Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F20-09-2016-5A_145-2016
Timestamp: 2016-10-27 15:09:09+00:00

Document:
5A_145/2016 (20.09.2016)
5A_145/2016 � � Urteil vom 20. September 2016
Gegen dieses Urteil erhob B.A.________ am 2. Oktober 2015 Berufung beim Kantonsgericht Luzern und erneuerte ihr Begehren, ihren Ehemann zu verpflichten ihr monatliche Unterhaltsbeitr�ge in H�he von Fr. 4'500.-- bis zu ihrer ordentlichen Pensionierung zu bezahlen. Mit Urteil vom 4. Februar 2016 sprach das Kantonsgericht ihr erstmals anteilsm�ssig ab dem 1. August 2016 bis zum 31. Mai 2020 monatliche, vorauszahlbare und ab Verfall zu 5% verzinsliche Unterhaltsbeitr�ge von Fr. 1'000.-- zu. W�hrend die Gerichtskosten f�r das Berufungsverfahren von Fr. 7'500.-- B.A.________ auferlegt wurden, wurden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 19. Februar 2016 gelangt A.A.________ an das Bundesgericht. Der Beschwerdef�hrer beantragt, ihn von jeglicher Unterhaltspflicht gegen�ber B.A.________ (Beschwerdegegnerin) zu befreien; eventualiter den Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'000.-- einzig f�r die Zeit vom 1. August 2016 bis 31. Januar 2018 festzusetzen. Ausserdem sei die Beschwerdegegnerin zur Tragung s�mtlicher Kosten des Berufungsverfahrens und zur Bezahlung einer angemessenen Parteientsch�digung zu verpflichten.
Das Kantonsgericht und die Beschwerdegegnerin schliessen auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist. Der Beschwerdef�hrer hat eine Replik eingereicht, welche der Beschwerdegegnerin zugestellt wurde.
1.1.�Die Beschwerde richtet sich gegen den Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz, die als oberes Gericht �ber verm�gensrechtliche Nebenfolgen der Ehescheidung entschieden hat (Art. 72 Abs. 1, Art. 75 Abs. 1 und Art. 90 BGG). Der Streitwert �bersteigt Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Die Beschwerde in Zivilsachen ist damit grunds�tzlich gegeben. Der Beschwerdef�hrer ist gem�ss Art. 76 Abs. 1 BGG zur Beschwerde berechtigt und die Beschwerdefrist ist eingehalten (Art. 100 Abs. 1 BGG). Insofern kann auf die Beschwerde eingetreten werden.
1.2.�In rechtlicher Hinsicht sind bei der Beschwerde in Zivilsachen alle R�gen gem�ss Art. 95 f. BGG zul�ssig und das Bundesgericht wendet in diesem Bereich das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Allerdings ist in der Beschwerdeschrift in gedr�ngter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG; BGE 140 III 115 E. 2 S. 116). Dabei ist das Bundesgericht grunds�tzlich an den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG). Diesbez�glich kann einzig vorgebracht werden, er sei offensichtlich unrichtig festgestellt worden (Art. 97 Abs. 1 BGG) oder er beruhe auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG. "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willk�rlich". �berdies muss die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein. Es gilt das strenge R�geprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG; zum Ganzen BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254).
Soweit die Festsetzung von Unterhalt in Frage steht, ist zu beachten, dass der Sachrichter in verschiedener Hinsicht auf sein Ermessen verwiesen ist (Art. 4 ZGB; BGE 127 III 136 E. 3a S. 141). Bei der �berpr�fung solcher Entscheide �bt das Bundesgericht eine gewisse Zur�ckhaltung. Es greift nur ein, wenn die kantonale Instanz von dem ihr zustehenden Ermessen falschen Gebrauch gemacht hat (BGE 128III 161 E. 2c/aa S. 162; 132 III 97 E. 1 S. 99).
