Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=10.08.2016&Aktenzeichen=V%20R%2045%2F15
Timestamp: 2019-04-20 23:18:59+00:00

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BFH, 10.08.2016 - V R 45/15 - dejure.org
§ 17c Abs. 1 der Umsatz... steuer-Durchführungsverordnung (UStDV), § 6a Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG), § 6a Abs. 4 Satz 1 UStG, Richtlinie 2006/112/EG, § 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 6a Abs. 1 UStG, § 6a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a und Nr. 3 UStG, § 6a Abs. 3 UStG, §§ 17a ff. UStDV, § 17a Abs. 2 UStDV, § 17c Abs. 1 UStDV, § 17a UStDV, § 135 Abs. 2 FGO
§ 6a Abs 3 UStG 2005, § 6a Abs 4 UStG 2005, § 17a Abs 2 Nr 2 UStDV 2005, § 17c UStDV 2005, UStG VZ 2007
UStG § 6a Abs. 3 und 4; UStDV a.F. §§ 17a, 17c
UStG § 6a Abs. 3 und 4 ; UStDV a.F. §§ 17a, 17c
Innergemeinschaftliche Lieferungen - und der Bestimmungsort auf der Rechnung
UStG § 4 Nr 1 Buchst b, UStG § 6a Abs 1, UStG § 6a Abs 4, UStDV § 17a Abs 2
Innergemeinschaftliche Lieferung, Organschaft, Steuerfreiheit, Vertrauensschutz, Belegnachweis, Verbringen
FG München, 21.04.2015 - 2 K 1430/12
BFHE 254, 453
BB 2016, 2792
DB 2016, 2397
BStBl II 2018, 501
Die Nachweispflichten i.S. von § 17a Abs. 2 UStDV 2005 sind mit dem Unionsrecht vereinbar (vgl. dazu BFH-Urteil vom 10. August 2016 V R 45/15, BFHE 254, 453, UR 2016, 888, Rz 13).
(3) Da sich der Mitgliedstaat der Erwerbsbesteuerung nach dem Bestimmungsort der Lieferung richtet, ist diese Angabe zur Wahrung der Korrespondenz von innergemeinschaftlicher Lieferung und innergemeinschaftlichem Erwerb nicht verzichtbar (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 254, 453, UR 2016, 888, Rz 14).
Anders als die Klägerin meint, reicht die bloße Nennung eines Bestimmungslands in den Verbringungserklärungen zur Angabe des Bestimmungsorts daher nicht aus (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 254, 453, UR 2016, 888, Rz 15).
Es kann dann nicht zu einer Inanspruchnahme der Steuerfreiheit auf formeller Beweisgrundlage kommen (BFH-Urteil vom 10. August 2016 V R 45/15, BStBl II 2018, 501, Rz. 18), denn materielle Voraussetzung für die Gewährung der Steuerfreiheit ist, dass der Abnehmer ein Unternehmer ist, der den Gegenstand für sein Unternehmen erworben hat (§ 6a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a UStG).
Denn der Objektivnachweis der materiellen Voraussetzungen der Steuerfreiheit wurde durch die Zeugenaussage deshalb nicht erbracht, weil es sich bei der Abnehmerfirma N s.r.o. um eine Scheinfirma handelte, so dass es an der gemäß § 6a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst, a und Nr. 3 UStG erforderlichen Lieferung an einen zur Erwerbsbesteuerung verpflichteten Unternehmer fehlt (vgl. BFH-Urteil vom 10. August 2016 V R 45/15, BStBl II 2018, 501, Rz. 9).
Im Streitfall hat die Klägerin formal zwar den - entkräfteten - Buchnachweis, nicht aber auch den Belegnachweis in der erforderlichen Art erbracht, da die Belege gemäß § 17a Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStDV entsprechend § 10 Abs. 1 UStDV fehlen (vgl. oben in Tz. II.2.a und BFH-Urteil vom 10. August 2016 V R 45/15, BStBl II 2018, 501, Rz. 20 ff.) und auch nicht "eindeutig und leicht nachprüfbar" nachgewiesen wurde, dass die Vorlage dieser Belege für die Klägerin "nicht möglich oder nicht zumutbar war" (§ 17a Abs. 4 Satz 2 UStDV).
Es kann daher insoweit nicht zu einer Inanspruchnahme der Steuerfreiheit auf formeller Beweisgrundlage kommen (BFH-Urteil vom 10. August 2016 V R 45/15, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2016, 2402).
bb) Die Steuerfreiheit aufgrund Vertrauensschutzes nach § 6a Abs. 4 UStG setzt u.a. voraus, dass der Unternehmer den Nachweispflichten nach § 6a Abs. 3 UStG i.V.m. §§ 17a ff. UStDV ihrer Art nach nachgekommen ist (BFH-Urteile in DStR 2016, 2402, sowie vom 12. Mai 2011 V R 46/10, BFHE 234, 436, BStBl II 2011, 957, Rz 30).
Dies spricht dafür, dass die von der Klägerin im Zusammenhang mit den streitbefangenen Lieferungen aufgezeichnete Umsatzsteuer-Identifikationsnummer i.S. des § 17c Abs. 1 Satz 1 UStDV nicht (mehr) die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer der AN... S.A.R.L. war (in diesem Sinne BFH…, Beschluss vom 05.02.2004 V B 180/03, BFH/NV 2004, 988; Abschn. 6a.7 Abs. 2 Satz 1 UStAE; Frye in Rau/Dürrwächter, UStG, Stand: 159. Lieferung 07.2014, § 6a Rn 765; Grünwald in Hartmann/Metzenmacher, UStG, Stand: Lfg. 9/14 - Dezember 2014, E § 6a Tz 201 f.;… Bunjes/Robisch, UStG, 17. Aufl. 2018, § 6a Rn 85; mit gleicher Tendenz BFH, Urteil vom 10.08.2016 V R 45/15, BStBl II 2018, 501).
Folglich kann die buchmäßige aufgezeichnete Angabe des (vermeintlichen) Abnehmers und dessen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer die Abnehmereigenschaft nicht bezeugen, weshalb die Beweiskraft dieser buchmäßigen Aufzeichnung entfällt (vgl. BFH, Urteil v. 10.8.2016, V R 45/15 , BStBl 2018 II S. 501) und es nicht zu einer Inanspruchnahme der Steuerfreiheit auf formeller Beweisgrundlage kommt.

References: § 17
 § 6
 § 6
 § 126
 § 6
 § 6
 § 6
 § 17
 § 17
 § 17
 § 135

§ 6
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 § 17
 § 17
 § 6
 § 6
 § 4
 § 6
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 § 17
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 § 6
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 § 10
 § 6
 § 6
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 § 6
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