Source: https://www.avu-netz.de/einspeisung/wissenswertes
Timestamp: 2019-03-22 04:15:35+00:00

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Wissenswertes : AVU Netz
Sie sind Anlagenbetreiber einer dezentralen Erzeugungsanlage zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung?
Technische Entwicklungen, neue gesetzliche Regelungen oder Änderungen für bestehende Anlagen sind nur einige Themen, über die wir als Netzbetreiber hier informieren möchten.
Im Allgemeinen liegt es in der Pflicht des Anlagenbetreibers, sich über die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb der Anlage zu informieren und auf dem Laufenden zu halten.
Die wichtigsten Rechtsgrundlagen haben wir Ihnen im Folgenden unverbindlich zusammengestellt.
Das Gesetz zur Neuregelung des Rechts der Erneuerbaren Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG) trat zum 1. August 2004 in Kraft. Das bis dahin geltende Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien vom 1. April 2000 wurde damit außer Kraft gesetzt.
Nach verschiedenen Novellen hat die Bundesregierung nun das EEG 2017 beschlossen, welches zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist.
Ziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist es, im Interesse des Klima-, Natur- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen und den Beitrag Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung deutlich zu erhöhen. Nach den Zielen der EU und der Bundesrepublik Deutschland soll der Anteil Erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch bis zum Jahr 2025 auf mindestens 40 bis 45 Prozent und bis zum Jahr 2050 auf mindestens 80 Prozent erhöht werden.
Im Rahmen der EEG-Novelle haben sich einige Änderungen und Pflichten für Anlagenbetreiber ergeben, welche nicht nur EEG-Neuanlagen, sondern auch Bestandsanlagen (Inbetriebnahme bis 31.12.2016) und KWK-Anlagen betreffen.
Am 1.Januar 2016 trat das Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz – KWKG 2016) in Kraft. Ziel des Gesetzes ist die Erhöhung der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung im Interesse der Energieeinsparung sowie des Umwelt- und Klimaschutzes.
Speziell durch den befristeten Schutz und die Modernisierung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) sowie den Ausbau der Stromerzeugung in kleinen KWK-Anlagen und die Markteinführung der Brennstoffzelle werden die Energieeinsparung, der Umweltschutz und das Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung gefördert. Für die Vergütungszahlung der KWK-Zulage vom Netzbetreiber an den Einspeiseanlagenbetreiber muss der Kunde seine Einspeiseanlage der BAFA vor Inbetriebnahme melden.
Einige Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) betreffen auch KWK-Anlagen. Darunter fallen zum Beispiel die Vorschriften zur Technischen Einrichtung für das Einspeisemanagement sowie die EEG-Umlage auf selbstverbrauchten Strom.
RECHTSGRUNDLAGEN ERZEUGUNGSANLAGEN
Grundlagen der Vergütung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
Das Vergütungssystem im EEG ist mittlerweile sehr komplex. Grob lässt es sich jedoch mit ein paar grundlegende Begrifflichkeiten erklären:
Der anzulegende Wert ist der Basiswert für die verschiedenen Vergütungsformen. Er entspricht im Prinzip der früheren EEG-Einspeisevergütung, enthält im Gegensatz zu dieser jedoch bereits die eingepreiste Managementprämie.
Die Managementprämie erhalten Anlagenbetreiber, die ihren Strom über das Marktprämienmodell verkaufen. Seit dem EEG 2014 wird die Managementprämie nicht mehr zusätzlich berechnet, sondern ist bereits in den anzulegenden Wert eingepreist.
Die Managementprämie beträgt 0,4 ct/kWh für Wind und Solar und 0,2 ct/kWh für sonstige Anlagen.
Generell wird im EEG immer der anzulegende Wert genannt. Hiervon muss dann die Einspeisevergütung für kleine Anlagen, die Marktprämie und die Ausfallvergütung abgeleitet werden.
Die Einspeisevergütung errechnet sich aus dem anzulegenden Wert abzüglich der Managementprämie für den jeweiligen Energieträger. Sie wird nur noch für Erzeugungsanlagen unter 100 kW(p) gewährt und vom Netzbetreiber an den Anlagenbetreiber gezahlt.
Das Marktprämienmodell soll die Marktintegration der Erneuerbaren Energien fördern.
Strom aus EEG-Anlagen ab 100 kW(p), die nach dem 31.07.2014 in Betrieb genommen worden sind, muss direktvermarktet werden. Hier bietet sich in erster Linie das Marktprämienmodell an.
