Source: https://www.hensche.de/Urteile_EuGH_Besoldungsdienstalter_Altersdiskriminierung_BDA_Europarecht_C-506-11_Specht.html
Timestamp: 2020-07-14 15:49:48+00:00

Document:
EuGH, Urteil vom 19.06.2014, C-501/12 C-502/12 C-503/12 C-504/12 C-505/12 C-506/12 C-540/12 C-541/12 - Specht - HENSCHE Arbeitsrecht
EuGH, Ur­teil vom 19.06.2014, C-501/12 C-502/12 C-503/12 C-504/12 C-505/12 C-506/12 C-540/12 C-541/12 - Specht
Schlagworte: Beamter, Besoldungsdienstalter, Diskriminierung: Alter
Aktenzeichen: C-501/12
1. Art.3 Abs.1 Buchst.c der Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27. November 2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf ist dahin auszulegen, dass die Besoldungsbedingungen der Beamten in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie fallen.
2. Die Art.2 und 6 Abs.1 der Richtlinie 2000/78 sind dahin auszulegen, dass sie einer nationalen Maßnahme entgegenstehen, nach der sich wie bei der in den Ausgangsverfahren in Rede stehenden Maßnahme die Grundgehaltsstufe eines Beamten innerhalb der jeweiligen Besoldungsgruppe bei seiner Einstellung nach seinem Lebensalter richtet.
3. Die Art.2 und 6 Abs.1 der Richtlinie 2000/78 sind dahin auszulegen, dass sie nationalen Rechtsvorschriften nicht entgegenstehen, die wie die in den Ausgangsverfahren in Rede stehenden Vorschriften die Modalitäten der Überleitung von Beamten, die vor dem Inkrafttreten dieser Rechtsvorschriften verbeamtet worden sind, in ein neues Besoldungssystem festlegen und vorsehen, dass zum einen die Besoldungsstufe, der sie nunmehr zugeordnet werden, allein auf der Grundlage des unter dem alten Besoldungssystem erworbenen Grundgehalts ermittelt wird, obgleich dieses alte System auf einer Diskriminierung wegen des Alters des Beamten beruhte, und dass sich zum anderen der weitere Aufstieg in eine höhere Besoldungsstufe nunmehr allein nach der seit dem Inkrafttreten dieser Rechtsvorschriften erworbenen Berufserfahrung bemisst.
4. Das Unionsrecht, insbesondere Art.17 der Richtlinie 2000/78, schreibt unter Umständen wie denen der Ausgangsverfahren nicht vor, den diskriminierten Beamten rückwirkend einen Betrag in Höhe des Unterschieds zwischen ihrer tatsächlichen Besoldung und der Besoldung nach der höchsten Stufe ihrer Besoldungsgruppe zu zahlen.
Vorinstanzen: Verwaltungsgericht Berlin, Vorlagebeschlüsse vom 23.10.2012
1 Die Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen be­tref­fen die Aus­le­gung von Art. 2, Art. 3 Abs. 1 Buchst. c und Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27. No­vem­ber 2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäfti­gung und Be­ruf (ABl. L 303, S. 16).
2 Die­se Er­su­chen er­ge­hen im Rah­men von Rechts­strei­tig­kei­ten zwi­schen Herrn Specht, Herrn Schom­be­ra, Herrn Wie­land, Herrn Schöne­feld, Frau Wil­ke und Herrn Schi­ni – Be­am­te des Lan­des Ber­lin – und dem Land Ber­lin (Rechts­sa­chen C‑501/12 bis C‑506/12) so­wie zwi­schen Frau Schme­el und Herrn Schus­ter – Be­am­te der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land – und der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land (Rechts­sa­chen C‑540/12 und C‑541/12) we­gen der Mo­da­litäten der Zu­ord­nung die­ser Be­am­ten zu ei­ner Stu­fe oder ei­ner Über­lei­tungs­stu­fe des Grund­ge­halts in der für sie gel­ten­den Be­sol­dungs­ord­nung.
3 Gemäß Art. 1 der Richt­li­nie 2000/78 ist „Zweck die­ser Richt­li­nie … die Schaf­fung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens zur Bekämp­fung der Dis­kri­mi­nie­rung we­gen der Re­li­gi­on oder der Welt­an­schau­ung, ei­ner Be­hin­de­rung, des Al­ters oder der se­xu­el­len Aus­rich­tung in Beschäfti­gung und Be­ruf im Hin­blick auf die Ver­wirk­li­chung des Grund­sat­zes der Gleich­be­hand­lung in den Mit­glied­staa­ten“.
4 Art. 2 der Richt­li­nie sieht vor:
5 Nach Abs. 1 Buchst. c ih­res Art. 3 („Gel­tungs­be­reich“) gilt die Richt­li­nie für al­le Per­so­nen in öffent­li­chen und pri­va­ten Be­rei­chen, ein­sch­ließlich öffent­li­cher Stel­len, u. a. in Be­zug auf „die Beschäfti­gungs- und Ar­beits­be­din­gun­gen, ein­sch­ließlich der Ent­las­sungs­be­din­gun­gen und des Ar­beits­ent­gelts“.
6 In Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie heißt es:
7 Art. 9 („Rechts­schutz“) der Richt­li­nie sieht in Abs. 1 vor:
8 Art. 16 („Ein­hal­tung“) der Richt­li­nie lau­tet:
9 In Art. 17 („Sank­tio­nen“) der Richt­li­nie heißt es:
10 Die Richt­li­nie 2000/78 wur­de durch das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) vom 14. Au­gust 2006 (BGBl. I S. 1897) in deut­sches Recht um­ge­setzt.
11 Das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der am 6. Au­gust 2002 gel­ten­den Fas­sung (im Fol­gen­den: BBesG a. F.) galt für Bun­des­be­am­te bis zum 30. Ju­ni 2009 und für die Be­am­ten des Lan­des Ber­lin bis zum 31. Ju­li 2011. Es bil­de­te die Rechts­grund­la­ge für die Be­sol­dung die­ser Be­am­ten.
12 § 27 („Be­mes­sung des Grund­ge­halts“) BBesG a. F. be­stimm­te:
13 § 28 („Be­sol­dungs­dienst­al­ter“) BBesG a. F. sah vor:
14 Der An­wen­dungs­be­reich des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes in der ab dem 1. Ju­li 2009 gel­ten­den Fas­sung (im Fol­gen­den: BBesG n. F.), das als Art. 2 des Ge­set­zes zur Neu­ord­nung und Mo­der­ni­sie­rung des Bun­des­dienst­rechts (Dienst­rechts­neu­ord­nungs­ge­setz - DNeuG) vom 5. Fe­bru­ar 2009 er­las­sen wur­de, ist auf Be­sol­dungs­empfänger des Bun­des be­schränkt.
15 § 27 („Be­mes­sung des Grund­ge­hal­tes“) BBesG n. F. sieht vor:
16 § 28 („Berück­sich­ti­gungsfähi­ge Zei­ten“) BBesG n. F. be­stimmt:
17 Gemäß dem Ge­setz zur Be­sol­dungs­neu­re­ge­lung für das Land Ber­lin (Ber­li­ner Be­sol­dungs­neu­re­ge­lungs­ge­setz – Berl­BesNG) vom 29. Ju­ni 2011 gel­ten für die Be­am­ten des Lan­des Ber­lin, die am 1. Au­gust 2011 be­reits ver­be­am­tet wa­ren (im Fol­gen­den: Be­stands­be­am­te), und für die Be­am­ten, die nach die­sem Zeit­punkt ver­be­am­tet wur­den (im Fol­gen­den: Neu­be­am­te), un­ter­schied­li­che Re­ge­lun­gen.
19 Das Ber­li­ner Be­sol­dungsüber­lei­tungs­ge­setz (Berl­BesÜG) vom 29. Ju­ni 2011 legt die Mo­da­litäten, nach de­nen die Be­stands­be­am­ten in das neue Sys­tem ein­ge­stuft wer­den, und die für die­se Be­am­ten gel­ten­den Über­lei­tungs­maßnah­men fest.
20 § 2 („Zu­ord­nung zu den Stu­fen und Über­lei­tungs­stu­fen des Grund­ge­hal­tes in den Be­sol­dungs­grup­pen der Be­sol­dungs­ord­nun­gen A“) Berl­BesÜG be­stimmt:
21 In § 3 („Auf­stieg bei Zu­ord­nung zu ei­ner Stu­fe des Grund­ge­hal­tes oder zu ei­ner Über­lei­tungs­stu­fe des Grund­ge­hal­tes in den Be­sol­dungs­grup­pen der Be­sol­dungs­ord­nun­gen A“) Berl­BesÜG heißt es:
22 Die Sach­ver­hal­te, die den ver­schie­de­nen Aus­gangs­ver­fah­ren der vom Ge­richts­hof ver­bun­de­nen Rechts­sa­chen zu­grun­de lie­gen, glei­chen sich oder stim­men so­gar übe­rein. Sie las­sen sich wie folgt zu­sam­men­fas­sen:
23 Herr Specht, Herr Schom­be­ra, Herr Wie­land, Herr Schöne­feld, Frau Wil­ke und Herr Schi­ni wur­den in den Jah­ren 1992 bis 2003 zu Be­am­ten des Lan­des Ber­lin er­nannt. Frau Schme­el und Herr Schus­ter wur­den in den Jah­ren 1998 bzw. 1992 zu Be­am­ten auf Le­bens­zeit der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land er­nannt. Al­le wur­den un­ter der Gel­tung des BBesG a. F. ein­ge­stellt, zunächst nach die­sem be­sol­det und später in das für sie je­weils gel­ten­de neue Be­sol­dungs­sys­tem überführt.
