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Timestamp: 2019-05-22 03:08:01+00:00

Document:
Aktenzeichen: XI R 1/17
ECLI: ECLI:DE:BFH:2019:U.130219.XIR1.17.0
Normen: § 1 Abs 1 Nr 1 S 1 UStG 2005, § 10 Abs 1 UStG 2005, § 97 Abs 1 UrhG, § 97 Abs 2 UrhG, § 97a Abs 1 UrhG, § 97a Abs 2 UrhG, § 101 Abs 2 UrhG, § 101 Abs 9 UrhG, § 15 Abs 1 S 1 Nr 1 UStG 2005, UStG VZ 2010, Art 2 Abs 1 EGRL 112/2006, Art 267 AEUV
Zitiervorschlag: BFH, Urteil vom 13. Februar 2019 – XI R 1/17 –, BFHE nn
1. Zahlungen, die an einen Unternehmer als Aufwendungsersatz aufgrund von urheberrechtlichen Abmahnungen zur Durchsetzung seines Unterlassungsanspruchs geleistet werden, sind umsatzsteuerrechtlich als Entgelt im Rahmen eines umsatzsteuerbaren Leistungsaustauschs zwischen dem Unternehmer und den von ihm abgemahnten Rechtsverletzer zu qualifizieren. Auf welche nationale zivilrechtliche Grundlage der Zahlungsanspruch gestützt wird, spielt für die Frage, ob ein Leistungsaustausch im umsatzsteuerrechtlichen Sinne vorliegt, keine Rolle (Rn.28) (Rn.29).
2. Geht es --wie bei Abmahnungen-- nicht um die Teilnahme an einem Wettbewerb und erfolgen die Zahlungen nicht für die Erzielung eines bestimmten Wettbewerbsergebnisses, ist die mögliche Ungewissheit einer Zahlung nicht geeignet, den unmittelbaren Zusammenhang zwischen der dem Leistungsempfänger erbrachten Dienstleistung und der ggf. erhaltenen Zahlung aufzuheben (Rn.46).
1. Die Abmahnung ist nicht mit einem gerichtlichen Mahnverfahren vergleichbar, bei dem die Mahnung gegen Erstattung von Mahnkosten nicht steuerbar ist (vgl. BFH-Urteil vom 11.05.1995 V R 86/93; Literatur) (Rn.32).
2. Mit der auf Durchsetzung des Unterlassungsanspruchs gerichteten Abmahnung wird weder eine Urheberrechtsverletzung sanktioniert noch ein Schaden ausgeglichen, sondern dem Verletzer aufgrund der Warn-, Streitbeilegungs- und Kostenvermeidungswirkung der Abmahnung ein Vorteil zugewendet (Rn.40).
3. Da vorliegend die Abmahnleistungen umsatzsteuerpflichtige Umsätze darstellen, steht der abmahnenden Unternehmerin (hier: einer Tonträgerherstellerin, die Inhaberin von Verwertungsrechten an Tonaufnahmen ist) der Vorsteuerabzug nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 UStG aus den in den Rechnungen der beauftragten Rechtsanwaltskanzlei für ihre Tätigkeiten in diesem Zusammenhang ausgewiesenen Umsatzsteuer zu (Rn.48).
4. Für ein Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH (Art. 267 AEUV) besteht aus Sicht des erkennenden Senats kein Anlass (Rn.50).
vorgehend Finanzgericht Berlin-Brandenburg, 30. November 2016, Az: 7 K 7078/15, Urteil
Vergleiche EuGH, 29. November 2018, Az: C-548/17
Vergleiche EuGH, 22. November 2018, Az: C-295/17
Vergleiche BFH, 2. August 2018, Az: V R 21/16
Vergleiche BGH, 26. Juli 2018, Az: I ZR 64/17
Vergleiche BFH, 25. Juli 2018, Az: XI B 103/17
Vergleiche BFH, 13. Juni 2018, Az: XI R 20/14
Vergleiche BGH, 22. März 2018, Az: I ZR 265/16
Vergleiche LG Düsseldorf, 23. Oktober 2017, Az: 2a O 135/17
Vergleiche BVerfG, 6. Oktober 2017, Az: 2 BvR 987/16
im Text BGH, 30. März 2017, Az: I ZR 124/16
Vergleiche BGH, 8. Februar 2017, Az: 1 StR 483/16
Vergleiche EuGH, 18. Januar 2017, Az: C-37/16
Vergleiche BFH, 21. Dezember 2016, Az: XI R 27/14
Vergleiche EuGH, 10. November 2016, Az: C-432/15
Vergleiche EuGH, 22. Juni 2016, Az: C-11/15
Vergleiche EuGH, 2. Juni 2016, Az: C-263/15
Vergleiche BGH, 12. Mai 2016, Az: I ZR 1/15
Vergleiche EuGH, 12. Mai 2016, Az: C-520/14
Vergleiche EuGH, 29. Oktober 2015, Az: C-174/14
Vergleiche EuGH, 9. September 2015, Az: C-160/14
Vergleiche BFH, 22. April 2015, Az: XI R 10/14
Vergleiche BGH, 11. Januar 2015, Az: I ZR 7/14
Vergleiche BFH, 16. Januar 2014, Az: V R 22/13
Vergleiche BFH, 28. Mai 2013, Az: XI R 32/11
Vergleiche BFH, 20. März 2013, Az: XI R 6/11
Vergleiche BGH, 21. Mai 2012, Az: I ZR 106/10
im Text BGH, 28. September 2011, Az: I ZR 145/10
Vergleiche BVerfG, 30. August 2010, Az: 1 BvR 1631/08
Vergleiche BFH, 30. Juni 2010, Az: XI R 22/08
Vergleiche BGH, 21. Januar 2010, Az: I ZR 47/09
Vergleiche BFH, 18. Dezember 2008, Az: V R 38/06
Vergleiche BFH, 27. November 2008, Az: V R 8/07
im Text BGH, 17. Juli 2008, Az: I ZR 219/05
Vergleiche EuGH, 18. Juli 2007, Az: C-277/05
Vergleiche EuGH, 21. Juni 2007, Az: C-453/05
Vergleiche BGH, 1. Juni 2006, Az: I ZR 167/03
Vergleiche BFH, 16. Januar 2003, Az: V R 92/01
Vergleiche BFH, 11. April 2002, Az: V R 65/00
Vergleiche EuGH, 27. September 2001, Az: C-16/00
Vergleiche BFH, 10. Dezember 1998, Az: V R 58/97
Vergleiche EuGH, 18. Dezember 1997, Az: C-384/95
Abgrenzung BFH, 11. Mai 1995, Az: V R 86/93
Vergleiche EuGH, 3. März 1994, Az: C-16/93
Der Auffassung des Prüfers folgend setzte das FA X mit Bescheid vom 23. November 2011 die Umsatzsteuer für das Streitjahr auf 32.785,79 € fest. Den dagegen gerichteten Einspruch wies das FA X mit Einspruchsentscheidung vom 25. März 2015 als unbegründet zurück.
das Urteil des FG vom 30. November 2016 aufzuheben, die Umsatzsteuer für das Jahr 2010 unter Abänderung des Umsatzsteuerbescheides vom 23. November 2011 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 25. März 2015 auf ./. 33.673,36 € festzusetzen und die Anschlussrevision des FA als unbegründet zurückzuweisen. Sie regt an, dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorzulegen:

References: § 1
 § 10
 § 97
 § 97
 § 97
 § 97
 § 101
 § 101
 § 15
 § 15
 EuGH