Source: https://dolgner.info/2015/11/12/familiennachzug-aus-syrien-fakten-statt-legenden/
Timestamp: 2018-04-26 01:49:19+00:00

Document:
Familiennachzug aus Syrien, Fakten statt Legenden
Legen­de: Bun­des­in­nen­mi­nis­ter de Mai­ziè­re (CDU) behaup­tet öffent­lich zum Fami­li­en­nach­zug aus Syri­en: „Wir kön­nen unse­re hohen Flücht­lings­zah­len nicht durch Fami­li­en­nach­zug ver­dop­peln oder ver­drei­fa­chen.“ Klingt logisch für das deut­sche Klein­hirn. Nun die Fak­ten.
Von den 758473 Flücht­lin­gen bis zum 31.10. waren 243.721 Syrer.
Der klas­si­sche Fami­li­en­nach­zug ist auf Ehe­gat­ten und Kin­der unter 18 beschränkt. Allein­rei­sen­de Mütter/Frauen kann man ver­nach­läs­si­gen, also kon­zen­trie­ren wir uns auf die allein­rei­sen­de Män­ner zwi­schen 18 und 45 und neh­men mal zum Spaß an, dass die alle ver­hei­ra­tet sei­en:
Aus den Geschlech­ter­zah­len 70%/30% lässt sich leicht abschät­zen, dass ca. 40% Flücht­lin­ge Männer/Jungs ohne Frau sind. Ver­blei­ben 97500 Per­so­nen. Von die­sen sind 68,2% in dem betref­fen­den Alter. Ver­blei­ben 66500 Per­so­nen. Die durch­schnitt­li­che Kin­der­zahl in Syri­en beträgt 2,6. Selbst wenn also alle Män­ner in die­sem Alter ver­hei­ra­tet wären, reden wir über maxi­mal 66500*(2,6+1)=240.000 Per­so­nen.
240.000 von 758473 sind aber nicht eine Ver­dopp­lung (+100%) oder eine Ver­drei­fa­chung (+200%) son­dern +31,6%.
Empi­risch (aus den alten Fami­li­en­nach­zü­gen) dürf­te das aber noch viel zu hoch gegrif­fen sein, ver­mut­lich wäre es nicht mal die Hälf­te so sie denn über­haupt dazu kämen in Bei­rut oder Erbil einen Visa­an­trag zu stel­len. Das sind übri­gens alles Zah­len aus dem Zustän­dig­keits­be­reich des Bun­des­in­nen­mi­nis­ters.
Wer wis­sent­lich von einer Ver­drei­fa­chung (das wären +1,5 Mio(!) spricht, wäh­rend es rea­lis­tisch „nur“ um 100.000 bis 250.000 geht, der tut das ent­we­der wider bes­se­ren Wis­sens, dann ist er ein geis­ti­ger Brand­stif­ter, oder halt inkom­pe­tent.
Ich bin Ihnen sehr dank­bar, dass Sie die­se Fak­ten hier dar­le­gen. Wobei das unmit­tel­bar die Fra­ge auf­wirft ob der Innen­mi­nis­ter wirk­lich so unin­for­miert ist (eher unwahr­schein­lich) oder ob er hier auf schlimms­te Wei­se agi­tiert und ohne Scheu vor Lügen Öl ins Feu­er gießt.
Müß­te das nicht eigent­lich eine Anzei­ge wegen Volks­ver­het­zung gegen de Mai­ziè­re nach sich zie­hen?
kdolgner sagt:
Der Weg zur Volks­ver­het­zung ist in einer Demo­kra­tie mit Mei­nungs­frei­heit zum Glück sehr weit. Ver­wun­dert bin ich aller­dings dar­über, dass es offen­bar den deut­schen Jour­na­lis­ten nicht gelingt, ihren Auf­trag als 4. Gewalt voll­um­fäng­lich wahr­zu­neh­men und mei­ne zuge­ge­be­ner­ma­ßen gro­be Betrach­tung aus den aktu­el­len BAMF-Zah­len selbst mal zu recher­chie­ren und ent­spre­chend zu plat­zie­ren. Ich habe bestimmt auch Feh­ler gemacht, aber sicher nicht in die­ser Dimen­si­on. Ich glau­be man muss uns Poli­ti­kern viel­mehr auf den Fak­ten­ebe­ne „Dampf und dem Hin­tern machen“, dann wären die poli­ti­schen Täu­schungs­ma­nö­ver auch nicht mehr so leicht und attrak­tiv.
Da ich mich selbst als Bür­ger mit Mathe­schwä­che bezeich­nen wür­de, hat mich das für einen Moment jetzt wirk­lich beru­higt. Dann habe ich ver­sucht das gan­ze mal nach­zu­voll­zie­hen und dabei sind mir fol­gen­de Fra­gen gekom­men:
War­um nur 18–45 Jäh­ri­ge? Haben Män­ner über 45 kei­ne Kin­der unter 18 in die­sen Län­dern? Was ist mit den gan­zen unbe­glei­te­ten jugend­li­chen Flücht­lin­gen unter 18? Die dür­fen nicht ihre Geschwis­ter und Eltern nach­ho­len oder war­um haben Sie die­se aus ihrer Rech­nung aus­ge­schlos­sen? War­um reden Sie nur von Syrern? Haben Men­schen ande­rer Natio­na­li­tä­ten nicht auch das Recht ihre Fami­li­en nach­zu­ho­len und trägt das nicht auch zu der von Schäub­le genann­ten Ver­dop­pe­lung bis Ver­drei­fa­chung der Flücht­lings­zah­len bei? Wie­so spre­chen Sie über­haupt nur von 758.473 bis 31.10.? Sie wis­sen doch, dass selbst SPD Poli­ti­ker offen von „ver­mut­lich 1,3 Mil­lio­nen“ in die­sem Jahr spre­chen und außer­dem von „50% noch nicht regis­trier­ten Flücht­lin­gen“.
