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Timestamp: 2016-10-25 12:06:34+00:00

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6B_1016/2009 (11.02.2010)
6B_1016/2009
Rechtsanwalt Peter Slongo,
Y.________ st�rzte am 13. Dezember 2006 beim Verkleiden der Balkondecke im 1. Obergeschoss einer Liegenschaft in Z�rich �ber die Balkonbr�stung, wobei er sich das rechte Handgelenk brach. Er stellte am 7. M�rz 2007 Strafantrag gegen seine Arbeitgeberin, die W.________ AG, und den bauleitenden Architekten, X.________.
Das Bezirksgericht Z�rich verurteilte X.________ am 2. April 2009 wegen fahrl�ssiger K�rperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagess�tzen zu Fr. 60.--. Es erkl�rte X.________ mit Z.________ dem Grundsatz nach solidarisch haftpflichtig und verwies den Gesch�digten im �brigen auf den Zivilweg.
Auf Berufung von X.________ hin best�tigte das Obergericht des Kantons Z�rich am 17. September 2009 das erstinstanzliche Urteil.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen mit den Antr�gen, das Urteil des Obergerichts vom 17. September 2009 aufzuheben, ihn freizusprechen und festzustellen, dass er f�r den Schaden aus dem Unfall vom 13. Dezember 2006 nicht hafte. Eventualiter sei die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Er ersucht um Gew�hrung der aufschiebenden Wirkung.
Der Beschwerdef�hrer schloss als bauleitender Architekt im Rahmen des Umbaus eines Einfamilienhauses in Z�rich mit der W.________ AG einen Werkvertrag �ber Gipserarbeiten ab. Gegen Ende der Bauarbeiten, am 8. Dezember 2006, liess er das Fassadenger�st entfernen, ohne die W.________ AG dar�ber zu informieren. Am 11. Dezember 2006 erteilte er V.________ den Auftrag bzw. erinnerte ihn daran, dass die Verkleidung der Balkondecke im 1. Obergeschoss noch vorzunehmen sei. Obschon das Ger�st zu diesem Zeitpunkt bereits abgebaut war, veranlasste er keine Absturzsicherungsmassnahmen und vergewisserte er sich nicht, dass die Arbeiter selber oder eine Drittperson solche treffen w�rden.
Y.________, welcher die Balkondeckenverkleidung zusammen mit V.________ vornahm, st�rzte beim Montieren einer Deckenplatte vom ca. 65 cm hohen Bockger�st �ber die 95 cm hohe Balkonbr�stung rund 5 Meter in die Tiefe.
Dem Beschwerdef�hrer wird vorgeworfen, den Tatbestand der fahrl�ssigen einfachen K�rperverletzung nach Art. 125 Abs. 1 StGB durch pflichtwidriges Unterlassen erf�llt zu haben.
2.1 Der zu beurteilende Sachverhalt spielte sich vor Inkrafttreten des revidierten Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches am 1. Januar 2007 ab. Die Vorinstanz geht richtigerweise von der Anwendbarkeit des neuen, f�r den Beschwerdef�hrer milderen Rechts aus (Art. 2 Abs. 2 StGB; angefochtener Entscheid S. 6).
2.2 Nach Art. 125 Abs. 1 StGB ist auf Antrag strafbar, wer fahrl�ssig einen Menschen am K�rper verletzt. Fahrl�ssig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht R�cksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der T�ter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umst�nden und nach seinen pers�nlichen Verh�ltnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Eine Sorgfaltspflichtverletzung ist nur anzunehmen, wenn der T�ter eine Gef�hrdung der Rechtsg�ter von Dritten h�tte voraussehen k�nnen und m�ssen. F�r die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Ad�quanz (BGE 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen). Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der dabei zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Fehlen solche, kann auf Regeln privater oder halbprivater Vereinigungen oder auf allgemeine Rechtsgrunds�tze, wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz, abgestellt werden (BGE 135 IV 56 E. 2.1; 134 IV 193 E. 7.2; 127 IV 62 E. 2d, je mit Hinweisen).
