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Timestamp: 2019-01-23 14:41:29+00:00

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3. 8 Steuerermäßigung für haushaltsnahe Hilfe
Autor Thema: 3. 8 Steuerermäßigung für haushaltsnahe Hilfe (Gelesen 4287 mal)
« am: 04. Juli 2008, 17:54:21 »
3.8 Steuerermäßigung für haushaltsnahe Hilfen
Für: unbeschränkt steuerpflichtige Personen i. S. des Einkommenssteuergesetzes,
die zur Einkommenssteuer veranlagt werden und entweder
1. eine haushaltsnahe Hilfe im Rahmen eines 400 Euro-Jobs beschäftigen oder
2. eine Haushaltshilfe im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses beschäftigen
3. haushaltsnahe Dienstleistungen eines gewerblichen Unternehmens in Anspruch nehmen.
zu 1. Bescheinigung der Bundesknappschaft nach § 28 h Abs. 4 SGB IV
gemeinsame Vorschriften für die Sozialversicherungen, zwingende Teilnahme am Haushaltscheckverfahren
zu 2. Nachweise über die Entrichtung der Arbeitgeberbeträge zur Kranken-, Renten- und
Arbeitslosenversicherung, Abführung der Lohnsteuer des Arbeitnehmers pauschal oder
nach Lohnsteuerkarte
zu 3. Rechnungen der ausführenden Dienstleistungsunternehmen und Zahlungsnachweise
durch Kontoauszüge (keine Barzahlung!)
Rechtsquelle/Fundstelle: § 35 a EStG in der Fassung der Bekanntmachung vom 8. Oktober 2009 (BGBl. I S. 3366), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 22. Dezember 2009 (BGBl. I S. 3950)
Haushaltsnahe Tätigkeiten sind:
- Zubereiten von Mahlzeiten
- Pflege, Versorgung und Betreuung von Kindern, kranken, alten und pflegebedürftigen Menschen
- Sonstiges: Gartenpflege, Straße fegen und Schnee schieben; „Schönheitsreparaturen“ und kleine Ausbesserungsarbeiten (z.B. Tapezieren und Strechen von Wänden und Decken)
Nicht begünstigt sind Aufwendungen für die Begleitung von Kindern, alten, kranken oder pflegebedürftigen Personen, sowie Aufwendungen zur Unterrichtung und Vermittlung besonderer Fähigkeiten und sportliche bzw. Freizeitgestaltung.
Ermäßigung der zuzahlenden Art der Dienstleistung
20%; max. 510,00 € Haushaltsnahe Hilfe im Rahmen eines
20%; max. 4.000,00 € Andere haushaltsnahe
Beschäftigungsverhältnisse und
20%; max. 1.200,00 € Handwerkerleistungen
Eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Hilfen wird nur gewährt, soweit die Aufwendungen nicht als außergewöhnliche Belastung allgemeiner oder besonderer Art berücksichtigt worden.
Übersteigen die Kosten den abziehbaren Höchstbetrag, darf für übersteigende Beträge die Steuerermäßigung haushaltsnaher Hilfen in Anspruch genommen werden (Erfüllung der Voraussetzungen nach § 35 EStG).
Gleiches gilt, wenn die Aufwendungen vorrangig zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen.
Behinderte Menschen, die den erhöhten Behinderten-Pauschbetrag in Anspruch nehmen,
müssen noch eine Besonderheit beachten.
Mit dem erhöhten Pauschbetrag für Hilflose und Blinde gelten die pflegebedingten Aufwendungen als abgegolten.
In diesem Fall sollen die Aufwendungen für die Pflegekraft/ Pflegedienst schon bei den außergewöhnlichen Belastungen als berücksichtigt gelten, sodass hierfür keine Steuerermäßigung nach § 35 a EStG mehr infrage kommt.
Die Beschäftigung von Familienmitgliedern (Ehepartner, Kinder, Eltern, Lebenspartner) kann als haushaltsnahe Hilfe nicht anerkannt werden.
Aufwendungen, die nicht ausschließlich für den Privathaushalt entstanden, sind in diesem Umfang herauszurechnen.
Es empfiehlt sich daher, getrennte Arbeitsverträge abzuschließen.
Zu beachten ist, dass mit dem Beschäftigungsverhältnis auch Arbeitgeberpflichten zu erfüllen sind.
