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Timestamp: 2016-10-24 23:50:06+00:00

Document:
8C_194/2012 (21.01.2013)
8C_194/2012 {T 0/2}
Ausgleichskasse f�r Gewerbe, Handel und Industrie in Graub�nden und Glarus, Steinbockstrasse 8, 7000 Chur, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Marco Ettisberger,
vom 25. Januar 2012.
A.a Der 1967 geborene D.________ bezieht seit 1. April 1997 eine ganze Rente der Invalidenversicherung auf der Grundlage einer 75 %igen Invalidit�t (Verf�gungen der IV-Stelle Graub�nden vom 11. und 27. November 1998). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) sprach ihm mit Verf�gung vom 24. November 1998 r�ckwirkend per 1. November 1997 eine Invalidenrente auf der Basis derselben Erwerbsunf�higkeit in Form einer Komplement�rrente zu. Am 19. Februar und 19. Dezember 2003 verf�gte die IV-Stelle die Ausrichtung einer Zusatzrente sowie zweier Kinderrenten f�r die Zeit ab 1. Mai 2002 bzw. 1. April 2003. Anl�sslich einer revisionsweisen �berpr�fung best�tigte die SUVA in der Folge unver�nderte Rentenverh�ltnisse (Mitteilung vom 24. Februar 2005). Am 20. Oktober 2006 hielt der Unfallversicherer verf�gungsweise fest, dass er erst jetzt von den Zusatz- und Kinderrenten erfahre habe, und forderte von D.________ f�r die Zeit vom 1. Mai 2002 bis 31. Oktober 2006 zuviel bezahlte Rentenbetreffnisse in der H�he von Fr. 101'489.- zur�ck. Die dagegen erhobene Einsprache wurde abgewiesen (Einspracheentscheid vom 6. Mai 2008). Das hierauf angerufene Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden hiess die Beschwerde mit Entscheid vom 11. Dezember 2008 gut und hob den angefochtenen Einspracheentscheid mit der Feststellung auf, dass die Forderung der SUVA verj�hrt sei.
A.b In der Folge gelangte die SUVA an die Ausgleichskasse f�r Gewerbe, Handel und Industrie in Graub�nden und Glarus (nachfolgend: Ausgleichskasse) und verlangte den Betrag von Fr. 101'489.- als Schadenersatz, da diese ihre Meldepflicht bez�glich der seit 1. Mai 2002 bzw. 1. April 2003 ausgerichteten Zusatz- und Kinderrenten verletzt habe. Am 20. Juli 2010 erliess die Ausgleichskasse eine Verf�gung, mit der sie die Schadenersatzforderung der SUVA vollumf�nglich ablehnte.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde, mit welcher die SUVA die Bezahlung von Schadenersatz im Umfang von Fr. 101'489.- zuz�glich Zins zu 5 % ab 1. Juli 2004 (mittlerer Verfall) beantragte, wies das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern ab (Entscheid vom 25. Januar 2012).
Die SUVA f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und wiederholt ihr vorinstanzlich gestelltes Rechtsbegehren.
W�hrend das kantonale Gericht und die Ausgleichskasse auf Abweisung der Beschwerde schliessen, letztere eventualiter auf R�ckweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung.
Die SUVA verlangt von der Ausgleichskasse Schadenersatz in der H�he von Fr. 101'489.- (zuz�glich Zins), da diese in Bezug auf die dem Versicherten seit 1. Mai 2002 bzw. 1. April 2003 ausgerichteten Zusatz- und Kinderrenten ihre Meldepflicht verletzt habe. Sie beruft sich hiebei auf Art. 78 Abs. 1 ATSG. Gem�ss dieser Norm haften f�r Sch�den, die von Durchf�hrungsorganen oder einzelnen Funktion�ren von Versicherungstr�gern einer versicherten Person oder Dritten widerrechtlich zugef�gt wurden, die �ffentlichen K�rperschaften, privaten Tr�gerorganisationen oder Versicherungstr�ger, die f�r diese Organe verantwortlich sind.
