Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%201982/01
Timestamp: 2019-06-26 19:08:41+00:00

Document:
BVerfG, 27.02.2007 - 1 BvR 1982/01 - dejure.org
https://dejure.org/2007,1197
BVerfG, 27.02.2007 - 1 BvR 1982/01 (https://dejure.org/2007,1197)
BVerfG, Entscheidung vom 27.02.2007 - 1 BvR 1982/01 (https://dejure.org/2007,1197)
BVerfG, Entscheidung vom 27. Februar 2007 - 1 BvR 1982/01 (https://dejure.org/2007,1197)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2007,1197) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Fortgeltung von vor dem Wirksamwerden des Beitritts ergangenen Verwaltungsakten der DDR, Rücknahme nach § 44 SGB 10 nur bei Verstoß gegen fundamentale rechtsstaatliche Grundsätze - Überprüfung bestandskräftig entschiedener Schadenssachverhalte nur unter den Voraussetzungen des Art 19 S 2 EinigVtr
Vereinbarkeit einer zum Fortbestand von Verwaltungsentscheidungen der Deutschen Demokratischen Republik nach der Herstellung der Deutschen Einheit in Art. 19 des Einigungsvertrages (EV) getroffenen Regelung mit dem Grundgesetz (GG); Ausschluss einer Aufhebung eines ablehnenden Bescheides der Berufsgenossenschaft hinsichtlich eines Anspruchs auf Unfallrente
Verwaltungsentscheidungen der DDR nur bei Verstoß gegen fundamentale rechtsstaatliche Grundsätze rücknehmbar
Verwaltungsentscheidungen der DDR nur bei Verstoß rücknehmbar
BVerfGE 117, 302
DVBl 2007, 629
19 Abs. 1 Satz 1 GG enthält zwar kein Grundrecht (vgl. BVerfGE 1, 264 ; 117, 302 ).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist dem Grundgesetz keine allgemeine Verpflichtung der vollziehenden Gewalt zu entnehmen, rechtswidrige belastende Verwaltungsakte unbeschadet des Eintritts ihrer Bestandskraft von Amts wegen oder auf Antrag des Adressaten aufzuheben (vgl. BVerfGE 116, 24 ; 117, 302 ).
Dies entspreche auch dem Verfassungsrecht (Hinweis auf BVerfGE 20, 230, 235; BVerfGE 117, 302, 315 = SozR 4-8100 Art. 19 Nr. 1 RdNr 32) .
Demgemäß ist die öffentliche Gewalt von Verfassungs wegen nicht verpflichtet, rechtswidrige Verwaltungsakte ohne Rücksicht auf ihren formellen Rechtsbestand auf Antrag oder von Amts wegen zu beseitigen (vgl BVerfGE 20, 230, 235; BVerfGE 117, 302, 315 = SozR 4-8100 Art. 19 Nr. 1 RdNr 32).
Die Vorschrift dient der Verwirklichung materieller Gerechtigkeit zugunsten des Bürgers und zulasten der Bestandskraft und damit der Rechtssicherheit, obwohl aus der Verfassung letztlich keine Verpflichtung abgeleitet werden kann, rechtswidrige belastende Verwaltungsakte nach Eintritt der Bestandskraft von Amts wegen oder auf Antrag aufzuheben (BVerfGE 117, 302, 315).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist dem Grundgesetz keine allgemeine Verpflichtung der vollziehenden Gewalt zu entnehmen, rechtswidrige belastende Verwaltungsakte unbeschadet des Eintritts ihrer Bestandskraft von Amts wegen oder auf Antrag des Adressaten aufzuheben (vgl. BVerfG, Urteil vom 24. Mai 2006 - 2 BvR 669/04 - BVerfGE 116, 24 ; Beschluss vom 27. Februar 2007 - 1 BvR 1982/01 BVerfGE 117, 302 ).
Demgemäß ist die öffentliche Gewalt von Verfassung wegen nicht verpflichtet, rechtswidrige Verwaltungsakte ohne Rücksicht auf ihren formellen Rechtsbestand auf Antrag oder von Amts wegen zu beseitigen (vgl BVerfG vom 11.10.1966 - BVerfGE 20, 230, 235; BVerfG vom 27.2.2007 - BVerfGE 117, 302, 315 = SozR 4-8100 Art. 19 Nr. 1 RdNr 32).
Aufgrund der besonderen Umstände der Wiedervereinigung war es auch gerechtfertigt, die Versicherungsfälle aus der Zeit der DDR nach einem besonderen Schlüssel zu verteilen und von der das System der gesetzlichen Unfallversicherung prägenden Zusammenfassung der Unternehmen nach Gewerbezweigen in den Unfallversicherungsträgern und der entsprechenden Zuordnung der Versicherungsfälle abzuweichen (vgl zu dieser besonderen Situation: Begründung zum RÜG, BT-Drucks 12/405 S 116 f;… BSGE 79, 23 = SozR 3-8110 Kap VIII J III Nr. 1 Nr. 1;… SozR 3-8110 Kap VIII J III Nr. 1 Nr. 2 = SGb 2001, 254 ff mit zustimmender Anmerkung von Ullrichs;… BSGE 92, 190 = SozR 4-2700 § 152 Nr. 1, jeweils RdNr 14 ff; zuletzt BVerfG, Beschluss vom 27. Februar 2007 - 1 BvR 1982/01 - RdNr 30 f).
Dementsprechend gibt es keine allgemeine Verpflichtung der vollziehenden Gewalt, rechtswidrige belastende Verwaltungsakte unbeschadet des Eintritts ihrer Bestandskraft von Amts wegen oder auf Antrag des Adressaten aufzuheben (BVerfG…, Urteil vom 24. Mai 2006 - 2 BvR 669/04 -, juris, Rz. 80; Beschluss vom 27. Februar 2007 - 1 BvR 1982/01 -, juris, Rz. 33; BVerwG…, Urteil vom 24. Februar 2011 - 2 C 50.09 -, juris, Rz. 14), und zwar auch dann nicht, wenn die Rechtsgrundlage des bestandskräftigen Verwaltungsaktes gegen Verfassungsrecht verstößt (BVerfG…, Beschluss vom 30. Januar 2008 - 1 BvR 943/07 -, juris, Rz. 26; BVerwG…, Urteil vom 24. Februar 2011, a.a.O.).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist dem Grundgesetz - wie bereits erwähnt - keine allgemeine Verpflichtung der vollziehenden Gewalt zu entnehmen, rechtswidrige belastende Verwaltungsakte unbeschadet des Eintritts ihrer Bestandskraft von Amts wegen oder auf Antrag des Adressaten aufzuheben (siehe nur BVerfG, Beschluss vom 27. Februar 2007 - 1 BvR 1982/01 -, juris, Rz. 33).
OLG Nürnberg, 12.02.2015 - 11 WF 172/15
Verfahrenskostenhilfe: Korrektur fehlerhafter Ratenfestsetzung
Gesetzliche Unfallversicherung - Feststellung der MdE gem § 73 Abs 3 SGB 7 - …
LSG Hamburg, 24.09.2018 - L 2 U 14/18
BSG, 14.02.2012 - B 5 RS 4/11 BH

References: § 44
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 19
 § 152
 § 73