Aufgrund der komfortablen finanziellen Verh�ltnisse der Parteien haben beide Vorinstanzen bei der Beurteilung des Unterhaltsbegehrens der Beschwerdef�hrerin die sogenannt einstufig-konkrete Methode angewandt. Das Bezirksgericht hat einen nachehelichen Unterhaltsanspruch der Beschwerdegegnerin nicht infolge mangelnder Leistungsf�higkeit des Beschwerdef�hrers, sondern wegen ihrer hinl�nglichen Eigenversorgungskapazit�t abgewiesen. In ihrer Berufungsschrift hat sich die Beschwerdegegnerin auf das Novum der wenige Tage vor dem erstinstanzlichen Urteil ausgesprochenen K�ndigung ihrer Anstellung berufen. Das Kantonsgericht hat unter Ber�cksichtigung dieses Novums festgestellt, dass die Beschwerdegegnerin seit November 2014 bis zur Aufl�sung des Arbeitsverh�ltnisses per Ende Januar 2016 ununterbrochen f�r die C.________ AG t�tig gewesen sei, wo sie ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen von Fr. 9'400.-- erzielt habe. Sollte sie bis zu diesem Zeitpunkt mit ihrer Stellensuche nicht re�ssiert haben, habe sie w�hrend eines Zeitraums von bis zu ann�hernd zwei Jahren Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung. Dabei ist das Kantonsgericht f�r die Zeit von Februar bis Juli 2016 von einem monatlichen Nettoeinkommen aus Arbeitslosentaggeldern in der Gr�ssenordnung von Fr. 8'500.--, f�r August 2016 von Fr. 8'000.-- und f�r die Zeitphase von September 2016 bis Januar 2018 von Fr. 7'500.-- ausgegangen. Zur Begr�ndung der Reduktion hat es ausgef�hrt, dass der gemeinsame Sohn D.A.________ Mitte August 2016 25 Jahre alt werde und sich ihr Taggeldanspruch danach von 80 % auf 70 % des versicherten Verdienstes reduzieren werde. F�r die Zeit ab Februar 2018 hat das Kantonsgericht der Beschwerdegegnerin schliesslich ein hypothetisches Einkommen von Fr. 7'500.-- aus unselbst�ndiger Erwerbst�tigkeit angerechnet (s. dazu E. 4.3 hiernach). Den geb�hrenden Bedarf der Beschwerdegegnerin - ohne Einbezug eines allf�lligen Vorsorgeunterhalts - hat das Obergericht demgegen�ber f�r das Jahr 2016 auf Fr. 7'565.--, f�r die Zeitphase von Januar 2017 bis Januar 2018 auf Fr. 7'365.-- und bei Neuanstellung ab Februar 2018 auf Fr. 7'115.-- beziffert. Ausgehend von diesen Feststellungen hat das Kantonsgericht der Beschwerdegegnerin einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'000.-- zugesprochen, den es in erster Linie damit begr�ndet hat, dass die Beschwerdegegnerin Anspruch darauf habe, das Vorsorgekapital weiterhin durch entsprechende (monatliche) Beitr�ge zu mehren.
Strittig ist einzig noch der nacheheliche Unterhalt. Der Beschwerdef�hrer beanstandet den gesprochenen Unterhaltsbeitrag und will von jeder Unterhaltspflicht befreit werden (s. dazu E. 3), eventuell seine Leistungspflicht zeitlich bis zum Januar 2018 begrenzen (s. dazu E. 4).
3.1.�Anlass zur Beschwerde gibt zun�chst die Ber�cksichtigung des K�ndigungsschreibens der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdegegnerin vom 25. August 2015 im Berufungsverfahren vor Kantonsgericht.
3.1.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung von Art. 317 Abs. 1 ZPO (Novenverbot) sowie von Art. 8 ZGB im Sinne einer willk�rlichen Beweisvereitelung. Zwar werde die Sichtweise des Kantonsgerichts akzeptiert, dass es der Beschwerdegegnerin nicht zumutbar gewesen sei, innert lediglich 4 bis 5 Arbeitstagen vor dem erstinstanzlichen Entscheid die K�ndigung vor Bezirksgericht ins Recht zu legen. Er habe aber in der Berufungsantwort geltend gemacht, dass die Beschwerdegegnerin von der anstehenden K�ndigung l�ngst vor der schriftlichen Mitteilung vom 25. August 2015, n�mlich sp�testens Ende Juli 2015, erfahren habe. Diesbez�glich habe er die Befragung der beiden Vorgesetzten, E.________ und F.________, als Zeugen beantragt.
