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Timestamp: 2019-10-21 17:18:43+00:00

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Strukturqualität / Bezirk Oberbayern
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Damit bei einer geschlossenen Unterbringung nicht nur eindimensional dem Schutzbedürfnis Rechnung getragen, sondern der psychisch kranke Mensch in seiner Ganzheitlichkeit betrachtet und gestärkt werden kann, sind Qualitätsstandards, die für jede/n Betroffene/n trägerübergreifend hohe Standards in der Betreuung gewährleisten, essenziell notwendig. Alle Bewohner müssen sicher gehen können, dass ihnen die beste Betreuung, Unterstützung und Begleitung zuteil wird. Oberste Maxime – Ziel ist die größtmögliche Selbstbestimmung der Bewohner – muss die an den individuellen Lebenswelten und Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner orientierte Alltagsgestaltung sein.
Bauliche Aspekte, Sicherheitskonzept
Die baulichen Gegebenheiten entsprechen den Erfordernissen des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes sowie anderer dem Schutz und der Sicherheit der Hilfeberechtigten sowie des Personals dienenden gesetzlichen Vorschriften (z. B. Brandschutzvorschriften).
Die baulichen Gegebenheiten berücksichtigen das „Normalisierungsprinzip“.
Die räumliche Gestaltung des Hauses sollte die Atmosphäre der Geschlossenheit soweit wie möglich vermeiden, zudem sollten die weglaufhemmenden Systeme den aktuellen Standards entsprechen. Ein hohes therapeutisches Niveau sollte dazu beitragen bauliche Sicherheitsmaßnahmen minimieren zu können. Alle Bereiche sind ansprechend und angemessen im Sinne des Normalisierungsprinzips zu gestalten.
Standard: Bauliche Gegebenheiten
Die technische Ausstattung soll sich sowohl an den Sicherheitsaspekten zum Schutz der Bewohner (z. B. Schließsysteme, Umzäunungen) als auch an dem Aspekt der möglichst großen Selbstständigkeit (z. B. selbstständig bedienbare Lüftung) ausrichten.
Die Bewohner verfügen, wenn wirtschaftlich gemäß den Vorgaben der Ausführungsbestimmungen vertretbar, über ein eigenes Zimmer.
Alle Bewohner haben die Möglichkeit ihr Zimmer mitzugestalten.
Die Möblierung, die von der Einrichtung gestellt wird, ist ansprechend und zweckmäßig.
Entsprechend der Konzeption sind Gemeinschaftsräume vorzuhalten.
In der Einrichtung wird entsprechend den konzeptionellen Vorgaben die Möglichkeit angeboten, eigene Mahlzeiten zuzubereiten (z. B. für eine Außenorientierungsgruppe).
Empfehlung: Bauliche Rahmenbedingungen
Die baulichen Rahmenbedingungen sollen die Realisierung der in der jeweiligen Leistungsvereinbarung hinterlegten, fachlichen und zielgruppenspezifischen Konzeption ermöglichen (z. B. Anforderungen für Arbeitstherapie oder für ein Gruppenkonzept bei Bewohnern mit einer Störung durch Suchtmittel).
Zu den individuellen Wohnangeboten für die Hilfeberechtigten soll der Träger vor Ort oder übergreifend für mehrere Orte auch Räume für Treffs und Gruppenarbeit sowie Büroarbeitsplätze für die Mitarbeiter mit entsprechender Ausstattung anbieten.
Bestehende Doppelzimmer sind mit jeweils eigenen Sanitärräumen auszustatten. Eine gemeinsame Nutzung der Sanitärräume von zwei benachbarten Einzelzimmern ist möglich.
Es soll eine Auseinandersetzung mit aktuellen wissenschaftlichen Standards zur Suizidprävention erfolgen.
Individualräume sollen nach Möglichkeit nicht nach Norden ausgerichtet sein.
Konkrete bauliche Vorschriften
Ausführungsverordnung des PfleWoqG (AV PfleWoqG vom 27.07.2011)
Nach voriger Abstimmung und Zustimmung der staatlichen Fachstellen für Pflege- und Behinderteneinrichtungen – Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA) sind im Bereich der Hilfen für seelisch behinderte Menschen Ausnahmen möglich.
vgl. hierzu § 50 AV PfleWoqG
Barrierefreiheit der Einrichtung nach DIN 18040-02
Wohnräume: Es wird i. d. R. von 25 Prozent der Wohnräume ausgegangen, die nach DIN 18040-02 ausgestattet sein müssen. Teil 2 § 2
Raummindestgrößen
Einzelzimmer: 14 m² ohne Nasszelle, ohne Vorraum
Doppelzimmer: 20 m² ohne Nasszelle, ohne Vorraum Teil 2 § 4
Räumlichkeiten – Einzel- und Doppelzimmer
Laut Aussage des amtlichen ministeriellen Schreibens vom 10.05.2013 gelten folgende Vorgaben zu Einzelwohnplätzen:
Neubauten: Einzelzimmeranteil 75 Prozent
Bestandsbauten: Es erfolgen keine generellen Vorgaben; hier ist eine flexible Vorgehensweise der FQA gefordert, die sich an den Möglichkeiten der Bestandseinrichtungen orientieren muss. Insofern kommen die für Neubauten erfolgenden o. g. Vorgaben nur grundsätzlich zur Anwendung.
Doppelzimmer: Ausweich- / Abschiedsraum muss vorhanden sein.
