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Timestamp: 2016-10-26 07:44:11+00:00

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6B_794/2014 � � Urteil vom 9. Februar 2015
Gef�hrdung des Lebens, grobe Verletzung der Verkehrsregeln; Strafzumessung, Widerruf des bedingten Strafvollzugs,
�Das Obergericht des Kantons Aargau sprach A.X.________ am 22. Mai 2014 zweitinstanzlich der mehrfachen Vergewaltigung (Art. 190 Abs. 1 StGB), der Gef�hrdung des Lebens (Art. 129 StGB) und der groben Verletzung der Verkehrsregeln (aArt. 90 Ziff. 2 SVG i.V.m. Art. 26 Abs. 1 SVG und Art. 12 Abs. 2 VRV) schuldig. Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und widerrief den ihm mit Urteil des Bezirksgerichts Aarau vom 12. August 2009 f�r eine Freiheitsstrafe 15 Monaten gew�hrten bedingten Vollzug.
Den Schuldspr�chen wegen Gef�hrdung des Lebens und grober Verletzung der Verkehrsregeln liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
A.X.________ zog im September 2010 als Beifahrer von B.X.________ die Handbremse, als diese den Personenwagen mit der dreij�hrigen Tochter auf dem R�cksitz mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h auf der Autobahn von Baden Richtung Basel lenkte. Das Fahrzeug geriet dadurch unkontrolliert ins Schleudern und drehte sich einmal um 360 Grad, bevor es mit dem Heck gegen die rechte Leitplanke prallte und zum Stillstand kam.
�A.X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, ihn vom Vorwurf der Gef�hrdung des Lebens, eventualiter vom Vorwurf der groben Verletzung der Verkehrsregeln, freizusprechen, zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren zu verurteilen und auf den Widerruf des bedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe von 15 Monaten gem�ss Urteil des Bezirksgerichts Aarau vom 12. August 2009 zu verzichten. Er ersucht um unentgeltliche Rechtspflege.
1.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo (Art. 10 Abs. 1 StPO, Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Die Vorinstanz stelle aktenwidrig fest, er habe die Aussage seiner Ehefrau, es seien andere Fahrzeuge gefolgt, nicht bestritten. Auch die Staatsanwaltschaft gehe von einem "relativ geringen" Verkehrsaufkommen aus. Der Beweis, dass unmittelbar hinter ihrem Fahrzeug weitere Fahrzeuge fuhren, lasse sich nicht rechtsgen�gend erbringen.
Dem Grundsatz in dubio pro reo kommt in der vom Beschwerdef�hrer angerufenen Funktion als Beweisw�rdigungsregel im Verfahren vor Bundesgericht keine �ber das Willk�rverbot von Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu (BGE 138 V 74 E. 7; 127 I 38 E. 2a).
1.3.�Die Vorinstanz stellt auf die Aussagen der Ehefrau des Beschwerdef�hrers ab, die angab, es seien Autos vorbeigefahren. Sie schliesst daraus willk�rfrei, dass andere Fahrzeuge demjenigen des Beschwerdef�hrers und seiner Ehefrau folgten. Dies ist auch mit der Anklage vereinbar, die von einem "relativ geringen" Verkehrsaufkommen ausgeht. Der Beschwerdef�hrer gab an der von ihm zitierten Aktenstelle an, sie h�tten Gl�ck gehabt. Wenn ein anderes Auto hinter ihnen gefahren w�re, w�re es ganz anders rausgekommen (kant. Akten, act. 167). Dies widerspricht den Aussagen seiner Ehefrau nicht. Offensichtlich fuhr kein Fahrzeug unmittelbar hinter ihnen, ansonsten es zu einer Kollision gekommen w�re. Dies schliesst aber nicht aus, dass dennoch andere Fahrzeuge folgten. Nicht zu beanstanden ist daher, wenn die Vorinstanz festh�lt, der Beschwerdef�hrer habe die Aussagen seiner Ehefrau nicht bestritten. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung ist nicht willk�rlich.
2.1.�Der Beschwerdef�hrer argumentiert, das Fahrzeug sei ausserhalb der Fahrbahn auf dem Pannenstreifen zum Stillstand gekommen.
