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Timestamp: 2017-12-11 03:08:10+00:00

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risControl 01 2017 by risControl - issuu
risControl DAS Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation NR. 01 • 2017 • HEFT 451 • 38. JAHRGANG • EURO 10
Unschlagbares Team Interview mit Franz Stiglitz, Leiter der Landesdirektion Wien, und Peter Prinz, Regionalleiter Maklervertrieb LD Wien, UNIQA Österreich TIME TO SAY GOODBYE Interview mit Dr. Gerhard Matschnig CEO Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft
STRATEGIE 2017 Wir haben die Versicherungsunternehmen zu Wort kommen lassen, wie ihre Strategie heuer aussieht.
2017 - Das Jahr des Hahns nach dem chinesischen Horoskop, die UNO hingegen hat das Jahr 2017 zum internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus` erklärt. Für unseren Finanzminister Hans Jörg Schelling soll 2017 das Jahr der Reformen unter einem neuen politischen Verhandlungsstil werden. Das Jahr der Brexitverhandlungen, ein neuer amerikanischer Präsident wird der Welt seinen Stempel aufdrücken. Unsere Nachbarn wählen einen neuen Bundeskanzler, uns könnte eine verfrühte Nationalratswahl blühen. In Niederösterreich ist der Bezirk Wien-Umgebung aufgelöst und in die angrenzenden niederösterreichischen Bezirke aufgeteilt worden. In der Finanzdienstleistungsbranche wird wieder einmal kein Stein auf dem anderen bleiben. Die neue EUVersicherungsvertriebsrichtlinie wird heuer ins nationale Recht umgesetzt und das Versicherungsmaklergesetz feiert 20 Jahre. Ein herausforderndes Jahr steht uns bevor. Aber es kann dennoch auch eine positive Herausforderung sein, es kommt nur darauf an, welche Seite man betrachtet. Ein gutes Motto für das heurige Jahr ein Zitat von Charles Dickens: „Nichts in der Welt ist so ansteckend wie Gelächter und gute Laune, es gibt schließlich keine bessere Form mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor“, in diesem Sinne alles Gute Ihre Doris Schachinger
Urkunde risControl, Oberthern A17-01183 Magazin "risControl" 1/Jänner 2017 - 4 48s. - PUR Diese Urkunde bestätigt die Kompensation von Treibhausgasemissionen durch zusätzliche Klimaschutzprojekte. CO2-Äquivalente
1.816 kg Unterstütztes Klimaschutzprojekt
11293-1701-1003 Ausgestellt am
Über folgende URL erhalten Sie weitere Informationen über die Kompensation und das unterstützte Klimaschutzprojekt: www.climate-id.com/11293-1701-1003
risControl 01/17 03
EDITORIAL 03 2017 - Das Jahr des Hahns
NEWS 06 06 06 07
Serbien | GrECo JLT Identifizierung | FMA Steuervorschau 2017 BaFin lässt Verkauf zu | Deutschland 08 Mediation auf höchster Ebene | Styriawest, R+V und ARAG 08 Kontaktstelle | FMA 08 Statistik | FMA 04 risControl 01/17
06 Neue Geschäftsführerin | Allianz Versicherung 07 Vorstände | Zürich Österreich 08 Neuer Landesdirektor in Wien | Donau Versicherung 08 Wechsel | Atradius Kreditversicherer 10 Erfolgreicher Auftakt | DIE Maklergruppe 10 Ombudsmann | Fachverband der Finanzdienstleister
VERSICHERUNG 12 Naturkatastrophen 2016 12 Austausch | UNIQA Insurance Plattform 13 Wildschadenversicherung 13 Neuer Deal | UNIQA Insurance 13 Kfz Haftpflichtsumme | Wiener Städtische Versicherung
INTERVIEW 14 Time to Say Goodbye | Zürich VersicherungsAktiengesellschaft 28 Unschlagbares Team | UNIQA Österreich
TITELGESCHICHTE 18 Strategie 2017
KOLUMNE 26 Cybersecurity 34 No Cash – Bargeld wird abgeschafft | Mario Passini 44 Trotz möglicher Zinsanstiege auf der Gewinnerseite | Michael Kordovsky
KOMMENTAR 38 Umsetzung mit Augenmaß | Johannes Muschik, Chairman von AFPA und FECIF
MARKT 43 Neue EU-Richtlinie | respACT 43 Think global, act local | Worldwide Broker Network 43 Verbindliche Standesregeln | Fachverband der Versicherungsmakler und Berater
VERANSTALTUNG 32 „Harte Jobs, starke Frauen“ | Zurich 32 Top Versicherungsagenten | Fachgruppe Versicherungsagenten WKOÖ 42 Unterstützung der Österreichischen Krebshilfe Wien | Standard Life 42 15. Informationstag | Wiener Versicherungsmakler
REISE 46 Die besten Reiseziele 2017
SCHLUSSPUNKT 50 Vorschau 50 Offenlegung 50 Impressum
risControl 01/2017 Heft-Nr.: 451 38. Jahrgang risControl 01/17 05
Neue Geschäftsführerin Mag. Beate Sommerer hat mit 1. Jänner die Geschäftsführung der Top Versicherungsservice GmbH übernommen, sie folgt damit Kurt Benesch der in den Ruhestand trat. Sommerer, gelernte Juristin, kann auf eine langjährige Allianz Karriere zurückblicken: Sie begann 1995 als Underwriterin und Großschadenreferentin im Privat- und Gewerbekundenbereich. 1999 übernahm Sommerer als Abteilungsleiterin im Rechtsschutz Schaden erstmals Führungsverantwortung, 2000 wurde die gebürtige Wienerin zur stellvertretenden Leiterin des
Schadenservices im Allianz Kundenservice bestellt. Zwischen 2001 und 2008 fungierte Sommerer als Key Account Managerin und Projektleiterin im Prozessmanagement der Betriebsorganisation, ehe sie 2009 die Leitung dieser Abteilung übernahm. Seit 2012 zeichnet Sommerer im Allianz Kundenservice für das Schadenservice verantwortlich – in dieser Funktion ist sie für die Abwicklung von mehr als 400.000 Schaden- und Leistungsfällen pro Jahr zuständig. Zusätzlich dazu übernahm Sommerer nun per Jahreswechsel
Mag. Beate Sommerer neben dem langjährigen Geschäftsführer Dr. Harald Lankisch die Leitung der Top Versicherungsservice GmbH, die das Allianz Kundenservice sicherstellt.
GrECo JLT hat die beiden lokalen Versicherungsmakler Auctor Sollers und Interisk erworben und wird diese in ihre serbische Gesellschaft einbringen. Die drei Firmen bündeln sowohl ihre Expertise als auch ihre Marktpräsenz und werden damit zum größten Makler in Serbien. Das neue Unternehmen wird von Dušanka Talić, Eigentümerin und Gründerin von Interisk, geleitet. Auch die beiden Eigentümer von Auctor Sollers bleiben als Partner der Firmengruppe erhalten. „Das ist eine großartige Chance für unsere drei Gesellschaften. Ich freue mich, meine langjährige Marktkenntnis mit dem internationalen
Know-how von GrECo JLT zu kombinieren.“ sagt Dušanka Talić. Dušanka Talić ist seit acht Jahren in der Versicherungsbranche tätig, davor bekleidete sie verschiedene Funktionen in internationalen Unternehmen. 2010 gründete die serbische Managerin die Firma Interisk und entwickelte diese zu einem der größten Makler in Serbien. Georg Winter, Vorstandsmitglied der GrECo JLT Gruppe in Österreich, ist stolz, dass „Wir mit diesem Merger unsere Position in Südosteuropa festigen. Unser Ziel ist es, internationalen und lokalen Klienten in Serbien das beste Service, professionelles Risk Management und innovative Produkte anzubieten.“
Der persönliche Besuch bei Banken und Versicherungen gehört der Vergangenheit an. Die FMA- Online- Identifikationsverordnung ist mit 3.1.2017 in Kraft getreten. Der potenzielle Kunde muss seinen amtlichen Lichtbildausweis vor der Kamera in horizontaler und vertikaler Weise kippen, damit die holografischen Sicherheitsmerkmale durch speziell geschulte Mitarbeiter überprüft werden können. Eine der Voraussetzungen beim verpflichtenden Unternehmen ist, dass die Überprüfung in einem abgetrennten, mit einer Zugangskontrolle ausgestatteten Raum durchzuführen ist.
Steuervorschau 2017 Wie jedes Jahr bringt der Jänner einige Neuerungen - auch im Bereich der Finanzen. Wir haben einige Neuigkeiten zusammengefasst. Die Investitionszuwachsprämie als Maßnahmenpaket zur Förderung der Wirtschaft - in den Jahren 2017 und 2018 stehen jeweils insgesamt 175 Mio Euro für Klein- und Mittelbetriebe zur Verfügung. Die Prämie soll die Neuanschaffung von aktivierungspflichtigen Wirtschaftsgütern, die abnutzbares Anlagevermögen sind, zustehen. Ausgenommen sind: Der Erwerb von Grund und Boden, Beteiligungen und darüber hinaus auch PKWs. 06 risControl 01/17
Die Prämie soll wie folgt gestaffelt werden: Bei bis zu 49 Mitarbeitern und einem Investitionszuwachs von 50.000 bis maximal 450.000 Euro liegt die Investitionszuwachsprämie bei 15 %. Bei einer Mitarbeiterzahl von 50 bis 250 Mitarbeiter und einem Investitionszuwachs von mindestens 100.000 bis maximal 750.000 Euro beträgt die Prämie 10 %. Der Investitionszuwachs berechnet sich nach dem Durchschnitt der drei vorangegangenen Jahre. Abgewickelt wird die Antragsstellung über das Austria Wirtschaftsservice (aws). Auch für das nächste Jahr wird der Handwerkerbonus
weitergewährt. So können Privatpersonen (Eigentümer als auch Mieter) seit dem 1. Juni 2016 von gewerbeberechtigten Handwerkern erbrachte Leistungen, die den eigenen Wohnbereich im Inland betreffen, eine Förderung in Höhe von 20 % beantragen. Die maximal förderbaren Kosten pro Jahr betragen netto 3.000 Euro, die Förderung daher bis zu 600 Euro pro Jahr. Im Bereich der Sozialversicherung ändert sich manches, so steigt die Geringfügigkeitsgrenze auf monatlich 425,70 und die Höchstbeitragsgrundlage auf 4.980 Euro.
Erratum Der Fehlerteufel hat zugeschlagen, leider wurde die Fotos beim Artikel in der Dezember Ausgabe vertauscht, hier die Wiederholung.
Vorstände Zwei langjährige Führungskräfte wurden bei der Zurich in den Vorstand berufen. Die Bereiche Vertrieb und Operations erhalten je ein eigenes Vorstandsressort. „Zurich ist ein starker Player am österreichischen Markt. Wir wollen unsere Position weiter ausbauen und unseren Erfolgspfad der letzten Jahre fortsetzen. Jetzt stellen wir dafür die Weichen und schaffen die Rahmenbedingungen für eine aussichtsreiche Zukunft“, informiert Dr. Gerhard Matschnig, Vorstandsvorsitzender. Sämtliche Vertriebseinheiten sowie das Markt-Management werden in einem Ressort gebündelt und unter die Verantwortung von Dr. Jochen Zöschg als neuem Mitglied des Vorstandes gestellt. Jochen Zöschg, 46, ist seit 1998 bei Zurich tätig. Bereits während seines Studiums sammelte er als Mitarbeiter in einem Versicherungsmaklerbüro erste Branchenerfahrung. Er begann zunächst in der Marketingabteilung als Market Manager für den Firmenbereich. Nach mehreren Führungspositionen im Underwriting wechselte er im Jahr 2007 zu Zurich Europe, wo er bis November 2008 in einer internationalen Führungsfunktion direkt an den CEO Europe General Insurance berichtete. 2008 übernahm er die Leitung der Produktentwicklung und des regionalen Underwritings für den Bereich Schaden-Unfall bei Zurich Österreich. Ende 2009 erfolgte der Wechsel in den Vertrieb, wo
er zuerst die Leitung des Maklervertriebes General Insurance übernahm und mit Ende 2011 bis zu seiner Berufung in den Vorstand die Leitung des Vertriebs General Insurance innehatte. In dieser Funktion war er für alle Vertriebskanäle im Bereich Schaden-Unfall, also den gebundenen und ungebundenen Vertrieb, die Kooperationen sowie den OnlineVertrieb unter der Marke Zurich Connect, verantwortlich und hatte die Leitung aller Landesdirektionen inne. Innovation, Digitalisierung und Prozessoptimierung werden für Zurich immer wichtiger. Mag. Andreas Heidl verantwortet diese Zukunftsthemen sowie das Schadenmanagement als neues Mitglied des Vorstandes. Andreas Heidl, 40, ist seit 2001 bei Zurich tätig. Nach dem Studium der Wirtschaftsinformatik an der Universität Wien begann er seine Laufbahn in der Versicherungswirtschaft. 2001 wech-
selte er zu Zurich und war bis 2003 für die Entwicklung und den Aufbau des vielfach ausgezeichneten Vermittler-Online-Portals maklernetz.at verantwortlich. Danach setzte er seine Karriere in verschiedenen nationalen und internationalen Führungspositionen innerhalb der Zurich Gruppe fort. Zu den wichtigsten Stationen zählen unter anderen die Leitung des gebundenen Vertriebs bei Zurich Österreich von 2006 bis 2010, die Rolle als Vice President Distribution bei Farmers Insurance in Los Angeles von 2010 bis 2012 sowie die Leitung eines Transformations-Projektes in Südafrika. Seit 2012 ist Andreas Heidl bei Zurich Österreich für Operations und Technology verantwortlich und seit diesem Zeitpunkt auch Mitglied der Geschäftsführung der Zurich Service GmbH. Er wird in Kürze ein Executive MBA-Studium an der Hochschule St. Gallen abschließen.
BaFin lässt Verkauf zu Die schweizer Baloise hat 2015 ihren klassischen Lebensversicherungsbestand der Basler Leben AG in Deutschland an die Frankfurt Leben verkauft. Die Baloise hat bereits seit 2012 über die Basler Leben AG kein Neugeschäft mehr gezeichnet. Das Geschäft umfasste ein Volumen von 1,9
Mrd Franken, die damals neu geschaffene Frankfurter Leben wurde von der chinesischen Investorengruppe Fosun kapitalisiert. Doch auf die Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden mussten die Unternehmen lange warten. Mit 5.1 2017 erfolgte die Zustimmung der Bundesanstalt für Finanz-
dienstleistungsaufsicht zur Übertragung des geschlossenen Bestandes. Diese Entscheidung könnte weitreichende Auswirkungen auf den deutschen Lebensversicherungsmarkt haben. Denn einige Gesellschaften denken über eine Run off Lösung nach, haben aber die Entscheidung der BaFin abgewartet. risControl 01/17 07
KARRIERE / NEWS Styriawest, R+V und ARAG
Mediation auf höchster Ebene
Mit Jahresende 2015 kam es zu einer Kontroverse zwischen Styriawest Versicherungsmakler und Schadenservice GmbH & Co KG vom Ex-Fachverbandsobmann Gunther Riedlsperger und der R+V Allgemeine Versicherungs AG (CEO Dr. Martin Beste). Diese Auseinandersetzung eskalierte bis Jahresmitte 2016 in zwei umfangreichen und komplexen gerichtlichen Klagen und hatte im ersten Jahresdrittel bereits Einzug in die Fachmedien gefunden. Im Wesentlichen ging es um Vorwürfe im Zusammenhang mit dem UWG und unberechtigte Provisionszahlungen. Eine der beiden Parteien ist bei der ARAG SE Direktion für Österreich Rechtsschutzkunde. Nach einer eindeutigen gerichtlichen Vorentscheidung ergriff ARAG CEO Dr. Matthias Effinger die Initiative und schlug den beiden Streitparteien einen außergerichtlichen Lösungsversuch am runden Tisch vor. Von beiden Seiten wurde dies sehr positiv aufgenommen. Nach zwei äußerst konstruktiven Zusammenkünften beider Kontrahenten im Hause ARAG und unter der fachlichen Moderation der beiden ARAG Top-Juristen Mag. Christian Hutter und Mag. Johannes Pillwein konnte der Konflikt erfolgreich
Im letzten Oktober ist die Kontaktstelle FinTech bei der FMA eingerichtet worden. In den ersten Monaten wurden bis zu drei Anfragen wöchentlich bearbeitet. Die Fragen an das Team der neuen Servicestelle konzentrierten sich dabei auf Konzessionspflicht von Geschäftsfällen, Videoidentifizierung und Geldwäscheprävention, EU-Zahlungsdienstrichtlinie PSD II sowie Crowdfunding und Outsourcing. Aktuell prüft die FMA drei Geschäftsmodelle von FinTechs. Dr. Matthias Effinger beigelegt werden. Mehr noch: die beiden Parteien wollen zukünftig wieder intensiv zusammenarbeiten. Gunther Riedlsperger und Dr. Martin Beste resümieren: „Wir sind froh, dass wir diesen Konflikt letztendlich doch so professionell und vorbildlich beilegen konnten. Jeder hat für die andere Seite Verständnis aufgebracht und ist dem anderen bei der Lösungsfindung sichtbar entgegengekommen. Jetzt haben wir beide wieder unsere Köpfe frei. Wir werden zukünftig wieder konstruktiv zusammenarbeiten! Wir danken ARAG für die tolle Unterstützung.“
Thomas Fischill, MBA Thomas Fischill, MBA, ist der neue Landesdirektor der Donau Versicherung in Wien. Er tritt damit die Nachfolge von Andrew Glaser an, der in Pension geht. 08 risControl 01/17
Thomas Fischill ist seit über 25 Jahren in der Finanz- und Versicherungswirtschaft als Führungskraft tätig Zuletzt hat er die Wüstenrot Landesdirektion Wien geleitet und den Vertrieb sehr erfolgreich gestaltet. „Mit Thomas Fischill haben wir einen exzellent vernetzten Vertriebsexperten gefunden, der in Verbindung mit seiner hohen Branchenexpertise die Entwicklung nach unseren Vorstellungen in der Bundeshauptstadt weiter kraftvoll vorantreiben wird. Seine umfassende Erfahrung im Stamm- als auch Maklervertrieb passt ausgezeichnet zur strategischen Ausrichtung der DONAU hinsichtlich Regionalität und Ausgewogenheit der Vertriebswege“, zeigt sich Mag. Harald Riener, Vertriebsvorstand der DONAU Versicherung, überzeugt.
Atradius Kreditversicherer
Wechsel Mit 1. Jänner 2017 hat Atradius Marc Henstridge zum neuen Chief Insurance Operations Officer (CIOO) berufen. Der Brite folgt Dominique Charpentier, der mit Ende 2016 in den Ruhestand getreten ist, nach. Marc Henstridge (48) arbeitet seit 1997 bei Atradius und hatte verschiedene Funktionen innegehabt. Zuletzt war er Direktor Risk Services für Großbritannien und Irland. Zusätzlich vertritt er Atradius und die Kreditversicherungsbranche in diversen externen Gremien. In seiner neuen Position wird Marc Henstridge von Amsterdam aus arbeiten. Atradius ist ein weltweit agierender Kreditversicherer und bietet im Firmengeschäft tätigen Unternehmen zahlreiche Produkte und Services zur Verbesserung ihres Kredit- und Forderungsmanagement.
Statistik 8.800 Anfragen und Beschwerden von Verbrauchern hat die FMA 2016 abschliessend erledigt. Davon entfielen 2.260 Anfragen und Beschwerden auf die Bankenaufsicht, etwa 1.240 betrafen die Versicherungsaufsicht und ungefähr 1.180 bezogen sich auf die Wertpapieraufsicht.
