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Timestamp: 2020-08-12 11:37:16+00:00

Document:
Flüchtlingsrat NRW - Leitfaden - Kreis Höxter
Welche Bedeutung haben Aufenthaltsstatus und Aufenthaltsdauer für den Arbeitsmarktzugang von Flüchtlingen?
Der Arbeitsmarktzugang von Flüchtlingen leitet sich aus ihrem aufenthaltsrechtlichen Status ab. Während anerkannte Schutzberechtigte einen unbeschränkten Zugang zu Beschäftigung haben, ist der Zugang für Asylsuchende mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung beschränkt.
Personen mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung, die bereits einer Kommune zugewiesen sind, müssen für ein konkretes Stellenangebot eine Beschäftigungserlaubnis bei der kommunalen Ausländerbehörde beantragen. Während der Unterbringung in einer Landesaufnahmeeinrichtung ist für die Erteilung der Beschäftigungserlaubnis die Zentrale Ausländerbehörde zuständig.
Grundsätzlich holt die Ausländerbehörde während der ersten vier Jahre des Aufenthalts die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) ein, die die Beschäftigungsbedingungen prüft. In einigen wenigen Fällen ist keine Zustimmung der BA erforderlich, beispielsweise für Ausbildungen in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.
Die Erteilung der Beschäftigungserlaubnis ist abhängig von Aufenthaltsstatus und bisheriger Aufenthaltsdauer in Deutschland. Nachfolgend finden Sie zur Übersicht eine Tabelle zum Zusammenhang dieser Kategorien:
für die Dauer des Asylverfahrens.
Bei negativem Ausgang des Asylverfahrens
(Aussetzung der Abschiebung)
nach § 60a AufenthG
zu erteilen, wenn tatsächliche oder rechtliche Gründe eine Abschiebung unmöglich machen.
Bei positivem Ausgang des Asylverfahrens
nach § 25 Abs. 1-3 AufenthG.
Bedeutung des Aufenthaltsstatus und der Aufenthaltsdauer für den Arbeitsmarktzugang
Mit Aufenthaltsgestattung besteht eine dreimonatige Wartefrist für den Arbeitsmarktzugang. Während dieser Frist ist die Erwerbstätigkeitgrundsätzlich nicht erlaubt.
Mit Duldung besteht eine dreimonatige Wartefrist für den Arbeitsmarktzugang. Während dieser Frist ist die Erwerbstätigkeit grundsätzlich nicht erlaubt.
Ausgenommen davon kann, sofern die Zuweisung in eine Kommune schon stattgefunden hat, eine zustimmungsfreie Beschäftigung ohneWartefrist durch die Ausländerbehörde erlaubt werden. Von der Zustimmung der BA befreit sind z.B. staatlich anerkannte Berufsausbildungen sowie karitative, religiöse, journalistische oder künstlerische Tätigkeiten (§ 32 Abs. 2 BeschV).
Für anerkannte Schutzberechtigte
Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 3 AufenthG benötigen einmalig einen Eintrag über die Beschäftigungserlaubnis in der Aufenthaltserlaubnis.
4.-9. Monat:
Sofern die Zuweisung in eine Kommune schon stattgefunden hat, kanndie Ausländerbehörde ab dem 4. Monat mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit nach Ermessen eine Beschäftigungserlaubnis erteilen.
Bei bestehender Wohnverpflichtung für eine Landesaufnahmeeinrichtung ist die Erwerbstätigkeit währendderersten neun Monatemit einer Aufenthaltsgestattung nicht erlaubt.
Sofern die Zuweisung in eine Kommune schon stattgefunden hat, kanndieAusländerbehördeab dem 4. Monat mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit nach Ermessen eine Beschäftigungserlaubnis erteilen.
10.-48. Monat:
Wenn das Asylverfahren nicht innerhalb von neun Monaten nach Antragstellung unanfechtbar abgeschlossen wurde, ist eine Beschäftigungserlaubnis zu erteilen.
