Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=11.04.2006&Aktenzeichen=9%20AZR%20557/05
Timestamp: 2020-07-07 10:30:52+00:00

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BAG, 11.04.2006 - 9 AZR 557/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,53
BAG, 11.04.2006 - 9 AZR 557/05 (https://dejure.org/2006,53)
BAG, Entscheidung vom 11.04.2006 - 9 AZR 557/05 (https://dejure.org/2006,53)
BAG, Entscheidung vom 11. April 2006 - 9 AZR 557/05 (https://dejure.org/2006,53)
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AGB-Kontrolle; Versetzungsklausel; Direktionsrecht; MTV für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen
Versetzung von Redakteuren
Zulässigkeit der Anwendung des § 308 Nr. 4 BGB auf arbeitsvertragliche Versetzungsvorbehalte; Versetzungsklauseln in Arbeitsverträgen; Materielle Nachbildung einer formularmäßigen Versetzungsklausel nach § 106 S. 1 Gewerbeordnung (GewO); Versetzung einer Redakteurin von der ...
Zur Inhaltskontrolle arbeitsvertraglicher Versetzungsklauseln
Versetzungsklausel - Redakteurin muss auch auswärts und für eine Lokalredaktion arbeiten
AGB-Recht - Was ist bei der Zulässigkeitsprüfung einer allgemeinen Versetzungsklausel zu beachten?
Übliche Versetzungsklausel in Arbeitsverträgen: Unwirksamkeit nach AGB-Kontrolle?
BGB §§ 307, 308 Nr. 4; GewO § 106
Unwirksamkeit einer der Regelung des § 106 Satz 1 GewO nachgebildeten Verletzungsklausel in AGB
§§ 305 ff., 315 BGB; § 106 Satz 1 GewO
Wirksamkeit einer formularmäßigen Versetzungsklausel
ArbG Neubrandenburg, 01.02.2005 - 3 Ca 1541/04
LAG Mecklenburg-Vorpommern, 06.07.2005 - 2 Sa 119/05
BAGE 118, 22
Nach diesem Maßstab wirksame Weisungen wurden (und werden) als verbindlich angesehen, der Arbeitnehmer muss sie befolgen (allgM, vgl. zB BAG 11. April 2006 - 9 AZR 557/05 - Rn. 48, BAGE 118, 22) .
Ob die beiderseitigen Interessen angemessen berücksichtigt worden sind, unterliegt der vollen gerichtlichen Kontrolle, § 315 Abs. 3 Satz 2 BGB (vgl. näher ua.: BAG 11. April 2006 - 9 AZR 557/05 - Rn. 35 mwN, BAGE 118, 22; 15. Mai 2013 - 10 AZR 679/12 - Rn. 34 f. mwN) .
Es müssen besondere Umstände hinzutreten, aus denen sich ausnahmsweise ergibt, dass der Arbeitnehmer nicht mehr in anderer Weise eingesetzt werden soll (BAG 11.04.2006 - 9 AZR 557/05, Rdnr.47, NJW 2006, 3303).
Nach dem objektiven Empfängerhorizont impliziert die Regelung nicht nur Versetzungen auf Dauer (zum Begriff "Zuweisung" vgl. BAG 11.04.2006 - 9 AZR 557/05, Rdnr. 24 f., AP Nr. 17 zu § 307 BGB).
Auch einseitige Bestimmungsvorbehalte können nur hingenommen werden, soweit sie bei unsicherer Entwicklung der Verhältnisse als Instrument der Anpassung notwendig sind und den Anlass, aus dem das Bestimmungsrecht entsteht, sowie die Richtlinien und Grenzen seiner Ausübung möglichst konkret angeben (BAG 11.04.2006 - 9 AZR 557/05, Rdnr. 40, AP Nr. 17 zu § 307 BGB).
