Source: https://digital.zlb.de/viewer/fulltext/15523851/1/
Timestamp: 2020-02-29 10:28:14+00:00

Document:
Freiräume Europacity - Heidestraße und Nordhafen
URN: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-154891
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-154891
Freiräume Europacity / Heidestraße und Berlin - Mitte Nordhafen
Nichtoffener Ideen- und Realisierungswettbewerb Freiräume Europacity / Heidestraße und Nordhafen Berlin Mitte Ausschreibung
Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Wettbewerbskoordination Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Patrick Weiss, II D 2 Wettbewerbsvorbereitung und -durchführung gruppe F Landschaftsarchitekten – Pütz Kleyhauer Bauermeister Cuvrystraße 1 10997 Berlin Titelbild 3D-Innenstadtmodell Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Digitale Innenstadtkarten -IIADruck Ahrensfeld & Wolf Kameruner Str. 57 13351 Berlin
1.1	 1.2	 1.3	 1.4	 1.5	 1.6	 1.7	 1.8	 1.9	 1.10	 1.11	 1.12	 1.13	 1.14	 1.15	 1.16	 1.17	 1.18	 Auslober, Bauherr, Nutzer ...........................................................9
Rückfragen / Informationsveranstaltung mit Ortsbesichtigung..15
Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten........20
2.1	 2.2	 2.3	 2.4	 2.5	 2.6	 2.7	 2.8	 2.9	 2.10	 2.11	 Das Wettbewerbsgebiet ............................................................21
Historische Entwicklung des Standortes ...................................23
Bereiche des Wettbewerbsgebietes..........................................28
Planerische und städtebauliche Rahmen­ ................................32
bedingungen .............................................................................32
Masterplan Heidestraße / Europacity........................................41
Verkehrliche Rahmenbedingungen ...........................................47
Grün-	und	Freiflächenkonzept...................................................48
Biotoptypen und Gehölze..........................................................51
Naturhaushalt............................................................................52
Nachhaltiges Entwässerungskonzept .......................................52
Site Master Plan Bayer Schering ..............................................53
Teil 3 Wettbewerbsaufgabe ..................................................................57
3.1	 3.2	 3.3	 3.4	 Teil 4	 4.1	 4.2	 4.3	 4.4	 4.5	 4.6	 Allgemeine Zielsetzung .............................................................57
Einzelaspekte............................................................................59
Teilbereiche ...............................................................................67
Realisierung / Kostenrahmen / .................................................75
Wirtschaftlichkeit .......................................................................75
Anhang.....................................................................................76
Auslobung .................................................................................76
Plangrundlagen .........................................................................76
Formblätter................................................................................76
Ergänzende Materialien ............................................................76
Quellen......................................................................................79
Abbildungsverzeichnis ..............................................................81
Freiräume Europacity / Heidestraße und Nordhafen / Anlass und Ziel
Mit einem freiraumplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerb, der vom Land Berlin in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Mitte von Berlin, der Vivico Real Estate GmbH und der Deutschen Bahn AG ausgelobt wird, soll	ein	Konzept	für	einen	Großteil	der	Freiflächen	der	Europacity	gefunden	 werden, das den besonderen Gestaltungsanspruch für diesen neu entste­ henden Stadtteil nördlich des Berliner Hauptbahnhofs widerspiegelt. Das etwa 8,2 ha große Wettbewerbsgebiet erstreckt sich entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals und des Nordhafens im Bezirk Mitte von Berlin. Räumlich bildet es den östlichen Abschluss der Europacity / Heidestraße - einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme von heraus­ ragendem Stellenwert für Berlin. Die Grundlage für die Gesamtmaßnahme bildet der preisgekrönte städ­ tebauliche Entwurf der Arbeitsgemeinschaft ASTOC, Studio UC und AR­ GUS. Auf dieser Grundlage ist der Masterplan Heidestraße erarbeitet und im Mai 2009 vom Senat beschlossen worden. Zur Zeit wird dieser in Be­ bauungspläne umgesetzt. Auf den derzeit noch überwiegend brachliegenden Flächen des Geländes an der Heidestraße in Berlin entsteht künftig ein lebendiges Stadtquartier mit einer urbanen Mischung von Wohnen und Arbeiten. Dazu gehören hochwertige	 öffentliche	 Freiflächen,	 ein	 attraktives	 Fuß-	 und	 Radwegenetz sowie lebendige Nutzungen in den Erdgeschosszonen der Gebäu­ de. Die Lage am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal soll als besondere Qualität des Standortes genutzt werden. Das Museum im Hamburger Bahnhof stellt einen wichtigen Anker im Quartier dar, sowohl baulich wie als kulturelle Einrichtung. In seinem Umfeld entwickelt sich ein so genannter Kunst-Campus mit Galerien und Ateliers, der bereits heute einen wichtigen Beitrag zur gewünschten Urbanität des neuen Stadtquartiers leistet. Gegenstand des Wettbewerbs als Realisierungsaufgabe ist die Gestal­ tung einer Uferpromenade entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtska­ nals. Platzartige Aufweitungen nach Westen schaffen eine Verzahnung mit den einzelnen Quartieren der Europacity. Der neu entstehende Platz am Stadthafen bildet eine besondere Attraktion im neuen Stadtgebiet und schafft eine direkte Anbindung an die westlichen Bereiche jenseits der Heidestraße. Das	 Areal	 rund	 um	 den	 Nordhafen	 ist	 zurzeit	 bereits	 Grünfläche,	 die	 jedoch	 einer	 Qualifizierung	 bedarf.	 Die	 Westseite	 liegt	 im	 Realisierungsteil	 und soll gestalterisch in die Gesamtkonzeption eingebunden werden. An der Ostseite des Nordhafens entsteht die neue Firmenzentrale der Bayer Schering Pharma AG. Die Gestaltung der dem Ufer zugewandten Frei­ räume ist im räumlichen Zusammenhang des gesamten Nordhafens zu sehen, sie liegen jedoch im Ideenteil. Außerdem sollen im Ideenteil des Wettbewerbs Lösungen gefunden wer­ den,	 wie	 die	 Wasserflächen	 der	 Hafenbecken	 –	 außerhalb	 der	 Fahrrinne	 – für Bewohner, Besucher und den Wassertourismus nutz- und erlebbar werden.
Die entlang der Ostseite des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals lie­ genden	 Flächen	 werden	 als	 Verflechtungsbereich	 definiert.	 Sie	 sind	 in	 die Überlegungen für den Gesamtraum einzubeziehen. Der bedeutsa­ me Übergang vom Stadthafen in die westlichen Quartiere soll ebenso als Verflechtungsraum	mitbetrachtet	werden.
Freiräume Europacity / Heidestraße und Nordhafen / Teil 1 Verfahren
Auslober Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Mitte von Berlin, der Vivico Real Estate GmbH Berlin und der Deutschen Bahn AG. Bauherr Land Berlin Wettbewerbskoordination Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Patrick Weiss, II D 2 Tel.: +49 (0)30/ 9025- 2016 Fax: +49 (0)30/ 9025-2533 E-mail: patrick.weiss@senstadt.berlin.de Wettbewerbsvorbereitung und Durchführung gruppe F Landschaftsarchitekten – Pütz Kleyhauer Bauermeister Cuvrystraße 1 10997 Berlin Tel.: +49 (0)30 6112334 E-mail: info@gruppef.com www.gruppef.com
Die Auslobung erfolgt als nicht offener landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb nach den Richtlinien für Planungswettberwerbe (RPW 2008) mit vorgeschaltetem Teilnehmerwettbewerb. Das gesamte Verfahren ist bis zum Abschluss anonym. Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist Deutsch. Die Kommunikation mit den Teil­ nehmern erfolgt über E-Mail.
Dem Wettbewerb liegen die Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) sowie das Rundschreiben SenStadt VI A Nr. 06 / 2009 (Einführung der RPW 2008) zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes ausgeführt ist. Die Architektenkammer wirkt vor, während und nach dem Wettbewerb be­ ratend mit, sie registriert den Wettbewerb. Mit der Registrierung wird be­ stätigt, dass die Auslobungsbedingungen der Richtlinie entsprechen. Die besonderen Bestimmungen für öffentliche Auftraggeber (RPW 2008, § 9) sind anzuwenden. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin
unter der Registrier-Nr. B – 2011- 01 geführt. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast er­ klärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der RPW 2008 einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließ­ lich der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, - II D -, abgegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Ver-fa­ hren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetra­ gen werden Name, Anschrift, Telefon, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft, Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfah­ rens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Füh­ rung dieser Datei fehlt. Vergabekammer Öffentliche Aufträge, die gemäß den Vergabevorschriften der EU verge­ ben werden müssen, unterliegen einem Rechtsschutzverfahren. Für die öffentlichen Auftraggeber des Landes Berlin wird dieses Verfahren vor der Vergabekammer des Landes Berlin geführt. Vergabekammer des Landes Berlin Martin-Luther-Str. 105 10825 Berlin Tel. +49 (30) 9013 8316, Fax. +49(30) 9013 7613
Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der Ankündigung im EU-Amtsblatt vom 23.11.2010 in einem vorgeschalteten Bewerbungs­ verfahren (Teilnahmewettbewerb gemäß RPW und VOF) durch ein vom Preisgericht unabhängiges Auswahlgremium 25 Landschaftsarchitekten bzw. Arbeitsgemeinschaften von Architekten/Stadtplanern und Landschaftsarchitekten ausgewählt.
Gabriele Kiefer Landschaftsarchitektin, Berlin Sibylle Aubort Raderschall Landschaftsarchitektin, Meilen (CH) Winfried Häfner
Axel Lohrer Landschaftsarchitekt, München Markus Neppl
Architekt, Köln / Karlsruhe
Sofia	Petersson Landschaftsarchitektin, Berlin Inga Hahn
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Senatsbaudirektorin Regula Lüscher Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Stadt- und Freiraumplanung Reiner Nagel Bezirksamt Mitte von Berlin Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Ephraim Gothe Vivico Real Estate GmbH
Deutsche Bahn AG Klaus-J. Kenzler Stellvertretende Sachpreisrichter Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Städtebau und Projekte Manfred Kühne Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Freiraumplanung und Stadtgrün Beate Profé Bezirksamt Mitte von Berlin Straßen	und	Grünflächen Heinz Biedermann Vivico Real Estate GmbH Ingeborg Breithaupt Bayer Schering Pharma AG Thomas Mohr Sachverständige	 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Wettbewerbe und Auswahlverfahren Peter Ostendorff Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Projektentwicklung Werner Schlömer Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Landschaftsplanung Annette Mangold-Zatti Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin FNP und Stadtplanerische Konzepte Thomas Eichhorn Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Freiraumplanung und Stadtgrün Gabriele Koll-Hortien / Galene Haun Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Projektmanagement Wasser Jörgen Rutke Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Brückenbau Christiane Lingen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin Barrierefreies Bauen Ingeborg Stude
Landesdenkmalamt Gartendenkmalpflege Klaus Lingenauber Bezirksamt Mitte von Berlin
Bezirksamt Mitte von Berlin Straßen	und	Grünflächen Siegfried Dittrich Bezirksamt Mitte von Berlin
N.N. Wasser- und Schifffahrtsamt
Wasser- und Schifffahrtsamt Pflege	und	Unterhaltung Frau Nulle Bayer Schering Pharma AG
Der Polizeipräsident in Berlin Städtebauliche Kriminalprävention Petra Warman / Karl Bösel Beirat	für	frauenspezifische	Belange	in	der	 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Cagla Ilk / Barbara Willecke Sachverständiger Stadthafen / Brücken Büro Sobek Jens Weiler
Sachverständiger Niederschlagswasser Büro p2m berlin GmbH Hartmut Wesenfeld / Martin Vocks Vivico Real Estate GmbH
Vorprüfung	 Gabriele Pütz (Leitung) gruppe F Landschaftsarchitekten, Berlin Die Vorprüfung wird nach Bedarf verstärkt. Gäste	 Peter Kever / Friedhelm Haas Architektenkammer Berlin Dr. Ludger Paus, Ernst Basler + Partner GmbH, Potsdam je ein Vertreter der Fraktionen der BVV Berlin Mitte
Die Wettbewerbsunterlagen werden ab dem 21. Januar 2011 an die Teil­ nehmer versandt.
Die Arbeiten müssen bis 22.03.2011, 16.00 Uhr in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Referat Wettbewerbe und Auswahlverfahren Brückenstraße 6 Jannowitzcenter 10179 Berlin Raum Nr. 4.026 eingegangen sein (Es gilt nicht das Datum des Poststempels). Der Verfasser trägt die Verantwortung, das die geforderten Leistungen zum genannten Zeitpunkt vorliegen. Sofern eine Rücksendung der Pläne erwünscht ist, Wettbewerbspläne in einer eckigen Versandbox abzuliefern. sind die
Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlos­ senem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfas­ ser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Freiräume Europacity / Heidestraße und Nordhafen“ einzureichen. Bei Zustellung durch Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben.
Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlau­ tende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzuge­ ben.
Rückfragen / Informationsveranstaltung mit Ortsbesichtigung
Rückfragen Rückfragen zur Auslobung können schriftlich gestellt werden. Sie müssen bis zum 09.02.2011 bei folgender E-Mail-Adresse unter dem Betreff „Frei­ räume Europacity / Heidestraße und Nordhafen“ eingegangen sein: patrick.weiss@senstadt.berlin.de Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Ausschrei­ bung Bezug zu nehmen. Die Zusammenstellung aller eingereichten Fragen und deren Beantwor­ tung wird den Beteiligten am 16.02.2010 zugesandt und ist Bestandteil der Ausschreibung. Informationsveranstaltung mit Ortsbesichtigung Ein	Informationsveranstaltung	mit	den	Teilnehmern	findet	statt	am	 02.02.2011, 11:00 Uhr – ca. 13:00 Uhr Ort: Europaplatz 1 (Hauptbahnhof, Bügelbau West) 10557 Berlin Etage NW 08, Raum 19 Im	Anhang	der	Auslobung	befindet	sich	hierzu	ein	Lageplan. Zur Teilnahme ist ein amtlicher Lichtbildausweis erforderlich! Eine	anschließende	Ortsbesichtigung	findet	am	02.02.2011	um	13:00	Uhr	 statt. Treffpunkt ist am Eingang des Gebäudes für die Informationsveran­ staltung.
Unterlagen des Wettbewerbs sind: die vorliegende Ausschreibung die Zusammenstellung der Rückfragen und Antworten CD-ROM mit digitalen Daten (siehe Teil 4), u.a. die im Folgenden auf­ geführten Planunterlagen und Dokumente: o Übersichts- und Arbeitsplan, u.a. als .dwg-Datei o Luftbilder als .jpeg und .pdf-Dateien
Hinweis Jeder	 Teilnehmer	 des	 Verfahrens	 verpflichtet	 sich,	 die	 vorliegenden	 digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Verfahren zu nut­ zen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfal­ len und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbes zu löschen.
Geforderte Leistungen in Papierform 1. Freiraumplanerisches Konzept mit Einbindung in die Umgebung
(M 1:2.000)
2. Freiraumplanerischer Entwurf des Ideen- und Realisierungsteils
3. Vertiefung von zwei vorgegebenen Teilbereichen des Realisierungs­ teils (M 1:200) zur Verdeutlichung des Entwurfs mit Ausformulierun­ gen zu: Belag, Materialität, Ausstattungselementen, Beleuchtung,
Vegetation, Spielangeboten.
4. Drei Schnitte (M 1:100), einer am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal
auf Höhe des Kornversuchsspeichers, die anderen zwei sind frei
5. Zwei räumliche Darstellungen zur Verdeutlichung der Entwurfsidee
6. Ergänzende skizzenhafte Darstellungen und Details sind im Bereich der	zur	Verfügung	stehenden	Stellwandfläche	möglich. 7. Ein Satz Prüfpläne (gefaltet). Im Entwurf 1: 500 sind die für die Be­ rechnung notwendigen Maße einzutragen.
8. Kostenschätzung nach DIN 276 für den Realisierungsteil (auf beilie­ gendem Formblatt, s. digitaler Anhang)
9. Erläuterungsbericht (getrennt von den Plänen) max. 3 DIN A 4 Sei­ ten, mit Begründung des vorgeschlagenen Entwurfskonzeptes sowie
Aussagen	 zu	 Material-	 und	 Pflanzenverwendung,	 zur	 Ausstattung,	 zur Beleuchtung und zum baulichen Aufwand.
10.Verzeichnis der eingereichten Unterlagen
11. Verfassererklärung
Zusätzlich geforderte Leistungen in digitaler Form Zusätzlich sind folgende Leistungen in digitaler Form auf CD-Rom zu er­ bringen (für Vorprüfung, Ergebnisprotokoll und Veröffentlichung): – die Präsentationspläne als Windows-kompatible .tif-Datei(en) in einer Auflösung	von	bevorzugt	300dpi	(ggf.	LZW-komprimiert)	 – 	 die Präsentationspläne als pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixeldarstellungen	in	einer	Auflösung	von	bevorzugt	300dpi. – die geforderten Leistungen nach Nr. 7 (Prüfpläne) als CAD-Datei im
Format .dwg oder .dxf (AutoCAD, Version 2000 oder tiefer)
– 	 die ausgefüllten Formblätter zu Nr. 8 (siehe Digitale Anlagen /
– 	 Erläuterungsbericht nach Nr. 9 als .doc-Datei und pdf-Datei Hinweise zu den geforderten digitalen Leistungen „Offene“ Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windows-kompatiblen .tif-Format vorliegt, kann nicht be­
rücksichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden (z.B. 123456). Die einzelnen Dateien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Dateititel, gefolgt von der Formatangabe, z.B. „tif“. Beispiele: - Lageplan: - Ansichten: - Prüfpläne:
123456_lageplan.tif 123456_ansicht_01.pdf 123456_pruefplan_eg.dwg
In den Dateinamen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. Die CD-ROM ist für Windows-kompatiblen PC zu erstellen. MacintoshFormate können grundsätzlich nicht verwendet werden. Als verbindliche Form der Arbeit gilt der Papierausdruck. Allgemeine Hinweise Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gemäß RPW 2008 § 5 Absatz 2 werden Darstellungen, die über die in der Auslo­ bung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorga­ ben des Auslobers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen. Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen pro Wettbewerbsteilnehmer max. zwei 2 m hohe Rolltafeln mit einer Hängefläche	von	1,96	m	(Breite)	x	1,46	m	(Höhe)	zur	Verfügung.	Die	vom	 Auslober zur Verfügung gestellten Arbeitspläne sind ein Angebot, den Wettbewerbsbeitrag darzustellen; sie müssen von den Verfassern nicht verwendet werden. Ausschlusskriterien / Verstoß gegen bindende Vorgaben Die für die Wettbewerbsaufgabe verbindlichen Vorgaben werden im Sinne der Innovation und des Wettbewerbgedankens auf folgende grundsätz­ liche Anforderungen begrenzt: keine bindenden Vorgaben
Das Beurteilungsverfahren ist unter § 6 Absatz 2 der RPW 2008 darge­ stellt. Ergänzend gilt Folgendes: Die eingereichten Arbeiten werden mit Hilfe eines Kriterienkataloges vorgeprüft. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe können die Sachverständigen zur Unterstützung der Vorprüfer hinzuge­ zogen werden. Dem Preisgericht werden die Ergebnisse der Vorprüfung
als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Preisgericht vorbehalten. Kriterien: Konzept •	 Leitidee und Grundstruktur •	 Raumbildung und Verknüpfung •	 Orientierung und Erschließung •	 Gestalterische Einheit •	 Einbindung von bestehenden Gebäuden, Strukturen,
•	 Einbindung von bestehenden und geplanten Brücken •	 Einbindung in das geplante städtebauliche Umfeld •	 Erlebbarkeit des Wassers und der Wasserstraße •	 Flexibilität bzgl. einer Realisierbarkeit in Teilabschnitten •	 Stimmigkeit des Konzeptes, auch über einen langen Reali­ sierungszeitraum
• objektive und subjektive Sicherheit
Gestaltung •	 Gestaltqualität •	 Material, Möblierung und sonstige Ausstattung •	 Vegetation Nutzungen •	 räumlich-gestalterische und räumlich-funktionale Planung unter
Berücksichtigung von unterschiedlichen Nutzungsgruppen
•	 Nutzbarkeit ohne Barrieren •	 Vermeidung von Angsträumen Realisierbarkeit •	 Einhaltung des Kostenrahmens 	 	 •	 Wirtschaftlichkeit	im	Bezug	auf	Folgekosten	für	Pflege	und
Die Wettbewerbssumme (RPW 2008 § 7 Absatz 2) ist auf der Basis der HOAI ermittelt. Für Preise und Anerkennungen stehen insgesamt 56.000 Euro zur Verfügung. Vorgesehen ist folgende Aufteilung: 1.	Preis	 	 	 2.	Preis	 	 	 3.	Preis	 	 	 Drei	Anerkennungen	à	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 22.000,00	€ 14.000,00	€ 8.000,00	€ 4.000,00	€
Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bear­ beitung der Wettbewerbsaufgabe. Bei der Umsetzung des Projekts wird unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts einer der Preisträ­ ger mindestens mit den Leistungsphasen 2-5 (Lph. 4, soweit erforderlich) beauftragt, soweit kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht (RPW 2008 § 8 Absatz 2). Voraussetzung ist, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden die im Wettbewerb bereits erbrachten Leistungen des Wettbewerbsteilnehmers bis zur Höhe des zuerkannten Preises oder Anerkennung nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der wei­ teren Bearbeitung zugrunde gelegt wird (RPW 2008 § 8 Absatz 2). Ein Verhandlungsverfahren im Anschluss an den Wettbewerb mit allen Preisträgern wird nur durchgeführt, wenn der Auftraggeber vom Votum des Preisgerichts abweicht. Im Regelfall wird der Auftraggeber nur mit dem er­ sten Preisträger über die Auftragsvergabe verhandeln. Teilnehmer, die nicht Mitglieder der Berliner Architektenkammer sind, werden	 gemäß	 §	 6	 Bau-	 und	 Architektenkammergesetz	 verpflich­ tet, sich bei Auftragserteilung im Verzeichnis auswärtiger Architekten der Architektenkammer Berlin eintragen zu lassen. Bei Bedarf wird die Hinzuziehung eines Kontaktbüros empfohlen.
Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen ausgezeichneten und an­ gekauften Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum des Auslobers. Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten (RPW 2008 § 8 Absatz 3). Der Auslober ist berechtigt, die zu Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumen­ tieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.
Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung versichern die Wettbe­ werbsteilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbei­ ten, gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur fach- und termingerechten Durchführung in der Lage sind.
Die	 Verfassererklärung	 befindet	 sich	 als	 Formblatt	 im	 Ordner	 „4.3	 Fornblätter“ auf beiliegender CD-ROM.
Das Ergebnis des Wettbewerbs wird (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung) den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis oder einer Anerkennung ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Ent­ scheidung des Preisgerichts mitgeteilt. Allen anderen werden durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls informiert und der Öffentlichkeit über die Presse bekannt gegeben sowie unter www.stadtentwicklung.ber­ lin.de/ aktuell/ausstellungen angekündigt. Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen und Anerkennungen, der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preis­ gerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse be­ kannt gegeben (RPW 2008 § 8 Absatz 1).
Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens. Die nicht prämierten Arbeiten von in Berlin ansässigen Teilnehmern können zu einem Zeitpunkt, der ihnen rechtzeitig mitgeteilt wird, bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - II D - abgeholt werden. Sind diese Arbeiten, trotz einer Erinnerung sechs Wochen nach dem genannten Termin nicht ab­ geholt worden, so geht der Auslober davon aus, dass die betreffenden Teilnehmer das Eigentum an ihren Arbeiten aufgegeben haben und wird dann mit diesen Arbeiten nach seinem Belieben verfahren. Im Übrigen erfolgt die Rücksendung der nicht prämierten Arbeiten von Teilnehmern, die nicht in Berlin ansässig sind, nur dann, wenn die Arbei­ ten in transportgerechter und wieder verwendbarer Verpackung einge­ reicht wurden.
