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Timestamp: 2019-12-12 19:00:30+00:00

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Kreislauforientierte Entsorgungslogistik | Hausarbeiten publizieren
39 Seiten, Note: 1.0
2.1.1 Idee der Kreislaufwirtschaft
2.1.3 Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz
2.1.3.1 Einführung
2.1.3.2 Definition Abfall
2.1.3.3 Grundsätze der Kreislaufwirtschaft
2.1.3.4 Produktverantwortung
2.1.3.5 Entsorgung
2.2 Entsorgungslogistik
2.2.1 Einordnung innerhalb der Unternehmenslogistik
2.2.2 Interne Entsorgungslogistik
2.2.3 Externe Entsorgungslogistik
2.2.4 Entsorgungskosten
2.3 Einordnung von Elektro- und Elektronikschrott
2.3.2 Menge, Art und Zusammensetzung von Elektronikschrott
2.3.2.1 Mengenaufkommen
2.3.2.2 Mengenmäßige Zusammensetzung
2.3.2.3 Stoffliche Zusammensetzung und Toxizität
2.3.3 Gesetzliche und technische Rahmenbedingungen
2.3.3.1 Gesetzliche Entwicklung
2.3.3.2 Entwicklungsstand der Entsorgung
3 Kreislaufführung von Elektro- und Elektronikaltgeräten
3.2 Entsorgungslogistik als Managementaufgabe
3.3 Prozesskettenorientierung der Entsorgungslogistik
3.3.1 Prozesskettenmanagement
3.3.2 Aktivität
3.3.3 Prozess
3.3.4 Prozesskette
3.3.5 Prozesskreislauf
3.4 Prozesskette "Entsorgung"
3.4.1 Aufbau der Prozesskette "Entsorgung"
3.4.2 Teilprozesskette "Rückführung"
3.4.2.1 Aufbau
3.4.2.2 Sammlung
3.4.2.3 Rücktransport
3.4.3 Teilprozesskette "Behandlung"
3.4.3.1 Aufbau
3.4.3.2 Behandlungsvorbereitung
3.4.3.3 Demontage
3.4.3.4 Bereitstellung
3.4.4 Teilprozesskette "Wiedereinsteuerung"
3.4.4.1 Aufbau
3.4.4.2 Redistribution
3.4.4.3 Beseitigung
3.5 Risiken und Chancen durch Implementierung der Prozesskette "Entsorgung"
3.5.1 Risiken
3.5.2 Chancen
In der Bundesrepublik Deutschland wird bis zum Jahr 2005 ein Anstieg des jährlichen Aufkommens an Elektro- und Elektronikgeräteschrott auf ca. 1.100.000 Tonnen prognostiziert. Die große Menge ist bedingt durch technische Verbesserungen, neue Modelle, die auf den Markt kommen und einen relativ hohen Preisverfall, durch den die Lebenszyklen der Geräte immer kürzer und Müllmengen immer größer werden. Heute stehen die Deponierung und die Verbrennung im Mittelpunkt öffentlicher Kritik. Herkömmliche Entsorgungswege (Verbrennung und/oder Deponierung) von Elektronikschrott stellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Aufgrund der Umsetzung der EU-Richtlinie „Directive of the European Parliament and of the Council on Waste Electrical and Electronic Equipment“ (WEEE) in deutsches Recht ist ab September 2005 für Hersteller der Elektro- und Elektronikbranche mit einer erstmaligen Rücknahmepflicht für Altgeräte aus privaten Haushalten zu rechnen. Im Rahmen der Produktverantwortung sind dann die bisher bei den öffentlichen Kommunen liegenden Aufgaben und Kosten für die Entsorgung von Altgeräten durch die Hersteller zu tragen. Hierbei sind für die teilweise sehr komplex zusammengesetzten Altgeräte, die kostenlos vom Verbraucher zurückgenommen werden müssen, hohe Verwertungs- und Recyclingquoten einzuhalten.
