Source: http://www.gevestor.de/news/jetzt-handeln-die-zinsen-sind-so-niedrig-wie-noch-nie-28-000-euro-und-mehr-ersparnis-sind-schon-bei-einem-durchschnittlichen-kredit-moeglich-22634.html
Timestamp: 2017-10-20 17:57:07+00:00

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Zinsen: So niedrig wie noch nie! >GeVestor
Niedrigzinsphase: Was jetzt zu tun ist
Die Zinsen sind so niedrig wie nie. Nutzen Sie den historischen Tiefpunkt für eine günstige Anschlussfinanzierung: Schon bei einem herkömmlichen Kredit über 500.000 € sparen Sie leicht 28.000 € an Zinsen, wenn Sie nur einen halben Prozentpunkt weniger Zinsen herausholen können.
Doch rechnen Sie nicht damit, dass Sie von den günstigen Zinsen ohne eigenes Zutun profitieren! Sie gewinnen am meisten, wenn Sie aktiv mit der richtigen Strategie auf die Bank zugehen. Hier die wichtigsten vier Tipps auf Fortsetzung einen Blick.
Heute ist der ideale Zeitpunkt, wenn eine Anschlussfinanzierung ansteht, wenn also der Zinsfestschreibungszeitraum für ein Darlehen ausläuft. Je nach Vertrag können Sie jetzt die Zinsen neu aushandeln oder das Darlehen bekommt einen variablen Zinssatz.
So bereiten Sie sich auf die Neuverhandlung vor
Handeln Sie rechtzeitig: Zwei bis drei Monate vor Ablauf des Festschreibungszeitraums sollten Sie die Bank um einen Gesprächstermin bitten. Erkundigen Sie sich bei mindestens zwei anderen Banken nach deren Konditionen.
Mehr dazu: Wenn Sie Kredite vergleichen wollen, können Sie einfach und schnell unseren Kreditrechner nutzen
Wenn Ihnen Ihre Bank kein günstiges Angebot macht, haben Sie gegebenenfalls noch die Möglichkeit, vier Wochen vor Ablauf des Festschreibungszeitraums zu kündigen und das günstigere Angebot einer anderen Bank zu nutzen.
Macht Ihre Bank diesen Unterschied?
Für Ihre Bank sind Sie ein sicherer Kunde, wenn die Zinsfestschreibung ausläuft: ein Kunde, den man nicht mehr mit günstigen Konditionen anlocken muss. Viele Banken räumen Neukunden günstigere Konditionen ein.
Machen Sie also – notfalls durch einen Anruf eines befreundeten Unternehmers – den Test, ob Sie auch als Altkunde voll von den aktuellen Niedrigzinsen profitieren.
Jetzt die günstigen Zinsen für nächstes Jahr sichern
Steht eine Anschlussfinanzierung oder ein neuer Kredit erst für nächstes Jahr an, dann können Sie sich die günstigen Zinsen heute schon für die Zukunft sichern: durch ein Forward-Darlehen.
Dabei handeln Sie heute schon die Konditionen für ein Darlehen aus, das Sie erst in der Zukunft wahrnehmen. Sprechen Sie Ihre Bank auf diese Möglichkeit an, wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass Sie für eine Investition in der Zukunft noch mit den günstigen Kreditkosten rechnen können.
Die Gelegenheit war noch nie so günstig wie heute – greifen Sie deshalb bei den niedrigsten Zinsen der Nachkriegszeit zu
Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) im Dezember vergangenen Jahres mit einer Leitzinssenkung um 0,5 Prozentpunkte den Startschuss für eine neue Zinssenkungsrunde gegeben hat und dann im März und am 6. Juni dieses Jahres die Zinsen nochmals um 0,25 und 0,5 Prozentpunkte gesenkt hat, haben wir das niedrigste Zinsniveau der Nachkriegszeit erreicht.
