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Timestamp: 2016-10-23 23:59:57+00:00

Document:
X.________, vertreten durch Rechtsanw�ltin Dina Raewel,
Strafzumessung; Aufschub des Strafvollzugs zugunsten einer Massnahme (mehrfache versuchte vors�tzliche T�tung usw.),
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, I. Strafkammer, vom 12. April 2010.
Das Bezirksgericht Z�rich verurteilte den am 21. Juni 1988 geborenen X.________ am 9. M�rz 2009 wegen mehrfacher versuchter vors�tzlicher T�tung (Art. 111 i.V.m. Art. 22 StGB), versuchten Raubs (Art. 140 Ziff. 4 i.V.m. Art. 22 StGB), Gef�hrdung des Lebens (Art. 129 StGB), versuchter N�tigung (Art. 181 i.V.m. Art. 22 StGB), Hehlerei (Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) sowie wegen Widerhandlungen gegen das Bet�ubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG) und das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG) zu einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren unter Anrechnung der Untersuchungshaft und des angetretenen vorzeitigen Strafvollzugs. Es ordnete eine Massnahme f�r junge Erwachsene im Sinne von Art. 61 StGB an und schob den Vollzug der Freiheitsstrafe auf.
Gegen dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Z�rich am 18. M�rz 2009 - beschr�nkt auf die Strafzumessung und die Massnahmenanordnung - Berufung ein. Sie beantragte die Bestrafung X.________s mit einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und die Anordnung einer vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme.
Am 7. Dezember 2009 stellte der Justizvollzug des Kantons Z�rich den X.________ bewilligten, von ihm am 18. Mai 2009 angetretenen vorzeitigen Massnahmenvollzug f�r junge Erwachsene ein. Das Obergericht des Kantons Z�rich liess �ber den Betroffenen am 18. Januar 2010 deshalb ein Erg�nzungsgutachten zum psychiatrischen Gutachten vom 19. Mai 2008 einholen. Das Erg�nzungsgutachten datiert vom 30. M�rz 2010.
Nach dessen Eingang und Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs f�llte das Obergericht des Kantons Z�rich seinen Entscheid. Ausgehend von den unangefochten gebliebenen und damit rechtskr�ftig gewordenen Schuldspr�chen des Bezirksgerichts Z�rich bestrafte es X.________ am 12. April 2010 mit 10 � Jahren Freiheitsstrafe unter Anrechnung der Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie des vorzeitigen Straf- und Massnahmenvollzugs. Es ordnete eine station�re therapeutische Massnahme gem�ss Art. 59 Abs. 1 StGB unter Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe an. Von der Anordnung einer Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB - wie von der Staatsanwaltschaft IV anl�sslich der Berufungsverhandlung beantragt - sah es ab.
Mit Beschwerde in Strafsachen beantragt X.________, er sei in Ab�nderung des obergerichtlichen Urteils mit 9 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen, wobei der Vollzug der Strafe zugunsten einer Massnahme nach Art. 61 StGB aufzuschieben sei.
Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die Strafzumessung. Er macht dabei einzig geltend, die Vorinstanz habe die gutachterlich festgestellte Verminderung der Schuldf�higkeit im Rahmen der versuchten T�tungsdelikte mit nur zwei Jahren unzureichend gewichtet. Die Strafe sei zu hoch ausgefallen. Eine Freiheitsstrafe von 9 Jahren w�re schuldangemessen.
1.1 Die Vorinstanz h�lt fest, f�r die beiden T�tungsdelikte w�re ohne Ber�cksichtigung der Strafmilderungsgr�nde des Versuchs und der Verminderung der Schuldf�higkeit des Beschwerdef�hrers aufgrund des mittelschweren bis schweren Tatverschuldens eine Freiheitsstrafe von 17 bis 18 Jahren angemessen. Der Beschwerdef�hrer habe das erste Opfer aus Rache f�r eine ihm nur wenige Minuten zuvor zugef�gte Schnittverletzung an der Hand mit einem Jagdmesser (Klingenl�nge 8 cm) dreimal niedergestochen. Das Verletzungsbild insbesondere des Flankenstichs zeuge von einem massiven Kraftaufwand (Stichkanal mit einer Tiefe von mindestens 15 cm). Das zweite Opfer habe der Beschwerdef�hrer mit einem Messerstich in den R�cken verletzt, weil jenes dem ersten Opfer habe beistehen wollen. Die Vorgehensweise des Beschwerdef�hrers sei insoweit von purer Gewalt gepr�gt. Dass der T�tungserfolg bei beiden Opfern ausgeblieben sei, m�sse als gl�ckliche F�gung betrachtet werden und verm�ge den Beschwerdef�hrer verschuldensm�ssig nur wenig zu entlasten. F�r die versuchten Tatbegehungen sei deshalb eine Strafreduktion um rund drei Jahre vorzunehmen. Aufgrund der f�r die T�tungsversuche in leichtem bis mittlerem Grade gegebenen Einschr�nkung der Schuldf�higkeit und der damit einhergehenden Reduktion des Tatverschuldens resultiere eine hypothetische Einsatzstrafe von rund 8 Jahren.
