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Timestamp: 2019-06-19 12:15:34+00:00

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BFH, 27.09.1973 - VIII R 71/69 - dejure.org
BFH, 27.09.1973 - VIII R 71/69
https://dejure.org/1973,284
BFH, 27.09.1973 - VIII R 71/69 (https://dejure.org/1973,284)
BFH, Entscheidung vom 27.09.1973 - VIII R 71/69 (https://dejure.org/1973,284)
BFH, Entscheidung vom 27. September 1973 - VIII R 71/69 (https://dejure.org/1973,284)
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Unterhaltsleistungen - Art des Gebers - Einkünfte aus wiederkehrenden Bezügen - Gegenleistung - Unbeschränkt Steuerpflichtiger - Besteuerung im Inland
Besteuerung von Unterhaltsleistungen durch einen beschränkten Steuerpflichtigen als wiederkehrende Bezüge
BFHE 111, 33
DB 1974, 120
BStBl II 1974, 101
Das Finanzgericht (FG) wies die Klage --unter Berufung auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 27. September 1973 VIII R 71/69 (BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101)-- ab.
Mit ihrer Revision vertritt die Klägerin im Wesentlichen die Auffassung, eine Besteuerung nach § 22 Nr. 1 Satz 1, 2 EStG sei wegen der Sperrwirkung des --erst nach Ergehen des BFH-Urteils in BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101 eingefügten-- § 22 Nr. 1a EStG ausgeschlossen.
Der Senat ist allerdings mit der bisherigen Rechtsprechung der Auffassung, dass die Art der Einkünfte, aus denen die Unterhaltszahlungen geleistet werden, kein taugliches Differenzierungskriterium für die Beurteilung der Steuerpflicht beim Empfänger ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101; in der Tendenz ebenso bereits Urteil des Reichsfinanzhofs --RFH-- vom 2. März 1933 VI A 2051 und 2052/33, RStBl 1933, 585).
Für die Formulierung im Urteil in BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101 (unter 3.a), wonach § 22 Nr. 1 Satz 2 EStG sicherstellen solle, dass die Unterhaltsleistungen "wenigstens einmal" im Inland steuerlich erfasst werden, enthält die dargestellte Gesetzgebungsgeschichte keinen Beleg.
a) Er weicht nicht von dessen Urteilen in BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101 sowie vom 8. Dezember 1981 VIII R 123/79 (Juris Nr. STRE825009960) ab, weil es dort nicht um Unterhaltsleistungen zwischen geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten ging.
Deshalb müßten die Bezüge beim Empfänger grundsätzlich entsprechend erfaßt werden (BFH-Urteile in BFHE 126, 405, BStBl II 1979, 133; vom 27. September 1973 VIII R 71/69, BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101, und vom 20. Juli 1971 VIII R 24/65, BFHE 103, 410, BStBl II 1972, 170).
Diese Schlussfolgerung sei unzutreffend, auch wenn sie so im BFH-Urteil vom 27.9.1973 (BStBl II 1974, 101 ) vertreten werde.
Darin hat es ausgeführt, das BFH-Urteil vom 7.9.1973 (BStBl II 1974, 101 ), wonach Unterhaltszahlungen, die von einem nicht oder nur beschränkt steuerpflichtigen Geber gewährt werden, beim Empfänger Einkünfte aus wiederkehrenden Bezügen i. S. d. § 22 Nr. 1 Satz 1 EStG darstellen, sei durch die später geschaffene Regelung in § 22 Nr. 1 a EStG nicht überholt.
Eine Gleichstellung der Unterhaltsleistungen eines unbeschränkt Steuerpflichtigen mit solchen, die von einem nicht oder beschränkt steuerpflichtigen Geber bezogen werden, ist rechtlich nicht zulässig (vgl. BFH-Urteil vom 27.9. 1973 VIII R 71/69, BStBl II 1974, 101 ).
Diese in § 22 Nr. 1 EStG geregelte steuerliche Beurteilung gewährleistet, dass die Unterhaltsleistungen wenigstens einmal im Inland steuerlich erfasst werden (BFH in BStBl II 1974, 101, 102).
Der erkennende Senat hält die BFH-Rechtsprechung (in BStBl II 1974, 101 ) weiterhin für zutreffend und kann sich der von der Klägerin zitierten einzelnen Mindermeinung, die eine einschränkende Auslegung des § 22 Nr. 1 Sätze 1 und 2 EStG befürwortet, nicht anschließen.
Die vom erkennenden Senat für zutreffend gehaltene Rechtsprechung und Gesetzesauslegung zu § 22 Nr. 1 EStG (vgl. BFH in BStBl II 1974, 101 ) ist entgegen der Auffassung der Klägerin auch nicht durch die Einführung des § 22 Nr. 1 a EStG ab dem Veranlagungszeitraum 1979 überholt.