Ein eindeutiges Signal für alle Kreditnehmer, jetzt die gegebenen Möglichkeiten auszuschöpfen und möglichst alle hierzu geeigneten Finanzierungen auf diesem Niedrigzinsniveau abzuschließen.
Zinssätze von knapp über 3 %
Nachstehend zeigen wir Ihnen eines von vielen Zinsangeboten aus dem Internet. Dieses Angebot bezieht sich auf die private Baufinanzierung. Die Konditionen für gewerbliche Finanzierungen liegen leicht darüber, da die Banken sozusagen einen „Gewerbezuschlag“ berechnen.
Baufinanzierungskonditionen für Privatkunden bei 60-prozentigem Beleihungsauslauf (zirka 51 bis 54 % des Verkehrswerts)
Zinsfestschreibung Nominalzins in %
5 Jahre 3,21 3,26
10 jahre 4,02 4,09
12 Jahre 4,27 4,35
15 Jahre 4,4 4,49
20 Jahre 4,76 4,87
Nutzen Sie das Internet als Informationsquelle. Fragen Sie auch bei Ihrer Hausbank, denn diese wird Ihnen wahrscheinlich ähnlich günstige Zinssätze anbieten. Beachten Sie, dass Internetangebote oftmals an eng begrenzte Vorgaben gebunden sind.
Eine weitere aussagekräftige Informationsquelle können für Sie die EURO-Renditen für Inhaber-Schuldverschreibungen darstellen, die täglich in der einschlägigen Wirtschaftspresse veröffentlicht werden (Handelsblatt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Financial Times Deutschland etc.).
Zu den dort veröffentlichten Zinssätzen können sich die Banken für langfristige Finanzierungen refinanzieren. Sie können so anhand der entsprechenden Zinssätze sehen, zu welchen Konditionen sich Ihre Bank „eindeckt“, und somit gezielt über die Bankenmarge verhandeln.
Je nach Bonität (und auch Höhe des Kredits) schlagen die Banken meist eine Marge von 0,5 bis 1,5 Prozentpunkten auf die veröffentlichten Zinssätze auf.
Werden Sie selbst aktiv, wenn die Verlängerung Ihrer Zinsfestschreibung ansteht
„Die Bank hat mir vor 5 Jahren gute Konditionen eingeräumt, das wird auch bei der Anschlussfinanzierung wieder so sein.“ Diese Meinung kann Sie als Kreditnehmer teuer zu stehen kommen.
Banken wissen, dass die meisten Kreditnehmer der einmal gewählten Bank treu bleiben und auch nach Ablauf der erste Festzinsperiode „selbstverständlich“ bei ihr weiter finanzieren. Sie bieten deshalb „neuen“ Kunden oftmals günstigere Konditionen als „alten“ Kunden. Sie kalkulieren sozusagen eine gewisse Bequemlichkeit ihrer Kreditnehmer ein und nutzen dies für höhere Konditionen.
Auch bei der Anschlussfinanzierung entscheidet die Bonität über die Konditionen
Ob die Bank Ihnen auch bei der zweiter Zinsfestschreibung optimale Konditionen anbietet, können Sie nur feststellen, wenn Sie Vergleichsangebote einholen.
Jede Bank fühlt sich in erster Linie ihrer eigenen Rentabilität verpflichtet und nicht der ihrer Kreditnehmer. Wenn Sie dies berücksichtigen, verlassen Sie sich nicht darauf, „dass das Ihre Bank schon machen wird“, sondern werden Sie selbst aktiv.
So prüfen Sie Ihre Bank
Machen Sie die Probe aufs Exempel. Lassen Sie sich von Ihrer Bank die Konditionen für die Anschlussfinanzierung nennen.
Bitten Sie einen Bekannten – der über die gleichen wirtschaftlichen Voraussetzungen verfügt wie Sie – am nächsten Tag bei der Bank anzurufen und nach den Konditionen für ein entsprechendes Neudarlehen zu fragen.
