Source: https://www.hs-osnabrueck.de/arbeitsgruppe-angewandte-gefluegelwissenschaften/forschung-und-entwicklung/projekte/
Timestamp: 2020-06-07 05:36:36+00:00

Document:
Biosecurity beim Wirtschaftsgeflügel, Untersuchungen zur Hygienesituation in geflügelhaltenden Betrieben, Konzeptentwicklung zur Ausbildung und Begleitung beratender Personen mit Schwerpunkt Biosecurity
Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson, Dr. S. Döhring
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) NN
Projektdauer Februar 2020 - Februar 2023
Finanzierung Landwirtschaftskammer NRW, Tierseuchenkasse NRW
Kontakt s.doehring@hs-osnabrueck.de
Die „Biosicherheit“ im Geflügelstall gewinnt vor dem Hintergrund der Tierseuchenprävention und des Verbraucherschutzes zunehmend an Bedeutung. Das übergeordnete Ziel des Projektes ist die Unterstützung der Tierhalter in Maßnahmen zur risikoorientierten Tierseuchenprävention. Im Rahmen des Projektes soll ein Zertifikatskurs mit Schwerpunktthema „Biosicherheit“ für Personen „geflügelnaher Berufe“ entwickelt und etabliert werden. Zu Beginn des Projektes erfolgen Untersuchungen zur hygienischen Situation geflügelhaltender Betriebe (Legehennen, Broiler, Puten) und zur derzeitigen Akzeptanz von Hygienemaßnahmen. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen die Inhalte des Zertifikatskurses sinnvoll ergänzen. Die Absolventen des Kurses können ihre erworbene Expertise zur Hygiene-Beratung geflügelhaltender Betriebe anbieten. Der Kurs soll den Blick auf betriebsindividuelle Kritische Kontrollpunkte (CCP critical control point) schulen. Betriebsindividuelle hygienische Schwachstellen sollen langfristig erkannt, nach Priorität und Risikopotential bewertet und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet bzw. angeregt werden.
Der Zertifikatskurs „Biosicherheit“ soll als Bestandteil der „Osnabrücker Poultry Academy“ interessierten Personen der „Wertschöpfungskette Geflügel“ langfristig als Zusatzqualifikation zur Verfügung stehen.
„Intelligent lichtsysteem – Intelligentes Lichtsystem“
Projektleitung T. Timmermann (LED Factory BV)
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) A. Uhlenkamp, L. Knüppel, Dr. L. Klambeck
Projektkoordinator Prof. Dr. R. Andersson
Kooperationspartner: LED Factory BV, FLI Friedrich-Loeffler-Institut, Institut für Tierschutz und Tierhaltung, COSMONIO IMAGING B.V.
Projektdauer: 1.7.2019-30.6.2022
Finanzierung Interreg V A
Kontakt r.andersson@hs-osnabrueck.de
In allen Bereichen der Geflügelhaltung, einschließlich der Haltung unter ökologischen Bedingungen und im Freiland, kann Federpicken und Kannibalismus jederzeit auftreten. Die Ursachen sind multifaktoriell, wobei sich Licht (Lichtspektrum, Lichtintensität, Frequenz) zunehmend als relevante Einflussgröße herauskristallisiert hat. Federpicken und Kannibalismus können sich innerhalb kürzester Zeit zu einem tierschutzrelevanten und wirtschaftlichen Problem entwickeln, so dass es notwendig ist, zeitnah und automatisch auf dieses Problem durch eine automatische Anpassung der Beleuchtung zu reagieren. Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer Ansteuerung der Lichtsysteme mittels künstlicher Intelligenz. Voraussetzung dafür ist zunächst eine Untersuchung unter kontrollierten Bedingungen, um die Systeme mit Grunddaten zu versorgen und „anzulernen“. Grundlage hierfür ist die Datenerhebung und Auswertung zum Tierverhalten, den Tierleistungen und der Tiergesundheit.
In einem Vorgängerprojekt wurden bereits geeignete LED-Leuchten entwickelt, die dem Sehvermögen von Geflügeltieren angepasst wurden. Federführender Projektpartner ist die LEDfactory aus Leeuwarden. Die Niederländer arbeiten im Projekt unter anderem zusammen mit der Hochschule Osnabrück, dem Institut für Tierschutz und Tierhaltung am Friedrich-Loeffler-Institut in Celle und den KI-Experten von COSMONiO aus Groningen. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projektes beträgt 1,15 Millionen Euro. Davon werden etwa 427.000 Euro aus dem INTERREG V A-Förderprogramm zur Verfügung gestellt.
Hyg-MobiLe: Mobilstallhaltung von Legehennen - Innovationen zur Umsetzung eines gesetzeskonformen Hygienemanagements in der Praxis
Projektleitung Prof. Dr. N. Kemper, Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover (übergeordnete Projektleitung)
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) M. Corbach
Teilprojektkoordinator Prof. Dr. R. Andersson
Kooperationspartner Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hochschule Osnabrück, Landwirtschaftskammer aus Niedersachen und Nordrhein-Westfalen, Hühnermobil Stallbau Weiland GmbH & Co KG
Projektdauer November 2018 bis Oktober 2021
Finanzierung Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung, Landwirtschaftliche Rentenbank
Kontakt m.corbach@hs-osnabrueck.de
Die Haltung von Legehennen in mobilen Ställen stellt eine tier- und umweltgerechte Alternative zu standortgebundenen Systemen dar. Allerdings bestehen in der Praxis bei der Umsetzung von allgemeinen Hygienemaßnahmen wie der Reinigung und Desinfektion in derzeit eingesetzten Mobilställen noch deutliche Defizite und Unsicherheiten. Dies trifft insbesondere auch auf die vorbeugende Absicherung der Geflügelbestände gegen Tierseuchen, sowie die gesetzlich geforderten Maßnahmen im konkreten Seuchenfall, beispielsweise die Aufstallungspflicht zu.
Ziel dieses Projektes ist es, ein Konzept bestehend aus einem modifizierten Mobilstall beziehungsweise Elementen zur Nachrüstung von bereits vorhandenen Ställen und einem Managementpaket mit Fokus auf allgemeinen und speziellen Hygienemaßnahmen zu entwickeln. Dieses Konzept soll sowohl den aktuellen seuchenhygienischen Vorschriften als auch dem Tier- und Umweltschutz Rechnung tragen. Hierzu erfolgen an zwei praxisnahen Versuchsstandorten Erhebungen zur Tiergesundheit, zum Tierverhalten, sowie zur Tier- und Umwelthygiene, auch unter den simulierten Bedingungen einer Aufstallungspflicht. So wird eine Bewertung und kontinuierliche Weiterentwicklung des Konzeptes bereits während des Projektes gewährleistet.
Der Ansatz greift somit bestehende Herausforderungen bei der Haltung von Legehennen in Mobilställen auf, um ein nachhaltiges, gesetzeskonformes Hygienemanagement unter besonderer Berücksichtigung des Tier- und Umweltschutzes zu erarbeiten und in der Praxis zu etablieren.
Evaluierung der Empfehlungen zur Verhinderung von Federpicken und Kannibalismus bei Jung- und Legehennen vor dem Hintergrund des Aufbaus und Betriebs eines Risiko orientierten Herdenmanagement (RoHm)
Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson
I. Funke (M. Sc.)
K. Häffelin (TÄ)
L. Klambeck (TÄ)
T. Weseloh (B. Sc.)
Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Niedersächsischer Geflügelwirtschaft Landesverband e.V.
Projektdauer 07.03.2017 bis 31.03.2020
Finanzierung Land Niedersachsen
rohm@hs-osnabrueck.de
Seit August 2016 verzichtet die Geflügelwirtschaft auf die bisher in der Praxis übliche prophylaktische Kürzung der Schnäbel bei Legehennenküken, basierend auf der Vereinbarung der Geflügelwirtschaft mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Seit Januar 2017 sieht der Erlass in Nie-dersachsen den finalen Verzicht auf die Schnabelkürzung vor. Grund dafür ist, dass es sich gemäß Tierschutzgesetz um eine Amputation handelt, die dem Tier Schmerzen und Leiden zufügt, da der Schnabel ein besonders empfindliches Sinnesorgan mit nervalen Einrichtungen bis in seine Spitze ist.
Der Verzicht auf die Schnabelkürzung erhöht jedoch generell auf allen Betrieben das Risiko des Auftre-tens schwerwiegender Folgen von Verhaltensstörungen in Form von Federpicken und Kannibalismus.
Zur Erleichterung des Umstiegs auf die Haltung schnabelungekürzter Tiere wurden im Rahmen des Tier-schutzplans Niedersachsen „Empfehlungen zur Verhinderung von Federpicken und Kannibalismus bei Jung- und Legehennen“ (Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbrau-cherschutz, 2017) erarbeitet und den Betrieben zur Verfügung gestellt.
