Source: https://expydoc.com/doc/10001527/aktuell---auftragsberatungsstelle-hessen-e.v
Timestamp: 2020-05-26 20:42:04+00:00

Document:
Aktuell - Auftragsberatungsstelle Hessen e.V.
 Wissenswertes .........................................................................................................................................1
Themenschwerpunkt: Auftragsänderungen während der Vertragslaufzeit .......................................................1
Statistik der Nachprüfungsverfahren 2015 veröffentlicht ..................................................................................3
Bundesarchitektenkammer begrüßt Beibehaltung des Verhandlungsverfahrens..............................................3
E-Vergabeplattform der IHKs ..............................................................................................................................4
BMUB setzt Erlass zur Beschaffung von Holzprodukten aus...............................................................................4
Vergabe- und Vertragshandbuch für Baumaßnahmen des Bundes aktualisiert.................................................4
 Recht ........................................................................................................................................................5
Änderung an den Vergabeunterlagen führt zum Ausschluss ..............................................................................5
Fehlende europaweite Ausschreibung – Antragsbefugnis besteht! ...................................................................5
 International.............................................................................................................................................6
Aus der EU ...........................................................................................................................................................6
EU-Vergaberichtlinien nicht fristgerecht umgesetzt ...........................................................................................6
Internationales ....................................................................................................................................................7
Rumänien setzt EU-Vergaberichtlinien um .........................................................................................................7
GTAI – Aktualisierung und Erweiterung der Länderberichte ..............................................................................7
 Aus den Bundesländern ...........................................................................................................................7
Bayern I: Fortschreibung des VHB Bayern für Bauleistungen .............................................................................7
Bayern II: Neues Zentrum für nachhaltige Kommunalentwicklung ....................................................................7
Brandenburg: Novelle des Brandenburgischen Vergabegesetzes im Parlament................................................8
Niedersachsen: Niedersächsisches Tariftreue- und Vergabegesetz reformiert..................................................8
Nordrhein-Westfahlen I: Reform des Tariftreue und Vergabegesetzes .............................................................8
Nordrhein-Westfahlen II: Neuer Erlass zur Versorgung von Flüchtlingen in NRW .............................................9
Schleswig-Holstein I: GMSH-Plattform mit neuem Erscheinungsbild .................................................................9
Schleswig-Holstein II: „Korruptionsregister – teure Datenbank ohne Daten“ Bemerkungen des
Landesrechnungshofes ........................................................................................................................................9
Schleswig-Holstein III: Tariftreue- und Vergabegesetz auf dem Prüfstand! .......................................................9
Mecklenburg-Vorpommern / Schleswig-Holstein: Fehmarnbelt-Tunnel – Erstes Treffen mit den
Baukonsorten ....................................................................................................................................................10
 Veranstaltungen .....................................................................................................................................10
12. und 13. Juli 2016: Bieter-Workshop: eVergabe Elektronische Angebotsabgabe auf der eHAD-Plattform 10
13. Juli 2016: Aktuelles Vergaberecht 2016 – Umfassender Überblick für Vergabepraktiker mit
Vorkenntnissen (VOB/A, GWB und VgV 2016, HVTG) .......................................................................................11
19. Juli und 6. September 2016: „Vergaberecht für Einsteiger“ .......................................................................11
21. Juli 2016: Bieterstrategien im öffentlichen Auftragswesen ........................................................................12
27. Juli und 1. September 2016: VOB/A: Praxisrelevante Auswirkungen der Vergaberechtsreform 2016 auf
Vergaben von Bauleistungen ............................................................................................................................12
Impressum ..................................................................................................................................................13
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Wissenswertes ____________________________
Themenschwerpunkt: Auftragsänderungen während der Vertragslaufzeit
Zum 18.04.2016 ist die Vergaberechtsreform 2016 in Kraft getreten, mit der die EU-Vergaberichtlinien
2014/23/EU, 2014/24/EU und 2014/25/EU aus dem Jahr 2014 in deutsches Recht umzusetzen waren und die den
Rechtsrahmen für die öffentliche Auftragsvergabe im Bereich der EU- weiten Vergabeverfahren umfassend reformiert haben.
Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) kodifiziert erstmals in § 132 Auftragsänderungen während der Vertragslaufzeit und enthält klare Vorgaben, wann eine Auftragsänderung während eines laufenden Vertrags ein neues Vergabeverfahren erfordert und wann nicht. Mit der Norm wurde Artikel 72 der Richtlinie
2014/24/EU umgesetzt. Die Norm enthält einen Positivkatalog, dieser definiert wesentliche Auftragsänderungen,
die ein neues Vergabeverfahren erfordern und einen Negativkatalog, der unwesentliche Auftragsänderungen definiert, die kein neues Vergabeverfahren erfordern.
Wesentliche (unzulässige) Auftragsänderungen § 132 Abs. 1 GWB
Die Regelung stellt im Grundsatz zunächst klar, dass wesentliche Änderungen eines öffentlichen Auftrags während dessen Vertragslaufzeit ein neues Vergabeverfahren erfordern und übernimmt damit die bisherige Rechtsprechung des EuGH aus der Entscheidung „Pressetext“ (Urteil vom 19.06.2008- C- 454706). Im Weiteren wird
definiert, was wesentliche Änderungen sind. Wesentlich Änderungen liegen dann vor, wenn sich der Auftrag infolge der Änderung erheblich von dem ursprünglich vergebenen Auftrag unterscheidet. Zusammengefasst lässt sich
feststellen, dass dies insbesondere bei Änderungen, die den Umfang und die inhaltliche Ausgestaltung der gegenseitigen Rechte und Pflichten der Parteien betreffen, gegeben ist. In derartigen Änderungen kommt die Absicht der
Parteien zum Ausdruck, wesentliche Bedingungen des betreffenden Auftrags neu zu verhandeln.
Die Nummern 1 bis 4 zählen beispielhaft (nicht abschließend) Fälle von wesentlichen Änderungen im Sinne des
Absatz 1 auf. Eine wesentliche Änderung liegt insbesondere vor bei:
Modifikation wesentlicher Leistungspflichten § 132 Abs. 1 Nr. 1 GWB
Die Änderung führt Bedingungen ein, die – hätten sie beim ursprünglichen Verfahren gegolten – die Zulassung anderer Bewerber oder Bieter oder die Annahme eines anderen Angebotes ermöglicht oder das
Interesse weiterer Teilnehmer am Vergabeverfahren geweckt hätten (lit.a - c).
Änderung des wirtschaftlichen Gleichgewichts § 132 Abs. 1 Nr. 2 GWB
Das wirtschaftliche Gleichgewicht des Auftrags wird durch die Änderung zugunsten des Auftragnehmers in
einer Weise verschoben, die im ursprünglichen Auftrag nicht vorgesehen war.
