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Timestamp: 2016-10-22 23:47:52+00:00

Document:
1P.110/2007 (26.07.2007)
1P.110/2007 /fun
Bundesrichter Eusebio, Ersatzrichter Rohner,
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Willy Bolliger-Kunz,
Y.________, Beschwerdegegnerin 1, vertreten durch Rechtsanw�ltin Mirjam Zwald,
Z.________, Beschwerdegegner 2, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Walter Studer,
Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, vom 21. Dezember 2006.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau erhob am 27. November 2003 gest�tzt auf den Schlussbericht des Bezirksamtes Baden vom 28. Oktober 2003 gegen X.________ Anklage wegen einfacher K�rperverletzung, mehrfacher N�tigung und Drohung, Gewalt und Drohung gegen Beamte, Beschimpfung sowie versuchter schwerer K�rperverletzung und �berwies ihn an das Bezirksgericht Baden zur Beurteilung. Das Bezirksgericht stellte das Verfahren wegen K�rperverletzung mangels g�ltigen Strafantrags und dasjenige wegen Beschimpfung wegen R�ckzugs des Strafantrags ein, sprach X.________ vom Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie (in einem Fall) der N�tigung und Drohung frei und sprach ihn der versuchten schweren K�rperverletzung zum Nachteil von Z.________ sowie der Drohung und der N�tigung zum Nachteil seiner fr�heren Ehefrau Y.________ schuldig. Es verurteilte ihn zu acht Monaten Gef�ngnis unter Anrechnung von 144 Tagen Untersuchungshaft unter Gew�hrung des bedingten Strafvollzugs mit einer Probezeit von drei Jahren und verbunden mit der Weisung, die ambulante psychotherapeutische Behandlung weiterzuf�hren und sich dar�ber halbj�hrlich auszuweisen. Ferner wurde er zur Leistung von Genugtuungen und Parteientsch�digungen an Z.________ und an Y.________ sowie zur Bezahlung weiterer Kosten verurteilt.
Auf Berufung von X.________ �nderte das Obergericht mit Urteil vom 21. Dezember 2006 den Kostenspruch des erstinstanzlichen Urteils insoweit ab, als es ihm lediglich die H�lfte der Verfahrenskosten �berband und die Gerichtskasse Baden anwies, ihm seine Parteikosten zur H�lfte, d.h. mit Fr. 7'078.--, zu ersetzen. In der Sache selbst wies es die Berufung ab.
Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 23. M�rz 2007 beantragt X.________ im Wesentlichen, das Urteil des Obergerichts vom 21. Dezember 2006 sei aufzuheben. Er r�gt namentlich willk�rliche Beweisw�rdigung in Verbindung mit dem Grundsatz "in dubio pro reo" und beruft sich ferner auf Art. 5 Abs. 3, Art. 8 Abs. 1, Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 BV, insbesondere auf den Anklagegrundsatz und den Anspruch des Angeschuldigten, die ihm zustehenden Verteidigungsrechte geltend zu machen.
Staatsanwaltschaft und Obergericht des Kantons Aargau verzichten auf Vernehmlassung. Die Beschwerdegegner schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin 1 stellt ein Gesuch um "vollumf�ngliche unentgeltliche Rechtspflege".
1.1 Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz vom 17. Juni 2005 �ber das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) in Kraft getreten. Dieses Gesetz ist auf ein Beschwerdeverfahren nur anwendbar, wenn der angefochtene Entscheid nach dem 1. Januar 2007 ergangen ist (Art. 132 Abs. 1 BGG). Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erf�llt, weshalb die Beschwerde nach den Bestimmungen des OG zu beurteilen ist.
1.2 Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss eine staatsrechtliche Beschwerde die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw. welche Rechtss�tze und inwiefern sie durch den angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde pr�ft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und, soweit m�glich, belegte R�gen. Auf ungen�gend begr�ndete R�gen und bloss allgemein gehaltene, rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 110 la 1 E. 2a S. 3 f.; 125 I 492 E. lb S. 495, mit Hinweisen).
