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Timestamp: 2020-02-19 11:31:02+00:00

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Deutschte nach franz. Recht schuldenfrei in 12 Monaten? - Insolvenz - Finanznachrichten
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Das war Thema in verschiedenen Threads hier.
Manchmal hilft richtiges Suchen bei Google. Sucheingabe: Rechtsberatung Insolvenzrecht.
Das französiche Insolvenzrecht - mit seinen kurzen Fristen - gilt auch für Deutsche.
Die Referenden in Frankreich und Holland zeigten eine gewisse Ermüdung und auch Ablehnung gegen die Europapolitik. Die EU mag vielen suspekt sein, weil vieles nicht bekannt ist. Die EU mag auch Nachteile bringen. Tatsache ist jedoch, dass das Zusammenführen der einzelnen europäischen Staaten auch Vorteile bringt, auch wenn diese so entstandenen Vorteile nicht immer Begeisterung auslösen. Einer dieser Vorteile der EU ist die garantierte Niederlassungsfreiheit für EU-Bürger innerhalb der EU. Diese garantierte Niederlassungsfreiheit führte z. B. in Deutschland dazu, dass durch höchstrichterlichen Beschluss sich auch ausländische Gesellschaften in Deutschland niederlassen können oder Niederlassungen errichten können. Das führte zu einer gewissen Popularität der englischen LTD, die lediglich mit einer geringen Summe von Stammkapital auskommt. Entsprechend gering ist denn auch die Haftung.
Nun soll auch das deutsche Recht der GmbH Anfang 2006 entsprechend angepasst und das einzulegende Stammkapital (und somit die Haftung) erheblich reduziert werden. Eine weitere Folge der Niederlassungsfreiheit zeigt sich nun im Insolvenzrecht. Auch hier gilt, dass was in einem Land der EU Gültigkeit hat auch Anerkennung in den restlichen Ländern der EU finden muss. Ist jemand in Deutschland im Insolvenzverfahren muss bis zu sechs Jahre auf die Restschuldbefreiung gewartet werden. In Frankreich dauert dies manchmal nur 12 Monate. Vorkommen kann es unter bestimmten Voraussetzungen, dass es länger dauert. Aber selbst wenn eine Restschuldbefreiung in Frankreich zwei Jahre dauern sollte, ist dies immer noch wenig an dem in Deutschland vorgegebenen Zeitraum.
Die Verwaltungsbehörden in Deutschland zeigten sich von der Möglichkeit, dass ein Deutscher mit Inanspruchnahme des französischen Insolvenzrechts auch in Deutschland innerhalb kurzer Zeit schuldenfrei werden kann, zunächst nicht allzu begeistert. Ob diese Ablehnung sich mittlerweile in Begeisterung gewandelt hat ist uns nicht bekannt. Tatsache ist jedoch, dass der Bundesgerichtshof dazu im Jahr 2001 entschied: Eine im Ausland erfolgte Restschuldbefreiung ist auch in Deutschland anzuerkennen! BGH - IZ ZB 51/00
Der Leitsatz der Entscheidung: Wenn sich ein deutscher Staatsangehöriger ins Ausland begibt und sich dort einem Verfahren zur Restschuldbefreiung unterwirft, welches den Regelungen der Insolvenzordnung, insbesondere in Bezug auf die Vermögensverwertung, grundsätzlich entspricht, so ist eine dort erteilte Restschuldbefreiung auch im Inland anzuerkennen. Die im Ausland - hier Frankreich - geltenden Fristen zur Erlangung der Restschuldbefreiung müssen nicht den relativ langen Fristen der deutschen Insolvenzordnung entsprechen. Im Klartext heisst das (etwas vereinfacht!) nicht anderes, als dass der Bundesgerichtshof (BGH) die Rechtsauffassung vertritt, dass innerhalb der EU jeder EU-Bürger dort wo er innerhalb der EU lebt, in ein Insolvenzverfahren gehen kann und dies auch in allen EU-Ländern anzuerkennen ist.
