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Timestamp: 2016-10-22 08:53:59+00:00

Document:
8C_494/2013 (22.04.2014)
8C_494/2013 {T�0/2} � � Urteil vom 22. April 2014
��� Freiburgstrasse 370, 3018 Bern,
Erben des I.________ sel.,
��� alle vertreten durch Advokat Sebastian Laubscher,
A.a.�Der 1969 geborene I.________ war seit 1. August 2009 als Assistenzarzt beim Spital X.________ t�tig und dadurch bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) obligatorisch unfallversichert. Gem�ss Bericht der Allgemeinchirurgie des Spitals Y.________ vom 11. Februar 2010 �ber den station�ren Aufenthalt ab 1. Dezember 2009 bis 11. Februar 2010 war I.________ am 1. Dezember 2009 von der Sanit�t auf die Notfallstation eingewiesen worden. Dort wurde eine massive akute Herzinsuffizienz festgestellt. Diagnostiziert wurde ein Status nach Multiorganversagen bei Mischintoxikation und Liegetrauma mit Rhabdomyolyse am 1. Dezember 2009. Es folgten zahlreiche Eingriffe. Am 11. Februar 2010 wurde I.________ ins Zentrum Z.________ verlegt. Am 14. Oktober 2011 ist er gestorben.
A.b.�I.________ hatte der AXA am 4. Juli 2010 eine Schadenmeldung erstattet. Nach Abkl�rung der erwerblichen und medizinischen Verh�ltnisse, namentlich nach Einholung eines psychiatrischen Gutachtens des Dr. med. S.________, Spezialarzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. Dezember 2010, verneinte die AXA mit Verf�gung vom 28. Januar 2011 einen Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung. Die dagegen von I.________ und von der Assura Kranken- und Unfallversicherung (nachfolgend: Assura) erhobenen Einsprachen wies die AXA mit Entscheid vom 11. April 2011 ab.
Mit Entscheid vom 9. April 2013 hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt die von I.________ und von der Assura dagegen erhobenen Beschwerden gut, hob den Einspracheentscheid vom 11. April 2011 auf und wies die Sache zur Pr�fung und Festsetzung der gesetzlichen Leistungen an die Beschwerdebeklagte zur�ck.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt die AXA die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids vom 9. April 2013 und die Best�tigung ihres Einspracheentscheids vom 11. April 2011. Zudem ersucht sie um Erteilung der aufschiebenden Wirkung.
Die Erben des I.________ sel. und die Assura schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Mit Verf�gung vom 3. Oktober 2013 hat der Instruktionsrichter der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.2.1.�Rechtsprechungsgem�ss bewirkt ein R�ckweisungsentscheid in der Regel keinen irreversiblen Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG, da der Rechtsuchende ihn sp�ter zusammen mit dem neu zu f�llenden Endentscheid wird anfechten k�nnen (vgl. Art. 93 Abs. 3 BGG). Anders verh�lt es sich allerdings f�r die Verwaltung bzw. den Versicherungstr�ger, wenn diese durch den R�ckweisungsentscheid gezwungen werden, eine ihres Erachtens rechtswidrige Verf�gung zu treffen. Diesfalls kann bereits dieser Entscheid angefochten und braucht nicht der Endentscheid abgewartet zu werden (BGE 133 V 477 E. 5.2, 5.2.1-5.2.4 S. 483 ff.; Urteile 8C_531/2008 vom 8. April 2009 E. 1.2.1 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 135 V 279, aber in: SVR 2009 UV Nr. 40 S. 137, und 8C_682/2007 vom 30. Juli 2008 E. 1.2.1, nicht publ. in: BGE 134 V 392, aber in: SVR 2008 UV Nr. 31 S. 115).
