Source: https://issuu.com/innsbruckinformiert/docs/_amtsblatt_193806_nr06_gesamt
Timestamp: 2017-03-25 07:21:34+00:00

Document:
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Vas neue Verwaltungsgebäude des Siadlmagistraies
Als gegen Ende des vorigen Jahrhunderts die Räume
der Stadtverwaltung im sogenannten Stamserhaus am
Pfarrplatz zu eng geworden waren, tauchten Neubauprojekte für ein neues Rathaus auf, welche ein gütiges
Geschick nicht Wirklichkeit werden ließ. Diefe hätten das
heute so gut erhaltene und viel bewunderte Bild der Altstadt vollkommen vernichtet, ohne dem Raumbedarf der
Stadtverwaltung auf längere Sicht gu genügen. Dem
Stadtturm, dem alten Wächter des Gemeinwesens, wollten sie die ihm 1560 aufgesetzten eigenartigen und gemütlichen Hauben nehmen und ihn wieder mit Spitzdächern
versehen und gotische Hausfronten gur Seite stellen.
Das der Stadtgemeinde von Leonhard Lang 1897 in
hochherziger Weise gur Verfügung gestellte Anwesen Maria-Theresien-Straße Nr. 18 war freilich in seinem bescheidenen Aeußern kein Rathaus, konnte sich als im Jahre
1848 entstandenes Hotel mit den Barockbauten der
Maria-Theresien-Straße nicht messen, bot aber reichlich
Platz für die Kanzleien der Stadtverwaltung und außerdem noch für deren spätere Erweiterung.
Nun ist es im Laufe von vier Jahrzehnten wieder zu
klein geworden, fo daß an den fchon immer geplanten
Neubau auf dem noch unverdauten Platze Ecke Fallmerayerstraße — Adolf-Pichler-Platz geschritten werden
An die bestehenden zwei Höfe des Rathausanwesens
wird sich ein dritter Hof anschließen. Das Hauptgebäude
folgt dem Zuge der Straße und der Platzwand. Ein Flügelbau an der Südfeite des Bauplatzes wird die Gestaltung des dritten Hofes ergeben.
Das Kellergeschoß des neuen Gebäudes birgt neben
den notwendigen Kellerräumen die Zentral-Warmwasserversorgungsanlage und die notwendigen Luftschutzräume,
im Erdgeschoß sorgt eine breite Durchfahrt mit seitlichen
Gängen für die Fußgänger für einen klaglosen Verkehr.
Anschließend ist das breite Treppenhaus zu erreichen.
Der größte Teil der übrigen Räume im Erdgeschoß soll
für Kanzleien mit besonders starkem Parteienverkehr
vorgesehen sein, während der Rest gegen den Hof gu für
die Feuerwehrgeräte, für Kraftwagen und für Fahrräder zur Verfügung steht. I n den oberen Stockwerken
sind an breiten Gängen im ganzen etwa 140 Kanzleien
untergebracht, die je nach Bedarf durch Verschieben der
Zwischenwände in kleinere und größere Räume ange-
ordnet werden können. Eine Hauswartwohnung, Abortanlagen mit Wüschgelegenheit in jedem Geschoß ergänzen den notwendigen Bedarf des Verwaltungsgebäudes.
Bei der Grundrißgestaltung wurde auf leichte Zurechtfindung innerhalb des Gebäudes, Übersichtlichkeit durch
breite, belichtete Gänge besonders Wert gelegt. Eine gediegene, wenn auch einfache Gestaltung soll dem Innern
einen freundlichen Eindruck sichern. Die moderne Fernsprechanlage ergänzt die übrigen technischen Einrichtungen.
Bei einer Frontlänge von 83 Metern umschließt der
Bau einen Hof im Ausmaß von 400 Quadratmetern. Die
verbaute Fläche wird 1200 Quadratmeter, der umbaute
Raum 25.000 Kubikmeter umschließen und so einem
Bauwerk in der Größe und im Umfang des heute bestehenden Hauptbaues an der Maria-Theresien-Straße
Ohne Prunk und Aufwand in der Außengestaltung ist
das Gebäude an die Platzecke gestellt und den bestehenden Wohnhäusern an der Straße angeschmiegt. Die gleichmäßige Anordnung der Fenster in guten Verhältnissen
läßt den Bau neben den übrigen Wohnhäusern ohne weiteres als öffentlichen Bau erkennen. Eine weitere Betonung dieses Charakters erfolgt durch die Verwendung
von Haustein bei der Haupteinfahrt und bei den Zugängen. Eine leichte Tönung des Fassadenverputzes bei
sparsamer Ausbildung von Gesimsen und Fensterumrahmungen wird die Baumasse in das Straßenbild einfügen. Das mit dunkeln Ziegeln eingedeckte Dach schließt
sich in der Form demjenigen der benachbarten Häuser
an. Für eine wirksame Beflaggung ist Bedacht genommen.
So soll mit einem schlichten Kanzleigebäude, aus dem
gegebenen Zweck entstanden, mit ehrlicher Sachlichkeit
durchgeführt, zweckmäßig, wenn auch einfach, fo doch
schön und freundlich, einladend gur Arbeit, der Neubau
eines Verwaltungsgebäudes begonnen werden, der seinerzeit gegen Osten nach Entfernung der alten Bauten
fortgesetzt, an der Maria-Theresien-Straße den Neubau
eines Rathauses ergeben wird, das dann in seiner äußeren Gestaltung dem weltberühmten Straßenbild eingefügt, mit feinen berühmten Nachbarn aus der Barockzeit wetteifern soll.
.Amtsblatt Nr.
Ehestanösöarlehen uns Kinüerbeihilfen
I m Zuge der Durchführung der gesetzlichen Vorschriften über die Förderung der Eheschließungen und Gewährung von Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien
in Oesterreich wurde mit Entschließung des Herrn Bürgermeisters der Stadt Innsbruck vom 25. April 1938 die
Besorgung der in diesen Vorschriften den Gemeinden
übertragenen Aufgaben für das Gebiet der Stadtgemeinde Innsbruck der Magistratsabteilung V übertragen. Diese hat ungesäumt alle erforderlichen Matznahmen
und Vorkehrungen getroffen, um dem begreiflichen Bestreben der Bewerber, möglichst bald in den Genutz der
Darlehen, bzw. Beihilfen zu gelangen, weitestgehend gerecht werden zu können. Da jedoch, wie die Praxis zeigte,
bei einem Teil der Bevölkerung noch verschiedentlich Unklarheiten über die grundsätzlichen Voraussetzungen für
die Gewährung der Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen bestehen, erscheint es angezeigt, die Bevölkerung
mit den wichtigsten Bestimmungen über Inhalt und
D u r c h f ü h r u n g der geltenden Vorschriften i m Bereiche d e r S t a d t g e m e i n d e I n n s b r u c k vertraut zu machen.
^ . Ehestandsdarlehen
I. W e r k a n n e i n E h e s t a n d s d a r l e h e n erhalten?
Ehestandsdarlehen im Betrage bis zu 1000 RM. können Brautpaare erhalten, die die Ehe miteinander eingehen werden. Der Antrag auf Gewährung eines Darlehens kann eingebracht werden, wenn die Bestellung
des Eheaufgebotes erfolgt oder die Ehe bereits geschlossen
ist. Die Ehe darf jedoch nicht vor dem 1. April 1938 geschlossen worden sein.
Die hauptsächlichsten Voraussetzungen für eine aufrechte Erledigung des Ansuchens sind:
1. Jeder der beiden Antragsteller mutz vor der Verheiratung die Deutsche Reichsangehörigkeit, bzw. die österreichische Bundesbürgerschaft besitzen.
2. Von keinem der beiden Antragsteller darf anzunehmen sein, daß er sich nicht rückhaltlos für das nationalsozialistische Grotzdeutsche Reich einsetzen wird.
3. Jeder Antragsteller mutz im Besitze der bürgerlichen
Ehrenrechte sein.
4. Beide Antragsteller müssen deutschen oder artverwandten Blutes sein. Artverwandt sind die Völker Europas, nicht aber Juden und Zigeuner.
5. Keiner der beiden Antragsteller darf an einem vererblichen, geistigen oder körperlichen Gebrechen, an I n fektionskrankheiten oder sonstigen, das Leben bedrohenden Krankheiten leiden, weil Eheschlietzungen solcher
Personen nicht im Interesse der Volksgemeinschaft liegen. Bei erbrachtem Nachweis über die Erfüllung der
Voraussetzungen nach ZI. 1 bis 4 werden die Brautleute
von der Gesuchs-Einreichungsstelle zur amtsärztlichen
Untersuchung an den zuständigen Arzt verwiesen.
6. Die Antragstellerin mutz sich innerhalb der letzten
zwei Jahre vor dem 13. März 1938 in Oesterreich aufgehalten haben.
II. W i e w i r d d a s D a r l e h e n g e g e b e n ?
Die Hingabe des Darlehens erfolgt erst nach der Eheschließung, und zwar nicht in Bargeld, sondern in Form
von Bedarfsdeckungsscheinen, die zum Erwerbe von
Möbeln und Hausgerät bei den amtlich zugelassenen
Verkaufsstellen berechtigen.
in. W i e e r f o l g t die R ü c k z a h l u n g des
Darlehens?
