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Timestamp: 2020-01-23 19:16:11+00:00

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Rechtsprechung: NVwZ 1991, 491 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OVG Berlin, 07.09.1990
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VGH Baden-Württemberg, 30.08.1990 - 8 S 1740/90 (https://dejure.org/1990,879)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 30.08.1990 - 8 S 1740/90 (https://dejure.org/1990,879)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 30. August 1990 - 8 S 1740/90 (https://dejure.org/1990,879)
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Zur Rechtmäßigkeit der Anordnung von Bodenuntersuchungen gegenüber dem Anscheinsstörer - Gefahr der Verunreinigung - keine Anhörung vor Sofortvollzugsanordnung - Gefahrerforschungseingriff
§ 28 VwVfG BW, § 82 Abs 1 S 2 WasG BW
VG Freiburg, 16.07.1990 - 5 K 1059/90
NVwZ 1991, 491
DÖV 1991, 167
Solche Gefahrerforschungsmaßnahmen der Wasserbehörde sind nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Gerichtshofs (z.B. Senatsbeschl. v. 30.8.1990 -- 8 S 1740/90 -- NVwZ 1991, 491 = DÖV 1991, 167 = ZfW 1991, 177 mit weit.
Diese Sicht, die der herrschenden Ansicht in Rechtsprechung und Literatur entsprechen dürfte (vgl. etwa OVG Münster, Beschluss vom 1. Juli 1994 - 11 B 620/94 -, BauR 1995, 69; VGH Mannheim, Beschluss vom 30. August 1990 - 8 S 1740/90 -, NVwZ 1991, 491 f.;… Schoch, in: Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, Komm., Std. Januar 2003, § 80, Rdn. 181 mit umfass. weiteren Nachw. in N. 715), teilt der Senat.
§ 49 Abs. 1 LBO berechtigt die Behörde, die erforderlichen Maßnahmen zur Sanierung der asbesthaltigen Baustoffe anzuordnen, wozu auch Vorbereitungs- oder Untersuchungsmaßnahmen gehören (ständ. Rechtspr. des erk. Gerichtshofs, vgl. Urt. v. 13.2.1985 -- 5 S 1380/83 -- DÖV 1985, 687 u. Beschl. v. 30.8.1990 -- 8 S 1740/90 -- DÖV 1991, 167).
Ein Drittbetroffener muß, nachdem er mit aufschiebender Wirkung gegen einen Planfeststellungsbeschluß Klage erhoben hat, zu der nachfolgenden behördlichen Anordnung der sofortigen Vollziehung dieses Beschlusses weder gemäß § 28 Abs. 1 LVwVfG (VwVfG BW) noch aus sonstigen, insbesondere rechtsstaatlichen Gründen angehört werden (im Anschluß an die Beschlüsse des erkennenden Gerichtshofes vom 11.6.1990 - 10 S 797/90 -, NVwZ-RR 1990, 561, und vom 30.8.1990 - 8 S 1740/90 -, NVwZ-RR 1991, 491; aA Niedersächsisches OVG, Beschl v 10.6.1992, NVwZ-RR 1993, 586).
Eine Anhörung des Betroffenen vor Anordnung des Sofortvollzugs ist daher auch aus rechtsstaatlichen Gründen nicht geboten (so die Beschlüsse d. Senats v. 11.6.1990 - 10 S 797/90 -, NVwZ-RR 1990, 561; des 8. Senats des VGH Bad.-Württ. v. 30.8.1990 - 8 S 1740/90 -, NVwZ 1991, 491; des 3. Senats des VGH Bad.-Württ. v. 24.2.1992 - 3 S 3026/91 - des BayVGH v. 17.9.1987, BayVBl. 1988, 369 sowie neuerdings des OVG Schleswig-Holstein v. 2.9.1992, NVwZ-RR 1993, 587; zum rechtsstaatlichen Anhörungsgebot im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens vgl. Schmidt-Aßmann in: Maunz/Dürig/Herzog, Kommentar zum GG, Art. 103 RdNrn.
Den entgegengesetzten Standpunkt vertritt der VGH Baden-Württemberg (Urt. v. 10.3.1994, VBlBW 1995 S. 64, 66, Urt. v. 8.9.1989, DÖV 1990 S. 394, 395, Urt. v. 11.10.1985, NVwZ 1986 S. 325, Beschl. v. 30.8.1990, NVwZ 1991 S. 491;… offengelassen vom OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 26.3.1996, DVBl. 1996 S. 1444, 1445).
Dabei kann dahin gestellt bleiben, ob eine Sofortvollzugsanordnung überhaupt die generellen Merkmale eines Verwaltungsakts erfüllt (ablehnend etwa VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 30.08.1990 - 8 S 1740/90 -, DÖV 1991, 167), da § 28 VwVfG auf jeden Fall nicht unmittelbar anzuwenden ist.
Die verwaltungsverfahrensrechtliche Anhörungspflicht gilt aber auch nicht entsprechend für die Vollziehungsanordnung (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschlüsse vom 30.08.1990, a.a.O., und vom 09.08.1994 - 10 S 1767/94 -, NVwZ-RR 1995, 175; OVG Lüneburg, Beschluss vom 28.04.1989 - 1 B 114/88 -, DVBl. 1989, 888;… Schmaltz, a.a.O.; a.A. BayVGH, Beschluss vom 17.09.1987 - 26 CS 87.01144 -, BRS 47 S. 381; OVG Lüneburg, Beschluss vom 10.06.1992 - 7 M 3839/91 -, NVwZ-RR 1993, 585).
