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Timestamp: 2020-04-06 12:06:52+00:00

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BFH, 04.06.1987 - V R 57/79 - dejure.org
https://dejure.org/1987,430
BFH, 04.06.1987 - V R 57/79 (https://dejure.org/1987,430)
BFH, Entscheidung vom 04.06.1987 - V R 57/79 (https://dejure.org/1987,430)
BFH, Entscheidung vom 04. Juni 1987 - V R 57/79 (https://dejure.org/1987,430)
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UStG 1973 § 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1, § 3 Abs. 1; KO §§ 4, 47, 58 Nr. 2, § 127 Abs. 1 und 2
Konkurs - Umsatzsteuer - Massekosten - Sicherungsübereignung
Umsatzsteuer aus der Verwertung von Sicherungsgut durch den Konkursverwalter als Massekosten
Zwei Umsätze bei der Verwertung von Sicherungsgut; Umsatzsteuer aus Verwertungshandlung des Konkursverwalters gehört zu Massekosten i. S. von § 58 Nr. 2 KO
Fallgestaltungen bei der Verwertung von Sicherungsgut
Umsatzsteuerliche Folgen der Sicherungsübereignung
Umsatzsteuerliche Folgen der Verwertung durch SN (Variante a)
BFHE 150, 379
NJW 1988, 848 (Ls.)
ZIP 1987, 1134
BB 1987, 2010
BStBl II 1987, 741
Durch die freihändige Veräußerung des Grundstücks durch den Kläger an U ist die Umsatzsteuer für diesen Umsatz gemäß § 58 Nr. 2 KO zu Lasten der Konkursmasse entstanden (vgl. BFH-Urteil vom 4. Juni 1987 V R 57/79, BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741).
Der erkennende Senat bleibt, wie er in dem Urteil vom 4. Juni 1987 V R 57/79 (BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741) ausgeführt hat, bei dieser Rechtsauffassung.
Bei der aufgrund der Lieferung des Konkursverwalters entstehenden Umsatzsteuer handelt es sich um Massekosten (§ 58 Nr. 2 KO; Urteile in BFHE 126, 84, BStBl II 1978, 684; in BFHE 131, 120, BStBl II 1980, 673, und Urteil in BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741), die durch Steuerbescheid gegen den Konkursverwalter geltend zu machen ist (vgl. BFH-Urteile vom 13. November 1986 V R 59/79, BFHE 148, 346, BStBl II 1987, 226, und vom 9. April 1987 V R 23/80, BFHE 149, 323, BStBl II 1987, 527).
Erst zu diesem Zeitpunkt ist die volle Verfügungsmacht auf diesen übergegangen (§ 3 Abs. 1 UStG 1973; Urteile in BFHE 126, 84, BStBl II 1978, 684 zu 2b, und vom 4. Juni 1987 V R 57/79, BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741).
Als "begründet" i. S. des § 3 Abs. 1 KO wird eine Forderung schon dann angesehen, wenn - etwa weil aufschiebend bedingt - im Zeitpunkt der Konkurseröffnung zu ihrer "Entstehung" noch ein ungewisses künftiges Ereignis fehlt (BFH-Urteil vom 27. August 1975 II R 93/70, BFHE 117, 176, BStBl II 1976, 77), spätestens aber dann, wenn der Eintritt der Tatbestandsverwirklichung bei Konkurseröffnung derart gesichert ist, daß er als unausweichlich anzusehen ist (Weiß, Anmerkung zu BFH-Urteil vom 4. Juni 1987 V R 57/79, Umsatzsteuer-Rundschau - UR - 1987, 288).
dd) Der V. Senat des BFH hat zwar entschieden, daß ein Anspruch i. S. des § 3 Abs. 1 KO erst begründet ist, wenn der Tatbestand, aus dem sich der Anspruch ergibt, vollständig verwirklicht, also abgeschlossen ist (Urteile in BFHE 148, 346, BStBl II 1987, 226, 227, und vom 4. Juni 1987 V R 57/79, BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741, 743).
Er trägt im wesentlichen vor, entgegen der Auffassung des Bundesfinanzhofs (BFH) im Urteil vom 4. Juni 1987 V R 57/79 (BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741) sei die Lieferung an den Sicherungsnehmer regelmäßig mit dem vor Konkurseröffnung erfolgenden Eintritt der Verwertungsreife vollzogen, so daß der umsatzsteuerbegründende Tatbestand bereits vor Verwertung des Sicherungsguts verwirklicht sei.
