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Timestamp: 2020-07-09 20:27:15+00:00

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HEFU_2020_06
HFV-Trainingstipps
Beispiel Riedberger SV
Beispiel Germania Niederrodenbach
HFV-StayAtHome-Cup 2020
Serie "Unsere Jugendarbeit"
Zurückgeblättert extra: Otto Andres
HESSEN-FUSSBALL HESSEN-FUSSBALL Monatsmagazin des Hessischen Fußball-Verbandes e. V. – 6/2020 www.hfv-online.de StayAtHome Cup 2020 StayA Außerordentlicher Verbandstag Kreative Trainingsvariationen Unsere Amateure. Echte Profi s.
Seitentitel | 2 Ofﬁzieller Premium Partner So gut kann Bier schmecken. HESSEN-FUSSBALL 6/2020
3 | Inhalt 4/5 12 13 Außerordentlicher Verbandstag: Der HFV veranstaltete am 20. Juni einen Verbandstag, um den Um- gang mit der Saison 2019/2020 auf höchstmöglicher Ebene zu beschlie- ßen. Der HESSEN-FUSSBALL war bei dieser ansonsten virtuellen Veran- staltung vor Ort. HFV StayAtHome-Cup: Das virtu- elle Fußballturnier hat zwei Sieger gefunden, die im Rahmen des Ver- bandstages geehrt wurden. Jugend: Im Rahmen unserer Serie stellen wir die Jugendabteilung des RSV Büblingshausen vor. 18/19 Frauen/Mädchen: Im Rahmen unse rer Reihe „Was macht eigentlich …?“ sprachen wir mit Carolin Simon, außerdem gibt’s ein Interview mit Trainer Mirko Tinz. 20–22 Redaktionsgespräch: Die für den Spielbetrieb der Frauen, Herren und Jugend zuständigen Präsidiums- mitglieder Dr. Silke Sinning, Jürgen Radeck und Carsten Well äußern sich zu aktuellen Fragen rund um den Spielbetrieb: Drei Interviewpartner – drei Seiten! Grünberg: Zwei Teams der Frauen- Bundesliga bereiteten sich im Sport- hotel Grünberg auf den Re-Start der Saison vor. Außerdem: Das Bau-Ta- gebuch des neuen Stadions. 23 24/25 Schiedsrichter: Zwei hochgeschätz- te Beobachter verlassen die Fußball- Bühne, während zwei hochtalentier- te Geschwister diese betreten. Und: Rückblick auf den Auftritt auf größ- ter Vereinsbühne: Thorsten Bastian als Schiedsrichterassistent beim Champions-League-Finale 1998. Aus den Regionen: 26 Region Kassel 27 Region Fulda 28 Region Darmstadt 29 Region Frankfurt 30 Region Gießen-Marburg 31–32 Region Wiesbaden 33 Aus den Regionen 35/36 Amtliche Mitteilungen 37 38 39 Pass-Stelle: Hinweise auf aktuelle Grundlagen der Wechselstatuten Geburtstage: HFV-Ehrenmitglied Armin Keller feierte am 11. Juni seinen 80. Geburtstag, der HESSEN- FUSSBALL hat mit angestoßen. Zurückgeblättert: 1985 war Hessen Kassel auf dem Sprung in die 1. Bundesliga. 6–96–9 Zurückgeblättert extra: HFV- Ehrenpräsident Otto Andres hätte am 1. Juni 2020 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Der HES- SEN-FUSSBALL blickt auf sein Wirken zurück. Foto: Archiv Corona-Pandemie: Der HESSEN-FUSS- BALL beschäftigt sich mit der Frage, wie ein sinnvolles Fußballtraining mit Einhaltung der coronabedingten Be- schränkungen möglich ist und welche kreativen Ideen daraus entstanden sind. Mit Beispielen des Riedberger SV und Germania Niederrodenbach. Foto: Riedberger SV 16/17 16/17 14/15 14/15 Qualifizierung: Vor dem Hintergrund des ruhenden Spiel- und Trainingsbetriebes be- gannen beim Ausschuss für Qualifizierung und Vereinsentwicklung sofort nach Beginn des Shutdowns die Planungen für eine Webinar-Reihe. Die überragende Resonanz nach Screenshot: HFV zwei Monaten belegt die richtige Einschätzung der Situation. Titelfoto: Darmstadt 98 musste sich im Spiel bei Jahn Regensburg zwar klar geschlagen geben (0:3), spielt aber eine her- vorragende Saison und steht im vorderen Drittel der Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga. getty images Impressum: Diese Ausgabe wird ab Freitag, 26. Juni 2020, zugestellt. | Redaktion: Kommission HESSEN-FUSSBALL, Anette Plescher, 02775 5780249, sport-plescher@t-online.de | Geschäftsstelle: Otto-Fleck-Schneise 4, 60528 Frankfurt, presse@hfv-online.de, www.hfv-online.de, Fax 069 677282-238; Matthias Gast, 069 677282-495, matthias.gast@hfv-online.de | Bezugspreis: Jah- resabonnement 19,30 €, Einzelpreis 2 € | Anzeigen, Geschäftskundenbetreuung: Nicole Schonert; 069 677282-510, nicole.schonert@hfv-online. de | Gestaltung: Grafi k & Satz GbR Grillhösl & Schmidt, Parkstraße 65, 65191 Wiesbaden, www.grafi ksatz.de, 0175 2173295, schmidt@grafi ksatz.de | Druck: Off setdruckerei E. Sauerland GmbH; Am Spitalacker 1, 63571 Gelnhausen HESSEN-FUSSBALL 6/2020
HFV-Verbandstag | 4 HFV beschließt vorzeitiges Saisonende, Quotientenregel bei Relegations- und Aufstiegsspielen sowie keine Absteiger Der Hessische Fußball-Verband e.V. (HFV) hat im Rahmen seines außerordentlichen Verbandstages eine Entscheidung bezüglich des Umgangs mit dem Spielbetrieb der Saison 2019/2020 getroffen. Die betreffende Spielzeit wird vorzeitig zum 30. Juni 2020 abgebrochen. zeitigen Saison endes getroff en. Das Er- gebnis zeigt, dass die überwiegende Zahl der Mitglieder unserer Fußballfa- milie diesen Schritt begrüßt. Unzählige Stunden der Vorbereitung, Abwägung und Diskussion sind darin eingefl os- sen und haben sich ausgezahlt, um die bestmögliche Variante zum Wohle unserer Vereine zu erreichen“, so HFV- Vizepräsident Torsten Becker. 287 Delegierte hatten sich virtuell an der Veranstaltung beteiligt. Per Video- konferenz verfolgten sie das Gesche- hen und hatten die Möglichkeit, sich entsprechend zu äußern. Die Abstim- mung fand über ein davon unabhän- giges Abstimmungstool statt. Alle De- legierten bekamen die für die Nutzung erforderlichen Kenntnisse im Vorfeld durch ein detailliertes Benutzerhand- buch übermittelt und konnten diese im Laufe der Vorwoche testweise auspro- bieren. Auch die Pressekonferenz im Anschluss an den außerordentlichen Verbandstag fand per Videokonferenz statt. Der Verbandstag wurde zudem komplett online per Livestream über- tragen. red; Fotos HFV Die Wertung der Tabelle wird mit Hilfe der Quotienten-Regelung vorgenom- men. Es gibt Aufsteiger gemäß dem Spielgeschehen der Saison 2019/2020, aber keine Absteiger. Der Aufstieg der Teilnehmer von Relegations- und Auf- stiegsspielen erfolgt ebenfalls nach der Quotientenregel. Dabei wird nicht zwischen Aufstiegsspielen und Relega- tionsspielen unterschieden. In beiden Bereichen werden entsprechend dem Spielgeschehen die jeweiligen Aufstei- ger ebenfalls unter Anwendung der Quotientenregel ermittelt, so dass eine Gleichbehandlung auf Kreis- und Ver- bandsebene gegeben ist. „Die Entscheidung, die Saison der hessischen Amateurligen aufgrund der bekannten Einschränkungen durch die Verbreitung des Coronavirus vorzeitig zu beenden, ist – diskutiert und vor- bereitet in den Kreisen und Regionen – auf unserer höchsten demokratischen Ebene gefallen. Mit diesem breiten Konsens schließen wir nun die Spielzeit 2019/2020 ab und gehen die kommen- de Saison in der Hoff nung an, diese mit dem gewohnten vollständigen Spiel- betrieb absolvieren zu können“, erklär- te HFV-Präsident Stefan Reuß. „Nach vielen Überlegungen und zahlreichen Diskussionen wurde die weitreichende Entscheidung des vor- HESSEN-FUSSBALL 6/2020
5 | HFV-Verbandstag / Corona-Pandemie Virtueller Verbandstag: Das Wichtigste aus der Pressekonferenz Direkt im Anschluss an den Verbandstag stellten sich HFV-Präsident Stefan Reuß und Vizepräsident Torsten Becker (virtuell) den Pressevertretern. Die wichtig sten Aussagen hat der HESSEN-FUSSBALL notiert: Stefan Reuß: „Wir sind sehr zufrie- den mit der Durchführung des außer- ordentlichen Verbandstages, was die technischen Gegebenheiten anbe- langt und mit den Entscheidungen, die heute getroff en wurden. Unse- ren Verbandsempfehlungen des Ver- bandsvorstandes ist durch die De- legierten mit rund 60 Prozent gefolgt worden. Es war klar, dass es auch eine andere Option gibt, die gewählt wird. Aber insgesamt dürfen wir mit dem Ergebnis zufrieden sein. Jetzt liegt eine weitere große Aufgabe vor uns. Nämlich nicht nur die Umset- zung, sondern auch die Vorbereitung der Saison 2020/2021 vorzunehmen. Das wird eine Herkulesaufgabe unter den Rahmenbedingungen, die heute geschaff en wurden. Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass das gelingen wird.“ Glauben Sie daran, dass nach den jüngsten Einschränkungen bezüglich Großveranstaltungen vor November überhaupt Fußball gespielt werden kann? Stefan Reuß: „In den letzten Wochen habe ich es mir abgewöhnt, Progno- sen abzugeben. Wir müssen mit der Situation umgehen. Wir sehen auch, dass es an einigen Stellen, auch bei uns in Hessen, zu Infektionsherden kom- men kann. Das müssen wir sehr genau im Blick haben. Ich wünsche mir sehr, dass es gelingt, dass wir zügig auf den Platz zurück können. Aber wir alle sind realistisch genug, dass das nur funktio- nieren kann, wenn die behördlichen Entscheidungen dafür vorliegen. Gibt es überhaupt Möglichkeiten, eine normale Saison durchzuführen oder muss man auf Alternativlösungen wie Teilung oder nur Hinspiele zurückgrei- fen? Stefan Reuß: „Das hängt stark da- von ab, wann der Spielbetrieb wie- der beginnen kann. Wir werden uns Gedanken über kreative Ideen ma- chen müssen, um Alternativen zu entwickeln. So etwas sollte ge plant und entwickelt werden. Wir haben die Rückmeldungen aus dem Verbandsspielausschuss, dass es Gedanken über Alternativmodelle gibt und man würde das in enger Abstim- mung mit Ligen, in denen so etwas bereits entwickelt wurde, ins Auge fassen: Stellvertretend sei hier die Re- gionalliga Südwest genannt, die be- reits verschiedene Modelle entwickelt haben. Damit müsste sich unser Ver- bandsspielausschuss auseinanderset- zen.“ mag 4.500 Euro gesammelt: SKG-Fußballer laufen für Kellerranch Der unter dem Motto #stayathomeRUN stehende Benefi zlauf der Fußballabtei- lung der SKG Gräfenhausen war mit 100 Teilnehmern und einem Spendenvolu- men von insgesamt 4.500 Euro ein großer Erfolg. Anschließend wurde der Scheck dem Tierhilfeverein Gnadenhof Kellerranch in Weiterstadt überreicht. Die Idee war recht simpel und schnell umgesetzt: In der durch die Corona- Pandemie bedingten Zwangspause im Amateurfußball, welche weder Wett- kampf- noch Trainingsbetrieb auf den Fußballplätzen zuließ, wollten einige Vorstandsmitglied er der SKG Gräfen- hausen die Unterbrechung nicht bloß aussitzen, sondern den eigenen Mit- gliedern und auch allen anderen Sport- begeisterten zumindest eine kleine Möglichkeit der sportlichen Betätigung bieten. Dies sollte mit einem gemein- nützigen Zweck verbunden werden. So wurde statt einer herkömmlichen Start- gebühr von jedem Teilnehmer eine frei- willige Spende für einen anderen Ver- ein aus der Umgebung eingesammelt. Dabei einigte man sich im Vorstand der Abteilung Fußball als Spendenziel letzt- lich ohne große Überlegungen auf den Tierhilfeverein Kellerranch, der von der Corona-Krise fi nanziell besonders stark getroff en wurde. Am Ende liefen, fuhren, walkten oder skateten am Wochenende 16./17. Mai insgesamt gut 100 angemelde- te Teilnehmer, jeder individuell und nach eigenem Ermessen, für den guten Zweck. Um möglichst viele Menschen auch außerhalb des eigenen Vereins für das Event zu motivieren, konnte die Art der Fortbewegung, die Distanz und das Tempo selbst gewählt werden. Wichtig waren vor allem zwei Aspekte: Spaß am Sport und Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregelungen. In der folgenden Woche war es dann soweit: Nach der Zusammenführung al- ler Spenden und dem Verschicken der Teilnehmerurkunden konnten die Fuß- baller der SKG Gräfenhausen einen Bei der Spendenübergabe: Karl-Heinz Keller (1. Vorsitzen- der des Tierhilfevereins Kellerranch, re.) freut sich über den Scheck von Jörg Nicklas (1. Vorsitzender der Abteilung Fuß- ball der SKG Gräfenhausen, li.). Foto: Verein Spendenscheck in Höhe von 4.500 Euro an Karl-Heinz Keller, 1. Vorsitzender des Tierhilfevereins Kellerranch, überge- ben. Beide Vereine bedankten sich bei allen Teilnehmern und Gönnern, durch deren Spenden vielen Tieren in Not ein besseres Leben geschenkt wird. Ein be- sonderer Dank ging auch an Langstre- ckenläufer Patrick Demuth, der die Ak- tion der SKG Gräfenhausen mit seiner Reichweite unterstützte und gleichzei- tig die Gelegenheit nutzte, den #stayat- homeRUN als Anlass zu nehmen, einen Ultramarathon über die Distanz von 50 Jörg Nicklas Kilometern zu laufen. HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Trainingsbetrieb in Vereinen (Stand 13. Juni 2020): Tipps zur Wiederaufnahme des Spielbetriebes Die Amateurfußballer in Hessen atmen auf, auch der Fußball erfährt entschei- dende Lockerungen im Zuge der Maßnahmen zur Vermeidung der Infektions- gefahr mit dem Coronavirus. Weiterhin gibt es aber noch wichtige Vorgaben zu beachten. Der Sportliche Leiter des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV), Dirk Reimöl- ler, hat in Zusammenarbeit mit dem Ausschuss für Qualifi zierung und Ver- einsentwicklung wichtige Umset- zungsregeln erstellt, die ständig auf Grundlage der aktuellen behördlichen Vorgaben angepasst werden. Der HFV nimmt diese auf und unterbreitet auf dieser Basis Vorschläge, wie diese be- hördlichen Vorschriften in die Praxis umgesetzt werden könnten. Auch der HFV wünscht sich schnellstmöglich normale Verhältnisse auf den Sport- plätzen und den gewohnten Spielbe- trieb. Da dies jedoch aktuell noch nicht möglich ist, versucht der HFV mit er- wähnten Empfehlungen, mögliche praktische Lösungswege für eine Um- setzung aufzuzeigen. • Das Training kann mit bis zu zehn Personen in gewohnter Form – also ohne Mindestabstand und Kontakt- verbot – durchgeführt werden. Rat- sam ist es, die Zusammensetzung dieser Gruppe in unterschiedlichen Trainingseinheiten gleich zu halten. Damit sind jegliche Trainingsformen (Spiel- und Übungsformen) vom 1:1 bis 5:5, bzw. 3:1 bis 7:3 usw., ratsam und ein wichtiger Schritt zur Norma- lität im Trainings- und Wettkampfbe- trieb. • Zudem ist die Spielform fünf plus ein Torwart gegen fünf plus ein Tor- wart im Training möglich, wenn die Torhüter ausschließlich in einer Tor- wartzone agieren, die kein Feldspie- ler betreten darf. Um diese Torwart- zone herum muss sich zusätzlich eine mindestens zwei Meter breite Schutzzone befi nden, die weder von Torhütern, noch von Feldspielern be- treten werden darf. • Solange die einzelnen Trainings- gruppen keinen Kontakt unterein- ander haben und beim Betreten und Verlassen des Platzes die Abstands- regeln eingehalten werden, kann ein Sportplatz mit mehreren Trainings- gruppen belegt werden. • Sollten bei einem Spieler oder inner- halb dessen Haushalt Krankheits- symptome wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Fieber, Atemnot, Muskel- schmerzen, Müdigkeit, Kopfschmer- zen oder Durchfall auftreten, nimmt der Spieler nicht am Training teil. • Nach einem positiven Coronavirus- Test eines Spielers oder innerhalb dessen Haushalt nimmt der Spieler 14 Tage lang nicht am Trainingsbe- trieb teil. • Die Spieler reisen möglichst zu Fuß, mit dem Fahrrad oder in privaten PKW einzeln in Sportkleidung an, auch wenn Fahrgemeinschaften zu- lässig sind. Bei Nutzung des ÖPNV sollte vor der Abreise die Kleidung gewechselt werden. • Bei einer Abreise mit dem PKW er- folgt nach dem Training der Wech- sel von durchnässten oder ver- schwitzten Kleidungsstücken im Fahrzeug. Der Wechsel der Oberbe- kleidung nach dem Training ist aus gesundheitlichen und hygienischen Gründen anzuraten. Die Nutzung der Kabinen ist nur unter bestimm- ten Voraussetzungen (fünf Quad- ratmeter pro Person oder entspre- chende Abtrennungen) erlaubt. So lange die Umkleiden geschlossen sind, sollten sichtgeschützte Berei- che auf dem Sportgelände genutzt werden. • Der Zugang zum Trainingsgelände ist wenn möglich so zu gestalten, dass er zu übersehen ist, aber kein Stau entsteht. Wo dies möglich ist, sollte ein Eingang und ein Ausgang eingerichtet werden. • Körperkontakt wie Handshake oder Abklatschen sollte vermieden wer- den • Am Eingang muss die Möglichkeit zur Händedesinfektion geschaff en werden. • Begleitpersonen sollten dem Trai- ning möglichst nicht beiwohnen. • Nach dem Eintreff en waschen sich die Spieler gründlich die Hände. HESSEN-FUSSBALL 6/2020 Corona-Pandemie | 6 Wenn vorhanden möglichst einen außenliegenden Wasseranschluss nutzen! • Toiletten sind mit Desinfektionsmit- teln zu versehen und müssen nach der Benutzung vom Benutzer desin- fi ziert werden. Der Schlüssel wird je- weils von einem Betreuer ausgehän- digt. • Das benötigte Trainingsmaterial be- schränkt sich auf das Nötigste. Bäl- le und Markierungshütchen werden möglichst vor der Trainingseinheit gründlich mit Hilfe einer Bürste mit Wasser und Seife abgewaschen und auf dem Platz bereitgestellt. • Trainingsleibchen werden nur dann genutzt, wenn die Spieler ihr eige- nes Leibchen mit zum Training brin- gen und es auch ausschließlich von ihnen selbst getragen wird. Alterna- tive: Die Leibchen werden vom Trai- ner zu Beginn des Trainings ausge- geben und während des Trainings nur von einem Spieler genutzt. Nach jedem Training werden die Leibchen unter Verwendung von Einmalhandschuhen eingesammelt und bei 60 Grad gewaschen. • Bezüglich des eventuellen Führens von Teilnehmerlisten zum Trainings- betrieb sind die behördlichen Daten- schutz-Hinweise der Anlage „Teil- nehmerlisten“ zu beachten. • Die Torhüter sollen ihr Gesicht mög- lichst nicht mit den Handschuhen berühren und die Handschuhe kei- nesfalls mit Speichel befeuchten! • Nach dem Training werden die ver- Trainingsmaterialien wendeten gründlich mit Hilfe einer Bürste mit Wasser und Seife abgewaschen und unzugänglich für Unbefugte ver- wahrt. Empfehlung: Wiederaufnahme des Trainings für U11 und jünger, wenn die Spieler Er- fahrungen im Umgang mit den Hygie- ne- und Abstandsregeln in der Schule oder der Kita gemacht haben. Ein Zeit- raum von zwei Wochen Schulerfah- rung vor Trainingsbeginn erscheint angemessen. Für Mannschaften der U9 und jün- ger werden günstigere Betreuer- schlüssel empfohlen (fünf Spieler pro Trainer). Über eine Einbindung von Elternteilen kann dieser Schlüssel er- reicht werden. HFV, Fotos: getty images
