Source: http://befriends.de/regeln.html
Timestamp: 2019-04-18 10:47:38+00:00

Document:
FIDE-Schachregeln (gültig ab 1.7.2005)
Die FIDE (Fédération Internationale des Echècs = Weltschachbund) ist verantwortlich für die Festlegung der Schachregeln. In größeren Abständen (vormals zuletzt 2001) passt sie die Regeln an bzw. nimmt Unklarheiten aus dem "Gesetzestext". Eine gemeinsame Kommission der Schachverbände Österreichs und Deutschlands hat den englischen Text ins Deutsche übertragen.
Zwischen die Textzeilen habe ich (Markus Keller) in kursiv einige Anmerkungen eingefügt, teilweise um die Regeln zu erläutern oder auf einige Neuerungen hinzuweisen.
Art. 1: Wesen und Ziele des Schachspiels
Art. 2: Die Anfangsstellung der Figuren auf dem Schachbrett
Art. 3: Die Gangart der Figuren
Art. 4: Die Ausführung der Züge
Art. 5: Die Beendigung der Partie
Art. 6: Die Schachuhr
Art. 7: Regelverstöße
Art. 8: Die Aufzeichnung der Züge
Art. 9: Das Remis (die unentschiedene Partie)
Art. 10: Endspurtphase
Art. 11: Spielergebnisse
Art. 12: Das Verhalten der Spieler
Art. 13: Der Aufgabenbereich des Schiedsrichters (siehe Vorwort)
Art. 14: Die FIDE
Der englische Text ist die authentische Fassung der FIDE-Schachregeln, angenommen vom 72. FIDE-Kongress, Calvià (Mallorca), Oktober 2004. Sie treten am 1. Juli 2005 in Kraft.
In diesen Regeln werden Personenbezeichnungen und ihre Fürwörter so verwendet, dass sie unterschiedslos das männliche und das weibliche Geschlecht mit einbeziehen.
A) Die Regeln scheinen für Schiedsrichter geschrieben zu sein, so liest sich zumindest das Vorwort. Nichtsdestotrotz sollte jeder Schachspieler den Inhalt kennen.
B) Der Deutsche Schachbund (und wohl auch seine Landesverbände) dürfen "zusätzliche" Regeln erfinden, nicht jedoch "Ersatzregeln". Diese dürfen aber zumindest nicht bei für die ELO-Wertung angemeldeten Turniere gelten (also z.B. Meisterturnier des Badischen Kongresses, Oberliga).
Der Artikel ist präzisiert worden. Jetzt steht hier zusätzlich u.a., dass ein König nicht geschlagen werden darf. Das gilt natürlich auch im Blitzschach.
ein weißer König mit K als gebräuchlichem Symbol
eine weiße Dame mit Q als gebräuchlichem Symbol
zwei weiße Türme mit R als gebräuchlichem Symbol
zwei weiße Läufer mit L als gebräuchlichem Symbol
zwei weiße Springer mit N als gebräuchlichem Symbol
acht weiße Bauern mit P als gebräuchlichem Symbol
ein schwarzer König mit k als gebräuchlichem Symbol
eine schwarze Dame mit q als gebräuchlichem Symbol
zwei schwarze Türme mit r als gebräuchlichem Symbol
zwei schwarze Läufer mit l als gebräuchlichem Symbol
zwei schwarze Springer mit n als gebräuchlichem Symbol
acht schwarze Bauern mit p als gebräuchlichem Symbol
Aha! Bauern (und König) sind auch Figuren!
[Diagramm der Grundstellung]
[Diagramm der Zugmöglichkeiten des Läufers]
[Diagramm der Zugmöglichkeiten des Turms]
[Diagramm der Zugmöglichkeiten der Dame]
[Diagramm der Zugmöglichkeiten des Springers]
[Diagramm der Zugmöglichkeiten des Bauern (ohne en passant)]
[Diagramm der Zugmöglichkeiten des Bauern (en passant)]
3.8 Es gibt zwei verschiedene Arten den König zu ziehen:
[Diagramm der Zugmöglichkeiten des Königs (ohne Rochade)]
Die gegnerischen Figuren greifen ein Feld an, selbst wenn die Figuren selbst ziehen können.
Der letzte Satz ist auf der FIDE-Homepage zu finden, nicht in der offiziellen
[Diagramm der Zugmöglichkeiten des Königs (Rochade)]
Gestrichen wurde der Satz: „Das Ansagen eines Schachgebotes ist nicht erforderlich.“ Es ist keine Vorschrift.
Der letzte Satz ist auf der FIDE-Homepage mit einem anderen Text zu finden als in der offiziellen deutschen Übersetzung. Ich habe den FIDE-Text genommen.
Zum Zurechtrücken muss man am Zuge sein! Das heißt eigentlich sogar, dass man
nur zurechtrücken kann, bevor man seinen Zug ausgeführt hat.
