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Timestamp: 2018-08-20 14:39:01+00:00

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Kündigung und Kündigungsschutz | Rechtsanwalt Ingolstadt Bernhard
Sie haben eine Kündigung erhalten, dann informieren Sie sich bei Rechtsanwalt Bernhard im Arbeitsrecht über Ihre Verteidigungsmöglichkeiten. Bei Kündigungsschutzstreitigkeiten muss grundsätzlich binnen drei Wochen reagiert werden, andernfalls ist die Verteidigung gegen eine formal richtig ausgesprochene Kündigung zwecklos.
Auf dieser Seite finden Sie einige nützliche Informationen, was es bei dem Thema Kündigung zu beachten gilt. Wollten Sie eine ausgesprochene Kündigung gleich durch einen Rechtsanwalt überprüfen lassen, dann rufen Sie einfach an. Ich stehe Ihnen im Fall eines Kündigungsschutzprozesses sowohl auf Arbeitnehmerseite als auch auf Arbeitgeberseite gerne zur Verfügung und biete Ihnen volle Kostentransparenz. Ich arbeite für Sie von Ingolstadt aus bundesweit.
Inhaltsverzeichnis Kündigungsschutz:
I. Kündigung erhalten - was nun?
II. Die Kündigung und ihre Voraussetzungen
1. Wirksames Arbeitsverhältnis
5. Was ist bei der Sozialauswahl zu berücksichtigen?
III. Wann muss ein Verstoß gegen das Kündigungsschutzgesetz spätestens geltend gemacht werden?
IV. Wo befindet sich das zuständige Gericht für die Kündigungsschutzklage?
Sie haben gerade eine Kündigung erhalten. Hier erfahren Sie, was Sie tun können.
Das Wichtigste am Anfang. Wurde die Kündigung fehlerhaft ausgesprochen, so muss gegen die Erklärung grundsätzlich binnen drei Wochen vorgegangen werden. Anderenfalls ist die Kündigung wirksam (Präklusion).
Häufig ist eine ausgesprochene Kündigung unwirksam. Dies kann daran liegen, weil sie lediglich mündlich – und nicht schriftlich – ausgesprochen wurde, oder daran, dass in vielen Fällen gar kein Kündigungsgrund vorlag oder sonstige Erfordernisse (vorherige Abmahnung, Sozialauswahl, Anhörung des Betriebsrates, etc.) nicht eingehalten wurden.
Unter dem Punkt Kündigung können Sie ermitteln, ob die Kündigung wirksam war. Sollten Sie Zweifel haben, dann rufen Sie an und nehmen die Hilfe eines professionellen Beraters in Anspruch.
Das Arbeitsverhältnis (Dauerschuldverhältnis) kann durch Kündigung beendet werden.
Kündigungsvoraussetzungen:
Es muss ein wirksames Dauerschuldverhältnis begründet worden sein. Dies ist dann anzunehmen, wenn zwischen den Parteien ein Arbeitsvertrag geschlossen wurde oder zumindest tatsächlich für den Arbeitgeber gearbeitet wurde.
Die Kündigung muss gegenüber der anderen Partei erklärt werden. Dafür ist es nicht erforderlich, dass das Wort „Kündigung“ benutzt wurde. Erforderlich ist lediglich, dass aus dem kundgetanen Willen der Partei klar wird, dass sie das Arbeitsverhältnis beenden will. Die Kündigung kann daher auch einseitig erklärt werden, d.h. die Parteien müssen sich nicht über die Auflösung des Arbeitsverhältnisses einig sein.
Bei der Kündigung handelt es sich um eine einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung. Dies bedeutet, dass der Kündigungsempfänger von der Kündigung Kenntnis erlangen muss. Die Erklärung muss somit in „den Machtbereich“ des Empfängers gelangen. Ausreichend ist dabei zum Beispiel der Einwurf des Schreibens in den Briefkasten oder die Übergabe am Arbeitsort. Ratsam ist es dabei, einen Zeugen mitzunehmen, der Kenntnis vom Inhalt des Schreibens hat und die Übergabe bzw. den Einwurf beobachtet, um ggf. auch den Zugang später beweisen zu können.
Die Kündigung muss schriftlich abgegeben werden. Andernfalls entspricht sie nicht den Formvorschriften des Gesetzes (§§ 125, 623 BGB) und ist unwirksam (nichtig).
