Source: http://m.hensche.de/Die_CGZP_ist_tarifunfaehig_LAG_Berlin-Brandenburg_23TaBV1016-09.html
Timestamp: 2017-12-15 04:31:27+00:00

Document:
HENSCHE Arbeitsrecht: 23 TaBV 1016/09
Schlag­worte: Tariffähigkeit, CGZP
Akten­zeichen: 23 TaBV 1016/09
Ent­scheid­ungs­datum: 07.12.2009
1. In dem Ver­fah­ren nach § 97 Abs. 1 ArbGG ist die obers­te Ar­beits­behörde des Lan­des an­trags­be­rech­tigt, auf des­sen Ge­biet sich die Tätig­keit der um­strit­te­nen Ver­ei­ni­gung er­streckt. Es ist nicht er­for­der­lich, dass sich die Tätig­keit auf das Ge­biet des Lan­des be­schränkt. Die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Be­tei­li­gung nach § 83 ArbGG sind für die An­trags­be­fug­nis nicht maßge­bend. (Rn.67)
2. Für das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se in ei­nem Ver­fah­ren nach § 97 ArbGG genügt es, dass die Ta­riffähig­keit um­strit­ten oder aus sons­ti­gen tatsächli­chen Gründen klärungs­bedürf­tig ist. Das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se muss nicht auf den Be­stand ei­nes Rechts­verhält­nis­ses ge­rich­tet sein. (Rn.89)
3. Ei­ne Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on ist nach § 2 Abs. 3 TVG ta­riffähig, wenn der Ab­schluss von Ta­rif­verträgen zu ih­ren sat­zungs­gemäßen Auf­ga­ben gehört. Das setzt vor­aus, dass der Ab­schluss von Ta­rif­verträgen in ih­rer Sat­zung wirk­sam ge­re­gelt ist. Die Re­ge­lung ist un­wirk­sam, wenn sie über die Auf­ga­ben­be­rei­che hin­aus­geht, die in den Sat­zun­gen der ein­zel­nen Mit­glieds­verbände fest­ge­legt sind. (Rn.96)
4. Ei­ne Ver­ei­ni­gung ist nicht ta­riffähig, wenn sie nur in ei­nem Teil­be­reich der von ihr be­an­spruch­ten Zuständig­keit or­ga­ni­siert ist. Die Tat­sa­che, dass von ihr be­reits ei­ne große An­zahl von Ta­rif­verträgen ab­ge­schlos­sen wor­den ist, hat dann als Be­leg für ih­re Ta­riffähig­keit kei­ne Aus­sa­ge­kraft. (Rn.106)
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Berlin, Beschluss vom 01.04.2009, 35 BV 17008/08
Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 14.12.2010, 1 ABR 19/10
am 7. De­zem­ber 2009
23 TaBV 1016/09
In den Be­schwer­de­ver­fah­ren
pp - Be­tei­lig­ter zu 13) und Be­schwer­deführer -
pp - Be­tei­lig­ter zu 12) und Be­schwer­deführer -
pp - Be­tei­lig­te zu 3) und Be­schwer­deführe­rin -
pp - An­trag­stel­le­rin, Be­tei­lig­te zu 1) und Be­schwer­deführe­rin -
pp - Be­tei­lig­ter zu 4) und Be­schwer­deführer -
pp - An­trag­stel­ler und Be­tei­lig­ter zu 2) -
pp - Be­tei­lig­ter zu 5) -
pp - Be­tei­lig­ter zu 6) -
pp - Be­tei­lig­ter zu 7) -
pp - Be­tei­lig­te zu 8) -
pp. - Be­tei­lig­te zu 9) -
pp - Be­tei­lig­ter zu 10) -
pp - Be­tei­lig­te zu 11) -
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 7. De­zem­ber 2009
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt P. als Vor­sit­zen­der
so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Frau K.und Herr M.
Die Be­schwer­den
- der Ta­rif­ge­mein­schaft C. Ge­werk­schaf­ten für Z. und
P. (CZ. Be­tei­lig­te zu 3.)
- des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB, Be­tei­lig­ter zu 4.)
- des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des Mit­telständi­scher P. e.V.
(AMP, Be­tei­lig­ter zu 12.) und
- der B. Deut­scher D. e. V.
(BVD, Be­tei­lig­ter zu 13.)
wer­den zurück­ge­wie­sen.
Auf die Be­schwer­de der Ver­ei­nig­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft V.
– Bun­des­ver­ei­ni­gung (Be­tei­lig­te zu 1.) wird der Be­schluss des Ar­beits­ge­rich­tes Ber­lin vom 01.04.2009 – 35 BV 17008/08 – teil­wei­se ab­geändert und wie folgt neu ge­fasst:
Es wird fest­ge­stellt, dass die Ta­rif­ge­mein­schaft C. Ge­werk­schaf­ten für Z. und P. nicht ta­riffähig ist.
Der An­trag des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB, Be­tei­lig­ter zu 4.) wird als un­zulässig zurück­ge­wie­sen.
Die Be­tei­lig­ten strei­ten über die Ta­riffähig­keit der C. Ge­werk­schaft für Z. und P. (CZ., Be­tei­lig­te zu 3.).
Die an­trag­stel­len­de Ver­ei­nig­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft v. (Be­tei­lig­te zu 1.) nimmt bun­des­weit die Ta­rif­zuständig­keit für die ge­werbsmäßige Ar­beit­neh­merüber­las­sung in An­spruch. Die Be­tei­lig­te zu 2., die S. für I., A. und S., nimmt die Auf­ga­ben der obers­ten Ar­beits­behörde des Lan­des Ber­lin wahr. Die C. wur­de am 11.12.2002 für Ge­werk­schaf­ten im C. Ge­werk­schafts­bund Deutsch­lands (CG., Be­tei­lig­ter zu 5.) ge­gründet. Nach Zif­fer 3 der da­ma­li­gen Sat­zung hat­te sie die ta­rif­li­chen In­ter­es­sen ih­rer Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten zu ver­tre­ten und für de­ren Mit­glie­der Ta­rif­verträge ab­zu­sch­ließen. Ih­re am 5.12.2005 in Kraft ge­tre­te­ne Sat­zung enthält un­ter an­de­ren fol­gen­den Re­ge­lun­gen:
(1) Mit­glie­der können die Ge­werk­schaf­ten im C. Ge­werk­schafts­bund Deutsch­lands (CG.) wer­den, die ih­ren Bei­tritt zur Ta­rif­ge­mein­schaft erklären.
(1) Ta­rif­ver­trag­schließen­de Par­tei in der Z. kann nur die Ta­rif­ge­mein­schaft C. Ge­werk­schaf­ten für Z. und P. (CZ.) sein. Die Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten ha­ben durch ih­ren Bei­tritt zur Ta­rif­ge­mein­schaft ih­re Ta­rif­ho­heit für die Bran­che Z. an die Ta­rif­ge­mein­schaft ab­ge­tre­ten.
(2) Ta­rif­verträge wer­den für die Ta­rif­ge­mein­schaft grundsätz­lich von min­des­tens zwei Per­so­nen un­ter-zeich­net. Da­bei muss ei­ne der un­ter­zeich­nen­den Per­so­nen Vor­stands­mit­glied der Ta­rif­ge­mein­schaft sein. Die zwei­te un­ter­zeich­nen­de Per­son muss vom Vor­stand be­vollmäch­tigt sein.
(3) Die Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten können nicht ei­genständig als Ta­rif­part­ner für die Z. auf­tre­ten, es sei denn, der Vor­stand der CZ. fasst auf An­trag ei­ner Mit­glieds­ge­werk­schaft ei­nen an­ders lau­ten­den Be­schluss.
Die Sat­zung wur­de am 8.10.2009 geändert. § 7 lau­tet nun­mehr wie folgt.
(1) Ta­rif­ver­trags­sch­ließen­de Par­tei in der Z. ist die Ta­rif­ge­mein­schaft C. Ge­werk­schaf­ten für Z. und P. (CZ.). Durch ih­ren Bei­tritt zur CZ. er­ken­nen die Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten die Sat­zung der CZ. an.
Das Recht der Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten, im Rah­men ih­rer Zuständig­keit selbst Ta­rif­verträge mit Un­ter-neh­men oder Verbänden zu schließen, die Ar­beit­neh­mer an Drit­te zur Dienst­leis­tung über­las­sen, bleibt un­berührt. Be­vor ei­ne Mit­glieds­ge­werk­schaft ei­nen Ta­rif­ver­trag für Ar­beit­neh­mer ab­sch­ließt, die an Drit­te zur Ar­beits­leis­tung über­las­sen wer­den, ist sie zur Ver­mei­dung von Ta­rif­kol­li­sio­nen ver­pflich­tet, die Zu­stim­mung der ZG­ZP ein­zu­ho­len.
(3) Die Kündi­gung von Ta­rif­verträgen er­folgt durch den Vor­stand der Ta­rif­ge­mein­schaft oder des­sen Be­vollmäch­tig­ten.“
Zur­zeit der Be­schluss­fas­sung über die­se Sat­zung wa­ren die C. Ge­werk­schaft Me­tall (CM., Be­tei­lig­te zu 8.), die DHV - Die Be­rufs­ge­werk­schaft e.V. (DHV, Be­tei­lig­te zu 10.) und die Ge­werk­schaft Ö. D. und Dienst­leis­tun­gen (GÖD, Be­tei­lig­te zu 11.) Mit­glie­der der CZ.. Die C. Ge­werk­schaft P. und T. (C., ehe­mals Be­tei­lig­te zu 9.) hat mit Wir­kung zum 30.6.2009 ih­ren Aus­tritt erklärt.
Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB, Be­tei­lig­ter zu 4.) so­wie die B. der Deut­schen A. (BDA, Be­tei­lig­te zu 6.) wur­den ne­ben dem CG. als Spit­zen­verbände be­tei­ligt. Die Be­tei­li­gung des B. (BM­fAS; Be­tei­lig­ter zu 7) er­folg­te auf­grund sei­ner Stel­lung als obers­te Ar­beits­behörde des Bun­des. Der Ar­beit­ge­ber­ver­band Mit­telständi­scher P. (AMD, Be­tei­lig­ter zu 12.) und die B. Deut­scher D. e.V. (BVD, Be­tei­lig­te zu 13.) ha­ben wie­der­holt mit der CZ. Ta­rif­verträge ab­ge­schlos­sen.
V. und die S. ha­ben das Ver­fah­ren ge­mein­sam ein­ge­lei­tet. V. hat sei­ne für die An­trags­be­fug­nis er­for­der­li­che räum­li­che und sach­li­che Zuständig­keit da­mit be­gründet, dass sie gemäß Zif­fer 1.2.4 des An­hangs 1 ih­rer Sat­zung für den Dienst­leis­tungs­be­reich zuständig sei. Da­zu gehöre auch die Leih­ar­beit, die von den in Zif­fer 1.2.4.3 des An­hangs auf­geführ­ten sons­ti­gen Ver­lei­h­un­ter­neh­men er­fasst wer­de. Die S. hat ih­re An­trags­be­fug­nis dar­aus her­ge­lei­tet, dass sich die Tätig­keit der CZ. auf das Land Ber­lin er­streckt. Bei­de ha­ben es für ihr Fest­stel­lungs­in­ter­es­se als aus­rei­chend er­ach­tet, dass die Ta­riffähig­keit der CZ. zwei­fel­haft ist. Bei der S. kom­me die Wahr­neh­mung ge­setz­lich zu­ge­wie­se­ner Be­fug­nis­se hin­zu, wie das Führen des Ta­rif­re­gis­ters und die Be­tei­li­gung bei der All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­erklärung von Ta­rif­verträgen. Zu­dem ha­be sie ein In­ter­es­se dar­an, dass das Ta­rif­sys­tem auch in der Leih­ar­beit zur fi­nan­zi­el­len Sta­bi­lität des Sys­tems der so­zia­len Si­che­rung beiträgt.