Teil 2 §§ 4, 5
je nach fachlichem Konzept
gruppenbezogener Gemeinschaftsraum
Mindestgröße 1,5 m² pro Bewohner, mind. 20 m²
Teil 2 § 6
Nach Konzept ausgerichtetes Raumangebot, Kombination mit Gemeinschaftsräumen zulässig. Teil 2 § 7
Verbrühungsschutz, Pflegebad, sanitäre Anlagen
direkter Zugang vom Zimmer zur Nasszelle
1 Pflegebad pro 40 Bewohner
Teil 2 § 8
Rufanlage, Telekommunikationsanlage
bei SGB XI: alle Räume müssen Rufanlage vorweisen (SGB XII siehe § 50 AV PfleWoqG)
jeder Wohnplatz soll über Telekommunikationsanschluss verfügen
Teil 2 § 9
Ausnahmen bei Heimeinrichtungen für seelisch behinderte Menschen nach § 50 AV PfleWoqG möglich, Zustimmung durch die regionale FQA notwendig.
Ausnahmen müssen konzeptionell begründet sein (Beispiel: Suizidprävention vs. Haltegriffe). § 50, Abs. 4
Weiterführende fachbauliche Aspekte
s. PDF S. 41ff
Empfehlung: Fachbeirat
Zur Reflexion und fachlichen Qualitätssicherung bzw. Weiterentwicklung der Arbeit in geschlossen geführten Heimeinrichtungen soll ein Fachbeirat eingerichtet werden. Treffen sollten durch die Heimleitung initiiert und organisiert werden und regelmäßig, mindestens jedoch einmal im Jahr, stattfinden. Der Fachbeirat begleitet die Arbeit der Einrichtung wohlwollend und mit konstruktiv-kritischem Blick aus verschiedenen externen Perspektiven. In geschützter Atmosphäre wird ein offener Austausch zu aktuellen Fragen oder relevanten Themen geführt. Der offene Rahmen kann durch das ehrenamtliche Engagement des Fachbeirats und ein nicht vertraglich geregeltes besonderes Vertrauensverhältnis der Beteiligten untereinander gefördert werden.
Idealerweise mündet die offene Diskussion in eine konkrete Empfehlung des Fachbeirats an die Einrichtung. Diese kann – nach Rücksprache mit dem Fachbeirat – für weitere Zwecke, z. B. die Abstimmung mit dem Leistungsträger, dem Heimbeirat etc., genutzt werden.
Um zu einer fundierten Empfehlung zu kommen, sollten im Fachbeirat durch die Zusammensetzung der Teilnehmer möglichst verschiedene Perspektiven repräsentiert werden:
Fachlichkeit (z. B. Medizin- und Pflegeexperten, Referenten der freien und öffentlichen Wohlfahrtspflege, Supervisor, Hochschulen)
Erfahrungswissen (organisierte Angehörige, organisierte Psychiatrieerfahrene)
Wirtschaftlichkeit, Recht und Organisation (z. B. Experten aus Hochschulen, Unternehmensberater)
Ethik (Ethikberater, Seelsorger, Ethikkomitee)
Eine dieser benannten Personen könnte die Verbindungsperson im Sinne des
§ 46 AV PfleWoqG
Je nach gewähltem Thema sollten neben der Heimleitung zwei bis drei ausgewählte Mitarbeiter/-innen der Einrichtung und ggf. zusätzliche Experten teilnehmen.
Kapazität und Größe der Einrichtung
Standard: Größe der Einrichtung
Die Größe der Einrichtung soll so konzipiert sein, dass diese sich in die Umgebung gut integriert und die Anzahl der Plätze das Gemeinwesen nicht „überfordert“.
Unabhängig von der Größe der Einrichtung und der Wohngruppen ist die wichtigste Zielsetzung der Abbau von Barrieren in Bezug auf die Teilhabemöglichkeiten der Bewohner.
Die Einrichtung muss das Ziel verfolgen, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Das „Normalisierungsprinzip“, insbesondere was die Wünsche und Interessen der Bewohner anbelangt, muss beachtet werden.
Empfehlung: Größe der Einrichtung und Gruppengröße
Aufgrund des geschlossenen Settings und der eingeschränkten Rückzugsmöglichkeiten sollte auf eine gewisse „Weitläufigkeit“ geachtet werden. Diese lässt sich in einer größeren Gesamteinrichtung besser verwirklichen als in einer kleinen (beschützte Freiflächen, Begegnungsräume, Bewegungsmöglichkeiten innerhalb des Hauses etc.).
Den Versorgungsgrundsätzen entsprechend wird für die Zusammensetzung der Gruppen Heterogenität (Alter, Geschlecht, Kultur) angestrebt, sofern das Einrichtungskonzept begründet nichts anderes vorsieht. Das Gruppenprinzip wird nicht starr angewandt und schränkt die Individualität Einzelner nicht ein. Dies erfordert eine bestimmte Mindestgröße der Gesamteinrichtung, die erst eine „Durchmischung“ in den Gruppen und interne Verlegungen möglich macht.
Konzeption und Organisation der Einrichtung
Entsprechend der ordnungs- und leistungsrechtlichen Vorgaben hat jede geschlossen geführte Heimeinrichtung ein Konzept zu erstellen, regelmäßig zu überprüfen und anzupassen. Die nachfolgende Tabelle bietet eine Übersicht über die Bestandteile, die in einer Einrichtungskonzeption enthalten sein sollen. Ferner sind die wichtigsten organisatorischen Rahmenbedingungen und Erfordernisse in der Organisation einer Einrichtung enthalten.
