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Timestamp: 2020-01-22 08:11:05+00:00

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HFV-Regenbogenflagge wurde gehisst
Die neue HFV-Regenbogenflagge präsentieren (v lks.): B. F. Augsten, D. Fischer, C. Okun, C. Wagner-Nieberding und W. Preussner
Im Rahmen der Jugendfußball-Saisoneröffnung hat der Hamburger Fußball-Verband mit zahlreichen Gästen auf der Anlage des HFV in Hamburg-Jenfeld am 12.8.2018, um 11:30 Uhr die neue HFV-Regenbogenflagge gehisst, um im Rahmen seiner eigenen Kampagne „Hamburgs Fußball zeigt Flagge“ auch Flagge zu zeigen gegen Homophobie.
Mit dabei waren HFV-Präsident Dirk Fischer, HFV-Schatzmeister Christian Okun, HFV-Präsidiumsmitglied Claudia Wagner-Nieberding (Beisitzerin für gesellschaftliche und soziale Verantwortung) sowie Wolfgang Preussner (Landesvorstand Lesben- und Schwulenverband Hamburg) und Björn Frederik Augsten (1. Vorsitzender Startschuss).
(J. Großmann-Harms)
Ein Jahr Ehe für alle !
Vor einem Jahr wurde die Ehe für alle im Bundestag verabschiedet. Ulle Schauws MdB und Sven Lehmann MdB, queerpolitische Sprecherin und Sprecher der grünen Bundestagsfraktion dazu:
„Vor einem Jahr hat der Bundestag endlich lesbischen und schwulen Paaren die gleichberechtigte Möglichkeit zur Eheschließung eingeräumt. Tausende haben sich seitdem das JA-Wort gegeben. Die Ehe für alle nimmt niemand etwas weg. Im Gegenteil, sie ist ein großer Gewinn für unsere öffne Gesellschaft insgesamt.
Mit dem Rückenwind der Beschlüsse zur Ehe wollen wir jetzt weitere noch bestehende Ungleichheiten ausräumen. Einen Gesetzentwurf zur Anpassung des Abstammungsrechts bei gleichgeschlechtlichen Ehen hat die Bundestagsfraktion bereits vorgelegt.
Für die Zukunft ist es uns wichtig, neben der Ehe auch andere Formen des Zusammenlebens und der gegenseitigen Verantwortung rechtlich abzusichern. Denn Familie und Sorge füreinander findet schon lange nicht mehr nur in traditionellen Ehen statt. Die Familienkonstellationen in unserem Land sind bunt. Dazu passt kein Familienrecht, das nur Schwarz-Weiß bereithält.
Aber auch in anderen Bereichen ist für gleiche Rechte noch viel zu tun. Das Transsexuellengesetz muss abgeschafft und durch ein Gesetz zur selbst bestimmten Geschlechtsidentität ersetzt werden. Der Artikel 3 des Grundgesetzes muss endlich um sexuelle und geschlechtliche Identität ergänzt werden, ein wirksamer bundesweiter Aktionsplan für die Vielfalt ist längst überfällig. Es gibt noch sehr viel zu tun!“
Pressemitteilung von Ulle Schauws MdB und Sven Lehmann MdB, queerpolitische Sprecherin und Sprecher der grünen Bundestagsfraktion.
Historische Chance zur Heilung von HIV und AIDS
In der kommenden Bürgerschaftssitzung am 27. Juni werden GRÜNE gemeinsam mit der SPD-Fraktion einen Antrag einbringen, der Farid Müller (GRÜNE) sehr am Herzen liegt. Wir fördern ein Projekt, das bahnbrechend in der Forschung auf dem Weg zur Heilung von HIV und AIDS werden kann.