Erfolgreicher Auftakt Das neue Jahr begann für DIE Maklergruppe Gründer und Geschäftsführer Akad. Vkfm. Rainer Vogelmann und Akad. Vkfm. Matthias Lindenhofer mit drei neuen Partnern äußerst erfolgreich. Enormes Fachwissen und langjährige Erfahrung als Versicherungsmakler zeichnet die vier Vertriebsexperten Rudolf Karner – (Bad St. Leonhard), Mag. Josef M. Neumeister (Fernitz), Walter Muhr (Klein Petersdorf ) und Heribert Duller (Gössendorf ) aus, die gemeinsam die 1a-versichert Gruppe bilden. Als einer der Hauptentscheidungsgründe für die Partnerschaft mit der Maklergruppe nennt Rudolf Karner die umfassende Produktqualität und bestehende Eigenständigkeit der Partner, denn 1aversichert machte bereits einige Erfahrung bei anderen Maklergruppierungen in Österreich. „Auch der Versicherungs-Vergleich auf der Homepage der Maklergruppe wird sicherlich unseren Arbeitsalltag erleichtern. Ebenso hat uns das bereits österreichweite Netzwerk sehr überzeugt“, so Karner.
Mit Nicole Hubauer, der neuen Eigentümerin von VMH-Versicherungsmakler Hubauer, wurde ein weiterer Partner in Oberösterreich dazugewonnen. Hubauer kann bereits auf 13 Jahre Berufserfahrung in der Versicherungsbranche zurückblicken und hat das Unternehmen von ihrem Vater, der Ende 2016 in Pension gegangen ist, übernommen. Unterstützung erhält die Jungmaklerin von ihrer Mutter, die im Backoffice arbeitet. Nach ihren Erfahrungen im Versicherungsvertrieb war für Nicole Hubauer wichtig, sich einer Gruppierung anzuschließen. „Ich habe einige Gruppierungen verglichen und meine Entscheidung ist auf DIE Maklergruppe gefallen, denn hier stimmt einfach alles“, so Hubauer. „Ein super modernes Auftreten, hervorragende Social Media Arbeit, ein hilfsbereites Team und eine starke Kraft gegenüber der Versicherungswirtschaft. Das wichtigste für mich ist aber, dass meine Selbstständigkeit im Netzwerk der österreichweit tätigen Maklergruppe bestehen bleibt.“
Und auch in der Steiermark kam ein weiterer traditionsreicher hinzu. Die 2plus Versicherungsmaklerbüro J. Hotter & Co. KG hat sich in ihrem 20-igsten Bestandsjahr als unabhängiger Versicherungsmakler zum Beitritt, als einen wichtigen Schritt in der Weichenstellung für ein weiterhin erfolgreiches Bestehen am österreichischen Versicherungsmarkt, entschlossen. Joachim Hotter: „Die Maklergruppe bietet uns einerseits die Möglichkeit weiterhin rechtlich als völlig eigenständiges Unternehmen zu agieren und andererseits viele Vorteile einer starken Gemeinschaft wie z.B. die Stärkung der Position gegenüber Versicherern und Produktpartner, den Erfahrungsaustausch unter Kollegen oder die Wegbereitung in die digitale Zukunft über die Onlineplattform (inkl. Vergleichsrechner) „maklergruppe. at“, zu nutzen. Unsere Kunden profitieren dabei von Versicherungsprodukten und -lösungen mit einem noch besseren PreisLeistung-Verhältnis.“
1a-versichert Gruppe
Ombudsmann Johann Wally wurde als Ombudsmann des Fachverbandes der Finanzdienstleister bestätigt. Johann Wally verfügt aus seiner Gewerbe- und Prüfertätigkeit sowie seiner Erfahrung als Steuerberater über fundiertes Praxiswissen in der Gewerblichen Vermögensberatung und 10 risControl 01/17
anderer Branchen der Finanzdienstleister. Wally (geboren 1951 in Wien, Absolvent eines Volkswirtschaftslehre-Studiums) bringt nicht nur langjährige Erfahrung mit, er ist auch branchenintern außerordentlich gut vernetzt und damit in der Lage, rasch zu reagieren. „Ich bleibe dem Fachverband Finanzdienstleister
gerne noch lange Zeit als Ombudsmann erhalten, denn ich habe nach wie vor viele Ideen für die Zukunft“, so Wally, der Konsumenten die Inanspruchnahme unabhängiger, persönlicher Beratungsleistungen durch qualifizierte Finanzdienstleister gerade in Krisenzeiten unbedingt empfiehlt.
Neue Produkte im Betriebs- und Strafrechts-Rechtsschutz Hoher Service und neue Produkte, damit will ARAG im kommenden Jahr punkten und an das erfolgreiche Jahr 2016 anknüpfen. Die Nähe zu den Kunden und ein an deren Bedürfnisse angepasstes erweitertes Produktangebot stehen dabei im Fokus. Der Rechtsschutzspezialist bietet umfangreichen Service. Die ARAG Juristen unterstützen ihre Kunden gerne bei der unkomplizierten Abwicklung von Schadenfällen und beantworten Rechtsfragen. Im selben Ausmaß werden Unternehmenskunden unterstützt. Mit neuen Produkten wird das Angebot erweitert: Mit dem innovativen ARAG Start-UpRechtsschutz® steht der Versicherer Unternehmern bei der Gründung ihres Unternehmens zur Seite. So besteht etwa im Rechtsschutz für vertragliche Auseinandersetzungen im Zuge der Gründung keine Streitwertgrenze und die Möglichkeit eine ausführliche Beratung zu Fragen der Gründung (Rechtsform des Unternehmens, Markenrecht, etc.) in Anspruch zu nehmen. Kosten hierfür werden mit EUR 250,-- übernommen. Auch ist es möglich Verträge im Zuge der Gründung erstellen oder prüfen zu lassen. Es stehen EUR 500,- zur Verfügung. Ebenso steht im OnlineRechtsservice ein eigens geschnürtes Paket für Start-Ups mit vielen Musterverträgen und hilfreichen Dokumenten zur Verfügung. Weitere Vorteile für das sodann gegründete Unternehmen sind beispielsweise
die prämienfreie Mitversicherung von drei Mitarbeitern für drei Jahre, oder die Streitwertüberschreitungen im Allgemeinen Vertrags-Rechtsschutz im Betriebsbereich. Der Unternehmenskunde erhält mit dem neuen ARAG Rechts-Check nun die Möglichkeit Unternehmensverträge, sowie AGB und die Gestaltung seines Internetauftrittes (Impressum, Homepage, etc.) rechtlich prüfen zu lassen. ARAG benennt den Rechtsanwalt und übernimmt Kosten bis zu EUR 500,--. Der ARAG Rechts-Check kann in Verbindung mit einem betrieblichen Vertragsrechtsschutz mit einem ARAG Betriebs-Rechtsschutz KOMFORT- und PREMIUMSchutz gewählt werden. Für Manager und Führungskräfte in verantwortlicher Position wird mit dem ARAG TOP-Straf-Rechtsschutz ein attraktives Produkt geboten. Angebliche Fehlentscheidungen können Konflikte mit Strafverfolgungsbehörden auslösen. Es finden sich maßgeschneiderte Lösungen in den Betriebs-Rechtsschutz Produkten oder im TOP Straf-Rechtsschutz, auch als Stand-alone Variante. Als
Dr. Matthias Effinger, CEO Hauptbevollmächtigter ARAG SE Direktion für Österreich Versicherungssummen stehen im Versicherungsfall wahlweise bis maximal EUR 505.000,-- oder EUR 1.010.000,-- zur Verfügung. Mit dem ausgebauten ARAG GemeindeRechtsschutz möchte man den spezifischen Anforderungen der Gemeinde in Verbindung mit dem Vergabeverfahren und ebenfalls im Straf-Rechtsschutz Rechnung tragen. In diesem sind die Erhöhung der Versicherungssumme und eine damit verbundene Vorleistung im Straf-Rechtsschutz für reine Vorsatzdelikte bis 10% der Versicherungssumme als auch die Einbindung des TOP Straf-Rechtsschutzes möglich. Bei ARAG on Tour - Tarif 01/2017 informieren die Mitarbeiter der ARAG Sie gerne bei österreichweiten Veranstaltungen ausführlich über diese Neuerungen und sonstige tarifliche Entwicklungen. risControl 01/17 11
Naturkatastrophen 2016 Die weltweit umfangreichste Datenbank über Naturkatastrophenschäden ist das NatCatSERVICE der Munich Re mit über 37.000 Datensätzen. Jährlich werden rund 1.000 Ereignisse erfasst und analysiert. Das letzte Jahr sind bei Naturkatastrophen weit weniger Menschen gestorben als im langjährigen Durchschnitt, dennoch vielen 8.700 Menschen den Wetterereignissen zum Opfer. Jedoch sind die materiellen Schäden aus der Reihe von schweren Erdbeben, Stürmen, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen auf den höchsten Wert der letzten vier Jahre gestiegen. Sie betrugen 175 Mrd. US-Dollar. Der Anteil der nicht versicherten Schäden liegt bei 70 %, knapp 30 % wurde von Versicherern getragen. Außergewöhnlich hoch war der Anteil von Überschwemmungen wie Hochwasser oder Sturzfluten, die im letzten Jahr über 34 % an den Gesamtschäden beitrugen. Im Schnitt der vergangenen 10 Jahre betrug ihr Anteil nur 21 %. „Nach drei Jahren mit relativ niedrigen Naturkatastrophenschäden lagen die Schadenssummen 2016 wieder im mittleren und damit zu erwartenden Rahmen. Schäden eines einzelnen Jahres sind natürlich Zufall und kein Trend“, sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek. „Bitter für die Betroffenen ist der hohe Anteil nicht versicherter Schäden vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. Eine höhere Versicherungsdichte ist wichtig, um die finanziellen Folgen einer Katastrophe für Menschen möglichst zu lindern. Mit ihrem Risikowissen ist die Versicherungswirtschaft in
der Lage, einen deutlich höheren Teil solcher unvorhersehbaren Risiken zu tragen.“ Die teuerste Naturkatastrophe war das Erdbeben auf Kyushu in Japan mit 31 Mrd. US-Dollar. Nordamerika wurde von mehr Schadenereignissen heimgesucht als in jedem anderen Jahr seit 1980, es wurden 160 Ereignisse wie z. B. der Hurrikan Matthew, registriert. In Europa ereigneten sich Ende Mai und Anfang Juni eine Serie von Unwetter mit Sturzfluten und schweren Hochwässern. Die weltweit teuersten
Naturkatastrophenereignisse für die Gesamtwirtschaft in den Jahren 1980 bis 2015 waren die Erdbeben und der daraus entstandene Tsunami in Japan mit einer Gesamstschadensumme von 210.000 Millionen US Dollar. Für die Versicherungswirtschaft war es der Hurrikan Katrina, der einen Gesamtschaden von 125.000 Millionen US Dollar verursachte. Das tödlichste Ereignis war das Erdbeben und der Tsunami im Jahr 2004 auf der südlichen Halbkugel mit über 220.000 Todesopfern.
UNIQA Insurance Plattform
Erik Leyers 12 risControl 01/17
Die UNIQA Insurance Group ersetzt ihre IT-Systeme schrittweise durch die neue Plattform UIP. Damit werden weitreichende Erneuerungen der Geschäftsprozesse und der IT-Landschaft einhergehen. Es soll die Basis für ein umfassendes ReDesign des Geschäftsmodelles in einer zunehmend digitalisierten Umwelt mit sich radikal ändernden Kundenbedürfnissen sein. Als Generalunternehmer und Integrationspartner
für die Erneuerung der IT-Landschaft hat sich das Unternehmen für IBM entschieden. Als Subunternehmen agieren msg life, innovas und Guidewire. COO Erik Leyers: „Wir starten das Projekt UNIQA Insurance Plattform mit der fondsgebundenen Lebensversicherung in Österreich im Bankenvertrieb der Raiffeisen Versicherung und werden uns dann schrittweise über alle Sparten vorarbeiten.
Wildschadenversicherung Die erste und einzige Wildschadenversicherung in Österreich wurde von den beiden Versicherungsmaklern Mag. Thomas Tiefenbrunner und Christoph Berghammer, MAS, unter Tiefenbrunner & Berghammer GesbR – Die Wildschadenversicherer kreiert. Als Versicherungspartner konnte die Wiener Städtische Versicherung gefunden werden. Versichert gelten Verbiss-, Schäl-, Fege-, Fraß, Wühl- oder Trampelschäden an landwirtschaftlichen Feldfrüchten durch Schalenwild, Haarwild und Federwild. Weiters versichert gelten Waldverwüstungen durch Verbiss-, Schäl-, Fege-, Fraß-, Wühl- oder Trampelschäden durch Schalenwild. Versichert gilt ausnahmslos der entstandene Sachschaden, sogar bei (Mit-)Jägern einer Genossenschaft an dessen eigenen Besitz (Felder, Wälder, usw.). Mitversichert gelten Sachschäden durch Luchs, Wolf und Bär. Sowohl die Voraussetzungen als auch die Höhe der Entschädigungen reichten sich
KR Gerhard Heine, Wiener Städtische Versicherung, Christoph Berghammer, MAS, CEBCO Versicherungsmakler GmbH (vorne), Florian Eder, LL.B., Wiener Städtische Versicherung und Mag. Thomas Tiefenbrunner, Tiefenbrunner Versicherungsmakler GmbH (hinten) bei der Vertragsunterzeichnung. gemäß dem im jeweiligen Bundesland gültigen landesspezifischen Jagdgesetz. Die Wildschadenversicherung wird in ganz Österreich über Kooperationsmakler angeboten. Je nach Höhe der Versicherungssumme und Reviergröße betragen die Jahresprämien zwischen € 880,-- und € 3.520,--. Es besteht ein ge-
nereller Selbstbehalt von 20 %, mindestens jedoch 150,- Euro pro Geschädigtem bzw. bei Schäden, welche durch Schwarzwild verursacht wurde, 20 % mindestens jedoch € 500,-- pro Geschädigten. Ab dem dritten Schadensfall pro Polizze verdoppelt sich der Mindestselbstbehalt.
EMMA Delta Investment Fund) größten Aktionäre bei OPAP, einem der führenden, an der Athener Börse notierten, europäischen Glücksspiel- und Lotterieunternehmen mit Umsätzen von mehr als 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2014. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde am 3.1.2017 unterzeichnet. Die Veräußerung steht unter anderem unter Vorbehalt der erforderlichen zusammenschlussrechtlichen
Freigaben und der gesellschaftsrechtlichen Zustimmung. Mit Vorliegen aller notwendigen Genehmigungen und einem Closing wird längstens bis im ersten Halbjahr 2018 gerechnet. Aus der Veräußerung der Beteiligung ist für UNIQA bei Closing ein Veräußerungsgewinn von rund 47,6 Millionen Euro zu erwarten, über den Kaufpreis haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart.
Neuer Deal Nachdem der Verkauf der UNIQA Anteile der Casinos Austria an Novomatic kartellgerichtlich untersagt wurde, sind die Anteile nun an die CAME Holding GmbH, die mittelbar im Eigentum der tschechischen Sazka Group a.s. steht, verkauft worden, vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrates. Die Sazka Group steht im gemeinsamen Eigentum von KKCG und EMMA CAPITAL, den (über
Kfz Haftpflichtsumme Mit 1. Jänner wurde die gesetzliche Haftpflicht Versicherungssumme bei Autos auf 7,6 Mio. Euro erhöht. Die Wiener Städtische Versicherung hat ohne Mehrkosten für alle bestehenden und neuen Kunden die Mindestversicherungssumme auf 10 Mio. Euro erhöht. Seit zwei Jahren
bietet das Unternehmen in der Vollkasko Versicherung die Möglichkeit einer Kaufpreisersatzdeckung an. Mit der Kaufpreisersatzdeckung ist sichergestellt, dass man sich nach einem Totalschaden unkompliziert einen neuen fahrbaren Untersatz leisten kann. Diese Ergänzung zur
Vollkaskoversicherung PREMIUM schließt die Lücke zwischen dem Zeitwert des Fahrzeugs und dem ursprünglichen Kaufpreis. Die Kaufpreisersatzdeckung kann für Fahrzeuge bis zu einem Fahrzeugalter von vier Jahren abgeschlossen werden und gilt bis zu 60 Monate. risControl 01/17 13
Time to Say Goodbye Dr. Gerhard Matschnig, ein charismatischer Versicherungsmanager, seit mehr als 30 Jahren im Zurich Konzern und seit zehn Jahren erfolgreich als CEO tätig, geht in den wohlverdienten Ruhestand. Ob es wirklich ein Ruhestand sein oder ob er sein Wissen und Können der Versicherungswirtschaft weiterhin zur Verfügung stellen wird, werden wir sehen. Eines ist sicher – seine Vorträge und Begeisterung für die Branche werden fehlen, war und ist er doch einer der wenigen, die immer ihr Publikum in den Bann ziehen. Wir haben mit ihm ein sehr persönliches Interview geführt:
Welches Ereignis ihrer Karriere wird Ihnen besonders in Erinnerung bleiben? Matschnig: Das emotional stärkste Erlebnis war das Erreichen von 5% Marktanteil am österreichischen Versicherungsmarkt nach zehn Jahren intensiver Arbeit im Jahr 2010. Wir feierten das Ereignis mit einem internen Fest und alle Landesdirektionen, jede Abteilung und einfach alle brachten sich bei diesem großen Event mit einer Bühnenperformance ein. Vom Kabarett bis zum Singen und Tanzen – alles, was man sich nur vorstellen kann, stellten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Hilfe eines Regisseurs auf die Beine. Es war eine unheimliche Kraft, die uns damals alle zusammenschweißte. Es war der größte Team-Building-Workshop aller Zeiten: Ein Dreivierteljahr arbeiteten wir auf dieses Fest hin. Das Ergebnis werde ich sicherlich nie vergessen! Die größte Herausforderung für mich war, die Rolle des Vorstandsvorsitzenden zu übernehmen und dabei zwei Aufgaben in mir zu vereinen: auf der einen Seite eine sehr hohe soziale Kompetenz für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu zeigen und auf der anderen Seite die Herausforderung des Managements mit hohen Anforderungen zu erfüllen. Es ist ein Spannungsfeld, auf das man sehr wenig vorbereitet ist. Als Chef eines großen Unternehmens muss man viel ausbalancieren können und unterschiedlichste Interessen unter einen Hut bringen. Würden Sie den Schritt, Vorstandsvorsitzender zu werden, nochmals gehen? 14 risControl 01/17
Matschnig: Das ist eine hypothetische Frage, die ich mir selbst auch schon oft gestellt habe. Es hat mir Riesenspaß gemacht und ich war wahnsinnig gerne an der Spitze von Zurich in Österreich tätig. Auch der sehr erfolgreiche Weg des Unternehmens hat mir einiges leichter gemacht. Ich habe viel lernen dürfen, zahlreiche Ausbildungen absolvieren können und die Welt kennengelernt. Aber es war ein hoher Energieaufwand und eine große Herausforderung für meine Familie. Natürlich hätte ich in meinem Berufsleben auch andere Wege einschlagen können, vielleicht auch einfachere. Ich habe mich dennoch für diesen spannenden Weg entschieden und bereue diesen Entschluss keinen Tag. Ist der Beruf des Versicherungsmaklers einer mit Zukunft? Matschnig: Ich bin überzeugt, dass der Beruf des Versicherungsmaklers in Österreich Bestand und Zukunft hat. Wir haben in Österreich starke Netzwerke, sind kein Land der Anonymität und daher wird das Versicherungsgeschäft noch lange ein Beziehungsgeschäft bleiben. Was sich meiner Meinung nach ändern wird, ist der Zugang zum Vertrieb und die Prozesse. Hier kommt meines Erachtens eine Arbeitsteilung auf uns zu. Ein Teil wird die Kundenakquise übernehmen, ein anderer die Beratung. Komplementiert wird das Ganze durch Verwaltung und IT. Außer im Vertrieb gibt es schon heute bei den meisten Arbeitsprozessen Arbeitsteilung. Und ich denke, dies wird sich noch intensivieren. Man wird auch
auf Grund des Kostendruckes noch mehr Synergien suchen – auch im Bereich der Versicherungsmakler. Ich könnte mir hier vorstellen, dass Servicegesellschaften das Backoffice übernehmen, aber auch Auslagerungen in die digitale Welt halte ich für sehr wahrscheinlich. Es wird sich in den nächsten Jahren sicherlich einiges verändern. Wir haben in Österreich starke Netzwerke, sind kein Land der Anonymität und daher wird das Versicherungsgeschäft noch lange ein Beziehungsgeschäft bleiben. Sind neue Regulatorien gleichzeitig auch Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft? Matschnig: Meine Hoffnung ist, dass die neuen Regulierungen in einem vernünftigen Maß umgesetzt werden. Im Moment sieht es nach einer überbordenden Regulierung aus, der man fast nicht mehr entsprechen kann. In einer Vorstandssitzung muss man sich heute dem Thema Risk- und Compliance-Regeln sehr ausführlich widmen. Es muss sich allerdings auch die Darstellung der Versicherungswirtschaft ändern, denn die Branche verkauft sich seit Jahren unter ihrem Wert. Versicherungen waren im Vergleich zu Banken weniger von der Finanzkrise betroffen, es hat immer ausreichend Eigenkapital gegeben und wir sind einer der wichtigsten Teilnehmer der österreichischen Wirtschaft. Mit der Zeit werden alte Geschäftsfelder wegbrechen, aber
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INTERVIEW es werden auch genügend neue Strategien und innovative Ideen dazukommen. Das ist auch ein Punkt, warum ich es bedauere, jetzt aufzuhören. Ich habe mehr als 20 Jahre in einer Umgebung ohne großartigen Wandel gearbeitet. Erst in den letzten Jahren ist es jedoch wirklich spannend geworden und die Branche modernisiert sich gerade. Die neuen Prozesse und Möglichkeiten wären für mich sicherlich noch sehr interessant geworden. Sind Lebensversicherungsprodukte noch zeitgemäß? Matschnig: Vorsorge für den Lebensabend wird immer wichtiger werden. Die Rentenversicherung wird ihren Boom noch erleben, wenn auch sicherlich nicht mehr in der bekannten Form. Es wird ein Umdenken von Rendite zur Absicherung und langlebiger Rente geben müssen, weg von reinen Veranlagungsprodukten, hin zur ursprünglichen Wertigkeit einer Versicherung. Durch die Weiterentwicklung der Medizin und die immer längere Lebenserwartung der Menschen werden die Produkte neue Ansätze benötigen. Ich bin allerdings überzeugt, dass die Versicherungswirtschaft das ausgezeichnet lösen wird. Auch im Bereich Risiko- und Berufsunfähigkeitsversicherung wird es in den nächsten Jahren viel Bedarf geben. Es wird immer wichtiger werden, Markenbekanntheit zu erreichen und diese aufrechtzuerhalten. Gerade für den Vertrieb wird dies unerlässlich werden. Ihrer Meinung nach wird sich der Vertrieb arbeitsteilig verändern, wie sehen Sie die Zukunft des Vertriebes? Matschnig: Es wird immer wichtiger werden, Markenbekanntheit zu erreichen und diese aufrechtzuerhalten. Gerade für den Vertrieb wird dies unerlässlich werden. Das betrifft nicht nur ein Versicherungsunternehmen, sondern auch Versicherungsmakler. Noch wird dem kaum Beachtung geschenkt, aber die Kundinnen und Kunden für eine Marke zu begeistern und sie persönlich zu 16 risControl 01/17
beraten, wird an Bedeutung gewinnen. Unabhängig davon, ob die Beratung vor Ort, bei den Kundinnen und Kunden oder interaktiv stattfindet: Betreuung in einem bestimmten Produktbereich wird in den nächsten Jahren nicht wegzudenken sein. Die Kunden werden zwar mündiger, aber gibt es auch genügend Finanzbildung? Matschnig: Es bedarf viel mehr Aufklärung bereits in den Schulen, daher sollten sich auch Managerinnen und Manager in der Versicherungsbranche vermehrt in die Schulbildung einbringen. Ich habe lange Zeit in der 4. und 5. Klasse einer Handelsakademie Vorträge gehalten und dabei gesehen, wie rasch Jugendliche für das Thema zu begeistern sind. Seit über zehn Jahren begrüße ich jede Ferialpraktikantin und jeden Ferialpraktikanten im Haus persönlich. Sie sind unsere Zukunft, unsere Visitenkarte nach außen. Wir müssen transparenter werden und zeigen, welches Know-how unsere Branche bereithält. Wie sehen Sie die Zukunft von Zurich? Matschnig: Mit einem positiven Gefühl übergebe ich an meine Nachfolgerin – wir haben ein gut aufgestelltes, neu organisiertes Haus mit einem festen Fokus auf Kundinnen und Kunden sowie Vermittler. Außer-
dem bekommen wir mit Andrea Stürmer eine Managerin, die sehr viel Erfahrung mitbringt und viele Jahre am Konzernhauptsitz gearbeitet hat. Sie war die letzten zwei Jahre in Amerika tätig. Frau Stürmer hat zudem ein exzellentes Netzwerk in der Gruppe. Ihre umfassende Markterfahrung, gepaart mit dem starken lokalen Team, stimmt mich sehr optimistisch hinsichtlich der Zukunft von Zurich. Wir müssen transparenter werden und zeigen, welches Know-how unsere Branche bereithält. Wie sind Ihre Pläne für die Pension? Matschnig: Mein Ziel ist es, ein Drittel meiner Zeit mit Dingen zu verbringen, die Spaß machen, z.B. Vorträge halten, denn ich möchte meine Erfahrungen und mein Wissen weitergeben. Davon abgesehen freue ich mich einfach, meine Freizeit genießen zu können. Es ist eine schöne Zeit gewesen, aber ich bin auch froh darüber, jetzt die Verantwortung abgeben zu können. Wir wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft bedanken uns für die vielen Jahre, die Sie der österreichischen Versicherungswirtschaft Ihr Know-how und Ihre Handschlagqualität zur Verfügung gestellt haben.