2.3 Die Straftat der fahrl�ssigen K�rperverletzung nach Art. 125 Abs. 1 StGB kann auch durch Unterlassen begangen werden. Ein sog. unechtes Unterlassungsdelikt ist gegeben, wenn im Gesetz wenigstens die Herbeif�hrung des Erfolgs durch Tun ausdr�cklich mit Strafe bedroht wird, der Beschuldigte durch sein Tun den Erfolg tats�chlich h�tte abwenden k�nnen und infolge seiner Garantenstellung dazu auch verpflichtet war, so dass die Unterlassung der Erfolgsherbeif�hrung durch aktives Tun gleichwertig erscheint (Art. 11 StGB; BGE 117 IV 130 E. 2a; 113 IV 68 E. 5a; 108 IV 3 E. 1b). F�r die Annahme einer Garantenstellung gen�gt nicht jede, sondern nur eine qualifizierte Rechtspflicht (BGE 134 IV 255 E. 4.2.1; 120 IV 98 E. 2c, je mit Hinweisen). Rechtsprechung und Lehre unterscheiden zwischen Obhutspflichten, d.h. Garantenstellungen zum Schutz eines bestimmten Rechtsgutes gegen alle ihm drohenden Gefahren, und �berwachungspflichten, d.h. Garantenstellungen zur �berwachung bestimmter Gefahrenquellen zum Schutze unbestimmt vieler Rechtsg�ter (BGE 129 IV 119 nicht publ. E. 3; 113 IV 68 E. 5b). Eine Garantenstellung kann sich aus Gesetz, Vertrag, einer freiwillig eingegangenen Gefahrengemeinschaft oder aus der Schaffung einer Gefahr ergeben (Art. 11 Abs. 2 lit. a - d StGB).
2.4 Verlangt wird sodann, dass der Eintritt des tatbestandsm�ssigen Erfolgs auch vermeidbar war. Dies ist der Fall, wenn der Erfolg bei pflichtgem�ssem Verhalten des T�ters mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bzw. mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit ausgeblieben w�re (sog. hypothetischer Kausalzusammenhang; BGE 135 IV 56 E. 2.1; 134 IV 193 E. 7.3; 130 IV 7 E. 3.2). Am erforderlichen rechtserheblichen Kausalzusammenhang fehlt es hingegen, wenn die Folge so weit ausserhalb der normalen Lebenserfahrung liegt, dass sie nicht zu erwarten war, bzw. wenn ganz aussergew�hnliche Umst�nde, wie das Mitverschulden eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache alle anderen mitverursachenden Faktoren in den Hintergrund dr�ngen (BGE 130 IV 7 E. 3.2).
3.1 F�r die auf dem Bau zu beachtenden Sicherheitsvorschriften sind insbesondere die zur Tatzeit geltende Verordnung vom 29. Juni 2005 �ber die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (Bauarbeitenverordnung, BauAV; SR 832.311.141) und die Verordnung vom 19. Dezember 1983 �ber die Verh�tung von Unf�llen und Berufskrankheiten (Verordnung �ber die Unfallverh�tung, VUV; SR 832.30) massgebend.
Gem�ss Art. 21 Abs. 1 VUV sind hochliegende Arbeitspl�tze gegen den Absturz von Personen, Gegenst�nden, Fahrzeugen und Material durch Abschrankungen oder Gel�nder zu sichern. Art. 8 Abs. 1 BauAV verlangt, dass Arbeitspl�tze sicher sind. Zur Gew�hrleistung der Sicherheit der Arbeitspl�tze sind Absturzsicherungen anzubringen (Art. 8 Abs. 2 lit. a BauAV). Ein Seitenschutz ist u.a. zu verwenden bei ungesch�tzten Stellen mit einer Absturzh�he von mehr als 2 m (Art. 15 Abs. 1 BauAV). Wird bei Hochbauarbeiten die Absturzh�he von 3 m �berschritten, so ist ein Fassadenger�st zu erstellen (Art. 18 BauAV). Wo das Anbringen eines Seitenschutzes oder eines Ger�sts technisch nicht m�glich oder zu gef�hrlich ist, sind Fangger�ste, Schutznetze oder Seilsicherungen zu verwenden oder gleichwertige Schutzmassnahmen zu treffen (Art. 19 Abs. 1 BauAV). Der Arbeitgeber muss auf jeder Baustelle eine Person bezeichnen, die f�r die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz zust�ndig ist (Art. 4 Abs. 1 BauAV).