Der Antrag mit dem Titel „Hamburg unterstützt Forschungsteam für eine klinische Studie zur Heilung von HIV/AIDS“ fördert das Projekt PROVIREX, das den Einsatz einer so genannten „Genschere“ in einer klinischen Forschung untersucht. Jahrelang haben die Forscher am Heinrich-Pette-Institut vergeblich Pharmaunternehmen oder Investoren zur Finanzierung dieser zweiten Forschungsstufe gesucht.
Nun wird Hamburg über 8 Millionen € aus einem Bundesförderprogramm und eigene Landesmittel bereitstellen, um diesen wichtigen Forschungsschritt zu gewährleisten. Das ist eine wichtige Nachricht für die Medizin und für die Forschung am UKE. Und ich bin mir sicher: Hamburg baut damit auch seinen Anspruch aus, Wissenschaftsmetropole zu sein.
Hier die Berichterstattung im Abendblatt zum Thema: Kampf gegen HIV – der Durchbruch?
Fachtag in der Hochschule RheinMain präsentiert Studie zum Aufarbeitungsprojekt
AUFARBEITUNG VON VERFOLGUNG UND REPRESSION LESBISCHER UND SCHWULER LEBENSWEISEN IN HESSEN 1945-1985
Staatssekretär Kai Klose: „Die Aufarbeitung staatlichen Unrechts ist eine wichtige und anspruchsvolle Aufgabe, an der sich alle gesellschaftlichen Kräfte beteiligen müssen“
Der Hessische Landtag hat sich mehrfach mit den Schicksalen der Opfer der strafrechtlichen Verfolgung aufgrund des ehemaligen § 175 StGB in Hessen auseinandergesetzt und hierzu einstimmige Beschlüsse gefasst. Die Hessische Landesregierung hat die Bitte des Parlaments, die wissenschaftliche Aufarbeitung zu diesem Thema in Hessen zu initiieren, in ihrem Regierungsprogramm aufgegriffen. Auf dieser Grundlage hat das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) in Umsetzung des Hessischen Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt eine unabhängige wissenschaftliche Forschung in Auftrag gegeben, die im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens an das Schwule Museum Berlin vergeben wurde. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden heute im Rahmen eines Fachtages erstmals öffentlich vorgestellt.
Hierzu erklärte der Bevollmächtigte der Landesregierung für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Kai Klose: „Die Aufarbeitung staatlichen Unrechts ist eine wichtige und anspruchsvolle Aufgabe, an der sich alle gesellschaftlichen Kräfte beteiligen müssen. Das können weder die Justiz, noch die Wissenschaft, die veröffentlichte Meinung oder die Akteurinnen und Akteure aus der Zivilgesellschaft allein leisten. Am ehemaligen § 175 StGB zeigt sich beispielhaft, wie wichtig es ist, dass der Gesetzgeber und die öffentliche Verwaltung zu ihrer Verantwortung stehen und öffentlich bekennen, dass sie mitschuldig geworden sind. Wir müssen einräumen, dass es über Jahrzehnte möglich war, mit Mitteln des Rechtsstaates die gezielte Unterdrückung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu betreiben: Im Widerspruch zu den klaren und – historisch in Abkehr zum NS-Unrecht besonders bedeutsamen – ersten drei Artikeln des Grundgesetzes und unserer hessischen Verfassung. Die verantwortungsvolle Aufarbeitung der Verfolgung und Repression lesbischer und schwuler Lebensweisen in Hessen ist dem Hessischen Landtag, der Hessischen Landesregierung und auch mir persönlich ein besonders wichtiges Anliegen. Dies umso mehr, da politische Kräfte in Deutschland die demokratischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte heute erneut aktiv bekämpfen – und zu diesen Errungenschaften zählt nicht zuletzt auch die wachsende Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Es ist deshalb ein besonders wichtiges Signal, die politischen und gesellschaftlichen Kontexte, die Verfolgung und Unterdrückung von Lesben und Schwulen in der Bundesrepublik und auch in Hessen möglich gemacht haben – trotz der historischen Erfahrung mit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft – in aller Deutlichkeit zu benennen.“
„Bürgerrechte in unserem kollektiven Gedächtnis zurückzugeben"