1.2.2.�Das kantonale Gericht hat die Angelegenheit mit der Feststellung, das Ereignis vom 1. Dezember 2009 erf�lle den Unfallbegriff, zwecks Pr�fung und Festsetzung der gesetzlichen Leistungen an den Unfallversicherer zur�ckgewiesen. Der angefochtene Entscheid enth�lt damit materiellrechtlich verbindliche Anordnungen, welche den Beurteilungsspielraum der Beschwerdef�hrerin wesentlich einschr�nken. Im Umstand, dass der darauf beruhende Endentscheid praktisch nicht angefochten und das Ergebnis nicht mehr korrigiert werden k�nnte, ist nach dem Gesagten ein nicht wieder gutzumachender Nachteil im Sinne des Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG zu erblicken. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
3.1.�Ein Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt, von hier nicht einschl�gigen Ausnahmen abgesehen, das Vorliegen eines Berufsunfalls, eines Nichtberufsunfalls oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). Als Unfall gilt die pl�tzliche, nicht beabsichtigte sch�digende Einwirkung eines ungew�hnlichen �usseren Faktors auf den menschlichen K�rper (Art. 4 ATSG).
3.2.�Hat die versicherte Person den Gesundheitsschaden oder den Tod absichtlich herbeigef�hrt, so besteht kein Anspruch auf Versicherungsleistungen, mit Ausnahme der Bestattungskosten (Art. 37 Abs. 1 UVG). Wollte sich die versicherte Person nachweislich das Leben nehmen oder sich selbst verst�mmeln, so findet Art. 37 Abs. 1 UVG keine Anwendung, wenn die versicherte Person zur Zeit der Tat ohne Verschulden g�nzlich unf�hig war, vernunftgem�ss zu handeln, oder wenn die Selbstt�tung, der Selbstt�tungsversuch oder die Selbstverst�mmelung die eindeutige Folge eines versicherten Unfalles war (Art. 48 UVV).
3.3.�Es stellt sich die Frage, ob auch bei im Zustand der g�nzlichen Urteilsunf�higkeit begangener Selbstt�tung oder Selbstsch�digung ein Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung nur besteht, wenn die Kriterien des Unfallbegriffs erf�llt sind:
3.3.1.�Die Entstehungsgeschichte von Art. 37 Abs. 1 UVG zeigt, dass der Gesetzgeber nicht jeden Suizid oder Suizidversuch einem Unfall gleichsetzen wollte. Er stellte nur den im Zustand der vollst�ndigen Urteilsunf�higkeit begangenen Suizid oder Suizidversuch begrifflich einem Unfallereignis gleich, lehnte es aber ab, aus sozialpolitischen Gr�nden f�r im "bewussten Zustand", d.h. in nicht vollst�ndig unzurechnungsf�higem Zustand begangene Selbstt�tungen oder Selbstt�tungsversuche Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung zu statuieren (BBl 1976 III 141 S. 198; AB 1979 S. 252 f.; 1980 S 482, Voten Bundesrat H�rlimann und Abstimmung). Es entsprach somit der gesetzgeberischen Zielsetzung, dass alle nicht im Zustand vollst�ndiger Urteilsunf�higkeit ausgef�hrten Suizide und Suizidversuche unter den Ausschlusstatbestand der absichtlichen Selbstsch�digung im Sinne von Art. 37 Abs. 1 UVG fallen sollten. Dieser gesetzgeberischen Wertentscheidung hat der Verordnungsgeber Rechnung getragen, indem er in Art. 48 UVV den Leistungsausschluss f�r absichtliche Selbstt�tung oder Gesundheitssch�digung nur f�r jene F�lle aufhob, in denen "der Versicherte zur Zeit der Tat ohne sein Verschulden g�nzlich unf�hig war, vernunftgem�ss zu handeln" (zum Ganzen vgl. BGE 129 V 95 E. 3.1 S. 98 f. mit Hinweisen auf Materialien; vgl. auch Alexandra Rumo-Jungo, Die Leistungsk�rzung oder -verweigerung gem�ss Art. 37-39 UVG, Diss. Freiburg 1993, S. 51 ff. und S. 118 ff.).
3.3.2.�Als "Ausnahme von der Ausnahme" kann sich somit die f�r den Fall g�nzlicher Urteilsunf�higkeit in Art. 48 UVV statuierte Aufhebung des in Art. 37 Abs. 1 UVG vorgesehenen Leistungsausschlusses f�r Suizid (versuchs) handlungen lediglich auf Ereignisse beziehen, welche die Kriterien des Unfallbegriffs erf�llen.
