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Timestamp: 2016-10-28 23:33:22+00:00

Document:
6B_271/2015 (26.08.2015)
6B_271/2015, 6B_313/2015 � � Urteil vom 26. August 2015
6B_313/2015
vertreten durch Rechtsanwalt Michael Felder,
6B_271/2015
Totschlag (Art. 113 StGB), Mord (Art. 112 StGB),
Verminderung der Schuldf�higkeit; Willk�r,
Beschwerden gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, I. Strafkammer, vom 12. November 2014.
�X.________ t�tete A.B.________ am 10. M�rz 2012 mit mehreren Messerstichen. Zuvor hatte C.________, die damalige Partnerin von X.________, diesen mehrfach dazu gedr�ngt, an einem "Dreier" mit ihr und ihrem Bekannten A.B.________ teilzunehmen. Dabei zeigte sie jedoch zunehmend weniger (sexuelles) Interesse an X.________, was seinerseits zu Frustrationen und Kr�nkungen f�hrte. Die Beziehung zwischen X.________ und C.________ verschlechterte sich zusehends. C.________ wollte diese schliesslich beenden. �ber die Endphase der Beziehung bestehen unterschiedliche Auffassungen. Jedenfalls forderte C.________ X.________ auf, aus ihrer Wohnung auszuziehen. Zu diesem Zweck ersuchte sie die lokale Polizei sowie eine Anw�ltin um Rat. X.________ bat C.________, l�nger bleiben zu d�rfen. Diese willigte ein, was zu einem Hin und Her f�hrte. Am 10. M�rz 2012 plante C.________, ein Wellness-Wochenende mit A.B.________ zu verbringen, was sie X.________ verschwieg. Kurz vor ihrer Abreise nahm sie einen Anruf von A.B.________ entgegen. In diesem Moment realisierte X.________, dass C.________ das Wochenende nicht allein, sondern mit A.B.________ zu verbringen beabsichtigte und geriet ausser sich. Er ergriff ein Messer und fuhr zum Bahnhof, wo A.B.________ in seinem Auto auf C.________ wartete. X.________ stach unvermittelt auf A.B.________ ein. Dieser verstarb noch am Tatort.
�Das Bezirksgericht Uster sprach X.________ am 29. Januar 2014 des Mordes schuldig und bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren, unter Anrechnung der Haft und des vorzeitigen Strafantritts. Gleichzeitig wurde gest�tzt auf Art. 63 StGB eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme angeordnet. �berdies wurde X.________ verpflichtet, den Privatkl�gern D.B.________ und E.B.________ Schadenersatz von Fr. 8'261.10 und eine Genugtuung von je Fr. 40'000.-- zu bezahlen.
�Sowohl X.________ als auch die Staatsanwaltschaft erhoben Berufung. Das Obergericht des Kantons Z�rich best�tigte am 12. November 2014 den Schuldspruch und reduzierte die Freiheitsstrafe auf 12 Jahre. Hinsichtlich der Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen best�tigte es das erstinstanzliche Urteil.
�X.________ und die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich f�hren je Beschwerde in Strafsachen mit den Antr�gen, das Urteil des Obergerichts vom 12. November 2014 sei aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. F�r das bundesgerichtliche Verfahren ersucht X.________ um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung.
�Das Bundesgericht vereinigt mehrere Verfahren, wenn sie in einem engen sachlichen Zusammenhang stehen, namentlich, wenn sie auf einem im Wesentlichen gleichartigen tats�chlichen und rechtlichen Grund beruhen und wenn sie gleiche Parteien sowie �hnliche oder gleiche Rechtsfragen betreffen (vgl. Art. 71 BGG i.V.m. Art. 24 Abs. 2 lit. b BZP; BGE 133 IV 215 E. 1; 126 V 283 E. 1; 113 Ia 390 E. 1; je mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind vorliegend erf�llt. Es rechtfertigt sich daher, die Verfahren 6B_271/2015 und 6B_313/2015 zu vereinigen und die Beschwerden in einem einzigen Entscheid zu beurteilen.