2.2.�Der Beschwerdef�hrer legt nicht dar, worauf er seine Behauptung st�tzt. Die Vorinstanz erw�gt, die Verkehrsteilnehmer seien auf der Autobahn erfahrungsgem�ss mit einer hohen Geschwindigkeit unterwegs und m�ssten bei geringem Verkehrsaufkommen, wie es im Zeitpunkt des Vorfalls geherrscht habe, nicht mit einem stillstehenden Fahrzeug rechnen (Urteil E. 4.3. S. 25). Sie geht folglich mit der Anklage davon aus, das Fahrzeug sei zumindest teilweise auf der Fahrbahn stehen geblieben. Eine willk�rliche Beweisw�rdigung ist weder dargetan noch ersichtlich. F�r die rechtliche W�rdigung ist daher auf die verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz abzustellen.
3.1.�Der Beschwerdef�hrer verlangt einen Freispruch vom Vorwurf der Gef�hrdung des Lebens. Nach dem Stillstand des Fahrzeugs sei eine unmittelbare Gef�hrdung weiterer Verkehrsteilnehmer entgegen den Erw�gungen der Vorinstanz nicht mehr m�glich gewesen. Auch auf der Autobahn m�sse nach der Rechtsprechung auf Sicht gefahren werden. Er habe zudem nicht vors�tzlich gehandelt. Die Vorinstanz gehe selber davon aus, er habe (m�glicherweise) darauf vertraut, dass die Gefahr nicht eintrete. Damit werfe sie ihm in ihrer Begr�ndung explizit bewusste Fahrl�ssigkeit vor.
3.2.1.�Den Tatbestand der Gef�hrdung des Lebens von Art. 129 StGB erf�llt, wer einen Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt.
3.2.2.�Objektiv ist eine konkrete, unmittelbare Lebensgefahr erforderlich. Eine blosse Gefahr f�r die Gesundheit gen�gt nicht. Unmittelbar ist die Gefahr, wenn sich aus dem Verhalten des T�ters nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe M�glichkeit der Todesfolge ergibt (BGE 133 IV 1 E. 5.1; 121 IV 67 E. 2b/aa). Die Wahrscheinlichkeit des Todes muss nicht gr�sser sein als jene seiner Vermeidung (BGE 121 IV 67 E. 2b/aa).
3.2.3.�Subjektiv setzt der Tatbestand einen direkten Vorsatz in Bezug auf die unmittelbare Lebensgefahr voraus. Eventualvorsatz gen�gt nicht (BGE 133 IV 1 E. 5.1). Sicheres Wissen um die unmittelbare Lebensgefahr, also um die M�glichkeit des Erfolgseintritts (Tod), ist mit sicherem Wissen um den Erfolgseintritt nicht identisch. Bei T�tungsvorsatz greifen Art. 111 ff. StGB ein. Eine Verurteilung wegen Art. 129 StGB f�llt daher nur in Betracht, wenn der T�ter trotz der erkannten Lebensgefahr handelt, aber darauf vertraut, die Gefahr werde sich nicht realisieren (BGE 136 IV 76 E. 2.4; Urteile 1B_535/2012 vom 28. November 2012 E. 4.1; 6S.127/2007 vom 6. Juli 2007 E. 2.3).
3.3.�Als der Beschwerdef�hrer die Handbremse zog, hatte er keinen Einfluss auf das weitere Geschehen. Er war sich trotz des relativ geringen Verkehrsaufkommens nicht sicher, dass keine Fahrzeuge hinter ihnen fuhren. Auch konnte er nicht absch�tzen, wie und wo ihr Fahrzeug zum Stillstand kommen wird. Ein ung�nstiger Aufprall des Fahrzeugs oder eine Kollision mit anderen Fahrzeugen h�tte angesichts der gefahrenen Geschwindigkeit ohne Weiteres t�dliche Folgen haben k�nnen. Dass es nicht dazu kam und sich die Gefahr nicht verwirklichte, ist den gl�cklichen Umst�nden zu verdanken, wie die Vorinstanz zutreffend ausf�hrt (Urteil S. 3.3.2. S. 22) und was sich auch aus den Aussagen des Beschwerdef�hrers und seiner Ehefrau ergibt.