Die im Streit ste­hen­de Fra­ge sei nicht an­der­wei­tig rechtshängig. Die an­de­ren vor dem Ar­beits­ge­richt Ber­lin nach § 97 Abs. 5 ArbGG geführ­ten Ver­fah­ren sei­en ver­gan­gen­heits-be­zo­gen. Das vor­lie­gen­de, gemäß § 97 Abs. 1 ArbGG geführ­te Ver­fah­ren be­tref­fe die Ta­riffähig­keit in der Ge­gen­wart und Zu­kunft.
V. und die S. ha­ben zur Be­gründung ih­res An­tra­ges aus­geführt, dass die CZ. we­der als Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on noch als sons­ti­ge Ver­ei­ni­gung ta­riffähig sei. Auch als Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on müsse sie selbst die An­for­de­run­gen des Ge­werk­schafts­be­griffs erfüllen. Ihr feh­le je­doch die dafür er­for­der­li­che so­zia­le Mäch­tig­keit. Sie ha­be we­der Durch­set­zungs­kraft, noch ei­ne aus­rei­chen­de Or­ga­ni­sa­ti­onsstärke. Die so­zia­le Mäch­tig­keit zei­ge sich nicht in
dem Ab­schluss von Ta­rif­verträgen. Es han­de­le sich um Gefällig­keits­verträge. Mit ih­nen wer­de die Öff­nungs­klau­sel in § 9 Nr. 2 AÜG ge­nutzt, um im In­ter­es­se der Ar­beit­ge­ber an der Un­ter­schrei­tung des ge­setz­li­chen Min­dest­schut­zes die Ar­beits­be­din­gun­gen ein­sei­tig zu Las­ten der Ar­beit­neh­mer zu ver­schlech­tern.
Die Ta­riffähig­keit feh­le auch dann, wenn für sie nach § 2 Abs. 3 TVG ne­ben der Ta­rif­wil­lig­keit aus­rei­chend sei, dass ein Zu­sam­men­schluss von Ge­werk­schaf­ten vor­lie­ge. Vor­aus­set­zung sei dann die Ta­riffähig­keit al­ler Mit­glie­der. Sie feh­le je­den­falls bei der GÖD, de­ren mit­glied­schaft­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on un­zu­rei­chend sei, und der DHV, die seit der letz­ten ge­richt­li­chen Bestäti­gung ih­rer Ta­riffähig­keit die Sat­zung mehr­fach geändert und ih­re Zuständig­keit er­wei­tert ha­be. Zu­dem be­ste­he die Ta­riffähig­keit nur im Be­reich der laut Sat­zung be­an­spruch­ten Zuständig­keit. Kei­ne der Mit­glieds­ver­ei­ni­gun­gen sei für die Ar-beit­neh­merüber­las­sung zuständig. Sie hätten in die­sem Be­reich kei­ne Mit­glie­der und kei­ne so­zia­le Mäch­tig­keit. Mit der Über­tra­gung der Zuständig­keit für die Leih­ar­beit auf die CZ. gemäß § 7 ih­rer Sat­zung vom 5.12.2005 hätten sie zu­dem ih­re Ta­rif­wil­lig­keit und da­mit auch ei­ne ge­ge­be­nen­falls vor­han­de­ne Ta­riffähig­keit in die­sem Be­reich auf­ge­ge­ben.
Der DGB hat sich der Auf­fas­sung der V. und der S. an­ge­schlos­sen.
V., S. und DGB ha­ben be­an­tragt,
fest­zu­stel­len, dass die Ta­rif­ge­mein­schaft C. Ge­werk­schaf­ten für Z. und P. nicht ta-riffähig ist.
Die CZ., der CG., die CM., die C., die DHV, die GÖD, die AMP und die BVD ha­ben be­an­tragt,
Die CZ. und die AMP ha­ben die An­trags­be­fug­nis von V. und S. be­strit­ten. V. feh­le die Zuständig­keit für die Ar­beit­neh­merüber­las­sung. Man­gels un­mit­tel­ba­rer Be­trof­fen­heit ha­be sie kein Rechts­schutz­in­ter­es­se. Das Ver­fah­ren wer­de von ihr rechts­miss­bräuch­lich be­trie­ben. Die S. sei eben­falls nicht be­trof­fen. Da sich die Tätig­keit der CZ. über das gan­ze Bun­des­ge­biet er­stre­cke, sei al­len­falls die obers­te Ar­beits­behörde des Bun­des zu be­tei­li
Die Anträge sei­en un­be­gründet. Die CZ. sei als Zu­sam­men­schluss von Ge­werk­schaf­ten ei­ne nach § 2 Abs. 3 TVG ta­riffähi­ge Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on, zu des­sen sat­zungs­gemäßen Auf­ga­ben der Ab­schluss von Ta­rif­verträgen gehöre. Da­her müsse sie we­der die für die Ta­riffähig­keit ei­ner Ge­werk­schaft ent­wi­ckel­ten Kri­te­ri­en erfüllen, noch kom­me es auf die Ta­riffähig­keit ih­rer Mit­glie­der an. Je­den­falls genüge es für die Ta­riffähig­keit ei­ner Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on, dass zwei ih­rer Mit­glie­der ta­riffähig sind. Das tref­fe zu­min­dest auf die CM. und den DHV zu, de­ren Ta­riffähig­keit ge­richt­lich an­er­kannt sei. Tatsächlich sei­en al­le Mit­glie­der ta­riffähig. Sie nähmen ak­tiv am Ta­rif­ge­sche­hen teil. Ih­nen feh­le nicht die Ta­rif­wil­lig­keit. Sie sei mit der Re­ge­lung in § 7 der Sat­zung vom 5.12.2005 nicht auf­ge­ge­ben wor­den. Mit ihr wer­de le­dig­lich das in § 2 Abs. 3 TVG vor­ge­se­he­ne Mo­dell ei­ner Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on un­ter­stri­chen. Die CZ. erfülle zu­dem selbst die Vor­aus­set­zun­gen der Ta­riffähig­keit ei­ner Ge­werk­schaft. Sie sei ta­rif­wil­lig, verfüge mit dem Zu­griff auf ih­re Mit­glie­der über ei­ne leis­tungsfähi­ge Or­ga­ni­sa­ti­on und be­sit­ze Durch­set­zungs­kraft. Das zei­ge be­reits die Viel­zahl der von ihr ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge. Es han­de­le sich nicht um Gefällig­keits­verträge. Auf die Ta­rif­zuständig­keit der Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten für die Ar­beit­neh­merüber­las­sung kom­me es nicht an. Feh­len­de Ta­rif­zuständig­keit führe nicht zur Ta­rif­unfähig­keit. Da die CZ. im ei­ge­nen Na­men auf­tre­te, sei al­lein ih­re Ta­rif­zuständig­keit maßge­bend.
Die CZ. hat zu­dem dop­pel­te Rechtshängig­keit ein­ge­wandt. Ih­re Ta­riffähig­keit sei Ge­gen­stand der be­reits früher vor dem Ar­beits­ge­richt Ber­lin rechtshängig ge­wor­de­nen Ver­fah­ren 1 BV 3/09 und 63 BV 9415/09.
Die BVD hat sich den Ausführun­gen der CZ. an­ge­schlos­sen, die sie für ta­riffähig hält.
Die CM., C., DHV, und GÖD ha­ben aus­geführt, dass es auf die Ta­riffähig­keit der Mit­glie­der nicht an­kom­me. Sie selbst würden aber al­le Vor­aus­set­zun­gen ei­ner ta­riffähi­gen Ge­werk­schaft erfüllen.
Das Ar­beits­ge­richt hat mit Be­schluss vom 1.4.2009 - 35 BV 17008/08 - die Anträge der V. und des DGB zurück­ge­wie­sen und auf den An­trag der S. fest­ge­stellt, dass die Ta­rif­ge­mein­schaft C. Ge­werk­schaf­ten für Z. und P. nicht ta­riffähig ist. Zur Be­gründung hat es aus­geführt, dass V. und DGB nicht an­trags­be­fugt sind. Die Ta­rif­zuständig­keit der V. er­fas­se nach ih­rer Sat­zung nicht die Ar­beit­neh­merüber­las­sung. Beim DGB feh­le die sat-
zungs­gemäße Auf­ga­be, Ta­rif­verträge ab­zu­sch­ließen. Da­ge­gen sei der An­trag der S. zulässig. Für ih­re An­trags­be­fug­nis genüge es, dass die Tätig­keit der CZ. sich auch auf das Land Ber­lin er­streckt. Für das not­wen­di­ge Rechts­schutz­bedürf­nis und Fest­stel­lungs­in­ter­es­se genüge es, dass die Ta­riffähig­keit der CZ. zwi­schen den Par­tei­en des Ta­rif­ge­sche­hens zwei­fel­haft ist. Ei­ne dop­pel­te Rechtshängig­keit lie­ge nicht vor. Die be­reits zu­vor anhängig ge­wor­de­nen Ver­fah­ren sei­en ver­gan­gen­heits­be­zo­gen und hätten da­mit ei­nen an­de­ren Ver­fah­rens­ge­gen­stand. Der An­trag sei auch be­gründet. Die CZ. sei nicht ta­riffähig, weil ihr die so­zia­le Mäch­tig­keit feh­le. Sie wer­de nicht durch den Ab­schluss von Ta­rif­verträgen in­di­ziert. Dem ste­he die durch § 9 Num­mer 2 AÜG ge­schaf­fe­ne be­son­de­re Aus­gangs­si­tua­ti­on ent­ge­gen, die ge­ra­de ein In­ter­es­se der Ar­beit­ge­ber an ei­nem Ta­rif­ab­schluss be­gründe. Zwar könne sie sich bei Ta­rif­ver­hand­lun­gen auf die ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen im Sin­ne ei­ner Rück­fall­po­si­ti­on be­ru­fen. Die­se Mäch­tig­keit sei aber kei­ne so­zia­le Mäch­tig­keit im Sin­ne des Ta­rif­rechts. Sie er­ge­be sich auch nicht aus der An­zahl der mit­tel­bar ver­tre­te­nen Ar­beit­neh­mer. Die ge­nann­ten Mit­glie­der­zah­len sei­en nicht aus­sa­ge­kräftig, da die An­zahl der Leih­ar­beit­neh­mer nicht aus­ge­wie­sen sei. Wei­ter­hin sei nicht er­kenn­bar, dass die CZ. nach ih­ren Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren in der La­ge sei, For­de­run­gen für Ta­rif­ver­hand­lun­gen zu ent­wi­ckeln und durch­zu­set­zen. Die so­zia­le Mäch­tig­keit las­se sich auch nicht aus den Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen her­lei­ten, weil sie sich gemäß Zif­fer 7 der Sat­zung der CZ. ent­schie­den ha­ben, auf dem Ge­biet der Ar­beit­neh­merüber­las­sung nicht selbst auf­zu­tre­ten.
Der Be­schluss des Ar­beits­ge­richts ist der V., dem DGB, der AMP und dem BVD am 27.4.2009 zu­ge­stellt wor­den. Die Zu­stel­lung an die CZ. er­folg­te am 28.4.2009. V., CZ. und DGB ha­ben ge­gen ihn am 26.5.2009 und die AMP so­wie der BVD am 19.5.2009 Be­schwer­de ein­ge­legt. V. und DGB ha­ben ih­re Be­schwer­de am 27.7.2009 be­gründet. Die Be­gründungs­frist ist durch Be­schluss vom 22.6.2009 bis zum 27.7.2009 verlängert wor­den. Die CZ. hat ih­re Be­schwer­de am 28.7.2009 be­gründet. Ih­re Be­gründungs­frist wur­de durch Be­schluss vom 19.6.2009 zum 28.7.2009 verlängert. Die Be­schwer­de­be­gründung durch die AMP er­folg­te nach ent­spre­chen­der Frist­verlänge­rung gemäß Be­schluss vom 16.6.2009 am 10.8.2009. Der BVD hat sei­ne Be­schwer­de am 25.6.2009 be­gründet.
