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Timestamp: 2019-01-17 16:05:09+00:00

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Axel Kallmayer
-- Erleichterung der Anpassung der Industrie an die strukturellen Veränderungen;9 f.
-- Förderung eines für die Initiative und Weiterentwicklung der Unternehmen in der gesamten Gemeinschaft, insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen, günstigen Umfelds;11 f.
-- Förderung eines für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen günstigen Umfelds;13
-- Förderung einer besseren Nutzung des industriellen Potentials der Politik in den Bereichen Innovation, Forschung und technologische Entwicklung.14
(3) Die Gemeinschaft trägt durch die Politik und die Maßnahmen, die sie aufgrund anderer Bestimmungen dieses Vertrags durchführt, zur Erreichung der Ziele des Absatzes 1 bei.18 ff. Der Rat kann gemäß dem Verfahren des Artikels 251 und nach Anhörung des Wirtschafts- und Sozialausschusses spezifische Maßnahmen zur Unterstützung der in den Mitgliedstaaten durchgeführten Maßnahmen im Hinblick auf die Verwirklichung der Ziele des Absatzes 1 beschließen.21
Dieser Titel bietet keine Grundlage dafür, daß die Gemeinschaft irgendeine Maßnahme einführt, die zu Wettbewerbsverzerrungen führen könnte22 ff. oder steuerliche Vorschriften oder Bestimmungen betreffend die Rechte und Interessen der Arbeitnehmer enthält.25
Amsterdamer Fassung des Abs. 3:
Die Gemeinschaft trägt durch die Politik und die Maßnahmen, die sie aufgrund anderer Bestimmungen dieses Vertrags durchführt, zur Erreichung der Ziele des Absatzes 1 bei. Der Rat kann auf Vorschlag der Kommission und nach Anhörung des Europäischen Parlaments und des Wirtschafts- und Sozialausschusses einstimmig spezifische Maßnahmen zur Unterstützung der in den Mitgliedstaaten durchgeführten Maßnahmen im Hinblick auf die Verwirklichung der Ziele des Absatzes 1 beschließen.
Dieser Titel bietet keine Grundlage dafür, daß die Gemeinschaft irgendeine Maßnahme einführt, die zu Wettbewerbsverzerrungen führen könnte.
A. Wirtschaftspolitischer Hintergrund und Entwicklung                         1
I.  Wirtschaftspolitischer Hintergrund                                     1
II. Entwicklung der Industriepolitik der Gemeinschaft                      2
1. Praxis von Kommission und Rat                                       2
2. Rechtsgrundlagen                                                    4
B. Ziele (Abs. 1)                                                             5
I.  Wettbewerbsfähigkeit der Industrie als allgemeines Ziel
(Abs. 1 UAbs. 1)                                                       6
II.  Vier Einzelziele (Abs. 1 UAbs. 2)                                     9
1. Erleichterung der Anpassung der Industrie
an die strukturellen Veränderungen                                 9
2. Förderung eines weiterentwicklungsfreundlichen Umfelds,
insbesondere für KMU                                               11
4. Förderung  in  den  Bereichen  der  Innovations-,  Forschungs-
und Technologiepolitik 14
C. Konsultationen und Koordination durch die Mitgliedstaaten
(Abs. 2)                                                                  15
I.  Rolle der Mitgliedstaaten                                             15
II. Rolle der Kommission                                                  16
D. Kompetenzen der Gemeinschaft (Abs. 3)                                     18
I.   Querschnittsklausel (Abs. 3 UAbs. 1 S. 1)                            18
II.  Spezifische Maßnahmen (Abs. 3 UAbs. 1 S. 2)                          21
III. Schranken der Gemeinschaftskompetenz (Abs. 3 UAbs. 2)                22
1. Wettbewerbsverzerrungen                                           22
2. Steuer- und arbeitsrechtliche Vorschriften                        25
E. Bewertung                                                                 26
A.	Wirtschaftspolitischer Hintergrund und Entwicklung
I.	Wirtschaftspolitischer Hintergrund
Innerstaatlich verfolgen die Mitgliedstaaten traditionell unterschiedliche industriepolitische Konzepte, weshalb ihre Auffassungen zu Umfang und Adressaten einer gemeinschaftlichen Industriepolitik erheblich differieren[1]. Betont marktwirtschaftlich orientierte Mitgliedstaaten unterstreichen die Bedeutung des freien Wettbewerbs. Sie sehen staatliche Eingriffe in das Spiel der Marktkräfte mit Skepsis und akzeptieren grundsätzlich nur horizontale Maßnahmen, d.h. die unterschiedslose Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Industrie. Mitgliedstaaten mit merkantilistischer oder colbertistischer Tradition bejahen hingegen oftmals den volkswirtschaftlichen Nutzen staatlicher Eingriffe in das Wirtschaftsleben, auch in Form sektoraler Interventionen[2]. Als Kompromißformel beinhaltet Art. 157 Elemente beider Konzepte[3].
