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Timestamp: 2020-07-06 06:31:56+00:00

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Überblick über die wichtigsten Handlungsschritte bei einem Feststellungsverfahren im Rahmen der AO-SF in NRW.
Einige Fragen zur AO-SF in NRW, die häufig gestellt werden…
In welchen Ausnahmefällen kann die Schule einen Antrag auf Eröffnung des Verfahrens stellen?
§ 12 AO-SF Eröffnung des Verfahrens auf Antrag der Schule
Inwiefern spielen die Schulbesuchsjahre bei dem Antrag durch die Schule eine Rolle?
Was geschieht, wenn Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in mehreren Förderschwerpunkten besteht?
§ 14 AOS-F Entscheidung über Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung und Förderschwerpunkte
(3) Besteht Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in mehreren Förderschwerpunkten, bestimmt die Schulaufsichtsbehörde den vorrangigen Förderschwerpunkt
Wie umschreibt die AO-SF die einzelnen Förderschwerpunkte?
§4 AO-SF
Lern- und Entwicklungsstörungen (Förderschwerpunkte Lernen, Sprache, Emotionale und soziale Entwicklung)
(4) Ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung (Erziehungs- schwierigkeit) besteht, wenn sich eine Schülerin oder ein Schüler der Erziehung so nachhaltig verschließt oder widersetzt, dass sie oder er im Unterricht nicht oder nicht hinreichend gefördert werden kann und die eigene Entwicklung oder die der Mitschülerinnen und Mitschüler erheblich gestört oder gefährdet ist.
§5 AO-SF
Geistige Behinderung (Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung)
Ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung besteht, wenn das schulische Lernen im Bereich der kognitiven Funktionen und in der Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit dauerhaft und hochgradig beeinträchtigt ist, und wenn hinreichende Anhaltspunkte dafür sprechen, dass die Schüler- in oder der Schüler zur selbstständigen Lebensführung voraussichtlich auch nach dem Ende der Schulzeit auf Dauer Hilfe benötigt.
§6 AO-SF
Körperbehinderung (Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung)
§7 AO-SF
Hörschädigungen (Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation)
(3) Schwerhörigkeit liegt vor, wenn trotz apparativer Versorgung laut- sprachliche Informationen der Umwelt nur begrenzt aufgenommen werden können und wenn erhebliche Beeinträchtigungen in der Entwicklung des Sprechens und der Sprache oder im kommunikativen Verhalten oder im Lernverhalten auftreten oder wenn eine erhebliche Störung der zentralen Verarbeitung der Höreindrücke besteht.
§8 AO-SF
Sehschädigungen (Förderschwerpunkt Sehen)
Was ist bei dem Übergang in die Sekundarstufe I zu berücksichtigen?
§ 17 AO-SF Jährliche Überprüfung, Wechsel des Förderorts oder des Bildungsgangs
Wird der Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in regelmäßigen Abständen überprüft?
Wie kann der Förderort oder der Bildungsgang gewechselt werden?
Wie und wann kann die sonderpädagogische Förderung beendet werden?
§ 18 AO-SF Beendigung der sonderpädagogischen Förderung, Wechsel des Förderschwerpunkts
Wie und wann kann der Förderschwerpunkt gewechselt werden?
Zur Klärung weiterer Fragen finden Sie den vollständigen Gesetzestext zur AO-SF in NRW hier: Bildungsserver NRW - Sonderpädagogische Förderung.
Im Rahmen der „Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung“ wird zwischen den zieldifferenten Bildungsgängen Lernen und Geistige Entwicklung sowie den zielgleichen Bildungsgängen der allgemeinen Schule unterschieden. Bei zielgleichen Bildungsgängen gelten die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen der allgemeinen Schule.
Schülerinnen und Schüler werden zieldifferent unterrichtet, wenn sie aufgrund schwerwiegender, umfänglichen und langandauernden Lernbeeinträchtigungen oder einer geistigen Behinderung nicht in der Lage sind, die in den Lehrplänen formulierten Ziele zu erreichen. In diesem Fall sind die individuellen Förderpläne die Grundlage für die zieldifferente Förderung und ergänzen somit die Lehrpläne, die für die zielgleich zu unterrichtende Schülerinnen und Schüler gelten (vgl. §§ 32 und 40 AO-SF).
Wie eine differenzsensible Unterrichtsplanung in der Praxis umgesetzt werden kann, erfahren sie hier: Mathe inklusiv: Differenzsensible Unterrichtsplanung.
Schülerinnen und Schülern dürfen aufgrund ihrer Behinderung oder Beeinträchtigung beim schulischen Lernen und bei Prüfungen keine Nachteile haben. Dieser Anspruch leitet sich aus dem Artikel 3 des Grundgesetzes, der VN-Behindertenkonvention sowie der Sozialgesetzgebung ab und findet sich im Schulgesetz und in den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen wieder. Durch einen Nachteilsausgleich sollen behinderungsbedingte Nachteile kompensiert werden und den betroffenen Schülerinnen und Schülern ermöglicht werden, ihre Leistungen zu zeigen, ohne dass zum Beispiel motorische und akustische Schwierigkeiten eine Barriere darstellen. Dabei sind die Nachteilsausgleiche in Form gezielter Hilfe- und Unterstützungsmaßnahmen so zu wählen, dass die Inhalte und das Anspruchsniveau der Leistungsanforderungen möglichst bestehen und vergleichbar bleibt. Generell können nur Schülerinnen und Schüler einen Nachteilsausgleich gewährt bekommen, die zielgleich unterrichtet werden und einen allgemeinen Abschluss anstreben.