Da die Beschwerde in verm�gensrechtlichen Angelegenheiten auf dem Gebiet der Staatshaftung zul�ssig ist, wenn der Streitwert mehr als Fr. 30'000.- betr�gt (Art. 85 Abs. 1 lit. a BGG), ist darauf einzutreten.
Bei der Streitsache handelt es sich nicht um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Unfallversicherung, sodass das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde legt, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann deren Sachverhaltsfeststellung nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG; Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG e contrario).
4.1 Art. 78 Abs. 1 ATSG, welche Haftungsnorm vorliegend Anwendung findet (Urteil [des Bundesgerichts] 8C_81/2012 vom 11. Dezember 2012), stellt eine Kausalhaftung dar und setzt folglich kein Verschulden eines Organs der Versicherungseinrichtung voraus. Die �ffentlich-rechtlichen K�rperschaften, privaten Stiftungseinrichtungen und die Versicherer haften somit, wenn ein Organ oder ein Angestellter in seiner Eigenschaft als Vollzugsorgan des Gesetzes eine unerlaubte und sch�digende Handlung begeht. Es muss ausserdem ein Kausalzusammenhang zwischen der Handlung und dem Schaden bestehen (BGE 133 V 14 E. 7 S. 18 mit Hinweis).
4.2 In casu wird nicht bestritten, dass das vorgeworfene Vers�umnis - die Unterlassung der Meldung der zugesprochenen Zusatz- und Kinderrenten - in den Aufgabenbereich der Beschwerdegegnerin geh�rt, die Beschwerdef�hrerin einen Schaden (in Form der Differenz der Komplement�rrente vom 1. Mai 2002 bis 31. Oktober 2006 mit und ohne Ber�cksichtigung der Ehegatten- und Kinderrenten zuz�glich Schadenszins) erlitten hat und zwischen diesem und der Meldepflichtverletzung ein Kausalzusammenhang (im Sinne einer hypothetischen Kausalit�t: vgl. BGE 133 V 14 E. 9.2 S. 22; vgl. auch Annette Guckelberger, Die Staatshaftung in der Schweiz, in: recht 2008 S. 175 ff., insb. S. 182 f.) gegeben ist. Es stellt sich folglich die Frage, ob es sich bei der Meldepflichtverletzung um eine widerrechtliche Handlung handelt und, gegebenenfalls, ob der bestehende Kausalzusammenhang durch ein erhebliches Selbstverschulden der Beschwerdef�hrerin unterbrochen worden ist. Beides wird durch die Vorinstanz bejaht.
5.1 Die Widerrechtlichkeit im Sinne von Art. 3 Abs. 1 VG (auf welchen Art. 78 Abs. 4 ATSG verweist) setzt die Verletzung einer Bestimmung zum Schutz der Interessen anderer durch den Staat bzw. seine Organe oder Beamten voraus, ohne dass es daf�r einen Rechtfertigungsgrund (Einverst�ndnis, �berwiegendes �ffentliches Interesse etc.) gibt. Widerrechtlichkeit kann insbesondere vorliegen, wenn sich die sch�digende Handlung in der Beeintr�chtigung eines absoluten Rechts (Leben, Gesundheit oder Eigentumsrechte) besteht. Sie kann auch aus der Verletzung einer Verhaltensnorm ergeben, die dem Schutz anderer rechtlicher Interessen (Verm�gen) dient. Dies bedingt, dass die sch�digende Handlung diese Interessen schm�lert, d.h. in eine wichtige, die Amtspflicht betreffende Vorschrift tangiert, sofern die Beeintr�chtigung auf einem Rechtsakt (Urteil) beruht oder in der Verletzung von allgemeinen Rechtsgrunds�tzen. Eine Unterlassung dagegen stellt nur f�r den Fall eine widerrechtliche Handlung im genannten Sinne dar, dass eine Bestimmung existiert, welche sie sanktioniert oder die Vornahme der unterlassenen Handlung vorschreibt. Diese Haftungsart setzt voraus, dass der Staat gegen�ber der gesch�digten Person eine Garantenstellung einnimmt und dass diejenigen Vorschriften verletzt worden sind, welche Art und Umfang dieser Pflicht bestimmen (BGE 137 V 76 E. 3.2 S. 79; 133 V 14 E. 8.1 S. 19 mit Hinweisen; vgl. auch Guckelberger, a.a.O., S. 180 f.; Ghislaine Fr�sard-Fellay, Une responsabilit� objective nouvelle: la responsabilit� de l'assureur social [art. 78 LPGA], in: HAVE 2007 S. 180 ff., insb. S. 181 f.).
