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Timestamp: 2019-07-20 00:56:22+00:00

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Das Sozietätsverbot aus § 59a Abs. 1 Satz 1 BRAO verletzt das Grundrecht der Berufsfreiheit, soweit es Rechtsanwälten eine gemeinschaftliche Berufsausübung mit Ärzten oder mit Apothekern im Rahmen einer Partnerschaftsgesellschaft untersagt.
Die Regelung der “sozietätsfähigen” Berufe
Die Vorlage des Bundesgerichtshofs
Die Stellungnahmen der Kammern
Die Stellungnahmen der Berufsverbände
Einschränkung der Normenkontrolle
Berufsfreiheit und Sozietätsfreiheit
Unterschiede im strafprozessualen Schutzniveau
Sicherung der anwaltlichen Unabhängigkeit
Gleichheitssatz und Vereinigungsfreiheit
§ 59a Abs. 1 S. 1 BRAO»">Nichtigerklärung des § 59a Abs. 1 S. 1 BRAO
mit Angehörigen von Rechtsanwaltsberufen aus Staaten, die nach dem Gesetz über die Tätigkeit europäischer Rechtsanwälte in Deutschland oder nach § 206 berechtigt sind, sich im Geltungsbereich dieses Gesetzes niederzulassen und ihre Kanzlei im Ausland unterhalten,
Dem vielfältiger gewordenen Berufsbild soll auch bei der Neuordnung des Berufsrechts Rechnung getragen werden. Ausgangspunkt aller Reformüberlegungen muß aber immer sein, daß an der besonderen Mittlerfunktion des Rechtsanwalts im System der Rechtspflege nicht gerüttelt werden darf, weil dem Bürger ein rechtskundiger Berater in Form eines freien und unabhängigen Rechtsanwalts zur Verfügung stehen muß. Um einerseits diese unabdingbare Funktion des Rechtsanwalts zu stützen und andererseits dem gewandelten Verständnis vom Beruf des Rechtsanwalts in der Praxis gerecht zu werden, sind klare Regeln über die berufliche Zusammenarbeit mit anderen Berufen aufzustellen. Dazu soll die Einfügung von Vorschriften dienen, die die gemeinsame Berufsausübung und die Sozietät mit Kollegen und Angehörigen anderer Berufe ausdrücklich regeln. Es handelt sich hier um Berufsausübungsregelungen von erheblichem Gewicht für die Rechtsanwälte und für das Funktionieren des Rechts, Wirtschafts- und Soziallebens, die durch den Gesetzgeber selbst zu treffen sind. Sozietäten mit Angehörigen anderer Berufe werfen die Frage der “Sozietätsfähigkeit” auf. Diese wird im konkreten Falle dadurch beantwortet, daß die sozietätsfähigen Berufe abschließend aufgezählt werden.
Eine in neuerer Zeit beabsichtigte Erweiterung des Kreises der sozietätsfähigen Berufe sollte im Rahmen der Reform des Rechtsberatungsrechts erfolgen und insbesondere einen Zusammenschluss mit Ärzten zulassen. Ein Entwurf aus dem Jahr 20065 sah folgende Neufassung des § 59a Abs. 4 BRAO vor:
Nach der Begründung des Gesetzentwurfs sollte Rechtsanwälten künftig gestattet werden, ihren Beruf gemeinschaftlich mit Angehörigen aller Berufe auszuüben, die auch mit der Berufstätigkeit eines Rechtsanwalts im Sinne der § 7 Nr. 8, § 14 Abs. 2 Nr. 8 BRAO vereinbar sind. Wenn Rechtsanwälte selbst “vereinbare” Tätigkeiten als Zweitberuf ausüben könnten und ihr Betätigungsfeld entsprechend ausweiteten, gäbe es keinen Grund, ihnen eine berufliche Zusammenarbeit “mit Professionals” zu untersagen, die dieselbe Tätigkeit ausübten.
