Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%202231/15
Timestamp: 2019-12-11 13:44:56+00:00

Document:
BVerfG, 23.05.2016 - 1 BvR 2230/15, 1 BvR 2231/15 - dejure.org
BVerfG, 23.05.2016 - 1 BvR 2230/15, 1 BvR 2231/15
https://dejure.org/2016,19742
BVerfG, 23.05.2016 - 1 BvR 2230/15, 1 BvR 2231/15 (https://dejure.org/2016,19742)
BVerfG, Entscheidung vom 23.05.2016 - 1 BvR 2230/15, 1 BvR 2231/15 (https://dejure.org/2016,19742)
BVerfG, Entscheidung vom 23. Mai 2016 - 1 BvR 2230/15, 1 BvR 2231/15 (https://dejure.org/2016,19742)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2016,19742) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 23 Abs. 1 S. 2 BVerfGG; § ... 92 BVerfGG; § 93a Abs. 2 BVerfGG; § 5a Abs. 1 S. 1 VVG a.F.; § 10a VAG a.F.; Art. 2 Abs. 1 GG; Art. 20 Abs. 2 S. 2 GG; Art. 20 Abs. 3 GG; Art. 101 Abs. 1 S. 2 GG; Art. 267 Abs. 3 AEUV
Art 2 Abs 1 GG, Art 20 Abs 2 S 2 GG, Art 20 Abs 3 GG, Art 101 Abs 1 S 2 GG, § 23 Abs 1 S 2 BVerfGG
Nichtannahmebeschluss: Teleologische Reduktion des § 5a Abs 2 S 4 VVG aF bzgl im Wege des sog "Policenmodells" abgeschlossener Lebensversicherungen wahrt Grenzen zulässiger richterlicher Rechtsfortbildung - zudem keine Grundrechtsverletzung durch Versagung von ...
Zivilrechtliche Auseinandersetzungen über die Rückzahlung von Versicherungsprämien an den Versicherungsnehmer nach Widerspruch; Abzugsfähigkeit von Abschluss- und Verwaltungskosten des Versicherers im Rahmen des Bereicherungsausgleichs; Abschluss eines ...
Verfassungsmäßigkeit der partiellen Nichtanwendung von § 5a Abs. 2 Satz 4 VVG a.F. im Bereich der Lebensversicherungen
"Ewiges Widerrufsrecht" bei Lebensversicherungen durch BVerfG bestätigt
Lebensversicherungen, unionsrechtswidrige Widerrufsbelehrungen - und das "ewige Widerspruchsrecht"
Widerrufsrecht bei Versicherungsverträgen: Verfassungsbeschwerde gegen ewiges Widerrufsrecht erfolglos
Partielle Nichtanwendung von § 5a Abs. 2 S. 4 VVG a.F. im Bereich der Lebensversicherungen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden
Ewiges Widerrufsrecht bei Lebensversicherungen bleibt bestehen
Ewiges Widerspruchsrecht bei Lebensversicherungen gestärkt
Ewiges Widerspruchsrecht bei Lebensversicherungen: Verbraucherrechte gestärkt
Widerrufsrecht - Aachen Münchener Lebensversicherung unterliegt
NJW-RR 2016, 1366
ZIP 2016, 55
VersR 2016, 1037
WM 2016, 1431
Der Senat würde damit die Grenzen richterlicher Rechtsfortbildung verletzen (vgl zu den Grenzen zB BVerfG Beschluss vom 23.5.2016 - 1 BvR 2230/15 - NJW-RR 2016, 1366 = Juris RdNr 37 ff;… BSGE 119, 150 = SozR 4-5560 § 17c Nr. 3, RdNr 21 f; Hauck in Grundlagen und Herausforderungen des Sozialstaats, Bundessozialgericht und Sozialstaatsforschung Bd 2, 2015, S 299, 300 ff, alle mwN).