5.2 Art. 31 Abs. 2 ATSG sieht vor, dass, sofern eine an der Durchf�hrung der Sozialversicherung beteiligte Person oder Stelle Kenntnis von einer f�r die Leistung massgebenden �nderung der Verh�ltnisse erh�lt, dieser Umstand dem Versicherungstr�ger zu melden ist. Das Kreisschreiben des Bundesamtes f�r Sozialversicherungen �ber das Meldesystem und das Verrechnungswesen zwischen AHV/IV und obligatorischer Unfallversicherung, g�ltig ab 1. Januar 2004, pr�zisiert die entsprechende Meldepflicht dahingehend, dass sich AHV/IV einerseits und Unfallversicherer andererseits gegenseitig die Tatsachen melden, die f�r die Festsetzung und �nderung von Leistungen massgebend sind (Rz. 1001). Tritt ein Sachverhalt ein, der eine �nderung der Rente zur Folge hat, so ist dem Unfallversicherer eine Kopie zuzustellen. Dies gilt sowohl f�r �nderungen im Betrag wie auch f�r �nderungen in der Art der Leistung (Rz. 3013).
5.2.1 Das kantonale Gericht hat in einl�sslicher W�rdigung der Aktenlage erwogen, dass entgegen der beschriebenen Weisung in Bezug auf die Neuausrichtung der Zusatz- und Kinderrenten ab 1. Mai 2002 bzw. 1. April 2003 mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Orientierung der Beschwerdef�hrerin durch die Beschwerdegegnerin erfolgt und mithin eine Meldepflichtverletzung zu bejahen sei. Dieser Schluss ergebe sich zum einen aus dem Umstand, dass die entsprechenden Rentenverf�gungen vom 19. Februar und 19. Dezember 2003 - im Gegensatz zu den urspr�nglichen Verf�gungen vom 11. und 27. November 1998 - keinen Vermerk hinsichtlich der Zustellung an die Beschwerdef�hrerin enthielten. Zum anderen sei die auf zwei Computerausdrucken basierende Behauptung der Beschwerdegegnerin, wonach der Versicherte selber sowohl der Beschwerdef�hrerin wie auch der -gegnerin die Status�nderung (Heirat und Geburt der Zwillinge) und die neue Adresse mitgeteilt habe, nicht in gen�gender Weise erstellt.