Die Beschwerde enth�lt zu erheblichen Teilen appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil, die zu behandeln auf eine erneute umfassende Beweisw�rdigung hinausliefe. Dies ist dem Bundesgericht im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde jedoch versagt. Soweit keine gen�gend begr�ndeten Verfassungsr�gen geltend gemacht werden, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
2.1 Dem Beschwerdef�hrer wird vorgeworfen, er habe am 25. M�rz 2003 am Bahnhof Dietikon gegen�ber seiner kurz zuvor von ihm geschiedenen Ehefrau in einem gl�sernen Warteh�uschen (Mord-)Drohungen ausgesprochen und sie zur Unterzeichnung verschiedener Schreiben, insbesondere einer Schuldanerkennung mit Verpflichtung zur Zahlung von monatlich Fr. 200.-- bis zu einem Gesamtbetrag von Fr. 16'000.-- bzw. Fr. 20'000.-- gen�tigt.
2.2 Das Obergericht erw�gt �bereinstimmend mit dem Bezirksgericht, dass die Beschwerdegegnerin 1 den massgebenden Sachverhalt konstant und gleichbleibend geschildert habe, desgleichen ihre Begleiterin, die vor dem Warteh�uschen gewartet habe. Als starke Indizien der Glaubw�rdigkeit ihrer Aussagen erachtet das Obergericht namentlich gewisse von den beiden Frauen �bereinstimmend geschilderte Details. So soll die Begleitperson nach etwa einer halben Stunde in das Warteh�uschen eingetreten sein und den Beschwerdef�hrer gefragt haben, ob das Gespr�ch beendet sei, worauf dieser sie "zusammengestaucht" bzw. wieder hinausgeschickt habe. Besonderes Gewicht legt das Obergericht sodann auf die Aussage der Beschwerdegegnerin 1, sie habe das Warteh�uschen verlassen und ihre Begleiterin um ein St�ck Papier gebeten, um die vom Beschwerdef�hrer verlangte Schuldanerkennung/Zahlungsverpflichtung ausstellen zu k�nnen. Diese habe ihr einen Briefumschlag gegeben. Die Begleiterin best�tigt ihrerseits, ein St�ck von einem Couvert abgerissen und der Beschwerdegegnerin gegeben zu haben. Das Obergericht stellt unangefochten fest, dass die beiden Frauen diese Aussage deponiert hatten, bevor anl�sslich der Hausdurchsuchung vom 26. Mai 2003 ein solches abgerissenes St�ck eines Couverts mit einer Zahlungsverpflichtung der Beschwerdegegnerin 1 gefunden wurde. Demzufolge folgt das Obergericht der Darstellung der Beschwerdegegnerin 1 und der Zeugin.
2.3 Der Beschwerdef�hrer erhebt diverse Einw�nde gegen diese Beweisw�rdigung. Er r�gt eine Verletzung des Willk�rverbots und - in sehr allgemeiner Weise - der Unschuldsvermutung.
2.3.1 Gem�ss dem in Art. 32 Abs. 1 BV und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Grundsatz "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist. Als Beweisw�rdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines f�r den Angeklagten ung�nstigen Sachverhalts �berzeugt erkl�ren darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdr�ckende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Inwiefern dieser Grundsatz verletzt ist, pr�ft das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Willk�r, d.h. es greift nur ein, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver W�rdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche bzw. schlechterdings nicht zu unterdr�ckende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden (BGE 127 I 38 E. 2a S. 40 f.; 124 IV 86 E. 2a; 120 la 31 E. 2, je mit Hinweisen). Willk�r in der Beweisw�rdigung liegt vor, wenn die Beh�rde in ihrem Entscheid von Tatsachen ausgeht, die mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, auf einem offenkundigen Fehler beruhen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen. Dabei gen�gt es nicht, wenn der angefochtene Entscheid sich nur in der Begr�ndung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 132 I 13 E. 5.1 S. 17; 127 I 38 E. 2a S. 41 f. mit Hinweisen). An diesem aus Art. 4 aBV abgeleiteten Willk�rbegriff hat sich durch den am 1. Januar 2000 in Kraft getretenen Art. 9 BV inhaltlich nichts ge�ndert. Im �brigen hat das Bundesgericht das Willk�rverbot - im Gegensatz etwa zum Legalit�tsprinzip und dem Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip - schon fr�her als eigenst�ndiges Grundrecht verstanden (BGE 126 I 81 E. 5a).
