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Timestamp: 2020-08-03 12:52:02+00:00

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Bilanzierung [ Stand: 13.07.2020 ]
Zum Bilanzposten andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung zählen beispielsweise Vermögensgegenstände wie die Büro- und Werkstatteinrichtungen, EDV- und Telefonanlagen, Kraftfahrzeuge (= PKW) und sonstige Fahrzeuge. Bei diesem Bilanzposten handelt es sich um einen Sammelposten, in dem verschiedene Vermögensgegenstände aufgenommen werden. Ebenso gehört zu diesem Bilanzposten der Vorführwagen eines Autohauses, da dieser aus Sicht zum Bilanzstichtag wiederholt eingesetzt werden soll und daher Anlagevermögen darstellt.*
Ist auch steuerrechtlich das Fahrzeug dem Betriebsvermögen zuzuordnen,* stellen grundsätzlich die damit verbundenen Aufwendungen Betriebsausgaben i. S. d. § 4 Abs. 4 EStG* dar.
Kosten, die durch eine private Nutzung des Fahrzeugs verursacht worden sind, dürfen den Gewinn nicht mindern; es wird die unentgeltliche Nutzungsentnahme als Betriebseinnahme den durch das Fahrzeug entstandenen laufenden Aufwendungen gegengerechnet, § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG. Die Bewertung dieser unentgeltlichen Nutzungsentnahme erfolgt entweder:
1-%-Methode oder
Fahrtenbuch-Methode.
Durch das Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften soll die CO2-arme Antriebstechnologie steuerlich gefördert werden. Dies erfolgt in der Weise, dass Bewertungsabschläge im Rahmen der Nutzungsentnahme gemacht werden. An der Grundsystematik der Methoden zur Nutzungsentnahme ändert sich aber grundsätzlich nichts.*
Ist das Fahrzeug jedoch als gewillkürtes Betriebsvermögen behandelt worden, kommt ein Schätzverfahren zur Ermittlung des Werts der unentgeltlichen Nutzungsentnahme zur Anwendung.
Wird vom Unternehmer ein dem Privatvermögen zugeordnetes Fahrzeug für betriebliche Fahrten verwendet, gehören nur die Kosten zu den betrieblichen Aufwendungen, die auf diese Fahrten entfallen. I.d.R. kommt es beim Ansatz von 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer zur Abgeltung dieser Aufwendungen.
Nutzt der Arbeitnehmer sein privates Fahrzeug für Dienstreisen, kann der Arbeitnehmer den auf die Dienstreise entfallenden Kostenanteil als Werbungskosten in der Steuererklärung absetzen oder eine Erstattung vom Arbeitgeber erhalten.* Dafür müssen aber die Gesamtkosten des Fahrzeugs bekannt sein. Die Finanzverwaltung gestattet hierfür ein vereinfachtes Verfahren. Es können Aufzeichnungen der Gesamtkosten über einen Zeitraum von 12 Monaten vorgenommen werden. Der sich dabei ergebende Kilometersatz kann vom Arbeitnehmer sodann auch in Folgejahren angesetzt werden, solange sich die Kostenverhältnisse nicht wesentlich ändern z. B. Ablauf des Abschreibungszeitraums.*
In der Praxis wird meist der pauschale Ansatz von 0,30 Euro/km gewählt und die Kosten entweder als Werbungkosten deklariert oder es erfolgt eine Erstattung vom Arbeitgeber. Dabei wird das Potenzial einer solchen Aufzeichnung verschenkt. Der ADAC* zeigt in einem Autokostenrechner auf, welche Kosten pro gefahrenen Kilometer für welche Autoklasse entstehen. Selbst bei der Nutzung eines Kleinwagens z. B. Citroen C1 Airscape beträgt der Unterhalt laut ADAC 0,31 Euro/km.
Bei dieser Pauschalmethode wird der Wert der unentgeltlichen Leistungsentnahme für die private Nutzung des betrieblichen Fahrzeugs für jeden Kalendermonat der privaten Nutzung mit 1 Prozent des inländischen Brutto-Listenpreises zum Zeitpunkt der Erstzulassung (zuzüglich eventueller Sonderausstattung) des Fahrzeugs berechnet.* Der Bruttolistenpreis wird auf volle 100 Euro abgerundet, somit sind die tatsächlichen Anschaffungskosten unerheblich. Jedoch darf der berechnete pauschale Nutzungswert die Gesamtkosten des Fahrzeugs nicht überschreiten (sog. Kostendeckelung).
Wird vom Unternehmer das betriebliche Fahrzeug auch für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb verwendet, kann der Unternehmer die sog. Pendlerpauschale i. H. v. 0,30 Euro je Entfernungskilometer als Betriebsausgabe im Rahmen seiner persönlichen Steuererklärung ansetzen. Der tatsächliche entstandene Aufwand bleibt bei der Pauschalmethode unberücksichtigt. Der Aufwand wird pro Monat mit 0,03 Prozent des Brutto-Listenpreises pro Entfernungskilometer pauschal ermittelt.
Der Einzelunternehmer A fährt mit seinem zum Betriebsvermögen zugeordneten PKW im Kalenderjahr zu seinem 25 km vom Wohnort entfernten Büro. Der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs beträgt 55.000 Euro. Die entstehenden Aufwendungen für das Fahrzeug werden betrieblich erfasst.
Als Nutzungsentnahme müssen dem Gewinn wieder hinzugerechnet werden:
0,03 Prozent von 55.000 Euro × 25 km x 12 Monate
- Pendlerpauschale i. H. v. 25 km × 0,30 Euro x 230 Tage
Dem Gewinn wieder hinzuzurechnen:
Hätte der Unternehmer einen Behinderungsgrad von mind. 70 Prozent oder mind. 50 Prozent zuzüglich Gehbehinderung, würde der Hinzurechnungsbetrag entfallen.
