Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20171030_OGH0002_009OBA00089_17D0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-12-07 04:49:40+00:00

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RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 9ObA89/17d - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 2Ob851/24 5Ob177/72 5Ob...
RS0034951
2Ob851/24; 5Ob177/72; 5Ob120/73; 5Ob293/74; 7Ob627/77 (7Ob628/77); 4Ob511/79; 6Ob559/80; 8Ob290/80; 8Ob215/81; 1Ob18/86; 3Ob560/86; 7Ob628/88; 1Ob46/88; 2Ob567/88; 7Ob650/89; 3Ob534/90; 1Ob534/94; 5Ob562/93; 1Ob522/94; 7Ob602/94; 5Ob546/94; 1Ob621/95; 5Ob2101/96y; 10Ob2102/96g; 5Ob2339/96y; 7Ob2091/96t; 4Ob360/97p; 6Ob273/98k; 9Ob91/99v; 7Ob154/99v; 6Ob68/99i; 6Ob82/99y; 7Ob242/99k; 7Ob145/00z; 3Ob89/99f; 6Ob150/00b; 1Ob64/00v; 7Ob249/01w; 10Ob189/02w; 9Ob231/02i; 7Ob93/02f; 3Ob70/03w; 2Ob88/04m; 10Ob23/04m; 6Ob172/05w; 7Ob17/06k; 9Ob35/06x; 8Ob34/07v; 9Ob17/07a; 1Ob53/07m; 1Ob162/07s; 10Ob111/07g; 2Ob58/07d; 10Ob12/08z; 6Ob80/08w; 6Ob103/08b; 1Ob19/08p; 2Ob158/09p; 7Ob96/10h; 1Ob85/10x; 8ObA66/09b; 7Ob140/10d; 1Ob162/10w; 17Ob9/11i; 3Ob70/11g; 8Ob35/11x; 10Ob39/11z; 4Ob144/11x; 5Ob118/11f; 8Ob135/10a; 8Ob119/11z; 1Ob85/11y; 2Ob63/12x; 1Ob171/12x; 2Ob43/12f; 7Ob9/13v; 1Ob12/13s; 3Ob227/12x; 9Ob27/13f; 2Ob234/12v; 4Ob102/13y; 1Ob184/13k; 4Ob170/13y; 3Ob205/13p; 1Ob221/13a; 3Ob9/14s; 4Ob168/14f; 5Ob157/14w; 3Ob165/14g; 9Ob43/14k; 3Ob155/14m; 5Ob22/15v; 1Ob211/14g; 4Ob4/15i; 3Ob40/15a; 6Ob27/15m; 1Ob6/15m; 7Ob221/14x; 7Ob56/15h; 1Ob123/15t; 9Ob32/15v; 7Ob128/15x; 3Ob112/15i; 7Ob211/15b; 6Ob85/16t; 4Ob213/16a; 3Ob206/16i; 1Ob28/17z; 7Ob12/17s; 8Ob54/17z; 7Ob91/17h; 8Ob109/17p; 3Ob65/17f; 9ObA89/17d; 1Ob230/17f; 3Ob22/18h; 1Ob67/18m; 1Ob153/18h; 9Ob65/18a; 7Ob26/18a; 7Ob196/17z
09.12.1924
ABGB §1489 IIB
ABGB §1489 IID
AHG §6 Abs1
Die Verjährungsfrist des § 1489 ABGB beginnt mit dem Zeitpunkte zu laufen, in dem dem Geschädigten sowohl der Schaden und die Person des Schädigers als auch die Schadensursache bekannt geworden ist.
2 Ob 851/24
Entscheidungstext OGH 09.12.1924 2 Ob 851/24
Veröff: SZ 6/391
5 Ob 120/73
Entscheidungstext OGH 11.07.1973 5 Ob 120/73
Beisatz: Soweit Lehre und Judikatur fordern, dass dem Beschädigten der Ursachenzusammenhang zwischen dem schädigenden Ereignis und dem eingetretenen Schaden bekannt geworden sei (vgl Klang Kommentar 2. Auflage VI 635; SZ 6/391), ist diese Forderung jedoch nicht dahin zu verstehen, dass für den Beginn der Verjährung die Kenntnis des Beschädigten notwendig wäre, welche schuldhafte Handlung oder Unterlassung des Schädigers Ursache seines Schadens war. Vielmehr genügt es, wenn der Beschädigte Kenntnis von den schädlichen Wirkungen eines Ereignisses erlangt, dessen Ursache oder Mitursache irgendein dem Schädiger anzulastendes Verhalten ist (vgl Gschnitzer, Lehrbuch, AllgemTeil 249). (T1)
5 Ob 293/74
Entscheidungstext OGH 11.12.1974 5 Ob 293/74
Vgl auch; Beisatz: Auch die Kenntnis des Ursachenzusammenhanges zwischen dem Schaden und einem bestimmten, dem Schädiger anzulastenden Verhalten. (T2)
7 Ob 627/77
Entscheidungstext OGH 03.11.1977 7 Ob 627/77
4 Ob 511/79
Entscheidungstext OGH 16.10.1979 4 Ob 511/79
6 Ob 559/80
Entscheidungstext OGH 09.04.1980 6 Ob 559/80
Beis wie T2; Beisatz: Die bloße Behauptung, man habe erst jetzt vom Ursachenzusammenhang Kenntnis erlangt reicht nicht aus wenn nicht gleichzeitig stichhältige Gründe dafür angegeben werden, weshalb diese Kenntnis nicht schon früher bestand. (T3)
8 Ob 290/80
Entscheidungstext OGH 12.03.1981 8 Ob 290/80
8 Ob 215/81
Entscheidungstext OGH 19.11.1981 8 Ob 215/81
Auch; Veröff: ZVR 1982/276 S 243
1 Ob 18/86
Entscheidungstext OGH 01.10.1986 1 Ob 18/86
3 Ob 560/86
Entscheidungstext OGH 01.10.1986 3 Ob 560/86
Beis wie T2; Veröff: JBl 1987,450
7 Ob 628/88
Entscheidungstext OGH 28.07.1988 7 Ob 628/88
1 Ob 46/88
Entscheidungstext OGH 15.03.1989 1 Ob 46/88
2 Ob 567/88
Entscheidungstext OGH 12.04.1989 2 Ob 567/88
7 Ob 650/89
Entscheidungstext OGH 19.10.1989 7 Ob 650/89
3 Ob 534/90
Entscheidungstext OGH 11.07.1990 3 Ob 534/90
Veröff: SZ 63/133 = EvBl 1991/10 S 61 = JBl 1990,789
1 Ob 534/94
Entscheidungstext OGH 16.03.1994 1 Ob 534/94
Vgl; Beisatz: Kenntnis des Ursachenzusammenhanges seitens des Geschädigten. (T4)
5 Ob 562/93
Entscheidungstext OGH 30.08.1994 5 Ob 562/93
Vgl auch; Beis wie T3; Beisatz: Die Kenntnis muss dabei den ganzen den Anspruch begründenden Sachverhalt umfassen, insbesondere auch die Kenntnis des Ursachenzusammenhanges zwischen dem Schaden und einem bestimmten dem Schädiger anzulastenden Verhalten, in Fällen der Verschuldenshaftung daher auch jene Umstände, aus denen sich das Verschulden des Schädigers ergibt. Dieses kann sich freilich auch aus der offenkundigen Rechtswidrigkeit seines Verhaltens ergeben. (T5)
1 Ob 522/94
Entscheidungstext OGH 29.03.1994 1 Ob 522/94
Auch; Beis wie T2; Beis wie T4; Beisatz: Die Kenntnis des Schadens ist ohne Zweifel anzunehmen, wenn der Schaden auch schon der Höhe nach bekannt ist. (T6)
7 Ob 602/94
Entscheidungstext OGH 21.12.1994 7 Ob 602/94
Vgl auch; Beis wie T5 nur: Die Kenntnis muss dabei den ganzen den Anspruch begründenden Sachverhalt umfassen, insbesondere auch die Kenntnis des Ursachenzusammenhanges zwischen dem Schaden und einem bestimmten dem Schädiger anzulastenden Verhalten, in Fällen der Verschuldenshaftung daher auch jene Umstände, aus denen sich das Verschulden des Schädigers ergibt. (T7)
5 Ob 546/94
Entscheidungstext OGH 10.10.1995 5 Ob 546/94
Vgl auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 68/179
1 Ob 621/95
Entscheidungstext OGH 19.12.1995 1 Ob 621/95
Verstärkter Senat; Veröff: SZ 68/238
5 Ob 2101/96y
Entscheidungstext OGH 21.05.1996 5 Ob 2101/96y
Vgl auch; Beisatz: Bei der Stoffsammlung für eine Schadenersatzklage sind keine all zu strengen Anforderungen an Erkundigungspflichten des Geschädigten zu stellen. (T8)
10 Ob 2102/96g
Entscheidungstext OGH 23.04.1996 10 Ob 2102/96g
Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T5; Beis wie T6
5 Ob 2339/96y
Entscheidungstext OGH 12.11.1996 5 Ob 2339/96y
Vgl auch; Beis wie T7; Beisatz: Für den Beginn des Laufes der Verjährungsfrist kommt es nicht unbedingt auf die Tatsache der strafgerichtlichen Verurteilung beziehungsweise die Beendigung des Strafverfahrens an. In der Entscheidung 2 Ob 597/93 wurde hiefür die Erstattung eines alle strafrechtlich relevanten Umstände aufzeigenden Sachverständigengutachtens als maßgeblich angesehen und ausdrücklich ausgesprochen, dass der für seine Beitragsforderungen die deliktische Geschäftsführerhaftung geltend machende Sozialversicherungsträger nicht das Ergehen eines Schuldspruchs im Strafverfahren gegen den Ersatzpflichtigen abwarten dürfe; ist kein Gutachten eingeholt worden, so ist das Geständnis des Beschuldigten wesentlich. Auf die Beteiligung des Geschädigten am Strafverfahren gegen den Schädiger kommt es dabei nicht an (so schon 2 Ob 597/93, 7 Ob 602/94). (T9)
Veröff: SZ 69/251
7 Ob 2091/96t
Entscheidungstext OGH 26.02.1997 7 Ob 2091/96t
Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
4 Ob 360/97p
Entscheidungstext OGH 24.02.1998 4 Ob 360/97p
6 Ob 273/98k
Entscheidungstext OGH 29.10.1998 6 Ob 273/98k
9 Ob 91/99v
Entscheidungstext OGH 14.04.1999 9 Ob 91/99v
7 Ob 154/99v
Entscheidungstext OGH 14.07.1999 7 Ob 154/99v
Vgl auch; Beisatz: Wenn Ungewissheit darüber besteht, ob überhaupt ein Schaden entstanden ist und hierüber ein Rechtsstreit behängt, wird man dem Geschädigten in der Regel zubilligen müssen, den Ausgang dieses Verfahrens abzuwarten, weil er erst dann über ausreichend sichere Informationen für seine Schadenersatzklage verfügt. Feststellbarkeit des Schadenseintrittes keinesfalls vor Zustellung des stattgebenden Urteiles. (T10)
6 Ob 82/99y
Entscheidungstext OGH 24.02.2000 6 Ob 82/99y
Vgl auch; Beis wie T10; Beisatz: Hier: Die Klagen wurden noch vor den Prüfberichten und den Steuerbescheiden erster Instanz eingebracht, sodass der Verjährungseinwand zu verwerfen ist. (T11)
7 Ob 242/99k
Entscheidungstext OGH 26.01.2000 7 Ob 242/99k
7 Ob 145/00z
Entscheidungstext OGH 28.06.2000 7 Ob 145/00z
3 Ob 89/99f
Entscheidungstext OGH 26.04.2000 3 Ob 89/99f
6 Ob 150/00b
Entscheidungstext OGH 14.12.2000 6 Ob 150/00b
1 Ob 64/00v
Entscheidungstext OGH 30.01.2001 1 Ob 64/00v
Beis wie T7; Veröff: SZ 74/14
7 Ob 249/01w
Entscheidungstext OGH 29.10.2001 7 Ob 249/01w
10 Ob 189/02w
Entscheidungstext OGH 22.10.2002 10 Ob 189/02w
9 Ob 231/02i
Entscheidungstext OGH 13.11.2002 9 Ob 231/02i
Beis wie T7; Beisatz: Dies gilt auch dann, wenn dem Schädiger gemäß § 1298 ABGB der Beweis obliegt, dass ihn kein Verschulden am Schadenseintritt trifft. (T12)
Beisatz: Hier: Einbringung der Klage zu einem Zeitpunkt, als die Verjährung noch nicht zu laufen begonnen hatte. (T13)
7 Ob 93/02f
Entscheidungstext OGH 09.10.2002 7 Ob 93/02f
Auch; nur: Die Verjährungsfrist des § 1489 ABGB beginnt mit dem Zeitpunkte zu laufen, in dem dem Geschädigten der Schaden und die Person des Schädigers bekannt geworden ist. (T14)
Veröff: SZ 2003/154
2 Ob 88/04m
Entscheidungstext OGH 29.04.2004 2 Ob 88/04m
Beisatz: Die Leistung einer Teilzahlung unterbricht die Verjährung nur dann, wenn dabei erkennbar ist, dass sie der Schuldner als Abschlag auf eine unter Umständen erst im Prozessweg festzustellende weitergehende Verpflichtung leistet und damit nicht den Gläubiger als gänzlich befriedigt erachten will, wobei Zweifel über die Tragweite der Teilzahlung zu Lasten des Gläubigers gelten. (T15)
Beis ähnlich wie T5; Veröff: SZ 2005/46
6 Ob 172/05w
Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 172/05w
Vgl; Beisatz: Das Vorliegen von Medienberichten reicht für den Beginn der Verjährung jedenfalls dann nicht aus, wenn sich daraus nur allgemein ergibt, dass Banken Zinssenkungen nicht entsprechend weitergegeben haben. Entscheidend ist vielmehr, ob und ab wann sich die Medieninformationen derart verdichtet hatten, dass für die Kreditnehmer ersichtlich werden musste, auch ihre konkreten Kreditverträge seien unkorrekt abgerechnet. (T16)
7 Ob 17/06k
Entscheidungstext OGH 30.08.2006 7 Ob 17/06k
Beis wie T2; Beisatz: Hier: Beginn der dreijährigen Verjährungsfrist für Schadenersatzansprüche aus mangelhaft erbrachten Bauleistungen. (T17)
9 Ob 35/06x
Entscheidungstext OGH 28.03.2007 9 Ob 35/06x
8 Ob 34/07v
Entscheidungstext OGH 21.05.2007 8 Ob 34/07v
9 Ob 17/07a
Entscheidungstext OGH 30.05.2007 9 Ob 17/07a
1 Ob 53/07m
Entscheidungstext OGH 26.06.2007 1 Ob 53/07m
Beis wie T1; Beisatz: Ist - wie hier - ein schicksalshafter Verlauf möglich, sind nähere Erkundigungen des Geschädigten erst dann geboten, wenn ihm Umstände bekannt werden, die das (bloße) Vorliegen eines schicksalhaften Kausalverlaufes fraglich erscheinen und auf die Kausalität rechtswidrigen Organverhaltens schließen lassen. (T18)
1 Ob 162/07s
Entscheidungstext OGH 11.09.2007 1 Ob 162/07s
Auch; Beisatz: Die Verjährungsfrist bei einem Regressanspruch mit Schadenersatzcharakter beginnt zwar regelmäßig erst dann, wenn die Zahlungspflicht des Regressberechtigten gegenüber dem Gläubiger „unverrückbar feststeht", doch kann auch in derartigen Fällen bis zu einer (rechtskräftigen) gerichtlichen Entscheidung nur dann zugewartet werden, wenn objektive Unklarheit über die Haftung des allenfalls - nämlich bei Bejahung seiner Haftung - Regressberechtigten besteht. Steht dessen eigene Haftung jedoch fest und lässt er sich aus anderen, gegebenenfalls ganz unsachlichen Gründen auf ein Verfahren ein, beginnt die Verjährungsfrist bereits mit Kenntnis von den zum Regress berechtigenden Umständen. Dies gilt auch für andere Schadenersatzforderungen als eigentliche Regressansprüche. (T19)
Bem: Einschränkend zu Beisatz T10. (T20)