Weiterhin ist die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich.
Ab dem 49. Monat:
Nach vier Jahren Aufenthalt entfällt die Zustimmungspflicht der Bundesagentur für Arbeit. Weiterhin ist die Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde erforderlich.
Wie finde ich Flüchtlinge, die an einer Ausbildung oder Beschäftigung in meinem Unternehmen interessiert sind?
Verschiedene Einrichtungen können Ihnen Kontakt zu ausbildungs- oder arbeitssuchenden Flüchtlingen vermitteln:
Der Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit stellt Kontakt zu arbeitssuchenden Flüchtlingen her und berät Sie darüber hinaus zu den relevanten Fördermöglichkeiten
Willkommenslotsen unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen bei der Stellenbesetzung durch Flüchtlinge. Hier können Sie nach Willkommenslotsen vor Ort suchen.
Einige Online-Jobbörsen haben sich auf die Vermittlung ausbildungs- oder arbeitssuchender Flüchtlinge spezialisiert, wie z.B. jobs4refugees.org oder workeer.de.
Über die ehrenamtlichen Flüchtlingsinitiativen vor Ort können Sie sich nach ausbildungs- oder arbeitssuchenden Flüchtlingen erkundigen. Ehrenamtliche unterstützen u.a. in der Berufsorientierung, bei der Suche nach Stellenangeboten oder helfen dabei, Bewerbungen zu schreiben.
Wie können Sie als ArbeitgeberIn wissen, wen Sie beschäftigen dürfen?
In jedem Aufenthaltspapier (Aufenthaltstitel, Aufenthaltsgestattung und Duldung) ist vermerkt, welche Zugangsmöglichkeit zum Arbeitsmarkt besteht. Dieser Eintrag ist im Aufenthaltspapier unter „Nebenbestimmungen“, „Anmerkungen“ oder auf einem Zusatzblatt zum elektronischen Aufenthaltstitel zu finden. Mögliche Einträge sind:
Erwerbstätigkeit gestattet,
Beschäftigung gestattet,
Beschäftigung nur mit Erlaubnis der Ausländerbehörde gestattet,
Beschäftigung nicht gestattet.
Was kann ich als ArbeitgeberIn tun?
Nicht immer ist gewährleistet, dass der Eintrag im Aufenthaltspapier auf dem aktuellsten Stand ist. Mit Unterstützung der unabhängigen Beratungsstellen vor Ort können Sie den Eintrag der Nebenbestimmungen mit den tatsächlichen Warte- und Aufenthaltszeiten abgleichen. Mögliche Zeitpunkte für Personen mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung, zu denen sich der Eintrag ändern könnte, sind nach drei, sechs oder neun Monaten mit dem jeweiligen Aufenthaltspapier.
Falls die Angaben nicht übereinstimmen, sollte unbedingt eine Änderung der Nebenbestimmungen bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragt werden. Solange eine Wohnverpflichtung für eine Landesaufnahmeeinrichtung besteht, ist für Änderungen im Aufenthaltspapier die Zentrale Ausländerbehörde verantwortlich. Ab der Zuweisung in eine Kommune ist die kommunale Ausländerbehörde zuständig.
Wie läuft das Verfahren zur Erteilung einer Beschäftigungserlaubnis ab?
Falls Sie eine Person einstellen möchten, die über einen Eintrag „Beschäftigung nur mit Genehmigung der Ausländerbehörde gestattet“ verfügt, muss diese Person eine Beschäftigungserlaubnis bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragen. Für die Beantragung wird der ausgefüllte Antrag auf Beschäftigungserlaubnis (erhältlich bei der Ausländerbehörde), eine Kopie des Ausweisdokuments sowie eine Stellenbeschreibung benötigt. Das einseitige Formular der Stellenbeschreibung muss von Ihnen als ArbeitgeberIn ausgefüllt werden.