Wesentlicher Erweiterung des Leistungsumfangs § 132 Abs. 1 Nr. 3 GWB
Durch die Änderung wird der Umfang des öffentlichen Auftrags erheblich ausgeweitet.
Wechsel des Auftragnehmers § 132 Abs. 1 Nr. 4 GWB
Ein neuer Auftragnehmer ersetzt den bisherigen Auftragnehmer, es sei denn, ein anderes Unternehmen,
das die ursprünglichen Eignungskriterien erfüllt, tritt durch Übernahme, Zusammenschluss, Erwerb oder
Insolvenz ganz oder teilweise an die Stelle des ursprünglichen Auftragnehmers (vgl. insofern § 132 Abs. 2
Nr. 4 GWB)
Unwesentliche Auftragsänderungen § 132 Abs. 2 GWB
Der Absatz 2 beinhaltet die Fälle, in denen eine Änderung des ursprünglichen Vertrags ohne Durchführung eines
neuen Vergabeverfahrens zulässig ist und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine wesentliche Änderung im
Sinne des Absatz 1 handelt oder nicht. Eine zulässige Änderung liegt vor bei:
Vertraglich vorbehaltenen Änderungen § 132 Abs. 2 Nr. 1 GWB
In den ursprünglichen Vergabeunterlagen sind klare, präzise und eindeutig formulierte Überprüfungsklauseln enthalten, die Angaben zu Art, Umfang und Voraussetzungen für eine Änderung des Vertrags enthalten (keine Obergrenze) und durch die Änderung ändert sich der Gesamtcharakter des Auftrags nicht.
Zulässigen Auftragserweiterungen § 132 Abs. 2 Nr. 2 GWB
Zusätzliche Liefer-, Bau- oder Dienstleistungen werden benötigt, die nicht in den ursprünglichen Vergabeunterlagen vorgesehen waren, und ein Wechsel des Auftragnehmers kann aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen nicht erfolgen (lit.a) und wäre mit erheblichen Schwierigkeiten oder beträchtlichen Zusatzkosten für den Auftraggeber verbunden (lit.b).
Dies betrifft zum Beispiel den Fall, dass der öffentliche Auftraggeber Material, Bau- oder Dienstleistungen
mit unterschiedlichen technischen Merkmalen erwerben müsste und dies eine Unvereinbarkeit oder unverhältnismäßige technische Schwierigkeiten bei Gebrauch und Instandhaltung mit sich bringen würde.
Es gilt hier eine pauschale Obergrenze. Der Wert der Änderung darf nicht mehr als 50 Prozent des ursprünglichen Auftragswertes betragen. Bei mehreren aufeinander folgenden Änderungen gilt diese Obergrenze für den Wert jeder einzelnen Änderung, jedoch nur insoweit als die Änderungen nicht in Absicht
der Umgehung der Vorschriften des 4. Teils des GWB erfolgen. Die Änderungen müssen im EU-Amtsblatt
bekanntgemacht werden (vgl. § 132 Abs. 5 GWB).
Unvorhersehbaren Umständen § 132 Abs.2 Nr. 3 GWB
Die Änderung ist aufgrund von Umständen erforderlich geworden, die der öffentliche Auftraggeber im
Rahmen seiner Sorgfaltspflicht nicht vorhersehen konnte, und der Gesamtcharakter des Auftrags verändert sich aufgrund der Änderung nicht.
Das betrifft Fälle, in denen sich der Auftraggeber mit externen Umständen konfrontiert sieht, die er zum
Zeitpunkt der Zuschlagserteilung nicht absehen konnte. Diese Konstellation kann sich insbesondere bei
Aufträgen ergeben, deren Ausführung sich über einen längeren Zeitraum erstreckt.
Wechsel des Auftgnehmers § 132 Abs.2 Nr. 4 GWB
Ein neuer Auftragnehmer ersetzt den bisherigen Auftragnehmer und zwar aufgrund einer Überprüfungsklausel im Sinne von Nr. 1 (lit.a), aufgrund der Tatsache, dass ein anderes Unternehmen, das die ursprünglich festgelegten Anforderungen an die Eignung erfüllt, im Zuge einer Unternehmensumstrukturierung, wie zum Beispiel durch Übernahme, Zusammenschluss, Erwerb oder Insolvenz, ganz oder teilweise
an die Stelle des ursprünglichen Auftragnehmers tritt, sofern dies keine weiteren wesentlichen Änderungen im Sinne des Absatzes 1 zur Folge hat (lit.b) oder aufgrund der Tatsache, dass der öffentliche Auftraggeber selbst die Verpflichtungen des Hauptauftragnehmers gegenüber seinen Unterauftragnehmern
übernimmt (lit.c).
Damit soll dem Auftragnehmer die Möglichkeit eingeräumt werden, während der Ausführung des Auftrags
gewisse interne strukturelle Veränderungen (Wechsel des Auftragnehmers) zu vollziehen, ohne dass
deswegen ein neues Vergabeverfahren durchgeführt werden muss. Dies betrifft zum Beispiel rein interne
Umstrukturierungen, Übernahmen, Zusammenschlüsse, Unternehmenskäufe oder Insolvenzen.
De-Minimis-Regelung § 132 Abs.3 GWB
Mit Absatz 3 Nummer 1 und 2 wird eine de-minimis-Regelung für Auftragsänderungen eingeführt, nach der Änderungen des Auftragswerts, die den Gesamtcharakter des Auftrags nicht ändern, bis zu einer bestimmten Höhe
grundsätzlich zulässig sind, ohne dass ein neues Vergabeverfahren erforderlich ist.
Dabei darf der Wert der Änderung den jeweiligen Schwellenwert nach § 106 GWB nicht übersteigen
(§ 132 Abs.3 Nr. 1GWB) und zusätzlich bei Liefer- und Dienstleistungsaufträgen nicht mehr als 10 Prozent und
bei Bauaufträgen nicht mehr als 15 Prozent des ursprünglichen Auftragswertes betragen (§ 132 Abs.3 Nr.2
GWB). Bei mehreren aufeinander folgenden Änderungen ist hierbei der Gesamtwert der Änderungen maßgeblich.
Folgen unzulässiger Vertragsänderungen
Die unzulässige Auftragsänderung begründet hinsichtlich des Ursprungsvertrags ein Kündigungsrecht des öffentlichen Auftraggebers nach § 133 Abs. 1 Nr. 1 GWB.