Für die Aufwendungen bei Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung wird der Aufwandsanteil pauschal ermittelt, die tatsächlichen Kosten bleiben unberücksichtigt. Für die einzelne Heimfahrt wird ein Anteil pro Fahrt i. H. v. 0,002 Prozent des Brutto-Listenpreises für jeden Entfernungskilometer angesetzt. Übersteigt der so ermittelte Wert den steuerrechtlich abzugsfähigen Betrag von 0,30 EUR je Entfernungskilometer, ist dieser als nicht abziehbare Betriebsausgabe dem Gewinn wieder hinzuzurechnen.
Der Einzelunternehmer A fährt mit seinem zum Betriebsvermögen zugeordneten PKW im Kalenderjahr von seinem Wohnort (doppelte Haushaltsführung) zu seiner Familie an 38 Wochenenden 200 km (Entfernungskilometer).
Für die Familienheimfahrten sind anzusetzen:
0,002 Prozent von 55.000 Euro × 200 km x 38 Heimfahrten
8.360 Euro
- 0,30 Euro × 200 km x 38 Fahrten
Im Rahmen der Fahrtenbuch-Methode muss der Steuerpflichtige die mit dem betrieblichen Fahrzeug privat gefahrenen Kilometer mit einem Fahrtenbuch nachweisen.
Ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch setzt voraus, dass das Datum und der Zielort der jeweiligen Fahrten eingetragen sind. Es sollten daher Straßennamen mit Hausnummer und die Kundennamen angegeben werden. Das Fahrziel darf nicht erst anhand nachträglich geführter Angaben präzisiert werden. Werden Umwege gefahren, sollte die Reiseroute im Fahrtenbuch aufgezeichnet werden. Das Fahrtenbuch ist in gebundener Form zu führen, damit ist eine Excel-Tabelle unzureichend, da nachträgliche Änderungen möglich sind. Elektronische Fahrtenbücher sind zulässig, sofern die Datenaufzeichnung und- wiedergabe revisionssicher ist.
Aufgrund des sich aus dem Fahrtenbuch ergebenen Verhältnisses der privat gefahrenen zu den gesamt gefahrenen Kilometern ergibt sich der private Nutzungsvorteil.
Voraussetzung für die Fahrtenbuch-Methode ist jedoch, dass die tatsächlichen Aufwendungen für das Fahrzeug ermittelt werden und die betrieblich und privat gefahren Strecken und weitere Angaben zu den Fahrten in einem Fahrtenbuch täglich festgehalten werden.* Die Aufzeichnungen müssen lückenlos erfolgen. Wird beispielsweise ein Fahrtenbuch im Rahmen einer Betriebsprüfung verworfen, da es nicht formgerecht geführt wurde, kommt die 1-%-Methode zur Anwendung.
Die anhand des Fahrtenbuchs ermittelten privat gefahrenen Strecken, multipliziert mit den Gesamt-Aufwendungen des Fahrzeugs je Kilometer, ergeben den anzusetzenden Entnahmewert. Nach dieser Berechnung wird auch der Zuschlag für die Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte sowie für Heimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung ermittelt.
Die lt. Buchhaltung im Jahr 01 ermittelten Gesamtkosten eines Fahrzeugs betragen 11.000 Euro, lt. Fahrtenbuch ergeben sich gesamt gefahrene Kilometer von 40.000, der private Nutzungsanteil beträgt 10.000 km.
Darin enthalten sind Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb i. H. v. 4.000 km (200 Tage × 10 km × 2 Hin- und Rückweg)
Die Kosten pro gefahrenem Kilometer betragen 11.000 Euro/40.000 km = 0,27 Euro. Der Privatanteil beträgt 0,27 Euro/km × 10.000 km = 2.700 Euro
Der Nutzungsanteil ist wie folgt zu ermitteln:
Privater Nutzungsanteil (10.000 km × 0,27 Euro/km)
Zuzügl. Fahrten Wohnung – Betrieb (4.000 km × 0,27 Euro)
Abzügl. Pendlerpauschale (200 Tage × 10 Entfernungs-km × 0,30 Euro)
Für Fahrzeuge, die dem gewillkürten Betriebsvermögen* zugeordnet wurden, besteht nicht die Möglichkeit zur Anwendung der 1-%-Methode. Damit soll der mögliche steuerrechtliche Vorteil ausgeschlossen werden, § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG. Als Entnahmewert ist der auf die Privatfahrten entfallende Anteil an den Selbstkosten des Fahrzeugs anzusetzen. Ist der Umfang nicht ermittelbar, ist er zu schätzen.
Die Beweislast trägt der Steuerpflichtige. Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte sowie für Heimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung zählen hierbei als betrieblich veranlasste Fahrten.
Wird ein Fahrzeug zu 100 Prozent unternehmerisch genutzt, ist es zwingend umsatzsteuerliches Unternehmensvermögen. Ist der Unternehmer zum allgemeinen Vorsteuerabzug berechtigt, so zählt die auf der Anschaffungsrechnung ausgewiesene Umsatzsteuer nicht zu den Anschaffungskosten, § 9b EStG. Ebenfalls kann dann aus den laufenden Fahrzeugaufwendungen der Vorsteuerabzug geltend gemacht werden.