Ebenso gesehen hatte es das Oberlandesgericht (OLG) der Vorinstanz die entschieden hatte: Der Erteilung einer deutschen Vollstreckungsklausel stehe die schuldbefreiende Wirkung der Abschlussentscheidung des Liquidationsverfahrens in Frankreich entgegen
Die Gläubigerin habe den Gerichtsstand in Frankreich selbst ihrem Prozessverhalten zu Grunde gelegt, als sie die "injonction de payer" beim Instanzgericht Haguenau beantragt habe. Auch im Rahmen des Verfahrens nach Art. 31 I EuGVÜ sei es allein Sache des Vollstreckungsstaats, ob er die Entschuldungswirkung anerkenne (EuGH, Slg. I 1999, 2543 = IPRax 2000, 18 ff.). Grundlage dafür seien in Deutschland die §§ 13 I, 15 AVAG. 2. Diese Ausführungen treffen auch nach Ansicht des erkennenden Senats zu (vgl. ergänzend BGHZ 122, 373 [375 ff.] = NJW 1993, 2312 = LM H. 12/1993 § 237 KO Nr. 6). a)
Diese Möglichkeit müsste die Gläubigerin jedenfalls im Kollektivverfahren der Insolvenz ausnützen, ehe sie sich in Deutschland auf einen Verstoss gegen die öffentliche Ordnung wegen betrügerischer Manipulationen berufe. Denn die denkbare Fortsetzung oder Wiederaufnahme des Verfahrens im Ausland komme gegebenenfalls allen Gläubigern zugute, die Vollstreckung unter Nichtbeachtung der Entschuldungswirkung würde hingegen in jedem Falle nur den früher säumigen, vollstreckenden Gläubiger einseitig begünstigen und könne so die gleichmäßige Gläubigerbefriedigung nachträglich stören.
Darüber hinaus ist nicht hinreichend dargetan, dass der Schuldner seinen Wohnsitz - bis zum Jahre 1994 - rechtsmissbräuchlich nach Frankreich verlegt hätte. Die Gläubigerin gibt selbst an, dass eine Verlegung des Wohnsitzes nach Frankreich den Grenzgängern folgende Möglichkeiten eröffnet: höhere Gehälter in Deutschland als in Frankreich,
wirksameren Krankenschutz bei Mitgliedschaft in einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse, viel geringere Steuerbelastung sowie,
Wenn die Gläubigerin schliesslich - wie sie geltend macht - nicht weiss, ob der Schuldner ihre Forderung im französischen Konkursverfahren angegeben hat, ist das rechtlich unerheblich. Denn in Frankreich obliegt es - wie in Deutschland - auch dem Gläubiger selbst, seine Forderungen zum Verfahren anzumelden.
Natürlich ist es nicht ganz so einfach, dass die blosse Behauptung in Frankreich zu wohnen und zu leben (nicht unbedingt auch zu arbeiten) genügt. Für flexible und mobile Menschen dürfte es jedoch keinerlei Problem darstellen, die Bedingungen für ein in Frankreich durchzuführendes Insolvenzverfahren zu erfüllen.
www.e-juristen.de/franzoesisches-Insolvenzrecht-gilt-auch-fuer-Deutsche.htm
Habe zu diesem Thema oft genug geschrieben:
Nochmals, das in dem Link angeführte Urteil bezieht sich auf eine "Liquidation Judiciaire" eines deutschen Unternehmers mit Firmensitz & Wohnsitz in Frankreich. Es entspricht der Logik der Sache, dass an eine liquidierte Firma keine Ansprüche mehr gestellt werden können.
Der Schuldner hatte in dieser Liqidation unter anderem auch sein Grundstück und das darauf befindliche Haus verloren. Eine deutsches Kreditinstitut hatte dem Schuldner einen Kredit gewährt und auch einen Schuldtitel vor dem Tribunal de grande instance in Colmar erwirkt, dieser wurde in dem Insolvenzverfahren berücksichtigt. Leider blieb für die Bank nichts übrig.
Als der Deutsche wieder in Deutschland Einkünfte aus einem Arbeitsverhältniss bezog wollte die Bank seine Bezüge pfänden und wurde vom BGH abgeschmettert. Der Fehler der Bank war einen Zahlungsbefehl vor einem franz. Gericht zu erwirken, damit war die Schuld in Frankreich anerkannt.