3.1.2.�Die R�gen sind unbegr�ndet. Das blosse Inaussichtstellen einer m�glichen/wahrscheinlichen K�ndigung ist keine K�ndigung im Rechtssinne. Die Beschwerdegegnerin h�tte ihr Novenrecht in Bezug auf die auch nach der Darstellung des Beschwerdef�hrers offenkundig erst am 25. August 2015 rechtsverbindlich ausgeprochene K�ndigung daher selbst dann nicht verwirkt, wenn sie zuvor m�ndlich auf eine allf�llige K�ndigung vorbereitet worden w�re und sie dies der Erstinstanz nicht umgehend mitgeteilt h�tte, zumal sie - wie aus dem angefochtenen Urteil hervorgeht - im bezirksgerichtlichen Verfahren wiederholt hatte verlauten lassen, ihre Anstellung bei der C.________ AG k�nne nicht als gesichert gelten. Es bestand daher gar kein Anlass, �ber die vom Beschwerdef�hrer behauptete m�ndliche Vorank�ndigung der K�ndigung Beweis zu erheben, da diese Frage gar nicht entscheiderheblich ist.
3.2.�Der Beschwerdef�hrer r�gt sodann eine Verletzung der Dispositions- und Verhandlungsmaxime, weil die Beschwerdegegnerin weder im Verfahren vor Bezirksgericht noch vor Kantonsgericht einen Vorsorgeunterhalt verlangt habe. Dabei geht er indes von falschen tats�chlichen Pr�missen aus. Nach den Feststellungen im angefochtenen Urteil hat die Beschwerdegegnerin in ihrer Berufung explizit einen Vorsorgeunterhalt in H�he von mindestens Fr. 1'200.-- verlangt und in diesem Zusammenhang im Besonderen auf ihren kurz zuvor erfolgten Stellenverlust verwiesen (E. 4.3.1. S. 15 des angefochtenen Urteils). Weil sich der Beschwerdef�hrer damit nicht auseinandersetzt, kommt er seiner Begr�ndungspflicht nicht nach; die erst in der Replik gemachten Ausf�hrungen sind versp�tet und unbeachtlich, darf diese doch nicht dazu verwendet werden, die Beschwerde zu erg�nzen oder zu verbessern (vgl. BGE 132 I 42 E. 3.3.4 S. 47). Auf die R�ge der Verletzung der Dispositions- und Verhandlungsmaxime ist nicht einzutreten (Art. 42 Abs. 2 BGG).
3.3.1.�Im Weiteren macht der Beschwerdef�hrer geltend, die Vorinstanz habe in willk�rlicher Weise die freiwillige Altersvorsorge bei der Bemessung des Vorsorgeunterhalts ausser Acht gelassen. Den Vorsorgeunterhalt habe die Vorinstanz mit Fr. 900.-- beziffert. Ausserdem habe sie einen monatlichen Budget�berschuss von Fr. 135.-- festgestellt. Werde der Budget�berschuss von den Fr. 900.-- in Abzug gebracht, belaufe sich der f�r den Ausgleich allf�lliger k�nftiger nachehelicher Einbussen aufzuwendende Betrag auf monatlich noch Fr. 765.--. V�llig unber�cksichtigt gelassen habe die Vorinstanz nun, dass die Beschwerdegegnerin mit monatlichen Beitr�gen in die S�ule 3a von Fr. 564.-- ebenfalls zu ihrer Altersvorsorge beitrage. Damit habe sie Art. 125 Abs. 2 Ziff. 8 ZGB missachtet, der verlange, dass auch andere private Vorsorge zu ber�cksichtigen sei.