3.3.3.�Ein Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung besteht daher zusammenfassend auch bei im Zustand der g�nzlichen Urteilsunf�higkeit begangener Selbstt�tung oder Selbstsch�digung nur, wenn die Kriterien des Unfallbegriffs erf�llt sind.
Streitig und zu pr�fen ist die Leistungspflicht der Beschwerdef�hrerin f�r die Ende November/Anfang Dezember 2009 zufolge Einnahme von Alkohol, Medikamenten und Drogen erlittene Mischintoxikation mit Multiorganversagen.
4.1.�Die Vorinstanz hat in W�rdigung der medizinischen Aktenlage festgestellt, im Zeitpunkt der Einnahme der toxischen Stoffe m�sse die Urteilsf�higkeit des Versicherten als vollst�ndig aufgehoben betrachtet werden, was von keiner Seite bestritten werde. Selbst wenn von einem Suizidversuch auszugehen w�re, best�nde daher eine Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung. Das kantonale Gericht f�hrte dann im Folgenden aus, die durch Einnahme verschiedener Substanzen erlittene Mischintoxikation stelle ein Unfallereignis mit sehr gravierenden Folgesch�den dar, und bejahte das Vorliegen s�mtlicher vier Kriterien f�r ein Unfallereignis, die Pl�tzlichkeit, die Unfreiwilligkeit, die Ungew�hnlichkeit sowie den �usseren Faktor. Es wies die Sache zur Pr�fung und Festsetzung der gesetzlichen Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung an die Beschwerdef�hrerin zur�ck.
4.2.�Die Beschwerdef�hrerin r�umt zun�chst ein, es sei in Anbetracht der nicht ausreichend zu konkretisierenden Geschehnisse nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nicht von einem Suizid ausgegangen sei. Vielmehr liege ein Substanzmissbrauch als Selbstheilungs- bzw. Selbstbehandlungsversuch vor. Indem das kantonale Gericht diesbez�glich s�mtliche Begriffsmerkmale des Unfallbegriffs bejaht habe, sei diese Einsch�tzung bundesrechtswidrig. Aus der vor dem Hintergrund eines m�glichen Suizides gepr�ften und bejahten Frage der Urteilsunf�higkeit im Zeitpunkt der Tat k�nne entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht auf eine Unfreiwilligkeit im Sinne des Unfallbegriffs geschlossen werden. Es sei davon auszugehen, dass der Versicherte einen ganz erheblichen Teil der verschiedenen Substanzen freiwillig und bewusst eingenommen habe und sich auch �ber deren Wirkung im Klaren gewesen sei. Der Umstand, dass er wegen des Missbrauchs irgendwann die Urteilsf�higkeit verloren habe, k�nne nicht zur Bejahung der Unfreiwilligkeit f�hren. Da der Versicherte sodann als regelm�ssiger Alkohol- und Benzodiazepine- bzw. gelegentlicher Bet�ubungsmittelkonsument mit diesen Substanzen vertraut gewesen sei, k�nne der (durchaus auch exzessive) Konsum von Suchtmitteln nicht zur Annahme eines ungew�hnlichen �usseren Faktors f�hren. Schliesslich lasse sich nicht mehr beweisen, wie es zur Einnahme von Drogen, Schlafmitteln und Alkohol gekommen sei, weshalb auch das Merkmal der Pl�tzlichkeit nicht nachgewiesen sei. Da drei der vier Kriterien des Unfallbegriffs nicht erf�llt seien, entfalle eine Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung.
Zu pr�fen ist somit im Folgenden, ob die Ende November/Anfang Dezember 2009 wegen Einnahme von Alkohol, Medikamenten und Drogen erlittene Mischintoxikation mit Multiorganversagen als Unfall im Rechtssinne zu qualifizieren ist. Fraglich ist dabei zun�chst das Kriterium der Pl�tzlichkeit.