Bei der Direktvermarktung durch das Marktprämienmodell nimmt ein Direktvermarktungsunternehmen den Strom aus EEG-Anlagen vom Anlagenbetreiber auf und zahlt ihm hierfür einen vertraglich festgelegten Preis.
Die (ungefähre) Differenz zum anzulegenden Wert wird vom Netzbetreiber in Form der Marktprämie an den Anlagenbetreiber ausgezahlt.
Die Marktprämie errechnet sich aus der Differenz zwischen dem anzulegenden Wert und dem Referenzmarktwert der jeweiligen Technologie.
Seit dem EEG 2017 müssen Wind- und PV-Anlage größer 750 kW(p) und Biomasse-Anlagen größer 150 kW am Ausschreibungsverfahren teilnehmen.
Hierbei reichen die Anlagenbetreiber Gebote für den anzulegenden Wert der zukünftigen Erzeugungsanlage bei der Bundesnetzagentur ein. Der bezuschlagt anzulegenden Wert wird anschließend Grundlage für die Berechnung der Marktprämie.
Die Ausfallvergütung kommt in solchen Fällen zum Tragen, in denen Anlagenbetreiber, die der Direktvermarktungspflicht unterliegen, ihren Strom nicht selbst am Markt verkaufen können (z.B. weil sie keinen Direktvermarkter finden, der ihren Strom abnimmt). Die Ausfallvergütung wird bei Neuanlagen nach EEG 2017 für max. 3 Monate am Stück und max. 6 Monate pro Jahr gewährt. Hierfür erhält der Anlagenbetreiber dann 80 Prozent der Marktprämie.
Grundlagen der Vergütung im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)
KWK-Anlagen (nach dem KWK-G 2016) erhalten grundsätzlich einen Zuschlag für KWK-Strom, der in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird.
Lediglich KWK-Anlagen bis 100 kW elektrischer Leistung erhalten für den selbstgenutzten KWK-Strom zusätzlich einen verringerten KWK-Zuschlag.
Betreiber von KWK-Anlagen, die KWK-Strom an Letztverbraucher in einer Kundenanlage oder in einem geschlossenen Verteilernetz liefern (Contracting), soweit für diesen KWK Strom die volle EEG-Umlage entrichtet wird, erhalten ebenfalls einen verringerten KWK-Zuschlag.
Zusätzlich zum KWK-Zuschlag zahlt der Stromnetzbetreiber noch die folgenden Vergütungskomponenten für den eingespeisten Strom:
marktüblicher Preis: Für Anlagen bis 2 MWel ist dies der durchschnittliche Preis für Grundlaststrom an der Strombörse EEX in Leipzig im jeweils vorangegangenen Quartal.
Vermiedenes Netznutzungsentgelt: gemäß dem im jeweils veröffentlichten Preisblatt „Netznutzungsentgelte“ des Stromnetzbetreibers genannten Arbeits- und Leistungspreis (>2.500 Benutzungsstunden) für die vorgelagerte Umspannebene.
Die Daten aus Anlagenregister und PV-Meldeportal werden in das Marktstammdatenregister übernommen. Die beiden Portale werden mit Start des Marktstammdatenregisters abgeschaltet.
Im Rahmen des Aufbaus des Marktstammdatenregisters kommen Meldepflichten auf die Betreiber ALLER Erzeugungsanlagen zu.
Das Informationsschreiben der Bundesnetzagentur stellen wir Ihnen hiermit zur Verfügung.
Die Anmeldung von neu in Betrieb genommenen Erzeugungsanlagen muss bis spätestens vier Wochen nach Inbetriebnahme der Anlage stattfinden.
Bis zum Start des Marktstammdatenregisters gelten folgende Übergangsregelungen:
EEG-Anlagen und deren meldepflichtigen Genehmigungen werden wie bisher über das Anlagenregister und das PV-Meldeportal erfasst. Dafür gilt eine Monatsfrist ab Inbetriebnahme oder ab Erteilung der Genehmigung (bisher: drei Wochen).
Die Registrierung von KWK-Anlagen mit einer Inbetriebnahme ab dem 1. Juli 2017 und und deren meldepflichtigen Genehmigungen erfolgt über ein Formular der Bundesnetzagentur. KWK-Anlagen müssen dem Netzbetreiber auch weiterhin eine BAFA-Zulassung vorlegen.
