Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=27.05.2016&Aktenzeichen=22%20BV%2015.2003
Timestamp: 2019-07-17 08:03:41+00:00

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VGH Bayern, 27.05.2016 - 22 BV 15.2003 - dejure.org
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VGH Bayern, 27.05.2016 - 22 BV 15.2003 (https://dejure.org/2016,21997)
VGH Bayern, Entscheidung vom 27.05.2016 - 22 BV 15.2003 (https://dejure.org/2016,21997)
VGH Bayern, Entscheidung vom 27. Mai 2016 - 22 BV 15.2003 (https://dejure.org/2016,21997)
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BNatSchG § 44 Abs. 1 Nr. 1, § 45 Abs. 7; VwGO § 113 Abs. 1 S. 4
§ 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG, § 45 Abs. 7 BNatSchG
Immissionsschutzrecht, Naturschutzrecht: Genehmigung von Windkraftanlagen bei möglichem Tötungsrisiko für geschützte Arten (Rotmilan) | "Mindestabstände" des sog. Helgoländer Papiers; Vorlage und Prüfung eines Vermeidungskonzepts zur Verringerung des Tötungsrisikos; Ausübung der naturschutzfachlichen Einschätzungsprärogative bei der Frage des Populationserhalts i.S.v. § 47 Abs. 7 BNatSchG
Immissionsschutzrecht, Naturschutzrecht: Genehmigung von Windkraftanlagen bei möglichem Tötungsrisiko für geschützte Arten (Rotmilan)
Auf Erteilung immissionsschutzrechtlicher Genehmigung für Windkraftanlagen gerichtete Verpflichtungsklage; Brutvorkommen des Rotmilans in der Nähe der in Aussicht genommenen Anlagenstandorte; Vermutung eines signifikant erhöhten Tötungsrisikos im näheren Umgriff des Brutvorkommens (Radius von 1.500 m); Möglichkeit des Gegenbeweises bei nachvollziehbaren Anhaltspunkten; Anforderungen an Sachverhaltsermittlung durch Raumnutzungsuntersuchung; notwendige Darlegung zur Prognose der Wirksamkeit von Vermeidungsmaßnahmen im Einzelfall; Fortsetzungsfeststellungsklage nach Erledigung eines Verpflichtungsbegehrens; Geltendmachung eines Feststellungsinteresses wegen Wiederholungsgefahr in weiterem, noch anhängigen Genehmigungsverfahren
Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb von zwei Windkraftanlagen; Lage eines Brutplatzes innerhalb des engeren Prüfbereichs um eine Windkraftanlage; Vermutung für das Bestehen eines signifikant erhöhten Tötungsrisikos von Vogelarten (hier: u.a. Rotmilan); Bezeichnen des engeren Prüfabstands in den Abstandsempfehlungen der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten als "Mindestabstand"
vgl. BVerwG, Urteile vom 12. März 2008 - 9 A 3.06 -, juris Rn. 219, und vom 9. Juli 2008 - 9 A 14.07 -, juris Rn. 91; OVG NRW, Urteil vom 30. Juli 2009 - 8 A 2357/08 -, juris Rn. 143; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof (Bay. VGH), Urteil vom 27. Mai 2016 - 22 BV 15.2003 -, juris Rn. 25.
vgl. so auch im Ergebnis: Bay. VGH, Urteil vom 27. Mai 2016 - 22 BV 15.2003 -, juris Rn. 36.
vgl. Bay. VGH, Urteil vom 27. Mai 2016 - 22 Bv 15.2003 -, juris Rn. 52 f.
vgl. im Ergebnis auch: Bay. VGH, Urteil vom 27. Mai 2016 - 22 Bv 15.2003 -, juris Rn. 53.
vgl. BVerwG, Urteile vom 12. März 2008 - 9 A 3.06 -, juris Rn. 219, und vom 9. Juli 2008 - 9 A 14.07 -, juris Rn. 91; OVG NRW, Urteil vom 30. Juli 2009 - 8 A 2357/08 -, juris Rn. 143; Bayrischer Verwaltungsgerichtshof (Bay. VGH), Urteil vom 27. Mai 2016 - 22 BV 15.2003 -, juris Rn. 25.
