Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F20-03-2012-8C_917-2011
Timestamp: 2016-10-24 10:34:27+00:00

Document:
Die 1951 geborene G.________ hat eine kaufm�nnische Ausbildung. Seit 1. September 2000 war sie zu 80 % bei der Firma R._______ AG angestellt. Diese Stelle verlor sie Ende 2001 wegen Konkurses der Firma. Danach war sie arbeitslos und bei der SUVA obligatorisch unfallversichert. Am 5. Juli 2003 st�rzte sie beim Vorh�ngeaufh�ngen vom Hocker und erlitt eine proximale Humerusfraktur links. Am 14. Juli 2003 erfolgte im Spital Z.________ eine Osteosynthese an der linken Schulter; wegen eines Infekts im Frakturgebiet erfolgten zwischen dem 3. August und 2. September 2003 acht Schulteroperationen. Am 9. April 2006 wurde der Versicherten auf der Strasse die Handtasche geraubt, wobei sie am Kopf und linken Knie verletzt wurde. Am 24. Januar 2007 erfolgte in der Klinik S.________ eine Arthrolyse und Einsetzung einer inversen Schulterprothese Typ Lima links. Die SUVA erbrachte f�r beide Unf�lle Heilbehandlung und Taggeld. Mit Verf�gung vom 23. M�rz 2010 stellte sie betreffend den Unfall vom 5. Juli 2003 diese Leistungen ab 1. April 2010 ein und verneinte den Rentenanspruch; sie sprach der Versicherten eine Integrit�tsentsch�digung bei einer Integrit�tseinbusse von 30 % zu. Ihre Einsprache wies sie mit Entscheid vom 4. Mai 2010 ab. Mit die Verf�gung vom 26. Januar 2011 best�tigendem Einspracheentscheid vom 23. Mai 2011 legte die SUVA dar, sie werde die vom 8. Juli 2003 bis 31. M�rz 2010 ausgerichteten Taggelder wegen �berentsch�digung um Fr. 95'382.70 k�rzen, was der Differenz zwischen den SUVA-Taggeldern von Fr. 229'398.45 und den Renten der Invalidenversicherung (IV) von Fr. 106'816.-, gesamthaft Fr. 336'214.45, sowie dem mutmasslichen Verdienstausfall von Fr. 240'831.75 im besagten Zeitraum entspreche. Den K�rzungsbetrag werde sie mit IV-Nachzahlungen verrechnen.
Mit Beschwerde beantragt die Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei die SUVA zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere eine Rente auf der Grundlage einer 100%igen, eventuell 62%igen Erwerbsunf�higkeit, eine gesetzeskonforme Integrit�tsentsch�digung sowie Fr. 95'382.70 zuz�glich gesetzliche Verzugszinsen. Ferner verlangt sie die Gew�hrung der unentgeltlichen Prozessf�hrung.
Die SUVA beantragt Abweisung der Beschwerde, w�hrend das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber den f�r die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Gesundheitsschaden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f.), die Invalidit�t (Art. 8 ATSG), den Anspruch auf Heilbehandlung (Art. 10 UVG), Taggeld (Art. 16 UVG) und Invalidenrente (Art. 18 f. UVG), den Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125) und den Beweiswert von Arztberichten (BGE 134 V 231 E. 5.1. S. 232) richtig dargelegt. Gleiches gilt zur Bemessung des Invalidit�tsgrades in Sonderf�llen (Art. 18 Abs. 2 UVG; Art. 28 Abs. 3 UVV) und �berentsch�digung (Art. 69 ATSG). Darauf wird verwiesen.
Unbestritten ist die der Versicherten aus somatischer Sicht f�r die Folgen der beim Unfall vom 5. Juli 2003 verletzten linken Schulter zugesprochene Integrit�tsentsch�digung bei einer Integrit�tseinbusse von 30 %. Hiermit hat es sein Bewenden.
Streitig und zu pr�fen ist als Erstes, ob und bejahendenfalls in welchem Ausmass die Versicherte somatischerseits hinsichtlich der linken Schulter ab 1. April 2010 arbeitsunf�hig ist.