ABZ Bayern; www.abz-bayern.de; Stand: April 2016
Statistik der Nachprüfungsverfahren 2015 veröffentlicht
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat das von den Vergabekammern und Oberlandesgerichten
erhobene Zahlenmaterial zu den Nachprüfungsverfahren für das Jahr 2015 veröffentlicht. Mit 864 eingegangenen
Nachprüfungsanträgen in 2015 haben sich die Anträge gegenüber 2014 (751) etwas erhöht. Das Verhältnis der
eingegangenen Anträge zu den beendeten Verfahren ist in etwa gleich geblieben, 764 Verfahren konnten abschließenden erledigt werden. In 205 Verfahren obsiegten die öffentlichen Auftraggeber, in 134 Verfahren die Antragsteller. Die Zahl der Verfahrensrücknahmen liegt mit 255 leicht über der von 2014 (236). 532 Verfahren betrafen die Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen nach VOL/A –EG, 266 die Vergabe von Bauaufträgen nach der
VOB/A- EG, die restlichen Verfahren die Vergabe von freiberuflichen Dienstleistungen nach der VOF und Sektorenvergaben nach der SektVO. Die jeweiligen Statistiken können hier abgerufen werden.
Bundesarchitektenkammer begrüßt Beibehaltung des Verhandlungsverfahrens
Für Architekten und Ingenieure von besonderer Bedeutung bei der Reform des deutschen Vergaberechts ist der
Abschnitt 6 der VgV 2016, in dem betont wird, dass Architekten- und Ingenieurleistungen ausschließlich im Leistungs- und nicht im Preiswettbewerb vergeben werden. Die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara
Ettinger-Brinckmann, begrüßte die Beibehaltung des Verhandlungsverfahrens mit den nun klarer gefassten Eignungskriterien. Erfreulich, so Ettinger-Brinckmann, sei die klare und programmatische Stärkung des Architektenbzw. Planungswettbewerbs – auch durch den neuen, eigenständigen Abschnitt 5 in der neuen VgV zu Planungswettbewerben. Die Regelungen hinsichtlich der Eignungs- und Zuschlagskriterien in Abschnitt 6 zielten zudem auf
den leichteren Zugang von Bürogründern und kleinen Büros zu Vergabeverfahren.
„Architekten und Ingenieure werden sich umfassend mit dem neuen Vergaberecht beschäftigen und sich fortbilden. Damit das Vergaberecht in seiner modernisierten Form tatsächlich einen Beitrag zur Prozesskultur und damit
zur Baukultur leistet, muss die Umsetzung in der Praxis gelingen – hier gilt es, gemeinsam mit den öffentlichen
Bauherren von Anfang an die richtigen Weichen zu stellen. Hierauf kommt es jetzt an.“ Quelle: Bundesarchitektenkammer; PM 10/2016; https://www.bak.de/.
Volker Romeike; ABST SH; [email protected]; www.abst-sh.de
Mit der Novellierung des Vergaberechts sind zentrale Vergabestellen verpflichtet, ihre Ausschreibungen seit dem
18.04.2016 im Rahmen der E-Vergabe durchzuführen. Vor diesem Hintergrund hat die IHK-GfI mit ihrer Vergabestelle zum 04.04.2016 die zentrale E-Vergabeplattform www.vergabe.ihk.de für alle IHKs und den DIHK online
gestellt. Die E-Vergabeplattform ist ein Angebot an alle IHKs, ihre Ausschreibungen vergaberechtskonform elek
tronisch durchzuführen. Die neue E-Vergabeplattform basiert auf der Vergabemarktplatz-Technologie der cosinex
GmbH und ist an das Deutsche Vergabeportal (DTVP) angebunden. Die E-Vergabeplattform der IHKs verbindet
die Vorteile einer eigenen IHK-Lösung mit den Vorteilen einer zentralen Plattform für Vergabestellen. Die IHK-GfI
bietet mit der E-Vergabeplattform für die Bekanntmachung von Auftragsvergaben, Bereitstellung von Vergabeunterlagen, Bieterkommunikation bis hin zur Abgabe elektronischer Angebote eine exklusive Lösung für die IHKs und
den DIHK zur elektronischen Unterstützung bei der Durchführung von Vergabeverfahren (E-Vergabe). Jede IHK
hat dadurch die Möglichkeit, die Verbindung zu einer E-Vergabeplattform Inhouse bei der IHK-GfI zu beziehen,
ohne selbst eine Plattform ausschreiben zu müssen. Über die Plattform können die aktuellen Ausschreibungsaktivitäten der IHK-Organisation eingesehen und diese ggf. genutzt werden. Die Plattform bietet der IHK-Organisation
damit die Option, über Bedarfsbündelung Skaleneffekte in der Beschaffung zu heben.
Dagmar Lübeck, [email protected], Tel. 0651-97567-0
BMUB setzt Erlass zur Beschaffung von Holzprodukten aus
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat mit Erlass vom
22.04.2016 (B I 7-81064.3/3-1) festgelegt, dass der Auslegungserlass zur Beschaffung von Holzprodukten aus
nachhaltiger Waldbewirtschaftung vom 08.12.2015 (B I 7-81064.3/3-1) ausgesetzt wird und zwar bis zur definitorischen Abgrenzung des Begriffs „Endverarbeitendes Unternehmen“
Bis zur Wiedereinsetzung des Auslegungserlasses zur Beschaffung von Holzprodukten aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung ist nach den Regelungen zu verfahren, die bis zum 07.12.2015 gültig waren. Dies heißt, von dem
Unternehmen, das Holzprodukte als Bestandteil einer Bauleistung verwendet, ist bei Anlieferung auf der Baustelle zu fordern, dass es den Nachweis erbringt, das Holz bei einem Händler erworben zu haben, der nach FSC
und/oder PEFC CoC-zertifiziert ist oder über eine vom BfN oder TI bestätigte gleichwertige Zertifizierung verfügt
oder über einen BfN oder TI bestätigten Einzelnachweis verfügt und das die Kriterien des FSC oder PEFC eingehalten werden. Das Formblatt 248 ist in der Fassung „Januar 2011“ zu verwenden. Weitere Informationen erhalten Sie hier.
Quelle: DStGB Dienstleistungs-GmbH
Vergabe- und Vertragshandbuch für Baumaßnahmen des Bundes aktualisiert
Das Vergabehandbuch wird bei der Durchführung von Bauvorhaben des Bundes als Arbeitsmittel für die Vergabe
sowie für die vertragliche Abwicklung von Bauleistungen genutzt. Es setzt die Teile A und B der Vergabe- und
Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) um und schafft die Voraussetzung für eine weitestgehend einheitliche,
rechtssichere Durchführung von Vergabeverfahren. Mit InKrafttreten der Vergaberechtsreform zum 18. April 2016
ist eine Überarbeitung der Formblättern und Richtlinien im Vergabe- und Vertragshandbuch für Baumaßnahmen
des Bundes (VHB) notwendig geworden. Die Aktualisierung erfolgte mit Erlass des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) vom 4. Mai 2016 mit der elektronischen Austauschlieferung - Stand April 2016. Das VHB wurde damit auf den neuesten Stand gebracht, wobei eine neue Gesamtausgabe nicht vorgesehen wurde, sondern lediglich der elektronische Austausch.
