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Timestamp: 2017-07-28 19:14:25+00:00

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Universitätsmedizin Göttingen - ppt herunterladen
Veröffentlicht von:Kätharina Schmeling
Präsentation zum Thema: "Universitätsmedizin Göttingen"— Präsentation transkript:
Universitätsmedizin GöttingenKlinische Toxikologie III Vergiftungsepidemiologie SETAC Halle, Herbert Desel Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein Universitätsmedizin Göttingen
Vergiftungsrisiken Über die Häufigkeit von Vergiftungen ist wenig bekannt daher: §16e (2) ChemG (1990)
Epidemiologie von VergiftungenÄrztliche Meldungen nach §16e(2) ChemG: Ärzte müssen fast jede Vergiftung dem BfR melden: „Wer als Arzt zur Behandlung oder zur Beurteilung der Folgen einer Erkrankung hinzugezogen wird, bei der zumindest der Verdacht besteht, dass sie auf Einwirkungen gefährlicher Stoffe, gefährlicher Zubereitungen, von Erzeugnissen, die gefährliche Stoffe oder Zubereitungen freisetzen oder enthalten, oder von Biozid-Produkten zurückgeht, hat dem Bundesinstitut für Risikobewertung den Stoff oder die Zubereitung, Alter und Geschlecht des Patienten, den Expositionsweg, die aufgenommene Menge und die festgestellten Symptome mitzuteilen. Die Mitteilung hat hinsichtlich der Person des Patienten in anonymisierter Form zu erfolgen...“ Ausnahme: Arzneimittel
Epidemiologie von Vergiftungen§16e-Meldungen sind z.Zt. nicht repräsentativ: 509 ärztliche, BG-Meldungen in 2005 Daten der Giftinformationszentren können Hinweise geben
§ 16 e(3) ChemikaliengesetzDie Bundesländer richten Giftinformationszentren (GIZn) ein Die GIZn beraten die Bevölkerung und medizinisches Fachpersonal bei akuten Vergiftungen Sie sammeln Daten zu Vergiftungen und berichten dem Bundesinstitut für Risikobewertung Jahresberichte ad hoc-Anfragen/Berichte aus aktuellem Anlass
§16e(3) ChemG (Fassung vom 20. Juni 2002)„Das Bundesinstitut für Risikobewertung übermittelt ... Angaben ... den von den Ländern zu bezeichnenden medizinischen Einrichtungen, die Erkenntnisse über die gesundheitlichen Auswirkungen gefährlicher Stoffe oder gefährlicher Zubereitungen sammeln und auswerten und bei stoffbezogenen Erkrankungen durch Beratung und Behandlung Hilfe leisten (Informations- und Behandlungszentren für Vergiftungen). Die nach Satz 1 bezeichneten Stellen berichten dem Bundesinstitut für Risikobewertung über Erkenntnisse aufgrund ihrer Tätigkeit, die für die Beratung und Behandlung von stoffbezogenen Erkrankungen von allgemeiner Bedeutung sind.“
Falldokumentation in GIZErfassung zu Expositionshäufigkeiten Erfassung der Expositionsumstände Erfassung von Vergiftungshäufigkeiten u. a. mit dem Ziel über Vergiftungsrisiken zu berichten § 16e (3) Chemikaliengesetz § 5d (4) Kosmetik-Verordnung
Expositionen  Vergiftungen
Häufigkeit von Expositionen ...
Anfragen exponierte Pat. Berlin BE, BB 35.669 (2005) 34.030 (2005) Regelmäßig Jahresberichte publizierende 8 Giftinformationszentren als Ländereinrichtungen Anfragen exponierte Pat. Berlin BE, BB (2005) (2005) München BY (2005) (2005) Göttingen HB, HH, NI, SH (2005) (2005) Bonn NW (2005) (2005) Mainz RP, HE (2005) (2005) Freiburg BW (2005) (2005) Erfurt TH, SN, ST, MV (2005) (2005) Homburg SL (2005) (2005) Summe D (2005) (2005) dazu ohne Berichte: Nürnberg
Expositionen nach Ländern (GIZ-Jahresberichte 2005)Stockholm: ca Anfragen, 9 Mio = ca. 5555 Abschätzung für Deutschland: Expositionen/Jahr
27 % chemische Produkte (2001: 22 %)Jahresbericht GIZ-Nord: Giftexponierte in 2006 Verteilung auf Noxen 27 % chemische Produkte (2001: 22 %)
Wie unterscheidet sich eine Vergiftung von einemVergiftungen ... Wie unterscheidet sich eine Vergiftung von einem Expositionsfall?
