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Timestamp: 2020-01-27 14:42:27+00:00

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BAG, 29.03.1990 - 2 AZR 420/89 - dejure.org
https://dejure.org/1990,688
BAG, 29.03.1990 - 2 AZR 420/89 (https://dejure.org/1990,688)
BAG, Entscheidung vom 29.03.1990 - 2 AZR 420/89 (https://dejure.org/1990,688)
BAG, Entscheidung vom 29. März 1990 - 2 AZR 420/89 (https://dejure.org/1990,688)
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Konsequenzen von Fehlern bei der Durchführung der Betriebsratsanhörung - Kündigung von Betriebsvereinbarungen durch den Arbeitgeber - Notwendigkeit der Angabe des genauen Kündigungstermins im Rahmen der Betriebsratsanhörung - Möglichkeit der Durchführung einer ...
BetrVG § 102; KSchG § 1, § 2
ArbG Frankfurt/Main, 24.11.1988 - 5 Ca 272/88
LAG Hessen, 25.04.1989 - 7 Sa 70/89
NZA 1990, 894
BB 1990, 2118
DB 1990, 2124
AP BetrVG 1972 § 102 Nr. 56
Insoweit hat der 2. Senat des BAG mit Urteil vom 29.3.1990 (DB 1990, 2124) eine Klarstellung getroffen.
Einer besonderen Mitteilung der Kündigungsfrist bzw. des Endtermins bedarf es jedoch nicht, wenn der Betriebsrat über die tatsächlichen Umstände für die Berechnung der maßgeblichen Kündigungsfrist bzw. den Endtermin unterrichtet ist (vgl. BAG Urteil vom 29. März 1990 - 2 AZR 420/89 - AP Nr. 56 zu § 102 BetrVG 1972, m.w.N.).
Das Bundesarbeitsgericht hat zwar in einer späteren Entscheidung die Angabe der Kündigungsfrist als zur ordnungsgemäßen Anhörung des Betriebsrats gehörend gewertet (Urteil vom 29.03.1990 - 2 AZR 420/89 -).
Das Bundesarbeitsgericht hat in jener Entscheidung das damit begründet, dass sonst durch den Betriebsrat nicht habe festgestellt werden können, bei welchen Arbeitnehmern die Änderungskündigung jenes Rechtsstreits den Weihnachtsgeldanspruch 1988 überhaupt noch habe erfassen können; habe der Betriebsrat aber nicht gewusst, wann und in welchem Umfang die angestrebte Weihnachtsgeldreduzierung, also mit welchem Einspareffekt überhaupt, "greifen" könne, so sei ein dringendes betriebliches Erfordernis der für 1988 geplanten Maßnahme durch den Betriebsrat nicht zu beurteilen (BAG, Urteil vom 29.03.1990 - 2 AZR 420/89 - auf S. 14 unter 2.2b, cc) der Entscheidungsgründe).
Diese Mitteilung von den, den Tarifvertrag entsprechenden Fristen - wie sich aus der Bekanntgabe des beabsichtigten Beendigungstermins ergibt - entspricht den Anforderungen der Entscheidungen des BAG vom 29.01.1986 (NZA 1987, 32 ff.), der Entscheidung vom 29.03.1990 - 2 AZR 420/89 - und der Entscheidung des BAG vom 21.08.1990 - 1 AZR 576/89 - (NZA 1991, 392 ).
Der Beendigungszeitpunkt ist regelmäßig unerheblich, ausgenommen es handele sich um einen für die Entscheidungsfindung des Betriebsrats ausnahmsweise von erheblicher Bedeutung vorliegenden, wie im Falle der betriebsbedingten Änderungskündigung im Zusammenhang mit einem Weihnachtsgeld (BAG, Urteil vom 29.03.1990 - 2 AZR 420/89 -).