Die Rechtsprechung erachtete den Tatbestand von Art. 129 StGB bez�glich eines Fahrzeugf�hrers als erf�llt, der auf der Autobahn absichtlich eine seitliche Kollision mit einem anderen Fahrzeug herbeif�hrte. Die beiden Fahrzeuge gerieten dadurch ins Schleudern, doch konnten ihre Lenker sie auffangen (BGE 133 IV 1 E. 5.1). Die unmittelbare Lebensgefahr ist daher auch bei dem vom Beschwerdef�hrer verursachten unkontrollierten Schleudern zu bejahen.
3.4.�Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdef�hrer in subjektiver Hinsicht vor, er habe nicht davon ausgehen k�nnen, dass seine Ehefrau das Fahrzeug noch unter Kontrolle haben w�rde und die Insassen nicht gef�hrdet w�rden. Dies zeige, dass er die Gefahr gewollt habe, mochte sie ihm auch unerw�nscht sein und mochte er auch darauf vertraut haben, sie werde sich nicht realisieren (Urteil E. 3.3.2. S. 22). Damit geht sie von einer vors�tzlichen Lebensgef�hrdung aus, anerkennt aber, dass der Beschwerdef�hrer die Verwirklichung der Gefahr und damit den Tod von Personen nicht wollte. Der Einwand des Beschwerdef�hrers, die Vorinstanz werfe ihm bewusste Fahrl�ssigkeit vor, geht fehl.
3.5.�Der Schuldspruch wegen Gef�hrdung des Lebens verletzt kein Bundesrecht.
4.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung des Anklageprinzips. Die nahe und konkrete Gefahr werde in der Anklageschrift damit begr�ndet, dass weitere Verkehrsteilnehmer in den Wagen rasen und dabei seine Familie wie auch sich selber ernsthaft in Lebensgefahr bringen k�nnten. Die Vorinstanz nehme demgegen�ber an, bereits mit dem Aufprall an der Leitplanke habe die sehr hohe Wahrscheinlichkeit einer t�dlichen Kollision bestanden.
4.2.�Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so pr�zise zu umschreiben, dass die Vorw�rfe in objektiver und subjektiver Hinsicht gen�gend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Geh�r (Informationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.; 126 I 19 E. 2a; je mit Hinweisen).
Die Anklageschrift bezeichnet m�glichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausf�hrung (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Das Gericht ist an den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche W�rdigung durch die Anklagebeh�rde gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO; BGE 126 I 19 E. 2a mit Hinweisen).
4.3.�Die Anklage erw�hnt u.a., das Fahrzeug sei ins Schleudern geraten und schliesslich mit dem Heck in die Leitplanke auf der rechten Fahrbahnseite geprallt. Dadurch habe eine nahe und konkrete Gefahr bestanden, dass weitere Verkehrsteilnehmer in den Wagen rasen und dabei die Familie des Beschwerdef�hrers wie auch sich selber ernsthaft in Lebensgefahr bringen k�nnten.
4.4.�Die Vorinstanz erw�gt, aufgrund des unkontrollierten Schleuderns und der hohen Geschwindigkeit von 120 km/h habe f�r die Fahrzeuginsassen die sehr hohe Wahrscheinlichkeit einer t�dlichen Kollision mit der Leitplanke bestanden. Sie bejaht zudem sowohl w�hrend des unkontrollierten Herumschleuderns des Fahrzeugs als auch nach dessen Stillstand eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit einer t�dlichen Kollision mit den nachfolgenden Fahrzeugen (Urteil E. 3.3.1. S. 21 f.). Sie sieht die unmittelbare Lebensgefahr demnach nicht nur in der m�glichen Folge einer Kollision mit anderen Fahrzeugen, sondern unabh�ngig davon in einer solchen mit der Leitplanke.