Inhaltliche Änderungen betrafen u.a. die Erarbeitung neuer Formblätter für neue Verfahren. Die Anpassung zahlreicher Formblätter und Richtlinien an die Änderungen der Regelwerke, was teilweise mit wesentlichen materiellen Änderungen verbunden ist, z.B. Angebotsabgabe in Textform ohne elektronische Signatur. Daneben erfolgte
eine Anpassung der Begrifflichkeiten an die Richtlinie 2024/14 EU, das GWB, die VgV und VOB/A. Die Lesefassungen und Formulare finden Sie auf dem Onlineportal Fachinformation Bundesbau zu Download.
Recht ____________________________________
Änderung an den Vergabeunterlagen führt zum Ausschluss
Bieter darf nicht eigenmächtig und ohne Rücksprache Abweichungen vom LV in Angebot aufnehmen
Ausgeschrieben waren Begleitevaluierungsleistungen für ein Multifondsprogamm für den EFRE im Offenen Verfahren. In den Vergabeunterlagen war hinsichtlich der Zuschlagskriterien angegeben, dass der Preis mit 30% und
die „Wertung für das fachliche Angebot“ mit 70% gewertet werden. Bis zum Ende der Angebotsfrist am 30. Januar gaben sechs Bieter ein Angebot ab. Bieteranfragen oder Rügen bezüglich der Bewertungskriterien gab es bis
dahin nicht. Der Leistungs- und Erfüllungsort war in den Vergabeunterlagen eindeutig bestimmt worden. Ein Bieter modifiziert in seinem Angebot die Bestimmung des Leistungsortes und schlägt eine Alternative vor. Nach
Übersendung der Information nach § 101a GWB wendet sich der unterlegene Bieter an die Nachprüfungskammer
u.a. mit der Rüge, dass die Angebotswertung fehlerhaft erfolgt sei und rügt den Ausschluss seines Angebots
nach § 19 EG Abs. 3 d), § 16 EG Abs. 4 VOL/A.
Der Nachprüfungsantrag wurde als unbegründet zurückgewiesen. Die Vergabestelle hat die Angebote im Rahmen der im Vorfeld korrekt bekannt gemachten Kriterien gewertet. Angebote, bei denen Änderungen an den Vertragsunterlagen vorgenommen wurden, sind zwingend von der Wertung auszuschließen. Ein fairer Wettbewerb
erfordert vergleichbare Angebote. An der Vergleichbarkeit fehlt es, wenn einzelne Angebote mit Modifikationen
versehen werden. Zudem darf nur das seitens der Bieter angeboten werden, was vom Auftraggeber verlangt
worden ist. Durch Abweichungen sind auch kalkulatorische Vorteile möglich – dies widerspricht dem Transparenz- und Gleichbehandlungsgrundsatz des Vergaberechts.
Hat ein Bewerber oder Bieter Zweifel an der rechtlichen, fachlichen oder auch rechnerischen Richtigkeit der Vergabeunterlagen, ist er verpflichtet, diese dem Auftraggeber anzuzeigen. Dies sollte unverzüglich, also sofort nach
Kenntnisnahme und vor Ablauf der Angebotsfrist, erfolgen. Der Vergabestelle wird so Gelegenheit gegeben, vorliegende Unklarheiten zu bereinigen oder Fehler zu beseitigen. Dann sind unzulässige Änderungen an den Vergabeunterlagen nicht notwendig und der Auftraggeber ist nicht gezwungen, solche Angebote auszuschließen.
VK Lüneburg, Beschluss vom 28.01.2016 (Az.:VgK-50/2015)
Fehlende europaweite Ausschreibung – Antragsbefugnis besteht!
Drohender Schaden durch Verletzung der Vergabevorschriften regelmäßig vorhanden, wenn europaweite Ausschreibung fehlt
Die Vergabestelle schrieb acht Busunternehmen mit der Aufforderung, ein Angebot für Schülerbeförderungsdienstleistungen abzugeben, an. Die vorgesehene Vertragslaufzeit sollte zwei Schuljahre betragen. Zwei Angebote sind fristgerecht eingegangen. Der Zweitplatzierte wurde telefonisch darüber informiert, dass er den Zuschlag
nicht erhalten könne, da ein Mitbewerber günstiger angeboten hätte. Der Bieter rügt eine fehlende europaweite
Ausschreibung, obwohl der EU-Schwellenwert von EUR 207.000.- überschritten sei. Die Vergabestelle weist den
Einwand als unbegründet zurück und gibt an, dass der Bieter mit seiner Rüge zu spät sei, da er seinen Einwand
nicht bis zum Ablauf der Angebotsfrist vorgebracht habe. Der Bieter wendet sich ohne Erfolg an die zuständige
Vergabekammer.
Die Vergabekammer Südbayern weist den Antrag als unzulässig zurück. Sie stellt zwar ein Überschreiten des
Schwellenwertes von EUR 207.000.- für den Auftragswert fest, der Bieter hätte aber bereits in der Bekanntmachung und in den Unterlagen erkennen können, dass die nationale Ausschreibung unzulässig gewesen sei. Die
Rüge sei somit verspätet. Der Bieter legt daraufhin sofortige Beschwerde beim OLG München ein, welche im
Ergebnis als zulässig und begründet beschieden wird: Die Ausschreibung hätte EU-weit erfolgen müssen. Die
Vergabestelle hat in den vorangegangenen Schuljahren 218.000.- EUR für die Beförderungsleistung abgerechnet
und lag damit über dem Schwellenwert. Ein Verstoß des Bieters gegen seine Rügeobliegenheit sieht das Gericht
nicht. Weder aus der Bekanntmachung noch aus den Vergabeunterlagen war ein Verstoß gegen vergaberechtliche Vorschriften erkennbar. Für den Bieter, als kleines/mittelständisches Unternehmen, können konkretere
Kenntnisse über vergaberechtliche Vorschriften nicht vorausgesetzt werden. Insbesondere da im vorliegenden
Sachverhalt der EU-Schwellenwert für Liefer- und Dienstleistungen nur knapp überschritten wird. Der geschlossene Schülerbeförderungsvertrag ist nichtig und der Vergabestelle wurde aufgegeben, ein neues EU-weites Verfahren durchzuführen.
Vergabestellen sollten im eigenen Interesse ihre Kalkulation des Auftragswerts sorgfältig und realitätsnah aufstellen und dies dann auch ausführlich in der Vergabeakte dokumentieren. Der Sachverhalt wurde nach Rechtslage
vor dem 18. April diesen Jahres entschieden. Der § 107 Abs. 3 GWB a. F. ist hinsichtlich der „Unverzüglichkeit
der Rüge“ neu geregelt worden. Der Gesetzgeber hat in den neuen § 160 Abs. 3 Nr. 1 eine konkrete Frist von 10
Kalendertagen ab Kenntnisnahme des Verstoßes eingefügt. Lässt der Bieter diese Frist verstreichen, kann er
später keine Einwänden mehr geltend machen.