Man muss also nicht mit dem Turm ziehen!
d) Wenn ein Spieler einen Bauern umwandelt, ist die Auswahl der Figur endgültig, sobald die Figur das Umwandlungsfeld berührt hat.
Das war bisher noch nicht geregelt.
4.6 Sobald in einem regelgemäßen Zug oder Teil eines regelgemäßen Zuges eine Figur auf einem Feld losgelassen worden ist, kann sie nicht mehr auf ein anderes Feld gezogen werden. Der Zug gilt als ausgeführt, sobald alle notwendigen Anforderungen von Artikel 3 erfüllt worden sind
a) im Fall des Schlagens, sobald die geschlagene Figur vom Schachbrett entfernt wurde und der Spieler beim Setzen seiner Figur auf ihr neues Feld diese loslässt.
b) im Fall der Rochade, sobald der Spieler den Turm auf dem Feld loslässt, welches der König vorher überquerte. Wenn der Spieler den König loslässt, ist der Zug noch nicht ausgeführt, aber der Spieler darf keinen anderen Zug ausführen als die Rochade auf dieser Seite, vorausgesetzt, diese ist regelgemäß.
Sehr ausführlich wird hier der „ausgeführte Zug“ definiert. Die Begriffsbestimmung brauchen wir noch öfters.
4.7 Ein Spieler verliert das Recht, einen Verstoß seines Gegners gegen Artikel 4.3 oder 4.4 zu reklamieren, sobald er absichtlich eine Figur berührt hat.
Hier meint das „er“ natürlich den Spieler selbst. Der Schiedsrichter (so er dies sieht) muss eingreifen, falls "berührt – geführt" nicht beachtet wird.
Der erste Satz ist auf der FIDE-Homepage mit einem anderen Text zu finden als in der offiziellen deutschen Übersetzung. Ich habe den FIDE-Text genommen.
Also auch z.B. eine Stellung mit blockierten Bauern ohne Schlagmöglichkeit
oder König und Läufer gegen König ist sofort remis.
REGELN FÜR DEN SCHACHSPORT (Competition Rules)
6.1 Eine "Schachuhr" ist eine Uhr mit zwei Zeitanzeigen, die so miteinander verbunden sind, dass zu gleicher Zeit nur eine von ihnen laufen kann.
Die Uhr wird also z.B. nach Ablauf der zwei Stunden Bedenkzeit vor-/
zurückgedreht, nicht nach z.B. 40 Zügen. (Es heißt "eine Mindestzahl von
Zügen", früher "eine bestimmte Zahl von Zügen".)
Schwarz darf nicht auswählen, wo die Uhr steht oder wo er sitzt!
Bsp.: Beide Spieler kommen gemeinsam zu spät (sie haben zusammen
gefrühstückt, im Stau gesteckt, etc.). Dann kann der Schiedsrichter
entscheiden, die verlorene Zeit zu teilen.
Es reicht nicht, im Turniersaal anwesend zu sein.
6.8 a) Während der Partie hält jeder Spieler, nachdem er seinen Zug auf dem Schachbrett ausgeführt hat, seine eigene Uhr an und setzt die seines Gegners in Gang. Einem Spieler muss es immer ermöglicht werden, seine Uhr anzuhalten. Sein Zug gilt als nicht vollständig abgeschlossen, solange er das nicht getan hat, es sei denn, der ausgeführte Zug hat die Partie beendet (siehe Artikel 5.1 und 5.2).
Hier wird der "abgeschlossene Zug" definiert!
Und wer es immer noch nicht glaubt: Hier steht, dass man die Uhr nach
seinem Zug drücken können muss.
Die Zeit zwischen der Ausführung des Zuges auf dem Schachbrett und dem Anhalten der eigenen und dem In-Gang-Setzen der gegnerischen Uhr gilt als Teil der Bedenkzeit des betreffenden Spielers.
Zwei wichtige Regeln, insbesondere im Blitzschach.
Der Schiedsrichter muss also in obigen Fällen von sich aus (oder auf Antrag eines
Spielers) Strafen verhängen, auch beim Blitzschach! Wie hoch die Strafe ist, ist
ihm allerdings freigestellt.
Neu! Bisher sollte der Schiedsrichter die Bedenkzeiten beider Spieler anpassen.
Bei Blitz- bzw. Schnellschach sagt der Schiedsrichter nicht "Blatt" (siehe Artikel B7).
Die Regel sagt aber auch versteckt, dass nur der Schiedsrichter und die Spieler auf das gefallene Fallblättchen hinweisen dürfen, ansonsten verhängt der Schiedsrichter eine Strafe, die je nach Umstand sehr hoch ausfallen kann.