7 | Corona-Pandemie Beispiel Riedberger SV: Corona-Schiedsrichter und Corona-Fußballabzeichen Viele Vereine des Hessischen Fußball-Verbandes und in ganz Deutschland machten sich darüber Gedanken, wie sie trotz der behördlichen Vorgaben ein produktives Training anbieten können. So auch der Riedberger SV, der bereits vor den Lockerungen vom 11. Juni in folgender Weise aktiv war. Die E-Jugend wird von zwei Trainern (jeder Trainer betreut maximal fünf Kin- der) und einem Corona-Schiedsrichter trainiert. Die Trainer kennen natürlich die verbindlichen Corona-Regeln. Doch zur Entlastung der Übungsleiter hat der Verein den Corona-Schiedsrichter ent- wickelt. Der Corona-Schiedsrichter ist ein verlässlicher Elternteil, der sich nur auf die Coronaregel-Einhaltung konzent- riert. Das heißt nicht, dass er die Coro- naverantwortung alleine trägt, sondern dass er im gesamten Training anwe- send ist und schaut, dass alles einge- halten wird. Dabei geht es beispiels- weise um Desinfektion der Hände vor und nach dem Training, Abstand vor, während und nach dem Training, An- wesenheitsliste und die Desinfektion der Trainingsmaterialien. So gibt er den Teilnehmern den verbalen Hinweis „Abstand“, wenn er merkt, dass sie sich näher als zwei Meter kommen. Ebenso gibt er den Trainern den Hinweis, wenn er das Gefühl hat, dass eine Übung an- gepasst oder gestoppt werden muss, da die Coronaregeleinhaltung nur noch schwierig möglich ist. Somit entlastet der Verein die Trainer und stellt als Vor- stand sicher, dass die Regeln eingehal- ten werden. Den Corona-Schiedsrichter hat der Riedberger SV für die E-Jugend einge- führt, für jüngere Spieler erachtet der Club diese Variante allerdings nicht als sinnvoll, da die jüngeren Spieler viel ballfi xierter und bezüglich Regeln noch wenig refl ektiert sind. Corona-Fußballabzeichen für Minikicker Um den jüngeren Kindern ein corona- regelkonformes und gesundes Bewe- gungsangebot zu ermöglichen, bietet der Riedberger SV seit Juni das Training für ein RSV-Corona-Fußballabzeichen an. Dabei gibt es mindestens fünf ver- schiedene Stationen – diese liegen weit auseinander. An jeder Station befi ndet sich ein Kind plus sein Elternteil, die Er- wachsenen sind für die Motivation und den Abstand (bei wegrollenden Bällen) verantwortlich. Nach rund fünf Minu- ten wird gewechselt. Es gibt maximal fünf Kinder im Training, die Trainings- dauer beträgt 30 bis 45 Minuten. Ablauf: Der Trainer baut die Stationen altersgerecht und auf das Fußballabzei- chen ausgerichtet auf. Bei Ankunft des- infi zieren der Elternteil und das Kind ihre Hände und gehen zu einer freien Sta- tion. Der Trainer erklärt die Stationen, zusätzlich ist an jeder Station eine kur- ze Beschreibung hinterlegt. Der Trainer motiviert die Kinder, achtet auf die Ein- haltung der Coronaregeln und erklärt bei Bedarf die Stationen. Die Eltern be- kommen eine kurze Übersicht der Übun- gen als Gedankenstütze. Nach einer bis drei Trainingseinhei- ten erfolgt die Corona-Fußballabzei- chenprüfung (wieder ein Kind; ein El- ternteil/Trainer nimmt Prüfung ab). Je nach Alter und Können variieren die Fußballabzeichenübungen und es gibt aufbauend mehrere Fußballabzeichen (ähnlich den Schwimmabzeichen). So kann die Coronazeit sinnvoll überbrückt werden und die Kinder kön- nen verschiedene Fußballabzeichen bestehen und sammeln. red Vorteile des Corona- Fußballabzeichens: • Motivation durch das Ziel des Ab- zeichens. • Durch die Beteiligung der Eltern bekommt das „andere“ Training für die Kinder einen höheren Stel- lenwert. • Durch die Elternbeteiligung und Sicherung des Abstandes und andere Coronaregeln kann das Training im jüngeren Bereich si- cher durchgeführt werden, also Sicherheit für Teilnehmer, Eltern, Trainer und Vereinsvorstand. • Stationstraining kann gegebe- nenfalls auch zuhause simuliert werden und dient als Alternative zu öff entlichen Bolzplätzen. • Bewegungsangebot, das trotz der Aufl agen durchgeführt wer- den kann und keine Gefahr für die Teilnehmer mit sich bringt. Dadurch wird die Vereinsbindung gestärkt. HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Corona-Pandemie | 8 bereich pausiert noch. Die Trainer Jo- chen Breideband und Thomas Gold- mann haben ihr erstes Training nach der Corona-Pause akribisch vorbereitet. „Anfangs war ich skeptisch, ob sich der Aufwand wirklich lohnt“, sagt Brei- deband ehrlich. Doch schon die Reso- nanz seiner Spieler auf die ersten auf rein freiwilliger Basis angebotenen Übungseinheiten lockern Zweifel. Der Blick auf das top gepfl egte und satte Grün lässt die Herzen der Spieler höher- schlagen. Die Freude, bekannte Gesich- ter nach längerer Zeit wieder einmal in echt zu sehen, ist groß, ebenso die ge- forderte Disziplin bei der Begrüßung. Kein Händeschütteln, zuwinken auf Dis- tanz. Zwei Spieler begrüßen sich per El- lenbogen, so wie teilweise in der Bun- desliga gejubelt wird. „Eigentlich soll ja auch das nicht sein, es sind ja keine anderthalb Meter möglich“, meint Brei- Torwart Ken Eichholzer desinfiziert seine Hände deband streng, wohl wissend um seine Vorbildfunktion. Nahezu der komplette Kader der ersten Mannschaft ist am Start. „Auch unsere zweite Mannschaft hat ein ers- tes Training absolviert und auch dort waren sehr viele Spieler anwesend“, er- gänzt der Sportliche Leiter Michael Au- erhammer. Der Kreisoberligist hält sich strikt an die behördlichen Vorgaben und hat die Empfehlungen des Hes- sischen Fußball-Verbandes in ein sie- benseitiges vereinsinternes Konzept zur Abwicklung von Trainingseinhei- ten einfl ießen lassen. Die örtliche Li- mes-Apotheke unterstützte den Verein mit der Spende eines Zwölf-Liter-Kanis- ters Desinfektionsfl üssigkeit. Ein Eimer Mit Einweghandschuhen reinigt Trainer Jochen Breideband Bälle und Trainingshütchen. Trainieren mit Abstand: Niederrodenbach setzte das Konzept um Viele Vereine des Hessischen Fußball-Verbandes und in ganz Deutschland machten sich darüber Gedanken, wie sie trotz der behördlichen Vorgaben ein produktives Training anbieten können. So auch der FC Germania Niederroden- bach, der bereits vor den Lockerungen vom 11. Juni aktiv war. Bereits umgezo- gen mit Turnbeuteln auf den Rücken trudelten die Fußballer des FC Germania Niederrodenbach nach und nach am Waldstadion ein, legten den unterschrie- benen Wisch zur Erklärung ihrer eigenen Gesundheit und der Kenntnis der auf- erlegten Regeln artig auf den Stapel und desinfi zierten ihre Hände. Als einer der ersten und wenigen Fuß- ballvereine des Kreises Hanau hat der Kreisoberligist inmitten der Corona-Kri- se das Fußballtraining wieder aufge- nommen – zunächst nur mit der ersten und zweiten Mannschaft, der Jugend- HESSEN-FUSSBALL 6/2020
9 | Corona-Pandemie mit Seifenwasser ist eingelassen, um damit Bälle und Trainingsmaterialien vor und nach dem Training zum Schutz gegen Infektionen zu reinigen, selbst die Pfosten der tragbaren Tore werden noch abgewischt. Es mag für manchen übertrieben wirken, doch die Regeln macht derzeit nun mal das Coronavi- rus. Die benutzten Einweghandschu- he wandern direkt nach Benutzung in den Mülleimer, dort wo ansonsten eher die Kronkorken von Bierfl aschen und die mit Senf durchtränkten Pappdeckel für Bratwürstchen landen. „Nutzt doch die ganze Breite der Tribüne zum Um- ziehen“, fordert Breideband seine Jungs auf. Die Trainingsgruppe hat er vorab aufgeteilt. Er betreut acht Spieler in der einen Platzhälfte, Thomas Goldmann bietet die gleichen Übungen gegen- überliegend an. Jonglieren zum Warm- maschen, Passübungen, intensives Dehnen, schließlich zum Schluss Flan- kenläufe und endlich wieder Torschüs- se. Das macht den Kreisoberligakickern sichtlich am meisten Spaß. Es wird fre- netisch gejubelt, als die ersten Bälle hinter den Keepern Julian Scharlau und Ken Eichholzer in den Netzen einschla- gen. „Es war klasse, einfach mal wieder aufs Tor schießen zu können“, meinen Nervin Memic und Mirko Bach uniso- no. Techniker Dejan Gesch genießt es, den Ball am Fuß zu haben und Flugbäl- le über 30 Meter zu schlagen. „Ich fi nde es genial, dass wir wieder trainieren. Die noch eingeschränkten Möglichkeiten sind zwar schade, doch unter den Um- ständen reicht das.“ Adrian Gepel lobt das Engagement seines Vereins. „Uns wurde in einer Videokonferenz das Hy- gienekonzept nähergebracht. Das ist kein Training wie jedes andere, da man sich an die Abstandsregeln ja erst mal gewöhnen muss.“ Ian Friebe schlägt in die gleiche Kerbe. Seit seinem Wechsel von der Spvgg. Langenselbold fühlt er sich fi tter denn je, dem ersten Training nach der langen Pause hat er entgegen- gefi ebert. Es sind ungewohnte und harte Zei- ten für die Fußballer und ihre Fans. Es fehlen die sonntägliche Spiele, das ge- sellige Miteinander und natürlich die Fachsimpelei der selbsternannten Fuß- ballexperten. Bei Germania Niederro- denbach wissen die Verantwortlichen, dass sie noch einige Zeit auf Gewohntes und Liebgewonnenes in ihrem Wald- stadion verzichten müssen – und den- noch soll die Normalität wieder Stück für Stück einkehren. Der Vorstand des FC Germania Nie- derrodenbach stand von Beginn an Abstand halten ist angesagt ... voll hinter den Plänen der Übungslei- ter, nach den Lockerungen der Regie- rung den Trainingsbetrieb allmählich unter freilich erschwerten Bedingun- gen wieder aufnehmen zu wollen. Der Sportliche Leiter sieht die Ge- meinschaft klar gestärkt. „Hauptsa- che die Jungs stehen mal wieder ge- meinsam auf dem Platz. Es ist besser ein bisschen was zu machen als gar nichts“, argumentiert Michael Auer- hammer. Seine Meinung: Da jegliche Zweikampfsimulation wegfällt und auch das beliebte Abschlussspielchen aufgrund des Abstandsgebotes nicht stattfi nden kann, sind die Übungslei- ter in Sachen Trainingsaufbau mehr denn je gefragt. Für Auerhammer kein Grund zur Sorge, hat er doch volles Vertrauen in das Trainerteam um den am Saisonende ausscheidenden Jo- chen Breideband. „Gewöhnungsbedürftig“ ist die neue Situation für Tobias Kühn. Wieder auf dem Platz stehen zu können, ist für den Off ensivspieler jedoch ein Genuss. Am Ende waren sich alle Beteiligten einig. Es hat Spaß gemacht. Obwohl bis zum Start in die Vorbereitung auf die neue Runde keine sportlichen Ziele mehr verfolgt werden, wollen sich die Ger- mania-Fußballer in den kommenden Wochen zumindest ein Mal wöchent- lich zum gemeinsamen Trainieren tref- fen und es auch weiterhin in Kauf neh- men, mit Ausnahme der Toiletten vor verschlossenen Türen zu stehen und ungeduscht verschwitzt den Nachhau- seweg antreten zu müssen. Text & Fotos: Frank Schneider Endlich wieder Torschuss: Mirko Bach schießt kraftvoll auf das Tor. HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Corona-Warn-App | 10 DIE CORONA-WARN-APP: UNTERSTÜTZT UNS IM KAMPF GEGEN CORONA. Jetzt die Corona-Warn-App herunterladen und Corona gemeinsam bekämpfen. HESSEN-FUSSBALL 6/2020
11 | Corona-Pandemie DIE CORONA-WARN-APP: GEMEINSAM CORONA BEKÄMPFEN Mit der Corona-Warn-App können alle mithelfen, Infektionsketten schnell zu durchbrechen. Sie macht das Smartphone zum Warnsystem. Die App informiert uns, wenn wir Kontakt mit nachweislich Infizierten hatten. Sie schützt uns und unsere Mitmenschen. Und unsere Privatsphäre. Denn die App kennt weder unseren Namen noch unseren Standort. WARUM IST DIE APP SO WICHTIG? Überall im öffentlichen Raum begegnen wir anderen Menschen. Darunter auch Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sein können und das Virus an andere übertragen. Auch ohne, dass sich Symptome bemerkbar machen. Nach einem positiven Corona-Test geht es für das Gesundheitsamt an die Nachverfolgung der Kontakte. Und die verläuft nicht ohne Lücken. Schließlich können Infizierte unmöglich alle Personen benennen, denen sie im Supermarkt, in der Bahn oder beim Spaziergang begegnet sind. Die Corona-Warn-App kann solche Lücken schließen. Sie erkennt, wenn sich andere Menschen in unserer Nähe aufhalten. Und sie benachrichtigt uns, wenn ihr gemeldet worden ist, dass sich einer dieser Menschen nachweislich infiziert hat. Kurz: Sie ergänzt die analoge Erfassung digital und hilft so, Infektionsketten zu durchbrechen. Sie hilft, die Pandemie unter Kontrolle zu halten. WIE FUNKTIONIERT DIE APP? Die Corona-Warn-App sollte uns auf allen Wegen begleiten. Wann immer sich Nutzer/-innen begegnen, tauschen ihre Smartphones über Bluetooth verschlüsselte Zufallscodes aus. Diese geben Aufschluss darüber, mit welchem Abstand und über welche Dauer eine Begegnung stattgefunden hat. Die App speichert alle Zufallscodes, die unser Smartphone sammelt, für 14 Tage. Laut Robert Koch-Institut umfasst die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung, von einem bis maximal 14 Tagen. Deshalb werden die Daten nach Ablauf von 14 Tagen automa- tisch gelöscht. Meldet eine betroffene Person über die App freiwillig ihre Infektion, werden ihre eigenen Zufallscodes allen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung gestellt. Auf deren Smartphones prüft die App, ob unter den Kontakten der letzten 14 Tage der Zufallscode eines Infizierten ist und kritische Kontakte bestanden haben. Wird sie fündig, benachrichtigt sie die Be- troffenen und gibt klare Handlungsempfehlungen. Die Daten der Benachrichtigten sind zu keiner Zeit einsehbar. WAS PASSIERT MIT DEN DATEN? Die App ist auf dem eingeschalteten Smartphone aktiv und soll uns täglich begleiten. Sie wird uns jedoch nie kennen- lernen. Sie kennt weder unseren Namen noch unsere Telefonnummer noch unseren Standort. Dadurch verrät sie niemandem, wer oder wo wir sind. Der Datenschutz bleibt über die gesamte Nutzungsdauer und bei allen Funktionen gewahrt. • • Keine Anmeldung: Es braucht weder eine E-Mail-Adresse noch einen Namen. Keine Rückschlüsse auf persönliche Daten: Bei einer Begegnung mit einem anderen Menschen tauschen die Smart- phones nur Zufallscodes aus. Diese messen, über welche Dauer und mit welchem Abstand ein Kontakt stattgefunden hat. Sie lassen aber keine Rückschlüsse auf konkrete Personen zu. Es erfolgt auch keine Standortbestimmung. • Dezentrale Speicherung: Die Daten werden nur auf dem Smartphone gespeichert und nach 14 Tagen gelöscht. • Keine Einsicht für Dritte: Die Daten der Personen, die eine nachgewiesene Infektion melden, sowie der Benachrich- tigten sind nicht nachverfolgbar – nicht für die Bundesregierung, nicht für das Robert Koch-Institut, nicht für andere Nutzer/-innen und auch nicht für die Betreiber der App-Stores. HESSEN-FUSSBALL 6/2020
StayAtHome Cup 2020 / PR | 12 stand in Spiel 2 kämpften sich die Oberauer noch sensationell zurück und konnten die zweite Partie in der Ver- längerung durch Golden Goal für sich entscheiden. Im dritten und alles ent- scheidenden Duell ging der Gesamt- sieg durch ein klares 4:0 an die Jungs aus dem Kreis Büdingen. Ähnlich spannend wurde es auch im Finale der Nordstaff el, welches auch für die JSG Lüdertal mit einer 2:4-Nie- derlage gegen den SC Neukirchen be- gann. Spiel 2 und 3 gingen dann aber mit 4:0 und 2:1 an die „Jupp-Trupp“ aus Lüdertal, die sich gemeinsam mit dem JFV Oberau nun erste hessische eFoot- ball-Meister nennen dürfen und in der Sportschule in Grünberg von HFV-Prä- sident Stefan Reuß mit Preisen und einem Sieger-Pokal geehrt wurden. Der Hessische Fußball-Verband hatte sich nach Aussetzung des Spielbetrie- bes durch die Corona-Pandemie dazu entschlossen, mit einem eFootball-Tur- nier auf der PlayStation 4 seinen Fuß- ballern einen alternativen sportlichen Wettbewerb anzubieten. 236 hessische Vereine aus dem gesamten Landes- gebiet meldeten für das erste virtuel- le Turnier der Verbandsgeschichte und spielten seit dem 17. April in wöchent- lichen Duellen die Gruppenphase und k.o.-Runden aus. Sascha Timmas * Dieses Turnier (Community Tourna- ment) steht nicht mit Electronic Arts Inc. oder seinen Lizenzgebern in Ver- bindung und wird nicht von diesen unterstützt. Anmeldungen können unter dem folgenden Link vorgenommen werden: https://bit.ly/AnmeldungWebinarField- TurfJuli2020. Ansprechpartnerin beim Hessischen Fußball-Verband ist Nicole Schonert, telefonisch unter 069 677-282-510 er- reichbar oder per Mail unter Nicole. Schonert@hfv-online.de. mag Die Sieger des HFV StayAtHome Cup 2020 JFV Oberau und JSG Lüdertal wurden in der Sportschule Grünberg von Verbandspräsident Stefan Reuß (r.) und dem Ausschussvorsitzenden für Freizeit & Breitensport Claus Menke (l.) geehrt. Fotos: Sascha Timmas HFV-StayAtHome Cup 2020: JSG Lüdertal und JFV Oberau triumphieren Die JSG Lüdertal (Fulda) und der JFV Oberau (Büdingen) sind die Sieger beim ersten eFootball-Turnier des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV). Beide Mann- schaften konnten sich in ihren Finalspielen der Verbandsturniere Nord & Süd mit 2:1 im Modus Best-Of-Three gegen ihre Konkurrenten durchsetzen. In den Finalspielen, die vom HFV erneut auf der Streaming-Plattform Twitch live und mit Kommentar übertragen wur- den, machte die Begegnung der Süd- staff el zwischen dem JFV Oberau und dem FC Hessen Massenheim den An- fang. Nach einer 1:4-Niederlage im ers- ten Duell und bereits einem 1:3-Rück- Jetzt anmelden: Kunstrasen-Partner erstmals mit Webinar HFV-Partner Field Turf hat in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche inter- essante Seminare mit dem Thema Kunstrasenplätze in der HFV- Sportschule in Grünberg und an anderen Orten in Hessen durch- geführt. Am 12. März dieses Jahres musste das letzte geplante Seminar in Kelkheim kurzfristig wegen der Corona-Pandemie ab- gesagt werden. Nun wird diese Veranstaltung „Die Zu- kunft des Fußball-Kunstrasens“ als Field-Turf-Webinar am 2. Juli 2020 von 14 bis 15.30 Uhr erstmals in digitaler Form angeboten. Dazu wird es vier Re- ferenten geben, die nach ihrem Impuls- referat für Fragen zur Verfügung ste- hen. Die Teilnehmer können aber auch vorab ihre Fragen bei HFV-Marketing- mitarbeiterin Nicole Schonert einrei- chen. Die Themen der Re- ferenten umfassen die Planung, die Finanzie- rung und den Bau von Kunstrasenplätzen, die Zukunft des Kunstra- sens, neue Wege für das Recyceln sowie die Produkte für Fußball- Kunstrasen FieldTurf 2020. HESSEN-FUSSBALL 6/2020
13 | Jugend Unsere Jugendarbeit: Heute: RSV Büblingshausen Interview mit Erik Caspari Funktion(en) im Verein: Jugendleiter und D-Junioren-Trainer Fußballkreis: Wetzlar Verein / JSG: RSV Büblingshausen (ab D-Junioren JSG Büblingshausen) Anzahl Jugendmannschaften: 19 Beschreiben Sie Ihre Jugendarbeit in wenigen Sätzen! In der Jugendabteilung des RSV Bü- blingshausen sollen alle Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, Fußball zu spielen, egal welcher Her- kunft, Religion oder welchen Leistungs- standes. Hierzu ist eine Vielzahl an eh- renamtlichen Trainern und Betreuern vonnöten, die nicht nur im Trainings- und Spielbetrieb ihr Engagement zur Verfügung stellen, sondern auch dar- über hinaus sich in ihrer Freizeit stetig weiterbilden. Welche Ziele verfolgt Ihre Jugend- arbeit? Was ist Ihnen dabei besonders wichtig? Unser vorrangiges Ziel ist es, allen Kin- dern und Jugendlichen den Spaß am Fußball zu vermitteln, sie bestmöglich individuell in ihrer sportlichen und per- sönlichen Weiterentwicklung zu unter- stützen. Aus Vereinssicht ist es das Ziel, sportlich und sozial gut ausgebilde- te Spieler nach deren Jugendspielzeit mit der größtmöglichen Vereinsidenti- fi kation zu unseren Senioren zu über- geben. Ganz besonders talentierten Spielern wollen wir zu einem sinnvollen Zeitpunkt auch den Wechsel zum sport- lich nächstgrößeren Verein ermögli- chen. Hierzu haben wir uns neben Ko- operationen auch ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut. Um dies zu erfül- len, arbeiten wir nach unserem eigenen Vereinsjugendkonzept, welches von al- len Beteiligten (Vorstand, Jugendaus- schuss, Spielern und Eltern) umgesetzt wird. Wir versuchen mit unseren 19 Ju- gendteams sowohl die Breite als auch die Spitze zu fördern. Was sind die größten Erfolge der jüng- sten Vergangenheit? 