Source: https://www.pk-siemens.ch/de/Content.aspx?ctgyName=Anlagerichtlinien&path=MainMenu%2FKapitalmanagement%2FAnlagerichtlinien
Timestamp: 2018-05-22 07:57:57+00:00

Document:
Pensionskasse der Siemens-Gesellschaften in der Schweiz - Kapitalanlagen - Anlagerichtlinien
Allgemeine Anlagerichtlinien
Anlagerichtlinien für Wertschriftenanlagen
Sämtliche gesetzlichen Anlagevorschriften und Bestimmungen, insbesondere auch diejenigen des BVG, der BVV 2 sowie die Weisungen und Empfehlungen der zuständigen Behörden sind jederzeit einzuhalten.
Der Stiftungsrat ist ermächtigt (im Sinne von Artikel 50, Absatz 4 BVV 2), Erweiterungen der Anlagemöglichkeiten (gemäss den Artikeln 53 Absätze 1-4, 54, 54a, 54b Absatz 1, 55, 56, 56a Absätze 1 und 5 sowie Artikel 57 Absatz 2 und 3 BVV 2) zuzulassen, sofern die Einhaltung von Artikel 50 Absätze 1-3 im Anhang der Jahresrechnung schlüssig dargelegt werden kann.
Es gelten die aktuellen Richtlinien der Siemens-Pensionsleitlinie, sofern diese nicht gegen die unter Pos. 1 und 2 aufgeführten Bestimmungen verstossen.
Die Risikofähigkeit der Stiftung wird regelmässig, d.h. im Minimum alle drei Jahre überprüft, bzw. wenn wesentliche Veränderungen hinsichtlich der Finanzpositionen und der Struktur der Verpflichtungen auftreten. Dabei wird auch festgelegt, welche Schwankungsreserven die Stiftung zur Abfederung von Kurseinbrüchen auf ihren Vermögensanlagen anstrebt. Der Stiftungsrat berücksichtigt dabei die Resultate der periodisch zu erstellenden Asset & Liability Management Studien (ALM).
Beim Festlegen der strategischen Vermögensstruktur ist auf die mittel- bis langfristige Übereinstimmung zwischen der Anlage des Vermögens und den Verpflichtungen der Vorsorgeeinrichtung zu achten (BVG Art. 51a, Abs. 2 lit.n).
Die gültige strategische Vermögensstruktur ist unter der Rubrik "Anlagestrategie" aufgeführt. Die entsprechenden Richtlinien und Begrenzungen beziehen sich immer auf Marktwerte.
Die aktuelle Vermögensstruktur soll periodisch an die langfristige Zielstruktur angepasst werden. Zu diesem Zweck werden die verfügbaren liquiden Mittel entsprechend auf die einzelnen Anlagekategorien zugeteilt. Die geltenden Grundsätze zur taktischen Asset Allokation (Rebalancing) sind im Anlagereglement aufgeführt.
Für die einzelnen Anlagekategorien werden spezifische Richtlinien erlassen.
2. Vergleichsindex (Benchmark)
3. Liquide Mittel
4. Obligationen
6. Alternative Anlagen
7. Einsatz derivativer Instrumente und Währungsabsicherungen
9. Pensionsgeschäfte
10. Vermögensverwaltungsmandate
1.1 Grundsätzlich wird das Wertschriftenvermögen in liquide, gut handelbare Wertschriften investiert, die eine marktkonforme Anlagerendite erzielen. Dabei ist auf eine angemessene Diversifikation zu achten.
1.2 Die Anlagen dürfen zu keiner Nachschusspflicht der Stiftung führen.
1.3 Die Anlagen dürfen keinen Hebel enthalten; ausgenommen sind die in Art. 53 Abs. 5 BVV 2 genannten Fälle.
1.4 Die Vermögensverwaltung kann in aktiver oder passiver (indexierter) Form umgesetzt werden.
2.1 Für jede Anlagekategorie ist ein transparenter Marktindex als Vergleichsgrösse (Benchmark) festzulegen.
2.2 Für jedes Mandat ist ein spezifischer Benchmark festzulegen, der eine klare Bewertung des Anlageerfolgs der Mandate ermöglicht.
3.1 Die Liquidität (CHF oder Fremdwährungen) darf in Form von Bargeld, Kontoguthaben, Geldmerktanlagen oder Geldmarktfonds angelegt werden. Bei Geldmarktfonds gilt ein Mindestrating von mind. A (Fondsrating, durchschnittliches Rating o.ä.).
