Source: https://www.steuerverbund-erlensee.de/steuertipps/steuertipps-2014/
Timestamp: 2020-06-05 05:51:32+00:00

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- Steuertipps 2014
Vollstationäre Unterbringung eines Kindes – Krankheitskosten?(Stand: 08.12.2014)
Nach Auffassung der Richter des Niedersächsischen FG in dem Urteil vom 27.11.2013 - 7 K 69/12 sind die Kosten für die Unterbringung eines Kindes in einer vollstationären kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtung nicht zwangsläufig. Die Richter des BFH müssen nun über die Revision mit dem Az.:VI R 31/14 entscheiden.
Hinweis: Der Nachweis der Zwangsläufigkeit ist durch ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines medizinischen Dienstes der Krankenversicherung zu führen, wobei das Gutachten bzw. die Bescheinigung vor Beginn der Heilmaßnahmen ausgestellt worden sein muss.
Verzinsung von Steueransprüchen - § 233a AO(Stand: 08.12.2014)
Die Bundesregierung plant keine Änderung des Zinssatzes für die Verzinsung von Steueransprüchen. Der für alle Zinsen nach der Abgabenordnung einheitlich geltende monatliche Zinssatz von 0,5 Prozent je vollen Zinsmonat hat sich trotz des über die Jahrzehnte wechselnden Zinsniveaus in mehr als 50 Jahren Praxis bewährt, BT-Drucks. 18/2795.
Vorsicht bei der Abgabe der Steuererklärung kurz vor Ablauf der Festsetzungsfrist (Stand: 08.12.2014)
Keine Beratungsbefugnis für vermietete Ferienwohnungen!(Stand: 08.12.2014)
Steuerklassenwechsel – wie, wann und warum? (Stand: 28.11.2014)
Besteuerung der Renten und Pensionen nicht verfassungswidrig (Stand: 10.10.2014)
Pensionen sind in voller Höhe steuerpflichtig als Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Dagegen sind Renten auch nach der Neuregelung durch das Alterseinkünftegesetz seit 2005 i.R.d. Übergangsregelung zur nachgelagerten Besteuerung nur mit einem (nun wesentlich höheren) Anteil als sonstige Einkünfte steuerpflichtig.
In zwei Urteilen hat der BFH die unterschiedliche Besteuerung von beamtenrechtlichen Ruhegehältern und Sozialversicherungsrenten im Rahmen der Übergangsregelung durch besondere sachliche Gründe als gerechtfertigt anerkannt; BFH-Urteil vom 07.02.2013, VI R 83/10, BStBl. 2013 II S. 573, BFH-Beschluss vom 16.09.2013, VI R 67/12, BFH/NV 2014 S. 37. Ein Einspruch hiergegen verspricht keine Aussicht auf Erfolg mehr.
Handwerkerleistungen außerhalb des Grundstücks? (Stand: 10.10.2014)
Abzug von Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung (§ 33 EStG) (Stand: 27.09.2014)
Erziehungsrenten – Gilt ab 2005 der höhere Besteuerungsanteil? (Stand: 12.09.2014)
Seit 2005 gilt für die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung der höhere Besteuerungsanteil. Hierzu gehört auch die Erziehungsrente gem. § 47 SBG VI.
Der BFH hat in seinem Urteil vom Urteil vom 19.08.2013, X R 35/11 klargestellt, dass die Besteuerung mit dem Besteuerungsanteil mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Es handelt sich nicht um eine steuerfreie Schadensersatz- oder Unterhaltsrente gem. § 844 Abs.2 BGB. Es handelt sich hier nicht um eine Rente aus abgeleitetem Recht, sondern aus eigenem Rechtsanspruch.
Hiergegen wurde Verfassungsbeschwerde eingelegt. Das Aktenzeichen lautet: 2 BvR 2315/13.
Neuberechnung des Rentenfreibetrags bei einer Witwenrente (Stand: 12.09.2014)
Renten der gesetzlichen Rentenversicherung sind mit dem Teil steuerpflichtig, der den Rentenfreibetrag übersteigt. Dies gilt sowohl für die Altersrente als auch für die Witwenrente. Der Rentenfreibetrag bleibt grundsätzlich über die ganze Rentenlaufzeit konstant. Auch die regelmäßigen jährlichen Rentenanpassungen führen nicht zu einer Neuberechnung.
