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Timestamp: 2016-10-28 17:51:38+00:00

Document:
1C_212/2009 (02.06.2010)
1C_212/2009, 1C_214/2009
I.________ AG, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Hotz,
Gemeinderat Risch, Zentrum Dorfmatt, 6343 Risch.
1C_212/2009
Errichtungsbewilligung der Deponie Stockeri; Beschwerdebefugnis,
1C_214/2009
Festsetzung der kantonalen Nutzungszone f�r Abfallanlagen Stockeri; Beschwerdebefugnis,
Beschwerden gegen das Urteil vom 31. M�rz 2009
Die I.________ AG beabsichtigt, im Gebiet Stockeri, Gemeinde Risch, auf einer Fl�che von 12,7 ha eine Deponie f�r rund 980'000 m3 unverschmutztes Aushubmaterial zu errichten und zu betreiben. Zusammen mit einem Zonierungsgesuch reichte sie beim Kanton Zug ein Gesuch um Erteilung der Errichtungsbewilligung ein. Der Deponiebetrieb ist f�r eine Dauer von ca. acht Jahren vorgesehen. Die Ablagerung soll etappenweise erfolgen. Nach Abschluss der Deponiearbeiten soll die Fl�che rekultiviert, �kologisch aufgewertet und landwirtschaftlich genutzt werden. Die von der Deponie beanspruchte Fl�che liegt in der Landwirtschaftszone, welche von einer Landschaftsschutzzone �berlagert wird. Im kantonalen Richtplan des Jahres 2004 wurde im Gebiet Stockeri ein Standort f�r eine Inertstoffdeponie (Aushubmaterial/Inertstoffe) mit einem Volumen von 700'000 m3 festgesetzt. Der Deponiestandort befindet sich im BLN-Objekt 1309 "Zugersee" (vgl. Verordnung vom 10. August 1977 �ber das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkm�ler von nationaler Bedeutung [VBLN; SR 451.11]).
W�hrend der �ffentlichen Auflage des Nutzungsplanungs- und Bewilligungsprojekts gingen 121 Einsprachen ein. Die Unterlagen wurden von verschiedenen kantonalen Fachinstanzen gepr�ft. Als Bundesstellen wurden das Bundesamt f�r Raumentwicklung (ARE) und die Eidgen�ssische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) zur Stellungnahme eingeladen. Ferner �usserten sich die SBB, die Gemeinden Risch und Meierskappel sowie die Nachbarkantone Luzern und Schwyz und dessen Bezirk K�ssnacht zum Deponieprojekt.
Mit Verf�gung vom 30. September 2008 erteilte die Baudirektion des Kantons Zug die Errichtungsbewilligung f�r die Inertstoffdeponie. Die Bewilligung steht unter dem Vorbehalt der Rechtskraft der kantonalen Nutzungszone "Stockeri" und enth�lt verschiedene Auflagen und Bedingungen. Auf die Einsprachen "aus dem Raum Buonas, Risch und Seefeld (Gemeinde Risch)" trat die Baudirektion "wegen fehlendem Ber�hrtsein und fehlendem schutzw�rdigen Interesse" nicht ein.
Mit Beschluss vom 30. September 2008 erliess der Regierungsrat des Kantons Zug die kantonale Nutzungszone f�r Abfallanlagen "Stockeri". Er stellte fest, dass die geplante Deponie umweltvertr�glich sei. Auf zahlreiche Einsprachen aus dem Raum Buonas, Risch und Seefeld (Gemeinde Risch) trat er nicht ein. In Gutheissung von Einsprachen aus dem Raum Meierskappel sowie der Einsprache des Gemeinderats Meierskappel wies er die Baudirektion an, die Errichtungsbewilligung mit einer Auflage zu versehen, die Erschliessung der Deponie ohne Inanspruchnahme der Lendiswilerstrasse in der Gemeinde Meierskappel festzulegen. Dieser Zonierungsbeschluss wurde gleichzeitig mit der von der Baudirektion erteilten Deponiebewilligung er�ffnet.
