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Timestamp: 2018-09-26 01:06:03+00:00

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Was hat es eigentlich mit dem Urheberrecht auf sich? Was muss ich beachten, wenn ich fremde Personen fotografiere? Wie kann ich gegen eine Rechtsverletzung vorgehen?
Diesen Fragen ist wahrscheinlich ein jeder Hobbyfotograf schon einmal begegnet. In diesem Artikel wollen wir Grundsätzliches klären, was Sie über das Fotografierecht wissen sollten und auf verschiedene Aspekte aufmerksam machen, die es zu beachten gilt.
Mit dem Moment des Schaffens entstehen auch die Urheberrechte an einem Werk.
Zunächst einmal gilt es, zwischen dem spontanen, wenig künstlerischen Schnappschuss und dem „Lichtbildwerk“ zu unterscheiden. Das Urheberrecht schützt sogenannte „persönliche geistige Schöpfungen“, § 2 II UrhG. Dazu zählt das individuelle Foto, das anders ist als der alltägliche Schnappschuss und somit ein „Werk“ im Sinne des Urheberrecht darstellt.
Das heißt aber nicht, dass ein Urlaubsfoto mit Oma Emma und Opa Guido unter Palmen, das wenig außergewöhnlich ist, nicht geschützt ist! Dieses Foto zählt zu den Lichtbildern, die nicht unter den Begriff „Werk“ fallen, aber durch § 72 UrhG ihren Urheberrechtsanspruch finden. Dieser widmet sich den „verwandten Schutzrechten“.
In vielen Fällen ist es dennoch wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, ob es sich beim vorliegenden Foto um ein Lichtbild oder ein echtes Lichtbildwerk handelt, da sich die Rechtsfolgen in einigen Punkten unterscheiden:
Der Schutz des Lichtbildes endet 50 Jahre nach dem Erscheinen, § 72 III UrhG. Beim Lichtbildwerk erlischt das Recht hingegen erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, § 64 UrhG.
Es ist kaum denkbar, die Nachbildung eines bloßen Lichtbildes zu untersagen, da sich selbiges eben gerade dadurch charakterisiert, im Wesentlichen so wie viele andere Bilder auch zu sein. Zwar sind sowohl Lichtbild als auch Lichtbildwerk vor der Übernahme geschützt, jedoch fällt der Schutzumfang beim Lichtbildwerk wesentlich höher aus. Wird dieses nachgestellt, kann eine unfreie Benutzung vorliegen.
2. Bearbeiterurheberrecht
Auch derjenige, der ein fremdes Bild lediglich bearbeitet, kann laut § 3 UrhG eigene Urheberrechte erwerben. Beispielsweise könnte jemand eine Collage aus diversen Werken Gerhard Richters zusammenstellen, indem er Bilder des Künstlers digitalisiert und sie mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes verfremdet und zusammenfügt. In diesem Fall scheint das bearbeitete Werk noch deutlich durch, jedoch entsteht für den Bearbeiter ein eigenständiges Recht an der Collage. Von einer Veröffentlichung wären allerdings auch die Rechte Gerhard Richters berührt, weswegen der Bearbeiter zuvor um die Einwilligung des Künstlers bitten muss, § 23 UrhG.
Lässt sich jemand hingegen von einem Werk inspirieren, spricht man nicht von einer Bearbeitung, sondern von der sogenannten „freien Benutzung“.
In der Regel entsteht kein Urheberrecht des Bearbeiters bei „handwerklichen Bearbeitungen“ wie etwa Helligkeits- oder Kontraständerungen, Vergrößerung oder Verkleinerung eines Bildes sowie der Umwandlung in andere Dateiformate etc.
3. Inhaber der Rechte und Inhalte
Bevor man vom Inhalt des Urheberrechts Gebraucht machen kann, sollte die Frage geklärt werden: Wer ist eigentlich Urheber?
Bei einem allein arbeitenden Fotografen ist diese Frage schnell geklärt. Wirken aber etwa weitere Personen (Assistenten) an der Bildgestaltung mit, ist in der Regel derjenige, der den Aufbau des Bildes und die einzusetzenden Gestaltungsmittel bestimmt, der Urheber.
Von Miturhebern ist die Rede, wenn zwei oder mehrere gemeinsam ein Werk geschaffen haben, § 8 I UrhG.