Die Be­schwer­de von V. und DGB rich­tet sich da­ge­gen, dass ih­nen die An­trags­be­fug­nis ab­ge­spro­chen wor­den ist. Hin­sicht­lich der Ta­riffähig­keit der CZ. stim­men sie der an­ge-foch­te­nen Ent­schei­dung zu. V. führt aus, dass sie für die Ar­beit­neh­merüber­las­sung als Wirt­schafts­zweig in­ner­halb des Dienst­leis­tungs­sek­tors zuständig sei. Die Aus­le­gung der
Sat­zung nach Wort­laut und Ent­ste­hungs­ge­schich­te würde dies bestäti­gen. Die Zuständig­keit ha­be ihr Ge­werk­schafts­rat mit Be­schluss vom 15.7.2009 klar­ge­stellt. Der DGB sieht sich auf­grund sei­ner Stel­lung als Be­tei­lig­ter für an­trags­be­fugt.
Die CZ. und die AMP führen aus, dass die Anträge von V. und DGB zu Recht we­gen feh­len­der An­trags­be­fug­nis zurück­ge­wie­sen wor­den sind. Aber auch der S. feh­le die An­trags­be­fug­nis. Das An­trags­recht der obers­ten Ar­beits­behörde des Bun­des und des Lan­des be­ste­he in dem durch § 97 Abs. 1 ArbGG be­stimm­ten Zuständig­keits­be­reich. Die obers­te Ar­beits­behörde des Lan­des sei nur an­trags­be­fugt, wenn die Tätig­keit der um­strit­te­nen Ver­ei­ni­gung sich aus­sch­ließlich auf das Land be­zieht. Er­stre­cke sie sich über das Land hin­aus, sei die über­ge­ord­ne­te Behörde zuständig. An­dern­falls wären der Exe­ku­ti­ve Tür und Tor geöff­net, um rechts­po­li­ti­sche Vor­stel­lun­gen durch­zu­set­zen. Zu­dem feh­le der S. das Rechts­schutz­bedürf­nis und Fest­stel­lungs­in­ter­es­se. Sie sei in kei­ner Wei­se ma­te­ri­ell be­trof­fen. Die von ihr vor­ge­tra­ge­nen Mo­ti­ve würden sich nicht auf ein kon­kre­tes Rechts­verhält­nis im Sin­ne des § 256 Abs. 1 ZPO be­zie­hen. Tatsächlich miss­brau­che sie das Ver­fah­ren, um die miss­lie­bi­ge „Schmutz­kon­kur­renz“ der CZ. los­zu­wer­den und sie in ih­rer durch Art. 9 Abs. 3 GG geschütz­ten kol­lek­ti­ven Betäti­gungs­frei­heit zu be­hin­dern. Die CZ. bleibt da­bei, dass mit dem Ver­fah­ren 63 BV 9415/08 des Ar­beits­ge­richts Ber­lin ei­ne dop­pel­te Rechtshängig­keit vor­lie­ge. Der Streit­ge­gen­stand bei­der Ver­fah­ren sei iden­tisch. Die Anträge sei­en je­weils ge­gen­warts­be­zo­gen.
Die CZ. und die AMP führen wei­ter­hin aus, dass der CZ. als Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on die Ta-riffähig­keit gemäß § 2 Abs. 3 TVG durch Ge­setz ver­lie­hen wor­den sei. Die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on sei­en bei ihr erfüllt. Ih­re Ta­rif­zuständig­keit ge­be sie sich als Aus­fluss ih­rer ko­ali­ti­onsmäßigen Betäti­gungs­frei­heit selbst und au­to­nom. Ei­ne Über­tra­gung durch die Mit­glieds­ver­ei­ni­gun­gen sei nicht er­for­der­lich. Da­mit kom­me es auch nicht auf die Ta­rif­zuständig­keit der Mit­glie­der an. Tatsächlich sei de­ren Zuständig­keit für die Ar­beit­neh­merüber­las­sung ge­ge­ben. Dafür sei ei­ne aus­drück­li­che Re­ge­lung in der Sat­zung nicht er­for­der­lich. Zu­dem könne die Ta­rif­zuständig­keit der Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on wei­ter rei­chen als die der Mit­glieds­ver­ei­ni­gun­gen. We­gen § 2 Abs. 3 TVG sei es nicht ent­schei­dend, ob sie über ei­ne so­zia­le Mäch­tig­keit verfüge. Je­den­falls rei­che es aus, dass we­nigs­tens zwei Mit­glie­der ta­riffähig sind. Gleich­wohl verfüge sie aus­weis­lich der ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge auch selbst über ei­ne so­zia­le Mäch­tig­keit. Ta­rif­ver­trags­ab­schlüsse hätten dafür auch im Be­reich der Ar­beit­neh­merüber­las­sung In­dizwir­kung. Die Ta­riföff­nungs­klau­sel des § 9 Num­mer 2 AÜG ste­he dem nicht ent­ge­gen. Tatsächlich
stärke § 9 Num­mer 2 AÜG we­gen der Rück­fall­po­si­ti­on die Ver­hand­lungs­macht der Ge­werk­schaf­ten. Sie ha­be da­her auch bei bis zu 2.700 Leih­ar­beit­neh­mern, die in ih­ren Mit­glieds­ver­ei­ni­gun­gen or­ga­ni­siert sei­en, durch­aus Durch­set­zungs­kraft. We­gen des ge­ne­rell nied­ri­gen Or­ga­ni­sa­ti­ons­gra­des in der Leih­ar­beit sei­en an die Mit­gliedsstärke oh­ne­hin nur ge­rin­ge An­for­de­run­gen zu stel­len. Die Ta­rif­ver­trags­ab­schlüsse würden zu­dem ei­ne aus­re­chen­de Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur in­di­zie­ren. Mit Rück­griff auf die In­fra­struk­tur und Or­ga­ni­sa­ti­ons­stu­fen ih­rer Mit­glieds­verbände verfüge sie über al­le Ein­rich­tun­gen und Gre­mi­en, um Ta­rif­for­de­run­gen zu stel­len, Ta­rif­ver­hand­lun­gen zu führen und ab­zu­sch­ließen so­wie die Durchführung der Ta­rif­verträge zu über­wa­chen.
Es sei un­zu­tref­fend, dass sich ih­re so­zia­le Mäch­tig­keit und da­mit ih­re Ta­riffähig­keit we­gen der Re­ge­lung in § 7 ih­rer Sat­zung nicht von den Mit­glieds­ver­ei­ni­gun­gen ab­lei­ten las­se. Die Be­stim­mung be­inhal­te le­dig­lich ei­ne Kon­kur­renz­re­ge­lung. Je­den­falls durch die Ände­rung der Sat­zung am 8.10.2009 sei in § 7 ge­re­gelt wor­den, dass die Ta­rif­zuständig­keit der Mit­glieds­ver­ei­ni­gun­gen für die Ar­beit­neh­merüber­las­sung un­berührt blei­be. Selbst bei De­le­gie­rung der Fähig­keit, Ta­rif­verträge mit ei­nem be­stimm­ten Gel­tungs­be­reich ab-zu­sch­ließen, könn­ten die Mit­gleis­ver­ei­ni­gun­gen zur so­zia­len Mäch­tig­keit ih­rer Spit­zenor-ga­ni­sa­ti­on bei­tra­gen.
Die BVD ist eben­falls der Auf­fas­sung, dass V. und DGB nicht an­trags­be­fugt sind. Der S. feh­le ne­ben der An­trags­be­fug­nis auch das er­for­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se. Mit ih­rer ak­ti­ven Teil­nah­me am Ta­rif­ge­sche­hen zei­ge die CZ. ih­re Ta­riffähig­keit. Der dafür er­for­der­li­che or­ga­ni­sa­to­ri­sche Auf­bau sei vor­han­den.
1. den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 1.4.2009 - 35 BV 17008/08 - ab­zuändern so­weit es ih­ren An­trag ab­ge­wie­sen hat und fest­zu­stel­len, dass die Ta­rif­ge­mein­schaft C. Ge­werk­schaf­ten für Z. und P. nicht ta­riffähig ist;
2. die Be­schwer­den der CZ., AMP und BVD zurück­zu­wei­sen.
Der DGB be­an­tragt,
1. den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 1.4.2009 - 35 BV 17008/08 - ab­zuändern so­weit es sei­nen An­trag ab­ge­wie­sen hat und fest­zu­stel­len, dass die Ta­rif­ge­mein­schaft C. Ge­werk­schaf­ten für Z. und P. nicht ta­riffähig ist;
Die CZ., AMP und der BVD be­an­tra­gen,
1. den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 1.4.2009 - 35 BV 17008/08 - teil­wei­se ab­zuändern und den An­trag der S. des Lan­des Ber­lin zurück­zu­wei­sen;
2. die Be­schwer­den der V. und des DGB zurück­zu­wei­sen.
Die S. be­an­tragt,
die Be­schwer­den der CZ., AMP und BVD zurück­zu­wei­sen.
Die CM. be­an­tragt hilfs­wei­se,
das Ver­fah­ren aus­zu­set­zen und dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fra­ge der Ver­fas­sungsmäßig­keit des § 97 Abs. 1 ArbGG vor­zu­le­gen.
Die S. bleibt bei ih­rer Auf­fas­sung, an­trags­be­fugt zu sein. Ihr An­trag sei nicht rechts­miss-bräuch­lich, son­dern er­fol­ge in Wahr­neh­mung ge­setz­lich zu­ge­wie­se­ner Be­fug­nis­se. Mit V. be­strei­tet sie das Vor­lie­gen ei­ner dop­pel­ten Rechtshängig­keit. Bei­de hal­ten dar­an fest, dass die CZ. nicht ta­riffähig ist. Ei­ne Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on, die in ei­ge­nem Na­men Ta­rif­verträge ab­sch­ließe, müsse selbst die Vor­aus­set­zun­gen der Ta­riffähig­keit erfüllen. Dies gel­te ge­ra­de dann, wenn sie ih­re Zuständig­keit auf neue, von den Mit­glie­dern nicht be­setz­te Be­rei­che aus­deh­ne. Al­lein der Zu­sam­men­schluss von Ge­werk­schaf­ten be­gründe noch nicht die er­for­der­li­che so­zia­le Mäch­tig­keit. Sie müsse bei der Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on selbst vor­lie­gen, um im Rah­men die Ent­gel­te und Ar­beits­be­din­gun­gen gleich­wer­tig aus­zu­han­deln und so im Rah­men der Norm­set­zungs­be­fug­nis ei­nen an­ge­mes­se­nen In­ter­es­sen­aus­gleich her­bei­zuführen. Da­bei könne ei­ne Durch­set­zungs­kraft in Teil­be­rei­chen die Ta­riffähig­keit für den Ge­samt­be­reich nicht be­gründen. Die Ta­rif­pra­xis der CZ. könne kei­ne In­dizwir­kung für ih­re Ta­riffähig­keit ha­ben. In den Ta­rif­verträgen zei­ge sich nicht, dass Ar­beit­neh­mer­inter­es­sen kon­flik­t­ori­en­tiert ge­gen den Wi­der­stand der Ar­beit­ge­ber wahr­ge­nom­men wer­den. Von den Mit­glie­dern könne sie die Ta­riffähig­keit be­reits des­we­gen nicht her­lei­ten, weil kei­ner von ih­nen für die Ar­beit­neh­merüber­las­sung sat­zungs­gemäß zuständig sei.