Vor diesem Hintergrund soll von 2017 bis 2019 evaluiert werden, inwieweit die erarbeiteten Empfehlun-gen erfolgversprechend in der Praxis umgesetzt werden können und welche Anpassungen notwendig sind.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website: www.tieger-rohm.de
AgriCareerNet - Netzwerk für Agrarkarrieren – Teilvorhaben: "Netzwerk für Agrarkarrieren in der Offenen Hochschule Osnabrück"
Projektleitung Prof. Dr. H. Grygo
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in):
Teilprojekt 3.1
Dr. F. Kaufmann, L. Klambeck (TÄ), I. Goy (Dipl. Ing)
Prof. Dr. R. Andersson
Prof. Dr. H. Grygo
Kooperationspartner Universität Göttingen
Projektdauer 01.08.2014 – 07 2020
F.Kaufmann@hs-osnabrueck.de
Die Fakultät für Agrarwissenschaften der Georg-August-Universität Göttingen und die Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück haben sich zu dem Verbund „Netzwerk Agrarkarrieren“ zusammengeschlossen, um gemeinsam wissenschaftliche Weiterbildungsangebote für die besonders in Niedersachsen, aber auch deutschlandweit wichtige Branche der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu entwickeln. Das Ziel des Projektes ist es, weiteren Personengruppen den Zugang zur Bildung an den Hochschulen zu ermöglichen: Personen mit Berufsausbildung und Berufserfahrung, Erwerbstätigen, die sich weiter qualifizieren wollen, Arbeitslosen und Personen nach einer Unterbrechung der Erwerbstätigkeit und solchen, die aus einer Erwerbstätigkeit heraus ihr Wissen aktualisieren und ergänzen wollen, allgemein Personen, die dauerhaft oder zeitweise in Teilzeit studieren wollen (Berufstätige, Personen mit Familienpflichten). Die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung soll u.a. durch Anerkennung beruflich erworbener Kompetenzen in agrar- und ernährungswirtschaftlichen und agrartechnischen Profilen verbessert werden. Diese Angebote erweitern die Kompetenzprofile der Beschäftigten in den Agrarunternehmen aktuell und bedarfsgerecht auf akademischem Niveau. Damit stärken sie die Unternehmen auf dem dynamischen, zunehmend globalen Markt und die Arbeitnehmer in der dauerhaften Sicherung ihrer Beschäftigungsfähigkeit. Die zu entwickelnden Studiengänge und Zertifikatskurse decken ein breites Spektrum vom Einstieg in ein berufsbegleitendes Bachelorstudium über einen berufsbegleitenden und einen weiterbildenden Master bis zu Wiedereinstiegs- und Umorientierungsmodulen ab. Das Projekt konzentriert sich auf Handlungsfelder an ausgewählten interdisziplinären Schnittstellen, die eine hohe Aktualität in der Agrar- und Ernährungswirtschaft haben und in denen ein größerer akademischer Kompetenzbedarf besteht: Das sind zum einen die fachwissenschaftlichen Schnittstellen zwischen
1. Nutztierproduktion und Tierwohl/Ethik
2. Agrarwissenschaften und Markt
3. Technologieanwendung und Management
In diesen Bereichen gibt es neue Herausforderungen in den Unternehmen, für die neue oder ergänzende Kompetenzprofile benötigt werden. Hierzu sollen die zu entwickelnden Studiengänge und Zertifikatsprogramme im Projekt einen Beitrag leisten. Darüber hinaus werden integrativ im Projekt Entwicklungen in der Hochschuldidaktik und im Hochschulmanagement an zwei weiteren Schnittstellen vorangebracht:
4. E-Learning bzw. Blended Learning und akademische Kompetenzvermittlung (Didaktik)
5. Profilentwicklung Offene Hochschule und Hochschulmanagement
Durch den Zusammenschluss einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften und einer Universität mit klarer Forschungsorientierung wird es möglich, von einer gemeinsamen technologischen und institutionellen Plattform aus unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen und innovative Themenfelder zu erschließen. Die Kooperation deckt mit den geplanten Entwicklungsprojekten die Bandbreite möglicher Angebotsformen ab und erprobt neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Hochschultypen. Die Weiterbildungsangebote sollen nah am Bedarf und im Austausch mit den Zielgruppen entwickelt werden. Dafür soll am Anfang des Projekts ermittelt werden, welche besonderen Bedarfe die verschiedenen Zielgruppen und die Unternehmen speziell in der Agrar- und Ernährungswirtschaft haben und wie die Bildungsangebote strukturiert sein müssen, damit funktionierende Lerngruppen gebildet und von der Hochschule mit vertretbarem Ressourcenaufwand begleitet werden können.
Das geplante Projekt ist in Teilprojekte gegliedert, die jeweils von einem der Verbundpartner verantwortlich geleitet und durchgeführt werden. In diesen Teilprojekten werden einerseits die geplanten Weiterbildungsangebote konzipiert, entwickelt und gegebenenfalls erprobt (TP 1 bis 3 OS, TP 1 bis 3 GÖ) und andererseits die übergreifenden Aufgaben wie Bedarfsanalysen, E-Learning-Konzeption und Umsetzung, Didaktik und Entwicklung von Managementstrukturen bearbeitet (TP 4 und 5 OS, TP 4 und 5 GÖ). Die letztgenannten Teilprojekte stützen die übrigen Teilprojekte und fördern insgesamt die Integration der Bildungsformen und –angebote in die Hochschule. Das Teilprojekt 5 GÖ arbeitet zusammen mit dem Teilprojekt 5 OS, TP 4 GÖ steht in engem fachlichem Austausch mit dem entsprechenden Teilprojekt 4 OS; über diese besonders enge Zusammenarbeit hinaus gibt es Kooperationen zwischen allen Teilprojekten in Arbeitsgruppen sowie Workshops. Die Projektleitung und Projektkoordination sowie das Projektmanagement an den beiden Standorten organisieren die Kooperation und sind verantwortlich für Controlling und Evaluationen sowie für die Öffentlichkeitsarbeit. Zur Aufgabe der Projektkoordination gehört es außerdem, die Bearbeitung der übergreifenden Themen Qualitätssicherung, Zulassung und Anrechnung sowie Gender und Diversity zu koordinieren und zu strukturieren. Eine Arbeitsgruppe Verbund gewährleistet in regelmäßigen Treffen den produktiven Austausch und die inhaltliche Abstimmung der Partner auf Managementebene. In Arbeitsgruppen der fachlich zusammenarbeitenden Projektbeteiligten werden die Konzepte abgestimmt und gemeinsame Ergebnisse erarbeitet. Das Projekt soll begleitet werden von einem Beirat, dem führende Unternehmen und Verbände der Agrar- und Ernährungsbranche angehören.
Geflügeleinstreu - Erprobung neuer Verfahren zur Verbesserung der Fußballengesundheit und Stallluft
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) K. Toppel (M.Sc.)
Projektkoordinator K. Toppel (M.Sc.)
Projektdauer 2016 - 2020
Finanzierung Wirtschaft
Kontakt K.Toppel@hs-osnabrueck.de
Die Einstreu in Mastgeflügelställen wurde als Haupteinflussfaktor auf Veränderungen an Fußballen von Masthühnern und Mastputen erforscht und vielfach bestätigt. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Einstreufeuchtegehalt zu. Die Gesundheit der Fußballen steht im Fokus der deutschen Mastgeflügelhaltung, Veränderungen an den Fußballen sind sowohl in der Masthühner- als auch in der Putenhaltung zu erheben und zu bewerten. Die zurzeit etablierten Maßnahmen im Zusammenhang mit der Einstreu sind das Nachstreuen und Durcharbeiten des Kot-Einstreugemisches. Zwischen den Durchgängen wird alternativ ein Wechsel der Einstreumaterialien vorgenommen um positive Eigenschaften auf die Fußballengesundheit zu erproben. In der vorliegenden Studie werden neue Ansätze zu Einstreuverfahren überprüft. Neben der möglichen positiven Beeinflussung der Fußballengesundheit über die Veränderung der Einstreuqualität wird in der Studie ein Effekt auf die Stallluft in Form verringerter Ammoniakwerte überprüft.
Aktualität: absteigend
Entwicklung und Erprobung eines externen Standards zur Vereinheitlichung der Erhebung und Bewertung von Fußballenveränderungen bei Mastputen am Schlachthof II
K. Toppel (M.Sc.)
Projektkoordinatorin K. Toppel (M.Sc.)
Projektdauer 01.01.2019 - 10.01.2020
Finanzierung Land Niedersachsen - Tierschutzplan
Fußballengesundheit wird als geeigneter Indikator ausgewiesen, um einen Hinweis auf die Tiergesundheit und das Tierwohl zu erhalten. Anzeichen für den Erfolg des Managements im Betrieb können hieraus abgeleitet werden. Zum aktuellen Zeitpunkt erfolgt die Bewertung des Sohlenballens von Puten und Masthühnern am Schlachthof sowohl manuell als auch mittels automatisierter bildgebender Unterstützung. Das Kamerasystem bietet, im Vergleich zur manuellen Fußballenbewertung, die Möglichkeit einer objektiven Bewertung.
Die Hauptstudie des Projekts „Entwicklung und Erprobung eines externen Standards zur Vereinheitlichung der Erhebung und Bewertung von Fußballenveränderungen bei Mastputen am Schlachthof“ knüpft an die Ergebnisse der Vorstudie an. Ziel der Hauptstudie war die Entwicklung und Erprobung einer sogenannten Physikalischen Platte zur Kalibrierung und erweiterten Validierung der Kamerasysteme zur Bewertung der Fußballen auf Puten-Schlachthöfen. Zusätzlich wurde eine überarbeitete Version der Putenfuß-Dummys (siehe Vorstudie) erprobt, die in ihrer Grundfarbe und der Farbe der veränderten Areale (entspricht Fußballenveränderungen) den originalen Putenfüßen weiter angepasst wurde. Die Physikalische Platte und die Putenfuß-Dummys konnten im Rahmen der Erprobung als sinnvolle Ergänzung zur Erhöhung der Ergebnisgenauigkeit der Kamerasysteme bestätigt werden. Die Nutzung der Physikalischen Platte ist für die Schlachthöfe an die Installation einer dazugehörigen Software gekoppelt. Eine wissenschaftliche Begleitung und engmaschige Kontrolle der Systeme, insbesondere zu Beginn einer Praxisnutzung, ist aufgrund der noch nicht vollständigen Praxisreife empfehlenswert.