10 Ob 111/07g
Entscheidungstext OGH 18.12.2007 10 Ob 111/07g
Vgl auch; Beisatz: Es darf mit der Klagserhebung nicht solange zugewartet werden, bis Gewissheit über den Prozessgewinn besteht. (T21)
Beisatz: Zweifel an der Erweisbarkeit des bekannten anspruchsbegründenden Sachverhaltes schieben den Verjährungsbeginn nicht hinaus. Besteht allerdings Ungewissheit darüber, ob überhaupt ein Schaden entstanden ist und ist über diese Frage ein Rechtsstreit anhängig, kommt es auf die Rechtskraft der Gerichtsentscheidung beziehungsweise den Ausgang eines Verwaltungsverfahrens an, weil erst dann ausreichend sichere Informationen für eine Schadenersatzklage verfügbar sind; eine ausreichende Kenntnis vom Schaden kann allerdings im Einzelfall auch gegeben sein, wenn bereits vorher gesicherte Verfahrensergebnisse vorliegen oder der Geschädigte erdrückende Beweise ignoriert. (T22)
2 Ob 58/07d
Entscheidungstext OGH 24.01.2008 2 Ob 58/07d
Auch; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T7 nur: Die Kenntnis muss dabei den ganzen den Anspruch begründenden Sachverhalt umfassen, insbesondere auch die Kenntnis des Ursachenzusammenhanges zwischen dem Schaden und einem bestimmten dem Schädiger anzulastenden Verhalten. (T23)
10 Ob 12/08z
Entscheidungstext OGH 10.06.2008 10 Ob 12/08z
6 Ob 80/08w
Entscheidungstext OGH 05.06.2008 6 Ob 80/08w
Beis wie T2; Beis wie T23
6 Ob 103/08b
Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 103/08b
Vgl; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Entgegen der Zusage nicht risikoloses teilweise kreditfinanziertes Umschuldungs- und Sanierungskonzept. Eine schadenbegründende Risikoträchtigkeit des Gesamtkonzepts lag jedenfalls dann vor, wenn sich dieses rein rechnerisch nicht mehr ohne zusätzliche Vermögensverminderung im Vergleich zur (herkömmlichen) Tilgung der Darlehen und Geldmittelbeschaffung vor dem Umschuldungs- und Finanzierungskonzept entwickeln konnte. (T24)
1 Ob 19/08p
Entscheidungstext OGH 20.06.2008 1 Ob 19/08p
Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: § 6 Abs 1 AHG. (T25)
Beisatz: In § 6 AHG ist - im Gegensatz zu den Verjährungsbestimmungen des ABGB - die Kenntnis der Person des Schädigers nicht gefordert, weil bei Geltendmachung von Amtshaftungsansprüchen ein bestimmtes Organ nicht genannt werden muss. (T26)
Vgl auch; Beis wie T21; Auch Beis wie T22; Beisatz: Hier: Trotz des Vorliegens von auf einen der Klägerin vom Beklagten verursachten Schaden hindeutenden Beweisergebnissen in Form sukzessive erstatteter Sachverständigengutachten im Vorprozess noch kein Vorliegen von gesicherten Verfahrensergebnissen oder erdrückenden Beweisen in Gang, zumindest vor dem abschließenden Gutachten im Vorprozess. (T27)
7 Ob 96/10h
Entscheidungstext OGH 14.07.2010 7 Ob 96/10h
Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T7
1 Ob 85/10x
Entscheidungstext OGH 01.06.2010 1 Ob 85/10x
nur T14
8 ObA 66/09b
Entscheidungstext OGH 22.09.2010 8 ObA 66/09b
7 Ob 140/10d
Entscheidungstext OGH 22.10.2010 7 Ob 140/10d
Beisatz: Verjährungsfrist für Anspruch nach § 126 Abs 4 Wr BauO beginnt erst mit Zustellung des Bescheids der Baubehörde, die die Rauchfangerhöhung vorschreibt. (T28)
1 Ob 162/10w
Entscheidungstext OGH 23.11.2010 1 Ob 162/10w
Beis wie T7; Beisatz: Setzt diese Kenntnis Fachwissen voraus, so beginnt die Verjährungsfrist regelmäßig erst zu laufen, wenn der Geschädigte durch ein Sachverständigengutachten Einblick in diese Zusammenhänge erlangt hat. (T29)
17 Ob 9/11i
Entscheidungstext OGH 10.05.2011 17 Ob 9/11i
Vgl auch; Beis wie T10; Beis ähnlich wie T19; Beis wie T22
3 Ob 70/11g
Entscheidungstext OGH 11.05.2011 3 Ob 70/11g
8 Ob 35/11x
Entscheidungstext OGH 26.04.2011 8 Ob 35/11x
10 Ob 39/11z
Entscheidungstext OGH 04.10.2011 10 Ob 39/11z
4 Ob 144/11x
Entscheidungstext OGH 22.11.2011 4 Ob 144/11x
Auch; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T29; Beisatz: Hier: Mehrere ärztliche Kunstfehler anlässlich einer Operation und Einschaltung der Patientenvertretung. (T30)
5 Ob 118/11f
Entscheidungstext OGH 09.11.2011 5 Ob 118/11f
8 Ob 135/10a
Entscheidungstext OGH 24.10.2011 8 Ob 135/10a
8 Ob 119/11z
Entscheidungstext OGH 20.12.2011 8 Ob 119/11z
Vgl; Beis ähnlich wie T28
1 Ob 85/11y
Entscheidungstext OGH 29.09.2011 1 Ob 85/11y
Beis wie T5 nur: Die Kenntnis muss dabei den ganzen den Anspruch begründenden Sachverhalt umfassen, in Fällen der Verschuldenshaftung daher auch jene Umstände, aus denen sich das Verschulden des Schädigers ergibt. (T31)
2 Ob 63/12x
Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 63/12x
Vgl auch; Vgl Beis wie T24; Beisatz: Hier: Das Berufungsgericht hat im Rahmen der einschlägigen Rechtsprechung aufgrund beschwichtigender Äußerungen des Beraters den Beginn der Verjährungsfrist des § 1489 ABGB nicht schon mit Kenntnis vom Kursverlust, sondern erst mit der Kenntnis davon, keine risikoarme Veranlagung gewählt zu haben, angenommen. (T32)
1 Ob 171/12x
Entscheidungstext OGH 11.10.2012 1 Ob 171/12x
Auch; Auch Beis wie T4; Auch Beis wie T7; Auch Beis wie T31
7 Ob 9/13v
Entscheidungstext OGH 18.02.2013 7 Ob 9/13v
1 Ob 12/13s
Entscheidungstext OGH 14.03.2013 1 Ob 12/13s
3 Ob 227/12x
Entscheidungstext OGH 16.04.2013 3 Ob 227/12x
9 Ob 27/13f
Entscheidungstext OGH 24.04.2013 9 Ob 27/13f
2 Ob 234/12v
Entscheidungstext OGH 14.03.2013 2 Ob 234/12v
Beis wie T2; Beis wie T5; Beis wie T7
4 Ob 102/13y
Entscheidungstext OGH 27.08.2013 4 Ob 102/13y
4 Ob 170/13y
Entscheidungstext OGH 19.11.2013 4 Ob 170/13y
3 Ob 205/13p
Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 205/13p
Auch; Beis wie T32; Beisatz: Versuchen von Anlageberatern, nach Kursverlusten nervös gewordene Anleger zu beschwichtigen, kann in zweifacher Hinsicht Bedeutung zukommen. Sie können die Erkennbarkeit des Schadenseintritts und damit den Beginn der Verjährungsfrist hinausschieben oder dazu führen, dass dem Verjährungseinwand des Schädigers die Replik der Arglist entgegen gehalten werden kann. (T33)
1 Ob 221/13a
Entscheidungstext OGH 19.12.2013 1 Ob 221/13a
3 Ob 9/14s
Entscheidungstext OGH 21.05.2014 3 Ob 9/14s
4 Ob 168/14f
Entscheidungstext OGH 21.10.2014 4 Ob 168/14f
5 Ob 157/14w
Entscheidungstext OGH 23.10.2014 5 Ob 157/14w
3 Ob 165/14g
Entscheidungstext OGH 18.12.2014 3 Ob 165/14g
Auch; Beis wie T10; Beis wie T19; Beis wie T22
9 Ob 43/14k
Entscheidungstext OGH 29.01.2015 9 Ob 43/14k
Vgl auch; Beis wie T33; Beisatz: Welche Auswirkungen „Beschwichtigungsversuche“ auf die Verjährung der Ansprüche von Anlegern haben, ist im jeweiligen Einzelfall zu beurteilen. (T34)
3 Ob 155/14m
Entscheidungstext OGH 18.02.2015 3 Ob 155/14m
Auch; Beis wie T10; Beis wie T22
5 Ob 22/15v
Entscheidungstext OGH 24.02.2015 5 Ob 22/15v
Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis ähnlich T5; Beis wie T7
4 Ob 4/15i
Entscheidungstext OGH 24.03.2015 4 Ob 4/15i
3 Ob 40/15a
Entscheidungstext OGH 18.03.2015 3 Ob 40/15a
Auch; Beis wie T10 nur: Wenn jedoch Ungewissheit darüber besteht, ob überhaupt ein Schaden entstanden ist und hierüber ein Rechtsstreit behängt, wird man dem Geschädigten in der Regel zubilligen müssen, den Ausgang dieses Verfahrens abzuwarten, weil er erst dann über ausreichend sichere Informationen für seine Schadenersatzklage verfügt. (T35)
6 Ob 27/15m
Entscheidungstext OGH 27.04.2015 6 Ob 27/15m
1 Ob 6/15m
Entscheidungstext OGH 23.04.2015 1 Ob 6/15m
Auch; Beis wie T2; Beis wie T5; Beis wie T7; Beis wie T31
7 Ob 221/14x
Entscheidungstext OGH 30.04.2015 7 Ob 221/14x
Auch; Beis wie T33
7 Ob 56/15h
Entscheidungstext OGH 10.06.2015 7 Ob 56/15h
1 Ob 123/15t
Entscheidungstext OGH 27.08.2015 1 Ob 123/15t
Beis wie T2; Beis wie T1 nur: Dies wird schon dann erfüllt, wenn der Geschädigte Kenntnis von den schädlichen Wirkungen eines Ereignisses erlangt, dessen Ursache oder Mitursache irgendein dem Schädiger anzulastendes Verhalten ist. (T36); Veröff: SZ 2015/85
9 Ob 32/15v
Entscheidungstext OGH 27.08.2015 9 Ob 32/15v
Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T7
7 Ob 128/15x
Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 128/15x
Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T7
3 Ob 112/15i
Entscheidungstext OGH 17.09.2015 3 Ob 112/15i
7 Ob 211/15b
Entscheidungstext OGH 16.12.2015 7 Ob 211/15b
Beis wie T2; Beis wie T5; Beis wie T7; Beis wie T31
6 Ob 85/16t
Entscheidungstext OGH 30.05.2016 6 Ob 85/16t
Auch; Beis wie T5; Beis wie T36
4 Ob 213/16a
Entscheidungstext OGH 21.02.2017 4 Ob 213/16a
Auch; Beis wie T33; Beis wie T34
3 Ob 206/16i
Entscheidungstext OGH 29.03.2017 3 Ob 206/16i
Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T7; Beis wie T36
1 Ob 28/17z
Entscheidungstext OGH 16.03.2017 1 Ob 28/17z
Auch; Beis wie T24; Beis wie T33; Beis wie T34
7 Ob 12/17s
Entscheidungstext OGH 17.05.2017 7 Ob 12/17s
Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T7
8 Ob 54/17z
Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 Ob 54/17z
Beis wie T7; Beis wie T21; Beis wie T23; Beis wie T29; Beis wie T31; Beisatz: Selbst Mutmaßungen darüber, wie sich der Sachverhalt abgespielt haben könnte, reichen grundsätzlich nicht aus. (T37)
7 Ob 91/17h
Entscheidungstext OGH 27.09.2017 7 Ob 91/17h
Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T7; Veröff: SZ 2017/45
8 Ob 109/17p
Entscheidungstext OGH 28.09.2017 8 Ob 109/17p
Vgl auch; Beisatz: Bei Veranlagungs- und/oder Finanzierungskonzepten, die eine Kombination von Fremdwährungskrediten mit Tilgungsträgern vorsehen, ist für den Beginn der Verjährungsfrist von Ansprüchen aus Beratungsfehlern entscheidend, zu welchem Zeitpunkt der Geschädigte erkennt, dass das Gesamtkonzept den Zusagen nicht entspricht. (T38)
Beisatz: Die spezifischen Risiken, die die Risikoträchtigkeit bedingen (Wechselkurs, Zinsentwicklung, Ertrags- bzw Wertentwicklung des Tilgungsträgers als Veranlagungsprodukt), stehen nach der Interessenlage eines durchschnittlichen Anlegers in einem derart engen Zusammenhang, dass eine unterbliebene oder fehlerhafte Aufklärung über die einzelnen Teilaspekte verjährungsrechtlich jeweils als unselbständige Bestandteile eines einheitlichen Beratungsfehlers zu qualifizieren sind. (T39)
3 Ob 65/17f
Entscheidungstext OGH 25.10.2017 3 Ob 65/17f
Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T7
3 Ob 22/18h
Entscheidungstext OGH 25.04.2018 3 Ob 22/18h
Beisatz: Behauptete Haftung des beklagten Rechtsanwaltes als Vertragserrichter. (T40)
1 Ob 67/18m
Entscheidungstext OGH 30.04.2018 1 Ob 67/18m
1 Ob 153/18h
Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 153/18h
Auch; Beis wie T34; Beis wie T38
9 Ob 65/18a
Entscheidungstext OGH 30.10.2018 9 Ob 65/18a
7 Ob 26/18a
Entscheidungstext OGH 26.09.2018 7 Ob 26/18a
7 Ob 196/17z
Entscheidungstext OGH 21.11.2018 7 Ob 196/17z
Beis wie T5; Beis wie T33
ECLI:AT:OGH0002:1924:RS0034951
JJR_19241209_OGH0002_0020OB00851_2400000_002
Rechtssatz für Präs1025/28 5Ob33/69 4O...
RS0010271
Präs1025/28; 5Ob33/69; 4Ob5/76; 4Ob12/77; 4Ob68/77 (4Ob69/77); 4Ob138/77; 4Ob36/78; 4Ob42/78; 8Ob503/80 (8Ob504/80); 4Ob43/81; 4Ob108/81; 7Ob748/83; 4Ob33/84; 3Ob548/84; 4Ob101/84; 14Ob112/86; 14Ob165/86 (14Ob166/86); 14Ob86/87; 9ObA99/87; 9ObA32/88; 2Ob644/87; 9ObA314/88; 9ObA63/90; 9ObA197/92 (9ObA198/92 -9ObA200/92); 8ObA226/92; 9ObA97/93; 9ObA119/93; 9ObA211/93; 2Ob9/96; 1Ob2267/96f; 1Ob1/98y; 9ObA295/98t; 10ObS278/99a; 10ObS234/00k; 8ObA289/01k; 8ObA176/02v; 9ObA53/05t; 9ObA151/09k; 9ObA168/13s; 9ObA46/14a; 8ObA9/16f; 8ObA45/16z; 9ObA135/16t; 8ObA18/17f; 9ObA89/17d
23.04.1929
ABGB §326 B
ABGB §1431 B
Die von den Österreichischen Bundesbahnen an ihre Angestellten auf Grund irrtümlicher Berechnung des Ruhegenusses ausbezahlten Beträge können in dem Falle redlichen Verbrauches nicht zurückgefordert werden.