24 Die Kläger der Aus­gangs­ver­fah­ren leg­ten ge­gen die Be­rech­nungs­wei­se ih­rer Be­sol­dung Wi­der­spruch ein, den sie da­mit be­gründe­ten, dass sie durch die­se Be­rech­nungs­wei­se, bei der ihr Al­ter Berück­sich­ti­gung fin­de, we­gen des Al­ters dis­kri­mi­niert würden oder wor­den sei­en. Da der Wi­der­spruch zurück­ge­wie­sen wur­de, er­ho­ben sie beim Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin Kla­ge.
25 Herr Specht, Herr Schom­be­ra, Herr Wie­land, Herr Schöne­feld, Frau Wil­ke, Herr Schi­ni, Frau Schme­el und Herr Schus­ter ma­chen gel­tend, das BBesG a. F. ha­be ge­gen das im AGG und in der Richt­li­nie 2000/78 ver­an­ker­te Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters ver­s­toßen. In­so­weit be­an­tra­gen sie u. a., ih­nen die Beträge nach­zu­zah­len, die sich aus der Dif­fe­renz zwi­schen der tatsächlich gewähr­ten Be­sol­dungs­stu­fe und der höchs­ten Be­sol­dungs­stu­fe ih­rer Be­sol­dungs­grup­pe er­ge­ben.
26 Herr Specht, Herr Wie­land, Herr Schöne­feld und Frau Wil­ke be­an­stan­den die im Berl­BesÜG vor­ge­se­he­ne Über­lei­tungs­re­ge­lung, da die­se das bis­he­ri­ge Be­sol­dungs­prin­zip, das sich ge­ra­de nicht an der dienst­li­chen Er­fah­rung, son­dern am Dienst­al­ter ori­en­tiert ha­be, un­zulässig per­pe­tu­ie­re, weil die Über­lei­tung der Be­stands­be­am­ten al­lein an­hand des bis­he­ri­gen Grund­ge­halts vor­ge­nom­men wer­de.
27 Das vor­le­gen­de Ge­richt fragt sich da­her, ob die in den Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den na­tio­na­len Re­ge­lun­gen mit dem Uni­ons­recht, ins­be­son­de­re mit der Richt­li­nie 2000/78, ver­ein­bar sind, da sie zu ei­ner nach die­ser Richt­li­nie ver­bo­te­nen Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters führen könn­ten.
28 Un­ter die­sen Umständen hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin be­schlos­sen, die Ver­fah­ren aus­zu­set­zen und dem Ge­richts­hof in den Rechts­sa­chen C-501/12, C-503/12 und C-505/12 fol­gen­de Fra­gen, die auch al­le in den Rechts­sa­chen C-502/12, C-504/12, C-506/12, C-540/12 und C-541/12 vor­ge­leg­ten Fra­gen ein­sch­ließen, zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­zu­le­gen:
29 Mit Be­schluss des Präsi­den­ten des Ge­richts­hofs vom 3. De­zem­ber 2012 sind die Rechts­sa­chen C-501/12 bis C-506/12, C-540/12 und C-541/12 zu ge­mein­sa­mem schrift­li­chen und münd­li­chen Ver­fah­ren und zu ge­mein­sa­mer Ent­schei­dung ver­bun­den wor­den.
30 Mit sei­ner ers­ten Fra­ge möch­te das vor­le­gen­de Ge­richt wis­sen, ob Art. 3 Abs. 1 Buchst. c der Richt­li­nie 2000/78 da­hin aus­zu­le­gen ist, dass die Be­sol­dung der Be­am­ten in den An­wen­dungs­be­reich die­ser Richt­li­nie fällt.
31 Die­se Fra­ge be­zieht sich auf den sach­li­chen und persönli­chen An­wen­dungs­be­reich der Richt­li­nie 2000/78.
32 Was den sach­li­chen An­wen­dungs­be­reich die­ser Richt­li­nie be­trifft, fragt das vor­le­gen­de Ge­richt nach dem Zu­sam­men­hang zwi­schen Art. 3 Abs. 1 Buchst. c der Richt­li­nie, wo­nach sie im Rah­men der auf die Uni­on über­tra­ge­nen Zuständig­kei­ten für al­le Per­so­nen in öffent­li­chen und pri­va­ten Be­rei­chen, ein­sch­ließlich öffent­li­cher Stel­len, in Be­zug auf die Beschäfti­gungs- und Ar­beits­be­din­gun­gen gilt, wo­bei die­ser Aus­druck u. a. die Ent­las­sungs­be­din­gun­gen und das Ar­beits­ent­gelt um­fasst, und Art. 153 Abs. 5 AEUV, der ei­ne Aus­nah­me von der Zuständig­keit der Uni­on im Be­reich der So­zi­al­po­li­tik vor­sieht, die dar­in be­steht, dass die Uni­on nicht ermäch­tigt ist, u. a. im Be­reich des Ar­beits­ent­gelts tätig zu wer­den.
33 Der Ge­richts­hof hat je­doch ent­schie­den, dass die­se Aus­nah­me so zu ver­ste­hen ist, dass sie sich auf Maßnah­men wie ei­ne Ver­ein­heit­li­chung ein­zel­ner oder al­ler Be­stand­tei­le und/oder der Höhe der Löhne und Gehälter oder die Einführung ei­nes Min­dest­lohns be­zieht, mit de­nen das Uni­ons­recht un­mit­tel­bar in die Fest­set­zung der Ar­beits­ent­gel­te in­ner­halb der Uni­on ein­grei­fen würde. Sie lässt sich je­doch nicht auf al­le mit dem Ar­beits­ent­gelt in ir­gend­ei­nem Zu­sam­men­hang ste­hen­den Fra­gen er­stre­cken, oh­ne dass ei­ni­ge in Art. 153 Abs. 1 AEUV auf­geführ­te Be­rei­che ei­nes großen Teils ih­rer Sub­stanz be­raubt würden (Ur­tei­le Im­pact, C-268/06, EU:C:2008:223, Rn. 124 und 125, und Bru­no u. a., C-395/08 und C-396/08, EU:C:2010:329, Rn. 37).
35 Im vor­lie­gen­den Fall wird die Höhe des den ein­zel­nen Be­sol­dungs­grup­pen und Be­sol­dungs­stu­fen des deut­schen öffent­li­chen Diens­tes ent­spre­chen­den Ar­beits­ent­gelts von den zuständi­gen na­tio­na­len Stel­len fest­ge­legt; die Uni­on verfügt in­so­weit über kei­ne Zuständig­keit. Da­ge­gen dürfen die na­tio­na­len Re­geln für die Mo­da­litäten der Zu­ord­nung zu die­sen Be­sol­dungs­grup­pen und Be­sol­dungs­stu­fen nicht dem sach­li­chen An­wen­dungs­be­reich der Richt­li­nie 2000/78 ent­zo­gen wer­den.
36 Was den persönli­chen An­wen­dungs­be­reich der Richt­li­nie 2000/78 be­trifft, genügt der Hin­weis auf ih­ren Art. 3 Abs. 1 Buchst. c, der aus­drück­lich vor­sieht, dass sie u. a. für al­le Per­so­nen in öffent­li­chen Be­rei­chen gilt.
37 Un­ter die­sen Umständen ist auf die ers­te Fra­ge zu ant­wor­ten, dass Art. 3 Abs. 1 Buchst. c der Richt­li­nie 2000/78 da­hin aus­zu­le­gen ist, dass die Be­sol­dungs­be­din­gun­gen der Be­am­ten in den An­wen­dungs­be­reich die­ser Richt­li­nie fal­len.
38 Mit sei­ner zwei­ten und sei­ner drit­ten Fra­ge, die zu­sam­men zu prüfen sind, möch­te das vor­le­gen­de Ge­richt wis­sen, ob die Art. 2 und 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 da­hin aus­zu­le­gen sind, dass sie ei­ner na­tio­na­len Vor­schrift ent­ge­gen­ste­hen, nach der sich die Grund­ge­halts­stu­fe ei­nes Be­am­ten in­ner­halb der je­wei­li­gen Be­sol­dungs­grup­pe bei sei­ner Ein­stel­lung nach sei­nem Le­bens­al­ter rich­tet.
