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Timestamp: 2020-04-05 16:20:00+00:00

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Wichtige Definitionen zu Geschlechterthemen- Glossar
Andere, zu Geschlecherthemen abweichende Definitionen
I. Wichtige Definitionen zu Geschlechterthemen
Abstammungsgutachten:
Auch umgangssprachlich als Vaterschaftstest bekannt. Heutzutage ist die Vaterschaft mittels einer DNA-Analyse ermittelbar. Früher wurde die Vaterschaft über den Blutgruppentest ausgeschlossen. Einen Vaterschaftsnachweis konnte man damit jedoch nicht erbringen. Entgegen landläufiger Meinung ist ein Vaterschaftstest kein Gentest. Ein Vaterschaftstest liefert keine Informationen über die beteiligten Personen, außer einer möglichen Verwandtschaft untereinander. Es werden dabei keine Gene getestet. Ein Gentest ist mit einer Bücherei-Inventarliste nebst Inhalt zu vergleichen und der Vaterschaftstest hingegen lediglich mit einer Auflistung davon, wieviele Bücher und Buchseiten sich in den jeweiligen Regalen befinden.
abuse culture:
Zur abuse culture gehören alle Formen der Entschuldigung, Verharmlosung, Begünstigung oder Förderung sexuellen, psychologischen oder finanziellen Mißbrauchs einer Person gegenüber einer anderen durch Ausnutung von Privilegien. Dazu zählen nicht nur z.B. Streicheieinheiten von Kindergärtnerinen, sondern auch Anstiftung von Männern durch Frauen zu sexualisierter Gewalt, Mobbing, Falschbeschuldigung bei sexuellen Straftaten, Unterhaltserschleichung oder Femi-Objektifizierung. Welche weiteren Verhaltensweisen im Einzelnen zur abuse culture gehören, wird im Moment intensiv erforscht.
Sie wird vom Feminismus als Erfinderin der Informatik gehypet. Doch augenscheinlich ist nichts davon wahr.
Die Adoption ist die Annahme eines Kindes. Durch sie entsteht ein juristisches Eltern-Kind-Verhältnis, ohne dass eine biologische Abstammung besteht. Nicht selten wird durch die Vaterschaftsanerkennung die Hürden eines Adoptionsverfahren umgangen.
Darunter versteht man eine Diskriminierung aufgrund des Alters.
„Allie“ ist die Bezeichnung von Feministen für Männer, die einen Feminismus unterstützen. Nicht alle Feministen und nicht alle Feminismen sind der Meinung, daß es für einen Mann möglich ist, einen Feminismus zu unterstützen. Wie es nach den Vorstellungen der Feministen für einen Mann geht, Allie sein, kann man z.B. hier oder hier nachlesen. Allies gehören fast immer zu einem von zwei möglichen Typen: Der erste Typ ist dumm und glaubt, was der Feminismus sagt, d.h. er hält seinen Feminismus für einen Beweis für die einzige, erfolgreiche Kulturevolution i.S.d. Gerechtigkeit und Menschlichkeit, die in den letzten 6000 Jahren stattgefunden hat. Der zweite Typ ist nicht dumm, aber sehr traditionell männlich und sieht Feminismus als das, was er ist: als eine Bevorzugung der Frauen gegenüber den Männern, die zu unterstützen er als Zeichen seiner männlichen Großzügigkeit, seiner Manieren und seiner Zurückhaltung als gentleman ansieht und klaglos schuldig zu sein glaubt.
Analytischer Feminismus:
Analytischer Feminismus gehört zwar zeitlich der 3. feministischen Welle an, aber er wendet die Methoden und Konzepte aus der analytischen Philosophie auf feministische Themen an und er ist weitgehend unabhängig von Poststrukturalismus und Postmodernismus. Hauptziele sind die Aufdeckung von Sexismus und Androzentrismus in Begriffen wie Wahrheit, Überzeugung, Konsistenz, Objektivität und Rationalität oder Gerechtigkeit. Biologismus kommt im analytischen Feminismus eigentlich nicht vor, stattdessen operieren sie mit Begriffen männlicher und weiblicher Identität.
Anarchistischer Feminismus:
Wenn man feministische und anarchistische Gedanken kombiniert, so bekämpft man das Patriarchat als unerwünschte Folge einer Klassenhierarchie, die letztlich auf die Existenz des Staates zurückgeführt wird. Prominente Vertreter sind z.B. Germaine Greer und L. Susan Brown. Eine Unterart des anarchistischen Feminismus scheint der von Wendy McElroy formulierte individualist feminism zu sein, der gegen den Equifeminismus opponiert, weil er jegliche staatliche Einmischung in die Entscheidungen von Frauen ablehnt.
Darunter werden alle Auffassungen verstanden, nach denen alles, was Frauen als Frauen tun, sagen oder denken, als Abweichung von einer von einer Gesellschaft beschützten Norm aufgefaßt wird, die von Männern realisiert wird. Der Begriff geht auf Charlotte Perkins Gilman (1911) zurück und bezeichnet bei ihr ein Weltbild, das männliche Lebensmuster und Denksysteme als universelle Menschennorm definiert. Eine höhere Stufe des Androzentrismus ist der Sexismus gegenüber Frauen, der eine Form von Rassismus ist.
Die soziale Anerkennungstheorie umfasst die im Deutschen Idealismus aufkommenden Versuche, Phänomene wie Normativität, individuelle wie kollektive Identität und Weltverständnis aus interpersonalen Handlungs- und Erkenntnisbeziehungen zu erklären. Die Anerkennungstheorie begründet die Genese von individueller und gesellschaftlicher Normativität sowie von Identitätsbildung durch interpersonale Anerkennungsprozesse und ist im anglo-amerikanischen Bereich und der Frankfurter Schule stark verbreitet. Die Anerkennungstheorie spielt in vielen feministischen Theorien zur personellen Identitätsbildung z.B. bei Nancy Fraser eine wesentliche Rolle, insofern eine Ursache von Konflikten zwischen Personen in der Verweigerung von Anerkennung bestehen soll. Axel Honneth sieht im Ringen um soziale Anerkennung einen Fall moralischer Auseinandersetzung.
Antifeminismus kann verschiedenen Ursprungs sein. Der moderne Antifemismus wird fälschlicherweise noch immer mit überholten Behauptungen über eine Minderwertigkeit der Frau oder eine andere Art von Frauenfeindlichkeit in Zusammenhang gebracht. Vor allem Feministen halten Antifeministen für Leute, die die Autonomie und Selbstbestimmung von Frauen ablehnen. Der Grund für diese Differenz liegt in den völlig unterschiedlichen Sichtweisen auf den Feminismus. Tatsächlich richten sich moderne antifeministische Anstrengungen gegenwärtig gegen feministische Gesellschaftstheorien, gegen feministische Geschlechterstereotype und die Aktivität einiger Feministen, nicht aber gegen Emanzipations- oder Gleichberechtigungsbewegungen. In der Praxis kann man beobachten, daß Antifeministen nicht selten einem liberalen Feminismus nahestehen, so daß sie sowohl eine Geschlechtergleichheit wie auch eine Frauenrechtsbewegung unterstützen. Letzteres liegt aber nicht an einer antifeministischen Analyse der sozialen Situation der Frauen, sondern an einem vorbehaltlosen Bekenntnis der Antifeministen zum Schutz der Menschenrechte. Daher setzen sich Antifeminsten auch für andere benachteiligte oder diskrimierte Gruppen ein und sind in der Regel Atheisten, da sie die typischrweise vorliegende Diskriminierung von Frauen durch Religionen als unerträglich ablehnen. Politisch rechts zu stehen und vernünftiger Antifeminist zu sein, ist ein begrifflicher Widerspruch. Darüberhinaus hat sich in jüngster Zeit ein Trend zur Metaphysikkritik unter Antifeministen breiet gemacht, die direkt das Selbstverständnis des Feminismus trifft.
Aggro-habits:
Darunter sind Verhaltensweisen von Feministen zu verstehen, die durch Aggression, Diffamierung, Diskrimierung oder Verharmlosung männlichen Leids versuchen, unter Ausnutzung sozial anerkannter Vorurteile Personen anderer Meinung zum Schweigen zu bringen.
Avertismus:
Selten gebrauchter Ausdruck für eine Weltsicht, die, von den Bedürfnissen der privilegierten Mitglieder einer Gesellschaft ausgehend, anstrebt, jeden Versuch, über eine nicht-privilegierte Gruppe zu sprechen, durch Hinweise auf eine andere nicht-privilegierte Gruppe zu stören und, wenn möglich, zu unterbinden.
Feministische Bezeichnung für stärkeres Aufkommen von Antifeminismen, Biologismen und wachsende Gleichgültigkeit gegenüber feministischen Frauenthemen.
bagspreading:
Darunter versteht man das rücksichtslose Verteilen und Abstellen von Taschen und Einkaufstüten auf Sitzplätzen für Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln – insbesondere dann, wenn es voll ist.
Bindungstoleranz:
Mit Bindungstoleranz wird die Fähigkeit und Bereitschaft eines Elternteils bezeichnet, die Bindungen des Kindes zum anderen Elternteil, bzw. zu anderen wichtigen Personen, zu respektieren und zu fördern bzw. ihre Aufrechterhaltung wenigstens zu tolerieren. (Quelle: Wikimannia) Nachdem der Scheinvater seine Nichtvaterschaft nachgewiesen hat, ist die Kontaktverhinderung zwischen Scheinvater und Kuckuckskind eine übliche Reaktion der Kuckucksmutter.
In feministischen Diskussionen werden damit Versuche bezeichnet, statistisch aufgefundene mentale Unterschiede zwischen den Geschlechtern durch biologische Unterschiede zu erklären und zu zeigen, daß erstere von letzteren hervorgebracht wurden. Vor allem für den Equifeminismus ist der Biologismus eine Herausforderung.
Diese Strömung sieht Sexismus, Klassenunterdrückung und Rassismus als untrennbare Merkmale derselben Gesellschaftsstruktur, so daß ein Ende des Sexismus alle Frauen befreien würde. (siehe z.B. Alice Walker’s womanism). Der black feminism kann als Ideengeber von Kimberle Crenshaw’s These der Intersektionalität gelten (siehe ihren essay „Mapping the Margins: Intersectionality, Identity Politics and Violence Against Women of Color.“).
to call somebody out on something: jemanden wegen etwas zur Rede stellen – beschreibt die feministische Gewohnheit, Menschen öffentlich auf ihr angeblich problematisches Verhalten bzw. Aussagen hinzuweisen.
In abgeleiteter Bedeutung bezeichnet dies die Abwertung, Verunglimpfung und Bevormundung eines Geschlechts aufgrund der Überzeugung, das dieses Geschlecht per se dem anderen unterlegen ist und somit keine gleiche Behandlung verdient hat. In der Praxis wird Chauvinismus oft mit Antifeminismus gleichgesetzt, was aber falsch ist.
consent culture:
Zum Einen werden damit die folgenden beiden Leitlinen sozialen Verhaltens bezeichnet: Ein wirklich guter Grund, libertär zu sein, besteht darin, daß kaum jemand weiß, was gut für eine andere Person ist. Respektiere die Entscheidung anderer Personen über sich selbst. Zum Andern wird verlangt, daß sich die Beteiligten an einer sozialen Interaktion während dieser Interaktion der expliziten Zustimmung des Anderen kontinuierlich versichern. Daher werden auch Gewohnheiten und eingeschliffene Selbstverständlichkeiten in der consent culture abgelehnt und die eigene Verantwortung für das eigene Wohlergehen komplett auf andere Personen übertragen. Meistens haben die Autoren sexuelle Handlungen im Auge, aber grundsätzlich ist consent culture nicht darauf beschränkt.
critical whitness:
Diese feministische Theorie versucht die Folge der Annahme zu identifizieren, daß die Gruppe derer, die die Macht haben zu sprechen und gehört zu werden, zwar klein ist, ihre Diskurse aber durch ihre Verwurzelung innerhalb der Weißen Dominanzkultur jedoch wirkmächtig und folgenreich sind. Wie die postkoloniale Theorie ist sie auf Intersektionalität und Identitätspolitik festgelegt.
Als „derailing“ wird der Versuch bezeichnet, vom aktuellen Thema der Debatte abzulenken. Das feministische Verständnis davon ist z.B. hier dokumentiert.
Der Differenzfeminismus liegt recht nahe an kulturellem Feminismus, da er eine wesensmäßige Verschiedenheit der Geschlechter annimmt und scheint im englischsprachigen Raum vor allem als kultureller Feminismus bezeichnet zu werden (siehe die Texte von Alice Echols). Allerdings scheint doch ein Unterschied zu bestehen, denn Differenzfeministen sind anders als sehr traditionell daherkommende kulturelle Feministen ziemlich frei darin, Weiblichkeit mit Eigenschaften auszurüsten. Innerhalb des Differenzfeminismus besteht keine Einigkeit darüber, ob die Quelle dieser Verschiedenheit biologischer oder sozialer Natur ist. Differenzfeministen sind auch nicht darauf festgelegt, eine universell-gültige, weibliche Identität zu propagieren. Differenzfeminismus wird oft einem Gleichheitsfeminismus, der die Gleichheit zwischen Frauen und Männern zum Ziel hat gegenübergestellt, doch hinter dem label „Gleichheitsheitsfeminismus“ verbirgt sich keine eigene und spezielle Theorie, sonderen viele feministische Strömungen propagieren mit unterschiedlichen Begründungen dieses Ziel. Prominente Differenzfeministin ist z.B. Antje Schrupp. Andere Vertreter sind Luce Irigaray oder die Gruppe italienischer Philosophinnen DIOTIMA.
Diskreter Vaterschaftstest:
Der Begriff ‘diskreter Vaterschaftstest’ rückt die zentrale Motivation – nämlich den Wunsch nach Diskretion – in den Fokus im Gegensatz zu der Begrifflichkeit ‘Heimlicher Vaterschaftstest’, die den diskreten Vaterschaftstest in ein unehrhaftes und somit schlechtes Licht rückt. Wenn der Zweifel über die leibliche Vaterschaft besteht, dann hat der zweifelnde Vater bzw. der zweifelnde Sohn / die zweifelnde Tochter den Wunsch, den Zweifel diskret aufzuklären. Einer der Gründe dafür ist, dass man die Kindsmutter nicht verletzen möchte und mögliche Konflikte sowie Gerüchte vermeiden möchte. Der Zweifel wird schnell als Unterstellung der Untreue der Kindsmutter ausgelegt, selbst dann, wenn klargestelt wurde, dass man sich lediglich der Vaterschaft 100-prozentig sicher sein möchte, da man sich bewußt ist, dass die Vaterschaft sonst nur auf dem reinen Glauben basiert. Besonders in einer bestehenden festen Paarbeziehung birgt der Wunsch nach einem Vaterschaftstest ein großes Konfliktpotenzial. Unter anderem kann durch das geäußerte Bedürfnis eine bis dahin intakte Ehe in die Brüche gehen, selbst wenn durch den Vaterschaftstest die leibliche Vaterschaft bestätigt wurde. Einige entschließen sich, den Vaterschaftstest im Ausland durchführen zu lassen, damit sie diskret ihren Zweifel aufklären können, um nicht unnötig einen Bruch in ihrer Beziehung zu riskieren. Besonders populäres Land für den diskreten Vaterschaftstest ist Österreich, da dort keine Verpflichtung zur schriftlichen Zustimmung der Kindsmutter besteht und gleichzeitig die Vaterschaftstests seriös durchgeführt werden. Auf diese Weise wird dann das Verbot des sogenannten ‘heimlichen’ Vaterschaftstests diskret umgangen.
