Source: https://www.rab-asr.ch/de/zulassung/natuerliche-personen.html
Timestamp: 2017-08-17 09:35:54+00:00

Document:
Natürliche Personen - Eidg. Revisionsaufsichtsbehörde RAB
Natürliche Personen müssen die Voraussetzungen für eine Zulassung als Revisor/in und als Revisionsexperte/in bezüglich der Ausbildung, der Fachpraxis und des Leumunds vollständig erfüllen. Detailliertere Informationen zu den Zulassungsvoraussetzungen natürlicher Personen finden Sie in den nachfolgenden Rubriken:
Die Anforderungen an die Ausbildung erfüllen:
eidg. dipl. Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer;
eidg. dipl. Treuhandexpertinnen und Treuhandexperten, Steuerexpertinnen und Steuerexperten sowie Expertinnen und Experten in Rechnungslegung und Controlling;
Absolventinnen und Absolventen eines Universitäts- oder Fachhochschulstudiums in Betriebs-, Wirtschafts- oder Rechtswissenschaften an einer schweizerischen Hochschule, Fachleute im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis sowie Treuhänderinnen und Treuhänder mit eidg. Fachausweis;
Personen, die eine den in den Buchstaben a, b oder c aufgeführten vergleichbare ausländische Ausbildung abgeschlossen haben.
Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009
Vorgängerdiplome
Werden Vorgängerdiplome von der RAB anerkannt?
Ausbildungsgänge, die vollwertige "Vorgänger" von aktuellen Ausbildungsgängen gemäss Art. 4 Abs. 2 RAG sind, werden von der RAB anerkannt. Folgende Abschlüsse entsprechen dem eidg. Fachausweis für Treuhänderinnen und Treuhänder:
Bücherexperten-Vorprüfungen der Jahre 1958 – 1986
Steuerexperten-Vorprüfungen der Jahre 1982 – 1986
Treuhänderprüfung STV der Jahre 1981, 1982 und 1984
Folgender Abschluss entspricht der altrechtlichen Ausbildung als Buchhalter mit eidg. Fachausweis (heute: Fachperson im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis):
Vorprüfung der eidg. Diplomprüfung für Buchhalter ("Buchhalter-Vordiplom"; alle Jahrgänge)
Personen, die über eine der vorgenannten Ausbildungen verfügen, erfüllen die Anforderungen an die Ausbildung nach Art. 4 Abs. 2 RAG. Eine entsprechende Bestätigung der Gleichwertigkeit zum neuen Titel („Treuhänder/in mit eidg. Fachausweis" bzw. "Buchhalter/in mit eidg. Fachausweis / Fachperson im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis") seitens des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ist weder notwendig noch möglich.
Vergleichbare ausländische Ausbildungen - Gegenrecht
Gemäss Art. 4 Abs. 2 Bst. d RAG können vergleichbare ausländische Ausbildungen anerkannt werden, sofern der Gesuchsteller die entsprechende Fachpraxis aufweist, die notwendigen Kenntnisse des schweizerischen Rechts nachweist und ein Staatsvertrag mit dem Herkunftsstaat (bzw. dem diplomausstellenden Staat) dies so vorsieht oder der Herkunftsstaat Gegenrecht hält. Mit welchen Staaten besteht ein Staatsvertrag bzw. wird das Gegenrecht im Sinne von Art. 4 Abs. 2 Bst. d RAG gehalten?
Aktuell bestehen nur Staatsverträge mit den EU- und EFTA-Mitgliedstaaten (Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999, SR 0.142.112.681, und EFTA-Abkommen vom 4. Januar 1960, SR 0.632.31). Diese Abkommen stellen die Voraussetzung an das Gegenrecht sicher, sofern die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller in einem EU- oder EFTA-Mitgliedstaat tatsächlich zur Revision zugelassen ist oder die Voraussetzungen für eine Zulassung erfüllen würde. Mit allen anderen Ländern besteht soweit ersichtlich kein Staatsvertrag.
Allerdings setzt das Gegenrecht nicht zwingend das Vorliegen eines entsprechenden Staatsvertrags voraus. Die RAB prüft daher, ob ein diplomausstellender Staat, der nicht Mitglied der EU oder der EFTA ist, Gegenrecht hält. Die bisherigen Abklärungen haben ergeben, dass Indien, die Philippinen und die Türkei das Gegenrecht für Schweizer Wirtschaftsprüfer gewähren. Ausbildungen aus Algerien, Argentinien, Australien, Kanada, Marokko, Peru, Südafrika und den USA können demgegenüber mangels Gegenrecht nicht anerkannt werden.
Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller mit Ausbildungen aus Staaten, die kein Gegenrecht halten oder die über keine vergleichbare Ausbildung verfügen, haben gegebenenfalls die Möglichkeit des erleichterten Zugangs zur Diplomprüfung für Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer (nähere Informationen zu den Voraussetzungen und Modalitäten finden Sie auf der Website der EXPERTsuisse).