Verbundprojekt: Automatisierte Erfassung von Tierwohlindikatoren bei Geflügel "AutoWohl"
Automatic measurement of animal welfare indicators in poultry ("Autowohl")
Teilprojektleitung Prof. Dr. R. Andersson
Teilprojektkoordinatorin Dr. S. Döhring
Kooperationspartner Tierärztlichen Hochschule Hannover (übergeordnete Projektleitung), Universität Kassel, LMU München, Firma CLK in Altenberge, Unternehmen aus den vor- und nachgelagerten Bereichen
Projektdauer April 2017 – Dezember 2019
Finanzierung Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL)
s.doehring@hs-osnabrueck.de
Ziel des Verbundprojektes zur automatisierten Erfassung von Tierwohlindikatoren bei Geflügel („AutoWohl“) war die Entwicklung und Validierung verbesserter und neuer Messsysteme zur automatisierten bildgestützten Erfassung von Tierwohlindikatoren am Schlachthof und im Bestand bei Legehennen, Masthühnern und Puten um die Standardisierung, Objektivierung und Zeiteffizienz der Befunderhebung zu erhöhen. Im Rahmen des Verbundprojektes wurde ein Kamerasystem zur Detektion von Gefiederschäden bei Legehennen im Bestand entwickelt und erprobt. Der Gefiederstatus erlaubt u.a. Rückschlüsse auf die Haltungs- und Managementbedingungen und gilt als ein geeigneter Indikator zur Einschätzung des Tierwohls. Produktionsbegleitende Bonituren des Gefieders erfolgen bislang manuell, jedoch weder flächendeckend noch nach einem einheitlichen Schema. Der hier entwickelte Prototyp eignet sich zur automatisierten Erfassung des Gefiederstatus brauner Hennen. Die prozentuale Fläche veränderter Areale (fehlende Deckfedern/unbefiederte Bereiche) wird vom Kamerasystem mit Bezug zum 100%-Bereich (Fläche aller Hennen im Bild) ausgewiesen.
Die Erlangung einer Praxisreife des Systems bedarf weiterer Entwicklungsarbeiten. Der Gefiederstatus weißer Genetiken erfordert beispielsweise die Integration unterstützender Technik, da das System Deckgefieder und Dunenfederkleid mittels Kontrast- bzw. Farbunterschiede detektiert. In ersten Untersuchungen erwies sich Wärmebildtechnik als geeignet, Gefiederschäden -unabhängig von der Farbe des Deckgefieders- anzuzeigen. Areale, die in ihrer Befiederung reduziert sind, können mit Hilfe der Wärmebildtechnik durch die herabgesetzte Isolierung lokalisiert werden. Die Wärmebildtechnik erhöht außerdem das Potential des Systems zur Früherkennung von Gefiederschäden. Befinden sich erste Gefiederschäden im Bereich des Rückens, werden sie von den Flügeln ggf. überdeckt. Diese Areale sind jedoch herabgesetzt wärmeisoliert und könnten somit detektiert werden.
Projektdauer 1.11.2016 - 30.04.2017
Ziel des Projektes war die Entwicklung und Erprobung eines externen Standards für die Fußballenbewertung bei Puten. Der externe Standard (Dummy) soll zum einen der Vereinheitlichung bei der manuellen Bonitur der Fußballen dienen, zum anderen stellt der Dummy ein weiteres Validierungstool für die Kamerasysteme der Schlachthöfe dar. So lässt sich mittels des externen Standards das System auf Präzision und Richtigkeit überprüfen (Validierung) und ermöglicht bei Abweichungen ein frühzeitiges Eingreifen bzw. eine schnellstmögliche Behebung von Fehlern. Um die Generierung valider und reproduzierbarer Ergebnisse mittels Kamerasystem zu fördern, wurden im Rahmen des Projektes Putenfüße mit Veränderungen unterschiedlicher Ausprägung nachgebildet, die durch das Einhängen in die Schlachtkette das Kamerasystem passieren und eine Bewertung auslösen können. Diese sogenannten Dummys wurden aus einem silikonähnlichen Material hergestellt und können -ohne Beeinträchtigung ihrer Farbe und Form- gereinigt und desinfiziert werden. Die Anwendung der Putenfuß-Dummys erwies sich innerhalb dieser Vorstudie als praktikabel. Um die Putenfuß-Dummies jedoch zukünftig als externe Standards für die Validierung der Kamerasysteme nutzen zu können, bedarf es der Erfüllung mehrerer Voraussetzungen (insbesondere Anpassungen der Dummyfarbe, Verbesserung der Kompatibilität mit der Technik durch technische Erweiterungen und Anpassungen…). Zur Erfüllung dieser Voraussetzungen ist der Anschluss einer Hauptstudie an diese Vorstudie sinnvoll.
Erhöhung der Eigewichte einer Dual-Genetik als Legehennen für die ökologische Legehennenhaltung
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in): Dr. F. Kaufmann
Projektkoordinator: Dr. F. Kaufmann
Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
Projektdauer 30.09.2016 – 30.09.2017
Kontakt F.Kaufmann@hs-osnabrueck.de
Aufgrund des geänderten Stellenwertes des Tierschutz in Europa und der damit einhergehenden Veränderungen hinsichtlich Moral und Ethik haben sich die agierenden Zuchtunternehmen intensiv mit der Weiterentwicklung sogenannter ‚Dual Purpose‘ – Genetiken auseinandergesetzt und die Leistungen der Hähne (Fleischansatz, Wachstumsraten) und Hennen (Eizahl/Henne, Persistenz) nochmals verbessert. Vor dem Hintergrund der vergleichsweise höheren Produktionskosten, vor allem verursacht durch eine schlechtere Futterverwertung und höhere Stallplatzkosten in mobilen Haltungssystemen, spielt die Verbraucherakzeptanz und somit die Vermarktung eine entscheidende Rolle in solchen Produktionssystemen. Aus eigenen Erfahrungen heraus lässt sich jedoch folgern, dass die vergleichsweise kleineren Eier der Dual-Genetik, eine zum Teil erheblich geringe Akzeptanz beim Verbraucher finden und dadurch die Vermarktung über Hofladen, Verkaufsstellen und LEH erschwert ist. Dieser Effekt wird verstärkt, wenn zeitgleich Produktalternativen zur Verfügung stehen und die Eier der Dual-Genetiken substituierbar sind. Aufgrund der höheren Produktionskosten ist eine Erhöhung der Akzeptanz durch eine ‚angepasste Preispolitik‘ nicht möglich und auch mit den ideellen Rahmenbedingungen nicht vereinbar (Aufzucht der Hähne etc.). Es ist bekannt, dass die Eigröße von verschieden Faktoren abhängig ist (Alter, Klima, Körpergewichtsentwicklung, Uniformität, Fütterung etc.) und entsprechend im gewissen Rahmen beeinflussbar ist (COON, 2002; OKAZAKI et al., 1995; LUI et al., 2004; ZHANG and COON, 1994; SUMMER and LEESSON, 1993; SCHÄUBLIN, 2005; DAMME und HILDEBRAND, 2002). Als wesentlicher Faktor kristallisiert sich die Fütterung, hier im Besonderen die Gehalte an Linolsäure (n-6-essentielle Fettsäure) und Methionin, heraus. Insbesondere durch eine Anreicherung des Futters mit Linolsäure (auf 2,4 – 4 %) konnten in verschieden Studien die Einzeleigewichte signifikant erhöht werden (SCHÄUBLIN et al., 2005; WHITEHEAD, 1981; HOYLE and GARLICH, 1987; SCAGG et al., 1987, GROBAS et al., 2001, HALLE, 1998; LOHMANN, 2009). In Abhängigkeit des Zeitpunktes und der Höhe der Supplementierung werden Erhöhungen der Einzeleigewichte bis zu 4,5 g diskutiert (GONZALEZ-MUNOZ et al., 2009). Hierfür entscheidend ist bereits eine optimale Aufzucht hinsichtlich der Körpergewichtsentwicklung und Uniformität der Herde. Bereits in der Aufzucht wirkt sich eine Anreicherung des Futters mit Linolsäure positiv auf die späteren Eigewichte, insbesondere in der Startphase, aus, da sich diese im Abdominalfett anreichert und dann zu Produktionsbeginn zur Verfügung steht (HALLE, 1998). Im vorliegenden Versuch soll eine Beeinflussung und Optimierung (Erhöhung) der Eigewichte einer Dual-Genetik durch Anreichung von Linolsäure im Futter untersucht werden. Geplant ist eine gesexte Aufstallung von insgesamt N = 900 Tieren, davon n=450 Hähne in Hühnermobil 1 und n = 450 Hennen in Hühnermobil 2. Die Hähne in Hühnermobil 1 werden dann ab Lebenstag 70 bis 84 geschlachtet, sodass nach einer kurzen Serviceperiode im Mobilstall 1 die Hennen auf beide Mobile gleichmäßig verteilt werden (n = 225 je Mobilstall). Ab der 13. Lebenswoche wird der Linolsäureanteil im Futter der Hennen aus der Versuchsgruppe sukzessive auf 3 % angehoben, während in der Kontrollgruppe ein klassisches Fütterungsregime angewendet wird. Zum Anheben des Linolsäuregehalts wird das Futter mit Sonnenblumenöl in Ökoqualität angereichert. Bis zum Eintritt in die Legereife wird dieser Anteil beibehalten und mit der Futterumstellung auf ‚Legemehl 1‘ nochmals auf 3,5 % erhöht. In Abhängigkeit der Entwicklung der Tiergewichte sowie der quantitativen und qualitativen Legeleistung (u.a. Eigewichte) wird der Anteil an Linolsäure mit der Umstellung auf ‚Legemehl 2‘ entweder a) reduziert auf 2,2 % oder b) die Supplementierung eingestellt, der weitere Verlauf der Legeleistung aber weiterhin verfolgt. Im Verlauf des Versuchs werden sämtliche Leistungsparameter der Hähne und Hennen erhoben, wobei der Fokus auf der quantitativen und qualitativen Legeleistung der Hennen in der Versuchs- und Kontrollgruppe liegt.
