Source: https://vunv1863.wordpress.com/2018/04/15/kampagne-fuer-das-kinderkopftuch-islamistische-akteure/
Timestamp: 2019-12-12 03:08:08+00:00

Document:
Kampagne für das Kinderkopftuch – islamistische Akteure | Vorwärts und nicht vergessen
Veröffentlicht am April 15, 2018 April 26, 2018 Frankfurt, Frauenrechte, Hizb ut Tahrir, Lehrer, Radikalisierung, Unterwanderungsstrategien, Weiblicher Islamismus
„Realität Islam“ mobilisiert über Unterschriften:
Die muslimische Identität, die der Herr Hoffmann da meint, ist die von Hizb ut Tahrir. Die Auslegung von Herrn Hoffmann, von Hizb ut Tahrir also, sollte normale Muslime eher nicht interessieren und sie sollten sich den übergriffigen und politischen Versuchen dieser Extremisten verweigern.
Die Gruppe macht keinen großen Unterschied zwischen Kinder- und Frauen-Kopftuch, es geht um Frauen und Töchter.
Das sind übrigens dieselben, die auch meinen:
Ein entsprechender Aufruf wurde in zwei Tagen bereits fast 1900 mal geteilt:
Quelle: https://www.faceboo k.com/realitaetislam/, Abruf 15.04.2018
[update 17.04.2018: Weitere Akteure in den Kommentaren unten.]
Diese Vermischung ergibt aus Sicht dieser extremistischen pressure groups natürlich Sinn: Man zielt eben auf die Mitte ab und versucht, eine Solidarisierung zu bewirken. Dass diese Masche verfängt, dass also viele Muslime umgehend meinen, es ginge um das Kopftuch allgemein, zeigt so mancher Kommentar der gestarteten Petition, die bereits über 20.000 Unterstützer aufweist:
https://www.openpetition.de/petition/kommentare/deine-stimme-gegen-das-kopftuchverbot
GI und RI inszenieren sich also nicht ungeschickt als die Speerspitze der allgemeinen Glaubensverteidigung. Darauf sollten Muslime, die dies lesen, andere Muslime durchaus aufmerksam machen: Bitte genau hinsehen, worum es geht, bevor man sich solidarisiert.
Dass das Kinderkopftuch Teil eines fundamentalistisch-totalitären Gesamtkonzepts ist, zeigen viele Beispiele. Kleinen Kindern wird massiv Angst gemacht. Mit dem Teufel. Junge, vertrauende Kinder glauben so etwas schon mal. Und auch Jungen wollen ihre Schwestern nicht in der Hölle sehen, könnten darauf kommen, sie zu kontrollieren:
https://www.memri.org/tv/qatari-educational-software-girls-not-wearing-hijab-defies-allah-brings-you-closer-satan
In der Türkei geht man jetzt so vor, um Mädchen, die (noch) nicht das Kopftuch tragen, einzubinden. Man schenkt ihnen Schals:
http://www.go2tr.de/2018/03/kopftuch/
Ziel ist, unter Muslimen eine soziale Kontrolle zu installieren, die immer mehr Muslime beeinflusst. Wer es noch nicht trägt oder tragen lässt, soll wenigstens drüber reden müssen. Dieser Trend mit den Schals wird wahrscheinlich auch zu uns schwappen. Soziale Kontrolle beginnt im täglichen Gespräch: „Warum trägt Deine Frau kein Kopftuch?, „Warum trägt Deine Tochter kein Kopftuch?“, „Warum…
Quelle: https://www.care2 .com/causes/8-stories-of-vanishing-muslim-women-slideshow.html, Abruf 15.04.2018 Foto von Boushra Almutawakel, Jemen
Das ist die Art, wie in sozial abgegrenzten Milieus eins zum anderen führt. Die Heiratsschranken bestehen ja durchaus (weiter, wieder) und es ist nicht selten nicht die Wahl der jungen Frau selber, wen sie wann heiratet. Es gibt da den leichten Druck, dass die Eltern schon wissen, was für einen gut sei und man sie nicht enttäuschen möchte. Da läuft also auch viel über Männer. „Bruder, du willst doch deine Tochter irgendwann anständig verheiraten? Dann sollte sie früh anfangen, damit man weiß, was man sich da ins Haus holt…“ usw. Trotz Schulbesuchs wird ja im sozialen Nahfeld häufig auf Homogenität Wert gelegt und insbesondere die jungen Frauen haben die Last aus „zwei Welten“ zu tragen, während die jungen Männer versuchen, sich persönlich das angenehme der beiden Welten zu sichern: Sex mit Frauen, die nicht geheiratet werden (können) und zu Hause die keusche Mutter ihrer Kinder, die oft genug zusätzlich durch den Familienverband und die lokale Community kontrolliert wird. Der „Ruf“ eines Mädchens, einer Frau beginnt, wieder eine Rolle zu spielen, nicht mehr sie selber hat das im Griff, sondern das Kollektiv..