Auch ihr Ver­gleich mit Zah­len ver­gan­ge­ner Fami­li­en­nach­zü­ge hinkt doch, da der­ar­ti­ge Flucht­be­we­gun­gen (einen auf die lan­ge gefähr­li­che Rei­se schi­cken, um die Fami­lie nach­zu­ho­len) bis­her nicht die Regel waren. 2012 war die Gebur­ten­ra­te in Syri­en übri­gens bei 3,0 pro Frau. Je wei­ter man zurück geht des­to höher war sie. Sie soll­ten bei ihrer Rech­nung nicht ver­ges­sen, dass die meis­ten der unter 18 jäh­ri­gen Kin­der nicht unbe­dingt in den letz­ten Jah­ren gebo­ren wur­den. Im Irak lag sie 2012 übri­gens bei über 4 pro Frau. Das ver­hei­ra­te­te Frau­en deut­lich mehr Kin­der haben als die Durch­schnitts­frau ist wohl auch klar.
Und wie kön­nen Sie erst nur mit Syrern rech­nen und anschlie­ßend ihre errech­ne­ten bis zu 250.000 wie­der auf die 758473 Flücht­lin­ge bezie­hen?
Es tut mir leid aber in mei­nen Augen machen Sie sich mit­schul­dig an dem Erstar­ken der AfD und PEGIDA wenn Sie hier ent­we­der wis­sent­lich ver­su­chen die Bür­ger an der Nase her­um zu füh­ren oder schlicht nicht in der Lage sind zu rech­nen. Denn bei­des schafft kein Ver­trau­en und macht es Rat­ten­fän­gern ein­fach.
13. November 2015 um 8:54 Uhr
1. Nun wer­den die wenigs­ten 18jährigen bis 20jährigen 2,6 Kin­der haben, das gleicht das wie­der aus, dass auch ein paar über 45 auch noch Kin­der haben kön­nen, die unter 18 sind. Das nennt sich Durch­schnitts­be­trach­tung.
2. Die Nach­zugs­be­rech­ti­gung gilt nur bei beson­de­rer Här­te auch für Eltern. Sie haben, wie so vie­le Men­schen, den Ein­druck, der Fami­li­en­nach­zug sein ein­fach und groß­zü­gig. Las­sen Sie es sich aus der Pra­xis sagen, dem ist nicht so.
3. Nur weil ein SPD-Poli­ti­ker etwas sagt wird es nicht wahr oder falsch. Bit­te nen­nen Sie eine seriö­se Quel­le, dass 50% zu die­sem Zeit­punkt(!) nicht regis­triert sei­en. Woher weiß der­je­ni­ge eigent­lich, dass wie vie­le nicht regis­triert sind? Ver­mut­lich ver­wech­seln Sie Erfas­sung im Easy-Sys­tem (753.000) mit Asyl­erst­an­trags­stel­lun (362.000) oder die Mel­dun­gen aus dem Spät­som­mer, wo die Län­der die Easy­er­fas­sung erst­mal extrem aus­bau­en muss­ten. Alles nach­zu­le­sen in der Geschäfts­sta­tis­tik des BAMF. Die 753.000 ist die rea­le Zahl im Sys­tem, ver­mut­lich sind da noch Dop­pe­lun­gen drin. Bes­se­re Zah­len, die sich bele­gen las­sen, gibt es nun mal nicht. Das Erfin­den von Zah­len über­las­se ich ande­ren.
4.Es ist lei­der nicht neu, dass Flücht­lin­ge eine eben sol­che gefähr­li­che Rei­se auf sich neh­men, offen­bar habe Sie die Bil­der ertrun­ke­ner Flücht­lin­ge in den Vor­jah­ren nicht auf dem Schirm. Für die Fra­ge der Ein­schät­zung des der Quo­te Fami­li­en­nach­zu­ges ist es übri­gens uner­heb­lich, ob wir 5000 oder 500000 betrach­ten, da eine Quo­te immer eine Divi­si­on ist. Real beträgt die Quo­te übri­gens viel weni­ger 50%. Im Jahr 2014 haben ca. 40.000 Syrer Asyl erhal­ten. Im ers­ten Halb­jahr 2015 wur­den noch nicht mal 2000 Visa für Syrer ins­ge­samt u.a. für Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung bewil­ligt: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/059/1805914.pdf Ver­dop­peln wir das mal für das 2. Halb­jahr, dann ste­hen 40.000 erfolg­rei­chen Asyl­be­geh­ren 6000 Fami­li­en­nach­zü­gen ent­ge­gen, das wäre eine Quo­te von 15%. Ich habe mit 50% gerech­net, da ist viel Luft nach oben.