Entsprechend geht die Vorinstanz f�r den Tatkomplex des versuchten qualifizierten Raubs, der Lebensgef�hrdung, der versuchten N�tigung und der Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz vor. Ohne Ber�cksichtigung der Strafmilderungsgr�nde des Versuchs (Raub, N�tigung) und der Verminderung der Schuldf�higkeit w�re nach ihrem Daf�rhalten insoweit eine Strafe von sieben Jahren angemessen. Der Beschwerdef�hrer habe die entsicherte Waffe mit dem Finger am Abzug aus kurzer Distanz (weniger als 1 Meter) auf den Oberk�rper des Opfers gerichtet und im Verlaufe des sich entwickelnden Handgemenges zweimal abgedr�ckt. Angesichts der Gefahr des Rikoschettierens habe sich auch die anwesende Freundin des Opfers in Lebensgefahr befunden. Aufgrund der versuchten Tatbegehung sei eine Reduktion der Strafe in der Gr�ssenordnung von einem Jahr angezeigt. Unter Ber�cksichtigung der dem Beschwerdef�hrer gutachterlich attestierten insoweit h�chstens leichtgradig verminderten Schuldf�higkeit resultiere - unter Anrechnung des Vorliegens der versuchten Tatbegehung beim Raub und der N�tigung - eine hypothetische Einsatzstrafe von rund 5 Jahren.
Bez�glich des Deliktkomplexes der Hehlerei und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Kauf einer gestohlenen Waffe und unerlaubter Einsatz) geht die Vorinstanz von einem geringem Tatverschulden des Beschwerdef�hrers aus. Gr�nde, welche eine Einschr�nkung der Schuldf�higkeit nahe legen w�rden, sind nach ihrer Auffassung nicht ersichtlich. Die Gutachter h�tten sich hierzu nicht ge�ussert. Der Beschwerdef�hrer w�re insoweit nur sehr geringf�gig zu bestrafen.
Die hypothetische Einsatzstrafe f�r die eventualvors�tzlichen T�tungsversuche von 8 Jahren erh�ht die Vorinstanz zwecks Sanktionierung der �brigen Delikte. Sie legt die Gesamtstrafe auf 12 Jahre fest. Im Anschluss w�rdigt sie die T�terkomponenten. Da insoweit nach der Auffassung der Vorinstanz die strafmindernden Faktoren die belastenden Aspekte �berwiegen, reduziert sie die Strafe um 1 � Jahre. Im Ergebnis f�llt sie eine Freiheitsstrafe von 10 � Jahren aus.
1.2 Bei der Strafzumessung bildet das Verschulden des T�ters das zentrale Kriterium (Art. 47 StGB). Ausgehend von der objektiven Tatschwere hat der Richter dieses Verschulden zu bewerten. Der Schuldvorwurf, der einem nur vermindert schuldf�higen T�ter gemacht werden kann, ist verglichen mit einem voll schuldf�higen T�ter geringer (BGE 118 IV 1 E. 2 S. 4). Das Schuldprinzip verlangt deshalb, dass die Strafe f�r eine in verminderter Schuldf�higkeit begangene Tat gem�ss Art. 19 Abs. 2 StGB niedriger sein muss, als wenn der T�ter - unter sonst gleichen Umst�nden - voll schuldf�hig gewesen w�re. Die mildere Strafe ergibt sich aus dem leichteren Verschulden. Es geht somit nach neuer Rechtsprechung nicht (mehr) um die Herabsetzung der Strafe, sondern um die Reduktion des Verschuldens. Im Interesse einer nachvollziehbaren Strafzumessung hat der Richter deshalb im Urteil in einem ersten Schritt darzutun, wie gross das Tatverschulden (und allenfalls die sich daraus ergebende hypothetische Strafe) w�re, wenn keine Verminderung vorl�ge. In einem zweiten Schritt ist zu begr�nden, wie sich die Verminderung auf die Verschuldenseinsch�tzung auswirkt und welches die daraus resultierende angemessene (hypothetische) Strafe ist. Diese Strafe ist dann gegebenenfalls in einem dritten Schritt aufgrund t�terrelevanter Strafzumessungsfaktoren zu erh�hen bzw. zu reduzieren (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.7; Urteil 6B_585/2008 vom 19. Juni 2009 E. 3.5).