3.3.2.�Der geb�hrende Unterhalt im Sinne von Art. 125 Abs. 1 ZGB schliesst eine angemessene Altersvorsorge ein. Dies betrifft den Ausgleich allf�lliger k�nftiger nachehelicher Einbussen, wenn ein Ehegatte nach der Scheidung einer lebenspr�genden Ehe keiner oder vor�bergehend nur einer beschr�nkten Erwerbst�tigkeit nachgehen und deshalb auch keine oder nicht die vollen Beitr�ge in die eigene Altersvorsorge einzahlen kann (vgl. BGE 135 III 158 E. 4.1 S. 159). Soweit sich der Beschwerdef�hrer �berhaupt rechtsgen�glich mit den vorinstanzlichen Erw�gungen auseinandersetzt, ist seine R�ge nicht stichhaltig. Die Vorinstanz hat festgehalten, dass der als Bedarfsauslage an die freiwillige Altersvorsorge der Beschwerdegegnerin (S�ule 3a) ber�cksichtigte monatliche Beitrag von Fr. 564.-- zum ehelichen Standard geh�rte und seitens des Beschwerdef�hrers unbestritten geblieben ist. Entgegen der Darstellung des Beschwerdef�hrers hat die Vorinstanz sodann den aktuellen Stand des Alterskapitals der Beschwerdegegnerin sowohl in der 2. S�ule (ca. Fr. 825'000.--) als auch in der S�ule 3a (ca. Fr. 85'000.--) sehr wohl thematisiert (E. 4.3.3.2 S. 22 f. des angefochtenen Urteils) und ein Bed�rfnis nach weiterer �ufnung des Vorsorgekapitals durch monatliche Betr�ge somit auch unter expliziter Ber�cksichtigung der privaten Vorsorge bejaht. Zu Recht hat sie bemerkt, dass w�hrend der Dauer der Taggeldzahlungen �ber die Arbeitslosenkasse nur die Risiken Tod und Invalidit�t abgedeckt werden, nicht aber das Alterssparen (vgl. Art. 22a Abs. 3 AVIG; SR 837.0). Dabei hat sie (unter Einschluss eines Betrags an die �berobligatorische Versicherung betreffend die Einkommensbestandsteile �ber Fr. 84'600.-- [dreifache maximale AHV-Rente]) ermittelt, dass die Beschwerdegegnerin mindestens Fr. 900.-- an eine Einrichtung der 2. S�ule �berweisen bzw. zumindest auf ein Sparkonto transferieren k�nnen m�sste, um ihre berufliche Vorsorge in einem dem geb�hrenden Unterhalt entsprechenden Ausmass auszubauen. Hinsichtlich des Beginns des Vorsorgeunterhalts hat sie erwogen, dass sp�testens der monatliche �berschuss von lediglich noch Fr. 135.-- ab Mitte August 2016 (s. E. 2 oben) derartige Investitionen verbiete. Schliesslich hat sie den ermittelten Vorsorgeanteil von mindestens Fr. 900.-- noch um die bei der Beschwerdegegnerin hierauf anfallende (zus�tzliche) Steuerlast erweitert.
Aufgrund der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen sowie der vorgetragenen R�gen des Beschwerdef�hrers ist die Zusprechung eines Unterhaltsbeitrages von gerundet Fr. 1'000.-- erstmals anteilsm�ssig ab dem 1. August 2016 bis zum 31. Januar 2018 - d.h. w�hrend der einger�umten �bergangsfrist zum Antritt einer neuen Arbeitsstelle (s. dazu E. 4.3 hiernach) - nicht zu beanstanden. Der verh�ltnism�ssig geringf�gige monatliche Budget�berschuss von Fr. 135.--, den der Beschwerdef�hrer ebenfalls f�r die Altersvorsorge ber�cksichtigt wissen m�chte, gibt keinen Anlass, in das Ermessen des Kantonsgerichts einzugreifen, zumal die Sch�tzung der durch den Vorsorgeunterhalt verursachten Steuermehrbelastung mit monatlich Fr. 100.-- eher knapp ausgefallen ist.
