Source: https://www.niederer.at/paragraf-1186-005_Umfassungsbauteile
Timestamp: 2020-02-26 02:46:32+00:00

Document:
hagebau Baurechtsdatenbank - Burgenländische Schutzraumverordnung: § 0
AN01 Anlage1
AN02 Anlage2
001 Verpflichtung zur Errichtung von Schutzräumen
002 Allgemeines
003 Raumbedarf
004 Lage des Schutzraumes
005 Umfassungsbauteile
006 Eingang und Notausgang
007 Abschlüsse
008 Luftversorgung
009 Installationen und sonstige zur widmungsgemäßen...
010 Nachweis der vorschriftsmäßigen Ausführung
Schutzraumverordnung - Abschnitte
Paragrafen der Verordnung - Paragrafen
Burgenländische Schutzraumverordnung
StF: LGBl. Nr. 27/1985
Verpflichtung zur Errichtung von Schutzräumen
§ 1. (1) Beim Neubau von Gebäuden, die nach ihrer Zweckbestimmung
dem längeren Aufenthalt von Menschen dienen, und beim Zu- oder Umbau
von Kellerräumen solcher Gebäude in dem im Abs. 2 dargestellten
Umfang sind zum Grundschutz der Bevölkerung gegen Gefahren durch
kriegerische Einwirkungen nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen
jene baulichen Maßnahmen zu treffen, welche die Voraussetzung für die
Schaffung von Schutzräumen bilden.
(2) Die Verpflichtung nach Abs. 1 besteht bei solchen Zu- oder
Umbauten von Kellerräumen, durch welche die Umfassungsbauteile (Wände
und Decken) dieser Räume neu geschaffen oder verändert werden.
(3) Die Verpflichtung nach den Abs. 1 und 2 ist erfüllt, wenn die
im § 2 Abs. 6 Z 1 und 2 angeführten Maßnahmen (Wände, Eingang,
trümmersichere Decke und erforderlichenfalls Notausgang), ausgenommen
Maßnahmen gemäß § 6 Abs. 14 (Abschlußtüren bzw. Abschlußklappen für
Eingang und Notausgang), getroffen werden und die Ausführungen den
Anforderungen der §§ 3 bis 5 entsprechend erfolgt. Werden nur
einzelne der im § 2 Abs. 6 angeführten baulichen Maßnahmen
ausgeführt, sind Vorkehrungen zu treffen, daß die nicht ausgeführten
baulichen Maßnahmen im Bedarfsfall rasch und ohne unnötigen
Kostenaufwand nachträglich getroffen werden können.
(4) Wenn in einer Entfernung von höchstens 300 m - gemessen nach
der kürzesten Wegverbindung - ein entsprechender
Gemeinschaftsschutzraum bereits zur Verfügung steht oder gleichzeitig
mit der Verwirklichung des Bauvorhabens hergestellt wird, entfällt
die Verpflichtung nach den Abs. 1 bis 3.
(5) Die Bestimmung des § 73 Abs. 6 der Bgld. Bauordnung bleibt
§ 2. (1) Unter Grundschutz im Sinne dieser Verordnung ist zu
verstehen der Schutz gegen
a) atomare Rückstandsstrahlung,
b) Wirkungen herkömmlicher Sprengkörper,
c) Brandeinwirkungen einschließlich der Wirkung von Brandbomben
d) Wirkungen chemischer und biologischer Kampfstoffe und
(2) Schutzräume haben zur Erreichung des Schutzes gemäß Abs. 1
folgenden Mindestanforderungen zu entsprechen:
a) Schutzfaktor 0,004 bei einem Reduktionsfaktor 0,1;
b) gasdichter Schutzraumabschluß;
c) natürliche Be- und Entlüftung;
d) mechanische Schutzbelüftung über Sandfilter;
e) Ausführung aus nichtbrennbaren Baustoffen;
f) Trümmersicherheit der Schutzraumdecke;
g) Sicherung gegen gefahrbringende Leitungen.
(3) Schutzfaktor (Abs. 2 lit. a) ist das Verhältnis des Ausmaßes
der Strahlenbelastung (Dosisleistung) in geschützter Position zum
Ausmaß der Strahlenbelastung (Dosisleistung) in ungeschützter
Position. Der Schutzfaktor 0,004 bedeutet daher, daß die
Strahlenbelastung im Schutzraum nur 1/250 der Strahlenbelastung im
Freien beträgt.
