Source: http://m.hensche.de/Leistungsentgelt_TVoeD_Leistungsentgelt_nach_TVoeD_bei_Nichtbestehen_einer_betrieblichen_Regelung_Leistungsentgelt_LAG_Duesseldorf_13Sa1424-10_u.html
Timestamp: 2017-02-27 11:11:12+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: 13 Sa 1424/10
TVöD: Leistungsentgelt
In der Pro­to­kollerklärung Nr. 1 zu § 18 Abs. 4 TVöD (VKA) ist be­stimmt, dass bei Un­ter­blei­ben ei­ner be­trieb­li­chen Re­ge­lung der für das Leis­tungs­ent­gelt zur Verfügung ste­hen­de Be­trag zum Teil in Form ei­ner Pau­schal­zah­lung an die Ar­beit­neh­mer aus­ge­zahlt wird, der Rest­be­trag des Ge­samt­vo­lu­mens hin­ge­gen das Leis­tungs­ent­gelt des Fol­ge­jah­res erhöht. Un­ter­bleibt auch im Fol­ge­jahr (in den Fol­ge­jah­ren) ei­ne be­trieb­li­che Re­ge­lung, er­folgt kei­ne Aus­zah­lung des über­tra­ge­nen Rest­be­tra­ges an die Ar­beit­neh­mer (ge­gen ArbG Bre­men-Bre­mer­ha­ven 23.09.2010 - 5 Ca 5142/10 -).
Arbeitsgericht Wuppertal, Urteil vom 22.09.2010, 2 Ca 1911/10Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11
2 Ca 1911/10Ar­beits­ge­richt Wup­per­tal Verkündet am 13. Ja­nu­ar 2011
Wil­denRe­gie­rungs­beschäftig­te als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: As­ses­so­rin M. u. a., ver.di-Lan­des­be­zirk NRW,Karl­str. 123 - 127, 40210 Düssel­dorf,
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: As­ses­so­ren Dr. jur. C. M. u. a., Kom­mu­na­lerAr­beit­ge­ber­ver­band Nord­rhein-West­fa­len, Werth 79, 42275 Wup­per­tal,
hat die 13. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 13.01.2011durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Nübold als Vor­sit­zen­den so­wie die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Ku­lok und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Do­leys
T A T B E S T A N D : Die Par­tei­en strei­ten über ei­nen Zah­lungs­an­spruch im Zu­sam­men­hang mit dem Leis­tungs­ent­gelt nach § 18 TVöD (VKA).
„1. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en sind sich darüber ei­nig, dass die zeit­ge­rech­te Einführung des Leis­tungs­ent­gelts sinn­voll, not­wen­dig und des­halb bei­der­seits ge­wollt ist. Sie for­dern des­halb die Be­triebs­par­tei­en da­zu auf, recht­zei­tig vor dem 1. Ja­nu­ar 2007 die be­trieb­li­chen Sys­te­me zu ver­ein­ba­ren. Kommt bis zum 30. Sep­tem­ber 2007 kei­ne be­trieb­li­che Re­ge­lung zu­stan­de, er­hal­ten die Beschäftig­ten mit dem Ta­bel­len­ent­gelt des Mo­nats De­zem­ber 2008 6 v. H. des für den Mo­nat Sep­tem­ber je­weils zu­ste­hen­den Ta­bel­len­ent­gelts. Das Leis­tungs­ent­gelt erhöht sich im Fol­ge­jahr um den Rest­be­trag des Ge­samt­vo­lu­mens. So­lan­ge auch in den Fol­ge­jah­ren kei­ne Ei­ni­gung ent­spre­chend Satz 2 zu­stan­de kommt, gel­ten die Sätze 3 und 4 eben­falls. Für das Jahr 2007 er­hal­ten die Beschäftig­ten mit dem Ta­bel­len­ent­gelt des Mo­nats De­zem­ber 2007 12 v. H. des für den Mo­nat Sep­tem­ber 2007 je­weils zu­ste­hen­den Ta­bel­len­ent­gelts aus­ge­zahlt, ins­ge­samt je­doch nicht mehr als das Ge­samt­vo­lu­men gemäß Ab­satz 3 Satz 1, wenn bis zum31. Ju­li 2007 kei­ne Ei­ni­gung nach Satz 3 zu­stan­de ge­kom­men ist.
E N T S C H E I D U N G S G R Ü N D E : I. Die Be­ru­fung des Klägers ist zulässig, ins­be­son­de­re un­ter Be­ach­tung der Vor­ga­ben der §§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 ArbGG in Ver­bin­dung mit § 520 ZPO form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den.