Das Darlehen ist u n v e r z i n s l i c h und ist in monatlichen Teilbeträgen von je 1 vom Hundert des Darlehensbetrages zurückzubezahlen. Die Teilbeträge erhöhen sich
auf je 3 vom Hundert, wenn die Ehefrau nach der Eheschließung sich in einem Arbeitsverhältnis befindet.
Bei der Geburt jedes in der Ehe lebend geborenen
Kindes werden 25 vom Hundert des ursprünglichen Darlehensbetrages erlassen. Nach der Geburt eines jeden
Kindes wird auf Antrag die Tilgung des Ehestandsdarlehens auf die Dauer von 12 Monaten ausgesetzt.
IV. Wo ist d e r A n t r a g u m G e w ä h r u n g
einzubring e n u n d welche D o k u m e n t e h a b e n d i e
Antragsteller beizubringen?
Die in Innsbruck wohnhaften Antragsteller haben den
bezüglichen Antrag bei der Magistratsabteilung V, Jugendamt, Burggraben Nr. 3, n. Stock, Zimmer Nr. 14,
einzubringen, wo auch der für die Antragstellung vorgesehene Vordruck unentgeltlich bezogen werden kann. An
Dokumenten sind beizubringen:
a) Geburts- und Heimatschein sowie Leumundszeugnis
(nicht älter als 3 Monate) des Bräutigams u n d der
b) Trauscheine der E l t e r n des Bräutigams und der
o) seitens der Braut eine Bestätigung der Aufenthaltsgemeinde, datz sie seit 13. März 1936 in Oesterreich oder
im Altreich wohnhaft ist. Von der Erledigung ihres Antrages werden die Darlehenswerber seitens des Finanzamtes (Eteueradministration) Innsbruck rechtzeitig verständigt.
L. Einmalige Kinderbeihilfen
Z u r angemessenen E i n r i c h t u n g des H a u s h a l t e s kinderreicher Familien können einmalige Kinderbeihilfen gewährt werden.
Unter welchen Voraussetzungen werden Kinderbeihilfen
1. Die Familie mutz vier oder mehr Kinder (Stiefkinder und Adoptivkinder sind diesen gleichgehalten), die
das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, umfassen.
2. Die Eltern müssen deutsche Staatsangehörige, bzw.
österreichische Bundesbürger deutschen oder artverwandten Blutes sein.
Alleinstehende Frauen oder Unterhaltspflichtige, die
aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind, können einmalige Kinderbeihilfen schon dann erhalten, wenn sie
nur für drei Kinder unter 16 Jahren zu forgen haben.
3. Die Eltern müssen im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sein und es mutz nach ihrem Verhalten anzunehmen sein, datz sie gewillt und geeignet sind, in Treue dem
deutschen Volke und dem nationalsozialistischen Deutschen Reiche zu dienen.
4. Vorleben, Leumund und soziales Verhalten der
Eltern müssen erwarten lassen, datz die Beihilfen zur
Besserung der wirtschaftlichen Lage der Familie verwendet werden.
5. Gegen die Familie dürfen keine schwerwiegenden
gesundheitlichen Bedenken bestehen, die eine Förderung
der Kinder aus erbvflegerischen Gründen nicht angebracht
6. Der zum Unterhalt der Kinder Verpflichtete mutz
bedürftig sein, so datz er sich die Gegenstände, die zu
angemessener Einrichtung des Haushaltes erforderlich
sind, nicht aus eigenen Mitteln beschaffen kann.
Amtsblatt Nr. 6.
Wie w e r d e n die e i n m a l i g e n K i n d e r b e i h i l f e n hingegeben?
Die einmaligen Kinderbeihilfen werden in Bedarfsdeckungsfcheinen im durchschnittlichen Petrag von 50 RM.
je Kind gegeben. Die Scheine berechtigen zum Einkauf
von Gebrauchsmöbeln, Hausgerät sowie Wäsche. Der
Einkauf darf nur in Verkaufsstellen erfolgen, die zur
Entgegennahme von Vedarfsdeckungsscheinen Zugelassen
find. Unter bestimmten Voraussetzungen können diese
Bedarfsdeckungsfcheine auch für S i e d l u n g s z w e c k e
perwendet werden.
III. Wo ist d e r A n t r a g u m G e w ä h r u n g
einmaliger Kinderbeihilfen einzubring e n u n d welche D o k u m e n t e f i n d v o m A n tragsteller vorzulegen?
Die Einreichungsstelle befindet sich im städtischen I u gendamte, Vurggraben Nr. 3, I I . Stock, Zimmer Nr. 14.
Der Antrag ist schriftlich unter Verwendung des vorgeschriebenen Vordruckes, der bei der Einreichungsstelle
unentgeltlich abgegeben wird, einzureichen. An Dokumenten sind beizubringen:
a) Der Geburtsschein der Kinder,
b) Heimatschein des Vaters,
o) Trauungsschein und Leumundszeugnis der Kindeseltern,
6) Trauscheine der Großeltern väterlicher- und mütterlicherseits der Kinder.
Von der Erledigung des Antrages wird der Antragsteller seitens des Finanzamtes (Steueradministration)
Innsbruck rechtzeitig verständigt.
d) Arbeiter, Angestellte in öffentlichen Betrieben unter gewissen Einschränkungen für das dritte und
jedes weitere Kind unter 16 Jahren je 10 Reichsmark monatlich;
o) Landwirte, selbständige Gewerbetreibende, Angehörige freier Berufe usw. für das fünfte und jedes
weitere Kind unter 16 Jahren je 10 Reichsmark
6. Die Gesuche um Gewährung laufender Kinderbeihilfen sind bei der S t e u e r a d m i n i st r a t i o n , I n n s bruck, H e r z o g - F r i e d r i c h - S t r a ß e Nr. 3/H.
Stock, einzubringen, wo auch nähere Auskünfte erteilt werden.
Bedarfsdeckungsscheme
Für die Gewerbetreibenden Innsbrucks find die Bestimmungen über den Verkehr mit den Bedarfsdeckungsscheinen wissenswert, weshalb nachstehend die darauf
bezughabenden wesentlichsten Bestimmungen angeführt
Die Bedarfsdeckungsscheine der E h e s t a n d s d a r l e h e n dürfen nur zum Kauf von Möbeln und Hausgerät verwendet werden, also nicht für den Kauf von
Wasche. Die Vedarfsdeckungsfcheine der einmaligen
K i n d e r b e i h i l f e n können hingegen überdies auch
Zum Kauf von Wäsche benützt werden.
Die von einer Verkaufsstelle angenommenen Bedarfsdeckungsscheine können durch die Finanzkasse desjenigen
Finanzamtes, das für die Umsatzbesteuerung der Verkaufsstelle zuständig ist, b a r eingelöst oder unmittelbar zur Entrichtung von Steuerschulden oder zur Be(^. Laufende Kinderbeihilfen
zahlung sonstiger geschuldeter Geldleistungen hingegeben
Zum teilweisen Ausgleich der Familienlasten kinder- werden.
reicher Familien können unter folgenden VoraussetzunGewerbeinhaber im Stadtgebiete Innsbruck, die bereit
gen l a u f e n d e Kinderbeihilfen gewährt werden:
sind, auf Vedarfsdeckungsscheine die genannten Waren
1. Das Einkommen des Unterhaltspflichtigen und der abzugeben, haben den Antrag auf Zulassung als Vermitzuzählenden Kinder darf im abgelaufenen Kalender- kaufsstelle bei der Magistratsabteilung V, Vurggraben
jahre 8000 RM. ( 12.000 8) nicht überstiegen haben.
Nr. 3/II, Zimmer Nr. 14, schriftlich einzubringen. Zuge2. Das Vermögen der Eltern und der mitzuzählenden lassen werden nur solche Verkaufsstellen,.die Möbel oder
Kinder darf zusammen 50.000 RM. (75.000 8) nicht Hausgerät oder Wäsche feilhalten, wobei nicht nur offene
Ladengeschäfte in Betracht kommen, sondern auch solche
3. Die Eltern müssen deutsche Staatsangehörige, bzw. Schreinereien und andere Handwerksgewerbe, die offene
österreichische Bundesbürger deutschen oder artverwand- Ladengeschäfte nicht unterhalten. Zugelassen werden in
ten Blutes und im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte erster Linie Betriebe des Handwerkes und des, mittelsein. Die für die Bewilligung einmaliger Kinderbeihilfen ständischen Einzelhandels, deren Inhaber die Gewähr
geltenden Bestimmungen (Punkt 2, 1. Satz, 3 und 4) bieten, daß sie sich jederzeit rückhaltlos für den nationalfinden auch hier Anwendung.
sozialistischen Staat einsetzen. Nicht zugelassen werden
4. Wenn das oben bezeichnete Einkommen im abge- z. B. Warenhäuser, Einheitspreisgeschäfte, Konsumverlaufenen Kalenderjahr mindestens zu e i n e m D r i t - eine u. ä., ferner Betriebe, deren Inhaber nicht deutsche
t e l a u s L o h n - , G e h a l t s - o d e r R e n t e n b e - Staatsbürger oder österreichische Bundesbürger, nicht
z ü g e n bestanden hat, muß die Familie mindestens drei deutschen oder artverwandten Blutes sind oder die für
Kinder (Stiefkinder, Adoptivkinder) unter 16 Jahren einen Betrieb erforderliche fachliche Eignung nicht beumfassen. Wenn es zu z w e i D r i t t e l n aus L a n d - sitzen. Die zugelassenen Verkaufsstellen sind durch einen
Wirtschaft, selbständigem
G e w e r b e b e - Aushang oder Anschlag kenntlich zu machen. Die Aust r i e b , f r e i e m B e r u f o d e r s o n s t i g e m s e l b - hänge oder Anschläge werden gegen Ersatz der Herstelständigen
E r w e r b herrührt, muß die Familie lungskosten von der Magistratsabteilung V, Vurggraben
mindestens fünf Kinder (Stiefkinder, Adoptivkinder) Nr. 3/II, Zimmer Nr. 14, ausgegeben. Dortselbst sind auch
unter 16 Jahren umfassen.
alle näheren Einzelheiten über die Zulassung als VerUnter bestimmten Voraussetzungen können auch Kin- kaufsstelle und die Detailbestimmungen über den Verder im Alter zwischen 16 und 21 Jahren mitgezählt wer- kehr mit den Bedarfsdeckungsfcheinen zu erfahren.
