Source: https://www.bundesnetzagentur.de/cln_1411/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Verbraucher/KuendigungundWechsel/Lieferantenwechsel/lieferantenwechsel-node.html
Timestamp: 2019-11-15 06:12:09+00:00

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Vorteile des Lieferantenwechsels
Die Öffnung des Strom- und Gasmarkts für Wettbewerber bietet Ihnen als Verbraucherin und Verbraucher die Chance, von der Angebotsvielfalt des Markts zu profitieren. Sie können den Energielieferanten wählen, dessen Angebot Ihren Wünschen am ehesten entspricht (Preis, Service, Energiemix). Je mehr Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit eines Lieferantenwechsels nutzen, desto stärker kommt es insgesamt zu Wettbewerb im Markt.
Hier finden Sie das Serviceheft der Bundesnetzagentur zum Wechsel des Strom- und Gaslieferanten (pdf / 908 KB) .
Marktwächter Energie der Verbraucherzentrale
Grundsätzlich kann jede Kundin und jeder Kunde eines Strom- bzw. Gasversorgers den Lieferanten wechseln.
Wenn die Stromversorgung für spezielle Verbrauchseinrichtungen erfolgt (z.B. Wärmepumpen, Nachtspeicherheizungen), kann die Auswahl derzeit noch auf wenige Lieferanten beschränkt sein.
Ein Lieferantenwechsel ist einfach und kostenlos:
informieren - auswählen - Unterlagen anfordern bzw. Online Portal nutzen - ausfüllen - absenden = fertig!
Die Zahl der Stromkunden, die in dem jeweiligen Jahr ihren Lieferanten gewechselt haben, nimmt seit 2006 zu. In dieser Grafik sind die Lieferantenwechsel von Haushaltskunden bei Gasverträgen erfasst.
Kann ich in einer Kundenanlage einen Lieferantenwechsel vornehmen?
Wenn Sie nicht unmittelbar an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind, sondern innerhalb einer sogenannten Kundenanlage (im Sinne des § 3 Nr. 24a EnWG) beliefert werden, steht Ihnen grundsätzlich auch die freie Wahl des Lieferanten offen. D.h. Sie können vom Betreiber der Kundenanlage zu einem anderen Stromlieferanten wechseln.
Kundenanlagen können Mehrfamilienhäuser, Wohnkomplexe, Ferienhausanlagen und Kleingartenanlagen sein. Der Betreiber der Kundenanlage ist dann beispielsweise der Vermieter, die Wohnungseigentümergemeinschaft, der Kleingartenverein oder ein Dienstleister.
Identifizierbare Marktlokation
Um den Lieferanten wechseln zu können, benötigen Sie die „offizielle“, identifizierbare Marktlokation Ihres eigenen Netzanschlusses. Häufig bestehen diese in der von Ihnen beschriebenen Versorgungskonstellation (noch) nicht. Für die Vergabe der Marktlokations-Identifikationsnummer (sogenannte MaLo-ID) ist der Netzbetreiber zuständig.
Wenden Sie sich zuerst an den Betreiber Ihrer Kundenanlage und fragen Sie dort die Identifizierungsmerkmale an. Der Kundenanlagenbetreiber setzt sich dann mit dem Netzbetreiber in Verbindung. Sobald Sie die Daten für Ihre Marktlokation erhalten haben, können Sie Ihren Wunschlieferanten beauftragen.
Wenn Ihr Kundenanlagenbetreiber nicht ansprechbar ist, wenden Sie sich entweder an Ihren Wunschlieferanten oder direkt an den Netzbetreiber und bitten Sie diesen um Unterstützung.
Hat der Kundenanlagenbetreiber Ihnen den Lieferantenwechsel verwehrt, wenden Sie sich bitte an unseren Verbraucherservice.
Sollten Sie keinen separaten Unterzähler zur Messung Ihres Stromverbrauchs an Ihrem Hausanschluss haben, ist es erforderlich, dass Sie einen geeichten Zähler erhalten. Hierfür ist grundsätzlich der Netzbetreiber (bzw. Messstellenbetreiber) zuständig.
Recht auf Vertrag und Rechnung