Etwas anderes gilt für die Witwenrente, wenn sich das anzurechnende Einkommen geändert hat. Hier berechnet das Finanzamt den Rentenfreibetrag neu, BMF-Schreiben vom 19.08.2013.
Hiergegen klagte ein Steuerpflichtiger. Das FG Köln hat in seinem Urteil vom 23.10.2013, 4 K 2322/10, bestätigt, dass die Neuberechnung des Rentenfreibetrags zu Recht erfolgt.
Hiergegen ist nun eine Revision beim BFH anhängig - das AktZ. der der Revision lautet: X R 53/13.
Scheidungskosten - drei Verfahren vor dem FG anhängig (Stand: 12.09.2014)
Der jahrelange Rechtsstreit hinsichtlich der Abzugsfähigkeit von Prozesskosten führte dazu, dass der Gesetzgeber ab dem 01.01.2013 den Abzug der Kosten eines Rechtsstreits als außergewöhnliche Belastungen ausgeschlossen hat, § 33a Abs.1 S. 4 EStG.
Inzwischen sind zwei Klagen vor dem Finanzgericht München anhängig, die sich gegen die Ablehnung von unmittelbaren Scheidungskosten im Steuerbescheid 2013 wehren, Aktenzeichen 13 K 1421/14 und 15 K 1429/14.
Mit der gleichen Frage beschäftigen sich auch die Richter des FG Münster. Das AktZ. lautet: 9 K 1822/14.
Unterhaltsleistungen an bedürftige Personen - Anerkennung nur noch bei Angabe der Identifikationsnummer (Stand: 12.09.2014)
Mit dem StÄnG-AnpG-Kroation wird ab 2015 u.a. folgende Änderung eingeführt:
Ein Abzug von Unterhaltsleistungen ist nur noch möglich, wenn die Identifikationsnummer der unterhaltenen Person angegeben wird. Verweigert der Empfänger die Mitteilung seiner Identifikationsnummer kann der Zahlende diese beim Finanzamt erfragen.
"Lohnsteuerkarte" für Berufsanfänger und Azubis (Stand: 04.09.2014)
In Standardschreiben fordern viele Arbeitgeber immer noch die "Vorlage der Lohnsteuerkarte" an. Eine Lohnsteuerkarte gibt es jedoch nicht mehr.
Die OFD Koblenz weist auf eine Regelung für Berufsanfänger hin, die erstmalig eine Arbeit aufnehmen oder eine Berufsausbildung beginnen: Sofern sie ledig sind, gilt die Steuerklasse I. Dem Arbeitgeber muss lediglich das Geburtsdatum, die persönliche Steuer-Identifikationsnummer und die Information, ob er Haupt- oder Nebenarbeitgeber ist, mitgeteilt werden, damit dieser die ELStAM abrufen und die Lohnsteuer korrekt berechnen und ans Finanzamt abführen kann. Eine Lohnsteuerkarte gibt es nicht mehr und ist auch nicht erforderlich (OFD Koblenz vom 27.06.2014).
Abgeltungsteuer - Musterverfahren vor dem BFH (Stand: 09.07.2014)
Für Kapitalerträge, die nach dem 31.12.2008 zugeflossen sind, sind keine Werbungskosten mehr abzugsfähig! Hiergegen haben die Betroffenen geklagt. Nun sind zwei Verfahren vor dem BFH anhängig: Revision: Az. VIII R 13/13 und VIII R 18/14.
Motorschaden - Abgeltungswirkung der Entfernungspauschale (Stand: 09.07.2014)
Durch die Entfernungspauschale sind sämtliche Aufwendungen abgegolten, die durch die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und Familienheimfahrten entstehen. Dies gilt z.B. auch für die Kosten eines Austauschmotors anlässlich eines Motorschadens auf einer Fahrt zwischen Wohnung und erster Arbeitsstätte oder einer Familienheimfahrt, BMF-Schreiben vom 31.10.2013.
Strittig war nun, ob Reparaturaufwendungen infolge der Falschbetankung eines PKW auf der Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte als Werbungskosten abziehbar sind.
Der BFH entschied in seinem Urteil vom 20.03.2014, VI R 29/13, dass diese Reparaturkosten nicht abzugsfähig sind.
