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Timestamp: 2018-07-21 16:42:02+00:00

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Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen [1] - PDF
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1 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen [1] Das bauaufsichtliche System der Rettungswege Der erste bauliche Rettungsweg Der zweite Rettungsweg Rettungswegbreiten und längen, Anforderungen an Türen in Rettungswegen Brandschutztechnische Anforderungen an notwendige Flure und notwendige Treppenräume Richtige Ausführung von Flur- und Treppenraumwänden. Erläuterung an Hand von Beispielen, z.b. obere An- und Abschlüsse der Trennwände. Dipl.-Ing. (FH) Josef Mayr Ingenieurbüro für Brandschutz Kanalstraße Wolfratshausen Tel: Mail: Wichtiger Hinweis [1] Das Manuskript ist teilweise ein Nachdruck aus dem Brandschutzatlas. Alle Rechte vorbehalten. Ein Nachdruck - auch auszugsweise - ist nicht gestattet. Kein Teil des Manuskripts darf ohne schriftliche Genehmigung der Feuertrutz GmbH in irgendeiner Form - durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren - reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Praxistip: Bauordnungen und weitere Bauvorschriften kostenlos im Internet: siehe Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
2 Inhalt 1 DAS BAUAUFSICHTLICHE SYSTEM DER RETTUNGSWEGE Allgemeine Grundsätze und Begriffe Nutzungseinheiten Teilnutzungseinheiten Aufenthaltsraum Fliehen und Fluchtwege Retten und Rettungswege Rettungsgeräte der Feuerwehr Standardbauten und Sonderbauten Anforderungen der LBOs Grundsätzliche Anforderungen der MBO Rettungsweglängen und -breiten Gefangene Räume Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein; beide Rettungswege dürfen jedoch innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur führen Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum, die nicht zu ebener Erde liegen, muss der erste Rettungsweg über eine notwendige Treppe führen Der zweite Rettungsweg kann eine weitere notwendige Treppe oder eine mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle der Nutzungseinheit sein Ein zweiter Rettungsweg ist nicht erforderlich, wenn die Rettung über einen sicher erreichbaren Treppenraum möglich ist, in den Feuer und Rauch nicht eindringen können (Sicherheitstreppenraum) Gebäude, deren zweiter Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr führt und bei denen die Oberkante der Brüstung von zum Anleitern bestimmten Fenstern oder Stellen mehr als 8 m über der Geländeoberfläche liegt, dürfen nur errichtet werden, wenn die Feuerwehr über die erforderlichen Rettungsgeräte wie Hubrettungsfahrzeuge verfügt Bei Sonderbauten ist der zweite Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr nur zulässig, wenn keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen Beispiele und Erläuterungen Nutzungseinheiten ohne notwendigen Flur im 5. OG der Gebäudeklasse 5 zweiter Rettungsweg durch anleiterbare Stellen [1] Nutzungseinheiten ohne notwendigen Flur im 5. OG der Gebäudeklasse 5 zweiter Rettungsweg durch zweite notwendige Treppe bzw. Nottreppe [1] Nutzungseinheiten ohne notwendigen Flur mit Anschluss an einen notwendigen Flur im 5. OG der Gebäudeklasse 5 Treppenraum mittig angeordnet, zweiter Rettungsweg durch anleiterbare Stellen [1] Standardnutzungseinheiten ohne notwendigen Flur mit Anschluss an einen notwendigen Flur im 5. OG der Gebäudeklasse 5 zweiter Rettungsweg durch zweite notwendige Treppe [1] Nutzungseinheit mit notwendigem Flur im 5. OG der Gebäudeklasse 5 Treppenraum mittig angeordnet, zweiter Rettungsweg durch anleiterbare Stelle [1] Nutzungseinheit mit notwendigem Flur im 5. OG der Gebäudeklasse 5 zweiter Rettungsweg durch zweite notwendige Treppe [1] Nutzungseinheiten ohne notwendigen Flur mit zwei Ausgängen und zwei baulichen vertikalen Rettungswegen im 5. OG der Gebäudeklasse 5 [1] Gebäude der Gebäudeklasse 5 im EG mit zwei Werkstätten. Alle Fenster nicht öffenbar Beispiel für eine Verlegung des vorstehend dargestellten Grundrisses in das 5. OG mit notwendigem Flur und zwei notwendigen Treppen Beispiel für eine Verlegung des vorstehend dargestellten Grundrisses in das 5. OG mit Sicherheitstreppenräumen 37 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
3 Beispiel für die Sicherstellung des zweiten Rettungsweges mit Rettungsgeräten der Feuerwehr durch Dachflächenfenster Beispiel für die Sicherstellung des zweiten Rettungsweges mit Rettungsgeräten der Feuerwehr bei einem Abstand von mehr als 1 m von der Traufkante [1] Rettungswege bei Maisonette-Nutzungseinheiten 39 2 GEBÄUDEKLASSEN 42 3 NOTWENDIGE TREPPEN 46 4 NOTWENDIGE TREPPENRÄUME 47 5 NOTWENDIGE FLURE 57 6 RAUCHWARNMELDER IN WOHNUNGEN 65 1 Erfordernis, Einbau und Betrieb von Rauchwarnmeldern 65 2 Nachrüstung in vorhandenen Wohnungen 65 3 Betriebsbereitschaft und Verantwortung 65 7 ZUORDNUNG DER BAUAUFSICHTLICHEN BENENNUNGEN VON SONDERBAUTEILEN ZU DEN NATIONALEN KLASSIFIZIERUNGEN NACH DIN 4102 UND EUROPÄISCHEN KLASSIFIZIERUNGEN NACH DIN EN FORM UND DARSTELLUNG DES BRANDSCHUTZNACHWEISES 69 9 LITERATURHINWEIS 76 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
4 1 Das bauaufsichtliche System der Rettungswege 1.1 Allgemeine Grundsätze und Begriffe Die Erschließung eines Gebäudes durch Zugänge, Treppen, Flure usw. ist nicht nur für den Nutzungskomfort, die architektonische Qualität und die Möglichkeit, die Gebäude zu möblieren, sondern auch für die Sicherheit der Nutzer von Bedeutung. Das betrifft sowohl die Konzeption der Erschließung (z.b. die Frage ob und wie schnell sich jemand einer Gefahr entziehen kann) als auch das Detail (kann z.b. eine 2,5 m lange und 0,70 m breite Krankentrage im Treppenraum noch ohne Probleme getragen werden). Bei den nachfolgenden Ausführungen und Skizzen zur Konzeption der Ausgänge muss immer von der Mehrfunktionalität der Verkehrswege ausgegangen werden: a) normaler Aus- und Zugang b) Fluchtweg für den Nutzer weg von einer Gefahr c) Rettungsweg für Hilfskräfte zur Rettung von Personen d) Angriffsweg für die Feuerwehr zur Brandbekämpfung. Die jeweiligen Anforderungen an Rettungswege sind teilweise eng an verschiedene Begriffe gekoppelt, bzw. sie ergeben sich aus deren Interpretation. Deshalb werden hier Begriffe erläutert, die im Zusammenhang mit Rettungswegen von Bedeutung sind Nutzungseinheiten Der Begriff Nutzungseinheit ist für die Rettungswege von großer Bedeutung, da diese immer aus der jeweiligen Nutzungseinheit hinausführen. Außerdem sind Nutzung und Größe der Nutzungseinheit wichtige Kriterien für die Ausbildung der horizontalen Rettungswege. Deshalb muss vor einer Festlegung und Dimensionierung der Rettungswege immer genau bekannt sein, wie die jeweilige Nutzungseinheit beschaffen ist, aus der sie hinausführen. Die Nutzungseinheit wird in den meisten LBOs (wenn überhaupt) nur am Rande definiert. Dies führt dazu, dass hierüber in Deutschland bei Sonderbauten wie Krankenhäusern teilweise kontrovers diskutiert wird. Die Nutzungseinheit ist auch ein Kriterium für die Einstufung der Gebäude in die verschiedenen Gebäudeklassen. In Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 dürfen nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten mit insgesamt nicht mehr als 400 m² vorhanden sein. In die Gebäudeklasse 4 dürfen Gebäude nur eingestuft werden, wenn sie Nutzungseinheiten von jeweils nicht mehr als 400 m² haben. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
5 Definition der Nutzungseinheit Was mit einer Nutzungseinheit gemeint ist, wird z.b. in 33 der MBO 2002 [1] genannt: Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten Daraus ergibt sich, dass Wohnungen, Praxen und selbstständige Betriebsstätten Nutzungseinheiten sind. Schwieriger wird die Festlegung bei verschiedenen Sonderbauten wie Hotels, Schulen und Krankenhäusern. Allgemein wird Nutzungseinheit definiert als ein in sich abgeschlossener Bereich von einem oder mehreren Räumen, die einer Person oder einem Personenkreis zur Benutzung zur Verfügung stehen. Wichtig ist dabei das Abgeschlossenheitsprinzip. Die jeweilige Nutzungseinheit muss von anderen Nutzungseinheiten brandschutztechnisch mit entsprechenden raumabschließenden feuerwiderstandsfähigen Bauteilen (Wänden und Decken) abgetrennt sein. Messung der Größe von Nutzungseinheiten Die Grundflächen der Nutzungseinheiten sind gemäß MBO 2002 die Brutto-Grundflächen. Bei deren Berechnung zur Bestimmung der Gebäudeklasse bleiben die Flächen in den Kellergeschossen außer Betracht. Beispiel Die Trennwand zwischen zwei Teilnutzungseinheiten ist zweimal zu berücksichtigen: einmal bei der Größenberechnung von Teilnutzungseinheit 1 und einmal bei der Größenberechnung von Teilnutzungseinheit Teilnutzungseinheiten Der Begriff Teilnutzungseinheiten ist nur für Nutzungseinheiten relevant, die einer Büro- und Verwaltungsnutzung dienen. Gemäß MBO 2002 und den meisten LBOs können größere Nutzungseinheiten, die dieser Nutzung dienen, in nicht mehr als 400 m² große Teilnutzungseinheiten unterteilt werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Teilnutzungseinheiten untereinander durch raumabschließende feuerwiderstandsfähige Trennwände mit einer Feuerwiderstandsdauer entsprechend der jeweiligen Gebäudeklasse abgetrennt sind und jede Teilnutzungseinheit für sich, also unabhängig von den anderen Teilnutzungseinheiten, die bauaufsichtlich vorgeschriebenen Rettungswege hat. Der Sinn dieser bis zu 400 m² großen Teilnutzungseinheiten besteht darin, dass innerhalb dieser Teilnutzungseinheiten keine notwendigen Flure erforderlich sind, was aus der Sicht des baulichen Brandschutzes in der Regel zu erheblichen Vereinfachungen und damit auch zu Kosteneinsparungen führt. Sollen jedoch andere Nutzungseinheiten als Büro- und Verwaltungsnutzungen mit einer ähnlichen bzw. vergleichbaren Nutzung in Teilnutzungseinheiten aufgeteilt werden, sind sowohl eine Abstimmung mit der für den Brandschutz zuständigen Stelle als auch eine entsprechende Abweichung (Ausnahme/Befreiung) erforderlich. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