V. führt wei­ter­hin aus, dass die Ta­riffähig­keit des Spit­zen­ver­ban­des nur im Rah­men der Ta­riffähig­keit sei­ner Mit­glie­der be­ste­hen könne. Sei­ne Zuständig­keit könne nicht, wie bei der CZ. ge­ge­ben, über die der Mit­glie­der aus­ge­dehnt wer­den. Der Ta­riffähig­keit ste­he zu­dem ent­ge­gen, dass in ih­rer Sat­zung nicht zwi­schen ta­riffähi­gen und nicht Ta­riffähi­gen ge­trennt wer­de. Ihr or­ga­ni­sa­to­ri­scher Auf­bau las­se eben­falls kei­nen Schluss auf die er­for­der­li­che so­zia­le Mäch­tig­keit zu.
Die CM., der DHV und die GÖD be­strei­ten die An­trags­be­fug­nis der V., der S. und des DGB.
Nach Auf­fas­sung der CM. ver­folgt die S. mit dem An­trag par­tei­po­li­ti­sche In­ter­es­sen. Sie grei­fe mit ihm in die Ge­wal­ten­tei­lung ein und ver­s­toße ge­gen rechts­staat­li­che Prin­zi­pi­en. Die CM. teilt die Auf­fas­sung, dass die so­zia­le Mäch­tig­keit der CZ. durch ih­re Teil­nah­me am Ta­rif­ge­sche­hen be­legt sei.
Die DHV sieht die Ta­riffähig­keit der CZ. eben­falls auf­grund ih­rer Teil­nah­me am Ta­rif­ge-sche­hen als ge­ge­ben. Sie könne zu­dem auf die Ta­riffähig­keit ih­rer Mit­glieds­ver­ei­ni­gun­gen ver­wei­sen, de­ren Or­ga­ni­sa­ti­on ihr zur Verfügung ste­he.
Nach Auf­fas­sung der GÖD er­ge­be sich we­gen der Zu­gehörig­keit des Ar­beits­rechts zur Ge­setz­ge­bungs­zuständig­keit des Bun­des nach Art 74 Nr. 12 GG auch aus ver­fas­sungs-recht­li­cher Sicht, dass le­dig­lich die obers­te Ar­beits­behörde des Bun­des an­trags­be­fugt sei. Die Ta­riffähig­keit der CZ. be­ru­he auf ih­rer Stel­lung als Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on. Sie sei ein Zu­sam­men­schluss von aus­nahms­los ta­riffähi­gen Ge­werk­schaf­ten.
Die je­wei­li­gen Be­schwer­den sind form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den. Sie sind auch im Übri­gen zulässig. In der Sa­che hat­ten sie teil­wei­se Er­folg.
1. Über die Ta­riffähig­keit ei­ner Ver­ei­ni­gung ist nach § 2 a Abs. 1 Nr. 4 ArbGG i.V.m. § 97 Abs. 1 ArbGG im Be­schluss­ver­fah­ren zu ent­schei­den. An dem Ver­fah­ren wa­ren kei­ne wei­te­ren als die im Ru­brum ge­nann­ten Stel­len und Or­ga­ni­sa­tio­nen zu be­tei­li­gen.
1.1 Die Be­tei­lig­ten ei­nes nach § 97 Abs. 1 ArbGG ein­ge­lei­te­ten Ver­fah­rens er­ge­ben sich aus § 97 Abs. 2 i.V.m. § 83 Abs. 3 ArbGG. Be­tei­ligt sind da­nach ne­ben dem An­trag­stel­ler die­je­ni­gen Stel­len, de­ren ma­te­ri­el­le Rechts­po­si­ti­on im Hin­blick auf die Ta­riffähig­keit der be­tref­fen­den Ver­ei­ni­gung un­mit­tel­bar be­trof­fen ist. Ne­ben der Ver­ei­ni­gung, über de­ren Ta­riffähig­keit ge­strit­ten wird, sind dies Stel­len und Ver­ei­ni­gun­gen auf Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­sei­te, die durch die Ent­schei­dung recht­lich berührt wer­den können. Grundsätz­lich ist die Be­tei­li­gung der je­wei­li­gen Spit­zen­verbände aus­rei­chend (vgl. BAG Be­schluss vom 10.2.2009 - 1 ABR 36/08 - in NZA 2009, 908; BAG Be­schluss vom 28.3.2006 - 1 ABR 58/04 - in AP Nr. 4 zu § 2 TVG). Sie sind als Re­präsen­tan­ten der Ar­beit­neh­mer- und Ar­beit­ge­ber­sei­te be­ru­fen, die In­ter­es­sen der mögli­chen Ta­rif­part­ner der Ver­ei­ni­gung, um de­ren Ta­riffähig­keit ge­strit­ten wird, gel­tend zu ma­chen. Die Anhörung al­ler denk­ba­ren Ta­rif­part­ner oder sach­lich und räum­lich zuständi­ger Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­neh­mern und Ar­beit­ge­bern ist nicht ge­bo­ten. Im vor­lie­gen­den Fall sind mit der BDA, dem DGB und dem CG. die Spit­zen­verbände der Ar­beit­ge­ber- und Ar­beit­neh­mer­sei­te be­tei­ligt wor­den. Da­her wa­ren auch die Un­ter­neh­men nicht von Amts we­gen zu be­tei­li­gen, die auf­grund von Haus­ta­rif­verträgen als Ta­rif­ver­trags­par­tei­en der CZ. ihr In­ter­es­se an der Be­tei­li­gung an­ge­mel­det ha­ben. Die In­ter­es­sen­wahr­neh­mung durch Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen schließt al­ler­dings nicht aus, dass ein­zel­ne Ar­beit­ge­ber sich da­durch an ei­nem schon anhängi­gen Ver­fah­ren be­tei­li­gen, dass sie ei­nen ei­ge­nen, auf die Ta­riffähig­keit der um­strit­te­nen Ver­ei­ni­gung be­zo­ge­nen An­trag stel­len. (vgl. BAG Be­schluss vom 25.11.1986 - 1 ABR 22/85 - in AP Nr. 36 zu § 2 TVG). Ein der­ar­ti­ger An­trag ist je­doch nicht ein­ge­gan­gen.
1.2 Die C. war je­den­falls nach ih­rem Aus­tritt aus der CZ. nicht mehr zu be­tei­li­gen. Da­von geht sie selbst aus und hat in dem Be­schwer­de­ver­fah­ren kei­nen An­trag ge­stellt.
1.3 Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts sind an den Ver­fah­ren nach
§§ 2 a Abs. 1 Nr. 4, 97 Abs. 1 ArbGG die obers­ten Ar­beits­behörden eben­falls grundsätz­lich von Amts we­gen gemäß § 83 Abs. 2 ArbGG zu be­tei­li­gen. Die In­ter­es­sen der Ar­beits­ver­wal­tung der Länder können je­doch von der obers­ten Ar­beits­behörde des Bun­des
gel­tend ge­macht wer­den, wenn die Zuständig­keit der Ver­ei­ni­gung, de­ren Ta­riffähig­keit um-strit­ten ist, über das Ge­biet ei­nes Lan­des hin­aus­geht. Es genügt da­her, wenn die­se an dem Ver­fah­ren be­tei­ligt wird. Die ein­zel­nen Länder sind, so­fern sie kei­nen Sach­an­trag ge­stellt ha­ben, nicht von Amts we­gen zu be­tei­li­gen (vgl. BAG Be­schluss vom 10.2.2009
- 1 ABR 36/08 - a.a.O.; BAG Be­schluss vom 25.11.1986 - 1 ABR 22/85 - a.a.O.). Da die Tä-tig­keit der CZ. sich über das ge­sam­te Bun­des­ge­biet er­streckt, ist die Be­tei­li­gung des B. für A. und S. als obers­te Ar­beits­behörde des Bun­des in dem vor­lie­gen­den Ver­fah­ren aus­rei­chend.
2. Die Be­schwer­den der CZ., AMP und BVD so­wie der V. und des DGB sind zulässig. Die Be­tei­lig­ten sind be­schwer­de­be­fugt. Sie sind durch die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung be­schwert. Dafür genügt es, dass sie in ih­rer Rechts­stel­lung als Ar­beit­neh­mer- oder Ar­beit­ge­ber­ko­ali­ti­on un­mit­tel­bar be­trof­fen sind (vgl. BAG Be­schluss vom 10.2.2009
- 1 ABR 36/08 - a.a.O.).
2.1 Die un­mit­tel­ba­re Be­trof­fen­heit der CZ. folgt schon dar­aus, dass ih­re Ta­riffähig­keit Streit­ge­gen­stand ist. Die Ta­riffähig­keit ist ent­schei­dend für ih­re recht­li­che Stel­lung im Ar­beits­le­ben. Sch­ließt ei­ne Ver­ei­ni­gung oh­ne Ta­riffähig­keit ei­nen Ta­rif­ver­trag ab, ist die­ser Ta­rif­ver­trag un­wirk­sam und da­mit nich­tig (vgl. BAG Ur­teil vom 15.11.2006 - 10 AZR 665/05 - in AP Nr. 34 zu § 4 TVG Ta­rif­kon­kur­renz). Da­mit sind auch AMP und BVD un­mit­tel­bar in ih­rer Stel­lung als Ver­trags­part­ner der CZ. und als Ver­tre­ter der In­ter­es­sen ih­rer Mit­glieds­un­ter-neh­men be­trof­fen, für die der Ta­rif­ver­trag dann kei­ne Wir­kung nach
§ 4 TVG ent­fal­ten kann.
2.2 Der DGB wen­det sich mit sei­ner Be­schwer­de aus­sch­ließlich ge­gen die Zurück­wei­sung sei­nes erst­in­stanz­li­chen Fest­stel­lungs­an­tra­ges. Der An­trag­stel­ler des Be­schluss­ver­fah­rens ist be­rech­tigt, ge­gen die Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts Be­schwer­de ein­zu­le­gen (vgl. BAG Be­schluss vom 25.11.1986 - 1 ABR 22/85 - in AP Nr. 36 zu § 2 TVG). Ob er auch an­trags­be­rech­tigt ist, ist kei­ne Fra­ge der Be­schwer­de­be­fug­nis, son­dern der Be­gründet­heit. Der DGB hat je­den­falls das Recht, die von dem Ar­beits­ge­richt ab­ge­lehn­te An­trags­be­rech­ti­gung durch das Rechts­mit­tel­ge­richt klären zu las­sen.
3. Die Be­schwer­de des DGB ist nicht be­gründet.
3.1 Der DGB ist in dem durch die Anträge der S. und der V. ein­ge­lei­te­ten Ver­fah­ren als Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on gem. § 83 Abs. 3 ArbGG be­tei­ligt wor­den. Ne­ben ih­nen hat er be­an-
tragt, fest­zu­stel­len, dass die CZ. nicht ta­riffähig ist. Hier­bei han­delt es sich um ei­nen ei­ge­nen ne­ben dem der S. und der V. in das Ver­fah­ren ein­ge­brach­ten Sach­an­trag. Er wur­de nicht le­dig­lich zur Un­terstützung ih­rer Anträge, son­dern nach dem Zurück­wei­sungs­an­trag der CZ. als wei­te­rer An­trag ge­stellt. Dass der DGB mit ihm ei­ne Sach­ent­schei­dung aus ei­ge­nem Recht er­strebt, er­gibt sich zu­dem aus der Be­schwer­de­be­gründung. Ihr gemäß ist al­lein sein An­trag Ge­gen­stand der Be­schwer­de. Iso­liert hat er nur dann Sinn, wenn er aus ei­ge­nem Recht gel­tend ge­macht wird.
