Source: https://www.bayernwerk.de/cps/rde/xchg/bayernwerk/hs.xsl/1009.htm
Timestamp: 2017-04-30 10:51:05+00:00

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FAQ - Bayernwerk Bayernwerk
Startseite Netz Stromeinspeisung Einspeisemanagement FAQ
Inhalt: Fragen, die uns häufig zum Einspeisemanagement gestellt werden, und unsere Antworten
Das Einspeisemanagement dient der Sicherstellung der Netzstabilität. Es gewährleistet die Versorgungssicherheit bei gleichzeitig größtmöglicher Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien. Wie wird das Einspeisemanagement eingesetzt?
Im Falle eines Netzengpasses werden EEG-Anlagen zeitweise in ihrer Einspeiseleistung reduziert oder ganz abgeschaltet. Durch diese Maßnahme wird ein durchgängig sicherer Netzbetrieb ermöglicht. Welche Anlagen sind vom Einspeisemanagement betroffen?
Betroffen sind alle Anlagen, die nach § 9 EEG 2017 zum Einbau einer technischen Einrichtung verpflichtet sind und somit ferngesteuert in der Einspeiseleistung reduziert werden können.
Einspeise- und KWK-Anlagen mit einer installierte Leistung größer 100 kW
PV-Anlagen … größer 30 kWp
PV-Anlagen … kleiner 30 kWp sofern diese nicht auf 70 % Einspeiseleistung begrenzt sind (70 %-Spitzenkappung)
Was sind „technische Einrichtungen“ nach § 9 EEG 2017?
Technische Einrichtungen gemäß § 9 EEG 2017 sind sowohl Funkrundsteuerempfänger (FRE) als auch Fernwirktechnikanlagen (FWA). Dies sind fernsteuerbare Einrichtungen, die es ermöglichen, Signale zur Reduzierung der Einspeiseleistung an Ihre Erzeugungsanlage zu senden. Welche technische Einrichtung Sie benötigen, erfahren Sie im Rahmen des Anschlussprozesses Ihrer Erzeugungsanlage. Grundsätzlich gilt:
Neuanlagen bis 500 kW ⇒ FRE
Neuanlagen größer 500 kW ⇒ FWA
Die Installation der technischen Einrichtung (FRE oder FWA), sowie die Anbindung an die Anlagensteuerung erfolgt in der Regel durch einen von Ihnen beauftragten Elektroinstallateur.
Im Rahmen der Inbetriebsetzung Ihrer Erzeugungsanlage muss auch die vorgeschriebene technische Einrichtung funktionsbereit eingebaut werden. Deren Erreichbarkeit und Funktionsbereitschaft wird mit einem Funktionstest überprüft. Wenn der Test erfolgreich abgeschlossen wurde, wird ein entsprechendes Protokoll bereitgestellt. Dieses ist ein vergütungsrelevanter Nachweis und muss an die Bayernwerk AG übermittelt werden.
Der Einbau dieser technischen Einrichtungen ist gesetzlich verpflichtend. Wenn die Vorgaben nach § 9 EEG 2017 nicht fristgerecht eingehalten werden, verringert sich nach § 52 Abs. 2 EEG 2017 der Vergütungsanspruch auf Null. Dies gilt solange, wie die Verpflichtung vom Anlagenbetreiber nicht erfüllt wird.
Wie erfahre ich, ob meine Anlage von einer Einspeisemanagementmaßnahme betroffen war?
Das Bayernwerk veröffentlicht alle durchgeführten Regelungsmaßnahmen im Internet. Auf der Seite „Veröffentlichungen – Abgeschlossene Einsätze“ werden alle Einsätze mit sämtlichen Daten zur Regelung selbst und wichtigen Stammdaten der geregelten Einspeiseanlagen dargestellt. Dabei können Sie sehen, ob eine Regelung entschädigungspflichtig ist (Regelung nach EEG) oder nicht (Regelung nach EnWG). Ob Ihre Anlage betroffen war, können Sie beispielsweise anhand des EEG-Anlagenschlüssels erkennen.
Wie oft kann meine Anlage von Regelungen betroffen sein?
Natürlich wird sichergestellt, dass die Regelung der Erneuerbaren Energien die letzte Instanz ist und somit der Vorrang immer gewährt ist, dennoch kann es nicht immer umgangen werden.
Ich habe eine PV-Anlage < 30 kWp. Kann diese trotzdem von Regelungen betroffen sein?
Nach § 9 EEG 2017 haben Betreiber von PV-Anlagen bis 30 kWp installierter Leistung die Wahl zwischen einer dauerhaften Absenkung der Einspeisung auf maximal 70 % oder dem Einbau einer technischen Einrichtung zur Fernsteuerbarkeit der Anlage. Mit dem Einbau eines Funkrundsteuerempfängers räumen Sie dem Netzbetreiber die Möglichkeit ein, Ihre Anlage bei Netzengpässen zu regeln. PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von weniger als 100 kWp werden zwar nachrangig in ihrer Einspeiseleistung reduziert, ein Eingriff kann aber nicht ausgeschlossen werden.