Bewertung der Leistungs- und Gesundheitsdaten: Aufzucht und Legephase In-Ovo geschlechtsbestimmter Tiere
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in): Dr. S. Döhring
Projektkoordinatorin: Prof. Dr. A. Einspanier (Uni Leipzig)
Kooperationspartner Universität Leipzig
Projektdauer 12.07.2016 bis 14.03.2017
Finanzierung Physiologisch-chemisches Institut, Universität Leipzig
Eine Alternative zur umstrittenen, derzeit gängigen Praxis des Tötens männlicher Eintagsküken ist die „In-ovo“-Geschlechtsbestimmung bebrüteter Eier. Die Arbeitsgruppe am Veterinär-Physiologisch-Chemischen Institut (VPCI) hat unter der Leitung von Prof. Dr. Almuth Einspanier ein Verfahren zur technisierten, endokrinologischen „In-ovo“-Geschlechtsbestimmung entwickelt. Um die „In-ovo-gesexten“ Tiere mit Tieren aus konventioneller Herkunft bezüglich ihrer Entwicklung, ihrer Leistung und ihres Verhaltens vergleichen zu können, erfolgte eine unabhängige Aufzucht- und Leistungsprüfung an der Hochschule Osnabrück. Die Tiere der Kontrollgruppe stammten von derselben Elterntierherde. Die Aufzucht- und Leistungsprüfung beinhaltete die Erfassung von Entwicklungsparametern und Leistungsparametern sowie Parametern, die als Hinweisgeber für Verhaltensstörungen (Federpicken, Kannibalismus) gelten. Zwischen den beiden Gruppen (in-ovo / Kontrolle-Standardschlupf) konnten keine relevanten Unterschiede bezüglich Entwicklungs-, Leistungs- und Gesundheitsparameter nachgewiesen werden. Die Erfolgsquote der Geschlechtsbestimmung in der IO-Gruppe lag bei 100%, alle Tiere wiesen den Phänotyp einer Henne auf.
Geflügeleinstreu - Verfahrensvergleich
Wissenschaftliche Mitarbeiterin K. Toppel (M.Sc.)
Kooperationspartner Wirtschaftsunternehmen
Projektdauer 2016-2018
Die Einstreu in Mastgeflügelställen wurde als Haupteinflussfaktor auf Veränderungen an Fußballen von Masthühnern und Mastputen erforscht und vielfach bestätigt. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Einstreufeuchtegehalt zu. Die Gesundheit der Fußballen steht im Fokus der deutschen Mastgeflügelhaltung, Veränderungen an den Fußballen sind sowohl in der Masthühner- als auch in der Putenhaltung zu erheben und zu bewerten. Die zurzeit etablierten Maßnahmen in Zusammenhang mit der Einstreu sind das Nachstreuen und Durcharbeiten des Kot-Einstreugemisches. Zwischen den Durchgängen wird alternativ ein Wechsel der Einstreumaterialien vorgenommen um positive Eigenschaften auf die Fußballengesundheit zu erproben. In der vorliegenden Studie werden neue Ansätze zu Einstreuverfahren überprüft. Neben der möglichen positiven Beeinflussung der Fußballengesundheit über die Veränderung der Einstreuqualität wird in der Studie ein Effekt auf die Stallluft in Form verringerter Ammoniakwerte überprüft.
Tageslicht im Stall – Anforderungen an das Spektrum von Lichtquellen bei Geflügel
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) J. D. Kämmerling (Dipl. Ing. FH)
Projektkoordinator J. D. Kämmerling (Dipl. Ing. FH), C. Arndt (TÄ), Dr. S. Döhring
Der Gesetzgeber fordert, dass Kunstlicht in Geflügelställen dem natürlichen Licht so weit wie möglich entsprechen muss (§ 13 Abs. 3 bzw. § 18 Abs. 5; Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung). Diese Forderung wirft die Frage auf, wie natürliches Licht definiert ist und wie Vögel ihre Umwelt wahrnehmen. Das Vogelauge unterscheidet sich von dem des Menschen in seiner spektralen Empfindlichkeit. Der gesamte human sichtbare Bereich schließt, im Gegensatz zum Vogel, den UV-A-Bereich aus. Ultraviolette Wellenlängenbereiche tragen beim Vogel zum Hellempfinden bei. Es ist anzunehmen, dass natürliches Tageslicht den Ansprüchen der Vögel am ehesten entspricht. Daher wurde anhand spektralradiometrischer Messungen die Zusammensetzung des Tageslichtes im Tages- und Jahresverlauf an verschiedenen Standorten (freier Himmel oder unter einem Blätterdach) ermittelt und mit spektralradiometrischen Messergebnissen aus einem Legehennenstall verglichen. Die Messungen im Stall ermöglichen eine erste Charakterisierung der spektralen Zusammensetzung des Stalllichtes und machen Unterschiede in einzelnen Stallbereichen deutlich, die auf Vorkommen oder Abwesenheit von natürlichen Lichtquellen zurückzuführen sind. Unter Einfluss von Tageslicht ähneln die Spektren denen unter freiem Himmel. Die „Outdoor“-Messungen zeigen, dass sich das Tageslicht sehr gut charakterisieren lässt, das Spektrum jedoch je nach Standort und in Abhängigkeit der Filtereigenschaften der Vegetation variiert. Die natürlichen Habitate der Nutzgeflügelarten unterscheiden sich. Während Hühner ursprünglich in tropischen und subtropischen Wäldern Südostasiens beheimatet sind, kann bei der Ausgangsform der Pute vom südmexikanischen Truthuhn ausgegangen werden, dessen natürliches Habitat Steppen, Waldränder und lichte Wälder umfasst. Mutmaßlich haben Tiere, die ein Habitat mit Blätterdach bevorzugen, andere Anforderungen an Lichtquellen als Tiere, die bevorzugt „unter freiem Himmel“ leben. Demnach sollte eine speziesdifferenzierte Ausleuchtung des Stalles, wahrscheinlich sogar differenziert nach Funktionsbereichen, erfolgen.
Die vorliegenden Ergebnisse der Tageslichtmessung können zur Entwicklung von Leuchtmitteln, die ein tageslichtähnliches Spektrum für Nutzgeflügel erfüllen, herangezogen werden. Die Überprüfung der These bezüglich der differenzierten Ansprüche der Tiere an die Ausleuchtung ihrer Umwelt bedarf weiterer Studien.
Reduzierung der Fußballenveränderung durch Einstreuzusatz
Im Projekt wird geprüft ob durch den Zusatz eines Einstreugranulats die Fußballengesundheit von Mastgeflügel positiv beeinflusst werden kann. Im ersten Schritt werden die bestehende Literatur und die Studienergebnisse zum Einsatz des Zusatzes im internationalen sowie nationalen Raum geprüft. Zudem wird die Anwendung des Einstreuzusatzes erprobt. Anschließend wird unter Praxisbedingungen überprüft welchen Effekt das Einstreugranulat auf die Fußballengesundheit hat. Neben den üblichen biologischen Parametern werden ebenfalls Stallklimadaten und Einstreuparameter während des Durchgangs erhoben und bewertet.
Erprobung von Legehennengenetiken im Kontext „Ausstieg aus dem Schnabelkürzen“ sowie „Alternativen zur Tötung männlicher Legehybriden“
T. Weseloh (B.Sc.)
C. Gutsch (B.Sc.)
Projektdauer 1.4.2013 – 31.12.2016
Die Legehennenhaltung in Deutschland unterliegt aktuell starken Diskussionen, da sie hinsichtlich verschiedener Tierschutzaspekte kritisch gesehen wird. Zwei wesentliche Diskussionspunkte stellen die Schnabelkürzung der Legehennen, sowie die Tötung der männlichen Eintagsküken nach Schlupf dar (beides Gegenstand des Tierschutzplan Nds.). Mit dem beschlossenen Ausstieg aus der Schnabelkürzung in 2016 sind jedoch weiterhin Probleme verbunden, da die Kürzung des Schnabels bislang als ‚unerlässlich‘ galt um die Folgen der Verhaltensstörung Federpicken und/oder Kannibalismus zu minimieren. Da die Verhaltensstörung Federpicken und/oder Kannibalismus multifaktoriell begründet ist, sind mit der Haltung von Legehennen mit intaktem Schnabel künftig erhöhte Anforderungen, respektive Herausforderungen an das Herdenmanagement, der Tier-Umwelt-Interaktion und der Genotypen verbunden. Im Rahmen des vorliegenden Projekts wird diese Thematik systematisch adressiert. Am Versuchsbetrieb ‚Waldhof‘ der Hochschule Osnabrück sind seit 2013 Legehennen mit intaktem Schnabel vom Genotyp Lohmann Sandy (2 verschiedene Linien) in einer Leistungsprüfung aufgestallt. Untersucht wird, neben der Entwicklung klassischer Leistungsparameter (quantitative und qualitative Legeleistung, Futterverwertung, Körpergewichtsentwicklung, etc.), das Verhalten der Legehennen unter verschiedenen Lichtquellen und Beleuchtungsspektren, sowie Beschäftigungsmaterialien. Durch ein eigens hierfür konzipiertes Managementprogramm durchliefen beide Versuchsgruppen im Dezember 2015 die 2. künstlich induzierte Legepause. Hierdurch wurde die Nutzungsdauer der Legehennen verlängert, was zum einen nachhaltig ist und zum anderen die notwendige Bereitstellung von Junghennen vermindert und somit einen positiven Einfluss auf die Problematik ‚Tötung männlicher Eintagsküken‘ hat. Ausgründend aus dem Versuch am Waldhof wurde in 10/2015 parallel begonnen, die gewonnen Erkenntnisse in die Praxis zu übertragen und hierfür eine Herde schnabelintakter Lohmann Sandy Hennen auf einem kooperierenden Praxisbetrieb aufgestallt. Die Brüder dieser Legehennen werden im Rahmen dieses Projektes ebenfalls genutzt und im Rahmen einer Pilotstudie unter praxisrelevanten Bedingungen aufgezogen und deren Mast- und Schlachtleistungen systematisch erfasst.
