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Timestamp: 2016-10-25 08:42:31+00:00

Document:
1A.64/2006 (07.11.2006)
Kanton St. Gallen, Beschwerdef�hrer,
vertreten durch den Gemeinderat, Gr�enaustrasse 7, Postfach 364, 9630 Wattwil,
X.________ ist Eigent�mer des Grundst�cks Nr. 896, Vorderer Hummelwald, Wattwil, das nach dem Landwirtschaftszonenplan der politischen Gemeinde Wattwil vom 28. April 1999 in der Landwirtschaftszone liegt. Die Parzelle umfasst rund 3.7 ha Wiese und 0.8 ha Weideland sowie 1.2 ha Wald. Es befinden sich darauf eine alte Rindvieh- und Schweinemastscheune (Vers-Nr. 1191) sowie zwei Weidst�lle (Vers.-Nrn. 1188 und 1189). Der Eigent�mer betreibt auf dem Grundst�ck seit dem Jahr 1990 eine Damhirschzucht. Er besitzt daf�r eine Bewilligung des kantonalen Veterin�ramtes f�r die gewerbsm�ssige Haltung von Wildtieren, letztmals erteilt am 7. Mai 2001 und befristet bis 7. Mai 2006, die ihn zur Haltung von zwei m�nnlichen und 30 weiblichen Damhirschen mit zugeh�rigen Jungtieren berechtigt. Das f�r die Damhirschzucht erforderliche Wildgehege wurde vom damals zust�ndigen kantonalen Amt f�r Umweltschutz am 9. November 1990 als zonenkonform beurteilt. Am 14. Dezember 1998 stellte das kantonale Planungsamt (heute Amt f�r Raumentwicklung, ARE/SG) im Zusammenhang mit einer Vergr�sserung des Weidstalles Vers.-Nr. 1189 fest, das Bauvorhaben entspreche dem Zweck der Nutzungszone.
Am 11. M�rz 2003 reichte X.________ dem Gemeinderat Wattwil ein Baugesuch f�r den Abbruch der Scheune Vers.-Nr. 1191 und den Bau einer neuen Scheune (Grundmasse 15.25 m x 20.26 m) zum Zweck der Damhirschhaltung ein. Nach den Angaben im Baugesuch soll dazu eine ehemalige Industriehalle verwendet werden. Einsprachen gegen das Baugesuch wurden keine erhoben.
Am 20. Oktober 2003 stimmte das ARE/SG dem Abbruch der Scheune Vers.-Nr. 1191 zu, verweigerte indessen die Zustimmung zur Errichtung der neuen Scheune. Zuvor hatte das ARE/SG einen Expertenbericht der Landwirschaftlichen Beratung, Fachstelle Betriebswirtschaft, Flawil, eingeholt. Die Fachstelle war zum Ergebnis gelangt, die Baute sei nicht bewilligungsf�hig. Im Wesentlichen f�hrte das ARE/SG zur Begr�ndung seiner Ablehnung aus, der Gesuchsteller betreibe ein Baugesch�ft; die Damhirschhaltung sei nicht als "landwirtschaftliche T�tigkeit" im Sinn eines Voll- oder Nebenerwerbsbetriebs zu qualifizieren, sondern als "Freizeitlandwirtschaft". Bauten und Anlagen f�r die Freizeitlandwirtschaft w�rden jedoch nicht dem Zweck der Nutzungszone entsprechen und k�nnten auch nicht von vornherein als standortgebunden betrachtet werden. Im �brigen f�ge sich der geplante Neubau weder hinsichtlich des Bauk�rpers noch bez�glich der Anordnung in die Landschaft ein. Eine Bewilligung nach Art. 24a-24d oder Art. 37a des Bundesgesetzes �ber die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG/SR 700) falle ebenfalls nicht in Betracht.
Am 6. November 2003 erteilte der Gemeinderat Wattwil die Abbruchbewilligung unter Auflagen und Bedingungen, verweigerte jedoch die Bewilligung f�r den Neubau unter Bezugnahme auf die Verf�gung des ARE/SG vom 20. Oktober 2003.
Gegen diese Verf�gung gelangte der Bauherr an das kantonale Baudepartement mit den Begehren, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und die Bewilligung f�r den Wiederaufbau resp. Neubau der Scheune zu erteilen.
