Source: https://community.intakt.info/t/leistungen-der-sozialen-pflegeversicherung-an-die-pflegeperson/7211
Timestamp: 2020-04-08 17:58:12+00:00

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Leistungen der sozialen Pflegeversicherung an die Pflegeperson - Fachbeiträge - intakt
system 26. März 2020 um 07:34 #1
Angehörige und Ehrenamtliche, die eine pflegebedürftige Person in ihrer häuslichen Umgebung pflegen leisten wichtige und wertvolle Arbeit. Die Pflegeversicherung sieht daher zur Unterstützung von Pflegepersonen verschiedene Leistungen vor. Im nachfolgenden Fachbeitrag stellen wir dir diese Leistungen vor und informieren dich über die jeweiligen Voraussetzungen.
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Du bist Pflegeperson, d.h.
Du pflegst nicht erwerbsmäßig eine oder mehrere pflegebedürftige Personen mit Pflegegrad 2-5 in deren häuslichen Umgebung.
Du pflegst mind. zehn Stunden pro Woche, verteilt auf zwei Tage in der Woche
Du arbeitest nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich neben der Pflege.
Die Pflegeversicherung übernimmt Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegepersonen (dies umfasst Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie Versicherung in der gesetzlichen Unfallversicherung während der Pflegetätigkeit)
Je nach Leistung stellst Du den Antrag direkt bei der Pflegeversicherung. Manche Leistungen bedürfen keinem Antrag.
Die gesetzliche Grundlage dazu ist § 44 SGB XI, § 44a SGB XI, § 45 SGB XI.
Die Pflegeversicherung übernimmt Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegeperson. Diese umfassen:
Versicherung in der gesetzlichen Unfallversicherung während der Pflegetätigkeit
Die gesetzliche Grundlage dazu ist § 44 SGB XI.
Wenn eine Pflegeperson die Pflege für eine pflegebedürftige Person übernimmt, werden auf Antrag bei der Pflegeversicherung für die Pflegeperson Rentenversicherungsbeiträge von der Pflegekasse übernommen. Pflegepersonen sind Personen, die nicht erwerbsmäßig der Pflege nachgehen und eine pflegebedürftige Person in ihrer häuslichen Umgebung pflegen.
Du erhälst nur dann Leistungen zur sozialen Sicherung, wenn Du:
mindestens 10 Stunden in der Woche einen Pflegebedürftigen pflegst und
höchstens bis zu 30 Stunden pro Woche erwerbstätig bist.
Wenn Du diese Kriterien für eine Pflegeperson erfüllst, erwirbst Du einen Rentenanspruch, der sich nach dem wöchentlichen Pflegeaufwand, der Pflegestufe und der jährlich neu ermittelten Bezugsgröße richtet.
Bei Übernahme der Rentenversicherungsbeiträge für mehrere Pflegepersonen eines Pflegebedürftigen werden die Beiträge entsprechend den geleisteten Pflegezeiten aufgeteilt. Deshalb ist es wichtig, für jede Pflegeperson die Zeiten genau anzugeben, da sonst bei der Begutachtung Pauschalwerte eingesetzt werden, z. B. die Gesamtpflegezeit einfach halbiert wird, weil sich zwei Personen die Pflege teilen. Das kann zur Folge haben, dass die Mindestmarke der 10 Stunden pro Woche nicht erreicht wird und somit der Anspruch auf Rentenversicherungsbeiträge nicht berücksichtigt wird, obwohl dieser eigentlich gegeben wäre.
Eine Pflegeperson kann auch zwei pflegebedürftige Personen pflegen (z. B. Elternteil und Kind) und erhält dann auch für zwei pflegebedürftige Personen die Rentenversicherungsbeiträge überwiesen.
Die Pflegekasse schickt einen jährlichen Ausdruck an den Versicherten mit einer Übersicht über die Einzahlungen an die Deutsche Rentenversicherung. Diesen solltest Du genau prüfen.
Aktuelle und ausführliche Informationen zur Rente für Pflegepersonen erhälst Du auf der Website der Deutschen Rentenversicherung und in deren Broschüre "Rente für Pflegepersonen: Ihr Einsatz lohnt sich".
Während der pflegerischen Tätigkeit sind Pflegepersonen, die eine pflegebedürftige Person mit Pflegegrad 2-5 pflegen zudem nach dem Recht der Arbeitsförderung versichert. Die Pflegekasse übernimmt die entsprechenden Beiträge für die Pflegeperson und zahlt diese an die Bundesagentur für Arbeit.
Während der pflegerischen Tätigkeit sind Pflegepersonen, die eine pflegebedürftige Person mit Pflegegrad 2-5 pflegen außerdem bei der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Du brauchst hierzu keinen Antrag zu stellen und auch keine Beiträge zu zahlen. Dies übernimmt die Pflegeversicherung. Ausführliche Informationen dazu findest Du in der Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales "Zu Ihrer Sicherheit - Unfallversichert bei häuslicher Pflege von Angehörigen".
