Source: https://www.ewir-online.de/heft-24-2018/ewir-2018-757-insolvenzverschleppung-und-bankrott-als-sonderpflichtdelikte-mit-doppelter-strafmilderung-fuer-nichtpflichtige/
Timestamp: 2019-01-16 17:26:14+00:00

Document:
Insolvenzverschleppung und Bankrott als Sonderpflichtdelikte mit doppelter Strafmilderung für nichtpflichtige Gehilfen (BGH, Beschl. v. 21.03.2018 – 1 StR 423/17 – Joerg Brammsen) – EWiR 2018, 757 | EWiR online
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0177-9303 EWiR - Entscheidungen zum Wirtschaftsrecht, Kurzkommentare EWiR 2018 WirtschaftsrechtInsolvenz- und SanierungsrechtInsO § 15a Abs. 4; StGB § 28 Abs. 1, § 49 Abs. 1, § 283 Abs. 1 Nr. 1Insolvenzverschleppung und Bankrott als Sonderpflichtdelikte mit doppelter Strafmilderung für nichtpflichtige Gehilfen InsO§ 15a StGB§ 28 StGB§ 49 StGB§ 283 BGH, Beschl. v. 21.03.2018 – 1 StR 423/17 (LG Augsburg), DStR 2018, 1445 = wistra 2018, 437 = ZInsO 2018, 1147BGHBeschl.21.3.20181 StR 423/17DStR 2018, 1445wistra 2018, 437ZInsO 2018, 1147LG Augsburg
1. § 15a Abs. 4 InsO enthält ein echtes Sonderdelikt. Täter (Allein-, Mit- oder mittelbarer) kann nur sein, wer die Sondereigenschaft als Mitglied eines Vertretungsorgans einer juristischen Person oder als deren Abwickler besitzt. Die Stellung ist ein besonderes persönliches Merkmal i. S. v. § 28 Abs. 1 StGB.
2. Die für die täterschaftliche Begehung des § 283 Abs. 1 StGB erforderliche Pflichtenstellung als Schuldner ist ein besonderes persönliches Merkmal i. S. v. § 28 Abs. 1 StGB.
3. Bei einem Gehilfen, der die Sondereigenschaft i. S. v. Leitsatz 1 und die Pflichtenstellung i. S. v. Leitsatz 2 nicht innehat, ist die Strafe nach § 28 Abs. 1, § 49 Abs. 1 StGB zu mildern, es sei denn, das Tatgericht hat allein wegen fehlender Sondereigenschaft Beihilfe statt Täterschaft bejaht.

References: § 15
 § 28
 § 49
 § 283
 § 15
 § 28
 § 283
 § 28
 § 28
 § 49