Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20110809_OGH0002_0040OB00050_11Y0000_000&IncludeSelf=True&ShowPrintPreview=True
Timestamp: 2020-02-21 06:24:53+00:00

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RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 4Ob50/11y - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 8Ob14/65 5Ob260/67 5Ob2...
RS0036035
8Ob14/65; 5Ob260/67; 5Ob206/68 (5Ob207/68); 5Ob294/68; 7Ob96/72; 8Ob505/76 (8Ob506/76); 3Ob604/76; 3Ob140/76; 8Ob116/77 (8Ob117/77); 3Ob647/77; 6Ob507/78; 8Ob603/78; 5Ob588/79; 8Ob150/79; 8Ob293/79; 5Ob569/80; 6Ob547/80; 8Ob109/81; 3Ob29/81; 5Ob33/80; 6Ob628/81; 5Ob679/81; 5Ob777/81; 8Ob291/81; 6Ob697/81; 5Ob728/82; 8Ob570/84; 8Ob81/85; 8Ob564/86; 8Ob589/86; 2Ob2/89; 2Ob147/89; 3Ob560/91; 3Ob15/94; 9ObA320/98v; 3Ob43/02y; 8ObA15/04w; 2Ob282/05t; 10ObS108/07s; 3Ob63/10a; 4Ob50/11y; 2Ob157/12w; 1Ob185/17p
ZPO §52 Abs1
Auch wenn ein Rekurs im Endergebnis ohne Erfolg geblieben ist, sind die Rekurskosten als weitere Verfahrenskosten zu erklären, wenn das Rechtsmittel die Klärung irgendeiner weiteren Frage bewirkt hat (so schon 2 Ob 463/57 = EvBl 1958/28).
8 Ob 14/65
Entscheidungstext OGH 27.01.1965 8 Ob 14/65
5 Ob 260/67
Entscheidungstext OGH 10.01.1968 5 Ob 260/67
5 Ob 206/68
Entscheidungstext OGH 28.08.1968 5 Ob 206/68
7 Ob 96/72
Entscheidungstext OGH 19.04.1972 7 Ob 96/72
8 Ob 505/76
Entscheidungstext OGH 04.02.1976 8 Ob 505/76
3 Ob 604/76
Entscheidungstext OGH 21.09.1976 3 Ob 604/76
3 Ob 140/76
Entscheidungstext OGH 12.10.1976 3 Ob 140/76
3 Ob 647/77
Entscheidungstext OGH 10.01.1978 3 Ob 647/77
6 Ob 507/78
Entscheidungstext OGH 06.04.1978 6 Ob 507/78
8 Ob 603/78
Entscheidungstext OGH 01.03.1979 8 Ob 603/78
8 Ob 150/79
Entscheidungstext OGH 27.09.1979 8 Ob 150/79
5 Ob 569/80
Entscheidungstext OGH 22.04.1980 5 Ob 569/80
6 Ob 547/80
Entscheidungstext OGH 23.06.1980 6 Ob 547/80
8 Ob 109/81
Entscheidungstext OGH 02.07.1981 8 Ob 109/81
3 Ob 29/81
Entscheidungstext OGH 16.09.1981 3 Ob 29/81
Vgl; Beisatz: Wenn noch nicht verlässlich erkannt werden kann, ob sich die abweichende rechtliche Beurteilung zum Vorteil oder Nachteil des Rekurswerbers wendet. (T1)
5 Ob 33/80
Entscheidungstext OGH 09.06.1981 5 Ob 33/80
6 Ob 628/81
Entscheidungstext OGH 25.11.1981 6 Ob 628/81
5 Ob 777/81
Entscheidungstext OGH 26.01.1982 5 Ob 777/81
Vgl auch; Beisatz: Selbst wenn sich diese Klärung zum Nachteil des Rekurswerbers auswirkt. (T2) Veröff: MietSlg 34370(7)
8 Ob 291/81
Entscheidungstext OGH 11.02.1982 8 Ob 291/81
6 Ob 697/81
Entscheidungstext OGH 10.03.1982 6 Ob 697/81
5 Ob 728/82
Entscheidungstext OGH 12.10.1982 5 Ob 728/82
8 Ob 81/85
Entscheidungstext OGH 19.03.1986 8 Ob 81/85
8 Ob 564/86
Entscheidungstext OGH 26.05.1986 8 Ob 564/86
8 Ob 589/86
Entscheidungstext OGH 19.11.1986 8 Ob 589/86
2 Ob 2/89
Entscheidungstext OGH 10.05.1989 2 Ob 2/89
2 Ob 147/89
Entscheidungstext OGH 28.03.1990 2 Ob 147/89
Vgl; Beisatz: Dringt der Kläger mit seinem berechtigten Aufhebungsantrag durch und wird die hiefür maßgebliche Rechtsfrage im Aufhebungsbeschluss des OGH abschließend entscheiden, so hat die beklagte Partei die ihr im Berufungsverfahren und Revisionsverfahren entstandenen Kosten selbst zu tragen. (T2)
3 Ob 15/94
Entscheidungstext OGH 09.11.1994 3 Ob 15/94
Veröff: SZ 67/196
9 ObA 320/98v
Entscheidungstext OGH 24.02.1999 9 ObA 320/98v
Auch; Veröff: SZ 72/36
3 Ob 43/02y
Entscheidungstext OGH 19.09.2002 3 Ob 43/02y
Auch; Veröff: SZ 2002/121
8 ObA 15/04w
Entscheidungstext OGH 24.06.2004 8 ObA 15/04w
2 Ob 282/05t
Entscheidungstext OGH 21.09.2006 2 Ob 282/05t
3 Ob 63/10a
Entscheidungstext OGH 30.06.2010 3 Ob 63/10a
ECLI:AT:OGH0002:1965:RS0036035
JJR_19650127_OGH0002_0080OB00014_6500000_001
Rechtssatz für 8Ob376/66 6Ob156/68 1Ob...