Gegen die Errichtungsbewilligung f�r die Deponie "Stockeri" und gegen die kantonale Nutzungszone f�r Abfallanlagen "Stockeri" erhoben unter anderem acht Personen bzw. Ehepaare aus Risch Beschwerde beim Verwaltungsbericht des Kantons Zug. Mit Urteil vom 31. M�rz 2009 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerden ab. Die Vorinstanzen h�tten die Einspracheberechtigung der Beschwerdef�hrenden zu Recht verneint.
Gegen dieses Urteil des Verwaltungsgerichts f�hren folgende Personen aus der Gemeinde Risch beim Bundesgericht Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten:
5. Eheleute E.________,
6. Eheleute F.________,
8. Eheleute H.________,
Sie reichten zwei weitgehend identische Beschwerdeschriften ein:
In der Beschwerde betreffend die Errichtungsbewilligung (Verfahren 1C_212/2009) beantragen die Beschwerdef�hrer es sei festzustellen, dass sie einsprache- und beschwerdelegitimiert seien. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 31. M�rz 2009 und die mit Beschluss der Baudirektion vom 30. September 2008 erteilte Errichtungsbewilligung seien aufzuheben. Die Sache sei zur Durchf�hrung eines ordentlichen Verfahrens unter Wahrung der Parteirechte der Beschwerdef�hrer an das Verwaltungsgericht, eventualiter an die Baudirektion zur�ckzuweisen.
In der Beschwerde betreffend die kantonale Nutzungszone f�r Abfallanlagen "Stockeri" (Verfahren 1C_214/2009) stellen die Beschwerdef�hrer die Antr�ge, es sei festzustellen, dass sie einsprache- und beschwerdelegitimiert seien. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 31. M�rz 2009 und die mit Beschluss des Regierungsrats vom 30. September 2008 festgesetzte kantonale Nutzungszone f�r Abfallanlagen "Stockeri" seien aufzuheben. Die Sache sei zur Durchf�hrung eines ordentlichen Verfahrens unter Wahrung der Parteirechte der Beschwerdef�hrer an das Verwaltungsgericht, eventualiter an den Regierungsrat zur�ckzuweisen.
Die Baudirektion des Kantons Zug beantragt, die Beschwerden seien abzuweisen. Das Verwaltungsgericht und die I.________ AG stellen den Antrag, die Beschwerden seien abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die Gemeinde Risch verzichtet auf eine Stellungnahme. Das Bundesamt f�r Umwelt (BAFU) verzichtet in seinen Stellungnahmen auf einen formellen Antrag zur Sache. Es h�lt unter anderem fest, die durch das geplante Projekt verursachten NO2-Emissionen bei den Beschwerdef�hrern 5 (Eheleute E.________) seien wahrnehmbar. Bei den Beschwerdef�hrenden 1-3 (Eheleute A.________; Eheleute B.________ und C.________), 5 (Eheleute E.________), 6 (Eheleute F.________) und 8 (Eheleute H.________) w�rden die Strassenl�rmimmissionen um mindestens 1 dB(A) zunehmen. Die Beschwerdef�hrenden 1-3, 5, 6 und 8 seien durch das geplante Vorhaben deshalb rechtserheblich ber�hrt und zur Beschwerdef�hrung berechtigt. In weiteren Stellungnahmen halten die Verfahrensbeteiligten an ihren Standpunkten fest.
Am 3. Mai 2010 f�hrte eine Delegation des Bundesgerichts einen Augenschein bei der geplanten Deponie durch. Die Verfahrensbeteiligten haben von der Gelegenheit, sich zum Protokoll des Augenscheins zu �ussern, teilweise Gebrauch gemacht.
Die beiden Beschwerden richten sich gegen dasselbe Urteil des Verwaltungsgerichts und weisen einen weitgehend �bereinstimmenden Inhalt auf. Sie betreffen denselben Sachverhalt und dieselben Rechtsfragen. Sie werden deshalb vereinigt und in einem bundesgerichtlichen Urteil behandelt.