Erfassung der Entwicklung der Paddelgesundheit von Pekingmastenten (Anas platyrhynchos f. d.) im Verlauf von Aufzucht- und Mastphase
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) L. Klambeck (TÄ)
Projektdauer 12/2015 bis 12/2016
Kontakt L.Klambeck@hs-osnabrueck.de
Nach der dritten Änderung des Tierschutzgesetztes sind Tierhalter aufgefordert die Erfüllung von § 2 durch betriebliche Eigenkontrollen zu gewährleisten. Zur Bewertung des Wohlergehens der gehaltenen Tiere sind tierbezogene Merkmale und Indikatoren zu erheben und zu bewerten (siehe TierSchG (2013) §11 (8)). Die Fußballengesundheit scheint sich im Bereich der Masthähnchen- und Putenhaltung als ein geeigneter Indikator zur Beurteilung des Haltungssystems und Managements herauszustellen. Derzeit existieren im Bereich der Entenhaltung nur wenige Erhebungen und Veröffentlichungen, welche ‚Welfare-Standards‘ auf Betriebsebene beschreiben, oder Faktoren mit negativem Einfluss klar nachweisen. Der Bedarf eines optimalen Managements der Haltungsumwelt wird dennoch klar formuliert. Gemäß der, Europaratsempfehlungen in Bezug auf Pekingenten´ (1999) muss nach Artikel 11, Nr. 2 Pekingmastenten Badewasser zum Ausleben von Komfortverhalten angeboten werden. Zusätzlich zu den Nippeltränken vorhandene Wasserangebote erhöhen jedoch das Risiko für die Bildung von Ammoniak durch einen steigenden Feuchtegehalt in Einstreu und Stallluft. Es kommt nachweislich zu einer Verschlechterung der Tier- und Paddelgesundheit durch diese Faktoren. Die Datenerhebung im Rahmen des Projektes findet auf zwei Betrieben mit Pekingentenmast statt. Pro Betrieb und Durchgang werden die Paddel von n= 200 Tieren pro Herde und Besuchstermin in Anlehnung an das durch S. Kudinov modifizierte Boniturschema von HOCKING et al. (2008) bonitiert (Score 0 - keine Veränderungen, bis Score 4 - bis hochgradige Veränderungen) mittels eines modifizierten Boniturschemas nach Hocking et al. (2008) in Absprache mit S. Kudinov (LAVES)
Durch eine Modifikation des Boniturschemas werden die Lokalisationen der Veränderungen detailliert dokumentiert. Die Erhebungen sind während vier Mastdurchgängen (jeweils zwei Durchgänge im Winter- sowie zwei Durchgänge im Sommerhalbjahr) geplant. Ab dem dritten Lebenstag der Tiere erfolgt die Bonitur in wöchentlichen Abständen während der gesamten Aufzucht- und Mastphase, um Veränderungen der Paddel zeitnah erfassen und den Verlauf dokumentieren zu können. Parallel werden an jedem Boniturtermin die Paddel bezogenen Parameter des Managements wie Einstreumaterial, die Einstreumenge, -häufigkeit, etc. erfasst. Des Weiteren werden das Stallklima und die biologischen Leistungen dokumentiert. Ziel des Projekts ist die Darstellung des Status-Quo bezüglich der Paddelgesundheit, sowie die Ermittlung von Zeitfenstern des ersten Auftretens von Läsionen der Paddel. Es soll geprüft werden, ob klinische Veränderungen der Paddel als Indikator für Tierschutz, Tiergesundheit und das Management fungieren und somit ein Controlling-Instrument darstellen können. Um das Boniturschema standardisieren zu können, ist geplant, Gestaltplastinate von Paddeln jedes Scores anfertigen zu lassen.
Etablierung eines Gesundheitskontrollprogramms (GKP) für Mastputen
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) P. Willmes (Dipl. Ing. agr.)
Projektkoordinator Hochschule Osnabrück: Prof. Dr. R. Andersson
Verband deutscher Putenerzeuger: Dr. D. Höppner
Kooperationspartner Dr. H. Schön, Hochschule Osnabrück
Projektdauer 1.1.2014-30.6.2016
Finanzierung VDP
Im Jahr 2013 wurden die überarbeiteten „Bundeseinheitlichen Eckwerte für eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Mastputen“ (VDP 2013) veröffentlicht. Dort wurde festgelegt, dass ein Gesundheitskontrollprogramm (GKP) etabliert wird. Für Betriebe, die sich verbindlich am GKP beteiligen, wird eine zulässige Besatzdichte von 52 bzw. 58 kg/m² (Henne bzw. Hahn) festgeschrieben. Die Hochschule Osnabrück (Arbeitsgruppe Andersson) begleitete die 1-jährige bundesweite Pilotphase des Gesundheitskontrollprogramms, von Januar bis einschl. Dezember 2014 sowie die Praxisphase, von Januar bis einschließlich Dezember 2015. Das Ziel der Pilotphase war, die in einer Arbeitsgruppe vorgeschlagenen Parameter auf Eignung als Indikator zu prüfen. Nach der Pilotphase 2014 des Gesundheitskontrollprogramms wurden folgende Indikatoren festgelegt:
„Mortalität Mast“, „Transporttote“ („Federtote“), „verworfene Tiere“, „verworfene Teilstücke“, „Fußballenveränderungen“ (Kategorie C) und „Brusthautveränderungen“ bei Hähnen. Zusätzlich wurde das durchschnittliche Einzeltiergewicht sowie der dazugehörige Variationskoeffizient beziehungsweise die Uniformität festgelegt, um die Erfüllung der Eigenkontrolle gemäß §11 (8) TSchG (2013) zu gewährleisten.
Mit Beginn der verpflichtenden Umsetzung in der Praxis zum 1.1.2015 erfolgte durch die Hochschule weiterhin eine Auswertung der als Indikator geeignet befundenen Parameter. So wurde eine Vereinheitlichung der Erhebungsmethoden vorangebracht. Die kameragestützte Fußballenbewertung wurde weiter vereinheitlicht und der Auswertungszeitraum für ein schlachthofinternes betriebliches Benchmark festgelegt.
„Einfluss von Lichtmodifikationen (UV-Licht) auf das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus von Jung- und Legehennen in Praxisbetrieben“
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) C. Arndt (TA)
Dr. B. Spindler (Stiftung Tierärztliche Hochschule)
Projektdauer 06/14 - 03/16
Vor dem Hintergrund, dass ab 2017 in Niedersachsen Jung- und Legehennen mit intaktem Schnabel gehalten werden, gilt es Lösungen zur Reduktion von Verhaltensstörungen, wie Federpicken und Kannibalismus zu finden. Ziel ist die Weiterentwicklung bestehender Haltungssysteme, die den Bedürfnissen der Tiere weitestgehend entgegenkommen und somit zur Reduktion von Verhaltensstörungen führen. Die AG-Legehennen des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat in den sogenannten „Empfehlungen“ (Empfehlungen zur Verhinderung von Federpicken und Kannibalismus zum Verzicht auf Schnabelkürzen bei Jung- und Legehennen –Stand: 30.03.2013) die aktuellen Erkenntnisse zusammengestellt, die bekanntermaßen einen Einfluss auf das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus haben und Managementempfehlungen erarbeitet, um das Auftreten dieser Verhaltensstörungen zu verhindern bzw. um bei bereits aufgetretenem Federpicken und Kannibalismus zu intervenieren („Notfallplan“).
In diesem Projekt wurde der Einfluss von Lichtmodifikation (UV-Licht) auf das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus untersucht, bei gleichzeitiger Umsetzung der wesentlichen Punkte der „Empfehlungen“. Des Weiteren erfolgte eine ökonomische Bewertung der einzelnen Haltungsmodifikationen und durchgeführten Managementmaßnahmen. Die Modellbetriebe hielten dafür ca. 100.000 Hennen der Genetik Lohmann Brown auf 20 (Aufzucht) bzw. 40 (Legestall) Herden verteilt. Die eine Hälfte der Hennen wurde unter den praxisüblichen Lichtverhältnissen gehalten, die andere Hälfte befand sich in einem Stall, der zusätzlich mit UV-Lampen ausgestattet war. Die Hennen wurden bis zur 70. Lebenswoche wissenschaftlich begleitet. Bei der Umstallung wurde sichergestellt, dass die Hennen im Legestall die jeweils aus dem Junghennenstall bekannten Lichtverhältnisse vorfanden. Beide unterschiedlich ausgeleuchteten Ställe hatten das gleiche Angebot an Beschäftigungsmaterial (Körner in der Einstreu, Pickblöcke bzw. Pickblöcke in Kombination mit Körnern oder Luzerneheuballen) mit jeweils einer Wiederholung, so dass die Bedeutung des Faktors „Licht“ ermittelt werden konnte. Die Lichtmessungen beinhalten die Erfassung der Helligkeit sowie qualitative Untersuchungen mittels Spektrometer. Der angestrebte UV-Anteil am Gesamtspektrum von ca. 4 % (entspricht der Situation unter freiem Himmel) konnte mit zusätzlichen Leuchtmitteln realisiert werden. Managementmaßnahmen zur Lichtreduktion, aufgrund beginnenden Federpickens und Kannibalismus während der Legephase, zogen die Anpassungen der UV-Lichteinstellungen nach sich sowie ein Wechsel des UV-Leuchtmittels mit geringerer Emission. Aufgrund eines akuten Kannibalismusgeschehens wurde das UV-Licht in der 47/48 Lebenswoche ausgeschaltet.