Bei der Entscheidung, wie sich eine gutachterlich festgestellte Einschr�nkung der Schuldf�higkeit unter W�rdigung aller Umst�nde auf die subjektive Verschuldensbewertung auswirkt, kommt dem Richter erhebliches Ermessen zu (BGE 136 IV 55). Die Strafrechtliche Abteilung des Bundesgerichts greift auf Beschwerde in Strafsachen hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den gesetzlichen Strafrahmen �ber- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen beziehungsweise in �berschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 134 IV 17 E. 2.1 S. 19 mit Hinweisen).
1.3 Im Rahmen der Bewertung der subjektiven Tatschwere bzw. des subjektiven Tatverschuldens ber�cksichtigt die Vorinstanz neben der Willensrichtung, mit welcher der Beschwerdef�hrer handelte (Eventualvorsatz), namentlich die festgestellte Verminderung der Schuld-f�higkeit (Art. 19 Abs. 2 StGB). Aufgrund der dem Beschwerdef�hrer gutachterlich attestierten leicht- bis mittelgradig verminderten Schuldf�higkeit bez�glich der T�tungsversuche (act. 54, Gutachten des Psychiatriezentrums Rheinau vom 19. Mai 2008, S. 92) reduziert sie das (objektiv) mindestens mittelschwere bis schwere Tatverschulden auf ein (subjektiv) nicht mehr leichtes bis erhebliches bzw. mittelschweres Verschulden (angefochtener Entscheid, S. 23 und 30). Sie geht damit aufgrund der Einschr�nkung der Schuldf�higkeit bez�glich der T�tungsdelikte von einem erheblich geringeren Verschulden des Beschwerdef�hrers aus. Diesem Umstand tr�gt die Vorinstanz im Umfang von mehreren Jahren Rechnung, indem sie die Einsatzstrafe f�r die beiden T�tungsdelikte im Rahmen von 17 bis 18 Jahren, nach Anrechnung der Strafreduktion von rund drei Jahren f�r die versuchten Tatbegehungen, um fast die H�lfte auf 8 Jahre herabsetzt. Entgegen der Verteidigung, die sich im Rahmen ihrer Kritik auf die fr�here, nicht mehr anwendbare Rechtsprechung beruft und �berdies wohl einem Missverst�ndnis erliegt, ber�cksichtigt die Vorinstanz damit die leicht- bis mittelgradig eingeschr�nkte Schuldf�higkeit des Beschwerdef�hrers bez�glich der T�tungsdelikte in dem von der Rechtsprechung geforderten Ausmass (dazu BGE 136 IV 55 E. 5.5, 5.6. und 6.1; siehe auch das Urteil 6B_1092/2009 vom 22. Juni 2010). Dasselbe gilt im �brigen auch f�r die strafzumessungsrechtliche Gewichtung der verminderten Schuldf�higkeit bez�glich des Tatkomplexes des versuchten Raubs, der Lebensgef�hrdung, der versuchten N�tigung und der Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz. F�r diese Straftaten attestieren die Gutachter dem Beschwerdef�hrer eine geringf�gige bis maximal leichte Schuldf�higkeitseinschr�nkung (act. 54, Gutachten des Psychiatriezentrums Rheinau vom 19. Mai 2008, S. 92). Die Vorinstanz reduziert das Tatverschulden auch hier im Rahmen ihres Ermessens bundesrechtskonform im Ausmass der �rztlich festgestellten Einschr�nkung der Schuldf�higkeit. Es resultiert, nach Ber�cksichtigung der versuchten Tatbegehung, eine Einsatzstrafe von 5 Jahren.
