Source: https://verbraucherschutzforum.berlin/2019-04-13/creditshelf-ag-jahresfehlbetrag-von-ueber-9-millionen-euro-195265
Timestamp: 2019-07-23 22:38:03+00:00

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creditshelf AG - Jahresfehlbetrag von über 9 Millionen Euro! - Verbraucherschutzforum.berlin
creditshelf AG – Jahresfehlbetrag von über 9 Millionen Euro!
Wenn man das liest, fragt man sich natürlich, ob die Geschäftsführer etwas von ihrem Tuen überhaupt verstehen. Und wozu geschah die Umwandlung von einer GmbH in eine AG, wenn sich dann kein Erfolg einstellt?
creditshelf Aktiengesellschaft (vormals: creditshelf GmbH)
MITTELSTANDS FINANZIERER
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 359.594,00 297.754,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.623.631,00 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 434.514,66 2.417.739,66 216.222,70 513.976,70
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 100.498,00 59.675,00
100.498,00 59.675,00
2.543.237,66 598.651,70
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 33.053,38 1.113,85
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.018.882,97 335.997,95
3. sonstige Vermögensgegenstände 263.918,13 78.802,76
2.315.854,48 415.914,56
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 9.081.612,86 558.252,34
11.397.467,34 974.166,90
C. Rechnungsabgrenzungsposten 123.190,11 30.238,82
D. Aktive latente Steuern 0,00 818.149,95
14.063.895,11 2.421.207,37
I. Gezeichnetes Kapital 1.331.250,00 76.752,00
II. Kapitalrücklage 21.270.597,00 2.979.917,00
III. Verlustvortrag -1.947.039,49 -1.187.223,77
IV. Jahresfehlbetrag -9.159.279,54 -759.815,72
11.495.527,97 1.109.629,51
1. sonstige Rückstellungen 1.892.948,85 827.248,20
1.892.948,85 827.248,20
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 450.372,87 328.227,45
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 29.694,17 26.140,00
3. sonstige Verbindlichkeiten 195.351,25 129.962,21
675.418,29 484.329,66
1. Umsatzerlöse 2.224.534,58 1.041.049,92
2. andere aktivierte Eigenleistungen 305.775,11 211.365,53
3. sonstige betriebliche Erträge 169.078,35 2.989,37
– davon aus der Währungsumrechnung € 0,00 (Vj. € 62,59)
a) Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.343.401,98 -114.701,51
-1.343.401,98 -114.701,51
a) Löhne und Gehälter -3.501.396,96 -1.113.742,06
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -306.849,18 -180.369,19
– davon für Altersversorgung € 2.000,70 (Vj. € 480,00)
-3.808.246,14 -1.294.111,25
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -204.175,81 -105.734,66
-204.175,81 -105.734,66
7. sonstige betriebliche Aufwendungen -5.683.337,03 -855.654,85
– davon aus der Währungsumrechnung € 53,38 (Vj. € 11,71)
8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 197,65 226,5
– davon aus verbundenen Unternehmen € 190,81 (Vj. € 226,50)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.554,32 -1.099,02
– davon aus verbundenen Unternehmen €554,17 (Vj. €97,49)
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 818.149,95 -355.854,25
11. Ergebnis nach Steuern -9.159.279,54 -759.815,72
12. Jahresfehlbetrag -9.159.279,54 -759.815,72
1.2. Bericht des Aufsichtsrats
der Aufsichtsrat der creditshelf Aktiengesellschaft informiert im folgenden Bericht über seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2018. Der Aufsichtsrat der creditshelf Aktiengesellschaft hat im Geschäftsjahr 2018 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mit großem Engagement wahrgenommen. Er hat sich vom Vorstand regelmäßig umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über den Geschäftsverlauf und die strategische Ausrichtung des Unternehmens, die Entwicklung wichtiger finanzieller Kennzahlen, besondere Geschäftsvorfälle sowie das Risikomanagement und die Compliance-Themen berichten lassen. Vor diesem Hintergrund hat er die Geschäftsführung des Vorstands im abgelaufenen Geschäftsjahr sorgfältig überwacht und beratend begleitet.
Am 11. Mai 2018 beschloss die Gesellschafterversammlung der Gesellschaft einen Formwechsel der creditshelf GmbH in eine Aktiengesellschaft mit der Firmierung creditshelf Aktiengesellschaft. Der Formwechsel wurde am 13. Juni 2018 wirksam.
Personelle Änderungen in Vorstand und Aufsichtsrat
Im Zuge des Formwechsels der creditshelf GmbH in eine Aktiengesellschaft wurden Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft jeweils wie folgt neu zusammengesetzt:
Aufsichtsrat: Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Mai 2018 wurden Herr Rolf Elgeti (Aufsichtsratsvorsitzender), Herr Rolf Hentschel (Stellvertretender Vorsitzender), Herr Prof. Dr. Dirk Schiereck, Frau Julia Heraeus-Rinnert, Herr Dr. Joachim Rauhut und Herr Pedro Pinto Coelho als Mitglieder des Aufsichtsrats bestellt.
Vorstand: Der neu zusammengesetzte Aufsichtsrat hat zum 25. Mai 2018 Herrn Dr. Tim Thabe (Vorsitzender), Herrn Dr. Daniel Bartsch und Herrn Dr. Mark Währisch als Mitglieder des Vorstandes bestellt.
Tätigkeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2018
Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2018 neben verschiedenen informellen Treffen zu vier offiziellen Sitzungen zusammengetreten. Im Rahmen der Tätigkeit des Aufsichtsrates wurden keine Ausschüsse gebildet.
Die Aufsichtsratssitzungen am 18. Juli 2018, 10. August 2018 und 02. November 2018 fanden in Form von Telefonkonferenzen statt, wobei Herr Dr. Rauhut bei letztgenanntem Termin entschuldigt nicht teilgenommen hat. In der Sitzung vom 05. September 2018 waren alle Aufsichtsräte und -rätinnen persönlich anwesend.
In der Sitzung am 18. Juli 2018 diskutierten Aufsichtsrat und Vorstand die von letzterem vorgelegten Beschlüsse zur Durchführung eines Börsengangs der Gesellschaft, das nach Ablauf der Zeichnungsfrist bestehende Volumen der im Rahmen der außerordentlichen Hauptversammlung vom 11. Juli 2018 beschlossenen Kapitalerhöhung bei der Gesellschaft sowie die Zeichnungsberechtigten der im Rahmen der Kapitalerhöhung geschaffenen neuen Aktien. In diesem Rahmen wurden auch die vom Vorstand vorgeschlagene Verwendung der Nettoerlöse aus dem Börsengang diskutiert. Vorstand und Aufsichtsrat waren sich darüber einig, die Erlöse im Wesentlichen zur Weiterentwicklung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft, zur Realisierung von Wachstumsmöglichkeiten, einschließlich der Entwicklung und der Vermarktung neuer Produkte und Dienstleistungen und möglicherweise der Erschließung neuer internationaler Märkte sowie zur Finanzierung einer größeren Unternehmensstruktur und zur Begleichung von Kosten und Ausgaben im Zusammenhang mit dem Angebot zu verwenden. Der Aufsichtsrat stimmte allen Vorschlägen zu. Darüber hinaus fasste der Aufsichtsrat den Beschluss zur Änderung der Satzung bezüglich des veränderten Grundkapitals der Gesellschaft im Zuge des Börsengangs.
Am 10. August 2018 beriet der Aufsichtsrat über Vorstandsbeschlüsse zur Anpassung und Aufhebung des Virtuellen Beteiligungsprogramms der Gesellschaft sowie die Auszahlung von Retention-Boni an ausgewählte Mitarbeiter. Der Aufsichtsrat stimmte den Beschlüssen des Vorstands mittels Umlaufverfahren zu.
Am 05. September 2018 erörterten Vorstand und Aufsichtsrat den zum Abschlussstichtag 30. Juni 2018 aufgestellten Halbjahresbericht der Gesellschaft. Darüber hinaus berieten sich Vorstand und Aufsichtsrat zur aktuellen Geschäftsentwicklung des Unternehmens, zur Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2018 sowie zur Unternehmensplanung und Prognose für das Geschäftsjahr 2019.
Die letzte Sitzung des Aufsichtsrates fand am 02. November 2018 statt. Vorstand und Aufsichtsrat diskutierten die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie den zum Abschlussstichtag 30. September 2018 aufgestellten Quartalsabschluss. Da der Aufsichtsrat der Gesellschaft lediglich aus sechs Mitgliedern besteht, hat der Aufsichtsrat im Rahmen seiner Tätigkeit im vergangenen Geschäftsjahr keine Ausschüsse gebildet.
Prüfung möglicher Interessenkonflikte
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen dem Aufsichtsrat etwaige Interessenkonflikte offen. Derartige Interessenkonflikte sind jedoch im Berichtsjahr nicht aufgetreten.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten gemäß Ziffer 14.1 der Satzung der Gesellschaft neben dem Ersatz ihrer Auslagen je Geschäftsjahr eine feste Vergütung von 20.000 Euro netto. In Abweichung hierzu erhält der Vorsitzende neben dem Ersatz seiner Auslagen je Geschäftsjahr eine feste Vergütung von 40.000 Euro netto und der stellvertretende Vorsitzende 30.000 Euro netto. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat auf seine Vergütung für den Berichtszeitraum verzichtet.
Für das Geschäftsjahr 2018 erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrates gemäß Ziffer 14.2 der Satzung ihre Vergütung entsprechend des Datums ihrer Berufung zeitanteilig.
Zusätzlich wurde zugunsten der Mitglieder des Aufsichtsrates von der Gesellschaft eine D&O Versicherung abgeschlossen.
Der vom Vorstand nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellte Jahresabschluss sowie der gemäß § 315e HGB auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018 wurden durch die Warth & Klein Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, den Abschlussprüfer der Gesellschaft, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Die genannten Unterlagen und der jeweilige Prüfungsbericht des Abschlussprüfers lagen den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor und wurden in der Aufsichtsratssitzung am 11. März 2019 entsprechend diskutiert. Der Abschlussprüfer nahm an dieser Sitzung teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Tätigkeit. Der Aufsichtsrat schloss sich nach eigener Prüfung dem Ergebnis des Abschlussprüfers an und erhob keine Einwendungen gegen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, Konzernabschluss und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2018 jeweils gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.
Der Aufsichtsrat stimmte dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zu und erklärte, dass nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen zu erheben sind.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns für ihr erfolgreiches Engagement im vergangenen Geschäftsjahr und wünscht ihnen für die anstehenden Herausforderungen des neuen Geschäftsjahrs weiterhin viel Erfolg.
Frankfurt am Main, im März 2019
2. Zusammengefasster Lagebericht für den Konzern und die Aktiengesellschaft
2.1. Grundlagen des Konzerns
2.1.1. Geschäftsmodell und Strategie
Die creditshelf Aktiengesellschaft („creditshelf“ oder das „Unternehmen“ und zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft creditshelf service GmbH die „creditshelf Gruppe“) ist ein Pionier im Bereich der digitalen Mittelstandsfinanzierung in Deutschland, der über seine Online-Plattform www.creditshelf.com Kredite für kleine und mittlere Unternehmen („KMU“) arrangiert. Seit Gründung im Jahr 2014 hat das Unternehmen erfolgreich seine Plattform zur Kreditvergabe über Online-Kreditmarktplätze entwickelt, deren Prozesse mit Hilfe von selbstentwickelten, datengesteuerten Risikoanalyse-Algorithmen zur Kreditanalyse unterstützt werden. Die creditshelf-Plattform bildet den gesamten Kreditprozess von der Antragstellung über die Kreditanalyse und das Risikomanagement bis hin zur Auszahlung und Betreuung eines Kredits vollständig ab. Eine sichere und für die Nutzer komfortabel zu bedienende Online-Plattform ist entscheidend für den Unternehmenserfolg von creditshelf.
Als Gestalter innovativer Finanzierungslösungen verbindet creditshelf mittelständische Kreditnehmer, die nach alternativen Finanzierungslösungen suchen, mit institutionellen und professionellen Investoren, für die effiziente Wege zur Investition in KMU-Risiken attraktiv sind. Als einen deutlichen Kundennutzen und Wettbewerbsvorteil gegenüber der klassischen Vergabepraxis von Bankkrediten wertet creditshelf, dass über die creditshelf-Plattform auf Basis weitgehend digitalisierter und automatisierter Prozesse eine sehr effiziente und schnelle Prüfung von Kreditprojektanträgen mit geringen Transaktionskosten möglich ist. Zum Prozess der Umsatzgenerierung verweist das Unternehmen auf die ausführliche Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze im Anhang zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018. Das Unternehmen hält selbst keine arrangierten Darlehen – weder als Darlehensnehmer noch als Investor – in der eigenen Bilanz. Die Kredite werden von einer sogenannten Fronting Bank vergeben. Diese Fronting Bank hat eine Banklizenz nach geltendem deutschen Recht und wird benötigt, da nach geltendem deutschen Recht für die Gewährung von Krediten in der Regel eine solche Banklizenz erforderlich ist. Nach Gewährung eines Darlehens an den Kreditnehmer durch die Fronting Bank, verkauft diese die Darlehensforderungen an die creditshelf service GmbH („creditshelf service“), eine 100%ige Tochtergesellschaft der creditshelf, und überträgt das Darlehensengagement auf die creditshelf service. Diese wiederum verkauft und überträgt die Kreditforderungen in Tranchen an Investoren weiter, die über die creditshelf-Plattform Finanzierungszusagen abgegeben haben, und übernimmt in der Folge für und im Namen der einzelnen Investoren die laufende Betreuung des jeweiligen Darlehensengagements.
Das Produktangebot umfasst Unternehmenskredite bis zu 5 Mio. EUR mit einer Laufzeit von einem bis 60 Monaten. Durch eine hoch automatisierte Kreditanalyse ermöglicht creditshelf eine Kreditentscheidung und Auszahlung der Kredite innerhalb kurzer Zeiträume, i.d.R. dauert dies lediglich ein bis zwei Wochen.
creditshelfs multidimensionale Wachstumsstrategie basiert derzeit auf drei Säulen:
Multidimensionale Wachstumsstrategie
Die drei Säulen des Wachstums:
Softwareentwicklung Bankenkooperationen Erweiterung des Produktportfolios
Wir arbeiten stetig an unseren selbstentwickelten, datengesteuerten Prozessen zur Unterstützung der Kreditauswahl sowie an den Kreditscoring-Algorithmen und Modellen, um eine tiefere, effizientere und weiter automatisierte Analyse zu ermöglichen. Dies betrifft im speziellen die Implementierung künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens. So können wir noch effizienter die Anzahl der Kreditprojekte erhöhen, Kreditlaufzeiten verlängern und größere Volumina arrangieren, um organisch zu wachsen. Unser Ziel sind strategische Kooperationen mit Banken bei der Vermittlung von potenziellen Kreditnehmern aus ihren Netzwerken an creditshelf. Wenn die Banken selbst keinen unbesicherten Kredit an ihre Kunden vergeben können, wird creditshelf zum Partner. Diese Partnerschaften ermöglichen uns, neuen Kunden mit gesunden Bankbeziehungen zusätzliche unbesicherte Kreditangebote anzubieten. Gespräche mit einer Reihe von Privat- und Geschäftsbanken haben wir bereits aufgenommen. Um das Angebot für unsere Kunden noch flexibler und individueller zu gestalten, planen wir unser Produktportfolio um komplementäre Produkte wie Factoring oder Analysedienstleistungen zu erweitern. Diese neuen Produkte schaffen neben den bisherigen Betriebsmittelkrediten Potenzial für die Neukundengewinnung und den Ausbau bestehender Kundenbeziehungen.
Ungeachtet seiner derzeitigen Fokussierung auf Deutschland prüft das Unternehmen darüber hinaus mittelfristig Optionen für eine künftige internationale Expansion in ausgewählte europäische Märkte. Eine solche internationale Expansion hängt jedoch vor allen Dingen davon ab, ob sich die vorgeschlagene paneuropäische Regulierung auf das Geschäftsmodell von creditshelf anwenden lässt.
2.1.2. Konzernstruktur und Beteiligungen
Die creditshelf Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, Deutschland, ist die Holdinggesellschaft der creditshelf Gruppe. Sie nimmt bestimmte zentrale Funktionen für die gesamte Gruppe wahr, unter anderem in den Bereichen Management, Budgetierung, Controlling, Rechnungswesen, Unternehmenskommunikation, Marketing, Investor Relations, Risikomanagement, Recht, Compliance sowie Personalwesen.
Die creditshelf service GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der creditshelf Aktiengesellschaft. Geschäftszweck der creditshelf service ist der Ankauf und Verkauf von Kreditforderungen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, ausgenommen das Betreiben des Factoring sowie aller sonstigen gemäß dem deutschen Kreditwesengesetz (KWG), dem deutschen Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) oder dem deutschen Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) erlaubnispflichtigen Tätigkeiten.
Zum Stichtag 31. Dezember 2018 hielt die creditshelf Aktiengesellschaft keine weiteren direkten oder indirekten Beteiligungen.
2.1.3. Standorte und Mitarbeiter
Die creditshelf Gruppe betreibt derzeit als einzigen Standort den Hauptsitz in Frankfurt am Main.
Zum Stichtag 31. Dezember 2018 waren bei der creditshelf Gruppe in Vollzeitstellen insgesamt 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2017: 16,75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter).
2.1.4. Steuerungssystem und Leistungsindikatoren
Die creditshelf mit ihren drei Vorstandsmitgliedern steuert das Geschäft anhand zentraler finanzieller Leistungsindikatoren. So überprüft das Unternehmen regelmäßig die folgenden wesentlichen Leistungsindikatoren, um sein Geschäft zu steuern, die Leistung zu messen, Trends zu erkennen und strategische Entscheidungen zu treffen. Bei den in der folgenden Tabelle aufgeführten Zahlen handelt es sich um geprüfte Daten des internen Berichtssystems des Unternehmens. Neben einer kontinuierlichen Berichterstattung an den Vorstand fließen die wesentlichen Leistungsindikatoren auch in die Diskussion mit dem Aufsichtsrat ein.
Leistungsindikatoren 01.01.-31.12.2018 01.01.-31.12.2017
Umsatzerlöse 2.379,0 TEUR 1.201,9 TEUR
EBIT – 5.370,9 TEUR – 1.085,7 TEUR
creditshelf verwendet darüber hinaus folgende ausgewählte weitere Leistungsindikatoren zur Steuerung des Geschäftsbetriebs, zur Erfolgsmessung, zur Identifikation von Trends und zur Unterstützung strategischer Entscheidungen:
Anzahl, Volumen und Laufzeit von Transaktionen über die creditshelf Plattform arrangierten Krediten
Conversion Rate (Anzahl von Krediten, die nach positiver Vorauswahl tatsächlich kontrahiert wurden im Verhältnis zu Gesamtanträgen)
Acceptance Rate (Anzahl von Krediten nach positiver Vorauswahl im Verhältnis zu Gesamtanträgen)
Recurring Borrowers (Anzahl wiederkehrende Kreditnehmer im Verhältnis zu Gesamtanzahl Kreditnehmer)
Default Rate (Ausfallrate)
Diese aus dem internen Customer Relationship Management („CRM“) stammenden Indikatoren verändern sich z. T. unterjährig durch Zyklizität im Geschäftsmodell und waren nicht Bestandteil der Konzernabschlussprüfung. Zum Beispiel erreichte das arrangierte Kreditvolumen in der Vergangenheit im zweiten Halbjahr sein Maximum.
Auf Ausführungen zu Umweltbelangen wird verzichtet, weil solche aus Sicht des Managements für die Beurteilung der Lage oder der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht von Relevanz sind. Im Hinblick auf Arbeitnehmerbelange gilt, dass auf Konzernebene und in Anlehnung an das angestrebte Wachstum der Gesellschaft regelmäßig die Gesamtmitarbeiteranzahl sowie potentieller Einstellungsbedarf geprüft und verzielt wird. Von einer detaillierteren und kennzahlenbasierten Steuerung der Arbeitnehmerbelange wird derzeit abgesehen.