Sonst sind ausländische Schulden nach dem franz. Gesetz ausgeschlossen.
demnach stimmt folgendes nicht ?
http://www.ra-franzke.de/verbraucherinsolvenz-faq/Frankreisch.html
oder steht es um die VERBRAUCHERINSO anders ?
03.07.2005, 16:51
für Schulden aus Sebstständigkeit ist das Handelsgericht (tribunal du commerce) am Firmensitz zuständig. Dort musst Du Konkurs anmelden.
Für private Verbindlichkeiten ist die Überschuldungkommission zuständig,
die gibt es in fast jedem grösseren Ort. Darin liegt die Chance für viele, denn Frankreich kennt keine Meldepflicht. Der Nachweis eines Wohnsitzes erfolgt nicht nur mittels Mietvertrages(Papier ist ja geduldig).
Du brauchst zwei weitere Beweise z.B.: Rechnungen der E.D.F. (E-Werk) und Rechnungen der France Telecom, Wasserwerke etc.
Da sind dann 6 Monate die Grundgebühr fällig und ein bisschen Verbrauch sollte auch schon sein, Du willst ja beweisen, dass Du dort gewohnt hast im Gegensatz zu Bürgern mit Wohnsitz in Monaco, die beweisen damit, dass sie während 6 Monaten nicht hier gewohnt haben.
Du siehst es ist nicht so einfach auch im Hinblick auf den letzten Satz, der sagt, dass es sich nur um Schulden in Frankreich handeln kann.
Ces commissions ont été créées par la loi Neiertz du 31 décembre 1989, qui instaurait pour la première fois en France un traitement juridique spécifique du surendettement (loi modifiée en 1995 et 199 . La Banque de France en assure le secrétariat ; il existe une commission au sein de chaque département. Le Préfet peut en créer d'autres en fonction des besoins.
- un conseiller en économie sociale et famiiliale.
Pour constituer un dossier, vous pouvez vous faire aider par les services sociaux, mais c'est la personne surendettée qui doit engager personnellement la procédure et constituer le dossier qui sera présenté à la Commission de surendettement la plus proche de son domicile.
Um ein Dossier(Akte) zusammen zu stellen können Sie sich von den Sozialämtern helfen lassen, aber es ist die überschuldete Person die persönlich das Verfahren beantragen und die Akte zusammenzustellen hat , die dann der dem Wohnsitz nächsten Überschuldungskommission vorgelegt wird. Ein vom Anwalt vorgelegter Antrag hat eine Ablehnung zur Folge.
Certaines conditions sont exigées par la loi pour que vous puissiez bénéficier du dispositif. En effet, la procédure est réservée aux personnes physiques, dont le domicile fiscal se situe en France, et vous ne devez être ni commerçant, ni artisan, ni agriculteur. Si vous êtes de nationalité française mais demeurant à l'étranger, vous devez avoir contracté vos dettes non professionnelles exclusivement auprès de créanciers en France.
Die Gültigkeitsbedingungen
Gewisse Konditionen sind vom Gesetz vorgeschieben um diese Vorschrift in Anspruch zu nehmen.
In der Tat, dieses Verfahren ist reserviert für physische Personen die ihren steuerlichen Wohnsitz in Frankreich haben und Sie dürfen weder Händler noch Handwerker noch Landwirt sein. Sollten Sie französischer Nationalität sein aber im Ausland leben, dürfen Ihre nichtprofessionellen Schulden ausschliesslich bei Gläubigern in Frankreich sein.
Grüsse aus Cannes
@charmingwolf -
Ich habe die Entscheidung des BGH mal im Ganzen angesehen:
http://www.e-juristen.de/Insolvenzrecht-BGH-Rechtsprechung.htm
Irgendwie ist das was Sie hier sagen nie ganz falsch. Es ist aber auch nicht richtig.
Irgendwie scheinen Sie Äpfel und Birnen durcheinander zu werfen.