Es bestand daher die Möglichkeit, die Beklagte zu den von der Klägerin für erforderlich gehaltenen Untersuchungen heranzuziehen, da die §§ 1, 3 PolG nach der ständigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg auch dazu berechtigen, dem potentiellen Störer Gefahrerforschungsmaßnahmen aufzuerlegen, d. h. Maßnahmen, die dazu dienen, das Vorliegen einer Gefahr, ihr Ausmaß oder ihre Ursache festzustellen, und sich daher im Vorfeld der eigentlichen Gefahrbekämpfung bewegen (…z. B. Urt. v. 8.2.1993 - 8 S 515/92 - VBlBW 1993, 298; Beschl. v. 30.8.1990 - 8 S 1740/90 - NVwZ 1991, 491;… Urt. v. 10.5.1990 - 5 S 1842/89 - NVwZ-RR 1991, 24).
Einer Vollstreckung nach Maßgabe des LVwVG sind diese Maßnahmen schließlich ebenfalls nicht zugänglich (vgl. für die Anordnung nach § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 VwGO: VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 11.6.1990 - 10 S 797/90 - NVwZ-RR 1990, 561;… Schoch, a.a.O., Rdnr. 140; im Ergebnis ebenso, wenngleich einen VA-Charakter annehmend: VGH Bad.-Württ., 30.8.1990 - 8 S 1740/90 - NVwZ 1991, 491).
Eine Anhörung des Betroffenen vor Anordnung des Sofortvollzugs ist daher auch aus rechtsstaatlichen Gründen nicht geboten (so die Beschlüsse d. Senats v. 11.6.1990, NVwZ-RR 1990, 561 und v. 7.1.1994 - 10 S 1942/93 - des VGH Bad.-Württ. v. 30.8.1990, NVwZ 1991, 491 und v. 24.2.1992 - 3 S 3026/91 - des Bayerischen VGH v. 17.9.1987, BayVBl. 1988, 369 sowie des OVG Schleswig-Holstein v. 2.9.1992, NVwZ-RR 1993, 587; a. A. OVG Niedersachsen, Beschl. v. 10.6.1992, NVwZ-RR 1993, 586; zum rechtsstaatlichen Anhörungsgebot im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens vgl. Schmidt-Aßmann in: Maunz/Dürig/Herzog, Kommentar zum GG, Art. 103 RdNrn.
VGH Baden-Württemberg, 24.02.1992 - 3 S 3026/91
Nachbarschutz bei Erteilung einer Baugenehmigung; keine Anhörungspflicht bei …
VG Karlsruhe, 27.05.1994 - 13 K 2711/93
Einzelfall, bei dem - ohne dass bereits Analysenergebnisse von …
OVG Saarland, 03.05.2006 - 3 Q 3/05
Aufwandsentschädigung als einsetzbares Vermögen i.S.d. § 7 Abs. 1 AsylbLG
OVG Berlin, 07.09.1990 - 2 S 14.90
https://dejure.org/1990,6386
OVG Berlin, 07.09.1990 - 2 S 14.90 (https://dejure.org/1990,6386)
OVG Berlin, Entscheidung vom 07.09.1990 - 2 S 14.90 (https://dejure.org/1990,6386)
OVG Berlin, Entscheidung vom 07. September 1990 - 2 S 14.90 (https://dejure.org/1990,6386)
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Grundstück; Planwidrige Nutzung; Einschreiten der Bauaufsichtsbehörde; Ausnahme; Sachliche Gründe; Untätigbleiben; Verwaltungsakt mit Doppelwirkung; Sofortige Vollziehung
VG Berlin, 08.06.1990 - 13 A 157.90
NVwZ 1991, 491 (Ls.)
Es kann offenbleiben, inwieweit dieser Rechtsauffassung zu folgen ist (…vgl. dazu etwa Ortloff in: Finkelnburg/Ortloff, Öffentliches Baurecht , Band II, S. 201 f.; Gern, Die Ermessensreduzierung auf Null, DVBl. 1987, 1194 ; OVG Berlin, Beschluß vom 7. September 1990 - 2 S 14/90 - LKV 1991, 108 mit weiteren Nachweisen); ferner kann offenbleiben, inwieweit die Auffassung des Berufungsgerichts zum materiellen Recht - ungeachtet der für das Einschreiten gegen baurechtswidrige Zustände hier in § 89 Abs. 1 der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO), also einer Vorschrift des irrevisiblen Landesrechts, verankerten Ermessensvorschrift für die Beklagte - der revisionsgerichtlichen Kontrolle zugänglich ist, weil der Kläger sich auf eine dem Charakter des für sein Grundstück festgesetzten allgemeinen Wohngebietes widersprechende, also zumindest auch bauplanungsrechtswidrige und damit gegen Bundesrecht verstoßende Nutzung durch die Beigeladenen beruft.
Das Gericht trifft in diesem Fall eine eigene Ermessensentscheidung (ebenda; OVG Berlin, B. v. 07.09.1990, Az.: 2 S 14.90, BRS 50, Nr. 206).

References: § 28
 § 82
 § 80

§ 49
 § 28
 Art. 103
 § 28
 § 80
 Art. 103
 § 7
 § 89