5. Die laufenden Kinderbeihilfen werden b a r ausbezahlt. Die Höhe derselben beträgt für:
a) Lohn-, Gehalts- und Rentenempfänger für das Der Hachöruck von Aufsätzen, Berichten oöer nur von
dritte und vierte Kind unter 16 Jahren je 10 Reichs- Teilen öerselben sowie sie Wieüergabe von Daten unü
mark und für das fünfte und jedes weitere Kind
Statistiken sins nur mit genauer Quellenangabe gestattet
unter 16 Jahren je 20 Reichsmark monatlich:
Kunönmchung betreffenö sie Einschreibung an öen staöt. Volks- uns Hauptschulen
Die Einschreibung aller im Schuljahr 1938/39 in die
1. Klasse der städt. Volksschulen oder in die städt. Hauptschulen neu eintretenden Kinder findet am Montag, den
20. Juni 1938 von 8 bis 12 Uhr und von 3 bis 5 Uhr
Bei der Einschreibung haben sämtliche Schulkinder in
Begleitung der Eltern oder deren Stellvertreter zu erscheinen und den Geburtsschein, den Heimatschein, sowie
das Impfzeugnis vorzuweisen.
Für die in die Hauptschulen eintretenden Schulkinder
ist bei der Einschreibung eine Erklärung darüber abzugeben, ob sie an dem nichtverbindlichen Unterricht in
einer Fremdsprache (englische oder italienische Sprache)
Die Einschreibung wird nach folgender Schulsprengeleinteilung vorgenommen:
Es bilden:
1. den Schulsprengel der beiden Knabenhauotschulen
in Wilten und jenen der Mädchenhauptschule in Wilten
die Museumstratze, der Burggraben, der Marktgraben
bis Zur Innbrücke und der ganze Stadtteil südlich dieser
Linie, wobei die Grenze im Osten durch die Brennerbahn,
im Westen durch den Innfluß gegeben ist2. den Tchulsprengel der Knabenhauvtschule Schemmfchule und jenen der Mädchenhauptschule Tchemmschule
in Pradl der übrige Stadtteil.
Folgende Straßen und Straßenteile werden auf Grund
d. E. d. L.-Sch.-R. v. 23. Feber 1932, Zahl 250/7, der
Hauptschule in Hötting zugewiesen: Die Höttinger und
Kirschentalgasse, soweit diese im Stadtgebiete liegen, die
Mariahilfstraße, die Schießangergasse und die Häuser
der Innstraße mit den ungeraden Nummern 1» bis einschließlich 43. Jene Kinder, die in diesem Stadtgebiete
wohnen, werden daher in die 1. Klasse der Hauptschule
in Hötting eingeschrieben.
Von den Kindern, die nicht in Innsbruck wohnen.
kann wegen Platzmangel nur eine beschränkte Zahl aufgenommen werden.
Ueberdies wird die Aufnahme davon abhängig gemacht,
daß die Eltern eine Bestätigung der Wohnsitzgemeinde
des Kindes vorweisen, in der diese gemäß Artikel I I des
Gesetzes v. 6. X I I . 37, L.-G.-Bl. Nr. 5/1938, sich verpflichtet, einen Schulbetrag von 26.67 Mark jährlich für das
Kind zu zahlen.
Solche Kinder sind durch die Eltern oder deren Stellvertreter persönlich bis spätestens 2N. Juni d. I . bei der
Direktion einer städt. Hauptschule zwecks Vormerkung
Später erfolgende Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden.
1. den Schulsprengel der Knabenvolksschule in Dreiheiligen der alte Stadtteil rechts des Sillkanals mit Ausnahme des westlich der Sill gelegenen Teiles der Amraser Straße, die Kaiferjägerstraße und der rechts (östlich)
von letzterer gelegene Teil des Stadtsaggens;
2. den Schulsprengel der Knabenvolksschule in der
Gilmstratze der übrige alte Stadtteil am rechten Innufer
einschließlich der Maximilian-, der Salurner und der
3. den Schulfprengel der Mädchenvolksschule in Dreiheiligen der gesamte alte Stadtteil östlich des Viaduktbogens mit Ausnahme des westlich der Sill gelegenen
Teiles der Amraser Straße, ferner die ganze Dreiheiligenstraße, die Kapuzinergasse, die Ing.-Etzel-Straße, die
Falkstraße und der östlich davon gelegene Teil des Stadtsaggens,4. den Schulfprengel der Mädchenvolksschule in der
Straße der Tudetendeutschen (Sillgasse) der übrige alte
Stadtteil am rechten Innufer einschließlich der Maximilianstratze, der Salurner Straße, der Heiliggeiststraße,
der Sterzinger Straße, der Südbahnstraße, der ganzen
Adamgasse und des östlich der Leopoldstraße gelegenen
Teiles der Michael-Gaismayr-Straße;
5. den Schulsprengel der Mädchenvolksschule Sveckbacherstratze das gesamte übrige Gebiet der ehemaligen
Gemeinde Wilten;
6. den Tchulfprengel der Knabenvolksschule Hasvingerftratze die Andreas-Hofer-Etraße und der gesamte westlich davon gelegene Teil von Wilten;
7. den Schulsprengel der Knabenvolksschule in der
Leopoldstratze der übrige Teil des ehemaligen Gemeindegebietes Wilten;
8. die Schulsprengel der Knaben- und Mädchenvolksfchule in St. Nikolaus der Stadtteil am linken Innufer;
9. die Schulsprengel der Knaben- und Mädchenvolksschule Pradl das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Pradl
sowie der westlich der Sill gelegene Teil der Amraser
Kinder im vorschulpflichtigen Alter können mit Bewilligung des Bezirksschulrates in die Schule aufgenommen werden, wenn es die Raumverhältnisse gestatten^
wenn über ihre geistige und körperliche Reife kein Zweifel besteht und wenn sie spätestens bis 31. Dezember 1938
Eltern, deren Kinder zur Einschreibung nicht rechtzeitig vorgeführt werden, müssen gewärtigen, daß ihre
Kinder einem fremden Schulsprengel zugeteilt werden.
Die Einschreibung der die städt. Volks- und Hauptschulen bereits besuchenden Kinder erfolgt am Ende des
Schuljahres durch die Lehrpersonen der einzelnen Klassen.
Soweit dem Bezirksschulräte die Aufnahme von Volksschulkindern, die nicht in Innsbruck wohnen, gemäß
§ 51 Absatz 3 des Landesschulgesetzes vorbehalten ist,
wird für diese Kinder von der Gemeinde ihres Wohnsitzes ein Beitrag von jährlich 13.33 Reichsmark verlangt.
Eine Nacheinschreibung im Herbste findet nicht ftattl
Das Schuljahr 1938/39 beginnt am 12. September 1938.
Bezirksschulrat Innsbruck-Stadt, am IN. Juni 1938.
Der Vorsitzende: Dr. Egon Denz e. H.
Vas Innsbrucker Muötarchib
Vie Innsbrucker Chronik
Gottfrieö Pusch von
V o n Dr. K a r l Schadelbauer
(1765.) 6. August: Heute um 11 Uhr vormittag erhoben sich I .
Rom. Kais. Kön. Majestäten nebst des Erzherzogs und Erzh. I n fantin und der Erzh. M. Anna und Christine K. H. in Begleitung
höchstdero Namentlichen Hofstaates in die St. Jakobs Pfarrkirche
und wohnten allda der von dem Erzbifchof H. Card. Migazzi fürstl.
Eminenz gehaltenen, stillen Einsegnungsmesse bei. Um 1 Uhr war
abermals öffentliche Tafel. Abends geruhten die höchsten Herrschaften der Oper in dem auf das Prächtigste neu zubereiteten und
ausgezierten Hoftheater am Rennplatze beizuwohnen. Dieses von
dem berühmten H. Abbate Metastasi« verfertigte Singfpiel, Romulo und Ersilia genannt, ist von dem vortrefflichen, unter dem
Namen i l Sassone bekannten, berühmten H. Hasse ^ zu gegenwärtigen Vermählungsfeier eigens in Musik gefetzt worden und hat
den Beifall des Hofes und aller Kenner sich erworben. Das von
dem H. Hilterding dazu verfertigte, neue Ballet stellte die von dem
Aeneas durch Hilfe der Venus vollzogene Vermählung mit der Lavinia, der Tochter des Königs Latinus in Italien, vor und wurde
mit allgemeinen Beifall aufgenommen. Vorzüglich bewunderte man
die ungemein schön und wohl angebrachten Veränderungen und
Verzierungen der Schaubühne.