6 Grundsätzlich ist zu beachten, dass dieses Konstrukt der Aufteilung in Teilnutzungseinheiten nach derzeitiger Sichtweise und Interpretation nicht zu einer günstigeren Einstufung bei der Gebäudeklasse führt. Maßgebend für die Einstufung in die Gebäudeklasse ist immer die Größe der gesamten Nutzungseinheit und nicht die der einzelnen Teilnutzungseinheiten Aufenthaltsraum Es gibt keine eigenständige bundesrechtliche Begriffsbestimmung des Aufenthaltsraums. In 2 (5) MBO 2002 und sinngemäß in den LBOs wird er nur allgemein definiert. Aufenthaltsräume sind Räume, die zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt oder geeignet sind. Außerdem bestehen nach der MBO und den LBOs an Aufenthaltsräume noch weitere Anforderungen, z.b. in Bezug auf Raumhöhe und Belichtung. Teilweise sind jedoch nach 47 MBO auch Aufenthaltsräume ohne bestimmte Mindestraumhöhen (z.b. in Dachgeschossen oder Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2) bzw. ohne Belichtung durch Tageslicht (bestimmte Räume) zulässig. In Anlehnung an die Kommentierung des Begriffs Raum zum dauerhaften Aufenthalt von Menschen durch Baltz/Fischer [2] gilt als Aufenthaltsraum: ein Raum, der in einer Weise benutzt werden soll, die den Aufenthalt der darin verkehrenden Menschen als einen nicht bloß vorübergehenden erscheinen lässt, wobei die Benutzung nicht nur vereinzelt in größeren Zwischenräumen, sondern im wesentlichen fortgesetzt und stetig, je nach Bedürfnis bald längere, bald kürzere Zeit, zumindest in einer durch die konkreten Verhältnisse bedingten regelmäßigen Wiederholung erfolgt. Beispiel 1: Wohnungen und Nutzungseinheiten, die dem Wohnen dienen Aufenthaltsräume sind: Wohnzimmer, Wohnküchen, Küchen, Esszimmer, Schlafräume. Keine Aufenthaltsräume sind: Flure, Gänge, Bäder, Toiletten, Abstellräume, Waschmaschinenräume. Sogenannte Hobbyräume werden in Deutschland unterschiedlich beurteilt. Hier kommt es auf die tatsächliche Nutzung und die entsprechende Bewertung im jeweiligen Bundesland an. Da jedoch, z.b. bei wärmegedämmten, beheizten, belüfteten und belichteten Hobbyräumen im KG nicht ausgeschlossen werden kann, dass solche Räume tatsächlich als Aufenthaltsräume benutzt werden (z.b. Gästezimmer, Bastelzimmer, Kinderspielzimmer, Computerzimmer), ist es im Zweifelsfall empfehlenswert, sie bezüglich der Rettungswege als Aufenthaltsräume zu bewerten. Sollen dagegen Hobbyräume nicht als Aufenthaltsräume bewertet werden, ist es empfehlenswert, dies zweifelsfrei festzulegen, zu dokumentieren und vom Bauherrn bzw. Nutzer schriftlich bestätigen zu lassen. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
7 Beispiel 2: Nutzungen, die nicht dem Wohnen dienen Aufenthaltsräume sind: Büros, Praxen, Werkstätten, Restaurants, Kantinen, Seminarräume, Läden. Keine Aufenthaltsräume sind: Teeküchen, Abstellräume, Toiletten, Duschen, Waschmaschinenräume, Trockenräume, Technikräume. Eine unterschiedliche Bewertung in Abhängigkeit zur Nutzung ist möglich bei Lagerräumen und Umkleideräumen mit oder ohne Duschen. Werden diese Räume nur vorübergehend genutzt, sind sie nicht als Aufenthaltsräume zu bewerten. Halten sich dort dagegen Personen nicht nur vorübergehend auf, führt dies zu einer Bewertung als Aufenthaltsräume Fliehen und Fluchtwege Fliehen ist das schnelle selbstständige Verlassen eines Ortes aufgrund einer Gefahr, also das selbstständige Sich-in-Sicherheit-Bringen von Personen aus einem Gefahrenbereich. Fluchtwege müssen ein rasches Fliehen (selbstständiges Verlassen) des Aufenthaltsbereichs in einem Gefahrenfall ermöglichen. Sie sind damit ständig vorhandene feste bauliche Einrichtungen, die ohne fremde Hilfe jederzeit begangen werden können. An sie werden gemäß den LBOs, ihren ergänzenden Vorschriften und Richtlinien sowie weiteren Vorschriften, wie den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A2.3) besondere Anforderungen gestellt. Unter 3.1 wird in ASR A2.3 definiert: Fluchtwege sind Verkehrswege, an die besondere Anforderungen zu stellen sind und die der Flucht aus einem möglichen Gefährdungsbereich und in der Regel zugleich der Rettung von Personen dienen. Fluchtwege führen ins Freie oder in einen gesicherten Bereich. Fluchtwege im Sinne dieser Regel sind auch die im Bauordnungsrecht definierten Rettungswege, sofern sie selbstständig begangen werden können Retten und Rettungswege Retten ist das Abwenden eines lebensbedrohlichen Zustandes durch Befreien aus einer Zwangslage. Retten in diesem Sinne erfordert damit immer die aktive Hilfe Dritter (Feuerwehr, Rettungskräfte), die zur Beseitigung einer lebensbedrohenden Notlage von Menschen und Tieren eingreifen. Rettungswege sind die wichtigsten und baurechtlich unbedingt notwendigen Teile des Gebäudes, über die Personen das Gebäude selbst verlassen oder über die sie gerettet werden können. Rettungswege dienen in erster Linie der Flucht. Ist diese (selbstständiges Verlassen des Gefahrenbereichs) nicht bzw. wegen Feuer und Rauch nicht mehr möglich, dienen Rettungswege zur Rettung von Menschen und Tieren durch die Rettungskräfte. Außerdem sind sie auch Angriffswege der Feuerwehr. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
8 Die Anforderungen an die Rettungswege sind abhängig von der Nutzung sowie den Nutzungseinheiten und den darin angeordneten Aufenthaltsräumen. An die Rettungswege werden gemäß den LBOs, ihren ergänzenden Vorschriften und Richtlinien sowie weiteren Vorschriften, wie den ASR A2.3 [3], besondere Anforderungen gestellt. In Nutzungseinheiten ohne Aufenthaltsräume genügt ein Rettungsweg, der zugleich auch als Fluchtweg dient. In Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum sind grundsätzlich zwei voneinander unabhängige Rettungswege erforderlich (ausgenommen Nutzungseinheiten mit Sicherheitstreppenraum). Die Unabhängigkeit bezieht sich dabei in der Regel auf die vertikalen Rettungswege. Der erste Rettungsweg muss immer baulich sein (eine ständig vorhandene feste bauliche Einrichtung) und ohne fremde Hilfe jederzeit begangen werden können. Er kann sich aus dem horizontalen Rettungsweg (notwendiger Flur), dem vertikalen Rettungsweg (notwendige Treppe) sowie ihren Einund Ausgängen zusammensetzen und muss in der Regel auf eine öffentliche Verkehrsfläche führen. Der zweite Rettungsweg kann entweder baulich sein (eine weitere ständig vorhandene feste bauliche Einrichtung) und muss dann ohne fremde Hilfe jederzeit begangen werden können oder er wird im Gefahrenfall durch Rettungsgeräte der Feuerwehr hergestellt. Falls der zweite Rettungsweg erst über Rettungsgeräte der Feuerwehr hergestellt wird, muss die Feuerwehr über die erforderlichen Rettungsgeräte verfügen, und bei Sonderbauten dürfen keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
9 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
10 1.1.6 Rettungsgeräte der Feuerwehr Rettungsgeräte der Feuerwehr sind Geräte, die geeignet sind, Menschen und Tiere aus einem Gefahrenbereich herauszuführen oder aus einer lebensbedrohlichen Zwangslage zu befreien. Zu ihnen gehören z.b. tragbare Leitern, Hubrettungsfahrzeuge und andere Einsatzmittel wie Rauchschutzhauben Standardbauten und Sonderbauten Zur einfacheren Definition werden Gebäude in Standardbauten und Sonderbauten aufgeteilt. Standardbauten sind Gebäude für die sich die Brandschutzanforderungen abschließend in der MBO bzw. den entsprechenden LBOs befinden. Darüber hinausgehende Brandschutzanforderungen bestehen in der Regel nicht. Sonderbauten sind in der MBO bzw. den LBOs konkret aufgezählt, dabei wird zwischen geregelten und nicht geregelten Sonderbauten unterschieden. Für die geregelten Sonderbauten sind meist weitergehende Brandschutzanforderungen einzuhalten, die in den entsprechenden Sondervorschriften geregelt sind. Werden dort für bestimmte Bereiche keine besonderen Anforderungen gestellt, gilt grundsätzlich die MBO bzw. die jeweilige LBO. Alle anderen Sonderbauten werden als nicht geregelte Sonderbauten bezeichnet. Für diese bestehen keine Sondervorschriften, bzw. sie sind im jeweiligen Bundesland nicht eingeführt. Die jeweils erforderlichen Brandschutzmaßnahmen werden dann im Rahmen eines Brandschutzkonzeptes bzw. -nachweises im Einzelnen festgelegt. Als Basis hierzu dienen in der Regel die jeweilige LBO und (falls vorhanden) die entsprechenden Mustervorschriften. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
