Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F07-11-2001-I_277-2000
Timestamp: 2016-10-23 09:50:14+00:00

Document:
I 277/00 (07.11.2001)
I 277/00 Gr
M.________, 1953, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch F�rsprecher Ulrich Seiler, Falkenh�heweg 20, 3012 Bern,
A.- Die 1953 geborene M.________ war bis zum Ableben der von ihr betreuten Person im M�rz 1996 vollzeitig als Hauspflegerin t�tig. Ab Sommer 1996 bezog sie Taggelder der Arbeitslosenversicherung und erzielte bis Ende 1997 verschiedene Zwischenverdienste. Am 11. M�rz 1998 meldete sie sich wegen seit ca. M�rz 1996 akuter psychischer und k�rperlicher Beschwerden zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Gest�tzt auf ein Gutachten der Medizinischen Abkl�rungsstelle (MEDAS) X.________ vom 4. Juni 1999, welches eine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit durch somatische Befunde feststellte, verneinte die IV-Stelle Bern mit Verf�gung vom 24. September 1999 unter Annahme eines Invalidit�tsgrades von 33 % einen Rentenanspruch.
B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 27. M�rz 2000 ab.
C.- M.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren mit dem Hauptantrag, es sei ihr unter Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheids und der Verwaltungsverf�gung r�ckwirkend auf einen festzustellenden Zeitpunkt eine ganze Rente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zur�ckzuweisen, damit diese nach Vornahme erg�nzender Abkl�rungen neu verf�ge. Ferner ersucht sie um unentgeltliche Verbeist�ndung.
D.- Der Rechtsvertreter der Versicherten reichte mit Eingaben vom 5. M�rz und vom 11. September 2001 je einen Bericht des Dr. med. G.________, Psychiatrische Klinik Y.________, vom 2. M�rz bzw. 10. September 2001 ein. Die IV-Stelle verzichtet auf eine Stellungnahme.
1.- Im angefochtenen Entscheid werden die gesetzlichen Bestimmungen �ber den Invalidit�tsbegriff (Art. 4 Abs. 1 IVG), den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG) sowie die Ermittlung des Invalidit�tsgrades nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 28 Abs. 2 IVG; vgl. BGE 104 V 136 Erw. 2a und b) richtig wiedergegeben und die Rechtsprechung zur Bedeutung �rztlicher Ausk�nfte im Rahmen der Invalidit�tssch�tzung (BGE 115 V 134 Erw. 2, 114 V 314 Erw. 3c, 105 V 158 Erw. 1; vgl. auch BGE 125 V 261 Erw. 4), zur W�rdigung �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c) sowie zur Rolle invalidit�tsfremder Faktoren im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 122 V 423 Erw. 4a, 107 V 21 Erw. 2c; AHI 1999 S. 238 Erw. 1) zutreffend dargelegt.
2.- a) Aus somatischer Sicht sind der Versicherten gem�ss MEDAS-Gutachten vom 4. Juni 1999 (mit rheumatologischem Konsilium des Dr. med. U.________ vom 17. Mai 1999) k�rperlich leichte, wechselbelastende Arbeiten ohne repetitive oder kraftaufw�ndige manuelle T�tigkeit zu 100 % zumutbar. Das MEDAS-Gutachten gen�gt diesbez�glich den Anforderungen an eine Expertise (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a). Die Beschwerdef�hrerin bringt nichts Konkretes vor, was zu n�heren Abkl�rungen �ber die Arbeitsf�higkeit in somatischer Hinsicht Anlass geben (vgl. BGE 117 V 282 Erw. 4a; AHI 1994 S. 212 Erw. 4a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 2c) m�sste: Die Behauptung des beschwerdef�hrerischen Rechtsvertreters, der Hausarzt der Versicherten, Dr. med.
Z.________, habe gegen�ber Dr. med. G.________ schriftlich die Auffassung vertreten, im MEDAS-Gutachten seien die somatischen Berichte nicht korrekt ber�cksichtigt worden, findet im in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde angerufenen haus�rztlichen �berweisungsschreiben an die Psychiatrische Klinik Y.________ vom 12. April 2000 keine St�tze; das in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erw�hnte Schlafapnoesyndrom wurde erst im M�rz 2000 (Bericht des Dr. med.