Will man da Druck von den Mädchen nehmen, ist das Kinderkopftuch dringend zu verbieten. Damit die Mädchen wenigstens einmal im Leben, in ihrer Schulzeit, einen Freiraum haben, den ihnen manche Eltern und auch Männer explizit nehmen wollen. Meint man es ernst mit Kinderrechten, so sind diese unabhängig vom Elternrecht in manchen Bereichen durchzusetzen. Mögen Islamisten da noch so sehr mobil machen und versuchen, ihre Basis zu vergrößern. Die Mädchen sollten es uns wert sein, für sie zu streiten.
Nachtrag, update:
Eine knappe Darstellung meiner Rechtsauffassung zum Thema:
In den Schutzbereich des Art. 4 (2) GG fallen nur Handlungen, die den Wesenskern einer Religon betreffen, nicht alle Handlungen der entsprechenden Anhänger. Das heißt z.B. Schutz der rituellen Handlung, sofern sie zu diesem Wesenskern gehört. Dazu kann man z.B. ein Rechtsgutachten einholen, um zu bestimmen, ob etwas dazu gehört oder nicht. Wenn nach überwiegender Lehrmeinung anerkannter Institutionen – Internet-Petitionen sind da irrelevant – eine bestimmte Handlung und Glaubenspraxis zu diesem Wesenskern gehört, dann ist sie geschützt, sonst nicht. Das gilt für das Verhältnis Staat und ausübender Bürger. Das gemeinsam durchgeführte Freitagsgebet für Männer wäre so etwas für den Islam. Das Kopftuch, gar für Kinder, ist das nicht. Das ist eine Mindermeinung von Hizb ut Tahrir-Propagandisten oder manchen Wahhabiten oder anderen Strömungen, die weibliche Kinder eingrenzen wollen. Siehe dazu auch die Art. 19 und 24 Kinderrechtskonvention. Eine spirituelle Absicht bei einer Praxis alleine genügt also nicht, auch nicht, dass ein Teil der Anhänger eines Glaubens dies für identitätsstiftend hält.
Zudem berührt es die Rechte des weiblichen Kindes nach Art. 3 GG und Art. 1 GG. Nun gibt es zwar keine unmittelbare Drittwirkung des GG, d.h. Eltern MÜSSEN diese Normen nicht zur Maxime ihrer Erziehung machen, es dient nur als Orientierung. Eine selektive Abwertung bzw. Andersbehandlung eines Kindes nach Geschlecht soll nicht sein. Das bleibt jedoch ungeahndet, so lange es nicht den Schutzbereich des elterlichen Erziehungsauftrags verläßt, also den Bereich berührt, in dem der Staat seine Wächterfunktion über die Erziehung ausüben kann oder sogar muss, siehe Art. 6 (2) GG und auch wieder KRK.
Da das Kinderkoptuch also nicht im Schutzbereich des Art. 4 (2) GG liegt, ist es eine Kopfbedeckung wie jede andere und kann damit Gegenstand schulischer Vorschriften sein (wie es z.B. eine Schuluniform wäre).
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← Zielobjekt Kind
Berliner Selbstbilder →
5 Gedanken zu „Kampagne für das Kinderkopftuch – islamistische Akteure“
„Realität Islam“ legt nach:
Hema , April 15, 2018 um 4:25 pm
„Generation Islam“ auch:
Hema , April 15, 2018 um 4:28 pm
Entgegnung auf einen Meinungsbeitrag von Ulf Poschardt in der Welt:
https://www.welt.de/debatte/article175440197/Kopftuch-Streit-Ein-Kopftuchverbot-fuer-Maedchen.html
„Was für eine oberflächliche Sicht. Und eine, die Frauen nicht ernst nimmt obendrein. Ab wann wird denn eine erwachsene Juristin (sie sollte jetzt fertig sein oder noch im Referendariat, verheiratet dazu) von Mitte/Ende 20 nicht mehr als „freches Mädchen“ gesehen? Wer eine so oberflächliche, verniedlichende, man möchte fast schon sexistische sagen, Sicht hat, verkennt, dass auch junge Menschen sehr wohl eine Agenda und Ziele haben können. Nicht immer sind es die eigenen, oft genug sind es welche, die durch Indoktrination von Kindesbeinen an angelegt wurden.
