Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%2037,%20217
Timestamp: 2017-11-24 07:28:54+00:00

Document:
vgl. BVerfG, Beschluss vom 21. Mai 1974 - 1 BvL 22/71 u. 21/72 -, BVerfGE 37, 217 (244 f.) = NJW 1974, 1609 (1609).
vgl. BVerfG, Beschluss vom 21. Mai 1974 - 1 BvL 22/71 u. 21/72 -, a.a.O., 258 f.; Makarov/v. Mangoldt, a.a.O., Rdn. 19.
In diesem Zusammenhang hat das Bundesverfassungsgericht, vgl. Beschluss vom 21. Mai 1974 - 1 BvL 22/71 u. 21/72 - , a.a.O., 263, in Bezug auf eine gebotene Überleitungsregelung zu § 4 Abs. 1 RuStAG a. F. entschieden, dass der Gesetzgeber, soweit er im Interesse der Rechtssicherheit und des Rechtsfriedens die nachteiligen Wirkungen, die von der verfassungswidrigen Norm in der Vergangenheit ausgegangen sind, einschränkt, diese nicht rückwirkend beseitigen, aber für die Zukunft abwenden muss.
BVerfG, Beschlüsse vom 21. Mai 1974 - 1 BvL 22/71 und 21/72 -, a. a. O., 259, und 25. Juli 1963 - 1 BvR 79/57 -, BVerfGE 17, 99 (104 f.); Jarass, in: ders./Pieroth, Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, 7. Aufl., 2004, Art. 3, Rdn. 87 und 89.
vgl. zu dieser objektiven Wertentscheidung: BVerfG, Beschlüsse vom 21. Mai 1974 - 1 BvL 22/71 und 21/72 -, a. a. O., 259 f.
Er würde letztlich in der Familie staatsangehörigkeitsrechtlich isoliert, vgl. zu diesem Gesichtspunkt: BVerfG, Beschluss vom 21. Mai 1974 - 1 BvL 22/71 und 21/72 -, a. a. O., 253 f.
Das gleiche gilt für Art. 6 Abs. 2 GG (…BVerfG 29. Juli 1968 - 1 BvL 20/63, 1 BvL 31/66 - aaO, S 149; 21. Mai 1974 - 1 BvL 22/71, 1 BvL 21/72 - BVerfGE 37, 217, 240;… Gröschner in Dreier GG Bd. 1 1996 Art. 6 Rn. 80;… Jestaedt in Dolzer/Vogel/Graßhof BK Stand März 2003 Art. 6 Abs. 2 und 3 Rn. 10;… Coester-Waltjen in von Münch/Kunig GG 5. Aufl. Bd. I Art. 6 Rn. 60 f.).
Eine solche Differenzierung ließe sich auch nicht damit begründen, daß nach der Rechtsprechung des BVerfG der Gesetzgeber grundsätzlich dann nicht gleichheitswidrig handelt, wenn er - in Übereinstimmung mit der Wertung des § 79 Abs. 2 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht (BVerfGG) - dem Bedürfnis nach Rechtssicherheit dadurch Rechnung trägt, daß er eine verfassungsmäßige Regelung auf noch nicht in Bestandskraft erwachsene Entscheidungen beschränkt (Beschlüsse des BVerfG vom 12. Dezember 1957 1 BvR 678/57, BVerfGE 7, 194; vom 14. März 1963 1 BvL 28/62, BVerfGE 15, 313; vom 21. Mai 1974 1 BvL 22/71 und 21/72, BVerfGE 37, 217, 262 f.).
Zur Begründung wird auf den Vorlagebeschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Juni 1971 - BVerwG 1 C 75.67 - (Buchholz 130 § 4 RuStAG Nr. 3 = DÖV 1972, 94 = DVBl 1971, 861 = FamRZ 1971, 577 = StAZ 1972, 172) sowie auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Mai 1974 - 1 BvL 22/71 und 21/72 - (BVerfGE 37, 217) verwiesen.