Z.________ vom 12. April 2000) und somit nach dem hier massgebenden (BGE 121 V 366 Erw. 1b) Verf�gungszeitpunkt (24. September 1999) festgestellt. Auch ist bez�glich des k�rperlichen Gesundheitszustandes kein anderer in den Akten liegender oder im MEDAS-Gutachten zusammengefasster Arztbericht mit dem MEDAS-Gutachten unvereinbar. Es sind somit keine Indizien (vgl. BGE 125 V 353 f.) ersichtlich, die in Bezug auf die somatischen Beschwerden gegen die Zuverl�ssigkeit dieser Expertise sprechen w�rden. Weitere Arztberichte brauchen diesbez�glich nicht ediert zu werden. Wenn nach der Rechtsprechung f�r den Beweiswert eines Gutachtens wesentlich ist, dass dieses in Kenntnis der Vorakten erstattet wurde (BGE 125 V 352 Erw. 3a), bedeutet dies nicht, dass auch s�mtliche nicht von der Verwaltung selbst eingeholten, sondern von den begutachtenden Personen beigezogenen �rztlichen Stellungnahmen in den Verwaltungsakten liegen m�ssten. Eine Edition weiterer Arztberichte (durch das Gericht oder die Verwaltung) h�tte nur dann stattzufinden, wenn die vorhandenen Unterlagen in dem Sinne unvollst�ndig w�ren, dass eine Beurteilung des geltend gemachten Anspruchs ohne Beizug weiterer Berichte nicht m�glich w�re, oder wenn gegen die Zuverl�ssigkeit der Expertise sprechende Indizien vorhanden w�ren, was vorliegend in somatischer Hinsicht beides nicht zutrifft. Unter diesen Umst�nden haben Verwaltung und Vorinstanz diesbez�glich zu Recht auf die Beurteilung durch die MEDAS abgestellt.
b) Zu pr�fen ist hingegen, ob eine Arbeitsunf�higkeit aus psychischen Gr�nden vorliegt, was die Beschwerdef�hrerin bejaht, Verwaltung und Vorinstanz aber verneinen, Letztere nebst dem Hinweis auf das ein psychisches Leiden mit Krankheitswert zur Zeit verneinende MEDAS-Gutachten vom 4. Juni 1999 (mit psychiatrischem Konsilium des Dr. med.
A.________ vom 27. Mai 1999) mit der Bemerkung, eine reaktive Depression, wie sie unter anderem Dr. med. G.________ in einem Bericht vom 18. Oktober 1999 festgestellt habe, verm�ge - weil behandel- und therapierbar - keine bleibende oder l�ngere Zeit dauernde Erwerbsunf�higkeit zu bewirken.
3.- a) Wie das kantonale Gericht zutreffend dargelegt hat, geh�ren zu den geistigen Gesundheitssch�den, welche in gleicher Weise wie die k�rperlichen eine Invalidit�t im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken verm�gen, neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelische Abwegigkeiten mit Krankheitswert. Nicht als Auswirkungen einer krankhaften seelischen Verfassung und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beeintr�chtigungen der Erwerbsf�higkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden verm�chte, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss.
Es ist somit festzustellen, ob und in welchem Masse eine versicherte Person infolge ihres geistigen Gesundheitsschadens auf dem ihr nach ihren F�higkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt erwerbst�tig sein kann. Dabei kommt es darauf an, welche T�tigkeit ihr zugemutet werden darf. Zur Annahme einer durch einen geistigen Gesundheitsschaden verursachten Erwerbsunf�higkeit gen�gt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbst�tig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsf�higkeit sei ihr sozialpraktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar f�r die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Erw. 2b mit Hinweisen).