5.2.2 Die letztinstanzlich vernehmlassungsweise vorgebrachten Einwendungen der Beschwerdegegnerin verm�gen die diesbez�glichen tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz, welche �berdies den Schlussfolgerungen des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden in dessen rechtskr�ftigem Entscheid vom 11. Dezember 2008 entsprechen, nicht zu entkr�ften. Namentlich l�sst sich daraus nicht auf eine offensichtliche Unrichtigkeit der vorinstanzlichen Erkenntnisse schliessen, deren es f�r eine abweichende Betrachtungsweise bed�rfte (vgl. E. 3 hievor). Das kantonale Gericht hat den von der Beschwerdegegnerin erneut angerufenen Argumente (die Beschwerdef�hrerin sei bereits durch die Schreiben vom 31. Januar und 31. August 2003 �ber die Heirat, den Wohnortwechsel und die Geburt der Zwillinge informiert worden, sie habe die Korrespondenz ab diesem Zeitpunkt stets an die neue Adresse zugestellt etc.) bereits Beachtung geschenkt und eingehend dargelegt, weshalb gest�tzt darauf nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit von einer erfolgten Mitteilung ausgegangen werden k�nne. Da von weiteren Abkl�rungen, insbesondere der in der Vernehmlassung beantragten Befragung der damaligen Ausgleichskassenleiterin, keine entscheidrelevanten neuen Aufschl�sse zu erwarten sind, besteht keine Notwendigkeit, die Angelegenheit zur Erg�nzung des Sachverhalts an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 131 I 153 E. 3 S. 157; 124 V 90 E. 4b S. 94; Urteil [des Bundesgerichts] I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4, in: SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149).
Die durch die Beschwerdegegnerin begangene Meldepflichtverletzung ist folglich zu bejahen. Mithin steht auch die Widerrechtlichkeit ihrer Handlungsweise fest.
Im Weiteren ist zu pr�fen, ob die Beschwerdef�hrerin durch ihr Verhalten selber ein Verschulden trifft, das geeignet ist, den Kausalzusammenhang zwischen der ger�gten Unterlassung und dem geltend gemachten Schaden zu unterbrechen.
6.1 Die ad�quate Kausalit�t kann ausgeschlossen, d.h. unterbrochen werden - die Verkettung der Umst�nde verliert diesfalls ihre rechtliche Bedeutung -, wenn eine andere, gleichzeitig auftretende Tatsache (h�here Gewalt, das Verschulden oder die Handlung eines Dritten oder des Gesch�digten) einen besonderen Umstand darstellt oder so ausserordentlich stark erscheint, dass damit nicht zu rechnen war. Die Unvorhersehbarkeit der konkurrierenden Handlung gen�gt als solche nicht, um den ad�quaten Kausalzusammenhang zu unterbrechen; es ist zus�tzlich erforderlich, dass die entsprechende Handlung von solcher Bedeutsamkeit ist, dass sie sich als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des betreffenden Geschehens aufdr�ngt und alle anderen Faktoren, die zu seiner Herbeif�hrung beigetragen haben, namentlich das Verhalten des Sch�digers, verdr�ngt (BGE 133 V 14 E. 10.2 S. 23 f. mit Hinweisen; Guckelberger, a.a.O., S. 183).
6.2 Im angefochtenen Entscheid wurde eine selbstverschuldete, den Kausalzusammenhang unterbrechende Handlungsweise der Beschwerdef�hrerin (im Sinne einer Unterlassung) bejaht. Indem die SUVA weder nach Eingang eines Berichts des Hausarztes Dr. med. F.________ vom 26. Mai 2003, worin der Umzug des Versicherten und die Geburt der Zwillinge ausdr�cklich erw�hnt worden waren, noch im Rahmen des anfangs 2005 durchgef�hrten Revisionsverfahrens die geh�rige Sorgfalt hinsichtlich der Abkl�rung der Statusverh�ltnisse habe walten lassen, m�sse sie die Folgen ihres eigenen Unt�tigbleibens tragen. H�tte sie die ihr obliegende Sorgfaltspflicht in ausreichendem Masse wahrgenommen, w�re das gegen den Versicherten gerichtete R�ckforderungsverfahren rechtzeitig in die Wege geleitet worden. Dieses eigene Verschulden wiege im Gesamtzusammenhang derart schwer, dass damit der Kausalverlauf unterbrochen worden sei.
