Source: http://www.mobileheilerziehung.de/finanzierung-und-beispiele.html
Timestamp: 2018-01-21 20:05:34+00:00

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Finanzierung und Beispiele - MHP – Mobile HeilerziehungsPflege
Finanzierung über § 45 (a, b) SGB XI – Zusätzliche Betreuungsleistungen, Abrechnung über Pflegekassen
Finanzierung über Pflegegeld nach §§ 36 – 40 SGB XI - bei häuslicher Pflege
Finanzierung über Häusliche Ersatzpflege nach § 39 SGB XI - Pflegevertretung/ Ersatzpflege/ Verhinderungspflege
Hilfe in besonderen Lebenslagen/ Hilfe zur Pflege etc. – Sozialamt
Frau B. hat Pflegestufe I und wegen ihrer Demenz Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen, in Höhe von 200,00 Euro monatlich (Gesamt Jahr: 2.400,00 Euro). Wir betreuen sie 2 Mal wöchentlich a 2 Stunden, das sind ca. 16 Stunden im Monat. Je nach tatsächlichem Betreuungsaufwand, reichen die 200,00 Euro Anspruch im Monat zur Finanzierung unserer Leistungen. Wenn nicht, kann der Fehlbetrag über Privatzahlung, Pflegegeld oder Restansprüche Betreuungsleistungen erfolgen.
Restansprüche entstehen dann, wenn der monatliche Anspruch auf Betreuungsleistungen (100,00 oder 200,00 Euro pro Monat) nicht voll ausgeschöpft wird und noch Guthaben bestehen. Frau B. besitzt noch ein Guthaben in Höhe von 800,00 Euro (entstanden aus Guthaben des Vorjahres), welches wir mit verrechnen können.
Herr H. benötigt Früh, Mittag und Abend Hilfe und Unterstützung. Auch am Nachmittag muss und soll er betreut und gefördert werden. Er hat die Pflegestufe II und Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen in Höhe von 200,00 Euro - wegen seiner körperlichen Behinderung und Altersverwirrtheit. Der Pflegedienst kommt Früh und übernimmt die Grund- und Behandlungspflege. Zusätzlich kommen wir und betreuen ihn ca. 2 Stunden täglich, am Mittag oder am Nachmittag. Wir machen gemeinsam Gedächtnis- oder Wahrnehmungstraining, unterhalten uns, machen Ausflüge im Rollstuhl, helfen bei der Planung und Struktur des Tagesablaufes, Begleiten ihn bei Einkäufen oder unterstützen ihn in Alltagssituationen. Außerdem haben wir regelmäßig Kontakt mit der Tochter, informieren oder beraten sie über die aktuelle Situation, Vorkommnisse oder Veränderungen. Die Berufstätigkeit (Schichtdienst) der Tochter erfordert auch manchmal eine zusätzliche Betreuung von Herrn H. durch uns - am Abend, an den Wochenenden oder am Feiertag. Außerdem hat die Tochter 2 Mal im Monat - am Abend – einen Termin, den sie wahrnehmen muss. Die Finanzierung unserer Leistungen erfolgt hier ebenfalls über die 200,00 Euro. Doch bei dem regelmäßigen – doch relativ hohen - Betreuungsaufwand, reichen die 200,00 Euro nicht aus. Der Fehlbetrag wird über das Pflegegeld und die häusliche Ersatzpflege finanziert.