Präs 1025/28
Entscheidungstext OGH 23.04.1929 Präs 1025/28
Veröff: SZ 11/86 = Jud. Nr. 33
5 Ob 33/69
Entscheidungstext OGH 12.02.1969 5 Ob 33/69
Beisatz: Die Rückstattung von irrtümlich angewiesenen Lohnbezügen kann dann nicht verlangt werden, wenn der Empfänger sie im guten Glauben erhalten und sie als redlicher Besitz verbraucht hat. Keine Gutgläubigkeit bei unverhältnismäßiger Höhe des ausbezahlten Betrages. (T1)
4 Ob 5/76
Entscheidungstext OGH 12.02.1969 4 Ob 5/76
Beisatz: Provisionsbeträge (T2)
4 Ob 12/77
Entscheidungstext OGH 22.02.1977 4 Ob 12/77
Beisatz: Überstundenentgelt bzw. Leistungszulage. (T3)
4 Ob 68/77
Entscheidungstext OGH 03.05.1977 4 Ob 68/77
Beisatz: Dienstbezüge mit Unterhaltscharakter. (T4) Beis wie T1; Veröff: Ind 1978 2,1089
4 Ob 138/77
Entscheidungstext OGH 18.10.1977 4 Ob 138/77
Beisatz: Rückforderung einer Treueprämie eines Vertreters. (T5)
4 Ob 36/78
Entscheidungstext OGH 13.06.1978 4 Ob 36/78
Beisatz: Die irrtümlich erbrachte Leistung muß wenigstens wirtschaflich gesehen die Funktion haben, dem Lebensunterhalt des Empfängers zu dienen; die rechtliche Konstruktion des Verhältnisses zwischen dem Leistenden und dem Empfänger ist nicht ausschlaggebend. (T6) Veröff: ZAS 1979,170 = öRdA 1979,197 (mit Anm. v. Mayer-Maly) = SozM IA/e,1170
4 Ob 42/78
Entscheidungstext OGH 10.10.1978 4 Ob 42/78
Auch; Beisatz: Unterbliebene Anrechnung eines Versorgungsgenusses auf Leistungen (Zusatzpension) nach Abschnitt VI Z 4 DOLWK. (T7)
8 Ob 503/80
Entscheidungstext OGH 24.04.1980 8 Ob 503/80
4 Ob 43/81
Entscheidungstext OGH 19.05.1981 4 Ob 43/81
Beis wie T1; Beis wie T4 Veröff: RdW 1982,112 (mit Anm. v. Wachter) = ZAS 1982,23 mit Anm. v. Runggaldier = JBl 1983,164 (vgl. dazu Steindl Kollekivverträge im Gesamtgefüge d. Rechtsordnung, JBl 1983,113) = Arb 10030
4 Ob 108/81
Entscheidungstext OGH 20.10.1981 4 Ob 108/81
Vgl; Beisatz: Redlichkeit ist dem Arbeitnehmer aber schon dann abzusprechen, wenn er und zwar nicht nach seinen subjektiven Wissen, sondern bei objektiver Beurteilung - an der Rechtmäßigkeit des ihm (rechtsgrundlos) ausgezahlten Betrages auch nur zweifeln mußte; so wenn ihm eine beträchtliche Abfertigungssumme innerhalb weniger Tage zweimal in genau gleicher Höhe überwiesen wird. (T8) Veröff: DRdA 1983,178 (Wocker) = ZAS 1983,101 (Gippert) = Arb 10057
7 Ob 748/83
Entscheidungstext OGH 29.11.1983 7 Ob 748/83
Auch; Beisatz: Billigkeitserwägungen; hier: Unterhaltszahlungen. (T9) Veröff: SZ 56/179 = EvBl 1984/69 S 269
4 Ob 33/84
Entscheidungstext OGH 26.06.1984 4 Ob 33/84
3 Ob 548/84
Entscheidungstext OGH 13.06.1984 3 Ob 548/84
Vgl auch; Veröff: ÖA 1985,83
4 Ob 101/84
Entscheidungstext OGH 28.10.1985 4 Ob 101/84
Beis wie T1; Beis wie T4; Beis wie T6; Beisatz: Auch wenn der Rechtsgrund für die zunächst gesetzmäßige Auszahlung der strittigen Zuschlagsteile nachträglich durch eine Gesetzesänderung rückwirkend weggefallen ist, handelt es sich doch um zu Unrecht ausgezahlte Dienstbezüge; das Schutzbedürfnis des Arbeitnehmers ist hier das gleiche wie bei einer irrtümlichen Mehrleistung des Arbeitgebers. § 1437 ABGB, auf welchen die Nichtrückforderbarkeit gutgläubig empfangenen und verbrauchten Arbeitslohnes gestützt wird, gilt nicht nur für Ansprüche nach § 1431 ABGB, sondern ganz allgemein für sämtliche Kondiktionsansprüche. Die dem Jud 33 neu folgende Rechtsprechung wird nicht nur mit einem gewissen Schuldmoment auf die Seite des Arbeitgebers begündete; ihr liegt vielmehr vornehmlich der Gedanke zugrunde, daß bei gutgläubigem Verbrauch des Mehrbezuges von einer echten Bereicherung des Arbeitnehmers nicht mehr gesprochen werden kann. (T10) Veröff: ZAS 1987,12 (Zemen) = JBl 1986,603 = RdW 1986,22 = Arb 10,476 = DRdA 1988,145
14 Ob 112/86
Entscheidungstext OGH 15.07.1986 14 Ob 112/86
Auch; Beis wie T1; Beis wie T8
14 Ob 165/86
Entscheidungstext OGH 04.11.1986 14 Ob 165/86
Auch; Beisatz: Die Voraussetzungen treffen auf einen Vorschuß (Arb 9070) oder auf eigenmächtig zurückbehaltene Geldbeträge aber nicht zu. (T11)
14 Ob 86/87
Entscheidungstext OGH 01.07.1987 14 Ob 86/87
Vgl; Beis wie T1; Beis wie T6; Beis wie T10; Beisatz: Der AN darf grundsätzlich darauf vertrauen, daß alle ihm von Seiten des AG zukommenden Leistungen ihm auch wirklich endgültig zustehen (hier: über das gebührende Ausmaß bezahlte Familienbeihilfe). Es ist im Hinblick auf § 328 ABGB Sache des kondizierenden AG, die Unredlichkeit des AN zu behaupten und zu beweisen. (T12) Veröff: SZ 60/136 = Arb 10639 = WBl 1987,340
9 ObA 99/87
Entscheidungstext OGH 16.12.1987 9 ObA 99/87
Vgl; Veröff: JBl 1988,735 (zust. Müller)
9 ObA 32/88
Entscheidungstext OGH 16.03.1988 9 ObA 32/88
Auch; Beisatz: (§ 48 ASGG) (T13); Beis wie T8; Beisatz: hier: Abfertigungsanspruch bei weitem übersteigender Betrag ausbezahlt. (T14)
2 Ob 644/87
Entscheidungstext OGH 25.10.1988 2 Ob 644/87
Vgl auch; Veröff: JBl 1989,183 = SZ 61/218
9 ObA 314/88
Entscheidungstext OGH 25.01.1989 9 ObA 314/88
Beis wie T6; Veröff: SZ 62/15 = ZAS 1989/23 S 177 (Luik)
9 ObA 63/90
Entscheidungstext OGH 14.03.1990 9 ObA 63/90
Vgl auch; Beisatz: Hier: Rückforderung bei Vereinbarung, daß Benützungsentgelt und Betriebskosten für Dienst- oder Werkswohnung einschließlich Umsatzsteuer vom Gehalt einbehalten werden. (T15) Beis wie T13
9 ObA 197/92
Entscheidungstext OGH 08.07.1992 9 ObA 197/92
Beis wie T1 nur: Die Rückstattung von irrtümlich angewiesenen Lohnbezügen kann dann nicht verlangt werden, wenn der Empfänger sie im guten Glauben erhalten und sie als redlicher Besitz verbraucht hat. (T16); Beis wie T4; Beis wie T8 nur: Redlichkeit ist dem Arbeitnehmer aber schon dann abzusprechen, wenn er und zwar nicht nach seinen subjektiven Wissen, sondern bei objektiver Beurteilung - an der Rechtmäßigkeit des ihm (rechtsgrundlos) ausgezahlten Betrages auch nur zweifeln mußte. (T17) Beis wie T12 Beisatz: Gemäß §§ 1437, 326 ABGB ist derjenige Empfänger einer Nichtschuld als unredlich anzusehen, der weiß oder nach den Umständen wissen muß, daß ihm die Leistung nicht (mehr) gebührt. Hier: Kein Gutgläubiger Empfang und Verbrauch der nach Selbsterhaltungsfähigkeit der Kinder weiterbezogenen Familienzulage. (T18) Veröff: DRdA 1993,214 (Wachter) = WBl 1993,20
8 ObA 226/92
Entscheidungstext OGH 02.09.1992 8 ObA 226/92
Beis wie T1; Beis wie T4; Beisatz: Für die Beurteilung, ob den DN eine Rückzahlungsverpflichtung trifft, ist allein entscheidend, ob dieser sowohl im Zeitpunkt des Empfanges als auch des Verbrauches des Überbezuges im gutem Glauben gewesen ist und gewesen sein durfte. Dabei wird der gute Glaube nicht nur durch auffallende Sorgelosigkeit des Empfängers ausgeschlossen, sondern die Redlichkeit des DN schon dann verneint, wenn er bei objektiver Beurteilung an der Rechtmäßigkeit des ihm ausgezahlten Betrages auch nur zweifeln mußte. Dafür ist der beklagte Dienstnehmer behauptungspflichtig und beweispflichtig. (T19) Veröff: DRdA 1993,225 (Trost)
9 ObA 97/93
Entscheidungstext OGH 19.05.1993 9 ObA 97/93
9 ObA 119/93
Entscheidungstext OGH 11.08.1993 9 ObA 119/93
Vgl auch; Beis wie T4; Beis wie T17; Beisatz: Damit, daß der Verfassungsgerichtshof die Bestimmung des § 8 Abs 2 BEinstG aufheben wird, muß der Arbeitnehmer nicht rechnen. (T20) Veröff: DRdA 1994,138 (Schnorr)
9 ObA 211/93
Entscheidungstext OGH 24.11.1993 9 ObA 211/93
Auch; Beis wie T1; Beis wie T4; Beis wie T8; Beis wie T18; Veröff: SZ 66/156
2 Ob 9/96
Entscheidungstext OGH 29.02.1996 2 Ob 9/96
Vgl auch; Beis wie T16; Beis wie T6; Beis wie T12 nur: Es ist im Hinblick auf § 328 ABGB Sache des kondizierenden AG, die Unredlichkeit des AN zu behaupten und zu beweisen. (T21); Beisatz: Die dem Judikat 33 neu folgende Rechtsprechung wird nicht nur mit einem gewissen Schuldelement auf der Seite des Zahlenden begründet, es liegt ihr vornehmlich vielmehr der Gedanke zugrunde, daß bei gutgläubigem Verbrauch von Unterhaltsleistungen von einer echten Bereicherung nicht gesprochen werden kann. (T22)
1 Ob 2267/96f
Entscheidungstext OGH 26.11.1996 1 Ob 2267/96f
Vgl; Beisatz: Hier: Gutgläubig verbrauchte Unterhaltszahlungen. (T23)
1 Ob 1/98y
Entscheidungstext OGH 30.06.1998 1 Ob 1/98y
9 ObA 295/98t
Entscheidungstext OGH 24.02.1999 9 ObA 295/98t
Vgl auch; Beis wie T16; Beis wie T17
10 ObS 278/99a
Entscheidungstext OGH 09.11.1999 10 ObS 278/99a
Vgl aber; Beisatz: Keine Anwendung dieses Grundsatzes im Zusammenhang mit der in mehreren Sozialversicherungsgesetzen ausdrücklich geregelten Rückforderung zu Unrecht erbrachter Leistungen (§ 107 ASVG, § 76 GSVG, § 72 BSVG, § 49 B-KUVG, § 25 AlVG ua). (T24)
10 ObS 234/00k
Entscheidungstext OGH 14.11.2000 10 ObS 234/00k
Vgl aber; Beis wie T24
8 ObA 289/01k
Entscheidungstext OGH 29.11.2001 8 ObA 289/01k
Vgl; Beis wie T17; Beisatz: Bei der Beurteilung der Frage, ob der Empfänger unredlich war und die irrtümliche Zahlung nicht gutgläubig verbrauchen konnte, handelt es sich um einen Einzelfall. (T25)
8 ObA 176/02v
Entscheidungstext OGH 07.11.2002 8 ObA 176/02v
Vgl; Beis wie T16; Beis wie T17; Beis wie T25; Beisatz: Hier: Rückforderung einer nach ausdrücklicher Ablehnung einer freiwilligen Abfertigung bei Arbeitnehmerkündigung irrtümlich als "gesetzliche Abfertigung" angewiesenen Zahlung. (T26)
Vgl auch; Beis wie T16; Beis wie T17; Veröff: SZ 2005/110
9 ObA 151/09k
Entscheidungstext OGH 03.03.2010 9 ObA 151/09k
Vgl; Beisatz: Mangels gegenteiliger Anordnung im Kollektivvertrag (hier: Kollektivvertrag für Angestellte des Metallgewerbes) ist eine den entgeltfreien Zeiten auf Grund längeren Krankenstandes entsprechende anteilige Kürzung der Sonderzahlungen auch dann zulässig, wenn der Kollektivvertrag eine solche bloß für den Fall der Begründung oder Beendigung des Arbeitsverhältnisses während des Kalenderjahres ausdrücklich anordnet. Auch in diesem Fall kann der Rückverrechnung nicht der Einwand des gutgläubigen Verbrauchs entgegengehalten werden. (T27)
9 ObA 168/13s
Entscheidungstext OGH 26.02.2014 9 ObA 168/13s
9 ObA 46/14a
Entscheidungstext OGH 22.07.2014 9 ObA 46/14a
Vgl auch; Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Hier: Dienstverhältnis nach dem VBG 1948. (T28)
8 ObA 9/16f
Entscheidungstext OGH 27.04.2016 8 ObA 9/16f
Auch; Beisatz: Der gute Glaube wird nicht nur durch auffallende Sorglosigkeit des Empfängers ausgeschlossen, sondern schon dann verneint, wenn er zwar nicht nach seinem subjektiven Wissen, aber bei objektiver Beurteilung an der Rechtmäßigkeit des ihm ausgezahlten Betrages auch nur zweifeln musste. (T29)
8 ObA 45/16z
Entscheidungstext OGH 30.08.2016 8 ObA 45/16z
Auch; Beis wie T29
9 ObA 135/16t
Entscheidungstext OGH 26.01.2017 9 ObA 135/16t
Auch; Beis ähnlich wie T12
8 ObA 18/17f
Entscheidungstext OGH 28.03.2017 8 ObA 18/17f
Vgl auch; Beis wie T19; Beis wie T25; Beisatz: Der Arbeitgeber kann sich der ihn treffenden Beweislast für die fehlende Redlichkeit nicht schlechthin durch einen Vorbehalt bei der Zahlung entledigen; es müssen vielmehr darüber hinaus noch objektive Anhaltspunkte für einen Fehler vorliegen, sodass dem Arbeitnehmer tatsächlich Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Empfangenen kommen müssen. (T30)
ECLI:AT:OGH0002:1929:RS0010271
JJR_19290423_OGH0002_000PRA01025_2800000_001
Rechtssatz für 2Ob626/55 (2Ob627/55) 2O...
RS0034686
2Ob626/55 (2Ob627/55); 2Ob262/57; 2Ob509/59; 5Ob563/59; 7Ob3/66; 4Ob308/66; 5Ob30/66; 3Ob50/69; 2Ob11/71; 8Ob205/76; 5Ob877/76; 1Ob761/76; 7Ob627/77 (7Ob628/77); 1Ob25/78; 8Ob290/80; 8Ob215/81; 3Ob624/81; 3Ob694/82; 8Ob515/83; 8Ob13/84; 8Ob36/85; 3Ob560/86; 4Ob543/87; 7Ob506/88; 2Ob657/87; 5Ob622/88; 6Ob523/89; 7Ob663/90; 3Ob1523/91; 6Ob567/92; 5Ob562/93; 1Ob522/94; 1Ob614/93; 5Ob546/94; 10Ob2102/96g; 5Ob2339/96y; 8Ob20/98v; 1Ob64/00v; 8Ob74/04x; 1Ob138/05h; 6Ob194/05f; 2Ob270/06d; 1Ob15/08z; 9Ob23/07h; 6Ob9/11h; 4Ob46/12m; 5Ob123/12t; 9Ob16/13p; 2Ob41/13p; 3Ob66/15z; 3Ob112/15i; 3Ob206/16i; 9ObA89/17d; 7Ob95/17x; 4Ob159/17m; 8Ob150/17t; 4Ob94/17b; 7Ob199/17s; 3Ob31/18g; 4Ob8/18g; 9Ob88/18h
ABGB §1489 IIC
Der Beginn der Verjährungsfrist setzt die Kenntnis des Verletzten vor dem Schaden und von der Person des Ersatzpflichtigen voraus, die durch die verschuldete Unkenntnis nicht ersetzt wird. Die Kenntnis von der Person des Ersatzpflichtigen muss so weit reichen, dass der Beschädigte auf Grund des ihm bekannt gewordenen Materials eine Klage gegen die Person des Schädigers mit Erfolg zu begründen in der Lage ist. Die bloße Möglichkeit der Kenntnis genügt nicht (mit zahlreichen Judikaturzitaten).