5. Natür­lich haben Ver­hei­ra­te­te mehr Kin­der als Unver­hei­ra­te­te. Ich habe aber alle Män­ner als ver­hei­ra­tet ange­nom­men! Des­halb ist es völ­lig in Ord­nung, den Durch­schnitts­wert anzu­neh­men.
6. De Mazie­re hat von einer Ver­dopp­lung bis Ver­drei­fa­chung der Flücht­lings­zah­len im Zusam­men­hang mit dem Fami­li­en­nach­zug der Syrer(!) gespro­chen. Er hat mit­nich­ten von einer Ver­dopp­lung oder Ver­drei­fa­chung der syri­schen Flücht­lin­ge gespro­chen. Damit hat er bewusst das Bild erzeugt, es gehe hier um 1 bis 2 Mio zusätz­li­che Flücht­lin­ge. Die Bild­zei­tung schrieb jüngst sogar von 7,36 Mio.
7. Pegi­da und AfD sind älter als die stark gestie­ge­nen Flücht­lings­zah­len und sind in den Gegen­den beson­ders stark, wo es rela­tiv weni­ge Aus­län­der gibt. Het­zer inter­es­sie­ren sich gemein­hin nicht für Fak­ten. Die­se Bewe­gun­gen leben von der Angst der Men­schen. Und sie sind erst erstarkt, als eini­ge kon­ser­va­ti­ve Poli­ti­ker mein­ten, wie See­ho­fer oder de Mazie­re, auch in den Angst­mach­mo­dus „Wir schaf­fen das nicht“ ver­fal­len zu müs­sen. Was übri­gens nur dazu geführt hat, dass die CDU/CSU an die AfD abgibt. Wer aus 50.000, 100.000 oder von mir aus 300.000 Zah­len von 1,5 Mio. bis 7,36 Mio macht, der treibt den Rechts­po­pu­lis­ten und Rechts­ex­tre­men die Wäh­ler zu.
Zunächst ein­mal vie­len Dank für ihre aus­führ­li­che, sach­li­che Ant­wort. Das weiß ich sehr zu schät­zen!
1. Ich mag nicht dar­über spe­ku­lie­ren ob 20 jäh­ri­ge Män­ner bereits häu­fig 2,6 Kin­der haben in mus­li­mi­schen Län­dern. Dazu ken­ne ich mich zu wenig aus aber es wäre mir neu das dort erst mal Kar­rie­re gemacht wird bevor man über eine Fami­li­en­grün­dung nach­denkt. In Anbe­tracht, dass die letz­te mir bekann­te Zahl von 2012 3,0 war und umso wei­ter man zurück geht die Zahl deut­lich höher ist, hal­te ich ihre genutz­ten Wer­te für sehr opti­mis­ti­sche Spe­ku­la­ti­on. Gera­de auch weil ich ver­mu­te, dass Fami­li­en mit vie­len Kin­dern eher in Not sind in Kri­sen­zei­ten als Men­schen ohne Kinder/mit wenig Kin­dern. Im Übri­gen kön­nen auch von geflüch­te­ten Ehe­paa­ren Kin­der bei Ver­wand­ten zurück gelas­sen wor­den sein. Mei­ner Mei­nung nach­ge­hen Sie halt von dem für uns bes­ten Fall aus.
2. Inter­es­sant. Ohne mich da näher aus­zu­ken­nen, hät­te ich dar­auf gewet­tet, dass es genau anders­rum ist und ein min­der­jäh­ri­ger Flücht­ling es am leich­tes­ten hat sei­ne Eltern nach­zu­ho­len. Wie wäre es, wenn die­se Tat­sa­che mal in den ent­spre­chen­den Län­dern pro­pa­giert wird. Es ist in den letz­ten Mona­ten ja immer häu­fi­ger auf­ge­tre­ten, dass ein min­der­jäh­ri­ger Sohn auf die Rei­se geschickt wur­de. Hier in Bre­men haben wir mäch­tig Pro­ble­me mit einer Grup­pe von unbe­glei­te­ten min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­gen. Und das mer­ken die Bür­ger auch, da täg­lich mehr Leu­te Bekannt­schaft mit die­ser Ban­de machen. Die Grü­nen haben gera­de dar­über dis­ku­tiert, ob man ent­ge­gen der Ver­ein­ba­run­gen im Koali­ti­ons­ver­trag, die­se armen jun­gen Män­ner nicht doch ein­fach wei­ter ihre Ver­bre­chen bege­hen las­sen will anstatt sie end­lich mal in eine geschlos­se­ne Ein­rich­tung zu sper­ren… Zum Haa­re rau­fen! Aber ich kom­me vom The­ma ab.… Nein ich hal­te den Fami­li­en­nach­zug nicht für ein­fach. Aber ohne Grenz­schlie­ßung hal­te ich ihn für zu ein­fach! Dar­um bin ich für Aus­set­zung, da ich glau­be, dass dies nicht dazu führt, dass die Frau­en und Kin­der nun auch die Rei­se allei­ne antre­ten, son­dern dass die Män­ner wie­der zurück in die siche­ren Lager keh­ren wo ihre Fami­li­en sind. Hier soll­te die EU dann bes­ser für sie sor­gen! Denn wenn ich eine Sache genau weiß: Viel schwie­ri­ger ist es einen Flücht­ling der ein­mal hier ist wie­der abzu­schie­ben, als die Fami­lie nach­zu­ho­len. Über 80% der Flücht­lin­ge haben kei­nen Pass. Bei den übri­gen sind mas­sen­haft gefälsch­te Papie­re im Umlauf. Ob jemand Syrer ist wird nahe­zu aus­schließ­lich über die Anga­ben des pass­lo­sen Ein­wan­de­rers ent­schie­den, weil kei­ne Zeit ist dies aus­rei­chend zu über­prü­fen. Das sind Sachen die mir Sor­gen berei­ten.