Die Entschädigungszahlung nach § 15 EEG 2017 ist der Ersatz für die entgangene EEG-Vergütung während einer Einspeisemanagementmaßnahme.
Im Falle von entschädigungspflichtigen Regelungen bietet das Bayernwerk an, die Entschädigung per Gutschrift auszubezahlen. Das Bayernwerk kann die entgangenen Einnahmen sowohl im Pauschal- als auch im Spitzabrechnungsverfahren ermitteln und Ihnen diese automatisch im Folgemonat überweisen. Wird Ihre EEG-Anlage erstmals in der Einspeiseleistung reduziert, erhalten Sie ein Schreiben, indem Sie darauf hingewiesen werden, dass eine Entschädigung per Gutschrift möglich und empfehlenswert ist. Wenn Sie dem Gutschriftverfahren zustimmen, besteht für Sie kein weiterer Handlungsbedarf. Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, können Sie anhand des mitversandten Formblattes widersprechen. In diesem Fall stellen Sie Rechnungen an die Bayernwerk AG um Ihre Entschädigungsansprüche geltend zu machen.
Die Ermittlung der nicht eingespeisten Strommenge aus EE-Anlagen wird basierend auf dem letzten ¼ h-Wert vor der Einspeisemanagementmaßnahme ermittelt.
Basierend auf den anlagenspezifischen Daten (Einstrahlung, Windgeschwindigkeit) kann hier sehr exakt die jeweilige Ausfallarbeit während einer Einspeisemanagementmaßnahme berechnet und entschädigt werden.
Bedingung: Eine messtechnische Aufzeichnung am Anlagenstandort ist erforderlich. Die Berechnungslogik ist für jeden Energieträger detailliert im Leitfaden der Bundesnetzagentur beschrieben. Eine Erläuterung dazu finden Sie auch auf der Internetseite „Entschädigung“.
Die Viertelstunden-Lastgangdaten Ihres Zählpunktes stehen kostenlos im Web-Portal „iClient“ https://energiedaten.bayernwerk.de/ für Sie zur Verfügung.
Kann ich zwischen Gutschrift- und Rechnungslegungsverfahren wechseln?
Rechnung.Entschaedigungsmanagement@bayernwerk.de
oder: Bayernwerk AG Abteilung NF-FE-4
Generell besteht gemäß § 199 BGB die Möglichkeit bis spätestens drei Jahre nach der Regelung rückwirkend eine Rechnung zu stellen.
Grundsätzlich ist es wünschenswert, wenn die Rechnung zeitnah nach dem Einsatz des Einspeisemanagements eingereicht wird. Je früher Sie die Rechnung stellen, umso schneller kann Ihnen das Bayernwerk die entsprechende Entschädigungszahlung auszahlen.
Die Entschädigungsleistung im Sinne des § 12 EEG 2017 unterliegt nicht der Umsatzsteuerbarkeit nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG, da diese Schadensersatzcharakter im Sinne des Umsatzsteueranwendungserlasses hat und nicht auf einem gegenseitigen Leistungsaustausch beruht. Ein Ausweis der Umsatzsteuer, sowie deren Auszahlung, erfolgen daher nicht.
Beim Spitzabrechnungsverfahren kann es vorkommen, dass Einspeiseanlagen geregelt werden wenn keine Einstrahlung im Referenzzeitraum (Stunde vor dem EinsMan-Einsatz) erfolgt ist.
In diesen Fällen ergibt die Berechnung nach dem Leitfaden einen Wert 0 während der gesamten EinsMan-Maßnahme. Dieser Wert 0 spiegelt nicht die theoretische Einspeiseleistung während der Maßnahme wieder. Aus diesem Grund akzeptieren wir eine Verlegung des Vergleichszeitraums sofern dieser ganz oder zum Teil in nicht entschädigungsberechtigte Zeitfenster nach Punkt 2.6.1 des BNetzA Leitfadens fällt. Der Vergleichszeitraum muss in diesem Fall der gesamte Vortag sein.
Sofern Ihre Anlage nach Bemessungsleistung gezont wird, kann die Entschädigung mittels EinsMan nur nach den Zonenpreisen von noch nicht ausgeschöpften Zonen erfolgen.
Die nach dem EEG in der jeweiligen Leistungszone maximal zu vergütende Menge ermittelt sich in Abhängigkeit der Bemessungsleistung und der eingespeisten Strommenge. Diese Menge wird (bei entsprechender Einspeisung) jedoch bereits durch die monatlichen Abrechnungen ausgeschöpft. Sie wird durch die Maßnahmen des Einspeisemanagements nicht verringert. Eine Entschädigung mit dem Zonenpreis der 1. Leistungszone wäre daher nicht sachgerecht. Sofern bereits die 1. und 2. Leistungszone ausgeschöpft ist, kann demnach eine Entschädigung nur mit dem Preis der dritten Leistungszone erfolgen.

References: § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 52
 § 9
 § 15
 § 199
 § 12
 § 1