RG vom 03.10.1940, VIII 629/39; Veröff: DREvBl 1940/412
2 Ob 626/55
Entscheidungstext OGH 23.11.1955 2 Ob 626/55
2 Ob 262/57
Entscheidungstext OGH 06.09.1957 2 Ob 262/57
Veröff: EvBl 1958/163 S 273 = ZVR 1957/245 S 235
2 Ob 509/59
Entscheidungstext OGH 21.10.1959 2 Ob 509/59
Veröff: ZVR 1960/129 S 88
5 Ob 563/59
Entscheidungstext OGH 02.12.1959 5 Ob 563/59
4 Ob 308/66
Entscheidungstext OGH 08.03.1966 4 Ob 308/66
3 Ob 50/69
Entscheidungstext OGH 14.05.1969 3 Ob 50/69
Beisatz: Kenntnis vom Kunstfehler des Rechtsanwalts bedeutet Kenntnis der Person des Schädigers. (T1)
2 Ob 11/71
Entscheidungstext OGH 08.07.1971 2 Ob 11/71
Vgl aber; Beisatz: Kann der Verletzte auf Grund der ihm bekannten Umstände zumutbarerweise ohne nennenswerte Mühe und Anschrift des Ersatzpflichtigen in Erfahrung bringen, so gilt die Kenntnisnahme als in dem Zeitpunkt erlangt, in welchem sie dem Berechtigten bei einer entsprechenden Erkundigung zuteil geworden wäre. (T2)
Veröff: SZ 44/115 = EvBl 1972/87 S 155
8 Ob 205/76
Entscheidungstext OGH 10.11.1976 8 Ob 205/76
5 Ob 877/76
Entscheidungstext OGH 29.11.1963 5 Ob 877/76
1 Ob 761/76
Entscheidungstext OGH 02.03.1977 1 Ob 761/76
Vgl auch; Veröff: SZ 50/34
1 Ob 25/78
Entscheidungstext OGH 15.12.1978 1 Ob 25/78
3 Ob 624/81
Entscheidungstext OGH 10.03.1982 3 Ob 624/81
nur: Der Beginn der Verjährungsfrist setzt die Kenntnis des Verletzten vor dem Schaden und von der Person des Ersatzpflichtigen voraus, die durch die verschuldete Unkenntnis nicht ersetzt wird. Die Kenntnis von der Person des Ersatzpflichtigen muss so weit reichen, dass der Beschädigte auf Grund des ihm bekannt gewordenen Materials eine Klage gegen die Person des Schädigers mit Erfolg zu begründen in der Lage ist. (T3)
3 Ob 694/82
Entscheidungstext OGH 09.03.1983 3 Ob 694/82
8 Ob 515/83
Entscheidungstext OGH 08.09.1983 8 Ob 515/83
8 Ob 13/84
Entscheidungstext OGH 07.06.1984 8 Ob 13/84
8 Ob 36/85
Entscheidungstext OGH 23.05.1985 8 Ob 36/85
nur T3; Veröff: SZ 58/90
Auch; nur T3; Beisatz: In Fällen, in denen die Ersatzpflicht nur bei Verschulden besteht, muss der Geschädigte auch die Umstände kennen, die ein Verschulden des Schädigers begründen. (T4)
4 Ob 543/87
Entscheidungstext OGH 03.11.1987 4 Ob 543/87
7 Ob 506/88
Entscheidungstext OGH 21.01.1988 7 Ob 506/88
Auch; Beis wie T4; Veröff: JBl 1988,321
2 Ob 657/87
Entscheidungstext OGH 15.03.1988 2 Ob 657/87
6 Ob 523/89
Entscheidungstext OGH 27.04.1989 6 Ob 523/89
7 Ob 663/90
Entscheidungstext OGH 27.09.1990 7 Ob 663/90
Auch; nur T3; Beisatz: Der Geschädigte darf nicht so lange zuwarten, bis er einen Prozess zu gewinnen glaubt (SZ 40/40 uva). (T5) Veröff: JBl 1991,730
6 Ob 567/92
Entscheidungstext OGH 24.09.1992 6 Ob 567/92
nur: Der Beginn der Verjährungsfrist setzt die Kenntnis des Verletzten vor dem Schaden und von der Person des Ersatzpflichtigen voraus, die durch die verschuldete Unkenntnis nicht ersetzt wird. (T6)
nur: Die bloße Möglichkeit der Kenntnis genügt nicht. (T7)
Veröff: ÖBA 1993,564 (Maresch)
Vgl auch; nur T3; Beisatz: Hier: Die Tatsache, dass dem Beklagten der Entlastungsbeweis (§ 1298 ABGB) offensteht, lässt den Grundsatz der Haftung bloß für Verschulden unberührt. Es wird lediglich die Beweislast für einzelne Merkmale des Tatbestandes verschoben. Die Klägerin musste daher vor Einbringung der Klage das Verschulden des Beklagten am eingetretenen Schaden berücksichtigen. Nur ab tatsächlichem Bekanntsein von Umständen, die die Annahme eines Verschuldens des Beklagten rechtfertigten, wäre der Klägerin die Einbringung der Klage mit Aussicht auf Erfolg möglich gewesen. (T8)
Auch; nur T3; Beis wie T5
1 Ob 614/93
Entscheidungstext OGH 19.04.1994 1 Ob 614/93
Auch; nur T7; Beisatz: Die bloße Möglichkeit der Ermittlung einschlägiger Tatsachen vermag ihr Bekanntsein nicht zu ersetzen. Kennen müssen reicht nicht aus. (T9)
Vgl; Beis wie T2; Veröff. SZ 68/179
Vgl auch; Beisatz: Zur Widerlegung der Verjährungseinrede des Beklagten muss die Klägerin, die für ihren Schadenersatzanspruch maßgeblichen Umstände, insbesondere das Verschulden des Beklagten, erst nach dessen Verurteilung - etwa aus der erst sehr spät vorliegenden schriftlichen Urteilsausfertigung - in Erfahrung gebracht zu haben dartun, ohne dass ihr deshalb eine Verletzung der ihr obliegenden Erkundigungspflicht anzulasten wäre. Wo die Grenzen dieser Erkundigungspflicht des Geschädigten liegen, hängt immer von den Umständen des Einzelfalles ab. (T10)
8 Ob 20/98v
Entscheidungstext OGH 26.11.1998 8 Ob 20/98v
Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T5
nur T3; Beis wie T4; Veröff: SZ 74/14
8 Ob 74/04x
Entscheidungstext OGH 26.08.2004 8 Ob 74/04x
Auch; nur: Der Beginn der Verjährungsfrist setzt die Kenntnis des Verletzten vor dem Schaden und von der Person des Ersatzpflichtigen voraus. Die Kenntnis von der Person des Ersatzpflichtigen muss so weit reichen, dass der Beschädigte auf Grund des ihm bekannt gewordenen Materials eine Klage gegen die Person des Schädigers mit Erfolg zu begründen in der Lage ist. (T11) Beisatz: Derjenige, der sich auf die Verjährungsfrist beruft, hat auch die "Kenntnis" des Geschädigten zu beweisen. In gewissem Umfang wird dabei auch eine "Erkundigungsobliegenheit des Geschädigten" angenommen. (T12)
Beisatz: Hier: § 64 AÖSp. (T13)
1 Ob 138/05h
Entscheidungstext OGH 27.09.2005 1 Ob 138/05h
Vgl auch; Beisatz: Eine mit einem Veräußerungsgeschäft verbundene unselbstständige Garantie gibt einer Schadenersatzklage (Ersatz von Folgeschäden) so ausreichende Erfolgschancen, dass dem Geschädigten die Klage zumutbar ist; die Verjährung beginnt in einem solchen Fall mit der Kenntnis des Schadens. (T14)
Vgl auch; Beisatz: Hier: Kenntnis vom früheren Schadenseintritt verneint, wenn der vom Kläger in der Folge beigezogene zweite Steuerberater der - wenn auch irrigen - Auffassung war, der Schaden aus der Fehlberatung werde sich erst später auswirken. Eine bloße Kenntnismöglichkeit reicht nicht aus. (T15)
2 Ob 270/06d
Entscheidungstext OGH 24.05.2007 2 Ob 270/06d
nur: Die Kenntnis von der Person des Ersatzpflichtigen muss so weit reichen, dass der Beschädigte auf Grund des ihm bekannt gewordenen Materials eine Klage gegen die Person des Schädigers mit Erfolg zu begründen in der Lage ist. (T16)
1 Ob 15/08z
Entscheidungstext OGH 29.01.2008 1 Ob 15/08z
Auch; nur T6; nur T7
9 Ob 23/07h
Entscheidungstext OGH 08.02.2008 9 Ob 23/07h
6 Ob 9/11h
Entscheidungstext OGH 14.09.2011 6 Ob 9/11h
nur T3; Beisatz: Schadenersatzansprüche wegen eines Kartellrechtsverstoßes. (T17)
Veröff: SZ 2012/78
nur T3; Beis wie T17
9 Ob 16/13p
Entscheidungstext OGH 29.05.2013 9 Ob 16/13p
2 Ob 41/13p
Entscheidungstext OGH 07.05.2013 2 Ob 41/13p
Vgl; Beis wie T12; Beisatz: Hier: Medienberichterstattung über den Kursverfall von MEL-“Aktien“. (T18)
3 Ob 66/15z
Entscheidungstext OGH 17.09.2015 3 Ob 66/15z
Beis wie T9; Beis wie T15
Vgl aber; Beis wie T12
4 Ob 159/17m
Entscheidungstext OGH 09.11.2017 4 Ob 159/17m
8 Ob 150/17t
Entscheidungstext OGH 26.01.2018 8 Ob 150/17t
4 Ob 94/17b
Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 94/17b
7 Ob 199/17s
Entscheidungstext OGH 20.04.2018 7 Ob 199/17s
3 Ob 31/18g
Entscheidungstext OGH 27.06.2018 3 Ob 31/18g
Auch; nur T16
4 Ob 8/18g
Entscheidungstext OGH 17.07.2018 4 Ob 8/18g
9 Ob 88/18h
Entscheidungstext OGH 28.11.2018 9 Ob 88/18h
Auch; Beis wie T2; nur T3
ECLI:AT:OGH0002:1955:RS0034686
JJR_19551123_OGH0002_0020OB00626_5500000_002
Rechtssatz für 4Ob42/69 4Ob12/77 4Ob68...
RS0033826
4Ob42/69; 4Ob12/77; 4Ob68/77 (4Ob69/77); 4Ob42/78; 9ObA197/92 (9ObA198/92 -9ObA200/92); 3Ob2065/96i; 4Ob217/99m; 8ObA289/01k; 8ObA176/02v; 9ObA25/05z (9ObA26/05x); 9ObA53/05t; 9ObA168/13s; 9ObA66/14t; 9ObA46/14a; 8ObA55/15v; 8ObA9/16f; 8ObA45/16z; 9ObA135/16t; 8ObA18/17f; 9ObA89/17d; 7Ob219/18h
GehG 1956 §13a
Der gute Glaube (die Redlichkeit) beim Empfang und Verbrauch eines unrechtmäßigen Dienstbezuges (Übergenusses) wird nicht nur durch auffallende Sorglosigkeit ausgeschlossen; er ist vielmehr schon dann nicht mehr anzunehmen, wenn der Bedienstete - nicht nach seinem subjektiven Wissen, sondern objektiv beurteilt - an der Rechtmäßigkeit des ihm ausgezahlten Bezuges auch nur Zweifel hätte haben müssen. Dem Dienstnehmer, der es aus auffallender Sorglosigkeit unterlässt, sich über seine Bezugsrechte entsprechende Kenntnisse zu verschaffen, und der überdies die ihm gemäß § 16 Abs 2 VBG, § 4 Abs 1 GehG 1956 obliegende Meldepflicht verletzt, kann guter Glaube nicht zugebilligt werden.
4 Ob 42/69
Entscheidungstext OGH 15.07.1969 4 Ob 42/69
Veröff: JBl 1970,47 = Arb 8645 = SozM ID/733
nur: Der gute Glaube (die Redlichkeit) beim Empfang und Verbrauch eines unrechtmäßigen Dienstbezuges (Übergenusses) wird nicht nur durch auffallende Sorglosigkeit ausgeschlossen; er ist vielmehr schon dann nicht mehr anzunehmen, wenn der Bedienstete - nicht nach seinem subjektiven Wissen, sondern objektiv beurteilt - an der Rechtmäßigkeit des ihm ausgezahlten Bezuges auch nur Zweifel hätte haben müssen. (T1)
nur T1; Veröff: IndS 1978 H2,1089
nur T1; Veröff: ZAS 1980,20 (mit Anmerkung von Gitter)
nur T1; Beisatz: Gemäß § 1437, 326 ABGB ist derjenige Empfänger einer Nichtschuld als unredlich anzusehen, der weiß oder nach den Umständen wissen muss, dass ihm die Leistung nicht (mehr) gebührt. (T2)
Beisatz: Hier: Kein Gutgläubiger Empfang und Verbrauch der nach Selbsterhaltungsfähigkeit der Kinder weiterbezogenen Familienzulage. (T3)
Veröff: DRdA 1993,214 (Wachter) = WBl 1993,20 = RdW 1993,84
3 Ob 2065/96i
Entscheidungstext OGH 27.03.1996 3 Ob 2065/96i
4 Ob 217/99m
Entscheidungstext OGH 28.09.1999 4 Ob 217/99m
Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Unterhaltsberechtigter. (T4)
nur T1; Beisatz: Bei der Beurteilung der Frage, ob der Empfänger unredlich war und die irrtümliche Zahlung nicht gutgläubig verbrauchen konnte, handelt es sich um einen Einzelfall. (T5)
nur: Redlichkeit beim Empfang und Verbrauch eines unrechtmäßigen Dienstbezuges (Übergenusses) ist schon dann nicht mehr anzunehmen, wenn der Bedienstete - nicht nach seinem subjektiven Wissen, sondern objektiv beurteilt - an der Rechtmäßigkeit des ihm ausgezahlten Bezuges auch nur Zweifel hätte haben müssen. (T6)
Beis wie T5; Beisatz: Hier: Rückforderung einer nach ausdrücklicher Ablehnung einer freiwilligen Abfertigung bei Arbeitnehmerkündigung irrtümlich als "gesetzliche Abfertigung" angewiesenen Zahlung. (T7)
9 ObA 25/05z
Entscheidungstext OGH 29.06.2005 9 ObA 25/05z
nur T1; Veröff: SZ 2005/110
9 ObA 66/14t
Entscheidungstext OGH 22.07.2014 9 ObA 66/14t
nur T1; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Der ohnehin zweifelnde Arbeitnehmer berücksichtigte bei seiner Internetrecherche sein konkretes Wissen über das jederzeit lösbare Probearbeitsverhältnis nicht, weswegen er beim Verbrauch irrtümlich angewiesener Entgeltfortzahlung nach Beendigung in der Probezeit nicht als gutgläubig angesehen wurde. (T8)
Auch; Beisatz: Der gute Glaube wird nicht nur durch auffallende Sorglosigkeit des Empfängers ausgeschlossen, sondern schon dann verneint, wenn er zwar nicht nach seinem subjektiven Wissen, aber bei objektiver Beurteilung an der Rechtmäßigkeit des ihm ausgezahlten Betrages auch nur zweifeln musste. (T9)
nur: Der gute Glaube wird nicht nur durch auffallende Sorglosigkeit des Empfängers ausgeschlossen, sondern schon dann verneint, wenn er zwar nicht nach seinem subjektiven Wissen, aber bei objektiver Beurteilung an der Rechtmäßigkeit des ihm ausbezahltem Betrags auch nur zweifeln musste. (T10)
Beis wie T9; Beis ähnlich wie T5
7 Ob 219/18h
Entscheidungstext OGH 19.12.2018 7 Ob 219/18h
Auch; Beisatz: Hier: Rechtsgrundlose Leistung an den Versicherungsnehmer trotz Verpfändung der Ansprüche. (T11)
ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0033826
JJR_19690715_OGH0002_0040OB00042_6900000_001
Rechtssatz für 4Ob35/81 5Ob560/81 9Os1...
RS0016291
4Ob35/81; 5Ob560/81; 9Os15/86; 8Ob538/85; 10Os101/86; 11Os88/86; 9ObA2233/96i; 9Ob91/03b; 4Ob77/06m; 3Ob75/06k; 3Ob122/05w; 5Ob34/13f; 1Ob184/13k; 6Ob4/17g; 9ObA89/17d
ABGB §874
Hat der Schädiger vorsätzlich gehandelt, führt auch der Umstand, dass der Geschädigte fahrlässig gehandelt hat, nicht zu einer Schadensteilung: Die Zurechnung des Schadens zum Verantwortungsbereich des Schädigers überwiegt so stark, dass die Fahrlässigkeit des Geschädigten nicht ins Gewicht fällt (Betrug des Lehrlings; unzureichende Kontrolle der Geldgebarung durch den Dienstgeber).
4 Ob 35/81
Entscheidungstext OGH 28.04.1981 4 Ob 35/81
Veröff: Arb 10028
5 Ob 560/81
Entscheidungstext OGH 27.10.1981 5 Ob 560/81
nur: Hat der Schädiger vorsätzlich gehandelt, führt auch der Umstand, dass der Geschädigte fahrlässig gehandelt hat, nicht zu einer Schadensteilung: Die Zurechnung des Schadens zum Verantwortungsbereich des Schädigers überwiegt so stark, dass die Fahrlässigkeit des Geschädigten nicht ins Gewicht fällt. (T1)
Beisatz: Leicht fahrlässiges Handeln des Geschädigten führt nicht zur Schadensteilung (hier: Geschädigter hat auf Grund wahrheitswidriger Behauptungen der Kindesmutter seine ae Vaterschaft anerkannt, obwohl er stets Zweifel hatte und hat Klage nach § 164 a ABGB erst nach längerer Zeit eingebracht). (T2)
9 Os 15/86
Entscheidungstext OGH 16.04.1986 9 Os 15/86
Veröff: EvBl 1987/29 S 119
8 Ob 538/85
Entscheidungstext OGH 03.04.1986 8 Ob 538/85
10 Os 101/86
Entscheidungstext OGH 02.09.1986 10 Os 101/86
11 Os 88/86
Entscheidungstext OGH 31.03.1987 11 Os 88/86
9 ObA 2233/96i
Entscheidungstext OGH 30.10.1996 9 ObA 2233/96i
9 Ob 91/03b
Entscheidungstext OGH 27.08.2003 9 Ob 91/03b
4 Ob 77/06m
Entscheidungstext OGH 20.06.2006 4 Ob 77/06m
Auch; Beisatz: Vorsatz schließt den Mitverschuldenseinwand idR aus. (T3)
Veröff: SZ 2006/90
3 Ob 75/06k
Entscheidungstext OGH 27.06.2006 3 Ob 75/06k
3 Ob 122/05w
Entscheidungstext OGH 13.09.2006 3 Ob 122/05w
5 Ob 34/13f
Entscheidungstext OGH 06.06.2013 5 Ob 34/13f
6 Ob 4/17g
Entscheidungstext OGH 29.03.2017 6 Ob 4/17g
ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0016291
JJR_19810428_OGH0002_0040OB00035_8100000_001
Rechtssatz für 5Ob64/88 7Ob615/89 1Ob5...