Damit verstößt - wie es das Bundesverfassungsgericht im Beschluss vom 21. Mai 1974 (a.a.O.) zu § 4 Abs. 1 RuStAG entschieden hat - auch § 17 Nr. 5 RuStAG 1913 gegen Art. 3 Abs. 2 GG (OVG Koblenz…, Beschluss vom 23. April 1993 - 7 B 12396/92.OVG - InfAuslR 1993, 276; VG Stuttgart, Urteil vom 5. März 1997 - 7 K 4077/95 - StAZ 1997, 346;… Hailbronner/Renner, Staatsangehörigkeitsrecht, 4. Aufl. 2005, § 17 StAG Rn. 6;… Makarov/v. Mangoldt, Deutsches Staatsangehörigkeitsrecht, Stand 1985, § 17 RuStAG Rn. 10 und Art. 3 RuStAÄndG 1974 Rn. 15 - 21;… Marx, Staatsangehörigkeitsrecht, 1997, § 17 RuStAG Rn. 21;… Marx, in: GK-StAR GW 2000, § 17 StAG Rn. 51; a.A. VG Augsburg, Urteil vom 9. Oktober 2001 - Au 1 K 99.1087 - juris).
Anders als das Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 21. Dezember 1962 (…a.a.O.) hielt es das Bundesverfassungsgericht im Beschluss vom 21. Mai 1974 (a.a.O.) für nicht zulässig, eine als verfassungswidrig erkannte Norm selbst zu einer verfassungsgemäßen zu ergänzen.
3. Die Unvereinbarkeitserklärung hat grundsätzlich zur Folge, dass die betroffenen Normen in dem sich aus dem Tenor ergebenden Umfang nicht mehr angewendet werden dürfen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 21. Mai 1974 - 1 BvL 22/71 u.a. - BVerfGE 37, 217 ff., Juris Rn. 127;… Urteile vom 3. November 1982 - 1 BvR 620/78 u.a. - BVerfGE 61, 319 ff., Juris Rn. 101; …und vom 14. Juli 1986 - 2 BvE 2/84 u.a. - BVerfGE 73, 40 ff., Juris Rn. 180, stRspr.).
Ausnahmsweise sind verfassungswidrige Vorschriften aber ganz oder teilweise weiter anzuwenden, wenn die Besonderheit der für verfassungswidrig erklärten Norm es aus verfassungsrechtlichen Gründen, insbesondere aus solchen der Rechtssicherheit, notwendig macht, die verfassungswidrige Vorschrift als Regelung für die Übergangszeit fortbestehen zu lassen, damit in dieser Zeit nicht ein Zustand besteht, der von der verfassungsmäßigen Ordnung noch weiter entfernt ist als der bisherige (vgl. BVerfG, Beschluss vom 21. Mai 1974 a. a. O., Juris Rn. 128;… Urteil vom 3. November 1982 a. a. O.; …und Beschluss vom 25. September 1992 - 2 BvL 5/91 u.a. - BVerfGE 87, 153 ff., Juris Rn. 88).
Zur Begründung wird auf den Vorlagebeschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Juni 1971 BVerwG 1 C 75.67 (Buchholz 130 § 4 RuStAG Nr. 3 = DÖV 1972, 94 = DVBl 1971, 861 = FamRZ 1971, 577 = StAZ 1972, 172) sowie auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Mai 1974 1 BvL 22/71 und 21/72 (BVerfGE 37, 217) verwiesen.
Damit verstößt wie es das Bundesverfassungsgericht in BVerfGE 37, 217 zu § 4 Abs. 1 RuStAG entschieden hat auch § 17 Nr. 5 RuStAG 1913 gegen Art. 3 Abs. 2 GG (OVG Koblenz…, Beschluss vom 23. April 1993 7 B 12396/92.OVG InfAuslR 1993, 276; VG Stuttgart, Urteil vom 5. März 1997 7 K 4077/95 StAZ 1997, 346;… Hailbronner/Renner, Staatsangehörigkeitsrecht, 4. Aufl. 2005, § 17 StAG Rn. 6;… Makarov/v. Mangoldt, Deutsches Staatsangehörigkeitsrecht, Stand 1985, § 17 RuStAG Rn. 10 und Art. 3 RuStAÄndG 1974 Rn. 15 21;… Marx, Staatsangehörigkeitsrecht, 1997, § 17 RuStAG Rn. 21;… Marx, in: GK-StAR GW 2000, § 17 StAG Rn. 51; a.A. VG Augsburg, Urteil vom 9. Oktober 2001 Au 1 K 99.1087 juris).