2.3.2 Was der Beschwerdef�hrer gegen die Beweisw�rdigung des Obergerichts vorbringt, ist �berwiegend appellatorisch. Dies gilt zun�chst f�r den Einwand, die Sachdarstellung gem�ss Anklage sei "falsch". Damit stellt der Beschwerdef�hrer der Beweisw�rdigung des Obergerichts lediglich seine eigene Version gegen�ber, ohne darzutun, weshalb und inwieweit die Beurteilung des Obergerichts unhaltbar bzw. mit nicht zu unterdr�ckenden Zweifeln behaftet sei. Gleiches gilt f�r das Vorbringen, die Beweisw�rdigung des Obergerichts bez�glich des Ablaufs sei nicht plausibel; wenn der Beschwerdef�hrer die Beschwerdegegnerin 1 tats�chlich ernsthaft bedroht h�tte, w�re nach der Lebenserfahrung zu erwarten gewesen, dass die Situation eskaliert h�tte, so dass die Beschwerdegegnerin um Hilfe gerufen h�tte und die Begleiterin eingeschritten w�re. Die Behauptung, ein anderer Ablauf sei plausibler als der vom Obergericht festgestellte, gen�gt nicht, um dessen Beweisw�rdigung als willk�rlich bzw. als Verstoss gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" darzutun. Soweit der Beschwerdef�hrer unter pauschalem Hinweis auf verschiedene Anklagepunkte, bez�glich welcher er freigesprochen oder das Verfahren eingestellt wurde, ohne Auseinandersetzung mit den Erw�gungen des Obergerichts die Glaubw�rdigkeit der Beschwerdegegnerin 1 bestreitet, vermag die Beschwerde ebenfalls nicht durchzudringen, zumal praxisgem�ss auf solche pauschale Hinweise ohne Angabe konkreter Aktenstellen nach konstanter Rechtsprechung nicht einzutreten ist (BGE 130 I 290 E. 4.10 S. 302 mit Hinweis; Walter K�lin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Aufl., Bern 1994, S. 364). Gleiches ist zum ebenfalls nicht vertieft begr�ndeten Vorwurf selektiver Beweisw�rdigung zu sagen. Auch der Hinweis auf den Umstand, dass in der Strafuntersuchung die beiden anderen von der Beschwerdegegnerin nach deren Angaben unterzeichneten Erkl�rungen nicht gefunden wurden, macht die W�rdigung des Obergerichts nicht willk�rlich, zumal immerhin eine solche Erkl�rung beim Beschwerdef�hrer gefunden wurde, was die Richtigkeit der zeitlich vorausgegangenen Angaben der beiden Frauen jedenfalls in diesem Punkt best�tigt. Soweit auf diese Vorbringen einzutreten ist, sind sie unbegr�ndet.