4.1.�In einem Eventualstandpunkt r�gt der Beschwerdef�hrer in zeitlicher Hinsicht die Zusprechung des Vorsorgeunterhalts bis Mai 2020. Die Vorinstanz habe den Vorsorgeunterhalt explizit f�r die Zeit der Arbeitslosigkeit berechnet, w�hrend derer die Beschwerdegegnerin keine Sparbeitr�ge �ber ihr Einkommen realisieren k�nne. Der Bezug der Arbeitslosengelder ende gem�ss vorinstanzlicher Feststellung aber sp�testens per 31. Januar 2018. Sp�testens ab 1. Februar 2018 werde die Beschwerdegegnerin gem�ss verbindlicher vorinstanzlicher Feststellung aus unselbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit wiederum ein Nettoeinkommen von Fr. 7'500.-- erzielen; sp�testens ab diesem Zeitpunkt werde sie daher auch wiederum hinreichende Sparbeitr�ge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeitr�ge) an ihre Vorsorge entrichten k�nnen. Dementsprechend h�tte seine Unterhaltsverpflichtung auf die Zeit vom 1. August 2016 bis 31. Januar 2018 begrenzt werden m�ssen.
4.2.1.�Nachehelicher Unterhalt ist nur in dem Umfang geschuldet, in welchem der Unterhaltsgl�ubiger nicht in der Lage ist, aus eigenen Kr�ften f�r seinen Unterhalt zu sorgen. Es muss somit zwingend gekl�rt werden, �ber welches Einkommen er verf�gen wird (BGE 141 III 193 E. 3.3 S. 194).
4.2.2.�Bei der Beurteilung der Leistungsf�higkeit bzw. Eigenversorgungskapazit�t der Ehegatten ist grunds�tzlich vom tats�chlich erzielten Einkommen auszugehen. Reicht dieses Einkommen nicht aus, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, kann dem betreffenden Ehegatten ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und m�glich ist (BGE 137 III 118 E. 2.3 S. 120 f.; 128 III 4 E. 4a S. 5; 127 III 136 E. 2a S. 139). Dabei handelt es sich um zwei Voraussetzungen, die kumulativ erf�llt sein m�ssen. Ob dem Ehegatten ein hypothetisches Einkommen in der angenommenen H�he zugemutet werden kann, ist Rechtsfrage, ob die Erzielung des Einkommens auch tats�chlich m�glich erscheint, ist hingegen Tatfrage, die durch die konkreten Umst�nde des Einzelfalls oder durch die allgemeine Lebenserfahrung beantwortet wird (BGE 137 III 118 E. 2.3 S. 121; 128 III 4 E. 4c/bb S. 7). Die W�rdigung der konkreten Umst�nde ist f�r das Bundesgericht als Beweisergebnis im Grundsatz verbindlich (Art. 105 Abs. 1 BGG).
4.3.�Die Zumutbarkeit eines neuen Stellenantritts steht angesichts der Erwerbsbiographie der Beschwerdegegnerin ausser Zweifel. Zur tats�chlichen M�glichkeit hat das Kantonsgericht erwogen, die Beschwerdegegnerin sei w�hrend der gesamten Ehe in einem Pensum von mindestens 50 % erwerbst�tig gewesen und habe seit bald 17 Jahren - abgesehen von einer einj�hrigen Periode der Arbeitslosigkeit - nie mehr ein Arbeitspensum von weniger als 80 % bekleidet. Anders als berufliche Wiedereinsteigerinnen k�nne sie sich deshalb nicht auf eine lange Absenz vom einschl�gigen Arbeitsmarkt berufen, sondern im Gegenteil auf langj�hrige Berufserfahrung zur�ckblicken. Dass ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt durchaus intakt seien, illustriere auch die Einladung der G.