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Timestamp: 2018-09-26 05:20:24+00:00

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ZIEV | Verordnung über die angemessene Eigenkapitalausstattung von Zah
ZAG-Instituts-Eigenkapitalverordnung
vom 15. Oktober 2009 (BGBl. I S. 3643), die zuletzt durch Artikel 8 der Verordnung vom 30. Januar 2014 (BGBl. I S. 322) geändert worden ist
§ 1 ZIEV
§ 1 Angemessenheit des Eigenkapitals
§ 1 Satz 1 ZIEV
1Ungeachtet des Anfangskapitals nach § 9 Nummer 3 oder § 9a Nummer 1 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes hat ein Institut im Sinne des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes jederzeit ein angemessenes Eigenkapital vorzuhalten.
§ 1 Satz 2 ZIEV
2Ein Institut verfügt über angemessenes Eigenkapital, wenn es jederzeit Eigenkapital in einer Höhe hält, die den Vorgaben der nach dieser Verordnung anzuwendenden Berechnungsmethode entspricht.
§ 2 ZIEV
§ 2 Berechnung der Eigenkapitalanforderungen
§ 2 Abs. 1 Satz 1 ZIEV
(1) Das Zahlungsinstitut hat der Berechnung der Eigenkapitalanforderungen die in § 4 dargestellte Methode B zugrunde zu legen, sofern nicht nach § 6 eine andere Methode festgelegt worden ist.
§ 2 Abs. 2 Satz 1 ZIEV
(2) Der bei der Berechnung nach den §§ 4 und 5 anzuwendende Skalierungsfaktor k entspricht
§ 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZIEV
0,5, wenn das Zahlungsinstitut nur die in § 1 Absatz 2 Nummer 6 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes genannten Zahlungsdienste erbringt;
§ 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 ZIEV
0,8, wenn das Zahlungsinstitut den in § 1 Absatz 2 Nummer 5 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes genannten Zahlungsdienst erbringt;
§ 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 ZIEV
1,0, wenn das Zahlungsinstitut einen oder mehrere der in § 1 Absatz 2 Nummer 1 bis 4 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes genannten Zahlungsdienste erbringt.
§ 3 ZIEV
§ 3 Berechnung nach Methode A
§ 3 Abs. 1 Satz 1 ZIEV
(1) 1Zahlungsinstitute müssen eine Eigenkapitalunterlegung aufweisen, die mindestens 10 Prozent ihrer fixen Gemeinkosten des Vorjahrs entspricht.
§ 3 Abs. 1 Satz 2 ZIEV
2Als fixe Gemeinkosten sind allgemeine Verwaltungsaufwendungen, die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen anzusetzen, die das Zahlungsinstitut in der Gewinn- und Verlustrechnung des letzten Jahresabschlusses ausgewiesen hat.
§ 3 Abs. 1 Satz 3 ZIEV
3Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bundesanstalt) kann die Eigenkapitalanforderung des Satzes 1 bei einer gegenüber dem Vorjahr erheblich veränderten Geschäftstätigkeit des Zahlungsinstituts an die aktuelle Geschäftstätigkeit anpassen.
§ 3 Abs. 2 Satz 1 ZIEV
(2) 1Zahlungsinstitute, die ihre Geschäftstätigkeit zum Zeitpunkt der Berechnung seit weniger als einem Jahr ausüben, müssen eine Eigenkapitalanforderung in Höhe von 10 Prozent der im Geschäftsplan vorgesehenen fixen Gemeinkosten im Sinne des Absatzes 1 Satz 2 erfüllen.
§ 3 Abs. 2 Satz 2 ZIEV
2Die Bundesanstalt kann für die Zwecke dieser Berechnung eine Anpassung des Geschäftsplans verlangen.
§ 4 ZIEV
§ 4 Berechnung nach Methode B
§ 4 Satz 1 ZIEV
Zahlungsinstitute müssen eine Eigenkapitalunterlegung aufweisen, die mindestens der Summe der folgenden Tranchenwerte multipliziert mit dem in § 2 Absatz 2 festgelegten Skalierungsfaktor k entspricht, wobei Zahlungsvolumen im Sinne dieser Vorschrift ein Zwölftel der Gesamtsumme der von dem Zahlungsinstitut im Vorjahr ausgeführten Zahlungsvorgänge ist:
§ 4 Satz 1 Nr. 1 ZIEV
4,0 Prozent der Tranche des Zahlungsvolumens bis 5 Millionen Euro
§ 4 Satz 1 Nr. 2 ZIEV
2,5 Prozent der Tranche des Zahlungsvolumens von über 5 Millionen Euro bis 10 Millionen Euro
§ 4 Satz 1 Nr. 3 ZIEV
1 Prozent der Tranche des Zahlungsvolumens von über 10 Millionen Euro bis 100 Millionen Euro
§ 4 Satz 1 Nr. 4 ZIEV
0,5 Prozent der Tranche des Zahlungsvolumens von über 100 Millionen Euro bis 250 Millionen Euro
§ 4 Satz 1 Nr. 5 ZIEV
0,25 Prozent der Tranche des Zahlungsvolumens über 250 Millionen Euro.
§ 5 ZIEV
§ 5 Berechnung nach Methode C