39 Zunächst ist zu prüfen, ob das BBesG a. F. ei­ne Un­gleich­be­hand­lung we­gen des Al­ters im Sin­ne von Art. 2 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 enthält. Nach des­sen Wort­laut be­deu­tet „Gleich­be­hand­lungs­grund­satz“, dass es kei­ne un­mit­tel­ba­re oder mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung we­gen ei­nes der in Art. 1 die­ser Richt­li­nie ge­nann­ten Gründe ge­ben darf. Art. 2 Abs. 2 Buchst. a der Richt­li­nie stellt klar, dass ei­ne un­mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung im Sin­ne des Abs. 1 vor­liegt, wenn ei­ne Per­son we­gen ei­nes der in Art. 1 der Richt­li­nie ge­nann­ten Gründe in ei­ner ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on ei­ne we­ni­ger güns­ti­ge Be­hand­lung als ei­ne an­de­re Per­son erfährt.
40 Im vor­lie­gen­den Fall geht aus den dem Ge­richts­hof vor­lie­gen­den Ak­ten her­vor, dass nach den §§ 27 und 28 BBesG a. F. das in Abhängig­keit vom Le­bens­al­ter be­stimm­te „Be­sol­dungs­dienst­al­ter“ den An­knüpfungs­punkt für die erst­ma­li­ge Zu­ord­nung zu ei­ner Be­sol­dungs­stu­fe der Grund­ge­halts­ska­la der Be­am­ten bil­de­te. Die­ses Be­sol­dungs­dienst­al­ter be­ginnt am Ers­ten des Mo­nats, in dem der Be­am­te das 21. Le­bens­jahr voll­endet hat. Der Be­ginn des Be­sol­dungs­dienst­al­ters wird um Zei­ten nach Voll­endung des 31. Le­bens­jahrs, in de­nen kein An­spruch auf Be­sol­dung als Be­am­ter be­stand, hin­aus­ge­scho­ben, und zwar um ein Vier­tel der Zeit bis zum voll­ende­ten 35. Le­bens­jahr und um die Hälf­te der wei­te­ren Zeit. Es wird min­des­tens das An­fangs­grund­ge­halt der je­wei­li­gen Be­sol­dungs­grup­pe ge­zahlt. Da­nach rich­tet sich der Auf­stieg in höhe­re Ge­halts­stu­fen nach der Dienst­zeit im Be­am­ten­verhält­nis und der dort er­brach­ten Leis­tung. Da­bei steigt das Grund­ge­halt grundsätz­lich bis zur fünf­ten Stu­fe im Ab­stand von zwei Jah­ren, bis zur neun­ten Stu­fe im Ab­stand von drei Jah­ren und darüber hin­aus im Ab­stand von vier Jah­ren. Bei dau­er­haft her­aus­ra­gen­den Leis­tun­gen kann für Be­am­te die nächsthöhe­re Stu­fe als Grund­ge­halt vor­weg fest­ge­setzt wer­den.
41 Wie das vor­le­gen­de Ge­richt ausführt, hat die An­wen­dung des Sys­tems ei­nes stu­fen­wei­sen Auf­stiegs, wie ihn § 27 BBesG a. F. vor­sieht, in Ver­bin­dung mit der Be­rech­nungs­wei­se des Be­sol­dungs­dienst­al­ters nach § 28 BBesG a. F. bei­spiels­wei­se zur Fol­ge, dass ei­ne Per­son, die mit 21 Jah­ren zum Be­am­ten auf Le­bens­zeit des Bun­des oder des Lan­des Ber­lin er­nannt wird, in der Be­sol­dungs­stu­fe 1 der Be­sol­dungs­grup­pe A11 be­ginnt, während ei­ne Per­son, die erst mit 23 Jah­ren in den öffent­li­chen Dienst tritt, der Be­sol­dungs­stu­fe 2 die­ser Be­sol­dungs­grup­pe zu­ge­ord­net wird.
42 Wie der Ge­richts­hof in Rn. 58 des Ur­teils Hen­nigs und Mai (C-297/10 und C-298/10, EU:C:2011:560) fest­ge­stellt hat, un­ter­schei­det sich in die­sem Fall das Grund­ge­halt, das zwei am sel­ben Tag in der­sel­ben Be­sol­dungs­grup­pe ein­ge­stell­te Be­am­te mit der glei­chen oder ei­ner ver­gleich­ba­ren Be­rufs­er­fah­rung, aber un­ter­schied­li­chem Al­ter er­hal­ten, auf­grund ih­res Le­bens­al­ters zum Zeit­punkt ih­rer Ein­stel­lung. Dar­aus folgt, dass sich die­se bei­den Be­am­ten in ei­ner ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on be­fin­den und dass ei­ner von ih­nen ein nied­ri­ge­res Grund­ge­halt be­zieht als der an­de­re.
43 Folg­lich führt das durch die §§ 27 und 28 BBesG a. F. ge­schaf­fe­ne Be­sol­dungs­sys­tem zu ei­ner un­mit­tel­bar auf dem Kri­te­ri­um des Al­ters be­ru­hen­den Un­gleich­be­hand­lung im Sin­ne von Art. 2 Abs. 1 und 2 Buchst. a der Richt­li­nie 2000/78.
44 So­dann ist zu prüfen, ob die­se Un­gleich­be­hand­lung gemäß Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 ge­recht­fer­tigt sein kann.
45 Nach Un­terabs. 1 die­ser Be­stim­mung können die Mit­glied­staa­ten vor­se­hen, dass ei­ne Un­gleich­be­hand­lung we­gen des Al­ters kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung dar­stellt, so­fern sie ob­jek­tiv und an­ge­mes­sen ist und im Rah­men des na­tio­na­len Rechts durch ein le­gi­ti­mes Ziel, wor­un­ter ins­be­son­de­re rechtmäßige Zie­le aus den Be­rei­chen Beschäfti­gungs­po­li­tik, Ar­beits­markt und be­ruf­li­che Bil­dung zu ver­ste­hen sind, ge­recht­fer­tigt ist und die zur Er­rei­chung die­ses Ziels be­stimm­ten Mit­tel an­ge­mes­sen und er­for­der­lich sind.
46 Der Ge­richts­hof hat wie­der­holt ent­schie­den, dass die Mit­glied­staa­ten im Ein­klang mit Art. 6 Abs. 1 Un­terabs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 Maßnah­men vor­se­hen können, die Un­gleich­be­hand­lun­gen we­gen des Al­ters ein­sch­ließen. Sie verfügen nicht nur bei der Ent­schei­dung darüber, wel­ches kon­kre­te Ziel von meh­re­ren sie im Be­reich der Ar­beits- und So­zi­al­po­li­tik ver­fol­gen wol­len, son­dern auch bei der Fest­le­gung der zu sei­ner Er­rei­chung ge­eig­ne­ten Maßnah­men über ein wei­tes Er­mes­sen (vgl. Ur­tei­le Pa­la­ci­os de la Vil­la, C-411/05, EU:C:2007:604, Rn. 68, und Ro­sen­bladt, C-45/09, EU:C:2010:601, Rn. 41).
47 Nach An­sicht der deut­schen Re­gie­rung ist die in Rn. 43 des vor­lie­gen­den Ur­teils fest­ge­stell­te Un­gleich­be­hand­lung durch das Ziel der pau­scha­len An­er­ken­nung be­ruf­li­cher Vor­er­fah­rung un­ter Si­cher­stel­lung ei­ner ein­heit­li­chen Ver­wal­tungs­pra­xis ge­recht­fer­tigt.
49 Al­ler­dings muss, wie schon aus dem Wort­laut von Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 her­vor­geht, ge­prüft wer­den, ob im Rah­men des den Mit­glied­staa­ten zu­er­kann­ten wei­ten Er­mes­sens, auf das in Rn. 46 des vor­lie­gen­den Ur­teils hin­ge­wie­sen wor­den ist, die Mit­tel zur Er­rei­chung die­ses Ziels an­ge­mes­sen und er­for­der­lich sind.
50 In­so­weit hat der Ge­richts­hof an­er­kannt, dass der Rück­griff auf das Kri­te­ri­um des Dienst­al­ters in der Re­gel zur Er­rei­chung die­ses Ziels an­ge­mes­sen ist, weil das Dienst­al­ter mit der Be­rufs­er­fah­rung ein­her­geht. Auch wenn die in den Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­de Maßnah­me dem Be­am­ten ei­nen stu­fen­wei­sen Auf­stieg in sei­ner Be­sol­dungs­grup­pe nach Maßga­be sei­nes fort­schrei­ten­den Le­bens­al­ters und da­mit sei­nes Dienst­al­ters ermöglicht, er­folgt aber die erst­ma­li­ge Ein­stu­fung in ei­ne be­stimm­te Stu­fe ei­ner be­stimm­ten Be­sol­dungs­grup­pe ei­nes Be­am­ten oh­ne je­de Be­rufs­er­fah­rung bei sei­ner Ein­stel­lung al­lein an­hand sei­nes Al­ters (Ur­teil Hen­nigs und Mai, EU:C:2011:560, Rn. 74 und 75).
