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Timestamp: 2016-10-25 10:25:17+00:00

Document:
5A_701/2011 (12.03.2012)
5A_701/2011
vertreten durch F�rsprecher Dominik Eichenberger,
Erwachsenen- und Kindesschutzkommission der Stadt Bern, Predigergasse 10, Postfach 138, 3000 Bern,
zurzeit Familien-Support,
Erwachsenen- und Kindesschutz,
handelnd durch Y.________, Erwachsenen- und Kindesschutz,
Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, Zivilabteilung, Rekurskommission f�r f�rsorgerische Freiheitsentziehung, vom 24. August 2011.
Am 25. Januar 2011 beschloss die Erwachsenen- und Kinderschutzkommission der Stadt Bern (EKSK), der an Wahnvorstellungen leidenden X.________ die elterliche Obhut �ber ihre Kinder S.________ (geb. xxxx 2004), T.________ (geb. xxxx 2005) und U.________ (geb. xxxx 2007) unmittelbar auf den bevorstehenden Zeitpunkt eines ihr gegen�ber ausgesprochenen FFE bzw. Klinikeintritts gem�ss Art. 310 Abs. 1 ZGB zu entziehen (Ziff. 1) und entzog einem allf�lligen Rekurs wegen Selbstgef�hrdung und wegen Fremdgef�hrdung "vor allem der Kinder" die aufschiebende Wirkung (Ziff. 4). Sodann best�tigte die EKSK die bestehenden Erziehungsbeistandschaften �ber die Kinder (Ziff. 3) und veranlasste die Unterbringung der Kinder in einer geeigneten Institution (Ziff. 2).
Gegen diesen Entscheid wandte sich X.________ mit Eingabe vom 8. Februar 2011 an die Rekurskommission f�r f�rsorgerische Freiheitsentziehung des Obergerichts des Kantons Bern und verlangte die Aufhebung des erstinstanzlichen Beschlusses. Mit Entscheid vom 24. August 2011 wies diese den Rekurs ab.
Hiergegen gelangt X.________ (nachfolgend: Beschwerdef�hrerin) mit Beschwerde in Zivilsachen vom 6. Oktober 2011 an das Bundesgericht. Sie verlangt die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und ersucht um Zuteilung der Obhut �ber ihre drei Kinder, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Gleichzeitig stellt sie den Antrag auf aufschiebende Wirkung sowie auf unentgeltliche Rechtspflege f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht unter Beiordnung des sie vertretenden Rechtsanwalts.
Mit Verf�gung vom 10. Oktober 2011 wies die Pr�sidentin der II. zivilrechtlichen Abteilung das Begehren um aufschiebende Wirkung ab.
1.1 Angefochten ist ein letztinstanzlicher kantonaler Endentscheid (Art. 75 Abs. 1 und Art. 90 BGG) betreffend die Anordnung von Kindesschutzmassnahmen (Art. 307 ff. ZGB), gegen den die Beschwerde in Zivilsachen erhoben werden kann (Art. 72 Abs. 2 Ziff. 7 BGG). Auf die von der im kantonalen Verfahren unterlegenen Mutter rechtzeitig eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 76 Abs. 1 lit. a und b, Art. 100 Abs. 1 BGG).
1.2 Mit der Beschwerde kann insbesondere die Verletzung von Bundes- und V�lkerrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a und b BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinn von Art. 95 BGG beruht und die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begr�ndung in gedr�ngter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Dabei ist es unerl�sslich, dass die Beschwerde auf die Begr�ndung des angefochtenen Entscheids eingeht und im Einzelnen aufzeigt, worin eine Verletzung von Bundesrecht liegt. Der Beschwerdef�hrer soll in der Beschwerdeschrift mit seiner Kritik an den als rechtsfehlerhaft erachteten Erw�gungen der Vorinstanz ansetzen (vgl. BGE 121 III 397 E. 2a S. 400; Urteil 4A_22/2008 vom 10. April 2008 E. 1). Strengere Anforderungen gelten, wenn die Verletzung von Grundrechten, einschliesslich Willk�r bei der Sachverhaltsfeststellung (BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 255), geltend gemacht wird. Die Beschwerdeschrift muss die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Das Bundesgericht pr�ft nur klar und detailliert erhobene und belegte R�gen; auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein. Wird eine Verletzung des Willk�rverbots geltend gemacht, muss anhand der angefochtenen Subsumtion im Einzelnen dargelegt werden, inwiefern der Entscheid an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 246; 133 III 585 E. 4.1 S. 588 f.).
