Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/lmindmeistprv
Timestamp: 2020-01-18 00:54:00+00:00

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Auf Grund des § 46 Abs. 2 Satz 1 des Berufsbildungsgesetzes vom 14. August 1969 (BGBl. I S. 1112), der zuletzt durch § 24 Nr. 2 des Gesetzes vom 24. August 1976 (BGBl. I S. 2525) geändert worden ist, wird nach Anhörung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung gemäß § 19 Nr. 1 des Berufsbildungsförderungsgesetzes vom 23. Dezember 1981 (BGBl. I S. 1692) im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Wirtschaft verordnet:
(1) Zum Nachweis von Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen, die durch die berufliche Fortbildung zum Industriemeister/zur Industriemeisterin - Fachrichtung Lebensmittel erworben worden sind, kann die zuständige Stelle Prüfungen nach den §§ 2 bis 9 durchführen.
Übertragen der Aufgaben unter Berücksichtigung technischer, wirtschaftlicher und sozialer Aspekte auf die Mitarbeiter entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit, Qualifikation und Eignung; Einarbeitung und Anleitung der Mitarbeiter; Anstreben eines partnerschaftlichen Verhältnisses zu den Mitarbeitern; Weiterleiten der Anregungen und Anliegen der Mitarbeiter mit einer eigenen Beurteilung; Bemühen um Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat; berufliche Bildung der Mitarbeiter;
Überwachen der Kostenentwicklung sowie der Arbeitsleistung; Sicherstellen der Kontrollen der ein- und ausgehenden Erzeugnisse hinsichtlich ihrer Quantität und Qualität; Beeinflussen des Material- und Produktionsflusses zur Gewährleistung eines störungsfreien und termingerechten Arbeitens; Hinwirken auf eine reibungslose Zusammenarbeit im Betriebsablauf; Zusammenarbeit mit anderen Betriebseinheiten;
Durchführen der erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung in Abstimmung mit den im Betrieb mit der Arbeitssicherheit befaßten Stellen und Personen.
(3) Die erfolgreich abgelegte Prüfung führt zum anerkannten Abschluß Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Lebensmittel.
eine mit Erfolg abgelegte Abschlußprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, der der Fachrichtung Lebensmittel zugeordnet werden kann, und danach eine mindestens einjährige einschlägige Berufspraxis oder
eine mit Erfolg abgelegte Abschlußprüfung in einem dem Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft zugehörigen Ausbildungsberuf und danach eine mindestens zweijährige einschlägige Berufspraxis oder
(1) Die Qualifikation zum Geprüften Industriemeister/zur Geprüften Industriemeisterin – Fachrichtung Lebensmittel umfasst:
(2) Im Prüfungsfach "Grundlagen für kostenbewußtes Handeln" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, daß er wirtschaftliche Grundkenntnisse besitzt sowie wirtschaftliche Zusammenhänge erkennen und beurteilen kann. Darüber hinaus soll er insbesondere nachweisen, daß er Organisationsprobleme des Betriebs auch in ihrer Bedeutung als Kostenfaktoren beurteilen und notwendige Organisationstechniken an Hand von Beispielen aus der Praxis anwenden kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:
Einflüsse des Betriebs auf das Sozialverhalten:
(6) Die schriftliche Prüfung soll nicht länger als 6 Stunden dauern. Sie besteht je Prüfungsfach aus einer unter Aufsicht anzufertigenden Arbeit. Die Mindestzeiten betragen im Prüfungsfach:
3. Grundlagen für die Zusammenarbeit im Betrieb: 1,5 Stunden.
§ 5 Fachrichtungsspezifischer Teil der Fachrichtung Lebensmittel
Nähr- und Rohstoffe,
Arbeitssicherheit und Umweltschutz.
(2) Im Prüfungsfach "Mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, daß er mathematische und naturwissenschaftliche Kenntnisse zur Lösung technischer Aufgabenstellungen anwenden kann. Hierbei soll er insbesondere deutlich machen, daß er die Zusammenhänge von abhängigen Größen richtig einschätzen kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:
Grundkenntnisse über Zahlensysteme und deren Aufbau;
Mischungs- und Rezeptberechnungen;
Flächen-, Volumen- und Gewichtsberechnungen sowie Nutzen-, Ergebnis- und Ausschußberechnungen;
Berechnen von Kräften, Arbeit, Leistung und Wirkungsgrad;
Grundkenntnisse über die Zusammenhänge von Strom, Spannung und elektrischem Widerstand;
Grundkenntnisse aus der organischen und anorganischen Chemie, insbesondere über Basen, Säuren, Salze und pH-Indikatoren, Oxydation und Reduktion;
Grundkenntnisse der Wärmelehre;
(3) Im Prüfungsfach "Technische Kommunikation" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, daß er technische Kommunikationsmittel versteht und zur Erledigung seiner Aufgaben einsetzen kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:
Lesen einfacher technischer Zeichnungen und von Flußdiagrammen;
Anfertigen von Skizzen zur Erläuterung technischer Sachverhalte;
Erstellung von Tabellen, Statistiken und Diagrammen zur Kontrolle und als Entscheidungshilfe;
Abfassen von Produktionsprotokollen;
Datenerfassung, Dateneingabe und -ausgabe.