Die Zusammensetzung des Lichtes wurde durch die Lichtquelle erheblich beeinflusst. Bei Messungen im Bereich von Fenstern dominierte Licht der Wellenlänge 628 – 780 nm (rot) während unter reinen Kunstlichtbedingungen der Wellenlängenbereich 590 – 627 nm (orange) dominierte. Die Einstellung der Helligkeit in Geflügelställen erfolgt üblicherweise in Prozent und wird über den Stallcomputer gesteuert und ist somit relativ. Die Einstellung der Helligkeit am Stall-PC erfolgte mit Hilfe eines Luxmeters, um allen Herden die gleiche Helligkeit anbieten zu können. Innerhalb der Abteile schwankte die Helligkeit aufgrund der Strukturierung durch die Stalleinrichtung sowie aufgrund An- und Abwesenheit von Tageslicht stark. Während zu Beginn der Untersuchungen im Legestall ca. 60 lx gemessen wurden, sank die Helligkeit durch die schrittweise Reduktion des Lichtes, als Reaktion auf Federpicken und Kannibalismus, bis zum Juni 2015 auf ca. 2 lx. Für die Beurteilung der Helligkeit im Stall muss das Sehvermögen des Vogels berücksichtigt werden. UV-Licht trägt hier zum Hellempfinden bei. Mittels Spektrometer konnten, unter Einbeziehen der Werte für die radiometrische Bestrahlungsstärke im UV-Bereich, zusätzlich Gallilux-Werte ermittelt werden. Im Vergleich der Ställe in Bereichen ohne Tageslichteinfluss konnte im Stall mit UV-Licht bis zu 2,1 % höhere Gallilux-Werte ermittelt werden, als im Stall ohne UV-Licht.
Im Stall mit UV-Licht war der Gefiederzustand in der Legeperiode schlechter als im Stall ohne UV-Licht (+11,5 % Gefiederschäden insgesamt). Die Hennen im Stall mit UV-Licht waren außerdem stärker von oberflächlichen Verletzungen und Kannibalismusverletzungen betroffen als im Stall ohne UV-Licht (+36,5 % Verletzungen insgesamt). Ab der 40. Lebenswoche trat im Stall mit UV-Licht vermehrt Kannibalismus auf. Ohne zusätzliches UV-Licht begann das Problem 2 Wochen später. Unter beiden Lichtbedingungen waren die Gruppen mit Luzerneheuballen als Beschäftigung am geringsten von Federpicken betroffen. Außerdem konnte hier das geringste Kannibalismusgeschehen verzeichnet werden. Die Durchführung des Notfallplans mit zusätzlicher Gabe von Beschäftigungsmaterial und die Absenkung der Helligkeit konnten das Kannibalismusgeschehen eindämmen, Federpicken und Federverlust konnten hingegen lediglich im Fortschreiten verlangsamt werden.
Ordnungsgemäßes Töten und Schlachten von Nutzgeflügel
J. D. Kämmerling (Dipl. Ing. FH)
Projektkoordinator L. Klambeck (TA)
Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, BSi Schwarzenbek, NGW-Niedersächsische Geflügelwirtschaft Landesverband e.V., Hochschule Osnabrück
Projektdauer 01.12.2013 – 30.04.2016
Finanzierung EFRE
Das Tierschutzgesetz bildet in Deutschland die rechtliche Grundlage für den Umgang mit Tieren. „Schmerzen, Leiden und Schäden“ dürfen einem Tier nicht „ohne vernünftigen Grund“ zugefügt werden (§ 1 TierSchG). Die Verordnung (EG) 1099/2009 über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung und die Tierschutzschlachtverordnung bilden den für Deutschland geltenden rechtlichen Rahmen über die Kenntnisse und Fähigkeiten von Personen, die die Betreuung, Ruhigstellung, Betäubung, Schlachtung oder Tötung von Tieren durchführen. Im Rahmen des Projektes wurde ein Schulungskonzept (Erarbeitung eines didaktischen Konzepts, Erstellung von Schulungs- und Prüfungsunterlagen) erstellt. Die Schulung nimmt Bezug auf § 4 der Tierschutz-Schlachtverordnung mit dem Ziel, den Teilnehmern theoretische Kenntnisse im Themenkomplex ‚Töten und Schlachten von Geflügel‘ zu vermitteln und sie in Bezug auf Überwachung der Wirksamkeit der Betäubung, des Fehlens von Lebenszeichen und das Wahrnehmungs- und Empfindungsvermögen von Nutzgeflügel zu sensibilisieren. Die Teilnehmer verfügen nach der Schulung über Grundlagenwissen, um Geflügel ordnungsgemäß betäuben, töten und schlachten zu können (§ 1 TierSchG und § 4 TSchlV). Durch die vermittelten Kenntnisse sind Teilnehmer in der Lage, den Betäubungsprozess auf Wirksamkeit zu überwachen und Risikofaktoren im Prozess erkennen um ggfs. Gegenmaßnahmen und Optimierungsprozesse rechtzeitig einzuleiten. Der Teilnehmer kennt wesentliche Erkrankungen des Tieres, kann diese differenzieren und verfügt über die notwendigen Kenntnisse um eine Nottötung vorzunehmen. In 2015 wurde bereits die 3. Schulung vorgenommen. Die Anerkennung als gleichwertige Qualifikation durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erlaubt die Ausstellung eines entsprechenden Zertifikats bei erfolgreicher Teilnahme an der Schulung.
„Umsetzung des Tierschutzes in der Legehennenhaltung“
Projektkoordinator Dr. F. Kaufmann
Projektdauer 09/2014 – 02/2015
Im Rahmen des Ausstiegs aus der Schnabelbehandlung bei Legehennen wurde eine Fortbildung mit dem Titel „Tierschutz orientierte Legehennenhaltung“ mit Fokus „Verzicht auf Schnabelkürzung“ konzipiert und durchgeführt. Hierfür wurden verschiedene Module und Lerneinheiten inklusive Schulungsunterlagen konzipiert. An 4 Fortbildungstagen nahmen insgesamt 2 Teilnehmergruppen mit jeweils einem spezifischen Modul, bestehend aus jeweils 5 Unterrichtseinheiten zu je 45 – 60 Minuten, teil. Die Teilnehmer und Adressaten waren Multiplikatoren / Fortbildungsbeauftragte in Legehennenhaltenden Unternehmen und wurden nach dem ‚Train the Trainer‘ Ansatz geschult. In 2015 erfolgte die Anerkennung seitens des ML Niedersachsens als Schulungsveranstaltung für Tierhalter im Sinne des Rd.Erl. vom 03.06.2015.
2-Nutzungslinie für die ökologische Legehennenhaltung mit ökologischer Hahnenmast im Mobilstall
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Dr. F. Kaufmann
Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung,
Projektdauer 04/2014 – 04/2016
Kontakt F.Kaufmann@hs-osnabruck.de
Ziel des vorliegenden Versuches war, die Eignung und Leistung von Hähnen und Hennen von 2-Nutzenlinien in Mobilställen der Fa. Weiland (‚Hümo 225‘) unter Beachtung der Vorgaben der ökologischen Tierhaltung zu überprüfen. Hierfür sollten sowohl die Wachstumsleistungen und Schlachtkörperzusammensetzungen der Hähne als auch die Legeleistung der Hennen erhoben und im Kontext des Haltungssystems evaluiert werden. Für den Versuch wurden 2-Zweinutzungslinien (Lohmann Dual vs. Lohmann Dualexperimental) aufgestallt und, hinsichtlich genannter Parameter, miteinander verglichen.
Die Lohmann Tierzucht GmbH stellte für das Projekt entspechend 509 LD und 505 LDex ungesexte Eintagsküken zur Verfügung. Die ungesexten Tiere einer Genetik wurden in jeweils ein Hühnermobil gemischt-geschlechtlich aufgestallt. Die Haltung der Tiere sowie das Management erfolgte nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. (Verordnung (EG) 834/2007, 889/2008). Die gemischtgeschlechtlichen Herden wurden bis zur Schlachtung der Hähne (Tag 70, 80 und 85) gemeinsam aufgezogen. Die Hennen verblieben für die Legeperiode im jeweiligen Mobilstall.
Über den erwähnten Zeitraum hinweg wiesen die Hähne der Herkunft LD mittlere tägliche Zunahmen von 34,6 g und die Hähne der Herkunft LDex von 29,7 g auf (Abb. 2). Bezogen auf die Mastwochen waren die mittleren Zunahmen in diesem Zeitraum 242,4 bzw. 207,8 g. Die LD Hähne wiesen zu jedem Schlachttermin ein höheres Schlachtgewicht auf als die LDex. Das mittlere Schlachtgewicht der LD betrug am 85. Masttag 1786 g (SD: 185,3) wohingegen die LDex mit einem Schlachtgewicht von 1449 g (SD: 179,3) im Mittel 337 g leichter waren. Auch bei den Gewichten und den prozentualen Anteilen der wertvollen Teilstücke (Brustfilets, Keulen) war die Herkunft LD der Herkunft LDex entsprechend überlegen. Die Ausschlachtung variierte zwischen den einzelnen Terminen und Genetiken zwischen 65 und 68 %.
Die Hennen beider Genetiken begannen in der 18. Lebenswoche mit der Eiablage, den Status ‚Legehennen‘ erhielten die Tiere am Ende der 21. (LDex) bzw. 22. Lebenswoche. Zum Zeitpunkt der ersten Eiablage (18. Lebenswoche) wogen die LD Hennen im Mittel 1740 g (SD: 263,5); die LDex Hennen 1490 g (SD: 202,4). Den Status ‚Legehenne‘ erhielten die Hennen am Ende der 21. (LDex) bzw. 22. (LD) Lebenswoche. Zu diesem Zeitpunkt wiesen die Hennen ein mittleres Gewicht von 1666 bzw. 1841 g (SD: 154,9 bzw. 223,7) auf. Das mittlere Lebendgewicht zum Ende des Versuchszeitraumes (95. LW) betrug 2061 g bei den LD Hennen bzw. 1840 g bei den LDex (SD: 240,1 bzw. 211,4). Die LDex Hennen hatten in der 24. LW erstmalig eine Legeleistung > 80% erreicht, bei der LD Herde war der Anstieg deutlich flacher und erreichte erst in der 28. LW die 80 %. Die höchste Legeleistung war bei den LDex mit 86,5% in der 26. LW erreicht, der Peak in der LD Herde war mit 82,8 % in der 30 LW erreicht. Ab der 32. (LD) bzw. 33 LW. (LDex) war ein Rückgang in der Legeleistung zu verzeichnen. Eine LDex Durchschnittshenne produzierte im Versuchszeitraum 1kg mehr Eimasse als eine LD Henne (18,8 kg vs. 17,8 kg). Über diesen Zeitraum (68 Wochen) lag die durchschnittliche Legeleistung bei 66,9 % (LDex) bzw. 62,2 % (LD). Bezogen auf eine Produktionsperiode von 52 Wochen produzierte eine LDex Durchschnittshenne 250 Eier. Die im Mittel ca. 200 g schwereren LD Hennen hatten eine tägliche Futteraufnahme von ca. 110 g, die LDex Hennen lagen hier noch drunter, produzierten jedoch mehr Eimasse, sodass die Futterverwertung der LDex Hennen mit 1:2,4 deutlich besser war als die der LD Hennen.