5.1.�Mit dem Kriterium der Pl�tzlichkeit wird - wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat - ein zeitlicher Rahmen gesteckt. Die sch�digende Einwirkung muss zwar nicht auf einen blossen Augenblick beschr�nkt sein, jedoch innerhalb eines relativ kurzen, abgrenzbaren Zeitraums erfolgen. Die Rechtsprechung hat bisher keine zeitliche Maximaldauer festgelegt. Die Einwirkung muss pl�tzlich eingesetzt haben und eine einmalige gewesen sein (vgl. SVR 2009 UV Nr. 47 S. 166, 8C_234/2008, E. 6; SVR 2008 UV Nr. 5, U 32/07,������ E. 2.2; Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N. 13 ff. zu Art. 4 ATSG; Alexandra Rumo-Jungo/Andr� Pierre Holzer, Bundesgesetz �ber die Unfallversicherung [UVG], 4. Aufl. 2012, S. 51; Jean-Maurice Fr�sard/Margit Moser-Szeless, L'assurance-accidents obligatoire, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 2. Aufl. 2007, S. 857 Rz. 59).
5.2.1.�Gem�ss Bericht des Spitals Y.________ vom 11. Februar 2010 �ber den station�ren Aufenthalt ab 1. Dezember 2009 bis 11. Februar 2010 war der Versicherte am 1. Dezember 2009 von der Sanit�t auf die Notfallstation eingewiesen worden. Er habe eine Mischintoxikation erlitten und sei ca. zwei Tage bewusstlos gewesen. Als er dann erwacht sei, habe er nicht mehr richtig gehen k�nnen, die Beine nicht gesp�rt und die Ambulanz gerufen. Auf der Notfallstation wurde eine massive akute Herzinsuffizienz festgestellt. Diagnostiziert wurde ein Status nach Multiorganversagen bei Mischintoxikation und Liegetrauma mit Rhabdomyolyse am 1. Dezember 2009 (Kokain-, Heroin-, Benzodiazepin- und Alkoholintoxikation; kardiogener Schock u.a.). Es folgten zahlreiche Eingriffe.
5.2.2.�Im Bericht vom 25. Mai 2010 hielt die Schadeninspektorin der Beschwerdef�hrerin zum Hergang fest, der Versicherte k�nne sich nicht an den Vorfall erinnern. Weshalb, wo und wie es zur Einnahme von Drogen, Schlafmitteln und Alkohol gekommen sei, sei ihm ebenfalls nicht erinnerlich.
5.2.3.�In der Schadenmeldung UVG vom 4. Juli 2010 hatte der Versicherte als Unfallbeschreibung festgehalten: "Nach Alkoholr�ckfall psychisches Abrutschen ohne M�glichkeit, diesem unaufhaltsamen Sog zu entkommen. Keine Erinnerung an Umst�nde vor Suizidversuch, bin sicher, dass ich mein Verhalten nicht mehr steuern konnte."
5.2.4.�Der behandelnde Psychiater Dr. med. B.________, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt im Bericht vom 30. August 2010 fest, der Versicherte leide seit vielen Jahren an wiederkehrenden schweren depressiven St�rungen. Er habe in den vergangenen Jahren immer wieder Episoden von Substanzmissbrauch erlitten, vorwiegend mit Benzodiazepinen und Alkohol, selten auch mit Bet�ubungsmitteln, wobei der Substanzmissbrauch als Selbstbehandlungsversuch zu verstehen sei, indem der Versicherte auf diese Weise immer wieder versucht habe, massiver innerer Verzweiflung zu entfliehen. Ende 2009 habe er sich offensichtlich in einer zunehmenden Depression mit Antriebsverlust, depressiven Verstimmungen und zunehmender Verzweiflung befunden. Ende November 2009 habe er nach zwei Jahren Abstinenz im Kontakt mit einem Kollegen ein Bier getrunken und sei daraufhin in massive Selbstvorw�rfe gefallen. Er habe f�r eine Woche Ferien gebucht und sich gesagt, er gebe noch ein einziges Mal dem Bed�rfnis nach Alkohol und Bet�ubungsmitteln nach. Gleichzeitig sei er in zunehmende Entt�uschung �ber sich geraten und in massive Verzweiflung mit Selbstanklage gest�rzt. In diesem psychischen Ausnahmezustand habe er erneut zu Alkohol, Benzodiazepinen und Heroin/Kokain, welches er sich impulshaft in einem Gassenzimmer besorgt habe, gegriffen.
