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Timestamp: 2019-11-12 04:14:40+00:00

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BAG, 18.06.1965 - 5 AZR 351/64 - dejure.org
https://dejure.org/1965,392
BAG, 18.06.1965 - 5 AZR 351/64 (https://dejure.org/1965,392)
BAG, Entscheidung vom 18.06.1965 - 5 AZR 351/64 (https://dejure.org/1965,392)
BAG, Entscheidung vom 18. Juni 1965 - 5 AZR 351/64 (https://dejure.org/1965,392)
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Arbeitnehmer - Böswilliges Handeln - Annahmeverzug des Arbeitgebers - Anderweitiges Dauerarbeitsverhältnis - Rückkehr an bisherigen Arbeitsplatz - Außerordentliche Kündigung - Kündigungsschutzprozeß - Kündigungsschutzklage - Umdeutung der Kündigung
LAG Baden-Württemberg, 05.08.1964 - 4 Sa 39/64
BB 1965, 1070
DB 1965, 1405
AP BGB § 615 Böswilligkeit Nr. 2
Ein dem Arbeitnehmer angebotenes Dauerarbeitsverhältnis ist dem Arbeitnehmer in aller Regel nicht allein deshalb unzumutbar i.S.d. § 11 Nr. 2 KSchG , weil für dieses die gesetzliche Mindestkündigungsfrist des § 622 BGB gelten soll (gegen BAG [18.06.1965] - 5 AZR 351/64 - AP § 615 BGB Böswilligkeit Nr. 2).
Die Frage der Zumutbarkeit ist eine Einzelfallfrage (…ErfK/Ascheid, 4. Aufl. [2004], §KSchG Rn. 9), die unter Berücksichtigung aller Umstände nach Treu und Glauben zu beantworten ist (BAG [14.11.1985] - 2 AZR 98/84 - AP § 615 BGB Nr. 39 ; BAG [18.06.1965] - 5 AZR 351/64 - AP § 615 BGB Böswilligkeit Nr. 2; LAG Köln [14.12.1995] = AP § 615 BGB Böswilligkeit Nr. 6).
Diese gebietet, die dem Arbeitgeber entstehenden Nachteile möglichst gering zu halten (BAG [18.06.1965] - 5 AZR 351/64 - AP § 615 BGB Böswilligkeit Nr. 2).
Dies entgegen oder in Abgrenzung zu der Leitentscheidung BAG [18.06.1965] - 5 AZR 351/64 - AP § 615 BGB Böswilligkeit Nr. 2 (mit insoweit kritischer Anm. A. Hueck) = AR-Blattei, Annahmeverzug, Entsch.
10 (mit zust. Anm. Herschel) = SAE 1965, 250 (mit zustimmender Anm. Neumann-Duesberg) = DB 1965, 1405 = BB 1965, 1070.
Konkret war das BAG im zu entscheidenden Fall der Ansicht, von einer alsbaldigen Rückkehrmöglichkeit könne nicht die Rede sein, wenn eine dreimonatige Probezeit und eine anschließende ordentliche sechswöchige Kündigungsfrist zum Quartalsende (die frühere gesetzliche Mindestkündigungsfrist für Angestellte nach § 622 I BGB a.F.) vereinbart werden soll (BAG [18.06.1965] - 5 AZR 351/64 = AP BGB § 615 Böswilligkeit Nr. 2).
Insbesondere "lange" (…KR/Spilger, 6. Aufl. [2002], § 11 KSchG Rn. 42) bzw. (nur) "übermäßig lange" Kündigungsfristen oder eine sonstige Bindung "auf längere Zeit" (A. Hueck, Anm. BAG [18.06.1965], AP § 615 BGB Böswilligkeit Nr. 2) seien dem Arbeitnehmer unzumutbar.
Dann könne von einem "Dauerarbeitsverhältnis" nicht gesprochen werden (A. Hueck, Anm. BAG [18.06.1965], AP § 615 BGB Böswilligkeit Nr. 2).
Die Vereinbarung der gesetzlichen Mindestkündigungsfrist ist einem Arbeitnehmer i.d.R. zumutbar (vgl. schon A. Hueck, Anm. BAG [18.06.1965], AP § 615 BGB Böswilligkeit Nr. 2; auch nach Bayreuther, NZA 2003, 1365 (1367) "überbetont" die hM die Kündigungsfrist;… in der Tendenz wie hier auch Dorndorf/Kriebel, KSchG, 4. Aufl. [2001], § 11 Rn. 24).
