Source: https://www.lds.sachsen.de/luftverkehr/index.asp?ID=12597&art_param=478
Timestamp: 2017-11-22 09:23:52+00:00

Document:
Drohnen und Flugmodelle | Prüfpfad - Betrieb mit Drohnen oder Flugmodellen: Wann ist eine Erlaubnis nötig?
Entscheidungshilfe zur Erlaubnispflicht nach § 21a Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) und zu Betriebsverboten nach § 21b LuftVO für Steuerer von unbemannten Luftfahrtsystemen und Flugmodellen
Mit unserer Prüfhilfe können Sie selbst klären, ob Sie für den Betrieb ihres unbemannten Fluggeräts (Flugmodelle oder unbemannte Luftfahrtsysteme = Drohnen) eine Erlaubnis brauchen (und wenn ja, welche): Beantworten Sie die folgenden Fragen. Wenn die Antwort auf alle Fragen "Ja" lautet, brauchen sie für den Betrieb keine Erlaubnis. Wenn auch nur eine Antwort "Nein" lautet, brauchen Sie eine Erlaubnis, eventuell auch mehrere und noch zusätzliche Nachweise (z. B. Halterkennzeichnung des Fluggeräts, Kenntnisnachweis des Steuerers). Der Prüfpfad ist auch als Kurzübersicht unter Formulare und Downloads (Rubrik "Unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS) / Flugmodelle) hinterlegt.
Es mag auf den ersten Blick lästig erscheinen, vor dem Betrieb ihres unbemannten Fluggeräts eine Erlaubnis einzuholen. Aber Sie erhalten dafür von uns Beratung und Information, wie Sie Gefahren sicher vermeiden können. Damit Sie die Freude beim Betrieb ihres Fluggerätes unbeschwert genießen können.
A) Entscheidungshilfe zur Erlaubnispflicht nach § 21a LuftVO
Frage 1: Wiegt ihr Fluggerät (einschließlich Nutzlast) maximal 250 g beim Start?
Nein: Sie brauchen keine Erlaubnis der Landesdirektion Sachsen. Ab 1. Oktober 2017 benötigen Sie aber eine dauerhafte und feuerfeste Kennzeichnung mit Namen, Anschrift am Fluggerät. Weiter mit Frage 2.
Ja: Weiter mit Frage 2.
Frage 2: Wiegt ihr Fluggerät (einschließlich Nutzlast) maximal 2 kg beim Start?
Nein: Sie brauchen keine Erlaubnis der Landesdirektion Sachsen, jedoch neben der o. g. Kennzeichnung am Fluggerät zusätzlich ab 1. Oktober 2017 einen Kenntnisnachweis als Steuerer. Weiter mit Frage 3.
Ja: Weiter mit Frage 3.
Frage 3: Wiegt ihr Fluggerät insgesamt höchstens 5 kg beim Start?
Nein: Erlaubnis der Landesdirektion Sachsen erforderlich.
Ja: Weiter mit Frage 4.
Frage 4 (Nur beantworten, wenn ihr Fluggerät mit Raketenantrieb ausgestattet ist, sonst weiter mit Frage 5.): Wiegt der Treibsatz des Raketenantriebs genau oder weniger als 20 g?
Ja: Weiter mit Frage 5.
Frage 5 (Nur beantworten, wenn ihr Fluggerät mit Verbrennungsmotor ausgestattet ist, sonst weiter mit Frage 6.): Betreiben Sie das Fluggerät nur in einer Entfernung von mehr als 1,5 km von Wohngebieten?
Ja: Weiter mit Frage 6.
Frage 6: Betreiben Sie das Fluggerät nur außerhalb des Geländes von Flugplätzen? (Hubschrauberlandeplätze oder andere Flugplätze)
Nein: Erlaubnis der Landesdirektion Sachsen erforderlich. Zusätzlich ist zum Betrieb auf einem Flugplatz die Zustimmung der Luftaufsichtsstelle oder der Flugleitung des Flugplatzes erforderlich. Diese finden Sie auf dem Flugplatz meist im Gebäude, das mit einem gelben quadratischen Schild mit dem schwarzen Buchstaben "C" gekennzeichnet ist.
Ja: Weiter mit Frage 7.
Frage 7: Betreiben Sie das Fluggerät nur in einer Entfernung von mehr als 1,5 km von der Außengrenze (Einfriedung) von Flugplätzen? [Hinweis: Zu den Flugplätzen zählen sowohl Hubschrauberlandeplätze als auch die übrigen Flugplätze. Auf dieser Seite können Sie mithilfe von Google Earth die 1,5-Kilometer-Zonen um alle sächsischen Flugplätze grundstücksgenau ermitteln (oder gleich mit der kmz-Datei und "Öffnen" anklicken)].
Nein: Erlaubnis der Landesdirektion Sachsen erforderlich. Unsere Erlaubnis enthält bei Bedarf auch Hinweise, welche weitere Freigabe Sie einholen müssen, bevor Sie das Fluggerät im kontrollierten Luftraum (vor allem: Kontrollzone) betreiben wollen.
Ja: Weiter mit Frage 8.
Frage 8: Betreiben Sie ihr Fluggerät nur am Tag? [Hinweis: Der Tag umfasst hier den Zeitraum von 30 min vor Sonnenaufgang bis 30 min nach Sonnenuntergang. Zur Vereinfachung haben wir nicht die Definition der Nacht entsprechend der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 923/2012, Artikel 2 verwendet.]
Ja: Weiter zum Teil B).
Bitte führen Sie jetzt die Prüfung im Teil B) durch!