2.1.5. Forschung und Entwicklung
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten beschränken sich bei der Gesellschaft auf Entwicklungstätigkeiten. Diese konzentrieren sich auf die creditshelf-Plattform, die fortlaufende Optimierung des Datenmanagements, der Algorithmen im Bereich der Kreditwürdigkeitsprüfung sowie die Systeme und Prozesse zur Unterstützung der Kreditentscheidung. Die Weiterentwicklung eines fortschrittlichen Kreditprojektprozesses mit einem datengesteuerten Algorithmus zur Risikoanalyse ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie. Hierzu arbeitet creditshelf mit einem Software-Beratungs- und Entwicklungsunternehmen zusammen.
Die in der Gesellschaft angefallenen Kosten in Höhe von 2.058,2 TEUR (im Vorjahr: 451,7 TEUR) für eigene Entwicklungen und für die Unterstützung des mit der Erstellung des Risikotools beauftragten Software-Entwicklers wurden als Herstellungs- bzw. Anschaffungsnebenkosten auf die beiden immateriellen Vermögenswerte „Internetplattform“ und „Risikotool“ aktiviert. Von den immateriellen Vermögenswerten befinden sich zum 31.12.2018 Vermögenswerte mit einem Buchwert von 1.978,2 TEUR (im Vorjahr: 297,8 TEUR) in Nutzung durch die Gesellschaft.
2.2. Wirtschaftsbericht
2.2.1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld und branchenspezifische Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Über die creditshelf-Plattform richtet sich creditshelf an kleinere und mittlere Unternehmen in Deutschland, die von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängig sind. Entsprechend kann die gesamtwirtschaftliche Entwicklung einen Einfluss auf den Verlauf des operativen Geschäfts von creditshelf haben. Auf Basis der bis Juli 2018 publizierten Informationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) lag das preis-, kalender- und saisonbereinigte Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorquartal für das dritte Quartal 2018 bei -0,2%. Das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal 2018 wurde insbesondere durch regulatorische Probleme in der KfZ-Industrie belastet, die im Wesentlichen temporärer Natur sind. Insgesamt blieb die Wirtschaftslage 2018 positiv, auch wenn die Dynamik im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer ausfällt. Der Welthandel verbesserte sich in der zweiten Jahreshälfte nach einer leichten Delle wieder und die europäische und amerikanische Konjunktur blieben auf Wachstumskurs. Das BMWi beurteilt die wirtschaftliche Entwicklung der Industrie weiterhin positiv mit einer erwarteten Belebung nach Auflösung des Auftragsstaus in der KfZ-Industrie und prognostiziert auch für den Bausektor eine weiterhin starke Wachstumsdynamik.3Dem stimmen die Ökonomen am Kieler Institut für Weltwirtschaft zu: sie sehen das Wachstum insbesondere durch das langsame Wachstum der Produktionskapazitäten begrenzt. Entsprechend trugen nichtfinanzielle Unternehmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in besonderem Maße zum zügigen Wachstum bei der Kreditvergabe bei.4
2.2.2. Branchenspezifische Rahmenbedingungen
creditshelf ist im Bereich der Kreditvergabe über Online-Kreditmarktplätze an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland aktiv. Nach Angaben von KPMG lag in Europa im dritten Quartal 2016 insgesamt ein Kreditnachfragevolumen von 410 Mrd. EUR vor, das nicht durch die Kreditvergabe traditioneller Banken bedient wurde5. Insgesamt beobachtete die EZB über die zweite Jahreshälfte 2018 hinweg eine steigende Nachfrage nach Krediten durch Unternehmen, während die Ablehnungsquote innerhalb dieses Zeitraums leicht anstieg6. Daraus ergibt sich auch für das Volumen, das nicht durch traditionelle Banken bedient wird, eine steigende Tendenz.
3 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2018), Schlaglichter der Wirtschaftspolitik. Monatsbericht Dezember 2018
4 Institut für Weltwirtschaft Kiel – Kieler Konjunkturberichte Deutsche Konjunktur im Winter 2018 – https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/-ifw/Konjunktur/Prognosetexte/deutsch/2018/KKB_50_2018-Q4 Deutschland DE.pdf
5 KPMG (2017), TWINO Alternative Lending Index 2016.
6 The euro area bank lending survey – Fourth quarter of 2018, URL: https://www.ecb.europa.eu/stats/ecb_surveys/bank_lending_survey/html/ecb.blssurvey2018q4.en.html#toc5
Gleichzeitig ist laut einer Studie der University of Cambridge das Finanzierungsvolumen über alternative, digitale Kanäle in Europa zwischen 2013 und 2016 von 1,1 Mrd. EUR auf 7,7 Mrd. EUR gestiegen. Teil dieses Trends ist die alternative Unternehmensfinanzierung, deren Volumen im gleichen Zeitraum von 40 Mio. EUR auf 350 Mio. EUR angestiegen ist.7Während in Europa ein erheblicher Finanzierungsbedarf über gängige Bankenkanäle hinweg besteht, wächst der Anteil alternativer Finanzierung deutlich.
Auch KMU-Unternehmen in Deutschland gelangen immer schwieriger an Bankkredite: Gemäß einer Publikation der Zeppelin Universität wurden im Jahr 2005 287 Mrd. EUR an Bankkrediten an deutsche KMU vergeben. 2015 lag diese Zahl mit 284 Mrd. EUR auf nahezu unverändertem Niveau. Gleichzeitig sank der Anteil der Bankkredite an den gesamten Verbindlichkeiten dieser Unternehmen von 42,4% im Jahr 2005 auf 36,0% im Jahr 2015. Für 2016 wird das an deutsche KMU vergebene Kreditvolumen auf 293 Mrd. EUR geschätzt.8Unter der Annahme, dass das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) ein Indikator für das erwartete Wachstum des Finanzierungsbedarfs deutscher KMU ist, zeigt sich auch hier eine deutliche Lücke in der Kreditversorgung: Von 2005 bis 2016 wuchs das nominale deutsche BIP um 36,6%6, das Volumen der an KMU vergebenen Bankkredite jedoch nur um 2,1%.9Die Lücke von ca. 35 Prozentpunkten, bezogen auf das 2005 an KMU vergebene Volumen an Bankkrediten, ergibt für das Jahr 2016 eine Finanzierungslücke von ca. 100 Mrd. EUR. Da die deutsche Wirtschaft sowohl 2017 um 2,2%10als auch im Jahr 2018 um 1,5%11gewachsen ist, für 2019 ein BIP-Wachstum von 1,9%12erwartet wird und die rund 15.000 im KfW-Mittelstandspanel befragten deutschen KMU bis 2017 deutlich weniger Fremdmittel realisieren konnten als ursprünglich geplant13, scheint sich dieser Trend weiter fortzusetzen. Gleichzeitig ist das Volumen der realisierten Eigenmittel zur Finanzierung zwischen 2005 und 2017 um rund 14,6% gestiegen14, was für Mittelständler im Verhältnis die teurere und unattraktivere Art der Finanzierung darstellt.
Aufgrund der zunehmenden Schwierigkeiten für KMU, eine Bankfinanzierung zu erhalten, suchen Unternehmen nach Alternativen zur traditionellen Bankfinanzierung. Das Aufkommen innovativer FinTech-Geschäftsmodelle, zu denen aus Sicht des Managements auch die creditshelf-Plattform zählt, hat die Möglichkeiten der Fremdfinanzierung für KMU erweitert.
In der oben erwähnten Publikation der Zeppelin Universität wird für Deutschland im Bereich der Kreditvergabe an KMU das Marktpotenzial für FinTechs auf 10 % des an KMU vergebenen Kreditvolumens geschätzt. Unter Berücksichtigung des für 2016 geschätzten Volumens der Bankkredite an KMU in Höhe von 293 Mrd. EUR sowie der geschätzten Kreditlücke von 100 Mrd. EUR ergibt sich für creditshelf in Deutschland ein Zielmarkt von ca. 39 Mrd. EUR. Im Hinblick auf die oben beschriebenen Trends aus Wirtschaftswachstum, stagnierender Bankfinanzierung und wachsender Bedeutung digitaler Finanzierungsalternativen schätzt das Management, dass dieser Markt auch nach 2016 zumindest dieses oder sogar ein größeres Volumen erreicht hat.
Im Vergleich zur Vorperiode zeigt sich aus Sicht von creditshelf in Teilbereichen eine Verschärfung des Wettbewerbs im Bankenbereich für die Vergabe von Krediten. Dies zeigt sich durch aggressivere Zinskonditionen und Lockerung der Underwriting Standards. Aus Risikoperspektive werden u. E. Kreditrisiken zum Teil damit möglicherweise nicht adäquat bepreist. creditshelf verfolgt hingegen den Ansatz, Investoren nur Kreditprojekte mit einer den Marktgegebenheiten angepassten fairen Verzinsung anzubieten.
7 Tania Ziegler et al., (2018), Expanding Horizons: The 3rd European Alternative Finance Industry Report, University of Cambridge.
8 Mietzner (2018), Die globale Fintech-Revolution: eine Chance für KMUs?, Zeppelin Universität Working Paper / Finance & Accounting.
9 Mietzner (2018), Die globale Fintech-Revolution: eine Chance für KMUs?, Zeppelin Universität Working Paper / Finance & Accounting.
10 Deutsche Bundesregierung (2018), Bruttoinlandsprodukt 2017: Wirtschaftsaufschwung hält an, URL: https://www.bundesreaieruna.de/brea-de/aktuelles/wirtschaftsaufschwuna-haelt-an-311878
11 Statistisches Bundesamt (2019), Deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2018 um 1,5 % gewachsen, URL: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilunaen/2019/01/PD19 018 811.html
12 Gemeinschaftsdiagnose #2 2018.
13 KfW Research (2017), KfW Mittelstandspanel 2018.
14 KfW Research (2017), KfW Mittelstandspanel 2018.
2.2.3. Wettbewerb und Marktstruktur
Die Wettbewerber von creditshelf sind aus Sicht des Unternehmens primär andere alternative Kreditanbieter und -plattformen mit Fokus auf kleine bis mittlere Unternehmen in Deutschland. Ausgewählte potenzielle Wettbewerber umfassen beispielsweise Funding Circle (Großbritannien), October (zuvor Lendix, Frankreich), Lendico (Deutschland, als Teil der ING Gruppe), Kapilendo (Deutschland) sowie Challenger Banks wie die RiverBank (Luxemburg). creditshelf fokussiert sich in dem Marktsegment auf Bereiche, die i.d.R. von den potenziellen Wettbewerbern nicht oder nur teilweise abgedeckt werden (Ausnahme hier: October, die derzeit allerdings in Deutschland keinen aktiven Geschäftsbetrieb unterhalten). Dazu gehören die Unternehmenszielgruppe (2,5 bis 100 Mio. EUR Umsatz), Kredithöhe (100 tausend bis 5 Mio. EUR) und Investoren (vornehmlich professionelle und institutionelle Investoren). Hier hat sich die Marktstruktur im Vergleich zur Vorperiode nicht signifikant verändert.
Darüber hinaus sind klassische Banken, die vergebene Kredite im Gegensatz zu creditshelf auf der eigenen Bilanz halten, ebenfalls mögliche Wettbewerber, wobei Banken sich i.d.R. eher auf besicherte Kredite fokussieren. creditshelf betrachtet sich in diesem Zusammenhang eher in einer Position als potentieller Kooperationspartner für Banken. Gründe dafür sind folgende: Banken könnten Kredite, die sie aus Risiko-, Konzentrations- oder anderen Gründen nicht selber finanzieren möchten, effizient über die creditshelf-Plattform und deren Investoren platzieren. Damit kann die eigene Kundenbeziehung weiter gepflegt werden, ohne dass Geschäft zu einer Konkurrenzbank fließt.
Banken können aktiv über creditshelf einen Kundenstamm im Kreditbereich für kleinere und mittlere Unternehmen aufbauen, ohne dafür ein eigenes Vertriebsnetz oder zusätzliche eigene interne Prozesse zu benötigen.
Banken könnten von der creditshelf Technologie im Hinblick auf die Kreditanalyse profitieren und somit ggf. einen besseren und effizienteren eigenen Kreditprozess umsetzen. Derartige Kooperationen zwischen FinTechs und herkömmlichen Finanzinstituten nehmen zu, und sind besonders im Deutschen und Europäischen Markt verbreitet bzw. im Aufwind15.
Abschließend ist festzuhalten, dass das Managment grundsätzlich weiterhin von einem günstigen Marktumfeld ausgeht, das aber durch zunehmenden Wettbewerbsdruck und einer abnehmenden Wachstumsdynamik gekennzeichnet ist.
2.2.4. Geschäftsverlauf
Aufgrund ihrer klaren Wachstumsstrategie, der wachsenden Kreditnachfrage mittelständischer Unternehmen über die creditshelf-Plattform sowie der dynamischen Entwicklung im Markt für digitale Mittelstandsfinanzierung im Berichtszeitraum konnte die creditshelf Aktiengesellschaft den Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2018 um 97,9% auf 2.379,0 TEUR deutlich steigern (2017: 1.201,9 TEUR). Gleichzeitig verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund erheblicher Wachstumsinvestitionen das operative Ergebnis (EBIT) mit -5.370,9 TEUR im Vergleich zum Vorjahr (2017: -1.085,7 TEUR). Damit hat creditshelf ihre Marktposition als Pionier der digitalen Mittelstandsfinanzierung weiter gestärkt und vom Trend hin zu alternativen Finanzierungsmöglichkeiten im KMU-Bereich neben den klassischen Bankenfinanzierungen profitiert. Zugleich konnte mit dem erfolgreichen Börsengang, der Ausweitung des Angebots auf Kredite mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren und einem Volumen von bis zu 5 Mio. EUR, der Rekrutierung neuer Mitarbeiter, der Verstärkung der Marketingaktivitäten und der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Algorithmus zur Risikoanalyse die Grundlage für weiteres Wachstum geschaffen werden.
2.2.5. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns
Die Finanzmittel der creditshelf (ausschließlich Guthaben bei Kreditinstituten) betragen zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs 12.424,8 TEUR (Vorjahr: 2.027,1 TEUR). Damit haben sich die liquiden Mittel um 10.397,7 TEUR erhöht. Die Zuführung von liquiden Mitteln ist auf den im Juli erfolgreich durchgeführten Börsengang zurückzuführen.
15 PwC Global FinTech Survey 2017 – https://www.pwc.com/ax/en/industries/financial-services/assets/pwc-alobal-fintech-report-2017.pdf
Durch den erfolgreichen Börsengang war das Jahr 2018 vor allem von Veränderungen wirtschaftlicher Gegebenheiten geprägt, was Sondereffekte, wie die Auszahlung des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms (virtuelles Beteiligungsprogramm I) sowie erhöhter Aufwand für Marketing und Beratungsleistungen belegen. Diese Einmaleffekte erschweren es, die Beträge mit dem Vorjahr zu vergleichen oder Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen.
Das Eigenkapital des Unternehmens hat sich zum 31. Dezember 2018 auf 11.445,6 TEUR erhöht (Vorjahr 1.166,3 TEUR). Die Eigenkapitalbasis des Unternehmens ist auch weiterhin eine solide Grundlage für das zukünftige Wachstum der creditshelf.
2.2.5.1. Ertragslage des Konzerns
Die Ertragslage hat sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:
in TEUR 31.12.2017
in TEUR Veränderung
Umsatzerlöse 2.379,0 1.201,9 1.177,1 97,9%
Sonstige betriebliche Erträge 492,3 267,1 225,3 84,3%
Andere aktivierte Eigenleistung 305,8 211,4 94,4 44,7%
Personalaufwand -3.808,2 -1.066,5 -2.741,7 257,1%
Aufwendungen für Marketing- und Werbemaßnahmen -1.122,6 -202,8 -919,8 378,4%
Fremdleistungen -297,7 -115,1 -182,6 158,7%
Aufwendungen virtuelle Beteiligung -1.081,3 -227,7 -853,7 375,0%
Mietaufwendungen -77,6 -68,6 -49,2 173,6%
Prämien Darlehensforderungen -314,0 -264,0 -49,9 18,9%
Rechts- und Beratungskosten -768,4 -266,2 -502,2 188,6%
Sonstige Aufwendungen -815,1 -424,9 -390,2 91,8%
Betriebsergebnis -7.979,1 -2.424,4 -5.554,7 229,1%
EBITDA -5.107,8 -955,4 -4.152,4 434,6%
Abschreibungen -263,2 -130,3 -132,8 101,9%
EBIT -5.370,9 -1.085,7 -4.285,2 394,7%
Finanzaufwand -86,4 -27,9 -58,5 210,0%
Sonstige Finanzerträge 28,0 0,0 28,0 0,0%
Finanzergebnis -58,4 -27,9 -30,5 109,6%
Ertragsteueraufwendungen -885,3 356,9 -1.242,1 -248,1%
Jahresfehlbetrag -6.314,7 -756,7 -5.557,9 734,5%
Gesellschafter des Mutterunternehmens -6.314,7 -756,7 -5.557,9 734,5%
Nicht beherrschende Gesellschafter 0,0 0,0 0,0 0,0%
Gesamtergebnis -6.314,7 -756,7 -5.557,9 734,5%
Im Geschäftsjahr 2018 wuchsen die Umsatzerlöse von creditshelf im Vergleich zum Vorjahr um knapp 1.177,1 TEUR auf 2.379,0 TEUR (Vorjahr: 1.201,9 TEUR) und haben sich somit beinahe verdoppelt. Während die von Kreditnehmern erhaltenen Vermittlungsgebühren 1.481,53 TEUR (Vorjahr: 775,05 TEUR) im Berichtsjahr zu den Umsatzerlösen beigetragen haben, betrugen die Investorengebühren 897,49 TEUR (Vorjahr: 426,88 TEUR). Wesentliche Ursache war ein deutlicher Anstieg des über die creditshelf-Plattform arrangierten Kreditvolumens von 33.500 TEUR im Geschäftsjahr 2017 auf insgesamt 50.670 TEUR im Berichtsjahr. Daraus folgte eine entsprechende Zunahme der von den Kreditnehmern erhaltenen Vermittlungsgebühren und der von Investoren erhaltenen Gebühren. creditshelf hat erst in der Zeit nach Ablauf des ersten Quartals 2017 begonnen, solche Gebühren von Investoren zu erheben. Seit dem 1. August 2017 hat creditshelf außerdem aufgrund der steigenden Nachfrage von Investoren und Kreditnehmern sein bestehendes Produktportfolio an kurzfristigen Krediten (in der Regel bis zu 12 Monaten) erweitert und bietet nun auch längere Kreditlaufzeiten von bis zu fünf Jahren an. Darüber hinaus verzeichnet creditshelf eine steigende Nachfrage nach größeren Volumina sowohl auf der Kreditnehmer- als auch auf der Investorenseite. creditshelf erzielte die Umsatzerlöse im Berichtsjahr ausschließlich in Deutschland.
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen in 2018 um 84,3% auf 492,3 TEUR (Vorjahr: 267,1 TEUR). Hierin sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen zu den virtuellen Beteiligungen der Mitarbeiter aufgrund einer Kapitalerhöhung enthalten.
Die anderen aktivierten Eigenleistungen entfallen im Wesentlichen auf die Weiterentwicklung der Online-Plattform und die im Rahmen der Unterstützung des mit der Entwicklung des Risikotools beauftragten externen Softwareentwicklers angefallenen Stunden der unternehmenseigenen Mitarbeiter.
Der Personalaufwand beträgt für das Jahr 2018 -3.808,2 TEUR (Vorjahr: -1.066,5 TEUR). Die absolute Veränderung beträgt damit -2.741,7 TEUR. Dies ergibt eine Erhöhungsrate von 257,1%. Dieser Anstieg ist zum Teil auf den Personalaufbau zurückzuführen, der dem bereits erreichten und für die Zukunft erwarteten Wachstum von creditshelf Rechnung trägt. Zum 31. Dezember 2018 lag der Personalstand bei 33 Vollzeitäquivalenten (Vorjahr: 16,75 Vollzeitäquivalente). Im Wesentlichen resultiert die Erhöhung des Personalaufwandes aus der Gewährung eines Retention Bonus in Höhe von -1.792,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 0,0 TEUR). Dieser Bonus wurde leitenden Mitarbeitern zum 3. Quartal ausbezahlt, um die besonderen Leistungen im Zusammenhang mit dem Börsengang zu würdigen und gleichzeitig einen Anreiz zu setzen, auch künftig entsprechende Leistungen zu erbringen. Darüber hinaus führten der Personalaufbau in den Abteilungen Sales, IT, Marketing, Risiko und BackOffice sowie die Anpassung bzw. Einbeziehung der Vorstandsgehälter in die Personalaufwendungen zu steigenden Personalkosten.
An sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung fielen im Berichtsjahr 2018 306,9 TEUR an. In 2017 belief sich der entsprechende Wert auf 180,4 TEUR. Der Betrag der absoluten Veränderung beläuft sich auf 126,5 TEUR. Dies entspricht einer Erhöhungsrate von 70,12%.
Die Fremdleistungen beliefen sich zum 31. Dezember 2018 auf -297,7 TEUR und lagen somit deutlich über dem Wert des Vorjahres in Höhe von -115,1 TEUR. Der deutliche Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass das über die Plattform arrangierte Kreditvolumen gestiegen ist. Fremdleistungen sind Kosten, die die Gesellschaft aufwenden muss, um Kreditanfragen zu verifizieren und anhand von Wirtschaftsauskunftsanbietern, wie Creditreform oder Bürgel, vorab zu prüfen. Des Weiteren sind Bearbeitungsgebühren an Partnerbanken für die Ausfertigung von Kreditverträgen zu zahlen.
Rechts- und Beratungsaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr auf -768,4 TEUR (Vorjahr: -266,2 TEUR) gestiegen, maßgeblichen Einfluss hatten insbesondere erhöhte Aufwendungen im Bereich Arbeitsrecht und rechtsanwaltliche Vertretung der Gesellschaft. Aufwendungen, die im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung stehen, sind erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Das Unternehmen unterhielt im Jahr 2018 zwei virtuelle Beteiliungsprogramme. Die Kapitalerhöhungen im Jahr 2018 haben die daraus resultierenden virtuellen Beteiligungen verwässert. Das virtuelle Beteiligungsprogramm I war das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, welches im August 2018 ausgelaufen ist und vollständig ausbezahlt wurde. Das virtuelle Beteiligungsprogramm II wird auch nach dem Börsengang fortgeführt.
Aufgrund des verwässernden Effekts auf die Anteile des virtuellen Beteiligungsprogramms II hat sich die Gesellschaft entschieden, weitere Anteile des virtuellen Beteiligungsprogramms II herauszugeben und so der Verwässerung entgegenzuwirken. Daher ergibt sich für das virtuelle Beteiligungsprogramm II für das Jahr 2018, aufgrund eines Anstiegs der neu zugeteilten virtuellen Anteile, ein Aufwand in Höhe von -1.081,3 TEUR (Vorjahr: 0,0 TEUR).
Der Aufwand für Marketing- und Werbemaßnahmen lag für das Jahr 2018 bei -1.122,6 TEUR nach -202,8 TEUR im Vorjahr. In diesem Bereich wurde insbesondere in Online-Performance Marketing, das creditshelf Kundenmagazin, den Marken-Relaunch inkl. Relaunch des Online-Auftritts sowie in Radio- und Bewegtbild-Werbung investiert, um die Bekanntheit von creditshelf im Markt zu erhöhen.
Die sonstigen Aufwendungen, in denen unter anderem Versicherungen, Wartungskosten für Hard- und Software, Porto, Fortbildungskosten und Aufwendungen für Lizenzen enthalten sind, stiegen im Berichtsjahr von -424,9 TEUR auf -815,1 TEUR an. Wesentliche Ursache für die Erhöhung war das vermehrte Porto zum Versand unseres Kundenmagazins sowie Briefmailingaktionen. Die Portokosten im Rahmen dieser Maßnahmen erhöhten sich nach -30,4 TEUR im Jahr 2017 auf -298,5 TEUR im Berichtszeitraum.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag somit für das Geschäftsjahr 2018 bei -5.107,8 TEUR (Vorjahr: -955,4 TEUR).
Die Abschreibungen stiegen im Jahr 2018 auf -263,2 TEUR (Vorjahr: -130,3 TEUR). Insbesondere planmäßige Abschreibungen auf die selbstgeschaffenen immateriellen Vermögenswerte, angeschaffte EDV-Programme und das Nutzungsrecht aus Mietverhältnissen haben zum Anstieg dieser Position geführt.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte damit für das Jahr 2018 -5.370,9 TEUR (Vorjahr: -1.085,7 TEUR).
Das Ergebnis vor Steuern lag für das Jahr 2018 somit bei -5.429,4 TEUR (Vorjahr: -1.113,6 TEUR). Während in 2017 Steuererträge aufgrund von Aktivierung steuerlicher Verlustvorträge in Höhe von 356,9 TEUR anfielen, betrug der Steueraufwand im Jahr 2018 -885,3 TEUR. Nach Steuern erreichte creditshelf in 2018 ein Ergebnis von – 6.314,7 TEUR (Vorjahr: -756,7 TEUR).
2.2.5.2. Vermögenslage des Konzerns
Die Vermögenslage der creditshelf zum 31.12.2018 wird in folgender verkürzter Handelsbilanz dargestellt:
Anhang 31.12.2018
Immaterielle Vermögenswerte 6 2.417,7 514,0
Sachanlagen 7 311,9 330,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8 457,1 144,9
Sonstige Forderungen 8 27,1 27,1
Aktive latente Steuern 9 0,0 885,3
Summe langfristige Vermögenswerte 3.213,8 1.901,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10 418,4 206,5
Sonstige Vermögenswerte 11 324,9 71,6
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 35,2 32,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 12 12.424,8 2.027,1
Summe kurzfristige Vermögenswerte 13.203,2 2.337,6
Bilanzsumme 16.417,0 4.238,9
Gezeichnetes Kapital 13 1.331,3 76,8
Kapitalrücklage 13 18.304,4 2.965,0
Gewinnrücklagen 13 -8.190,1 -1.875,4
Summe Eigenkapital 11.445,6 1.166,3
Langfristige Rückstellungen 15 1.480,7 793,2
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 16 266,0 377,0
Summe langfristige Schulden 1.746,7 1.170,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17 2.637,8 1.707,9
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 18 62,0 3,4
Sonstige Schulden 18 524,9 191,0
Summe kurzfristige Schulden 3.224,7 1.902,3
Die Bilanzsumme von creditshelf belief sich zum 31. Dezember 2018 auf 16.417,0 TEUR (Vorjahr: 4.238,9 TEUR).
Die Vermögens- und Kapitalstruktur gestaltet sich daher wie folgt:
langfristige Vermögenswerte 3.213,8 1.901,3 1.312,5 69,0%
kurzfristige Vermögenswerte 13.203,2 2.337,6 10.865,6 464,8%
Aktiva 16.417,0 4.238,9 12.178,1 287,3%
Eigenkapital 11.445,6 1.166,3 10.279,2 881,3%
Rückstellungen 1.480,7 793,2 687,5 86,7%
Finanzschulden 327,9 380,4 -52,5 -13,8%
Übrige Verbindlichkeiten 3.162,8 1.898,9 1.263,8 66,6%
Passiva 16.417,0 4.238,9 12.178,1 287,3%
Die langfristigen Vermögenswerte lagen zum Bilanzstichtag mit 3.213,8 TEUR über dem entsprechenden Wert zum Geschäftsjahresende 2017 (Vorjahr: 1.901,3 TEUR).
Immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 2.417,7 TEUR (Vorjahr: 514,0 TEUR) machten zum Stichtag 31. Dezember 2018 den größten Teil der langfristigen Vermögenswerte aus. Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten eine selbstgeschaffene Internetplattform und ein aus bilanzieller Sicht erworbenes Risikotool (Software) zur Überprüfung des Kreditrisikos potentieller Kreditnehmer. Wesentliche Ursache für den Zuwachs gegenüber dem Vorjahreswert sind zusätzliche Investitionen in Technologie und das Risikotool. Die Sachanlagen wurden um planmäßige Abschreibungen gemindert und betrugen zum Geschäftsjahresende 311,9 TEUR (Vorjahr: 330,0 TEUR). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 312,2 TEUR auf 457,1 TEUR (Vorjahr: 144,9 TEUR) gestiegen. Sonstige Forderungen meint die Kaution, die bei Beendigung des Mietverhältnisses in Höhe von 27,1 TEUR (Vorjahr: 27,1 TEUR) zurückgezahlt wird.
Die aktiven latenten Steuern betragen 0,0 TEUR (Vorjahr: 885,3 TEUR). Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr erklärt sich wie folgt: Der latente Steueranspruch muss hinreichend wahrscheinlich sein, um eine Aktivierung zu ermöglichen. Unter diesem Gesichtspunkt geht der Vorstand weiterhin von der Nutzbarkeit der aktiven latenten Steuern aus. Darüber hinaus gilt für Verlustgesellschaften eine erhöhte Anforderung: Gelingt es dem Management nicht, überzeugende Gründe (Convincing other evidence) vorzulegen, die eine Nutzbarkeit der latenten Steueransprüche hinreichend wahrscheinlich machen, so ist von einer Aktivierung aktiver latenter Steuern abzusehen. Das Management verhandelte über das gesamte Jahr 2018 mit einer deutschen Großbank eine Kooperationsvereinbarung, die bis zum Ende des Jahres 2018 unterzeichnet werden sollte. Da es nicht mehr zur Unterschrift im Jahr 2018 gekommen ist, hat das Management die Geschäftsplanung für das Jahr 2019 angepasst. Aufgrund der Verzögerung des Kooperationsvertrages sieht das Management derzeit nicht die Möglichkeit, von einer hohen Wahrscheinlichkeit der Nutzbarkeit der aktiven latenten Steuern zu auszugehen, sodass eine Wertberichtigung der aktivierten latenten Steuern notwendig wurde. Nichtsdestotrotz geht das Management weiterhin von der grundsätzlichen Nutzbarkeit der Steueransprüche aus.
Die kurzfristigen Vermögenswerte beliefen sich zum Stichtag auf 13.203,2 TEUR (Vorjahr: 2.337,6 TEUR). Wesentliche Ursache für den Anstieg sind die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die aufgrund des durchgeführten IPO den Bankbestand auf 12.424,8 TEUR (Vorjahr 2.027,1 TEUR) anwachsen ließen. Auch bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 418,4 TEUR (Vorjahr: 206,5 TEUR) und den sonstigen Vermögenswerten 324,9 TEUR (Vorjahr: 71,6 TEUR) war gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg zu verzeichnen. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte stiegen nur leicht auf 35,2 TEUR (Vorjahr: 32,4 TEUR).
Die kurzfristige bilanzmäßige Liquidität stellt sich wie folgt dar:
Liquidität 1. Grades 6,4 1,1
Flüssige Mittel16 10.894,7 1.437,1
kurzfristige Schulden17 1.694,7 1.312,3
Liquidität 2. Grades 6,7 1,3
+ kurzfristige Forderungen 400,0 206,0
kurzfristige Schulden 1.694,7 1.312,3
Liquidität 3. Grades 6,7 1,3
+ Vorräte – –
Das Konzerneigenkapital der Gesellschaft stieg zum Bilanzstichtag auf 11.445,6 TEUR (Vorjahr: 1.166,3 TEUR). Die Eigenkapitalquote lag somit bei 69,7% (Vorjahr: 27,5%). Diese Erhöhung ist unter anderem auf zwei Kapitalerhöhungen und den erfolgreichen Börsengang zurückzuführen. Im Februar 2018 wurde eine Kapitalerhöhung vorgenommen, bei der die Gesellschaft eine Eigenkapitalfinanzierung in Höhe von 2.000,0 TEUR durchführte. Im Juni 2018 wurde eine weitere Kapitalerhöhung um 1.045,2 TEUR durchgeführt. Am 25. Juli 2018 wurden die Aktien in den Handel im regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen.
Die creditshelf hat bei einem festen Angebotspreis von 80,00 EUR pro Aktie 206.250 Aktien bei Investoren platziert. Der erste börslich festgestellte Kurs lag ebenfalls bei 80,00 EUR.
Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die langfristigen Schulden auf 1.746,7 TEUR (Vorjahr: 1.170,2 TEUR). Die langfristigen Rückstellungen nahmen dabei um 687,5 TEUR auf 1.480.7 TEUR zu (Vorjahr: 793,2 TEUR). Wesentliche Ursache hierfür war die Erhöhung der Rückstellung für das virtuelle Beteiligungsprogramm II. Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten verringerten sich um 111,0 TEUR auf 266,0 TEUR (Vorjahr: 377,0 TEUR), was im Wesentlichen auf die Tilgung der aktivierten Mietverbindlichkeit zurückzuführen ist.
16 Die flüssigen Mittel wurden um das an die MHB-Bank im Rahmen der Barmittelunterlegung verpfändete Konto angepasst.
17 Die kurzfristigen Schulden wurden um diejenigen Verbindlichkeiten aus Lieferung & Leistung ggü. Investoren bereinigt, die neuen, aber noch nicht ausgezahlten Kreditprojekten zugeordnet werden.
Die kurzfristigen Schulden lagen zum Stichtag mit 3.224,7 TEUR über dem Vorjahr von 1.902,3 TEUR. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich auf 2.637,8 TEUR (Vorjahr: 1.707,9 TEUR). Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten beliefen sich auf 62,0 TEUR (Vorjahr: 3,4 TEUR). Die sonstigen Schulden erhöhten sich von 191,0 TEUR zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 auf 524,9 TEUR zum 31. Dezember 2018.
2.2.5.3. Finanzlage des Konzerns
In Anbetracht eines Brutto-Cashflows in Höhe von -4.570,7 TEUR (Vorjahr: -672,3 TEUR) belief sich der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit auf -4.217,0 TEUR (Vorjahr: 573,4 TEUR). Unter Berücksichtigung der Ertragssteuern in Höhe von 885,3 TEUR (Vorjahr: -356,9 TEUR) der Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 103,7 TEUR (Vorjahr: 50,9 TEUR), Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 159,5 TEUR (Vorjahr: 79,4 TEUR) der Veränderungen der anderen Rückstellungen in Höhe von 1.070,2 TEUR (Vorjahr: 334,5 TEUR), der sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge in Höhe von -310,6 TEUR (Vorjahr: 19,6 TEUR) sowie der Veränderung der sonstigen Vermögenswerte von -256,0 TEUR (Vorjahr: -20,8 TEUR) ergibt sich ein Brutto Cashflow in Höhe von -4.570,7 TEUR (Vorjahr: -672,3 TEUR).
Darüber hinaus wirkten sich gestiegene Mittelabflüsse aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aus.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2018 -2.148,8 TEUR (Vorjahr: -508,7 TEUR). Der Mittelabfluss resultiert im Wesentlichen aus Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von -2.063,3 TEUR (Vorjahr: -159,5 TEUR).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im Jahr 2018 16.457,6 TEUR (Vorjahr: 1.472,1 TEUR). Wesentlicher Grund hierfür sind die bereits in der Vermögenslage genannten Kapitalerhöhungen.
Zum Stichtag 31. Dezember 2018 verfügte die creditshelf über flüssige Mittel in Höhe von 12.424,8 TEUR (Vorjahr: 2.027,1 TEUR).
Die Nettoverschuldung stellte sich zum 31.12.2018 wie folgt dar:
Finanzmittel 12.424,8 2.027,1 10.397,7 512,9%
Nettoverschuldung -12.096,9 -1.646,7 -10.450,1 634,6%
2.2.6. Creditshelf Aktiengesellschaft Einzelabschluss nach HGB
2.2.6.1. Geschäftstätigkeit der Aktiengesellschaft
Die creditshelf Aktiengesellschaft ist die Muttergesellschaft des creditshelf-Konzerns. Sie hält alle Anteile an der creditshelf service GmbH. Dabei übernimmt die creditshelf Aktiengesellschaft die Rolle einer operativen Holding. Im Tätigkeitsbereich der creditshelf Aktiengesellschaft liegen damit sowohl die wesentliche Geschäftstätigkeit, die strategische Steuerung, die Besetzung von Führungspositionen als auch die Steuerung des Kapitalflusses innerhalb des Konzerns. Die Tochtergesellschaft creditshelf service dient als Vehikel zum Kauf und Verkauf von Kreditforderungen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung und stellt damit ein wichtiges Glied im Rahmen der operativen Prozesse des creditshelf-Konzerns dar.
Der Jahresabschluss der creditshelf Aktiengesellschaft wurde nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Der Lagebericht ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst.
2.2.6.2. Steuerungssystem, Risiken und Chancen sowie künftige Entwicklung der Aktiengesellschaft
Als operativ tätige Holding ist die Entwicklung der creditshelf Aktiengesellschaft im Wesentlichen von der wirtschaftlichen Entwicklung des creditshelf-Konzerns abhängig. Das Steuerungssystem, Chancen und Risiken sowie künftige Entwicklung werden ausführlich in den Abschnitten „2.1.4 Steuerungssystem und Leistungsindikatoren“, „2.3 Risiken- und Chancenbericht“ und „2.4 Prognosebericht“ des vorliegenden zusammengefassten Lageberichts dargestellt.
2.2.6.3. Geschäftsverlauf der Aktiengesellschaft
Die Geschäftsentwicklung und -lage der creditshelf Aktiengesellschaft ist im Wesentlichen von der geschäftlichen Entwicklung des creditshelf-Konzerns abhängig. Diese wird ausführlich in den Abschnitten „2.2.4 Geschäftsverlauf sowie „2.2.5 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage“ dargestellt. Wir verweisen daher diesbezüglich auf diese Kapitel.
2.2.6.4. Ertragslage der creditshelf Aktiengesellschaft
Die Ertragslage der creditshelf Aktiengesellschaft stellt sich zum 31.12.2018 in der Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt dar:
Umsatzerlöse 2.224,5 1.041,0 1.183,5 113,7%
Andere aktivierte Eigenleistungen 305,8 211,4 94,4 44,7%
Sonstige betriebliche Erträge 169,1 3,0 166,1 > 1.000%
Materialaufwand -1.343,4 -115,1 -1.228,3 > 1.000%
Personalaufwand -3.808,2 -1.294,1 -2.514,1 194,3%
Aufwendungen für Marketing- und Werbemaßnahmen -1.122,6 -202,8 -919,7 453,4%
Mietaufwendungen -145,6 -96,9 -48,7 50,2%
Rechts- und Beratungskosten -3.660,8 -136,9 -3.523,9 > 1.000%
Sonstige Aufwendungen -754,5 -418,7 -335,8 80,2%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -5.683,3 -855,3 -4.827,0 < 1.000%
EBITDA -8.135,6 -1.009,0 -7.126,5 706,3%
Abschreibungen -204,2 -105,7 -98,4 93,1%
EBIT -8.339,8 -1.114,8 -7.225,0 648,1%
Finanzaufwand -1,6 -1,1 -0,5 141,4%
Sonstige Finanzerträge 0,2 0,2 0,0 0,0%
Finanzergebnis -1,4 -0,9 -0,5 55,5%
Ertragsteueraufwand/-ertrag -818,1 355,9 -1.174,0 -329,9%
Jahresfehlbetrag -9.159,3 -759,8 -8.399,4 > 1.000%
Im Geschäftsjahr 2018 konnte die creditshelf Aktiengesellschaft ihre Umsatzerlöse um 1.183,5 TEUR auf 2.224,5 TEUR steigern, was einem Wachstum von 113,7 % entspricht. Die creditshelf Aktiengesellschaft setzt damit ihre positive Entwicklung im Finanzmarkt fort.
Die sonstigen betrieblichen Erträge resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen und ein kleiner Teil entfällt auf Erlöse im Rahmen der Fremdwährungsbewertung.