3.2 Liquide Mittel in den Mandaten: Nur beim Global Custodian oder Geldmarktfonds.
Operative Liquidität beim Global Custodian, bei Banken mit Staatsgarantie oder einem Rating von mindestens A sowie Geldmarktfonds.
3.3 Sinkt das Mindestrating unter A muss die Liquidität schnellstmöglichst umplatziert werden. Sinkt das Rating des Global Custodian unter A, muss die Anlagekommission sofort informiert werden, welche dann über das weitere Vorgehen entscheidet.
4.1 CHF Obligationen (Inland und Ausland)
Qualität und Handelbarkeit:
Das Obligationenvermögen muss in kotierte und gut handelbare Anleihen guter Bonität (mind. A gemäss Composite-Rating der SWX) investiert werden. Die Bonitätsanforderungen gelten ausnahmslos für alle Obligationen. Sinkt das Rating unter das Mindestrating, sind die Titel unter Beachtung der finanziellen Interessen der Stiftung zu verkaufen.
Das Portfolio kann indexnah oder aktiv bewirtschaftet werden.
Anleihen, die nicht im Vergleichsindex enthalten sind, sind nur zulässig, wenn es sich dabei um Forderungen gemäss Art. 53 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 bis 8 BVV 2 handelt, oder wenn es sich um unterjährige Anleihen handelt, die zuvor im Vergleichsindex enthalten waren und die lediglich aufgrund der geringen Restlaufzeit aus dem Vergleichsindex ausgeschlossen wurden.
Die Anlagen können in einzelnen Titeln oder in Kollektivanlagen gemäss Art. 56 BVV 2 erfolgen.
4.2 Obligationen Fremdwährungen
Bonität von min. BBB (BBB gemäss Standard & Poors resp. Baa2 nach Moody’s resp. BBB nach Fitch) beim Erwerb; sinkt das Rating unter das Mindestrating, sind die Titel unter Beachtung des finanziellen Interesses der Stiftung zu verkaufen. Werden Obligationen in Form von gut diversifizierten Kollektivanlagen bzw. indexierten Direktanlagen-Mandate erworben, so dürfen einzelne Positionen der Kollektivanlagen auch tiefere Ratings aufweisen. Die Summe aller Obligationen mit einem Rating von unter BBB/Baa2 darf aber in keinem Fall 10% des gesamten Obligationenengagements überschreiten (es gilt immer das tiefere Rating).
Es darf nur in gut handelbare Anleihen und Notes investiert werden.
Das Portfolio kann sowohl indexnah als auch aktiv verwaltet werden.
Grundsätzlich sind alle Währungen erlaubt, die im Vergleichsindex, dem sogenannten Benchmark-Universum, enthalten sind.
Währungsabsicherungen:
Einzelanlagen und Kollektivanlagen gemäss Art. 56 BVV 2 sind zulässig. Bei Kollektivanlagen gilt das Rating des Fonds, wobei für einzelne Titel ein tieferes Rating zulässig ist. Sofern kein offizielles Rating der Fonds vorhanden ist, gilt das Durchschnittsrating der einzelnen Anlagen.
5.1 Aktien Schweiz
Die Anlagen erfolgen schwergewichtig in bekannte und qualitativ einwandfreie Gesellschaften. Dabei ist auf eine ausgewogene Titel- und Branchendiversifikation zu achten.
Es sind nur börsenkotierte Titel zu erwerben.
Mandate können aktiv oder indexnah vergeben werden.
Einzelanlagen und Kollektivanlagen gemäss Art. 56 BVV 2 sind zulässig.
5.2 Aktien Ausland
Die Anlagen erfolgen schwergewichtig in bekannte und qualitativ einwandfreie Gesellschaften. Dabei ist auf eine angemessene Branchen- und Länder-Diversifikation zu achten.
Es darf nur in Aktien investiert werden, die an einer offiziellen Börse gehandelt werden.
Die Mandate können aktiv oder indexnah vergeben werden.
Grundsätzlich sind alle frei handelbaren Währungen erlaubt.
Als Alternative Anlagen gelten Anlagen in Hedge Funds, Private Equity, Insurance Linked Securities, Rohstoffe und Infrastrukturen (Art. 53 Abs. 1 lit. e) sowie alle Anlagen, die nicht einer Anlagekategorie gemäss Art. 53 Abs. 1 lit. a - d BVV 2 zugeordnet werden können (insbesondere solche, die in Art. 53 Abs. 3 BVV 2 genannt werden).