Das Baudepartement f�hrte am 24. Februar 2004 einen Augenschein durch. In der Folge wurde das Verfahren auf Antrag des Bauherrn im Hinblick auf die Zusprechung von Direktzahlungen sistiert. Am 13. August 2004 teilte X.________ mit, das Landwirtschaftsamt habe seinen Betrieb mit Verf�gung vom 30. Juli 2004 per 1. Januar 2004 als selbst�ndigen Betrieb im Sinne von Art. 6 der Landwirtschaftlichen Begriffsverordnung vom 7. Dezember 1998 (LBV, SR 910.91) anerkannt. Somit k�nne nicht mehr davon ausgegangen werden, er betreibe Freizeitlandwirtschaft. Das Verfahren blieb antragsgem�ss weiterhin sistiert.
Am 23. September 2004 reichte X.________ dem Baudepartement ein von der Landwirtschaftlichen Beraterzentrale Lindau erarbeitetes Raumprogramm und einen Aushubplan ein. Weiter teilte er mit, er habe bei der Gemeinde Wattwil ein Gesuch um Ausrichtung von Direktzahlungen gestellt. Sodann habe er im August 2004 mit dem St. Gallischen Bauernverband einen Vertrag �ber den �kologischen Leistungsnachweis (�LN) abgeschlossen. Wenn die �LN-Kontrolle im Jahr 2005 positiv ausfalle, w�rden f�r das Betriebsjahr 2005 Direktzahlungen ausgerichtet.
Zus�tzlich reichte der Bauherr am 24. Dezember 2004 ein Gutachten zum Raumprogramm und zur Wirtschaftlichkeit der Damhirschhaltung ein, welches von der Landwirtschaftlichen Weiterbildung und Beratung, Flawil ("Gutachten Gr�nenfelder") erarbeitet worden war. Daraus ergab sich, dass er mit seiner Damhirschhaltung - unter Ber�cksichtigung von Direktzahlungsbeitr�gen in der H�he von rund Fr. 14'800.-- - ein landwirtschaftliches Einkommen von Fr. 3'625.50 erzielt.
Schliesslich informierte X.________ das Baudepartement am 31. M�rz 2005 dar�ber, dass Tierschutzbeamte des Veterin�ramtes am 23. Februar 2005 seine Damhirschhaltung kontrolliert h�tten. Der Kantonstierarzt habe im Anschluss daran festgestellt, der Unterstand sei f�r zwei Stiere, 30 K�he und Jungtiere zu klein bemessen. Bis zum Ablauf der Haltebewilligung am 7. Mai 2006 m�sse er eine absolute Mindestfl�che von 1 m2 pro Tier oder 2 m2 pro Hirscheinheit aufweisen.
Dagegen gelangte der Bauherr an das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen. Gleichzeitig reichte er ein weiteres Gutachten zur Wirtschaftlichkeit der Damhirschhaltung ein ("Gutachten K�nig"), wonach sich sein j�hrliches landwirtschaftliches Einkommen auf Fr. 16'316.80 bel�uft.
Das Verwaltungsgericht hiess die Beschwerde mit Urteil vom 22. Februar 2006 teilweise gut: Es hob den Entscheid der Regierung vom 2. November 2005 auf und wies die Streitsache zur Beurteilung im Sinn der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ck. Im �brigen wies es die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat (Dispositiv-Ziff. 1).
Mit Eingabe vom 30. M�rz 2006 erhebt der Kanton St. Gallen, vertreten durch die Regierung, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht. Er beantragt, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 22. Februar 2006 sei aufzuheben, soweit damit die Beschwerde von X.________ teilweise gutgeheissen, der Entscheid der Regierung aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zu neuer Beurteilung im Sinn der Erw�gungen zur�ckgewiesen worden sei (Dispositiv-Ziff. 1 des angefochtenen Urteils). Die Streitsache sei zur Erg�nzung des Sachverhalts und zu neuer Entscheidung an das Verwaltungsgericht zur�ckzuweisen. Gleichzeitig ersucht der Beschwerdef�hrer um Gew�hrung der aufschiebenden Wirkung.
Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen und der Bauherr X.________ als privater Beschwerdegegner schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Die Gemeinde Wattwil beantragt sinngem�ss, die Beschwerde sei gutzuheissen.