1.4 Dass die Vorinstanz die Einsatzstrafe von acht Jahren f�r die T�tungsversuche aufgrund der weiteren Delikte mittels Asperation �berm�ssig erh�ht h�tte (so sinngem�ss Beschwerde, S. 6), ist nicht ersichtlich. Unter Ber�cksichtigung der insoweit h�chstens leicht verminderten Schuldf�higkeit des Beschwerdef�hrers (vgl. angefochtenen Entscheid, S. 33; vgl. BGE 116 IV 300 E. 2a und c/dd; Urteil 6S.270/ 2006 vom 5. September 2006,E. 6.1; J�RG-BEAT ACKERMANN, Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Aufl., Art. 49 N. 48) verweist die Vorinstanz in diesem Zusammenhang im Sinne einer Gesamtw�rdigung auf die Schwere und Zahl der zu ber�cksichtigenden Straftaten unter Einschluss der Verschiedenheit der verletzten Rechtsg�ter. Diese Umst�nde darf die Vorinstanz vorliegend mit vier Jahren straferh�hend gewichten. Dass sie sich dabei zu stark an den hypothetisch verwirkten Einzelstrafen orientiert h�tte, ist nicht erkennbar. Die Straferh�hung von acht auf zw�lf Jahre erscheint damit unter s�mtlichen Gesichtspunkten als angemessen.
1.5 Die Freiheitsstrafe von 12 Jahren reduziert die Vorinstanz wegen der �berwiegend g�nstigen t�terbezogenen Aspekte um weitere 1 � Jahre (vgl. Urteil 6B_865/2009 vom 25. M�rz 2010 E. 1.6.1). Eine ermessensverletzende Gewichtung dieser Faktoren ist ebenfalls nicht ersichtlich und wird auch in der Beschwerde nicht geltend gemacht. Mit einer Strafe von 10 � Jahren spricht die Vorinstanz im Ergebnis zwar eine empfindliche Sanktion aus. Diese h�lt sich aber auch bei einer Gesamtbetrachtung innerhalb des weiten sachrichterlichen Ermessens. Die vorinstanzliche Strafzumessung ist bundesrechtlich mithin nicht zu beanstanden.
Nach dem Daf�rhalten des Beschwerdef�hrers verst�sst die Anordnung der station�ren therapeutischen Massnahme gem�ss Art. 59 Abs. 1 StGB gegen Bundesrecht. Es fehle an den rechtlichen Voraussetzungen, namentlich an der schweren psychischen St�rung, und der Verh�ltnism�ssigkeit. In Frage komme einzig eine Massnahme im Sinne von Art. 61 StGB. Nur eine solche Behandlung k�nne ihm zu einem Leben jenseits der Kriminalit�t verhelfen. Die Vorinstanz meine zu wissen, dass eine Massnahme im Sinne von Art. 61 StGB nicht durchf�hrbar sei. "Uitikon" sei nicht das einzige Massnahmenzentrum f�r junge Erwachsene. Es gebe insoweit andere Institutionen, in die er zur Behandlung seiner Erkrankung eingewiesen werden k�nnte.
2.1 Eine station�re therapeutische Massnahme zur Behandlung von psychischen St�rungen ist anzuordnen, wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des T�ters zu begegnen; ein Behandlungsbed�rfnis des T�ters besteht oder die �ffentliche Sicherheit dies erfordert; und die Voraussetzungen der Artikel 59-61, 63 oder 64 erf�llt sind (Art. 56 Abs. 1 StGB). Gem�ss Abs. 2 setzt die Anordnung einer Massnahme voraus, dass der mit ihr verbundene Eingriff in die Pers�nlichkeitsrechte des T�ters im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit und Schwere weiterer Straftaten nicht unverh�ltnism�ssig ist.
Die Anordnung einer station�ren therapeutischen Massnahme gem�ss Art. 59 StGB setzt eine schwere psychische St�rung im Tatzeitpunkt voraus, welche im Zeitpunkt des Urteils noch gegeben ist. Nach der Rechtsprechung gen�gt hief�r nicht jede geistige Anomalie im sehr weiten medizinischen Sinne. Einzig psychopathologische Zust�nde von einer gewissen Auspr�gung bzw. relativ schwerwiegende Arten und Formen geistiger Erkrankungen im medizinischen Sinne verm�gen diesen Anforderungen zu gen�gen und k�nnen als geistige Abnormit�ten im rechtlichen Sinne von Art. 59 StGB qualifiziert werden (Urteil des Kassationshofs 6S.427/2005 vom 6. April 2006 E. 2.3 mit Hinweisen; MARIANNE HEER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 2. Aufl., Basel 2007, N. 10, 12 und 22 zu Art. 59 StGB).