Dies verst�sst nicht gegen das Anklageprinzip. Dem Beschwerdef�hrer wird in der Anklageschrift eine unmittelbare Gef�hrdung des Lebens seiner Familie vorgeworfen. Dass angesichts der Geschwindigkeit von 120 km/h auch die Kollision des Fahrzeugs mit der Leitplanke eine unmittelbare Lebensgefahr f�r die Fahrzeuginsassen hervorrufen kann, ergibt sich aus der allgemeinen Lebenserfahrung. Eine explizite Erw�hnung dieses Umstands in der Anklageschrift war unter den konkreten Umst�nden nicht zwingend. Worin genau die konkrete und unmittelbare Lebensgefahr bestand, war eine Frage der rechtlichen W�rdigung. Die Vorinstanz war diesbez�glich frei. Die R�ge des Beschwerdef�hrers ist unbegr�ndet.
5.1.�Der Beschwerdef�hrer wendet ein, der Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung von aArt. 90 Ziff. 2 SVG komme nicht in echter Konkurrenz zur Lebensgef�hrdung im Sinne von Art. 129 StGB zur Anwendung. Da das Fahrzeug auf dem Pannenstreifen und damit ausserhalb der Fahrbahn zum Stillstand gekommen sei, habe f�r die weiteren Verkehrsteilnehmer keine erh�hte abstrakte Gefahr einer Kollision bestanden. Die an sich nicht bestrittene Verkehrsregelverletzung bestehe im br�sken Ziehen der Handbremse und sei sp�testens mit dem Aufprall an der Leitplanke beendet gewesen.
5.2.�Nach aArt. 90 Ziff. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr f�r die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Der Tatbestand ist nach der Rechtsprechung objektiv erf�llt, wenn der T�ter eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gef�hrdet. Eine ernstliche Gefahr f�r die Sicherheit anderer ist nicht erst bei einer konkreten, sondern bereits bei einer erh�hten abstrakten Gef�hrdung gegeben. Wesentliches Kriterium f�r die Annahme einer erh�hten abstrakten Gef�hrdung ist die N�he der Verwirklichung. Subjektiv erfordert der Tatbestand von aArt. 90 Ziff. 2 SVG nach der Rechtsprechung ein r�cksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrl�ssigem Handeln mindestens grobe Fahrl�ssigkeit (BGE 131 IV 133 E. 3.2 mit Hinweisen).
Die Tatbest�nde der fahrl�ssigen T�tung oder K�rperverletzung (Art. 117 und 125 StGB) und der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von aArt. 90 Ziff. 2 SVG gelangen nach der Rechtsprechung in echter Konkurrenz zur Anwendung, wenn neben der verletzten oder get�teten Person weitere Verkehrsteilnehmer konkret gef�hrdet wurden (BGE 96 IV 39 E. 2; 91 IV 211 E. 4; vgl. auch BGE 119 IV 280 E. 2c). Gleiches gilt f�r durch Verkehrsregelverletzungen begangene vors�tzliche Delikte gegen Leib und Leben (vgl. Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 188 zu Art. 90 SVG; Philippe Weissenberger, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2. Aufl. 2015, N. 45 zu Art. 90 SVG) und entsprechend auch f�r die Gef�hrdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB (vgl. BGE 136 IV 76; Hans Schultz, Die Strafbestimmungen des Bundesgesetzes �ber den Strassenverkehr vom 19. Dezember 1958, 1964, S. 174; Fiolka, a.a.O., N. 192 zu Art. 90 SVG).
5.3.�Indem der Beschwerdef�hrer die Handbremse zog, griff er wie ein Fahrzeugf�hrer in das Fahrgeschehen ein und verletzte offensichtlich elementarste Verkehrsregeln. Dass das Fahrzeug nicht vollst�ndig auf dem Pannenstreifen, sondern zumindest teilweise auch auf der Fahrbahn zum Stillstand kam, wurde bereits dargelegt (oben E. 2). Die Vorinstanz erw�gt, es habe die konkrete M�glichkeit einer Kollision der nachfolgenden Fahrzeuge mit jenem von B.X.________ bestanden (Urteil E. 4.2.2. S. 24). Es ist daher von einer konkreten Gef�hrdung weiterer Verkehrsteilnehmer auszugehen. Der Schuldspruch wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln ist bundesrechtskonform. Offenbleiben kann, ob echte Konkurrenz auch bei einer bloss erh�hten abstrakten Gefahr f�r weitere Verkehrsteilnehmer zu bejahen ist (vgl. Weissenberger, a.a.O., N. 45 zu Art. 90 SVG).