21.01.2011 02.02 2011 09.02.2011 16.02.2011 22.03.2011 14.04.2011 Mai 2011
Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen Informationsveranstaltung und Ortsbesichtigung am Schriftliche Rückfragen bis Rückfragen-Beantwortung bis Abgabe der Arbeiten Sitzung des Preisgerichts Ausstellung
Freiräume Europacity / Heidestraße und Nordhafen / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben
Der Neuordnungsbereich Heidestraße ist zurzeit vor allem ein Durchgangsraum in zentraler Innenstadtlage, unmittelbar nördlich des Hauptbahnhofs. Durch Bahnanlagen im Westen und die Wasserstraße im Norden und Osten ist der Neuordnungsbereich Heidestraße von den um­ liegenden Stadtgebieten stadtstrukturell isoliert. Verknüpfungsmöglichkei ten bieten sich vor allem entlang der Invalidenstraße im Süden an. Die Verbindungen in die dicht bebauten Wohngebiete von Moabit sowie mit den Wohngebieten im südlichen Wedding und dem Zentrumsbereich um die Müllerstraße sind dagegen nur über wenige stark befahrene Brücken und durch trennende gewerbliche Zonen erreichbar. Diese Lagebedingungen werden aufgrund des Fortbestandes von Bahnanlagen und Wasserstraßen nur partiell veränderbar sein. Die im Zuge der Neuordnung des Bereichs geplanten neuen Verbindungen nach Westen über die Bahn nach Moabit und nach Osten über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal mit dem Quartier um die Chausseestraße sowie die städtebauliche Einbindung der Heidestraße selbst und ihre Aufwertung als verbindende Nord-Süd-Achse, auch für den Fußgänger-, Fahrrad- und Busverkehr, sind daher von erheb­ licher stadtstruktureller Bedeutung.
Wedding Bayer Schering AG Nordhafen
ee st ra ße
Europacity / Heidestraße Fritz-Schloß-Park Moabit
Humboldthafen Charité
Band des Bundes Hansaviertel Tiergarten Großer Stern Pariser Platz
In südlicher Nachbarschaft des Plangebietes und in der näheren Umge­ bung finden sich jedoch wichtige zentrale Nutzungen, die Ansatzpunkte für die zukünftige Entwicklung darstellen können. Hierzu gehören insbe­ sondere der Bereich von Parlament und Regierung südlich der Spree so­ wie das Wirtschafts- und das Bau- und Verkehrsministerium weiter öst­ lich an der Invalidenstraße, die Charité (Kliniken) mit Behandlungs-, Forschungs- und Lehreinrichtungen, das Bundeswehrkrankenhaus und
das Naturkundemuseum. Unweit östlich des Gebietes an der Chaussee­ straße wird derzeit die Zentrale des Bundesnachrichtendienstes gebaut. Innerhalb des Neuordnungsbereichs liegt der Hamburger Bahnhof als Kern eines überregional wirksamen Kulturstandortes. Die Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs hat die Zentralität und Bedeu­ tung dieser Lage weiter erhöht. Das Zusammentreffen von Fernbahn, Regionalbahn und Nahverkehrskreuz sowie der Nord-Süd-Tunnel der Bundesstraße B 96 gewährleisten eine hervorragende regionale wie überregionale Erreichbarkeit. Der Bahnhof ist daneben auch ein wich­ tiger Einzelhandelsstandort. Die neu geplanten Bauflächen im unmittel­ baren Umfeld des Hauptbahnhofs bieten gute Ausgangsbedingungen, um die noch fehlende strukturelle Verbindung mit dem Süden der geplanten Europacity / Heidestraße herzustellen.
Luftbild 2009 mit Realisierungs- und Ideenteil des Wettbewerbsgebiets
Das ca. 8,2 ha große Wettbewerbsgebiet erstreckt sich entlang des BerlinSpandauer Schifffahrtskanals in dem Bereich zwischen Sandkrugbrücke unmittelbar nördlich des Humboldthafens und dem Nordhafenbecken im Norden des Gebietes bis zur Fennstraße. Es liegt im Bezirk Mitte, in den Ortsteilen Tiergarten und Wedding. Räumlich bildet es den östlichen Abschluss der geplanten Europacity / Heidestraße. Der Realisierungsteil des Wettbewerbs umfasst die Uferpromenade ent­ lang der westlichen Seite des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals, den westlichen Uferpark im Bereich des Nordhafens, den Platz um den neu geplanten Stadthafen, ein Teilstück des Döberitzer Grünzuges zwi­ schen Heidestraße und Uferpromenade und den neuen Nordhafenplatz im nördlichen Bereich der Europacity westlich der Heidestraße und des Nordhafenparks. Die Bereiche des Ideenteils sind der östliche Teil des Nordhafenparks sowie die Wasserflächen des Nordhafens (außerhalb der Schifffahrtsrinne) und die Wasserflächen des neuen Stadthafens. Außerdem die den Gebäuden entlang der Promenade zugeordneten privaten Außenräume. Die Verflechtungsbereiche bilden das Ostufer des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals sowie die Brückenanschlüsse über den Kanal und über die Fernbahntrasse.
Zu Beginn des 18. Jh. lag das Gebiet nördlich des Spreebogens außer­ halb der Stadtgrenzen. Während der Bereich des »hinteren« Tiergartens als umzäuntes kurfürstliches Jagrevier diente, wurde der Bereich zwi­ schen Spree und Jungfernheide vor allem gartenwirtschaftlich genutzt. In Stadtnähe entstanden 1710 das Pesthaus, aus dem sich später die Charité entwickelte, und 1748 die Invalidenhäuser für die Versehrten der preußi­ schen Kriege. Diese gaben der Heerstraße nach Spandau ihren neuen Namen: Invalidenstraße. In der Folgezeit wurde das Gebiet durch Pulvermühlen und Munitionsmagazine verstärkt militärisch genutzt. Ende des 18. Jahrhunderts begann die Besiedlung des Gebietes, das zudem auch als Ausflugsziel ins Bewusstsein der Bürger rückte. 1822 erhielt der Weg entlang des Pankegrabens den Namen Heidestraße. Seine wesentliche strukturelle Prägung erhielt das Gebiet im 19. Jahrhundert. Die Pulvermühlen wurden nach Spandau verlegt; stattdessen entstanden großflächige Exerzierplätze und Kasernengebäude wie z. B. die 1848 erbaute Garde-Ulanen Kaserne an der Invalidenstraße. Bereits 1842 war das benachbarte Zellengefängnis mit seinem markanten, sternförmigen Grundriss errichtet worden. Als Folge des im 19. Jahrhundert stetig steigenden Erweiterungsdrucks wurden Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné 1839 mit der Erstellung von großzügigen Stadterweiterungsplänen beauftragt. Sie schufen die Vision eines neuen Stadtraumes aus klaren Achsen, grünen Boulevards und geometrischen Grundrissen. Wichtiger Bestandteil der Planungen war die Einbeziehung und Neuanlage von Wasserwegen und -flächen. Zwischen 1848 und 1853 wurden der Humboldthafen errichtet, der Pankegraben zum Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal ausgebaut. Die
neu angelegte Wasserstraße stellte eine direkte Verbindung zwischen den damals noch selbstständigen Städten Berlin und Spandau dar, darüber hi­ naus wurde die Anbindung über den Finowkanal bis zur Oder ermöglicht. Um den Kanal auch für die großen Plauermaß-Schiffe passierbar zu ma­ chen erhielt die Spreehaltung Anfang der 1890/1891 Steilufer. Zwischen 1910 und 1916 wurde ein Teil der Wasserstraße zum Großschifffahrtsweg Berlin-Stettin. Von der Spree bis zur Havel weist der Kanal eine Länge von rund 12,1 Kilometern auf. Er zweigt kurz vor dem Hauptbahnhof am rechten Ufer der Spree ab. Direkt im Anschluss folgt der Humboldthafen, 1,25 Kilometern weiter stromabwärts der Nordhafen. Kurz vor dem Hafenbecken mündet die Panke in den Kanal. Der Nordhafen wurde von 1856 bis 1858 an der Stelle eines alten Fenns errichtet um den Schiffverkehr auf der Spree zu entlasten. Er diente ca. 100 Jahre lang dem Umschlag von Gütern und Baumaterial und galt als Berlins wichtigster Ziegel-Umschlaghafen. Es gab Liegeplätze für 40 Kähne. Um 1900 befand sich in der südöstlichen Ecke des Hafens eine Badeanstalt. Seid 1886 war die Stadt Berlin für den Betrieb des Hafens zuständig, 1923 ging die Trägerschaft auf die BEHALA über, die 1937 in einen Eigenbetrieb der Stadt umgewandelt wurde. Der Aufschwung des privaten Eisenbahnwesens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte zum Bau einer Vielzahl von Gleisstrecken, die radial in die Stadt führten und in jeweils eigenen Kopfbahnhöfen en­ deten. Im Gebiet an der Heidestraße entstand 1848, nach dem Entwurf des Architekten Friedrich Neuhaus, der Hamburger Bahnhof als End­ punkt der Fernbahnstrecke Berlin-Hamburg. Die Flächen nördlich des Bahnhofsgebäudes wurden für den Fracht- und Güterumschlag sowie den Bahnbetrieb genutzt. Entlang der Gleise entstanden lineare Bau­ strukturen, die bis heute Teile des Areals prägen. 1868 wurde nach dem Ausbau der Lehrter Eisenbahn in Richtung Hannover der Lehrter Bahn­ hof errichtet. Während sich die Bahnnutzungen zunächst auf die östliche Seite der Heidestraße beschränkt hatten, wurden nun auch die west­ lichen Flächen durch Betriebs- und Frachtgebäude für die Hamburger und Lehrter Eisenbahn in Beschlag genommen. Zwischen 1875 und 1882 wurde die viergleisige Berliner Stadtbahn errichtet, die die wichtigsten Fernbahnhöfe miteinander verknüpfte. Dem Lehrter Bahnhof wurde im Norden der Lehrter Stadtbahnhof als Haltepunkt der Berliner Stadtbahn vorgebaut. Dadurch entstand ein wichtiger Kreuzungs- und Umsteige­ punkt, an dem nun auch die Strecke Berlin-Hamburg endete. Dies führte 1885 zur Stilllegung des Hamburger Bahnhofs. Die Gleisbereiche nördlich des Hamburger Bahnhofs wurden als Nebenflächen weiterhin für den Güterverkehr genutzt. Der Hamburger Bahnhof erhielt 1906 eine neue Nutzung als Königliches Bau- und Verkehrsmuseum und wurde entspre­ chend der neuen Nutzung umgebaut, und um zwei Seitenflügel ergänzt. Westlich an den Bahnhof angrenzend befindet sich das 1874 errichtete Gebäude des Landessozialgerichts. Es wurde ebenfalls von Neuhaus, im neo-klassizistischen Stil entworfen, und seither mehrfach erweitert. Seit 1968 ist es Sitz des Landessozialgerichtes. Ein weiterer Nutzer ist das Landesinstitut für gerichtliche Medizin. Teile des Landessozialgerichts ste­ hen unter Denkmalschutz.
Im Zuge des enormen Wachstums der Stadt Berlin in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert wandelten sich die angrenzende Orte Moabit und Wed­ ding zu dicht besiedelten Stadtteilen, die 1861 eingemeindet wurden. Gleichzeitig siedelten sich im Umfeld der Heidestraße Industrie-, Versor­ gungs- und Forschungseinrichtungen an, wie beispielsweise das Stammwerk der Schering AG. Auch die Charité war zu diesem Zeitpunkt bereits ein bedeutendes Klinikum mit großflächigen baulichen Anlagen. In der Zeit des Nationalsozialismus gehörte das Areal an der Heidestraße zum Planungsgebiet der so genannten Nord-Süd-Achse. Als Bindeglied und Repräsentationselement sollte hier eine riesige Wasserfläche zwischen den gigantischen Großbauten des Nordbahnhofes und der »Halle des Volkes« entstehen. Die Umsetzung dieser Planungen wurde durch den 2. Weltkrieg verhindert. Das Umfeld der Heidestraße war am Ende des 2. Weltkrieges schwer zerstört. Prägende Bauten wie der Lehrter Bahnhof, die Ulanen-Kaserne und das Zellengefängnis wurden nach dem Krieg aufgrund ihrer starken Beschädigungen abgerissen. Auch der Nordhafen wurde stark beschä­ digt. Er diente zunächst nur noch dem Umschlag von Bauschutt und der Lagerung von Altmetall, bis man sich in der Nachkriegszeit endgültig dazu entschloss den Hafen stillzulegen. Zunächst wurde 1952 der Betrieb auf der Nordostseite eingestellt, 1966 legte man auch auf der Südwestseite den Betrieb still. Durch Mittel des Notstands-Programms erfolgte in den 50er Jahren die Umwandlung des Hafenbeckens in Grünflächen. Mit der Teilung der Stadt und dem Bau der Mauer 1961 rückte das Gebiet an der Heidestraße aus dem Stadtzentrum in eine unbedeutende Randlage. Die Sektorengrenze verlief entlang der Westseite des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals, die Sperranlagen der DDR lagen jedoch auf dessen Ostseite. Vor dem Nordhafenbecken verschwenkte der Grenzverlauf nach Osten, dieses verblieb damit im Westteil der Stadt. Am Humboldthafen führte die Grenze mitten durch das Hafenbecken, eine Nutzung als Frachthafen wurde damit unmöglich. Heute dient die Bundeswasserstraße wieder als Verkehrsweg für die Berufs- und Fahrgastschifffahrt. Das Gelände an der Heidestraße wurde zunächst als Betriebsbahnhof, dann als so genannter Hamburger und Lehrter Güterbahnhof genutzt. Der Bereich westlich der Heidestraße wurde in der Folge als Containerbahnhof ausgebaut. Östlich der Heidestraße entstanden zahlreiche Speditionsgebäude, Werkstätten, Tankstellen sowie gewerblich genutzte Hallen und Lagerge­ bäude. Nach der Wiedervereinigung wurde die Nutzung des Container­ bahnhofs zunächst intensiviert, dann aber, nach der Verlagerung in ein neues Güterverkehrszentrum im Süden Berlins, 2004 geschlossen. Nach über 150 Jahren intensiver Bahnnutzung wurde damit das Gelände an der Heidestraße für neue Entwicklungen frei.
Spreebogen ca. 1685
Spreebogen ca. 1748
Spreebogen ca. 1856
Spreebogen 1888
Spreebogen 1894
Bereiche des Wettbewerbsgebietes
2.3.1 Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal Der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal ist eine Bundeswasserstraße der WS Klasse III (Breite von 24 bis 39 m). Der Kanal ist für Fahrzeuge 80 x 9 x 2 m und Schubverbände 91 x 9 x 2 m gemäß § 21.02 der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO) zugelassen. Für den privaten Bootsverkehr ist der Kanal in diesem Bereich der Planung gesperrt. Es handelt sich um ein strömungsarmes, nahezu stehendes Gewässer. Die Qualität des Wassers wird als gut beschrieben. Die Wassertiefe be­ trägt 1,6 - 2,0 m, in den Randbereichen zum Teil lediglich 1,0 m. Die Oberkante des umgebenden Geländes liegt bei ca. 33.70 üNN, der Wasserspiegel des Kanals i. d. R. bei ca. 30.78 üNN (Niedrigwasser: ca. 30.69 üNN / Hochwasser: 31.05 üNN). Die Differenz zwischen Ufer und Wasseroberfläche beträgt demnach ca. 3,00 m. Der Kanal wird größtenteils von Spundwänden und Böschungen (z. T. mit Naturstein verkleidet) begrenzt. 2.3.2 Museum Hamburger Bahnhof Der Hamburger Bahnhof dient seit 1987 als Museum für Gegenwarts­ kunst. Er wurde unter Trägerschaft der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 1989 bis 1996 nach Plänen des Architekten Josef Paul Kleihues umge­ baut und ist seither einer der wichtigsten Berliner Ausstellungsorte für mo­ derne Kunst mit internationaler Bedeutung. Seit 2004 werden unter dem Namen »Flick Collection« Höhepunkte der Kunstsammlung von Friedrich Christian Flick gezeigt. Für die Präsentation dieser Leihgaben wurde die Rieck-Halle, ein 300 m langes, ehemaliges Speditionsgebäude nördlich des Museumsgebäudes durch das Wiener Architekturbüro Kühn Melvezzi umgebaut und mit dem Hamburger Bahnhof verbunden. Die Immobilien Hamburger Bahnhof und Rieck-Halle befinden sich im Eigentum von Vivico. 2.3.3 Uferpromenade West Der für den Wettbewerb relevante Teil der westlichen Uferpromenade des Berlin-Spandauer Schifffahrtkanals erstreckt sich vom Hamburger Bahnhof an der Invalidenstraße bis zum Uferpark am Nordhafen. Die Uferkanten in diesem Bereich sind überwiegend befestigt und durch­ gehend mit einer Unterwasserspundwand versehen. Der Abschnitt von der Invalidenstraße bis zum nördlichen Ende des gegenüberliegenden Invalidenfriedhofs setzt sich durch eine sandsteinverblendete Ufermauer vom Kanal ab. Diese ist größtenteils geneigt, ab dem nördlichen Anbau des Hamburger Bahnhofs bis zur halben Höhe der temporären Kunsthal­ le verspringt sie zu einer senkrechten Kante. Die Höhe der Mauer liegt im Schnitt bei ca. 3,20 m. Das Sandsteinmauerwerk geht anschließend in eine 94 m lange Metallspundwand über, die in ihrer Höhe zwischen 0,90 m und 3,10 m variiert. Anschließend folgt eine lang gestreckte Naturböschung, die am Kornversuchsspeicher in eine Sandsteinmauer übergeht. Verstärkt wird die Mauer durch eine zusätzliche Spundwand. In dem Abschnitt zwi­ schen Kieler Brücke und Nordhafenbrücke ist eine steile Naturböschung mit einer kaum über das Wasserniveau reichenden Spundwand vorzufin­ den.
Der Untergrund des Uferbereiches besteht zunächst aus einer Pflasterung von Mosaiksteinen im Wegebereich und Granitgroßpflastern im Straßenraum. An der Uferkante befinden sich Abdeckplatten aus Granit. Im Bereich des Kunstcampus befindet sich eine Natursteinpflasterung, in den Zwischenräumen einer historischen Gleisanlage, und Kies an der Uferkante. Der temporären Kunsthalle schließt sich eine Brachfläche an. Ab hier ist der Boden offen und mit Spontanvegetation bewachsen. Die Naturböschungen weisen eine üppige Strauch- und Baumvegetation auf. Ab der Kieler Brücke verläuft ein Uferweg hinter der Böschung. Dieser ist an der Rampenanlage mit Pflaster im Diagonalverband befestigt, ansonsten besteht der Belag aus einer wassergebundenen Decke. Umfangreichere Informationen sind dem von gruppe F Landschaftsarchi­ tekten im Jahre 2009 erstellten Gutachten „Voruntersuchung der Uferpromenade am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal im Bereich Europacity / Heidestraße“ zu entnehmen. Die Ufersituationen wurden im Hinblick auf eine durchgängige Realisierbarkeit der Promenade im Bereich zwischen Invalidenstraße und Fennbrücke untersucht. Die Rahmenbedin­ gungen für die Schaffung einer Uferpromenade wurden dargestellt und bilden eine wichtige Grundlage für den Wettbewerb (siehe Kap. 4. Vorun­ tersuchung Uferpromenade, gruppe F 2009). 2.3.4 Kornversuchsspeicher Der denkmalgeschützte Kornversuchsspeicher südlich des Nordhafenbe­ ckens wurde in den Jahren 1897-98 erbaut. Es handelt sich um einen sechsstöckigen, roten Backsteinbau in Kastenform. Zweck des Speichers war unter anderem die wissenschaftliche Untersuchung von Getreidela­ gerung und die Erprobung moderner Maschinentechnik. 1915 wurde der Speicher um einen modernen Trakt aus einem Eisenbetonskelett erwei­ tert. Das Gebäude ist weitestgehend erhalten, aber derzeit ungenutzt. 2.3.5 Nordhafen / Nordhafenpark Der Nordhafen ist eine Aufweitung des Berlin-Spandauer Schifffahrtska­ nals und geht mit seinen Kaianlagen auf einen Entwurf Peter Joseph Lennés aus dem Jahre 1854 zurück. Er befindet sich zwischen der Fennbrücke im Nordwesten und der Nordhafenbrücke im Südosten und liegt so­ mit an der Schnittstelle der drei Alt-Bezirke Wedding, Tiergarten und Mitte. Das Hafenbecken des Nordhafens ist ca. 250 m lang und 130 m breit. Die Wasserfläche beträgt insgesamt ca. 35.000 qm. Um das Hafenbecken herum erstreckt sich u-förmig der ca. 2 ha große Nordhafenpark, er besteht aus einem nördlichen und einem südlichen Teil. Die Planung der nordöstlichen Grünanlage wurde 1951 nach der Stilllegung des Hafenbetriebes durch den damaligen Baustadtrat des Bezirks Wedding Walter Nicklitz veranlasst. Die Umgestaltung erfolgte 1952-53 durch den Gartenamtsleiter Günther Rieck. Der Entwurf sah auf dem ehemals indus­ triell geprägten Standort eine für die 50er Jahre typische Parkanlage mit landschaftlicher Ausprägung und sparsam eingesetzter Kleinarchitektur vor. Der direkte Bezug zum Wasser stellte eine besondere Qualität dar. Im Mai 1953 wurde die auf den Namen „Weddinger Alster“ getaufte Anlage feierlich der Öffentlichkeit präsentiert.
Einweihung der „Weddinger Alster“ 1953
Abb. 10: Fontäne ca. 1961
Im darauf folgenden Jahr begannen zeitversetzt auch auf der südwest­ lichen Uferseite die Umbauarbeiten zu einer Grünanlage. Diese wurden nach den Plänen von Willy Alverdes realisiert. Er griff Materialität und Formensprache von Rieck auf, seine persönliche Handschrift blieb jedoch erkennbar. Das gesamte Areal entwickelte sich relativ bald zu einem be­ liebten und überörtlich bekannten Naherholungsgebiet. Anziehungspunkt waren eine von Anfang bis Ende der 60er Jahre existierende Fontäne und ein Anleger für Ausflugsschiffe. Die Fontäne war beleuchtet und befand sich auf einem mobilen Ponton. Sie wurde bis zu ihrer Verschrottung jähr­ lich im Frühjahr in Betrieb genommen, währenddessen sie im Winter in ei­ ner Werkstatt untergebracht wurde. Der Bau der Nordhafenbrücke 1970, die gesteigerte Verkehrsbelastung in den 80er Jahren und mangelnde Pflege führten im Laufe der Jahre zu einem Verlust der Bedeutung als Naherholungsfläche. Noch Heute sind viele erhaltenswerte Elemente aus der Gestaltung der 50er Jahre in den beiden Uferparks vorhanden, insbesondere die flächendeckenden Baum- und Strauchbestände. Insgesamt befindet sich die Anlage jedoch in einem schlechten Unterhaltungs- und Pflegezustand. Im nordöstlichen Bereich von Rieck verlaufen zwei parallel geführte Hauptwege durch den Park. Der eine durch einen Gehölzgürtel am obe­ ren Rand, der andere begleitet von Rasenböschungen entlang des Ufers. Verbunden werden diese durch kurze, geschwungene Stichwege. Am Hauptzugangsbereich im Norden befindet sich auf einem terrassenar­ tigen Platz das übrig gebliebene Fundament einer ehemals berankten Pergola, die in ganzer Länge einen Weg mit Bänken überfing. Seitlich an­ grenzend gelangt man über Kalksteinblockstufen zu einer Sitzgruppe mit einem Tisch aus Naturstein. Der Belag des Platzes besteht aus polygo­ nalen Kalksteinplatten, eingefasst wird er durch Stützmauern die eben­ falls aus Kalkstein bestehen. Es schließen sich Staudenflächen, die durch Rhododendren und Nadelgehölze begrenzt werden sowie eine Gruppe von Silberahorn an. Gegenüber, direkt an der Wasserkante, befindet sich zudem eine Taxodium-Gruppe. Der südwestliche Schenkel des Parks, im Bereich der Fennbrücke, ist geprägt durch einen Aussichtsplatz mit Sitzgelegenheiten auf einer ehemaligen Kran-Mauer aus Beton sowie durch
eine Stufenanlage aus Granit die bis ans Wasser führt. Eine weitere, terras­ senartige Kranplattform befindet sich im Bereich der Nordhafenbrücke. Sie besteht aus Sandsteinmauerwerk und besitzt ein gusseisernes Geländer.