8. August.: Gestern abends wurde in dem großen Universitäts
Saale großer Ball im sogenannten Domino gehalten, welchen die
über einen hölzernen Gang von der Burg aus dahin gekommenen
allerhöchsten und höchsten Herrschaften felbst zu eröffnen und demfelben bis nach 10 Uhr beizuwohnen geruhten. Der Saal war auf
das Herrlichste beleuchtet und mit sehr schönen Blumengehängen
an der Wand geschmackvoll verziert. Das große mit Damast behangene Nebenzimmer diente zum Spiele und es wurde bis nach
Mitternacht getanzt.
Heute um 11 Uhr vormittags verfügten sich die landschaftl. Herrn
Deputierten zu S. Kön. Höh. dem Erzh. Leopold, um höchstdemselben ihre Aufwartung zu machen, und überreichten ihm bei diefer
Gelegenheit ein Hochzeitpräsent — (am Rande: ein Beutel mit 2000
Dukaten) — und erhielten dagegen von S. Kön. Höh. mehrere
Denkmünzen.
Dazu ist ein Zettel eingeklebt, auf dem steht: (Wort unleserlich) Sitzung vom
23. J u l i 1765. — ommissis — datz dem Erzh. Leopold Kön. Höh. 2000 Ducaten
^praesentiret und der Fundus hierüber bei nächsten Congreß ausgemacht werden
möge, wie dann zu dem Ende ein schöner Läckl mit dem Tyrolischen Wappen gesticket
und die 2000 Ducaten i n einem Schlag zusammen gesuchet werden sollen und dem
Herrn Stofferin bei dem Münzamt zu Hall nachzufragen Commission gegeben
NB. Der hochw. H. Prälat von Wilten erhielt auch schon am
5. d. von I . Maj. der Kaiserin mittelst eines Abgesandten ein sehr
kostbares Pectoral von Diamanten und Smaragden und einen dergleichen Ring 2 zum Präsent.
Um 9 Uhr abends begann die auf dies höchstbeglückte Veilager
vorbereitete prächtige Stadtbeleuchtung. Schon um 5 Uhr erschollen
auf dem in der Neustadt auf italienische Art schön erbauten, tirolischen Landhause von zwei Chören Trompeten und Paucken. Dieses
herrliche Gebäude war mit schönen Sinnbildern und Inschriften ausgeziert, worunter auch folgende:
Diiz ?arentil)U8 — I^uptiz, nul?entil,uz — / l i r o l i x I ) . O. D.
Auf den beiden Seitentoren, welche ebenfalls mit schönen Sinnbildern verziert waren, ließ man durch einige Stunden weißen und
roten Wein rinnen und unter die Menge des versammelten Volkes
wurde Brot ausgeworfen. Der Zulauf fowohl als das Jauchzen des
Volkes war unbeschreiblich. Bei einbrechender Nacht wurde auf der
Triumphpforte das Zeichen zur allgemeinen Beleuchtung gegeben
und in kurzer Zeit stunden alle Hauptgassen und Plätze der Stadt sozusagen im vollen Feuer da. Die Beleuchtung der Neustadt zeichnete
sich auch noch durch eine besondere, ganz neue Art aus, es waren
nämlich in gleicher Entfernung von etlichen Schritten teils höhere
teils niedere Pyramiden in gehörigem Ebenmaße die Länge der
<3asse nach auf beiden Seiten aufgestellt, welche mit grünem, Hangendem Laubwerke verbunden waren. Diese Pyramiden sowohl als
das Zwischengehänge waren fämentlich mit weißen Wachsfackeln besteckt und brachten durch ihre fimetrifche Richtung die allerschönste
1 Der Komponist I o h . Adolf Hasse ist 1699 zu Bergedorf bei Hamburg geboren.
Er lam 1722 nach I t a l i e n , wo er durch seine Opern bald beliebt wurde und den
Namen „ i l c»ro 8a«5one" erhielt. 174N wurde er an den Dresdener Huf berufen,
wo er bis 1763 blieb. Er ging dann nach Wien und 177N nach Venedig, wo er
1783 starb. Hasse hat gegen 50 Opern geschrieben, die durch vier Jahrzehnte die
Bühnen beherrschten. Hauptsächlich komponierte er Texte seines Freundes Metaestasio, des bekannten italienischen Dichters, der (geboren 1698) seit 1729 Wiener
Hofdichter war und auch 1782 zu Wien starb. (Vrockhaus-Lexikon.)
2 Es ist dies wahrscheinlich der Ring, den auch der gegenwärtige H. Prälat
trägt. Das Pettorale ist nicht mehr im Stift.
Wirkung für das Aug hervor. Außer dem Landhause war auch
die neu errichtete Triumphpforte und St. Annasäule mit Wachslichtern sehr reichlich beleuchtet. Die hier anwesenden Schützen Compagnien zogen in ihren zum Teil kostbaren Uniformen mit klingendem Spiele auf und besetzten die Gassen und Plätze in zweien
Gegen 9 Uhr geruhten I . K. K. Maj. samt dem Erzh. und Erzherzogin auch beiden Erzh. M. Anna und Christine, dann dem Herz.
Carl und Prinz. Charlotte von Lothringen K. Höh. in offenen Wägen und in Begleitung E. M. des röm. Königs mit dem Herz, von
Chablais und dem Prinzen Albert von Sachsen Kön. Höh. auch
vielen H. Cavaliers zu Pferde von der Hofburg aus durch die Stadt
und Neustadt zu fahren und die Beleuchtung zu sehen. Das auf die
sichtbarste Art bezeugte allerhöchste Wohlgefallen vermehrte unter
dem Volke das Freudengefchrei, welches sich durch die von so vielen
fremden Gästen und den von der ganzen Landesgegend herbeigekommenen Menschen erfüllte Stadt ausgebreitet hatte. Die Witterung felbst, welche bisher beständig regnerisch war, schien diesmal,
da es eine dunkle und vollkommen stille Nacht war, zur Verherrlichung dieses Freudenfestes beizutragen. Das mit großen Kosten
zubereitete Kunstfeuerwerk wurde hingegen aufgeschoben.
Für Geschichte öer Iuöen in Innsbruck
V o n Dr. K a r l S c h a d e l b a u e r
Da feit dem Anschluß auch in Deutsch-Oesterreich die Ausschaltung
des Judentums tatkräftig betrieben wird, drängt sich die Frage auf,
wie es diesbezüglich in Tirol und besonders in Innsbruck früher
stand. Die bisher wohl beste Uebersicht gab I . E. Scherer in seinem
1901 erschienenen Buche „Die Rechtsverhältnisse der Juden in den
deutsch-österreichischen Ländern". Da dieses Buch nur wenigen
Lesern bekannt sein dürfte, fei hier einmal auf Grund der Akten
des Stadtarchives (Nr. 60/1706) in einigen kleineren Auffatzen gezeigt, in welcher Weise sich das Judentum am Innsbrucker Stadtleben beteiligte und wie sich der Magistrat und die Bürgerfchaft
dazu stellte. Bemerkt sei, daß einige ältere Akten (von 1581 und
1662) über den Aufenthalt der Juden in Innsbruck, welche das
alte Archioregister anführt, feit vielen Jahren fehlen.
Vorausgeschickt sei, daß sich die Juden seit ihrem ersten Auftreten
in Tirol um das Jahr 1300 zwar immer wieder bemerkbar machten, aber nie eine allzu große Bedeutung erlangten. Die Zahl der
ansässigen Juden war stets eine bescheidene. I m 18. Jahrhundert
sollen überhaupt nur zwei Familien in Bozen und zwei in Innsbruck gelebt haben. Bei der Volkszählung von 1785 werden nur
acht (?) Juden angegeben. Ioh. Jak. Staffier schreibt in seiner bekannten Topographie von Tirol und Vorarlberg (I, 129) im Jahre
1847: „Die Bevölkerung von Tirol und Vorarlberg bekennt sich
durchaus zur katholischen Religion. Nur gibt es auch geduldete
Juden, und zwar 92 Familien zu Hohenems in Vorarlberg, 7 i n
I n n s b r u c k und eine Familie in Bozen, welche Zahlen nicht
I n Innsbruck spielte feit dem 16. Jahrhundert eine gewisse
Familie „May" die wichtigste Rolle. Sie führte ihren Namen nach
einem „Maggius" (Maggio, May), einem Sohn des Juden Salomon von Bastano. Dieser Salomon hatte schon von Maximilian I.
im Jahre 1509 die Bewilligung erhalten, überall im Reiche Handel
zu treiben und sich irgendwo, ausgenommen in den Fürstentümern
Oesterreich, Steyr und Kärnten, niederzulassen. Diese Bewilligung
bestätigte Karl V. im Jahre 1530 und später neuerdings für den
gen. Maggius in den Jahren 1544 und 1548. Um diese Zeit dürfte
sich der Maggius wohl als erster der Familie May in Innsbruck
niedergelassen haben. Am 11. Juni 1578 erhielt Samuel May von
Erzherzog Ferdinand II. das Privilegium, sich am Hoflager zu
Innsbruck aufzuhalten. Schon wenige Jahre fpäter (1582) erwarb
er nach K. Fischnalers „Innsbrucker Chronik" (IV. 83) um 580
Gulden ein Haus (Seilergafse Nr. 16). Nach dem Steuerbuch von
1591 hatte „Samuel Mai Jud vom Egghaus vom Paul Schießt!
erkauft von Paulen Steuffen und Hans Dieppertskirchers Erben
herrüerent" zwei Mark fünf Pf. zu zahlen. Auch den Friedhof bei
der Weiherburg besaßen die Juden bereits damals. Wie es in
einer Urkunde von 1598 heißt, hätten ihn die Juden, „so in diser
Statt gewohnt, jederzeit von unnerdenklichen Jahren hero zu begebenden Todsfählen" benützt (Ferdinandeums-Zeitschrift, 41/301).