Rich­tig, Herr Gabri­el mein­te wohl mit 50% nicht die EASY-Regis­trie­rung. Den­noch kann man 1. davon aus­ge­hen, dass bei wei­tem nicht alle Flücht­lin­ge mit dem EASY-Sys­tem regis­triert wur­den und 2. auch ganz sicher bis Ende des Jah­res hier rea­lis­tisch betrach­tet 1,3–1,5 Mil­lio­nen ankom­men wer­den. Wenn täg­lich 10.000 Flücht­lin­ge kom­men in den letz­ten bei­den Mona­ten macht das etwa 600.000 wei­te­re Flücht­lin­ge. Ich ver­ste­he nicht war­um sie davor die Augen ver­schlie­ßen wol­len. Das sind in mei­nen Augen bereits viel zu viel um sie jemals inte­grie­ren zu kön­nen. Sich die­ser Zah­len zu ver­wei­gern und statt von unre­gis­triert über die Gren­ze kom­men­den von Dop­pe­lun­gen im Sys­tem zu spre­chen, als wür­de es den Flücht­lin­gen Spaß machen 2 mal die Gren­ze zu über­schrei­ten, hal­te ich für unse­ri­ös.
4. Kei­ne Sor­ge, ich habe die Bil­der auf dem Schirm und Sie sagen es ganz rich­tig. Vor­jah­re. Erst seit weni­gen Jah­ren ist es so. Davon rede ich doch. Sie beru­fen sich aber auf Erfah­rungs­wer­te aus völ­lig ande­ren Kon­flik­ten wie z.B. den Bal­kan­krie­gen wo die Fami­li­en größ­ten­teils zusam­men hier her­ge­kom­men sind. Bei der Dau­er die die Bear­bei­tung des Fami­li­en­nach­zugs beträgt, kön­nen Sie über die Flücht­lin­ge der letz­ten Jah­re wohl kaum Erfah­rungs­wer­te haben. Mei­ner Mei­nung nach sehr unse­ri­ös wie Sie hier rech­nen.
Tja für die Quo­te ist es schnup­pe. Da haben Sie Recht. Aber Sie machen ja etwas ande­res.
Sie berech­nen erst nur den, in mei­nen Augen stark geschön­ten, Fami­li­en­nach­zug von Syrern und bezie­hen ihn dann wie­der auf die Gesamt­flücht­lings­zahl und spre­chen von nur +31,6% statt von den Herrn Schäub­le genann­ten 100–200%. Ich kann mir nicht hel­fen aber die­ses Vor­ge­hen ist nicht zu recht­fer­ti­gen. Sie bedie­nen sich hier Metho­den, die auch die Het­zer im Netz ver­wen­den. Das hal­te ich für sehr gefähr­lich. Ich wer­de nicht der ein­zi­ge sein, der ihre Rech­nung ver­sucht nach­zu­voll­zie­hen und bemerkt, dass sie uns ver­schau­keln wol­len oder ver­se­hent­lich etwas über die Strän­ge geschla­gen haben.
Im Übri­gen bedeu­tet die Tat­sa­che, dass erst 2000 Visa für Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung aus­ge­stellt wur­den doch nur, dass die Ver­wal­tung hin­ter­her hinkt und das noch viel mehr Fami­li­en­nach­zug statt­fin­den wird als Sie berech­net haben. Ich mei­ne etwas von einer Bear­bei­tungs­zeit von 2 Jah­ren gehört zu haben.
5. Sehe ich ein. Auch wenn ihr Durch­schnitts­wert in mei­nen Augen zu nied­rig ist. (2012 = 3 davor deut­lich höher. In ande­ren Län­dern wie dem Irak noch höher)
6. Er hat ein­deu­tig nicht nur von Syrern gespro­chen son­dern von allen Asyl­be­wer­bern. Es ist doch letzt­end­lich auch egal ob Mil­lio­nen Asyl­be­wer­ber aus Syri­en oder aus dem Irak oder aus ande­ren Län­dern kom­men. Ihm geht es um die Begren­zung der Flücht­lings­zah­len und da soll­te das Aus­set­zen des Fami­li­en­nach­zugs für Syrer ein Schritt sein. Sie sind der­je­ni­ge, der in sei­ner Rech­nung unse­ri­ös die Zahl der Syrer mit der Gesamt­zahl der Flücht­lin­ge ver­mischt um auf 31,6% statt auf 100–200% zu kom­men. Bit­te las­sen Sie uns nicht über die BILD Zei­tung spre­chen.
