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Timestamp: 2016-10-26 05:55:12+00:00

Document:
Pr�sident, Corboz, Klett, Rottenberg Liatowitsch, Favre und
A.________ Ltd. , Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Hafner und Rechtsanw�ltin Mich�le Stutz, Bleicherweg 58, 8027 Z�rich,
B.________ SpA, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Ulisse Corea, I-Rom, c/o Ma�tre Jean-Pierre Graz, rue Rodolphe Toepffer 11bis, 1206 Genf, Schiedsgericht ad hoc Genf, p.a. Rechtsanwalt Dr. Laurent L�vy, Pr�sident, Postfach 3054, 1211 Genf 3,
(Schiedsgericht; Zust�ndigkeit, Zusammensetzung), hat sich ergeben:
A.-Die B.________ SpA, Rom (auch "Contractor", Kl�gerin im UNCITRAL-Schiedsverfahren und Beschwerdegegnerin) ist eine Gesellschaft italienischen Rechts. Sie schloss am 25. Oktober 1996 mit der A.________ Ltd. , (auch "Employer", Beklagte im UNCITRAL-Schiedsverfahren und Beschwerdef�hrerin) einen "TL-4" genannten Vertrag. Unter "Form of Agreement" erkl�rten die Vertragsparteien, dass die in lit. a-k von Art. 2 aufgef�hrten Dokumente als Teil des Vertrages zu gelten h�tten, namentlich nach lit. h die Besonderen Vertragsbedingungen ["The Special Conditions of Contract, (Part 3)", SC.] und nach lit. i die Allgemeinen Vertragsbedingungen ["The General Conditions of Contract (Part 2)", GC.].
Die erw�hnten Dokumente sollen nach Art. 3 des Vertrages als sich gegenseitig erg�nzend und erl�uternd verstanden werden, aber im Falle von Unklarheiten oder Widerspr�chen soll ihnen entsprechend der (in vorstehendem Art. 2 lit. a-i) aufgestellten Reihenfolge der Vorrang einger�umt werden ("The aforesaid documents shall be taken as complementary and mutually explanatory of one another, but in the case of ambiguities or discrepancies shall take precedence in the order set out above").
In der - unbestrittenen - �bersetzung der Beschwerdef�hrerin:
"Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten jeglicher Art zwischen dem Besteller und dem Unternehmer oder dem Ingenieur und dem Unternehmer, die sich aus oder in Zusammenhang mit dem Vertrag oder der Ausf�hrung der Arbeiten (im Verlauf der Ausf�hrung oder nach Abschluss) ergeben, ob vor oder nach Beendigung, Hinf�lligkeit oder Verletzung des Vertrags, sind in erster Linie dem Ingenieur zur Beilegung vorzulegen. Dieser teilt innerhalb von 90 Tagen, nachdem ihm der Fall von einer der Parteien vorgelegt wurde, seine Entscheidung schriftlich dem Besteller und dem Unternehmer mit. Unter Vorbehalt des weiter unten vorgesehenen Schiedsverfahrens ist die Entscheidung in einem solchen Fall endg�ltig und f�r den Besteller und den Unternehmer verbindlich und von ihnen unverz�glich umzusetzen; der Unternehmer wird die Ausf�hrung der Arbeiten mit aller geh�rigen Sorgfalt fortsetzen, unabh�ngig davon, ob er oder der Besteller noch ein Schiedsverfahren gem�ss den nachstehenden Bestimmungen will oder nicht.
