Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4180.htm
Timestamp: 2018-11-19 22:48:14+00:00

Document:
4.180 Reps- und Ochsenweiher
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Reps- und Ochsenweiher« vom 1. Februar 1991 (GBl. v. 17.04.1991, S. 181).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 645), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBI. S. 199), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Großen Kreisstadt Leutkirch im Allgäu, Landkreis Ravensburg, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Reps- und Ochsenweiher«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 7,2 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Leutkirch
· die Flst. Nr. 2746, 2762/1 teilweise (tw), 2777/3 tw, 2785, 2786, 2787 tw, 2788, 2789, 2790-2804 jeweils tw, 2805-2809 und 3483/1 tw.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 21. April 1989 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, beim Landratsamt Ravensburg in Ravensburg und beim Bürgermeisteramt Leutkirch in Leutkirch im Allgäu auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach der Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung eines landschaftstypischen Biotopkomplexes, bestehend aus Weihern mit Verlandungszonen, Großseggenriedflächen, Pfeifengraswiesen und Sumpfdotterblumen, sowie Naßwaldbeständen, der einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt mit zahlreichen gefährdeten Arten als Lebensraum dient. Ferner hat das Schutzgebiet Bedeutung als Brutplatz gefährdeter Wasservogelarten und ist damit Teil eines wichtigen Lebensraumverbundes.
11. das Schutzgebiet außerhalb der gekennzeichneten Fußwege, des Dammes und des Nordufers des Repsweihers zwischen dem Zulauf des Ochsenweihers und dem Ablauf des Schlotterbaches zu betreten oder das Schutzgebiet zu befahren;
15. den Reps- und den Ochsenweiher mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren;
16. im Repsweiher vor dem 1. Juli zu baden und dazu einen anderen Badeplatz als das Nordufer des Repsweihers zu benutzen;
17. Hunde frei laufen zu lassen.
a) durch die Ausübung der Jagd der Schutzzweck gefördert wird,
b) ein Ankirren von Wasserwild nicht zulässig ist und
c) Hochsitze nur als einfache Ansitzleitern aus naturbelassenen Rundhölzern hergestellt werden dürfen;
a) ein Besatz nur mit standortgerechten, einheimischen Fischarten zulässig ist,
b) das Angeln im Ochsenweiher nur vom Damm (Flst. Nr. 2746) und vom bestehenden Angelplatz am Nordufer aus sowie durch maximal drei Fischer gestattet ist,
c) das Angeln im Repsweiher nur im Bereich beginnend nördlich des Zulaufes in den Repsweiher bis zum Südende des Dammes zulässig ist und
d) für die Durchführung von Hegemaßnahmen mit Zustimmung des Regierungspräsidiums ein Fischerboot eingesetzt werden kann;
a) Wirtschaftswiesen nur als extensives Grünland ohne Düngung und ohne Beweidung bewirtschaftet werden und
b) Streuwiesen nicht vor dem 1. September gemäht und nicht gedüngt werden dürfen;
4. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß die Gehölze plenterartig bewirtschaftet werden;
5. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, der bestehenden Fußwege, der 20 kV-Erdkabelleitung der Energieversorgung Schwaben AG und der übrigen rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
6. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde in Abstimmung mit der Stadt Leutkirch im Allgäu - im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt - veranlaßt werden;
8. für das Eislaufen auf dem Repsweiher vom Nordufer und auf dem Ochsenweiher vom Damm aus.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 2-8 verbotenen Handlungen vornimmt.
TÜBINGEN, den 1. Februar 1991

References: § 64
 § 22
 § 33
 § 2
 § 64
 § 4
 § 5