Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82120000021.htm
Timestamp: 2018-11-18 08:55:26+00:00

Document:
2.37.021 Stupfericher Wald-Schönberg
Verordnung des Bürgermeisteramts Karlsruhe über das Landschaftsschutzgebiet "Stupfericher Wald ‑ Schönberg" vom 01.09.1997 (Amtsblatt für den Stadtkreis Karlsruhe vom ).
Aufgrund der §§ 22, 58 Abs. 3 und 4, § 63 Abs.1 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI.1975, S. 654), in der Fassung der Bekanntmachung vom 16. Juni 1995 (GBI. S. 385) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Karlsruhe werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Stupfericher Wald ‑ Schönberg".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 402 ha.
Zum Landschaftsschutzgebiet gehören der Walddistrikt "Stupfericher Wald" sowie die angrenzend zusammenhängenden Gewanne Rittenhardt, Christibild, Mittlere Gewann, Ruthersloch, Kohlplatt, Zeil, Zwerweg bei den Wasserlöchern, Schmierofenbuckel, Mittlerer Buckel, Schmierofen, Grötzinger Weg, Unter Hässlingen, Am Brückle, Hinter dem Schönberg, Schweigling, Schönbergteich, Holderäcker, Weiher, Söllinger Weg, Vogelswiesen, Am Singener Weg, Spitzäcker, Neubruch, Zwerweg beim Brünnle, Buckenried, Hachlingen beim Wald.
Des weiteren gehören zum Landschaftsschutzgebiet folgende Gewanne zwischen Batzenhof, Bundesautobahn A 8 und der Kreisstraße 9653: Ettlinger Forlen, Hintere Hurenklamm, Über der Ochsenstraße, Ochsenstraße beim Schleifweg, Am Schleifweg, Schneckenhardt, Lange Wittumäcker, Pfefferäcker, Ober dem Wettersbacher Weg, Unter dem Wettersbacher Weg, Zennerklamm, Am Welschenweg, Am alten Ettlinger Weg.!
(3) Das Landschaftsschutzgebiet besteht aus zwei getrennten, aber in sich zusammenhängenden Landschaftsteilen. Diese werden im wesentlichen wie folgt begrenzt:
A. Landschaftsteil östlich der Thomashof‑ und Karlsbader Straße
· Durch die Gemarkungsgrenze, den Thomashof und die Kreisstraße 9654 (Thomashofstraße) , durch den Feldweg nördlich des Gewannes Schelmenäcker und in dessen Fortsetzung durch die nördlichen und nordöstlichen Gewanngrenzen "Pfadäcker", "Geeren", "Langenäcker", "Grause Grund", "Hachlingen" und "Hachlingen beim Waid" bis zum Waldrand bei der Weggabelung "Zum Sportzentrum". Von hier aus folgt die Grenze dem Waldrand um den Ortsetter herum in südwestlicher Richtung bis zur Gemarkungsgrenze Autobahnanschluß.
B. Landschaftsteil westlich der Thomashof‑ und Karlsbader Straße
· Durch die Bundesautobahn A 8, die Kreisstraße 9653 (Karlsbader Straße) und im Norden durch die südlichen Gewanngrenzen "Mittlere Hurenklamm", "Vordere Hurenklamm", "Unteres Batzenhoffeld" (ehemalige Gemarkungsgrenze zu Hohenwettersbach) bis zu dem nach Süden abzweigenden Feldweg westlich des Gewanns "Windelbach". Im Osten wird der geschützte Landschaftsteil durch den zuletzt genannten Feldweg und ab der ca. 300 m südlich gelegenen Wegkreuzung durch den zunächst nach Westen verlaufenden "Schleifweg" und von diesem wieder durch die in Nord‑Süd‑Richtung abzweigenden (westlichen) Grundstücksgrenzen Flst.Nrn. 92869/2 + 94409 in den Gewannen "Ober und Unter dem Wettersbacher Weg" bis diese auf den Feldweg nördlich des Gewanns "Zennerklamm" treffen. Von hier aus dem letztgenannten Weg wieder folgend bis zur Einmündung in die Kreisstraße 9653.