Gewisse Sorgen bereitete den Juden immer wieder die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, die meist nur für wenige Jahre
(5 oder 8) erteilt wurde. Die Familie May scheint sich damit allerdings etwas leichter getan zu haben, denn sie stand bei den Landesfürsten in hoher Gunst und hatte bis zum Jahre 1630 schon eine
ganz nette Reihe von fürstlichen Gnadenbriefen in Händen. Der
Gnadenbrief Erzherzog Leopold V. vom 26. November 1630 für
feine „Diener, Hof-Handelsleut und getreue Abrahamb und Samuel
May, Gebrüder, als Marxen May hinterlassne Söhne, Hebreer"
fei etwas näher durchgesehen.
Eingangs erinnert der Landesfürst an die verschiedenen Privilegien, nach denen es diesen Juden gestattet war, sich samt Kindern
und Hausgesinde für eine gewisse Zeit in Innsbruck aufzuhalten
und hier gegen eine Gebühr Handel zu treiben. Dann wird eine
Spezial-Verwilligung vom Jahre 1613 erwähnt, nach der „sie allhie
wohnende Juden, deren Diener und Hausgenossen, nit allein das
gelbe Iudenzeichen Zu tragen, sondern auch denjenigen, auf andere
in- und ausländische Juden angelegten Leibzoll zu reichen nicht
schuldig, sondern dessen exempt sein sollen". Punmehr wird ausgeführt, daß die Gebrüder Abraham und Samuel May nicht allein
untertänigst um die Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung und
die Bestätigung ihrer Freiheiten angesucht hätten, sondern dazu
noch das Prädikat „Getreue" und den Diensttitel „gnädigst" erbitten. Erzherzog Leopold erwog darauf die getreuen Dienste der
Familie May, welche diese „sowohl in Erkauf- und Dargebung
allerhand Waren", als auch sonst bewiesen hatte, bestätigte die
alten Freiheiten und gewährte einen weiteren Aufenthalt für zehn
Jahre. Ueberdies bewilligte er noch, „daß sie sich unsere HofHandlsleut und Diener schreiben", und „ihnen das Praedicat Getreue aus unseren Cantzleien gegeben" werde. Anschließend werden
die Juden ermahnt, sich gebührlich zu verhalten, jährlich die Landes- und Gewerbe-Steuern zu zahlen, beim Verkauf der Waren
eine billige Taxe zu gebrauchen und den Regierungsperfonen Red
und Antwort zu stehen. Dafür sollten aber auch alle Obrigkeiten
und besonders der Bürgermeister und Rat der Stadt Innsbruck
die Juden schirmen und schützen.
Vie Urtunöen öes Meiherburg-Archwes
Von Dr. K a r l Tchadelbauer
(Schluß)'
11) 1899. Juni 17. Innsbruck.
Paris Graf zu Lodron bekennt als Oberst-Jägermeister, daß
die Hofkammer dem Ulrich Kalchschmid als Inhaber „der dem
Lorenz Rauthen in der Hettinger Gemeind" i n den Jahren 1645,
-49 und -54 „neckst ober den Prackhenhoferifchen Veldzaun Herwerts des Stainbruchs ausgesteckt, aniezo in einen Zaun comvrehendierter Gründen" Kraft eines Decrets vom 1. Juni 1699 verordnet habe diese Gründe „ordenlich abzumessen". Es folgen die
genauen Maßangaben. Dieser Grund wurde sodann dem Ulrich
Kalchschmid zu Erbrecht verliehen. Er hatte einen jährlichen Grundzins von 21 kr. an das Vauschreiberamt und 2 kr. an die Höttinger
Kirche zu entrichten, sowie überdies 12 kr. an letztere für den dem
Rauth im Jahre 1654 ausgesteckten Grund.
Orig.Pg.Urk. mit Tiegel.
12) 1700. Dezember 18. Innsbruck.
Paris Graf zu Lodron verleiht vom Oberstjägermeister Amt aus
dem Stadt-Brunnenmacher Johann Lang einen „öden Flekhen
Grund unweit Weyrburg herunter des Stainbruchs, Hetinger
Oblay" zu Erbrecht. Für den Grund, „welcher neckst des Ulrich
Kalchschmidts Zimmermanns Behausung hinüber in einen pur
lautern Vichi bestehet, morgenseits aber an fein besagten Kalchfchmidts und zum Theil der Weinhartifchen Erben Aenger, Mittag
zuegefpizt, Abent und Mitternacht an die Rieppen oder Gräben
cohoerenzet, auch mitternachtfeits mit einem von acht Perkclafter
langen Zwerchzaun verzeint ist und feiner Situation halber nit
abgemessen hat werden können", zinst er jährlich 8 kr. Grundzins
in das Hofbauschreiberamt und 3 kr. Afterzins in U.L.Frauen
Kirche zu Hötting.
Orig.Pg.Urk. mit Siegel
13) 1705. Februar 16.
Georg Lanng, Stadt-Brunnenmeifter zu Innsbruck, bei St. Niclaus an der untern Innbrücke wohnhaft, verkauft dem Ulrich
Khalchschmid und der Maria Perin den oben gen. Grund um 230
Gulden, 2 Gl. Leitkauf und 2 GI. Leitkaufzehrung.
Orig.Pg.Urk. mit Siegel des Hofbaufchreibers Balth. Leonh.
Dörfflinger.
14) 1712. September 7. Innsbruck.
Der OÖ.Regiments Secretar Cyriac Jacob Lachemayr verkauft
dem Ritter Michael de Lama den „auf dem fogen. Grafenstein ob
dem Puechwald gegen der Arzeller Gemaind ligenden Voglhert
mit allen Rechten" um 100 Gulden. I n diefe Urkunde sind ältere
Verleihungen von 1616, 1624, 1676, 1698 aufgenommen.
Orig.Pg.Urk. mit Siegel Lachemayrs.
15) 1735. August 6. Innsbruck.
Der Hofkammer Procurator Iof. Anton von Schnell verkauft
als Sachwalter des David Benedict Payr zum Thurn und dessen
Frau Maria Theresia geb. Weinhardt v. Weyerburg dem Iof^
Kalchschmid ein Stück Grund um 600 Gl. Der Grund gehörte zum
Gut „Bichsenhaus oder Bichsenhof gen.", den Wilhelm Püener
(Biener) von Vercht. Heinr. Prockhenhofer am 1. Feb. 1648 (hier
irrtümlich „1748"!) erkauft hatte. Durch dessen Verlassenschafw
Curator Dr. Franz Frölich kam es laut Kauf vom 15. Aug. 1652
(siehe Urk. No. 4) an den Bürgermeister Georg Isinger, nach
dessen Ableben es Frau Johanna Reinifch geb Isinger mit Libell
vom 15. April 1654 erbte. Am 18. Aug. 1667 erwarb es Ign. Ehrenreich Weinhart v. Weyerburg und dann Andre März von seiner
Frau erster Ehe einer geb. Weinhart, beziehungsweise deren Tochter Anna Catharina, Conventualin im Regelhaus, schließlich die
eingangs Genannten. Da das Bichsen-Gut unter vier Besitzer,
nämlich Michael de Lama von Pichsenhaufen, Ioh. Span, Ruprecht
Haase und Jos. Kalchfchmid, aufgeteilt war, folgen genaue Abmachungen bezüglich der Steuern, des an die Witwe Claudicr
Weinhart v. Weyerburg geb. Walter von Herbstenburg zu entrichtenden jährlichen Deputats von 100 Gl. und des an die gen. Anncr
Cath. März zu zahlenden Sackgeldes von 25 Gl.
Zeugen: Jos. Alex Weinhart von Thierburg und Volandsegg,
Jos. Anton Köpfle.
Orig.Pg.Urk. mit Flecken und verwischten Stellen und 1 Siegeln
18) 175«. Mai 22. Innsbruck.
Der Repraesentations- und Hof-Kammer Praesident verleiht denr
Ienewein Tpihlmann „Inhaber des Pern-Guets herinner Weyerburg, Obley Hötting" ein mit Dorn Stauden bewachsenes Stück
Grund, das genau beschrieben ist, gegen die Verpflichtung „die
bei fünfzig Claftern alt berechtigte Vezäunung abzu thuen und
also das ganze Guet mit einer truckmen Mauer von sechs fünf
acht! Claftern zuschlüessen" und jährlich zu Martini 6 kr. Grundzins an das Hof-Bau-Amt zu zahlen.
Orig.Pg.Urk. mit 3 Siegeln.