Wenn der Ingenieur seine Entscheidung dem Besteller und dem Unternehmer schriftlich bekanntgegeben hat und ihm weder der Besteller noch der Unternehmer innerhalb von 90 Tagen nach Empfang der Entscheidung mitgeteilt hat, dass er ein Schiedsgericht anrufen will, bleibt die Entscheidung f�r den Besteller und f�r den Unternehmer endg�ltig und verbindlich. Gibt der Ingenieur innerhalb der genannten Frist von 90 Tagen keine Entscheidung bekannt oder ist entweder der Besteller oder der Unternehmer mit der Entscheidung nicht zufrieden, dann kann entweder der Besteller oder der Unternehmer innerhalb von 90 Tagen nach Erhalt der Entscheidung oder innerhalb von 90 Tagen nach Ablauf der erstgenannten Frist von 90 Tagen verlangen, dass in der Streitsache ein Schiedsgericht gem�ss den nachstehenden Bestimmungen angerufen wird. Jegliche Streitigkeit oder Meinungsverschiedenheit, zu der eine etwaige Entscheidung des Ingenieurs nicht endg�ltig und verbindlich geworden ist, wird von einem Schiedsrichter endg�ltig entschieden. Dieser wird entweder einvernehmlich von den Parteien ernannt oder, wenn sie sich nicht einigen k�nnen, auf Antrag einer der beiden Parteien vom amtierenden Pr�sidenten der Jamaica Institution of Engineers. Eine solche Verweisung gilt als Unterwerfung unter ein Schiedsverfahren im Sinne des jamaikanischen Gesetzes �ber die Schiedsgerichtsbarkeit in der gerade geltenden Fassung. Der Schiedsrichter hat uneingeschr�nkte Befugnis, eine Entscheidung, ein Gutachten, eine Stellungnahme oder eine Beurteilung des Ingenieurs neu aufzurollen und zu revidieren. In einem solchen Schiedsverfahren ist keine der Parteien auf die Beweismittel oder Argumente beschr�nkt, die sie dem Ingenieur im Hinblick auf dessen Entscheidung vorgebracht hat. Eine Entscheidung des Ingenieurs gem�ss den vorstehenden Bestimmungen disqualifiziert ihn nicht als Zeugen, sondern er kann vor demSchiedsrichter �ber jegliche Sache aussagen, die f�r den Streitfall relevant ist. Die Einleitung des Schiedsverfahrens kann auch dann erfolgen, wenn die Arbeit noch nicht abgeschlossen ist oder nicht als abgeschlossen gilt, sofern sich an den Verpflichtungen des Bestellers, des Ingenieurs und des Unternehmers nichts �ndert, wenn das Schiedsverfahren durchgef�hrt wird, solange die Arbeit noch im Gange ist.. "
"F�r das Streitbeilegungsverfahren gem�ss Artikel GC.67 der Allgemeinen Vertragsbedingungen gilt folgendes:
Unternehmer, der ein Staatsangeh�riger des Landes des
gem�ss den gesetzlichen Bestimmungen von Jamaika �ber
Unternehmer, der nicht Staatsangeh�riger des Landes des
Bestellers ist, ist der Streit durch ein Schiedsverfah- ren gem�ss den Bestimmungen der Schiedsordnung der
UNCITRAL (Kommission der Vereinten Nationen f�r Inter-
B.-Am 26. Februar 1999 legte die B.________ SpA der A.________ Ltd. eine Schlussabrechnung mit Schlussbericht und Kostenaufstellung ("final account and final report and cost") zum Vertrag TL-4 vor. Darin waren auch Forderungen f�r Mehrkosten aufgef�hrt, die der B.________ SpA durch Verz�gerungen entstanden seien, welche die A.________ Ltd.
durch im Vertrag nicht vorgesehene Anordnungen oder �nderungen oder Handlungen verursacht habe. Die A.________ Ltd.
wies diese Mehrforderungen zur�ck.
Die B.________ SpA gelangte mit Schreiben vom 12. August 1999 gem�ss Art. 67 der Allgemeinen Bestimmungen an den Ingenieur, Herrn C.________. Sie ersuchte um Fristerstreckung (f�r den Abschluss der Arbeiten) und um zus�tzliche Zahlungen von USD 322'567. 33 und JAD 8'276'663. 33. Sie behielt sich ausdr�cklich das Recht vor, den Streit einem Schiedsgericht vorzulegen.
Mit Schreiben vom 5. November 1999 gew�hrte der Ingenieur eine Fristerstreckung von 51 Tagen, wies jedoch die Forderung nach zus�tzlichen Zahlungen ab.
A.________ Ltd. antwortete am 25. Februar 2000 und brachte vor, die Entscheidungen des Ingenieurs seien endg�ltig und verbindlich geworden, da B.________ SpA dem Ingenieur nicht innert der 90-t�gigen Frist mitgeteilt habe, dass sie ein Schiedsgericht anrufen wolle. Ausserdem machte sie geltend, dass Art. 67 der Allgemeinen Bestimmungen einen Einzelschiedsrichter f�r die Beurteilung der Streitsache vorsehe und nicht ein Dreierschiedsgericht, wie von B.________ SpA behauptet.