Nähere Informationen zum Nachteilsausgleich in NRW erhalten Sie hier: Bildungsportal NRW: Inklusion – Nachteilsausgleich.
Vorgaben für die Leistungsbewertung
Für Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung, die in den zielgleichen Bildungsgängen der allgemeinen Schule unterrichtet werden, gelten die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen der allgemeinen Schule.
Der Nachteilsausgleich kann bei zielgleichem Lernen eine Rolle spielen, um Beeinträchtigungen durch eine Behinderung zu kompensieren.
Bei Schülerinnen und Schülern mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung, die in den zieldifferenten Bildungsgängen Lernen und Geistige Entwicklung beschult werden, ist der individuelle Förderplan die Grundlage für die Leistungsbewertung. Dabei sind die individuellen Anstrengungen und Lernfortschritte maßgebend (vgl. §§ 32, 40 AO-SF). Die Ergebnisse des Lernens werden in beschreibender Form festgehalten.
Die Schulkonferenz kann abweichend beschließen, dass ab Klasse 4 bei Schülerinnen und Schülern im Förderschwerpunkt Lernen die Bewertung einzelner Leistungen zusätzlich mit Noten möglich ist. In diesem Fall müssen die erbrachten Leistungen den jeweiligen Anforderungen der vorherigen Jahrgangsstufe der Grundschule oder Hauptschule entsprechen. Dieser Maßstab muss kenntlich gemacht werden (vgl. § 32 AO-SF).
Formulierungshilfen für Zeugnisse finden Sie in der Anlage 1 und 2 der Verwaltungsvorschriften zur AO-SF:Verwaltungsforschriften zur AO-SF
Je nach Förderschwerpunkt und Bildungsgang können verschiedene Abschlüsse erreicht werden.
Im Förderschwerpunkt Lernen kann der Abschluss im zieldifferenten Bildungsgang Lernen erworben werden.
Zudem ist es im Bildungsgang Lernen möglich, die Klasse 10 mit einem dem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 entsprechenden Abschluss zu beenden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden (vgl. § 35 AO-SF, Abs. 3-7).
Die Voraussetzungen können Sie hier nachlesen
§ 35 AO-SF Abschlüsse, Nachprüfung
(3) In einem besonderen Bildungsgang führt die Klasse 10 zu einem dem Hauptschulabschluss (nach Klasse 9) gleichwertigen Ab-schluss. Er wird vergeben, wenn die Leistungen
(4) Den Abschluss nach Absatz 3 kann nur erwerben, wer in den Klas-sen 9 und 10 am Unterricht im Fach Englisch teilgenommen hat.
(5) Hat die Schülerin oder der Schüler den Abschluss nach Absatz 3 nicht erreicht, ist eine Nachprüfung möglich, wenn durch die Verbes-serung der Note von „mangelhaft“ auf „ausreichend“ in einem einzigen Fach die Voraussetzungen für den Erwerb dieses Abschlusses erfüllt würden.
In den Förderschwerpunkten Sehen, Hören und Kommunikation sowie Körperliche und motorische Entwicklung sind grundsätzlich neben den zieldifferenten Bildungsgängen Lernen und Geistige Entwicklung auch Abschlüsse der allgemeinen Schule möglich.
In den Förderschwerpunkten Sprache und Emotionale und soziale Entwicklung erfolgen die Abschlüsse im zieldifferenten Bildungsgang Lernen oder der allgemeinen Schule.
Im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung erfolgt der Abschluss im zieldifferenten Bildungsgang Geistige Entwicklung, bei dem am Ende der Schulzeit die erlernten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in einem Abschlusszeugnis bescheinigt werden (§§ 30, 41 AO-SF).
Zielgleiche Bildungsgänge (Ausbildungs- und Prüfungsordnung der allgemeinen Schule)
Klasse 10 kann (unter bestimmten Voraussetzungen) zu Hauptschulabschluss (nach Klasse 9) führen X -
Regionale Beratungsangebote in NRW:
Inklusionskoordinatorinnen und Inklusionskoordinatoren sowie Inklusionsfachberaterinnen und Inklusionsfachberater ermöglichen auf regionaler Ebene in NRW einen Erfahrungsaustausch und eine fachliche Beratung im Rahmen von Inklusion. Die Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (QUA-LIS NRW) hat eine interaktive Karte mit einer Auflistung der regionalen Ansprechpartner erstellt, mit der Sie Beraterinnen und Berater in Ihrer Nähe finden können. Die interaktive Karte finden Sie hier: QUA-LIS NRW: Interaktive Karte der Ansprechpersonen.
Funktion „Schule suchen“ mit digitaler Landkarte im Bildungsportal NRW:
Mit der Schuldatenbank des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes NRW können Sie Schulen in Nordrhein-Westfalen nach zahlreichen Kriterien suchen, zum Beispiel nach Schulen mit Angeboten der sonderpädagogischen Förderung.
Die folgenden Links liefern Ihnen grundlegende Informationen zum Themenbereich AO-SF und Inklusion in Nordrhein-Westfalen:
Hier können Sie die Gesetzliche Grundlage zur AO-SF nachlesen: Sonderpädagogische Förderung - Gesetzliche Grundlage zur AO-SF.
In dem Sonderheft Inklusion von Schule NRW aus dem Jahr 2014 finden Sie alle wichtigen Grundlagen des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes kommentiert.
Die „Eckpunkte zur Neuausrichtung der Inklusion“ aus dem Jahr 2018 geben Ihnen Hinweise zur organisatorischen Umsetzung der Inklusion in NRW unter Berücksichtigung von Qualitätsstandards.
Kurz-URL: https://pikas-mi.dzlm.de/node/584

References: § 12

§ 14

§4

§5

§6

§7

§8

§ 17

§ 18
 § 32
 § 35

§ 35