Haben Sie das Urteil richtig gelesen oder nur Auszüge auf irgendwelchen dubiosen Anwaltsseiten?
Habe ich in meinem Posting angeführt. Bitte um Entschuligung es war nicht Colmar sondern Hagenau allerdings, hier irrt der BGH, nicht das Tribunal d'instance sondern das Ttribunal de grande instance. Bitte also um Nachsicht, glaube nicht, dass man das als Halbwahrheit bezeichnen sollte.
Die wesentliche Erschwernis des deutschen Systems der Restschuldbefreiung - im Vergleich mit den Regelungen anderer Rechtsordnungen - ist die siebenjährige Wohlverhaltensperiode nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens (§ 287 Abs. 1 Satz 1, §§ 291 ff InsO). In welchem Umfange diese Regelung die Befriedigungsaussichten der Insolvenzgläubiger tatsächlich verbessert, ist bisher nicht geklärt. Diese Aussichten werden sich zudem mit einem Inkrafttreten des weitgehend vorbereiteten Änderungsgesetzes zur Insolvenzordnung zusätzlich dadurch verringern, daß danach gestundete Kostenforderungen des Staates für das Verfahren den Ansprüchen der Gläubiger vorgehen. Im übrigen hätte der Schuldner hier eine Verkürzung der Wohlverhaltensperiode auf fünf Jahre gemäß Art. 107 EGInsO beantragen können. Danach läßt sich nicht annähernd abschätzen, in welchem Umfange die Forderung der Gläubigerin bei einem in Deutschland durchgeführten Insolvenzverfahren befriedigt worden wäre. Zwar verdient der Schuldner monatlich knapp 4.000 DM netto. Er ist jedoch verheiratet und bezieht Kindergeld, so daß wenigstens ein Kind vorhanden sein muß. Über die Ansprüche anderer, mit der Gläubigerin konkurrierender Insolvenzgläubiger ist nichts dargetan. Nach dem unwidersprochenen Vorbringen des Schuldners wurde sein in Frankreich belegenes Vermögen, u.a. ein Hausgrundstück, verwertet. Danach läßt sich schon allgemein nicht feststellen, daß die Gläubigerin sich wesentlich besser gestanden hätte, wenn deutsches statt französisches Insolvenzrecht anzuwenden gewesen wäre.
Habe ich auch ausgeführt, wo sehen Sie unwahre Aspekte?
Auch der BGH spricht von einem Konkurs in seinem Urteil.
Die Gläubigerin hat, indem sie einen rechtskräftigen Schuldtitel in Frankreich erwirkte, keine Aussicht auf Erfüllung nach Abschluss des Konkursverfahrens.
Anders sähe es aus, bei einer privaten Insolvenz, da sind Schulden aus Handwerkstätigkeit, Handel, Landwirtschaft ausgeschlossen ebenso Unterhaltsschulden; Steuerschulden werden nach Abwicklung der Priv. Insolvenz in einem gesonderten Verfahren mit dem franz. Finanzamt abgewickelt. Vor allem aber werden ausländische Schulden nicht von der Insolvenzverfahren erfasst.
Es ist also hirnrissig sich in Frankreich einer Inso. zu unterwerfen wenn Sie in Frankreich keine Schulden haben und die deutschen Schulden weiter bestehen bleiben. Es sei denn der deutsche Gläubiger hat einen Zahlungsbefehl in Frankreich beantragt.
Sollte der Schuldner aus dem BGH-urteil noch weitere Gläuniger in Deutschland haben, können diese weiterhin ihre Forderungen eintreiben, sofern sie keinen Zahlungsbefehl vor Abschluss des des Konkursverfahrens in Frankreich erwirkt haben.
Die dazugehörigen franz. Gesetzestexte habe ich schon mehrfach gepostet auch mit teilweiser Übersetzung.
Ich finde es wiederlich, wenn irgendwelche Winkelavokaten oder sonstige Vermittler falsche Hoffnungen wecken und den armen Schweinen auch noch das letzte Hemd ausziehen.
Irgendwie ist das eine Art der Leichenfledderei.