b) Die rechtlichen Erw�gungen des angefochtenen Entscheids k�nnen indessen insofern nicht best�tigt werden, als sie die Bejahung der Frage, ob ein psychisches Leiden eine Invalidit�t im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu begr�nden vermag, davon abh�ngig machen, dass die St�rung nicht therapierbar ist. Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht hat in einem zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenen Urteil B. vom 5. Oktober 2001, I 724/99, Erw. 4c mit Hinweisen, seine Rechtsprechung im folgenden Sinne klargestellt: Die Behandelbarkeit einer psychischen St�rung sagt, f�r sich allein betrachtet, nichts �ber deren invalidisierenden Charakter aus. F�r die Entstehung des Anspruchs auf eine Invalidenrente im Besonderen ist immer und einzig vorausgesetzt, dass w�hrend eines Jahres (ohne wesentlichen Unterbruch) eine durchschnittlich mindestens 40%ige Arbeitsunf�higkeit nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG bestanden hat und eine anspruchsbegr�ndende Erwerbsunf�higkeit gem�ss Art. 28 Abs. 1 bis Abs. 1ter IVG sowie Art. 28 Abs. 2 IVG oder Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 3 IVG und Art. 27 f. IVV weiterhin besteht. Dies bedeutet keineswegs, dass eine fach�rztlich festgestellte psychische Krankheit ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidit�t ist. In jedem Einzelfall muss eine Beeintr�chtigung der Erwerbsf�higkeit unabh�ngig von der Diagnose und grunds�tzlich unbesehen der �tiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist (in �bereinstimmung mit dem in Erw. 3a hievor Gesagten) die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu erfolgende Beurteilung, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsf�higkeit auf dem ihr nach ihren F�higkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und f�r die Gesellschaft tragbar ist.
c) Im gleichen Urteil B. vom 5. Oktober 2001, I 724/99, Erw. 5a mit Hinweisen, hat sich das Eidgen�ssische Versicherungsgericht mit der Bedeutung psychosozialer und soziokultureller Faktoren auseinandergesetzt und dazu (dort haupts�chlich in Bezug auf soziokulturelle Aspekte) Folgendes festgestellt: Zwar lassen sich invalidit�tsfremde Faktoren im Rahmen der Invalidit�tsbemessung unter dem Gesichtspunkt zumutbarer Willensanstrengung zu ihrer �berwindung regelm�ssig nicht klar vom medizinischen Leiden selbst trennen. Nach Art. 4 Abs. 1 IVG sind indessen zu Erwerbsunf�higkeit f�hrende Gesundheitssch�den versichert, worunter psychosoziale und soziokulturelle Umst�nde nicht zu verstehen sind. Zur Annahme einer Invalidit�t braucht es in jedem Fall ein medizinisches Substrat, das (fach)�rztlicherseits schl�ssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit wesentlich beeintr�chtigt.
Je st�rker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgepr�gter muss eine fach�rztlich festgestellte psychische St�rung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeintr�chtigungen, welche von den belastenden psychosozialen und/oder soziokulturellen Faktoren herr�hren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszust�nden klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand.
Solche von der psychosozialen bzw. soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstst�ndigte psychische St�rungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit sind unabdingbar, damit �berhaupt von Invalidit�t gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umst�nden ihre hinreichende Erkl�rung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Ist anderseits eine psychische St�rung von Krankheitswert schl�ssig erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensm�ssig erwartet werden kann zu arbeiten (eventuell in einem gesch�tzten Rahmen) und einem Erwerb nachzugehen.
4.- In einem Bericht der Medizinischen Abteilung des Spitals C.________, wo die Versicherte vom 20. Januar bis zum 20. Februar 1998 hospitalisiert gewesen war, vom 18. M�rz 1998 wurden unter anderem ein chronisch generalisiertes Schmerzsyndrom und eine reaktive Depression bei schwieriger psychosozialer Situation diagnostiziert. Aktuell stehe die Depression bei der schwierigen psychosozialen Situation der Patientin im Vordergrund. Das durch die eingeschr�nkte Leistungsf�higkeit, die verschiedenen narzisstischen Kr�nkungen und die massive psychosoziale Problematik mit Kinderlosigkeit, Eheproblematik und Arbeitsplatzverlust bedrohte Selbstwertgef�hl werde durch die chronischen Schmerzen zu kompensieren versucht. Die depressive Symptomatik habe sich im Laufe der Hospitalisation gebessert.
Die Patientin sei f�r die ersten sechs Monate nach Austritt voll arbeitsunf�hig; danach sollte ein Wiedereingliederungsversuch stattfinden.