(4) Reduktionsfaktor (Abs. 2 lit. a) ist jener Faktor, auf den die
Strahlenbelastung durch die Wirksamkeit von Entstrahlungsmaßnahmen
und durch den natürlichen Abbau der Strahlenwirkung herabgesetzt
wird. Der Reduktionsfaktor von 0,1 bedeutet daher, daß die
Strahlenbelastung nach Durchführung der Entstrahlungsmaßnahmen und
durch den natürlichen Abbau der Strahlenwirkung 1/10 der
ursprünglichen Strahlenbelastung beträgt.
(5) Schutzräume sollen einen Daueraufenthalt bis zu zwei Wochen
ohne Versorgung von Außen gestatten.
(6) Bauliche Maßnahmen zur Errichtung von Schutzräumen sind
1. die Ausführung der Umfassungsbauteile gemäß § 5;
2. die Ausführung des Einganges und nach Erfordernis eines
Notausganges gemäß § 6;
3. der Einbau von Abschlüssen gemäß § 7;
4. Einrichtungen für eine ausreichende natürliche Be- und
Entlüftung sowie Einbau des Schutzbelüftungssystems (Sandfilter
einschließlich Bereithaltung eines geeigneten Filtersandes,
Schutzbelüfter und Überdruckventile) gemäß § 8;
5. die Herstellung der Installationen und der sonstigen zur
widmungsgemäßen Benützung erforderlichen Ausstattung gemäß § 9.
(7) Der in der Anlage 1 dargestellte "Schutzraum mit Vorraum bis 10
Personen" gilt als Richtlinie für die Errichtung und Einrichtung von
Grundschutzräumen.
(8) Die Behörde kann in einzelnen Fällen auf Ansuchen Ausnahmen von
der Anwendung bestimmter Vorschriften dieser Verordnung bewilligen,
wenn durch entsprechende anderweitige Maßnahmen die Erfüllung der
Mindestanforderungen nach Abs. 1 gewährleistet wird. Auf Verlangen
der Behörde sind hierüber Nachweise durch Zeugnisse von staatlich
anerkannten technischen Prüfungsanstalten beizubringen.
§ 3. (1) Schutzräume sind in einem solchen Umfang vorzusehen, daß
alle Personen, die sich der Zweckwidmung des Gebäudes entsprechend im
Regelfall darin aufhalten, in den Schutzräumen Platzfinden. Als
Richtlinie für die demgemäß erforderliche Platzanzahl in Schutzräumen
a) bei Wohngebäuden:
b) bei Schulen:
c) bei Kindergärten und Horten;
d) bei Heimen, wie Alten-, Schüler- und Studentenheimen, sowie bei
Krankenanstalten und ähnlichen Bauten:
e) bei Beherbergungsbetrieben, wie Hotels und Pensionen:
f) bei Büro- und Betriebsbauten:
g) bei Geschäftsbauten:
1 Platz für je 8 m2 Verkaufsfläche; wenn es sich jedoch um
Lebensmittelgeschäfte handelt: 1 Platz für je 5 m2
Verkaufsfläche;
h) bei sonstigen Bauten (Räumen) für größere Menschenansammlungen,
wie Theater, Kinos, Versammlungsräume und dergleichen:
Plätze entsprechend der Anzahl der vorgesehenen
Besucher(Benützer)plätze.
(2) Wird in den Fällen gemäß Abs. 1 lit. e bis h nachgewiesen, daß
sich im Regelfall weniger Personen im Gebäude aufhalten, als nach der
Richtlinie Schutzraumplätze zu schaffen wären, so ist die
erforderliche Anzahl der Schutzraumplätze nach dem jeweiligen
geringeren Bedarf festzulegen.
(3) Schutzräume müssen eine nutzbare Mindestgröße von 9,5 m2 und
eine lichte Raumhöhe bzw. Raumbreite von mindestens 2 m haben. Sie
haben außerdem folgende Mindestwerte aufzuweisen:
Erdberührte Wandflächen je Schutzraumplatz
(4) Die Schutzraumplätze sind so einzuteilen, daß auf je zwei
Sitzplätze mindestens ein Liegeplatz entfällt. Dabei ist zu
berücksichtigen, daß Sitze und Liegen in mindestens 0,05 m Abstand
von den Umfassungswänden aufzustellen sind und daß die Mindestausmaße
der Sitze 0,50 m Breite und 0,55 m Tiefe und die Mindestausmaße der
Liegen 0,65 m Breite und 1,90 m Länge zu betragen haben. Weiters ist
darauf Bedacht zu nehmen, daß der Bewegungsraum zwischen
gleichgerichteten Sitzreihen, zwischen Liegereihen sowie zwischen
Liegen und Sitzen mindestens 0,50 m und der Bewegungsraum zwischen
gegenüberliegenden Sitzreihen mindestens 0,80 m zu betragen hat.