Wenn Sie beide Konditionen vergleichen, wissen Sie, ob Sie wie ein Neukunde oder wie ein Altkunde behandelt werden.
Falls die Bank für die vermeintliche Neufinanzierung bessere Konditionen anbietet, sollten Sie sie mit diesen Konditionen konfrontieren und auch für die Anschlussfinanzierung die günstigeren Bedingungen verlangen.
Beachten Sie bitte, dass die Banken sich bereits Basel-II-konform verhalten und die Konditionen auch an der Bonität, sprich der Ratingeinstufung, ihrer Kunden orientieren. Versuchen Sie, dies durch entsprechende Fragen zu klären.
Hat die Bank nämlich einen Kreditnehmer mit einer schlechten Ratingnote eingestuft, zahlt dieser einen höheren Zinssatz als ein Kreditnehmer mit einer besseren Ratingeinstufung. Die Deutschen haben ihre eigenen Favoriten, wo sie ihr Geld leihen.
Warum die Anschlussfinanzierung sogar günstiger sein kann als eine Neufinanzierung
Es gibt drei Gründe, weshalb eine Anschlussfinanzierung für Sie als Bestandskunde – unabhängig von Basel II – unter Umständen sogar günstiger sein kann als eine Neufinanzierung.
Sie haben als Kreditnehmer bereits Ihre Zuverlässigkeit bewiesen und während der ersten Zinsfestschreibungsperiode pünktlich Zinsen und Tilgung bezahlt. Ihre Bank kann ihr Ausfallrisiko geringer kalkulieren als bei der Erstfinanzierung.
Sie bereits einen Teil des Kredits getilgt haben, hat die Bank im Verhältnis zum ursprünglichen Kreditbetrag jetzt noch werthaltigere Sicherheiten.
Die Bank hat einen geringeren Arbeitsaufwand. Sie braucht keine neue Beleihungsprüfung vorzunehmen, sondern lediglich die vorhandene Wertschätzung – falls notwendig – zu aktualisieren. Gleiches gilt für das Rating. Des Weiteren braucht sie Sie nicht mehr in dem Umfang zu beraten wie einen Neukunden.
Weisen Sie Ihre Bank auf diese Aspekte hin, und erwarten Sie deshalb einen günstigeren Zinssatz.
Ihre Erfolgsstrategie: Wie Sie vorgehen sollten, um optimale Konditionen zu bekommen
Nehmen Sie zirka zwei bis drei Monate vor Ablauf der Festschreibungszeit Kontakt zu Ihrer Bank auf und lassen Sie sich ein schriftliches Angebot für die Anschlussfinanzierung geben.
Fragen Sie gleichzeitig bei mindestens zwei weiteren Banken nach deren Konditionen für dieses Darlehen, und informieren Sie sich gleichzeitig via Internet über gängige Konditionen.
Verheimlichen Sie der bisher finanzierenden Bank nicht, dass Sie sich auch bei anderen Banken nach deren Konditionen erkundigen.
Sagen Sie der jetzigen Bank, dass Sie das Darlehen gerne bei ihr weiterführen möchten, jedoch nur, wenn die Konditionen „stimmen“.
Sofern Ihnen die bisherige Bank kein günstiges Angebot unterbreitet, sollten Sie spätestens vier Wochen vor Ablauf der Festschreibung das Darlehen vorsorglich kündigen.
Wenn die Zinsfestschreibung noch nicht abgelaufen ist und Sie trotzdem schon verlängern möchten
Die aktuelle Niedrigzinsphase ist geradezu eine Aufforderung an jeden Kreditnehmer, möglichst langfristige Zinsfestschreibungen gerade jetzt vorzunehmen.
Wenn Sie einen Vertrag haben, dessen Zinsbindung erst in ein Jahr ausläuft, können Sie trotzdem bereits heute mit Ihrer Bank über eine Verlängerung sprechen.