2.3.3 N�her zu pr�fen bleibt das Vorbringen, die W�rdigung der Glaubw�rdigkeit der Beschwerdegegnerin 1 durch das Obergericht lasse ausser Acht, dass diese an der Hauptverhandlung vom 5. Juli 2006 vor Bezirksgericht Baden als Zeugin falsch ausgesagt habe. Inzwischen sei sie wegen falscher Zeugenaussage verurteilt worden. Es sei deshalb willk�rlich, dass das Obergericht sie als glaubw�rdig angesehen habe und sich insbesondere mit den im Berufungsverfahren hiezu geltend gemachten Hinweisen des Beschwerdef�hrers nicht einmal auseinandergesetzt habe. Der Beschwerdef�hrer r�gt in diesem Zusammenhang nur willk�rliche Beweisw�rdigung. Der Sache nach macht er jedoch auch geltend, das Obergericht habe wesentliche Einwendungen nicht gepr�ft. Damit beruft er sich auf den aus dem allgemeinen Rechtsverweigerungsverbot folgenden Geh�rsanspruch und die damit verbundene Pflicht der Beh�rden, Rechtsanwendungsakte zu begr�nden.
2.3.3.1 Der unbestrittenermassen in Rechtskraft erwachsene Strafbefehl des Bezirksamtes Baden vom 23. Februar 2007, durch welchen die Beschwerdegegnerin 1 wegen falschen Zeugnisses in einem f�r die richterliche Entscheidung im fraglichen Zusammenhang unerheblichen Punkt verurteilt wurde, ist erst nach der Ausf�llung des angefochtenen Entscheids ergangen. Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Novenrecht im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde sind neue tats�chliche Vorbringen nur in bestimmten Ausnahmef�llen zul�ssig (vgl. BGE 128 I 354 E. 6c S. 358 mit Hinweisen). Die zul�ssigen neuen Vorbringen d�rfen sich indessen in jedem Fall nur auf Tatsachen beziehen, die bereits im Zeitpunkt des letzten kantonalen Entscheides existierten (BGE 107 la 187 E. 2; 99 la 113 E. 4a mit Hinweisen; Walter K�lin, a.a.O., S. 369 f.). Nachdem der Strafbefehl des Bezirksamts Baden vom 23. Februar 2007 erst nach dem hier angefochtenen Entscheid vom 21. Dezember 2006 erging, ist er im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren unbeachtlich.
2.3.3.2 Gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Geh�r. Dieser Anspruch gibt dem Betroffenen als pers�nlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht das Recht, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zu �ussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisantr�gen geh�rt zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu �ussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Dem Mitwirkungsrecht entspricht die Pflicht der Beh�rde, die Argumente und Verfahrensantr�ge der Partei entgegenzunehmen und zu pr�fen sowie die ihr rechtzeitig und formrichtig angebotenen Beweismittel abzunehmen, es sei denn, diese betr�fen eine nicht erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, �ber die streitige Tatsache Beweis zu erbringen (BGE 122 II 464 E. 4a; 119 la 136 E. 2c und 2d; 118 la 17 E. 1c, je mit Hinweisen). Der Anspruch auf rechtliches Geh�r ist formeller Natur. Seine Verletzung f�hrt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 115 la 10 E. 2a mit Hinweisen). Der Richter kann jedoch das Beweisverfahren schliessen, wenn er in willk�rfreier vorweggenommener W�rdigung zum Ergebnis gelangt, dass die Abnahme weiterer Beweise an seiner �berzeugung nichts �ndern w�rde (BGE 131 I 153 E. 3 S. 158; 124 I 274 E. 5b S. 285, je mit Hinweisen; zum Begriff der Willk�r vgl. oben E. 2.3.1).