Die Umsatzsteuer, die bei der Lieferung des Sicherungsguts durch den Konkursverwalter an den Sicherungsnehmer entsteht, ist keine Konkursforderung i.S. des § 3 Abs. 1 KO, sondern gehört zu den Massekosten i.S. des § 58 Nr. 2 KO (ständige Rechtsprechung vgl. Urteile vom 31. Mai 1972 V R 121/71, BFHE 106, 383, BStBl II 1972, 809; vom 20. Juli 1978 V R 2/75, BFHE 126, 84, BStBl II 1978, 684; in BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741;… vom 24. September 1987 V R 19/82, BFH/NV 1988, 678; vom 6. Juni 1991 V R 115/87, BFHE 165, 113, BStBl II 1991, 817, …sowie Beschluß vom 13. Mai 1992 V B 9/92, BFH/NV 1992, 846).
Er verweist zur Vermeidung von Wiederholungen insbesondere auf die Entscheidungen in BFHE 126, 84, BStBl II 1978, 684 und in BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741.
Die Umsatzsteuer auf die Herausgabe konkursfreien Sicherungsguts durch den Gemeinschuldner an den Sicherungsnehmer ist weder eine Konkursforderung gemäß §§ 1, 3 Abs. 1 KO (vgl. BFH-Urteile in BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741, und in BFHE 151, 99, BStBl II 1987, 873) noch erfüllt sie die Voraussetzungen der Massekosten oder Masseschulden.
Die Umsatzsteuer, die bei der Lieferung des Sicherungsgebers (Konkursverwalters) an den Sicherungsnehmer nach Konkurseröffnung entsteht, gehört zu den Massekosten i. S. von § 58 Nr. 2 KO (Urteil des Senats vom 4. Juni 1987 V R 57/79, BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741, m. w. N.).
Die Sicherungsübereignung als solche führt noch nicht zur Verschaffung der Verfügungsmacht; denn sie wird konkursrechtlich und umsatzsteuerrechtlich grundsätzlich wie eine Verpfändung behandelt (vgl. z. B. BFH-Urteile vom 20. Juli 1978 V R 2/75, BFHE 126, 84, BStBl II 1978, 684; vom 4. Juni 1987 V R 57/79, BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741, …und vom 12. Mai 1993 XI R 49/90, BFH/NV 1994, 274, Zeitschrift für Wirtschaftsrecht - ZIP - 1993, 1247).
Die Umsatzsteuerforderung, wegen derer das FA in das Konkurs-Anderkonto vollstreckt hat, gehört --wovon das FG zutreffend ausgegangen ist-- zu den Massekosten nach § 58 Nr. 2 KO, weil sie aus der Lieferung von sicherungsübereignetem Vorratsvermögen durch den Konkursverwalter entstanden ist (vgl. BFH, Urteile vom 20. Juli 1978 V R 2/75, BFHE 126, 84, BStBl II 1978, 684; vom 4. Juni 1987 V R 57/79, BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741).
Als begründet i.S. des § 3 Abs. 1 KO wird eine Forderung schon dann angesehen, wenn - etwa weil aufschiebend bedingt - im Zeitpunkt der Konkurseröffnung zu ihrer Entstehung noch ein ungewisses künftiges Ereignis fehlt (BFH-Urteil vom 27. August 1975 II R 93/70, BFHE 117, 176, BStBl II 1976, 77), spätestens aber dann, wenn der Eintritt der Tatbestandsverwirklichung bei Konkurseröffnung derart gesichert ist, daß er als unausweichlich anzusehen ist (Weiß, Anm. zu BFH-Urteil vom 4. Juni1987 V R 57/79, Umsatzsteuer-Rundschau - UR - 1987, 288).
Der V.Senat des BFH hat zwar entschieden, daß ein Anspruch i.S. des § 3 Abs. 1 KO erst begründet ist, wenn der Tatbestand, aus dem sich der Anspruch ergibt, vollständig verwirklicht, also abgeschlossen ist (Urteile in BFHE 148, 346, BStBl II 1987, 226, 227, und vom 4. Juni 1987 V R 57/79, BFHE 150, 379, BStBl II 1987, 741, 743).
BFH, 06.06.1991 - V R 115/87
Der durch die Zwangsversteigerung eines zur Konkursmasse gehörenden Grundstücks …
BFH, 13.05.1992 - V B 9/92
Überprüfung der Rechtsprechung zur "modifizierten Freigabe"
BFH, 24.09.1987 - V R 19/82
FG Düsseldorf, 12.08.1993 - 5 V 631/93
FG Niedersachsen, 10.12.1992 - V 825/89
Umsatzsteuerpflicht von Konkursforderungen ; Umsatzsteuervorauszahlungsbescheide …

References: § 1
 § 3
 § 127
 § 58
 § 58
 § 3
 § 3
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 § 58
 § 58
 § 58
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