Standard: Konzept / Organisation einer Einrichtung
1.1 Basisdaten des Trägers der Einrichtung
Ansprechpartner: Name, Anschrift, Telefon
Link zur Homepage, E-Mail-Kontakt
Spitzenverbandszugehörigkeit (Anschrift, Telefon)
Angebotsspektrum, soweit auf Einrichtung bezogen / für diese relevant
1.2 Basisdaten der Einrichtung
Leitung: Name, Anschrift, Telefon, Telefax
Standort / Infrastruktur: Erreichbarkeit, Bauweise (Anzahl der Zimmer, öffentliche Räume, Funktionsräume) und Außenflächen der Einrichtung
Plätze / Zahl der Betreuten
Art. 3 Abs. 1 und 2 , insbes. Abs. 2 Nr. 11 PfleWoqG
Bayerische Rahmenleistungsvereinbarung und Raster Musterleistungsvereinbarung Bezirk Oberbayern
vgl. Kapitel „bauliche Aspekte, Sicherheitskonzept“ auf dieser Seite
vgl. Kapitel „Kapazität / Größe der Einrichtung“ auf dieser Seite
2. Vorwort / Präambel inkl. Leitbild der Einrichtung
Leitbild Einrichtung
Raster Musterleistungsvereinbarung
3. Zweckbestimmung, Zielsetzung und Zielgruppe
Primärer Einzugsbereich
Detaillierte Beschreibung der Zielgruppe(n): Altersstruktur, Geschlecht, Problemstruktur / Behinderungsart, ggf. Diagnose-Gruppen
Zielsetzungen: allgemeine Ziele, spezifische Ziele wie eigenverantwortlicher Umgang mit psychischer Störung, Abstinenz, Strukturfindung u. a.)
Ausschlusskriterien (mit Begründung)
Art. 3 PfleWoqG
vgl. Kapitel „Zielsetzungen“
4. Aufnahme- und Ausschlusskriterien
Sozialrechtliche Voraussetzungen
Voraussetzungen der Einrichtung (wie z. B. Vorstellungsgespräch, Vorgespräch Betreuer / Klinik / Einrichtung, Vorliegen einer Kostenzusage)
Raster Musterleistungsvereinbarung Bezirk Oberbayern
5. Betreuungsarbeit
Wahrung und Förderung von Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der Bewohner
5.1 Schwerpunkte, theoretische Grundannahmen und Arbeitsprinzipien (pädagogisch, pflegerisch, soziotherapeutisch; Aufnahme- / Verlaufs- / Entlassungsphase usw.)
5.2 Maßnahmen, Leistungen und Methoden sind gemäß den allgemeinen Anforderungen bezüglich der fachlichen Erkenntnisse zu erbringen.
Diagnostik, Förderplanung
Der HEB-Bogen wird durch ein einrichtungsbezogenes und personenzentriertes Verfahren zur individuellen Hilfeplanung ergänzt
Beschäftigungs- / Arbeitstherapie
einrichtungsbezogener sowie mit dem Klienten abgestimmter personenzentrierter Krisenplan, Krisenintervention
Mitwirkung Angehöriger
Öffentlichkeitsarbeit (Kontakt zu Kooperationspartnern)
5.3. Leistungen externer Dienste
Art. 3 Abs. 2 Nr. 2, 3 und 9 PfleWoqG
vgl. Kapitel „Rechtliche und fachlich ethische Grundlagen“ sowie S3 Leitlinien
vgl. Ergebnisqualität
vgl. Qualitätsstandards Vernetzung
6. Strukturelle Bedingungen
6.1 Organisatorische und personelle Rahmenbedingungen
Anzahl und Qualifikation des Personals: Leitung, gruppenübergreifender Dienst, Erziehung / Pflege / Betreuung, Hilfskräfte, Wirtschafts- und Versorgungsdienste, externe Dienste (Konsil) etc.
Teamkommunikationsstrukturen Dokumentation
6.2. Schutz der Bewohner
strukturierter Umgang mit autoaggressiven Verhaltensmustern
Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen
bauliche Schutzmaßnahmen (z. B. Reduzierung von Verletzungsgefahren)
Beteiligung der Bewohner
Der Praxisleitfaden zur Durchführung der geschlossenen Unterbringung nach § 1906 BGB Lockerung von Zwangsmaßnahmen ist Bestandteil des QM-Systems und den Mitarbeiter/-innen der Einrichtung bekannt und zugänglich.
Ein erarbeitetes Sicherheitskonzept mit einem im Sinne des PfleWoqG definierten Schutzauftrag liegt vor und wird im Sinne der Konzeption kontinuierlich weiterentwickelt. Das Sicherheitskonzept untergliedert sich in 3 Bereiche:
(1) Sicherheits- und Brandschutzkonzept
(2) Minimierung der Gefahr von selbstverletzenden Handlungen
(3) Schutz der Interessen der Bewohner
Die fachärztliche Versorgung (Einschätzung der Fremd- und Selbstgefährdung, Deeskalation, Krisenprophylaxe) muss sichergestellt sein.
Die Rollen zwischen der die Unterbringung genehmigenden bzw. beantragenden Instanz (Gericht, gesetzlicher Vertreter), der beratenden Instanz (Verfahrenspfleger, Betreuungsbehörde) und der ausführenden Instanz (Heimbetreuer) müssen hinreichend geklärt und für den / die Bewohner transparent sein.
Abstimmungsprozesse der jeweils beteiligten Akteure:
(1) Es gibt klar beschriebene Prozesse der Abstimmung / Kommunikation zwischen der betroffenen Person, dem gesetzlichen Vertreter und der Heimeinrichtung.
(2) Im Sinne der Förderung der Selbstbestimmung und Reduzierung der Fremdbestimmung finden engmaschige Überprüfungen sowie mindestens ein Mal im Quartal ein dezidierter Austausch aller an der Hilfeerbringung Beteiligten (wenn möglich gesetzlicher Vertreter und Bewohner) über die Notwendigkeit der Fortführung der freiheitsentziehenden Maßnahmen statt. Das Ergebnis wird dokumentiert und dem gesetzlichen Vertreter spätestens am dritten Werktag mitgeteilt.