6.10 Außer in den Fällen, die durch die Artikel 5.1 oder einen der Artikel 5.2 a), b) oder c) erfasst werden, gilt, dass ein Spieler seine Partie verloren hat, wenn er die vorgeschriebene Anzahl von Zügen in der zugewiesenen Zeit nicht vollständig abgeschlossen hat. Die Partie ist jedoch remis, wenn eine Stellung entstanden ist, aus der heraus es dem Gegner nicht möglich ist, den König des Spieler durch eine beliebige Folge von regelgemäßen Zügen, selbst bei ungeschicktestem Gegenspiel, matt zu setzen.
6.11 Jede Anzeige auf den Uhren ist bindend, sofern kein offensichtlicher Mangel vorliegt. Eine Schachuhr mit einem offensichtlichen Mangel muss ersetzt werden. Der Schiedsrichter ersetzt die Uhr und bestimmt nach bestem Ermessen, auf welche Zeiten die Ersatzuhr zu stellen ist.
Dies gilt also auch, wenn wegen eines Mangels das Fallblättchen zu früh
6.12 Wenn beide Fallblättchen gefallen sind, aber nicht feststellbar ist, welches zuerst,
a) wird die Partie fortgesetzt, falls dies in einer beliebigen Zeitperiode außer der letzten geschieht.
b) ist die Partie remis, falls dies in der Zeitperiode geschieht, in welcher alle verbleibenden Züge vollendet werden müssen.
Der Schiedsrichter muss also eine angemessene Strafe verhängen.
6.15 Projektionsleinwände, Bildschirme oder Demonstrationsbretter, welche die aktuelle Stellung auf dem Schachbrett, die Züge und die Anzahl der gespielten Züge zeigen, sowie die Uhren, die auch die Zügezahl anzeigen, sind im Turniersaal erlaubt. Jedoch darf ein Spieler einen Anspruch nicht nur auf Informationen stützen, die auf derartigen Anzeigen beruhen.
Neu ist hier das Wort „nur“ im letzten Satz.
Einige der folgenden Regeln sind im Blitz- bzw. Schnellschach
abgewandelt (siehe Anhang B bzw. C).
Jetzt muss das Brett gedreht werden, früher hieß es: "darf".
In der Regel wird die Partie also fortgesetzt.
Wie steht es jetzt mit dem Zurückdrücken der Uhr, falls Figuren
umgeworfen wurden? Im Prinzip ist das nicht erlaubt! Früher war es
erlaubt. Jetzt heißt es: Zwar muss der Spieler auf eigene Zeit die Figuren
aufbauen, aber der Gegner darf die Uhr nur maximal anhalten. Ein Fall für
das Einfühlungsvermögen eines Schiedsrichters, der auf jeden Fall gerufen
werden sollte, falls so etwas öfters in der Partie passiert.
7.4 a) Wenn während einer Partie festgestellt wird, dass ein regelwidriger Zug, eingeschlossen der Einhaltung der Anforderungen an eine korrekte Bauernumwandlung oder dem Schlagen des gegnerischen Königs, vollständig abgeschlossen wurde, wird die Stellung unmittelbar vor dem Regelverstoß wiederhergestellt. Falls die Stellung unmittelbar vor dem Regelverstoß nicht bestimmt werden kann, wird die Partie aus der letzten bekannten Stellung vor dem Regelverstoß heraus weitergespielt. Die Uhren werden gemäß Artikel 6.14 gestellt. Artikel 4.3 wird auf den Zug angewandt, der den regelwidrigen ersetzt. Daraufhin wird die Partie aus der so erreichten Stellung heraus weitergespielt.
Das gilt seit 2001 auch für Langpartien, vorher nur beim Schnellschach!
8.1 Im Laufe der Partie ist jeder Spieler verpflichtet, seine eigenen Züge und die seines Gegners auf korrekte Weise aufzuzeichnen, Zug für Zug, so klar und lesbar wie möglich, in algebraischer Notation (Anhang E), auf dem für das Turnier vorgeschriebenen "Partieformular". Es ist verboten, Züge im Voraus aufzuschreiben, außer wenn der Spieler ein Remis nach Artikel 9.2 oder 9.3 beantragt.
Auch bei den Mannschaftskämpfen müssen also "Partiezettel" verwendet werden.
Neu: Erst ziehen, dann aufschreiben.
Grund: Das Im-Voraus-Aufschreiben ist eine Merkhilfe, die nicht erlaubt ist. Außerdem ist dann nicht mehr so leicht zu „helfen“. Der Spieler schreibt einen Zug auf, ein Freund schüttelt den Kopf oder nickt…
Ein Spieler darf, wenn er es wünscht, auf den Zug seines Gegners antworten, bevor er ihn aufzeichnet. Er muss seinen eigenen vorangegangenen Zug aufzeichnen, bevor er einen neuen macht. Beide Spieler müssen ein Remisangebot auf dem Partieformular aufzeichnen (Anhang E.13).