Berufstätige, die einen nahen Angehörigen pflegen, können ihre Arbeit reduzieren bzw. sich für einen begrenzten Zeitraum davon freistellen lassen.
Die Pflegezeit (Pflegezeitgesetz), Familienpflegezeit (Familienpflegezeitgesetz) und die kurzzeitige Arbeitsverhinderung sowie das Pflegeunterstützungsgeld ermöglichen diese Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.
Über die einzelnen Leistungen sowie deren Voraussetzungen kannst Du dich auch nochmal ausführlich auf folgenden Seiten informieren:
betanet Familienpflegezeit
betanet Pflegezeit
Die Pflegeversicherung sieht zusätzliche Leistungen bei Pflegezeit und kurzzeitiger Arbeitsverhinderung vor. Die gesetzliche Grundlage dazu ist § 44a SGB XI. Folgende Leistungen können von pflegenden Angehörigen in Anspruch genommen werden:
Die Pflegeversicherung zahlt auf Antrag Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung, wenn die Pflegeperson aufgrund der Pflege von der Arbeit freigestellt ist oder ihre Arbeitszeit reduziert hat (§ 44a Absatz (1) SGB XI).
Bei kurzzeitiger Arbeitsverhinderung (in diesem Zeitraum erhält der Arbeitnehmer kein Entgelt vom Arbeitgeber) können Pflegepersonen einen Ausgleich für entgangenes Arbeitsentgelt (Pflegeunterstützungsgeld) für bis zu insgesamt zehn Arbeitstage geltend machen. Wird dieser Anspruch von mehreren Pflegepersonen für einen Pflegebedürftigen geltend gemacht, dann ist das Pflegeunterstützungsgeld auf insgesamt zehn Tage begrenzt (§ 44a Absatz (3) SGB XI).
Die Pflegekasse hat unentgeltliche Schulungskurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen durchzuführen. Diese Kurse sollen die Pflege erleichtern sowie pflegebedingte körperliche und seelische Belastungen vorbeugen. Diese Pflegekurse können auf Wunsch auch in der häuslichen Umgebung der pflegebedürftigen Person stattfinden. Die gesetzliche Grundlage dazu ist § 45 SGB XI.
auf der Website betanet.de unter pflegende Angehörige > Sozialversicherung, pflegende Angehörige > Entlastung sowie in deren Pflege-Ratgeber.
Im Online-Ratgeber Pflege des Bundesministeriums für Gesundheit: Pflege von Angehörigen zu Hause: Finanzielle Unterstützung und Leistungen
betanet (2019). Pflegezeit. Verfügbar unter: https://www.betanet.de/pflegezeit.html
betanet (2018). Familienpflegezeit. Verfügbar unter: https://www.betanet.de/familienpflegezeit.html
betanet (2018). Pflegende Angehörige > Sozialversicherung. Verfügbar unter: https://www.betanet.de/pflegende-angehoerige-sozialversicherung.html
betanet (2018). Pflegende Angehörige > Entlastung. Verfügbar unter: https://www.betanet.de/pflegende-angehoerige-entlastung.html
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (Stand 21.12.2015). Gesetz über die Pflegezeit (Pflegezeitgesetz - PflegeZG). Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/pflegezg/
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (Stand 23.12.2014). Gesetz über die Familienpflegezeit (Familienpflegezeitgesetz - FPfZG). Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/fpfzg/
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2018). Zu Ihrer Sicherheit – Unfallversichert bei häuslicher Pflege von Angehörigen [Broschüre]. Verfügbar unter: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a401-unfallversicherung-pflege.pdf;jsessionid=2FED79E911BE50799ED7B6BA7D13BAA8?__blob=publicationFile&v=5
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Zugriff am 28.02.2019). Wege zur Pflege. Verfügbar unter: https://www.wege-zur-pflege.de/start.html
Bundesministerium für Gesundheit (2019). Online-Ratgeber Pflege. Pflege von Angehörigen zu Hause: Finanzielle Unterstützung und Leistungen. Verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/pflege-von-angehoerigen-zu-hause-finanzielle-unterstuetzung-und-leistungen.html
Deutsche Rentenversicherung (Zugriff am 22.02.2019). Angehörige pflegen: Wir belohnen Ihren Einsatz. Verfügbar unter: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/1_Lebenslagen/03_Familie_und_Kinder/01_Informationen_zur_Rente/03_Angehoerige_pflegen/Angehoerige_pflegen_node.html
Deutsche Rentenversicherung (2018). Rente für Pflegepersonen: Ihr Einsatz lohnt sich [Broschüre]. Verfügbar unter: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/rente_fuer_pflegepersonen.pdf?__blob=publicationFile&v=28
https://de.123rf.com/photo_125414866_mother-puts-on-orthosis-her-daughter-legs-disabled-girl-sitting-on-a-wheelchair-child-cerebral-palsy.html?term=mother%2Bchild%2Bill%2Bdisability&vti=nvzesr4mago8q9mhw3-1-83

References: § 44
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