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Timestamp: 2020-05-28 18:41:59+00:00

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BAG, 21.02.1991 - 2 AZR 449/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,144
BAG, 21.02.1991 - 2 AZR 449/90 (https://dejure.org/1991,144)
BAG, Entscheidung vom 21.02.1991 - 2 AZR 449/90 (https://dejure.org/1991,144)
BAG, Entscheidung vom 21. Februar 1991 - 2 AZR 449/90 (https://dejure.org/1991,144)
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Nichtangabe des wahren Geschlechts einer transsexuellen Person in Einstellungsverhandlungen - Anfechtung des Arbeitsvertrages wegen arglistige Täuschung - Anfechtung eines Arbeitsvertrages wegen Irrtums über verkehrswesentliche Eigenschaften einer Person - Zweistufigkeit ...
ArbG Berlin, 28.03.1990 - 35 Ca 37/90
NJW 1991, 2723
NZA 1991, 719
BB 1991, 2014
DB 1991, 1934
Dies ergibt sich aus den Wertentscheidungen des § 53 BZRG (BAG 6. September 2012 - 2 AZR 270/11 - zu I 1 a aa der Gründe; 21. Februar 1991 - 2 AZR 449/90 - zu II 1 b der Gründe , AP BGB § 123 Nr. 35 = EzA BGB § 123 Nr. 35) .
Eine Einschränkung des Fragerechts kann sich insbesondere aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Bewerbers, speziellen datenschutzrechtlichen Bestimmungen und den dabei zu berücksichtigenden Wertentscheidungen des BZRG ergeben (…BAG 6. September 2012 - 2 AZR 270/11 - aaO; 21. Februar 1991 - 2 AZR 449/90 - zu II 1 b der Gründe; zur Frage nach eingestellten Ermittlungsverfahren vgl. BAG 15. November 2012 - 6 AZR 339/11 - Rn. 14 ff., BAGE 143, 343) .
Da die Tendenz der Klägerin, ihren seelischen Zustand mit ihrem äußeren Erscheinungsbild in Einklang zu bringen, durch das Transsexuellengesetz unterstützt wird, schlägt bspw. eine Anfechtung wegen Täuschungsabsicht und Arglist gemäß § 123 Abs. 1 BGB fehl ( BAG vom 21.02.1991, AP Nr. 35 § 123 BGB [ Behlert ] = EzA BGB § 123 Nr. 35 = NZA 1991, 719).
Einerseits hat der Zweite Senat des Bundesarbeitsgerichts in einem Urteil vom 21.02.1991 (2 AZR 449/90 - AP § 123 BGB Nr. 35 = Juris Rn. 21) angenommen, Vorstrafen müssten nach § 51 BZRG nicht offenbart werden, wenn sie gemäß § 30 BZRG nicht in ein polizeiliches Führungszeugnis aufzunehmen seien.
Insoweit hat er von sich aus eine Offenbarungspflicht (vgl. - ähnlich - BAG 21.02.1991 - 2 AZR 449/90 - AP § 123 BGB Nr. 35 = Juris Rn. 20, 21;… vgl. auch Preis, in: Ascheid/Preis/Schmidt Kündigungsrecht 3. Aufl. 2007 Grundlagen K. Rn. 55).
Bei der Auslegung ist unter anderem mit zu berücksichtigen, ob der Anfechtende sich auch im Rechtsstreit auf Irrtumsanfechtung berufen hat (vgl. BAG 21.02.1991 - 2 AZR 449/90 - AP § 123 BGB Nr. 35 = Juris Rn. 39).
Wenn nach dem Ergebnis der Auslegung eine Anfechtung jedenfalls auch wegen Irrtums über verkehrswesentliche Eigenschaften erfolgt ist, muss es sich um eine Eigenschaft der betroffenen Person handeln, die im Verkehr als wesentlich angesehen wird (vgl. BAG 21.02.1991 - 2 AZR 449/90 - AP § 123 BGB Nr. 35 = Juris Rn. 40).
Dies sind allgemein Umstände, die entweder die Person selbst kennzeichnen, wie zum Beispiel Vorstrafen, oder ihre wirtschaftliche Lage kennzeichnen, wie zum Beispiel ihre Zahlungsfähigkeit (vgl. BAG 21.02.1991 - 2 AZR 449/90 - AP § 123 BGB Nr. 35 = Juris Rn. 40).
Sie muss sich auf die Eignung der Person für die Arbeit auswirken (vgl. BAG 21.02.1991 - 2 AZR 449/90 - AP § 123 BGB Nr. 35 = Juris Rn. 43;… Preis, in: Ascheid/Preis/Schmidt Kündigungsrecht 3. Aufl. 2007 Grundlagen K. Rn. 31).
Nicht jede falsche Angabe des Arbeitnehmers bei den Einstellungsverhandlungen stellt danach bereits eine arglistige Täuschung i. S. des § 123 BGB dar, sondern nur eine falsche Antwort auf eine zulässig gestellte Frage (Senatsurteil vom 21. Februar 1991 - 2 AZR 449/90 - AP Nr. 35 zu § 123 BGB).
Wie in der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts weiter klargestellt worden ist, stellt nicht jede falsche Angabe bei der Einstellung eine arglistige Täuschung i. S. des § 123 BGB dar, sondern nur eine falsche Antwort auf eine zulässig gestellte Frage (Senatsurteil vom 21. Februar 1991 - 2 AZR 449/90 - AP Nr. 35, aaO).
Dies wäre allerdings zu verneinen, wenn ein Arbeitnehmer vor seiner Anstellung in unzulässiger Weise befragt wird (vgl. Senatsurteil vom 21. Februar 1991, aaO).
Die Norm des § 123 BGB ist insofern zu weit gefasst, als sie die Fälle einer an sich arglistigen, aber rechtlich erlaubten Täuschung mitumfasst (vgl. BAG, Urteil vom 21.02.1991 - 2 AZR 449/90 - AP Nr. 35 zu § 123 BGB, unter I. b) d.Gr.) .
BAG, 01.07.1993 - 2 AZR 25/93
OLG Köln, 09.07.2002 - 22 U 258/01
LSG Bayern, 11.06.2008 - L 13 KN 22/07
Wirksamkeit eines zur Beendigung eines Gerichtsverfahrens geschlossenen …
LAG München, 03.02.2005 - 2 Sa 852/04
LAG Hessen, 04.07.2000 - 9 Sa 2207/99
Anforderungen an die Anfechtung eines Aufhebungsvertrages wegen Irrtums oder …
ArbG Münster, 20.11.1992 - 3 Ca 1459/92

References: § 53
 § 123
 § 123
 § 123
 § 123
 § 123
 § 123
 § 51
 § 30
 § 123
 § 123
 § 123
 § 123
 § 123
 § 123
 § 123
 § 123
 § 123
 § 123