Das Bundesamt f�r Raumentwicklung (ARE) hat sich ebenfalls zur Angelegenheit vernehmen lassen.
Der Beschwerdegegner h�lt in seiner Replik sinngem�ss an seinen Antr�gen fest.
Mit Verf�gung vom 5. Mai 2006 hat der Pr�sident der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1 Gem�ss Art. 34 Abs. 1 RPG ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht u.a. zul�ssig gegen Entscheide kantonaler Instanzen �ber die Zonenkonformit�t von Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen und �ber Bewilligungen i.S.v. Art. 24-24d RPG. Da der Anwendungsbereich von Art. 24 RPG von der Beurteilung der Zonenkonformit�t im Sinne von Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG abh�ngt, kann mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch ger�gt werden, eine Baute oder Anlage sei in zu weitgehender Bejahung der Zonenkonformit�t in der Landwirtschaftszone gem�ss Art. 16 und 22 RPG bewilligt worden (BGE 123 II 499 E. 1a S. 501 f.; 118 Ib 335 E. 1a S. 337 f.). Andere Entscheide letzter kantonaler Instanzen sind endg�ltig; vorbehalten bleibt die staatsrechtliche Beschwerde an das Bundesgericht (Art. 34 Abs. 3 RPG).
1.2 Mit dem angefochtenen Entscheid wurde noch keine Baubewilligung erteilt, sondern lediglich grunds�tzlich �ber die Zonenkonformit�t eines Bauvorhabens in der Landwirtschaftszone entschieden. Nach der Rechtsprechung kann ein solcher Teilentscheid mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde angefochten werden (BGE 120 Ib 48 E. 1b S. 50).
1.3 Nach Art. 34 Abs. 2 RPG in Verbindung mit Art. 103 lit. c OG steht das Beschwerderecht gegen Verf�gungen �ber Bewilligungen nach Art. 24 RPG auch den Kantonen zu (siehe dazu Bernhard Waldmann/ Peter H�nni, Kommentar zum Raumplanungsgesetz, Bern 2006, N. 41 ff. zu Art. 34 Abs. 2). Da die Regierung nach Art. 7 Abs. 2 des Gesetzes �ber die Verfahrenskoordination in Bausachen vom 18. Juni 1998 (VKOG/SG; sGS 731.2) i.V. mit Art. 2 und Anhang 2 Ziff. 1 der Verordnung �ber die Verfahrenskoordination und Fristen in Bausachen vom 24. November 1998 (VKOV/SG; sGS 731.21) als Rekursinstanz �ber den koordinierten Gesamtentscheid bei Bauten ausserhalb der Bauzone befindet (Art. 8 Abs. 1 lit. b VKOG/SG), ist sie zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde befugt. Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
1.4 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann der Beschwerdef�hrer die Verletzung von Bundesrecht r�gen, einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens (Art. 104 lit. a OG). Da als Vorinstanz eine richterliche Beh�rde entschieden hat, bindet ihre Feststellung des Sachverhalts das Bundesgericht, wenn sie ihn nicht offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt hat (Art. 105 Abs. 2 OG).
Der Beschwerdef�hrer ist im Unterschied zum Verwaltungsgericht der Auffassung, das Bauvorhaben des Beschwerdegegners sei gem�ss Art. 34 Abs. 5 RPV in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform, da es sich bei der im Streit liegenden Damhirschhaltung um Freizeitlandwirtschaft handle. Zudem wirft er dem Verwaltungsgericht in diesem Zusammenhang eine unvollst�ndige Sachverhaltsfeststellung vor: Es habe zu Unrecht darauf verzichtet, eine Oberexpertise einzuholen, um die Einkommenssituation des Beschwerdegegners zu kl�ren.