Allgem Bankbedingungen Pkt25 Abs2
WAG §11
8 Ob 376/66
Entscheidungstext OGH 21.02.1967 8 Ob 376/66
6 Ob 156/68
Entscheidungstext OGH 10.07.1968 6 Ob 156/68
3 Ob 600/83
Entscheidungstext OGH 04.04.1984 3 Ob 600/83
5 Ob 530/84
Entscheidungstext OGH 03.04.1984 5 Ob 530/84
3 Ob 506/88
Entscheidungstext OGH 29.06.1988 3 Ob 506/88
4 Ob 516/93
Entscheidungstext OGH 08.06.1993 4 Ob 516/93
10 Ob 528/94
Entscheidungstext OGH 09.04.1996 10 Ob 528/94
1 Ob 182/97i
Entscheidungstext OGH 15.07.1997 1 Ob 182/97i
10 Ob 105/98h
Entscheidungstext OGH 17.03.1998 10 Ob 105/98h
7 Ob 177/98z
Entscheidungstext OGH 28.04.1999 7 Ob 177/98z
9 Ob 282/99g
Entscheidungstext OGH 01.12.1999 9 Ob 282/99g
1 Ob 336/99i
Entscheidungstext OGH 21.06.2000 1 Ob 336/99i
8 Ob 161/00k
Entscheidungstext OGH 13.07.2000 8 Ob 161/00k
6 Ob 15/01a
Entscheidungstext OGH 13.09.2001 6 Ob 15/01a
8 Ob 284/01z
Entscheidungstext OGH 24.01.2002 8 Ob 284/01z
7 Ob 140/02t
Entscheidungstext OGH 08.07.2002 7 Ob 140/02t
9 Ob 230/02t
Entscheidungstext OGH 26.02.2003 9 Ob 230/02t
9 Ob 10/04t
Entscheidungstext OGH 25.02.2004 9 Ob 10/04t
7 Ob 90/04t
Entscheidungstext OGH 26.05.2004 7 Ob 90/04t
1 Ob 231/04h
Entscheidungstext OGH 22.02.2005 1 Ob 231/04h
1 Ob 148/05d
Entscheidungstext OGH 27.09.2005 1 Ob 148/05d
7 Ob 282/06f
Entscheidungstext OGH 18.04.2007 7 Ob 282/06f
4 Ob 2/08k
Entscheidungstext OGH 14.02.2008 4 Ob 2/08k
2 Ob 259/08i
Entscheidungstext OGH 20.05.2009 2 Ob 259/08i
8 Ob 148/10p
Entscheidungstext OGH 26.04.2011 8 Ob 148/10p
5 Ob 56/11p
Entscheidungstext OGH 07.06.2011 5 Ob 56/11p
6 Ob 116/11v
Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 116/11v
1 Ob 81/12m
Entscheidungstext OGH 22.06.2012 1 Ob 81/12m
2 Ob 86/11b
Entscheidungstext OGH 30.08.2012 2 Ob 86/11b
4 Ob 129/12t
Entscheidungstext OGH 17.12.2012 4 Ob 129/12t
6 Ob 50/13s
Entscheidungstext OGH 08.05.2013 6 Ob 50/13s
3 Ob 209/13a
Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 209/13a
10 Ob 34/13t
Entscheidungstext OGH 04.11.2013 10 Ob 34/13t
6 Ob 86/14m
Entscheidungstext OGH 26.06.2014 6 Ob 86/14m
6 Ob 213/14p
Entscheidungstext OGH 15.12.2014 6 Ob 213/14p
6 Ob 229/14s
Entscheidungstext OGH 19.02.2015 6 Ob 229/14s
6 Ob 28/15h
Entscheidungstext OGH 27.04.2015 6 Ob 28/15h
6 Ob 84/15v
Entscheidungstext OGH 27.05.2015 6 Ob 84/15v
1 Ob 204/15d
Entscheidungstext OGH 22.10.2015 1 Ob 204/15d
4 Ob 65/16m
Entscheidungstext OGH 24.05.2016 4 Ob 65/16m
7 Ob 48/17k
Entscheidungstext OGH 17.05.2017 7 Ob 48/17k
6 Ob 132/18g
Entscheidungstext OGH 31.08.2018 6 Ob 132/18g
3 Ob 187/18y
Entscheidungstext OGH 24.10.2018 3 Ob 187/18y
7 Ob 17/19d
Entscheidungstext OGH 28.08.2019 7 Ob 17/19d
JJR_19670221_OGH0002_0080OB00376_6600000_001
Rechtssatz für 7Ob575/93 1Ob632/94 6Ob...