Daten, die nach der MaStRV eingetragen werden müssen, aber nicht eingetragen werden können, müssen nachgetragen werden, sobald das Internetportal dies ermöglicht.
Sonstige Registrierungen von Marktakteuren und Behörden sind erst mit Start des Webportals möglich. Sämtliche Meldungen müssen nach der MaStRV nach der Inbetriebnahme des Webportals nachgeholt werden.
Die Übernahme der Verantwortung für die Daten der Bestandsanlagen ist noch nicht möglich. Die Frist für die Übernahme der Daten endet am 30. Juni 2019.
EEG-Umlage bei Eigenversorgung bzw. Lieferung an Letztverbraucher
Grundsätzlich muss auf jede verbrauchte Kilowattstunde Strom die volle EEG-Umlage gezahlt werden, unabhängig davon, wo der Strom erzeugt wurde.
Es gibt jedoch Ausnahmen, welche eine teilweise oder vollständige Reduzierung der EEG-Umlage bewirken:
Diese Ausnahmen werden im EEG 2017 in den §§ 61 und 61 a-k EEG 2017 beschrieben.
Die Ausnahme-Tatbestände müssen der AVU Netz GmbH vom Anlagenbetreiber nachgewiesen werden.
Die Bundesnetzagentur hat zum Thema Eigenversorgung einen umfangreichen „Leitfaden zur Eigenversorgung“ veröffentlicht.
100% EEG-Umlage wird erhoben auf Strom,
der von einem Elektrizitätsversorgungsunternehmen an Letztverbraucher geliefert wird. Darunter fallen auch solche Strommengen, die Anlagenbetreiber innerhalb der Kundenanlage (z.B. Ihres Hauses) an Dritte (z.B. an den Mieter, an Familienangehörige in einem separaten Haushalt etc.) liefern.
der aus KWK-Neuanlagen (inbetriebnahme ab 01.08.2014) vom Anlagenbetreiber selbst verbraucht wird.
wenn Eigenversorger oder Letztverbraucher gegen die Mitteilungspflichten nach § 74a Abs. 2 Satz 2 bis 4 EEG 2017 verstößt.
Die EEG-Umlage verringert sich auf 40%, wenn
der Strom in einer EEG-Anlage erzeugt wurde und vom Anlagenbetreiber selbst verbraucht wurde
Die EEG-Umlage verringert sich auf 20%, wenn
eine Bestandsanlage (= Inbetriebnahme der Eigenerzeugungsanlage und Eigenversorgung vor dem 01.08.2014) nach dem 31.12.2017 erneuert oder ersetzt wurde, ohne dass die installierte Leistung erhöht wurde.
Die EEG-Umlage verringert sich auf 0%,
bei Eigenversorgung aus Anlagen bis 10 kW(p) oder max. 10.000 Kilowattstunden selbstverbrauchten Stroms. Hierbei muss Personenidentität zwischen Anlagenbetreiber und Letztverbraucher gegeben sein.
bei Bestandsanlagen (= Inbetriebnahme der Eigenerzeugungsanlage und Eigenversorgung vor dem 01.08.2014; die Bestandsanlagen darf nicht nach dem 31.12.2017 erneuert, erweitert oder ersetzt worden sein.)
bei Kraftwerkseigenverbrauch
in Inselanlagen
bei vollständiger Eigenversorgung aus erneuerbaren Energien und ohne Inanspruchnahme finanzieller Förderung des überschüssigen Stroms
Rechtsnachfolgen nach dem 01.08.2014 sind in Bezug auf die EEG-Umlage grundsätzlich wie Neuanlagen zu behandeln, es sei denn, es treffen die Regelungen des § 61f EEG 2017 zu.
Wichtig für Sie als Betreiber einer Erzeugungsanlage: Ihre Meldepflicht!
Die Meldung, unter welche Regelungen der selbstverbrauchte und/ oder an Dritte gelieferte, EEG-umlagepflichtige Strom fällt, sowie die entsprechenden Strommengen ist vom Anlagenbetreiber selbst durchzuführen!!
Grundsätzlich sind alle Anlagenbetreiber von Erzeugungsanlage zur Mitteilung und Zahlung der EEG-Umlage auf den selbstverbrauchten Strom verpflichtet.