Zudem besteht gegebenenfalls die Möglichkeit zur Erlangung der Membership der Association of Chartered Certified Accountants (ACCA), der Association of Authorised Public Accountants (AAPA), des Institute of Chartered Accountants in Ireland (ICAI), des Institute of Chartered Accountants in Scotland (ICAS) oder des Institute of Chartered Accountants in England and Wales (ICAEW). Mitglieder dieser Berufsverbände können als Revisionsexpertin oder als Revisionsexperte zugelassen werden, wenn alternativ folgende Bedingungen erfüllt sind:
Es besteht eine Eintragung im „Register of Statutory Auditors“ (in diesem Fall ist kein zusätzlicher Nachweis von Fachpraxis erforderlich).
Es besteht eine „Audit Qualification“ im Sinne des UK Companies Act 2006 (Schedule 11 Part II). Dafür ist praktische Erfahrung erforderlich, die sowohl vom UK-Berufsverband als auch von der RAB akzeptiert wird. Schliesslich muss auch im Rahmen der Schweizer WP-Ausbildung neben der Ablegung von Modulprüfungen und der eidg. Abschlussprüfung berufsbegleitend Fachpraxis erworben werden. So wird ein minimaler Bezug zum Herkunftsstaat der Ausbildung bzw. zum Revisionsmarkt in UK hergestellt, und es wird garantiert, dass das Gegenrecht als wirtschaftspolitische Zulassungsvoraussetzung nicht unterlaufen wird. Als Nachweis ist neben der Bestätigung der Mitgliedschaft im Berufsverband eine ausdrückliche schriftliche Bestätigung des Berufsverbands erforderlich, dass die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller über eine „Audit Qualification“ im Sinne des UK Companies Act 2006 verfügt, gestützt auf welche die Erlangung der „signing rights“ bzw. die Eintragung als „statutory auditor“ möglich ist.
Da die Anforderungen gemäss vorstehender Ziffer 2 in der Vergangenheit auch haben unzutreffend interpretiert werden können, erteilt die RAB während einer Übergangsphase auch dann eine Zulassung als Revisionsexpertin oder als Revisionsexperte, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
Die theoretischen Voraussetzungen für die Audit Qualification („Exam Requirements“ im Sinne von Schedule 11 Part II Paragraph 8 UK Companies Act 2006, Stand vom 30. Juni 2016) sind durch den UK-Berufsverband ausdrücklich und bedingungslos zu bestätigen.
Die UK-Ausbildung muss vor dem 6. Juli 2016 (Zeitpunkt der Definition der Anforderungen gemäss Ziffer 2 bzw. Publikation der alten Fassung der FAQ) begonnen worden sein. Dafür ist der damalige Status der Mitgliedschaft im entsprechenden UK-Berufsverband nachzuweisen (Bestätigung des Berufsverbands mit Angabe des Aufnahmedatums).
Sämtliche theoretischen Voraussetzungen für die Audit Qualification gemäss vorstehender Ziffer 3.a sind bis zum 5. Juli 2019 (3 Jahre nach Aufschaltung des FAQ 2016) zu erfüllen. Dies gilt aber vorbehältlich des Fortbestands des Gegenrechts zwischen der Schweiz und Grossbritannien (Hinweis: Grossbritannien wird voraussichtlich im März 2019 aus der EU austreten. Demnach könnte es ab diesem Zeitpunkt zumindest vorübergehend kein Gegenrecht mehr geben).
Da die vorgenannten Membership-Diplome ausländische Ausbildungen sind, müssen auch die übrigen Bedingungen von Artikel 4 Absatz 2 Buchstabe d RAG und insbesondere der Nachweis der Kenntnisse des schweizerischen Rechts erfüllt werden.
Liste der vergleichbaren ausländischen Ausbildungen gemäss RAG
Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 7. Juli 2016, überarbeitet am 7. Juni 2017)
Kenntnisse des schweizerischen Rechts
Wie ist der Nachweis der notwendigen Kenntnisse des schweizerischen Rechts zu erbringen?
Wer eine ausländische Ausbildung abgeschlossen hat, die mit einer schweizerischen Ausbildung vergleichbar ist (Art. 4 Abs. 2 Bst. d RAG), muss nachweisen, dass er über die notwendigen Kenntnisse des schweizerischen Rechts verfügt, um zugelassen werden zu können. Der Nachweis der notwendigen Kenntnisse des schweizerischen Rechts ist erbracht, wenn die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller die Prüfung nach einem RAB anerkannten Reglement (Art. 34 RAV) erfolgreich bestanden hat.
Derzeit anerkennt die RAB folgende Prüfungsordnungen:
Lehrgang „Swiss Law for foreign Accountants”1 : Prüfungsordnung der EXPERTsuisse zur Erlangung des Nachweises (Zertifikats) der erforderlichen Kenntnisse des Schweizer Rechts.
Modulprüfungen Audit sowie Tax & Legal des Wirtschaftsprüfer-Lehrgangs: Prüfungsordnung und Wegleitung der EXPERTsuisse über die höhere Fachprüfung für Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer, wobei der Nachweis gemäss Art. 6 RAV erbracht ist, wenn die beiden Modulprüfungen „Audit“ sowie „Tax & Legal“ je mit einer genügenden Note (mind. 4.0) abgeschlossen wurden.
