Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.01.2010&Aktenzeichen=IV%20ZR%2091%2F09
Timestamp: 2019-04-18 19:46:36+00:00

Document:
BGH, 27.01.2010 - IV ZR 91/09 - dejure.org
BGB §§ 2315 Abs. 1, 2316 Abs. 1, Abs. 4
§ 2050 Abs 3 BGB, § 2315 Abs 1 BGB, § 2316 Abs 1 BGB, § 2316 Abs 4 BGB
BGB §§ 2050, 2057a, 2315 Abs. 1, 2316 Abs. 1 u. 4
Urteil zur Pflichtteilsberechnung bei Streit um Pflicht zur Ausgleichung | Pflichtteilsrecht. Ausgleichung, Pflichtteil
BGB §§ 2050 Abs. 3, 2315 Abs. 1, 2316 Abs. 1, Abs. 4
Erbrechtliche Auswirkungen einer unentgeltlichen Übertragung im Wege vorweggenommener Erbfolge
Zur Frage, wie eine Zuwendung "im Wege vorweggenommener Erbfolge unentgeltlich" sich auf die Berechnung des Pflichtteils des Zuwendungsempfängers auswirkt
Pflichtteilsberechnung nach Zuwendung im Wege vorweggenommener Erbfolge
Familienrecht - Zuwendung im Wege vorweggenommener Erbfolge und Pflichtteilsberechnung
Auswirkung der vorweggenommenen Erbfolge auf Pflichtteilshöhe
Probleme bei vorweggenommener Erbfolge
Schenkung im Wege vorweggenommener Erbfolge klare Vereinbarungen sichern den späteren Erben
Auswirkung einer unentgeltlichen Zuwendung "im Wege der vorweggenommenen Erbfolge" auf Pflichtteilsberechnung erfordert Ermittlung des Erblasserwillens - Erblasserwillen kann auf Ausgleichung, Anrechnung oder Anrechnung und Ausgleichung gerichtet sein
Vorweggenommene Erbfolge, Ausgleichung, Anrechnung und der BGH - zugleich ein Plädoyer für die ausstattung
Zuwendungen im Wege der vorweggenommenen Erbfolge sind nicht zwingend auf den Pflichtteil anzurechnen
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 27.1.2010 - IV ZR 91/09 (Pflichtteilsberechnung - unentgeltliche Zuwendung im Wege vorweggenommener Erbfolge)" von Notar Prof. Dr. Christopher Keim, original erschienen in: ZEV 2010, 190 - 193.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 27.01.2010, Az.: IV ZR 91/09 (Pflichtteil)" von Prof. Dr. Martin Löhnig, original erschienen in: FamRZ 2010, 640 - 644.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 27.01.2010, Az.: IV ZR 91/09 (Ausgleichung und Anrechnung einer Zuwendung beim Erb- und Pflichtteil)" von RA/FAErbR/Notar Dr. Hubertus Rohlfing, original erschienen in: FamRB 2010, 180 - 181.
LG Frankfurt/Main, 27.03.2008 - 7 O 361/05
BGHZ 183, 376
BGHZ 183, 377
NJW 2010, 3023
MDR 2010, 634
DNotZ 2011, 59
FamRZ 2010, 640
WM 2010, 857
Schöpft der Erbe seine Erkenntnismöglichkeiten hinsichtlich solcher Zuwendungen aus, muss der Pflichtteilsberechtigten seinerseits wegen der ihn treffenden Auskunftspflicht substantiiert erwidern (Anschluss an BGH IV ZR 91/09).
Anderes lässt sich auch nicht aus einer Entscheidung des OLG München herleiten, nach der einem Alleinerben im Zusammenhang mit einer Ausgleichung nach § 2316 BGB kein Auskunftsanspruch gegen den Pflichtteilsberechtigten analog § 2057 BGB zustehen soll (vgl. OLG München, NJW 2013, 2690), da der Bundesgerichtshof offenbar von einer entsprechenden Auskunftspflicht ausgeht (vgl. BGH, NJW 2010, 3023, 3025).