Das Gesetz sieht jedoch einige Privilegierungstatbestände vor:
klassische "Volleinspeiser" ohne Eigenverbrauch
Eigenversorgung mit Strom aus
KWK-Anlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 1 Kilowatt und
PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 7 Kilowatt
​Betreiber von Erzeugungsanlagen, welche die genannten Privilegierungstatbestände erfüllen, müssen bei Inbetriebnahme dies entsprechend erklären.
Jeder andere Anlagenbetreiber hat einer jährlichen Meldepflicht nachzukommen.
Bei Versäumnis greift die Verzinsung der Geldschuld bzw. die Erhöhung auf 100% der EEG-Umlage.
Prüfen Sie, ob Ihre Meldepflicht gegenüber dem Verteilnetzbetreiber, der AVU Netz GmbH, oder dem Übertragungsnetzbetreiber, der Amprion GmbH, besteht.
Besteht Ihre Meldepflicht gegenüber der AVU Netz GmbH: Füllen Sie das Formular „Selbstauskunft zur Erhebung der EEG-Umlage“ und senden Sie es uns zu. Bei der Inbetriebnahme einer Erzeugungsanlagen fragen wir diese Daten mit dem Antrag auf Vergütung ab.
Besteht Ihre Meldepflicht gegenüber der Amprion GmbH: unter dem Link http://amprion.net/registrierung-eeg-umlage bei der Amprion GmbH finden Sie Information und Ansprechpartner auf deren Internetseite.
Meldefrist in jedem Fall: 28.02. eines Jahres für das vorangegangene Kalenderjahr.
Einspeisemanagement - Technische Vorgaben nach § 9 EEG 2017
Für die Umsetzung (Bereitstellung, Installation und den Betrieb) der technischen Einrichtung ist grundsätzlich der Anlagenbetreiber verantwortlich.
Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung größer 100 kW müssen gemäß § 9 (1) EEG 2017 mit technischen Einrichtungen ausgestattet sein, mit denen der Netzbetreiber jederzeit
Das Konzept der AVU Netz GmbH zur Umsetzung des § 9 (1) EEG 2017 bei Anlagen >100 kW sieht den Einsatz einer Fernwirktechnik vor. Bitte sprechend Sie uns an. Wir beantworten gerne Ihre Fragen und lassen Ihnen ein Angebot für unsere vorkonfigurierte Fernwirktechnik zukommen.
Anlagenbetreiber von PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kWp und höchstens 100 kWp müssen ihre Anlagen technisch so ausstatten, dass der Netzbetreiber jederzeit die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann (§ 9 (2) Nr. 1 EEG 2017).
Im Rahmen der Umsetzung dieser Vorgabe sieht das Konzept der AVU Netz GmbH vor, den vorhandenen Erzeugungszähler durch einen intelligenten Zähler zu ersetzen.
Das Konzept der AVU Netz GmbH zur Umsetzung des § 9 (2) Nr. 1 und Nr. 2a EEG 2017 sieht den Einsatz eines intelligenten Zählers vor.
Bitte sprechend Sie uns an. Wir beantworten gerne Ihre Fragen und lassen Ihnen ein Angebot für unsere intelligenten Zähler zukommen.
Anlagenbetreiber von PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 30 kWp haben ein Wahlrecht. Sie können ihre Anlage entweder mit dem intelligenten Zähler zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung ausrüsten lassen oder die maximale Wirkleistungseinspeisung am Verknüpfungspunkt ihrer Anlage mit dem Netz auf 70% der installierten Leistung begrenzen (§ 9 (2) Nr. 2 EEG 2017).
Technische Anforderungen Einspeisemanagement bis einschl. 100 kW(p)
Technische Anforderungen Einspeisemanagement über 100 kW(p)
Fernsteuerbarkeit von direktvermarkteten Anlagen
Seit Inkrafttreten der EEG-Reform am 1. August 2014 müssen Neuanlagen, welche in die Direktvermarktung wechseln wollen, durch den Direktvermarkter fernsteuerbar sein. Die Fernsteuerbarkeit bedeutet, dass das Direktvermarktungsunternehmen durch technische Einrichtungen des Anlagenbetreibers in die Lage versetzt wird, jederzeit die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen und die Einspeiseleistung reduzieren kann.
Dabei dürfen die beschriebene technische Einrichtung sowie die Befugnis, die dem Direktvermarktungsunternehmen eingeräumt wird, das Recht der AVU Netz GmbH zum Einspeisemanagement nach § 14 EEG 2017 nicht beschränken.
