Source: http://palikanon.de/khuddaka/jataka/j527.htm
Timestamp: 2017-03-24 06:06:59+00:00

Document:
Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 527. Die Erzählung von Ummadanti (Ummadanti-Jataka)
§2. Von wem ist dies die Tochter wohl, Sunanda, von wem die Schwiegertochter oder Gattin? Verkünde mir es rasch, da ich dich frage, ist unvermählt sie, hat sie einen Gatten?“
§5. „Holla, holla, wie ist dieser ihr Name von Vater und von Mutter gut gewählt! Denn als sie eben nach mir hingeblickt, hat mich Ummadanti in Rausch versetzt.“
§7. Als sie mit ihren großen, schönen Augen [7], den glänzenden, verführerisch mich ansah und sich erhob, da raubt' sie mir mein Herz wie eine Fee, im Bergeswald geboren.
§14. Wenn Sakka mir 'nen Wunsch erfüllte, so möcht ich diesen Wunsch erhalten: Für eine Nacht oder für zwei möcht Ahiparaka ich sein; wenn ich Ummadanti genossen, möcht wieder ich sein König Sivi.“ —
§15. „Als ich verehrt' die Geister, Herr der Wesen [10], da kam ein Dämon und sprach so zu mir: ‘Des Königs Herz hing sich an Ummadanti.’ Ich geb sie dir; lass dich von ihr bedienen!“
§16. „Die Tugend bräch' ich und bin nicht unsterblich; die Leut' auch würden meine Sünde merken. Doch dein Herz wär' noch mehr verletzt, wenn du Ummadanti mir gäbst und nicht mehr sähest.“
§17. „O Herrscher, ausgenommen dich und mich weiß keiner unter allen, was geschehen. Da ich Ummadanti dir gab, so stille
§18. „Wenn eine böse Tat ein Mensch begeht, so denkt er: ‘Dass nicht andere es merken!’ Es sehn die Überird'schen sein Vergehen und auch die Männer, die ihm nahe stehen.“
§19. „Würde dir wohl auf Erden hier ein andrer dies glauben, dass sie nicht mehr lieb dir sei? Noch stärker wär' dein Herz getroffen, wenn du Ummadanti mir gäbst und nicht mehr sähest.“
§20. „Gewiss ist sie mir lieb, o Völkerfürst, und nicht ist sie mir unlieb, Landeshüter. Doch gehe zu Ummadanti, o Herr,
§25. „Würde dies wohl auf Erden hier ein andrer dir glauben, dass sie nicht mehr lieb dir sei? Viel stärker würd' dein Herz getroffen, wenn du Ummadanti mir gäbst und nicht mehr sähest.“
§26. „Gewiss ist sie mir lieb, o Völkerfürst, und nicht ist sie mir unlieb, Landeshüter. Doch weil ich dir Ummadanti gegeben, still deine Lust und schicke sie dann fort.“
§28. Würde dies wohl ein andrer hier auf Erden dir glauben, dass sie nicht mehr lieb dir sei? Viel stärker würd' dein Herz getroffen, wenn du Ummadanti mir gäbst und nicht mehr sähest.“
§31. „Wenn du sie, weil sie mein ist, Völkerfürst, nicht mehr begehrst, du bester aller Helden, so schenk ich sie der ganzen Welt, o Sivi; da sie von mir entlassen, ruf sie zu dir.“
§32. „Wenn Unverletzliches zu deinem Schaden, du treuer [11] Ahiparaka, du hergibst, so wird dir schwerer Tadel draus entstehen und in der Stadt wirst keinen Freund du finden.“
§37. „Ein gutes Werk ist 's, das zum Himmel führt; steh du mir dabei nicht im Wege, Fürst! Freudigen Sinns geb ich dir Ummadanti, wie Geld der König den Brahmanen schenkt beim Opfer.“
§38. „Gewiss, du Treuer, bist du mir ergeben; lieb ist mir Ummadanti und auch du.
Die Götter würden 's tadeln und die Väter [12]; sieh, wie in Zukunft Übel draus erwächst.“
§39. „Nicht würden 's Unrecht nennen, König Sivi, die Städter und die Landbewohner alle, dass ich dir Ummadanti hab geschenkt. Still deine Lust und lasse sie dann frei.“
§40. „Gewiss, du Teurer, wünschst du nur mein Glück; lieb ist mir Ummadanti und auch du.
Doch die gepries'nen Tugenden der Weisen sind wie des Meeres Ufer schwer besiegbar.“
§41. „Du bist mein Opfer wert, zu mir voll Mitleid, bist mein Erhalter, meiner Wünsche Schutz. Wenn ich sie dir, Fürst, opf're, ernt' ich reichen Lohn; aus Lieb' zu mir nimm Ummadanti an.“
§42. „Gewiss hast, Ahiparaka, du jede Tugend betätigt, Sohn du meines treuen Dieners; ist noch ein andrer Mann dein Wohltäter auf dieser Erde unterm Sonnenlicht?“
§43. „Du bist der beste, bist unübertrefflich, du bist des Rechtes kundig und bist weise. Lebe noch lange als des Rechtes Schützer [13] und lehre mich das Recht, du Rechtsbewahrer!“
§52. Auch ich möchte durch Unrecht nicht selbst die Unsterblichkeit erstreben oder mir, Ahiparaka, die ganze Erde unterwerfen.
§55. Als Führer, Vater, hoher Reicheswächter das Recht der Sivi-Leut' in Ehren haltend, und weil ich an Gerechtigkeit nur denke, drum bin ich nicht in meines Wunschs Gewalt.“
[13] Es kann auch heißen „vom Rechte beschützt“. [14] Die folgenden vier Strophen stehen auch im Jataka 334 Strophen 1-4.

References: §2

§5

§7

§14

§15

§16

§17

§18

§19

§20

§25

§26

§28

§31

§32

§37

§38

§39

§40

§41

§42

§43

§52

§55