B.________ SpA ersuchte am 6. Juli 2000 den Generalsekret�r des St�ndigen Schiedsgerichtshofs in Den Haag, die Stelle zu bezeichnen, die den zweiten Schiedsrichter ernennen sollte. A.________ Ltd. erhob am 24. August 2000 beim Internationalen B�ro des St�ndigen Schiedsgerichtshofs Einspruch gegen die Bezeichnung einer ernennenden Stelle.
Am 12. September 2000 bezeichnete der Generalsekret�r des St�ndigen Schiedsgerichtshofs in Den Haag, den Internationalen Schiedsgerichtshof der Internationalen Handelskammer (International Chamber of Commerce, ICC) als Ernennungsinstanz.
Er bemerkte ferner, dass s�mtliche Fragen und Einw�nde von A.________ Ltd. nur vom Schiedsgericht angemessen behandelt werden k�nnten.
Der Internationale Schiedsgerichtshof der ICC ernannte am 13. Dezember 2000 Douglas McLaren zum Schiedsrichter f�r A.________ Ltd. .
Die beiden Schiedsrichter Briguglio und McLaren ernannten am 15. Februar 2001 Laurent L�vy zum Pr�sidenten des Schiedsgerichts. Dieser teilte den Parteien am 22. Februar 2001 die Annahme seiner Ernennung mit.
Am 5. M�rz 2001 ersuchte das Schiedsgericht die Parteien, Vorschl�ge zum Schiedsort zu machen. B.________ SpA erk�rte sich am 21. M�rz 2001 mit jedem vom Schiedsgericht bestimmten Schiedsort einverstanden, sofern dieser in einem neutralen Land liege. A.________ Ltd. machte keine Vorschl�ge. Statt dessen stellte sie dem Pr�sidenten des Schiedsgerichts am 24. April 2001 bzw. am 24. Mai 2001 Kopien von zwei Verf�gungen des jamaikanischen Obergerichts zu. Darin wird der B.________ SpA unter anderem f�r den TL-4-Vertrag verboten, ein Schiedsverfahren einzuleiten oder weiterzuf�hren, wenn das Schiedsverfahren nicht vor einem Einzelschiedsrichter durchgef�hrt wird, der einvernehmlich von der Kl�gerin und der Beklagten oder, wenn sie sich nicht einigen k�nnen, vom Pr�sidenten des Jamaica Institute of Engineers zu ernennen sei.
Am 8. Juni 2001 teilte der Schiedsgerichtspr�sident den Parteien die Beschl�sse des Schiedsgerichts zur Konstituierung und zu prozessleitenden Anordnungen mit. Danach hatte das Schiedsgericht Genf als Sitz des Schiedsgerichts bestimmt. Die Parteien wurden zur Stellungnahme zum Entscheid des jamaikanischen Obergerichts aufgefordert.
Die A.________ Ltd. erhob mit Schreiben vom 8. Juni 2001 Einw�nde gegen die Zust�ndigkeit des Schiedsgerichts.
Sie brachte insbesondere vor, das Schiedsgericht sei nicht ordnungsgem�ss nach den Klauseln GC.67 und SC.67 des Vertrages bestellt worden und die Handlungen des Schiedsgerichts liefen den Verf�gungen des Obergerichts von Jamaika zuwider.
Ferner habe B.________ SpA die Zust�ndigkeit dieses Obergerichts akzeptiert, da sie sich auf die Klage eingelassen habe und gegen dessen Entscheide Berufung eingelegt habe, ohne die Zust�ndigkeit des Gerichts anzufechten.
D.-Am 7. Dezember 2001 erliess das Schiedsgericht folgenden Entscheid �ber die Zust�ndigkeit:
a) Das Schiedsgericht ist f�r den ihm in diesem Schieds- verfahren vorgelegten Streitfall zust�ndig.
Zust�ndigkeit werden im Schiedsspruch �ber die
Hauptsache auf ordnungsgem�ssen Antrag der Parteien
E.-Mit staatsrechtlicher Beschwerde vom 31. Januar 2002 stellt die A.________ Ltd. den Antrag, es sei die Entscheidung des Schiedsgerichts vom 7. Dezember 2001 aufzuheben und es sei festzustellen, dass das Schiedsgericht vorschriftswidrig zusammengesetzt worden sei und sich zu Unrecht f�r zust�ndig erkl�rt habe. Eventualiter sei der Vorentscheid des Schiedsgerichts aufzuheben und die Sache zur Durchf�hrung eines Beweisverfahrens an das Schiedsgericht zur�ckzuweisen.