RS0026135
7Ob575/93; 1Ob632/94; 6Ob518/95; 4Ob365/97y; 7Ob177/98z; 1Ob336/99i; 6Ob268/00f; 9Ob219/00x; 8Ob284/01z; 2Ob151/02y (2Ob152/02w); 7Ob140/02t; 4Ob245/02m; 7Ob267/02v; 9Ob230/02t; 9Ob10/04t; 7Ob90/04t; 2Ob236/04a; 1Ob231/04h; 7Ob64/04v; 5Ob106/05g; 3Ob40/07i; 7Ob282/06f; 8Ob104/07p; 4Ob2/08k; 10Ob11/07a; 9Ob32/08h; 2Ob115/10s; 4Ob20/11m; 8Ob148/10p; 8Ob47/11m; 5Ob56/11p; 1Ob115/11k; 4Ob50/11y; 4Ob70/11i; 2Ob86/11b; 4Ob129/12t; 1Ob48/12h; 6Ob50/13s; 9Ob16/13p; 8Ob66/12g; 2Ob74/12i; 3Ob209/13a; 10Ob34/13t; 6Ob86/14m; 4Ob126/14d; 6Ob229/14s; 6Ob84/15v; 3Ob187/15v; 4Ob65/16m; 1Ob21/16v; 6Ob118/17x; 3Ob191/17k; 4Ob176/18p; 7Ob17/19d
ABB Abs2 Z63
KWG 1979 §1 Abs2 Z5
Ein strenger Maßstab ist an die Sorgfalt anzulegen, die die Bank bei Effektengeschäften gegenüber dem Kunden anzuwenden hat, darf doch der Kunde darauf vertrauen, dass die Bank über spezifisches Fachwissen im Wertpapierhandel verfügt, aber auch darauf, dass sie ihn bei Abschluss und Durchführung solcher Geschäfte umfassend berät.
7 Ob 575/93
Entscheidungstext OGH 15.07.1993 7 Ob 575/93
Veröff: ÖBA 1994,156 (Iro)
1 Ob 632/94
Entscheidungstext OGH 23.11.1994 1 Ob 632/94
Beisatz: Dass der Kunde selbst sachkundig ist, schließt seine Schutzbedürftigkeit nicht aus. (T1)
nur: Darf doch der Kunde darauf vertrauen, dass die Bank über spezifisches Fachwissen im Wertpapierhandel verfügt, aber auch darauf, dass sie ihn bei Abschluss und Durchführung solcher Geschäfte umfassend berät. (T2)
Beis wie T1; Beisatz: Allgemein erfolgte Aufklärung über das Risiko beim Ankauf von Optionen und Optionsscheinen ist ausreichend. (T3)
4 Ob 365/97y
Entscheidungstext OGH 24.02.1998 4 Ob 365/97y
Vgl auch; Beisatz: Der Umfang der Aufklärungspflichten und Beratungspflichten hängt von der Art des jeweiligen Rechtsgeschäftes ab; maßgebend ist, ob für die Bank erkennbar ist, dass der Kunde Aufklärung und Beratung braucht. (T4)
Veröff: SZ 71/32
Vgl auch; Beisatz: Der Umfang der Aufklärungspflicht hängt immer von den Umständen des Einzelfalls ab. (T5)
Beisatz: Wenn ein Kunde bei Anbahnung des Wertpapiergeschäfts schon entschlossen ist, das Geschäft zu tätigen, indem er einen bestimmten Auftrag erteilt, wird die Bank nur in beschränktem Umfang zur Aufklärung und Beratung verpflichtet sein. Die Bank treffen Aufklärungspflichten und Beratungspflichten, wenn aus den Umständen ein Mangel an einschlägigen Kenntnissen oder eine Fehlentscheidung offenkundig wird (so bereits SZ 71/32). (T6)
Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T3; Beisatz: Ob und in welchem Umfang eine Aufklärungsnotwendigkeit oder Warnnotwendigkeit besteht, kann nur nach Lage des einzelnen Falles beurteilt werden. (T7)
2 Ob 151/02y
Entscheidungstext OGH 20.06.2002 2 Ob 151/02y
Vgl aber; Beis wie T6 nur: Die Bank treffen Aufklärungspflichten und Beratungspflichten, wenn aus den Umständen ein Mangel an einschlägigen Kenntnissen oder eine Fehlentscheidung offenkundig wird (so bereits SZ 71/32). (T8); Beis ähnlich wie T5
4 Ob 245/02m
Entscheidungstext OGH 19.11.2002 4 Ob 245/02m
Vgl auch; Beisatz: Die Bank hat für die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns einzustehen. Im Einzelfall zu entscheiden ist aber, ob das Verhalten der Bank im konkreten Fall diesem Sorgfaltsmaßstab genügt hat. (T9)
Beisatz: Hier: Überweisungstätigkeit der Bank. (T10)
Beisatz: Die Bank verhält sich nicht sorgfaltswidrig, wenn sie Überweisungen von einem Anderkonto durchführt, ohne zu prüfen, ob die Überweisung im Interesse desjenigen erfolgt, dem das Geld zukommen soll. (T11)
Beis wie T5; Beisatz: Entscheidend sind einerseits die erkennbare Unerfahrenheit und Informationsbedürftigkeit des konkreten Kunden, andererseits die Art des beabsichtigten Geschäfts beziehungsweise Wertpapiers. Als Grundsatz kann gelten: Je spekulativer die Anlage und je unerfahrener der Kunde, desto weiter reichen die Aufklärungspflichten. (T12)
nur: Ein strenger Maßstab ist an die Sorgfalt anzulegen, die die Bank bei Effektengeschäften gegenüber dem Kunden anzuwenden hat. (T13)
Beis wie T9; Beis ähnlich wie T8; Beis wie T12 nur: Entscheidend sind einerseits die erkennbare Unerfahrenheit und Informationsbedürftigkeit des konkreten Kunden, andererseits die Art des beabsichtigten Geschäfts. (T14)
