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Timestamp: 2016-10-24 21:53:32+00:00

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8C_394/2014 (19.08.2014)
8C_394/2014 � � Urteil vom 19. August 2014
A.a.�A.________ erlitt am 13. Juli 1994 bei einem Unfall im Milit�r eine konsekutive, sensomotorisch inkomplette Paraplegie sub L3 bei Status nach LWK1-Fraktur. Mit Verf�gung vom 13. September 1996 sprach ihm das Bundesamt f�r Milit�rversicherung (BAMV) ab 1. August 1996 eine Integrit�tsschadenrente von 30 % zu, die per 1. Oktober 1996 ausgekauft wurde. Seit 1. September 2001 arbeitet der Versicherte in einer administrativen T�tigkeit beim Arbeitgeber X.________. Das BAMV gew�hrte ihm mit Verf�gung vom 7. Oktober 2003 ab 1. Oktober 2003 eine Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 20 % und mit Verf�gung vom 12. Oktober 2011 ab 1. Oktober 2011 eine Invalidenrente bei einem Invalidit�tsgrad von 50 %.
A.b.�Am 4. Juli 2011 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons Bern zum Leistungsbezug an. Diese holte erwerbliche sowie medizinische Unterlagen und ein psychiatrisches Gutachten des Dr. med. B.________, Spezialarzt f�r Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 9. Oktober 2012 ein. Er stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit: Rezidivierende depressive St�rung, gegenw�rtig remittiert (ICD-10 F33.4), dd. Dysthymie (ICD-10 F34.1). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsf�higkeit sei eine Pers�nlichkeit mit akzentuierten emotionalen, impulsiven, ehrgeizigen und narzisstischen Z�gen (ICD-10 Z73.1). Weiter zog die IV-Stelle eine Stellungnahme der Frau med. pract. C.________, Fach�rztin f�r Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, Regionaler �rztlicher Dienst (RAD) der IV-Stelle, vom 11. Januar 2013 bei. Mit Verf�gung vom 2. September 2013 verneinte sie einen Rentenanspruch, da der Invalidit�tsgrad 21 % betrage.
Die gegen die letztgenannte Verf�gung erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 15. April 2014 ab.
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei die IV-Stelle zu verurteilen, ihm ab 1. Januar 2012 eine halbe Invalidenrente auszurichten; eventuell sei die Sache an diese zur�ckzuweisen mit der Anweisung, weitere Abkl�rungen zu treffen und eine neue Verf�gung im Sinne der Beschwerde zu erlassen.
1.2.�Eine Sachverhaltsfeststellung ist nicht schon dann offensichtlich unrichtig, wenn sich Zweifel anmelden, sondern erst, wenn sie eindeutig und augenf�llig unzutreffend ist (BGE 132 I 42 E. 3.1 S. 44). Es liegt noch keine offensichtliche Unrichtigkeit vor, nur weil eine andere L�sung ebenfalls in Betracht f�llt, selbst wenn diese als die plausiblere erschiene (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9). Diese Grunds�tze gelten auch bei der konkreten Beweisw�rdigung, bei welcher dem vorinstanzlichen Gericht ein erheblicher Ermessensspielraum zusteht. Die R�ge des fehlerhaft festgestellten Sachverhalts und/oder des Ermessenmissbrauchs bei der Beweisw�rdigung bedarf einer qualifizierten Begr�ndung (BGE 132 III 209 E. 2.1 S. 211, 130 I 258 E. 1.3 S. 261; SVR 2013 BVG Nr. 40 S. 174 E. 1.2 [9C_592/2012]; nicht publ. E. 1.2. f. des Urteils BGE 9C_492/2013 vom 2. Juli 2014).
Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber die Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 Abs. 1 ATSG), die Invalidit�t im Allgemeinen (Art. 8 Abs. 1 ATSG) und bei psychischen Gesundheitssch�den im Besonderen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 280, 131 V 49 E. 1.2. S. 50, 130 V 352 E. 2.1.1 S. 353), die Invalidit�tsbemessung nach dem Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG), den Rentenanspruch (Art. 28, Art. 29 Abs. 1 IVG) und den Beweiswert von Arztberichten (E. 1.1 hievor; BGE 137 V 210 E. 6.2.2. S. 269, 125 V 351 E. 3a S. 352) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Die Vorinstanz hat in W�rdigung der medizinischen Akten mit einl�sslicher Begr�ndung - auf die verwiesen wird - erkannt, aufgrund der schl�ssigen Beurteilungen des Gutachters Dr. med. B.________ vom 9. Oktober 2012 und der RAD-�rztin Frau med. pract. C.________ vom 11. Januar 2013 sei beim Versicherten von einer gesundheitlich bedingten Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit - unter Einbezug sowohl der somatischen als auch der psychischen Komponenten - von maximal 30 % (20 % Arbeitsunf�higkeit und zus�tzlich maximal 10 % Leistungsminderung) auszugehen. Diesem Ergebnis ist beizupflichten, wie die folgenden Erw�gungen zeigen.