6.3 Gem�ss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG pr�ft der Versicherungstr�ger die Begehren, nimmt die notwendigen Abkl�rungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Ausk�nfte ein. Nach dem Untersuchungsgrundsatz hat die Beh�rde somit den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzukl�ren (dazu allgemein: Urteil [des Bundesgerichts] I 457/04 vom 26. Oktober 2004 E. 4.1, in: SVR 2006 IV Nr. 10 S. 38). Welche konkreten Abkl�rungsmassnahmen im Hinblick auf eine rechtsgen�gliche Sachverhaltsermittlung jeweils geboten sind, l�sst sich in Anbetracht der Besonderheiten jedes Einzelfalles nicht generell sagen. Der Abkl�rungsbedarf ergibt sich zum einen aus dem Umfang, in welchem Erhebungen notwendig sind, und zum anderen aus der Tiefe, in der diese vorzunehmen sind. Zun�chst hat der Versicherungstr�ger festzulegen, welche Bereiche f�r die zu entscheidende Frage massgebend sind. In der Folge hat er im Rahmen des so begrenzten Bereichs den Sachverhalt bis zur zweifelsfreien Eruierung abzukl�ren (Urteil [des Bundesgerichts] I 457/04 vom 26. Oktober 2004 E. 4.2, in: SVR 2006 IV Nr. 10 S. 38; Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N. 12 zu Art. 43 ATSG).
6.3.1 Die Komplement�rrente wird gem�ss Art. 20 Abs. 2 Satz 2 UVG beim erstmaligen Zusammentreffen mit einer Rente der Invalidenversicherung oder einer Rente der Alters- und Hinterlassenenversicherung festgesetzt und lediglich sp�teren �nderungen der f�r Familienangeh�rige bestimmten Teile der Rente der IV oder der AHV angepasst. Eine entsprechende Anpassung erfolgt namentlich, wenn Zusatz- und Kinderrenten der AHV oder der IV dahinfallen oder neu hinzukommen (Art. 33 Abs. 2 lit. a UVV).
6.3.2 Bei der durch die Beschwerdef�hrerin am 24. November 1998 zugesprochenen Rente handelt es sich um eine Komplement�rrente im Sinne von Art. 20 Abs. 2 UVG. Die Anpassung einer diesbez�glichen Rente erfolgt nach dem hievor Dargelegten insbesondere im Falle der Ver�nderung der Zusatz- und Kinderrenten der AHV oder der IV. Daraus folgert, dass der Unfallversicherer in derartigen Konstellationen - sei es im Rahmen von Revisionsverfahren oder bei anderer Gelegenheit - sein Augenmerk im Speziellen darauf zu richten hat, ob, wie hier geschehen, Zusatz- und Kinderrenten der IV neu zugesprochen werden. Anhaltspunkte daf�r ergaben sich bereits aus dem haus�rztlichen Bericht des Dr. med. F.________ vom 26. Mai 2003, worin insbesondere die Geburt der Zwillinge vermerkt worden war. Des Weitern w�re die Beschwerdef�hrerin angesichts der bei Komplement�rrenten geltenden restriktiven Revisionsgr�nde gehalten gewesen, anl�sslich der anfangs 2005 von Amtes wegen in die Wege geleiteten Revision spezifisch die famili�re Situation des Versicherten nachzufragen und bedarfsweise n�her abzukl�ren. Da vornehmlich die Zusprechung bzw. das Wegfallen von Zusatz- und Kinderrenten der IV oder der AHV einen Anpassungsgrund in Bezug auf Komplement�rrenten bildet - und nicht nur, wie in der Beschwerde geltend gemacht, der Gesundheitszustand und die erwerblichen Verh�ltnisse des Versicherten (vgl. Art. 33 Abs. 2 lit. c UVV) -, trifft die Beschwerdef�hrerin, welche hinsichtlich dieses Aspekts vollkommen unt�tig blieb und dadurch eine Anpassung der Komplement�rrente in einem fr�heren Zeitpunkt verhindert hat, mit der Vorinstanz ein (Mit-)Verschulden an der Entstehung des Schadens bzw. dessen H�he.