2 Ob 236/04a
Entscheidungstext OGH 20.01.2005 2 Ob 236/04a
Auch; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T12; Beisatz: Einer strengeren Beurteilung unterfallen jedoch kreditfinanzierte Wertpapierkäufe. Bei kreditfinanzierten Anlageschäften sind Ausschlüsse jeglicher Beratung unwirksam. (T15)
Vgl auch; Beisatz: Beim Umfang der Aufklärungspflicht der Bank ist grundsätzlich auf den Vertreter des Kunden abzustellen. Übermittelt ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen unter Offenlegung der Identität des Kunden Orders an die Bank, bestimmt sich der Umfang der Aufklärungspflicht aber nicht nach der Professionalität des Vermittlers, sondern nach den Kenntnissen und Erfahrungen des Kunden. (T16)
Beis wie T12; Beis wie T8
Auch; Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T16; Beisatz: Hier: Kauf von Aktien des „neuen Markts". (T17)
3 Ob 40/07i
Entscheidungstext OGH 29.03.2007 3 Ob 40/07i
Auch; Beisatz: Die Information hat produktbezogen zu sein. (T18)
Beisatz: Hier: Argentinische Staatsanleihen. (T19)
Vgl auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Aufklärungspflicht einer Akkreditivbank. (T20)
Beisatz: Hier: Es wurde konkrete Aufklärung darüber verlangt, ob ein Risiko damit verbunden ist, wenn eine Zweitbank im Ausland Zahlstellenbank und Bestätigungsbank ist. Die Antwort der Mitarbeiterin der Akkreditivbank entsprach nicht der Rechtslage und vor allem nicht ihrem eigenen Rechtsstandpunkt. (T21)
8 Ob 104/07p
Entscheidungstext OGH 22.11.2007 8 Ob 104/07p
Vgl auch; Beisatz: Der Umfang der Aufklärungspflicht hängt immer von den Umständen des Einzelfalls ab. (T22)
Beisatz: Zu den für den Umfang der Beratungspflicht maßgebenden Faktoren zählen die Erfahrenheit oder Unerfahrenheit des konkreten Kunden, seine Sachkundigkeit, der konkrete Umfang der erteilten Information (die Beratung muss vollständig richtig und verständlich sein), sie darf objektive Risken nicht herunterspielen und muss der Rechtslage entsprechen. Auch ein erfahrener und informierter Kunde ist zu beraten und aufzuklären; verfügt der Kunde aber über besonderes eigenes Fachwissen, so dürfen die Anforderungen an die Aufklärungs- und Warnpflicht der Bank nicht überspannt werden. Einem versierten und aufgeklärten Bankkunden kann es nämlich zugemutet werden, seine wirtschaftlichen Interessen als Anleger selbst ausreichend zu wahren. (T23)
10 Ob 11/07a
Entscheidungstext OGH 10.03.2008 10 Ob 11/07a
Beis wie T12; Beis wie T18; Beis wie T19
Auch; Beis wie T5; Beis wie T14; Beisatz: Hier: Erwerb von Miteigentumsanteilen an britischen Er- und Ablebensversicherungspolizzen. (T24)
2 Ob 115/10s
Entscheidungstext OGH 03.03.2011 2 Ob 115/10s
Vgl auch; Beisatz: Die Bank treffen auch als Eigenhändler wegen ihrer besonderen Vertrauensstellung (und der starken Parallelen zwischen Selbsteintritt und Kaufvertrag) verstärkte Schutz‑ und Treuepflichten bei Vertragsschluss. (T25)
Vgl auch; Beis wie T12; Beis wie T18; Beisatz: Es besteht keine generelle gesetzliche Pflicht, in Informationsmaterialien oder Werbefoldern auf das allgemeine Insolvenzrisiko eines Emittenten hinzuweisen; eine dahingehende Beratungspflicht kann sich im Einzelfall in Ansehung des konkreten Kunden und des in Aussicht genommenen Produkts ergeben. (T26)
Beisatz: Hier: Dragon FX Garant ‑ Aufklärungspflicht verneint. (T27)
Vgl auch; Beis ähnlich wie T26; Beis wie T27
Vgl auch; Beis vgl auch wie T26; Beisatz: Hier: Secondhand-Polizze. (T28)
Vgl auch; Beisatz: Bei der Auslegung von Ordern (zB An‑ und Verkauf) unterliegt die Bank den Wohlverhaltensregeln der §§ 11 f WAG 1997. (T29)
Beisatz: Ist eine den Wohlverhaltensregeln des WAG 1997 unterliegende Bank wirtschaftlich eng mit der Emittentin ver‑ und in den Vertrieb der Finanzprodukte eingebunden, ist sie verpflichtet, sich über das Geschäftsmodell und das Vorliegen der dafür erforderlichen Konzessionen zu erkundigen und Anleger über deren Fehlen und etwaige für die Anlageentscheidung relevante, interne Besonderheiten bei der Abwicklung (hier: Einschränkung der Verkehrsfähigkeit der Genussscheine) aufzuklären. (T30)
Beisatz: Bei einer gestaffelten Einschaltung mehrerer Wertpapierdienstleistungsunternehmen hat die Bank nur für eine anleger‑ und anlagegerechte Beratung zu sorgen, wenn die zumindest konkrete Anhaltspunkte dafür hat, dass das kundennähere Unternehmen seinen Pflichten nicht nachgekommen ist. (T31)