3.2 Aus ei­ge­nem Recht kann der DGB die Fest­stel­lung der Ta­riffähig­keit nur un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 97 Abs. 1 ArbGG be­an­tra­gen. Er müss­te dem­nach auf dem von der CZ. be­an­spruch­ten Ge­biet der Ar­beit­neh­merüber­las­sung sach­lich zuständig sein. Das ist nicht der Fall. Es ist un­strei­tig ge­blie­ben, dass es nicht zu sei­nen sat­zungs­gemäßen Auf­ga­ben gehört, Ta­rif­verträge ab­zu­sch­ließen.
4. Die Be­schwer­den der CZ., AMP und BVB sind eben­falls nicht be­gründet. Das Ar­beits­ge­richt hat auf den An­trag der S. zu Recht fest­ge­stellt, dass die CZ. nicht ta­riffähig ist.
4.1 Der An­trag der S. ist zulässig.
4.1.1 Es liegt kei­ne dop­pel­te Rechtshängig­keit vor (§ 261 ZPO). Der Ein­wand der dop­pel­ten Rechtshängig­keit setzt vor­aus, dass be­reits ein an­de­rer Rechts­streit mit iden­ti­schem Streit­ge­gen­stand rechtshängig ist. Das trifft nicht zu.
4.1.1.1 Hin­sicht­lich der bei dem Ar­beits­ge­richt Ber­lin ein­ge­lei­te­ten Ver­fah­ren 54 BV 1396/06 und 1 BV 3/09 liegt ei­ne dop­pel­te Rechtshängig­keit schon des­we­gen nicht vor, weil bei­de Ver­fah­ren be­en­det sind. In dem Ver­fah­ren - 54 BV 13961/06 - sind die zur Ent­schei­dung ge­stell­ten Anträge durch Be­schluss vom 5.2.2008 als un­zulässig zurück­ge­wie­sen wor­den. Das Ver­fah­ren - 1 BV 3/09 - wur­de nach An­tragsrück­nah­me durch Be­schluss vom 15.4.2009 ein­ge­stellt.
4.1.1.2 Der Ge­gen­stand des noch rechtshängi­gen Ver­fah­rens - 63 BV 941/08 - ist mit dem des vor­lie­gen­den Rechts­streits nicht iden­tisch. Zwar wird auch dort die Fest­stel­lung be­gehrt, dass die Ta­rif­ge­mein­schaft C. Ge­werk­schaf­ten Z. und P. nicht ta­riffähig ist. Der Wort­laut der Anträge in bei­den Ver­fah­ren ist dem­nach ge­gen­warts­be­zo­gen. Für die Iden­tität des Streit­ge­gen­stan­des ist aber al­lein der An­trags­wort­laut nicht maßge­bend.
Der Streit­ge­gen­stand wird durch den An­trag und den zu sei­ner Be­gründung vor­ge­tra­ge­nen Le­bens­sach­ver­halt be­stimmt (vgl. BGH Ur­teil vom 19.4.2007 - I ZR 57/05 - in NJW 2008, 231). In dem An­trag kon­kre­ti­siert sich die in An­spruch ge­nom­me­ne Rechts­fol­ge, die aus dem vor­ge­tra­ge­nen Le­bens­sach­ver­halt her­ge­lei­tet wird (vgl. St­ein-Jo­nas/Roth, ZPO, 22. Auf­la­ge, vor § 253, Rn. 11). Er ist ge­ge­be­nen­falls aus­zu­le­gen. Die Aus­le­gung hat da­nach zu er­fol­gen, was nach der Maßga­be der Rechts­ord­nung vernünf­tig ist und der recht ver­stan­de­nen In­ter­es­sen­la­ge ent­spricht (vgl. Mu­sielak, ZPO, 7 Auf­la­ge, § 253 Rdn. 29).
Das Ver­fah­ren - 63 BV 941/08 - steht im Zu­sam­men­hang mit dem aus­ge­setz­ten Ver­fah­ren - 2 Ca 249/08 - vor dem Ar­beits­ge­richts Bam­berg. In die­sem Ver­fah­ren macht der Kläger Vergütungs­ansprüche für die Zeit vom 17.10.2006 bis zum 31.1.2008 in Höhe der Dif­fe­renz gel­tend, die er un­ter Be­ru­fung auf das Gleich­be­hand­lungs­ge­bot nach §§ 9 Num­mer 2, 10 Abs. 4 AÜG als Leih­ar­beit­neh­mer von sei­nem Ver­lei­h­un­ter­neh­men meint, be­an­spru­chen zu können. Die ar­beits­ver­trag­lich in Be­zug ge­nom­me­nen, von der CZ. und der Ta­rif­ge­mein­schaft für Z.un­ter­neh­men im BVD ver­ein­bar­ten Ent­gelt- und Ent­gelt­rah­men­ab­kom­men hält er man­gels Ta­riffähig­keit der CZ. für nich­tig. Um die in Zwei­fel ge­zo­ge­ne Ta­riffähig­keit fest­stel­len zu las­sen, hat er die Aus­set­zung des Ver­fah­rens - 2 Ca 249/08 - be­an­tragt und das Ver­fah­ren - 63 BV 941/08 - ein­ge­lei­tet. Da­mit geht es ihm in dem Ver­fah­ren - 63 BV 941/08 - er­kenn­bar dar­um, die Ta­riffähig­keit der CZ. zu dem Zeit­punkt fest­stel­len zu las­sen, zu dem sie das in sei­nem Ar­beits­ver­trag in Be­zug ge­nom­men und sei­ne Vergütung be­stim­men­de Ent­gel­tab­kom­men ver­ein­bart hat. Nur hier­an hat er ein In­ter­es­se. Ih­re Ta­riffähig­keit zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt ist für den Er­folg sei­ner Zah­lungs­kla­ge oh­ne Be­lang. Nach der Fest­stel­lung des Ar­beits­ge­richts Bam­berg in dem ergänzen­den Be­schluss vom 6.2.2009 wur­de das Ent­gel­tab­kom­men am 22.7.2003 ver­ein­bart. Der Ge­gen­stand des Ver­fah­rens - 63 BV 941/08 - be­schränkt sich da­mit auf die Fest­stel­lung der Ta­riffähig­keit der CZ. zu die­sem Zeit­punkt. Dem steht die Fra­ge der hin­rei­chen­den Be­stimmt­heit des Aus­set­zungs­be­schlus­ses vom 16.4.2008 und der Wirk­sam­keit sei­ner späte­ren Präzi­sie­rung durch den Be­schluss vom 6.2.2009 nicht ent­ge­gen. Sie ist le­dig­lich für die Fra­ge der An­trags­be­fug­nis von Be­deu­tung.
In dem vor­lie­gen­den Ver­fah­ren ist da­ge­gen die Ta­riffähig­keit der CZ. ge­gen­warts­be­zo­gen fest­zu­stel­len. Ent­schei­dend sind die Umstände zum Zeit­punkt der letz­ten Ver­hand­lung in der Tat­sa­chen­in­stanz. Es ist nicht zu ent­schei­den, ob sie auch zu dem Zeit­punkt ta­riffähig war, als das im Ar­beits­ver­trag des Klägers in Be­zug ge­nom­me­ne Ent­geltab-
kom­men ver­ein­bart wor­den ist.
4.1.2 Die S. ist an­trags­be­fugt. Die An­trags­be­fug­nis er­gibt sich aus § 97 Abs. 1 ArbGG.
4.1.2.1 Die S. ist die obers­te Ar­beits­behörde des Lan­des Ber­lin. Nach
§ 97 Abs. 1 ArbGG ist die obers­te Ar­beits­behörde des Lan­des an­trags­be­fugt, auf des­sen Ge­biet sich die Tätig­keit der um­strit­te­nen Ver­ei­ni­gung er­streckt. Maßge­bend ist die räum­li­che Aus­deh­nung der Tätig­keit. Sie muss das Ge­biet des Lan­des ein­be­zie­hen. Da­ge­gen for­dert das Ge­setz nicht, dass sie sich auf das Ge­biet des Lan­des be­schränkt. Die CZ. schließt un­strei­tig Ta­rif­verträge ab, de­ren räum­li­cher Gel­tungs­be­reich das ge­sam­te Bun­des­ge­biet er­fasst. Ih­re Tätig­keit be­zieht da­mit auch das Ge­biet des Lan­des Ber­lin ein.
4.1.2.2 Die An­trags­be­fug­nis der S. un­ter­liegt nach § 97 Abs. 1 ArbGG we­der wei­te­ren An­for­de­run­gen noch Ein­schränkun­gen. Sie er­ge­ben sich nicht aus § 81 ArbGG, der nach § 97 Abs. 2 ArbGG ent­spre­chend an­zu­wen­den ist. Nach § 81 ArbGG ist an­trags­be­fugt, wer gel­tend macht, durch die er­be­te­ne Ent­schei­dung in sei­ner recht­li­chen Stel­lung be­trof­fen zu sein (vgl. BAG Be­schluss vom 25.11.1986 - 1 ABR 22/85 - a.a.O.). Da­ne­ben ist aber auch der An­trag­stel­ler an­trags­be­fugt, der vom Ge­setz aus­drück­lich als sol­cher be­zeich­net wird (vgl. HWK/Be­p­ler, 3. Auf­la­ge, § 81 ArbGG Rn. 9). Das ist die obers­te Ar­beits­behörde des Lan­des un­ter den in § 97 Abs. 1 ArbGG auf­geführ­ten Vor­aus­set­zun­gen.
4.1.2.3 Die For­mu­lie­rung, der gemäß das Ver­fah­ren von „… der obers­ten Ar­beits­behörde des Bun­des oder der obers­ten Ar­beits­behörde des Lan­des …..ein­ge­lei­tet“ wird, steht der An­trags­be­fug­nis der S. nicht ent­ge­gen. Das Wort „oder“ wird nicht al­ter­na­tiv son­dern en­u­me­ra­tiv ver­wen­det. Es wer­den die mögli­chen An­trags­be­rech­tig­ten auf­geführt, oh­ne ei­ne Rang­fol­ge fest­zu­le­gen und oh­ne ei­ne der dort auf­geführ­ten Per­so­nen oder Stel­len ge­genüber ei­ner an­de­ren aus­sch­ließen zu wol­len.