(5) Die technischen Vorschriften dieser Verordnung gelten
grundsätzlich nur für Schutzräume für höchstens 50 Personen.
(6) Die Planung und Errichtung von Schutzräumen, welche über die im
Abs. 5 angegebene Belegzahl hinausgehen, hat über die in Betracht
kommenden Vorschriften dieser Verordnung hinaus bzw. an Stelle dieser
Vorschriften nach den Erkenntnissen der Wissenschaften und Praxis zu
§ 4. (1) Der Schutzraum soll möglichst im Keller und ganz unter
Terrain, bei mehreren Kellergeschossen möglichst im untersten
Kellergeschoß innerhalb des Gebäudes liegen und auf möglichst kurzem
Weg von den in Betracht kommenden Wohn- und sonstigen
Aufenthaltsräumen aus erreichbar sein.
(2) Lassen die örtlichen Verhältnisse die Unterbringung des
Schutzraumes im Keller des Gebäudes nicht zu, so ist dessen
Errichtung außerhalb des Gebäudes zulässig. Ein solcher Schutzraum
muß unterhalb der Eroberfläche liegen und eine Erdüberdeckung von
mindestens 0,80 m aufweisen.
(3) Wenn die Errichtung unter der Erdoberfläche z.B. wegen des
hohen Grundwasserstandes nicht angebracht ist, darf der Schutzraum
auch über der Erdoberfläche situiert werden. In diesem Fall sind die
Wände mit Erdreich in einer Mindeststärke von 1,20 m an der
Böschungskrone standfest im Verhältnis 2:3 (Böschungswinkel)
anzuböschen; die Decke ist mit einer mindestens 0,80 m starken
Erdschichte zu überdecken.
(4) Schutzräume dürfen nicht im Bereich des Grundwassers angelegt
werden und müssen von gefahrbringenden Einbauten, Rohrleitungen,
Anlagen und Lagerungen möglichst weit entfernt und gegen die davon
ausgehenden Gefahren gesichert sein. Als gefahrbringend gelten
insbesondere Anlagen und Lagerungen mit brennbaren und giftigen
Stoffen, bei denen die Gefahr von Explosionen, von Bränden oder des
Entweichens giftiger oder heißer Flüssigkeiten, Gase oder Dämpfe
a)	Die Wände sind aus Stahlbeton in Ortbeton oder aus
Betonschalungssteinen mit Ortbetonfüllung, in beiden Fällen mit Horizontal- und Vertikalbewehrung gemäß Abs. 3 auszuführen. Die Decken sind aus Stahlbeton in Ortbeton oder aus Stahlbetonfertigteilen mit Aufbeton gemäß Abs. 4 bis 6 herzustellen.
b)	Bei voller Erdüberdeckung (§ 4 Abs. 2 und 3) können die Wände
und Decken auch aus Stahl, die Wände auch aus Stahlbetonfertigteilen ausgeführt werden, Stahl, Stahlbetonfertigteile sowie Kombinationen dieser Baustoffe bzw. Bauteile sind jedoch nur zulässig, wenn ihre Eignung, insbesondere das Erreichen des Schutzfaktors gemäß § 2 Abs. 2 lit. a und die erforderliche Standsicherheit im Einzelfall nachgewiesen werden.
in bis 0,60 m bis 1,20 m
Baustoff Gelände- über über
höhe Gelände Gelände
Stahlbeton in Oberbeton
B 225 oder Betonschalungs-
steine aus B 225, 0,30 m 0,50 m 0,60 m
ausgefüllt mit Ortbeton
erforderliche Flächen-
bezogene Masse 720 kg/m2 1200 kg/m2 1440 kg/m2
Baustoff Mindeststärke flächenbezogene
Stahlbetonplatte in Ortbeton
B 225 oder Stahlbetonfertig- 0,25 m 600 kg/m2
teildecke B 225 mit Aufbeton
(5) Die Decken der Schutzräume müssen neben dem Eigengewicht und der Nutzlast bei Bauten bis zu 5 Geschossen über dem Erdboden mindestens 10 kN/m2, bei Bauten mit mehr als 5 Geschossen über dem Erdboden mindestens 15 kN/m2 Trümmerlast aufnehmen können. Ein ausgebauter Dachraum gilt hiebei als Geschoß. Werden mehrere Schutzräume in einem Raumverband errichtet so muß die Decke neben dem Eigengewicht und der Nutzlast jedenfalls eine Trümmerlast von mindestens 15 kN/m2 aufnehmen können.