Hier und im Absatz vorher ist eindeutig beschrieben, wann man spätestens die Züge aufschreiben muss. Der Schiedsrichter darf und wird - insbesondere, wenn
der Gegner in Zeitnot ist - die Vernachlässigung dieser Regel bestrafen.
Falls es einem Spieler nicht möglich ist, die Partie aufzuzeichnen, kann er einen für den Schiedsrichter akzeptablen Assistenten einsetzen, um die Züge zu notieren. Seine Bedenkzeit wird vom Schiedsrichter angemessen angepasst.
Neu ist, dass ein Assistent für solche Spieler vorgeschrieben wird. Mal schauen, wann die Spieler auf die Idee kommen, hierfür „elektronische Hilfsmittel“ einzusetzen.
8.4 Wenn ein Spieler in einer Zeitperiode zu irgendeinem Zeitpunkt weniger als fünf Minuten Restbedenkzeit hat, ist er nicht verpflichtet, die Anforderungen von Artikel 8.1 zu erfüllen. Dies gilt nicht, wenn er pro Zug mindestens 30 zusätzliche Sekunden zu seiner Bedenkzeit hinzugefügt bekommt. Nachdem ein Fallblättchen gefallen ist, muss der Spieler seine Aufzeichnungen sofort, vor Ausführung eines Zuges auf dem Schachbrett, vollständig nachtragen.
Ein Spieler hat nur noch vier Minuten, schreibt nicht mehr mit. Er bekommt eine Zeitgutschrift von zwei Minuten, hat dann sechs, müsste also wieder mitschreiben. So hätte zwar früher kein Schiedsrichter geurteilt, jetzt ist aber auch in den Regeln festgeschrieben, dass er dann nicht mehr mitschreiben muss.
In der offiziellen deutschen Übersetzung gibt es einen Artikel 8.4 b), den der Text auf der FIDE-Homepage nicht hat. Glaubt mir, wenn ich den Inhalt hinschreiben würde, würde das nur verwirren. Er wäre auch nur bei der neuen FIDE-Bedenkzeit (plus 30 Sekunden pro Zug) zur Anwendung gekommen.
Die Uhr wird also angehalten, auch wenn einer der Spieler, der nicht
mitschreiben musste, trotzdem mitgeschrieben hat.
Bei Nichtbeachtung dieser Regel wird der Schiedsrichter die Uhr
zurückdrücken, den Zug ausgeführt lassen und die Uhr erst wieder drücken
lassen, sobald die Notation vervollständigt ist.
9.1 a) Ein Spieler, der remis anbieten möchte, tut dies, nachdem er einen Zug auf dem Schachbrett ausgeführt und bevor er seine Uhr angehalten und die seines Gegners in Gang gesetzt hat. Ein Remisangebot zu einer beliebigen anderen Zeit ist zwar gültig, aber Artikel 12.6 muss berücksichtigt werden. An das Angebot können keine Bedingungen geknüpft werden. In beiden Fällen kann das Remisangebot nicht zurückgezogen werden und bleibt gültig, bis es der Gegner annimmt, mündlich ablehnt, ablehnt durch Berühren einer Figur in der Absicht, diese zu ziehen oder zu schlagen, oder die Partie auf andere Weise beendet wird.
Das absichtliche Berühren einer Figur heißt schon "Abgelehnt!", nicht erst "das Ziehen einer Figur".
b) Das Remisangebot wird von jedem Spieler mit einem Symbol (siehe Anhang E13) auf dem Partieformular notiert.
Das macht bisher auch kaum ein Spieler, gilt aber schon länger.
Das ist z.B. auch wichtig in der Endspurtphase, wenn ein Spieler remis nach
Art. 10.2 reklamiert, der Schiedsrichter auf Weiterspielen entscheidet. Dann ist
der Spieler nicht mehr an sein Remisangebot gebunden und kann wieder auf
Gewinn spielen.
9.2 Die Partie ist remis aufgrund eines korrekten Antrages des Spielers, der am Zuge ist, wenn dieselbe Stellung mindestens zum dritten Mal (nicht notwendigerweise durch Zugwiederholung)
a) er einen Zug auf sein Partieformular schreibt und dem Schiedsrichter seine Absicht erklärt, diesen Zug ausführen zu wollen, der zur Folge habe, dass dann die letzten 50 aufeinander folgenden Züge eines jeden Spielers gemacht worden sind, ohne dass ein Bauer gezogen oder eine Figur geschlagen worden ist, oder