Ehescheidungskosten – erstes Verfahren vor dem FG München (Stand: 09.07.2014)
Erstattungszinsen des Finanzamtes (Stand: 09.07.2014)
Beitragsrecht der Krankenkassen wird ab 2015 neu geregelt (Stand: 04.07.2014)
Selbstbehalt bei privaten Krankenversicherungen (Stand: 02.07.2014)
Die Richter des FG Köln entschieden in ihrem Urteil vom 15.08.2013 - 15 K 1858/12 wie folgt: Der sog. Selbstbehalt i.R. von Krankenversicherungsbeiträgen ist nicht als Sonderausgabe abziehbar!
Der Kläger hatte bei seinen privaten Krankenversicherungsverträgen einen Selbstbehalt vereinbart, um niedrigere Versicherungsbeiträge zu erhalten.
BMF-Schreiben vom 10.06.2014 zu § 165 AO (Stand: 02.07.2014)
Einkommensteuerfestsetzungen für Veranlagungszeiträume ab 2010 werden hinsichtlich der Anrechnung der gesamten steuerfreien Zuschüsse zu einer Kranken- oder Pflegeversicherung auf Beiträge zu einer privaten Basiskrankenversicherung oder Pflege-Pflichtversicherung vorläufig vorzunehmen, falls steuerfreie Zuschüsse zur Kranken- oder Pflegeversicherung gewährt worden sind.
Vorfälligkeitsentschädigung nicht abzugsfähig (Stand: 02.07.2014)
In seinem Urteil vom 11.02.2014 - IX R 42/13; veröffentlicht am 25.06.2014, hat der BFH entschieden, dass Vorfälligkeitsentschädigungen nicht als Werbungskosten abzugsfähig sind.
Eine Vorfälligkeitsentschädigung wird fällig, wenn ein Steuerpflichtiger seine Darlehensschuld vorzeitig ablöst, um sein bisher vermietetes Objekt lastenfrei übereignen zu können.
Daher fehlt es nach Ansicht der Richter an einem wirtschaftlichen Zusammenhang der Vorfälligkeitsentschädigungen mit steuerbaren Einkünften. Denn das für die Annahme eines Veranlassungszusammenhangs maßgebliche „auslösende Moment“ ist nicht der seinerzeitige Abschluss des Darlehensvertrags, sondern gerade dessen vorzeitige Ablösung.
Insofern besteht der wirtschaftliche Zusammenhang gerade nicht zwischen der Vorfälligkeitsentschädigung und der vormaligen Vermietung der Immobilie, sondern zwischen der Vorfälligkeitsentschädigung und der Veräußerung der Immobilie.
Wechsel zur Fahrtenbuchmethode (Stand: 02.07.2014)
Der geldwerte Vorteil der privaten Nutzung eines Dienstwagens ist grds. mittels der 1% Regelung zu ermitteln. Anstelle mit der 1%-Regelung kann aber auch die „Nachweismethode“ verwendet werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der auf die private Nutzung entfallenden Teil der gesamten Kfz-Kosten und das Verhältnis der privaten Fahrten und der Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu den übrigen Fahrten durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nachgewiesen werden.
Nach Ansicht des BFH in seinem Urteil vom 20.03.2014 - VI R 35/12, veröffentlicht am 25.06.2014, ist die Fahrtenbuchmethode nur dann zu Grunde zu legen, wenn der Arbeitnehmer das Fahrtenbuch für den gesamten Veranlagungszeitraum führt, in dem er das Fahrzeug nutzt; ein unterjähriger Wechsel von der 1%-Regelung zur Fahrtenbuchmethode für dasselbe Fahrzeug ist nicht zulässig.
Ein Methodenwechsel ist somit immer nur noch am Jahresanfang oder bei dem Wechsel des Dienstwagens möglich.
Häusliches Arbeitszimmer bei einem Pool- oder Telearbeitsplatz (Stand: 10.06.2014)
Hierzu hat der BFH am 26.02.2014 in zwei Urteilen - VI R 37/13 und VI R 40/12 - Stellung genommen.
Im Fall VI R 37/13 hatte der Kläger, ein Großbetriebsprüfer eines Finanzamtes, an der Dienststelle keinen festen Arbeitsplatz, sondern teilte sich für die vor- und nachbereitenden Arbeiten der Prüfungen mit weiteren sieben Großbetriebsprüfern drei Arbeitsplätze, sog. Poolarbeitsplätze. Das Finanzgericht gab der Klage statt.