Neben dem Erfordernis der schweren psychischen St�rung setzt die Anordnung einer station�ren Behandlung gem�ss Art. 59 Abs. 1 StGB voraus, dass der T�ter ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit seiner psychischen St�rung in Zusammenhang steht (lit. a), und dass zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit seiner psychischen St�rung in Zusammenhang stehender Taten begegnen (lit. b). Es muss eine hinreichende Wahrscheinlichkeit daf�r bestehen, dass sich durch die Behandlung die Gefahr weiterer Straftaten deutlich verringern l�sst. Die bloss vage M�glichkeit einer Verringerung der Gefahr reicht nicht aus (BGE 134 IV 315).
2.2.1 Die Vorinstanz st�tzt sich beim Entscheid �ber die Anordnung der Massnahme gem�ss Art. 59 Abs. 1 StGB auf die sachverst�ndige Begutachtung des Psychiatriezentrums Rheinau vom 19. Mai 2008 und 30. M�rz 2010 (act. 54, Gutachten 2008, act. 165, Erg�nzungsgutachten 2010; Art. 56 Abs. 3 StGB). Daraus ergibt sich, dass der Beschwerdef�hrer an einer f�r die Delinquenz kausalen, schweren psychischen St�rung im Sinne des Gesetzes leidet (act. 54, Gutachten 2008, S. 91). Die Gutachter diagnostizieren eine St�rung des Sozialverhaltens (ICD-10) mit einer deutlichen Tendenz zur Entwicklung einer fixierten dissozialen Pers�nlichkeitsst�rung, eine begleitende Pers�nlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen, emotional instabilen und impulsiven Z�gen sowie eine St�rung durch Alkohol und Cannabinoide mit Abh�ngigkeitssyndrom (act. 54, Gutachten 2008, S. 91; act. 165, Erg�nzungsgutachten, S. 30). Insgesamt zeige sich ein komplexes St�rungsbild (act. 165, Erg�nzungsgutachten, S. 21) bzw. das Bild eines massiv entwicklungsgest�rten, noch relativ jungen Exploranden (act. 165, Erg�nzungsgutachten, S. 25). Gem�ss der Einsch�tzung der Gutachter weicht der psychische Zustand des Beschwerdef�hrers damit in Ausmass und Auspr�gung ganz erheblich von der gedachten Durchschnittsnorm ab. Die psychische St�rung des Beschwerdef�hrers darf daher im Rechtssinne ohne weiteres als schwer bezeichnet werden. Dass die Gutachter den Begriff "schwer" im Gutachten selbst nicht verwenden, ist nicht massgeblich.
2.2.2 Die Gutachter gehen beim Beschwerdef�hrer "unbehandelt" von einem deutlichen bis hohen strukturellen R�ckfallrisiko aus. Beim jetzigen, wohl noch nicht einmal intermedi�ren Behandlungsstand best�nden mit seinen Pers�nlichkeitsstrukturen aufs engste verbundene R�ckfallrisiken. Zur Verbesserung der als ung�nstig eingestuften Legalprognose bed�rfe der Beschwerdef�hrer deshalb einer umfangreichen therapeutischen Behandlung (act. 54, Gutachten 2008, S. 87; act. 165, Erg�nzungsgutachten, S. 27). Die gutachterliche Beurteilung findet ihre St�tze auch in den im Gutachten zitierten Abkl�rungen bzw. Berichten der Vollzugsdienste des Kantons Z�rich und des Massnahmenzentrums Uitikon (Erg�nzungsgutachten, S. 8 ff.), in denen von der deutlichen statistischen Wahrscheinlichkeit einer R�ckf�lligkeit in Bezug auf Delikte gegen die physische und psychische Integrit�t, insbesondere T�tungsdelikte, und dem Bed�rfnis des Beschwerdef�hrers nach einer intensiven deliktsorientierten, therapeutischen Betreuung ausgegangen wird. Gest�tzt darauf erachtet die Vorinstanz das Behandlungsbed�rfnis des Beschwerdef�hrers zu Recht als erstellt (Art. 56 Abs. 1 lit. b StGB). In Anbetracht der - laut Gutachten - erheblichen R�ckfallgefahr ist dabei auch nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz gleichsam das Bed�rfnis der �ffentlichkeit nach Sicherheit bejaht (Art. 56 Abs. 1 lit. b StGB).