Aus dem Grundsatz des rechtlichen Geh�rs leitet das Bundesgericht ferner in st�ndiger Rechtsprechung die Pflicht der Beh�rden ab, ihre Verf�gungen und Entscheide zu begr�nden (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102; zu Art. 4 aBV grundlegend BGE 112 la 107 E. 2b S. 109 f.; vgl. auch Botschaft des Bundesrates �ber eine neue Bundesverfassung vom 20. November 1996, BBl 1997 I 182 zu Art. 25). Der Grundsatz des rechtlichen Geh�rs als pers�nlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt, dass die Beh�rde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tats�chlich h�rt, sorgf�ltig und ernsthaft pr�ft und in der Entscheidfindung ber�cksichtigt. Die urteilende Instanz hat daher die im Rahmen der Anh�rung und Mitwirkung bei der Sachverhaltsabkl�rung von den Beteiligten beigebrachten Informationen, Argumente, Beweise und Beweisantr�ge zu pr�fen und zu w�rdigen, soweit sie f�r die Entscheidfindung bedeutsam sind (Georg M�ller, in Kommentar BV, N. 112 zu Art. 4). Daraus folgt die grunds�tzliche Pflicht der Beh�rden, ihren Entscheid zu begr�nden. Der B�rger soll wissen, warum die Beh�rde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die Begr�ndung eines Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur m�glich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich �ber die Tragweite des Entscheids ein Bild machen k�nnen. In diesem Sinne m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid st�tzt (BGE 129 I 232 E. 3.2 S. 236; 126 I 97 E. 2b S. 102, je mit Hinweisen). Was in diesem Sinne entscheiderheblich ist, ergibt sich aus der Begr�ndung des angefochtenen Entscheids oder aus einer davon abweichenden Auffassung der Rechtsmittelinstanz (BGE 121 III 331 E. 3b S. 333).
2.3.3.3 Die Beschwerdegegnerin 1 hatte in der im Zentrum dieses Verfahrens stehenden Schuldanerkennung/Zahlungsverpflichtung (R�ck-)Zahlungen an den Beschwerdef�hrer von Fr. 200.-- w�hrend zwei Jahren best�tigt. In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 5. Juli 2006 wurde sie durch den Verteidiger des Beschwerdef�hrers als Zeugin gefragt, ob sie dem Beschwerdef�hrer "Fr. 200.-- regelm�ssig �berwiesen" habe. Sie verneinte dies. Der Beschwerdef�hrer brachte in der Folge Bankbelege bei, welche solche mehr oder weniger regelm�ssig monatlich erfolgte �berweisungen zwischen M�rz 2001 und M�rz 2002 belegten, erhob Strafanzeige gegen die Beschwerdegegnerin 1 wegen falschen Zeugnisses und berief sich im Berufungsverfahren darauf. Nach den Angaben der Beschwerdegegnerin 1 im Berufungsverfahren handelte es sich dabei um Unterhaltsbeitr�ge der Beschwerdegegnerin 1 an die gemeinsame Tochter. Das Obergericht ist auf das im Zeitpunkt seines Urteils noch h�ngige Strafverfahren nicht explizit eingegangen, wogegen sich der Beschwerdef�hrer wendet.
2.3.3.4 Gegenstand der Anklage betreffend Drohung und N�tigung zum Nachteil der Beschwerdegegnerin 1 war das Geschehen am 25. M�rz 2003 auf dem Bahnhof Dietikon. Dieses Geschehen war Beweisthema, und die Beweisw�rdigung einschliesslich derjenigen der Glaubw�rdigkeit der Beschwerdegegnerin 1 und ihrer Begleiterin musste sich auf diesen Geschehensablauf bzw. auf die Aussagen der Beteiligten in diesem Zusammenhang beziehen. Die Glaubw�rdigkeitsfrage stellte sich somit mit Bezug auf zum Teil mehr als drei Jahre vor der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gefallene Aussagen. Das Obergericht durfte sich auf die wesentlichen Erw�gungen beschr�nken. Zudem l�sst sich nicht sagen, dass das Obergericht sich mit den Zahlungen der Beschwerdef�hrerin 1 �berhaupt nicht auseinandergesetzt habe, erachtet es doch die N�tigung - und damit den der Verurteilung zugrundeliegenden Sachverhalt - unabh�ngig davon als gegeben, ob die Beschwerdegegnerin 1 zu monatlichen Zahlungen von Fr. 200.-- verpflichtet war oder nicht. Kern der obergerichtlichen Erw�gungen ist die W�rdigung der auf den Geschehensablauf vom 25. M�rz 2003 bezogenen Aussagen der Beschwerdegegnerin 1 und der Zeugin mit ihren bereits geschilderten charakteristischen Einzelheiten, insbesondere betreffend die Schuldanerkennung/Zahlungsverpflichtung. Wenn das Obergericht diese konstanten, namentlich die schon drei Jahre zuvor und vor Auffinden der Schuldanerkennung/Zahlungsverpflichtung deponierten Aussagen als schl�ssig ansah und die zur Zeit seiner Hauptverhandlung noch nicht rechtskr�ftig entschiedene Frage, ob bzw. inwieweit die Beschwerdegegnerin 1 im Juli 2006 in einer erkennbar nicht auf die Hauptsache bezogenen Aussage als Zeugin falsch ausgesagt habe, nicht zum Anlass zu Zweifeln an der Glaubw�rdigkeit dieser Aussagen nahm, ist es weder in Willk�r noch in Rechtsverweigerung verfallen. Die R�ge, das Obergericht habe sich mit der Frage der Glaubw�rdigkeit der Beschwerdegegnerin 1 im Zusammenhang mit den gegen sie erhobenen Vorw�rfen betreffend falsche Zeugenaussage nicht hinreichend auseinandergesetzt, ist daher unbehelflich.
