Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=86
Timestamp: 2019-02-20 03:27:37+00:00

Document:
kapitularium Francorum, Buche VII cap. 143
beim Georgisch im corpore juris Germanici,
s. 1645 die hurerei ehrlos gemachet habe, mit wel-
chen der freiheits brief, den der herr landgraf
Heinrich im jahre 1294 den Franckenbergern er-
theilet hat, in den analectis Hassiacis coll. V s. 186
ob die ade-
liche allein
pleureusen
tragen kön-
Bei hoftrauern will der adel für den bür-
gerlichen bedienten einen vorzug haben, und diesen
das pleureusen-tragen nicht verstatten. Allein der
vorige könig in Polen, August, hat diesen unter-
scheid nicht gedultet.
ob sie allein
zur fürstl.
tafel gezo-
den sollen?
Auch sollen die bürgerliche bedienten zur fürst-
lichen tafel nicht gezogen werden. Allein das ge-
gentheil liegt am tage, worin sie einen anständigen
das adel.
frauenzim-
mer hat ei-
nen vorzug
bei dem h.
Die adelichen weibespersonen haben das vor-
recht, daß sie bei dem h. abendmahle den manns-
personen geringern standes vorgehen, Riccius
am a. o. s. 519.
sigeln.
Adeliche dürfen nicht mit rothem wachs siegeln,
ob sie gleich die hohe gerichtsbarkeit haben, in be-
tracht solches ein Vorzug der fürsten ist, siehe
Strycks disp. de cera rubra, Struve in corp.
jur. publici, cap. 30 § 18 s. 1135 und cap. 31 § 79,
s. 1229, iedoch können sie mit sigil-lak, oder spani-
schem wachs siegeln, Riccius am a. o. s. 520.
der adel ge-
Der adel wird durch den nichtgebrauch verlo-
ren, gestalt dann viele gefunden werden, deren ihre
vorältern adelich gewesen sind, allein sie sich nun-
beim Georgiſch im corpore juris Germanici,
ſ. 1645 die hurerei ehrlos gemachet habe, mit wel-
theilet hat, in den analectis Haſſiacis coll. V ſ. 186
pleureuſen
tragen koͤn-
Bei hoftrauern will der adel fuͤr den buͤr-
gerlichen bedienten einen vorzug haben, und dieſen
das pleureuſen-tragen nicht verſtatten. Allein der
vorige koͤnig in Polen, Auguſt, hat dieſen unter-
ſcheid nicht gedultet.
ob ſie allein
zur fuͤrſtl.
den ſollen?
Auch ſollen die buͤrgerliche bedienten zur fuͤrſt-
gentheil liegt am tage, worin ſie einen anſtaͤndigen
Die adelichen weibesperſonen haben das vor-
recht, daß ſie bei dem h. abendmahle den manns-
perſonen geringern ſtandes vorgehen, Riccius
am a. o. ſ. 519.
ſie duͤrfen
ſigeln.
Adeliche duͤrfen nicht mit rothem wachs ſiegeln,
ob ſie gleich die hohe gerichtsbarkeit haben, in be-
tracht ſolches ein Vorzug der fuͤrſten iſt, ſiehe
Strycks diſp. de cera rubra, Struve in corp.
jur. publici, cap. 30 § 18 ſ. 1135 und cap. 31 § 79,
ſ. 1229, iedoch koͤnnen ſie mit ſigil-lak, oder ſpani-
ſchem wachs ſiegeln, Riccius am a. o. ſ. 520.
het verloꝛen
ren, geſtalt dann viele gefunden werden, deren ihre
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[76/0086] XXX haubtſt. vom nidern adel, kapitularium Francorum, Buche VII cap. 143 beim Georgiſch im corpore juris Germanici, ſ. 1645 die hurerei ehrlos gemachet habe, mit wel- chen der freiheits brief, den der herr landgraf Heinrich im jahre 1294 den Franckenbergern er- theilet hat, in den analectis Haſſiacis coll. V ſ. 186 uͤbereinſtimmet. § 182 Bei hoftrauern will der adel fuͤr den buͤr- gerlichen bedienten einen vorzug haben, und dieſen das pleureuſen-tragen nicht verſtatten. Allein der vorige koͤnig in Polen, Auguſt, hat dieſen unter- ſcheid nicht gedultet. § 183 Auch ſollen die buͤrgerliche bedienten zur fuͤrſt- lichen tafel nicht gezogen werden. Allein das ge- gentheil liegt am tage, worin ſie einen anſtaͤndigen rang haben. § 184 Die adelichen weibesperſonen haben das vor- recht, daß ſie bei dem h. abendmahle den manns- perſonen geringern ſtandes vorgehen, Riccius am a. o. ſ. 519. § 185 Adeliche duͤrfen nicht mit rothem wachs ſiegeln, ob ſie gleich die hohe gerichtsbarkeit haben, in be- tracht ſolches ein Vorzug der fuͤrſten iſt, ſiehe Strycks diſp. de cera rubra, Struve in corp. jur. publici, cap. 30 § 18 ſ. 1135 und cap. 31 § 79, ſ. 1229, iedoch koͤnnen ſie mit ſigil-lak, oder ſpani- ſchem wachs ſiegeln, Riccius am a. o. ſ. 520. § 186 Der adel wird durch den nichtgebrauch verlo- ren, geſtalt dann viele gefunden werden, deren ihre voraͤltern adelich geweſen ſind, allein ſie ſich nun- mehr
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 76. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/86>, abgerufen am 20.02.2019.

References: § 18
 § 79
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