RS0022770
5Ob64/88; 7Ob615/89; 1Ob557/91; 2Ob5/00z; 5Ob168/08d; 6Ob197/08a; 4Ob173/10k; 7Ob60/15x; 9ObA89/17d; 10Ob56/18k
ABGB §1295 Ia6
Bereicherungsansprüche stehen gegenüber Schadenersatzansprüchen nicht im Verhältnis der Subsidiarität.
5 Ob 64/88
Entscheidungstext OGH 20.09.1988 5 Ob 64/88
Veröff: EvBl 1989,49
7 Ob 615/89
Entscheidungstext OGH 28.09.1989 7 Ob 615/89
Veröff: RdW 1990,47
1 Ob 557/91
Entscheidungstext OGH 26.06.1991 1 Ob 557/91
2 Ob 5/00z
Entscheidungstext OGH 20.01.2000 2 Ob 5/00z
Veröff: SZ 73/11
5 Ob 168/08d
Entscheidungstext OGH 09.12.2008 5 Ob 168/08d
6 Ob 197/08a
Entscheidungstext OGH 17.12.2009 6 Ob 197/08a
Beisatz: Sie können miteinander konkurrieren auch wenn Schadenersatzansprüche gegen einen Dritten gerichtet sind. Die Existenz der Leistungskondiktion gegen einen Dritten begründet daher umgekehrt für den Schädiger nicht den Einwand, es sei kein Schaden entstanden. (T1)
7 Ob 60/15x
Entscheidungstext OGH 02.07.2015 7 Ob 60/15x
Veröff: SZ 2015/68
10 Ob 56/18k
Entscheidungstext OGH 13.09.2018 10 Ob 56/18k
ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0022770
JJR_19880920_OGH0002_0050OB00064_8800000_003
Rechtssatz für 1Ob535/90 1Ob632/90 3Ob...
RS0034327
1Ob535/90; 1Ob632/90; 3Ob1514/92; 8Ob600/93; 5Ob524/93; 6Ob42/98i; 6Ob273/98k; 9Ob91/99v; 2Ob335/99z; 7Ob242/99k; 7Ob145/00z; 8Ob285/00w; 6Ob150/00b; 1Ob64/00v; 9Ob129/01p; 7Ob249/01w; 9Ob192/01b; 6Ob213/02w; 10Ob189/02w; 5Ob182/02d; 7Ob93/02f; 10Ob1/03z; 10Ob22/03p; 7Ob322/04k; 6Ob259/04p; 7Ob266/05a; 7Ob204/05h; 6Ob172/05w; 6Ob8/06d; 7Ob17/06k; 8Ob125/06z; 8Ob34/07v; 9Ob17/07a; 6Ob116/07p; 1Ob53/07m; 2Ob241/06i; 1Ob15/08z; 9Ob23/07h; 6Ob80/08w; 1Ob19/08p; 8ObA56/08f; 8ObA57/08b; 2Ob156/08t; 2Ob235/08k; 9ObA108/08k; 3Ob38/09y; 4Ob28/09k; 1Ob169/08x; 9ObA152/08f; 8Ob98/09h; 2Ob118/09f; 7Ob8/10t; 7Ob96/10h; 8ObA66/09b; 6Ob221/10h; 8Ob35/11x; 6Ob100/11s; 10Ob39/11z; 4Ob144/11x; 8Ob135/10a; 1Ob85/11y; 3Ob200/11z; 4Ob46/12m; 3Ob143/12v; 1Ob178/12a; 1Ob171/12x; 5Ob123/12t; 3Ob162/12p; 7Ob9/13v; 1Ob12/13s; 9Ob27/13f; 1Ob56/13m; 9Ob16/13p; 8Ob66/12g; 9ObA140/12x; 2Ob41/13p; 8ObA34/13b; 4Ob102/13y; 7Ob198/13p; 4Ob170/13y; 3Ob206/13k; 6Ob183/13z; 1Ob221/13a; 7Ob54/14p; 2Ob65/14v; 3Ob9/14s; 3Ob165/14g; 5Ob22/15v; 4Ob4/15i; 7Ob221/14x; 7Ob56/15h; 3Ob66/15z; 9Ob32/15v; 7Ob128/15x; 3Ob112/15i; 6Ob85/16t; 6Ob50/16w; 10Ob70/15i; 2Ob99/16x; 10Ob57/16d; 7Ob12/17s; 9ObA50/17v; 6Ob118/16w; 9Ob39/17a; 8Ob54/17z; 7Ob91/17h; 7Ob77/17z; 3Ob65/17f; 9ObA89/17d; 7Ob95/17x; 7Ob176/17h; 4Ob159/17m; 1Ob222/17d; 1Ob230/17f; 4Ob94/17b; 4Ob8/18g; 5Ob68/18p; 9Ob88/18h; 4Ob15/19p; 10Ob20/19t; 4Ob92/19m
ABGB §1489 Satz1 IIA
ABGB §1489 Satz 1 IIB
Wenn der Geschädigte die für die erfolgversprechende Anspruchsverfolgung notwendigen Voraussetzungen ohne nennenswerte Mühe in Erfahrung bringen kann, gilt die Kenntnisnahme schon als in dem Zeitpunkt erlangt, in welchem sie ihm bei angemessener Erkundigung zuteil geworden wäre. Dabei ist auf die Umstände des konkreten Falles abzustellen. Die Erkundigungspflicht des Geschädigten darf nicht überspannt werden.
1 Ob 535/90
Entscheidungstext OGH 04.04.1990 1 Ob 535/90
Veröff: SZ 63/53 = ecolex 1990,345 = JBl 1990,653
1 Ob 632/90
Entscheidungstext OGH 12.09.1990 1 Ob 632/90
Veröff: AnwBl 1991,123 = JBl 1991,654
3 Ob 1514/92
Entscheidungstext OGH 08.04.1992 3 Ob 1514/92
nur: Wenn der Geschädigte die für die erfolgversprechende Anspruchsverfolgung notwendigen Voraussetzungen ohne nennenswerte Mühe in Erfahrung bringen kann, gilt die Kenntnisnahme schon als in dem Zeitpunkt erlangt, in welchem sie ihm bei angemessener Erkundigung zuteil geworden wäre. (T1)
8 Ob 600/93
Entscheidungstext OGH 14.07.1994 8 Ob 600/93
5 Ob 524/93
Entscheidungstext OGH 20.12.1994 5 Ob 524/93
6 Ob 42/98i
Entscheidungstext OGH 23.04.1998 6 Ob 42/98i
Beisatz: Die Einholung eines Sachverständigengutachtens zur Klärung der Voraussetzungen erfolgversprechender Anspruchsverfolgung bedeutet jedenfalls eine Überspannung der Erkundigungspflicht des Geschädigten. (T2)
2 Ob 335/99z
Entscheidungstext OGH 10.12.1999 2 Ob 335/99z
8 Ob 285/00w
Entscheidungstext OGH 21.12.2000 8 Ob 285/00w
Vgl auch; Beisatz: Gegenteilig zu T2: Die Ansicht, dass die Einholung eines Sachverständigengutachtens jedenfalls die Erkundigungspflicht überspannt, wie dies einige Entscheidungen meinen, kann der erkennende Senat in dieser Allgemeinheit nicht teilen; auch hier kommt es auf die Umstände des Einzelfalles an. (T3)
Veröff: SZ 74/14
9 Ob 129/01p
Entscheidungstext OGH 24.10.2001 9 Ob 129/01p
Beis wie T2; Beis wie T3
Beisatz: Hier: Trotz Privatgutachten keine Verjährung hinsichtlich Leistungsbegehren, weil Schadensumfang nicht feststand. (T4)
6 Ob 213/02w
Entscheidungstext OGH 29.08.2002 6 Ob 213/02w
Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Zumutbarkeit der Einholung kostspieliger Gutachten aus verschiedenen Sachverständigengebieten Gutachten verneint. (T5)
5 Ob 182/02d
Entscheidungstext OGH 01.10.2002 5 Ob 182/02d
nur: Die Erkundigungspflicht des Geschädigten darf nicht überspannt werden. (T6)
Beisatz: Dass immer nur nach den Umständen des konkreten Falls entschieden werden kann, wann dem Geschädigten im Sinne des § 1489 ABGB die Klagsführung obliegt, gilt insbesondere für die Frage, ob er auf die Beiziehung eines Sachverständigen angewiesen war beziehungsweise das Ergebnis seiner Begutachtung abwarten durfte. (T7)
Beis wie T2; Beisatz: Die Erkundigungspflicht des Geschädigten erstreckt sich auf die Voraussetzungen einer erfolgversprechenden Anspruchsverfolgung schlechthin und nicht nur auf die Person des Schädigers. (T8)
Beisatz: Auch wenn dem Geschädigten als Fachmann eine Überprüfung der Sachlage im Hinblick auf einen möglichen Schaden zumutbar ist, könnte bei einem zu erwartenden längeren Krankenstand nur in besonderen Ausnahmefällen eine Verpflichtung bestehen, seine Überprüfungs- und Berechnungsaktivitäten einem anderen Sachverständigen zu übertragen, um sich nicht dem Vorwurf der Passivität auszusetzen. (T9)
10 Ob 1/03z
Entscheidungstext OGH 29.04.2003 10 Ob 1/03z
10 Ob 22/03p
Entscheidungstext OGH 15.07.2003 10 Ob 22/03p
Beis wie T2; Beisatz: Nach einer gewissen Überlegungsfrist kann der Geschädigte auch verpflichtet sein, ein Sachverständigengutachten einzuholen, wenn davon die Beweisbarkeit anspruchsbegründender Tatsachen zu erwarten ist und ihm das Kostenrisiko zumutbar ist (so schon 8 Ob 285/00w und 7 Ob 249/01w). (T10)
Beisatz: Hier: Verpflichtung zur Einholung eines Sachverständigengutachtens bejaht. (T11)
7 Ob 322/04k
Entscheidungstext OGH 26.01.2005 7 Ob 322/04k
Beis wie T2; Beis wie T10
6 Ob 259/04p
Entscheidungstext OGH 17.02.2005 6 Ob 259/04p
7 Ob 266/05a
Entscheidungstext OGH 28.11.2005 7 Ob 266/05a
Beisatz: Hier: Verpflichtung zur Einholung eines Sachverständigengutachtens verneint. (T12)
Beisatz: Diese Grundsätze gelten auch für die Probandenversicherung nach dem MedizinprodukteG. (T13)
7 Ob 204/05h
Entscheidungstext OGH 25.01.2006 7 Ob 204/05h
Vgl; Beisatz: Das Vorliegen von Medienberichten reicht für den Beginn der Verjährung jedenfalls dann nicht aus, wenn sich daraus nur allgemein ergibt, dass Banken Zinssenkungen nicht entsprechend weitergegeben haben. Entscheidend ist vielmehr, ob und ab wann sich die Medieninformationen derart verdichtet hatten, dass für die Kreditnehmer ersichtlich werden musste, auch ihre konkreten Kreditverträge seien unkorrekt abgerechnet. (T14)
6 Ob 8/06d
Entscheidungstext OGH 09.03.2006 6 Ob 8/06d
Vgl auch; Beisatz: Hier: Für den Schadenersatz nach BVergG begehrenden Bieter ist nur mit „erheblichen Schwierigkeiten" festzustellen, wer eigentlich Anspruchsgegner ist. (T15)
Auch; Beisatz: Dem Bauherrn ist es nicht als Verletzung seiner Erkundungsobliegenheit anzulasten, wenn der von ihm mit der Bauaufsicht Beauftragte seiner Vertragspflicht ihm gegenüber nicht ordnungsgemäß nachkommt und er deshalb von Bauschäden nicht schon bei Abnahme der Leistungen Kenntnis erlangte. (T16)
8 Ob 125/06z
Entscheidungstext OGH 18.12.2006 8 Ob 125/06z
6 Ob 116/07p
Entscheidungstext OGH 13.07.2007 6 Ob 116/07p
Beisatz: Hier: Verpflichtung zur Einholung eines Privatgutachtens verneint. (T17)
Beisatz: Ist - wie hier - ein schicksalshafter Verlauf möglich, sind nähere Erkundigungen des Geschädigten erst dann geboten, wenn ihm Umstände bekannt werden, die das (bloße) Vorliegen eines schicksalhaften Kausalverlaufs fraglich erscheinen und auf die Kausalität rechtswidrigen Organverhaltens schließen lassen. (T18)
2 Ob 241/06i
Entscheidungstext OGH 12.07.2007 2 Ob 241/06i
Beisatz: Hier: Schuldhafte Konkursverschleppung. (T19)
Auch; Beisatz: Welche Erkundigungsmaßnahmen dem Geschädigten zumutbar sind (zum Beispiel die Einholung eines Sachverständigengutachtens) hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. (T20)
Auch; nur T6; Beisatz: Eine Erkundigungsobliegenheit ist aber dann zu bejahen, wenn Verdachtsmomente bestehen, aus denen der Anspruchsberechtigte schließen kann, dass Verhaltenspflichten nicht eingehalten wurden. (T21)
8 ObA 56/08f
Entscheidungstext OGH 13.11.2008 8 ObA 56/08f
Auch; nur T6; Beisatz: Hier: Zur Verjährung von Schadenersatzansprüchen gegen den ehemaligen Arbeitgeber aus der Verletzung von dessen Verpflichtung zur Aufklärung eines ehemaligen Arbeitnehmers vor dessen Zustimmung zur Übertragung der direkten Leistungszusage an die Pensionskasse (Umstellung von einer leistungsorientierten Direktzusage auf ein beitragsorientiertes Pensionskassenmodell). (T22)
Beisatz: Hier: Eintritt der Verjährung nach den - stets maßgeblichen - Umständen des Einzelfalls verneint. (T23)
8 ObA 57/08b
Entscheidungstext OGH 13.11.2008 8 ObA 57/08b
Auch; nur T6; Beisatz: Hier: Zur Verjährung von Schadenersatzansprüchen gegen den ehemaligen Arbeitgeber aus der Verletzung von dessen Verpflichtung zur Aufklärung eines ehemaligen Arbeitnehmers vor dessen Zustimmung zur Übertragung der direkten Leistungszusage an die Pensionskasse über die damit verbundenen Rechtsfolgen (Umstellung von einem beitrags- auf ein leistungsorientiertes Pensionskassenmodell). (T24)
Beisatz: Hier: Eintritt der Verjährung nach den - stets maßgeblichen - Umständen des Einzelfalls verneint. (T25)
nur T6; Vgl Beis wie T7; Vgl Beis wie T10; Beis wie T20
2 Ob 235/08k
Entscheidungstext OGH 17.12.2008 2 Ob 235/08k
Beis wie T20; Beisatz: Nur in besonderen Ausnahmesituationen kann die Einholung von Sachverständigenrat bis hin zur Einholung von Privatgutachten gefordert werden. (T26)
9 ObA 108/08k
Entscheidungstext OGH 25.11.2008 9 ObA 108/08k
Auch; Beis wie T22; Beis wie T23
3 Ob 38/09y
Entscheidungstext OGH 22.04.2009 3 Ob 38/09y
nur T1; Beisatz: Abzustellen ist auf die Umstände des konkreten Falls, wobei die Erkundigungspflicht des Geschädigten nicht überspannt werden darf. (T27)
4 Ob 28/09k
Entscheidungstext OGH 21.04.2009 4 Ob 28/09k
Auch; nur T1; nur T6; Veröff: SZ 2009/48
1 Ob 169/08x
Entscheidungstext OGH 26.05.2009 1 Ob 169/08x
9 ObA 152/08f
Entscheidungstext OGH 30.09.2009 9 ObA 152/08f
Beis wie T22; Beis wie T23
8 Ob 98/09h
Entscheidungstext OGH 18.02.2010 8 Ob 98/09h
Auch; Beisatz: Die Frage des Beginns der Verjährungsfrist bei Schadenersatzansprüchen wegen zu Unrecht verrechneter Kreditzinsen kann nur für den jeweiligen Einzelfall beantwortet werden. (T28)
2 Ob 118/09f
Entscheidungstext OGH 04.03.2010 2 Ob 118/09f
Beisatz: Vertretbarkeit der Auffassung, dass dem Sozialversicherungsträger als Legalzessionar eine neuerliche Einsichtnahme in den Strafakt in einem fortgeschritteneren Verfahrensstadium als der bloßen Polizeianzeige zumutbar sei, zumal es im Bereich der Lebenserfahrung liegt, dass sich im Laufe von Gerichtsverfahren die Frage des (Mit-)Verschuldens am Zustandekommen eines Verkehrsunfalls mit mehreren Beteiligten abweichend von den ursprünglichen Annahmen darstellen kann. (T29)
7 Ob 8/10t
Entscheidungstext OGH 03.03.2010 7 Ob 8/10t
6 Ob 100/11s
Entscheidungstext OGH 16.06.2011 6 Ob 100/11s
Beis wie T10; Beisatz: Hier: Mehrere ärztliche Kunstfehler anlässlich einer Operation und Einschaltung der Patientenvertretung. (T30)
nur: Wenn der Geschädigte die für die erfolgversprechende Anspruchsverfolgung notwendigen Voraussetzungen ohne nennenswerte Mühe in Erfahrung bringen kann, gilt die Kenntnisnahme schon als in dem Zeitpunkt erlangt, in welchem sie ihm bei angemessener Erkundigung zuteil geworden wäre. Die Erkundigungspflicht des Geschädigten darf nicht überspannt werden. (T31)
3 Ob 200/11z
Entscheidungstext OGH 18.04.2012 3 Ob 200/11z
