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Timestamp: 2016-10-20 21:21:22+00:00

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9C_398/2012 (27.09.2012)
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. M�rz 2012.
Die 1960 geborene R.________, Mutter dreier erwachsener Kinder (geboren 1986, 1987 und 1992), meldete sich im April 2008 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach Abkl�rungen und Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-Stelle Bern mit Verf�gung vom 18. Juli 2011 einen Anspruch auf Invalidenleistungen mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern hiess die von R.________ erhobene Beschwerde teilweise gut und hob die Verf�gung vom 18. Juli 2011 insoweit auf, als damit der Anspruch auf Berufsberatung verneint wurde; diesbez�glich wies es die Sache an die IV-Stelle zur�ck. Im �brigen wies es die Beschwerde ab (Entscheid vom 26. M�rz 2012).
R.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und beantragen, der Entscheid vom 26. M�rz 2012 sei soweit angefochten aufzuheben und ihr seien eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten sowie Arbeitsvermittlung und Umschulung zu gew�hren; eventualiter sei die Sache zu neuer Sachverhaltsabkl�rung und neuem Entscheid an die Vorinstanz resp. an die IV-Stelle zur�ckzuweisen.
Die Vorinstanz hat in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt dem interdisziplin�ren Gutachten des Zentrums Y.________ vom 8. Juli 2010 Beweiskraft beigemessen. Gest�tzt darauf und unter Verweis auf die Berichte des Spitals X.________, Poliklinik f�r Fusschirurgie, vom 31. M�rz und 8. Juli 2008 hat sie in somatischer Hinsicht f�r angepasste T�tigkeiten (d.h. k�rperlich leichte, vorwiegend sitzende T�tigkeit, ohne Heben/Tragen/Verschieben von Lasten �ber f�nf bis zehn Kilo, ohne Begehen von unebenem Gel�nde) eine uneingeschr�nkte Arbeitsf�higkeit ab Juni 2008 festgestellt. Hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustandes hat sie indessen eine invalidisierende Arbeitsunf�higkeit verneint. Sie ist der Auffassung, auf die vom Zentrum Y.________ diagnostizierte Konversionsst�rung sei die zu somatoformen Schmerzst�rungen entwickelte Rechtsprechung (vgl. E. 3.1) analog anwendbar. Diesbez�glich hat sie festgestellt, es best�nden keine chronischen k�rperlichen Begleiterkrankungen; ein mehrj�hriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unver�nderter oder progredienter Symptomatik ohne l�nger dauernde R�ckbildung sei nicht gegeben; ein sozialer R�ckzug in allen Belangen des Lebens sei nicht ausgewiesen; das psychosoziale Umfeld sei nach wie vor intakt; ein prim�rer Krankheitsgewinn werde nicht erw�hnt; schliesslich sei auch das Kriterium einer gescheiterten, konsequent durchgef�hrten ambulanten oder station�ren Behandlung nicht erf�llt, zumal die Gutachter medizinische Massnahmen empfohlen h�tten.
Das kantonale Gericht hat f�r die Versicherte einen Status von 80 % Erwerbst�tigkeit und 20 % T�tigkeit im Haushalt festgelegt (vgl. BGE 130 V 393 E. 3.3 S. 396; Urteil 9C_150/2012 vom 30. August 2012 E. 3.2.1 mit weiteren Hinweisen) und folglich die Invalidit�t nach der gemischten Methode bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; BGE 130 V 393 E. 3.3 S. 396; Urteil 9C_406/2011 vom 9. Juli 2012 E. 5.2). Im erwerblichen Bereich hat es einen Invalidit�tsgrad von 17,2 % (vgl. Art. 16 ATSG) resp. bei einer Gewichtung entsprechend dem Status von (aufgerundet) 14 % ermittelt. Im Haushaltsbereich seien s�mtliche T�tigkeiten medizinisch zu mindestens 60 % zumutbar, zudem m�sse die Versicherte die Arbeit einteilen und die Mithilfe ihres Ehemannes und der zuhause lebenden Kinder in Anspruch nehmen. Selbst bei einer - im konkreten Fall nicht zutreffenden - maximalen Einschr�nkung von 40 % resultiere h�chstens ein gewichteter Invalidit�tsgrad von 8 %. Insgesamt ergebe sich daraus ein maximaler Invalidit�tsgrad von 22 %.