Der BFH bestätigt die Vorentscheidung des Finanzgerichts. Die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer sind abzugsfähig, da der Poolarbeitsplatz an der Dienststelle dem Kläger nicht in dem zur Verrichtung seiner gesamten Innendienstarbeiten (Fallauswahl, Fertigen der Prüfberichte etc.) konkret erforderlichen Umfang zur Verfügung stand.
Dies muss aber nicht bei jedem Poolarbeitsplatz so sein. Der BFH stellt klar, dass ein Poolarbeitszimmer ein anderer Arbeitsplatz sein kann und zwar dann, wenn bei diesem aufgrund der Umstände des Einzelfalls - ausreichende Anzahl an Poolarbeitsplätzen, ggf. dienstliche Nutzungseinteilung etc. - gewährleistet ist, dass der Arbeitnehmer seine berufliche Tätigkeit in dem konkret erforderlichen Umfang dort erledigen kann.
Der Fall VI R 40/12 betraf einen Kläger, der sich einen sog. Telearbeitsplatz eingerichtet hatte, in dem er vereinbarungsgemäß montags und freitags seine Arbeitsleistung erbrachte. Nach Ansicht des Finanzgerichts entspreche der Telearbeitsplatz nicht dem Typus des häuslichen Arbeitszimmers.
Der BFH wies die Klage ab. Der vom Kläger genutzte Telearbeitsplatz entsprach grds. dem Typus des häuslichen Arbeitszimmers und dem Kläger stand an der Dienststelle auch jederzeit ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Die Nutzung des dienstlichen Arbeitsplatzes war tatsächlicher Hinsicht in keiner Weise eingeschränkt.
BMF-Schreiben vom 10.06.2014 zu § 165 AO (Stand: 10.06.2014)
Einkommensteuerfestsetzungen für Veranlagungszeiträume ab 2010 werden hinsichtlich der Anrechnung der gesamten steuerfreien Zuschüsse zu einer Kranken- oder Pflegeversicherung auf Beiträge zu einer privaten Basiskrankenversicherung oder Pflege-Pflichtversicherung vorläufig vorgenommen, falls steuerfreie Zuschüsse zur Kranken- oder Pflegeversicherung gewährt worden sind.
Nachträgliche Schuldzinsen – Änderung der Rechtsprechung (Stand: 10.06.2014)
Der BFH hat in seinem Urteil vom 08.04.2014 , IX R 45/13, Folgendes entschieden:
Schuldzinsen, die auf Verbindlichkeiten entfallen, welche der Finanzierung von Anschaffungskosten eines zur Erzielung von Einkünften aus V+V genutzten Wohngrundstücks dienten, können auch nach einer nicht steuerbaren Veräußerung (nach Ablauf der 10-jährigen Spekulationsfrist) der Immobilie grds. weiter als (nachträgliche) Werbungskosten abgezogen werden, wenn und soweit die Verbindlichkeiten durch den Veräußerungserlös nicht getilgt werden können.
Bisher wendete die Finanzverwaltung die neue Rechtsprechung des BFH vom 20.06.2012 IX R 67/10 nur in den Fällen einer steuerbaren Veräußerung, § 23 Abs.1 Satz1 Nr.1 EStG, an.
In ähnlich gelagerten Fällen sollten Sie diese Schuldzinsen als nachträgliche Werbungskosten geltend machen. Z.Zt. ist das Urteil noch nicht im Bundessteuerblatt veröffentlicht, so dass die Finanzverwaltung noch nicht verpflichtet ist, dieses anzuwenden.
Scheidung - Kosten ab 2013 nicht mehr absetzbar? (Stand: 02.06.2014)
Die Kosten für eine Scheidung, insbesondere Anwalts- und Gerichtskosten, sind bisher als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art gemäß § 33 EStG absetzbar, allerdings nur die Auseinandersetzung über das gemeinsame Vermögen, die Regelungen zum Ehegatten- und Kindesunterhalt sowie die Bestimmung über das elterliche Umgangs- und Sorgerecht für Kinder.
In der amtlichen Anleitung zur Einkommensteuererklärung 2013: "Prozesskosten sind ab 2013 nicht mehr als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig, es sei denn, der Prozess musste zur Abwendung einer Bedrohung Ihrer Existenz geführt werden. Vom Abzugsverbot sind auch die Kosten der Scheidung bzw. Aufhebung einer Lebenspartnerschaft betroffen."