Grundsätzlich holt die Ausländerbehörde in den ersten vier Jahren des Aufenthalts die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit(BA) für diese spezifische Beschäftigung ein. Die BA prüft, ob die zu beschäftigende Person zu den gleichen Bedingungen wie vergleichbare, inländische ArbeitnehmerInnen beschäftigt wird. Einige wenige Beschäftigungen können auch ohne Zustimmung der BA genehmigt werden, wie z.B. Berufsausbildungen in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.
Als ArbeitgeberIn können Sie das Verfahren zur Erteilung der Beschäftigungserlaubnis beschleunigen, indem Sie vorab prüfen lassen, ob die Bundesagentur für Arbeit der Beschäftigung zustimmt. Hierfür müssen Sie das einseitige Formular zur Stellenbeschreibung und ein Antragsformular zur Vorabzustimmung ausfüllen und bei der örtlichen Agentur für Arbeit einreichen.
Wenn Sie weitere Informationen oder Unterstützung benötigen, wenden Sie sich an eine der unabhängigen Beratungsstellen im Kreis Höxter.
Mögliche Arbeitsverbote
Für Flüchtlinge aus sogenannten „sicheren Herkunftsstaaten" (§ 29a AsylG), die eine Aufenthaltsgestattung oder Duldung haben und die ihren Asylantrag nach dem 31.08.2015 gestellt haben oder nach diesem Stichtag eingereist sind, gilt grundsätzlich ein Arbeitsverbot. Wenn der Asylantrag zuvor gestellt worden ist, kann eine Beschäftigung erlaubt werden. Als „sichere Herkunftsstaaten" gelten derzeit Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Senegal und Serbien (Stand März 2020).
Für geduldete Flüchtlinge besteht ein Arbeitsverbot nach § 60a Abs. 6 AufenthG, wenn:
die Einreise nach Deutschland mit dem Motiv erfolgte, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu beziehen,
die Abschiebung aus selbst zu vertretenden Gründen nicht möglich ist (z.B. wegen fehlender Mitwirkung oder falschen Angaben). Das Beschäftigungsverbot darf nur verhängt werden, wenn die selbst zu vertretenden Gründe ursächlich für die Unmöglichkeit der Abschiebung sind.
Personen mit einer sogenannten „Duldung für Personen mit ungeklärter Identität“ (§ 60b AufenthG) ist die Erwerbstätigkeit nicht erlaubt. Diese Duldung wird Personen erteilt, die ihren Mitwirkungspflichten angeblich nicht nachgekommen sind.
Nicht immer ist ein Arbeitsverbot rechtmäßig erteilt worden. Manchmal ist auch der Eintrag eines Arbeitsverbotes im Aufenthaltspapier nicht mehr aktuell. Mit Unterstützung der unabhängigen Beratungsstellen können Sie prüfen, ob ein Arbeitsverbot möglicherweise aufzuheben oder die Eintragung im Aufenthaltspapier zu korrigieren ist.
Die Duldung nach § 60b AufenthG ist im Aufenthaltspapier anhand des Zusatzes „Duldung für Personen mit ungeklärter Identität“ zu erkennen. Dieser Zusatz kann gestrichen werden, wenn die verlangten Mitwirkungspflichten nachgeholt werden. Dann gelten wieder die Bedingungen der Duldung nach § 60a AufenthG für den Arbeitsmarktzugang (siehe Tabelle zum Arbeitsmarktzugang). Mit einer unabhängigen Beratungsstelle können Sie klären, welche Möglichkeiten zur Erfüllung der Mitwirkungspflicht bestehen.
Welche „Planungssicherheit" haben Sie, wenn Sie Flüchtlinge beschäftigen oder ausbilden?
Anerkannte Schutzberechtigte haben mindestens für die Dauer ihrer Aufenthaltserlaubnis einen gesicherten Aufenthalt. Die Aufenthaltserlaubnis wird in der Regel verlängert. Unter weiteren Voraussetzungen kann der Aufenthalt zu einem späteren Zeitpunkt durch eine Niederlassungserlaubnis unbefristet verfestigt werden.