b) die letzten 50 aufeinander folgenden Züge eines jeden Spielers geschehen sind, ohne dass ein Bauer gezogen oder eine Figur geschlagen worden ist.
Hier verliert also nicht das absichtliche Berühren der Figur das Recht remis
zu beanspruchen, sondern erst die Ausführung des Zuges. Ein wenig
verwirrend, hier hätte die FIDE die Einheitlichkeit wahren können.
Der Spieler muss am Zug sein.
b) Falls der Schiedsrichter seine Entscheidung hinausschiebt, dürfen dem Gegner zwei zusätzliche Minuten zugesprochen werden und die Partie wird fortgesetzt, wenn möglich im Beisein des Schiedsrichters. Später während der Partie oder nachdem ein Fallblättchen gefallen ist, bestimmt der Schiedsrichter das Spielergebnis. Er muss die Partie für remis erklären, falls er zu der Überzeugung gekommen ist, dass die Endstellung mit normalen Mittel überhaupt nicht zu gewinnen ist oder der Gegner keine genügenden Anstrengungen unternimmt, die Partie mit normalen Mitteln zu gewinnen..
Generell: Wenn der Schiedsrichter den Antrag für möglicherweise gerechtfertigt hält, wird er wohl keine Zeitgutschrift geben.
Neu ist, dass der Schiedsrichter, wenn er die Entscheidung hinausschiebt, nicht mehr warten muss, bis ein Fallblättchen gefallen ist.
Endgültig! Es ist also kein Einspruch mehr bei einer höheren Instanz (bei
Turnieren das Turniergericht) möglich.
- der seine Partie gewinnt oder kampflos gewinnt, einen Punkt (1) erzielt,
- der seine Partie verliert oder kampflos verliert, keinen Punkt (0) erzielt,
- der seine Partie mit remis beendet, einen halben Punkt (1/2) erzielt.
Es also auch möglich, eine andere Punktverteilung wie z.B. 3-1-0 zu vereinbaren.
Früher hieß dieser Artikel (genauso flach): Von den Spielern werden beste Umgangsformen erwartet.
12.2 a) Während des Spielverlaufs ist es den Spielern verboten, sich irgendwelche Notizen, Informationsquellen oder Ratschläge zunutze zu machen oder auf einem anderen Schachbrett zu analysieren.
b) Das Mitbringen von Mobiltelefonen oder anderen elektronischen Kommunikationsmitteln, die nicht vom Schiedsrichter genehmigt wurden, in das Turnierareal ist streng verboten. Falls das Mobiltelefon eines Spielers während der Partie im Turnierareal läutet, hat der Spieler die Partie verloren. Das Ergebnis des Gegners legt der Schiedsrichter fest.
Erstmals gibt es einen „Handy-Paragrafen“ in den FIDE-Regeln.
Achtung: „Turnierareal“ umfasst auch Toiletten, Raucherräume, Verpflegungsstationen etc. ( siehe 12.5)!
Diese Regeln gelten für die Spieler (Überschrift des Artikels 12: Das Verhalten der Spieler). In 13.7 b) ist der „Handy-Paragraf“ für „Jedermann“.
12.3 Das Partieformular dient ausschließlich der Aufzeichnung der Züge, der Zeitangaben auf den Uhren, der Remisangebote und der mit einem Antrag in Zusammenhang stehenden Umstände sowie anderer bedeutsamer Daten.
Neu ist „sowie anderer bedeutsamer Daten“. Was das wohl ist…?
12.4 Spieler, die ihre Partie beendet haben, gelten als Zuschauer.
12.5 Es ist den Spielern nicht gestattet, das Turnierareal ohne Erlaubnis des Schiedsrichters zu verlassen. Das Turnierareal ist begrenzt auf den Spielbereich, Toiletten, Verpflegungsbereiche und Nebenräume für Raucher, sowie auf weitere, vom Schiedsrichter bezeichnete Bereiche.
Es wird hier klar zwischen Turnierareal (playing venue) und Spielbereich (playing area) unterschieden. Wichtig ist, dass der Spieler, der am Zug ist, nicht den Raum/ die Räume, in denen gespielt wird, verlassen darf.
12.6 Es ist verboten, den Gegner auf irgendwelche Art abzulenken oder zu stören. Dazu gehört auch ungerechtfertigtes Antragstellen oder Anbieten von remis.
Hier soll ein Partieresultat wie 0:1/2 möglich gemacht werden.
f) eine Erhöhung der Punktzahl im Partieresultat des Gegners bis zu der in dieser
Partie erreichbaren Höchstzahl,
Noch ohne rechte Bedeutung sind Entscheidungen nach e) oder f) mit Partieresultaten wie 0:1/2.