nur T6; Beisatz: Hier: Schadenersatzansprüche wegen eines Kartellrechtsverstoßes. (T32); Veröff: SZ 2012/78
3 Ob 143/12v
Entscheidungstext OGH 19.09.2012 3 Ob 143/12v
Auch; Beisatz: Nach herrschender Ansicht wird eine Verpflichtung zur Einholung eines Privatgutachtens im Allgemeinen verneint und nur in besonderen Ausnahmefällen bejaht. (T33)
1 Ob 178/12a
Entscheidungstext OGH 11.10.2012 1 Ob 178/12a
Auch; nur T6; Auch Beis wie T32
3 Ob 162/12p
Entscheidungstext OGH 19.12.2012 3 Ob 162/12p
Auch; nur T6; Beis wie T10
nur T31
Beis wie T12; Beis wie T17
1 Ob 56/13m
Entscheidungstext OGH 21.05.2013 1 Ob 56/13m
Vgl; nur T1; Beisatz: Hier: Verjährungsfrist eines Staatshaftungsanspruchs. (T34); Veröff: SZ 2013/50
8 Ob 66/12g
Entscheidungstext OGH 05.04.2013 8 Ob 66/12g
nur T6; Veröff: SZ 2013/33
9 ObA 140/12x
Entscheidungstext OGH 29.05.2013 9 ObA 140/12x
Auch; Beisatz: Hier: Medienberichterstattung über den Kursverfall von MEL-“Aktien“. (T35)
8 ObA 34/13b
Entscheidungstext OGH 27.06.2013 8 ObA 34/13b
Auch; nur T1; nur T31
7 Ob 198/13p
Entscheidungstext OGH 10.11.2013 7 Ob 198/13p
Vgl auch; Beisatz: Im Zuge des Ankaufs von Wertpapieren oder Veranlagungen kann die Kursentwicklung einen Indikator für die vom Anleger unerwünschte Risikoträchtigkeit einer Anlageform und für eine Fehlberatung abgeben. Einem Anleger, der davon ausgeht, dass die ihm vermittelte Anlageform keinem Kursrisiko unterliegt, muss ein Irrtum in dem Moment bewusst werden, in dem ihm bekannt wird, dass sein Anlageprodukt eine negative Kursentwicklung nimmt. Eindeutiges Indiz für den Anleger sind an ihn gerichtete Depotstands‑ oder Kontostandsauszüge und Mitteilungen zB des Emittenten oder des Beraters. Ist dem Anleger aus derartigen Unterlagen ein aktueller Wertverlust erkennbar, muss ihm auch klar sein, dass er entgegen der ihm erteilten Beratung sein Geld für ein Kursschwankungen unterworfenes Wertpapier ausgegeben hat. Auf Grund der Kenntnis des Kursverlusts liegt somit die Kenntnis der falschen Risikoklasse und des Beratungsfehlers auf der Hand. (T36)
Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T2; Beis wie T8; Beis wie T10; Beis wie T26; Beis wie T33
3 Ob 206/13k
Entscheidungstext OGH 22.01.2014 3 Ob 206/13k
Beisatz: Hier: Begründung der Grunderwerbssteuerpflicht. (T37)
Vgl; Beisatz: Bei der Schädigung einer Gesellschaft durch ihren Geschäftsführer greift eine Erkundigungsobliegenheit der Gesellschafter erst ein, wenn sich ausreichende Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Organe ihre Pflichten verletzt haben; dies liegt grundsätzlich nicht nahe. (T38)
7 Ob 54/14p
Entscheidungstext OGH 21.05.2014 7 Ob 54/14p
Auch; Beisatz: Es ist eine Frage des Einzelfalls, ob ein Sachverständigengutachten eingeholt werden muss. (T39)
2 Ob 65/14v
Entscheidungstext OGH 12.06.2014 2 Ob 65/14v
Auch; Beisatz: Hier: Vertretbar, dass der Kausalzusammenhang (zwischen Schäden an Flachdächern und mangelhafter Überwachung im Rahmen der Bauaufsicht) erst durch das Beweissicherungsverfahren klargestellt wurde. (T40)
Beis wie T2; Beis wie T10; Beis wie T27; Beis wie T33
Auch; nur T1; Beis wie T27
Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T2
Auch; nur T31
Vgl; nur T6; Beis wie T8; Beis wie T20; Beis wie T21
Auch; Beis ähnlich wie T3; Beis wie T8; Beis wie T20; Beis wie T33; Beisatz: Auch wenn bei der Erkundigungspflicht an einen Fachmann ein strengerer Maßstab anzulegen ist, hat doch bereits die Entscheidung 3 Ob 1603/92 klargestellt, dass selbst ein Fachunternehmen regelmäßig solange kein Gutachten einholen muss, als der ‑ ebenfalls fachkundige ‑ Vertragspartner meint, der Fehler sei nicht in seiner Sphäre gelegen. (T41)
10 Ob 70/15i
Entscheidungstext OGH 21.03.2017 10 Ob 70/15i
Auch; Beis wie T21; Veröff: SZ 2017/53
Beis ähnlich wie T21; Beisatz: Die Erkundigungsobliegenheit setzt deutliche Anhaltspunkte für einen Schadenseintritt im Sinn konkreter Verdachtsmomente, aus denen der Anspruchsberechtigte schließen kann, dass Verhaltenspflichten nicht eingehalten wurden, voraus. (T42)
Beis wie T2; Beis wie T10; Beis wie T33
9 ObA 50/17v
Entscheidungstext OGH 25.07.2017 9 ObA 50/17v
Beisatz: Für das Vorliegen solcher Umstände ist der Geschädigte behauptungs- und beweispflichtig. (T43)
6 Ob 118/16w
Entscheidungstext OGH 07.07.2017 6 Ob 118/16w
Auch; nur T6; Beis wie T42; Beisatz: Ein Anleger kann sich nicht darauf berufen, dass er ihm übersandte Mitteilungen, aus denen sich weitere Erkundungsobliegenheiten ergeben, nicht gelesen habe. Maßgebend ist danach der Zugang solcher Mitteilungen, nicht deren konkrete Kenntnisnahme. Anderes gilt allerdings in Bezug auf übersandte Geschäftsberichte, wenn zu deren genauer Lektüre ein Anleger aufgrund der Umstände des Einzelfalls bei Fehlen von Anhaltspunkten für eine Fehlberatung keinen Anlass hatte. (T44)
Beisatz: Wann im Einzelfall die Erkundigungsobliegenheit entsteht, hängt ganz von den Umständen ab.(T45)
9 Ob 39/17a
Entscheidungstext OGH 25.07.2017 9 Ob 39/17a
Auch; nur T6; Beis wie T33; Beisatz: Der Geschädigte ist zur angemessenen Erkundigung verhalten. (T46)
Beisatz: Der Geschädigte kann ein Privatgutachten einholen; in der Regel ist er dazu aber nicht verpflichtet. (T47)
Veröff: SZ 2017/45
7 Ob 77/17z
Entscheidungstext OGH 27.09.2017 7 Ob 77/17z
Beisatz: Hier: Ein nach § 332 ASVG auf den Sozialversicherungsträger übergegangener Schadenersatzanspruch wegen eines ärztlichen Kunstfehlers. (T48)
nur T6; Beis wie T3; Beis wie T45; Beis wie T42
nur T1; Beis wie T2; Beis wie T10; Beis wie T33
Beis wie T21; Beis wie T36
7 Ob 176/17h
Entscheidungstext OGH 29.11.2017 7 Ob 176/17h
1 Ob 222/17d
Entscheidungstext OGH 30.01.2018 1 Ob 222/17d
Auch; Beis wie T21; Beis wie T36
Auch; Beis wie T21; Beis wie T44
5 Ob 68/18p
Entscheidungstext OGH 18.07.2018 5 Ob 68/18p
Auch; nur T6; Beis wie T20; Beis wie T42; Beis wie T45
4 Ob 15/19p
Entscheidungstext OGH 26.02.2019 4 Ob 15/19p
Beisatz: Die angeführten Grundsätze gelten auch für die Rückforderung zu Unrecht empfangener Unterhaltsbeiträge aus dem Titel des Schadenersatzes. (T49)
10 Ob 20/19t
Entscheidungstext OGH 07.05.2019 10 Ob 20/19t
Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T10; Beis wie T11; Beis wie T26
4 Ob 92/19m
Entscheidungstext OGH 13.06.2019 4 Ob 92/19m
ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0034327
JJR_19900404_OGH0002_0010OB00535_9000000_001
Rechtssatz für 5Ob546/94 9Ob91/99v 7Ob...
RS0065360
5Ob546/94; 9Ob91/99v; 7Ob242/99k; 1Ob64/00v; 2Ob180/00k; 5Ob18/01k; 10Ob22/03p; 1Ob13/04z; 7Ob17/06k; 8Ob34/07v; 9Ob17/07a; 9Ob23/07h; 1Ob241/07h; 5Ob290/07v; 2Ob84/09f; 6Ob100/11s; 8Ob135/10a; 3Ob200/11z; 4Ob45/12i; 5Ob53/12y; 1Ob178/12a; 9Ob16/13p; 2Ob41/13p; 7Ob18/13t; 4Ob102/13y; 1Ob184/13k; 1Ob221/13a; 3Ob34/14t; 3Ob9/14s; 3Ob112/15i; 4Ob210/15h; 4Ob205/16z; 6Ob54/17k; 7Ob12/17s; 7Ob77/17z; 3Ob65/17f; 9ObA89/17d; 7Ob176/17h; 4Ob159/17m; 7Ob26/18a; 4Ob92/19m; 4Ob98/19v
ABGB §875
ABGB §1167
Der Geschädigte darf sich nicht einfach passiv verhalten und es darauf ankommen lassen, dass er von der Person des Ersatzpflichtigen eines Tages zufällig Kenntnis erhält. Dabei hat auch eine Wissenszurechnung der Hausverwaltung, die nicht "Dritter" im Sinne des § 875 ABGB ist (vergleiche Entscheidung 1 zu § 875 ABGB in MGA 34. Auflage), zu erfolgen. Wer vom Geschäftsherrn damit betraut worden ist, Tatsachen, deren Kenntnis von Rechtserheblichkeit ist, entgegenzunehmen oder anzuzeigen, ist Wissensvertreter.
Veröff: SZ 68/179
Vgl auch; nur: Wer vom Geschäftsherrn damit betraut worden ist, Tatsachen, deren Kenntnis von Rechtserheblichkeit ist, entgegenzunehmen oder anzuzeigen, ist Wissensvertreter. (T1)
Beisatz: Hier: Architekt ist im Zusammenhang mit der Frage des Beginnes der Verjährungsfrist als Wissensvertreter des Bauherrn anzusehen. (T2)
Beis wie T2; Veröff: SZ 74/14
2 Ob 180/00k
Entscheidungstext OGH 16.05.2001 2 Ob 180/00k
nur: Der Geschädigte darf sich nicht einfach passiv verhalten und es darauf ankommen lassen, dass er von der Person des Ersatzpflichtigen eines Tages zufällig Kenntnis erhält. (T3)
Beisatz: Auch die Kenntnis der Unfallsbeteiligten durch die Rechtsschutzversicherung ist dem klagenden Geschädigten zuzurechnen. (T4)
Veröff: SZ 74/89
5 Ob 18/01k
Entscheidungstext OGH 27.09.2001 5 Ob 18/01k
Beisatz: Als ein solcher Wissensvertreter wurde etwa der Hausverwalter in Ansehung von Bauschäden angesehen (SZ 68/179; ecolex 2000/797), der Architekt in Ansehung des Wissens der Erfolglosigkeit von Sanierungsmaßnahmen (9 Ob 91/99v). (T5)
1 Ob 13/04z
Entscheidungstext OGH 18.03.2004 1 Ob 13/04z
Auch; Beisatz: Dem Bauherrn ist es nicht als Verletzung seiner Erkundungsobliegenheit anzulasten, wenn der von ihm mit der Bauaufsicht Beauftragte seiner Vertragspflicht ihm gegenüber nicht ordnungsgemäß nachkommt und er deshalb von Bauschäden nicht schon bei Abnahme der Leistungen Kenntnis erlangte. (T6)
Vgl; Beisatz: Rein passives Verhalten des Geschädigten ist abzulehnen. (T7)
nur T3; Beisatz: Ein rein passives Verhalten des Geschädigten ist abzulehnen. (T8)
nur T3; Beisatz: Hier: Arbeiterkammer Niederösterreich als Wissensvertreterin des Kreditnehmers. (T9)
1 Ob 241/07h
Entscheidungstext OGH 06.05.2008 1 Ob 241/07h
5 Ob 290/07v
Entscheidungstext OGH 03.06.2008 5 Ob 290/07v
Vgl auch; Beisatz: Die Rechtsprechung nimmt eine Wissenszurechnung durch jene Personen (Wissensvertreter) an, die - sowohl als selbständige Dritte als auch als Gehilfen - vom Geschäftsherrn damit betraut worden sind, Tatsachen, deren Kenntnis von Rechtserheblichkeit ist, entgegenzunehmen oder anzuzeigen. (T10)
Beisatz: Soweit es auf das Wissen des Geschäftsherrn ankommt, wird ihm dabei das Wissen des Wissensvertreters als eigenes zugerechnet und treten daher die an sein Wissen geknüpften Rechtsfolgen zum Nachteil des Geschäftsherrn ein. (T11)
Beisatz: Dem liegt der allgemeine Gedanke zugrunde, dass der Einsatz von Gehilfen, also die „Rollenspaltung" nicht zum Nachteil Dritter gehen dürfe und ansonsten der Einsatz eines Gehilfen eine Verschlechterung der vom Gesetzgeber im Sinne eines Interessensausgleichs vorgesehenen Rechtsposition Dritter mit sich brächte, weshalb der Geschäftsherr so zu behandeln sei, als wäre er selbst tätig geworden. (T12)
Bem: Mit Darstellung von in der Rechtsprechung bejahten Fällen von Wissensvertretern. (T13)
2 Ob 84/09f
Entscheidungstext OGH 20.05.2009 2 Ob 84/09f
Auch; nur T1; Beis wie T10; Beis wie T11
Auch; nur T3; Beis wie T10; Beis wie T11
4 Ob 45/12i
Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 45/12i
Vgl auch; Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T10; Beisatz: Hier: Zur Zurechnung des Wissens eines Prozessvertreters. (T14)
5 Ob 53/12y
Entscheidungstext OGH 09.08.2012 5 Ob 53/12y
Auch; auch nur T1; Auch Beis ähnlich wie T2; Auch Beis ähnlich wie T5; Auch Beis wie T6
Vgl; Beisatz: Hier: Medienberichterstattung über den Kursverfall von MEL-“Aktien“. (T15)
7 Ob 18/13t
Entscheidungstext OGH 19.06.2013 7 Ob 18/13t
Vgl auch; nur T1; Beis wie T10
3 Ob 34/14t
Entscheidungstext OGH 30.04.2014 3 Ob 34/14t
Vgl; Beis wie T10; Beis wie T11; Beis wie T12
4 Ob 210/15h
Entscheidungstext OGH 15.12.2015 4 Ob 210/15h
4 Ob 205/16z
Entscheidungstext OGH 25.10.2016 4 Ob 205/16z
6 Ob 54/17k
Entscheidungstext OGH 19.04.2017 6 Ob 54/17k
Auch; Beis wie T10; Beis wie T11
Auch; Beisatz: Hier: Ein nach § 332 ASVG auf den Sozialversicherungsträger übergegangener Schadenersatzanspruch wegen eines ärztlichen Kunstfehlers. (T16)
Beis wie T11; Beis wie T12
nur T7; nur T8
4 Ob 98/19v
Entscheidungstext OGH 13.06.2019 4 Ob 98/19v
ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0065360
JJR_19951010_OGH0002_0050OB00546_9400000_001
Rechtssatz für 2Ob20/99a 2Ob204/05x 4O...
RS0111706
2Ob20/99a; 2Ob204/05x; 4Ob52/06k; 3Ob166/08w; 2Ob154/08y; 2Ob64/09i; 2Ob41/10h; 1Ob20/11i; 4Ob12/11k; 1Ob188/12x; 1Ob251/12m; 4Ob21/14p; 2Ob82/14v; 6Ob3/15g; 6Ob198/15h; 8Ob10/16b; 2Ob100/16v; 2Ob117/16v; 9ObA89/17d; 2Ob182/17d; 6Ob234/17f; 6Ob147/18p; 5Ob118/19t
ABGB §1295 Ia3f
Bei der Frage des rechtmäßigen Alternativverhaltens geht es darum, ob ein rechtswidrig handelnder Täter selbst dann für den verursachten Schaden zu haften hat, wenn er denselben Nachteil sonst durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. Es kommt zu einer Haftungsfreistellung des rechtswidrig handelnden Täters, wenn er denselben Nachteil auch durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. Abzustellen ist darauf, dass derselbe rechnerische Schaden entstanden wäre: Unterschiede beim realen Schaden sind bedeutungslos.
