Source: https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/ekud/anu/projekte/laermerschuetterung/industrie-und-Gewerbelaerm/luft-wasserwaermepumpen/Seiten/AGde-LuftWasserwaermepumpen.aspx
Timestamp: 2020-08-08 21:46:52+00:00

Document:
LSV Art. 7 Abs. 1, Art. 32 Abs. 1 und Anhang 6
Im Rahmen des Bewilligungsverfahrens ist sicherzustellen, dass der Betrieb der Wärmepumpe die bundesrechtlichen Lärmschutzbestimmungen (Vorsorge und Planungswert) einhält und zu keinen lärmrechtlichen Problemen führen wird. Die Lärmimmissionen von Wärmepumpen werden nach Anhang 6 LSV beurteilt.
Die Lärmbegrenzung von Wärmepumpen leitet sich aus Art. 11 und Art. 12 der Umweltschutzgesetzes (USG) ab.
Art. 11 Abs. 2 USG (Vorsorgeprinzip)
Art. 12 Abs. 2 USG (Emissionsbegrenzungen)
Begrenzungen werden durch Verordnungen oder, soweit diese nichts vorsehen, durch unmittelbar auf dieses Gesetz abgestützte Verfügungen vorgeschrieben.
Art. 7 Abs. 1 LSV (neue ortsfeste Anlagen)
Die Lärmemissionen einer neuen ortsfesten Anlage müssen nach den Anordnungen der Vollzugsbehörde so weit begrenzt werden:
a. als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist und
dass die von der Anlage alleine erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte nicht überschreiten.
Das Vorsorgeprinzip und die Einhaltung der Planungswerte sind gleichwertig. Bei der Beurteilung sind beide zu berücksichtigen.
Dem Vorsorgeprinzip ist grundsätzlich und unabhängig von der Einhaltung der Belastungsgrenzwerte der LSV sowie der bestehenden Lärmbelastung Rechnung zu tragen. Die Erteilung der Baubewilligung darf sich deshalb nicht nur auf die Einhaltung der Planungswerte abstützen. Vielmehr hat sie jene Massnahmen zu berücksichtigen, welche im Rahmen des Vorsorgeprinzips und der Verhältnismässigkeit den besten Lärmschutz gewähren. Neu eingebaute Wärmepumpenanlagen erfüllen dieses Prinzip, wenn die Lärmemissionen im Bereich des Standes der Technik liegen und der Aufstellungsort richtig gewählt ist. Im Einzelfall muss geklärt werden, ob unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung die Emissionen soweit begrenzt sind, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Folgende emissionsreduzierende Massnahmen müssen im Rahmen der Umsetzung des Vorsorgeprinzips geprüft werden:
Wahl einer Anlage mit tiefem Schallleistungspegel
Aufstellungsort der lärmigen Anlagenkomponenten
Schalldämpfung jeglicher Art
evtl. betriebliche Regulierungen
Zur Unterstützung eines einheitlichen Vollzugs des Lärmschutzrechts bei der Bewilligung von Luft/Wasser-Wärmepumpen hat der cercle bruit (Vereinigung der kantonaler Lärmschutzfachleute) die Vollzugshilfe „Lärmtechnische Beurteilung von Luft / Wasser-Wärmepumpen“ herausgegeben. Diese Vollzugshilfe konkretisiert unbestimmte Rechtsbegriffe von Gesetzen und Verordnungen und gibt eine konkrete Vorgehensweise vor, wie der Lärmschutznachweis im Rahmen eines Bewilligungsverfahrens erbracht werden soll. Die Vollzugshilfe besteht aus einem allgemeinen, beschreibenden Teil und einem Excel-basierten Formular für den Lärmschutznachweis. Geht die Vollzugsbehörde nach dieser Vollzugshilfe vor, dann kann sie davon ausgehen, dass sie das Bundesrecht rechtskonform vollzieht. Der Lärmschutznachweis kann aber auch auf anderen Wegen erbracht werden.
Bei speziellen Verhältnissen und in Zweifelsfällen sind akustische Messungen sinnvoll. Auch bei Lärmklagen ist die Überprüfung der Lärmimmissionen mittels Messungen ein geeignetes Mittel. Wenn möglich erfolge die Messung im offenen Fenster des am stärksten betroffenen lärmempfindlichen Raumes. Wenn eine Messung im offenen Fenster nicht möglich ist, kann die Messung auch näher bei der Anlage durchgeführt und das Ergebnis auf den massgeblichen Immissionsort umgerechnet werden. Die Messungen sollten nach den in der Vollzugshilfe des cercle bruit angegebenen Verfahren durchgeführt werden.

References: Art. 7
 Art. 32
 Art. 11
 Art. 12

Art. 11

Art. 12

Art. 7