II.	Entwicklung der Industriepolitik der Gemeinschaft
1.	Praxis von Kommission und Rat
In der Folge ergriff die Gemeinschaft zahlreiche horizontale und sektorale Maßnahmen, die jedoch z.T. eines übergreifenden Konzepts entbehrten[9]. Ein solches legte die Kommission 1990 vor[10] und mahnte vor dem Hintergrund des sich verschärfenden internationalen Wettbewerbs die strukturelle Anpassung der europäischen Industrie an. Hierin zeichnete sich eine Aufwertung der Industriepolitik ab, von einer oft sektoralen Begleitpolitik des Binnenmarkts[11] zu einer selbständigen Politik, die unmittelbar der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie dienen soll[12]. Dieser Bedeutungswandel wurde durch die Schlußfolgerungen des Europäischen Rats von Kopenhagen[13] und das Weißbuch Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung der Kommission vom 10.12.1993[14] bestätigt, welche die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit zu einem vorrangigen Ziel der Gemeinschaft erhoben. In jüngster Zeit sieht die Kommission ihre Industriepolitik zunehmend als Teil einer Unternehmenspolitik, die insbesondere auf die Förderung unternehmerischer Initiative in Wachstumsbereichen zielt.[15]
Anders als der EAGV in Art. 2 lit. c), 40 ff. und der auslaufende EGKSV in Art. 3 lit. d), f), g), 5 Abs. 2, 46 ff., 54 f. enthielt der EWGV ursprünglich keine explizite Rechtsgrundlage für eine gemeinschaftliche Industriepolitik. Statt dessen griff man auf spezielle Ermächtigungen wie Art. 81 ff., 94 (seit der EEA auch Art. 163 ff.) oder auf Art. 308 zurück[16]. Der Vertrag von Maastricht fügte Art. 3 Abs. 1 lit. m) und den nur aus Art. 157 bestehenden Titel XVI in den EGV ein. Art. 157 beruht auf einem französischen Vorschlag, der auf Drängen strenger marktwirtschaftlich orientierter Staaten um ein Einstimmigkeitserfordernis und die Schranke der Wettbewerbsverzerrung in Abs. 3 UAbs. 2 ergänzt wurde[17]. Ob sich durch seine Einfügung die industriepolitischen Kompetenzen der Gemeinschaft merklich erweiterten, ist fraglich[18]. In erster Linie erhielt die seit längerem geübte industriepolitische Praxis eine explizite vertragliche Grundlage sowie in Abs. 3 UAbs. 2 eine Schranke. Der Vertrag von Amsterdam änderte Art. 157 nicht. Der Vertrag von Nizza ersetzte in Abs. 3 das Einstimmigkeitserfordernis durch das Mitentscheidungsverfahren und fügte das Verbot des Erlasses steuer- und arbeitsrechtlicher Vorschriften ein.
B.	Ziele (Abs. 1)
Die Ziele der gemeinschaftlichen Industriepolitik sind keine unverbindlichen Leitlinien sondern verpflichten die Gemeinschaft und die Mitgliedstaaten, zu ihrer Erreichung tätig zu werden[19]. Zugleich begrenzen die Ziele den Handlungsspielraum der Gemeinschaft, da jede ihrer Maßnahmen und Initiativen bei objektiver Betrachtung eine notwendige Voraussetzung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit sein und einem der vier enumerativ aufgezählten Einzelziele dienen muß. Mangels Differenzierungen im Vertrag ist von der Gleichrangigkeit der vier Einzelziele auszugehen[20].
Die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit, die sich nach dem Vertrag von Maastricht als Leitmotiv durch den EGV zieht[21], ist Ziel und Daseinsberechtigung der gemeinschaftlichen Industriepolitik. Nach dem Verständnis der OECD und der Kommission bezeichnet sie die Fähigkeit, unter Bedingungen des internationalen Wettbewerbs den Produktionsfaktoren dauerhaft ein relativ hohes Einkommens- und Beschäftigungsniveau zu sichern[22].
Der Begriff Industrie bezeichnet im Deutschen nur die gewerbliche Gütererzeugung größeren Maßstabs. Im angelsächsischen Sprachraum umfaßt er hingegen auch den Dienstleistungssektor[23]. Innerhalb der Gemeinschaft wird er oft in diesem weiteren Sinne gebraucht[24] und teilweise auch auf Handwerksbetriebe ausgedehnt.
Gemeinschaft und Mitgliedstaaten ergreifen nur solche Maßnahmen, die notwendige Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit der gemeinschaftlichen Industrie sind, so daß nur geeignete und erforderliche öffentliche Eingriffe in das freie Spiel der Marktkräfte in Art. 157 eine Grundlage finden[25]. Die Gemeinschaft schafft nur die Voraussetzungen der Wettbewerbsfähigkeit, die Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit
bleibt Aufgabe der Unternehmen.[26] Abs. 1 UAbs. 1 enthält somit das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit der Unternehmen für ihr Bestehen im Wettbewerb.
II.	Vier Einzelziele (Abs. 1 UAbs. 2)
Unter der Anpassung der Industrie ist ihre Selbstanpassung zu verstehen, nicht ihre Umformung durch staatliche Stellen oder die Gemeinschaft. Diese soll nach der deutschen Fassung erleichtert, nach der französischen (accélérer) und englischen (speeding up) jedoch beschleunigt werden[27]. Mit strukturellen Veränderungen ist in erster Linie der zunehmende Wettbewerb auf dem Weltmarkt gemeint.