1.- a) Nach Art. 85 lit. c OG beurteilt das Bundesgericht Beschwerden gegen Urteile von Schiedsgerichten nach Artikel 190 ff. des Bundesgesetzes vom 18. Dezember 1987 �ber das Internationale Privatrecht (IPRG). Da sich der Sitz des Schiedsgerichts in Genf befindet und keine der Parteien beim Abschluss der umstrittenen Schiedsklauseln ihren Sitz in der Schweiz hatte, finden die Art. 190 ff. IPRG Anwendung (Art. 176 Abs. 1 IPRG). Art. 190 Abs. 2 IPRG z�hlt die gegen Entscheidungen internationaler Schiedsgerichte zul�ssigen Anfechtungsgr�nde abschliessend auf (BGE 128 III 50 E. 1a S. 53 mit Hinweisen). Gem�ss Art. 190 Abs. 3 IPRG ist die Beschwerde wegen vorschriftswidriger Zusammensetzung (Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG) und der Unzust�ndigkeit des Schiedsgerichts (Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG) bereits gegen Vorentscheide zul�ssig und muss - bei Verwirkungsfolge - gegen den selbst�ndigen Entscheid �ber die Zust�ndigkeit erhoben werden.
Dies entspricht dem allgemeinen prozessrechtlichen Grundsatz, dass gerichtsorganisatorische Fragen ihrer Natur nach vor der Weiterf�hrung des Verfahrens endg�ltig zu erledigen sind (vgl. BGE 126 I 203 E. 1b S. 205 f., 207 E. 1b S. 209 f.; 124 I 255 E. 1b/bb S. 259; 116 II 80 E. 3a S. 84, je mit Hinweisen).
b) Da verfahrensrechtlich die Ordnung der staatsrechtlichen Beschwerde gilt, sind die Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG zu beachten (BGE 128 III 50 E. 1c S. 53). Das Bundesgericht tritt nur auf klar und detailliert erhobene und, soweit m�glich, belegte R�gen ein (BGE 127 I 38 E. 3c; 127 III 279 E. 1c, je mit Hinweisen). Die Beschwerdef�hrerin wendet im vorliegenden Verfahren nur noch ein, das Schiedsgericht sei entgegen der Schiedsvereinbarung in Art. GC.67 und SC.67 und daher vorschriftswidrig im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG zusammengesetzt worden und habe sich daher zu Unrecht im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG f�r zust�ndig erkl�rt. Ob sich das Schiedsgericht zu Recht f�r zust�ndig erkl�rt hat, pr�ft das Bundesgericht in rechtlicher Hinsicht frei, in tats�chlicher Hinsicht nur, wenn diesbez�glich eine zul�ssige R�ge im Sinne von Art. 190 Abs. 2 IPRG erhoben werden kann oder wenn im Rahmen der staatsrechtlichen Beschwerde ausnahmsweise neue Vorbringen und Beweismittel zul�ssig sind (vgl. Art. 95 OG; BGE 128 III 50 E. 2a S. 54).
2.-a) Die UNCITRAL-Schiedsordnung regelt in Abschnitt II die Zusammensetzung des Schiedsgerichts. Nach Art. 5 sind danach drei Schiedsrichter zu bestellen, wenn die Parteien nicht vorher �ber die Anzahl der Schiedsrichter (d.h. einen oder drei Schiedsrichter) �bereingekommen sind und sie nicht innerhalb von 15 Tagen, nachdem der Beklagte die Benachrichtigung �ber die Einleitung des Schiedsverfahrens erhalten hat, vereinbart haben, dass nur ein Schiedsrichter t�tig werden soll (vgl. Karlheinz Rauh, Die Schieds- und Schlichtungsordnungen der UNCITRAL, K�ln/Berlin/Bonn/M�nchen 1983, S. 190; Schwab/Walter, Schiedsgerichtsbarkeit, 6. Aufl. , M�nchen 2000, S. 657). F�r den Fall, dass die Parteien nicht bereits im Schiedsvertrag den oder die Schiedsrichter bezeichnet haben, enthalten die Art. 6-8 der UNCITRAL-Schiedsordnung Regeln �ber die Bestellung des Einzelschiedsrichters oder der drei Schiedsrichter (Rauh, a.a.O., S. 19/190 ff.; Schwab/Walter, a.a.O., S. 494 ff.). Haben die Parteien eines Vertrages schriftlich vereinbart, dass Streitigkeiten, die sich auf diesen Vertrag beziehen, der Schiedsgerichtsbarkeit nach der UNCITRAL-Schiedsgerichtsordnung unterliegen, so werden diese Streitigkeiten nach dieser Schiedsgerichtsordnung geregelt, vorbehaltlich solcher �nderungen, welche die Parteien schriftlich vereinbaren (Art. 1.1 der Schiedsordnung. Vgl. Rauh, a.a.O., S. 187 f.; Schwab/Walter, a.a.O., S. 475 f. N. 32). Die Beschwerdef�hrerin vertritt die Ansicht, die Parteien h�tten in den Allgemeinen Bestimmungen (GC. 67) schriftlich vereinbart, im Falle von Streitigkeiten einen Schiedsrichter zu bestellen, der von den Parteien einvernehmlich bestimmt wird oder, wenn sie sich nicht einigen k�nnen, vom Pr�sidenten des Jamaican Institute of Engineers ernannt wird.