1 Der von EXPERTsuisse im Hinblick auf die Teilnahme an der Prüfung angebotene Vorbereitungs-Lehrgang wird ausschliesslich in Englisch durchgeführt. Er ist für die Zulassung zur Prüfung nicht obligatorisch. Die Prüfung kann bei genügender Vorbereitung im Selbststudium auch ohne Besuch des Lehrgangs erfolgreich abgelegt werden.
Weitere Informationen und Dokumente zur Prüfung „Swiss Law for Foreign Accountants” sind bei der EXPERTsuisse verfügbar.
Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 19. November 2014)
Beaufsichtigte Fachpraxis
Fachpraxis gilt als unter Beaufsichtigung erworben, wenn die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller einer Fachperson, welche die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, formell unterstellt war und die Tätigkeit weisungsgebunden ausgeübt hat (Art. 7 RAV).
Dabei gilt es, die folgenden drei Konstellationen zu unterscheiden, bei denen unterschiedliche Anforderungen an den Nachweis einer formellen Unterstellung gelten:
Beaufsichtigung durch gesellschaftsrechtlich höher gestellte Person
Ein Beaufsichtigungsverhältnis im Sinn von Art. 7 RAV nimmt die RAB an, wenn die beaufsichtigende Person gesellschaftsrechtlich höher gestellt ist als die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller (z.B. Mitglied des Verwaltungsrats beaufsichtigt Mitglied der Geschäftsleitung oder einen Mitarbeiter, Mitglied der Geschäftsleitung beaufsichtigt einen Mitarbeiter). Der Nachweis erfolgt mit dem Praxisformular der RAB und dem Nachweis der gesellschaftsrechtlich höher stehenden Position der beaufsichtigenden Person (z.B. Handelsregisterauszug).
Das Vorstehende gilt unter dem Vorbehalt, dass keine konkrete Hinweise dafür bestehen, wonach diese Weisungsbefugnis formell oder tatsächlich nicht besteht.
Beaufsichtigung durch gesellschaftsrechtlich gleich gestellte Person
Ein Beaufsichtigungsverhältnis im Sinn von Art. 7 RAV nimmt die RAB an, wenn die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller in einem Arbeits- bzw. Doppelverhältnis zur Gesellschaft steht und die Weisungsgebundenheit gegenüber einer gesellschaftsrechtlich gleichgestellten Person nachgewiesen ist (z.B. Mitglied des Verwaltungsrats beaufsichtigt anderes Mitglied des Verwaltungsrats, Geschäftsführer beaufsichtigt anderen Geschäftsführer). Der Nachweis erfolgt mit dem Praxisformular der RAB und mit dem Arbeitsvertrag der beaufsichtigten Person oder allenfalls mit allen anderen Dokumenten, die den Schluss zulassen, dass eine Weisungsgebundenheit besteht (z.B. vertragliche Absprachen, Statuten, Reglemente, Organigramme, Stellenbeschriebe oder Auszug über Sozialabgaben).
Das Vorstehende gilt unter dem Vorbehalt, dass keine konkreten Hinweise dafür bestehen, wonach diese Weisungsbefugnis formell oder tatsächlich nicht besteht.
Beaufsichtigung durch gesellschaftsrechtlich tiefer gestellte Person
Die RAB geht davon aus, dass eine Gesuchstellerin oder ein Gesuchsteller nicht durch eine Person beaufsichtigt werden kann, die gesellschaftsrechtlich tiefer gestellt ist als sie selbst (z.B. Mitglied der Geschäftsleitung oder Mitarbeiter beaufsichtigt Mitglied des Verwaltungsrats, Mitarbeiter beaufsichtigt Mitglied der Geschäftsleitung).
Dabei handelt es sich um eine Vermutung der RAB, die im Einzelfall und durch geeignete Unterlagen gegebenenfalls widerlegt werden kann. An den Nachweis eines formellen Unterstellungsverhältnisses in einer solchen Konstellation sind allerdings erhöhte Anforderungen zu stellen.
Beaufsichtigte Fachpraxis im Auftragsverhältnis
Beaufsichtigte Fachpraxis (vgl. Art. 4 Abs. 4 RAG und Art. 7 RAV) macht nur dann Sinn, wenn sie einen minimalen Ausbildungscharakter aufweist. Sie setzt daher eine minimale Dauer voraus, während der die beaufsichtigende Person sich mit der Arbeit der weisungsgebundenen Person auseinandersetzen und Anweisungen zur Verbesserung erteilen kann. Unter Berücksichtigung der Zielsetzung hinter dem Erfordernis einer bestimmten Dauer an beaufsichtigter Fachpraxis ist eine Anrechnung unter folgenden Voraussetzungen möglich: Beaufsichtigte Fachpraxis im Mandatsverhältnis kann nur geltend gemacht werden, wenn sie mindestens drei Monate lang ohne wesentliche Unterbrüche und mindestens im Umfang von 50 Prozent einer Vollzeitstelle erworben wurde.