Personen mit einer Duldung sind zwar ausreisepflichtig, können aber oftmals aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen nicht abgeschoben werden. Die Duldung ist auf wenige Monate befristet. Wenn die Duldungsgründe langfristig bestehen, zum Beispiel aufgrund eines Abschiebungsstopps oder bei Unmöglichkeit der Passbeschaffung, muss eine Duldung regelmäßig verlängert werden.
Bei Wegfall der Duldungsgründe schützt eine Beschäftigung allein nicht vor einer Abschiebung. Jedoch trägt eine Arbeits- bzw. Ausbildungsstelle wesentlich dazu bei, Bleiberechte zu erwirken und so langfristig einen Aufenthalt zu sichern.
Seit Januar 2020 ermöglicht das „Gesetz über Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung" diesen Weg. Durch Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung kann Planungssicherheit für die Dauer einer Ausbildung oder für die Dauer einer 30-monatigen Beschäftigung geschaffen werden.
Die Aufnahme einer Ausbildung ist für anerkannte Schutzberechtigte grundsätzlich ohne Einschränkung möglich. Für kommunal zugewiesene Personen gilt: Mit Aufenthaltsgestattung kann eine Berufsausbildung erst nach dreimonatigen Aufenthalt in Deutschland begonnen werden, mit Duldung ist dies ohne Wartefrist möglich. Allein die Aufnahme einer Ausbildung schützt geduldete Personen allerdings nicht vor einer Abschiebung.
Planungssicherheit für Sie als ArbeitgeberIn und Ihre Auszubildenden bringt die Ausbildungsduldung (§ 60c AufenthG). Durch diese Duldung wird der Aufenthalt für die im Ausbildungsvertrag genannte Dauer gesichert. Nach Abschluss der Ausbildung besteht bei Erfüllung der Voraussetzungen Anspruch auf eine Aufenthaltserlaubnis (§ 19d AufenthG) für zwei Jahre zur Ausübung einer dem Ausbildungsberuf entsprechenden Anschlussbeschäftigung.
Die Ausbildungsduldung gilt nicht nur für staatlich anerkannte Berufsausbildungen, sondern auch für einjährige Assistenz- und Helferausbildungen in Mangelberufen, wenn Sie bei Antragstellung einen regulären Ausbildungsplatz im Anschluss an die erfolgreiche Assistenz- oder Helferausbildung zusagen.
Eine Ausbildung, die während des Asylverfahrens aufgenommen wurde, kann nach der Ablehnung des Asylantrags mit einer Ausbildungsduldung nahtlos weitergeführt werden. Wird die Ausbildung nach der Ablehnung des Asylantrags aufgenommen, kann die entsprechende Ausbildungsduldung erst nach einer Wartefrist von drei Monaten Duldungszeit erteilt werden.
Der Antrag auf Erteilung einer Ausbildungsduldung kann frühestens sieben Monate vor Beginn der Ausbildung gestellt werden, die Erteilung erfolgt frühestens sechs Monate vor Ausbildungsbeginn.
Folgende Voraussetzungen gelten für den Anspruch auf eine Ausbildungsduldung:
Identität muss innerhalb bestimmter Fristen (siehe Kasten) geklärt sein oder alle erforderlichen Maßnahmen zur Klärung müssen ergriffen worden sein,
bei Antragstellung dürfen keine konkreten aufenthaltsbeendenden Maßnahmen bevorstehen,
keine Versagensgründe nach § 60a Abs. 6 AufenthG liegen vor (siehe Kapitel „Mögliche Beschäftigungsverbote“).