2.1 Am 1. September 2000 sind das revidierte Raumplanungsgesetz (RPG) und die neue Raumplanungsverordnung (RPV) in Kraft getreten (AS 2000, 2046 und 2064). Darin werden unter anderem die in der Landwirtschaftszone als zonenkonform geltenden Nutzungen neu umschrieben (vgl. dazu Ulrich Zimmerli, Zu den Neuerungen im Raumplanungsrecht, recht 2001 S. 89-101, insb. S. 92 ff.). Wie das Bundesgericht bereits in E. 2.3 des Urteils 1A.134/2002 vom 17. Juli 2003 (publ. in ZBl 106/2005 S. 158 ff.) festgehalten hat, liegt der Raumplanung der Gedanke der geordneten Besiedelung des Landes, der zweckm�ssigen, haush�lterischen Nutzung des Bodens sowie das Gebot der Trennung von Siedlungs- und Nichtsiedlungsgebiet zu Grunde (Art. 75 Abs. 1 BV, Art. 1 RPG). Ziel der Motion Zimmerli vom 3. Oktober 1990 zur Revision des RPG war einerseits die Zonenkonformit�t f�r Bauten in der Landwirtschaftszone neu zu umschreiben und andererseits eine gewisse Lockerung f�r das Bauen ausserhalb der Bauzone zu erreichen (Botschaft des Bundesrates vom 22. Mai 1996 zu einer Teilrevision des RPG, BBl 1996 III 513, Ziff. 113, zit.: Botschaft).
Art. 3 Abs. 2 lit. a RPG wurde von der Teilrevision vom 22. Mai 1996 nicht ber�hrt. Nach wie vor sollen der Landwirtschaft gen�gend Fl�chen geeigneten Kulturlandes erhalten bleiben (vgl. Art. 75 BV). Nach der bundesr�tlichen Botschaft kann die Zonenkonformit�t einzelner Bauvorhaben auch unter dem neuen Art. 16a RPG nur bejaht werden, wenn dies zur landwirtschaftlichen oder gartenbaulichen Bewirtschaftung unerl�sslich ist. Die Voraussetzungen der Zonenkonformit�t von Art. 16a RPG seien streng auszulegen und auf Verordnungsstufe n�her zu umschreiben. Es sei jedoch darauf hinzuweisen, dass sich allf�llige Neubauten auf das f�r die landwirtschaftliche T�tigkeit N�tigste zu beschr�nken h�tten (Botschaft, Ziff. 204.1 f.).
2.2 Gem�ss Art. 16a Abs. 1 RPG sind Bauten und Anlagen in der Landwirtschaftszone zonenkonform, wenn sie zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder f�r den produzierenden Gartenbau n�tig sind. Der erweiterte Gehalt der Zonenkonformit�t ist in der Verordnung n�her umschrieben (Art. 34-38 RPV; vgl. dazu Stephan H. Scheidegger, Neue Spielregeln f�r das Bauen ausserhalb der Bauzonen, Baurecht 2000 S. 81-87). Gem�ss Art. 34 Abs. 4 RPV darf die Bewilligung nur erteilt werden, wenn die Baute oder Anlage f�r die in Frage stehende Bewirtschaftung n�tig ist (lit. a), wenn der Baute oder Anlage am vorgesehenen Standort keine �berwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b) und wenn der Betrieb voraussichtlich l�ngerfristig bestehen kann (lit. c). Ausdr�cklich h�lt Art. 34 Abs. 5 RPV nun fest, dass Bauten und Anlagen f�r die Freizeitlandwirtschaft nicht als zonenkonform gelten.
Das Bundesgericht hatte unter dem Geltungsbereich des fr�heren RPG in BGE 112 Ib 404 E. 3 S. 405 f. ausgef�hrt, Art. 16 Abs. 1 lit. a aRPG lasse die Frage offen, ob die Hobbylandwirtschaft auch als landwirtschaftliche Nutzung zu gelten habe. Das im zitierten Fall anzuwendende kantonale Recht schloss diese von der Landwirtschaft aus. Die damals interessierende kommunale Bestimmung unterschied zwischen ertragsorientierter (bzw. mindestens kostendeckender) und rein hobbym�ssiger Landwirtschaft. Nach der im zitierten Entscheid vertretenen Ansicht des Bundesgerichts diente diese Unterscheidung dem an Bedeutung gewinnenden Interesse, die eigentliche Landwirtschaft vor der Konkurrenzierung durch andere Formen der Bodennutzung zu sch�tzen, die nicht auf ertragsorientierte oder wenigstens kostendeckende Aus�bung angewiesen seien. Eine auf diese Zielsetzung ausgerichtete Raumordnung rechtfertige sich im Lichte von Art. 3 Abs. 2 lit. a RPG und stehe daher im �ffentlichen Interesse. Sie halte sowohl vor der Eigentumsgarantie als auch vor der Rechtsgleichheit stand. Entsprechend kam das Bundesgericht in E. 2.4 des Urteils 1A.134/2002 vom 17. Juli 2003 (publ. in ZBl 106/2005 S. 158 ff.) zum Schluss, dass es auch bei Art. 34 Abs. 5 BV darum geht, der Landwirtschaft gen�gende Fl�chen geeigneten Kulturlandes zu sichern. Dies kann nur mit einer konsequenten Trennung von Bau- und Nichtbauland erreicht werden. Der Bundesrat hat durch diese Pr�zisierung Art. 16a RPG in zul�ssiger Weise verdeutlicht.
