Source: http://www.juraforum.de/forum/nachrichten-arbeitsrecht/tariflicher-mehrurlaub-verfaellt-bei-arbeitsunfaehigkeit-399674
Timestamp: 2013-05-24 02:32:45+00:00

Document:
Tariflicher Mehrurlaub verfällt bei Arbeitsunfähigkeit - JuraForum.de Impressum | Disclaimer | Anmeldung / Login Nachrichten Juraforen Wiki Juraexamen Für Anwälte Urteile Gesetze Lexikon Beratersuche Juralinks Blogs Neue Blog-Einträge Top Blog-Einträge Top Blogs Blogliste Blogs durchsuchen Registrieren Neue Frage einstellen Blogs Regeln/FAQ Suchen Heutige Beiträge Alle Foren als gelesen markieren Stichworte Login JuraForum.de > Juraforen > Nachrichten > Nachrichten: Arbeitsrecht
> Tariflicher Mehrurlaub verfällt bei Arbeitsunfähigkeit
Jetzt hier registrieren Tariflicher Mehrurlaub verfällt bei ArbeitsunfähigkeitDies ist eine Diskussion zu Tariflicher Mehrurlaub verfällt bei Arbeitsunfähigkeit innerhalb des Forums Nachrichten: Arbeitsrecht LinkBack Themen-Optionen Thema durchsuchen Thema bewerten Ansicht #1 (permalink) 23.05.2012, 11:38
Tariflicher Mehrurlaub verfällt bei Arbeitsunfähigkeit Ist ein Arbeitnehmer fortdauernd arbeitsunfähig erkrankt, verfällt sein Mindesturlaubsanspruch entgegen § 7 Abs. 3 BUrlG aufgrund europarechtlicher Vorgaben nicht schon am 31. März des Folgejahres. Der von Art. 7 Abs. 1 der Richtlinie 2003/88/EG gewährleistete Anspruch auf Mindestjahresurlaub von vier Wochen darf nach der neueren Rechtsprechung des EuGH nicht vor Ablauf eines den Bezugszeitraum deutlich übersteigenden Zeitraums verfallen, wenn der Arbeitnehmer wegen Arbeitsunfähigkeit seinen Urlaub nicht nehmen konnte. Die Tarifvertragsparteien können hiervon abweichend Urlaubs- und Urlaubsabgeltungsansprüche, die den von Art. 7 Abs. 1 der Richtlinie 2003/88/EG gewährleisteten und von den §§ 1, 3 Abs. 1 BUrlG begründeten Anspruch auf Mindestjahresurlaub von vier Wochen übersteigen (Mehrurlaub), frei regeln. Ob sie von dieser Regelungsmacht Gebrauch gemacht haben, ist durch Auslegung der maßgeblichen Tarifbestimmungen festzustellen. Gemäß § 26 Abs. 1 Satz 2 des auf das Arbeitsverhältnis der Parteien anwendbaren Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) beträgt der Urlaubsanspruch des Klägers 30 Arbeitstage. § 26 Abs. 2 Buchst. a TVöD bestimmt abweichend von der Regelung in § 7 Abs. 3 BUrlG, dass der Erholungsurlaub im Falle seiner Übertragung bis zum 31. Mai des Folgejahres angetreten werden muss, wenn er wegen Arbeitsunfähigkeit nicht bis zum 31. März des Folgejahres angetreten werden konnte. Mit seiner Klage hat der 1950 geborene und seit 1974 bei der beklagten Stadt als Angestellter beschäftigte Kläger für die Jahre 2007 und 2008 jeweils 10 Tage Mehrurlaub als Ersatzurlaub verlangt. Der Kläger konnte diesen Mehrurlaub weder in diesen Jahren noch bis zum 31. Mai des jeweiligen Folgejahres antreten, weil er vom 23. Juni 2007 bis zum 7. Oktober 2009 arbeitsunfähig war. Die Vorinstanzen haben die Klage abgewiesen. Die Revision des Klägers hatte vor dem Neunten Senat des Bundesarbeitsgerichts keinen Erfolg. Die Tarifvertragsparteien des TVöD haben zwar nicht ausdrücklich zwischen dem gesetzlichen, unionsrechtlich verbürgten Mindesturlaub von vier Wochen und dem tariflichen Mehrurlaub differenziert. Sie haben sich jedoch mit der Regelung in § 26 Abs. 2 TVöD hinreichend deutlich vom gesetzlichen Fristenregime in § 7 Abs. 3 BUrlG gelöst, indem sie die Übertragung und den Verfall des Urlaubsanspruchs eigenständig geregelt haben. Dies hindert die Annahme eines „Gleichlaufs“ des gesetzlichen Mindesturlaubs und des tariflichen Mehrurlaubs und bewirkt, dass der Mehrurlaub aus dem Jahr 2007 am 31. Mai 2008 und der Mehrurlaub aus dem Jahr 2008 am 31. Mai 2009 gemäß § 26 Abs. 2 Buchst. a TVöD verfallen sind. Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 19. August 2010 - 10 Sa 244/10 - Der Senat hat am selben Tag der Revision eines Arbeitnehmers teilweise stattgegeben, der ihm nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV L) zustehenden Mehrurlaub aufgrund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses abgegolten haben wollte. Er hat entschieden, dass die Urlaubsregelung im TV-L den Anspruch des Beschäftigten auf Abgeltung des tariflichen Mehrurlaubs nicht daran knüpft, dass der Beschäftigte zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses arbeitsfähig ist oder seine Arbeitsfähigkeit während des tariflichen Übertragungszeitraums wieder erlangt. Quelle: Bundesarbeitsgericht
Foto: Fontanis - Fotolia.com Angehängte Grafiken Anwaltshaftung-Fontanis-Fotolia.comFotolia_18171844_XS.jpg (48,3 KB, 0x aufgerufen) Lesezeichen Mister Wong YiGG.de Google del.icio.us « Dienst- oder Betriebsvereinbarung für Zahlung eines weiteren Leistungsentgelts nötig
Kein Anspruch auf Schlussformel im Arbeitszeugnis » Themen-Optionen Thema durchsuchen Druckbare Version zeigen Jemanden per E-Mail auf dieses Thema hinweisen Thema durchsuchen: Erweiterte Suche Ansicht Thema bewerten Linear-Darstellung Zur Hybrid-Darstellung wechseln Zur Baum-Darstellung wechseln Thema bewerten: 5 : Hervorragend 4 : Gut 3 : Durchschnittlich 2 : Schlecht 1 : Schrecklich Ähnliche Themen Thema Forum Letzter Beitrag Betriebsübergang: Weitergeltung tariflicher Regelungen Nachrichten: Arbeitsrecht 08.07.2010 16:28 Tariflicher Feiertagszuschlag für Ostersonntag Nachrichten: Arbeitsrecht 18.03.2010 14:34 BAG: Tariflicher Erschwerniszuschlag bei Reinigung von Toilettenanlagen Nachrichten: Recht & Gesetz 15.11.2006 16:02 Tariflicher Lohnanspruch ????? Allgemeines Forum für Jurastudenten 03.05.2006 18:03 Behinderungsgrad Mehrurlaub im öff Dienst? Arbeitsrecht 04.08.2005 21:47 JuraForum.de > Juraforen > Nachrichten > Nachrichten: Arbeitsrecht

References: § 7
 Art. 7
 EuGH 
 Art. 7
 § 26
 § 26
 § 7
 § 26
 § 7
 § 26