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Timestamp: 2020-01-25 07:44:58+00:00

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BFH, 11.10.1988 - VIII R 419/83 - dejure.org
https://dejure.org/1988,207
BFH, 11.10.1988 - VIII R 419/83 (https://dejure.org/1988,207)
BFH, Entscheidung vom 11.10.1988 - VIII R 419/83 (https://dejure.org/1988,207)
BFH, Entscheidung vom 11. Januar 1988 - VIII R 419/83 (https://dejure.org/1988,207)
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EStG §§ 13 Abs. 1 Nr. 1, 15; GewStG § 2; AO 1977 § 176 Abs. 2
§§ 13, 15 EStG
Einkommensteuer; steuerrechtlich schädlicher Zukauf eines Weinbaubetriebs
Ertragsteuerrechtliche Grundsätze
BFHE 155, 298
NVwZ-RR 1990, 121 (Ls.)
BB 1989, 1738
DB 1989, 1449
BStBl II 1989, 284
Die Grundsätze von Treu und Glauben gebieten es innerhalb eines bestehenden Steuerrechtsverhältnisses (BFH-Urteile vom 18. März 1986 VII R 55/83, BFHE 146, 294, 297; vom 13. Mai 1987 VII R 37/84, BFHE 150, 108, 112, BStBl II 1987, 606, 608; vom 9. März 1988 I R 262/83, BFHE 153, 38, 43, BStBl II 1988, 592, 595; vom 11. Oktober 1988 VIII R 419/83, BFHE 155, 298, 306, BStBl II 1989, 284, 288; vom 9. August 1989 I R 181/85, BFHE 158, 31, 34, BStBl II 1989, 990, 992;… Tipke/Kruse, a. a. O., § 4 AO Tz. 56) für Steuergläubiger wie Steuerpflichtigen gleichermaßen (BFH-Urteile vom 26. Juli 1972 I R 224/70, BFHE 107, 343, BStBl II 1973, 87, 89, und vom 7. November 1990 X R 143/88, BFHE 163, 329, BStBl II 1991, 325, 326) u. a., daß jeder auf die Belange des anderen Teils Rücksicht nimmt und sich mit seinem eigenen früheren Verhalten nicht in Widerspruch setzt (BFH in BFHE 158, 31, BStBl II 1989, 990).
BFH, 20.12.2000 - I R 50/95
Die betreffende Erklärung muss ebenfalls zeitlich nach dem Erlass des geänderten, aber vor dem Erlass des Änderungsbescheids erfolgt sein (BFH-Urteil vom 11. Oktober 1988 VIII R 419/83, BFHE 155, 298, BStBl II 1989, 284, 287).
Eine solche Vertrauenssituation kann grundsätzlich durch die Erteilung einer verbindlichen Zusage oder Auskunft geschaffen werden, nicht hingegen durch den Erlaß allgemeiner Verwaltungsvorschriften (BFH-Urteile vom 11. Oktober 1988 VIII R 419/83, BFHE 155, 298, 306, BStBl II 1989, 284, 288, zu 4 a; vom 9. März 1988 I R 262/83, BFHE 153, 38, 43, 44, BStBl II 1988, 592, 595, zu 1 f).
Die Einkünfte (= der einkommensteuerrechtliche Gewinn) des Klägers aus dem Verkauf von Produkten auf dem Wochenmarktstand wurden, nachdem der Anteil der angebotenen selbsterzeugten Produkte geringer wurde und der Anteil der zugekauften Erzeugnisse die steuerrechtlich schädliche Grenze (hierzu zB BFH, Urteil vom 11.10.1988 - VIII R 419/83, BFHE 155, 298;… vgl auch Weber-Grellert in Schmidt, EStG, 26. Aufl 2007, § 15 RdNr 115) überschritten hatte, vom zuständigen Finanzamt als Einkünfte aus Gewerbebetrieb bewertet (§ 2 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 Nr. 1, § 15 Abs. 1 EStG).
Ungeachtet dessen, dass die Regelungen in § 176 Abs. 1 und Abs. 2 AO 1977 an Rechtsakte unterschiedlicher Qualität anknüpfen, beruhen sie insofern auf einem einheitlichen Vertrauenstatbestand, als der Steuerpflichtige davor geschützt werden soll, dass sich ein Rechtsakt, der Eingang in einen Steuerbescheid gefunden hat, später als mit der Rechtsordnung nicht vereinbar erweist (BFH-Urteil vom 11. Oktober 1988 VIII R 419/83, BFHE 155, 298, BStBl II 1989, 284, 287, unter 3. b).
§ 176 AO 1977 will aber nur verhindern, dass die Rechtmäßigkeit des Änderungsbescheids anhand der neuen Rechtsprechung geprüft wird (vgl. BFH-Urteile in BFHE 155, 298, BStBl II 1989, 284, m.w.N., und vom 31. März 1987 IX R 111/86, BFHE 150, 7, BStBl II 1987, 668).
Zu dieser Form der Urproduktion zählt auch die Verarbeitung der Trauben zu Wein (Keltern, kellermäßige Behandlung;… Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 27. Februar 1987 III R 270/83, BFH/NV 1988, 85, und vom 11. Oktober 1988 VIII R 419/83, BFHE 155, 298, BStBl II 1989, 284).