3.2 Die Bauarbeitenverordnung basiert auf Art. 83 Abs. 1 des Unfallversicherungsgesetzes vom 20. M�rz 1981 (UVG) und auf Art. 40 des Arbeitsgesetzes vom 13. M�rz 1964 (ArG). Sie richtet sich in erster Linie an Betriebe, die in der Schweiz Arbeitnehmer besch�ftigen (Art. 81 Abs. 1 UVG). Aus der Bauarbeitenverordnung und der Verordnung �ber die Unfallverh�tung l�sst sich keine Garantenstellung des bauleitenden Architekten gegen�ber Personen, die nicht Arbeitnehmer sind und nicht in einem Subordinationsverh�ltnis stehen, ableiten (Urteil des Bundesgerichts 6P.121/2006 vom 7. Dezember 2006 E. 2.4). Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Bauleitung die genannten Vorschriften nicht beachten muss (Urteil des Bundesgerichts 6B_437/2008 vom 24. Juli 2009 E. 5.7.1).
4.1 Die Vorinstanz erw�gt, die SIA-Norm 118 sei im Vertrag mit der W.________ AG �bernommen worden. Eine vertragliche Garantenstellung des Beschwerdef�hrers ergebe sich aus Art. 104 der SIA-Norm 118, wonach der bauleitende Architekt den Unternehmer beim Einhalten der Sicherheitsnormen zu unterst�tzen habe (angefochtener Entscheid E. 4.6.4 und 4.6.6 S. 17). Der Beschwerdef�hrer habe das bestehende Bauger�st abbauen lassen und damit eine taugliche Sicherheitseinrichtung entfernt. Er h�tte daher sicherstellen m�ssen, dass f�r die anstehenden Verkleidungsarbeiten ein hinreichender Ersatz erstellt wird, beispielsweise durch Erlass entsprechender Anweisungen an die Arbeiter oder deren Vorgesetzten (E. 4.6.6). Ob dem Beschwerdef�hrer auch eine Garantenstellung aus dem Gefahrensatz oder aus Gesetz zukomme, k�nne offen bleiben (E. 4.6.8 und 4.6.9). H�tte er sichergestellt, dass nach dem Abbau des Ger�sts eine taugliche Sicherheitsvorrichtung erstellt wird, h�tte der Sturz vermieden werden k�nnen. Der Beschwerdef�hrer habe keine Gew�hr gehabt, dass sich der Verantwortliche der W.________ AG noch vor Beginn der Verkleidungsarbeiten auf die Baustelle begeben werde. Er habe sich auch nicht darauf verlassen d�rfen, dass die betroffenen Arbeiter von sich aus die notwendigen Sicherungsmassnahmen ergreifen w�rden (E. 4.7.3).
4.2 Unternehmer und Bauleitung sind nach Art. 104 der SIA-Norm 118 bei der Erf�llung ihrer Aufgaben verpflichtet, die Sicherheit der am Bauwerk Besch�ftigten zu gew�hrleisten. Auf die Sicherheit ist bei der Projektierung, der Festlegung des Bauvorgangs und der Ausf�hrung der Arbeiten R�cksicht zu nehmen. Der Unternehmer trifft die notwendigen Schutzmassnahmen zur Unfallverh�tung. Er wird dabei von der Bauleitung unterst�tzt (Art. 104 SIA-Norm 118). Art. 104 der SIA-Norm 118 statuiert eine subsidi�re Verantwortlichkeit der Bauleitung f�r die Sicherheit auf dem Bau (Urteil des Bundesgerichts 6B_437/2008 vom 24. Juli 2009 E. 5.7.3).
4.3 Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung von Bundesrecht. Die Vorinstanz habe zu Unrecht aus dem Vertrag zwischen der Bauherrschaft und der W.________ AG eine Garantenstellung seinerseits gegen�ber Y.________ abgeleitet. Er habe den Vertrag �ber die Gipserarbeiten mit der W.________ AG im Namen und als Vertreter der Bauherrschaft abgeschlossen. Da ein Vertrag zu Lasten eines Dritten den Dritten nicht verpflichte, ergebe sich daraus keine Garantenstellung (Beschwerde Ziff. 42 ff.).
