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Timestamp: 2019-03-27 01:47:09+00:00

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Zusammen mit Schwester geerbt - was nun? | Seite 2
Zusammen mit Schwester geerbt - was nun?
Diskutiere Zusammen mit Schwester geerbt - was nun? im Baufinanzierung Forum im Bereich Finanzen; Geh bitte lieber davon aus, dass es keine Stundung geben wird! Für die Zahlung der ErbSt ist grundsätzlich auch die Aufnahme eines Kredites...
#21 taxpert, 16.07.2018
Geh bitte lieber davon aus, dass es keine Stundung geben wird! Für die Zahlung der ErbSt ist grundsätzlich auch die Aufnahme eines Kredites zumutbar. Da offenbar "nur" ein Vermächtnis vorliegt, also die Übertragung eines unbelasteten Grundstücks, erscheint es unwahrscheinlich, dass keine Bank zur Kreditvergabe bereit sein sollte. Insbesondere, wenn das Grundstück ja offenbar zu Mieteinnahmen führt!
#22 Roderik, 16.07.2018
Wozu gibt es dann diese Möglickeit?
#23 Duncan, 16.07.2018
Um Fälle von sog. "unbilliger Härte" handhaben zu können. Das FA hat halt auch lieber einen solventen Steuerzahler als einen Pleitegeier...
#24 Roderik, 16.07.2018
Na ja, auch mit Stundung entgeht dem FA ja sein Anteil nicht. Es kriegt ihn halt später. Und auch während der Stundungszeit werden von allen Steuern bezahlt. Wo steckt jetzt da der Pleitegeier? Man verändert doch nur die Besitzer-Situation bei einem Verkauf. So oder so existiert der Laden weiterhin und wirtschaftet auch für den Staat. Wo ist der Nachteil für das FA sich auf so etwas grundsätzlich einzulassen?
#25 Helga29, 16.07.2018
Wir haben tatsächlich ein Hypothekendarlehen aufgenommen, um die Erbschaftsteuer zu bezahlen.
Ich vermute, dass meine Tante die Konstruktion mit dem Vermächtnis und der erst zu zahlenden Erbschaftsteuer gewählt hat, um die Alleinerbin von unserer (meiner und meiner Schwester) Erbschaftsteuer komplett zu entlasten. Das ist, wie gesagt, eine Vermutung. Ein Vermächtnis bedeutet im Übrigen nicht automatisch Schuldenfreiheit des Objekts, taxpert!
Meine Schwester und ich haben gemeinsam beschlossen, das Mietshaus zu behalten. Sie lässt mir weitgehend freie Hand, wobei ich sie in alle grundlegenden Entscheidungen einbinde. Und bereits mit dieser Einvernehmlichkeit ist die Verwaltung sowie die notwendigen Sanierungsmaßnahmen aufwendig. Wenn dann noch wie bei Dir (bei Verkauf durch einen der Erben) ein fremder Eigentümer mit "ins Spiel" kommt - wird daa Ganze vermutlich reichlich kompliziert und stressig. Mir langen schon die "normalen" Themen wie z.B. ein veritabler Wasserschaden in einer Wohnung, den der Mieter in der Wohnung darunter schon vor 2 Monaten bemerkt, aber nicht gemeldet hat ("ja, da tropfte es von der WC-Decke - aber das waren nur ein paar Tropfen und das hat dann auch von selber aufgehört").
Wer bislang ein erfülltes Leben mit Familie, Hobbies, Freunden und ggf. Ehrenämtern hatte, braucht nicht wirklich ein Mietshaus/ ein oder mehrere Mietwohnungen, finde ich. Nun sind meine Schwester und ich emotional komplett verstrickt (wir sind mit den Geschichten aus dem Mietshaus aufgewachsen) - vermutlich werden ihre beiden in England aufwachsenden Kinder - denn ich habe keine - das Mietshaus nicht erhalten wollen, sondern es verkaufen. Es ist es, wie es ist; für unsere Eltern wäre eine Verkauf aus ihrer Perspektive nicht sinnvoll, sondern schlimm und meine Schwester und ich pflegen sozusagen die mit dem Mietshaus verbundenen Emotionen und schönen Erinnerungen an unsere Tante. Wenn ich mir ansehen würde, welchen monetären Nutzen ich aktuell konkret habe, müsste ich sofort verkaufen und meinen Teilzeitarbeitsvertrag auf Vollzeit aufstocken - das wäre wesentlich lukrativer.
Ich weiß jetzt nicht, ob Dir meine Ausführungen irgendwie weiter helfen. Auf alle Fälle wünsche ich noch einen angenehmen Abend.