Inhaltlich handelt es sich um sektorale Maßnahmen der Wirtschaftsstrukturpolitik, die oft die finanzielle Förderung aus Gemeinschaftsfonds beinhalten. Ein Beispiel ist das Mehrjahresprogramm für Unternehmen und unternehmerische Initiative, insbesondere KMU (2001-2005)[28]. Je nachdem, ob bestehende Strukturen geschützt oder neue geschaffen werden sollen, spricht man von defensiven oder offensiven Maßnahmen[29]. Auch nach Meinung der Kommission können sektorale Konzepte »zwar vorübergehend erfolgreich sein, aber sie bergen unvermeidlich die Gefahr einer verschleppten Strukturanpassung«[30].
Das Umfeld bezeichnet den rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmen, in dem die Unternehmen agieren, etwa das Wirtschafts- und Steuerrecht. Dieses Umfeld soll für die Initiative und Weiterentwicklung günstig sein, wodurch nochmals die Eigenverantwortlichkeit der Unternehmen betont wird. Die Maßnahmen müssen sich an die Unternehmen in der gesamten Gemeinschaft richten, was sektoral oder regional wirkende Maßnahmen ausschließt. Die gemeinschaftliche Förderung kann in materieller oder immaterieller Weise erfolgen[31]. Die praktisch bedeutsamste Maßnahme ist in diesem Zusammenhang die Vollendung des Binnenmarkts - eine »industriepolitische Maßnahme par excellence«[32] - sowie der Wirtschafts- und Währungsunion. Von entscheidender Bedeutung sind ferner die Maßnahmen der Gemeinschaft, die das Funktionieren der Märkte sichern sollen, insb. die Wettbewerbs- und die Handelspolitik.
Den KMU[33] kommt seit längerem eine Sonderrolle zu, da sie einerseits unter größenspezifischen Nachteilen leiden, etwa Schwierigkeiten bei der Finanzierung größerer Vorhaben und relativ höhere Verwaltungskosten, andererseits jedoch überproportional zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen[34]. Die Gemeinschaft legt regelmäßig Förderprogramme auf, die diese Nachteile kompensieren sollen[35].
Ein für die Zusammenarbeit günstiges Umfeld meint den kooperationsrelevanten Teil des Umfelds i.S.d. 2. Spstr. Unter der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen sind alle Kooperationen zwischen selbständig bleibenden Unternehmen zu verstehen, nicht jedoch Unternehmensfusionen. Diesen und der Bildung von Kartellen steht zudem der Vorrang des freien Wettbewerbs in Abs. 1 UAbs. 1 und Abs. 3 UAbs. 2 entgegen[36]. Die gemeinschaftliche Förderung umfaßt in erster Linie die Information der Unternehmen als horizontale Maßnahme, sei es durch Veranstaltungen wie Kontaktmessen oder Einrichtung von Kontaktstellen wie dem Büro zur Förderung der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit[37]. Auch die Schaffung von Rechtsformen wie der Europäischen Wirtschaftlichen Interessenvereinigung (EWIV)[38] fällt hierunter.
Die unklare Formulierung des 4. Spstr. kann erstens bedeuten, daß die Nutzung der Ergebnisse der gemeinschaftlichen Forschungspolitik durch die Industrie zu fördern ist, oder zweitens, daß die Förderung der besseren Nutzung des industriellen Potentials durch die Forschungs- und Technologiepolitik erfolgen soll. Naheliegender ist letztere Bedeutung[39], wodurch lediglich das erste Ziel des Art. 163 Abs. 1 wiederholt wird[40]. Hierunter fallen u.a. die finanzielle Förderung von Pilotvorhaben der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit sowie Aktivitäten im Bereich der Normung[41].
C.	Konsultationen und Koordination durch die Mitgliedstaaten (Abs. 2)
I.	Rolle der Mitgliedstaaten
Nach Abs. 1 UAbs. 1 obliegt die Sicherung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit sowohl der Gemeinschaft als auch den Mitgliedstaaten. Der scheinbare Widerspruch zu Art. 3 Abs. 1 lit. m), der die Mitgliedstaaten nicht erwähnt, erklärt sich aus seiner Funktion als Tätigkeitskatalog der Gemeinschaft, nicht auch der Mitgliedstaaten. Die Mitgliedstaaten behalten ihre industriepolitischen Zuständigkeiten[42]. Sie sind jedoch verpflichtet[43], die anderen Mitgliedstaaten sowie die Kommission zu konsultieren, d.h. sie über ihre Maßnahmen zu informieren und sich mit ihnen zu beraten. Zur Koordination ihrer Maßnahmen im Sinne einer inhaltlichen Abstimmung mit den Maßnahmen der anderen Mitgliedstaaten sind sie nur verpflichtet, soweit dies erforderlich ist, um negative Auswirkungen auf die industrielle Wettbewerbsfähigkeit der anderen Mitgliedstaaten zu vermeiden oder zu reduzieren.
