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Timestamp: 2019-04-24 07:03:30+00:00

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Rechtsprechung: II ZR 51/06 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 18.06.2007
GmbHG § 64 Abs. 2; HGB § 130 a
GmbHG § 64 Abs. 2; HGB § 130
Schadensersatzpflicht des GmbH-Geschäftsführers bei unsinnigen Aufwendungen für Sanierung nach Insolvenzreife
Zulässigkeit von Zahlungen aus dem Gesellschaftsvermögen nach Eintritt der Insolvenzreife; Anspruch auf Erstattung der nach Insolvenzreife geleisteten Zahlungen ohne Abzug der fiktiven Insolvenzquote des befriedigten Gesellschaftsgläubigers
Haftung des GmbH & Co. KG-Geschäftsführers für Zahlungen nach Insolvenzreife
Ungekürzte Ersatzpflicht des Geschäftsführers für gemäß § 130a Abs. 2 HGB verbotswidrig geleistete Zahlungen; Beweislast des Geschäftsführers für das Vorliegen eines die Verbotswidrigkeit ausschließenden Ausnahmefalls
GmbHG § 64 Abs. 2; HGB § 130a
Haftung des Geschäftsführers für Zahlungen an einen Sanierer nach Eintritt der Insolvenzreife
Zahlungsverbot aus Gesellschaftsvermögen bei Insolvenzreife
Geschäftsführerpflichten bei beabsichtigten Sanierungsaufwendungen
GmbH-Geschäftsführer dürfen in der Insolvenzreife der Gesellschaft nur ausnahmsweise Beraterhonorare auszahlen
Haftung des Geschäftsführers für Beratervergütung bei nicht sachgerechter Sanierungstätigkeit
Geschäftsführer muss wirtschaftliche Lage der Gesellschaft klären, bevor er Aufträge für aufwändige Sanierung zu Lasten des Gesellschaftsvermögens vergibt
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 05.02.2007, Az.: II ZR 51/06 (Haftung des Geschäftsführers: Zahlungen aus dem Gesellschaftsvermögen einer GmbH & Co. KG nach Eintritt der Insolvenzreife)" von RA Silvio Lindemann, FA ArbR, original erschienen in: GmbHR 2007, 938.
LG Koblenz, 30.03.2005 - 8 O 198/04
BGH, 18.06.2007 - II ZR 51/06
NJW-RR 2007, 1490
ZIP 2007, 1501
MDR 2007, 1145
NZI 2007, 679
WM 2007, 1465
BB 2007, 1747
DB 2007, 1689
NZG 2007, 678
NZG 2008, 800 (Ls.)
§ 130a Abs. 1 HGB soll im Interesse einer Gleichbehandlung der Gläubiger eine Schmälerung der Masse nach Eintritt der Insolvenzreife ausgleichen (st. Rspr., BGH…, Urteil vom 3. Juni 2014 - II ZR 100/13, ZIP 2014, 1523 Rn. 14;… Urteil vom 26. März 2007 - II ZR 310/05, ZIP 2007, 1006 Rn. 7; Beschluss vom 5. Februar 2007 - II ZR 51/06, ZIP 2007, 1501 Rn. 4; vgl. zur Parallelvorschrift § 64 Satz 1 GmbHG bzw. § 64 Abs. 2 GmbHG a.F. BGH, Urteil vom 8. Januar 2001 - II ZR 88/99, BGHZ 146, 264, 275; Urteil vom 29. November 1999 - II ZR 273/98, BGHZ 143, 184, 186; Urteil vom 18. Dezember 1995 - II ZR 277/94, BGHZ 131, 325, 328).
Auf eine Zuordnung nach wirtschaftlicher Betrachtung zur einzelnen masseschmälernden Zahlung kann nicht verzichtet werden, da der Ersatzanspruch nicht auf Erstattung eines Quotenschadens gerichtet ist (vgl. BGH…, Urteil vom 26. März 2007 - II ZR 310/05, ZIP 2007, 1006 Rn. 7; Beschluss vom 5. Februar 2007 - II ZR 51/06, ZIP 2007, 1501 Rn. 4).
Da sich die Beklagte damit auf einen Erlaubnistatbestand beruft (vgl. Begründung der Bundesregierung zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes, BT-Drs. 16/11967 S. 17), der eine Ausnahme von ihrer grundsätzlichen Löschungspflicht (…Büttgen in Scheurle/Mayen, TKG, 2. Aufl., § 96 Rn. 10;… Klesczewski in Berliner Kommentar zum TKG, 2. Aufl., § 96 Rn. 13) darstellt, trifft sie für die ihm zugrunde liegenden Tatsachen die Darlegungs- und Beweislast (…vgl. z.B. BGH, Urteile vom 21. April 2010 - XII ZR 134/08, FamRZ 2010, 1050 Rn. 52;… vom 14. Oktober 2009 - XII ZR 146/08, FamRZ 2009, 1990 Rn. 18 jew. m.w.N.;… vom 3. Juli 2009 - V ZR 182/08, ZOV 2009, 237 Rn. 32; Beschluss vom 5. Februar 2007 - II ZR 51/06, WM 2007, 1465 Rn. 4).
