Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=29.06.2010&Aktenzeichen=18%20A%201450%2F09
Timestamp: 2018-09-20 23:13:26+00:00

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OVG Nordrhein-Westfalen, 29.06.2010 - 18 A 1450/09 - dejure.org
AufenthG § 53 Nr. 1, AufenthG § ... 56 Abs. 1 S. 1 Nr. 5, AufenthG § 56 Abs. 1 S. 2, AufenthG § 56 Abs. 1 S. 4, AufenthG § 55, AufenthG § 53 Nr. 1, AufenthG § 60 Abs. 1, GG Art. 6 Abs. 1, EMRK Art. 8, AufenthG § 11 S. 2, AufenthG § 51 Abs. 1 Nr. 5, RL 2004/83/EG Art. 21 Abs. 3, RL 2004/83/EG Art. 24 Abs. 1, VwVfG § 45 Abs. 1 Nr. 2, VwVfG § 45 Abs. 2, VwGO § 114 S. 2
Ausweisung, Ermessensausweisung, Ermessen, besonderer Ausweisungsschutz, anerkannter Flüchtling, schwerwiegende Gründe der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, atypischer Ausnahmefall, Achtung des Privatlebens, Verhältnismäßigkeit, Verwurzelung, Aufenthaltstitel, Nachschieben von Gründen
Rechtmäßigkeit der Abschiebung eines irakischen Staatsangehörigen yezidischen Glaubens wegen rechtskräftiger Verurteilung wegen Vergewaltigung; Ausweisungsschutz eines wegen Vergewaltigung verurteilten irakischen Staatsangehörigen yezidischen Glaubens wegen rechtskräftiger Anerkennung als Flüchtling; Gebot einer Einzelfallwürdigung unter Berücksichtigung der Gesamtumstände durch höherrangiges Recht oder Vorschriften der Europäischen Menschenrechtskonvention ( EMRK ) i.R.d. Abschiebung eines als Flüchtling anerkannten irakischen Staatsangehörigen yezidischen Glaubens; Prozessuale Zulässigkeit des Nachschiebens von Gründen in Form materiell-rechtlich relevanter Ermessenserwägungen während des gerichtlichen Verfahrens
Rechtmäßigkeit der Abschiebung eines irakischen Staatsangehörigen yezidischen Glaubens wegen rechtskräftiger Verurteilung wegen Vergewaltigung; Ausweisungsschutz eines wegen Vergewaltigung verurteilten irakischen Staatsangehörigen yezidischen Glaubens wegen rechtskräftiger Anerkennung als Flüchtling; Gebot einer Einzelfallwürdigung unter Berücksichtigung der Gesamtumstände durch höherrangiges Recht oder Vorschriften der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) i.R.d. Abschiebung eines als Flüchtling anerkannten irakischen Staatsangehörigen yezidischen Glaubens; Prozessuale Zulässigkeit des Nachschiebens von Gründen in Form materiell-rechtlich relevanter Ermessenserwägungen während des gerichtlichen Verfahrens
vgl. etwa BVerwG, Urteil vom 26. April 2012 2 C 4.11 -, juris, Rdnr. 25, und vom 13. Dezember 2011 1 C 14.10 , juris, Rdnr. 9 (= NVwZ 2012, 171); OVG NRW, Urteil vom 29. Juni 2010 18 A 1450/09 , juris, Rdnr. 65 (= NWVBl. 2010, 471).
Jedoch ist es nach § 114 Satz 2 VwGO, der die prozessrechtliche Seite des Nachschiebens von Gründen bei Ermessensentscheidungen regelt, vgl. BVerwG, Urteil vom 5. Mai 1998 - 1 C 17.97 -, BVerwGE 106, 351, 364; OVG NRW, Urteil vom 29. Juni 2010 - 18 A 1450/09 -, juris, Rdn. 58, nicht möglich, Ermessenserwägungen im gerichtlichen Verfahren vollständig nachzuholen.
vgl. BVerwG, Urteile vom 5. Mai 1998 - 1 C 17.97 -, BVerwGE 106, 351, 365, vom 17. Juli 1998 - 5 C 14.97 -, BVerwGE 107, 164, 169 und vom 23. Oktober 2007 - 1 C 10.07 -, InfAuslR 2008, 116, 120; OVG NRW, Urteil vom 29. Juni 2010 - 18 A 1450/09 -,.