Der Personalaufwand lag für das Jahr 2018 bei -3.808,2 EUR (Vorjahr: -1.294,1 TEUR). Die absolute Veränderung beträgt damit -2.514,1 TEUR. Dies ergibt eine Erhöhungsrate von 194,3 %. Dieser Anstieg ist zum Teil auf den Personalaufbau zurückzuführen, der dem bereits erreichten und für die Zukunft erwarteten Wachstum von creditshelf Rechnung trägt. Zum 31. Dezember 2018 lag der Personalstand bei 33 Vollzeitäquivalenten (Vorjahr: 16,75 Vollzeitäquivalente). Im Wesentlichen resultiert die Erhöhung des Personalaufwandes aus der Gewährung eines Retention Bonus in Höhe von -1.792,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 0,0 TEUR). Dieser Bonus wurde leitenden Mitarbeitern zum 3. Quartal ausbezahlt, um die besonderen Leistungen im Zusammenhang mit dem Börsengang zu würdigen und gleichzeitig einen Anreiz zu setzen, auch künftig entsprechende Leistungen zu erbringen. Darüber hinaus führten der Personalaufbau in den Abteilungen Sales, IT, Marketing, Risiko und BackOffice sowie die Anpassung bzw. Einbeziehung der Vorstandsgehälter in die Personalaufwendungen zu steigenden Personalkosten.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten mit 5.683,3 TEUR (im Vorjahr: 855,3 TEUR) im Wesentlichen Marketingaufwendungen, Rechts- und Beratungskosten sowie Kosten für die Begebung von virtuellen Beteiligungen.
Aus der Begebung virtueller Beteiligungen für einen Kooperationspartner sind im Geschäftsjahr 2018 Aufwendungen in Höhe von 1.070,2 TEUR angefallen. Im Vorjahr fielen aus diesem Sachverhalt keine Aufwendungen an.
Rechts- und Beratungsaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr auf -3.660,8 TEUR (Vorjahr: -136,9 TEUR) gestiegen, maßgeblichen Einfluss hatten insbesondere erhöhte Aufwendungen im Bereich Arbeitsrecht und rechtsanwaltliche Vertretung der Gesellschaft sowie die im Rahmen des IPO angefallenen Kosten für die Erstellung des Wertpapierprospektes und weitere vorbereitende Tätigkeiten.
Als Steuern vom Einkommen und Ertrag sind die latenten Steuern und die gezahlten und geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erfasst. Sie umfassen Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag. Der Körperschaftsteuersatz für den Veranlagungszeitraum 2018 betrug unter Berücksichtigung des Solidaritätszuschlags wie im Vorjahr 15,8 %. Der Gewerbesteuersatz für Frankfurt am Main wurde mit 16,1 % berücksichtigt. Der Hebesatz der Stadt Frankfurt am Main beträgt 460 %.
2.2.6.5. Vermögenslage der creditshelf Aktiengesellschaft
Die Vermögenslage der creditshelf Aktiengesellschaft zum 31.12.2018 wird in folgender verkürzter Handelsbilanz dargestellt:
Immaterielle Vermögensgegenstände 2.417,7 514,0
Sachanlagen 100,5 59,7
Finanzanlagen 25,0 25,0
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.315,9 415,9
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 9.081,6 558,3
Rechnungsabgrenzungsposten 123,2 30,2
Aktive latente Steuern 0,0 818,2
Gesamtvermögen 14.063,9 2.421,2
Gezeichnetes Kapital 1.331,3 76,8
Kapitalrücklage 21.270,6 2.979,9
Verlustvortrag -1.947,0 -1.187,2
Jahresfehlbetrag -9.159,3 -759,8
Eigenkapital 11.495,5 1.109,6
Rückstellungen 1.892,9 827,3
Verbindlichkeiten 675,4 484,3
Gesamtkapital 14.063,9 2.421,2
Die Bilanzsumme der creditshelf Aktiengesellschaft hat sich aufgrund des weiteren Anstiegs des Geschäftsvolumens und der im Jahr 2018 erfolgten Kapitalerhöhungen erhöht. Das Vermögen der Gesellschaft setzt sich vornehmlich aus Anlagevermögen, Sachanlagevermögen sowie dem Umlaufvermögen, was im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und dem Finanzmittelbestand besteht, zusammen. Der Rechnungsabgrenzungsposten besteht in der Hauptsache aus abgegrenzten Versicherungsbeiträgen. Die Passivseite besteht ausschließlich aus dem Eigenkapital sowie kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen.
2.2.6.6. Finanzlage der creditshelf Aktiengesellschaft
Im Folgenden werden die Mittelherkunft und die Mittelverwendung des Berichtsjahres anhand einer vereinfachten Kapitalflussrechnung dargestellt:
Periodenergebnis – 9.159,3 – 759,8
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 204,1 105,7
+ Zunahme der Rückstellungen 1.065,7 218,3
– sonstige zahlungsunwirksame Erträge – 305,8 – 214,3
– Zunahme andere Aktiva – 1.992,9 -336,5
+ Zunahme andere Passiva 188,1 236,0
+ Ertragsteueraufwand 818,1 – 355,9
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit – 9.183,1 – 1.127,3
– Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen – 1.757,0 – 238,7
– Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen – 84,8 – 55,3
Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 1.848,8 – 294,0
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen 19.545,2 1.500,0
– Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten 4,6 – 7,0
– Gezahlte Zinsen -1,6 1,0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 19.548,2 1.494,0
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds (Summe der Cashflows) 8.523,3 72,7
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 558,3 485,5
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 9.081,6 558,3
Zur Entwicklung der Liquidität und der Finanzkraft wird dargestellt, wie sich die Zahlungsmittel (Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten) im Berichtszeitraum durch Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse verändert haben. Dabei wird zwischen Zahlungsströmen aus Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.
Über die Zahlungsströme in der Kapitalflussrechnung werden Informationen getrennt nach den Cashflows aus diesen drei Tätigkeitsbereichen ausgewiesen, die in Summe der Veränderung des Finanzmittelfonds in der Berichtsperiode entsprechen, soweit diese nicht auf Wechselkurs- oder sonstigen Wertänderungen beruhen.
2.3. Risiko- und Chancenbericht
2.3.1. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem
Ziele und Strategie des Risikomanagements
Im Dezember 2018 hat creditshelf die Implementierung des neuen Risikomanagementsystems abgeschlossen. Folglich ergeben sich Veränderungen zur Darstellung im Halbjahresabschluss 2018. So wurde beispielsweise eine Risikostrategie festgelegt und der Risikomanagementprozess in Form eines Risikomanagementhandbuchs formalisiert und dokumentiert. Entsprechend ergaben sich Änderungen in der Granularität der Risiken sowie der Klassifizierung der Eintrittswahrscheinlichkeiten und des Schadensausmaßes. Die grundlegende Bewertung von Risiken hat sich im Vergleich zum Halbjahresabschluss 2018 nicht verändert.
creditshelf muss im Rahmen der Geschäftstätigkeit Risiken eingehen, um die mit den Aktivitäten verbundenen Chancen nutzen zu können. Die Zielsetzung des Risikomanagements umfasst dabei, die Wahrscheinlichkeit der Erreichung von Unternehmenszielen zu steigern, eine zuverlässige Grundlage für die Entscheidungsfindung und Planung aufzubauen sowie die Widerstandsfähigkeit der Organisation gegenüber Bedrohungen und negativen Ereignissen zu erhöhen.
Strategie ist die möglichst adäquate Identifikation, realistische Bewertung und vor allem wirksame Bewältigung der Risiken im Rahmen des Risikomanagements, um die tatsächlichen negativen Auswirkungen dieser Risiken auf das Unternehmen so gering wie möglich zu halten. Die umfassende Identifikation der bestehenden Risiken dient dazu, den Anteil der nicht identifizierbaren Risiken, die das Unternehmen unfreiwillig tragen muss, möglichst gering zu halten.
Das Risikomanagementsystem beinhaltet derzeit noch nicht die formalisierte Erfassung von Chancen. Hinsichtlich der Ausgestaltung orientiert es sich zur Sicherstellung der Erreichung dieser Ziele an den verfügbaren Good Practices in diesem Bereich. Hierzu zählt insbesondere das COSO Rahmenwerk.
Strukturen und Prozesse des Risikomanagements
Für die Aufrechterhaltung des Risikomanagementsystems ist ein an den Vorstand berichtender Risiko-Manager verantwortlich. Zu dessen Aufgabengebiet zählen beispielsweise die quartalsweisen Aktualisierungen des Risikokatalogs, das Überprüfen der Meldungen der Risk Owner, die Dokumentation sowie die Kommunikation an den Vorstand.
Aufgabe der Risk Owner ist insbesondere die Identifikation, Bewertung und schnelle Kommunikation von Risikosachverhalten sowie die Überwachung der Risiken. Durch ihre operative Nähe kommt den Risk Ownern für das frühzeitige Erkennen, Beurteilen und Managen der Risiken am Ort ihres Entstehens eine entscheidende Bedeutung zu.
Der Risikomanagementprozess untergliedert sich bei creditshelf in die Phasen: Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung, Risikokommunikation sowie Risikoüberwachung und -Verbesserung.
Es erfolgt sowohl eine Analyse aus Sicht der Unternehmensleitung (Top-down) als auch eine aus Sicht der operativ mit der Erkennung und Steuerung von Risiken befassten Bereiche (Bottom-up).
Die Risikobewertung findet in einem ersten Schritt auf Bruttobasis durch den Risk Owner statt, also ohne Berücksichtigung von risikomindernden Aspekten, und bringt dadurch das maximale Bedrohungspotenzial zum Ausdruck. Eine Nettobewertung ergibt sich aus der Bruttobewertung abzüglich der Effekte der bereits umgesetzten Maßnahmen zur Risikosteuerung.
Das (Brutto-/Netto-)Risk Level, dem creditshelf ausgesetzt ist, ergibt sich als Produkt aus (Brutto-/Netto-)Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert mit dem (Brutto-/Netto-)Schadensausmaß. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten werden in vier Kategorien eingeteilt.
Das potenzielle Schadensausmaß stellt die Schwere der Bedrohung bei Eintritt eines Ereignisses für creditshelf dar. Betrachtet wird dabei die Auswirkung auf die Ertragslage der creditshelf.
Je nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß beurteilt der Vorstand das Risk Level in der Risikobetrachtung als gering, mittel, wesentlich oder kritisch. Während grundsätzlich alle erkennbaren Risiken erfasst werden, werden nur die entscheidungsrelevanten Risiken angegeben. Die Bedeutung der im Risikobericht beschriebenen Risiken für creditshelf ergibt sich aus der folgenden Übersicht:
Auswirkung auf die Ertragslage
in TEUR Sehr unwahrscheinlich unwahrscheinlich wahrscheinlich sehr wahrscheinlich
gering (< 100) gering gering gering gering
mittel (> 100) gering gering gering mittel
hoch (> 1.500) gering mittel wesentlich wesentlich
bedeutend (> 4.000) mittel wesentlich kritisch kritisch
Aus der Kenntnis über die relative Bedeutung der einzelnen Risiken und dem Gesamtumfang der Bedrohung werden im Rahmen der Risikosteuerung geeignete Risikobewältigungsmaßnahmen für die wesentlichen Einzelrisiken bestimmt. Optionen zur Risikobewältigung sind beispielsweise die Vermeidung, Verminderung, ein Transfer oder die Akzeptanz.
In einer Nettobetrachtung hat creditshelf entschieden, einen Risk Level bis „mittel“ zu akzeptieren. Das heißt, es können, aber es müssen keine risikomindernden Maßnahmen bei einem Brutto-Risk Level von „mittel“ ergriffen werden. Gleichwohl ist der Vorstand regelmäßig bestrebt, auch hier risikomindernde Maßnahmen zu implementieren. Bei wesentlichen und kritischen Risiken werden in jedem Fall risikoreduzierende Maßnahmen definiert, implementiert und überwacht. Kritische Risiken werden dabei besonders priorisiert.
Bei creditshelf erfolgt die standardisierte Kommunikation zum Risikomanagement intern durch einen vierteljährlich stattfindenden Austausch des Risk Managers mit den Risk Ownern sowie einer anschließenden Berichterstattung an den Vorstand. Neue signifikant erscheinende Risiken oder Umstände, die das Potenzial eines Risikos bedeutend erhöhen könnten, werden ad hoc und außerhalb der standardisierten Kommunikation an den Vorstand berichtet.
Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess
Creditshelf verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess, das sich ebenfalls am COSO-Framework orientiert. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem verfolgt das Ziel, die Rechnungslegung einheitlich und im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben, den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung und den International Financial Reporting Standards (IFRS) sicherzustellen sowie den Abschlussadressaten des Konzern- und Jahresabschlusses zutreffende und verlässliche Informationen zur Verfügung zu stellen.
Im rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem wurden geeignete Strukturen sowie Prozesse definiert und in der Organisation umgesetzt. Der Rechnungslegungsprozess ist so implementiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung sämtlicher geschäftlichen Prozesse und Transaktionen gewährleistet ist.
Das Kontrollsystem umfasst neben systemtechnischen Kontrollen auch manuelle Kontrollen sowie zur Sicherstellung des Vier-Augen-Prinzips eine angemessene Funktionstrennung auf allen Ebenen. Die Gesellschaft unterhält aufgrund der Größe des Konzerns keine konzerneigene interne Revision.
Die Finanzbuchhaltung der Tochtergesellschaft creditshelf service GmbH wird konzerneinheitlich und zentral von der Finanzbuchhaltung der creditshelf Aktiengesellschaft vorgenommen und die Abschlusserstellung erfolgt durch Mitwirkung eines externen Dienstleisters.
Der Vorstand der Gesellschaft ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung des internen Kontrollsystems, welches das (konzern-)rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem mit einschließt.
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem für die creditshelf Gruppe wurde bis zum Geschäftsjahresende 2018 weiter ausgebaut.
Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem ist Bestandteil des Risikomanagements des Konzerns und umfasst alle organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Erkennung und zum Umgang mit den Risiken der Finanzberichterstattung.
Die für die kontinuierliche Verfolgung der Risikoentwicklung und laufende Überprüfung der rechnungslegungsbezogenen Daten relevanten Risiken werden von dem zuständigen Risk Owner überwacht. Die Ergebnisse der regelmäßigen Überwachung werden quartalsweise mit dem Risk Manager identifiziert, dokumentiert und beurteilt.
Geeignete Maßnahmen zur Überwachung sowie zur Risikoverbesserung von rechnungslegungsbezogenen Risiken sind durch das Risikomanagement des Konzerns eingerichtet.
2.3.2. Risikobericht
Die Darstellung der folgenden Risiken lehnt sich an die intern vorgegebene Kategorisierung nach Risikoarten an und folgt einer Nettobetrachtung.
Die Gesellschaft ist von verschiedenen makroökonomischen Trends abhängig, wie etwa der Entwicklung der Gesamtwirtschaft sowie der Inflations- und Zinsentwicklung. Steigende Zinsen können zu vermehrten Kreditausfällen und einer geringeren Nachfrage auf Seiten der Kreditnehmer führen. Zudem eröffnen sich daraus für Investoren weitere Anlageklassen mit geringem Risikoprofil wie beispielsweise Staatsanleihen. Basierend auf aktuellen Veröffentlichungen der Bundesbank18, geht der Vorstand von abnehmenden Wachstumsraten und Bankzinsen aus, die von einem niedrigen Niveau kommend lediglich leichtere Aufwärtsentwicklungen erfahren werden.
Risikobewertung: gering
Die creditshelf Gruppe hat in der Vergangenheit Fehlbeträge erwirtschaftet und könnte auch in Zukunft solche Fehlbeträge generieren. Hierbei können insbesondere steigende Betriebsausgaben oder Entscheidungen für weitere Investitionen in Wachstum eine Rolle spielen. Eine nachhaltige Verlustsituation kann längerfristig zu einem Liquiditätsrisiko führen. Durch den erfolgreichen Börsengang im zweiten Halbjahr 2018 sieht der Vorstand dieses Risiko in einer kurz- bis mittelfristigen Betrachtung als gering an.
Als Maßnahmen werden bereits quartalsweise Cashflow-Prognosen durchgeführt sowie frühzeitige Vorbereitungen auf potenzielle Finanzierungsrunden getroffen.
Datenverluste und Systemschädigungen
18 Deutsche Bundesbank Monatsbericht Dezember 2018
Aufgrund des digitalen Geschäftsmodells von creditshelf ist die Gesellschaft potenziell besonders anfällig für Datenverluste und Systemschädigungen durch externe Angriffe auf die IT-Systeme und durch unzureichende Schutzmaßnahmen. Folgen daraus können datenschutzrechtlicher Natur sein, aber auch Reputationsverluste und nachgelagert finanzielle Verluste bedeuten.
Es wurden zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der IT-Infrastruktur getroffen. Darüber hinaus bestehen Dienste zur Erkennung von externen Angriffen. Zur Überprüfung der Wirksamkeit werden Penetrationstests durchgeführt.
Schwachstellen bei der Softwareentwicklung
Die Produkte und Dienstleistungen der Gesellschaft sowie ihre internen Systeme sind auf technisch komplexe selbsterstellte Software angewiesen. Wenn creditshelf nicht in der Lage sein sollte, die Plattform fehlerfrei zu betreiben, die Internetnetzwerke und IT-Systeme der creditshelf Gruppe aufrecht zu halten, zu warten, einzubinden und zu skalieren sowie entsprechend den Anforderungen weiterzuentwickeln, könnte dies einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.
creditshelf hat entsprechende Maßnahmen getroffen, um Fehler bei der Softwareentwicklung zu vermeiden. Hierzu zählen beispielsweise etablierte standardisierte Prozesse mit Kontrollschleifen und Testverfahren. Die Freigabe neuer Produkte und Prozesse erfolgt mit den entsprechenden Risiko- und Produktverantwortlichen, sodass potenzielle Fehlentwicklungen rechtzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden können.
Eingeschränkte Betriebsbereitschaft aufgrund von infrastrukturellen Störungen
Ausfälle oder Störungen der Strom-, Netzwerk- und Internetanbindung können zu sehr starken Einschränkungen der Geschäftstätigkeit führen.
Zur Begrenzung dieses Risikos werden Redundanzen in der Hardware, im Netzwerk und in der Internetverbindung risikoorientiert eliminiert, beispielsweise durch eine Internetverbindung, die auf physisch abgegrenzten, separaten Netzen basiert.
Compliance und Rechtsrisiken
Schadensersatzansprüche seitens der Investoren
Der Konzern ist einer Vielzahl von Rechtsrisiken ausgesetzt. Sollten Investoren beispielsweise Verluste ihrer Investition erleiden, so könnten diese bestrebt sein, Ansprüche gegen creditshelf herzuleiten. Derzeit wurden keine Ansprüche geltend gemacht.
creditshelf hat umfassende Prozesse implementiert, um Kreditausfallrisiken zu vermindern. Erkennbare Ausfallrisiken werden den Investoren frühzeitig transparent offengelegt. Es erfolgt eine kontinuierliche Begutachtung der Risikopositionen aus rechtlicher und operationeller Perspektive.
Verstöße gegen regulatorische Anforderungen
creditshelf unterliegt zahlreichen regulatorischen Anforderungen wie beispielsweise der Finanzanlagenvermittlerverordnung. Darüber hinaus ist der Konzern von einer Vielzahl von Gesetzen und Vorschriften zum Datenschutz und zur Datensicherheit betroffen, von denen sich viele noch in der Entwicklung befinden. Die Nichteinhaltung von regulatorischen Anforderungen und Vorschriften kann zu Reputationsverlusten, Einschränkungen der Geschäftstätigkeit oder Strafzahlungen führen.
Durch die implementierten Compliance-Richtlinien und Verfahren, auch in Hinblick auf die regulatorisch geforderte ad-hoc Publizitätspflichten sowie die zusätzlich geschaffenen Kapazitäten im Bereich Legal, konnte das Risiko erheblich reduziert werden.
Die creditshelf Gruppe selbst gewährt keine Kredite. Neben einer Vermittlungsgebühr vom Kreditnehmer werden weitere Erträge gegenüber den Investoren erzielt, die zur Zahlung fällig werden, wenn der Kreditnehmer Rückzahlungen auf das Darlehen leistet. Ausfälle der Kreditnehmer können daher zu geringeren Erlösen im Konzern führen, wenn die Gesellschaft auf die Einforderung der Investorengebühren in diesen Fällen verzichtet.
Wenn Kreditnehmer mit ihren Krediten in Verzug geraten oder ausfallen, würde sich die Rendite für Investoren, die in diese Darlehen investiert haben, nachteilig verändern und die Reputation der creditshelf könnte geschädigt sowie das erwartete Umsatz- und Ertragswachstum beeinträchtigt werden.