Die Fernsteuerbarkeit ist Voraussetzung für den Anspruch auf die Marktprämie gemäß §§ 20 EEG 2017.
Der Nachweis über die Fernsteuerbarkeit muss der AVU Netz GmbH durch den Anlagenbetreiber und das Direktvermarktungsunternehmen nachgewiesen werden.
Formular: Nachweis der Fernsteuerbarkeit
Technische Betriebsbereitschaft einer Erzeugungsanlage ("Wirtschaftliche Inbetriebnahme")
Die technische Betriebsbereitschaft einer Erzeugungsanlage (nach EEG) ist Voraussetzung zur Festlegung des Zeitpunktes der sogenannten „wirtschaftlichen Inbetriebnahme“.
Der Zeitpunkt der wirtschaftlichen Inbetriebnahme definiert den Tag, welcher für die Festsetzung der Vergütung maßgeblich ist.
Gemäß § 3 Nr. 30 EEG 2017 ist
„Inbetriebnahme“ die erstmalige Inbetriebsetzung der Anlage ausschließlich mit erneuerbaren Energien oder Grubengas nach Herstellung der technischen Betriebsbereitschaft der Anlage; die technische Betriebsbereitschaft setzt voraus, dass die Anlage fest an dem für den dauerhaften Betrieb vorgesehenen Ort und dauerhaft mit dem für die Erzeugung von Wechselstrom erforderlichen Zubehör installiert wurde; der Austausch des Generators oder sonstiger technischer oder baulicher Teile nach der erstmaligen Inbetriebnahme führt nicht zu einer Änderung des Zeitpunkts der Inbetriebnahme.
Beispiel Photovoltaik-Anlagen: maßgeblich für die wirtschaftliche Inbetriebsetzung ist die feste Installation der Module sowie des Wechselrichters an dem für den dauerhaften Betrieb vorgesehenen Ort und die durchgängige Verdrahtung der Anlage, so dass der Wechselrichter Wechselstrom erzeugen kann.
Falls kein Zählereinbau/-wechsel (= Netzanbindung) vor einer Vergütungs-Degression oder Gesetzesänderung mehr erfolgt, kann der Anlagenbetreiber zusammen mit dem Anlagenerrichter eine sogenannte „wirtschaftliche Inbetriebnahme“ unter den Voraussetzungen des § 3 Nr. 30 EEG 2017 sowie den gültigen gesetzlichen und technischen Richtlinien vornehmen.
Die wirtschaftliche Inbetriebsetzung der Erzeugungsanlage darf nur erfolgen, wenn die Anlage gemäß den gültigen gesetzlichen und technischen Richtlinien im Vorfeld vollständig angemeldet wurde.
Die wirtschaftliche Inbetriebsetzung muss aus Sicht der AVU Netz GmbH zwingend wie nachfolgend beschrieben dokumentiert werden:
Formular „Wirtschaftliche Inbetriebnahme einer Eigenerzeugungsanlage nach EEG, die noch nicht mit dem Netz verbunden ist“ sowie
Fotos der montierten Module auf der Dachfläche (das als Anlagenort angegebene Gebäude muss erkennbar sein), Fotos der Verkabelung der Gleichstromseite, Fotos der Strings am Wechselrichter sowie jedes Wechselrichter mit leuchtenden LED und/oder leuchtenden Display, Fotos der Verkabelung der Wechselstromseite bis Zählerplatz
Bitte achten Sie auf scharfe, ausreichend belichtete und aussagekräftige Fotos mit Zeitstempel, (Originaldateien, nicht in PDF umgewandelt) anhand derer Personen, die bei der Inbetriebnahme nicht vor Ort waren, die erfolgte Inbetriebnahme nachvollziehen können.
Die Fotos müssen spätestens am Tag der wirtschaftlichen Inbetriebnahme aufgenommen worden sein.
Bei PV-Anlagen stellt die gleichstromseitige Verbindung der PV-Module mit Glühlampen oder anderen Verbrauchern im Sinne des aktuell geltenden EEG keine Inbetriebnahme dar.
Die vollständige Dokumentation senden Sie bitte per Mail unter Angabe der Anlagenadresse binnen 5 Werktagen nach wirtschaftlichen Inbetriebnahme an die AVU Netz GmbH, Mail: eeg@avu-netz.de.