7. PEGIDA und AfD waren auf dem abstei­gen­den Ast und wer­den jetzt durch die Flücht­lings­kri­se wie­der stark. Nicht weil die Het­zer, die sie auch ohne Pro­ble­me wäh­len und toll fin­den, mehr wer­den son­dern weil die Angst in der Bevöl­ke­rung grö­ßer wird. Anders als Sie sehe ich den Grund für die Ängs­te nicht dar­in, wenn Regie­rungs­po­li­ti­ker die Pro­ble­me und Ängs­te anspre­chen und die Men­schen somit sehen, dass die Regie­rung sich die­ser Pro­ble­me bewusst ist, son­dern wenn Poli­ti­ker Pro­ble­me ver­su­chen schön zu reden oder zu ver­schwei­gen. Das sorgt dafür, dass die Bevöl­ke­rung das Ver­trau­en in die Regie­rung ver­liert und nicht nur Het­zer AfD wäh­len wür­den. Dass die CDU an die AfD ver­liert, hat in mei­nen Augen mit der Poli­tik von Frau Mer­kel zu tun und nicht damit, dass ver­ein­zelnd CDU/CSU Poli­ti­ker auch mal auf die Ängs­te der Bür­ger reagie­ren. Ob sie dabei auch mal übers Ziel hin­aus­schie­ßen sei mal dahin­ge­stellt. In dem Fall des Fami­li­en­nach­zugs ist aber eine Ver­dop­pe­lung oder Ver­drei­fa­chung auf lan­ge Sicht nicht so unrea­lis­tisch, wenn sich in der Poli­tik nichts ändert. Und dann reden wir nicht nur von den Flücht­lin­gen der letz­ten Jah­re und den 1,3 -1,5 in die­sem Jahr son­dern auch von den 3 Mil­lio­nen die nächs­tes Jahr kom­men wür­den, wenn es kei­ne Lösung gibt. Machen wir uns doch nichts vor. Ent­we­der die Regie­rung trifft für die SPD Basis unbe­que­me aber nöti­ge Ent­schei­dun­gen oder es wird in Deutsch­land einen extre­men Rechts­ruck geben, Frau Mer­kel wird zurück tre­ten, die SPD wird aus der Regie­rung aus­tre­ten, es wird Neu­wah­len geben und eine rech­te­re CDU wird mit der FDP regie­ren oder sogar eine abso­lu­te Mehr­heit bekom­men. Es wäre die bes­te Lösung für Deutsch­land, wenn die aktu­el­le Regie­rung die nöti­gen unbe­que­men Ent­schei­dun­gen trifft.
*Herr Gabri­el mein­te wohl mit 50% NUR die EASY-Regis­trie­rung…
1. Aus dem Arti­kel wird deut­lich, wor­um es geht, näm­lich um die Easy­re­gis­trie­rung an der Gren­ze. Es ist nicht neu, dass das an der Gren­ze häu­fig nicht klappt, dann erfolgt das in der Erst­auf­nah­me. Im Früh­som­mer beka­men wir in der EA Rends­burg fast aus­schließ­lich Unre­gis­trier­te. Der Groß­teil der Easy­re­gis­trie­rung fin­det in den EAs der Län­der statt, das dau­ert sel­ten län­ger als eine Woche. In den von mir zitier­ten Zah­len sind die in den EAs regis­trier­ten dabei. Gabri­el und/oder die Jour­na­lis­ten haben das wohl selbst nicht rich­tig ver­stan­den. Es wür­de Ihnen auf­fal­len, wenn noch­mal 800.000 Unre­gis­trier­te im Land wären. Offen­bar wis­sen Sie auch nicht, wie die Regis­trie­run­gen fun­tio­nie­ren, denn zu den Dop­pe­lun­gen kommt es schlicht, wenn ein Flücht­ling eine EA in Sach­sen z.B. wie­der ver­lässt und in eine EA nach NRW reist, weil dort z.B. Ver­wand­te ankom­men und sich dort dann neu regis­trie­ren lässt. Das hat nichts mit dop­pel­ten Grenz­über­trit­ten zu tun.
2. Es geht nicht um Kri­sen­zei­ten son­dern um Krieg. Das Geld für die Schlep­per haben eher die Aus­ge­bil­de­ten, die auch über Dol­lar­re­ser­ven ver­fü­gen. In Syri­en ist das Gefäl­le im Kin­der­reich­tum groß. Wie über­all haben aus­ge­bil­de­te Städ­ter erheb­lich weni­ger Kin­der. Die syri­sche Land­ar­bei­ter­fa­mi­lie kann sich die Flucht über denb Bal­kan häu­fig schlicht nicht leis­ten.
3. Unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge: Ein Recht zum Nach­zug der Eltern besteht tat­säch­lich bis zum 18. Lebens­jahr. 2014 waren 2% (!) der Antrag­stel­ler unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge. Hier wür­de ich mir sogar einen beschleu­nig­ten Nach­zug und/oder Zusam­men­füh­rung (häu­fig wur­den Kin­der und Eltern auf der Flucht getrennt). Nicht nur aus huma­ni­tä­ren Grün­den son­dern weil es unsin­nig und teu­er ist, dass sie sonst in der Jugend­hil­fe lan­den.
