Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=15.03.1989&Aktenzeichen=IVa%20ZR%202/88
Timestamp: 2019-10-16 18:48:24+00:00

Document:
BGH, 15.03.1989 - IVa ZR 2/88 - dejure.org
https://dejure.org/1989,1410
BGH, 15.03.1989 - IVa ZR 2/88 (https://dejure.org/1989,1410)
BGH, Entscheidung vom 15.03.1989 - IVa ZR 2/88 (https://dejure.org/1989,1410)
BGH, Entscheidung vom 15. März 1989 - IVa ZR 2/88 (https://dejure.org/1989,1410)
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Heilung des Formmangels eines nach § 313 BGB beurkundungsbedürftigen Maklervertrags - Verwirkung von Maklerlohn - Subjektive Voraussetzungen der Verwirkung des Maklerlohnanspruchs - Vorsätzliche oder zumindest grob leichtfertige Verletzung wesentlicher Vertragspflichten ...
Maklerprovision; Verwirkung des Maklerlohnaspruchs
BGB § 313 S. 1, § 654
NJW-RR 1989, 760
VersR 1989, 590
WM 1989, 918
BB 1989, 1015
DB 1989, 1462
Insbesondere werden formbedürftige Abreden in Zusammenhang mit einem Grundstücksgeschäft, die nicht zwischen Veräußerer und Erwerber, sondern von diesem oder jenem mit einem Dritten formlos getroffen worden sind, nach § 313 Satz 2 a.F. BGB nur dann geheilt, wenn ihre Formbedürftigkeit allein auf ihrer Verbindung mit dem (geheilten) Veräußerungsvertrag beruht (…vgl. BGH, Urt. v. 12. November 1973 - V ZR 201/71, NJW 1974, 136;… Soergel/M. Wolf, BGB 12. Aufl. § 313 Rdn. 107), wie z.B. im Fall einer Geschäftseinheit (§ 139 BGB;… vgl. Urt. v. 10. Dezember 1993 - V ZR 108/92, NJW 1994, 720) oder eines mittelbaren Abschlußzwangs durch die Bedingungen eines Maklervertrages (vgl. dazu BGH, Urt. v. 15. März 1989 - IVa ZR 2/88, WM 1989, 918 m.w.N.).
Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung hat ein Makler seinen Provisionsanspruch dann verwirkt, wenn er durch eine vorsätzliche oder zumindest grob leichtfertige Verletzung wesentlicher Vertragspflichten den Interessen seines Auftraggebers in schwerwiegender Weise zuwiderhandelt und sich damit seines Lohnes als unwürdig erweist (BGH v. 18.02.1976 - IV ZR 209/75, WM 1976, 477 ; v. 15.03.1989 - IVa ZR 2/88, WM 1989, 918 ).
Eine Verwirkung des Maklerlohnes nach dem Rechtsgedanken des § 654 BGB hätte vorausgesetzt, dass die Klägerin als Maklerin wesentliche Vertragspflichten vorsätzlich oder zumindest grob fahrlässig verletzt hat, wobei es unerheblich ist,ob der Beklagten hieraus ein Schaden entstanden ist (vgl. BGH NJW 1962, 734; BGH NJW-RR 1989, 760; BGH NJW-RR 1990, 372; OLG Hamm NJW-RR 1993, 506;… Staudinger-Reuter, 13. Aufl. § 654 Rdn. 10).
Insbesondere werden formbedürftige Abreden in Zusammenhang mit einem Grundstücksgeschäft, die nicht zwischen Veräußerer und Erwerber, sondern von diesem oder jenem mit einem Dritten formlos getroffen worden sind, nach § 313 Satz 2 a.F. BGB nur dann geheilt, wenn ihre Formbedürftigkeit allein auf ihrer Verbindung mit dem (geheilten) Veräußerungsvertrag beruht (…vgl. BGH, Urt. v. 12. November 1973 - V ZR 201/71, NJW 1974, 136;… Soergel/M. Wolf, BGB 12. Aufl. § 313 Rdn. 107), wie z.B. im Fall einer Geschäftseinheit (§ 139 BGB;… vgl. Urt. v. 10. Dezember 1993 - V ZR 108/92, NJW 1994, 720 [BGH 10.12.1993 - V ZR 108/92]) oder eines mittelbaren Abschlußzwangs durch die Bedingungen eines Maklervertrages (vgl. dazu BGH, Urt. v. 15. März 1989 - IVa ZR 2/88, WM 1989, 918 m.w.N.).
Die Zweifel, die beim Berufungsgericht entstanden sind, hat der Senat bereits durch das Urteil vom 15. März 1989 - IVa ZR 2/88 - (WM 1989, 918 ) behoben.
Nach dem in § 654 BGB zum Ausdruck gebrachten allgemeinen Rechtsgedanken verwirkt der Makler seinen Provisionsanspruch, wenn er durch eine vorsätzliche oder zumindest grob leichtfertige Verletzung wesentlicher Vertragspflichten den Interessen seines Auftraggebers in schwerwiegender Weise zuwiderhandelt und sich damit seines Lohns unwürdig erweist (BGH WM 1981, 591; NJW-RR 1989, 760).
Wenn ein Makler seinen Kunden in dieser Weise zur Unterzeichnung einer formnichtigen Ankaufsverpflichtung veranlaßt, dann genügt es zur Verwirkung, daß beim Kunden der irrige Eindruck entsteht, ihm stehe die Entschließungsfreiheit, die ihm der Gesetzgeber bis zum formgerechten Abschluß des Hauptvertrages zubilligt, nicht mehr zu (Senatsurteil vom 15. März 1989 - IVa ZR 2/88 - WM 1989, 918 ); dagegen ist es nicht erforderlich, daß der Kunde tatsächlich von dieser Entschließungsfreiheit Gebrauch gemacht und den Abschluß des Vertrages abgelehnt hätte, wenn ihm diese Entschließungsfreiheit bewußt gewesen wäre (Senatsurteil vom 4. Oktober 1989 - IVa ZR 250/88).

References: § 313
 § 313
 § 654
 § 313
 § 313
 § 654
 BGH 
 BGH 
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 § 654
 § 313
 § 313
 § 654