�Beschwerde von X.________ im Verfahren 6B_313/2015
�Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die rechtliche W�rdigung seiner Tat als Mord. Diese sei als Totschlag oder aber als vors�tzliche T�tung zu qualifizieren.
�Wer vors�tzlich einen Menschen t�tet, erf�llt den Grundtatbestand der vors�tzlichen T�tung von Art. 111 StGB, es sei denn, er sei besonders skrupellos vorgegangen und habe dadurch den qualifizierten Mordtatbestand (Art. 112 StGB) verwirklicht. Handelt er dagegen in einer nach den Umst�nden entschuldbaren Gem�tsbewegung oder unter grosser seelischer Belastung, kommt der privilegierte Tatbestand des Totschlags (Art. 113 StGB) zur Anwendung.
2.2.�Art. 113 StGB privilegiert nicht nur den T�ter, der sich in einer akuten Konfliktsituation befindet und sich in einer einf�hlbaren, heftigen Gem�tsbewegung wie beispielsweise J�hzorn, Wut, Eifersucht, Verzweiflung oder Angst dazu hinreissen l�sst, einen anderen Menschen zu t�ten. Die genannte Bestimmung ber�cksichtigt auch andere Situationen, in denen die zu einer T�tung f�hrende Gem�tslage in vergleichbarer Weise als entschuldbar angesehen werden kann. Erfasst werden chronische seelische Zust�nde, ein psychischer Druck, der w�hrend eines langen Zeitraums kontinuierlich anw�chst und zu einem langen Leidensprozess bis zur v�lligen Verzweiflung f�hrt. Mit der Privilegierung wird der Tatsache Rechnung getragen, dass der T�ter auf Grund seines emotionalen Erregungszustands im Moment der T�tungshandlung nur noch beschr�nkt in der Lage war, sein Verhalten zu kontrollieren.
�Die heftige Gem�tsbewegung und die grosse seelische Belastung m�ssen entschuldbar sein. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung setzt der Begriff der Entschuldbarkeit voraus, dass die heftige Gem�tsbewegung oder die grosse seelische Belastung bei objektiver Betrachtung nach den sie ausl�senden Umst�nden gerechtfertigt und die T�tung dadurch bei Beurteilung nach ethischen Gesichtspunkten in einem wesentlich milderen Licht erscheint. Es muss angenommen werden k�nnen, auch eine andere, anst�ndig gesinnte Person w�re in der betreffenden Situation leicht in einen solchen Affekt geraten. Abnorme Elemente in der Pers�nlichkeit des T�ters, wie besondere Erregbarkeit, krankhafte Eifersucht oder �bertriebenes Ehrgef�hl, verm�gen die Gem�tsbewegung nicht zu entschuldigen. Sie stellen allenfalls bei der Strafzumessung zu ber�cksichtigende Faktoren dar. Die Frage der Entschuldbarkeit der grossen seelischen Belastung ist nicht notwendigerweise nach denselben Kriterien zu entscheiden, die im Falle der heftigen Gem�tsbewegung gelten. Es ist aber auch hier davon auszugehen, wie sich ein vern�nftiger Mensch unter denselben �usseren Umst�nden verhalten h�tte und ob er aus diesen Gr�nden ebenfalls nicht mehr in der Lage gewesen w�re, die Situation richtig einzusch�tzen und sie zu meistern. Hat der T�ter die Konfliktsituation, welche die Gem�tsbewegung bzw. die seelische Belastung ausl�ste, selbst verschuldet oder doch vorwiegend durch eigenes Verhalten schuldhaft herbeigef�hrt, so ist der Affekt nicht entschuldbar (BGE 119 IV 202 E. 2a und b; Urteil 6B_829/2010 vom 28. Februar 2011 E. 4.3; je mit Hinweisen).
