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Tacheles Rechtsprechungsticker KW 30/2014 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht Rechtsanwalt in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
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1.1 BSG, Urteil vom 17.07.2014 – B 14 AS 54/13 R
Das Kindergeld für volljährige, nicht zur Bedarfsgemeinschaft gehörende, aber im Haushalt lebende Kinder ist normativ dem Kindergeldberechtigten zugeordnet und bei diesem nach § 11 Abs 1 Satz 1 SGB II als Einkommen zu berücksichtigen (vgl nur BSG Urteil vom 19.3.2008 – B 11b AS 13/06 R ). Rechtlich unerheblich ist es, dass die Mutter der Antragst. dieser das Kindergeld tatsächlich weitergegeben hatte. Diese Verwendung des nach § 11 Abs 1 Satz 1 SGB II der Mutter zugeordneten Kindergeldeinkommens begründet keine neue Einkommenszuordnung.
1.2 BSG, Urteil vom 17.07.2014 – B 14 AS 25/13 R
Anmerkung: so bereits LSG NRW, Urteil vom 18.12.2012 – L 7 AS 652/12 – und SG Berlin, Urteil vom 18.01.2012, Az.: S 55 AS 30011/10 – sowie SG Schleswig, Urteil vom 26.09.2011, S 3 AS 1273/09 , Berufung ist beim SH LSG zum Az.: L 6 AS 91/11 anhängig, wurde am 15.02.2013 vom JC zurück genommen.
2.1 BSG, Urteil vom 13.02.2014 – B 4 AS 19/13 R
Aufhebungs- und Erstattungsbescheid – Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X – keine Verfallfrist
3.1 Landessozialgericht Mecklenburg-Vorpommern, Beschluss vom 28.05.2014 – L 8 AS 169/14 B ER – L 8 AS 171/14 B PKH
Die begehrte Zusicherung gemäß § 22 SGB II ist auf eine höhere Geldleistung, nämlich die um monatlich 40,97 € höheren Kosten der Unterkunft für die neue Wohnung gerichtet. Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende ist bei der Bestimmung des Berufungsstreitwertes des § 144 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGG die regelmäßige Bewilligung für sechs Monate gemäß § 41 Abs. 1 Satz 4 SGB II – im (hier nicht vorliegenden) Sonderfall des § 41 Abs. 1 Satz 5 SGB II für maximal zwölf Monaten – zu beachten und kann allein durch die lediglich fiktive Möglichkeit, auch noch über den Bewilligungszeitraum hinaus Leistungen zu beziehen, kein höherer Berufungsstreitwert erreicht werden.
Anmerkung: Vgl. dazu LSG BB, Beschluss vom 01.07.2014 – L 14 AS 1360/14 B ER – Zur Zulässigkeit einer Beschwerde bei einer Zusicherung gem. § 22 Abs 4 S 1 SGB II.
3.2 Landessozialgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 25.03.2014 – L 3 AS 44/10 ZVW
Arbeitslosengeld II – Angemessenheit der Unterkunftskosten – fehlendes schlüssiges Konzept – Datenbestand des Jobcenters als Grundlage eines schlüssigen Konzepts – keine Nachbesserung des Konzepts durch Ausweitung des Untersuchungsgegenstandes – Anwendung der Wohngeldtabelle
Anmerkung: Siehe dazu : Küttner Rechtsanwälte – Urteil des LSG zu den Kosten der Unterkunft nach dem SGB II in Zweibrücken: http://kanzlei-kuettner.de/index.php/urteil-des-lsg-zu-den-kosten-der-unterkunft-nach-dem-sgb-ii-in-zweibrucken/
3.3 Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 01.07.2014 – L 14 AS 1360/14 B ER – rechtskräftig
3.4 Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss vom 24.06.2014 – L 7 AS 446/14 B ER
3.5 Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 14.05.2014 – L 11 AS 261/12
3.6 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 11.06.2014 – L 13 AS 334/11
Angelegenheiten nach dem SGB II – Widerspruchsfreiheit des Verfügungssatzes eines Aufhebungs- und Rückforderungsbescheides – offensichtliche Unrichtigkeit
Ein Bescheid, der bei einer in den Entscheidungsgründen aufgelisteten und drucktechnisch hervorgehobenen Gesamtforderung i. H. von 4.040,53 EUR im Verfügungssatz den Passus enthält, es erfolge eine Aufhebung in Höhe von 100,00 EUR, ist deswegen nicht unbestimmt, sondern weist – jedenfalls im hier zur Entscheidung stehenden Einzelfall – eine offensichtliche Unrichtigkeit im Sinne des § 38 SGB X auf, die jederzeit beseitigt werden kann.