1.1 Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid, mit welchem unterinstanzliche Entscheide best�tigt werden, in denen die Baudirektion und der Regierungsrat auf Einsprachen gegen das umstrittene Deponieprojekt "Stockeri" nicht eingetreten sind, weil die Beschwerdef�hrenden mangels gen�gender Betroffenheit durch das Vorhaben nicht zur Beschwerde legitimiert seien. Das Urteil des Verwaltungsgerichts st�tzt sich auf �ffentliches Recht (vgl. Art. 82 lit. a BGG) und stellt einen kantonalen Endentscheid dar (vgl. Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 i.V.m. Art. 90 BGG).
1.2 Die von den Beschwerdef�hrern beantragten Feststellungen haben im Verh�ltnis zu ihren Antr�gen um Aufhebung des angefochtenen Urteils des Verwaltungsgerichts keine selbstst�ndige Bedeutung, weshalb auf die Feststellungsbegehren nicht einzutreten ist (in BGE 136 I 87 nicht publ. E. 1).
1.3 Die Beschwerdef�hrenden verlangen zus�tzlich zur Aufhebung des angefochtenen Verwaltungsgerichtsurteils vom 31. M�rz 2009, die mit Beschluss der Baudirektion vom 30. Dezember 2008 erteilte Errichtungsbewilligung und der Beschluss des Regierungsrats vom 30. September 2008 betreffend die kantonale Nutzungszone f�r Abfallanlagen "Stockeri" seien aufzuheben.
Solche unterinstanzliche Entscheide sind mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht selbstst�ndig anfechtbar. Sie werden mit Blick auf den Devolutiveffekt durch den Entscheid der letzten kantonalen Instanz ersetzt und gelten mit der dagegen gerichteten Beschwerde als mitangefochten (BGE 134 II 142 E. 1.4 S. 144; 129 II 438 E. 1 S. 441; 125 II 29 E. 1c S. 33 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 1C_267/2007 vom 28. Februar 2008 E. 1.5).
1.4 Die Beschwerdef�hrer machen geltend, das Verwaltungsgericht habe die genannten Nichteintretensentscheide der Baudirektion und des Regierungsrats zu Unrecht gesch�tzt und habe dadurch ihre Parteirechte verletzt. Sie berufen sich auf Art. 33 Abs. 3 lit. a RPG (SR 700) sowie die Art. 95-98 und Art. 111 Abs. 1 BGG. Zu dieser R�ge sind sie nach Art. 89 BGG befugt, ungeachtet ihrer Legitimation in der Sache. Auf die rechtzeitig erhobenen Beschwerden ist daher grunds�tzlich einzutreten.
2.1 Gem�ss Art. 33 Abs. 3 lit. a RPG gew�hrleistet das kantonale Recht gegen Nutzungspl�ne und raumplanerische Verf�gungen (z.B. Baubewilligungen gem�ss Art. 22 RPG) die Legitimation mindestens im gleichen Umfang wie f�r die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht. Ferner schreibt Art. 111 BGG die Einheit des Verfahrens vor: Wer zur Beschwerde an das Bundesgericht berechtigt ist, muss sich am Verfahren vor allen kantonalen Vorinstanzen als Partei beteiligen k�nnen (Art. 111 Abs. 1 BGG); die unmittelbare Vorinstanz des Bundesgerichts muss grunds�tzlich mindestens die R�gen nach den Art. 95-98 BGG pr�fen k�nnen (Art. 111 Abs. 3 BGG). Aus diesen Bestimmungen ergibt sich, dass die kantonalen Beh�rden die Rechtsmittelbefugnis nicht enger fassen d�rfen, als dies f�r die Beschwerde an das Bundesgericht vorgesehen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_379/2008 vom 12. Januar 2009 E. 3.2 mit Hinweisen). Zur Beurteilung, ob das Verwaltungsgericht die Beschwerdef�hrer vom Rechtsmittel ausschliessen durfte, ist im vorliegenden Fall die Beschwerdeberechtigung nach den Grunds�tzen von Art. 89 Abs. 1 BGG, welche mit denjenigen des bisherigen Art. 103 lit. a OG �bereinstimmen, zu pr�fen. Sind die Beschwerdef�hrer befugt, gegen einen Sachentscheid �ber das umstrittene Vorhaben beim Bundesgericht Beschwerde zu f�hren, so m�ssen die Vorinstanzen auf ihr Rechtsmittel eintreten, soweit die �brigen formellen Voraussetzungen erf�llt sind.