In einem Bericht der Neurologischen Rehabilitations- und Multiple Sklerose-Abteilung der Klinik B..________, in der sich die Beschwerdef�hrerin nach einem zerebrovaskul�ren Insult mit rasch regredientem handbetontem Hemisyndrom rechts vom 15. bis 29. September 1998 aufgehalten hatte, vom 2. Oktober 1998 wurde unter anderem die Diagnose einer chronischen Depression bei psychosozialer Belastungssituation gestellt. Die chronische Depression bestehe seit f�nf Jahren, wobei der depressive Zustand seit ungef�hr vier Jahren mit Antidepressiva behandelt werde.
Dr. med. A.________, Spezialarzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem zuhanden der MEDAS erstatteten psychiatrischen Konsilium vom 27. Mai 1999 unter Erw�hnung fr�herer Diagnosen einer Depression und der auch im Zeitpunkt der Begutachtung erfolgenden Medikation mit Efexor und Temesta einen Ersch�pfungszustand bei psychosozialer Problematik (Getrenntsein von einem Familienmitglied). Zum Psychostatus f�hrte er aus, die Explorandin wirke im Gespr�ch freundlich und im Grunde genommen durchaus humorvoll und vital. Sie werde aber im Gespr�ch mehrmals von der sozialen Realit�t eingeholt und beginne zu weinen. Im �brigen sei sie affektiv ad�quat, wirke vor allem durch die sozialen und finanziellen Probleme belastet und ungl�cklich. Unter dem Titel der Beurteilung erkl�rte er, die Versicherte sei eine grunds�tzlich engagierte und arbeitswillige Frau mit somatischen Problemen und psychosozialen Belastungsfaktoren. Sie wirke nicht aggravierend. Psychosozial im Vordergrund stehe die Tatsache, dass sie den vierj�hrigen Sohn nicht bei sich habe und zur Zeit keine klare Aussicht darauf bestehe, ihn k�nftig in die Schweiz zu nehmen. Es erscheine ihm gen�gend wahrscheinlich, dass die Explorandin bei Wegfallen der psychosozialen Belastungsfaktoren (Zusammenschluss mit dem Sohn, L�sung verschiedener finanzieller Probleme), unter Missachtung der k�rperlichen Probleme, zu einer vollen Arbeitsf�higkeit zur�ckfinden w�rde. Sie habe eine sehr gewinnende, lockere Art im Umgang mit Menschen, was f�r die Weiterbesch�ftigung im Service spreche. Dr. med. A.________ schloss mit der Bemerkung, dass unter Ausserachtlassung der k�rperlichen, psychosozialen und finanziellen Probleme invalidenversicherungsrechtlich keine wesentlichen Gr�nde f�r eine Arbeitsunf�higkeit best�nden. Doch sei der Zustand der Explorandin durch die gegebenen sozialen Belastungsfaktoren durchaus erkl�rt. Die Arbeitsf�higkeit h�nge somit vom somatischen Status ab. Dementsprechend wurde im MEDAS-Gutachten vom 4. Juni 1999, welches seit Jahren bestehende rezidivierende depressive Verstimmungen erw�hnt, festgehalten, im Gegensatz zu fr�heren Untersuchern k�nne der von der MEDAS beigezogene psychiatrische Konsiliarius zur Zeit kein psychisches Leiden mit Krankheitswert feststellen.
Dr. med. G.________, Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik Y.________, wo sich die Versicherte seit Mitte September 1999 in station�rer psychiatrischer Behandlung befand, diagnostizierte in einem Bericht vom 18. Oktober 1999 unter anderem reaktive chronifizierte und therapieresistente depressive St�rungen mit somatischem Syndrom als Resultat des starken chronischen k�rperlichen und psychischen Stresserlebens bei Kinderlosigkeit, Eheproblematik, Arbeitsplatzverlust, Emigrationsproblematik sowie diversen chronischen k�rperlichen Krankheiten und ein chronisches Schmerzsyndrom. Die Symptomatik spreche eindeutig f�r eine chronifizierte therapieresistente depressive St�rung, die bei der Patientin offensichtlich seit einigen Jahren bestehe, wobei schon mehrere �rzte in verschiedenen Institutionen die Diagnose einer chronischen Depression gestellt h�tten und einzig Dr. med. A.________ nur einen Ersch�pfungszustand festgestellt habe. Die depressive St�rung habe eindeutig Krankheitswert, m�sse als reaktiv chronifiziert betrachtet werden und f�hre mindestens seit Sommer 1998 zu einer 100%igen Arbeitsunf�higkeit. Die Depression werde wahrscheinlich so lange weiter bestehen, wie die daf�r verantwortlichen Faktoren (multiple somatische Beschwerden und Schmerzen, Kinderlosigkeit, Eheproblematik, Arbeitslosigkeit, finanzielle Schwierigkeiten, Integrationsschwierigkeiten usw.) anhielten. Alle bisherigen Behandlungen seien ziemlich erfolglos geblieben. Die Patientin k�nnte unter den aktuellen Umst�nden nur in einem gesch�tzten Rahmen besch�ftigt werden.