(4)Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte, Maßstab 1 : 10 000, mit grüner Linie (flächenmäßig grau hervorgehoben), eingetragen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Bürgermeisteramt Karlsruhe als untere Naturschutzbehörde, Rathaus am Marktplatz, auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Amtsblatt für den Stadtkreis Karlsruhe zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden öffentlich ausgelegt.
(5) Die Verordnung mit Karte ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei der in Absatz 4 bezeichneten Stelle zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
1. Die Erhaltung der z.T. noch in naturnaher Ausprägung vorhandenen Waldtypen auf Standorten des artenreichen bis artenarmen Buchenwaldes auf Löß und Lößlehm über Buntsandstein wegen seiner besonderen Bedeutung für den Naturhaushalt und die standorttypische Tier‑ und Pflanzenwelt,
2. die Sicherung eines gefährdeten, ökologisch wertvollen Kulturlandschaftstyps mit extensiv genutzten Streuobstwiesen im Biotopverbund mit Feldhecken und den angrenzenden wertvollen Waldrandbereichen,
3. der Schutz der Feldflur vor baulicher Zersiedelung und Einfriedigung zugunsten einer landschaftsgerechten Nutzung und der Naherholung,
4. der Schutz der Wiesenvegetation vor Beeinträchtigungen oder Zerstörungen infolge intensiver Tierhaltung.
In dem Landschaftsschutzgebiet sind Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck erheblich zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch
(1 ) Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde.
3. Verlegen oder Ändern von ober‑ oder unterirdischen Leitungen aller Art;
5. Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind; mit Ausnahme von ortsüblichen, für den Eigenverbrauch bestimmten Brennholzstapeln (bis zu 10 Ster unbehandeltes und naturbelassenes Schnittholz pro Grundstück);
12. Aufstellen oder Anbringen von Plakaten, Bild‑ oder Schrifttafeln;
14. Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise, insbesondere auch der Umbruch von Dauergrünland in Ackerland;
15. Beseitigung von Landschaftsbestandteilen wie Bäume, Hecken, Gebüsche und sonstige Feldgehölze.
(3)Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Für den Umbruch von Dauergrünland ist die Erlaubnis dann zu erteilen, wenn geschützte Biotope gemäß § 24 a NatSchG nicht berührt sind und die Gefahr von Bodenerosionen ausgeschlossen werden kann. Die Erlaubnis kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch solche Wirkungen auf ein mit dem Schutzzweck vereinbares Maß gemildert werden.
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land‑ und forstwirtschaftlicher Grundstücke, mit Ausnahme des Umbruchs von Dauergrünland in Ackerland (§ 5 Abs. 2 Ziffer 14) und Kahlschläge von mehr als 1 ha;
3. für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer sowie der bestehenden Anlagen für die Strom‑, Wasserver‑ und ‑entsorgung und das Fernmeldewesen, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 15;
5. für eine ordnungsgemäße Weidetierhaltung mit der Maßgabe, daß der Tierbestand den Schlüssel von max. 1 Großtier pro 0,5 ha Weideland nicht übersteigen darf;
6. für Maßnahmen des zukünftigen Wege‑ und Gewässerplans mit landschaftspflegerischem Begleitplan des Flurneuordnungsverfahrens Karisruhe‑Stupferich (A 8) sowie für Maßnahmen, die zur wertgleichen Abfindung der Teilnehmer erforderlich werden.
Schutz‑ und Pflegemaßnahmen werden von der unteren Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt. § 4 dieser Verordnung ist insoweit nicht anzuwenden.
1. entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen.
Karlsruhe, den 1. September 1997

References: § 63
 § 64
 § 2
 § 4
 § 24
 § 5
 § 4
 § 22
 § 4