Der Grundsatz der Gewaltenteilung (Art. 20 Abs. 2 GG) schließt es aus, dass die Gerichte Befugnisse beanspruchen, die die Verfassung dem Gesetzgeber übertragen hat, indem sie sich aus der Rolle des Normanwenders in die einer normsetzenden Instanz begeben und damit der Bindung an Recht und Gesetz entziehen (…BVerfG, Kammerbeschlüsse vom 26. September 2011 - 2 BvR 2216/06, 2 BvR 469/07 - NJW 2012, 669 Rn. 44 und vom 23. Mai 2016 - 1 BvR 2230/15, 1 BvR 2231/15 - NJW-RR 2016, 1366 Rn. 36, jeweils m.w.N.).
Der Befugnis zur "schöpferischen Rechtsfindung und Rechtsfortbildung" sind allerdings mit Rücksicht auf den aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit unverzichtbaren Grundsatz der Gesetzesbindung der Rechtsprechung Grenzen gesetzt (BVerfG, Kammerbeschluss vom 23. Mai 2016 - 1 BvR 2230/15, 1 BvR 2231/15 - NJW-RR 2016, 1366 Rn. 37 m.w.N.).
Denn die Verfassung schreibt keine bestimmte Auslegungsmethode oder gar eine reine Wortinterpretation vor: Vielmehr zählt zu den anerkannten Methoden der Gesetzesauslegung auch die teleologische Reduktion (BVerfG, Kammerbeschluss vom 23. Mai 2016 - 1 BvR 2230/15, 1 BvR 2231/15 - NJW-RR 2016, 1366 Rn. 50).
Eine Interpretation, die als richterliche Rechtsfortbildung den klaren Wortlaut des Gesetzes hintanstellt, keinen Widerhall im Gesetz findet und vom Gesetzgeber nicht ausdrücklich oder - bei Vorliegen einer erkennbar planwidrigen Gesetzeslücke - stillschweigend gebilligt wird, greift hingegen unzulässig in die Kompetenzen des demokratisch legitimierten Gesetzgebers ein (BVerfG…, Beschluss vom 25. Januar 2011 - 1 BvR 918/10 - BVerfGE 128, 193 , Kammerbeschlüsse vom 3. März 2015 - 1 BvR 3226/14 - NZS 2015, 502 Rn. 18 und vom 23. Mai 2016 - 1 BvR 2230/15, 1 BvR 2231/15 - NJW-RR 2016, 1366 Rn. 39).
Entgegen der Auffassung der Beklagten verstößt diese richterliche Rechtsfortbildung nicht gegen höherrangiges Recht (…BGH aaO.; zu § 5a VVG a.F. vgl. auch BVerfG VersR 2016, 1037).
VG Berlin, 18.09.2019 - 19 K 417.17
Der Grundsatz der Gewaltenteilung (Art. 20 II GG) schließt es aus, dass die Gerichte Befugnisse beanspruchen, die die Verfassung dem Gesetzgeber übertragen hat, indem sie sich aus der Rolle des Normanwenders in die einer normsetzenden Instanz begeben und damit der Bindung an Recht und Gesetz entziehen (BVerfG, Kammerbeschlüsse, BVerfGK 19, 89 = NJW 2012, 669 = EuZW 2012, 196 Rn. 44, und BVerfG, NJW-RR 2016, 1366 Rn. 36, jew. mwN).
Der Befugnis zur "schöpferischen Rechtsfindung und Rechtsfortbildung" sind allerdings mit Rücksicht auf den aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit unverzichtbaren Grundsatz der Gesetzesbindung der Rechtsprechung Grenzen gesetzt (BVerfG, Kammerbeschluss, NJW-RR 2016, 1366 Rn. 37 mwN).
Denn die Verfassung schreibt keine bestimmte Auslegungsmethode oder gar eine reine Wortinterpretation vor: Vielmehr zählt zu den anerkannten Methoden der Gesetzesauslegung auch die teleologische Reduktion (BVerfG, Kammerbeschluss, NJW-RR 2016, 1366 Rn. 50).