10 Anders als das Bundesverwaltungsgericht in BVerwGE 15, 226 hielt es das Bundesverfassungsgericht in BVerfGE 37, 217 für nicht zulässig, eine als verfassungswidrig erkannte Norm selbst zu einer verfassungsgemäßen zu ergänzen.
In BVerfGE 37, 217 war über die Frage zu entscheiden, ob der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit von ehelichen Kindern nach § 4 Abs. 1 RuStAG allein nach dem Vater verfassungsgemäß ist.
Sie bestimmt sich vielmehr nach den gesetzlichen Regelungen des Staatsangehörigkeitsrechts, die ihrerseits den Grundentscheidungen der Verfassung, wie sie vor allem in den Grundrechten zum Ausdruck kommen, Rechnung tragen müssen (BVerfG, Beschl. v. 21.05.1974 - 1 BvL 22/71 und 21/72 - BVerfGE 37, 217, 239).
Damit verstößt - wie es das Bundesverfassungsgericht in BVerfGE 37, 217 zu § 4 Abs. 1 RuStAG entschieden hat - auch § 17 Nr. 5 RuStAG 1913 gegen Art. 3 Abs. 2 GG (OVG Koblenz…, Beschluss vom 23. April 1993 - 7 B 12396/92.OVG - InfAuslR 1993, 276; VG Stuttgart, Urteil vom 5. März 1997 - 7 K 4077/95 - StAZ 1997, 346;… Hailbronner/Renner, Staatsangehörigkeitsrecht, 4. Aufl. 2005, § 17 StAG Rn. 6;… Makarov/v. Mangoldt, Deutsches Staatsangehörigkeitsrecht, Stand 1985, § 17 RuStAG Rn. 10 und Art. 3 RuStAÄndG 1974 Rn. 15 - 21;… Marx, Staatsangehörigkeitsrecht, 1997, § 17 RuStAG Rn. 21;… Marx, in: GK-StAR GW 2000, § 17 StAG Rn. 51; a.A. VG Augsburg, Urteil vom 9. Oktober 2001 - Au 1 K 99.1087 - juris).
Anders als das Bundesverwaltungsgericht in BVerwGE 15, 226 hielt es das Bundesverfassungsgericht in BVerfGE 37, 217 für nicht zulässig, eine als verfassungswidrig erkannte Norm selbst zu einer verfassungsgemäßen zu ergänzen.
Das Bundesverfassungsgericht (Beschl. v. 21.05.1974 - 1 BvL 22/71 -, BVerfGE 37, 217 ff. = NJW 1974, 1609 ff.) erklärte zwar § 4 Abs. 1 RuStAG 1913 mit dem Grundsatz der Gleichberechtigung von Männern und Frauen (Art. 3 Abs. 2 GG) insoweit nicht für vereinbar, als das eheliche Kind eines deutschen Vaters und einer ausländischen Mutter stets die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, das eheliche Kind einer deutschen Mutter und eines ausländischen Vaters aber nur dann, wenn es sonst staatenlos sein würde.
Soweit die Gesamtregelung des § 4 Abs. 1 RuStAG 1913 die Staatsangehörigkeit von nichtehelichen Kindern betraf, war sie nicht Gegenstand der verfassungsgerichtlichen Prüfung (BVerfG, Beschl. v. 21.05.1974, a.a.O., 217 ff., 261 ff.).
Das Bundesverfassungsgericht (Beschl. v. 21.05.1974, a.a.O., 217 ff.) hielt es für unzulässig, § 4 Abs. 1 RuStAG 1913 in dem damals streitgegenständlichen Umfang für nichtig zu erklären, weil es damit in die dem Gesetzgeber vorbehaltene Gestaltungsfreiheit eingreifen würde.
Dies ist nur ausnahmsweise zulässig (BVerfG, Beschl. v. 21.05.1974, a.a.O., 217 ff. m.w.N.).

References: § 4
 Art. 3
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 § 79
 § 4
 § 4
 § 17
 Art. 3
 § 17
 § 17
 Art. 3
 § 17
 § 17
 § 4
 § 4
 § 17
 Art. 3
 § 17
 § 17
 Art. 3
 § 17
 § 17
 § 4
 § 4
 § 17
 Art. 3
 § 17
 § 17
 Art. 3
 § 17
 § 17
 § 4
 § 4
 § 4