(6) Die statische Berechnung der Decken ist für folgende 2 Lastfälle durchzuführen:
Eingang und Notausgang
§ 6. (1) Einzelschutzräume dürfen nur einen Eingang haben.
(2) Ein direkter Zugang vom Freien soll nach Möglichkeit vermieden
werden und ist nur zulässig, wenn er mindestens zweimal abgewinkelt
wird oder durch einen Vorraum (Abs. 5) führt.
(3) Der Eingang zum Schutzraum muß von den in Betracht kommenden
Wohn- oder sonstigen Aufenthaltsräumen auf möglichst kurzem Weg
erreichbar sein. Er soll nicht direkt gegenüber dem Kellerabgang
liegen, sondern seitlich versetzt angeordnet und - sofern nicht ein
Vorraum vorgesehen ist - durch eine mindestens 25 cm starke Wand aus
bewehrtem Ortbeton oder aus Betonschalungssteinen mit bewehrter
Ortbetonfüllung abgeschirmt werden, die um das eineinhalbfache ihres
Abstandes von der zu schützenden Öffnung über diese hinausragt.
(4) Die Decke über dem Zugang zum Schutzraum muß unmittelbar vor
der Eingangstür eine Trümmerlast von mindestens 10 kN/m2 aufnehmen
können, sodaß auch im Falle eines Einsturzes die Eingangstür geöffnet
(5) Schutzräume mit mehr als 25 Schutzraumplätzen sind mit einem
Vorraum auszustatten. Die Mindestgröße des Vorraumes ist mit 0,05 m2
je Schutzraumplatz, mindestens jedoch mit 1,5 m2 zu bemessen. die
Trennwand zwischen Vorraum und Schutzraum ist mindestens 0,25 m stark
und im übrigen gemäß § 5 Abs. 3 auszuführen. Muß ein Vorraum
errichtet werden, so ist die Abschlußtür des Schutzraumes in der
Vorraumaußenwand anzuordnen. Abschlußtür und Trennwandöffnung sind
gegeneinander so zu versetzen, daß dazwischen mindestens die
eineinhalbfache Vorraumbreite als lichter Abstand verbleibt.
(6) Grundsätzlich muß jeder Schutzraum einen Notausgang erhalten.
Bei Schutzräumen in Bauten mit weniger als 3 Geschossen über dem
Erdboden kann die Anordnung eines Notausganges unterbleiben, wenn
höchstens 25 Schutzraumplätze vorgesehen sind und der Schutzraum
außerhalb des Trümmerbereiches anderer Gebäude liegt.
(7) Eingang und Notausgang des Schutzraumes müssen möglichst weit
voneinander entfernt angeordnet werden.
(8) Der Notausgang muß mindestens zweimal abgewinkelt sein und
außerhalb des Trümmerbereiches horizontal oder vertikal ins Freie
(9) Horizontal verlaufende Notausgänge müssen bei rechteckigem oder
eiförmigem Querschnitt ein Ausmaß von mindestens 0,80/1,20 m, bei
kreisförmigem Querschnitt einen Durchmesser von mindestens 1,20 m
aufweisen. Vertikal verlaufende Notausgänge haben bei rechteckigem
Querschnitt einen Durchmesser von mindestens 0,80 m aufzuweisen.
(10) Die Notausgänge können aus bewehrtem Ortbeton, aus bewehrten
Schleuderbetonrohren oder aus sonstigen Stahlbetonfertigteilen
(11) Bei aneinandergebauten Gebäuden sind als Fluchtwege
Mauerdurchbrüche von Gebäude zu Gebäude vorzusehen. Wenn es die
örtlichen Verhältnisse erlauben, sind solche Fluchtwege mit
allenfalls vorhandenen Gemeinschaftsschutzräumen und allenfalls
vorhandenen äußeren Fluchtwegen zu verbinden.
