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Timestamp: 2019-12-12 19:03:12+00:00

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BGH, 24.10.1990 - XII ZR 101/89 - dejure.org
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BGH, 24.10.1990 - XII ZR 101/89 (https://dejure.org/1990,120)
BGH, Entscheidung vom 24.10.1990 - XII ZR 101/89 (https://dejure.org/1990,120)
BGH, Entscheidung vom 24. Januar 1990 - XII ZR 101/89 (https://dejure.org/1990,120)
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Arztpraxis im Zugewinnausgleich
§§ 1375, 1376 BGB, zur Berücksichtigung der "latenten Steuerlast" aus §§ 16, 18 Abs. 3 EStG, nicht gemeinsam genutzter Pkw im Alleineigentum eines Ehegatten unterliegt dem Zugewinnausgleich (nicht den Vorschriften der Hausratsverordnung, §§ 8 ff HausratsV)
Schriftsatznachlassung - Rechtliches Gehör - Verletzung des Anspruchs - Revisionsgrund - Verspätete Zustellung des Urteils - Vermerk des Berichterstatters - Beweisaufnahme - Verkündung des Urteils - Zugewinnausgleich - Alleineigentum - Bewertung einer Arztpraxis - ...
Zudem kann die Erwartung künftigen Einkommens, die der individuellen Arbeitskraft des Inhabers zuzurechnen ist, nicht maßgebend sein, weil es beim Zugewinnausgleich nur auf das am Stichtag vorhandene Vermögen ankommt (Senatsurteil vom 24. Oktober 1990 - XII ZR 101/89 - FamRZ 1991, 43, 44;… Büte Zugewinnausgleich bei Ehescheidung 3. Aufl. Rn. 75;… Johannsen/Henrich/Jaeger Familienrecht 5. Aufl. § 1376 BGB Rn. 23).
Die Ablehnung eines entsprechenden Antrags verletzt somit grundsätzlich nicht ihren Anspruch auf rechtliches Gehör gemäß Art. 103 Abs. 1 GG (BGH, Urteil vom 24. Oktober 1990 - XII ZR 101/89, NJW 1991, 1547, 1548).
Insoweit geht es um unvermeidbare Veräußerungskosten (…Senatsurteile vom 9. Februar 2011 - XII ZR 40/09 - FamRZ 2011, 622, Rn. 29 ff. und vom 24. Oktober 1990 - XII ZR 101/89 - FamRZ 1991, 43, 48 und vom 8. September 2004 - XII ZR 194/01 - FamRZ 2005, 99, 101).
Insoweit sind auch bereits entstandene Steuerschulden zu berücksichtigen, selbst wenn sie noch nicht fällig sind (Senatsurteil vom 24. Oktober 1990 - XII ZR 101/89 - FamRZ 1991, 43, 48 f.;… Johannsen/Henrich/Jaeger Eherecht 4. Aufl. § 1375 Rdn. 14).
Soweit das Berufungsgericht dem unstreitigen aktiven Endvermögen des Antragsgegners von 258.961,31 DM (132.404,82 EUR) den hälftigen Forderungsbestand der Gemeinschaftspraxis, den hälftigen Anteil an dem Rücklagenkonto sowie den Wert des Pkw hinzugerechnet hat, begegnen seine Ausführungen allerdings keinen rechtlichen Bedenken (vgl. zur Berücksichtigung von Außenständen zum Nennwert: Senatsurteil vom 24. Oktober 1990 - XII ZR 101/89 - FamRZ 1991, 43, 45 f.).
Die sachverhaltsspezifische Auswahl aus der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Methoden (…vgl. die Zusammenstellungen von Schröder Bewertungen im Zugewinnausgleich 4. Aufl. Rdn. 67 ff. und Haußleiter/Schulz Vermögensauseinandersetzung bei Trennung und Scheidung 4. Aufl. Rdn. 94 ff.) und deren Anwendung ist Aufgabe des - sachverständig beratenen - Tatrichters (vgl. etwa Senatsurteile vom 24. Oktober 1990 - XII ZR 101/89 - FamRZ 1991, 43, 44 und vom 8. September 2004 - XII ZR 194/01 - FamRZ 2005, 99, 100).
