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Timestamp: 2020-07-08 22:51:08+00:00

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Kirchenaustritt – Athpedia
Die Katholische Kirche kennt keinen Austritt, sondern wertet ihn als Apostasie, Häresie oder Schisma. Unabhängig davon erkennt sie den Kirchenaustritt in mancher Hinsicht als formale Trennung von der Kirche an; z.B. war z.B. nach dem kirchlichen Gesetzbuch (CIC) von 1983 eine rein standesamtliche Ehe eines Katholiken, der "durch einen formalen Akt von der katholischen Kirche abgefallen ist", anders als sonst bei Katholiken auch aus kirchlicher Sicht gültig (Can. 1117 CIC). Diese eherechtliche Vorschrift gilt seit einer Änderung des CIC 2009 (für zukünftige Eheschließungen) nicht mehr. Aber auch danach knüpft das katholische Kirchenrecht noch Rechtsfolgen an die "Trennung von der kirchlichen Gemeinschaft" (can. 171 § 1, 4° CIC [Wahlrecht], can.194 § 1, 2° CIC/can. 976 § 1, 2° CCEO [Verlust eines Kirchenamtes], can. 316 § 1 CIC/can. 580 CCEO [Mitgliedschaft in kirchlichen Vereinen]) bzw. an den "Abfall vom katholischen Glauben" (can.194 § 1, 2° CIC/can. 976 § 1, 2° CCEO [s.o.], can. 316 § 1 CIC/can. 580 CCEO [s.o.], can. 694 § 1, 1° CIC/can. 497 § 1, 1° CCEO [Entlassung aus Ordensinstitut], can. 1071 § 1, 4° u. § 2 CIC/can. 789, 6° CCEO [Erforderlichkeit einer Trauerlaubnis]). Der Austritt kann auch die Exkommunikation des Ausgetretenen für die Zeit zur Folge haben, während der er aus staatlicher Sicht nicht Mitglied ist (und daher auch keine Kirchensteuer zahlt), was 1970 in der "Erklärung der Diözesanbischöfe zu Fragen des kirchlichen Finanzwesens" [1] klargestellt wurde. Auch manche jüdischen Gemeinschaften kennen keinen Austritt. Personen, die aus der katholischen Kirche ausgetreten sind, können in Deutschland laut der Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse keine Arbeitsverträge mit den Rechtsträgern der katholischen Kirche abschließen (Art. 3 Abs. 4) [2]. Wer bei bestehendem Arbeitsvertrag aus der katholischen Kirche austritt, verliert seinen Arbeitsplatz.
Der Islam kennt ebenfalls keinen (formellen) Austritt, streng genommen aber auch keinen (formellen) Eintritt, weil es keine Organisationsstruktur gibt, in der sich ein Muslim als Mitglied registrieren könnte. Die Zugehörigkeit zum Islam bekundet der Muslim durch das Sprechen des islamischen Glaubensgekenntnises "Niemand ist anbetungswürdig außer Allah und Mohammed ist sein Prophet.". Dieses Glaubensgekenntnis wird bspw. bei jedem Gebet gesprochen. Er hört auf ein Muslim zu sein, wenn er dieses Glaubensgekenntnis nicht mehr spricht. Das wird ähnlich der Katholischen Kirche als Apostasie gewertet.
Horst Herrmann: Kirchenaustritt jetzt, Argumente für Unentschlossene, Rasch und Röhrig Verlag, Hamburg 1992, ISBN 3-442-12518-9
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Diese Seite wurde zuletzt am 27. Mai 2012 um 23:15 Uhr bearbeitet.

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