2.2.1.�Die Vorinstanz pr�ft zun�chst eine Subsumtion der Tat unter Art. 113 StGB. Sie erw�gt, der Beschwerdef�hrer habe unter dem Einfluss eines pl�tzlich eingetretenen Affektsturms aus Wut und Eifersucht gehandelt. Sie bejaht aus diesem Grund das Vorliegen einer heftigen Gem�tsbewegung im Sinne von Art. 113 StGB. Da dem Affektsturm eine seit l�ngerem andauernde und sich auf die Tat hin zuspitzende Konfliktlage vorausgegangen sei, welche eine akute Belastungsst�rung schweren Grades zur Folge gehabt habe, liege auch eine grosse seelische Belastung im Sinne von Art. 113 StGB vor. Hinsichtlich der Entschuldbarkeit gelangt die Vorinstanz zum Schluss, ein vern�nftiger Mensch h�tte sich unter vergleichbaren Umst�nden ernsthaft darauf gefasst machen m�ssen, dass das Ende der Beziehung sowie der Auszug aus der Wohnung mit grosser Wahrscheinlichkeit unausweichlich sein w�rden. Der Beschwerdef�hrer h�tte sich auf diese Eventualit�t einstellen und die Situation meistern m�ssen. Dass er diese nicht richtig eingesch�tzt habe, sei auf seine narzisstischen Pers�nlichkeitsz�ge in Kombination mit seinen psychischen St�rungen zur�ckzuf�hren. Konfliktsituationen, die ihren Ursprung schwergewichtig in narzisstischen Pers�nlichkeitsz�gen h�tten, w�rden nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung als �berwiegend selbstverschuldet gelten. Der Beschwerdef�hrer sei demnach nicht durch von seinem Willen unabh�ngige �ussere Umst�nde in eine Konfliktsituation hineingezwungen worden. Dass das Opfer C.________ anrief bzw. mit ihr das Wochenende zu verbringen beabsichtigte, stelle keine dem Opfer vorwerfbare Provokation dar. Das Tatbestandsmerkmal der Entschuldbarkeit sei nicht erf�llt.
2.2.2.�Soweit der Beschwerdef�hrer in Zusammenhang mit der Belastungssituation geltend macht, die Vorinstanz habe die Gesamtumst�nde, insbesondere das Mitverschulden von C.________ und des Opfers nicht hinreichend ber�cksichtigt, kann ihm nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz stellt vorab sowohl die Vorgeschichte als auch die Beziehungen der drei Beteiligten zueinander ausf�hrlich dar. Dabei ber�cksichtigt sie s�mtliche vom Beschwerdef�hrer erw�hnten Problembereiche (Wohn- und Beziehungssituation, Aufenthaltsstatus). Aus dem angefochtenen Entscheid geht auch hervor, dass der Beschwerdef�hrer in gewissem Masse abh�ngig von C.________ war. Die Vorinstanz zeigt schliesslich auf, inwiefern es seitens des Beschwerdef�hrers zu Frustrationen und Kr�nkungen kam. Im Rahmen der Pr�fung des Totschlagstatbestands wiederholt sie diese Ausf�hrungen nicht, setzt sie allerdings voraus. Soweit sind die vorinstanzlichen Erw�gungen nicht zu beanstanden. Ob die beschriebene Situation als grosse seelische Belastung im Sinne von Art. 113 StGB oder lediglich als gew�hnliche seelische Belastung zu qualifizieren ist, kann offenbleiben, da jedenfalls die Entschuldbarkeit nicht gegeben ist. Diese pr�ft das Bundesgericht als Rechtsfrage mit voller Kognition (vgl. Urteil 6S.384/2000 vom 31. Oktober 2000 E. 4b). Diesbez�glich ist festzuhalten, dass C.