II.	Rolle der Kommission
Der Kommission kommt eine doppelte Rolle zu. Nach Abs. 2 S. 1 wirkt sie als Katalysator, indem sie Foren und Verfahren schafft, um die Konsultationen unter den Mitgliedstaaten zu ermöglichen. Gemäß Abs. 2 S. 2 kann sie, insoweit die Koordinierung der mitgliedstaatlichen Industriepolitiken notwendig ist, zu deren Förderung alle Initiativen ergreifen. Dies bedeutet jedoch nicht, daß die Kommission nur als Schlichter zwischen den Mitgliedstaaten vermitteln darf. Vielmehr kann sie eigene Vorschläge unterbreiten und Verfahrensregeln aufstellen.
Umstritten ist die rechtliche Qualität dieser Initiativen. Die Bezeichnung »alle Initiativen« kann so verstanden werden, daß sie auch rechtsverbindlicher Natur sein können[44]. Hiergegen spricht jedoch die Bedeutung des Begriffs Initiative, der nur den Anstoß zu einem Verfahren meint, an dessen Ende dann eine verbindliche Regelung stehen kann. Zudem bezeichnet der EGV rechtsverbindliche Akte in der Regel als Maßnahmen und regelt das Verfahren ihres Erlasses, was hier nicht der Fall ist[45]. Initiativen der Kommission nach Abs. 2 S. 2 können daher nur unverbindliche Stellungnahmen und Vorschläge sein, was auch der Moderatorenrolle der Kommission im Rahmen der Industriepolitik entspricht.
D.	Kompetenzen der Gemeinschaft (Abs. 3)
I.	Querschnittsklausel (Abs. 3 UAbs. 1 S. 1)
Will die Gemeinschaft das industrielle Umfeld verbessern, so muß sie in den zahlreichen Bereichen tätig werden, die dieses Umfeld bilden. Die Querschnittsklausel[46] des Abs. 3 UAbs. 1 S. 1 verweist die Gemeinschaft hierbei auf diejenigen Rechtsgrundlagen, die ihr in den jeweiligen Bereichen zur Verfügung stehen, insbesondere auf das Instrumentarium der Handelspolitik, des Wettbewerbsrechts, der Forschungspolitik, der transeuropäischen Netze sowie der Rechtsangleichung[47]. Daher ist schwer nachzuvollziehen, daß die Kommission hier von einer »kohärenten Rechtsgrundlage« spricht[48]. Umgekehrt muß die Gemeinschaft bei Maßnahmen in anderen Bereichen, die nicht primär industriepolitisch motiviert sind, die Ziele des Art. 157 Abs. 1 berücksichtigen.
Probleme können durch Zielkonflikte zwischen der Industriepolitik und anderen Politiken entstehen, insbesondere der Wettbewerbspolitik. Wettbewerbsrechtliche Instrumente wie Fusionskontrolle[49], Kartellaufsicht[50] und Beihilfenkontrolle lassen sich industriepolitisch nutzen. Hierbei bezweckt die Industriepolitik die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie auf dem Weltmarkt, wofür die Konzentration und Subvention europäischer Unternehmen förderlich sein kann. Die Wettbewerbspolitik zielt jedoch primär auf die Sicherung des Wettbewerbs im Innern der Gemeinschaft ab[51]. In diesem Spannungsfeld sucht die Kommission die »bestmögliche Kombination zwischen den Erfordernissen des internationalen Wettbewerbs und der Erhaltung ausgewogener Wettbewerbsbedingungen zwischen den Unternehmen auf dem Inlandsmarkt«[52]. Auch für Abs. 3 UAbs. 1 S. 1 gilt jedoch die Schranke des Abs. 3 UAbs. 2.
Querschnittsklauseln bergen ferner die Gefahr der Umgehung der einschlägigen Rechtsgrundlage, indem eine Maßnahme auf eine Rechtsgrundlage mit geringeren Anforderungen gestützt wird. Zur Bestimmung der einschlägigen Rechtsgrundlage sind nach der Rechtsprechung des EuGH Ziel und Inhalt einer Maßnahme ausschlaggebend, wie sie sich bei objektiver Betrachtung darstellen[53]. Sinnvoller wäre es, in weiterem Sinne nach dem Schwerpunkt der Maßnahme zu fragen, d.h. auch ihre Genese und die Zuständigkeit des sie beschließenden Ministerrats zu bedenken[54].
