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Timestamp: 2019-11-18 13:41:03+00:00

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Zukünftige Positionierung der Bustouristik | Masterarbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit veröffentlichen
P K Petra Kreinhöffner (Autor)
2.1 Kraftomnibus
2.3 Linienverkehr
2.4 Gelegenheitsverkehr
2.4.1 Ausflugsfahrten
2.4.2 Ferienzielreisen
2.4.3 Mietomnibusverkehr
3.2 Angebots- und nachfrageseitige Situation
4.2 Angebotsseitige Situation
4.2.1 Produkte
4.3 Nachfrageseitige Situation
5. Zukünftige Trends
5.1 Entwicklungsgründe
5.1.1 Änderung der Produkte
5.2 Zunehmende Substitution durch konkurrierenden Verkehr
5.2.1 MIV (Motorisierter Individualverkehr)
5.3 Änderung der Demographie
5.4 Exkurs: Zukunftsvisionen
Abbildung 1: Reisearten des Gelegenheitsverkehrs nach § 46 ff. des PbefG
Abbildung 2: Bustrends / Verkehrsmittelwahl, F.U.R. Reiseanalyse 2007
Abbildung 3: bdo / Schadstoffausstoß 2004
Abbildung 4: RDA-Auswertung der Reiseanalyse 2007
Abbildung 5: Demographische Entwicklung
Die Bustouristik kann sich seit Jahrzehnten am Reisemarkt behaupten und für den Deutschlandtourismus ist der Reisebus nicht mehr wegzudenken. Dennoch scheint die bisher stabile Positionierung der Bustouristik gefährdet. Der steigende Wettbewerbdruck durch Individual- und Flugtourismus als auch ein verändertes Freizeitverhalten und immer neue Reiseansprüche der Kunden spielen dabei eine entscheidende Rolle. Trotz dieser negativen Faktoren stehen die Chancen für die Bustouristik gut, möglicherweise auch weiterhin positiv in die Zukunft blicken zu können. Die zukünftige Entwicklung sowie Positionierung soll die folgende Ausführung beleuchten.
Diese Arbeit gibt einen Überblick über die zukünftige Entwicklung und Trends der Bustouristik. Zuerst werden zum besseren Verständnis des Begriffs Bustouristik die terminologischen Grundlagen erklärt. Im folgenden wird auf die geschichtliche Entwicklung der Bustouristik bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt eingegangen. Der Rückblick in die Branche ist dabei aufgeteilt in Marktentwicklung sowie angebots- und nachfrageseitige Situation. Ebenfalls wird die gegenwärtige Situation im Hinblick auf Marktentwicklung, Produkte, angebots- und nachfrageseitige Situation der Bustouristik erläutert. Der Hauptteil der Arbeit befasst sich mit den zukünftigen Trends der Bustouristik in Bezug auf Entwicklungsgründe, Änderung der Produkte und die Substitution durch konkurrierende Verkehrsträger. Ferner folgt noch ein Abriss der Änderung der Demographie und deren Auswirkung auf die Bustouristik. Zuletzt noch ein Ausblick von Experten der Branche und ihre Visionen über die Bustouristik von morgen.
Um einen Überblick über die Bustouristik zu erhalten, werden in diesem Abschnitt der Arbeit zuerst die terminologischen Grundlagen erläutert. Dabei wird der Begriff Bustouristik im Allgemeinen definiert und im Folgenden werden die verschiedenen Verkehrs- und Reiseformen der Bustouristik aufgezeigt.
Die Bustouristik definiert sich durch die am Markt agierenden Busreiseveranstalter, die ein Gesamtpaket von Reiseleistungen, wie Transport, Unterkunft und Programm vor Ort, anbieten. Dabei spricht man auch von Fremdenverkehrsunternehmen. „Diese bieten überwiegend Leistungen Dritter zur Befriedigung des zeitweiligen Ortsveränderungsbedürfnissen und damit zusammenhängender anderer Bedürfnisse an“.[1] Die Leistungen werden zu einer neuen und eigenständigen Leistung verbunden und im Namen und auf Rechnung des Reiseveranstaltungs-Unternehmen angeboten.