OLG München, Beschluss vom 02.06.2016 (Az.: Verg 15/15)
Eva Waitzendorfer-Braun, Auftragsberatungsstelle Hessen e.V., [email protected],
Tel. 0611 974588-0
International ______________________________
EU-Vergaberichtlinien nicht fristgerecht umgesetzt
Von den 28 Mitgliedsstaaten der EU haben 21 Mitgliedsstaaten die EU-Vergaberichtlinien nicht fristgerecht zum
18. April 2016 in nationales Recht umgesetzt. Die EU- Kommission hat deshalb an die betreffenden Mitgliedsstaaten letters of formal notice“ versandt. Hierbei handelt es sich um den ersten Schritt in einem Vertragsverletzungsverfahren. Deutschland, Frankreich, Dänemark, Italien, die Slowakei, Ungarn sowie das Vereinigte Königreich sind davon nicht betroffen. Weitere Informationen finden Sie hier.
In Folge der Umsetzung der EU-Vergaberichtlinien 2014/23/EU (Konzessionsvergabe), 2014/24/EU (öffentliche
Auftragsvergabe) und 2014/25/EU (Sektorenvergabe) hat Rumänen im Mai 2016 mehrere neue Gesetze über
öffentliche Ausschreibungen erlassen.
Im Einzelnen handelt es sich dabei u.a. um das Gesetz Nr. 98/2016 über öffentliche Ausschreibungen (Legea nr.
98/2016 privind achizițiile publice),das Gesetz Nr. 99/2016 über öffentliche Ausschreibungen in bestimmten Sektoren (Legea nr. 99/2016 privind achizițiile sectoriale),das Gesetz Nr. 100 über Konzessionen betreffend Dienstleitungen und Arbeiten (Legea nr.100/2016 privind concesiunile de lucrări şi concesiunile de servicii) sowie das
Gesetz Nr. 101 über den Rechtsschutz im Zusammenhang mit der Vergabe von öffentlichen Aufträgen und über
die Organisation und die Funktionsweise des Nationalen Rates für die Bearbeitung von Beschwerden (Legea nr.
101/2016 privind remediile şi căile de atac în materie de atribuire a contractelor de achiziţie publică, a contractelor
sectoriale şi a contractelor de concesiune de lucrări şi concesiune de servicii, precum şi pentru organizarea şi
funcţionarea Consiliului Naţional de Soluţionare a Contestaţiilor).
Die Gesetztexte sind zurzeit lediglich in rumänischer Sprache auf der Internetseite der Nationalen Agentur für
öffentliche Ausschreibungen (ANAP) verfügbar.
GTAI – Aktualisierung und Erweiterung der Länderberichte
Die Germany Trade and Invest – Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH ist eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Mit über 50 Standorten weltweit und dem Partnernetzwerk unterstützt Germany Trade & Invest (GTAI) deutsche Unternehmen bei ihrem Weg ins Ausland.
Die GTAI bietet Unternehmen, die sich an Ausschreibungen im Ausland beteiligen möchten, mit den Länderberichten zum Thema „Dienstleistungen erbringen in …“ notwendige Basisinformationen zum Thema Entsendung
von Mitarbeitern bei grenzüberschreitender Dienstleistungserbringung. Aktuell wurden die Publikationen zu einigen Ländern überarbeitet. Zukünftig ist auch die Erweiterung des Angebots an Länderberichten vorgesehen. Zu
den Länderberichten gelangen Sie hier.
Aus den Bundesländern ____________________
Bayern I: Fortschreibung des VHB Bayern für Bauleistungen
Die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr hat die Fortschreibung des Vergabehandbuchs Bayern für Bauleistungen am 10. Mai 2016 bekannt gemacht.
Nach der Bekanntmachung tritt in Umsetzung der Richtlinie 2014/24/EU und infolge des Inkrafttretens der Vergaberechtsmodernisierungsverordnung, der VOB/A Abschnitt 1, der VOB/A – EU (Abschnitt 2) und der VOB/A – VS
(Abschnitt 3) sowie der Ergebnisse der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „AG I Leistungen“ am 31. Mai 2016 das fortgeschriebene Vergabehandbuch Bayern für Bauleistungen – Stand April 2016 – in Kraft. Das als Lesefassung
fortgeschriebene Vergabehandbuch Bayern für Bauleistungen finden Sie hier.
Bayern II: Neues Zentrum für nachhaltige Kommunalentwicklung
Ein sparsamer und nachhaltiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist ein Gebot der heutigen Zeit, um
auch nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Hier sind auch die Kommunen in
der Verantwortung und können ihren Beitrag zur Schonung der Ressourcen und zum Klimaschutz leisten. Das
vom Freistaat Bayern über einen Zeitraum von drei Jahren geförderte Zentrum für nachhaltige Kommunalentwicklung soll hierbei als Ideengeber und Multiplikator fungieren. Es soll in den nächsten Jahren praxisnah Entwicklungsmöglichkeiten der Kommunen aufzeigen und ausgehend von deren Bedürfnissen Handlungsempfehlungen
zur Schonung von Ressourcen erarbeiten. Als zentrale Kommunikationsplattform der Kommunen wurde in diesem Zusammenhang ein Internetportal http://www.kommunal-nachhaltig.de geschaffen, über das sich die Kommunen zu aktuellen umweltpolitischen Entwicklungen und Zukunftsthemen austauschen können.
