Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Naumburg&Datum=27.10.2010&Aktenzeichen=5%20U%2091/10
Timestamp: 2018-03-18 19:32:32+00:00

Document:
OLG Naumburg, 27.10.2010 - 5 U 91/10 - dejure.org
§ 19 Abs 1 HSchulG ST, § 3 Abs 1 UWG, § 4 Nr 11 UWG, § 5 Abs 1 S 1 UWG, § 5 Abs 1 S 2 Nr 3 UWG
Wettbewerbsverstoß: Irreführende Benutzung eines slowakischen Doktortitels durch einen Rechtsanwalt
Irreführung durch Führung eines ausländischen Doktorgrades ohne Zusatz
Gültigkeit eines Doktortitels // Slowakischen Grad eines "JUDr." bzw. "Dr. prv."
Unabhängig davon, ob die durch KMK-Beschluss vom 5. Juli 2007 vorgenommene Ergänzung um den an die Bologna-Klassifikation anknüpfenden Passus in Ziffer 2 Satz 2 des KMK-Beschlusses vom 21. September 2001, aufgrund dessen der Kläger jedenfalls seit dem 5. Juli 2007 nicht die deutsche Abkürzung "Dr." gemäß Ziffer 2 Satz 1 des Beschlusses führen darf, bloß deklaratorischer, so ausdrücklich BayVGH, a.a.O., Rn. 10, 13; OLG LSA, Urteil vom 27. Oktober 2010 - 5 U 91/10 -, juris, Rn. 37, oder vielmehr konstitutiver Natur ist, hat diese Ergänzung weder wegen einer Unvereinbarkeit mit dem Europarecht (aa) noch wegen unzulässiger Rückwirkung (bb) außer Betracht zu bleiben.
Das unberechtigte Verwenden akademischer Grade und Titel stellt nach der Rechtsprechung eine solche Irreführung dar, weil sie geeignet ist, in den betreffenden Verkehrskreisen einen unzutreffenden Eindruck über die wissenschaftliche Qualifikation des Rechtsanwalts zu erwecken (OLG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 27. Oktober 2010, 5 U 91/10; OLG Köln, Urteil vom 8. Oktober 2010, 6 U 109/10, MDR 2011, 267; OLG Bamberg, Urteil vom 25. Mai 2011, 3 U 7/11, NJW-Spezial 2011, 542;… Köhler/Bornkamm, UWG, 31. Aufl. § 5 RNr. 5.135 ff.).
Das unberechtigte Verwenden akademischer Grade und Titel durch einen Rechtsanwalt stellt auch einen Verstoß gegen berufsrechtliche Vorschriften, § 43 b BRAO, § 6 Abs. 1 BORA, dar (OLG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 27. Oktober 2010, 5 U 91/10; AGH Koblenz, Beschluss vom 6. September 2000, 2 AGH 23/99, NJW 2001, 1586), so dass prima facie bereits von einer wettbewerblichen Relevanz ausgegangen werden kann.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass das Oberlandesgericht Naumburg in seinem Urteil vom 27.10.2010 (5 U 91/10 - vorgelegt als Anlage B38) entgegen dem Vorbringen der Berufung nicht anerkannt hat, dass der streitgegenständliche Titel in Bayern und Berlin in der Form "Dr." geführt werden darf.
30 Der vom Kläger erworbene slowakische Doktorgrad kann dieser dritten Ebene nicht zugeordnet werden (vgl. ausführlich unter Bezugnahme auf das slowakische Hochschulgesetz vom 21.02.2002 VG Arnsberg, Beschl. v. 16.04.2009 - 9 L 45/09 -, juris; ebenso BayVGH, Beschl. v. 17.09.2009, a. a. O., OLG Köln, Urt. v. 08.10.2010 - 6 U 109/10 -, juris, und OLG Sachsen-Anhalt, Urt. v. 27.10.2010 - 5 U 91/10 -, juris).
OVG Saarland, 25.06.2014 - 2 E 274/14
Führung akademischer Titel (Streitwert)
Er hält den festgesetzten Auffangwert für "völlig unzureichend" und verweist darauf, dass der Streitwert in Verfahren um die Berechtigung zur Führung eines Doktortitels in der Rechtsprechung, etwa durch das OLG Naumburg,(vgl. OLG Naumburg, Urteil vom 27.10.2010 - 5 U 91/10 -, betreffend die Berechtigung zum Führen des Doktortitels im Geschäftsverkehr) mit 10.000,- EUR beziehungsweise - früher - 20.000,- DM festgesetzt worden sei.

References: § 19
 § 3
 § 4
 § 5
 § 5
 § 5
 § 43
 § 6