Auch Dr. med. Z.________, der ebenfalls unter anderem reaktive, chronifizierte und therapieresistente depressive St�rungen mit somatischem Syndrom als Resultat des starken chronischen k�rperlichen und psychischen Stresserlebens bei schwieriger psychosozialer Situation diagnostizierte, erachtete in seinem �berweisungsschreiben an die Psychiatrische Klinik Y.________ vom 12. April 2000 die Auffassung des psychiatrischen MEDAS-Gutachters, wonach die Arbeitsf�higkeit lediglich vom somatischen Status abh�nge, als unzutreffend.
5.- Aus den angef�hrten Arztberichten geht hervor, dass einzig das MEDAS-Gutachten vom 4. Juni 1999 in Verbindung mit dem psychiatrischen Konsilium des Dr. med.
A.________ vom 27. Mai 1999 das Vorliegen einer psychischen St�rung mit Krankheitswert verneint und den Zustand der Versicherten mit den sozialen Belastungsfaktoren erkl�rt, wohingegen die �brigen �rztlichen Stellungnahmen, insbesondere die psychiatrische Beurteilung des Dr. med. G.________ vom 18. Oktober 1999, das Vorliegen einer Depression bejahen, dabei aber ebenfalls die Bedeutung der psychosozialen Belastungsfaktoren betonen. Sowohl der mit anderen �rztlichen Stellungnahmen �bereinstimmende Bericht des Dr. med.
G.________ vom 18. Oktober 1999 als auch das Konsilium des Dr. med. A.________ vom 27. Mai 1999, welches zwar den anderen Arztberichten widerspricht, dessen Beurteilung und Diagnose aber in Anbetracht des von diesem Arzt erhobenen Psychostatus auch nicht von vornherein als nicht �berzeugend bezeichnet werden k�nnen, erscheinen als in sich - das Konsilium des Dr. med. A.________, welches Angaben enth�lt, die in Anbetracht der �brigen Akten in chronologischer Hinsicht nicht stimmen k�nnen, mehr oder weniger - schl�ssig.
In Anbetracht dieser Aktenlage liegt die Vermutung nahe, dass die von der Mehrheit der �rzte diagnostizierte psychische St�rung in besseren und schlechteren Phasen verl�uft und die Beschwerdef�hrerin vom MEDAS-Psychiater Dr. med.
A.________ w�hrend einer besseren Phase begutachtet wurde als von Dr. med. G.________, wof�r auch spricht, dass im MEDAS-Gutachten von seit Jahren bestehenden rezidivierenden depressiven Verstimmungen und davon die Rede ist, dass der psychiatrische Konsiliarius "zur Zeit" kein psychisches Leiden mit Krankheitswert feststellen k�nne. Unter diesen Umst�nden kann nicht ohne weitere Abkl�rungen mit dem im Sozialversicherungsrecht �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 338 Erw. 1) festgestellt werden, ob und gegebenenfalls seit wann im Zeitpunkt des Erlasses der Verf�gung im Sinne der mit dem Urteil I 724/99 (Erw. 3c hievor) eingeleiteten Rechtsprechung eine gegen�ber der psychosozialen Belastungssituation verselbstst�ndigte andauernde Depression oder ein damit vergleichbarer psychischer Leidenszustand vorlag. Demzufolge kann bei der gegenw�rtigen Aktenlage auch nicht beurteilt werden, ob, in welchem Ausmass und seit wann im Sinne der angef�hrten Rechtsprechung (Erw. 3 hievor) die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit aufgrund einer psychischen Krankheit eingeschr�nkt ist bzw. ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass und bis zu welchem Zeitpunkt der Beschwerdef�hrerin trotz ihres psychischen Leidens eine Erwerbst�tigkeit zumutbar war.