Wird das Fahrzeug auch nicht-unternehmerisch genutzt, muss der Unternehmer jährlich die auf die nicht-unternehmerische Nutzung entfallende Wertabgabe der Umsatzsteuer unterwerfen. Eine Privat-Entnahme des Fahrzeugs unterliegt nach § 3 Abs. 1b S. 1 Nr. 1 UStG der Umsatzsteuer, soweit aus den Anschaffungskosten oder aus den Bestandteilen des Geschäftsfahrzeugs ein Vorsteuerabzug zulässig war. Wird das Fahrzeug verkauft, so unterliegt dieser der Umsatzsteuer; Ausnahme wäre z. B. eine steuerfreie Exportlieferung nach § 4 Nr. 1a UStG.
Liegt die Nutzung des Fahrzeugs bei weniger als 10 Prozent unternehmerisch, kann das Fahrzeug nicht dem (umsatzsteuerrechtlichen) Unternehmen zugeordnet werden.* Im Ergebnis entfällt der Vorsteuerabzug aus den Anschaffungskosten des Fahrzeugs. In einem solchen Fall wird damit das Privatfahrzeug i. d. R. gelegentlich dem Unternehmen überlassen. Die mit dem Betrieb und der Wartung des Fahrzeugs anfallenden Vorsteuern können anteilig im Verhältnis der unternehmerischen zur nichtunternehmerischen Nutzung zum Abzug gebracht werden. Entfallen jedoch Vorsteuern unmittelbar und ausschließlich auf die unternehmerische Verwendung, beispielsweise die Kraftstoffkosten für eine unternehmerische Fahrt, sind diese voll abzugsfähig. Die in diesem Fall unternehmerische Veranlassung ist nachzuweisen.
Die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und auch die Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung sind als unternehmerische Fahrten zu behandeln und lassen somit den uneingeschränkten Vorsteuerabzug nach § 15 Abs. 1a UStG zu.
Bedeutsam ist für den Vorsteuerabzug, dass u. a. eine Rechnung i. S. d. § 14 UStG vorliegt, u. U. eine Kleinbetragsrechnung i. S. d. § 33 UStDV.
Wird ein Fahrzeug zu mindestens 10 Prozent unternehmerisch, aber auch teils nicht-unternehmerisch genutzt, besteht für den Unternehmer ein Zuordnungswahlrecht. Es bestehen folgende Möglichkeiten:
die Zuordnung erfolgt komplett dem Unternehmen. Der Unternehmer kann aus den Anschaffungskosten und den laufenden Aufwendungen den uneingeschränkten Vorsteuerabzug geltend machen. Jedoch ist für die nichtunternehmerische Nutzung eine unentgeltliche Wertabgabe der Umsatzsteuer zu unterwerfen. Erfolgt eine spätere Veräußerung oder Entnahme des Fahrzeugs, so unterliegt diese uneingeschränkt der Umsatzsteuer,
die Zuordnung erfolgt komplett dem Nicht-unternehmerischen Bereich,
die Zuordnung erfolgt teils zum Unternehmen und teils zum nichtunternehmerischen Bereich.* Aus den Anschaffungskosten* kann nur der anteilige Vorsteuerabzug geltend gemacht werden, die nichtunternehmerische Verwendung des Fahrzeugs wird daher nicht besteuert. Ein möglicher späterer Verkauf oder eine Entnahme unterliegt somit nur anteilig der Umsatzsteuer.
Die Frage der umsatzsteuerrechtlichen Zuordnung ist von der ertragsteuerrechtlichen Behandlung als Betriebs- oder Privatvermögen nicht abhängig. Maßstab für die Zuordnung ist die im Zeitpunkt der Anschaffung des Fahrzeugs beabsichtigte Verwendung für den Besteuerungszeitraum der erstmaligen Verwendung. Somit wird auf die voraussichtlichen Verhältnisse der Nutzung abgestellt. Die Verwendungsabsicht muss der Unternehmer objektiv nachweisen.
Wird vom Unternehmer ein voll seinem Unternehmen zugeordnetes Fahrzeug auch für nichtunternehmerische Zwecke verwendet, besteht grundsätzlich aus den Anschaffungskosten und den laufenden Aufwendungen für das Fahrzeug der volle Vorsteuerabzug, vgl. § 9b EStG.
Für die nicht-unternehmerische Nutzung erfolgt ein Ausgleich dieses Vorsteuerabzugs durch die Besteuerung dieser unentgeltlichen Nutzungsüberlassung, vgl. § 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG.
Die Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte sowie die Familienheimfahrten im Rahmen einer betrieblich begründeten doppelten Haushaltsführung zählen umsatzsteuerlich zu den unternehmerischen Fahrten und unterliegen daher keiner Vorsteuerkürzung nach § 15 Abs. 1a UStG.
Für die Ermittlung der Umsatzsteuer für die nicht-unternehmerische Nutzung des Fahrzeugs hat der Unternehmer ein Methodenwahlrecht:*
1) Wird ertragsteuerlich die 1-%-Methode nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 EStG angewendet, so kann der Unternehmer diesen ertragsteuerrechtlichen Wert aus Vereinfachungsgründen auch als umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage zugrunde legen.
Für die nicht mit Vorsteuern belasteten Aufwendungen (z. B. KfZ-Versicherungen und Steuern) kann der Unternehmer einen pauschalen Abschlag von 20 Prozent vornehmen.*
Für umsatzsteuerliche Zwecke erfolgt jedoch bei Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen keine pauschale Kürzung des inländischen Listenpreises für Fahrzeuge.