Artikel 7 RAV schreibt zudem vor, dass ein formelles Unterstellungsverhältnis zwischen der beaufsichtigenden Fachperson und der Fachpraxis erwerbenden Person vorliegen muss. Der Beauftragte muss daher dem Auftraggeber formell unterstellt sein und gemäss dessen Anweisungen handeln (vgl. Art. 397 OR), damit beaufsichtigte Fachpraxis im Sinne des Revisionsrechts geltend gemacht werden kann.
Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 17. Februar 2016)
Zulassung als Härtefall ohne beaufsichtigte Fachpraxis
Das RAG sieht in Härtefällen gewisse Erleichterungen für Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller vor, die nicht über genügend beaufsichtigte Fachpraxis verfügen:
Kann eine Gesuchstellerin oder ein Gesuchsteller auf Grund der regulären Voraussetzungen (vgl. Art. 4 und Art. 5 RAG) nicht zugelassen werden und führt dies bei objektiver Betrachtung zu einem unzumutbaren Ergebnis, so liegt unter Umständen ein Härtefall vor.
Die RAB kann in solchen Härtefällen auch Fachpraxis anerkennen, die den gesetzlichen Anforderungen nicht genügt, sofern eine einwandfreie Erbringung von Revisionsdienstleistungen auf Grund einer langjährigen praktischen Erfahrung nachgewiesen wird (Art. 43 Abs. 6 RAG). Der Gesetzgeber hat die RAB jedoch angewiesen, von dieser Sondervorschrift nur restriktiv Gebrauch zu machen, weil ansonsten die Durchsetzung der neurechtlichen Zulassungsvoraussetzungen unterlaufen würde (vgl. Botschaft des Bundesrates vom 23. Juni 2004 Seite 4093).
In der Praxis kommt derjenige Fall am häufigsten vor, in dem zwar eine langjährige praktische Erfahrung besteht, die Fachpraxis aber nicht unter Beaufsichtigung erworben wurde.
Härtefall bei Revisorinnen und Revisoren
In Bezug auf die Zulassung als Revisorin oder Revisor fehlt es an einer Konkretisierung der Anforderungen an einen Härtefall durch den Gesetzgeber (vgl. die allgemeine Umschreibung in Art. 43 Abs. 6 RAG). Unter welchen Umständen ein Härtefall vorliegt, kann daher nicht allgemein gültig im Voraus festgelegt werden. Die Härtefallprüfung stellt vielmehr eine Einzelfallprüfung dar. Folgende Voraussetzungen müssen jedoch zwingend (kumulativ) erfüllt sein:
Langjährige Fachpraxis ohne wesentliche Unterbrüche auf den Gebieten des Rechnungswesens und der Rechnungsrevision
Einwandfreie Prüftätigkeit (Qualität)
Vorliegen eines Härtefalls
Wie viele Jahre unbeaufsichtigte Fachpraxis genügend sind, um auch ohne beaufsichtigte Fachpraxis als Revisorin oder Revisor zugelassen zu werden, kann ebenfalls nicht abstrakt beantwortet werden. Vielmehr sind im Einzelfall die Leistung und die Qualität der praktischen Erfahrung über einen längeren Zeitraum hinweg zu betrachten und gestützt darauf im Sinne einer Gesamtbetrachtung zu entscheiden, ob die praktische Erfahrung ausreichend ist. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts kann dieses Kriterium je nach den Umständen bei einer unbeaufsichtigten Fachpraxis von rund 8 Jahren erfüllt sein.
Das Vorliegen eines Härtefalles kann gemäss Bundesverwaltungsgericht zeitlich unbefristet geltend gemacht werden. Es ist allerdings zu beachten, dass in jedem Fall ein Härtefall vorliegen muss. Die zeitliche Dauer des Auskommens ohne Zulassung kann dabei als Indiz gegen das Vorliegen eines Härtefalles herangezogen werden.
Härtefall bei Revisionsexpertinnen und Revisionsexperten
In Bezug auf die Zulassung als Revisionsexpertin oder Revisionsexperte hat der Gesetzgeber die Voraussetzungen für den Härtefall in Art. 50 RAV konkretisiert. Demnach können Personen als Revisionsexpertinnen oder Revisionsexperten (und auf Gesuch hin auch nur als Revisorinnen oder Revisoren) zugelassen werden, wenn sie nachweisen, dass sie:
Am 1. Juli 1992 über eine der Ausbildungen und die entsprechende Fachpraxis nach Art. 1 Abs. 1 der altrechtlichen Verordnung vom 15. Juni 1992 über die fachlichen Anforderungen an besonders befähigte Revisoren ( AS 1992 1210) verfügt haben;
Seit dem 1. Juli 1992 mehrheitlich und ohne wesentliche Unterbrüche auf den Gebieten des Rechnungswesens und der Rechnungsrevision tätig gewesen sind.
Der Nachweis von beaufsichtigter Fachpraxis ist in diesem Fall wie schon unter der altrechtlichen Ausnahmebestimmung von Art. 5 der Verordnung über die besonders befähigte Revisoren nicht notwendig.