Beisatz: Zu den Interessenwahrungspflichten einer reinen Depotbank siehe RS0127117. (T32)
Vgl auch; Beisatz: Erhöht die Zusicherung völliger Risikolosigkeit ‑ ohne dass entsprechende besondere Informationen vorgelegen wären ‑ für den Anleger die Gefahr, eine Anlage zu wählen, die nicht seinen Risikovorstellungen entspricht, ist der Rechtswidrigkeitszusammenhang ungeachtet der Gründe für den späteren Ausfall zu bejahen. (T33)
Vgl auch; Beis ähnlich wie T26; Beis ähnlich wie T27; Beis wie T29; Beis wie T31; Beisatz: Mangels eigener Beratungspflicht haftet eine Bank, die Effektengeschäfte ausführt, im Allgemeinen nicht für die mangelhafte Beratung ihrer Kunden durch ein von diesen beigezogenes („kundennäheres“) Wertpapierdienstleistungsunternehmen. Das gilt jedoch nicht, wenn die Bank konkrete Anhaltspunkte dafür hatte oder sogar positiv wusste, dass das kundennähere Unternehmen seine Pflichten nicht erfüllte, oder wenn die Bank dieses Unternehmen ständig mit dem Vertrieb von Anlageprodukten betraut und so in die Verfolgung ihrer eigenen Interessen eingebunden hatte; siehe RS0128476. (T34); Veröff: SZ 2012/139
Vgl auch; Beis wie T12; Beis wie T14; Beis wie T23; ähnlich Beis wie T31; Veröff: SZ 2012/136
Vgl; Beis wie T5; Beisatz: Ebenso wie der Umfang der Aufklärungspflichten allgemein ist aber auch die Frage, ob im Zuge der Beratung ein Emissionsprospekt zu übergeben ist, eine solche des Einzelfalls. (T35)
Vgl; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Umschuldung auf einen Fremdwährungskredit mit Tilgungsträger. (T36)
Bem: Siehe auch RS0128916. (T37); Veröff: SZ 2013/33
Auch; Beisatz: Hier: Teilweise Nichterfüllung eines Stop-Loss-Order. (T38)
Auch; Beis wie T12; Beis wie T15
Beis wie T12; Beis wie T23; Beisatz: Die Klägerin als juristische Person unterlag aufgrund von Spekulationsgeschäften mit ihrem „Privatvermögen“ iS einer Veranlagung bzw Vermögensvermehrung keiner Konzessionspflicht. Wenngleich juristische Personen kein „Privatvermögen“ im steuerrechtlichen Sinn haben, sprechen schon verfassungsrechtliche Gründe für die Ausnahme von der Konzessionspflicht für Privatveranlagungen von juristischen Personen. Daher kann nicht jeder Erwerb bzw jede Veräußerung bereits als „konzessionspflichtiger Handel“ angesehen werden. (T39)
Beisatz: Der Schutzzweck der Konzessionspflicht liegt in der Gewährleistung eines funktionsfähigen Bankwesens im volkswirtschaftlichen Sinn sowie dem Schutz bestimmter Gläubiger, nicht jedoch im Schutz des selbst ohne erforderliche Konzession Bankgeschäfte Tätigenden vor den damit verbundenen Risken. Insoweit fehlt es am Rechtswidrigkeitszusammenhang. (T40)
3 Ob 187/15v
Entscheidungstext OGH 16.12.2015 3 Ob 187/15v
Auch; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Kein Beratungsfehler. (T41)
Vgl; Beis ähnlich nur T4; Beis wie T5
Vgl auch; Veröff: SZ 2018/39
ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0026135
JJR_19930715_OGH0002_0070OB00575_9300000_001
Rechtssatz für 2Ob236/04a 7Ob64/04v 5O...
RS0119752
2Ob236/04a; 7Ob64/04v; 5Ob106/05g; 3Ob289/05d; 3Ob40/07i; 8Ob104/07p; 6Ob110/07f; 4Ob2/08k; 10Ob11/07a; 9Ob32/08h; 2Ob189/08w; 7Ob106/10d; 8Ob9/10x; 4Ob20/11m; 7Ob29/11g; 8Ob148/10p; 8Ob47/11m; 10Ob30/11a; 5Ob56/11p; 1Ob115/11k; 4Ob50/11y; 8Ob11/11t; 4Ob70/11i; 8ObA81/11m; 3Ob241/11d; 8ObA6/12h; 2Ob86/11b; 4Ob129/12t; 9ObA3/13a; 1Ob48/12h; 7Ob5/12d; 7Ob178/11v; 6Ob50/13s; 9Ob16/13p; 9Ob50/12m; 9ObA10/13f; 6Ob179/12k; 6Ob86/14m; 4Ob126/14d; 1Ob37/14v; 5Ob141/14t; 6Ob229/14s; 10Ob28/15p; 6Ob193/15y; 3Ob187/15v; 4Ob65/16m; 1Ob21/16v; 3Ob190/16m; 6Ob246/15t; 6Ob118/16w; 6Ob118/17x; 3Ob191/17k
§ 13 Z 3 und 4 WAG schreibt damit die schon bisher von der Rechtsprechung (RS0026135; RS0027769) und Lehre zu Effektengeschäften insbesondere aus culpa in contrahendo, positiver Forderungsverletzung und dem Beratungsvertrag abgeleiteten Aufklärungspflichten und Beratungspflichten fest. Die konkrete Ausgestaltung und der Umfang der Beratung ergibt sich dabei jeweils im Einzelfall in Abhängigkeit vom Kunden, insbesondere von dessen Professionalität, sowie vom ins Auge gefassten Anlageobjekt.