2018 Kreispokalsieger U11, 2018 Auf- stieg U13 Gruppenliga, 2019 Futsal- Kreismeister U15, 2019 Kreispokalsieger U13 Welches sind aktuell die größten Her- ausforderungen und wie versuchen Sie, diese zu meistern? Die aktuell größte Herausforderung ist es, unsere Spieler der unteren Alters- klassen über B- und A-Junioren bis zu unseren Senioren beim Fußballsport und im Verein zu behalten. Aus unter- schiedlichsten Gründen ist das heut- zutage keine einfache Aufgabe. Hierzu ist eine enge Verzahnung zwischen Ju- gend und Senioren nötig. Gemeinsam versuchen wir, hier ständig neue Wege einzuschlagen, um die Jungs bei den B- und A-Junioren auch auf Kreisebene in unserem Verein und beim Fußball zu halten. Was wünschen Sie sich vom Hessi- schen Fußball-Verband für Ihre Arbeit vor Ort? Zum einen ist meines Erachtens eine Anpassung des Spielbetriebs notwen- dig, um auf Kreisebene die vorhande- nen Spieler in den jüngeren Jahrgän- gen auch dauerhaft bei der Stange zu halten. Die Distanzen und damit der zeitliche Aufwand in den unteren Spiel- klassen sind einfach zu groß. Die Ju- gendlichen sind häufi g nicht mehr be- reit, vier bis fünf Stunden für ihr Hobby aufzubringen. Zum anderen ist das Kontaktdaten der Jugendabteilung: Ansprechpartner: Erik Caspari Telefonnummer: 0177 8226195 Mail-Adresse: jugend@rsv-bueblingshausen.de Homepage: http://www.rsv-bueblingshausen.de Facebook: @rsv1929 sportliche Niveau häufi g zu weit aus- einander. Diese beiden Punkte zusam- men sind unter anderem für die vielen Spielverlegungen bzw. Spielabsagen verantwortlich, so dass kaum ein regel- mäßiger Spielbetrieb in den unteren Spielklassen zustande kommt. Dies ist wiederum nicht dienlich, um die Spie- ler beim Sport zu behalten. Zum anderen muss eine Änderung beim Einsatz von A-Junioren bei Senio- renmannschaften von Vereinen ohne A-Junioren erfolgen. Hier hat sich der Trend ergeben, dass A-Junioren teil- weise eine Zeit aussitzen, um dann ohne Ausbildungsentschädigung ein paar Monate später als eigentlicher Ju- gendspieler bei den Senioren zu spie- len. Dies verkleinert die Anzahl einsetz- barer Spieler zusätzlich und verhindert, dass A-Junioren-Teams zum Wettbe- werb gemeldet werden können. Sebastian Sauer; Foto: privat Jugendseiten Ansprechpartner: Sebastian Sauer Eisenacher Straße 19 36167 Nüsttal-Morles Mobil 0160 99697027 Mail sauer89@live.de HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Re-Start Trainerausbildung: „Sehr positiv überrascht“ Der Hessische Fußball-Verband startete als erster Landesverband in Deutsch- land wieder mit der Trainerausbildung unter Einhaltung der Corona-Bedingun- gen. Der erste abgehaltene Lehrgang war eine C-Lizenz Ausbildung im Profi l Junioren. Über die Besonderheiten bei diesem Lehrgang sprachen wir mit dem Teilnehmer Michael Fischer vom bayrischen DJK Rieden. Herr Fischer, Sie waren beim „Pilot- Lehrgang“ dabei. Schildern Sie uns, wie Sie den Lehrgang empfunden haben? Ich war bereits zum Lehrgang Basiswis- sen in der Sportschule in Grünberg. Um ehrlich zu sein, hatte ich bei der Anreise noch Zweifel, ob ein Lehrgangsbetrieb unter diesen Voraussetzungen möglich ist. Ich muss sagen, dass ich sehr positiv überrascht war, dass uns alles vermit- telt werden konnte, auch in der Praxis auf dem Platz. Klar fallen auch ein paar Inhalte weg, aber diese wurden in der Theorie ausführlich besprochen. Qualifi zierung des HFV: Tolle Resonanz auf Webinare Wenn der Fußball mit Spiel- und Trainingsbetrieb ruht, dann haben die Trainer und Vereinsverantwortlichen Zeit und vielleicht sogar ein wenig Langeweile. Ausgehend von dieser Prämisse begannen beim Ausschuss für Qualifi zierung und Vereinsentwicklung sofort nach Beginn des Shutdowns die Planungen für eine Webinar-Reihe. Die überragende Resonanz nach zwei Monaten belegt die richtige Einschätzung der Situation. Eine zentrale Überlegung zu Beginn der Planung war die Orientierung an der Zielgruppe: Alle Trainer – ob mit oder ohne Lizenz – sollen erreicht und dabei die Qualitätsstandards unbedingt ein- gehalten werden. „Klasse Seminar! Vielen lieben Dank an Herrn Sterkel und den Hessi- schen Fußball-Verband, der sowas möglich macht! Bitte weiter so.“ Michael Zimmermann, SC Riedberg Technische Voraussetzungen nach einem zunächst erstellten Anforde- rungsprofi l mussten geklärt, Referen- ten und Themen gesucht werden, be- vor es losgehen konnte. Den Aufschlag machte Stefan Heck als Leiter der Pass- stelle. Der langjährige HFV-Lehrrefe- rent Stefan Ebert folgte mit dem The- ma „Steuerungsgrößen“ kurz darauf. „Es ist schon eine völlig ungewohnte Situation, statt der Teilnehmer nur mit einem Bildschirm und seiner Präsenta- tion zu sprechen“ sagte Ebert im An- HESSEN-FUSSBALL 6/2020 Qualifi zierung | 14 Im Speisesaal wurde auf den Abstand geachtet, sodass sich jeweils zwei Teil- nehmer am Tischende gegenübersa- ßen. Es konnten nur Tellergerichte ser- viert werden. Auf dem Weg zum Platz und zum Tagungsraum musste ein Mund-Nasen-Schutz getragen wer- den. Die Materialien (Bälle, Hütchen, …) mussten nach Benutzung gereinigt werden. Wie haben Sie die Aufl agen empfunden? Ich trage keinen herkömmlichen Mund- Nasen-Schutz sondern ein Halstuch, das ich bei Bedarf einfach über die Nase ziehen kann. Für mich war das so kein großer Aufwand und es hat mich eigentlich gar nicht gestört. Das Essen war für mich völlig in Ordnung, man konnte am Morgen zwischen zwei Ge- richten auswählen und es gab immer Salat und Nachtisch. Auch das Reinigen der Materialien war kein besonders gro- ßer Mehraufwand. Wir haben das auf- geteilt, jeder hatte einmal Reinigungs- dienst. Es war alles sehr harmonisch. Bei Lehrgängen ist auch der Erfah- rungsaustausch unter den Teilneh- mern besonders wichtig. Hatten Sie den Eindruck, dass dies zu kurz kam? Nein, es war wie auch schon beim Ba- siswissen eine tolle Truppe. Es hat sich unglaublich schnell eine Gruppendy- namik entwickelt und wir haben uns sehr gut verstanden. Ich bedanke mich beim Hessischen Fußball-Verband, dass er diesen Lehrgang ermöglicht hat. Interview: Saskia Mann; Foto: HFV schluss. Trotzdem gewöhnten sich alle Referenten sehr schnell an das neue Setting. „Das Hobby, das ein Großteil des Lebens füllt, ist einfach wegge- brochen. Mit solchen Webinaren kommt man wenigsten phasen- weise wieder in den Fußballmodus. Vielen Dank!“ Kevin Grebe, SKG Rodheim-Bieber Einige interessante Fakten belegen, wie gut die Webinare ankommen: – Der jüngste Teilnehmer war 16 Jahre als, der älteste 74. – Vom Fußball-Lehrer bis zum Trainer ohne Lizenz waren alle Qualifi zie- rungsstufen vertreten. – 1451 Teilnehmer im April – 2000 Teilnehmer im Mai
15 | Qualifi zierung – Die Wohnorte der Teilnehmer waren über ganz Deutschland verteilt. Besonders kreativ war der HFV-Lehr- referent Detlef Mikosch, der mit einer Reihe selbst gedrehter Videos unter Einbeziehung vieler Gegenstände des Hausrats mögliche Hausaufgaben für Kinder und Jugendliche demonstrierte. Großes Gelächter bei den Teilneh- mern gab es für die Stoff tiere, die er mit einem Softball von der Anrichte im Wohnzimmer schoss. Gut, dass bald die Gärtnereien wieder öff neten, denn es dürften in der Folge eine ganze Rei- he Blumentöpfe zu Bruch gegangen sein. FI Qualifi zierung: Ansprechpartner: Frank Illing Berliner Straße 12 63594 Hasselroth Telefon 06055 82174 Mail Frank.Illing@hfv-online.de Trainingsform des Monats: 3:3 auf drei Tore mit Zonen – ab D-Jugend Organisation: – Aufbau wie in der Grafi k – Für jeden Spieler eine eigene Zone errichten – Vor dem Tor eine Tabuzone markie- ren Im Feld Plättchen verwenden – Ablauf: – 3:3 auf drei Minitore – Zusammenspiel untereinander er- laubt – Abschluss auf die Minitore Variationen: – Großtore mit Torhüter aufstellen (Abstände anpassen) – Tor wird belohnt – erneuter Ball- besitz – Mehr Spieler – mehr Zonen – Feldgröße variieren – Größe der Tabuzone variieren Coachinghinweise: – Off ensiv: Zusammenspiel, Ball- mitnahme, Zielstöße (Innenseite, Spann), Anbieteverhalten, schnel- le Spielverlagerung – Defensiv: Verschieben, Pass- lücken schließen, gegenseitiges Coaching Luca Press HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Eine Würdigung seiner Arbeit: Vor 100 Jahren wurde Otto Andres geboren Am 1. Juni 2020 hätte der von vielen Fußballfreunden hoch geschätzte Ehren- präsident des Hessischen Fußball-Verbandes, Otto Andres aus Hanau-Großau- heim, seinen 100. Geburtstag feiern können. Er verstarb 2002 im Alter von 82 Jahren im wohlverdienten Urlaub auf Ibiza an Herzversagen. Der damalige HFV-Präsident Rolf Hocke schrieb im HESSEN-FUSSBALL unter dem Titel; „Otto Andres – Mensch, Du fehlst“ in seinem Nachruf: „Otto Andres hat den Hessischen Fußball-Verband geprägt wie kaum ein anderer. Er galt als eine der schillerndsten und zugleich kompetentesten Persönlichkeiten im hessischen und bundesdeutschen Fuß- ball. Seine geschliff ene Rhetorik, seine messerscharfen Schlüsse, sein mitrei- ßender Humor, seine einmalige Prag- matik und seine Hartnäckigkeit im Nachfragen ließen ihn schnell zu einem der geschätzten Mitarbeiter werden.“ Der angesehene Sportjournalist Wolfgang Tobien würdigte Otto And- res‘ Arbeit für den HFV mit den Worten: „Otto Andres, das war der Hessische Fußball-Verband. Sein Wort galt und seine Ideen wurden auch realisiert. Zeit seines Lebens hat er seine Meinung immer sehr deutlich, manchmal sogar überprononciert geäußert. Manchmal hätte er sich durch diplomatisches Ge- schick großen Ärger vom Hals halten können. Doch der geradlinige ‚Otto‘ liebte stets das klare und deutliche Wort.“ Im Jahre 1990 verließ Otto Andres die große HFV-Bühne und zum Ab- schied wurde er beim Verbandstag in Grünberg zum Ehrenpräsidenten er- nannt. Bezeichnend seine Worte zum Abschied: „Ich fühle mich nicht alt. Aber ich bin der Meinung, dass es an der Zeit ist, die Geschäfte an Jüngere zu über- geben. Schimpfen sie, so oft Sie Lust haben, über alles und jedes. Kritisie- ren Sie auch mich. Das befreit die See- le. Aber, liebe Freunde, denken Sie auch daran, wenn Sie schimpfen und kritisie- ren, dass jeder stets versucht, das Aller- beste zu geben. Und ich hoff e zuver- sichtlich, dass Sie von mir auch diesen Eindruck hatten.“ Nach seinem Tod war das Presse- Echo sehr groß. So sprach die angese- hene „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ von „einem listigen Mann mit Visio- HESSEN-FUSSBALL 6/2020 Zurückgeblättert extra | 16 nen.“ Otto Andres habe schon sehr früh die Gefahren und Schwierigkeiten er- kannt, mit denen der Fußball zu kämp- fen habe. Otto Andres habe gewarnt vor den Fesseln der „totalen Vermark- tung“. Er prangerte auch das nicht mehr stimmende Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Bezahlung der Spieler und der Trainer an, das sich bis in den Bereich der Amateure auswirke. Heute wissen wir, dass Otto Andres als Vizepräsident des DFB die Entwick- lung des deutschen Fußballs maßgeb- lich mitgestaltet hat. Als Jurist war er na- türlich auch Vorsitzender des Rechts-, Satzungs-, Ordnungs- und Ausbildungs- wesens und hat in dieser Eigenschaft wertvolle Impulse vermittelt. Die FAZ würdigte insbesondere sei- ne Verdienste bei der Einführung der Zweiten Bundesliga, die ihm bundes- weit große Anerkennung brachte. Als „Retter der 2. Bundesliga“ wurde er ge- feiert. Den Aufbau der Frauen-Bundes- liga hat er ebenso ermöglicht wie den Status eines Vertragsamateurs. Bei vie- len anderen Neuerungen beim DFB hatte Otto Andres ebenfalls seine Hand im Spiel. Seine fl eißige und zugleich er- folgreiche Arbeit für den DFB brachte ihm sogar den ehrenvollen Beinamen „Ein Kämpfer mit der germanischen Keule“ ein. 1972 wurde Otto Andres HFV-Vorsitzender Nach dem Ausscheiden des legendä- ren Vorsitzenden Willy Linnenberg und der beiden Hanauer Repräsentanten Fritz Hamburger und Carl Fucker wähl- ten die hessischen Fußballvereine 1972 Otto Andres zu ihrem neuen Vorsitzen- den. Bis ins Jahr 1990 sollte er dieses Amt innehaben. Nach seinem Ausscheiden widme- te ihm der HESSEN-FUSSBALL verdien- termaßen die Schlagzeile: „Für Hessens Fußballer bist Du der Größte.“ Nach seiner Wahl zum Vorsitzenden begann im Bereich der Sportschule in Grünberg eine beispielhafte Aufbau- phase. So entstanden binnen weniger Jahre der große Hoteltrakt, das Hallen- bad, der erste Kunstrasenplatz und die attraktiven Ferienhäuser. Nachdem die Geschäftsstelle in der Goethestraße 10 (seit 1948) inzwischen viel zu klein ge- worden war, reifte bei Otto Andres und seiner Crew der Entschluss, zusammen mit dem Landessportbund in der Nähe des Stadions ein neues Domizil mit einer eigenen Etage aufzubauen. Der Umzug von der Goethestraße 10 in die Otto-Fleck-Schneise 4 gelang.
17 | Zurückgeblättert extra Bundesweit geriet Andres in die Schlagzeilen, als er die Deutsche Natio- nalmannschaft 1978 zur Weltmeister- schaft nach Argentinien führte. Die Teil- nahme des DFB wurde in den Medien und in einigen Parteien massiv kriti- siert. Otto Andres bewahrte die Ruhe und schrieb allen Kritikern ins Stamm- buch: „Wir vom DFB kennen kein blau- es, rotes, schwarzes und erst recht kein braunes Hemd. Der DFB wird bestimmt nicht autoritär geführt, sondern auf der Basis absoluter Demokratie. Bei Herren, die uns an den Wagen fahren wollen, werden wir zurückschlagen. Der DFB wird politisch aktiv werden, aber keine Politik machen.“ Während seiner Zeit als DFB-Vize leitete er auch die deut- sche Delegation, die 1982 zur WM nach Spanien reiste. Die Amateure führte er 1984 und 1988 zu den Olympischen Spielen. Temperament als Markenzeichen Vor allem sein Temperament sollte sein Markenzeichen werden. Selbst schwie- rige Entscheidungen, die zu treff en waren, setzte er souverän bei den Ge- sprächspartnern durch. Unvergessen seine unangefochtene Regieführung bei den Verbandstagen. Die Rededuel- le, um die besten Lösungen zu fi nden, meisterte er zielstrebig, gelassen und kreativ. Ihm gelang es, Schwieriges auf einen kurzen Nenner zu bringen. Das Gütezeichen Otto Andres hatte auch zur Folge, dass sein hessisches Know- how auch beim Süddeutschen Fuß- ballverband (SFV) salonfähig wurde. Schon im Jahre 1973 wählten ihn die Delegierten zum neuen SFV-Vorsitzen- den. 1969 Ärger mit dem Landessportbund Von einer besonderen Streitkultur war auch sein Verhältnis zum Landessport- bund Hessen geprägt. Die von Otto Andres hier geäußerten Meinungen waren nicht immer druckreif. Dennoch bewies er wiederholt seine Stärke zu einem fairen Kompromiss. Während andere Funktionäre kuschten und um den heißen Brei herumredeten, argu- mentierte Otto Andres off en, kämpfe- risch und zielstrebig. Hauptstreitpunkt in den Jahren 1969 und 1970 war die Anerkennung der hessischen Fachverbände als außer- ordentliche Mitglieder beim Landes- sportbund. Ordentliche Mitglieder wa- ren damals lediglich die hessischen Sportvereine. zurückgeblättert extra In der „Frankfurter Rundschau“ hielt der spätere DFB-Pressesprecher Harald Stenger für die Nachwelt fest: „Otto Andres galt als zäher Verhandler, der mit Beharrlichkeit seine Vorstellun- gen stets durchzusetzen versuchte, als kantiger und engagierter Vordenker mit langem Atem. Dank seiner berufl i- chen Qualitäten als Jurist war er gera- de in vielen kniffl igen Situationen des Fußballs ein viel gefragter Mann.“ Der Hessische Fußball-Verband hatte das Glück, von einem so qualifi zierten Mit- streiter nahezu zwei Jahrzehnte lang geführt zu werden. Otto Andres und sein Wirken bleiben unvergessen. Rolf Lutz WENN AUS PRINT STRATEGIEN ENTSTEHEN. Offsetdruckerei E. Sauerland GmbH Am Spitalacker 1 | 63571 Gelnhausen Tel: +49 (0)60 51 5 38 38-0 www.druckerei-sauerland.de HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Frauen / Mädchen | 18 Interview mit Trainer Mirko Tinz: „Großartig, endlich wieder auf dem Platz zu stehen“ Mirko Tinz ist 36 Jahre alt und bereits seit 18 Jahren als Fußballtrainer aktiv. Der B-Lizenzinhaber ist seit 2018 Trainer im Nachwuchsbereich des 1. FFC Frankfurt und trainiert dort aktuell die U16-Juniorinnen, die Anfang März noch die süd- deutsche Futsal-Meisterschaft der C-Juniorinnen gewinnen und erstmals nach Hessen holen konnten. Exakt acht Wochen nach dem letzten Meisterschaftsspiel startete die Mann- schaft wieder in das Mannschaftstrai- ning. Grund genug für HFV-Frauen- und Mädchenfußballreferentin Hannah Marquard nachzufragen, wie es der Mannschaft und dem Trainerteam da- bei ergangen ist. Welches Fazit ziehen Sie aus den ersten Trainingseinheiten nach Wiederein- stieg in den Trainingsbetrieb? Es war ein tolles Gefühl für alle, sich nach so langer Zeit wiederzusehen und gemeinsam auf dem Fußballplatz zu stehen. Es wurde gemeinsam viel gelacht, es lief sogar bei ein bis zwei Spielerinnen beim ersten Wiederse- hen die eine oder andere Freuden- träne. Trotz aller Wiedersehensfreu- de waren alle sehr diszipliniert und hielten sich an die Hygiene- und Ab- standsregeln. Bei der Durchführung von Trainingsein- heiten sind einige (Hygiene-)Aufl agen zu berücksichtigen. Wie ist es gelungen diese umzusetzen? Welche Vorbereitun- gen mussten getroff en werden? Hier muss ich allen Verantwortlichen ein großes Kompliment machen. Sie haben innerhalb kürzester Zeit ein Kon- zept auf die Beine gestellt, so dass wir bereits am 13. Mai erstmals wieder trai- nieren konnten. Unter anderem gibt es einen gesonderten Ein- und Ausgang, die Toiletten verfügen über Seifenspen- der und sind frei zugänglich, zudem hat uns der Verein ausreichend Desin- fektionsmittel zur Verfügung gestellt. Auch gibt es nun Puff erzeiten zwischen den einzelnen Trainingseinheiten der Teams, so dass die Mannschaften sich nicht über den Weg laufen. Sehr stolz macht mich, wie diszipliniert und umsichtig die Mannschaft insge- samt mit der Corona-Situation, aber auch mit den Vorgaben umgeht. Sie nehmen das Thema trotz ihres jungen Alters sehr ernst und sind sich ihrer Ver- antwortung und Vorbildfunktion be- wusst. Was hat sich in Hinsicht auf die Trai- ningsinhalte zu einer „normalen“ Ein- heit verändert? Auf welche Übungs-/ Trainingsformen greifen Sie zurück? Es gilt, sich vorab noch intensiver Ge- danken über die möglichen Trainings- ziele und -inhalte sowie den Platz- aufbau zu machen, Übungsformen müssen „Corona-gerecht“ angepasst bzw. umgebaut werden. Hier ist teilwei- se Kreativität gefragt, doch so schwie- rig ist das letztlich gar nicht. In den kommenden Wochen konzen- trieren wir uns auf Übungsformen im technischen und athletischen Bereich. Im technischen Bereich lässt sich na- hezu alles sehr gut individuell und iso- liert trainieren. Diese Trainingsinhalte versuchen wir so spannend wie mög- lich zu gestalten, indem wir Wettspiele integrieren und immer wieder positiv und motivierend das Training mode- rieren. Welche Tipps können Sie Vereinen und Trainern geben, die ebenfalls den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen möchten? Ich kann jeden nur dazu ermutigen, wieder zeitnah den Trainingsbetrieb zu ermöglichen, auch wenn es zu Be- ginn eventuell nur eine Trainingsein- heit pro Woche ist. Das Argument, „die Saison wird ja eh abgebrochen“, darf hier nicht gelten, auch ohne Wettkampf und Meisterschaft ist ein spannendes Training möglich, die Kinder und Ju- gendlichen sehnen sich danach, wie- der gemeinsam auf dem Platz zu ste- hen, wenn auch mit Abstand. Ich höre und lese aktuell immer mal wieder in den sozialen Medien, dass die Vorgaben nicht umzusetzen sind und zu viel Aufwand bedeuten. Meine Emp- fehlung: Fragt bei anderen Vereinen nach, die im Trainingsbetrieb sind, wie Sie die Vorgaben umgesetzt haben, fragt die Eltern Eurer Jugendspielerin- nen und -spieler und/oder Eure aktiven Spielerinnen und Spieler, sie unterstüt- zen sicherlich mehr denn je die Um- HESSEN-FUSSBALL 6/2020 setzung der Vorgaben, um einen Trai- ningsbetrieb zu ermöglichen. Blieb Ihr Kontakt zu den Spielerinnen erhalten und welchen Eindruck haben Sie vom derzeitigen Leistungsniveau der Spielerinnen? Wir wurden, genauso wie alle anderen, aus heiterem Himmel aus dem Trai- nings- und Spielbetrieb gerissen. Wir haben dann relativ schnell individuelle Trainingspläne erstellt, die mit der Zeit immer wieder angepasst wurden. Zu- dem galt es immer mal wieder eine Chal- lenge zu lösen, beispielsweise ein krea- tives Technikvideo zu erstellen oder die „Finte der Woche“ einzuüben. Ich habe mich zudem relativ schnell dazu entschieden, uns zweimal die Woche an festen Terminen mit der Mannschaft „virtuell“ in einer Zoom-Konferenz zu treff en, dienstags zum „Team-Talk“ und donnerstags zum Cyber-Training mit unserem Athletiktrainer Alex Kur- kowski, der sich hier Woche für Woche sehr viel Mühe gegeben hat. Insgesamt hat es sehr gut funktioniert und ich bin sehr zufrieden, wie die Mannschaft die Situation angenom- men hat. Klar gab es auch bei einzel- nen Spielerinnen mal den einen oder anderen Durchhänger, aber das ge- hört aus meiner Sicht dazu. Aktuell merken wir schon, trotz der in- dividuellen Trainingspläne, dass die Mannschaft acht Wochen nicht auf dem Platz gestanden hat, insbeson- dere in der fußballspezifi schen Aus- dauer sowie in der Arbeit mit dem Ball. Aber das gehen wir jetzt gemeinsam mit großer Motivation und Freude an, wachsen mit dieser Herausforderung und genießen das gemeinsame Trai- ning auf dem Platz. Vielen Dank für das Gespräch und wei- terhin viel Spaß und Erfolg auf dem Platz!
