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Timestamp: 2020-08-11 07:01:32+00:00

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Der Leis­tungs­ort gemäß § 3a Abs. 2 Nr. 1 UStG rich­tet sich bei Ver­pfle­gungs­leis­tun­gen im Hotel nach der Bele­gen­heit des Hotel­grund­stücks [1].
Gemäß § 3a Abs. 2 Nr. 1 UStG der im Streit­jahr gel­ten­den Fas­sung bestimmt sich der Leis­tungs­ort bei sons­ti­gen Leis­tun­gen im Zusam­men­hang mit einem Grund­stück nach dem Ort, an dem das Grund­stück liegt. Mit Urtei­len vom 15.01.2009 – V R 9/​06 [2]; und vom 07.10.2010 – V R 4/​10 [3] hat der Bun­des­fi­nanz­hof im Anschluss an das Urteil des EuGH vom 22.10.1998 – C‑308/​96, Mad­gett und Bald­win [4], das zu einem pau­scha­len Leis­tungs­pa­ket aus Hotel­un­ter­brin­gung mit Halb­pen­si­on und Bus­be­för­de­rung ergan­gen ist, bereits ent­schie­den, dass die Hotel­ver­pfle­gung Neben­leis­tung zur Hotel­über­nach­tung ist, wenn auf die Ver­pfle­gung im Ver­hält­nis zur Unter­brin­gung nur ein gerin­ger Teil des Pau­schal­ent­gel­tes ent­fällt, und daher die Hotel­ver­pfle­gung den Leis­tungs­ort der Haupt­leis­tung teilt. Die Hotel­ver­pfle­gung dient dazu, die Haupt­leis­tung des Hote­liers unter opti­ma­len Bedin­gun­gen in Anspruch zu neh­men und zählt nach der Ver­kehrs­auf­fas­sung zu den tra­di­tio­nel­len Auf­ga­ben eines Hote­liers. An die­ser Recht­spre­chung, der auch der XI. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs inzwi­schen gefolgt ist [5], hält der Bun­des­fi­nanz­hof trotz des ent­ge­gen­ste­hen­den Nicht­an­wen­dungs­er­las­ses des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen vom 04.05.2010 – IV D 2 ‑S 7100/​08 – BStBl I 2010, 490 fest. Denn dass Über­nach­tungs­leis­tun­gen auch ohne Ver­pfle­gungs­leis­tun­gen in Anspruch genom­men wer­den kön­nen, ändert nichts dar­an, dass Ver­pfle­gungs­leis­tun­gen im Hotel geeig­net sind, den Auf­ent­halt des Gas­tes unter opti­ma­len Bedin­gun­gen in Anspruch zu neh­men, weil er sich zur Ein­nah­me der Mahl­zei­ten nicht erst in ein nahe­ge­le­ge­nes Café oder Restau­rant bege­ben muss. Im Unter­schied z.B. zur Ver­pfle­gung von Begleit­per­so­nen von Pati­en­ten in Kran­ken­häu­sern [6] gehört die Ver­pfle­gung von Hotel­gäs­ten auch zu den tra­di­tio­nel­len Auf­ga­ben eines Hote­liers.
Im Übri­gen las­sen sich ent­ge­gen der Befürch­tung des Finanz­amt aus der Beur­tei­lung von Ver­pfle­gungs­leis­tun­gen als Neben­leis­tung zur Hotel­über­nach­tung bei der Bestim­mung des Leis­tungs­or­tes kei­ne Schlüs­se hin­sicht­lich des jeweils anzu­wen­den­den Steu­er­sat­zes für die Neben­leis­tung zie­hen. Denn nach der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on [7] ist der inlän­di­sche Gesetz­ge­ber befugt, eine Steu­er­be­güns­ti­gung auf „einen kon­kre­ten und spe­zi­fi­schen Aspekt einer Kate­go­rie von ermä­ßigt besteu­er­ba­ren Leis­tun­gen“ zu beschrän­ken [8]. Im Streit­fall waren die Ver­pfle­gungs­leis­tun­gen im Ver­hält­nis zur Gesamt­leis­tung mit 4 % bis 4, 5 % auch gering­fü­gig.
ent­ge­gen BMF, Schrei­ben vom 04.05.2010 – IV D 2 ‑S 7100/​08 – BStBl I 2010, 490[↩]
BFHE 224, 166, BStBl II 2010, 433[↩]
BFH/​NV 2011, 930[↩]
Slg. 1998, I‑6229[↩]
BFH, Urteil in BFHE 226, 369, BStBl II 2010, 857, Rz 28[↩]
EuGH, Urteil vom 01.12 2005 – C‑394/​04 und – C‑395/​04, Ygeia, Slg. 2005, I‑10373[↩]
EuGH, Urteil vom 06.05.2010 – C‑94/​09, Euro­päi­sche Kom­mis­si­on/​Französische Repu­blik, Slg. 2010, I‑4261[↩]
zum Regel­steu­er­satz für Früh­stücks­leis­tun­gen in Hotels vgl. BFH, Urteil vom 24.04.2013 – XI R 3/​11, DStR 2013, 2689[↩]
Leis­tungs­ort bei Hotel­ver­pfle­gung im Aus­land Der Leis­tungs­ort gemäß § 3a Abs. 2 Nr. 1 UStG rich­tet sich bei Ver­pfle­gungs­leis­tun­gen im Hotel nach der Bele­gen­heit des Hotel­grund­stücks ((ent­ge­gen BMF, Schrei­ben vom…
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References: § 3
 § 3
 EuGH 
 § 3
 § 12
 § 4