II. Die Be­ru­fung hat je­doch in der Sa­che kei­nen Er­folg. Das Ar­beits­ge­richt hat mit zu­tref­fen­der und sorgfälti­ger Be­gründung die Kla­ge zu Recht ab­ge­wie­sen. Das Be­ru­fungs­ge­richt folgt dem Ar­beits­ge­richt in sei­ner Aus­le­gung des § 18 TVöD und stellt dies zwecks Ver­mei­dung unnöti­ger Wie­der­ho­lun­gen hier­mit im Sin­ne des § 69 Abs. 2 ArbGG fest. Auch un­ter Berück­sich­ti­gung der Be­ru­fungs­an­grif­fe ist le­dig­lich ergänzend wie folgt aus­zuführen:
1.Be­reits der ein­deu­ti­ge Wort­laut der ein­schlägi­gen, auch vom Kläger an­ge­zo­ge­nen Pro­to­kollerklärung steht dem vom Kläger gewünsch­ten Er­geb­nis ent­ge­gen. Es fehlt schlicht an ei­ner An­spruchs­grund­la­ge für sein Kla­ge­be­geh­ren.
2.Dem vom Kläger an­ge­zo­ge­nen Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Bre­men-Bre­mer­ha­ven vom 23. Sep­tem­ber 2010 – 5 Ca 5142/10 – ver­mag die Kam­mer eben­falls kei­ne An­spruchs­grund­la­ge für sein Be­geh­ren zu ent­neh­men. Die­ses nimmt zunächst eben­falls an, dass der Ta­rif­ver­trag ins­be­son­de­re in der Pro­to­kollerklärung kei­ne aus­drück­li­che Re­ge­lung enthält, „was mit dem über die aus­ge­zahl­ten 6 % hin­aus­ge­hen­den Rest­be­trag des Ge­samt­vo­lu­mens“ ge­sche­hen soll, meint je­doch, die­se Lücke da­mit schließen zu können, dass al­lein ei­ne Aus­zah­lung an die Ar­beit­neh­mer und zwar im Fol­ge­jahr in Be­tracht kom­me. Als Be­gründung führt es an, dass al­lein die­se Aus­le­gung kei­ne Viel­zahl von of­fe­nen Fol­ge­fra­gen nach sich zie­he. Mit der Schluss­fol­ge­rung, dass „die Rest­vo­lu­mi­na im Fol­ge­jahr aus­zu­zah­len“ sei­en, über­sieht das Ar­beits­ge­richt Bre­men-Bre­mer­ha­ven al­ler­dings, dass hierfür kein Ver­tei­lungs­schlüssel zur Verfügung steht, al­so we­der Vor­aus­set­zun­gen noch Höhe der Zah­lung fest­ge­legt sind. Be­zeich­nen­der­wei­se enthält das Ur­teil in den Gründen zur Höhe der For­de­rung des dor­ti­gen Klägers le­dig­lich die An­ga­be, die­se sei „nicht im Streit“. Dem Tat­be­stand lässt sich ent­neh­men, dass der dor­ti­ge Kläger die Aus­zah­lung des Be­tra­ges ver­langt hat, die sich aus der Dif­fe­renz zwi­schen 1 % sei­nes Jah­res­brut­to­ge­halts und den aus­ge­zahl­ten 6 % sei­nes Sep­tem­ber-Ta­bel­len­ent­gelts er­gibt. Die Pro­to­kollerklärung gibt dem ein­zel­nen je­doch ge­ra­de kei­nen An­spruch auf Aus­zah­lung des Be­tra­ges, der in Re­fe­renz zu sei­ner Vergütung in den „Topf“ ge­langt ist. In An­be­tracht ei­ner sich ständig verändern­den Be­leg­schaft, denk­ba­ren Ände­run­gen der in­di­vi­du­el­len Ar­beits­zeit oder der Ein­grup­pie­rung sind in­so­weit vielfälti­ge Möglich­kei­ten denk­bar, wie ei­ne nicht auf die Leis­tung be­zo­ge­ne Aus­za­lungs­re­ge­lung aus­se­hen könn­te. Die vom Kläger an­ge­stell­te Hilfs­be­rech­nung
3.Aus der Ta­rif­ge­schich­te er­gibt sich zu­dem, dass ei­ne be­wuss­te Ta­riflücke vor¬iegt. In der bis zum 31. De­zem­ber 2007 gel­ten­den Fas­sung lau­te­te die Pro­to­kollerklärung Nr. 2 zu § 118 Abs. 4 TVöD wie folgt:
4.Auch Satz 6 der Pro­to­kollerklärung Nr. 1 zu § 18 Abs. 4 TVöD lässt sich ent­ge­gen der An­sicht des Klägers kein ent­spre­chen­der Re­ge­lungs­wil­le auch für die Fol­ge­jah­re ent­neh­men. Die dort an­ge­ord­ne­te Rechts­fol­ge be­zieht sich aus­drück­lich nur auf das Jahr 2007. Ei­ner ana­lo­gen An­wen­dung steht wie dar­ge­legt der Um­stand ent­ge­gen, dass ei­ne be­wuss­te Ta­riflücke vor­liegt.
R E C H T S M I T T E L B E L E H R U N G : Ge­gen die­ses Ur­teil kann von dem Kläger
Nübold Ku­lok Do­leys	m.hensche.de
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References: § 18
 § 18
 § 520
 § 18
 § 69
 § 118
 § 18