Haupttransportmittel in der Bustouristik ist der Bus, der die Kunden vom Ausgangsort zum Ziel und wieder zurück befördert. Meist wird der Bus auch vor Ort für Rundfahrten, Besichtigungstouren und Transferfahrten eingesetzt.[2] Daneben sind Kombinationen aus Bus- / Flugreise und Bus- / Schiffsreise (Boom Kreuzfahrten) im Aufkommen, als Reaktion der Busunternehmen auf geänderte Reiseverhalten.
Aus der Personenbeförderung der früheren Zeiten mit der Kutsche entwickelte sich mit Erfindung des Motors der Omnibus. Das Wort „Omnibus“ kommt aus dem lateinischen und bedeutet „für alle“.[3] Ein Kraftomnibus ist laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden definiert als ein mehrspuriges Kraftfahrzeug, das nach Bauart und Einrichtung zur Beförderung von Personen im Straßenverkehr bestimmt ist und über mindestens zehn Sitzplätze einschließlich Fahrersitz verfügt. Diese Definition ist unabhängig davon, ob die Kraftfahrzeuge ihre Antriebsenergie einer Fahrleistung entnehmen (Obusse) oder sie mit sich führen (Kraftomnibusse). Der Verband Deutscher Automobilhersteller (VDA) schließt alle Arten von Bussen mit ein, die in deren Zulassungsstatistiken erfasst sind.
Zu den Arten von Bussen der Beförderungsleistung im Personenverkehr zählen:
- Kleinbusse ab 10 Sitzplätze (Mini- bzw. Midibusse)
- Überlandbusse
- Reisebusse[4]
Linienverkehr gibt es im Straßenverkehr beispielsweise als Buslinie und Straßenbahnverkehr, in der Schifffahrt als Fährverkehr und im Luftverkehr als Linienflug. Linienverkehr ist das fahrplangebundene Verkehren von Fahrzeugen für die Personenbeförderung oder den Gütertransport. Linienverkehr zeichnet sich durch eine regelmäßige Verkehrsverbindung zwischen bestimmten Ausgangs- und Endpunkten und festgelegten Strecken mit veröffentlichten Fahrplänen und angegebenen Haltestellen aus. Linienbusverkehr hatte bisher in Deutschland eine eher untergeordnete Rolle, da Linienbusse auf Grund einer praktischen und spartanischen Ausstattung für entfernter gelegene touristische Reiseziele ungeeignet waren. Durch Kombibusse, die eine Nutzung als Überlandverkehr sowie Gelegenheitsverkehr zulassen, kann mittlerweile auch Gelegenheitsverkehr von bisher reinen Linienbusunternehmen angeboten werden.[5]
Touristische Fahrten eines Busunternehmens werden als Gelegenheitsverkehr bezeichnet.[6] Nach § 46 des Personenbeförderungsgesetzes werden alle Beförderungen als Gelegenheitsverkehr bezeichnet, die nicht als Linienverkehr zu verstehen sind. Nach dem Personenbeförderungsgesetz dürfen laut Unterwegsbedienungsverbot beim Gelegenheitsverkehr während der Reise keine Fahrgäste aufgenommen werden. Die Ausnahme dabei sind Nachbarorte oder in ländlichen Räumen bis zu 30 km entfernte Orte.[7] Nach der EU-Verordnung können jedoch auch im Gelegenheitsverkehr Fahrgäste an anderen Orten aufgenommen werden. Im genauen bedeutet dies, dass für Fahrten im deutschen Inland nach wie vor die Regelung des Personenbeförderungsgesetzes gilt, für Fahrten mit einem Ziel im Ausland gilt dagegen die Regelung der EU-Verordnung.[8]
Nach den § 48 und 49 des PbefG wird der Gelegenheitsverkehr in drei weitere Formen aufgeteilt, in Ausflugsfahrten, Ferienzielreisen und Mietomnibusverkehr.[9]
Abbildung 1: Reisearten des Gelegenheitsverkehrs nach § 46 ff. des PbefG[10]
Zu den Ausflugsfahrten zählen nach § 48 PbefG Tagesausflüge und touristische Reisen wie Kurzreisen von 2-4 Tagen, sowie Mehrtagesfahrten wie beispielsweise Städte- oder Rundreisen.[11] Ziele dieser Fahrten sind meist touristische Sehenswürdigkeiten mit Erlebnischarakter. Ausflugs- oder Tagesfahrten werden vom Reiseveranstalter geplant und bieten allen Teilnehmern den gleichen Nutzen. Meistens werden Fahrten in die nähere Umgebung in einem Radius von 200 km angeboten, wobei gastronomische Leistungen mit inbegriffen sind. Standardmäßig werden diese Fahrten in einem Reise- bzw. Fernreisebus mit Reiseleitung durchgeführt.[12] Die Ausflugsfahrt muss nach Ende der Reise wieder an den Ausgangsort zurückführen.[13]