4.1 Der Kreisarzt Dr. med. O.________, Facharzt FMH f�r Orthop�dische Chirurgie, legte im Bericht vom 27. M�rz 2008 dar, die Funktion der linken Schulter sei bei der stark eingeschr�nkten Muskulatur nach wie vor schlecht und kraftlos; auch die Flexion f�r den Ellbogen sei davon betroffen, da der Brachiobizeps seinen proximalen Ankerpunkt verloren habe. Aktiv k�nne die linke Hand im Stehen nur bis H�fth�he kontrolliert in eine Position gebracht werden; so seien Zusatzlasten bis sicher 500 Gramm m�glich; bei einem Einsatz der Hand �ber diesem Niveau m�sse der linke Arm aufgest�tzt werden, auch beim Arbeiten auf einem Tisch. Schl�ge und Vibrationen seien zu vermeiden; die Bedienung einer Tastatur mit der linken Hand sei h�chstens kurzfristig m�glich. Funktionell sei die Versicherte nahe bei einer Einh�nderin; f�r Haltefunktionen mit geringer Kraft bis mittleres Thoraxniveau k�nne die linke Hand eingesetzt werden. Bei einer geeigneten Aufgabe w�re ein Ganztageseinsatz m�glich.
Das Institut A.________ diagnostizierte im f�r die IV erstellten interdisziplin�ren (internistischen/allgemeinmedizinischen, psychiatrischen und rheumatologischen) Gutachten vom 22. April 2009 einen Status nach inverser Schulter-Totalarthroplastik links Typ LIMA vom 24. Januar 2007 (ICD-10 M19.9, OPS 5-824.2a; posttraumatische Omarthrose mit fehlender Rotatorenmanschette, Status nach osteosynthetisch versorgter proximaler Humerusfraktur links mit postoperativem septischem Infekt am 14. Juli 2003). Aus rheumatologischer Sicht m�sse die Versicherte praktisch als einarmig beurteilt werden. Die globale Belastungsf�higkeit des linken Arms sei massiv eingeschr�nkt. In der angestammten T�tigkeit als kaufm�nnische Angestellte bestehe eine Arbeitsf�higkeit von 50 %. Dabei m�sse sie nach eigenem Gutd�nken die Arbeitsposition regelm�ssig wechseln k�nnen. Das l�ngere fixierte Sitzen, insbesondere Arbeiten in Oberk�rper-Vorneigehaltung �ber 20 Minuten, seien zu unterlassen. Sie d�rfe keinen Ersch�tterungen und Vibrationen ausgesetzt sein. Sollte eine diesbez�gliche k�rperliche nur sehr leichte T�tigkeit ohne Einsatz der linken oberen Extremit�t m�glich sein, bestehe 75%ige Arbeitsf�higkeit.
4.2 SUVA und Vorinstanz stellten auf den Austrittsbericht der Klinik B.________ vom 8. September 2009 ab, wo die Versicherte vom 29. Juli bis 1. September 2009 hospitalisiert war. Die Vorinstanz ging gest�tzt hierauf davon aus, sie sei hinsichtlich der Schulterproblematik links als kaufm�nnische Sachbearbeiterin und in jeder anderen leichten Arbeit ohne wiederholte Arbeiten �ber Kopf und Hantieren mit langem Hebelarm ganzt�gig arbeitsf�hig. Mangels unfallbedingter Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit bestehe kein Rentenanspruch.
Die Versicherte r�gt das Abstellen auf den Austrittsbericht der Klinik B.________ vom 8. September 2009, da sie im Voraus nicht dar�ber aufgekl�rt worden sei, dass dort nicht nur eine Behandlung, sondern auch eine "medizinische Abkl�rung" stattfinden werde.
5.1 Die Klinik S.________ legte im Bericht vom 11. Mai 2009 dar, eine station�re multimodale und interdisziplin�re Behandlung im Rahmen eines Rehabilitationsaufenthaltes, z.B. in der Klinik B.________, w�re eine sinnvolle Option. In diesem Zusammenhang k�nnte ebenfalls die neurologische Untersuchung der linken Schulter durchgef�hrt werden. Allenfalls w�re dies nat�rlich auch ambulant bei ihnen m�glich. In diesem Sinne werde die �rztliche Leitung der Klinik B.________ um das direkte Aufgebot der Versicherten gebeten. Gem�ss telefonischer R�cksprache mit der Versicherten habe die SUVA eine Kostengutsprache bewilligt. Die Klinik B.________ erstattete neuropsychologische, neurologische und psychiatrische Stellungnahmen sowie den Austrittsbericht vom 8. September 2009, worin die Arbeitsf�higkeit/Zumutbarkeit und Eingliederungsperspektive beurteilt wurde. Am 29. September 2009 er�ffnete die SUVA der Versicherten, die medizinischen Abkl�rungen in der Klinik B.________ h�tten ergeben, dass sie aus rein unfallkausaler Sicht als Sachbearbeiterin voll arbeitsf�hig sei, weshalb die Taggelder eingestellt w�rden.