6.1.�Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die Strafzumessung. Er macht geltend, die Vorinstanz habe ihn im Vergleich zum erstinstanzlichen Urteil vom Vorwurf des Betrugs freigesprochen und das Verfahren teilweise gest�tzt auf Art. 55a Abs. 3 StGB eingestellt. Dennoch habe sie die Strafe verdoppelt. Sie h�tte auch die Rolle des Opfers, die damalige eheliche Konfliktsituation und die von seiner Ehefrau erkl�rte Desinteresseerkl�rung einbeziehen m�ssen. Die Vorstrafen, welche die Zeit vor der Eheschliessung betr�fen, habe sie zu stark straferh�hend gew�rdigt. Sein Gest�ndnis sowie seine Einsicht habe sie zu Unrecht nur leicht bzw. in mittlerem Masse strafmindernd ber�cksichtigt und eine erh�hte Strafempfindlichkeit verneint. Sein Wohlverhalten nach der Tat, das in einer aufrichtigen Entschuldigung und einer nachhaltigen Ver�nderung in seinem Verhalten bestehe und die Vers�hnung mit seiner Ehefrau erm�glicht habe, sei g�nzlich �bergangen worden.
6.2.�Das Bundesgericht hat die Grunds�tze der Strafzumessung gem�ss Art. 47 ff. StGB wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 und 5.5 mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. Das Sachgericht verf�gt auf dem Gebiet der Strafzumessung �ber ein weites Ermessen. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde in Strafsachen hin nur ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen �ber- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen bzw. durch �berschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6; 135 IV 130 E. 5.3.1; 134 IV 17 E. 2.1; je mit Hinweisen).
6.3.1.�Die Vorinstanz setzt sich in ihren Erw�gungen zur Strafzumessung mit den wesentlichen schuldrelevanten Komponenten auseinander und w�rdigt diese zutreffend. Dass sie sich dabei von rechtlich nicht massgeblichen Gesichtspunkten h�tte leiten lassen oder wesentliche Gesichtspunkte nicht ber�cksichtigt h�tte, ist nicht ersichtlich. Dem Beschwerdef�hrer werden nebst dem erw�hnten Vorfall von September 2010 auch zwei Vergewaltigungen seiner Ehefrau, begangen im Fr�hling und im August 2001, vorgeworfen. Er ist zudem mehrfach, wenn auch - abgesehen von der groben Verkehrsregelverletzung - nicht einschl�gig vorbestraft. Die Vorinstanz hat ihr Ermessen bei der W�rdigung der Vorstrafen, der Einsicht und Reue des Beschwerdef�hrers, seinem Teilgest�ndnis sowie der Rolle des Opfers und der damaligen ehelichen Konfliktsituation nicht �berschritten. Ein eigentliches Selbstverschulden des Opfers behauptet der Beschwerdef�hrer zu Recht nicht. Das Wohlverhalten w�hrend des h�ngigen Strafverfahrens f�hrt nebst der bereits ber�cksichtigten Einsicht und Reue zu keiner zus�tzlichen Strafminderung. Dieses stellt keine besondere Leistung dar und ist daher neutral zu werten (Urteile 6B_375/2014 vom 28. August 2014 E. 2.6; 6B_364/2014 vom 30. Juni 2014 E. 2.4; 6B_360/2011 vom 15. Dezember 2011 E. 3.4.4; je mit Hinweisen).
