Source: https://www.peterlang.com/view/9783653984026/Chapter11.html
Timestamp: 2018-07-19 23:47:18+00:00

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11. Kapitel: Vater-Kind-Projekte in deutschen Justizvollzugsanstalten : Zur Notwendigkeit eines Vater-Kind-Erwachsenenstrafvollzuges
11. Kapitel: Vater-Kin...
In Deutschland können straffällige Mütter ihre nicht-schulpflichtigen Kinder im Falle einer Inhaftierung unter bestimmten Umständen während ihres Gefängnisaufenthaltes bei sich behalten. Es hat sich gezeigt, dass diese Kinder seltener von Entwicklungsbeeinträchtigungen betroffen sind und bei der Verinnerlichung von sozialen Normen und Werten weniger Probleme haben, als Kinder, die durch Inhaftierung von ihren Müttern getrennt wurden. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass Mütter, die ihre Kinder während der Haft bei sich hatten, seltener rückfällig wurden, als Mütter, die durch eine Inhaftierung von ihren Kindern getrennt wurden. Aufgrund dieser positiven kriminologischen Aspekte des Mutter-Kind-Vollzuges ist dieser ein fester Bestandteil des deutschen Strafvollzuges. Dennoch gibt es kein dementsprechendes Vollzugsmodell für Väter und ihre Kinder. Mit der Frage, ob dieser Zustand kriminologisch sinnvoll ist und juristischen Anforderungen gerecht wird, beschäftigt sich die Untersuchung.
978-3-653-98402-6
https://doi.org/10.3726/978-3-653-04438-6
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014. XII, 169 S., 1 Tab., 1 Graf.
I. Problemeinführung
II. Ziel der Arbeit und methodische Vorgehensweise
1. Friedman und Esselstyn: The adjustment of children of jail inmates
2. Sack, Seidler und Thomas: The children of imprisoned parents – A psychological exploration
3. Fritsch und Burkhead: Behavioural Reaction of Children to Parental Absence Due to Imprisonment
4. Lowenstein: Temporary single parenthood – The case of prisoners’ families
5. Johnston: Jailed mothers
6. Boswell: Young and Dangerous. The backgrounds and careers of Section 53 offenders
7. Arditti, Lambert-Shute und Joest: Saturday Morning at the Jail – Implications of Incarceration for Families and Children
8. Murray und Farrington: Parental imprisonment – Long-lasting effects on boys` internalizing problems through the life course
9. Coping-Studie
1. Birtsch, Riemann und Rosenkranz: Mütter und Kinder im Gefängnis
2. Ott: Klein(st)kinder mit ihren Müttern in Haft
3. Weitere Befunde
III. Schlussfolgerungen aus den empirischen Befunden
1. Gemeinsame Unterbringung von Müttern und ihren Kindern in Frankfurt-Preungesheim
2. Die Schaffung einer Rechtsgrundlage für den Mutter-Kind-Vollzug und deren Auswirkungen auf Frankfurt-Preungesheim
3. Die Entwicklung von Mutter-Kind-Einrichtungen in anderen deutschen Strafvollzugsanstalten
1. Rechtliche Ausgestaltung
2. Die Ausgestaltung der Mutter-Kind-Einrichtungen in Deutschland
3. Diskussion um die Altersgrenzen
III. Folgerungen aus der Entwicklung des Mutter-Kind-Vollzuges für einen möglichen Vater-Kind-Vollzug in Deutschland
I. Strafvollzugskommentare
1. Beschluss des OLG Hamm vom 30.06.1983
2. Beschluss des BVerfG vom 27.02.1989
III. Petition an den Deutschen Bundestag 1987
(1) Die Fortbewegungsfreiheit des Kindes, Art. 2 Abs. 2 S. 2 GG
(2) Körperliche Unversehrtheit des Kindes, Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG
(3) Das Elternrecht, Art. 6 Abs. 2 S. 1, IV GG
(4) Das Wohl des Kindes nach Art. 6 Abs. 2 S. 2 GG
b) Verwaltungstechnische Zweckmäßigkeitserwägungen
(1) Steigende Unterbringung von Kindern im Gefängnis aufgrund hoher Anzahl inhaftierter Väter?
