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| 15.05.2006 20:25 |
Mich würde im Zusammenhang zum Cybersex und den Risiken der falschen Altersangaben folgendes interessieren.
Inwieweit greift der § 176 STGB.
Insbesondere der § 176 Abs. 4
Zu § 176 Abs.4 Nr. 1 verstehe ich nicht, was "vor einem Kind" bedeutet, sind dort auch die elektronischen Bildträger gemeint (§ 11 Abs.3 zum Beispiel Camsex) oder heisst das, dass man vor einem Kind sexuelle Handlungen vornehmen muss, sich im selben Raum befinden muss.
Sind solche Handlungen am PC duch Nr.1 gedeckt oder bezieht sich das eher auf Abs. 4 Nr. 3 ?
vielen Dank für Ihre online-Anfrage, die ich gern wie folgt beantworte:
Was unter "vor einem Kind" im Sinne des § 176 Abs. 3 Nr. 1 StGB zu verstehen ist, definiert § 184 c StGB:
Im Sinne dieses Gesetzes (StGB) sind
2. sexuelle Handlungen vor einem anderen nur solche, die vor einem anderen vorgenommen werden, der den Vorgang wahrnimmt (jedoch sich der eigentlichen Bedeutung der Handlung nicht bewusst zu sein braucht).
Es fehlt dabei an einer körperlichen Berührung. Ob eine räumliche Nähe Bedingung ist, wird unterschiedlich beurteilt und ist daher streitig. Es werden sowohl die eine Auffassung vertreten, als auch die andere. Deswegen kann ich Ihnen hinsichtlich der räumlichen Nähe leider keine eindeutige Antwort geben.
Als Handlung im Sinne des § 176 Abs. 3 Nr. 1 kommt z. B. ein vor dem Kind durchgeführter Geschlechtsverkehr, Masturbation, eine exhibitionistische Handlung o. ä. in Betracht.
Elektronische Bildträger fallen in jedem Fall unter Nr. 3. Voraussetzung ist beim Vorzeigen pornographischer Abbildungen oder Darstellungen das optische Sichtbarmachen solcher Abbildungen.
Durch § 176 StGB soll eine ungestörte Gesamtentwicklung des Kindes und damit seine Möglichkeit zur Entwicklung sexueller Selbstbestimmungsfähigkeit ohne vorzeitige sexuelle Erlebnisse gewahrt werden.
Ich hoffe, Ihnen mit den Auskünften geholfen zu haben. Sollte dennoch etwas unlar sein, können Sie gern die Nachfragefunktion nutzen.
Wie sie richtig sagten, wollte der Gesetzgeber den Schutz des Kindes gewährleisten, um dies mal abgekürzt zu sagen, durch den Einzug der elektronischen Medien wurde das Gesetz verändert und Lücken ausgefüllt.
Natürlich ist das Risiko gerade bei Cybersex groß, dass man sozusagen darauf reinfällt, da man falsches Alter annimmt, dies hat ja der Gesetzgeber durch § 16 STGB gesichert.
Da in § 176 Abs. 4 Nr. 3 der § 11 Abs. 3 erwähnt wird und hier von " vor einem Kind" geredet wird, sollte man dies in Analogem Vergleich zu § 184 STGB sehen, wo ja Porngraphische also auch Liveübertragungen durch Teledienste auch geregelt im TDG geahndet werden, ob dies auf § 176 zutrifft, können sie ja leider nicht sagen, wobei gerade das wichtig ist, da ja § 176 Abs. 4 Nr. 3 u. 4 bei Versuch nicht bestraft wird, wobei Nr. 1 davon ausgenommen wird.
Der Gesetzgeber hatte erst die Körperlichkeit vorgesehen, da dies am PC nicht geht, wird er doch auf Nr. 1 den nicht körperlichen Kontakt auch auf größerer Entfernung gemeint haben, denn sonst würde das ja nichts bringen, können sie mir dies vielleicht nochmals verdeutlichen, vielleicht gibt es Fachliteratur dazu ?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.05.2006 | 08:17
Ihre Antwort wurde korrekt und bezogen auf Ihre Fragestellung umfassend beantwortet. Eine konkrete Frage zu § 11 Abs. 3 StGB wurde von Ihnen nicht gestellt, sondern nur als Beispiel erwähnt. Zudem bot ich an, die Nachfragefunktion zu nutzen, falls etwas offen geblieben sein sollte.
Aus meiner Antwort ging eindeutig hervor, dass pornographische Abbildungen (also auch pornogr. Liveübertragungen) unter Nr. 3 fallen. In diesem Zusammenhang kommt es auf das Einwirken auf das Kind an, da eine räumliche Nähe zum Vornahmeort der sexuellen Handlung nicht möglich ist.
In jeder Fachbuchhandlung (Rechtswissenschaften) finden Sie Literatur zu diesem Thema.
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References: § 176
 § 176
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 § 176
 § 184
 § 176
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 § 16
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 § 11
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