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Timestamp: 2018-05-25 22:20:45+00:00

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Bundesverfassungsgericht - Entscheidungen - Drei-Prozent-Sperrklausel für Wahl zum Europäischen Parlament (§ 2 Abs 7 EuWG idF vom 07.10.2013) gegenwärtig verfassungswidrig und nichtig - Wahlrechtsgleichheit (Art 3 Abs 1 GG) und Chancengleichheit der Parteien (Art 21 Abs 1 GG) verletzt - Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit des Europäischen Parlaments durch Splitterparteien nicht hinreichend sicher absehbar
StartseiteEntscheidungen Urteil vom 26. Februar 2014 - 2 BvE 2/13
- 2 BvE 2/13 u.a. -
- 2 BvR 2220/13 u.a. -
Eine abweichende verfassungsrechtliche Beurteilung kann sich ergeben, wenn sich die Verhältnisse wesentlich ändern. Der Gesetzgeber ist nicht daran gehindert, auch konkret absehbare künftige Entwicklungen bereits im Rahmen der ihm aufgegebenen Beobachtung und Bewertung der aktuellen Verhältnisse zu berücksichtigen; maßgebliches Gewicht kann diesen jedoch nur dann zukommen, wenn die weitere Entwicklung aufgrund hinreichend belastbarer tatsächlicher Anhaltspunkte schon gegenwärtig verlässlich zu prognostizieren ist.
- 2 BvE 2/13 -
- 2 BvE 5/13 -
- 2 BvE 6/13 -
- 2 BvE 7/13 -
- 2 BvE 8/13 -
- 2 BvE 9/13 -
- 2 BvE 10/13 -
- 2 BvE 12/13 -
- 2 BvR 2220/13 -
- 2 BvR 2221/13 -
- 2 BvR 2238/13 -
I. über den Antrag festzustellen,
dass der Antragsgegner durch den am 13. Juni 2013 erfolgten Beschluss von Artikel 1 Nummer 2 Buchstabe d des Fünften Gesetzes zur Änderung des Europawahlgesetzes (BTDrucks 17/13705 und 17/13935) die Rechte der Antragstellerin aus Artikel 21 Absatz 1 Satz 1 in Verbindung mit Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes verletzt hat
Antragstellerin: Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD),
vertreten durch den amtierenden Parteivorsitzenden Udo Pastörs,
Seelenbinderstraße 42, 12555 Berlin
Rechtsanwalt Dipl.-Jur. Peter Richter LL.M.,
Birkenstraße 5, 66121 Saarbrücken -
vertreten durch den Präsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert,
- 2 BvE 2/13 -,
II. über den Antrag festzustellen,
dass der Beschluss des Deutschen Bundestages über den Entwurf des Fünften Gesetzes zur Änderung des Europawahlgesetzes vom 4. Juni 2013 (BTDrucks 17/13705) in Form der Beschlussempfehlung vom 12. Juni 2013 (BTDrucks 17/13935) mit dem Artikel 1 Nummer 2 Buchstabe d des Entwurfs eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Europawahlgesetzes gegen das Grundgesetz verstößt, insbesondere gegen Artikel 21 Absatz 1 und Artikel 3 Absatz 1 Grundgesetz und die Antragstellerin in ihren Rechten aus Artikel 21 Absatz 1 und Artikel 3 Absatz 1 Grundgesetz verletzt
Antragsteller: Bundesverband der Bürgerrechtspartei DIE FREIHEIT,
vertreten durch den Bundesvorsitzenden René Stadtkewitz,
Romain-Rolland-Straße 137, 13089 Berlin
PWB Rechtsanwälte,
Löbdergraben 11 a, 07743 Jena -
- 2 BvE 5/13 -,
III. über den Antrag festzustellen,
dass das Gesetz vom 13. Juni 2013 (BTDrucks 17/13935), soweit es Parteien von der Vertretung im EU-Parlament ausschließt, die weniger als 3 % der abgegebenen Stimmen erhalten (3 %-Klausel), verfassungswidrig und nichtig ist
Antragsteller: 1. Ab jetzt …Demokratie durch Volksabstimmung,
Gneisenaustraße 52c, 53721 Siegburg,
vertreten durch ihren Bundesvorsitzenden
Dr. Helmut Fleck,
2. Allianz Graue Panther (AGP),
Rheinstraße 29, 57638 Neitersen,
vertreten durch ihren 2. Vorsitzenden
Dr. med. Erhard Römer,
Buchrainstraße 47, 60599 Frankfurt am Main,
3. Bündnis 21/RRP,
Mendelssohnstraße 2, 86368 Gersthofen,
vertreten durch ihren Bundesgeschäftsführer (Beisitzer) Wolfgang Kurtenbach,
Arndtstraße 3, 71636 Ludwigsburg,
4. Deutsche Konservative Partei,