Frau L. ist jetzt 65 Jahre alt und sie lebt alleine. Sie leidet an depressiven Verstimmungen, hat diverse körperliche Beschwerden und fühlt sich einsam. Die Familie wohnt nicht vor Ort, kümmert sich sehr um sie – kann aber aus beruflichen Gründen nur ab und zu kommen. Trotz ihrer Beschwerden erfüllt sie nicht die erforderlichen Kriterien, um Leistungen beanspruchen zu können. Das heißt: Sie bekommt kein Geld für Pflege und Betreuung. Trotzdem benötigt sie Unterstützung, Hilfe und Gesellschaft. Gemeinsam haben die Familie und sie selbst den Entschluss gefasst, auch ohne Finanzierung durch die Pflegekasse oder sonstige Träger, unsere Dienstleistung trotzdem in Anspruch zu nehmen (sie hatten per Mundpropaganda von uns gehört). Wir kommen 1 Mal wöchentlich für ca. 3 Stunden und betreuen sie. Wir unternehmen viel, gehen gemeinsam einkaufen, kümmern uns mit um die Hauswirtschaft, nehmen Arzttermine war, bestücken im Frühjahr die Balkonkästen, spielen auch mal Karten usw. Frau L. finanziert einen Teil unserer Leistungen über ihre Rente, den Rest legt die Familie drauf. Auch wenn mal ein höherer Betreuungsaufwand nötig ist, wird dieser privat bezahlt. Alle sind sich einig – „euer Angebot ist es uns wert“. Mittlerweile sind wir schon 3 Jahre bei Frau L. und keiner der Beteiligten denkt an eine Beendigung der Zusammenarbeit, wegen der finanzielle „Belastung“. Im Gegenteil, Frau L. wartet schon immer sehnsüchtig auf den Donnerstag. Auch die Familie ist sehr zufrieden und weiß Frau L. in „guten Händen“. Sollte mal etwas sein, haben sie einen verlässlichen Ansprechpartner vor Ort, der reagieren kann und schnell da ist. Das Gute daran ist: der Gesundheits- und Allgemeinzustand von Frau L. hat sich stabilisiert und ihr geht es soweit gut. Das „Schlechte“ daran ist: sie bekommt immer noch keine Pflegeleistungen. Dafür geht es ihr zu „gut“.
Nun stellt sich die Frage: Was ist besser?
Behindertenbereich/ Bereich psychisch chronisch Kranke/ Suchtkranke:
Eingliederungshilfen/ Budgets über Sozialamt oder KSV
Kinder/ Jugendliche: Sozialamt
junge Erwachsene/ Erwachsene: KSV
Beispiele Behindertenbereich/ Bereich psychisch chronisch Kranke/ Suchtkranke
Frl. S. ist 20 Jahre alt, geistig und körperlich schwer behindert und hat Pflegestufe II.
Wir betreuen die junge Frau 2 Mal in der Woche – jeweils nachmittags für 2 bis 3 Stunden. Dadurch kann die Familie mal „Luft“ holen, Wege erledigen oder anderen Verpflichtungen nachgehen – ohne sich um die Tochter Gedanken machen zu müssen. Die Pflege und Betreuung von S. verlangt von den Angehörigen ein Höchstmaß an Kraft, Aufmerksamkeit und Verfügbarkeit ab. Es ist ein 24 – Stunden „Job“, natürlich auch viel Freude, aber eben auch viel Anstrengung. Wir holen S. nachmittags gleich von der Werkstatt (Fördergruppe) ab, betreuen und fördern sie. Es werden individuelle Förderangebote von uns gestaltet, gemeinsam Termine wahrgenommen, Alltagsfertigkeiten trainiert oder nur mal „abgehängt“.
Die Familie und S. genießen diese Zeit und sind sehr dankbar dafür. Auch wenn zusätzlich mal Betreuungsbedarf ist, übernehmen wir das. Die Familie und S. kennen uns nun mittlerweile 5 Jahre und vertrauen uns. Wir schaffen S. dann auch mal abends ins Bett, übernehmen die Abendtoilette und die Aufsichtspflicht – während der Abwesenheit der Eltern. S. erhält 200,00 Euro monatlich Betreuungsleistungen, Wiedereingliederungshilfe im Rahmen eines persönlichen Budget`s und Pflegegeld. Damit werden wir monatlich finanziert.