Anders als S. 1 enthält S. 2 eine selbständige Rechtsgrundlage, welche die Gemeinschaft zum Treffen von Maßnahmen ermächtigt, d.h. zum Erlaß rechtsverbindlicher Akte. Der inhaltliche Umfang der Kompetenz ergibt sich aus den Zielen und dem Notwendigkeitserfordernis des Abs. 1[55]. Die Gemeinschaft darf mit einer auf Abs. 3 UAbs. 1 S. 2 gestützten Maßnahme auch andere Ziele verfolgen, jedoch müssen die unmittelbaren und vorrangig bezweckten Wirkungen industriepolitischer Natur sein.[56] Zulässig sind nur spezifische Maßnahmen, d.h. solche, die sich auf bestimmte industriepolitische Maßnahmen in den Mitgliedstaaten beziehen und diese unterstützen[57]. Da der Vertrag nicht auf Maßnahmen »der« sondern »in den« Mitgliedstaaten abstellt, kann die Gemeinschaft auch an Maßnahmen innerstaatlicher Akteure anknüpfen, etwa von Gebietskörperschaften[58] oder Verbänden. Maßnahmen einzelner Unternehmen sind hingegen keine zulässigen Anknüpfungspunkte, da die Unternehmen in erster Linie Adressaten und nicht Akteure der Industriepolitik sind. Spezifische Maßnahmen ergehen oft in Form von Förderprogrammen, können jedoch auch immaterieller Art sein.[59]
III.	Schranken der Gemeinschaftskompetenz (Abs. 3 UAbs. 2)
1.	Wettbewerbsverzerrungen
Die doppelte Erwähnung der Freiheit des Wettbewerbs in Abs. 1 UAbs. 1 und Abs. 3 UAbs. 2 unterstreicht ihren Vorrang gegenüber dem Ziel der Wettbewerbsfähigkeit, im Gegensatz zu Art. 3 Abs. 1, wo beide Ziele zumindest formal auf derselben Ebene angesiedelt sind[60]. Systematisch betrachtet stellt ihre nochmalige Erwähnung in Abs. 3 UAbs. 2 bei den Kompetenzen der Gemeinschaft klar, daß sie kein weiteres Ziel der Industriepolitik ist, sondern eine sie begrenzende Schranke. Daher dürfen der Grundsatz der offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb i.S.d. Art. 4 Abs. 1, 98 und das gemeinschaftliche Wettbewerbsrecht[61] nicht durch industriepolitische Maßnahmen ausgehebelt werden[62].
Eine Wettbewerbsverzerrung ist jede Verringerung des Wettbewerbs. Inhaltlich gleicht Abs. 3 UAbs. 2 dem erwähnten Grundsatz der offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb[63], der ja auch im Bereich der Industriepolitik gilt, und ähnelt den »normalen Wettbewerbsbedingungen« des Art. 5 Abs. 2 3. Spstr. im auslaufenden EGKSV. Nach dem Wortlaut der Schranke sind bereits potentielle Wettbewerbsverzerrungen unzulässig. Viele industriepolitische Maßnahmen, insbesondere solche sektoraler Natur, bringen jedoch notwendigerweise eine Begünstigung einzelner Unternehmen oder Branchen mit sich. Eine vollständig wettbewerbsneutrale Industriepolitik, wie Abs. 3 UAbs. 2 sie dem Wortlaut nach fordert, ist daher kaum vorstellbar. Der Begriff der Wettbewerbsverzerrung ist folglich teleologisch dahingehend zu reduzieren, daß erstens Wettbewerbsverzerrungen auf das zur Zielerreichung notwendige Minimum beschränkt werden müssen und zweitens Wettbewerbsverzerrungen erheblichen Ausmaßes generell unzulässig sind[64]. Diese notwendige Relativierung darf jedoch nicht zu einer Verwässerung der Schranke führen, was dem expliziten Willen der Vertragsparteien zuwider liefe[65].
Die Schranke gilt für gemeinschaftliche Maßnahmen auf der Grundlage des Art. 157, wodurch sie jedenfalls die spezifischen Maßnahmen nach Abs. 3 UAbs. 1 S. 2 umfaßt. Umstritten ist, ob die Schranke Ausstrahlungswirkung auf industriepolitische Maßnahmen nach Abs. 3 UAbs. 1 S. 1 hat, da die Querschnittsklausel ja auf andere Rechtsgrundlagen als Art. 157 Bezug nimmt[66]. Hierfür spricht erstens die Bezugnahme auf »irgendeine Maßnahme« auf der Grundlage des Art. 157. Zweitens bestünde andernfalls die Möglichkeit, für spezifische Maßnahmen die Schranke zu umgehen, indem man sie statt auf Abs. 3 UAbs. 1 S. 2 auf die Querschnittsklausel i.V.m. einer anderen Rechtsgrundlage stützte[67]. Drittens ist die Gemeinschaft nach Art. 4 Abs. 1 und Art. 98 in ihrer gesamten Tätigkeit der offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb verpflichtet[68], so daß die Verneinung der Ausstrahlung auf Abs. 3 UAbs. 1 S. 2 in der Praxis keinen Unterschied machen dürfte. Viertens bestünde andernfalls die Möglichkeit, industriepolitische Ziele in erheblichem Umfang in die Wettbewerbspolitik einfließen zu lassen und diese so an der Sicherung des freien Wettbewerbs zu hindern, was dem Sinn der Schranke erkennbar zuwider läuft. Auch Maßnahmen nach Abs. 3 UAbs. 1 S. 1 unterliegen daher der Schranke des UAbs. 2[69]. Lediglich die Initiativen nach Abs. 2 S. 1 werden von ihr nicht erfaßt, da sie mangels rechtlicher Verbindlichkeit nicht unmittelbar wettbewerbsverzerrend wirken können.