Der Fiskus war bei der steuerlichen Anerkennung von Kosten eines Zivilprozesses schon immer genau: Solche Kosten wurden nur selten als "zwangsläufig" angesehen und deshalb meistens als außergewöhnliche Belastungen abgelehnt. Doch bei Scheidung wurden die Prozesskosten anerkannt.
Der Bundesfinanzhof hatte im Mai 2011 diese enge Sichtweise aufgegeben und die Möglichkeiten zur steuerlichen Absetzbarkeit deutlich ausgeweitet: Zivilprozesskosten sollten unabhängig vom Gegenstand des Prozesses immer dann aus rechtlichen Gründen als zwangsläufig gelten und damit als außergewöhnliche Belastungen anerkannt werden, wenn die Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung eine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. (BFH-Urteil vom 12.05.2011). Der Gesetzgeber hat daraufhin per Gesetzesänderung den alten Rechtszustand wieder hergestellt und damit das bürgerfreundliche Urteil des BFH ausgehebelt (vom 26.06.2013).
Das bedeutet jetzt: Die Absetzbarkeit von Kosten eines Zivilprozesses wurde stark eingeschränkt. Diese sind jetzt nur noch im Ausnahmefall als außergewöhnliche Belastungen absetzbar, "wenn der Steuerpflichtige Gefahr läuft, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bedürfnisse in dem üblichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu können" (§ 33 Abs. 2 Satz 4 EStG).
Obwohl mit dem sog. Nichtanwendungsgesetz lediglich die frühere Rechtslage wiederhergestellt werden sollte, werden nun auch Prozesskosten von der Finanzverwaltung abgelehnt, die früher anerkannt wurden - wie insbesondere die Scheidungskosten.
Auslandsreisen - Kosten für einen Reisepass absetzbar(Stand: 06.05.2014)
Das Finanzgericht des Saarlandes hat entschieden, dass die Kosten für den Reisepass und die Passbilder als Werbungskosten absetzbar sind, wenn für die Reise ein beruflicher Grund vorliegt und die Einreise nur mit einem Reisepass möglich ist. Denn bei einer Reise nach Russland wird die Einreise ohne Reisepass verweigert. Und wenn glaubhaft gemacht wird, dass ein Reisepass für private Reisen nicht benötigt wird, sind die Kosten sogar in voller Höhe absetzbar und nicht bloß zu einem bestimmten Anteil. Es handelt sich um Reisenebenkosten der betreffenden Auswärtstätigkeit (FG Saarland vom 22.01.2014).
Meldepflicht bei Minijobs – Fristverlängerung bis 30.6.2014 (Stand: 06.05.2014)
Bei den geringfügigen Beschäftigungen wurde bereits zum 01.01.2013 die Arbeitsentgeltgrenze auf 450 € angehoben und die bisherige Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung in eine Rentenversicherungspflicht mit Befreiungsmöglichkeit umgewandelt.
Bereits vor dem 01.01.2013 geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer, die weiterhin maximal 400 € verdienen, bleiben auch künftig rentenversicherungsfrei. Neue Beschäftigungsverhältnisse sowie Arbeitnehmer, deren monatliches Entgelt aufgrund der Neuregelung auf bis zu 450 € angehoben wurde, sind künftig rentenversicherungspflichtig.
Fehlt der Befreiungsantrag des Arbeitnehmers, besteht ab Entgelterhöhung bis zur Wirksamkeit der Befreiung Versicherungspflicht.
Bei einem Briefing-Raum handelt es sich nicht um einen "anderen Arbeitsplatz" (Stand: 05.05.2014)
Diese Entscheidungen des BFH werden 2014 erwartet (Stand: 05.05.2014)
Arbeitslose Kinder – Meldung bei der Agentur für Arbeit – ALG II (Stand: 07.04.2014)
Für ein volljähriges Kind wird Kindergeld gezahlt, wenn es sich in Berufsausbildung befindet oder ein anderer Berücksichtigungsgrund vorliegt. Auch für arbeitslose Kinder, die eine Arbeit suchen, wird Kindergeld gezahlt. Eine Voraussetzung ist aber, dass das Kind sich persönlich bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend meldet. Auch ein Antrag auf Arbeitslosengeld II kann hier ausreichen, BFH-Urteil vom 22.09.2011, III R 78/08. Denn der Antrag auf ALGII bedeutet gleichzeitig eine Meldung als Arbeitsuchender; für einen erwerbsfähigen Empfänger von ALG II besteht nämlich grundsätzlich eine Pflicht zur Arbeitssuche.