#26 Roderik, 16.07.2018
Wenn es nicht funktioniert, dann verkaufe ich auch meinen Anteil. Aber ich würde doch ganz gerne meinen Teil halten. Wenn das mit der Stundung nichts wird muss ich mal sehen. Dann werde ich vielleicht eine Wohnung von meinen verkaufen, um die Erbschaftssteuer zu begleichen, wenn das ausreicht. Sind insgesamt "nur" drei Wohnungen bei meinem Anteil. Wenn nicht, dann muss ich aufgeben. Wäre halt schade drum. Das Haus wäre mir lieber als das Geld. Mal sehen, was mein Steuerberater noch dazu meint. Der fand jetzt das mit der Stundung letztens nicht so abwegig. Aber evtl. hatte er den Fall ja auch noch nicht und kennt sich da nicht aus.
Ich finde es nur seltsam, dass das so ein Ding ist mit dieser Stundung. Warum ist das nicht grundsätzlich immer eine Option? So oder so bekommt das FA am Ende sein Geld. Und man selbst hätte 'ne bessere Chance so ein Vermächtnis zu erhalten. Wenigstens eine Weile.
Ich habe eine Verwaltung eingesetzt, somit muss ich keine Hobbies aufgeben. Warum verwaltest du selbst? So teuer erscheint mir eine engagierte Verwaltung jetzt nicht.
#27 Benni.G, 17.07.2018
Sieh dir mal die Sache mit der Stundung von der anderen Seite an. Was hat das Finanzamt davon, die Erbschaftssteuer zu stunden?
- einen (aktuell theoretischen) Zinsverlust
- das Risiko, dass der Erbe sein Haus herunterwirtschaftet
- einen Verwaltungsaufwand des offenen Restpostens
- jedes Jahr um die Zahlung bitten
Im Endeffekt sind alle Steuerzahler ja das Finanzamt und ich für meinen Teil will eigentlich keiner Person, die genug Vermögen hat und die ich nur aus einen Forum kenne Zinslos einige Tausender leihen. Es ist ja noch nicht mal so, dass das Finanzamt lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach haben möchte, sondern es geht darum, dass es zwischen Spatz sofort oder Spatz in scheiben.
Du kannst dir übrigens die ganze Erbschaftssteuer mit einem Trick sparen.
#28 taxpert, 17.07.2018
Na ja, auch mit Stundung entgeht dem FA ja sein Anteil nicht.
Wenn man jetzt nicht in der Lage ist die ErbSt zu stemmen, warum sollte man in 10 Jahren dazu in der Lage sein?
Wenn es nicht funktioniert, dann verkaufe ich auch meinen Anteil.
Der Verkauf von reinen Miteigentumsanteilen ist normalerweise sehr schwierig und führt zu geringeren Verkaufserlös. Besser wäre der gemeinschaftliche Verkauf des ganzen Hauses.
Wenn das mit der Stundung nichts wird muss ich mal sehen. Dann werde ich vielleicht eine Wohnung von meinen verkaufen, um die Erbschaftssteuer zu begleichen, wenn das ausreicht. Sind insgesamt "nur" drei Wohnungen bei meinem Anteil. Wenn nicht, dann muss ich aufgeben. Wäre halt schade drum. Das Haus wäre mir lieber als das Geld. Mal sehen, was mein Steuerberater noch dazu meint. Der fand jetzt das mit der Stundung letztens nicht so abwegig. Aber evtl. hatte er den Fall ja auch noch nicht und kennt sich da nicht aus.
Zitat von FG Köln vom 10.08.2012:
2. Aus einer Parallelwertung von Rechtsprechung und Finanzverwaltung zu § 28 Abs. 1 ErbStG betreffend die Stundung der Steuer für betriebliches Vermögen kann abgeleitet werden, dass eine Stundung nach § 28 Abs. 3 ErbStG nur in Betracht kommt, wenn die Veräußerung allein durch die Erbschaftsteuer verursacht ist (Rn.68).
3. Die Stundung nach § 28 Abs. 3 ErbStG ist ausgeschlossen, wenn der Erwerber die Steuer zwar nicht aus dem übrigen Erwerb, aber aus seinem sonstigen Eigenvermögen oder durch eine Kreditaufnahme aufbringen kann (Rn.70)(Rn.72).
4. Eine Begünstigung nach § 28 Abs. 3 ErbStG erfordert, dass das weitere erworbene Vermögen zunächst zur Bezahlung der Erbschaftsteuerschuld eingesetzt wird (Rn.74). Anderweitige Verpflichtungen (hier: Vermächtniszahlungen und Instandhaltungsaufwendungen für Immobilien) haben gegenüber der Erbschaftsteuerzahlung keinen Vorrang (Rn.73).
Ein Vermächtnis bedeutet im Übrigen nicht automatisch Schuldenfreiheit des Objekts, taxpert!
Natürlich nicht, aber wenn das Vermächtnis aus de Grundstück und den damit in Verbindung stehenden Schulden steht, ist die ErbSt auch gleich entsprechend niedriger, §10 Abs.5 ErbStG.