b) Da die Schiedsvereinbarung vom Parteiwillen abh�ngt (Rauh, a.a.O., S. 7), gelten die allgemeinen Regeln �ber die Interpretation von Parteivereinbarungen. Massgebend ist zun�chst der tats�chliche �bereinstimmende Wille der Parteien, soweit er sich beweism�ssig ermitteln l�sst. Jede Partei hat sich im �brigen nach dem Grundsatz von Treu und Glauben - der auch im Bereich internationaler Schiedsgerichtsbarkeit gilt - bei ihren Erkl�rungen so behaften zu lassen, wie sie die andere Partei nach den gesamten Umst�nden in guten Treuen verstehen durfte und verstehen musste (BGE 127 III 279 E. 2c/ee S. 287; 126 III 119 E. 2a, 375 E. 2e/aa; 121 III 495 E. 5). Dabei ist insbesondere der Wortlaut der Schiedsvereinbarung so zu verstehen, wie eine vern�nftige Person in der Situation des Adressaten ihn verstanden h�tte. Im vorliegenden Fall haben die Parteien vereinbart, dass s�mtliche Vertragsbestandteile in ihrem gegenseitigen Verh�ltnis grunds�tzlich als sich erg�nzend und erl�uternd zu verstehen seien, dass jedoch im Falle von Unklarheiten oder Widerspr�chen die Besonderen Bestimmungen den Allgemeinen vorgehen sollen. In Art. 67 lit. b der Besonderen Bestimmungen haben sie f�r den hier vorliegenden Fall eines Streites zwischen dem Besteller und einem Unternehmer, der nicht Staatsangeh�riger des Landes des Bestellers ist, allgemein das Schiedsverfahren nach den Bestimmungen der UNCITRAL-Schiedsordnung als anwendbar erkl�rt. Es fragt sich, ob eine verst�ndige Vertragspartei in der Lage der Beschwerdegegnerin den Art. 67 lit. b der Besonderen Bestimmungen bloss als Erg�nzung des Art. 67 der Allgemeinen Bestimmungen verstehen musste, mit der Folge, dass der in den Allgemeinen Bestimmungen vorgesehene Mechanismus zur Bestellung des Einzel-Schiedsrichters auch im Rahmen der nach Art. 67 lit. b der Besonderen Bestimmungen anwendbaren UNCITRAL-Schiedsordnung gelten sollte.
Anrufung des Einzelschiedsrichters) gilt danach n�mlich als Unterwerfung unter ein Schiedsverfahren im Sinne des jamaikanischen Gesetzes �ber die Schiedsgerichtsbarkeit in der gerade geltenden Fassung. Demgegen�ber wird die nationale Schiedsgerichtsbarkeit in Art. 67 lit. b der Besonderen Bestimmungen mit dem Verweis auf die UNCITRAL-Schiedsordnung gerade ausgeschlossen. Dieser Ausschluss umfasst auch die Vertragsbestimmungen �ber die Bestellung des Schiedsgerichts und insbesondere �ber die Art der Bestellung im Falle der Nichteinigung, n�mlich durch den amtierenden Pr�sidenten der Jamaica Institution of Engineers und somit durch eine nationale Stelle. Die beiden Artikel 67 der Besonderen Bestimmungen einerseits und der Allgemeinen anderseits stehen insoweit nicht im Verh�ltnis gegenseitiger Erg�nzung im Sinne von Art. 3 der Allgemeinen Vertragsbestimmungen. Vielmehr geht die Besondere Vertragsbestimmung hier der Allgemeinen vor. Daran �ndert entgegen der Ansicht der Beschwerdef�hrerin nichts, dass der in Art. 67 der Allgemeinen Bestimmungen vereinbarte Streitbeilegungs-Mechanismus insoweit auch auf internationale Vertragsbeziehungen anwendbar ist, als der Streit zun�chst dem Ingenieur zu unterbreiten ist. Es ist mit dem Wortlaut des Vertrages und dessen systematischem Aufbau keineswegs unvereinbar, diesen Verfahrensschritt der ersten Phase der Streitbeilegung sowohl auf nationale als auch erg�nzend auf internationale Streitigkeiten anzuwenden, hingegen die in Art. 67 der Allgemeinen Bestimmungen vorgesehenen Schritte f�r die zweite Phase (Bestellung und Entscheid eines Einzelschiedsrichters) nur auf nationale Streitigkeiten nach Art. 67 lit. a der Besonderen Bestimmungen.