3 Ob 289/05d
Entscheidungstext OGH 30.05.2006 3 Ob 289/05d
nur: § 13 Z 3 und 4 WAG schreibt damit die schon bisher von der Rechtsprechung (RS0026135; RS0027769) und Lehre zu Effektengeschäften insbesondere aus culpa in contrahendo, positiver Forderungsverletzung und dem Beratungsvertrag abgeleiteten Aufklärungspflichten und Beratungspflichten fest. (T1)
Beisatz: Wiewohl die Bank nach § 13 Z 4 WAG ihren Kunden alle zweckdienlichen Informationen mitzuteilen hat, soweit dies zur Wahrung der Interessen der Kunden und im Hinblick auf Art und Umfang der beabsichtigten Geschäfte erforderlich ist, treten neben diese Pflicht zur anlegergerechten und anlagegerechten Information des Kunden vor Abschluss des Vermögensverwaltungsvertrags - anders als bei reinen Depotverwahrungsverträgen und Depotverwaltungsverträgen - echte Nachberatungspflichten und Zusatzinformationspflichten während der Vertragslaufzeit. (T2)
Vgl auch; Beisatz: Der Umfang der Aufklärungspflicht hängt immer von den Umständen des Einzelfalls ab. (T3)
Beisatz: Der Sinn der in den Wohlverhaltensregeln des § 13 WAG geregelten Informationspflichten liegt in der Risikoüberwälzung auf die Bank. Diese Risikolage darf aber nicht dazu führen, dass das Spekulationsrisiko auch bei Erfüllung dieser Pflichten auf die Bank übertragen wird. Der Inhalt und der Umfang der nach dem WAG gebotenen Information wird von einer dosierten Interessensabwägung zwischen den Zielen des Kunden und einer maßvollen Risikoabschätzung bestimmt. Einem versierten und schon aufgeklärten Bankkunden kann es zugemutet werden, seine wirtschaftlichen Interessen selbst ausreichend zu wahren. Die Bank ist jedenfalls nicht verpflichtet, einen spekulierenden Kunden zu bevormunden. Insbesondere bei risikoträchtigen Anlagen kann einem in Bankangelegenheiten erfahrenen Kunden selbst zugemutet werden, seine wirtschaftlichen Interessen als Anleger ausreichend zu wahren. (T4)
Auch; Beisatz: Unter „Retrozession" oder „Kick-Back" werden insbesondere bei der Vermögensverwaltung Vereinbarungen des Vermögensverwalters mit der Depotbank verstanden, durch die der. Vermögensverwalter für die Veranlassung von Wertpapiergeschäften (überwiegend) umsatzabhängige Provisionen erhält. Diese Vergütungen werden wiederum in der Regel aus Mitteln gezahlt, welche die Bank vom Kunden für die Durchführung der veranlassten Wertpapiergeschäfte und die Depotverwaltung erhält. (T5)
nur: Die konkrete Ausgestaltung und der Umfang der Beratung ergibt sich dabei jeweils im Einzelfall in Abhängigkeit vom Kunden, insbesondere von dessen Professionalität, sowie vom ins Auge gefassten Anlageobjekt. (T6)
Entscheidungstext OGH 10.03.2007 10 Ob 11/07a
Beisatz: Hier: Argentinische Staatsanleihen. (T7)
Auch; Beisatz: Hier: Erwerb von Miteigentumsanteilen an britischen Er- und Ablebensversicherungspolizzen. (T8)
Vgl; nur T6; Beisatz: Auch eine Vielzahl von Geschädigten ändert nichts daran, dass die Frage, wie weit jeweils die Aufklärungspflichten gehen, dennoch auch dabei stets von den ganz konkreten Umständen des Einzelfalls abhängt (zB Risikobereitschaft des Anlegers, Höhe der zu veranlagenden Geldsumme, Renditeerwartung des Anlegers uvm). (T9)
7 Ob 106/10d
Entscheidungstext OGH 29.09.2010 7 Ob 106/10d
Vgl auch; Beis wie T6; Beisatz: Es besteht keine generelle gesetzliche Pflicht, in Informationsmaterialien oder Werbefoldern auf das allgemeine Insolvenzrisiko eines Emittenten hinzuweisen; eine dahingehende Beratungspflicht kann sich im Einzelfall in Ansehung des konkreten Kunden und des in Aussicht genommenen Produkts ergeben. (T10)
Beisatz: Hier: Dragon FX Garant ‑ Aufklärungspflicht verneint. (T11)
Bem: Vgl nunmehr § 40 WAG 2007; BGBl I 2007/60. (T12)
10 Ob 30/11a
Entscheidungstext OGH 31.05.2011 10 Ob 30/11a
Vgl auch; nur T6; Veröff: SZ 2011/68
Vgl auch; Beis ähnlich wie T10; Beis wie T11
Vgl auch; Beis vgl auch wie T10; Beisatz: Hier: Secondhand-Polizze. (T13)
Vgl; Beisatz: Nach den Wohlverhaltensregeln des WAG 1997 sind Beratung und Aufklärung nicht vom Kunden nachzufragen, sondern von den in § 11 WAG 1997 genannten Rechtsträgern anzubieten. (T14)