Ausgehend von diesen Ergebnissen hat die Vorinstanz einen Rentenanspruch (Art. 28 Abs. 2 IVG) verneint. Weiter hat sie einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG) verneint, weil f�r leidensangepassten T�tigkeiten eine vollst�ndige Arbeitsf�higkeit ohne zus�tzliche Einschr�nkungen bestehe (AHI 2003 S. 268, I 421/01 E. 2c und d). Auch ein Anspruch auf Umschulung (Art. 17 Abs. 1 IVG) bestehe nicht: Daf�r betrage der Richtwert der Einschr�nkung 20 % (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490); dieser sei hier nicht erreicht. Indessen hat sie infolge der Behinderung in der bisherigen T�tigkeit einen Anspruch der Versicherten auf Berufsberatung (Art. 15 IVG) bejaht.
3.1 Somatoforme Schmerzst�rungen und �hnliche aetiologisch-pathogenetisch unerkl�rliche syndromale Leidenszust�nde verm�gen in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidit�t im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG f�hrende Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit zu bewirken (BGE 136 V 279 E. 3 S. 280 ff.; 130 V 352 E. 2.2.2 und 2.2.3 S. 353 f.; 132 V 65; 131 V 49; 130 V 396). Die - nur in Ausnahmef�llen anzunehmende - Unzumutbarkeit eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidit�t von erheblicher Schwere, Intensit�t, Auspr�gung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensit�t und Konstanz erf�llter Kriterien wie chronische k�rperliche Begleiterkrankungen und mehrj�hriger Krankheitsverlauf bei unver�nderter oder progredienter Symptomatik ohne l�ngerfristige Remission, ein ausgewiesener sozialer R�ckzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missgl�ckten, psychisch aber entlastenden Konfliktbew�ltigung (prim�rer Krankheitsgewinn) oder schliesslich unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgef�hrter Behandlungsbem�hungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person voraus (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354 f.). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgepr�gter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind die Voraussetzungen f�r eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50 f. mit Hinweisen). Diese Grunds�tze gelten auch f�r die Beurteilung der invalidisierenden Wirkung einer Konversions- resp. dissoziativen St�rung (BGE 137 V 64 E. 4.2 S. 68; SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende; Urteil 9C_905/2011 vom 24. August 2012 E. 3; vgl. auch Urteil I 767/03 vom 9. August 2004 E. 3.2 und 3.2).
3.2 Die �rztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotential bilden unabdingbare Grundlage f�r die Beurteilung der Rechtsfrage (vgl. SVR 2012 IV Nr. 32 S. 127, 9C_776/2010 E. 2.4), ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist. Im Rahmen der freien Beweisw�rdigung (Art. 61 lit. c ATSG) darf sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder �ber die (den beweisrechtlichen Anforderungen [BGE 125 V 351 E. 3a S. 352] gen�genden) medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die �rztlichen Einsch�tzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsf�higkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Letzteres gilt namentlich dann, wenn die begutachtende Fachperson allein aufgrund der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung oder eines vergleichbaren Leidens eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit attestiert. Die rechtsanwendenden Beh�rden haben diesfalls mit besonderer Sorgfalt zu pr�fen, ob die �rztliche Einsch�tzung der Arbeitsunf�higkeit auch invalidit�tsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mit ber�cksichtigt, welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; AHI 2000 S. 149, I 554/98 E. 3), und ob die von den �rzten anerkannte (Teil-)Arbeitsunf�higkeit auch im Lichte der massgebenden rechtlichen Kriterien standh�lt (BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355 f.).