Anmerkung: ebenso LSG NSB, Urteil vom 26.02.2013 – L 11 AS 1394/09 – Bei der Prüfung der Bestimmtheit eines Verwaltungsaktes ist nicht allein auf den Ausgangsbescheid abzustellen, sondern auch der hierzu ergangene Widerspruchsbescheid heranzuziehen.
3.8 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 26.05.2014 – L 11 AS 1343/13 B ER
4. Die Kostenentscheidung des SG nach § 192 Abs 4 SGG ist vom LSG im Beschwerdeverfahren – wie alle anderen Ermessensentscheidungen des SG – lediglich auf etwaige Ermessensfehler zu überprüfen.
3.9 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 31.03.2014 – L 11 AS 1445/10
Kosten für doppelte Mietzahlungen anlässlich eines Wohnungswechsels (sog. Überschneidungskosten) sind Wohnungsbeschaffungskosten i.S.d. § 22 Abs 3 SGB II a.F. bzw. § 22 Abs 6 SGB II n.F. (vgl. LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 10. September 2013 – L 7 AS 592/11 B, m.w.N.; abweichend insoweit: LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 31. Januar 2013 – L 34 AS 90/11).
3.10 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 26.06.2014 – L 6 AS 980/14 B ER und – L 6 AS 981/14 B – rechtskräftig
Leistungsausschluss nach § 7 Abs 1 S 2 Nr 2 SGB II – vorläufige Leistungserbringung nach § 40 Abs 2 Nr 1 SGB 2 i.V.m. § 328 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB 3 – Ermessensreduzierung auf Null
Das Ermessen des Leistungsträgers wird hier angesichts des existenzsichernden Charakters der Leistungen und des aus Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz (GG) i.V.m dem Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 1 GG abgeleiteten Grundrechts auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums so weit eingeengt und bezogen auf die allein beantragte Regelleistung auf Null reduziert, dass diese auch auf dieser Rechtsgrundlage vorläufig zu bewilligen waren (vgl. LSG Thüringen, Beschluss vom 25.04.2014 – L 4 AS 306/14 B ER ; LSG Berlin-Brandenburg Beschluss vom 27.05.2014 – L 34 AS 1150/14 B ER; SG Halle/Saale Beschluss vom 30.05.2014 – S 17 AS. 2325/14 ER, mwN jeweils zur Ermessensreduzierung auf Null bei existenzsichernden SGB II-Leistungen).
3.11 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 27.06.2014 – L 7 AS 445/14 B – rechtskräftig
Ein Eingliederungsverwaltungsakt, der ohne Ermessenserwägungen eine von der gesetzlichen Regellaufzeit(§ 15 Abs. 1 Satz 3 SGB II) abweichende Geltungsdauer von sieben Monaten anordnet, ist rechtswidrig ( vgl. hierzu auch BSG, Urteil vom 14. Februar 2013 – B 14 AS 195/11 R ).
Anmerkung: gleicher Auffassung SG Hamburg, Beschluss vom 28.04.2014 – S 58 AS 1238 /14 ER (unveröffentlicht) ;LSG NRW, Beschluss vom 17.10.2013 – L 7 AS 836/13 B – und SG München, Beschluss vom 05.06.2014 – S 48 AS 1306/14 ER ( unveröffentlicht).
Wohngeldtabelle statt WAV Berlin – aus dem Berliner Mietspiegel 2013 können keine Ableitungen für die angemessene Miete abgeleitet werden – ein Beitrag von RA Kay Füßlein
weiterlesen: Urteil des SG Berlin vom 17.06.2014 – S 173 AS 12742/13: http://www.ra-fuesslein.de/wordpress/wp-content/uploads/2014/07/S-172-AS-12742_13.pdf
4.2 Sozialgericht Berlin, Beschluss vom 10.07.2014 – S 81 KR 1172/14 ER
4.3 Sozialgericht Augsburg, Urteil vom 16.06.2014 – S 11 AS 346/14
Rechtsanwaltsvergütung – Bestimmung der angemessenen Gebühr – Anfechtung von Mahngebührenbescheiden
4.4 SG Detmold, Urteil vom 09.04.2014 – S 6 AS 1930/13 – nicht rechtskräftig, Berufung zugelassen
Die Regelung des § 42a Abs. 2 SGB II findet keine Anwendung auf Mietkautions – Altdarlehen.
Anmerkung: Vgl. dazu LSG NRW, Urteil vom 30.01.2014 – L 6 AS 1154/13 – Revision anhängig beim BSG unter dem Az. B 14 AS 28/14 R – Die uneingeschränkte Anwendung der gesetzlichen Neuregelung auf Mietkaution – Altdarlehen begegnet unter dem Blickwinkel des Vertrauensschutzes durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken.