Strategie 2017 Lernen Sie strategisch zu denken und Strategien umzusetzen. Den Fokus auf das Wichtige zu lenken, vorausschauend zu denken und planen. Herausfordernd wird es das heurige Jahr, die Versicherungsunternehmen haben ihre Strategie schon im letzten Jahr für heuer geplant und festgeschrieben, viele kleine Unternehmen sollten das aber auch tun. Denn viel zu wenige kleine und mittelständische Unternehmen beschäftigen sich mit Ihrer Unternehmensstrategie. Viel zu viel operative Tätigkeit und zu wenig Zeit für Planung und Vorausschau. Strategien basieren auf vollständige Information und wer beschäftigt sich schon gerne mit Worst Case Szenarien, Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten. Eines in dem Marathon von Strategieplanungen und Vorausschau sollten nicht zu kurz kommen, der Einsatz des eigenen Bauchgefühls, der Einsatz des Wissen ob der Bedürfnisse der Kunden. Herausfordernd ist es auch, dieses Wissen gegen überbordende Regulatorien zu stemmen um zu guter Letzt nicht in die Verlegenheit zu kommen wider besseren Wissens handeln zu müssen. Und etwas wichtiges sollte dabei auch noch bedacht werden, sich so gut als möglich nicht verbiegen lassen. Wir haben die Versicherungsunternehmen zu Wort kommen lassen, wie ihre Strategie heuer aussieht. Lesen Sie auf den nächsten Seiten die Ergebnisse. 18 risControl 01/17
TITELGESCHICHTE EBV LEASING GESMBH
Otmar Bodner, Vorstandsvorsitzender Helvetia Österreich
HELVETIA VERSICHERUNGEN AG Ich bin davon überzeugt, dass unsere Unternehmensstrategie für die kommenden Jahre Mehrwert für alle schaffen wird: Helvetia bleibt persönlich und zuverlässig, steigert ihre Servicequalitäten und wird als moderne Arbeitgeberin attraktiver. Die Ausgangposition, um diese Ziele in Österreich zu erreichen, ist sehr günstig. Wir bauen auf einen guten Marktanteil sowie ein sehr gutes und wettbewerbsfähiges Angebot. Die anhaltende Niedrigzinsphase wird die Branche jedoch noch länger vor große Herausforderungen stellen. Umso wichtiger ist es, im versicherungstechnischen Ergebnis profitabel zu arbeiten. Wichtige Etappen auf diesem Weg sind bei Helvetia Österreich der Abschluss der Verschmelzung von Helvetia und Basler Österreich. Im Produktbereich sind viele Adaptierungen bereits erfolgt und über alle Sparten abgeschlossen, jetzt wird noch an der IT-Zusammenführung der Bestandssysteme gearbeitet. Die interne Datenmigration geht mit einer Arbeitserleichterung für Mitarbeitende einher, wird allerdings während der Umsetzung für Kunden und Partner kaum spürbar sein.
Wir werden auch 2017 auf den bereits gelegten und sehr erfolgreichen Grundsteinen der vergangenen Jahre aufbauen. Unsere Stärken liegen in unseren Vertriebswegen, nämlich der Erste Bank und Sparkassen, der Wiener Städtischen und Donau Versicherung und bei unseren unabhängigen Vertriebspartnern. Durch exzellente Servicierung mit wettbewerbsfähigen Konditionen und über die normale Finanzierung hinausgehende Zusatzleistungen bieten wir den KundInnen ein attraktives Finanzierungspaket. Im Bereich Kfz-Leasing wird das Thema EMobilität immer gewichtiger. Dazu beitragen wird das für Anfang 2017 geplante Maßnahmenpaket von Verkehrsminister Leichtfried und Umweltminister Rupprechter zur Förderung der Elektromobilität, welches von Zuschüssen beim Kauf bis zur Förderung von Ladestationen reicht. Wir werden zu diesem Thema unsere Expertise einbringen und Finanzierungspackages, die zum Beispiel auch das Ladekabel oder die Ladestation beinhalten, anbieten. Auch das Thema ausgelagertes professionelles Fuhrparkmanagement ist weiterhin gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten
Mag. Wolfgang Lackner, Vorstandsvorsitzender Europäische Reiseversicherung für UnternehmerInnen äußerst interessant. Unsere Stärke liegt hier insbesondere bei den Klein-und Mittelbetrieben, da wir in einem modularen System unseren KundInnen hier maßgeschneiderte Lösungen anbieten können. In Summe sehen wir einem spannenden und chancenreichen 2017 entgegen.
Andre Löhlein, Geschäftsführer EBV Leasing GmbH
Unsere Strategie 2017 – 110 Jahre Sicher. Entspannt.Unterwegs mit der Europäischen Mag. Wolfgang Lackner, Vorstandsvorsitzender der Europäischen Reiseversicherung: Nach zwei schwierigen Jahren für den Tourismus durch Terror, Kriege und die Flüchtlingskrise, erkennen wir positive Tendenzen und rechnen für 2017 mit einer Erholung in dem für uns wichtigen Outgoing-Tourismus. In unserer strategischen Ausrichtung wollen wir unsere Marktführerschaft im Reiseversicherungsbereich weiter festigen und unser Leistungsangebot für Kunden und Partner sukzessive weiter verbessern. Seit 110 Jahren steht die Europäische Reiseversicherung für Qualität, Innovation, Verlässlichkeit und Transparenz. Wir werden weiterhin alles tun, um bei Kunden und Partnern „Top of Mind“ zu sein und als der QualitätsrisControl 01/17 19
TITELGESCHICHTE Reiseversicherer wahrgenommen zu werden. Eine wesentliche Voraussetzung dafür sind unsere Mitarbeiter. Ihr Einsatz und ihr kundenorientiertes Handeln sind der Schlüssel zum Erfolg. Rund 95 Prozent der Mitarbeiter haben regelmäßigen Kunden- und/oder Partnerkontakt und spüren so die unmittelbare Konsequenz und die Folgen Ihres Handelns. Wir haben in den vergangenen Jahren viel Energie in die Verbesserung unserer Dienstleistungsqualität investiert – und es hat sich ausgezahlt, wie die regelmäßigen – großteils positiven – Kunden- und Partnerfeedbacks zeigen. Getrieben durch die anhaltende technologische Entwicklung verändert sich aber das Buchungsverhalten der Kunden stark. Unser Ziel ist es überall dort präsent zu sein, wo Menschen Ihre Reisen planen, suchen und buchen. Der online-Vertrieb, die Anbindung unserer Partner über Webservices und die Verfügbarkeit auf allen mobilen Endgeräten sind für uns selbstverständlich und werden permanent weiterentwickelt. Ein weiterer Schwerpunkt im kommenden Jahr ist zudem, den Anteil an Jahres-Reiseversicherungen deutlich zu steigern. Dazu wollen wir die Marke Europäische Reiseversicherung gerade
cherungssparten deutlich zu wachsen. Eine dieser Sparten ist die Krankenversicherung, wo wir angesichts der steigenden Kaufkraft in CEE, der längeren Lebenszeit der Menschen und der notwendigen Ergänzung zum staatlichen Gesundheitssystem, noch sehr viel Potenzial sehen.
Mag. Bernhard Fasching, Sales Manager Austria Standard Life Österreich im Jubiläumsjahr noch stärker in den Köpfen der Endkunden verankern.
Prof. Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzende Vienna Insurance Group 20 risControl 01/17
Wir erstellen eine Art Landkarte für alle unsere Märkte mit klaren Maßnahmen, die wir beginnend mit 2017 Schritt für Schritt umsetzen wollen, um unsere Marktführerschaft als Nummer 1 in Österreich und Zentral- und Osteuropa zu stärken. Ein wichtiges Thema wird für die Vienna Insurance Group die stärkere Nutzung unserer Vielfalt sein. Wir können durch unsere Mehrmarkenstrategie und unserem lokalen Unternehmeransatz von vielfältigen Lösungen und Services profitieren, die es untereinander im Sinne der Kunden zu nutzen gilt. Wachstumspotenzial orten wir auch bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs). In unserem Kernmarkt CEE liegt der Anteil von KMUs bei nicht weniger als 99 Prozent. 67 Prozent der Erwerbstätigen in CEE sind in KMUs tätig. Die Wachstumskurve auf diesem Markt zeigt nach oben. In CEE wollen wir in ausgewählten Märkten nicht nur weiter expandieren, sondern wir haben auch das Ziel, in einzelnen Versi-
Niedrige Zinsen, wachsende Regulierung und zunehmende Digitalisierung werden auch im kommenden Jahr die beherrschenden Themen der Branche sein. Im Rahmen unserer Fondspolizzen bieten wir moderne Multi-Asset-Lösungen, mit denen Kunden eine ansprechende Rendite erzielen können und dank eines ausgefeilten Risikomanagements Schwankungen im Portfolio deutlich reduzieren können. Dies halten wir für die passende Antwort auf die Niedrigzinsphase. Entsprechend werden wir in den kommenden Monaten unser Multi-Asset-Angebot weiter ausbauen, um die großen Chancen zu nutzen, die sich aktuell bieten. Zweites wichtiges Thema wird die Unterstützung unserer Vertriebspartner sein. Der Vermittlermarkt steht vor einem grundlegenden Wandel. Auf der einen Seite sehen sich Vermittler im Zuge der Digitalisierung mit neuen Konkurrenten konfrontiert, auf der anderen Seite stellt die Regulierung Vermittler vor immer größere Herausforderungen. Wir sehen unsere wichtigste Aufgabe darin, die Vermittler auf die anstehenden Veränderungen bestmöglich vorzubereiten und sie „fit für die Zukunft“ zu machen.
GENERALI VERSICHERUNG Mit dem Slogan „Lebenssituationen sind vielfältig. Unsere Lösungen auch.“ setzt die Generali Versicherung ihre im November 2016 gestartete Imagekampagne fort und stellt damit ihrer Strategie entsprechend den Kunden in den Mittelpunkt. Unser Ziel ist es, mit einem tieferen Kundenverständnis – basierend auf einem hohen Digitalisierungsgrad – für unsere Kunden einfachere und individuellere Lösungen mit neuen Services und verbesserter Sicherheit zu bieten. Dabei kommt der Pensions-, der Risiko- und der Gesundheitsvorsorge in 2017 eine zentrale Rolle zu. Angesichts der demografischen
TITELGESCHICHTE summe auf 100 Prozent als Zusatzdeckung zur Verfügung. Die Prämienanpassungen in den diversen Sparten haben wir moderat gehalten. Das erste Quartal 2017 steht für uns im Zeichen einer neuen Struktur des Maklervertriebes. Dank unseres gesunden Wachstums wird die Koordination zwischen über 3.600 Vertriebspartnern, unseren Vertriebsdirektoren und den Fachabteilungen neu strukturiert. Über diese personellen Veränderungen wie auch die neuesten Verbesserungen bei unseren Tarifen informieren wir unsere Vertriebspartner auch ausführlich im Rahmen unserer Roadshows ab Ende Februar. Wir freuen uns mit unseren Vertriebspartnern auf ein spannendes, erfolgreiches Neues Jahr 2017!
Alfred Leu, CEO der Generali Versicherung AG und Generali Holding Vienna AG Entwicklungen sowie der finanziellen Rahmenbedingungen ist eine private Vorsorge unverzichtbar. Wir werden unsere Kunden dazu weiter sensibilisieren. In der Schadenund Unfallversicherung werden wir unser Angebot an einfach und modular aufgebauten, flexiblen Produkten weiter ausbauen und unsere Services mit Assistance-Leistungen maßgeblich erweitern. Die Generali sieht die aktuellen Herausforderungen als Chance und wird ihren Kunden auch in Zukunft mit innovativen Lösungen maßgeschneiderten Versicherungsschutz bieten.
In den vergangenen Monaten hat die Allianz große Anstrengungen unternommen, um für die Maklerpartner die Zusammenarbeit mit ihr einfacher zu gestalten. Erste Erfolge zeigen, dass die Richtung passt – und trotzdem noch immer viel zu tun ist. Kommunikation, Service und Zusammenarbeit mit den Partnern – diese drei Punkte werden von Claudia Schlosser, die
MUKI VERSICHERUNGSVEREIN AUF GEGENSEITIGKEIT muki blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück. Die optimistischen geschäftlichen Erwartungen haben wir sogar übertroffen. Mit der muki Allrisk Betriebs- und Betriebshaftpflichtversicherung sind wir sehr gut ins Gewerbegeschäft (KMU) gestartet. Im neuen Jahr haben wir die Leistungen spartenübergreifend nochmals erweitert. Unter anderem steht in der Haushalts- und Eigenheimversicherung bei grober Fahrlässigkeit jetzt auch die Erweiterung der Versicherungs-
Wenzel Staub, MBA, Vorstandsvorsitzender muki Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Claudia Schlosser, Leitung Bereich ungebundener Vertrieb Allianz Versicherung seit April 2016 den Bereich Maklervertrieb bei der Allianz leitet, in den Fokus gestellt. Sie will für Maklerpartnerinnen und Maklerpartner vorrangig die Zusammenarbeit mit der Allianz vereinfachen. Für sie ist ganz wichtig, wie die Makler die Allianz im täglichen Geschäft erleben. Dafür ist schon viel Vorarbeit geleistet worden, und es gibt mittlerweile auch klare Signale, dass die unternommenen Anstrengungen von den Geschäftspartnern auch wahrgenommen werden. Die Verleihung von zahlreichen Preisen im Jahr 2016 lieferte dafür schöne Beweise. So wurde die Allianz mit dem Assekuranz Award Austria für die beste klassische Lebensversicherung der Branche ausgezeichnet. Weitere Preise folgten im Laufe des Jahres: Zum Beispiel der schon traditionelle Award für die beste Betriebliche Altersvorsorge, eine Top-Platzierung beim Online-Service sowie gleich drei Stockerlplätze in der Gewerbeversicherung. Die Allianz strebt in der Gewerbeversicherung die Marktführerposition an. Die Basis dafür ist gelegt: ein Spitzenprodukt, neue Abläufe, persönliche Ansprechpartner. „Unser Erfolgsrezept lautet: kompetent, einfach, schnell und transparent“, fasst Schlosser die Pläne für 2017 zusammen. risControl 01/17 21
TITELGESCHICHTE ber hinaus werden wir – in Zusammenarbeit mit unserer Konzernzentrale – gewissenhaft diverse regulatorische Vorgaben und Gesetzesinitiativen zeitnah umsetzen.