Anspruch auf KWK-Zuschlag bei negativen Stundenkontrakten
Gemäß § 7 Abs. 8 KWKG 2016 besteht kein Anspruch auf die Zahlung von KWK-Zuschlägen für Zeiträume, in denen der Wert der Stundenkontrakte für die Preiszone Deutschland/ Österreich am Spotmarkt der Strombörse EPEX Spot SE in Paris Null oder negativ ist. Der in diesen Zeiträumen erzeugte Strom wird jedoch nicht auf die Dauer der Zuschlagszahlung angerechnet, sodass Ihnen dadurch keine Förderung verloren geht.
Betroffen sind grundsätzlich alle KWK-Anlagen mit einer Inbetriebnahme ab dem 1. Januar 2016, sofern sie nicht unter die Übergangsregelung nach § 35 KWKG 2016 fallen.
Eine weitere Sonderregelung gilt ferner für neue KWK-Anlagen mit einer elektrischen KWK-Leistung von bis zu 2 Kilowatt, die das pauschalierte Zahlungsverfahren der KWK-Zuschläge gegenüber dem Netzbetreiber wählen.
Mitteilungspflicht des Anlagenbetreibers
Anlagenbetreiber sind nach § 15 Abs. 4 KWKG 2016 verpflichtet, dem zuständigen Netzbetreiber jährlich die erzeugten Strommengen ihrer KWK-Anlage in Zeiträumen mit negativen Stundenkontrakten bis zum 31. März des Folgejahres mitzuteilen.
Wird der Meldepflicht nicht nachgekommen, verringert sich der KWK-Zuschlag pauschal um 5% pro Kalendertag in dem Kalendermonat, in dem negative Stundenkontrakte auftreten, (nach § 15 Abs. 4 S. 2 KWKG 2016).
Hier finden Sie eine Übersicht der negativen Stundenkontrakte 2017 (ohne Gewähr auf Vollständigkeit):
Die in den betroffenen Zeiträumen erzeugten Mengen können Sie uns über den zum Download stehenden Meldebogen mitteilen.
Seit 2016 gilt das Doppelförderungsverbot bei Stromsteuerbefreiung. Damit soll vermieden werden, dass Strommengen, die nach dem EEG gefördert werden, zusätzlich stromsteuerbefreit sind. Ähnliche Regelungen gelten seit 2017 für nach dem KWKG geförderten Strom aus ausschreibungspflichtigen Anlagen.
Zur Umsetzung fordern das EEG und KWKG Anlagenbetreiber auf, ihren Netzbetreiber zu informieren, wenn und wenn ja, für welche Menge eine Stromsteuerbefreiung in Anspruch genommen wird. In diesem Fall kürzt der Netzbetreiber die Vergütung um die Höhe der Stromsteuerbefreiung. Dies gilt für EEG-Anlagen auch rückwirkend für 2016.
Wir empfehlen, diese Gesetzesänderungen genau zu beachten, da der Gesetzgeber bei Nichtmelden einer Stromsteuerbefreiung ein Bußgeld von bis zu 200.000 Euro vorsieht (§ 86 Abs. 2 EEG 2017).
Was bedeutet das für Anlagenbetreiber: Liegt für den von einer Anlage erzeugten Strom eine Stromsteuerbefreiung vor, benötigt die AVU Netz GmbH die Menge der steuerbefreiten Kilowattstunden vom Anlagenbetreiber und muss eine Korrektur der Vergütungsabrechnung in Höhe der Stromsteuerbefreiung vornehmen.
Folgender erzeugter Strom könnte von der Stromsteuerbefreiung betroffen sein,
wenn der Strom aus der Anlage mittels kaufmännisch-bilanzieller Weitergabe gemäß § 11 Abs. 2 EEG 2017 angeboten wird. Trifft dies zu, ist auf den Strombezugsrechnungen, die von dem Stromlieferanten ausgestellt werden, zu prüfen, ob die Stromsteuer für die gesamte Strommenge ausgewiesen wird. Fehlt diese oder wird die Stromsteuer nur anteilig berechnet, spricht vieles dafür, dass eine Stromsteuerbefreiung gewährt wurde.
wenn Strom aus der Anlage an Letztverbraucher verkauft wird. In diesem Fall hat der Anlagenbetreibereine mögliche Steuerbefreiung dem Hauptzollamt gemeldet.
Der von einer Anlage erzeugte Strom ist nicht stromsteuerbefreit – was ist zu tun?