Die Beschwerdef�hrerin r�gt in verschiedener Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs. Weil das Recht, angeh�rt zu werden, formeller Natur ist (BGE 132 V 387 E. 5.1 S. 390; 135 I 187 E. 2.2 S. 190), sind die betreffenden Vorbringen vorab zu pr�fen (BGE 121 I 230 E. 2a S. 232).
2.1 Zun�chst wirft die Beschwerdef�hrerin dem Obergericht vor, dieses habe in der Verhandlung vom 24. August 2011 trotz entsprechender Antr�ge von Q.________ von der Stiftung Familien-Support Bern-Br�nnen und Dr. med. R.________, behandelnde �rztin der Beschwerdef�hrerin, nicht befragt. Diese Beweisantr�ge seien "nahezu unkommentiert" im Verhandlungsprotokoll abgewiesen worden. Die dort angegebene Kurzbegr�ndung sei willk�rlich, zu allgemein gehalten und verletze das rechtliche Geh�r.
Damit macht die Beschwerdef�hrerin eine Verletzung der Begr�ndungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 Abs. 2 BV) geltend. Eine solche ist vorliegend nicht zu erkennen. Das Obergericht hat die wesentlichen Gr�nde f�r die Abweisung der Beweisantr�ge angegeben (Frau Dr. R.________ sei die behandelnde �rztin der Beschwerdef�hrerin und es geh�re zum System, dass Therapeuten nicht einvernommen w�rden; mit Herrn Q.________ habe durch Fachrichterin V._______ ein direkter Kontakt stattgefunden, beide h�tten sich bereits schriftlich ge�ussert) und damit die aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessenden Mindestanforderungen an die Entscheidbegr�ndung erf�llt (vgl. hierzu BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88; 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188).
Zumindest sinngem�ss erhebt die Beschwerdef�hrerin den Vorwurf, die Vorinstanz habe beantragte Beweise nicht abgenommen. Dieser beschl�gt - jedenfalls wenn aus Bundesprivatrecht fliessende Anspr�che geltend gemacht werden und die Schweizerische ZPO keine Anwendung findet - Art. 8 ZGB (Beweisf�hrungsanspruch) und ist daher grunds�tzlich als Verletzung dieser Bestimmung geltend zu machen (Urteil 5A_403/2007 vom 25. Oktober 2007 E. 3). Danach hat eine beweisbelastete Partei Anspruch auf Abnahme von Beweisantr�gen, die rechtserhebliche Tatsachen betreffen und nach Form und Inhalt den Vorschriften des anwendbaren Verfahrensrechts entsprechen (BGE 133 III 189 E. 5.2.2 S. 195). Art. 8 ZGB schreibt dem Sachgericht allerdings weder vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzukl�ren ist, noch wie die Beweise zu w�rdigen sind. Dem Sachgericht bleibt vielmehr unbenommen, von beantragten Beweiserhebungen abzusehen, weil es diese f�r untauglich h�lt, oder weil es seine �berzeugung bereits aus anderen Beweisen gewonnen hat und mit Gewissheit davon ausgeht, weitere Beweismassnahmen verm�chten diese �berzeugung nicht zu ersch�ttern (sog. antizipierte Beweisw�rdigung). Die antizipierte Beweisw�rdigung ist ein Teil der Beweisw�rdigung, die vom Bundesgericht nur auf Willk�r hin �berpr�ft werden kann. Erweist sich die antizipierte Beweisw�rdigung als willk�rfrei, liegt in ihr keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r (BGE 131 I 153 E. 3 S. 157).
