Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=SG%20Reutlingen&Datum=19.02.2007&Aktenzeichen=S%202%20AS%20565/07
Timestamp: 2019-06-18 23:59:44+00:00

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SG Reutlingen, 19.02.2007 - S 2 AS 565/07 ER - dejure.org
SG Reutlingen, 19.02.2007 - S 2 AS 565/07 ER
https://dejure.org/2007,7755
SG Reutlingen, 19.02.2007 - S 2 AS 565/07 ER (https://dejure.org/2007,7755)
SG Reutlingen, Entscheidung vom 19.02.2007 - S 2 AS 565/07 ER (https://dejure.org/2007,7755)
SG Reutlingen, Entscheidung vom 19. Februar 2007 - S 2 AS 565/07 ER (https://dejure.org/2007,7755)
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Gewährung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes; Feststellung der Vermögensverhältnisse zur etwaigen Feststellung derÜberschreitung von Grundfreibeträgen; Vorliegen einer Hilfsbedürftigkeit unter Berücksichtigung des eigenen und des Vermögens des Partners
Anspruch auf Grundsicherung für Arbeitsuchende, Berücksichtigung von Vermögen, Kinderfreibetrag, Verfassungsmäßigkeit
Ein Freibetrag für den Kläger zu Ziff. 3 könne nicht anerkannt werden, weil ein solcher nur als Freibetrag auf eigenes Vermögen des Klägers zu Ziff. 3 in Betracht komme (unter Bezugnahme auf SG Düsseldorf vom 24.11.2006 - S 23 AS 104/06 - und SG Reutlingen vom 19.02.2007 - S 2 AS 565/07 ER -).
Konsequenterweise könne den Eltern auch nicht ein Grundfreibetrag bezüglich des Vermögens ihrer Kinder zugute kommen (unter Hinweis auf Urteil SG Düsseldorf vom 24.11.2006 - S 23 AS 104/06 - SG Reutlingen vom 19.02.2007 - S 2 AS 565/07 ER -).
Teils wird die Ansicht vertreten, der Freibetrag aus § 12 Abs. 2 Nr. 1a SGB II könne nur auf Vermögen der Kinder angerechnet werden, weil es sich nicht um einen "Kinderfreibetrag" handele, der auch den Eltern zu Gute komme (SG Reutlingen, Beschluss vom 19.02.2007 - S 2 AS 565/07 ER - SG Aachen, Urteil vom 07.11.2006 - S 11 AS 34/06 - SG Berlin, Urteil vom 29.03.2006 - S 55 AS 7521/05 -).
Dabei darf die Beklagte entsprechend des regelmäßigen Zahlungszeitraumes (vgl. § 41 Abs. 1 Satz 4 SGB II) den Klägern deren Vermögen Monat für Monat erneut entgegenhalten, unabhängig davon, ob der Wert des Vermögens zur Deckung des Bedarfs für den gesamten Bedarfszeitraum ausgereicht hätte (so bereits Beschluss der Kammer vom 19.02.2007, Az.: S 2 AS 565/07 ER, juris;… Rdnr. 29; im Anschluss daran Urteil der 6. Kammer des SG Reutlingen vom 19.07.2007, Az.: S 6 AS 2461/06, n.v.; vgl. zu den Parallelvorschriften §§ 11, 88 BSHG BVerwG, Urteil vom 19.12.1997, Az.: 5 C 7/96, NJW 1998, 1879 [1881]; Bayerischer VGH…, Beschluss vom 01.12.2004, Az.: 12 CE 04.2090, juris, Rdnr. 15;… vgl. auch Mecke, in: Eicher/Spellbrink [Hrsg.], SGB II, 2. Aufl. 2008, § 12 Rdnr. 34).
Nach § 12 SGB II zu berücksichtigendes Vermögen steht also, soweit und solange es (noch) nicht eingesetzt oder verwertet wurde, einem Bezug von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes auch dann entgegen, wenn es nicht den Bedarf für den gesamten Bedarfszeitraum gedeckt hätte (so bereits Beschluss der Kammer vom 19.02.2007, Az.: S 2 AS 565/07 ER, juris, Rdnr. 29; im Anschluss daran Urteil der 6. Kammer des SG Reutlingen vom 19.07.2007, Az.: S 6 AS 2461/06, n.v.;… ferner Mecke, in: Eicher/Spellbrink [Hrsg.], SGB II, 2. Aufl. 2008, § 12 Rdnr. 34; vgl. Bayerischer VGH…, Urteil vom 22.04.1999, Az.: 12 B 97.2067, juris, Rdnr. 9; Bayerischer VGH…, Beschluss vom 01.12.2004, Az.: 12 CE 04.2090, juris, Rdnr. 14).
Eine fiktive Vermögensberechnung ist nicht zulässig (Beschluss der Kammer vom 19.02.2007, Az.: S 2 AS 565/07 ER, juris, Rdnr. 29; im Anschluss daran Urteil der 6. Kammer des SG Reutlingen vom 19.07.2007, Az.: S 6 AS 2461/06, n.v.; vgl. BVerwG, Urteil vom 19.12.1997, Az.: 5 C 7/96, NJW 1998, 1879 [1881]; Bayerischer VGH…, Beschluss vom 01.12.2004, Az.: 12 CE 04.2090, juris, Rdnr. 14; OVG Nordrhein-Westfalen…, Urteil vom 19.11.1993, Az.: 8 A 278/92, juris, Rdnr. 61 ff.; vgl. auch BSG…, Beschluss vom 30.07.2008, Az.: B 14 AS 14/08 B, juris, Rdnr. 5).