Auch bei der Strom- oder Gaslieferung in einer Kundenanlage haben Sie einen Anspruch auf einen Energieliefervertrag und eine Strom- bzw. Gasrechnung, die die Vorgaben des § 41 EnWG erfüllen. Dies beinhaltet sowohl die auszuweisenden Pflichtangaben wie beispielsweise die Vertragsdauer und die geltenden Preise, wenn sie in einer Kundenanlage anfallen, als auch die geregelten Pflichten wie beispielsweise die Frist zur Rechnungserstellung und die Informationspflicht bei Vertragsänderung.
Sollte ich meinen Zählerstand zum Zeitpunkt des Lieferantenwechsels ablesen und an wen schicke ich ihn?
Das geht aus Ihrem Energieliefervertrag und den vertraglichen Bestimmungen hervor. Meistens ist dort eine Regelung zur Übermittlung des Zählerwerts zu finden.
Wir empfehlen, den Zählerstand zum Zeitpunkt des Lieferantenwechsels sowohl an den Netzbetreiber als auch an den alten und neuen Lieferanten zu übermitteln, wenn es zur Übermittlung des Zählerwerts in Ihrem Vertrag bzw. in den Bestimmungen zum Vertrag keine Regelung gibt.
Muss ich bei Kündigung und Lieferantenwechsel mit Kosten rechnen?
Nein. Die Kündigung und der Lieferantenwechsel sind für Sie als Haushaltskunden kostenfrei.
§ 20 StromGVV und GasGVV Der Grundversorger darf keine gesonderten Entgelte für den Fall einer Kündigung des Vertrages, insbesondere wegen eines Wechsels des Lieferanten, verlangen.
§ 20a Abs. 3 EnWG Der Lieferantenwechsel darf für den Letztverbraucher mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden sein.
Habe ich einen Schadensersatzanspruch, wenn es zu Verzögerungen beim Lieferantenwechsel kommt?
Wenn der Lieferantenwechsel nicht innerhalb der vorgesehenen Frist von drei Wochen erfolgt, können Sie als Letztverbraucher vom Lieferanten oder vom Netzbetreiber - je nachdem wer die Verzögerung zu vertreten hat - Schadensersatz verlangen. (§§ 249 ff. BGB)
Der Lieferant oder der Netzbetreiber trägt die Beweislast, dass er die Verzögerung nicht zu vertreten hat.
Informiert mich der neue Lieferant, ob und ab wann eine Belieferung erfolgt?
Ja. Bei einem Lieferantenwechsel muss der neue Lieferant Ihnen unverzüglich in Textform bestätigen, ob und zu welchem Termin er die Energiebelieferung aufnehmen wird.
Diese Bestätigung kann also per Brief, Fax oder E-Mail erfolgen.
§ 20a Abs. 1 EnWG
Wie lange dauert eine Vertragsumstellung bzw. ab wann beginnt die neue Energielieferung?
Das Verfahren für den Lieferantenwechsel darf drei Wochen nicht überschreiten.
Gerechnet wird diese Frist ab dem Zeitpunkt des Zugangs der Anmeldung zur Netznutzung durch den neuen Lieferanten beim Netzbetreiber. Der Netzbetreiber muss den Zeitpunkt des Zugangs dokumentieren, damit bei Verzögerungen belegbar ist, wer diese verursacht hat. Zwischen Ihrer Unterschrift unter dem neuen Energieliefervertrag und dem Beginn der Energielieferung durch den neuen Lieferanten können daher auch mehr als drei Wochen liegen.
Eine längere Verfahrensdauer ist nur erlaubt, wenn sich die Anmeldung zur Netznutzung auf einen weiter in der Zukunft liegenden Liefertermin bezieht. Wenn Sie also erst zu einem späteren Zeitpunkt von einem neuen Lieferanten beliefert werden wollen - z.B. weil Sie in Ihrem bestehenden Energieliefervertrag eine längere Kündigungsfrist einhalten müssen - dann ist auch eine längere Verfahrensdauer als drei Wochen für den Lieferantenwechsel möglich.
Beginn der Energielieferung
Der neue Lieferant muss Ihnen unverzüglich bestätigen, ob und zu welchem Termin er eine Belieferung aufnehmen kann. Die neue Energielieferung beginnt dann mit diesem bekanntgegebenen Termin.
§ 20a EnWG
Was kann ich tun, wenn mir ein Energieliefervertrag untergeschoben wurde, den ich gar nicht wollte?