6.3 Betreuungsphasen (Aufnahme, Verlauf, Entlassung)
(1) Entlassung: Kriterien, Vorbereitung
(2) Ablauf, beteiligte Stellen / Mitarbeiter
6 4. Vernetzung
(1) fachliche Kooperationspartner usw.
(2) Ein Konzept zur öffentlichen An- und Einbindung der Einrichtung in den Sozialraum liegt vor.
vgl. Kapitel „Personal" auf dieser Seite
vgl. Kapitel „Rechtliche und fachlich ethische Grundlagen“
vgl. Praxisleitfaden zur Durchführung der geschlossenen Unterbringung
7. Bewohnerbeteiligung ist zu gewährleisten
(1) Es sind Rahmenbedingungen vorhanden, die eine Arbeitsfähigkeit der Bewohnervertretung (gemäß PfleWoqG) ermöglichen.
(2) Beteiligung der Bewohner im Rahmen der täglichen Betreuungsarbeit
Art 3 Abs. 2 Nr. 7
§ 18ff AV PfleWoqG
8. Qualitätskontrolle und -sicherung
Der Träger hat sicherzustellen, dass ein Qualitäts- und Beschwerdemanagement betrieben wird. Ferner ist ein Instrument für die Erhebung der Grunddaten der Qualitätsberichterstattung (siehe Punkt IX) etabliert.
(1) Vorwort / Präambel: Welches Qualitätsmanagementsystem ist vorhanden? Wie wird Qualitätssicherung in der Einrichtung realisiert?
(2) Aussagen zu Qualitätsmanagement:
a. Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität: Verlaufszahlen, Zufriedenheitsbefragung, kontinuierlicher Verbesserungsprozess etc.
b. Führungsprozesse, Funktions- und Stellenbeschreibung, Besprechungsmatrix etc.; Personaleinsatzplan
c. Beschwerdemanagement, Verbesserungsmanagement
d. Ein standardisierter Bogen für die Befragung der Bewohner ist vorhanden.
Art. 3. Abs. 3 Nr. 3 PfleWoqG
vgl. Kapitel „Struktur, Prozess-, Ergebnisqualität und Vernetzung“
Quellen, Autor/en, Ort und Stand der Konzeption (Änderungsdatum)
Das Personal bildet das zentrale Element der fachgerechten Unterstützung von Menschen mit seelischer Behinderung in geschlossen geführten Heimeinrichtungen gemäß der hier formulierten Standards und Empfehlungen. Die Qualität der Leistungen hängt wesentlich von einer den besonderen Anforderungen entsprechenden guten personellen Ausstattung ab – in quantitativer und qualitativer Hinsicht.
Empfehlung: Personalausstattung entsprechend der besonderen Anforderungen
Personalausstattung entsprechend der besonderen Anforderungen
Für eine qualitativ hochwertige Versorgung von Menschen mit einer seelischen Behinderung in geschlossen geführten Heimeinrichtungen muss den besonderen (qualitativen und quantitativen) personellen Anforderungen in den Einrichtungen angemessen Rechnung getragen werden. Diese Anforderungen ergeben sich aus dem geschlossenen Setting sowie aus dem Doppelauftrag der Sicherung einerseits und der Förderung von Teilhabe andererseits. Diesem Sachverhalt wird angesichts der einheitlichen Musterleistungsvereinbarung für stationäre Einrichtungen bislang nicht hinreichend entsprochen.
Vertreter der Leistungsträger, Leistungserbringer und
sollten hierzu in Diskussion treten. Grundlage für die Diskussion können unter anderem die dargelegten bei der Personalausstattung zu beachtenden Aspekte sowie die formulierten Standards und Empfehlungen bilden.
Empfehlung: Personaldichte und Größe der Einrichtung
Die Größe einer Einrichtung sollte nicht von der erforderlichen Personaldichte (z. B. muss pro Gruppe immer eine Fachkraft anwesend sein) abhängig sein. Vielmehr sollte umgekehrt die erforderliche Personaldichte auch bei kleinen Einrichtungen gewährleistet werden. Hier sollten zwischen Vertretern der Leistungsträger und Leistungserbringer „Wirtschaftlichkeitsgrenzen“ – unter Berücksichtigung der Besonderheiten in geschlossen geführten Heimeinrichtungen – neu diskutiert werden. Zu dieser Thematik liefert voraussichtlich das Folgeprojekt GSV 15 A weitere Grundlagen.
Personalgewinnung und -erhalt
Empfehlung: Strategien zu Personalgewinnung und -erhalt
Ausgehend vom Anspruch, qualifiziertes und persönlich geeignetes Personal einzusetzen, sollten Träger
geführter Heimeinrichtungen geeignete Strategien entwickeln, wie sie Fachpersonal gewinnen und halten können. Diese beziehen sich – neben der Ausbildung von Nachwuchskräften – insbesondere auf den Aspekt „Attraktiver Arbeitsplatz“. Hierzu gehören z. B. ein gutes Arbeitsklima, der Ruf der Einrichtung, Strukturqualität, Möglichkeiten der Weiterbildung, Gestaltungsspielraum und Verantwortung im Arbeitsbereich, angemessene Bezahlung etc.