2.	Steuer- und arbeitsrechtliche Vorschriften
Auf Drängen insb. der Vertreter des Vereinigten Königreichs fügten die Mitgliedstaaten bei der Vertragsrevision von Nizza in Abs. 3 zwei zusätzliche Schranken ein, die als Gegengewicht zum Übergang auf qualifizierte Mehrheitsentscheidungen im Rat dienen sollen. Ihr Ziel ist zu verhindern, daß die Gemeinschaft ihre eng begrenzten Zuständigkeiten bei der Harmonisierung des Steuer- und Arbeitsrechts umgeht, indem sie Rechtsakte stattdessen auf Art. 157 Abs. 3 stützt. Die Schranken untersagen jedoch nur »Vorschriften oder Bestimmungen« des Arbeits- und Steuerrechts, nicht hingegen mittelbare Auswirkungen auf steuerliche Belange oder Interessen von Arbeitnehmern.
E.	Bewertung
In der Literatur wird bezweifelt, ob die Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit eine Aufgabe der Gemeinschaft ist[70], ob diese hierzu einer expliziten Kompetenz bedarf[71] und ob der interpretatorische Spielraum des Art. 157 nicht eine »Allerwelts-Industriepolitik« fordere[72] sowie in Richtung sektoraler und dirigistischer Maßnahmen aktiviert werden könne[73]. Die Kritik gipfelt in der gelegentlich erhobenen Forderung nach der ersatzlosen Streichung des Art. 157. Andere betonen die Lücke, die ohne Art. 157 im Kanon der Gemeinschaftspolitiken bestünde[74], und verweisen auf den Nutzen einer wettbewerbsorientierten horizontalen Industriepolitik[75]. Manche bewerten differenzierter[76] und betonen die Bedeutung der Art und Weise der Nutzung des Art. 157[77].
Über das ökonomische Für und Wider einer Industriepolitik an sich sowie einer solchen auf Gemeinschaftsebene ist hier nicht zu entscheiden. Festzuhalten ist jedoch, daß Art. 157 die Industriepolitik aus der kompetenziellen Grauzone des Art. 308 heraus nimmt und auf eine klare Rechtsgrundlage stellt. Zwar sieht Art. 157 seit der Vertragsrevision von Nizza das Mitentscheidungsverfahren vor, verlangt somit anders als Art. 308 keine Einstimmigkeit im Rat mehr. Zugleich begrenzt er jedoch den Handlungsspielraum der Gemeinschaft, insbesondere durch die Schranke der Wettbewerbsverzerrung in Abs. 3 UAbs. 2. Art. 157 hat somit kanalisierende Funktion. Der Gefahr eines übertriebenen Interventionismus, die auch Art. 157 nicht vollständig zu bannen vermag, ist durch die konsequente Beachtung der aufgezeigten Kompetenzgrenzen zu begegnen.
[1] R. Hellmann, Europäische Industriepolitik, 1994, S. 33 ff.; R. Holzem, Industriepolitik und Wirtschaftsordnung, 1995, S. 158 f.; J. Starbatty/U. Vetterlein, Die Technologiepolitik der EG, 1990, S. 15 ff.
[2] Zum Staatenvergleich Hall (Hrsg.), European Industrial Policy, London, 1986; J. Simons, Industriepolitik, 1997, S. 9 ff. u. 175 ff.; vgl. auch Bericht zur Position des Bundeskartellamts, EuZW 1991, S. 711.
[3] Ausführlich Hellmann (Fn. 1), S. 25 f.
[4] U. Everling, Rechtsfragen einer Industriepolitik im Gemeinsamen Markt, EuR 1968, S. 175.
[5] Kommission der Europäischen Gemeinschaften, Die Industriepolitik der Gemeinschaft, Brüssel, 1970.
[6] Zum wirtschaftspolitischen Hintergrund BBPS, S. 492.
[7] EA 1972, S. D 506.
[8] ABl.EG 1973 Nr. C 117/1.
[9] Vgl. Oppermann, Europarecht, Rn. 835.
[10] Dok. KOM (90) 556 endg.; hierzu C.-P. Frees, Das neue industriepolitische Konzept der Europäischen Gemeinschaft, EuR 1991, S. 281 ff.; E. Steindorff, Industriepolitik der EG, FS-Deringer, 1993, S. 175 (187 ff.).
[11] P.-C. Müller-Graff, in: Hb.EGWirtR, Abschnitt A.I, Rn. 109; Schweitzer/Hummer, Europarecht, Rn. 1326.
[12] So auch R. Schulte-Braucks, in: Röttinger/Weyringer (Hrsg.), Handbuch der Europäischen Integration, 2. Auflage, 1996, S. 969 (970).
[13] EA 1993, S. D 259 ff.
[14] Bull.EG, Beilage 6/93, S. 14 f., 67 ff. u. 77 ff.; siehe auch Dok. KOM (94) 319 endg. sowie die weitgehende Zustimmung des Rats, ABl.EG 1994 Nr. C 343/1.; näher MWLVD, CEE, S. 284 ff., 291 ff.
[15] Vgl. das Arbeitsprogramm der Kommission für Unternehmenspolitik (2000-2005), Dok. SEC (00) 771 endg., sowie Dok. KOM (00) 256 endg.
[16] Vgl. H. Lecheler, in: Grabitz/Hilf, EU, Art. 157, Rn. 2; Schweitzer/Hummer, Europarecht, Rn. 1676.
