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Timestamp: 2017-04-30 14:38:37+00:00

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Thema: Brauche dringend Rat (Gelesen 2301 mal)
« am: 12. Februar 2017, 17:56:04 »
Hallo,ich habe maL wieder Ärger mit dem JC in Alzey.Im November 2016 habe ich einen Aushilfsjob angenommen, wo ich Urlaubs-und Krankheitsvertretung für eine Person auf Abruf übernehme.Im November habe ich 38,-€ im Dezember 226,-€ Verdienst erhalten.Zufluss immer im Folgemonat.Alle Papiere, Arbeitsvertrag,Lohnabrechnung liegen dem JC vor.Jetzt erhielt ich vom JC einen neuen Leistungsbescheid, worin mir ein monatliches gleichbleibendes Einkommen von 300,-€ angerechnet wird und ab April die Leistungen teilweise eingestellt werden.Ich habe aber kein gleichbleibendes Einkommen.Wie gesagt ich gehe nur auf Abruf arbeiten, wenn die Person krank ist oder Urlaub hat.Ich war dieses Jahr noch nicht tätig und kann nicht sagen wann ich das nächste mal arbeiten werde.Ich war sofort am Freitag beim JC und dort sagte man mir, das dies ein Gesetz sei.Falls ich in einem Monat nicht arbeiten würde, soll ich mir dann nachträglich von meinem AG eine Bescheinigung ausfüllen lassen das ich nicht tätig war und man dann für diesen bescheinigten Monat eine neue Berechnung machen würde. Mein AG muss diese Bescheinigung bei seinem Steuerbüro ausfüllen lassen, was Zeit kostet und dann wieder beim JC einreichen, Bearbeitungsdauer.......Das heisst mir werden jeden Monat 300,-€ abgezogen( -Freigrenze) und ich muss nachträglich erst einmal alles bescheinigen, das ich keinen Lohn oder wann wieveiel erhalten habe.Gilt nicht das Zufallsprinzip,das immer dann eine neue Berechnung erfolgen kann wenn ich auch Lohn erhalten habe und nicht im Voraus? Was kann ich tun,was ist Rechtens? Dake schon einmal
« Antwort #1 am: 12. Februar 2017, 18:56:31 »
Zitat3. Berechnung des Einkommens aus nichtselbstän-diger Arbeit (Arbeiter, Angestellte)Im Rahmen der vorläufigen Bewilligung bei schwankendem Erwerbseinkommen bei abhängig Beschäftigten kann ein Durch-schnittseinkommen nach § 2 Abs. 3 Alg II-V gebildet werden.Wenn vor der Bewilligung bereits bekannt ist, dass das Einkommen stark schwankt, soll kein Durchschnittseinkommen gebildet werden, da dies erkennbar zu deutlichen Bedarfsunterdeckungen in einzel-nen Monaten führen würde. Gleichwohl kann auch in derartigen Fäl-len nach pflichtgemäßer Ermessensausübung nur eine vorläufige Bewilligung erfolgen.3.1Durchschnittseinkommenund vorläufige Bewilligung Das monatliche Durchschnittseinkommen wird in monatlich gleicher Höhe für den gesamten Bewilligungszeitraum berücksichtigt; die Bewilligung erfolgt vorläufig. Dabei ist § 2 Abs 3 Alg II-V als Ermessensnorm ausgestaltet, so dass sowohl dievorläufige Leistungsgewährung als auch die Bildung des Durchschnittseinkommens im Bewilligungsbescheid hinreichendzu begründen sind. Das Durchschnittseinkommen wird dadurch gebildet, dass für jeden Monat im Bewilligungszeitraum der Teil des Einkommens zu berücksichtigen ist, der sich bei der Teilung des voraussichtlichen Gesamteinkommens im Bewilligungszeitraum durchdie Anzahl der Monate im Bewilligungszeitraum ergibt. Dabei ist vom Brutto-Einkommen auszugehen (§ 2 Abs. 1 Alg II-V). Es ist nicht zulässig, bei der Bildung des Durchschnittseinkommens auf die (einmalig) höchste Lohnzahlung der letzten Monate abzustellen, da sonst für die leistungsberechtigten Personen eine Bedarfsunterdeckung droht. Auch ist die Bildung eines Durchschnittseinkommens unter Berücksichtigung eines „Sicherheitszuschlages“ unzulässig. Sind im Bewilligungszeitraum Einmalzahlungen zu erwarten, sind diese nicht in die Durchschnittsberechnung aufzunehmen, sondern neben der Ermittlung des Durchschnittseinkommens separat zu berech-nen.B http://www.harald-thome.de/media/files/ah-ba/AH-Schwankendes-Einkommen---20.10.2015.pdf
« Antwort #2 am: 13. Februar 2017, 12:56:57 »
Zitat von: szaros 25 am 12. Februar 2017, 17:56:04etzt erhielt ich vom JC einen neuen Leistungsbescheid, worin mir ein monatliches gleichbleibendes Einkommen von 300,-€ angerechnet wird und ab April die Leistungen teilweise eingestellt werden.Ich habe aber kein gleichbleibendes Einkommen.gegen diesen Bescheid musst Du sofort Widerspruch einlegen! Hier geht es um fiktives Einkommen und das führt in deinem Fall zu einer massiven Bedarfsunterdeckung!SchaU MAL DA BEI #18 rein >Re: Das "Liebe" JC mal wieder ...Oder ehr der schrullige SB !!!Hier wäre ein Muster dass allerdings auf deine Situation angepasst werden muss:Widerspruch wegen vorläufiger Leistungseinstellung aufgrund möglichem EinkommenMfG FN
« Antwort #3 am: 13. Februar 2017, 14:06:10 »
Zitat von: szaros 25 am 12. Februar 2017, 17:56:04Im November 2016 habe ich einen Aushilfsjob angenommen, wo ich Urlaubs-und Krankheitsvertretung für eine Person auf Abruf übernehme.Im November habe ich 38,-€ im Dezember 226,-€ Verdienst erhalten. [...] Wie gesagt ich gehe nur auf Abruf arbeiten, wenn die Person krank ist oder Urlaub hat.Ich war dieses Jahr noch nicht tätig und kann nicht sagen wann ich das nächste mal arbeiten werde.Das scheint mir aus arbeitsrechtlicher Sicht auch nicht sauber zu sein.---> TzBfG, speziell § 12
« Antwort #4 am: 13. Februar 2017, 14:26:29 »
Danke für Eure Antworten.Werde noch heute meinen Widerspruch schreiben und beim JC einreichen.Dagobert, was soll da arbeitsrechtlich nicht stimmen? Ich habe eine Vertretungstelle in einer Arztpraxis und da bin ich halt nur wenn die voll angestellte Person krank oder im Urlaub ist.Arbeitsvertrag wurde über das Steuerbüro gemacht.Liegt auch dem JC so vor.Was stößt da gegen irgendein Arbeitsrecht?