Scharnweberstraße 100, 13405 Berlin,
vertreten durch ihren Bundesvorsitzenden Dieter Jochim,
Zeppelinstraße 110, 13583 Berlin,
5. Deutsche Zukunft (DZ),
Brand 24, 79677 Schönau,
vertreten durch ihren 1. Vorsitzenden Joachim Widera, Hauptstraße 12, 79618 Rheinfelden,
6. DSLP - Die Bürgerpartei,
Beim Roten Haus 3, 72401 Haigerloch,
Postfach 02, 72394 Haigerloch,
7. Familien-Partei Deutschlands,
Blankenburger Straße 129/141, 13256 Berlin,
vertreten durch ihren stellvertretenden
Bundesvorsitzenden Dipl.-Volksw. Heinrich Oldenburg,
Otto-Wels-Straße 9, 32429 Minden,
8. Freie Wähler Deutschland (FWD),
Dahlwitzer Straße 2, 12623 Berlin,
Hans-Jürgen Malirs und den stellvertretenden
Bundesvorsitzenden, Dr. Horst Schulz,
- Bevollmächtigter: Rechtsanwalt Michael Tittel,
Charlottenstraße 3, 12683 Berlin -
9. GRAUE PANTHER Deutschland,
Alboinstraße 123, 12105 Berlin,
vertreten durch ihren 1. Vorsitzenden
Hans E. Ohnmacht,
10. Partei für Franken,
Waldstraße 55, 91154 Roth,
Robert Gattenlöhner,
- 2 BvE 6/13 -,
IV. über den Antrag festzustellen,
dass der Antragsgegner die Rechte der Antragstellerin aus Artikel 21 Absatz 1 des Grundgesetzes durch den Beschluss zum Erlass des Fünften Gesetzes zur Änderung des Europawahlgesetzes am 13. Juni 2013 verletzt hat
Antragstellerin: PIRATEN-Partei Deutschland,
vertreten durch den Bundesvorstand, dieser vertreten durch ihren Vorsitzenden Thorsten Wirth,
Beigetretene: Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI),
vertreten durch den Bundesvorstand, dieser vertreten durch den Vorsitzenden Martin Sonneborn,
Kopischstraße 10, 10965 Berlin
Rechtsanwalt Dipl.-Jur. Tim Werner,
Windhorststraße 62, 65929 Frankfurt am Main -
- 2 BvE 7/13 -,
V. über den Antrag festzustellen,
dass die Antragsgegner durch Mitwirkung am Gesetzgebungsverfahren zur Einführung der Drei-Prozent-Klausel bei deutschen Europawahlen (§ 2 Abs. 7 Europawahlgesetz) in der Fassung des Fünften Gesetzes zur Änderung des Europawahlgesetzes vom 7. Oktober 2013 (BGBl I S. 3749) das Recht der Antragstellerinnen zu 1. und 2. auf Chancengleichheit verletzt haben, und gemäß § 67 BVerfGG festzustellen, dass der Erlass des § 2 Absatz 7 EuWG gegen Artikel 21 Absatz 1 Grundgesetz und Artikel 3 Absatz 1 Grundgesetz verstößt
sowie gemäß § 95 Absatz 1 BVerfGG festzustellen, dass der Erlass des § 2 Absatz 7 EuWG Artikel 3 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 38 Absatz 1 Satz 1 Grundgesetz verletzt
Antragstellerinnen: 1. Bundesvereinigung FREIE WÄHLER,
Mühlenstraße 1, 27777 Ganderkesee,
vertreten durch den Bundesvorsitzenden Hubert Aiwanger,
Rahstorf 25, 84056 Rottenburg
und die Schatzmeisterin Christa Hudyma,
Brüggerweg 20, 59964 Medebach
2. Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP),
Pommergasse 1, 97070 Würzburg,
vertreten durch den Bundesvorsitzenden
Milchgasse 3, 94032 Passau
und den stellvertretenden Bundesvorsitzenden
Karl Heinz Jobst, Gestütring 15, 85435 Erding
Im Oberkämmerer 26, 67346 Speyer -
Antragsgegner: 1. Deutscher Bundestag,
2. Bundesrat,
vertreten durch den Präsidenten Stephan Weil,
Leipziger Straße 3-4, 10117 Berlin,
3. Bundespräsident,
Bundespräsidialamt,
- 2 BvE 8/13 -,
VI. über den Antrag festzustellen,
dass § 2 Absatz 7 des Europawahlgesetzes in der Fassung vom 7. Oktober 2013 (BGBl I S. 3749) die Antragstellerin in ihren Grundrechten aus Artikel 3 Absatz 1 und Artikel 21 Absatz 1 Grundgesetz verletzt
Antragstellerin: Die REPUBLIKANER,
vertreten durch den geschäftsführenden stellvertretenden
Bundesvorsitzenden Johann Gärtner,
Münchner Str. 4, 86438 Kissing
Rechtsanwalt Dr. med. Rolf Schlierer,
Kernerstraße 2 A, 70182 Stuttgart -
- 2 BvE 9/13 -,
VII. über den Antrag festzustellen,