2.2 Zur Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist nach Art. 89 Abs. 1 BGG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine M�glichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a), durch den angefochtenen Entscheid oder Erlass besonders ber�hrt ist (lit. b) und ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung oder �nderung hat (lit. c). Verlangt ist somit neben der formellen Beschwer, dass der Beschwerdef�hrer �ber eine spezifische Beziehungsn�he zur Streitsache verf�gt und einen praktischen Nutzen aus der Aufhebung oder �nderung des angefochtenen Entscheids zieht. Die N�he der Beziehung zum Streitgegenstand muss bei Bauprojekten insbesondere in r�umlicher Hinsicht gegeben sein. Ein schutzw�rdiges Interesse liegt vor, wenn die tats�chliche oder rechtliche Situation des Beschwerdef�hrers durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann (vgl. Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 S. 4236). Die Voraussetzungen von Art. 89 Abs. 1 lit. b und lit. c BGG h�ngen eng zusammen. Insgesamt kann insoweit an die Grunds�tze, die zur Legitimationspraxis bei der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nach Art. 103 lit. a OG entwickelt worden sind, angekn�pft werden (BGE 133 II 400 E. 2.2 S. 404 f. mit Hinweisen).
2.3 Die Behauptung allein, jemand sei von den Folgen einer Baubewilligung betroffen, gen�gt nicht, um die Beschwerdebefugnis zu begr�nden. Vielmehr muss aufgrund des konkreten Sachverhalts das besondere Ber�hrtsein und das schutzw�rdige Interesse glaubhaft erscheinen.
2.3.1 Ein Kriterium f�r die Beurteilung der Beschwerdebefugnis ist die r�umliche Distanz des Nachbarn zum umstrittenen Bauvorhaben, wobei es nicht auf abstrakt bestimmte Distanzwerte ankommt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_133/2008 vom 6. Juni 2008 E. 2.4 mit Hinweisen). Das Beschwerderecht wird in der Regel anerkannt, wenn der Bau oder Betrieb einer projektierten Anlage mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit zu Immissionen f�hrt und der Beschwerdef�hrer durch diese - seien es L�rm-, Staub-, Ersch�tterungs-, Licht- oder andere Einwirkungen - betroffen wird. Sind solche Beeintr�chtigungen zu erwarten, �ndert auch der Umstand, dass eine grosse Anzahl von Personen betroffen ist, nichts an der Beschwerdebefugnis. So hat das Bundesgericht schon erkannt, dass bei grossfl�chigen Immissionen ein sehr weiter Kreis Betroffener zur Beschwerdef�hrung legitimiert sein kann, zum Beispiel die Anwohner eines Flughafens einschliesslich jener, die in der Verl�ngerung der Flugpisten wohnen (d.h. im Bereich der An- und Abflugschneisen; BGE 125 II 293 E. 3a S. 303 f.), oder all jene Personen, die von Schiessl�rm betroffen sind, wenn sie den L�rm deutlich h�ren k�nnen und dadurch in ihrer Ruhe gest�rt werden (BGE 133 II 181 E. 3.2.2 mit Hinweisen). In dicht besiedelten Gebieten kann somit grunds�tzlich sehr vielen Personen die Beschwerdelegitimation zukommen, ohne dass von einer unzul�ssigen Popularbeschwerde gesprochen werden m�sste (BGE 121 II 171 E. 2b S. 174; 121 II 176 E. 2b S. 178; 120 Ib 378 E. 4d S. 388; 110 Ib 99 E. 1c S. 102; Urteil des Bundesgerichts 1A.98/1994 vom 28. M�rz 1995 E. 2b, in: ZBl 96/1995 S. 528 f.).