Steffen Müller, [email protected], Tel.: 089/5116 – 3172
Brandenburg: Novelle des Brandenburgischen Vergabegesetzes im Parlament
Am 9. Juni fand im Brandenburgischen Landtag die erste Lesung über eine Neufassung des Brandenburgischen
Vergabegesetzes statt. Mit der Gesetzesnovelle soll zweierlei erreicht werden: zum einen eine Harmonisierung
des nationalen Vergaberechts mit dem am 18. April in Kraft getretenen neuen EU-Vergaberecht; zum zweiten eine
anwenderfreundlichere Ausgestaltung der Mindestlohnvorschriften, hier allerdings nebst Anhebung des Vergabemindestlohns auf 9 Euro/h. Bestandteil der Harmonisierung von Unter- und Oberschwellenbereich soll u.a. die
Einführung des "amtlichen Verzeichnisses" über geeignete Unternehmen im Liefer- und Dienstleistungsbereich
auch für nationale Vergaben sein. Den Text des Gesetzentwurfes finden Sie hier:
https://www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de/parladoku/w6/drs/ab_4200/4245.pdf
RA’in Anja Theurer, [email protected] , Tel.: 030/3744607 - 14
Niedersachsen: Niedersächsisches Tariftreue- und Vergabegesetz reformiert
Als erstes Bundesland passt Niedersachsen zum 1. Juli 2016 das Niedersächsische Tariftreue- und Vergabegesetz (NTVergG) an die im April in Kraft getretenen neuen vergaberechtlichen Regelungen des Bundes an. W esentliche Änderung ist, dass die landesspezifische nur für Vergaben öffentlicher Auftraggeber anzuwendende
Mindestentgeltregelung durch die bundesweiten Regelungen des Mindestlohngesetzes ersetzt wird. Zudem ist
zukünftig nur noch bei Ausführungen eines Auftrags im Inland die Einhaltung von Mindestentgelten zu beachten
(nach Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom 18.09.2014). Außerdem bleibt im Bereich des Öffentlichen Personenverkehrs (ÖPV) die bisherige Regelung zur Tariftreue bestehen, die auch für Unteraufträge gilt
(Klarstellung). Der niedersächsische Gesetzgeber möchte das Vergabeverfahren für öffentliche Auftraggeber und
Unternehmen verbessern und entbürokratisieren. Der Kern des Gesetzes, Verzerrungen im Wettbewerb um öffentliche Aufträge entgegenzuwirken sowie soziale und ökologische Aspekte bei der Vergabe stärker zu berücksichtigen, wird nicht berührt.
Sabine Hillmer, [email protected], Tel.: 051/3107-272
Nordrhein-Westfahlen I: Reform des Tariftreue und Vergabegesetzes
Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat aufgrund der Ergebnisse ihrer Evaluierung des Tariftreue- und
Vergabegesetzes Nordrhein-Westfalen eine Vereinfachung des Tariftreue- und Vergabegesetzes (TVgG) beschlossen. Damit soll der bürokratischen Aufwand bei Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern deutlich reduziert werden. Künftig soll nur der Gewinner der Ausschreibung die nach dem Tariftreue- und Vergabegesetz
erforderlichen Nachweise und Erklärungen vorlegen (Bestbieterprinzip), alle übrigen Bieter sind davon befreit.
Der vergabespezifische Mindestlohn soll sich an dem Mindestlohngesetz anlehnen, allerdings mindestens 8,85
EUR betragen. Die Bagatellgrenze soll von 500 auf 5.000 Euro erhöht werden. Geplant ist die Einrichtung einer
Servicestelle zur kostenlosen Beratung der Öffentlichkeit in allen Fragen rund um die Anwendung des Gesetzes.
Das TVgG soll nur noch ab einem Schwellenwert in Höhe von 20.000 Euro Anwendung finden. Im weiteren Gesetzgebungsverfahren erfolgt jetzt die Anhörung der Clearingstelle Mittelstand sowie der Kommunalen SpitzenGemeinsamer Newsletter der Auftragsberatungsstellen in Deutschland – Unser Service ist Ihr Gewinn!
verbände, anschließend wird die Landesregierung den Gesetzentwurf dem Landtag für weitere Beratungen und
zur Beschlussfassung zuleiten. Weitergehende Informationen zu den geplanten Änderungen finden Sie im Referentenentwurf.
Nordrhein-Westfahlen II: Neuer Erlass zur Versorgung von Flüchtlingen in NRW
Der Erlass vom 6. August 2015 (MBl. NRW. S. 497), der im Zusammenhang mit der Unterbringung, Sicherheit,
Versorgung und Betreuung von Flüchtlingen vergaberechtliche Erleichterungen geschaffen hat, ist am 31. März
2016 ausgelaufen. An seiner Stelle gilt ab 01.04.2016 der Erlass vom 12.02.2016 (MBL NRW. S. 146). Der Erlass
ist bis zum 31.12.2016 befristet. Nach dem Erlass kann die generelle Annahme der Rechtfertigung eines Verhandlungsverfahrens ohne Teilnahmewettbewerb aufgrund äußerst dringlicher, zwingender Gründe bei Unvorhersehbarkeit nicht aufrechterhalten werden. Den neuen Erlass finden Sie hier.
Quelle: vergabe.NRW
Schleswig-Holstein I: GMSH-Plattform mit neuem Erscheinungsbild
Die E-Vergabeplattform der GMSH AöR präsentiert sich seit Anfang Juni in einem neuen Erscheinungsbild. Unter: http://www.e-vergabe-sh.de/ können interessierte Unternehmen nunmehr nicht nur Ausschreibungen des
Landes und des Bundes recherchieren, sondern auch die Bekanntmachungen weiterer öffentlicher Auftraggeber
wie z.B. Kreis Rendsburg-Eckernförde, SHGT Schleswig-Holsteinischer Gemeindetag oder dem Dänischen
Schulverein für Südschleswig. Die Bekanntmachungstexte sind nach ihrem Erscheinungstermin in einer Übersicht geordnet. Leider sind hier die Angaben zum Leistungsumfang arg kurz gehalten, so dass der Leistungsinhalt
und -umfang oftmals erst durch den Aufruf der vollständigen Bekanntmachung eindeutig erkannt werden kann.
Hier wäre aus Sicht der ABST SH eine Verbreiterung der Spalte „Leistung“ in der Übersicht durchaus hilfreich
und würde eine zielgerichtete Recherche erleichtern.
Schleswig-Holstein II: „Korruptionsregister – teure Datenbank ohne Daten“ Bemerkungen des Landesrechnungshofes
Der Landesrechnungshof Schleswig-Holstein befasst sich in seinen Bemerkungen 2016 unter dem o.a. Titel auch
mit dem „Korruptionsregister“. Der LRH stellt fest, dass der im Haushaltsplanungsverfahren hinterlegte Kostenrahmen deutlich überschritten sein dürfte, da „bis Ende März 2016 Kosten von 208 T€“ entstanden wären; der
Planansatz des Wirtschaftsministeriums betrug lediglich 158 T€. Zudem kritisiert der LRH, dass in diesem Kooperationsprojekt mit der Hansestadt Hamburg „keine Berichte über den Verlauf des Projektes“ vorlagen. „Controlling-Mechanismen wie beispielsweise eine Meilensteinplanung existieren nicht.“ Dem LRH ist „zweifelhaft, ob
angesichts der Fallzahlen eine länderübergreifende Komfortlösung wirtschaftlich ist.“ „Teure Datenbanken ohne
Daten kann sich das Land gerade in Zeiten knapper Kassen nicht leisten.“ , so der LRH weiter. Die Bemerkungen
2016 des LRH finden Sie unter: http://www.landesrechnungshof-sh.de/de/77/bemerkungen-2016.html
Schleswig-Holstein III: Tariftreue- und Vergabegesetz auf dem Prüfstand!