6.3.2.�Die weiteren Einw�nde des Beschwerdef�hrers sind ebenfalls unbegr�ndet. Die Vorinstanz wirft der ersten Instanz ein methodisch falsches Vorgehen vor. Sie nahm daher eine eigene Strafzumessung vor. Sie war dabei nicht verpflichtet, auf die erstinstanzliche Strafzumessung Bezug zu nehmen und explizit zu begr�nden, weshalb sie in Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft eine h�here Strafe ausspricht. Eine Desinteresseerkl�rung des Opfers f�hrt bei den hier zu beurteilenden Offizialdelikten nicht zwingend zu einer Strafminderung (Urteile 6B_764/2009 vom 17. Dezember 2009 E. 1.9.2; 6B_521/2008 vom 26. November 2008 E. 6.4). Die Vorinstanz durfte schliesslich trotz der vom Beschwerdef�hrer vorgebrachten Umst�nde (Vater zweier Kleinkinder, berufliche Integration ohne Lehrabschluss, alleiniger Ern�hrer) ohne �berschreitung ihres Ermessens eine erh�hte Strafempfindlichkeit verneinen. Die Rechtsprechung betonte wiederholt, dass eine solche nur bei aussergew�hnlichen Umst�nden zu bejahen ist, da die Verb�ssung einer Freiheitsstrafe f�r jede arbeitst�tige und in ein famili�res Umfeld eingebettete Person mit einer gewissen H�rte verbunden ist (vgl. etwa Urteile 6B_375/2014 vom 28. August 2014 E. 2.6; 6B_605/2013 vom 13. Januar 2014 E. 2.4.3; je mit Hinweisen).
6.4.�Die vorinstanzliche Strafzumessung h�lt vor Bundesrecht stand. Die Freiheitsstrafe von vier Jahren ist zwingend unbedingt auszusprechen (vgl. Art. 43 StGB). Die Frage des bedingten oder teilbedingten Vollzugs (vgl. Beschwerde S. 16 f.) stellt sich nicht.
7.1.�Der Beschwerdef�hrer beanstandet, die Vorinstanz habe seine Beweisantr�ge auf Einvernahme seiner Ehefrau und Einholung eines Berichts der Jungend- und Familienberatung Brugg zu Unrecht abgelehnt.
7.2.��ber Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbeh�rde bekannt oder bereits rechtsgen�gend erwiesen sind, wird nicht Beweis gef�hrt (Art. 139 Abs. 2 StPO). Das Gericht kann auf die Abnahme weiterer Beweismittel verzichten, wenn es in vorweggenommener Beweisw�rdigung annehmen kann, das Beweisergebnis werde durch weitere Erhebungen nicht ge�ndert (BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweisen).
7.3.�Die Vorinstanz stellt die vom Beschwerdef�hrer geltend gemachte Vers�hnung mit seiner Ehefrau, die aufrichtige Entschuldigung, deren Desinteresseerkl�rung an der Strafverfolgung und die erheblichen Erfolge der Familientherapie nicht infrage. Sie stellt diesbez�glich vielmehr auf die Angaben des Beschwerdef�hrers ab (vgl. Urteil E. 8.4.2. S. 35). Eine zus�tzliche Befragung von dessen Ehefrau und die Einholung eines Berichts der Jugend- und Familienberatung war daher nicht erforderlich.
8.1.�Der Beschwerdef�hrer argumentiert, das erstinstanzliche Gericht sei bei der Strafzumessung methodisch falsch vorgegangen. Die Vorinstanz h�tte die Angelegenheit in Anwendung von Art. 409 Abs. 1 StPO zur Neubeurteilung an dieses zur�ckweisen m�ssen. Der Beschwerdef�hrer sieht im Verzicht darauf eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs und einen Verstoss gegen das Gebot der Rechtsgleichheit (Art. 8 Abs. 1 BV).
8.2.�Gem�ss Art. 409 Abs. 1 StPO weist das Berufungsgericht die Sache an das erstinstanzliche Gericht zur�ck, wenn das erstinstanzliche Verfahren wesentliche M�ngel aufweist, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden k�nnen. Die Bestimmung greift nur, wenn die Fehler des erstinstanzlichen Verfahrens und Urteils derart gravierend sind, dass die R�ckweisung zur Wahrung der Parteirechte unumg�nglich erscheint (Urteile 6B_630/2012 vom 15. Juli 2013 E. 2.2; 6B_362/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 8.4.2; je mit Hinweisen). Dies ist bei einer bloss methodisch falschen Strafzumessung nicht der Fall. Im �brigen musste die Vorinstanz die Strafzumessung aufgrund der zweitinstanzlichen Teilfreispr�che und -einstellungen ohnehin neu vornehmen. Das rechtliche Geh�r und das Gebot der Rechtsgleichheit sind ebenfalls nicht verletzt. Die R�ge des Beschwerdef�hrers ist unbegr�ndet.