ARAG SE DIREKTION FÜR ÖSTERREICH 2017 steht bei ARAG ganz im Zeichen von nachhaltigen Wachstumszielen. Wir wollen unsere Marktposition als unabhängiger Rechtsschutzspezialist und innovativer Qualitätsversicherer weiter ausbauen. Diesbezüglich haben wir bereits in den letzten Jahren wichtige Weichen gestellt. So zum Beispiel die Optimierung unseres Produktportfolios oder unsere optimierten Services in der Schadenabwicklung. Eine sehr gute Ertragssituation schafft uns dabei den notwendigen Spielraum, um in langfristig orientierte Vertriebspartnerschaften zu investieren. Gleichzeitig werden wir aber auch risikoadäquat agieren. Besonders stolz sind wir, dass wir 2017 mit zwei wichtigen Produktinnovationen im Betriebsbereich starten: Der neue Start-UpRechtsschutz® bietet Versicherungsschutz für Unternehmensgründer in der Gründungsphase. Mit unserem neuen TOP-Straf-Rechtsschutz können unsere Firmenkunden neben dem Straf-Rechtsschutz im Betriebsbereich und dem erweiterten Straf-Rechtsschutz nun eine dritte umfassende Versicherungsschutz-Variante im Strafbereich wählen. Gleichzeitig legen wir in 2017 großen Wert darauf, unser hohes Service- und Leistungsniveau zu halten bzw. weiter auszubauen. Darü22 risControl 01/17
Zurich hat im Jahr 2016 die Voraussetzungen geschaffen, um zukünftig noch besser auf die Bedürfnisse des Marktes einzugehen. Wir haben uns das klare Ziel gesetzt, zukünftig noch markt- und kundenorientierter zu agieren und Abläufe zu vereinfachen. Auf Vorstandsebene wurden dafür im Herbst 2016 zwei neue Ressorts geschaffen: das Ressort Vertrieb und Marketing und das Ressort Operations und Schadenmanagement. Die Zusammenführung sämtlicher Vertriebsagenden und dem Marketing gibt uns einerseits die Chance, die Betreuung unserer Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner noch enger zu verzahnen. Andererseits werden wir die Gestaltung unserer Kontaktpunkte weiter optimieren, um für Kundinnen und Kunden zeitgemäße Dienstleistungen anbieten zu können. Unsere digitalen Services, das Maklernetz und unser Kundenportal erfreuen sich großer Beliebtheit und werden auch im kommenden Jahr wichtige Säulen für die
KR Gerhard Heine, Leiter Partnervertrieb Österreich Wiener Städtische Versicherung erfolgreiche Betreuung sein. Wir werden uns auch zukünftig sehr intensiv mit dem Thema Digitalisierung und Innovation beschäftigen, denn hier liegen die größten Hebel für das Kostenmanagement. Ein verstärktes Augenmerk legen wir dabei auf die Optimierung und Automatisierung unserer Prozesse – sowohl, was externe als auch interne Abläufe betrifft. Wir werden dabei den Fokus auf jene Bereiche legen, die hochgradig standardisierbar sind, etwa das Schadenmanagement oder in der Geschäftsfallverarbeitung.
Dr. Gerhard Matschnig, CEO Zurich Versicherung
Ein turbulentes, aber zufriedenstellendes Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. Das Jahr 2017 wird ebenso reich an Herausforderungen werden - die Wiener Städtische blickt mit Zuversicht in die Zukunft. „Wir wollen DER Sicherheitspartner für alle Österreicherinnen und Österreicher werden“, sagt Wiener Städtische Vertriebspartnerchef Gerhard Heine. „Qualifizierte, persönliche Kundenberatung auf höchstem Niveau steht dabei ebenso im Fokus wie die Entwicklung bedarfsgerechter Produkte und der zügige Ausbau unserer Digitalisierungsoffensive“. Die Themen Vorsorge und Biometrie sind
TITELGESCHICHTE Branchentrend handeln und in verstärktes fachliches Know-how investieren. Gerade im Bereich Gewerbe und Industrie soll an einer Einbindung von ROLAND Rechtsschutz kein Weg mehr vorbeiführen. Bewusst setzen wir auch weiterhin auf den Vertriebskanal des unabhängigen Vermittlers, womit wir unseren Beitrag zu einer bestmöglichen Beratung des Endkunden leisten wollen und hausinterne Interessenkollisionen vorweg ausschließen. Gleichzeitig werden wir es verstärkt als unsere Aufgabe ansehen, den Nutzen von außergerichtlichen Streitbeilegungsmechanismen hervorzuheben, sodass wir weniger als reiner Kostenträger, sondern als allumfassender Partner in der Konfliktlösung wahrgenommen werden.
aktueller denn je. Die Wiener Städtische wird ihre umfassende Produktpalette noch weiter entwickeln. Von der Altersvorsorge über die Berufsunfähigkeit bis hin zur Pflege geht es darum, bedarfsgerechte Vorsorge und stabilen Vermögensaufbau zu gewährleisten und das Portfolio den Kundenwünschen entsprechend zu erweitern – z.B. mit Hybridprodukten, die Ertragschancen mit Sicherheit kombinieren. Die Dachmarke BUSINESS360° fasst das komplette KMU-Angebot der Wiener Städtischen zu einem Rundumschutz zusammen und berücksichtigt nahezu alle materiellen und persönlichen Bedürfnisse, die für die Existenzsicherung von Klein- und Mittelbetrieben notwendig sind. Und - ganz neu – bringt die Wiener Städtische als perfekte Ergänzung eine Cybercrime-Versicherung für KMU auf den Markt - mit diesen beiden Produkten sind Unternehmen optimal gegen alle Eventualitäten geschützt.
D.A.S. RECHTSSCHUTZ AG 2017 werden uns mehrere strategische Schwerpunkte begleiten. Zum einen setzen wir auf die Weiterentwicklung unserer innovativen, zielgruppenspezifischen Produkte und Rechtsdienstleistungen für Privat- und Firmenkunden. Damit wollen wir nicht nur die Herausforderungen am Versicherungsmarkt optimal adressieren sondern auch unsere Positionierung als führender Rechtsschutzspezialist stärken. Der seit Jahren stark nachgefragten D.A.S. Direkthilfe® wird besondere Beachtung zukommen. Gleich mit Anfang 2017 werden wir den neuen D.A.S. Rechtsschutz für Studierende lancieren. Das erste reine Rechtsschutzprodukt am Markt, das für alle rechtsschutzrelevanten Lebenswelten der mehr als 300.000 Studentinnen und Studenten in Österreich Produktlösungen anbietet. Der Zielgruppe entsprechend werden wir dabei verstärkt auf den Online-Abschluss setzen und entsprechend werblich unterstützen. Zusätzlich werden wir unser Service- und Rechtsinformationsangebot den wachsenden Ansprüchen von Kunden und Interessenten anpassen und ausbauen. Daneben wird es einen Relaunch unserer Website geben, wir werden unseren Facebook-Auftritt weiter forcieren und mit einer österreichweiten Werbekampagne starten. Diese wird mit kräftigem Augenzwinkern zeigen, warum ein Rechtsschutz beim führenden Spezialisten für jeden und
Dir. Johannes Loinger, Vorstandsvorsitzender D.A.S. Österreich jede wichtig ist. Wir wollen die Emotionen der (potentiellen) Kunden ansprechen und ein nachhaltig positives Bild der Marke im Kopf der relevanten Zielgruppe schaffen. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich der Digitalisierung unserer Prozesse – auch im Vertrieb wie zum Beispiel mit der Einführung der digitalen Unterschrift, der rein elektronischen Antragsverarbeitung oder der Entwicklung eines umfassenden CRM-Systems. All dies ermöglicht nicht nur die Optimierung vieler Abläufe, sondern unterstützt auch unser Bemühen, den Dialog mit unseren Maklerpartnern und Interessenten weiter zu vereinfachen und dadurch zu intensivieren.
Wer bei einer Versicherung arbeitet, ist derzeit in einer der spannendsten Branchen beschäftigt. Die Digitalisierung wird auch diese Branche vor große Herausforderungen stellen und die Veränderungsfähigkeit auf die Probe stellen. UNIQA Österreich ist durch die Fusion, bei der die drei Unternehmen Raiffeisen Versicherung, Finance Life und der Salz-
ROLAND RECHTSSCHUTZ Man kann es gleich vorwegnehmen: 2017 wird ein sehr herausforderndes Jahr für ROLAND Rechtsschutz, da wir entsprechend hohe Erwartungen an uns selbst stellen! Einerseits möchten wir unsere Innovationsbereitschaft innerhalb der Branche wieder unter Beweis stellen, andererseits streben wir an, unsere Servicequalität gegenüber den Vertriebspartnern zu verbessern. Dies wird sich beispielsweise in einem weiteren Personalzubau im Innendienst widerspiegeln, womit wir entgegen dem
Mag. Martin Moshammer, HBV ROLAND Rechtsschutz Versicherungs AG risControl 01/17 23
TITELGESCHICHTE burger Landes-Versicherung in die UNIQA Österreich verschmolzen wurden, jedenfalls gut vorbereitet. Die Fusion hat uns effizienter und schneller gemacht. Beides Grundvoraussetzungen, um den Pfad der Digitalisierung zu beschreiten. Im kommenden Jahr arbeiten wir weiter daran noch wirtschaftlicher zu agieren, um unseren Kunden beste Qualität durch unsere Mitarbeiter und Partner vor Ort zu garantieren. "Wir nehmen die Herausforderung an und verstehen Digitalisierung als eine große Chance uns modern und kundennah aufzustellen." 2017 geht es vor allem darum, die Kommunikation zwischen uns und dem Kunden bequemer, einfacher und schneller zu gestalten. Dafür haben wir zwei Bereiche ins Leben gerufen: Das Team Digital und das Team Data. Beide Teams arbeiten daran, neue Ideen auf den Boden zu bringen, und letztlich für unsere Kunden erlebbar zu machen. Neben den Services die wir heute schon anbieten, arbeiten wir auch an neuen Ideen und Dienstleistungen die unsere Kunden auch online abrufen können. Weiters prüfen wir interessante Beteiligungen an StartUps, um auch auf Entwicklungen die sich abseits unserer Branche abspielen ein Auge zu haben. Gerade in Österreich treffen wir auf einen bereits sehr gesättigten Markt. Neue Kunden können wir nur gewinnen, wenn wir ein begeisterndes Kundenerlebnis schaffen. Lang-
Hartwig Löger, Vorstandsvorsitzender UNIQA Österreich 24 risControl 01/17
Kurt Molterer, Vorstandsvorsitzender Nürnberger Versicherung AG fristig wollen wir uns vom Produktanbieter zum Serviceanbieter rund um die Themen Vorsorge, Gesundheit und Prävention entwickeln und unseren Kunden relevanten Mehrwert bieten.
NÜRNBERGER VERSICHERUNG AG In der neuen Tarifgeneration 2017 werden wir weiterhin attraktive Produkte in den Bereichen Berufsunfähigkeit, Pflege und Lebensversicherung anbieten. Neben einer Erweiterung unserer Fondspalette in der FLV wird unser Fokus auf dem Ausbau der elektronischen Services liegen, um unseren Kunden und Vermittlern noch komfortablere und flexiblere Lösungen zu bieten. Aufbauend auf den guten Ergebnissen in der neuen Sparte Eigenheim/ Haushalt werden wir diesen Bereich in 2017 ebenfalls weiter ausbauen. Die Vertriebstechnologie ist ein wichtiges Element unserer Vertriebsunterstützung. Hier planen wir die Einführung eines neuen elektronischen Services zur schnelleren und effizienteren Durchführung von Vertragsänderungen. Im Bereich Betreuung und Service werden wir gemeinsam mit der NÜRNBERGER Akademie in 2017 österreichweit Expertenveranstaltungen rund um unsere Kerngeschäftsfelder – FLV und Biometrie – aber auch zur neuen Sparte der Sachversicherung anbieten.
Wir arbeiten intensiv an neuen Schulungskonzepten, die wir heuer produktübergreifend und auf bestimmte Kundensegmente ausrichten werden. Hierzu leiten wir das erste Quartal mit einer bundesweiten Roadshow ein. Zusätzlich wollen wir unser Angebot an Online-Seminaren weiter ausbauen und auch hier Spezialversicherungswissen in kompakter Form anbieten. Den eingeschlagenen Weg der Digitalisierung werden wir konsequent fortführen und neben vertrieblichen Tools für unsere Partner auch unsere internen Prozesse weiter digitalisieren, um effizienter in der Abwicklung zu sein und einen besseren Service bieten zu können. In den von uns bedienten Nischen gibt es noch ein erhebliches Marktpotenzial, welches es zu erschließen gilt. Das spannende daran: Im Gegensatz zum Privatkundengeschäft befinden wir uns nicht überall im Verdrängungswettbewerb, sondern haben es mit Märkten zu tun, die Wachstumspotenzial bieten. Außerdem befinden wir uns in einer Testphase für die Eröffnung eines weiteren KMUProduktes in Österreich. Mit ausgewählten Maklern stimmen wir uns eng in der Entwicklung ab. Zu gegebener Zeit werden wir hierzu ausgiebig berichten.
Dr. Martin Beste, Geschäftsführer und Hauptbevollmächtigter R+V Niederlassung Österreich
Die Zukunft beginnt jetzt! Schützen Sie Ihr Unternehmen gegen die Risiken der digitalen Vernetzung. Wir beraten Sie gerne und finden die perfekte Versicherungslösung für Ihren Betrieb.
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Cybersecurity Substantiv | Cy·ber·se·cu·ri·ty | \'sī-bər-si-'kyur-ə-tē\ Alle Maßnahmen, welche getroffen werden, um einen Computer oder ein Computer System gegen unautorisierten Zugriff oder Attacken zu schützen. (Marriam-Webster) Cyber Risk und Schutz vor Angriffe aus dem Internet werden immer wichtiger in der digitalisierten Welt. Denn Cybercrime kann im schlimmsten Fall zur existenzvernichtenden Gefahr werden. In Österreich wurden im Jahr 2004 753 Fälle von CyberCrime zur Anzeige gebracht, im Jahr 2011 waren es 4.937 und im Jahr 2015 bereits 10.010, wobei man von einer nicht geringen Zahl nicht gemeldeter Fälle ausgeht. Das österreichische Bundeskriminalamt wertet Cybercrime als eines der fünf Kriminalitätsfelder mit dem größten Einfluss auf das Sicherheitsempfinden der Gesellschaft. Auch im europäischen Vergleich hat sich die Risikowahrnehmung verändert. Der alljährliche Allianz Risk Barometer, durchgeführt in 55 Ländern zeigt, dass Internationale Trends wie die Gefahr von Cyberangriffen nicht nur in Österreichs Unternehmen endgültig angekommen sind, sondern auch bereits zum fünften Mal in Folge einen Top Platz im Ranking der weltweit größten Geschäftsrisiken einnimmt. Es geht den Tätern immer nur ums Geld, Firmen werden ausspioniert und beraubt oder erpresst. Wir haben in Österreich im Jahr 2016 bereits einige Unternehmen die einen finanziellen Schaden in sechs- bis siebenstelligen Eurobereich verzeichnen mussten. Vielen Usern ist es nicht bewusst welchen Gefahren sie sich aussetzen und bei einigen zweifelt man eigentlich auch am Hausverstand, wenn beim Email in radebrechendem Deutsch um die Kontonummer gebeten wird, und es immer noch einige User gibt die gerne bereitwillig diese auch zurücksenden. Die Entwicklung der Internetkriminalität im Bereich des Bestell- und Warenbetrugs hat in den letzten Jahren ebenfalls enorm zugelegt. Europol Direktor Rob Wainwright warnt ebenfalls vor der 26 risControl 01/17
zunehmenden Computer Kriminalität, er sieht darin eine Bedrohung für die kollektive Sicherheit. Denn besonders alarmierend sieht die europäische Polizeibehörde die Zunahme der Ransomware Angriffe, wobei am Computer mittels Schadsoftware Dateien verschlüsselt werden und der Nutzer nur mehr nach Zahlung eines Lösegeldes wieder zugreifen kann oder aber die Dateien für immer verloren sind, wenn keine Sicherung existiert, da auch die Zahlung keine Garantie für die Übermittelung eines Schlüssels zur Entschlüsselung ist. Ein weiteres Ziel für Cyberkriminelle sind smarte Haushaltsgeräte, da diese noch nicht gegen Angriffe von außen genügend geschützt sind. Hier ist der Schutz der Produkthersteller gegen Cyberangriffe noch nicht ausgereift. Wobei vollkommenen Schutz gibt es nicht. Aber es gibt auch Einiges, dass von privaten Usern beachtet werden sollte.
Schutz gegen Angriffe Der „normale“ private und Bürobenutzer sollte sich folgendes einrichten: • aktueller Virenscanner (werden auch gratis beigestellt) • personal firewall (z.B. die von Windows aktivieren) • aktuelle Versionen von Betriebssystem und benutzter Software • e-mails immer hinterfragen, ob sie echt sind (insbesondere keine Anhänge aufmachen oder links folgen, wenn man nicht sicher ist, dass sie vom angezeigten Absender kommt) • Immer Sicherung seiner Daten auf externe Datenträger (ist sehr oft die einzige Möglichkeit nach einem Verschlüsselungstrojaner wieder zu seinen Daten zu kommen) • Für verschiedene Services nie das gleich Passwort wählen
KOLUMNE • Passworte für eigenen Rechner nicht zu trivial wählen (noch immer wird das Passwort 123456 bei mehr als 25 % der Zugänge zu Systemen benutzt!) Komplizierter wird es im Firmenumfeld. Hier kann man nur entweder selbst jemanden als Sicherheitsverantwortlichen bestellen oder aber dies einer Firma überlassen und mit dieser eine Bedrohungsanalyse durchführen und die Lage bewerten. Danach (abhängig von der Bewertung und zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel) einen Plan aufstellen, was getan werden muss, um die Risiken zu minimieren. Dies ist normalerweise ein Prozess, welcher kontinuierlich durchgeführt werden soll, bzw. muss, da sich die Bedrohungslage ändert (aufgrund von technischen Gegebenheiten, aber auch der Einbettung der IT-Services in ein anderes Umfeld – z. B. Cloud). Wichtig ist, dass in einem solchen Umfeld ALLE Mitarbeiter vom Vorstandsvorsitzenden bis zum Sachbearbeiter regelmäßige Schulungen erhalten. Klarerweise werden die Inhalte für die unterschiedliche Personengruppen besondere Schwerpunkte aufweisen. Hier sei speziell auf den crypolocker1 verwiesen, der sich in Firmen als sehr aufwendig zu bekämpfen herausgestellt hat, da nicht nur die Daten am eigenen Arbeitsplatz verschlüsselt werden, sondern auch die auf den Netzwerklaufwerken, welcher der Benutzer gerade benutzt. Das hat dazu geführt, dass einige Unternehmungen einige Wochen nicht ihre Aufgaben erfüllen konnten (z. B. Krankenhäuser in USA). Für Firmen wird sich mit der Änderung im europäischen Datenschutzrecht gültig ab 2018 einiger Aufwand zur Implementierung der Vorgaben ergeben. Speziell auf data leakage prevention2 wird hier das Augenmerk gelegt. Dabei muss jeder der von einer solchen Attacke betroffen ist zeitnah informiert werden und die Firma muss nachweisen, dass ihre Methoden stateof-the-art sind. Nicht unerwähnt sollte sein, dass bei Datenschutzverletzungen die neue Europäische Datenschutzgrundverordnung
Geldbußen von bis zu 20 Mio. Euro statt bislang 10.000 bis 25.000 Euro oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes drohen können. Bis Mai 2018 sind jene Unternehmen verpflichtet, einen Datenschutzbeauftragten zu ernennen, deren „Kerntätigkeit“ in der Durchführung von Verarbeitungsvorgängen besteht, die eine umfangreiche regelmäßige und systematische Beobachtung von Personen erforderlich machen. Jede der im persönlichen Umfeld aufgezeigten Maßnahmen gilt natürlich auch im Firmenumfeld. Hier hat man oft die Möglichkeit diese Maßnahmen als verbindlich (z. B. in einem Microsoft AD environment) zu definieren. Einen Punkt muss noch speziell herausgestrichen werden und das ist die Gefahr von social engineering, welches sich neuerdings als sehr einträglich herausgestellt hat. Das Manipulieren von Personen um unbefugten Zugriff auf vertrauliche Informationen oder IT-Systeme zu erhalten. Eine der führenden Anbieter von digitalen Services mit einem Jahresumsatz von 12 Mrd. Euro und einem Tätigkeitsbereich in 72 Ländern ist ATOS. Die Definition des Unternehmens zum Einsatz von Cyber Security sieht so aus: 1. Platform Protection a. Server protection b. Endpoint protection c. Vulnerabilty Management d. Mobile security 2. Cyber Threat Management a. CSIRT (computer security incident response team) b. AHPS (atos high performance security) 3. Perimiter Protection a. Malware scanning b. Firewall c. Intrusion prevention d. (D)DoS prevention e. Remote access service f. Proxy service 4. Information Protection a. DLP (data leakage protection) b. Encryption 5. Indentity and Access Management a. Idenitity and access Management
Christian Wyletal b. Priviledge Users c. password Eine weitere Möglichkeit und eigentlich ein unverzichtbarer Bestandteil des unternehmerischen Risikomanagementes ist Cyber Insurance. Christian Wyletal, Underwriter Haftpflichtversicherung bei der HDI Versicherung kurz zum Mehrwert einer Cyber Polizze und wofür man sich absichern kann. • Versicherungsschutz für eingetretene Eigenschäden (oftmals auch rückwirkend bis zu einem Jahr) aber auch gegen Drittschäden. Für Unternehmen die gegenüber ihren Kunden, Dienstleistern oder sonstigen Dritten haften müssen. • Notfallsmanagement • Forensik, eines der wichtigsten Punkte um etwaige Angriffsmöglichkeiten zu erkennen und um sich für zukünftige Angriffe zu schützen • Wiederherstellung der Betriebsfähigkeit • Öffentlichkeitsarbeit • Ergänzung des Risikomanagements • Kostenoptimierung • Risikodialog mit Maßnahmenempfehlungen zur Optimierung der IT-Sicherheit, Versicherungsnehmer profitieren durch die umfassende risikotechnische Analyse der IT Sicherheit. Lesen Sie mehr zum Thema in der nächsten Ausgabe.