Frau Dr. Birgit Bosold betonte als Vertreterin des Schwulen Museums Berlin, das mit der Forschungsarbeit durch das HMSI beauftragt wurde: „In der Geschichtsschreibung geht es nie nur um die Vergangenheit, es geht immer auch um die Gegenwart. Es geht darum, lesbischen Frauen und schwulen Männern, denen von Seiten eines sich demokratisch nennenden Gemeinwesens basale Menschenrechte vorenthalten wurden, ihre ‚historical citizenship‘ – ihre Bürgerrechte in unserem kollektiven Gedächtnis zurückzugeben. Und diese sind nach wie vor umstritten. Denn auch wenn es in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte in Bezug auf die rechtliche Gleichstellung wie gesellschaftliche Akzeptanz von gleichgeschlechtlich lebenden Menschen und Menschen mit non-konformen Geschlechtsidentitäten gegeben hat, zeigen z.B. die aktuell virulenten Angriffe auf Genderstudies und Queer Theory von rechtspopulistischer und -konservativer Seite, wie schnell Wohlwollen und Toleranz in Ablehnung und Hass umschlagen können. Der Frankfurter Sexualwissenschaftler und Aktivist Martin Dannecker spricht zu Recht von einem ‚jederzeit kündbaren Duldungsverhältnis‘. Umso wichtiger sind Projekte wie dieses, die einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass aus diesem Duldungsverhältnis vielleicht eines Tages tatsächlich eine nicht mehr zur Disposition stehende Anerkennung wird."
Prof. Dr. Detlev Reymann, Präsident der Hochschule RheinMain: „Die wissenschaftliche Aufarbeitung von Verfolgung und Repression lesbischer und schwuler Lebensweisen in Hessen ist sehr wichtig. Es freut mich, dass die Fachtagung zu den Ergebnissen der Aufarbeitung und der Diskussion, was noch zu tun bleibt, an der Hochschule RheinMain stattfindet. Das Forschungsfeld LGBTIQ* ist an der Hochschule RheinMain am Fachbereich Sozialwesen fest verankert. So findet, neben der Integration der Thematik in den einzelnen Studiengängen in Form von Lehrforschungs- und Praxisprojekten, ein intensiver wissenschaftlicher Austausch in Form von Forschungsprojekten, Kooperationen und Vorträgen auf nationaler und internationaler Ebene statt.“
„Der Forschungsbericht beeindruckt durch seine Materialfülle"
Staatssekretär Kai Klose dankte dem Schwulen Museum Berlin als Auftragnehmer des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration für die erfolgreiche Zusammenarbeit am Forschungsprojekt: „Das Drei-Säulen-Modell, das in der Forschungsarbeit umgesetzt wurde, stellt einen wichtigen und notwendigen Perspektivwechsel dar. Durch die historische Forschung der vergangenen Jahre, die wesentlich aus der Community selbst geleistet wurde, ist belegt, dass es sehr wohl auch eine systematische staatliche Verfolgung lesbischer Lebensweisen gab. Deshalb ist im Forschungsbericht neben der Dokumentation der strafrechtlichen Verfolgung schwuler Männer aufgrund des ehemaligen § 175 StGB als erster Säule auch die Darstellung der Geschichte der nicht-strafrechtlichen Unterdrückung schwuler Männer bis hin zu den Emanzipationsbewegungen als zweiter Säule und schließlich die Geschichte der Ausgrenzung und Repression lesbischer Frauen und ihrer Emanzipationsbewegung als dritter Säule umfasst.“ Klose hob insbesondere die Leistungen der beiden Forschenden hervor: „Mein herzlicher Dank gilt Dr. Kirsten Plötz und Marcus Velke, die diese Forschung mit außerordentlichem Engagement geleistet haben. Der Forschungsbericht beeindruckt durch seine Materialfülle und die Dokumentation von Einzelschicksalen, aber auch durch die kenntnisreiche Einordnung der Befunde ins Zeitgeschehen und nicht zuletzt in die Geschichte der Lesben- und Schwulenbewegung. Mit der Präsentation der Ergebnisse der unabhängigen wissenschaftlichen Forschung zu diesem Thema setzen wir heute einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Aufarbeitung der Verfolgung und Unterdrückung von Lesben und Schwulen in Hessen. Der heutige Fachtag zeigt auf, dass diese Arbeit zahlreiche Anknüpfungspunkte für die weitere Forschung zu diesem Themenfeld bietet. Ich freue mich sehr, dass die Hessische Landesregierung hierzu einen wichtigen Beitrag liefern konnte.“
Der 310 Seiten umfassende Forschungsbericht kann auf den Seiten des Hessischen Ministeriums für Soziales Integration heruntergeladen werden; ebenso ein durch die Forschenden erstellter Kurzbericht, der die wesentlichen Erkenntnisse zusammenfasst, exemplarisch Einblick in Einzelschicksale bietet und damit in besonderer Weise die politische Bildung und die pädagogische Arbeit adressiert.