4.1.2.4 Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat wie­der­holt ent­schie­den, dass die obers­te Ar­beits-behörde ei­nes Lan­des an dem Ver­fah­ren nach § 97 Abs. 1 ArbGG zu be­tei­li­gen ist, wenn sich die Ta­rif­zuständig­keit der Ver­ei­ni­gung ent­we­der aus­sch­ließlich auf das Ge­biet die­ses Lan­des er­streckt oder die Ta­rif­zuständig­keit nur für Ta­rif­verträge be­strit­ten wird, de­ren Gel­tungs­be­reich auf ein Land be­grenzt ist. Bei länderüberg­rei­fen­den Zuständig­keit oder größerem Gel­tungs­be­reich ist statt­des­sen die obers­te Ar­beits­behörde des Bun­des zu be­tei­li­gen (vgl. BAG Be­schluss vom 10.2.2009 - 1 ABR 36/08 - a.a.O.; Be­schluss vom
25.11.1986 - 1 ABR 22/85 - a.a.O.). Hier­bei ging es al­ler­dings um die Be­tei­li­gung nach
§ 83 Abs. 3 ArbGG. § 83 Abs. 3 ArbGG be­stimmt, wel­che Per­so­nen oder Stel­len im kon­kre­ten Be­schluss­ver­fah­ren von Amts we­gen zu be­tei­li­gen sind. Er setzt vor­aus, dass ein Ver­fah­ren durch ei­nen An­trag be­reits ein­ge­lei­tet wor­den ist. Die­ser An­trag bil­det die Grund­la­ge für die Prüfung der Be­tei­li­gung. Dar­aus folgt, dass der An­trag­stel­ler nicht zu den in § 83 Abs. 3 ArbGG ge­nann­ten Be­tei­lig­ten gehören kann. Er ist viel­mehr not­wen­di­ger Be­tei­lig­ter (vgl. BAG Be­schluss vom 25.8.1981 - 1 ABR 61/79 - in AP Nr. 2 zu § 83 ArbGG 1979). Die Kri­te­ri­en für ei­ne Be­tei­li­gung nach § 83 Abs. 3 ArbGG sind da­her für die An­trags­be­rech­ti­gung nach § 97 Abs. 1 ArbGG nicht maßge­bend. Für sie kommt es al­lein auf die in § 97 Abs. 1 auf­geführ­ten Vor­aus­set­zun­gen an. So hat auch das Bun­des­ar­beits­ge­richt in sei­ner Ent­schei­dung vom 25.11.1986 - 1 ABR 22/85 - (a.a.O.) an­ge­nom­men, dass ei­ne nach § 83 Abs. 3 ArbGG nicht zu be­tei­li­gen­de Ver­ei­ni­gung ei­nen auf die Ta­riffähig­keit der um­strit­te­nen Ver­ei­ni­gung be­zo­ge­nen An­trag stel­len kann, wenn sie räum­lich und sach­lich zuständig ist. Nichts an­de­res kann für die obers­te Ar­beits­behörde gel­ten, wenn sich die Tätig­keit der um­strit­te­nen Ver­ei­ni­gung auf ihr Ge­biet er­streckt. Die Be­schränkung der Be­tei­li­gung von Amts we­gen nach § 83 Abs. 3 ArbGG wird un­ter pro­zessöko­no­mi­schen Erwägun­gen da­mit ge­recht­fer­tigt, dass die Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen bzw. die obers­te Ar­beits­behörde des Bun­des be­ru­fen sind, die In­ter­es­sen der ein­zel­nen Ta­rif­part­ner bzw. Länder in dem be­reits lau­fen­den Ver­fah­ren gel­tend zu ma­chen. Die­se Über­le­gun­gen las­sen sich nicht auf § 97 Abs. 1 ArbGG über­tra­gen, der den dort auf­geführ­ten Stel­len das Recht einräumt, durch ei­nen Sach­an­trag das Ver­fah­ren ein­zu­lei­ten.
4.1.2.5 Die vor­ge­brach­ten ver­fas­sungs­recht­li­chen Be­den­ken ge­gen die An­trags­be­fug­nis der S. können nicht ver­fan­gen. Zwar gehören das ar­beits­ge­richt­li­che Ver­fah­ren und das Ar­beits­recht nach Art. 74 Abs. 1 Num­mer 1 und 12 GG zur kon­kur­rie­ren­den Ge­setz­ge­bung. Dar­aus folgt nach Art 72 GG ei­ne Sperr­wir­kung für die Lan­des­ge­setz­ge­bung, so­lan­ge und so­weit der Bund von sei­ner Zuständig­keit wirk­sam Ge­brauch ge­macht hat. Ein Ge­brauch­ma­chen hin­dert den Bun­des­ge­setz­ge­ber aber nicht, den Ländern bzw. Lan-des­behörden Zuständig­kei­ten und Rech­te ein­zuräum­en. Nichts an­de­res er­gibt sich für den Ein­wand des Ein­griffs in die Ge­wal­ten­tei­lung. Er wird von der be­tei­lig­ten CM. im Hin­blick auf ei­ne Kom­pe­tenz­ver­tei­lung zwi­schen Bund und Land ge­se­hen. Ge­meint ist da­mit wohl nicht ei­ne Ver­let­zung des in Art 20 Abs. 2 Satz 2 GG ver­an­ker­ten Prin­zips der Ge­wal­ten­tei­lung, son­dern die in Art. 30 GG ge­re­gel­te grundsätz­li­che Kom­pe­tenz­ver­tei­lung zwi­schen Bund und Land. In sie wird durch die An­trags­be­rech­ti­gung der Lan­des­behörde nicht ein­ge­grif­fen. Viel­mehr hat der Bund mit der Einräum­ung des An­trags­rechts von sei­ner Zuständig­keit nach Art 74 Abs. 1 Num­mer 1 und 12 GG Ge­brauch ge­macht.
4.1.2.6 So­weit die An­trags­be­fug­nis un­ter Hin­wei­sen auf par­tei­po­li­ti­sche Betäti­gun­gen und Zwei­feln an der Ver­fas­sungs­treue in Fra­ge ge­stellt wird, ver­mag ein sach­li­cher Be­zug zum vor­lie­gen­den Ver­fah­ren nicht fest­ge­stellt wer­den. An­trag­stel­ler ist die obers­te Ar­beits­behörde und nicht ei­ne Par­tei.
4.1.3 Dem An­trag fehlt nicht das er­for­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se. Für das Ver­fah­ren nach §§ 2 a Abs. 1 Nr. 4, 97 Abs. 1 ArbGG hat ent­spre­chend § 256 Abs. 1 ZPO ein Fest-stel­lungs­in­ter­es­se vor­zu­lie­gen. Es muss nicht auf das Be­ste­hen ei­nes Rechts­verhält­nis­ses ge­rich­tet sein. In­so­weit geht § 97 Abs. 1 ArbGG der all­ge­mei­nen Re­ge­lung des § 256 Abs. 1 ZPO vor (vgl. BAG Be­schluss vom 10.2.2009 - 1 ABR 36/08 - a.a.O.). Für das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se ist es er­for­der­lich, dass die Ta­riffähig­keit um­strit­ten oder aus sons­ti­gen tatsächli­chen Gründen klärungs­bedürf­tig ist (vgl. HWK/Be­p­ler, a.a.O., § 97 ArbGG Rn. 10). Das trifft auf den vor­lie­gen­den Fall zu. Die Ta­riffähig­keit der CZ. ist um­strit­ten. Das zei­gen nicht nur die ver­schie­de­nen Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit die­sem The­ma in der von den Be­tei­lig­ten zi­tier­ten Fach­pres­se, son­dern auch die un­ter Zif­fer 4.1.1 auf­geführ­ten Be­schluss­ver­fah­ren, die bis­her zu kei­ner Klärung der Ta­riffähig­keit geführt ha­ben. Von den Zwei­feln an der Ta­riffähig­keit ist die S. als obers­te Ar­beits­behörde be­trof­fen. Dafür genügt es gem. § 97 Abs. 1 ArbGG, das sich die Tätig­keit der CZ. auf das Ge­biet des Lan­des Ber­lin er­streckt.
4.1.4 Das Fest­stel­lungs­be­geh­ren ist nicht rechts­miss­bräuch­lich. Der auch im Ver­fah­rens-recht gel­ten­de Grund­satz von Treu und Glau­ben ver­pflich­tet die Be­tei­lig­ten zu ei­ner red­li­chen Pro­zessführung. Er ver­bie­tet ins­be­son­de­re den Miss­brauch pro­zes­sua­ler Be­fug­nis­se. Rechts­miss­bräuch­lich und da­mit un­zulässig ist die Ausübung sol­cher Be­fug­nis­se, wenn sie nicht den ge­setz­lich vor­ge­se­he­nen, son­dern an­de­ren, nicht not­wen­dig un­er­laub­ten, aber funk­ti­ons­frem­den und recht­lich zu miss­bil­li­gen­den Zwe­cken dient (vgl. BGH Be­schluss vom 10.5.2007 - V ZB 83/06 - in NJW 2007, 1522). Das trifft auf den An­trag der S. nicht zu.
4.1.4.1 Der Rechts­miss­brauch wird mit dem Vor­wurf ein­ge­wandt, der S. ge­he es aus­weis­lich ih­rer An­trags­schrift dar­um, die aus ih­rer Sicht miss­lie­bi­ge „Schmutz­kon­kur­renz“ der CZ. los­zu­wer­den und sie in ih­rer durch Art 9 Abs. 3 GG geschütz­ten Betäti­gungs­frei­heit zu be­hin­dern. Wei­ter­hin wird gel­tend ge­macht, ihr In­ter­es­se fuße aus­sch­ließlich auf ei­ner par­tei­po­li­ti­schen Mo­ti­va­ti­on. Die Vorwürfe recht­fer­ti­gen nicht die An­nah­me, der S. ge­he es nicht um die be­gehr­te Fest­stel­lung der Ta­riffähig­keit der CZ., son­dern aus-
schließlich um Zwe­cke, die von dem An­trags­recht nicht ge­deckt sind.
4.1.4.2 Tatsächlich ist die Tätig­keit der CZ. in der von V. und der S. ge­mein­sam ein­ge­reich­ten An­trags­schrift als „Schmutz­kon­kur­renz“ be­zeich­net wor­den. Dies ge­schah al­ler­dings be­zo­gen auf den An­trag der V.. Die S. hat als Zweck ih­res An­trags zu­sam­men­fas­send als Ab­sicht dar­ge­stellt, vor al­lem die Funk­ti­onsfähig­keit des Ta­rif­ver­trags­sys­tems im Be­reich der ge­werbsmäßigen Ar­beit­neh­merüber­las­sung zu si­chern. Die Ta­riffähig­keit der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ist nach § 2 TVG ei­ne Vor­aus­set­zung der Funk­ti­onsfähig­keit des Ta­rif­ver­trags­sys­tems. Der An­trag der S. ver­folgt da­mit ei­nen vom An­trags­recht des § 97 Abs. 1 ArbGG ge­deck­ten Zweck, so dass der Vor­wurf ei­ner sach­frem­den Zweck­ver­fol­gung selbst dann kei­nen Er­folg ha­ben kann, wenn die Ausführun­gen zur Schmutz­kon­kur­renz auch der S. zu­zu­rech­nen sein soll­ten. Nichts an­ders gilt im Er­geb­nis für den Vor­wurf der par­tei­po­li­ti­schen Mo­ti­va­ti­on.
4.1.4.3 Die Ver­fol­gung des durch § 91 Abs. 1 ArbGG ge­deck­ten Zwecks ist nicht des­we­gen nur vor­ge­scho­ben, weil die S. nicht in glei­chem Maße wie ge­gen die CZ. auch ge­gen die im DGB or­ga­ni­sier­ten Ge­werk­schaf­ten vor­geht, ob­wohl - wie be­haup­tet - von ih­nen und nicht von den im CG. or­ga­ni­sier­ten Ver­ei­ni­gun­gen die nied­rigs­ten Ta­ri­fent­gel­te ver­ein­bart wer­den. Hin-sicht­lich der DGB - Ge­werk­schaf­ten (V., NGG, IG-BAU, IGBCE IG-Me­tall) be­stand schon des­we­gen kei­ne Ver­an­las­sung für ein Ver­fah­ren nach § 97 Abs. 1 ArbGG, weil ih­re Ta­riffähig­keit nicht ernst­haft in Zwei­fel ge­zo­gen wird.
4.2 Der An­trag der S. ist be­gründet. Die CZ. ist nicht ta­riffähig.
4.2.1 Die Ta­riffähig­keit der CZ. folgt nicht aus § 2 Abs. 3 TVG. Nach die­ser Be­stim­mung können Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen selbst Par­tei ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges sein. Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen im Sin­ne die­ser Be­stim­mung sind gemäß § 2 Abs. 2 TVG Zu­sam­men­schlüsse von Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern. Die CZ. ist ein Zu­sam­men­schluss von Ar­beit­neh­mer­ver­ei­ni­gun­gen. Es kann da­hin­ste­hen, ob es für ih­re Ta­riffähig­keit er­for­der­lich ist, dass al­le in ihr zu­sam­men­ge­schlos­se­nen Ver­ei­ni­gun­gen ta­riffähig sind und ob al­le ta­riffähig sein müssen oder ob die Ta­riffähig­keit von min­des­tens zwei Ver­ei­ni­gun­gen aus­rei­chend ist. Die Ta­riffähig­keit der CZ. schei­tert je­den­falls an ih­rer Sat­zung.