5.2.5.�Dr. med. S.________ hielt im psychiatrischen Gutachten vom 22. Dezember 2012 fest, von der Pubert�t bis Ende Studium sei Cannabis das wichtigste Suchtmittel des Versicherten gewesen; danach habe er seri�ser werden wollen. Er habe geraucht und Bier getrunken. 2003 habe er mit Rauchen aufgeh�rt, jedoch immer mehr getrunken, drei bis vier Dosen, am Wochenende deutlich mehr, bis zu f�nf Litern am Tag. Zus�tzlich habe er auch Benzodiazepine, Valium, Rivotril und Temesta konsumiert, wobei Alkohol und Benzodiazepine ein unguter, stark bet�ubender Cocktail gewesen seien. Betreffend der Ereignisse im November/Dezember 2009 hielt Dr. med. S.________ gest�tzt auf die Angaben des Versicherten fest, er habe Mitte (recte: Ende) November 2009 in A.________ mit einem Unterassistenten ein Bier getrunken. Danach sei er in eine totale Missstimmung geraten, habe jegliche Freude und Motivation verloren und sich wieder total alkoholabh�ngig gef�hlt. Er sei zur �berzeugung gelangt, alle Bem�hungen seien umsonst gewesen und er w�rde es nie schaffen. Er habe sich traurig, ohnm�chtig, leer und �de gef�hlt und sich vor sich selber geekelt. Er sei nach C.________ zur�ckgekehrt und habe Bier geholt. An den weiteren Verlauf k�nne er sich nicht erinnern. Wie und wo er sich Heroin und Kokain beschafft habe, wisse er nicht. Die Aussage, er habe es von einem Gassenzimmer, sei lediglich eine Vermutung. Er k�nne auch nicht sagen, ob er sich habe umbringen oder einfach Ruhe haben wollen.
5.3.�Wie aus den oben wiedergegebenen Berichten hervorgeht, besteht hinsichtlich des genauen Hergangs der Ereignisse Ende November/Anfang Dezember 2009 ein ungewisser Sachverhalt und l�sst sich dieser auch nicht mehr genauer kl�ren. Aufgrund der Aktenlage ist davon auszugehen, dass der Versicherte Ende November 2009 in A.________ mit einem Kollegen Bier getrunken, sich anschliessend Alkohol, Drogen und Medikamente beschafft und diese konsumiert hat, nach zwei Tagen Bewusstlosigkeit in C.________ aufgewacht und ins Spital gebracht worden ist. In welchem Zeitraum der Versicherte die verschiedenen Substanzen konsumiert hat, ist ungewiss.
5.4.�Das kantonale Gericht hat zu Recht darauf hingewiesen, es sei streitig, ob der Versicherte die vier erforderlichen Kriterien f�r ein Unfallereignis nachzuweisen verm�ge.
5.4.1.�Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen f�r die richtige und vollst�ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Der Sozialversicherungstr�ger als verf�gende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht d�rfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen �berzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit zu f�llen. Die blosse M�glichkeit eines bestimmten Sachverhalts gen�gt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen m�glichen Geschehensabl�ufen als die wahrscheinlichste w�rdigen (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 S. 221 f. mit Hinweisen).
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisf�hrungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder des verf�genden Sozialversicherungstr�gers) ist, f�r die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausf�llt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unm�glich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweisw�rdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit f�r sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 S. 222 mit Hinweisen).