2.3.2 Wird die Einsprache- und Rechtsmittelbefugnis aus den Immissionen des Zubringerverkehrs abgeleitet, so m�ssen diese f�r den Beschwerdef�hrer deutlich wahrnehmbar sein, damit er zur Beschwerde legitimiert ist (BGE 113 Ib 225 E. 1c S. 228 f.; 110 Ib 99 E. 1c S. 102). In Grenzf�llen besteht ein Beurteilungsspielraum, bei dessen Aus�bung einerseits eine kaum mehr zu begrenzende �ffnung des Beschwerderechts zu vermeiden ist und andererseits die Schranken auch nicht zu eng gezogen werden d�rfen, um nicht die vom Gesetzgeber gewollte �berpr�fung der richtigen Rechtsanwendung in F�llen, in denen der Beschwerdef�hrer ein aktuelles und sch�tzenswertes Interesse besitzt, auszuschliessen (BGE 112 Ib 154 E. 3 S. 159 mit Hinweis). Das Bundesgericht pr�ft die Legitimationsvoraussetzungen in einer Gesamtw�rdigung anhand der im konkreten Fall vorliegenden tats�chlichen Verh�ltnisse. Es stellt nicht schematisch auf einzelne Kriterien (wie z.B. Distanz zum Vorhaben, Sichtverbindung etc.) ab.
So hat das Bundesgericht die Beschwerdeberechtigung verneint in Bezug auf Personen, die in einer Entfernung von rund 250 m bis 1,7 km vom an zentraler Lage in der Innenstadt von Z�rich geplanten Casinobetrieb wohnten, weil keine deutlich wahrnehmbare zus�tzliche L�rmimmissionen an den bereits vorbelasteten Strassenabschnitten zu erwarten waren (Urteil des Bundesgerichts 1C_405/2008 vom 18. M�rz 2009). In gleicher Weise wurde die Beschwerdelegitimation verneint beim Zufahrtsverkehr zu einer Kiesgrube, weil sich das Grundst�ck der Beschwerdef�hrerin in einem hinreichenden Abstand von 60 m zur Kieswerkstrasse jenseits einer B�schung sowie eines kleinen Waldsaums befand, sodass die Immissionen aus dem Kiesgrubenverkehr f�r sie nicht mehr deutlich wahrnehmbar waren (Urteil des Bundesgerichts 1A.77/2000 vom 7. Februar 2001 E. 2d). In Bezug auf Anwohner der Zufahrt zu einer Tongrube, in welcher eine Inertstoffdeponie eingerichtet werden sollte, bejahte das Bundesgericht die Einsprache- und Beschwerdeberechtigung (Urteil 1C_362/2008 vom 27. April 2009). Ebenfalls bejaht wurde die Legitimation bei Personen, welche ungef�hr einen Kilometer vor der Einfahrt in ein Kiesgrubengel�nde wohnten, wenn w�hrend 40 bis 50 Jahren durchschnittlich mit 120 Hin- und R�ckfahrten pro Tag zu rechnen war (BGE 113 Ib 225 E. 1c S. 228 f.). Bei L�rmimmissionen des Verkehrs zu einem regionalen Einkaufszentrum bezeichnete das Bundesgericht die Bejahung der Legitimation bei einer Verkehrszunahme von 10% als recht- und zweckm�ssig. Dabei wurde davon ausgegangen, dass eine Steigerung des durchschnittlichen t�glichen Verkehrs (DTV) um 25% zu einer Erh�hung des Verkehrsl�rmpegels um 1dB(A) f�hrte und eine solche wahrgenommen werden k�nne (Urteil des Bundesgerichts 1A.148/2005 vom 20. Dezember 2005 E. 3.5 f., in: ZBl 107/2006 S. 609; URP 2006 S. 144).
2.4 Die Beschwerdef�hrer leiten ihre Einsprache- und Beschwerdeberechtigung nicht nur aus der nahen r�umlichen Beziehung zum streitbetroffenen Vorhaben als solchem ab, sondern insbesondere aus der wegen des Deponieverkehrs zu erwartenden Zunahme des schweren Lastwagenverkehrs und den damit verbundenen Immissionen an den betroffenen Strassenabschnitten. Als Anwohner seien sie von der Zunahme des Lastwagenverkehrs in schutzw�rdigen Interessen direkt und st�rker betroffen als die Allgemeinheit und somit zur Einsprache und Ergreifung weiterer Rechtsmittel befugt.