4.4 Auch die Vorinstanz geht davon aus, dass der Vertrag �ber die Gipserarbeiten zwischen der Bauherrschaft und der W.________ AG zustande kam (angefochtener Entscheid E. 4.6.1 S. 14 und E. 4.6.3 S. 15). Nicht nachvollziehbar ist, weshalb sie in der Folge den Beschwerdef�hrer als Vertragspartner bezeichnet und daraus ohne n�here Begr�ndung vertragliche Pflichten des Beschwerdef�hrers ableitet (angefochtener Entscheid E. 4.6.6 S. 17). Allerdings verweist auch der Architektenvertrag vom 6. Juni 2006 zwischen der Bauherrschaft und dem Beschwerdef�hrer bez�glich der Sorgfaltspflichten des Architekten auf die allgemein anerkannten Regeln seines Fachgebiets (Art. 1.3.1 SIA-Norm 102; angefochtener Entscheid E. 4.5 S. 14). Ob Art. 104 der SIA-Norm 118, als f�r den Beschwerdef�hrer bindend, eine vertragliche Garantenstellung des bauleitenden Architekten begr�ndet, kann offen bleiben, da sich eine Garantenstellung und �hnliche Sorgfaltspflichten des Beschwerdef�hrers jedenfalls aus dem allgemeinen Gefahrensatz (Ingerenz) ergeben.
5.1 Eine Garantenstellung des Bauleiters aus Ingerenz l�sst sich mit den gleichen �berlegungen wie bei der Gef�hrdung durch Verletzung der Regeln der Baukunst nach Art. 229 StGB auch f�r den Tatbestand von Art. 125 StGB herleiten (Urteile des Bundesgerichts 6B_516/2009 vom 3. November 2009 E. 3.3.1; 6P.58/2003 vom 3. August 2004 E. 5.2 und 5.3; vgl. auch 6P.121/2006 vom 7. Dezember 2006 E. 2.6).
5.2.1 Die mit der Leitung und Ausf�hrung eines Bauwerks betrauten Personen sind daf�r verantwortlich, dass in ihrem Bereich die Regeln der Baukunde eingehalten werden (BGE 109 IV 15 E. 2a S. 17). Wie weit die strafrechtliche Verantwortung einer am Bau beteiligten Person reicht, bestimmt sich auf Grund von gesetzlichen Vorschriften, vertraglichen Abmachungen oder der ausge�bten Funktionen sowie nach den jeweiligen konkreten Umst�nden (Urteil des Bundesgerichts 6P.58/2003 vom 3. August 2004 E. 6.1). Die Verantwortung f�r die Verh�tung von Unf�llen kann in gewissen Grenzen delegiert werden, wenn f�r die n�tige Instruktion und �berwachung gesorgt wird (BGE 104 IV 96 E. 5).
5.2.2 Zu den Aufgaben der Bauleitung z�hlen die Koordination und �berwachung der gesamten Bauarbeiten. Der Bauleiter muss die durch die Umst�nde gebotenen Sicherheitsvorkehrungen anordnen und generell f�r die Einhaltung der anerkannten Regeln der Baukunde sorgen. Diese Pflicht besteht unabh�ngig davon, ob die gef�hrdeten Personen dem Bauleiter direkt unterstellt sind (BGE 101 IV 28 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 6P.58/2003 vom 3. August 2004 E. 6.3). Kann die Bauleitung jederzeit durch Anordnungen und Weisungen in den Gang der Arbeiten eingreifen, muss sie sicherstellen, dass die Sicherheitsvorschriften beachtet werden. Ansonsten geh�rt die �berpr�fung der Arbeit eines beigezogenen Spezialisten nicht zum Pflichtenkreis des bauleitenden Architekten. Dieser muss jedoch einschreiten, wenn er eine Verletzung elementarer Sicherheitsvorschriften feststellt. Dies gilt insbesondere, wenn dadurch eine Gefahr f�r die k�rperliche Integrit�t oder das Leben Dritter hervorgerufen wird (Urteile des Bundesgerichts 6B_437/2008 vom 24. Juli 2009 E. 5.7.2 und 5.7.3; 6S.181/2002 vom 30. Januar 2003 E. 3.2.1, je mit Hinweisen). Schafft der bauleitende Architekt beispielsweise durch die geplante Reihenfolge der Arbeitsabl�ufe, durch eine mangelnde Koordination zwischen Arbeitern verschiedener Berufssparten oder durch eine un�bliche Bauweise einen spezifischen Gefahrenzustand, muss er alles Zumutbare tun, damit die Gefahr zu keiner Verletzung fremder Rechtsg�ter f�hrt (Urteil des Bundesgerichts 6S.181/2002 vom 30. Januar 2003 E. 3.6).