5.2 Aufgrund der Akten ging die SUVA vor dem Eintritt der Versicherten in die Klinik B.________ davon aus, ihr dortiger Aufenthalt werde der Rehabilitation dienen (vgl. Schreiben der SUVA an den Kreisarzt vom 5. Mai 2009, an die Klinik S.________ vom 12. Mai 2009 und an die Klinik B.________ vom 15. Mai 2009). Unbestritten ist, dass die SUVA die Versicherte und ihren Rechtsvertreter weder vor dem Klinikeintritt noch w�hrend des Klinikaufenthaltes dar�ber informierte, sie werde auch eine interdisziplin�re Beurteilung der Arbeitsf�higkeit und Eingliederungsperspektive vornehmen. Damit steht fest, dass die SUVA der Versicherten keine Gelegenheit gab, zur Notwendigkeit und Zumutbarkeit der Abkl�rung der Arbeitsf�higkeit in der Klinik B.______ Stellung zu nehmen. In diesem Lichte kann ihr Austrittsbericht vom 8. September 2009 nicht verwertet werden (vgl. BGE 136 V 117 E. 4.2 S. 125 ff.; Urteil 8C_979/2010 vom 9. Mai 2011 E. 5.1) und ist dementsprechend aus den Akten zu entfernen. Nicht gefolgt werden kann der vorinstanzlichen Auffassung, BGE 136 V 117 k�nne vern�nftigerweise nur dort zur Anwendung kommen, wo die im Rahmen einer station�ren Rehabilitation get�tigten Abkl�rungen weit �ber das hinausgingen, was f�r die Evaluation zweckm�ssiger Rehabilitationsmassnahmen erforderlich sei. Aus E. 5 und 7.4 des letztgenannten Urteils kann entgegen der Vorinstanz kein anderer Schluss gezogen werden.
Die orthop�disch-chirurgische Einsch�tzung des Dr. med. O.________ vom 27. M�rz 2008 ist - wie die Vorinstanz erkannte - f�r eine abschliessende Beurteilung der Schulterproblematik links nicht hinreichend. Gleiches gilt f�r das von der Versicherten ins Feld gef�hrte Gutachten des Instituts A.________ vom 22. April 2009, mit dem sich die Vorinstanz somatischerseits nicht auseinandersetzte. Unklar ist bez�glich dieses Gutachtens, inwieweit in die Beurteilung des Grades der Arbeitsunf�higkeit aus somatischer Sicht die darin gestellten - hier aber unbeachtlichen - Diagnosen der posttraumatischen medialen sowie femoropatellaren Gonarthrose rechts (ICD-10 S72.400, M17.9) und des chronischen zervikospondylogenen Schmerzsyndroms linksbetont (ICD-10 M47.2) eingeflossen sind. Zudem wurde die Versicherte im Institut A.________ bez�glich der Schulterproblematik einzig rheumatologisch abgekl�rt; es dr�ngt sich jedoch auch eine orthop�dische und - wie die Klinik S.________ am 11. Mai 2009 festgehalten hat - neurologische Abkl�rung auf. Die SUVA hat somit ein externes Gutachten einzuholen.
Umstritten und zu pr�fen ist weiter die psychische Problematik.
7.1 Diesbez�glich stellte das Institut A.________ am 22. April 2009 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit: leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0); St�rung durch Alkohol, derzeit abstinent in besch�tzter Umgebung (ICD-10 F10.21); St�rung durch Benzodiazepine, st�ndiger Substanzgebrauch (ICD-10 F13.25). Psychiatrischerseits bestehe gegenw�rtig keine Arbeitsf�higkeit, vor allem wegen der Alkohol- und Benzodiazepin-Abh�ngigkeitsst�rung. Nach erfolgter Entzugsbehandlung und unter Abstinenz sei die Arbeitsf�higkeit theoretisch zu 20 % eingeschr�nkt aufgrund einer leichten depressiven Episode. Eine schwere psychische St�rung bestehe nicht. Das Psychiatriezentrum C.________, wo die Versicherte vom 3. September 2009 bis 30. April 2010 in Behandlung war, diagnostizierte im Bericht vom 30. April 2010 eine komplexe posttraumatische Belastungsst�rung mit dissoziativem Erleben (ICD-10 F43.1), ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom vorwiegend unaufmerksamer Typus (ICD-10 F90.0) und Abh�ngigkeit von Alkohol, gegenw�rtig abstinent in sch�tzender Umgebung (ICD-10 F10.21).
