Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/3/3250.htm
Timestamp: 2018-11-20 16:31:45+00:00

Document:
3.250 Flugplatz Bremgarten
Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Natur‑ und Landschaftsschutzgebiet »Flugplatz Bremgarten« vom 7. Januar 1999 (GBl. v. 17.02.1999, S. 77).
· die Erhaltung und Entwicklung des letzten größeren zusammenhängenden Wiesengebietes in der Oberrheinebene südlich des Kaiserstuhls mit Vorkommen von Magerrasen, Glatthaferwiesen, Pionierrasen und weitgehend offenen Kiesflächen als Lebensraum zahlreicher seltener, z. T. stark gefährdeter oder streng geschützter Tier‑ und Pflanzenarten,
· die Erhaltung eines durch natürliche Sukzession in einer aufgelassenen Kiesgrube entstandenen Lebensraumes mit einem Mosaik unterschiedlicher Biotoptypen mit Vorkommen zahlreicher seltener und gefährdeter Tier‑ und Pflanzenarten,
· die Beibehaltung bzw. Entwicklung einer extensiven Nutzung des Grünlandes als Voraussetzung für den Schutz der darauf angewiesenen Wiesenbrüter‑ und Insekten‑Lebensgemeinschaften.
3. Tiere einzubringen, wild lebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut‑, Wohn‑ oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
3. neu aufzuforsten oder Christbaum‑ und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen;
1. das Gebiet zu betreten oder mit Fahrrädern zu befahren;
3. das Gebiet mit motorisierten Fahrzeugen aller Art zu befahren;
4. zu angeln oder zu fischen;
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang erfolgt, dabei den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet, Gewässerrandstreifen und Ufer, oberirdische Gewässer und Grundwasser nicht in ihrer chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wild lebenden Tieren und Pflanzen ausreichenden Lebensraum erhält.
2. Dauergrünland nicht umgebrochen wird;
3. Dünger nur bis max. 60 kg N/ha pro Jahr ausgebracht wird und die Mahd nicht vor dem 15. Mai erfolgt;
4. Gülle und Jauche nicht zwischen dem 1. März und 30. September ausgebracht wird;
5. Grünlandverbesserung und ‑pflege (insb. Walzen, Abschleppen und Nachsaat) nur in der Zeit zwischen dem 1. Oktober und 15. März erfolgt;
6. Pflanzenschutzmittel nicht verwendet werden;
7. landwirtschaftliche Produkte nicht gelagert werden;
8. Feldraine, ungenutztes Gelände, Hecken, Gebüsche und Bäume nicht beeinträchtigt werden.
9. auf den in der Schutzgebietskarte im Maßstab 1 : 5 000 mit roter Kreuzschraffur gekennzeichneten Flächen die Nutzung bzw. Pflege des Grünlandes nach den Vorgaben der höheren Naturschutzbehörde erfolgt; insbesondere darf hier nicht gedüngt und nicht vor dem 1. Juli eines jeden Jahres gemäht werden;
10. auf den in der Schutzgebietskarte im Maßstab 1 : 5 000 mit brauner Kreuzschraffur gekennzeichneten Flächen kein Dünger ausgebracht wird und die Mahd frühestens ab dem 15. Juni eines jeden Jahres erfolgt;
11. auf den in der Schutzgebietskarte im Maßstab 1 : 5 000 mit blauer Einfachschraffur gekennzeichneten Flächen lediglich Dünger bis max. 30 kg N/ha pro Jahr ausgebracht wird und die Mahd nicht vor dem 1. Juni eines jeden Jahres erfolgt;
12. auf den in der Schutzgebietskarte im Maßstab 1 : 5 000 violett hinterlegten Flugbetriebsflächen kein Dünger ausgebracht wird und die Mahd nach einem Pflegeplan erfolgt, der mit der höheren Naturschutzbehörde abgestimmt ist.
(2) Für die Ausübung der Jagd gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß und in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang erfolgt. Voraussetzung ist weiter, dass
1. außerhalb des Waldes keine Hochsitze errichtet werden;
2. keine Wildäcker, Futterstellen und Kirrungen angelegt werden;
(3) § 4 gilt nicht für den luftverkehrsrechtlich genehmigten Betrieb des Sonderlandeplatzes mit der Maßgabe, dass
1. die nicht für den Flugverkehr benötigten Flächen der Start‑ und Landebahn, der Parallelrollbahn und der Verbindungswege gesperrt werden;
2. die Nutzung der Grünlandflächen zum Sport‑ und Segelflugbetrieb auf die in der Genehmigung des Sonderlandeplatzes gekennzeichneten Flächen beschränkt bleibt.
(4) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Gewässer sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung. Hierzu gehört auch das mit entsprechender luftverkehrsrechtlicher Erlaubnis geregelte Aufsteigenlassen von Modellflugzeugen.
· die Erhaltung landwirtschaftlich genutzter Flächen, die den im Naturschutzgebiet beheimateten Tierarten zur Nahrungssuche dienen und die für die Wiesenvogelarten geeignete Brutplätze aufweisen;
· die Erhaltung eines Wäldchens als Teillebensraum von im Naturschutzgebiet beheimateten Tierarten und außerdem als Lebensraum von wald‑ und waldrandbewohnenden Tier‑ und Pflanzenarten;
· die Sicherung des Naturschutzgebietes vor Beeinträchtigungen sowie die Verwirklichung seines Schutzzwecks gemäß § 3 der Verordnung.
4. Flugplätze, Gelände für das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z. B. Hängegleiter, Gleitsegel, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme) und Freiballonen sowie Gelände für den Aufstieg von Flugmodellen, die der luftverkehrsrechtlichen Erlaubnis bedürfen, anzulegen oder zu verändern;
5. Plakate, Bild‑ oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen, mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderungen;
6. die Bodengestalt zu verändern, insbesondere durch Auffüllungen und Abgrabungen;
7. neu aufzuforsten oder Christbaum‑ und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen;
9. Dauergrünland oder Dauerbrache umzubrechen;
12. Gegenstände zu lagern, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind.
(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Gestattung ersetzt, wenn diese im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde erteilt wird.
1. ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung, die den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet, Gewässerrandstreifen und Ufer, oberirdische Gewässer und Grundwasser nicht in ihrer chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wild lebenden Tieren und Pflanzen ausreichenden Lebensraum erhält, mit der Maßgabe, dass
b) Dauergrünland auf den in der Schutzgebietskarte im Maßstab 1 : 5 000 mit grüner Einfachschraffur gekennzeichneten Flächen nicht umgebrochen wird;
c) eine im Sinne von § 6 geschützte Flächennutzung nicht geändert wird;
2. ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung mit der Maßgabe, dass vorhandene Waldränder erhalten bleiben und, soweit möglich, standorttypische Waldmäntel und ‑säume entwickelt werden;
(2) Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 7 und 8 gelten ferner nicht für den luftverkehrsrechtlich genehmigten Betrieb des Sonderlandeplatzes, mit der Maßgabe, dass die nicht für den Flugverkehr benötigten Verbindungswege gesperrt werden.
(3) Unberührt bleibt auch die Unterhaltung und Instandsetzung rechtmäßigerweise bestehender Einrichtungen.
Schutz‑ und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt. Die §§ 4, 7 und 8 dieser Verordnung sind insoweit nicht anzuwenden.
§ 13 In‑Kraft‑Treten
FREIBURG I. BR., den 7. Januar 1999

References: § 4
 § 4
 § 4
 § 3
 § 6

§ 13