Darüber hinaus ist im Einzelfall die Zulassung als Revisionsexpertin oder Revisionsexperte direkt gestützt auf die allgemeine Härtefallbestimmung von Art. 43 Abs. 6 RAG möglich, wenn eine Gesuchstellerin oder ein Gesuchsteller auf Grund der regulären Zulassungsvoraussetzungen nicht als Revisionsexpertin oder Revisionsexperte zugelassen werden kann und dies bei objektiver Betrachtung zu einem unzumutbaren Ergebnis führt. Die RAB und das Bundesverwaltungsgericht stellen im Vergleich zu den Revisorinnen oder Revisoren qualifizierte Anforderungen an die Fachpraxis. Massgebend ist grundsätzlich (1.), wie nahe eine Person an eine reguläre Zulassung herankommt und (2.), wie stark die Abweisung des Gesuchs um Zulassung als Revisionsexpertin bzw. Revisionsexperte die Gesuchstellerin oder den Gesuchsteller wirtschaftlich treffen würde.
Beim (1.) Kriterium sind insbesondere zu berücksichtigen:
Dauer der beaufsichtigten und unbeaufsichtigten Revisionstätigkeit (beaufsichtigte Fachpraxis ist dabei ein gewichtiges Element, aber nicht das einzige)
Umfang der Revisionstätigkeit im Vergleich zu anderen Tätigkeiten
Bisherige praktische Erfahrungen im Bereich der ordentlichen Revision (zwingend erforderlich)
Einwandfreie Erbringung der Revisionsdienstleistungen
Beim (2.) Kriterium ist insbesondere zu berücksichtigen, wie stark die Verweigerung der Zulassung als Revisionsexpertin oder Revisionsexperte die gesuchstellende Person mit Blick auf ihre bisherige wirtschaftliche Tätigkeit treffen würde. Das künftige wirtschaftliche Fortkommen, also beispielsweise die blosse Hoffnung oder Absicht, in Zukunft ordentliche Revisionen durchzuführen, vermag demgegenüber keinen Härtefall zu begründen.
Grundsätzlich gilt, dass wenn die Voraussetzungen für eine reguläre Zulassung als Revisionsexpertin oder Revisionsexperte bei Weitem nicht erfüllt sind, mangels Vorliegen einer Härte auch keine Zulassung in Anwendung der Härtefallklausel erteilt werden kann.
Datum der Veröffentlichung: 14. Oktober 2010 (angepasst per 31. Dezember 2011)
Beaufsichtigung durch Fachpersonen ohne Zulassung
Das RAG sieht übergangsrechtlich vor, dass auch Fachpraxis anerkannt wird, die unter der Beaufsichtigung von Fachpersonen ohne Zulassung erworben wurde. Bis wann kann man von dieser Regelung profitieren?
Revisionsexpertinnen und Revisionsexperten:
Fachpraxis, die bis zum 31. August 2009 unter der Beaufsichtigung von Personen erworben wurde, welche die Voraussetzungen an die altrechtliche Verordnung vom 15. Juni 1992 über die fachlichen Anforderungen an besonders befähigte Revisoren erfüllen, gilt als Fachpraxis für die Zulassung von Revisionsexperten i.S. von Art. 4 RAG (vgl. Art. 43 Abs. 4 RAG). Ab dem 1. September 2009 kann nur noch Fachpraxis unter der Beaufsichtigung von zugelassenen Revisionsexperten geltend gemacht werden
Revisorinnen und Revisoren:
Fachpraxis, die bis zum 31. August 2009 unter Beaufsichtigung von Personen erworben wurde, welche die Voraussetzungen an die Ausbildung gemäss Art. 4 Abs. 2 RAG erfüllen, gilt als Fachpraxis für die Zulassung von Revisorinnen und Revisoren i.S. von Art. 5 RAG (vgl. Art. 43 Abs. 5 RAG). Ab dem 1. September 2009 kann nur noch Fachpraxis unter der Beaufsichtigung von zugelassenen Revisorinnen und Revisoren geltend gemacht werden.
Fachpraxis, die vor dem 1. September 2009 unter der Beaufsichtigung erworben wurde, die den Vorgaben von Art. 43 Abs. 4 und 5 RAG entspricht, kann auch nach dem 1. September 2009 geltend gemacht werden. Beispiel: Herr X hat 2006 ein Jahr Fachpraxis unter der Beaufsichtigung von Frau Y erworben, die zwar Treuhänderin mit eidg. Fachausweis ist, aber über keine Zulassung als Revisorin verfügt. Wenn Herr X sein Gesuch um Zulassung als Revisor am 15. September 2009 einreicht, kann er die Fachpraxis unter Frau Y dennoch geltend machen.
Ausländische Fachpraxis
Der Ort, an dem die verlangte Fachpraxis erworben wurde, ist grundsätzlich irrelevant. Personen, die eine Ausbildung gemäss Art. 4 Abs. 2 Bst. a–c RAG erfolgreich abgeschlossen und die verlangte beaufsichtigte Fachpraxis im Ausland erworben haben, müssen nachweisen, dass die Fachpraxis unter Beaufsichtigung einer ausländischen Fachperson mit vergleichbarer Qualifikation erworben wurde (Art. 4 Abs. 4 resp. Art. 5 Abs. 2 RAG).
