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Timestamp: 2019-04-21 17:22:37+00:00

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Rechtsprechung: NVwZ-RR 1998, 357 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BVerwG, 18.07.1997
Bauen im Außenbereich - Erweiterung - Umbau einer baulichen Anlage ohne Baugenehmigung - Gesetzliche Bestimmung des Eigentumsinhalts - Bestandsschutz - Beseitigungsanordnung
BauGB § 35; GG Art. 14 Abs. 1 S. 2
Baurecht; Bestandsschutz bei Bauen im Außenbereich
VG München, 06.05.1996 - M 8 K 94.5066
DÖV 1998, 78
BauR 1997, 991
Dabei kann offen bleiben, ob - wozu die erkennende Kammer neigt - die Schutzwirkungen des Bestandsschutzes voraussetzen, dass Errichtung und Nutzung einer genehmigungspflichtigen baulichen Anlage von einer Baugenehmigung gedeckt sein müssen (so BVerfG, Beschluss vom 15.12.1995 - 1 BvR 1713/92 -, NVwZ-RR 1996, 483; BVerwG, Beschluss vom 18.07.1997 - 4 B 116.97 -, NVwZ-RR 1998, 357 ; Bayerischer VGH, Beschluss vom 28.03.2007 - 1 CS 06.3006 -, BRS 71 Nr. 193; Decker, BayVBl. 2011, 517 ; Uschkereit, BauR 2010, 718 ; Reichel/Schulte, Handbuch Bauordnungsrecht, 2004, Kap. 15 RdNr. 223; Decker, in: Simon/Busse, Bayerische Bauordnung, Kommentar, Stand Februar 2012, Art. 76 RdNrn.
Von dieser Rechtsmeinung ist der Senat u.a. in den von der Beschwerde genannten Entscheidungen vom 10. August 1990 - BVerwG 4 C 3.90 - (BVerwGE 85, 289) und vom 18. Juni 1997 - BVerwG 4 B 116.97 - (BauR 1997, 991) der Sache nach abgerückt.
Reparatur-, Instandsetzungs- oder Instandhaltungsmaßnahmen sind solche, die keine Veränderung der vorhandenen Bausubstanz oder der darauf bezogenen Nutzung bewirken (BVerwG, B.v.18.07.1997 - 4 B 116.97 -, NVwZ-RR 1998, 357, 358), weil sie nur geringfügig in den vorhanden Bestand eingreifen und nicht die Standfestigkeit des gesamten Bauwerks berühren, insbesondere keine statischen Neuberechnungen erfordern (vgl. BVerwG, U.v. 14.04.2000 - 4 C 5.99 -, NVwZ 2000, 1048, 1049 r.Sp.).
Grundsätzlich sind solche Maßnahmen, ungeachtet der Frage einfachgesetzlichen oder verfassungsunmittelbaren Bestandsschutzes, d. h., inwieweit es einen auf Bestandsschutz gegründeten Anspruch auf bauliche Veränderung außerhalb gesetzlicher Regelungen gibt, vom Bestandsschutz gedeckt (vgl. BVerwG, B.v. 18.07.1997 - 4 B 116.97 -, a.a.O.), weil ansonsten mit dem ohne Unterhaltsarbeiten gegebenen natürlichen Ende des Gebäudes letztlich jegliche Nutzbarkeit entfiele (vgl. Lieder, ThürVBl. 2004, 81, 84 r.Sp.; Gehrke/Brehsan, NVwZ 1999, 932, 935; siehe auch Siekmann, NVwZ 1997, 853, 857 l.Sp.).
Bundesverwaltungsgericht, Beschluss vom 18.7.1997 - 4 B 116.97 - BRS 59 Nr. 96.
Das ist der Fall, wenn sich die Genehmigungsfrage im Sinne des § 29 Abs. 1 BauGB neu stellt, weil die Veränderung die Qualität einer Änderung oder Nutzungsänderung im Sinne dieser Vorschrift erreicht (vgl. z.B. BVerwG, Beschluss vom 18. Juli 1997 - BVerwG 4 B 116.97 - Buchholz 406.11 § 35 BauGB Nr. 331 = BauR 1997, 991).
Das ist unter anderem der Fall, wenn sich die Genehmigungsfrage im Sinne von § 29 BauGB neu stellt (vgl. z.B. BVerwG, Beschluß vom 18. Juli 1997 - BVerwG 4 B 116.97 - Buchholz 406.11 § 35 BauGB Nr. 331 = BauR 1997, 991).
Wenn die Prüfung ergibt, dass das Vorhaben den Nachbarn auf dem Baugrundstück nach § 15 Abs. 1 Satz 2 BauNVO zumutbar ist, müssen diese die Anlage hinnehmen, selbst wenn es dafür auch einen noch besser geeigneten Alternativstandort geben sollte (vgl. BVerwG, Beschl. v. 13.10.1998 - 4 B 93.98 - NVwZ 1999, 298; Beschl. v. 26.06.1997 - 4 B 116.97 - NVwZ 1998, 357).
Der Schutz der Eigentumsgarantie setzt gerade voraus, dass das Bauvorhaben des Bootshauses formell und materiell rechtmäßig ist (vgl. BVerwG, Beschluss vom 18. Juli 1997 - BVerwG 4 B 116.97 -, NVwZ-RR 1998, 357, juris Rn. 7).
VG München, 22.05.2014 - M 11 K 13.3437
Beseitigungsanordnung; Bestandsschutz; Ermessensfehler
Nach neuerer Auffassung (BVerfG, Kammerbeschl.v. 15.12.1995 - 1 BvR 1713/92 -, BayVBl 1996, 240 = BauR 1996, 235; BVerwG, Beschl.v. 18.7.1997 - 4 B 116/97 -, NVwZ-RR 1998, 357 = juris Rn. 7; BayVGH, Beschl.v. 25.9.2003 - 22 ZB 03.2110 u.a. -, NVwZ-RR 2004, 94;… BayVGH, Urt.v. 17.10.2006 - 1 B 05.1429 -, juris Rn. 24; BayVGH, Beschl.v. 28.3.2007 - 1 CS 06.3006 -, BRS 71 Nr. 193 = BayVBl 2008, 541) erstreckt sich der Bestandsschutz für bauliche Anlagen gegenüber Änderungen der Rechtsordnung nur noch auf den genehmigten Bestand und die genehmigte Funktion.
Erforderlich ist, dass das Vorhaben formell und materiell rechtmäßig ist bzw. war (BVerwG, Beschl.v. 18.7.1997 a.a.O.), um Bestandsschutz genießen zu können.
Das Bundesverwaltungsgericht habe mit Beschluss vom 18. Juli 1997 (4 B 116/97, juris) entschieden, dass Bauinstandhaltungsmaßnahmen nur solche seien, die keine Veränderung der vorhandenen Bausubstanz bewirkten, weil sie nur geringfügig in den vorhandenen Bestand eingriffen und nicht die Standfestigkeit des gesamtes Bauwerkes berührten, insbesondere keine statischen Neuberechnung erforderten.
OVG Saarland, 28.12.2015 - 2 A 165/15
Anfechtung einer Beseitigungsverfügung (Wechselwerbeanlage)

References: § 35
 Art. 14
 Art. 76
 § 29
 § 35
 § 29
 § 35
 § 15