Um die Forderungsausfallrisiken zu reduzieren, wendet die creditshelf Gruppe Analyse- und Scoringverfahren an. Aufgrund der kurzen operationalen Historie sind die zur Verfügung stehenden Eingangsdaten jedoch noch limitiert. In der Bilanz werden auf Basis gewonnener Erfahrungen Einzelwertberichtigungen vorgenommen.
Obwohl die creditshelf Gruppe über eine Vielzahl an Investoren verfügt, ist eine relativ geringe Anzahl an Investoren für ein relativ hohes Euro-Volumen der Investitionen in über die creditshelf Plattform arrangierte Kredite verantwortlich. Sollten es diese Investoren unterlassen künftig über die creditshelf Plattform Fremdkapital anzubieten, könnte möglicherweise die Nachfrage von Kreditnehmern im geplanten Umfang nicht bedient werden.
Um dem Beschaffungsrisiko entgegenzuwirken, wird versucht, die Finanzierungsbasis durch kontinuierliche Integration von (neuen) Investoren zu erweitern.
Plattformrisiken
Die creditshelf Gruppe ist auf das Wachstum der Nutzerbasis wie beispielsweise Kreditnehmer und Investoren angewiesen. Insbesondere wenn der Konzern nicht in der Lage sein sollte, das Volumen der über die creditshelf Plattform arrangierten Kredite aufrechtzuerhalten oder zu erhöhen, werden die Geschäftstätigkeit und die Lage der Gesellschaft beeinträchtigt.
Der Erfolg des Unternehmens hängt daher erheblich von dem Erfolg der Marketinganstrengungen ab. Sollte creditshelf nicht in der Lage sein, (weitere) Kunden und andere Nutzer für die Produkte und Dienstleistungen zu gewinnen, könnte dies ihr Geschäft und ihr künftiges Wachstum beeinträchtigen.
creditshelf zielt darauf ab, die Dienstleistungen und Produkte stetig zu verbessern und zu erweitern, außerdem die Finanzierungsbasis zu erweitern und die Finanzierungskonditionen zu verbessern.
Übernahme des Geschäftsmodells durch Wettbewerber
Die Gefahr, dass der allgemeine Wettbewerb das eigene Geschäftsmodell übernimmt, stellt ein (weitestgehend) branchenunabhängiges Unternehmens- und Unternehmerrisiko dar, so auch für creditshelf.
Zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsvorteile werden die Produkte, die interne Organisation, Partnerschaften und das Netzwerk der creditshelf kontinuierlich optimiert und ausgebaut.
Ausbleibende Synergien aus strategischen Partnerschaften
Strategische Partnerschaften könnten sich nicht so entwickeln wie ursprünglich geplant oder nicht in der beabsichtigten Art und Weise zustande kommen.
Der Vorstand der creditshelf steht in kontinuierlichem Kontakt mit aussichtsreichen potenziellen und bestehenden Partnern.
Die Risikosituation hat sich gegenüber der Berichterstattung im Halbjahresfinanzbericht nicht wesentlich verändert. Die Einschätzung des Gesamtrisikos basiert auf dem Risikomanagement der creditshelf. Falls notwendig, wurden bei steuerbaren Risiken entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Hinzu kommen exogene Konjunkturrisiken, die nicht durch die Gesellschaft beeinflussbar sind, jedoch fortlaufend überwacht werden. Eine gesamtheitliche Betrachtung ergibt keine Risiken, die als wesentlich oder kritisch einzustufen wären. Weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit weisen die Risiken einen bestandsgefährdenden Charakter auf. Ein Großteil der Risiken wird vielmehr nach risikoreduzierenden Maßnahmen als gering eingeschätzt. Derzeit sind keine Risiken erkennbar, die die Geschäftsentwicklung der credtishelf nachhaltig negativ beeinflussen könnten.
2.3.3. Chancenbericht
In Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Konzerns ergeben sich eine Vielzahl von Chancen, die es teilweise schnell zu ergreifen gilt. Wir verstehen Chancenmanagement als kontinuierliche Aufgabe. Dabei werten wir regelmäßig Marktanalysen aus und verfolgen Technologietrends im Detail. Darüber hinaus analysieren wir die Bedürfnisse unserer Kunden sowie Wachstumstreiber und branchenspezifische Erfolgsfaktoren.
Die Reihenfolge der folgenden Chancen spiegelt die Einschätzung des Vorstands im Hinblick auf das relative Ausmaß für creditshelf wider und bietet daher einen Anhaltspunkt für die gegenwärtige Bedeutung dieser Chancen. In jenem Umfang wie es wahrscheinlich ist, dass die Chancen eintreten, haben wir diese in unserer Prognose berücksichtigt.
Finanzierungsalternative zu traditionellen Bankkrediten
Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen suchen nach Finanzierungsalternativen zu den klassischen Bankkrediten. Solche Kreditnehmer sind auch zunehmend offen für digitale Angebote, insbesondere für Kredite, die über digitale Online-Kreditplattformen arrangiert werden.
Zunehmende Bereitschaft, in Kredite an kleine und mittlere Unternehmen zu investieren
creditshelf ist der Auffassung, dass Investitionen in Kredite an kleine und mittlere Unternehmen eine attraktive Anlageklasse für Investoren sein können, die eine höhere Rendite anstreben. Nach geltendem deutschen Recht wären Investoren in vielen Fällen von der direkten Kreditvergabe an Kreditnehmer ausgeschlossen, da sie nicht über eine entsprechende Banklizenz verfügen. Die digitalen Online-Kreditplattformen helfen bei der Auswahl potenzieller Kreditnehmer und bieten potenziellen Investoren die Möglichkeit, in ein Kreditportfolio zu investieren.
Banken evaluieren ihre Strategie im Hinblick auf kleine und mittlere kreditnehmende Unternehmen
Immer mehr Banken haben die Absicht geäußert, mit jungen Fin-Tech-Unternehmen zusammenzuarbeiten, um ihr eigenes Angebot zu verbessern. Für Großbanken gelten Betreiber von digitalen Online-Kreditplattformen daher als potenzielle Kooperationspartner. creditshelf ist der Ansicht, dass der von vielen Banken angewandte traditionelle Prozess der Kreditantragsprüfung und -entscheidung aus Sicht der Banken zu kostspielig und ineffizient und aus Sicht des Kreditnehmers zu zeitaufwendig und unsicher ist. Diese Trends erklären, warum in den letzten Jahren die Bedeutung der traditionellen Bankkredite im Finanzierungsmix vieler kleiner und mittlerer Unternehmen abgenommen hat.
2.4. Prognosebericht
In Anlehnung an den Wirtschaftsbericht und unter Berücksichtigung des Wachstumsziels, mittelfristig pro Jahr Kredite in Höhe von 500 Mio. Euro finanzieren zu können sowie einer Conversion Rate von mittelfristig rund 10%, rechnet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2019 mit einem Konzernumsatz von EUR Mio. 4,5 bis EUR Mio. 5,5. Ebenfalls auf Konzernebene erwartet der Vorstand ein negatives EBIT von EUR Mio. 3,5 bis EUR Mio. 4,5.
Das Wachstum der Umsatzerlöse berücksichtigend, ist die Prognose im Wesentlichen geprägt durch hohe Werbekosten zur Positionierung des Unternehmens im Markt. Des Weiteren fließen in die Einschätzung für das Geschäftsjahr 2019 der weitere Aufbau des Personalbestandes sowie das Mitarbeiteraktienprogramm ein. Da der zu buchende Aufwand für das Mitarbeiteraktienprogramm maßgeblich an die Kursentwicklung der creditshelf Aktie geknüpft ist, können entsprechende Kursausschläge erheblichen Einfluss auf das EBIT Ergebnis haben.
Gemäß der definierten Wachstumspfeiler plant das Unternehmen, die eingesetzte Software weiterzuentwickeln, Bank-Kooperationen einzugehen sowie das Produktportfolio zu erweitern, um die Marktposition der creditshelf nachhaltig zu stärken.
Insgesamt sieht der Vorstand das Unternehmen gut für zukünftiges Wachstum positioniert. Die Gesellschaft weist eine hohe Anpassungsfähigkeit seines Geschäftsmodells auf und kann sich in seinem dynamischen Marktumfeld behaupten und flexibel auf individuelle Gegebenheiten reagieren.
Die tatsächliche Entwicklung der creditshelf kann aufgrund der beschriebenen Chancen und Risiken sowohl positiv als auch negativ von unseren Prognosen abweichen (siehe hierzu unseren Risiko- sowie Chancenbericht).
Aufgrund der engen Verflechtung der creditshelf Aktiengesellschaft und ihres hohen Gewichts innerhalb des Konzerns, wird auf einen eigenen Ausblick für die Aktiengesellschaft verzichtet und auf die auf Konzernebene getroffenen Aussagen verwiesen.
2.5. Corporate Governance
2.5.1. Corporate-Governance-Bericht/ Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB19
Nachfolgend berichten wir über die Corporate Governance und die wesentlichen Grundzüge der Unternehmensführung der creditshelf Aktiengesellschaft einschließlich der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex, des Vergütungsberichts und weiterer Angaben nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches.
Vorstand und Aufsichtsrat der creditshelf Aktiengesellschaft haben die folgende Erklärung gemäß § 161 AktG am 3. Januar 2019 verabschiedet und auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht:
„§ 161 AktG verpflichtet den Vorstand und den Aufsichtsrat der creditshelf Aktiengesellschaft jährlich und für das Jahr 2018 erstmals für den Zeitraum seit dem 25. Juli 2018, dem Datum der erstmaligen Zulassung der Aktien zum Börsenhandel im Sinne von § 3 Abs. 2 AktG, zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ (Kodex) entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht.
Nachfolgende Erklärung bezieht sich auf die Kodex-Fassung vom 7. Februar 2017.
Vorstand und Aufsichtsrat der creditshelf Aktiengesellschaft erklären gemäß § 161 AktG, dass im Zeitraum seit dem 25. Juli 2018 dem Kodex mit Ausnahme der nachfolgend genannten Nummern aus den dort genannten Gründen entsprochen wurde und auch künftig mit den genannten Abweichungen entsprochen wird.
Ziffer 3.8 Abs. 3 Kodex (D&O-Versicherung Aufsichtsrat, Selbstbehalt)
Für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist in der Directors & Officers-Versicherung (D&O-Versicherung) kein Selbstbehalt vereinbart. Da die Vergütungsstruktur des Aufsichtsrats auf eine funktions- und aufgabenbezogene feste Vergütung ohne erfolgsorientierte Bestandteile beschränkt ist, würde ein Selbstbehalt für Aufsichtsratsmitglieder, wirtschaftlich betrachtet, zu einem unverhältnismäßigen Ergebnis führen.
19 Die im Kapitel 2.5.1 dargestellten Sachverhalte gelten als lageberrichtsfremd und waren daher nicht Gegenstand einer inhaltlichen Prüfung durch den Konzernabschlussprüfer bzw. den Prüfer des Jahresabschluss der creditshelf Aktiengesellschaft.
Ziffer 3.10 Satz 1 Kodex (Bericht über die Corporate Governance und Veröffentlichung im Zusammenhang mit der Erklärung zur Unternehmensführung)
Da die creditshelf Aktiengesellschaft bis zum 25. Juli 2018 nicht Adressat des Kodex war, wurde bislang kein Bericht über die Corporate Governance erstellt und veröffentlicht. Vor diesem Hintergrund wird vorsorglich eine Abweichung von der Empfehlung in Ziffer 3.10 Satz 1 Kodex erklärt. creditshelf Aktiengesellschaft beabsichtigt, künftig vorgenannter Empfehlung zu entsprechen.
Ziffer 4.1.3 Satz 2 Hs. 2 Kodex (Offenlegung der Grundzüge des Compliance Management Systems)
Da die creditshelf Aktiengesellschaft bis zum 25. Juli 2018 nicht Adressat des Kodex war, wurden die Grundzüge des Compliance Management Systems der creditshelf Aktiengesellschaft bislang nicht offengelegt. Selbstverständlich hat die creditshelf Aktiengesellschaft ein Compliance Management System, welches fortlaufend weiterentwickelt wird.
Ziffer 4.1.5 Satz 1 Kodex (Diversity bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen)
Angesichts der Größe der creditshelf Aktiengesellschaft erfolgten Einstellungen in erster Linie nach der fachlichen Qualifikation und dies wird auch weiterhin der Fall sein. Selbstverständlich wird dabei aber auch der Gesichtspunkt Diversity und insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen berücksichtigt.
Ziffer 4.2.2 Abs. 2 Satz 3 Kodex (Durchführung Vergütungsvergleich)
Die dieser Empfehlung zu Grunde liegende Wertung ist auf die creditshelf Aktiengesellschaft nicht übertragbar. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder ist im Vergleich zur Vergütung von Vorstandsmitgliedern bei anderen börsennotierten Gesellschaften äußerst moderat. Außerdem erscheint ein solcher Vergleich angesichts der geringen Anzahl an Mitarbeitern unverhältnismäßig.
Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 2 Kodex (fixe und variable Bestandteile der monetären Vergütung)
Derzeit erhalten die Mitglieder des Vorstands keine variable Vergütung. Der Aufsichtsrat ist der Überzeugung, dass die Aussicht auf eine künftige Erhöhung der Vergütung im Falle einer positiven Entwicklung der creditshelf Aktiengesellschaft auf eine nachhaltige Entwicklung der creditshelf Aktiengesellschaft ausgerichtet ist.
Ziffer 4.2.3 Abs. 4 Kodex (Abfindungscap)
Angesichts der Höhe der vereinbarten Vergütung für die einzelnen Vorstandsmitglieder und deren jeweiligen Amtszeit, ist ein Abfindungscap nach Auffassung des Aufsichtsrats unangemessen.
Ziffer 4.2.3 Abs. 6 Kodex (Information über die Grundzüge des Vergütungssystems)
Da die creditshelf Aktiengesellschaft bis zum 25. Juli 2018 nicht Adressat des Kodex war, wurden die Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand der creditshelf Aktiengesellschaft bislang nicht offengelegt. Auch künftig ist nicht beabsichtigt, die Hauptversammlung der creditshelf Aktiengesellschaft über die Grundzüge des Vergütungssystems der Vorstandsmitglieder und deren Veränderung gesondert zu informieren, da die entsprechenden Informationen im Rahmen des Geschäftsberichts, erstmals für das Geschäftsjahr 2018, offengelegt werden, der allen Aktionären zur Verfügung steht.
Ziffer 4.2.5 Abs. 2 bis 4 Kodex (Inhalt des Vergütungsberichts)
Gemäß Ziffer 4.2.5 Abs. 2 Kodex soll der Vergütungsbericht Angaben zur Art der von der Gesellschaft erbrachten Nebenleistungen enthalten. Da die Nebenleistungen im absolut üblichen und angemessenen Rahmen liegen, ist es die Auffassung des Aufsichtsrats, dass das Interesse der derzeitigen Vorstandsmitglieder an einer Wahrung ihrer Privatsphäre Vorrang gegenüber einer Auflistung der Nebenleistungen hat.
Gemäß Ziffer 4.2.5 Abs. 3 und 4 Kodex soll eine individualisierte Offenlegung der Vergütung der Mitglieder des Vorstands unter Verwendung der dem Kodex beigefügten Mustertabellen erfolgen. In der Hauptversammlung vom 18. Juni 2018 wurde eine Befreiung von der Verpflichtung einer individualisierten Offenlegung der Vergütung der Vorstandsmitglieder gemäß §§ 286 Abs. 5, 314 Abs. 2 HGB beschlossen. Da die in Ziffer 4.2.5 Abs. 3 und 4 Kodex enthaltenen Empfehlungen eine individualisierte Offenlegung der Vergütung der Vorstandsmitglieder erfordern, kann dieser Empfehlung nicht gefolgt werden.
Ziffer 5.1.2 Abs. 1 Satz 2 Kodex (Zusammensetzung Vorstand)
Die Bestellung der Vorstandsmitglieder der creditshelf Aktiengesellschaft erfolgte aufgrund fachlicher und persönlicher Qualifikation. Selbstverständlich wird der Aufsichtsrat bei künftigen Veränderungen im Vorstand auch den Gesichtspunkt Diversity berücksichtigen.
Ziffer 5.1.2 Abs. 2 Satz 3 (Altersgrenze für Vorstandsmitglieder)
Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder der creditshelf Aktiengesellschaft erachtet der Aufsichtsrat derzeit für nicht erforderlich.
Ziffern 5.3.1 Satz 1, 5.3.2 Abs. 1, 3, 5.3.3 Kodex (Bildung von Ausschüssen des Aufsichtsrats)
Angesichts der Größe des Aufsichtsrats erachtet der Aufsichtsrat die Bildung von Ausschüssen und somit auch die Bildung eines Prüfungsausschusses und Nominierungsausschusses für nicht notwendig. Aus diesem Grund kann auch nicht der in Ziffer 5.3.2 Abs. 3 Kodex enthaltenen Empfehlung entsprochen werden.
Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1 und 2 Kodex (Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats, Kompetenzprofil)
Derzeit ist die Benennung von Zielen zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats und die Erarbeitung eines Kompetenzprofils hierzu ohne Bedeutung. Der Aufsichtsrat wird sich bei der nächsten Aufsichtsratswahl selbstverständlich damit auseinandersetzen.
Ziffer 7.1.2 Satz 3 (Veröffentlichungsfristen für Finanzinformationen)
Die creditshelf Aktiengesellschaft veröffentlicht unterjährige Finanzinformationen innerhalb der gesetzlichen Fristen gemäß WpHG. Derzeit benötigt die creditshelf Aktiengesellschaft diesen Zeitraum für die Veröffentlichung der unterjährigen Finanzinformationen und wird ihn gegebenenfalls in Zukunft auf 45 Tage anpassen.
Vorstand und Aufsichtsrat der creditshelf Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main.“
Unternehmensführungspraktiken, die über gesetzliche Anforderungen hinaus angewandt werden – insb. Corporate Compliance
Die Gesellschaft ist sich ihrer unternehmerischen Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Gesellschaft und Umwelt bewusst. Verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln ist für die Gesellschaft eine zentrale Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und langfristigen unternehmerischen Erfolg. Hinsichtlich der unternehmerischen Verantwortung orientiert sich die Gesellschaft an den gültigen rechtlichen Rahmenbedingungen sowie an internen Richtlinien.
Corporate Compliance ist bei der Gesellschaft eine wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands und umfasst Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher und behördlicher Vorschriften, unternehmensinterner Richtlinien sowie Kodizes. Darin eingeschlossen sind unter anderem Kartell- und Korruptionsvorschriften sowie die Regelungen des Kapitalmarktrechts. Die Gesellschaft erwartet von allen Mitarbeitern ein rechtlich einwandfreies Verhalten im unternehmerischen Alltag.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde das Thema Compliance mit der Einstellung eines Leiters Recht und Compliance personell zugeordnet. Dieser berichtet direkt an den Vorstand. Dies erlaubt, dass Compliance-Themen zeitnah und professionell adressiert werden. Darüber hinaus folgt die Gesellschaft kodifizierten und IT-gestützten Prozessen im Rahmen des Onboardings („Know Your Customer-Prinzip“) für Unternehmen und Investoren, der Vorbereitung der Kreditvergabe durch die Fronting Bank sowie des Vertragsmanagements und der Kontrolle des Zahlungslaufs. An identifizierten kritischen Punkten wurde ein Vier-Augen-Prinzip etabliert. Im Rahmen der kontinuierlichen Optimierung interner Prozesse der Gesellschaft wurde ein Internes KontrollSystem (IKS) etabliert, dass die Prävention, Überwachung und Intervention umfasst. Ein dezidiertes Zugangs- und Rechte-System auf „Need-to-Know“ Basis sichert die Vertraulichkeit von sensitiven Informationen. Die Überwachung von Compliance-relevanten Risiken erfolgt im Rahmen eines standardisierten Entity-Risk-Management (ERM) Prozesses. Mitarbeiter der Gesellschaft erhalten für relevante Regelungen (Policy-), Verfahren (Procedure-) und Compliance-Themen entsprechende Dokumentationen und Schulungen. Die bestehenden Regelungen und Verfahren (Policies & Procedures) werden fortlaufend überprüft und ggf. weiterentwickelt.
Den Beschäftigten wird über ein elektronisches Hinweisgebersystem auf geeignete Weise die Möglichkeit eingeräumt, geschützt Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben.