Auch das Verwaltungsgericht geht davon aus, die Beschwerdef�hrer von Risch wohnten bez�glich der Erschliessung der geplanten Deponie an kritischen Stellen, weil die zu ihren Liegenschaften f�hrende Kantonsstrasse bisher namentlich durch Lastwagen wenig befahren gewesen sei. Unter Ber�cksichtigung des Deponieprojekts sei im Jahresdurchschnitt �ber 365 Tage beim Stotzenacker neu mit einer Steigerung des DTV um 8.06% zu rechnen bzw. mit einer Steigerung pro Tag von bisher 670 Fahrzeugen um 60 Lastwagen. Auf der Strecke Landhus-Stotzenacker sei eine Steigerung des DTV von 2.28% bzw. eine Steigerung pro Tag von bisher 2'500 Fahrzeugen um 57 Lastwagen zu erwarten. Beim Stotzenacker ergebe sich eine Frequenz an 220 Betriebstagen mit je bloss 8 Betriebsstunden von t�glich knapp 100 Fahrten bzw. von st�ndlich rund 12 Fahrten und beim Seefeld etwas weniger. Beim Strassenverkehrsl�rm sei die Erh�hung des Beurteilungspegels um 1 dB(A) gerade noch wahrnehmbar. Diese Zunahme entspreche einer Steigerung des durchschnittlichen t�glichen Verkehrsaufkommens um rund 25%. Der prognostizierte Mehrverkehr liege unter 10%.
2.5 Das BAFU weist zutreffend darauf hin, dass die vom Verwaltungsgericht genannten Erfahrungsregeln, zu welchen sich auch das Bundesgericht ge�ussert hat (s. E. 2.3.2), f�r Situationen mit gleich bleibender Verkehrszusammensetzung gelten. Beim vorliegend zu beurteilenden Deponieverkehr �ndere sich auf den betroffenen Strassen die Verkehrszusammensetzung, weil ausschliesslich der Lastwagen-Anteil zunehme. Die L�rmemissionen eines Lastwagens entspr�chen denjenigen von 10 bis 15 Personenwagen. Zudem �ndere sich durch den erh�hten Schwerverkehrsanteil die akustische Qualit�t des Verkehrsger�usches. Diese Ver�nderung sei wahrnehmbar, selbst wenn die Erh�hung des Beurteilungspegels unter 1 dB(A) liege. Die vom Verwaltungsgericht genannten Erfahrungsregeln seien deshalb im vorliegenden Zusammenhang nicht anwendbar.
2.5.1 Der bundesgerichtliche Augenschein hat gezeigt, dass die Kantonsstrasse, von welcher die Deponiezufahrt abzweigt und an welcher ein Teil der Beschwerdef�hrer wohnt, heute kaum von Lastwagen befahren wird. Der Schwerverkehr zwischen Rotkreuz und K�ssnacht a.R. wird im Wesentlichen �ber die Autobahn N 4 abgewickelt. Der Deponiebetrieb h�ngt zu einem betr�chtlichen Teil von der Lieferung des Deponieguts �ber die Kantonsstrasse (K�ssnachterstrasse) ab. Gem�ss dem Umweltvertr�glichkeitsbericht (Kapitel 4.3 Verkehrsgrundlagen), welcher den vorinstanzlichen Entscheiden zugrunde liegt, sollten �ber 90% der Anlieferungen von S�den (Autobahnausfahrt K�ssnacht a.R.) her erfolgen. Die Zufahrt aus S�den war via Kantonsstrasse, die Wegfahrt via Lendiswilerstrasse vorgesehen. Die �brigen 10% der Fahrten w�ren Richtung Nord �ber die Kantonsstrasse Holzh�usern-Risch erfolgt. Der Regierungsrat Zug entschied am 30. September 2008 im Rahmen des Rechtsmittel- und Genehmigungsverfahrens, dass die Erschliessung ohne Inanspruchnahme der Lendiswilerstrasse in Meierskappel (Gemeindestrasse) festzulegen sei, weil diese Strasse den gesetzlichen Anforderungen nicht entspreche. Nach dem genannten Entscheid des Regierungsrats muss die Deponiebetreiberin die Lieferanten verpflichten, die Deponie auf den k�rzesten Weg vom �bergeordneten Verkehrsnetz anzufahren und die Wegfahrt ebenso zu gestalten. Danach w�rden weiterhin rund 90% des Deponieverkehrs von bzw. nach S�den erfolgen, und zwar einzig �ber die Kantonsstrasse, nachdem die Lendiswilerstrasse nicht mehr zur Verf�gung steht.