Abb. 11: berankte Pergola ca. 1965
Abb.12: Treppenanlage ca. 1965
Die Flächen der südwestlichen Anlage von Willy Alverdes unterscheiden sich in ihrem Zuschnitt von denen am nördlichen Ufer. Eine große, ova­ le Wiesenfläche wird von einem Rundweg umgeben, der über eine Treppenanlage aus Kalksteinblockstufen eine Böschung hinauf führt. Entlang dieser Böschung und parallel zur südlich gelegenen Hauptstraße verläuft ein Weg in dessen Rand Banknischen eingefügt sind. Die Bänke beste­ hen aus gebogenen T-Stahlprofilen mit grün lackierten Holzlatten. An der Uferpartie des Rundweges liegt vor einer Stützmauer aus Kalkstein ein Bankplatz. Ein Stück weiter nördlich, direkt an der Wasserlinie, ist eine niedrige Sitzmauer dem Bankplatz vorgelagert. Dieser Ort wurde spezi­ ell für Angler ausgestaltet. Hauptbaumarten der südwestlichen Uferseite sind Gruppen von Silberahornen, Platanen und Säulenpappeln. Als Besonderheit ist zudem die Verwendung der halbimmergrünen Fontanesie hervorzuheben, da diese in fast allen Entwürfen von Willy Alverdes zu finden ist. In der gesamten Parkanlage ist ein Höherunterschied zwischen den umliegenden Straßen und der Uferbefestigung von 2 bis 3 m vorzufin­ den, der als steile Böschung ausgeformt ist. Diese ist mit einem dich­ ten Gehölzvorkommen zur Straße hin bepflanzt. Die Uferbereiche sind, abgesehen von den zwei erhöhten Kaimauern, die auf die Zeit Lennés zurückzuführen sind und früher Standorte von Ladekränen waren, an­ nähernd auf das Niveau der Wasserfläche abgesenkt worden und durch Spundwände mit Betonköpfen sowie Granitplatten gesichert. Der Bau der Nordhafenbrücke Anfang der 70er Jahre stellte einen starken Eingriff in den östlichen Rand beider Uferbereiche dar. Die Verbindung zum Sellerplatz blieb unter der Brücke hindurch erhalten, währenddessen auf der Südwestseite die Wegeverbindung vorläufig unterbrochen wurde. Seit 1996 ist die Verbindung durch einen Steg unter der Brücke hindurch wie­ der hergestellt. Durch den Anschluss der Kieler Brücke an die Heidestraße besteht seitdem ein Rundweg um die “Weddinger Alster“ (Siehe Kap. 4 Voruntersuchung Uferpromenade, gruppe F 2009).
Planerische und städtebauliche Rahmen­ bedingungen
Das Landschaftsprogramm einschließlich Artenschutzprogramm vom 29.07.1994 (ABl. 1994 S. 2331, zuletzt geändert am 28.06.2006) stellt die Ziele und Grundsätze des Naturschutzes, der Landschaftspflege sowie die darauf aufbauenden Maßnahmen zu den Bereichen Naturhaushalt, Umweltschutz, Landschaftsbild, Biotop- und Artenschutz sowie Erholung / Freiraumnutzung für Berlin dar. Der Programmplan Erholung und Freiraumnutzung des Landschaftspro­ gramms ordnet die bebauten Bereiche der Kategorie „sonstige Fläche au­ ßerhalb von Wohnquartieren“ zu. Als Entwicklungsziele und Maßnahmen werden vorgegeben: • • • • Erschließung von Freiflächen und Erholungspotenzialen, Entwicklung von Konzepten für die Erholungsnutzung, Entwicklung von Wegeverbindungen, Schutzpflanzungen bei angrenzender Wohn- und Erholungsnutzung
sowie •	 Dach- und Fassadenbegrünung an öffentlichen Gebäuden. Der Bereich des Döberitzer Grünzugs und die Uferbereiche des BerlinSpandauer Schifffahrtskanals sind als Grünfläche / Parkanlage darge­ stellt. Hier sollten als Entwicklungsziel und Maßnahmen die Entwicklung und Neuanlage mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, die Auslagerung störender und beeinträchtigender Nutzungen sowie die Verbesserung der Aufenthaltqualität angestrebt werden. Im Bereich Freiraum- und Erholungsnutzung verfolgt das Landschafts­ programm zudem ein Parkringkonzept, dass die Vernetzung von Grün­ zügen und Parkanlagen im Innen- und Außenbereich (innerer und äuße­ rer Parkring) vorsieht. Teil dieses Konzeptes ist der in Ost-West-Richtung verlaufende Döberitzer Grünzug und sind die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Promenaden beiderseits entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals. Der Programmplan Naturhaushalt und Umweltschutz des Landschafts­ programms stellt nahezu das gesamte Masterplangebiet als Industrie- und Gewerbefläche dar. Entwicklungsziele und Maßnahmen für solche Flächen sind die Sanierung von Altlasten, der Schutz angrenzender Gebiete vor Immissionen, die Förderung Platz sparender Bauweisen, Maßnahmen zum Boden- und Gewässerschutz sowie Dach- und Wandbegrünungen. Lediglich der südliche Bereich rund um den Hamburger Bahnhof wird als Siedlungsgebiet mit Schwerpunkt Entsiegelung dargestellt. Entwicklungsziele und Maßnahmen für diesen Bereich sind die Erhöhung der naturwirksamen Flächen, kompensatorische Maßnahmen bei Verdichtungen, Berücksichtigung des Boden- und Gewässerschutzes, de­ zentrale Regenwasserversickerung und die Förderung emissionsarmer Heizsysteme. Der Programmplan Biotop- und Artenschutz des Landschaftsprogramms weist dem Plangebiet hinsichtlich seines Raumtyps dem städtischen Übergangsbereich mit Mischnutzungen zu. Als Maßnahmen und Ziele werden vorgegeben: •	 Erhalt der durch Nutzungs- und Strukturvielfalt geprägten, au­ ßerordentlich hohen biologischen Vielfalt,
•		 Schutz, Pflege und Wiederherstellung von natur- und kulturgeprägten Landschaftselementen, •	 Schaffung zusätzlicher Lebensräume für Flora und Fauna und
Kompensation von Nutzungsintensivierungen (z.B. Dach- und
Wandbegrünung),
•	 Erhalt wertvoller Biotope und Entwicklung örtlicher Biotopverbin­ dungen bei Siedlungserweiterungen und Nachverdichtungen.
Der Uferbereich des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals ist Teil eines Biotopverbundsystems. Es soll als Bereich mit dem vorrangigen Ziel der Entwicklung von Artenreservoiren für Arten der Gewässerränder und Böschungen entwickelt, umgewandelt, erhalten und ausgebaut werden. Auch der Programmplan Landschaftsbild kartiert das Masterplangebiet als
städtischen Übergangsbereich mit Mischnutzungen. Der Maßnahmenbedarf ist gerichtet auf: •	 Erhalt und Entwicklung charakteristischer Stadtbildbereiche sowie
markanter Landschafts- und Grünstrukturen zur Verbesserung der
Stadtgliederung,
•	 Berücksichtigung ortstypischer Gestaltungselemente und geson­ derter Siedlungs- und Freiraumzusammenhänge,
•	 Quartiersbildung durch Entwicklung raumbildender Strukturen und
Leitbaumarten in den Großsiedlungen,
•		 Entwicklung des Grünanteils auf Infrastrukturflächen (Dach- und
Wandbegrünung, Sichtschutzpflanzungen im Randbereich zu
sensiblen Nutzungen), •	 Beseitigung der Landschaftsbeeinträchtigungen, •	 Erhalt und Entwicklung prägender Landschaftselemente.
Abb. 13: Landschaftsprogramm (Erholung)
2.4.2 Flächennutzungsplan Der Flächennutzungsplan Berlin (FNP) in der Fassung der Neubekanntmachung vom 12. November 2009 (ABI. S. 2666) stellt den südlichen Teil des Plangebietes (südlich der Einmündung der Minna-Cauer-Straße in die Heidestraße) als gemischte Baufläche M1, Bereiche mit hoher Nutzungsintensität und -dichte sowie mit vorwiegendem Kerngebietscharak­ ter, den nördlichen Teil (nördlich der Einmündung der Döberitzer Straße in die Heidestraße) als gemischte Baufläche M2, Bereiche mit unterschied­ licher Funktionen (Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, Wohnen etc.) mit einer mittleren Nutzungsintensität und –dichte, dar. Die beiden Bauflächen werden durch einen breiten Grünzug im Zuge bzw. in Verlängerung der Döberitzer Straße voneinander getrennt, der Teil einer übergeordneten Grünverbindung zwischen dem Fritz-Schloß-Park und dem Panke-Grünzug
ist. Ein weiterer Grünzug (dargestellt in symbolischer Breite) zieht sich ent­ lang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals.
Anlage 1 zur Senats - / Abghs. - Vorlage Nr.:
Standardänderung/Parallelverfahren* Einleitungsbeschluss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .30.10.08 Beteiligung Öffentlichkeit/ Behörden (§ 3 und 4 BauGB) - frühzeitige Beteiligung . . . . . . . . . . . . 30.03. - 04.05.09 - öffentliche Auslegung. . . . . . . . . . . . . 22.03. - 24.04.10 Senatsbeschluss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zustimmung Abgeordnetenhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bekanntmachung im Amtsblatt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Am Westrand desfür Stadtentwicklung Senatsverwaltung Plangebietes entlang der vorhandenen Bahnstrecke stellt der Flächennutzungsplan eine neue übergeordnete Hauptverkehrs­ straße dar, die den Nord-Süd-Tunnel mit der Perleberger Straße und wei­ Blatt Die ter entlang des Schifffahrtskanals mit der Putlitzbrücke verbindet.1/2 Heidestraße Sellerstraße und die Heidestraße sind dagegen nicht als Hauptverkehrs­ (Mitte) straßen ausgewiesen. Im Bereich der nachrichtlich übernommenen Lfd. neue Bahnlinie mit einem Bahnhof an Bahnfläche stellt der Plan eine Nr. 06/08 der Perleberger Brücke dar. Weiterhin kennzeichnet er drei Bereiche mit Altlasten (östlich der Heidestraße).
SenStadt I B 3 (Tel.: 9025 - 1200) Für den Bereich beiderseits der Heidestraße wurde am 30.10.2008 ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans mit der lfd. Nr. 06/08 – Heidestraße – eingeleitet. Der Senat hat die Änderung des Flächennut­ zungsplans am 07.12.2010 beschlossen, die Befassung im Abgeordne­ tenhaus erfolgt im Jahr 2011. Es sind folgende Änderungen beabsichti­ gt: Darstellung der Heidestraße (einschließlich Anschluss Minna-Cauer­ Straße) als übergeordnete Hauptverkehrsstraße in ihrer bisherigen Lage, Erweiterung der gemischten Baufläche M1 im geringfügigen Ausmaß nach Norden um Teilflächen des Döberitzer Grünzuges, der entsprechend der örtlichen Gegebenheiten auf eine „symbolische Breite“ reduziert wird, Darstellung eines Hafenbeckens am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal.
In der Begründung der Änderung wird festgehalten, dass die Durchgän­ gigkeit des Ufergrünzuges auf den nachfolgenden Planungsebenen zu si­ chern ist, und dass im Bereich Hamburger Bahnhof übergeordnete kultu­ Lage Teilbereich 1:50.000 relle Einrichtungen lokalisiert werden. Topographische Karte
FNP Berlin (Stand November 2009) 1:50.000
1. Ziele, Zwecke und wesentliche Auswirkungen
Planerisches Ziel ist die Wiederbelebung dieses rd. 40 ha großen, gut erschlossenen zentralen innerstädtischen Stadtraumes und eine städte­ bauliche Aufwertung der Flächen zwischen Per­ leberger Straße und dem Hauptbahnhof. Die Darstellungen werden an die Ergebnisse des bisherigen Planungsprozesses angepasst: - Die Heidestraße verbleibt als übergeordnete Hauptverkehrsstraße (Mittellage). - Beidseits der Heidestraße wird gemischt Bau­ fläche M2 beibehalten. In einem Abschnitt des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals ist die Aufweitung zu einem Hafenbecken vorgese­ hen. Die Durchgängigkeit des Ufergrünzuges ist auf den nachfolgenden Planungsebenen zu sichern. - Der Döberitzer Grünzug wird entsprechend seinem Charakter in symbolischer Breite dargestellt. Die angrenzende gemischte Bau­ fläche M1 wird in nördlicher Richtung ergänzt. - Die Bahnfläche wird an der Tunneleinfahrt den örtlichen Gegebenheiten angepasst. - Am nördlichen Humboldthafen wird die ge­ mischte Baufläche M1 entsprechend dem städtebaulichen Konzept ergänzt. - Im Bereich Hamburger Bahnhof werden über­ geordnete kulturelle Einrichtungen lokalisiert. - Die Grünfläche auf dem Gelände des ehem. Zellengefängnisses wird redaktionell an die bestehende Ausdehnung angepasst und das Symbol Parkanlage ergänzt. Mit der geringfügig veränderten Trassenführung der Heidestraße wird auch der räumliche Bezug des Ziels der Raumordnung Z 1.2 (Textliche Darstellung Nr. 1 des FNP) modifiziert. * Die Änderung (§ 1 Abs. 8 BauGB) erfolgt gem.
§ 8 Abs. 3 BauGB im Parallelverfahren mit den
Abb. 14: FNP Änderungsverfahren 06/08, Stand 2010
FNP-Änderung (wirksam mit Bekanntmachung im Amtsblatt)
Diese Änderung wird bei der nächsten Neubekanntmachung des Flächen­
2.4.3	 Grün-	und	Freiflächenkonzept	der	BEP Der Fachplan Grün- und Freiflächen des Bezirks Mitte von Berlin wurde am 18.06.2009 von der Bezirksverordnetenversammlung Mitte beschlos­ sen. An den Uferbereichen im Plangebiet sollen übergeordnete Grünverbin­ dungen geschaffen und der Erholung dienende Aufenthaltsbereiche neu gestaltet werden. In Nord-Südrichtung ist eine bezirkliche Grünverbin­ dung auf der westlichen Seite des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals vorgesehen, parallel dazu verläuft die Promenade auf der Ostseite des Kanals. Diese ist als grüner Hauptweg ausgewiesen und besitzt durch den Fernradweg Berlin-Kopenhagen eine überregionale Bedeutung. Die Anbindung des Quartiers Heidestraße an das Berliner Stadtgefüge soll durch die in Ost-Westrichtung laufenden Verbindungen über die Kieler Brücke, die geplanten Brücken am Stadthafen und am Döberitzer Grünzug, von der Turmstrasse bis zur Panke, ermöglicht werden. 2.4.4 Strategien nördlicher Cityrand Das Moderationsverfahren Strategien nördlicher Cityrand wurde im Jahr 2003 vom Bezirksamt Mitte mit der Senatsverwaltung für Stadtentwick­ lung initiiert. Hierin wurde das Gebiet um die Heidestraße mit den west­ lich und östlich angrenzenden Bereichen betrachtet. Als Leitbild für die Entwicklung des Gesamtbereichs wurde der Begriff »Stadt des Wissens« formuliert, der eine Verbindung der naturwissenschaftlich-technischen und kulturell-ästhetischen Prägung des Gebietes mit der Ansiedlung von Dienstleistungseinrichtungen, Unternehmenssitzen und hochwertigen Wohnnutzungen beschreiben soll. Die vollständige Broschüre Strategien nördlicher Cityrand liegt dieser Auslobung als Anhang bei.
Abb. 15: Bereichsentwicklungsplan
Abb. 16: Grün- und Freiflächenplan aus BEP
2.4.5 Wasserlagenentwicklungsplan Der Wasserlagenentwicklungsplan wurde 2002 von der Senatsverwal­ tung für Stadtentwicklung erarbeitet, er umfasst ein Leitbild und die Umsetzungskonzepte einer nach innen orientierten Stadtentwicklung am Wasser. In der Innenstadt geht es darum, die Uferpartien zur Adresse attraktiver Wohnstandorte und Arbeitsplätze zu machen und das Netz Gewässer begleitender Wege zu ergänzen. Nach dem Fall der Mauer und mit der Ablösung der traditionellen Industrien durch die Dienstleistungsund Wissenschaftsgesellschaft wurde die Chance eröffnet, die urbane Flusslandschaft in all ihrer Vielfältigkeit wiederherzustellen und zeitgemäß zu definieren. 2.4.6 Stadtumbau West Das Bund-Länder Programm »Stadtumbau West« hat das Ziel, neue Impulse für die Entwicklung untergenutzter Stadträume in Berlin zu ge­ ben. Das Gebiet Heidestraße wurde hierbei dem Bereich TiergartenNordring / Heidestraße zugeordnet. Ein Konzeptentwurf sieht für den Bereich Heidestraße eine Reihe punktueller Maßnahmen mit »Anschub­ charakter« vor. Dazu zählen der Ausbau der Uferpromenade vom Hum­ boldthafen bis zum Nordhafen, die Schaffung der Fußwegeverbindung »Döberitzer Grünzug«, die Realisierung des »Kunst-Campus« als Kulturraum nördlich des Hamburger Bahnhofes und eine neue Nutzung für den
Nordhafenspeicher. Die vollständige Broschüre »Stadtumbau West« liegt dieser Auslobung als Anhang bei. 2.4.7 Landschaftsplanerisches Strukturkonzept Innerhalb des Programms Stadtumbaus West wurde im Jahr 2006 ein landschaftsplanerisches Strukturkonzept erstellt. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Stärkung der Grünstrukturen in Nord-Süd-Richtung, der stra­ ßenbegleitenden Begrünung der Heidestraße sowie einer Promenade am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal. Ein besonders wichtiges Element des landschaftsplanerischen Strukturkonzeptes ist der Döberitzer Grünzug, der den Fritz-Schloß-Park mit dem Panke-Park verbinden soll und dabei auch durch das Wettbewerbsgebiet hindurchführt. 2.4.8 Baudenkmale und Gartendenkmale In der Denkmalliste des Landes Berlin sind der Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart (Invalidenstraße 50-51), das Landessozialgericht Berlin (Invalidenstraße 52), der Kornversuchsspeicher (Heidestraße 20c) sowie die Mauerreste im Bereich des Invalidenfriedhofs (Scharnhorststraße) als geschützte Baudenkmale aufgeführt. Der Vorhof des Hamburger Bahnhofs (Invalidenstraße 50-51), sowie der Invalidenfriedhof selbst sind als Gartendenkmal eingetragen. Für die Freiflächen um den Nordhafen wird derzeit Berlin Ausweisung als Gartendenkmal geprüft. Denkmalkarte eine
Abb. 17: Denkmalkarte Berlin
2.4.9 Bebauungsplanung Für das Gebiet der Europacity werden zwei Bebauungspläne erar­ beitet: 1-62 (Flächen östlich und westliche der Heidestraße) und 1-63 (Heidestraße).
OK 61,0 0,6 4,0
planfestgestellt Bundesstraße
OK 26,0
Plan stra ße
OK 43,5
/ 0,7 3,3
36,2 38,0
60,4 12,9
OK 22,5
ÖFFENTLICHE PARKANLAGE MIT KINDERSPIELPLATZ FUSS- UND RADWEG
/ 0,5 2,4
104,2°
Bebauungsplan 1- 62
Bearbeitung: Spath und Nagel
Arbeitsstand: 13 Dezember 2010 Maßstab 1:2500
Abb. 18: Bebauungsplan-Entwurf 1-62
Die Nutzungsstruktur des neuen Quartiers soll sich durch eine urbane
Vielfalt auszeichnen. Die Wohnfunktion soll durch den Bau von bis zu
1.800 Wohnungen gestärkt werden. Ergänzend soll ein breites Angebot an unterschiedlichen Flächen für andere innenstadttypische Nutzungen wie Firmensitze, Büros, Hotels sowie kulturelle Nutzungen geschaffen werden. Während im Süden und Norden des Plangebietes kerngebietsty­ pische Nutzungen mit einem geringen Wohnanteil angestrebt werden, soll im Zwischenbereich westlich der Heidestraße ein Wohnanteil von 20- 50 % und östlich der Heidestraße von 70-80 % gesichert werden. Die an die Heidestraße angrenzenden Flächen sollen als Übergangsbereiche kernge­ bietstypische Nutzungen aufnehmen, wie Einzelhandel und Gastronomie.
GFL 1 4,0
ÖFFENTLICHE PARKANLAGE/ STADTPLATZ
5 63,
planfestgestellte RW Leitung
/ 0,6 3,0
,9 45
6,0 4,0 14.00
ße stra Plan 1.2
ße stra Plan
OK 61,0
3,3 OK 22,5
/ 0,6 3,3
OK 22,5,4
44 19,0
/ 0,6 4,0
planfestgestellte temporäre Baustelleneinrich­ tungsfläche S-Bahn
OK 36,5
OK 22,5 ,0
50 13,1 23,2
OK 8,0
37.00 18.00
/ 0,6 3,3 OK 22,5 GFL 2
ße stra Plan 1.3
/ 0,5 2,4 / 0,6
63,5 19,0
FUSSGÄNGER­ BEREICH
planfestgestellte tempo­ räre Baustelleneinrich­ tungsfläche S-Bahn
6,0 4,0 14,0
50,0 38,0 5 3,2 54,9
7,5 MIT KINDERSPIELPLATZ
Bebauungsplan II-201 b
63,5 84,6
28,3 35,0
GÄN SS
CH REI BE GER
124 ,2
35,0 19,0 59,0
/ 0,6 2,4 OK 22,5
FUSSGÄNGER- UND RADFAHRERBEREICH 31,8
/ 0,6 OK 26,03,3
,4 35
planfestge­ stellter Sicher­ heitsstreifen S-Bahn
Bebauungsplan II-201 c im Verfahren
planfestgestellte Straßenbahn
Es wird eine verdichtete, weitgehend geschlossene Bauweise angestrebt, die sich hinsichtlich Anordnung und Höhenentwicklung der Gebäude an der Berlin-typischen Bauweise orientiert. Die Gebäude sollen sich stra­ ßenseitig ausrichten und überwiegend sechs- bis sieben Geschosse auf­ weisen. An ausgewählten Punkten am südlichen und am nördlichen Ende
Abb. 19: Bebauungsplan-Entwurf 1-63
des Plangebietes sowie im Westen entlang des Bahnkörpers sind einige Gebäude mit bis zu 18 Geschossen vorgesehen. Haupterschließungsachse ist die Heidestraße, die so verbreitert und um­ gebaut werden soll, dass sie neben ihrer Funktion als übergeordnete Hauptverkehrsstraße auch örtliche Erschließungsaufgaben übernehmen kann und sich als urbane Geschäftsstraße entwickelt. Die Feinerschließung wird durch 19 bzw. 20 m breite Straßenschleifen erfolgen. Entlang der Heidestraße sind zwei öffentlich nutzbare Stadtplätze vorgesehen, die zur urbanen Qualität des Gebiets beitragen.