Fristen zur Identitätsklärung
Einreise bis zum 31.12.2016:
bis zur Antragstellung
Einreise zwischen 01.01.2017 - 31.12.2019:
bis zur Antragstellung, spätestens jedoch bis zum 30.06.2020
Einreise ab dem 01.01.2020:
innerhalb der ersten sechs Monate nach der Einreise
Bei ungeklärter Identität besteht kein Anspruch auf eine Ausbildungsduldung. Sofern alle erforderlichen und zumutbaren Maßnahmen zur Identitätsklärung ergriffen worden sind, kann die Ausbildungsduldung nach Ermessen erteilt werden.
Als ArbeitgeberIn können Sie die den formlosen Antrag auf eine Ausbildungsduldung zur Einreichung bei der Ausländerbehörde vorbereiten. Der formlose Antrag muss zusammen mit dem Ausbildungsvertrag und mit einem Nachweis über die Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingereicht werden.
Eine Vorlage für die Beantragung einer Ausbildungsduldung finden Sie hier.
Die Beschäftigungsduldung
Seit Januar 2020 besteht ein Regelanspruch auf die Erteilung einer Beschäftigungsduldung über einen Zeitraum von 30 Monaten für geduldete Personen zum Zweck der Beschäftigung (§ 60d AufenthG), wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Die Beschäftigungsduldung ist für den gleichen Zeitraum auch dem/r Ehe- oder LebenspartnerIn und den minderjährigen Kindern zu erteilen. Dafür müssen einige Voraussetzungen (in der folgenden Auflistung mit „*“ versehen) auch von dem/r Ehe- oder LebenspartnerIn erfüllt werden. Im Anschluss an die 30-monatige Beschäftigungsduldung soll eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25b Abs. 6 AufenthG erteilt werden.
Für den Anspruch auf eine Beschäftigungsduldung gelten unter anderem folgende Voraussetzungen:
die Einreise nach Deutschland ist bis zum 01.08.2018 erfolgt,*
Identität muss innerhalb bestimmter Frist zwingend geklärt sein (siehe Kasten),*
seit mindestens 12 Monaten geduldet nach § 60a AufenthG,
seit mindestens 18 Monaten sozialversicherungspflichtige Tätigkeit (35 Std./ Woche bzw. 20 Std. für Alleinerziehende) ausgeübt,
Lebensunterhalt durch Beschäftigung bei Antragstellung seit zwölf Monaten und weiterhin gesichert,
hinreichende mündliche Deutschkenntnisse (A2-Niveau) vorhanden.
bei Einreise bis zum 31.12.2016 und einem am 01.01.2020 vorliegenden Beschäftigungsverhältnis: bis zur Antragstellung
bei Einreise bis zum 31.12.2016 und am 01.01.2020 nicht vorliegenden Beschäftigungsverhältnis: bis 30.06.2020
bei Einreise zwischen 01.01.2017 - 01.08.2018: spätestens bis zum 30.06.2020
Bei ungeklärter Identität besteht kein Anspruch auf eine Beschäftigungsduldung. Sofern alle erforderlichen und zumutbaren Maßnahmen zur Identitätsklärung ergriffen worden sind, kann die Beschäftigungsduldung nach Ermessen erteilt werden.
Als ArbeitgeberIn können Sie die Beantragung einer Beschäftigungsduldung zur Einreichung bei der Ausländerbehörde vorbereiten. Der Antrag sollte zusammen mit dem Arbeitsvertrag, den Lohnzetteln der letzten 12 Monate und ggf. mit Schulbescheinigungen oder Zeugnissen der schulpflichtigen Kinder eingereicht werden.
Eine Vorlage zur Beantragung einer Beschäftigungsduldung finden Sie hier.
Was müssen Sie bei Praktika und Hospitation beachten?
Der Zugang zu Praktika ist für anerkannte Schutzberechtigte ohne Einschränkungen möglich.
