Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4111.htm
Timestamp: 2018-11-12 23:14:59+00:00

Document:
4.111 Wendelstein
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Wendelstein« vom 5.September 1983 (GBl. v. 18.10.1983, S. 617).
Auf Grund von § 21 und § 58 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz -NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654) geändert durch das Gesetz über die Verkündung von Rechtsverordnungen (Verkündungsgesetz ‑ VerkG) vom 11.April 1983 (GBl. S. 131) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Eningen u. A., Landkreis Reutlingen, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Wendelstein«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 9,7019 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Eningen u. A. den östlich des Vicinalwegs 4 (L 380 nach Würtingen) liegenden Teil des Flurstücks 7430, den nordwestlich des Schützenhauses liegenden Teil des Flurstücks 7428 und den zwischen diesen Flurstücken liegenden Teil des Feldwegs 133 (Alte Steige).
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 28. April 1982 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Reutlingen in Reutlingen auf die Dauer von drei Wochen beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(3) Die Verordnung mit Karte ist nach ihrer Verkündung bei den in Abs. 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.
Schutzzweck ist die Erhaltung der wertvollen Halbtrockenrasen- und Steppenheide-Biotope mit ihrem Reichtum an seltenen zum Teil gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Tier‑ und Pflanzenarten, besonders Orchideen.
11. das Schutzgebiet außerhalb des Feldwegs 133 und des gekennzeichneten Albvereinswanderweges zu betreten oder außerhalb des Feldwegs 133 zu befahren;
2. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, wobei das Holz aus dem Wald zwischen dem Vicinalweg 4 (L 380) und dem Schutzgebiet durch das Schutzgebiet gerückt werden darf;
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung. Dabei dürfen
a) die Halbtrockenrasen- und Steppenheideflächen nur mit Schafen und nur zwischen dem 15.Oktober und 28./29. Februar beweidet werden sowie nur jedes zweite Jahr zwischen dem 15. Oktober und 28./29. Februar gemäht werden. Bei der Beweidung kann eine Koppel, nicht jedoch ein Pferch verwendet werden;
b) die Obstbäume nicht mit Chemikalien gespritzt werden. Abgängige Obstbaumhochstämme sind durch neue Obstbaumhochstämme zu ersetzen;
5. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle am Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt veranlaßt werden;
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 1 bis 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamtes Reutlingen über das Landschaftsschutzgebiet »Reutlinger/Uracher Alb« vom 4. Januar 1974 (Münsinger Kreiszeitung-Alb-Bote-Heimatblatt der Alb vom 9. Januar 1974), soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht, außer Kraft.
TÜBINGEN, den 5. September 1983

References: § 21
 § 58
 § 2
 § 64
 § 4
 § 5