Die Sachverhaltsr�gen, welche die Beschwerdef�hrerin vortr�gt, sind, wie sich noch ergeben wird, zu wenig substanziiert (siehe E. 3). Deshalb hat die obergerichtliche Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweisw�rdigung als willk�rfrei zu gelten und sind damit die Geh�rsfragen gegenstandslos.
2.2 Die Beschwerdef�hrerin f�hrt weiter ins Feld, es habe "keine fundierte Befragung der Kinder stattgefunden", und es fehle im Gutachten der UPD vom 4. Juli 2011 bzw. in den Antworten zu den gestellten Zusatzfragen eine summarische Wiedergabe der Kinderaussagen. Dadurch habe die Vorinstanz eine formelle Rechtsverweigerung im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BV begangen und Art. 314 Ziff. 1 ZGB verletzt.
2.2.1 Eine formelle Rechtsverweigerung liegt nach der Praxis des Bundesgerichts vor, wenn eine Beh�rde auf eine ihr frist- und formgerecht unterbreitete Sache nicht eintritt, obschon sie dar�ber befinden m�sste (vgl. BGE 135 I 6 E. 2.1 S. 9). Das ist vorliegend offensichtlich nicht der Fall, denn es liegt ein Entscheid in der Sache selbst vor.
2.2.2 Kinder sind im Hinblick auf den Erlass von Kindesschutzmassnahmen in geeigneter Weise durch das Gericht oder durch eine beauftragte Drittperson pers�nlich anzuh�ren, soweit nicht ihr Alter oder andere wichtige Gr�nde dagegen sprechen. Dies ergibt sich aus Art. 314 Ziff. 1 ZGB. Wenn das Kind aufgrund des Alters mit Bezug auf die zu beurteilende Rechtsfrage (noch) nicht urteilsf�hig ist, dient die Anh�rung ausschliesslich der Kl�rung des Sachverhalts und nicht der Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs.
Soweit es um das Alter bzw. den Reifegrad des Kindes geht, unterscheiden Rechtsprechung und Lehre drei Altersstufen, wobei es sich allerdings nicht um feste Kategorien handelt. Vielmehr k�nnen sich im Einzelfall aufgrund des individuellen Entwicklungsstandes des Kindes erhebliche Abweichungen ergeben (vgl. BGE 126 III 497 E. 4c S. 499). Eine Anh�rung der Kinder vor dem sechsten Lebensjahr f�llt im Normalfall kaum je in Betracht. Vom sechsten bis zum zw�lften Altersjahr ist grunds�tzlich eine Anh�rung durchzuf�hren (BGE 133 III 553). Ab dem 12. Altersjahr sind gew�hnlich die Voraussetzungen f�r die diesbez�gliche Urteilsf�higkeit gegeben, sodass eine umfassende Beweisaussage und die Aus�bung des Pers�nlichkeitsrechts m�glich sind (HEINZ HAUSHEER UND ANDERE, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 4. Aufl. 2010, Rz. 10.163). Einer der anderen wichtigen Gr�nde, weswegen von einer Anh�rung im Verfahren abgesehen werden kann, liegt vor, wenn das Kind, namentlich im Rahmen von Gutachten, bereits mehrmals befragt worden ist und eine neuerliche Befragung es nur belasten, aber nichts Neues hervorbringen w�rde (vgl. BGE 131 III 409 E. 4.2.2 S. 413).
Die gesetzliche Regelung ist flexibel ausgestaltet und gew�hrleistet damit, dass die Anh�rung stets in kindgerechter Form erfolgen kann. Mit der Anh�rung darf eine Delegation des Gerichts oder eine Drittperson betraut werden, soweit es das Kindeswohl gebietet, und eine vorerst unterbliebene Anh�rung kann in einem sp�teren Zeitpunkt nachgeholt werden (zum Ganzen: BGE 131 III 409 E. 4.2.2 S. 413). Indes ist im Auge zu behalten, dass die Anordnung eines kinderpsychiatrischen Gutachtens f�r sich alleine keine den gesetzlichen Anforderungen gen�gende Kindesanh�rung darstellt (Urteil 5P.276/2005 vom 28. September 2005 E. 3.3). Zul�ssig ist dagegen die Befragung im Rahmen der Begutachtung (BGE 133 III 553 E. 4 S. 555).