Eine Gruppe von Menschen diskriminiert eine andere ökonomisch, wenn sie direkt oder indirekt Einkommens- oder Nutzenverluste in Kauf nimmt, um den Kontakt mit dieser Menschengruppe zu vermeiden oder zu minimieren. Eine Menschengruppe wird “statistisch diskriminiert”, wenn bei dieser unabhängig von deren Anstrengungsniveau immer das Entlohnungsschema gewählt wird, dass das minimale Anstrengungsniveau entlohnt. Rechtliche Diskriminierung liegt vor, wenn eine Menschengruppe rechtlich anders behandelt wird als eine andere, und diese Ungleichbehandlung unabhängig vom rechtlichen Inhalt erfolgt, bzw. nicht rechtlich oder inhaltlich begründet ist. Institutionelle Diskriminierung ist die Folge von organisatorischem Handeln in einem Netzwerk gesellschaftlicher Institutionen. Der Ausgangspunkt struktureller Diskriminierung sind Normen und Regeln, die für alle Gesellschaftsteile gleichermaßen gelten und durch ihre Anwendung in Form von Haltungen oder Handlungen gesellschaftliche Teilgruppen gravierender Ungleichbehandlung ausgesetzt sind. Strukturelle Diskriminierung beruht auf eingespielten und dauerhaften, oft formalisierten und explizit geregelten institutionellen Praktiken.
dogspreading:
Damit bezeichnet man das Setzen von Hunden und anderen Haustieren auf Sitzplätze in öffentlichen Verkehrsmitteln, die eigentlich für Menschen bestimmt sind. Das in solche Fällen manchmal zur Rechtfertigung vorgebrachte Argument, das arme Tier müsse sitzen, weil es Würmer habe, seinen Anus ständig am Boden reibe und gerade zum Tierarzt gebracht werde, überzeugt hygienebesorgte Mitfahrer meist nur bedingt.
downdating:
Mit Downdating wird im englischsprachigen Raum die Verabredung mit Frauen und Männer bezeichnet, die unter dem eigenen Sozialniveau liegen. Für viele Frauen bedeutet „Downdating“ auch bereits, sich im eigenen sozialen Lager umzusehen und nicht „nach oben“ zu schauen. In der Umkehrung „Updating“ wird es fast nie verwendet. Die korrekte Übersetzung hieße: „Sich mit einer soziale tiefer stehenden Person treffen“. Die Möglichkeit, „nach oben zu heiraten“ ist immer noch gegeben, wird aber von Jahr zu Jahr schwieriger.
Das Modell wurde eingeführt in Pence, E., and Paymer, M. Education Groups For Men Who Batter: The Duluth Model. Es besagt, daß Frauen, die mit schlagenden Männern zusammenleben, nicht etwa Folgen persönlicher Konflikte oder Drogenmißbrauch erleben, sondern Opfer einer gezielten und von der Gesellschaft akzeptieren männlichen Dominanzstrategie gegenüber Frauen werden. Das Modell wird hier vorgestellt.
Wenn man feministische Einstellungen in die Ökologie hineinträgt, dann wird wandert der Fokus auf die Ausbeutung von Frauen und Natur durch das Patriarchat, weil sowohl Frauen wie auch die Natur gegenüber dem Patriarchat passiv und hilflos seien. Eine gemeinsame Arbeit aller Frauen an einer gesundern Umwelt gilt daher als das primäre Ziel. Darüberhinaus wird argumentiert, daß es aufgrund der geteilten Unterdrückungsgeschichte eine tiefere Verbindung zwischen Frauen und der Natur gäbe (z.B. Vandana Shiva). Dies ist in der feministischen Sphäre nicht unwiedersprochen geblieben: Janet Biehl hat den beschworenen Zusammenhang zwischen Natur und Frauen als mystisch und realitätsfern kritisiert.
Elitefeminismus/Genderismus:
Darunter versteht man Elitenförderungsprojekt einiger Feministen für die Besserstellung einiger weniger Frauen auf Kosten aller anderen Menschen. Der Elitefeminismus/Genderismus benutzt feministisches Vokabular, um an der öffentlichen Reputation der Frauenförderung zu partizipieren. Eines der Projekte des Elitefeminismus/Genderismus ist die Frauenquote.
Empathieapartheit:
Darunter versteht man die Tendenz von Frauen aber auch von Männern, die Sorgen, Leid, Probleme, soziale Diffamierung von oder Straftaten gegen Männer nicht ernst zu nehmen, zu verniedlichen oder Männer selbst und allein dafür verantwortlich zu machen.
Einen nicht in Bezug auf Feminismen redundanten, sondern stattdessen geschlechtersensitiven und im Sinne des Postgenderismus wirksamen Emanzipationsbegriff zu formulieren, stellt im Moment eine ungelöste Aufgabe dar, deren Bedeutung für einen künftigen Gesellschaftsfrieden aus Sicht eines vernünftigen Antifeminismus aber gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Wir hoffen, in diesem blog zu einer adäquaten Definition beitragen zu können.
Epistemisches Privileg:
Gemeint ist damit, dass eine nichtprivilegierte Gruppe leichter erkennen kann, welche Privilegien bei anderen bestehen als die privilegierte Gruppe. Denn wem die Privilegien verwehrt sind, wer von etwas ausgeschlossen ist, der bemerkt dies eher als derjenige, der es als selbstverständlich voraussetzt. Das epistemische Privileg wird häufig eingesetzt, um Menschen, die Geschlechterprivilegien verneinen von der Diskussion, darüber, ob sie diese Privilegien haben, auszuschließen.
Equifeminismus:
Dieser Feminismus gehört zum reformatorischen Feminismus und kämpft nicht nur für einen Zugang aller Geschlechter zu Organisationen und Parteien usw., sondern auch dafür, diese paritätisch zu besetzen. Inwiefern das durch speziell zugeschnittene Quoten realisiert werden kann, ist unter Equifeministen wie z.B. Jean Bethke Elshtain, Christina Hoff Sommers, Mary Lefkowitz oder Camille Paglia umstritten. Die Relevanz biologischer Unterschiede für soziale Unterschiede zwischen den Geschlechtern wird abgelehnt und in der Regel eine geschlechtergerechte Sprache gefordert. Der Equifeminismus wird innerhalb der feministischen Szene manchmal auch political feminism genannt, der sich in der Regel auch gegen Misandrie wendet.
Darunter versteht man u.a. das femi-objektifizierende oder femi-sexistische Starren von Frauen auf Männer. Eine andere Bedeutung findet sich hier.
Femi-Faschismus:
Das Problem an dieser immer beliebter werdenden Bezeichnung ist, daß „Faschismus“ hier in abgeleiteter Bedeutung verwendet wird.
Natürlich bezeichnet „Faschismus“ in politischen Zusammenhängen cum grano salis einen radikalen, autoritären Nationalismus, der eine revolutionäre Mobilisation der gesellschaftlichen Massen zwecks Revitalisierung durch Aufhebung aller Klassenunterschiede anstrebt, die er als Zeichen des Niedergangs und Verfalls deutet. Dafür schreckt er auch vor Gewalt nicht zurück. Der Faschismus befürwortet staatliche Kontrolle aller Bereiche und strebt eine ökonommische Autarkie der Nation an.
Die Analogie zu den gewohnten, feministischen Argumentationspfaden ist offensichtlich, aber Femi-Faschismus meint noch etwas mehr, nämlich eine Mischung aus dumpfer Feindlichkeit gegenüber fremden Kulturen, einem hierarchischen Verständnis des Wertes von Menschen, der Idealisierung von Mütterlichkeit, von Phantasien staatlich organisierter Männervernichtung (damit die eigentlich überlegenen Frauen sich als Herrscherinnen ganz entfalten können) inklusive deren moralische Rechtfertigung sowie aus der Charakterisierung von Männern als genetische Fehlentwicklungen, Untermenschen oder Gebrauchsgegenstand weiblicher Launen. Das kann so weit gehen, daß Feministen eine Mitverantwortung für den Holocaust leugnen.
Nicht in jedem Feminismus kommt all das vor. Aber in vielen Feminismen findet sich einiges davon.
Feminismus bezeichnet ein Bündel von top-down-Theorien, die soziale Interaktion zwischen Personen, ihre Handlungen und Handlungsgründe analysieren mit Hilfe einer Schablone von rivalisierender Klassenzugehörigkeit dieser Personen. Damit ist Feminismus im Kern nichts anderes als die Anwendung einer Konflikttheorie auf Geschlechter. Die Konflikte können privater Natur und damit moralische Konflikte um Anerkennung sein oder aber öffentliche Konflikte, die mit Hilfe des Begriffs der Macht analysiert werden können. Die Klassen selbst können phänomenologisch (z.B. männliches/weibliches Aussehen, Hautfarbe) oder soziologisch (z.B. sexuelle Vorlieben, Behinderungen) sein. Häufig, aber nicht notwendigerweise sind heterosexuelle Männer der Klassenfeind. Da aus Gründen der Gerechtigkeit alle Gesellschaftsklassen den gleichen Zugang zu Rechten, Chancen und Respekt bzw. sozialer Anerkennung haben sollen, opponieren Feministen immer auch gegen Rassismus und Sexismus und geben vor, sich für den Abbau von Geschlechterhierarchien und Geschlechterzwängen einzusetzen. Feminismus ist hingegen keine soziale Bewegung von Frauen für Frauen und geht weit über das Projekt hinaus, der These, daß auch Frauen Menschen sind, gesellschaftsweite Gültigkeit zu verschaffen. Feministen können, müssen aber nicht notwendigerweise die Interessen von Frauen i.S. einer demokratisch legitimen Lobbyarbeit vertreten. Feminismen müssen auch nicht zwangsläufig den Einfluß biologischer Faktoren auf soziale Phänomene ablehnen. Informativere Aussagen lassen sich nur für konkrete Strömungen innerhalb der feministischen Sphäre treffen.
Feministen sind Personen, die sich in irgendeiner Weise an dem durch irgendeinen vorgegebenen Feminismus definierten Klassenkampf beteiligen. Personen, die für die Interessen von Frauen eintreten, sind nicht notwendigerweise Feministen und Feministen treten nicht notwendigerweise für die Interessen von Frauen ein. Feministen sind auch nicht notwendigerweise Vertreter einer feministischen Theorie, sondern operieren häufig allein aufgrund ihrer persönlichen Eindrücke und sind in der Regel weitgehend unbelastet durch theoretisches Wissen über die soziologischen Ursprünge und philosophischen Anleihen, auf die ihren feministischen Behauptungen nicht verzichten können. Feministen, die nicht aus theoretischer Überlegung, sondern innerer Berufung zum Feminismus gekommen sind, haben in der Praxis den Feminismus zu einem kollektiven Gewaltphänomen weiterentwickelt, der unter anderem eine Kollektivhaftung aller Männer für unmoralische Handlungen einzelner Männer befürworten und sich damit vom Rechtsstaatsprinzip verabschieden.
Feministische blogs:
In solchen blogs werden in der Regel allein aus persönlicher Perspektive Themen behandelt, die mit Frauen, mit Feminismen und dem Geschlechterproblem zu tun haben. Theoretische Diskussionen über das Potential und die Grenzen der zugrundeliegenden, makroskopischen Konflikttheorie der Geschlechter gibt es eigentlich nicht, so daß in feministischen blogs meist moralin-saure Langweiligkeit vorherrscht. Die Betreiber können, müssen aber keine Feministen und damit an irgendeiner Form von Klassenauseinandersetzung interessiert sein. Blogs von Feministen sind in der Regel die schlechtesten Informationsquellen über Feminismus, da sie sich für ihre posts oft unreflektiert bei den verschiedenen feministischen Strömungen sowie bei Theorien über Männlichkeit und Weiblichkeit bedienen und kaum Interesse an sauberer Argumentation dokumentieren. Zusätzlich halten feministische blogs nur selten ein einheitliches Vokabular konsequent durch, was den Zugang zu feministischen Ideen bisweilen enorm erschwert. Eine interessante Klassifikation feminstischer Praxis findet sich hier.
Feministische Theorien:
Feministische Theorie versucht die Natur der Geschlechterungleichheit zu verstehen. Zu diesem Zweck untersucht sie aber lediglich die sozialen Rollen von Frauen, ihre Interessen und Erfahrungen, um Beziehungen herzustellen z.B. zwischen den Themen Diskriminierung, Objektifizierung, Unterdrückung, Patriachat, Stereotypisierung. Man muß streng trennen zwischen feministischen Theorien und feminsistischen Entwürfen. Die englische Wikipedia zählt nahezu 20 verschiedene feministische Entwürfe auf. Feministische Entwürfe sind keine Startpunkte oder Rechtfertigungen feministischer Begriffsbildungen derart, daß Feminismen die Anwendungen feministischer Theorien wären, wie man dies etwa aus dem strukturalistischen Theorienkonzept von J.D. Sneed kennt, sondern sie sind Erweitungen der feministischen Grundintuition von Klassendominanz hinein inbestehende Wissenschaften wie z.B. Anthropologie, Soziologie, Philosophie, Ökonomie oder Erziehungswissenschaften. Beispiele für feministische Entwürfe sind die queer theory, die Theorie der Intersektionalität oder auch die postkoloniale Theorie. Insbesondere sind feministische Entwürfe von derjenigen feministischen Gesellschaftstheorie strikt zu unterscheiden, die der erklärte Gegner des vernünftigen Antifeminismus ist. Feministische Theorien beanspruchen dagegen zu erklären, wie es das Merkmal „Geschlecht“ überhaupt schafft, eine soziologisch gestaltende Rolle zu übernehmen. Argumente für diese Art feministischer Theorie sind entweder soziologisch oder konstruktivistisch oder ethnologisch. Untereinander sind diese Argumentationstrategien inkompatibel. Feministen verstehen unter „feministischer Theorie“ eher das, was wir „feministische Entwürfe“ genannt haben.
Feministische Wellen:
Die erste feministische Welle begann wohl Anfang des 20. Jahrhunderts. Inhaltlich setzte sich diese Bewegung für gleiche Rechte und den gleichen Zugriff auf gesellschaftliche Ressourcen von Frauen und Männern ein, z.B. für aktives und passives Wahlrecht, Berufswahlrecht oder den Zugang zu Universitäten. Sie hatte noch keine eigene Sozialtheorie, kann aber nichts destowengier als militant bezeichnet werden. Die zweite feministische Welle beschäftigte sich primär mit der sozialen Benachteiligung von Frauen. Simone de Beauvoir’s Buch „Das andere Geschlecht“ von 1949 wird oft als Startzeitpunkt der zweiten Welle genannt und wurde von Betty Friedan sehr vorangetrieben. Sie umfaßt erstmal eine Sozialtheorie, eine soziale und eine politische Bewegung. Die dritte feministische Welle erbt die Sozialtheorie der zweiten Welle und reagierte ab etwa 1990 auf die Tatsache, daß Fraueninteressen mit Frauen, die nur als Angehörige einer gesellschaftlichen Klasse betrachtet werden, aufgrund ihrer klasseninternen Diversität nicht adäquat gefördert und zur Geltung gebracht werden können. Entsprechend wird eine essentialistische Vorstellung einer universell-gültigen, weiblichen Identität, wie er in der zweiten Welle noch propagiert wurde, abgelehnt. Feministen der dritten Welle kommt daher die post-strukturalistische Interpretation von gender und sex sowie Anleihen aus der Globalisierung, der Postmoderne und der queer theory entgegen. Einige diskutieren im Moment eine vierte Welle, deren Kernfrage es ist, ob Frauen andere Frauen kritisieren dürfen, wenn sie einen anderen Lebensentwurf wählen als man selbst, bzw. einen, der feministischen Vorstellungen nicht entspricht.
fem-gimps:
Ein etwas neuerer Trend ist die Einsicht von Frauen in ihre psychologischen Mißbildungen, die sie durch ihre feministische Entwicklung erlitten haben, und ihr tiefes Bedauern darüber, soviele Gelegenheiten durch ihren Männerhass verloren zu haben z.B. hier und hier.
Femi-Objektifizierung:
Während Objektifizierung im Feminismus immer einen sexuellen touch hat, ist Femi-Objektifizierung frei von dieser Notwendigkeit. Sie liegt u.a. auch dann vor, wenn Frauen andere Personen nicht auf ein Sexobjekt, sondern stattdessen auf ein Geschlechterstereotyp reduzieren. Das kann z.B. dadurch geschehen, daß eine Frau einen Mann nicht als gleichberechtigten Partner ansieht, sondern ihn primär als Mittel zur Verbesserung der eigenen Lebensumstände in finanzieller, sozialer oder psychologischer Hinsicht ansieht derart, daß sie Aufgaben für den Mann definiert, die er für ihre Anwesendheit erfüllen muß und deren Erfüllung mit einem würdevollen Leben des Mannes inkompatibel sind. Salopp formuliert liebt die Frau dann nicht den Mann, sondern das Leben, daß der Mann zu bieten hat, während sie ihn nur als Nutztier zur Verbesserung ihres eigenen Lebens ansieht. Mit anderen Worten: Femi-Objektifizierung bedeutet, daß eine Frau einen Mann lediglich als Mittel, aber nicht als Zweck betrachtet oder als Person ernst nimmt. Die Folge ist, daß in diesen Fällen Männer Opfer strategischer Kommunikation werden.