________ den Beschwerdef�hrer aufgefordert hatte, aus ihrer Wohnung auszuziehen. Soweit der Beschwerdef�hrer geltend macht, es treffe nicht zu, dass er die Beziehungs- und Wohnsituation nicht richtig eingesch�tzt habe, ist auf die verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) abzustellen. Demnach erkundigte er sich zwar bei seiner vormaligen Vermieterin nach einer Wohnm�glichkeit. Den Glauben an eine gemeinsame Zukunft mit C.________ gab er allerdings nie auf, obwohl eine solche h�chst unsicher schien und das Beziehungsende absehbar war. Unter diesen Umst�nden ist die vorinstanzliche Schlussfolgerung, ein vern�nftiger Mensch h�tte sich ernsthaft darauf gefasst machen m�ssen, dass das Ende der Beziehung sowie ein Auszug aus der Wohnung mit grosser Wahrscheinlichkeit unausweichlich sein w�rden, nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz stellt fest, die Tatsache, dass der Beschwerdef�hrer die Situation falsch eingesch�tzt habe, sei schwergewichtig auf seine narzisstischen Pers�nlichkeitsz�ge sowie auf seine psychischen Probleme zur�ckzuf�hren. Dabei stellt sie die narzisstischen Pers�nlichkeitsz�ge als Ursache f�r das Ausmass der Konfliktsituation in den Vordergrund. Diese waren, wie dem angefochtenen Urteil implizit zu entnehmen ist, vorbestehend und somit nicht eine Folge der Belastungssituation. Die diesbez�glichen Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers sind daher nicht stichhaltig. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gelten Belastungssituationen, welche auf narzisstische Pers�nlichkeitsz�ge respektive einen dadurch verst�rkten Egoismus zur�ckzuf�hren sind, nicht als �ussere, vom Willen des T�ters unabh�ngige Umst�nde (vgl. BGE 119 IV 202 E. 2b). In diesem Sinne ist die Entschuldbarkeit zu verneinen. Die Vorinstanz ber�cksichtigt die psychischen Aspekte zutreffend im Rahmen der Strafzumessung (vgl. Urteil 6B_158/2010 vom 1. April 2010 E. 3.1.2 mit Hinweisen).
�Hinsichtlich der heftigen Gem�tsbewegung geht die Vorinstanz davon aus, der Beschwerdef�hrer habe unter einem pl�tzlich eingetretenen Affektsturm aus Wut und Eifersucht gehandelt. Zu Recht gelangt sie zum Schluss, weder das geplante Wellness-Wochenende noch der in diesem Zusammenhang erfolgte Anruf des Opfers, welcher der Ausl�ser f�r die Tat gewesen sei, stelle eine diesem vorwerfbare Provokation dar. Die heftige Gem�tsbewegung mag zwar f�r einen Durchschnittsmenschen der Rechtsgemeinschaft nachvollziehbar sein. Es reicht jedoch nicht aus, dass der Affekt psychologisch erkl�rbar ist. Er muss vielmehr durch die �usseren Umst�nde, welche die Erregung ausgel�st haben, gerechtfertigt sein (BGE 82 IV 86 E. 1). Die Trennung sowie die Tatsache, dass sich C.________ mit einem anderen Mann traf, waren f�r den Beschwerdef�hrer voraussehbar und er h�tte sich auf diese Situation einstellen m�ssen, was er aufgrund der bereits genannten Umst�nde nicht tat. In diesem Sinne ist auch hinsichtlich des Tatbestandsmerkmals der heftigen Gem�tsbewegung die Entschuldbarkeit zu verneinen. Die Vorinstanz ber�cksichtigt die massgebenden Umst�nde und zieht zutreffende rechtliche Schlussfolgerungen. Eine Verletzung der Begr�ndungspflicht ist nicht ersichtlich. Die Verurteilung des Beschwerdef�hrers erfolgte somit zu Recht nicht nach dem Totschlagstatbestand gem�ss Art. 113 StGB.