Alternative Anlagen dürfen nur mittels diversifizierter kollektiver Anlagen, diversifizierter Zertifikate oder diversifizierter strukturierter Produkte vorgenommen werden (BVV 2, Art. 53, Absatz 4). Wird dies vom Stiftungsrat genehmigt, können die Alternativen Anlagen auch über Managed Account oder vergleichbare Anlageformen umgesetzt werden. Falls undiversifizierte alternative Anlageinstrumente oder alternative Direktanlagen eingesetzt werden, ist eine Erweiterungsbegründung nach Art. 50 Abs. 4 BVV 2 vorzunehmen.
Produkte mit Nachschusspflicht sind gemäss Art. 50 Abs. 4 BVV 2 nicht zulässig. Eine im Rahmen von Private Equity Anlagen im Voraus festgelegte Investitionssumme ("commitment") mit Abrufrecht innert einer definierten Frist ("capital call") gilt nicht als Nachschusspflicht.
Produkte mit Hebel sind zulässig (Art. 53 Abs. 5 lit. a BVV 2), vorausgesetzt es besteht keine Nachschusspflicht.
Die Stiftung kann einen Teil ihres Vermögens in Private Equity investieren. Damit soll langfristig eine Rendite erzielt werden, die über derjenigen börsengehandelter Aktien liegt.
Dabei ist den instrumentenspezifischen Risiken (stark eingeschränkte Liquidität, sehr langer Anlagezeithorizont) angemessen Rechnung zu tragen. Es ist auf eine breite Diversifikation zu achten.
Die Stiftung kann einen Teil ihres Vermögens in Hedge Funds investieren. Damit soll in jedem Marktumfeld eine absolute, positive Rendite erzielt werden.
Dabei ist den instrumentenspezifischen Risiken (eingeschränkte Liquidität, Intransparenz, schwer erfassbare operationelle Risiken) angemessen Rechnung zu tragen. Es ist auf eine breite Diversifikation zu achten.
6.3 Weitere Anlagekategorien
Im Rahmen der Alternativen Anlagen können weitere Anlagemöglichkeiten wie Commodities, Infrastruktur etc., eingesetzt werden.
Der Stiftungsrat erlässt gegebenenfalls spezifische Anlagerichtlinien für diese weiteren Anlagekategorien.
7.1 Grundsätzlich erfolgen die Anlagen der Stiftung in Basiswerten. Derivative Finanzinstrumente wie Termingeschäfte (Futures, Forwards, Swaps) und Optionen werden lediglich ergänzend eingesetzt.
7.2 Sämtliche Verpflichtungen, die sich bei der Ausübung ergeben können, müssen jederzeit entweder durch Liquidität (bei Engagement-erhöhenden Geschäften) oder durch Basisanlagen (Engagement-senkenden Geschäften) vollumfänglich gedeckt sein. Hebelwirkungen auf Stufe Gesamtvermögen (=versteckte Kreditaufnahme) und Leerverkäufe von Basisanlagen sind untersagt.
7.3 Für die Einhaltung der Anlagerichtlinien des Stiftungsrates ist die Regelung gemäss BVV 2 massgebend.
7.4 Short Credit Default Swaps (Aufbau von Kreditrisiken) sind nicht zulässig.
7.5 Die Bestimmungen des Art. 56a der BVV 2 und die entsprechenden Fachempfehlungen des BSV sind jederzeit vollumfänglich einzuhalten. Die Anlagekommission kann den Einsatz derivativer Instrumente jederzeit mit detaillierten Richtlinien weiter einschränken, aber nicht erweitern.
7.6 Investitionen in einzelne Anlagekategorien können auch durch ein taktisches Overlay erhöht oder reduziert werden.
7.7 Das aus der Anlagestrategie resultierende Fremdwährungsengagement kann auch durch Absicherungsinstrumente oder Verkäufe auf Stufe Gesamtvermögen (Overlay) eliminiert oder reduziert werden.
Bei der Wertschriftenleihe sind, gestützt auf Art. 53 Abs. 6 BVV 2, die Rahmenbedingungen und Vorschriften gemäss Kollektivanlagegesetz (Art. 55 Abs. 1 lit. a KAG, Art. 76 KKV und Art. 1 ff. KKV-FINMA) einzuhalten.