Dies gilt auch für Personen, die eine ausländische Ausbildung abgeschlossen haben, die mit einer schweizerischen Ausbildung vergleichbar ist (Art. 4 Abs. 2 Bst. d RAG). Ausländische Wirtschaftsprüfer/innen müssen beispielsweise mindestens drei Jahre Fachpraxis unter Beaufsichtigung durch eine Person mit vergleichbarer Qualifikation erworben haben. Zudem müssen Personen mit vergleichbarer ausländischer Ausbildung zusätzlich die Prüfung zum Nachweis der notwendigen Kenntnisse des schweizerischen Rechts erfolgreich absolvieren.
Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 31. Dezember 2011)
Fachpraxis im Rechnungswesen
Das Rechnungswesen ist ein Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre und dient der systematischen Erfassung, Überwachung und informatorischen Verdichtung der Geld- und Leistungsströme, die durch den betrieblichen Leistungsprozess entstehen. Das Rechnungswesen wird üblicherweise in vier Disziplinen aufgeteilt:
Das externe Rechnungswesen bzw. die externe Rechnungslegung (Finanzbuchhaltung oder Financial Accounting) bildet die finanzielle Situation des Unternehmens nach aussen ab. Dargestellt wird die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens, gegliedert in Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang zur Bilanz. Die rechtlichen Grundlagen finden sich im Gesetz (je nach Art des Unternehmens OR, Swiss GAAP FER, IFRS, US-GAAP etc.).
Die Führung des Hauptbuchs eines Unternehmens sowie die Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen stellen klarerweise Fachpraxis auf dem Gebiet des Rechnungswesens im Sinne des Gesetzes dar. Wer allerdings nur einzelne Hilfsbereiche der Finanzbuchhaltung betreut (z.B. Führung der Debitorenbuchhaltung, der Kreditorenbuchhaltung oder des Inventars), kann keine Fachpraxis geltend machen, weil kein umfassendes Verständnis für das Wesen der externen Rechnungslegung erworben werden kann.
Das interne Rechnungswesen (Management Accounting) beschäftigt sich im Gegensatz zum externen Rechnungswesen insbesondere mit der Planung, Kontrolle und Koordination interner Unternehmensprozesse im Hinblick auf die Maximierung des Unternehmenserfolgs. Die ermittelten Informationen dienen als Grundlage für Entscheidungen des Managements. Dazu werden die Quellen des Erfolgs eines Unternehmens, insbesondere mit Hilfe des Instrumentariums der Kosten- und Leistungsrechnung und der Investitionsrechnung, analysiert und oftmals zu einem umfassenden Controlling-Konzept ausgebaut.
Tätigkeiten im Rahmen des internen Rechnungswesens gelten als Fachpraxis, sofern ein umfassendes Verständnis für das Wesen der externen Rechnungslegung erworben wird. Auch hier gilt, dass die Beschränkung der Tätigkeit auf einzelne Bereiche wie auf der Lohnbuchhaltung, der Material-/Lagerbuchhaltung oder der Anlagenbuchhaltung, aber auch der Liquiditätsbewirtschaftung, der Mehrwertsteuerabrechnung, der Subventionsabrechnung oder der kalkulatorischen Buchführung (Kostenartenrechnung, Kostenstellenrechnung, Kostenträgerrechnung) kein umfassendes Verständnis für das Wesen der externen Rechnungslegung ermöglichen.
Als betriebswirtschaftliche Statistik (inkl. Vergleichsrechnung) gilt die Anwendung bestimmter Methoden, um empirische, betriebs- oder zwischenbetriebsbezogene Daten zu analysieren. Statistik und Vergleichsrechnung gelten als ergänzende Bereiche ausserhalb des Kerns des Rechnungswesens. Es liegt keine Fachpraxis auf dem Gebiet des Rechnungswesens vor.
Die Planungsrechnung oder Budgetierung gilt ebenfalls als ergänzender Bereich des Rechnungswesens und beschäftigt sich mit unternehmens- und betriebsbezogener Vorschaurechnung unter Anwendung betriebswirtschaftlicher Methoden. Sie dient der Entscheidungsvorbereitung für diverse Bereiche und Strategien der Unternehmen. Die Planungsrechnung liegt ausserhalb des Kerns des Rechnungswesens. Es liegt keine Fachpraxis auf dem Gebiet des Rechnungswesens vor.
Massgebend bei Tätigkeiten auf dem Gebiet des Rechnungswesens ist mit Blick auf die Fachpraxis nach RAG mit anderen Worten stets, ob durch die Tätigkeit ein umfassendes Verständnis für das Wesen der externen Rechnungslegung erlangt werden konnte oder nicht. Die Beurteilung dieser Frage obliegt im Einzelfall der RAB.
Tätigkeit als GwG-Revisor
Kann ein Revisor die Tätigkeit im Bereich der Aufsichtsprüfung nach GwG als Fachpraxis im Sinne des RAG geltend machen?