________ SA zum pers�nlichen Vorstellungsgespr�ch am 1. Dezember 2015. Im �brigen w�rden sich hochqualifizierte und spezialisierte Akademiker gerichtsnotorisch oftmals nicht mit Erreichen des ordentlichen Pensionsalters zur Ruhe setzen, sondern ihre berufliche T�tigkeit auch dar�ber hinaus noch voll- oder zumindest teilzeitlich weiterverfolgen. Freilich k�nne die Beschwerdegegnerin nicht verhalten werden, nach Vollendung ihres 64. Lebensjahrs weiterhin einer Erwerbst�tigkeit nachzugehen. Die vorgenannten Tatsachen d�rften ihr die Stellensuche jedoch insofern erleichtern, als ein potenzieller Arbeitgeber nicht unbedingt damit rechnen m�sse, dass sie ihre Stelle nach ihrem 64. Geburtstag umgehend verlassen werde, und unter solchen Vorzeichen eher zum Abschluss eines Arbeitsvertrags geneigt sein d�rfte. Bei dieser Ausgangslage rechtfertige sich die Annahme, dass die Beschwerdef�hrerin angesichts ihrer beruflichen Karriere k�nftig ein Sal�r in der Gr�ssenordnung von mindestens Fr. 7'500.-- netto werde generieren k�nnen. Andernfalls sei ihr ab dem 1. Februar 2018 ein hypothetisches Einkommen in der genannten H�he anzurechnen, da es ihr mit Tempor�r- und Teilzeitanstellungen m�glich sei, zumindest dieses im Vergleich zum aktuellen massiv tiefere Einkommen zu erwirtschaften. An dieser Einsch�tzung verm�chten drei abschl�gig beschiedene von insgesamt sieben Stellenbewerbungen in einem Zeitraum von ungef�hr f�nf Monaten nichts zu �ndern. Die Annahme, die Beschwerdegegnerin k�nne weiterhin ein Fr. 7'500.-- �bersteigendes Einkommen erzielen, mute angesichts ihres Alters - ungeachtet der grossen Berufserfahrung - hingegen wenig realistisch an. Auch wenn das Kantonsgericht an anderer Stelle auf die allgemeine Erfahrungstatsache hingewiesen hat, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Alter der Beschwerdegegnerin im Allgemeinen erhebliche Schwierigkeiten bekunden, eine neue Anstellung zu finden, hat sie damit im Ergebnis eine Neuanstellung der Beschwerdegegnerin - wenn auch mit einem im Vergleich zur letzten Anstellung erheblich tieferen Lohn und gegebenenfalls nach einer l�ngeren Phase der Stellensuche - effektiv als m�glich erachtet.
4.4.�Soweit die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 14. Juli 2016 r�gt, bei der Prognose zu ihrem zuk�nftigen Einkommen habe die Vorinstanz in geh�rswidriger Weise nicht ber�cksichtigt, dass sie als Chemikerin fachlich hochqualifiziert sei, was sich bei der Stellensuche eher als Erschwernis auswirke, ist diese R�ge nicht begr�ndet. Die Vorinstanz hat das K�nnen der hochqualifizierten Beschwerdegegnerin ebenso ber�cksichtigt wie deren Spezialisierung f�r ein bestimmtes Arbeitsmarktsegment. Was die M�glichkeit der Erzielung eines hypothetischen Einkommens von Fr. 7'500.-- ab Februar 2018 betrifft, ist an die Rechtsprechung zu erinnern, wonach Annahmen der Vorinstanz �ber hypothetische Geschehensabl�ufe, die auf Schlussfolgerungen aus konkreten Anhaltspunkten beruhen, nicht als Rechtsfrage, sondern als Ergebnis von Beweisw�rdigung gelten (BGE 126 III 10 E. 2b S. 12). Annahmen betreffend hypothetische Einkommen sind deshalb f�r das Bundesgericht verbindlich, wenn sie nicht offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung beruhen und die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann. Weshalb diese Voraussetzungen erf�llt sein sollen ist weder dargetan noch ersichtlich: Das Kantonsgericht hat namentlich ber�cksichtigt, dass die Beschwerdegegnerin in ihrem gesamten Berufsleben immer wieder den Arbeitsplatz gewechselt und stets neue Anstellungen gefunden hat. Der blosse Hinweis der Beschwerdegegnerin auf ihre (sich angeblich im konkreten Fall nachteilig auswirkende) gute berufliche Qualifikation, vermag diese Beweisw�rdigung nicht zu entkr�ften. Insofern erweisen sich die Einw�nde der Beschwerdegegnerin als unsubstanziiert und damit unbeachtlich.