(12) Die Mauerdurchbrüche gemäß Abs. 11, deren lichter Querschnitt
mindestens 0,60/0,80 m betragen und deren Unterkante 0,50 m über dem
Kellerfußboden liegen muß, sind durch Abschlußklappen gemäß § 7 oder
durch Ausmauerungen zu verschießen. Die Ausmauerung ist aus 0,12 m
starkem Vollziegelmauerwerk mit Kalkmörtel herzustellen. Um das
Auffinden der Durchbruchstelle zu erleichtern, ist der Wandverputz an
dieser Stelle auszusparen oder die Durchbruchstelle auf andere Weise
dauerhaft zu kennzeichnen.
(13) Eingänge, Notausgänge und Fluchtwege von Schutzräumen dürfen
nicht verstellt und nicht durch gefahrbringende Einbauten,
Rohrleitungen, Anlagen oder Lagerungen gefährdet werden.
(14) Der Eingang und ein allfälliger Notausgang des Schutzraumes
sind mit Abschlußtüren gemäß § 7 zu versehen. Bei Notausgängen können
anstelle von Abschlußtüren auch Abschlußklappen gemäß § 7 verwendet
§ 7. (1) Abschlüsse für Eingänge, Notausgänge und
Wanddurchführungen von Schutzräumen haben den in der Anlage 2
festgelegten Vorschriften für Abschlüsse von Schutzraumbauten zu
(2) Hierüber ist ein Prüfattest des ausführenden gewerberechtlich
befugten Unternehmens beizubringen, das sich auf ein
Prüfungsgutachten einer autorisierten technischen Versuchsanstalt
(3) Jedes Abschlußelement muß durch ein Schild aus Stahlblech,
Größe 105 x 52 mm gekennzeichnet sein, das zur Vorderseite erhaben
geprägt folgenden Text aufweist:
"Hersteller: ................................. Jahr:
Art des Abschlusses (z.B. Gastür -GT): .............
Type: ..............................................
überwacht durch: ...................................
Das Schild muß an seinen vier Ecken mit dem Abschlußelement (z.B.
Türblech) durch Nietung oder Punktschweißung verbunden sein."
. (1) Schutzräume müssen mit Einrichtungen für natürliche Lüftung und für Schutzlüftung versehen werden.
(2) Für die natürliche Lüftung sind Lüftungsrohre mit zwei Abwinkelungen vorzusehen. Für Schutzräume mit einem Fassungsvermögen bis zu 25 Personen sind je zwei Rohre mit 200 mm Durchmesser zur Be- und Entlüftung anzuordnen. Die Be- und Entlüftungsrohre müssen durch gasdichte Klappen oder Ventile von innen abgeschlossen werden können.
Es dürfen nur Stahlrohre oder eine gleichwertige Ausführung verwendet werden. Be- und Entlüftungsöffnungen sollen möglichst weit voneinander entfernt sein. Abluftrohre haben mit ihrer Mitte etwa 0,40 m von der Decke und Zuluftrohre etwa 0,40 m vom Boden in den Schutzraum einzumünden. Die gesonderte Anordnung von Zuluftkanälen für die natürliche Lüftung kann entfallen, wenn die Luftzufuhr bei nicht verunreinigter Außenluft aus den übrigen Kellerräumen gesichert ist. In diesem Fall ist für die Feststellung der Türen in Spaltstellung (mindestens 0,05 m Öffnungsbreite) Vorsorge zu treffen.
(4) Bei verunreinigter Außenluft muß die notwendige Frischluft durch ein Sandfilter gereinigt werden, welches auch die Auswirkungen von Hitze und Luftstöße vermindert. Die Schutzbelüftungsanlage ist für Durchflußlüftung auszulegen. Je Schutzplatz und Stunde ist die Zufuhr von mindestens 1,8 m gefilterter Außenluft sicherzustellen.
pro Stunde muß ein einfacher Luftwechsel für den Gesamtschutzraum erreicht werden.
(5) Für die Förderung der Schutzluft ist in Schutzräumen bis zu 25 Personen Fassungsvermögen ein Schutzbelüfter mit einer Luftleistung von 0,75 m3/min. einzubauen. Schutzräume bis zu 50 Personen Fassungsvermögen haben einen Schutzbelüfter mit einer Luftleistung von 1,5 m3/min. zu erhalten. Bei Schutzräumen mit getrenntem Sitz- und Liegeraum muß eine Zuluftverteilleitung eingebaut werden. Eine Zuluftverteilleitung ist auch dann vorzusehen, wenn in einem Schutzraum andernfalls keine gleichmäßige Durchlüftung möglich ist.