3.1 Den Schuldspruch wegen versuchter schwerer K�rperverletzung zum Nachteil des Beschwerdegegners 2 begr�ndet das Obergericht unter Hinweis auf die von ihm als zutreffend erachtete Sachverhaltsw�rdigung des Bezirksgerichts Baden im Wesentlichen damit, dass es die Aussagen des Beschwerdegegners 2 als konstant und glaubw�rdig erachtet, w�hrend es das Aussageverhalten des Beschwerdef�hrers als widerspr�chlich und unglaubhaft ansieht. Auch die �usserungen des als Auskunftsperson befragten A.________ wertet es sinngem�ss als Best�tigung der Angaben des Beschwerdegegners 2. Die vom Beschwerdef�hrer ins Spiel gebrachte anonyme Zeugin l�sst es ausser W�rdigung.
3.2 Der Beschwerdef�hrer bezeichnet die Sachverhaltsdarstellung des Obergerichts als "falsch" und h�lt dem im Wesentlichen seine eigenen Sachverhaltsbehauptungen entgegen, so etwa, wie der Sachverhalt sich aus der Sicht des Beschwerdef�hrers abspielte, was die angebliche anonyme Zeugin wahrgenommen habe, was genau der Beschwerdef�hrer anl�sslich der Schl�gerei gesagt habe, dass die Schl�gerei vom Beschwerdegegner angezettelt worden und ein Verletzungsvorsatz des Beschwerdef�hrers nicht belegt sei. Insoweit sind seine Vorbringen rein appellatorisch. Darauf ist zum vorneherein nicht einzutreten. Thema der staatsrechtlichen Beschwerde ist nicht eine neuerliche W�rdigung von Behauptungen, die von der letzten kantonalen Instanz gerade verworfen worden sind; darzutun ist vielmehr, dass und inwieweit die letzte kantonale Instanz den Sachverhalt unter Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte festgestellt hat.
3.3 Der Beschwerdef�hrer erachtet es als willk�rlich, dass das Obergericht die von ihm ins Spiel gebrachte anonyme Zeugin aufgrund der eingereichten E-Mails nicht wenigstens im Sinne eines Indizes zu seinen Gunsten gew�rdigt hat.