19 | Frauen / Mädchen / Ü-Veranstaltungen Was macht eigentlich …? Heute: Carolin Simon 2020 begeht der Frauenfußball in Hessen sein 50-jähriges Jubiläum. Der HESSEN- FUSSBALL fi ebert bereits auf die Feierlichkeiten im kommenden Jahr hin (die ge- plante Jubiläumsfeier am 23. August 2020 musste aufgrund der Corona-Pande- mie verschoben werden). HFV-Referentin Hannah Marquard spricht im Rahmen einer Serie mit bedeutenden Fußballerinnen Hessens. Ich bin super glücklich und stolz, dass ich Profi fußballerin bin und meine Lei- denschaft und mein Hobby zum Beruf machen konnte. Es motiviert mich im- mer wieder aufs N eue, noch viele wei- tere Jahre erfolgreich Fußball spielen zu können. Dazu macht es mir seit Jahren noch unfassbar Spaß, Teil der Entwick- lung des Frauenfußballs zu sein. Foto: getty images Name: Carolin Simon Geburtsdatum: 24. November 1992 Fußballspiel begonnen: mit 7 Jahren Verein(e): GSV Eintracht Baunatal, TSV Jahn Calden, Hamburger SV, VfL Wolfs- burg, Bayern 04 Leverkusen, SC Freiburg, Olympique Lyon, FC Bayern München Funktion: aktive Spielerin Größter sportlicher Erfolg: Triple 2018/19 mit Lyon Beruf: Fußballspielerin Wie kam der Kontakt zum Fußball zu- stande? Durch meinen kleinen Bruder Felix. In dessen Bambini-Mannschaft fehlte bei einem Freundschaftsspiel ein Spieler – diesen Platz habe ich dann eingenom- men. Was war Ihr unvergesslichstes Erlebnis beim Fußball? Mein erstes A-Länderspiel gegen Norwegen. Was unterscheidet den Frauenfußball von da- mals zu heute? Der Fußball entwickelt sich rasant weiter. Die Aufmerk- samkeit und Anerkennung ist größer als damals. In welcher Weise sind Sie dem Fußball heute noch verbunden? Ich spiele immer noch ak- tiv. Was motiviert Sie, Ihrer Tätigkeit nachzugehen? Wegen Corona-Pandemie: HFV sagt Ü-Veranstaltungen ab Der Verbandsausschuss für Freizeit- und Breitensport hat folgende Beschlüsse in Bezug auf die geplanten Ü-Hessencups 2020 und den AH-Hessenpokal der Saison 2019/2020 getroff en: Der Ü50-Hessencup, der ursprünglich für den 16. Mai 2020 beim SV RW Wall- dorf vorgesehen war, wurde abgesagt. Ebenso werden die Ü40- und Ü60-Hes- sencups sowie der Ü35-Ladies-Cup, die am 20. Juni bei der SG Rosenhöhe ge- spielt werden sollten, nicht stattfi nden können. Die Absage des Ladies-Cups erfolg- te durch den Verbandsausschuss für Frauen- und Mädchenfußball. Der Süddeutsche Fußball-Verband hat seine diesjährigen Ü-Meisterschaf- ten, die am 25./26. Juli beim SV Ober- kirch (Südbadischer FV) stattfi nden sollten, ebenfalls abgesagt. Im AH-Hessenpokal wurden die Halbfi nalpartien im März und April aus- gesetzt. Auch der für den 21. Mai vorge- sehene Finaltermin wurde bis auf Wei- teres verschoben. Sofern möglich, wird der Pokal 2019/2020 zu Ende gespielt. Weitere Informationen erfolgen zu ge- gebener Zeit. Für weitere Rückfragen stehen der Ausschussvorsitzende Claus Menke (claus.menke@hfv-online.de) sowie der AH-Hessenpokalspielleiter Klaus Or- schel (klaus.orschel@kfalimburg-weil- burg.de) gerne zur Verfügung. Text & Archiv-Foto: Stephanie Nöthen HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Interview mit Verantwortlichen des Spielbetriebs für Herren, Frauen und Jugend: „Fairplay besonders in der Krisenzeit stark gefordert“ Die spannendste Frage der letzten Wochen und des virtuellen Verbandstages am 20. Juni war, wie es mit der Saison 2019/2020 weitergehen, wie bei einem vorzeitigen Saisonende gewertet werden und wie es in der nächsten Spielzeit weitergehen soll. Zu diesem Thema hat der HESSEN-FUSSBALL die drei Verant- wortlichen für den Spielbetrieb der Herren, Frauen und Jugend befragt. Die Fra- gen stellte HFV-Referent Öff entlichkeitsarbeit Matthias Gast. Hallo Frau Prof. Dr. Sinning, hallo Herr Radeck, hallo Herr Well! Begrüßen Sie die Entscheidung, die bezüglich des Spielbetriebs am außerordentlichen virtuellen Verbandstag getroff en wur- de? Radeck: Absolut! Wenn täglich fast rund um die Uhr die Frage nach dem Abbruch bzw. wann geht es weiter ge- stellt wird, dann braucht man eine Ent- scheidung. Well: Zunächst möchte ich einmal fest- halten, dass die Auswirkungen der Corona-Krise auch für unseren Fuß- ball katastrophal sind. Die sportlichen Jürgen Radeck HESSEN-FUSSBALL 6/2020 Wettkämpfe wurden abrupt unter- brochen und können nicht zu Ende geführt, sondern müssen eigent- lich mitten in der Serie zu einer Ent- scheidung gebracht werden. Unter diesen Umständen bin ich mit der vom Verbandstag getroff enen Ent- scheidung des Abbruchs zufrieden, ist sie doch auch gerade für den Jugend- fußball die bestmögliche Lösung für die jetzige Situation. Eine Fortsetzung der Runde hätte eine Vielzahl von befris- teten Sonderregelungen, zum Beispiel die Altersklassen- und Stichtagsrege- lungen erfordert und die Unsicherheit in Bezug auf den Saisonabschluss ge- rade auch im Hinblick auf Ent- scheidungen übergeordneter Spielklassen wie Junioren-Bun- desliga und Junioren-Regio- nalliga fortbestehen lassen. Es ist eine Entscheidung, die es den Vereinen ermöglicht, sich für die kommende Saison neu aufzustellen und die auch dem Spielbetrieb die Chance gibt, sich auf kommende Erschwer- nisse einzustellen. Die Ent- scheidung über die Frage, ob alle Aufstiegsaspiranten eine Klasse höher genommen wer- den oder nicht, blieb den De- legierten des außerordentli- chen Verbandstages als dem Souverän vorbehalten. Sinning: Mir ist es in jedem Fall wichtig, dass die Entschei- dung von der Basis mitgetra- gen wird und dass sie mög- lichst fair und für die meisten Vereine auch tragbar ist. Na- türlich ist eine sportliche Ent- scheidung mit Auf- und Ab- steigern immer die bessere Lösung, aber dies wäre nur mit einer Fortführung ab Sep- tember möglich gewesen und ich kann gut nachvollziehen, dass die Vereine sich dann Redaktionsgespräch | 20 auch lieber auf einen Neubeginn vor- bereiten wollen, als noch eine Saison zu Ende zu führen, bei der teilwei- se das letzte Spiel im November 2019 stattgefunden hat. Haben Sie dazu bereits Reaktionen von Vereinen erhalten? Radeck: Ja, es gab schon recht unter- schiedliche Reaktionen. Einige sehen den September noch nicht als die Mög- lichkeit an, dass man wieder in eine Runde einsteigen könnte und hätten gerne die Saison 2019/2020 weiterlau- fen lassen. Well: Bei unseren Videokonferenzen mit den Verantwortlichen der Vereine formierte sich eine große Mehrheit für eine Entscheidung, wie sie letztend- lich dann auch vom Verbandsvorstand an den außerordentlichen Verbandstag empfohlen wurde. Im Hinblick auf mög- liche Wertungsverfahren gab es natür- lich unterschiedliche Sichtweisen von dem Wunsch nach Anwendung der gül- tigen Durchführungsbestimmungen bis hin zu großzügigeren Regelungen. Sinning: Im Frauen- und Mädchenbe- reich haben sich alle Vereine durchweg sehr positiv verhalten. Sie haben we- der auf Entscheidungen gedrängt, noch gab es irgendwelche Beschwerden. Na- türlich kam die eine oder andere Rück- meldung, aber durchgängig sehr sach- lich, so dass die Argumente seitens des Vereins schon nachvollziehbar waren. Am Ende musste die fairste Variante für die meisten Vereine in ganz Hessen ge- sucht und gefunden werden. Es muss- te allen klar sein, dass dann immer noch ein paar wenige Vereine übrig bleiben, die nicht den erhoff ten Aufstieg reali- sieren konnten. Ich hoff e, dass wir eine gute Saison 2020/2021 hinbekommen, sodass der nötige Erfolg dann bei die- sen Vereinen auch umgesetzt werden kann. Gibt es Ligen, die durch zu wenige oder zu viele Mannschaften beeinträchtigt sind? Radeck: Wir haben in der Abteilung Spielbetrieb alle Ligen noch einmal be- rechnet und festgestellt, dass rund 20 Spielklassen sehr wenige Mannschaf- ten aufweisen werden. Auf der anderen Seite steht die gleiche Zahl für die über- laufenden Spielklassen. Sinning: Natürlich gibt es nach der Entscheidung einige wenige Ligen, die größer als die übliche Richtzahl sind oder deutlich darunter liegen. Wir werden nun im nächsten Schritt
21 | Redaktionsgespräch nach Möglichkeiten suchen, für alle einen attraktiven Spielbetrieb zu rea- lisieren. Da waren wir im Frauen- und Mädchenbereich schon immer kreativ und innovativ und da haben wir auch schon Ideen, die wir den Vereinen auch per Videokonferenz vorstellen werden. Inwiefern beeinfl usst das den Spielbe- trieb der kommenden Spielzeit(en)? Well: Auf Grund der Entscheidung für Aufsteiger und gegen Absteiger wach- sen eigentlich alle Klassen. Dies macht die Planung der kommenden Saison natürlich in manchen Ligen – durch alle Altersklassen hindurch – mitunter zu einer Herausforderung. Innovative Spielsysteme, zum Beispiel Klassentei- lungen, einfache Runden oder die Nut- zung von Play-Off -Systemen müssen hier gegebenenfalls angewendet wer- den, um die neue Saison möglichst si- cher zum Ziel zu bringen. Ein „weiter wie immer“ kann und wird vielerorts nicht weiterhelfen. Zunächst brauchen die Vereine etwas Zeit, um nach der Verbandstagsentscheidung und auch nach dem Spieljahreswechsel zum 1. Juli 2020 zu prüfen, wie sie mit ihren Mannschaften den Spielbetrieb wieder aufnehmen können. Mit der Verschie- bung des Meldetermins auf den 15. Juli wurde da etwas Luft geschaff en. Radeck: Die Fußballwarte und Klas- senleiter auf allen Ebenen stehen hier vor einer völlig neuen Situation, da uns durch den späten Saisonstart zwi- schen sieben und neun Spieltage in der Schönwetterzeit, wo auch ohne Flut- licht gespielt werden kann, jetzt fehlen. Sinning: Wie bereits eben erwähnt, werden wir die Situation eher als Chan- ce sehen. Wir wollen neue Wege bei der Einteilung der Ligen und bei der Um- setzung des Spielbetriebs der einzel- nen Spielklasse gehen, um insbesonde- re auch darauf vorbereitet zu sein, einer von vielen schon angedrohten zweiten „Corona-Welle“ zu trotzen. Ich hoff e, dass uns dies mit einem möglichst fl e- xiblen Spielgeschehen gelingt. Was passiert mit den Pokalspielen der Saison 2019/2020? Sinning: Im Juniorinnenbereich ist es für uns kein großes Problem, dass die Pokalrunde abgebrochen wurde. Na- türlich konnten wir dann keine Pokal- sieger auf Kreis-, Regional- und Hessen- ebene beim fi nalen Pokalevent küren, aber wir müssen auch keinen Teilneh- mer für den DFB stellen, so dass ein Neubeginn im Herbst sinnvoller er- scheint, zumal die Juniorinnen dann ja auch gegebenenfalls in ganz anderer Zusammensetzung spielen, weil sie in Bezug auf die Jahrgänge vielleicht in eine andere Altersstufe rutschen. Im Frauenbereich ist das etwas anders. Da haben wir noch acht Mannschaften im Bereich des Hessenpokals und müs- sen daraus einen Teilnehmer für den DFB-Pokal der Frauen generieren. Ich hoff e, dass wir dies vielleicht doch noch sportlich in Form eines Turniers umset- zen können. Ansonsten bleibt uns viel- leicht nur die Entscheidung am grü- nen Tisch, die sicherlich aus sportlicher Sicht die ungünstigste wäre. Der DFB wird uns jedenfalls noch etwas Zeit ge- ben und den DFB-Pokal später starten, sodass im September ein Turnier mach- bar wäre, wenn dies die behördlichen Strukturen möglich machen. Radeck: Bisher haben wir sie noch nicht abgesetzt und hoff en, dass dieser Wett- bewerb noch abgeschlossen werden kann. Well: Wegen des Altersklassenwech- sels zum 1. Juli 2020 scheint eine Fort- setzung mit Mannschaften im Spieljahr 2020/21 aber nicht sinnvoll. Der Ver- bandsjugendausschuss und auch der Jugendbeirat haben hier für einen Ab- bruch votiert. Gibt es schon Überlegungen für al- ternative Spielmodelle, falls die kom- mende Saison ebenfalls zeitlich einge- schränkt ist? Sinning: Ja, da gibt es einige Vorschlä- ge, die wir auch schon bei unseren Vi- deokonferenzen mit den Klassenleitern und den Vereinen angedeutet haben. Wenn die Ligen zu groß werden wie zum Beispiel die beiden Verbandsli- gen, würden wir drei geografi sch ein- geteilte Ligen daraus machen. Die Gruppenligen, also auch die Kreisober- sowie die A-Ligen möchten wir uns auch unter dem Gesichtspunkt einer geografi schen Einteilung genauer an- schauen und gegebenenfalls regionale Strukturen im Sinne der Vereine durch- brechen. Dann wollen wir innerhalb der Ligen ein anderes Spielsystem anbie- ten, in dem zuerst regional zugeordnet jeweils pro Liga zwei Unterklassen ge- bildet werden, die eine erste Runde als „Qualifi kationsrunde“ austragen. In der nachfolgenden zweiten Runde können dann die oberen Mannschaften um die Meisterschaft und die unteren Mannschaften um den Abstieg spielen. Dabei wären wir noch fl exibel, welches Modul wir in der zweiten Runde umset- zen. Da könnte man zum einen wieder Silke Sinning zwei Gruppen machen. Denkbar wäre aber auch, dass man drei oder mehr Gruppen bildet, je nachdem, wie viele Spieltage noch übrig bleiben. Wir müs- sen immer damit rechnen, dass eine zweite „Corona-Welle“ uns auch zu- rückwirft und die Anzahl der Spieltage minimiert. Zum anderen wäre zusätz- lich denkbar, dass die Ergebnisse der ersten „Qualifi kationsrunde“ mit in die zweite Runde einfl ießen, denn gegen einige Mannschaften haben die Teams schon gespielt. Haben wir nur noch ganz wenige off ene Spieltage, könnten die beiden Erstplatzierten der ersten „Qualifi kationsrunde“ noch in einem Spiel auf neutralem Platz oder in zwei Spielen gegeneinander spielen, um fi - nal den Meister zu ermitteln. Ebenso wäre dies im Abstiegskampf möglich. Wir haben dazu auch schon Modelle entwickelt, an denen sich das besser vi- suell deutlich machen lässt. Das Ganze werden wir nun in einer zweiten Video- konferenz-Runde mit den Klassenlei- tern und Vereinen besprechen und ich hoff e, dass die Vereine den Weg auch mitgehen. Im Übrigen wird diese Um- setzung – die regionale Teilung einer zu großen Liga und ein neues Spielmodul – auch in der zweiten Bundesliga Frau- en und in der Regionalliga Süd Frauen umgesetzt. Dort haben uns die Vereine durchgängig nur positive Rückmeldun- gen gegeben. Und ich muss sagen, dass HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Carsten Well es mir und vielen anderen Verantwort- lichen auch mal gut tut, wenn in solch schwierigen Entscheidungsprozessen auch ein großes positives Hallo zurück kommt. Radeck: Für diesen Fall haben wir die Spielordnung an zwei Positionen geän- dert, sodass die Punktrunde sowie auch der Pokal in alternativen Spielmodellen gespielt werden können. Vielleicht liegt gerade hier auch die Chance, den Fuß- ball wieder attraktiver zu gestalten. Well: Ja dazu gibt es schon Überlegun- gen. Diskutiert werden können sie aber erst mit den betroff enen Vereinen in den Spielklassen, wenn die neue Klas- senstärke annähernd feststeht und wir bis dahin dem tatsächlichen Beginn der neuen Saison noch etwas näher ge- kommen sind. Was wir uns vorstellen können habe ich in Frage drei bereits angedeutet. Weitere Ideen sind jeder- zeit willkommen. Ist durch die lange Unterbrechung ein Verlust vieler Fußballerinnen und Fuß- baller zu befürchten? Radeck: Ich hoff e nicht! Es ist natür- lich schwer vorherzusagen, wie sich die Wirtschaft in Deutschland verändern wird oder wie Schule und Studium in Zukunft aussehen. Well: Dies liegt an der weiteren Ent- wicklung, die die Pandemie nimmt. Ich HESSEN-FUSSBALL 6/2020 Redaktionsgespräch | 22 grund der Beeinträchtigung durch Co- vid-19 nicht leidet. Dies gelingt allerdings vermutlich nur, wenn unsere Aktivitäten sorgsam und vorsichtig wieder hochge- fahren werden. Gerade wir im Jugend- fußball benötigen viele ehrenamtliche Helfer. Das Fairplay ist besonders in die- ser Krisenzeit stark gefordert. Egal wel- che Entscheidungen getroff en werden, es wird nicht nur Sieger geben. Dies muss akzeptiert werden. Sinning: Ich gehe davon aus, dass sich vieles ändern wird. Wir werden eine Zeit erleben, in der wir eben nicht ein Jahr im Voraus alles mit einem festen Plan durchorganisieren können. Wir müssen immer mehrere Lösungswe- ge im Blick haben und auch die Vor- aussetzungen dafür schaff en. Das er- fordert ein hohes Maß an Flexibilität, es müssen kreative Ideen eingebracht werden und manchmal muss eben in- novativ und quer gedacht werden. Vie- les wird sich auch auf digitaler Ebene noch weiter entwickeln, so dass auch die Umsetzung dieser Ideen generiert werden kann. Das bedeutet natürlich auch für das ehrenamtliche Engage- ment, dass man sich umstellen bzw. auf Neues einlassen muss, um weiter- hin das Beste für den Verein, den Kreis oder für den ganzen hessischen Fuß- ball zu entwickeln. In Punkto Fairplay sehe ich keine großen Veränderun- gen, wenn man von der Grundidee des Wortes ausgeht. Es gilt sie nur auf die veränderten Bedingungen dann auch umzusetzen und sie auch entspre- chend auszuleben. Ich hoff e, dass alle verantwortlichen Personen ihren Blick nach vorn richten und die außerge- wöhnliche, zugegebenermaßen teil- weise sehr anstrengende Zeit auch ein wenig als Chance gesehen wird, ge- meinsam neue Wege zu gehen. Fotos: Radeck: HFV; Well: privat; Sinning: getty images hoff e darauf, dass in der „Nach- Corona-Zeit“ alle darauf bren- nen, ihren geliebten Fußball- sport neben dem reduzierten Training auch wieder im Wett- kampfmodus zu spielen und zu erleben. Dies triff t ganz sicher auf Spieler, Betreuer und Trai- ner zu. Dies müssen wir im Rah- men der behördlichen Vorga- ben unbedingt versuchen, für die neue Saison zu ermöglichen. Bedenken im Hinblick auf Anste- ckungsgefahren werden da sein. Hier gilt es mit klaren und siche- ren Hygienekonzepten zu über- zeugen. Klar ist: Die Gesundheit aller geht immer vor. Sollte im Herbst eine zweite Corona-Wel- le mit erneuten Einschränkun- gen kommen, was wir alle nicht hoff en, wird es besonders für uns Fußballer sehr schwer. Sinning: Ich befürchte diesen Verlust tatsächlich. Aber da hoff e ich auf die Ideen und die Motivationsleistung der Ver- antwortlichen in den Vereinen. So wie wir verantwortlich sind für ein möglichst fl exibles und innovatives Spielmodell in der kommenden Saison, was den Vereinen hoff entlich maximal entgegenkommt, brauchen wir enga- gierte, innovative und mutige Verant- wortliche vor Ort, die die Frauen und Mädchen wieder für den Fußball be- geistern. Ich appelliere an alle Spiele- rinnen: bitte bleibt bei Euren Mann- schaften. Wir brauchen Euch alle mehr denn je. Ich appelliere an alle Traine- rinnen, Trainer und Betreuerinnen und Betreuer: lasst Euch nicht entmutigen, auch wenn der Weg vielleicht einmal mehr steinig ist und noch einmal wer- den könnte. Ohne Euch gibt es keine Mädchen- und Frauenmannschaften. Wir brauchen Euch. Und ich appellie- re an alle Vereinsvorsitzenden, dass sie einmal mehr ihre Vereinstüren auch für die Spielerinnen weiterhin off en halten oder sogar noch öff nen. Glauben Sie, dass sich durch die „Coro- na-Zeit“ für die Zukunft rund um den Fußball etwas ändern wird, zum Bei- spiel in punkto ehrenamtliches Enga- gement oder Fairplay? Radeck: Das kann ich mir nicht vorstel- len. Well: Bisher war unser Fußballsport im ehrenamtlichen Bereich und auch beim Fairplay gut aufgestellt. Ich hoff e, dass das ehrenamtliche Engagement auf-