Femi-Sexismus:
Anders als der Begriff des Sexismus ist femi-sexistisch jede Handlung einer Person, die sich selbst als Frau versteht, gegenüber einer anderen Person, die deshalb abwertend ist, weil sich der Adressat der Handlung selbst nicht als Frau versteht oder nicht wie eine Frau aussieht. Das oft für Sexismus geforderte Machtgefälle muß hier nicht vorliegen. Insbesondere meint Femi-Sexismus nicht in erster Linie sexuelle Belästigung, sondern die Verachtung und Geringschätzung des männlichen Geschlechts.
Femtroll:
Nicht anders als ein Troll (Diskussion ab 12:45min) ist ein Femtroll eine Person, die die Anliegen von Frauen oder Feminismen in eine sachfremde Diskussion künstlich und in der Regel verzerrt einführt, in der Absicht, diese – auch um den Preis ihrer Zerstörung – zu kapern und in egoistischer Weise zur eigenen Selbstdarstellung zu mibrauchen.
When did modern feminism begin? We usually see its origin in the political ideas of the eighteenth-century Enlightenment and the French Revolution, which regarded all human beings as rational creatures who enjoyed the same fundamental rights. This gave rise to what is usually called liberal feminism or equal-rights feminism. When the French Revolution broke out in 1789 thirty-three of the famous lists of grievances presented to the Estates General expressed female demands. The intellectual excitement generated in France soon provoked feminist tracts elsewhere. In England Mary Wollstonecraft wrote A Vindication of the Rights of Women (1792) and the German Theodore Gottlieb von Hippel published On the Civil Improvement of Women (1794). However, little came of this early flourish of feminist propaganda. The French constitution of 1792 actually banned women from public life and the Emperor Napoleon’s Civil Code of 1804 was subsequently implemented in much of continental Europe. It effectively denied legal rights and access to divorce to married women, placed their properly and income in the control of their husbands, and generally confined them to a subordinate, domestic role.
Frauenfeindlichkeit:
Was darunter zu verstehen ist, hängt im wesentlichen vom eigenen Standpunkt ab: Wer Feminist ist, betrachtet als Frauenfeindlich alles, was Frauen nicht empowert. Wer nicht Feminist ist, der hält es für möglich, daß gute Gründe existieren, Frauen als Geschlecht zu kritisieren und fragt nach diesen Gründen. Im letzteren Fall ist eine kritisch gemeinte Aussage sexistisch, wenn sie nichts anderes als die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht vorzuweisen hat. Für Männer gilt das natürlich analog.
Sie konzentriert sich auf die Angehörigen der weiblichen Genus-Grupee, um zum Einen die Bedeutung der Erfahrungen und des Wissens von Frauen bei der Einrichtung sozialer Räume herauszufinden und damit ihre Rolle in der Kultur- und Wissenschaftsgeschichte. Zum anderen will sie die Diskriminierungen von Frauen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen aufdecken.
gender-Feminismus (genderismus):
Wie der Equifeminismus gehört er zum reformatorischen Feminismus. Im Unterschied zu diesem ist der viel stärker auf Geschlechterrollen fokussiert, die er auch poststrukturalistisch auslegt, so daß er jede Art von Biologismus ablehnt. Darüberhinaus kombiniert er seine Anleihen aus dem reformatorischen Feminismus mit Misandrie. Der gender-Feminismus ist weitgehend neoliberalismuskompatibel, worauf ja z.B. die marxistische Feministin Nancy Fraser hingewiesen hat.
Ein Beispiel dafür ist „Student_innen“. Befürworter sehen im gender-gap einen Freiraum für Entfaltung neuer Identitäten. Es scheint eine relativ gebräuchliche Schreibweise zu sein.
Gender Mainstreaming ist eine zum Teil bürokratisierte Bewegung auf Basis des Genderfeminismus, die Macht und Aufgabenverteilung in Institutionen zu analysieren beansprucht und unerkannt ablaufende Geschlechtermechanismen in Arbeitsprozessen sichtbar machen will. Es bedient sich allerdings ungezwungen bei an sich konfligierenden, feministischen Strömungen und bemüht auch Thesen aus den gender studies. Gender Mainstreaming wurde in entwicklungspolitischen Zusammenhängen eingeführt und auf der 5. Weltfrauenkonferenz in Beijing 1995 in den Aktionsplan aufgenommen. Über die Hintergründe hat die Historikerin Dale O’Leary hier berichtet. Auch die Europäische Union hat 1997 Gender Mainstreaming im Amsterdamer Vertrag als strukturierendes Prinzip eingeführt. Gender Mainstreaming zieht eine flächendeckende Sexualisierung der Gesellschaft nach sich wie sie vom Feminismus in allen Theorien angenommen wird, denn es bedeutet, die Kategorie Geschlecht (gender) bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die angeblich unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen und auf die Gleichstellung der Geschlechter flächendeckend hinzuwirken. Details zur Umsetzung dessen werden hier gelistest. Gender-Mainstreaming wird meist in öffentlichen Einrichtungen eingesetzt, während in der Privatwirtschaft diversity management als Konzept zur Umsetzung von Chancengleichheit verwendet wird. Das Verhältnis von gender mainstreaming und Feminismus wird hier im Detail diskutiert.
gender paradox:
Das Geschlechter-Paradox besteht darin, dass sich in freien Gesellschaften mit ausgeprägten Frauenrechten nicht weniger, sondern mehr Frauen für angeblich typische Frauenberufe entscheiden, soziale oder kreative Berufe. Wenn Frauen die Wahl haben, tun sie eben nicht das Gleiche wie die Männer. Sie werden, ohne Druck, im Durchschnitt lieber Ärztin, Lehrerin oder Journalistin als Statikerin, Ingenieurin, Schachprofi oder Patentanwältin. Das gender paradox ist ein Wohlstandsphänomen, daß in armen Gesellschaften nicht vorkommt. Der Schwede Harald Eia hat dazu eine viel beachtete Dokumentation erstellt.
Darunter steht man den Umstand, daß ein Geschlecht in der Summe brutto weniger einnimmt als ein anderes. Ob und welche Unterschiede es beim Einkommen zwischen den Geschlechtern gibt, ist stark umstritten. Neustes Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, daß ein nach Berufen, Arbeitsstunden und Fehlzeiten im Beruf bereinigter Vergleich der Geschlechter ein intersexueller Lohnunterschied existiert, der kleiner ist als die intra-sexuelle Lohnschwankung. Lohndiskriminierung ist in der BRD explizit per Gesetz verboten. In einigen Länder gibt es einen gender pay gap zugunsten der Frauen. Ein interessantes video dazu gibt es hier.
gender unpaid gap:
Fauen arbeiten angeblich mehr unentgeltlich als Männer. Diese These wird hier und hier genauer diskutiert. Gegenwärtig leisten Männer ca. 23% mehr bezahlte Arbeitsstunden.
gender sponging:
Gemeint ist hier die akademische Beschäftigung Geschlechterunterschieden, mit feministischen Theorien, Feministen und sozialen Bewegungen für die Interessen von Frauen an Universitäten oder anderen Forschungseinrichtungen. Gender Studies verstehen sich als den akademischen Arm des immer schon primär politisch ambitionierten Feminismus und sind als eine Unterströmung des US-amerikanischen Poststrukturalismus und nicht des französischen Poststrukturalismus entstanden.
Gendiagnostikgesetz:
In Deutschland bestimmt das Gendiagnostikgesetz, in welchem Rahmen DNA-Proben entnommen und analysiert werden dürfen. Da es unter anderem auch den heimlichen Vaterschaftstest verbietet, hat der Volksmund dafür die Bezeichnung “Schlampenschutzgesetz” geprägt. Seit dem 01. Februar 2010 ist durch das Gendiagnostikgesetz der vertrauliche (diskrete oder heimliche) Vaterschaftstest – bekannt auch als heimlicher Vaterschaftstest – verboten. Zuwiderhandeln wird als Ordnungswidrigkeit verfolgt und mit zu 5.000 Euro Bußgeld geahndet.
wird häufig mit dem Vaterschaftstest verwechselt. Der Unterschied zwischen Gentest und Vaterschaftstest liegt darin, dass beim Gentest eine DNA-Sequenzierung stattfindet, um Gendefekte, Krankheiten und andere Eigenschaften einer Person festzustellen. Es ist ein wesentlich aufwändigeres Verfahren als es der Vaterschaftstest ist, der lediglich die Alleelenlängen beschreibt. Ein Gentest ist mit einer Bücherei-Inventarliste nebst Inhalt zu vergleichen und der Vaterschaftstest hingegen lediglich mit einer Auflistung davon, wieviele Bücher und Buchseiten sich in den jeweiligen Regalen befinden.
Es wird häufig nicht gesehen, daß das generische Maskulinum zuerst einmal ein sprachliches Problem korrekter semantischer Referenz ist. Sein Gebrauch aus der Sicht des Feminismus wird aber hier sehr gut erklärt von dem Professor an der FU Berlin Anatol Stefanowitsch.
Das biologische, auf Chromosomenpaaren beruhrende Geschlecht (sex) erlaubt von Natur aus nicht eindeutig die Einteilung aller Personen als Männer oder Frauen. Daher wird das Geschlecht einer Person vom Feminismus als Menge sozialer Handlungsgewohnheiten (Stereotypen) aufgefaßt werden und man spricht in diesem Fall vom sozialen Geschlecht (gender). Welche und wieviele Geschlechter erforderlich sind, um alle sozialen Phänomene zu verstehen, ist im Feminismus noch offen, weil das Geschlecht im Feminismus aus den sexuellen Vorlieben abgeleitet wird. In feministischen Diskussionen lohnt es auch, ein phänomenologisches Geschlecht zu betrachten, daß allein aufgrund des Aussehens zugeordnet wird, nur an dieses knüpft die Sozialtheorie des Feminismus an. Sinnvoller scheint es dagegen zu sein, das Geschlecht aus seinen Funktionen bzw. Rollen bei der biologischen Fortpflanzung zu definieren. Dann gibt es genau zwei Geschlchter.
Geschlechterforschung:
Im Unterschied zur Frauenforschung geht es hier um normative und deskriptive Geschlechtervergleiche in Geschichte und Gegenwart unter der Annahme, daß die Geschlechtergruppen heterogen zusammengesetzt sind, was die Vergleichbarkeit erschwert.
Die Forderung, eine geschlechtergerechte Sprache zu verwenden, geht weit hinaus über die Forderung, das generische Maskulinum nicht zu verwenden. Verlangt wird, daß in denjenigen Umständen, in denen die intendierte sprachliche Referenz durch den Verwender eines sprachlichen Ausdrucks nicht auf eindeutige grammatische Ressourcen zurückgreifen kann, ein künstlicher Ausdruck z.B. „Frauen*“ benutzt wird, um keines der selbstzugewiesenen Geschlechter öffentlich unsichtbar zu machen und dadurch sozial auszugrenzen.
Geschlechterstereotyp:
Darunter versteht man eine Menge von sozialen und Verhaltensnormen, die an das phänomenologische Geschlecht, nicht das biologische oder irgendein anderes Geschlecht anknüpft, und für eine Wiedererkennung des sozialen Geschlechtes sorgt. Solange das biologische, das soziale und das phänomenologische Geschlecht zusammenfallen, geraten nur die indiviuellen Vorstellungen eines gelungen Lebens mit den Geschlechterstereotypen in Konflikt. Dieser Fall ist schon intensiv in der Belletristik diskutiert worden. Fallen aber all diese Geschlechter auseinander, treten neuartige Probleme auf, auf die erst Postfeminismus und Queertheorie aufmerksam gemacht haben. Ob Geschlechterstereotypen auf sozialen Konventionen beruhen, biologischen Ursprungs oder Extrapolationen von Arbeitsteilungen bzw. Merkmale kollektiver Kooperation sind, ist umstritten. Feministischer Klassenkampf ist ohne die Annahme von Geschlechterstereotypen klarerweise inhaltsleer und ohne deren Fortführung sinnlos. Geschlechter-stereotype zu überwinden, bedeutet, jeden Feminismus fallen zu lassen, aber nicht unbedingt jede soziologische Konflikttheorie aufzugeben.
Gesellschaftstheorie:
Was eine Gesellschaftstheorie sein will, muß eine empirisch belegte Geschichte über die Entstehung und Dynamik gesellschaftlicher Formationen in Termen empirisch nachgewiesener, soziologischer Phänomene erzählen. Entsprechend erwartet man von der Begründung so einer Gesellschaftstheorie, daß sie die besten Werkzeuge aus der soziologischen Theorie, der praktischen Philosophie wie Sozialwahltheorie, Spieltheorie oder Ethik, der Kulturanthropologie, der politischen Theorie, der Ökonomie sowie der empirische Psychologie verwendet. Eine Gesellschaftstheorie muß vom Typ her keine Konflikttheorie sein. Eine Gesellschaftstheorie, die einfach nur als geschlossenes Weltbild daherkommt und sich empirisch nicht belegen läßt oder – wie eine Ideologie – sich systematisch gegen Kritik und Nachprüfbarkeit immunisiert, kann als Gesellschaftstheorie nicht ernst genommen werden.
Gesetzlicher Vater:
Gesetzlicher Vater ist der Mann, den der Gesetzgeber, beziehungsweise der Famiienrichter zum Vater erklärt. Die echte Vaterschaft spielt dabei eine untergeordnete bis keine Rolle. Die gesetzliche Vaterschaft ist in Deutschland im Paragraphen § 1592 BGB in Punkt 1. so geregelt, dass derjenige der Vater sei, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Kindesmutter verheiratet ist. Wer schon einmal gehört hat, dass Seitensprünge auch innerhalb von Ehen geschehen können, wird wissen, dass dies nur die Haltung eines sehr naiven und/oder ignoranten Geistes sein kann. Falls es keinen Ehegatten zum Zeitpunkt der Geburt gegeben hat, greifen die Punkte 2. bzw. 3 und dann kann quasi jeder beliebige Mann, theoretisch sogar pädophile Straftäter, unabhängig von einer tatsächlichen Vaterschaft, gesetzlicher Vater werden. Einzige Vorraussetzung hierfür ist die Zustimmung der Kindesmutter.
Gesetzliche Mutter:
die gesetzliche Mutterschaft ist im Paragraphen § 1591 geregelt und besagt, dass diejenige die Mutter sei, die das Kind geboren hat. Das bedeutet, dass die genetische Verwandtschaft für den Gesetzgeber bedeutungslos ist. Dass die genetische Abstammung ein wichtiger Identitätsbestandteil eines jeden Kindes (Menschen) ist, wird vom Staat bewusst ignoriert und somit die UN Kinderrechtskonvention Art. 8 Abs. 2 verletzt.
Gewalt, symbolische:
Darunter versteht Pierre Bourdieu diejenige, in der Regel unkörperliche Gewalt, mit Hilfe derer die herrschende Sicht der sozialen Welt legitimiert wird.
Gewalt, strukturelle:
Gewalt liegt dann vor, wenn Menschen so beeinflußt werden, daß ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potentielle Verwirklichung. Strukturelle Gewalt ist die vermeidbare Beeinträchtigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse oder allgemeiner ausgedrückt, des Lebens, die den realen Grad der Bedürfnisbefriedigung unter das herabsetzt, was potentiell möglich ist. Strukturelle Gewalt ist in das System eingebaut und äußert sich in ungleichen Machtverhältnissen. Sie ist unabhängig vom Handeln sozialer Akteure. Ungleichheit ist ein Phänomen struktureller Gewalt, nicht deren Bedingung. (Johan Galtung, 1975)
Darunter versteht man einen Feminismus, der davon ausgeht, dass Männer und Frauen an sich gleich sind und die Unterschiede rein sozial begründet sind.