Bei der creditshelf Aktiengesellschaft obliegt dem Vorstand die Verantwortung für die Strategie und Steuerung des Konzerns. Der Aufsichtsrat berät den Vorstand und überwacht dessen Geschäftsführung. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten im Interesse des Unternehmens eng zusammen mit dem Ziel, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Dazu berichtet der Vorstand dem Aufsichtsrat regelmäßig, umfassend und zeitnah über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, der Risikoentwicklung und der Compliance. Ziel- und Planungsabweichungen werden dem Aufsichtsrat erläutert. Die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung des Konzerns wird mit dem Aufsichtsrat abgestimmt und erörtert.
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats dürfen bei ihren Entscheidungen und im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für die creditshelf Aktiengesellschaft weder persönliche Interessen verfolgen noch anderen Personen ungerechtfertigte Vorteile gewähren. Im Geschäftsjahr 2018 ist es zu keinen Interessenkonflikten von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern gekommen.
Im Vorstand der creditshelf Aktiengesellschaft sind der Vorstandsvorsitzende und die gleichberechtigten Vorstände mit den einzelnen Zentralfunktionen umfassenden Vorstandsressorts vertreten. Dem Vorstand gehörten zum Geschäftsjahresende 2018 drei Mitglieder an. Die Steuerung des creditshelf Konzerns erfolgt durch den Vorstand der creditshelf Aktiengesellschaft als Muttergesellschaft. In dieser sind alle Leitungsfunktionen gebündelt. Zu den zentralen Aufgaben des Vorstands gehören die Festlegung der Unternehmensstrategie, die Unternehmensfinanzierung, das Risikomanagement sowie die Steuerung des Vertriebs. Des Weiteren ist der Vorstand für die Aufstellung der Jahres-, Konzern- und Zwischenabschlüsse sowie für die Einrichtung und Überwachung des Risikomanagementsystems zuständig. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevante Themen, u. a. die Planung, den Geschäftsverlauf, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Risikosituation, das Risikomanagements und die Compliance. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen ist der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Für solche Entscheidungen sind zudem Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats vorgesehen. Der Vorstand sorgt für eine offene und transparente Unternehmenskommunikation.
Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft in eigener Verantwortung. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, das heißt, die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Jedem Vorstandsmitglied sind im Geschäftsverteilungsplan bestimmte Aufgaben zur besonderen Bearbeitung zugewiesen. Bestimmte Entscheidungen, insbesondere solche, bei denen die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich ist oder für die der Vorstand nach Gesetz oder Satzung zuständig ist, sind nach der Geschäftsordnung dem Gesamtvorstand vorbehalten. Ein Beschluss des Gesamtvorstands ist außerdem in Angelegenheiten herbeizuführen, die dem Vorstand durch den Vorstandsvorsitzenden oder ein Vorstandsmitglied zur Entscheidung vorgelegt werden.
Die Sitzungen des Vorstands sollen in regelmäßigen Abständen stattfinden. Sie werden vom Vorstandsvorsitzenden einberufen. Dieser setzt auch die Tagesordnung fest und leitet die Sitzungen. Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder geladen sind und mindestens die Hälfte seiner Mitglieder an der Beschlussfassung teilnimmt. Die Beschlüsse des Vorstands sind mit einfacher Stimmenmehrheit der abgegebenen Stimmen gültig. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorstandsvorsitzenden, soweit der Vorstand aus mehr als zwei Mitgliedern besteht. Beschlüsse können auch außerhalb von Sitzungen durch Stimmabgabe in Textform oder telefonisch gefasst werden, wenn kein Vorstandsmitglied diesem Verfahren unverzüglich widerspricht. Weitere Einzelheiten sind in der Geschäftsordnung für den Vorstand geregelt.
Der Aufsichtsrat der creditshelf Aktiengesellschaft bestellt die Vorstandsmitglieder und berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Dem Aufsichtsrat gehören sechs Mitglieder an. Auf Basis des Deutschen Corporate Governance Kodex („DCGK“) misst die Gesellschaft der Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder eine hohe Bedeutung bei. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der creditshelf Aktiengesellschaft verfügen über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und die fachliche Kompetenz für ihre ausgeübten Tätigkeiten.
Eine Geschäftsordnung regelt die Aufgaben des Aufsichtsrats, insbesondere die interne Organisation, und die Zustimmungserfordernisse des Gremiums bei Vorstandsentscheidungen. Sitzungen des Aufsichtsrats finden mindestens viermal im Jahr, mit mindestens zwei Sitzungen in einem Kalenderhalbjahr statt, soweit eine geschäftliche Veranlassung dazu vorliegt oder ein Mitglied des Aufsichtsrats oder des Vorstands dies verlangt. Die Einberufung der Sitzungen erfolgt grundsätzlich durch den Vorsitzenden.
Der Aufsichtsrat ist nur beschlussfähig, wenn mindestens drei Mitglieder an der Beschlussfassung teilnehmen. Schriftliche, telegrafische, fernmündliche, elektronische oder per Telefax erfolgende Beschlussfassungen des Aufsichtsrats sind zulässig, wenn der Vorsitzende des Aufsichtsrats dies anordnet. Entscheidungen bedürfen grundsätzlich der einfachen Mehrheit. Bei Stimmengleichheit hat der Aufsichtsratsvorsitzende in einer zweiten Abstimmung bei erneuter Stimmengleichheit ein zweifaches Stimmrecht.
Der Aufsichtsrat tagt ohne die Vorstandsmitglieder, sofern der Vorsitzende des Aufsichtsrats im Einzelfall eine entsprechende Anordnung trifft (z.B. soweit dies für eine unabhängige Beratung und Entscheidungsfindung erforderlich ist). Weitere Einzelheiten sind in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat geregelt.
Die Benennung von Zielen zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats und die Erarbeitung eines Kompetenzprofils sind momentan nicht relevant. Der Aufsichtsrat wird sich bei der nächsten Aufsichtsratswahl selbstverständlich mit diesen Fragen auseinandersetzen.
Angesichts der Größe des Aufsichtsrats wurde von der Bildung von Ausschüssen abgesehen, sodass somit auch die Bildung eines Prüfungsausschusses und Nominierungsausschusses für nicht notwendig erachtet wurde.
Nach Einschätzung des Aufsichtsrats besteht der Aufsichtsrat aus einer angemessenen Zahl unabhängiger Mitglieder. Mit Ausnahme von Herrn Elgeti, der aufgrund seiner mittelbaren kontrollierenden Beteiligung an der Aktionärin der Gesellschaft Hevella Capital GmbH & Co. KGaA, die nach Kenntnis der Gesellschaft 39% der Stimmrechte der Gesellschaft kontrolliert, sowie seiner mittelbaren kontrollierenden Beteiligung an der Aktionärin der Gesellschaft Obotritia Capital KGaA, die nach Kenntnis der Gesellschaft 3,04% der Stimmrechte der Gesellschaft kontrolliert und somit nicht als unabhängig anzusehen ist, sind sämtliche Aufsichtsratsmitglieder als unabhängig anzusehen. Bei den unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern handelt es sich somit um Frau Heraeus-Rinnert sowie die Herren Hentschel, Prof. Dr. Schiereck, Dr. Rauhut und Pinto Coelho.
Feststellungen nach § 76 Abs. 4 bzw. § 111 Abs. 5 AktG
Der Vorstand hat am 19. Dezember 2018 gemäß § 76 Abs. 4 AktG die folgende Zielgröße für den Frauenanteil in der Führungsebene unterhalb des Vorstands festgesetzt: 28,6%. Die entsprechende Zielgröße soll bis zum 31. Dezember 2022 erreicht werden. Im Berichtszeitraum wurden die festgesetzten Zielgrößen erreicht. Eine weitere Führungsebene unterhalb des Vorstandes besteht derzeit nicht, weshalb hierfür keine Zielgrößen festgelegt wurden.
Aufgrund der Tatsache, dass die Gesellschaft erst seit kurzem börsennotiert ist, hat der Aufsichtsrat bisher die Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und Vorstand noch nicht festgesetzt und beabsichtigt dies zeitnah nachzuholen. Mit Julia Heraeus-Rinnert gehört dem Aufsichtsrat bereits eine Frau an.
Angaben der creditshelf Aktiengesellschaft zu § 289f Abs. 2 Nr. 5 und Nr. 6 HGB sind nicht erforderlich, da die creditshelf Aktiengesellschaft nicht zu den berichtspflichtigen Gesellschaften nach diesen Vorschriften gehört.
Die Aktionäre der creditshelf Aktiengesellschaft nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr. Jede Aktie der creditshelf Aktiengesellschaft gewährt eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind sämtliche Aktionäre berechtigt, die ihren Aktienbesitz zu einem bestimmten Datum im Vorfeld der Hauptversammlung (sog. Record Date) nachweisen. Die Anteilseigner können ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung entweder selbst ausüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben lassen. Auf der Website der Gesellschaft stehen den Aktionären frühzeitig auch alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung zur Verfügung.
Wertpapiergeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat, Insiderhandelsverbot
Nach Art. 19 Marktmissbrauchsverordnung sind die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und ihnen nahestehende Personen gesetzlich verpflichtet, den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der creditshelf Aktiengesellschaft oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte, die sie innerhalb deines Kalenderjahres getätigt haben, die Summe von 5.000 EUR erreicht oder überschreitet. Das gilt auch für bestimmte Mitarbeiter mit Führungsaufgaben.
Um Regelverstöße gegen das Insiderhandelsverbot nach Art. 14 Marktmissbrauchsverordnung zu vermeiden, werden von der creditshelf Aktiengesellschaft alle nach den gesetzlichen Regelungen als Insider anzusehende Personen in geeigneter Weise über die relevanten gesetzlichen Bestimmungen für den Handel mit Aktien des Unternehmens belehrt und gleichzeitig schriftlich aufgefordert, schriftlich zu bestätigen, dass sie über die relevanten gesetzlichen Bestimmungen für den Handel mit Aktien des Unternehmens informiert wurden. In den Vorschriften entsprechenden Insiderlisten werden diejenigen konzernangehörigen Personen und externen Dienstleister aufgenommen, die aufgrund ihrer Tätigkeit und Befugnisse bestimmungsgemäß Zugang zu Insiderinformationen haben.
Wir informieren Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten, Medien und die interessierte Öffentlichkeit regelmäßig und zeitnah über die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens. Mit dem Geschäftsbericht, dem Halbjahresfinanzbericht und der Q3-Quartalsmitteilung haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere unsere Aktionäre regelmäßig über die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage berichtet. Darüber hinaus nutzen wir zur Information unserer Aktionäre und aller anderen Personen, die Interesse am Unternehmen zeigen unsere umfassende Internetseite, auf der wir beispielsweise neben unseren Finanzberichten einen Finanzkalender, Ad-hoc-Mitteilungen, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen veröffentlichen.
Der Einzelabschluss der creditshelf Aktiengesellschaft wird nach dem Handelsgesetzbuch aufgestellt, der Konzernabschluss der creditshelf Aktiengesellschaft nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Einzelabschluss und der Konzernabschluss wurden von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main geprüft.
2.5.2. Angaben gemäß §§ 289a, 315a Abs. 1 HGB und erläuternder Bericht gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG
Der Vorstand macht nachfolgend die nach den §§ 289a Abs. 1, 315a HGB vorgeschriebenen Angaben und erläutert diese zugleich gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG.
Das gezeichnete Kapital der creditshelf Aktiengesellschaft beträgt 1.331.250,00 EUR und ist in 1.331.250 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Sämtliche Aktien sind in gleicher Weise gewinnanteilsberechtigt. Die Gesellschaft hält zum 31. Dezember 2018 keine eigenen Aktien. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Übrigen aus den Regelungen des Aktiengesetzes sowie der Satzung der Gesellschaft.
Direkte und indirekte Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen
Außer den im Zuge des Börsengangs vereinbarten, zeitlich begrenzten Lock-up-Regelungen sind dem Vorstand der creditshelf Aktiengesellschaft Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, nicht bekannt.
Bezüglich Angaben zu Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten, wird auf den Anhang Ziffer 13 verwiesen.
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen bei der Gesellschaft nicht.
Nach Kenntnis des Vorstands können die am Kapital der creditshelf Aktiengesellschaft beteiligten Arbeitnehmer die ihnen aus den Aktien zustehenden Kontrollrechte unmittelbar nach den Bestimmungen der Satzung und des Gesetzes ausüben.
Gesetzlichen Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung
Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sind in den §§ 84 und 85 des AktG in Verbindung mit § 6.1 der Satzung geregelt. Danach werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Nach § 6 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Die Anzahl der Mitglieder des Vorstands bestimmt der Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands ernennen.
Die Änderung der Satzung ist gesetzlich in den §§ 133 ff., 179 ff. des AktG geregelt. Diese bedarf grundsätzlich eines Beschlusses der Hauptversammlung. Der Beschluss der Hauptversammlung bedarf einer Mehrheit, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenden Grundkapitals umfasst. Die Satzung kann eine andere Kapitalmehrheit, für eine Änderung des Gegenstands des Unternehmens jedoch nur eine größere Kapitalmehrheit bestimmen. Von diesem Recht wurde in der Satzung der creditshelf Aktiengesellschaft jedoch kein Gebrauch gemacht. Nach § 13.2 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen oder Ergänzungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betreffen.
Gemäß § 18 der Satzung der Gesellschaft werden Beschlüsse der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Mehrheit des Grundkapitals gefasst, soweit nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder der Satzung der Gesellschaft eine größere Mehrheit erforderlich ist. Stimmenthaltung gilt nicht als Stimmabgabe.
Befugnisse des Vorstands Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Der Vorstand kann neue Aktien nur auf Grundlage von Beschlüssen der Hauptversammlung über eine Erhöhung des Grundkapitals oder über genehmigte und bedingte Kapitalien ausgeben. Der Erwerb eigener Aktien ist in den §§ 71 ff. AktG. geregelt und in bestimmten Fällen kraft Gesetzes oder aufgrund einer Ermächtigung der Hauptversammlung zulässig. Eine Ermächtigung eigene Aktien zu erwerben liegt dem Vorstand nicht vor.
Die Hauptversammlung vom 11. Juli 2018 hat den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 10. Juli 2023 (einschließlich) mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 562.500 EUR durch Ausgabe von bis zu 562.500 neuen auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen.
Der Vorstand ist ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats ganz oder teilweise auszuschließen,
um Spitzenbeträge unter Ausschluss des Bezugsrechts zu verwerten;
bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen, insbesondere im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder zum Zwecke des (auch mittelbaren) Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an anderen Unternehmen oder von sonstigen Vermögensgegenständen oder Ansprüchen auf den Erwerb von Vermögensgegenständen;
um Aktien (1.) an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft oder (2.) als Belegschaftsaktien an Arbeitnehmer der Gesellschaft sowie Arbeitnehmer von verbundenen Unternehmen der Gesellschaft auszugeben, im Hinblick auf Arbeitnehmer auch unter Wahrung der Anforderungen des § 204 Abs. 3 AktG;
wenn die neuen Aktien gegen Bareinlage ausgegeben werden und der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenkurs der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet und der rechnerisch auf die neuen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital insgesamt die Grenze von 10% des Grundkapitals der Gesellschaft weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch im Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung übersteigt. Auf diese Begrenzung sind diejenigen Aktien anzurechnen, die während der Wirksamkeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer jeweiligen Ausübung aufgrund anderer Ermächtigungen in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben oder veräußert wurden bzw. auszugeben sind. Ebenfalls anzurechnen sind diejenigen Aktien, die von der Gesellschaft aufgrund von zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der Ermächtigung ausgegebenen Wandel-/Optionsschuldverschreibungen ausgegeben wurden beziehungsweise noch ausgegeben werden können, sofern die Wandel/Optionsschuldverschreibungen nach dem Wirksamwerden dieser Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre durch die Gesellschaft oder ihre Konzerngesellschaften ausgegeben wurden;
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhungen aus dem Genehmigten Kapital und ihrer Durchführung, insbesondere den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe, festzulegen.
Das Grundkapital ist um bis zu 562.500 EUR bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch Ausgabe von bis zu 562.500 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab Beginn des Geschäftsjahrs ihrer Ausgabe nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber beziehungsweise Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus Optionsschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch die Hauptversammlung vom 11. Juli 2018 begeben werden, von ihrem Wandlungs-/Optionsrecht Gebrauch machen, ihrer Wandlungs-/Optionspflicht genügen oder Andienungen von Aktien erfolgen und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu den nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungs-/Optionspreisen. Der Vorstand wird ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.
Zwischen der Gesellschaft und der MHB-Bank AG, die als sogenannte Fronting Bank mit Vollbanklizenz die entsprechenden Kredite vergibt, besteht eine Kooperationsvereinbarung mit entsprechender Vergütungsabsprache, die auch in bestimmten Fällen eines Eigentümerwechsels (sog. Change of Control) Zahlungen bzw. Kündigungsrechte vorsieht.
Entschädigungsvereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands oder mit Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots gemäß § 315a Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 HGB bestehen nicht.
2.5.3. Vergütungsbericht gemäß § 315a Abs. 2 i.V.m. § 314 Abs. 1 Nr. 6 lit. a) Satz 1 bis 4, lit. b) und lit. c) HGB
Der nachstehende Vergütungsbericht stellt die Grundzüge der Vergütungssysteme für den Vorstand und den Aufsichtsrat der creditshelf Aktiengesellschaft sowie die Bezüge der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2018 dar. Hierbei ist zu beachten, dass die Hauptversammlung der Gesellschaft gemäß § 314 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. § 286 Abs. 5 Satz 1 HGB mit Beschluss vom 18. Juni 2018 beschlossen hat, dass Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 lit. a) Satz 5 bis 8 HGB zu unterbleiben sind.
Die Vorstandsvergütung wurde zum 13. Juni 2018 durch den Aufsichtsrat geregelt. Dies erfolgte unter Berücksichtigung allgemeiner Marktstandards, rechtlicher Anforderungen gemäß § 87 AktG und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Vorstandsvergütung wird ab Laufzeitbeginn der Verträge alle zwei Jahre durch den Aufsichtsrat auf dessen Angemessenheit geprüft.
Die Dienstverträge aller drei Vorstandsmitglieder sehen insgesamt ein jährliches Bruttofixgehalt in Höhe von 300 TEUR vor. Dieses wird in zwölf gleichen Teilbeträgen monatlich bezahlt. Eine darüber hinausgehende Barvergütung wird nicht geschuldet. Neben der Barvergütung erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen im üblichen Rahmen. Hierzu zählen insbesondere übliche Zuschüsse zur Renten- und Krankenversicherung und eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sog. D&O Versicherung). Kredite oder Vorschüsse wurden Mitgliedern des Vorstands nicht gewährt. Mit der oben erwähnten Vergütung ist eine etwaige Tätigkeit in der Tochtergesellschaft der Gesellschaft abgegolten.
Für den Fall des erfolgreichen Börsengangs der Gesellschaft bestanden zwischen Dr. Mark Währisch und der Gesellschaft gesonderte Vereinbarungen. Zum einen eine einmalige zusätzliche Zahlung als Anreiz zum längerfristigen Verbleib in der Gesellschaft sowie eine Zahlung zur Abgeltung seiner Ansprüche aus dem sogenannten virtuellen Beteiligungsprogramm der creditshelf GmbH vom 4. November 2015.
Wie erwähnet, sehen die Dienstverträge für den Fall der Beendigung der Dienstverhältnisse aufgrund eines Kontrollwechsels keine gesonderte Vergütung vor.
Im Berichtsjahr 2018 betrug die Gesamtvergütung des Vorstands 1.724 TEUR. Dies beinhaltet auch gezahlte Vergütungen vor Wandlung in eine Aktiengesellschaft.
Die Vergütung des Aufsichtsrats wird von der Hauptversammlung festgelegt. Die Vergütung des Aufsichtsrats der creditshelf Aktiengesellschaft ist in §14 der Satzung geregelt.
Für das Berichtsjahr 2018 steht den Aufsichtsratsmitgliedern eine Vergütung in Höhe von insgesamt 64 TEUR netto zu. Weiterhin wurden Reisekosten in Höhe von 1 TEUR an den Aufsichtsrat gezahlt. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat auf seine Vergütung für den Berichtszeitraum verzichtet. Der angegebene Betrag enthält neben der Vergütung zusätzlich auch die jedem Aufsichtsratsmitglied erstatteten Auslagen, jedoch nicht die auf den entsprechenden Bezügen und Auslagen entfallene Umsatzsteuer.