Es ist aber im Gegen­satz zur land­läu­fi­gen Wahr­neh­mung nicht so, dass die­se grund­sätz­lich eine Art Vor­hut sei­en, um den Fami­li­en­nach­zug zu ermög­li­chen (auch wenn das auch vor­kommt). Motiv­la­gen und Fak­ten fin­den Sie bei Bedarf hier: https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/EMN/Nationale-Studien-WorkingPaper/emn-wp60-minderjaehrige-in-deutschland.pdf?__blob=publicationFile. Häu­fig bestehen schon fami­liä­re Ver­bin­dun­gen zum Ziel­staat. Ich habe Fäl­le ken­nen­ge­lernt, bei denen ich auch nicht nach­wei­sen kann, ob die reprä­sen­ta­tiv sind, wo die Eltern schlicht alles ver­äu­ßert haben, um wenigs­ten ihren Sohn zu ret­ten, was ein typi­sches Eltern­ver­hal­ten ist. Und wenn jetzt die Fra­ge kommt, war­um kei­ne min­der­jäh­ri­gen Mäd­chen kom­men, kön­nen Sie sich die beson­de­ren Gefah­ren auf der Schlep­per­rou­te für allein­rei­sen­de Mäd­chen selbst den­ken.
4. Bei den von mir genann­ten Erfah­rungs­wer­ten ging es um Syrer, die 2014(!) hier anka­men (40.000) und den dar­auf fol­gen­den Fami­li­en­nach­zug (unter 2000) bis zum 30.06.2015(!). Das ist exakt der Kon­flikt, um den es geht. Die Zah­len für die Quo­te sind nicht mal ein Jahr alt.
5. Egal wie sie es dre­hen und wen­den. Es ging um die Fra­ge sub­si­dä­rer Schutz von Syrern wegen des Fami­li­en­nach­zu­ges ja oder nein! Ein guter Teil der 750.000 Flücht­lin­ge zum 31.10.2015 wird gar nicht den Rechts­sta­tus für den Fami­li­en­nach­zug erhal­ten, wie z.B. die zweit­größ­te Grup­pe der Alba­ner
6. Ansons­ten könn­ten Sie sich auch mal die Mühe machen, Ihre Behaup­tun­gen auch zu bele­gen. Ich ver­schau­kel nie­man­den, da ich mei­nen Rechen­weg offen­le­ge, seriö­ser geht es nicht! Wenn sie den nicht nach­voll­zie­hen kön­nen, oder ein­zel­ne Fak­to­ren anders sehen, dann ist das ihre Sache und ihre Ein­schät­zung. Das ist im Gegen­satz zum Innen­mi­nis­ter, See­ho­fer und vie­le ande­ren, die ein­fach irgend­wel­che Zah­len in die Land­schaft bel­len ohne auch nur einen Jota zu bele­gen. Der Innen­mi­nis­ter hat den Zugriff auf die Soft­ware. Er könn­te ja mal eine Ana­ly­se machen zu Fami­li­en­sta­tus, Kin­der etc. Das wäre seri­ös! Die letz­te Pres­se­kon­fe­renz dazu war nur noch pein­lich. Und es ist wirk­lich knuffig, wenn jetzt vie­le im Netz ver­su­chen, mei­ne Berech­nung zu wider­le­gen, selbst aber mit völ­lig unbe­leg­ba­ren Behaup­tun­gen oder Hören­sa­gen agie­ren. Scheint ja nicht so zu pas­sen, dass jemand mal gegen­hält oder?
Ich war übri­gens schon recht groß­zü­gig mit mei­nen Zah­len. Beim AA ist empi­risch es nur +1,3%. https://www.facebook.com/jungundnaiv/videos/1131281000217180/?fref=nf
Fami­li­en­nach­zug bei Syrern bezieht sich nicht nur auf Ehe­gat­ten und Kin­der, son­dern auch auf Ver­wand­te ers­ten und zwei­ten Gra­des sowie deren Ehe­gat­ten und min­der­jäh­ri­ge Kin­der: http://www.nds-fluerat.org/infomaterial/syrische-fluechtlinge/syrien-familiennachzug/ Was stimmt nun?
Des­halb schrieb ich, „der klas­si­sche Fami­li­en­nach­zug“.
Auf­ent­halts­ge­setz Stan­dard­fall für Aus­län­der. Man beach­te die wei­te­ren Hür­den
„§ 29 Fami­li­en­nach­zug zu Aus­län­dern
(1) Für den Fami­li­en­nach­zug zu einem Aus­län­der muss
1.	der Aus­län­der eine Nie­der­las­sungs­er­laub­nis, Erlaub­nis zum Dau­er­auf­ent­halt — EU, Auf­ent­halts­er­laub­nis oder eine Blaue Kar­te EU besit­zen und
2.	aus­rei­chen­der Wohn­raum zur Ver­fü­gung ste­hen.
(2) Bei dem Ehe­gat­ten und dem min­der­jäh­ri­gen ledi­gen Kind eines Aus­län­ders, der eine Auf­ent­halts­er­laub­nis nach § 23 Absatz 4, § 25 Absatz 1 oder 2, eine Nie­der­las­sungs­er­laub­nis nach § 26 Absatz 3 oder nach Ertei­lung einer Auf­ent­halts­er­laub­nis nach § 25 Absatz 2 Satz 1 zwei­te Alter­na­ti­ve eine Nie­der­las­sungs­er­laub­nis nach § 26 Absatz 4 besitzt, kann von den Vor­aus­set­zun­gen des § 5 Absatz 1 Num­mer 1 und des Absat­zes 1 Num­mer 2 abge­se­hen wer­den. In den Fäl­len des Sat­zes 1 ist von die­sen Vor­aus­set­zun­gen abzu­se­hen, wenn
1.	der im Zuge des Fami­li­en­nach­zugs erfor­der­li­che Antrag auf Ertei­lung eines Auf­ent­halts­ti­tels inner­halb von drei Mona­ten nach unan­fecht­ba­rer Aner­ken­nung als Asyl­be­rech­tig­ter oder unan­fecht­ba­rer Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft oder sub­si­diä­ren Schut­zes oder nach Ertei­lung einer Auf­ent­halts­er­laub­nis nach § 23 Absatz 4 gestellt wird und
2.	die Her­stel­lung der fami­liä­ren Lebens­ge­mein­schaft in einem Staat, der nicht Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on ist und zu dem der Aus­län­der oder sei­ne Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen eine beson­de­re Bin­dung haben, nicht mög­lich ist.“
Im § 36 Abs. 2 gibt es als beson­de­ren Aus­nah­me­fall bei beson­de­rer Här­te(!) und die ist im Ein­zel­fall nach­zu­wei­sen auch ande­re Ver­wand­te nach­zu­zie­hen. Die Pra­xis ist da extrem restrik­tiv.