Dazu gehört unter anderem das Anmelden und Entrichten der Pauschalabgaben (5 % Rentenversicherung, 5 % Krankenversicherung, 2 % Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, Umlagen zum Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit und Mutterschaft in Höhe von 0,67 %, Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung in Höhe von 1,6 %).
Für den Einzug der Pauschalabgaben ist die Knappschaft Bahn See zuständig;
Service-Hotline: 01801 200 504.
Dabei ist zwingend das sogenannte „Haushaltsscheckverfahren“ anzuwenden.
Die von der Knappschaft ausgestellte Bescheinigung gemäß § 28 h Abs. 4 SGB IV ist dem Finanzamt vorzulegen.
Die Mitteilung, ab wann die be¬schäftigte Person sozialversicherungspflichtig ist (Arbeitnehmer, die die Entgeltgrenze überschreiten, z. B. bei Mehrfachbeschäftigung), erfolgt ebenfalls durch die Knappschaft Bahn See.
Arbeitgeberpflichten:
- Aufwendungen für eine sozialversicherungspflichtige Hilfe und die Inanspruchnahme von
Dienstleistungsunternehmen sind seit dem 01.01.2003 nach § 35 a EStG abzugsfähig.
- 400-EURO-Jobs, auch solche, bei denen ein schriftlicher Verzicht auf Versicherungsfreiheit in der
Rentenversicherung vorliegt (der Abzugsbetrag verringert sich dadurch) sind anteilig abzugsfähig.
- Rechnungen des Dienstleisters werden nur im Zusammenhang mit dem Nachweis der Überweisung
(Kontoauszug) anerkannt.
- Für ein und dieselbe haushaltsnahe Hilfe (Person) kann man nur einen der drei Abzugsbeträge
beanspruchen, je nachdem welche Voraussetzungen erfüllt sind.
- Zusammenveranlagte Eheleute dürfen die Höchstbeträge zusammen nur einmal in Anspruch nehmen;
bei getrennter Veranlagung erfolgt die hälftige Zuteilung, wobei jede andere Aufteilung beantragt werden kann.
neu hinzugefügt am 19.01.2019
mehr zur aktuellen Anwendung: siehe Link
unter: https://lvwa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/LVWA/LVwA/Dokumente/5_famgesjugvers/508/Publikationen/Nachteilsausgleich_2017-08-18-LSA.pdf
« Letzte Änderung: 19. Januar 2019, 11:21:07 von RalleGA »
Re: Steuerermäßigung für haushaltsnahe Hilfe
« Antwort #1 am: 16. März 2009, 09:16:07 »
Haushaltshilfe anmelden bringt Steuervorteile
Wer eine Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale anmeldet, kann dadurch Steuern sparen.
Außerdem beschäftigt er sie dann nicht illegal.
Demnach ermäßigt sich die Einkommensteuer des Arbeitgebers um 20 Prozent der Kosten,
die durch die Haushaltshilfe entstanden sind.
Im vergangenen Jahr waren es nur zehn Prozent.
Hintergrund ist eine gesetzliche Neuregelung, die am 01. Januar 2009 in Kraft getreten ist.
Dass sich die Anmeldung lohnt, zeigt nach Angaben der Experten folgendes Beispiel:
Eine Haushaltshilfe erhält als geringfügig Beschäftigte monatlich ein Entgelt in Höhe von 250 Euro.
Das entspricht einem Jahresarbeitslohn von 3000 Euro.
Davon muss der Arbeitgeber maximal 14,27 Prozent pauschale Abgaben an die Minijob-Zentrale entrichten.
Dementsprechend hat er insgesamt Jahresausgaben für die Haushaltshilfe in Höhe von 3428,10 Euro.
428,10 Euro mehr also, als wenn er seine Angestellte "schwarz" - und damit auch illegal - beschäftigen würde.
Die Anmeldung macht sich bezahlt, wenn er die eigenen Einkommensteuerabgaben am Ende des Jahres betrachtet.
Von den Gesamtausgaben für die Haushaltshilfe kann der Arbeitgeber 20 Prozent von seiner Einkommensteuerschuld abziehen.
In dem Beispiel wären das über 600 Euro, die gesetzliche Obergrenze liegt aber bei 510 Euro.
Insgesamt spart er durch die Anmeldung der Putzfrau damit 81,90 Euro.
Dazu könnten noch Ersparnisse durch den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer kommen.
Fundquelle: „Volksstimme“ 14.03.2009
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References: § 28
 § 35
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