Source: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisE.html
Timestamp: 2017-03-23 10:29:22+00:00

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StartseiteInfektionsschutzRKI-Ratgeber für ÄrzteHepatitis E
Bei immunsupprimierten Personen (z.B. Transplantatempfänger, Patienten mit HIV/AIDS oder während und nach Chemotherapie) kann es zu chronischen Hepa­titis-E-Infektionen kommen. Auch diese verlaufen oft asymp­to­matisch, können aber, wie andere chronische Hepatitiden, zur Leberzirrhose führen. Antikörper können mehrere Jahre nach einer Hepatitis E-Infektion persistieren. Es ist jedoch unklar, ob eine lebens­lange Immunität bestehen bleibt.
Virushepatitis (z.B. verursacht durch HAV, HBV, HCV, HDV, aber auch durch die Herpesviren EBV, CMV, HSV und VZV),Medikamente (z.B. Paracetamol), Alkohol und andere Gifte (z.B. Pilzgifte),Speicherkrankheiten (z.B. Morbus Wilson, Hämochromatose), Alpha-1-Antitrypsinmangel und Autoimmunhepatitis.
nicht abgekochtes Leitungswasser und damit hergestelltes Eis für Getränke nach Möglichkeit meiden,kein Verzehr von rohen oder nicht ausreichend erhitzten Speisen. Es gilt deshalb die alte Regel erfahrener Tropenreisender „Peel it, cook it, or forget it!“ („Schäle es, koche es oder vergiss es!“).
Im Rahmen eines stationären Aufenthalts sind während der Dauer der Ansteckungsfähigkeit (in der Regel ein bis zwei Wo­chen vor und bis zwei Wochen nach Auftreten des Ikterus) zusätzlich zu den Maßnahmen der Basis­hygiene das Tragen von Einmal­hand­schuhen und patienten­be­zogenem Schutz­kittel sowie die räumliche Unter­bringung in einem Isolier­zimmer mit separater Nass­zelle zu empfehlen. Aufgrund des fäkal-oralen Übertragungs­weges kann vor allem durch eine konsequente Hände­hygiene, das heißt durch Tragen von Hand­schuhen bei möglichem Kontakt mit Aus­schei­dungen des Patienten sowie Hände­desinfek­tion mit einem Hände­desinfektions­mittel mit nach­ge­wie­se­ner "viruzider" Wirksamkeit das Risiko einer Übertragung des Erregers reduziert werden (RKI 2004). Das Virus kann außerhalb des Wirts unter Umständen monatelang stabil bleiben, daher sind kontaminierte Ober­flächen mit einem Desinfektions­mittel mit nach­ge­wiesener "viruzider" Wirksamkeit zu desinfizieren (Hände- und Flächen­desinfektions­mittel VAH-Liste oder Liste der geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel- und verfahren des RKI). Bei immunsupprimierten Patienten wird die Überwachung der Viruselimination bzw. eine unterstützende Behandlung empfohlen, um eine chronische Infektion mit verlängerter Ausscheidungsdauer und Zerstörung des Leberparenchyms zu verhindern.
In Gemeinschaftseinrichtungen Betreute, die an Virushepatitis E erkrankt oder dessen verdächtig sind, dürfen die dem Betrieb der Gemeinschaftseinrichtung dienenden Räume nicht betreten, Einrichtungen der Gemeinschaftseinrichtung nicht benutzen und an Veranstaltungen der Gemeinschaftseinrichtung nicht teilnehmen, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Die zuständige Behörde kann im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt in den in § 33 genannten Einrichtungen Ausnahmen von den genannten Verboten zulassen, wenn Maßnahmen durchgeführt werden oder wurden, mit denen eine Übertragung der aufgeführten Erkrankung verhütet werden kann.
Bei strikter Einhaltung der persönlichen Hygiene bzw. der oben genannten Maßnahmen im Rahmen eines stationären Aufenthaltes ist eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Hepatitis-E-Virus sehr unwahrscheinlich. Aus epidemiologischer Sicht sollte daher die Verhältnismäßigkeit des Verbots des Besuchs von Gemeinschaftseinrichtung genau geprüft werden. In Lebensmittelbetrieben und Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung (gemäß § 42 Abs. 1)
Gemäß § 42 IfSG dürfen Personen, die an Hepatitis E erkrankt oder dessen verdächtig sind, nicht tätig sein oder beschäftigt werden: a) beim Herstellen, Behandeln oder Inverkehrbringen der in § 42 Absatz 2 ge­nann­ten Lebensmittel (s.u.), wenn sie dabei mit diesen in Berührung kommen, oder b) in Küchen von Gaststätten und sonstigen Einrichtungen mit oder zur Gemeinschaftsverpflegung.
Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung von Hepatitis-E-Virus unter engen Kontakt­per­sonen (z.B. unter Haushaltsangehörigen) kann zwar prinzipiell nicht aus­ge­schlos­sen werden, ist in der Praxis aber offensichtlich ein sehr seltenes Ereignis. Insofern sollten Haushaltskontakte von Erkrankten bei Wahrung guter per­sön­li­cher Hygiene aller Haushaltsangehörigen als nicht ansteckungsverdächtig gelten. Die oben genannten Vorschriften für Gemeinschaftseinrichtungen gelten auch für Personen, in deren Wohngemeinschaft nach ärztlichem Urteil eine Erkrankung oder ein Verdacht auf Virushepatitis E aufgetreten ist. Die Verhältnismäßigkeit eines Besuchsverbots von Gemeinschaftseinrichtungen sollte aber genau geprüft werden.
Dem Gesundheitsamt wird gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1 IfSG der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an akuter Virushepatitis sowie gemäß § 7 Abs. 1 IfSG der direkte oder indirekte Nachweis von Hepatitis-E-Virus, soweit er auf eine akute Infektion hinweist, namentlich gemeldet. Des Weiteren ist gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 2 IfSG der Verdacht auf und die Erkrankung an einer akuten infektiösen Gastroenteritis meldepflichtig, wenn
die betroffene Person Umgang mit Lebensmitteln hat oder in Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung (z.B. Küchen, Gaststätten) beschäftigt ist (siehe Maßnahmen bei Einzelerkrankungen), zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird.
Darüber hinaus können allgemeine nicht erreger- oder krankheitsspezifische Meldepflichten bestehen (siehe www.rki.de/falldefinitionen > Kapitel „Struktur der Falldefinitionen“ > „Gesetzliche Grundlage“). Die Meldungen müssen dem Gesundheitsamt spätestens 24 Stunden nach erlangter Kenntnis vorliegen. Hinweis
Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen (gem. § 33 IfSG) haben gemäß § 34 Abs. 6 IfSG das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich zu benachrichtigen, wenn in ihrer Einrichtung betreute oder betreuende Personen an Virushepatitis E erkrankt oder dessen verdächtigt sind oder,wenn in deren Wohngemeinschaft nach ärztlichem Urteil eine Erkrankung an oder ein Verdacht auf Virushepatitis E aufgetreten ist.
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Fax.: 0941 944 – 6402
Faber MS, Wenzel JJ, Jilg W, et al.: Hepatitis E Virus Seroprevalence among Adults, Germany. Emerg Infect Dis 2012, 18(10):1654-1657.Neukam K, Barreiro P, Macias J, et al.: Chronic hepatitis E in HIV patients: rapid progression to cirrhosis and response to oral ribavirin. Clin Infect Dis. 2013 Aug;57(3):465-468.Pischke S, Behrendt P, Bock CT, et al.: Hepatitis E in Germany – an under-reported infectious disease. Dtsch Arztebl Int. 2014, 111(35-36):577-83.RKI: Hepatitis-E-Virus-Infektion aus virologischer Sicht. Epid Bull 2015, 15: 119-127.RKI: Prüfung und Deklaration der Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln gegen Viren. Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz Gesundheitsschutz 2004; 47: 62–66. www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Desinfektionsmittel/Viruzid.pdf Smith DB, Simmonds P; International Committee on Taxonomy of Viruses Hepeviridae Study Group, et al.: Consensus proposals for classification of the family Hepeviridae. J Gen Virol. 2014 Oct;95(Pt 10):2223-2232.Wenzel JJ, Preiss J, Schemmerer M, et al.: Test Performance Characteristics of Anti-HEV IgG Assays Strongly Influence Hepatitis E Seroprevalence Estimates. J Infect Dis 2013, 207(3):497-500.

References: § 33
 § 42
 § 42
 § 42
 § 6
 § 7
 § 6
 § 33
 § 34