Vor dem Hintergrund der Tötung männlicher Eintagsküken kann in der Nutzung von Dual-Genetiken eine erfolgversprechende Alternative gesehen werden. Die Hähne und auch Hennen bieten einen, im Vergleich zu den Tieren der Legerichtung, deutlich fleischigeren Schlachtkörper, dennoch besteht das Problem, dass die Legeleistung unter gegebenen Marktbedingungen unzureichend ist.
Projektleitung Prof. Dr. Robby Andersson
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Lea Klambeck
Projektdauer 01.04.2014 - 30.06.2014
Finanzierung Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Gegenstand der Untersuchung war ein vorhandener und der Arbeitsgruppe vorliegender Datensatz, bereitgestellt vom LAVES, Niedersachsen. Im Rahmen dieser Erhebung wurden im Zeitraum von drei Jahren von zwei verschiedenen Schlachthöfen sukzessive Paddelboniturdaten gesammelt. Von den geschlachteten Kohorten standen jeweils 100 bzw. 200 bonitierte Paddel zur Verfügung. Zu jeder Herde lagen zudem, über einen Fragebogen ermittelte, Informationen zum Haltungssystem, respektive der Haltungsumwelt vor.
Bewertung der Auswirkungen des zusätzlichen Wasserangebots während der Mast auf Tiergesundheit, Verhalten und Hygiene
Projektdauer 01.05.2013 - 01.06.2014
Nach den Europaratsempfehlungen (Art. 11 Nr. 2) ist der Zugang zu einem Auslauf und zu Badewasser notwendig, „damit die Enten als Wasservögel ihre biologischen Erfordernisse erfüllen können. Wo ein solcher Zugang nicht möglich ist, müssen die Enten mit Wasservorrichtungen in ausreichender Zahl versorgt werden, die so ausgelegt sein müssen, dass das Wasser den Kopf bedeckt und mit dem Schnabel aufgenommen werden kann, sodass sich die Enten problemlos Wasser über edn Kopf schütten können. Die Enten sollen die Möglichkeit haben, mit dem Kopf unter Wasser zu tauchen.“
Identifizierung und Erprobung von Parametern zur Indikatorbildung und als Instrument des Controllings - mit Fokus auf Mortalität, Fußballengesundheit , Arzneimitteleinsatz (Putencontrolling)
P. Willmes (Dipl.-Ing. agr.)
Hochschule Osnabrück, Prof. Dr. agr. habil. G. Recke
Projektdauer 1.03.2013-15.12.2014
Erfassung und Analyse der IST-Situation von Managementmaßnahmen im Hinblick auf Mortalität, Fußballengesundheit und Arzneimitteleinsatz Putenhaltender Betriebe. Die Daten wurden retrospektiv (z.B. am Schlachthof) erhoben. Anschließend folgte ein Soll-Ist-Vergleich (Controlling System): Mithilfe der erhobenen Indikatoren wurden frühzeitig Abweichungen von Sollwerten identifiziert und Korrekturmaßnahmen hinsichtlich Erfolg/ Kosten-Nutzen-Aspekten bewertet, um ein betriebsindividuell modifizierbares Frühwarnsystem zu entwickeln. Abschließend wurden bewährte Maßnahmen auf einer Plattform abgebildet und somit ein intra- und interdisziplinärer Wissenstransfer ermöglicht.
Erprobung eines zusätzlichen Wasserangebotes für Pekingenten
Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Lea Klambeck (TÄ)
Projektdauer 01.11.2012 – 15.12.2014
Finanzierung Land Niedersachsen- Tierschutzplan
Nach Art. 11, Nr. 2 der Europaratsempfehlungen in Bezug auf Pekingenten (Ständiger Ausschuss des europäischen Übereinkommens zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen, T-AP; 22. Juni 1999) muss Enten Zugang zu Badewasser gewährt werden. Ist dies nicht möglich, müssen Wasservorrichtungen zur Verfügung gestellt werden, die die Möglichkeit bieten, den Kopf mit Wasser zu bedecken sowie Wasser mit dem Schnabel aufzunehmen, um sich problemlos Wasser über den Körper schütten zu können. Den Enten muss die Möglichkeit gegeben sein, mit ihrem Kopf unter Wasser zu tauchen.
Im Rahmen dieses Projektes sollte bewertet werden, welche Auswirkungen zusätzliche Wasserangebote auf den Gesundheitsstatus von konventionell gehaltenen Pekingmastenten und die Keimbelastung der Wasserangebote haben; weiterhin erfolgte eine ökonomische Bewertung, sowie die Evaluierung der Einstreufeuchte (Landwirtschaftskammer Niedersachsen). Im Rahmen des ML-Projektes „Zusätzliches Wasserangebot für Pekingenten“ (Tierschutzplan Niedersachsen) wurden auf zwei pekingentenhaltenden Betrieben in fünf Durchgängen Daten zum klinischen Erscheinungsbild der Tiere erhoben, um die Auswirkungen der zusätzlichen Wasserangebote auf die entsprechenden Parameter erfassen und bewerten zu können. Hierzu wurden den Tieren zusätzlich zu den herkömmlichen Nippeltränken zwei verschiedene Formen von zusätzlichen Wasserangeboten angeboten: Der Prototyp einer trichterförmigen Schalentränke als auch eine sogenannte Komfortzone mit Flachbecken wurden im Rahmen des Versuchs eingesetzt. Die grundsätzliche Eignung des Prototyps einer trichterförmigen Schalentränke nach Artikel 11, Nr. 2 der Europaratsempfehlungen in Bezug auf Pekingenten wurde unter kontrollierten Bedingungen im Rahmen einer Vorstudie an der Hochschule Osnabrück bestätigt.
Auf zwei pekingentenhaltenden Betrieben, die mit zusätzlichen Wasserangeboten ausgestattet waren, wurden in fünf Durchgängen Daten zum klinischen Erscheinungsbild der Paddel, der Augen und Nasenlöcher sowie der Gefiederverschmutzung erhoben. Ziel waren die Erfassung und Auswertung der Auswirkungen der zusätzlichen Wasserangebote auf die entsprechenden Parameter. In jedem Durchgang fanden drei Betriebsbesuche statt, jeweils am Anfang, Mitte und Ende des Mastdurchgangs. Die Datengrundlage beläuft sich auf Daten von insgesamt 6.000 bonitierten Tieren. Zusätzlich wurden an jedem Boniturtermin Wasserproben aus allen Wasserangeboten entnommen. In einem externen Labor erfolgte eine mikrobiologische Untersuchung der Proben in Bezug auf die aerobe Gesamtkeimzahl sowie den Gehalt an E. coli.
Die Wasserverbräuche an den jeweiligen Wasserangeboten wurden erfasst. Außerdem erfolgte eine Dokumentation der Futterverbräuche und der Verluste in jedem Durchgang.
Das Management der Schalentränken (Abstand zwischen Boden und Trichter der Schalentränke, Füllhöhe des Steigrohrs sowie Füllhöhe der Tränkeschale) wurde im vierten und fünften Durchgang an jedem Boniturtermin erfasst.
Die Frequentierung der Komfortzonen mit Flachbecken wurde während zwei Durchgängen durch Blaufärbung des Wassers am 35. Lebenstag der Tiere erhoben.
Bedarfsorientierte Weiterbildung zum Nachweis und Erhalt aktueller Kenntnisse und Fähigkeiten für Fach und Führungskräfte in der niedersächsischen Geflügelwirtschaft-BeWeGe
Projektdauer 01.07.2011 – 31.10.2014
Finanzierung EFRE, NBank
Ein systematisches, praxisorientiertes Fort- und Weiterbildungsangebot für Firmen der Geflügelbranche ist am Markt bislang nicht existent. Die Etablierung eines solchen Systems ist nach erfolgreichem Abschluss des EFRE-Projektes ‚BeWeGe‘ (Bedarfsorientierte Weiterbildung von Fach- und Führungskräften in der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft) die Zielsetzung der Hochschule Osnabrück, angesiedelt im Bereich „Studienschwerpunkt angewandte Geflügelwissenschaften – StanGe/ Offene Hochschule“.
Sowohl in der Anzahl der Betriebe, der Hennenhaltungsplätze, als auch in der Anzahl der produzierten Eier befindet sich Niedersachsen im Bundesvergleich auf Produktionsplatz Nr. 1. Eine noch bedeutendere Rolle kommt Niedersachsen in der Geflügelfleischproduktion zu. Niedersachsen ist das Bundesland, in dem die meisten Hühner, Enten und Puten gehalten werden. Bei dieser hohen Viehdichte muss man sich in Niedersachsen nicht nur der erhöhten Seuchenrisiken und nachhaltigen Umweltauswirkungen (Umweltschutz), sondern auch einer besonderen Verantwortung gegenüber dem einzelnen Tier (Tierschutz) bewusst sein und entsprechende Konzepte entwickeln.