Dieser liegt offensichtlich darin, das nationale Schiedsverfahren durch ein internationales nach den UNCITRAL-Verfahrensregeln zu ersetzen, wenn eine Vertragspartei ausl�ndischer Staatsangeh�rigkeit ist. Dementsprechend ist der in Art. 67 der Allgemeinen Bestimmungen vorgesehene Streitbeilegungs-Mechanismus nur insoweit erg�nzend anzuwenden, als f�r die Bestellung des Schiedsgerichts keine nationalen Instanzen zust�ndig erkl�rt werden. Dies w�re jedoch der Fall, wenn der Pr�sident der Jamaica Institution of Engineers bei Nichteinigung der Parteien den Einzelschiedsrichter bestimmen w�rde.
d) Das Schiedsgericht hat die Vereinbarung der Parteien in Art. 67 lit. b der Besonderen Bestimmungen im Verh�ltnis zu Art. 67 der Allgemeinen Vertragsbestimmungen zutreffend ausgelegt. Dass die Beschwerdegegnerin f�r die Bestellung des Schiedsgerichts nach der UNCITRAL-Verfahrensordnung richtig vorgegangen ist, ist unbestritten. Die R�ge der Beschwerdef�hrerin, das Schiedsgericht habe Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG verletzt und damit auch seine Zust�ndigkeit gem�ss Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG zu Unrecht bejaht, ist insoweit unbegr�ndet.
Auch die von der Beschwerdef�hrerin zur Begr�ndung ihres Eventualantrags erhobene R�ge, das Schiedsgericht habe zur Abkl�rung des tats�chlichen �bereinstimmenden Parteiwillens kein Beweisverfahren durchgef�hrt und damit den Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt, erweist sich als unbegr�ndet.
Der Beschwerde ist nicht zu entnehmen, inwiefern das Schiedsgericht Beweisantr�ge der Beschwerdef�hrerin nicht beachtet haben sollte, mit denen sie einen vom normativen Verst�ndnis abweichenden, tats�chlich �bereinstimmenden Parteiwillen h�tte beweisen wollen (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Die Beschwerdef�hrerin macht einzig geltend, die Auslegung der Schiedsvereinbarung im angefochtenen Entscheid sei unzutreffend. Dass das Schiedsgericht der Auffassung der Beschwerdef�hrerin �ber die Auslegung der Schiedsvereinbarung nicht folgte, ber�hrt den Anspruch auf rechtliches Geh�r im Zusammenhang mit der vorschriftswidrigen Bestellung des Schiedsgerichts im Sinne von Art. 190 Abs. 2 lit. a IPRG nicht.
3.-Die staatsrechtliche Beschwerde ist abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend ist die Gerichtsgeb�hr der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen. Diese hat der Beschwerdegegnerin �berdies eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG). Gerichtsgeb�hr und Entsch�digung sind nach dem Streitwert zu bemessen.
3.- Die Beschwerdef�hrerin hat die Beschwerdegegnerin f�r dasbundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 12'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 2
 Art. 3
 Art. 2
 Art. 67
 Art. 67
 Art. 85
 Art. 190
 Art. 190
 Art. 190
 BGE 
 Art. 90
 Art. 190
 Art. 190
 Art. 190
 Art. 95
 BGE 
 Art. 5
 Art. 6
 Art. 67
 Art. 67
 Art. 67
 Art. 67
 Art. 67
 Art. 3
 Art. 67
 Art. 67
 Art. 67
 Art. 67
 Art. 67
 Art. 67
 Art. 190
 Art. 190
 Art. 190
 Art. 159