4.1.�Der Versicherte wendet im Wesentlichen ein, der Gutachter Dr. med. B.________ habe am 9. Oktober 2012 nur die psychischen Beschwerden beurteilt. Er habe zwar die Auswirkungen der bestehenden k�rperlichen Beschwerden auf die Arbeitsf�higkeit angesprochen, eine Beurteilung der Wechselwirkung zwischen den psychischen Beschwerden habe jedoch (mitunter auf Grund der fehlenden fachlichen Ausbildung des Gutachters) nicht stattgefunden. Es k�nne bei ihm zu pl�tzlichen und unkontrollierten Darmentleerungen in der �ffentlichkeit und am Arbeitsplatz kommen. Durch ein zu hohes Arbeitspensum entstehe deshalb ein Stressfaktor, der die k�rperlichen Beschwerden und damit auch die Darm-Inkontinenz spiralf�rmig verst�rke, was zur Verst�rkung der psychischen Probleme f�hre. Wegen seiner Teilzeitarbeit komme es am Arbeitsplatz hin und wieder zu verletzenden Spr�chen. Deshalb habe er das Bestreben, sich durch m�glichst gute bis �berragende Leistungen auszeichnen zu m�ssen, was ihm aber gesundheitsbedingt nicht m�glich sei und zu einer Verst�rkung der psychischen Beschwerden durch Minderwertigkeitsgef�hle f�hre. Es h�tte ein polydisziplin�res Gutachten angeordnet werden m�ssen. Stattdessen habe sich die IV-Stelle mit einer Abkl�rung der somatischen Beschwerden durch die RAD-�rztin vom 11. Januar 2013 begn�gt, ohne dass diese ihn untersucht habe. Sie verf�ge nicht �ber die erforderliche Fachausbildung, um die komplexen k�rperlichen Auswirkungen der inkompletten Paraplegie mit einer Blasen-, Darm und Sexualfunktionsst�rung auf die Arbeitsf�higkeit und deren Wechselwirkung mit den psychischen Problemen zu beurteilen. Weiter sei die auf die inkomplette Paraplegie zur�ckgehende erh�hte Erm�dbarkeit nicht ber�cksichtigt worden. Nicht beachtet worden sei auch, dass sich seine psychischen und k�rperlichen Beschwerden bei einer Steigerung des Arbeitspensums verst�rken w�rden, was zu einer tiefen Depression f�hren und eine starke Reduktion des Arbeitspensums notwendig machen w�rde. Die Beurteilungen des Dr. med. B.________ und der Frau med. pract. C.________ seien weder umfassend noch schl�ssig noch nachvollziehbar. Verletzt seien der Untersuchungsgrundsatz bzw. Art. 16 und Art. 61. lit. c ATSG sowie Art. 28 und Art. 28a IVG.
4.2.�Dem ist entgegenzuhalten, dass Dr. med. B.________ im Gutachten vom 9. Oktober 2012 die medizinischen Vorakten eingehend wiedergab und ihm mithin der somatische Gesundheitsschaden des Versicherten bzw. die damit einhergehende Arbeits (un) f�higkeit bekannt waren. Der Versicherte legt nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass er entscheidwesentliche medizinische Berichte �bersehen h�tte. Zudem ber�cksichtigte Dr. med. B.________ auch die vom Versicherten selbst geklagten Beschwerden. In diesem Lichte kann nicht gesagt werden, Dr. med. B.________ habe die Auswirkungen seiner k�rperlichen Beschwerden auf seinen psychischen Gesundheitszustand nicht hinreichend einbezogen.