Der Kündigende muss berechtigt sein. Eine duch einen bevollmächtigten ausgesprochene Kündigung kann zurückgewiesen werden, wenn eine schriftliche Vollmachtserklärung im Original nicht vorgelegt wird (§ 174 BGB) und unklar ist, ob der erklärende zur Kündigung berechtigt ist. Die Zurückweisung muss dann unverzüglich erfolgen.
Die Kündigung muss nicht begründet werden. Nur für bestimmte Fälle sieht das Gesetz ausnahmen vor. Derartige Ausnahmen finden sich im Berufsbildungsgesetz (BBiG § 22 Abs. 3); Mutterschutzgesetz (MuSchG § 9 Abs 3 S. 2); Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen, ggf. nach Indiviualvereinbarung; auf Verlangen bei außerordentlicher Kündigung (§ 626 Abs. 2 S. 3 BGB); zur sozialauswahl bei betriebsbedingter Kündigung. Gegenüber dem Betriebsrat sind die Kündigungsgründe jedoch mitzuteilen (§ 102 Abs. 1 S. 2 BetrVG)
Liegt ein wichtiger Grund für eine Kündigung vor und hat sich der Arbeitgeber für die außerordentliche Kündigung entschieden, so muss diese innerhalb von zwei Wochen nach dem Ereignis erklärt worden sein (§ 626 II BGB).
Nachschieben von Kündigungsgründen: Sind die Kündigungsgründe in der Kündigungserklärung nicht anzugeben, können sie im Kündigungsschutzprozess nachgeschoben werden. Besteht im Betrieb ein Betriebsrat können Gründe nicht nachgeschoben werden, zu denen der Betriebsrat nicht angehört wurde. Der Betriebsrat kann zu Gründen erneut angehört werden, wenn die Gründe vor Ausspruch der Kündigung vorlagen und dem Arbeitgeber erst später bekannt geworden sind (BAG vom 11.04.1988).
Die Dauer der Kündigungsfrist hängt von der Dauer des Bestehens des Arbeitsverhältnisses ab. § 622 BGB gibt die jeweiligen Kündigungsfristen vor.
Bei der außerordentlichen Kündigung kann das Arbeitsverhältnis aus wichtigem Grund (nur bei sehr schweren Verstößen) ohne Einhaltung einer gesetzlichen oder tarifvertraglichen Kündigungsfrist beendet werden (§§ 626, 314 BGB).
aa) Sofortie Beendigung
bb) Aus "wichtigem Grund": Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum regulären Beendigungstermin zu zumutbar.
cc) Muss innerhalb zwei Wochen ab Kenntnis des Kündigungsgrundes ausgesprochen werden.
c) Verdachtskündigung
Wenn der Verdacht einer schweren Verfehlung besteht, die im Falle ihrer tatsächlichen Begehung eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen würde.
Starker Verdacht einner schweren Verfehlung
Objektive Tatsachen, die den Verdacht begründen
Der Verdacht ist geeignet das Vertrauen zu zerstören
Anhörung und Sachverhaltsaufklärung erfolgt.
Hier kann zwischen allgemeinem Kündigungsschutz und besonderem Kündigungsschutz unterschieden werden.
Hier muss wiederum unterschieden werden, ob das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet oder ob lediglich die allgemeinen Grundsätze gelten.
aa) Das Kündigungsschutzgesetz findet Anwendung
Der oder die Arbeitnehmer/in ist bereits seit mehr als sechs Monaten beschäftigt und in dem Betrieb sind mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigt (bzw. bis zum 31.Dez. 2003 der Arbeitnehmer wurde bis zum Jahre 2004 mit min. sechs weiteren Arbeitnehmern beschäftigt, von denen heute noch min. sechs im Betrieb sind).
Findet das Kündigungsschutzgesetz Anwendung, so kann der Arbeitnehmer nur bei Vorliegen bestimmter Kündigungsgründe gekündigt werden. § 1 II S. 2 KSchG fordert das Vorliegen personenbedingter, verhaltensbedingter oder betriebsbedingter Gründe. Nur aus diesen Gründen kann gekündigt werden.
Jeder der Gründe erfordert zusätzlich noch weitere Voraussetzungen.
Beispielsweise muss der Arbeitnehmer grds. bei einer verhaltensbedingten Kündigung vorher abgemahnt worden sein (dabei gibt es jedoch Ausnahmen).