Es entspricht dann grundsätzlich pflichtgemäßem Ermessen (Art. 24 Abs. 1 Satz 2 BayVwVfG), den Sachverhalt unter Beachtung des Windkrafterlasses und der Abstandsempfehlungen der LAG VSW weiter aufzuklären (vgl. dazu näher BayVGH, U. v. 27.5.2016 - 22 BV 15.2003 -, auch zur Aufrechterhaltung dieser Rechtsprechung unter Berücksichtigung der Abstandsempfehlungen der LAG VSW [Stand April 2015]).
Zwar hat die Klägerin im Verfahren 22 BV 15.2003 konkreter erklärt, die betreffenden Flächen befänden sich komplett in Bewirtschaftung ihrer Vertragspartner.
vgl. Verwaltungsgericht (VG) Arnsberg, Urteil vom 20. Februar 2018 - 4 K 1411/16 - JURIS Rn.98; so auch im Ergebnis: Bayerischer VGH, Urteil vom 27. Mai 2016 - 22 BV 15.2003 -, JURIS Rn.36 ff.
vgl. Bayerischer VGH, Urteil vom 27. Mai 2016 - 22 Bv 15.2003 -, JURIS Rn.52.
vgl. in diesem Sinne auch: Bayerischer VGH, Urteil vom 27. Mai 2016 - 22 Bv 15.2003 -, JURIS Rn.53.; s.a. Ziffer 2.2.3 VV- Artenschutz.
Bejahendenfalls greift eine - allerdings widerlegliche - Vermutung dahingehend ein, dass sich Tiere dieser Art durch (die Errichtung und) den Betrieb der Windkraftanlage einem signifikant erhöhten Tötungsrisiko ausgesetzt sehen würden (BayVGH, U.v. 27.5.2016 - 22 BV 15.2003 - juris Rn. 38 und Rn. 45;… U.v. 27.5.2016 - 22 BV 15.1959 - juris Rn. 33).
Die Kammer ist mit der überwiegenden Rechtsprechung der Ansicht, dass es dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspricht, zwischen Rotmilanhorst und Windenergieanlage einen Mindestabstand von 1.500 m zugrunde zu legen (vgl. Bay. VGH Urteil vom 27.05.2016 - 22 BV 15.2003 -, Rn. 37, juris; Sächs. OVG…, Beschluss vom 05.02.2018 - 4 B 127/17 -, Rn. 14, juris; VG Düsseldorf…, Urteil vom 07.03.2018 - 28 K 963/17 -, Rn. 84, juris; VG Berlin…, Urteil vom 09.02.2017 - 10 K 84.15 -, Rn. 45, juris; wohl auch OVG Mecklenburg-Vorpommern…, Beschluss vom 27.06.2018 - 3 M 286/15 -, Rn. 84, juris; VG Darmstadt…, Beschluss vom 29.03.2018 - 6 L 3548/17.DA -, Rn. 150, juris; 1.000 m noch annehmend Hess. VGH…, Beschluss vom 21.12.2015 - 9 B 1607/15 -, Rn. 40, juris).
Der Wespenbussard ist auch in Rheinland-Pfalz eine WEA-empfindliche Vogelart (vgl. BayVGH, Urteil vom 27. Mai 2016 - 22 BV 15.2003 -).
Der Verwaltungsgerichtshof hat vielmehr wiederholt dargelegt (vgl. z.B. U.v. 27.5.2016 - 22 BV 15.2003 - NuR 2016, 870 Rn. 32 und U.v. 18.6.2014 - 22 B 13.1358 - NuR 2014, 736 Rn. 45), dass sich die diesbezüglichen naturschutzfachlichen Anforderungen mangels normativer Festlegung nur allgemein umschreiben lassen und wesentlich von den naturräumlichen Gegebenheiten des Einzelfalles abhängen, so dass der "Windkrafterlass Bayern" (inzwischen "Windenergie-Erlass - BayWEE" vom 19.7.2016) die zur Ermittlung artenschutzrechtlich gegebenenfalls entscheidungserheblicher Umstände gebotenen Erhebungen näher konkretisiere und dass der Windenergieerlass mit seinen konkreten Anforderungen, da diese auf landesweiten fachlichen Erkenntnissen und Erfahrungen beruhten, als "antizipiertes Sachverständigengutachten von hoher Qualität" anzusehen sei, von dessen im Regelfall zu beachtenden Erfordernissen nicht ohne fachlichen Grund und ohne gleichwertigen Ersatz abgewichen werden dürfe (BayVGH, U.v. 18.6.2014 - 22 B 13.1358 - NuR 2014, 736/738).

References: § 44
 § 45
 § 113

§ 44
 § 45
 § 47