Source: http://strafrecht-online.org/problemfelder/bt/266/rechtsschein/
Timestamp: 2017-11-18 13:44:33+00:00

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Der Täter muss gerade von der, ihm mit Rücksicht auf ein Verhältnis zur Betreuung fremder Vermögensinteressen eingeräumten, Verfügungsbefugnis Gebrauch machen. Eine solche Befugnis kann nicht bereits in der sich aus dem Gesetz (§ 932 BGB, § 56 HGB) ergebenden Möglichkeit, einem gutgläubigen Dritten Eigentum an einer für den Veräußerer fremden Sache zu verschaffen, gesehen werden: diese "Rechtsmacht" beruht allein auf dem Rechtsschein des Eigentums (vgl. § 1006 BGB) und dient dem Verkehrsschutz (BGHSt 5, 61, 62; Schönke/Schröder/Perron StGB, 29. Aufl. 2014, § 266 Rn. 4; Eisele Strafrecht BT II, Rn. 874; Nomos Kommentar StGB/Kindhäuser, 5. Aufl. 2017, § 266 Rn. 88; Rengier Strafecht BT I, 19. Aufl. 2017, § 18 Rn. 8). Ebenso nicht ausreichend ist die rein tatsächliche Einwirkungsmöglichkeit eines ansonsten nicht Berechtigten, wie z.B. eines Boten (Münchener Kommentar StGB/Dierlamm, 2. Aufl. 2014, § 266 Rn. 34) oder die Herbeiführung eines Rechtsverlusts nach den §§ 946 ff. BGB (Rengier Strafrecht BT I, § 18 Rn. 8).
Ansicht 1: In diesen Fällen liegt eine hinreichende Befugnis vor; maßgeblich ist allein das noch bestehende Außenverhältnis (Sch/Sch/Perron StGB, § 266 Rn. 4; OLG Koblenz NStZ 2012, 330; OLG Stuttgart NStZ 1985, 366; Fischer StGB, 64. Aufl. 2017, § 266 Rn. 20; Leipziger Kommentar StGB/Schünemann, 12. Aufl. 2012, § 266 Rn. 39).

References: § 56
 § 1006
 § 266
 § 266
 § 18
 § 266
 § 18
 § 266
 § 266
 § 266