Dieser gekürzte Wert ist die Bemessungsgrundlage, auf die die Umsatzsteuer mit dem allgemeinen Steuersatz anzuwenden ist. Damit errechnet sich die monatliche Umsatzsteuer wie folgt:
1 Prozent des Bruttolistenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung des Fahrzeugs abzüglich 20 Prozent als Pauschalbetrag der nicht mit Vorsteuer belegten Kosten
× 19 Prozent USt
2) Wird vom Unternehmer ertragsteuerlich der private Nutzungsanteil anhand der Fahrtenbuchmethode mit Hilfe eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs nachgewiesen, ist dieser Wert auch die Bemessungsgrundlage für umsatzsteuerrechtliche Zwecke. In die Bemessungsgrundlage gehören nicht die Aufwendungen, für die der Unternehmer keinen Vorsteuerabzug hatte, beispielsweise Kfz-Versicherung und Steuer; Absetzung für Abnutzung oder eine steuerfreie Stellplatzmiete.
Bei einer Fahrzeugnutzung zu nicht mehr als 50 Prozent betrieblich kann die 1-%-Methode nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 EStG nicht angewendet werden. Es wird vielmehr der nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 1 EStG für ertragsteuerliche Zwecke ermittelte Nutzungsanteil dann auch für die Ermittlung der umsatzsteuerlichen Bemessungsgrundlage zugrunde gelegt und nur auf die vorsteuerbelasteten Nutzungskosten angewendet.*
Hierbei wird der private Nutzungsanteil entsprechend der Fahrtenbuchmethode ermittelt. Der private Nutzungsanteil für die umsatzsteuerrechtliche Bemessungsgrundlage wird anhand geeigneter Unterlagen im Wege einer sachgerechten Schätzung ermittelt.*
die 1-%- Methode vom Unternehmer nicht anwendet wird oder die pauschalen Wertansätze durch die sog. Kostendeckelung auf die nachgewiesenen tatsächlichen Ausgaben begrenzt werden und
die Voraussetzungen zur Ermittlung nach der Fahrtenbuchregelung nicht vorliegen, da beispielsweise kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt wird.
Ist das Fahrzeug bereits voll abgeschrieben und/oder aus den Anschaffungskosten des Fahrzeugs ist kein Vorsteuerabzug möglich, so ist die Schätzung des privaten Nutzungsanteils unter Berücksichtigung der tatsächlichen vorsteuerbelasteten Kosten i. d. R. günstiger als die 1-%-Methode, wenn die nach der 1-%-Regelung ermittelte Bemessungsgrundlage höher ist als die tatsächlich entstandenen vorsteuerbelasteten Kosten.
Erfolgt die Veräußerung oder Entnahme eines zu 100 Prozent dem Unternehmen zugeordneten Fahrzeugs, handelt es sich dabei um eine entgeltliche Lieferung bzw. unentgeltliche Wertabgabe nach § 3 Abs. 1b Nr. 1 UStG, die voll der Umsatzsteuer unterliegt. Wird das Fahrzeug im Rahmen einer Ausfuhr veräußert, ist die entgeltliche Lieferung steuerfrei, § 4 Nr. 1a UStG; die unentgeltliche Wertabgabe (Entnahme) dagegen ist auch bei Ausfuhr umsatzsteuerpflichtig.
War hingegen der Vorsteuerabzug bei der Anschaffung nicht vollumfänglich möglich, ist bei einer umsatzsteuerpflichtigen Veräußerung oder Entnahme innerhalb von fünf Jahren nach der Anschaffung und der erstmaligen Nutzung des Fahrzeugs eine Vorsteuerberichtigung nach § 15a UStG zugunsten des Unternehmers vorzunehmen. Andererseits könnte ein solches Fahrzeug vor der Veräußerung in das Privatvermögen überführt werden. In diesem Fall unterliegt die unentgeltliche Wertabgabe nicht der Umsatzsteuer, § 3 Abs. 1b S. 2 UStG.
Wurde das Fahrzeug im Jahr der Anschaffung hingegen nicht dem Unternehmen zugewiesen, so unterliegt ein späterer Verkauf oder eine unentgeltliche Wertabgabe nicht der Umsatzsteuer. Wurde das Fahrzeug nur teilweise dem Unternehmen zugewiesen, so unterliegt ein späterer Verkauf oder eine unentgeltliche Wertabgabe nur entsprechend der unternehmerischen Nutzung im Anschaffungsjahr der Umsatzsteuer.
Die Überlassung eines Dienstwagens ist Lohnbestandteil und stellt eine Gegenleistung für die geschuldete Arbeitsleistung dar, sofern das betriebliche Fahrzeug auch privat genutzt werden kann.*
Für die Wertermittlung des geldwerten Vorteils* für die Dienstwagenüberlassung an den Arbeitnehmer wird entweder die pauschale Nutzungswertermittlung nach der 1-%-Methode angewendet oder der Einzelnachweis der privat gefahrenen Kilometer mit dem Fahrzeug anhand der Fahrtenbuchmethode.*
Die 1-%-Methode kommt zur Anwendung, sofern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer sich nicht ausdrücklich für die Fahrtenbuchmethode entscheiden. Soll die Fahrtenbuchmethode angewendet werden, muss der Arbeitgeber in Abstimmung mit dem Arbeitnehmer diese für ein Kalenderjahr festlegen. Ein Wechsel zwischen beiden Methoden ist unterjährig nicht möglich; Ausnahme wäre ein Fahrzeugwechsel.
Wird das Fahrtenbuch z. B. im Rahmen einer Betriebsprüfung nicht anerkannt, ist eine Korrektur des Fahrtenbuchs auf dem Schätzweg jedoch nicht möglich; vielmehr kommt dann die 1-%-Methode zur Anwendung.*
Besteht für den Arbeitnehmer die Möglichkeit, dass der Dienstwagen auch privat genutzt werden könnte, kommt es grundsätzlich automatisch zur Anwendung der 1-%-Methode. Verhindert werden kann ein solche Ansatz durch ein vom Arbeitgeber wirksam ausgesprochenes Nutzungsverbot.