(2) Kontakt zum Vater ist aufgrund geringer räumlicher Distanz leichter möglich
(3) Kosten
(a) Kosten durch vermehrte Antragsstellung
(b) Baukosten
(c) Laufende Kosten pro Haftplatz
(d) Laufende Kosten für die Unterbringung der Kinder
(e) Die „Gesamtkostenbilanz“
(4) Eine Trennung vom Vater kann für das Kind auch positiv sein
(5) Väter verbüßen oft längere Haftstrafen als Mütter
c) Biologische Gründe – Die Stillzeit
II. Verfassungsmäßigkeit des § 142 StVollzG
I. Die Entwicklung der Vaterrolle
II. Auf dem Wandel der Vaterrolle basierende Gesetzesänderungen
I. Positive Generalprävention
II. Negative Generalprävention
III. Positive Spezialprävention
IV. Negative Spezialprävention
V. Abwägung
I. Angleichungsgrundsatz
II. Gegensteuerungsgrundsatz
III. Eingliederungsgrundsatz
IV. Rechtliche Möglichkeit von Vater-Kind-Einrichtungen im Jugendstrafvollzug
I. Kurzüberblick zum Bestand von Langzeitbesuchsräumen in Deutschland
II. Sinn und Zweck von Langzeitbesuchsräumen
III. Langzeitbesuchsräume und der Vater-Kind-Vollzug
I. Europäisches Recht und internationale Abkommen
I. Projekt „Freiräume“ in Bielefeld
II. Projekt „Spielräume“ - Vater-Kind-Wochenenden in Bielefeld
III. Projekt „Chance“ in Baden-Württemberg
IV. Projekt „Papa ist auf Montage“ in der JVA Bützow
V. Die familienorientierte Wohngruppe in der JVA Dresden
VI. Vater-Kind-Gruppe in der JVA Nürnberg
I. Die rechtliche Möglichkeit einer gemeinsamen Unterbringung in Australien und Finnland
II. Die faktische Möglichkeit einer gemeinsamen Unterbringung in Bolivien
III. Die rechtliche und tatsächliche Möglichkeit einer gemeinsamen Unterbringung in Dänemark
IV. Alternativen aus den Niederlanden, Norwegen und Spanien
Exkurs: Die Technik des Electronic Monitorings
I. Electronic Monitoring in Deutschland – Vorzüge und Bedenken
II. Möglicher Einsatz von Electronic Monitoring im Eltern-Kind-Vollzug
14. Kapitel: Schlussfolgerungen
11. Kapitel: Vater-Kind-Projekte in deutschen Justizvollzugsanstalten
11.Kapitel: Vater-Kind-Projekte in deutschen Justizvollzugsanstalten
Die Notwendigkeit einer Vermeidung der Trennung von Kindern und Vätern (sofern diese die Bezugsperson der Kinder sind) wurde auch in der Praxis von deutschen Justizvollzugsanstalten in Zusammenarbeit mit verschiedenen Hilfsorganisationen vielfach erkannt. Aus dieser Einsicht entwickelten sich in fast allen deutschen Strafvollzugsanstalten Projekte zur Förderung eines familiengerechten Strafvollzuges und Projekte zur Festigung der Vater-Kind-Beziehungen. Diese Projekte können zwar einen Vater-Kind-Vollzug nicht ersetzen, da sie kein dauerhaftes Zusammenleben von Vater und Kind vorsehen, sie verdeutlichen aber, dass das Problem der Beziehung zwischen Kindern und ihren inhaftierten Vätern in der Vollzugspraxis bekannt ist.
Im Rahmen dieser Arbeit können nicht die Projekte aller Strafvollzugsanstalten dargestellt werden. Aus diesem Grund werden im Folgenden nur einige ausgewählte Projekte dargestellt, die besonders innovativ und bedeutsam sind oder zu denen bereits Evaluationen vorliegen. Die ausgewählten Programme stammen aus verschiedenen Bundesländern und verschiedenen Justizvollzugsanstalten und können so einen guten Überblick über Vater-Kind-Projekte liefern, die unter Umständen auch als Vorreiter eines zukünftigen Vater-Kind-Vollzuges dienen können.
Das Projekt Freiräume wurde vom evangelischen Gemeindedienst e.V. in Bielefeld ins Leben gerufen.420 Das Projekt soll es Kindern ermöglichen, die Beziehung zu ihren inhaftierten Vätern aufrecht zu erhalten und zu stabilisieren.421 Im November 2007 nahm die erste Vater-Kind-Gruppe in der geschlossenen Justizvollzugsanstalt Bielefeld ihre Arbeit auf.422 Einmal im Monat treffen sich dort ← 109 | 110 → Kinder zwischen fünf und achtzehn Jahren mit ihren inhaftierten Vätern.423 Sie unterhalten sich, Basteln, Spielen, Kuscheln, Kochen und feiern...
2. Kapitel: Stand der internationalen Forschung
I. Empirische Befunde zu den Auswirkungen einer Trennung von Eltern und Kindern aufgrund von Inhaftierungen
II. Empirische Befunde zu den Auswirkungen einer gemeinsamen Inhaftierung von Kindern und ihren Müttern
3. Kapitel: Mutter-Kind-Strafvollzug
I. Die historische Entwicklung des Mutter-Kind-Vollzuges in Deutschland
II. Der Mutter-Kind-Strafvollzug in Deutschland heute
4. Kapitel: Anstrengungen und Rechtsprechung zur Etablierung eines Vater-Kind-Erwachsenenstrafvollzuges in Deutschland
II. Rechtsprechung zur Unterbringung von Kindern bei ihren inhaftierten Vätern
5. Kapitel: Verfassungsrechtliche Bedenken des Nichtbestehens eines Vater-Kind-Vollzuges
I. Verfassungsmäßigkeit des § 80 Abs. 1 StVollzG
6. Kapitel: Die Entwicklung der Vaterrolle und damit verbundene Gesetzesänderungen
7. Kapitel: Der Vater-Kind-Vollzug im Lichte der Strafzwecktheorien
8. Kapitel: Der Vater-Kind-Vollzug im Lichte des StVollzG
9. Kapitel: Der Wandel der Vollzugspraxis - Langzeitbesuchsräumen
10. Kapitel: Vater-Kind-Vollzug in Deutschland vor dem Hintergrund europäischen Rechts und internationaler Abkommen
12. Kapitel: Theorie und Praxis im Ausland
13. Kapitel: Electronic Monitoring als Übergangslösung und mögliche Alternative

References: Art. 2
 Art. 2
 Art. 6
 Art. 6
 § 142
 § 80