11 1.2 Anforderungen der LBOs Grundsätzliche Anforderungen der MBO In der MBO 2002 und sinngemäß in den LBOs und in der BayBO sind die grundsätzlichen Anforderungen an Rettungswege wie folgt angegeben: Brandschutz Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren möglich ist. Erster und zweiter Rettungsweg (1) Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein; beide Rettungswege dürfen jedoch innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur führen. (2) 1Für Nutzungseinheiten nach Absatz 1, die nicht zu ebener Erde liegen, muss der erste Rettungsweg über eine notwendige Treppe führen. 2Der zweite Rettungsweg kann eine weitere notwendige Treppe oder eine mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle der Nutzungseinheit sein. 3Ein zweiter Rettungsweg ist nicht erforderlich, wenn die Rettung über einen sicher erreichbaren Treppenraum möglich ist, in den Feuer und Rauch nicht eindringen können (Sicherheitstreppenraum). (3) 1Gebäude, deren zweiter Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr führt und bei denen die Oberkante der Brüstung von zum Anleitern bestimmten Fenstern oder Stellen mehr als 8 m über der Geländeoberfläche liegt, dürfen nur errichtet werden, wenn die Feuerwehr über die erforderlichen Rettungsgeräte wie Hubrettungsfahrzeuge verfügt. 2Bei Sonderbauten ist der zweite Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr nur zulässig, wenn keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen. ( 14 und 33 MBO 2002 bzw. Art. 12 und 31 BayBO) Die Eckdaten sind: Der erste RW muss immer baulich sein. Maximale Länge bis zum Ausgang in den Treppenraum oder ins Freie 35 m Der zweite RW kann - baulich durch weitere notwendige Treppe(n) oder - von der Feuerwehr hergestellt werden, wenn diese über die hierfür erforderlichen Rettungsgeräte (wie Hubrettungsgeräte) verfügt. 1 ) Nutzungseinheiten ohne Aufenthaltsraum benötigen nur einen baulichen ersten Rettungsweg (Länge 35 m Nutzungseinheiten mit Aufenthaltsraum benötigen immer zwei Rettungswege, die in ihrer 1 ) Bei Sonderbauten nur zulässig, wenn keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
12 vertikalen Ausführung voneinander unabhängig sein müssen. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
13 Tabelle : Übersicht über die bauaufsichtlich erforderlichen Rettungswege. Erster Rettungsweg aus NE ohne AR Erster Rettungsweg aus NE mit AR Zweiter Rettungsweg aus NE ohne AR Zweiter Rettungsweg aus NE mit AR Sonderfall Sicherheitstreppenraum 1) 2) Länge 35 m Ausgang ins Freie (im EG) Ausgang in notwendige Treppe (andere Geschosse) Länge 35 m Sicherer Ausgang ins Freie (im EG) Notwendiger Flur mit sicherem Ausgang ins Freie (im EG) Notwendige Treppe mit sicherem Ausgang ins Freie (andere Geschosse) Notwendiger Flur + notwendige Treppe mit sicherem Ausgang ins Freie (andere Geschosse) In der Regel nicht erforderlich, da keine AR vorhanden sind Weiterer sicherer Ausgang ins Freie (im EG) Weitere notwendige Treppe mit sicherem Ausgang ins Freie (alle Geschosse) Eine mit Rettungsgeräten anleiterbare Stelle (Fenster) 1) Fluchtbalkon 2), Nottreppe 2), Notleiter 2) Ein zweiter Rettungsweg ist nicht erforderlich, wenn der RW über einen Sicherheitstreppenraum führt. Bei Sonderbauten nur zulässig, wenn keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen In der Regel Abstimmung mit der für den Brandschutz zuständigen Stelle und Abweichung (Ausnahme/Befreiung) erforderlich Die vorstehenden Anforderungen behandeln jedoch lediglich das bauaufsichtliche Prinzip der Rettungswege. Eine Konkretisierung erfolgt durch die entsprechenden Vorschriften der LBOs und ergänzende Verordnungen, Richtlinien und Technischen Baubestimmungen. Dort wird konkret angegeben, welche genauen Anforderungen bestehen, z.b. an notwendige Flure und Laubengänge notwendige Treppen notwendige Treppenräume bzw. sichere Außentreppen Sicherheitstreppenräume Ausgänge ins Freie maximale Länge von Rettungswegen Größe und Anordnung von Fenstern, die als Rettungswege dienen Rettungsgeräte der Feuerwehr Feuerwehrflächen. Nachfolgend werden die bauaufsichtlichen Anforderungen an die Rettungswege kommentiert, indem die einzelnen Satzteile bzw. Begriffe erläutert und interpretiert werden. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
14 1.2.2 Rettungsweglängen und -breiten Rettungsweglängen Wohngebäude und vergleichbare Gebäude: 35 m. 2) Gemessen wird die kürzeste Entfernung in Lauflinie (ohne Berücksichtigung der Raumausstattung), jedoch nicht durch Wände und feste Einbauten. Dies gilt auch für das KG. Sonderbauten: Unterschiedliche Rettungsweglängen und Messmethoden, siehe jeweilige Sonderverordnung bzw. Richtlinie Rettungswegbreiten Mindestbreite nach jeweiliger Verordnung. (in der Regel 1,00 m, teilweise auch 1,25 m) Mindestmaße enthält auch die DIN 18065, die teilweise über die Liste der eingeführten Technischen Baubestimmungen eingeführt ist (1,00 m) Nach MVStättV mind. 1,20 m je 200 darauf angewiesene Personen (Vergrößerung nur in 60 cm-schritten). Bei Arbeitsstätten: Nach ASR A2.3 siehe Tabelle Tabelle : Rettungswegbreiten nach ASR A2.3 Anzahl der Personen (Einzugsgebiet) bis 5 0,875 bis 20 1,00 bis 200 1,20 bis 300 1,80 bis 400 2,40 Lichte Breite (m) 2 ) Stichflure zu Sicherheitstreppenräumen maximal 15 m. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
15 1.2.3 Gefangene Räume Wenn nach LBO Nutzungseinheiten bis 400 m² zulässig sind, bestehen nach Baurecht keine besonderen Anforderungen. Ansonsten sind besondere Maßnahmen notwendig Bei Arbeitsstätten: ASR beachten. Notwendige Maßnahmen können z.b. sein: Sichtverbindung, zweiter Ausgang Brandmeldeanlage mit Evakuierungssignal. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
16 1.2.4 Für Nutzungseinheiten Die Nutzungseinheit bildet die Basis für das bauaufsichtliche System der Rettungswege, die grundsätzlich immer in der jeweiligen Nutzungseinheit beginnen und aus dieser hinausführen und erst im Freien an einer öffentlichen Verkehrsfläche enden. Die Anzahl der erforderlichen Rettungswege (einer oder zwei) und die Ausbildung der Rettungswege innerhalb und außerhalb der Nutzungseinheit ist abhängig von deren Größe und Nutzung. Für die Festlegung und den Nachweis der jeweiligen Rettungswege ist es deshalb unabdingbar, dass das Gebäude in einzelne Nutzungseinheiten aufgeteilt wird. Es ist empfehlenswert und wird in einigen Bundesländern teilweise auch verlangt, diese in entsprechenden Brandschutzplänen zu visualisieren Die Nutzungseinheiten selbst müssen gemäß MBO 2002 mit raumabschließenden, feuerwiderstandsfähigen Trennwänden in einer ihrer Gebäudeklasse entsprechenden Feuerwiderstandsdauer voneinander abgetrennt werden. Außerdem ist eine der LBO entsprechende raumabschließende feuerwiderstandsfähige Abtrennung zu den notwendigen Fluren und zu den notwendigen Treppen erforderlich mit mindestens einem Aufenthaltsraum wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten Auch der Aufenthaltsraum hat eine zentrale Bedeutung für das bauaufsichtliche System der Rettungswege. Er regelt, ob ein oder zwei voneinander unabhängige Rettungswege vorhanden sein müssen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass bei allen baulichen Anlagen genau geprüft wird, ob Aufenthaltsräume vorhanden sind bzw. welche Räume als solche zu bewerten sind. Nutzungseinheiten ohne Aufenthaltsraum benötigen in der Regel nur einen Rettungsweg, an dessen horizontale Ausbildung keine besonderen Anforderungen gestellt werden. Liegt die Nutzungseinheit jedoch nicht zu ebener Erde, muss der Rettungsweg über eine notwendige Treppe führen. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
17 Liegt die Nutzungseinheit im KG, muss ein Ausgang in einen notwendigen Treppenraum oder ins Freie in höchstens 35 m Entfernung erreichbar sein. Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie haben müssen in jedem Geschoss Rettungswege müssen in jedem Geschoss vorhanden sein. Auch bei Nutzungseinheiten, die sich über mehrere Geschosse erstrecken, z.b. Einfamilienhäuser der Gebäudeklasse 1 und Reihenhäuser der Gebäudeklasse 2, sind Rettungswege in jedem Geschoss erforderlich. Beispiel Ob in den genannten Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 im KG oder im DG ein oder zwei Rettungswege vorhanden sein müssen, richtet sich danach, ob dort Aufenthaltsräume vorhanden sind. Ist im KG kein Aufenthaltsraum vorhanden, wird nur ein Rettungsweg benötigt, der durch die ohnehin vorhandene Treppe gewährleistet wird. Wenn dagegen im KG ein Aufenthaltsraum liegt, sind zwei Rettungswege erforderlich. Der erste führt dann über die vorhandene Treppe in das EG und von dort ins Freie; der zweite kann ein hierfür geeignetes Fenster im KG sein (mit entsprechender lichter Öffnungsgröße, maximaler Brüstungshöhe sowie einem Lichtgraben bzw. Lichtschacht in ausreichender Größe und mit ungehindertem Ausstieg) oder eine Kelleraußentreppe. Für Aufenthaltsräume im Dachgeschoss gilt sinngemäß das Gleiche mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein; Die Anforderung, dass zwei Rettungswege voneinander unabhängig (mit Ausnahme von Sicherheitstreppenräumen) sein müssen, bezieht sich auf die vertikalen Rettungswege. Angaben zu horizontalen Rettungswegen enthält Punkt 3.6. Weist eine Nutzungseinheit auch nur einen einzigen Aufenthaltsraum auf, muss dieser in jedem Geschoss zwei voneinander unabhängige Rettungswege (vertikale) haben. Der erste (vertikale) Rettungsweg ist grundsätzlich immer eine notwendige Treppe. Diese muss entweder in einem notwendigen Treppenraum liegen (mit sicherem Ausgang ins Freie) bzw. als sichere Außentreppe ausgeführt sein. Für den Fall, dass der erste (vertikale) Rettungsweg im Brandfall ausfällt und nicht mehr benutzt werden kann (wenn z.b. Feuer und/oder Rauch eindringen), ist ein zweiter (vertikaler) Rettungsweg erforderlich (Redundanz). Damit der zweite (vertikale) Rettungsweg im Ernstfall immer zur Verfügung steht, muss er unabhängig vom ersten sein. Davon ausgenommen sind Sicherheitstreppenräume. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