9.1.�Der Beschwerdef�hrer kritisiert, die Vorinstanz bejahe eine erh�hte R�ckfallgefahr und widerrufe daher auch den bedingten Vollzug der Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Er habe sich w�hrend des laufenden Strafverfahrens wohlverhalten und sich mit seiner Ehefrau ausges�hnt. Die Vorinstanz gehe davon aus, er habe auch die fr�heren Straftaten w�hrend des Zusammenlebens mit dieser begangen, obwohl er aktenkundig erst im August 2006 geheiratet habe. Die neuen Straftaten seien Beziehungsdelikte, weshalb kein eigentlicher R�ckfall vorliege. Eventualiter sei zudem zu ber�cksichtigen, dass er eine Freiheitsstrafe von vier Jahren zu vollziehen habe.
9.2.1.�Begeht der Verurteilte w�hrend der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten ver�ben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). Ist nicht zu erwarten, dass der Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, so verzichtet das Gericht auf einen Widerruf. Es kann den Verurteilten verwarnen oder die Probezeit um h�chstens die H�lfte der im Urteil festgesetzten Dauer verl�ngern (Art. 46 Abs. 2 StGB).
9.2.2.�Ein w�hrend der Probezeit begangenes Verbrechen oder Vergehen f�hrt nicht zwingend zum Widerruf des bedingten Strafaufschubs. Dieser soll nach Art. 46 Abs. 1 StGB nur erfolgen, wenn wegen der erneuten Straff�lligkeit eine eigentliche Schlechtprognose besteht (BGE 134 IV 140 E. 4.2 f. mit Hinweisen). Die Pr�fung der Bew�hrungsaussichten des T�ters ist anhand einer Gesamtw�rdigung aller wesentlichen Umst�nde vorzunehmen (BGE 134 IV 140 E. 4.4). In die Beurteilung der Bew�hrungsaussichten im Falle des Widerrufs des bedingten Strafvollzugs einer Freiheitsstrafe ist im Rahmen der Gesamtw�rdigung auch miteinzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt ausgesprochen wird. Besonders g�nstige Umst�nde, wie sie Art. 42 Abs. 2 StGB f�r den bedingten Strafaufschub bei entsprechender Vorverurteilung verlangt, sind f�r den Widerrufsverzicht nicht erforderlich. Art und Schwere der erneuten Delinquenz bleiben jedoch auch unter neuem Recht f�r den Entscheid �ber den Widerruf insoweit von Bedeutung, als diese R�ckschl�sse auf die Legalbew�hrung des Verurteilten erlauben. Die Prognose f�r den Entscheid �ber den Widerruf kann umso eher negativ ausfallen, je schwerer die w�hrend der Probezeit begangenen Delikte wiegen (BGE 134 IV 140 E. 4.5 mit Hinweisen).
9.2.3.�Dem Richter steht bei der Pr�fung der Prognose des k�nftigen Legalverhaltens ein Ermessensspielraum zu. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn der Richter sein Ermessen �ber- bzw. unterschreitet oder missbraucht und damit Bundesrecht verletzt (BGE 134 IV 140 E. 4.2).