2.3 Bei der Beurteilung, ob es sich um einen Betrieb von zonenwidriger Freizeitlandwirtschaft oder einen zonenkonformen landwirtschaftlichen Haupt- oder Nebenerwerbsbetrieb handelt, ist auf den jeweiligen Einzelfall abzustellen. Indizien f�r das Vorliegen eines Freizeitlandwirtschaftsbetriebs sind etwa die fehlende Gewinn- und Ertragsorientierung, das Nichterreichen einer gewissen Mindestgr�sse oder der marginale Arbeitsbedarf auf dem Betrieb. Auf die Setzung starrer Grenzwerte wurde bewusst verzichtet (Bundesamt f�r Raumentwicklung, Erl�uterungen zur Raumplanungsverordnung, Bern 2005, Ziff. IV 2.3.1 S. 32; Waldmann/H�nni, a.a.O., N. 11 zu Art. 16a mit Hinweisen zur Rechtsprechung). Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung im Sinn von Art. 16a RPG unterscheidet sich von der Freizeitlandwirtschaft insbesondere durch einen dauernden, auf Wirtschaftlichkeit ausgerichteten und organisierten Einsatz von Kapital und Arbeitskraft in einem wirtschaftlich bedeutsamen Umfang (Urteil 1A.256/2005 des Bundesgerichts vom 20. M�rz 2006, E. 2.1 mit zahlreichen Hinweisen; Bundesamt f�r Raumentwicklung, Wegleitung "Pferd und Raumplanung", Bern 2003, S. 9).
3.1 Vorliegend verf�gt der Beschwerdegegner �ber eine (inzwischen abgelaufene) Bewilligung des Veterin�ramtes zur Haltung von 2 Damhirschstieren, 30 Muttertieren und den dazugeh�rigen Jungtieren. F�r die Tierhaltung stehen ihm 3.7 ha Wies- und 0.8 ha Weidland zur Verf�gung.
3.2 Nicht allein ausschlaggebend f�r die Bejahung eines landwirtschaftlichen Betriebs ist der Arbeits- bzw. Zeitaufwand. Der zeitliche Aufwand f�r Freizeitbesch�ftigungen kann durchaus betr�chtlich sein, ohne dass bereits eine berufliche T�tigkeit vorliegt (Urteil 1A.134/2002 vom 17. Juli 2003, E. 3.3, publ. in ZBl 106/2005 S. 158 ff.). Darauf berufen sich denn auch weder das Verwaltungsgericht noch der Beschwerdegegner.
3.3 Auch ist nicht allein entscheidend, ob der Beschwerdegegner Direktzahlungen erh�lt. Die Anerkennung als landwirtschaftlicher Betrieb im Sinn von Art. 6 LBV beschr�nkt sich auf den Anwendungsbereich des Bundesgesetzes �ber die Landwirtschaft vom 29. April 1998 (Landwirtschaftsgesetz, LwG; SR 901.1) und der gest�tzt darauf erlassenen Verordnungen (siehe Art. 1 Abs. 1 LBV). Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung im Sinne des RPG stellt auf andere Kriterien ab. Die Tatsache, dass der im Streit liegende Betrieb die Anforderungen f�r den Erhalt von Direktzahlungen erf�llt, l�sst weder darauf schliessen, dass der Betrieb l�ngerfristig bestehen kann (Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV), noch dass ein dauernder, auf Wirtschaftlichkeit gerichteter und organisierter Einsatz von Kapital und Arbeit in einem wirtschaftlich bedeutsamen Umfang geleistet wird (vgl. Urteil 1A.256/2005 des Bundesgerichts vom 10. M�rz 2006, E. 2.2). Fehlt es an der Wirtschaftlichkeit des zu beurteilenden Betriebs und damit an einer wesentlichen Voraussetzung f�r eine Baubewilligung in der Landwirtschaftszone, ist nicht relevant, ob es sich um einen Betrieb im Sinne der Landwirtschaftsgesetzgebung handelt (vgl. das Urteil 1A.312/2005 des Bundesgerichts vom 27. September 2006, E. 4.3).