Personen mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung benötigen für Praktika eine Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde. Grundsätzlich muss die Ausländerbehörde für Praktika zusätzlich die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) einholen. Ausnahmen gelten im Rahmen von Ausbildung und Studium für dreimonatige Orientierungspraktika sowie Pflichtpraktika – hierfür reicht die Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde.
Hospitationen sind ohne Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde möglich. Eine Hospitation gilt nicht als Beschäftigung, da Hospitationen betriebliche Abläufe ohne aktive Beteiligung vermitteln. Dementsprechend ist eine Hospitation auch bei Vorliegen eines Beschäftigungsverbots ohne Einschränkungen und zeitlich unbegrenzt möglich.
Welche Unterstützung können Sie als ArbeitgeberIn erhalten, wenn Sie Flüchtlinge beschäftigen?
Grundsätzlich gilt: Asylsuchende mit Aufenthaltsgestattung und Geduldete haben nach Ablauf der Wartefrist Zugang zu vielen Förderinstrumenten der Arbeitsmarktintegration und können, soweit die jeweiligen Voraussetzungen im Einzelfall vorliegen, unterstützt werden. Für Fördermöglichkeiten von anerkannten Schutzberechtigten können Sie sich an das zuständige Jobcenter wenden. Für die Förderung von Personen mit Aufenthaltsgestattung und Duldung ist die Arbeitsagentur zuständig.
Detaillierte Übersichten zum Zugang zu Ausbildungs-, Arbeits- und Sprachförderung finden Sie hier.
Folgende Maßnahmen können für Sie als ArbeitgeberIn von besonderem Interesse sein:
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung gemäß § 45 SGB III bei einem Arbeitgeber (MAG)
Mit dieser Maßnahme können Sie vorhandene berufsfachliche Kenntnisse von Flüchtlingen erkennen oder ggf. vermitteln lassen. Diese Maßnahme darf bis zu sechs Wochen dauern und muss vorher bei der zuständigen Agentur für Arbeit bzw. beim Jobcenter beantragt werden.
Eingliederungszuschuss (EGZ) (§ 88 SGB III)
Der Eingliederungszuschuss zum Arbeitsentgelt für ArbeitnehmerInnen kann auch für Flüchtlinge bei der zuständigen Agentur für Arbeit bzw. beim Jobcenter vorher beantragt werden. Dabei werden Höhe und Dauer der Förderung individuell festgelegt.
Was sollten Sie außerdem noch wissen?
Unabhängige Beratungsstellen und Unterstützung im Kreis Höxter
Sollten Sie eine unabhängige Beratung oder individuelle Unterstützung benötigen, helfen Ihnen folgende Organisationen und Initiativen vor Ort:
Aktuelle Kontaktdaten zu den unabhängigen Beratungsstellen im Kreis Höxter finden Sie in unserem Netzheft 2020.
AWO-Kreisverband Höxter e.V.
info.at.awo-hoexter.de
Ansprechpartnerinnen Regionale Flüchtlingsberatung:
Isabell Schröder
Tel.: 05253 93 50 221
Mobil: 0160 937 930 39
i.schroeder.at.awo-hoexter.de
Sabine Heikenfeld
Tel.: 05253 93 50 222
Mobil: 0170 530 88 25
s.heikenfeld.at.awo-hoexter.de
Diakonie Höxter e.V.
Tel.: 0176-611 55 297
harms.at.diakonie-pbhx.de
Tel.: 0176-611 92 162
scholz.at.diakonie-pbhx.de
Diakonie Höxter e.V. (in Warburg)
Sternstraße 19
Daniela Dahlmann
Tel.: 05641/788817
dahlmann.at.diakonie-pbhx.de
Caritasverband Kreis Höxter e.V.