51 Wie der Ge­richts­hof in Rn. 77 des Ur­teils Hen­nigs und Mai (EU:C:2011:560) fest­ge­stellt hat, folgt dar­aus in ei­nem sol­chen Fall, dass die bei der Ein­stel­lung des Be­am­ten statt­fin­den­de Ein­stu­fung in ei­ne Grund­ge­halts­stu­fe an­hand des Le­bens­al­ters über das hin­aus­geht, was zur Er­rei­chung des von der deut­schen Re­gie­rung an­geführ­ten le­gi­ti­men Ziels - der Berück­sich­ti­gung der Be­rufs­er­fah­rung, die der Be­am­te vor sei­ner Ein­stel­lung er­wor­ben hat - er­for­der­lich ist.
52 Nach al­le­dem ist auf die zwei­te und die drit­te Fra­ge zu ant­wor­ten, dass die Art. 2 und 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 da­hin aus­zu­le­gen sind, dass sie ei­ner na­tio­na­len Maßnah­me ent­ge­gen­ste­hen, nach der sich wie bei der in den Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den Maßnah­me die Grund­ge­halts­stu­fe ei­nes Be­am­ten in­ner­halb der je­wei­li­gen Be­sol­dungs­grup­pe bei sei­ner Ein­stel­lung nach sei­nem Le­bens­al­ter rich­tet.
53 Mit sei­ner sechs­ten und sei­ner sieb­ten Fra­ge, die zu­sam­men zu prüfen sind, möch­te das vor­le­gen­de Ge­richt wis­sen, ob die Art. 2 und 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 da­hin aus­zu­le­gen sind, dass sie na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten ent­ge­gen­ste­hen, die wie die in den Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den Vor­schrif­ten die Mo­da­litäten der Über­lei­tung von Be­am­ten, die vor dem In­kraft­tre­ten die­ser Rechts­vor­schrif­ten ver­be­am­tet wor­den sind, in ein neu­es Be­sol­dungs­sys­tem fest­le­gen und vor­se­hen, dass zum ei­nen die Be­sol­dungs­stu­fe, der sie nun­mehr zu­ge­ord­net wer­den, al­lein auf der Grund­la­ge des un­ter dem al­ten Be­sol­dungs­sys­tem er­wor­be­nen Grund­ge­halts er­mit­telt wird, ob­gleich die­ses al­te Sys­tem auf ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters des Be­am­ten be­ruh­te, und dass sich zum an­de­ren der wei­te­re Auf­stieg in ei­ne höhe­re Be­sol­dungs­stu­fe nun­mehr al­lein nach der seit In­kraft­tre­ten die­ser Rechts­vor­schrif­ten er­wor­be­nen Er­fah­rung be­misst. Das vor­le­gen­de Ge­richt möch­te wis­sen, ob sich die­se Rechts­vor­schrif­ten in der Wei­se aus­wir­ken, dass ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters per­pe­tu­iert wird, und ob die­se Dis­kri­mi­nie­rung ge­ge­be­nen­falls durch das Ziel ge­recht­fer­tigt sein kann, den Be­sitz­stand und die be­rech­tig­ten Er­war­tun­gen in Be­zug auf die künf­ti­ge Ent­wick­lung der Be­sol­dung zu schützen.
54 Wie aus den Vor­la­ge­ent­schei­dun­gen her­vor­geht, wur­de das BBesG a. F. in Ber­lin durch das BBesG Bln n. F. und das Berl­BesÜG er­setzt.
55 Das mit dem BBesG Bln n. F. ge­schaf­fe­ne Be­sol­dungs­sys­tem sieht kei­ne Al­ters­stu­fen und kein Be­sol­dungs­dienst­al­ter mehr vor, son­dern ei­ne erst­ma­li­ge Ein­stu­fung von Neu­be­am­ten in ei­ne „Er­fah­rungs­stu­fe“ und ei­nen wei­te­ren stu­fen­wei­sen Auf­stieg in der maßgeb­li­chen Be­sol­dungs­ord­nung ent­spre­chend der an­for­de­rungs­ge­recht ab­sol­vier­ten Dienst­zeit.
56 Das Berl­BesÜG sieht vor, dass je­der Be­stands­be­am­te auf der Grund­la­ge des am 31. Ju­li 2011 maßgeb­li­chen Am­tes mit dem Grund­ge­halt, das ihm am 1. Au­gust 2011 zu­ste­hen würde, ei­ner Stu­fe oder ei­ner Über­lei­tungs­stu­fe zu­ge­ord­net wird. Die Zu­ord­nung er­folgt zu der Stu­fe oder Über­lei­tungs­stu­fe, die dem auf den vol­len Eu­ro-Be­trag auf­ge­run­de­ten Grund­ge­halt ent­spricht.
57 Zu der Fra­ge, ob das Berl­BesÜG zu ei­ner Un­gleich­be­hand­lung we­gen des Al­ters im Sin­ne von Art. 2 Abs. 1 und 2 der Richt­li­nie 2000/78 führt, geht aus den Vor­la­ge­ent­schei­dun­gen her­vor, dass die Ein­stu­fung der Be­stands­be­am­ten in ei­ne Über­lei­tungs­stu­fe ih­nen ein Ver­gleichs­ge­halt in Höhe des im Rah­men des BBesG a. F. be­zo­ge­nen Ge­halts si­cher­te. Das nach dem letzt­ge­nann­ten Ge­setz be­zo­ge­ne Ge­halt be­stand aber hauptsächlich aus dem Grund­ge­halt, das bei der Ein­stel­lung aus­sch­ließlich an­hand des Al­ters des Be­am­ten be­rech­net wor­den war. Wie der Ge­richts­hof in Rn. 43 des vor­lie­gen­den Ur­teils aus­geführt hat, führ­te die Be­rech­nungs­wei­se des Grund­ge­halts zu ei­ner un­mit­tel­bar auf dem Kri­te­ri­um des Al­ters be­ru­hen­den Dis­kri­mi­nie­rung im Sin­ne der Be­stim­mun­gen des Art. 2 Abs. 1 und 2 Buchst. a der Richt­li­nie 2000/78.
58 Da das Ver­gleichs­ge­halt auf der Grund­la­ge des von den Be­stands­be­am­ten zu­vor be­zo­ge­nen, auf dem Be­sol­dungs­dienst­al­ter be­ru­hen­den Ge­halts fest­ge­legt wur­de, wur­de mit dem durch das Berl­BesÜG ge­schaf­fe­nen Sys­tem ei­ne dis­kri­mi­nie­ren­de Si­tua­ti­on per­pe­tu­iert, in der Be­am­te al­lein we­gen ih­res Ein­stel­lungs­al­ters ein ge­rin­ge­res Ge­halt be­zie­hen als an­de­re Be­am­te, ob­wohl sie sich in ei­ner ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on be­fin­den (vgl. ent­spre­chend Ur­teil Hen­nigs und Mai, EU:C:2011:560, Rn. 84).
59 Die­se Un­gleich­be­hand­lung kann sich im Rah­men des BBesG Bln n. F. per­pe­tu­ie­ren, da die endgülti­ge Neu­ein­stu­fung der Be­stands­be­am­ten aus­ge­hend von der Stu­fe oder der Über­lei­tungs­stu­fe voll­zo­gen wur­de, die dem je­wei­li­gen Be­am­ten zu­ge­wie­sen wor­den war (vgl. ent­spre­chend Ur­teil Hen­nigs und Mai, EU:C:2011:560, Rn. 85).
61 So­mit ist zu prüfen, ob die­se Un­gleich­be­hand­lung we­gen des Al­ters gemäß Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 ge­recht­fer­tigt sein kann.
62 Zu die­sem Zweck muss im Hin­blick auf die in den Rn. 45 und 46 des vor­lie­gen­den Ur­teils dar­ge­leg­ten Grundsätze ge­prüft wer­den, ob die im Berl­BesÜG und da­mit auch im BBesG Bln n. F. ent­hal­te­ne Un­gleich­be­hand­lung we­gen des Al­ters ei­ne Maßnah­me ist, mit der ein le­gi­ti­mes Ziel ver­folgt wird und die zur Er­rei­chung die­ses Ziels an­ge­mes­sen und er­for­der­lich ist.
63 So­wohl aus den Vor­la­ge­ent­schei­dun­gen als auch aus den Erklärun­gen der deut­schen Re­gie­rung geht her­vor, dass das Berl­BesÜG das Ziel ver­folgt, den Be­sitz­stand und die be­rech­tig­ten Er­war­tun­gen in Be­zug auf die künf­ti­ge Ent­wick­lung der Be­sol­dung zu schützen. Die deut­sche Re­gie­rung trägt u. a. vor, die Ge­werk­schafts­verbände hätten im Rah­men des Be­tei­li­gungs­ver­fah­rens für das Berl­BesNG ei­nen weit­ge­hen­den Be­sitz­stands­schutz gel­tend ge­macht und ergänzen­de Vor­schrif­ten zur Si­che­rung die­ses Be­sitz­stands ge­for­dert. Oh­ne des­sen Si­che­rung hätte der Ge­setz­ent­wurf den Wi­der­spruch der Ge­werk­schaf­ten her­vor­ge­ru­fen, was das Zu­stan­de­kom­men der ge­setz­li­chen Re­ge­lung stark gefähr­det hätte.