Ferienzielreisen können 5 Tage bis 3 Wochen andauern und beinhalten die Hin- und Rückbeförderung nach einem festgelegtem Reiseplan. Speziell für das Verkehrsmittel Bus beschränkt sich die Leistung dieser Reiseart auf den Transfer zwischen Abfahrts- und ausgeschriebenen Ferienzielort und das Reiseziel ist für alle Teilnehmer gleich. Beförderung und Unterkunft mit oder ohne Verpflegung sind im Reisepreis einer solchen Reiseart enthalten und meist ist ebenfalls eine Reiseleitung mit inbegriffen.[14] Ferienzielreisen dienen primär zur Erholung der Fahrgäste. Nach dem Reiserecht handelt es sich bei Ferienzielreisen um Pauschalreisen, bei denen der Busunternehmer gleichzeitig zum Reiseveranstalter wird. Sie bedürfen einer Genehmigung der entsprechenden Landesverkehrsbehörde, in deren Bereich das Unternehmen seinen Sitz hat.[15] Nach § 48 (2) des PbefG darf eine solche Genehmigung nur den Unternehmen erteilt werden, „die auf dem Gebiet des Reiseverkehrs über ausreichend Erfahrung verfügen“.
Ferienzielreisen in der Bustouristik zeichnen sich durch ein breites Angebot an verschiedenen Reisethemen aus. Beispielsweise werden Kunst- und Kulturreisen, Pilgerreisen, Musicalreisen, Skifreizeiten und Radreisen angeboten, die die Bedürfnisse der unterschiedlichen Kundensegmente befriedigen.[16]
Mietomnibusverkehr zeichnet sich dadurch aus, dass der Busunternehmer nur die Beförderungsleistung erbringt und im Auftrag des Mieters, der für die Gesamtreise verantwortlich ist, handelt. Mietomnibusverkehr ist mit der Form der Charterflüge zu vergleichen. Beispielsweise ist ein Betriebsausflug eines Unternehmens keine Ausflugsfahrt, sondern eine Art des Mietomnibusverkehrs.[17] Durch die Anmietung eines Busses kommt ein Werkvertrag nach § 631 BGB zustande.[18]
Die wohl geläufigste Art des Mietomnibusverkehrs sind die Werbefahrten, obgleich in der Branche umstritten. Meist werden solche Fahrten von Verkaufsagenturen veranstaltet. Die Omnibusse werden dann bei lokalen Busunternehmen gechartert, die diese Fahrten dann oft unter ihrem Namen anbieten. Werbefahrten können mehrere Tage andauern und in der Regel beinhaltet der Reisepreis Hotelaufenthalte, umfangreiche touristische Besichtigungsprogramme sowie Zusatzleistungen wie Mittagessen oder Geschenke. Verkaufsveranstaltungen sind der Hauptveranstaltungsgrund solcher Werbefahrten.[19]
In diesem Abschnitt soll rückblickend die Entwicklung der Bustouristik im 20. Jahrhundert aufgezeigt werden. Folgend wird die Entwicklung als auch die angebots- und nachfrageseitige Situation dargestellt. Dabei werden frühere Zielgebiete und Reiseformen mit eingebunden.
Das Transportmittel Omnibus hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Die Entwicklung der Busreisen lässt sich bis in die Zeit vor dem 1. Weltkrieg zurückverfolgen. Damals wurden hauptsächlich Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung mit dem Reisebus durch Verkehrsunternehmen durchgeführt. Busreisen hatten allerdings in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eine geringe quantitative und wirtschaftliche Bedeutung.[20]
In den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich der Omnibus neben der Bahn zum touristischen Hauptverkehrsmittel. Der Omnibus hatte zwischen 1950 und 1960 mit einem Anteil von rund 20 Prozent einen großen Beitrag zum Reiseboom nach dem 2. Weltkrieg beigetragen.[21] Im Jahre 1954 verzeichnete der Reisebus einen Marktanteil von 17 Prozent. Bis zum Jahre 1973 hatte sich der Anteil an Busreisen auf fünf Prozent reduziert.[22] Diese Depression war vor allem auf das Aufkommen von preisgünstigen Charterflügen in die Mittelmeerländer zurückzuführen. Busferienzielreisen in diese Regionen waren innerhalb von 2-3 Jahren fast völlig zum Erliegen gekommen.