(4) Im Prüfungsfach "Nähr- und Rohstoffe" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, daß er wesentliche Nähr-, Roh- und Zusatzstoffe sowie Halbfabrikate aus der Lebensmittelindustrie kennt und aus ihren Eigenschaften auf ihre Verwendung und Verarbeitung schließen kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:
Nährstoffkunde;
Rohstoff- und Warenkunde:
Herkunft, Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten der Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffe sowie der Halbfabrikate,
Aufbewahrung und Aufbereitung der Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffe sowie der Halbfabrikate,
Auswirkungen des Betriebsraumklimas auf die Verarbeitungseigenschaften der Roh-, Zusatz- und Packstoffe;
Meß- und Prüfmethoden für die Roh- und Zusatzstoffe sowie für die Halbfabrikate.
(5) Im Prüfungsfach "Betriebstechnik" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, daß er Aufbau, Funktion und Einsatzmöglichkeiten der wichtigsten Apparate, Maschinen und Instrumente sowie die dafür erforderliche Meß-, Steuerungs- und Regelungstechnik kennt. Er soll die technischen Einrichtungen eines Betriebs und ihre Einsatzmöglichkeiten im Hinblick auf einen dauerhaften und sicheren Produktionsablauf beurteilen können. Ferner soll er Betriebsstörungen erkennen und ihre Beseitigung veranlassen können. In diesem Rahmen können geprüft werden:
Energieversorgung im Betrieb:
Energiearten und deren Verteilung einschließlich Notstrombetriebseinrichtungen,
Schutzvorschriften und Schutzmaßnahmen,
Verhalten bei Störungen und Unfällen;
Geräte, Maschinen und Anlagen:
Aufbau und Wirkungsweise,
Einrichten, Betrieb, Wartung und Instandsetzen;
Meß-, Steuerungs- und Regelungstechnik:
Grundkenntnisse aus der Meß-, Steuerungs- und Regelungstechnik,
Einsatz und Wirkungsweise mechanisch, hydraulisch, pneumatisch und elektronisch gesteuerter Maschinen und Anlagen,
Methoden und Geräte zur Regelung von Prozessen und Erfassung von Prozeßwerten, insbesondere Strom und Spannung sowie Druck, Menge, Dichte, Viskosität und Feststoffgehalte von Lösungen, Geschwindigkeit, Temperatur und pH-Wert.
(6) Im Prüfungsfach "Fertigungstechnik" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, daß er über fertigungstechnische Kenntnisse aus der Lebensmittelindustrie verfügt, fertigungstechnische Zusammenhänge erkennen und beurteilen sowie zweckentsprechende Maßnahmen der Qualitätssicherung unter Berücksichtigung einschlägiger Vorschriften einleiten kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:
Fertigungsabläufe:
Vorbereiten der Roh- und Zusatzstoffe sowie der Halbfabrikate,
Verfahrensabläufe bei Produktionsprozessen,
Möglichkeiten der physikalischen, chemischen oder biologischen Einflußnahme auf die Fertigungsabläufe,
Methoden der Haltbarmachung,
Verpackungstechniken,
Lagerung von Fertigprodukten,
Veränderungen bei Lebensmitteln während der Lagerung im Betrieb;
Hygiene, Qualitätssicherung und -kontrolle:
Mikrobiologie und Hygiene,
Reinigen, Desinfizieren sowie Hygienemaßnahmen,
Qualitätssicherung während des Produktionsablaufs,
wesentliche Bestimmungen des Lebensmittelrechts und des Mess- und Eichgesetzes,
wesentliche Bestimmungen der Verpackungsvorschriften für die Lebensmittelindustrie,
wesentliche Prüf- und Kontrollmethoden für Lebensmittel,
Abnahmebestimmungen und Liefervorschriften.