7.2 Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, gem�ss der psychiatrischen Beurteilung im Gutachten des Instituts A.________ vom 22. April 2009 habe die Versicherte bereits vor dem Unfall vom 5. Juli 2003 an einer - durch rezidivierende depressive Episoden begleiteten - chronischen Alkohol- und Benzodiazepin-Abh�ngigkeitsst�rung gelitten, die ihre Arbeitsf�higkeit sp�testens seit dem Verlust der letzten Arbeitsstelle Ende 2001 dauerhaft eingeschr�nkt habe. Die Attestierung einer seit 2002 anhaltenden Arbeitsunf�higkeit durch das Institut A.________ ergebe sich offenbar aus den ihr vorgelegenen - aber in den SUVA-Akten fehlenden - Berichten �ber mehrere 2- bis 3-w�chige Hospitalisationen und Arbeitsunf�higkeiten zufolge der Suchtproblematik seit dem Fr�hjahr 2002 (Berichte des Spitals M.________ vom 8. Oktober 2002 [Hospitalisation vom 24. September bis 9. Oktober 2002] und vom 20. Juni 2003 [Hospitalisation vom 7. bis 20. Juni 2003]; Bericht der Psychiatrischen Klinik Z.________ vom 12. Dezember 2007 mit attestierten 100%igen Arbeitsunf�higkeiten in der angestammten T�tigkeit vom 18. Juli bis 19. Oktober 1973, 20. M�rz bis 11. April 2002 und 22. Mai bis 14. Juni 2002 bei Erstdiagnosen eines Alkohol- und Benzodiazepin-Abh�ngigkeitssyndroms im Jahr 1973 und einer mittelgradigen depressiven Episode im Jahr 2002). Dies decke sich mit den Angaben der Arbeitslosenkasse, wonach die Versicherte vom 16. Mai bis 13. Juni 2003 Krankentaggelder bezogen habe und danach bis zum Unfall vom 5. Juli 2003 nicht wieder vermittlungsf�hig geworden sei. Demnach sei die nat�rliche Kausalit�t zwischen dem Unfall vom 5. Juli 2003 und der Suchtproblematik nicht �berwiegend wahrscheinlich erstellt, auch nicht als Teilursache. Soweit die Versicherte anhaltende psychische Beschwerden als Folge des Raub�berfalls vom 9. April 2006 angebe, k�nne dem nicht gefolgt werden, da dieses Ereignis in den Arztberichten nach demjenigen des Dr. med. D.________, Facharzt f�r Allgemeinmedizin, vom 14. Juni 2006 nicht mehr dokumentiert sei. Dr. med. O.________ habe am 27. M�rz 2008 vermerkt, die Folgen dieses Ereignisses seien konservativ ohne Besonderheiten behandelt worden. Im Bericht des Psychiatriezentrums C.________ vom 25. November 2009 sei auf das Ereignis vom 9. April 2006 nicht Bezug genommen werden; vielmehr seien die Hospitalisierungen zur Sanierung des Infekts nach der Humerusfraktur als traumatisierend dargestellt worden. Eine unsorgf�ltige �rztliche Behandlung sei jedoch nicht erstellt, weshalb die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsst�rung nicht nachvollziehbar sei.
7.3 Die strittige nat�rliche und ad�quate Unfallkausalit�t der psychischen Beschwerden ist f�r die Unf�lle vom 5. Juli 2003 (Verletzung der linken Schulter) und 9. April 2006 (Verletzungen am Kopf und linken Knie) gesondert zu beurteilen (vgl. SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 E. 3.2.2 [U 39/04]; Urteil 8C_168/2011 vom 11. Juli 2011 E. 4.4.2).
Zu pr�fen ist zun�chst, ob die psychischen Beschwerden nat�rlich-kausal auf den Unfall vom 5. Juli 2003 zur�ckzuf�hren sind.