§ 5 Abs. 1 Satz 1 ZIEV
(1) Zahlungsinstitute müssen eine Eigenkapitalunterlegung aufweisen, die mindestens dem maßgeblichen Indikator nach Absatz 2 entspricht, multipliziert mit dem in Absatz 3 definierten Multiplikationsfaktor und mit dem in § 2 Absatz 2 festgelegten Skalierungsfaktor k.
§ 5 Abs. 2 Satz 1 ZIEV
(2) 1Der maßgebliche Indikator ist die Summe der folgenden Bestandteile:
§ 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZIEV
§ 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 ZIEV
§ 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 ZIEV
Einnahmen aus Provisionen und Entgelten sowie
§ 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 ZIEV
§ 5 Abs. 2 Satz 2 ZIEV
2In die Summe geht jeder Wert mit seinem positiven oder negativen Vorzeichen ein.
§ 5 Abs. 2 Satz 3 ZIEV
3Außerordentliche oder unregelmäßige Erträge dürfen nicht in die Berechnung des maßgeblichen Indikators einfließen.
§ 5 Abs. 2 Satz 4 ZIEV
4Aufwendungen für die Auslagerung von Dienstleistungen, die durch Dritte erbracht werden, dürfen den maßgeblichen Indikator dann mindern, wenn die Aufwendungen von einem Unternehmen getragen werden, das nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz oder entsprechenden ausländischen Vorschriften, die zur Umsetzung der Richtlinie 2007/64/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. November 2007 über Zahlungsdienste im Binnenmarkt, zur Änderung der Richtlinien 97/7/EG, 2002/65/EG, 2005/60/EG und 2006/48/EG sowie zur Aufhebung der Richtlinie 97/5/EG (ABl. L 319 vom 5.12.2007, S. 1, L 187 vom 18.7.2009, S. 5) erlassen worden sind, beaufsichtigt wird.
§ 5 Abs. 2 Satz 5 ZIEV
5Der maßgebliche Indikator wird auf der Grundlage der letzten Zwölfmonatsbeobachtung, die am Ende des vorausgegangenen Geschäftsjahres erfolgt, für dieses vorausgegangene Geschäftsjahr errechnet.
§ 5 Abs. 2 Satz 6 ZIEV
6Die ermittelten Eigenkapitalanforderungen dürfen jedoch nicht weniger als 80 Prozent des Betrags ausmachen, der sich bei Berechnung der Eigenkapitalanforderungen nach Methode C ergeben würde, wenn bei der Berechnung der Durchschnittswert des maßgeblichen Indikators für die vorausgegangenen drei Geschäftsjahre zugrunde gelegt würde.
§ 5 Abs. 2 Satz 7 ZIEV
7Wenn keine geprüften Zahlen vorliegen, können Schätzungen verwendet werden.
§ 5 Abs. 3 Satz 1 ZIEV
(3) Der Multiplikationsfaktor entspricht
§ 5 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 ZIEV
10 Prozent der Tranche des maßgeblichen Indikators bis 2,5 Millionen Euro,
§ 5 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 ZIEV
8 Prozent der Tranche des maßgeblichen Indikators von über 2,5 Millionen Euro bis 5 Millionen Euro,
§ 5 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 ZIEV
6 Prozent der Tranche des maßgeblichen Indikators von über 5 Millionen Euro bis 25 Millionen Euro,
§ 5 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 ZIEV
3 Prozent der Tranche des maßgeblichen Indikators von über 25 Millionen Euro bis 50 Millionen Euro,
§ 5 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 ZIEV
1,5 Prozent der Tranche des maßgeblichen Indikators über 50 Millionen Euro.
§ 6 ZIEV
§ 6 Festlegung der Methode
§ 6 Abs. 1 Satz 1 ZIEV
(1) Im Einzelfall kann die Bundesanstalt unbeschadet der Befugnisse nach § 12 Absatz 4 Satz 3 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes und § 3 Absatz 1 Satz 3 dieser Verordnung jederzeit bestimmen, dass die Berechnung nach einer anderen in den §§ 3 bis 5 genannten Methode zu erfolgen hat, wenn die angewendete Methode die tatsächlichen Risiken des Geschäfts nicht angemessen wiedergibt.
§ 6 Abs. 2 Satz 1 ZIEV
(2) 1Das Zahlungsinstitut kann im Erlaubnisantrag nach § 8 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes oder später die Anwendung einer bestimmten Berechnungsmethode beantragen, wenn es der Auffassung ist, dass die anzuwendende Methode die tatsächlichen Risiken des Geschäfts nicht angemessen wiedergibt.
§ 6 Abs. 2 Satz 2 ZIEV
2Im Antrag hat das Zahlungsinstitut seine Auffassung schriftlich zu begründen.
§ 6 Abs. 2 Satz 3 ZIEV