(7) Im Prüfungsfach "Arbeitssicherheit und Umweltschutz" soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, daß er mögliche Gefahren beim Umgang mit technischen Einrichtungen, Stoffen und Energien kennt und Maßnahmen zur Verhinderung sowie Methoden zur Bekämpfung von Schadensereignissen beurteilen kann. Er soll in der Lage sein, die Belange des Umweltschutzes zu berücksichtigen. In diesem Rahmen können geprüft werden:
Arbeitssicherheit im Betrieb:
wesentliche Bestimmungen spezifischer Rechtsvorschriften der Arbeitssicherheit,
betriebliche und außerbetriebliche Organe der Unfallverhütung,
psychologische, physiologische und technische Grundlagen der Unfallverhütung,
gesundheitsgefährdende Arbeitsstoffe und gefährliche chemische Stoffe,
Schutzmaßnahmen gegen Brand- und Explosionsgefahr,
Schutzmaßnahmen gegen Gefahren im innerbetrieblichen Transport und Verkehr,
persönliche Schutzausrüstungen und besondere Sicherheitsmaßnahmen;
Wiedergewinnungskreisläufe,
Wasser- und Luftreinhaltung,
Staubschutz.
(8) Die schriftliche Prüfung besteht je Prüfungsfach aus einer unter Aufsicht anzufertigenden Arbeit und soll nicht länger als 12 Stunden dauern. Die Mindestzeiten betragen im Prüfungsfach:
1. Mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen: 1 Stunde,
2. Technische Kommunikation: 1 Stunde,
3. Nähr- und Rohstoffe: 1 Stunde,
4. Betriebstechnik: 2 Stunden,
5. Fertigungstechnik: 2 Stunden,
6. Arbeitssicherheit und Umweltschutz: 1 Stunde.
(9) Wurden in nicht mehr als zwei der in Absatz 1 genannten Fächer mangelhafte Prüfungsleistungen erbracht, ist in diesen eine mündliche Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer ungenügenden Prüfungsleistung besteht diese Möglichkeit nicht. Die Ergänzungsprüfung soll je Prüfungsfach und Prüfungsteilnehmer nicht länger als zehn Minuten dauern. Die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung und die der mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu einer Note zusammengefasst. Dabei wird die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung doppelt gewichtet.
(2) Die Prüfung ist bestanden, wenn der Prüfungsteilnehmer in jedem der drei Prüfungsteile sowie im schriftlichen und im praktischen Teil des berufs- und arbeitspädagogischen Teils mindestens ausreichende Leistungen erbracht hat; dabei dürfen nur in höchstens einem Prüfungsfach je Prüfungsteil gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 1 und 2 nicht ausreichende Leistungen vorliegen.
Diese Verordnung tritt am 1. März 1986 in Kraft.
(Fundstelle: BGBl. I 1985, 1701 - 1702;
Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin -
hat am ............................... die Prüfung zum anerkannten Abschluß
gemäß der Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter
Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Lebensmittel
vom 21. August 1985 (BGBl. I S. 1695),
die zuletzt durch Artikel 29 der Verordnung vom 26. März 2014 (BGBl. I S. 274)
I. Fachrichtungsübergreifende Prüfung ..........
1. Grundlagen für kostenbewußtes Handeln ..........
2. Grundlagen für rechtsbewußtes Handeln ..........
3. Grundlagen für die Zusammenarbeit im Betrieb ..........
Die Prüfungsteilnehmerin wurde nach § 6 im Hinblick auf die
am .......... in .......... vor .......... abgelegte Prüfung
vom Prüfungsbestandteil .......... freigestellt.“)
II. Fachrichtungsspezifische Prüfung ..........
1. Mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen ..........
2. Technische Kommunikation ..........
3. Nähr- und Rohstoffe ..........
4. Betriebstechnik ..........
5. Fertigungstechnik ..........
6. Arbeitssicherheit und Umweltschutz ..........
III. Berufs- und arbeitspädagogische Eignung ..........
Der Prüfungsteilnehmer/Die Prüfungsteilnehmerin hat nach
§ 3 Absatz 3 den Nachweis über den Erwerb der berufs- und
arbeitspädagogischen Eignung durch die Prüfung am ..........
in .......... vor .......... erbracht.
Aufh: V aufgeh. durch § 19 Satz 2 V 806-22-6-56 v. 31.1.2017 I 139 mWv 1.7.2017
Sonst: Ersetzt durch V 806-22-6-56 v. 31.1.2017 I 139 (IMLebensmFPrV)
Stand: Zuletzt geändert durch Art. 29 V v. 26.3.2014 I 274
1985, 1695: BGBl I

References: § 46
 § 24
 § 19

§ 5
 § 3
 § 6

§ 3
 § 19
 Art. 29