2.5.2 In Abweichung von diesem nach dem Umweltvertr�glichkeitsbericht wahrscheinlichen Verkehrsablauf spricht sich der Regierungsrat f�r eine Aufteilung des Lastwagenverkehrs auf drei Achsen aus: Vor dem Hintergrund, dass der Hauptanteil des Deponieguts aus dem n�rdlichen Teil des Einzugsgebiets stamme, wo sich rund 81% der Bev�lkerung und der Arbeitspl�tze befinden, soll sich der Deponieverkehr nach Ansicht des Regierungsrats gleichm�ssig auf zwei Achsen von Norden und eine Achse von S�den aufteilen. Zur Verf�gung stehen von Norden her ab Autobahnanschluss Rotkreuz die Route Holzh�usern-Buonas-Risch und die Route Rotkreuz-Meierskappel-Risch. Von S�den wird die Deponie ab Autobahnanschluss K�ssnacht a.R. �ber die Kantonsstrasse Richtung Risch erreicht. Das erg�be f�r jede dieser Routen einen Anteil am gesamten Lastwagenverkehr von etwa 30% (je 7'150 Fahrten pro Jahr). F�r diese Verkehrsverteilung spreche, dass der �berwiegende Teil des Deponieguts aus dem Nordteil des Einzugsgebiets stamme. F�r Lastwagen aus diesem Gebiet w�rde der Umweg von 5 km �ber die Autobahnausfahrt K�ssnacht a.R. Mehrkosten von ca. Fr. 40.-- pro Fahrt bedeuten (Schwerverkehrsabgabe und LKW-Mehrben�tzung). Dies f�hre bei einer voraussichtlichen Betriebsdauer von acht Jahren zu Zusatzkosten von insgesamt 5.75 Mio. Franken. Es sei somit aus wirtschaftlichen Gr�nden angezeigt, die erw�hnten k�rzeren Zufahrtsrouten von Norden her zu w�hlen. Ein Verkehrsanteil aus S�den von wesentlich �ber 30% erscheine somit als unwahrscheinlich. Da sich der Verkehr auf die drei beschriebenen Achsen gleichm�ssig verteile, sei auch keine relevante zus�tzliche Belastung der Anwohner zu erwarten.
2.5.3 Diese Ausf�hrungen des Regierungsrats im bundesgerichtlichen Verfahren sind nicht mit dem Umweltvertr�glichkeitsbericht, der zum Deponievorhaben ausgearbeitet wurde, vereinbar. Dieser Bericht geht von einem Verkehrsanteil von S�den her in der Gr�ssenordnung von 90% aus. Die Feststellungen im Umweltvertr�glichkeitsbericht liegen auch den vorinstanzlichen Entscheiden zugrunde, soweit sie nicht - wie hinsichtlich der Benutzung der Lendiswilerstrasse - im Laufe des Verfahrens ge�ndert wurden. Die Darlegungen des Regierungsrats zur gleichm�ssigen Aufteilung des Verkehrs auf drei Achsen finden in den Projektunterlagen keine St�tze. Die Erschliessung �ber die Kantonsstrasse und den Autobahnanschluss K�ssnacht a.R. gew�hrleistet im Vergleich zu den beiden anderen Achsen die direkteste und sicherste Verbindung zum �bergeordneten Strassennetz. Sie f�hrt unter den Gesichtspunkten der L�rm- und Luftbelastung, der Verkehrssicherheit und der R�cksichtnahme auf bestehende Siedlungen zu deutlich weniger Beeintr�chtigungen als die anderen vom Regierungsrat genannten Erschliessungsachsen. Es ist somit im Hinblick auf das in Art. 11 Abs. 2 USG (SR 814.01) verankerte Vorsorgeprinzip bundesrechtlich geboten, den Deponieverkehr im Wesentlichen �ber den Autobahnanschluss K�ssnacht a.R. abzuwickeln. Diese Erkenntnis liegt zu Recht auch dem Umweltvertr�glichkeitsbericht zugrunde. Eine gleichm�ssige Aufteilung der strassenm�ssigen Erschliessung auf drei Achsen, wovon zwei wegen ihrer Lage im Siedlungsgebiet von Meierskappel, Rotkreuz und Buonas/Risch f�r die Aufnahme des Deponieverkehrs nicht geeignet sind, ist mit dem Bundesumweltschutzrecht nicht vereinbar. Die Deponiebetreiberin wird deshalb im weiteren Verfahren auch verpflichtet werden m�ssen, die Zu- und Wegfahrten im Wesentlichen �ber diese Hauptachse von K�ssnacht a.R. zu organisieren.