Grob betrachtet, gibt es drei Urheberrechtskategorien: die Verwertungsrechte, die Urheberpersönlichkeitsrechte und die sonstigen Rechte. Zu den Verwertungsrechten gehören unter anderem das Vervielfältigungsrecht, § 16 UrhG, das Verbreitungsrecht, § 17 UrhG, das Ausstellungsrecht, § 18 UrhG und die Wiedergaberechte, §§ 19-22 UrhG.
Die wichtigsten Vorschriften der §§ 12 ff UrhG:
Der Urheber darf bestimmen ob und in welcher Form sein Werk veröffentlicht wird. Der Urheber darf auf einen Copyright-Vermerk bestehen.
Beeinträchtigungen des Werkes sowie Entstellung des selbigen darf der Urheber verbieten.
Er kann bereits vergebene Nutzungsrechte aufgrund gewandelter Überzeugung zurückrufen.
Folgende Schranken sind dabei zu beachten:
Zum Zweck der Rechtspflege und der öffentlichen Sicherheit muss der Fotograf die Vervielfältigung bzw. die Verwendung seines Werkes dulden, § 45 UhrG.
Gleiches gilt bei der Aufnahme von Werken in Sammlungen für den Schul- und Unterrichtsgebrauch sowie sonstige Erleichterungen des Schulunterrichts, § 46, 47, 53 II UrhG.
Der Schutz der Abbildungsfreiheit, §§ 57-60 UrhG
4. Welche Ansprüche habe ich?
Die §§ 97 ff. UrhG beschreiben die Rechtsfolgen bei einer Verletzung von Urheber- und verwandten Schutzrechten.
Zunächst kann derjenige, der verletzt wurde, eine Beseitigung der Rechtsverletzung verlangen. Bei Wiederholungsgefahr bestehen des Weiteren Unterlassungsansprüche für die Zukunft. Dabei setzen die Ansprüche kein Verschulden voraus.
Neben der Möglichkeit des Verletzten eine vertragsstrafebewehrte Unterlassungserklärung zu fordern, kann der Verletzte auch Schadensersatz verlangen. Voraussetzung hierfür ist allerdings Verschulden beim Verletzer. Für die Berechnung der Höhe des Schadensersatzes gibt es keine besonderen Regeln, es wird sich nach den allgemeinen Regeln des Zivilrechts gerichtet. Folgende Methoden kommen bei der Berechnung in der Praxis zur Anwendung:
Der Verletzte berechnet seinen Schaden einschließlich des entgangenen Gewinns ganz konkret.
Der Verletzte fordert die Herausgabe des vom Verletzer erzielten Gewinns.
Der Verletzte verlangt eine angemessene Lizenzgebühr.
Der einfachste Weg seine Ansprüche letztendlich auch geltend zu machen, ist sicherlich vor Gericht zu klagen. Da in den meisten Fällen aber eine schnelle Hilfe notwendig ist, ist es ratsam, von einer Abmahnung Gebrauch zu machen. In dieser wird das eigene Recht dargelegt, die beanstandete Verletzungshandlung ist genau zu bezeichnen. Es muss für den Abgemahnten nachvollziehbar sein, was der Beanstandung zugrunde liegt, um sein zukünftiges Verhalten danach auszurichten. Es wird zudem eine Erklärung beigefügt, in der sich der Abgemahnte uneingeschränkt, bedingungslos und unwiderruflich und unter Übernahme einer angemessenen Vertragsstrafe für jeden Fall der Zuwiderhandlung zur Unterlassung der beanstandeten Handlung verpflichtet.
5. Rechte am Motiv
Viele Fragen, die sich bei der Abbildung von Personen ergeben, regelt das Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie, kurz KunstUrhG.
Grundsätzlich dürfen Bildnisse nur mit der Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder veröffentlicht werden, § 22 KunstUrhG. Diese Einwilligung ist nicht erforderlich bei Bildern aus dem Bereich der Zeitgeschichte; bei Bildern, auf denen Personen nur als Beiwerk erscheinen; bei Bildern von Versammlungen, solange ein berechtigtes Interesse der oder des Abgebildeten nicht verletzt wird, § 23 KunstUhrG.
Zu beachten ist dabei, dass schon allein die Herstellung eines Fotos, das gegen einen oder mehrere der oben genannten Punkte verstößt, verboten ist. Es nützt also nichts, zu denken, man wäre auf der sicheren Seite, weil man das Foto „nur für das eigene Album“ anfertigt!
