Source: https://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?p=179665
Timestamp: 2020-08-13 02:18:10+00:00

Document:
nach heirat in Dänemarkt in DE bleiben - Seite 2 - Russland Forum - Das Original
nach heirat in Dänemarkt in DE bleiben
Re: nach heirat in Dänemarkt in DE bleiben
Beitrag von lausi » Mittwoch 8. Oktober 2014, 21:57
russakja hat geschrieben: wie gesagt wir wollen nach der Heirat in Dänemarkt in DE bleiben (ohne ausreisen nach russland!)
Spätestens dann werdet Ihr Probleme bekommen, da sie keine Aufenthaltserlaubnis bekommen wird.
http://www.info4alien.de/cgi-bin/forum/ ... 1289943219
russak hat geschrieben: habt ihr eine Idee wie ich als student meine beiden liebsten nach DE hollen kann?
In Rußland heiraten und ein Visum zum Ehegattennachzug beantragen.
Beitrag von Ausländerrecht » Sonntag 26. Oktober 2014, 18:01
Wieviel oder wie wenig Papierkram anfällt, sollte wohl kein Kriterium dafür sein, wo man heiratet. Dänemark wird immer ins Spiel gebracht, wenn es um die Vermeideung des A1 vor der Einreise der künftigen Gattin geht.
Man kann ein Schengen-Visum beantragen, die Eheschließung in DE vorbereiten und anläßlich des Besuchs heiraten. Gerade im Falle Rußland kommen da auch die brühmt-berüchtigten Gruppen-Visa in Betracht. Die Ausländerämter wollen dann zwar immer, daß die Damen wieder ausreisen und im Heimatland den Familienzusammenzug beantragen, ich habe aber noch nie erlebt, daß sie es auf eine Klage ankommen lassen. Das wäre ein Präzedenzfall.
Also: Schengen-Visum, Heirat in DE. So machen wir das immer.
Beitrag von lausi » Sonntag 26. Oktober 2014, 20:20
Ausländerrecht hat geschrieben: Man kann ein Schengen-Visum beantragen, die Eheschließung in DE vorbereiten und anläßlich des Besuchs heiraten. Gerade im Falle Rußland kommen da auch die brühmt-berüchtigten Gruppen-Visa in Betracht. Die Ausländerämter wollen dann zwar immer, daß die Damen wieder ausreisen und im Heimatland den Familienzusammenzug beantragen, ich habe aber noch nie erlebt, daß sie es auf eine Klage ankommen lassen. Das wäre ein Präzedenzfall.
Du heiratest wohl öfter?
Ich würde es jedenfalls nicht riskieren, dass meine Zukünftige bei der Einreise zurückgeschickt wird und ich (als VE-Geber) auf den Kosten sitzenbleibe.
§ 15 AufenthG Zurückweisung
(2) Ein Ausländer kann an der Grenze zurückgewiesen werden, wenn ...
2. der begründete Verdacht besteht, dass der Aufenthalt nicht dem angegebenen Zweck dient
Beitrag von Ausländerrecht » Sonntag 26. Oktober 2014, 21:22
Ich habe einmal in meinemLeben geheiratet, aber beruflich schon viele Eheschließungen vorbereitet und begleitet.
Die Anwendung genannter Norm setzt voraus, daß objektive Tatsachen für eine solche Annahme vorliegen. Daß es die nicht gibt, geht klar aus dem von mir geschriebenen hervor. Wie gesagt, jahrzehntelange Praxis (speziell Thailand, China).
Beitrag von Anelya » Montag 27. Oktober 2014, 14:18
Ausländerrecht hat geschrieben: Die Ausländerämter wollen dann zwar immer, daß die Damen wieder ausreisen und im Heimatland den Familienzusammenzug beantragen, ich habe aber noch nie erlebt, daß sie es auf eine Klage ankommen lassen. Das wäre ein Präzedenzfall.
Nach sehr oberflächlicher Recherche meinerseits: Das stimmt nicht ganz. Das Verfahren kann bis zur Vorlage des Sprachnachweises ausgesetzt werden.
In den allgemeinen Verwaltungsanweisungen zum AufenthG heißt es unter 30.1.2.3.1 hierzu:
„...Kann die Aufenthaltserlaubnis in diesen Fällen nur deshalb nicht erteilt werden, weil einfache Deutschkenntnisse noch nicht vorliegen, ist der Antragsteller zum Integrationskurs zu verpflichten und kann das Verfahren ausgesetzt werden, damit der Antragsteller im Rahmen des Integrationskurses – zunächst – das Sprachniveau A 1 erwerben kann. Den für die Verpflichtung erforderlichen gesetzlichen Teilnahmeanspruch nach § 44 (§ 4 Abs. 1 IntV) hat der Antragsteller, da ihm erstmals eine Aufenthaltserlaubnis nach § 28 bzw. § 30 erteilt wird.