An ihrem link ist für die Dis­kus­si­on übri­gens span­nend, wel­che sons­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen so erfüllt wer­den müs­sen wie Ver­pflich­tungs­er­klä­rung für Lebens­un­ter­halt und Wohn­raum etc. Des­halb war bei Flücht­lin­gen der Fami­li­en­nach­zug auch bis­her die abso­lu­te Aus­nah­me und ist halt kein Scheu­nen­tor, wie es der Innen­mi­nis­ter dar­stellt.
Ich möch­te nicht die popu­lis­ti­schen Aus­sa­gen des Innen­mi­nis­ters ver­tei­di­gen. Ich möch­te nur dar­auf hin­wei­sen, dass, wenn man schon eine Abschät­zung der Höchst­zah­len von Syri­schen Nach­züg­lern macht, man die aktu­el­len und nicht die klas­si­schen Regeln ver­wen­den soll­te. Ich stim­me aber dahin­ge­hend zu, dass die meis­ten sich eine gro­ße Anzahl an Nach­züg­lern nicht leis­ten wer­den kön­nen aus den von ihnen genann­ten Grün­den.
Nein, es sind die aktu­el­len Regeln! Ich hät­te bes­ser Regel­fall schrei­ben sol­len. Außer­ge­wöhn­li­che Här­te ist außer­ge­wöhn­li­che Här­te auch jetzt. Das ist noch schär­fer als beson­de­re Här­te und kommt nur in beson­de­ren Ein­zel­fäl­len zur Anwen­dung. Die juris­ti­sche Defi­ni­ti­on hat sich nicht geän­dert. Wenn sich de Mazie­re da Sor­gen macht, könn­te er schlicht noch­mal die Aus­le­gung für sei­ne Behör­de anschär­fen. Mal eine Inter­pre­ta­ti­on vom Flücht­lings­rat, die eher „flücht­lings­freund­lich“ argu­men­tie­ren:
„Eine außer­ge­wöhn­li­che Här­te gemäß § 36 Abs. 2 Auf­en­thG kann nur ange­nom­men wer­den, wenn die Ableh­nung des Auf­ent­halts­ti­tels im Ein­zel­fall zu Här­ten führt, die unter Berück­sich­ti­gung des Schutz­ge­bo­tes des Art. 6 Abs. 1 und 2 GG im Ver­gleich zu den nach
§§ 27 bis 32 Auf­en­thG gestat­te­ten und den nicht erlaub­ten Fäl­len des Fami­li­en­nach­zugs als außer­ge­wöhn­lich zu bezeich­nen sind. Es ist mit­hin ein erheb­li­ches Abwei­chen vom Regel­tat­be­stand der Auf­ent­halts­ver­sa­gung für nicht nach §§ 27 bis 32 Auf­en­thG nach­zugs­be­rech­tig­te Per­so­nen not­wen­dig. Wie der Geset­zes­wort­laut ver­deut­licht, kann dabei nicht schon jede Här­te genü­gen, die bei einer Ver­sa­gung des Auf­ent­halts­ti­tels ent­ste­hen kann. Nicht aus­rei­chend ist auch eine „beson­de­re“ Här­te, wie sie das Auf­en­thG an ande­ren Stel­len ver­langt. Es muss ein Lebens­sach­ver­halt vor­lie­gen, der im Ein­zel­fall sei­ner Art und Schwe­re nach so gra­vie­rend ist, dass die Ver­sa­gung der Auf­ent­halts­er­laub­nis zu einer uner­träg­li­chen
Belas­tung des Aus­län­ders füh­ren wür­de, die mit Rück­sicht auf das Schutz­ge­bot des Art. 6 Abs. 1 und 2 GG und den Geset­zes­zweck der §§ 27 ff. Auf­en­thG schlecht­hin untrag­bar wäre und daher aus­nahms­wei­se die Ertei­lung des Visums erfor­dert. Dies kann in Fäl­len vor­lie­gen,
in denen ein Fami­li­en­mit­glied auf die Lebens­hil­fe eines ande­ren Fami­li­en­mit­glie­des durch Her­stel­lung der fami­liä­ren Lebens­ge­mein­schaft drin­gend ange­wie­sen ist und sich die­se Lebens­hil­fe zumut­bar (z.B. infol­ge einer beson­de­ren Betreu­ungs­be­dürf­tig­keit) nur im Bun­des­ge­biet erbrin­gen lässt. Här­te­fall­be­grün­den­de Umstän­de müs­sen sich stets aus indi­vi­du­el­len Beson­der­hei­ten des Ein­zel­falls erge­ben (z.B. Krank­heit, Behin­de­rung, Pfle­ge­be­dürf­tig­keit, psy­chi­sche Not). Umstän­de, die sich aus den all­ge­mei­nen
Lebens­ver­hält­nis­sen im Her­kunfts­land des nach­zugs­wil­li­gen Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen erge­ben,
kön­nen hin­ge­gen nicht berück­sich­tigt wer­den. Kei­nen Här­te­fall begrün­den z.B. ungüns­ti­ge schu­li­sche, wirt­schaft­li­che, sozia­le und sons­ti­ge Ver­hält­nis­se im Hei­mat­staat.“
Wenn die Behör­den mit der Bear­bei­tung der Fami­li­en­nach­zugs­an­trä­ge nicht hin­ter­her kom­men, hal­ten Sie es für sinn­voll die bereits geneh­mig­ten Nach­zü­ge als End­wert her­an­zu­zie­hen. Sor­ry das ist in mei­nen Augen nicht ok.