9.3.�Der Beschwerdef�hrer weist eine bedingte Jugendstrafe von sechs Tagen Einschliessung wegen Hehlerei und Strassenverkehrsdelikten (aArt. 90 Ziff. 1 und aArt. 95 Abs. 1 SVG, Art. 96 VRV) auf. In der Zeit vom 1. September 2005 und dem 30. Juni 2006 beging er zudem verschiedene Bet�ubungsmitteldelikte sowie am 7. Dezember 2008 eine grobe Verkehrsregelverletzung. Er wurde hierf�r mit Urteil vom 14. Dezember 2006 zu einer bedingten Gef�ngnisstrafe von 45 Tagen und einer Busse von Fr. 800.-- sowie am 12. August 2009, als Teilzusatzstrafe zu diesem Urteil, zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten und einer Busse von Fr. 1'000.-- verurteilt (kant. Akten, act. 230 f.). Der Beschwerdef�hrer ver�bte nicht nur die vorliegend zu beurteilenden Taten, sondern bereits fr�her die Bet�ubungsmitteldelikte und die grobe Verkehrsregelverletzung w�hrend laufender Probezeit. Er wurde wiederholt r�ckf�llig, wenn auch mehrheitlich nicht einschl�gig.
9.4.�Die Vorinstanz schliesst daraus, der Beschwerdef�hrer habe aus den in den einzelnen Verfahren ausgesprochenen Strafen keine Lehre gezogen. Sein bisheriges Verhalten lasse die Begehung weiterer Delikte ernsthaft bef�rchten. Dass er heute wieder mit seiner Ehefrau zusammenlebe und eine Familientherapie besuche, f�hre zu keinem anderen Ergebnis. Er habe auch die fr�heren Taten w�hrend des Zusammenlebens mit dieser begangen. Aufgrund der erneuten R�ckf�lligkeit w�hrend der Probezeit, wobei die neuen Delikte teilweise noch schwerer wiegen w�rden als die zuvor begangenen, sei ihm auch unter Ber�cksichtigung der Wirkung des Vollzugs der im vorliegenden Verfahren auszusprechenden Freiheitsstrafe von vier Jahren eine schlechte Prognose zu stellen (Urteil E. 9.2. S. 37).
9.5.�Die Vorinstanz ber�cksichtigt die Wirkung der zu vollziehenden Freiheitsstrafe von vier Jahren und die geltend gemachte Vers�hnung mit seiner Ehefrau auf das Legalverhalten des Beschwerdef�hrers. Dieser beging zumindest die vorliegend zu beurteilenden Taten sowie die grobe Verkehrsregelverletzung vom 7. Dezember 2008 w�hrend dem Zusammenleben mit dieser. Er machte sich w�hrend laufender Probezeit wiederholt strafbar, auch wenn seine Vorstrafen mehrheitlich nicht einschl�gig sind. Gem�ss der Rechtsprechung sind beim Entscheid �ber den Widerruf auch Art und Schwere der erneuten Delinquenz von Bedeutung. Die Vorinstanz durfte daher miteinbeziehen, dass die neuen Straftaten teilweise schwerer wiegen als die Vorstrafen (vgl. BGE 134 IV 140 E. 4.5). Zwar w�re angesichts der Familientherapie, der aufrichtigen Entschuldigung, der Warnwirkung der zu vollziehenden Freiheitsstrafe von vier Jahren und des Umstands, dass die Bet�ubungsmitteldelikte bereits einige Zeit zur�ckliegen, auch ein Verzicht auf den Widerruf des bedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe von 15 Monaten denkbar gewesen. Die Vorinstanz verf�gt auf diesem Gebiet allerdings �ber einen Ermessensspielraum. Ihr Entscheid liegt ohne Weiteres im Rahmen ihres Ermessens. Es kann ihr nicht zum Vorwurf gemacht werden, sie habe dieses �berschritten, wenn sie dem Beschwerdef�hrer eine schlechte Prognose stellt.

References: Art. 26
 Art. 12
in dubio
 Art. 32
 Art. 6
in dubio
 Art. 9
 Art. 129
 Art. 111
 Art. 129
 Art. 129
 Art. 29
 Art. 32
 Art. 6
 Art. 9
 BGE 
 BGE 
 Art. 129
 BGE 
 Art. 90
 Art. 90
 Art. 129
 BGE 
 Art. 90
 Art. 90
 Art. 55
 Art. 47
 Art. 43
 Art. 409
 Art. 409
 Art. 46
 Art. 42
 Art. 96
 BGE