18 In der Regel kann der zweite (vertikale) Rettungsweg über eine weitere notwendige Treppe oder über Rettungsgeräte der Feuerwehr hergestellt werden. Eine weitere notwendige Treppe als zweiter Rettungsweg muss von der notwendigen Treppe des ersten Rettungsweges unabhängig sein. Ein zweiter Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr ist nur möglich, wenn die Feuerwehr über die erforderlichen Geräte verfügt und diese auch einsetzen kann. Außerdem dürfen bei Sonderbauten keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen beide Rettungswege dürfen jedoch innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur führen. Diese Anforderung bezieht sich auf die horizontalen Rettungswege. Angaben zu vertikalen Rettungswegen enthält Punkt 3.5. Ob bzw. welche Anforderungen an die horizontalen Rettungswege bestehen, hängt von der Größe und Nutzung der Nutzungseinheiten ab. Bei Standardbauten wird zwischen Nutzungseinheiten ohne notwendigen Flur innerhalb der jeweiligen Nutzungseinheit und Nutzungseinheiten mit notwendigem Flur innerhalb der jeweiligen Nutzungseinheit unterschieden. In Standardbauten regeln die bauordnungsrechtlichen Anforderungen an die Rettungswege bei Nutzungseinheiten ohne notwendigen Flur innerhalb der jeweiligen Nutzungseinheit nur den Fall, dass es außerhalb der jeweiligen Nutzungseinheit brennt und dadurch der erste bauliche (vertikale) Rettungsweg nicht mehr benutzbar ist. Anmerkung: Ein Brand in der eigenen Nutzungseinheit bleibt hier unberücksichtigt und für dieses Szenario bestehen, mit Ausnahme der maximalen Rettungsweglänge, keine besonderen Anforderungen, wie sicher die vertikalen Rettungswege zu erreichen sein müssen. Damit wird baurechtlich bewusst das Risiko für die Nutzer in Kauf genommen, ob bei einem Brand in der eigenen Nutzungseinheit die Rettungswege erreichbar sind oder nicht, was in ungünstigen Fällen (z.b. wenn bei einem Brand in der eigenen Nutzungseinheit die Nutzer im Schlaf vom Brand überrascht werden) zu Toten und Schwerverletzten führen kann Bei Nutzungseinheiten mit notwendigem Flur wird dagegen auch der Fall geregelt, dass es innerhalb der jeweiligen Nutzungseinheit brennt. Für dieses Szenario wird die Erreichbarkeit der baulichen vertikalen Rettungswege nicht mehr dem Zufall überlassen und es sind gesicherte horizontale Rettungswege in Form von notwendigen Fluren notwendig (Regelausführung). Der notwendige Flur soll bei einem Brand innerhalb der Nutzungseinheit eine möglichst sichere Erreichbarkeit der vertikalen Rettungswege ermöglichen In Sonderbauten sind auch noch andere Lösungen ohne notwendige Flure möglich, wenn durch entsprechende Kompensationsmaßnahmen eine gleichwertige Sicherheit erreicht wird. Mit der Formulierung, dass beide Rettungswege innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur führen dürfen, wird ausgesagt, dass die horizontalen Rettungswege nicht unabhängig voneinander sein müssen. Werden der erste und der zweite Rettungsweg baulich hergestellt, dürfen beide (baulichen) Rettungswege über einen gemeinsamen notwendigen Flur führen; von diesem Flur müssen dann jedoch zwei voneinander unabhängige bauliche Rettungswege (notwendige Treppen oder Ausgänge ins Freie) erreichbar sein. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
19 1.2.9 Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum, die nicht zu ebener Erde liegen, muss der erste Rettungsweg über eine notwendige Treppe führen. Liegen die Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum zu ebener Erde, ist für den ersten Rettungsweg keine notwendige Treppe erforderlich. Der erste Rettungsweg kann dann einfach aus einem direkten Ausgang ins Freie bestehen. In Standardbauten kann bei Nutzungseinheiten ohne notwendigen Flur innerhalb der jeweiligen Nutzungseinheit dieser Ausgang in einem beliebigen Raum der Nutzungseinheit liegen. Bei Nutzungseinheiten mit notwendigem Flur muss der Ausgang ins Freie jedoch über einen notwendigen Flur führen. Liegen die Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum nicht zu ebener Erde (sondern in KG oder OG), ist immer eine notwendige Treppe als erster Rettungsweg erforderlich. Diese muss entweder in einem notwendigen Treppenraum liegen und einen unmittelbaren Ausgang ins Freie haben oder sie kann auch als sichere Außentreppe ausgeführt werden, wenn deren Benutzung im Brandfall nicht gefährdet werden kann. Maximale Rettungsweglänge An den Ausgang ins Freie bzw. die notwendige Treppe besteht eine Entfernungsanforderung: Bei Standardbauten muss von jeder Stelle eines Aufenthaltsraums sowie eines Kellergeschosses mindestens ein Ausgang in einen notwendigen Treppenraum oder ins Freie in höchstens 35 m Entfernung erreichbar sein 3 ). In Sonderbauten bestehen zum Teil besondere Vorschriften, die im jeweiligen Bundesland zu beachten sind. Kann die Entfernungsanforderung zu einem sicheren Ausgang bzw. einer notwendigen Treppe nicht eingehalten werden, ist ein zweiter Ausgang (bei ebenerdiger Lage) bzw. eine zweite notwendige Treppe erforderlich. Diese sollten dann möglichst entgegengesetzt liegen Der zweite Rettungsweg kann eine weitere notwendige Treppe oder eine mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle der Nutzungseinheit sein. Diese Anforderungen an den zweiten Rettungsweg beziehen sich auf den zweiten vertikalen Rettungsweg. Er kann baulich hergestellt werden, also durch eine weitere notwendige Treppe, die entweder in einem notwendigen Treppenraum liegen muss oder als sichere Außentreppe ausgeführt wird. Alternativ kann er auch eine über Rettungsgeräte der Feuerwehr erreichbare Stelle der Nutzungseinheit sein. 3 ) Gemäß MBO und den meisten LBOs (in Baden-Württemberg 40 m) Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
20 Es wird hier jedoch keine Aussage darüber getroffen, welche Voraussetzungen zum Erreichen des zweiten Rettungsweges auf horizontaler Ebene vorhanden sein müssen. Bei einer baulichen Herstellung des zweiten Rettungsweges kann die zweite notwendige Treppe entweder direkt von der Nutzungseinheit oder über einen notwendigen Flur erschlossen werden. Wird der zweite Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr hergestellt, muss jede Nutzungseinheit mit Aufenthaltsräumen mindestens eine mit den Rettungsgeräten erreichbare Stelle aufweisen. An deren Lage werden keine besonderen Anforderungen gestellt. Es muss lediglich sichergestellt sein, dass sie von der Nutzungseinheit jederzeit zugänglich ist, die Feuerwehr über geeignet Rettungsgeräte verfügt und dass sie von den Rettungsgeräten der Feuerwehr sicher erreicht werden kann. Außerdem dürfen bei Sonderbauten keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen Ein zweiter Rettungsweg ist nicht erforderlich, wenn die Rettung über einen sicher erreichbaren Treppenraum möglich ist, in den Feuer und Rauch nicht eindringen können (Sicherheitstreppenraum). Auch aus dieser Anforderung wird deutlich, dass das bauaufsichtliche System der voneinander unabhängigen Rettungswege im Wesentlichen auf die vertikalen Rettungswege abzielt. Dies geht sogar so weit, dass auf einen zweiten (vertikalen) Rettungsweg vollständig verzichtet werden kann, wenn ein Sicherheitstreppenraum (in der jeweiligen Hochhausrichtlinie definiert) angeordnet wird. Steht als Rettungsweg ausschließlich ein Sicherheitstreppenraum zur Verfügung, ist es natürlich wichtig, dass dieser auch möglichst sicher erreicht werden kann. Bei Standardbauten mit Nutzungseinheiten ohne notwendigen Flur innerhalb der jeweiligen Nutzungseinheit bestehen jedoch keine besonderen Anforderungen an die horizontalen Rettungswege innerhalb der jeweiligen Nutzungseinheit. Wird der Sicherheitstreppenraum jedoch über einen notwendigen Flur erschlossen, handelt es sich in der Regel (wenn nur eine Treppe vorhanden ist) um einen Stichflur, dessen Länge von der MBO 2002 auf maximal 15 m begrenzt wird. Bei Hochhäusern werden weitergehende Anforderungen an die Rettungswege und notwendigen Flure gestellt (siehe Hochhausrichtlinie) Gebäude, deren zweiter Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr führt und bei denen die Oberkante der Brüstung von zum Anleitern bestimmten Fenstern oder Stellen mehr als 8 m über der Geländeoberfläche liegt, dürfen nur errichtet werden, wenn die Feuerwehr über die erforderlichen Rettungsgeräte wie Hubrettungsfahrzeuge verfügt. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