W. ist 9 Jahre alt, geistig und körperlich leicht behindert, er hat massive psychische Störungen und er ist ein Einzelgänger. Er ist ein Außenseiter und fällt wegen seiner „Eigenarten“ häufig auf. Eigentlich ist er sehr ruhig. Doch ab und zu rastet er aus und hat Wutanfälle – immer dann, wenn jemand etwas von ihm fordert. In der Schule gibt es Probleme, er wird gehänselt und ins Abseits gestellt. Freunde hat er keine und er sitzt am liebsten vor dem Fernseher. Die Eltern kümmern sich liebevoll, doch sie sind überfordert. Er war schon mehrfach in stationärer Behandlung, doch im Alltag hat sich nicht viel geändert. Wir kommen 1 Mal in der Woche für 3 Stunden, bieten Förderung, Therapie, Betreuung und Entlastung. W. ist sehr personenbezogen und vergöttert „seine“ Heilerziehungspflegerin. Er nimmt von uns Angebote an, die er bisher immer ausgeschlagen hat, er ist zugänglicher geworden und spielt auch mal über einen längeren Zeitraum mit anderen Kindern – ohne dass es eskaliert. Er hat spielerisch viel gelernt und versucht es, im Alltag anzuwenden. Wenn es geklappt hat, erzählt er stolz davon. Die Eltern sind begeistert und merken die positiven Veränderungen auch zu Hause. Er wird nicht mehr so schnell wütend und er hält sich besser an Regeln. Er ist fröhlicher und interessierter geworden. Er schlägt auch selbst mal einen Ausflug vor und freut sich darauf. Alles Dinge, die vorher nicht möglich waren. Er erhält Betreuungsleistungen und Eingliederungshilfe (Budget), damit werden unsere Leistungen finanziert.
Herr L. lebt alleine, er hat seit Jahren körperliche, kognitive, psychische und emotionale Beeinträchtigungen (Pflegestufe I) und ….er ist Alkoholkrank. Er hat einen gesetzlich bestellten Betreuer, der sich um seine Belange kümmert. Herr L. muss immer mal wieder ins Krankenhaus oder zur Entgiftung. Manchmal schafft er es, längere Zeit trocken zu bleiben. Er befindet sich im gesellschaftlichen und sozialen „Abseits“ und bekommt sein Leben alleine nicht mehr in den Griff. Er weiß um seine Probleme, möchte sie gerne in den Griff bekommen und ein normales Leben haben. Doch er schafft es nicht. Trotzdem ist er ein Mensch wie jeder andere und er benötigt Hilfe, Unterstützung, Betreuung und Förderung. Diese nimmt er auch dankbar an und es ist für ihn noch der Einzigste Halt, den er noch hat. Er bekommt EU-Rente, Pflegegeld und 100,00 Euro zusätzliche Betreuungsleistungen im Monat.
Der Betreuer hat uns mit ins Boot geholt und wir betreuen Herrn L. 2 Mal in der Woche – je nach Bedarf und Gesundheitszustand. Wir kümmern uns um Haushalt, machen Besorgungen, nehmen Arzttermine wahr oder sind einfach nur Gesprächspartner.
Außerdem gestalten wir entsprechende Förderangebote und aktivieren ihn zur Teilnahme am öffentlichen Leben. Wir sind für ihn Bezugspersonen, er vertraut uns und nimmt die Hilfe gut an. Sicherlich gibt es trotzdem immer mal wieder Probleme, doch er ist stabiler geworden und die „Trockenphasen“ länger. Die Wohnung ist wieder in einem annehmbaren Zustand und er ist ein Stück weit „unter Kontrolle“. Das weiß er und er ist dankbar dafür. Er hat jemanden, mit dem er reden kann, wo er sich hinwenden kann und für den er sich auch mehr „zusammenreißt“. Ohne unsere Hilfe, wäre er schon lange tod, da ist er sich sicher. Wir sind eben auch in Krisenzeiten für ihn da und stärken ihn. Unsere Leistungen werden über die 100,00 Euro und das Pflegegeld finanziert.