Wenn die Bank Sie mit dem Hinweis, dass es bis zum Ablauf ja noch ein Jahr hin sei, „abwimmeln“ will, sollten Sie hartnäckig bleiben.
Fragen Sie Ihre Bank, ob sie heute schon bereit ist, mit Ihnen über ein Darlehen zu reden, das Sie erst im nächsten Jahr benötigen. Und ob sie dafür auch jetzt schon verbindlich die Konditionen festlegt.
Im Regelfall machen die Banken für Finanzierungen Festzinsangebote. Sie erhalten die Zusage über einen festen Zinssatz.
Sie können diese Vereinbarung unter Umständen treffen, ohne dass Sie vom Termin der Zusage bis zum Termin der Inanspruchnahme mit Bereitstellungsprovision belastet werden.
Die meisten Banken berechnen ab dem dritten oder ab dem sechsten Monat 0,25 % pro Monat an Bereitstellungsprovision, manche sogar erst ab dem 13. Monat.
Hier ist Ihr Verhandlungsgeschick gefragt. Argumentieren Sie mit dem Faktor Zeit und erwarten Sie von Ihrer Bank, dass sie sich bei der Anschlussfinanzierung genauso verhält und eine Bereitstellungsprovision erst ab einem späteren Zeitpunkt anfällt.
Bereitstellungsprovision ist verhandlungsfähig
Da sowohl die Höhe der Bereitstellungsprovision als auch der Zeitpunkt, ab dem sie berechnet wird, verhandelbar sind, können Sie auch davon freigestellt werden. Argumentieren Sie damit, dass Banken bei Neufinanzierungen teilweise sogar bereit sind, ganz zu verzichten.
Ihr Recht als Kreditnehmer, wenn die Zinsbindung ausläuft
Die Banken haben unterschiedliche Vertragsklauseln im Einsatz, wenn es darum geht, den Übergang von der ersten zur zweiten Festzinsperiode zu regeln.
Wenn aus einem Festzinsdarlehen ein Darlehen mit variablem Zinssatz wird
Wenn aus einem Festzinsdarlehen ein Darlehen mit variablem Zinssatz wird, können Sie diesen Kredit jederzeit mit einer Frist von drei Monaten kündigen.
Das Festzinsdarlehen wird als Darlehen mit variablem Zinssatz weitergeführt.
Die Bank setzt von sich aus neue Konditionen und eine neue Festschreibungszeit fest (kommt selten vor).
Sie müssen das Darlehen zum Ablauftermin der Festschreibung zurückzahlen, wenn Sie keine neue Vereinbarung mit der Bank treffen.
Falls Ihnen der neue Zinssatz zu hoch erscheint und Sie sich bei einer anderen Bank günstiger finanzieren können, besteht für Sie die Möglichkeit, nach spätestens drei Monaten die Bank zu wechseln.
Wenn Sie sich nicht mit der Bank auf eine Kondition einigen
Vorsicht bei dieser Vertragsklausel. Wenn Sie sich nicht mit der Bank auf neue Konditionen einigen, sind Sie zur Rückzahlung des Darlehens verpflichtet.
In diesem Fall sollten Sie sich frühzeitig um die Anschlussfinanzierung bei einer anderen Bank bemühen.
Wenn sich die Bank das Recht vorbehält, die neue Kondition selbst festzulegen
Vorsicht bei dieser Vertragsklausel: Die Kreditgeber sind berechtigt, bei Änderung der Verhältnisse am Geld- und Kapitalmarkt und im Falle der Vereinbarung einer Festschreibungsfrist jeweils zu deren Ablauf die Darlehenskonditionen (z.B. Zinsen, Tilgung, Festschreibungsfrist) nach billigem Ermessen im Rahmen von §315 des Bürgerlichen Gesetzbuches unter Berücksichtigung der Verhältnisse am Geld- und Kapitalmarkt neu festzusetzen und die Raten entsprechend anzupassen.