2.3.�Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die vom Gesetz geforderte besondere Skrupellosigkeit im Sinne von Art. 112 StGB sei in seinem Fall entgegen der im angefochtenen Entscheid vertretenen Auffassung nicht gegeben. Damit ist die Abgrenzung zwischen vors�tzlicher T�tung und Mord strittig.
2.3.1.�Eine vors�tzliche T�tung ist als Mord zu qualifizieren, wenn der T�ter besonders skrupellos handelt, namentlich wenn sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausf�hrung besonders verwerflich sind (Art. 112 StGB). Mord zeichnet sich nach der Rechtsprechung durch eine aussergew�hnlich krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Es geht um die besonders verwerfliche Ausl�schung eines Menschenlebens. F�r die Qualifikation verweist das Gesetz in nicht abschliessender Aufz�hlung auf �ussere (Ausf�hrung) und innere Merkmale (Beweggrund, Zweck). Diese m�ssen nicht alle erf�llt sein, um Mord anzunehmen. Entscheidend ist eine Gesamtw�rdigung der �usseren und inneren Umst�nde der Tat. Eine besondere Skrupellosigkeit kann beispielsweise entfallen, wenn das Tatmotiv einf�hlbar und nicht krass egoistisch war, so etwa, wenn die Tat durch eine schwere Konfliktsituation ausgel�st wurde. F�r Mord typische F�lle sind die T�tung eines Menschen zum Zwecke des Raubes, T�tungen aus religi�sem oder politischem Fanatismus oder aus Geringsch�tzung. Die f�r eine Mordqualifikation konstitutiven Elemente sind jene der Tat selber, w�hrend Vorleben und Verhalten nach der Tat nur heranzuziehen sind, soweit sie tatbezogen sind und ein Bild der T�terpers�nlichkeit geben (BGE 141 IV 61 E. 4.1; 127 IV 10 E. 1a; je mit Hinweisen).
2.3.2.�Konkret bringt der Beschwerdef�hrer vor, sein Tatmotiv sei nicht krass egoistisch gewesen. Ausserdem ber�cksichtige die Vorinstanz zu wenig, dass er im Affekt gehandelt habe, weshalb er nicht mehr f�hig gewesen sei, bewusste Entscheidungen zu treffen. Schliesslich sei die Tat weder geplant noch heimt�ckisch gewesen.
2.3.3.�Gem�ss Vorinstanz griff der Beschwerdef�hrer das ahnungs- und wehrlose Opfer unvermittelt an, als dieses im Auto sass und auf C.________ wartete. Die Vorgehensweise ist nicht in dem Sinne als heimt�ckisch zu bezeichnen, als dass der Beschwerdef�hrer das Opfer durch List oder mittels eines Hinterhalts in das Auto gelockt h�tte. Dennoch k�nnen das Ausnutzen besonderer Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers die Tat als besonders skrupellos erscheinen lassen (vgl. Urteil 6B_55/2015 vom 7. April 2015 E. 2.1 mit Hinweisen). Weiter ging der Beschwerdef�hrer mit erheblicher Brutalit�t vor. Er stach zahlreiche Male mit grosser Wucht auf das Opfer ein. Dieses wies 34 scharfe Schnitt- und Stichverletzungen und 22 auf stumpfe Gewalt zur�ckzuf�hrende Verletzungen auf. Eine Stichverletzung f�hrte gar zur Er�ffnung (Durchstich) der rechten Herzkammer. Dabei ging er mit ausserordentlicher Entschiedenheit vor. Er stach dem Opfer gezielt in den Oberk�rper und den Hals. Nach einer ersten Angriffsserie attackierte er das bereits schwer verletzte Opfer, als dieses aus dem Auto gestiegen war, von neuem und f�hrte die Tat zu Ende. Die Feststellung der Vorinstanz, wonach die Tatausf�hrung besonders verwerflich war, ist nicht zu beanstanden. Dass der Beschwerdef�hrer in einem Affekt handelte, ber�cksichtigt sie zutreffend im Rahmen der Strafzumessung.