a) bis g) sind alle möglichen Strafen. Der Schiedsrichter darf z.B. keine Geldstrafe verhängen.
13.6 Der Schiedsrichter darf nicht in eine Partie eingreifen, außer in den Fällen, die in den Schachregeln erwähnt sind. Er gibt die Zahl der gespielten Züge nicht bekannt, außer in Anwendung von Artikel 8.5, wenn mindestens ein Fallblättchen gefallen ist.
Der Schiedsrichter unterlässt es, einem Spieler mitzuteilen, dass sein Gegner einen Zug ausgeführt oder dass der Spieler die Uhr nicht betätigt hat.
Also ganz klar beim Mitschreiben in Zeitnot: Der Schiedsrichter (also auch derjenige der mitschreibt) darf nicht sagen, wie viele Züge gespielt sind, bis dass ein Blättchen fällt.
Und auch hier steht implizit, dass die Uhren erst nach Fallen eines Fallblättchens zurück-/ vorgedreht werden.
Von 2001 bis 2005 durfte der Schiedsrichter darauf hinweisen, dass man vergessen hat, die Uhr zu drücken. Jetzt nicht mehr.
13.7 a) Zuschauer und Spieler anderer Partien dürfen nicht über eine Partie reden oder sich auf andere Weise einmischen. Falls nötig, darf der Schiedsrichter die Störer aus dem Turnierareal weisen.
Früher galt, dass die Störer aus dem Spielbereich verwiesen werden durften, seit 2001 kann der Schiedsrichter sie aus dem Turnierareal verweisen.
b) Der Gebrauch eines Mobiltelefons ist für Jedermann im Turnierareal und in jedem vom Schiedsrichter bestimmten Bereich verboten.
Oje! Zuschauer müssen zum Telefonieren oder SMS-Schicken ins Freie.
A. Hängepartien (abgebrochene Partien), B. Schnellschach, C. Blitzschach,
[Lasse ich hier weg.]
E1. In dieser Beschreibung bedeutet „Figur“ jede Figur außer dem Bauern.
E2. Jede Figur wird mit dem großgeschriebenen Anfangsbuchstaben ihres Namens angegeben.
E3. Jeder Spieler hat das Recht, den Anfangsbuchstaben des Figurennamens, der in seiner Landessprache üblich ist, zu verwenden.
T = Turm T = Tour T = Torre R = Rook
E4. Bauern werden nicht mit ihrem Anfangsbuchstaben angegeben, sondern sind durch das Fehlen eines solchen zu erkennen.
E5. Die acht Linien (für Weiß von links nach rechts, für Schwarz von rechts nach links) werden mit den kleingeschriebenen Buchstaben a, b, c, d, e, f, g und h angegeben.
E6. Die acht Reihen (für Weiß von unten nach oben, für Schwarz von oben nach unten) werden nummeriert mit 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und B. Infolgedessen stehen in der Anfangsstellung die weißen Figuren und Bauern auf der ersten und zweiten Reihe, die schwarzen auf der achten und siebenten Reihe (siehe Artikel 2.3).
E7. Jedes Feld wird angegeben mit
[Diagramm mit den Felderbezeichnungen]
E8. Jeder Zug einer Figur wird angegeben mit
E9. Wenn eine Figur schlägt, wird ein "x" zwischen a) dem Anfangsbuchstaben ihres Namens und b) dem Ankunftsfeld eingefügt.
E10. Falls zwei gleichartige Figuren auf dasselbe Feld ziehen können, wird die Figur, die gezogen wird, wie folgt angegeben:
1. auf g1 und e1 stehen gleichfarbige Springer, und einer von ihnen zieht nach f3: entweder Sgf3 oder Sef3, je nachdem.
2. auf g5 und g1 stehen gleichfarbige Springer, und einer von ihnen zieht nach f3: entweder S5f3 oder S1f3, je nachdem.
2. entweder S5xf3 oder S1xf3,
E11. Wenn zwei Bauern dieselbe gegnerische Figur oder denselben gegnerischen Bauern schlagen können, wird der gezogene Bauer durch
E12. Im Falle einer Bauernumwandlung wird der ausgeführte Bauernzug angegeben, unmittelbar gefolgt vom Anfangsbuchstaben der neuen Figur.
Beispiele: d8D, f8S, b1L, g1T.
E13. Ein Remisangebot wird mit (=) notiert.
Neu: Jetzt darf das Matt auch mit dem häufig zu sehenden Zeichen „#“ notiert werden.
1.e4 d5 2.Sf3 Sf6 3.d4 exd4 4.e5 Se4 5.Dxd4 d5 6.exd6 e.p. Sxd6 7.Lg5 Sc6 8.De3+ Le7 9.Sbd2 0-0 10.0-0-0 Te8 11.Kb1(=)
e) Figuren im Stauntonformat, die schwarzen Figuren sind besonders