Im Zuge dieser Arbeit soll die zunehmende Bedeutung der Entsorgungslogistik dargestellt werden, deren Aufgabe es ist, die notwendigen Kreislaufprozesse Redistribution, Demontage und Wiedereinsteuerung in den Entsorgungsbereich der Unternehmen einzugliedern. Durch Einbeziehung des Managements und einen an komplexen inner- und außerbetrieblichen Prozessen ausgerichteten Bereich Entsorgung können Unternehmen die langfristige Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit erreichen, hierbei ist eine Vielzahl von logistischen und technischen Aufgaben zu lösen.
Abbildung 1: Strukturwandel vom linearen zum zyklischen System
Abbildung 2: Systematisierung verschiedener Recyclingarten und -formen
Abbildung 3: Stellung der Entsorgungslogistik innerhalb der Unternehmenslogistik
Abbildung 4: Zusammensetzung von Elektronikschrott nach Kategorien
Abbildung 5: Stellung des Entsorgungslogistik-Managements innerhalb des Logistik Managements
Abbildung 6: Unternehmensinternes und -übergreifendes Prozesskettenmodell
Tabelle 1: jährliches Anfallpotenzial von Elektroaltgeräten in Deutschland
Tabelle 2: durchschnittliche Zusammensetzung von Elektronikschrott
Tabelle 3: Gerätekategorien und geforderte Verwertungs- und Recyclingquoten
Die Umsetzung der EU-Richtlinie über die Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräten (WEEE) schreibt Herstellern, Importeuren und Entsorgungsbetrieben ab August 2005 eine Einrichtung von funktionierenden Sammel- und Verwertungssystemen für Elektro- und Elektronikaltgeräten vor. Zukünftig müssen genaue Recycling- und Verwertungsquoten eingehalten werden. Hersteller stehen durch die steigenden gesetzlichen Anforderungen, zunehmendem Kostendruck und harten Wettbewerb vor grundlegenden Veränderungen im Bereich Entsorgung.
Die Aufgabe der Entsorgungslogistik liegt zukünftig verstärkt in der Gestaltung von Rückführungskonzepten für ausgediente Altgeräte. Hierbei ist die Verringerung des Energie- und Ressourcenverbrauches durch eine gezielte Kreislaufführung der Pro-dukte, Bauteile und Materialien - möglichst unter Kostensenkungen - anzustreben, um Umweltanforderungen gerecht zu werden.
Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der sich aus der Produkt-Rückführung ergebenden, neuen, entsorgungslogistischen Anforderungen an Hersteller.
Die Idee der Kreislaufwirtschaft und die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die in Deutschland hierzu vorliegen, werden in Kapitel zwei aufgezeigt. Des Weiteren erfolgen eine Beschreibung der Stellung der Entsorgungslogistik im Unternehmen, sowie eine Betrachtung der sich aus neuen Anforderungen im Bereich Elektro- und Elektronikaltgeräte ergebenden Konsequenzen für Hersteller im Bereich Entsorgung.
Kapitel drei geht auf den Ansatz der Prozesskettenorientierung zur Eingliederung und Optimierung entsorgungslogistischer Prozesse in bestehende logistische Abläufe ein. Die Erläuterung der wesentlichen Bestandteile der Prozesskette „Entsorgung“ und das Abwägen der Chancen und Risiken, die sich durch deren Implementierung im Unternehmen ergeben, komplettiert hier die Ausführung.
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Arbeit erfolgt im Kapitel vier.
Seit Ende der 80er Jahre befinden sich Gesellschaft und Wirtschaft im Umbruch von einer Durchflusswirtschaft in eine Kreislaufwirtschaft.[1] Das bisher gültige, lineare System des Lebenszyklus eines Produktes entwickelt sich durch Veränderung der gesellschaftlichen Denkweise, sowie durch gesetzliche Bestimmungen, zunehmend zu einem Produktlebenszyklus mit Kreislaufcharakter. Es wird angestrebt, Produkte am Ende ihrer Lebensdauer nicht mehr als Abfall zu beseitigen oder zu deponieren, sondern die erneute Verwendung oder Verwertung des Produktes zu ermöglichen.
Abbildung 1: Strukturwandel vom linearen zum zyklischen System, in Anlehnung an Rinschede/Wehking: Entsorgungslogistik III, S. 26
Das seit 1996 in Deutschland geltende Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) setzt diese Idee in die Tat um.
