Source: https://www.zip-online.de/heft-15-2004/zip-2004-685-die-business-judgment-rule-vom-richterrecht-zur-kodifizierung/
Timestamp: 2019-09-21 05:29:29+00:00

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Die „Business Judgment Rule“: Vom Richterrecht zur Kodifizierung (Holger Fleischer Fleischer) – ZIP 2004, 685 | ZIP online
ZIP 2004, 685
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, KölnRWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln0723-9416Zeitschrift für WirtschaftsrechtZIP2004AufsätzeHolger Fleischer Fleischer*
Die „Business Judgment Rule“: Vom Richterrecht zur Kodifizierung
Die Figur des Geschäftsleiterermessens hat in jüngster Zeit eine bemerkenswerte juristische Karriere gemacht. Seit ihr der BGH in der ARAG/Garmenbeck-Entscheidung zu höchstrichterlicher Aufmerksamkeit verholfen hat,1 ist sie zu einem Lieblingskind des aktienrechtlichen Schrifttums aufgestiegen. In Anlehnung an die US-amerikanische Begrifflichkeit häufig als „Business Judgment Rule“ bezeichnet, hat man ihre Bedeutung in zahlreichen Aufsätzen2 und Festschriftenbeiträgen,3 Kommentierungen4 und Monographien5 zu ergründen versucht. Der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG)6 sieht nun sogar ihre Aufnahme in das geschriebene Aktienrecht vor. In diesem Sinne bestimmt § 93 Abs. 1 Satz 2 AktG-RefE: „Eine Pflichtverletzung liegt nicht vor, wenn das Vorstandsmitglied bei einer unternehmerischen Entscheidung ohne grobe Fahrlässigkeit annehmen durfte, auf der Grundlage angemessener Information zum Wohle der Gesellschaft zu handeln.“ Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, was es mit dieser Kodifizierung von Richterrecht auf sich hat und welche Einzelanforderungen an einen „sicheren Hafen“7 für unternehmerische Entscheidungen gestellt werden. Außerdem untersucht er, inwieweit die neue Vorschrift über ihren eigentlichen Anwendungsbereich hinaus auf andere Sachgebiete ausstrahlt.
Dr. iur., Dipl.-Kfm., LL.M. (Michigan), Universitätsprofessor an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Vgl. BGHZ 135, 244, 253 – 254 = ZIP 1997, 883, 885–886.
Vgl. Boujong, DZWiR 1997, 326; Götz, NJW 1997, 3275; Heermann, AG 1998, 201; Henze, NJW 1998, 3309; ders., BB 2000, 209; Horn, ZIP 1997, 1129; Kindler, ZHR 162 (1998), 101.
Vgl. Fleischer, in: Festschrift Wiedemann, 2002, S. 827; Goette, in: Festschrift 50 Jahre Bundesgerichtshof, 2000, S. 123; Hopt, in: Festschrift Mestmäcker, 1996, S. 909; Keßler, in: Festschrift Baumann, 1999, S. 153; Semler, in: Festschrift Ulmer, 2003, S. 627. Aus der Schweiz Frick, in: Festschrift Forstmoser, 2003, S. 509; Kunz, in: Festschrift Druey, 2002, S. 445.
Vgl. Hopt, in: Großkomm. z. AktG, 4. Aufl., 1999, § 93 Rz. 81 – 88; Hüffer, AktG, 5. Aufl., 2002, § 93 Rz. 13a; MünchKomm-Hefermehl/Spindler, AktG, 2. Aufl., 2004, § 93 Rz. 24 – 34; Landwehrmann, in: AnwKomm. Aktienrecht, 2003, § 93 AktG Rz. 86 – 100.
Vgl. Oltmanns, Geschäftsleiterhaftung und unternehmerisches Ermessen, 2001; Paefgen, Unternehmerische Entscheidungen und Rechtsbindungen der Organe in der AG, 2002; M. Roth, Unternehmerisches Ermessen und Haftung des Vorstands, 2001; zuvor bereits Mutter, Unternehmerische Entscheidungen und Haftung des Aufsichtsrats der Aktiengesellschaft, 1994.
Vgl. BMJ, Entwurf eines Gesetzes zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (Januar 2004, abrufbar unter www.rws- verlag.de, Volltexte vom 28.1.2004); dazu Seibert/Schütz, ZIP 2004, 252.
Begr. RefE (Fußn. 6), S. 17.

References: BGH 
 § 93
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 § 93
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