Sie unterscheidet etwa im Zusammenhang mit der Information des Betriebsrats nach § 102 BetrVG vor Ausspruch der Kündigung ausdrücklich zwischen "der maßgeblichen Kündigungsfrist und dem Kündigungstermin (Endtermin)" bzw. fragt danach, ob der Arbeitgeber dem Betriebsrat "auch den Kündigungstermin, also den Zeitpunkt mittteilen muß, zu dem die Kündigung wirksam wird" (vgl. etwa BAG Urteil vom 29. März 1990 - 2 AZR 420/89 - AP Nr. 56 zu § 102 BetrVG 1972; in diesem Sinne auch BAG Urteil vom 16. September 1993 - 2 AZR 267/93 - AP Nr. 62 zu § 102 BetrVG 1972 - beide m.w.N.).
a) Das Bundesarbeitsgericht hat seit seiner Grundsatzentscheidung vom 28. Februar 1974 (- 2 AZR 455/73 -, EzA § 102 BetrVG 1972 Nr. 8 = AP Nr. 2 zu § 102 BetrVG 1972) stets ausgeführt, dass dem Betriebsrat bei der Anhörung nach § 102 Abs. 1 BetrVG grundsätzlich auch die Kündigungsfristen und gegebenenfalls der Kündigungszeitpunkt bekannt zugeben sind (vgl. aus letzter Zeit nur: BAG, Urteil vom 29.03.1990 - 2 AZR 420/89 -, AP Nr. 56 zu § 102 BetrVG 1972; BAG, Urteil vom 21.08.1990 -, 1 AZR 576/89 - AP Nr. 3 zu § 72 LPVG NW; BAG, Urteil vom 16.09.1993 - 2 AZR 267/93 -, AP Nr. 62 zu § 102 BetrVG 1972, zu B. II. 2. b. bb. [1] der Gründe).
Davon ist nur dann eine Ausnahme zu machen, wenn dem Betriebsrat die zu beachtenden Fristen ohnehin bekannt gewesen sind (vgl. dazu nur BAG, Urteil vom 03.04.1987 - 7 AZR 66/86 -, n.v., zu B. II. 2. a der Gründe; BAG, Urteil vom 29.03.1990, aaO., zu II. 2. b. aa der Gründe m.w.N. aus dem Schrifttum).
b) Nach diesen Grundsätzen, denen die erkennende Kammer folgt, hat der Beklagte seiner Darlegungs- und Beweislast für die auch insofern ordnungsgemäße Betriebsratsanhörung (vgl. dazu nur BAGE 49, 136 = AP Nr. 37 zu § 102 BetrVG 1972; BAG, Urteil vom 29.03.1990, aaO., zu II. 2. c der Gründe) nicht genügt.
Die Kündigungsfrist ist grundsätzlich mitzuteilen, es sei denn, der Personalvertretung sind die zu beachtenden Fristen ohnehin bekannt (BAG, Urteil vom 3. April 1987 - 7 AZR 66/86 - RzK III 1 d Nr. 3; BAG, Urteil vom 29. März 1990 - 2 AZR 420/89 - AP Nr. 56 zu § 102 BetrVG 1972; BAG, Urteil vom 16. September 1993 - 2 AZR 267/93 - BAGE 74, 185 = AP Nr. 62 zu § 102 BetrVG 1972; BAG, Urteil vom 5. Februar 1981 - 2 AZR 1135/78 - AP Nr. 1 zu § 72 LPVG NW; BAG, Urteil vom 29. Januar 1986 - 7 AZR 257/84 - AP Nr. 42 zu § 102 BetrVG 1972).
Das Landesarbeitsgericht hält darüber hinaus die Kündigung unter Hinweis auf das Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 29. März 1990 (- 2 AZR 420/89 - AP Nr. 56 zu § 102 BetrVG 1972) auch wegen Verstoßes gegen § 102 Abs. 1 BetrVG für unwirksam.
Auslegung des Begriffs "Kündigungstermin"; Auslegung des Sozialplänen
LAG Hamm, 14.03.1995 - 13 (6) Sa 525/94
Betriebsrat: Anhörung bei Kündigung - Kündigung wegen Beleidigung des …
Arbeitsverhältnis; Kündigung; Wirksamkeit; Gesetzliches Verbot; Nichtigkeit; …

References: § 102
 § 1
 § 2
 § 102
 § 102
 § 102
 § 102
 § 102
 § 102
 § 102
 § 102
 § 102
 § 72
 § 102
 § 102
 § 102
 § 102
 § 72
 § 102
 § 102
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