Die Schutzbelüfter sind mit einem elektromotorischen Antrieb und außerdem für den Fall von Stromausfällen mit Handkurbel- oder Fußpedalantrieb auszustatten. Für den Anschluß des Schutzbelüfters an den Ansaugrost ist ein Stahlrohr mit 100 mm lichtem Durchmesser in der Trennwand so einzubauen, daß der Belüfter in 1,05 m Höhe angeschlossen werden kann. Zur Anzeige eines zu hohen Gehaltes an Kohlenmonoxyd in der Ansaugluft soll ein CO-Warngerät eingebaut werden. Eine Anschlußmöglichkeit für dieses Gerät ist in der Ansaugleitung vorzusehen. Bei Schutzbelüftung muß im Schutzraum ein Überdruck von 0,5 - 1,0 mbar erreichbar sein.
(7) Das Sandfilter ist nach Möglichkeit innerhalb des Kellers, jedenfalls aber unter Terrain anzuordnen und vom Schutzraum durch eine mindesten s0,30 m starke bewehrte Betonmauer zu trennen. Die Wände und die Sohle des Sandfilters sind in einer Mindeststärke von 0,15 m Stahlbeton auszuführen und mit einem Umfassungsbauteil des Schutzraumes fest zu verbinden. Der Filterkasten ist mit einer Stahlbetonplatte trümmersicher abzudecken und gegen Witterungseinflüsse und Verschmutzung zu schützen. An der tiefsten Stelle ist das Sandfilter in den Schutzraum zu entwässern. Die Sandfüllung des Filterkastens muß austauschbar sein. Die Filtersandmenge hat bei Schutzräumen bis zu 25 Personen Fassungsvermögen 1,5 m3, bei Schutzräumen bis zu 50 Personen Fassungsvermögen 3,0 m3 zu betragen; die Grundfläche des Filterkastens darf nicht kleiner als 1,5m2 bzw. 3,0 m2 sein. Der Filtersand hat den Vorschriften für Hauptfiltersand (Anlage 3) zu entsprechen. Er ist schichtenweise in den Filterkasten einzubringen, um eine Entmischung zu vermeiden. Die Schütthöhe über dem Ansaugrost hat 1,0 m zu betragen. Auf der Sohle des Sandfilterbehälters ist ein Ansaugrost anzuordnen. Konstruktionen und Dimensionierung des Ansaugrostes müssen gewährleisten, daß bei Schutzbelüftung keine Mitschlepperscheinungen für Feinteile des Filtersandes auftreten.
Als Richtwert für die Luftgeschwindigkeit bei den Ansaugöffnungen des Rostes sind 0,10 m/sec. anzunehmen. Für die Berechnung gilt, daß die Luftgeschwindigkeit (in m/sec.) gleich ist der Luftmenge (in m3/sec.) geteilt durch die Luftdurchgangsfläche (in m2) des Rostes.
Installationen und sonstige zur widmungsgemäßen...
Orig. Titel: Installationen und sonstige zur widmungsgemäßen Benützung erforderliche Ausstattung
§ 9. (1) Für je 25 Personen sind im Schutzraum - nach Möglichkeit
in einem abgetrennten Raum (Vorraum, Klosettraum) - ein WC oder
Trockenklosett, eine Waschgelegenheit, eine Wasserentnahmestelle und
ein Ausguß anzuordnen.
(2) Gefahrbringende Leitungen, wie Gasleitungen, Wasserleitungen
über 25 mm Nennweite, Dampfleitungen, Fernheizleitungen,
Druckleitungen und dergleichen dürfen nicht durch Schutzräume geführt
werden. Die Durchführung anderer Leitungen, wie Versorgungs- und
Entsorgungsleitungen für den Schutzraum, Heizleitungen, Abfallrohre
und dergleichen ist zulässig, wenn diese Leitungen aus Gußeisen, PVC
oder rostfreiem Stahl hergestellt sowie gasdicht durch die
Umfassungsbauteile durchgeführt werden und vom Schutzraum es durch
außerhalb des Schutzraumes angebrachte Schieber abgesperrt werden
können. Bei Verwendung von Gußeisen- oder PVC-Rohren ist eine
Ummantelung in Stahlbeton mit einer Mindestüberdeckung von 0,10 m
vorzusehen. Die Abwasserleitung (der Kanalanschluß) ist mit einer
Rückstausicherung zu versehen.