8 Ob 11/11t
Entscheidungstext OGH 24.10.2011 8 Ob 11/11t
Vgl auch; Beisatz: Hier: Bejahung einer Aufklärungspflicht über das Bonitätsrisiko bei einer Unternehmensanleihe. (T15)
8 ObA 81/11m
Entscheidungstext OGH 20.12.2011 8 ObA 81/11m
3 Ob 241/11d
Entscheidungstext OGH 18.01.2012 3 Ob 241/11d
Auch; nur T1; nur T6
8 ObA 6/12h
Entscheidungstext OGH 13.09.2012 8 ObA 6/12h
Vgl auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Pensionsabfindung. (T16)
Vgl; Beis ähnlich wie T10; Beis ähnlich wie T11; Beisatz: Hier: Zur Frage der Zurechnung eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens zur ausführenden Bank. (T17); Veröff: SZ 2012/139
9 ObA 3/13a
Entscheidungstext OGH 29.01.2013 9 ObA 3/13a
Vgl auch; Beis wie T3; Beis wie T16
nur T1; Veröff: SZ 2012/136
Vgl auch; Auch Beis wie T15
nur T6; Beisatz: Ebenso wie der Umfang der Aufklärungspflichten allgemein ist aber auch die Frage, ob im Zuge der Beratung ein Emissionsprospekt zu übergeben ist, eine solche des Einzelfalls. (T18)
9 ObA 10/13f
Entscheidungstext OGH 24.07.2013 9 ObA 10/13f
Auch; Beis ähnlich wie T4, nur: Jedenfalls sind die Bank oder andere Berater nicht verpflichtet, einen spekulierenden Kunden zu bevormunden. (T19)
Auch; nur T6; Beis wie T3; Beis wie T4
Vgl auch; Beisatz: Hier: Vertrieb durch externe Vermögensberater (vgl § 28 Abs 1 WAG 2007). (T20); Veröff: SZ 2014/84
6 Ob 193/15y
Entscheidungstext OGH 26.11.2015 6 Ob 193/15y
Vgl; Beis wie T3; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Gesonderte Aufklärungspflicht darüber, dass entgegen den Bestimmungen des deutschen Handelsgesetzbuchs „aus der Substanz“ erfolgte Ausschüttungen zurückgefördert werden können verneint, wenn ohnehin über das Totalverlustrisiko bei einer Unternehmensbeteiligung aufgeklärt wurde und der Anleger nicht die Vorstellung hatte, dass es sich bei den Ausschüttungen um eine „Verzinsung des Kapitals“ handeln würde („Schiffsbeteiligungen“). (T21)
Beisatz: Hier: Gesonderte Aufklärungspflicht über ein mit dem wiederholten Investment in ein und dieselbe Art von Beteiligungen verbundenes „Klumpenrisiko“ verneint, wenn kein umfassender Vermögensverwaltungsvertrag vereinbart und dem Anleger das Totalverlustrisiko der Unternehmensbeteiligungen jeweils bewusst war. (T22)
Auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Kein Beratungsfehler. (T23)
Auch; Beis wie T3; Beis wie T14; Beisatz: Hier: „Weichkosten“ geschlossener Fonds. (T24)
Auch; Beis wie T9; Beis wie T21; Beisatz: Es ist der Anlagen vermittelnden Bank überlassen, in welcher Art und Weise sie in der Anlageberatung ihre Kunden informiert. Eine Aufklärung des Kunden über das Anlageobjekt kann auch durch die so rechtzeitige Übergabe entsprechenden Unterlagen erfolgen, in denen die Risiken dargestellt sind, die mit einer Beteiligung verbunden sind, dass der Kunde diese noch vor der Anlageentscheidung intensiv zur Kenntnis nehmen kann. Vom Kunden darf erwartet werden, dass er diese eingehend und sorgfältig liest. (T25)
Auch; Beis wie T14; Beis ähnlich wie T21; Beis wie T24; Beis wie T25; Beisatz: Hier: Die Bejahung einer gesonderten Pflicht zur Aufklärung über das Risiko, Ausschüttungen unter Umständen zurückzahlen zu müssen, ist vertretbar, weil dem Kläger in den Beratungsgesprächen der Eindruck vermittelt wurde, es würden Erträgnisse aus der Vermietung des Schiffes bzw der Immobilie ausgeschüttet werden, und der Kläger nicht einmal wusste, dass er sich an Kommanditgesellschaften beteiligen würde. (T26)
Auch, nur T6
Auch; Beisatz: § 35 WAG 2007. (T27); Veröff: SZ 2018/39
ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0119752
JJR_20050120_OGH0002_0020OB00236_04A0000_001
Rechtssatz für 8Ob19/04h 6Ob253/07k 4O...
RS0120108
8Ob19/04h; 6Ob253/07k; 4Ob50/11y; 4Ob183/11g; 1Ob48/12h; 7Ob57/15f
Der Depotvertrag als solches umfasst die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren. Wie jeder Verwalter hat aber auch die Bank als Verwalterin der Wertpapiere ihres Kunden die daraus erzielten Erträge, hier insbesondere aus der Einlösung der Anleihe sowie der Zinsen abzurechnen und herauszugeben.
