Source: https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Justiz/JJR_19741010_OGH0002_0020OB00156_7400000_001/JJR_19741010_OGH0002_0020OB00156_7400000_001.html
Timestamp: 2020-02-28 00:42:46+00:00

Document:
RS0073961
2Ob156/74 (2Ob157/74); 3Ob584/83 (3Ob585/83); 1Ob502/87 (1Ob503/87); 8Ob2013/96d; 1Ob2377/96g; 6Ob361/97z; 1Ob66/98g; 7Ob145/98v; 1Ob204/00g; 7Ob184/01m; 4Ob180/07k; 7Ob69/08k; 7Ob265/09k; 7Ob126/09v; 7Ob74/11z; 7Ob176/11z; 7Ob27/12i; 7Ob5/13f; 7Ob230/12t; 7Ob222/13t; 7Ob46/14m; 7Ob229/15z; 7Ob181/16t; 7Ob28/18w; 7Ob184/18m
CMR Art29; Warschauer Luftverkehrsabk Art25
"Dem Vorsatz gleichstehende Fahrlässigkeit" bedeutet grobe Fahrlässigkeit.
TE OGH 1974-10-10 2 Ob 156/74
Veröff: SZ 47/106 = EvBl 1975/135 S 267
TE OGH 1984-04-25 3 Ob 584/83
Auch; Beisatz: Der Versuch der Durchführung des Warentransportes als TIR-Transport ohne die dem TIR Abkommen entsprechenden Voraussetzungen wäre eine grobe Fahrlässigkeit und damit ein Verschulden im Sinne des Art 29 und 32 CMR, das dem Vorsatz gleichstehen würde. (T1)
TE OGH 1987-04-08 1 Ob 502/87
TE OGH 1996-06-27 8 Ob 2013/96d
TE OGH 1997-10-14 1 Ob 2377/96g
TE OGH 1998-03-19 6 Ob 361/97z
TE OGH 1998-03-24 1 Ob 66/98g
TE OGH 1998-11-11 7 Ob 145/98v
TE OGH 2000-10-06 1 Ob 204/00g
Auch; Beisatz: Hier war zwischen der klagenden und der beklagten Partei ausdrücklich die Beistellung von Silofahrzeugen in gereinigtem Zustand vereinbart und die beklagte Partei hat das selbst als "Grundvoraussetzung" und "besondere Obliegenheit" angesehen. Unterblieb eine durchaus mögliche gründliche Reinigung und wurde dadurch das Ladegut verunreinigt, so beruhte diese Unterlassung - stellt man in Rechnung, dass es der klagenden Partei gerade darauf in besonderem Maße ankam und sich die beklagte Partei dessen bewusst war - auf grober Fahrlässigkeit. (T2)
TE OGH 2001-07-31 7 Ob 184/01m
Beisatz: Eine Gleichschaltung von Vorsatz einerseits und grober Fahrlässigkeit als "gleichstehend" andererseits wird auch von der Rechtsprechung der übrigen deutschsprachigen Mitgliedsstaaten der CMR geteilt. Sie entspricht auch sonst der Judikaturpraxis der überwiegenden Zahl europäischer Staaten. Auch keine Änderung dieser Rechtsauffassung durch das in Deutschland eingeführte Transportrechtsreformgesetz (TRG) dBGBl I 1998. (T3)
TE OGH 2007-12-11 4 Ob 180/07k
TE OGH 2008-07-02 7 Ob 69/08k
TE OGH 2010-01-27 7 Ob 265/09k
TE OGH 2010-01-27 7 Ob 126/09v
Beisatz: Will also der Anspruchsteller den Frachtführer für den eingetretenen Schaden ohne jede Beschränkung haftbar machen, so hat er ihm gemäß Art 29 CMR qualifiziertes Verschulden nachzuweisen. Den Anspruchsteller trifft in diesem Fall die volle Beweislast hinsichtlich der Umstände, aus denen sich die qualifiziert schuldhafte Schadensverursachung durch den Frachtführer ergibt. Dafür wird es als ausreichend angesehen, wenn der Anspruchsteller das konkrete Verhalten des Schädigers und alle objektiven Tatsachen des Geschehens beweist. Aus diesen objektiven Tatsachen könne regelmäßig auf die innere Einstellung des Täters geschlossen werden. (T4)
Beisatz: Hier: Verladung von Schaltschränken, die wegen ihrer Verpackung auf zu kleinen Paletten offenkundig extrem kippgefährdet sind, ohne Weisung beim Absender einzuholen oder eine Ladungssicherung vorzunehmen. (T5)
TE OGH 2011-07-06 7 Ob 74/11z
Auch; Veröff: SZ 2011/86
TE OGH 2011-09-28 7 Ob 176/11z
TE OGH 2012-04-25 7 Ob 27/12i
TE OGH 2013-02-18 7 Ob 5/13f
TE OGH 2013-03-27 7 Ob 230/12t
TE OGH 2014-03-19 7 Ob 222/13t
Auch; Beisatz: Dem Vorsatz gleichstehendes Verschulden (Art 29 Abs 1 CMR) bedeutet in Österreich grobe Fahrlässigkeit. (T6);
TE OGH 2016-01-27 7 Ob 229/15z
TE OGH 2016-11-30 7 Ob 181/16t
Veröff: SZ 2016/133
TE OGH 2019-01-30 7 Ob 184/18m
Beisatz: So schon 7 Ob 27/12i unter Hinweis auf BGH-Judikatur nach dem TRG. (T7)
ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0073961

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