[17] Zur Genese Hellmann (Fn. 1), S. 14 f. u. 183 ff.; U. Immenga, Wettbewerbspolitik contra Industriepolitik nach Maastricht, EuZW 1994, S. 14 (17); Simons (Fn. 2), S. 234.
[18] Ablehnend auch I. Erberich, in: Bleckmann, Europarecht, Rn. 2756; S. Breier, in: Lenz, EGV, Art. 157, Rn. 2; a.A. P. Behrens, Pro und contra Maastricht: Eine Systemveränderung auf dem Prüfstand!, EuZW 1992, S. 521; U. Immenga, Die notwendige Diskussion des Vertrages von Maastricht, EuZW 1992, S. 457.
[19] Vgl. Dok. KOM (94) 319 endg., S. 11.
[20] So auch S. Breier, in: Lenz, EGV, Art. 157, Rn. 4.
[21] R. Lane, New community competences under the Maastricht Treaty, CMLRev. 1993, S. 939 (964); vgl. A. Jacquemin, Les enjeux de la compétitivité européenne et la politique industrielle communautaire en matière d'innovation, R.M.C. 1996, S. 175.
[22] Dok. KOM (94) 319 endg., S. 15; vgl. auch H. Lecheler, in: Grabitz/Hilf, EU, Art. 157, Rn. 18.
[23] Vgl. Dichtl/Issing (Hrsg.), Vahlens Großes Wirtschaftslexikon, 2. Aufl., 1996, S. 947; K.-H. Narjes, Industriepolitik - eine europäische Aufgabe?, in: Steger (Hrsg.), Industriepolitik, 1993, S. 85.
[24] I. Erberich, in: Bleckmann, Europarecht, Rn. 2746; anders jedoch z.B. ABl.EG 1994 Nr. C 343/ 1, 7. Spstr.
[25] So auch Hellmann (Fn. 1), S. 16.
[26] Ähnlich Entschließung des Rates zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaftsindustrie vom 21.11.1994, ABl.EG 1994 Nr. C 343/1; nahezu wortgleich Dok. KOM (94) 319 endg., S. 1.
[27] Zum Hintergrund dieser Abweichung Hellmann (Fn. 1), S. 16 f.
[28] ABl.EG 2000 Nr. L 333/84.
[29] Simons (Fn. 2), S. 81 ff. u. 125 ff.
[30] Dok. KOM (90) 556 endg., S. 5; kritisch auch Immenga (Fn. 17), S. 16.
[31] Beispiele bei Schulte-Braucks (Fn. 12), S. 979 ff.
[32] Dok. KOM (90), 556 endg., S. 12; so auch schon das Colonna-Memorandum (Fn. 5), S. 123 ff.
[33] Definition s. ABl.EG 1994 Nr. C 180/11 und ABl.EG 1996 Nr. C 213/4.
[34] Vgl. Dok. KOM (94) 207 endg., S. 1 f.; Schulte-Braucks (Fn. 12), S. 970 ff. m.w.N.
[35] Siehe oben Rn. 10, vgl. Dok. KOM (01) 98 endg.
[36] Vgl. Hellmann (Fn. 1), S. 17; skeptisch Immenga (Fn. 17), S. 16; zur Fusionskontrolle Ch. R. Schmidt, Die »Entwicklung des technischen und wirtschaftlichen Fortschritts«, 1992, S. 83 ff.
[37] Näher Schulte-Braucks (Fn. 12), S. 987 ff. m.w.N.
[38] VO (EWG) 2137/85 vom 25.7.1985, ABl.EG 1985 Nr. L 199/1; zum gemeinschaftlichen Unternehmensrecht s. u.a. Art. 44, Rn. 12 ff.
[39] So auch Hellmann (Fn. 1), S. 17 f.
[40] Siehe Art. 163, Rn. 5.
[41] Näher R. Rönck, Technische Normen als Gestaltungsmittel der Europäischen Gemeinschaftsrechts, 1995.
[42] So auch H. Lecheler, in: Grabitz/Hilf, EU, Art. 157, Rn. 8; Nicolaysen, Europarecht II, S. 358.
[43] Hellmann (Fn. 1), S. 18; Schweitzer/Hummer, Europarecht, Rn. 1688.
[44] So S. Breier, in: Lenz, EGV, Art. 157, Rn. 11; W. Müller-Huschke, in: Schwarze, EU-Kommentar, Art. 157, Rn. 24.
[45] So auch I. Erberich, in: Bleckmann, Europarecht, Rn. 2758; Nicolaysen, Europarecht II, S. 358.
[46] Zu dieser Rechtsfigur näher T. Stein, Die Querschnittsklausel zwischen Maastricht und Karlsruhe, in: FS-Everling, 1995, S. 1439 (1441 ff.); Art. 6, Rn. 4 ff.
[47] Zu Einzelheiten P. Buigues/A. Sapir, Community Industrial Policies, in: Nicolaides (Hrsg.), Industrial Policy in the European Community, Dordrecht, 1993, S. 24 ff.
[48] Dok. KOM (94) 319 endg., S. 11.