Arbeitslosenstanö im Htaötgebiete
Innsbruck am 5s. Mai i?5S
Männer 1132'
Frauen 957
Zusammen: 2089
Hievon find unterstützt:
Männer 930'
Frauen 764
Zusammen: 1694
Die 2089 arbeitslos gemeldeten Personen verteilen sich auf die
Männer Frauen Iusam.
2. Bergbau- und Salinenwefen
3. Stein. Ton, Glasindustrie
14 100'
122 324 44k
86 107 193
21. Lehr-, Bildungs-, Kunst u. Unterhaltungberufe 29
23 52'
22. Rechtsberatungsberufe (Advokaten,
24. Haushaltungsberufe
234 255 489
1132 957 2089
I m Vergleich zum Stande der Arbeitslofen am 30. April 1938.
ergibt sich eine A b n a h m e um 344 Personen.
über die im Monat Mai 1938 durchgeführten
Genierbelöschungen
Dreher Alois, Glasmalereistratze 6, Reinigungsgeschäft, 29. 10.
1897, I I . 23757. — Enzinger Rosa, Marktplatz, Handel mit Obst,
Gemüse und Geflügel. 8. 11. 1919. I I . 26487. — Erhart Karl.
Mufeumstr. 10, Iuckerbäckergewerbe, 11.6.1926, I I . 9097. — Erhart
Karl, Museumstr. 10, Handel mit allen im freien Verkehr gestatteten Waren, jedoch mit Ausschluß der im § 38. Abs. 5 G.O. aufgeführten Artikel, 24. 10. 1927. I I . 22184. — Feldmeier Karolina,
Marktplatz, Handel mit Obst, Gemüse, Südfrüchten und Iuckerbäckerwaren. 16. 4. 1919. I I . 10111. — Maximilian Fiehl. Erlerstraße 16. Kürschnergewerbe, Alleininhaber der Firma „Pelzhaus
Leipzigermann", 25. 10. 1932, I I . 14769. — Freund Irma, Museumstraße 31, Handel mit allen im freien Verkehr gestatteten
Waren, jedoch mit Ausschluß der im § 38, Abs. 5 G.O. aufgeführten Artikel. 1. 8. 1912. I I . 26116. — Graf Margarethe, Neuhauserstraße 2b, Agentur. 26.4.1932, I I . 4778. — Graf Margarethe, Neuhauserstraße 2b, Kommissionswarenhandel, 22. 9. 1933. 11509. —
Greiter Kreszenz, Straße der Sudetendeutfchen 11, Pflasterergemerbe, 17. 4. 1925, I I . 6644. — Maria Guggenberg. Bozner Platz 2.
Reklamebüro. 17. 12. 1933. I I . 15927. — M. Hansel K Neffe. Karmelitergaffe 21. mech. Weberei (Kommand.-Ges.). fabriksmäßige Erzeugung von Textilwaren aller Art. 14. 1. 27. I I . 622. — M. Hansel <k Neffe, Karmelitergasse 21, mech. Weberei (Kommand.-Ges.),
Handel mit Konfektionswaren, 8. 3. 1929, I I . 4236. — Johann
Hechenberger, Müllerstraße 1, Tchuhmachergewerbe, 2. 7. 1896, I I .
15381. — Hieke Josef, Schillerstratze 17, Baumeistergewerbe, 10. 4,
26. I I . T. Ld.-Reg. 1—987/3. — Huzel Johann sen.. Fischergasse 1.
Rauchfangkehrergewerbe. 13. 7. 1894. I I . 14878 Statth. — Iehna
Johanna, Innstratze 41, Gemischtwarenhandel. 14. 9. 1926, I I .
17804. — Fa. Jakob Lipkowitz (off. Hand.-Gef.). Mufeumstraße 37,
Handel mit Häuten, Fellen und Saitlingen, 29. 4. 1910, I I . 16434.
— Mair Alois, Marktplatz, Handel mit allen im freien Verkehr gestatteten Waren, jedoch mit Ausschluß der im § 38, Abf. 5 G.O.
aufgeführten Artikel. 1. 12. 1924. I I . 20789. — Mair Anna, am
Marktplatz. Handel mit Natur- und Kunstblumen, 16. 5. 1935, I I .
5668. — Mallaun Rosa. Kaufmannstraße 24, Wäschergewerbe, 26. 5.
1931, I I . 21561. — Meinong Rafael, Kaifer-Iosef-Strahe 13, Vaumeistergewerbe. 27. 10. 1911. Statthalt. f. T. u. V. I I . Il—4438/I.
— Meth Adalbert. Schillerstraße 9, Mechanikergewerbe. 24. 6. 1931.
I I . 11296. — Nährer Johann, Amraser Straße 17. Großhandel mit
Puddingpulver, Eispulver und Backpulver. 10. 3. 1938. I I . 3419. —
Parth Kaspar, Hörmannstraße 15, Handel mit Iuckerwaren im
großen. 2. 7. 1935. I I . 7842. — Pefchke Hugo, Mariahilf 7/II, Seilergewerbe, 4. 4. 23, Zl. 4266. — Riedmann, Ing. Stephan, Museumstraße 1, Großhandel ohne Beschränkung aus bestimmte Waren,
31. 12. 1919. I I . 32222. — Sage! Fritz. Wilhelm-Greil-Ttraße 4,
Handel ohne Beschränkung auf bestimmte Waren, 29. 10. 1932, Zl.
14710. — Schiendl Oswald, Müllerstraße 1, Mechanikergewerbe,
Zweigniederlassung v. Hötting, 26. 10. 1936. I I . 16621. — Schlechter Oskar. Herzog-Friedrich-Straße 37, Erzeugung von Kunstgewerbe Holz-, Spiel- und Galanteriewaren, 27. 8. 1935, I I . 9914. —
Schuhhaus zum Goldenen Dach!, Ludw. Löwensohn & Co., Pfarrgasse 2, Handel mit allen im freien Verkehr gestatteten Waren,
jedoch mit Ausschluß von Lebens- und Futtermitteln, 19. 12. 34,
I I . 15132. — Luise Steinlechner, Universitätsstraße 14, Pfaidlergewerbe, 8. 2. 1898, I I . 2899. — Strigi Josef, Innsbruck, Platzdienstgewerbe. 10. 7. 20, I I . 10112. — Taschdjian Artin, Anichstraße 38,
Teppichstopferei, 10. 7. 1928. I I . 12697. — Trautner Josef, Pfarrgasfe 6, Handel ohne Beschränkung, 17. 10. 1907, I I . 48923. —
Werner Rudolf, Museumstraße 21, und zweite Verkaufsstelle Amthorstraße 2. Handel mit Eisen- und Eisenwaren, 14. 10. 1926, I I .
20126. — Wotschitzky Franz. Graßmayrstratze 1. Reklamebüro. 19.
5. 1932, I I . 1871.
über die im Monat Mai 1938 ausgestellten Gewerbe»
scheine, bzw. Konzessionsdekrete
Andorfer Edeltraud. Reparatur von Perserteppichen, Kernstockstraße 1, 16. 5., I I . 6534. — Vachmann Andreas, Tifchlergewerbe,
Innrain 54, 24. 5.. I I . 6959. — Bauer Josef. Handel mit Häuten
und Fellen, Ing.-Etzel-Straße. Vahnbogen 133, 6. 5. — Bielowfki
Peter, Handel mit Mode-, Kurz-, Strick-, Wirk-, Weiß- und Wollwaren fowie Wollgarnen und Wäsche, Unioerfitätsstratze 14, 12. 5^
Zl. 6337. — Brecher Maria, Verkauft. Trödlergewerbe, Innrain 21,
28. 5., Zl. 7237. — Brigl Leonhard, Gast- und Schankgewerbe gem.