wichtiges Werkzeug: WHO-Poisoning Severity ScoreEinstufung von Fremdstoff-Expositionen nach Vergiftungs-Symptomen in verschiedenen Organsystemen in 5 Stufen: symptomlos leicht mittelschwer (± stationäre Behandlung erforderlich) schwer (=lebensbedrohlich) tödlich
PSS, Stufen leicht bis schwer
Jahresbericht GIZ-Nord 2006: Häufigkeit von Vergiftungen
Häufigkeit von Vergiftungen hochgerechnet aus GIZ-Nord-Daten 2006
1843 Vergiftete in 2006 (8 %) GIZ-Nord (mittel,schwer, letal)
Häufigkeit von Vergiftungen abgeschätzt durch Hochrechnung aus GIZ-Nord-Daten 200617227
Offizielle Krankenhausstatistik 2005 (ICD-10, www. gbe-bundOffizielle Krankenhausstatistik 2005 (ICD-10, keine Schweregrad-Einteilung! T36-T50 Vergiftungen durch Arzneimittel, Drogen und biologisch aktive Substanzen: T51-T65 Toxische Wirkungen von vorwiegend nicht medizinisch verwendeten Substanzen: F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen: F10 durch Alkohol: Alle Diagnosen 2
Häufigste Hauptdiagnosen Krankenhausbehandelter 2005Z38 Geburten I20 Angina pectoris I50 Herzinsuffizienz F10 Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol J18 Pneumonie, Erreger nicht näher bezeichnet K80 Cholelithiasis I21 Akuter Myokardinfarkt I25 Chronische ischämische Herzkrankheit S06 Intrakranielle Verletzung I63 Hirninfarkt M17	Gonarthrose (Arthrose des Kniegelenkes) C34	Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge I48	Vorhofflattern und Vorhofflimmern K40	Hernia inguinalis E11	Typ-II-Diabetes S82 Fraktur des Unterschenkels J44 Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit S72 Fraktur des Femurs G47 Schlafstörungen C50 Bösartige Neubildung der Brustdrüse (Mamma)
135 Todesfälle GIZ-Nord in 1996-2002 (0,1 %)7 Jahre GIZ-Nord ca. 1 Jahr Deutschl.
Offizielle Todesursachenstatistik 20055991: Todesfälle durch Vergiftungen 4290: Arzneimittel, Drogen und biologisch aktive Substanzen (71 %) 1326: Drogentote (Drogen- und Suchtbericht 2005) 1241: andere chemische Stoffe 854: Gase und Dämpfe 91: Pestizide 418: Ethanol 42: Tiere oder Pflanzen 5562: Todesfälle aufgrund psychischer und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
Jährliche Todesfälle durch akute und chronische Vergiftungen (Deutschland)Akute Vergiftungen ca Chronische Vergiftungen Todesfälle durch Rauchen ca Todesfälle durch Ethanol-Konsum	ca *) Todesfälle durch Feinstaub ca im Vergleich: Verkehrstote 2005: Gesamtzahl Todesfälle ca *) ohne TU lt.Gesundheitsbericht für Deutschland, 1998, Kap. 3.3 Zusammenfassung
Langfristige Trendentwicklung bei VergiftungenVergiftungshäufigkeiten und Vergiftungsursachen unterliegen einem zeitlichen Wandel klassisches Beispiel: Ersatz von Barbiturat-Schlafmitteln durch Benzodiazepine heute sehr viel weniger schwere akute Vergiftungen in Behandlung als vor 20 Jahren
Berühmte Opfer von Schafmittelvergiftungen Dignitas verteilt Barbiturat (Pentobarbital) zwecks aktiver Sterbehilfe (Quelle: Hallo Niedersachsen)
Weitere Trends aus den letzten Jahren ...
Metformin-Verordnungen Mio DDD in Deutschland (Arzneiverordnungsreports 1994-2004)Studienergebnis 1990: Die Gabe von Metformin ist eine gut verträgliche orale Therapie für Typ II-Diabetes
Metformin-Expositionsfälle (GIZ-Nord)rote Kennzeichnung: schwere Vergiftungen schwarze Kennzeichnung: Todesfälle
Engels-trompete Brugmansia sanguinea (Nachtschattengewächs: Scopolamin-haltig): häufige Exposition: Aufgüsse aus Blüten und Blättern
* =Publikationen in DER SPIEGELAnfragen zu Vergiftungen mit Tropanalkaloid-haltigen Drogen (Jahresberichte GIZ-Nord ) **** * * * =Publikationen in DER SPIEGEL
Zusammenfassung In Kliniken werden vorwiegend Patienten mit Arzneimittelvergiftungen behandelt Drogen und Arzneimittel sind häufigste Todesursachen durch akute Vergiftung Chronische Vergiftungen, verursacht durch Suchterkrankungen, führen häufiger zum Tode als akute Vergiftungen Toxikovigilanz kann helfen das Vergiftungsrisiko für die Bevölkerung zu reduzieren Giftinformationszentren spielen dabei eine wichtige Rolle
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