BGBl I S. 2278 [↩]
BGHZ 49, 244 [↩]
BVerfGE 76, 171 ff.; 196 ff. [↩]
BT-Drs. 16/3655, S. 15, 83 [↩]
vgl. BT-Drs. 16/6634, S. 1, 54 [↩]
in der Fassung vom 01.07.2015, zuletzt geändert durch Beschluss der Satzungsversammlung vom 10./11.11.2014, BRAK-Mitt.2015, S. 83; im Folgenden: BORA [↩]
in der Fassung vom 06.02.2002; BayGVBl 2002, S. 42 [↩]
in der Fassung der Bekanntmachung vom 09.01.2012, Bayerisches Ärzteblatt Spezial 1/2012 Seite 5 ff.; im Folgenden: BOÄ [↩]
vom 21.05.2006, Pharmazeutische Zeitung vom 22.06.2006, S. 2432 ff., geändert am 19.11.2013, Pharmazeutische Zeitung vom 12.12 2013, S. 4413 und am 16.05.2014, Pharmazeutische Zeitung vom 12.06.2014, S.1950 [↩]
BGH, Beschluss vom 16.05.2013 – II ZB 7/11 [↩]
vgl. BVerfGE 80, 354, 357 m.w.N.; stRspr [↩]
vgl. BVerfGE 132, 360, 366 ff. m.w.N. [↩]
Begründung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Neuordnung des Berufsrechts der Rechtsanwälte und Patentanwälte, BT-Drs. 12/4993, S. 23, wonach “die sozietätsfähigen Berufe abschließend aufgezählt” sein sollen [↩]
vgl. BVerfGE 131, 1, 15 m.w.N.; stRspr [↩]
vgl. BVerfGE 80, 269, 278; 108, 150, 165 [↩]
vgl. BVerfGE 80, 269, 278 [↩]
vgl. Zimmermann, in: Michalski/Römermann, PartGG, 4. Aufl.2014, § 1 Rn. 164 f. m.w.N. [↩]
insoweit zweifelnd Singer, DStR 2013, S. 1856, 1859 [↩]
vgl. BVerfGE 97, 228, 253 [↩]
stRspr; vgl. nur BVerfGE 7, 377, 402; 103, 172, 183; 135, 90, 111 Rn. 57 [↩]
stRspr; vgl. nur BVerfGE 94, 372, 389 f.; 103, 1, 10; 126, 112, 139, 144; 135, 90, 111 Rn. 57 [↩]
vgl. BVerfGE 54, 237, 245 f.; 86, 28, 40 [↩]
Begründung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Neuordnung des Berufsrechts der Rechtsanwälte und Patentanwälte, BT-Drs. 12/4993, S. 33 [↩]
BT-Drs. 12/4993, S. 34 [↩]
stRspr; vgl. nur BVerfGE 117, 163, 182; 123, 186, 238 m.w.N. [↩]
vgl. BVerfGE 108, 150, 161 [↩]
stRspr; vgl. nur BVerfGE 30, 292, 316; 67, 157, 173, 176 [↩]
stRspr; vgl. nur BVerfGE 51, 193, 208; 83, 1, 19 [↩]
vgl. Begründung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Neuordnung des Berufsrechts der Rechtsanwälte und Patentanwälte, BT-Drs. 12/4993, S. 27 [↩]
vgl. Begründung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Neuordnung des Berufsrechts der Rechtsanwälte und Patentanwälte, BT-Drs. 12/4993, S. 34 für die Bürogemeinschaft [↩]
vgl. BGHZ 40, 288, 293 f.; BGHSt 38, 369, 370 [↩]
vgl. Sobotta, in: Bergmann/Pauge/Steinmeyer, Gesamtes Medizinrecht, 2. Aufl.2014, § 9 MBO Rn. 2; Scholz, in: Spickhoff, Medizinrecht, 2. Aufl.2014, § 9 MBO Rn. 2; Lippert, in: Ratzel/Lippert, MBO, 6. Aufl.2015, § 9 Rn. 4 [↩]
vgl. Katzenmeier, in: Laufs/Katzenmeier/Lipp, Arztrecht, 7. Aufl.2015, S. 307 Rn. 12 [↩]