3.4 Gleiches gilt f�r die vom Verwaltungsgericht angef�hrte, bis zum 7. Mai 2006 befristete Bewilligung des Veterin�ramtes zur gewerbsm�ssigen Haltung von Damhirschen. Wie das Gericht selber sinngem�ss in Erw�gung zieht (E. 3b S. 14 des angefochtenen Entscheids), l�sst der Umstand, dass die Tierhaltung den Anforderungen an die "Gewerbsm�ssigkeit" im Sinn von Art. 6 des Tierschutzgesetzes vom 9. M�rz 1978 (TSchG; SR 455) entspricht, noch nicht den unmittelbaren Schluss zu, damit sei auch das Erfordernis der Wirtschaftlichkeit gem�ss Raumplanungsrecht erf�llt.
3.5 Auch die eigene Schlachtanlage des Beschwerdegegners ist kein hinreichendes Indiz f�r das Vorliegen eines zonenkonformen Betriebs, zumal f�r diese Anlage unbestrittenermassen keine raumplanungsrechtliche Bewilligung erteilt worden ist.
4.1 Die kantonalen Beh�rden haben ihrer (unterschiedlichen) Beurteilung insbesondere das Einkommen des Beschwerdegegners zu Grunde gelegt. W�hrend im Verfahren vor dem Regierungsrat einzig die Zahlen des "Gutachtens Gr�nenfelder" der kantonalen Weiterbildungs- und Beratungsstelle Flawil zur Diskussion standen, hatte der Beschwerdegegner vor Verwaltungsgericht zus�tzlich das "Gutachten K�nig" eingereicht, welches von einer f�r ihn g�nstigeren Einkommenssituation ausgeht.
Das "Gutachten Gr�nenfelder" vom 2. November 2004 weist - gem�ss Angaben des Gutachters davon ausgehend, dass keine Schuld- und Pachtzinsen zu bezahlen seien und die Direktzahlungen ausbezahlt w�rden - ein Jahreseinkommen (zusammengesetzt aus Deckungsbetr�gen und Direktzahlungen, abz�glich der Strukturkosten) von Fr. 3'625.50 aus. Demgegen�ber errechnete der Gutachter K�nig am 21. November 2005, gest�tzt auf die von ihm vorgenommenen Korrekturen, ein Jahreseinkommen von Fr. 16'316.80 (inkl. Direktzahlungen in der H�he von rund Fr. 13'000.--). Ohne Ber�cksichtigung der Direktzahlungen erwirtschaftete der Beschwerdegegner gem�ss "Gutachten K�nig" w�hrend der Periode 2002/2003 Fr. 850.25 und 2003/2004 Fr. 2'207.--.
4.2 Das Bundesgericht hat im Urteil 1A.134/2002 vom 17. M�rz 2004 in E. 3.3 anl�sslich der Beurteilung einer Kleintierzucht festgehalten, ein ins Gewicht fallendes Erwerbseinkommen werde mit einem monatlichen Einkommen von Fr. 800.-- jedenfalls nicht erzielt. Im Urteil 1A.266/1999 vom 28. Juni 2000 hat das Bundesgericht in E. 3 ein Jahreseinkommen von bis zu Fr. 7'000.-- als nicht ann�hernd existenzsichernd erachtet und den damals zu beurteilenden Betrieb als Freizeitlandwirtschaft qualifiziert. Gleiches hatte es zuvor im Urteil 1A.64/1998 vom 24. Juli 1998 in E. 3b zu einem monatlichen Einkommen von Fr. 800.-- festgestellt. Ausgehend von der g�nstigeren Prognose des Zweitgutachtens ist dem Beschwerdegegner zuzugestehen, dass er - allerdings unter Ber�cksichtigung der Direktzahlungen - einen nicht unbeachtlichen Ertrag aus der Damhirschhaltung erwirtschaftet, obwohl auch ein monatliches Einkommen von bestenfalls ca. Fr. 1'360.-- kaum als existenzsichernd zu bezeichnen ist. Ob der Beschwerdegegner je den von ihm behaupteten Gesch�ftserfolg erzielt, ist vorliegend nicht gesichert. Abstellend auf das zweite (Partei-)Gutachten die Wirtschaftlichkeit des Betriebes zu bejahen, geht nicht an.