64 Zunächst ist fest­zu­stel­len, dass die Wah­rung des Be­sitz­stands ei­ner Per­so­nen­grup­pe ein zwin­gen­der Grund des All­ge­mein­in­ter­es­ses ist (Ur­tei­le Kom­mis­si­on/Deutsch­land, C-456/05, EU:C:2007:755, Rn. 63, so­wie Hen­nigs und Mai, EU:C:2011:560, Rn. 90).
65 Was so­dann die Fra­ge nach der An­ge­mes­sen­heit des Berl­BesÜG be­trifft, ist zum ei­nen dar­auf hin­zu­wei­sen, dass das BBesG a. F. nach den An­ga­ben der deut­schen Re­gie­rung für die meis­ten Be­stands­be­am­ten an­ge­sichts der da­ma­li­gen ty­pi­schen Be­rufs­bio­gra­fi­en vor­teil­haf­ter war als das neue BBesG Bln. Des­halb hätte die un­mit­tel­ba­re Ein­stu­fung der Be­stands­be­am­ten in das im letzt­ge­nann­ten Ge­setz vor­ge­se­he­ne Sys­tem für vie­le von ih­nen zu ei­nem geschätz­ten Ge­halts­ver­lust in Höhe der Dif­fe­renz von min­des­tens ei­ner Stu­fe geführt, al­so, je nach Be­sol­dungs­grup­pe, rund 80 Eu­ro bis 150 Eu­ro.
66 Zum an­de­ren wur­den die Be­stands­be­am­ten, wie sich aus § 2 Abs. 2 Berl­BesÜG er­gibt, ei­ner Be­sol­dungs­stu­fe zu­ge­ord­net, die ih­rem frühe­ren auf den vol­len Eu­ro-Be­trag auf­ge­run­de­ten Grund­ge­halt ent­spricht.
67 Un­ter die­sen Umständen ist fest­zu­stel­len, dass die Bei­be­hal­tung der bis­he­ri­gen Vergütun­gen und so­mit ei­ner Re­ge­lung, die zu ei­ner Un­gleich­be­hand­lung we­gen des Al­ters führt, es ermöglicht hat, Ein­kom­mens­ver­lus­te zu ver­hin­dern und, wie sich ins­be­son­de­re aus Rn. 63 des vor­lie­gen­den Ur­teils er­gibt, aus­schlag­ge­bend dafür war, dass der na­tio­na­le Ge­setz­ge­ber den Wech­sel vom Sys­tem des BBesG a. F. zu dem des BBesG Bln n. F. voll­zie­hen konn­te.
68 Ein Ge­setz wie das Berl­BesÜG er­scheint so­mit als zur Er­rei­chung des ver­folg­ten Ziels, das dar­in be­steht, die Bei­be­hal­tung des Be­sitz­stands zu gewähr­leis­ten, ge­eig­net.
69 Sch­ließlich ist zu prüfen, ob ein sol­ches Ge­setz nicht über das hin­aus­geht, was zur Er­rei­chung die­ses Ziels er­for­der­lich ist.
70 Das vor­le­gen­de Ge­richt weist in­so­weit dar­auf hin, dass es vor­zu­zie­hen ge­we­sen wäre, das neue Ein­stu­fungs­sys­tem rück­wir­kend auf al­le Be­stands­be­am­ten an­zu­wen­den oder auf sie ei­ne Über­g­angs­re­ge­lung an­zu­wen­den, die dem be­vor­zug­ten Be­stands­be­am­ten die Be­sol­dung in der vor­he­ri­gen Höhe so lan­ge ga­ran­tiert hätte, bis er die nach dem neu­en Be­sol­dungs­sys­tem für die Er­rei­chung ei­ner höhe­ren Be­sol­dungs­stu­fe er­for­der­li­che Er­fah­rung er­wor­ben hätte.
71 Zur Prüfung der Fra­ge, ob ein Ge­setz wie das Berl­BesÜG über das zur Er­rei­chung des ver­folg­ten Ziels Er­for­der­li­che hin­aus­geht, ist die­ses Ge­setz in dem Kon­text zu be­trach­ten, in den es sich einfügt, wo­bei die Nach­tei­le zu berück­sich­ti­gen sind, die mit ihm für die Be­trof­fe­nen ver­bun­den sein können (Ur­teil HK Dan­mark, C-335/11 und C-337/11, EU:C:2013:222, Rn. 89).
72 Was ers­tens den Kon­text be­trifft, in dem das Berl­BesÜG er­las­sen wur­de, ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass aus den Vor­la­ge­ent­schei­dun­gen her­vor­geht, dass die zuständi­gen na­tio­na­len Ge­setz­ge­ber das BBesG a. F. be­reits vor Er­lass des Ur­teils Hen­nigs und Mai (EU:C:2011:560) auf­ge­ho­ben und, um die mit ihm ver­bun­de­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters zu be­sei­ti­gen, die Be­sol­dungs­re­ge­lung der Bun­des­be­am­ten und der Be­am­ten des Lan­des Ber­lin re­for­miert hat­ten.
73 In die­sem Kon­text wur­de das Berl­BesÜG er­las­sen, das, wie sein Ti­tel an­deu­tet, ei­ne ab­wei­chen­de Über­lei­tung für Be­stands­be­am­te vor­sieht. Die­se Be­am­ten wur­den un­mit­tel­bar Stu­fen oder Über­lei­tungs­stu­fen zu­ge­ord­net, und nach ih­rer endgülti­gen Neu­ein­stu­fung auf der Grund­la­ge des BBesG Bln n. F. ent­wi­ckelt sich ih­re Be­sol­dung al­lein an­hand der in die­sem Ge­setz vor­ge­se­he­nen Kri­te­ri­en der Be­rufs­er­fah­rung und der Leis­tung, al­so nicht mehr an­hand des Al­ters.
74 Die deut­sche Re­gie­rung hebt her­vor, dass durch die­se Re­form we­der das Ein­kom­mens­ni­veau noch die Ein­kom­mens­er­war­tung in Be­zug auf die Ge­samt­kar­rie­re der Be­stands­be­am­ten we­sent­lich ab­ge­senkt wer­den soll­te. Ei­ne sol­che Re­form müsse im Kon­text der von ei­nem ho­hen Schul­den­stand ge­kenn­zeich­ne­ten Haus­halts­la­ge im Land Ber­lin und der ge­samt­staat­li­chen Bemühun­gen um Haus­halts­kon­so­li­die­rung kos­ten­neu­tral er­fol­gen. Im Übri­gen ha­be die Um­stel­lung auf das neue Sys­tem an­ge­sichts der großen Zahl über­zu­lei­ten­der Be­am­ter oh­ne er­heb­li­chen Ver­wal­tungs­auf­wand, al­so möglichst oh­ne Ein­zel­fall­prüfung er­fol­gen sol­len.
75 Hier­zu führt die deut­sche Re­gie­rung aus, dass mehr als 65 000 Ein­z­elfälle hätten un­ter­sucht wer­den müssen, um die an­ge­mes­se­ne „Er­fah­rungs­stu­fe“ nach den §§ 27 und 28 BBesG Bln n. F. zu be­stim­men, und so­dann hätte er­rech­net wer­den müssen, ob die­se Neu­ein­stu­fung güns­ti­ger wäre als ei­ne Über­lei­tung nach den Vor­schrif­ten des Berl­BesÜG. Dies hätte ei­ne Prüfdau­er von un­gefähr 360 000 St­un­den be­deu­tet.
76 Sie fügt hin­zu, für ei­nen größeren Teil der über­zu­lei­ten­den Be­am­ten wäre ei­ne nachträgli­che in­di­vi­du­el­le Fest­stel­lung von Vor­dienst­zei­ten, die sie sach­ge­recht hätten gel­tend ma­chen können, nicht mehr möglich ge­we­sen. Ent­spre­chen­de Zei­ten hätten so­mit ge­ge­be­nen­falls ent­we­der aus­ge­schlos­sen oder oh­ne Nach­weis an­er­kannt wer­den müssen, was die be­tref­fen­den Be­am­ten je nach Fall pau­schal be­nach­tei­ligt oder be­vor­teilt hätte. Dies hätte so­mit zu willkürli­chen und da­mit un­ak­zep­ta­blen Er­geb­nis­sen geführt.
77 Es ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass Recht­fer­ti­gun­gen, die sich aus der Erhöhung der fi­nan­zi­el­len Las­ten und even­tu­el­len ad­mi­nis­tra­ti­ven Schwie­rig­kei­ten her­lei­ten, die Nicht­be­ach­tung der Ver­pflich­tun­gen, die sich aus dem in Art. 2 der Richt­li­nie 2000/78 auf­ge­stell­ten Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters er­ge­ben, grundsätz­lich nicht recht­fer­ti­gen können (vgl. ent­spre­chend Ur­teil Er­ny, C-172/11, EU:C:2012:399, Rn. 48).