vgl. BVerfGE 117, 163, 183 m.w.N. [↩]
vgl. Scharmer, in: Hartung, BORA/FAO, 5. Aufl.2012, § 30 BORA Rn. 23; Henssler, in: Henssler/Prütting, Bundesrechtsanwaltsordnung, 4. Aufl.2014, § 30 BORA Rn. 5; vgl. auch Brüggemann, in: Feuerich/Weyland, Bundesrechtsanwaltsordnung, 9. Aufl.2016, § 30 BORA Rn. 3 f. [↩]
vgl. Henssler, in: Henssler/Prütting, Bundesrechtsanwaltsordnung, 4. Aufl.2014, § 33 BORA Rn. 13; Scharmer, in: Hartung, BORA/FAO, 5. Aufl.2012, § 33 BORA Rn. 28; Bormann, in: Gaier/Wolf/Göcken, Anwaltliches Berufsrecht, 2. Aufl.2014, § 59a BRAO/§ 33 BORA Rn. 11 [↩]
vgl. Hirtz, in: Henssler/Strohn, Gesellschaftsrecht, 2. Aufl.2014, § 6 PartGG Rn. 2 [↩]
vgl. BVerfGE 38, 312, 323 [↩]
vgl. BGHSt 38, 369, 370 [↩]
vgl. Huber, in: BeckOK StPO, Stand: 1.09.2015, § 53 Rn. 15; Senge, in: Karlsruher Kommentar zur Strafprozessordnung, 7. Aufl.2013, § 53 Rn. 17 [↩]
vgl. RGZ 54, 360, 361 [↩]
vgl. Senge, in: Karlsruher Kommentar zur Strafprozessordnung, 7. Aufl.2013, § 53a Rn. 2 [↩]
vgl. Huber, in: BeckOK StPO, Stand: 1.09.2015, § 53a Rn. 2 [↩]
vgl. BVerfGE 113, 29, 54 f. [↩]
vgl. BGHSt 19, 374; 25, 168, 169; LG Aachen, MDR 1981, S. 603 [↩]
vgl. BVerfGE 87, 287, 326 [↩]
BVerfGE 117, 163, 182 [↩]
BVerfGE 117, 163, 182; 135, 90, 113 Rn. 62 [↩]
vgl. BVerfGE 135, 90, 113 Rn. 62 [↩]
vgl. BVerfGE 135, 90, 118 Rn. 76 [↩]
vgl. BVerfGE 108, 150, 163 [↩]
vgl. Hellwig, AnwBl.2014, S. 606, 609 [↩]
vgl. Begründung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Schaffung von Partnerschaftsgesellschaften und zur Änderung anderer Gesetze, BT-Drs. 12/6152, S. 15 [↩]
vgl. Begründung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Schaffung von Partnerschaftsgesellschaften und zur Änderung anderer Gesetze, a.a.O. [↩]
Scharmer, in: Hartung, BORA/FAO, 5. Aufl.2012, § 30 BORA Rn. 23; Brüggemann, in: Feuerich/Weyland, Bundesrechtsanwaltsordnung, 9. Aufl.2016, § 30 BORA Rn. 3; Henssler, in: Henssler/Prütting, Bundesrechtsanwaltsordnung, 4. Aufl.2014, § 30 BORA Rn. 5 [↩]
vgl. BVerfGE 108, 150, 160 f. [↩]
vgl. etwa Dahs, in: Münchener Kommentar zum StGB, 2. Aufl.2014, § 356 Rn. 12 ff. m.w.N. [↩]
vgl. etwa Dahs, in: Münchener Kommentar zum StGB, 2. Aufl.2014, § 356 Rn.19, 21 m.w.N. [↩]
vgl. dazu BVerfGE 128, 326, 404 m.w.N. [↩]
§ 45 1 brao§ 7 brao11 braoAnwaltsrechtBerufsrechtbverfge 23 98PartnerschaftsgesellschaftSozietätvwgo ruhen

References: § 59

§ 59
 § 59
 § 206
 § 59
 § 7
 § 14
 § 1
 § 9
 § 9
 § 9
 § 30
 § 30
 § 30
 § 33
 § 33
 § 59
 § 6
 § 53
 § 53
 § 53
 § 53
 § 30
 § 30
 § 30
 § 356
 § 356

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