4.3 Selbst wenn zu Gunsten des Beschwerdegegners davon auszugehen w�re, dass sein Betrieb momentan ein Einkommen generiert, das als gewinnorientiert zu bezeichnen w�re, ist damit jedoch nicht belegt, dass der Betrieb im Sinn von Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV voraussichtlich l�ngerfristig bestehen kann.
5.1 Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV soll sicherstellen, dass in der Landwirtschaftszone nicht unn�tig neue Bauten und Anlagen erstellt werden, die infolge Betriebsaufgabe schon nach kurzer Zeit wieder leer stehen (BBl 1996 III 503; ARE, Erl�uterungen zur RPV, Ziff. IV 2.3.1 S. 32). Das in der zitierten Bestimmung verankerte Erfordernis der wirtschaftlichen Rentabilit�t und �berlebensf�higkeit des Betriebs gilt f�r die Bewilligung von Wohn- und �konomiebauten; beim Betrieb kann es sich aber um ein Hauptgewerbe oder um einen Nebenerwerbsbetrieb handeln (vgl. BBl 1996 III 531 f. zu Art. 16a RPG). Ob die Voraussetzung erf�llt ist, muss im konkreten Einzelfall genau �berpr�ft werden. Dabei sind Betriebsstruktur und Gr�sse wie auch die lokalen Verh�ltnisse zu ber�cksichtigen. Bei gr�sseren Bauvorhaben kann es sich als sinnvoll erweisen, vom Gesuchsteller ein Betriebskonzept zu verlangen (Urteil 1A.312/2005 vom 27. September 2006, E. 3.2; vgl. auch Urteil 1A.86/2001 vom 21. Mai 2002, E. 3.4 in: SJ 2002 I 541).
5.2 Das Verwaltungsgericht hat die l�ngerfristige Existenzf�higkeit des Betriebes mit der Begr�ndung bejaht, der Beschwerdegegner halte seit rund 15 Jahren Damhirsche. Es k�nne davon ausgegangen werden, dass der Betrieb auch weiterhin existiere. Zum Aspekt der wirtschaftlichen Rentabilit�t hat es sich mit keinem Wort ge�ussert. Entgegen der Meinung des Beschwerdegegners sind jedoch diesbez�gliche Prognosen n�tig. Der Beschwerdegegner ist heute 59-j�hrig. Gem�ss seinem Schreiben an das Baudepartement vom 26. Juli 2005 (act. 34 der Akten des Baudepartements) ist er fest entschlossen, den Betrieb weiter zu f�hren. Seine heute 19-j�hrige Tochter sei bestrebt, den Generationenwechsel sicherzustellen. Wenn Vater und Tochter den Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten k�nnten, sei ein Landwirt aus Wattwil bereit, das Anwesen in Pacht zu nehmen oder einen Kauf ins Auge zu fassen. Eine solche Absichtserkl�rung gen�gt mitnichten, um den Nachweis einer l�ngerfristigen Existenzf�higkeit zu erbringen. Hinzu kommt, dass der Beschwerdegegner in sp�testens sechs Jahren, mit Erreichen des 65. Altersjahres, gem�ss Art. 19 der Verordnung �ber die Direktzahlungen an die Landwirtschaft vom 7. Dezember 1998 (DZV; SR 910.13) keine Direktzahlungen mehr erh�lt. Ohne diese Beitr�ge ist aber auch das gem�ss "Gutachten K�nig" errechnete Einkommen bei Weitem zu gering, als dass daraus auf die l�ngerfristige wirtschaftliche Rentabilit�t des Betriebs geschlossen werden k�nnte.