Ausnahmen: Der Antrag auf ALG II reicht nicht aus, wenn z.B. das Kind ein eigenes Kind unter drei Jahren hat: Hier besteht keine Verpflichtung zur Arbeitssuche. In diesen Fällen muss nicht nur ALG II beantragt werden, sondern gleichzeitig bei der Agentur für Arbeit eine Meldung als arbeitsuchend vorliegen. Nur dann wird Kindergeld auf jeden Fall gewährt!
Scheidungskosten (Stand: 07.04.2014)
Abzugsfähig sind nur die Kosten, die für die Scheidung selbst und für die Regelung des Versorgungsausgleichs, über die das Gericht im sogenannten „Zwangsverbund“ entscheidet, BFH-Urteil vom 30.06.2005, III R 36/03, BStBl. 2006 II S. 491; BFH-Urteil vom 30.06.2005, III R 27/04, BStBl. 2006 II S. 492. Alle anderen mit der Scheidung zusammenhängenden Kosten sind nicht als außergewöhnliche Belastungen abziehbar.
Das FG Düsseldorf hat in seinem Urteil vom 19.02.2013, 10 K 2392/12 E, entgegen der Rechtsprechung des BFH entschieden, dass auch Prozesskosten, die bei einer Ehescheidung im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung des Vermögens bzw. mit dem Streit über den Zugewinnausgleich entstehen, als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigungsfähig sind.
Voraussetzungen für die doppelte Haushaltsführung ab 2014 (Stand: 07.04.2014)
BMF-Schreiben vom 17.01.2014 – Freibeträge für Kinder und Lebenspartnerschaften (Stand: 11.03.2014)
Kosten für ein Erststudium stellen Sonderausgaben dar - BFH-Urteil vom 05.11.2013 (Stand: 11.03.2014)
Der BFH hat in seinem Urteil vom 05.11.2013 - VIII R 22/12 entschieden, dass Aufwendungen für ein Studium, welches eine Erstausbildung vermittelt und nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindet, nicht als vorweggenommene Betriebsausgaben abziehbar sind. Die bereits für die Veranlagungszeiträume ab 2004 anzuwendenden gesetzlichen Neuregelungen in § 12 Nr. 5 und § 4 Abs. 9 EStG i.d.F. des BeitrRLUmsG seien verfassungsgemäß
Hinweis: Als Erstausbildung wird auch ein abgeschlossenes Bachelor Studium, eine Ausbildung zum Rettungssanitäter oder ein Lehrgang zum Flugbegleiter anerkannt.
Der 400-Euro-Job wird zum 450-Euro-Job (Stand: 16.11.2012)
Ab dem 01.01.2013 werden Minijobber 450 Euro pro Monat verdienen dürfen. Für Midijobs steigt die Grenze dann auf 850 Euro.
Eine wichtige Änderung gibt es in diesem Zusammenhang beim Thema Rentenversicherung: Künftig sind die Minijobber automatisch Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung – mit dem entsprechenden Beitragssatz. Sie können dem jedoch ausdrücklich widersprechen.
Bisher zahlte der Arbeitgeber des Minijobbers pauschal 15 % Beitrag an die Rentenversicherung. Der Minijobber konnte aufstocken und den Differenzbetrag zum normalen Rentenversicherungsbeitrag selbst zahlen. Davon machen allerdings die wenigsten Minijobber Gebrauch.
Umzugskostenpauschale wird erneut erhöht (Stand: 16.11.2012)
Entstehen durch den Umzug Kosten für Nachhilfeunterricht für die Kinder sind diese Kosten wie folgt abzugsfähig., BMF-Schreiben vom 01.10.2012, IV C 5 - S 2353/08/10007:
Euro 1.657
Euro 1.711
01.01.2013 – 31.07.2013
Euro 1.732
Euro 1.752

References: § 233
 § 47
 § 844
 § 33
 § 165
 § 165
 § 23
 § 33
 § 12
 § 4