Während die Gleichberechtigung nur eine Gleichheit der Chance meint, fordert man mit Gleichstellung eine Ergebnisgleichheit. In eine Sportmetapher übersetzt bedeutet das, daß bei Gleichberechtigung alle Geschlechter z.B. an einem Wettlauf teilnehmen und zu denselben Bedingungen an denselben Start gehen dürfen. Gleichstellung verlangt aber, daß die Geschlechter auch zur selben Zeit im Ziel eintreffen.
Darunter versteht man eine Frau, die unter Vortäuschung von Gefühlen für den Mann nur dessen Versorgung will, tatsächlich aber keine Gefühle und keine Bindung eingeht, sondern nur die Ressourcen des Mann für sich nutzen will oder über extra pair copulations entweder zusätzliche Versorgungsleistungen, Dienstleistungen oder die Nutzung anderer Ressourcen und Kontakte eines anderen Mannes oder auch besseres Genmaterial für ihre eigenen Kinder erhalten will. Ein männliches Pendant in der Sprache gibt es nicht. Eine etwas subtilere Form männlicher Sklaverei bevorzugen silver digger.
Ein Gutmensch ist auf einer so niedrigen Stufe der Moralentwicklung stehen geblieben ist, also stets nur konformistisch und affirmativ im Sinne seiner kultur- und milieuspezifischen Moral argumentieren kann. Dabei nutzt er die Deutungsmacht des “juste milieu” für das, was als “gut” anzusehen ist. Der Begriff karrikiert daher das Wort “gut” in einem ähnlichen Sinne, wie das Wort “brav” konnotiert ist. Die Motivation des “Gutmenschen” ist dabei primär die Distinktion und der Ausschluss derer, die nicht “gut” entsprechend herrschender Zeitgeist-Moral sind. Eine eigene moralische Reflexion fehlt dabei, so daß selbst zugeschriebene, gute Eigenschaften meist bis ins Irrationale übersteigert dargestellt werden, in der Praxis aber oft gar nicht vorhanden sind. Mehr dazu findet sich hier. Der opportunistische Gutmensch ist ein a-moralischer Lobbyist, der ständig auf der Suche nach gesellschaftlichen Gruppen ist, auf deren Rücken er sich ein Auskommen dadurch verschaffen kann, dass er deren angebliche Benachteiligung oder besondere Schutzbedürftigkeit für sich ausnutzt.
Gynozentrismus:
Gynozentrismus bezeichnet im allgemeinen die Tendenz, die Interessen, Bedürfnisse, Gefühle und Sichtweisen von Frauen in den Mittelpunkt von Politik und Gesellschaft zu setzen. In der gynozentrischen Sichtweise ist Gewalt besonders schlimm, wenn sie Frauen trifft; Katastrophen sind besonders schlimm, wenn Frauen ihnen zum Opfer fallen; wenn (männliche) Soldaten im Krieg fallen ist es besonders deswegen schlimm, weil dadurch Frauen ihre Ehemänner, Väter und Söhne verlieren. Gynozentrismus heißt gleichzeitig, dass die Interessen, Bedürfnisse, Gefühle und Sichtweisen von Männern hinten angestellt werden. Gynozentrismus bezeichnet aber auch ein literarische Strömung im Geiste des Postrukturalismus und der Psychoanalyse, in der Frauen über spezifisch weibliche Erfahrungen berichten und dabei annehmen, daß sie der männlichen Perspektive nicht vergleichbar ist. Virginia Wolf zählt zum Gynozentrismus. Konservatismus bezeichnet man manchmal auch als rechten Gynozentrismus und Feminismus als linken Gynozentrismus. Hier geht’s weiter.
hegemoniale Männlichkeit:
Darunter versteht man eine Verallgemeinerung des Begriffs des Patriarchats durch Raewyn Connell. Hegemoniale Männlichkeit ist eine gesellschaftliche Strategie eines zu einer bestimmten Zeit kulturell maßgeblichen Deutungsmusters und Ideal von männlichem Verhalten, welche die gesellschaftliche Machtstellung von Männern legitimiert. Die als normal geltende hegemoniale Männlichkeit ermöglicht erst die Überlegenheit von Männern und die Diskriminierung von Frauen, insofern Männlichkeit als Orientierungsmuster immer als kraft- und machtvoll beschrieben wird. Bei hegemonialer Männlichkeit geht es nicht um Privilegien von allen Männern in gleicher Weise, sondern um die Privilegierung einer bestimmten Form von weißer Männlichkeit, einem Verhalten, das nicht notwendigerweise von weißen Männern erfüllt wird. Hegemoniale Männlichkeiten werden verstanden als Hegemonie gegenüber Frauen einerseits und gegenüber untergeordneten und marginalisierten Männern andererseits.
Heimlicher Vaterschaftstest:
Der Begriff ‘Heimlicher Vaterschaftstest’ rückt den vertraulichen Vaterschaftstest in ein unehrhaftes und somit schlechtes Licht. Er mißleitet den lesenden bzw. hörenden Gegenüber weg vom Kernmotiv des zweifelndes Familienvaters bzw. des zweifelnden Sohnes / der zweifelnden Tochter. Dass die Politik in der Lage ist, solche Tendenzen in der Formulierung vorzugeben, kann man sehr gut an der nun neu erfundenen ‘vertraulichen Geburt’ feststellen, die eben nicht “heimliche Geburt” genannt wurde.
Der sogenannte “heimliche” Vaterschaftstest ist laut Gendiagnostikgesetz in Deutschland seit dem 01. Februar 2010 verboten und somit ein in Deutschland illegaler Vaterschaftstest. Er stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit bis zu 5.000 Euro geahndet werden kann. Vor Gericht sind solche “heimlichen” Vaterschaftstests nicht verwertbar. Dennoch gibt es Leute, die sich entschließen, den heimlichen Vaterschaftstest vorzunehmen und die Proben in ein ausländisches Labor z.B. nach Österreich zu senden, da dort die schriftliche Zustimmung der Kindsmutter zum Vaterschaftstest nicht notwendig ist. Auf diese Weise wird dann das Verbot des heimlichen Vaterschaftstests diskret umgangen.
Heteronormativität bedeutet, daß Heterosexualität und die damit verbundene exklusive Existenz von genau zwei aufeinander bezogenen Geschlechtern durch rechtliche oder politische Maßnahmen sowie durch kulturelle Gewohnheiten als Norm bekräftigt wird.
Heterosexismus:
Traditioneller Heterosexismus ist eine direkte und öffentliche Zurschaustellung von Meinungen, die eine Ablehnung von Homosexualität und homosexuellen Menschen ausdrücken. Moderner Heterosexismus ist im Gegensatz dazu keine eindeutige und öffentliche Zurschaustellung ablehnender Meinungen, sondern drückt sich in der Befürwortung und Unterstützung von politischen Maßnahmen aus, welche in der Benachteiligung von Minderheiten resultieren.
Homophobie ist eigentlich irreführend, weil es sich nicht um Furcht, sondern um Ablehnung handelt. Während Schwulenrechte im Maskulismus als Menschenrechte gelten und daher eines von mehreren zentralen Anliegen sind, kommt es – trotz anderslautender Beteuerungen – im Feminismus immer wieder zu Homophobie wie z.B. hier und hier. Schwulenfeindliche Feministinnen sind z.B. Sheila Jeffreys, Marilyn Frye, Luce Irigaray und Adrienne Rich. Wer das Thema näher diskutieren will, kann das hier, hier, hier, hier und hier tun. Da Feministen diese Tatsachen nur sehr ungern zur Kenntnis nehmen, ist es nicht unwahrscheinlich, daß Feministen bestrebt sind, ihre bröckelnden, gesellschaftlichen Stellungen zu retten, indem sie andere Unterdrückungsdiskurse aufsaugen, um ihre eigene Marginalisierung zu verhindern. Denn wenn es viele Konflikte gibt, ist der feministische Konflikt nicht mehr der Einzige auf der politischen Tagesordnung und man muss um Aufmerksamkeit mit anderen Lobbyisten konkurrieren. Mit dieser Motivation assimiliert der Feminismus klarerweise weitere Theorie-Konzepte, um letztlich jede gesellschaftliche Auseinandersetzung als Feminismus ausgeben zu können.
Darunter versteht man die Tendenz unter Frauen in sozialen oder wirtschaftlichen Hierarchien in Bezug auf die eigenen Position aufwärts, aber niemals abwärts zu heiraten. Die Folge ist, daß Frauen häufig ältere Männer heiraten, die älter, reicher oder in anderer Hinsicht besser gestellt sind als sie selbst. Ob hypergamy durch das Konzept der hegemonialen Männlichkeit zu erklären ist, ist umstritten. Auch evolutionsbioloische Erklärungen werden in Anschlag gebracht.
hypoagency:
Dies bezeichnet die Gewohnheit von Frauen, eigene Verursachungsbeiträge und Verantwortlichkeiten zu leugenen und stattdessen Männer für alles, was so passiert, verantwortlich zu machen (male hyperagency) wie z.B. in „Würden Frauen die Macht übernehmen, gäbe es keinen Krieg mehr.“. Feministen erklären hypoagency durch Patriachat oder hegemoniale Männlichkeit. female hypoagency und male hyperagancy sind zentral für alle Varianten feministischer Theorien. Christoph Kucklick argumentiert in seiner Dissertation Das unmoralische Geschlecht: Zur Geburt der Negativen Andrologie (2008) dafür, daß das entsprechende Männerbild bereits zwischen 1750 – 1850 und damit weit vor dem Feminismus entstand. Passivität wird damit zur Norm für Weiblichkeit, was man – obwohl Konfiktstraftaten alle Geschlechter betreffen – an den fehlenden weiblichen Gefängnisinsassen sieht. Die Konsequenz wäre, daß der Feminismus die Geschlechterrollen falsch analysiert hat und die tatsächlichen tradierten Geschlechterrollen fortschreibt. Passivität als Merkmal der weiblichen Geschlechterrolle wird von Männerrechtlern auch hinter Quoten für Frauen gesehen, da Frauen die Gründung einer weiblichen Parallelgesellschaft jederzeit offenstünde. Offensichtlich ist female hypoagancy sexistisch und Feminismus erscheint von diesem Standpunkt lediglich als Radikalisierung traditioneller Weiblichkeit.
Darunter versteht man einen Ansatz, nicht-inklusive Politik als Konflikt zwischen und Befreiung von Gruppen zu betreiben, die durch gemeinsame Interessen oder gemeinsame Erfahrungen wie z.B. Ungerechtigkeit gebildet werden, oder zu denen sich Menschen aus anderen Gründen zugehörig fühlen wie z.B. Rasse, Geschlecht, Religion, Ethnizität, Ideologie, sexuelle Orientierung, Kultur, Behinderung und Ähnliches. Feministische Identitätspolitik ist immer antibiologistisch. Intersektionalität oder Marxismus sind Spezialfälle von Identitätspolitik. Identitätspolitik wird keinesfalls nur von linken betrieben. Es wird von der Identitätspolitik behauptet, daß Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft durch diese Interessengruppen strukturiert sind, d.h. das Möglichkeiten zu Handeln von der Gruppenzugehörigkeit abhängt. Diese Idee eröffnet das weite Feld struktureller Diskriminierung: Identitätspolitik macht, wer eine soziologische Konflikttheorie als Grundmodell der Gesellschaft für realistisch hält. Beispiele einer feministischen Selbstdarstellung der Identitätspolitik finden sich hier, hier und hier.
Eine Ideologie ist ein nachträglich abgeänderte Theorie, deren Aussagen nicht deshalb gemacht werden, weil es für sie die beste Begründung gibt, sondern weil die neuen Aussagen politischen Zwecken besser dienen. Eine Ideologie wird daher auch nicht von ihren Vertretern in Diskussionen immer neu begründet, sondern sie versuchen, ihre Behauptungen durchzusetzen, indem sie auf die Herkunft ihrer Aussagen aufmerksam machen.
Individueller (libertärer) Feminismus:
Diese Variante des Feminismus strebt eine für alle gleiche und nicht-diskriminierende Gesellschaft an, in der das Geschlecht keine Rolle mehr spielt. Damit wird zwar jegliche Identitätspolitik abgelehnt, eine Konflikttheorie wird als erklärender oder analysierender Ansatz jedoch weiterhin verwendet: Geschlechter und daher auch Frauen sind zwar diskriminiert, sollen aber nicht weier als eigene Interessegruppe fortbestehen, was einen dramatischen Gegensatz zum herkömmlichen Feminismus eröffnet und den individuellen Feminismus mit dem Ziel einer post-gender-Gesellschaft vereinbar macht. Entsprechend sieht der individueller Feminismus allein die Verantwortung für die Lage der Frauen bei den Frauen selbst. Individueller Feminismus lehnt zusätzlich die Einmischung des Staates in das individuelle Privatleben ab und wendet sich daher gegen Abtreibungs- und Prostitutions- und Pornographiegesetze. Prominente Vertreter sind Wendy McElroy, Christina Hoff Sommers und Joan Kennedy Taylor.
Intersektionalismus:
Hier wird die Grundintuition der soziologischen Konflikttheorie fortgeführt und untersucht, wie verschiedene, invariante biologische, soziale und kulturelle Merkmale von Personen wie z.B. gender, sex, Rasse oder Behinderung miteinander interagieren, um Klassenkonflikte generierende, soziale Ungleichheiten zu erzeugen. Intersektionalismus ist eine Folge des Ansatzes der Identitätspolitik und beruht immer auf einer feministischen Machtanalyse. Damit ist Intersektionalismus ein zentrales Steuerungselement linker Politik. Der Intersektionalismus basiert auf der Theorie der Triple Oppression (race, class, gender) und stammt aus den USA.
Kindesunterschiebung:
Kindesunterschiebung wird im Strafgesetzbuch im Paragraphen 169 StGB geregelt. Doch erstaunlicherweise findet dieser Straftatbestand keine Anwendung vor Gericht. Nach unserer Rechtsauffassung und unserem Rechtsverständnis findet die Kindesunterschiebung überall dort statt, wo der Vater entweder durch die Vaterschaftsvermutung zum gesetzlichen Vater gestempelt wird oder die Vaterschaftsanerkennung unterschreibt, sich in beiden Fällen aber seiner Nichtvaterschaft nicht bewusst ist.
Kioskvater:
Der Kioskvater ist mittellos und zumeist ein Sozialhilfeempfänger. Er erkennt für einen Geldbetrag die Vaterschaft eines Kindes an, ohne dessen biologischer Vater zu sein (Schwarze Adoption). Der Kioskvater eine fast immer die deutsche Staatsangehörigkeit, dadurch erlangt die nichteuropäische Kuckucksmutter einen Aufenthaltstitel für Deutschland, da ab der Schwarzen Adoption das Kuckuckskind die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. In Folge der Schwarzen Adoption entsteht ein Kindesunterhaltsanspruch gegen den Kioskvater. Aufgrund seiner Mittellosigkeit, sprich Zahlungsfähigkeit, ist der Staat (Jugendamt) gesetzlich dazu verpflichtet, Kindesunterhaltsvorschuss zu leisten. Zusätzlich entstehen für die Kuckucksmutter Anspruch auf Arbeitserlaubnis und Sozialhilfe.
Darunter versteht man eine Verallgemeinerung des Feminismus durch Verfeinerung des Klassenbegriffs. Klassen können dadurch auch durch wirtschaftliche oder Unterschiede im sozialen Status gebildet werden. Jeder Klassismus muß daher auch über eine Verallgemeinerung der Theorie der Intersektionalität nachdenken.
Konflikttheorie:
Feminismus ist letztlich ein Spezialfall eines Makromodells, nach dem eine Gesellschaft aufgrund sozialer, ökonomischer oder politischer Ungleichheiten in Klassen zerfällt, insofern die Klassenzugehörigkeit selbst inhaltlich distinkte Interessen hervorbringt. Karl Marx hat diese Idee als Erster im ökonomischen Paradigma systematisiert, indem er diese Ungleichheiten nicht auf individuelle Leistungsunterschiede der Personen, sondern auf Fehler in der makroskopischen Organisation der Gesellschaft zurückführte. Lester Ward war imho der Erste, der auch Geschlechter zur Klassenbildung herzog. C. Wright Mills hat diese Ansicht auf ein Wechselspiel individueller Ungleichheiten und gesellschaftsweiter Organisationsdefekte modernisiert und verallgemeinert und die Verantwortung für Ausbeutung und Unterdrückung generell den Organisations- defekten und damit dem organisierenden Staat angelastet. Fast alle heutigen Konflikttheorien haben diese asymmetrische Form. Konflikttheorien lassen sich als spezielle nicht-kooperative Spiele reformulieren.