2.5.4 Der auf der Kantonsstrasse ab Autobahnausfahrt K�ssnacht a.R. bis zur Abzweigung der Stockeristrasse entstehende Lastwagenverkehr erweist sich nach den zutreffenden Darlegungen des BAFU angesichts der erheblichen Ver�nderung der Verkehrszusammensetzung als deutlich wahrnehmbar, auch wenn die L�rmzunahme rein rechnerisch unter 1 dB(A) liegt. Dies trifft insbesondere auf die Liegenschaften Stotzenackerweg 1 und 3 zu, welche von der L�rmzunahme bei der Abzweigung der Stockeristrasse am st�rksten betroffen sind. Diese Liegenschaften befinden sich mit direkter Sicht- und H�rverbindung leicht erh�ht oberhalb des genannten Kreuzungsbereichs, �ber welchen 12 Lastwagen pro Stunde die Deponie bedienen. Eine durchschnittliche Lastwagenfrequenz von 5 Minuten ist in dieser ruhigen Wohngegend zweifellos wahrnehmbar, weshalb zumindest den in den genannten Liegenschaften wohnenden beschwerdef�hrenden C.________ (Beschwerdef�hrerin 3) sowie Eheleuten H.________ (Beschwerdef�hrer 8) die Einsprache- und Beschwerdebefugnis nicht abgesprochen werden durfte. Die Legitimation dieser Anwohner ist sowohl f�r das Nutzungsplanungsverfahren als auch f�r das Verfahren der Errichtungsbewilligung zu bejahen. Unter diesen Umst�nden kann offenbleiben, ob auch den �brigen Beschwerdef�hrenden, deren Wohnh�user etwas weiter von der Verzweigung K�ssnachterstrasse/Stockeristrasse entfernt liegen, die Einsprache- und Beschwerdebefugnis zukommt.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerden teilweise gutzuheissen sind und der angefochtene Entscheid aufzuheben ist. Die Sache ist zur neuen Beurteilung an den Regierungsrat zur�ckzuweisen (Art. 107 Abs. 2 BGG). Die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Diese hat den Beschwerdef�hrern eine angemessene Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die bundesgerichtlichen Verfahren 1C_212/2009 und 1C_214/2009 werden vereinigt.
Die Beschwerden werden teilweise gutgeheissen und das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 31. M�rz 2009 aufgehoben. Die Angelegenheit wird zu neuer Beurteilung an den Regierungsrat des Kantons Zug zur�ckgewiesen.
Die Gerichtskosten von insgesamt Fr. 4'000.-- werden der I.________ AG auferlegt.
Die I.________ AG hat den Beschwerdef�hrern eine Parteientsch�digung von insgesamt Fr. 4'000.-- zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Baudirektion und dem Regierungsrat des Kantons Zug sowie dem Gemeinderat Risch, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Verwaltungsrechtliche Kammer, und dem Bundesamt f�r Umwelt schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 82
 Art. 86
 Art. 90
 BGE 
 Art. 33
 Art. 95
 Art. 111
 Art. 89
 Art. 33
 Art. 22
 Art. 111
 Art. 95
 Art. 89
 Art. 103
 Art. 89
 Art. 89
 Art. 103
 BGE 
 Art. 11