E-Eva F- Felix G-Gustav H-Hector
Die Reihen von Weiß nach Schwarz werden mit den deutschen Zahlen bezeichnet:
Diese ganzen Bezeichnungen sind international in deutscher Sprache!
b) eine Figur in eine neue Sicherungsöffnung gesteckt wurde.
9. Der sehbehinderte Spieler darf sich von einem Assistenten unterstützen lassen, der einige oder sämtliche der folgenden Pflichten übernimmt:
c) die Mitschrift für den sehbehinderten Spieler durchzuführen und die Uhr seines
Gegners in Gang zu setzten (unter Beachtung von 3.c)),
d) den sehbehinderten Spieler nur auf dessen Verlangen über die Zügezahl und den
Zeitverbrauch beider Spieler zu informieren,
e) den Sieg bei Zeitüberschreitung zu beanspruchen und den Schiedsrichter über
das Berühren von Figuren durch den sehenden Spieler zu informieren,
Fast alle dieser Schnellschachregeln gelten auch beim Blitzschach (siehe
B1. Eine Schnellschachpartie ist eine Partie, in der entweder alle Züge innerhalb einer festgesetzten Zeit von zwischen 15 und 60 Minuten pro Spieler gemacht werden müssen, oder die vorgegebene Zeit zuzüglich der Zeitgutschrift für 60 Züge zwischen 15 und 60 Minuten beträgt.
B4. Sobald jeder Spieler drei Züge vollständig abgeschlossen hat, kann eine falsche Figurenaufstellung, Brettausrichtung oder Uhrzeigerstellung nicht mehr beanstandet werden.
B5. Der Schiedsrichter fällt eine Entscheidung gemäß Artikel 4 (Die Ausführung der Züge) nur auf Ersuchen durch einen oder beide Spieler.
Manchmal ist es ja geschickt, nicht auf einem "berührt - geführt" zu
beharren. Im Gegensatz zum "Normalschach" hat der Schiedsrichter von
sich aus nicht reinzureden.
B6. Sobald die Uhr des Gegners in Gang gesetzt wurde, ist ein regelwidriger Zug abgeschlossen. Der Gegner darf dann reklamieren, dass der Spieler einen regelwidrigen Zug gemacht hat, bevor der Reklamierende seinen Zug ausgeführt hat. Nur nach einer derartigen Reklamation darf der Schiedsrichter eingreifen. Wenn allerdings beide Könige im Schach stehen oder eine Bauernumwandlung nicht abgeschlossen wurde, greift der Schiedsrichter nach Möglichkeit ein.
Bisher galt, dass man nicht mehr reklamieren konnte, wenn man die eigene Figur schon berührt hat.
B7. Das Fallblättchen gilt als gefallen, sobald einer der Spieler mit Recht darauf hingewiesen hat. Der Schiedsrichter unterlässt es, das Fallen eines Blättchens anzuzeigen.
B8. Um einen Gewinn durch Zeitüberschreitung zu beanspruchen, muss der Antragsteller beide Uhren anhalten und den Schiedsrichter benachrichtigen. Dem Antrag wird nur stattgegeben, wenn nach Anhalten der Uhren das Fallblättchen des Antragstellers noch oben und das seines Gegners gefallen ist.
B9. Falls beide Fallblättchen gefallen sind, ist die Partie remis.
C1. Eine Blitzpartie ist eine Partie, in der alle Züge innerhalb einer festgesetzten Zeit von weniger als 15 Minuten pro Spieler gemacht werden müssen, oder die vorgegebene Zeit zuzüglich der Zeitgutschrift für 60 Züge weniger als 15 Minuten beträgt.
C2. Es gelten die Schnellschachregeln gemäß Anhang B, es sei denn, sie werden durch die folgenden Blitzschachregeln außer Kraft gesetzt. Die Artikel 10.2 und B6. gelten nicht.
C3. Ein regelwidriger Zug ist abgeschlossen, sobald die Uhr des Gegners in Gang gesetzt worden ist. Daraufhin, bevor er selbst seinen Zug ausführt, ist der Gegner berechtigt, den Gewinn zu beanspruchen. Wenn der Gegner den König des Spielers mit keiner erdenklichen Folge von regelgemäßen Zügen, bei ungeschicktestem Gegenspiel, mattsetzen kann, dann ist er berechtigt, bevor er seinen eigenen Zug ausführt, ein Remis zu beanspruchen. Sobald der Gegner seinen eigenen Zug ausgeführt hat, kann ein regelwidriger Zug nicht mehr berichtigt werden.
A) Wenn z.B. Schwarz nur noch den König hat (nicht mehr mattsetzen
kann) und Weiß Material zum Mattsetzen hat, und Weiß macht jetzt