Die Erschließung durch öffentliche Verkehrsmittel erfolgt durch den Hauptbahnhof und durch in der Heidestraße verkehrende Busse. Als Ergänzung zum vorhandenen Netz ist westlich des Plangebiets eine neue S-Bahnlinie geplant. Rückgrat des Grün- und Freiflächenkonzeptes ist ein neu zu entwickeln­ der Uferweg entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals, der als ver­ bindendes Element zwischen den Freiräumen des Gebietes dient und am Nordhafen in teils vorhandene, teils neu gestaltete Parkanlage übergeht. Promenade, Döberitzer Grünzug und Platz am Stadthafen werden als Verkehrsflächen mit besonderer Zweckbestimmung gewidmet. Hafenplatz und Park am Nordhafen sollen als Grünflächen ausgewiesen werden.
Masterplan Heidestraße / Europacity
Haupteigentümer der Flächen des Projektgebiets sind die Vivico Real Estate GmbH Berlin, die Deutsche Bahn AG sowie das Land Berlin. Zur weiteren Entwicklung des Quartiers Europacity lobte die Vivico Real Estate GmbH Berlin 2008 in Kooperation mit der Deutschen Bahn AG und dem Land Berlin einen kooperativen städtebaulichen Wettbewerb aus. Der Wettbewerb wurde im April 2008 entschieden. Der Siegerentwurf der Arbeitsgemeinschaft von ASTOC, Köln (Städtebau), Studio Urban Catalyst, Berlin (Freiraumplanung) und ARGUS, Hamburg (Verkehrsplanung) war Grundlage eines sich anschließenden Masterplanverfahrens, das derzeit in Bebauungspläne umgesetzt wird. Der Masterplan definiert klare städtebauliche, freiraumplanerische und verkehrsplanerische Ziele und Qualitäten auf einer abstrakten plane­ rischen Ebene. Diese wurden bewusst offen und flexibel gehalten, um auch über einen langfristigen Entwicklungsprozess hinweg Gültigkeit be­ halten zu können. Besonderer Wert wurde dabei auf eine Gliederung des Gesamtareals in Teilbereiche mit unterschiedlichem Charakter und unter­ schiedlichen Nutzungen gelegt. Dies ermöglicht eine flexible Entwicklung des Gebietes. Ziel der Entwicklung ist ein gemischt genutztes Quartier mit unverwech­ selbaren und qualitätsvollen Stadträumen in unmittelbarer Nähe zu Charité, Regierungssitz, Hauptbahnhof, Lehrter Stadtquartier und dem Kulturstandort Hamburger Bahnhof. An dem Standort soll ein neues „Stück Berlin“ mit einem eigenen und zukunftsfähigen Erscheinungsbild entstehen, das mit neuen Bautypologien, neuen Technologien und neuen Formen des urbanen Lebens einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung leistet. Die unterschiedlichen Funktionsbereiche Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit sollen - mit der Heidestraße als zentralem Stadtraum - zu einem lebendigen urbanen Quartier verknüpft werden. Ein fußgängerfreundliches Straßen- und Wegenetz sowie attraktive öffentliche Plätze und Freiflächen sollen das Gebiet mit den umliegenden Stadträumen verbinden.
Kulturelle Nutzung Gebäude Bahnflächen
hende Grün- und Freianlagen
menade, Döberitzer Grünzug, u.a.
räumliche Freiflächen
r Nutzungsintensität
öffentlich / privat - räumlich variabel
ltungsschwerpunkt
Platzflächen mit überörtlicher
Durchwegungsfunktion
Platzflächen mit lokaler
Stadträumliche Verbindung Stadträumliche Verbindung
ndung Döberitzer Grünzug
ebliche Raumkanten hofsvorplatz
S-Bahnhaltestelle Zugang zu potentieller
Bestehende Grün- und Freianlagen Neue Grün- und Freianlagen
Uferpromenade, Döberitzer Grünzug, u.a.
Gebäudehöhen orientieren sich an den Berliner First- und Traufmaßen
KCAP / ASTOC GmbH & Co. KG Architects & Planners /// Studio UC - Klaus Overmeyer /// ARGUS
Gebäudehöhen orientieren sich an den Berliner
First- und Traufmaßen
Gebäudehöhen orientieren sich an den Berliner Wohnbaufläche Bestehende Grün- und Freianlagen Gebäudehöhen orientieren Traufmaßen + höhenprofilierte Stadtkante First- und sich an den Berliner
Stadträumliche Freiflächen
mit hoher Nutzungsintensität Hauptverkehrsstraßen
Kerngebietstypische Fläche
Neue Grün- und Freianlagen
First- und Traufmaßen + Hochpunkte Gemischte Baufläche
Gebäudehöhen orientieren sich an den Berliner First- und Traufmaßen + höhenprofilierte Stadtkante
mit hoher Nutzungsintensität
Durchwegungsfunktion Platzflächen mit lokaler Durchwegungsfunktion Stadträumliche Verbindung
Stadträumliche Verbindung
Gebäudehöhen orientieren sich an den Berliner First- und Traufmaßen + Hochpunkte
Mischnutzung Kunst-CampusGestaltungsschwerpunkt
VerbindungDurchwegungsfunktion Döberitzer Grünzug Maßgebliche Raumkanten Bahnhofsvorplatz
Platzflächen mit überörtlicher Platzflächen mit lokaler
Mischnutzung Kunst-Campus
Übergangsbereich für kerngebietstypische Nutzungen
Verbindung Döberitzer Grünzug Übergangsbereich für kerngebietstypische Nutzungen Maßgebliche Raumkanten Bahnhofsvorplatz
bevorzugte Bereiche für Einzelhandel und Gastronomie
Überhöhtes Erdgeschoss Restriktionsflächen Bahnbetrieb Hochpunkt-Standorte
bevorzugte Bereiche für Einzelhandel und Gastronomie Überhöhtes Erdgeschoss
Lage fix - Hochpunktkontur und -ausprägung kann variieren
Restriktionsflächen Bahnbetrieb Hochpunkt-Standorte
3,3 Dichte und Wohnanteil
Wohnen 20-30 % Durchschnittliche GFZ und Wohnanteil (in Prozent)
S-Bahnhaltestelle Zugang zu potentieller S-Bahnhaltestelle
Schule Hauptbahnhof Berlin
3,3 Dichte und Wohnanteil Wohnen 20-30 % Durchschnittliche GFZ und Wohnanteil (in Prozent)
ein Standort im Bereich der Heidestraße / Lehrter Straße ist zu berücksichtigen
Masterplan, Stand 29.01.2009 Schule M 1:2000
Abb. 20: Masterplan Heidestraße / Europacity, Stand 2009
Masterplan, Stand 29.01.2009
KCAP / ASTOC GmbH & Co. KG Architects
2.5.1 Charakter des Quartiers Heidestraße Die Lage des neu geplanten Stadtteils bietet die Chance, dem Wohnen, Arbeiten, der Kultur und Freizeit in der Innenstadt eine besondere Adres­ se und Identität zu verleihen. Durch die unterschiedlichen Funktionsbe­ reiche entsteht Lebendigkeit im Quartier, der enge Bezug zum Wasser, zum Regierungsviertel und zum Großen Tiergarten ermöglicht attraktives Leben im innerstädtischen Kontext. Um den unterschiedliche Zielgruppen und Nutzerbedürfnisse gerecht zu werden, wurden verschiedene Gebäude- und Nutzungstypen entwickelt. Kunst ist für den Standort ein besonderer identitätsstiftender Faktor. Einzelhandel wird als wichtige Nutzungskomponente für die Versorgung und Belebung des Gebiets in den Erdgeschosszonen der Geschäftsstra­ ßen, insbesondere im Bereich Hauptbahnhof, untergebracht. Für ausge­ wiesene Teilbereiche im Stadtquartier sind überhöhte Erdgeschosse für Läden und Gastronomie vorgesehen. Zur Anbindung an die umgebenden Stadtteile und zur Überwindung der trennenden Strukturen (Bahntrassen, Kanal) wird das Stadtquartier Heidestraße mit den umgebenden Stadtteilen und Grünflächen über ein differenziertes Grün- und Wegenetz verbunden. Die Heidestraße als be­ zirksübergreifende Verbindung spielt hierbei in der Nord-Süd-Ausrichtung eine zentrale Rolle, ebenso wie auch eine Fuß- und Radwegeverbindung zum Regierungsviertel. Die Lage zwischen Hauptbahnhof und dem geplanten S-Bahn-Haltepunkt Perleberger Brücke gewährleistet eine sehr gute Anbindung mit den öf­ fentlichen Verkehrsmitteln. Die bequeme Erreichbarkeit aus den ge­ planten Quartieren zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Bus wird im weiteren Planungsprozess berücksichtigt. Durch die Konversion des Bahn- und Gewerbeareals wird die Innenent­ wicklung zentraler städtischer Lagen gefördert und der Außenraum ge­ schont. Das Leitbild für eine klimagerechte Stadt der Zukunft – konzipiert als kompakte und durchgrünte Stadt – wird hier umgesetzt. Maßnahmen zum Schutz der natürlichen Ressourcen (z. B. Regenwasserversickerung, Nutzung regenerativer Energien, Dichte und Kompaktheit der Gebäude) finden im Planungsprozess und in der Realisierung Anwendung. Das Stadtquartier erhält über verschiedene Ost-West-gerichtete Platzund Raumfolgen (Platz am Döberitzer Grünzug, Stadthafen, Platz und Park am Nordhafen) einen eigenen Rhythmus. Die hohen städtebauli­ chen und architektonischen Qualitäten werden durch das differenzierte Grün- und Freiraumnetz mit unterschiedlichen Charakteren ergänzt. Durch den neuen Stadthafen wird ein Quartiersmittelpunkt geschaffen, der zu­ gleich den öffentlichen Raum der Straße mit dem öffentlichen Raum des Kanals verbindet und die Identität des Stadtquartiers entscheidend prägt. Der Kanalraum mit der Uferpromenade ist die wichtigste Freiraumachse. Der Europaplatz als nördlicher Ausgang des Hauptbahnhofs ist als eine gestalterische Einheit über die Invalidenstraße hinaus zu realisieren. Die nördliche Grünachse wird durch den Sellerpark, den Nordhafenpark und den vielfältig nutzbaren Stadtplatz definiert. Sie ist Bestandteil der Freiraumvernetzung, dient der Anbindung an den S-Bahn-Halt und soll die
Funktionen im Gebiet gliedern. Auch die zu erreichenden Flächenkennwerte wurden im Strukturplan er­ mittelt und überprüft. Bei einem Nettobauland von ca. 190.000 qm lässt der hier gezeigte Plan eine Gesamtbruttogrundfläche von ca. 610.000 qm zu, verteilt auf Büroflächen (58 %), Wohnen (34 %), Einzelhandel/ Gastronomie (5 %) und Kultur (3 %). 2.5.2 Freiraumplanung Der Masterplan sieht für das künftige Quartier eine differenzierte Frei­ raumstruktur mit klar identifizierbaren öffentlichen Räumen vor. Das Strukturkonzept vernetzt Plätze, Grünflächen und die Wegebeziehungen durch die Quartiere und in die umliegenden Stadtviertel. Dabei werden die Ansätze des landschaftsplanerischen Strukturkonzeptes aufgegriffen und verstärkt. Das Gebiet durchziehen drei prägende Verbindungen in Nord-Süd-Richtung: die Promenade entlang des Kanals, der Boulevard Heidestraße sowie die parallele Erschließung mit Rad- und Fußweg auf der Westseite. An diese Verbindungen lagern sich Sequenzen aus Plätzen, Grünflächen und Querverbindungen an. Die so entstehenden Quartiere erhalten über die unterschiedlichen Freiraumtypologien jeweils eige­ ne Adressen und Identitäten. Über den Nordpark, den neuen Stadthafen und den Döberitzer Grünzug werden die besonderen Qualitäten der Wasserlage in die Quartiere getragen. Brückenverbindungen über den Kanal und die Bahntrassen ermöglichen die Verknüpfung mit den angren­ zenden Quartieren. 2.5.3 Die Uferpromenade Die öffentliche Promenade verbindet die wichtigsten Freiräume des Entwicklungsgebiets miteinander: Den Platz vor dem Hauptbahnhof, Kunst-Campus, Döberitzer Grünzug, den Stadthafen, Uferpark am Nord­ hafen sowie den Seller-Park. Sie entwickelt sich von einem eher steiner­ nen Promenadenbereich im Süden zu einer landschaftliche geprägten Parkanlage im Bereich des Nordhafenbeckens mit Bäumen und Rasen­ flächen, die zum Teil bis ans Wasser reichen. Die neu entstehenden Wohngebäude an der Uferpromenade verfügen vo­ raussichtlich über ein erhöhtes Erdgeschoss mit angegliederter Terrasse, die von der Promenade abgesetzt sind. Bedingt durch den gekrümmten Verlauf der Uferkante variiert die Breite der Promenade. 2.5.4 Der Stadthafen Der Stadthafen bildet die Schnittstelle zahlreicher städtischer Verbindun­ gen. Der Platz grenzt an Boulevard und Promenade, hier münden die quar­ tiersinternen Verbindungswege und mit der Brücke über den Kanal wird der Platz zu einem zentralen Bindeglied zwischen Pankegrünzug und Fritz­ Schloß-Park. Charakteristisch für den Platz ist der neue 101,65 x 37 Meter große Stadthafen. Der Masterplan skizziert großzügige Treppenanlagen mit eingelassen Sitzstufen auf der West- und Nordseite, die eine di­ rekte Verbindung zum Wasser schaffen. Vorgesehen ist auch ein in die Stufenanlage integrierter Pavillon für gastronomische und wasserbezo­ gene Nutzungen. Um die Nutzungsqualität zu erhöhen, wird das Anliegen von Ausflugsschiffen, Wassertaxis, einer Fähre oder eines Restaurant-, Theater- oder Museumsschiffes nicht ausgeschlossen. Der Platz selbst ist im Masterplan steinern gestaltet und soll, vor allem in Verbindung mit
den angrenzenden Erdgeschossflächen, Raum für intensive öffentliche Nutzungen bieten.
2.5.5 Teilbereiche
Das Masterplan gliedert sich in sechs Quartiere mit unterschiedlichem Charakter und unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten. Die für die Neugestaltung der Uferpromenade relevanten Quartiere werden nachfol­ gend kurz erläutert. Quartier am Kunst-Campus Der Kunst-Campus greift als besonderer kultureller Schwerpunkt im Gesamtquartier bereits vorhandene Galerie- und Ateliernutzungen auf. Dadurch erhält das Gebiet eine ganz besondere Prägung, die sich in Hinblick auf die Gesamtentwicklung als Imagefaktor und Impulsgeber er­ weisen kann. Mit dem Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof und mit der Flick-Sammlung in der sog. Rieckhalle hat sich ein Kulturstandort verfestigt, der positiv auf die Entwicklung des gesamten Projektgebiets abstrahlt. Mit der Nutzung der lang gestreckten Lagerhalle als Ausstellungsort entsteht hier ein sich nach Norden verjüngender Platzraum. Dieser bie­ tet künftig den unterschiedlichsten Nutzungen, wie Ausstellungen, (Außen-) Gastronomie und Kunstmessen, Platz. 2007 wurde bereits eine angrenzende ehemalige Lagerhalle („Halle am Wasser“) saniert und zur Zwischennutzung an international tätige Kunstgalerien vermietet. Quartier am Stadthafen Im Quartier »Am Stadthafen« sowie entlang der gesamten Uferpromena­ de liegt der Schwerpunkt der Wohnnutzungen des Gesamtquartiers. Kleinteilige Nutzungseinheiten versprechen ein urbanes Wohnen und eine individuelle Vielfalt, die auch im Blockzusammenhang erkennbar bleibt. Zur Heidestraße und in den Erdgeschosszonen im Bereich des Hafenplatzes sind kerngebietstypische Nutzungen, wie Gastronomie, Dienstleistungen, Hotels etc. vorgesehen. Quartier am Nordhafen Das Stadtquartier am Nordhafen bildet den nördlichen Auftakt zum Boulevard Heidestraße. Mit der Anbindung an den angestrebten S-Bahn-Halt und der städtebaulichen Orientierung zum Hafenbecken ist der Bereich im städtischen Gesamtgefüge verankert. Das Quartier bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für einen Schwerpunkt von Büro- und Dienst­ leistungsnutzungen. Öffentliches Zentrum ist der großzügige und urbane Nordhafenplatz. Bereich am Kornversuchsspeicher Der Kornversuchsspeicher ist Teil der öffentlichen Promenade. Durch sei­ nen engen Bezug zum Wasser und den angrenzenden Freiräumen nimmt das auffällige Solitärgebäude mit der umgebenden Platzfläche eine be­ sondere Stellung im neu geplanten Quartier der Europacity / Heidestraße ein. Öffentliche bzw. eine quartierbezogene Nutzungen wie z.B. eine Kindertagesstätte oder eine Gastronomie mit Außenbewirtschaftung sind hier denkbar.
%JF'SFJSBVNQMBOVOH
XJDIUJHF 3BE VOE 'VXFHF WFSCJOEVOHFO
ler ge Te
-Spa nd
II I V I IV III I (3) I 3-4 3 4 II V
Schif ffahr tsk
34,5 36,2
Frie dric
rau seUfe r
Fe nn ße ra St
e aß str nn Fe
45 VII 44 VII
No rdh
Erika-Heß(III)
43 VII 42 VII 40
1SPNFOBEF NJU "VGFOUIBMUT VOE(SàORVBMJUÊUFO 1MÊU[F CFTPOEFSF 1MBU[SÊVNF NJU IPIFS/VU[VOHTNJTDIVOH Úõ FOUMJDIF(SàOn ÊDIFO
B hn U- Ba U-
üc br ke
brück rSelle e
lebe Per
e ck Brü
dh Nor
ors rnh ha Sc
für Instandhaltungsfahrzeuge und Wendemöglichkeit Wartungs-
tst e raß
 
 
II IV I -I II I
II III I I V
18 19 19-1
II I V VI
GUW Pb
tieg n Notauss Fernbah
I Kleingärten

ße tra itzs ydl Se

8 9 III 10
eg y-W -Ur ser Les
IV IV IV V IV IV V
16C 16B 16A
ße tra ix-S o-D Ott
IV V 18 V 20
55D 55A 55B VIII 55C
55E VII
Abb. 21: Städtebauliches Strukturkonzept ASTOC,
V 56B
Berlin-SpandauerSchif f f ahrt skanal
Landesanstalten der Senatsverw. für II Ges. u. Soziales VI
n- Zah
Städtebaulicher Entwurf, Stand November 2010 M 1:2000
ASTOC GmbH & Co. KG Architects & Planners /// Studio UC - Klaus Overmeyer /// ARGUS
Abb. 23: Radverkehrsnetz

1,6+90
0,9+56
fahrt TG-Zu
VI XV VI VI VI IV
Pa nke
HP Grabs chalek
da an Sp rlinBe
)ÚGFNJUQSJWBUFN$IBSBLUFS
(P2 3)
hrts ifffa ch r-S ue
VI IV VI VI
ße tra pps Kru
/ Ausfahrt / Ausfahrt
ark ep nk Pa Am
)ÚGF NJU IBMCÚõ FOUMJDIFN $IBSBLUFS
30 27 28 29 30-2 7 26B
37 39 41 ark ep nk Pa 43
rte e aß r Str
26 25 26-2
TG Ein/ Ausfahrt TG Ein/ Ausfahrt
(P0 1)
&JO/FU[BVT8FHFOVOE1MÊU[FOGàSEJFFYUFSOFVOEJOUFSOF7FSLOàQGVOHEFT2VBSUJFST
Notausstieg Fernbahn
Rettun e Fernba gsstell hn und
tst ors rnh ha Sc
läche Spielf ,00 1.500
gung Zuwe Hebea
chott Quers
%FS.BTUFSQMBOTJFIUGàSEBTLàOGUJHF2VBSUJFSFJOFEJõ FSFO[JFSUF'SFJSBVNTUSVLUVSNJULMBSJEFO UJm [JFSCBSFOÚõ FOUMJDIFO3ÊVNFOWPS%BT4USVLUVSLPO[FQUWFSOFU[U1MÊU[F
(SàOn ÊDIFOVOEEJF 8FHFCF[JFIVOHFOEVSDIEJF2VBSUJFSFVOEJOEJFVNMJFHFOEFO4UBEUWJFSUFM%BCFJXFSEFOEJF "OTÊU[FEFTMBOETDIBGUTQMBOFSJTDIFO4USVLUVSLPO[FQUFTBVGHFHSJõ FOVOEWFSTUÊSLU
ath rsa
rte Leh e aß r Str
3 23 24 24-2
rt Rettu
telle ngss
Gr. alGr.iV KS2111 KS V
Notauss U-Bahn tieg U5
streife rheits Siche
fho art hn Ba hof- nw III ge er Ge art urg Bahn nw mb er für ge Ha urgum Ge (2) mb se Ha Mu um für III se (3) Mu
dizi . Me u. Soz
%BT (FCJFU EVSDI[JFIFO ESFJ QSÊHFOEF7FSCJOEVOHFO JO /PSE4àE3JDIUVOH EJF 1SPNFOBEF FOUMBOHEFT,BOBMT
EFS#PVMFWBSE)FJEFTUSBFTPXJFEJFQBSBMMFMF&STDIMJFVOHNJU3BEVOE 'VXFHBVGEFS8FTUTFJUF"OEJFTF7FSCJOEVOHFOMBHFSOTJDI4FRVFO[FOBVT1MÊU[FO
(SàOn Ê DIFOVOE2VFSWFSCJOEVOHFOBO%JFTPFOUTUFIFOEFO2VBSUJFSFFSIBMUFOàCFSEJFVOUFSTDIJFE MJDIFO'SFJSBVNUZQPMPHJFOKFXFJMTFJHFOF"ESFTTFOVOE*EFOUJUÊUFOÃCFSEFO/PSEQBSL
EFO OFVFO4UBEUIBGFOVOEEFO%ÚCFSJU[FS(SàO[VHXFSEFOEJFCFTPOEFSFO2VBMJUÊUFOEFS8BTTFS MBHF JO EJF 2VBSUJFSF HFUSBHFO #SàDLFOWFSCJOEVOHFO àCFS EFO ,BOBM VOE EJF #BIOUSBTTFO FSNÚHMJDIFOEJF7FSLOàQGVOHNJUEFOBOHSFO[FOEFO2VBSUJFSFO
Bockkan
KS2110 KSGr.X
KS 2112
KS 2113
Notau stieg S 21
Rettun gsplat zB
tska hr
rte Leh
ndkru
r Alexanderuf e
Anker S21
e nad 18 me Pro rffldo Wa ireCla
e aß r Str
II (III) (II) I IV III IV
Institut für Patholog
e aß Str ghrwe -He ma Em
ße k- Stra nac Har
Abb. 22: Freiraumplanung
Pro rffldo Wa ireCla
(SàOn ÊDIFOVOEEJF 8FHFCF[JFIVOHFOEVSDIEJF2VBSUJFSFVOEJOEJFVNMJFHFOEFO4UBEUWJFSUFM%BCFJXFSEFOEJF "OTÊU[FEFTMBOETDIBGUTQMBOFSJTDIFO4USVLUVSLPO[FQUFTBVGHFHSJõ FOVOEWFSTUÊSLU %BT (FCJFU EVSDI[JFIFO ESFJ QSÊHFOEF7FSCJOEVOHFO JO /PSE4àE3JDIUVOH EJF 1SPNFOBEF FOUMBOHEFT,BOBMT
Abb. 24: Erschließung motorisierter Verkehr

 
2.6.1 Öffentlicher Verkehr Das Plangebiet ist durch seine zentrale Lage nördlich vom Hauptbahnhof sehr gut an den Eisenbahnfern- und Regionalverkehr angeschlossen. Hinzu kommt die Erschließung durch in der Heidestraße und am Europaplatz verkehrende Busse. Als Ergänzung zum vorhandenen Netz erfolgt parallel zu den Gleisanla­ gen der Nord-Süd Fernbahn der Bau der neuen S-Bahnlinie 21, die lang­ fristig eine Haltestelle an der Perleberger Straße erhalten soll. 2.6.2 Fuß- und Radverkehr Die derzeitigen Rahmenbedingungen für den Fuß- und Radverkehr im Plangebiet sind aufgrund der hohen Kfz-Verkehrsbelastung, der gerin­ gen Umfeldqualität, teilweise auch der gemeinsamen Führung beider Verkehrsarten in relativ engen Seitenräumen wenig attraktiv. Dies gilt insbe­ sondere für die Heidestraße, die trotz des hohen Verkehrsaufkommens nur auf kurzen Teilstrecken an der Minna-Cauer-Straße und am Nordha­ fen eigene Radverkehrsanlagen aufweist. Der großräumige Fuß- und Radverkehr in Nord-Süd-Richtung kann auf den neu angelegten Uferweg auf der Ostseite des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals ausweichen, welcher die Anbindung ins Umland ermög­ licht. (Barnim, Pankegrünzug nach Buch und Bernau, Mauerweg bis zum Tegeler Fließ, Hennigsdorf und Oranienburg mit Havellandschaft). Der Weg auf der Westseite des Kanals ist zurzeit bis zum Neubautrakt des Hamburger Bahnhofs ausgebaut, von wo aus sich die Fußgängerverbindung über den privaten Freiraum des Kunst-Campus bis zur mittleren Heidestraße fort­ setzt. In Ost-West-Richtung zeichnet sich die Invalidentraße zwischen Heide­ straße und Sandkrugbrücke noch durch traditionell großzügige Gehwege mit begleitenden Baumreihen aus, während für den Radverkehr Ange­ botsstreifen auf der Fahrbahn bestehen. Die Weiterführung in Richtung Moabit über den Europaplatz weist standardgerecht neu gebaute Geh- und Radwege in einem noch unfertigen Umfeld auf. Weiter nördlich gibt es bis zur 1,5 km entfernten Perleberger Brücke keine Verbindung in Richtung Moabit und bis zur 1,1 km entfernten Kieler Brücke keine Verbindung über den Kanal in Richtung Chausseestraße. Die Nahvernetzgung des Plangebietes Europacity / Heidestraße wird zukünftig über diese beiden Brücken gewährleistet. 2.6.3 Motorisierter Individualverkehr Die Heidestraße ist Bestandteil der Bundesstraße 96. Nach der Fertig­ stellung des Tiergartentunnels erhielt die Heidestraße als Zubringer der nördlichen Tunneleinfahrt eine besondere Bedeutung im übergeordneten Verkehrskonzept der Stadt. Zukünftig soll sie neben ihrer Funktion als übergeordnete Hauptverkehrsstraße auch örtliche Erschließungsaufga­ ben übernehmen und zu einem Boulevard mit grünem Mittelstreifen, drei Baumreihen, beidseitigen Radverkehrsstreifen sowie großzügigen Geh­ wegen ausgebaut werden.