23 | Grünberg Bau-Tagebuch: uch: Der Bau des neuen Stadions Die Mannschaft des 1. FFC Frankfurt beim Training. Frauenbundesligateams vor dem Neustart: Vorbereitung im Sporthotel Grünberg Zwei Teams der Frauen-Bundesliga nutzten die idealen Voraussetzungen des Sporthotels Grünberg, um sich auf den Re-Start nach der Corona-Zwangspause vorzubereiten. Den Anfang machte am 23. Mai 2020 der Rekordpokalsieger aus der Mainmetropole, der 1. FFC Frankfurt. Sämtliche Hygienemaßnahmen, Ab- standsregeln sowie die notwendigen Corona-Tests zählten neben den sport- lichen Inhalten zu einer Woche Aufent- halt der außergewöhnlichen Art. Mit gewohnter Aufmerksamkeit, Umsicht und Kompetenz wurde dem früheren Serienmeister die Zeit auf dem Tannen- kopf so angenehm wie möglich gestal- tet. Doch nicht nur die rein sportlichen Aspekte prägten die Zeit. Vielmehr galt es, sich den aktuellen Besonderheiten anzunehmen, das heißt, gerade der mentalen Vorbereitung wurde Raum gegeben. Nach der erfolgreichen Basis durch die Quarantänezeit in Grünberg folgte der Start am 29. Mai. Die Mann- schaft von Trainer Niko Arnautis stieg mit einem 3:1-Erfolg gegen den SC Sand im heimischen Stadion am Bren- tanobad in das erste der insgesamt sechs ausstehenden Ligaspiele. Tags darauf bezog das Frauenbun- desligateam aus Thüringen, der FF USV Jena, sein Quartier. Die Mannschaft be- reitete sich auf ihr erstes Auswärtsspiel beim SC Freiburg am 7. Juni vor. Auch hier standen vor allem körperliche Fit- ness, das Teamtraining mit den psychi- schen Komponenten sowie die obliga- torischen Tests auf dem Programm. Das Jenaer Team ging geschwächt in die Vor- bereitung, denn wegen schulischer und berufl icher Verpfl ichtungen konnten ei- nige der Youngster nicht mitreisen. Insgesamt wurden alle erforderli- chen Standards mit den sportlichen Leitungen, der Hoteldirektion und den Mitarbeitern vorbildlich umgesetzt, so dass in Grünberg die vom DFB vorge- schriebenen Quarantäne-Trainingslager hohes Niveau erreichten. Christel Theiß; Fotos: Sporthotel Grünberg. 750 Tonnen Rasentragschicht wurde angeliefert Die Rasentragschicht wird gleichmäßig verteilt Der Untergrund der Sprintstrecke ist fertig. Jetzt fehlt nur noch der professionelle Belag. Der 1. FFC Frankfurt vor dem Eingang des Sporthotels (links) Das Team aus Jena beim Abendessen. Alle Flutlichter und die Beleuchtung in der großen Sporthalle wur- den gegen eine moderne LED-Beleuchtung ausgetauscht. HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Schiedsrichter | 24 Hoch geschätzte und kompetente Beobachter: Norbert Brückner und Harald Herr verabschieden sich Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Amateurfußball dehnen sich auf die unterschiedlichsten Bereiche aus. Auch im Schiedsrichterwesen müssen Überlegungen getroff en werden, wie mit der abgebrochenen Saison umzuge- h en ist. Darüber sollte aber keinesfalls vergessen werden, die Verdienste der- jenigen zu würdigen, die zum regulären Abschluss der Saison Ende Juni ihre Tätigkeiten beenden. Mit Norbert Brückner (SC Viktoria Griesheim, Schiedsrichter-Vereinigung Darmstadt) und Harald Herr (FC Ger- mania Weilbach, Schiedsrichter-Vereini- gung Maintaunus) verabschieden sich zwei Schiedsrichterkollegen von ihrer Tätigkeit als Beobachter und Coaches, die im hessischen Schiedsrichterwesen und im DFB-Bereich über Jahrzehnte hinweg hervorragende Arbeit geleis- tet, die Farben des Landesverbandes im Bundesgebiet vertreten und sich den allergrößten Respekt bei Schieds- richtern und Funktionären erworben haben. Norbert Brückner, der bereits 2017 seinen 70. Geburtstag feierte, war noch bis zum März 2020 als Beobachter in der Gruppenliga aktiv. Im Alter von 16 Jahren legte er, der auch als Fußballer aktiv war, seine Schiedsrichterprüfung ab. Eine Knieverletzung zwang ihn dazu, mit dem Fußballspielen aufzu- hören. Danach schlug Brückner, der im Hauptberuf den Hauptschulzweig der Friedrich-Ebert-Schule in Pfungstadt leitete, eine erfolgreiche Schiedsrich- terkarriere ein: Von 1976 bis 1980 leite- te er Spiele in der zweiten Bundesliga; 1980 stieg er in die Bundesliga auf, wo er insgesamt 65 Spiele leitete, bevor er 1993 seine aktive Laufbahn beendete. Danach stand oder saß Norbert Brück- Harald Herr HESSEN-FUSSBALL 6/2020 ner als Coach und Beobachter am Spiel- feldrand und erwarb sich durch seine hohe Kompetenz und sein freundli- ches, kameradschaftliches Wesen die Sympathie der Schiedsrichter. Gleiches gilt für Harald Herr, der sei- ne Beobachtertätigkeit aus persönli- chen Gründen beendet. Harald Herr absolvierte seine erste Schiedsrichter- beobachtung im September 1994 und wurde aufgrund der Qualität seiner Be- obachtungsbögen bereits ein Jahr spä- ter für Beobachtungen auf Verbands- ebene eingesetzt. In den 25 Jahren bis zum März 2020 führte er knapp 850 Be- obachtungen durch. Von 2006 bis 2015 wurde Harald Herr als Beobachter im DFB-Bereich (Junioren-Bundesliga und Frauen-Bundesliga) eingesetzt. Der Ver- Norbert Brückner bandsschiedsrichterausschuss konnte sich stets auf die Unbestechlichkeit sei- nes Blicks und seine hohe Zuverlässig- keit und Einsatzbereitschaft verlassen. Wann auch immer eine neue Saison ihren Anfang nehmen wird – mit Harald Herr und Norbert Brückner werden den hessischen Schiedsrichtern zwei hoch geschätzte und kompetente Akteu- re fehlen. Der Verbandsschiedsrichter- ausschuss (VSA) dankt ihnen für ihr En- gagement und hoff t, Norbert Brückner und Harald Herr auch noch persönlich in einem würdigen Rahmen verabschie- den zu können. Christoph Schröder Louisa und Leon Kanwischer: Geschwister auf dem Weg nach oben Zwei heimische Fußball-Schiedsrichter sorgen weit über den Kreis Hofgeismar/ Wolfhagen hinaus für Furore. Es sind die Geschwister Louisa und Leon Kanwi- scher aus Ehlen. Der 22-jährige Leon ist Schiedsrichter in der A-Junioren-Bun- desliga und seine 18-jährige Schwester Louisa Kanwischer hat es schon bis in die Regionalliga der Frauen geschaff t. Nicht ganz alltäglich ist der Werde- gang von Leon Kanwischer, der schon im zarten Alter von acht Jahren an einem Schiedsrichter-Neulingslehrgang teilnahm und auch gleich die Prüfung erfolgreich bestand. „Wie kam es dazu?“ fragten wir Leon. Der Medizinstudent erzählt, dass er schon früh merkte, dass der aktive Fußball nicht unbedingt sein Ding ist. Er hatte damals bei den Bam- bini schon einen gewissen „Gerechtig- keitssinn“ und so kam es, dass Leon be- reits als Kind Jugendspiele selbst leitete. Davon erfuhr der damalige Kreis- schiedsrichter-Obmann Stefan Schind- ler, schaute sich das dann an und lud Kanwischer zu dem Lehrgang ein. Vier Jahre musste Leon dann noch warten, bis er den Schiedsrichterausweis er- halten konnte und dann ging es los. Schnell war der Habichtswalder, der für den TSV Zierenberg pfeift, Assis- tent in der Jugend-Hessenliga und Herren-Gruppenliga. Über die schaff te er auch den Aufstieg in die Verbands- liga als Hauptschiedsrichter und nach der B-Junioren-Bundesliga erreichte er letztes Jahr auch die A-Junioren-Bun- desliga. Leon berichtete, wie der Ablauf bei seiner letzten Spielleitung vor der „Co- rona-Pause“ war. Es ging nach Heiden- heim, der 1. FC Heidenheim spielte gegen den SC Freiburg. Zusammen mit seinen Assistenten Niklas Rüddenklau (TSV Ersen) und Marcel Zuncke (Franken-
terwesen zu probieren. Nach anfänglichem Zögern legte dann auch sie ihre Schieds- richterprüfung mit 13 Jahren ab. Die Abiturientin fi ng dann erstmal bei den D-Junioren an und war bei Jugendhal- lenturnieren im Einsatz. Über einige Jahre war sie die einzi- ge weibliche Akteurin unter den Schiedsrichtern im heimi- schen Fußballkreis. 25 | Schiedsrichter berg) reisten sie mit dem Pkw am Sams- tag an mit Vorübernachtung. Das Spiel war am Sonntag um 11 Uhr. Anschlie- ßend gibt es noch ein gemeinsames Es- sen mit den Vereinsverantwortlichen und dann geht es auf die vierstündige Heimfahrt. Das Spielniveau schätzt Kan- wischer höher ein als bei den Senioren in der LOTTO Hessenliga: „Die Jungens wollen Fußball spielen, da wird nicht viel gemeckert oder böse gefoult, die Spiel- leitungen sind problemlos.“ Einen Platzverweis für einen Trainer musste der Ehlener auch schon aus- sprechen. Bei der Partie Fortuna Düs- seldorf gegen Rot-Weiß Oberhausen verwarnte er den U19-Coach des Tradi- tionsklubs aus Oberhausen, Dimitrios Pappas, zunächst wegen Meckerns, dann zeigte er ihm die Gelb-Rote Karte, weil Pappas seinen Trainerstuhl kaputt trat, nachdem seine Mannschaft eine große Torchance ausgelassen hatte. Leon Kanwischer animierte seine jün- gere Schwester Louisa, selbst großer Fuß- ballfan, es doch auch mal im Schiedsrich- 1998 als Schiedsrichter-Assistent bei Juve gegen Real: Thorsten Bastian im Champions-League-Finale Thorsten Bastian ist Kreisfußballwart des hessischen Fußballkreises Friedberg und Regionalbeauftragter der Region Frankfurt. Als Schiedsrichter-Assistent hat er über zehn Jahre in der Bundesliga den großen Fußball hautnah erlebt. Als Assistent erlebte er das europäische Gigantenduell Juventus Turin gegen Real Madrid im Champions-League-Finale 1998 in Amsterdam an der Seitenlinie. Hallo Herr Bastian, vor 22 Jahren wa- ren Sie als Schiedsrichter-Assistent beim Champions-League-Finale. Was ist die prägendste Erinnerung an diesen Abend? Bastian: Die prägendste Erinnerung ist das im Laufe der Jahre gewachsene gute menschliche Miteinander im Schieds- richter-Team, was dazu beigetragen hat, in dieser für mich einmaligen Atmosphä- re mit dem Druck umzugehen. Zidane, Raul, Del Piero oder Roberto Carlos – die Liste der Superstars des Abends ist lang. Welcher Spieler hat Sie am meisten beeindruckt? Eigentlich war es Jupp Heynckes, damals Trainer von Real. Auch wenn es in die- Von links nach rechts vor dem Spiel in der Arena in Amsterdam: Uefa-Delegierter Ken Ridden, Schiedsrichterassistent. Christian Schraer, Schiedsrichter. Hellmut Krug, Schiedsrichterassistent. Thorsten Bastian, Ersatzschiedsrichter Hans-Jürgen Weber. Foto: privat Luisa (li.) und Leon Kahnwischer (re.) mit Simon Ellenberger in der Mitte. Bei einem Mädchenlehr- gang für Schiedsrichterinnen in Grünberg wurde dann ihr Talent entdeckt und sie be- kam eine Nominierung für die Frauen-Regionalliga, in der auch TSV Jahn Calden spielt. Die Partie Calden gegen SV Aberweiler war im Februar auch ihr bisher einziger Ein- satz wegen der Corona-Pause. Kanwischer möchte nach dem Abi- tur im Sommer für einige Monate nach Neuseeland reisen, wenn es dann mög- lich ist. Auf dem Fußballplatz will sie Foto: privat weiter kämpfen und beweisen, dass sie es drauf hat. Sie ist im U21-Förderka- der der Kreisoberliga und dies soll noch nicht die Endstation nach oben sein. Ein berufl iches Ziel hat die 18-jährige Ehlenerin, die für den FSV Wolfhagen pfeift, auch schon, sie möchte zur Bun- despolizei. Ralf Heere sem Spiel viele Wenn-und-Aber-Situa- tionen gegeben hat, war die Kommuni- kation als Assistent mit ihm absolut im sportkameradschaftlichen Rahmen. Die Schiedsrichterleistung wurde im ki- cker sportmagazin als gut bewertet, ist das auch ein Lob für Ihre Leistung? Die Note „Gut“ gebührt ausschließlich dem Schiedsrichter der Begegnung, Hellmut Krug aus Gelsenkirchen. Viel- leicht durfte ich einen kleinen Anteil an einem für das Trio der Schiedsrichter er- folgreichen Abend haben. Stufen Sie das als größten Erfolg Ihrer Schiedsrichter-Karriere ein? Sicherlich, eine höhere Wertigkeit in einem Clubwettbewerb ist nicht gege- ben. Haben Sie von diesem Abend ein beson- deres Erinnerungsstück aufgehoben? Ja, einer der Spielbälle ist am nächsten Tag in meiner Tasche aufgetaucht. Mein Heimatverein hat sich sehr über dieses Präsent gefreut. mag Schiedsrichterseiten Ansprechpartner: Christoph Schröder Schweizer Straße 67, 60594 Frankfurt Telefon 069 25718733 Mobil 0170 1835261 Mail christoph.schroeder@gmx.eu HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Werra-Meißner-Kreis: Flutlichtanlage für Wichmannshausen Obwohl man sicher in ganz Hessen auf eine schnellstmögliche Rückkehr zum normalen Fußballalltag hoff t, dürfte die Sehnsucht bei Spielern, Trainern und Betreuern des TSV Wichmannshausen noch ein Stück größer ausfallen. Uwe Bartholmai (Vorsitzender TSV Wichmannshausen, vorne) und Bürgermeister Thomas Eckhardt (hinten) freuten ich über der Übergabe des Flutlichts mit den Vertretern von LEDkon. Foto: Marvin Heinz) Fußballkreis Waldeck: Ausschuss triff t sich online Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. So fand am 13. Mai 2020 erstmals in der Geschichte des Kreisfußballausschusses (KFA) Waldeck eine Sitzung nicht als Präsenzveranstaltung, sondern in Form einer Telefon-/Videokonferenz statt. Der neue Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann begrüßte alle Mitglieder des KFA sowie die Vereinsservice-Assis- tentin des HFV für den Fußballkreis Wal- deck, Anika Höhn, die sich sowie ihre Aufgaben und Zuständigkeiten in die- ser Runde vorstellte und zeitnah den Kontakt zu den Vereinen im Waldecker Land suchen wird. Im Mittelpunkt einer umfangreichen Tagesordnung standen die Auswirkun- gen der Corona-Pandemie auf den Trai- nings- und Spielbetrieb der Vereine und wie unterschiedlich diese mit der momentanen Situation umgehen. An diesem Abend wurde mit Carsten Strippel als Kreisehrenamtsbeauftrag- ter auch ein neues Mitglied einstimmig in das Gremium berufen. Ein besonderes Dankeschön geht an den neuen Kreisadministrator Matthias Schäfer, der die technischen Voraus- setzungen für diese Sitzung und für die Kreiskonferenz am 11. Mai geschaf- fen hat. Auch hier waren die Mitglieder des KFA sowie knapp 50 Waldecker Ver- einsvertreter online, um ein Meinungs- bild zu den vom HFV vorgestellten Sze- narien rund um eine Fortsetzung oder einen möglichen Abbruch der Saison 2019/20 zu erstellen. Die Mitglieder des KFA Waldeck sind sich bewusst, dass sie sich vorerst on- line treff en nach dem Motto: „Wir kön- nen das Virus nur beherrschen, wenn wir uns beherrschen!“ HESSEN-FUSSBALL 6/2020 Text & Foto: Marco Steinbach Region Kassel | 26 Nach drei Jahren intensiver Planung und vielen Gesprächen wurde der eigene Sportplatz noch vor der Corona-Zwangs- pause durch die Installation einer hoch- modernen und mit energieeffi zienten LED-Leuchten des Unternehmens LED- Kon ausgestatteten Fluchtlichtanlage aufgewertet – ein Zugewinn, von dem zukünftig nicht nur die Wichmannshäu- ser selbst profi tieren möchten. Denn als offi zieller Referenzpartner wird der Mehrspartenverein Seminare anbieten, im Rahmen derer auch ande- ren Vereinen aus der Umgebung aufge- zeigt werden soll, welche Vorteile die neuen LED-Leuchten mit sich bringen und wie die beträchtliche Investitions- summe gestemmt werden kann. „Wir werden Lösungsmöglichkeiten aufzeigen“, berichtete Uwe Bartholmai, Vorsitzender des TSV. Rund 26.000 Euro kostete die Anlage, wobei gut 50 Pro- zent der Summe durch die Kommunal Mitgestalten gGmbH (EKM) getragen wurden und auch die Stadt Sontra wei- tere 10.000 Euro beisteuerte. Durch die Ausrichtung kann nun al- lerdings auch der benachbarte Trai- ningsplatz ausgeleuchtet werden. „Das ist ein Gewinn“, fügt Bartholmai hinzu und betont, dass sich auf lange Sicht nicht zuletzt auch die enorme Energie- effi zienz mehr als auszahlen wird. Wäh- rend die zuvor installierten Hochdruck- Quecksilberdampfl ampen stets eine gewisse Vorlaufzeit benötigten, kön- nen die neuen Leuchten mit lediglich einem Klick auf dem Smartphone sofort wieder in Betrieb genommen werden. Jeder einzelne Fluchtlichtmast wird da- bei über eine App gesteuert – das Licht kann gedimmt oder eben kurzfristig gänzlich ausgeschaltet werden. Bei voller Auslastung der Wich- mannshäuser Anlage werden in einer Stunde nur noch 10.000 statt bisher 30.000 Watt benötigt: eine Einsparung von 66 Prozent. Ein weiterer Vorteil sind die geringeren Wartungskosten. Der TSV Wichmannshausen ist bereits jetzt einen Schritt gegangen, der aufgrund des Verbots der bisher genutzten Hochdruck-Quecksilberdampflampen in naher Zukunft auch weiteren Betrei- bern von Sportanlagen und Sportplät- Lea Hüther zen bevorsteht. Region Kassel Ansprechpartner: Andreas Garde Brückenstraße 9 34323 Malsfeld-Beiseförth Telefon 0151 67719090 Mail andreasgarde@web.de