Herleitung des Personalbedarfs
Standard: Systematik / Logik zur Ermittlung der Personaldichte und Qualifikation
geführte Einrichtungen ist die Personaldichte und -qualifikation aus dem besonderen Setting / Auftrag (Sicherung einerseits, Unterstützung zur Teilhabe andererseits) und den zugrunde gelegten Zielen differenziert nach folgender Logik abzuleiten:
Zielgruppe / Klientel, Ziele (Leitziele gemäß vorliegender Leitlinien; ggf. weitere konzeptspezifische Leitziele der Einrichtung; individuelle Ziele der Klienten)
Ergebnisqualität (übergreifend und individuell)
Leistungen (Leistungsangebot der Einrichtung, individuell vereinbarte Leistung)
Personal (Qualifikation entsprechend den Aufgaben; Betreuungsdichte entsprechend den Leistungen).
Die jeweilige Heimeinrichtung ist für die Sicherstellung der personellen Ausstattung inkl. der regelmäßigen Überprüfung der Passgenauigkeit (z. B. hinsichtlich sich verändernder Zielgruppen und hinsichtlich rechtlicher Rahmenbedingungen) verantwortlich.
Personaldichte / Betreuungsschlüssel
Empfehlung: Prüfung von Modellen zur Personalbemessung
Im Rahmen einer zu erstellenden Musterleistungsvereinbarung für geschlossen geführte Heimeinrichtungen für psychisch kranke / suchtkranke Menschen soll die Individualität (entsprechend Konzept etc.) beibehalten werden und in der Praxis der Verhandlung individueller Leistungsvereinbarungen Anwendung finden.
Die Bemessung des Personalschlüssels soll im Rahmen einer Musterleistungsvereinbarung überarbeitet werden. Dafür können beispielsweise folgende Modelle als Grundlage dienen:
Modell 1 ausgehend von den individuellen Bedarfen
Als Grundlage dient die PsychPV (Psychiatrie-Personalverordnung). Diese wird – auf der Basis der hier formulierten Standards und Empfehlungen – auf den Heimbereich angepasst. Als weiteres mögliches Hilfsinstrument ist das Einstufungsverfahren des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) zu prüfen.
Vorschlag 2 ausgehend von kumulierten Bedarfen
Die Personalberechnung erfolgt auf der Grundlage von Wochenplänen, dem „Programm“ der Einrichtung sowie dem Soll-Personaleinsatzplan. Diese sind Bestandteil des Konzepts, das auf den hier formulierten Standards und Empfehlungen basiert.
Modelle zur Personalbemessung sollen einen Gestaltungsspielraum für die Umsetzungspraxis eröffnen (z. B. um auf individuell schwankende und Wünsche der Klienten angemessen reagieren zu können).
Aus PfleWoqG Art. 3
„Der Träger einer stationären Einrichtung hat sicherzustellen, dass
Pflege- und Betreuungskräfte in ausreichender Zahl und mit der für die von ihnen zu leistende Tätigkeit erforderlichen persönlichen und fachlichen Eignung vorhanden sind […]
[…] die Leistungen nach dem jeweils allgemein anerkannten Stand fachlicher Erkenntnisse erbracht werden […] Hierzu gehört insbesondere, dass ausreichend fachlich geeignetes Personal eingesetzt wird, um unter Achtung der Menschenwürde eine nach Art und Umfang der Betreuungsbedürftigkeit angemessene individuelle Lebens¬gestaltung zu ermöglichen, […] die erforderlichen Hilfen zu gewähren sowie freiheitseinschränkende Maßnahmen nur anzuwenden, wenn sie zum Schutz gegen eine dringende Gefahr für Leib und Leben unerlässlich sind.“
Empfehlung: Fachliche Anforderungen an die Heimleitung
Zusätzlich zu den im AV PfleWoqG genannten Anforderungen an die Heimleitung sind folgende Kompetenzen von Vorteil:
Therapeutische Kenntnisse,
Generalisiertes Wissen für den Arbeitsbereich, um den aktuellen fachlichen Anforderungen gerecht zu werden,
Bereitschaft zum vernetzten Arbeiten (vgl. Standards / Empfehlungen zur Vernetzung),
Fähigkeit zur Selbstreflexion, insbesondere hinsichtlich der in der Präambel skizzierten Aspekte.
Empfehlung: Überarbeitung Definition Fachkräfte
Im Rahmen einer zu erstellenden Musterleistungsvereinbarung für geschlossen geführte Heimeinrichtungen für psychisch kranke / suchtkranke Menschen soll unter Beachtung des PfleWoqG neu vereinbart werden, was unter Fachkräften in diesem Sinne zu verstehen ist. Folgende Aspekte sollen berücksichtigt werden:
Aktuelle Entwicklungen am Ausbildungsmarkt (Bachelor- und Masterstudiengänge),
Spielraum zur Berücksichtigung konzeptionell begründeter Besonderheiten,
Beschreibung von Kompetenzprofilen (anstelle von ausschließlich Ausbildungsabschlüssen) für Fachkräfte (s. u.).
Es soll für die Folgejahre eine begleitende Kommission geben, welche neue Studiengänge und Ausbildungen begutachtet und entsprechende Empfehlungen für den sozialpsychiatrischen Bereich abgibt.