In einem solchen Fall wird automatisch auf den Ansatz der Pauschale verzichtet; eine Kontrolle der Einhaltung dieses Verbotes ist nicht notwendig. Dies wurde in ständiger Rechtsprechung anerkannt,* weshalb die Rechtsprechung in der Praxis auch als „Dummenrechtsprechung“ bezeichnet wird. Denn nur der ehrliche Steuerpflichtige, der die Privatnutzung angibt, muss diese auch versteuern.
Die Sachleistungen sind bis zu einem Betrag von 44 Euro pro Monat steuer- und damit auch sozialversicherungsfrei. Ein Gutschein ist dann kein Sachbezug, wenn darauf neben der Bezeichnung der abzugebenden Ware oder Dienstleistung ein anzurechnender Betrag oder Höchstbetrag angegeben ist.
Voraussetzung ist jedoch, dass sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden und daher keine Gehaltsumwandlungen vorliegen. Es kam durch die Rechtsprechung zu einer Verschärfung.*
Zahlt der Arbeitnehmer für die private Fahrzeugnutzung ein pauschales Entgelt, so werden diese Zahlungen, unabhängig davon, ob der geldwerte Vorteil nach der Fahrtenbuchmethode oder nach der 1-%-Regelung ermittelt wird, als Minderung der Bemessungsgrundlage des geldwerten Vorteils angerechnet. Dabei ist es auch unerheblich, ob der Arbeitnehmer pauschale Beträge zahlt oder die jeweils gefahrenen Kilometer abgerechnet werden.*
Werden vom Arbeitnehmer Treibstoffkosten oder ähnliche nutzungsbezogene Kosten getragen, reduzieren diese übernommen Kosten den geldwerten Vorteil.* Voraussetzung ist jedoch, dass dies auf einer arbeitsvertraglichen Vereinbarung beruht oder im Arbeitsvertrag geregelt ist. Diese Methode ist nur auf solche Kosten anzuwenden, die zu den Gesamtkosten zählen (z. B. Treibstoff, KFZ-Steuer, Garagenmieten). Für Kosten, die nicht zu den Gesamtkosten zählen (z. B. Vignetten, Mautgebühren, Fährkosten), gilt dieser Grundsatz nicht.
Hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, ein Poolfahrzeug* dauerhaft (auch) privat zu nutzen und nutzt er es auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, muss dieser Sachverhalt auch lohnsteuerlich gewürdigt werden.* Dabei ist die 1 %-Regel nicht personenbezogen, sondern fahrzeugbezogen zu berechnen.* Der hierbei ermittelte Vorteil muss im Anschluss nach Köpfen auf die nutzungsberechtigten Arbeitnehmer verteilt werden. Dies geschieht unabhängig nach der Frequenz, mit der der einzelne Arbeitnehmer die Wagen nutzt. Auch ist es nicht von Belang, ob die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge die Zahl der nutzungsberechtigten Arbeitnehmer übersteigen oder nicht.
10 Arbeitnehmer dürfen zusammen auf einen Pool von 10 Autos zugreifen und diese auch privat nutzen. Die Bruttolistenpreise der Fahrzeuge betragen 30.000 Euro, 40.000 Euro und 8 x 50.000 Euro.
Lösung: Der entstehende geldwerte Vorteil beträgt monatlich 4.700 Euro (Summe der BLP = 470.000 Euro, davon 1 Prozent). Dies ergibt einen monatlichen geldwerten Vorteil pro Arbeitnehmer i. H. v. 470 Euro.
Können die Arbeitnehmer die Poolfahrzeuge auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nutzen, muss die Pauschale von 0,03 Prozent aus der Summe der Bruttolistenpreise aller Fahrzeuge ermittelt und auf die einzelnen Arbeitnehmer aufgeteilt.
Hat der Arbeitgeber ein Nutzungsverbot ausgesprochen, kann von dem Ansatz des jeweils in Betracht kommenden pauschalen Nutzungswertes nach § 8 Abs. 2 Satz 2 ff. EStG abgesehen werden.
Wird ein Poolfahrzeug bzw. werden Poolfahrzeuge den Arbeitnehmern nur aus besonderem Anlass oder zu einem besonderen Zweck überlassen, kommt es im Einzelfall darauf an, ob der Arbeitnehmer das Firmenfahrzeug tatsächlich für private Zwecke genutzt hat.
Wird einem Arbeitnehmer ein Firmenfahrzeug nur gelegentlich (von Fall zu Fall) für nicht mehr als fünf Kalendertage im Kalendermonat überlassen, ist die Nutzung zu Privatfahrten und zu Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte je Fahrtkilometer mit 0,001 Prozent des inländischen Bruttolistenpreises des Firmenfahrzeugs zu bewerten (sog. Einzelbewertung).* Zum Nachweis der Fahrstrecke müssen jedoch die Kilometerstände festgehalten werden.
Kein geldwerter Vorteil ist für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu erfassen, wenn ein Arbeitnehmer ein Firmenfahrzeug ausschließlich an den Tagen für seine Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte erhält, an denen es erforderlich werden kann, dass er dienstliche Fahrten von der Wohnung aus antritt.
Verzichtet der Arbeitgeber bei einem durch den Arbeitnehmer verschuldeten Unfall im Rahmen einer privat veranlassten Fahrt auf die Geltendmachung eines Schadensersatzanspruchs gegen den Arbeitnehmer, so ist dieser Verzicht vom Arbeitnehmer als geldwerter Vorteil zu versteuern.