2.2.3 Die Kinder der Beschwerdef�hrerin waren im massgeblichen Zeitpunkt sechseinhalb-, f�nf- bzw. vierj�hrig. Eine Pflicht zur Anh�rung der beiden j�ngsten bestand nach dem Gesagten von vornherein nicht. Soweit die Beschwerdef�hrerin beanstandet, es habe "keine fundierte Befragung der Kinder" stattgefunden, kann sich die R�ge ausschliesslich auf den �ltesten Sohn beziehen. Allerdings bleibt unklar, was die Beschwerdef�hrerin mit "fundierter" Befragung meint.
Die Rekurskommission beauftragte die UPD mit der Begutachtung der Situation, namentlich zur Frage, ob aufgrund der Gef�hrdung der Kinder durch die Krankheit der Mutter ihre Unterbringung im Rahmen eines Obhutsentzuges erforderlich sei (Frage Nr. 2). In Erf�llung des Auftrages f�hrten die Gutachter insgesamt drei Verhaltensbeobachtungen durch, an denen die Kinder - zweimal in Begleitung der Mutter, einmal in Begleitung des Vaters - teilnahmen. Der Gutachter best�tigte zudem in seiner Antwort auf eine von der Beschwerdef�hrerin gestellte Zusatzfrage, zus�tzlich auch mit den Kindern gesprochen zu haben. Diese Aussage stellt die Beschwerdef�hrerin nicht in Frage, so dass von einer geh�rigen Anh�rung im Sinne von Art. 314 ZGB ausgegangen werden kann.
2.2.4 Indes bezieht sich die Beschwerdef�hrerin auf folgende Aussage des Gutachters: "[Die Kinder] sind bez�glich der Frage der Obhut nicht urteilsf�hig, das heisst sie k�nnen nicht absch�tzen was ihre �usserungen f�r eine Auswirkung auf die Beziehung zu Mutter und Vater haben. Deshalb ist es angezeigt, die Kinder zu sch�tzen und ihre Aussagen nicht wiederzugeben. Selbstverst�ndlich haben wir bei unserer Urteilsbildung die Meinung der Kinder mit einbezogen." Die Beschwerdef�hrerin beanstandet das vollst�ndige Vorenthalten der Aussagen der Kinder. Wohl h�tten die Eltern keinen Anspruch auf ein detailliertes Protokoll der Anh�rung; zumindest m�ssten sie in summarischer Form �ber die entscheidrelevanten Ergebnisse der Anh�rung ihrer Kinder informiert werden.
Der Einwand st�sst ins Leere. In der Tat stellt die Rekurskommission f�r ihren Entscheid an keiner Stelle auf die "Meinung" der Kinder ab. Entscheidrelevant ist vielmehr und ausschliesslich die Krankheit der Mutter, aus welcher auf eine Gef�hrdung des Kindeswohls geschlossen wird (s. dazu E. 4 hiernach). Ob die Kinder mit ihrer Mutter zusammen sein wollen oder nicht, und das aus welchen Gr�nden, hat keinen Einfluss auf das Ergebnis. Deshalb hat die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt, wenn sie der Beschwerdef�hrerin eine Information �ber die Aussagen der Kinder vollst�ndig vorenthalten hat (vgl. Urteil 5A_860/2009 vom 26. M�rz 2010 E. 2.2, in: SJ 2011 I S. 277).
2.3 Sodann beanstandet die Beschwerdef�hrerin, bei der Befragung der Beist�ndin Y.________ habe es sich nicht um eine f�rmliche Befragung nach Massgabe der anwendbaren Prozessvorschriften gehandelt; insbesondere habe weder eine Zeugenbelehrung stattgefunden, noch habe die Befragte ihre Aussage mittels Unterschrift best�tigt. Auf die Aussagen k�nne von vornherein nicht abgestellt werden.