Die Ausübung des Direktionsrechts muss unabhängig davon, ob die Versetzung des Arbeitnehmers nach dem Arbeitsvertrag zulässig ist, gemäß § 106 Satz 1 GewO billigem Ermessen entsprechen (BAG 11.04.2006 - 9 AZR 557/05, Rdnr. 49, AP Nr. 17 zu § 307 BGB).
Die dauerhafte Beschäftigung eines Arbeitnehmers zu bestimmten Arbeitsbedingungen kann eine Konkretisierung der Leistungspflicht auch zum Nachteil des Arbeitnehmers herbeiführen (vgl. Senat 11. April 2006 - 9 AZR 557/05 - Rn. 47, BAGE 118, 22).
Die im Arbeitsrecht geltenden Besonderheiten sind gemäß § 310 Abs. 4 Satz 2 angemessen zu berücksichtigen (BAG 13. März 2007 - 9 AZR 433/06 - Rn. 39 f., AP BGB § 307 Nr. 26; vgl. 11. April 2006 - 9 AZR 557/05 - Rn. 33, BAGE 118, 22) .
Die Wahrung billigen Ermessens kann z.B. darin zum Ausdruck kommen, dass ausweislich der Klausel das Direktionsrecht unter den Vorbehalt der Interessen des Arbeitnehmers steht (BAG 11.04.2006 - 9 AZR 557/05, AP Nr. 17 zu § 307 BGB Rn. 35).
§ 308 Nr. 4 BGB ist ebenfalls nicht anwendbar, da diese Vorschrift nur einseitige Bestimmungsrechte hinsichtlich der Leistung des Verwenders erfasst (BAG 11. April 2006 - 9 AZR 557/05 - Rn. 31, BAGE 118, 22).
Die im Arbeitsrecht geltenden Besonderheiten sind gem. § 310 Abs. 4 Satz 2 angemessen zu berücksichtigen (BAG 13. März 2007 - 9 AZR 433/06 - Rn. 39 f., AP BGB § 307 Nr. 26; 11. April 2006 - 9 AZR 557/05 - Rn. 33 f., BAGE 118, 22).
Nur beim Hinzutreten besonderer Umstände, aufgrund derer der Arbeitnehmer darauf vertrauen darf, dass er nicht in anderer Weise eingesetzt werden soll, kann es durch konkludentes Verhalten zu einer vertraglichen Beschränkung der Ausübung des Direktionsrechts kommen (…vgl. BAG 13. März 2007 - 9 AZR 433/06 - Rn. 50, aaO; 11. April 2006 - 9 AZR 557/05 - Rn. 47, BAGE 118, 22) .
BAG, 21.07.2009 - 9 AZR 471/08
LAG Rheinland-Pfalz, 03.03.2010 - 7 Sa 538/09
Umsetzungsrecht des Arbeitgebers - Änderungsvertrag - billiges Ermessen - Wegfall …
LAG Rheinland-Pfalz, 01.09.2008 - 5 Sa 261/08
Versetzungsvorbehalt - Vertragsauslegung
LAG Baden-Württemberg, 12.04.2013 - 12 Sa 136/12
Rechtsunwirksamkeit einer Versetzung - arbeitsvertragliche Bezugnahme auf …
LAG Hamm, 18.11.2010 - 15 Sa 508/10
LAG Berlin-Brandenburg, 22.02.2008 - 8 Sa 2094/07
Versetzung eines Leitenden Redakteurs in eine Service-Redaktion und …
LAG Baden-Württemberg, 25.03.2010 - 11 Sa 70/09
Reichweite des Direktionsrechts des Arbeitgebers - Beauftragung einer leitenden …
LAG Berlin-Brandenburg, 04.07.2008 - 22 Sa 2174/07
Rechtmäßigkeit einer Übertragung der Tätigkeit eines Entwicklungsredakteurs einer …
LAG Baden-Württemberg, 25.03.2010 - 11 Sa 71/09
Unverbindliche Weisung an Röntgenfachkraft zur Reinigung endoskopische Geräte der …
LAG Düsseldorf, 31.03.2011 - 11 Sa 47/11
ArbG Berlin, 28.06.2006 - 30 Ca 23055/05

References: § 308
 § 106
 § 106
 § 106
 § 106
 § 315
 § 307
 § 307
 § 106
 § 307
 § 310
 § 307
 § 307

§ 308
 § 310
 § 307