Kontinentaler Feminismus:
kritisch/Kritik/kritisch hinterfragen:
Normalerweise denkt man, daß Kritik etwas mit den Gründen für die Wahrheit einer Behauptung zu tun hat, Kritik ist immer alethetische Kritik. In feministischen Kontexten fehlt der Wahrheitsbezug jedoch durchweg. Verwendungen von „wurde kritisiert“ deuten entweder darauf hin, daß Feministen einen Widerspruch sehen zwischen einer Behauptung und feministischen Grundüberzeugungen, die ihrer Ansicht nach zum Allgemeinwissen gehören sollten oder darauf, daß die politischen Konsequenzen der Äußerung einer Behauptung vom feministischen Standpunkt aus unerwünscht sind. Die Verwendung von „kritisch hinterfragt“ funktioniert in feministischen Äußerungen ebenfalls anders als gewohnt. Damit ist keineswegs gemeint, daß man eine Behauptung, ihre Gründe und in der Sache liegende Motivation diskutiert und weiterentwickelt wurden, sondern daß man herausgefunden hat, daß es für einen Feministen aus allgemeinen, mit dem konkreten Thema nichts zu tun habenden moralischen, politischen Einstellungen oder von Standpunkt politischer Korrektheit möglich ist, dagegen zu sein und dadurch dem Profil einer – nicht unbedingt der eigenen – feministischen Einstellung einen Punkt hinzuzufügen.
Kuckuckskind:
Ein Kuckuckskind ist die umgangssprachliche Umschreibung für ein Kind, dem gegenüber der falsche Mann als Vater benannt wird. In den meisten Fällen hat die Mutter den Erzeuger verschwiegen und die Vaterschaft einem anderen Mann untergeschoben. Auch durch Vertauschen des Neugeborenen kann der Mutter als auch dem Vater ein Kind untergeschoben werden. Eine weitere Möglichkeit ist, das dem Kind eine falsche Mutter untergeschoben wird, wenn beispielsweise die Stiefmutter sich dem Kind gegenüber als leibliche Mutter gibt. In diesem besonderen Fall bietet die Geburtsurkunde dem dann erwachsenen Kuckuckskind Aufklärung über die wahre Abstammung. Durch den falschen Wissenstand in Bezug auf die eigene Abstammung, besteht die Gefahr von Inzest durch Unkenntnis, auch psychologische Schäden aufgrund des Familiengeheimnisses – oder besser Kuckucksmuttergeheimnisses – sind möglich. Über die Anzahl der Kuckuckskinder pro Jahr in Deutschland gibt es viele verschiedene Angaben.
Kuckucksmutter:
die Mutter, die ihrem Kind und meist den Scheinvater und häufig auch den biologischen Vater gegenüber die Information über den wahren Personenstand des Kindes fälscht bzw. vorenthält.
umgangssprachlich für Scheinvater. Wird aber auch manchmal mit dem leiblichen Vater eines Kuckuckskindes verwechselt.
Kultureller Feminismus:
Der kultuelle Feminismus hat sich Mitte de 1970er durch Entpolitisierung aus dem radikalen Feminismus entwickelt und vertritt eine essentialistische und gelegentlich auch biologistisch begründete Position über den Unterschied von Männern und Frauen. Danach gibt es besonders wertvolle, weibliche Eigenschaften wie Kooperationsbereitschaft, Gewaltlosigkeit, Passivität, Sentimentalität, überlegene Selbsterkenntnis und Intuition sowie weibliche Werte wie Fürsorge, gesunde Ernährung oder eine organische Weltsicht, die in einer männlich dominierten Gesellschaft aber zu kurz kommen. Vertreter sind z.B. Alice Echols, Jane Addams, Charlotte Perkins Gilman, Margaret Fuller oder Linda Alcoff.
legcrossing:
Darunter versteht man das Übereinanderschlagen der Beine in öffentlichen Verkehrmitteln, das vor allem auf parallel zu Durchgängen angeordneten Sitzen dafür sorgt, dass andere Fahrgäste mit ihren Hosen und Kleidern unfreiwillig zu Schuhputzern werden.
ist der Vater. Somit ist der leibliche Vater derjenige, der das Kind gezeugt hat, also dessen Gene sich im Kind wiederfinden. Eine leibliche Vaterschaft ist für die gesetzliche Vaterschaft bis heute unerheblich, ebenso werden leibliche Väter von der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesetzgebung nur für die Verpflichtungen herangezogen, bekommen jedoch (noch) fast gar keine Rechte zugesprochen. Erst die neuere Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) verurteilte Deutschland wegen dieser Praxis auf Verletzung der Menschenrechte und zur Abänderung des Familienrechtes. Lediglich im Falle dass ein Zahlesel gesucht wird, ist dem Staat die leibliche Vaterschaft von Bedeutung. Einer Vaterschaftsfeststellung und den sich daraus ergebenden Verpflichtungen kann der leibliche Vater sich hingegen nicht juristisch entziehen. Pflichten hat der leibliche Vater, wenn Mutter bzw. Staat es so wollen, Rechte hingegen werden ihm in den meisten Fällen vom Staat verwehrt, wenn es der Kindsmutter unlieb ist.
Liberaler Feminismus:
Darunter ist ein Equifeminismus zu verstehen, der meint, Gleichheit unter den Geschlechtern realisieren zu können, ohne irgendwelche Strukturen der Gesellschaft zu ändern (siehe Bell Hooks, „Feminist Theory: From Margin to Center“, Cambridge, Massachusetts 1984).
Darunter versteht man eine Diskriminierung aufgrund des Aussehens.
Logozentrismus:
siehe Derrida
Diejenige Disziplin, deren Kerngeschäft die Untersuchung und Entwicklung von Rechtfertigungen zur Ausübung von Macht und damit der Legitimierung von Autorität ist, nennt man politische Philosophie. Sie beschäftigt sich mit politischen oder öfentlichen Relationen zwischen Staaten oder zwischen Staat und Bürger. Nicht öffentliche Bürger-Bürger-Relationen gehören nicht zu den politischen Relationen i.S.d. politischen Philosophie und ihre Resultate zu interstaatlichen Fragestellungen lassen sich nicht auf interpersonelle Relationen, wie es sie z.B. in einer Jugendgang geben mag, übertragen. Die Folge ist, daß der Machtbegriff innerhalb des Feminismus als Konflikttheorie notorisch mehrdeutig ist und die Analyse von Herrschaftsbeziehungen zwischen Gesellschaftsklassen – wie sie vom Feminismus in allen Variationen thematisiert wird – nur zum Teil durch die politische Philosophie abgedeckt wird. Günstiger scheint es zu sein, den Machtbegriff nur für die Analyse öffentlicher Konflikte heranzuziehen, während private Konflikte eher in Termen von Diffamierung analysiert werden können.
Darunter versteht man in der Populärkultur den Trend, unter feministischem Einfluß in Film, Fernsehen und Massenliteratur verächtliche Meinungen über Männer zu verbreiten.
Darunter versteht man das objektifizierende Starren von Männern auf Frauen.
Wenn ein Mann einer Frau etwas Simples auf besonders langwierige Weise erklärt und die Frau der Meinung ist, daß dies nur geschieht, um die Überlegenheit des Mannes als Mann zu demonstrieren, dann wird das von ihr als mansplaing bezeichnet.
Die sog. Männerbewegung begann in den 1970igern als künstlich ausgerufene, soziale Bewegung feministischer Provenienz. Dieser Zweig der Männerbewegung teilt inhaltlich die Kritik am Patriarchat und an Sexismus und setzt sich von einem feministischen Standpunkt aus kritisch mit Männlichkeit und Geschlechterfragen auseinander. Vertreter dieser Richtung haben sich im Bundesforum Männer zusammengeschlossen und stehen in inhaltlicher Konfrontation zum Maskulismus. Etwas neueren Entstehungsdatums ist die schwule Männerbewegung, die sich mit den sozialen Problemen homosexueller Orientierung auseinandersetzt. Die jüngste Entwicklung ist eine heterosexuelle Männerbewegung, die überwiegend antifeministisch ist und sich mit den sozialen Problemen auseinandersetzt, die Männern in einer weitgehend dem Feminismus folgenden Gesellschaft begegnen. Sie wird durch die radikale Idee motiviert, daß Männer Menschen sind, Menschenrechte ebenso verdienen wie Frauen und ihre soziale Stellung nicht die eines kostenlosen Dienstleisters für Frauen ist.
Die Männerrechtsbewegung hingegen versteht sich selbst als im weitesten Sinne feminismuskritische Bürgerrechtsbewegung. Im englischen Sprachraum wird dies auch mit MRA abgekürzt und ist von der oben genannten Männerbewegung verschieden, insofern sie sich vor allem auf rechtliche Aspekte und Ungleichbehandlungen im Vergleich zu Frauen konzentriert. Eine besonders starke Strömung in der Männerrechtsbewegung ist die Väterrechtsbewegung.
Männlichkeit bezeichnet ein oder mehrere Theorien, die das Selbstverständnis von Personen formulieren, die sich selbst das Geschlecht des Mannes geben. Feministen entwerfen oft eine eigene, über einen Klassenkampfgegner hinausgehende Theorie der Männlichkeit, die mit historisch gewachsenen Vorstellungen über Männlichkeit nicht kompatibel sein müssen und Männlichkeit weitgehend auf Sexualität reduzieren. Maskulisten streben in der Regel eine völlige Neudefinition von Männlichkeit an, die unabhängig ist von feministischen oder weiblichen Erwartungen, die es Männern erlauben soll, als Personen und nicht als triebesteuerte Automaten wahrgenommen zu werden, deren Gehirn nur vom infantil-primitiven Wunsch nach Kopulaion oder Entsaftung bevölkert wird. Keine Theorie der Männlichkeit kann allerdings akzeptabel sein, ohne eine neue Vorstellung der sexuellen Würde des Mannes zu entwickeln.
Maskulismus ist die Menge der theoretischen Überlegungen, die die homosexuelle und heterosexuelle Männerbewegung so wie die Männerrechtsbewegung benutzten, um ihre Forderungen zu erläutern und zu rechtfertigen. Diese Bewegung steht auf dem Standpunkt, daß wirkliche Gleichheit zwischen den Geschlechtern zu erkennen, verlangt, daß Vorurteile und Diskriminierung auch gegen Männer möglich ist, weil sie in kleinsten sozialen Interaktionen erzeugt wird und nicht von der postulierten Existenz einer hierarchischen Klassenstruktur namens Patriarchat abhängt. Maskulisten bestreiten, daß Männer eine privilegierte, soziologische Klasse darstellen, was ein von den feministischen Vorgaben abweichendes Sexismusverständnis nach sich zieht. Männerrechtler kritisieren weniger, dass bewährte Rollen willkürlich geändert würden – sondern dass sie eben sowohl im Feminismus als auch von den NICHT geändert werden, obwohl es längst an der Zeit ist. Letzteres ist dadurch möglich, daß Maskulisten von anderen Geschlechterrollen ausgehen, als Feministen und den Feminismus als Fortsetzung der tradierten, weiblichen Rolle verstehen. Feministen bezeichnen Anhänger des Maskulismus in der Regel fälschlicherweise als Antifeministen, obwohl der Maskulismus bisher keine irgendwelchen Feminismen widersprechenden Gesellschaftstheorien entwickelt hat, die anerkannt oder verbreitet wären. Auch Thesen von männlicher Dominanz und männlicher Überlegenheit gehören nicht zu den einen Maskulismus definierenden Thesen.
Hauptströmungen des Maskulismus sind gegenwärtig: Linker Maskulismus – der seinerseits in den links-liberalen, den anarchistischen, den marxistischen und den sozialdemokratischen Maskulismus zerfällt – analytischer Maskulismus, liberaler Maskulismus und konservativer. Linker und liberaler Maskulismus sind vorwiegend eine politische Theorien, analytischer Maskulismus hingegen vorwiegend eine philososphische. Über die Existenz eines konservativen Maskulismus, in dem tradierte Geschlechterbilder verbreitet werden, wird gegenwärtig gestritten. Einige, aber bei weitem nicht alle Maskulisten behaupten, daß biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern soziale Unterschiede nach sich ziehen würden. Andere Maskulisten behaupten sogar, zu wissen, welche sozialen Unterschiede auf biologischen Unterschiede zurückzuführen sind. Letztlich sind solche biologostischen Diskussionen aber für maskulistische Ziele nebensächlich. Vor allem linke Maskulisten unterstützen den Feminismus der ersten Welle vorbehaltlos, da es sich um eine Menschenrechtsbewegung handelt, und akzeptieren das feministische Konzept der Intersektionalität. Einen „Restaurantführer“ durch die maskulistischen blogs und blogossphäre findet man hier. Nicht-Feminismus ist vor allem eine humanistische Bewegung und vom Maskulismus unabhängig.
Maskulinismus gibt es nicht, es gibt ja auch keinen Femininismus. Es heißt Maskulismus und der Ausdruck „Maskulinismus“ wird eigentlich nur benutzt, um anzudeuten, daß Maskulisten absurde und irgendwie brachiale, rohe und reibhaft-unbeherrschte Männlichkeitsvorstellungen haben wie z.B. hier geschildert. Aber sachlich korrekt ist das in keinem Sinne.
Masku-Troll:
Abfällige Bezeichnung von Feministen für Männer und Männerrechtler, die aus vermeindlicher, frauenfeindlicher Einstellung heraus, Feministen mit rechtsradikaler Polemik aus dem politischen Geschäft drängen wollen, indem sie die Belange und Interessen von Männern sichbar machen oder vertreten.
Materialistischer Feminismus:
Meninism:
Das ist eine Parodiebewegung auf den Feminismus, keine soziale Bewegung oder theoretische Strömung für Männer.
Männerthemen können ins Zentrum des gesellschaftlichen Interesses rücken durch MGTOW. MGTOW ist die Abkürzung für Men Going Their Own Way, eine seit 2006 exponentiell wachsende Variante der nicht-maskulistischen Männerbewegung. Sie ist ein weltweites, soziales Phänomen heterosexueller Männer, die jegliche Heirat auf Grund des um 50% erhöhten Selbstmordrisikos und eine Ausnutzung als Familienernährer sowie die traditionellen Geschlechterrollen, Misandrie und den Gynozentrismus ablehnen. Die Grundidee ist, daß ein Mann auch ohne eine Frau glücklich werden kann, sein Selbstverständnis nicht auf die Bestätigung durch Frauen angewisen ist und ein Mann seinen Wert auch ohne die Mitwirkng der Frauen bestimmen kann. Fast immer sind MGTOWs sexuell aktiv und legen Wert darauf, die Kontrolle über ihr Leben nicht an Frauen zu verlieren: Freiheit ist das höchste Gut und die traditionellen dating– und Beziehungsprozeduren, die vor allem Frauen emotional nützen und Männer psychisch ausbeuten, werden abgelehnt. MGTOWs glauben, daß die Gesellschaft so strukturiert ist, daß sie die kostenlose Selbstausbeutung der Männer zugunsten der Frauen fördert, so daß Männer primär als Beschützer und Versorger gesehen werden. Das Besondere an dieser Bewegung ist, daß diese Bewegung keine Organisationen hat, keine Struktur, keine Manifeste, keine Ideologie, keine Führungspersönlichkeiten und politische Ausrichtung hat, sondern einfach durch die individuelle Übereinstimmung der Männer in ihrer Ablehnung verpflichtender romantischer Kontakte zu Frauen wächst, weil sie Risiken und Kosten solcher Kontakte inakzeptabel finden. MGTOWs leben nach ihren eigenen Vorstellungen und anders als Feministen interessieren sie weder gesellschaftliche Anerkennung, noch gesellschaftliche Erwartungen. MGTOWs sind nicht notwendigerweise Männerrechtler, Pickup-Artists oder Antifeministen, wenngleich es partiell Überschneidungen gibt. Es gibt zwei recht gute Einführungsvideos dazu – hier und hier. Interessanterweise sind Feministen scharfe Gegner der MGTOW-Bewegung. Die MGTOW-Bewegung ist einer der schlagendsten emprischen Belege dafür, daß kein Patriarchat existiert. Vor allem ist MGTOW deshalb interessant, weil dadurch sozialer Druck ausgeübt wird auf die traditionelle Rolle der Weiblichkeit. Es ist vermutlich sogar das erste Mal in der jüngeren Geschichte, daß das passiert, da der Feminismus die traditionelle Rolle der Weiblichkeit eher perpetuiert. Auch für Frauen ist MGTOW ein Problem und oft verbreiten Frauen diskriminierenden Mythen über MGTOWs wie z.B. daß MGTOWs Frauen hassen, asexuell, unmännlich oder gesellschaftlich rückwärts gewandt oder schlicht schwul wären.