1 Eine Ransomware Software die bekannt dafür ist, alle wichtigen Daten zu verschlüsseln, die auf dem Computer gespeichert sind. 2 Data Leakage Prevention ist ein Begriff aus dem Bereich der Informationssicherheit. DLP gehört zu den klassischen Schutzmaßnahmen, die den Schutz der Vertraulichkeit von Daten unterstützt, sodass Daten nicht unbefugt weitergegeben werden können bzw diese Weitergabe nachvollziehbar ist.
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Unschlagbares Team Franz Stiglitz, seit Juli 2011 Leiter der Landesdirektion Wien und ein Vertriebsprofi der seines gleichen sucht. Der geborene Wiener hat seine Versicherungslaufbahn als Fachreferent für Kfz in der damaligen Bundesländer Versicherung im Jahr 1984 begonnen. Bereits 1992 wurde ihm die Leitung des Ressorts Maklervertrieb für ganz Österreich übertragen, der Beginn einer steilen Karriere. Unteranderem war er Vorstand der Call Direct Versicherung AG, leitete den Euro Sales Maklervertrieb in der UNIQA Gruppe und war an der Integration von UNIQA und AXA maßgeblich beteiligt. Peter Prinz, ebenfalls geborener Wiener, hat seine Karriere im Jahr 1985 bei der Bundesländer Versicherung im Außendienst begonnen. Auch er kann als ausgewiesener Vertriebsprofi auf wichtige Positionen in der UNIQA Group zurückblicken. Nach Stationen als Poduktmanager der Lebensversicherung im Zentralen Marketing und als Verkaufsleiter Österreich für die Personenversicherung, war Prinz als AreaManager im Zentralen MaklerVertrieb tätig und wurde 2006 zum Bereichsleiter für Lebens- und Unfallversicherung für UNIQA und Raiffeisen Versicherung ernannt. Ab August 2011 leitete er den Bereich MaklerService Österreich und war maßgeblich am Ausbau der Servicequalität beteiligt. Peter Prinz ist nun als Regionalleiter Maklervertrieb LD Wien tätig. Das unschlagbare Team, ein Novum, zwei ehemalige Vertriebschefs die gemeinsam für die Geschicke der größten Landesdirektion von UNIQA Österreich tätig sind. Wir haben mit den Beiden gesprochen:
Sie waren beide in leitenden Positionen in der UNIQA Zentrale bevor sie wieder in das operative Geschäft wechselten. Ist das eine gute Kombination?
den Einstieg ins operative Geschäft vereinfacht. Man steht den Themen nicht neu gegenüber und kann viel vom theoretischen Know How anwenden und einbringen.
Franz Stiglitz: Wir bringen beide sehr viel strategisches Wissen in die Landesdirektion mit ein. Das erleichtert die tägliche Arbeit, weil wir mit den Mitarbeitern der Zentrale sehr gut vernetzt sind. Es war natürlich auch sehr interessant sowohl in Österreich als auch für Zentralosteuropa in strategischen Positionen tätig zu sein. Weil wir beide Seiten kennen, ist es jetzt umso spannender wieder im operativen Geschäft tätig zu sein. Mit der Landesdirektion Wien, die ein Prämienvolumen in Höhe von 650 Millionen Euro verwaltet, sind wir für die die größte Einheit von UNIQA Österreich verantwortlich. Auch in der Zusammenarbeit mit dem freien Vertrieb nimmt die Landesdirektion Wien eine wichtige Position im Konzern ein.
Ein Vorteil für die Vertriebspartner?
Peter Prinz: Der echte Vorteil ist, dass ich aus meiner Tätigkeit in der Zentrale die meisten Geschäftspartner kenne, das hat 28 risControl 01/17
Stiglitz: Wir kennen viele Probleme und Wünsche die unsere Makler beschäftigen und können deswegen gut auf sie eingehen und Probleme gemeinsam lösen. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei immer auf Servicequalität. Es hat in der nahen Vergangenheit viele personelle Veränderungen im Konzern gegeben, was wird sich in Wien noch verändern und was hat sich mit der Neubesetzung von Peter Prinz geändert? Stiglitz: In Wien sind die personellen Veränderungen in der Endphase. Die Besetzung von Peter Prinz ist eine hervorragende Lösung für das operative Geschäft. Wenn ich an die Zukunft der Landesdirektion Wien denke, so wird diese alle am Markt vertretenen Vertriebsschienen mit einer
starken Serviceeinheit betreuen. Wir setzen gerade hier starke regionale Akzente. Unsere Maklerorganisation mit über 30 Mitarbeitern ist ausschließlich für unsere Makler da. Zusätzlich gibt es mit der Versicherungstechnik & Service (VTS) eine Einheit von rund 30 Personen, die bei fachlichen Fragen unterstützen. An diesem Konzept werden wir festhalten und dieses Team werden wir auch kontinuierlich weiter ausbauen. Das stärkt uns als Landesdirektion und zeigt, dass Regionalität sehr wichtig ist für uns. Wir wollen überall dort mit dem besten Service vor Ort sein, wo uns unsere Makler brauchen. Weil wir hier sehr gut aufgestellt sind, sind wir noch schlagkräftiger. Regionalität bleibt und ist ein ganz wichtiges Element im Hause UNIQA, daher gibt es auch weiterhin starke Landesdirektionen in allen Regionen. Ganz nach dem Motto alle Macht den Regionen. Prinz: Wir führen die Strategie, die uns in der Vergangenheit erfolgreich gemacht hat, konsequent weiter, denn der Maklervertrieb und die Top Partner Strategie ist ein wichtiger Teil des Erfolges unseres Hauses.
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INTERVIEW Kann jeder Makler ein Top-Makler werden? Ja, wenn die Geschäftsverbindung entsprechend intensiv ist, bieten wir jedem Vertriebspartner die Möglichkeit als TopPartner serviciert zu werden. Der Vorteil ist, dass man dann seinen eigenen Maklerbetreuer hat und darüber hinaus steht auch der MaklerService Innendienst dem Maklerpartner zur Verfügung. Wie geht die UNIQA Landesdirektion Wien mit den neuen Maklergruppierungen um, die sich im Moment überall formen? Stiglitz: Wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wie wir hier strategisch vorgehen können. Es gibt bereits Gespräche. Aber es muss sich erst herauskristallisieren, was die neuen Gruppierungen tatsächlich wollen und welche Qualität diese ihren Partner bieten werden. Denn eines ist sicher, es darf dabei nicht nur um Provisionsmaximierungen gehen. Wie gehen Sie mit neuen Fin-Techs um, die etwa ausschließlich auf den OnlineVertrieb setzen? Stiglitz: Auch mit diesem Thema setzen wir uns auseinander, genauso wie mit der Digitalisierung. Wenn wir ehrlich sind, stehen wir alle noch am Beginn dieser Entwicklung, auch die Umsätze in unserem eigenen Online-Vertrieb sind noch sehr gering. Eines steht für mich aber jetzt schon fest, das Internet wird die klassischen Vertriebswege nicht ersetzten. Gerade bei komplizierteren Produkten oder bei weniger gängigen Polizzen ist es oft so, dass sich erst durch das Gespräch mit dem Makler herausstellt welche Bedürfnisse der Kunden hat. Aber natürlich gibt es auch Kunden, die sowohl im Internet als auch bei einem Betreuer ein Produkt abschließen und diese gehören serviciert und unterstützt. Eine gänzliche Verdrängung der Beratung durch digitale Kanäle sehe ich nicht, denn es gibt viele Produkte, die sehr komplex sind. Und außerdem gibt es Produkte, bei denen Kunden erst im Gespräch mit dem Berater erkennen, dass sie hier einen Bedarf haben. Was sich 30 risControl 01/17
verändern wird, ist, dass alle Vertriebswege noch stärker miteinander vernetzt sein werden. Es kann zum Beispiel ein Kunde online eine Reiseversicherung abschließen und einen Schaden dann mit seinem Berater erledigen. Wir müssen uns einfach vom Silodenken verabschieden. Alles greifen alle Vertriebswege ineinander. Unsere Aufgabe ist es, die Kundenbeziehung so bequem und einfach wie möglich zu gestalten. Eine gute Kunden-Berater-Beziehung wird das Internet nie ersetzen können. Prinz: Auch ich bin der Meinung, dass es alle Vertriebswege weiterhingeben wird. Eines wird sich nicht ändern, dass die Kunden sich über ihre Probleme und Risiken persönlich austauschen möchten und nicht wie von so manchen prophezeit mit einer künstlichen Intelligenz. Und denken Sie an den Schaden- oder Leistungsfall, da ist es sehr angenehm wenn jemand zur Seite steht. Der persönliche Kontakt ist außerdem das wichtigste Instrument zur Kundenbindung. Eines steht für mich aber jetzt schon fest, das Internet wird die klassischen Vertriebswege nicht ersetzten. Welche Veränderung war in den letzten fünf Jahren, sei es Seitens der Vertriebspartner oder der Konsumenten prägend für die Branche? Stiglitz: Kunden sind informierter. Fast jeder hat sich im Internet informiert bevor er sich mit einem Berater trifft. Viele Kunden machen Prämienvergleiche und wissen einfach viel besser was sie wollen. Sie konfrontieren den Berater mit Ihren Suchergebnissen, bzw. mit konkreten Fragen. Information passiert fast immer im Internet aber der Vertragsabschluss noch immer meistens beim Berater. Das ist eine Chance für den Versicherungsmakler, aber auch eine Herausforderung. Prinz: Die Kunden sind viel selbständiger geworden und damit ist der klassische Vertrieb stärker gefordert. Was sich über einen längeren Zeitraum verändert hat in Bezug auf die Maklerschaft, ist das wesentlich breitere Spektrum der Produkte die verkauft
werden und das miteinhergehende Wissen das verlangt wird. Ist Versicherungsmakler noch ein Beruf für die Zukunft? Stiglitz: Auf jeden Fall. Eindeutig ja, wenn man gut ausgebildet ist, viel Wissen und soziale Kompetenz hat und den Markt im Überblick behält, dann hat jeder Makler 100-prozentige Zukunft im Privat- Industrie- und Gewerbekundengeschäft. Auch auf lange Sicht. Der Beruf als Makler ist ein Beruf mit Zukunft. Wie wichtig ist der freie Vertrieb? Stiglitz: Innerhalb der UNIQA Gruppe hat die LD Wien den größten Anteil des Maklervertriebes. Von unserem Bestand kommen alleine 250 Millionen Euro ausschließlich über unsere Maklerpartner, in ganz Österreich liegt er bei 850 Millionen Euro Bestand. In manchen Sparten liegt der Makleranteil bei über 50 Prozent. Prinz: Ein Drittel des Neugeschäftes kommt österreichweit aus dem Maklervertrieb. Wir freuen uns natürlich über dieses Ergebnis und arbeiten täglich daran, dass unsere Partner zufrieden mit uns sind. Wo geht die Reise hin, was ist ihr Ziel? Prinz: Worauf es Ankommt ist die Beziehung zum Makler. Deshalb ist eine guter Kontakt und eine hohe Servicequalität auch unsere wichtigste Priorität wenn es um den Maklervertrieb geht. Wir hätten gerne noch viel mehr Top-Makler. Wir wollen diese Schiene weiter auszubauen. Gerade in Zeiten der Digitalisierung ist es wichtig Geschäftspartner zu haben, die zu ihren Kunden einen persönlichen Draht haben. Dabei möchten wir sie umfassend unterstützen. Außerdem wollen wir beim Kundenservice die Nummer eins sein. Stiglitz: Wir wollen hohe Qualität bei unsere Betreuungs- und Servicequalität anbieten und die Beziehung zwischen uns und unseren Maklern weiter ausbauen und intensivieren. Wir danken für das Gespräch.
ALLIANZ WOMEN’S HEALTH DIE NEUE KRANKENVERSICHERUNG SPEZIELL FÜR FRAUEN. Abgestimmt auf die gesundheitlichen Bedürfnisse von Frauen versichert Women’s Health alle gynäkologischen Erkrankungen. Ihre Kundinnen genießen Privatpatientinnenstatus bei Haus- und Facharztbesuchen sowie im Krankenhaus. Versichert sind: • gynäkologische Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen (auch beim Privatarzt) • freie Wahl des Vertragsspitals (auch Privatkliniken) • Folge- und Begleitbehandlungen von gynäkologischen Erkrankungen • viele weitere Leistungen Weitere Informationen zum Versicherungsschutz finden Sie auf allianz.at/womenshealth
Der angeführte Leistungsumfang stellt nur einen Überblick dar. Vollständige Informationen entnehmen Sie bitte dem Antrag, der Polizze und den jeweiligen Versicherungsbedingungen. Änderungen, Irrtümer und Druckfehler vorbehalten. Allianz Elementar Versicherungs-Aktiengesellschaft,Sitz: 1130 Wien, Hietzinger Kai 101–105 Telefon: 05 9009-0, Telefax: 05 9009-70000, eingetragen im Firmenbuch des Handelsgerichts Wien unter FN 34004g, UID: ATU 1536 4406, DVR: 0003565, Internet: http://www.allianz.at, Aufsichtsbehörde: Finanzmarktaufsicht, 1090 Wien, Otto-WagnerPlatz 5, (www.fma.gv.at)
VERANSTALTUNG Zurich
„Harte Jobs, starke Frauen“ Unter diesem Motto lud das unternehmensinterne Frauennetzwerk der Zürich Versicherungs-AG zu einer gut besuchten Podiumsdiskussion ein. Vier berufstätige Frauen aus unterschiedlichen Bereichen des Arbeitslebens und auf unterschiedlichen Stufen in der Karriere berichteten über ihre Erfahrungen. Wie stehen die Chancen von Frauen, in der Finanzbranche, Hotellerie oder Bewährungshilfe Karriere zu machen? Gibt es besondere Herausforderungen denen berufstätige Frauen im Alltag begegnen? Wie wird mit dem Spannungsfeld Kinder – Familie – Beruf umgegangen? Diese und viele andere Fragen diskutierten Silvia Emrich, Vorstandsmitglied und verantwortlich für Finance und Human Resources bei Zurich, Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung, und Angela Zenker, Bewährungshelferin bei Neustart. Eingeleitet wurde die Gesprächsrunde von Prof. Ruth Simsa, Wirtschaftsuniversität Wien, mit einer Keynote zum Thema „Frauen als Führungskräfte in der Männerwelt“. Im Vordergrund stand dabei der Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse. Besonderes Interesse galt ihren Tipps zur Frage: Wie kann ich mir als Frau in einem herausfordernden Beruf treu bleiben und gleichzeitig als Führungskraft Erfolg haben? Frauenanteil nimmt zu In der anschließenden Podiumsdiskussion stellte sich schnell heraus, dass der Frauenanteil mittlerweile in allen Branchen zugenommen hat. Michaela Reitterer bestätigte zwar, dass sie die erste Frau an der Spitze der Österreichischen Hoteliervereinigung sei, bemerkte aber gleichzeitig: „Ein Großteil der höheren Positionen im Hotelbereich sind inzwischen weiblich.“ In der Bewährungshilfe sei das noch ganz anders. „Bei einem Frauenanteil von 60 Prozent ist nur jede fünfte Führungsposition weiblich besetzt“, zeigte Angela Zenker Entwicklungspotenzial auf und ergänzte gleichzeitig anerkennend: „Es werden allerdings aktiv Frauen angesprochen, ob sie Interesse an einer Führungsposition haben.“ In der Versicherungsbranche kann laut Silvia Emrich 32 risControl 01/17
Anna Endres, Katharina Weßels (Leiterinnen Zurich Women's Innovation Network), Michaela Reitterer (Präsidentin der österreichischen Hoteliersvereinigung), Angela Zenker (Bewährungshelferin bei Neustart), Silvia Emrich (Vorstandsmitglied bei Zurich), Karin Wenzl (ebenfalls Leiterin Zurich Women's Innovation Network), Ruth Simsa (Wirtschaftsuniversität Wien) hingegen noch nicht von Gleichstellung gesprochen werden. Umso erfreulicher, so die Finanzchefin, dass Zurich Österreich bald von einer Frau geführt werde. Sich mehr zutrauen in der Karriereplanung Um in ihren anspruchsvollen Berufen zu bestehen, hatten alle vier Frauen entsprechende Tipps parat. Angela Zenker: „Die Herausforderung in meinem Job ist es, bei sich zu bleiben und auf sich selbst zu konzentrieren, gerade wenn man mit so vielen Schicksalen zu tun hat.“ Sich in der männerdominerten Versicherungsbranche durchzusetzen, erfordere sehr viel Fingerspitzengefühl, konstatierte Silvia Emrich. „Als Frau muss man einerseits mit sehr hoher Fachkompetenz überzeugen, auf der anderen Seite muss man öfters männliches Territorialverhalten elegant umschiffen und sich dabei selbst treu bleiben“, so ihr Resümee. Ruth Simsa berichtet aus ihrer Erfahrung als Coach für Führungskräfte: „Frauen sind prinzipiell mit sich selbst kritischer.“ Ihr Tipp also: „Trauen Sie sich in der Karriereplanung mehr zu.“ Das Erfolgsrezept von Michaela Reitterer, für die speziell die Übernahme des Familienhotels eine sehr herausfordernde Zeit war, ist bis dato der Glaube an sich selbst und
daran, dass alles gut gehen wird. Moderiert wurde die Diskussion von Karin Wenzl und Katharina Weßels, beide Vorständinnen des Zurich Women’s Innovation Network. Spende an Verein Wiener Frauenhäuser Im Sinne eines Zeichens der Solidarität mit Frauen, die beim Meistern ihrer Herausforderungen auf Hilfe und Quartier angewiesen sind, verzichteten die Diskutantinnen auf ein Honorar. Das Zurich Women’s Innovation Network spendete stattdessen 1000,- Euro an den Verein Wiener Frauenhäuser. „Frauen, die in den Frauenhäusern Zuflucht suchen, sind Opfer häuslicher Gewalt, aber sie sind auch starke Frauen. Ihnen wurde Furchtbares angetan, aber irgendwann brechen sie aus der Gewaltspirale aus und starten mit ihren Kindern in eine unbekannte Zukunft – dazu braucht es viel Mut. Mittels privater Spenden können wir die Frauen in ihrer schwierigen finanziellen Situation ein wenig unterstützen – dafür danken wir Zurich“, so Andrea Brem, Geschäftsführerin des Vereins Wiener Frauenhäuser, die vor Ort die Spende von Zurich entgegennahm.