2 Ob 20/99a
Entscheidungstext OGH 11.02.1999 2 Ob 20/99a
2 Ob 204/05x
Entscheidungstext OGH 19.12.2005 2 Ob 204/05x
Auch; Beisatz: Es obliegt ihm der Beweis, dass der Schaden auch im Falle vorschriftsmäßigen Verhaltens, das heißt ohne die Verletzung der Schutznorm eingetreten wäre. (T1)
Beisatz: Nur der im Vermögen des am Prozess beteiligten Geschädigten - hypothetisch und tatsächlich - eingetretene rechnerische Schaden, nicht aber auch der Schaden eines sonstigen Unfallsbeteiligten, ist für die Beurteilung des Einwandes des rechtmäßigen Alternativverhaltens des Schädigers von maßgeblicher Bedeutung. (T2)
4 Ob 52/06k
Entscheidungstext OGH 19.12.2006 4 Ob 52/06k
Ähnlich; Beisatz: Umgekehrt muss aber auch dem Geschädigten bei Vorliegen der sonstigen Anspruchsvoraussetzungen zugestanden werden, dass er einen von ihm (möglicherweise) rechtswidrig getätigten Aufwand ersetzt bekommt, wenn der vom Schädiger rechtswidrig und schuldhaft verursachte Aufwand bei einem rechtmäßigen Verhalten des Geschädigten jedenfalls weit höher gewesen wäre als der tatsächlich getätigte. Bei krass rechtswidrigem (zum Beispiel strafgesetzwidrigem) Verhalten wäre zwar möglicherweise anders zu entscheiden; dafür gibt es hier aber keinen Anhaltspunkt. (T3)
3 Ob 166/08w
Entscheidungstext OGH 03.09.2008 3 Ob 166/08w
Auch; Beisatz: Hier: Zum Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens bei Ausstellung einer Bankgarantie anstelle einer Bestätigung über einen widerruflich erteilten Überweisungsauftrag. (T4)
2 Ob 154/08y
Entscheidungstext OGH 27.11.2008 2 Ob 154/08y
Auch; Auch Beis wie T1
nur: Es kommt zu einer Haftungsfreistellung des rechtswidrig handelnden Täters, wenn er denselben Nachteil auch durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. Abzustellen ist darauf, dass derselbe rechnerische Schaden entstanden wäre: Unterschiede beim realen Schaden sind bedeutungslos. (T5)
1 Ob 20/11i
Entscheidungstext OGH 23.02.2011 1 Ob 20/11i
Auch; nur: Bei der Frage des rechtmäßigen Alternativverhaltens geht es darum, ob ein rechtswidrig handelnder Täter selbst dann für den verursachten Schaden zu haften hat, wenn er denselben Nachteil sonst durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. Es kommt zu einer Haftungsfreistellung des rechtswidrig handelnden Täters, wenn er denselben Nachteil auch durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. (T6)
Vgl auch; Beisatz: Hier: Unterlassungsansprüche nach dem UWG. (T7)
1 Ob 251/12m
Entscheidungstext OGH 11.04.2013 1 Ob 251/12m
Vgl; Beisatz: Im Fall des Einwands rechtmäßigen Alternativverhaltens ist dem hypothetischen Kausalverlauf aber ein sonst gesetzeskonformes Verhalten des Schädigers zugrunde zu legen. (T8)
4 Ob 21/14p
Entscheidungstext OGH 25.03.2014 4 Ob 21/14p
2 Ob 82/14v
Entscheidungstext OGH 02.10.2014 2 Ob 82/14v
Beisatz: Der Hinweis auf ein rechtmäßiges Alternativverhalten setzt voraus, dass ein rechtmäßiges Verhalten des Schädigers zu demselben Schaden geführt hätte. Der Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens führt somit nur dann zu einer Haftungsfreistellung des rechtswidrig handelnden Schädigers, wenn er denselben Nachteil auch durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. (T9)
nur: Abzustellen ist darauf, dass derselbe rechnerische Schaden entstanden wäre: Unterschiede beim realen Schaden sind bedeutungslos. (T10)
6 Ob 3/15g
Entscheidungstext OGH 01.09.2015 6 Ob 3/15g
Vgl aber; Beisatz: Wer strafrechtliche Untreue begeht, handelt grob rechtswidrig. Dem Sanktions- und Präventionsgedanken des Schadenersatzrechts kommt in diesem Fall erhöhtes Gewicht zu, sodass eine volle Haftung des Täters gerechtfertigt ist. (T11);
Veröff: SZ 2015/88
6 Ob 198/15h
Entscheidungstext OGH 30.08.2016 6 Ob 198/15h
8 Ob 10/16b
Entscheidungstext OGH 25.10.2016 8 Ob 10/16b
2 Ob 100/16v
Entscheidungstext OGH 26.01.2017 2 Ob 100/16v
nur T10; Veröff: SZ 2017/6
2 Ob 117/16v
Entscheidungstext OGH 20.06.2017 2 Ob 117/16v
Auch; Veröff: SZ 2017/69
2 Ob 182/17d
Entscheidungstext OGH 28.11.2017 2 Ob 182/17d
Beisatz: Es ist das in jeder Weise rechtmäßige Verhalten zugrundezulegen. (T12)
Beisatz: Hier: Der Schaden wäre auch ohne Geschwindigkeitsüberschreitung eingetreten, durch das gänzliche Unterlassen des verbotswidrigen Überholmanövers aber unterblieben. (T13)
6 Ob 234/17f
Entscheidungstext OGH 28.02.2018 6 Ob 234/17f
Auch; nur T6; Beis wie T1; Beis wie T9; Beisatz: Beim rechtmäßigen Alternativverhalten hat ein tatsächliches Ereignis den Schaden verursacht, das zweite Ereignis hat hingegen nie stattgefunden, sondern wird bloß hypothetisch angenommen. (T14)
6 Ob 147/18p
Entscheidungstext OGH 31.08.2018 6 Ob 147/18p
Auch; nur: Es kommt zu einer Haftungsfreistellung des rechtswidrig handelnden Täters, wenn er denselben Nachteil auch durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte. (T15)
5 Ob 118/19t
Entscheidungstext OGH 24.09.2019 5 Ob 118/19t
ECLI:AT:OGH0002:1999:RS0111706
JJR_19990211_OGH0002_0020OB00020_99A0000_001
Rechtssatz für 9ObA89/17d
RS0131851
9ObA89/17d
Vorarlberger Gemeindeangestelltengesetz 2005 GAG §53
Vorarlberger Gemeindeangestelltengesetz 2005 GAG §54
§ 53 Vorarlberger Gemeindeangestelltengesetz 2005 regelt nur die bereicherungsrechtliche Rückforderung von Übergenüssen, daneben ist aber die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen nach den allgemeinen Grundsätzen möglich, wenn die unrechtmäßige Auszahlung durch ein rechtswidriges schuldhaftes Verhalten des Dienstnehmers verursacht wurde. Die Verjährung solcher Schadenersatzansprüche richtet sich nach § 1489 ABGB, nicht nach § 54 Vorarlberger Gemeindeangestelltengesetz 2005.
ECLI:AT:OGH0002:2017:RS0131851
JJR_20171030_OGH0002_009OBA00089_17D0000_001
Entscheidungstext 9ObA89/17d
Gerhartl, Zak 2018/109 S 64 - Gerhartl, Zak 2018,64 = ZVR 2018/49 S 75 (Danzl, tabellarische Übersicht) - ZVR 2018,75 (Danzl, tabellarische Übersicht) = ARD 6620/10/2018 = Arb 13.447 = Schrank, ZAS 2019/22 S 111 (Rechtsprechungsübersicht) - Schrank, ZAS 2019,111 (Rechtsprechungsübersicht)
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Hopf als Vorsitzenden, die Hofrätinnen Hon.-Prof. Dr. Dehn und Mag. Korn sowie die fachkundigen Laienrichter KR Mag. Paul Kunsky und Mag. Thomas Dürrer als weitere Richter in der Arbeitsrechtssache der klagenden Partei Gemeinde K*****, vertreten durch Summer Schertler Kaufmann Droop Lerch Rechtsanwälte GmbH in Bregenz, gegen die beklagte Partei G*****, vertreten durch Achammer & Mennel Rechtsanwälte OG in Feldkirch, wegen 23.417,89 EUR sA, über die Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Innsbruck als Berufungsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen vom 30. März 2017, GZ 15 Ra 16/17s-70, mit dem der Berufung der beklagten Partei gegen das Urteil des Landesgerichts Feldkirch als Arbeits- und Sozialgericht vom 3. Juni 2016, GZ 33 Cga 32/16m-63, nicht Folge gegeben wurde, zu Recht erkannt:
Die beklagte Partei ist schuldig, der klagenden Partei die mit 1.568,52 EUR (darin enthalten 261,42 EUR USt) bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens binnen 14 Tagen zu ersetzen.
Der Beklagte war von 1. 5. 1991 bis 31. 5. 2011 bei der Klägerin als Gemeindesekretär beschäftigt. Dabei war er unter anderem für die gesamte Buchhaltung und Lohnverrechnung, auch seine eigene, verantwortlich.
Beginnend mit 1. 7. 2005 nahm er in seine Lohnabrechnung eine Dienstalterszulage auf, die ab 1. 7. 2006 auf das Zweifache, ab 1. 7. 2007 auf das Dreifache und ab 1. 7. 2008 auf das Vierfache des durchschnittlichen Vorrückungsbetrags der Verwendungsgruppe b Dienstposten-
gruppe 2 erhöht wurde. Nach der Gesetzeslage hätte er ab 1. 7. 2007 Anspruch auf die einfache und ab 1. 7. 2010 auf die zweifache Dienstalterszulage gehabt. Ihm war auch bewusst, dass ihm ab 1. 7. 2005 noch keine Dienstalterszulage gebührte, sodass er jedenfalls nicht von einem berechtigten Bezug ausgehen konnte. Durch die – auf Grundlage dieser Lohnabrechnung erfolgte – gesetzwidrige Auszahlung der Dienstalterszulage entstand der Klägerin ein Schaden von 19.978,84 EUR brutto.
Weiters bezog der Beklagte auf Basis der von ihm erstellten Lohnabrechnungen für seine am ***** 11. 1981 geborene Tochter und seinen am ***** 2. 1983 geborenen Sohn bis zur Beendigung des Dienstverhältnisses jeweils eine Kinderzulage. Ihm war bekannt, dass eine solche nur zusteht, solange Familienbeihilfe bezogen wird. Familienbeihilfe wurde für die Tochter letztmals im November 2007 und für den Sohn letztmals im Februar 2010 gewährt. Durch den Weiterbezug der Kinderzulage über diese Zeitpunkte hinaus entstand der Klägerin ein Schaden von 3.439,05 EUR brutto.
Am 16. 5. 2012 wurde der Bürgermeister der klagenden Gemeinde anlässlich einer Gebarungskontrolle erstmals über die Vorgehensweise des Beklagten informiert. Mit Bericht vom 2. 7. 2012 erhielt er konkrete Kenntnis vom Schaden.
Die Klägerin begehrt Zahlung von 23.417,89 EUR sA und bringt vor, der Beklagte habe ihr durch die Veranlassung der unberechtigten Auszahlung der Kinderzulage und der Dienstalterszulage einen Schaden in dieser Höhe zugefügt. Er habe dazu seine Stellung als zuständiger Bediensteter der Personalverrechnung ausgenutzt, wobei ihm bewusst gewesen sei, dass die Zahlungen jeglicher Grundlage entbehren. Der Schaden sei erst am 28. 6. 2006 im Zuge einer Kontrolle durch das zuständige Amt der Landesregierung bekannt geworden.
Der Beklagte bestreitet und bringt vor, die Auszahlung der Dienstalterszulage sei vereinbarungsgemäß erfolgt. Hinsichtlich der Kinderzulage habe er berechtigt angenommen, dass diese bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit und nicht nur bis zum vollendeten 26. Lebensjahres der Kinder zustehe. Im Übrigen sei infolge jahrelanger Übung von einem stillschweigenden Einverständnis bzw einer Zustimmung der Klägerin zur Auszahlung auszugehen. Zu berücksichtigen sei auch, dass er die Möglichkeit gehabt hätte, bei der Klägerin alle zwei Jahre um eine außerordentliche Vorrückung anzusuchen, die ihm jedenfalls bewilligt worden wäre, sodass er im Ergebnis dieselben Beträge ausbezahlt erhalten hätte. Weiters erfülle er sämtliche der in § 53 des Vorarlberger Gemeindeangestelltengesetzes 2005 (GAG) normierten Voraussetzungen für den Entfall der Geltendmachung etwaiger Übergenüsse, stelle doch die Rückzahlung für ihn eine besondere Härte dar. Er habe die Beträge auch in gutem Glauben empfangen und verbraucht. Allfällige Ansprüche seien jedenfalls verjährt, da nach § 54 GAG das Recht auf Ersatz von Übergenüssen in drei Jahren nach ihrer Entstehung verjährte. Von der Hereinbringung allfälliger Forderungen sei nach § 55 Abs 1 GAG unter Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse und seines Grades des Verschuldens Abstand zu nehmen.
Das Erstgericht gab der Klage statt. Der Beklagte habe unter Ausnützung seiner Position die Auszahlung einer Dienstalterszulage und einer Kinderzulage an sich veranlasst, obwohl ihm bewusst gewesen sei, dass sie ihm nicht zustehen. Dadurch sei der Klägerin der geltend gemachte Schaden entstanden. Die Klägerin mache nicht die Rückforderung eines Übergenusses geltend, sondern einen Schadenersatzanspruch, dessen Verjährung erst drei Jahre nach Kenntnisnahme des Schadens eintrete. Da der Beklagte den Lohn nicht in gutem Glauben empfangen und verbraucht habe, sei § 53 Abs 1 lit a GAG nicht anzuwenden. An der vorsätzlichen Begehung scheitere auch eine Billigkeitsprüfung. Soweit der Beklagte darauf verweise, dass ihm ohnehin eine Sondervorrückung genehmigt worden wäre, sei eine solche nach § 126 Abs 10 Gemeindebedienstetengesetz 1988 in der letzten Gehaltsstufe gar nicht mehr möglich.
Der gegen dieses Urteil erhobenen Berufung des Beklagten gab das Berufungsgericht nicht Folge. Die Klägerin mache einen Schadenersatzanspruch, keinen Bereicherungs-
anspruch geltend. Der Beklagte habe gewusst, dass ihm weder die Dienstalterszulage in dieser Form noch die Kinderzulage zu diesem Zeitpunkt zustehe. Er habe die Veranlassung der Auszahlung durch zu seinen Gunsten fehlerhafte Gehaltsabrechnungen zumindest im Sinne eines dolus eventualis zu verantworten und den Schaden der Klägerin jedenfalls mitkausal herbeigeführt. Der Klägerin sei kein Mitverschulden zur Last zu legen. Eine Kontrollpflicht diene nicht dazu, einen untreuen Mitarbeiter, der bewusst falsche Abrechnungen erstelle, zu entlasten.
Ein Schadenersatzanspruch sei auch nicht verjährt, weil die Klägerin erstmals im Mai 2012 über die Vorgehensweise des Beklagten informiert worden sei, die Klage sei schon im März 2013 eingebracht worden. Für den Beklagten sei auch aus § 53 Abs 4 und § 55 GAG nichts zu gewinnen, da diese die Hereinbringung und nicht die Geltendmachung von Forderungen regelten. § 55 Abs 2 GAG setze das Vorliegen eines Exekutionstitels voraus. Da sich die Berufung nicht gegen die Höhe der Forderung richte, sei diese nicht weiter zu prüfen.
Die ordentliche Revision ließ das Berufungsgericht zu, weil zum Verhältnis der Verjährungsbestimmung des § 54 GAG zur Verjährung von Schadenersatzforderungen keine höchstgerichtliche Rechtsprechung bestehe.
Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision des Beklagten mit dem Antrag, das Urteil dahingehend abzuändern, dass die Klage abgewiesen wird. In eventu wird ein Aufhebungsantrag gestellt.
Die Klägerin beantragt, die Revision zurückzuweisen, in eventu ihr nicht Folge zu geben.
Die Revision des Beklagten ist aus den vom Berufungsgericht genannten Gründen zulässig, sie ist aber nicht berechtigt.
1. Nicht strittig ist, dass auf das Dienstverhältnis des Beklagten zur Klägerin das Vorarlberger Gemeindeangestelltengesetz 2005 (GAG) anzuwenden ist. Zur besseren Übersicht werden die wesentlichen Bestimmungen dieses Gesetzes vorweg wiedergegeben:
§ 53 Ersatz von Übergenüssen
(1) Zu Unrecht erhaltene Bezüge (Übergenüsse) sind der Gemeinde zu ersetzen, wenn sie
a) nicht im guten Glauben empfangen wurden; oder
b) 5 % des jeweiligen Monatsbezuges nicht übersteigen und ihre Auszahlung nicht länger als ein Jahr zurückliegt.