Geht es um die Einwilligung, sollte man immer den Umfang im Detail aufzählen. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Art und Weise man die Einwilligung formuliert. Auch „laienhafte“ Willenserklärungen sind rechtswirksam. Bei allen weiteren Unklarheiten gilt: Im Zweifel für den Rechteinhaber. Zur Erklärung einer Einwilligung muss der Abgebildete volljährig und bei Sinnen sein. Bei Minderjährigen ist die Zustimmung der Erziehungsberechtigten einzuholen.
Ein juristischer Grundsatz besagt, dass Verträge eingehalten werden müssen. So ist auch eine Einwilligung nicht frei widerruflich. Da aber auch Verträge ihre Partner nicht auf ewig binden können, gibt es folgende Möglichkeiten, zu denen ein Widerruf in Betracht kommt:
Zum einen ist dies der Fall beim Vorliegen eines wichtigen Grundes. Daneben kommt ein Widerruf bei einem „Wandel der inneren Einstellung“in Betracht. Allerdings muss hierbei ein gewisser Zeitablauf hinzutreten, ungefähr fünf Jahre wird dieser mindestens betragen.
7. Wann brauche ich gar keine Einwilligung?
Ausnahmen, die keine Einwilligung erfordern, regelt § 23 KunstUrhG. Wie schon erwähnt, dürfen Personen der Zeitgeschichte ohne Einwilligung fotografiert werden. „Zeitgeschichte“ meint hierbei das Informationsinteresse der Öffentlichkeit – und dieses besteht auch schon aus einem gewissen Unterhaltungswert heraus.
Es gestaltet sich also als unproblematisch bekannte Schauspieler, Wissenschaftler oder Angehörige von regierenden Fürstenhäusern – auch bei ihren Alltagstätigkeiten, sollten diese von öffentlichem Interesse sein – abzulichten.
Wenn die Ablichtung schlicht keinen Informationswert hat, dann ist sie unzulässig. Egal, wer abgebildet ist. Auch nur für den Informationszweck kann das Foto einer Person öffentlichen Interesses Verwendung finden – für Werbezwecke beispielsweise wäre die Verwendung unerlaubt.
Erscheinen Personen nur als „Beiwerk“ auf einem Foto und steht die aufgenommene Landschaft oder Örtlichkeit im Vordergrund, so ist eine Einwilligung entbehrlich. Die Personendarstellung muss also der Landschaftsdarstellung in einer Weise untergeordnet sein, sodass sie ohne Bezugnahme auf den Charakter des Bildes auch entfallen könnte.
Als Teilnehmer an einer öffentlichen Veranstaltung, muss man damit rechnen fotografiert zu werden. Die Begrifflichkeiten Veranstaltung oder Versammlung haben dabei folgende Bedeutung inne: Als Versammlung gilt eine Menschenansammlung, bei der die Teilnehmer den kollektiven Willen haben, etwas gemeinsam zu tun. Unter diese Bedeutung fällt, am Rande bemerkt, übrigens nicht die Ansammlung von Personen in der U-Bahn oder im Bus!
In jedem Fall muss die Veranstaltung als solche abgebildet und erkenntlich werden. Solange dies geschieht, ist es auch möglich, nur Teile, bei denen Personen auch größer erfasst werden, als Motiv zu wählen.
Sämtliche Ausnahmen des § 23 KunstUrhG gelten nicht ohne jegliche Beschränkung. So sind die Interessen der Betroffenen stets zu wahren. Selbst Prominente haben das Persönlichkeitsrecht, hin und wieder auch in Ruhe gelassen zu werden.
Text von blowned
du gehst galant in die galerie,denn diese gala verpasst du sonst nie, doch dann siehst du es und bekommst ein schreck,
wer gab für dieses werk den gehaltsscheck,
die gleiche farbgebung, komposition und motiv, wer hatte für diesen diebstahl ein passendes motiv,
du denkst dir du hast doch als urheber recht,und schaust sofort in das urheberecht, ein schöner kultureller abend war dein wunsch, doch ein schrei entfährt dir wie bei edward munch
by 2killya
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WernerKaiTen
Hallo, guter Beitrag. Es ist immer wieder wichtig, seine Kenntnisse aufzufrischen - und auch mal übersichtlich irgendwo nachlesen zu können.
LG WernerKaiTen

References: § 2
 § 72
 § 72
 § 64
 § 3
 § 23
 § 8
 § 16
 § 17
 § 18
 § 45
 § 46
 § 22
 § 23
 § 23
 § 23