Source: https://www.pvs-reiss.de/newsletter-dental-042014/
Timestamp: 2020-07-11 01:42:18+00:00

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﻿ Newsletter Dental 04/2014 - PVS Reiss GmbH
Newsletter Dental 04/2014
Fräulein ist inkommod – heute spricht man von Frau, um die Geschlechter adäquat anzusprechen. Frauen sind in vielen Bereichen auf dem Vormarsch, vor allem im Bereich der niedergelassenen Zahnärzte/innen steigt der Anteil an Frauen weiterhin. Der starke Frauenanteil spiegelt sich auch in unserem Betrieb wieder:
Mit 76% haben wir auch einen „Weiberladen“ und es klappt wunderbar. Umso mehr freut es uns, dass der unabhängige Zahnärztinnenverband „Dentista e.V.“ uns als Pate auserwählt hat. Ab Januar werden wir gemeinsame Wege mit den Dentistas in Berlin gehen und hoffen, dass nicht nur unsere weiblichen Kunden davon profitieren werden.
Zum Jahresende möchten wir uns auch im Namen unseres Teams für die hervorragende Zusammenarbeit in 2014 bedanken. Wir werden auch im neuen Jahr alles daran setzen, diese Zusammenarbeit weiter zu festigen und mit Leben zu füllen. Wir wünschen Ihnen, Ihrem Praxisteam und Ihrer Familie ein frohes Fest und alles Gute – bleiben Sie gesund!
Unsere langjährige Mitarbeiterin und Leiterin der Dentalabteilung Alexandra Pedersen geht eigene Wege: Sie macht sich mit einem Beratungsbüro selbstständig und wird zukünftig als Trainerin und Referentin Abrechnungsseminare betreuen. Dies war schon immer ihre große Leidenschaft – ihre Seminarteilnehmer waren stets begeistert und so macht sie jetzt das, was sie am liebsten tut. Sie bleibt uns als Referentin jedoch erhalten und steht uns auch weiterhin beratend zur Seite.
Wir danken ihr herzlich und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute!
Die pvs-mefa Reiss und Ihre Mitarbeiter unterstützen diese Organisation und wir würden uns über viele Nachahmer und Mitstreiter freuen.
Gerade die aktuelle Lage im Südsudan und vor allem die Ebolakrise macht dies deutlich.
Delegation: Der zulässige Einsatzrahmen gemäß §1 Abs. 5 und 6 Zahnheilkundegesetz
Die Delegation von Tätigkeiten in der Zahnarztpraxis ist im Zahnheilkundegesetz geregelt. Nach § 1 Abs. 5 und 6 des Zahnheilkundegesetzes dürfen approbierte Zahnärzte bestimmte Leistungen an dafür qualifiziertes Prophylaxe-Personal mit abgeschlossener Ausbildung wie zahnmedizinische Fachhelferin, weitergebildete Zahnarzthelferin, Prophylaxehelferin oder Dentalhygienikerin delegieren.
Allgemeine Grundsätze der Delegation laut Delegationsrahmen der BZÄK für Zahnmedizinische Fachangestellte (Fassung vom 16.09.2009):
Es handelt sich um eine delegationsfähige Leistung nach §1 Abs. 5, 6 ZHG
Die konkrete Leistung erfordert nicht das höchstpersönliche Handeln des Zahnarztes
Die Mitarbeiterin ist zur Erbringung der Leistung qualifiziert
Der Zahnarzt überzeugt sich persönlich von der Qualifikation der Mitarbeiterin
Der Zahnarzt ordnet die konkrete Leistung an (Anordnung)
Der Zahnarzt erteilt die fachliche Weisung (Weisung)
Der Zahnarzt überwacht und kontrolliert die Ausführung (Aufsicht)
Dem Patienten ist bewusst, dass es sich um eine delegierte Leistung handelt
Der Zahnarzt ist für die delegierte Leistung in gleicher Weise persönlich verantwortlich und haftet für diese in gleicher Weise wie für eine persönlich erbrachte Leistung (Verantwortung).
Nicht delegierbare persönliche Leistungen des Zahnarztes umfassen insbesondere:
Bei Tätigkeiten von dafür qualifizierten, nichtzahnärztlichen Mitarbeiter/innen in Altersheimen und Pflegeeinrichtungen im Rahmen prophylaktischer Maßnahmen muss der Zahnarzt in Rufbereitschaft erreichbar sein. Ansonsten gelten auch hier die allgemeinen Grundsätze der Delegation.
Rechtsprechung zur Delegation bei Airflow-Zahnreinigung
AG Nürtingen (Az. 16 Cs 115 Js 93733/08), 17.03.2011
In einem Urteil des Amtsgerichts stand die Zahnreinigung unter Anwendung
der Airflow-Technik im Mittelpunkt.
Sachverhalt: Eine gelernte zahnmedizinische Fachassistentin führte als selbstständige Zahnkosmetikerin ein „Zahnkosmetikstudio“. Dort bot sie Zahnreinigungen im Airflow-Verfahren an.
Entscheidung: Nach Ansicht der Richter macht sie sich der unerlaubten Ausübung der Zahnheilkunde gemäß §18 Nr. 1 in Verbindung mit §1 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 Zahnheilkundegesetz (ZHG) schuldig. Aus Gründen des Patientenschutzes sei eine Airflow-Zahnreinigung allein dem Zahnarzt vorbehalten bzw. von einem Zahnarzt zu delegieren. Denn diese Behandlungsmaßnahme könnte bei vorgeschädigten Zähnen zu irreparablen Schäden führen, welche nur bei Vorliegen medizinischer Fachkenntnisse zu erkennen sind. §1 Abs. 5 ZHG erlaube die Delegation verschiedener Tätigkeiten an qualifiziertes Prophylaxe-Personal. Es sei aber erforderlich, dass die Tätigkeiten jederzeit vom Zahnarzt kontrolliert und überwacht werden.
Als Berufungsinstanz bestätigte das Landgericht Stuttgart (Az. 31 Ns 115 Js 93733/08) am 09.06.2011 die Ausführungen des AG Nürtingen
„Bestimmte zahnärztliche Leistungen können an dafür ausgebildetes Personal delegiert werden (§1 Abs. 5 und 6 ZHG), wobei der Grad der Delegation von der jeweiligen objektiven und subjektiven Qualifikation der Mitarbeiterin abhängig ist. Nach den Hinweisen in §1 Abs. ZHG ist u. a. die Entfernung von weichen und harten sowie klinisch erreichbaren subgingivalen Belägen und Konkrementen durch entsprechend qualifiziertes Prophylaxepersonal möglich, wenn die Voraussetzungen der Delegation im Übrigen gegeben sind.“
Zitat ZÄKWestfalen-Lippe (02. 2012).
Achtung! Weitere Fragen zur Delegation beantwortet die zuständige ZÄK
Auszug aus dem Delegationsrahmen der BZÄK für Zahnmedizinische Fachangestellte (Fassung vom 16.09.2009):
Je nach Qualifikationsstufe eröffnet sich ein zulässiger Rahmen von Hilfeleistungen der bis an den durch nachfolgende beispielhafte Aufzählungen beschriebenen Rahmen reichen kann. Die umfassende Begleitung durch den Zahnarzt persönlich, also durch Anordnung, ständige Aufsicht und Verantwortung, muss garantiert sein. /…/

References: §1
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 §18
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