Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=849
Timestamp: 2019-02-22 08:35:34+00:00

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von den zwang-gerechtigkeiten.
schen dahin anhalten kan, daß sie besondere hand-
lungen zu seinem nuzen verrichten müssen.
Der ursprung und die ursache der zwang-rechteist unter-
schidlich,
ist mancherlei, gleichwie die erlangung derselben auf
unterschidene weisen beschehen kan, z. e. durch ver-
järung, gesäze, privilegien, gedinge, contracte,
statuten, richterliche bescheide u. d. g. Wald-
schmidts disp. de molendinis bannariis, § V
fgg. s. 9. fgg. Der ursprung diser gerechtigkeit
ist teils aus dem zustande der bauern, teils aus
andern gründen abzuleiten, Estors disp. de ab-
usu rerum merae facultat. s. 67 fgg.
Das zwang-recht erstrecket sich entweder aufworauf sich
selbiges er-
strecket?
einen ganzen bezirk und alle darinn befindliche ein-
woner, oder nur auf einen ort, oder einen teil des-
selben. Also hat der herr landgraf Wilhelm zu
Hessen im jare 1496 einen teil der Marburgischen
bürgerschaft zu der Teutschen ordens-müle geban-
net, Estor in den elementis iuris publici Hass.
P. I. s. 372 (m).
Die gegenstände der zwang-gerechtigkeiten sinddie gegen-
stände dessel-
ben sind
mancherlei.
unterschidlich. Man hat zwang-backhäuser, mü-
len, brauhäuser, fleischbänke, keltern, schenken etc.
auch den dinst-zwang. Stisser am a. o. cap. XI
§ XII abt. II und abt. III § V. s. 387. s. 392.
Nicht minder gehöret hirher der bannwein, wor-
unter die einer herrschaft zustehende gerechtsame
begriffen ist, mit ausschlüssung anderer wein zu
verkaufen, Wehner in den obseruat. pract. un-
ter disem worte, repertorium iuris priuati I, s.
434, Waldschmids am a. o. § 15, Bernhard
Frid. Rudolf Lauches erörterung der rechts-
frage, in wie weit das recht eines zwang-back-
ſchen dahin anhalten kan, daß ſie beſondere hand-
lungen zu ſeinem nuzen verrichten muͤſſen.
Der urſprung und die urſache der zwang-rechteiſt unter-
ſchidlich,
iſt mancherlei, gleichwie die erlangung derſelben auf
unterſchidene weiſen beſchehen kan, z. e. durch ver-
jaͤrung, geſaͤze, privilegien, gedinge, contracte,
ſtatuten, richterliche beſcheide u. d. g. Wald-
ſchmidts diſp. de molendinis bannariis, § V
fgg. ſ. 9. fgg. Der urſprung diſer gerechtigkeit
iſt teils aus dem zuſtande der bauern, teils aus
andern gruͤnden abzuleiten, Eſtors diſp. de ab-
uſu rerum merae facultat. ſ. 67 fgg.
Das zwang-recht erſtrecket ſich entweder aufworauf ſich
ſelbiges er-
ſtrecket?
woner, oder nur auf einen ort, oder einen teil deſ-
ſelben. Alſo hat der herr landgraf Wilhelm zu
Heſſen im jare 1496 einen teil der Marburgiſchen
buͤrgerſchaft zu der Teutſchen ordens-muͤle geban-
net, Eſtor in den elementis iuris publici Haſſ.
P. I. ſ. 372 (m).
Die gegenſtaͤnde der zwang-gerechtigkeiten ſinddie gegen-
ſtaͤnde deſſel-
ben ſind
unterſchidlich. Man hat zwang-backhaͤuſer, muͤ-
len, brauhaͤuſer, fleiſchbaͤnke, keltern, ſchenken ꝛc.
auch den dinſt-zwang. Stiſſer am a. o. cap. XI
§ XII abt. II und abt. III § V. ſ. 387. ſ. 392.
Nicht minder gehoͤret hirher der bannwein, wor-
unter die einer herrſchaft zuſtehende gerechtſame
begriffen iſt, mit ausſchluͤſſung anderer wein zu
verkaufen, Wehner in den obſeruat. pract. un-
ter diſem worte, repertorium iuris priuati I, ſ.
434, Waldſchmids am a. o. § 15, Bernhard
Frid. Rudolf Lauches eroͤrterung der rechts-
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[837/0849] von den zwang-gerechtigkeiten. ſchen dahin anhalten kan, daß ſie beſondere hand- lungen zu ſeinem nuzen verrichten muͤſſen. § 2075 Der urſprung und die urſache der zwang-rechte iſt mancherlei, gleichwie die erlangung derſelben auf unterſchidene weiſen beſchehen kan, z. e. durch ver- jaͤrung, geſaͤze, privilegien, gedinge, contracte, ſtatuten, richterliche beſcheide u. d. g. Wald- ſchmidts diſp. de molendinis bannariis, § V fgg. ſ. 9. fgg. Der urſprung diſer gerechtigkeit iſt teils aus dem zuſtande der bauern, teils aus andern gruͤnden abzuleiten, Eſtors diſp. de ab- uſu rerum merae facultat. ſ. 67 fgg. iſt unter- ſchidlich, § 2076 Das zwang-recht erſtrecket ſich entweder auf einen ganzen bezirk und alle darinn befindliche ein- woner, oder nur auf einen ort, oder einen teil deſ- ſelben. Alſo hat der herr landgraf Wilhelm zu Heſſen im jare 1496 einen teil der Marburgiſchen buͤrgerſchaft zu der Teutſchen ordens-muͤle geban- net, Eſtor in den elementis iuris publici Haſſ. P. I. ſ. 372 (m). worauf ſich ſelbiges er- ſtrecket? § 2077 Die gegenſtaͤnde der zwang-gerechtigkeiten ſind unterſchidlich. Man hat zwang-backhaͤuſer, muͤ- len, brauhaͤuſer, fleiſchbaͤnke, keltern, ſchenken ꝛc. auch den dinſt-zwang. Stiſſer am a. o. cap. XI § XII abt. II und abt. III § V. ſ. 387. ſ. 392. Nicht minder gehoͤret hirher der bannwein, wor- unter die einer herrſchaft zuſtehende gerechtſame begriffen iſt, mit ausſchluͤſſung anderer wein zu verkaufen, Wehner in den obſeruat. pract. un- ter diſem worte, repertorium iuris priuati I, ſ. 434, Waldſchmids am a. o. § 15, Bernhard Frid. Rudolf Lauches eroͤrterung der rechts- frage, in wie weit das recht eines zwang-back- ofens die gegen- ſtaͤnde deſſel- ben ſind mancherlei. G g g 3
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 837. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/849>, abgerufen am 22.02.2019.

References: § 15
 § 15
 § 15
 § 2075
 § 2076
 § 2077
 § 15