Source: https://bergauf-potsdam.de/?page_id=54
Timestamp: 2018-05-27 02:55:54+00:00

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Vergangenheit | Bergauf e.V.
Die Geschichte des Kleingartenvereins “ Bergauf “ e.V. begann bereits im Jahre 1935. Entstanden ist der Verein aber im Mai 1936. Somit ist der Generalpachtvertrag die entscheidende Grundlage für die Existenz des Kleingartenvereins “ Bergauf “ e.V.
Am 01. November 1935 wurde zwischen der Stadtgemeinde Potsdam und der Provinzgruppe Berlin-Brandenburg und der Grenzmark der Kleingärtner e.V. , Berlin N 24, Monbijouplatz 3, der Generalpachtvertrag geschlossen.
Am 23. Mai 1936 kam es dann zur Unterzeichnung des Pachtvertrages zwischen der Verpächterin der Stadtgemeinde Potsdam und der Pächterin Provinzgruppe Berlin, Brandenburg und Grenzmark der Kleingärtner e.V.
Für die Stadtgemeinde Potsdam unterzeichneten Der Oberbürgermeister i.V. der Bürgermeister Beyrichen als Stadtrat und für die Pächterin Herr Schabbon.
Auszüge aus dem Generalpachtvertrag :
§ 1 Das Pachtgelände beträgt 56 480 m².
§ 2 Das Pachtverhältnis endet am 30. September 1965 und verlängert sich um jeweils 10 Jahre, wenn nicht 1 Jahr vor Ablauf der Pachtzeit von einer der Vertragsparteien gekündigt wird.
§ 3 Der Pachtzins beträgt im ersten Pachtjahr 0,03 Reichsmark ( RM ), im zweiten und dritten Pachtjahr jeweils 0,04 RM und in den folgenden Pachtjahren 0,05 RM pro m².
§ 4 Das Pachtgelände darf nur kleingärtnerisch genutzt werden. “ … der aufgestellte Parzellenplan sieht 164 Parzellen vor. Die Verpachtung mehrerer Parzellen an einen Kleingärtner ist unzulässig .Die Pächterin verpflichtet sich u.a. die Kleingartenparzellen in erster Linie kinderreiche und wirtschaftlich schwache Familien sowie Schwerbeschädigte bevorzugt zu berücksichtigen. “
Nach § 6 des Generalpachtvertrages ist die Pächterin verpflichtet, die Wege und die Umwehrung der Kolonie und die der einzelnen Parzellen , stets in einen guten Zustand zu erhalten.
Im § 7 wird die Einheitlichkeit der Lauben bestimmt, deren Typ von der Verpächterin festgelegt wird.Auch die Farbe des Anstriches bestimmt die Verpächterin.
Eine Beflaggung darf nur in den Farben des Reiches oder der Stadt Potsdam und der Kleingärtner – Fahne ( Brandenburger Adler ) erfolgen.
Am Eingang jeder Parzelle, so im § 7 weiter, muß die Nummer der Parzelle auf einer Tafel in vorgeschriebener Größe , schwarz auf weißem Grund , angebracht und in lesbarem Zustand erhalten werden.
Der § 8 legt u.a. fest, dass das Bewohnen der Lauben nur während der Zeit 15. April bis 15. Oktober gestattet ist.
Im Generalpachtvertrag sind u.a. auch entsprechende Regelungen hinsichtlich zu erfolgenden Kündigungen von Unterpachtverträgen getroffen worden.
Im § 12 wurde festgelegt, dass die Verpächterin das Pachtverhältnis unter Einhaltung einer einjährigen Frist kündigen kann, “ wenn ein auf andere Weise nicht zu befriedigendes dringendes öffentliches Bedürfnis die Beendigung des Pachtverhältnisses erfordert “ Über das Vorliegen von Voraussetzungen einer Kündigung entscheidet der Regierungspräsident in Potsdam.
Soweit der wesentliche Inhalt des Generalpachtvertrages von 1936, dem Gründungsjahr des Kleingartenvereins “ Bergauf “ e.V.
Wesentliche Grundlagen für die Entstehung von Kleingartenanlagen legte Adolf Damaschke (* 24. November 1865 in Berlin; † 30. Juli 1935 ebenda) war Pädagoge und ein Führer der Bodenreform in Deutschland.
Damaschke als Lebensreformer:
Bereits 1893 wurde Damaschke zum Schriftführer der lebensreformerischen Zeitschrift „Der Naturarzt“ berufen. Sie war das offizielle Organ des „Bundes der Vereine für volksverständliche Gesundheitspflege“. Hier setzte er sich insbesondere für eine gesunde und vor allem abstinente Lebensweise ein. In der Naturmedizin – speziell in den heilenden Kräften von Licht, Luft, Wasser und einer einfachen Ernährungsweise – sah er einen schnell wirkenden und gleichsam auch kostengünstigen Beitrag zur Volksgesundheit des Industrieproletariats.. Damaschke war der Auffassung…“ Obst und Gemüse gehören nicht zusammen mit Kohlen …“. Dieser Auffassung folgend, entstanden Kleingartenanlagen mit Lauben, die unterkellert bzw. teilunterkellert sind, so auch in unserer Kleingartenanlage “ Bergauf “ . Und, er vertrat weiterhin die Meinung, dass eine Erholung im Kleingarten erst nach 24 Stunden zu erreichen ist. Deshalb war es für Damaschke wichtig, dass die Pächter mit ihren Kindern nach der Arbeit und Schule , das gesamte Wochende im Garten verbringen sollten. Auch kam es ihm darauf an, dass in erster Linie ärmere und kinderreiche Familien in den Genuß eines Kleingartens kommen.
Für die Entstehung unserer Kleingartenanlage steht lediglich der bereits in Auszügen erwähnte Generalpachtvertrag zur Verfügung. Unterlagen für die weitere Entwicklung der Kleingartenanlage “ Bergauf “ e.V. liegen dem Vorstand nicht vor.

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4
 § 6
 § 7
 § 7
 § 8
 § 12