Der Hessische Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt wurde am 29.05.2017 vom Kabinett beschlossen und am 06.06.2017 im Rahmen einer Landespressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt. Die im Hessischen Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt enthaltenen Maßnahmen haben zum Ziel, die Akzeptanz von LSBT*IQ in Hessen zu fördern.
Auftragnehmer für das Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der Opfer des ehemaligen §175 StGB in Hessen war der Verein Freunde des Schwulen Museum e.V. (Berlin) als Träger des Schwulen Museums* Berlin (www.schwulesmuseum.de/). Aufgrund der Tatsache, dass staatliche Repression nicht nur schwule Männer, sondern auch lesbische Frauen betraf, hat sich das Hessische Ministerium für Soziales und Integration als Auftraggeber bei der Beauftragung des Schwulen Museums* für ein „Drei-Säulen-Modell“ entschieden. Dieses Modell berücksichtigte neben der Dokumentation der strafrechtlichen Verfolgung schwuler Männer aufgrund des ehemaligen § 175 StGB (erste Säule) auch die Darstellung der Geschichte der nicht-strafrechtlichen Unterdrückung schwuler Männer bis hin zu den Emanzipationsbewegungen (zweite Säule) und die Geschichte der Ausgrenzung und Repression lesbischer Frauen und ihrer Emanzipationsbewegung (dritte Säule).
Bundesratsinitiative für die Opfer von § 175 StGB
Heute vor 24 Jahren, am 11. Juni 1994, trat § 175 Strafgesetzbuch außer Kraft. Der Berliner Justizsenator Dr. Dirk Behrendt hat deshalb heute eine Bundesratsinitiative zur Verbesserung der Rehabilitierung, Entschädigung und Versorgung von Personen, die zwischen 1945 und 1994 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verfolgt wurden, auf den Weg gebracht. Die Initiative soll zunächst dem Berliner Senat zum Beschluss vorgelegt werden. Ziel ist es insbesondere, dass für Betroffene, die in Folge einer Verurteilung, einer Haftstrafe oder wegen anderer Repressionen unter massiven Spätfolgen leiden, ein sozialer Ausgleich gewährt wird.