« Antwort #5 am: 13. Februar 2017, 14:31:47 »
Zitat von: dagobert1 am 13. Februar 2017, 14:06:10Das scheint mir aus arbeitsrechtlicher Sicht auch nicht sauber zu sein.---> TzBfG, speziell § 12Das sehe ich auch so:In die­sem Sin­ne hat auch das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ent­schie­den, nämlich in ei­nem Ur­teil vom 09.07.2008 (5 AZR 810/07). dar­in heißt es:„Ein völlig of­fe­ner Um­fang der Ar­beits­pflicht ist nicht trag­bar, das gilt nicht nur im Fal­le des § 12 Abs. 1 Satz 1, 2 Tz­B­fG.“)https://www.hensche.de/Arbeit_Abruf_Arbeit_auf_Abruf_Abrufarbeit.html
« Antwort #6 am: 13. Februar 2017, 14:40:49 »
Danke,lese mir jetzt alles durch.War nur froh irgendeinen Job zu haben und dachte das alles rechtmäßig wäre.
« Antwort #7 am: 13. Februar 2017, 14:44:14 »
Zitat von: szaros 25 am 13. Februar 2017, 14:26:29Was stößt da gegen irgendein Arbeitsrecht?Sehr wahrscheinlich die Regelung zur Arbeitszeit, wie @kaykaiser schon richtig angemerkt hat.
« Antwort #8 am: 13. Februar 2017, 16:56:44 »
Hallo Dagobert 1,wie sollte solch ein Arbeitsvertrag aussehen, worin nur ab und an mal gearbeitet wird? Habe mit meinem Chef darüber gesprochen, er meinte das alles rechtens sei.Nun bin ich aber verunsichert, nicht das ich vom JC auch noch deshalb belangt werde.
« Antwort #9 am: 14. Februar 2017, 21:03:29 »
Zitat von: szaros 25 am 13. Februar 2017, 16:56:44Hallo Dagobert 1,wie sollte solch ein Arbeitsvertrag aussehen, worin nur ab und an mal gearbeitet wird?Gesetzeskonform.So wie du das oben beschrieben hast geht das jedenfalls nicht.Nochmal: ---> § 12 TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz)Zitat von: szaros 25 am 13. Februar 2017, 16:56:44Habe mit meinem Chef darüber gesprochen, er meinte das alles rechtens sei.Dass der Chef das für rechtens hält ist jetzt nicht wirklich eine Überraschung ... Gespeichert
« Antwort #10 am: 14. Februar 2017, 22:00:54 »
Danke dagobert1, ich werde meinen Arbeitsvertrag dann kündigen, denn wie ich heute erfahren habe soll ich erst wieder im Juli, dann für 3 Wochen,die Urlaubsvertretung machen.
« Antwort #11 am: 14. Februar 2017, 22:13:10 »
Vorsicht... mit selbst kündigen !! dann kann / wird es passieren das du eine Sanktion bekommst, auch wenn du erst ....... wieder arbeiten sollst. Gruß CHIPI
« Antwort #12 am: 14. Februar 2017, 22:18:18 »
Selbst kündigen gibt Ärger mit dem JC.Such dir eine andere Stelle, die besser/regelmäßig bezahlt ist, dann kannst du das machen. Aber nicht einfach so. Gespeichert
« Antwort #13 am: 14. Februar 2017, 22:19:17 »
« Antwort #14 am: 19. März 2017, 17:39:36 »
Hallo,ich habe beim JC Widerspruch eingelegt, aber bis dato keinerlei Antwort erhalten.Man htte mir für den Monat März , wie schon geschrieben, 300,-€ Einkommen angerechnet.Habe die Arbeitgeberbescheinigung über den Nichterhalt von Löhnen abgegeben.Wie lange muss ich auf eine Antwort warten? Ich habe Sorgen, das man mir jetzt für April wieder ein fiktives Einkommen anrechnen wird.Das einbehaltene Geld fehlt mir an allen Enden.Mein Bewilligungsbescheid läuft im April aus, vieleicht wartet man jetzt erst einmal auf meinen Weiterbewilligungsantrag?

References: § 2
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