Mit „Mimimi“ bezeichnen Feministen manchmal das als störend empfundene und als Nörgeln bzw. Meckern einer Person eingestufte Äußern abweichender Meinungen. Insbesondere gegenüber maskulistischen Positionen zu Benachteiligung von Männern wird dieser Ausdruck gebraucht in der Absicht, die andere eine Person zu flamen.
Misandrie ist ein gebräuchliches Synonym für Männerhass.
Misogynie ist ein gebräuchliches Synonym für Frauenhass.
Mutterschaftsanfechtung:
laut des § 1592 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch, Deutschland) ist eine Mutter die, die das Kind geboren hat. Doch bei künstlichen Befruchtungen ist es schon vorgekommen, dass die befruchtete Eizelle vertauscht wurde und somit ein biologisch fremdes Kind durch die Mutter geboren wurde. Derzeit gibt es noch kein Gesetz, was die Anfechtung der Mutterschaft ermöglicht. Stellt sich heraus, dass eine Mutterschaft nicht besteht, so muss sie auch nicht angefochten werden, da sie dann als ungültig gewertet wird und somit die Geburtsurkunde nichtig ist. Eigentlich könnte man auch die Vaterschaftsanfechtung nach dem gleichen Prinzip regeln, ist aber vom Gesetzgeber nicht gewollt.
Nach Lyotard wird die Moderne drei große Meta-Erzählungen charakterisiert, welche den Menschen eine Orientierung anbieten:
Mit seiner These des Endes der großen Erzählungen die Basis für viele Entwicklungen in Philosophie, Kunst, Kultur, sowie den Gesellschaftswissenschaften: „In äußerster Vereinfachung kann man sagen: ‚Postmoderne‘ bedeutet, dass man den Meta-Erzählungen keinen Glauben mehr schenkt.“.
Netzfeminismus:
Dabei handelt es sich nicht um eine neue Strömung innerhalb des Feminismus, sondern um normale blogs, die überwiegend feministische Themen im Netz diskutieren und in einer Art Netzwerk versuchen, ihre Themen medial wirksam zu präsentieren. Netzfeminismus gilt als besonders zerstritten und sektiererisch.
Neo-Maskulinität:
Simone de Beauvoir hat die Idee populär gemacht, daß Personen andere Menschen nicht als autonome und sprachbegabte Wesen und damit lokalisierte Zentren verantwortlicher, freiwilliger Handlungen behandeln, sondern als Objekt z.B. durch Reduktion auf ihre Funktion bei der Erfüllung eigener oder fremder Wünsche. Wie viele andere Ideen de Beauvoirs ist Objektifizierung ein zentrales Konzept im Feminismus. Martha Nussbaum (1995, 257) und Rae Langton (2009, 228–229) haben folgende Realisationen der Objektifizierung identifiziert:
denial of autonomy: eine Person behandeln, als wäre sie nicht autonom oder selbsbestimmt
Sexuelle Anziehung hat übrigens nichts zu tun mit Objektifizierung: Man kann jemanden sexuell anziehend finden, ohne ihn deshalb auch zu objektifizieren. Als Urheberin dieser Idee kommt Simone de Beauvoir jedoch nicht in Frage, da die Idee eines Reduktionsverbots bereits in Immanuel Kant’s Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1785) intensiv diskutiert wird. Objektifizierung meint die “Versachlichung” eines lebendigen Wesens, indem ihm die Fähigkeit zu eigenständigem Fühlen, Denken und Handeln (manchmal nur in dem speziellen Kontext) abgesprochen wird. Das Konzept der “sexual objectification” ist der ideologische Kern zur Gleichsetzung von Rassismus und Sexismus.
Opferideologie:
Dieser Ausdruck wird von Männern oft gebraucht, in der Hoffnung, daß er Feministen in irgendeiner Weise die Augen über die Rolle der Frauen innerhalb des Feminismus öffnen würde. Tatsächlich ist er in zweierlei Weise unbrauchbar: Zum einen ist die Opferrolle lediglich eine von vielen Konsquenzen innerhalb einer sehr verbreiteten Theorie der Weiblichkeit, die nichts mit Feminismus zu tun hat, und zweitens fühlen sich Feministen nicht als Opfer, sondern mehr als Rebellen gegen eine Art gemeines Star-Wars-Imperium, so daß sie die Charakterisierung als Opfer in der Regel lächelnd als irreführend beiseite schieben.
passive Vergewaltigung:
Ein Mann wird von einer Frau passiv vergewaltigt, wenn sie sich ohne sein Wissen oder ohne sein Einständnis von ihm schwängern läßt. Dieser Fall wird auch als Zwangsvaterschaft bezeichnet. Da die biologische Vaterschaft im deutschen Recht unabänderlich Unterhaltszahlungen nach sich zieht, liegt durch die Frau in Tateinheit ebenfalls ein betrügerischer Eingriff in das Vermögen des Mannes vor. Leider hat das deutsche Recht hier eine vermögensrechtliche Strafbarkeitslücke zugunsten der Frauen. Es ist Konsens im Maskulismus, die gegenwärtige rechtliche Trennung von biologischer und sozialer Vaterschaft abzulehnen.
Paternalismus ist die Einmischung eines Staates oder einer Person in die Angelegenheiten einer anderen Person ohne oder gegen ihre Zustimmung, welche verteidigt oder motiviert wird durch einen Anspruch, dass die beeinflußte Person geschützt oder ihre Lage in irgendeinem Sinne verbessert wird. Die Frage, inwiefern Paternalismus gerechtfertig ist, wirft Fragen nach der theoretischen Autonomie von Person auf sowie danach, wie sie unter moralischen Gesichtspunkten behandelt werden sollte. Verschiedene Feminismusströmungen lassen sich unter anderem dadurch charakterisieren, welche Variante von Paternalismus sie mit welcher Begründung ablehnen und welchen Paternalismus sie selbst praktizieren.
Der Begriff geht ursprünglich auf den Anthopologen Johann Jakob Bachofen und sein Buch Das Mutterrecht zurück, in dessen Theorie das Matriarchat vom Patriarchat als nächste Entwicklungsstufe abgelöst wurde. In einer nicht-tendenziösen Lesart ist das Patriarchat ein soziales System gemeint, in dem Männer in dem Sinne dominieren, als sie die gesellschaftlichen Kooperationsformen schaffen, politisch wie auch moralisch die Führung übernehmen und auch über die wirtschaftlichen Resourcen verfügen (Becker, Kortendiek 2004). Ein Partiarchat impliziert die Subordination von Frauen und Kindern innerhalb der Familie und die Ausdehnung der männlichen Dominanz über Frauen auf die Gesellschaft insgesamt, ist aber keineswegs auf diesen Aspekt beschränkt, sondern meint zusätzlich Merkmale ökonomischer, sozialer, politischer und rechtlicher Organisation. Die feministische Theorie geht also davon aus, daß sich zentrale Bereiche der Ungleichheit und Diskriminierung nicht ausschließlich aus der innerfamiliären Situation und Konstellation herleiten lassen. Ebenso wird davon ausgegangen, daß es sich dabei nicht um ein „natürliches“ oder selbstverständliches Phänomen handelt. Über die Zeitspanne der möglichen Entstehung des Patriarchats wir nach wie vor gestritten.
Es gibt wenigstens drei Bedeutungsvarianten von „Patriarchat“:
eine deskriptive: Patriarchat als Charakterisierung eines Mikroordnungsprinzips vorindustrieller Gesellschaften, verstanden entweder als Reaktion auf Resourcenknappheit oder als Reaktion auf die Vertreibung aus dem kommunistischen Urzustand durch Einführung des Privateigentums
eine normative: Patriarchat als hierarchiche Familienorganisation durch Ausübung von Macht
eine zweite normative: Patriarchat als Charakterisierung des Makroordnungsprinzips postindustrieller Staaten, verstanden als systematische Benachteiligung von Frauen beim Zugang zu Rechten, Resourcen und Chancen durch illegitime Ausübung von Herrschaft
Moderne Varianten der Patriarchatstheorie gehen davon aus, daß Männer als Gruppe Frauen als Gruppe unterwerfen und unterdrücken in einem System mit den Mitteln des Systems. Das Patriarchat manifestiert sich daher in verschiedenen soziologischen Phänomenen: geschlechtsspezifischen Privilegien, Sexismus, der Existenz von asymmetrischen Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Hierarchien, die Geschlechter bevorzugen.
Es ist extrem einfach, zu zeigen, daß jedes Patriarchat mindestens einen Nachteil hat, aber es ist nicht so einfach zu zeigen, daß ein beliebig vorgegebenes Patriarchat nichts anderes als Nachteile hat. „Patriarchat“ eignet sich daher nicht als Schimpfwort. Biologistische Rechtfertigungen des Patriarchats werden z.B. gegeben von Steven Goldberg und Richard Lewontin. Eine andere interessante Diskussion findet sich hier. Aus feministischer Sicht wird in der Regel versucht, die Existenz des Patriarchats mit Hilfe der historischen Entwicklung der Gesetze nachzuweisen.
Personenstandsfälschung:
durch Täuschung herbeigeführter Irrtum über familienrechtliche Verhältnisse. Im Falle des Unterschiebens eines Kindes, ist es in Frankreich eine Straftat (état civil des personnes). Im alten Rom wurde diese Tat als “suppositio partus” benannt. In Deutschland ist bisher noch kein einziger Fall bekannt, bei dem eine Kuckucksmutter für ihr Handeln juristisch zur Verantwortung gezogen wurde. Theoretisch wäre dies – laut des Justizministeriums – bei unverheirateten Kindesunterschiebungen möglich. Dem Ehemann ein Kuckuckskind unterzuschieben ist nach deutschem Recht hingegen keine Personenstandsfälschung. Weil der Ehemann ja der gesetzliche Vater ist, wird von der Mutter ja de facto kein falscher Personenstand angezeigt. Die biologische Abstammung spielt beim Personenstand bezüglich des Vaters keine Rolle.
Politik der ersten Person:
Politischer Lesbianismus:
Diese im Feminismus der zweiten Welle angesiedelte Strömung votiert für einen lesbischen Separatismus, betrachtet die sexuelle Vorliebe als politische und feministische Wahl und favorisiert die lesbische Sexualität als Waffe der Wahl für Frauem im Kampf gegen Sexismus sowie als wertvollere Alternative im Vergleich zur Heterosexualität.
Positive Diskrimierung:
Bevorzugung von Frauen aufgrund ihres Geschlechtes zu Lasten der Männer. Daß es sowas gibt, wird von Feministen nicht abgestritten. Es wird jedoch in der Regel darauf bestanden, daß auch positive Diskriminierung letztlich das Patriarchat verstärkt.
Postfeminismus:
Manchmal findet man dafür auch die Bezeichnung „Dekonstruktivistischer Feminismus“. Seiner Auffassung nach sind das biologische Geschlecht (sex) als auch das soziale Geschlecht (gender) voneinander völlig unabhängig und nur sprachlich konstituierte, gesellschaftliche Konstrukte, weshalb sie als ungerecht abzubauen, zu „dekonstruieren“ seien. Die populärste Vertreterin des Postfeminismus, die sowohl Anleihen bei postmoderner Philosophie und auch bei poststrukturalistischer Theorie macht, ist Judith Butler. Der entscheidende slogan an dieser Stelle lautet „doing gender“. Das bedeutet, dass wir nicht einfach so ein bestimmtes Geschlecht i.S.v. gender haben, wie man man sich eine Erkältung holt oder das Bein bricht, sondern dass ein Geschlecht i.S.v. gender mit Hilfe von wiederholten Stereotypen ständig neu definiert und Personen zugeschrieben wird, sowie nichts anderes als die Realität des Geschlechts bezeichnet werden kann.
Postgenderismus:
Darunter werden in der Tradition analytischer Philosophie stehende Strömungen zusammengefaßt, die die Geschlechterproblematik unabhängig vom Begriff des Geschlechts i.S.v. sex oder gender zu analysieren beanspruchen. Vom Postfeminismus unterscheidet sich der Postgenderismus u.a. dadurch, daß seine Gesellschaftstheorie nicht mehr auf der Vorstellung konkurrierender Klassen als gesellschaftliche Subeinheiten beruht, sondern auf einer Verteilung genügenden Eigenschaften sozialer Kooperationsgleichgewichte beruht, die von allen Paaren von Individuen unabhängig von ihrer Klassenzugehörigkeit realisiert werden. Der Postgenderismus lehnt jede Art von Konflikttheorie als Paradigma der Gesellschaftsanalyse als irreführende Linearisierung sozialer Wirkungszusammenhänge ab und ist in diesem Sinne immer antifeministisch. Postgenderismus akzeptiert das Geschlecht und die sexuelle Ausrichtung nicht als relevantes Persönlichkeitsmerkmal, sondern als rein private Angelegenheit und lehnt das Gendern von Sprache oder gar das generische Femininum ab, und wehrt sich gegen die neue Prüderie, die Bigotterie und die Geißel der political correctness, die sich im Sog des Feminismus ausbreiten.
Postkoloniale Theorie:
Darunter versteht man eine im wesentlichen in den 1990igern entstandene feministische Theorie (z.B. Stuart Hall, 1994 ) , die poststruktualistische und marxistische Einflüsse verbindet derart, daß die Kategorien des Geschlechtes und der Rasse als soziale Konstruktionen angesehen werden, die bei der hierarchischen Strukturierung der Gesellschaft dominant sein sollen. Das bedeutet z.B., daß die Produktion der unterdrückten Frau in Dritten Welt konstitutiv ist für die Produktion der emanzipierten westlichen Feministin (siehe auch Gayatri Chakravorty Spivak, 1990). Postkoniale Theorie ist auf Identitätspolitik und Intersektionalität festgelegt.
Poststrukturalistischer, französischer Feminismus:
Diese Strömung fügt dem Postfeminismus eine psychoanalytische Komponente hinzu z.B. bei Mary Joe Frug, Julia Kristeva oder Bracha Ettinger.
Pragmatischer Feminismus:
Privilegien sind Vorteile beliebiger Provenienz, die eine Person aufgrund ihrer Klassenzugehörigkeit gegenüber Nichtklassenmitgliedern erlangt. Nach feministischem Verständnis definieren sich Privilegien darüber, daß Resultate von Gewaltbeziehungen als genußvoll erlebte Normalität wahrgenommen werden. Eine Liste angeblicher männlicher Privilegien findet sich hier. Angebliche weibliche Privilegien sind hier aufgelistet. Eine Diskussion dazu findet sich auch hier.
Pränataler Vaterschaftstest ist der vorgeburtliche Vaterschaftstest. Bis 2011 war der pränatale Vaterschaftstest nur invasiv – also mittels einer Gewebeprobe beim Ungeborenen – durchführbar. Seit 2012 gibt es Labore, die einen nichtinvasiven Vaterschaftstest anbieten. In dem nichtinvasivem Verfahren wird nur der schwangeren Frau eine Blutprobe entnommen, nicht dem ungeborenen Kind und kommt ganz ohne Gewebeentnahme aus. Die Zuverlässigkeit der Ergebnisse ist umstritten und noch nicht erwiesen. In Deutschland ist der pränatale Vaterschaftstest – gleich ob invasiv oder nichtinvasiv – verboten.