Eine Interpretation, die als richterliche Rechtsfortbildung den klaren Wortlaut des Gesetzes hintanstellt, keinen Widerhall im Gesetz findet und vom Gesetzgeber nicht ausdrücklich oder - bei Vorliegen einer erkennbar planwidrigen Gesetzeslücke - stillschweigend gebilligt wird, greift hingegen unzulässig in die Kompetenzen des demokratisch legitimierten Gesetzgebers ein (BVerfGE 128, 193 [210] = NJW 2011, 836; BVerfG, Kammerbeschlüsse, NZS 2015, 502 Rn. 18, und NJW-RR 2016, 1366 Rn. 39).
Zu den anerkannten Methoden der Gesetzesauslegung gehört auch die teleologische Reduktion (vgl. BVerfG NJW-RR 2016, 1366 Tz. 50 m.w.N.), wie sie das Landgericht und der Senat im Streitfall vornehmen.
Entgegen der Auffassung der Revision war der Verjährungsbeginn nicht bis zum Vorlagebeschluss des Senats vom 28. März 2012 (IV ZR 76/11, r+s 2012, 281), bis zur Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 19. Dezember 2013 (r+s 2014, 57) und deren Umsetzung in das deutsche Recht durch das Senatsurteil vom 7. Mai 2014 (IV ZR 76/11, BGHZ 201, 101) oder gar bis zu dem Nichtannahmebeschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 23. Mai 2016 (VersR 2016, 1037) hinausgeschoben.
Es bedarf demnach einer umfassenden einfachrechtlichen und verfassungsrechtlichen Aufarbeitung der Rechtslage (vgl. BVerfGK 20, 327 ; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 23. Mai 2016 - 1 BvR 2230/15 -, VersR 2016, S. 1037 , jeweils m.w.N.).
Entgegen der Auffassung der Revision war der Verjährungsbeginn nicht bis zum Vorlagebeschluss des Senats vom 28. März 2012 (IV ZR 76/11, r+s 2012, 281), bis zur Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 19. Dezember 2013 (r+s 2014, 57) und deren Umsetzung in das deutsche Recht durch die Senatsurteile vom 7. Mai 2014 (IV ZR 76/11, BGHZ 201, 101) und vom 17. Dezember 2014 (…IV ZR 260/11, r+s 2015, 60 Rn. 34) oder bis zu dem Nichtannahmebeschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 23. Mai 2016 (VersR 2016, 1037) hinausgeschoben.
Denn eine entsprechende Anwendung dieser Bestimmungen kommt nach deren Außerkrafttreten zum 1.1.2003 nicht mehr in Betracht (BGH…, Urteil vom 7.5.2014 - IV ZR 76/11, BGHZ 101, 101 ff., Rn. 37 m.w.N.; Urteil vom 20.7.2016 - IV ZR 166/12, VuR 2016, 395, Rn. 15 zitiert nach Juris).
BGH, 16.01.2018 - XI ZR 477/17
Widerrufsfrist bei Verbraucherkreditverträgen - in Altfällen
BVerfG, 28.07.2016 - 1 BvR 128/16
Nichtannahmebeschluss mit Tenorbegründung: Zum Rücktrittsrecht bei …
OLG Brandenburg, 23.04.2019 - 11 U 42/16
OLG Köln, 11.06.2018 - 2 VA (Not) 8/17
VG Schleswig, 20.02.2019 - 11 A 386/18
LG Potsdam, 20.03.2019 - 6 O 203/17
LG Wiesbaden, 22.07.2016 - 7 S 14/14
Widerruf eines Lebensversicherungsvertrages
VG Darmstadt, 23.08.2019 - 4 L 1466/19
Mitwirkungspflichten (§ 73 Abs. 3a AsylG)
OLG Dresden, 03.08.2018 - 4 U 383/18

References: § 23
 § 93
 § 5
 § 10
 Art. 2
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 101
 Art. 267
 § 23
 § 5
 § 5
 § 5
 § 17
 § 5