[49] Für die stärkere Beachtung industriepolitischer Belange im Rahmen der Fusionskontrolle plädierte insb. das Europäische Parlament, vgl. ABl.EG 1991 Nr. C 280/140 (de Havilland); vgl. auch L. Vogel, Industriepolitik und Wettbewerbsrecht aus französischer Sicht am Beispiel der Fusionskontrolle, RIW 1996, S. 638 ff.
[50] Näher D. Gasse, Die Bedeutung der Querschnittsklauseln für die Anwendung des Gemeinschaftskartellrechts, 2000, S. 71 ff.
[51] Vgl. E.-J. Mestmäcker, Fusionskontrolle im Gemeinsamen Markt zwischen Wettbewerbspolitik und Industriepolitik, EuR 1988, S. 349 (356 ff.); I. Schmidt, Europäische Industriepolitik - ein Widerspruch zur Wettbewerbsordnung?, WuW 1995, S. 971 (978. ff); A. Schmidt, Die Europäische Wettbewerbspolitik nach dem Vertrag von Amsterdam, WuW 1999, S. 133 ff.
[52] Dok. KOM (90) 556 endg., S. 8; kritisch Immenga (Fn. 17), S. 17 f.
[53] EuGH, Rs. C-70/88, Slg. 1991, I-4564, Rn. 9 (Parlament/Rat); näher S. Breier, Der Streit um die richtige Rechtsgrundlage in der Rechtsprechung des EuGH, EuR 1995, S. 46.
[54] Stein (Fn. 46), S. 1452 f.
[55] So auch Dok. KOM (94) 319 endg., S. 11.
[56] EuGH Rs. C-42/97, Slg. 1999, I-869, Rn. 37 f., 41 f. (Parlament/Rat).
[57] S. Breier, in: Lenz, EGV, Art. 157, Rn. 13; enger Hellmann (Fn. 1), S. 19 f.
[58] Vgl. Dok. KOM (94) 319 endg., S. 11.
[59] Beispiele siehe Rn. 10 ff.
[60] P. Hommelhoff, Industriepolitik versus Wettbewerbspolitik im Maastricht-Vertrag, in: ders./ Kirchhof (Hrsg.), Der Staatenverbund der Europäischen Union, 1994, S. 136.
[61] Vgl. insb. den - zur Überarbeitung anstehenden - Gemeinschaftsrahmen für staatliche KMU-Beihilfen, ABl.EG 1996 Nr. C 213/4, sowie die sektoriellen Beihilfevorschriften.
[62] Hellmann (Fn. 1), S. 20; ähnlich MWLVD, CEE, S. 255.
[63] I. Erberich, in: Bleckmann, Europarecht, Rn. 2756; Hommelhoff (Fn. 60), S. 139.
[64] Ähnlich Hommelhoff (Fn. 60), S. 140, W. Müller-Huschke, in: Schwarze, EU-Kommentar, Art. 157, Rn. 31.
[65] Vgl. H. Lecheler, in: Grabitz/Hilf, EU, Art. 157, Rn. 12 f.
[66] Daher ablehnend W. Cremer, Forschungssubventionen im Lichte des EGV, 1995, S. 193 f.
[67] So fragend Stein (Fn. 46), S. 1443 f., zur Umgehung von Harmonisierungsverboten s. S. 1449 ff.
[68] Siehe auch EuGH Rs. 249/85, Slg. 1987, 2360, Rn. 16 (Albako).
[69] So im Ergebnis auch S. Breier, in: Lenz, EGV, Art. 157, Rn. 16; a.A. I. Erberich, in: Bleckmann, Europarecht, Rn. 2760; vgl. W. Müller-Huschke, in: Schwarze, EU-Kommentar, Art. 157, Rn. 31.
[70] Immenga (Fn. 18), S. 457.
[71] Frees (Fn. 10), S. 287.
[72] Steindorff (Fn. 10), S. 194.
[73] M. Beise, EG-Industriepolitik nach Maastricht: Der Europäische Gerichtshof als Hüter der Marktwirtschaft?, in: Scholz (Hrsg.), Deutschland auf dem Weg in die EU, 1994, S. 320 (327); Schmidt (Fn. 50), S. 983. ff; Simons (Fn. 2), S. 235 f.
[74] MWLVD, CEE, S. 255.
[75] M. Bangemann, La politique industrielle européenne: ce qu'elle est, ce qu'elle veut, R.M.C. 1996, S. 154 (155); S. Micossi, Nouvelles orientations de la politique industrielle dans l'Union Européenne, R.M.C. 1996, S. 158 (164); W. Müller-Huschke, in: Schwarze, EU-Kommentar, Art. 157, Rn. 34.
[76] I. Erberich, in: Bleckmann, Europarecht, Rn. 2750 f.
[77] Vgl. Beschluß des Bundesrats vom 18.12.1992, BR-Drs. 810/92, S. 10; Hellmann (Fn. 1), S. 181 f.

References: Art. 157
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 81
 Art. 163
 Art. 308
 Art. 3
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 163
 Art. 3
 Art. 157
 EuGH 
 Art. 3
 Art. 4
 Art. 5
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 4
 Art. 98
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 308
 Art. 157
 Art. 308
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 44
 Art. 163
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 6
 EuGH 
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157
 EuGH 
 Art. 157
 Art. 157
 Art. 157