�Hinsichtlich der Beweggr�nde h�lt die Vorinstanz fest, der Beschwerdef�hrer habe zun�chst hartn�ckig versucht, das Opfer von C.________ fernzuhalten. Er habe jedoch feststellen m�ssen, dass dieses bei ihr eine privilegierte Stellung genossen habe. Der Beschwerdef�hrer habe sich gekr�nkt und gedem�tigt gef�hlt. Bewusst provoziert habe ihn das Opfer jedoch nicht. Um seine eigene Beziehung mit C.________ und die gemeinsame Zukunft zu sichern, habe er das Opfer schliesslich umgebracht. Dies zeuge von reinem Egoismus. Das Opfer habe keinerlei Schuld an den Beziehungsproblemen zwischen dem Beschwerdef�hrer und C.________ getragen. Selbst der Beschwerdef�hrer habe die Alkoholprobleme von C.________ als Grund f�r das Nichtfunktionieren der Beziehung angegeben. Diese Erw�gungen sind zutreffend. Daran �ndert auch der Einwand des Beschwerdef�hrers nichts, die Tat sei nicht skrupellos gewesen, da er C.________ habe helfen wollen, von ihrer Alkoholsucht und dem damit zusammenh�ngenden "promiskuitiven Lebensstil" loszukommen. Gem�ss Vorinstanz handelte der Beschwerdef�hrer nicht aus altruistischen Motiven. Es sei vom Opfer keine Gef�hrdung ausgegangen und es sei auch nicht ersichtlich, wovor C.________ habe gerettet werden m�ssen. Dem Beschwerdef�hrer sei es nicht um sie, sondern in erster Linie um ihn selber gegangen. Er habe es schlicht nicht ertragen k�nnen, dass C.________ mit dem Opfer ein Verh�ltnis hatte und sich nicht so verhielt, wie er es sich vorstellte. Er glaubte, es w�rde sich alles zum Guten wenden, wenn sie von ihrer Alkoholsucht geheilt w�re, und sah seine Wunschvorstellung von einem Leben mit ihr gef�hrdet. Der Beschwerdef�hrer habe einzig und allein die Elimination eines Nebenbuhlers bezweckt. Die Gesamtbetrachtung lasse das Tatmotiv als krass egoistisch erscheinen. Hinsichtlich der Planung f�hrt die Vorinstanz aus, der Beschwerdef�hrer habe die Tat nicht eigentlich geplant, sondern spontan im Affekt gehandelt. Ein Affekt schliesse die Qualifizierung einer T�tung als Mord allerdings nicht aus. Damit hat die Vorinstanz die Hintergr�nde der Tat und deren Ausf�hrung eingehend beleuchtet und zutreffende Schlussfolgerungen gezogen. Die Verurteilung des Beschwerdef�hrers wegen Mordes (Art. 112 StGB) verletzt kein Bundesrecht.
�Hinsichtlich des zugesprochenen Schadenersatzes macht der Beschwerdef�hrer geltend, dieser bemesse sich nach den Umst�nden und nach der Gr�sse des Verschuldens. Grunds�tzlich k�nne ein erlittener Schaden auch nur teilweise ersetzt werden. Damit legt der Beschwerdef�hrer nicht dar, inwiefern das vorinstanzliche Urteil Bundesrecht verletzen soll. Soweit er seinen Einwand mit einer Verurteilung wegen Totschlags begr�ndet, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, da es bei der Verurteilung wegen Mordes bleibt. Gleiches gilt f�r die beantragte Reduktion der zugesprochenen Genugtuungen, welche er ebenfalls mit einer Verurteilung wegen Totschlags begr�ndet.
�Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdef�hrer grunds�tzlich kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung ist gutzuheissen, da von seiner Bed�rftigkeit auszugehen ist und seine Rechtsbegehren nicht von vornherein aussichtslos waren. Es sind keine Kosten zu erheben. Seinem Rechtsvertreter ist eine Entsch�digung aus der Bundesgerichtskasse auszurichten (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG).
�Beschwerde der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich im Verfahren 6B_271/2015
�Die Oberstaatsanwaltschaft r�gt eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts und eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs respektive der Begr�ndungspflicht in Zusammenhang mit der Frage der Schuldf�higkeit.
5.1.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Sachverhaltsfeststellung kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich im Sinne von Art. 9 BV ist (BGE 139 II 404 E. 10.1 mit Hinweisen; zum Begriff der Willk�r BGE 139 III 334 E. 3.2.5; 138 I 49 E. 7.1; je mit Hinweisen) oder wenn sie auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Eine entsprechende R�ge muss klar vorgebracht und substanziiert begr�ndet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG). Auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 140 III 264 E. 2.3; 139 II 404 E. 10.1; je mit Hinweisen).
5.2.�Gem�ss dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. F.________ vom 6. Dezember 2012 ist nicht klar, ob die Affekt�berflutung zum Zeitpunkt eintrat, als der Beschwerdegegner das Telefonat zwischen C.________ und dem sp�teren Opfer mith�rte (Tathypothese A) oder als er mit dem Opfer am Bahnhof zusammentraf und allenfalls dort noch in einen zus�tzlichen Konflikt mit diesem geriet (Tathypothese B).
�Nach der Tathypothese A m�sse davon ausgegangen werden, dass der gesamte weitere Tatmechanismus relativ "ungeplant und ungesichert" abgelaufen sei. Die Einsicht des Beschwerdegegners in das Unrecht seines Tuns sei unter Ber�cksichtigung dieser Hypothese erhalten geblieben. Hingegen sei die Steuerungsf�higkeit hochgradig vermindert gewesen. Dies sei auch mit den Zeugenaussagen vereinbar, wonach der Beschwerdegegner wie in Trance gewirkt und nicht auf Interventionen reagiert habe. F�r diese Hypothese spreche auch die vom Beschwerdegegner geltend gemachte Amnesie ab dem Zeitpunkt des Telefonats bis zur Verhaftung. Schliesslich gebe der Beschwerdegegner an, schockiert gewesen zu sein, als er das Ausmass seiner Tat realisiert habe, was ebenfalls zu Tathypothese A passen w�rde. Eine vollst�ndige Aufhebung der Steuerungsf�higkeit schliesst die Gutachterin aus. Immerhin handle es sich um ein "mehrzeitiges Tatgeschehen", welches dem Beschwerdegegner einiges an motorischen und planerischen F�higkeiten abverlangt habe.
�Gem�ss Tathypothese B habe der Beschwerdegegner im Rahmen einer affektiven Erregung in der Wohnung von C.________ das Messer beh�ndigt, um das sp�tere Opfer zu konfrontieren. Damit habe er in Kauf genommen, das Messer bei einer weiteren Eskalation einzusetzen. Im Vergleich zu Tathypothese A sei von einem erh�hten Handlungsspielraum und von einer lediglich mittelgradig eingeschr�nkten Steuerungsf�higkeit auszugehen.
5.3.�Die Vorinstanz erw�gt, selbst wenn die Tat nicht geplant gewesen sei, habe sich der Beschwerdegegner vor der Tatausf�hrung Gedanken zur Vorgehensweise gemacht. Er habe das Messer mit einer bestimmten Zielsetzung an sich genommen. Angesichts der erwiesenen konkreten Tatausf�hrung (Aufreissen der Autot�r und sofortiges Zustechen) sei allerdings von Tathypothese A auszugehen.