(3) Schutzräume sind an das allgemeine Elektrizitätsversorgungsnetz
anzuschließen. Die elektrischen Installationen haben in
Feuchtraumausführung zu erfolgen. Eingang, Aufenthalts- und
Nebenräume sind mit mindestens je einem Beleuchtungskörper
auszustatten. Im Aufenthaltsraum sind eine Steckdose sowie
Anschlußmöglichkeiten für Lüftermotor, Kochplatte und für ein
Rundfunkgerät mit Antenne vorzusehen. Für einen allfälligen Bedarf an
Installationen ist ferner in der Nähe des Einganges ein verzinktes
Rohrstück mit einem lichten Durchmesser von 25 mm einzubetonieren und
an der Innen- und Außenseite gasdicht zu verschließen.
(4) Schutzräume sind am Eingang als solche unter Angabe des
Fassungsvermögens zu kennzeichnen.
(5) Im Bereich des Zuganges zu Schutzräumen für mehr als 25
Personen sind an den Wänden der Gänge und Stiegenhäuser in ca. 1,80 m
Höhe mindestens 0,05 m breite Pfeile oder ähnliche Hinweiszeichen in
Leuchtfarbe anzubringen. Die Stufenkanten von Stiegen im Bereich des
Zuganges zu solchen Schutzräumen sind durch Leuchtfarbenanstrich zu
kennzeichnen. Im Schutzraum bzw. im Bereich des Zuganges zum
Schutzraum befindliche Lichtschalter und Steckdosen sowie die
Verriegelungsgriffe der Abschlüsse (§ 7) sind durch mindestens 0,05 m
breite Umrahmungen auf der Wand- bzw. Tür(Klappen)fläche mittels
Leuchtfarbenanstrich kenntlich zu machen.
(6) Die Innenflächen der Wände und Decken des Schutzraumes dürfen
nicht verputzt oder verkleidet erden. Scharfe Kanten oder Spitzen von
Bauteilen oder Ausstattungsgegenständen sind jedoch zu entschärfen.
Die Anstriche sind möglichst hell und dauerhaft mit Farben
auszuführen, die weder die Saugfähigkeit der Wand- bzw.
Deckenoberfläche beeinträchtigen noch einen erheblichen
Dampfdiffusionswiderstand leisten.
(7) Für Trinkwasser und Lebensmittel sind dicht verschließbare
Behälter in solcher Anzahl bereitzuhalten, daß je Schutzraumplatz
mindestens 20 l Wasser und Lebensmittel für einen Zeitraum von zwei
Wochen eingelagert werden können.
(8) Im Schutzraum ist das zur Selbstbefreiung erforderliche
Werkzeug bereitzuhalten.
(9) Bei der Ausstattung der Schutzräume ist auf die Möglichkeit
einer Verwendung für andere Zwecke Bedacht zu nehmen. Hiebei ist
darauf zu achten, daß der Schutzraum im Bedarfsfall rasch bezogen
Nachweis der vorschriftsmäßigen Ausführung
§ 10. Der Baubewilligungswerber hat anläßlich der Schlußüberprüfung
durch Atteste der ausführenden gewerberechtlich befugten Unternehmen
nachzuweisen, daß der Schutzraum den Vorschriften dieser Verordnung
bzw. im Falle des § 3 Abs. 6 den Erkenntnissen der Wissenschaften und
Praxis entspricht.
§ 11. Diese Verordnung tritt am 1. Juli 1985 in Kraft.
Gesetz/VO: Burgenländische Schutzraumverordnung
Kurztext: Umfassungsbauteile
Text: (1) Umfassungsbauteile sind Wände und Decken, die den Schutzraum nach außen begrenzen. Sie müssen insbesondere folgenden Anforderungen entsprechen:

References: § 0

§ 1
 § 2
 § 6
 § 2
 § 73

§ 2
 § 5
 § 6
 § 7
 § 8
 § 9

§ 3

§ 4
 § 2

§ 6
 § 5
 § 7
 § 7
 § 7

§ 7

§ 9

§ 10
 § 3

§ 11