21 Grundsätzlich darf der zweite Rettungsweg nur dann über Rettungsgeräte der Feuerwehr führen, wenn die Feuerwehr über die erforderlichen Rettungsgeräte verfügt, diese für den Einsatz als zweiter Rettungsweg geeignet und innerhalb der Hilfsfrist vor Ort sind. Sind diese Geräte innerhalb der Hilfsfrist nicht verfügbar, ist der zweite Rettungsweg baulich auszubilden Bei Sonderbauten ist der zweite Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr nur zulässig, wenn keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen. Bei Standardbauten kann davon ausgegangen werden, dass der zweite Rettungsweg regelmäßig über Rettungsgeräte der Feuerwehr führen darf, wenn die Feuerwehr über die erforderlichen Rettungsgeräte verfügt und diese innerhalb der Hilfsfrist vor Ort sind. Außerdem müssen in diesen Fällen natürlich auch die für den Einsatz der Rettungsgeräte erforderlichen Flächen für die Feuerwehr (z.b. Feuerwehrzufahrten und Aufstellflächen für die Rettungsgeräte) vorhanden sein. Bei Standardbauten muss also nicht jedes Mal geprüft werden, ob bei einer Herstellung des zweiten Rettungsweges durch Rettungsgeräte der Feuerwehr Bedenken wegen der Personenrettung bestehen. Bei den meisten geregelten Sonderbauten (mit Aufenthaltsräumen), die zum Geltungsbereich einer eigenen Muster-Verordnung oder -Richtlinie gehören (Beherbergungsstätten, Schulen, Verkaufsstätten, Versammlungsstätten), werden bauliche Rettungswege in der Regel zwingend verlangt. Bei nicht geregelten Sonderbauten muss dagegen in jedem Einzelfall geprüft werden, ob Bedenken wegen der Personenrettung bestehen. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
22 1.3 Beispiele und Erläuterungen Anmerkung: Nachfolgend sind nur einige exemplarische Beispiele aufgeführt. Im Brandschutzatlas [1] wird das System der bauaufsichtlichen Rettungswege systematisch mit zahlreichen Bildbeispielen Erläutert. Bild 6.3-1: Bestandteile des ersten Rettungswegs Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
23 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
24 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
25 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
26 1.3.1 Nutzungseinheiten ohne notwendigen Flur im 5. OG der Gebäudeklasse 5 zweiter Rettungsweg durch anleiterbare Stellen [1] 1. RW: Innerhalb der jeweiligen Standardnutzungseinheit ist kein notwendiger Flur erforderlich. Die maximale Rettungsweglänge von 35 m bis zum Ausgang in den notwendigen Treppenraum bzw. ins Freie (gemäß MBO 2002) muss von der ungünstigsten Stelle eines jeden Aufenthaltsraums eingehalten werden. 2. RW: In jeder Nutzungseinheit ist für den zweiten Rettungsweg eine mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle notwendig. Hierfür sind entsprechende Feuerwehrflächen anzuordnen. Die Lage der anleiterbaren Stelle innerhalb der Nutzungseinheit ist beliebig; sie muss jedoch jederzeit zugänglich sein. Falls nur eine bestimmte Stelle möglich ist, sollte darauf mit entsprechenden Fluchtwegkennzeichen hingewiesen werden Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
27 1.3.2 Nutzungseinheiten ohne notwendigen Flur im 5. OG der Gebäudeklasse 5 zweiter Rettungsweg durch zweite notwendige Treppe bzw. Nottreppe [1] 1. RW: sinngemäß wie Punkt RW der beiden oberen Nutzungseinheiten: Der zweite Rettungsweg wäre zwar von der Nutzung her durch Rettungsgeräte der Feuerwehr zulässig, kann hier jedoch nicht bewerkstelligt werden, da eine Feuerwehrzufahrt fehlt. Deshalb wird er baulich hergestellt. 2. RW der oberen linken Nutzungseinheit: Der zweite Rettungsweg besteht aus einer weiteren notwendigen Treppe, die als Außentreppe ausgeführt wird. Ihre Nutzung muss ausreichend sicher sein und darf im Brandfall nicht gefährdet werden können. Der Zugang muss jederzeit möglich sein. 2. RW der oberen rechten Nutzungseinheit: Der zweite Rettungsweg wird durch eine Nottreppe hergestellt. Diese darf vor der Fassade und den ungeschützten Fenstern verlaufen, da sie als Ersatz für die Rettungsgeräte der Feuerwehr dient. Der Zugang muss jederzeit möglich sein. Wichtig: Für diese Ausführung ist eine Abweichung (Ausnahme/Befreiung) erforderlich. Eine Abstimmung mit der für den Brandschutz zuständigen Stelle ist empfehlenswert. Nottreppen sind (mit einer Abweichung) grundsätzlich nur möglich, wenn eigentlich Rettungsgeräte der Feuerwehr zulässig wären, diese aber z.b. wegen fehlender Feuerwehrflächen nicht eingesetzt werden können. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
28 1.3.3 Nutzungseinheiten ohne notwendigen Flur mit Anschluss an einen notwendigen Flur im 5. OG der Gebäudeklasse 5 Treppenraum mittig angeordnet, zweiter Rettungsweg durch anleiterbare Stellen [1] 1. RW: Innerhalb der jeweiligen Standardnutzungseinheit ist kein notwendiger Flur erforderlich. Die maximale Rettungsweglänge von 35 m bis zum Ausgang in den notwendigen Treppenraum bzw. ins Freie (gemäß MBO 2002) muss von der ungünstigsten Stelle eines jeden Aufenthaltsraums eingehalten werden. Der bauordnungsrechtlich gesicherte Bereich des ersten horizontalen Rettungsweges beginnt an der Tür der jeweiligen Nutzungseinheit. Er besteht aus dem notwendigen Flur, der maximal 30 m lang sein darf. Dieser führt zum ersten vertikalen Rettungsweg (der notwendigen Treppe) und von dort ins Freie. Tür zur Büro- und Verwaltungsnutzung: Die Tür zum notwendigen Flur muss gemäß MBO 2002 nur dicht schließen. Sie liegt direkt gegenüber der Rauchschutztür zum Treppenraum. Im Brandfall kann (unter ungünstigen Umständen) dadurch diese Rauchschutztür sehr schnell mit Feuer beaufschlagt werden. Deshalb ist es empfehlenswert, entweder die Tür zur Büronutzungseinheit oder die zum Treppenraum als T 30-RS-Tür auszuführen. Alternativ kann die Tür zur Büronutzungseinheit auch um 2,50 m gegenüber der Treppenraumtür versetzt werden. 2. RW: sinngemäß wie Punkt 4.1 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
29 1.3.4 Standardnutzungseinheiten ohne notwendigen Flur mit Anschluss an einen notwendigen Flur im 5. OG der Gebäudeklasse 5 zweiter Rettungsweg durch zweite notwendige Treppe [1] Da in diesem Fall beide vertikalen Rettungswege baulich (durch zwei notwendige Treppen) hergestellt werden, ist eine Unterscheidung in 1. RW und 2. RW nicht sinnvoll. Beide Rettungswege führen innerhalb der jeweiligen Nutzungseinheit zur Ausgangstür zum notwendigen Flur. Ab dieser Tür beginnen die gesicherten horizontalen Rettungswege über den notwendigen Flur zu den beiden notwendigen Treppen, wobei beide Rettungswege über den gemeinsamen notwendigen Flur führen dürfen. Bei jeder Nutzungseinheit muss dabei ein Rettungsweg die maximale Rettungsweglänge von 35 m einhalten. Die Flurlänge darf 30 m nicht überschreiten. Damit besteht im ungünstigsten Fall die im notwendigen Flur zurückzulegende Strecke 15 m. Wird im Brandfall der Weg in eine Richtung versperrt, weil dort z.b. Feuer und Rauch in den notwendigen Flur eindringen, ist noch der Weg in die andere Richtung zur zweiten notwendigen Treppe möglich, wobei eine Selbstrettung in einem verrauchten Flur problematisch ist Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
30 1.3.5 Nutzungseinheit mit notwendigem Flur im 5. OG der Gebäudeklasse 5 Treppenraum mittig angeordnet, zweiter Rettungsweg durch anleiterbare Stelle [1] 1. RW: Der erste Rettungsweg beginnt im jeweiligen Aufenthaltsraum an der ungünstigsten Stelle. An den Weg vom Aufenthaltsraum zur Tür zum notwendigen Flur werden keine besonderen Anforderungen gestellt. Die maximale Rettungsweglänge von 35 m bis zum Ausgang in den notwendigen Treppenraum bzw. ins Freie (gemäß MBO 2002) muss von der ungünstigsten Stelle eines jeden Aufenthaltsraums eingehalten werden. Ab der Ausgangstür zum notwendigen Flur bestehen bauordnungsrechtliche Anforderungen sowohl an den ersten horizontalen (notwendiger Flur) als auch an den ersten vertikalen Rettungsweg (notwendige Treppe). 2. RW: In der Nutzungseinheit ist für den zweiten Rettungsweg mindestens eine mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle notwendig. Hierfür sind entsprechende Feuerwehrflächen anzuordnen. Die Lage der anleiterbaren Stelle innerhalb der Nutzungseinheit ist gemäß MBO 2002 beliebig. Sie sollte jedoch nicht im notwendigen Flur angeordnet werden, da dann bei einem Brand innerhalb der Nutzungseinheit und einem verrauchten notwendigem Flur eine sehr ungünstige Situation besteht. Die anleiterbare Stelle muss innerhalb der Nutzungseinheit jederzeit zugänglich sein. Falls nur eine bestimmte Stelle möglich ist, sollte darauf mit entsprechenden Fluchtwegkennzeichen hingewiesen werden. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
31 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
32 1.3.6 Nutzungseinheit mit notwendigem Flur im 5. OG der Gebäudeklasse 5 zweiter Rettungsweg durch zweite notwendige Treppe [1] Da in diesem Fall beide vertikalen Rettungswege baulich (durch zwei notwendige Treppen) hergestellt werden, ist eine Unterscheidung zwischen erstem und zweitem Rettungsweg nicht sinnvoll. Beide Rettungswege führen innerhalb eines jeden Aufenthaltsraums über die Ausgangstür zum notwendigen Flur. Ab dieser Tür beginnen die horizontalen Rettungswege zu den beiden notwendigen Treppen, wobei beide Rettungswege über den gemeinsamen notwendigen Flur führen dürfen. Von jeder Stelle eines Aufenthaltsraums muss die maximale Rettungsweglänge von 35 m eingehalten werden Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