5.4.�Die Oberstaatsanwaltschaft wendet ein, die Tathypothese A sei offensichtlich unrichtig. Nach den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen sei der Beschwerdegegner aufgrund des erw�hnten Telefonats in einen Affektsturm aus Wut und Eifersucht geraten. Er habe das Tatmesser ergriffen und sei damit zum Bahnhof gefahren. Dort habe er das �berraschte Opfer ohne Vorwarnung mit massivster Gewalt angegriffen. Der Beschwerdegegner habe das Messer demnach mit einer bestimmten Zielsetzung an sich genommen. Gest�tzt auf diese sachverhaltliche Ausgangslage k�nne nun aber nicht von Tathypothese A ausgegangen werden, wonach die Tat relativ ungeplant abgelaufen sei, denn der Tatablauf habe einige motorische und planerische F�higkeiten abverlangt. Die Vorinstanz weiche mit den erw�hnten Ausf�hrungen ohne erkennbaren Grund und mit einer offensichtlich widerspr�chlichen Argumentation vom Gutachten ab. Sie verletze zudem ihre Begr�ndungspflicht.
5.5.�Die Feststellungen der Vorinstanz, der Beschwerdegegner habe das Messer mit einer bestimmten Zielsetzung ergriffen und die Tat habe eine gewisse Planung erfordert, sind mit dem Gutachten respektive der dort erw�hnten Tathypothese A ohne Weiteres vereinbar. Die Vorinstanz geht bei ihren Ausf�hrungen im Grunde davon aus, die Planungs- und Steuerungsf�higkeit sei im f�r die Tatausf�hrung erforderlichen Mass erhalten geblieben. Dies ergibt sich auch aus dem Gutachten, wonach die Steuerungsf�higkeit bei Tathypothese A zwar eingeschr�nkt, jedoch nicht vollst�ndig aufgehoben war. Die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen sind damit nicht willk�rlich. Weiter verwirft die Vorinstanz Tathypothese B aufgrund des von ihr festgestellten Tathergangs. Der in Zusammenhang mit der Tathypothese B erw�hnte Geschehensablauf, wonach der Beschwerdegegner das Opfer zun�chst stellte und anschliessend aufgrund eines eskalierenden Konflikts auf dieses losging, ist nach den vorinstanzlichen Feststellungen nicht erstellt. Vielmehr geht die Vorinstanz davon aus, der Beschwerdegegner habe sich nach Eintreffen am Bahnhof zum Fahrzeug des Opfers begeben, die Autot�re aufgerissen und sei unvermittelt zum Angriff �bergegangen. Diese Sachverhaltsfeststellungen sind einerseits nicht offensichtlich unrichtig und andererseits mit der Tathypothese A vereinbar. Dass eine andere L�sung oder W�rdigung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erscheint, gen�gt f�r die Annahme von Willk�r nicht. Eine Verletzung der Begr�ndungspflicht ist ebenfalls nicht ersichtlich.
�Die Beschwerde ist abzuweisen. Es sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 66 Abs. 4 BGG). Dem Beschwerdegegner ist keine Parteientsch�digung auszurichten, da ihm im bundesgerichtlichen Verfahren keine Kosten entstanden sind.
Die Verfahren 6B_271/2015 und 6B_313/2015 werden vereinigt.
Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung im Verfahren 6B_313/2015 wird gutgeheissen.
Dem Anwalt des Beschwerdef�hrers, Rechtsanwalt Michael Felder, wird f�r das Verfahren 6B_313/2015 aus der Bundesgerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 3'000.-- ausgerichtet.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Z�rich, I. Strafkammer, und Rechtsanw�ltin Katja Fehrlin, Winterthur, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 26. August 2015

References: Art. 63
 Art. 71
 Art. 24
 BGE 
 Art. 111
 Art. 113
 Art. 113
 Art. 113
 Art. 113
 BGE 
 Art. 113
 Art. 112
 Art. 9
 BGE 
 Art. 95