Auflage 2008, § 12 Rn. 42; Adolph in Linhart/Adolph, SGB II u.a., 56. AL Januar 2008, § 12 Rn. 14; LSG Thüringen, Beschluss vom 06.06.2006 - L 7 AS 235/06 ER; SG Reutlingen, Beschluss vom 19.02.2007 - S 2 AS 565/07 ER [in der Beschwerdeinstanz vom LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 28.03.2007 - L 7 AS 1214/07 ER-B, mit dem Bemerken offen gelassen, dass " jedenfalls hinsichtlich der im vorliegenden Verfahren in den Vordergrund gerückten Freibetragsregelung des § 12 Abs. 2 Nr. 1a SGB II mit Blick auf Wortlaut, systematischen Zusammenhang sowie Sinn und Zweck der Norm manches für die Auffassung des SG Reutlingen im angefochtenen Beschluss spricht, dass der Kindergrundfreibetrag allein der Schonung des Vermögens minderjähriger Kinder dient und daher - auch im Fall seiner nicht vollständigen Ausschöpfung - nicht vom Vermögen der Eltern abgesetzt werden kann."].
Während teilweise darauf abgestellt wird, dass der Freibetrag aus § 12 Abs. 2 Nr. 1a SGB II nur auf Vermögen der Kinder angerechnet werden könne und es sich nicht um einen "Kinderfreibetrag" handele, der auch den Eltern zu Gute komme (SG Reutlingen, Beschluss vom 19.02.2007, S 2 AS 565/07 ER; SG Aachen, Urteil vom 07.11.2006, S 11 AS 34/06; SG Berlin, Urteil vom 29.03.2006, S 55 AS 7521/05), bildet die 15. Kammer des Sozialgerichts Aurich einen Gesamtfreibetrag für Familien mit der Folge, dass Vermögensfreibeträge der Kinder auch auf Vermögen der Eltern angerechnet werden können (SG Aurich, Urteil vom 15.02.2006, S 15 AS 107/05).
Dies trägt dem an anderer Stelle im Gesetz verankerten und für die übrigen Normen des Gesetzes interpretationsleitenden Grundsatz der Subsidiarität der staatlichen Leistungsgewährung (…vgl. Urteil der Kammer vom 24.04.2007, Az.: S 2 AS 4151/06, Juris, Rdnr. 26; Beschluss der Kammer vom 19.02.2007, Az.: S 2 AS 565/07 ER, Juris, Rdnr. 23) Rechnung.
Diese differenzierte Betrachtungsweise trägt zum einen dem Umstand, dass Einkünfte in Form von Darlehen von vorneherein mit der Pflicht zur Rückgewähr belastet und insofern einkommensneutral sind (vgl. BSG, Urteil vom 13.06.1985, Az.: 7 RAr 27/84), zum anderen aber auch dem an anderer Stelle im Gesetz verankerten und für die übrigen Normen des Gesetzes interpretationsleitenden Grundsatz der Subsidiarität der staatlichen Leistungsgewährung (vgl. Beschluss der Kammer vom 19.02.2007, Az.: S 2 AS 565/07 ER; Beschluss der Kammer vom 20.02.2007, Az.: S 2 AS 564/07 ER) Rechnung.
Dies trägt dem an anderer Stelle im Gesetz verankerten und für die übrigen Normen des Gesetzes interpretationsleitenden Grundsatz der Subsidiarität der staatlichen Leistungsgewährung (vgl. Urteil der Kammer vom 24.04.2007, Az.: S 2 AS 4151/06, Juris; Beschluss der Kammer vom 19.02.2007, Az.: S 2 AS 565/07 ER, Juris; Beschluss der Kammer vom 20.02.2007, Az.: S 2 AS 564/07 ER, Juris) Rechnung.
Hinsichtlich der Übertragung von nicht ausgeschöpften Vermögensfreibeträgen unter den Mitgliedern einer Bedarfsgemeinschaft findet sich eine breite Diskussion in der Rechtsprechung, die allerdings allein die Frage einer Übertragung des Freibetrags nach § 12 Abs. 2 Nr. 1a SGB II für minderjährige Kinder auf die Eltern betraf (…gegen eine Übertragbarkeit LSG NW, Urt. v. 4.9.2008 - L 9 AS 20/07; Urt. v. 21.4.2008 - L 20 AS 7/07, SG Reutlingen, Beschl. v. 19.2.2007 - S 2 AS 565/07 ER;… SG Berlin, Urt. v. 29.3.2006 - S 55 AS 7521/05; LSG Thüringen, Beschl. v. 6.6.2006 - L 7 AS 235/06 ER;… so auch Geiger, in: LPK-SGB II, 4. Aufl. 2011, § 12 Rn. 18;… Hasske, in: Estelmann, SGB II, § 12 Rn. 28, Stand Juni 2010;… Mecke, in: Eicher/Spellbrink, SGB II, 2. Aufl. 2008, § 12 Rn. 42;… Radüge, in: jurisPK-SGB II, 2. Aufl. 2007, § 12 Rn. 59;… Hengelhaupt, in: Hauck/Noftz, SGB II, § 12 Rn. 139h, Stand Sept. 2008;… Klaus, jurisPR-SozR 6/2010 Anm. 1;… für eine Übertragbarkeit LSG BW, Urt. v. 26.6.2008 - L 12 AS 5863/07;… SG Aurich, Urt. v. 15.2.2006 - S 15 AS 107/05;… differenzierend Frank, in: Hohm, SGB II, § 12 Rn. 33, Stand Juli 2011: Übertragbarkeit nur, soweit das Kind nicht nach § 7 Abs. 3 Nr. 4 SGB II aus der Bedarfsgemeinschaft herausfällt).

References: § 12
 § 41
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 7