Bewertungsobjekt können deshalb nur solche Ertragsmerkmale sein, die auf einen potentiellen Erwerber übertragbar sind (Senatsurteil vom 24. Oktober 1990 - XII ZR 101/89 - FamRZ 1991, 43, 44; BGH Urteil vom 13. Oktober 1976 - IV ZR 104/74 - FamRZ 1977, 38, 40;… Johannsen/Henrich/Jaeger Eherecht 4. Aufl. § 1376 Rdn. 19; Klingelhöffer FamRZ 1991, 882, 884).
Das Berufungsgericht hat bei seiner Argumentation bereits nicht beachtet, dass nicht der volle Betrag von 166.750 EUR (seine Richtigkeit unterstellt) in das Endvermögen einzustellen gewesen wäre, sondern nur der um die latente Steuerlast von (anteilig) 69.172 DM (35.367 EUR) geminderte Betrag (vgl. hierzu etwa Senatsurteil vom 24. Oktober 1990 - XII ZR 101/89 - FamRZ 1991, 43, 48).
Zwar kann sich aus Gründen des rechtlichen Gehörs, das auch das Recht der Partei zu einer hinreichend vorbereiteten Stellungnahme gewährleistet, im Einzelfall etwas anderes ergeben, insbesondere wenn einer nicht sachkundigen Partei Gelegenheit zu geben ist, zu dem mündlich erstatteten Gutachten des Sachverständigen über schwierige Fragen nach Vorliegen des Vernehmungsprotokolls nochmals Stellung zu nehmen, etwa nachdem sie sich anderweitig sachverständig hat beraten lassen (vgl. BGH, Urt. v. 24.10.1990 - XII ZR 101/89 [juris Tz. 16];… Urt. v. 16.05.1977 - VIII ZR 311/75 [juris Tz. 9]; jeweils m.w.N.).
Insoweit ist - vor allem im Arzthaftungsrecht - auch der Grundsatz der Waffengleichheit zu beachten (vgl. BGH, Urt. v. 24.10.1990 - XII ZR 101/89 [juris Tz. 16]).
Wie die Revision nicht verkennt, hat der Senat die geschilderte Rechtsprechung bereits mit Urteil vom 24. Oktober 1990 (aaO S. 43 ff., das die Revision in anderem Zusammenhang selbst zitiert), auf eine Beteiligung an einer ärztlichen Gemeinschaftspraxis angewandt, ohne insoweit Vorbehalte hinsichtlich der freiberuflichen Tätigkeit (von Ärzten) zu äußern.
c) Für verfehlt hält es die Revision, daß das Oberlandesgericht unter Berufung auf das Senatsurteil vom 24. Oktober 1990 (aaO) die latente Ertragsteuer nach dem halben Steuersatz abgezogen hat.
(b) Soweit die Kläger mit der Berufung rügen, ihnen sei erstinstanzlich kein Schriftsatznachlass zur Beweiswürdigung eingeräumt worden, haben die Parteien ausweislich des Sitzungsprotokolls vom 30.10.2013 gemäß § 285 Abs. 1 ZPO nach Durchführung der Beweisaufnahme über deren Ergebnis verhandelt, was grundsätzlich ausreicht (vgl. BGH, Urteil vom 24.10.1990, XII ZR 101/89, NJW 1991, 1547, Rn. 16 nach juris;… Zöller/Greger, ZPO, 30. Aufl., § 285, Rn. 2).
Bei der Schätzung des Werts des Gesellschaftsvermögens nach § 738 Abs. 2 BGB ist der Tatrichter trotz der seit längerem eindeutig vorherrschenden Berechnungsweise auf der Grundlage des Ertragswerts (…vgl. die Nachweise in BGHZ 116, 359, 370 f. sowie bei Ulmer, FS Quack, 1991, S. 477, 479) nicht an eine bestimmte Wertermittlungsmethode gebunden (vgl. BGH, Urt. v. 24. Oktober 1990 - XII ZR 101/89, NJW 1991, 1547, 1548, zur Bewertung einer Arztpraxis).
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References: § 1376
 Art. 103
 § 1375
 BGH 
 § 1376
 § 285
 § 285
 § 738
 § 1389