5.3 Das ARE schl�gt in seiner Vernehmlassung vor, bei der Beurteilung der l�ngerfristigen Existenzf�higkeit - in Anlehnung an die fr�here Regelung in der Struktuverbesserungsverordnung vom 7. Dezember 1998 (SVV; SR 913.1) - zu verlangen, dass im Berg- und H�gelgebiet mindestens 35% der Ausgaben durch Eink�nfte aus der Landwirtschaft gedeckt werden. Unter Bezugnahme auf Art. 8 Abs. 2 SVV w�rden sich die zu deckenden Aufwendungen aus den laufenden Ausgaben f�r Betrieb und Familie, den Zins- und R�ckzahlungsverpflichtungen sowie den k�nftig notwendigen Investitionen zusammensetzen. Ob dieses Vorgehen im vorliegenden Fall sachgerecht w�re, kann offen bleiben. Indes zeigen die Zahlen, welche das ARE in diesem Zusammenhang nennt, dass bereits der heutige Betrieb des Beschwerdegegners nicht als gewinnorientiert zu bezeichnen ist: So soll sich der durchschnittliche Privatverbrauch (Ausgaben f�r die Familie) in der H�gelregion gem�ss den Erhebungen der Eidgen�ssischen Forschungsanstalt f�r Agrarwirtschaft und Landtechnik in T�nikon im Jahr 2004 auf Fr. 63'851.-- und in der Bergregion auf Fr. 57'614.-- belaufen haben. Die durchschnittliche Eigenkapitalbildung f�r k�nftig notwendige Investitionen belief sich laut dem Agrarbericht 2005 des Bundesamtes f�r Landwirtschaft auf Fr. 13'058.-- in der H�gelregion und auf Fr. 11'140.-- f�r die Bergregion. Der Beschwerdegegner betreibt denn auch hauptberuflich ein Baugesch�ft.
5.4 Weitergehende �berlegungen hierzu er�brigen sich jedoch, da bis anhin keine detaillierteren Angaben zur wirtschaftlichen Situation des Betriebs erhoben worden sind. Es obliegt dem Baugesuchsteller im Rahmen seiner Mitwirkungspflichten, nachvollziehbare Betriebsdaten zu liefern, will er die Bewilligungsf�higkeit seines Projekts belegen. Gest�tzt auf die heute vorliegenden widerspr�chlichen Zahlen ist die Zonenkonformit�t des Vorhabens jedenfalls zu verneinen. Die Erw�gung des Verwaltungsgerichts, wonach es auch im Interesse der Landschaftspflege liege, dass das steile Gel�nde durch eine Damhirschherde extensiv bewirtschaftet werde, vermag daran nichts zu �ndern. Wie sowohl der Beschwerdef�hrer als auch das ARE �berzeugend ausf�hren, ist die Damhirschhaltung nicht die einzig m�gliche Bewirtschaftungsart.
Demzufolge ist die Beschwerde gutzuheissen und das angefochtene Urteil aufzuheben. Die Baubewilligung f�r den Neubau der Scheune auf GB Wattwil Nr. 896 ist nicht zu erteilen. Das Verwaltungsgericht wird demzufolge nochmals �ber die Verfahrenskosten zu entscheiden haben. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Geb�hren des bundesgerichtlichen Verfahrens dem privaten Beschwerdegegner aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Parteientsch�digungen sind keine zuzusprechen (Art. 159 Abs. 2 OG).
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird gutgeheissen und das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Februar 2006 aufgehoben. Die Baubewilligung f�r die neue Scheune des Beschwerdegegners auf Grundst�ck GB Wattwil Nr. 896 wird nicht erteilt. Die Angelegenheit wird an das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen zum Kostenentscheid zur�ckgewiesen.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000.-- wird dem privaten Beschwerdegegner auferlegt.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Politischen Gemeinde Wattwil und dem Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen sowie dem Bundesamt f�r Raumentwicklung schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 24
 Art. 37
 Art. 6
 Art. 34
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 22
 Art. 16
 Art. 34
 Art. 103
 Art. 24
 Art. 34
 Art. 7
 Art. 2
 Art. 34
 Art. 1

Art. 3
 Art. 75
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 34
 Art. 34
 BGE 
 Art. 16
 Art. 3
 Art. 34
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 6
 Art. 1
 Art. 6
 Art. 34
 Art. 34
 Art. 16
 Art. 19
 Art. 8