8.1 Im Gutachten des Instituts A.________ vom 24. April 2009 wurde im Rahmen der psychiatrischen Beurteilung ausgef�hrt, die Versicherte habe zuletzt im Jahre 2002 als kaufm�nnische Angestellte gearbeitet. Diese Stelle habe sie aus wirtschaftlichen Gr�nden verloren; sie habe seither nicht mehr gearbeitet und sei anhaltend arbeitsunf�hig geblieben. Die psychosozialen Belastungen nach dem Verlust der Arbeitsstelle mit finanziellen Belastungen und die persistierenden Schmerzen nach den Unfallereignissen und Operationen h�tten zu verst�rkten depressiven Episoden sowie Abh�ngigkeit von Alkohol und Benzodiazepinen gef�hrt, wodurch aber wiederum die depressive Symptomatik verst�rkt werde. Das Psychiatriezentrum C.________ legte im Bericht vom 25. November 2009 dar, insbesondere die Situation nach dem Unfall mit Humerusfraktur und den nachfolgenden sieben bis acht Operationen habe die Versicherte als traumatisierend erlebt.
8.2 Im Lichte dieser Ausf�hrungen des Instituts A.________ und des Psychiatriezentrums C.________ kann nicht ohne Weiteres ausgeschlossen werden, dass der Unfall vom 5. Juli 2003 mit der dabei erlittenen Schulterverletzung links und den nachfolgenden zehn Schulteroperationen �berwiegend wahrscheinlich zumindest eine indirekte Teilursache der psychischen Beschwerden bzw. der Suchtproblematik ist, was f�r die Bejahung der Unfallkausalit�t gen�gt (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 f., 118 V 286 E. 2b S. 291; Urteil 8C_82/2011 vom 9. Juni 2011 E. 5.4).
Soweit die Vorinstanz zum Ausschluss der nat�rlichen Unfallkausalit�t auf die bereits vor diesem Unfall bestehende Arbeitsunf�higkeit verweist, ist Folgendes festzuhalten: Im Rahmen der psychiatrischen Beurteilung legte das Institut A.________ am 22. April 2009 dar, seit 2002 habe die Versicherte nicht mehr gearbeitet und sei anhaltend arbeitsunf�hig geblieben; bei der Gesamtbeurteilung wurde festgehalten, die Arbeitsf�higkeit sei seit 5. Juli 2003 eingeschr�nkt; die aktuelle Einsch�tzung - psychiatrischerseits vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit vor allem wegen der Suchtproblematik (vgl. E. 7.1 hievor) - gelte seit Januar 2008. Aus diesen Angaben des Instituts A.________ geht nicht hinreichend hervor, ob die f�r die Zeit vor dem Unfall vom 5. Juli 2003 angegebene Arbeitsunf�higkeit bloss die angestammte T�tigkeit als kaufm�nnische Angestellte oder jegliche Erwerbst�tigkeit betrifft und ob die Arbeitsf�higkeit ganz oder teilweise eingeschr�nkt war. In den Akten fehlen die vom Institut A.________ erw�hnten Berichte des Spitals M.________ vom 8. Oktober 2002 und der Psychiatrischen Klinik Z.________ vom 12. Dezember 2007, die weiteren Aufschluss �ber die Arbeitsf�higkeit vor dem Unfall vom 5. Juli 2003 geben. Im letztgenannten Bericht wurde f�r das Jahr 2002 lediglich eine zweimalige 100%ige Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit in der angestammten T�tigkeit angegeben (vgl. E. 7.2 hievor). Gem�ss dem Bericht des Spitals M.________ vom 20. Juni 2003, wo die Versicherte vom 7. bis 20. Juni 2003 zwecks Alkoholentzugs hospitalisiert war, wurde sie in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen; weiter wurde ausgef�hrt, sie w�nsche eine Behandlung an der Fachstelle X.________. Prof. Dr. med. G.________, �rztlicher Direktor, und Dr. med. W.________, Assistenzarzt, Orthop�die, Klinik Y.________, legten im Gutachten vom 28. November 2005 dar, aktuell bestehe ein beinahe 24-st�ndiger Schmerz an der linken Schulter. Die Nachtruhe sei sehr stark gest�rt. Um diese Schmerzen einigermassen einzud�mmen, nehme die Versicherte hohe Dosen an Opiaten ein. Sie sei durch das schmerzhafte Zustandsbild der linken Schulter in ihrer Lebensqualit�t massivst eingeschr�nkt. Die Klinik S.________ f�hrte am 20. Februar 2007 (drei Wochen nach Einsetzen der Schulterprothese links) aus, es zeigten sich noch deutliche Schmerzen aufgrund der L�sung des vorher fast eingesteiften Glenohumeralgelenks. Aufgrund dieser Aktenlage ist nicht auszuschliessen, dass sich die psychischen Beschwerden bzw. die Suchtproblematik und die damit einhergehende Arbeitsunf�higkeit wegen des Unfalls vom 5. Juli 2003 verschlimmert haben bzw. deren rund zwei Wochen davor gew�nschte weitere Behandlung deswegen behindert wurde (betr. Verschlimmerung eines krankhaften Vorzustandes siehe SVR 2011 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2 [8C_901/2009]).