Wenn bei dem in der Anlage erzeugten Strom die Voraussetzungen für eine Stromsteuerbefreiung nicht vorliegen, muss der Anlagenbetreiber einmalig eine entsprechende Erklärung abgeben.
Hierzu kann unser Formular "Erklärung zur Stromsteuerbefreiung" verwendet werden.
Änderungen sind der AVU Netz GmbH unverzüglich mitzuteilen.
Der von der Anlage erzeugte Strom ist stromsteuerbefreit – was ist zu tun?
Die steuerbefreite Strommenge des Vorjahres muss vom Anlagenbetreiber jährlich bis zum 28.02. an die AVU Netz GmbH gemeldet werden.
Daraufhin korrigieren wir die Einspeiseabrechnung um die in Anspruch genommene Stromsteuerbefreiung.
Zur Anmeldung von Mieterstrom-Anlagen verwenden Sie bitte unser Formular "Anmeldung Marktlokation Kundenanlagen"​.
Am 22.07.2017 ist das Netzentgeltmodernisierungsgesetzes (NEMoG) in Kraft getreten.
Mit dem NEMoG soll die Vergütung für dezentrale Einspeisung ("vermiedene Netzentgelte") schrittweise abgebaut werden.
Kernpunkte des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes:
"Einfrieren": Gekürztes Kostenniveau 2016 dauerhaft als Obergrenze für vNE
Für die Berechnung der vNE für dezentrale steuerbare Erzeugungsanlagen (wie KWK-Anlagen, konventionelle Kraftwerke, Laufwasserkraftwerke und Pumpspeicher) gelten ab 2018 als Obergrenze die Netzentgelte des Jahres 2016 der vorgelagerten Netz- oder Umspannebene. Zusätzlich werden aus der vNE-Berechnungsgrundlage die Offshore-Anbindungskosten und die Mehrkosten der Übertragungsnetzbetreiber für die Erdverkabelung eliminiert. Diese reduzierte Kalkulationsbasis soll nach 2018 nicht weiter abgeschmolzen werden.
"Abschmelzung": Stufenweise Abschaffung der vNE bei volatilen Einspeisern
Bei den bestehenden bzw. bis Ende 2017 in Betrieb gehenden Windenergie- und PV-Anlagen (volatile Einspeiser) werden ab 2018 die vNE schrittweise abgebaut. Die Reduktion beträgt in 2018 ein Drittel und in 2019 zwei Drittel, so dass bereits in 2020 keine vNE mehr für volatile Erzeuger berechnet werden. Da vNE nicht an EEG-Anlagen ausgezahlt, sondern auf das EEG-Konto gebucht werden, entsteht für die Anlagenbetreiber daraus i.d.R. kein Nachteil.
Keine vNE für neue Erzeugungsanlagen
Neue steuerbare Erzeugungsanlagen, die ab dem 1. Januar 2023 in Betrieb gehen, erhalten keinen Anspruch auf vNE. Bereits ab dem 1. Januar 2018 entfallen die vNE für neu in Betrieb gehende volatile Einspeiser.
Schrittweise Vereinheitlichung der ÜNB-Entgelt
Zum 1. Januar 2019 werden die Offshore-Anbindungskosten nicht mehr in den ÜNB-Netzentgelten berücksichtigt, sondern in die Offshore-Haftungsumlage überführt. Darüber hinaus soll in einer Verordnung geregelt werden, dass im Zeitraum 2019 bis 2022 die ÜNB-Entgelte stufenweise bundesweit vereinheitlicht werden.
Bei Störungen und/ oder Revisionen an Ihren Erzeugungsanlagen können Sie - soweit vertraglich vereinbart - Reservenetzkapazität in Anspruch nehmen. Dazu melden Sie bitte so schnell wie möglich den Beginn und das jeweilige Ende der Störung bei uns an und wieder ab.
Die Meldung muss dabei umgehend per Fax unter 02332/ 73-81901 erfolgen.
Wir stellen Ihnen dann umgehend ausreichende Reservenetzkapazität bereit.
LYTczutnrq.mgra-hinJEXSzxto@VUPldzqp.erzreo.nabz
Email: JGZjfedprq.mgra-hinHYQmlbxn@FCVUNjvs.bsav

References: § 74
 § 61
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 14
 § 3
 § 3
 § 7
 § 35
 § 15
 § 15
 § 11