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Timestamp: 2017-11-22 11:09:29+00:00

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Lexikon Steuer: Entnahmen
> Entnahmen
Der Gewinn eines Wirtschaftsjahrs ist die in diesem Zeitraum betrieblich erwirtschaftete Vermehrung des Betriebsvermögens. Das Betriebsvermögen wird zum Ende des Wirtschaftsjahrs festgestellt. Hierbei fehlen aber die Wirtschaftsgüter, die im Laufe des Wirtschaftsjahrs das Betriebsvermögen verlassen haben. Soweit hierfür keine betrieblichen Gründe maßgebend waren, ist die Minderung des Betriebsergebnisses außerbetrieblich bedingt und darf sich daher nicht auf den Gewinn auswirken. Diese außerbetrieblichen Betriebsvermögensminderungen, die Entnahmen oder Privatentnahmen, sind daher dem Betriebsvermögen wieder hinzuzurechnen ( § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG ).
Die Entnahmen werden mit dem Teilwert angesetzt ( § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 1 EStG ). Es wird hierbei unterstellt, das betreffende Wirtschaftsgut werde im Rahmen der Veräußerung des gesamten Betriebs an einen anderen Unternehmer veräußert, der den Betrieb fortführt und im Rahmen des Gesamtkaufpreises für den Betrieb ein bestimmtes Teilentgelt für das einzelne Wirtschaftsgut ansetzt ( § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG ). Der Teilwertansatz dient der Versteuerung der stillen Reserven.
Auch selbst geschaffene immaterielle Wirtschaftsgüter, die wegen des Bilanzierungsverbots von § 248 Abs. 2 HGB , § 5 Abs. 2 EStG nicht aktiviert worden sind, können entnommen werden und sind hierbei mit ihrem Teilwert zu bewerten (Schmidt/Glanegger EStG § 6 Rz. 410).
Ein zum notwendigen Betriebsvermögen gehörendes Wirtschaftsgut kann durch Nutzungsänderung zwar seine Eigenschaft als notwendiges Betriebsvermögen verlieren. Wenn es aber hierdurch nicht zum notwendigen Privatvermögen wird, muss noch eine eindeutige Entnahmeerklärung des Unternehmers hinzukommen, um es aus dem Betriebsvermögen zu lösen ( R 4.3 Abs. 3 Satz 5 EStR ).
Nach dem Entwurf eines Gesetzes über steuerliche Begleitmaßnahmen zur Einführung der Europäischen Gesellschaft und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften (SEStEG) sollen für nach dem 31.12.2005 endende Wirtschaftsjahre die ausgeschiedenen Wirtschaftsgüter in diesen Fällen abweichend von der Regelung im BMF-Schreiben vom 24.12.1999 (BMF, 24.12.1999 - IV B 4 - S 1300 - 111/99, BStBl I 1999, 1076) nach § 4 Abs. 1 Satz 3 bis 5 , § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 1 zweiter Halbsatz EStG-E mit dem gemeinen Wert angesetzt werden. Eine Billigkeitsregelung wie in dem BMF-Schreiben ist nicht vorgesehen.
Wird ein Wirtschaftsgut unmittelbar nach seiner Entnahme einer nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftsteuer befreiten Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse oder einer juristischen Person des öffentlichen Rechts zur Verwendung für steuerbegünstigte Zwecke im Sinne von § 10b Abs. 1 Satz 1 EStG unentgeltlich überlassen, so kann die Entnahme mit dem Buchwert, also gewinnneutral, angesetzt werden. Für Zuwendungen im Sinne von § 10b Abs. 1 Satz 3 EStG gilt das entsprechend. Das gilt aber nicht, wenn es sich um die Entnahmen von Nutzungen und Leistungen handelt ( § 6 Abs. 1 Nr. 4 Sätze 4 und 5 EStG ).
