Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/brau-maelzausbv-2007
Timestamp: 2020-08-10 15:58:17+00:00

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Auf Grund des § 4 Abs. 1 in Verbindung mit § 5 des Berufsbildungsgesetzes vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931), von denen § 4 Abs. 1 zuletzt durch Artikel 232 Nr. 1 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) geändert worden ist, und des § 25 Abs. 1 in Verbindung mit § 26 der Handwerksordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. September 1998 (BGBl. I S. 3074, 2006 I S. 2095), von denen § 25 Abs. 1 zuletzt durch Artikel 146 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) und § 26 zuletzt durch Artikel 2 Nr. 4 des Gesetzes vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931) geändert worden ist, verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung:
Der Ausbildungsberuf Brauer und Mälzer/Brauerin und Mälzerin wird
nach § 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe Nummer 29, Brauer und Mälzer, der Anlage B der Handwerksordnung
(2) Die Berufsausbildung zum Brauer und Mälzer/zur Brauerin und Mälzerin gliedert sich wie folgt (Ausbildungsberufsbild):
Rohstoffe, Hilfsstoffe und Betriebsmittel,
Herstellen von Malz,
Herstellen von Würze,
Gären, Reifen, Lagern und Filtrieren von Bier,
Herstellen von alkoholfreien Erfrischungsgetränken und Biermischgetränken,
Abfüllen und Verpacken,
Getränkeschankanlagen und Produktpflege,
Warten; Steuern und Regeln;
Planen von Arbeitsabläufen, qualitätssichernde Maßnahmen,
(1) Zur Ermittlung des Ausbildungstandes ist eine Zwischenprüfung durchzuführen. Sie soll zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden.
(3) Die Zwischenprüfung findet in einem praktisch durchzuführenden und in einem schriftlich durchzuführenden Prüfungsbereich statt. In der Zwischenprüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er Verfahrensschritte darstellen, Produktionsabläufe kontrollieren und dokumentieren, Produktionsanlagen reinigen und desinfizieren, Arbeitsmittel festlegen, technische Unterlagen sowie Informations- und Kommunikationssysteme nutzen, fachbezogene Berechnungen durchführen, Funktionsweisen von Anlagen und Maschinen beschreiben, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Hygiene und zum Umweltschutz durchführen kann.
(4) Für den praktischen Prüfungsbereich bestehen folgende Vorgaben:
Folgende Gebiete sind zugrunde zu legen:
Getreide, Wasser, Hopfen, Hefe,
technische Einrichtungen;
der Prüfling soll bis zu vier Arbeitsproben durchführen und mit praxisüblichen Unterlagen dokumentieren;
die Prüfungszeit beträgt höchstens zwei Stunden.
(5) Für den schriftlichen Prüfungsbereich bestehen folgende Vorgaben:
Rohstoffe und deren Lagerung,
Malzherstellung,
Würzeherstellung,
Kälteerzeugung,
der Prüfling soll schriftliche Aufgaben bearbeiten, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen;
die Prüfungszeit beträgt höchstens drei Stunden.
§ 6 Gesellenprüfung/Abschlussprüfung
(1) Durch die Gesellenprüfung/Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Gesellenprüfung/Abschlussprüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zugrunde zu legen.
(2) Die Gesellenprüfung/Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen
praktische Arbeit,
Verfahrenstechnologie,
(3) Für den Prüfungsbereich praktische Arbeit bestehen folgende Vorgaben:
Der Prüfling soll nachweisen, dass er Roh- und Hilfsstoffe sowie Betriebsmittel auswählen und beurteilen, Fehler und Qualitätsmängel ermitteln und beheben, Messgeräte kalibrieren und einsetzen, Arbeitsmittel festlegen, Arbeitsabläufe unter Beachtung rechtlicher, wirtschaftlicher und verfahrenstechnologischer Vorgaben planen und durchführen, Arbeitsergebnisse auswerten und dokumentieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zur Hygiene, zur Qualitätssicherung und zum Umweltschutz durchführen kann;
hierfür ist aus den Gebieten
Steuern von Brauprozessen,
in Betrieb nehmen und übergeben einer Schankanlage,
Warten und in Betrieb nehmen von Teilsystemen,
Einrichten oder Umrüsten eines Anlagenteils aus dem Abfüllbereich,
Ausmischen eines Biermischgetränkes oder eines alkoholfreien Getränkes,
Proben ziehen und auswerten, Parameter bestimmen,
auszuwählen, wobei die Gebiete nach den Buchstaben a und b in der Auswahl enthalten und aus den Gebieten nach den Buchstaben c und d sowie aus den Gebieten nach den Buchstaben e und f jeweils eins enthalten sein muss;
der Prüfling soll vier Arbeitsproben durchführen und mit praxisüblichen Unterlagen dokumentieren;
die Arbeitsprobe nach Nummer 2 Buchstabe a muss mindestens zwei Teilprozesse umfassen; der zugrunde liegende Prozess kann als Simulation erfolgen, wobei dem Prüfling Gelegenheit zu geben ist, sich in das Simulationsprogramm einzuarbeiten;
die Prüfungszeit beträgt insgesamt höchstens fünf Stunden.