Gemäß der VDI-Richtlinie 2243 wird der Gedanke der Kreislaufwirtschaft auf das Unternehmen übertragen. Das Schließen von Stoffkreisläufen durch die Rückführung von Rückständen aus Produktionsprozessen bzw. von Altprodukten und -stoffen nach deren Gebrauch in die Produktion oder für den (erneuten) Gebrauch, wird hier als „Recycling“ bezeichnet.[2] Entsprechend dieser Definition werden dazu mehrere Formen des Recyclings unterschieden (siehe Abbildung zwei). Bei der Wiederverwendung wird ein gebrauchtes Produkt erneut für den gleichen Verwendungszweck genutzt (z.B. Pfandflaschen), Weiterverwendung liegt vor, wenn das Produkt für einen anderen Verwendungszweck erneut genutzt wird (z.B. Altreifen als Kinderschaukel). Wird das Material einem (gleichartigen) Produktionsprozess zugeführt, den es bereits durchlaufen hat, spricht man von Wiederverwertung (z.B. Wiedereinschmelzen von Drehspänen). Wird das Material einem anderen Produktionsprozess zugeführt, handelt es sich um Weiterverwertung (z.B. Autoschrott als Baustahl).
Abbildung 2: Systematisierung verschiedener Recyclingarten und -formen, Quelle: Koether u.a., Taschenbuch der Logistik, S. 477
Im Oktober 1996 wurde in Deutschland das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) eingeführt und löste damit das seit 1986 geltende Abfallgesetz ab. Zweck des Gesetzes nach § 1 KrW-/AbfG „[…] ist die Förderung der Kreislaufwirtschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen und die Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen“. Die Verantwortung hierfür tragen sowohl der Abfallerzeuger als auch der -besitzer (Konsument).
Abfälle sind nach § 3 Abs. 1 KrW-/AbfG „… alle beweglichen Sachen, […] deren sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss“. Spezielle Anforderungen gelten hierbei für überwachungsbedürftige bzw. besonders überwachungsbedürftige Abfälle, d.h. Abfälle, „[…] die nach Art, Beschaffenheit oder Menge in besonderem Maße gesundheits-, luft- oder wassergefährdend, explosibel oder brennbar sind oder Erreger übertragbarer Krankheiten enthalten oder hervorbringen können.“[3]
In allen Bereichen des Wirtschaftsprozesses entstehen Abfälle, welche sich aus unterschiedlichsten Stoffen zusammensetzen. Bereits die Rohstoffgewinnung verursacht die Entstehung von Abfällen, z.B. in Form von Abraum. Bei der Herstellung des Endproduktes fallen produktbedingte sowie produktionsbedingte Abfälle an, die von verschiedenen Faktoren, z.B. den verwendeten Rohstoffen, der Organisation der Produktionsabläufe oder der Qualifikation des Personals, abhängig sind. Durch den Transport, den Umschlag, die Kommissionierung und die Lagerung von Gütern von der Produktentstehung bis hin zur Produktentsorgung, entstehen Abfälle auch durch logistische Prozesse.[4]
Sie werden nach § 4 KrW-/AbfG in nachstehender Prioritätenreihenfolge genannt:
Es sollen möglichst keine oder nur geringe Entstehung von Abfällen zugelassen bzw. deren schädliche Wirkung minimiert werden (Vermeidungsgrundsatz). Vorstellbare Maßnahmen zur Vermeidung sind die anlageninterne Kreislaufführung von Stoffen, eine abfallarme Produktgestaltung sowie ein auf abfall- und schadstoffarme Produkte gerichtetes Konsumverhalten.
Ist eine Vermeidung nicht zu realisieren, sind „[…] in zweiter Linie Abfälle stofflich zu verwerten oder zur Gewinnung von Energie zu nutzen“[5] (Verwertungsgrundsatz). Eine stoffliche oder energetische Verwertung des entstandenen Abfalls ist nach § 5 KrW-/AbfG erlaubt, obwohl immer eine Wiederverwendung vor einer Wiederverwertung anzustreben ist.
3. Abfallbeseitigung
Ist auch die Verwertung nicht möglich, sind Abfälle umweltverträglich zu beseitigen. Die Abfallbeseitigung wird nach § 10 KrW-/AbfG durch die Grundsätze der gemeinwohlverträglichen Abfallbeseitigung festgelegt. Diese besagen, dass:[6]
- Abfälle, die nicht verwertet werden, dauerhaft von der Kreislaufwirtschaft auszuschließen und zur Wahrung des Wohls der Allgemeinheit zu beseitigen sind.