33 1.3.7 Nutzungseinheiten ohne notwendigen Flur mit zwei Ausgängen und zwei baulichen vertikalen Rettungswegen im 5. OG der Gebäudeklasse 5 [1] Horizontaler RW: Da es sich um größere Nutzungseinheiten ohne notwendige Flure handelt, wurde in jeder Nutzungseinheit ein zweiter, möglichst entgegen gesetzt liegender Ausgang aus der jeweiligen Nutzungseinheit angeordnet. 1. und 2. vertikaler RW: Beide Rettungswege führen über notwendige Treppen, so dass zwei vertikale bauliche Rettungswege vorhanden sind. Für mindestens einen Ausgang in einen notwendigen Treppenraum bzw. ins Freie muss die maximale Rettungsweglänge von 35 m (gemäß MBO 2002) von der ungünstigsten Stelle eines jeden Aufenthaltsraums eingehalten werden. Wichtig: Ob die Anordnung eines zweiten Ausgangs mit zweiter notwendiger Treppe ausreichend ist, hängt vom Grundriss, der Größe und von der Nutzung der jeweiligen Nutzungseinheit ab. Bei größeren Nutzungseinheiten können weitere Ausgänge und notwendige Treppen erforderlich sein. Weist die Nutzungseinheit abgetrennte oder gefangene Räume auf, z.b. Kombibüros, bestehen weitergehende Anforderungen an die frühzeitige Alarmierung der Personen, die einen Brand in der eigenen Nutzungseinheit nicht rechtzeitig bemerken können. Eine Abstimmung mit der für den Brandschutz zuständigen Stelle ist empfehlenswert. Für Sonderlösungen wird in der Regel eine entsprechende Abweichung (Ausnahme/Befreiung) benötigt. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
34 1.3.8 Gebäude der Gebäudeklasse 5 im EG mit zwei Werkstätten. Alle Fenster nicht öffenbar In diesem Beispiel sind alle Fenster nicht öffenbar bzw. wegen ihrer kleinformatigen Ausführung nicht als zweiter Rettungsweg geeignet. Deshalb sollen beide Rettungswege aus der einzigen Zugangstür ins Freie führen. Frage: Ist das gemäß den bauordnungsrechtlichen Anforderungen zulässig? Antwort: Es ist nicht ohne Weiteres zulässig. 33 der MBO bezieht sich zwar im Wesentlichen auf eine redundante Ausführung der vertikalen Rettungswege, die allgemeine Schutzzielanforderung lautet jedoch: Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein; beide Rettungswege dürfen jedoch innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur führen. Die Rettungswege der linken Werkstatt sind danach zunächst nicht in Ordnung, da sie nicht voneinander unabhängig sind. Bei der rechten Werkstatt ist es schon nicht mehr so eindeutig, da die MBO ja extra angibt, dass beide Rettungswege innerhalb eines Geschosses (also auch innerhalb des Erdgeschosses) über denselben notwendigen Flur führen dürfen. Somit stellt sich nur noch die Frage, wie es ab dem Ausgang aus dem notwendigen Flur weitergehen muss. Hier lässt die MBO Stichflure zu Sicherheitstreppenräumen zu, die bis zu 15 m sein dürfen. Damit dürfte ein Flur, der direkt ins Freie führt, eine akzeptable Lösung darstellen. Würde man die beiden Werkstätten im 5. OG anordnen und an einen notwendigen Flur anschließen, der zu zwei möglichst entgegengesetzt liegenden notwendigen Treppen führt, wäre die Ausführung baurechtlich wieder in Ordnung und könnte problemlos realisiert werden. Dabei ist die eben geschilderte Situation im 5. OG wesentlich ungünstiger als im EG, wo ohne notwendigen Flur sofort das Freie erreicht werden kann. Alternativ wäre es nach dem Bauordnungsrecht auch zulässig, einen Sicherheitstreppenraum anzuordnen. In diesem Fall kann auf den zweiten (vertikalen) Rettungsweg verzichtet werden. Die Ausgänge aus den beiden Werkstätten direkt ins Freie sind mit Ausgängen in Sicherheitstreppenräume vergleichbar, so dass sie eine gleichwertige Sicherheit bieten. Allerdings ist in diesem Fall darauf zu achten, dass Stichflure zum Sicherheitstreppenraum nicht länger als 15 m sein dürfen. Nach diesen vorstehenden Überlegungen ist die in Punkt 4.8 dargestellte Rettungswegsituation nicht ungünstiger, sondern teilweise sogar besser als bestimmte gemäß dem bauordnungsrechtlichen System der Rettungswege zulässige Lösungen. Deshalb wäre sie auch grundsätzlich möglich. Allerdings ist hierfür eine entsprechende Abweichung (Ausnahme/ Befreiung) notwendig. Im Zweifelsfall ist eine Abstimmung mit den für den Brandschutz zuständigen Stellen empfehlenswert. Anmerkung: Das bauordnungsrechtliche System der Rettungswege berücksichtigt bei Standardbauten ohne notwendigen Flur nicht den Brand in der eigenen Nutzungseinheit. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
35 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
36 1.3.9 Beispiel für eine Verlegung des vorstehend dargestellten Grundrisses in das 5. OG mit notwendigem Flur und zwei notwendigen Treppen Hier ist die Rettungswegführung über den gemeinsamen notwendigen Flur gemäß LBO problemlos zulässig. Die Situation im 5. OG ist jedoch deutlich ungünstiger als im EG, da im 5. OG unter ungünstigen Umständen Feuer und Rauch in den notwendigen Flur eindringen können. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
37 Beispiel für eine Verlegung des vorstehend dargestellten Grundrisses in das 5. OG mit Sicherheitstreppenräumen Auch diese Rettungswegführung ist problemlos zulässig. Ein zweiter Rettungsweg ist dann nach LBO nicht erforderlich. Die Situation im 5. OG mit Sicherheitstreppenräumen ist jedoch vergleichbar mit den Ausgängen ins Freie im EG. In beiden Fällen können Feuer und Rauch den weiteren Rettungsweg nicht beeinträchtigen. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
38 Beispiel für die Sicherstellung des zweiten Rettungsweges mit Rettungsgeräten der Feuerwehr durch Dachflächenfenster Liegt die anleiterbare Stelle in Dachschrägen oder Dachaufbauten, darf ihre Unterkante oder ein davorliegender Austritt von der Traufkante horizontal nicht mehr als 1 m entfernt sein. Außerdem müssen die anleiterbaren Stellen von unten ausreichend einsehbar sein, so dass sich die zu rettenden Personen bemerkbar machen können Beispiel für die Sicherstellung des zweiten Rettungsweges mit Rettungsgeräten der Feuerwehr bei einem Abstand von mehr als 1 m von der Traufkante [1] Für diese Ausführung ist eine Abstimmung mit der für den Brandschutz zuständigen Stelle empfehlenswert. Außerdem wird eine Abweichung (Ausnahme/Befreiung) benötigt. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
39 Rettungswege bei Maisonette-Nutzungseinheiten Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
40 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
41 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
42 2 Gebäudeklassen Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
43 Gebäudeklasse 4 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
44 Gebäudeklasse 5! Gebäudeklasse 5! Maßgebend ist die Größe der Nutzungseinheit. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
45 Gebäudeklasse 4 oder 5??? Unzulässig! Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
46 3 Notwendige Treppen Anforderungen Jedes nicht ebenerdige Geschoss und der benutzbare Dachraum: Müssen über mindestens eine notwendige Treppe (NT) zugänglich sein. Statt notwendigen Treppen sind flache Rampen zulässig. Rolltreppen sind als NT unzulässig. Einschiebbare Treppen und Leitern sind als NT unzulässig. Sie sind in GK 1-2 zu Dachräumen ohne AR zulässig. NT sind in GKL 4-5 in einem Zug zu allen Geschossen zu führen. Sie müssen mit den Treppen zum Dachraum unmittelbar verbunden sein. Dies gilt nicht für Maisonette-Treppen 2 Geschosse in NE 200 m², wenn in jedem Geschoss ein anderer RW erreicht werden kann. Anforderungen an die tragende Teile notwendiger Treppen siehe Tabelle. Nutzbare Breite: Muss für den größten zu erwartenden Verkehr ausreichen (mindestens 1 m; innerhalb von Wohnungen mindestens 80 cm. Fester und griffsicherer Handlauf ist erforderlich. Wenn Verkehrssicherheit es erfordert, dann beidseitige Handläufe und Zwischenhandläufe. Treppe darf nicht unmittelbar hinter einer Tür beginnen, die in Richtung Treppe aufschlägt. Zwischen Treppe und Tür ist ein ausreichender Treppenabsatz anzuordnen. Tabelle 10-1 Anforderungen an die tragenden Teile notwendiger Treppen gemäß MBO 34 bzw. BayBO Art. 32 Gebäudeklasse Treppen im Gebäude Außentreppen GK 5 GK 4 GK 3 GK 1-2 fh und nb nb fh oder nb keine besonderen Anforderungen (B2) nb Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