Ein allgemeiner Grundsatz, daß beim Geber Aufwendungen nur abgezogen werden dürfen, wenn sie beim Empfänger besteuert werden könne, ist im EStG nicht verankert (…für viele Kirchhof in Kirchhof/Söhn, a.a.O., § 2 Anm. A 189; Söhn, Steuer und Wirtschaft - StuW - 1985, 395, 406; Lang, Die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer, S. 80 bis 86;… Tipke, Steuerrecht, 11. Aufl. 1987, 163; derselbe in StuW 1980, 1, 8;… Hermann/Heuer/Raupach, a.a.O., § 2 EStG Anm. 29a;… Stuhrmann in Blümich, Einkommensteuergesetz, Körperschaftsteuergesetz, Gewerbesteuergesetz, Kommentar, 13. Aufl., § 22 EStG Anm. 47; Welter, Wiederkehrende Leistungen im Zivil- und Steuerrecht 1984, 221 f.; Charlier, Steuerberater-Jahrbuch - StbJb - 1966/1967, 279, 288; vgl. z.B. BFH-Urteile vom 27. September 1973 VIII R 71/69, BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101; vom 13. Dezember 1973 I R 136/72, BFHE 111, 108, BStBl II 1974, 210).
Die Entscheidung weiche insoweit auch von dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 27. September 1973 VIII R 71/69 (BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101) ab.
Abfindungen für einen Erb- und Pflichtteilsverzicht sind in der Rechtsprechung bisher stets beim Empfänger als wiederkehrende Bezüge nach § 22 Nr. 1 Satz 1 EStG und beim Geber als nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG abziehbare Sonderausgaben (Versorgungszeitrente) behandelt worden (Urteil des Reichsfinanzhofs - RFH - vom 30. März 1938 VI 197/38, RFHE 43, 290; BFH-Urteile vom 10. April 1953 IV 384/52 U, BFHE 57, 400, BStBl III 1953, 157; in BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101).
Für den Regelungsbereich des § 22 Nr. 1 EStG kann der ausschließlich zwischen dem potentiellen Erblasser und dem Erbberechtigten vereinbarte Erb- und Pflichtteilsverzicht gegen Abfindung nicht als entgeltliches Geschäft beurteilt werden (so ausdrücklich - wenn auch ohne nähere Begründung - BFH in BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101; RFH-Urteil vom 11. September 1937 VI A 427/37, Steuer und Wirtschaft - StuW - 1937, Nr. 467;… vgl. auch Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz mit Nebengesetzen, Kommentar, 19. Aufl., § 6 EStG Anm. 416 - Lfg. 148 - Meincke in Littmann/Bitz/Meincke, Das Einkommensteuerrecht, 15. Aufl., § 6 Anm. 201;… Schmidt/Heinicke, Einkommensteuergesetz, 10. Aufl., § 22 Anm. 6 c).
Da die Zuwendungen von einer nicht unbeschränkt steuerpflichtigen Stiftung gewährt wurden, kam es für die Zurechnung beim Empfänger nicht auf die Frage der Freiwilligkeit i.S. des § 22 Nr. 1 Satz 2 EStG an (s. dazu z.B. Urteil des BFH in BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101).
Der Zweck der Vorschrift besteht vielmehr darin, eine doppelte steuerliche Belastung im Inland zu vermeiden, die dadurch eintreten kann, daß die im allgemeinen aus dem steuerpflichtigen Einkommen zu entrichtenden Zuwendungen (Unterhaltsleistungen) beim Geber nicht abzugsfähig sind und beim Empfänger voll besteuert werden (vgl. Strutz, Kommentar zum Einkommensteuergesetz 1925, Berlin 1929, Anm. 9 zu § 40, mit Hinweis auf die amtliche Begründung zu § 11 EStG 1920; BFH-Urteil vom 27. September 1973 VIII R 71/69, BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101).
Daraus ergibt sich, weil der gegebene Tatbestand auf beiden Seiten grundsätzlich einheitlich zu beurteilen ist (vgl. BFH-Urteile VI 330/63 U und VIII R 71/69), die entsprechende Erfassung der Bezüge beim Empfänger.
Das heißt die dortige Regelung der Nichtbesteuerung freiwilliger Zahlungen eines unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Gebers beim Empfänger wurde im Umkehrschluss dahin ausgelegt, dass freiwillige Zahlungen eines nicht unbeschränkt steuerpflichtigen Gebers beim Empfänger zu besteuern sind, also insbesondere freiwillige Zahlungen eines auslandsansässigen Gebers im Unterschied zum inländischen Geber (vgl. BFH vom 27. September 1973 VIII R 71/69, BFHE 111, 33, BStBl II 1974, 101; fernervom 8. Dezember 1981 VIII R 123/79, [...] zu I 4;… Bundessozialgericht --BSG-- vom 24. Januar 1995 10 RKg 5/92, Sozialrecht --SozR-- 3-5870 Bundeskindergeldgesetz --BKGG-- § 11a Nr. 5; Stuhrmann in Blümich, EStG, § 22 Rd. 72; Stoecker in Bordewin/Brandt, EStG § 22 Nr. 1 Rd. 283; Jansen in Herrmann/Heuer/Raupach, EStG, § 22 Rd. 245 f; Hild in Korn, EStG § 22 Rd. 21; Gérard in Lademann, EStG, § 22 Rd. 12 S. 16; Stephan/Woring in Littmann, EStG, § 22 Rd. 39; Weber-Grellet in Schmidt, EStG, 26. A., § 22 Rd. 66).
BSG, 24.01.1995 - 10 RKg 5/92
Rückforderung des Zuschlags zum Kindergeld - Herstellung einer engen Verbindung …
Ist der Geber hingegen nur beschränkt steuerpflichtig oder unterliegt er überhaupt nicht der (inländischen) Steuerpflicht, so sind die Unterhaltsleistungen stets dem Empfänger zuzurechnen (BFHE 111, 33 = BFH BStBl 74 11, 101).

References: § 22
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 § 6
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 § 11
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