4.5 SG Köln, Gerichtsbescheid v. 22.05.2014 – S 30 AS 2116/13
4.6 SG Braunschweig, Urteil vom 09.04.2014 – S 49 AS 2184/12 – rechtskräftig
4.7 Sozialgericht Cottbus, Urteil vom 15.05.2014 – S 14 AS 4304/13
Beantragung vorrangiger Sozialleistungen – Ermessensausübung – eigene Antragsstellung durch den Grundsicherungsträger – Erledigung – Fortsetzungsfeststellungsklage – Feststellungsinteresse – Ersatzvornahme – Vollzug eines Verwaltungsaktes – Vollstreckung – Folgenbeseitigungsanspruch
Anmerkung: Anderer Auffassung – SG Hannover, Urt. v. 15.01.2013 – S 68 AS 1296/12 – Folgenbeseitigungsanspruch – Verpflichtung des Grundsicherungsträgers zur Rücknahme des im Wege der Ersatzvornahme gestellten Rentenantrags.
5.1 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 10.04.2014 – L 8 SO 506/13 B ER
4. Die Bereitstellung eines Integrationshelfers während einer von der Schule angebotenen und für die Schüler freiwilligen Nachmittags Arbeitsgemeinschaft kann eine Hilfe zur angemessenen Schulbildung i.S.d. § 54 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB XII darstellen, wenn diese Veranstaltung in einem – gemessen an dem Hilfezweck -hinreichenden zeitlichen, örtlichen und personellen Zusammenhang mit dem Schulbesuch im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht steht.
6.1 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 19.06.2014 – L 8 AY 15/13 B ER
Die grundsätzliche Verpflichtung des Leistungsträgers, auch bei den tatbestandlichen Voraussetzungen des § 1a AsylbLG ungekürzte Leistungen zu erbringen, ist nicht allein im Rahmen einer verfassungskonformen Auslegung zu erreichen (vgl. LSG Niedersachen-Bremen, Beschluss vom 18. Februar 2014 – L 8 AY 70/13 B ER ; Beschlüsse des erkennenden Senats vom 19. August 2013 – L 8 AY 3/13 – und vom 2. September 2013 – L 8 AY 5/13 B ER ; offen gelassen in BSG, Urteil vom 30. Oktober 2013 – B 7 AY 7/12 R ; a.A. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 10. Dezember 2013 – L 15 AY 23/13 B ER – und – L 15 AY 24/13 B ER ; LSG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 27. März 2013 – L 3 AY 2/13 B PKH ; Hessisches LSG, Beschluss vom 6. Januar 2014 – L 4 AY 19/13 B ER ). Die verfassungskonforme Auslegung einer Vorschrift setzt voraus, dass von mehreren Auslegungen eine Auslegung, z.B. durch teleologische Reduktion, mit dem Grundgesetz vereinbar ist.
Bei der Regelung in § 1a AsylbLG stehen keine (allgemeinen) migrationspolitischen Erwägungen im Vordergrund, die alle Leistungsberechtigten gleichermaßen betreffen. Vielmehr geht es bei der Regelung in § 1a AsylbLG um Sanktionen im Einzelfall (wie hier im Ergebnis auch LSG Thüringen, Beschluss vom 17. Januar 2013 – L 8 AY 1801/12 B ER ; LSG Niedersachsen-Bremen, Beschlüsse vom 20. März 2013 – L 8 AY 59/12 B ER – und vom 18. Februar 2014 – L 8 AY 70/13 B ER ; Beschlüsse des erkennenden Senats vom 19. August 2013 – L 8 AY 3/13 – und vom 2. September 2013 – L 8 AY 5/13 B ER ).
6.2 Sozialgericht Hannover, Urteil vom 04.07.2014 – S 53 AY 75/13
7. BGH, Urteil vom 16.07.2014 – IV ZR 55/14
OLG Braunschweig, Beschluss vom 19.5.2014 – 1 Ss 18/14 = BeckRS 2014, 10852 (Quelle: NJW-Spezial, Heft 13, 2014, 409)
OLG Braunschweig, Beschl. v. 19.05.2014 – 1 Ss 18/14: dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung
OLG Stuttgart, Beschl. v. 05.03.1993 – 2 Ss 60/93: dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung
LG Stuttgart, Beschl. v. 27.09.2007 – 7 Qs 95/07: dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung
OLG Köln, Beschl. v. 10.06.2011 – III-1 RVs 96/11 – 82 Ss 30/11: dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung

References: § 11
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 § 22
 § 144
 § 41
 § 41
 § 22
 § 38
 § 192
 § 22
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 § 7
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 § 328
 Art. 1
 Art. 20
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 § 1
 § 1
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