Source: http://palikanon.com/khuddaka/jataka/j442.htm
Timestamp: 2018-01-21 08:32:29+00:00

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﻿ 442 Samkha-Jataka
442. Die Erzählung von Samkha (Samkha-Jātaka)
In diesem Augenblicke bemerkte in der Gandhamādana-Höhle [4] ein Paccekabuddha bei seiner Weltbetrachtung, wie jener fortreise, um Geld herbeizuholen. Er überlegte: „Dieser große Mann geht fort, um Geld zu holen; wird ihm auf dem Meere eine Gefahr drohen oder nicht?“ Als er merkte, dies werde so kommen, dachte er: „Wenn dieser mich sieht, wird er mir seinen Sonnenschirm und seine Schuhe geben. Infolge der Spendung der Schuhe wird ihm auf dem Meere, wenn sein Schiff zugrunde geht, Rettung zuteil werden. Ich werde ihm diesen Beistand gewähren.“ Er flog durch die Luft herbei und ließ sich in der Nähe von jenem auf die Erde nieder. So kam er ihm vor Augen, indem er in der glühenden Hitze auf dem einem Haufen glühender Kohlen gleichenden heißen Sande daher schritt.
Als jener ihn sah, dachte er: „Ich habe ein Feld zur Betätigung eines guten Werkes erhalten; heute muss ich da Aussaat halten [5].“ Voll Freude kam er auf ihn zu, begrüßte ihn und sagte: „Herr, geht, um uns eine Gunst zu erweisen, etwas vom Wege ab und kommt hierher zum Fuße dieses Baumes.“ Als darauf jener an den Fuß des Baumes kam, ließ der Kaufmann den Sand am Fuße des Baumes entfernen, legte sein Obergewand dort nieder und ließ den Paccekabuddha darauf Platz nehmen. Mit parfümiertem, gereinigtem Wasser wusch er ihm die Füße und beträufelte sie mit wohlriechendem Öle; dann löste er sich die Schuhe von seinen Füßen, wischte sie ab, rieb sie mit wohlriechendem Öl ein und band sie ihm an die Füße. Hierauf sagte er: „Herr, steiget auf diese Schuhe, haltet den Sonnenschirm über Euer Haupt und geht so Eures Weges weiter.“ Mit diesen Worten schenkte er ihm den Sonnenschirm und die Schuhe. Um dem Kaufmann diesen Vorteil zu verschaffen, nahm sie jener an und flog, während jener ihm noch nachschaute, um seine Freude zu vermehren, in die Höhe, worauf er nach der Gandhamādana-Höhle zurückkehrte. Als dies der Bodhisattva sah, war er gar hoch befriedigt; er zog weiter nach dem Hafen und bestieg sein Schiff.
§1. „Gar hochgelehrt und weisheitsvoll bist du,
du kennst Asketen und Brahmanen, Samkha;
doch jetzt zur Unzeit fängst du an zu schwatzen.
Wer kann denn außer mir dir Antwort geben?“
§2. „Ein glänzend Wesen, reich geschmückt die Kleidung,
hält mir entgegen eine goldne Platte
und spricht zu mir: ‘So iss doch von der Speise’;
doch gläub'gen Herzens sag ich zu ihm: ‘Nein.’“
§3. „Da einen solchen Dämon du gesehen,
sollst du ihn fragen, wenn du Rettung wünschst.
Erhebe dich, frag ihn, die Hände faltend:
‘Bist eine Gottheit du oder ein Mensch?’“
§4. „Die du mich anschaust mit so lieben Blicken
und zu mir sprichst: ‘Verzehre doch die Speise’,
ich frage dich, du Frau von großer Macht:
Bist eine Göttin du oder ein Weib?“
§5. „Ich bin, o Samkha, eine mächt'ge Göttin;
ich kam hierher in dieses Meeres Mitte
voll Mitleid, nicht verräterischen Sinnes;
um deinetwillen nur bin ich gekommen.
§6. Hier bring ich Speis und Trank dir und ein Lager
und Wagen von verschiedner Art [10], o Samkha.
Dies alles biete ich dir zum Geschenke,
was immer du in deinem Herzen wünschest.“
§7. „Was immer ich geopfert und gespendet,
von alledem bist Herrin du, du Schöne:
Schönhüft'ge du, Schönäugige, du Schlanke,
von welcher Tat ist dies für mich der Lohn?“
§8. „Auf heißer Straße hast du einen Mönch,
der zitternd, müde, mit verbrannten Füßen
daherkam, Samkha, wohl versehn mit Schuhen.
Dies gute Werk erfüllt dir heut die Wünsche.“
§9. „Ein Schiff soll mir erstehn aus neuen Brettern,
vom Wind geschwellt, für Wasser undurchdringlich;
für anderes Gefährt ist hier kein Platz.
Noch heut lass Molini mich wieder schauen.“
§10. Voll Freude, hochbefriedigt und entzückt
erschuf die Gottheit ein gar schönes Schiff;
mit seinem Diener brachte sie den Samkha
in seine Stadt, die liebliche, zurück.
§C. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen und die Wahrheiten verkündigt hatte, verband er das Jātaka mit folgenden Worten (am Ende der Verkündigung der Wahrheiten aber gelangte jener Laienbruder zur Frucht der Bekehrung): „Damals war die Gottheit Uppalavanna [11], der Mann war Ānanda, der Brahmane Samkha aber war ich.“
[1] Ein oft vorkommender Beiname Buddhas; vgl. Band Jātaka 1 Anm. 11.
[2] Sāriputta und Mogallāna.

References: §1

§2

§3

§4

§5

§6

§7

§8

§9

§10