Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.08.1997&Aktenzeichen=1%20StR%20319/97
Timestamp: 2019-06-25 18:48:42+00:00

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BGH, 07.08.1997 - 1 StR 319/97 - dejure.org
https://dejure.org/1997,1866
BGH, 07.08.1997 - 1 StR 319/97 (https://dejure.org/1997,1866)
BGH, Entscheidung vom 07.08.1997 - 1 StR 319/97 (https://dejure.org/1997,1866)
BGH, Entscheidung vom 07. August 1997 - 1 StR 319/97 (https://dejure.org/1997,1866)
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Verpflichtung zur Anzeige geplanter Straftaten - Gesamtstrafenausspruch
StGB § 138, § 22, § 212
Noch kein Schlußstrich unter Verfahren wegen schwerwiegender Verbrechensserie durch Discothekenbetreiber und seinen Angestellten
NStZ 1998, 210
Dies gilt auch dann, wenn es sich bei dem Beschwerdeführer um die Staatsanwaltschaft handelt (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 18. Dezember 2014 - 4 StR 468/14, NStZ-RR 2015, 88; vom 11. Juni 2014 - 2 StR 90/14, NStZ-RR 2014, 285; vom 7. August 1997 - 1 StR 319/97, NStZ 1998, 210).
a) Als tauglicher Täter des § 138 StGB scheide aus, wer an der geplanten Katalogtat als Täter, Anstifter oder Gehilfe - auch durch Unterlassen - beteiligt ist oder straflose Vorbereitungshandlungen zur Tatplanung beisteuert; die Tat müsse eine völlig fremde sein (vgl. BGHSt 36, 167, 169; 39, 164, 167; BGHR StGB § 138 Anzeigepflicht 2, 5; BGH NJW 1964, 731, 732, insoweit in BGHSt 19, 167 nicht abgedruckt; BGH NStZ 1982, 244; wistra 1992, 348, 349;… vgl. ferner Hanack in LK 12. Aufl. § 138 Rdn. 42 m.w.N.).
Von der Strafbarkeit wegen Verletzung der Anzeigepflicht ebenfalls befreit sei, wer nach Abschluss der Beweisaufnahme der Beteiligung an der nicht angezeigten Tat verdächtig bleibt (BGHSt 36, 167, 169; 39, 164, 167; BGHR StGB § 138 Anzeigepflicht 2, 5; BGH NJW 1964, 731, 732; StV 1988, 202; MDR/H 1979, 635;… Hanack aaO Rdn. 48;… Cramer/Sternberg-Lieben in Schönke/Schröder StGB 27. Aufl. § 138 Rdn. 20/21;… aA Schmidhäuser in Festschrift für Bockelmann (1979) S. 683, 697; Westendorf, Die Pflicht zur Verhinderung geplanter Straftaten durch Anzeige 1999 S. 156 m.w.N.).
Unter Berücksichtigung von Nr. 156 Abs. 2 RiStBV versteht der Senat das gesamte Revisionsvorbringen dahin, dass die Staatsanwaltschaft mit ihrem Rechtsmittel weder die Schuld-noch die Strafaussprüche angreifen will (vgl. BGH, Urteile vom 7. August 1997 - 1 StR 319/97, NStZ 1998, 210, und vom 23. September 2008 - 1 StR 420/08).
Nach dem ein gegen I B gerichtetes Verfahren wegen Nichtanzeige eines Verbrechens und - bereits 1993 begangener - Strafvereitelung eingestellt worden war, lag die Annahme bloßer fremdnütziger Strafvereitelung durch die Falschaussage auf der Hand (vgl. BGH, Urteil vom 7. August 1997 - 1 StR 319/97 insoweit in NStZ 1998, 210 nicht abgedruckt;… Tröndle/Fischer, StGB 49. Aufl. § 258 Rdn. 13;… Stree in: Schönke/Schröder, StGB 25. Aufl. § 258 Rdn. 35).
Die Auslegung des Revisionsvorbringens ergibt demnach, daß der Schuldspruch im Falle 2 b nicht Angriffsziel der Revision ist (…vgl. BGHR StPO § 344 Abs. 1 Antrag 3; BGH NStZ 1998, 210).
Als tauglicher Täter scheidet danach bereits tatbestandlich aus, wer an der geplanten Katalogtat als Täter, Anstifter oder Gehilfe - auch durch Unterlassen - beteiligt ist oder straflose Vorbereitungshandlungen zur Tatplanung beisteuert; die Tat muss eine völlig fremde sein (vgl. BGHSt 36, 167, 169; 39, 164, 167; BGHR StGB § 138 Anzeigepflicht 2, 5; BGH NJW 1964, 731, 732; BGH NStZ 1982, 244; wistra 1992, 348;… vgl. ferner Hanack in LK StGB 12. Aufl. § 138 Rdn. 42 m.w.N.).
b) Eine Absenkung des der Vorschrift des § 250 StGB entnommenen Strafrahmens im Wege einer analogen Anwendung des § 31 BtMG kam nicht in Betracht, da diese Vorschrift nicht über ihren Geltungsbereich hinaus auszudehnen ist (BGH, Urt. vom 7. August 1997 - 1 StR 319/97).
Denn zum Einen war der freigesprochene Angeklagte mangels Beschwer bisher nicht in der Lage, die ihn u.U. teilweise belastenden (vgl. oben III.) Feststellungen im Revisionsverfahren auf deren rechtsfehlerfreies Zustandekommen überprüfen zu lassen (BGHR StPO § 354 Abs. 1 Schuldspruch 1; BGH StV 1999, 415; OLG Koblenz NStZ-RR 1998, 364, 365).
Auch wenn im Unterschied hierzu die Tat II. 2. von der Anfechtung nicht ausdrücklich ausgenommen worden ist, versteht der Senat ebenso wie der Generalbundesanwalt das gesamte Revisionsvorbringen so (vgl. BGH NStZ 1998, 210), dass das staatsanwaltschaftliche Rechtsmittel insofern weder den Schuld- noch den Strafausspruch angreifen will.

References: § 138
 § 22
 § 212
 § 138
 § 138
 BGH 
 BGH 
 § 138
 § 138
 BGH 
 § 138
 § 258
 § 258
 § 344
 BGH 
 § 138
 BGH 
 BGH 
 § 138
 § 250
 § 31
 § 354
 BGH 
 BGH