78 Je­doch kann nicht ver­langt wer­den, dass je­der Ein­zel­fall in­di­vi­du­ell ge­prüft wird, um frühe­re Er­fah­rungs­zei­ten im Nach­hin­ein und in­di­vi­du­ell fest­zu­stel­len, da die frag­li­che Re­ge­lung in tech­ni­scher und wirt­schaft­li­cher Hin­sicht hand­hab­bar blei­ben muss (vgl. ent­spre­chend Ur­teil Dansk Ju­rist- og Øko­nom­for­bund, C-546/11, EU:C:2013:603, Rn. 70).
79 Die­se Erwägung drängt sich in An­be­tracht der außer­or­dent­lich ho­hen Zahl von Be­am­ten, der Länge des be­trof­fe­nen Zeit­raums, der Ver­schie­den­heit der je­wei­li­gen Lauf­bah­nen und der Schwie­rig­kei­ten auf, die sich bei der Be­stim­mung der Vor­dienst­zei­ten er­ge­ben könn­ten, die die­se Be­am­ten sach­ge­recht hätten gel­tend ma­chen können. So­mit ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die Me­tho­de, den Ein­zel­fall je­des Be­stands­be­am­ten zu prüfen, übermäßig kom­pli­ziert und in erhöhtem Maß feh­ler­träch­tig ge­we­sen wäre.
80 Un­ter die­sen Umständen hat der na­tio­na­le Ge­setz­ge­ber die Gren­zen sei­nes Er­mes­sens nicht über­schrit­ten, als er es als we­der rea­lis­tisch noch wünschens­wert an­sah, das neue Ein­stu­fungs­sys­tem rück­wir­kend auf al­le Be­stands­be­am­ten an­zu­wen­den oder auf sie ei­ne Über­lei­tungs­re­ge­lung an­zu­wen­den, die dem be­vor­zug­ten Be­stands­be­am­ten die Be­sol­dung in der bis­he­ri­gen Höhe so lan­ge ga­ran­tiert, bis er die nach dem neu­en Be­sol­dungs­sys­tem für die Er­rei­chung ei­ner höhe­ren Be­sol­dungs­stu­fe er­for­der­li­che Er­fah­rung er­wor­ben hat.
81 Was zwei­tens die Nach­tei­le be­trifft, die mit ei­nem Ge­setz wie dem Berl­BesÜG für die Be­trof­fe­nen ver­bun­den sein können, ist fest­zu­stel­len, dass die Er­mitt­lung die­ser Nach­tei­le in An­be­tracht der Erwägun­gen in den Rn. 75 und 76 des vor­lie­gen­den Ur­teils und des Feh­lens ei­nes gülti­gen Be­zugs­sys­tems, das ei­nen Ver­gleich zwi­schen den be­vor­zug­ten und den be­nach­tei­lig­ten Be­am­ten ermöglicht hätte, be­son­ders kom­pli­ziert ist.
82 Vor dem Ge­richts­hof wur­de außer­dem vor­ge­tra­gen, dass die Be­sol­dungs­dif­fe­renz auf­grund der dem deut­schen Be­am­ten­recht ei­ge­nen Al­ters­gren­zen für ei­ne Ein­stel­lung ge­ring sei. So geht aus den Erklärun­gen der deut­schen Re­gie­rung her­vor, dass in Fällen wie de­nen der Aus­gangs­ver­fah­ren ei­ne Al­ters­gren­ze von 35 Jah­ren galt, so dass mögli­che Be­sol­dungs­un­ter­schie­de nicht die Dif­fe­renz zwi­schen der ers­ten und der letz­ten Stu­fe ei­ner Be­sol­dungs­grup­pe er­rei­chen konn­ten.
83 Im Übri­gen geht aus den Vor­la­ge­ent­schei­dun­gen her­vor, dass das Berl­BesÜG zur Fol­ge hat, dass die Be­sol­dungs­dif­fe­renz na­he­zu gleich bleibt, und zwar so­lan­ge, bis die Be­stands­be­am­ten die höchs­te Stu­fe ih­rer Be­sol­dungs­grup­pe er­reicht ha­ben; sie ent­hal­ten da­zu al­ler­dings kei­ne nähe­ren oder kon­kre­te­ren An­ga­ben. Die deut­sche Re­gie­rung hat aus­geführt, es ge­be zwei Me­cha­nis­men, die ge­eig­net sei­en, den Be­sol­dungs­un­ter­schied, der da­durch ent­ste­he, dass zwei Be­am­te auf­grund ih­res Al­ters in un­ter­schied­li­che Stu­fen ein­ge­stuft würden, zu ver­rin­gern oder so­gar zu be­sei­ti­gen. Die Ver­rin­ge­rung der Stu­fen­zahl und die Neu­ein­stu­fung der Be­am­ten in ei­ne Be­sol­dungs­stu­fe, die ih­rem frühe­ren auf den vol­len Eu­ro-Be­trag auf­ge­run­de­ten Grund­ge­halt ent­spre­che, führe da­zu, dass sich die Be­sol­dungs­dif­fe­renz ver­rin­ge­re und in be­stimm­ten Fällen nach ei­ni­gen Jah­ren ent­fal­le.
84 Ei­ne sol­che Möglich­keit kann in An­be­tracht der An­ga­ben in den Vor­la­ge­ent­schei­dun­gen und den dem Ge­richt vor­ge­leg­ten Ak­ten nicht aus­ge­schlos­sen wer­den.
85 Un­ter die­sen Umständen ist nicht er­sicht­lich, dass der na­tio­na­le Ge­setz­ge­ber durch den Er­lass ab­wei­chen­der Über­lei­tungs­maßnah­men im Berl­BesÜG über das zur Er­rei­chung des ver­folg­ten Ziels Er­for­der­li­che hin­aus­ge­gan­gen wäre.
86 So­mit ist auf die sechs­te und die sieb­te Fra­ge zu ant­wor­ten, dass die Art.2 und 6 Abs.1 der Richt­li­nie 2000/78 da­hin aus­zu­le­gen sind, dass sie na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten nicht ent­ge­gen­ste­hen, die wie die in den Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den Vor­schrif­ten die Mo­da­litäten der Über­lei­tung von Be­am­ten, die vor dem In­kraft­tre­ten die­ser Rechts­vor­schrif­ten ver­be­am­tet wor­den sind, in ein neu­es Be­sol­dungs­sys­tem fest­le­gen und vor­se­hen, dass zum ei­nen die Be­sol­dungs­stu­fe, der sie nun­mehr zu­ge­ord­net wer­den, al­lein auf der Grund­la­ge des un­ter dem al­ten Be­sol­dungs­sys­tem er­wor­be­nen Grund­ge­halts er­mit­telt wird, ob­gleich die­ses al­te Sys­tem auf ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters des Be­am­ten be­ruh­te, und dass sich zum an­de­ren der wei­te­re Auf­stieg in ei­ne höhe­re Be­sol­dungs­stu­fe nun­mehr al­lein nach der seit dem In­kraft­tre­ten die­ser Rechts­vor­schrif­ten er­wor­be­nen Be­rufs­er­fah­rung be­misst.
87 Mit sei­ner vier­ten Fra­ge be­fragt das vor­le­gen­de Ge­richt den Ge­richts­hof nach den Rechts­fol­gen ei­nes Ver­s­toßes ge­gen das Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters durch das BBesG a. F. Es möch­te wis­sen, ob sich die­se Fol­gen aus der Richt­li­nie 2000/78 oder aus der auf das Ur­teil Fran­co­vich u. a. (C-6/90 und C-9/90, EU:C:1991:428) zurück­ge­hen­den Recht­spre­chung er­ge­ben und ob im letzt­ge­nann­ten Fall die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Haf­tung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land erfüllt sind. Es fragt ins­be­son­de­re, ob un­ter Umständen wie de­nen der Aus­gangs­ver­fah­ren das Uni­ons­recht, ins­be­son­de­re Art. 17 der Richt­li­nie 2000/78, vor­schreibt, den dis­kri­mi­nier­ten Be­am­ten rück­wir­kend ei­nen Be­trag in Höhe des Un­ter­schieds zwi­schen ih­rer tatsächli­chen Be­sol­dung und der Be­sol­dung nach der höchs­ten Stu­fe ih­rer Be­sol­dungs­grup­pe zu zah­len.
88 Zunächst ist auf die Pflicht zur uni­ons­rechts­kon­for­men Aus­le­gung des na­tio­na­len Rechts hin­zu­wei­sen, die ver­langt, dass die na­tio­na­len Ge­rich­te un­ter Berück­sich­ti­gung des ge­sam­ten in­ner­staat­li­chen Rechts und un­ter An­wen­dung der dort an­er­kann­ten Aus­le­gungs­me­tho­den al­les tun, was in ih­rer Zuständig­keit liegt, um die vol­le Wirk­sam­keit der Richt­li­nie 2000/78 zu gewähr­leis­ten und zu ei­nem Er­geb­nis zu ge­lan­gen, das mit dem mit ihr ver­folg­ten Ziel im Ein­klang steht (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Lopes Da Sil­va Jor­ge, C-42/11, EU:C:2012:517, Rn. 56).