@ charmingwolf -
Die Klägerin behauptet auf der einen Seite, dass das Verfahren in Frankreich nicht zulässig ist und erwirkt dann dort trotzdem einen „Titel“. Das hat der BGH dazu kritisch bemerkt. Das eine widerspricht dem anderen.
Die sonstigen „Randbemerkungen“ haben mit dem Konsenz der Entscheidung nichts zu tun.
Im Übrigen kann ich Ihr vehementes Engagement in dieser Sache nicht so ganz nachvollziehen.
So, bei der privaten Insolvenz in Frankreich ist jemand aufgesprungen der hier im Forum schon bei Ltd.Gründungen bekannt geworden ist.(Aktoria Ltd. Herrman Walter)
In einer News habe ich gelesen das mind.5.000€ anzulegen sind um die private Insolvenz in Frankreich durchzuführen.
Was mir auch nicht klar war das man in Frankreich mind. eine 2 Zimmerwohnung haben muß (lt. Angabe der News).
Also, ab 5000€ "werden Sie geholfen".......... oder auch nicht.
Gruss sunshineman
hat von Euch jemand Informationen, wie das private Insolvenzverfahren in Belgien bzw. Holland aussieht oder weiss, wo man sich informieren kann ?
Hintergrund : Ich möchte meinen Wohnsitz dorthin verlegen, arbeite aber weiterhin in Deutschland.
14.08.2005, 07:51
deutsche Schulden im französichen Insolvenzverfahren
charmingwolf schreibt am 28.6.05 und am 4.7.05:
"Sonst sind ausländische Schulden nach dem franz. Gesetz ausgeschlossen."
"Vor allem aber werden ausländische Schulden nicht von der Insolvenzverfahren erfasst.
Es ist also hirnrissig sich in Frankreich einer Inso. zu unterwerfen wenn Sie in Frankreich keine Schulden haben und die deutschen Schulden weiter bestehen bleiben."
Das soll offensichtlich bedeuten, dass in das französische Insolvenzverfahren Schulden, die in Deutschland bestehen, nicht einbezogen und somit auch nicht erlassen werden. In welchem Gesetz steht es und in welchem Paragraphen? "Die dazugehörigen franz. Gesetzestexte habe ich schon mehrfach gepostet auch mit teilweiser Übersetzung." schreibt charmingwolf. Wo kann ich diese finden? Ich bitte um Mitteilung (bitte links angeben)
Falls das so sein sollte, dann gilt dies aber nicht in den Departements Bas-Rhin, Haut-Rhin und Moselle (d.h. es gilt nicht in Elsass-Lothringen), oder werden auch dort ausländische Schulden nicht ins Insolvenzverfahren einbezogen? Wenn ich im Elsass oder Lothringen wohne und dort einen Insolvenzantrag stelle, wird dann mein deutsches Vermögen und meine deutschen Schulden in das Verfahren einbezogen?
Ich habe mehrere Immobilien in Ostdeutschland erworben. Dadurch, dass viele in den Westen zogen, hatte ich einen Leerstand zu verzeichnen. Auch bekam ich nicht alle Mieten. Es gab auch noch etliche andere Probleme. Jedenfalls konnte ich die Darlehen nicht mehr bedienen. Da die Immobilien heute kaum noch etwas wert sind, sind die Schulden, die ich zurückzahlen müsste, weit höher als der Wert der Immobilien. Insgesamt verbleiben am Ende eine halbe Millionen oder eine Millionen Schulden.
Wenn ich charmingwolf richtig verstanden habe, gibt es in Frankreich zwei verschiedene Verfahren. Welches würde auf mich zutreffen? "Für Schulden aus Sebstständigkeit ist das Handelsgericht (tribunal du commerce) am Firmensitz zuständig. Dort musst Du Konkurs anmelden. Für private Verbindlichkeiten ist die Überschuldungkommission zuständig, die gibt es in fast jedem grösseren Ort." Ist für mich dann die Überschuldungskommission zuständig, da ich die Immobilien alle privat erwarb? Wenn freilich mein deutsches Vermögen und meine deutschen Verbindlichkeiten nicht erfasst würden, wäre ein Verfahren von vorn herein sinnlos. Wenn das so sein sollte, dass deutsches Vermögen und deutsche Verbindlichkeiten nicht erfasst werden, wie kann man dann erklären, dass kein einziger von mir befragte Insolvenzanwalt, der mit Insolvenzrecht in Elsass-Lothringen befasst ist, mir dies sagte?