Unfälle auf einer beruflichen Fahrt führen grundsätzlich zu keinem zusätzlichen geldwerten Vorteil. Ist der Unfall des Arbeitnehmers jedoch auf Alkoholeinfluss zurückzuführen, wird der Unfall wie ein Unfall auf einer Privatfahrt behandelt. Kleine Unfälle – auch solche auf Privatfahrten – mit einem Schaden von bis zu 1.000 Euro netto können in die Gesamtkosten des Firmenwagens einbezogen werden, vgl. R 8.1 Abs. 9 Nr. 2 S. 12 LStR.
Damit sind für den Arbeitnehmer bei Anwendung der 1-%-Regelung Unfallkosten bis zu einem Nettobetrag von 1.000 Euro durch den pauschalen Betrag abgedeckt. Bei der Fahrtenbuchmethode fließen Unfallkosten bis 1.000 Euro in die Gesamtkosten des Firmenwagens ein und erhöhen den individuellen Kilometersatz des Fahrzeugs.
Für Arbeitnehmer, die das Fahrzeug an weniger als 15 Tagen im Monat für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen, sind die Werbungskosten in dieser Höhe nur zu kürzen, soweit der Arbeitnehmer den Dienstwagen auch tatsächlich für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte eingesetzt hat. Dabei erfolgt eine Einzelbewertung der tatsächlichen Fahrten mit 0,002 Prozent des Bruttolistenpreises pro Entfernungskilometer.* Die Finanzverwaltung erkennt diese Regelung nur für Arbeitnehmer und nicht für Unternehmer an. Für die Kürzung des Betriebsausgabenabzugs sieht die Finanzverwaltung derzeit nur die pauschalen 0,03 Prozent pro Entfernungskilometer anwendbar und nicht die tatsächlichen Fahrten.
Wird die private Nutzung eines Fahrzeugs einem (beherrschenden) Gesellschafter-Geschäftsführer (im Anstellungsvertrag) ausdrücklich untersagt, kommt es nicht zur Anwendung der 1-%-Methode.
Kommt es jedoch trotz dieser Vereinbarung zu einer unbefugten privaten Nutzung des Fahrzeugs, liegt darin kein Arbeitslohn, jedoch eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA).
Die Vermutung einer dennoch erfolgten privaten Nutzung eines Fahrzeugs kann durch ein ordnungsgemäß geführtes Fahrtenbuch oder seitens der GmbH durch organisatorische Maßnahmen widerlegt werden, sofern eine Privatnutzung des Fahrzeugs ausgeschlossen werden kann, z. B. Abstellen des Fahrzeugs allabendlich auf dem Unternehmensgelände und die Verwahrung des Schlüssel bei Dritten. Diese Widerlegung ist auch gegeben, sofern der Gesellschafter-Geschäftsführer nur beschränkt auf das Fahrzeug zugreifen kann, beispielsweise bei Poolfahrzeugen.
Der Sachbezug aus der Fahrzeugüberlassung zählt zu den laufenden Bezügen. Die Besteuerung erfolgt nach den für den laufenden Arbeitslohn geltenden Grundsätzen. Die Lohnsteuer wird nach den Merkmalen des ELStAM-Datensatzes berechnet.
Beim geldwerten Vorteil der Dienstwagennutzung für Fahrten zwischen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte hat der Arbeitgeber ein Besteuerungswahlrecht. Er kann die Lohnsteuer für diese steuerpflichtigen Sachbezüge anstatt nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen auch mit einem festen Pauschsteuersatz von 15 Prozent erheben.
Die pauschale Dienstwagenbesteuerung für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ist jedoch betragsmäßig begrenzt. Der Arbeitgeber darf den Pauschsteuersatz nur anwenden, sofern der sich daraus ergebene Betrag den Betrag nicht übersteigt, den der Arbeitnehmer als Werbungskosten (Entfernungspauschale von 0,30 Euro) geltend machen könnte.
In der Sozialversicherungsentgeltverordnung wird auf die Vorschriften des Steuerrechts verwiesen. Im Ergebnis wird der geldwerte Vorteil für die Sozialversicherung nach den steuerrechtlichen Regelungen ermittelt. Es besteht damit auch das im Steuerrecht verankerte Wahlrecht zwischen dem 0,03-Prozent-Monatszuschlag und der 0,002-Prozent-Tagespauschale.
Die Pauschalbesteuerung von Fahrtkostenzuschüssen bzw. der geldwerten Vorteile führt im Ergebnis dazu, dass diese Entgeltbestandteile nicht in die Bemessungsgrundlage des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts einfließen. Diese Fahrtkostenzuschüsse bzw. geldwerten Vorteile sind jedoch beitragspflichtig, sofern der Arbeitgeber das Regelbesteuerungsverfahren anwendet.
Erfolgt die Fahrzeugüberlassung an den Arbeitnehmer auch während der Zeit, in der er Sozialleistungen bezieht, handelt es sich bei der Fahrzeugüberlassung um eine arbeitgeberseitige Leistung, die grundsätzlich beitragspflichtig zur Sozialversicherung ist. Die Beitragspflicht entfällt, wenn die arbeitgeberseitige Leistung zusammen mit der Sozialleistung das vorher erzielte Netto-Arbeitsentgelt um nicht mehr als 50 Euro übersteigt.