3.3.1 Nach dem im schweizerischen Strafprozessrecht geltenden Grundsatz der freien Beweisw�rdigung entscheiden die Organe der Strafrechtspflege frei von Beweisregeln und nur nach ihrer pers�nlichen Ansicht aufgrund gewissenhafter Pr�fung dar�ber, ob sie eine Tatsache f�r bewiesen halten. Dieser Grundsatz entbindet aber nicht von der Beachtung prozessualer Formen (Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, � 54, Rz. 8, S. 246), deren Zweck es insbesondere ist, die Rechte des Beschuldigten zu wahren und einer Verf�lschung der Wahrheit vorzubeugen (BGE 133 I 33 E. 2.1 S. 36 f. mit Hinweisen). Bei der Beschaffung von Informationen durch Zeugen oder Auskunftspersonen sind daher die prozessualen Formen einzuhalten. Nach den Verfahrensgarantien von Art. 6 Ziff. 1 i.V.m. Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK hat der Beschuldigte ein Recht darauf, erhebliche Belastungs- und Entlastungszeugen laden zu lassen und zu befragen. Die Identit�t der Zeugen ist grunds�tzlich offenzulegen (BGE 133 I 33 E. 3.1 S. 42; 132 I 127 E. 2 S. 129; 125 I 127 E. 8c S. 148). Dies schliesst allerdings nicht aus, die Identit�t des Zeugen ausnahmsweise geheim zu halten und von einer direkten Konfrontation des Zeugen mit dem Beschuldigten abzusehen, wenn dies zur Wahrung schutzw�rdiger Interessen erforderlich ist. Als solche gelten namentlich die Gew�hrleistung der pers�nlichen Sicherheit des Zeugen (BGE 133 I 33 E. 3.1 S. 42; 132 I 127 E. 2; 125 I 127 E. 6c/ff und d S. 137 ff.; 121 I 306 E. 2b S. 309).
3.3.2 Der Beschwerdef�hrer hat nach den Akten im kantonalen Verfahren nicht die - gegebenenfalls anonyme - Ladung der fraglichen Zeugin bzw. Zeuginnen verlangt, und er macht auch nicht geltend, dass die fragliche Person von Amtes wegen zu laden gewesen w�re. Insoweit wird keine Verfassungsr�ge erhoben. Im �brigen verstiess es weder gegen das einschl�gige strafprozessuale Beweisrecht noch gegen das Willk�rverbot und die Unschuldsvermutung, sondern w�re im Lichte der dem Strafprozess zugrundeliegenden Prinzipien gegenteils h�chst problematisch gewesen, auf von einer Partei eingereichte anonymisierte E-Mails unbekannter Herkunft abzustellen, solange die Einvernahme der betreffenden Person an sich m�glich ist. Die R�ge willk�rlicher Beweisw�rdigung bzw. einer Verletzung der Unschuldsvermutung dringt daher nicht durch.
3.4 Der Beschwerdef�hrer kritisiert, dass sich das Obergericht mit der Aussage des Beschwerdegegners 2, dass dieser sich dem Beschwerdef�hrer als kr�ftem�ssig �berlegen erachte, nicht auseinandergesetzt habe. Der Beschwerdef�hrer substanziiert diese R�ge nicht; es wird nicht ersichtlich, weshalb und inwieweit die W�rdigung des Obergerichts deshalb methodisch oder im Ergebnis gegen verfassungsm�ssige Rechte verstosse. Das Obergericht durfte sich auf die Erw�gungen beschr�nken, die es ohne Willk�r als wesentlich ansehen durfte.
3.5 Unzutreffend ist die R�ge, das Obergericht habe dem Beschwerdef�hrer zu Unrecht das Eingest�ndnis in den Mund gelegt, den Beschwerdegegner vors�tzlich am Auge verletzt zu haben. Der vom Obergericht gezogene Schluss auf vors�tzliches Handeln des Beschwerdef�hrers ist Ergebnis seiner Beweisw�rdigung insgesamt und nicht isolierter Verwertung eines Gest�ndnisses. Wo das Obergericht auf das Gest�ndnis des Beschwerdef�hrers bez�glich der Verletzung Bezug nimmt, spricht es lediglich von "Verursachung".
