Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.07.2015&Aktenzeichen=III%20ZR%204/15
Timestamp: 2020-07-15 04:01:36+00:00

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BGH, 23.07.2015 - III ZR 4/15 - dejure.org
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BGH, 23.07.2015 - III ZR 4/15 (https://dejure.org/2015,21178)
BGH, Entscheidung vom 23.07.2015 - III ZR 4/15 (https://dejure.org/2015,21178)
BGH, Entscheidung vom 23. Juli 2015 - III ZR 4/15 (https://dejure.org/2015,21178)
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§ 15 Abs. 4 AGG, Richtlinie 2000/78/EG, § 15 AGG, § ... 7 Abs. 1 AGG, § 24 AGG, § 15 Abs. 1 AGG, § 15 Abs. 4 Satz 1 AGG, § 15 Abs. 1, 2 AGG, § 280 Abs. 1, § 241 Abs. 2, § 311 Abs. 2, § 823 Abs. 2 BGB, § 7 Abs. 3 AGG, § 22 AGG, § 24 Nr. 1 AGG, 2, 4 Satz 2 AGG, 4 Satz 1 AGG, § 561 ZPO, Art. 2 Abs. 1, Abs. 2 Buchst. a RL 2000/78, § 51 Abs. 2 BBG, § 51 Abs. 2 Satz 2 BBG, Art. 267 Abs. 2, 3 AEUV, Art 4. Abs. 1, Art. 6 Abs. 1 RL 2000/78, Richtlinie 2000/78, § 839 Abs. 1 BGB, Art. 34 Satz 1 GG, § 839 Abs. 3 BGB
§ 15 Abs 4 S 1 AGG, § 115 Abs 1 LBG NW, § 129 LBG NW, Art 4 Abs 1 EGRL 78/2000, Art 6 Abs 1 EGRL 78/2000
Altersdiskriminierung von Polizeivollzugsbeamten: Anwendbarkeit der Ausschlussfrist des AGG auf einen unionsrechtlichen Staatshaftungsanspruch wegen legislativen Unrechts; Vereinbarkeit der Festlegung einer niedrigeren als die allgemeine Altersgrenze für den Eintritt in ...
Bestimmumg einer niedrigeren Altersgrenze für Polizeivollzugsbeamte für den Eintritt in den Ruhestand als für Beamte der allgemeinen Dienstzweige; Anhebung der Altersgrenze für den Eintritt in den Ruhestand in Anpassung an die Entwicklung der demografischen Verhältnisse ...
Altersgrenze für Polizeivollzugsbeamte; Altersdiskriminierung
Arbeitsrecht - Altersdiskriminierung von Polizeivollzugsbeamten und die Ausschlussfrist des AGG
BGHZ 206, 260
MDR 2015, 1078
NVwZ 2016, 90
DÖV 2016, 188 (Ls.)
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (Urteil vom 23. Juli 2015 - III ZR 4/15 - juris) sei zu berücksichtigen, dass Ansprüche nach dem AGG und dem unionsrechtlichen Haftungsanspruch nicht vollkommen kongruent seien.
Der unter Berufung auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 23. Juli 2015 (a.a.O.) erfolgte Hinweis des Klägers, dass § 15 AGG im Unterschied zum unionsrechtlichen Haftungsanspruch kein legislatives Unrecht erfasse, sei unrichtig.
Denn der unionsrechtliche Haftungsanspruch ist nicht kongruent mit Ansprüchen nach § 15 Abs. 1 und 2 AGG; er besteht wegen "legislativen Unrechts" und weist daher eine ganz andere Qualität auf, als die auf § 15 Abs. 1 und 2 AGG beruhenden Ansprüche (BGH, Urteil vom 23. Juli 2015 - III ZR 4/15 - juris Rdnr. 13).
vgl. BGH, Urteil vom 23.7.2015 - III ZR 4/15 -, juris, Rn. 13 f.; Hess. VGH, Urteil vom 11.5.2016 - 1 A 1927/15 -, juris, Rn. 40; ebenfalls eine Prüfung des unionsrechtlichen Haftungsanspruchs neben § 15 AGG vornehmend, der nur die Vorgaben hinsichtlich Sanktionen bei einem Verstoß gegen die einzelstaatlichen Vorschriften zur Anwendung der Richtlinie umsetzt: BVerwG, Urteil vom 30.10.2014 - 2 C 6.13 -, juris, Rn. 24 ff. und 31 ff.
vgl. BGH, Urteil vom 23.7.2015 - III ZR 4/15 -, juris, Rn. 13 f.; Hess. VGH, Urteil vom 11.5.2016 - 1 A 1927/15 -, juris, Rn. 40.
vgl. BGH, Urteil vom 23.7.2015 - III ZR 4/15 -, juris, Rn. 13.