Zu beachten ist, dass das Institut A.________ sein Gutachten zu Handen der IV erstellte und nicht die Aufgabe hatte, zur Unfallkausalit�t der psychischen Beschwerden Stellung zu nehmen. Insgesamt sind ihre Angaben und diejenigen des Psychiatriezentrums C.________ zu unklar, als dass gest�tzt darauf die Frage, ob die psychischen Beschwerden nat�rlich-kausal auf den Unfall vom 5. Juli 2003 zur�ckzuf�hren sind, abschliessend beurteilt werden k�nnte. Die SUVA hat diese Frage hinreichend kl�ren zu lassen (vgl. auch E. 6 hievor).
8.3 Die Pr�fung der ad�quaten Unfallkausalit�t der psychischen Beschwerden kann nicht einwandfrei vorweggenommen werden, da der Sachverhalt in somatischer Hinsicht nicht hinreichend abgekl�rt wurde (E. 6 hievor; BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472, 134 V 109 S. 116 E. 6.1).
Die Versicherte bringt weiter vor, der Raub�berfall vom 9. April 2006 (Taschenraub) sei f�r die Beurteilung der Kausalit�t ebenfalls von Bedeutung, weil die �rzte den Verdacht einer posttraumatischen Belastungsst�rung nach diesem Unfall erw�hnt h�tten. Bei diesem Unfall erlitt sie ein periorbitales H�matom beidseits mit Sch�rfung und ausgepr�gter Schwellung des linken lateralen Brauenrandes, eine Sch�rfung und Schwellung suprapatell�r links mit Druck- und Bewegungsschmerzen sowie Angstsymptome. Aufgrund der Angaben des Dr. med. O.________ vom 27. M�rz 2008 und der �brigen medizinischen Akten verlief die konservative Behandlung der physischen Folgen dieses Ereignisses problemlos. Es ist davon auszugehen, dass die hieraus resultierenden somatischen Beeintr�chtigungen lediglich von untergeordneter Bedeutung waren und im Vergleich zum erlittenen psychischen Stress in den Hintergrund traten. Der ad�quate Kausalzusammenhang beurteilt sich somit nach der allgemeinen Ad�quanzformel (gew�hnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung; BGE 129 V 177; Urteil U 2/05 vom 4. August 2005 E. 3.1). An die Ad�quanz zwischen psychischen Beschwerden und Schreckereignissen werden hohe Anforderungen gestellt. Praxisgem�ss besteht die �bliche und einigermassen typische Reaktion auf solche Ereignisse erfahrungsgem�ss darin, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen oder Monate �berwunden wird (BGE 129 V 177; Urteil U 549/06 vom 8. Juni 2007 E. 4.2). Der von der Versicherten geschilderte Raub ist nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, langj�hrige Angst- und depressive Zust�nde auszul�sen. Eine diesbez�gliche Leistungspflicht der SUVA ist somit zu verneinen, ohne dass zu pr�fen ist, ob eine nat�rliche Unfallkausalit�t besteht.