Die Anforderungen an die landwirtschaftliche Produktion sind in den letzten Jahren höher, umfangreicher und differenzierter geworden um den gesellschaftlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Ansprüchen gerecht werden zu können. Insgesamt konnte die Qualität der Produkte, die Lebensmittelsicherheit, der Verbraucherschutz und die Tiergerechtheit deutlich verbessert werden. Um diese Qualitäten erhalten und weiter verbessern zu können, sind hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte sowie Mitarbeiter notwendig, die dauerhaft der Komplexität und Dynamik des Marktes gerecht werden. Neben der Aus-, Fort- und Weiterbildung aus persönlicher Motivation sieht der Gesetzgeber auch den Erwerb und Erhalt von definierten Kenntnissen und Fähigkeiten vor. Demnach ist der Qualifizierungsbedarf der derzeitigen Fach- und Führungskräfte vielfältig. Von den im Beruf stehenden Agraringenieuren werden zunehmend nicht nur produktionstechnische Kenntnisse und Fähigkeiten erwartet, sondern Mitarbeiterführung, Qualitäts- /Prozesssicherung sowie Produkthaftung gewinnen in der arbeitsteiligen Betriebsführung an Bedeutung.
Das Projekt BeWeGe berücksichtigte neben den oben genannten Aspekten bei der Entwicklung von Kursen/ Kursstrukturen:
- den Bedarf von Firmen/ Führungskräften/ Mitarbeitern
- neueste rechtliche Rahmenbedingungen
- im Tierschutzplan Niedersachsen verankerte Zielsetzungen
- gesellschaftliche Entwicklungen und Anforderungen.
Ergebnis ist das Konzept eines Fort- und Weiterbildungssystems mit Fortbildungslehrgängen in Abhängigkeit der Zielgruppen und entsprechender Bedarfe (z.T. beides gesetzlich vorgegeben):
- BEPS Kurse (Basic Education in Poultry Science)
- CEPS Kurse (Continuing Education in Poultry Science)
Das modulare BeWeGe Fort- und Weiterbildungskonzept (vgl. Abbildung) mit seinen Fortbildungspunkten soll in ähnlicher Weise funktionieren, wie das der Human- und Veterinärmedizin (CME bzw. ATF). Jedoch basiert es in verschiedenen Bereichen zunächst auf der Grundlage einer freiwilligen Teilnahme und Etablierung am Markt. Eine Qualitätssicherung der Kurse durch externe Gremien wird auch in Zukunft erfolgen.
Im Rahmen des Projektes wurde eine Weiterbildungsstruktur geschaffen, die es ermöglicht, alle Varianten/Arten an Kursen zu berücksichtigen und mit dem zukünftigen Ziel ‚berufsintergierender Master‘, zu verknüpfen. Das Gesamtkonzept ermöglicht die Kopplung von Lehre mit Fort- und Weiterbildung mit dem Ziel der Vermittlung von bescheinigten Kenntnissen und Fähigkeiten entweder als Fortbildungsnachweis und/oder durch Verknüpfung mehrerer Module, respektive Fortbildungseinheiten zu einem Hochschulabschluss (Offene Hochschule).
Das Konzept des berufsintegrierenden Masterstudienganges (Arbeitstitel „Geflügelmanagement) ist erfolgreich von den Gremien der Hochschule geprüft und bestätigt worden. Noch vor Projektende wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur die grundsätzliche Zustimmung zur Einleitung eines Akkreditierungsverfahrens erteilt und die Vereinbarkeit mit der Hochschulplanung des Landes als gegeben angesehen.
Mast männlicher Legehybriden und Junghennenaufzucht in gemischt-geschlechtlicher Herde
Hans-Peter Engels (Tatort Engels)
Projektdauer 15.03.2012 – 31.12.2012
Im Zuge der Weiterentwicklung des Tierschutzes in der Geflügelproduktion ist die Merzung der männlichen Legehybriden als Eintagsküken im Rahmen der Reproduktion von Legehennen aus ethischer Sicht kaum vertretbar. Da die Aufzucht jeder Legehenne mit dem Schlupf der gleichen Anzahl männlicher Legehybriden einhergeht, betrifft dieses Problem in Deutschland aktuell ca. 45 Mio. männliche Legehybriden. Davon fallen ca. 2 Mio. Tiere aufgrund der Aufstallung in der Ökologischen Landwirtschaft an. Die Geschlechtsbestimmung in-ovo und vor allem pre-incubationem ist zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund aufwendiger Techniken und Analyseverfahren und der notwendigen Manipulationen am Ei, die die Schlupf- und Überlebensrate der Embryos nachhaltig negativ beeinflussen, nicht praktikabel. Ein vielversprechenderer Ansatz zur Lösung des Dilemmas zwischen Ethik und Wirtschaftlichkeit kann die Etablierung eines Nischenmarktes für hochwertiges Hühnerfleisch darstellen, der auf einer Mast langsam wachsender männlicher Legehybriden basiert. Aus diesem Grund wurde die Mast männlicher Legehybriden in Mobilställen unter ökologischen Bedingungen als potentieller Lösungsansatz untersucht.
Für den Versuch wurden im ersten Durchgang 3 Herden als Eintagsküken wie folgt aufgestallt:
• Mobilstall 1: 515 Lohmann Brown classic (LB) Hähne
• Mobilstall 2: 257 LB-Hennen und 258 LB-Hähne als Mischherde
• Feststall: 174 LB Hähne als Vergleichsgruppe
Die Mast erfolgte über 70 Tage unter einem 2-phasigen Fütterungsregime (ökologisch). In einem zweiten Durchgang (eine weitere ‚Feststallgruppe‘ mit anderer Genetik; nur Hähne) wurde zur Steigerung des Schlachtgewichts die Mastdauer auf 80 Tage verlängert.
Nach 70-tägiger Mast wiesen die Tiere über die Versuchsgruppen hinweg ein mittleres Schlachtgewicht von 766 g auf. Durch eine 10-tägige Verlängerung der Mast in Durchgang 2 konnten die Schlachtgewichte auf 994 g gesteigert werden. Vor dem Hintergrund der vorzüglicheren Fleischqualität (im Vergleich zu ‚konventionellen‘, schnell wachsenden Broilern) ist mit einer solchen Konfektionierung der langsam wachsenden Tiere die Möglichkeit gegeben ein Qualitätsprodukt in einem Nischenmarkt zu positionieren. Erste Vermarktungskonzepte über die ‚gehobene‘ Gastronomie bestätigen dies.
Eignung männlicher Leghybriden zur Mast
Hans Peter Engels (Tatort Engels)
Projektdauer 15.09.2011 – 31.12.2011
Das Ziel des Projektes bestand darin, die Eignung männlicher Legehybriden zur Mast, unter den Bedingungen der Ökologischen Landwirtschaft, zu untersuchen. Dafür wurden 256 Lohmann Brown (LB) und 254 Lohmann Brown plus (LB+) als Eintagsküken und als Mischherde in einem modifizierten Mobilstall für Legehennen („Hümo 225“, Weiland) nach ökologischen Richtlinien aufgestallt und 70 Tage unter intensiver Nutzung eines Grünauslaufes gemästet. Die LB+ Tiere wurden bei Einstallung mittels Flügelmarke markiert. Die Tiere erhielten Zugang zu Futter und Wasser ad libitum. Während der Mastperiode erfolgte wöchentlich eine Wägung von 120 zufällig ausgewählten Tieren / Herkunft. Weiterhin wurde durch Ein- und Auswaage des Futters der Futterverbrauch ermittelt. Die gesamte Kohorte wurde nach 70-tägiger Mast geschlachtet und je 30 zufällig ausgewählte Tiere / Genetik einer Zerlegung zugeführt. Während des Prozesses erfolgte die Erfassung der Schlachtgewichte sowie der Gewichte und Anteile der Teilstücke. Die intakten Schlachtkörper wurden zum Abschluss im Rahmen eines 7-Gänge Menüs in der gehobenen Gastronomie verköstigt, um die Qualität und die sensorischen Eigenschaften des Fleisches und das Potential der männlichen Legehybriden zur Vermarktung als Delikatesse in einem Nischenmarkt zu überprüfen. Die Herkünfte LB und LB+ zeigten, über die gesamte Mastperiode hinweg, eine ähnliche Gewichtsentwicklung, wobei die Herkunft LB+ in der Tendenz und an drei Terminen signifikant (p ≤ 0,05; ANOVA) höhere Körpergewichte aufwiesen. Das mittlere Lebendgewicht der LB+ bzw. LB betrug am 49. Tag 752 bzw. 734 g (p = 0,0270), am 60. Tag 1082 bzw. 1074 g (p = 0,0301) und zum Ende der Mast (Tag 70) 1357 bzw. 1328 g (p = 0,0082). Über den 10-wöchigen Versuchszeitraum hinweg wiesen die Tiere der Herkunft LB+ mittlere tägliche Zunahme von 18,9 g und die Tiere der Herkunft LB von 18,4 g auf. Die LB+ Tiere wiesen ein etwas höheres Schlachtgewicht auf als die Herkunft LB (816 vs. 793 g). Auch bei den Gewichten und den prozentualen Anteilen der wertvollen Teilstücke (Brustfilets, Keulen) hinsichtlich der Schlachtkörperzusammensetzung war die Herkunft LB+ der Herkunft LB, in der Tendenz, überlegen. Eine ökonomische Betrachtung (Vollkostenrechnung) zeigte, dass das Kilogramm Schlachtkörper für ca. 10 Euro produziert werden kann. Wesentliche Mehrkosten verursachen die erhöhten Futterkosten aufgrund einer schlechten Futterverwertung und die hohen Investitionskosten pro Mastplatz für den Mobilstall. Der notwendige Preisaufschlag, um die gegenüber einer konventionellen Masthähnchenproduktion erhöhten Produktionskosten (Faktor 5) zu decken, kann vermutlich nur über eine direkte Vermarktung erzielt werden. Hier gilt es zwingend die regionale, ökologische Produktionsweise in Kombination mit dem Tierschutzaspekt, als Gesamtkonzept mit dem Verbraucher bzw. potentiellen Kunden zu kommunizieren.

References: § 18
 § 2
 §11
 §11
 § 4
 § 4
 Art. 11