27 | Region Fulda Der Kreisfußballausschuss Schlüchtern. Foto: privat Fußballkreis Schlüchtern: Klein, aber besonders Der Kreis Schlüchtern ist in punkto Mitgliederzahl der jeweils zugeordneten Vereine der kleinste von vier Fußballkreisen der Region Fulda und der viert- kleinste in Hessen. die mit ihrer Ersten Mannschaft in der Verbandsliga Nord spielt. Im Jugend- bereich ist der JFV Bad Soden bei den A-, B- und C-Junioren mit jeweils einem Team in der Verbandsliga Nord ein- gruppiert. Bei den Männermannschaf- ten spielt die SG Bad Soden I eine starke Rolle in der Verbandsliga Nord. Unbedingt erwähnenswert ist auch die dritte Mannschaft der SG Bad So- den, die als Inklusionsteam seit 2016 am regulären Rundenspielbetrieb teil- nimmt. Die aus Mitarbeitern des Be- hinderten-Werkes Main-Kinzig (BWMK) und nicht gehandicapten Spielern be- stehende Mannschaft belegt in der C-Liga Schlüchtern aktuell einen her- vorragenden dritten Tabellenplatz. Trainiert wird das Team unter anderem von der ehemaligen Fußballweltmeis- terin Pia Wunderlich. Die Kooperation zwischen der SG Bad Soden und dem BWMK wurde in der Vergangenheit be- reits mehrfach prämiert (beispielsweise mit der Sepp-Herberger-Urkunde) und Mitte 2019 im Sportbericht der Bundes- regierung als positiv und beispielhaft erwähnt. Volker Schulteis Die vollständige und ungekürzte Ver- sion dieses Textes sehen Sie auf der Website des Fußballkreises Schlüch- tern. Allerdings kann der in diversen Aus- schüssen, Kommissionen, Arbeitsgrup- pen und sonstigen Gremien beson- ders aktive Kreis Schlüchtern mit gleich mehreren Besonderheiten aufwarten: So ist er der einzige hessische Fußball- kreis, dessen Clubs bzw. Kommunen in politischer Hinsicht gesehen zu drei unterschiedlichen Landkreisen (Main- Kinzig, Vogelsberg und Fulda) zählen, die wiederum den drei verschiedenen Regierungspräsidien Darmstadt, Gie- ßen und Kassel angehören. Beispielhaft ist auch der Tatbestand, dass sich der Kreis Schlüchtern ebenfalls seit langer Zeit auf Ebene des Verban- des oder der Region als Vorreiter bzw. Pilotkreis für wichtige neu oder in ver- änderter Form in die Praxis einzuführen- de Themen und Angelegenheiten zur Verfügung stellt und somit vorangeht. Damit sin d in der Vergangenheit z. B. die Einführung von Kreishallenmeister- schaften (und hier auch die spätere Um- stellung auf die Spielform „Futsal“), der Relegation, der C-Ligen und des elektro- nischen Spielberichtes gemeint. In jün- gerer Zeit sind darunter beispielsweise die Umsetzung des DFB-Masterplans in- klusive der Durchführung von mittler- weile zwei HFV-Vorstandstreff s, die Ein- führung des Digitalen Spielerpasses, die Region Fulda Ansprechpartner: Kai Kopf Hinter dem Spittel 19a 36341 Lauterbach Telefon 0173 3040398 Mail kaikopf1976@gmail.com erstmalige Durchführung von Kreishal- lenmeisterschaften für Reservemann- schaften und die Spitzenrolle bei der Ausstrahlung von „Amateurspielen des Monats“ zu verstehen. An Schiedsrichtern werden derzeit 90 aktive Referees im Kreis gezählt. Höchstklassiges Team im Frauenfuß- ball ist momentan die SG Freiensteinau, Kreisjugendtag Lauterbach-Hünfeld: Henkel löst Ebert ab Beim Jugendtag des Fußballkreises Lauterbach-Hünfeld in Michelsrombach gab es einige Änderungen bei der Zusammensetzung des Kreisjugendaus- schusses. Wegen Erkrankung des bisherigen Kreisjugendwartes Gerald Ebert übernahm nach zwei Jahren der stellvertretende Kreisjugendwart Gerhard Henkel vom TSV Ufhausen die Amtsgeschäfte und wurde nun zum Kreisjugend- wart des Kreises Lauterbach-Hünfeld gewählt. gen. Die große Verdienstnadel des HFV erhielten Sebastian Sauer, Martin Sauer- bier, Rainer Krimmel, Peter Mohler, Antje Mohler-Löffl er und Andrea Schmidt. Die in Silber nahm Verbandsehrennadel Martin Waider entge gen. Kai Kopf Der neue Jugendausschuss mit Gerhard Henkel (2.v.r.) an der Spitze. Foto: Kreis Lauterbach-Hünfeld Neuer Stellvertreter wurde Jan Maier von der SG Dittlofrod/Körnbach. Eben- falls neu in ihren Ämtern sind Nicholas Dostal vom SV Wölf als Jugendbildungs- beauftragter, Referent für Schulfußball ist Markus Bloß vom HAS Heblos und neue Mädchenreferentin ist Stefanie Trapp von der DJK 1. FC Nüsttal. Weitere Beisitzer und Klassenlei- ter sind Burkhard Imhof, Peter Mohler, Lukas Raacke, Andrea Schmidt, Claus Mohr, Richard Göbel, Martin Sauerbier, Michael Wingenfeld und Marco Klee. Ehrungen Bei einer sehr gut besuchten Veranstal- tung wurde nach Vorgabe der Tages- ordnung der Jugendtag zügig beendet. Tätigkeitsberichte wurden von Gerhard Henkel und Andreas Kapelle vorgetra- HESSEN-FUSSBALL 6/2020
SV Germania Eberstadt: Der Bagger hat das Sagen Da beim SV Germania Eberstadt kein etatmäßiger Platzwart vorhanden ist, reichte das vielfältige und ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder leider nicht mehr aus, um den Rasenplatz wieder in einen guten Zustand zu bringen. Selbst vorübergehende Teilsperrungen und kleinere Reparaturarbei- ten halfen nicht mehr, die holprigen Oberfl ächen, den extrem verdichteten Untergrund und tiefe Löcher auszugleichen. Die Freude, dass es jetzt grünes Licht für die Begrünung des Fußballplatzes gab, ist groß bei Abteilungsleiter Karl- Heinz Däch ert und seinem Stellvertre- ter Thomas Jung genauso wie bei allen anderen der rund 600 Mitgliedern star- ken Fußballabteilung. Die Kosten für dieses Projekt bewe- gen sich jedoch in einem Bereich, der für den Verein alleine nicht zu stemmen ist. Der Abteilungsvorstand hat Anträ- ge für die Sanierung des Rasenplatzes sowie für einen barrierefreien Zugang zum Sportgelände an den Magistrat der Stadt Darmstadt sowie an das Land Hessen formuliert und eingereicht. Nun kam die Zusage für einen vorzeitigen Baubeginn. Nach zahlreichen Besichtigungen, Besprechungen und Abmessungen mit den handelnden Firmen und Personen vor Ort wurde Mitte April mit den Sa- nierungsarbeiten begonnen. Mit Hacke und Schaufel wurde erste Gräben zur Feststellung des Erdreichs und der Drai- Region Darmstadt Ansprechpartner: Heinz Werner Krautwurst Wiesenweg 3d, 64372 Ober-Ramstadt Telefon 06154 574700 Mobil 0151 24054714 Mail hwmodau@t-online.de HESSEN-FUSSBALL 6/2020 nage freigelegt. Mit den Baggerarbei- ten zum Ausheben der Gräben für die Beregnungsanlage konnte begonnen werden. Alle wichtigen Aufgaben waren er- füllt und die Weichen gestellt für den Platzumbau in einen Naturrasenplatz, den eine spezialisierte Firma vornahm. Mit der Herstellung der Stellplätze für die Tore und den entsprechenden Säu- berungsarbeiten wurde begonnen. Eine Fachfi rma begann mit der Einsaat, der Platz wird regelmäßig bewässert und das Grün entwickelt sich langsam mehr und mehr zu einem Rasen. Zur Stabilisierung dieses Projekts wurden 7.350 Quadratmeter Erdarbei- ten bewältigt. Nach den Sommerferien soll der neue Naturrasenplatz fertig sein. Pünktlich zu Beginn der nächsten Fußballsaison hoff t der Verein, dass die- se große Investition für die Zukunft des Fußballsportes und des Stadtteils seine Früchte tragen wird. Durch großes Engagement ist es auch gelungen, mit Michael Glaser einen Platzwart zu rekrutieren. Er wird sich in Teilzeit der Reparaturen und Wartungsarbeiten auf der Sportanla- ge annehmen und so auch maßgeb- lich zu einem erfolgreichen Spiel- und Trainingsbetrieb beitragen. Heinz Werner Krautwurst; Foto: SV Germania Eberstadt Region Darmstadt | 28 Fußballkreis Dieburg: Trauer um Arno Kaufmann Der Fußballkreis 34 Dieburg trauert um Arno Kaufmann. „Er liebte und lebte den Fußball und wir sind alle sehr traurig“, so Kreisfußballwart Heinz Zulauf. Kaufmann verstarb überraschend einige Tage nach sei- nem 85. Geburtstag am 11. Mai 2020. Seine vielfälti- gen Hobbys wa- ren neben dem Sport allgemein die Obstbaum- pfl ege und der Gartenbau. Sein besonderes Inter- esse aber galt seit jeher der Jugend. So war er über Jahr- zehnte Kreisauswahltrainer, Stützpunkt- trainer und aktiver Mitarbeiter in der Fußball-Förderschule des HFV im Kreis Dieburg und übernahm diverse Trainer- und Betreuertätigkeiten in der Sport- schule Grünberg für den Bezirk Darm- stadt und den Kreis Dieburg. Weiterhin übte er das Amt des Stv. Vorsitzenden der Trainervereinigung Dieburg aus. Auch die Vereinsaktivitäten waren sehr umfangreich. So war er von 1947 bis 1962 aktiver Fußballer und von 1958 bis 1962 Jugendtrainer bei der SG Ueberau. Fußballer sowie Jugendtrainer und Ju- gendleiter beim FC Ueberau. 1969 er- warb er die Fußballtrainer-B-Lizenz. Es folgten aktive Trainerzeiten von 1967 bis 1970 beim SV 45 Groß-Bieberau, von 1971 bis 1972 bei der SG Sandbach und von 1972 bis 1975 bei dem SV DJK Vik- toria Dieburg. Von 1976 bis 1996 war er Gesamtjugendwart beim FC Ueberau sowie ab 1995 bis zuletzt Leiter und Trai- ner von Walkinggruppen. Er war über 25 Jahre Vorstandsmitglied beim FC Uebe- rau. Seine ehrenamtlichen Tätigkeiten waren auch geprägt von Ehrungen und Auszeichnungen. So erhielt er beim FC Ueberau 1985 die Ehrennadel in Bronze, die Ehrennadel in Silber 1989 und 1996 den FC-Ehrenbrief. Der HFV zeichnete ihn 1982 mit der Ehrennadel in Bronze aus. Es folgte 1988 die Auszeichnung mit der Großen Verbandsehrennadel und 1996 die Gro- ße Verdienstnadel. Der Fußballkreis Dieburg und der FC Ueberau verlieren einen vorbildlichen Sportsmann und einen guten Freund. Heinz Zulauf, Kreisfußballwart; Foto: privat
29 | Region Frankfurt Kreis Gelnhausen: Re-Start nach Coronaregeln In den vergangenen Wochen wurden in Roth die Weichen für die Hygieneaufl a- gen für den Re-Start des Vereinsfußballs gestellt. Vorsitzender Heinrich Bechtold erläu- tert: „Dank eines Umbaus im Sportheim wurde ein Spülbeckenteil frei, das nun als mobiles Handwaschbecken dient, mit Wasser- und Stromanschluss für den Boiler.“ „Damit wird die erste re- levante Hygienevorgabe erfüllt“, er- gänzt der Röther Jugendleiter Markus Bechtold, „denn die Kinder müssen sich bei Ankunft auf dem Sportgelände die Hände waschen und auch vor dem Nachhauseweg.“ Außerdem müssen die Jugendspie- ler ihre Hände desinfi zieren und die markierten Plätze im Abstand von 1,5 Meter für die Ablage der personifi zier- ten Trinkfl aschen und der Schuhe auf- suchen. Dann geht es endlich auf den Platz zu den von den Trainern zuge- wiesenen Stationen. „Die Kinder wer- den nicht nur ihren Spaß am Training haben, sondern freuen sich im Beson- deren auch über das Wiedersehen mit allen Spielern ihrer Mannschaft“, stellt Markus Rohleder, einer der Trainer der E1, heraus. In einem umfänglichen Vereinskon- zept der JSG Hailer/Meerholz/Roth hat die Jugendleitung die Messlatte für die Einhaltung aller notwendigen Maßnah- men – vor, während und nach dem Trai- ning – hochgelegt, damit die Gesund- heit aller Beteiligten gesichert ist. Sicherheit für die Durchführung des Trainings hat auch die Teilnahme der Jugendtrainer an einem Webinar ge- bracht mit dem Thema „DFB-Mobil di- gital: Re-Start Vereinsfußball – Training in der Coronazeit“, welches vom DFB- Mobil-Koordinator des HFV, Edmund Bechtold, durchgeführt wurde. Bisher haben mehr als 30 Trainer aus dem Kreis Gelnhausen an den Webina- ren teilgenommen. Heinrich und Markus Bechtold (von links) haben in Roth ein mobiles Waschbecken installiert . Text & Foto: Edmund Bechtold Kreis Hanau: Udo Becker wurde 60 Udo Becker, der Anfang Juni seinen 60. Geburtstag feierte, gehört nicht zu den Lautsprechern der Fußballszene. Der gebürtige Osnabrücker zählt eher zu den leisen Vertretern der Zunft, sein Wort fi ndet aber nichtsdestotrotz Gehör. tionär neben seiner Tätigkeit als Kas- senwart auch das Amt des stellvertre- tenden Kreisfußballwarts anzudienen. Eigentlich sollte der zweifache Fami- lienvater auf dem Kreisfußballtag am 27. März gekürt werden, das Coronavi- rus machte jedoch einen Strich durch die Rechnung. Die Wahl soll spätestens Ende September nachgeholt werden. Mit seiner unaufgeregten Art hat der Kommunikationsberater einer großen Frankfurter Agentur schon bei seinem Verein Germania Dörnigheim viele Me- riten eingeheimst. Im Jahr 2001 wähl- ten ihn die Mitglieder zum ersten Vorsit- zenden als Nachfolger des langjährigen Vorsitzenden Norbert Hauser. „Das wa- ren schon große Fußstapfen“, bekennt Becker. Neun Jahre, bis 2010, hatte er den Vorsitz inne, heute kümmert er sich um Projekte wie im vergangenen Jahr Dies hat Hanaus Kreisfußballwart Dirk Vereeken bewogen, dem seit 1988 in Maintal-Dörnigheim wohnenden Funk- die Herausgabe einer Vereinsbroschü- re anlässlich des 110-jährigen Geburts- tages der Schwarz-Weißen, die auf ein großes Echo stieß. Seit 1997 ist Becker auch Schiedsrichter, heute noch leitet er Spiele der Kreisliga A. 2012 erfolgte der Einstieg auf Verbandsebene. Becker wurde von den Kreisvereinen zum Nach- folger von Kurt Schlägl als Kassenwart des Kreisfußballausschusses gewählt. „Die Flexibilität, die mir die ehrenamt- liche Tätigkeit bietet, kommt meinen berufl ichen Verpfl ichtungen sehr ent- gegen“, sagt er. Als zukünftiger Stellver- treter Vereekens will er sich verstärkt um repräsentative Aufgaben kümmern und als Vertreter in Fußballgremien mitarbei- ten. Gert Bechert; Foto: privat Region Frankfurt Ansprechpartner: Frank Schneider In den Rosengärten 32 63683 Ortenberg Telefon 06046 7404 Fax 06046 941211 Mail F.Schneider62@t-online.de HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Region Gießen-Marburg | 30 Die Meistermannschaft mit Trainer Werner Laue (hinten v.l.), Vorsitzender Karl Marcus, Hans Feyh, Norbert Dobios, Karl-Heinz Köster, Helmut Thielemann, Fritz Vestweber, Betreuer Walter Bau- Foto: Verein mann, Abteilungsleiter Heinrich Hertel. Unten v.l.: Kurt Kraft, Richard Maciossek, Heinrich Weber, Heino Matyba, Eberhard Scheidig und Erwin Zahn. Vor sechzig Jahren: Der Aufstieg des TSV Kirchhain Am 22. Mai 1960 schaff ten die Fußballer des TSV Kirchhain durch einen 2:0-Sieg bei Germania Wiesbaden vor 5.500 Zuschauern den Aufstieg in die 1. Amateur- liga Hessens und damit den größten sportlichen Erfolg der Vereinsgeschichte. Zweifacher Torschütze war Hans Feyh. Das Hinspiel eine Woche zuvor gegen die Landeshauptstädter in Kirchhain endete vor 4.000 Zuschauern 1:1, so- dass der TSV zum Rückspiel nach Wies- baden als krasser Außenseiter fuhr. Rund 300 mitgereiste Kirchhainer Fans feierten nach dem Sieg in Wiesbaden den überraschenden Aufstieg. Zuvor war der TSV Meister der Gruppe Nord der 2. Amateurliga Gießen/Marburg vor RW Hartenrod geworden und erreichte damit die zwei Aufstiegsspiele gegen Germania Wiesbaden. Mitaufsteiger in die 1. Amateurliga (entspricht heute der LOTTO Hessen- liga) waren seinerzeit Eintracht Wetz- lar, bei der Peter Kunter, der spätere Torwart von Eintracht Frankfurt, zwi- schen den Pfosten stand, sowie Kickers Obertshausen und der KSV Urberach. Die weiteren Gegner der Rotschwar- zen in der neuen Saison 1960/61 waren Hanau 93, SpVgg Griesheim, VfB Fried- berg, FV Biebrich, VfR Bürstadt, SpVgg Bad Homburg, VfL Marburg, FC Langen, SV Herborn, TSV Heusenstamm, Ger- mania Oberroden, VfB Gießen, Viktoria Urberach und FVG Kastel. Für zahlreiche Menschen in der da- maligen Zeit drehte sich vieles um den Fußball. Das zeigten die Zuschauerzah- len bei den Heimspielen. Zum Derby gegen den heimischen Rivalen VfL Mar- burg sahen 5000 Zuschauer am 4. März 1961 den 1:0-Auswärtssieg der „Schim- melreiter“. Am Kirchhainer Sportplatz gab es damals noch kein Vereinslokal, keine Umkleidekabinen und keine Du- schen, nur eine „Holzbude“ stand dort. So zogen sich beide Mannschaften in den Räumlichkeiten des Vereinslokals „Hotel Mosebach“ um und mussten dann auf dem harten Straßenbelag die circa 600 Meter zum Sportplatz laufen. HESSEN-FUSSBALL 6/2020 Die gute Kameradschaft unterein- ander war die Basis des Erfolges. Allen Spielern waren Spesen oder sonstige Zuwendungen unbekannt. In der Saison 1960/61 schaff te der TSV auf dem 12. Tabellenplatz bei 18 Mannschaften den Klassenerhalt nach 13 gewonnenen, 15 verlorenen und sechs Spielen mit einen Remis-Aus- gang. Im zweiten Jahr nach der Saison 1961/62 der Zugehörigkeit zur 1. Ama- teurliga stiegen die Rotschwarzen wie- der ab in die 2. Amateurliga. Der Aufstieg vor 60 Jahren und die zweijährige Zugehörigkeit in der höchsten hessischen Fußballklasse wird als größter sportlicher Erfolg in der 134-jährigen TSV-Vereinsgeschich- te eingestuft. Momentan spielt die 1. Mannschaft des TSV Kirchhain in der Marburger Kreisoberliga, die 2. in der Marburger B-Liga. Herbert Schildwächter Region Gießen-Marburg Ansprechpartnerin: Anette Plescher Zum Rosengarten 35, 35759 Driedorf Telefon 02775 5780249 Mobil 0171 5322733 Mail sport-plescher@t-online.de
31 | Region Wiesbaden Ehemaliger Bezirkspressewart: Helmuth Landler ist tot Am 30. Mai wäre er 85 geworden. Generationen von Fußballern ist er begeg- net. Er hat sie trainiert, gepfi ff en und interviewt. In den letzten Jahren indes hat er zurückgezogen gelebt. Dass er die Treff en mit ehemaligen Kollegen, Kickern und Freunden weitestgehend mied, passte wenig zu ihm, der so gern in gemüt- lichen Runden gesessen, mit einer dicken Zigarre in der Hand Stunde um Stun- de verplaudert, oft als Letzter den Heimweg angetreten hatte. Feldhandballer, Fechter und Vorsitzen- der der Erbenheimer Fußballer: Na- türlich wusste er, der die ersten sport- lichen Schritte im Turnerbund beim legendären Peter Schick eingeübt hat- te, dass er mit seinem Verständnis von Sport mittlerweile aus der Zeit gefal- len war. Leidenschaftlich hatte er sich in Wettkämpfe und eine lange, lange Eh- renamtslaufbahn gestürzt. Sich sein En- gagement fi nanziell angemessen ent- gelten zu lassen, wäre ihm nie in den Sinn gekommen. Helmuth Landler hatte erst als Feld- handballer Tore am Fließband erzielt und war als 20-jähriger Fechter hessi- scher Junioren-Vizemeister mit dem Degen geworden, ehe er den Fußball für sich entdeckte. Da war der in Heß- loch und im Westend aufgewachsene junge Mann schon ein Erbenheimer ge- worden. Mit Rainer König führte er den SVE, managte den Vereinsheimbau. Sechs Jahre war er Vorsitzender. Als Schiedsrichter stand er in Hessenliga- Gespannen an der Seitenlinie. Mit Herz- blut widmete er sich dem Nachwuchs. Als Kreisauswahl-Trainer gehörte er zu den Entdeckern der späteren Profi s Thomas Ernst, Bruno Hübner und Nor- bert Hönnscheidt. Sänger mit TV-Präsenz Neben dem Sport und seinem Beruf – er hatte mit 23 die Meisterprüfung als Klischee-Ätzer abgelegt und arbei- tete später für den Finanzminister in der Landesbeschaff ungsstelle – unter- stützte er den Gesangsverein Fidelio mit seinem Bass und kam mit dem nas- sauischen Volkslied-Chor „Holzäppel- bäumche“ sogar zu Schallplatten- und Fernseh-Ehren. Als Erbenheimer SPD- Vorsitzender wurde er in den Ortsbeirat gewählt, war Schöff e beim Landgericht, aktiv auch bei der Angestellten-Ge- werkschaft und den „Wäschbachstel- zen“. Oft genug beschwerte sich seine Frau Brigitte, dass er sie mit dem Haus und den drei Kindern vernachlässigte, aber sie ließ ihn doch stets gewähren. Auch als er einer weiteren Leidenschaft verfi el, die zu seinem liebsten Hobby wurde – der Pressearbeit. Über Jahrzehnte war er Pressewart des Sportkreises, des Fußballkreises Wiesbaden sowie Bezirkspressewart, engagierte sich gekonnt auch für das Verbandsorgan HESSEN-FUSSBALL, dessen vier Jugendseiten er qualifi ziert und zuverlässig füllte. Später übernahm er sogar das Layout, als dies technisch Helmut Landler (li.) anlässlich seines 80. Geburtstages mit HFV-Ehrenpräsident Rolf Hocke. Foto: Hartenfelser mit einem modernen PC möglich war. Auf Helmuth Landler war immer Ver- lass. So begleitete er auch die Hessen- auswahl-Mannschaften in den einzel- nen DFB-Wettbewerben und berichtete ausführlich von Großveranstaltungen des HFV. Seine Interviews waren immer aktuell und lehrreich. Sein Stil: klar und deutlich, off en und mutig. Er scheute sich auch nicht, Kritik anzubringen. Bei der Vorbereitung der einzelnen Kolum- nen erwies er sich stets als feste Größe. Seine Moderation bei den traditionel- len Neujahrsempfängen in Wiesbaden war sensationell. Nicht nur seine ausführlichen und ge- konnten Texte waren für den HESSEN- FUSSBALL wichtig. Auch seine Fähigkeit, mit der eigenen Kamera wertvolle Fotos zu schießen, wurde bewundert. Ein Großteil davon hat er dem HFV-Archiv kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit seinem ausführlichen journalistischen Nachlass hat sich Helmuth Landler selbst ein wertvolles Denkmal gesetzt. Treuer Anwalt der Amateurvereine Und an einem fröhlichen Nachmit- tag im Mai 1980 ließ er sich nach eini- gen Bieren im Chausseehaus von der Tagblatt-Sportredaktion als Mitarbei- ter verpfl ichten. Von da an tourte Hel- muth Landler in Wiesbaden, im Rhein- gau und im Untertaunus unermüdlich von Sportplatz zu Sportplatz und haute anschließend in der Redaktion die Be- richte vom „Großen Spiel der Kleinen“, von Hessen- und Landesligapartien in die Schreibmaschine, in späteren Jah- ren in den Computer. Er war überall willkommen, weil hier einer schrieb, der die Kärrnerarbeit in den kleinen Klubs kannte und sie deshalb zu schät- zen wusste. Und weil er ein stets wohl- wollender Reporter war – selbst bei krachenden Niederlagen-Serien. Auf dem Halberg wurde er schließlich zu einer Institution. Er begleitete den SV Wehen von der A-Klasse bis in den Pro- fi -Fußball. Ein bisschen sonnte er sich mit im Erfolg. Und doch blieb er in Ver- bandsgremien und als Zeitungsmann ein treuer Anwalt der Amateurverei- ne. Er hinterlässt eine große Lücke. Wiesbadener Kurier / Rolf Lutz Region Wiesbaden Ansprechpartner: Johannes Lahr Greiff enclaustraße 64 65375 Oestrich-Winkel Mobil 0174 9127067 Mail johannes.lahr1999@googlemail.com HESSEN-FUSSBALL 6/2020