Nach dem Gesagten sind eine weitere Begutachtung durch einen Facharzt oder eine Fach�rztin f�r Psychiatrie, der/ die sich zu den Fragen des Vorliegens eines im angef�hrten Sinne verselbstst�ndigten psychischen Leidens mit Krankheitswert und der gegebenenfalls daraus resultierenden Beschr�nkung der Arbeitsf�higkeit im massgebenden Zeitraum zu �ussern hat, und demzufolge auch eine neue Gesamtbeurteilung der medizinischen Situation, welche sich �ber die Arbeitsf�higkeit auf dem ganzen f�r die Beschwerdef�hrerin in Betracht fallenden Arbeitsmarkt auszusprechen hat, erforderlich. Die Sache ist daher dem beschwerdef�hrerischen Eventualantrag entsprechend an die Verwaltung zur�ckzuweisen, welche die notwendigen Aktenerg�nzungen vornehmen und hernach neu verf�gen wird.
6.- Die nach Ablauf der Beschwerdefrist und Abschluss des Schriftenwechsels eingereichten Berichte des Dr. med.
G.________ vom 2. M�rz und 10. September 2001 sind nicht geeignet, an der festgestellten Abkl�rungsbed�rftigkeit des Sachverhaltes etwas zu �ndern. Sie weisen erstens eine erhebliche Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes in den beiden Jahren vor der Berichterstattung aus und erw�hnen neu auch eine Pers�nlichkeitsst�rung, sodass die darin enthaltene Beurteilung nicht ohne weiteres auf den Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverf�gung (24. September 1999) zur�ckbezogen werden kann. Zweitens wird auch in diesen medizinischen Dokumenten auf die schwierige psychosoziale Lebenssituation hingewiesen. Drittens wird darin der phasenweise Verlauf des Leidens best�tigt, indem im Bericht vom 2. M�rz 2001 von zunehmenden chronisch rezidivierenden depressiven St�rungen die Rede ist und darauf hingewiesen wird, dass es w�hrend solcher Phasen immer wieder zu suizidalen �usserungen und Selbstgef�hrdung komme. Viertens stehen die Berichte hinsichtlich des Beginns der Arbeitsunf�higkeit im Widerspruch zur Beurteilung des gleichen Arztes vom 18. Oktober 1999, wonach die depressive St�rung mindestens seit Sommer 1998 zu einer 100%igen Arbeitsunf�higkeit f�hrt, indem gem�ss Bericht vom 2. M�rz 2001 seit mindestens einem Jahr (d.h. seit mindestens M�rz 2000) eine 100%ige "Erwerbsunf�higkeit" besteht bzw. laut Bericht vom 10. September 2001 etwa seit zwei Jahren (d.h. seit etwa September 1999) eine gesicherte 100%ige "Erwerbsunf�higkeit" vorliegt. Die ohne Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels nachgereichten �rztlichen Stellungnahmen sind folglich nach der j�ngsten Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts (zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil A. vom 15. Oktober 2001, I 147/99) im vorliegenden Verfahren unbeachtlich, weil es sich dabei nicht um neue erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel im Sinne des Revisionsgrundes des Art. 137 lit. b OG handelt.
7.- Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdef�hrer Anspruch auf Parteientsch�digung (Art. 159 Abs. 2 OG). Das Begehren um Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung (Art. 152 Abs. 2 OG) erweist sich damit als gegenstandslos.
des Kantons Bern vom 27. M�rz 2000 und die Verf�gung
vom 24. September 1999 aufgehoben, und es wird die
Sache an die IV-Stelle Bern zur�ckgewiesen, damit sie,
den Rentenanspruch neu verf�ge.
III. Die IV-Stelle Bern hat der Beschwerdef�hrerin f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 2'500.- (einschliesslich

References: BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 29
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 5
 Art. 28
 Art. 27
 Art. 4
 Art. 137