Empfehlung: Kompetenzprofile für Fachkräfte
Es soll geprüft werden, ob Fachkräfte stärker über Kompetenzprofile (Soll-Profile) definiert werden können. Neben persönlichen Kompetenzen (soft skills s. u.) sind folgende Kompetenzen (im Sinne eines multiprofessionellen Teams) für die fachlich fundierte Arbeit in geschlossen geführten Heimeinrichtungen im Betreuungs- und Arbeitsbereich erforderlich:
allgemeinmedizinisches und pharmakologisches Hintergrundwissen
psychiatrisches Fachwissen
sozialpsychiatrisches Fachwissen
lebensweltbezogene Kompetenz
für das Setting erforderliches juristisches Hintergrundwissen
weitere fachspezifische Kompetenzen (z. B. im Bereich Arbeit / Beschäftigung)
Empfehlung: Kompetenzprofile für Hilfskräfte
Im Rahmen einer zu erstellenden Musterleistungsvereinbarung für geschlossen geführte Heimeinrichtungen für psychisch kranke / suchtkranke Menschen soll geprüft werden, ob und inwiefern angelernte Kräfte (ohne fachspezifische Ausbildung) in einer geschlossen geführten Heimeinrichtung beschäftigt werden können. Hierfür sollen beispielhaft Kompetenzprofile erstellt werden, aus denen die fachliche und persönliche Eignung in Bezug auf das Konzept und den Einsatzbereich plausibel begründet werden kann.
Empfehlung: Persönliche Kompetenzen
Bei der Bewerberauswahl und Stellenbesetzung aller Mitarbeiter/-innen und insbesondere der Heimleitung sollten persönliche Kompetenzen Beachtung finden. Diese sind z. B.
soziale Kompetenzen: selbstbewusstes und selbstsicheres Auftreten, Teamfähigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Kritikfähigkeit, Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft, Selbststeuerungsfähigkeit etc.
ethische Grundhaltung und Menschenbild: Verhältnis zu Macht, Reflexionsfähigkeit
Methodenkompetenzen: Arbeitsmethoden, Lernfähigkeit und -bereitschaft, Kreativität
Selbstkompetenz: Selbstständigkeit, Verhältnis zu Wandel / Weiterentwicklung, Zuverlässigkeit, Einsatzwille, Interesse, Eigeninitiative, Verantwortungsbereitschaft, Belastbarkeit
Handlungskompetenz: Qualitätsorientierung, Flexibilität, Problemlösungs- und Entscheidungsfähigkeit, Deeskalationsfähigkeit
Aus AV PfleWoqG § 11, Abs. 2
„Personen, die in stationären Einrichtungen tätig sind, müssen die erforderliche persönliche und fachliche Eignung für die von ihnen ausgeübte Funktion und Tätigkeit besitzen.“
Aus AV PfleWoqG §§ 12 und 13
„(2) Als Leitung einer stationären Einrichtung für Menschen mit Behinderung ist fachlich geeignet, wer Fachkraft im Bereich stationärer Einrichtungen für Menschen mit Behinderung im Sinn der nach § 16 Abs. 2 erlassenen allgemeinen Verwaltungsvorschrift ist und mindestens eine dreijährige Berufserfahrung in einer sozial- oder heilpädagogischen Einrichtung nachweisen kann.
Persönliche Ausschlussgründe
(1) In der Person der Einrichtungsleitung dürfen keine Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass sie für die Leitung einer stationären Einrichtung ungeeignet ist. Ungeeignet ist insbesondere,
a) wegen einer Straftat gegen das Leben, die sexuelle Selbstbestimmung oder die persönliche Freiheit, wegen vorsätzlicher Körperverletzung, wegen Erpressung, Urkundenfälschung, Untreue, Diebstahls, Unterschlagung, Betrugs oder Hehlerei oder wegen einer gemeingefährlichen Straftat oder einer Insolvenzstraftat zu einer Freiheitsstrafe oder Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens drei Monaten,
b) in den letzten fünf Jahren wegen einer Straftat nach §§ 29 bis 30b des Betäubungsmittelgesetzes oder
c) in den letzten fünf Jahren wegen einer sonstigen Straftat, die befürchten lässt, dass die Vorschriften des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes oder einer auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnung nicht beachtet werden, rechtskräftig verurteilt worden und die Eintragung der Verurteilung noch nicht aus dem Bundeszentralregister zu tilgen ist,
2. diejenige oder derjenige, gegen die oder den wegen einer Ordnungswidrigkeit nach Art. 23 PfleWoqG mehr als zweimal eine Geldbuße rechtskräftig festgesetzt worden ist, soweit nicht fünf Jahre seit Rechtskraft des letzten Bußgeldbescheids vergangen sind.“
Aus § 16 AVPfleWoqG
„(1) Fachkräfte müssen eine mindestens dreijährig angelegte Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben, wodurch ihnen Kenntnisse und Fähigkeiten zur selbstständigen eigenverantwortlichen Wahrnehmung der ausgeübten Funktion und Tätigkeit vermittelt wurden.
(2) Das Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen erlässt allgemeine Verwaltungsvorschriften über die Anerkennung
1. von Fachkräften in den Bereichen der Pflege, Therapie und sozialen Betreuung […]
2. von pädagogischen und pflegerischen Fachkräften für die Gruppenleitung bzw. den Gruppendienst, von Gruppenübergreifenden Fachkräften […].“
„(2) Das Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen erlässt allgemeine Verwaltungsvorschriften über die Anerkennung
2. […] von qualifizierten Hilfskräften stationärer Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.“
Fachkraftquote und Einsatzbereiche von qualifizierten Hilfskräften
Aktueller Stand und fachliche Bewertung
Standard: Begründung Fachkraftquote über Konzeptanforderungen
In der individuellen Leistungsvereinbarung ist bzgl. der Vereinbarung von Hilfskräften und verschiedenen Fachkräften der oben skizzierten Logik zu folgen:
Zielgruppe / Klientel, Ziele (Leitziele gemäß vorliegenden Leitlinien; ggf. weitere konzeptspezifische Leitziele der Einrichtung; individuelle Ziele der Klienten)
Weiter ist zu differenzieren zwischen
Leistungen, die eine Hilfskraft erbringen kann, soll und darf,
Leistungen, die eine Fachkraft erbringen muss sowie
Funktionen, Tätigkeiten / Aufgaben für Fach- und Hilfskräfte sowie insbesondere deren Verantwortungsbereiche.