3.6 Die sonstigen Vorbringen des Beschwerdef�hrers zur Beweisw�rdigung des Obergerichts schlagen ebenfalls nicht durch. Die Erw�gung, dass der Beschwerdegegner 2 den Kernsachverhalt konstant und im Wesentlichen gleichlautend geschildert hat, ist nicht willk�rlich, ebenso wenig die Feststellung, dass beim Beschwerdef�hrer insbesondere die sp�te Erinnerung daran, Verursacher der Augenverletzung zu sein, widerspr�chlich erscheint. Was die Aussage der Auskunftsperson betrifft, verkennt das Obergericht deren begrenzten Beweiswert nicht, misst es ihr doch lediglich Indizcharakter zu, indem es sich darauf beschr�nkt, dessen Eindruck �ber die Person des Angreifers wiederzugeben. Immerhin f�gt sich dieser Eindruck in die Gesamtw�rdigung des Obergerichts, das angesichts der situativen Stimmigkeit der mehrfach weitgehend gleichlautend wiederholten Ablaufschilderung des Beschwerdegegners 2, zumal auch der konstant immer wieder gemachten Aussage, dass der Beschwerdef�hrer erkl�rt habe, er "nehme" dem Beschwerdegegner 2 "das Auge", ohne Verletzung des Willk�rverbots und der Unschuldsvermutung auf vors�tzliche T�terschaft des Beschwerdef�hrers schliessen durfte.
Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich als unbegr�ndet, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG) und die Beschwerdegegner zu entsch�digen (Art. 159 Abs. 2 OG).
Die Beschwerdegegnerin 1 ersucht um "vollumf�ngliche" unentgeltliche Rechtspflege. Sie hat dieses Gesuch damit begr�ndet, dass ihr diese Rechtswohltat bereits im kantonalen Verfahren gew�hrt worden sei und erkl�rt, dass sich die Situation nicht ver�ndert habe. Sie verweist auf diese Akten und bietet an, gegebenenfalls weitere Unterlagen nachzureichen.
Die Beschwerdegegnerin 1 legt nicht dar, was sie unter "vollumf�nglicher" unentgeltlicher Rechtspflege versteht. Nach Treu und Glauben ist dieses Begehren so zu verstehen, dass es den Antrag mitumfasst, ihr die sie vertretende Anw�ltin als unentgeltliche Rechtsbeist�ndin beizugeben.
Die im kantonalen Verfahren eingereichten Unterlagen und auch die in den Akten liegenden Betreibungen legen nahe, dass die Voraussetzungen jedenfalls damals bestanden. Die Versicherung der Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin 1, dass sich die Situation nicht grundlegend ge�ndert habe, erscheint glaubhaft. Der Antrag auf Beschwerdeabweisung war nicht aussichtslos, sondern dringt durch. Es rechtfertigt sich, dem Gesuch in dem Sinne zu entsprechen, dass die zugesprochene Parteientsch�digung, falls sie sich bei zumutbaren Bem�hungen als uneinbringlich erweist (in der Regel mittels Verlustschein), aus der Bundesgerichtskasse auszurichten ist (Art. 152 Abs. 2 OG).
Der Beschwerdef�hrer hat die privaten Beschwerdegegner f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit je Fr. 1'500.-- zu entsch�digen.
Das Gesuch der Beschwerdegegnerin Y.________ um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeist�ndung wird gutgeheissen, und es wird ihr Rechtsanw�ltin Mirjam Zwald Gerber als unentgeltliche Rechtsvertreterin beigegeben. Im Falle der Uneinbringlichkeit der Parteientsch�digung f�r Y.________ gem�ss Ziff. 3 hiervor wird Rechtsanw�ltin Mirjam Zwald Gerber aus der Bundesgerichtskasse ein Honorar von Fr. 1'500.-- ausgerichtet.
Dieses Urteil wird den Parteien sowie der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

References: in dubio
 Art. 5
 Art. 8
 Art. 29
 Art. 32
 Art. 90
 Art. 32
 Art. 6
in dubio
 Art. 4
 Art. 9
in dubio
 BGE 
 Art. 29
 Art. 4
 BGE 
 Art. 25
 Art. 4
 Art. 6
 Art. 6