5.4.2.�Soweit die Vorinstanz unter Hinweis auf Kieser (a.a.O., N. 13 zu Art. 4) darlegt, in der Rechtsprechung w�rden engere Bez�ge zwischen dem Kriterium der Pl�tzlichkeit und demjenigen der Ungew�hnlichkeit in dem Sinne gemacht, dass es unerheblich sei, wie oft sich ein bestimmter Vorgang abgespielt habe und einzig entscheidend sei, ob zu einem bestimmten Vorkommnis etwas Besonderes hinzugetreten sei, das den �usseren Faktor des im jeweiligen Lebensbereich Allt�glichen oder �blichen �berschreite, ist dies zumindest missverst�ndlich. Damit ein Unfallereignis bejaht werden kann, muss jedes der vier Kriterien einzeln erf�llt sei. W�hrend die H�ufigkeit eines bestimmten Vorgangs unter bestimmten Umst�nden das Kriterium der Ungew�hnlichkeit nicht von vornherein verunm�glicht, braucht es f�r das Kriterium der Pl�tzlichkeit in jedem Fall die unter��� E. 5.1 hievor umschriebenen Merkmale, namentlich eine einmalige Einwirkung innerhalb eines relativ kurzen abgrenzbaren Zeitraumes.
5.4.3.�Erstellt ist, dass die erlittene Mischintoxikation mit Multiorganversagen auf den Konsum von Alkohol, Medikamenten und Drogen zur�ckzuf�hren ist. Was zwischen dem Konsum von Bier mit einem Kollegen in A.________ und der in C.________ eingetretenen Mischintoxikation passiert ist, was der Versicherte im Einzelnen konsumiert und wie er sich die verschiedenen Substanzen zugef�hrt hat, ist - wie bereits dargelegt - ungewiss und kann nicht mehr genauer gekl�rt werden, weshalb die Leistungsansprecher die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen haben.
5.4.4.�Zudem ist aufgrund des Umstandes, dass der Versicherte verschiedene Substanzen in Form von Alkohol, Medikamenten und Drogen konsumiert hat, davon auszugehen, dass es sich um mehrmaliges Zuf�hren gehandelt hat und dass sich die Mischintoxikation �ber einen gewissen Zeitraum aufgebaut hat, weshalb nicht von einer einmaligen sch�digenden und damit pl�tzlichen Einwirkung im Sinne des Unfallbegriffs gesprochen werden kann.
5.5.�Ist zusammenfassend bereits das Kriterium der Pl�tzlichkeit nicht erf�llt, braucht auf die weiteren Unfallkriterien wie auch auf die Frage eines Suizids bzw. Suizidversuchs nicht n�her eingegangen zu werden. Entgegen des vorinstanzlichen Entscheids besteht keine Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung f�r die Ereignisse Ende November/Anfang Dezember 2009.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 BGG). Die unterliegenden Beschwerdegegner haben die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Da sich zwei Versicherer gegen�berstehen, gilt f�r die Gerichtsgeb�hr der ordentliche Rahmen nach Art. 65 Abs. 3 BGG, w�hrend Art. 65 Abs. 4 lit. a BGG keine Anwendung findet (nicht publ. E. 5 des Urteils BGE 135 V 194, in SVR 2009 UV Nr. 35 S. 120, 8C_934/2008; Urteile 8C_552/2009 vom 8. April 2010 E. 6 und 9C_799/2007 vom 25. April 2008 E. 4). Es rechtfertigt sich daher, die Gerichtskosten auf Fr. 6'000.- festzusetzen und sie im Betrag von������Fr. 5'200.- der Assura und im Betrag von Fr. 800.- den Erben des Versicherten aufzuerlegen.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 9. April 2013 wird aufgehoben und der Einspracheentscheid der AXA Versicherungen AG vom 11. April 2011 best�tigt.
Die Gerichtskosten von Fr. 6'000.- werden im Betrag von Fr. 5'200.- der Assura Kranken- und Unfallversicherung und im Betrag von������ Fr. 800.- den Erben des I.________ auferlegt.

References: Art. 93
 Art. 93
 BGE 
 BGE 
 Art. 93
 Art. 37
 Art. 37
 Art. 37
 Art. 48
 BGE 
 Art. 37
 Art. 48
 Art. 37
 Art. 4
 BGE 
 BGE 
 Art. 4
 Art. 65
 Art. 65
 BGE