Empfehlung: Konkretisierung der Fachkraftquote im Projekt GSV 16
Die notwendige Fachkraftquote in geschlossen geführten Heimeinrichtungen wird kontrovers diskutiert. Hierbei spielen neben der Größe der Einrichtung und praktischen Erwägungen insbesondere unterschiedliche konzeptionelle Ausrichtungen eine wesentliche Rolle. Über derartige konzeptionelle Besonderheiten gilt es sich zukünftig trägerübergreifend zu verständigen. Dabei soll die jeweilige Fachkraftquote konkret fachlich aus dem Konzept heraus begründet werden. Diese Thematik soll im geplanten Folgeprojekt GSV 15 A aufgegriffen werden.
Aus § 15 AVPfleWoqG
[…] Betreuende Tätigkeiten dürfen nur durch Fachkräfte oder unter angemessener Beteiligung von Fachkräften wahrgenommen werden.
Hierbei muss mindestens eine betreuend tätige Person, bei mehr als 20 nicht pflegebedürftigen Bewohnerinnen […] anwesend […] und mindestens jede zweite weitere betreuend tätige Person eine Fachkraft sein.
[…] In der Nacht muss ausreichend Personal, mindestens aber eine Fachkraft ständig anwesend sein. […].
Zuordnung von Professionen und Funktionen in der Leistungsvereinbarung
Empfehlung: Überprüfung der Koppelung von Betreuungsschlüssel-Korridoren in benannten Bereichen mit benannten Professionen
Im Rahmen einer zu erstellenden Musterleistungsvereinbarung für geschlossen geführte Heimeinrichtungen für psychisch kranke / suchtkranke Menschen soll geprüft werden, ob und inwiefern die Koppelung von Betreuungsschlüssel-Korridoren für verschiedene Bereiche (gruppenübergreifende Dienste, Beschäftigung / Tagesstruktur, Betreuung im Gruppendienst) mit bestimmten Professionen (insb. Psychologe, Ergo- / Beschäftigungstherapeut, Sozialpädagogen, Fachpflege) fachlich sinnvoll verändert werden kann. Maßgeblich für die Diskussion ist der Anspruch den individuellen Bedarfen der Klienten und ggf. besonderen konzeptionellen Anforderungen von Heimeinrichtungen gerecht zu werden.
Empfehlung: Supervision, Fort- und Weiterbildung
Im Rahmen einer zu erstellenden Musterleistungsvereinbarung für geschlossen geführte Heimeinrichtungen für psychisch kranke / suchtkranke Menschen soll ein Budget für Supervision, Fort- und Weiterbildung festgelegt werden, das den besonderen Umständen des Arbeitsfeldes Rechnung trägt. Dabei sollen folgende Aspekte Berücksichtigung finden:
Erweiterter Bedarf an Supervision: Mitarbeiter/-innen geschlossen geführter Heimeinrichtungen brauchen mehr Supervision als Mitarbeiter/-innen in offenen Einrichtungen. Die Begründung hierfür liegt im Setting: Die Schutzbedürfnisse der Klienten sind größer als in offenen Einrichtungen. Eine systematische Reflexion insbesondere hinsichtlich des Umgangs mit Macht muss ermöglicht werden.
Spezifische Fortbildungen: Fachliche Pflichtfortbildungen für dieses Tätigkeitsfeld sind erforderlich, beispielsweise DBT (Dialeketisch-Behaviorale Therapie, besonders geeignet für die Arbeit mit Menschen mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung), Deeskalation / Gewaltprävention, Krisenprävention und -intervention, spezifische rechtliche Grundlagen, störungsspezifisches Wissen und spezifisches Fachwissen zum Umgang mit komplex gestörten Menschen. Das Fortbildungsprogramm sollte auch trägerübergreifend und / oder gemeinsam mit Kliniken (auch zur besseren Vernetzung) erstellt und durchgeführt werden.
Fachliche Unterstützung / Fallbesprechungen (jenseits einzelfallbezogener Zusammenarbeit) durch einen geeigneten Facharzt für Psychiatrie.
Empfehlung: Führungs-Supervision
Aufgrund der besonderen Verantwortung und Schlüsselposition der Heimleitung soll diese regelmäßig eine Führungs-Supervision in Anspruch nehmen.
Aus § 17 AVPfleWoqG
Der Träger der stationären Einrichtung ist verpflichtet, den dort tätigen Personen Gelegenheit zur Teilnahme an tätigkeitsbezogenen Fort- und Weiterbildungen zu geben.
[…] Der Träger hat darauf hinzuwirken, dass bei der Auswahl geeigneter Fort- und Weiterbildungen insbesondere der von der zuständigen Behörde festgestellte Qualifizierungsbedarf berücksichtigt wird.
Folgende Grunddaten werden dokumentiert und gegenüber der Fachsozialplanung des Bezirks Oberbayern transparent gemacht:
Basisdaten der Einrichtung
•	Ansprechpartner
Anzahl der offen geführten Plätze
Anzahl der geschlossenen Plätze
Auslastungsgrad der geschlossen geführten Plätze
Anzahl der freiwillig beschützen Aufenthalte
Grunddaten der Leistungsberechtigten (anonymisiert)
•	Diagnose
•	Migrationshintergrund (wünschenswert)
Wohnform der Leistungsberechtigten vor und nach der Maßnahme
•	Landkreis
•	Bezirk
Aufenthaltsdauer der Leistungsberechtigten
Aufenthalte ohne gesetzliche Vertreter
Grad der überregionalen Aufnahme in Prozent
Weitervermittlungsquote
Standort der Einrichtung, Versorgungs- und Einzugsgebiet
Die Integration und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft muss möglich sein. Der Standort der Einrichtung sollte es ermöglichen, die im allgemeinen Teil formulierten Ziele sowie die individuellen Rehabilitationsziele in geeigneter Weise zu erreichen. Entsprechend sollte die stationäre Einrichtung im Sozialraum gut verankert sein. Das Bayerische Staatsministerium des Inneren (Oberste Baubehörde) empfiehlt in einem Merkblatt (November 2012) für stationäre Wohnplätze für Menschen mit Behinderung: „Gewünscht sind individuelle, wohnortnahe, kleinteilige Wohnformen in gut integrierten Ortslagen“.