2.2.3 Wiewohl "voraussichtlich eher schwierig und langwierig zu behandeln" (act. 54, Gutachten 2008, S. 93; act. 165, Erg�nzungsgutachten, S. 27), gehen die Gutachter von der Behandelbarkeit der psychischen St�rung (Art. 56 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 59 Abs. 1 lit. b StGB) ebenso wie von der grunds�tzlichen Kooperationsbereitschaft des Beschwerdef�hrers aus (act.165, Erg�nzungsgutachten, S. 30). Sie stufen - neben der prinzipiell weiterhin als indiziert bzw. relativ indiziert erachteten Einweisung im Sinne von Art. 61 StGB (act. 165 Erg�nzungsgutachten, S. 28) - ausdr�cklich eine station�re therapeutische Massnahme gem�ss Art. 59 Abs. 1 StGB im Hinblick auf die Risikosenkung als zweckm�ssig und zielf�hrend ein (act. 165, Erg�nzungsgutachten, S. 30 ff.). Die Vorinstanz stellt darauf ohne Bundesrechtsverletzung ab. Sie bejaht ebenso rechtsfehlerfrei die Therapiewilligkeit des Beschwerdef�hrers, an welche ohnehin keine allzu strengen Anforderungen zu stellen sind (vgl. BGE 123 IV 113 E. 4c/dd in Bezug auf die Einweisung in eine Arbeitserziehungsanstalt gem�ss Art. 100bis aStGB). Es gen�gt, dass der Betroffene wenigstens motivierbar ist. Davon ist vorliegend auszugehen. Dass der Beschwerdef�hrer eine Massnahme nach Art. 61 StGB als einzig richtige Sanktion ansieht, vermag seine grunds�tzliche Bereitschaft f�r eine Massnahme nach Art. 59 Abs. 1 StGB nicht in Frage zu stellen.
2.2.4 Dass geeignete Einrichtungen in der Schweiz f�r die Behandlung des St�rungsbilds des Beschwerdef�hrers existieren bzw. verf�gbar sind (Art. 56 Abs. 5 StGB; vgl. CHRISTIAN SCHWARZENEGGER und andere, Strafrecht II, Strafen und Massnahmen, 8. Aufl. 2007, S. 165; siehe auch HEER, a.a.O., Art. 56 N. 86), ergibt sich aus dem Gutachten. Konkret werden insoweit das Massnahmenzentrum "Bitzi Mos-nang" und das Psychiatriezentrum Rheinau genannt (act. 165, Erg�nzungsgutachten, S. 32). Anzumerken gilt, dass Vollzugsfragen in die Zust�ndigkeit der Vollzugsbeh�rden fallen. Diese (und nicht die Gerichte) haben zu bestimmen, in welcher geeigneten Einrichtung die station�re Massnahme vollzogen wird. Auf das Schreiben des Psychiatriezentrums Rheinau vom 22. September 2010 (Antrag auf Versetzung in eine andere Massnahmeninstitution), welches der Beschwerdef�hrer dem Bundesgericht am 10. November 2010 zusammen mit weiteren Ausf�hrungen einreicht, ist deshalb - abgesehen davon, dass es sich hierbei ohnehin um ein Novum handelt - nicht einzugehen.