VERANSTALTUNG Fachgruppe Versicherungsagenten WKOÖ
Top Versicherungsagenten Seit mittlerweile 12 Jahren bietet das Landesgremium OÖ der Versicherungsagenten seinen Mitgliedern exklusiv ein umfassendes Weiterbildungsprogramm. 2016 wurden 17 TOP-Versicherungsagenten ausgezeichnet. Fach-Know-how gepaart mit Einfühlungsvermögen für die Bedürfnisse des Kunden, dass sind für Martin Kirchmayr, dem Obmann des Landesgremiums OÖ der Versicherungsagenten, die Erfolgskriterien der Zukunft für die Mitglieder seiner Branche. Diese Kompetenzen gilt es seiner Meinung nach, permanent weiterzuentwickeln. Daher bietet das Landesgremium bereits seit 2004 den oberösterreichischen Versicherungsagenten die Chance, sich im Rahmen des TOP-Zertifikats-Lehrganges für die Herausforderung der täglichen Arbeit fit zu halten. „Wer diesen Lehrgang besucht und das Fachgespräch absolviert darf sich mit Recht TOP-Versicherungsagent nennen“, ist Mar-
tin Kirchmayr daher überzeugt. „Und dieses Recht gibt es sogar mit Brief und Siegel“, so der Obmann weiter. „Zu diesem Zweck holen wir ganz bewusst die Absolventen unseres
Lehrganges vor den Vorhang. Die Teilnehmer erhalten eine Urkunde im Rahmen eines Galaabends überreicht, bei dem sich das „who is who“ der OÖ Versicherungswirtschaft trifft.“
Klaus Schobesberger, Erik Papinski, Präsident Rudolf Trauner, Geschäftsführerin Barbara Postl, Obmann Martin Kirchmayr, und Erwin Stuprich
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Niederösterreichische Versicherung AG Maklerservice Neue Herrengasse 10 3100 St. Pölten Tel. 02742/9013-6411 makler.office@noevers.at risControl 01/17 33
KOLUMNE Mario Passini
No Cash – Bargeld wird abgeschafft Von Naturalien, Muscheln, Perlen, zur Münze hinein in eine neue Welt ohne Bargeld. Nonsens, sagen die Experten in der ersten Reihe. Ohne Bargeld könne man die Kriminalität besser bekämpfen, sagen die anderen. Ob das ein guter Deal ist: weniger Kriminalität gegen grenzenlose, totale Überwachung? Die Europäische Zentralbank hat zumindest ein Zeichen gesetzt: Der 500-er wird abgeschafft. Ein Anfang oder eine einmalige Episode? Pimp up my money-chip
Der kleine Maxi Unruhig zappelte der kleine Maxi vor der Tür. Er traute sich nicht anzuläuten. Doch Frau Reinthaler, die Nachbarin, hatte ihn längst im Tür-Video gesehen. Sie öffnete die Tür und Maxi fragte ganz verschüchtert: „Hast du Bargeld? Kannst du mir sowas zeigen?“ Er erzählte, dass er von Kindern davon gehört hatte. Frau Reinthaler ging zu einer alten Vase und kramte ein farbig bedrucktes Papier heraus. „Schau“, sagte sie. „Das nannte man Bargeld. So schaute ein Zehn-Euro-Schein aus“. „Was tut man damit?“ fragte Maxi. „Vor vielen, vielen Jahren konnte man damit Sachen kaufen.“ „Auch Zuckerln?“ „Ja, natürlich. Und es gab viele verschiedene Arten von diesen Geldscheinen. Sogar Münzen gab es“ sagte Frau Reinthaler.
leistungen erstehen, Telefonieren, Türen öffnen, Transporter fahren oder mit dem Flaxi weiterkommen. Ach ja, das können Sie ja nicht wissen: Flaxi, so heißen heute Flugtaxis. Denn auch diese Zeiten sind vorbei, wo Transportmittel Räder haben mussten. Ja natürlich wissen wir aus dem TV, das einst Fahrzeuge von Explosionsmotoren angetrieben wurden, Vierkopfzerknalltreibling soll damals so eine Triebeinheit benannt worden sein. Wir leben heute, 2049, in einer aufgeklärten, modernen Zeit. Geld? Wozu? Geld beeinflusst unser Glück nicht mehr. Zugegeben, Kinder können sich keine Zuckerln kaufen, weil Chips nichts für kleine Kinder sind. Nur, es gibt ohnedies keine Ladengeschäfte, keinen Discounter und kein Kaufhaus mehr. Einen Chip darf man den Kleinen derzeit noch nicht implantieren. Obwohl, die Administra-
FRAU REINTHALER GING ZU EINER ALTEN VASE UND KRAMTE EIN FARBIG BEDRUCKTES PAPIER HERAUS. „SCHAU“, SAGTE SIE. „DAS NANNTE MAN BARGELD." „Münzen?“ fragte der kleine Maxi, „Was ist das?“ „So benannte man vor langer Zeit Bargeld, das nicht aus Papier bestand. Damals trug man viele verschiedene Münzen und Papiergeld in einem eigenen Tascherl bei sich. Man nannte das Geldbörse“ antwortete sie. „Die Leute sind dumm“, sagte Maxi. „Nein“ sagte Frau Reinthaler, „die Leute waren nicht dumm, aber vielleicht waren sie ein bisschen glücklicher“. Episode 2049 Schuld waren die Phönizier. Man liest in Geschichtsbüchern, dass sie vor ewigen Zeiten das Papiergeld erfunden hätten. Man habe Zeichen auf Lederstreifen gepresst, heißt es. Mag sein. Heute, im September 2049, braucht man solche archaische Riten nicht mehr. Wir, die wir heute im Jahre 2049 leben sind überzeugt, dass Bargeld ein Fluch ist. Heutzutage haben wir nicht einmal mehr diese antiquierten Plastikkarten. Vieles gab es schon 2016, aber heute ist das alles perfekt. Das ist heute unser E-Money: Man trägt einen kleinen Chip unter der Haut und kann damit alle Waren und Dienst34 risControl 01/17
tion denkt daran jedem Baby einen Chip einzupflanzen. Ebenso wie mikroskopische Medizinmaschinen, die man in die Blutbahn spritzt. Wir finden die Heimat in uns selbst, weil wir evolutionär denken und es genügt, dass wir absolut vernetzt sind. Offline? Das geht gar nicht mehr - ist Steinzeit. Politik? Nein, das interessiert heutzutage niemanden mehr. Als unser guter, alter Administrator das bemerkte, beschloss er die Menschen nicht mehr mit Politik zu belästigen. Das Leben muss einfach und spontan sein und unsere Vitaldaten immer positiv. Wir werden nie mehr ein vollständig fertiges Projekt sein, sondern sind, ergebnisorientiert, immer in Progress. Seither sind wir glückliche Menschen eines glücklichen Volkes. Sagte er, verabschiedete sich, drehte sich um, ging und weinte bitterlich. Es beginnt so harmlos Alles wird teurer. Frau Reinthaler muss ihre eiserne Reserve – ihren einzigen - Fünfhunderter wechseln. Doch bei der Bank
sagt man ihr: „Das dürfen wir nicht mehr. Sie müssen die 500 Euro einzahlen, dann können wir wechseln.“ Der Grund: Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat beschlossen, dass die Ausgabe des Fünfhunderters „gegen Ende 2018“ eingestellt wird. Weil: „...der 500-Euro-Schein ein Instrument für illegale Aktivitäten sei", meint Mario Draghi, der mächtige Präsident der EZB – der Europäischen Zentralbank. Er ist es auch, der mit einer Null-Zins-Politik die schleichende Enteignung der Sparer dramatisch verschärft. Doch Mario Draghi hat mehrfach erklärt, dass Geldpolitik nicht dafür da sei, Sparer glücklich zu machen. Mario Draghi war von 2002 bis 2005 Vizepräsident der viel kritisierten, mächtigen „Heuschrecken-Bank" Goldman Sachs (Wikipedia). Und wie es bei einer amerikanischen Investmentbank zugeht zeigt Kevin Spacey, glorios und göttlich dargestellt, in „Margin Call“. Diesen Film muss man einfach gesehen haben. Das Ende des Geldkoffers Prominente Ökonomen befürworten die Abschaffung von Banknoten und Münzen. Sie argumentieren: „Dadurch werde Drogenhandel, Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung sowie Falschgeld und organisierte Kriminalität zurückgedrängt. Auch werde Skimming oder Phishing unmöglich gemacht." Ein großer Irrtum, aber davon später mehr. Die Möglichkeit, unbegrenzt bar zu zahlen sei ein "Einfallstor für Kriminelle". Der berühmte Geldkoffer wäre Geschichte. Carl-Ludwig Thiele, Vorstand bei der deutschen Notenbank betonte hingegen: „Kriminelle könnten etwa auf die Cyber-Währung Bitcoin ausweichen." Auch Schattenwirtschafts-Experte Friedrich Schneider von der Universität Linz argumentiert, Geldwäsche laufe längst überwiegend bargeldlos über Scheinfirmen. Auch der US-amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff ist für die Abschaffung von Bargeld und pries die Vorteile einer bargeldlosen Wirtschaft. Und Harvard-Ökonom Larry Summers, unter Bill
Clinton amerikanischer Finanzminister, forderte auf einer Forschungskonferenz des Internationalen Währungsfonds, ebenfalls jegliches Bargeld global abzuschaffen. Erstes Ziel müsse es sein, so Summers, Staat und Banken zu befähigen, Zinssätze unter die Nulllinie drücken zu können. Die Gelehrten sehen es so: Nur in einer Welt ohne Bargeld sei es möglich, die Zinsen für die Bürger unter null zu senken. Jeder Bankkunde mit kleinen oder großen Ersparnissen auf seinem Konto müsse dann folgerichtig, jedes Jahr Gebühren für die Geldverwahrung berappen. Und damit dann eben kein Banken-Run einsetzen könne, müsse Bargeld gänzlich abgeschafft werden. Nur so könne sich das Konzept der zinslosen, der totalen Geldvermehrung durchsetzen. In Dänemark ist es so weit Für Banknoten und Münzen existiert in Dänemark bisher noch ein gesetzlicher Annahmezwang. Doch das Land schafft schrittweise Münzen und Scheine als gesetzliches Zahlungsmittel weitgehend ab. Die „Krone“ als gesetzliches Zahlungsmittel wird weitgehend abgeschafft, neue Banknoten werden nicht mehr gedruckt. Schweden Schon 2010 war zu lesen: „Schweden plant, auf dem Weg in eine komplett überwachte und digitalisierte Welt die Vorreiterrolle zu übernehmen und möchte das Bargeld gänzlich abschaffen.“ Die Lobbyisten, die sich vehement für die bargeldlose Gesellschaft einsetzten, kommen u.a. aus der Finanzbranche und der Polizei. Man argumentiert: „Wer Bares hat, hat was zu verbergen“, so Maria Löök von der schwedischen Bankgewerkschaft. Schließlich würden auch Freier ihre Dienste von Prostituierten (in Schweden verboten) bar bezahlen. Überhaupt seien ihrer Ansicht nach „Zwei von drei Bargeld-Kronen schwarz“. Auch die Stockholmer Polizei-Chefin risControl 01/17 35
KOLUMNE Carin Götblad trumpft auf: „Bargeld ist das Blut in den Adern der Kriminalität“. So wird Bargeld systematisch kriminalisiert: Wer bar zahlt, ist verdächtig. In Schweden spielt Bargeld eine immer unbedeutendere Rolle. Selbst Kirchen aller Konfessionen haben den Klingelbeutel durch einen sogenannten Kollektomat ersetzt, der Spendenabgaben mit der Kreditkarte ermöglicht. Viele schwedische Banken nehmen kein Bargeld mehr an. Laut dem schwedischen Bankenverband ist, von den rund 1.800 Filialen, bereits knapp die Hälfte bargeldlos. Schwedens Liebesbeziehung zum Fortschritt Die Voraussetzungen für die Abkehr vom Bargeld sind in Schweden in besonderem Maße gegeben: Zum einen müssen die Bürger, aufgrund der geografischen Größe des Königreichs, oft bedeutende Entfernungen zurücklegen, um zum nächsten Geldautomaten zu gelangen. Als weiterer Faktor kommt die besondere Technik-Affinität der Schweden ins Spiel. Der Stockholmer Professor Lars Trägårdh nennt es eine "Liebesbeziehung zum Fortschritt". Hinzu kommt ein starkes Vertrauen in den Staat und in das Finanzsystem. Die Angst zum gläsernen Bürger zu werden, kennen die Schweden nicht. Für sie ist es völlig normal, dass personenbezogene Daten nicht getrennt bei Finanz-, Sozial- oder Gesundheitsbehörden, sondern unter einer einheitlichen Identifikationsnummer abgespeichert werden. Die Kreditkaten-Lobby leistet ebenfalls ihren Beitrag zur Abschaffung des Bargelds. Von ihr werden immer wieder Studien in Auftrag gegeben, die belegen, dass Bargeld als Träger von Krankheitskeimen fungiert und damit als gesundheitsgefährdend einzustufen ist. So
Der Deutsche-Bank-Chef John Cryan ist der Meinung, dass es in zehn Jahren wahrscheinlich kein Bargeld mehr geben wird. Aktionäre, Bankanleihebesitzer und Bankkunden mit Guthaben über 100.000 Euro), werden enorme Bargeldbestände in Bankschließfächern und Privattresoren aufgebaut. Der derart aufgebaute Papiergeld-Berg verhindert aber - derzeit noch - die Enteignung des Staatsbürgers über Negativzinsen. Heimlich, still und leise „Die Politik“ hat für das E-Geld-System längst die Weichen gestellt. Mit der EU-Richtlinie 2009/110/EG ist der Weg in eine Welt ohne Bargeld vorgezeichnet. Jedem muss ein Konto gewährt werden.
DIE EU-KOMMISSION WÄLZT SICHER KEINE PLÄNE ZUR BARGELDABSCHAFFUNG. ABER NACHGEDACHT WIRD IN EXPERTENKREISEN SEHR WOHL. kann der Eintritt zum Abba-Museum in Stockholm nicht bar bezahlen werden. Das Museum der schwedischen Kultband wird von MasterCard gesponsert. World Economic Forum Davos 2016 Deutsche-Bank-Chef John Cryan, überraschte beim Weltwirtschaftsforum in Davos 2016 mit einer gewagten These: Bargeld helfe nur noch Geldwäschern und anderen Kriminellen, ihre Geschäfte zu verschleiern. Er meint: Bargeld werde in den nächsten zehn Jahren verschwinden. In Schweden dürfte es schon früher soweit sein. Bis 2018 sollte das Bargeld nahezu verschwunden sein. Lediglich 0,5 Prozent würden dann noch bar zahlen. Erkennen Sie, warum Bargeld für Sie vorteilhaft ist? Durch die direkte Sachwertenteignung des einzelnen Staatsbürgers ist die Grenze des Erträglichen erreicht. Deshalb wird über die nächste Enteignungsstufe nachgedacht: die Abschaffung des Bargeldes. Aus einfachem Grund: Wegen der Einführung von Negativzinsen und einem gleichzeitigen Bail-in-System (Anlegerhaftung für Eigner, 36 risControl 01/17
MMNews schrieb schon am 11. Dezember 2014: „Heimlich, still und leise werden in Europa die Vorkehrungen für ein Bargeldverbot getroffen. Das wird als ‚Fortschritt’ verkauft, und die meisten Menschen finden es sogar gut: In vielen kleinen Schritten wurden die Menschen in den letzten Jahren auf das bargeldlose Zahlen vorbereitet. Dass sie damit eine der letzten Freiheiten verlieren, wird in den Medien kaum thematisiert. Kritik gab es kaum. Die EU-Kommission wälzt sicher keine Pläne zur Bargeldabschaffung. Aber nachgedacht wird in Expertenkreisen sehr wohl. Hat Bargeld noch eine Zukunft? Die Anzeichen mehren sich, dass Bargeldgeschäfte bald abgeschafft oder zumindest eingeschränkt werden – Stichwort Obergrenze. Aus Sicht der Regierungen hat das eine Reihe von Vorteilen. Bargeld scheint also mittlerweile einen schweren Stand zu haben. Hat es noch eine Zukunft oder werden wir bald nur noch bargeldlos zahlen können? Das jetzt in Kraft getretene „zentrale Kontenregister“ ist ein weiterer Schritt in eine bargeldlose Zukunft. Lesen Sie den zweiten Teil in der nächsten Ausgabe.
KOMMENTAR Johannes Muschik, Chairman von AFPA und FECIF
Umsetzung mit Augenmaß Ziele der EU Versicherungsvertriebsrichtlinie, IDD, sind hochwertige Beratung, breite Produktauswahl und Konsumentenschutz. Damit auch die finanzielle Nahversorgung erhalten bleibt ist eine Umsetzung mit Augenmaß erforderlich. Das fordert der Verband der österreichischen Finanz- und Versicherungsprofessionisten, AFPA. EU Richtlinien müssen von den Mitgliedsstaaten in ihre nationale Rechtsordnung umgesetzt werden, damit Bestimmungen rechtswirksam werden. Im Verlauf des Jahres 2017 werden zahlreiche österreichische Gesetze zu ändern sein, um den Start der IDD am 23. Februar 2018 zu schaffen. Versicherungsvermittler sind in Österreich als Angestellte der Versicherungsunternehmen oder gewerblich als Versicherungsmakler, -agenten oder Vermögensberater tätig. Für ihre Berufsausübung maßgeblich sind u.a. die Gewerbeordnung, das Maklergesetz, das Handelsvertretergesetz, das Versicherungsaufsichtsund Versicherungsvertragsgesetz, das Fern-FinanzdienstleistungsGesetz und das Finanzmarktaufsichtsbehördengesetz. Berücksichtigt man die üblichen Warte- bzw. Veröffentlichungsfristen, müssen Adaptierungen der einzelnen Materien Gesetze bis zum Herbst vom Parlament verabschiedet werden. Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen Art. 10 IDD sieht vor, dass Versicherungs- und Rückversicherungsvertreiber sowie Angestellte von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen, die die Tätigkeit des Versicherungs- und Rückversicherungsvertriebs ausüben, über die angemessenen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, die sie zur ordnungsgemäßen Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen. Ferner muss dieser Personenkreis den Anforderungen ständiger beruflicher Schulung und Weiterbildung genügen, um ein angemessenes Leistungsniveau aufrechtzuerhalten, das den von ihnen wahrgenommenen Aufgaben und dem Markt entspricht. Es sind Mechanismen zur wirksamen Kontrollendbewertung der Kenntnisse und Fähigkeiten auf der Grundlage von mindestens 15 Stunden beruflicher Schulung oder Weiterbildung pro Jahr einzuführen. Die Schulungsstellen können entweder von den Verbänden oder von einer zentralen Behörde zertifiziert werden. Dabei sollen die Art der verkauften Produkte, die Kategorie der Vertreiber, die Aufgaben, die sie wahrnehmen und die Tätigkeit, die innerhalb des Versicherungs- oder Rückversicherungsvertreibers wahrgenommen wird, berücksichtigt werden. Die beruflichen Anforderungen an Versicherungsvermittler wurden bereits bisher in § 137b GewO sowie im Versicherungsaufsichtsgesetz geregelt. Sinngemäß passen daher die Regelungen von Art. 10 IDD 38 risControl 01/17
in den Anwendungsbereich dieser Gesetzesstellen. Wir schlagen vor, diese Bestimmungen eben auch in Art. 33 VAG umzusetzen. Für alle Arten von Vermittlern, auch für den angestellten Außendienst, ist eine einheitliche Regelung für die Aus- und Weiterbildung vorzusehen. Ein organisatorischer oder personeller Zusammenhang zwischen Schulungsstellen und Versicherungsunternehmen ist abzulehnen. Es soll eine Trennung zwischen derjenigen Stelle, die die Kriterien vorgibt, und jener Stelle, welche die Einhaltung der Kriterien überwacht, bestehen. Jene Stellen, die die qualitative Weiterbildung festlegen, sollen relativ nahe bei den Berufsverbänden angesiedelt werden. Absicherung gegen Insolvenz der Vermittler Art. 10 Abs. 4 IDD sieht vor, dass Vermittler gegen Insolvenz abgesichert sein müssen, damit Kunden nicht um ihre Prämie „umfallen“ können. Bereits während der EU Konsultationen zu diesem Punkt haben wir darauf hingewiesen, dass die meisten Vermittler in Österreich keine Prämien kassieren, sondern nur Anträge weiterleiten. Und sie sind überwiegend Kleinbetriebe mit wenigen Mitarbeitern. Daher würde sie eine praxisfremde Insolvenz-Ausfallsversicherung nur unnötig belasten und den Kunden keinerlei Vorteile bringen. Dies hatten wir auch in einer vorbereitenden Marktstudie über den heimischen Sektor erhoben.