Grün-	und	Freiflächenkonzept
Rückgrat des Grün- und Freiflächenkonzeptes sind die Uferpromenaden entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals. Die Uferpromenade auf der Ostseite wurde bereits realisiert. Sie ist ein attraktiv gestaltetes verbin­ dendes Element zwischen den Freiräumen des Gebietes. In die Promenade integriert, verläuft auf der Ostseite des Kanals auch der Fernradweg BerlinKopenhagen. Am Nordhafen führt der Fernradweg zunächst durch den neu gestalteten Sellerpark. Nördlich schließt sich dann der vorhandene östliche Nordhafenpark an. Dieses Gebiet liegt im Aufgabengebiet des Ideenteils Nordhafenpark. Der Belag besteht in dem Abschnitt zwischen Invalidenstraße bis zum Invalidenfriedhof in einem kurzen Stück aus histo­ rischem Pflaster, ansonsten aus wassergebundener Wegedecke. Der alte Postenweg am Invalidenfriedhof wurde neu asphaltiert, der Bereich der Wohnanlage ist mit einem Klinkerbelag gepflastert. Ab der Kieler Straße ist wieder Asphalt vorzufinden. Die Uferpromenade der Westseite des Kanals ist nur bis zum Neubau­ trakt des Hamburger Bahnhofs ausgebaut (vgl. Voruntersuchung Uferpromenade, gruppe F 2009). Dort hat sie Anschluss an den zum Teil temporär gestalteten, privaten Freiraum des Kunst-Campus. Bei den nörd­ lich anschließenden Flächen der zukünftigen Uferpromenade handelt es sich um zum Teil noch gewerblich genutzte oder brach gefallene Flächen. Die Ausprägung der Uferkante auf der Westseite des Kanals ist sehr un­ terschiedlich. Die Ausprägung der Ufer und der angrenzenden Flächen der zukünftigen Promenade sind in der „Voruntersuchung Uferpromenade“ (gruppe F Landschaftsarchitekten, 2009) detailliert dargestellt (vgl. Kap 4, Anhang). 2.7.1 Döberitzer Grünzug Der Döberitzer Grünzug wird eine Verbindung zwischen Fritz-SchloßPark, dem Geschichtspark des ehemaligen Zellengefängnisses sowie dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal schaffen. Zusammen mit der geplanten Uferpromenade wird er zu einem wichtigen Bestandteil des Grünvernetzungskonzeptes werden. Die Anbindung des Quartiers Heide­ straße an den angrenzenden Stadtraum erfolgt über den gedeckelten Bereich der Nord-Süd-Bahntrasse bzw. über die neu geplante Brücke über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal. Durch die vorgesehenen Fußgängerbrücken über den Schifffahrtskanal wird eine Anbindung an das großräumige Grünflächennetz auf der östlichen Seite des Kanals er­ möglicht. So kann eine wesentliche Verbesserung der Grünflächenversorgung erreicht werden. Der Abschnitt im Fritz-Schloß-Park von der Rathenower Straße bis zur Lehrter Straße wurde im Wesentlichen fertig gestellt. Der Abschnitt zwischen Lehrter Straße und Döberitzer Straße soll 2012 als Ausgleichsmaßnahme hergestellt werden. Einheitliches Gestaltungsmerkmal ist ein Weg aus einem hellen Asphaltbelag, der ein­ seitig von einem dreireihigen, roten Klinkerband begleitet wird.
Abb. 25: Anbindung an die Quartiere
Abb. 26: Döberitzer Grünzug im Bereich des Fritz-Schloß-Parks
Promenade am Ostufer des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals Entlang des ehemaligen Mauerstreifens, von der Invalidenstraße bis zum Nordhafenbecken wurde im Jahre 2000 die neu gestaltete Promenade am Ostufer des Schifffahrtkanals fertig gestellt. Als stadtübergreifende Grünverbindung bildet sie einen wichtigen Bestandteil des Freiraumsys­ tems von Berlin. Nach dem Entwurf des Planungsbüros TOPOS wurde das Straßenprofil der Kieler Straße sowie die angrenzenden Freiflächen - und Böschungsbereiche umgestaltet. Eine neue Fuß– und Radverbin­ dung, begleitet von einer Lindenallee, wurde errichtet. Die Böschungsbe­ reiche am Ufer wurden abgeflacht und als Rasenflächen angelegt. Eine Abfolge von roten Stahlelementen, wie Plattformen und Bänke, bilden das Leitthema. Am Ende der Kieler Straße führt eine breite Treppenanlage zum Wasser. 2.7.3	 Sellerpark Der Sellerpark wurde als Bestandteil der „Weddinger Alster“ in den 1950er Jahren angelegt und im Jahr 2008 umgestaltet. Durch die städtebau­ liche Entwicklung des Gebietes an der Heidestraße, Chausseestraße und Kieler Straße gewinnt der Sellerpark an Bedeutung als Erholungspark. Die Aufwertung der gewässergeprägten Parkanlage wurde in Bauabschnitten ab 2008 nach der Planung des Büros Szamatolski neu gestaltet. In diesen Bereich mündet die Panke in den Nordhafen. 2.7.4	 Invalidenfriedhof Der rund 250 Jahre alte Invalidenfriedhof liegt mit einer Fläche von 2,5 ha unmittelbar östlich des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals. Durch die Grenzsicherungsanlagen der DDR wurde er stark beschädigt. Heute um­ fasst die Anlage nur noch einen Teil der ursprünglichen Friedhofsfläche. Relikte des Friedhofs wurden in eine Parkanlage integriert. Diese steht unter Denkmalschutz. 2.7.5	 Geschichtspark ehemaliges Zellengefängnis Der »Geschichtspark ehemaliges Zellengefängnis Moabit« grenzt un­ mittelbar an den Kreuzungsbereich Invalidenstraße / Lehrter Straße. Er wurde 2003 bis 2006 nach einem Entwurf der Landschaftsarchitekten Glaßer und Dagenbach errichtet. Neben seiner historischen Bedeutung dient er auch als Quartierspark und Grünverbindung sowie als ökologische Ausgleichsfläche. Der Park soll die Geschichte des Ortes seit dem Bau des Zellengefängnisses vermitteln. 2.7.6	 Fritz-Schloß-Park Der Fritz-Schloß-Park liegt zusammen mit dem Sportgelände Poststadion zwischen der Rathenower, Krupp-, Seydlitz- und der Lehrter Straße. Er wurde 1955 auf Kriegsschutthügeln im Bereich ehemaliger Kasernenund Exerzierplätze angelegt und gehört mit einer Fläche von 12 ha zu den großen Berliner Stadtparks. Inmitten der dichten Bebauung Moabits dient er der Naherholung und dem Sport. Derzeit wird der Park mit Mitteln des Förderprogramms Stadtumbau West aufgewertet. Dazu gehören u. a. die Sanierung der Sportanlagen, der Parkanlage und der Spielplätze, die Herstellung der Döberitzer Grünverbindung sowie der Bau einer neuen Laufstrecke.
2009 wurden für die Bereiche des Realisierungsteils eine Biotoptypenkar­ tierung und eine Baumkartierung durchgeführt (Elke Betzner gruppe F 2009). (vgl. Kap. 4 im Anhang). Das Gebiet war in weiten Teilen Standort für Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe. Als Folge dieser Nutzung ist der Boden anthropogen überformt. Die Flächen im Bereich der zukünftigen Uferpromenade bis zur Kieler Brücke sind im Bestand gekennzeichnet durch eine Dominanz versiegelter und teilversiegelter Bereiche. Dabei variiert der Grad der Versiegelung je nach Pflasterung. Es finden sich auch noch Relikte der ehemaligen Gewerbe und Bahnnutzung wie Schienen und historisches Pflaster. Die unversiegelten Flächen werden von Ruderalgesellschaften mit geringer bis mittlerer ökologischer Wertigkeit beherrscht. Lediglich im Bereich des geplanten Nordhafenplatzes befinden sich eine über 1000 m² große nach § 30 BNatSchG geschützte Trockenrasenfläche. Es handelt sich um eine ausgedehnte Silbergrasflur, die von den Rändern her durch sich ausbreitendes Landreitgras bedrängt wird. In Ufernähe zum Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal finden sich vor allem in den vegetativ geprägten Uferböschungen und im Bereich des Nordha­ fenparks zahlreiche unter die Berliner Baumschutzverordnung fallende Gehölze. Die Vitalität der Bäume wurde größtenteils als gut eingeschätzt. Die prägenden Arten sind Pappeln, Spitzahorn, Eschenahorn, Birken, Robinien und Weiden. Die Baumstandorte, der nach Baumschutzverord­ nung Berlin geschützten Bäume, sind im Grundlagenplan dargestellt. (vgl. BeBaumSchVO vom 11. Januar 1982, zuletzt geändert durch die vierte Verordnung zur Änderung der Baumschutzverordnung vom 05. Oktober 2007, siehe Anhang)
Abb. 27: Trockenrasen im Bereich des geplanten Nordhafenplatzes
2.9.1 Topographie Das Areal liegt zwischen 33,0 m üNN und 36,0 m üNN. Da innerhalb des Gebietes keine großen Höhenversprünge vorliegen, kann das Gebiet im Wettbewerb als eben betrachtet werden. Zu beachten sind jedoch die Niveauunterschiede an den Gebietsgrenzen: Die Hochlage der Perleber­ ger Straße am nördlichen Ende des Wettbewerbsgebiets, der Niveauun­ terschied zwischen Heidestraße und Nordhafenbecken, der in einer ter­ rassierten Parkanlage überwunden wird und der Höhenunterschied zwi­ schen Wettbewerbsgebiet und dem Wasserspiegel des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals von ca. 3 m. 2.9.2 Grundwasser Der Grundwasserstand des Wettbewerbsgebiets entspricht weitestge­ hend dem Wasserstand des Kanals (i. d. R. ca. 30.75 üNN). Die quartären Kiese und Sande bilden einen über 50 m mächtigen Grundwasserleiter. Als Entwässerungsbahn der Schmelzwasser sind die Böden des Berliner Urstromtals durch eine gute Grundwasserspeicherfä­ higkeit gekennzeichnet. Da sich die Böden des Plangebiets aus Talsanden zusammensetzen (Geologischer Atlas von Berlin, Grundwassergleichenkarte 2008), ist der Boden natürlicherweise durch Grundwasser beeinflusst. Der Umweltatlas Berlin (Konzeptkarte Grundwasserflurabstand 02.07, 2008) weist für das Plangebiet einen geringen Grundwasserflurabstand von 2 - 4 m aus. Teile des östlichen Gewerbegebietes und der Bereich des Hamburger Bahnhofs haben einen höheren Grundwasserabstand von bis zu 7 m. Die Grundwasserneubildungsrate (Konzeptkarte Grundwasserneubildung 02.17, 2007) liegt mit 150-200 mm/a im mittleren Bereich. 2.9.3 Boden und Versiegelung Da die oberen Bodenschichten infolge kriegs- und baubedingter Schutt­ ablagerungen auch durch Verunreinigungen belastet sein könnten, und da es sich um historische Gewerbestandorte handelt, können Belastungen des Bodens sowie eventuelle Gefährdungen des Grundwassers nicht aus­ geschlossen werden.
Nachhaltiges Entwässerungskonzept
2.10.1 Beschreibung des Entwässerungskonzepts Das vom Büro p2m berlin GmbH für die Europacity / Heidestraße entwi­ ckelte Konzept sieht eine nachhaltige Nutzung des auf den privaten und öffentlichen Flächen anfallenden Oberflächenwassers vor. Das belastete Oberflächenwasser aus der Heidestraße soll ungedrosselt in den Mischwasserkanal in der Heidestraße eingeleitet werden. Oberflächenwasser von privaten Dachflächen kann optional bei geeig­ neten Bodenverhältnissen vor Ort dezentral versickert oder für eine de­ zentrale Brauchwassernutzung in Zisternen auf den Grundstücken zwi­
schengespeichert werden. Für die Ermittlung des Flächenbedarfes wurde jedoch von einer Einleitung in das semizentrale Leitungssystem zu den Regenklärbecken ausgegangen. Belastetes Oberflächenwasser von versiegelten privaten Flächen sowie öffentlichen Erschließungsstraßen und Plätzen wird über ein eigenes Leitungssystem zwei zentralen Regenklärbecken zugeführt. Von den Regenklärbecken wird das vorgereinigte Wasser über Drucklei­ tungen zur Beschickung von Retentionsbodenfiltern gepumpt. Das so ge­ reinigte Oberflächenwasser kann für eine Nutzung auf Wasserspielplätzen, Wasserattraktionen und/oder zur Bewässerung semizentral gespeichert werden. Die Speicher wurden für eine maximale Trockenperiode von 25 Tagen konzipiert. 2.10.2	 Erläuterung	der	Regenklärbecken	und	Retentionsbodenfilter Die Regenklärbecken (Absetzbecken) sind als unterirdische geschlosse­ ne Betonbecken mit Kontroll- und Wartungseinstiegsschächten konzipiert. Regenklärbecken 1 für die Flächen östlich der Heidestraße liegt unter dem Platz am neuen Hafenbecken und Regenklärbecken 2 für die Flächen west­ lich der Heidestraße befindet sich unter dem zukünftigen Nordhafenplatz. Bei den Retentionsfiltern handelt es sich um oberirdisch abgedichtete Erdbecken mit einer Filter- und Rückstaufunktion. Das Filterbecken be­ sitzt einen sensiblen Boden und ist mit Schilf bepflanzt. Es ist nicht begeh­ bar und kann lediglich durch Stege überbrückt werden. Das eingeleitete Wasser kann bis zu einer Höhe von einem Meter angestaut werden, be­ vor es in die unterirdischen Speicher gelangt oder durch Notüberläufe in den Kanal überführt wird. Die Lage der Retentionsbodenfilter konzentriert sich aufgrund der Notüberläufe nahe der Uferzonen. Insgesamt sind vier Standorte für Filter vorgesehen. Die Retentionsfilter im Wettbewerbsgebiet befinden sich am Döberitzer Grünzug, im südwestlichen Nordhafenpark und am Nordhafenplatz. Überschüssiges Wasser kann jeweils über einen Notüberlauf ins Nordhafenbecken geleitet werden.
Site Master Plan Bayer Schering
Die Schering AG wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als »Chemische Fabrik Ernst Schering« gegründet. Das Stammwerk des Unternehmens liegt in der Müllerstraße 171 in Berlin-Wedding. Seit der Übernahme im Jahr 2006 heißt das Unternehmen Bayer Schering Pharma und ist mit ca. 5.500 Mitarbeitern neben der Charité einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Umgebung des Wettbewerbsgebietes. Bayer Schering plant den Standort im Bezirk Berlin Mitte in wesentlichen Teilen neu zu gestalten. Der im März 2010 beschlossene Site Master Plan sieht die Entwicklung des Berliner Standorts zu einem attrakti­ ven „PharmaCampus“ vor, der die Funktionen Forschung, Entwicklung, Produktion und Verwaltung auf neue Weise vereinen soll. Dabei werden die städtebaulichen Entwicklungen im unmittelbaren Umfeld – insbeson­ dere die der auf der gegenüberliegenden Seite des Nordhafens gelegenen Heidestraße – aufgenommen. Der Site Master Plan ist die Planungsgrundlage für alle künftigen bau­
lichen Aktivitäten auf dem rund 18 Hektar großen Areal des Berliner Werkgeländes. Er trifft Festlegungen zum städtebaulichen Ordnungsprinzip sowie zu den Themen Verkehrsführung, Infrastruktur und Werksicherheit. Darüber hinaus legt er einige zentrale Bauregeln fest. Prinzipiell lässt er dabei ausreichend Spielraum, um auf zukünftige Entwicklungen reagieren zu können. Die Entwicklung zum „PharmaCampus“ erfolgt langfristig in mehre­ ren aufeinander folgenden Planungsphasen. Initialzündung für die er­ ste Phase ist die getroffene Entscheidung für ein neues Hauptgebäude und die Öffnung des Standortes hin zum Nordhafen. Der künftige Sitz der Verwaltung soll dort zusammen mit einem Mitarbeiter-Restaurant und einem Konferenzzentrum ein Gebäudeensemble bilden. Insgesamt folgt der Site Master Plan dem Leitbild eines hochvernetzten und durchgrünten Campus, der Kommunikation und Begegnung fördert. In diesem Zusammenhang soll die Straße “Am Nordhafen“ aufgegeben und im Bebauungsplan in wesentlichen Teilen mit einer Pflanzbindung verse­ hen werden, so dass, zusammen mit der bereits vorhandenen öffentlichen Grünanlage, eine größere Parkanlage entsteht. Die Verkehrsverbindung für Fußgänger- und Fahrradverkehr zwischen Fenn- und Sellerstraße wird aufrechterhalten. Diese Grünanlage, die sich in Teilen in Besitz der Bayer Schering Phar­ ma AG befindet, aber öffentlich zugänglich und nutzbar sein wird, soll gemeinsam entwickelt werden. Durch das Büro Kiefer wurde eine Machbarkeitsstudie für die zu entwickelnde Fläche erarbeitet. Diese for­ muliert die Rahmenbedingungen für die Wettbewerbsaufgabe in diesem Bereich (siehe Kap. 3 sowie Grundlagenermittlung Nordhafen, Büro Kiefer CS, Anhang Kap.4). Für den Entwurf des Hauptverwaltungsgebäudes wird derzeit ein Hoch­ bauwettbewerb durchgeführt. Die städtebaulichen Untersuchungen hierzu hat das Büro Barkow Leibinger Architekten in Zusammenarbeit mit dem Büro Kiefer (beide Berlin) erarbeitet. Das Ergebnis des Wettbewerbs wird im Rahmen der Rückfragenbeantwortung zur Verfügung gestellt werden.
Müllerstraß e
raße Müllerst
Nordhafenbrü
Abb. 28: Site Master Plan, Vision 2040
Step 4 - Vision 2040
Abb. 29: Bestand nordöstliche Seite des Nordhafenparks mit städtebaulicher Planung Bayer Schering
Heid estr aße
Abb. 30: Planerische Vorgaben
Abb. 31: Gestalterische Vorgaben
Freiräume Europacity / Heidestraße und Nordhafen / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe
Abb. 32: Luftbild 2009 mit Ideen- und Realisierungsteil des Wettbewerbgebiets
Das Wettbewerbsgebiet liegt in der Berliner Innenstadt in den Ortsteilen Tiergarten und Wedding, die dem Bezirk Mitte zugeordnet sind. Die Größe beträgt insgesamt ca. 8,2 ha, davon im Realisierungsteil etwa 4,5 ha, im Ideenteil insgesamt etwa 3,7 ha. Die Planungen der Europacity beruhen auf der abgestimmten MasterplanKonzeption der Arbeitsgemeinschaft ASTOC / Studio UC / ARGUS. Auf de­ ren Grundlage werden zurzeit Bebauungspläne erarbeitet, die nach ihrem aktuellen Stand in die Wettbewerbsunterlagen einfließen. Die Aussagen des Masterplans mit seinen städtebaulichen Vorgaben sind als verbind­ liche Rahmenbedingungen des Wettbewerbsverfahrens zu verstehen.
