Source: https://www.adfontes.uzh.ch/39034/training/lateinische-wortformen-des-mittelalters/ambige-wortformen-ergebnis
Timestamp: 2019-07-20 23:56:31+00:00

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Ad fontes: Training / Lateinische Wortformen des Mittelalters / Ambige Wortformen – Ergebnis
mögliche mittelalterliche Schreibung gesuchte klassische bzw. normalisierte Entsprechung
livitus lividus
libitus lividus, -a, -um = bläulich
libitus, -us, m. = das Gelüste
Die Schreibung von t für d kommt insbesondere im Frühmittelalter häufig vor (vgl. HLSMA 3, VII § 199). - v für b ist im Mittelalter recht häufig (vgl. HLSMA 3, VII § 215).
lasus lassus
lapsus lassus, -a, -um = matt, müde
laxus, -a, -um = locker, schlaff
lapsus, -us, m. = der Fall, Sturz
lapsus, -a, -um = Partizip Perfekt von labor, labi fallen, stürzen
Oft wird im Mittelalter s als ss geschrieben und umgekehrt (vgl. HLSMA 3, VII §§ 277 und 278). - Im Mittelalter kann s(s) manchmal für ps (vgl. HLSMA 3, VII § 207) bzw. x(vgl. HLSMA 3, VII § 282) stehen.
conscilium consilium
concilium consilium, -i, n. = die Beratung
concilium, -i, n. = die Zusammenkunft
Im Mittelalter kommen manchmal, zum Teil durch Aussprache bedingt, Schreibungen sce/sci für s(s)e/s(s)i und umgekehrt vor (vgl. HLSMA 3, VII §§ 154 und 166).
condittio conditio
condictio conditio, -onis, f. (kurzes i) = die Erschaffung
conditio, -onis, f. (langes i) = das Würzen
condicio, -onis, f. = der Zustand, die Bedingung
condictio, -onis, f. = die Mitteilung, der (formelle) Anspruch auf etwas (u. ä.)
Die Schreibungen ti und ci vor Vokal sind im Mittelalter oft austauschbar (vgl. HLSMA 3, VII §§ 157 und 182). - Die lautliche Assimilation von ct zu t(t) ist bereits in der Spätantike belegt und im Mittelalter recht häufig. (vgl. HLSMA 3, VII § 164).
sumnus somnus
summus somnus, -i, m. = der Schlaf
summus, -a, -um = der, die, das oberste
u kann m Mittelalter manchmal für langes und seltener auch für kurzes o stehen (vgl. HLSMA 3, VII §§ 39-41). - Im Mittelalter findet man gelegentlich die Schreibung mn für m(m) (vgl. HLSMA 3,VII § 249.10).
auttor author
actor author, -oris, m. oder auctor, -oris, m. = der Urheber, Schöpfer
actor, -oris, m. = der Vollzieher, Treiber, Kläger
Die Schreibung th für t und umgekehrt ist im Mittelalter verbreitet (vgl. HLSMA 3, VII §§ 134 und 138).- Die lautliche Assimilation von ct zu t(t) ist bereits in der Spätantike belegt und im Mittelalter recht häufig (vgl. HLSMA 3, VII § 164). - Die Schreibung a für au ist oft Folge einer lautlichen Vereinfachung (vgl. HLSMA 3, VII § 78).
fraglantia flagrantia
fragrantia flagrantia, -ae, f. = die Glut
fragrantia, -ae, f. = der Wohlgeruch
Im Mittelalter kann manchmal l für r oder seltener r für l stehen (vgl. HLSMA 3, VII §§ 233 und 243).
ecus oecus
aequus oecus, -i, m. = der Saal
equus, -i, m. = das Pferd
aequus, -a, -um = gleich, gleichgestellt, eben (u. ä.)
Die Schreibung e für ae/oe ist im Mittelalter allgegenwärtig (vgl. HLSMA 3, VII § 67). - Bereits im antiken Vulgärlatein und auch im Mittelalter kann quu manchmal zu cuvereinfacht werden (vgl. HLSMA 3, VII § 110).

References: § 199
 § 215
 § 207
 § 282
 § 164
 § 249
 § 164
 § 78
 § 67
 § 110