(4) Für den Prüfungsbereich Verfahrenstechnologie bestehen folgende Vorgaben:
Der Prüfling soll nachweisen, dass er fachliche Probleme mit verknüpften arbeitsorganisatorischen, naturwissenschaftlichen, mathematischen, technologischen und betriebswirtschaftlichen Sachverhalten analysieren, bewerten und geeignete Lösungswege darstellen kann; dabei sollen Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, Hygiene sowie qualitätssichernde Maßnahmen berücksichtigt werden;
es kommen Aufgaben aus der Herstellung von Malz und Bier sowie von Biermischgetränken und alkoholfreien Getränken sowie verfahrenstechnische Berechnungen in Betracht;
die Prüfungszeit beträgt höchstens 150 Minuten.
(5) Für den Prüfungsbereich Betriebstechnik bestehen folgende Vorgaben:
es kommen Aufgaben zu Einsatz, Funktion, Erhalt und Reinigung von Maschinen und Anlagen sowie zur Funktion von Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen in Betracht;
die Prüfungszeit beträgt höchstens 90 Minuten.
praktische Arbeit 50 Prozent,
Verfahrenstechnologie 25 Prozent,
Betriebstechnik 15 Prozent,
(8) Die Gesellenprüfung/Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen
im Prüfungsbereich praktische Arbeit sowie in der Arbeitsprobe nach Absatz 3 Nr. 2 Buchstabe b jeweils mit mindestens "ausreichend",
(9) Auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses ist die Prüfung in einem der mit schlechter als "ausreichend" bewerteten Prüfungsbereiche, in denen Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2 : 1 zu gewichten.
Anlage (zu § 3)Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Brauer und Mälzer/zur Brauerin und Mälzerin
(Fundstelle: BGBl. I 2007, 189 - 192 (1202))
Abschnitt A Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
1 Hygiene (§ 3 Abs. 2 Abschnitt A Nr. 1)
2 Rohstoffe, Hilfsstoffe und Betriebsmittel (§ 3 Abs. 2 Abschnitt A Nr. 2)
Bedarf an Rohstoffen, Hilfsstoffen und Betriebsmitteln für Produktionsabläufe im Heißbereich der Brauerei festlegen
Rohstoffe, Hilfsstoffe und Betriebsmittel für die Mälzerei und den Heißbereich der Brauerei annehmen, prüfen, lagern und bereitstellen
Lagerbestände kontrollieren und pflegen
Bedarf an Hilfsstoffen und Betriebsmitteln für Produktionsabläufe für den Kaltbereich und und die Abfüllung festlegen
Hilfsstoffe und Betriebsmittel für den Kaltbereich der Brauerei und die Abfüllung annehmen, prüfen, lagern und bereitstellen
3 Herstellen von Malz (§ 3 Abs. 2 Abschnitt A Nr. 3)
Anlagen und Maschinen zum Fördern, Aufbereiten, Weichen, Keimen, Darren, Entkeimen und Einlagern bedienen und Produktionsabläufe kontrollieren
Zeiten, Temperaturen und Mengen für Mälzungsprozesse festlegen
Weichgrad, Keimstadium, Kornauflösung und Mälzungsschwand feststellen
Proben nehmen, Getreide- und Malzanalysen durchführen
4 Herstellen von Würze (§ 3 Abs. 2 Abschnitt A Nr. 4)
Malz unter Berücksichtigung von Vorgaben zur Schrotbeschaffenheit schroten
Zeiten, Temperaturen und Mengen für Maischprozesse festlegen
Maischprozesse nach Malzqualität und Biersorte führen
Maische läutern
Würze kochen und Hopfen geben
Würze klären und kühlen
Brauwasser analysieren
5 Gären, Reifen, Lagern und Filtrieren von Bier (§ 3 Abs. 2 Abschnitt A Nr. 5)
Gärung, Reifung und Lagerung steuern, Reifezustand von Bier ermitteln
Bieranalysen durchführen