Entlang der Westseite des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals sollen zwischen Invalidenstraße und Nordhafen eine neue Promenade sowie weitere öffentliche Räume und Plätze entstehen, die, bis auf den künf­ tigen Nordhafenplatz, einen direkten Wasserbezug haben. Sie werden Bestandteil einer starken gestalterischen Identität der Europacity und sol­ len zu einer zügigen Entwicklung des Quartiers beitragen. Die zukünftige Promenade verknüpft die intensiv genutzten Bereiche am Museum des Hamburger Bahnhofs an der Invalidenstraße und des daran anschließenden Kunst-Campus mit den nördlich des Nordhafens angren­ zenden Wohn- und Gewerbestandorten der Berliner Ortsteile Wedding und Moabit. Gleichzeitig stellt sie ein wichtiges Rückgrat der Erschließung für den östlichen Teil der Europacity dar. Die Flächen rund um den Nordhafen sollen zukünftig stärker als Einheit gestaltet und wahrgenommen werden. Es eröffnet sich eine große Chan­ ce, die Qualitäten dieser herausragenden Lage am Wasser neu zu entde­ cken, vorhandene Potenziale zu entwickeln und sinnvolle Ergänzungen vorzunehmen. Die Schaffung von direkten Bezügen zu den Wasserflächen des Hafens ist besonders wichtig. Sie sollen durch die Wegeführung, die Inszenierung von Blickbezügen sowie eine Gestaltung von hochwertigen Aufenthaltsbereichen am und auf dem Wasser besser erlebbar werden. Die Flächen des Wettbewerbsgebietes sind im Wesentlichen Fußgängern und Fahrradfahrern vorbehalten. Die Bewegungsräume dieser Nutzer­ gruppen sollen reibungslos, auch im Begegnungsverkehr, organisiert wer­ den und mit den ebenso gewünschten Aufenthaltsbereichen abgestimmt werden. Spiel- und ggf. Sportangebote sollen sich selbstverständlich ein­ gliedern. Der im Süden zunächst städtische Charakter der Promenade geht nach Norden über in stärker von Grün geprägte Bereiche, insbesondere ober­ halb des neu entstehenden Stadthafens Berlin. Eine Verzahnung der Promenade mit den westlich angrenzenden, neu ent­ stehenden Quartieren der Europacity ist von ebenso großer Bedeutung. Über platzartige, nach Westen hin orientierte Aufweitungen und insbeson­ dere über den neuen Stadthafen Berlin mit dem angrenzenden Hafenplatz wird dies möglich. An sechs Punkten überspannen Brücken den Berlin-Spandauer Schiff­ fahrtskanal bzw. das Nordhafenbecken und schaffen bedeutende Ost-WestBezüge. Während die drei nördlichen Brücken sowie die Sandkrugbrücke am Südende der Promenade bereits existieren, sind für die beiden ande­ ren Brücken zunächst nur Standorte festgelegt worden; die Gestaltung der Brücken ist Aufgabe eines gesonderten Verfahrens. Die Teilnehmer sol­ len Anfangs- und Endpunkte der Brücken in ihr Konzept einbeziehen und deren Umfeld funktional und gestalterisch mit den Freiflächen in Einklang bringen. Die letztgenannten Brücken, ebenso wie das gegenüberliegende, öst­ liche Ufer des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals, sind nicht unmittelbar Gegenstand des Wettbewerbs, werden aber als Verflechtungsbereich defi­ niert. Die Übergänge und die Beziehungen zum anderen Ufer sollten in die
Betrachtungen der Wettbewerbsteilnehmer mit einbezogen werden. Aufenthaltsangebote in Form von Stegen, Pontons, schwimmenden Bühnen o.ä. können auf Grund der geringen Breite des Berlin-SpandauerSchifffahrtskanals auf dessen Wasserfläche nicht realisiert werden. Für den Stadthafen Berlin und den Nordhafen (hier nur außerhalb der Fahrrinne) sind solche Angebote jedoch denkbar und gewünscht. Hierbei ist die Binnenschifffahrt zu beachten (vgl. Fahrrinnendarstellung im Anhang). Die Einbindung von Gastronomie-Angeboten erhöht die Attraktivität der Promenade zusätzlich, wie das Restaurant/Café am Hamburger Bahnhof beweist, das den Außenraum erfolgreich mitnutzt. Mit Ausnahme des ge­ planten Cafés am Nordhafen (Bayer Schering AG) sind zurzeit keine weite­ ren Standorte für gastronomische Einrichtungen festgelegt. Die Teilnehmer sollen geeignete Standorte für Außengastronomien in ihre Gestaltung ein­ beziehen. Dafür sind keine zusätzlichen Gebäude vorzusehen. Vielmehr sollen die Erdgeschosszonen der geplanten Gebäude genutzt werden. In der Masterplankonzeption ist am Hafenplatz des Stadthafens Berlin ein Solitärgebäude vorgesehen, dass ebenfalls für gastronomische Angebote genutzt werden könnte. Trotz der Teilräume mit zum Teil sehr unterschiedlichen Nutzungsanfor­ derungen und Charakteren wünschen sich die Auslober eine in allen Bereichen klar ablesbare und wieder erkennbare Gestaltsprache. Um die­ ses Ziel zu erreichen, kann die Konzeption eines Gestalt- und Ausstat­ tungskanons hilfreich sein, in dem u.a. Raumtypologien, Wegetypen und Belagsarten, Ausstattung und Beleuchtung erfasst werden. Im Sinne der sozialen Nachhaltigkeit sollen keine Sonderlösungen für z.B. Menschen mit Behinderungen geschaffen werden, sondern durchgängige Nutzungsangebote gemäß der Teilhabe unter dem Inklusionsgedanken.
3.2.1 Historische Spuren Im Wettbewerbsgebiet finden sich zahlreiche Spuren vergangener Nutzungen. Der vormals als Bahnhof genutzte Gebäudekomplex an der Invalidenstraße beheimatet heute das Museum für Gegenwart Berlin, der Name Hamburger Bahnhof wurde beibehalten. Gebäude und Gartenan­ lagen sind denkmalgeschützt. Entlang der Uferkanten befinden sich in Teilbereichen historisches Großpflaster, an manchen Stellen auch alte Gleise. Diese und weitere Relikte können nach Maßgabe der Teilnehmer in die Gestaltung integriert oder wieder verwendet werden. Der ebenfalls denkmalgeschützte Kornversuchsspeicher wurde in den Jahren 1897-98 erbaut und stellt eines der wenigen Gebäude im Wett­ bewerbsgebiet dar, das erhalten bleibt. Von den Teilnehmern werden Gestaltungsvorschläge für die Außenanlagen gewünscht, die der Anker­ funktion des Gebäudes für das Quartier und einer geplanten Nutzung der Erdgeschossbereiche für Kultur- und Gastronomieangebote gerecht wer­ den (vgl. Kap.3.3.5).
Beidseitig des Nordhafens befinden sich Grünflächen, deren Gestaltung auf die 1950er Jahre zurückgeht. Sie sind weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben. Elemente der ursprünglichen Gestaltung sind nach Möglichkeit in die Neugestaltung einzubeziehen (vgl. Kap 3.3.9 / 3.3.10). 3.2.2 Gestaltung der Uferkante / Absturzsicherung Die westliche Uferkante des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals kann von den Teilnehmern in ihrer Lage nicht verändert werden. Die Ausgestaltung der Ufermauern bzw. Wände ist unterschiedlich. Zum Teil findet sich steinernes Deckwerk in senkrechter oder geneigter Ausführung, z.T. Spundwände aus Metallprofilen, die unterschiedliche Höhen aufweisen. Art, Lage und Höhe sind festgelegt und können in der Regel nicht verän­ dert werden. Im Bereich des alten Kornversuchsspeichers sowie auf ei­ nem kurzen Stück südlich des neuen Stadthafens kann nach Maßgabe der Teilnehmer und unter Berücksichtigung des Kostenrahmens ggf. eine andere Ausgestaltung der Spundwand erforderlich werden, um eine Fortführung der Promenade in ausreichender Breite sicher zu stellen (vgl. Kap. 3.3.4 / 3.3.5). Dort, wo die Uferkante zurzeit als eine Kombination aus grüner Böschung und Spundwand gestaltet ist, kann in die Böschung nur insoweit gestalte­ risch eingegriffen werden, dass die Funktion der Spundwand nicht beein­ trächtigt wird. Eine Absturzsicherung in Form eines Geländers wird immer dann erfor­ derlich, wenn der Abstand zwischen Oberkante Ufermauer und Oberkante Wasseroberfläche mehr als 90 cm beträgt. Sofern ein Geländer notwendig wird, ist dessen Gestaltung und Verortung Teil der Wettbewerbsaufgabe. Im Bereich des Hamburger Bahnhofs ist die Promenade inkl. Geländer be­ reits angelegt worden. 3.2.3 Vorhandene und geplante Brückenbauwerke Insgesamt vier vorhandene und zwei geplante Brücken über den Kanal und den Nordhafen liegen im Wettbewerbsgebiet bzw. begrenzen es nach Norden oder Süden. Drei Brücken sind ausschließlich für Fußgänger- und Radverkehr vorgesehen, davon ist eine (Kieler Brücke) bereits realisiert. Die geplanten Brücken sollen in einem gesonderten Verfahren konkreti­ siert werden. Alle Brücken haben eine wichtige Bedeutung für die Ost-West-Verbindungen innerhalb der Stadt. Während die nördlichen Brücken die Ortsteile Wedding und Moabit miteinander verbinden, schaffen drei Fußgängerbrücken Verbindungen vom Ortsteil Moabit zum Ortsteil Mitte. Aufgrund der be­ deutenden Invalidenstraße, an der sowohl Hamburger Bahnhof wie der Hauptbahnhof Berlin liegen, stellt auch die Sandkrugbrücke am südli­ chen Rand des Wettbewerbsgebietes eine wichtige und verkehrsreiche Verbindung dar. Wettbewerbsaufgabe ist es, die vorhandenen Brücken und deren Trep­ pen- und Rampenanlagen sowie, wo möglich, Unterquerungen der Brü­
cken schlüssig in die Ufer- und Parkgestaltung zu integrieren. Für die geplanten Brücken werden Anfangs- und Endpunkte sowie Lage und Ausrichtung von Treppen- und Rampenanlagen als Vorgaben in den Wettbewerb einfließen (vgl. Ingenieurstechnische Voruntersuchung von Stadthafen, Brücke am Stadthafen und Brücke am Kunstkubus, Werner Sobek 2010). Fennbrücke Die Fennbrücke wurde anstelle einer im Krieg zerstörten Brücke als Spannbetonbrücke zwischen 1950 und 1952 neu errichtet. Sie verbindet die Ortsteile Wedding und Moabit. Auf der Westseite schließt die Perle­ berger Straße, auf der Ostseite die Fennstraße an. Die Straße ist auf der Brücke vierspurig ausgebaut und hat ein hohes Verkehrsaufkommen. Der Nordhafenpark endet auf der westlichen Seite an der Brücke. Die Promenade kann nördlich der Brücke nicht fortgesetzt werden und muss daher zur Straße hinauf geführt werden. Entlang der östlichen Uferseite führt der Fernradwanderweg BerlinKopenhagen. Es ist beabsichtigt, statt der Querung über die Straße eine Unterquerung unter der Fennbrücke zu errichten und die nördliche Fort­ setzung in die zukünftige Gestaltung des Mettmannplatzes, nach Errich­ tung der S-Bahnlinie 21, zu integrieren (Plan siehe Kap 4). Nordhafenbrücke Die ca. 140 m lange und 20 m breite Nordhafenbrücke ist zwischen 1968 und 1970 als Stahlkonstruktion errichtet worden. Sie verbindet die Sellerstraße mit der Heidestraße. Mit dem Bau der Europacity ist beabsichtigt, Anpassungen in der Ver­ kehrsführung vorzunehmen. Durch den geplanten Ausbau der Heidestra­ ße zu einem Boulevard wird auch die Kreuzung der Heidestraße mit der Sellerstraße und der Nordhafenbrücke baulich verändert. Die konkre­ te Ausgestaltung wird mit der in Bearbeitung befindlichen Vorplanung im Februar nachgeliefert. Bereits heute führt ein schmaler Fußweg westlich unter der Brücke hin­ durch. Es ist Wettbewerbsaufgabe, die Situation unter der Brücke gestal­ terisch zu verbessern. In die Architektur der Brücke kann dabei nicht ein­ gegriffen werden. Kieler Brücke Bereits im Jahr 1883 wurde an dieser Stelle eine Brücke errichtet. Sie wurde im Krieg beschädigt, später geschlossen und in den 1960er Jahren schließlich abgebaut. Heute überbrückt eine ca. 46 m lange und 3 m brei­ te Brücke den Kanal und verbindet den Berliner Ortsteil Moabit im ehe­ mals West-Berliner Bezirk Tiergarten mit Mitte im ehemals Ost-Berliner Bezirk Mitte. Die 1994 eröffnete Bogenbrücke aus Stahl ist Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Lage und Gestalt der Brücke werden nicht verändert. Die Anschlüsse auf der Westseite sollen im Rahmen des Wettbewerbs überarbeitet werden (vgl. Kap. 3.3.5, 3.3.6).
Brücke am Stadthafen Berlin Die geplante Fußgängerbrücke am Stadthafen Berlin bindet die Europacity auf der Ostseite an die Kieler Straße an. Hier befindet sich ein Bundeswehrkrankenhaus. Über eine neue Planstraße, die auch der Erschließung des Geländes des Bundesnachrichtendienstes (BND) dient, wird zukünftig die Chausseestraße und der U-Bahnhof Schwarzkopffstraße (Linie 6) direkt erreicht sowie in östlicher Fortführung der Park am Nord­ bahnhof. Der Brückenschlag soll zur Belebung des Quartiers zwischen Chausseestraße und Kanal beitragen. Für den Standort der Brücke am Stadthafen wurden in der Ingenieurs­ technischen Voruntersuchung des Büros Werner Sobek fünf Optionen entwickelt. Davon werden seitens der Auslober drei Optionen als rea­ lisierbar eingeschätzt. Den Teilnehmern steht offen, welche dieser drei Brückenstandorte sie in ihre Freiflächenkonzeption integrieren (vgl. Ingenieurstechnische Voruntersuchung – Teil 2 ‚Vorplanung’, insbeson­ dere Variantenvergleich auf der Seite 70, Werner Sobek, 2010). Bei Option 1 wird die Brücke am Südufer des Hafenbeckens angeordnet. Die Rampe auf der Ostseite wird einläufig, in Verlängerung der Brücke und parallel zum Hafenbecken geführt. Zwei Optionen sehen die Verortung der Brücke an der Nordseite des Hafenbeckens vor. Die Optionen unterscheiden sich in der Ausgestaltung der Rampe am westlichen Ende der Brücke. Bei Option 2 wird die Rampe einläufig geführt. Der Bezug zum Hafenbecken wird durch diese Rampenführung allerdings eingeschränkt. Bei Option 3 wird die Rampe zweiläufig geführt. Der eingeschränkte Bezug zum Hafenbecken wird dadurch abgemildert, der nördliche Hafenplatz in seiner Breite auf einer Teilfläche jedoch deutlich verschmälert. Auf der Ostseite des Kanals endet die Brücke jeweils an der bereits exis­ tierenden Promenade, die an dieser Stelle mit einer breiten Treppe zum Kanal geöffnet wird. Die Einbindung der Treppen und Rampen der Brücke in die Freiflächengestaltung stellt eine wichtige Aufgabenstellung im Ideenteil des Wettbe­ werbs dar. Die Wegebeziehungen, die von den Rampen und Treppen aus­ gehen, sind auch im Zusammenhang mit den geplanten Gebäuden zu be­ trachten (vgl. Kap. 3.3.4). Brücke am Döberitzer Grünzug Für den Lückenschluss im Döberitzer Grünzug soll im nördlichen Teil der Promenade am Kunst-Campus eine Brücke über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal errichtet werden. Auf der Westseite erreicht man die Brücke über eine zweiläufige Rampe, die parallel zum Schifffahrtskanal angeordnet wird (vgl. Ingenieurstechnische Voruntersuchung – Teil 2 ‚Vorplanung’, Option 5, Seite 100 ff., Werner Sobek, 2010). Auf der Ostseite wird die Rampe senkrecht zur Uferkante in die beste­ hende Zuwegung zum denkmalgeschützten Invalidenfriedhof geführt. Der Grünzug soll künftig über den Invalidenfriedhof und den Weg am Panke­ park weiter zum neuen Pankegrünzug entlang der BND-Zentrale führen.
Das Konzept der uferbegleitenden Promenade wurde im Jahr 1992 entwi­ ckelt und in Etappen umgesetzt, an dieser Stelle im Jahr 1999. Ähnlich wie bei der Brücke am Stadthafen Berlin, gilt es auch für die Brücke am Döberitzer Grünzug, Rampen und Treppen möglichst zweck­ mäßig und störungsfrei in die Gestaltung der Promenade zu integrieren. Beeinträchtigungen im Umfeld der neu zu errichtenden Gebäude sind zu vermieden. Fußgängerbrücke an der Bahntrasse Im westlichen Verflechtungsbereich ist eine Fußgängerbrücke über die Bahntrasse geplant, mit der die Ost-West-Verbindung gestärkt werden soll und über die unter anderem der Fritz-Schloß-Park mit seinen Sportund Freizeiteinrichtungen (Poststadion) sowie das alte und neues Quartier entlang der Lehrter Straße erreicht werden. Das unmittelbare Umfeld und die Anbindung an die Heidestraße sollen in die Überlegungen einbezogen werden. 3.2.4 Nutzungs- und Erholungsangebote An verschiedenen Stellen des Wettbewerbsgebietes können und sollen Spiel-, Sport- und Erholungsangebote in die Gestaltung einbezogen wer­ den. Besonders eignen sich hierfür der Nordhafenplatz, die Aufweitungen, die sich von der Promenade in das neue Quartier erstrecken sowie die Grünflächen rund um das Nordhafenbecken. Die Promenade dient in erster Linie dem Flanieren entlang dem Wasser sowie dem Aufenthalt am Wasser. Weiterhin dem Radfahren und Joggen bzw. Walken. Zu beachten ist, dass für den zügigen Fahrradverkehr ein Weg auf der Ostseite des Ufers vorgesehen ist. Spiel- und Sportangebote sollten auf der Promenade von untergeordneter Bedeutung sein. Die Auslober wünschen sich vielseitig nutzbare Angebote für ein breites Spektrum an möglichen Nutzern. Spiel- und Sportelemente sollen sich dabei gestalterisch in ein Gesamtkonzept eingliedern. Eine Aneinander­ reihung von Spezialflächen soll dabei nicht entstehen. Bei lärmintensiven Aktivitäten ist auf einen ausreichenden Abstand zu vorhandenen und ge­ planten Gebäuden zu achten. Im Bereich von Stadthafen und Nordhafen besteht die Chance, die Was­ serflächen und das Wasser selbst in die Gestaltung von Freizeitangeboten einzubeziehen. Die Auslober erhoffen sich für diese Bereiche innova­ tive Vorschläge. 3.2.5 Barrierefreiheit Der entstehende Freiraum soll nach den Prinzipien des ‚Design for all’ ent­ wickelt werden. Das bedeutet, dass die Umwelt allen Menschen in un­ terschiedlichsten Lebenslagen Nutzung und Teilhabe ermöglicht, auch Menschen mit Behinderungen. Dabei sind sowohl motorische als auch sensorische Beeinträchtigungen zu berücksichtigen. Das Handbuch „Design for all – öffentlicher Freiraum Berlin“ gibt gene­ relle und konkrete Hinweise und ist zu beachten. Die darin formulierten Prinzipien sind durchgängig anzuwenden (siehe Anhang).
3.2.6 Kriminalpräventive Sicherheitsaspekte Aus den Hinweisen des Polizeipräsidenten: Zwischen der Gestaltung des öffentlichen Raumes und der dort auftretenden Kriminalität besteht eine Wechselwirkung. Nicht die ordnungspolitischen Maßnahmen der Polizei erhöhen das individuelle Sicherheitsgefühl, sondern die freiwillig ausge­ übte soziale Kontrolle der verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterein­ ander. Eine Einbeziehung der Nutzer sowie eine nutzerorientierte Gestal­ tung fördert die Identifikation eines Jeden. Der Zweck einer Anlage muss eingehalten werden und im Sinne der Territorialität für die jeweiligen Nutzer Angebote für eine Besitzergreifung bereithalten. Unterschiedliche Bodenbeläge/Materialien (Besitztums- und Nutzungstrennung) zur kla­ ren Definition von privatem, halböffentlichem und öffentlichem Raum sind ebenso erforderlich wie übersichtliche Wegführungen und klare Zugänge. Beleuchtung und Bepflanzung müssen eine Einheit darstellen und sich in einer angemessenen Intensität dem Umfeld anpassen. Gewünschtes Verhalten wird so durch Verständnis und nicht durch formelle Sanktionen erreicht. 3.2.7 Gender Mainstreaming Als allgemeine Anforderungen an eine gendergerechte Planung sind die Gleichstellung der Geschlechter, Chancengleichheit und eine angemes­ sene Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebensbedingungen und Zwänge, unter denen die Geschlechter leben, anzusehen. Es ist insbe­ sondere sicherzustellen, dass 1. Orte für alle Geschlechter in ihrer Unterschiedlichkeit bezüglich Alter
2. und Raumrepräsentationen sowie durch die Gestaltung transportierte
Werte und Normen aller Geschlechter in ihrer Unterschiedlichkeit ein­ bezogen werden.
3. Sicherheit vor Gewalt und Unfällen gewährt ist. Die Umsetzung dieser Anforderungen in der Freiraumplanung bedeutet Planinhalte zu gestalten, die eine Aneignung des Freiraums für Frauen und Männer bzw. Mädchen und Jungen gleichermaßen sicherstellen ins­ besondere durch: 1. Die Berücksichtigung der unterschiedlichen Raumaneignung der
Geschlechter und der spezifischen Nutzungsansprüche unterschied­ licher Nutzergruppen hinsichtlich der Aufenthaltsqualität
2. 	 Die Berücksichtigung der unterschiedlichen Ansprüche an den
Freiraum hinsichtlich generations- und geschlechtergerech­ ter Nutzungsangebote und -qualitäten (u.a. Ruhe und Erholung,
sportliche Aktivitäten, Kinderspieleinrichtungen, Treffpunkte /
Kommunikationsorte, Garten-/ Landschaftserlebnis, Querung und
Durchwegung)
3. Die Abstufung und Differenzierung der Räume hinsichtlich der Wahl­ möglichkeiten der Wege zu Tages- und Nachtzeiten und zwischen un­ terschiedlichen Bewegungsintensitäten, Geschwindigkeiten;
4. Die Berücksichtigung der geschlechtsspezifisch und ethnisch 	un­ terschiedlicher Wirkungen von Raumrepräsentation (Symbolik der
Gleichberechtigung, Offenheit zur Vermeidung heteronormativer
Zuschreibungen durch die Gestaltung).
5. die Berücksichtigung der unterschiedlichen Sicherheits- und Schutz­ bedürfnisse vor physischer und psychischer Gewalt und vor der Gefahr
von Unfällen (Unterstützung der Raumaneignung von Frauen und da­ mit ihrer Kontrolle über den Raum, Herstellung von Sichtverbindungen
zu Orientierungspunkten und belebten Orten, Herstellung von beleb­ ten Verkehrswegen und erforderlichenfalls Fluchtwegen, Gestaltung
gut einsehbarer Bereiche, ausreichende Beleuchtung).