Allerdings schafft § 114 Satz 2 VwGO, der die prozessrechtliche Seite des Nachschiebens von Gründen bei Ermessensentscheidungen regelt, nur die verfahrensrechtlichen Voraussetzungen für eine Ergänzung defizitärer Ermessenserwägungen im Verwaltungsprozess, nicht aber für die erstmalige Ermessensausübung oder für ein völliges Auswechseln der bisherigen Begründung, vgl. etwa BVerwG, Urteil vom 26. April 2012 - 2 C 4.11 -, juris Rn. 25, BVerwG, Urteil vom 13. Dezember 2011 - 1 C 14.10 -, juris Rn. 9; BVerwG, Urteil vom 5. September 2006 - 1 C 20.05 -, juris Rn. 22; OVG NRW, Urteil vom 21. November 2012 - 16 A 85/09 -, juris Rn. 56ff.; OVG NRW, Urteil vom 29. Juni 2010 - 18 A 1450/09 -, juris Rn. 65.; VG Düsseldorf, Urteil vom 29. Juli 2016 - 17 K 3089/15 -, juris Rn. 79.
Allerdings schafft § 114 Satz 2 VwGO, der die prozessrechtliche Seite des Nachschiebens von Gründen bei Ermessensentscheidungen regelt, nur die verfahrensrechtlichen Voraussetzungen für eine Ergänzung defizitärer Ermessenserwägungen im Verwaltungsprozess, nicht aber für die erstmalige Ermessensausübung oder für ein völliges Auswechseln der bisherigen Begründung, vgl. BVerwG, Urteil vom 26. April 2012 - 2 C 4.11 -, juris Rn. 25; BVerwG, Urteil vom 13. Dezember 2011 - 1 C 14.10 -, juris Rn. 9; BVerwG, Urteil vom 5. September 2006 - 1 C 20.05 -, juris Rn. 22; OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 21. November 2012 - 16 A 85/09 -, juris Rn. 56 ff.; OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 29. Juni 2010 - 18 A 1450/09 -, juris Rn. 65.
OVG Sachsen, 25.05.2011 - 4 A 485/09
Nachbarklage, Windenergieanlage, Abstandsflächen, Ausnahme Ermessensausfall
§ 114 Satz 2 VwGO stellt deshalb - lediglich - die prozessuale Voraussetzung für eine Ergänzung defizitärer Ermessenserwägungen im Verwaltungsprozess dar, bietet aber keine Grundlage für die erstmalige Ermessenausübung oder für ein völliges Auswechseln der bisherigen Begründung (OVG NW, Urt. v. 29. Juni 2010 - 18 A 1450/09 -, Rn. 58 ff. bei juris, m. w. N.).
Bei der gerichtlich voll überprüfbaren Beurteilung, ob ein Regelfall oder ein (das Ermessen eröffnender) Ausnahmefall vorliegt, sind neben den Umständen der strafgerichtlichen Verurteilung auch die sonstigen persönlichen Verhältnisse des Betroffenen zu berücksichtigen, wie sie in § 55 Abs. 3 AufenthG näher beschrieben, dort aber nicht abschließend geregelt sind, vgl. BVerwG, Urteil vom 23. Oktober 2007 - 1 C 10/07 -, juris; Beschluss vom 5. Februar 1997 1 B 16.97-, Buchholz, Sammel- und Nachschlagewerk der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, (Buchholz) 402.240 § 47 AuslG Nr. 13, S. 22/23, und Beschluss vom 15. Januar 1997 - 1 B 256.96-, Buchholz 402.240 § 47 AuslG Nr. 12, S. 20/21; OVG NRW, Urteil vom 29. Juli 2010 - 18 A 1450/09-, juris; Beschluss vom 17. Februar 2000 - 18 B 101/00-, InfAuslR 2000, 383 ff. (jeweils zu § 47 Abs. 2 AuslG); VG Düsseldorf, Urteile vom 24. November 2010 - 7 K 8705/08 und vom 8. Juni 2011 - 7 K 1495/10; Hailbronner, AuslR, § 54 Rdn. 49 f.