einen regelwidrigen Zug, so ist die Partie auf Antrag remis (bis Juni
2001: gewonnen!), wenn rechtzeitig reklamiert wurde.
B) Wenn Schwarz einen regelwidrigen Zug macht, kann Weiß einen
Gewinn reklamieren, aber nur solange er seine Figur noch nicht
(absichtlich) berührt hat. Danach, aber bevor der Zug ausgeführt ist
(also in der Regel die Figur losgelassen wurde; siehe Art. 4), kann Weiß
noch verlangen, dass ein regelgemäßer Zug ausgeführt wird und der
Schiedsrichter müsste nach Art. 7.4 b) eine Zeitgutschrift für Weiß
geben. (Weiß darf dann natürlich auch etwas anderes ziehen, wenn
Schwarz dann seinen Zug korrigiert.) Sobald der Zug ausgeführt ist, ist
auch der regelwidrige Zug gültig.
C) Schlagen des Königs: Das Schlagen des Königs ist also nicht geeignet,
einen Gewinn wegen eines regelwidrigen Zuges zu reklamieren, da ja
bereits eine eigene Figur berührt wurde. Vielmehr kann der Schlagende
jetzt nur noch verlangen, dass ein regelgemäßer Zug ausgeführt wird.
D) Schwarz macht einen regelwidrigen Zug, merkt es aber, bevor er die
Uhr drückt. Dann darf er den Zug zurücknehmen, muss aber Art. 4
b) sein Gegner keine Versuche unternommen habe, mit normalen Mitteln zu
Im Fall b) muss der Spieler die Endstellung aufschreiben und ein vor dem Ende der Partie komplett ausgefülltes Partieformular abgeben. Der Gegner bestätigt sowohl die Partieaufzeichnung als auch die Schlussstellung. Der Antrag wird einem Schiedsrichter übergeben, dessen Entscheidung endgültig ist.
Übrigens steht hier nicht (!), dass man am Zug sein muss, um remis beantragen zu können (im Gegensatz zu 10.2)
A1. a) Ist nach Ablauf der vorgeschriebenen Spielzeit eine Partie noch nicht beendet, fordert der Schiedsrichter den Spieler, der am Zuge ist, dazu auf, seinen Zug "abzugeben". Der Spieler muss seinen Zug in unzweideutiger Schreibweise auf sein Partieformular schreiben, dieses und das seines Gegners in einen Umschlag legen und den Umschlag verschließen. Erst danach darf er seine Uhr anhalten, ohne dabei aber die Uhr seines Gegners in Gang zu setzen. Solange er die Uhren noch nicht angehalten hat, behält der Spieler das Recht, seinen Abgabezug zu ändern. Ein Spieler, der nach der Aufforderung durch den Schiedsrichter, seinen Zug abzugeben, auf dem Schachbrett einen Zug ausführt, muss diesen Zug als seinen Abgabezug auf sein Partieformular schreiben.
A10. Ein Spieler verliert die Partie, wenn er zur Wiederaufnahme einer Hängepartie mit mehr als einer Stunde Verspätung am Schachbrett erscheint (Es sei denn, das Turnierreglement sieht etwas anderes vor oder der Schiedsrichter entscheidet anders.). Ist jedoch der Spieler, der den Zug abgegeben hat, der Zuspätkommende, so ist der Partieausgang anders, falls:
a) der abwesende Spieler die Partie dadurch gewonnen hat, dass der Abgabezug
matt setzt, oder
b) der abwesende Spieler dadurch ein Remis verursacht hat, dass der Abgabezug
patt setzt oder eine der Stellungen, die in Artikel 9.6 beschrieben sind,
herbeiführt, oder
A11. a) Wenn der Umschlag mit dem Abgabezug abhanden gekommen ist, wird die Partie aus der Stellung und mit den Uhrzeiten, wie sie bei Partieabbruch aufgezeichnet worden sind, fortgesetzt. Kann die von jedem Spieler verbrauchte Bedenkzeit nicht mit Sicherheit festgelegt werden, stellt der Schiedsrichter die Uhren ein. Der Spieler, der den Abgabezug gemacht hat, führt auf dem Schachbrett den Zug aus, von dem er aussagt, er habe ihn abgegeben.
A13. Maßgebend für Anfang und Ende jeder Wiederaufnahmespielzeit ist die Uhr des Schieds­richters. Die Uhrzeiten für den Beginn und für den Schluss werden im Voraus bekannt gegeben.

References: Art. 1

Art. 2

Art. 3

Art. 4

Art. 5

Art. 6

Art. 7

Art. 8

Art. 9

Art. 10

Art. 11

Art. 12

Art. 13

Art. 14

Art. 10
 Art. 4
 Art. 7
 Art. 4