BGH, Urteil vom 23. Juli 2015 - III ZR 4/15 -, juris, Rn. 13; BVerwG, Urteil vom 30. Oktober 2014 - BVerwG 2 C 6.13 -, a.a.O., Rn. 48, m.w.N.; vgl. auch EuGH, Urteil vom 8. Juli 2010 - C-246/09 -, NJW 2010, 2713 (…Rn. 34 ff.) - "Bulicke".
BGH, Urteil vom 23. Juli 2015, a.a.O., Rn. 13.
Zu dieser Unterscheidung vgl. BGH, Urteil vom 23. Juli 2015, a.a.O., Rn. 14.
Sie stellt ihre rechtlichen Bedenken im Interesse einer einheitlichen Rechtsanwendung zurück, nachdem der Bundesgerichtshof ausdrücklich entschieden hat, dass der Anspruch aus § 15 Abs. 1 und 2 AGG einen unionsrechtlichen Staatshaftungsanspruch wegen legislativen Unrechts nicht verdränge, BGH, Urteil vom 23. Juli 2015, a.a.O., Rn. 13, und die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts dieser Rechtsauffassung zumindest nicht von vornherein entgegensteht.
So aber BGH, Urteil vom 23. Juli 2015, a.a.O., Rn. 14.
BGH, Urteil vom 23. Juli 2015, a.a.O., Rn. 14.
bb) Sollte das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 23. Juli 2015 - III ZR 4/15 - (BGHZ 206, 260 Rn. 13 ff.) dahingehend zu verstehen sein, dass § 15 AGG als Grundlage von Ansprüchen dann ausscheiden soll, wenn der Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot des § 7 Abs. 1 AGG aus dem korrekten Vollzug eines Gesetzes resultiert, das die Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen von Beamten regelt, so könnte sich der Senat dieser Entscheidung wegen der vorstehenden Ausführungen zu den aus Art. 17 RL 2000/78/EG folgenden Verpflichtungen nicht anschließen.
Daran fehlt es hier, weil die Ausführungen im Urteil des Bundesgerichtshofs zur Frage des Anwendungsbereichs des § 15 AGG in Bezug auf den Erlass eines Gesetzes (Urteil vom 23. Juli 2015 - III ZR 4/15 - BGHZ 206, 260 Rn. 13 ff.) nicht entscheidungstragend sind.
Denn diese Notwendigkeit besteht beim regelmäßig vollständig dokumentierten Gesetzgebungsverfahren nicht (BGH, Urteil vom 23. Juli 2015 - III ZR 4/15 - BGHZ 206, 260 Rn. 13).
Der unter Berufung auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 23. Juli 2015 (a.a.O.) erfolgte Hinweis der Klägerin, dass § 15 AGG im Unterschied zum unionsrechtlichen Haftungsanspruch kein legislatives Unrecht erfasse, sei unrichtig.
Denn der unionsrechtliche Haftungsanspruch ist nicht kongruent mit Ansprüchen nach § 15 Abs. 1 und 2 AGG; er besteht wegen "legislativen Unrechtsund weist daher eine ganz andere Qualität auf, als die auf § 15 Abs. 1 und 2 AGG beruhenden Ansprüche (BGH, Urteil vom 23. Juli 2015 - III ZR 4/15 - juris Rdnr. 13).
vgl. VG Köln, Urteil vom 29. Juli 2015, a.a.O., Rn. 2f ff.; vgl. auch BGH, Urteil vom 23. Juli 2015, a.a.O., Rn. 13; BVerwG, Urteil vom 30. Oktober 2014 - BVerwG 2 C 6.13 -, a.a.O., Rn. 39; a.A. VG Aachen, Urteil vom 16. Juli 2015, a.a.O., Rn. 2, 126 f.
vgl. BVerwG, Urteil vom 30. Oktober 2014 - 2 C 6.13 - juris, Rn. 48, m.w.N.; ebenso BGH, Urteil vom 23. Juli 2015 - III ZR 4/15 - juris, Rn. 13.