Diese Voraussetzung (erstmalige Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis) ist auch dann gegeben, wenn das Antragsverfahren noch läuft bzw. ausgesetzt ist, weil es lediglich am Sprachnachweis fehlt."
Zuletzt geändert von Anelya am Montag 27. Oktober 2014, 14:31, insgesamt 1-mal geändert.
Beitrag von Anelya » Montag 27. Oktober 2014, 14:22
Ausländerrecht hat geschrieben: Wieviel oder wie wenig Papierkram anfällt, sollte wohl kein Kriterium dafür sein, wo man heiratet. Dänemark wird immer ins Spiel gebracht, wenn es um die Vermeideung des A1 vor der Einreise der künftigen Gattin geht.
Auch hier: Was sind "gerade im Falle Russlands" "Gruppen-Visa"? Eine solche Visakategorie ist in keinem deutschen Konsulat in Russland zu beantragen. Eine Übersicht über mögliche zu beantragende Visa gibt es hier: http://www.germania.diplo.de/Vertretung ... nvisa.html
Beitrag von Ausländerrecht » Montag 27. Oktober 2014, 14:32
Anelya hat geschrieben:
Nach sehr oberflächlicher Recherche meinerseits: Das stimmt nicht.
http://www.bverwg.de/entscheidungen/ent ... U1C17.09.0
Gibt bestimmt auch noch weitere Urteile.
Dann würde ich die Urteile aber mal genau lesen (das von 2010: Rückkehrerfälle; 2007: vor A 1). Im von mir angesprochenen Fall wurde noch nie eine Klage provoziert, was man übrigens auch in den Medien lesen konnte, nachdem sich der EuGH mit der Afghanin befaßt hatte. Und auch aus meiner eigenen Praxis: Den Aufenthalt in DE verweigern dürfen die Ämter nicht, bestendalls eine Duldung erteilen. Drohte ich mit Gericht, ließ man das fallen.
Beitrag von Ausländerrecht » Montag 27. Oktober 2014, 14:35
Sei versichert, es gibt sie. Näher gehe ich darauf nicht ein, da Spezialität unseres Büros. Habe schon mehrere veranlaßt.
Ich beziehe meine Informationen übrigens auch nicht aus solchen Quellen, es gibt andere...
Zuletzt geändert von Ausländerrecht am Montag 27. Oktober 2014, 14:39, insgesamt 1-mal geändert.
Beitrag von Anelya » Montag 27. Oktober 2014, 14:35
Ausländerrecht hat geschrieben:
Die meisten Forumsteilnehmer hier streben eine Aufenthaltserlaubnis nach § 28 Abs. 1 für ihre Ehepartner (es sind beileibe nicht immer nur Frauen) an. Die wenigstens wären mit einer Duldung zufrieden. Aber so drängend scheint das Problem für viele Antragsteller eh nicht zu sein: Das Bildungssystem in Russland ist - wenn auch nicht ideal - doch recht solide, so dass die wenigsten potentiellen Antragsteller Probleme mit dem A1-Test haben.
Beitrag von Ausländerrecht » Montag 27. Oktober 2014, 14:45
Anelya hat geschrieben: Die meisten Forumsteilnehmer hier streben eine Aufenthaltserlaubnis nach § 28 Abs. 1 für ihre Ehepartner (es sind beileibe nicht immer nur Frauen) an. Die wenigstens wären mit einer Duldung zufrieden. Aber so drängend scheint das Problem für viele Antragsteller eh nicht zu sein: Das Bildungssystem in Russland ist - wenn auch nicht ideal - doch recht solide, so dass die wenigsten potentiellen Antragsteller Probleme mit dem A1-Test haben.
Die meisten hier auch, und daß es nicht immer Frauen sind, ist mir ebenfalls bekannt. Aber zumeist, deswegen der Bezug.
Und noch einmal: Ich hole ihnen regelmäßig eine solche Aufenthaltserlaubnis. Für wen ein A 1 ein Problem ist oder für wen nicht, darüber entscheidet oft auch die konkrete Auffassungsgabe.

References: § 15
 § 44
 § 28
 § 30
 EuGH 
 § 28
 § 28