6 Herstellen von alkoholfreien Erfrischungsgetränken und Biermischgetränken (§ 3 Abs. 2 Abschnitt A Nr. 6)
Karbonisierungsanlagen bedienen und Kohlensäuregehalte einstellen
Zucker- und Siruparten sowie Essenzen unterscheiden und Dosierungen berechnen
Ausmischanlagen bedienen
Limonaden, Fruchtsäfte oder fruchtsafthaltige Getränke herstellen
Biermischgetränke herstellen
7 Abfüllen und Verpacken (§ 3 Abs. 2 Abschnitt A Nr. 7)
Verpackungen annehmen, prüfen, lagern und bereitstellen
Abfüllanlagen einrichten, umrüsten und bedienen
Proben für die Überwachung der Abfüllung nehmen und auswerten
8 Getränkeschankanlagen und Produktpflege (§ 3 Abs. 2 Abschnitt A Nr.8)
Getränkeschankanlagen aufbauen, in Betrieb nehmen, pflegen und handhaben
Gefährdungsbeurteilungen für Getränkeschankanlagen nach rechtlichen Vorschriften durchführen
Getränkeschankanlagen übergeben und Betreiber unterweisen
Produkte lagern und präsentieren, Kunden beraten
Gläser pflegen und Getränke ausschenken
9 Technische Infrastruktur (§ 3 Abs. 2 Abschnitt A Nr. 9)
Verfahrensschaubilder und Verrohrungspläne lesen und anwenden
Anlagen zur Wasserversorgung und zur Wasseraufbereitung sowie zur Abwasserbehandlung bedienen und überwachen
Kälte-, Druckluft- und Dampferzeugungsanlagen bedienen und überwachen
Anlagen zur Wärmerückgewinnung bedienen und überwachen
10 Warten; Steuern und Regeln (§ 3 Abs. 2 Abschnitt A Nr. 10)
mechanische Wartungsarbeiten an Maschinen und Geräten durchführen
Pumpen und Ventile warten
Messeinrichtungen kalibrieren sowie Parameter für Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen festlegen und dokumentieren
speicherprogrammierbare Steuerungssysteme parametrieren und Funktionsabläufe kontrollieren
Abschnitt B Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
1 Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht (§ 3 Abs. 2 Abschnitt B Nr. 1)
2 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes (§ 3 Abs. 2 Abschnitt B Nr. 2)
3 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (§ 3 Abs. 2 Abschnitt B Nr. 3)
4 Umweltschutz (§ 3 Abs. 2 Abschnitt B Nr. 4) Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
5 Planen von Arbeitsabläufen qualitätssichernde Maßnahmen (§ 3 Abs. 2 Abschnitt B Nr. 5) I
Arbeitsschritte und -abläufe nach funktionalen, organisatorischen, technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Kriterien sowie nach Herstellervorgaben planen und festlegen
fachbezogene Rechtsvorschriften anwenden
chemischtechnische Analysen und sensorische Prüfungen in der Mälzerei und im Heißbereich der Brauerei durchführen
Arbeitsergebnisse kontrollieren, dokumentieren und bewerten
Maßnahmen zur Vermeidung und Behebung von Fehlern und Qualitätsmängeln durchführen
Maßnahmen zur Verbesserung von Arbeitsprozessen vorschlagen
chemischtechnische Analysen und sensorische Prüfungen im Kaltbereich der Brauerei sowie mikrobiologische Untersuchungen durchführen
6 Information und Kommunikation (§ 3 Abs. 2 Abschnitt B Nr. 6)
Kommunikation mit vorausgehenden und nachgelagerten Funktionsbereichen sicherstellen
Sachverhalte in Gesprächen mit Vorgesetzten, Mitarbeitern, Zulieferern und Abnehmern darstellen sowie deutsche und fremdsprachige Fachausdrücke anwenden
2007, 186 (1202): BGBl I

References: § 4
 § 5
 § 4
 § 25
 § 26
 § 25
 § 26
 § 25

§ 6
 § 3