6.4 Nach dem hievor Ausgef�hrten (vgl. E. 6.1) werden hohe Anforderungen an die Intensit�t eines anderen Ereignisses (etwa in Form eines Selbstverschuldens des Gesch�digten) zur Unterbrechung des Kausalverlaufs gestellt. Obgleich das Verhalten der Beschwerdef�hrerin - im Sinne der Nichtbeachtung der ihr obliegenden Sorgfaltspflicht in der Abkl�rung vor allem der famili�ren Situation des Versicherten -, wie dargelegt, im Rahmen der Schadensbildung als bedeutsam einzustufen ist, kommt ihm angesichts der durch die Beschwerdegegnerin begangenen Meldepflichtverletzung innerhalb des Geschehensablaufs dennoch nicht die Intensit�t einer Handlungsweise zu, die geeignet ist, den ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Vers�umnis der Beschwerdegegnerin und dem entstandenen Schaden zu unterbrechen bzw. ersteres g�nzlich zu verdr�ngen. Indem der Unfallversicherer es zwar schuldhaft unterlassen hat, der ihm obliegenden Abkl�rungspflicht in geh�riger Weise nachzukommen, hat er dennoch keinen derart schweren Fehler begangen, dass damit die der Beschwerdegegnerin vorzuwerfende Unterlassung gleichsam konsumiert w�rde. An diesem Ergebnis nichts zu �ndern vermag der Umstand, dass das Bundesgericht in BGE 137 V 76 (E. 3.1.1 in fine S. 80 f. mit Hinweis) das Verhalten einer Vorsorgestiftung, welche es vers�umt hatte, mit Nachdruck gegen�ber einer IV-Stelle zu reagieren, die mit der Umsetzung einer geplanten Rentenaufhebung w�hrend nahezu zehn Jahren zugewartet hatte, als den Kausalzusammenhang zwischen dem Unterlassen der IV-Stelle und dem Schaden unterbrechendes Mitverschulden qualifizierte. Da im besagten Fall bereits die Haftungsvoraussetzung der Widerrechtlichkeit verneint worden war, hatte sich das Gericht nicht mehr eingehend mit der Frage der Unterbrechung des Kausalverlaufs zu befassen. Entsprechend fehlen denn auch einl�ssliche Ausf�hrungen zum Wirkungsgrad der jeweiligen konkurrierenden Handlungsweisen der Parteien bzw. eine Abw�gung derselben.
6.5 Folglich sind die in Art. 78 Abs. 1 ATSG verankerten Erfordernisse einer Haftung der Beschwerdegegnerin - insbesondere eine rechtswidrige Handlung und ein Kausalzusammenhang zwischen der Unterlassung der Beschwerdegegnerin und dem erlittenen Schaden - grunds�tzlich zu bejahen, sofern die Schadenersatzforderung nicht verj�hrt ist.
7.1 Gem�ss Art. 20 Abs. 1 VG, auf welchen Art. 78 Abs. 4 Satz 3 ATSG verweist, erlischt die Haftung, wenn der Gesch�digte sein Begehren auf Schadenersatz oder Genugtuung nicht innert eines Jahres seit Kenntnis des Schadens einreicht, auf alle F�lle nach zehn Jahren seit dem Tage der sch�digenden Handlung des Beamten (vgl. zu dieser Bestimmung namentlich BGE 136 II 187 E. 7 S. 193 ff.).