Bei einer betriebsbedingten Kündigung hat eine sog. Sozialauswahl zu erfolgen, wobei die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter, die Unterhaltspflichten und der Grad der Behinderung gem. § 1 III KSchG berücksichtigt werden muss.
Bei personenbedingten Gründen hat der Arbeitgeber häufig erhebliche Fehlzeiten und eine belegte negative Prognose für die Zukunft darzulegen.
bb) Das Kündigungsschutzgesetz findet keine Anwendung
In diesen Fällen darf die Kündigung zumindest nicht willkürlich erfolgen. Eine Kündigung wegen der Wahrnehmung berechtigter Interessen (z. B. gewerkschaftliches Engagement) ist gem. § 612 a BGB (Maßregelungsverbot) oder wegen Betriebs- oder Betriebsteilübergang (§ 613 IV BGB) nicht zulässig.
Den besonderen Kündigungsschutz erfahren
• werdende Mütter bis vier Monate nach der Entbindung, § 9 MuSchG
• Auszubildende nach Beendigung der Probezeit, § 22 BbiG
• Arbeitnehmer während der Elternzeit, § 18 BEEG und Pflegezeit nach § 5 Pflegezeitgesetz
• Schwerbehinderte: es ist die Zustimmung des Integrationsamtes erforderlich, § 85 SGB IX
• Arbeitnehmer bei Ableistung des Wehr- oder Zivildienstes, § 2 ArbPlSchG / § 78 ZDG
• Schwerbehindertenvertreter, § 96 SGB IX
• Betriebsräte, § 103 BetrVGm und Wahlvorstandsmitglieder und Wahlbewerber zum Betriebsrat, § 15 KSchG
• Personalratsmitglieder, Wahlvorstandsmitglieder und Wahlbewerber (Personalvertretungsgesetz)
• Mitglieder der Jugend- und Auszubildendenvertretungen
• Datenschutzbeauftragte § 4 f. BDSG
5. Was ist bei der Sozialauswahl zu berücksichten
Die Sozialauswahl ist gem. § 1 III 1 KSchG auf vier vom Arbeitgeber zu berücksichtigende Kriterien beschränkt:
• - Dauer der Betriebszugehörigkeit
• - Lebensalter
• - Unterhaltspflicht
• - Schwerbehinderung
Keinem der Kriterien kommt ein Vorrang zu. Der Arbeitgeber hat vielmehr alle Kriterien zu berücksichtigen. Dem Arbeitgeber ist es dabei möglich, ein Punkteschema einzusetzen.
Nach § 1 II 2 KSchG ist es nur möglich, einen Arbeitnehmer aus der Sozialauswahl herauszunehmen, wenn dessen Weiterbeschäftigung, insbesondere wegen seiner Kenntnisse, Fähigkeiten und Leistungen oder zur Sicherung einer ausgewogenen Personalstruktur des Betriebes, im betrieblichen Interesse liegt.
Gem. §§ 4, 7 KSchG gilt eine einheitliche Klagefrist von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigungserklärung, innerhalb derer der Arbeitnehmer die Unwirksamkeit seiner Kündigung geltend machen muss. Sieht der Gekündigte von der Klage innerhalb dieses Zeitraums ab, so gilt die Kündigung unwiderlegbar als rechtswirksam. Dies gilt unabhängig von der Anwendbarkeit des KSchG auch bei Kleinbetrieben.
Grds. ist das Gericht zuständig, an dem der Arbeitgeber seinen Betriebssitz hat bzw. eine Filiale betreibt. Wenn beispielsweise der Arbeitnehmer A bei der B-GmbH in Ingolstadt beschäftigt ist und diese Ihren Sitz in Ingolstadt hat, so muss vor dem Arbeitsgericht Ingolstadt Klage erhoben werden.
Sie haben eine Kündigung erhalten und brauchen einen Rechtsanwalt. Rufen Sie uns an Tel. 0841 / 93762827, Rechtsanwalt Martin Bernhard, Ziegelbräustraße 9, 85049 Ingolstadt

References: § 22
 § 9
 § 622
 § 1
 § 1
 § 612
 § 9
 § 22
 § 18
 § 5
 § 85
 § 2
 § 78
 § 96
 § 103
 § 15
 § 4
 § 1
 § 1