KOMMENTAR Wir schlagen vor, die bestehende Regelung in § 43 Abs. 3 VersVG für Versicherungsagenten beizubehalten, wonach ein vom Kunden an den Agenten für den Versicherer bezahlter Geldbetrag als direkt an den Versicherer bezahlt gilt und ein vom Versicherer an den Agenten bezahlter und für den Kunden bestimmter Geldbetrag erst dann als bezahlt gilt, wenn der Kunde bzw. Versicherungsnehmer ihn tatsächlich erhalten hat. Für Versicherungsmakler schlagen wir die Verankerung der in IDD Art. 10 Abs. 6 Lit. b) vorgesehenen Vorschriften in § 137 Gewerbeordnung (Versicherungsvermittlung) vor: Versicherungsmakler, die Gelder von Kunden für Versicherungen und/oder von Versicherungen für Kunden entgegennehmen müssen über eine finanzielle Leistungsfähigkeit verfügen, die jederzeit 4 % der Summe ihrer jährlichen Prämieneinnahmen, mindestens jedoch 18.750 EUR, entspricht. Handeln „im besten Interesse“ des Kunden Art. 17, 18, 19, 20, 23 IDD sehen umfangreiche Bestimmungen zu Beratung und Dokumentation sowie Einzelheiten der Auskunftserteilung an den Kunden vor. Es ist insbesondere auch klarzustellen, dass der Vertreiber im bestmöglichen Interesse des Kunden handeln muss, sowie, dass alle Informationen einschließlich Marketing Mitteilungen von Versicherungsvertreibern an den Kunden redlich, eindeutig und nicht irreführend sind. Ein eigenes Informationsblatt soll Beratung und die Standards für den Vertrieb ohne Beratung regeln. Im Rahmen der Umsetzung schlagen wir eine Definition von „Beratung“ und die Einführung von Qualitätsstandards für Beratung vor. Dies wäre beispielsweise mit Credits möglich. Ein entsprechender Standard muss von der vom Gesetzgeber dafür zuständig gemachten Behörde vorgegeben werden. Wir treten auch für eine Beratungspflicht ein, dies unter Umständen abhängig von den Versicherungssparten. Auskünfte sollen auch über die Webseiten der Versicherungsunternehmen mit personalisiertem Zugang möglich sein. Der Erwerb geeigneter Versicherungslösungen erfordert in der Regel qualifizierte Beratung durch entsprechend geschulte und kompetente
Betriebsstruktur selbständiger Versicherungsvermittler, Afpa Marktstudie 2012/13
Versicherungs-Professionisten. Im Sinne des Konsumentenschutzes ist darum eine klare Unterscheidung von „Beratung“ zu reiner Vermittlung erforderlich. Die Implementierung hat für selbständige Vermittler in den § 137f ff, insbesondere in den §§ 137 g und 137h GewO zu erfolgen. Die Art und Weise, wie diese Informationspflichten dem Kunden gegenüber erfüllt werden, soll grundsätzlich offenbleiben. Wir treten grundsätzlich für eine Beratungspflicht ein, lediglich in Art. 30 IDD soll es innerhalb der Umsetzung bei Anlageprodukten ein beratungsfreies Geschäft geben (ähnlich wie bei MIFID). Die Auskunftserteilung soll grundsätzlich unentgeltlich erfolgen und Auskünfte über die Website mit personalisiertem Zugang sollen möglich sein. Für Versicherungsmakler ist die in § 28 Abs. 3 MaklerG verankerte zwingende Beratungspflicht unbedingt beizubehalten. Wir sprechen uns ausdrücklich und schon wegen der Standesverpflichtungen der Versicherungsmakler gegen ein beratungsfreies Geschäft aus. Informationspflichten und Offenlegung Gemäß Art. 17 Abs. 3 IDD darf die Vergütung des Vermittlers nicht mit der Pflicht, im bestmöglichen Interesse des Kunden zu handeln, kollidieren. Art. 19 Abs. 1 IDD regelt, dass Versicherungsvertreiber ihre Kunden vor Abschluss eines Vertrages informieren müssen, ob sie auf Basis einer direkt vom Kunden bezahlten Gebühr („Honorar“) oder einer Vergütung durch das Versicherungsunternehmen („Provision“) oder auf Basis einer anderen Art von Vergütung entlohnt werden. Weiters ist das Rechtsverhältnis zum Versicherungsunternehmen („ausgewogene Beratung“ oder „vertraglich gebunden“) offenzulegen. Rund 50 % der Geschäftsfälle selbstständiger Versicherungsvermittler liegen unterhalb von EUR 1.000 Jahresprämie. Der Zeitaufwand bis zu einem Abschluss oder einer Absage beträgt zwischen 5,6 und 6,3 Stunden! Hinzu kommen zwischen 2,1 und 5,0 Stunden Back-Office Aufwand und in Folge auch die laufende Betreuung (Kundenservice, Administration). Es ist nicht anzunehmen, dass der Konsument bereit ist, jedes Mal Kosten zwischen rund EUR 100 und EUR 300, zumal auch für den Nicht-Abschlussfall(!), zu tragen. Die Offenlegung der Vergütung soll in der von der IDD vorgesehenen Art und Weise erfolgen und nicht strenger. Vor dem Hintergrund der verpflichtenden Offenlegung treten wird dafür ein, die Entscheidung über die Art und Weise der Vergütung eines Versicherungsvermittlers dem informierten mündigen Konsumenten zu überlassen. Das bestehende System der Provisionsverrechnung neben einer Verrechnung auf Honorarnoten-Basis für bestimmte risControl 01/17 39
KOMMENTAR Leistungen (besondere Beratungsleistungen, Schadensabwicklung) soll beibehalten werden. Weiters sprechen wir uns für die Beibehaltung des § 138. Abs. 1 GewO aus, wonach ein Honorar für eine Beratung dann verlangt werden darf, wenn dies vorweg im Einzelnen vereinbart worden ist. Kommt es in derselben Sache zum Abschluss eines Versicherungsvertrages, so entfällt der Honoraranspruch in der Höhe der Provision. Diesbezüglich wird auch eine Umsetzung im Handelsvertretergesetz (§ 8 Abs. 1 oder 2, § 9 und § 26c HVertrG) zu erfolgen haben. Zielmarkt Gemäß Art. 25 IDD wird im Rahmen der Product Governance ein Zielmarktbegriff eingeführt, um bereits bei der Produktentwicklung einen zielmarktkonformen Verkauf vorzusehen. Der Vertreiber ist in die Pflicht zu nehmen, wenn nicht zielmarktkonform verkauft wird. Die entsprechenden Kriterien sind vom Produktentwickler dem Vermittler zu übergeben, um den Kunden informieren zu können. Dem Vermittler wird dabei eine Rückmeldungsverpflichtung an den Versicherer aufgetragen, für falsche Produkte und fehlende Eignung am Zielmarkt. Diese Rückmeldungsverpflichtung des Vermittlers an die Versicherungsunternehmen kann nach unseren Vorstellungen nur die tatsächlich geworbenen Kunden und die tatsächlich vom Vermittler vertretenen bzw. vermittelten Assekuranzen betreffen. Keinesfalls dürfte diese Bestimmung so ausgelegt werden, dass Vermittler eine „Universalverpflichtung“ träfe, fortwährend alle am Markt angebotenen bzw. erhältlichen Versicherungsprodukte („Marktpolizei“) zu überwachen. Selbstständige Versicherungsvermittler agieren als Unternehmer eigenständig und sind weder organisatorisch noch disziplinär den Versicherungsunternehmen unterstellt. Ohne Auftrag des Kunden besteht für sie weder Anlass noch ein kaufmännischer Nutzen darin, auch nicht angebotene oder vertretene Produkte zu überwachen und somit ihren Kunden für eine Leistung, die sie gar nicht beauftragt hatten Kosten in Rechnung stellen zu müssen. Fernabsatz von Versicherungsprodukten Art. 30 Abs. 5 der IDD regelt Verträge, die unter Verwendung eines Fernkommunikationsmittels abgeschlossen werden. Handelt es sich dabei um Versicherungsanlageprodukte, dann muss den Kunden auch für solche fernmündlich abgeschlossenen Verträge eine Angemessenheitserklärung ausgehändigt werden. Die einschlägigen Bestimmungen sind im FernFinG (ev. § 7) zu verankern. Dabei soll die Angemessenheitserklärung auf einem dauerhaften Datenträger auch erst nach Vertragsabschluss ausgehändigt werden dürfen, wenn die Bedingungen erfüllt sind. Nur so ist der in der IDD vorgesehene Fernabsatz von Versicherungsprodukten auch tatsächlich möglich. Zentrale Aufsicht und Beschwerdestelle Art. 14 und 15 IDD sehen die Möglichkeit einer außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten vor. 40 risControl 01/17
Diese Regelung ist in § 365z 1 GewO einzufügen. Wir sind der Ansicht, dass hier ein Verweis auf nationale existierende Beschwerdestellen die Verpflichtung der IDD bereits erfüllt. Art. 11 IDD regelt die Einrichtung einer Kontaktstelle für Bereitstellung von Informationen über Vorschriften zum Schutz von Allgemeininteressen und deren regelmäßige Aktualisierung vor. Art. 12 IDD sieht vor, dass die FMA, die österreichische Finanzmarktaufsicht, die zuständige Behörde sein soll. Eine Umsetzung hat in § 2 Abs. 2 FMABG zu erfolgen. Die Agenden rund um das Gewerberecht sind in Österreich im Wirtschaftsministerium angesiedelt und es muss landesweit eine einheitliche Umsetzung und Kontrolle der Marktteilnehmer sichergestellt sein. Wir treten dafür ein, dass die Agenden daher von einer zentral organisierten Kompetenzstelle beim Wirtschaftsministerium wahrgenommen werden. Für die Umsetzung von Sanktionen sollen nach Möglichkeit bestehende nationale Vorschriften ausgeschöpft werden. Finanzielle Nahversorgung erhalten Zu den wesentlichen Merkmalen und Leistungsversprechen der selbständigen Versicherungs- und Finanzberater zählt der Anspruch, die angebotenen Dienstleistungen möglichst nahe an den Kunden zu bringen, um dadurch unnötigen Aufwand für Anfahrten, Wartezeiten etc. zu vermeiden. Bei Untersuchungen der Bundesländer zeigt sich, dass die finanzielle Nahversorgung durch selbständige Versicherungs- und Finanzberater derzeit vergleichbar gesichert ist. Die Dichte der Anbieter schwankt zwischen 0,39 Anbieter pro 1.000 Einwohner in Tirol bis 0,57 in der Steiermark. Jede unverhältnismäßig strenge Umsetzung der IDD Sanktionen würde betroffene Betriebe in ihrer Existenz gefährden und die finanzielle Nahversorgung kollabieren lassen. Darum fordern wir eine Umsetzung „mit Augenmaß“ und werden dies auch bei den dafür zuständigen Institutionen nachhaltig vertreten.
Österreichs erstes Komplettsystem für Mehrfachagenturen
Zu Beginn des Jahres gibt es eine große Neuerung innerhalb der Versicherungsbranche. Mit der im September 2016 gegründeten Verdas GmbH ging „Österreichs erstes Komplettsystem für Mehrfachagenturen“ an den Start. VERDAS schafft eine Basis für Mehrfachagenturen und bietet diese bestehenden Agenturen, Mehrfachagenturen, Versicherungsmakler und Allen, die sich in diesem Bereich selbstständig machen wollen. Wir sprachen mit Mag. Erich Dulle, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von VERDAS. Herr Dulle, was war Ihre Intention mit der Verdas GmbH ein System für Versicherungsagenturen zu gründen? Gruppierungen gewinnen in der Versicherungswirtschaft immer mehr an Bedeutung. Durch Gesetzesänderungen und damit verbundenem großem Aufwand werden neue Modelle notwendig. Wir haben mit VERDAS eine Lücke geschlossen und ­ bieten in Kooperation mit allen wichtigen Versicherern ein Gesamtpaket an, mit dem die Herausforderungen der Zukunft für den Vermittler lösbarer werden. VERDAS fungiert somit als Vorreiter in diesem Bereich. Was genau macht VERDAS anders? Bei VERDAS handelt es sich nicht nur um eine Einkaufsgemeinschaft oder einen losen Zusammenschluss. Wir gehen hier einen Schritt weiter und bieten ein Komplettsystem, angefangen von der Provisionsabrechnung, über einen gemeinsamen Markenauftritt, ein durchgängiges EDV-System, Schulungsangebote und vielen weitere Leistungen. Konkret lösen wir damit viele alltägliche Probleme aus der Arbeit eines Versicherungsvermittlers. Der größte Fokus des Arbeitsalltags eines Versicherungsvermittlers liegt bei dem Versicherungsverkauf. Wie sehen hier Ihre Lösungen und Ideen aus? Für viele Agenten ist es schwierig an gute
Produkte oder faire Provisionsvereinbarungen zu kommen. Wir nehmen unseren Mehrfachagenturen dieses Problem ab und bieten ihnen diese Vereinbarungen in Zusammenarbeit mit den Versicherern an. Auch ein persönliches Coaching ist ein Teil von VERDAS. Was kann man unter Ihrem Coaching verstehen? Die Unterstützung beginnt bereits bei der Gründung des Unternehmens. Zusätzlich kommen noch die Begleitung und Hilfestellung bei der Gewerbeanmeldung, die richtige Personalauswahl, optimierte Prozessabläufe und die Verkaufsunterstüzung hinzu. Ich möchte hier einfach meine persönlichen Erfahrungen weitergeben, insbesondere auch bei schwierigen beruflichen Herausforderungen, die in Zukunft zu bewältigen sein werden. Sie haben Ihre Erfahrung angesprochen. Wie kamen Sie auf die Idee, sich mit der Verdas GmbH selbstständig zu machen? Ich habe erkannt, dass es gerade im Bereich der Mehrfachagenturen noch große Potentiale gibt. Als ehemaliger Landesdirektor, Vertriebsleiter und Prokurist ist es schön, die Zukunft der Mehrfachagenturen in Österreich mitgestalten zu können. An dieser Stelle möchte ich mich bei der gesamten Versicherungswirtschaft für die professionelle Unterstützung bedanken.
Wie ist der aktuelle Stand bei VERDAS und was sind Ihre Pläne für das Jahr 2017? Die ersten Mehrfachagenturen haben bereits mit Jänner 2017 ihre Tätigkeit aufgenommen und werden einen wesentlichen Beitrag zur qualifizierten Beratung in der Versicherungsvermittlung leisten. Großer Wert wird bei uns auch auf die Weiterbildung gelegt. Sichergestellt wird dies unter anderem auch durch die begünstigte Möglichkeit den Diplomversicherungskaufmann an der Privatuniversität Schloss Seeburg abschließen zu können. In ganz Österreich finden derzeit Gespräche mit möglichen Partnern statt und weitere Mehrfachagenturen werden in den kommenden Monaten starten.
Nähere Informationen und Kontaktdaten finden Sie unter www.verdas.at risControl 01/17 41
VERANSTALTUNG Standard Life
Unterstützung der Österreichischen Krebshilfe Wien Bereits zum 8. Mal in Folge überreicht Standard Life Österreich im Rahmen seiner Corporate Social Responsibility (CSR)-Aktivitäten heuer einen Scheck im Wert von EUR 6.000,-- an die Österreichische Krebshilfe Wien. „Es ist unser Ziel, soziale Verantwortung zu übernehmen und so einen sinnvollen Beitrag für unsere
Gesellschaft zu leisten. Dass dies bei Standard Life weit über das Thema Pensionsvorsorge hinausgeht, zeigt unser langjähriges Engagement für die Krebshilfe Wien“, betont Mag. Bernhard Fasching, Sales Manager Austria, bei der Schecküberreichung an den Präsidenten der Österreichischen Krebshilfe Wien, Univ.-Prof.
Dr. Michael Micksche, und die Geschäftsführerin Mag. Gaby Sonnbichler. „Die finanzielle Unterstützung von Standard Life trägt dazu bei, dass der gemeinnützige Verein seine Hilfeleistungen weiterhin anbieten und ausbauen kann. Mehr als 50 Prozent aller Krebspatienten können geheilt werden“, betont Micksche.
15. Informationstag Der 15. Informationstag der Wiener Versicherungsmakler findet am 22. Februar in den Sofiensälen unter dem Motto „BEZIEHUNGsWEISE“ statt. Durch die fortschreitende Modernisierung wird es für viele Menschen immer schwieriger, echte Nähe und Vertrauen aufzubauen. esonders Geschäftsbeziehungen – so scheint es – funktionieren zunehmend oberflächlich und distanziert. Die wirklich nahen Beziehungen werden immer weniger. Unter dem Motto „BEZIEHUNGsWEISE“ zeigen die Wiener Versicherungsmakler am 22. Februar 2017, im Rahmen ihres 15. Informationstages, gemeinsam mit hochkarätigen Referenten, Möglichkeiten auf, wie Vertrauen und Nähe langfristig aufgebaut werden können. „In der Versicherungsbranche fangen wir die Ängste und Sorgen unserer Kunden vor allem durch eine gute Beziehung und Vertrauensbasis auf. Gerade in unserer schnelllebigen „schönen neuen Welt“ ist es deshalb wichtig, das
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Vertrauen der Kunden zu stärken und Verständnis für ihre Bedürfnisse aufzubringen. Wie das bei steigendem Termindruck und trotz der vielen unterschiedlichen Kommunikationsformen gelingen kann, diskutieren wir am 22. Februar 2017 mit tollen Experten in den Wiener Sofiensälen“, erklärt Helmut Mojescick, Fachgruppenobmann der Wiener Versicherungsmakler. Individuelle Schicksale brauchen individuelle Lösungen, dazu ist Persönlichkeit und Menschenkenntnis notwendig. In ihrem Vortrag widmet sich die Publizistin Dr. Karin Kneissl daher unter anderem dem Thema Diplomatie. Denn so wenig wie internationale Verbindungen ohne zwischenmenschliche Dimension möglich sind, so wenig können Geschäftsbeziehungen nur virtuell aufgebaut und gepflegt werden. Humorvoll und alltagsnah beschreibt der Neurowissenschaftler und deutsche Science Slam Meister, Dr. Henning Beck, welche Vorgänge in unserem Gehirn
ablaufen, wenn wir mit anderen kommunizieren und warum persönlicher Kontakt so wichtig ist. Der Unterhaltungsfaktor kommt dabei nicht zu kurz, denn sein Vortrag ist wie ein menschliches Gehirn: unkonventionell, dynamisch und lustig. Die „Hammurabi-Preisverleihung“ sowie das beliebte „talk together“ zur anschließenden Beziehungspflege sind, wie jedes Jahr, fixe Programmpunkte der Veranstaltung. Der Besuch ist nur für geladene Gäste möglich, die im Januar eine persönliche Einladung erhalten und gebeten werden, sich anzumelden. „Ich möchte mich, im Namen aller Wiener Versicherungsmakler, herzlich bei unseren Partnerinnen und Partnern bedanken, die uns unterstützen, die Beziehungen innerhalb der Branche am 22. Februar 2017 weiter zu pflegen und zu vertiefen“, so Helmut Mojescick, der sich auf die zahlreichen Gäste freut.