Heinrich-Kluge-Weg 1
Gertrud Bouzaima
Tel.: 05272/39 39 230
g.bouzaima.at.caritas-hx.de
Ewa Sczesny
Tel.: 05272/3770 23
migration-sczesny.at.caritas-hx.de
Ökumenische Flüchtlingshilfe Brakel
Hans-Georg Harrer
Tel.: 05272 5217
fluechtlingshilfe.brakel.at.web.de
Zweite Heimat Warburg e.V.
info.at.zweite-heimat-warburg.de
Hilla Zavelberg-Simon ( hilla.at.zweite-heimat-warburg.de)
Gertrud Flore ( gertrud.at.zweite-heimat-warburg.de)
Katharina Linpinsel ( katharina.at.zweite-heimat-warburg.de)
Wo können sich Flüchtlinge bereits erworbene Abschlüsse und Qualifikationen (aus dem Herkunftsland) anerkennen lassen?
Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung im Rahmen des Förderprogramms "Integration durch Qualifizierung (IQ)" erhalten Sie beim Landesnetzwerk Nordrhein-Westfalen.
Ansprechpartnerin in der Region ist die
Tel.: 0521 3297090
oezer.at.mozaik.de
Zuständig für Aufenthaltsrechte, (elektronische) Aufenthaltstitel und Flüchtlingsangelegenheiten ist die
Ausländerbehörde des Kreises Höxter
Tel.: 05271/965-0
Fax: 05271/965-81 299
info.at.kreis-hoexter.de
Informationen zum Arbeitsmarktzugang
Weiterführende Informationen zum Arbeitsmarktzugang von Flüchtlingen finden Sie
www.frnrw.de/alpha-owl-ii/links.html,
beim Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge":
www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de/aktiv-werden/kontaktaufnahme/
bei der IHK Ostwestfalen:
www.ostwestfalen.ihk.de/ausbildung/fuer-ausbilder/beschaeftigung-von-gefluechteten/
ergänzende Hintergrundinformationen zum Thema erhalten Sie bei PRO ASYL:
www.proasyl.de/thema/arbeit-bildung-teilhabe/
Informationen über das Asylverfahren
Einen schnellen Überblick zum Verlauf des Asylverfahrens in Deutschland erhalten Sie
auf der Homepage des Flüchtlingsrates NRW:
www.frnrw.de/themen-a-z/asylverfahren.html
beim Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen:
www.unhcr.org/dach/de/was-wir-tun/asyl-in-deutschland/asylverfahren
oder auf der Homepage der des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF):
www.bamf.de/DE/Fluechtlingsschutz/AblaufAsylv/ablauf-des-asylverfahrens-node.html
Weiterführende Informationen erhalten Sie bei PRO ASYL:
www.proasyl.de/thema/asyl-in-deutschland/
Wichtige Gesetze (Auswahl)
§ 4 AufenthG - Aufenthaltstitel
§ 19d AufenthG - Aufenthaltserlaubnis für qualifizierte Geduldete zum Zweck der Beschäftigung
§ 60b AufenthG - Duldung für Personen mit ungeklärter Identität / "Duldung light"
§ 60c AufenthG - Ausbildungsduldung
§ 60d AufenthG - Beschäftigungsduldung
§ 47 AsylG - Aufenthalt in Aufnahmeeinrichtungen
§ 55 AsylG - Aufenthaltsgestattung
§ 61 AsylG - Erwerbstätigkeit
§ 31 BeschV - Beschäftigung bei Aufenthalt aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen nach §§ 22-26 AufenthG
§ 32 BeschV - Beschäftigung von Personen mit Duldung
Die kompletten Gesetzestexte stellen das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und das Bundesamt für Justiz kostenlos im Internet unter www.gesetze-im-internet.de/index.html bereit.
Gesetze, Verordnungen und Erlasse für das Land Nordrhein-Westfalen bietet das Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen ebenfalls kostenfrei unter www.recht.nrw.de an.

References: § 60
 § 25
 § 25
 § 60
 § 60
 § 60
 § 60
 § 25
 § 60
 § 45

§ 4

§ 19

§ 60

§ 60

§ 60

§ 47

§ 55

§ 61

§ 31

§ 32