Senator Dr. Dirk Behrendt: „Das Rehabilitierungsgesetz aus dem letzten Jahr war ein wichtiges Signal an die Opfer, doch es hat in der Praxis Lücken. Beispielsweise bleiben jene Opfer unberücksichtigt, die in Untersuchungshaft saßen und nicht verurteilt wurden. Erinnert sei an dieser Stelle an Wolfgang Lauinger, der mit 99 Jahren vor kurzem verstarb und wegen dieser Regelungslücke nie entschädigt wurde. Wir sind den Opfern dieses Unrechts eine schnelle Hilfe schuldig, denn die Betroffenen sind in einem hohen Alter und sollten ihre Entschädigung noch erleben.“
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angekündigt, Transsexualität und andere Diagnosen in Zusammenhang mit Trans*Identitäten aus dem Katalog der psychischen Krankheiten zu streichen. Dazu erklärt Sven Lehmann, Sprecher für Queerpolitik:
"Der Entschluss der WHO ist ein Meilenstein für die Menschenrechte. Transsexuelle und transgeschlechtliche Personen sind nicht krank. Sie leben einfach ihr gutes Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung. Es ist also längst überfällig, dass die WHO dies auch in ihrem Katalog der psychischen Krankheiten berücksichtigt. Die Ankündigung ist ein wichtiger Beitrag zur psychischen Gesundheit. Leider hat die WHO gleichtzeitig eine Diagnose für Trans*Kinder vor der Pubertät eingeführt. Das kritisieren wir scharf, denn Kinder brauchen keine aufgezwungnen diagnostischen Prozesse, sondern ein akzeptierendes Umfeld, das sie in ihrem So-Sein annimmt und stärkt.
Die Bundesregierung muss die Entscheidung der WHO zum Anlass nehmen, das Transsexuellengesetz abzuschaffen und durch ein Gesetz zur gechlechtlichen Selbstbestimmung zu ersetzen. Denn bisher werden transgeschlechtliche Menschen in Deutschland gezwungen, sich als psychisch krank diagnostizieren zu lassen, um ihren Personenstand zu ändern. Das ist aber eine freie und selbstbestimmte Entscheidung. Wir brauchen einfache Verfahren zur Änderung des Personenstandes und Vornamens, ohne psychologische Zwangsgutachten. Ebenso brauchen wir ein Verbot von geschlechtszuweisenden Operationen und Hormonbehandlungen an Säuglingen ohne medizinische Indikation.
Das Bundesverfassungsgericht hat dem Gesetzgeber auferlegt, bis Ende diesen Jahres das Personenstandsrecht zu überarbeiten und eine "Dritte Option" beim Geschlechtseintrag zu ermöglichen. Leider ist aus dem Hause Seehofer bisher nur ein Schmalspur-Gesetz bekannt, das die großen Fragen geschlechtlicher Selbstbestimmung ignoriert. Wir werden gemeinsam mit den Verbänden weiter Druck machen."
Während Festakt: Bundespräsident bittet homosexuelle Menschen um Vergebung
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bittet die homosexuellen Menschen in Deutschland um Vergebung für die Verfolgung in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft – und für Unrecht in den vielen Jahren danach: „Wir sind spät dran.“
Als das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen vor zehn Jahren eingeweiht wurde, sprach der Kulturstaatsminister. Heute, beim Festakt zehn Jahre danach, spricht das Staatsoberhaupt. Es ist ihm offenbar ein Bedürfnis. „Als Bundespräsident ist mir heute eines wichtig: Ihr Land hat Sie zu lange warten lassen“, sagt Frank-Walter Steinmeier laut Redemanuskript. „Wir sind spät dran. Was gegenüber anderen gesagt wurde, ist Ihnen bisher versagt geblieben.“ Und dann wendet sich der Bundespräsident an die Betroffenen: „Deshalb bitte ich heute um Vergebung – für all das geschehene Leid und Unrecht, und für das lange Schweigen, das darauf folgte.“
Bloßgestellt, eingesperrt, gefoltert, getötet
Die Nr. 1 im Staat erinnert an über 50.000 Männer, die auf der Grundlage des verschärften Paragraphen 175 verfolgt wurden. An Menschen, die bloßgestellt, eingesperrt und in ihrer sozialen Existenz vernichtet wurden. Aber auch an Menschen, die gefoltert, in Gefängnisse oder Konzentrationslager gesteckt wurde. Tausende dieser Männer bezahlten mit dem Leben. Allein der Versuch, homosexuelle Handlungen auch nur anzubahnen, wurde mit zehn Jahren Zuchthaus geahndet.