Privilegientheorie:
Die Privilegientheorie ist eine zentrales Konzept des modernen Feminismus und wird immer mit der Idee der Intersektionalität kombiniert. Sie verallgemeinert den Grundgedanken, daß Männer als Mitglied des Patriarchats ungerecht bevorzugt sind und deshalb z.B. durch Quoten kompensatorisch diskriminiert werden sollten. Dazu gehören folgende Schritte: Eine dazu befugte Instanz stellt fest, daß eine bestimmte Bevölkerungsgruppe privilegiert ist. Jedes Mitglied der privilegiertern Gruppe ist verpflichtet, sich seines ungerechten Privilegs bewußt zu werden, es einzugestehen und das Unrecht anzuerkennen. Der Privilegierte muß sein Privileg selbst beseitigen.
Pickup artists sind Menschen, die Strategien benutzen, um andere Menschen zum Sex zu bewegen. Pickup gibt es für Männer und Frauen. Pickup ist per se weder maskulistisch, biologistisch, noch anti-feministisch. PUAs sind sehr pragmatisch und benutzen einfach, was funktioniert, sie benutzen vor allem die Regelmäßigkeiten im Verhalten, die andere offen zeigen. PU wird von einigen Maskulisten sehr verehrt, da es vielen Männern erst ermöglicht, Sex mit Frauen zu haben. Andere Maskulisten lehnen PU strikt ab, da die dort beschriebene Selbstoptimierung der Persönlichkeit der Männer allein auf die Maßstäbe der Frauen gerichtet ist und bedeutet, daß sich Männer selbst zu den Menschen erziehen, die Frauen bevorzugen. Das gilt auch für Männlichkeit. Vor allem analytischer Maskulismus tritt dafür ein daß Männer ihre Persönlichkeit und ihre Männlichkeit nach selbstgewählten Vorstellungen aufbauen und sich darin nicht den Frauen unterordnen.
Queer-Theorie:
Diese poststrukturalistische Theorie gehört zur kritischen Theorie und verfolgt den Gedanken weiter, daß gender und damit auch eine hierarchische Anordnung von sexuellen Vorlieben Teil des sozial konstruierten Selbstverständnisses von Personen ist. Die Folge ist, daß sie versuchen, eine eigene, sexuelle Lebensweise parktizierenden Schulen und Lesben als ethnische Minderheit mit eigenen Bürgerrechten zu etablieren versuchen. Ihren eigenen Hauptkritikpunkt bezeichnet die queer theory als das Diktat der Heteronormativität. Das bedeutet, daß Zweigeschlechtlichkeit als Gewalt angesehen wird. Damit verbindet sie den postkolonialistischen Ansatz mit den US-amerikanischen gay- und lesbian studies. Notwendige Bedingungen für eine Definition von „queer“ lehnen die Vertreter dieser Theorie ab, es gäbe nur hinreichende Bedingungen: „Wer seine eigene sexuelle Identität unabhängig von den tradierten Unterscheidungen zu sex, gender und Begehren beschreibt, ist queer.“. Queer-Feministen lehnen jeden Biologismus ab und setzen sich für eine geschlechtergerechte Sprache ein. Es ist darüberhinaus nicht ganz einfach, zentrale Thesen oder überhaupt Erfolge der queer theory bei der Erforschung der psychologischen Konsequenzen dieser Idee oder bei der Einführung neuartiger, mikrosoziologischer Selbstorganizationen von Personen anzugeben. Überraschend ehrlich ist daher auch die gelegentliche Charakterisierung von Feminismen durch Feministen als lediglich kritische Haltung in allen möglichen Lebensbereichen. Bekannte Protagonisten der queer theory sind z.B. Gloria E. Anzalda, Eve Kosofsky Sedgwick oder Lauren Berlant. Eine Selbstdarstellung des Queerfeminismus findet sich hier.
Von harten Quoten spricht man, wenn nur soviele Positionen an Männer wie an Frauen gehen dürfen. Von weichen Quoten spricht man, wenn auf die Hälfte aller Positionen nur Frauen kandidieren dürfen. In beiden Fällen können Positionen unbesetzt bleiben. Absolute Quoten liegen vor, wenn Frauen solange bevorzugt behandelt werden, bis der angestrebte Frauenanteil erreicht ist. Relative Quoten liegen vor, wenn bei gleicher Qualifikation eine Bewerberin einem Bewerber vorgezogen werden soll, bis ein bestimmter Frauenanteil erreicht wurde. In diesen Fällen werden alle Positionen besetzt.
Radikaler Feminismus:
Der radikale Feminismus geht von einem soziologischen Konflikt zwischen der Klasse der Männer und der Klasse der Frauen aus und sieht die Quelle weiblicher Unterdrückung in der männlichen Psyche oder der männlichen Biologie und beansprucht daher auch, private Beziehungen zwischen Geschlechtern analysieren zu können. Die Existenz eines Patriachats wird als geschichtsübergreifendes Phänomen gesehen: Männer beziehen aus der Frauenunterdrückung eine patriachale Dividende. Zum Teil werden im radikalen Feminismus auch separatistische Töne angeschlagen, nach denen eine strikte Abwendung von Männern und weibliche Solidarisierung für die Frauenbefreiung unvermeidlich sei. Daher wird eine generelle und befreiend wirkende Reorganisation des politischen Systems und der Gesellschaft gefordert derart, daß nicht mehr Männer als Norm und alles weibliche marginalisiert wird. Radikalfeminismus ist kompatibel mit Matriarchatsforderungen und der Theorie der Intersektionalität. Typisch ist außerdem eine negative Beurteilung von Heterosexualität insbesondere des Koitus, eine völlige Ablehnung von BDSM, Pornographie und Prostitution sowie eine vollständige bis weitgehende Ausblendung aller Forschungsergebnisse zu Frauen als Täterinnen bei sexueller und häuslicher Gewalt. Der Radikalfeminismus ist in der Regel (aber nicht immer) ein Gleichheitsfeminismus, der gegen traditionelle Geschlechterrollen opponiert. Staatsfeministische Maßnahmen wie Frauenquoten werden bejaht. Radikalfeminismus multikulturalismuskritisch. Daher kritisiert der Radikalfeminismus z.B. Koptucherziehung und Kopftuchzwang in traditionell islamischen kulturellen Kontexten, während der Gender-Feminismus eher dazu tendiert das Kopftuch als vermeintliche “freie Wahl” zu verteidigen und Kritik daran als tendenziell rassistisch anzusehen. Im Gegensatz zum postmodernen Gender-Feminismus kennt der Radikalfeminismus kein politisch korrektes Feindbild “weißer, heterosexueller Mann”, sondern nur ein einfaches Feindbild “Mann”. Mann-zu-Frau-Transsexuelle werden von Radikalfeministinnen oft nicht als Frauen anerkannt, sind auf radikalfeministischen Konfererenzen meist nicht erwünscht. Eine Anerkennung und Berücksichtigung von Diskriminierungen und sozialen Problemlagen von denen Jungen und Männer betroffen sind, ist ausgehend von diesen theoretischen Grundlagen grundsätzlich nicht möglich. Das Magazin off our backs ist eine gute Quellen radikal-feministischer Auffassungen. Andere Vertreter sind Andrea Dworkin, Catharine MacKinnon, Mary Daly, Susan Brownmiller, Jill Johnson, Robin Morgan und die deutsche Zeitschrift Emma. Der radikale Feminismus ist Vorläufer des kulturellen Feminismus, des Differenzfeminismus, und die einflussreichste und wirkmächtigste feministische Strömung der zweiten Welle der Frauenbewegung, er drängte den liberalen und sozialistischen Feminismus weitgehend in den Hintergrund und wird auch von den Feministen der 3. Welle nach wie vor verteidigt.
Radikaler Maskulismus:
Radikaler Maskulismus wird dadurch radikal, daß er den Feminismus der ersten Welle ohne Wenn und Aber ablehnt. Radikale Maskulisten können, müssen aber keine Biologisten sein. Darüberhinaus ist der radikale Maskulismus vor allen ein psychologisches Auffangbecken für Frustrierte und seltsam Männerbegeisterten, die in verschwommenen Überlegenheitsphantasien baden. Ernstzunehmende Argumente oder Thesen gibt es keine. Radikale Maskulisten waren bis vor etwa 10 Jahren gut sichtbar. Heute fristen sie nur noch eine Randexistenz in geschlossenen facebook-Gruppen oder abgelegenen Foren.
Texte von Feministen, die primär aus einer complaining perspective geschrieben wurden und vor allem dazu dienen, dem persönlichen Ärger Luft zu machen, werden in der feministischen blogossphäre als rants bezeichnet.
Das Konzept der rape culture geht im wesentlichen auf die Radikalfeministin Susan Brownmiller in: Against our Will, Harmondsworth, 1976, p. 14 – 15 zurück: “Die Entdeckung des Mannes, dass seine Genitalien als Waffe dienen konnten, um Angst zu erzeugen, ist eine der wichtigsten Entdeckungen in prähistorischen Zeiten gewesen, neben der Benutzung von Feuer und der ersten groben Steinaxt. Von prähistorischen Zeiten bis heute, so glaube ich, hat Vergewaltigung eine kritische Funktion gehabt. Sie ist nicht mehr und nicht weniger als ein bewusster Prozess der Einschüchterung, durch den alle Männer alle Frauen in einem Zustand der Angst halten.“ Normalerweise wird rape culture als feministischer Kampfbegriff für eine Gesellschaft gebraucht, in der Täter fast nie verurteilt, sondern angeblich noch ermutigt werden. Opfer werden in einer rape culture dargestellt als junge, den Schönheitsidealen entsprechende Frauen, denen gegenüber Männer als Täter ihre sexuellen Triebe nicht unter Kontrolle halten können, während es angeblich bei sexuellen Gewalttaten nicht um Sex, sondern in Wirklichkeit um Macht gehe. Weil es angeblich um Macht geht, wird es auch als unzumutbar angesehen, daß von Betroffenen erwartet wird, sie müßten sich auf eine bestimmte Weise vor, während oder nach der Tat verhalten und daß Opfern eine Mitschuld gegeben wird, wenn sie davon abweichen. Dazu gehört auch, daß man von ihnen erwartet, sich der Wahrheitsfindung durch den Rechtsstaat in einem Prozeß beugen zu müssen. Dabei wird die Tatsache, daß in ca. 80% der Fälle Konfliktstraftaten vorliegen derart, daß sich Täter und Opfer kennen, als besonders schwerer, zwischenmenschlicher Verrat der Männer an den Frauen eingestuft, obwohl sich Vergewaltiger mehrheitlich in psychologischer Hinsicht in signifikanter Weise vom Durchschnitt unterscheiden. Manchmal wird der Begriff etwas abgewandelt. In letzterem Fall gehören zur rape culture Formen der Entschuldigung, Verharmlosung, Begünstigung oder Förderung sexueller Gewalt gegen Männer oder gegen Frauen. Auch Objektifizierung und Pornographie werden als Teil der rape culture angesehen. Welche Verhaltensweisen im Einzelnen zur rape culture gehören, ist aber sogar unter Feministen stark umstritten. Gelegentlich wird sogar Homophobie genannt. Ein interessantes video dazu gibt es hier. Eine andere Bedeutung von rape culture erschließt sich, wenn man die Fälle untersucht, in denen Frauen Männer mit unwahren Vergewaltigungsvorwürfen überziehen. Unter „grey rape“ versteht man den Fall, daß der Sex einer Frau während des Sexes nicht gefallen hat. Etwa die Hälfte aller Vergewaltigungsbehauptungen sind erfunden.
Rassismus ist die Bindung humaner Qualifizierungen an naturale Merkmale: Wo immer menschliche Höher- oder Minderwertigkeit ideologisch an Kriterien der Hautfarbe, der ethnischen Zugehörigkeit oder des Geschlechts – ersatzweise der sexuellen Orientierung – festgemacht und damit verkoppelt wird, liegt Rassismus vor. Beispiel: Die Überzeugung, daß Frauen die besseren Menschen sind, ist rassistisch. Die Überzeugung, daß Lesben die besseren Frauen sind, ist rassistisch.
Reformistischer Feminismus:
Nach dieser Ansicht können Geschlechterungleichheiten durch Gesetzeskorrekturen und Wahlrechtsreformen behoben werden, die nicht in die Struktur des kapitalistischen Systems eingreifen.
Riot grrrl ist eine feministische Untergrund-Punkrock-Bewegung, die sich Ende der 1980iger im Nordwesten der USA entwickelt hat. Manche bezeichnen sie auch als Startpunkt der dritten Welle des Feminismus, was aber vermutlich übertrieben ist. Die song-Themen sind oft Vergewaltigung, sexueller Mißbrauch, Rassismus, empowerment und Patriarchat. Einschlägige bands sind z.B. Calamity Jane, Bangs, Bratmobile oder Bikini Kill. Inzwischen ist eine Kunstszene hinzugekommen, aus der heraus auch politische Aktionen stattfinden.
Darunter versteht virtuelle oder physische Räume, in denen eine marginalisierte oder diskriminierte Gruppe sich frei vom Druck der mainstream-Stereotypen oder Standardnormen äußeren und verhalten kann. In diesen Räumen ist nur erwünscht, wer von vorherein bestimmte politische oder soziale Standpunkte teilt. Inhalte, die Mitglieder der marginalisierte oder diskriminierte Gruppe verletzen könnten, sind dort explizit unerwünscht. Häufig, aber nicht immer, werden safe spaces offen gekennzeichnet.
Scheinvater:
Ein Mann, der sich aufgrund falscher Angaben der Kindsmutter oder in Unkenntnis des Fremdgehens seiner Frau für den Erzeuger eines Kindes hält. Es gibt auch Fälle, in denen der Kuckucksvater um seine Nichtvaterschaft weiß und das Kind von sich aus annimmt (Schwarze Adoption). Ebenso besteht die Möglichkeit, dass er Kenntnis von einer unsicheren bzw. ausgeschlossenen Vaterschaft seinerseits hat, jedoch die Vaterschaft ungeklärt läßt bzw. die wirkliche Vaterschaft geheim hält und das Kind kenntnislos hält. Umgangssprachlich wird der Scheinvater auch Kuckucksvater genannt.
Schmerzensmann:
Damit werden als lächerlich eingestufte und unsexy wirkende Männer bezeichnet, die zum einen mit einem Feminismus sympathisieren und zum anderen ihre eigene Würde als Mann oder ihre sexuelle Würde vergessen haben. Sie werden darüber hinaus oft als gehemmt, unsicher, nervös, ängstlich, melancholisch und ratlos charakterisiert.
Schwarze Adoption:
ist die Umgehung des Adoptionsrechtes mittels der Vaterschaftsanerkennung eines Stiefkindes durch den neuen Partner der Kindesmutter. Dadurch wird das Adoptionsrecht und die damit verbundenen Vorraussetzungen ausgehebelt und ist im Gegensatz zur Adoption vom leiblichen Vater – trotz Vaterschaftsnachweis – derzeit noch nicht anfechtbar. Möglich ist dieser Identitätsraub in all den Fällen, bei denen das Kind in der Geburtsurkunde keinen Vater eingetragen hat. Somit ist die Vaterschaftsanerkennung ohne der leibliche Vater zu sein, eine de-facto-Adoption.
Die Frauenbewegung der 60iger propagierte ein Ende der weiblichen Passivität zugunsten einer Selbstermächtigung in allen Bereichen des eigenen Lebens. Heute gehört empowerment eher zu den erwarteten und akzeptierten Dienstleistungen, die Männer an Frauen zu erbringen haben und nicht wenige Feministen teilen diesen Standpunkt.
Separatistischer Feminismus:
Dabei handelt es sich um einen Spezialfall des radikalen Feminismus, der nicht nur heterosexuelle Beziehungen generell ablehnt, sondern auch die These vertritt, daß Männer generell keine positiven Beiträge zum Feminismus machen können und stattdessen immer, wenn auch unbeabsichtigt, patriachalische Strukturen stärken. Vertreterin ist z.B. Sarah Hoagland in Lesbian Ethics (1997).