Securities Lending erfolgt ausschliesslich auf gesicherter Basis und wird über die entsprechende Depotbank abgewickelt. Securities Lending innerhalb von eingesetzten Kollektivanlagen ist ebenfalls zulässig.
Es ist sicherzustellen, dass die Aktien von kotierten Schweizer Aktiengesellschaften in der relevanten Zeitperiode vom Securities Lending ausgenommen sind bzw. die Wahrnehmung der Aktionärsrechte aufgrund der Wertschriftenleihe nicht beeinträchtigt wird.
Eine allfällige Wertschriftenleihe wird ausschliesslich basierend auf einer expliziten schriftlichen Einwilligung der Anlagekommission getätigt. Davon ausgenommen ist das Securities Lending innerhalb von Kollektivanlagen.
9. Pensionsgeschäfte (Repurchase Agreement)
Beim Pensionsgeschäft sind, gestützt auf Art. 53 Abs. 6 BVV 2, die Rahmenbedingungen und Vorschriften gemäss Kollektivanlagegesetz (Art. 55 Abs. 1 lit. b KAG, Art. 76 KKV und Art. 11 ff. KKV-FINMA) einzuhalten.
Die Stiftung darf im Rahmen von Pensionsgeschäften ausschliesslich als Pensionsnehmerin auftreten (Reverse Repo).
Pensionsgeschäfte werden über die entsprechende Depotbank abgewickelt. Pensionsgeschäfte innerhalb von eingesetzten Kollektivanlagen sind ebenfalls zulässig.
Es ist sicherzustellen, dss die Aktien von kotierten Schweizer Aktiengesellschaften in der relevanten Zeitperiode von den Pensionsgeschäften ausgenommen sind bzw. die Wahrnehmung der Aktionärsrechte aufgrund der Pensionsgeschäfte nicht beeinträchtigt wird.
Der Auftrag an die Portfoliomanager wird in einem Vermögensverwaltungsvertrag genau umschrieben. Vorgaben betreffend Liquidität und Handelbarkeit von Titeln sind dabei genau zu regeln. Dabei können die Vorgaben und Richtlinien noch weiter eingeschränkt werden.
1. Anlagegrundsatz
Immobilienanlagen sind strategische Positionen. Eine risikoarme nachhaltige Werterhaltung wird angestrebt. Anlagen in Immobilien in der Schweiz können sowohl in Form von Kollektivanlagen als auch in Form von Direktanlagen erfolgen. Anlagen in ausländischen Immobilien können nur in Form von Kollektivanlagen oder Immobilienaktien vorgenommen werden.
Nicht zulässig bzw. gegebenenfalls den Alternativen Anlagen zuzuweisen sind:
kollektive Anlagen in Immobilien, bei denen eine Belehnungsquote von über 50% des Verkehrswerts zulässig ist.
kollektive Anlagen in Immobilien, die generell Fremdkapital einsetzten (maximal zulässige Belehnungsquote von unter 50%), sofern sie nicht reguliert sind.
Bei der Auswahl von Kollektivanlagen müssen u.a. folgende Anforderungs-kriterien beachtet werden:
Direkt gehaltene Immobilien
Geographische Diversifikation und Makrolage
Mikrolage (Lage innerhalb der Gemeinde)
Nutzbarkeit und Standard der Liegenschaft
Alter und Zustand der Liegenschaft (Bauqualität)
Rendite- und Risikoeigenschaften
Indirekt gehaltene Immobilien: Analog der Kriterien von direkt gehaltenen Immobilien, mit zusätzlichen Ergänzungen wie
Qualität und "Track record" des Managements
Verwaltungskosten, Gebühren und Fees
Liquidität der Anteile
Korrelation mit bestehenden Anlagen
Fremdverschuldungsgrad
Steuerliche Aspekte, Wechselkursrisiko (Anlagen im Ausland)
Möglichkeit der Einflussnahme
3. Mietzinspolitik
Grundsätzlich soll eine marktkonforme Rendite respektive marktkonforme Mietzinse erzielt werden. Grundsätzlich soll bei allen gehaltenen Liegenschaften eine vollständige Auslagerung der Betriebskosten im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen angestrebt werden.
Die Verwaltung der Immobilien kann extern oder intern erfolgen.

References: Art. 51
 Art. 53
 Art. 53
 Art. 56
 Art. 56
 Art. 56
 Art. 53
 Art. 53
 Art. 53
 Art. 50
 Art. 50
 Art. 56
 Art. 53
 Art. 76
 Art. 1
 Art. 53
 Art. 76
 Art. 11