In diesem Fall kann die Bank die neuen Konditionen, einschließlich einer neuen Zinsbindungsfrist, von sich aus festsetzen.
Jetzt müssen Sie reagieren. Sie können entweder auf dem Verhandlungswege eine andere Vereinbarung treffen oder das Darlehen zur Rückzahlung kündigen, wenn Sie bei einer anderen Bank günstigere Konditionen erhalten.
Lassen Sie sich nicht von der durch die Bank festgesetzten Kondition überraschen. Und bedenken Sie: Die Bank legt eine neue Festschreibungsdauer fest, an die Sie gebunden sind.
Vertragsklauseln, die Ihr Recht nach §489 BGB einengen, sind unwirksam
Unabhängig von den jeweiligen Vertragsklauseln einzelner Banken hat der Gesetzgeber in §489 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) festgelegt, welche Rechte Sie als Kreditnehmer bei Kreditkündigungen haben.
Ihre Rechte als Kreditnehmer, wenn Sie kündigen wollen
Bei Zinsfestschreibungen bis zu ein Jahr können Sie als Schuldner jeweils nur für den Ablauf des Tages, an dem die Zinsbindung endet, kündigen.
Bei Zinsfestschreibung von mehr als ein Jahr können Sie unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von einen Monat für den Ablauf des Tages, an dem die Zinsbindung endet, kündigen.
Bei Krediten mit veränderlichem Zinssatz können Sie jederzeit unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen.
Nach zehn Festschreibungsjahren können Sie mit einer Frist von sechs Monaten kündigen, auch wenn die Festschreibung noch länger läuft.
Privatkredite, die nicht durch Grundpfandrechte abgesichert sind, können Sie nach sechs Monaten mit einer Frist von drei Monaten kündigen.
Im Rahmen der Schuldrechtsreform wurden auch die entsprechenden Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geändert. Die früher in §609a geregelten Kündigungsbestimmungen finden Sie jetzt in §489. Wenn Sie sich für den Wortlaut des Gesetzes interessieren: Nachstehend haben wir die wichtigsten Bestimmungen für Sie abgedruckt.
§488 Vertragstypische Pflichten beim Darlehensvertrag
Die vereinbarten Zinsen sind, soweit nicht ein anderes bestimmt ist, nach dem Ablauf je eines Jahres und, wenn das Darlehen vor dem Ablauf eines Jahres zurückzuerstatten ist, bei der Rückerstattung zu entrichten.
Ist für die Rückerstattung des Darlehens eine Zeit nicht bestimmt, so hängt die Fälligkeit davon ab, dass der Darlehensgeber oder der Darlehensnehmer kündigt. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Sind Zinsen nicht geschuldet, so ist der Darlehensnehmer auch ohne Kündigung zur Rückerstattung berechtigt.
§489 Ordentliches Kündigungsrecht des Darlehensnehmers
Der Darlehensnehmer kann einen Darlehensvertrag, bei dem für einen bestimmten Zeitraum ein fester Zinssatz vereinbart ist, ganz oder teilweise kündigen.
Erstens, wenn die Zinsbindung vor der für die Rückzahlung bestimmten Zeit endet und keine neue Vereinbarung über den Zinssatz getroffen ist, unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von einem Monat frühestens für den Ablauf des Tages, an dem die Zinsbindung endet; ist eine Anpassung des Zinssatzes in bestimmten Zeiträumen bis zu einem Jahr vereinbart, so kann der Darlehensnehmer jeweils nur für den Ablauf des Tages, an dem die Zinsbindung endet, kündigen.
Zweitens, wenn das Darlehen einem Verbraucher gewährt und nicht durch ein Grund- oder Schiffspfandrecht gesichert ist, nach Ablauf von sechs Monaten nach dem vollständigen Empfang unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monate.