3Ein solcher Antrag darf unbeschadet der Möglichkeit der Antragstellung im Erlaubnisantrag jedoch nur einmal pro Geschäftsjahr gestellt werden.
§ 6a ZIEV
§ 6a Berechnung der Eigenkapitalanforderungen
§ 6a Satz 1 ZIEV
E-Geld-Institute haben stets über einen Bestand an Eigenkapital zu verfügen, der mindestens genau so hoch wie die Summe der in §§ 6b und § 6c genannten Erfordernisse ist.
§ 6b ZIEV
§ 6b Satz 1 ZIEV
§ 6c ZIEV
§ 6c Abs. 1 Satz 1 ZIEV
§ 6c Abs. 2 Satz 1 ZIEV
(2) 1Erbringt ein E-Geld-Institut Zahlungsdienste im Sinne des § 1 Absatz 2 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes, die nicht mit der Ausgabe von E-Geld oder mit einer der in § 8a Absatz 2 Nummer 2 bis 5 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes genannten Tätigkeiten in Verbindung stehen, und ist die Höhe des E-Geld-Umlaufs im Voraus nicht bekannt, gestattet die Bundesanstalt die Berechnung der Eigenkapitalanforderungen unter Zugrundelegung eines repräsentativen Anteils, der typischerweise für die Ausgabe von E-Geld verwendet wird.
§ 6c Abs. 2 Satz 2 ZIEV
2Voraussetzung hierfür ist, dass dieser repräsentative Anteil auf der Grundlage historischer Daten nach Überzeugung der Bundesanstalt mit hinreichender Wahrscheinlichkeit geschätzt werden kann.
§ 6c Abs. 2 Satz 3 ZIEV
3Sofern eine ausreichend lange Geschäftstätigkeit des E-Geld-Instituts nicht vorliegt, bestimmt sich die Berechnung der Eigenkapitalanforderungen auf der Grundlage des aus dem Geschäftsplan hervorgehenden erwarteten E-Geld-Umlaufs.
§ 6c Abs. 2 Satz 4 ZIEV
4Die Bundesanstalt kann jederzeit eine Anpassung des Geschäftsplans verlangen.
§ 7 ZIEV
§ 7 Meldungen zur Eigenkapitalausstattung
§ 7 Abs. 1 Satz 1 ZIEV
(1) 1Das Institut im Sinne des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes hat die für die Überprüfung der angemessenen Eigenkapitalausstattung nach § 12 Absatz 4 Satz 1 beziehungsweise nach § 12a Absatz 3 in Verbindung mit § 12 Absatz 4 Satz 1 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes erforderlichen Angaben jeweils nach dem Stand zum Meldestichtag am Ende eines Kalendervierteljahres mit dem Formular nach der Anlage zu dieser Verordnung bis zum 15.
§ 7 Abs. 1 Satz 2 ZIEV
2Geschäftstag des auf den Meldestichtag folgenden Kalendermonats einzureichen; auf Antrag des Instituts kann die Bundesanstalt die Frist verlängern.
§ 7 Abs. 2 Satz 1 ZIEV
(2) 1Die Meldungen nach Absatz 1 sind der Deutschen Bundesbank im papierlosen Verfahren einzureichen; die Deutsche Bundesbank leitet die Meldungen an die Bundesanstalt weiter.
§ 7 Abs. 2 Satz 2 ZIEV
2Auf Anforderung der Bundesanstalt sind zu Vergleichszwecken zusätzlich Berechnungen nach den anderen Methoden für Zahlungsinstitute einzureichen.
§ 7 Abs. 2 Satz 3 ZIEV
3Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht im Internet die für die elektronische Dateneinreichung zu verwendenden Satzformate und den Einreichungsweg.
§ 8 ZIEV
§ 8 Satz 1 ZIEV
1Institute im Sinne des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes müssen die Nichteinhaltung der Eigenkapitalanforderungen zwischen den Meldestichtagen der Bundesanstalt und der Deutschen Bundesbank unverzüglich schriftlich anzeigen.
§ 8 Satz 2 ZIEV
2In der Anzeige nach Satz 1 ist jeweils der Betrag anzugeben, um den die Eigenkapitalanforderung nicht eingehalten wird.
§ 9 ZIEV
§ 9 Satz 1 ZIEV

References: § 1

§ 1

§ 1
 § 9
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§ 2

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 § 4
 § 6

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§ 3

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§ 4

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§ 5

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 § 2

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§ 6

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 § 12
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 § 8

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 § 1
 § 8

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§ 7

§ 7

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 § 12
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§ 9

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