Source: http://jataka.nibbanam.com/Band_IV/j480.htm
Timestamp: 2019-05-20 07:43:08+00:00

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480. Die Erzählung von Akitti (Akitti-Jataka)
§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen großen Wohltäter. Dieser nämlich hatte den Meister eingeladen. Sieben Tage lang spendete er der Mönchsgemeinde mit Buddha, ihrem Oberhaupte, ein reiches Almosen; am letzten Tage schenkte er der edlen Mönchsgemeinde alle Hilfsmittel. Der Meister brachte ihm inmitten der Versammlung die Danksagung dar und sagte: „O Laienbruder, dies ist ein großes Opfer für dich; etwas sehr Schwieriges hast du getan. Diese Tradition nämlich, Almosen zu spenden, ist die Tradition von alten Weisen; denn Almosen muss ein Laie sowohl als ein Mönch geben. In der Vorzeit haben Weise, die die Welt verlassen hatten und im Walde wohnten, obwohl sie nur ohne Salz gedörrte, lediglich mit Wasser angefeuchtete Kara-Blätter [1] verzehrten, doch den Bittenden, die zu ihnen kamen, nach Wunsch gegeben und sich selbst vom Glücke der Liebe [2] ernährt.“ Darauf bat ihn jener: „Herr, diese aus allen Hilfsmitteln bestehende Spende ist vielen Leuten bekannt, das von Euch Gesagte aber ist unbekannt. Erzählt es uns!“ Und der Meister erzählte folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.
§B. Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, nahm der Bodhisattva seine Wiedergeburt in einer Brahmanenfamilie, die ein Vermögen von achthundert Millionen besaß. Man gab ihm den Namen Akitti. Als er so alt war, dass er allein gehen konnte, wurde ihm eine Schwester geboren, der man den Namen Yasavati beilegte. Im Alter von sechzehn Jahren zog das große Wesen nach Takkasila, erlernte dort alle Wissenschaften und kehrte dann wieder zurück. Es starben aber seine Eltern. Als er an ihnen die Pflichten gegen die Verstorbenen erfüllt hatte, musterte er seine Schätze; dabei hörte er: „Der so und so hat so viel Geld erworben und ist gestorben, der andere so viel.“ Darüber wurde er beunruhigt in seinem Herzen und er dachte: „Diese Schätze sind noch vorhanden, aber nicht mehr diejenigen, welche die Schätze zusammengetragen haben. Sie alle sind gegangen und mussten diese Schätze zurücklassen; werde aber ich fortgehen und sie mitnehmen [3]?“ Er rief seine Schwester zu sich und sagte ihr: „Nimm du dies Vermögen in Besitz!“ Sie versetzte: „Was hast aber du für eine Absicht?“ „Ich will die Welt verlassen“, war seine Antwort. Darauf erwiderte sie: „Mein Lieber, ich werde den von Euch weggeschleuderten Speichelklumpen nicht mit meinem Kopfe auffangen. Ich brauche ihn nicht; auch ich will die Welt verlassen.“
§1. Als er Akitti sah geehrt,
drum bleib ich ruhig, Vasava [8].“
was immer du begehrst im Herzen [9].“
§6. „Wenn du mir einen Wunsch gewährst,
§8. „Wenn du mir einen Wunsch gewährst,
§9. „Was hat dir denn der Tor getan?
§13. „Was hat dir wohl getan der Weise?
§16. „Wenn du mir einen Wunsch gewährst,
§17. Nicht schwinde sie, so lang ich gebe,
§19. „Wenn du mir einen Wunsch gewährst,
Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen hatte, verband er das Jataka mit folgenden Worten: „Damals war Gott Sakka Anuruddha, der weise Akitti aber war ich.“
[3] Vgl. dazu die ähnliche Erzählung im Jataka 313.
[5] Vielleicht Ceylon oder eine Insel in dessen Nähe.
[6] Also auch nicht die Fähigkeit, sich in die Luft zu erheben und zu fliegen.
[8] Ein oft vorkommender Beiname des Sakka (Indra).
[9] Diese Strophe wie auch die beiden ersten Zeilen der nächsten finden sich auch im Jataka 440 Strophen 3-4.

References: §1

§6

§8

§9

§13

§16

§17

§19