Drittens jedem Fall nach Ablauf von zehn Jahren nach dem vollständigen Empfang unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten; wird nach dem Empfang des Darlehens eine neue Vereinbarung über die Zeit der Rückzahlung oder den Zinssatz getroffen, so tritt der Zeitpunkt dieser Vereinbarung an die Stelle des Zeitpunkts der Auszahlung.
§490 Außerordentliches Kündigungsrecht
Wenn in den Vermögensverhältnissen des Darlehensnehmers oder in der Werthaltigkeit einer für das Darlehen gestellten Sicherheit eine wesentliche Verschlechterung eintritt oder einzutreten droht, durch die die Rückerstattung des Darlehens, auch unter Verwertung der Sicherheit, gefährdet wird, kann der Darlehensgeber den Darlehensvertrag vor Auszahlung des Darlehens im Zweifel stets, nach Auszahlung nur in der Regel fristlos kündigen
Der Darlehensnehmer kann einen Darlehensvertrag, bei dem für einen bestimmten Zeitraum ein fester Zinssatz vereinbart und das Darlehen durch ein Grund- oder Schiffspfandrecht gesichert ist, unter Einhaltung der Fristen des §489 Abs. 1 Nr. 2 vorzeitig kündigen, wenn seine berechtigten Interessen dies gebieten. Ein solches Interesse liegt insbesondere vor, wenn der Darlehensnehmer ein Bedürfnis nach einer anderweitigen Verwertung der zur Sicherung des Darlehens beliehenen Sache hat. Der Darlehensnehmer hat dem Darlehensgeber denjenigen Schaden zu ersetzen, der diesem aus der vorzeitigen Kündigung entsteht (Vorfälligkeitsentschädigung).
Die Vorschriften der §§313 und 314 bleiben unberührt.
Wann Sie als Kreditnehmer ein Kündigungsrecht haben
Damit die Banken nicht willkürlich hohe Zinsen von Ihnen verlangen können, hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass Ihnen bei Zinserhöhungen generell ein Kündigungsrecht zusteht.
Der Bundesgerichtshof: „Behält sich eine Bank in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen das Recht vor, nach Ablauf einer Festzinsperiode die Vertragskonditionen (Verzinsung, Tilgung, neue Festzinsperiode, Jahresleistung) entsprechend den bei ihr üblichen Bedingungen neu festzusetzen, so hält diese AGB-Regelung der Inhaltskontrolle nach §9 Abs. 1 AGBG nur stand, wenn sie dem Darlehensnehmer als Ausgleich und zur Abwehr der Gefahr unzumutbarer Belastungen das Recht einräumt, den Darlehensvertrag für den Zeitpunkt des In-Kraft- Tretens der neuen Bedingungen zu kündigen.
Eine Beschränkung des Kündigungsrechts dahin, dass die Kündigung nur innerhalb von 2 Wochen nach Mitteilung der neuen Bedingungen erklärt werden kann, ist wegen Verstoßes gegen den §9 Abs. 1 AGBG unwirksam.
Die Interessen des Darlehensnehmers sind nur dann angemessen berücksichtigt, wenn die zur Verfügung stehende Zeit es ihm ermöglicht, nicht nur die ihm mitgeteilten neuen Konditionen der Bank mit den aktuellen Angeboten anderer Darlehensgeber zu vergleichen, sondern gegebenenfalls auch alles für eine Umschuldung Notwendige zu veranlassen und eine bindende Darlehenszusage einer anderen Bank zu erhalten.“ (BGH-Urteil vom 6. April 1989)
Die Banken räumen deshalb in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ihrer Kundschaft bei Zinserhöhungen ein Kündigungsrecht innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe der Änderung ein.
Wenn Sie für die Zukunft Zinserhöhungen befürchten und auf Nummer Sicher gehen möchten, können Sie ein Forward-Darlehen wählen
Aus heutiger Sicht ist nicht mit spürbaren Zinssteigerungen zu rechnen.