Bereich Jugendhilfe/ Familienhilfe/ Hilfe zur Erziehung
Durchführung von Maßnahmen Hilfe zur Erziehung nach § 27 (1,2) SGB VIII und Unterstützung als Erziehungsbeistand/ Betreuungshelfer nach § 30 SGB VIII
Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendlich nach § 35 a (1,3) SGB VIII
Durchführung heilpädagogischer Maßnahmen nach §§ 55 (2) & 56 (1) SGB IX
Wir arbeiten im Bereich „Hilfen zur Erziehung“ nach §§§ 27, 30, 36 SGB VIII (KJHG) und bieten Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche nach § 35 a SGB VIII (KJHG) – im Auftrag des Jugend- und Sozialamtes der Kommune.
Erläuterung Bereich Jugendhilfe/ Familienhilfe/ Hilfe zur Erziehung
Gibt es massive Probleme oder Überforderungen in der Familie z. Bsp. bei Erziehungsfragen, der Versorgung der Kinder, bei sozialen, finanziellen, psychischen oder emotionalen Problemen, bei der Strukturierung des Alltags, bei Gewalt oder Missbrauch etc. sollte man sich an das zuständige Jugendamt – Allgemeiner Sozialdienst wenden. Die Fachkräfte dort vor Ort entscheiden dann, ob eine Hilfe (im Rahmen der Jugendhilfe) nötig / möglich ist oder nicht und wenn ja – welche spezielle Hilfe dann geeignet ist und in welchem Rahmen.
Entweder übernimmt dann das Jugendamt die Hilfe und demzufolge die Finanzierung oder es werden andere Fachdienste, Institutionen oder Einrichtungen zur Unterstützung vermittelt. Generell soll man sich in solchen Situationen immer an das zuständige Jugend- oder Sozialamt wenden. Diese werden Ihnen dann die nötige Unterstützung vermitteln.
Finanzierung laut SGB IX - Persönliches Budget (BudgetV)
Junge Erwachsene: KSV
M. ist 11 Jahre alt, hat kognitive Einschränkungen, Lern-, Verhaltens- und Angsstörungen. Er ist in seinen Fähigkeiten nicht altersgerecht entwickelt und besucht die Lernförderschule. Die Eltern sind häufig an der Grenze der Belastbarkeit, in der Schule gibt es immer mal Probleme und auch das soziale Umfeld ist im Umgang mit ihm häufig überfordert.
Wir kommen als sozialpädagogischer Dienst 1 Mal in der Woche am Nachmittag und nehmen M. unter unsere „Fittiche“. Unsere Aufgabe ist, ihn in verschiedenen Bereichen zu fördern sowie interessante Freizeitangebote zu gestalten. Das Einhalten von Normen und Regeln, kognitive, soziale, emotionale oder motorische Förderung gehören ebenso zu unserem Angebot, wie die Beratung der Eltern oder die Interaktion zwischen Elternhaus und Schule. Wir trainieren Alltagsfertigkeiten und den Umgang mit seinen Ängsten, Ausdauer, Konzentration, soziale Integration usw. M. ist schon deutlich kooperativer, zugänglicher und ausgeglichener geworden. Er wartet immer darauf, dass wir kommen und nimmt die Angebote gut an. Auch die Eltern und die Schule bemerken Fortschritte. Er kann sogar schon über einen längeren Zeitraum seine Angst aushalten und sich ihr stellen. Die Finanzierung unserer Leistungen erfolgt hier über die zusätzlichen Betreuungsleistungen. M. erhält 200,00 Euro im Monat.
Er bekommt 200,00 Euro im Monat Betreuungsleistungen. Wir kommen 1 Mal in der Woche für ca. 3 Stunden und einmal im Monat am Wochenende. Wir betreuen und fördern ihn und sorgen für individuelle Angebote. Wir bieten Lernförderung, üben Mathe und trainieren mit ihm bestimmte Verhaltensregeln und vor allem Konzentration. Wir fahren gemeinsam Fahrrad, sammeln Kastanien, lernen den Umgang mit Geld, machen Entspannungsübungen im Therapieraum, spielen Geduldsspiele (ohne dass er gleich ausflippt) oder üben das Aushalten von negativen Situationen.
Bereich: Seminar-/ Lehrtätigkeit
- Honorartätigkeit, Preis nach Vereinbarung

References: § 45
 § 39
 § 27
 § 30
 § 35
 § 35