So etwa BVerwG, Urteil vom 23. Oktober 2007 - 1 C 10.07 -, BVerwGE 129, 367; OVG NRW, Urteil vom 29. Juni 2010 - 18 A 1450/09 -, juris, jeweils mit weiteren Nachweisen.
VG Aachen, 10.04.2014 - 8 L 487/13
Ausweisung; Totschlag; Gewalt; Verwurzelung; Entwurzelung; BTM
Zwar haben die individuellen Interessen eines Ausländers unter Berücksichtigung von Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) sowie des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit grundsätzlich ein besonderes Gewicht, wenn der Betroffene im Bundesgebiet geborenen und weitgehend aufgewachsen ist, Bundesverfassungsgericht (BVerfG), Beschlüsse vom 10. Mai 2007 - 2 BvR 304/07 - und vom 10. August 2007 - 2 BvR 535/06 -, BVerwG, Urteil vom 23. Oktober 2007 - 1 C 10/07 -, Urteil vom 23. Oktober 2007, - 1 C 10/07 - OVG NRW, Urteil vom 29. Juni 2010, - 18 A 1450/09 -, vgl. auch Hessischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 14. Januar 2009, - 9 A 1622/08.Z -, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), Urteile vom 22. Februar 2007 - 1638/03 - (Maslov I), InfAuslR 2007, 221 und vom 23. Juni 2008 - 1638/03 - (Maslov II), InfAuslR 2008, 333; Urteil vom 22. Mai 2008 - 42034/04 - (Emre), InfAuslR 2008, 336, und Urteil vom 28. Juni 2007 - 31753/02 - (Kaya), InfAuslR 2007, 325.
§ 114 Satz 2 VwGO schafft die prozessualen Voraussetzungen lediglich dafür, dass die Behörde defizitäre Ermessenserwägungen einer zumindest ansatzweise bereits vorhandenen Ermessensentscheidung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren ergänzen kann, nicht hingegen, dass sie ihr Ermessen nachträglich erstmals ausübt, vollständig nachholt oder auswechselt, Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Urteil vom 5. Mai 1998 - 1 C 17/97 -, BVerwGE 106, 351 ; Urteil vom 05. September 2006 - 1 C 20/05 -, NVwZ 2007, 470 f., juris; Urteil vom 30. April 2010 - 9 B 42/10 -, NVwZ-RR 2010, 550 f., juris - auch nach dem teilweisen Wegfall des Widerspruchsverfahrens; OVG NRW, Urteil vom 29. Juni 2010 - 18 A 1450/09 -, juris; Gesetzesbegründung zu § 114 VwGO, BT-Drucks 13/3993, 13; zu § 102 FGO unter Bezugnahme auf die Gesetzesbegründung zu § 114 VwGO, BT-Drucks 13/3993, 13; BFH, Urteil vom 10. März 2004 - VII R 52/02 - BFHE 205, 14 ff., juris m.w.N.
VG Gelsenkirchen, 01.09.2010 - 7 K 1994/10
Tierschutz, Haltungsverbot
VG Gelsenkirchen, 18.11.2015 - 11 K 4268/14
Ausweisung; Ausweisungsschutz; Ist-Ausweisung; Fortgeltungswirkung; Raub; …
VG Gelsenkirchen, 27.04.2015 - 11 K 5702/12
Ist-Ausweisung; Ausweisung; Ausweisungsschutz; Bewährung; Integration; Gefahr; …

References: § 53
 § 56
 § 56
 § 55
 § 53
 § 60
 Art. 6
 Art. 8
 § 11
 § 51
 Art. 21
 Art. 24
 § 45
 § 45
 § 114
 § 114
 § 114
 § 114

§ 114
 § 55
 § 47
 § 47
 § 47
 § 54
 Art. 8

§ 114
 § 114
 § 102
 § 114