Wenn Sie persönlich trotzdem die Befürchtung haben, dass die Zinsen bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Ihre Festschreibung ausläuft, wieder steigen könnten, haben Sie eine Alternative: ein Forward-Darlehen.
So funktioniert ein Forward-Darlehen
Für ein solches Darlehen, das Sie erst in ein bis drei Jahren aufnehmen, kann Ihnen die Bank bereits heute einen Zinssatz mit der von Ihnen gewünschten Festschreibung verbindlich zusagen.
Die Höhe des Zinssatzes ist frei verhandelbar. Wenn Sie eine Festschreibung von zehn Jahren wählen und die Bank Ihnen einen Zinssatz von 4,25 % anbietet, können Sie dies Angebot bereits heute nutzen. Die Bank berechnet dabei für jeden Monat, den Sie das Angebot später in Anspruch nehmen, einen Zinszuschlag von 0,02 bis 0,03 %.
Ihr Vorteil: Sie kennen bereits heute Ihre Zinsbelastung und haben Kalkulationssicherheit für die Dauer der Zinsfestschreibung.
Forward-Darlehen sowohl für Ihre Unternehmensals auch für Ihre Immobilienfinanzierung
Die Banken haben das Finanzierungsinstrument „Forward“ – das sie früher nur Firmenkunden bei Millionenbeträgen angeboten haben – mittlerweile generell in ihr Programm aufgenommen und stellen auch kleinere Kreditbeträge als Forward-Darlehen zur Verfügung.
Selbst zur Finanzierung eines privaten Wohnhauses können Sie ein Forward-Darlehen einsetzen. „Forward“ bedeutet so viel wie „frühzeitig“ oder „vorausschauend“.
Sie legen also Ihre Darlehenszinsen im Voraus fest und können somit von den derzeit sehr niedrigen Zinsen auf Jahre hinaus profitieren.
Die Zinsstatistik belegt, dass die Zinsen an einem Tiefpunkt angelangt sind
Warum es vorteilhaft für Sie ist, sich jetzt die Niedrigzinsen zu sichern, zeigt der Blick in die Zinsstatistik. Während der aktuelle Hypothekenzinssatz für zehn Jahre fest bei zirka 4,25 % effektiv liegt, lag der Spitzenzinssatz schon bei über 10 %.
Checkliste: So vereinbaren Sie die optimale Anschlussfinanzierung
Klären Sie, welche Klausel Ihr Darlehensvertrag für den Ablauf der Zinsfestschreibung enthält.
Wird Ihr Festzinsdarlehen nach Zeitablauf als Darlehen mit variablem Zinssatz weitergeführt?
Setzt die Bank von sich aus neue Konditionen fest, einschließlich einer neuen Festschreibungszeit?
Müssen Sie das Darlehen zum Ablauftermin zurückzahlen, wenn Sie keine neue Vereinbarung mit der Bank treffen?
Sie können einen Darlehensvertrag kündigen, wenn die Bank eine Zinserhöhung vornimmt
Schöpfen Sie Ihr Kündigungsrecht gemäß § 489 BGB in vollem Umfang aus. Die Bank darf dieses Recht vertraglich weder einengen noch erschweren.
Sprechen Sie Ihre Bank auch dann auf eine neue Festschreibung an, wenn der Ablauftermin noch einige Zeit entfernt liegt. Ihre Bank kann Ihnen entgegenkommen und bereits heute die neue Vereinbarung mit Ihnen treffen.
Versuchen Sie, mit Ihrer Bank bereits jetzt eine neue Zinsfestschreibung zu vereinbaren, ohne dass Sie dafür Bereitstellungsprovision zu zahlen haben.

References: §315
 §489
 §489
 §609
 §489

§488

§489

§490
 §489
 §9
 §9
 § 489