4.1 Aus den medizinischen Unterlagen geht hervor, dass der Gesundheitszustand der Versicherten in erster Linie gepr�gt ist durch ein syndromales Schmerzleiden ohne hinreichende organische Grundlage. Dieses m�ndete im Gutachten des Zentrums Y.________ in die Diagnosen einer Konversionsst�rung, eines chronischen Schmerzsyndroms am linken Sprunggelenk und eines lumbovertebralen Schmerzsyndroms infolge chronischer Fehlbelastung der unteren Extremit�ten. Es fehlen Anhaltspunkte daf�r, dass es sich hierbei um verselbstst�ndigte, unabh�ngig voneinander bestehende Krankheiten handeln k�nnte. Die Experten des Zentrums Y.________ konnten keine weitere Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit stellen. Damit steht fest, dass das kantonale Gericht f�r die Beurteilung der Arbeitsf�higkeit zu Recht nicht auf die Einsch�tzung der Gutachter - wonach die Versicherte zu 40 % eingeschr�nkt sei - abgestellt (E. 3.2), sondern auf die Rechtsprechung zu somatoformen Schmerzst�rungen und �hnlichen Leidenszust�nden (E. 3.1) verwiesen hat. Die vorinstanzlichen Feststellungen zu den Morbidit�tskriterien sind nicht offensichtlich unrichtig (E. 1), was denn auch nicht geltend gemacht wird. Insbesondere liegt mit den Befunden und Beschwerden am Sprunggelenk, dem ebenfalls diagnostizierten Pseudotumor cerebri oder den Schmerzsyndromen (vgl. Urteil 9C_709/2009 vom 14. Dezember 2009 E. 4.1.4 in fine) keine k�rperliche Begleiterkrankung von erheblicher Schwere, Intensit�t und Auspr�gung vor, bestehen doch diesbez�glich keine Einschr�nkungen f�r angepasste T�tigkeiten. Anhaltspunkte f�r eine psychische Komorbidit�t fehlen und werden auch nicht vorgebracht. Selbst wenn von einer Chronifizierung des Leidens auszugehen ist, kann nicht von einer erfolglosen Aussch�pfung der therapeutischen M�glichkeiten gesprochen werden: So ist etwa eine fachspezifische psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung, wie sie von den Experten empfohlen wurde, nicht aktenkundig. Nach dem Gesagten bleiben die vorinstanzlichen Feststellungen betreffend die Arbeitsf�higkeit f�r das Bundesgericht verbindlich.
4.2 In Bezug auf dieses Ergebnis wird die vorinstanzliche Invalidit�tsbemessung nicht beanstandet. Die Beschwerdef�hrerin legt insbesondere nicht dar, inwiefern die Feststellungen betreffend den Status offensichtlich unrichtig sein oder auf einer Rechtsverletzung beruhen sollen (E. 1). Ebenso ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Verzicht auf eine Haushaltabkl�rung nicht in zul�ssiger antizipierender Beweisw�rdigung (vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69; 136 I 229 E. 5.3 S. 236; Urteil 8C_682/2011 E. 3.2.4) erfolgt sein soll oder auch nur f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend (E. 1) sein k�nnte.
4.3 Die Umschulung gem�ss Art. 17 IVG ist eine Massnahme beruflicher Art. F�r die Beurteilung des Anspruchs, resp. die Beantwortung der Frage, ob der Richtwert einer Einschr�nkung von rund 20 % (BGE 124 V 108 E. 3 S. 111; 130 V 488 E. 4.2 S. 490; Urteil 9C_762/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 2) erreicht sei, kann konsequenterweise nicht der insgesamt aus der gemischten Methode resultierende Invalidit�tsgrad, sondern nur jener des Erwerbsbereichs herangezogen werden; die allf�llige Durchf�hrung einer Massnahme k�nnte sich denn auch nur in diesem Bereich auswirken. Bei einem massgeblichen Invalidit�tsgrad von 17,2 % (ungewichtet) resp. 13,76 % (gewichtet) hat die Vorinstanz zu Recht einen Umschulungsanspruch verneint.
4.4 Was den ebenfalls behaupteten Anspruch auf Arbeitsvermittlung anbelangt, macht die Beschwerdef�hrerin keine Ausf�hrungen. Darauf ist nicht einzugehen (vgl. Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG). Die Beschwerde ist auch diesbez�glich unbegr�ndet.

References: BGE 
 Art. 28
 BGE 
 Art. 16
 Art. 4
 BGE 
in fine
 BGE 
 Art. 17
 Art. 42