Eigentlich bedeutet Sexismus soviel wie „Einstellung oder Verhalten, das auf traditionellen stereotypischen Geschlechterrollen basiert.“ Der Begriff des Sexismus wird hingegen von einigen Vertretern feministischer Theorien und Feministen so verstanden, daß das Opfer von bzgl. einer Klassenhierarchie abwertenden oder persönlich grenzüberschreitenden Handlungen, die lediglich das Geschlecht als Motiv haben, am unteren Ende eines Machtgefälles stehen muß.Doch tatsäcchlich ist genau das Chauvinismus. Diese Gleichsetzung von Sexismus und Chauvinismus führt in einem Patriarchat dazu, daß Frauen sich nicht sexistisch verhalten können. Falls eine Geschlechterhierarchie bereits vorliegt, ist für die Verifizierung sexistischen Verhaltens dann nur noch der Empfängerhorizont wesentlich: Welches Verhalten inwiefern abwertend ist oder welche Grenze überschreitet, legt weder die Identät der Handlung noch die Intention des Handelnden fest, sondern allein die situationsabhängige Einstellung und Einschätzung des Adressaten der Handlung fest. Es herrscht trivialerweise keine Einigkeit unter Feministen darüber, was gegen einen so definierten Sexismus zu tun ist. Andere Feministen wie z.B. Bernice Johnson Reagon bestreiten sogar, daß die Mannigfaltigkeit sexistischer Phänomene sich zu einer Minimalexplikation von Sexismus kondensieren läßt. Eine offizielle Sexismusdarstellung findet sich hier.
Sexnegativer Feminismus:
Sexpositiver Feminismus:
Erika Lust, Betty Dodson
Als sex wars werden die Auseinandersetzungen innerhalb der lesbisch-feministischen Szene bezeichnet, die sich um Themen wie Bisexualität, Promiskuität, SM und Pornografie drehten und dazu führten, dass viele sich nicht mehr eindeutig der feministischen community zugehörig fühlten.
Damit sind verbale Angriffe gegen Frauen gemeint aufgrund ihres sexuellen Verhaltens oder auch aufgrund ihrer Kleidungsweise.
Sozialer Vater:
Sozialer Vater ist der Mann, der sich persönlich und im väterlichem Sinne um das Kind kümmert, unabhängig davon, ob er der Erzeuger oder gesetzliche Vater ist.
Der sozialistische Feminismus sieht die Wurzel der Frauenunterdrückung in kapitalistischen Strukturen, die Frauen zu unbezahlter Arbeit zwingen. Gefordert wird daher nicht nur die Abschaffung der Unterdrückung der Frauen, sondern auch die Einführung eines geeigneten Sozialismus. Zusätzlich wird die weibliche Führung der Gesellschaft als bester Weg angesehen, die patriachalische Praxis zu überwinden. Eine Organisation mit sozialistisch-feministischer Position ist zum Beispiel Radical Women. Eine andere Autorin ist Clara Fraser z.B. in „The Emancipation of Women“.
Sprachliche Diskriminierung:
Neben dem generischen Maskulinum beruht die feministische Vorstellung einer Diskriminierung durch Sprache auf einem kruden Sprachidealismus.
Staatsfeminismus:
Unter Staatsfeminismus versteht man einen Zustand, indem Feministen in staatliche Institution eingesickert sind und ohne eine breite Unterstützung in der Bevölkerung private, feministische Ziele mit staatlichen Mitteln und zu öffentlichen Kosten verfolgt. Dabei geht es insbsondere um den Anspruch, der Staat möge in paternalistischer Weise zum Ausgleich behaupteter Benachteiligung ein parlamentarisch nicht kontrolliertes Klientelsystem zur Verfügung stellen, das aus Rechtsnormen, aus parlamentarischen und Partei-Organisationen aus Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragten, aus der Gesamtheit der Gender-Lehrstühle und aus dem journalistischen Netzwerk besteht. Dieses label wird hier und hier im Detail diskutiert. Verfassungsfeindlichkeit ist im Staatsfeminismus weit verbreitet. Dazu zählen die Abkehr vom Rechtsstaatsprinzip durch Einführung einer Kollektivhaftung und die Einführung einer unmittelbaren Drittwirkung der Grundrechte. Staatsfeminismus ist eine Realisation des in der Politikwissenschaft diskutierten Phänomens der Postdemokratie und liegt weit jenseits jeglicher Verschwörungstheorie. Einen guten Überblick über die feministischen Netzwerke findet man hier.
standard social science model:
…..to be done.
Standpunktstheorie:
Naturwissenschaftler und Mathematiker kennen Strukturen als skalenunabhängige und zuweilen dynamische Optimierungsresultate bzgl. treibender Kräfte unter Nebenbedingungen und Invarianzen. Genauso verstehen Feminismen den Term „Struktur“ nicht. Stattdessen verwenden sie „Struktur“ als Bezeichnung für Eigenschaften statischer, makroskopischer Gesellschaftsorgansation, wie sie von Konflikttheorien vorgeschlagen werden.
Sie besteht nur zwischen einer gesellschaftlichen Klasse mit mehr Macht oder Möglichkeiten zur Diffamierung gegenüber einer anderen Klasse mit wengier Macht oder Möglichkeiten zur Diffamierung, wenn die Privilegien der mächtigeren Klasse, die der anderen Klasse übersteigen. Diskriminierend sind dann alle, an Personen aus der unterlegenen Klasse adressierten Handlungen von Personen aus der mächtigeren Klassen, die diese Privilegien bei dieser Handlung in Anspruch nehmen.
Das Kürzel bezeichnet die feminismuskritische Lobbygruppe „sexworker exclusive radical feminism“.
Das Kürzel bezeichnet die feminismuskritische Lobbygruppe „transwomen exclusive radical feminism“.
Tone Argument:
Darunter versteht man in feministischen Kreisen die rethorische Figur einer Person, in einer Debatte nicht auf den Inhalt einer Aussage zu antworten, sondern sie als ungültig einzustufen, weil sie in einem bestimmten Ton oder Zungenschlag erfolgt.
Terry A. Kupers analysiert in seinem Artikel „Toxic Masculinity as a Barrier to Mental Health Treatment in Prison“ in: Journal Of Clinical Psychology (2005) den Begriff im Zusammenhang mit der Behandlung psychischer Erkrankungen von Gefängnisinsassen als das Zusammenwirken von sozial-regressiven männlichen Wesenszügen, welche die Entstehung und das Bestehen von Dominanz, der Abwertung von Frauen, Homophobie und kriminelle/mutwillige Gewalt begünstigen. Was genau mit sozial-regressiven männlichen Wesenszüge gemeint ist, wird erklärt durch Bezugnahme auf Connells Begriff der hegemonialen Männlichkeit in dem Buch „Gender and Power: Society, the Person and Sexual Politics“ (1987).
Vater ist derjenige, der das Kind gezeugt hat, also dessen Gene sich im Kind wiederfinden. Eine leibliche Vaterschaft ist für die gesetzliche Vaterschaft bis heute unerheblich, ebenso werden leibliche Väter von der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesetzgebung nur für die Verpflichtungen herangezogen, bekommen jedoch (noch) fast gar keine Rechte zugesprochen. Erst die neuere Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) verurteilte Deutschland wegen dieser Praxis auf Verletzung der Menschenrechte und zur Abänderung des Familienrechtes. In der Gesetzgebung wird der Vater mittels § 1592 Abs. 1 BGB mit “Vater eines Kindes ist der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist” kompliziert als Konstrukt herbeifabuliert. Ab dem Moment, wenn kein Mann kraft der Vaterschaftsvermutung zum Vater gestempelt werden kann bzw. sich kein Freiwilliger für die Vaterschaftsanerkennung laut § 1592 Abs. 2 BGB “Vater eines Kindes ist der Mann, der die Vaterschaft anerkannt hat” findet, besinnt sich der Gesetzgeber auf die Formel “Vater ist der, der das Kind gezeugt hat”. Diese findet sich stark verklausuliert in § 1592 Abs. 3 BGB wieder und ist wie folgt formuliert: “Vater eines Kindes ist der Mann, dessen Vaterschaft nach § 1600d oder § 182 Abs. 1 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit gerichtlich festgestellt ist.” Dem Gesetzgeber geht es somit darum, nicht den Vater des Kindes sicherzustellen, sondern einen Vater – also einen beliebigen Mann – dem Kind zuzuordnen. Auf diese Weise entledigt sich der Staat finanzieller Verpflichtungen dem Kind gegenüber.
Die freiwillige urkundliche Anerkennung der Vaterschaft, die der Zustimmung der Kindsmutter bedarf. Ein Vaterschaftstest wird nur verlangt, wenn das anzuerkennende Kind vom Staat als finanzielle Bedrohung angesehen wird, was z.B. bei der Anerkennung von Kindern im außereuropäischem Ausland lebender nichteuropäischer Mütter der Fall ist. Ebenso bei der Anerkennung der Vaterschaft von einem Kind einer deutschen Mutter durch einen außereuropäischen Vater, insbesondere, wenn dieser im außereuropäischem Ausland lebt. Häufig wird die Vaterschaft anerkannt, um das Adoptionsrecht zu umgehen.
eine Klage vor dem Familiengericht zur Aufhebung der bestehenden rechtlichen Vaterschaft durch die gerichtliche Feststellung, dass der angenommene Vater nicht der biologische Vater ist. Ausführen kann dies die Kindesmutter, der gesetzliche Vater und das volljährige Kind. Dem leiblichen Vater wird dieses Recht derzeit noch verwehrt. Für die Anfechtungsmöglichkeit gibt es eine Frist von zwei Jahren. Sie setzt frühestens zum Zeitpunkt der Geburt, ansonsten ab dem Zeitpunkt des ersten berechtigten Zweifels ein. Für das anfechtende Kind tritt die Frist frühestens mit dem Eintritt der Volljährigkeit ein.
Väterrechtsbewegung:
Obwohl man hier zuerst an eine soziale Bewegung von Männern denkt, die für ihre Kinder und gegen die Mütter dieser Kinder kämpfen, die daher eher unpolitisch ist und sich primär für die Unterstützung von Kindern und Familienrecht unter dem Gesichtspunkt der Gleichheit interessiert, handelt es sich eher um eine internationale und ganz gut organisierte Bürgerrechtsbewegung, an der sowohl Männer wie auch Frauen teilnehmen. Es gibt große Überschneidungen zwischen der Väterrechtsbewegung und dem Maskulismus, aber Väterrechtler müssen nicht maskulistisch sein oder sich als Männerrechtler verstehen.
Weiblichkeit bezeichnet ein oder mehrere Theorien, die das Selbstverständnis von Personen formulieren, die sich selbst das Geschlecht der Frau geben. Traditionelle Theorien der Weiblichkeit, wie sie sich seit etwa 1750 entwickelt haben, lassen sich als Varianten der Anerkennungstheorie formulieren und es ist diese Tatsache, die im Verdacht steht, ein Grund für die verbreitete Akzeptanz feministischer Ideen unter Frauen zu sein. Und obwohl man die Abfolge der feministischen Wellen als Entwicklung des Feminismus von einer Klassenkampftheorie hin zu einer Theorie über ein erfülltes Leben als Frau in einer modernen Gesellschaft deuten kann, enthalten Feminismen interessanterweise oft nur wenige explizte Hinweise auf eine moderne Theorie von Weiblichkeit, so daß aus antifeministischer Sicht hier großer Nachholbedarf besteht. Die im gegenwärtigen Maskulismus verbreitetste Theorie über Weiblichkeit geht auf Christoph Kucklick zurück.
Weiblicher Brutpflegeparasitismus:
Das Verhalten einer Frau, die einem Mann ein Kind unterschiebt kann mit ‘weiblicher Brutpflegeparasitismus’ umschrieben werden. Durch das Unterschieben wird dem Mann vorgetäuscht, sich fortgepflanzt und somit sein biologisches Überleben gesichert zu haben. Dadurch wird er für die Aufzucht des Kindes von der Kuckucksmutter parasitär ausgebeutet und um sein biologisches Überlebensgrundrecht betrogen. Er beschreibt ausschließlich das Verhalten der Kuckucksmutter und ist keine Bezeichnung für das Kind. Geprägt wurde dieser Begriff vom Evolutionsbiologen Prof. Ulrich Kutschera (Universität Kassel und Stanford).
Werturteilsstreit:
Darunter versteht man die Frage, ob die Sozialwissenschaften normative Aussagen über die von der Politik zu ergreifenden Maßnahme treffen kann und damit politische Handlungen wissenschaftlich gerechtfertigt werden können. Die Gender Studies bejahen dies ohne weitere Diskussion und konsequenterweise verstehen sie sich als akademischen Arm des Feminismus, der von Anfang an politischen Einfluß sein wollte.
Whitefacing:
Whitefacing bezeichnet den Versuch, eine Person of Color als Weißen in einen Diskurs einzulesen und damit ihre Unterdrückungsgeschichte im Weiteren unsichtbar zu machen.
Zahlvater:
in vielen Fällen wird der gesetzliche Vater zu Zahlungen verpflichtet und zeitgleich der Umgang mit dem Kind entweder nicht von den Gerichten unterstütz bzw. nicht ermöglicht oder sogar vom Gericht untersagt. Letzteres dann häufig mit der Begründung, dass eine friedvolle Einigung mit der kontaktverhindernden Kindsmutter nicht möglich sei und das Kind zur Ruhe kommen können müsse, anstatt der Kindsmutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen und dem Vater mit der Auflage der Umgangsförderung zwischen Kind und Kindsmutter zuzusprechen. In diesen Fällen und in denen die Kindsmutter den Umgang erfolgreich vereitelt – z.B. auch durch Manipulation des Kindes – spricht der Volksmund vom Zahlesel bzw. Zahlvater, da ihm außer der finanziellen Zuwendung keine Verwendung zukommt. Besonders hart trifft es die Scheinväter, die Aufgrund der zweijährigen Vaterschaftsanfechtungsfrist nicht aus der gesetzlichen Vaterschaft entlassen werden und so weiterhin finanziell für ein Kind aufkommen müssen, was nicht ihr eigenes ist.
Zwangsadoption:
Der Paragraph 1592 1. BGB “Vater ist der, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist,” stempelt jeden Ehemann zum Vater. Für den Staat ist es dabei bedeutungslos, ob der Ehemann überhaupt der Vater sein könnte, geschweige denn es überhaupt ist. (Z.B. Zeugungsunfähigkeit, getrennt lebend, etc.) So wird ein Ehemann, der nicht der Vater des Kindes ist, per Gesetz quasi zur Adoption eines Kindes gezwungen und muss – sofern er über seine Nichtvaterschaft erahnen konnte – gegen das Kuckuckskind vor Gericht klagen, wenn er die verkappte Zwangsadoption aufheben möchte. Geschaffen wurde der Begriff von Josef Groll in seinem Plädoyer für die Gerechtigkeit, die Menschenwürde und unser Grundgesetz.
Zwangsvaterschaft:
Dazu zählen alle Phänomene, die entstehen, weil Männer über ihre sexuelle Reproduktion nicht frei entscheiden können: So ist es strraffrei, wenn die Frau einem Mann ein Kind anhängt, es ist straffrei, wenn sie es ihm entzieht oder entfremdet, Verhütungsmöglichkeiten für den Mann ist kaum vorhanden, eine Mitwirkung bei der straffreien Abtreibung oder ein optionales Adoptionsrecht ist nicht gegeben, es gibt keine der Abreibung analoge Möglichkeit für den Mann, Vaterschaft wieder loszuwerden, und die Phänomene des Schein- und Kuckucksvater wurde weder rechtlich noch gesellschaftlich bisher diskutiert. Zwangsvaterschaft bezeichnet, die Tatsache, daß die reproduktive Macht in den Händen der Frauen liegt.
II. Andere Glossars zu Geschlechterthemen mit zum Teil abweichenden Definitionen:
http://highoncliches.wordpress.com/glossar/
http://femgeeks.de/glossar/
http://www.feminish.com/wp-content/uploads/2012/08/feminist-glossary.pdf
http://web.grcc.edu/Pr/english/2008/AGlossaryofWomensStudiesTerms.pdf
http://fraulila.de/a-z-das-f-wort/
http://feminismus101.de/kategorie/uebersetzungen/
http://twitter.com/hashtag/FeministDictionary
http://gender-glossar.de/de/

References: § 1592
 § 1591
 Art. 8
 § 1592
 § 1592
 § 1592
 § 1592
 § 1600
 § 182