Zusätzlich wurde zugunsten der Mitglieder des Aufsichtsrats von der Gesellschaft eine D&O Versicherung abgeschlossen.
Kredit bzw. Vorschüsse wurden an Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft nicht gewährt. § 315 Abs. 2 i.V.m. § 314 Abs. 1 Nr. 6 lit. b) HGB ist auf die Aufsichtsratsmitglieder der Gesellschaft nicht anwendbar.
I) Allgemeine Angaben
Die creditshelf Aktiengesellschaft, mit Sitz in Frankfurt am Main, ist eine nach deutschem Recht eingetragene Aktiengesellschaft, deren Aktien seit dem 25. Juli 2018 im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse öffentlich gehandelt werden. Die Umwandlung der creditshelf GmbH zur creditshelf Aktiengesellschaft wurde am 13. Juni 2018 im Handelsregister Frankfurt des Amtsgerichts Frankfurt am Main (Handelsregister-Nummer HRB 112087) eingetragen. Das Grundkapital der Gesellschaft betrug zum Zeitpunkt der Umwandlung 79,8 TEUR und war eingeteilt in 79.822 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je 1,00 EUR.
Die bisherigen Gesellschafter wurden am Grundkapital der Aktiengesellschaft entsprechend dem Verhältnis ihrer bisherigen Beteiligung beteiligt. Die Zahl und der Umfang der Beteiligung der Gesellschafter am Grundkapital der Aktiengesellschaft entsprechen der Zahl und dem Umfang der bisher an der Gesellschaft gehaltenen Geschäftsanteile.
Nach erfolgter Umwandlung wurde in der außerordentlichen Hauptversammlung vom 18. Juni 2018 der Gesellschaft beschlossen, dass das Grundkapital der Gesellschaft um weitere 1.045,2 TEUR durch Ausgabe von neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage erhöht wird. Zur Zeichnung der 1.045.178 neuen Aktien wurden die Aktionäre anteilig Ihrer Beteiligung am Grundkapital der creditshelf zugelassen. Im Rahmen des Börsengang hat die creditshelf 206.250 Aktien bei Investoren platziert. Das Grundkapital betrug zum 31. Dezember 2018 folglich 1.331 TEUR.
Der Jahresabschluss 2018 der creditshelf Aktiengesellschaft ist vom Vorstand nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches unter Beachtung des Aktiengesetzes erstellt. Bei der Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewendet. Die Positionen des Jahresabschlusses sind zum Teil in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Bei Abweichungen handelt es sich um Rundungsdifferenzen.
II) Erläuterungen zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Bei der Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden bis auf gesetzliche Änderungen, unverändert gegenüber dem Vorjahr folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet:
Immaterielle Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten und den Herstellungskosten, gemindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt.
Die Gesellschaft macht vom Ansatzwahlrecht des § 248 Abs. 2 S.1 HGB Gebrauch. Die im Rahmen dessen angesetzten selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit den Entwicklungskosten angesetzt und über die voraussichtliche Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert.
Entwicklungskosten werden hierbei erst aktiviert, wenn der zu entwickelnde immaterielle Vermögensgegenstand hinreichend konkretisiert und bestimmt werden kann. Zuvor angefallene Aufwendungen der Entwicklung werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die für erworbene und selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände zugrunde gelegte voraussichtliche Nutzungsdauer wurde mit 5 Jahren angenommen.
Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, gemindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände vorgenommen. Für Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens wurden hierfür voraussichtliche Nutzungsdauern von 3 – 5 Jahren angenommen.
Die Folgebewertung der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen erfolgt zum niedrigeren Wert aus fortgeführten Anschaffungskosten und beizulegendem Zeitwert. Soweit notwendig wurden im Anlagevermögen außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.
Neuzugänge von geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG) mit Anschaffungskosten von bis zu 800 EUR wurden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert und sofort vollständig abgeschrieben.
Die Beteiligung an der creditshelf service GmbH wurde als Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten bilanziert.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum niedrigeren Wert aus Nominalwert oder beizulegendem Zeitwert angesetzt. Allen erkennbaren Risiken wurde durch angemessene, einzeln angesetzte Abwertungen Rechnung getragen.
Guthaben bei Kreditinstituten wurden zum Nennwert bewertet.
Für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten wurden sonstige Rückstellungen gebildet. Alle erkennbaren Risiken wurden berücksichtigt. Die Bewertung basiert auf dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.
III) Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen haben sich im Geschäftsjahr 2018 wie folgt entwickelt:
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2018
Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen
€ Stand 01.01.2018
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 384.469,98 192.624,55 0,00 0,00 577.094,53 86.715,98
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 5.000,00 0,00 1.647.308,60 1.652.308,60 0,00
3. geleistete Anzahlungen 216.222,70 1.865.600,56 0,00 -1.647.308,60 434.514,66 0,00
600.692,68 2.063.225,11 0,00 0,00 2.663.917,79 86.715,98
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 93.846,14 85.536,66 812,00 178.570,80 34.171,14
93.846,14 85.536,66 812,00 0,00 178.570,80 34.171,14
Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 0,00 0,00 0,00 25.000,00 0,00
25.000,00 0,00 0,00 0,00 25.000,00 0,00
719.538,82 2.148.761,77 812,00 0,00 2.867.488,59 120.887,12
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 130.784,55 0,00 217.500,53 359.594,00 297.754,00
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 28.677,60 0,00 28.677,60 1.623.631,00 0,00
3. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 434.514,66 216.222,70
159.462,15 0,00 246.178,13 2.417.739,66 513.976,70
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 44.713,66 812,00 78.072,80 100.498,00 59.675,00
44.713,66 812,00 78.072,80 100.498,00 59.675,00
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 25.000,00 25.000,00
0,00 0,00 0,00 25.000,00 25.000,00
204.175,81 812,00 324.250,93 2.543.237,66 598.651,70
Die selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände beinhalten die am 15.10.2016 Live geschaltete Internetplattform mit einem Buchwert von 359,6 TEUR (im Vorjahr: 297,8 TEUR). Die Internetplattform wurde im laufenden Wirtschaftsjahr durch interne Mitarbeiter weiterentwickelt. Die auf diese Weiterentwicklung entfallenden Lohnkosten wurden als nachträgliche Herstellungskosten in Höhe von 192,6 TEUR aktiviert und planmäßig über die Laufzeit abgeschrieben.
Bei den ähnlichen Rechten und Werten handelt es sich um die Freischaltung einer Beteiligungsinitiativseite und den Markenkauf der creditshelf mit einem Buchwert zum 31.12.2018 von 8,7 TEUR (im Vorjahr: 0,0 TEUR).
Weiterhin enthält diese Bilanzposition das von der Gesellschaft erworbene Risikotool (EDV-Software), welches aus vier Modulen besteht. Die vier Module werden zur Überprüfung des Kreditrisikos potenzieller Kreditnehmer verwendet. Das Risikotool wir durch einen externen Dienstleister unter Aufsicht der Gesellschaft und Zuarbeiten von eigenen Mitarbeitern hergestellt. Gemäß den vertraglichen Regelungen mit dem externen Unternehmen trägt dieses das Risiko des Scheiterns der Erstellung des Risikotools, daher wurde das Risikotool als erworbener immaterieller Vermögensgegenstand eingestuft.
Im Dezember 2018 wurden drei der vier Module des Risikotools fertiggestellt und in Gebrauch genommen. Mit der Fertigstellung wurden die drei Module einzeln mit den jeweils angefallenen Anschaffungskosten als EDV-Software aktiviert. Hierzu wurden aus dem Posten Anzahlungen ein Betrag von 1.647,3 TEUR in die immateriellen Vermögensgegenstände umgebucht. Die Anschaffungskosten werden planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben. Das vierte Modul befindet sich zum Bilanzstichtag weiterhin in der Entwicklung. Der Grad der Fertigstellung beläuft sich auf ca. 80 %.
Das Risikotool wird mit einem Buchwert von insgesamt 2.049,4 TEUR (im Vorjahr: 216,2 TEUR) in der Bilanz ausgewiesen, von dem 1.614,9 TEUR (im Vorjahr: 0,0 TEUR) auf die drei bereits aktivierten Module und 434,5 TEUR (im Vorjahr: 216,2 TEUR) auf Anzahlungen für noch nicht aktivierte Module entfällt.
Ein zum Bilanzstichtag auf den Buchwert des Risikotools durchgeführter Werthaltigkeitstest führte zu keinem Abwertungsbedarf.
Bei den Sachanlagen handelt es sich um die gewöhnliche Betriebs- und Geschäftsausstattung der Gesellschaft.
Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen handelt es sich um die 100-prozentige Beteiligung an der creditshelf service GmbH.
Forderungen aus Lieferung und Leistung 33,1 1,1
Forderungen gegen verbundene Unternehmen Forderungen gegen verbundene Unternehmen 9,9 70,0
(bis 1 Jahr) 1.000,0 0,0
Forderungen aus Lieferung und Leistung gegen verbundene Unternehmen (bis 1 Jahr) 1.009,0 266,0
2.018,9 336,0
Sonstige Vermögensgegenstände 20,2 4,4
Forderungen ggf. Personal Lohn- und Gehalt 10,8 0,1
Kautionen 0,0 5,6
Kautionen (größer 1 Jahr) 27,1 27,1
Forderungen ggb. Krankenkasse aus AAG 0,3 0,2
USt-Forderungen Vorjahr 0,1 0,2
Vorst. in Folgeperiode /-jahr abziehbar 3,1 26,8
USt-Vorauszahlung 0,0 14,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3,9 0,1
Umsatzsteuer laufendes Jahr 198,5 0,0
263,9 78,8
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr belaufen sich auf 9,9 TEUR (im Vorjahr: 70,0 TEUR).
Zum 31. Dezember 2018 weisen der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten einen Gesamtbetrag von 9.081,6 TEUR aus (im Vorjahr: 558,3 TEUR).
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wird in Höhe von 123,2 TEUR ausgewiesen (im Vorjahr: 30,2 TEUR).
Unterschiede zwischen HGB und den gesetzlichen Steuervorschriften führen zu temporären Differenzen zwischen dem Buchwert der Vermögensgegenstände und Schulden in der Bilanz und ihrer Steuerbemessungsgrundlage.
Grundlage für die Berechnungen der latenten Steuern sind die aktuellen Steuersätze, die für den Zeitraum gelten, in dem sich zeitliche Unterschiede voraussichtlich ausgleichen. Es wurde ein Steuersatz von 31,925 % zugrunde gelegt. Neben der Körperschaftsteuer von 15 % und dem darauf anfallenden Solidaritätszuschlag von 5,5 % wurde ein Gewerbesteuersatz für Frankfurt am Main von 16,1 % berücksichtigt. Der Hebesatz der Stadt Frankfurt am Main beträgt 460 %.
Die steuerlichen Effekte der temporären Differenzen im Berichtszeitraum stellen sich wie folgt dar:
31.12.2018 Aktive latente Steuern
in TEUR Passive latente Steuern
in TEUR 31.12.2017 Aktive latente Steuern
Immaterielle Vermögensgegenstände 0,0 -114,8 0,0 -95,1
Rückstellungen 472,7 0,0 253,2 0,0
Verbindlichkeiten 26,2 -16,0 0,0 -16,0
Verlustvorträge 3.144,4 0,0 676,0 0,0
Gesamt 3.643,3 -130,8 929,2 -111,1
Nichtansatz aktive latente Steuern 3.512,5
Nach Saldierung 0,0 0,0 818,1 0,0
Die Gesellschaft hat in Vorjahren gem. § 274 Abs. 1 S. 4 HGB aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge gebildet. Dies ist grundsätzlich möglich, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass innerhalb der nächsten 5 Jahre ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, mit dem die ungenutzten steuerlichen Verluste bzw. die ungenutzten Steuergutschriften verrechnet werden können. Für Gesellschaften mit Verlusthistorie sind hierbei jedoch erhöhte Anforderungen hinsichtlich der Nachweise der künftigen Nutzbarkeit der steuerlichen Verlustvorträge vorgesehen. Derartige Nachweise sah das Management der Gesellschaft einerseits in der Tatsache, dass ein Großteil der aufgelaufenen Verluste durch nicht wiederkehrende Einmalaufwendungen verursacht wurde. Andererseits plante das Management für das Jahr 2018 den Abschluss eines Kooperationsvertrags mit einer namhaften deutschen Großbank. Die Verhandlungen hierzu wurden über das gesamte Jahr 2018 geführt. Der Kooperationsvertrag sollte bis zum 15. Dezember 2018 geschlossen werden. Die geplante Vereinbarung sieht vor, dass Kreditanfragen, welche die Bank selbst nicht bedienen möchte, über die Plattform der Gesellschaft eingestellt und vermittelt werden. Das Kreditvolumen sollte dadurch signifikant erhöht werden, was zu einer Erhöhung der Erträge führen würde. Bis zum Bilanzstichtag konnten die Verhandlungen jedoch nicht abgeschlossen werden.
Zwar geht das Management grundsätzlich weiterhin davon aus, dass auch in Zukunft innerhalb des Fünfjahreszeitraums ausreichend steuerliche Gewinne erwirtschaftet werden, um die steuerlichen Verlustvorträge vollends ausschöpfen zu können, doch fehlt hier durch die noch nicht erfolgte Unterzeichnung des Kooperationsvertrages aus Sicht des Managements zunächst ein entscheidender Nachweis, um die künftige Nutzbarkeit der steuerlichen Verlustvorträge hinreichend darlegen zu können. Das Management hat daher dem Vorsichtsprinzip folgend die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und sonstige temporäre Differenzen bis zum Betrag vorliegender passiver latenter Steuern wertberichtigt und zum 31.12.2018 keine weiteren aktiven latenten Steuern gebildet.
Nach § 274 Abs. 1, S. 1 und S. 2 HGB wurden die aktiven latenten Steuern betreffend der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer jeweils mit den passiven latenten Steuern der einzelnen Steuerarten verrechnet ein darüberhinausgehender aktiver Steuerüberhang wurde nicht gebildet und die aktiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag mit 0,0 TEUR (im Vorjahr: 818,1 TEUR) ausgewiesen.
Die Gesellschaft verfügt zum 31.12.2018 über steuerliche Verlustvorträge aus GewSt und KSt jeweils in Höhe von 9.849,4 TEUR.
Im Berichtszeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2018 wurde das Grund- bzw. Stammkapital mehrmals erhöht. Mit Beschluss vom 08.02.2018 wurde das gezeichnete Kapital der damaligen creditshelf GmbH von 76,8 TEUR um 3,1 TEUR auf 79,8 TEUR erhöht. Hiervon wurden 3.032 Anteile durch die Hevella Capital GmbH & Co. KGaA und 38 Anteile durch die Purum AG übernommen. Zusätzlich wurden 1.972,0 TEUR von der Hevella Capital GmbH & Co. KGaA und 25,0 TEUR von der Purum AG in die freie Kapitalrücklage eingezahlt. Mit erfolgreicher Umwandlung der creditshelf GmbH in die creditshelf Aktiengesellschaft wurden 1.596 Aktien der DBR Investment GmbH und 399 Aktien der LDT Investment UG am 15. Juni 2018 an die Hevella Capital GmbH & Co. KGaA veräußert und übertragen. Weiterhin wurde in der außerordentlichen Hauptversammlung vom 18. Juni 2018 der Gesellschaft beschlossen, dass das Grundkapital der Gesellschaft um weitere 1.045,2 TEUR durch Ausgabe von neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage erhöht wird. Zur Zeichnung der 1.045.178 neuen Aktien wurden die Aktionäre anteilig Ihrer Beteiligung am Grundkapital der creditshelf zugelassen. Einzahlungen in die freie Kapitalrücklage wurden nicht beschlossen. Durch weitere Aktienverkäufe der Hevella Capital GmbH & Co. KGaA haben sich die Beteiligungsverhältnisse nach der Kapitalerhöhung nochmals verändert.
Die creditshelf hat bei einem festen Angebotspreis von EUR 80,00 pro Aktie 206.250 Aktien bei Investoren platziert. Der über den Nennbetrag der Aktien erzielte Emissionserlös von 16.293,8 TEUR wurde in die freie Kapitalrücklage eingestellt. Am 25. Juli 2018 wurden die Aktien in den Handel im regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen. Die Wertpapierkennnummer (WKN) lautet A2LQUA, die internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) DE000A2LQUA5 und das Handelssymbol CSQ. Der erste börslich festgestellte Kurs lag ebenfalls bei 80,00 EUR.
Bei einer gesamten Marktkapitalisierung bei Börsendebüt von ca. 106.500,0 TEUR belief sich der Free Float auf mehr als 20 %. Als größte Aktionärin hält die Hevella Capital GmbH & Co. KGaA (kontrolliert von Rolf Elgeti) 39 % der Aktien, die auch in Zukunft als langfristiger Partner von creditshelf agieren wird. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde die im Rahmen des Börsengangs abgegebene Backstop-Order der Hevella Capital nicht in Anspruch genommen. Die Obotritia Capital KGaA (kontrolliert durch Rolf Elgeti) hat im Rahmen des Börsengangs zusätzliche Aktien im Volumen von ca. 1.500,0 TEUR gezeichnet, was die nachhaltige Unterstützung für das Unternehmen demonstriert. Die Mitgründer Dr. Tim Thabe (über LDT Investment UG (haftungsbeschränkt) und Dr. Daniel Bartsch (über DBR Investment GmbH (vormals UG haftungsbeschränkt)) halten nach dem IPO 19,6% beziehungsweise 18,3 %.
Weiterhin wurde in der Satzung zur Gründung der creditshelf AG vom 11 Juni 2018 unter der Ziffer 4.4 ein genehmigtes Kapital in Höhe von 562.5 TEUR beschlossen. Darüber hinaus wurde ein bedingtes Kapital unter der Ziffer 4.5 in Höhe von 562,5 TEUR beschlossen.
Das Stammkapital ist wie folgt aufgeteilt:
Anteil Gesellschafter
LDT UG DBR GmbH Wahtari GmbH Hevella Capital GmbH & Co. KGaA Purum AG Gesamt
31.12.2017 Nominal in EUR 20.000,00 20.000,00 6.330,00 29.776,00 646,00 76.752,00
prozentual 26,1% 26,1% 8,2% 38,8% 0,8% 100,00%
LDT UG DBR GmbH Hevella Capital GmbH & Co. KGaA Free Float Gesamt
31.12.2018 Nominal in EUR 261.047,00 244.176,00 544.629,00 206.250,00 1.331.250,00
prozentual 19,7% 18,3% 39,0% 23,0% 100,00%
Die Entwicklung des Eigenkapitals ergibt sich aus nachfolgender Tabelle:
in TEUR Kapitalrücklage
in TEUR Gewinnrücklage
in TEUR Summe Eigenkapital
Stand zum 01.01.2017 71,2 1.485,4 -1.187,2 369,5
Periodenergebnis – – -759,8 -759,8
Ausgabe von Anteilen 5,5 1.494,5 – 1.500,0
Ausgabe von GmbH-Anteilen zum 28.03.2017 5,5 1.494,5 –
Stand zum 31.12.2017 76,7 2.980,0 -1.947,0 1.109,7
Stand zum 01.01.2018 76,7 2.980,0 -1.947,0 1.109,7
Periodenergebnis – – -9.159,3 -9.159,3
Ausgabe von Anteilen 1.254,5 18.290,7 – 19.545,2
Ausgabe von GmbH-Anteilen zum 08.02.2018 3,1 1.996,9
Ausgabe von GmbH-Anteilen zum 18.06.2018 1.045,2 0,0
Ausgabe von Aktien 206,3 16.293,8
Stand zum 31.12.2018 1.331,3 21.270,7 -11.106,3 11.495,7
Die Gesellschaft hat zum 31.12.2018 selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 359,6 TEUR (im Vorjahr: 297,8) aktiviert. Gemäß § 268 Abs. 8 Satz 1 HGB sind etwaige Gewinne bis zur Höhe der aktivierten selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände abzüglich hierauf entfallender passiver latenter Steuern ausschüttungsgesperrt. Es ergibt sich somit ein ausschüttungsgesperrter Betrag in Höhe von 244,8 TEUR (im Vorjahr: 759,7 TEUR).