Schon weil nach § 64 Abs. 2 Satz 2 GmbHG a.F. (= § 64 Satz 2 GmbHG n.F.) vermutet wird, dass der Geschäftsführer Zahlungen nicht mit der erforderlichen Sorgfalt geleistet hat (…Sen. Urt. v. 14. Mai 2007 - II ZR 48/06, ZIP 2007, 1265 Tz. 15; Sen. Beschl. v. 5. Februar 2007 - II ZR 150/06, ZIP 2007, 1501 Tz. 4;… Sen. Urt. v. 5. Mai 2008 - II ZR 38/07, ZIP 2008, 1229 Tz. 8), ist kein Raum für eine gegenteilige tatsächliche Vermutung.
Darlegungs- und beweispflichtig für das Vorliegen einer Ausnahme ist der Geschäftsführer (…Sen. Urt. v. 14. Mai 2007 - II ZR 48/06, ZIP 2007, 1265 Tz. 15; Sen. Beschl. v. 5. Februar 2007 - II ZR 150/06, ZIP 2007, 1501 Tz. 4;… Sen. Urt. v. 5. Mai 2008 - II ZR 38/07, ZIP 2008, 1229 Tz. 8).
Die Darlegungs- und Beweislast für das Vorliegen eines solchen Bargeschäfts trägt der Geschäftsführer, weil es sich insoweit um einen Ausnahmetatbestand handelt (BGH, Beschluss vom 05.02.2007 - II ZR 51/06, Rz. 4).
Der "Schaden" liege schon im Abfluß der Mittel (BGH, ZIP 2007, 1501).
Nicht der Kläger muss eine unzulässige Masseschmälerung infolge der unstreitig geleisteten Zahlungen darlegen und beweisen, sondern die Beklagte zu 1) das Gegenteil (vgl. BGH, Urteil vom 05.02.2007 - II ZR 51/06, ZIP 2007, 1501-1502, zitiert nach juris, Rn. 4 mit weiteren Nachweisen zu § 130 a Abs. 2 Satz 2 HGB).
Sie haben allerdings jedenfalls dann zu unterbleiben, wenn die Erwartung, die spätere Schuldnerin retten zu können, schon im Ansatz unrealistisch ist, der Insolvenzantrag also alternativlos ist (BGH, Beschluss vom 05.02.2007 - II ZR 51/06, GmbHR 2007, 937-938, zitiert nach juris, Rn. 5).
In dem mit ihr verbundenen Abfluss von Mitteln aus der im Stadium der Insolvenzreife der Gesellschaft zugunsten der Gesamtheit ihrer Gläubiger zu erhaltenden Vermögensmasse liegt bereits der "Schaden", da der Ersatzanspruch nicht auf Erstattung eines Quotenschadens gerichtet ist (BGH, Urteil vom 5. Februar 2007 - II ZR 51/06, ZIP 2007, 1501 Rn. 7;… Urteil vom 26. März 2007 - II ZR 310/05, ZIP 2007, 1006 Rn. 7;… Urteil vom 18. November 2014 - II ZR 231/13, BGHZ 203, 218 Rn. 10).
Allerdings hat der BGH wiederholt klargestellt, dass der Anspruch aus § 130a HGB a.F. den gleichen Inhalt hat und dem gleichen Ziel dient, wie § 64 Abs. 2 GmbHG a.F., nämlich der Erstattung der geleisteten Zahlungen an die Masse (vgl. BGH, Urteil vom 05.02.2007, II ZR 51/06, dort LS 3 sowie Rz. 6 und 7 unter Bezugnahme auf die Gesetzesbegründung und m.w.N.).
aa) Im Rahmen einer gegen die Mitgesellschafter erhobenen Klage auf Feststellung der Beschlussnichtigkeit für das Eingreifen einer gesellschaftsvertraglichen Regelung, wonach eine solche Feststellungsklage gegen die Gesellschaft zu erheben sei, sind, handelt es sich insoweit doch - wie gesagt - um eine Ausnahmekonstellation, die in Anspruch genommenen Mitgesellschafter darlegungs- und beweisbelastet (s. zur Verteilung der Darlegungs- und Beweislast desjenigen, der sich auf einen Ausnahmetatbestand beruft, etwa BeckOK-ZPO/Bacher, Stand: 01.04.2013, § 284 Rn. 74 sowie z. B. BGH, NJW-RR 2007, 1490 - Tz. 4).

References: § 64
 § 130
 § 64
 § 130
 § 130
 § 64
 § 130
 BGH 

§ 130
 § 64
 § 64
 § 96
 § 96
 § 64
 § 64
 § 130
 BGH 
 § 130
 § 64
 § 284