MARKT respACT
Neue EU-Richtlinie Seit heuer sind Unternehmen dazu verpflichtet Nachhaltigkeitsberichte vorzulegen. Das besagt eine neue EU-Richtlinie die derzeit noch vom Justizausschuss des Parlaments geprüft wird. Bei einer Veranstaltung im Dezember von EY Österreich, Headquarters Austria sowie respACT, diskutierten in Wien Experten von Palfinger und RZB über Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung. respACT Geschäftsführerin Mag. Daniela Knieling berichtete zu Beginn der Veranstaltung über den derzeitigen Stand der Umsetzung der neuen EU-Richtlinie in österreichisches Recht. „Dadurch müssen große Unternehmen öffentlichen Interesses (PIE) mit mehr als 500 Mitarbeitern ab 2017 jährlich
Nachhaltigkeitsinformationen veröffentlichen. Der entsprechende Gesetzesentwurf wird derzeit im Justizausschuss des Parlaments behandelt.“ Sie betonte, dass jene großen Mitgliedsunternehmen von respACT, die von dieser Richtlinie betroffen sind, sich bereits dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben haben und einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen, gut vorbereitet sind. In einer Studie von EY erstellten 26 % der Top-100 Unternehmen in Österreich bereits 2015 einen Nachhaltigkeitsbericht. Sieht man sich den Prime Market an, so berichten 51 % der börsennotierten Unternehmen in Österreich. DI Georg Rogl, Senior Manager bei EY im Bereich Climate
Change & Sustainability ServicesLaut, sprach von etwa 120 Unternehmen, die laut einer Erhebung von EY in Österreich von der EU Richtlinie betroffen sind - das wären doch deutlich weniger Unternehmen als die bisher kolportierten 200 Betriebe. Betroffen sind große kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie Banken und Versicherungen (PIEs) mit mehr als 500 Mitarbeitern. Der Nachhaltigkeitsbericht kann mit dem Lagebericht bis zu 9 Monate nach Bilanzstichtag offengelegt werden. Eine Befreiung ist für Unternehmen vorgesehen, die in den Konzernabschluss eines Mutterunternehmens mit Sitz in der EU einbezogen sind, in dem die entsprechenden Angaben erfolgen.
Think global, act local Mit einem Prämienvolumen von über 5 Milliarden US$, Vertretungen in 101 Ländern und 107 verbundenen Mitgliedsfirmen führt das Worldwide Broker Network (kurz: WBN) die Liste der unabhängigen, inhabergeführten Maklernetzwerke mit großem Abstand an. Unter allen weltweit tätigen Netzwerken erreicht WBN, hinter drei US-gesteuerten Netzwerken, aktuell den stolzen vierten Platz und verbessert sich damit gleich um zwei Plätze. „Grenzüberschreitende Expertise und
Begleitung der Kunden auf ausländischen Märkten wird immer wichtiger“, betont Dr. Klaus Koban, Geschäftsführer von KOBAN SÜDVERS und Österreich-Repräsentant des WBN. Der Erfolg des Netzwerkes liege in den gebotenen Leistungen: „WBN-Kunden haben Zugang zum internationalen Versicherungsmarkt, zu grenzüberschreitendem Risk Management und zu internationalen Versicherungslösungen“, so Koban weiter. „Für uns ist Internationalität ein wichtiger
Bestandteil unserer Identität. Beinahe jedes Unternehmen hat im Zeitalter von Globalisierung und Internationalität entweder selbst ausländische Niederlassungen, Schwesterfirmen, Lieferanten und/oder Kunden. Ein Partner, der die Interessen seiner Kunden auch im Ausland kompetent zu vertreten vermag, ist daher für jedes dieser Unternehmen enorm wichtig. Langjährige Kundentreue und der Erfolg zeigen uns die Richtigkeit unseres Weges“, ist Dr. Koban überzeugt.
Fachverband der Versicherungsmakler und Berater
Verbindliche Standesregeln Mit 1. Jänner traten die verbindlichen Standesregeln der Versicherungsmakler und Berater in Österreich in Kraft. Als Meilenstein bezeichnet Fachverbandsobmann Christoph Berghammer das neue Regelwerk. Das primäre Ziel ist die Stärkung des Berufsstandes und des Gemeinschaftsgeistes. Berghammer: „Ein Weg in die Zukunft, eine Vorbereitung auf die Umsetzung der IDD-Maßnahmen die kommen werden. KR Rudolf Mittendorfer:
Pro Akiv selbstgestaltete Regeln sind besser als sich diktierten Maßnahmen unterwerfen zu müssen. Das neue Regelwerk umfasst 6 Seiten, ist auf der Homepage der Versicherungsmakler herunterladbar und ist anzuwenden für * Allgemeine Bestimmungen * Berufliche und organisatorische Anforderungen * Verhalten gegenüber Auftraggebern * Verhalten gegenüber Versicherern * Verhalten gegenüber anderen Mitbewerbern * Verhalten gegenüber Behörden,
Vermittleraufsicht, Verbraucherschutzorganisationen, Schlichtungsstellen, WKO *die Verschwiegenheit. Die neuen Standesregeln umfassen keine Zusatzpflichten, sie sollen als Zusammenfassung des geltenden Maklergesetzes und der Gewerbeordnung dienen. Sollte es zu einer Widrigkeit gegenüber den Standesregeln kommen und interne Schlichtungsversuche nicht möglich sein, wird die RDK Rechts- und Disziplinarkommission angerufen. risControl 01/17 43
KOLUMNE Michael Kordovsky
Trotz möglicher Zinsanstiege auf der Gewinnerseite Steigende Zinsen sind Gift für die Börse – so eine alte Regel. Und genau dieses Szenario kündigte sich bereits seit mehreren Monaten an. Auch wenn man in so einem Umfeld vorsichtiger agieren muss, hindert dies nicht daran, nach lukrativen Investmentmöglichkeiten Ausschau zu halten. risControl zeigt Spar- und InvestmentIdeen für eine Rückkehr der Inflation und steigende Zinsen.
Die Inflation bahnt sich im Euroraum ihren Weg und mit dieser Entwicklung könnte das absolute Zinsentief bereits hinter uns liegen. Vom 29.09.16 bis 05.01.17 stieg der für zehnjährige Fixzinsbindungen relevante 10-Jahres-EUR-Swapsatz von 0,24 auf 0,68%. Die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen liegen mittlerweile wieder bei 0,25% nachdem sie einst sogar auf unter -0,10% fielen. Der Bund-Future (synthetische deutsche Bundesanleihe mit 6% Kupon und 10 Jahren Laufzeit) fiel von September bis November vorübergehend um 5% ehe wieder eine Gegenbewegung einsetzte. Denn: Steigen die Zinsen, dann fallen die Anleihenkurse. Die Verluste sind dabei umso größer je länger die Laufzeit ist. Online-Konten und Geldmarkt-Fonds Auf der sicheren Seite ist man dabei mit Online-Tagesgeldkonten oder Online-Konten mit kurzer Bindungsdauer. Steigen nämlich die Zinsen erfolgt eine schnelle Anpassung nach oben. Gleiches gilt für Floater, variabel verzinste Anleihen deren Ertrag sich an Geldmarkt-Referenzzinssätzen wie 3-Monatsoder 6-Monats Euribor orientiert. Vor allem US-Dollar-Floater werden interessant, denn die Fed hat bereits die zweite Leitzinserhöhung vorgenommen und sollte Trumps Wirtschaftspolitik zu Engpässen am Arbeitsmarkt führen, dann könnte infolge von Lohninflation in 44 risControl 01/17
den kommenden Jahren eine ganze Reihe an Leitzinsanhebungen folgen. Wer einen Teil des Geldes in US-Dollar-Veranlagungen hält und halten möchte, kann deshalb auch einen Teil des Geldes auf US-Dollar-Konten lassen. Eine Alternative sind auch globale Geldmarktfonds. Vorsichtige Sparer hingegen können bis zur Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Person und Institut Tagesgeld- oder Festgeldkonten bei diversen Online-Banken einrichten: Aktuelle Angebote von Online-Banken (5.1.17): • Addiko Bank 1,25% p.a. gebunden auf 6 Monate 1,30% p.a. gebunden auf 12 Monate • Renault Bank 0,70% p.a. für Tagesgeldkonto 0,90% p.a. Festgeld gebunden auf 12 Monate • DenizBank 0,60% p.a. für Tagesgeldkonto 1,00% p.a. Festgeld gebunden auf 12 Monate • Santander Consumer Bank 0,50% p.a. für Tagesgeldkonto 0,95% p.a. Festgeld gebunden auf 12 Monate • ING DiBa 0,40% p.a. für Tagesgeldkonto aber 1% p.a. Startzinsen auf 4 Monate bei Neukunden
Diese Angebote stellen bereits eine solide Basis dar und ein faktisch „risikoloser“ Sockelertrag auf Einlagen bis zur Höhe der Einlagensicherung soll vor sinnlosen Experimenten abhalten. Short-ETFs als Wetten auf fallende Anleihenkurse Wer jedoch spekulativere Wetten auf steigende Zinsen und fallende Kurse bei Staatsanleihen des Euroraums eingehen möchte, kann dies über einschlägige ETFs, mit denen man das gewinnt, was die zugrundeliegenden AnleihenIndizes verloren haben. Im Falle eines Hebels ist sogar das Mehrfache davon möglich. Eine interessante Alternative ist der db x-trackers Short iBoxx® € Sovereigns Eurozone Total Return Index-ETF (ISIN: LU0321463258), der an Wert gewinnt, was das zugrundeliegende Staatsanleihenportfolio verliert. Mit jeweils 25; 24; 18 bzw. 13% am stärksten gewichtet sind Anleihen der Länder Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien. Mit jeweils 0,29 bzw. 0,89% (per 5.1.17) ist das Renditeniveau deutscher und französischer Staatsanleihen nach wie vor viel zu niedrig, während Italien eine drohende Bankenkrise und politische Unsicherheiten zu schaffen machen. Der Short-ETF liegt infolge jüngster Renditeanstiege auf 6-Monats-Sicht bereits 2,80% im Plus. Diesem geht allerdings logischerweise eine langjährige Verlustphase
Geldmarktfonds USD
Pioneer Funds USD Short Term PIA - Dollar Short Term Bond
Quelle: fondsprofessionell.de, Datenerfassung per 6.1.
voraus (langjähriger Zeitraum sinkender Zinsen). Wer lieber auf einen fallenden Bund Future setzt, kann mit dem ComStage Commerzbank Bund-Future Double Short TR UCITS ETF (ISIN: LU0530124006) doppelt so viel gewinnen wie der Bund-Future verliert.
2,1%, Dienstleistungen und der Teilindex „Lebensmittel, Alkohol und Tabak“ um je 1,2%. Die Verbraucherpreise in der Leitwirtschaft Deutschland stiegen im Dezember voraussichtlich sogar um 1,7%. Nahrungsmittel und Energie sind dafür hauptverantwortlich.
An der Rückkehr der Inflation profitieren mit...
Der Preisauftrieb könnte sich aber noch weiter beschleunigen: Die OPEC beschloss, in den ersten 6 Monaten 2017 ihre tägliche Ölproduktion um knapp 1,2 Mio. Barrel auf 32,5 Mio. Barrel pro Tag zu drosseln. Auch die Nicht-OPEC-Länder wollen pro Tag 562.000 Barrel weniger produzieren. Abzuwarten bleibt, ob der Iran weiter als Öllieferant agieren kann. Die neue US-Regierung könnte eine härtere Gangart gegenüber dem Iran einlegen und Wirtschaftssanktionen erscheinen plausibel.
Ein wichtiger Faktor, der das Zinsniveau beeinflusst, ist die Inflationsrate. Während die Zinsen am langen Ende durch sehr viele Einflussfaktoren gesteuert werden und es zwischenzeitlich immer wieder zu unerwarteten Fluktuationen kommt, lässt sich die Inflationsentwicklung besser einschätzen. Zurzeit wirken vor allem steigende Energie- und Treibstoffpreise in Kombination mit einem festen US-Dollar in Europa inflationär. Binnen eines Jahres stieg der Ölpreis (WTI) um 58% (per 6.1.), Erdgas um 47% und Benzin um 40%. Gleichzeitig verteuerte sich der US-Dollar um Euro in den vergangenen 3 Monaten um über 6%. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Inflation im Euroraum ihren Weg bahnt. Laut Schnellschätzung von Eurostat beschleunigte sich der jährliche Preisauftrieb von November auf Dezember von 0,6 auf 1,1%. Noch im August verharrte die Inflationsrate auf 0,2%. Die Teilindizes Energie und Unverarbeitete Lebensmittel verteuerten sich auf Jahresbasis im Dezember um jeweils 2,5 bzw. Inflationsschutz-Anleihenfonds (gereiht nach 1-Jahres-Performance)
BGF Global Inflation Link.Bd.A2 EUR H
...Ölwerten und... An den aktuellen Entwicklungen an der Ölfront effektiv partizipieren kann man mit Investments in Aktien integrierter multinationaler Ölkonzerne wie Exxon Mobil, Chevron, Royal Dutch Shell, Total und Petroleo Brasileiro sowie Ölfeldausstatter wie Halliburton und Schlumberger. ...Inflationsgeschützten Anleihen Bei den inflationsgeschützten Anleihen gibt es mehrere Varianten. Bei der Zinsvariante gibt Performance
es einen regelmäßigen Inflationsausgleich über die Zinsanpassung, während bei der Nennwertvariante bei Fälligkeit die Rückzahlung des inflationsangepassten Nominalwertes erfolgt. In der Praxis gibt es häufig Mischformen wie bei den Inflationslinkern unter den deutschen Bundesanleihen: Hier werden sowohl Nennwert als auch der Zinsertrag an die Inflation angepasst, indem sie mit einer sogenannten Index-Verhältniszahl (Indexierungs-Koeffizient) multipliziert werden, die die Entwicklung des harmonisierten Verbraucherpreisindex (ohne Tabak) in der Eurozone widerspiegelt. Mit der Inflation steigen die jährlichen Zinszahlungen und der Tilgungsbetrag. Im Falle einer Deflation (rückläufige Verbraucherpreise) wird im schlimmsten Falle noch immer der ursprüngliche Nominalwert zurückbezahlt. Ein wichtiger PerformanceFaktor dieser Papiere sind die vorherrschenden Inflationserwartungen, die nun im Anstieg sind – gute Rahmenbedingungen für diese Anleihen, in die man über einschlägige Fonds investieren kann. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass Länder wie Italien und Spanien nicht zu stark gewichtet sind, denn ein Crash italienischer oder spanischer Staatsanleihen würde auch hier seine Spuren hinterlassen. Aktien von Lebensversicherern Können Lebensversicherungen infolge steigender Zinsen die garantierten Mindestzinsen aus Anlageerträgen erwirtschaften, dann ist dies auch gut für deren Aktienkurse. Unter Dividendenaspekten besonders interessant sind Allianz ( bei Kurs von 161,10 EUR eine Dividendenrendite von 4,5%) und UNIQA (bei Kurs von 7,65 EUR eine Dividendenrendite von 6,1%).
47% USA, 26% UK; 7% Frankreich
UBS(Lux)BS Inflation-linked Gl.USD P acc LU0455550201
49% USA, 9% UK, 8% Italien
PIA - Euro Inflation Linked Bond A
57% Frankreich, 41% Deutschland
UBS(Lux)BS Inflation-linked EUR P acc
59% Deutschland, 41% Frankreich
49% USA, 15% Deutschland u. 14% Frankreich
LGT Bond Fd. Gl.Inflation Lin.CHF A CHF LI0148578011
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Die besten Reiseziele 2017 Jedes Jahr neue Top-Reiseziele zu finden, ist nicht einfach. Die Welt hat nun einmal nur offizielle 193 Staaten - viel mehr werden es auf in Zukunft nicht werden. Die Verfasser der "Best in Travel"-Reihe von Lonely Planet schaffen es jedoch immer wieder, interessante Regionen der Erde zu identifizieren - hier die besten fünf Länder des Rankings.
1. Kanada Dieses Jahr schaffte es das zweitgrößte Land der Welt mit seinen zuvorkommenden und höflichen Einwohnern auf Rang eins. Wer an Kanada denkt, der denkt wahrscheinlich als Erstes an Winter, Ahornsirup, Elche und Eishockey. Davon, dass dieses Land noch viel mehr zu bieten hat, sollte man sich am besten heuer überzeugen. Dank des 150. Geburtstages des Landes ist der Eintritt in alle der 44 Nationalparks kostenlos. Nähere Informationen finden Sie unter www.meinkanada.com. Zusätzlich versüßt der derzeit schwache kanadische Dollar den Aufenthalt und lässt genug Geld in der Reisekasse, um die einheimische Küche zu probieren. Nicht nur findet man in den Metropolen wie Toronto und Vancouver eine große und sehr authentische Vielfalt internationaler Küchen, sondern das Land bietet auch seine ganz eigenen Spezialitäten. Die optimale Reisezeit ist Frühling und Sommer, vor allem um den Nationalfeiertag am 1. Juli, der heuer wohl besonders ausgiebig gefeiert werden wird.
2. Kolumbien Nach jahrzentenlangem Bürgerkrieg und Gewaltverbrechen ist Kolumbien schon länger ein für Lateinamerika verhältnismäßig sicheres Reiseziel. Es gibt zwar keine Weltwunder, aber das Land wartet mit einer der größten Pflanzen- und Tiervielfalt der Welt auf. Um in dem Land als Individualtourist gut zurechtzukommen, sind Spanischkenntnisse wichtig. Die Küche Kolumbiens ist sehr regional geprägt und weist viele Unterschiede auf. Außerordentliche Spezialitäten wie geröstete Ameisen oder Meerschweinchen, gelten in einigen Regionen als Delikatesse. Kolumbien bietet Karibikstrand, 5800 m hohe Gletscher und fast alles dazwischen, durch die Lage am Äquator ist das Wetter in den einzelnen Regionen fast das ganze Jahr hindurch gleich. 46 risControl 01/17
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3. Finnland Die Finnen feiern heuer ausgiebig ihre hundertjährige Unabhängigkeit – jede Region plant ihre eigenen Events, es wird sogar ein neuer Nationalpark eröffnet. Finnlands Natur kann mit zehntausend Seen, unberührten Wäldern und unzähligen Wanderrouten mit gemütlichen Hütten aufwarten - egal ob im milden Sommer oder im kalten Winter. Wer hingegen auf der Suche nach moderner Architektur und aufregender Kunst ist, sollte in Helsinkis Designerviertel schauen. In der jungen Gastro-Szene hauchen Küchenchefs traditionellen Gerichten mit uralten Räucher- und Beiztechniken neues Leben ein. Zudem findet 2017 auch die Eiskunstlauf- und die Nordische Ski-WM hier statt.
4. DOMINICA Ihre Einwohner scherzen, würde Kolumbus auferstehen, um in die Karibik zurückzukehren, dann wäre Dominica die einzige Insel, die er wiedererkennen würde. Ein Blick auf die Natur genügt, um zu verstehen, was gemeint ist. Es fehlen (zum Glück) die typischen weißen Strände, daher blieb das Land bisher von großen Hotelketten verschont. Das ändert sich 2018, daher ist heuer die letzte Chance, diese Insel in ihrer unberührten Schönheit zu bereisen. Dominica ist der ideale Ort, um sich sowaohl zu entspannen als auch aktiv zu werden. Durch seine vulkanischen Berge, den üppigen Regenwald, die kristallklaren Wasserfälle und die Fülle an Flüssen besuchen vor allem Leute diese Insel, die mehr als nur am Pool oder Strand liegen wollen.
5. Nepal Die Erdbeben von 2015 verursachten zwar Verwüstung, bei denen teilweise Wahrzeichen zerstört wurden, doch vieles blieb verschont, wie etwa die Hauptstadt Kathmandu, die beliebten Trekkingrouten und zahlreiche Tempel. Nepal hat alle technischen Möglichkeiten, um die zerstörten Wahrzeichen sowie die Infrastruktur wieder aufzubauen, was fehlt, ist Geld. Wer jetzt nach Nepal reist, hilft dem Land, wieder auf die Beine zu kommen, und kann gleichzeitig eine unvergleichliche Natur und Kultur bestaunen. Nashörner und Tiger ziehen in den Nationalparks umher, und raue Pfade schlängeln sich an den Flanken der höchsten Gipfel der Erde hinauf zu Dörfern mit uralten Steinhäusern. 48 risControl 01/17
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 Art. 33
 Art. 10
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 Art. 10
 § 137
 Art. 17
 § 137
 Art. 30
 § 28
 Art. 17
 Art. 19
 § 138
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