Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=1211
Timestamp: 2019-02-20 23:48:49+00:00

Document:
von den gedingen.
ten, oder davon loßzumachen, ebend. s. 247-256.
Dijenige begründete ursachen, welche nach dem
vernunftrechte die gedinge hinfällig machen, sind
auch im teutschen rechte anzuwenden. Hirbei sind
die römische rechte langsam anzuwenden Joh.
Frid. Hertel de poenitentia in contractu innomi-
nato hodie locum non inueniente, Jena 1737,
4to, § 8 fgg. s. 5 fgg. § 53 fgg. s. 20 fg. und de
probatione ingratitudinis erga benefactorem, eb.
1740. Wozu noch die beiderseitige aufhebung
kömmt. Wegen des irrtumes ist bekannt: daß
hirbei die bewilligung fele, und abgehe; mithin,
wenn dise in der haubtsache ermangelt, kan das
geding nicht bestehen. Die warheit dringet dem
irrtume vor. Diser vermag auf seiten des schrei-
benden, nach der regel, der warheit einigen eintrag
nicht zu tun, Schöpff in decis. 317, n. 22 s. 594.
Der rechnungs-irrtum in einem urteil behindert
dessen rechtskraft, und gibet die nichtigkeitsbeschwer-
de an hand, Phil. Schmidt de errore calculi bei
dem Freiherrn von Senkenberg P. II ad Zanger.
de except. c. 7 § 11, 19 s. 1125 fg. Scherz und com-
plimente binden nicht.
Zweites haubtstück
von den blossen vorschlägen (tracta-
ten), und versprechungen eines dritten.
Das wort: tractat wird bald in eigentlichen,von den tracta-
ten und deren
bald uneigentlichen sinne genommen. Ei-
gentlich bedeuten tractaten blosse vorschläge der zu
stiftenden gedinge, auch verträge. Wofern sie
aber durch die beiderseitige bewilligung und anne-
mung ire Vollkommenheit nicht erlangen; kan
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ten, oder davon loßzumachen, ebend. ſ. 247-256.
Dijenige begruͤndete urſachen, welche nach dem
vernunftrechte die gedinge hinfaͤllig machen, ſind
auch im teutſchen rechte anzuwenden. Hirbei ſind
die roͤmiſche rechte langſam anzuwenden Joh.
4to, § 8 fgg. ſ. 5 fgg. § 53 fgg. ſ. 20 fg. und de
1740. Wozu noch die beiderſeitige aufhebung
koͤmmt. Wegen des irrtumes iſt bekannt: daß
wenn diſe in der haubtſache ermangelt, kan das
geding nicht beſtehen. Die warheit dringet dem
irrtume vor. Diſer vermag auf ſeiten des ſchrei-
nicht zu tun, Schoͤpff in deciſ. 317, n. 22 ſ. 594.
deſſen rechtskraft, und gibet die nichtigkeitsbeſchwer-
de except. c. 7 § 11, 19 ſ. 1125 fg. Scherz und com-
Zweites haubtſtuͤck
von den bloſſen vorſchlaͤgen (tracta-
ten), und verſprechungen eines dritten.
bald uneigentlichen ſinne genommen. Ei-
gentlich bedeuten tractaten bloſſe vorſchlaͤge der zu
ſtiftenden gedinge, auch vertraͤge. Wofern ſie
aber durch die beiderſeitige bewilligung und anne-
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[1187/1211] von den gedingen. ten, oder davon loßzumachen, ebend. ſ. 247-256. Dijenige begruͤndete urſachen, welche nach dem vernunftrechte die gedinge hinfaͤllig machen, ſind auch im teutſchen rechte anzuwenden. Hirbei ſind die roͤmiſche rechte langſam anzuwenden Joh. Frid. Hertel de poenitentia in contractu innomi- nato hodie locum non inueniente, Jena 1737, 4to, § 8 fgg. ſ. 5 fgg. § 53 fgg. ſ. 20 fg. und de probatione ingratitudinis erga benefactorem, eb. 1740. Wozu noch die beiderſeitige aufhebung koͤmmt. Wegen des irrtumes iſt bekannt: daß hirbei die bewilligung fele, und abgehe; mithin, wenn diſe in der haubtſache ermangelt, kan das geding nicht beſtehen. Die warheit dringet dem irrtume vor. Diſer vermag auf ſeiten des ſchrei- benden, nach der regel, der warheit einigen eintrag nicht zu tun, Schoͤpff in deciſ. 317, n. 22 ſ. 594. Der rechnungs-irrtum in einem urteil behindert deſſen rechtskraft, und gibet die nichtigkeitsbeſchwer- de an hand, Phil. Schmidt de errore calculi bei dem Freiherrn von Senkenberg P. II ad Zanger. de except. c. 7 § 11, 19 ſ. 1125 fg. Scherz und com- plimente binden nicht. Zweites haubtſtuͤck von den bloſſen vorſchlaͤgen (tracta- ten), und verſprechungen eines dritten. § 3500 Das wort: tractat wird bald in eigentlichen, bald uneigentlichen ſinne genommen. Ei- gentlich bedeuten tractaten bloſſe vorſchlaͤge der zu ſtiftenden gedinge, auch vertraͤge. Wofern ſie aber durch die beiderſeitige bewilligung und anne- mung ire Vollkommenheit nicht erlangen; kan inen von den tracta- ten und deren bedeutungen. F f f f 2
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 1187. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/1211>, abgerufen am 20.02.2019.

References: § 8
 § 53
 § 11
 § 8
 § 53
 § 11
 § 8
 § 53
 § 11

§ 3500
 § 8
 § 53
 § 11
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