Die Beschwerdef�hrerin legt indes nicht dar, auf welche Norm des anwendbaren Verfahrensrechts sie sich bezieht und inwiefern diese dadurch verletzt worden sein soll. Sie kommt ihrer R�gepflicht nicht nach (E. 1.2); darauf ist nicht einzutreten.
Die Beschwerdef�hrerin wirft der Vorinstanz in verschiedener Hinsicht Willk�r in der Sachverhaltsfeststellung vor.
3.1 Die Beschwerdef�hrerin beanstandet die Feststellung der Vorinstanz, dass trotz Entlassung aus dem FFE eine klare Behandlungsindikation bestehe, als willk�rlich; Belege f�r diese Aussage w�rden keine geliefert. Ganz abgesehen davon, dass die Beschwerdef�hrerin nicht aufzeigt, inwiefern die Richtigstellung des von ihr behaupteten Sachverhalts sich auf den Ausgang des Verfahrens auswirken k�nnte, trifft der Vorwurf nicht zu. Die Rekurskommission verweist ausdr�cklich auf das im FFE-Verfahren erstellte Gutachten der UPD vom 25. Februar 2011. Danach bestehe aus �rztlicher Sicht "aufgrund des prim�r wahnhaften Zustandsbildes eine klare Behandlungsindikation" (S. 6 des Gutachtens). Auf S. 8 wird sodann ausgef�hrt: "Bei Frau X.________ besteht zwar eine klare Behandlungsindikation und es ist aller Erfahrung nach wahrscheinlich, dass sich unter antipsychotischer resp. stimmungsstabilisierender Therapie in ad�quater Dosierung und gegebener Bereitschaft von Frau X.________ hierzu eine Zustandsverbesserung erzielen lasse." Die Sachverhaltsr�ge ist offensichtlich unbegr�ndet.
3.2 Was die Beschwerdef�hrerin unter der Ziffer 6.3 der Beschwerde als Willk�r in der Sachverhaltsfeststellung r�gt, beschr�nkt sich auf den Vorwurf, auf die Erhebung gewisser Beweise verzichtet zu haben. Dazu kann auf die Ausf�hrungen in E. 2.1 verwiesen werden.
In der Sache selbst verlangt die Beschwerdef�hrerin, dass ihr die Obhut �ber die Kinder belassen werde.
4.1 Zun�chst beruft sie sich auf Art. 13 BV und r�gt die Verletzung des Anspruchs auf Achtung des Familienlebens. Ihre Ausf�hrungen beschr�nken sich indes auf eine Kritik an der Anwendung des Art. 310 ZGB. Dieser R�ge kommt deshalb keine selbst�ndige Bedeutung zu.
4.2 Sodann f�hrt die Beschwerdef�hrerin aus, der Obhutsentzug sei ungerechtfertigt, weil das Kindeswohl gar nicht gef�hrdet sei. Zudem erweise sich dieser in sachlicher wie auch zeitlicher Hinsicht als unverh�ltnism�ssig.