89 Ist ei­ne mit den An­for­de­run­gen die­ser Richt­li­nie übe­rein­stim­men­de Aus­le­gung und An­wen­dung der na­tio­na­len Re­ge­lung nicht möglich, muss ei­ne uni­ons­rechts­wid­ri­ge na­tio­na­le Re­ge­lung, die in den An­wen­dungs­be­reich des Uni­ons­rechts fällt, nach dem Grund­satz des Vor­rangs des Uni­ons­rechts, der auch dem Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters zu­kommt, un­an­ge­wen­det ge­las­sen wer­den (vgl. Ur­teil Kücükde­ve­ci, C-555/07, EU:C:2010:21, Rn. 54 und die dort an­geführ­te Recht­spre­chung).
90 In sei­nen Vor­la­ge­ent­schei­dun­gen führt das vor­le­gen­de Ge­richt je­doch aus, dass ihm ei­ne uni­ons­rechts­kon­for­me Aus­le­gung der §§ 27 und 28 BBesG a. F. aus­ge­schlos­sen er­scheint.
91 Es stellt über­dies fest, dass es un­ter An­wen­dung der im deut­schen Recht an­er­kann­ten Aus­le­gungs­me­tho­den nicht in der La­ge sei, die Lücke zu füllen, die ent­ste­he, wenn die ge­gen das Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot ver­s­toßen­den na­tio­na­len Vor­schrif­ten nicht an­ge­wen­det würden. An­ders als bei dem Sach­ver­halt, der dem Ur­teil Hen­nigs und Mai (EU:C:2011:560) zu­grun­de lie­ge, könne das im Rah­men der Aus­gangs­ver­fah­ren an­wend­ba­re deut­sche Recht kei­nen An­spruch der dis­kri­mi­nier­ten Be­am­ten auf Zah­lung des Un­ter­schieds zwi­schen ih­rer Be­sol­dung und der Be­sol­dung der Be­am­ten be­gründen, de­nen auf­grund ih­res Le­bens­al­ters die höchs­te Be­sol­dungs­stu­fe zu­ge­ord­net wor­den sei.
92 Im Übri­gen sei es ihm auf­grund von Erwägun­gen zum Schutz des be­rech­tig­ten Ver­trau­ens und des Be­sitz­stands auch nicht möglich, älte­re Be­am­te rück­wir­kend in ei­ne nied­ri­ge­re Stu­fe ein­zu­stu­fen.
93 Un­ter Be­zug­nah­me auf die Ur­tei­le Ter­hoeve (C-18/95, EU:C:1999:22, Rn. 57) und Land­tová (C-399/09, EU:C:2011:415, Rn. 51) wirft das vor­le­gen­de Ge­richt je­doch die Fra­ge auf, ob die Wah­rung des Gleich­heits­sat­zes, wenn ei­ne uni­ons­rechts­wid­ri­ge Dis­kri­mi­nie­rung fest­ge­stellt wur­de und so­lan­ge kei­ne Maßnah­men zur Wie­der­her­stel­lung der Gleich­be­hand­lung er­las­sen wur­den, nur da­durch gewähr­leis­tet wer­den kann, dass den An­gehöri­gen der be­nach­tei­lig­ten Grup­pe die­sel­ben Vor­tei­le gewährt wer­den wie die, in de­ren Ge­nuss die An­gehöri­gen der pri­vi­le­gier­ten Grup­pe kom­men.
94 Ers­tens ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass es Sa­che des na­tio­na­len Ge­richts ist, die Rechts­fol­gen der Fest­stel­lung der Un­ver­ein­bar­keit von Rechts­vor­schrif­ten wie den im Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den mit der Richt­li­nie 2000/78 zu be­stim­men.
95 Was zwei­tens die Ur­tei­le Ter­hoeve (EU:C:1999:22) und Land­tová (EU:C:2011:415) be­trifft, hat der Ge­richts­hof im We­sent­li­chen ent­schie­den, dass die Wah­rung des Gleich­heits­sat­zes, wenn das na­tio­na­le Recht un­ter Ver­s­toß ge­gen das Uni­ons­recht ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung meh­re­rer Per­so­nen­grup­pen vor­sieht und so­lan­ge kei­ne Maßnah­men zur Wie­der­her­stel­lung der Gleich­be­hand­lung er­las­sen wur­den, nur da­durch gewähr­leis­tet wer­den kann, dass den An­gehöri­gen der be­nach­tei­lig­ten Grup­pe die­sel­ben Vor­tei­le gewährt wer­den wie die, in de­ren Ge­nuss die An­gehöri­gen der pri­vi­le­gier­ten Grup­pe kom­men. Außer­dem hat der Ge­richts­hof im Rah­men die­ser Ur­tei­le klar­ge­stellt, dass die für die An­gehöri­gen der be­vor­zug­ten Grup­pe gel­ten­de Re­ge­lung, so­lan­ge das Uni­ons­recht nicht rich­tig durch­geführt ist, das ein­zig gülti­ge Be­zugs­sys­tem bleibt.
96 Die­se Lösung kommt je­doch nur dann zur An­wen­dung, wenn es ein sol­ches gülti­ges Be­zugs­sys­tem gibt. Bei na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten wie den in den Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den, in de­ren Rah­men es nicht möglich ist, ei­ne Ka­te­go­rie be­vor­zug­ter Be­am­ter zu be­nen­nen, exis­tiert aber kein sol­ches Be­zugs­sys­tem. Die §§ 27 und 28 BBesG a. F. gel­ten nämlich für je­den Be­am­ten bei sei­ner Ein­stel­lung, und die sich dar­aus er­ge­ben­den dis­kri­mi­nie­ren­den As­pek­te be­tref­fen, wie aus Rn. 42 des vor­lie­gen­den Ur­teils her­vor­geht, po­ten­zi­ell al­le Be­am­ten.
97 Folg­lich ist die in den Rn. 93 und 95 des vor­lie­gen­den Ur­teils an­geführ­te Recht­spre­chung nicht auf die beim vor­le­gen­den Ge­richt anhängi­gen Rechts­sa­chen über­trag­bar.
98 Drit­tens ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass nach ständi­ger Recht­spre­chung des Ge­richts­hofs der Grund­satz der Haf­tung des Staa­tes für Schäden, die dem Ein­zel­nen durch dem Staat zu­zu­rech­nen­de Verstöße ge­gen das Uni­ons­recht ent­ste­hen, dem Sys­tem der Verträge in­ne­wohnt, auf de­nen die Uni­on be­ruht (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­tei­le Fran­co­vich u. a., EU:C:1991:428, Rn. 35, Bras­se­rie du pêcheur und Fac­tor­ta­me, C-46/93 und C-48/93, EU:C:1996:79, Rn. 31, so­wie Trans­por­tes Ur­ba­nos y Ser­vici­os Ge­ne­ra­les, C-118/08, EU:C:2010:39, Rn. 29).
99 Hier­zu hat der Ge­richts­hof ent­schie­den, dass die Geschädig­ten ei­nen Entschädi­gungs­an­spruch ha­ben, wenn drei Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind: Die uni­ons­recht­li­che Norm, ge­gen die ver­s­toßen wor­den ist, be­zweckt die Ver­lei­hung von Rech­ten an die Geschädig­ten, der Ver­s­toß ge­gen die­se Norm ist hin­rei­chend qua­li­fi­ziert, und zwi­schen die­sem Ver­s­toß und dem den Geschädig­ten ent­stan­de­nen Scha­den be­steht ein un­mit­tel­ba­rer Kau­sal­zu­sam­men­hang (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Trans­por­tes Ur­ba­nos y Ser­vici­os Ge­ne­ra­les, EU:C:2010:39, Rn. 30).
100 Die kon­kre­te An­wen­dung der Vor­aus­set­zun­gen für die Haf­tung der Mit­glied­staa­ten für Schäden, die Ein­zel­nen durch Verstöße ge­gen das Uni­ons­recht ent­stan­den sind, ob­liegt ent­spre­chend den vom Ge­richts­hof hierfür ent­wi­ckel­ten Leit­li­ni­en grundsätz­lich den na­tio­na­len Ge­rich­ten (vgl. Ur­teil Test Clai­mants in the FII Group Li­ti­ga­ti­on, C-446/04, EU:C:2006:774, Rn. 210 und die dort an­geführ­te Recht­spre­chung).
101 Zur ers­ten Vor­aus­set­zung genügt die Fest­stel­lung, dass Art. 2 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 in Ver­bin­dung mit de­ren Art. 1 all­ge­mein und ein­deu­tig je­de sach­lich nicht ge­recht­fer­tig­te un­mit­tel­ba­re oder mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung in Beschäfti­gung und Be­ruf, u. a. we­gen des Al­ters des Ar­beit­neh­mers, ver­bie­tet. Die­se Vor­schrif­ten sol­len den Ein­zel­nen Rech­te ver­lei­hen, die sie ge­genüber den Mit­glied­staa­ten gel­tend ma­chen können.