HFV-Präsidiumsmitglied Prof. Dr Silke Sinning (re.) gratuliert Jörn Metzler (Mitte) zur Großen Verdienstnadel, dessen Stellver- treter Tobias Barthelmes (li.) stellte sich nicht mehr zur Wahl. Foto: Andre Bethke Kurz vor Lockdown: Jörn Metzler: dritte Amtszeit Glück im Unglück hatten die Fußballer des Kreises Limburg-Weilburg. Auch wenn Corona schon ein stetiger Begleiter in den Tagesmedien war, konnte der Kreisfußballausschuss seinen angesetzten Kreisfußballtag noch vor dem Lock- down und vor allem ohne spätere Erkrankungen durchführen. Jörn Metzler wurde dabei wie erwar- tet von den 95 von 107 erschienenen Vereinen in seinem Amt als Kreisfuß- ballwart bestätigt. Neu an seiner Seite als Stellvertreter ist Marcus Kastelleiner, der zuletzt als Koordinator für Quali- fi zierung im KFA agierte. Der bis dato fungierende Stellvertreter Tobias Bart- helmes stellte sich nicht mehr zur Wahl. Neu im Team sind unter anderem Heinz Schneider, der den langjährigen Vorsit- zenden des Sportgerichtes Guido Er- wes ablöst und Ralf Schuchardt als neu- er Kreisschiedsrichterobmann. Im Amt bestätigt wurden auch Kreis- jugendwart Udo Schätzle und Kassierer Franz-Josef Jeuck. Zum Team des Kreis- fußballausschusses gehören außerdem Matthias Bausch (Administrator), Hans- Peter Weckbecker (Referent für Freizeit- und Breitensport), Klaus Orschel (Beisit- zer) und Fabio Sinick (Pressewart). Neben einigen Reden der Ehrengäs- te aus Politik, Präsidium und Vereinen gab es an dem harmonisch verlaufen- den Abend auch einige Ehrungen. Die Große Verdienstnadel des Hessischen Fußball-Verbandes ging an Jörn Metz- ler, Michael Mais, Hubert Dickopf, Die- ter Voltz und Manfred Dörr. Michael Stähler, Arnold Nies, Franz-Josef Jeuck, Matthias Bausch, Friedhelm Bender, Lo- thar Gotthardt und Guido Erwes erhiel- ten für ihre ehrenamtliche Tätigkeiten die Verbandsehrennadel in Silber. Ein besonderer Dank gilt dem TSV Herin- gen, der in diesem Jahr 125 Jahre wird und sich als hervorragender Gastgeber des Kreisfußballtages herausstellte. Text & Foto: Fabio Sinick Die Geehrten (v.l.): Dieter Voltz, Hubert Dickopf, Arnold Nies, Michael Mais, Manfred Dörr, Michael Stähler, Matthias Bausch, Franz-Josef Jeuck und Friedhelm Bender. HESSEN-FUSSBALL 6/2020 Region Wiesbaden | 32 Referent für Schulfußball: Rigoberth Falk ist verstorben Der langjährige Referent für Schulfuß- ball im Verbandsjugendausschuss des HFV, Rigoberth Falk, ist nach kurzer schwerer Krankheit mit 81 Jahren ge- storben. Rigoberth Falk hinterlässt sei- ne Frau Ingrid und vier Töchter. Der Verstorbene war in vielen Funk- tionen und Bereichen aktiv, sowohl haupt- als auch ehrenamtlich. Für viele Zeitungen hat Falk häufi g über histori- sche Themen geschrieben. Auch für den Wiesbadener Kurier, dessen Redakteurin Michaela Luster im Nachruf berichtet: „Er hat akribisch jedes Detail recherchiert, ist förmlich eingetaucht in die Geschich- te“, erzählt der älteste von zehn Enkeln, Niklas Zimmermann. Bücher, Broschü- ren und ungezählte Artikel zeugen von Falks großem Wissen über die Geschich- te seines Geburtsorts Dotzheim, wo er auch Mitglied im Heimatverein war. Weiter berichtet der Wiesbadener Kurier, dass Rigoberth Falk am 15. De- zember 1938 als Sohn eines Schuh- machers geboren wurde. „Nach seinem Studium unterrichtete er an mehre- ren Schulen in Wiesbaden, bevor er als Rektor an die Sonnenberger Konrad- Duden-Schule kam. Später wechselte er ins Hessische Kultusministerium, wo er als Ministerialrat die oberste Aufsicht über Schulen in Südhessen innehat- te.“ Im Jahr 2002 wurde er Rentner, war aber noch in vielerlei Hinsicht aktiv, bei- spielsweise als Pfarrgemeinderat und in der Stadtversammlung der Katholi- ken. Zudem fungierte er als CDU-Stadt- verordneter, war im Vorstand des TuS Dotzheim und Mitbegründer des 1. Vol- leyballclubs Wiesbaden. red / Wiesbadener Kurier; Foto: privat
33 | Aus den Regionen Hofgeismar/Wolfhagen: Videokonferenz erfolgreich absolviert Besondere Umstände erfordern be- sondere Maßnahmen. Getreu dieser Erkenntnis hatte der Kreisfußball- ausschuss Hofgeismar/Wolfhagen die erste Videokonferenz seiner Ge- schichte am 11. Juni 2020 mit den Ver- einsvertretern vorbereitet. Über zehn solcher Zusammenkünfte hatte es vorher schon hessenweit gege- ben. Diese waren für den außerordent- lichen Verbandstag notwendig, bei dem die Delegierten aus den Kreisen und das HFV-Präsidium eine Entschei- dung bezüglich der Saison 2019/20 fäl- len mussten. Kreisfußballwart Stefan Schindler hatte sich auf die Videokonfe- renz vorbereitet, indem er an einer sol- chen des Kreis Hochtaunus teilgenom- men hat. Schindler bedankte sich dafür und versprach dem dortigen Kreisfuß- ballwart Andreas Bernhardt, dessen ersten Friseurbesuch nach der Wieder- öff nung fi nanziell zu übernehmen. Es standen drei Szenarien zur Aus- wahl: 1. Fortführung der Saison über das übliche Saisonende 30. Juni hinaus; 2. Abbruch der Saison mit Auf- und Ab- steigern; 3. Abbruch der Saison mit Auf-, aber ohne Absteiger. Etwa zwei Drittel der Vereine votier- ten für Variante 3, also für einen Ab- bruch ohne Absteiger. Konkret: 31 von 40 teilnehmenden Vereinen waren für diese Regelung. Zwei votierten für Va- riante 2, also für einen Abbruch, aller- dings mit Absteigern. Sieben Vereine sprachen sich für eine Fortsetzung der Saison wann auch immer aus. Die virtuelle Zusammenkunft lief sehr diszipliniert ab. Es gab über 50 Teilnehmer, doch dank der Regie von Kreisfußballwart Stefan Schindler und Andreas Weinreich gab es kein verbales Dazwischengrätschen. Lob gab es von allen Seiten. Michael Rieß von der Hessischen Allgemeinen Zeitung meinte, wenn es auf dem Platz auch so diszipliniert zugehen würde, hätten die Schiedsrichter nicht viel zu tun. Der zugeschaltete Frank Illing aus dem HFV-Präsidium stand mit kompe- tenten Stellungnahmen zur Verfügung und lobte die Veranstaltung. Die Ver- eine äußerten sich anschließend eben- falls durchweg positiv. Ralf Heere Zierenbergs Lothar Werner: Ende einer Ehrenamts-Ära Ein beispielhaftes ehrenamtliches Engagement im Bereich der Nachwuchs- arbeit im Fußball neigt sich dem Ende zu. Lothar Werner vom TSV Zierenberg, der auch noch Mitglied des FSV Wolfhagen ist, hört als Jugendtrainer und Be- treuer auf. 48 Jahre ohne Unterbrechung hat sich der heute 67-Jährige mit Haut und Haa- ren der Ausbildung, Förderung und Be- treuung im Jugendfußball verschrieben. In den vergangenen 28 Jahren prägte er den Mädchenfußball in Zierenberg und war in der gesamten Region für sein Engagement bekannt. Jetzt ist für ihn Schluss, „wobei mir dieser Entschluss nicht leicht gefallen ist“, wie er einräumt. Seinen Abschied hatte sich Werner eigentlich sportlich gewünscht: Näm- lich am offi ziell letzten Saisonspiel- tag der Fußball-B-Juniorinnen-Kreisli- ga Kassel am 12. Juni. Da hätten „seine Warmetaler Mädchen“, die zum letz- ten Mal im vorigen Jahr am 25. Okto- ber beim torlosen Remis in Gudens- berg im Punktekampf gefordert waren, in Flechtdorf antreten müssen. Werner: „Diesen Termin hatten ich den TSV-Ver- antwortlichen sowie vor allem meinen Spielerinnen schon lange mitgeteilt.“ Rückgang der Mannschaften Werners Entscheidung aufzuhören ist nicht nur der aktuellen Coronakrise und dem damit verbundenen Stillstand im Fußball-Amateurbereich geschuldet, sondern auch der Tatsache, dass beim TSV Zierenberg und in der Region der Mädchenfußball vor einer ungewissen Zukunft steht. Werner: „Bei meinem Ein- stieg in den Mädchenfußball 1992 gab es noch über 20 B-Juniorinnen-Mann- schaften im Spielbetrieb, jetzt sind es noch neun, wobei einige Vereine schon signalisiert haben, für das kommende Spieljahr nicht mehr zu melden.“ Dies triff t aus personellen Gründen auch auf Zierenberg zu. Denn sieben aktuelle B-Mädchen wechseln in das regionale Kreisoberliga-Frauenteam, mit dem verbleibenden Rest, den man im Warmetal ebenfalls „nach oben“ in- tegrieren will, kann keine Mannschaft mehr gebildet werden. Mit 18 Jahren Jugendtrainer Seine fußballerische Laufbahn be- gann der in Wolfhagen geborene Lo- thar Werner – die Familie lebte direkt neben dem Liemeckesportplatz – als zehnjähriger C-Jugendlicher beim FSV Wolfhagen. Er durchlief dort auch die höheren Altersklassen und wurde dann Seniorenspieler. Bereits mit 18 Jahren übernahm er beim FSV Verantwortung als Jugendtrainer. Zehn Jahre lang übte er das Amt aus, ehe aus familiären Gründen Zierenberg seine neue Heimat wurde. Mit Ehefrau Brigitte ist er jetzt seit 40 Jahren verhei- ratet. Ihre beiden Kinder Stefanie und Sven sind als Spieler und Schiedsrichter in der hiesigen Fußballszene ebenfalls keine Unbekannten. Sven pfeift aktuell bis zur Verbandsliga. Seit 1992 Mädchenfußball In Zierenberg war Werner nicht mehr als Spieler aktiv. Stattdessen widmete sich der gelernte Maler ganz der Nach- wuchsförderung: Die ersten zehn Jahre bei den Jungens, ab 1992 ließ er dann mit Giovanni Canu wieder den Zieren- berger Mädchenfußball erfolgreich aufl eben. Werner war auch viele Jah- re stellvertretender TSV-Jugendleiter: „Fast 80 Prozent der Spielerinnen unse- rer Frauenmannschaft waren in Folge Zierenberger Eigengewächse.“ Zudem ist Werner Gründungsva- ter von Hallenturnieren für Hobby- und Freizeitmannschaften, wobei hier sein Engagement für die Kinderkrebshil- fe Nordhessen mit einen Schwerpunkt bildete. Rund 25.000 Euro kamen dadurch zusammen. Auch als Dank dafür wurde der 67-Jährige mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen aus- gezeichnet. Ganz aus dem Fußballge- schäft zieht er sich aber nicht zurück. Er wird auch weiterhin als Platzkassierer und Mitglied im Ehren- und Ältestenrat des TSV Zierenberg aktiv sein. Text & Foto: Reinhard Michl, HNA Wolfhagen HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Aus den Regionen | 34 UNIFORIA UNIFORIA HESSEN-FUSSBALL 6/2020 MEHR INFOS UNTER ADIDAS.DE/UNIFORIA_PACK
35 | Amtliche Mitteilungen Der Verbandsvorstand hat im Umlaufverfahren am 12. Mai 2020 folgende Änderungen der Satzung beschlossen: § 19 Satzung: Beschluss- fassung, Wahlen und Protokollierung Alte Version: Nr. 2 Alle Organe des Verbandes fassen ihre Beschlü sse mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen, soweit diese Satzung keine anderen Regelungen vor- sieht. Satzungsänderungen bedürfen einer Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen. Stimmenthaltungen und ungül- tige Stimmen werden nicht berücksichtigt. Stimmengleichheit bedeutet Ablehnung. Beschlü sse können auch im schriftlichen Umlaufverfahren oder im Umlaufverfahren per E-Mail gefasst werden. Für die erforderliche Mehrheit bei der Entscheidung im Umlaufverfahren gelten die vorstehenden allgemeinen Regelun- gen. Wird der Beschlussfassung im Um- laufverfahren innerhalb der gesetzten Frist von mindestens einem Viertel der satzungsgemäßen Mitglieder des Ver- bandsorgans schriftlich widersprochen, muss die Beschlussfassung in einer ord- nungsgemäßen Sitzung erfolgen. Neue Version: Nr. 1 bleibt unverändert Nr. 2 Alle Organe des Verbandes fassen ihre Beschlü sse mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen, soweit diese Satzung keine anderen Regelungen vor- sieht. Satzungsänderungen bedürfen einer Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen. Stimmenthaltungen und ungül- tige Stimmen werden nicht berücksichtigt. Stimmengleichheit bedeutet Ablehnung. Beschlü sse können auch im schriftlichen Umlaufverfahren oder im Umlaufverfahren per E-Mail gefasst werden. Nr. 3 (neu) Beschlü sse des Präsidiums, des Aufsichts- rates, des Verbandsvorstandes und der Verbandsausschü sse gemäß § 31 Nr. 1 Satzung können darüber hinaus auch auf sonstigem elektronischen Wege, ins- besondere auch durch elektronisches Umlaufverfahren sowie im Rahmen einer Telefon- oder Videokonferenz herbeige- führt werden. Nr. 4 (neu) Der Verbandstag und die dort zu fassen- den Beschlüsse, einschließlich vorzu- nehmender Wahlen, können ebenfalls auf elektronischem Wege, insbesondere im Rahmen einer Videokonferenz her- bei- bzw. durchgeführt werden. Dies gilt entsprechend für den außerordentlichen Verbandstag. Weitere Einzelheiten regeln die §§ 20 bis 23 Satzung. Nr. 5 (neu) Im Rahmen der Beschlussfassung per Umlaufverfahren gelten die Organe des Verbandes als beschlussfähig, wenn min- destens die Hälfte ihrer Mitglieder inner- halb der gesetzten Frist an der Ab-stim- mung teilnehmen. Die im Rahmen des Umlaufverfahrens zu setzende Frist muss mindestens zwei Tage betragen. Nicht oder nicht innerhalb der gesetzten Frist abgegebene Stimmen, werden im Rah- men des Umlaufverfahrens nicht berück- sichtigt. Eine Beschlussfassung per Telefon- oder Videokonferenz ist mit einer Frist von mindestens zwei Tagen im Voraus anzu- kündigen. Im Übrigen gelten bezüglich der erfor- derlichen Mehrheit bei der Entscheidung im Umlaufverfahren bzw. Beschlussfas- sung auf elektronischem Wege sowie per Telefon- und Videokonferenz die vorste- henden allgemeinen Regelungen. Wird der Beschlussfassung im Umlaufver- fahren innerhalb der gesetzten Frist, bei Video- und Telefonkonferenzen inner- halb der Ankündigungsfrist, von mindes- tens einem Viertel der satzungsgemäßen Mitglieder des jeweiligen Verbands- organs schriftlich widersprochen, muss die Beschlussfassung in einer ordnungs- gemäßen Sitzung erfolgen. In den Fällen, in denen die Satzung eine Beschlussfassung auf elektronischem Wege zulässt, sind Stimmabgabe und Auszählung auch in elektronischer Form zulässig. Sofern in den §§ 20 bis 23 Satzung spe- ziellere Regelungen für den Verbandstag vorgesehen sind, so gehen diese den vor- genannten Bestimmungen vor. Alte Nr. 3 wird neue Nr. 6 Alte Nr. 4 wird neue Nr. 7 Alte Nr. 5 wird neue Nr. 8 Alte Nr. 6 wird neue Nr. 9 Alte Nr. 7 wird neue Nr. 10 Alte Nr. 8 wird neue Nr. 11 Alte Nr. 9 wird neue Nr. 12 Alte Nr. 10 wird neue Nr. 13 § 20 Satzung: Ordentlicher Verbandstag Neue Version: Nrn. 1 bis 9 bleiben unverändert Nr. 10 (neu) Der Verbandstag kann auch auf elektro- nischem Wege, insbesondere im Rahmen oder in Verbindung mit einer Videokon- ferenz durchgeführt werden. Das Präsi- dium kann den Delegierten ermöglichen am Verbandstag ohne Anwesenheit am Versammlungsort teilzunehmen und De- legiertenrechte im Wege der elektroni- schen Kommunikation auszuüben. Sofern das Präsidium von dieser Möglichkeit Ge- brauch macht, weist es bei der Einberu- fung des Verbandstages hierauf hin. Ein Widerspruchsrecht im Sinne des § 19 Nr. 5 Satzung besteht bei Durchführung des Verbandstages auf elektronischem Wege nicht. Im Übrigen gelten die vorstehenden all- gemeinen Regelungen. § 21 Satzung: Außerordentlicher Verbandstag Alte Version: Nr. 2 Bezüglich Form und Frist der Ladung und im Übrigen gelten die Regelungen für den ordentlichen Verbandstag entspre- chend. Neue Version: Nr. 1 bleibt unverändert Nr. 2 Soweit die folgenden Nummern keine spezielleren Bestimmungen vorsehen, gelten die Bestimmungen des § 20 Nr. 2 bis 7 sowie Nr. 9 und 10 Satzung für die Durchführung des außerordentlichen Verbandstages entsprechend. Nr. 3 (neu) Die Einladung zum außerordentlichen Verbandstag muss spätestens zwei Wo- chen vor dem Termin des außerordent- lichen Verbandstages unter Angabe der Tagesordnung und des Tagesortes in den Offiziellen Mitteilungen des HFV unter der Internetadresse www.hfv-online.de oder in der Verbandszeitschrift „HESSEN FUSSBALL“ veröffentlicht werden. Eine vorläufige Tagesordnung ist nicht be- kanntzugeben. Nr. 4 (neu) Präsidium, Aufsichtsrat, die Verbandsaus- schüsse, der Verbandsvorstand und die Kreisfußballtage sind berechtigt, bis eine Woche vor dem Termin des außerordent- lichen Verbandstages Anträge in Text- form zur Tagesordnung mit Begründung bei der Verbandsgeschäftsstelle einzurei- chen. Ordnungsgemäße Anträge mit Aus- nahme von Dringlichkeitsanträgen sind unverzüglich nach Ablauf der Antrags- frist den Delegierten in Textform bekannt zu geben. Alte Nr. 3 wird neue Nr. 5 Nr. 6 (neu) Der außerordentliche Verbandstag setzt sich wie der ordentliche Verbandstag gem. § 22 Nr. 1 Satzung zusammen, wo- bei die Delegierten der Kreise diejenigen sind, welche auf den zuletzt stattgefun- denen ordentlichen Kreisfußballtagen gewählt worden sind. Gleiches gilt für die Ersatzdelegierten. Nr. 7 (neu) Bezüglich des Stimmrechtes gilt § 22 Nr. 4 Satzung entsprechend. HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Der Verbandsausschuss für Spielbetrieb und Fußball- entwicklung hat im Umlaufverfahren am 31. Mai 2020 folgende Änderungen im Anhang zu Satzung und Ordnungen beschlossen: Anhang 14: Richtlinien zur Bildung von Senioren- Spielgemeinschaften Anhang 18a: Richtlinien zur Bildung von AH-Spielgemeinschaften Neue Version: I Grundsätze bleibt unverändert Neue Version: I Grundsätze bleibt unverändert II Genehmigungsverfahren Nr. 1 Spielgemeinschaften sind genehmigungs- pflichtig. Der Antrag auf Erteilung einer Genehmigung ist mit eingehender Begrün- dung und aktuellen Spielerlisten der betei- ligten Vereine bis zum 10. Juni des jeweili- gen Jahres beim zuständigen Kreisfußball- wart einzureichen. Für das Spieljahr 2019/2020 gilt: Die in Nr. 1 gesetzte Frist vom 10. Juni wird bis zum 30. Juni verlängert. Nr. 