10.1 Zu beurteilen ist weiter die umstrittene Frage der �berentsch�digung. Eine solche liegt in dem Masse vor, als die gesetzlichen Sozialversicherungsleistungen den wegen des Versicherungsfalls mutmasslich entgangenen Verdienst zuz�glich der durch den Versicherungsfall verursachten Mehrkosten und allf�lliger Einkommenseinbussen von Angeh�rigen �bersteigen (Art. 69 Abs. 2 ATSG). Die �berentsch�digung ist beim Zusammentreffen von Taggeldern der Unfallversicherung mit Rentenleistungen der IV nicht durch Gegen�berstellung stets gleicher Zeitabschnitte zu bestimmen. Vielmehr hat eine globale Abrechnung �ber die gesamte Bezugsperiode, beginnend ab der Entstehung des Anspruchs auf Taggelder der Unfallversicherung, zu erfolgen (BGE 132 V 27 E. 3.1 S. 29; Urteil 8C_415/2011 vom 19. Oktober 2011 E. 4.1). Mutmasslich entgangen ist derjenige Verdienst, den die versicherte Person ohne das sch�digende Ereignis wahrscheinlich erzielt h�tte. Dieser Verdienst entspricht rechtlich nicht oder h�chstens zuf�llig dem versicherten Verdienst oder dem bei Eintritt der Invalidit�t tats�chlich erzielten Einkommen. Massgebend f�r die Bestimmung des hypothetischen Einkommens ist der Zeitpunkt, in welchem sich die K�rzungsfrage stellt (BGE 126 V 468 E. 4a S. 471; SVR 2009 UV Nr. 17 S. 65 E. 5.2 [8C_330/2008]; Urteil 8C_819/2010 vom 7. April 2011 E. 5.2.1). Bei der Festsetzung des mutmasslich entgangenen Verdienstes ist nicht der ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) massgebend, sondern es ist den spezifischen Gegebenheiten und tats�chlichen Chancen der Versicherten auf dem jeweiligen Arbeitsmarkt Rechnung zu tragen (Urteile B 119/06 vom 7. November 2007 E. 3.3 und B 17/03 vom 2. September 2004 E. 4.4 [SZS 2005 S. 321 und 557]).
10.2 Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, aufgrund der vor dem Unfall vom 5. Juli 2003 wiederholt �rztlich bescheinigten Arbeitsunf�higkeiten wegen der schweren Suchtproblematik (mit einer Gesamtdauer von rund 10 Wochen seit Fr�hjahr 2002) k�nne nicht �berwiegend wahrscheinlich angenommen werden, die Versicherte h�tte ohne diesen Unfall nochmals eine Dauerstelle mit einem weit �ber der Arbeitslosenentsch�digung liegenden Lohn antreten k�nnen. Korrekt sei somit die hypothetische Annahme der SUVA, vom 8. Juli 2003 bis 31. M�rz 2010 betrage der mutmasslich entgangene Verdienst Fr. 240'831.75, was der vor dem Unfall vom 5. Juli 2003 bezogenen Arbeitslosenentsch�digung (hochgerechnet auf ein Jahr und teuerungsbedingt bzw. lohnindexangepasst) entspreche.
Die Annahme von SUVA und Vorinstanz, ohne diesen Unfall h�tte die Versicherte wegen des vorbestehenden Gesundheitsschadens lediglich noch eine reduzierte Erwerbst�tigkeit mit einem Einkommen in H�he der zuletzt bezogenen Arbeitslosenentsch�digung aus�ben k�nnen, st�tzt sich nicht auf hinreichende Abkl�rungen zur diesbez�glichen Arbeitsf�higkeit. Dieser Punkt ist erg�nzend kl�ren zu lassen (vgl. E. 8.2 hievor). SUVA und Vorinstanz haben nicht nachvollziehbar begr�ndet, weshalb der mutmasslich entgangene Verdienst gerade der Arbeitslosenentsch�digung entsprechen soll. Es ist zu kl�ren, welche Arbeiten in welchem Umfang die Versicherte ohne diesen Unfall aus �rztlicher Sicht h�tte aus�ben k�nnen, und gest�tzt hierauf ist der mutmasslich entgangene Verdienst zu bestimmen.
Die R�ckweisung der Sache an die SUVA zu neuer Abkl�rung gilt als volles Obsiegen der Versicherten (Art. 66 Abs. 1, Art. 68 Abs. 2 BGG; BGE 137 V 210 E. 7.1 S. 271). Ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist damit gegenstandslos.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 3. November 2011 sowie die Einsprachentscheide der SUVA vom 4. Mai 2010 und 23. Mai 2011 aufgehoben werden und die Sache an diese zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Leistungsanspruch und die �berentsch�digung neu verf�ge.
Die SUVA hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'800.- zu entsch�digen.

References: Art. 28
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 68
 BGE