Wird einem freien Mitarbeiter von seinem Auftraggeber ein Fahrzeug zur kostenfreien Nutzung überlassen, hat der Auftraggeber unter den weiteren Voraussetzungen den Anspruch auf den uneingeschränkten Vorsteuerabzug aus den Anschaffungskosten und ebenfalls den Vorsteuerabzug aus den laufenden Fahrzeugaufwendungen. Die unentgeltliche Nutzungsüberlassung eines Fahrzeugs an den freien Mitarbeiter für Fahrten im betrieblichen Interesse des Auftraggebers ist keine steuerbare Leistung des Auftraggebers und stellt damit kein zusätzliches Entgelt für die Tätigkeit des freien Mitarbeiters dar.
Wird vom Auftraggeber für private Nutzungen des Fahrzeugs ein gesondertes Entgelt berechnet, so besteht die umsatzsteuerrechtliche Bemessungsgrundlage aus dem tatsächlich vereinbarten (Netto-)Entgelt, ein Ansatz der Mindestbemessungsgrundlage nach § 10 Abs. 5 UStG ist nicht möglich.
Berechnet der Auftraggeber jedoch kein zusätzliches Entgelt für die private Nutzung des Fahrzeugs, liegt ein tauschähnlicher Umsatz vor.
Dem freien Mitarbeiter steht für die in Rechnung gestellte private Nutzung kein Vorsteuerabzug zu, da er die Überlassung des Fahrzeugs nicht für sein Unternehmen bezieht.
Überlassung eines Fahrzeugs einer Personengesellschaft an Mitunternehmer
Wird ein Fahrzeug der Personengesellschaft an einen Mitunternehmer überlassen, der dieses Fahrzeug sowohl für Zwecke der Personengesellschaft wie auch für private Zwecke nutzt, steht der Mitunternehmerschaft aus den Anschaffungskosten, wie auch aus den laufenden Fahrzeugaufwendungen unter den weiteren Voraussetzungen der uneingeschränkte Vorsteuerabzug zu, sofern das Fahrzeug der Mitunternehmerschaft zuzurechnen ist.
Bei der Besteuerung der privaten Nutzungsüberlassung ist zu unterscheiden, ob eine entgeltliche oder eine unentgeltliche Überlassung erfolgt.
Bei einer unentgeltlichen Überlassung hat die Personengesellschaft eine Wertabgabe nach § 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG zu versteuern.
Erfolgt die Überlassung entgeltlich, so ist die umsatzsteuerrechtliche Bemessungsgrundlage grundsätzlich das vereinbarte und gezahlte Entgelt.*
Überlassung eines Fahrzeugs eines Mitunternehmers an seine Personengesellschaf
Durch die Fahrzeugüberlassung wird der Mitunternehmer zum Unternehmer, sofern die Überlassung gegen ein gesondertes Entgelt erfolgt.
Dem Mitunternehmer steht aus den Anschaffungskosten und den laufenden Aufwendungen grundsätzlich der Vorsteuerabzug zu.
Der Leistungsaustausch zwischen Mitunternehmer und der Mitunternehmerschaft besteht nur hinsichtlich der Fahrzeugüberlassung für Zwecke der Gesellschaft. Die private Nutzungsentnahme für die Privatfahrten des Mitunternehmers werden bei ihm als unentgeltliche Wertabgabe nach § 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG versteuert.
Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge*
Ab dem 01. Januar 2020 ergeben sich bei der Überlassung von Elektrofahrzeugen gewisse steuerliche Begünstigungen. Zur Ermittlung des geldwerten Vorteils bei Hybrid- oder Elektrofahrzeugen wird – je nach Voraussetzung – eine der folgenden drei Methoden angewandt:
Reduzierung des Bruttolistenpreises entsprechend der Batterieleistung,
Ansatz des Bruttolistenpreises zu 50 Prozent,
Ansatz des Bruttolistenpreises zu 25 Prozent.*
Geregelt sind die Begünstigungen in § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 – 3 EStG. Bei Verwendung eines Fahrtenbuchs werden die Kosten für die Bemessung des geldwerten Vorteils entsprechend reduziert angesetzt. Die gesetzliche Regelung ist komplex. Zum besseren Verständnis erfolgt eine Gruppierung in Fahrzeugarten:
1) Elektrofahrzeuge, deren Anschaffung vor dem 1. Januar 2023 erfolgt, aber nicht die Voraussetzungen der nachfolgenden Fahrzeugarten 2 – 3 erfüllt.*
2) Elektro- und Hybridfahrzeuge, deren Anschaffung nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 erfolgt. Bei extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen muss das Fahrzeug die Voraussetzungen des § 3 Absatz 2 Nummer 1 oder 2 des Elektromobilitätsgesetzes erfüllen.* Demnach darf die Kohlendioxidemission höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer aufweisen oder die Reichweite des Fahrzeugs muss unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 40 km betragen. Es gibt jedoch keine Einschränkung bezüglich des Bruttolistenpreises für die Anwendung der Begünstigung.
In den nächsten Jahren werden an die Fahrzeugart 2 weitere Voraussetzungen bezüglich der Kohlendioxidemission gestellt:
Bei Anschaffung nach dem 31. Dezember 2021 und vor dem 1. Januar 2025 darf das Hybridelektrofahrzeug:
eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer aufweisen oder
die Reichweite des Fahrzeugs muss unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 60 Kilometer betragen.
Bei Anschaffung nach dem 31. Dezember 2024 und vor dem 1. Januar 2031 darf das Fahrzeug:
die Reichweite des Fahrzeugs muss unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 80 Kilometer betragen.