Hierzu ist er nicht nur aufgrund des mit der Widerklage erhobenen Auskunftsanspruchs, sondern auch wegen seiner insoweit bestehenden - inhaltlich deckungsgleichen - sekundären Darlegungslast gehalten (vgl. BGH, NJW 2010, 3023 ).
Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 27.01.2010 (IV ZR 91/09) der Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision stattgegeben und das Urteil des 19. Zivilsenates des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 25. März 2009 aufgehoben und die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen (Bd. IV, Bl. 75 - 81).
Ebenso können Vorstellungen des Erblassers über eine gleichmäßige Behandlung von Abkömmlingen unter Umständen eine Rolle spielen (vgl. zum Ganzen: BGH, Urt. v. 27.01.2010, IV ZR 91/09, Bd. IV, Bl. 73ff. d.A.).
Der Senat hält, bestätigt durch das Urteil des BGH vom 27.01.2010 (IV ZR 91/09, Bd. IV, Bl. 75ff. d.A.), an seiner Auffassung fest, dass die Beklagten einen Firmenwert zum Zeitpunkt der Übergabe im Jahr 1981 hochgerechnet von mindestens 400.000 EUR substantiiert dargelegt haben.
Diesen Anforderungen wird der Kläger nicht gerecht, denn punktuelle und wenig plausible Angaben wie etwa zu einem Kapitalkonto, Geldzuflüssen aus Spielgewinnen oder sonstige steuerliche Aspekte genügen dafür nicht (BGH, Urt. v. 27.01.2010, IV ZR 91/09, Bd. IV, Bl. 75 ff. d.A.).
Sie richtet sich im Grundsatz nicht nach Erbrecht, sondern muss sich der Rechtsgeschäfte unter Lebenden bedienen (vgl. BGH, Urteile vom 30.01.1991 - IV ZR 299/89 -, BGHZ 113, 310 = NJW 1991, 1345; vom 01.02.1995 - IV ZR 36/94 -, NJW 1995, 1349; und vom 27.01.2010 - IV ZR 91/09 -, BGHZ 183, 376).
OLG München, 16.02.2011 - 3 U 4316/07
Auslegung einer handschriftlichen Erklärung des Erblassers als Vermächtnis: …
33 Grundsätzlich ist bei fraglichen letztwilligen Verfügungen der wirkliche Wille des Erblassers zum Zeitpunkt der Urkundenerrichtung zu erforschen und der gesamte Inhalt der fraglichen Urkunde einschließlich aller Nebenumstände, auch solche außerhalb der letztwilligen Verfügung, heranzuziehen und zu würdigen (st. Rspr.; siehe BGH NJW 1993, 256; BGH 27.01.2010, IV ZR 91/09).
Das bezeichnet eine unentgeltliche Übertragung aus erbrechtlicher Motivation, da sie möglicherweise für die Berechnung von Pflichtteilsansprüchen Bedeutung haben kann (vgl. dazu BGH, Urteil vom 27. Januar 2010 - IV ZR 91/09 -, BGHZ 183, 376).
Unter einer Vorwegnahme der Erbfolge ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Übertragung des Vermögens (oder eines wesentlichen Teils davon) durch den (künftigen) Erblasser auf einen oder mehrere als Erben in Aussicht genommene Empfänger zu verstehen; sie richtet sich im Grundsatz nicht nach dem Erbrecht, sondern muss sich der Rechtsgeschäfte unter Lebenden bedienen (BGH, Urteile vom 27. Januar 2010 - IV ZR 91/09 -, BGHZ 1983, 376; vom 1. Februar 1995 - IV ZR 36/94 -, NJW 1995, 1349; vom 30. Januar 1991 - IV ZR 299/89 -, BGHZ 113, 310).

References: § 2050
 § 2315
 § 2316
 § 2316
 BGH 
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 BGH 
 BGH 
 § 2316
 § 2057
 BGH 
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