(2) Übergenüsse sind durch Abzug von den nach diesem Gesetz gebührenden Geldleistungen hereinzubringen. Für den Ersatz von Übergenüssen können Raten festgesetzt werden, wobei auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Ersatzpflichtigen Rücksicht zu nehmen ist. Ist die Hereinbringung im Abzugswege nicht möglich, so ist der Ersatzpflichtige zum Ersatz aufzufordern;
erforderlichenfalls ist der Ersatz im Zivilrechtsweg geltend zu machen.
(3) Soweit die Ersatzforderung der Gemeinde durch Abzug hereinzubringen ist, geht sie den Forderungen anderer Personen vor.
(4) Aus berücksichtigungswürdigen Gründen kann die Rückzahlung gestundet werden. Von der Hereinbringung eines Übergenusses kann Abstand genommen werden, wenn die Hereinbringung für den Gemeindeangestellten eine besondere Härte bedeuten oder wenn der mit der Hereinbringung verbundene Aufwand in keinem Verhältnis zum Übergenuss stehen würde.
§ 54 Verjährung
Der Anspruch auf Bezüge, Abfertigung und Urlaubsabfindung sowie das Recht auf Ersatz von Übergenüssen verjähren in drei Jahren nach ihrer Entstehung. Was trotz Verjährung geleistet worden ist, kann nicht zurückgefordert werden.
§ 55 Verzicht auf Ersatzforderungen
(1) Auf eine Ersatzforderung, die der Gemeinde gegenüber einem Gemeindeangestellten aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen über die Schadenshaftung von Organen der Gemeinde zusteht, kann insoweit ganz oder teilweise verzichtet werden, als die Hereinbringung der Forderung nach der Lage des Falles, insbesondere unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse und des Grades des Verschuldens des Ersatzpflichtigen, unbillig wäre.
(2) Von der Hereinbringung einer Ersatzforderung ist Abstand zu nehmen, wenn
a) alle Möglichkeiten der Hereinbringung erfolglos versucht worden oder Einbringungsmaßnahmen offenkundig aussichtslos sind; oder
b) die Hereinbringung mit Kosten verbunden wäre, die in keinem Verhältnis zur Höhe der Forderung stehen.
2. Ebenfalls nicht mehr strittig ist, dass der Beklagte eine Zahlung in Höhe des Klagsbetrags erhalten hat, die ihm nach der für sein Dienstverhältnis geltenden Gesetzes- und Vertragslage nicht zustand. Offen ist nur die Frage der Rückforderbarkeit.
Die Vorinstanzen sind davon ausgegangen, dass im GAG nur die bereicherungsrechtliche Rückabwicklung geregelt ist, nicht jedoch die Geltendmachung allfälliger Schadenersatzansprüche. Die Revision sieht in § 53 GAG dagegen eine abschließende Regelung für jede Form der Überzahlung.
Bereicherungsansprüche und Schadenersatz-ansprüche stehen nicht im Verhältnis der Subsidiarität, sie können miteinander konkurrieren (RIS-Justiz RS0022770), also bei Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen auch nebeneinander bestehen.
Allgemein gilt, dass Bezüge, die irrtümlich angewiesen werden, obwohl sie nicht oder nicht in diesem Umfang gebühren, vom Dienstgeber bereicherungsrechtlich zurückgefordert werden können. Lediglich im Fall gutgläubigen Verbrauchs durch den Arbeitnehmer ist die Rückforderung – nach den Grundsätzen des Judikats 33 neu – ausgeschlossen. Dabei wird der gute Glaube nicht nur durch auffallende Sorglosigkeit des Empfängers ausgeschlossen, sondern von der Rechtsprechung schon dann verneint, wenn er zwar nicht nach seinem subjektiven Wissen, aber bei objektiver Beurteilung an der Rechtmäßigkeit des ihm ausgezahlten Betrags auch nur zweifeln musste (RIS-Justiz RS0010271; RS0033826).
Die in § 53 GAG enthaltene ausdrückliche Bestimmung über den Ersatz von Übergenüssen entspricht im Wesentlichen der zuvor dargestellten Rechtsprechung und regelt darüber hinaus die Modalitäten einer Rückforderung.
Das Gesetz definiert dabei Übergenüsse als „zu Unrecht erhaltene Bezüge“. Bereits aus dieser Formulierung, die auf eine rechtsgrundlose Vermögensverschiebung ohne Zutun des Empfängers abstellt, aber auch aus der inhaltlichen Nähe zur zuvor zitierten Rechtsprechung ergibt sich, dass damit nur die bereicherungsrechtlichen Ansprüche aus einer Überzahlung durch den Arbeitgeber geregelt werden.
Über den Ersatz von Schäden, die aus falschen Angaben oder einem sonst dolosem Verhalten des Arbeitnehmers resultieren, ist damit nichts ausgesagt, mag sich dieser Schaden auch in erschlichenen höheren Bezügen realisieren. In solchen Fällen wird regelmäßig neben einem allfälligen Bereicherungsanspruch des Arbeitgebers auch ein Schadenersatzanspruch gegeben sein.
Dafür, dass durch § 53 GAG solche Schadenersatzansprüche des Dienstgebers ausgeschlossen werden sollen, finden sich keine Anhaltspunkte im Gesetz. Auch vom Zweck der Regelung her, die die Folgen fehlerhafter Überweisungen regelt, nicht aber die eines dolosen Vorgehens der Mitarbeiter, ist davon nicht auszugehen.
Wenn die Revision aus § 1 Abs 1 GAG, wonach Dienstverhältnisse der Dienstnehmer der Gemeinden nach den Bestimmungen dieses Gesetzes zu begründen, zu gestalten und zu beenden sind, ableiten will, dass die Regelungen des GAG auch zu Übergenüssen abschließend sind, kann ihr nicht gefolgt werden. Richtig ist, dass das GAG spezielle Regelungen zu diesen Dienstverhältnissen beinhaltet, ebenso richtig ist aber auch, dass es für Bereiche, für die es keine Regelungen enthält, die Grundsätze des allgemeinen Zivilrechts, beispielsweise zur Geschäftsfähigkeit oder zur Wirksamkeit von Willenserklärungen, voraussetzt. Auch zu Schadenersatzansprüchen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern enthält das GAG nur vereinzelte Regelungen, ohne dass deshalb davon ausgegangen werden kann, dass solche in allen anderen Fällen ausgeschlossen sind.
Als Zwischenergebnis ist daher festzuhalten, dass § 53 GAG nur die bereicherungsrechtliche Rückforderung von Übergenüssen regelt, daneben aber die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen nach den allgemeinen Grundsätzen möglich ist.
3. Anders als ein Bereicherungsanspruch setzt ein Schadenersatzanspruch ein rechtswidrig schuldhaftes Verhalten des Arbeitnehmers voraus. Ein solches haben die Vorinstanzen im vorliegenden Fall zu Recht bejaht. Wenn der Beklagte in seiner Revision wiederholt darauf verweist, dass er die gegenständlichen Leistungen gutgläubig empfangen hat, von einer gültigen Sondervereinbarung ausgehen konnte, redlich war und darauf vertrauen konnte, dass ihm die Gelder zustanden, geht er nicht vom festgestellten Sachverhalt aus. Danach war ihm bekannt, dass ihm weder die Dienstalterszulage in der letztlich ausbezahlten Form noch der Kinderzuschuss zustanden. Da er in diesem Wissen die Abrechnungen vorbereitet hat, die zu einer Auszahlung der Gelder an ihn geführt haben, ist sein Verhalten auch kausal für den geltend gemachten Schaden.
4. Soweit die Revision damit argumentiert, dass der Klägerin kein Schaden entstanden ist, da der Beklagte auch um eine außerordentliche Vorrückung hätte ansuchen können, die ihm auch bewilligt worden wäre, wird damit offenbar der Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens als Haftungsausschließungsgrund erhoben. Bei der Frage des rechtmäßigen Alternativverhaltens geht es darum, ob ein rechtswidrig Handelnder selbst dann für den verursachten Schaden zu haften hat, wenn er denselben Nachteil auch durch ein rechtmäßiges Verhalten herbeigeführt hätte (vgl RIS-Justiz RS0111706). Dem hypothetischen Kausalverlauf ist ein sonst gesetzeskonformes Verhalten des Schädigers zugrunde zu legen. Wäre der Schaden auch in einem solchen Fall im selben Umfang eingetreten, kommt es zu einer Haftungsbefreiung. Das rechtmäßige Verhalten im vorliegenden Fall wäre aber gewesen, keine falschen Lohnabrechnungen zu erstellen. Der konkrete Schaden wäre dann nicht eingetreten. Dass dem Beklagten allenfalls die Möglichkeit offen gestanden wäre, durch Anträge auf eine Lohnerhöhung Zahlungen in welchem Umfang auch immer zu erhalten, steht damit in keinem Zusammenhang und ist nicht geeignet, etwas an der Haftung des Beklagten für sein schuldhaftes und rechtswidriges Verhalten zu ändern.
5. Da bereicherungsrechtliche und schadenersatz-
rechtliche Ansprüche von verschiedenen Voraussetzungen ausgehen und auch der Anspruchsumfang verschieden sein kann, kommen für die beiden Ansprüche auch jeweils unterschiedliche Verjährungsfristen zur Anwendung (vgl 10 Ob 23/04m mwN).
Nach § 54 GAG verjährt das Recht auf den Ersatz von Übergenüssen binnen drei Jahren nach ihrer Entstehung. Nach der Systematik des Gesetzes bezieht sich diese Bestimmung auf die in § 53 GAG geregelte bereicherungsrechtliche Rückabwicklung, nicht jedoch auf allfällige Schadenersatzansprüche. Für diese gilt daher die allgemeine Regel des § 1489 ABGB, wonach Schadenersatzansprüche binnen drei Jahren ab Kenntnis von Schaden und Schädiger verjähren.
Der Beginn der Verjährungsfrist setzt die Kenntnis des Verletzten vom Schaden voraus, die bloße Möglichkeit der Kenntnisnahme genügt nicht (RIS-Justiz RS0034686 [T9, T15] ua). Die Kenntnis muss dabei den ganzen anspruchsbegründenden Sachverhalt umfassen, insbesondere auch den Ursachenzusammenhang zwischen dem Schaden und einem bestimmten, dem Schädiger anzulastenden Verhalten (RIS-Justiz RS0034951 [T2]). Der Geschädigte darf sich allerdings nicht passiv verhalten und es darauf ankommen lassen, dass er von der Person des Ersatzpflichtigen eines Tages zufällig Kenntnis erlangt (RIS-Justiz RS0065360). Wenn er die für die erfolgsversprechende Anspruchsverfolgung notwendigen Voraussetzungen ohne nennenswerte Mühe in Erfahrung bringen kann, gilt die Kenntnisnahme schon als in dem Zeitpunkt erlangt, in welchem sie ihn bei angemessener Erkundigung zuteil geworden wäre (RIS-Justiz RS0034327).
Wenn die Revision davon ausgeht, dass die Unregelmäßigkeiten der Lohnabrechnung schon bei früheren Kontrollen auffallen hätten müssen, stellt sie auf die bloße Möglichkeit zur Kenntnisnahme des Schadens ab, die, wie ausgeführt, nicht fristauslösend ist. Allfällige Nachforschungspflichten des Geschädigten setzen voraus, dass ihm zumindest ein Schaden oder ein schadenverursachendes Verhalten bekannt ist, wenn auch nicht alle zur Anspruchsverfolgung notwendigen Tatsachen. Dass der Klägerin jedoch früher als von den Vorinstanzen angenommen Umstände bekannt waren, aufgrund derer sie auf einen Schaden durch falsche Lohnabrechnungen oder ein schädigendes Verhalten des Beklagten hätte schließen können, behauptet auch die Revision nicht. Nach den Feststellungen wurde das Verhalten des Beklagten und der daraus resultierende Schaden der Klägerin erst 2012 bekannt. Davon ausgehend wurde die Klage am 25. 3. 2013 aber innerhalb der dreijährigen Verjährungsfrist eingebracht.
6. Ein Mitverschulden des Geschädigten iSd § 1304 ABGB setzt kein Verschulden im technischen Sinn voraus. Auch Rechtswidrigkeit des Verhaltens des Geschädigten ist nicht erforderlich. Es genügt vielmehr eine Sorglosigkeit gegenüber den eigenen Gütern (RIS-Justiz RS0022681). In der Rechtsprechung ist aber der Grundsatz anerkannt, dass dem Betrogenen gegen den listig Irreführenden trotz eigener Fahrlässigkeit voller Ersatz zusteht und die Mitverschuldensregelung des § 1304 ABGB nicht zur Anwendung gelangt. Vorsatz schließt den Mitverschuldenseinwand in aller Regel aus, weil die Fahrlässigkeit des Geschädigten gegenüber dem Vorsatz des Schädigers nicht ins Gewicht fällt (RIS-Justiz RS0016291). Nach den Feststellungen hat der Beklagte im Wissen, dass ihm diese Leistungen nicht zustehen, diese in die Lohnverrechnung aufgenommen. Die Unterlassung ausreichender Kontrollen der Lohnverrechnungen durch die Klägerin sind ihr demgegenüber nicht als Mitverschulden anzurechnen.
7. § 55 Abs 1 GAG sieht vor, dass die Gemeinde auf Ersatzansprüche gegenüber einem Gemeindeangestellten aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen über die Schadenshaftung von Organen der Gemeinde ganz oder teilweise verzichten kann, wenn die Hereinbringung der Forderung nach der Lage des Falles, insbesondere der Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse und des Grades des Verschuldens des Ersatzpflichtigen, unbillig wäre. Unabhängig davon, ob die verfahrensgegenständliche Forderung eine „Ersatzforderung aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen über die Schadenshaftung von Organen“ darstellt, musste von den Vorinstanzen eine allfällige Unbilligkeit schon deshalb nicht geprüft werden, weil der Beklagte dazu in erster Instanz kein konkretes Tatsachenvorbringen erstattet hat. Die entsprechenden Ausführungen in den Rechtsmitteln stellen eine unzulässige Neuerung dar.
8. Nach § 55 Abs 2 GAG ist von der Hereinbringung einer Ersatzforderung Abstand zu nehmen, wenn alle Möglichkeiten der Hereinbringung erfolglos versucht wurden oder Einbringungsmaßnahmen offenkundig aussichtslos sind (lit a) oder die Hereinbringung mit Kosten verbunden wäre, die in keinem Verhältnis zur Höhe der Forderung stehen (lit b). Diese Bestimmung ist von Zweckmäßigkeitsüberlegungen getragen, bei der Uneinbringlichkeit von Forderungen erfolglose Einbringungsmaßnahmen aus verwaltungsökonomischen Gründen zu vermeiden. Daraus lässt sich jedoch kein Rechtsanspruch des Schuldners ableiten, dass von Einbringungsmaßnahmen Abstand genommen wird (so auch VwGH 2006/16/0021 zur vergleichbaren Bestimmung des § 13 GEG; VwGH 2013/13/0097 zur vergleichbaren Bestimmung des § 235 BAO). Aus dieser Bestimmung ist daher für den Beklagten nichts zu gewinnen.
9. Soweit sich die Revision gegen die Höhe der Klagsforderung wendet, ist darauf zu verweisen, dass der Beklagte sich in seiner Berufung nicht gegen die vom Erstgericht angenommene Höhe gewendet hat. Wenn in der Berufung nur in bestimmten Punkten eine Rechtsrüge ausgeführt wurde, können andere in der Revision nicht mehr geltend gemacht werden, soweit es sich um selbständig zu beurteilende Rechtsfragen handelt (RIS-Justiz RS0043573 [T43]). Auf die Ausführung der Revision zur Höhe der Klagsforderung ist daher nicht weiter einzugehen.
10. Insgesamt ist die Revision des Beklagten daher nicht berechtigt.
E120030
ECLI:AT:OGH0002:2017:009OBA00089.17D.1030.000
JJT_20171030_OGH0002_009OBA00089_17D0000_000

References: §1489
 §1489
 §6
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 § 1298
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 § 1489
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 § 6
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 § 126
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 § 1489
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 §326
 §1431
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 § 1437
 § 1431
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 OGH 
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 § 328
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 § 8
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 § 328
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 § 76
 § 72
 § 49
 § 25
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 §1489
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 § 64
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 §13
 § 16
 § 4
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 § 1437
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 §874
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 § 164
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 §1295
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 §1489
 §1489
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 § 1489
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 § 332
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 §875
 §1167
 § 875
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 § 332
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 §1295
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 §53
 §54

§ 53
 § 1489
 § 54
 § 53
 § 54
 § 55
 § 53
 § 126
 § 53
 § 55
 § 55
 § 54

§ 53

§ 54

§ 55
 § 53
 § 53
 § 53
 § 1
 § 53
 § 54
 § 53
 § 1489
 § 1304
 § 1304
 § 55
 § 55
 § 13
 § 235