Vgl; Beisatz: Beim Depotvertrag handelt es sich um eine Sonderform des Verwahrungsvertrags, in dem ein Kreditunternehmen Wertpapiere zur Verwahrung übernimmt. Dieser Vertrag wird durch die Bestimmungen des Depotgesetzes und der Allgemeinen Bankbedingungen 2000 (früher der AGB der Österreichischen Kreditunternehmungen) näher geregelt. Es handelt sich dabei um ein aus Verwahrungs- und Auftragsvertrag kombiniertes Geschäft, bei dem keinem der beiden Elemente eine bloß untergeordnete Funktion zugemessen werden kann. (T1); Beisatz: Der Depotvertrag ist ein Realvertrag, auf den die Bestimmungen der §§ 957 ff ABGB sinngemäß anzuwenden sind. (T2)
Vgl auch; Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Bei der Ausführung von Ordern (zB An‑ und Verkauf) unterliegt die Bank den Wohlverhaltensregeln der §§ 11 ff WAG 1997. (T3); Beisatz: Bei einer gestaffelten Einschaltung mehrerer Wertpapierdienstleistungsunternehmen hat die Bank nur für eine anleger‑ und anlagegerechte Beratung zu sorgen, wenn die zumindest konkrete Anhaltspunkte dafür hat, dass das kundennähere Unternehmen seinen Pflichten nicht nachgekommen ist. (T4); Beisatz: Zu den Interessenwahrungspflichten einer reinen Depotbank siehe RS0127117. (T5)
Vgl; Beisatz: Der Anspruch eines Anlegers auf Herausgabe seiner Wertpapiere gegenüber der Depotbank kann nicht als bedingter Anspruch auf Geldleistung im Sinn von § 19 Abs 2 IO beurteilt werden. (T6)
Auch; Beis wie T4; Veröff: SZ 2012/136
7 Ob 57/15f
Entscheidungstext OGH 20.05.2015 7 Ob 57/15f
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Zur Rechtslage nach dem WAG 2007. (T7)
ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120108
JJR_20050428_OGH0002_0080OB00019_04H0000_003
Rechtssatz für 6Ob110/07f 4Ob50/11y 4O...
JJR_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_010
Rechtssatz für 6Ob110/07f 7Ob106/10d 4...
4 Ob 64/18t
Entscheidungstext OGH 29.05.2018 4 Ob 64/18t
JJR_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_011
Rechtssatz für 4Ob62/11p 4Ob200/10f 4O...
1 Ob 71/14v
Entscheidungstext OGH 03.03.2015 1 Ob 71/14v
7 Ob 138/15t
Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 138/15t
JJR_20110705_OGH0002_0040OB00062_11P0000_001
Rechtssatz für 4Ob50/11y 8Ob104/12w 1O...
RS0127117
4Ob50/11y; 8Ob104/12w; 1Ob48/12h; 3Ob15/17b
BWG §1 Abs1 Z5
WAG §11 Abs1
Das reine Depotgeschäft, bei dem die Bank ausschließlich die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren für andere übernimmt (§ 1 Abs 1 Z 5 BWG), ist keine Dienstleistung, die den Wohlverhaltenspflichten der §§ 11 ff WAG 1997 unterliegt. Als Verwalterin fremden Vermögens hat allerdings auch eine (bloße) Depotbank die Pflicht, die Interessen des Auftraggebers bestmöglich zu wahren und ihn über wichtige Umstände aufzuklären, wozu insbesondere die Kollision mit eigenen Interessen zählt.
Beisatz: Interessenkollisionen, die erhöhte Informationspflichten auslösen, können aus einer engen wirtschaftlichen Verflechtung resultieren (hier: zur Emittentin und Vermittlerin beim Vertrieb von Genussscheinen). (T1)
Beisatz: Aufzuklären ist nicht nur über die Interessenkollision als solche, sondern über alle Umstände, die Einfluss auf die Anlageentscheidung haben können und von denen die Bank redlicherweise ausgehen musste, dass sie dem Kunden unbekannt sind (hier: fehlende Konzession und eine die Verkehrsfähigkeit der Genussscheine einschränkende „Abwicklungsrichtlinie“). (T2)
Auch; Beisatz: Anderes gilt hingegen dann, wenn die Bank nicht nur einen reinen Depotvertrag abgeschlossen hat, sondern darüber hinaus auch Effektengeschäfte (§ 11 Abs 1 Z 1 WAG 1996 iVm § 1 Abs 1 Z 7 lit e BWG) ausführt. (T3)
Beisatz:	Auch eine reine Depotbank ist in gewissen Sonderkonstellationen zur Aufklärung und Warnung des Kunden verpflichtet. Eine solche Sonderkonstellation kann vor allem in Situationen angenommen werden, in denen der Vermögensverwalter von einem Dritten Provisionen für bestimmte Anlageentscheidungen erhält. (T4)
Veröff: SZ 2013/9
Vgl; Veröff: SZ 2012/136
3 Ob 15/17b
Entscheidungstext OGH 22.02.2017 3 Ob 15/17b
Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T4
ECLI:AT:OGH0002:2011:RS0127117
JJR_20110809_OGH0002_0040OB00050_11Y0000_001

References: §52
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§ 13
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 § 40
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 § 11
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 § 28
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 § 35
 § 19
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 §11
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