Warum ist das nicht grundsätzlich immer eine Option?
Warum versucht man das dann nicht auch bei der Lohn- bzw. Einkommensteuer? Wäre doch genauso praktisch die erst in zehn Jahren zahlen zu müssen, oder?
#29 Roderik, 19.07.2018
Mit Tricks bin ich lieber vorsichtig. Aber interessieren würde mich deine Anspielung schon. Wie soll das (legal) gehen, sich die Erbschaftssteuer zu sparen?
"Wenn man jetzt nicht in der Lage ist die ErbSt zu stemmen, warum sollte man in 10 Jahren dazu in der Lage sein?"
Weil man dann das Haus noch immer verkaufen kann? Ein Drittel vom jetzigen Wert wird es dann schon noch wert sein.
"Besser wäre der gemeinschaftliche Verkauf des ganzen Hauses."
Ich hingegen habe jetzt schon öfter gehört, dass es lukrativer sei, anstatt eines ganzen Hauses die einzelnen Einheiten als Eigentumswohnungen zu verkaufen. Und dass das viele so machen, also Häuser kaufen und dann als Eigentumswohnungen zum Kauf anbieten. Das sei viel besser. Aber so ist das. Jeder weiß was anderes. Und ich muss mich dann entscheiden…
"Warum versucht man das dann nicht auch bei der Lohn- bzw. Einkommensteuer? Wäre doch genauso praktisch die erst in zehn Jahren zahlen zu müssen, oder?"
Das hinkt im Vergleich schon etwas. Bei der Erbschaftssteuer habe ich das Geld schon parat. Nur halt "in Stein gegossen". Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich es später nicht aufbringen kann, auch wenn der notwendige Verkauf des Hauses dann traurig wäre, ist relativ gering. Eine Einkommenssteuer aufzuschieben hingegen bringt nichts. Weil es kommt regelmäßig eine hinzu. Und eine Sicherheit ist nicht bereits vorhanden.
#30 Benni.G, 19.07.2018
Wer nicht hat, dem wird auch nichts genommen!
Also einfach das Erbe ausschlagen und du sparst dir jede Menge Steuern!
#31 taxpert, 19.07.2018
Weil man dann das Haus noch immer verkaufen kann?
Was soll hier der Vorteil sowohl für den Staat als auch für den Erben sein?
Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen! So wie Du bisher geschrieben hast, hast Du das Haus zusammen mit deiner Schwester als Gemeinschaft geerbt! Damit gehört nicht dem einen die drei Wohnungen links und dem anderen die drei Wohnungen rechts, sondern beiden zusammen alles! Jeder Vermächtnisnehmer kann also nur seinen ideelen Anteil veräußern und nicht einzelne Wohnungen! Um es "lukrativ" als einzelne Wohnungen verkaufen zu können, müsste zunächst das Ganze Haus in WEG umgewandelt werden, was natürlich wieder mit entsprechenden Kosten verbunden ist (bei denen fraglich ist, ob man sie stemmen kann!), bevor sich dann die Hausgemeinschaft auseinander setzt.
Und eine Sicherheit ist nicht bereits vorhanden.
Eine Sicherheit hat das FA auch bei Stundung nach §28 ErbStG nicht (es sei den die Stundung wird ausnahmsweise nur gegen Sicherheitsleistung gewährt!), denn wenn der Verkaufserlös z.B. zur Rückzahlung anderer Schulden verwendet wird bevor die Steuerstundung aufgehoben wird, schaut der Fiskus ggf. in die Röhre!
Außerdem vielleicht mal §28 Abs.3 Satz 5 ErbStG in Verbindung mit §28 Abs.1 Sätze 2-3 ErbStG lesen! Dann hat sich der Wunsch nach Stundung in der heutigen Zeit eventuell erledigt!
#32 dabescht, 02.03.2019
Wie ich hier wieder sehe ist eine GBR unter Familienangehörigen keine gute Sache. Einer macht im Endeffekt die Arbeit, der Andere weiß es schlimmstenfalls besser und schon hat man Unfrieden. Interessant wirds dann erst wenn die teuren Instandhaltungskosten wie Dach, Heizung etc. anfallen die mal eben nicht so vom laufendem Mietkonto beglichen werden können. Dem Familienfrieden ist es eigentlich immer zuträglicher nicht zusammen ein Haus zu besitzen.
Mein MFH habe ich damals auch von einer GBR (3 Geschwister, Eltern hatten zudem noch eine Leibrente im Grundbuch eingetragen) gekauft. Über Jahre wurde nur das allernötigste bzw. garnix gemacht. Für mich gut weil ich genau sowas gesucht habe. Ich bin ein fan davon von Anfang an klare Verhältnisse zu schaffen. Sentimentalitäten sollte man hierbei ausblenden können. Fällt nach ein, zwei jahren Stress auch leichter Letztlich ist es ein Mietshaus in dem Fremde wohnen.
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