3.2.8 Beleuchtung Für die Europacity gibt es zum Zeitpunkt dieses Wettbewerbs noch kein ab­ gestimmtes Beleuchtungskonzept. Von Beleuchtung ausgenommen bleibt der Bereich des westlichen Nordhafens, nördlich der Nordhafenbrücke, der als Grünfläche gewidmet ist und damit, wie im Land Berlin üblich, nicht beleuchtet wird. Für die gesamten übrigen Flächen der Uferpromenade sowie den Nord­ hafenplatz sollen Vorschläge zur Beleuchtung erarbeitet werden. Mit Einschränkungen gilt dies für die Ostseite des Nordhafens; hier soll le­ diglich der Uferweg beleuchtet werden, der als Ersatz für die Straße Am Nordhafen als Fuß- und Radwegeverbindung zwischen Fennstraße und Sellerstraße dient. Die Leuchten sollen effizient, wartungsarm und weitgehend sicher ge­ gen Vandalismus sein. Geringes Streulicht sichert Insektenfreundlichkeit. Wasserflächen sollen nicht angestrahlt werden, um Beeinträchtigungen der Wasserfauna zu vermeiden. Die Anforderungen der DIN EN 13201 bzw. der DIN 5044 sind entspre­ chend zu beachten. 3.2.9 Ausstattung / Materialien In allen Teilen des Wettbewerbsgebietes sind ausreichend Sitzgelegen­ heiten vorzusehen. Dazu gehören auch Bänke mit Rückenlehne. Die Integration von Sitzelementen in Treppenanlagen und Höhensprünge ist denkbar. Sie sollen i.d.R. auch vom zunehmenden Anteil an älteren Menschen sowie von Menschen mit Behinderung ohne Einschränkungen zu benutzen sein. Weiterhin sind Abfallbehälter in ausreichender Anzahl zu berücksichtigen. Die gewählten Materialien sollten pflegeleicht, möglichst robust und in Kosten sowie der Unterhaltung dem Ort angemessen und den Zielen der Nachhaltigkeit entsprechend ausgewählt werden. Ihre Umweltverträglich­ keit ist zu bedenken. 3.2.10 Vegetation / Ökologische Aspekte Entlang der zukünftigen Promenade befinden sich keine zu schützenden Biotopflächen. Die nach der Berliner Baumschutzverordnung geschützten Gehölze sollten, soweit es die Konzeption zulässt, in die Planung einbe­
zogen werden. Bei der Wahl neuer Vegetationselemente ist darauf zu achten, dass der dauerhafte Pflegeaufwand möglichst gering ist. Von Vegetationselementen, die durch ihre Formgebung oder durch ihre Ansprüche besonderer Pflege bedürfen, sollte abgesehen werden. Rasen- und Wiesenflächen sind auf intensive Benutzbarkeit auszulegen. Wenn auch die Verwendung von Stauden, Zwiebelpflanzen u.ä. generell erwünscht ist, so sind solche Pflanzungen nur dann umsetzbar, wenn sie mit geringem Aufwand ge­ pflegt werden können. Bäume entlang der Promenade sind wünschenswert. Standorte müs­ sen jedoch mit den Rückverankerungen der Spundwände abgeglichen wer-den. Die Statik der Uferwände darf durch neu gepflanzte Bäume nicht beeinträchtigt werden, ein Mindestabstand von 5 m zur Uferkante sollte gewahrt bleiben. (vgl. Voruntersuchung Uferpromenade BerlinSpandauer Schifffahrtskanal im Bereich der Europacity, gruppe F 2009 sowie Ingenieurstechnische Voruntersuchung von Stadthafen, Brücke am Stadthafen und Brücke am Kunstkubus, Werner Sobek 2010). Die Standorte sollten so gewählt werden, dass der Fußgänger- und Radverkehr reibungslos funktioniert und Kanal und Hafenbecken visuell erlebbar bleiben. 3.2.11 Umgang mit Niederschlagswasser Das ‚Nachhaltige Entwässerungskonzept’ für die Europacity / Heidestra­ ße des Ingenieurbüros p2mberlin sieht an vier Orten, davon drei im Wettbewerbsgebiet, so genannte Retentionsbodenfilter mit integrierten Wasserspeichern mit Flächengrößen zwischen 400 und 650 qm vor. Diese sind im Döberitzer Grünzug, im Südwestteil des Parks am Nordhafen sowie auf dem Nordhafenplatz unterzubringen und in das Gestaltungskonzept zu integrieren. Die Retentionsflächen können für Besucher durch z. B. Stege teilweise erschlossen und damit erlebbar gemacht werden. Die Auslober wünschen sich einen offensiven Umgang mit dem in den Retentionsbodenfiltern gereinigten Regenwasser. Das anfallen­ de Wasser ist daher bei der Gestaltung zu verwenden. Dies kann z. B. bei Spielangeboten, Wasserattraktionen oder der Bewässerung von Vegetationsflächen geschehen. Die unterirdischen Speicher für das gerei­ nigte Wasser befinden sich unmittelbar in der Nähe der Bodenfilter. Eine räumliche Nähe der Nutzungsangebote zu den Speichern ist daher erfor­ derlich. 3.2.12 Verschattung / Besonnung Die Aufenthaltsqualität im Außenraum wird von der Intensität der Son­ neneinstrahlung wesentlich mitbestimmt. Bei der Wahl der geplanten Funktionen und Nutzungsangebote und deren Verortung sollten die durch­ schnittliche Verschattung sowie die Zeiten der Verschattung berücksichtigt werden. Neben der Problematik der in Teilbereichen starken Verschattung durch z. B. enge Straßen ist auch die Gefahr der Überhitzung durch intensiv besonnte Flächen in der Planung zu beachten bzw. mit entsprechenden Maßnahmen abzumildern.
Für das Masterplangebiet an der Heidestraße wurde in Vorbereitung des Wettbewerbsverfahrens eine Sonnenstandsuntersuchung durchge­ führt, deren Ergebnisse den Teilnehmern hierbei als Planungshilfe dienen (vgl. Masterplan Heidestraße Berlin – Sonnenstandsuntersuchung, Büro Sobek, 2010).
3.3.1 Auftakt am Museum Hamburger Bahnhof Der Zugang von der Invalidenstraße stellt den Auftakt der Promenade dar und soll durch die Gestaltung deutlich als solcher ablesbar und erlebbar werden. Von hier aus sind Übergänge nach Süden zum Humboldthafen und weiter bis zur Spree mit ihren beidseitigen Promenaden möglich. Weiterhin werden über die Invalidenstraße sowohl der benachbarte Hauptbahnhof als auch die Innenstadtbereiche des Bezirks Mitte direkt erreicht. Dieser Teil des Wettbewerbsgebietes ist geprägt vom denkmalgeschütz­ ten Hamburger Bahnhof, einem Museum für zeitgenössische Kunst, des­ sen Attraktivität sich in kontinuierlich steigenden Besucherzahlen aus­ drückt. Zur Promenade öffnet sich das Museum mit einer gastronomi­ schen Einrichtung, die während des Sommerhalbjahres schon jetzt für eine deutliche Belebung sorgt. Die gute Einbindung dieser Außenflächen in die Gestaltung ist zu gewährleisten. Östlich des Hamburger Bahnhofs befinden sich begleitend Grünflächen. Sie sind Teil eines Gartendenkmals und sollen in Größe und Gestalt nicht verändert werden. Die Andienung des Museums erfolgt teilweise von Norden über die Promenade an der Ostseite des Hamburger Bahnhofs. Die Promenaden­ flächen müssen daher in diesem Bereich für den Fahrzeugverkehr, auch mit schweren LKW, geeignet sein. Entlang des Kanals wurden an dieser Stelle bereits befestigte Flächen an­ gelegt. Hierbei wurde auf das historische Umfeld Bezug genommen. Dies drückt sich unter anderem in der Verwendung von Granit-Großsteinpflaster sowie im historisierenden Geländer aus, welches an der Uferkante einge­ setzt wurde. Eingriffe in den Bestand sind zu vermeiden und, soweit es für die Gesamtkonzeption der Freiflächen erforderlich ist, nur punktuell mög­ lich. Ggf. ist die Integration eines Fahrstreifens mit planer Oberfläche für den Fahrradverkehr denkbar. Vor allem der Eingangsbereich an der Invalidenstraße sollte zugunsten eines großzügigen und einladenden Eingangs umgestaltet werden. Es sollte dabei deutlich werden, dass an dieser Stelle eine großzügige öf­ fentliche Uferpromenade beginnt, die das Rückgrat der neu entstehenden Europacity darstellt. 3.3.2 Promenade am Kunst-Campus Nördlich des Museums im Hamburger Bahnhof ist in den vergangenen Jahren, unter Umnutzung bestehender Speicher- und Lagerräume, ein vitaler Kunst-Campus entstanden, der von zahlreichen Galerien genutzt wird. Im Umfeld haben sich weitere kreative Gewerbe angesiedelt und kul­
turelle Angebote etabliert, wie z.B. der Tape-Club als Musik-, Tanz- und Event-Location. Dauerhaft werden große Teile des Campus’ neu gestaltet. Der Nutzungs­ schwerpunkt Kunst bleibt erhalten, wird aber um Wohn- und weitere Gewerbenutzungen ergänzt. In den Erdgeschosszonen sollen, vor allem zum Wasser hin, vorwiegend öffentliche Nutzungen etabliert werden. Die Promenadenflächen erstrecken sich vom Ufer bis zur Gebäudekante, womit der öffentliche Charakter dieses Bereichs der Europacity unter­ strichen wird. Eine Verflechtung der Campus-Binnenflächen mit der Promenade ist wünschenswert; die Durchgänge zum Campus sind bei der Gestaltung zu berücksichtigen. Die Gestaltung des Areals des eigentlichen Campus’ ist nicht Teil der Wettbewerbsaufgabe und wird in einem separa­ ten Verfahren bearbeitet. Für das geplante Gebäude unmittelbar im nördlichen Anschluss an das Museum im Hamburger Bahnhof sind Nutzungen mit Schwerpunkt Dienstleisten vorgesehen. Für das am Nordende des Campus’ liegende und an die Promenade direkt angrenzende Gebäude wird der Schwer­ punkt voraussichtlich auf Wohnnutzungen liegen. 3.3.3 Straße am Döberitzer Grünzug Der so genannte Döberitzer Grünzug soll künftig als Grünverbindung in Ost-West-Richtung den Ortsteil Moabit mit dem Bereich Heidestraße ver­ binden und östlich des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals weiterge­ führt werden. Als Fuß- und Radwegeverbindung beginnt diese am Fritz­ Schloß-Park und verläuft dann südlich des Tunnelmundes der Fernbahn­ strecken parallel zur Döberitzer Straße bis zur Heidestraße. Daraufhin folgt der geplante Grünzug der Heidestraße nach Norden, um dann nach Osten bis hin zum Kanalufer geführt zu werden. Der Grünzug knickt an dieser Stelle nach Süden ab. Bereits nach wenigen Metern soll künf­ tig eine Fußgängerbrücke über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal die Weiterführung des Grünzuges bis zum Panke-Park ermöglichen und damit eine großräumige Vernetzung der Grünflächen im Umfeld des Wettbewerbsgebiets schaffen. Das Teilstück des Grünzugs zwischen Rathenower und Lehrter Straße im Fritz-Schloß-Park wurde bereits fer­ tiggestellt. Zur besseren Wiedererkennung wird der Weg des Grünzugs mit einer hellen Asphaltdecke befestigt, der einseitig von einem Band aus roten Klinkern eingefasst ist. Entlang der Promenade soll der Grünzug in die Nord-Süd-Verkehrsströme eingebunden werden. Die Teilnehmer sollen prüfen, ob sich die Doppelfunktion als Promenade und Grünzug in der Gestaltung nieder­ schlägt. In jedem Fall aber soll der querende Verkehr störungsfrei auf die jeweils gegenüberliegende Kanalseite geführt werden. Die Straße am Döberitzer Grünzug ist als grüngeprägter Verbindungsraum zu gestalten, der vielfältige Aufenthaltsqualitäten schafft. Es ist ein 5,5 m breiter Weg zu integrieren, der vorrangig dem Fuß- und Radverkehr dient, der aber auch den Anliegerverkehr für die nördlichen Bereiche des Kunst-Campus aufnimmt. Deshalb ist der Straßenraum unmittelbar an den Kunstcampus angrenzend vorzusehen.
Von den Wettbewerbsteilnehmern werden Vorschläge zur Gestaltung des Grünzuges erwartet. Dabei ist ein Retentionsbodenfilter als oberirdisches, abgedichtetes Erdbecken mit einer Fläche von 500 qm in den Grünzug zu integrieren und es sind Vorschläge für die Verwendung des gereinigten Wassers zu entwickeln. Das gereinigte Wasser mit einem Volumen von max. 480 m³ wird in einem unterirdischen Speicher gesammelt, die für Wasserspiele und Wasserattraktionen nutzbare Wassermenge beträgt 38 m³ pro Tag bzw. 1,6 m³ pro Stunde. 3.3.4 Promenade zwischen Grünzug und Stadthafen Berlin Zwischen Döberitzer Grünzug und Stadthafen Berlin wird die Promenade auf der Westseite künftig vor allem von Wohnbebauung begleitet. In den Erdgeschosszonen sind gastronomische Nutzungen denkbar und sollen in die Konzeption der Freiflächen einbezogen werden. Den Wohngebäuden werden in den Erdgeschosszonen uferseitig Außenräume in einer Breite von 6 m zugeordnet, die im Ideenteil des Wettbe­ werbsgebietes liegen. Zum Übergang von der Promenade zu diesen priva­ ten Freiflächen sollen durch die Teilnehmer Gestaltungsaussagen getrof­ fen werden. Gewünscht ist dabei ein ausreichendes Maß an Privatsphäre, ohne dass eine massive optische Abgrenzung entsteht, durch die der Gesamtraum zwischen Kanal und Gebäude in zwei Teile zerfällt. Denkbar sind z.B. unterschiedliche Höhenniveaus oder vegetative Abgrenzungen. An zwei Stellen weitet sich die Promenade nach Westen auf. Diese wichti­ gen Knotenpunkte verbinden die ankommenden Erschließungsstraßen mit der Promenade. An diesen Aufenthaltsorten können kleinere Spiel- und Sportangebote verortet werden, die auf der Promenade keinen Raum fin­ den. Uferseitig wird die Promenade von unterschiedlich hohen Spundwänden sowie einer schrägen Sandsteinabdeckung begleitet (Bereiche D, E, F, G, vgl. Voruntersuchung Uferpromenade Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal im Bereich der Europacity, gruppe F 2009). Diese unterschiedlichen Uferbefestigungen sind zu erhalten. Sie bieten die Möglichkeit, innerhalb der Promenade unterschiedliche Situationen am Wasser zu schaffen. Dies ist, neben den die gesamte Promenade verbindenden Elementen, aus­ drücklich erwünscht. 3.3.5 Stadthafen Berlin Der neu entstehende Stadthafen Berlin ist essentieller Teil der Master­ plankonzeption und betont die Verbindung der Europacity mit den angren­ zenden Wasserflächen des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals und des Nordhafens. Rund um das Hafenbecken soll ein intensiv genutzter öffent­ licher Platz von großer Anziehungskraft entstehen - für die Bewohner, wie für Besucher der Europacity. Das Hafenbecken mit einer Flächengröße von ca. 3760 qm zweigt senk­ recht vom Kanal ab. Größe und Form des Hafenbeckens sind gemäß dem Gutachten des Büros Sobek vorgegeben. Im Gutachten enthalte­ ne Aussagen zur Gestaltung des Hafenplatzes sind nicht als Vorgabe zu verstehen. Die Schnittstelle stellt die Hafenspundwand mit einer definierten Höhe an der Oberkante von 31.60 NN dar. (vgl. Ingenieurstechnische Voruntersuchung von Stadthafen, Brücke am Stadthafen und Brücke am Kunstkubus, Werner Sobek 2010).
Die Wettbewerbsteilnehmer sind an dieser Stelle aufgefordert, den Bezug der Europacity zum Wasser besonders herauszuarbeiten. Vielfältige Aufenthaltsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Höhenniveaus un­ ter Einbeziehung von Treppen- und Rampenanlagen sind denkbar. Die Wasserflächen können im Ideenteil in die Überlegungen einbezogen wer­ den. Die Erlebbarkeit des Wassers kann über Stege und Pontons zusätz­ lich erhöht werden. Die Elemente sollen dabei vielseitig und wandelbar sein. Das Anliegen von Ausflugsschiffen, Wassertaxis, einer Fähre oder eines Restaurant-, Theater- oder Museumsschiffes ist denkbar. Der Gestal-tung­ svorschlag sollte Nutzungen dieser Art daher nicht ausschließen. Das Anlegen von Sportbootschiffen im Hafenbecken ist derzeit nicht zugelas­ sen (vgl. Ingenieurstechnische Voruntersuchung von Stadthafen, Brücke am Stadthafen und Brücke am Kunstkubus, Werner Sobek 2010). Die Masterplan-Konzeption sieht an der nordwestlichen Ecke des Hafen­ beckens ein pavillonähnliches Gebäude vor. Es könnte zum einen für Serviceangebote zur Hafennutzung genutzt werden und zum anderen gastronomische Angebote aufnehmen. Zum Gebäude können seitens der Wettbewerbsteilnehmer Gestaltungsvorschläge erarbeitet werden. Lage und Größe sind veränderbar. In der diesem Wettbewerb zugrunde geleg­ ten Nettobausumme sind für den Pavillon keine Mittel enthalten. Der Stadthafen Berlin wird umgeben von einem Stadtplatz, der sich zum einen den Wasserflächen zuwendet und zum anderen eine Öffnung des Quartiers zur zentralen Erschließungsachse der Europacity, der Heide­ straße, herstellt. Damit entsteht eine wichtige Verbindung zur westlichen Europacity. Gegenüberliegend schließt die Wegeverbindung zum Quar­ tier Lehrter Straße an. Eine geplante Brücke wird die Fußgänger künftig über die Fernbahn- und S-Bahn-Gleise führen. Mit dem Ziel der besseren Vernetzung der Stadtquartiere in Ost-WestRichtung über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal hinweg ist eine Brücke geplant, die am Stadthafen verortet werden soll. Die Gestaltung der Brücke ist Aufgabe eines gesonderten Verfahrens. Anfangs- und Endpunkt der Brücke sind auf Grundlage einer vertiefenden Untersuchung optimiert worden. Im Ergebnis gibt es drei Vorzugsvarianten für die Brücke am neu­ en Stadthafen. Zwei liegen auf der nördlichen Seite des Hafenbeckens, eine auf der Südseite (vgl. Kap. 3.2.3). Die Wettbewerbsteilnehmer kön­ nen wählen, welche der beiden Varianten sie in ihr Konzept übernehmen wollen. Weitere Varianten sind allerdings ausgeschlossen. Für den Erhalt der Schiffbarkeit des Kanals sind definierte Durchfahrtshöhen zu gewährleisten. Diese wirken sich auf die Länge der Brücke und der daran anschließenden Treppen und Rampen aus. Die Integration der Brücke und ihrer Rampen und Treppen in eine barrierefreie Freiflächengestaltung stellt eine besondere Herausforderung an die Teilnehmer des Wettbewerbs dar. Ebenso sind Störungen für die Nutzung der angren­ zenden Gebäude zu vermeiden.
3.3.6 Promenade zwischen Stadthafen Berlin und Kieler Brücke Für den Teilbereich der Promenade zwischen Stadthafen Berlin und Kieler Brücke gelten die gleichen allgemeinen Ziele, wie für den Bereich zwischen Döberitzer Grünzug und Stadthafen Berlin. Eine bis zum Kornversuchsspeicher grüne Böschung und die geringere Höhe der Spundwand eröffnen in diesem Bereich zudem Gestaltungsmöglichkeiten, um für die Nutzer eine größere Nähe zum Wasser des Kanals herzustellen. Der Baumbestand ist nach Möglichkeit in die Gestaltung zu integrieren. Eine Besonderheit stellt der Bereich um den Kornversuchsspeicher dar. Als geschütztes Baudenkmal wird er erhalten und künftig einer neuen Nutzung zugeführt. In der Erdgeschosszone sind öffentliche, auch gast­ ronomische Nutzungen möglich und sollten bei der Freiflächengestaltung berücksichtigt werden. Das Gebäude befindet sich nahezu unmittelbar am Ufer des Kanals. Die angestrebte Breite der Promenade von 6 m kann hier deshalb nicht ganz erreicht werden. Mit ihrem Gestaltungsvorschlag für die Promenade zwi­ schen Kanal und Speichergebäude sollen die Teilnehmer jedoch eine möglichst breite Promenade gewährleisten. Da das Ufer vor dem Korn­ versuchsspeicher eine schräge grüne Böschung darstellt, ist hier, abwei­ chend zu den übrigen Uferbereichen, eine andere bauliche Lösung denk­ bar, z.B. in Form einer Plattform. Ebenfalls möglich ist die Erhöhung der Spundwand entlang der Längsseite des Speichergebäudes. Die was­ serseitige Außenkante der Spundwand gibt der Verlauf der Promenade vor. Sie darf nicht in die Wasserfläche des Kanals ragen und damit die Fahrbreite für Schiffe verschmälern. Die Führung der Promenade am Ufer entlang stellt die Vorzugsvariante dar. Die Teilnehmer sollten Kosten und Nutzen dieser Variante im Zu­ sammenhang mit den Kosten der Gesamtmaßnahme sorgfältig abwägen. Alternativ kann die Promenade am Kornversuchsspeicher westlich des Gebäudes vorbei geführt werden. Die Kieler Brücke ist Teil einer bestehenden Fußgänger- und Radwegever­ bindung zwischen den Ortsteilen Tiergarten und Mitte. Über Treppen sollte ein direkter Zugang von der Promenade zur Brücke geschaffen werden. Die Nord-Süd-Promenade soll unter der Brücke hindurchgeführt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Widerlager der Brücke in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt werden. Die Promenade soll großzügig und einladend in den Nordhafenpark geführt werden. Dabei sind auch Veränderungen an der derzeitig zur Kieler Brücke führenden Rampe vorstellbar. 3.3.7 Nordhafenplatz Dem südlichen Uferpark direkt gegenüber liegt, getrennt durch die Hei­ destraße, der Nordhafenplatz. Er ist das Verbindungsstück zwischen Nordhafen und westlicher Europacity. Hochwertige und vielseitig nutzbare Freiflächen stellen eine hohe Aufenthaltsqualität westlich der Heidestraße sicher. Gemäß der Masterplankon­ zeption ist der Nordhafenplatz der größte und wichtigste einer Reihe von Plätzen. Die Wettbewerbsteilnehmer sollten den Nordhafenplatz als Teil dieser in Nord-Süd-Richtung angeordneten Raumfolge verstehen und ge­ stalten.
Nach drei Seiten ist der Nordhafenplatz von Gebäuden umgeben, für die Gewerbenutzungen vorgesehen sind. Der Nordhafenplatz soll zu einem städtisch geprägten Ort entwickelt werden und bildet damit einen urba­ nen Kristallisationspunkt in der nordwestlichen Europacity. Der geplante Bau der S 21 kann für zusätzliche Belebung sorgen. Es besteht die Planungsabsicht für einen Haltepunkt in direkter Nähe zum Nordhafenplatz. Der Platz hat keine Durchgangsfunktion für den motorisierten Fahrzeug­ verkehr. Für Zwecke der Anlieferung sowie Rettungsfahrzeuge sind vor den Gebäuden ausreichend Flächen vorzusehen und freizuhalten. Trotz fester Platzflächen sollen Baumpflanzungen einen grünen Charakter erzeugen. Ein Retentionsbodenfilter als oberirdisches, abgedichtetes Erdbecken mit einer Fläche von 600 qm ist in die Platzfläche zu integrieren sowie Vorschläge für die Verwendung des gereinigten Wassers zu ent­ wickeln. Das gereinigte Wasser mit einem Volumen von max. 580 m³ wird in einem unterirdischen Speicher gesammelt, die für Wasserspiele und Wasserattraktionen nutzbare Wassermenge beträgt 46 m³ pro Tag bzw. 1,9 m³ pro Stunde. Spiel- und Freizeitangebote sind wünschenswert, sollten den Platz jedoch nicht dominieren. Durch hohe Zäune abgetrennte Ballspielbereiche sind nicht gewünscht. 3.3.8 Uferpark am Nordhafen, Südwestteil An dieser Stelle weitet sich das Wettbewerbsgebiet zu einem breiteren, grün geprägten Raum auf. Die Uferböschungen zum Kanal hin sind zurzeit zum Teil steil und schwer zugänglich. Um eine bessere Zugänglichkeit und Erlebbarkeit des Ufers zu ermöglichen, sind, soweit es der Gehölzbestand zulässt, Eingriffe in die Böschungsform denkbar. Ein Fuß- und Radweg vom Kreuzungsbereich Nordhafenbrücke/Heidestraße bis zur Kieler Brücke wird zurzeit direkt an der Böschungsoberkante ent­ lang geführt. Der Wegeverlauf kann geändert werden und sollte mit der Führung der Promenade abgestimmt werden. Die funktionale und ge­ stalterisch schlüssige Anbindung der Kieler Brücke an Heidestraße und Promenade ist dabei sicher zu stellen. Zu den geplanten Gebäuden am Nordende der Europacity sollte dabei ein angemessener Abstand gewahrt bleiben, um Störungen zu vermeiden. Laut Bebauungsplan sind für den Südteil des Uferparks am Nordhafen Spielplatzflächen mit einer Nettoflächengröße von 2000 qm vorzusehen. In diesem Teilbereich befindet sich auch ein größeres Rückhaltebecken, das sich im Eigentum der Vivico befindet. Es dient der Sammlung des Regenwassers eines benachbarten Bahnviadukts. Eine Verlagerung des Beckens ist vorgesehen, der Zeitpunkt wurde nicht abschließend festge­ legt. Die frei werdenden Flächen werden Teil der Grünanlage und sind mit zu gestalten, deren Realisierung wird zeitlich ggf. von den übrigen Flächen entkoppelt.