Nein, solche Fachpraxis gilt nicht als Fachpraxis im Sinne des RAG. Die Prüfziele der Aufsichtsprüfung nach GwG weichen erheblich von denjenigen einer "regulären" Rechnungsprüfung nach OR ab und vermögen die gesetzlich vorgeschriebene Fachpraxis nicht gleichwertig zu ersetzen.
Tätigkeit als Steuerrevisor
Nein, Fachpraxis auf dem Gebiet der Steuern gilt nicht als Fachpraxis im Sinne des RAG. Die vom RAG geforderte Fachpraxis muss vorwiegend auf den Gebieten des Rechnungswesens und der Rechnungsrevision erworben worden sein. Die Tätigkeit als Steuerrevisor beinhaltet vor allem die Durchführung von steuerlichen Buchprüfungen zur Feststellung bzw. Nachprüfung der Steuerschuld. Steuer-Revisionen erfolgen deshalb in der Regel auch vorwiegend nach steuerlichen Gesichtspunkten und sind nicht mit der "regulären" Revision von Jahres- oder Konzernabschlüssen nach OR gleichzusetzen.
Bei Steuerrevision werden im Vergleich zu Rechnungsrevisionen Prüfungsstandards (PS, ISAs etc.) weder angewendet noch bestätigt. Zudem erlaubt eine Steuerrevision in der Regel keine Aussage dazu, ob die Rechnungslegung mit einem bestimmten Rechnungslegungsstandard übereinstimmt.
Die Zulassung von natürlichen Personen als Revisionsexperten und Revisoren setzt u.a. voraus, dass die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller über einen „unbescholtenen Leumund" verfügt. Was ist hierunter zu verstehen?
Der Begriff des unbescholtenen Leumunds (Art. 4 und 5 RAG) wird in Art. 4 RAV konkretisiert: Demnach wird eine Person zugelassen, wenn sie über einen unbescholtenen Leumund verfügt und wenn sich aus keinen anderen persönlichen Umständen ergibt, dass sie keine Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit bietet. Zu berücksichtigen sind insbesondere strafrechtliche Verurteilungen und bestehende Verlustscheine.
Beim unbescholtenen Leumund bzw. bei der Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit handelt es sich um einen sog. unbestimmten Rechtsbegriff. Die in der Verordnung erwähnten Kriterien sind daher nicht abschliessend. Die RAB, das Bundesverwaltungsgericht und das Bundesgericht ziehen daher zur Auslegung des Begriffs die Rechtsprechung bei, die im Rahmen des übrigen Finanzmarktrechts entwickelt wurde.
Bei einer Gewährsprüfung müssen demnach grundsätzlich verschiedene Elemente wie Integrität, Gewissenhaftigkeit und einwandfreie Sorgfalt als berufsspezifische Leumundsmerkmale oder allgemeine Eigenschaften wie Ansehen, Achtung und Vertrauenswürdigkeit berücksichtigt werden. Unter Umständen können auch Aktivitäten, die über die Tätigkeit als Revisor und Revisionsexperte hinausgehen, die Beurteilung der einwandfreien Prüftätigkeit beeinflussen.
Es ist somit im jedem Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Umstände zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine einwandfreie Prüftätigkeit als erfüllt erscheinen. Die RAB verfügt dabei über einen gewissen Ermessens- und Beurteilungsspielraum.
Der Begriff des guten Leumunds bzw. der Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit ist mit Blick auf die besonderen Aufgaben der Revisionsstelle auszulegen. Gemäss Bundesverwaltungsgericht und Bundesgericht umfasst die Gewährsprüfung daher auch die fachliche Kompetenz und ein korrektes Verhalten im Geschäftsverkehr. Darunter ist in erster Linie die Einhaltung der gesamten Rechtsordnung, namentlich des Revisionsrechts, aber auch des Zivil- und Strafrechts, sowie die Beachtung des Grundsatzes von Treu und Glauben zu verstehen. Mit dem Gebot der einwandfreien Prüftätigkeit nicht zu vereinbaren sind deshalb Verstösse gegen einschlägige Rechtsnormen bzw. gegen Treue- und Sorgfaltspflichten.
Eine abschliessende Liste aller relevanten Umstände ist kaum praktikabel, weil wie erwähnt der Einzelfall beurteilt werden muss. Das Bundesverwaltungsgericht und das Bundesgericht haben in den bisher beurteilen Fällen strafrechtliche Verurteilungen, zivilrechtliche Verurteilungen im Zusammenhang mit der Erbringung von Revisionsdienstleistungen, eine persönliche finanziell instabile Lage (Konkurs, Verlustscheine etc.) und Verstösse gegen die Unabhängigkeit als relevant qualifiziert.
Falls die RAB auf Sachverhalte stösst, die problematisch sind, erläutert sie den Betroffenen die Sachlage. Nach Überprüfung der Stellungnahme wird das rechtliche Gehör gewährt, sofern weiterhin Zweifel an der Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit bestehen. Erst in einem dritten Schritt erlässt die RAB gegebenenfalls eine Verfügung. In Frage kommen der befristete oder unbefristete Entzug der Zulassung bzw. die Nichterteilung der Zulassung oder ein schriftlicher Verweis.