7.2 Strittig ist der Beginn der einj�hrigen Verj�hrungsfrist.
7.2.1 Die Beschwerdegegnerin h�lt daf�r, dass die Beschwerdef�hrerin bei geh�riger Aufmerksamkeit sp�testens anfangs 2005 im Rahmen der revisionsweisen �berpr�fung der bisherigen Rente die Statusverh�ltnisse des Versicherten h�tte abkl�ren und gest�tzt darauf eine Renten�nderung samt R�ckforderung der auf Grund der Zusatz- und Kinderrenten zuviel bezahlten Rentenbetreffnisse h�tte verf�gen m�ssen. Ausgehend von einer nachfolgenden Verfahrensdauer vor dem zust�ndigen Verwaltungsgericht von sechs bis acht Monaten sei sodann davon auszugehen, dass die Beschwerdef�hrerin sp�testens im Fr�hjahr 2006 in Kenntnis des Ausfalles (in Form des Schadens) gewesen w�re, weshalb die 2009 gestellte Ersatzforderung als verj�hrt zu betrachten sei. Die Beschwerdef�hrerin ihrerseits macht geltend, erst mit Zustellung des Entscheids des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden vom 11. Dezember 2008 am 30. Januar 2009, mit welchem die R�ckforderung gegen�ber dem Versicherten rechtskr�ftig als verj�hrt beurteilt worden war, sei der Schaden festgestanden und habe sie Kenntnis davon gehabt. Letzteres ist zutreffend. Vor dem verwaltungsgerichtlichen Entscheid vom 11. Dezember 2008 war unklar, ob die Beschwerdef�hrerin �berhaupt einen Schaden erlitten hatte. Die Verj�hrung einer Schadenersatzforderung kann jedoch nicht beginnen, bevor der Schaden entstanden ist. Die Argumentation der Beschwerdegegnerin betrifft dagegen nicht die Verj�hrung der Ersatzforderung gegen�ber der Beschwerdegegnerin, sondern befasst sich mit der Thematik, ob die Beschwerdef�hrerin mit Blick auf die vom Versicherten zur�ckgeforderten Rentenleistungen zumutbarerweise fr�her h�tte reagieren k�nnen und sollen. Dies wurde mit Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden vom 11. Dezember 2008 bejaht, woraus die Verj�hrung des R�ckerstattungsanspruchs gegen�ber dem Versicherten resultierte. Die Einwendungen der Beschwerdegegnerin beschlagen vielmehr die hievor erl�uterte - und bekr�ftigte - Frage nach der Mitverantwortung der Beschwerdef�hrerin an der Entstehung bzw. Vergr�sserung des Schadens.
7.2.2 Ist vor diesem Hintergrund von einem Beginn der Verj�hrungsfrist der Ersatzforderung mit Erhalt des verwaltungsgerichtlichen Entscheids am 30. Januar 2009 auszugehen, hat die Beschwerdef�hrerin, indem sie ihre Schadenersatzforderung gegen�ber der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 10. Februar 2009 deklariert hat, die Frist gewahrt.
Die Angelegenheit ist nach dem Gesagten an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen, damit es unter den genannten Vorzeichen den Schadensbetrag (einschliesslich Schadenszins) festsetze, welche die Beschwerdegegnerin der Beschwerdef�hrerin zu erstatten hat. Zu pr�fen sein wird in diesem Zusammenhang, ob das Verschulden des Unfallversicherers zu einer Reduktion der Ersatzpflicht im Sinne von Art. 78 Abs. 4 Satz 3 ATSG in Verbindung mit Art. 4 VG f�hrt (dazu BGE 133 V 14 E. 10.3 S. 24; 122 V 185 E. 3a S. 186 mit Hinweisen; Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N. 43 zu Art. 78 ATSG).
Die Gerichtskosten sind dem Ausgang des Verfahrens entsprechend der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Als mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Organisation hat die SUVA keinen Anspruch auf Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 3 BGG; BGE 128 V 124 E. 5b S. 133; Urteil [des Bundesgerichts] 8C_389/2011 vom 7. Oktober 2011 E. 9 mit Hinweis).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, vom 25. Januar 2012 aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Luzern, 21. Januar 2013

References: Art. 78
 Art. 95
 Art. 97
 Art. 105
e contrario
 Art. 78
In casu
 BGE 
 Art. 3
 Art. 78
 Art. 31
 BGE 
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 33
 BGE 
in fine
 Art. 78
 Art. 20
 Art. 78
 BGE 
 Art. 78
 Art. 4
 BGE 
 Art. 78
 BGE