47 4 Notwendige Treppenräume Schutzziel: Notwendige Treppenräume müssen so angeordnet und ausgebildet sein, dass die Nutzung der notwendigen Treppen im Brandfall ausreichend lang möglich ist Anforderungen Jede notwendige Treppe (NT) in Gebäuden der GK 3-5 muss in einem eigenen, durchgehenden Treppenraum liegen = notwendiger Treppenraum (NTR). Dies gilt nicht für - Maisonette-Treppen 2 Geschosse in NE 200 m², wenn in jedem Geschoss ein anderer RW erreicht werden kann sowie für - Außentreppen, wenn ihre Nutzung ausreichend sicher ist und im Brandfall nicht gefährdet werden kann. Von jeder Stelle eines AR sowie eines KG muss mindestens ein Ausgang in einen NTR oder ins Freie in höchstens 35 m Entfernung erreichbar sein. Übereinanderliegende KG benötigen jeweils 2 Ausgänge in NTR oder ins Freie. Mehrere erforderliche NTR sind so zu verteilen, dass sie möglichst entgegengesetzt liegen und die RW möglichst kurz sind. Jeder NTR muss einen unmittelbaren Ausgang ins Freie haben. Notwendige Treppenräume müssen belüftet und zur Unterstützung wirksamer Löscharbeiten entraucht werden können. a Die Treppenräume müssen in jedem oberirdischen Geschoss unmittelbar ins Freie führende Fenster mit einem freien Querschnitt von mindestens 0,50 m 2 haben, die geöffnet werden können, oder b an der obersten Stelle eine Öffnung zur Rauchableitung haben. Im Fall von a ist in Gebäuden mit einer Höhe des obersten möglichen Aufenthaltsraums über der Geländeoberfläche im Mittel von mehr als 13 m an der obersten Stelle eine Öffnung zur Rauchableitung (c) erforderlich. Öffnungen zur Rauchableitung nach b und c müssen in jedem Treppenraum einen freien Querschnitt von mindestens 1 m 2 und Vorrichtungen zum Öffnen ihrer Abschlüsse haben, die vom Erdgeschoss sowie vom obersten Treppenabsatz aus bedient werden können. Führt der Ausgang von NTR nicht unmittelbar ins Freie, so muss der Raum zwischen NTR und Ausgang ins Freie mindestens so breit sein wie die NT, Wände wie der NTR haben, RS-Türen zu notwendigen Fluren haben und ohne Öffnungen zu anderen Räumen, ausgenommen notwendigen Fluren, sein. Tipp: Wenn mehr als 4 Wohnungen bzw. Nutzungseinheiten je Geschoss an NT angeschlossen werden ist es empfehlenswert, notwendige Flure anzuordnen bzw. die Ausführung mit der für den Brandschutz zuständigen Stelle abzustimmen. Anforderungen an die Wände von notwendigen Treppenräumen siehe Tabelle. Oberer Abschluss: - gleiche Feuerwiderstandsfähigkeit wie Geschossdecken oder - Ausführung bis unmittelbar unter die Dachhaut (sinngemäß wie BW bzw. BABW der GK 1 bis 3). Bekleidungen, Putze, Dämmstoffe, Unterdecken, Einbauten: Aus nb Baustoffen. Wände und Decken aus brennbaren Baustoffen müssen eine Bekleidung aus nb Baustoffen in ausreichender Dicke haben. Bodenbeläge, ausgenommen Gleitschutzprofile: Mindestens schwerentflammbare Baustoffe. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
48 Sicherung von Öffnungen siehe Tabelle. Die Feuerschutz- und Rauchschutzabschlüsse dürfen lichtdurchlässige Seitenteile und Oberlichte enthalten, wenn der Abschluss insgesamt nicht breiter als 2,5 m ist. NTR müssen zu beleuchten sein und belüftet werden können. Notwendige Treppenräume ohne Fenster müssen in Gebäuden mit einer Höhe des obersten möglichen Aufenthaltsraums über der Geländeoberfläche im Mittel von mehr als 13 m eine Sicherheitsbeleuchtung haben. Leitungsanlagen sind nur zulässig, wenn keine Bedenken bestehen, siehe MLeiAR und MLüAR Tabelle 8.2-1: Anforderungen an die Wände notwendiger Treppenräume gemäß MBO 35 bzw. BayBO Art. 33 Gebäudeklasse GK 5 GK 4 GK 3 GK 1-2 Wände notwendiger Treppenräume (NTR) Bauart einer Brandwand Außenwände von NTR, die durch andere an diese Außenwände anschließende Gebäudeteile im Brandfall gefährdet werden können 4 ) Auch unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung hochfeuerhemmend feuerhemmend + Bekleidung nichtbrennbar Nicht relevant, da kein notwendiger Treppenraum erforderlich ist Außenwände von NTR, die durch andere an diese Außenwände anschließende Gebäudeteile im Brandfall nicht gefährdet werden können 3) Aus nichtbrennbaren Baustoffen Tabelle 8.2-2: Anforderungen an die Sicherung von Türöffnungen in den Wänden notwendiger Treppenräume gemäß MBO 35 bzw. BayBO Art. 33 Lage der Tür zu Wohnungen sowie zu sonstigen Räumen und NE vergleichbarer Größe (bis 200 m²), ausgenommen der nachfolgend genannten Räume Dicht und selbstschließend. Anmerkung: In Bayern: Dicht, vollwandig und selbstschließend. Bauaufsichtliche Anforderung Klassifizierung DS Bayern: DVS zu notwendigen Fluren Rauchdicht + selbstschließend *) DIN RS *) zu KG, zu nicht ausgebauten DG, Werkstätten, Läden, Lager- und ähnlichen Räumen zu sonstigen Räumen und NE > 200 m², *) Feuerhemmende, rauchdichte und selbstschließende Türen T 30 DIN RS ausgenommen Wohnungen Empfehlung: Wenn im 2,50 m- Umkreis von verglasten RS-Türen bzw. RS-Elementen ungesicherte Öffnungen von Räumen mit Brandlasten vorhanden sind: Entweder Türen bzw. Elemente als T 30 DIN RS ausführen oder die Öffnungen entsprechend sichern (z.b. mit T 30-D Türen. Im Zweifelsfall ist eine Abstimmung mit der für den Brandschutz zuständigen Stelle empfehlenswert. 4 ) Sicherung von Öffnungen in den Treppenraumaußenwänden bzw. Beurteilung der Gefährdungssituation durch die an die Treppenraumaußenwände anschließenden anderen Gebäudeteile Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
49 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
50 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
51 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
52 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
53 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
54 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
55 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
56 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
57 5 Notwendige Flure Schutzziel: Flure, über die Rettungswege aus Aufenthaltsräumen oder aus Nutzungseinheiten mit Aufenthaltsräumen zu Ausgängen in notwendige Treppenräume oder ins Freie führen (notwendige Flure), müssen so angeordnet und ausgebildet sein, dass die Nutzung im Brandfall ausreichend lang möglich ist. Anforderungen Notwendige Flure sind nicht erforderlich: - in Wohngebäuden der GK in sonstigen Gebäuden der GK 1-2, ausgenommen in KG - innerhalb von Wohnungen oder innerhalb von NE 200 m² - innerhalb von NE, die einer Büro- und Verwaltungsnutzung dienen 400 m². Gilt auch für Teile größerer NE, wenn diese Teile 400 m² sind, Trennwände gemäß LBO haben und jeder Teil unabhängig von anderen Teilen jeweils einen ersten und zweiten RW hat. Anmerkung: Auf die Gebäudeklasse achten. Beispiel: Zwei Teilnutzungseinheiten von je 201 m² ergeben eine Nutzungseinheit mit insgesamt 402 m², was bei einem Gebäude mit einer Höhe 15 h 13 m zur Einstufung in Gebäudeklasse 5 führt. Nutzbare Breite: Muss für größten zu erwartenden Verkehr ausreichen (mindestens 1 m; innerhalb von Wohnungen mindestens 80 cm. Folge von 3 Stufen ist unzulässig. Bei Flurlängen > 30 m: Unterteilung in Rauchabschnitte durch nichtabschließbare, rauchdichte und selbstschließende Abschlüsse (Türen DIN RS nichtabschließbar). Ausführung des oberen Abschlusses bis an die Rohdecke oder bis an die Unterdecke der Flure, wenn diese fh ist. 5 ) Fallen die vorgenannten RS-Türen mit BW zusammen, dann sind nichtabsperrbare T 90 DIN RS erforderlich. Tipp: Wenn beidseits auf 2,50 m Länge keine ungesicherten Öffnungen in den Flurwänden vorhanden sind bzw. die dort eventuell vorhandenen Öffnungen mit T 30-D Türen gesichert werden, dann sind in der BW im Bereich des Flures meist T 30 DIN RS möglich. Hierfür ist eine Abweichung (Ausnahme/Befreiung) erforderlich. Notwendige Flure mit nur einer Fluchtrichtung, die zu einem Sicherheitstreppenraum führen: Maximale Länge 15 m. Anforderungen an Wände + Brüstungen von notwendigen Fluren und Laubengängen - in Normalgeschossen und DG: fh + Bekleidung nb - in KG der GK 3-5: fb - in KG der GK 1-2: fh + Bekleidung nb Die Wände sind bis an die Rohdecke zu führen. Sie dürfen bis an die Unterdecke der Flure geführt werden, wenn diese fh ist und ein den vorstehenden Anforderungen entsprechender Raumabschluss sichergestellt ist. 5 ) Gilt nicht für notwendige Laubengänge Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
58 Sicherung von Türöffnungen zu Wohnungen, NE vergleichbarer Größe und Räumen mit vergleichbarer Nutzung: Dichtschließend (dicht und vollwandig) zu sonstigen Räumen und NE > 200 m², ausgenommen Wohnungen: - gemäß MBO: Dichtschließend. - Empfehlung: Feuerhemmend, rauchdicht + selbstschließend (T 30 DIN RS). zu Lagerbereichen im KG: Feuerhemmend, dicht und selbstschließend (T 30-D). Sicherung von Sichtöffnungen - Grundsätzlich in der gleichen Feuerwiderstandsdauer der raumabschließenden Wände - In notwendigen Fluren mit feuerhemmenden Wänden sind meist ab einer Höhe von 1,80 m Oberlichte aus G 30-Verglasungen möglich. Hierfür ist meist eine Abweichung (Ausnahme/Befreiung) erforderlich. - In den Außenwänden von notwendigen Laubengängen sind ab einer Brüstungshöhe von 0,90 m Fenster ohne Anforderungen zulässig. Wichtig. Für die Brüstungen dieser Laubengänge gilt jedoch die gleiche Anforderung, wie an Flurwände (also feuerhemmend + Bekleidung nb). Bekleidungen, Putze, Unterdecken und Dämmstoffe: nichtbrennbare Baustoffe. Wände und Decken aus brennbaren Baustoffen müssen eine Bekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen in ausreichender Dicke haben. Leitungsanlagen sind nur zulässig, wenn keine Bedenken bestehen, siehe MLeiAR und MLüAR. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