@ccbbaa
Können Sie mir sagen wo Sie in Frankreich "Insolvenzanwälte" gefunden haben?
Frankreich kennt im Gegensatz zu Deutschland ein Handelsgericht, das "Tribunal du Commerce".
Wenn Sie Zahlungsschwierigkeiten haben erstellt Ihr Steuerberater/Prüfer eine Bilanz,
die Sie oder er innerhalb von 15 Tagen beim Gericht hinterlegen müssen, mit dem cerfa-Vordruck
[/url] http://www.sosdepotdebilan.com/procedure/cerfa.pdf [url].
Das Gericht entscheidet nach Sachlage (Personal, Werte, Auftragslage, Schulden) ob eine Weiterführung oder eine Liquidation in Frage kommt. In beiden Fällen wird ein Verwalter bestimmt.
Bei einer Weiterführung gibt es zwei Möglichkeiten, Sie führen die Firma in Abstimmung mit dem Verwalter weiter oder es wird ein kommissarischer Verwalter eingesetzt und Sie haben nichts mehr zu sagen (ein liquidateur judiciare wird zwar angeblich von dem Gericht dem er zugeordnet ist kontrolliert, besitzt aber in Realität eine unantastbare Macht).
Auch bei diesen Möglichkeiten ist eine Liquidation zu jeder Zeit möglich.
Vorteil der Weiterführung >> Vollsteckungsschutz, Niederschlagung von Strafen seitens der Sozial/Finanzbehörden für verspätete oder gar nicht bezahlte Beiträge.
Private Überschuldung:
[/url]http://www.gomopa.net/foren/lhtopic/2722/20/0/asc/private-insolvenz-schuldenfrei-in-12-monaten.htm[url]
In Ihrem Falle ist allerdings zu überlegen ob es sich nicht um professionelle Schulden handelt,
Frankreich kennt nämlich den Freiberuf des „Loueurs“ , des Vermieters.
Dabei ist allerdings Eile geboten. Wenn zwei Verfahren gleichzeitig laufen sollten stimmen sich die Gerichte ab, welches Land die Insolvenz durchführt.
Siehe Text im Anhang:
[url]http://www.eic.minefi.gouv.fr/dossier/archives/regfaill.pdf[/url]
Zum Loueur:
http://www.guideducredit.com/HTMcorps/fi…nvestir/lmp.htm
Der nicht funktionierende Link nachgeliefert:
http://www.gomopa.net/foren/lhtopic/2722…2-monaten.htm
29.09.2005, 02:45
Insolvenz - Erfahrungsaustausch
ersteinmal zu CCBBAA
ich bin verblüfft, wie ähnlich deine situation zu meiner ist, deshalb bitte ich dich mal zu mir kontakt aufzunehmen.
dann zu allen anderen, ich habe zu diesem thema auch schon einiges gehört und einiges unternommen, also wer interesse hat auf erfahrungsaustausch, bitte auch melden.
ciao Clemerius
29.09.2005, 04:30
Re: Insolvenz - Erfahrungsaustausch
Zitat von »"Clemerius"«
...hoffe Ihre 4-fache Verblüffung hat sich wieder etwas gelegt.
3 Postings gleichen Inhaltes (identisch) wurden gelöscht.
na gut A. Henneberg,
wenn die anderen gelöscht wurden, wie kann ich denn zu ccbbaa kontakt aufbauen - z.b. eine email zusenden ???????