102 Zur zwei­ten Vor­aus­set­zung hat der Ge­richts­hof be­reits ent­schie­den, dass ein hin­rei­chend qua­li­fi­zier­ter Ver­s­toß ge­gen das Uni­ons­recht ge­ge­ben ist, wenn der Mit­glied­staat die Gren­zen, die sei­nem Er­mes­sen ge­setzt sind, of­fen­kun­dig und er­heb­lich über­schrit­ten hat, wo­bei zu den in­so­weit zu berück­sich­ti­gen­den Ge­sichts­punk­ten ins­be­son­de­re das Maß an Klar­heit und Ge­nau­ig­keit der ver­letz­ten Vor­schrift so­wie der Um­fang des Er­mes­sens­spiel­raums gehören, den die ver­letz­te Vor­schrift den na­tio­na­len Behörden belässt (Ur­teil Synt­hon, C-452/06, EU:C:2008:565, Rn. 37 und die dort an­geführ­te Recht­spre­chung). Der Er­mes­sens­spiel­raum des Mit­glied­staats stellt so­mit ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um für die Fest­stel­lung ei­nes hin­rei­chend qua­li­fi­zier­ten Ver­s­toßes ge­gen das Uni­ons­recht dar (Ur­teil Ro­bins u. a., C-278/05, EU:C:2007:56, Rn. 72).
104 Es ist fest­zu­stel­len, dass die Art und der Um­fang der den Mit­glied­staa­ten nach Art. 2 Abs. 2 und Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie 2000/78 hin­sicht­lich ei­ner na­tio­na­len Re­ge­lung wie dem BBesG a. F. ob­lie­gen­den Ver­pflich­tung mit der Verkündung des Ur­teils Hen­nigs und Mai (EU:C:2011:560) erläutert und ver­deut­licht wor­den sind.
105 In­so­weit ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass zwar durch die Aus­le­gung ei­ner Vor­schrift des Uni­ons­rechts, die der Ge­richts­hof im Rah­men ei­nes Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chens vor­nimmt, er­for­der­li­chen­falls erläutert und ver­deut­licht wird, in wel­chem Sinn und mit wel­cher Trag­wei­te die­se Vor­schrift seit ih­rem In­kraft­tre­ten zu ver­ste­hen und an­zu­wen­den ist oder ge­we­sen wäre (vgl. in die­sem Sin­ne u. a. Ur­teil RWE Ver­trieb, C-92/11, EU:C:2013:180, Rn. 58), doch ist es Sa­che des na­tio­na­len Ge­richts, zu be­ur­tei­len, ob nicht Art und Um­fang der Ver­pflich­tun­gen, die den Mit­glied­staa­ten nach Art. 2 Abs. 2 der Richt­li­nie 2000/78 in Be­zug auf Rechts­vor­schrif­ten wie die in den Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den ob­lie­gen, gleich­wohl erst seit dem Ur­teil Hen­nigs und Mai (EU:C:2011:560), d. h. seit dem 8. Sep­tem­ber 2011, als klar und präzi­se an­ge­se­hen wer­den konn­ten (vgl. ent­spre­chend Ur­teil Ho­gan u. a., C-398/11, EU:C:2013:272, Rn. 51 und 52). Ge­ge­be­nen­falls wäre das Feh­len ei­nes hin­rei­chend qua­li­fi­zier­ten Ver­s­toßes vor die­sem Zeit­punkt fest­zu­stel­len.
106 Was die drit­te Vor­aus­set­zung für ei­ne Haf­tung des Staa­tes we­gen ei­nes Ver­s­toßes ge­gen das Uni­ons­recht be­trifft, ob­liegt dem vor­le­gen­den Ge­richt die Prüfung, ob - wie sich aus den dem Ge­richts­hof vor­lie­gen­den Ak­ten zu er­ge­ben scheint - ein un­mit­tel­ba­rer Kau­sal­zu­sam­men­hang zwi­schen die­sem Ver­s­toß und dem den Klägern der Aus­gangs­ver­fah­ren mögli­cher­wei­se ent­stan­de­nen Scha­den be­steht.
107 Folg­lich ist es Sa­che des vor­le­gen­den Ge­richts, zu prüfen, ob al­le vom Ge­richts­hof in sei­ner Recht­spre­chung auf­ge­stell­ten Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne uni­ons­recht­li­che Haf­tung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land erfüllt sind.
109 In An­be­tracht der Ant­wort auf die sechs­te und die sieb­te Fra­ge ist die ach­te Fra­ge nicht zu be­ant­wor­ten.
110 Mit sei­ner fünf­ten Fra­ge möch­te das vor­le­gen­de Ge­richt wis­sen, ob das Uni­ons­recht ei­ner na­tio­na­len Vor­schrift wie der in den Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den Vor­schrift ent­ge­gen­steht, nach der ein Be­am­ter Ansprüche auf Geld­leis­tun­gen, die sich nicht un­mit­tel­bar aus dem Ge­setz er­ge­ben, zeit­nah, nämlich vor dem En­de des lau­fen­den Haus­halts­jahrs, gel­tend ma­chen muss.
111 Wie der Ge­ne­ral­an­walt in Nr. 111 sei­ner Schluss­anträge aus­geführt hat, be­stimmt Art. 9 der Richt­li­nie 2000/78 zum ei­nen, dass die Mit­glied­staa­ten si­cher­stel­len, dass al­le Per­so­nen, die sich durch die Nicht­an­wen­dung des Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes in ih­ren Rech­ten für ver­letzt hal­ten, ih­re Ansprüche aus der Richt­li­nie auf dem Ge­richts- und/oder Ver­wal­tungs­weg gel­tend ma­chen können, und zum an­de­ren, dass die­se Ver­pflich­tun­gen der Mit­glied­staa­ten ein­zel­staat­li­che Re­ge­lun­gen über Fris­ten für die Rechts­ver­fol­gung be­tref­fend die­sen Grund­satz un­berührt las­sen. Aus dem Wort­laut die­ser Vor­schrift er­gibt sich, dass die Fra­ge der Fris­ten für die Ein­lei­tung ei­nes Ver­fah­rens, mit dem den Ver­pflich­tun­gen, die sich aus der Richt­li­nie er­ge­ben, Gel­tung ver­schafft wer­den soll, vom Uni­ons­recht nicht ge­re­gelt wird.
113 Zum Äqui­va­lenz­grund­satz ist fest­zu­stel­len, dass der Ge­richts­hof in Be­zug auf die Aus­gangs­ver­fah­ren kei­nen An­halts­punkt hat, der zu Zwei­feln an der Ver­ein­bar­keit ei­ner Vor­schrift wie der in die­sen Ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den mit dem ge­nann­ten Grund­satz An­lass gäbe.
114 Zum Ef­fek­ti­vitäts­grund­satz hat der Ge­richts­hof ent­schie­den, dass die Fest­set­zung an­ge­mes­se­ner Aus­schluss­fris­ten für die Rechts­ver­fol­gung im In­ter­es­se der Rechts­si­cher­heit, die zu­gleich den Ab­ga­be­pflich­ti­gen und die Behörde schützt, mit dem Uni­ons­recht ver­ein­bar ist. Sol­che Fris­ten sind nämlich nicht ge­eig­net, die Ausübung der durch die Uni­ons­rechts­ord­nung ver­lie­he­nen Rech­te prak­tisch unmöglich zu ma­chen oder übermäßig zu er­schwe­ren (Ur­teil Meili­cke u. a., EU:C:2011:438, Rn. 56 und die dort an­geführ­te Recht­spre­chung).
115 Nach al­le­dem ist auf die fünf­te Vor­la­ge­fra­ge zu ant­wor­ten, dass das Uni­ons­recht ei­ner na­tio­na­len Vor­schrift wie der in den Aus­gangs­ver­fah­ren in Re­de ste­hen­den, nach der ein Be­am­ter Ansprüche auf Geld­leis­tun­gen, die sich nicht un­mit­tel­bar aus dem Ge­setz er­ge­ben, zeit­nah, nämlich vor dem En­de des lau­fen­den Haus­halts­jahrs, gel­tend ma­chen muss, nicht ent­ge­gen­steht, wenn die­se Vor­schrift we­der ge­gen den Äqui­va­lenz­grund­satz noch ge­gen den Ef­fek­ti­vitäts­grund­satz verstößt. Es ist Sa­che des vor­le­gen­den Ge­richts, zu prüfen, ob die­se Vor­aus­set­zun­gen in den Aus­gangs­ver­fah­ren erfüllt sind.
116 Für die Par­tei­en der Aus­gangs­ver­fah­ren ist das Ver­fah­ren ein Zwi­schen­streit in den beim vor­le­gen­den Ge­richt anhängi­gen Rechts­strei­tig­kei­ten; die Kos­ten­ent­schei­dung ist da­her Sa­che die­ses Ge­richts. Die Aus­la­gen an­de­rer Be­tei­lig­ter für die Ab­ga­be von Erklärun­gen vor dem Ge­richts­hof sind nicht er­stat­tungsfähig
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References: Art.3
 Art.2
 Art.2
 Art.17
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 6
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 6
 Art. 9
 Art. 16
 Art. 17
 § 27
 § 28
 Art. 2
 § 27
 § 28
 § 2
 § 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 153
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 Art. 3
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 § 27
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