4.3.�Die RAD-�rztin Frau med. pract. C.________ hatte im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 11. Januar 2013 ebenfalls Kenntnis von allen relevanten medizinischen Vorakten (zur Aufgabe des RAD, die Leistungsf�higkeit zu beurteilen vgl. Art. 59 Abs. 2 und 2bis IVG; Art. 49 IVV; BGE 135 V 254 E. 3.3.2 S. 257). Dass sie den Versicherten nicht pers�nlich untersucht hat, ist nicht zu beanstanden, da ihre Beurteilung die Voraussetzungen f�r einen rechtsgen�glichen medizinischen Aktenbericht erf�llt (hierzu vgl. SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63 E. 7.2 [8C_239/2008]; RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95 E. 5d). Entgegen dem Versicherten kann auch nicht von mangelnder Fachkompetenz der Frau med. pract. C.________ gesprochen werden. Ihre Einsch�tzung, wonach die somatisch bedingte und die psychisch bedingte Arbeitsunf�higkeit nicht zu addieren seien, wird zudem durch die zahlreichen Freizeit- bzw. Sportaktivit�ten des Versicherten - Gartenarbeit, Schwimmen, Wandern, Squashspielen, Velofahren - bekr�ftigt.
4.4.�Soweit sich der Versicherte auf den Bericht des Schweizer Paraplegiker Zentrums, vom 15. September 2010 beruft, liegt dieser zu lange zur�ck und kann deshalb nicht als Grundlage f�r die Beurteilung des Gesundheitszustandes im massgebenden Zeitpunkt der Verf�gung vom 2. September 2013 dienen; zudem enth�lt er keine Angaben zur Arbeitsf�higkeit, auf die es letztlich ankommt (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; Urteil 8C_152/2014 vom 4. Juli 2014 E. 6.1.2).
4.5.�Weiter f�hrt der Versicherte die Berichte der ihn behandelnden Psychotherapeutin Frau lic. phil. D.________, Psychologin FSP NWP, vom 4. Mai 2011 (mitunterzeichnet von Prof. Dr. med. E.________, Chefarzt Psychosomatik Y.________) und 28. Oktober 2013 ins Feld, worin von einer 50%igen Arbeitsunf�higkeit ausgegangen wurde. Diesbez�glich ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde Arztpersonen bzw. Therapiekr�fte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5. S. 470; SVR 2013 IV Nr. 40 S. 119 E. 5.3). Diese Berichte verm�gen das psychiatrische Gutachten des Dr. med. B.________ vom 9. Oktober 2012 nicht in Frage zu stellen, zumal nicht ersichtlich ist, dass sie wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungew�rdigt geblieben sind (vgl. Urteil 8C_847/2013 vom 14. Februar 2014 E. 5.1.2).
4.6.�Unbehelflich ist die Berufung des Versicherten auf die Stellungnahme des Arbeitgebers vom 5. November 2013. Denn es ist �rztliche Aufgabe, anhand der objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Leistungsf�higkeit zu bestimmen (Urteil 8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E. 4.2.2).
4.7.�Nicht stichhaltig ist der Einwand des Versicherten, es sei nicht beachtet worden, dass die Milit�rversicherung mit Verf�gung vom 12. Oktober 2011 seine Invalidenrente auf 50 % erh�ht habe. Denn die Vorinstanz hat richtig erkannt, dass die Invalidit�tssch�tzung der Milit�rversicherung die Invalidenversicherung vorliegend nicht bindet (BGE 133 V 549; Urteil 8C_185/2013 vom 4. Juli 2013 E. 4.1).
4.8.�Insgesamt erhebt der Versicherte keine R�gen, die zur Bejahung einer Rechtsverletzung seitens der Vorinstanz f�hren oder ihre Sachverhaltsfeststellung als offensichtlich unrichtig oder als Ergebnis willk�rlicher Beweisw�rdigung oder als rechtsfehlerhaft nach Art. 95 BGG erscheinen lassen (vgl. E. 1 hievor). Da von weiteren Abkl�rungen keine entscheidrelevanten Ergebnisse mehr zu erwarten sind, ist davon abzusehen (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236).
Der Schluss der Vorinstanz, dass im Rahmen der von ihr festgestellten Arbeitsf�higkeit des Versicherten der rentenbegr�ndende Invalidit�tsgrad von 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) nicht erreicht wird, ist unbestritten und nicht zu beanstanden.

References: BGE 
 Art. 29
 BGE 
 Art. 16
 Art. 61
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 59
 Art. 49
 BGE 
 Art. 95
 BGE