Für die Wahl des Standorts ist es zudem für den Anbieter nicht unerheblich, ob qualifiziertes Fachpersonal in ausreichendem Maß vorhanden ist.
Standard: Standort
Der Standort richtet sich am therapeutischen Konzept der Einrichtung aus und nimmt Bezug auf den Auftrag und die Definition der stationären Wohnform.
Die öffentliche An- und Einbindung in die Gesellschaft muss möglichst barrierefrei gewährleistet werden und bestenfalls die in den Empfehlungen (siehe unten) genannten infrastrukturellen Gegebenheiten beinhalten.
Die ärztliche und gesundheitliche Betreuung in der stationären Einrichtung muss in einer angemessenen Art und Weise gewährleistet sein
vgl. hierzu: Art. 3 Abs. 2 Nr. 5 PfleWoqG
Empfehlung: Standort und Teilhabemöglichkeiten
Für die Bewohner sollen Teilhabemöglichkeiten, insbesondere in den Bereichen Freizeit und Tagesgestaltung (Kino, Theater, Vereine, Café etc.), Selbstversorgung (Geschäfte, die eine schrittweise Selbstversorgung ermöglichen etc.), Beschäftigung und Arbeit (Zuverdienst, WfbM, TSM, Tätigkeiten innerhalb des Gemeinwesens etc.), in erreichbarer Nähe sein.
Eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz sowie Voraussetzungen einer guten Informationsstruktur sollen gegeben sein.
Auf die Minimierung von suizidfördernden Umgebungsvariablen (vielbefahrene Straßen, Bahnstrecken, Hochhäuser, Brücken oder andere potenzielle Suizidhotspots in fußläufiger Entfernung) soll geachtet werden.
Versorgungs- und Einzugsgebiet
Standard: Versorgungs- und Einzugsgebiet
Die Leistungen werden vorrangig für leistungsberechtigte Personen im Rahmen der in der Leistungsvereinbarung definierten Versorgungsregion erbracht.
Empfehlung: Versorgungs- und Einzugsgebiet
Einrichtungen, die im Vollversorgungsgebiet der Kliniken liegen, sollen bevorzugt Patienten aus diesen Kliniken aufnehmen.
Die Tagesstruktur umfasst die Bereiche Wohnen, Arbeit und Freizeit. In allen drei Bereichen gilt ebenfalls als oberste Prämisse das „Normalitätsprinzip“ und als Ziel der Erhalt oder die Verbesserung der selbstbestimmten Lebensführung. Die Bewohner organisieren ihre Lebensbereiche so weit als möglich selbstständig und erhalten dabei so viel Unterstützung wie notwendig.
Tagesstruktur Wohnen
Standard: Tagesstruktur im Bereich Wohnen
Selbstversorgung wird im Rahmen des Betreuungssettings ermöglicht.
Frei zugängliche Teeküchen mit Kochausstattung sind in ausreichender Anzahl vorhanden.
Frei zugängliche Waschmaschinen und Trockenmöglichkeiten sind in ausreichender Anzahl vorhanden.
Raumpflegematerialien werden bereitgestellt.
Eine zusätzliche individuelle Versorgung mit Lebensmitteln soll möglich sein.
Individuelles Einkaufen von Kleider- und Körperpflegeprodukten soll möglich sein.
Das Mitgestalten des Wohnraums soll möglich sein.
Tagesstruktur Arbeit
Standard: Tagesstruktur im Bereich Arbeit
Sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten werden angeboten.
Es gibt ein breitgefächertes und an den Interessen und Ressourcen des Bewohners ausgerichtetes Angebot.
Kontakt zu Kooperationspartnern aus dem örtlichen Handwerk und den Kommunen wird aufgebaut und gepflegt, um niederschwellige Aufträge zu akquirieren.
Aufgaben und Arbeitsplätze aus dem hauswirtschaftlichen oder haustechnischen Bereich werden vorgehalten.
Die Nutzung regionaler Angebote außerhalb der Einrichtung sollte möglich sein.
Tagesstruktur Freizeit
Standard: Tagesstruktur im Bereich Freizeit
Es werden Möglichkeiten entsprechend der individuellen Neigungen und Bedürfnisse im Rahmen der Freizeitgestaltung innerhalb und außerhalb der Einrichtung angeboten. Dazu zählen insbesondere:
Telefon: 089 2198-22502
Qualitätsstandards für geschlossen geführte Heimeinrichtungen
(PDF, nicht barrierefrei, 873 kB)
Band II: Praxisleitfaden
(PDF, nicht barrierefrei, 726 kB)

References: § 50
 § 2
 § 4
 § 6
 § 7
 § 8
 § 50
 § 9
 § 50
 § 50

§ 46

Art. 3

Art. 3

Art. 3
 § 1906

§ 18

Art. 3
 Art. 3
 § 11
 § 16
 Art. 23
 § 16
 § 15
 § 17
 Art. 3