2 Der zuständige Kreisfußballwart entschei- det über den Antrag bis zum 15. Juni. Für das Spieljahr 2019/2020 gilt: Die in Nr. 2 gesetzte Frist vom 15. Juni wird bis zum 10. Juli verlängert. II Genehmigungsverfahren Nr. 1 Spielgemeinschaften sind genehmigungs- pflichtig. Der Antrag auf Erteilung einer Genehmigung ist mit eingehender Be- gründung bis zum 10. Juni des jeweiligen Jahres beim zuständigen Kreisfußballwart einzureichen. Für das Spieljahr 2019/2020 gilt: Die in Nr. 1 gesetzte Frist vom 10. Juni wird bis zum 30. Juni verlängert. Nr. 2 Der zuständige Kreisfußballwart (in dessen Kreis gespielt wird) entscheidet über den Antrag bis zum 15. Juni. Für das Spieljahr 2019/2020 gilt: Die in Nr. 2 gesetzte Frist vom 15. Juni wird bis zum 10. Juli verlängert. Nrn. 1 bis 6 bleiben unverändert Nrn. 1 bis 6 bleiben unverändert Amtliche Mitteilungen | 36 neue Saison nicht gemeldeten Mann- schaften aus höheren Spielklassen re- duziert. Für das Spieljahr 2019/2020 gilt: Die in Nr. 2 gesetzten Fristen vom 15. Mai werden bis zum 30. Juni verlängert. § 44 Spielordnung: Freiwilliger Abstieg Neue Version: Nrn. 1 bis 3 bleiben unverändert Nr. 4 Geht der Antrag auf freiwilligen Abstieg dem Verbandsfußballwart über das elekt- ronische Postfach bis zum 15. Mai des ak- tuellen Spieljahres zu, werden die Mann- schaften am Saisonende an das Tabellen- ende gesetzt und sind erster Absteiger. Sie werden auf die definierten Absteiger in dieser Klasse angerechnet. In diesem Fall ist die freiwillig abgestiegene Mannschaft mindestens eine Spielklasse tiefer einzu- stufen. Die Abstiegsregelungen der neuen Spiel- klasse des Vereins werden hierdurch im al- ten Spieljahr nicht berührt. Für das Spieljahr 2019/2020 gilt: Die in Nr. 4 gesetzte Frist vom 15. Mai wird bis zum 30.Juni verlängert. § 7 Jugendordnung: Meldung III Spielberechtigung und Spielbetrieb bleibt unverändert III Spielberechtigung und Spielbetrieb bleibt unverändert Neue Version: Nr. 1 Die Meldung sämtlicher Jugendmann- schaften der Vereine und Jugendspielge- meinschaften für die folgende Spielzeit erfolgt auf elektronischem Wege und muss bis zum 5. Juli abgeschlossen sein. Nur bei fristgerechter, korrekter Meldung kann die Teilnahme am Spielbetrieb in der folgen- den Spielzeit garantiert werden. Für das Spieljahr 2020/2021 gilt: Die in Nr.1 gesetzte Frist wird vom 5. Juli bis zum 15. Juli 2020 verlängert Nr. 2 bleibt unverändert IV Auf- und Abstieg bleibt unverändert Der Verbandsvorstand hat im Umlaufverfahren am 4. Juni 2020 Änderungen der folgenden Paragrafen der Spiel- und Jugendordnung beschlossen: § 18 Spielordnung: Teilnahmemeldung Neue Version: Nr. 1 bleibt unverändert Nr. 2 Teilen Vereine für Spielklassen auf Ver- bandsebene dem Verbandsfußballwart bzw. für Vereine für Spielklassen auf Kreis- ebene dem Kreisfußballwart über das elek- tronische Postfach bis zum 15. Mai des aktuellen Spieljahres verbindlich mit, dass Mannschaften, die im laufenden Spieljahr am Spielbetrieb teilgenommen haben, in der kommenden Saison nicht mehr gemel- det werden, gelten folgende Regelungen: a) Für die Klasse in der sie am Spielbe- trieb teilgenommen haben: Die Mannschaften werden am Saison- ende an das Tabellenende gesetzt und sind erster Absteiger. Sie werden auf die definierten Absteiger in dieser Klas- se angerechnet. b) Für die Klasse in der sie als Absteiger zugeteilt würden: – bei Klassen mit Richtzahlen: Die bis zum 15. Mai für die neue Saison nicht gemeldeten Mannschaften aus höheren Spielklassen finden bei der Berechnung der tatsächlichen Abstei- ger in dem Wert „Absteiger aus höhe- rer Klasse“ keine Berücksichtigung. – bei Klassen ohne Richtzahlen: Die im veröffentlichten Spielgeschehen definierte Zahl der Absteiger wird um die Anzahl der bis zum 15. Mai für die HESSEN-FUSSBALL 6/2020
37 | Pass-Stelle / Region Wiesbaden HFV-Pass-Stelle: Aktuelle Grundlagen Wechselstatuten In den aktuellen Entscheidungen hat sich der DFB-Bundestag am 25. Mai 2020 auch mit den Vereinswechselstatuten befasst. Auf dieser Grundlage kann nun auch der HFV die nötigen Weichen für die anstehende Wechselzeit stellen. Sofern sich der außerordentliche Ver- bandstag den bereits veröff entlichten Empfehlungen des Verbandsvorstands anschließen und demnach die Saison 2019/20 zum 30. Juni 2020 beendet werden sollte, würde dies keine weite- re Änderung zu bestehenden Wechsel- vorschriften bedeuten. Somit würde für den Seniorenbereich die Wechselpe- riode I und für den Juniorenbereich die Abmeldefrist im Juni mit den gewohn- ten Bedingungen greifen. Für den Wegfall der Wartefrist bei Spielern, die länger keine Pfl ichtspiele mehr absolviert haben (Sechs-Monats- Regel) gilt gemäß der im April geänder- ten Spielordnung bzw. Jugendordnung weiterhin: Zeiträume, in denen aufgrund der Covid-19-Pandemie kein Spielbetrieb im Zuständigkeitsbereich des HFV durchgeführt worden ist bzw. wird, sind bei der Berechnung des 6-Monats- SRVGG Limburg-Weilburg: Zeitraums nach Nr. 2 f) dieser Vorschrift nicht zu berücksichtigen. Der Spielbe- trieb ist in der Spielzeit 2019/2020 erst- mals am 12. März 2020 im Sinne dieser Regelung unterbrochen worden. Dies gilt für alle Anträge, die ab dem 15. April gestellt wurden. Nachfolgend die wichtigsten Punkte zusammengefasst: – Bis zur Entscheidung des außer- ordentlichen Verbandstages wer- den keine Wechsel vollzogen, weil die fi nale Entscheidung des höchs- ten Gremiums in Sachen Umgang mit der aktuellen Saison erst dann getroff en werden wird. Somit wird verhindert, dass bereits erteilte Spielrechte im Nachgang etwa zu korrigieren wären. Wechsel können somit aktuell beantragt werden und das Spielrecht wird dann nach dem Verbandstag erteilt. Online-Lehrabend statt Präsenzveranstaltungen Als Ersatz für die ausgefallenen Präsenz-Lehrabende luden Kreisschiedsrichter- obmann (KSO) Ralf Schuchardt und Lehrwart Jakob Kufert am Montag, den 11. Mai 2020 erstmalig zu einem Online-Lehrabend ein. die Videokonferenzen-Platt- Über form „Blue Jeans“ trafen sich rund 45 Schiedsrichter, die sich einige Tage da- vor per E-Mail für diesen Lehrabend anmelden sollten, in einem virtuellen Raum und verbrachten so etwas mehr als eine Stunde Regelkunde zusam- men. Bevor Lehrwart Kufert mit der Ein- leitung in den Abend begann, begrüß- te KSO Schuchardt die teilnehmenden Schiedsrichter. Inhaltlich wurde über die Regel 12 und aktuelle Änderungen referiert. Die Schiedsrichter konnten im Chat aktiv – Bei Entscheidung gemäß Vorschlag des Verbandsvorstands -> – Sai- sonende 30. Juni 2020 – gewohnte Wechselvorschriften analog zu den letzten Jahren. – Rückkehroptionen sind somit wie gehabt gegeben (vgl. § 121 Spiel- ordnung / § 27 Jugendordnung) – Abmeldungen und Wechselanträge können ganz normal ab dem 1. Juni gestellt werden. Vereine/Spieler, die erst die Entscheidung des Ver- bandstages abwarten wollen, müs- sen dann noch innerhalb des Mo- nats Juni aktiv werden und bis zum 30. Juni eine ordnungsgemäße Ab- meldung durchführen. – Bei landesverbandsübergreifenden Wechseln greifen die Wechselbe- stimmungen des aufnehmenden Landesverbandes und somit die des HFV, sofern der Spieler zu einem hie- sigen Verein wechselt (bei Wechseln beispielsweise nach Bayern oder Thüringen könnten andere Bedin- gungen gelten). – Detailfragen wie Umgang mit lan- desverbandsübergreifenden Zweit- spielrechten beispielsweise im Ju- gendbereich werden nach den fi nalen Entscheidungen der Landes- verbände mit diesen erörtert und danach kommuniziert. Weitere Informationen zu den The- men Informationen zur Wechselperio- de I 2020, Berechnung der Wartefristen, Tipps zur Antragstellung online, Ent- schädigungsbeträge für Amateurspie- ler und der Erreichbarkeit der Passstelle in der „heißen Phase“ fi nden Sie auf der HFV-Homepage unter https://www.hfv- online.de/service/downloads/formulare- passwesen/. Stefan Heck teilnehmen und somit Fragen stellen, die Lehrwart Kufert direkt beantwor- ten konnte. Kufert referierte über eine Stunde und die Schiedsrichter waren sehr aufmerksam dabei. Im Abschluss des Lehrabends bedankte sich KSO Schuchardt bei Lehrwart Kufert für die sehr gute Organisation und die gute Mitarbeit der Schiedsrichter. „Die positiven Rückmeldungen der Schiedsrichterinnen und Schiedsrich- ter bestätigen uns, dass der erste On- line-Lehrabend der SRVGG Limburg- Weilburg ein voller Erfolg und eine tolle Lösung war, die fußballfreie Zeit inter- essant und attraktiv zu gestalten und die ausgefallenen Lehrabende zu erset- zen, so KSO Schuchardt.“ Fabio Sinick HESSEN-FUSSBALL 6/2020
Geburtstage | 38 Geburtstage im Juli 2020: 2. 2. 3. Andreas Klotz, Kreispressewart Wetzlar, 50 Jahre Martin Spilok, Vorsitzender Kreissportgericht Maintaunus, 60 Jahre Volker Privat, Mitglied Prüfungskommission Hessischer Fußball-Verband, 70 Jahre 12. Hubert Doll, Stellvertretender Kreisschieds- 15. richterobmann Off enbach, 60 Jahre Klaus Orschel, stellvertretender Vorsitzender Verbandsausschuss für Freizeit- und Breitensport HFV, Klassenleiter Herren Kreis Limburg- Weilburg, 60 Jahre 15. Uwe Verch, Administrator Kreis Schwalm-Eder, 70 Jahre 21. Günter Schäfer, Einzelrichter Senioren Kreis Friedberg, Mitglied Kreissportgericht Friedberg, 75 Jahre 21. Volker Schuster, Mitglied Prüfungskommission und Lehrreferent (sportpraktisch) HFV, 65 Jahre Alexandra Wendsch, Mitarbeiterin Geschäftsstelle HFV, 50 Jahre 24. 28. Hans Amrhein, Einzelrichter Juniorinnen Region Kassel, Einzelrichter Senioren, Einzelrichter Jugend Kreis Schwalm-Eder, Mitglied Kreissport- gericht Schwalm-Eder, 75 Jahre Klaus Groß, Einzelrichter Jugend Kreis Frankfurt, Mitglied Kreissportgericht Frankfurt, 75 Jahre Klaus Stamm, Ehren-Kreisfußballwart Fulda, 80 Jahre Stephan Pöhner, Klassenleiter Junioren Kreis Off enbach, 50 Jahre Erwin Britsch, Einzelrichter Senioren Kreis Wiesbaden, Mitglied Kreissportgericht Wiesbaden, 80 Jahre 28. 28. 30. 31. 31. Robert Neubauer, Mitglied Kommission für Fußballentwicklung und Nachhaltigkeit HFV, Kreisfußballwart Groß-Gerau, Klassenleiter Herren Kreis Groß-Gerau, 65 Jahre Wir gratulieren auch allen weiteren ehrenamtlichen Mit- arbeiterinnen und Mitarbeitern des HFV, die im Juli 2020 Geburtstag feiern. werde. Da bekräftigte er, dem Fußball weiter die Treue zu halten. Aus der gro- ßen Verbandsarbeit hält er sich heute gefl issentlich heraus. Zu seinem Amts- nachfolger Jürgen Radeck pfl egt er einen fairen und regelmäßigen Kon- takt. Seine Frau Erika freut sich über die gewonnene Freizeit, denn gemein- sam können sie jetzt endlich Dinge unternehmen, die während der aktiven Funktionärszeit von Armin Keller nicht realisiert werden konnten. Zum Geburtstag von Armin Keller waren die beiden Archivare des HFV, Jens Jensen und Rolf Lutz sowie die frühere Frauenwartin Derya Karaova in seinen Heimatort Mücke angereist. Viele ehemalige Wegbegleiter gratu- lierten per Telefon, Mail oder Glück- wunschkarte. So auch HFV-Präsident Stefan Reuß. Rolf Lutz; Foto: privat Armin Keller (2.v.r.) mit seiner Frau Erika und der früheren HFV-Frauenwartin Derya Karaova (Mitte). Die beiden HFV-Archivare Rolf Lutz (li,) und Jens Jensen (re.) kamen auch zum Gratulieren. Foto: HFV Garant für vorbildliche Arbeit: Armin Keller feiert 80. Geburtstag Im vertrauten Kreis der Familie feierte HFV-Ehrenmitglied Armin Keller am 11. Juni 2020 seinen 80. Geburtstag. Eine größere Feier wurde ihm leider durch die Corona-Beschränkungen versagt. Als Armin Keller beim Verbandstag in Grünberg 2012 nicht mehr als Ver- bandsfußballwart kandidierte und nach 16 Jahren intensiver Mitarbeit im HFV-Vorstand als agiler Fußballfunktio- när ausschied, widmete ihm eine Zei- tung die vielsagende Schlagzeile: „Sehr angenehmer, ruhiger, sachlicher Mann“. Diese Charaktereigenschaften wussten alle zu schätzen, die mit Armin Keller zu tun hatten. In allen Führungspositionen – ob als Vereinsvorsitzender, im Kreisju- gendausschuss Alsfeld, in der Funktion als Klassenleiter, als Kreisfußballwart Alsfeld (1974 - 1980) und als Bezirks- fußballwart im Bezirk Gießen-Marburg (1980 – 1996) blieb er seinem Grundsatz treu: Alles für das Wohl der Vereine zu tun. Die Vereine wussten seine Aktivitä- ten zu schätzen; er war stets Garant für vorbildliche Arbeit und korrektes Han- deln. Als er als Verbandsfußballwart ab 1996 auch die Leitung der höchs- ten hessischen Spielklasse übernahm, staunten die teilweise hochkarätigen Vereinsvertreter sehr über die Souverä- nität, mit der Armin Keller die anstehen- den Probleme meisterte. Seine Erfah- rungen an der Basis führten dazu, dass Armin Keller im Vorstand des Süddeut- schen Fußball-Verbandes und im Spiel- ausschuss dieses Verbandes ebenfalls sehr geschätzt wurde. Mit den neuen auf den Markt ge- kommenen Medien nutzte er als Ers- ter die sich bietenden Chancen und or- ganisierte in seiner Wohnung in Mücke einen ISDN-Anschluss. Ihm waren Inter- net und Mailzuschriften schon sehr früh keine Fremdwörter. Leidenschaftlich organisierte er auch die Hessenpokal- Spiele. In seiner knapp 50 Jahre langen ehrenamtlichen Mitarbeit sammelte er akribisch genau alle Unterlagen und deponierte diese in seinem stattlichen Haus. Inzwischen hat er dankenswerter Weise die meisten Unterlagen an das HFV-Archiv in Grünberg weiter geleitet. Nach seinem Ausscheiden aus dem HFV-Vorstand wurde er gefragt, was er denn nun mit seiner Freizeit anfangen HESSEN-FUSSBALL 6/2020
39 | Zurückgeblättert Hessen Kassel: 1985 beinahe in der Bundesliga Anfang Juni des Spieljahres 1984/85 hatte der KSV Hessen Kassel die große Chance, als Meister der 2. Bundesliga in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Zwei Tage vor Rundenschluss belegten die Kasselaner mit 48:24 Punkten den ersten Rang. Von entscheidender Bedeutung war das vorletzte Spiel. Zu Hause konnte die Elf von Trainer Jörg Berger im Spiel gegen Hannover 96 alles klar für den Aufstieg machen. Mehr als 20.000 Zu- schauer waren gekommen, um den möglichen Aufstieg zu feiern. Es sollte anders kommen. Die Presse im Raum Kassel warb mächtig für den KSV. Die „Bild“-Zeitung versprach den Lesern „Morgen in die Bundesliga“ In dem Anzeigenblatt „TIP am Sonntag“ hieß es: „20.000 Fans wer- den wie ein Mann hinter Euch stehen. Enttäuscht sie nicht!“ In einem Interview versuchte Trainer Jörg Berger die euphorische Stimmung zu mildern. Er sagte dem SZ-Redakteur: „Die Welt geht sicher nicht unter, wenn wir den Aufstieg wieder nicht packen. (…) Es bleibt trotzdem eine erfolgrei- che Saison. Wenn wir es dieses Jahr nicht schaff en, dann hat’s daran gele- gen, dass wir rein verletzungsbedingt arg vom Pech verfolgt waren.“ Aus einem sicheren 2:0 wurde ein trostloses 2:2 Beim alles entscheidenden Spieltag herrschte zunächst beim Anhang des KSV großer Jubel. Denn durch die bei- den Treff er von Helmut Hampel (15. Mi- nute und per Elfmeter in der 28. Minu- te) führten die „Löwen“ souverän mit 2:0 Toren. Die Presse jubelte zu diesem Zeitpunkt: „Die Löwen standen prak- tisch schon mit allen vier Tatzen in der Bundesliga. Nur die Pforte zum Kicker- Eldorado war noch nicht ganz geschlos- sen.“ Erinnerungen wurden wach, als ebenfalls gegen Hannover 96 21 Jah- re zuvor schon einmal der Aufstieg mit einer 1:2-Niederlage vermasselt worden war. Hannover 96 erholte sich schnell und kam noch vor dem Pau- senpfi ff zum Ausgleich. Nach der Pause brannte es zeitweise lichterloh vor dem „96“-Gehäuse. Doch es blieb beim ent- täuschenden 2:2 Remis. Das letzte Spiel beim 1. FC Nürnberg musste nun die Entscheidung bringen. Stark ersatzgeschwächt begannen die Löwen dieses Spiel. Ein einziger Punkt hätte gereicht, um tatsächlich in die Bundesliga aufzusteigen. Doch es soll- te anders kommen. Genau eine Stun- de lang konnte der KSV Hessen Kassel im restlos ausverkauften Stadion vom Aufstieg träumen. Dann zerstörte der schnelle Eckstein diese Hoff nung mit einem raffi niert geschlenzten Ball ins rechte obere Kasseler Toreck. Die end- gültige Entscheidung fi el erst in der 90. Minute mit dem zweiten Nürnber- ger Treff er. Tapfer hatten die „Löwen“ in Nürnberg gekämpft und alles auf eine Karte gesetzt. Vielleicht wäre die Nie- derlage zu vermeiden gewesen, wenn nicht Kassels Verteidiger Panierschky in der 44. Minute nach einem „angeb- lichen“ Foulspiel das Feld verlassen musste. Spielausschuss-Vorsit- zender Horst Flöck sprach spä- ter von einem „verschaukelten“ Spiel. Am Ende wieder nur „Vierter“ Mit dieser Niederlage in Nürn- berg fi el der KSV Hessen Kas- sel auf den bedeutungslosen vierten Rang zurück, genauso wie in den beiden vorherigen Spielrunden. Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg, die beiden letzten Spielgegner des KSV Hessen Kassel, stiegen in die zurückgeblättert Bundesliga auf. Die gewonnenen Punk- te gegen Kassel waren am Ende der Sai- son dafür ausschlaggebend. Vom Profi lager ins Amateurlager Die abermalige Niederlage im Kampf um den Aufstieg in die Erste Bundes- liga blieb nicht ohne Folgen. Sportlich und fi nanziell musste der Verein ein tie- fes Tal überwinden. Der Absturz vom Profi lager in das Lager der Amateure war nicht zu vermeiden. Erst drei Jah- re später, im Sommer 1988, wurde der Versuch unternommen, das havarierte „Flaggschiff “ des nordhessischen Fuß- balls wieder auf Vordermann zu brin- gen. Ein neues „Werbekonzept“ sollte für Abhilfe sorgen. Die „HNA“, Nordhessen größte Ta- geszeitung berichtete am 8. Juni 1988 unter dem Titel: „Löwen 88 auf dem Sprung zu neuen Ufern“: „Jetzt glaubt man in Vorstandskreisen, den richti- gen Dreh gefunden zu haben, um dem sportlichen und fi nanziellen Abtrift ent- gegen zu steuern – mit einem geän- derten ‚Werbekonzept‘, einer neuen Strategie, mit der andere Vereine wie Braunschweig und Hertha BSC schon gute Erfahrungen machen konnten.“ Der Vorsitzende des KSV Hessen, Pe- ter Meyer-Tonndorf erklärte damals: „Wir wollen zukünftig nicht mehr als Bittsteller auftreten, sondern unseren Werbepartnern für ihr Geld eine ech- te Gegenleistung bieten!“ Deutlicher äußerte sich Meyer-Tonndorf in einem Interview: „Das Ziel ist es, schnell wie- der in die 2. Liga aufzusteigen, um von den Fernsehgeldern profi tieren zu kön- nen. Zusammen mit den Geldern von Toto und Lotto wären das immerhin ca. 800.000 Mark.“ Damit wollte die Füh- rung des KSV wieder sportliche Erfolge sicherstellen. Doch noch einmal in der Ersten Bun- desliga anzuklopfen, blieb dem Verein in den nachfolgenden Jahren versagt. Rolf Lutz HESSEN-FUSSBALL 6/2020

References: § 19
 § 31
 § 20
 § 19
 § 21
 § 20
 § 22
 § 22
 § 44
 § 7
 § 18
 § 121
 § 27