Datum der Veröffentlichung: 28. Juni 2010 (angepasst per 7. Oktober 2015)
Wohnsitz im Ausland - Einzureichende Dokumente
Eine natürliche Person hat ihren Wohnsitz im Ausland, arbeitet als Grenzgängerin aber in der Schweiz. Kann diese Person eine Zulassung durch die RAB erhalten und in welchem Land muss sie die Auszüge aus dem Zentralstrafregister sowie aus dem Betreibungs- und Konkursregister einholen?
Die Frage des Wohnsitzes oder der Staatsangehörigkeit ist für die Beurteilung des Zulassungsgesuchs grundsätzlich irrelevant. Natürliche Personen, die Revisionsdienstleistungen nach schweizerischem Recht erbringen wollen, können ohne weiteres eine Zulassung durch die RAB beantragen.
Die einzureichenden Unterlagen sind grundsätzlich nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Es gilt folgende Regelung:
Gesuchstellende Personen mit Wohnsitz in der Schweiz
Betreibungsregisterauszug: Schweiz (aktueller Wohnort in der Schweiz sowie des früheren Wohnortes, sofern innerhalb der letzten zwei Jahren ein Wohnsitzwechsel innerhalb der Schweiz erfolgte)
Strafregisterauszug: Schweiz
Sofern innerhalb der letzten zwei Jahre ein Wohnsitzwechsel mit internationalem Bezug stattfand, sind zusätzlich gegebenenfalls ein Betreibungs- und Strafregisterauszug des alten Wohnsitzstaates einzureichen
Gesuchstellende Personen mit Wohnsitz im Ausland
Bezeichnung eines Zustelldomizils in der Schweiz (z.B. am Sitz des Schweizer Arbeitgebers)
Betreibungsregisterauszug des ausländischen Wohnsitzstaates
Strafregisterauszug: Schweiz und des ausländischen Wohnsitzstaates
Zu beachten gilt, dass Betreibungs- und Strafregisterauszug zum Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs jeweils nicht älter als 3 Monate alt sein dürfen.
Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 12. November 2012 und 18. November 2015)
Nach der Zulassung (natürliche Personen)
Erbringung von Revisionsdienstleistungen
Darf eine natürliche Person, die über eine Zulassung durch die RAB verfügt, selbstständig Revisionsdienstleistungen erbringen?
Gesetzliche Revisionsdienstleistungen (vgl. dazu Zulassungspflicht) müssen immer über ein Revisionsunternehmen im Sinne von Art. 2 Bst. b RAG erbracht werden. Natürliche Personen dürfen nur dann selbstständig Revisionsdienstleistungen erbringen, wenn sie als Einzelunternehmen im Handelsregister eingetragen sind und sie selbst wie auch ihr Einzelunternehmen von der RAB entsprechend zugelassen sind (vgl. Art. 8 Abs. 1 RAV).
Eine Eintragung als Einzelunternehmen im Handelsregister ist mit anderen Worten immer nötig, sobald eine natürliche Person als solche – und zwar unabhängig davon, ob sie ansonsten bei einem Revisionsunternehmen angestellt ist oder nicht – als Revisionsstelle einer juristischen Person gewählt oder bezeichnet wird, die von Gesetzes wegen eine Revision durchführen lassen muss oder eine punktuelle Revisionsdienstleistung nach Art. 2 Bst. a RAG für eine solche erbringt. In diesem Fall braucht das Einzelunternehmen ebenfalls eine Zulassung durch die RAB. Die Erstzulassung eines Einzelunternehmens, in welchem nur die Inhaberin oder der Inhaber Revisionsdienstleistungen erbringt, ist kostenlos (Art. 38 Abs. 2 RAV; vgl. dazu auch Gesuch um Zulassung als Einzelunternehmen).
Die vorstehenden Ausführungen beziehen sich auf die Erbringung von gesetzlich vorgeschriebenen Revisionsdienstleistungen. Wird die Revision bspw. eines kleinen oder mittelgrossen Vereins "freiwillig" durchgeführt, so gelten die vorstehenden Bestimmungen nicht, und jede natürliche Person kann eine solche freiwillige Revision ohne Eintragung im Handelsregister bzw. ohne Zulassung durch die RAB durchführen.
Datum der Veröffentlichung: 15. April 2009 (angepasst per 6. November 2013 und 17. Februar 2016)
Übertragung einer RAB-Zulassung (natürliche Personen)
Kann eine Zulassung der RAB übertragen werden?
Die Zulassungen der RAB werden der gesuchstellenden Person auf Grund persönlicher Merkmale individuell (ad personam) gewährt und können daher nicht auf andere natürliche Personen übertragen werden.
17. Plenarversammlung des International Forum of Independent Audit Regulators (IFIAR)
Geschäftsbericht 2016 der RAB

References: Art. 4
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 6
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 4
 Art. 7
 Art. 397
 Art. 4
 Art. 5
 Art. 43
 Art. 50
 Art. 1
 Art. 5
 Art. 43
 Art. 4
 Art. 43
 Art. 4
 Art. 5
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 4
 Art. 5
 Art. 4
 Art. 2
 Art. 8
 Art. 2