Auch bei den Destinationen in Deutschland kam es zu einem langsamen, aber ebenso nachhaltigen Rückgang. Diese Entwicklung war auf eine zunehmende Reiseerfahrung und PKW-Dichte, aber auch durch die offensichtlichen Möglichkeiten der Gäste, direkt beim Vermieter zu buchen, zurückzuführen. Damit wurden Ferienreisen mit dem Bus zu diesen Zielgebieten einfach substituierbar durch die Individualreise.
[1] vgl. Aschenbrenner, Peter, Analyse von Einflussfaktoren auf die deutsche Bustouristik, 1. Aufl., Berlin, 2002, S. 16.
[2] vgl. Aschenbrenner, Peter, Analyse von Einflussfaktoren auf die deutsche Bustouristik, 1.
Aufl., Berlin, 2002, S. 16.
[3] Bus-Training, RDA, Teil 1, http://rda.de/html/modules/Downloads/fachreisebuero/Bus- Training_1.pdf, [28.01.2008]
[4] vgl. Aschenbrenner, Peter, Analyse von Einflussfaktoren auf die deutsche Bustouristik, 1. Aufl., Berlin, 2002, S. 18.
[5] Bus-Training, RDA, Teil 4, http://rda.de/html/modules/Downloads/fachreisebuero/Bus- Training_4.pdf, [28.01.2008]
[6] vgl. Mundt, Jörn, Tourismus, 3. Aufl., München 2006, S. 316.
[7] vgl. Rudolph, Harry, Tourismus-Betriebswirtschaftslehre, 2. Aufl., München 2002, S. 215.
[8] vgl. Mundt, Jörn, Tourismus, 3. Aufl., München 2006, S. 318-319.
[9] vgl. Mundt, Jörn, Tourismus, 3. Aufl., München 2006, S. 316 f.
[10] Eigenen Darstellung in Anlehnung an Aschenbrenner, Analyse von Einflussfaktoren auf die deutsche Bustouristik, S. 11.
[11] vgl. Mundt, Jörn, Tourismus, 3. Aufl., München 2006, S. 317.
[12] Bus-Training, RDA, Teil 4, http://rda.de/html/modules/Downloads/fachreisebuero/Bus- Training_4.pdf, [28.01.2008]
[13] vgl. Mundt, Jörn, Tourismus, 3. Aufl., München 2006, S. 317.
[14] vgl. Bus-Training, RDA, Teil 4, http://rda.de/html/modules/Downloads/fachreisebuero/Bus-Training_4.pdf, [28.01.2008]
[15] vgl. Mundt, Jörn, Tourismus, 3. Aufl., München 2006, S. 317.
[16] vgl. Bus-Training, RDA. Teil 4, http://rda.de/html/modules/Downloads/fachreisebuero/Bus-Training_4.pdf, [28.01.2008]
[17] vgl. Mundt, Jörn, Tourismus, 3. Aufl., München 2006, S. 318.
[18] vgl. Rudolph, Harry, Tourismus-Betriebswirtschaftslehre, 2. Aufl., München 2002, S. 215.
[19] vgl. Mundt, Jörn, Tourismus, 3. Aufl., München 2006, S. 318.
[20] vgl. Hardrich, Kaspar, Klemm, Kreilkamp, Tourismus-Management 1998, 3. Aufl., Berlin, S.662.
[21] vgl. Freyer, Walter, Tourismus, 5. Aufl., München 1995, S. 130.
[22] vgl. Freyer, Walter, Tourismus, 5. Aufl., München 1995, S. 130.
V112552
9783640115068
9783640117949
Zukünftige, Positionierung, Bustouristik, Seminar, Busreisen, Omnibus, Omnibusreisen, Gelegenheitsverkehr, Busunternehmen
Petra Kreinhöffner (Autor), 2008, Zukünftige Positionierung der Bustouristik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112552
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References: § 46
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 § 46
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 § 631