- die Abfallbeseitigung, das Bereitstellen, Überlassen, Einsammeln, die Beförderung, Behandlung, Lagerung und die Ablagerung von Abfällen zur Beseitigung umfasst.
- durch die Behandlung von Abfällen deren Menge und Schädlichkeit zu vermindern ist.
- bei der Behandlung und Ablagerung anfallende Energie oder Abfälle soweit wie möglich zu nutzen sind.
- Abfälle so zu beseitigen sind, dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird.
§ 5 KrW-/AbfG Abs. 5 erlaubt jedoch eine Ausnahme von dieser Regelung. Der Vorrang der Verwertung vor der Beseitigung entfällt, wenn die Beseitigung die umweltverträglichere Lösung darstellt.
Neben der unter Punkt 2.1.3.3 genannten Prioritätenreihenfolge schreibt der § 22 KrW-/AbfG Herstellern, Entwicklern, Be- und Verarbeitern sowie Vertreibern von Produkten die Produktverantwortung zu. Folgenden Aspekte müssen berücksichtigt werden:
- Mehrfachnutzung von Produkten
- Anstreben hoher Produktlebensdauer
- ordnungsgemäße und schadlose Verwertung
- umweltverträgliche Beseitigung
- Substitution von Neumaterial durch Sekundärrohstoffe in der Produktion
- Kennzeichnung von Schadstoffen
- Kennzeichnung von Rückgabe-, Wiederverwendungs- und Verwertungs-möglichkeiten
- Rücknahme der Produkte oder daraus entstehender Abfälle und anschließende Verwertung oder Beseitigung
Explizite Rückgabe- (für Konsumenten) und Rücknahmepflichten (für Hersteller) können durch Rechtsverordnungen erlassen werden (§ 24 KrW-/AbfG). Derzeit bestehen Rücknahmeverordnungen in den Bereichen Altautomobile, Batterien und Verpackung. Für die Elektro-Altgeräteverordnung befindet sich auf Grundlage einer gesamt-europäischen Richtlinie zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Arbeit ein Entwurf im Bundesratsverfahren (siehe Punkt 2.3.3).
Unter Entsorgung im engeren Sinne versteht man die Beseitigung von Stoffen aus dem Wirtschaftskreislauf, deren Verwendung nicht mehr entsprechend ihrem ursprünglichen Zweck erfolgen kann. Entsorgung im weiteren Sinne erweitert die Entsorgung im engeren Sinne durch die Überführung dieser Stoffe in eine Kreislaufwirtschaft, so dass Stoffe oder Güter nach der eigentlichen Nutzungsphase wieder eine erneute Nutzung erfahren können.[7] Objekte der Entsorgung sind Abfälle nach § 3 Abs. 1 KrW-/AbfG.
[1] Vgl. Hopfenbeck 1998, S. 733
[2] Vgl. VDI 1993, S. 4ff.
[3] Vgl. § 3 KrW-/AbfG, Abs. 1, entnommen aus: Storm P.-Ch., Umweltrecht 2001, 5.1 S. 314
[4] Vgl. Rinschede/Wehking 1991, S. 29ff.
[5] Vgl. § 4 KrW-/AbfG Abs. 2, entnommen aus: Storm P.-Ch., Umweltrecht 2001, 5.1 S. 315
[6] Vgl. § 10 KrW-/AbfG, entnommen aus: Storm P.-Ch., Umweltrecht 2001, 5.1 S. 319
[7] Vgl. Ivišić 2002, S. 15
Hochschule Mannheim (Fertigungsorganisation)
Bernd Ohlig (Autor)
9783638291156
9783638731508
Kreislauforientierte Entsorgungslogistik am Beispiel von Elektro- und Elektronikaltgeräten
Bernd Ohlig (Autor), 2004, Kreislauforientierte Entsorgungslogistik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/26926
Systematisierung der besonderen Planungsprobleme bei Wieder- und We...

References: § 1
 § 3
 § 4
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 § 10

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 § 22
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