Gruß Clemerius
30.09.2005, 04:33
Über eine Antwort im Thread wird der User automatisch per Mail informiert.
des BGH-Urteils, nachdem hier nun wahrlich viel verwirrendes geschrieben wurde:
Es müssen nach der Rechtsprechung vier Voraussetzungen für die Anerkennung von Insolvenzwirkungen in Deutschland gegeben sein:
Von der deutschen Seite der Angelegenheit betrachtet, ist ein Insolvenzverfahren in Frankreich also nicht übermäßig schwierig. Natürlich muss der Wohnsitz tatsächlich in Frankreich sein, um die Zuständigkeit der französischen Gerichte zu begründen. Und, Stichwort "ordre public": Wer glaubt, er könne allzu leicht das deutsche Insolvenzrecht umgehen, irrt. Denn nur dann, wenn es, salopp gesagt, auch im Ausland wehtut, ein Insolvenzverfahren durchzuführen, werden die ausländischen Entscheidungen, insbesondere die über Restschuldbefreiung, in Deutschland anerkannt.
Soweit zur deutschen Seite. Davon zu trennen ist die französische Seite, bei der dann insbesondere zu prüfen ist, in wie weit auch Forderungen deutscher Gläubiger einbezogen sind.
jetzt weiß ich eigentlich noch immer nicht weiter!
Das klingt alles nach generell geht es, aber oft auch nicht und nicht überall gilt die Restschuldbefreiung.
Als juristischer Halblaie entnehme ich dem BGH-Urteil, dass die Restschuldbefreiung in Frankreich funktioniert und anerkannt wird. Ich sehe nicht, welche Einschränkungen es gibt.
Seit über einem Jahr lebe ich wirklich im Elsass und habe Altschulden aus einer GmbH-Pleite von 1988 plus einige private Gläubiger. Es ist hier auch ohne Schuldbefreiung sehr angenehm, da weder Finanzamt, noch andere Gläubiger mit Ihren Titeln mir nach Frankreich gefolgt sind.
Langfristig wäre mir allerdings eine Bereinigung der Situation lieber, da man irgendwann wieder ein normaler Mensch sein will.
Vielleicht sollten sich mehrere Betroffene zusammentun und gemeinsam das Problem lösen. Ich kann dabei die Postanschrift stellen. Da man die Formulare wohl ohne Anwalt einreichen muss, könnte man durch Zusammenarbeit vieles preisgünstig regeln und Erfahrungen austauschen.
Bedingung wäre natürlich, dass die Entschuldung in Deutschland anerkannt wird.
Der Artikel von hepe und die Anmerkung von Charmingwolf sind nicht uninteressant.
Allerdings verkennt hepe die wirtschaftlichen Grundlagen des Gesellschaftsrechts: Das Stammkapital hat mit der Haftung nichts zu tun. Es ist lediglich zur Gründung erforderlich und kann danach ausgegeben/verspielt werden. Dann ist es futsch - ohne dass eine weitere Haftung der Gesellschaft besteht.
Mit diesem Irrglauben steht hepe nicht alleine, Dank sei allen Bankern, die immer noch so denken. Das erleichtert die Seminartätigkeiten.
Ich glaube da liegen Sie ein bißchen falsch. Das Stammkapital einer GmbH ist mitnichten zum verspielen, versaufen oder ähnlichem da.
Das hat man vielleich früher mal so gesehen, man lieh sich bei Oma Erna 50.000.- DM (zu DM - Zeiten), gründete eine GmbH und gab Oma das Geld nochmal zurück - Diese Spielchen können Sie heute vergessen.
Sie sind als Geschäftsführer bei Insolvenz verpflichtet, den ordnungsgemäßen Nachweis der Verwendung der Stammeinlage zu führen, und zwar muß es im "Sinne" der Gesellschaft verwandt worden sein (es sei denn, Versaufen wäre der einzige GmbH - Geschäftszweck :-)).
Ansonsten kommen Sie ganz schnell in die Beweisnot - sie sind als GF dran und der Gesellschafter muß im Zweifel nochmals erbringen - da freut sich der Insolvenzverwalter nämlich als erster drauf! Grad' wenn's als Darlehen deklariert wurde....
@miniprint
Haben Sie es eigentlich schon einmal mit einem außergerichtlichen Vergleich mit Ihren deutschen Gläubigern versucht???

References: BGH 
 Art. 31
 § 237
 BGH 
 BGH 
 Art. 107
 BGH 
 BGH