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Timestamp: 2018-09-19 21:34:41+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 05.10.1989 - 2 S 1429/87 - dejure.org
VGH Baden-Württemberg, 05.10.1989 - 2 S 1429/87
§ 25 Abs 1 GrStG, § 77 Abs 2 GemO BW, § 78 Abs 2 GemO BW
Festsetzung der Grundsteuerhebesätze
VG Karlsruhe, 22.04.1987 - 6 K 250/86
KStZ 1990, 35
Eine Rechtsnorm kann jedoch nur dann als willkürlich verworfen werden, wenn ihre Unsachlichkeit evident ist (vgl. VGH Bad.-Württ., NK-Beschluss vom 30.07.1965 - I 404/64-, ESVGH 15, 193, 194; Bayer.VGH, Beschl. vom 11.02.1976, KStZ 1976, 150ff;… OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 25.05.1982, KStZ 1983, 144 ff; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 05.10.1989 - 2 S 1429/87 -, KStZ 1990, 35 ff; OVG Nordrhein-Westfalen, Beschl. v. 26.10.1990, KStZ 1991, 115 f).
Die Vorschrift des § 77 Abs. 2 GemO begründet jedoch grundsätzlich keine subjektiv-öffentlichen Rechte, d.h. die Kläger bzw. die Bürger einer Gemeinde können Verstöße der Gemeinde gegen die Grundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit vor Gericht nicht mit Erfolg rügen (so bereits VG Karlsruhe, Urteil vom 15.10.1997 - 7 K 2026/96 -, Gerichtsbescheid v.22.04.1987 -6 K 250/86-; offengelassen: VGH Bad.-Württ., Urt. v. 05.10.1989 -2 S 1429/87- ;… ebenso: Gern, a.a.O., Rdnr.356 m.w.N. zur Rechtsprechung).
Da es bei den allgemein zur Erzielung von Einnahmen erhobenen Steuern - im Unterschied etwa zur Gebührenerhebung - bereits an einer im Abgabentatbestand vorgegebenen Verknüpfung zwischen den Steuersätzen und den Ausgabeansätzen des Haushaltsplans fehlt, erscheint es der Kammer in diesem Rechtsstreit bereits deshalb nicht geboten, die Grundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit in Bezug auf die im Haushaltsplan festgelegten Ausgaben zu prüfen (VGH Bad.-Württ., Urt.v.05.10.1989 a.a.O.).
Dies ergibt sich schon daraus, dass nach dem Grundsatz des Haushaltsausgleichs (§ 80 Abs. 2 Satz 2 GemO) der Finanzbedarf sogar bei unwirtschaftlicher Ausgabenpolitik - soweit die Ausgaben auf verbindlichen Verpflichtungen beruhen - mit entsprechenden Einnahmen abgedeckt werden muss (VGH Bad.-Württ., Urt.v.05.10.1989 a.a.O.;… Bayr.VGH, Beschl.v.11.02.1976 a.a.O.).
Dies ergibt sich zum einen aus dem den Gemeinden auch hierbei eingeräumten weiten Beurteilungsspielraum, der nur einer beschränkten gerichtlichen Überprüfung zugänglich ist (…VGH Bad.-Württ., Urt.v.31.08.1989 a.a.O. und Urt.v.05.10.1989 a.a.O.).
Dass die Beklagte ihre diesbezügliche Entscheidungsbefugnis in rechtlich nicht mehr vertretbarer Weise ausgeübt hätte, indem sie sich im Zeitpunkt der Beschlussfassung am 26.06.2002 erkennbar von tatsächlich oder rechtlich unhaltbaren Annahmen hätte leiten lassen oder sachfremde Überlegungen zugrundegelegt hätte (vgl. VGH Bad.-Württ., Urt.v.05.10.1989 a.a.O.), haben die Kläger weder substantiiert vorgetragen noch ist dies sonst ersichtlich.
Sie wird vom Gesetz (§ 25 Abs. 4 GrStG) ausdrücklich zugelassen und rechtfertigt sich aus der Erwägung, dass die Grundsteuer A in erster Linie die Produktionsmittel der Land- und Forstwirtschaft belastet und damit einen wesentlich anderen Charakter als die Grundsteuer B hat (vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil v. 05.10.1989 a.a.O.).
vgl. VGH BW, Urteil vom 5. Oktober 1989 - 2 S 1429/87 -, KStZ 1990, 35 (35); VG Düsseldorf, Urteil vom 17. November 1988 - 11 K 5427/87 -, ZKF 1989, 156 (157).
vgl. VGH BW, Urteil vom 5. Oktober 1989 - 2 S 1429/87 -, KStZ 1990, 35 (35 f.); VG Aachen, Urteil vom 24. März 1997 - 6 K 3497/96 -, Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht - Rechtsprechungs-Report (NVwZ-RR) 1998, 200 (201).
Dies wäre nur dann zu bejahen, wenn ein wirtschaftlich in keinem Fall mehr vertretbarer und deshalb nicht im Rahmen einer ordnungsgemäßen Verwaltung liegender Verbrauch öffentlicher Mittel festzustellen wäre (BayVGH KStZ 1976, 150; VGH BW KStZ 1990, 35; FG Bremen ZKF 1996, 36 für einen Hebesatz von 500 %; VG Aachen NVwZ-RR 1998, 200 für einen Hebesatz von 440 %; Troll/Eisele § 25 GrStG RdNrn. 4 und 5; Glier § 25 GrStG Anm. 3a).
Das Verwaltungsgericht hat - in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Senats (vgl. insbesondere das Urteil vom 5.10.1989 - 2 S 1429/87 -, KStZ 1990, 35, sowie Buhl, BWGZ 1990, 285f.) - ausgeführt, daß es im pflichtgemäßen, grundsätzlich weit gespannten und gerichtlich nur beschränkt überprüfbaren Ermessen der Gemeinde als Normgeber liege, die Höhe der Grundsteuer und damit den Grundsteuerhebesatz zu bestimmen.

References: § 25
 § 77
 § 78
 § 77
 § 25
 § 25