2.2.5 Unter dem Gesichtspunkt der Verh�ltnism�ssigkeit begr�ndet die Vorinstanz, dass und weshalb vorliegend eine Massnahme nach Art. 59 Abs. 1 StGB anzuordnen ist, wiewohl nach den Gutachtern namentlich aufgrund der entwicklungsm�ssigen Voraussetzungen des Beschwerdef�hrers an sich auch eine Einweisung in eine Anstalt f�r junge Erwachsene nach Art. 61 StGB in Frage k�me, und wieso zwischen dem �ffentlichen Interesse nach Sicherheit und dem Eingriff in die Pers�nlichkeitsrechte des Beschwerdef�hrers ein vern�nftiges Verh�ltnis besteht (Art. 56 Abs. 2 StGB; Art. 56a StGB). Die vorinstanzliche Beurteilung h�lt vor Bundesrecht stand. Wohl ist im Zweifel bei mehreren geeigneten Massnahmen grunds�tzlich die mildere bzw. weniger eingriffsintensive Sanktion vorzuziehen. Dieser Grundsatz ist allerdings nicht schematisch anzuwenden. Es ist eine umfassende Abw�gung vorzunehmen. Neben dem Kriterium der Belastung einer Massnahme f�r den Betroffenen kann beispielsweise auch die Frage nach der besseren Eignung einer Behandlung massgebend sein (HEER, a.a.O., N. 1 zu Art. 56a StGB; G�NTER STRATENWERTh, Schweizerisches Strafrecht, AT II, Strafen und Massnahmen, Bern 2006, � 8 N. 46 ff.). In diesem Sinne stufen die Gutachter vorliegend zwar beide Massnahmen (Art. 61 StGB und Art. 59 Abs. 1 StGB) als grunds�tzlich geeignet ein. Aufgrund der gegenw�rtigen Behandlungs- und Sicherheitsprobleme im "Progressionsregime" einer Massnahme nach Art. 61 StGB (bei vorgesehenen fortlaufenden, insbesondere unbegleiteten Vollzugs�ffnungen) und aufgrund der gegenw�rtigen Behandlungserfordernisse des Beschwerdef�hrers - bei nur z�gerlichen und geringf�gigen Behandlungsfortschritten im Rahmen des von den Gutachtern als "missgl�ckt" eingestuften Behandlungsversuchs in Uitikon - geben sie jedoch einer station�ren therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB den Vorzug (act. 165, Erg�nzungsgutachten, S. 28, 29, 30 und namentlich S. 32). Darauf stellt die Vorinstanz ab. Diese Beurteilung hat entgegen der Beschwerde nichts zu tun "mit einem spezifischen Bed�rfnis der Institutionen des Justizvollzugs", die sich "weigerten", den ihnen "gem�ss Gesetz auferlegten Auftrag zu erf�llen". Vielmehr wird - im Rahmen einer Abw�gung - den massgeblichen Gesichtspunkten, unter die auch Sicherheitsaspekte fallen, differenziert Rechnung getragen. Aufgrund der im Gutachten festgestellten erheblichen R�ckfallgef�hrlichkeit des Beschwerdef�hrers (vgl. E. 2.2.2 vorstehend) d�rfen ihm die mit dem Massnahmenvollzug nach Art. 59 StGB einhergehenden Eingriffe in seine Pers�nlichkeitsrechte in Anbetracht des immanenten Schutzbed�rfnisses der �ffentlichkeit zugemutet werden. Es besteht eine vern�nftige Zweck-Mittel-Relation. Die Massnahme nach Art. 59 Abs. 1 StGB erweist sich mithin als verh�ltnism�ssig.
2.3 Die Anordnung einer station�ren therapeutischen Massnahme ist zusammenfassend nicht zu beanstanden. Der vorinstanzliche Entscheid steht im Einklang mit Bundesrecht.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung kann stattgegeben werden (Art. 64 BGG). Die Rechtsbegehren des Beschwerdef�hrers erscheinen mit Blick auf das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Z�rich, welches eine Freiheitsstrafe von 9 Jahren und eine Einweisung in eine Massnahme f�r junge Erwachsene im Sinne von Art. 61 StGB angeordnet hatte, nicht zum vornherein als aussichtslos, und die Bed�rftigkeit des Beschwerdef�hrers ist erstellt. Es sind folglich keine Kosten zu erheben und die Rechtsvertreterin des Beschwerdef�hrers ist aus der Bundesgerichtskasse angemessen zu entsch�digen.
Der Rechtsvertreterin des Beschwerdef�hrers, Rechtsanw�ltin Dina Raewel, wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Entsch�digung von Fr. 3'000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.

References: Art. 22
 Art. 22
 Art. 22
 Art. 61
 Art. 59
 Art. 59
 Art. 61
 Art. 19
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 49
 Art. 59
 Art. 61
 Art. 61
 Art. 59
 Art. 59
 Art. 59
 Art. 59
 Art. 59
 Art. 56
 Art. 59
 Art. 61
 Art. 59
 BGE 
 Art. 100
 Art. 61
 Art. 59
 Art. 56
 Art. 59
 Art. 61
 Art. 56
 Art. 56
 Art. 59
 Art. 61
 Art. 59
 Art. 59
 Art. 59
 Art. 61