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Timestamp: 2017-09-21 09:20:40+00:00

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Internationales Privatrecht | anwalt24.de
VO 593/2008 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht (Rom I-Verordnung)
VO 864/2007 über das auf außervertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht (Rom II-Verordnung)
Das Internationale Privatrecht (IPR) regelt, welches Recht eines Staates anzuwenden ist, wenn die Rechtsordnungen verschiedener Staaten miteinander kollidieren. Dabei wird die Rechtsfrage selbst nicht von den Vorschriften des IPR gelöst, dies ergibt sich dann aus der Rechtsordnung des Staates, dessen Recht anwendbar ist.
Dabei besteht bei der Frage, welches Recht bei einem internationalen Vertrag anzuwenden ist, folgende Rangfolge:
Die Parteien haben wirksam das Recht eines Staates als das für den Vertrag geltende Recht vereinbart.
Aber: Liegen die Voraussetzungen des UN-Kaufrechts vor, so müssen die Vertragsparteien ausdrücklich die Anwendung des UN-Kaufrechts ausschließen.
Bei Vorliegen der Voraussetzungen ist das UN-Kaufrecht grundsätzlich das anwendbare Recht - es sei denn es wurde ausdrücklich vertraglich ausgeschlossen.
Ist das UN-Kaufrecht nicht anwendbar und haben die Vertragsparteien keine (wirksame) Regelung darüber getroffen, welches nationale Recht gelten soll, so bestimmt sich das auf den Vertrag anzuwendende Recht nach dem Internationalen Privatrecht.
2.1 Vertragliche Schuldverhältnisse in Zivil- und Handelssachen
Der Anwendungsbereich der VO 593/2008 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht (Rom I- Verordnung) erstreckt sich auf vertragliche Schuldverhältnisse in Zivil- und Handelssachen, die eine Verbindung zum Recht verschiedener Staaten aufweisen.
2.2 Außervertragliche Schuldverhältnisse
Das anzuwendende Recht für außervertragliche Schuldverhältnisse in Zivil- und Handelssachen, die eine Verbindung zum Recht verschiedener Staaten aufweisen, bestimmt sich nach der VO 864/2007 über das auf außervertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht ("Rom II").
Anwendungsbereiche sind z.B. Verkehrsunfälle im Ausland bei der Beteiligung eines Ausländers.
2.3 Scheidung
Das Scheidungskollisionsrecht in den teilnehmenden Mitgliedstaaten wird ausdrücklich durch die Rom-III-Verordnung VO 1259/2010 geregelt. Siehe insofern den Beitrag "Scheidung - Rechtswahl".
3. Inhalt des Internationalen Privatrechts
Soweit die Parteien keine Rechtswahl getroffen haben und das UN-Kaufrecht nicht anwendbar ist, bestimmt sich das auf den Vertrag anzuwendende Recht gemäß Art. 4 VO 593/2008 nach den folgenden, in der vorgegebenen Reihenfolge anzuwendenden Grundsätzen:
Zunächst ist zu prüfen, ob der Vertrag von einer der in Art. 4 Absatz 1 VO 593/2008 aufgeführten Vertragsformen erfasst wird.
Ist das nicht der Fall, so unterliegt der Vertrag gemäß Art. 4 Absatz 2 VO 593/2008 dem Recht des Staates, in dem die Partei, welche die für den Vertrag charakteristische Leistung zu erbringen hat, ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat.
Kann das anzuwendende Recht nicht nach Absatz 1 oder 2 bestimmt werden, so unterliegt der Vertrag gemäß Art. 4 Absatz 4 VO 593/2008 dem Recht des Staates, zu dem er die engste Verbindung aufweist.
Aber: Ergibt sich aus der Gesamtheit der Umstände, dass der Vertrag eine offensichtlich engere Verbindung zu einem anderen als dem nach Absatz 1 oder 2 bestimmten Staat aufweist, so ist das Recht dieses anderen Staates anzuwenden.
Sonderbestimmungen bestehen für die in den Art. 5 - 8 VO 593/2008 geregelten Vertragsarten.
Sonderbestimmungen bestehen zudem für gesondert geregelte Sachverhalte, z.B. die Aufrechnung (Art. 17 VO 593/2008).
Erbrecht in der EUEuGVVOEuropäisches VertragsrechtGemeinsames Europäisches KaufrechtKaufvertragOrdre PublicUN-Kaufrecht
EuGH 15.12.2011 - C 384/10 (Auslegung des Art. 6 Abs. 2 der Rom I- Verordnung)
Brödermann: Paradigmenwechsel im Internationalen Privatrecht; Neue Juristische Wochenschrift - NJW 2010, 807
Campos Nave/Steckenborn: Harmonisierung des internationalen Privatrechts. Die Rom I-Verordnung; Neue Wirtschafts-Briefe - NWB 2009, 3430
Rauscher: Die Entwicklung des Internationalen Privatrecht 2014 bis 2015; Neue Juristische Wochenschrift - NJW 2015, 3551
Sonnenberger: Grenzen der Verweisung durch europäisches internationales Privatrecht; Praxis des internationalen Privat- und Verfahrensrechts - IPRax 2011, 325
Staudinger/Steinrötter: Europäisches Internationales Privatrecht: Die Rom-Verordnungen; Juristische Arbeitsblätter - JA 2011, 241
Staudinger/Czaplinski: Verkehrsopferschutz im Lichte der Rom I-, Rom II- sowie Brüssel I-Verordnung; Neue Juristische Wochenschrift - NJW 2009, 2249
Wagner/Winkelmann: Sonderanknüpfung für Verjährungsfragen bei Straßenverkehrsunfällen nach der Rom II-VO?; Recht der Internationalen Wirtschaft - RIW 2012, 277
Wagner: Die Vereinheitlichung des Internationalen Privat- und Zivilverfahrensrechts zehn Jahre nach Inkrafttreten des Amsterdamer Vertrags; Neue Juristische Wochenschrift - NJW 2009, 1911

References: Art. 4
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 5

EuGH 
 Art. 6