4.2.1 Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die Vormundschaftsbeh�rde, wenn einer Gef�hrdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann, dieses den Eltern oder, wenn es sich bei Dritten befindet, Letzteren wegzunehmen und in angemessener Weise unterzubringen. Kindesschutzmassnahmen bezwecken im Allgemeinen die Abwendung einer Gef�hrdung des Kindeswohls (CYRIL HEGNAUER, Grundriss des Kindesrechts, 5. Aufl. 1999, S. 206 Rz. 27.09). Sie m�ssen zur Erreichung dieses Ziels erforderlich sein (Subsidiarit�t), und es ist immer die mildeste Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen (Proportionalit�t); diese soll elterliche Bem�hungen nicht ersetzen, sondern erg�nzen (Komplementarit�t, s. zum Ganzen HEGNAUER, a.a.O., S. 206 Rz. 27.10 ff.; MEIER/STETTLER, Droit de la filiation, Bd. II: Effets de la filiation, 3. Aufl. 2006, S. 362 f. Rz. 679 f.). Die Gef�hrdung des Kindes, die Anlass zur Wegnahme von den es betreuenden Eltern gibt, muss darin liegen, dass das Kind in der elterlichen Obhut nicht so gesch�tzt und gef�rdert wird, wie es f�r seine k�rperliche, geistige und sittliche Entfaltung n�tig w�re. Unerheblich ist, auf welche Ursachen die Gef�hrdung zur�ckzuf�hren ist: Sie k�nnen in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen. Desgleichen spielt keine Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gef�hrdung trifft. Massgebend sind die Verh�ltnisse im Zeitpunkt der Entziehung. An die W�rdigung der Umst�nde ist ein strenger Massstab zu legen. Die Entziehung ist nur zul�ssig, wenn andere Massnahmen ohne Erfolg geblieben sind oder von vornherein als ungen�gend erscheinen (vgl. Urteil 5A_238/2010 vom 11. Juni 2010 E. 4, in: Fampra.ch 2010 S. 713; Urteil 5C.258/2006 vom 22. Dezember 2006 E. 2, in: Fampra.ch 2007 S. 428; Urteil 5P.84/2006 vom 3. Mai 2006 E. 4.1, in: Fampra.ch 2006 S. 776; Urteil 5C.294/2005 vom 27. Februar 2006 E. 3, in: Fampra.ch 2006 S. 772; Urteil 5C.71/2005 vom 26. April 2005 E. 3.1, nicht publ. in: BGE 131 III 409). Da die kantonalen Gerichte bei der Anwendung von Art. 310 ff. ZGB eine Interessenabw�gung vorzunehmen haben, auferlegt sich das Bundesgericht bei der �berpr�fung entsprechender Entscheide Zur�ckhaltung (Urteil 5A_858/2008 vom 15. April 2009 E. 4.2 am Ende).
4.2.2 Die Rekurskommission erwog, die Beschwerdef�hrerin habe eine �bertriebene, wahnhafte Sorge um das leibliche Wohl der Kinder, das letztlich zu der Gefahr f�hre, "im Sinne einer Pathologisierung eine St�rung bei den Kindern zu induzieren". Zudem seien die Kinder auff�llig h�ufig krank, was aber nicht auf eine Vernachl�ssigung durch das Heim, sondern vielmehr auf die Projektionen durch die Mutter zur�ck zu f�hren sein d�rfte. Die �berbesorgtheit beeintr�chtige die Entwicklung der Kinder. Die Beschwerdef�hrerin habe selber ausgef�hrt, dass die Kinder ihre Angst sp�rten. Inzwischen sei auch festgestellt worden, dass die Kinder einzelne Wahnideen ihrer Mutter bereits �bernommen h�tten, indem sie in einem kaum �berraschten und nat�rlichen Tonfall �ber diese seltsamen Vorg�nge zuhause spr�chen. Wegen des mangelnden Vertrauens und der �bertriebenen Angst, es k�nne ihnen etwas zustossen, schirme die Beschwerdef�hrerin ihre Kinder teilweise auch sozial ab. Dies erschwere auch den Umgang zum Vater, welcher f�r die Kinder wichtig zu sein scheine. Ausserdem sei die Beschwerdef�hrerin aufgrund ihrer wahnhaften St�rung st�ndig auf der "Flucht", was sie selber eingestanden habe. Dies habe in der Vergangenheit zu wiederholten Orts- und Betreuungswechseln gef�hrt, womit die Mutter ihre Kinder immer wieder aus einer vertrauten Umgebung gerissen habe. Dies mache es f�r die Kinder schwierig, feste soziale Kontakte zu kn�pfen; eine konstante Betreuung erscheine f�r die Kinder aber zentral. Aus diesen Gr�nden gef�hrde die Beschwerdef�hrerin das Wohl ihrer Kinder in erheblicher Weise. Bei dieser Ausgangslage st�nden keine mildere Massnahmen zur Verf�gung. Es sei wichtig, dass die Kinder nun l�ngerfristig an einem festen, geeigneten Ort platziert werden k�nnen, damit diese ein soziales Vertrauensnetz aufbauen und zur Ruhe kommen k�nnten.