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65 6 Rauchwarnmelder in Wohnungen Anforderungen: Rauchwarnmelder in Wohnungen Art. 46 (4) Kurzinfo Bauaufsichtliche Anforderungen/Erläuterungen LBO/Atlas 1 Erfordernis, Einbau und Betrieb von Rauchwarnmeldern Art.46(3) 1,2 Erforderlich in Wohnungen in: Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen. Einbau und Betrieb so, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Kap. 6.14/ Nachrüstung in vorhandenen Wohnungen Art. 46 (3) 3 Nachrüstpflicht des Eigentümers in vorhandenen Wohnungen bis zum Die Eigentümer vorhandener Wohnungen sind verpflichtet, jede Wohnung bis zum 31. Dezember 2017 entsprechend auszustatten. 3 Betriebsbereitschaft und Verantwortung Art. 46 (3) 4 Sicherstellung der Betriebsbereitschaft durch den unmittelbaren Besitzer, es sei denn, der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst. Die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft obliegt den unmittelbaren Besitzern, es sei denn, der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst. Tipp: Ausführliche Informationen siehe z.b.: Die Rauchwarnmelder sollten VdS geprüft und anerkannt sein (erkenntlich an dem VDS-Prüfzeichen) und eine CE- Kennzeichnung haben (mit Hinweis auf die DIN EN 14604). Sie sollten nach DIN geplant, eingebaut, betrieben und instandgehalten werden. Empfehlung: Es ist dringend empfehlenswert, Rauchwarnmelder mit höherer Qualität zu Verwenden. Diese haben eine fest eingebaute Batterie mit einer Lebensdauer von mindestens 10 Jahren, eine geprüfte Langlebigkeit, eine Reduktion von Falschalarmen und eine erhöhte Stabilität, z.b. gegen äußere Einflüsse. Außerdem ist darauf zu achten, dass mit der Prüftaste auch die Funktion der Messkammer überprüft wird. Bei Bedarf (z.b. in Ein- und Zweifamilienwohnhäusern bzw. größeren Wohnungen und Nutzungseinheiten) ist es empfehlenswert, entweder Melder mit Funkvernetzung zu wählen oder die Melder mit entsprechenden Funkmodulen nachzurüsten. Natürlich müssen alle Rauchwarnmelder regelmäßig auf ihre Funktion geprüft werden. Diese Empfehlungen gelten sowohl für Neubauwohnungen als auch für vorhandene Wohnungen im Bestand. Planer, Bauherr und die zukünftigen Bewohner sollten auf diese Empfehlungen hingewiesen werden. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
66 7 Zuordnung der bauaufsichtlichen Benennungen von Sonderbauteilen zu den nationalen Klassifizierungen nach DIN 4102 und europäischen Klassifizierungen nach DIN EN Siehe nachfolgende Tabellen. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
67 Tabelle 14-1: Zuordnung der bauaufsichtlichen Benennungen von Sonderbauteilen zu den nationalen Klassifizierungen nach DIN 4102 und europäischen Klassifizierungen nach DIN EN Bauaufsichtliche Benennung Klassifizierung nach DIN 4102 Klassifizierung nach DIN EN Verw.nw. national* ) Türen (Feuerschutzabschlüsse, Rauchschutzabschlüsse, dichte Türen) hochfeuerhemmend + rauchdicht + selbstschließend T 60 DIN RS EI 260-C S m** ) Z feuerbeständig + rauchdicht + selbstschließend T 90 DIN RS EI 290-C S m** ) feuerhemmend + rauchdicht + selbstschließend T 30 DIN RS EI 230-C S m** ) hochfeuerhemmend + dicht + selbstschließend T 60-[D] EI 260-C [D]** ) Z*** ) feuerbeständig + dicht + selbstschließend T 90-[D] EI 290-C [D]** ) feuerhemmend + dicht + selbstschließend T 30-[D] EI 230-C [D]** ) rauchdicht + selbstschließend DIN RS S m-c ** ) P Selbstschließende Tür mit vollwandigem Türblatt vollwandig + dicht + selbstschließend ohne Verglasung und dreiseitig umlaufender Dichtung**** ) dicht + selbstschließend Selbstschließende Tür mit vollwandigem Türblatt und dreiseitig umlaufender Dichtung**** ) dicht Tür mit vollwandigem Türblatt und dreiseitig umlaufender Dichtung**** ) Fahrschachttüren in feuerwiderstandsfähigen Schachtwänden Türen nach DIN 18090, feuerbeständig E 90***** ) und Z hochfeuerhemmend - E 60***** ) feuerhemmend - E 30***** ) Brandschutzverglasungen feuerbeständig F 90 EI 90 kein besonderer Verwendbarkeitsnachweis erforderlich. hochfeuerhemmend F 60 EI 60 Z feuerhemmend F 30 EI 30 nur raumabschließend 90 Minuten G 90 E 90 DIN nur raumabschließend 60 Minuten G 60 E 60 nur raumabschließend 30 Minuten G 30 E 30 Kabelabschottungen feuerbeständig S 90 EI 90 hochfeuerhemmend S 60 EI 60 Z feuerhemmend S 30 EI 30 Rohrabschottungen für brennbare Rohre bzw. für nichtbrennbare Rohre mit Schmelzpunkt < 1000 C feuerbeständig R 90 EI 90-u/u hochfeuerhemmend R 60 EI 60-u/u feuerhemmend R 30 EI 30-u/u Rohrabschottungen für nichtbrennbare Rohre mit Schmelzpunkt 1000 C feuerbeständig R 90 EI 90-c/u hochfeuerhemmend R 60 EI 60-c/u feuerhemmend R 30 EI 30-c/u Brandschutzklappen für Lüftungsleitungen feuerbeständig K 90 EI 90 (v eh o i o)-s P. 8.4 oder Z hochfeuerhemmend K 60 EI 60 (v eh o i o)-s Z feuerhemmend K 30 EI 30 (v eh o i o)-s Lüftungsleitungen feuerbeständig L 90 EI 90 (v eh o i o)-s DIN hochfeuerhemmend L60 EI 60 (v eh o i o)-s P. 8.5 oder feuerhemmend L 30 EI 30 (v eh o i o)-s P Installationsschächte und kanäle feuerbeständig I 90 o. L 90 o. F 90-A EI 90 (v eh o i o)-s DIN hochfeuerhemmend I 60 o. L 60 o. F 60-A EI 60 (v eh o i o)-s feuerhemmend I 30 o. L 30 o. F 30-A EI 30 (v eh o i o)-s Elektrische Anlagen mit Funktionserhalt 90 Minuten Funktionserhalt E 90 P Minuten Funktionserhalt E 60 P Minuten Funktionserhalt E 30 P 30 * ) Verwendbarkeitsnachweis auf europäischer Ebene: Europäische Zulassung + entsprechende CE- Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag Z 20) P 21) P. 8.6 oder P Kennzeichnung. Falls dies nicht möglich ist (z.b. wegen noch nicht harmonisierter Prüfnormen) ist in der Regel auf nationaler Ebene eine Z oder ein P erforderlich. Die jeweiligen Anforderungen ergeben sich aus der Bauregelliste. Sind dort keine Angaben getroffen, ist in der Regel eine Z erforderlich. ** ) Festlegungen zur Lastspielzahl für die Dauerfunktionsprüfung werden noch getroffen (siehe Tab. 16.6) *** ) Für den Rauchschutz: P, ist in den neueren Zulassungen mit enthalten **** ) Erläuterung der Eigenschaft vollwandig siehe Punkt ***** ) Klassifizierung nach DIN EN Konstruktive Randbedingungen nach Bauregelliste A Teil 1 Anlage 6.1 sind sinngemäß zu beachten P
68 Tabelle 14-2: Erläuterungen der Klassifizierungskriterien und der zusätzlichen Angaben zur Klassifizierung des Feuerwiderstands nach DIN EN und DIN EN * ) Herleitung des Kriterium Anwendungsbereich Kurzzeichens R (Résistance) Tragfähigkeit zur Beschreibung der Feuerwiderstandsfähigkeit E (Étanchéité) Raumabschluss I (Isolation) Wärmedämmung (unter Brandeinwirkung) W (Radiation) Begrenzung des Strahlungsdurchtritts M (Mechanical) Mechanische Einwirkung auf Wände (Stoßbeanspruchung) S m (Smoke max... Begrenzung der Rauchdurchlässigkeit (Dichtheit, Rauchschutztüren (als Zusatzanforde- leakage rate) Leckrate), erfüllt die Anforderungen sowohl rung auch bei Feuerschutzabschlüssen), bei Umgebungstemperatur als auch bei 200 C Lüftungsanlagen einschließlich Klappen C... (Closing) Selbstschließende Eigenschaft (ggf. mit Anzahl der Lastspiele) einschl. Dauerfunktion Beispiele: Türen: C5 = Lastspiele Rauchschutztüren, Feuerschutzabschlüsse (einschließlich Abschlüsse für Förderanlagen) Tore: C2 = Lastspiele P Aufrechterhaltung der Energieversorgung Elektrische Kabelanlagen allgemein und/oder Signalübermittlung G Rußbrandbeständigkeit Schornsteine K 1, K 2 Brandschutzvermögen Wand- und Deckenbekleidungen (Brandschutzbekleidungen) I 1, I 2 unterschiedliche Wärmedämmungskriterien Feuerschutzabschlüsse (einschließlich Abschlüsse für Förderanlagen) i o i o i o (in - out) Richtung der klassifizierten Feuerwiderstandsdauer Nichttragende Außenwände, Installationsschächte/ -kanäle, Lüftungsanlagen/- klappen a b Richtung der klassifizierten Feuerwiderstandsdauer Unterdecken (above - below) v e, h o für vertikalen/horizontalen Einbau klassifiziert Lüftungsleitungen/-klappen (vertical, horizontal) U/U (uncapped/ Rohrende offen innerhalb des Prüfofens/ Rohrende Rohrabschottungen uncapped) offen außerhalb des Prüfofens C/U Rohrende geschlossen innerhalb des Prüfofens/ Rohrabschottungen (capped/uncapped) Rohrende offen außerhalb des Prüfofens U/C (uncapped/ Rohrende offen innerhalb des Prüfofens/ Rohrende Rohrabschottungen capped) geschlossen außerhalb des Prüfofens * ) DIN EN ist zurzeit Entwurf. Sie ist anwendbar mit Erscheinen der Norm. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
69 8 Form und Darstellung des Brandschutznachweises Gemäß Bayerischer Bauvorlagenverordnung sind für den Nachweis des Brandschutzes die hierzu erforderlichen Angaben im Lageplan, in den Bauzeichnungen und in der Baubeschreibung anzugeben. Es ist jedoch dringend empfehlenswert, für jedes Gebäude bzw. jedes Bauvorhaben einen eigenen Brandschutznachweis zu erstellen. Dieser dient (z.b. im Streitfall) nämlich auch zum Nachweis, dass der Brandschutznachweisersteller einen fachgerechten Nachweis erstellt hat. Dieser Brandschutznachweis sollte unbedingt durch Brandschutzpläne farblich visualisiert werden, wobei in den Brandschutzplänen das Abschottungsprinzip, die Rettungswege und die Sicherung aller Öffnungen eingetragen werden sollten. Beispiele für Brandschutzkonzepte mit entsprechenden Brandschutzplänen siehe z.b. den Brandschutzleitfaden des Bundes (Fundstelle: Bundes.pdf). Ein weiteres Beispiel aus dem Brandschutzatlas ist nachfolgend aufgeführt. Aus diesem Beispiel geht deutlich hervor, wie wichtig Brandschutzpläne für die fachgerechte Umsetzung des Brandschutznachweises sind. Anmerkung: Das Beispiel enthält auch eine Legend. Diese ist von den Farben her weitgehend gleich wie die Legende des Brandschutzleitfadens, da im Brandschutzleitfaden des Bundes die Legende des Brandschutzatlasses übernommen wurde. Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
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71 Anforderungen, Planung und Ausführung von Rettungswegen Josef Mayr und Feuertrutz Verlag
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References: Art. 12
 Art. 32
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 46
 Art.46
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 Art. 46