Wel­che Behaup­tung soll ich bele­gen? Ich kann ihnen ger­ne Bele­ge her­aus­su­chen, wenn Sie eine mei­ner Behaup­tun­gen anzwei­feln.
Das der Innen­mi­nis­ter von einer Ver­dop­pe­lung der Flücht­lings­zahl sprach und Sie nur einen zwei­fel­haft gerin­gen Fami­li­en­nach­zug der Syrer berech­nen, die­sen dann aber doch wie­der ins Ver­hält­nis zu den Gesamt­flücht­lings­zah­len set­zen um nur auf gut 30% zu kom­men, fin­den Sie seri­ös? Dann haben wir halt unter­schied­li­che Vor­stel­lun­gen von seri­ös.
Sie wol­len glau­ben, was sie glau­ben wol­len. Mei­ne Berech­nung ist sogar gemes­sen an den bis­he­ri­gen Zah­len sehr hoch. Fam­li­en­nach­zug und Asyl nach GG (Gro­ßes Asyl) mach­ten in der Ver­gan­gen­heit nie mehr als 2% der Ent­schei­dun­gen aus.
(Sei­te 10)
Hier kriegt das IM auch dafür gera­de eine Klat­sche vom AA: https://www.facebook.com/jungundnaiv/videos/1131281000217180/?fref=nf
Man soll­te anneh­men, dass in den letz­ten Jah­ren die Zahl der Ehe­schlie­ßun­gen und Gebur­ten in Syri­en eher nied­ri­ger waren als vor dem Krieg.
Sie kön­nen mir glau­ben, dass ich ganz sich nicht glau­be was ich glau­ben will. Ich wür­de lie­bend gern glau­ben, dass Sie auch nur ansatz­wei­se Recht haben. Fällt mir bei ihrer Rech­nung lei­der schwer. Jeder Mensch wird da hin gehen wo es ihm am bes­ten geht. Ist dies nicht in der Hei­mat, ist es dort wo die Fami­lie ist. Je mehr hier sind, des­to grö­ßer ist die Sog­wir­kung, da immer mehr Fami­li­en­mit­glie­der in Deutsch­land haben. Sie wer­den nicht „Halb­sy­ri­en“ hier inte­grie­ren kön­nen. Je mehr Syrer hier genug Geld bei­sam­men haben, des­to eher wer­den Sie ihre rest­li­chen Fami­li­en­mit­glie­der über Schlep­per hier her brin­gen und dann wer­den sie halt nicht über den Fami­li­en­nach­zug son­dern auf ande­rem Weg hier Asyl bean­tra­gen. Letzt­end­lich wer­den trotz­dem immer mehr kom­men. Es ist alles aus dem Ruder gelau­fen. Ich ken­ne kei­ne Lösung aber zu glau­ben man könn­te die Kri­se lösen, ohne die Bedin­gun­gen für Asyl­be­wer­ber ein­zu­schrän­ken, ist für mich jung und naiv. Das der Fami­li­en­nach­zug nicht das bes­te Mit­tel für die schon anwe­sen­den Migran­ten auf den ers­ten Blick ist, dar­über sind wir uns einig. Aber als Abschre­ckung für vie­le wei­te­re Mil­lio­nen die hier her wol­len, die­nen nur ver­schärf­te Bedin­gun­gen als Abschre­ckung. War­me Wor­te, Am Bahn­hof Klat­schen und Zah­len ver­dre­hen um die Mas­sen zu beru­hi­gen, wür­de nur hel­fen wenn man irgend­wo ein Ende der Flücht­lings­zah­len sehen wür­de. Die­ses gibt es aber nicht. In Schwe­den ist der Laden bereits voll. Wie lan­ge wird es wohl in Deutsch­land noch dau­ern? Wie auch immer. Ich wün­sche ihnen alles Gute und rate ihnen den­noch in Zukunft etwas vor­sich­ti­ger mit ihren Schön­rech­nun­gen zu sein. Lie­ber Lösun­gen für die Pro­ble­me fin­den, die nicht ganz so hart für die Flücht­lin­ge sein wer­den. Hart wird es so oder so.

References: § 23
 § 25
 § 26
 § 25
 § 26
 § 5
 § 23
 § 36
 § 36
 Art. 6
 Art. 6