Wie bereits in der Juni-Ausgabe des Newsletters berichtet, wird das Tariftreue- und Vergabegesetz SchleswigHolstein (TTG SH) „evaluiert“, d.h. hinsichtlich der „Effizienz und Zielerreichung“ (Art. 3 Abs. 2 TTG) untersucht.
Das federführende Wirtschaftsministerium hat mit Datum 16.06. dazu einen (leider) umfangreichen Fragebogen
im Internet eingestellt: http://ww2.unipark.de/uc/Evaluierung-Vergabegesetz-S-H/
Insbesondere die Rückmeldungen aus der schleswig-holsteinischen Wirtschaft sind gefordert, um den Aufwand
der Unternehmen bei der Erfüllung dieser gesetzlichen Vorschriften (u.a. zu Tariftreue und zur Einhaltung der
ILO-Kernarbeitsnormen) verlässlich zu ermitteln. Diese Rückmeldungen können dabei helfen, mögliche Hemmnisse abzubauen und/oder die Attraktivität der Beteiligung am öffentlichen Markt zu erhöhen. Nehmen Sie bitte
an der Umfrage teil.
Mecklenburg-Vorpommern / Schleswig-Holstein: Fehmarnbelt-Tunnel – Erstes Treffen mit den Baukonsorten
Am 08.06.2016 fand im dänischen Holeby, Lolland, ein erstes Treffen der dänischen Projektverantwortlichen,
Vertretern der am Tunnelbau beteiligten Baukonsorten sowie Vertretern der dänischen Eisenbahngesellschaft
und der am Ausbau der dänischen Schieneninfrastruktur beteiligten Unternehmen mit der dänischen und deutschen Wirtschaft statt. Die IHK Schleswig-Holstein und die IHK zu Schwerin hatten hierzu u.a. einen kostenlosen
Busshuttle nach Dänemark eingerichtet, um möglichst vielen Unternehmen die Teilnahme an der Konferenz zu
ermöglichen. Im Rahmen der Konferenz wurde sehr deutlich, dass die dänische Seite des Projektes „Fehmarnbelt-Tunnel“ startbereit ist. Ausschlaggebend für den Starttermin ist der Abschluss des Planfeststellungsverfahrens auf deutscher Seite, der nach einer Konferenz-Video-Botschaft des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers Reinhard Meyer für 2017, spätestens für 2019 erwartet wird. Die bereits mit den Baukonsortien geschlossenen Verträge sind an diesen Planfeststellungsbeschluss gebunden. Eine Aufnahme der Bautätigkeit ist daher
vorher nicht zu erwarten. Alle am Bau des Tunnels und der Zug-Infrastruktur in Dänemark beteiligten Unternehmen haben zwar ihr Interesse an einer Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft bekundet, konkrete (Nachunternehmer-) Kooperationsprojekte konnten aber noch nicht genannt werden. Die Vorträge der Konferenz und
die Kontaktdaten der Projektverantwortlichen sind durch den Veranstalter unter: http://www.fehmarnlink.com/
Klaus Reisenauer; ABST Mecklenburg-Vorpommern; www.abst-mv.de
Volker Romeike; ABST Schleswig-Holstein; www.abst-sh.de
Veranstaltungen ___________________________
12. und 13. Juli 2016: Bieter-Workshop: eVergabe Elektronische Angebotsabgabe auf der eHAD-Plattform
Dieses Seminar wendet sich an alle Unternehmen, die in Hessen öffentliche Aufträge recherchieren und in einem
eVergabe-Verfahren auf der eHAD-Plattform einen Teilnahmeantrag oder Angebot digital abgeben möchten. Den
Teilnehmern werden zunächst grundlegende Informationen zur eVergabe, zur digitalen Signatur sowie zum Aufbau der eHAD-Plattform vermittelt. Daran schließt sich eine Erläuterung und Demonstration der Recherche nach
Ausschreibungen auf der HAD-Webseite sowie der digitalen Bearbeitung und Abgabe eines Teilnahmeantrags
bzw. Angebots über die eHAD-Plattform an. Im dritten Teil der Veranstaltung erhalten die Teilnehmer dann die
Möglichkeit an Rechnern vor Ort die digitale Bearbeitung und Abgabe von Teilnahmeanträgen oder Angeboten
selbst und mit Hilfestellung an Beispielvergaben im Testsystem der HAD/eHAD zu erproben.
Unter http://www.absthessen.de/seminare-anmeldung.html können Sie sich direkt online anmelden.
12. Juli 2016, 09:00 – 13:00 Uhr
13. Juli 2016, 13:00 – 17:00 Uhr
Auftragsberatungsstelle Hessen e.V., Wiesbaden
Doris Stiehl, Informatikerin B.Sc., Auftragsberatungsstelle Hessen e.V.
13. Juli 2016: Aktuelles Vergaberecht 2016 – Umfassender Überblick für Vergabepraktiker mit Vorkenntnissen (VOB/A, GWB und VgV 2016, HVTG)
Sie kennen sich im Vergaberecht bereits aus und haben entweder als Auftraggeber schon ein Vergabeverfahren
durchgeführt oder als Bieter daran teilgenommen. Die Veranstaltung vermittelt einen umfassenden Überblick über
Vergabeverfahren für Bau- sowie Liefer- und Dienstleistungsaufträge. Anhand aktueller Entscheidungen der
Nachprüfungsbehörden werden die praxisrelevanten Themen erörtert. Einbezogen werden die neuen rechtlichen
Rahmenbedingungen aufgrund der Novelle 2016 sowie die Regelungen des Hessischen Vergabe- und Tariftreuegesetzes. Kernthemen des Vergabeverfahrens wie Leistungsbestimmungsrecht, produktneutrale Ausschreibung, Eignung und Präqualifikation, Nachfordern von Erklärungen und Nachweisen, Nebenangebote, Nachunternehmer und Bietergemeinschaften, soziale, ökologische Anforderungen, Gütesiegel sowie sonstige Bedingungen
zur Auftragsdurchführung werden ausführlich besprochen. Auch die Wertung der Angebote, Dokumentationspflichten und Tariftreue werden anhand aktueller Rechtsprechung vertieft. Den Abschluss macht ein Überblick
über die Rechtsschutzmöglichkeiten des Bieters/Bewerbers oberhalb und unterhalb der Schwellenwerte.
Die Veranstaltung ist praxisorientiert und richtet sich an Bieter und Auftraggeber. Auf Fragen und Beiträge der
Teilnehmer wird ausführlich eingegangen. Diskussionen zwischen Referentin und Teilnehmerinnen/n, sind ausdrücklich erwünscht, um einen lebendiges Seminar zu fördern.
13.07.2016, 10:30 – 16:30 Uhr
Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill, Dillenburg
Rechtsanwältin Brigitta Trutzel, Geschäftsführerin ABSt Hessen, Wiesbaden
19. Juli und 6. September 2016: „Vergaberecht für Einsteiger“
Sie haben zum ersten Mal mit Vergabeverfahren zu tun – auf der Auftraggeber-Seite oder als sich bewerbendes
Unternehmen? Ziel des Seminars ist es, Ihnen die Struktur und die Grundsätze näher zu bringen.