5.2.3 Der Bauunternehmer muss seine Angestellten sorgf�ltig ausw�hlen, die notwendigen Anleitungen erteilen und �berwachen (BGE 117 IV 130 E. 2a). Er muss die Sicherungsmassnahmen anordnen und das Material zur Verf�gung stellen, damit Sicherheitsvorrichtungen rechtzeitig errichtet werden k�nnen (Roelli/Fleischanderl, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2008, N. 23 zu Art. 229 StGB). Der Vorarbeiter ist oft ein bew�hrter Facharbeiter, dessen Stellung sich nicht sehr stark von der seiner Untergebenen unterscheidet und an welchen nicht die gleichen Anforderungen gestellt werden k�nnen wie an den Polier. Er hat jedoch eine leitende Funktion auf dem Arbeitsplatz. Als verantwortlicher Fachmann muss er f�r die Einhaltung der Pl�ne und Anordnungen des Arbeitgebers sorgen, sich um die erforderlichen Sicherheitsvorkehren k�mmern und seinen Vorgesetzen auf allf�llige M�ngel aufmerksam machen (nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts Str. 364/1985 vom 7. Oktober 1985 E. 2; Roelli/Fleischanderl, a.a.O., N. 28 und 30 zu Art. 229 StGB). Wesentliche Entscheide hat der Bauunternehmer selber zu treffen und darf sie nicht auf Poliere oder Vorarbeiter abw�lzen (Roelli/Fleischanderl, a.a.O., N. 23 zu Art. 229 StGB mit Hinweisen). Hingegen ist er nicht verpflichtet, erfahrene Mitarbeiter permanent zu �berwachen (BGE 117 IV 130 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 6P.58/2003 vom 3. August 2004 E. 6.2).
5.3 Bei den Verkleidungsarbeiten auf dem vollst�ndig �berdeckten, ins Geb�ude eingelassenen Balkon im 1. Obergeschoss der Liegenschaft handelte es sich nicht um Hochbauarbeiten im Sinne von Art. 16 BauAV, welche zwingend ein Sicherheitsger�st erforderten. F�r die Verkleidungsarbeiten auf dem Balkon musste demnach kein Fassadenger�st angebracht werden, sondern es waren auch andere geeignete Sicherungsmassnahmen zul�ssig. Indem der Beschwerdef�hrer das Ger�st entfernen liess, verletzte er folglich noch keine Sorgfaltspflicht. Eine Erf�llung des Tatbestands der fahrl�ssigen K�rperverletzung durch aktives Tun ist zu verneinen (vgl. BGE 129 IV 119 E. 2.2; 115 IV 199 E. 2a).
5.4 Wohl war es in erster Linie am Bauunternehmer, seine Angestellten entsprechend auszubilden, die notwendigen Anordnungen zu erteilen und ihnen das Material f�r die Errichtung der Absturzsicherung zur Verf�gung zu stellen. Auch der Beschwerdef�hrer als Bauleiter musste jedoch, wenn er direkte Weisungen erteilte, daf�r sorgen, dass die Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden. Dies galt auch f�r kleine Zusatz- oder Nachbesserungsarbeiten, bei deren Ausf�hrung den Sicherheitsvorschriften oft nicht nachgelebt wird, da diese nicht selten mit verh�ltnism�ssig grossem Aufwand verbunden sind. Hinzu kommt, dass der Beschwerdef�hrer die bestehende Sicherung wenige Tage vor Inangriffnahme der Arbeiten entfernen liess, ohne eine andere geeignete Schutzmassnahme zu treffen. Er unterliess es zudem, den Bauunternehmer dar�ber zu informieren, obschon er nicht davon ausgehen konnte, dass sich dieser vor den Arbeiten nochmals auf die Baustelle begab. Als bauleitender Architekt w�re er verpflichtet gewesen, die Arbeiten entsprechend zu organisieren, damit die weiteren Beteiligten ihre Aufsichts- und Sicherheitspflichten erf�llen konnten.
Der Beschwerdef�hrer h�tte die Angestellten der W.________ AG daher darauf hinweisen m�ssen, dass f�r die Verkleidungsarbeiten die notwendige Absturzsicherung anzubringen war und gegebenenfalls erl�utern m�ssen, in welcher Form dies zu erfolgen hatte. Zumindest h�tte er den Arbeitgeber �ber die Entfernung des Ger�sts informieren m�ssen, damit dieser seiner Aufsichtspflicht nachkommen und seinerseits die erforderlichen Instruktionen f�r die Einhaltung des gesetzlichen Sicherheitsstandards erteilen konnte. Selbst wenn man davon ausgeht, V.________ sei als Vorarbeiter zum Einsatz gelangt, durfte der Beschwerdef�hrer nicht ohne Weiteres annehmen, der Verantwortliche der W.________ AG habe diesen entsprechend instruiert bzw. die Verantwortung f�r die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften g�ltig an diesen delegiert. Indem er weder die Arbeiter direkt auf die Notwendigkeit der Anbringung einer Absturzsicherung hinwies, noch deren Arbeitgeber �ber die Entfernung des Ger�sts in Kenntnis setzte, verletzte er seine Sorgfaltspflichten.