4.2.3 Mit den Erw�gungen zur Gef�hrdung des Kindeswohls setzt sich die Beschwerdef�hrerin kaum auseinander. Sie ist vor allem bestrebt, ihre Krankheit zu bestreiten (die Rekurskommission halte selber fest, dass eine tats�chliche Krankheit der Beschwerdef�hrerin nicht mit Bestimmtheit vorliege; mangels polizeilichen Ermittlungen sei nie eindeutig widerlegt worden, dass die von ihr geschilderten Geschehnisse nicht stattgefunden h�tten) bzw. deren Bedeutung herabzumindern und ihre (erzieherischen) Qualit�ten in den Vordergrund zu r�cken. Ohne es ausdr�cklich zu sagen, will die Beschwerdef�hrerin damit suggerieren, von ihr gehe keine Gefahr f�r die Kinder aus. Damit verkennt sie allerdings die Ausgangslage. Die Rekurskommission hat, wie soeben dargelegt (E. 4.2.2), in nachvollziehbarer Weise geschildert, aus welchen Gr�nden das Wohl der Kinder im Falle der sofortigen Wiederherstellung der Obhut gef�hrdet sei. Weiterer Erl�uterungen bedarf es dazu keine.
Auch mit Bezug auf die Frage der Verh�ltnism�ssigkeit bringt die Beschwerdef�hrerin nichts vor, was den angefochtenen Entscheid als bundesrechtswidrig erscheinen l�sst. Soweit sie beanstandet, die Vorinstanz erkl�re nicht, weshalb die notwendige Unterst�tzung nicht durch andere Mittel als eine Aufhebung der Obhut gew�hrt werden k�nne, trifft der Vorwurf offensichtlich nicht zu (s. E. 5 des angefochtenen Entscheids).
Alle anderen Argumente der Beschwerdef�hrerin gehen an der Sache vorbei. Die von ihr vorgeschlagenen milderen Massnahmen setzen ein freiwilliges Mitwirken voraus. Die im Beschwerdeverfahren diesbez�glich abgegebenen Erkl�rungen gen�gen nicht. So lange die Beschwerdef�hrerin unter den hinl�nglich festgestellten Wahnvorstellungen leidet, diese aber wie im �brigen auch die damit verbundenen nachteiligen Einwirkungen auf ihre Kinder negiert, k�nnen die von der Rekurskommission bezeichneten Ziele (l�ngerfristige Platzierung an einem festen, geeigneten Ort; Aufbau eines sozialen Vertrauensnetzes) ohne Schaffung einer gewissen Distanz zur Mutter nicht erreicht werden. In diesem Sinne erscheinen alle anderen Massnahmen als der Obhutsentzug von vornherein als ungen�gend.
Die Beschwerdef�hrerin wendet schliesslich ein, auf diese Weise werde ihr die M�glichkeit genommen, den Tatbeweis zu erbringen. Das trifft im Grunde genommen zu, liegt aber an ihrem gesundheitlichen Zustand, den sie einfach nicht wahr haben will. W�rde sie demgegen�ber Einsicht zeigen, w�re auch ihr klar, dass die getroffenen Massnahmen zur Wahrung des Wohles ihrer Kinder notwendig sind.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdef�hrerin kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Wie den vorstehenden Ausf�hrungen entnommen werden kann, konnte der Beschwerde von Beginn weg kein Erfolg beschieden sein, weshalb es an einer materiellen Voraussetzung f�r die Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt (Art. 64 Abs. 1 BGG) und das Gesuch entsprechend abzuweisen ist.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege der Beschwerdef�hrerin wird abgewiesen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Erwachsenen- und Kindesschutzkommission der Stadt Bern, S.________, T.________, U.________ und dem Obergericht des Kantons Bern, Zivilabteilung, Rekurskommission f�r f�rsorgerische Freiheitsentziehung, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 310
 Art. 90
 Art. 100
 Art. 95
 Art. 42
 BGE 
 Art. 29
 BGE 
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 29
 Art. 314
 BGE 
 Art. 314
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 314
 Art. 13
 Art. 310
 Art. 310
 BGE 
 Art. 310