Sie lernen die wichtigsten Regelungen kennen und erhalten praktische Hinweise wie Sie als Auftraggeber ein
Vergabeverfahren vorbereiten und durchführen. Als Bieter lernen Sie, was Sie bei einer Teilnahme an einer Ausschreibung beachten müssen und wie Sie häufig gemachte Fehler vermeiden können. Herangezogen werden die
Regelungen der VOB/A und VOL/A insbesondere für den Unterschwellenbereich. Intensiv mit einbezogen wird
das Hessische Vergabe- und Tariftreuegesetz. Kernthemen eines Vergabeverfahrens wie: Leistungsbestimmungsrecht, produktneutrale Ausschreibung, Eignung, Vergabeunterlagen, Nachfordern von Erklärungen und
Nachweisen, Nebenangebote, Nachunternehmer und Bietergemeinschaften, Wertungsstufen und Zuschlagskriterien werden anhand aktueller Rechtsprechung erläutert. Zum Abschluss werden auch Möglichkeiten des Aufhebens eines Verfahrens und die Durchführung von Nachprüfungsverfahren behandelt.
Das Seminar richtet sich an diejenigen, die bislang noch keine oder wenig Erfahrung im Vergaberecht gesammelt
haben. Es lässt viel Raum für Ihre Fragen und gemeinsame Diskussion.
19.07.2016, 10:30-15:30 Uhr
06.09.2016, 10:30-15:30 Uhr
Rechtsanwältin Eva Waitzendorfer-Braun, Auftragsberatungsstelle Hessen e.V.
21. Juli 2016: Bieterstrategien im öffentlichen Auftragswesen
Für Bieter sind öffentliche Aufträge ein nicht zu unterschätzendes Potential an Auftragsvolumen. Bis zu 480 Mrd. €
hat die öffentliche Hand allein in Deutschland für Bau-, Liefer- und Dienstleistungen jährlich zu vergeben. Während
private Auftraggeber in der Wahl ihrer Auftragnehmer frei sind, müssen öffentliche Auftraggeber bestimmte Verfahrensvorschriften bei der Beschaffung einhalten, da diese zur sparsamen Verwendung von Haushaltsmitteln
verpflichtet sind. Die erfolgreiche Akquise von öffentlichen Aufträgen gelingt dem Unternehmen nur, wenn es diese
streng formalen Spielregeln beachtet, nach denen öffentliche Aufträge erteilt werden: Bereits geringe Formfehler
können unwiderruflich zu einem Ausschluss des Angebots und betriebswirtschaftlich zu einem Verlust führen. Nur
wer die teils kompliziert erscheinenden Regeln kennt, kann erfolgsversprechende Angebote abgeben, Fehler
rechtzeitig korrigieren und sich Spielräume für taktisches Vorgehen vorbehalten.
Das Seminar soll Bietern helfen, die sich bereits an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen, eine größere Sicherheit in der Kommunikation mit öffentlichen Auftraggebern zu bekommen. Zulässige Wege des Informationsaustauschs mit den Auftraggebern vor und während eines Vergabeverfahrens sollen aufgezeigt werden. Weitere
Schwerpunkte der Veranstaltung sind die Vermeidung von Fehlern bei Angebotserstellung sowie das Hinweisen
auf typische Fallstricke im Verfahren. Für den Fall, dass sich Konflikte nicht einvernehmlich beilegen lassen, wird
das Seminar auch die Rechtsschutzmöglichkeiten behandeln, die Bietern oberhalb und unterhalb der Schwellenwerte zur Verfügung stehen.
Die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen 2016 finden Berücksichtigung, dazu gibt das Seminar den Teilnehmern Gelegenheit, ihre eigenen Praxiserfahrungen einzubringen und mit den Referenten am konkreten Fall effektivere Vorgehensweisen zu erörtern.
21. Juli 2016, 10:30 – 16:30 Uhr
Rechtsanwalt Dr. Peter Braun, Partner Dentons, Frankfurt
Das Seminar geht ausführlich auf die neuen Regelungen der VOB/A ein. Dabei werden Unterschiede zu nationalen Vergabeverfahren, insbesondere zum Hessischen Vergabe- und Tariftreuegesetz herausgearbeitet. Das Seminar wendet sich an Vergabestellen, Unternehmen und Planungsbüros, die sich mit Bauvergaben und Angebotserstellung befassen sowie an Interessierte, die vertiefte Kenntnisse zum Vergaberecht erlangen möchten.
Die Themenauswahl orientiert sich an den wesentlichen Änderungen, die ab April 2016 für Beschaffungsverfahren
verbindlich sind und vergleicht sie mit der aktuellen Rechtsprechung der Vergabekammern und obergerichtlichen
Entscheidungen sowie Abweichungen zum hessischen Vergaberecht. Sämtliche Regelungswerke wie GWB, VgV,
HVTG, Hessischer Vergabeerlass und VOB/A werden einbezogen.
Das Seminar strebt einen lebendigen Dialog an. Die Teilnehmer können Fragen und Beiträge themenbezogen
während der gesamten Vortragszeit stellen, um durch ihre Fallbeispiele praxisorientierte Hilfestellung zu erhalten.
27. Juli 2016, 10:00 – 16:00 Uhr
Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main, Darmstadt
1. September 2016, 10:00 – 16:00 Uhr
0611 974588-20
Geschäftsführerin der ABSt Hessen e.V.
Brigitta Trutzel Rechtsanwältin
Vorstand der Auftragsberatungsstelle Hessen e.V. (ABSt Hessen)
Volker Romeike, ABST Schleswig-Holstein,
unter Mitarbeit der Auftragsberatungsstellen in Deutschland www.abst.de
Verantwortlich für die Rubrik Recht:
ABSt Brandenburg und Auftragsberatungsstelle Hessen e. V.
Informationsbrief Auftragswesen Aktuell
Anlage 1, Formblatt zur Angebotsdarstellung
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Eigenerklärung zu § 124 GWB
Kreisstraße AIC 25, Ortsdurchfahrt Bergen
Fragen und Antworten zum Vergabeverfahren “34/Server“
1 Betrifft: Referentenentwurf „Entwurf eines Gesetzes zur
Auftragswesen Aktuell - Auftragsberatungsstelle Hessen e.V.
- bauleiterschulung.de

References: § 132
 § 132
 EuGH 
 § 132
 § 132
 § 132
 § 132
 § 132
 § 132
 § 132
 § 132
 § 132
 § 132
 § 132
 § 132
 § 106
 § 133
 § 101
 § 19
 § 16
 § 107
 § 160
 § 124