Möglicherweise a.A. BGH, Urteil vom 23. Juli 2015 - III ZR 4/15 - juris, Rn. 13 f., und vor diesem Hintergrund im Ergebnis anders VG Münster, Urteil vom 1. Oktober 2015 - 4 K 1643/13 - juris, Rn. 208 ff.
vgl. BVerwG, Urteil vom 30. Oktober 2014 - 2 C 6.13 -, BVerwGE 150, 234 = juris, Rn. 36 f.; möglicherweise anderer Ansicht (ausschließlich in Betracht kommende Geltung des unionsrechtlichen Haftungsanspruchs, auf den § 15 Abs. 4 AGG nicht entsprechend anwendbar sei, bei Benachteiligungen durch legislatives Unrecht), aber letztlich eher unklar: BGH, Urteil vom 23. Juli 2015 - III ZR 4/15 -, MDR 2015, 1078 = juris, Rn. 13 f.; siehe dazu auch VG Aachen, Urteil vom 12. Oktober 2015 - 1 K 1115/13 -, juris, einerseits Rn. 44, 54 und andererseits Rn. 122 f., 152 f. (Bedeutung des o.g. BGH-Urteils danach wohl nur für den unionsrechtlichen Haftungsanspruch angenommen, ohne diesem vom Anwendungsbereich her im Verhältnis zu Ansprüchen aus § 15 AGG Exklusivität einzuräumen).
vgl. die Begründung der Bundesregierung zum Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung europäischer Richtlinien zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung, BR-Drucks. 329/06, S. 40 f., sowie auch BGH, Urteil vom 23. Juli 2015 - III ZR 4/15 -, MDR 2015, 1078 = juris, Rn. 13.
Es handelt sich um einen Staatshaftungsanspruch wegen "legislativen Unrechts" (vgl. BGH, Urteil vom 23.07.2015 - III ZR 4/15 - juris; Hess. VGH, Urteil vom 11.05.2016 - 1 A 1926/15 - juris).
Da sich der unionsrechtliche Haftungsanspruch somit in seinen Voraussetzungen von denjenigen eines Anspruchs aus § 15 AGG unterscheidet, ist er nicht dadurch ausgeschlossen, dass der nationale Gesetzgeber in § 15 AGG eine Entschädigungsregelung getroffen hat (vgl. BVerwG, Urteil vom 30.10.2014 - 2 C 6/13 - BVerwGE 150, 234; BGH, Urteil vom 23.07.2015 - III ZR 4/15 - juris; VG Frankfurt, Urteil vom 13.11.2015 - 9 K 2555/13.F - juris; Hess. VGH, Urteil vom 11.05.2016 - 1 A 1926/15 - juris; a.A.: VG Gelsenkirchen, Urteil vom 28.07.2015 - 12 K 3414/12 - juris; VG Minden, Urteil vom 10.12.2015 - 4 K 1169/13 - juris; VG Düsseldorf, Urteil vom 01.04.2016 - 26 K 8357/12 - juris).
Dem Anspruch steht nicht entgegen, dass der Kläger die Ausschlussfrist des § 15 Abs. 4 AGG nicht beachtet hat, da diese Frist auf den unionsrechtlichen Haftungsanspruch nicht anwendbar ist (vgl. BGH, Urteil vom 23.07.2015 - III ZR 4/15 - juris; VG Aachen, Urteil vom 16.07.2015 - 1 K 1237/13 - juris; VG Frankfurt, Urteil vom 13.11.2015 - 9 K 2555/13.F - juris; Hess. VGH, Urteil vom 11.05.2016 - 1 A 1926/15 - juris; a.A.: OLG Hamm, Urteil vom 0.12.2014 - 11 U 6/13 - juris; VG Arnsberg, Urteil vom 29.05.2015 - 13 K 3070/12 - juris; VG Gelsenkirchen, Urteil vom 28.07.2015 - 12 K 3414/12 - juris; VG Minden, Urteil vom 10.12.2015 - 4 K 1169/13 - juris).
VG München, 24.07.2017 - M 21 K 15.5318
Kein Anspruch auf Schadensersatz wegen Diskriminierung eines Soldaten
VG München, 13.04.2016 - M 5 K 16.513
Gleichstellung - Schwerbehinderung - Höchstaltersgrenze

References: § 15
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 § 24
 § 15
 § 15
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 § 280
 § 241
 § 311
 § 823
 § 7
 § 22
 § 24
 § 561
 Art. 2
 § 51
 § 51
 Art. 267
 Art. 6
 § 839
 Art. 34
 § 839

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 § 115
 § 129
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 Art. 17
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