§ 16 G.O.. lit. b). c). d). f) und g), Unwersitätsstratze 28. 11. 5.,
Zl. 1805. — Ehn Hermann. Handel mit Petrolgasgeräten und deren
Bestandteilen. Heiliggeiststraße 10, 5. 5., Zl. 5909. — Konditorei
Erhart K Co., Handel gem. § 1a (off. Handelsgesellschaft), Abs. 1,
Abschn. b), Pkt. 36 G.O., einschließlich gebrannter geistiger Ge»
tränke, Museumstraße 10, 27. 5.. Zl. 7143. — Konditorei Erhart H
Co., off. Handelsgesellschaft, Konditorgewerbe, Mufeumstraße 10,
23. 5., I I . 4600. — Gasser Oswald, Ieitschriftenverschleitz, Anichstraße 33. 23. 5., 1a—1474/1 Ldshptmsch. — Gundolf Alois. Gemischtwarenhandel. Anichstraße 14, 23. 5.. I I . 6778. — Hansel Kurt,
fabriksmäßige Erzeugung von Textilwaren aller Art, Karmelitergasse 21, 6. 5., I I . 6009. — Heim Christine, geb. Herbst, Handel
mit Ansichtskarten und Reiseandenken, Maria-Theresien-Stratze
(Hauseingang der Fa. Bauer-Schwarz), 28. 5., I I . 7264. — Held
Herbert, Handel mit Därmen, Saitlingen sowie Gerätschaften und
Bedarfsartikeln für das Fleischhauer- und Fleischfelchergewerbe,
Mufeumstraße 37, 11. 5., I I . 6118. — Huzel Johann, Rauchfangkehrergewerbe, Schöpfstraße 15, 28. 5., I I . 6735. — Franz Kiechl,
Handel mit elektrotechnischen Artikeln, Maria-Theresien-Ttraße 46,
7. 5.. I I . 6108. — Lang Marie, geb. Rahm, Handel mit Kurz-,
Weiß-, Wirk- und Wollwaren, Innrain 3. 10. 5., I I . 6117. —
Meyer Katharina, geb. Reiner, vwt. Terzer, Frauen- und KinderKleidermachergewerbe. Vr.-Willram-Straße 9, 18. 5.. I I . 6589. —
Munding Otto. Gast- und Schankgewerbe gem. § 16, lit. c), d), und
f) G.O., Kiebachgasfe 16, 31. 5., I I . 6066. — Nährer Johann. Handelsagentur. Amrafer Straße 17. 12. 5.. Zl. 6076. — Parth Kafpar,
Handel mit Zuckermaren, Hörmannstraße 15, 25. 5., I I . 7098. —
Pezze! Frieda, Handel ohne Beschränkung auf bestimmte Waren,
Andreas-Hofer-Etraße 32, 17. 5., I I . 6440. — Pokupee Hedwig,
geb. Strickner, Handel mit Hüten, Bändern, Filz- und Textilwaren
sowie Schirmen. Herzog-Friedrich-Straße 22. 18. 5., I I . 5138. —
Netter Helmut, Handel mit Kraftwagen, Fischerftraße 12, 31. 5.,
I I . 7144. — Talzmann Eugen, Agenturgewerbe, Salurner Straße
18., 2. 5.. I I . 5830. — Talzmann Eugen. Kommissionswarenhandel, Salurner Straße 18, 2. 5., I I . 5829. — Schaginger Georg,
Handel ohne Beschränkung auf bestimmte Waren, jedoch mit Ausschluß aller Lebens-, Genutz- und Futtermittel, Wilhelm-Greil«
Straße 4, 12. 5., ZI. 6300. — Schlechter Oskar, Herstellung von
Holz-, Spiel- und Galanteriewaren, soweit diese in den Verechtigungsumfang des Drechslergewerbes fallen und im eigenen Betrieb
durch Kerbschnitt und Brandmalerei veredelt werden, Herzog-Friedrich-Stratze 37, 21. 5.. I I . 6914. — Iofef Trautner (off. Handelsgef.), Handel ohne Beschränkung auf bestimmte Waren, jedoch mit
Ausschluß aller Lebens-, Genuß- und Futtermittel, Pfarrgasse 4—6,
Für den projektierten Vetonkanal, Profil 80/140 om,
in der Kölderer-Vurgenlandstraße gelangen die gesamten
Arbeiten Zur öffentlichen Ausschreibung.
Die Offertunterlagen sind beim Etadtbauamte, Abtg.
Kanalisation, Zimmer Nr. 77, während der Amtsstunden
zum Preise von RM. 1.— erhältlich.
Die Anbote sind unter Benützung der Vordrucke unterschrieben, verschlossen und gehörig gestempelt mit der
Aufschrift: „Anbot für die Herstellung des Vetonkanals
in der Kölderer-Vurgenlandstraße" bis Samstag, den
18. Juni 1938, 10 Uhr vormittags beim Stadtbauamte.
Zimmer Nr. 77, einzureichen.
Die Eröffnung der Anbote erfolgt im Beifein der Bieter am gleichen Tage um 10^ Uhr im Sitzungszimmer
Nr. 87 des Rathauses im 2. Stock.
Später einlangende Anbote werden nicht berücksichtigt.
Die Stadtgemeinde ist nicht gebunden, das niedrigste
oder überhaupt irgend eines der einlaufenden Anbote
^ - l <- . ^,
am 10. Juni 1938.
Der kommissarisch bestellte Bürgermeister:
Dr. D e n z e.h.
8. 5.. Zl. 5901. — Josef Trautner (off. Handelsgef.). Handel mit
Kalendern, Gebetbüchern und Heiligenbildern, gemäß § 21 (3) G.O.,
Pfarrgasse 4—6, 6. 5.. ZI. 5902. — Völlenklee Alois, Handel ohne
Beschränkung auf bestimmte Waren, Neuhauserstraße 10, 27. 5.,
Zl. 7145. — Walser Johann, Platzdienstgewerbe nach § 15. Pkt. 4
G.O., Bozner Platz, 3. 5.. Zl. 5326. — Weiermair Karl, BuchsachVerständiger, Bücherrevisor, Finanz- und Wirtschaftsberater, Maximilianstraße 27, 27. 5., Zl. 7142. — Werner Rudolf, Handel mit
Eifen und Eisenwaren, Haus- und Küchengeräten und SchmiedeKohle, Mufeumstraße 21 und zweite Verkaufsstelle Amthorstraße 2,
3. 5., ZI. 5771. — Winkler Marie, Kleidermachergewerbe, Glasmalereistraße 2, 18. 5.. ZI. 6648. — Mister Emma, Handel ohne Beschränkung auf bestimmte Waren, Liebeneggstraße 9, 31. 5., Zl.
7442. — Wohlgemuth Eleonora, Bettwarenerzeugung, beschränkt
auf die Herstellung von Stepp- und Daunendecken, Kapuzinergasse
23. 23. 5.. Zl. 6915.
Verzeichnis öer Gewerbestrafen im Monat
§ 22 G.O. Unbefugter Altwarenhandel RM. 5.— (48 Std.); § 22
G.O. Unbefugte Fremdenbeherbung: RM. 50.— (5 Tage); § 22 G.O.
Unbefugter Verkauf von Druckwerken: RM. 20.— (48 Std.): § 2
Hausierpatent, Unbefugtes Hausieren mit Handtuchstoffen: Warenverfall,- § 4 Hotelbuchuerordnung: Unterlassung der Anbringung der
Zimmerpreistafeln: RM. 30.— (48 Std.); § 2 Hausierpatent: Unbefugtes Hausieren mit Plastiken: RM. 10 (24 Std.); § 11 G.O.:
Unbefugte Erzeugung von Plastiken: RM. 10.— (24 Ttd.); § 22
G.O.: Unbefugte Margarine-Erzeugung: Gewerbeentzug; §13a G.O.,
unbefugter Handel RM. 250.— (14 Tage); § 2 des Haufierpatentes
R M . 3.33 (6 Etd.).
U5w.
Verzeichnis öer Gewerbeveränöerungen
tm Monat Mai
105. B e r w a n g e r Eugen — Verlegung des Standortes des Anstreicher-, Lackierer- und Zimmermalergewerbes von der Völser Straße 29 in die Leopoldstraße 58.
106. B r e c h e r Maria — Uebernahme des Trödlergewerbes von
Herrn Siegfried Pollack im selben Standorte Innrain 21.
107. B r e n n e r Eduard — Verlegung des Standortes des Handels
mit Papier und Papierwaren von der Kranewitterstratze 16
in die Lieberstraße 1.
108. B r e n n e r Eduard — Verlegung des Standortes des Agenturgewerbes von der Kranewitterstraße 16 in die Lieberstr. 1.
109. B r i g l Leonhard — Verpachtung der Personalkonzession zum
Betriebe des Gast- und Schankgemerbes mit den Berechtigungen des § 16. lit. b), c), d), f) und g) GO. im Standorte Innsbruck, Universitätsstraße 28, an Herrn Gustav Astner.
110. E d er Richard Dr. — Verlegung des Standortes des Realitätenoermittlungsgewerbes von Maria-Theresien-Straße 5/1 in
die Maria-Theresien-Straße 25/IV.
111. E g g e r Hermann — Bestellung zum Geschäftsführer beim
Betriebe der Fa. A. Peer & Co. in Innsbruck, PKfL. — Betrieb Innsbruck — Telfs — Obsteig—Nassereith—Fernpaß—Lermoos—Ehrwald, Obermoos (Landesgrenze bei Grießen) und
112. F a r n i k Hellmuth — Verlegung des Standortes des Handels
mit Heizkörpern für flüssige Brennstoffe von der Heiliggeiststraße Nr. 10 in die Neurauthgasse 11.
113. „ F l a m m e B l e u e , Kommanditgesellschaft Malik <K Co." in
Wien XII., Biedermanngasse 29 — Auflassung der in Innsbruck,
Heiliggeiststraße 10, unterhaltenen Fabriksniederlage für
114. G n i g l e r Michael — Wiederaufnahme des feit 25. Juli 1932
ruhenden Gewerbebetriebes, der Wohnungs- und Zimmervermittlung, und Verlegung des derzeitigen Standortes Museumstraße 35 in die Adamgasse 5.
115. H a i d Josef — Verlegung des Standortes des Stukkateurgewerbes von der Zollerstraße 5 in die Andreas-Hofer-Straße
116. H o u d e k Alfred — Verlegung des Standortes des Gewerbebetriebes des Handels ohne Beschränkung auf bestimmte Waren von der Mozartstraße 12 in die Gabelsbergerstraße 25.
117. K n o g l e r Franz — Verlegung des Standortes des Uhrmachergewerbes von der Innstraße 51 in die Innstraße 41.
118. K n o g I e r Franz — Verlegung des Standortes des Gewerbebetriebes des Handels mit Uhren, Gold- und Tilberwaren von
der Innstraße 51 in die Innstraße 41.