Der unterhalb der Brücke vorhandene Weg ist zurzeit sehr schmal und soll von den Wettbewerbsteilnehmern überarbeitet werden. Es besteht die Möglichkeit, die Promenade mittels einer Stegkonstruktion unterhalb der Brücke zu verbreitern. Ein Retentionsbodenfilter als oberirdisches, abgedichtetes Erdbecken mit einer Fläche von 650 qm ist im Uferpark zu verorten. Für die Verwendung des gereinigten Regenwassers sollen Vorschläge erarbeitet werden. Das gereinigte Wasser mit einem Volumen von max. 620 m³ wird in einem un­ terirdischen Speicher gesammelt, die für Wasserspiele und Wasseratt­ raktionen nutzbare Wassermenge beträgt 50 m³ pro Tag bzw. 2,1 m³ pro Stunde. 3.3.9 Uferpark am Nordhafen – Westseite Der Uferpark am Nordhafen wurde in den 1950er Jahren geplant und ge­ staltet und ist weitestgehend in seiner ursprünglichen Form erhalten ge­ blieben. Für die beiden Uferseiten zeichnen jeweils unterschiedliche Gartenbauamtsleiter verantwortlich. Die Westseite wurde 1954 von dem Landschaftsarchitekten Willy Alverdes gestaltet. Der Pflegzustand ist zur­ zeit nicht zufrieden stellend, so dass seine Potenziale als Erholungsraum nur bedingt erlebbar sind. Ähnlich dem in Kap 3.3.6 beschriebenen Südteil des Uferparks soll die­ ser Teil des Wettbewerbsgebietes eine grüne Prägung erhalten. Wertvoller Baumbestand sollte nach Möglichkeit in die Gestaltung integriert werden. Der Umgang mit der vorhandenen Gestaltung stellt eine besondere Herausforderung an die Teilnehmer dar. Gestaltungspotenziale und die noch vorhandenen zeittypischen Elemente aus der ursprünglichen Ges­ taltung wie Treppen, Mauern, Platzflächen sowie prägende Einzelgehölze und Gehölzgruppen etc. sollten nach Möglichkeit erhalten werden. Gleichzeitig wird seitens der Auslober das Erleben einer durchgängigen Uferpromenade in allen Teilbereichen als wichtig erachtet. Die Wasserflächen sollen in die Konzeption einbezogen werden. Dies ist nur im Bereich außerhalb der Schifffahrtsrinne möglich. Bestehende Nutzungen, wie z.B. Schiffsanleger, sollen einbezogen werden. Denkbar ist die Erweiterung der nutzbaren Flächen auf das Wasser in Form von Stegen, Anlegern, Pontons, Bühne usw. Eine Führung der Promenade unter der Fennbrücke hindurch ist aus Platzgründen nicht möglich. Die Promenade soll daher am nördlichen Ende des Nordhafens auf das Straßenniveau des Kreuzungsbereichs von Heidestraße und Fennbrücke geführt werden. 3.3.10 Uferpark am Nordhafen – Ostseite Die Flächen am Ostufer des Nordhafens liegen im Ideenteil des Wettbe­ werbsgebietes. Die Flächen unmittelbar in Ufernähe werden auch zukünf­ tig als öffentliche Grünfläche gewidmet sein. Für die östlich angrenzenden Bereiche (Straße ‚Am Nordhafen’) finden zurzeit Verkaufsverhandlungen mit der Bayer Schering Pharma AG statt. Das Stammwerk der im 19. Jahrhundert gegründeten Schering AG liegt seit 1864 in der Müllerstraße 171 in Berlin-Wedding. Nach der Übernahme
durch die Bayer AG im Jahr 2006 heißt das Unternehmen Bayer Schering Pharma AG und ist mit ca. 5.500 Mitarbeitern ein bedeutender Arbeitgeber in Berlin. Die Bayer Schering Pharma AG plant eine Umstrukturierung ihres Werksgeländes zwischen Müllerstraße und Nordhafen. Die städtebauli­ chen Untersuchungen hierzu hat das Büro Barkow Leibinger Architekten in Zusammenarbeit mit dem Büro Kiefer (beide Berlin) durchgeführt (siehe Kap. 4). Für diesen Wettbewerb ist von Bedeutung, dass die Firmenzentrale an den Nordhafen verlegt wird und damit in die unmittelbare Nähe zur Europacity (vgl. Abbildung Gestalterische Vorgaben im Anhang). Die Flächen rund um den Nordhafen werden dadurch in Ihrer Bedeutung stark aufgewertet. Das Betrachtungsgebiet des östlichen Nordhafenparks umfasst die be­ stehende Grünanlage und die Erweiterung bis zur Werksgrenze, ein­ schließlich der derzeit noch gewidmeten Straße. Die Straßenfläche (inkl. Gehweg) soll dabei zurückgebaut werden. Die in den Gehwegberei­ chen vorhandenen Leitungen bleiben allerdings erhalten und müssen bei der Neugestaltung berücksichtigt werden (keine Überbauung, keine Baumpflanzungen im Bereich der Leitungen, Sicherstellung der Erreichbarkeit bei Sanierungsmaßnahmen). Die frei werdenden Flächen sollen mit der bestehenden Grünanlage eine gestalterische und funktionale Einheit bilden. Gestaltet werden soll eine Parkanlage, die das Werksgelände mit dem Nordhafenbecken vernetzt und vielfältige Aufenthaltsangebote mit Bezug zum Hafen schafft. Gewünscht ist die Schaffung von Sichtbezügen zum Wasser, sowohl vom Werksgelände als auch von den nördlich und südlich angrenzenden Straßen. Die Gestaltung dieses Teilgebietes geht auf einen Entwurf von Günther Rieck aus dem Jahre 1952 zurück. Erhalten gebliebene zeittypische Elemente aus der ursprünglichen Konzeption wie Treppen, Mauern, Platzflächen und die Kranplattform sowie prägende Einzelgehölze und Gehölzgruppen sollen nach Möglichkeit erhalten bleiben. Der Fernradwanderweg Berlin Kopenhagen verläuft im Bereich des östli­ chen Nordhafenparks am Ufer entlang. Er wurde bereits mit Fördermitteln realisiert und ist zu erhalten. Gewünscht ist allerdings eine Erweiterung / Qualifizierung zu einer Uferpromenade mit Aufenthaltsqualität am Wasser, ohne jedoch den Fahrradverkehr zu beeinträchtigen. Außerdem sind Anbindungen sowohl an die Fennstraße wie an die Sellerstraße vor­ zusehen. Ergänzt wird der Fernradwanderweg noch um eine geplante Unterführung der Fennbrücke (siehe Plan Kap. 4). Neben dem überregionalen Radweg sollen die vorhandenen Wege, soweit sinnvoll, in die Planung einbezogen werden. Ein zusätzlicher Fußweg ist auf dem jetzigen Niveau der Straße vorzusehen. Er schafft eine Verknüpfung zwischen Seller- und Fennstraße und soll gleichzeitig das geplante öffent­ liche Café mit Terrasse im neu entstehenden Konferenzgebäude an das öffentliche Wegenetz anbinden. Die Erschließung der Gebäude selbst er­ folgt über das Werksgelände.
Die Topographie des Geländes, der erhaltenswerte Baumbestand, wie z.B. die noch aus der ursprünglichen Gestaltung stammenden Eiben so­ wie Relikte, wie Mauern und Podeste sollen in die Neugestaltung inte­ griert werden. Gleichzeitig sollen auch neue Angebote für Bewegung und Aufenthalt geschaffen werden. Die im Gegensatz zum Westufer sanft zum Ufer abfallende Böschung und die Ausrichtung zur Abendsonne bietet den Wettbewerbsteilnehmern die Möglichkeit, Orte mit hoher Anziehungskraft am Wasser des Hafenbeckens zu gestalten. Dabei können auch die Wasserflächen in Teilbereichen einbezogen werden. Ausgenommen sind die Schifffahrtsrinne sowie Anleger für Ausflugsschiffe. Die durchgehende Beleuchtung einer Wegeverbindung im Bereich zwi­ schen Nordhafen- und Fennbrücke ist vorzusehen. Trotz der zum Teil sehr unterschiedlichen Ansprüche an die einzelnen Freiräume rund um das Hafenbecken soll der Nordhafen doch als gestal­ terische Einheit verstanden werden und die beiden Parkbereiche östlich und westlich des Hafens in ihrer Gestalt Bezug auf einander nehmen.
Das Land Berlin in Zusammenarbeit mit der Vivico Real Estate GmbH be­ absichtigt eine zeitnahe Umsetzung der Ergebnisse des Wettbewerbs für die Flächen des Realisierungsteils. Die Finanzierung wird in Teilen aus Fördermitteln geleistet. Eine abschnittsweise Realisierung mit zeitlichen Unterbrechungen ist daher möglich. Vor dem Hintergrund der angespannten Situation der öffentlichen Haus­ halte legen die Auslober besonderen Wert auf kostengünstige und wirt­ schaftliche Lösungen, insbesondere hinsichtlich der Pflege- und Unterhaltskosten. Diese Anforderungen gelten ebenso für den Ideenteil dieses Wettbewerbs. Die Kosten sind verbindlich einzuhalten. Für die Herstellung der Flächen im Realisierungsteil ist voraussichtlich eine Nettobausumme von 4,15 Mio € vorgesehen (ohne 15% Baunebenkosten und ohne MwSt). Dieser Kostenrahmen ist als Obergrenze gesetzt und kann nicht über­ schritten werden. Eventuell zusätzlich anfallende Kosten für Altlastenbe­ seitigung, Munitionsbergung oder bodendenkmalpflegerische Grabungen sind nicht im Kostenrahmen enthalten. Ebenso ist die Herstellung des Stadthafen-Beckens inkl. Hafenbeckeneinfassung nicht Bestandteil der Kosten.
Freiräume Europacity Heidestaße und Nordhafen / Teil 4 Anhang
Nachfolgend gelistete Unterlagen der Kapitel 4.1 bis 4.4 befinden sich auf dem beigefügten Datenträger.
Die vorliegende Auslobung als Datei im *pdf-Format
Den Teilnehmern werden Pläne des Wettbewerbsgebietes in den Formaten *dwg, *dxf und *pdf zur Verfügung gestellt.
Vordruck Kostenschätzung im Excel-Format Verfassererklärung als Word-Dokument
4.4.01 Wettbewerbsgrenzen (Verfasser: gruppe F Landschaftsarchitekten) 4.4.02 Masterplan Europacity Masterplan 2009, Plan und Broschüre (Verfasser: ASTOC / Studio UC, ARGUS, 2009 / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 2009) Städtebaulicher Entwurf 2010 (Verfasser: ASTOC / Studio UC, ARGUS, 2009) Themenkarte Freiraum (Verfasser: ASTOC / Studio UC, ARGUS, 2009) Themenkarte Radverkehrsnetz (Vorabzug) (Verfasser: ASTOC / Studio UC, ARGUS, 2009) Europacity Studie Kornspeicher (Verfasser: ASTOC, 2009) Freiraumstudie Kunst-Campus (Verfasser: ASTOC)
4.4.03 Voruntersuchung Uferpromenade Berlin-Spandauer Schiff­ fahrtskanal im Bereich Europacity / Heidestraße (Verfasser: gruppe F Landschaftsarchitekten, 2009) 4.4.04 Ingenieurstechnische Voruntersuchung von Stadthafen, Brücke am Stadthafen und Brücke am Kunstcampus (Verfasser: Werner Sobek, 2010)
Freiräume Europacity / Heidestraße und Nordhafen/ Teil 4 Anhang
4.4.05 Masterplan Heidestraße Berlin - Sonnenstandsuntersuchung (Verfasser: Werner Sobek, 2010) 4.4.06 Zukunft Wohnen in der Europacity – Nachhaltiges Entwässerungskonzept (Verfasser: p2mberlin, 2010) 4.4.07 Bestandsleitungen (Quelle: Vivico Real Estate, Bearbeitung: Gruppe Planwerk, 2007) 4.4.08 B-Plan-Entwurf 1-62 Europacity (Verfasser: Spath und Nagel, Berlin 2010) 4.4.09 B-Plan-Entwurf 1-63 Heidestraße (Verfasser: Spath und Nagel, Berlin 2010) 4.4.10 Kieler Brücke: Schnitt und Detail (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin) 4.4.11 Nordhafen Nordhafen Allgemein: Historische Fotos (Quelle: Dipl.-Ing. Bernd Krüger, 2010 / Landesdenkmalamt) Nordhafen, Fahrrinne (Quelle: Wasserschifffahrtsamt Berlin, 2010) Nordhafen, Wassertiefen in der Fahrrinne (Quelle: Wasserschifffahrtsamt Berlin, 2009) Nordhafen, Nutzungen (Quelle: Wasserschifffahrtsamt Berlin, 2010)
Nordhafen Ost: Fotodokumentation Historische Elemente (Quelle: Dipl.-Ing. Bernd Krüger, 2010) Fotodokumentation Ostseite: Aktueller Bestand (Quelle: kiefer CS landschaftsarchitektur berlin / gruppe F Landschaftsarchitekten, 2010) Historischer Plan und Fotos (Quelle: Dipl.-Ing. Bernd Krüger, 2010) Konzeption Unterführung Fennbrücke (Quelle: Bezirksamt Mitte von Berlin, 2010) Site Masterplan Bayer Schering (Verfasser: Barkow Leibinger Architekten, Berlin)
Grundlagenermittlung Nordhafen (Quelle: kiefer CS landschaftsarchitektur berlin) Nordhafen Baumliste (Quelle: Büro Kiefer CS landschaftsarchitektur berlin)
Nordhafen West: Fotodokumentation Historische Elemente (Quelle: Dipl.-Ing. Bernd Krüger, 2010) Historischer Plan, Westseite Nordhafen (Quelle: Archiv Heimatmuseum Berlin Mitte)
4.4.12 Planungen östliche Uferseite Fernradwanderweg Berlin – Kopenhagen – Technische Planung (Verfasser: Lesniak – Keil Landschaftsarchitekten, Potsdam Promenade Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal (Invalidenfriedhof bis Sandkrugbrücke Quelle: Bezirksamt Mitte von Berlin) Sellerpark, Ausführungsplan (Verfasser: Dr. Szamatolski + Partner GbR) Fotodokumentation, Stand 2011 (Quelle: gruppe F Landschaftsarchitekten)
4.4.13 Biotop- und Baumkartierung (Verfasser: Elke Betzner mit gruppe F Landschaftsarchitekten) 4.4.14 Fachplan Grün (Ausschnitt) (Quelle: Bezirksamt Mitte von Berlin 2010) 4.4.15 Flächennutzungsplan (Ausschnitt) (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2010) 4.4.16 Denkmalkarte (Ausschnitt) (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2010) 4.4.17 Historische Pläne (Stand siehe Dateibezeichnungen) 4.4.18 Strategien Nördlicher Cityrand (Verfasser: Machleidt + Partner im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2005) 4.4.19 Stadtumbau West in Berlin (Verfasser: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2007)
4.4.20 Design for All – Öffentlicher Freiraum Berlin Verfasser: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2010) 4.4.21 Grundlagen Wettbewerbe Senatsverwaltung (Quelle: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/grund­ lagen/) 4.4.22 Berliner Baumschutzverordnung (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin) 4.4.23 Luftbilder (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2010) 4.4.24 Stelltafel (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin) 4.4.25 Lageplan Info-Veranstaltung 02.02.2011 (Verfasser: DB Services Immobilien GmbH)
ag.u Lange, Peter Hausdorf, Contextplan: Stadtumbau West. Land­ schaftsplanerisches Strukturkonzept für die Teilräume Heidestraße und Lehrter Straße / Döberitzer Grünzug in Berlin Mitte, im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung von Berlin, 2006 ASTOC GMBH & CO. KG: Europacity, Studie Kornversuchsspeicher, im Auftrag der Vivico Real Estate GmbH, Köln, 2010 ASTOC GMBH & CO. KG: Europacity, Freiraumstudie Kunstcampus, im Auftrag der Vivico Real Estate GmbH, Köln, 2010 Barkow Leibinger Architekten: Kurze Erläuterung des Site Master Plans, im Auftrag der Bayer Schering Pharma AG Berlin, Berlin, 2010 Betzner, Elke: Umweltprüfung zum B-Planverfahren Heidestraße. Biotop­ typen-Kartierung, Baum-Kartierung, im Auftrag der Vivico Real Estate GmbH über gruppe F, Berlin, 2009 Bezirksamt Mitte von Berlin, Abt. Stadtentwicklung: Begründung zu Be-bau­ ungsplan 1-62 für die beiderseits anliegenden Grundstücke der Heidestraße zwischen Perleberger Straße und Invalidenstraße mit Ausnahme der Grundstücke zwischen Minna-Cauer-Straße und Invalidenstraße im Bezirk Mitte, Ortsteil Mitte. Entwurf zur frühzeitigen Behördenbeteiligung gemäß § 4 Abs. 1 BauGB, Berlin, 2010 Büro a:dks mainz berlin: Auslobung zum Wettbewerb Berlin Heidestraße. Kooperativer Städtebaulicher Realisierungswettbewerb, im Auftrag der Vivico Real Estate GmbH, Vivico Berlin in Zusammenarbeit mit dem Land Berlin und der Deutschen Bahn AG, Berlin, 2008 gruppe F Landschaftsarchitekten: Voruntersuchung Uferpromenade Ber­ lin-Spandauer Schifffahrtskanal im Bereich Europacity / Heidestraße, im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung von Berlin, Abt. I Stadtund Freiraumplanung, Berlin, 2010
Krüger, Bernd: Inventarisation zeittypischer öffentlicher Stadtplätze und Grünflächen der 1950er und 1960er Jahre in den Berliner Innenstadtbezirken. Teil B: Denkmalverdächtige öffentliche Stadtplätze und Grünanlagen mit hoher Priorität, im Auftrag des Landesdenkmalamtes Berlin, LDA 22, Gartendenkmalpflege, Berlin, 2010 Machleidt + Partner, Büro für Städtebau: Strategien Nördlicher Cityrand, Dokumentation des Werkstattverfahrens, Berlin, 2005 p2m berlin GmbH: Zukunft Wohnen in der Europacity. Nachhaltiges Ent­ wässerungskonzept. Kurzbericht als Grundlage für den landschaftspla­ nerischen Wettbewerb, im Auftrag der Vivico Real Estate GmbH, Berlin, 2010 Werner Sobek Frankfurt GmbH & Co KG: Projekt: Masterplan Heidestra­ ße Berlin - Sonnenstandsuntersuchung, Berlin, 2010 Werner Sobek Frankfurt GmbH & Co KG: Ingenieurstechnische Vorun­ tersuchung von Stadthafen, Brücke am Stadthafen und Brücke am Kunstkubus, im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung von Berlin, Frankfurt 2010 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung von Berlin, Abt. I Stadt- und Freiraumplanung: Masterplan Berlin Heidestraße. Das strategische, nach­ haltige Entwicklungskonzept für ein zentrales neues Stadtquartier, Berlin, 2009 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Herausgeber): Stadtumbau West in Berlin, 2007 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Herausgeber): Design for all – Öffentlicher Raum in Berlin, Berlin 2011 http://www.gruen-berlin.de http://www.topos-planung.de http://www.stadtentwicklung.berlin.de
Alle Nutzungsrechte der hier genutzten Abbildungen verbleiben bei den je­ weiligen Rechteeignern. Die Abbildungen wurden als Zitat nach §51 UrhG in die Auslobung aufgenommen, um die Planungsgeschichte des Ortes zu illustrieren. Abb.1: Ausschnitt aus dem 2D-Innenstadtplan; Senatverwaltung für Stadtentwicklung Berlin. Digitale Innenstadtkarten – II A –, Berlin Januar 2011 Abb.2: Luftbild mit Eintragung des Wettbewerbsgebietes; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, 2009 Abb. 3-7: Historische Entwicklung von Berlin 1685-1894; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Abb.8: Verlauf der Berliner Mauer, 1989; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung http://fbinter.stadt-berlin.de/fb/index.jsp, FIS-Broker Kartenanzeige Abb. 9-12: Historische Fotos des Nordhafens 1953-1965; Berlin; Dipl.-Ing. Bernd Krüger Abb. 13: Ausschnitt Programmplan Erholung aus: Landschaftsprogramm / Artenschutzprogramm, Berlin 2006; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Abb. 14: Ausschnitt Flächennutzungsplan Berlin, Änderungsverfahren 06/08, Stand 2010; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Abb. 15/16: Bereichsentwicklungsplan (BEP) sowie Grün- und Freiflächenplan aus dem Bereichsentwicklungsplan 2009; Bezirk Mitte von Ber­ lin Abb. 17: Bau und Denkmalkarte Berlin (Ausschnitt); Senatsverwaltung für Stadtentwicklung / http://fbinter.stadt-berlin.de, 2010 Abb. 18: B-Plan-Entwurf 1-62, Spath und Nagel, Berlin, 2010 Abb. 19: B-Plan-Entwurf 1-63, Spath und Nagel, Berlin, 2010 Abb. 20: Masterplan Europacity / Heidestraße; ASTOC, Studio UC, AR­ GUS, 2009 Abb. 21 - 24 Teilpläne Masterplan Europacity / Heidestraße; ASTOC, Studio UC, ARGUS, 2009 Abb. 25: Anbindung an die umliegenden Quartiere aus: Heidestraße Berlin, Masterplan; ASTOC / Studio UC / ARGUS, 2009 Abb. 26: Foto Gestaltung der Wegeflächen des Döberitzer Grünzugs;
gruppe F Landschaftsarchitekten, 2010
Abb. 27: Foto Trockenrasen im Bereich des Nordhafenplatzes; Elke
Betzner, 2009
Abb. 28: Site Master Plan, Vision 2040; Barkow Leibinger Architekten, Berlin Abb. 29: Themenkarten Bestand nordöstliche Seite des Nordhafenparks;
Kiefer CS landschaftsarchitektur berlin, 2010
Abb. 30: Themenkarten Planerische Vorgaben; Kiefer CS landschaftsar­ chitektur berlin, 2010
Abb. 31: Themenkarten Gestalterische Vorgaben; Kiefer CS landschafts­ architektur berlin, 2010
Abb.32: Luftbild mit Eintragung des Wettbewerbsgebietes;Senats­ verwaltung für Stadtentwicklung, Berlin 2009

References: § 9
 § 6
 § 5
 § 6
 § 7
 § 8
 § 8
 §	 6
 § 8
 § 8
 § 21

§ 8
 § 30
 § 4
 §51