4.2.2 § 2 Abs. 3 TVG setzt vor­aus, dass der Ab­schluss von Ta­rif­verträgen zu den sat-zungs­gemäßen Auf­ga­ben der Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on gehört. Nach § 1 Abs. 1 der der­zeit
gülti­gen Sat­zung vom 8.10.2009 ver­tritt die CZ. die ta­rif­li­chen In­ter­es­sen ih­rer Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten als Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on nach § 2 Abs. 3 TVG und schließt für de­ren Mit­glie­der Ta­rif­verträge mit Ar­beit­ge­bern oder Ar­beit­ge­ber­verbänden ab, die oder de­ren Mit­glie­der als Ver­lei­her Drit­ten (Ent­lei­hern) Ar­beit­neh­mer (Leih­ar­beit­neh­mer) zur Ar­beits­leis­tung über­las­sen wol­len. Der Ab­schluss von Ta­rif­verträgen gehört da­mit, wie von § 2 Abs. 3 TVG ge­for­dert, zu ih­ren sat­zungs­gemäßen Auf­ga­ben. Er ist nicht auf die Über­las­sung der Leih­ar­beit­neh­mer be­stimm­ter Be­rufs­grup­pe oder an Un­ter­neh­men be­stimm­ter Wirt­schafts­be­rei­che be­schränkt. Der Zuständig­keits­be­reich ist in­so­weit nicht be­grenzt. Er er­streckt sich auf die Über­las­sung von Ar­beit­neh­mern al­ler Be­rufs­grup­pen an Un­ter­neh­men al­ler denk­ba­ren Wirt­schafts­zwei­ge.
4.2.3 Ei­ne der­art weit­ge­hen­de Zuständig­keit konn­te in der Sat­zung nicht wirk­sam fest­ge­legt wer­den.
4.2.3.1 Je­der Ver­ei­ni­gung steht grundsätz­lich die Aus­ge­stal­tung ih­res Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reichs frei. Ei­ne Ge­werk­schaft kann da­her für sich ent­schei­den, für wel­che Ar­beit­neh­mer und in wel­chen Wirt­schafts­be­rei­chen sie tätig sein will. Dies gehört zu ih­rer ver­eins­recht­li­chen Sat­zungs­au­to­no­mie und der durch Art. 9 Abs. 3 GG ga­ran­tier­ten Betäti­gungs­frei­heit (vgl. BAG Ur­teil vom 27.9.2005 - 1 ABR 41/04 - in AP Nr. 18 zu § 2 TVG). Dar­aus folgt für den vor­lie­gen­den Fall je­doch nicht, dass die Zuständig­keit der CZ. be­lie­big fest­ge­legt wer­den konn­te. Über ih­re Sat­zung be­sch­ließt die Mit­glie­der­ver­samm­lung. Sie be­steht aus Ver­tre­tern der an­ge­schlos­se­nen Ge­werk­schaf­ten (§§ 5 und 8 der Sat­zung vom 8.10.2009 und 5.12.2005). Grund­la­ge für das Han­deln der Ver­tre­ter ist die je­wei­li­ge Sat­zung der von ih­nen ver­tre­te­nen Ver­ei­ni­gung. Mit der Sat­zung gibt sie sich ei­ne ih­ren Zweck und ih­re Auf­ga­ben be­stim­men­de Grund­ord­nung (vgl. Pa­landt, BGB, 69 Auf­la­ge, §§ 25 Rn. 1; PWW/Schöpflin, BGB, 4. Auf­la­ge, §§ 25 Rn. 1). Sie be­grenzt da­mit die Möglich­keit ih­rer Ver­tre­ter, für sie zu han­deln (vgl. Pa­landt, a.a.O., 26 Rn. 6; PWW/Schöpflin, a.a.O., 26 Rn.3). Die Mit­glie­der­ver­samm­lung konn­te da­her den Tätig­keits­be­reich der CZ. nur in Übe­rein­stim­mung mit den Sat­zun­gen der ver­tre­te­nen Ge­werk­schaf­ten fest­le­gen.
4.2.3.2 Zum Zeit­punkt der Sat­zungsände­rung vom 8.10.2009 hat­te die CZ. als Mit­glie­der die CM., DHV und GÖD. Kei­ne von ih­nen hat­te den Ab­schluss von Ta­rif­verträgen im Be­reich der Ar­beit­neh­merüber­las­sung als Auf­ga­be in ih­re Sat­zung auf­ge­nom­men. Das schließt je­doch ei­ne Zuständig­keit in die­sem Be­reich nicht aus. Zu ih­ren sat­zungs­gemäßen Auf­ga­ben gehört die Wahr­neh­mung der Mit­glie­der­in­ter­es­sen durch Ab­schluss von Ta­rif­verträgen. Die Auf­ga­be be­steht un­abhängig da­von, ob die Mit­glie­der in ei­nem Ar-
beits­verhält­nis zum In­ha­ber ih­res Beschäfti­gungs­be­trie­bes ste­hen oder dort als Leih­ar­beit­neh­mer ein­ge­setzt wer­den. Sie wird aber durch die Fest­le­gung auf be­stimm­te Wirt­schafts­zwei­ge bzw. Be­rufs­grup­pen ein­ge­schränkt. Für die CM. ist dies gemäß § 1 Abs. 3 der Sat­zung der Be­reich der me­tall­er­zeu­gen­den und -ver­ar­bei­ten­den In­dus­trie, des Me­tall­hand­werks, der Elek­tro­in­dus­trie und der sons­ti­gen Me­tall­be­trie­be. Für die DHV ist es gemäß § 2 Abs. 1 der Sat­zung der Be­reich der kaufmänni­schen und ver­wand­ten Be­ru­fe. Für die GÖD sind es gemäß § 5 Abs. 1 der Sat­zung der öffent­li­che Dienst so­wie die pri­vat­recht­lich or­ga­ni­sier­ten Dienst­leis­tungs­be­trie­be und Or­ga­ni­sa­tio­nen. Die Zuständig­keit der Ver­ei­ni­gun­gen zur Re­ge­lung der Ar­beits­be­din­gun­gen der Leih­ar­beit­neh­mer ist auf die­se Be­rei­che be­schränkt.
Die DHV könn­te dem­nach Ta­rif­verträge für Leih­ar­beit­neh­mer in kaufmänni­schen und ver­wand­ten Be­ru­fen ab­sch­ließen. Die CM. wäre z.B. dann zuständig, wenn ein Be­trieb der Me­tall­in­dus­trie sich auch als Ver­lei­her betätigt und sei­ne Ar­beit­neh­mer an­de­ren Me-tall­be­trie­ben zur Ar­beits­leis­tung überlässt. Ent­spre­chen­des gilt für die GÖD. Sie ist nicht des­we­gen für die Ar­beit­neh­merüber­las­sung un­ein­ge­schränkt zuständig, weil der Be­reich der pri­vat­recht­lich or­ga­ni­sier­ten Dienst­leis­tungs­be­trie­be und Or­ga­ni­sa­tio­nen in ih­re Sat­zung auf­ge­nom­men wor­den ist. Zwar gehören Z.un­ter­neh­men im wei­ten Sin­ne auch zu dem Be­reich der Dienst­leis­tung. Nach ih­rem Un­ter­neh­mens­zweck und der be­son­de­ren An­for­de­run­gen an die Ar­beits­verhält­nis­se der Leih­ar­beit­neh­mer bil­den sie aber ei­nen ei­ge­nen Wirt­schafts­zweig (vgl. BAG Ur­teil vom 24.3.2004 - 5 AZR 303/03 - in AP Nr. 59 zu § 138 BGB). Dem­ent­spre­chend sind sie auch in ei­ge­nen Verbänden or­ga­ni­siert. Die Zuständig­keit der GÖD für die pri­vat­recht­lich or­ga­ni­sier­ten Dienst­leis­tungs­be­trie­be geht aber nicht so weit, dass sie auch die Ar­beit­neh­merüber­las­sung als ei­ge­nen Wirt­schafts­zweig er­fas­sen würde. Die Auf­lis­tung in § 5 Abs. 1 der Sat­zung zeigt, dass die GÖD ih­re Zuständig­keit von den Beschäftig­ten im öffent­li­chen Dienst aus­ge­hend auf pri­va­te Dienst­leis­tungs­be­trie­be und Or­ga­ni­sa­tio­nen aus­dehnt. Sie will da­mit ih­re Zuständig­keit auch in den Be­rei­chen er­hal­ten, die ursprüng­lich dem öffent­li­chen Dienst zu­ge­ord­net wa­ren oder ihm be­nach­bart sind. Da­zu gehören die Z.un­ter­neh­men nicht.
4.2.3.3 Ei­ne ge­mein­sa­me Zweck­ver­fol­gung der CM., DHV und GÖD auf dem Ge­biet der Ar­beit­neh­merüber­las­sung fin­det ih­re Gren­zen durch den in ih­ren Sat­zun­gen fest­ge­leg­ten Zuständig­keits­be­reich. Die Zuständig­keit der CZ. geht darüber weit hin­aus. Sie schließt zwar nach § 1 Abs. 1 der Sat­zung vom 8.10.2009 Ta­rif­verträge für die Mit­glie­der ih­rer Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten. Es er­folgt aber kei­ne Be­schränkung auf de­ren Zuständig­keits-be­reich. Viel­mehr er­folgt der Ab­schluss mit Ar­beit­ge­bern oder Ar­beit­ge­ber­verbänden un-
abhängig da­von, in wel­chem Wirt­schafts­zweig und wel­chem Be­ruf sie die Leih­ar­beit­neh­mer ein­set­zen. Die Zuständig­keit er­fasst auch an­de­re als kaufmänni­sche und ver­wand­te Be­ru­fe und al­le denk­ba­ren Wirt­schafts­zwei­ge. Die Fest­le­gung ei­nes der­art weit­ge­hen­den Auf­ga­ben­be­rei­ches über­schrei­tet die durch die Sat­zun­gen der ein­zel­nen Ver­ei­ni­gun­gen fest­ge­leg­ten Auf­ga­ben­ge­bie­te, so dass die Re­ge­lung über den Ta­rif­ab­schluss in § 1 Abs. 1 der Sat­zung un­wirk­sam ist. Oh­ne wirk­sa­me Re­ge­lung der Auf­ga­ben und der Zuständig­keit kann die CZ. je­doch nicht ta­riffähig sein.
4.2.3.4 Es kann da­hin­ge­stellt blei­ben, ob auf­grund der Un­wirk­sam­keit auf die ent­spre­chen­de Re­ge­lung in der vor­aus­ge­gan­ge­nen Sat­zung zurück­ge­grif­fen wer­den kann. Ein Rück­griff auf die Sat­zung vom 5.12.2005 führt zu kei­nem an­de­ren Er­geb­nis. In ihr sind gem. § 1 die Auf­ga­ben nicht an­ders als in § 1 Abs. 1 der Sat­zung vom 8.10.2009 ge­re­gelt. Sie wur­de eben­falls von den Ver­tre­tern der CM., DHV und GÖD so­wie zu­dem von den Ver­tre­tern der C. und des VDT be­schlos­sen. Die C. ist nach § 1 Abs. 2 ih­rer Sat­zung für Un­ter­neh­men zuständig, die Dienst­leis­tun­gen in den Be­rei­chen Post­ser­vice, Lo­gis­tik und Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on er­brin­gen. Der VDT ist ei­ne Ver­ei­ni­gung der tech­ni­schen An­ge­stell­ten. Da­mit geht auch die­se Sat­zung hin­sicht­lich der Auf­ga­ben und Zuständig­keit weit über das hin­aus, was die Sat­zun­gen der je­wei­li­gen Mit­glie­der zu­las­sen.