Die Grundsätze von Treu und Glauben können darüber hinaus nur Anwendung finden, wenn die Verwaltung im Einzelfall durch eine verbindliche Zusage oder Auskunft eine Vertrauenssituation geschaffen hat; der Erlaß allgemeiner Verwaltungsvorschriften reicht dafür nicht aus (BFH-Urteile vom 11. Oktober 1988 VIII R 419/83, BFHE 155, 298, 306, BStBl II 1989, 284, 288, zu 4 a; vom 9. März 1988 I R 262/83, BFHE 153, 38, 43, 44, BStBl II 1988, 592, 595 zu 1 f).
BFH, 05.05.1999 - XI R 1/97
Verlustabzug beim Erben
Diese kann grundsätzlich nur durch die Erteilung einer verbindlichen Zusage oder Auskunft geschaffen werden, nicht hingegen durch den Erlaß allgemeiner Verwaltungsrichtlinien (ständige Rechtsprechung, vgl. u.a. BFH-Urteil vom 11. Oktober 1988 VIII R 419/83, BFHE 155, 298, BStBl II 1989, 284, unter Nr. 4 Buchst. a).
BFH, 06.12.2001 - V R 43/00
Landwirtschaftlicher Warenverkauf - Hofladen - Veräußerung selbsterzeugter …
Diese "Zukaufsgrenze" ist nach der Rechtsprechung des BFH zum Ertragsteuerrecht (erst dann) überschritten, wenn der Umsatz aus dem Zukauf über 20 % (unter besonderen Umständen über 30 %) des Gesamtumsatzes liegt (so BFH-Urteil in BFHE 131, 555, BStBl II 1981, 518; vgl. auch BFH-Urteil vom 11. Oktober 1988 VIII R 419/83, BFHE 155, 298, BStBl II 1989, 284, Weinbaubetrieb und Weinhandlung).
FG Düsseldorf, 12.12.2011 - 9 K 1165/11
Besteuerung von in Großbritannien erzielten Einkünften auf Basis einer …
§ 176 Abs. 2 AO greift nur ein, wenn das entsprechende klarstellende BFH-Urteil in der Zeit zwischen dem Erlass des ursprünglichen Bescheids und dem Zeitpunkt des Erlasses des Änderungsbescheides ergangen ist (so ausdrücklich BFH vom 20.12.2000, I R 50/95, BStBl II 2001, 409; vom 11.10.1988, VIII R 419/83, BStBl II 1989, 284, 287;… von Wedelstädt in Beermann/Gosch AO und FGO, § 176 AO Rz. 34; vgl. auch Eisenack/Pohl, IStR 2011, 259, 261 Fußnote 14).
Die Vorschrift erfasst nicht den Fall, in dem zunächst ein Änderungsbescheid ergeht und erst im Anschluss hieran ein oberster Gerichtshof eine Verwaltungsvorschrift als nicht mit dem geltenden Recht in Einklang stehend bezeichnet, wodurch der Änderungsbescheid materiell-rechtlich legitimiert wird (BFH-Urteil vom 11.10.1988, VIII R 419/83, BStBl II 1989, 284, 287).
Die Vorschrift schützt den Steuerpflichtigen aber zum Beispiel nicht dagegen, dass die Finanzverwaltung bei vertretbarer Auslegung weiterhin bestehender Verwaltungsvorschriften ihre ursprüngliche Rechtsansicht im Einklang mit der tatsächlichen Rechtslage bei Erlass des Änderungsbescheides aufgibt (BFH vom 11.10.1988, VIII R 419/83, BStBl II 1989, 284, 287).
BFH, 14.06.1995 - II B 5/95
Rüge des Verstoßes gegen die gesetzlichen Mindestanforderungen in der …
BFH, 27.11.1997 - V R 78/93
Antrag eines Arztes auf abweichende Festsetzung der Umsatzsteuer 1997 aus …
BFH, 02.12.2013 - III B 32/12
Darlegungsanforderungen an das Erfordernis der Rechtsfortbildung und der …
FG Niedersachsen, 12.01.2006 - 11 K 11330/02
Gewerbesteuerpflicht; Hofladen; Gewerbebetrieb; Einheitlicher Betrieb; Land- und …
FG Düsseldorf, 16.12.1999 - 13 K 556/95
Einkunftserzielung als Absicht, auf Dauer gesehen ein positives Ergebnis …
BFH, 24.06.2004 - IV B 182/02
Fragen nach der Einbeziehung von Kosten in das Umsatzvergleichsverfahren und ob …
FG Hessen, 30.06.2006 - 6 K 1521/05
Keine Umsatzsteuerbefreiung bei der Erstellung von Gutachten für die …
FG Rheinland-Pfalz, 30.08.2002 - 6 K 2110/99
FG Sachsen, 04.03.2009 - 8 K 690/08
Empfänger einer steuerpflichtigen Lieferung von Gegenständen bzw. einer …
FG Köln, 03.12.2001 - 11 K 4183/95
Betrieb zur Herstellung von Sauerkraut als landwirtschaftlicher Nebenbetrieb
FG Köln, 09.12.1999 - 7 K 3546/95
Anwendbarkeit des Umsatz-Vergleichsverfahrens als sachgerechtes Kriterium für die …
FG Münster, 01.06.2005 - 5 K 6335/04
Zulässigkeit einer niedrigeren Steuerfestsetzung sowie Nichtberücksichtigung …

References: § 2
 § 176
 § 4
 § 15
 § 15
 § 176

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