B) Entscheidungshilfe zu Betriebsverboten nach § 21b LuftVO
Frage 1: (Nur beantworten, wenn Sie ihr Fluggerät nicht auf einem zugelassenen Modellfluggelände betreiben und, wenn ihr Fluggerät ein Multicopter ist sowie Sie keinen Kenntnisnachweis im Sinne des § 21a Abs. 4 Satz 3 Nr. 1 - 3 LuftVO haben, ansonsten weiter mit Frage 2.) Wird ihr Fluggerät bis maximal einer Höhe von 100 m betrieben?
Nein: Ausnahmeerlaubnis der Landesdirektion Sachsen erforderlich.
Frage 2: Wird ihr Fluggerät bis maximal einer Höhe von 50 m in der Kontrollzone betrieben?
(Hinweis: Um die Verkehrsflughäfen Dresden und Leipzig/Halle sind zum Schutz der startenden und landenden Luftfahrzeuge sogenannte Kontrollzonen eingerichtet. Der kontrollierte Luftraum innerhalb dieser Kontrollzonen wird von der Deutschen Flugsicherung (s. DFS) bewirtschaftet, ohne deren ausdrückliche Flugverkehrskontrollfreigabe kein Betrieb erlaubt ist. Bitte beantworten Sie die Frage nur, wenn Sie ihr Fluggerät innerhalb einer Kontrollzone betreiben, ansonsten weiter zu Frage 3)
Nein: Ausnahmeerlaubnis der Landesdirektion Sachsen und die Flugverkehrskontrollfreigabe der Deutschen Flugsicherung erforderlich. Diese können Sie unter der Telefonnummer +49 341 4667-370 für Tower-Leipzig und +49 351 882-5120 für Tower-Dresden oder per E-Mail an bnl-tower-ost@dfs.de beantragen (siehe auch hier). In dem Zusammenhang ist jedoch die DFS-Allgemeinverfügung für die Erteilung der Flugverkehrskontrollfreigabe zu beachten, in der die Freigabe unter Beachtung der Festlegungen als erteilt gilt.
Frage 3: (Nur beantworten, wenn die zuständige Stelle oder Behörde dem Betrieb nicht zugestimmt hat, ansonsten weiter zu Frage 4.). Das Fluggerät wird nicht über oder in einem seitlichen Abstand größer als 100 m zu Industrieanlagen, Kraftwerken, Gefängnissen, Kasernen, Konsulaten / Botschaften, Oberste/Obere Bundes- und Landesbehörden, Liegenschaften der Polizei und Verfassungsbehörden, Autobahnen, Bundesstraßen, Bundeswasserstraßen, Bahnanlagen betrieben?
Frage 4: (Nur beantworten, wenn der Eigentümer oder sonstige Nutzungsberechtigte dem Betrieb nicht zugestimmt hat, ansonsten weiter zu Frage 5.) Wird ihr Fluggerät nicht über Wohngrundstücken betrieben?
Frage 5: (Nur beantworten, wenn der Betrieb des Fluggeräts in dem jeweiligen Schutzgebiet nach den naturschutzrechtlichen Vorschriften nicht gestattet ist, ansonsten weiter zu Frage 6.) Das Fluggerät wird außerhalb von Naturschutzgebieten, Nationalparken und Gebieten im Sinne des § 7 Abs. 1, Nr. 6 und 7 des Bundesnaturschutzgesetzes betrieben?
Frage 6: Wird ihr Fluggerät nicht über oder in einem seitlichen Abstand von größer als 100 m von Menschenamsammlungen, Unglücksorten, Kastastrophengebieten und Einsatzorten von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben betrieben?
Frage 7: Betreiben Sie ihr Fluggerät ausschließlich in Sichtweite des Steuerers? (Hinweis: Der Betrieb erfolgt außerhalb der Sichtweite des Steuerers, wenn der Steuerer das Fluggerät ohne besondere optische Hilfsmittel nicht mehr sehen oder seine Fluglage nicht mehr eindeutig erkennen kann. Als nicht außerhalb der Sichtweite des Steuerers gilt der Betrieb eines Fluggeräts mithilfe eines visuellen Ausgabegeräts, insbesondere einer Videobrille, wenn dieser Betrieb in Höhen unterhalb von 30 m erfolgt und weiterhin die Startmasse des Fluggeräts nicht mehr als 250 g beträgt, oder wenn der Steuerer von einer anderen Person, die das Fluggerät ständig in Sichtweite hat und die den Luftraum beobachtet, unmittelbar auf auftretende Gefahren hingewiesen werden kann.)
Ja: Wenn Sie alle bisherigen Fragen guten Gewissens mit "Ja" beantworten konnten, dürfen Sie ihr Fluggerät erlaubnisfrei nach § 21a und § 21b LuftVO betreiben.
Bitte berücksichtigen Sie noch folgende Hinweise.
Im Prüfpfad konnten wir nicht alle Einzelfälle berücksichtigen, er ist nur eine Entscheidungshilfe. Bitte beachten Sie ferner, dass bemannte Luftfahrzeuge beispielsweise bei Luftrettungsflügen sowie Flügen der Bundes- und Landespolizei mitunter in geringer Flughöhe unterwegs sein können. Hier gilt der Grundsatz, unbemannte Fluggeräte haben den bemannten Luftfahrzeugen stets auszuweichen und der Betrieb darf zu keiner Gefährdung der Luftfahrt führen - also sicherheitshalber den Betrieb mit ihrem Fluggerät einstellen. Bitte erkundigen Sie sich trotz dieser Auskunft regelmäßig über Änderungen der Rechtslage.

References: § 21
 § 21
 § 21
 § 21
 § 21
 § 7
 § 21
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