Wenn Sie beim Vertragsabschluss getäuscht wurden oder Ihnen ein Vertrag einfach untergeschoben wurde, können Sie ihn ohne Angabe von Gründen innerhalb von 14 Tagen widerrufen.
Die gilt für alle Verträge, die außerhalb der Geschäftsräume des Anbieters (z.B. auf der Straße oder an Ihrer Haustür) abgeschlossen wurden, und für sogenannte Fernabsatzgeschäfte (d.h. Verträge, die per Post, Telefon oder über das Internet abgeschlossen wurden).
Die 14-Tages-Frist beginnt ab dem Tag zu laufen, an dem Sie als Verbraucher ordnungsgemäß über Ihr Widerrufsrecht informiert wurden.
Unser Tipp: Senden Sie den Widerruf per Einschreiben oder lassen Sie sich den Eingang des Schreibens auf jeden Fall schriftlich bestätigen.
Grundlage für das Widerrufsrecht sind die Paragrafen 355 und 312g des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB).
Wie kann es überhaupt zu einem ungewollten Anbieterwechsel kommen?
Sie bekommen möglicherweise einen Anruf, bei dem für bestimmte Strom- oder Gastarife geworben wird. Was als harmloses Informationsgespräch beginnt, hat das Ziel, Ihre persönlichen Daten - wie die Nummer des Strom- oder Gaszählers - in Erfahrung zu bringen.
Denn diese Daten reichen aus, um den bestehenden Liefervertrag zu beenden und einen Anbieterwechsel einzuleiten. Sie selbst merken davon erst einmal nichts, bis Sie plötzlich eine Vertrags- oder Kündigungsbestätigung bekommen.
Warum reichen diese wenigen Angaben aus, um den Lieferantenwechsel einzuleiten?
Hintergrund ist der Datenaustausch, der bei jedem Anbieterwechsel stattfindet. Wenn ein Verbraucher den Energieversorger wechseln möchte, beauftragt er in der Regel den neuen Lieferanten alle nötigen Schritte einzuleiten – inklusive der Kündigung beim alten Anbieter. Der neue Lieferant nimmt dann sowohl mit dem alten Versorger als auch mit dem Netzbetreiber Kontakt auf und weist auf den Wechsel hin. Zur Identifizierung des Kunden muss er lediglich den Namen, die Adresse und eine weitere klar zuzuordnende Information angeben (z.B. Nummer des Strom- bzw. Gaszählers, Zählpunktbezeichnung oder die bisherige Kundennummer und den Namen des alten Versorgers).
So soll eigentlich nur der Datenaustausch erleichtert und der Anbieterwechsel beschleunigt werden, aber durch das gezielte Ausspähen von Daten ergeben sich leider auch Missbrauchsmöglichkeiten.
Gehen Sie sehr zurückhaltend mit Informationen aus Energielieferverträgen um. Geben Sie sensible Daten nicht an, wenn Sie von Unbekannten oder nicht legitimierten Personen danach gefragt werden.
Verhindern Sie den freien Zugang zu ihren Strom- oder Gaszählern und Zugriff auf Vertragsunterlagen oder Abrechnung. Denn es besteht immer die Gefahr, dass z.B. die Zählernummer einfach abgeschrieben wird.
Was kann ich bei unerlaubter Telefonwerbung durch Energielieferanten tun?
Wenn Sie einen Anruf bekommen, mit dem man Ihnen einen neuen Strom- oder Gasliefervertrag verkaufen will, handelt es sich dann um unerlaubte Telefonwerbung, wenn Sie vorher keine ausdrückliche Einwilligung für diesen konkreten Anruf erteilt haben. Der Anrufer darf darüber hinaus seine Rufnummer nicht unterdrücken.
Für solche Fälle gibt es bei der Bundesnetzagentur eine eigene Abteilung, die diese Vorwürfe verfolgt und ahndet.
Auf dieser Internetseite finden Sie weitere Informationen: Internetseite der Bundesnetzagentur/Unerlaubte Telefonwerbung
Dort ist auch das offizielle Beschwerdeformular abrufbar. Bitte berücksichtigen Sie, dass zur Verfolgung von unerlaubter Telefonwerbung einige Angaben von Ihnen zwingend benötigt werden.

References: § 3
 § 41

§ 20

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§ 20

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