Elektrofahrzeuge bzw. Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb,* deren Anschaffung nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2031 erfolgt. Der Bruttolistenpreis darf nicht mehr als 40 000 Euro betragen und das Fahrzeug darf keine Kohlendioxidemissionen aufweisen.*
Der Bruttolistenpreis für Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuge wird für Anschaffungen, die bis zum 31. Dezember 2013 getätigt wurden, i. H. v. 500 Euro pro kWh Speicherkapazität der Batterie gemindert. Dieser Minderungshöchsbetrag schrumpf bis 2023 auf 0,00 Euro. Es ergibt sich somit folgende Begünstigungen in Abhängigkeit der Erstzulassung des Fahrzeugs:
Anschaffungsjahr des Kfz bzw. Jahr der Erstzulassung
Minderungsbetrag in €/kWh der Kapazität der Batterie
Höchstbetrag der Minderung in €
Die Minderung der Bemessungsgrundlage ist nur vorzunehmen, wenn die Kosten für das Batteriesystem im Listenpreis enthalten sind. Wird hingegen das Batteriesystem nicht zusammen mit dem Fahrzeug angeschafft, unterbleibt eine Minderung.
Die Minderung unterbleibt, wenn beispielsweise für das im Fahrzeug vorhandene Batteriesystem ein zusätzliches Entgelt zu entrichten ist. Die Kosten für das Batteriesystem werden als Betriebsausgaben angesetzt, aber nicht in die ertragssteuerliche Bemessungsgrundlage für die private Nutzung einbezogen. Jedoch sind diese Kosten in die umsatzsteuerrechtliche Bemessungsgrundlage mit einzubeziehen.
Der Unternehmer erwirbt im Jahr 2015 ein Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 19 kWh. Der Bruttolistenpreis beträgt 32.000 Euro, tatsächlich hat der Unternehmer jedoch 30.000 Euro bezahlt. Das Batteriesystem wird für monatlich 70 Euro gemietet. Der private Nutzungsanteil beträgt lt. Fahrtenbuch 10 Prozent.
Abschreibungen: 30.000: 6 Jahre
Miete für die Batterie
Laufende Versicherungsaufwendungen
Privater Nutzungsanteil 10 Prozent
Die ertragsteuerliche Nutzungsentnahme ist brutto mit 6.265,71 Euro (6.150 Euro + 115,71 Euro) zu erfassen.
Wird das betriebliche Fahrzeug auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte genutzt, können je Entfernungskilometer 0,30 Euro als Betriebsausgaben abgezogen werden, s. o.
Bei einem Leasingfahrzeug bzw. bei einer langfristigen Anmietung eines Fahrzeugs, sind die Leasingraten aufzuteilen. Die in den Raten enthaltenen Kosten für das Batteriesystem mindern die Gesamtkosten. Als Aufteilungsmaßstab kann das Verhältnis zwischen Bruttolistenpreis (einschließlich Batteriesystem) und dem um den Abschlag geminderten Listenpreis angesetzt werden.
Fahrzeugart 2
Für die private Nutzung von Elektrofahrzeugen wird der Bruttolistenpreis nur zu 50 Prozent angesetzt. Dies gilt auch für extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge, sofern diese die Voraussetzungen des § 3 Abs. 2 Nr. 1, 2 Elektromobilitätsgesetz erfüllen. Folgendes Beispiel soll die Wirkung der Begünstigung im Vergleich mit einem PKW mit Verbrennungsmotor aufzeigen:
Geschäftsführer G erhält von einem Autohändler das Angebot über ein Hybridfahrzeug, welches die Voraussetzungen des Elektromobilitätsgesetzes erfüllt. Der Bruttolistenneupreis (BLNP) des Fahrzeugs beträgt 64.850 Euro. Die einfache Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte beträgt 25 km. Er vergleicht auch ein Angebot eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor mit einem Bruttolistenneupreis von ebenfalls 64.850 Euro.
Bewertung der privaten Nutzung
BLNP:
Abrundung auf volle 100 €
1 % vom BLNP
0,03 % für Fahrten Wohnung – Arbeit:
Fahrzeugart 3
Für die private Nutzung von Elektrofahrzeugen sowie Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb* wird der Bruttolistenpreis nur zu 25 Prozent angesetzt. Hybridelektrofahrzeuge fallen nicht unter diese Begünstigung, da diese Technologie bedingt noch einen CO2 Ausstoß aufweisen. Der Bruttolistenpreis für diese Fahrzeugart darf nicht mehr als 40.000 Euro betragen.
Geschäftsführer G erhält von einem Autohändler das Angebot über ein Elektrofahrzeug. Der Bruttolistenneupreis (BLNP) des Fahrzeugs beträgt 35.090 Euro. G wohnt 15 km von der Firma entfernt. Er vergleicht auch ein Angebot eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor mit einem Bruttolistenneupreis von ebenfalls 35.090 Euro.
Hinweis: Neben den reinen wirtschaftlichen Faktoren – der Steuer- und Kostenersparnis – sollte vor einer Anschaffung die Reichweite der Fahrzeuge untersucht werden. Dabei können einschlägige Vergleichsportale hilfreich sein.
Ist das Fahrzeug gemietet oder geleast, unterliegen diese Aufwendungen gem. § 8 Nr. 1 Buchst. d S. 2 GewStG nur einer hälftigen Hinzurechnung. Es kann also im geringen Umfang Gewerbesteuer gespart werden. Allerdings ist diese Begünstigung aufgrund des Freibetrags von 100.000 Euro für KMU äußerst selten anwendbar.

References: § 4
 § 6
 § 6
 § 9
 § 3
 § 4
 § 15
 § 14
 § 33
 § 9
 § 3
 § 15
 § 6
 § 6
 § 6
 § 3
 § 4
 § 15
 § 3
 § 8
 § 10
 § 3
 § 3
 § 6
 § 3
 § 3
 § 8