„Und dem müssen wir uns gemeinsam entgegenstellen“
Mit Blick auf die Erinnerung an die Zeit der Nazi-Gewaltherrschaft zeigt sich Steinmeier zugleich besorgt: „Heute ist die aufrichtige Erinnerung ein Eckstein unserer Identität.“ Aber: „Viel zu oft gibt es auch heute wieder Anlass zur Wachsamkeit.“
Der Pride Salon Hamburg
Die Idee hierzu haben wir uns in Köln geborgt, wo der Pride Salon seit mehreren Jahren zu einer festen Institution geworden ist. Für unseren Hamburger Salon haben wir eine eigene Facebook-Seite eingerichtet, die Ihr gerne liken und teilen könnt. Über diese Seite wird dann künftig informiert, über welche Themen beim jeweiligen Salon-Termin gesprochen wird. Hier können und sollen natürlich auch Eure Wünsche und Anregungen an die beiden Moderatoren Malte und Jens geäußert werden. Denn die Veranstaltung lebt davon, dass Ihr mitmacht.
Wir wollen damit den Versuch starten, abseits der üblichen Vereinsmeierei mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen – nicht nur über den CSD, sondern weit darüber hinaus. Als Ort haben wir uns für das ZEIT-Café am Speersort 1 entschieden. Wir freuen uns auf Euch zur Premiere. Und dann künftig an jedem zweiten Montag im Monat.
Freie Bahn für Genderwahn!
HAMBURG PRIDE 2018 VOM 27. JULI BIS 5. AUGUST
Bunt, kraftvoll und stolz – so präsentiert sich die Kampagne zum HAMBURG PRIDE 2018. Unter dem Motto „Freie Bahn für Genderwahn!“ will Hamburg Pride e.V. als CSD-Veranstalter dazu aufrufen, sich in der PRIDE WEEK 2018 für Akzeptanz und Vielfalt einzusetzen.
Unsere Kampagne gibt eine Antwort auf die oft gestellte Frage an die Community: „Was wollt ihr denn eigentlich noch?“. So sind unter anderem die Reform des Transsexuellen-Gesetzes und die Einführung einer dritten Option im Personenstand dringende Themen, die es zügig und im Sinne queerer Menschen umzusetzen gilt. Diese Regelungen und ein respektvolles Miteinander betreffen das persönliche Leben von LGBT+ und dürfen nicht als vermeintliche ‚Luxusprobleme‘ abgetan werden.
Das Kampagnenmotiv unterstreicht dies kraftvoll und spielerisch zugleich. Für die grafische Umsetzung der Kampagne danken wir dem Team der Werbeagentur elbspot. Die liebevoll angefertigten Bricolagen ergeben individuelle Figuren abseits von gängigen Kategorien und Normen und laden zum Nachdenken ein. Sie zeigen die vielfältigen Facetten von Geschlecht auf. Dies wird gestalterisch betont, indem für verschiedene Werbemittel unterschiedliche Motivvarianten verwendet werden. „Jeder Mensch wird mit einem Geschlecht geboren – seinem eigenen“, wie die Schirmherrin des HAMBURG PRIDE 2018, Lucie Veith, hervorhebt.
Die CSD-Kampagne wurde erstmals während des Hamburger Hafengeburtstags auf dem Harbour Pride 2018 vorgestellt. Im nächsten Schritt ist eine Verwendung der Motivvarianten unter anderem in Printanzeigen und Bannerschaltungen, sowie City-Light-Poster im Großraum Hamburg geplant. Die PRIDE WEEK 2018 findet vom 27.07. bis zum 05.08.2018 statt. Die politische Demonstration startet am 4. August um 12:00 Uhr in der Langen Reihe, das Straßenfest läuft vom 3. bis 5. August auf dem Jungfernstieg und dem Ballindamm.

References: § 175
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