5.5 Die Gefahr des Erfolgseintritts war f�r den Beschwerdef�hrer voraussehbar. H�tte er die Angestellten der W.________ AG entsprechend instruiert bzw. deren Verantwortlichen darauf hingewiesen, dass das Ger�st entfernt wurde und eine andere Absturzsicherung anzubringen war, h�tte der Unfall mit hoher Wahrscheinlichkeit vermieden werden k�nnen, da nicht davon auszugehen war, dass diese den Hinweis missachtet h�tten. Diesbez�glich kann auf die Ausf�hrungen der Vorinstanz verwiesen werden.
Die Unterscheidung verschiedener Verantwortlichkeitsbereiche ist eine Folge der beim Bau unumg�nglichen Arbeitsteilung, wobei sich die einzelnen T�tigkeiten h�ufig nicht scharf voneinander abgrenzen lassen, so dass bei einer festgestellten Verletzung von Regeln der Baukunde die strafrechtliche Verantwortung oft mehrere Personen gleichzeitig trifft (Urteil des Bundesgerichts 6B_516/2009 vom 3. November 2009 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Die Vorinstanz weist zutreffend darauf hin, dass das Fehlverhalten des Verantwortlichen der W.________ AG und der betroffenen Bauarbeiter nicht derart aussergew�hnlich war, dass es den Kausalzusammenhang zwischen der Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdef�hrers und dem Erfolgseintritt unterbrechen konnte.
Der Schuldspruch wegen fahrl�ssiger K�rperverletzung nach Art. 125 Abs. 1 StGB ist nicht bundesrechtswidrig.
Der Beschwerdef�hrer macht eine Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo geltend. Die Vorinstanz h�tte an einer vertraglichen Garantenstellung gr�sste Zweifel haben und ihn deshalb freisprechen m�ssen (Beschwerde S. 5 Ziff. 7 und S. 18 Ziff. 58).
Ob der Beschwerdef�hrer auch eine Garantenstellung aus Vertrag hatte, kann offen bleiben (vgl. supra E. 4.4). Auf die R�ge ist daher nicht einzutreten. Im �brigen handelt es sich hierbei in erster Linie um eine Rechtsfrage. Nicht ersichtlich ist daher, inwiefern die Vorinstanz, indem sie von einer vertraglichen Garantenstellung des Beschwerdef�hrers ausging, den Grundsatz in dubio pro reo als Beweisw�rdigungsregel (vgl. BGE 127 I 38 E. 2a; 124 IV 86 E. 2a, je mit Hinweisen) verletzt haben k�nnte.
Der Beschwerdef�hrer beantragt die Durchf�hrung eines zus�tzlichen Schriftenwechsels, sollte das Bundesgericht von den von der Vorinstanz zu seinen Gunsten getroffenen Feststellungen (insbesondere keine Anwendbarkeit der BauAV etc.) abweichen (Beschwerde Ziff. 13 S. 6).
Das Bundesgericht wendet Bundesrecht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Weicht es von der rechtlichen W�rdigung der Vorinstanz ab, ist dem Beschwerdef�hrer nur ausnahmsweise vorg�ngig rechtliches Geh�r zu gew�hren, wenn es den Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem rechtlichen Standpunkt zu begr�nden beabsichtigt, die im bisherigen Verfahren nicht herangezogen wurden, auf die sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit deren Erheblichkeit im konkreten Fall sie nicht rechnen konnten (vgl. BGE 123 I 63 E. 2d; 115 Ia 94 E. 1b). Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Das Gesuch um aufschiebende Wirkung wird gegenstandslos.

References: Art. 125
 Art. 125
 Art. 125
 Art. 125
 BGE 
 BGE 
 Art. 21
 Art. 8
 Art. 83
 Art. 40
 Art. 104
 Art. 104
 Art. 104
 Art. 104
 Art. 229
 Art. 125
 Art. 229
 Art. 229
 Art. 229
 Art. 16
 BGE 
 Art. 125
in dubio
in dubio
 BGE 
 BGE