Die Annahme, das Angebot der gesetzlichen Mindestkündigungsfrist sei unzumutbar, läßt § 11 Nr. 3 KSchG praktisch bedeutungslos werden (vgl. auch A. Hueck, Anm. BAG [18.06.1965], AP § 615 BGB Böswilligkeit Nr. 2 (für § 9 b KSchG a.F.)).
Es ist weder zutreffend noch maßgeblich, dass bei Zumutbarkeit der gesetzlichen Mindestkündigungsfrist ein kündigender Arbeitgeber von den Folgen des von ihm verursachten Annahmevezuges weitgehend befreit würde (a.A. BAG [18.06.1965] - 5 AZR 351/64 - AP § 615 BGB Böswilligkeit Nr. 2).
Die dem Arbeitnehmer zumutbare Bindungsdauer hängt von der zu erwartenden Dauer des Annahmeverzuges ab (A. Hueck, Anm. BAG [18.06.1965], AP § 615 BGB Böswilligkeit Nr. 2;… Dorndorf/Kriebel, KSchG, 4. Aufl. [2001], § 11 Rn. 24).
Nach beiden Bestimmungen ist zu prüfen, ob dem Arbeitnehmer nach Treu und Glauben (§ 242 BGB) sowie unter Beachtung des Grundrechts auf freie Arbeitsplatzwahl (Art. 12 GG) die Aufnahme einer anderweitigen Arbeit zumutbar ist (Senat 24. September 2003 - 5 AZR 500/02 - AP KSchG 1969 § 11 Nr. 4 = EzA BGB 2002 § 615 Nr. 4, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen, zu II 1 der Gründe mwN; 18. Juni 1965 - 5 AZR 351/64 - AP BGB § 615 Böswilligkeit Nr. 2, zu 1 b der Gründe).
BAG, 14.11.1985 - 2 AZR 98/84
Annahmeverzug des Arbeitgebers im Anschluß an eine von ihm ausgesprochene …
Böswillig handelt der Arbeitnehmer, wenn er eine zumutbare Arbeit nicht annimmt, wobei die Frage der Zumutbarkeit unter Berücksichtigung aller Umstände nach Treu und Glauben zu bestimmen ist (BAG Urteil vom 18. Juni 1965 - 5 AZR 351/64 - AP Nr. 2 zu § 615 BGB Böswilligkeit).
BAG, 03.12.1980 - 5 AZR 477/78
Anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft - Böswillige Unterlassung - …
Böswillig handelt der Arbeitnehmer, wenn er eine zumutbare Arbeit nicht an nimmt, wobei die Frage der Zumutbarkeit unter Berücksichtigung aller Umstände nach Treu und Glauben zu bestimmen ist (BAG AP Nr. 2 zu § 615 BGB Böswilligkeit [zu 1 b der Gründe m.w.N.]).
Der Arbeitnehmer handelt böswillig, wenn er in Kenntnis der objektiven Umstände, d.h. Arbeitsmöglichkeit, Zumutbarkeit der Arbeit und Nachteilsfolge für den Arbeitgeber, vorsätzlich untätig bleibt oder die Arbeitsaufnahme verhindert (BAG 18.6.1965, AP BGB § 615 Böswilligkeit Nr. 2).
LAG Köln, 14.12.1995 - 6 Sa 933/95
Annahmeverzug: Wegfall der Ansprüche
BAG, 19.02.1970 - 2 AZR 133/69
Kündigung - Zahlungsprozeß
BAG, 13.05.1969 - 5 AZR 309/68
Verzinsung eines Anspruchs - Abfindung - Festsetzung durch Urteilsspruch
ArbG München, 06.07.2010 - 26 Ca 2220/10
Vergütungsanspruch eines freigestellten Betriebsratsmitglieds während der …
BAG, 18.10.1985 - 7 AZR 306/83
BAG, 28.01.1981 - 5 AZR 884/78

References: § 615
 § 11
 § 622
 § 615
 § 615
 § 615
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 § 615
 § 622
 § 615
 § 11
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 § 9
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 § 11
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