dass der Antragsgegner die Rechte der Antragstellerin aus Artikel 21 Absatz 1 Grundgesetz in Verbindung mit Artikel 3 Absatz 1 Grundgesetz verletzt hat, indem er durch den Erlass des Fünften Gesetzes zur Änderung des Europawahlgesetzes vom 7. Oktober 2013 in seiner am 10. Oktober 2013 in Kraft getretenen Fassung (BGBl I S. 3749) in § 2 Absatz 7 diejenigen Parteien von der Vertretung im Europäischen Parlament ausschließt, die weniger als drei Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten (Drei-Prozent-Sperrklausel)
Antragstellerin: AUF - Partei für Arbeit, Umwelt und Familie,
AUF - Christen für Deutschland,
vertreten durch ihren Bundesvorstand,
dieser vertreten durch den Bundesvorsitzenden Dieter Burr,
Im Neuenbühl 7, 71287 Weissach
Rechtsanwältin Martina Döbrich,
Vogelsbergstraße 11, 66693 Mettlach -
- 2 BvE 10/13 -,
VIII. über den Antrag festzustellen,
das Fünfte Gesetz zur Änderung des Europawahlgesetzes in der vom Bundestag am 13. Juni 2013 beschlossenen Fassung der Beschlussempfehlung des Innenausschusses in Drucksache 17/13935, dann vom Bundesrat beschlossen (BGBl I S. 3749), ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar
Antragstellerin: deutsche demokratische partei (ddp),
vertreten durch ihren Vorsitzenden Thorsten Sandvoß,
Oberer Markt 15, 92281 Königstein
- 2 BvE 12/13 -,
IX. über die Verfassungsbeschwerde
1. des Herrn A … ,
2. des Herrn F …
gegen die Drei-Prozent-Klausel bei deutschen Europawahlen im 5. Gesetz zur Änderung des Europawahlgesetzes vom 7. Oktober 2013 (BGBl I S. 3749), ausgegeben am 9. Oktober 2013
- 2 BvR 2220/13 -,
X. über die Verfassungsbeschwerde
des Herrn Matthias C … ,
sowie weiterer 1098 Beschwerdeführer
gegen die gesetzliche Bestimmung des § 2 Absatz 7 EuWG in seiner am 10. Oktober 2013 in Kraft getretenen Fassung
- 2 BvR 2221/13 -,
XI. über die Verfassungsbeschwerde
des Herrn B … ,
sowie 23 weiterer Beschwerdeführer
Rechtsanwalt Dipl.-Jur. Peter Richter, LL.M.,
gegen Artikel 1 Nummer 2 Buchstabe d des Fünften Gesetzes zur Änderung des Europawahlgesetzes vom 7. Oktober 2013 (BGBl I S. 3749)
aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 18. Dezember 2013 durch
§ 2 Absatz 7 des Gesetzes über die Wahl der Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus der Bundesrepublik Deutschland (Europawahlgesetz - EuWG) in seiner am 10. Oktober 2013 in Kraft getretenen Fassung (Bundesgesetzblatt Teil I Seite 3749) verletzt die Beschwerdeführer in ihrem Grundrecht aus Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes und ist daher nichtig.
Der Antrag der Antragstellerinnen zu 2., 3., 4., 5., 6., 7. und 9. im Organstreitverfahren 2 BvE 6/13 wird als unzulässig verworfen. Die Anträge im Verfahren 2 BvE 8/13 und 2 BvE 12/13 werden als unzulässig verworfen, soweit sie sich gegen den Bundesrat und den Bundespräsidenten richten.
Der Deutsche Bundestag hat durch den Beschluss von Artikel 1 Nummer 2 Buchstabe d des Fünften Gesetzes zur Änderung des Europawahlgesetzes, in Kraft getreten am 10. Oktober 2013 (Bundesgesetzblatt Teil I Seite 3749), die Antragstellerinnen der Verfahren 2 BvE 2/13, 2 BvE 5/13, 2 BvE 7/13, 2 BvE 8/13, 2 BvE 9/13, 2 BvE 10/13, 2 BvE 12/13, die Beigetretene im Verfahren 2 BvE 7/13 sowie die Antragstellerinnen zu 1., 8. und 10. im Verfahren 2 BvE 6/13 in ihren Rechten auf Chancengleichheit nach Artikel 21 Absatz 1 des Grundgesetzes verletzt.
(1) – (6) …
des Richters Müller
ECLI:DE:BVerfG:2014:es20140226.2bve000213
BVerfG, Urteil des Zweiten Senats vom 26. Februar 2014
- 2 BvE 2/13 - Rn. (1-116),
http://www.bverfg.de/e/es20140226_2bve000213.html
Nr. 14/2014 vom 26. Februar 2014
BVerfGE 135, 259 - 312

References: § 67
 § 2
 § 95
 § 2
 § 2
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 § 2

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