP-Test fährt das Versuchsfahrzeug mit 64 km/h gegen eine verformbare Barriere. Die Dummies simulieren vorne zwei Erwachsene und hinten zwei Kinder in entsprechenden Kinderrückhaltesystemen. Beurteilt werden Frontalaufprall und Seitenaufprall auf der Fahrerseite und mit dem neuen Bewertungssystem seit 2009 auch das Verhalten bei Heckaufprall. Beim Heckaufpralltest wird die Gefahr einer Verletzung der Halswirbelsäule durch einen Aufprall mit 16 km/h und 24 km/h beurteilt. Hierbei wird lediglich der Fahrzeugsitz beurteilt. Es wird eine Unfallsituation simuliert, die einem Auffahrunfall auf ein stehendes Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit zwischen 30 und 50 km/h entspricht. Hierzu werden die jeweiligen Vordersitze auf einem Schlitten mit Aufprallgeschwindigkeiten von 16 und 24 km/h getestet. Mit einem speziellen Heckcrashdummy (Bio Rid 2) werden das Verhalten von Sitz und Kopfstützen in Bewegung und insbesondere die Belastungen der Halswirbelsäule gemessen. Beurteilt werden auch geometrische Aspekte und die Stabilität des Sitzes und die Grösse, Form und Verstellbereich der Kopfstütze. Der Heckaufpralltest ist Teil der Bewertung des Bereichs Insassenschutz. Am wurden die Anforderungen bei allen Testkriterien nochmals erhöht. Die Bewertung setzt sich aus den vier Einzelkriterien Insassenschutz (50%), Kindersicherheit (20%), Fussgängerschutz (20%) und Sicherheitsausrüstung (10%) zusammen. Daraus wird ein Gesamturteil in Prozent errechnet. Die erreichten Einzelnoten und das Gesamturteil in Prozent ergeben die Gesamtnote (ein bis fünf Sterne). Bedauerlicherweise ist der Whi-plash-Test nur einer von mehreren Faktoren des Testpunktes Insassenschutz. Damit ist immerhin ein Anfang gemacht. Nur wenn Kunden immer wieder nach dem Ergebnis des Heckaufpralltests fragen, werden die Autohersteller diesem Kriterium die notwendige Bedeutung zumessen. Es lohnt sich, vor dem Fahrzeugkauf die Tests von Euro NCAP zu studieren. Links: auto_moto/tests/auto.html 1819 Geschäftsstelle Bleiben Sie dran! Website neu mit RSS-Feed Die Website des Schleudertraumaverbandes bietet seit neustem einen erweiterten Service. Neu können Sie einen RSS-Feed abonnieren, der Sie über News, die auf der Website aufgeschaltet werden, automatisch informiert. Sie erhalten bei jeder Aktualisierung der News-Spalte auf automatisch einen Newsfeed zugestellt und sind so immer auf dem neusten Stand. Link-Sammlung Neu wurde auch die Liste empfehlenswerter Links nach Themen gruppiert. Wir können Ihnen damit einen besseren Überblick bieten. Weiterhin sind wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns empfehlenswerte Websites melden. Wir werden diese prüfen und unsere Liste gegebenenfalls ergänzen. In der News-Spalte informieren wir Sie über Ak - tuelles aus der Geschäftsstelle und die Stellungnahmen unseres Verbandes zum aktuellen Geschehen. Wir nehmen aktuelle Meldungen aus den Bereichen Recht und Medizin auf und informieren Sie über Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt, interessante Presseartikel oder Fernsehsendungen. Der RSS-Newsfeed ist eine Ergänzung zum gedruckten INFO. Er soll Sie vom Puls des Geschehens aus informieren. SCHLEUDERDAS TRAUMAINFO 1920 Geschäftsstelle Die KulturLegi Dabei sein, auch mit wenig Geld Auch wenn in der Schweiz die staatlichen Sicherheitssysteme vor absoluter Armut schützen, führt finanzielle Not dennoch oft zu gesellschaftlicher Ausgrenzung bis hin zu sozialer Isolation. Die KulturLegi ist ein Projekt des Caritas-Netzes und bietet Personen mit tiefem Einkommen Vergünstigungen bei Angeboten in den Bereichen Kultur, Sport, Bildung und Gesundheit. Über 600 Angebotspartner in der ganzen Schweiz sind von der Idee überzeugt und gewähren grosszügige Rabatte bei Vorweisen der KulturLegi. Denn sie ist auch für die Anbieter ein Gewinn, sie gewinnen zusätzliches Publikum, stärken ihr Image und unterstützen mit ihrem Engagement Personen, die von Armut betroffen sind. So gewährt zum Beispiel die Migros Klubschule bis zu 50% Ermässigung für Kursgelder, viele Anbieter bieten grosse Ermässigungen bei Therapiestunden, Eintritten und Abonnementen. Das Angebot soll stetig erweitert und die Kultur Legi möglichst vielen Menschen in der gesamten Schweiz zugänglich gemacht werden. Bisher existiert es in den Kantonen Bern, Zürich, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri und Zug, in Freiburg und Region, sowie in der Stadt Chur. In einigen Regionen, insbesondere auch in der französischen Schweiz, ist die KulturLegi in Planung. Damit soll die Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben ermöglicht werden. So kann Vereinsamung verhindert werden, ein Wiedereinstieg ins Berufsleben kann leichter fallen, Kinder werden gestärkt und die Solidarität gefördert. Weitere Informationen, insbesondere betreffend Zugangsbedingungen Geschäftsstelle KulturLegi Schweiz, Caritas Schweiz, Löwenstrasse 3, 6002 Luzern, Tel Mehr anzeigen
Fortbildung Update Sucht interdisziplinär 2015. Brandherd IV und Sucht Dr. Monika Hermelink, Leiterin RAD Ostschweiz www.svasg.ch/rad 1 Agenda. (1/2) Grundsätzlich heisse Themen Was steht im Gesetz? Welche Mehr SBV-Argumentarium gegen die 5. IVG-Revision
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