Der Konzern unterhielt zwei Programme zur Erteilung von virtuellen Beteiligungen, mit dem er Mitarbeiter, Berater und Kooperationspartner der Gesellschaft am Wertzuwachs der Gesellschaft beteiligt, um diese langfristig an die Gesellschaft zu binden.
Virtuelles Beteiligungsprogramm I
Im Berichtszeitraum wurden auf Grundlage des Beteiligungsprogramms I zum 01. April 2018 weitere 300 virtuelle Anteile an einen externen Berater gewährt. Aufgrund des Börsenganges (Exit-Ereignis) im Juli 2018 ist das virtuelle Beteiligungsprogramm I ausgelaufen. Sämtliche gevesteten Anteile wurden ausbezahlt und entsprechenden Rückstellung aufgelöst.
Der im Wirtschaftsjahr 2018 erfasste Aufwand für das virtuelle Beteiligungsprogramm beträgt 0,0 TEUR (Vorjahr: 227,7 TEUR).
Virtuelles Beteiligungsprogramm II
Am 29.Juli 2015 hat die Gesellschaft zusammen mit einem Kooperationspartner einen Vertrag über die Gewährung von virtuellen Beteiligungen getroffen. Dem Kooperationspartner werden 1.500 virtuelle Beteiligungen der Gesellschaft mit einem Nennwert von je 1,00 EUR gewährt. Alle Rechte aus dem „virtuellen Beteiligungsprogramm“ sind ausschließlich schuldrechtlich veranlasst und werden nur durch Barzahlung beglichen. Der Vertragspartner hat somit weder Stimmrechte noch das Recht, an der Hauptversammlung der Gesellschaft teilzunehmen oder sonstige unternehmensrechtliche Verwaltungsentscheidungen zu treffen, erworben. Im Rahmen einer Nachtragsvereinbarung wurden dem Geschäftspartner zum 30. Juni 2018 weitere 19.640 virtuelle Geschäftsanteile zu jeweils einem Nennwert in Höhe von 1,00 EUR gewährt. Die Verpflichtung aus dem Beteiligungsprogramm wird zum beizulegenden Zeitwert der ausgegeben Aktien an jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu bewertet und als Rückstellung erfasst.
Die in der Bilanz des Geschäftsjahres für das „virtuelle Beteiligungsprogramm II“ erfasste Rückstellung beträgt 1.480,7 TEUR (Vorjahr: 410,5 TEUR).
Weitere sonstige Rückstellungen
In den sonstigen Rückstellungen sind Urlaubsrück- und Personalkostenrückstellungen 75,3 TEUR (Vorjahr 20,6 TEUR). Weiterhin beinhaltet der Posten Rückstellungen für Abschluss und Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses, Rückstellungen für Altlasten, Rückstellungen für Vergütungen der Aufsichtsratsmitglieder in Höhe von insgesamt 64,2 TEUR (im Vorjahr: 0,0 TEUR). Für Aufwendungen, die wirtschaftlich in das Jahr 2018 zuzuordnen sind, jedoch noch keine Rechnungsstellung erfolgt ist, wurde eine Rückstellung in Höhe von 46,4 TEUR (Vorjahr: 1,2 TEUR) gebildet.
Hinsichtlich der Verbindlichkeiten wird auf die nachfolgende Tabelle verwiesen.
in TEUR 1 – 5 Jahre
in TEUR über 5 Jahre
31.12.2017 Verbindlichkeiten 381,5 102,8 0,0 484,3 484,3
31.12.2018 Verbindlichkeiten 675,4 0,0 0,0 675,4 675,4
In den Verbindlichkeiten in Höhe von 675,4 TEUR sind Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt mit 82 TEUR enthalten, welche eine Verbindlichkeit zur Auszahlung des Anspruches eines Mitarbeiters aus dem virtuellen Beteiligungsprogramm I darstellt.
Aufgrund des Exit-Ereignisses wurden den Berechtigten ihre bis dahin gevesteten Anteile gemäß der im Zuge des Exit-Ereignisses geschlossenen Vereinbarung vergütet.
Ein Mitarbeiter hat die Höhe des Auszahlungsanspruchs beanstandet und den auf ihn entfallenden Anteil der Auszahlung zurückgewiesen. Eine grundsätzliche Beanstandung eines Auszahlungsanspruches seitens des Mitarbeiters ist nicht gegeben. Rechtsstreitigkeiten in diesem Zusammenhang wurden bislang keine erhoben.
Haftungsvermerke
Die creditshelf hat keine Bürgschaften übernommen.
Die Umsatzerlöse in Höhe von 2.224,5 TEUR (im Vorjahr: 1.041,0 TEUR) setzen sich im Wesentlichen aus Provisionsumsätze sowie nicht steuerbare Umsätze mit verbundenen Unternehmen zusammen.
In den anderen aktivierten Eigenleistungen enthalten sind die Eigenleistungen zur Entwicklung des Risikotools und der Internetplattform in Höhe von insgesamt 305,8 TEUR (Vorjahr: 211,4 TEUR).
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 169,0 TEUR (im Vorjahr: 3,0 TEUR) sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 167,6 TEUR, sowie Erträge aus der Verrechnung sonstiger Sachbezüge und aus Versicherungsentschädigungen.
Weiterhin sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen periodenfremde Erträge in Höhe von 168,1 TEUR (im Vorjahr: 0,0 TEUR) enthalten. Diese entfallen im Wesentlichen auf Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen aus Vorperioden.
Der Materialaufwand setzt sich im Wesentlichen aus Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von in insgesamt 1.343,4 TEUR (Vorjahr: 114,7) zusammen. Diese beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Beteiligungsprogramm II, welches als Vergütungsbestandteil des Kooperationsvertrages mit einer Partnerbank zu sehen ist, mit einem Betrag von 1.070,2 TEUR, sowie Aufwendungen für Vermittlungsgebühren und Provisionen.
Die Aufwendungen für Löhne und Gehälter belaufen sich auf 3.501,4 TEUR (Vorjahr: 1.113,7 TEUR).
Die Aufwendungen für soziale Abgaben inkl. Aufwendungen für Altersversorgung lagen bei 306,8 TEUR (Vorjahr: 180,4 TEUR).
Bei den Abschreibungen in Höhe von 204,2 TEUR (Vorjahr: 105,7 TEUR) handelt es sich um planmäßige Abschreibungen. Dabei entfiel ein Betrag von 159,5 TEUR (Vorjahr: 79,4 TEUR) auf Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und ein Betrag von 44,7 TEUR (Vorjahr; 26,3 TEUR) auf Abschreibungen von Sachanlagevermögen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 5.683,3 TEUR (im Vorjahr: 855,7 TEUR) setzen sich im Wesentlichen aus Kosten für den Börsengang (2.937,5 TEUR), Werbekosten (1.072,0 TEUR), Rechts- und Beratungskosten (365,0 TEUR), Porto (298,5 TEUR) Abschluss- und Prüfungskosten außerhalb des Börsengangs (110,0 TEUR), Fremdarbeiten (90,0 TEUR), Aufsichtsratskosten (64,9 TEUR) sowie diversen allgemeinen Kosten (745,4 TEUR).
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 21,8 TEUR (im Vorjahr: 3,6 TEUR) enthalten.
Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung
Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind außergewöhnliche Aufwendungen sowohl in Bezug auf deren Bedeutung als auch auf deren Umfang in Höhe von 2.937,5 TEUR für die Kosten des Börsenganges und 1.072,0 TEUR für erhöhte Werbekosten enthalten.
Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge in Höhe von 197,65 EUR beinhalten Zinsen aus verbundenen Unternehmen in Höhe von 190,81 EUR (im Vorjahr: 226,50 EUR).
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Zinsaufwendungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 554,17 EUR (im Vorjahr: 97,49 EUR).
Der Steueraufwand in Höhe von 818,1 TEUR (im Vorjahr: -355,8 TEUR) resultiert ausschließlich durch die Auflösung der aktiven latenten Steuern.
Die Gesellschaft weißt in der Bilanz keinen Bilanzgewinn aus. Die Überleitung auf den Bilanzgewinn gem. § 158 Abs. 1 AktG stellt sich wie folgt dar:
Verlustvortrag 1.947,0 1.187,2
Jahresfehlbetrag des lfd. Jahres 9.159,3 759,8
Entnahmen aus den Rücklagen 0,0 0,0
Einstellung in die Gewinnrücklagen 0,0 0,0
Bilanzgewinn zum 31.12. 11.106,3 1.947,0
Vergütung der Mitglieder der Organe
Die Vergütung der Vorstände umfassen:
Wir verweisen bei der Vergütung der Organe auf den Vergütungsbericht im Lagebericht.
Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter während des Geschäftsjahres
Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 33 (Vorjahr 14,5).
Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Mieten für Bürogebäude, Software und Abnahmeverpflichtungen betrug zum 31.12.2018 733 TEUR (im Vorjahr: 353,7 TEUR). Davon sind fällig in einem Jahr 510 TEUR (im Vorjahr: 80,1 TEUR), in einem bis fünf Jahren 223,0 TEUR (im Vorjahr: 273,6 TEUR) und in über fünf Jahren 0 TEUR (im Vorjahr: 0,0 TEUR).
Berichtspflichtige Ereignisse nach dem Abschlussstichtag haben keine stattgefunden.
Vorstand und Aufsichtsrat haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und der Öffentlichkeit auf der Webseite des Unternehmens (www.creditshelf.com) dauerhaft zugänglich gemacht.
Übersicht der Beteiligungen:
Name der Tochtergesellschaft Geschäftssitz Beteiligung zum 31.12.2018 Eigenkapital der Tochtergesellschaft zum 31.12.2018
in TEUR Jahresfehlbetrag zum 31.12.2018
creditshelf service GmbH Frankfurt am Main 100% -47,3 67,8
Für die im Geschäftsjahr erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers der creditshelf AG, der Warth & Klein Grant Thornton AG, sind folgende Honorare als Aufwand erfasst:
Gesetzliche Abschlussprüfung 100,0 0,0
Freiwillige Abschlussprüfung 170,0 0,0
Andere Bestätigungsleistungen 82,0 0,0
Gesamt 352,0 0,0
Die Honorare für gesetzliche Abschlussprüfungen umfassen das Honorar für die Prüfung des Konzernabschlusses der creditshelf AG sowie die Prüfung des Einzelabschlusses zum 31. Dezember 2018. Die Honorare für freiwillige Abschlussprüfungen umfassen die freiwillige Prüfung der Konzernabschlüsse der Geschäftsjahre 2015, 2016 und 2017 sowie die freiwillige Prüfung des Einzelabschlusses der creditshelf AG zum 31. Dezember 2017 im Rahmen der Vorbereitung des Börsenganges der Gesellschaft.
Andere Bestätigungsleistungen umfassen mit 70 TEUR die Honorare im Zusammenhang mit der Erteilung des Comfort Letters und 12 TEUR für eine Gründungsprüfung im Zusammenhang mit dem Formwechsel der creditshelf GmbH in die Rechtsform einer AG.
Namen der Mitglieder des Vorstandes
Während des Berichtsjahres gehörten die folgenden Personen dem Vorstand an:
Dr. Tim Thabe, Vorstandsvorsitzender (CEO); Verantwortungsbereiche: Definition und Umsetzung der Unternehmensstrategie, Personal, Finanzen, Steuern, Konzernrechnungswesen, Marketing und Unternehmenskommunikation
Dr. Daniel Bartsch, Chief Operating Officer (COO); Verantwortungsbereiche: Markt, Vertrieb, Business Development und Operations
Dr. Mark Währisch, Chief Risk Officer (CRO); Verantwortungsbereiche: Produktentwicklung, Risikomanagement, Kreditanalyse, Kreditgeschäft, Recht und Compliance
Namen der Mitglieder des Aufsichtsrates
Der Aufsichtsrat berät und kontrolliert den Vorstand. Zum 31. Dezember 2018 gehörten die folgenden Personen dem Aufsichtsrat an:
Rolf Elgeti, Aufsichtsratsvorsitzender (Komplementär der Obotritia Capital KGaA Vorstandsvorsitzender der Deutsche Konsum REIT-AG und der Deutsche Industrie REIT-AG)
Rolf Hentschel, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats (Selbstständiger Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwalt)
Prof. Dr. Dirk Schiereck (Leiter des Lehrstuhls Unternehmensfinanzierung an der Technischen Universität Darmstadt)
Julia Heraeus-Rinnert (Geschäftsführerin der J2Verwaltung GmbH)
Dr. Joachim Rauhut (Selbstständiger Unternehmensberater)
Pedro Pinto Coelho (Vorstand der Banco BNI Europa)
Die Gesellschaft erstellt als Mutterunternehmen für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen einen befreienden Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS), der veröffentlicht wird.
An die creditshelf AG, Frankfurt am Main
Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Wir haben den Jahresabschluss der creditshelf AG (vormals creditshelf GmbH), Frankfurt am Main, -bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht (nachfolgend: zusammengefasster Lagebericht) der creditshelf AG, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Den in Abschnitt 2.5.1 des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen Corporate Governance-Bericht einschließlich der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den in Abschnitt 2.5.1 des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen Corporate Governance-Bericht einschließlich der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden „EU-APrVO“) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses:
1 Nichtaktivierung und Wertberichtigung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge
2 Werthaltigkeit des immateriellen Vermögensgegenstandes „Risikotool“
1 Risiko für den Abschluss
2 Prüferisches Vorgehen
3 Verweis auf zugehörige Angaben
Die creditshelf AG hat im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 130,8 angesetzt und diese mit passiven latenten Steuern in gleicher Höhe saldiert. Im Vorjahr wurden noch aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 929,2 angesetzt, denen angesetzte passive latente Steuern in Höhe von TEUR 111,1 gegenüberstanden. Zum Bilanzstichtag gehen die gesetzlichen Vertreter der creditshelf AG davon aus, dass die creditshelf AG über latente Steueransprüche in Höhe von TEUR 3.643,3 verfügt. Mit Verweis auf bestehende Unsicherheiten im Hinblick auf die Vorhersehbarkeit zukünftiger steuerlicher Gewinne haben die gesetzlichen Vertreter diese latenten Steueransprüche nicht aktiviert bzw. bestehende aktive latente Steuern bis zur Höhe der passiven latenten Steuern wertberichtigt, was zu einem Aufwand in Höhe von TEUR 818,1 führte.
Die Beurteilung der Nichtaktivierung und Bewertung der aktiven latenten Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen ist in hohem Maße von Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter abhängig und entsprechend mit hohen Schätzunsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Wesentlichkeit der Auswirkungen der erfolgten Änderungen in den Einschätzungen und Annahmen für die Beurteilung der Vermögens- und Ertragslage durch die Abschlussadressaten war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
Wir haben die Bewertung der aktiven latenten Steuern auf noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge auf Basis unternehmensinterner Prognosen über die zukünftige steuerliche Ertragssituation der Gesellschaft beurteilt und die Angemessenheit der zugrundeliegenden Einschätzungen und Annahmen gewürdigt. Hierzu haben wir die Unternehmensplanung sowie die darauf aufbauende Steuerplanung der creditshelf AG hinsichtlich der zugrundeliegenden Parameter und wesentlichen Annahmen analysiert und deren Vertretbarkeit beurteilt. Weiterhin haben uns die gesetzlichen Vertreter der creditshelf AG ihre wesentlichen Annahmen in Bezug auf ihre geänderte Einschätzung zur Aktivierbarkeit der aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge dargelegt, die wir auf Plausibilität hin untersucht und mit unseren übrigen Erkenntnissen aus der Prüfung des Jahresabschlusses und der Prüfung der zukunftsgerichteten Angaben im zusammengefassten Lageberichts der Gesellschaft abgeglichen haben.
Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der aktiven latenten Steuern sind im Abschnitt „Aktive latente Steuern“ des Anhangs enthalten.
2 Werthaltigkeit des immateriellen Vermögensgegenstands „Risikotool“
Die Gesellschaft weist in ihrem Jahresabschluss immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 2.417,7 aus. Hiervon entfallen TEUR 2.049,4 auf Anschaffungskosten bzw. geleistet Anzahlungen für die EDV-Software „Risikotool“. Das Risikotool besteht aus vier Modulen, von denen drei Module im Dezember 2018 fertiggestellt und in Gebrauch genommen wurden, und wird von der Gesellschaft zur Bewertung des Kreditrisikos potentieller Kreditnehmer verwendet. Aufgrund einer Anpassung der Unternehmensplanung im Dezember 2018 haben die gesetzlichen Vertreter der creditshelf AG Hinweise auf einen möglichen Abwertungsbedarf gesehen und eine Bewertung des Risikotools durchgeführt. Als Ergebnis dieser Bewertung wurde von den gesetzlichen Vertretern der creditshelf AG kein Abwertungsbedarf gesehen.
Das Ergebnis der Bewertung des Risikotools ist in hohem Maße von Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter der creditshelf AG abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der zugrunde liegenden Komplexität des angewendeten Bewertungsmodells war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Werthaltigkeitsüberprüfung nachvollzogen. Der Fokus lag dabei insbesondere auf der Beurteilung der Angemessenheit der in die Bewertung eingeflossenen erwarteten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse. Hierzu haben wir die wesentlichen Annahmen, die die gesetzlichen Vertreter der creditshelf AG der Planung der erwarteten künftiger Zahlungsmittelzuflüssen zugrunde gelegt haben, analysiert und durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen auf deren Plausibilität beurteilt. Die aus diesen Annahmen abgeleiteten erwarteten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse haben wir unter anderem mit den aktuellen Budgets sowie mit der von den gesetzlichen Vertretern erstellten und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommenen Unternehmensplanung der Gesellschaft abgeglichen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des im Bewertungsmodell verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des ermittelten beizulegenden Wertes haben können, haben wir die bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern analysiert und das Berechnungsschema nachvollzogen.
3 Verweis auf Angaben
Die Angaben der Gesellschaft zum Risikotools sind im Abschnitt „Erläuterungen zur Bilanz“ bzw. im dazugehörigen Unterabschnitt „Immaterielle Vermögensgegenstände“ des Anhangs enthalten.
den in Abschnitt 2.5.1 des zusammengefassten Lageberichts enthaltenen Corporate Governance-Bericht einschließlich der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f und § 315d HGB sowie
die Versicherung nach § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB zum Jahresabschluss und die Versicherung nach § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB zum zusammengefassten Lagebericht.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, den inhaltlich geprüften Bestandteilen des zusammengefassten Lageberichts oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter -falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
Wir wurden von der außerordentlichen Hauptversammlung am 18. Juni 2018 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 9. Oktober 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2018 als Abschlussprüfer der creditshelf AG, Frankfurt am Main, als kapitalmarktorientiertes i.S.d. § 264d HGB Unternehmen tätig.
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Manuel Selchow.
Frankfurt am Main, den 11. März 2019
gez. Maximilian Meyer zu Schwabedissen, Wirtschaftsprüfer
gez. Manuel Selchow, Wirtschaftsprüfer
Bei Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses und/oder des zusammengefassten Lageberichts in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form (einschließlich der Übersetzung in andere Sprachen) bedarf es zuvor unserer erneuten Stellungnahme, sofern hierbei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird; wir weisen insbesondere auf § 328 HGB hin.
„Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss der creditshelf AG ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des creditshelf-Konzerns sowie der creditshelf AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des creditshelf-Konzerns bzw. der creditshelf AG beschrieben sind.“
Frankfurt, den 11. März 2019
Über Sklaven

References: § 315
 § 161
 § 3
 § 161
 § 76
 § 111
 § 76
 § 289
 Art. 19
 Art. 14
 § 176
 § 176
 § 6
 § 6
 § 13
 § 18
 § 204
 § 186
 § 186
 § 315
 § 315
 § 314
 § 314
 § 286
 § 314
 § 87
 §14
 § 315
 § 314
 § 248
 § 274
 § 274
 § 268
 § 158
 § 161
 § 289
 § 315
 § 289
 § 315
 § 322
 § 317
 § 289
 § 315
 § 264
 § 289
 § 317
 § 264
 § 328