4.5.�Das erzielbare hypothetische Nettoeinkommen aus unselbst�ndiger Erwerbst�tigkeit der Beschwerdegegnerin von Fr. 7'500.-- liegt Fr. 385.-- �ber deren Bedarf, welchen die Vorinstanz f�r die Zeitphase ab Februar 2018 bei Fr. 7'115.-- angesiedelt hat. Entsprechend ist in der Tat nicht ersichtlich, weshalb in der beruflichen Vorsorge der Beschwerdegegnerin noch ein vom Beschwerdef�hrer zu entgeltender Fehlbetrag entstehen soll. Ebenso wenig scheint schl�ssig, dass das Kantonsgericht den Beschwerdef�hrer auf die Ab�nderungsklage verwiesen hat, falls die Beschwerdegegnerin wieder eine "hinreichend entlohnte" Stelle antreten k�nne. Zwar trifft zu, dass eine nachtr�gliche Erh�hung der Unterhaltsrente im Falle, dass sich die angenommenen Erwartungen nicht erf�llen, ausgeschlossen ist, w�hrend eine Herabsetzung der Rente bei tats�chlicher Erreichung eines h�heren Einkommens der Unterhaltsberechtigten m�glich ist. Dem h�tte jedoch allenfalls mit einer noch zur�ckhaltenderen Prognose der zuk�nftigen Einkommensentwicklung Rechnung getragen werden k�nnen (vgl. dazu das Urteil 5C.139/2005 vom 28. Juli 2005 E. 1.3, in: Fampra.ch 2005, S. 898 sowie FANKHAUSER, Steht das Ende der 45-Jahr-Regel bevor?, in: Fampra.ch 2014, S. 152, mit Hinweisen). Da vorliegend auf die unangefochten gebliebenen vorinstanzlichen Annahmen zum hypothetischen Einkommen der Beschwerdegegnerin abzustellen ist, ist somit konsequenterweise auch davon auszugehen, dass diese sp�testens ab Februar 2018 f�r ihren geb�hrenden Unterhalt, einschliesslich des Aufbaus einer angemessenen Altersvorsorge, wieder vollst�ndig selber aufkommen kann. Dem Eventualantrag des Beschwerdef�hrers ist deshalb zu folgen.
Der Beschwerdef�hrer wendet sich auch gegen die Verlegung der Gerichts- und Parteikosten im kantonalen Verfahren. Da seine Beschwerde teilweise gutzuheissen ist, wird die Vorinstanz �ber die Kosten und Entsch�digungen des kantonalen Verfahrens neu zu befinden haben (Art. 67 und Art. 68 Abs. 5 BGG). Die R�ge erweist sich damit als gegenstandslos.
Die Beschwerde erweist sich teilweise als begr�ndet, ist im �brigen aber abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Ausgangsgem�ss rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- zu zwei F�nfteln dem Beschwerdef�hrer und zu drei F�nfteln der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdef�hrer eine entsprechend reduzierte Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die Dispositiv-Ziffern 2 und 3 des Urteils des Kantonsgerichts Luzern, 2. Abteilung, vom 4. Februar 2016 werden aufgehoben. Dispositiv-Ziffer 2, erster Satz, wird wie folgt ge�ndert:
"Ziff. 2 des Rechtsspruchs des Urteils des Bezirksgerichts Willisau, Abteilung 2, vom 31. August 2015 wird wie folgt abge�ndert: 2. Der Kl�ger hat der Beklagten erstmals anteilsm�ssig ab dem 1. August 2016 bis zum 31. Januar 2018 monatliche, vorauszahlbare und ab Verfall zu 5 % verzinsliche Unterhaltsbeitr�ge von Fr. 1'000.-- zu bezahlen."
Die Gerichtskosten von insgesamt Fr. 3'000.-- werden im Betrag von Fr. 1'200.-- dem Beschwerdef�hrer und im Betrag von Fr. 1'800.-- der Beschwerdegegnerin auferlegt.
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'000.-- zu entsch�digen.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Gerichtskosten und Parteientsch�digung des kantonalen Verfahrens an das Kantonsgericht Luzern, 2. Abteilung, zur�ckgewiesen.

References: Art. 75
 Art. 90
 Art. 76
 Art. 95
 BGE 
 Art. 95
 BGE 
 BGE 
 Art. 317
 Art. 8
 BGE 
 Art. 125
 Art. 125
 BGE 
 Art. 22
 Art. 68