Entnahmen gelten als Anschaffungen bei privaten Veräußerungsgeschäften, die unter den Voraussetzungen von § 23 EStG besteuert werden ( § 23 Abs. 1 Satz 2 EStG ). Zu Einzelheiten vgl. Spekulationsgeschäft - Entnahmen
Wird ein Kfz sowohl betrieblich als auch privat genutzt, handelt es sich also um ein gemischt genutztes Wirtschaftsgut, kommt es darauf an, ob es zum - notwendigen oder gewillkürten - Betriebsvermögen gehört. Dann sind alle durch seine Nutzung veranlassten Aufwendungen Betriebsausgaben ( § 4 Abs. 4 EStG ). Die auf die Privatnutzung entfallenden Aufwendungen sind als Nutzungsentnahmen zu erfassen.
Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2005 beginnen ( § 52 Abs. 16 Satz 15 EStG ) kommt es hierbei darauf an, ob das Kfz zum notwendigen Betriebsvermögen (eigenbetriebliche Nutzung mehr als 50 %) oder zum gewillkürten Betriebsvermögen (eigenbetriebliche Nutzung 10 bis 50 %) gehört.
( § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 und 3 EStG ).
Nach dem Steueränderungsgesetz 2007 sind zwar für Veranlagungszeiträume ab 2007 Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte sowie für Familienheimfahrten nicht mehr als Betriebsausgaben abziehbar ( § 4 Abs. 5a EStG ). Bei der Ermittlung der Nutzung nach der 1 %-Regelung rechnen aber diese Fahrten zur betrieblichen Nutzung ( § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 EStG n. F.)
Gehört ein Kfz zum notwendigen Betriebsvermögen , und wird die private Kfz-Nutzung nach der 1 %-Methode ermittelt, sind hiermit auch die durch eine Privatfahrt verursachten außergewöhnlichen Kraftfahrzeugkosten abgegolten. Bei Ermittlung nach der Fahrtenbuchmethode werden diese außergewöhnlichen Kraftfahrzeugkosten in die Gesamtkosten einbezogen und der private Anteil hiervon nach dem Verhältnis der privaten zur betrieblichen Fahrleistung als privater Nutzungsaufwand ermittelt (OFD Frankfurt, 23.12.1998 - S 2145 A - 15 - St II 20, FR 1999, 325 gemäß einer auf Bundesebene getroffenen Entscheidung).
Gehört das Kfz zum gewillkürten Betriebsvermögen , sind die allgemeinen Grundsätze der BFH-Rechtsprechung zur Behandlung von Kfz-Unfällen auf einer Privatfahrt anzuwenden. Hiernach ist die Nutzung eines zum Betriebsvermögen gehörenden Kfz auf einer Privatfahrt einschließlich des dabei ausgelösten Unfalls eine Nutzungsentnahme i. S. des § 4 Abs. 1 Satz 2 EStG . Stille Reserven bleiben bei Nutzungsentnahmen außer Betracht. Die durch den Unfall ausgelöste Nutzungsentnahme betrifft daher nur das buchmäßige Betriebsvermögen und ist somit durch den Buchwert begrenzt. Ein Erlös aus dem Verkauf des zerstörten Kfz (Schrotterlös) ist eine Betriebseinnahme. Eine Schadensersatzleistung oder Versicherungsentschädigung tritt an die Stelle des zerstörten Kfz als so genanntes stellvertretendes commodum ( § 281 BGB ) und ist damit eine Betriebseinnahme. Die Mietkosten für ein Ersatzfahrzeug abzüglich einer Ersatzleistung sind Betriebsausgaben, wenn das Ersatzfahrzeug betrieblich genutzt wird. Aufwendungen für einen Gutachter, um die Höhe der Schadensersatzleistung zu ermitteln, sind Betriebsausgaben. Ob die Schadensersatzleistung mit der Minderung des Buchwerts zu verrechnen ist, war in dem Urteilsfall nicht zu entscheiden, da das Kfz nur mit dem Erinnerungswert zu Buche stand (BFH 24.05.1989 - I R 213/85, BStBl II 1990, 8). Die Schadensersatzleistung deckt auch den privat veranlassten Schaden ab. Daher sind Schadensersatzleistungen und Versicherungsentschädigungen mit der Minderung des Buchwerts zu verrechnen.

References: § 4
 § 6
 § 6
 § 248
 § 5
 § 6
 § 4
 § 6
 § 5
 § 10
 § 10
 § 6
 § 23
 § 23
 § 4
 § 52
 § 6
 § 4
 § 6
 § 4
 § 281