4.2.3.5 Die Sat­zung vom 11.12.2002 soll auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung vom 15.1.2003 an­ge­nom­men wor­den sein. Mit­glie­der wa­ren die CM.; DHV, GÖD, der VDT und der Bund der Ho­tel-, Re­stau­rant- und Caféan­ge­stell­ten e.V. (Uni­on G.). Die Auf­ga­be der Ta­rif­ge­mein­schaft be­stand nach Num­mer 3. der Sat­zung dar­in, die ta­rif­li­chen In­ter­es­sen der Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten zu ver­tre­ten und für de­ren Mit­glie­der Ta­rif­verträge ab­zu­sch­ließen. Ei­ne wei­te­re Re­ge­lung über Auf­ga­be und Zuständig­keit enthält die Sat­zung nicht. Sie stan­den so­mit in Abhängig­keit zu den je­wei­li­gen Mit­glie­dern, de­ren Ein- und Aus­tritt für sie maßge­bend wäre. Auf­ga­be und Zuständig­keit wären nicht in der Sat­zung fest­ge­legt, son­dern von dem je­wei­li­gen Mit­glie­der­be­stand abhängig, so dass auch die­se Re­ge­lung un­wirk­sam ist. Lei­tet man da­ge­gen aus dem Na­men „Ta­rif­ge­mein­schaft … für Z. und P.“ ih­re Auf­ga­be und Zuständig­keit für den Be­reich der Ar­beit­neh­merüber­las­sung ab, so ge­hen sie auch in die­sem Fall über die ih­rer Mit­glie­der hin­aus, die die Sat­zung be­schlos­sen ha­ben.
4.2.4 Der CZ. fehlt die Ta­riffähig­keit selbst dann, wenn der Ab­schluss von Ta­rif­verträgen als Auf­ga­be in ih­rer Sat­zung for­mal wirk­sam ge­re­gelt wäre. Auch in die­sem Fall steht der Ta­riffähig­keit die un­ein­ge­schränk­te Zuständig­keit im Be­reich der Ar­beit­neh­merüber­las-
sung ent­ge­gen.
4.2.4.1 Die Ta­riffähig­keit gibt den Ver­ei­ni­gun­gen die Möglich­keit, gemäß § 4 TVG Re­ge­lun­gen mit nor­ma­ti­ver Wir­kung für die Ta­rif­un­ter­wor­fe­nen zu ver­ein­ba­ren. Zweck des Norm­set­zungs­rechts ist ei­ne sinn­vol­le Ord­nung des Ar­beits­le­bens, ins­be­son­de­re der Lohn­ge­stal­tung. Sie kann da­her nur den Ver­ei­ni­gun­gen zu­kom­men, die die­se Auf­ga­be erfüllen können (vgl. BVerfG Ur­teil vom 18.11.1954 - 1 BvR 629/52 - in AP Nr. 1 zu Art 9 GG). Die Über­tra­gung des Norm­set­zungs­rechts be­ruht auf der Ann­nah­me, dass Ta­rif­verträge ein größeres Rich­tig­keits­ver­trau­en ge­nießen als der Ar­beits­ver­trag. Die Recht­spre­chung er­kennt ih­nen ei­ne ma­te­ri­el­le Rich­tig­keits­gewähr zu. Auf­grund des Ver­hand­lungs­gleich­ge­wichts der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die ver­ein­bar­ten ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen den In­ter­es­sen bei­der Sei­ten ge­recht wer­den (vgl. BAG Ur­teil vom 28.3.2006 - 1 ABR 58/04 - in AP Nr. 4 zu § 2 TVG Ta­riffähig­keit). Sie sol­len ei­nen an­ge­mes­se­nen, so­zi­al be­frie­di­gen­den In­ter­es­sens­aus­gleich her­beiführen (vgl. BAG Ur­teil vom 25.11.1986 - 1 ABR 22/85 - a.a.O.). Das setzt vor­aus, dass zwi­schen den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ei­ne Gleich­ge­wich­tig­keit der In­ter­es­sen be­steht. (vgl. BAG Ur­teil vom 15.3.1997 - 1 ABR 16/75 - in AP Nr. 24 zu Art. 9 GG). Um ta­riffähig sein zu können, muss ei­ne Ar­beit­neh­mer­ver­ei­ni­gung da­her über ei­ne so­zia­le Mäch­tig­keit verfügen.
4.2.4.2 Die CZ. ist nicht in der La­ge, ei­nen der­ar­ti­gen In­ter­es­sen­aus­gleich her­bei­zuführen. Im Ge­gen­satz zu ih­rer ei­ge­nen weit ge­fass­ten Zuständig­keit ist sie nur in dem en­ge­ren Zuständig­keits­be­reich ih­rer Mit­glieds­ver­ei­ni­gun­gen or­ga­ni­siert. In dem mit den Ta­rif­verträgen zu er­zie­len­den Aus­gleich kann sie dem­nach nur die In­ter­es­sen ein­brin­gen, wie sie von den Ar­beit­neh­mern des Zuständig­keits­be­reichs ih­rer Mit­glieds­verbände ent­wi­ckelt wer­den. In­ter­es­sen, die durch den Ein­satz von Leih­ar­beit­neh­mer außer­halb kaufmänni­scher Be­ru­fe in an­de­ren Be­rei­chen, wie z. B. dem Bau­ge­wer­be, der che­mi­schen In­dus­trie oder dem Ho­tel- und Gaststätten­ge­wer­be, be­stimmt wer­den, kann sie nicht wahr­neh­men und in die Ta­rif­ver­trags­ver­hand­lun­gen ein­brin­gen, weil sie dort nicht or­ga­ni­siert ist. Die CZ. ist da­mit in dem selbst gewähl­ten Zuständig­keits­be­reich nicht in der La­ge, die Auf­ga­be der Her­beiführung ei­nes an­ge­mes­se­nen, so­zi­al be­frie­di­gen­den In­ter­es­sens­aus­gleichs zu erfüllen. Ihr fehlt aus die­sem Grun­de die so­zia­le Mäch­tig­keit. Die Tat­sa­che, dass sie be­reits ei­ne große An­zahl von Ta­rif­verträgen ab­ge­schlos­sen hat, kann da­her als Be­leg für ih­re Ta­riffähig­keit kei­ne Aus­sa­ge-kraft ha­ben.
4.2.5 Es kann da­hin­ste­hen, ob ei­ne Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on auch nach § 2 Abs. 1 TVG ta­riffähig sein kann. Die Un­wirk­sam­keit der Auf­ga­ben­re­ge­lung in der Sat­zung und die feh­len-
de so­zia­le Mäch­tig­keit ste­hen eben­falls ei­ner Ta­riffähig­keit nach § 2 Abs. 1 TVG ent­ge­gen.
5. Die Be­schwer­de der V. ist zulässig und be­gründet. Sie rich­tet sich da­ge­gen, dass ihr An­trag man­gels An­trags­be­fug­nis als un­zulässig zurück­ge­wie­sen wor­den ist.
5.1 Die Fest­stel­lung der feh­len­den Ta­riffähig­keit ist aus ei­ge­nem Recht be­gehrt wor­den. Die Zurück­wei­sung des An­trags führt zu ei­ner Be­schwer, auch wenn auf­grund des gleich-lau­ten­den An­tra­ges der S. in der Sa­che ei­ne ob­sie­gen­de Ent­schei­dung er­gan­gen ist.
5.2 Die An­trags­be­rech­ti­gung nach § 97 Abs. 1 ArbGG liegt vor. Sie er­for­dert die räum­li­che und sach­li­che Zuständig­keit der Ar­beit­neh­mer­ver­ei­ni­gung. V. ist ei­ne räum­lich und sach­lich zuständi­ge Ver­ei­ni­gung. Ihr ört­li­ches Tätig­keits­feld und ihr fach­li­cher Auf­ga­ben­be­reich ent­spre­chen zu­min­dest teil­wei­se dem der CZ.. Ei­ne nur teil­wei­se Über­schnei­dung ist aus­rei­chend (vgl. BAG Ur­teil vom 10.9.1985 - 1 ABR 32/83 - in AP Nr. 34 zu § 2 TVG). Ent­spre­chend den Ausführun­gen zu 4.2.3.2 ist V. je­den­falls in dem gemäß dem An­hang 1 ih­rer Sat­zung fest­ge­leg­ten Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reich für die Ar­beit­neh­merüber­las­sung zuständig. Die­ser Be­reich über­schnei­det sich mit dem der CZ..
5.3 Der An­trag der V. ist nicht rechts­miss­bräuch­lich. Ihr An­lie­gen ist es, si­cher­zu­stel­len, dass in das Ta­rif­ver­trags­sys­tem nicht durch Ver­ei­ni­gun­gen ein­ge­grif­fen wird, de­nen man­gels Ta­riffähig­keit die Norm­set­zungs­be­fug­nis fehlt. Hier­an ändert die po­le­mi­sche For­mu­lie­rung „Schmutz­kon­kur­renz“ nichts.
5.4 Der An­trag ist zu­dem be­gründet, weil die CZ. gemäß den Ausführun­gen un­ter 4.2 nicht ta­riffähig ist. Der an­ge­foch­te­ne Be­schluss war da­her teil­wei­se ab­zuändern.
6. Die Rechts­be­schwer­de ist we­gen der grundsätz­li­chen Be­deu­tung der Sa­che zu­ge­las­sen wor­den.
bei dem Bun­des­ar­beits­ge­richt,
Bei­de Fris­ten be­gin­nen mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­setz­ten Be­schlus-ses, spätes­tens aber mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.
Die Rechts­be­schwer­de­schrift muss die Be­zeich­nung des Be­schlus­ses, ge­gen den die Rechts­be­schwer­de ge­rich­tet wird, und die Erklärung ent­hal­ten, dass ge­gen die­sen Be­schluss Rechts­be­schwer­de ein­ge­legt wer­de.
Die Rechts­be­schwer­de­schrift und die Rechts­be­schwer­de­be­gründung müssen von ei­nem Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als sol­che sind außer Rechts­anwälten nur fol-gen­de Stel­len zu­ge­las­sen, die zu­dem durch Per­so­nen mit Befähi­gung zum Rich­ter­amt han-deln müssen:
• ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der vor­ge­nann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder
an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de-ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.
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References: § 97
 § 83
 § 97
 § 2
 § 7
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 § 256
 Art. 9
 § 2
 § 2
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 § 7
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 § 97
 § 2
 § 97
 § 97
 § 97
 § 83
 § 2
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 § 83
 § 4

§ 4
 § 2
 § 83
 § 97
 BGH 
 § 253
 § 253
 § 97

§ 97
 § 97
 § 81
 § 97
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 § 97
 § 97

§ 83
 § 83
 § 83
 § 83
 § 83
 § 97
 § 97
 § 83
 § 83
 § 97
 Art. 74
 Art. 30
 § 256
 § 97
 § 256
 § 97
 § 97
 BGH 
 § 2
 § 97
 § 91
 § 97
 § 2
 § 2
 § 2
 § 1
 § 2
 § 2
 Art. 9
 § 2
 § 1
 § 2
 § 5
 § 138
 § 5
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 4
 § 2
 Art. 9
 § 2
 § 2
 § 97
 § 2