119. K ö g l Agnes — Fortführung des von dem verstorbenen Gat«
l.2liclV55t«llV
Isleplion 462
ten Ludwig Kögl rückgelassenen Bäckergewerbes im Standorte
Innsbruck, Marktgraben 9, auf die Dauer des Witmenstandes
auf eigene Rechnung und Beibehaltung des bisherigen Pächters
August Pergie.
Katholischer Verein Kinderfreundanstalt Innsbruck — Bestellung des Herrn Direktors Franz Dietrich zum Geschäftsführer beim Betriebe der Vervielfältigung von literarischen und
artistischen Erzeugnissen — sei es auf mechanischem oder chemischem Wege — und des Handels mit denselben sowie Herstellung der zur Vervielfältigung erforderlichen Druckformen und
-platten und des Handels damit im Standorte Innsbruck, I n n rain 29.
M a r t i n i Marie — Inhaberin des Gewerbescheines zum Betriebe des Handels ohne Beschränkung auf bestimmte Waren
im Standorte Innsbruck, Innrain 36 — Verehelichung und
Aenderung des Namens auf H i r n .
M o l k Therefe — Verlegung des Standortes der Verkaufsstelle für den Gemifchtwarenhandel von der Ing.-Etzel-Straße,
Vahnbogen Nr. 88 (später 112) in den Bahnbogen Nr. 98—99.
M ü h l g r a b n e r Friedrich — Verlegung des Standortes des
Tapezierergewerbes von der Schöpfstraße 39 in die Gaswerkstraße 10.
Sattler-, Taschner-, Riemer- und Pferdegefchirrmachergewerbes
von der Echöpfstraße 39 in die Gaswerkstraße 10.
Lackierer- und Anstreichergewerbes von der Leopoldstraße 45
in die Gaswerkstraße 10.
N i c o l o d e l l i Katharina, geb. Rosam — Verlegung des
Standortes des Friseurgewerbes von der Kapuzinergasse 18 in
die Schretterstraße 13.
P a p p Alexander — Verlegung des Standortes des Kleidermachergewerbes von der Kiebachgasse 7 in das Haus Bürgerstraße 20.
P e s e n d o r f e r Josef — Verlegung des Standortes des
Korbflechtergewerbes von der Müllerstraße 13 in die Tüdbahnstraße 18.
R o s a m Katharina, Inhaberin des Gewerbescheines zum Betriebe des Friseurgewerbes im Standorte Innsbruck, Kapuzinergasse 18, Verehelichung und Aenderung des Namens auf
Nicolodelli.
130. S c h r a m e k Ernst, Baumeister — Verlegung des Standortes
des Baumeistergewerbes von der Kapuzinergasse 20 in die
Mozartstraße 2.
131. W e g e r Johann — Bestellung des Herrn Josef Weger zum
Stellvertreter (Geschäftsführer) beim Betriebe des Gast- und
Echankgewerbes im Standorte Innsbruck, Straße der Tudetendeutschen 3.
132. W e t t e n g l Viktoria — Verpachtung der Konzession zur
gewerbsmäßigen Speisenverabreichung (Auskocherei) im Standorte Innsbruck, Herzog-Friedrich-Straße 22 an Frl. Magdalena
133. W i l d a u e r Franz — Verlegung des Standortes des Fleischhauer- und Selchergewerbes vom Innrain 4 in den Innrain 3.
Errichtung eines Parkplatzes am Very Isel
Die von der Verwaltung des Berg Ifel als Eigentümerin und Verwalterin des Berg-Isel-Grundes getroffene Verfügung, wonach südlich des Berg-Isel-Museums
ein Parkplatz errichtet wird, wird von der Polizeidirektion Innsbruck als Stratzenaufsichtsbehörde gemäß § 62
Landesstratzenvolizeiordnung 1936 genehmigend gur
Der Polizeidirektor: Dr. F r a n z e l i n e. h.
Monatsbericht über öen Kremöenverlehr
Monat Mai 1938 (1937)
1594 2333 3756 5650
3284 3594 6745 11575
18332 3271 32617 4591
415 1006
Litauen. Lettland, Estland. Finnland
555 1187
788 2658
Albanien. Griechenland
Türkei, Rußland und Russisch-Asien.
Palästina. Britisch-Indien
Aegypten. Uebriges Afrika
Zusammen: 26385* 14075 38809* 30719
* A n m e r k u n g : Von der ausgewiesenen Gesamtsumme an
Meldungen, bzw. Uebernachtungen, entfallen auf konzessionierte
Gastgewerbebetriebe (Hotels, Pensionen, bewirtschaftete Schutzhütten usw.) Fremdenmeldungen: von Inländern 4420, von Ausländern
21.004, Uebernachtungen: von Inländern 7824, von Ausländern
26.315; darunter 871 in Jugendherbergen mit 1072 Uebernachtungen.
MMeilungen öes HtaötphWates
Stand der Infektionskrankheiten im Mai 1938
Scharlach: 28 Erkrankungsfälle, kein Todesfall
Diphtherie: 5 Erkrankungsfälle, kein Todesfall
Zahl der Geborenen im Mai 1938
Gesamtzahl: 46, davon 1 Totgeburt
27 männlich, 1 Totgeburt
19 weiblich, 0 Totgeburt
Todesfälle im Mai 1938
Gesamtzahl: . .
69 l M männlich, 37 weiblich)
Geöenkmappe öer staöt Innsbruck
Verlängerung des Einreichungsfchlusfes
Auf ein Ersuchen des Landesausschusses der bildenden
Künstler Tirols wird der Einreichungsschlutz im Wettbewerb für eine künstlerische Gedenkmappe der Stadt
Innsbruck im Hinblicke auf die Ereignisse der verflossenen Monate vom 31. Mai 1938 auf 31. August 1938 verlegt.
Die Ausschreibung dieses Wettbewerbes gelangte in
der Folge 7/1937 des Amtsblattes zur Verlautbarung.
I n n s b r u c k , am 10. Juni 1938.
Der komm. best. Bürgermeister Dr. Egon D e n z .
Aufruf zum technischen Htuöium
Der kommissarische Rektor der Technischen Hochschule
in Wien verlautbart folgenden Aufruf:
Der politischen Verkrüvpelung unserer Heimat nach
dem Weltkrieg folgte unerhörte Notzeit weiter Bevölkerungskreise, insbesondere der Ingenieure und Techniker.
Nach eineinhalb Jahrzehnten begann der furchtbare Druck
in dem Matz zu weichen, als der wirtschaftliche Aufstieg
des Reiches unsere Techniker an sich zog. Jetzt ist das
Gespenst der Arbeitslosigkeit verscheucht. Die Ausführung des Vier-Iahr-Planes mit seinen riesenhaften Vorhaben und die großen Aufgaben, die nach der Vereinigung Österreichs mit dem Reich vor uns liegen, werden
in den öffentlichen Verwaltungen und in der Industrie
viele Tausende Ingenieure mehr benötigen, als derzeit
die Technischen Hochschulen Grotzdeutschlands ausbilden.
Allen technischen Berufen eröffnen sich daher Erwerbund Aufstiegmöglichkeiten von noch nicht dagewesenem
Ausmatz.
Das technische Studium können die Abiturienten aller
Mittelschultypen ergreifen. Gymnasiasten werden i m
ersten Semester ergänzend vorgeschult.
Für unbemittelte Studierende bestehen Begünstigungen aller Art, wie Kollegiengeldbefreiung, Hochschulstipendien, freie Wohnungen und nunmehr auch bedeutende Reichsmittel.
Die Technische Hochschule in Wien umfaßt in fünf
Fakultäten folgende Richtungen: Bauingenieurwesen
(Studiendauer 4)4 Jahre), Architektur (4 Jahre), Maschinenbau (4)4 Jahre), Elektrotechnik (456 Jahre),
Schiff- und Schiffmaschinenbau (4)4 Jahre), technische
Chemie (4 Jahre), Feuerungs- und Gastechnik (4 Jahre),
technische Physik (4 Jahre), Vermessungswesen (3 Jahre),
Versicherungstechnik (2 Jahre). Zeitgemäße Studienerleichterungen sind in Aussicht genommen.
Mit der zweiten Staatsprüfung nach den 3- bis 4)4-
jährigen Studiengängen ist das Recht zur Führung der
Standesbezeichnung Ingenieur (im Altreich Diplomingenieur) verbunden. I n allen Fakultäten kann das
technische Doktorat erworben werden.
Wir Ingenieure sind stolz, daß nunmehr auch bei uns
der technische und naturwissenschaftliche Geist in den
Dienst der gewaltigen Auferstehung des deutschen Volkes
gestellt ist. An Euch, junge Männer, ergeht der Ruf zum
technischen Studium und zum Eintritt in die Armee der
leider nicht! —
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Verleger, Eigentümer und Herausgeber: Ä)le Stadtgemetnde Innsbruck. — Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Willy Rumer, Innsbruck. Wilhelm-Vreil-Etraße 25.
Nruck: graphische K u n f t a n f t a l t T y r o l i a , Innsbruck
Ausgabe Juni 1938

References: § 51
 § 38
 § 38
 Art. 14
 § 38

§ 16
 § 1
 § 16
 § 21
 § 15

§ 22
 § 22
 § 22
 § 2
 § 4
 § 2
 § 11
 § 22
 §13
 § 2
 § 16
 § 62