„Prägend aber sind jene frechen Mädchen mit Kopftuch, die unterhalb des Kopftuches den gesamten Körper in seiner Weiblichkeit nicht nur nicht auslöschen, sondern elegant, stilbewusst und gerne auch sinnlich inszenieren.“
Da ging wohl der Gaul durch.
Wenn der eigentliche Zweck des Kopftuchs, nämlich „Nichtverfügbarkeit“ zu signalisieren (eigentlich „ehrbar“ = frei vs.“nicht ehrbar“ bzw. unfrei = „verfügbar“) durch gleichzeitige sinnenanregende Aufmachung konterkariert wird, könnte man ja vielleicht mal darüber nachdenken, dass das Kopftuch als soziales Signal da weniger ein religiöses ist, sondern – es mag Ausnahmen geben (Gewohnheit, andere Gründe) – ein überwiegend politisches. Dass man Gruppenzugehörigkeit zeigen will,
Der Herr Poschardt möge doch all jene weiblichen Personen aufzählen, die er dieser Gruppe der „frechen Mädchen“ zuordnet, die öffentlich wahrnehmbar für das Kopftuch streiten. Dann wird sich meist schnell herausstellen, dass das, was Herrn Poschardt mit junger Weiblichkeit anscheinend blendet, oftmals mitnichten nur „frech“ ist, sondern dahinter die knallhart segregative Identitätspolitik älterer Herren steht. Nicht die Gesellschaft treibt die jungen Frauen in einen Identitätskonflikt, sondern eben jene Herrschaften, die sie für ihre politische Agenda einsetzen. Die sie nicht IN der Mehrheitsgesellschaft wollen, sondern als Enklave ihrer Macht hübsch segregiert halten wollen. Nur so, nur über das „andere Kollektiv“, bleiben sie politisch nutzbare Verfügungsmasse. Aber, um da nicht nur Opfer zu sehen: Nein, so manche Person möchte das auch selber so. Denn der Ausgleich für die Unterwerfung unter dieses Kollektiv ist die Erhöhung über andere Gruppen. So ist das mit hierarchischen Weltanschauungen.
Hat Herr Poschardt den Kommentar von Ulusoy zum Putschversuch 2016 in der Türkei wahrgenommen? Nein? Da hat er aber was verpasst.
„Weniger problematisch als die Erziehung der Töchter mit dem Kopftuch sind das Diktat und das Verbot (und im furchtbaren Extrem der Ehrenmord) der patriarchalen Familienstrukturen, wenn diese in der Pubertät das Ablegen des Kopftuchs verhindern, bestrafen oder tabuisieren. Dann sollte der Schutz des Staates einsetzen.“
Bis da die Poschardsche Kavallerie kommt, haben sich die Mädchen an die Unfreiheit gewöhnt, weil das Kinderkopftuch sie jede Minute ihres Tages an ihren Glauben und an ihr „anderssein“ (als Mädchen und als Muslima) erinnert. Daran, dass sie als angehende Frauen schamhaft sein müssen..Warum wird denn immer früher angefangen? Das Thema ist zu komplex (und für nicht wenige zu leidvoll!) für launige Kommentare, die nur von der oberflächlichen Wahrnehmung leben.“
Hema , April 16, 2018 um 5:20 am
Und noch ein islamistischer Akteur machte mit:
„Botschaft des Islam“ ist wohl ein Projekt von „Muslime im Dialog“ aus Hamburg:
Dahinter wiederum stehen wohl diese Akteure:
https://vunv1863.wordpress.com/2016/11/23/neues-von-der-lies-szene/#more-7478
Ufuk Ramazanoglu nebst Mitstreitern stehen hinter „Muslime im Dialog e.V.
Hema , April 17, 2018 um 5:28 am
Hizb ut Tahrir machte sogar selber eine Presse-Aussendung dazu:
Hema , August 4, 2018 um 6:56 am

References: Art. 4
 Art. 19
 Art. 3
 Art. 1
 Art. 6
 Art. 4