Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201992,%20118
Timestamp: 2020-02-17 13:30:28+00:00

Document:
BGH, 13.03.1991 - XII ZB 22/91 - dejure.org
https://dejure.org/1991,2257
BGH, 13.03.1991 - XII ZB 22/91 (https://dejure.org/1991,2257)
BGH, Entscheidung vom 13.03.1991 - XII ZB 22/91 (https://dejure.org/1991,2257)
BGH, Entscheidung vom 13. März 1991 - XII ZB 22/91 (https://dejure.org/1991,2257)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1991,2257) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Anspruch auf Erhöhung eines Kindesunterhalts - Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung einer Berufungsfrist - Obliegenheitsverletzung eines Anwalts wegen nicht ordnungsgemäßer Führung eines Fristenkalenders
FamRZ 1991, 1173
VersR 1992, 118
Dementsprechend musste auch dem anwaltlichen Vertreter der Klägerin bekannt sein, dass nicht der Eingangsstempel, sondern allein das Datum, unter dem das Empfangsbekenntnis unterzeichnet worden war, für den Beginn der Rechtsmittelfrist maßgebend ist (Senat, Beschluss vom 16. April 1996 - VI ZR 362/95 - NJW 1996, 1968, 1969; BGH, Beschluss vom 13. März 1991 - XII ZB 22/91 - VersR 1992, 118, 119).
Es besteht die Gefahr, daß dieses Datum nicht mit dem allein maßgeblichen Datum übereinstimmt, unter dem der Anwalt das Empfangsbekenntnis gem. § 212 a ZPO a.F. unterzeichnet hat (BGH, Beschluß vom 13. März 1991 - XII ZB 22/91 - VersR 1992, 118, 119 m.w.N.).
Er gibt keine Auskunft über den Zeitpunkt der Zustellung, weil das Datum auf dem im Anwaltsbüro angebrachten Eingangsstempel nicht mit dem Datum übereinzustimmen braucht, unter dem der Anwalt das Empfangsbekenntnis unterzeichnet hat (vgl. Senatsbeschluss vom 29. April 1987 - VIII ZB 5/87, VersR 1987, 1013, unter [2] b; BGH, Beschlüsse vom 13. März 1991 - XII ZB 22/91, VersR 1992, 118, unter II 2, …und vom 16. April 1996, aaO; jeweils m.w.N.), oder unter dem auf sonstige Weise die Zustellung des Urteils bewirkt worden ist.
Sein Datum braucht, wie der Bundesgerichtshof wiederholt ausgesprochen hat, nicht mit dem allein maßgeblichen Datum übereinzustimmen, unter dem der Anwalt das Empfangsbekenntnis gem. § 212 a ZPO a.F. unterzeichnet hat (BGH, Beschluß vom 13. März 1991 - XII ZB 22/91 - VersR 1992, 118, 119 m.w.N.).
Vielmehr mußte ihm bekannt sein, daß nicht dieser Stempel, sondern allein das Datum, unter dem das Empfangsbekenntnis nach § 212 a ZPO unterzeichnet worden war, für den Beginn der Revisionsfrist maßgebend war (BGH, Beschluß vom 13. März 1991 - XII ZB 22/91 = VersR 1992, 118, 119, ebenso Senatsbeschluß VI ZB 13/93 vom 6. Juli 1993 m.w.N.).
Der Eingangsstempel auf einer Urteilsausfertigung besagt für den Zeitpunkt der Zustellung nichts (vgl. Senatsbeschluß vom 13. März 1991 - XII ZB 22/91 - BGHR ZPO § 233 Rechtsmittelauftrag 13).
Für den Berufungsanwalt ist nämlich in der Regel das Auftragsschreiben mit Anlagen die einzige Grundlage für die Anfertigung der Rechtsmittelschrift (vgl. etwa Senatsbeschluß vom 13. März 1991 - XII ZB 22/91 - BGHR ZPO § 233 Rechtsmittelauftrag 13 m.w.N.).
Ihm mußte bekannt sein, daß nicht dieser Stempel, sondern allein das Datum, unter dem das Empfangsbekenntnis nach § 212 a ZPO unterzeichnet worden war, für den Beginn der Berufungsfrist maßgebend war (BGH, Beschluß vom 13. März 1991 - XII ZB 22/91 - VersR 1992, 118, 119; s. auch Beschluß vom 29. Mai 1974 - IV ZB 53/73 - VersR 1974, 1001 und Senatsbeschluß vom 22. Mai 1984 - VI ZB 49/84 - VersR 1984, 761, 762).
Der auf ihr befindliche Eingangsstempel der Kanzlei war schon deshalb für die Bestimmung des Zustellungszeitpunktes ungeeignet (vgl. BGH Beschluß vom 13. März 1991 - XII ZB 22/91 = VersR 1992, 118).
BGH, 21.04.1993 - VIII ZB 40/92
Voraussetzungen der Zurechnung eines Verschuldens des Prozessvollmächtigten - …
BPatG, 29.10.2003 - 26 W (pat) 18/02

References: § 212
 § 212
 § 212
 § 233
 § 233
 § 212
 BGH