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Timestamp: 2019-06-26 05:09:29+00:00

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BGH, 07.09.2011 - XII ZB 12/11 - dejure.org
https://dejure.org/2011,893
BGH, 07.09.2011 - XII ZB 12/11 (https://dejure.org/2011,893)
BGH, Entscheidung vom 07.09.2011 - XII ZB 12/11 (https://dejure.org/2011,893)
BGH, Entscheidung vom 07. September 2011 - XII ZB 12/11 (https://dejure.org/2011,893)
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BGB §§ 1629, 1796, 1909; FamFG §§ 7, 9, 158
§ 1629 BGB, § 1796 BGB, § 1909 BGB, § 7 FamFG, § 9 FamFG
Verfahren zur Übertragung der elterlichen Sorge: Gesetzliche Vertretung des Kindes durch die sorgeberechtigten Eltern; Bestellung eines Ergänzungspflegers
Beteiligung eines minderjährigen Kindes im Sorgerechtsverfahren
Familienrecht - Das minderjährige Kind im Verfahren
Verfahrensbeistand ./. Ergänzungspfleger
Interessengegensätze zwischen Kind und Eltern führen nicht zwangsläufig zur Entziehung der elterlichen Vertretungsbefugnis
Kindschaftsverfahren auf Übertragung der elterlichen Sorge // Rechte des Kindes und der sorgeberechtigten Eltern im familiengerichtlichen Verfahren
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 07.09.2011, Az.: XII ZB 12/11 (Elterliche Sorge)" von VorsRiOLG Eberhard Stößer, original erschienen in: FamRZ 2011, 1859 - 1860.
AG Leer, 01.06.2010 - 5c F 4237/10
AG Leer, 28.10.2010 - 5c F 4237/10
BGH, 12.01.2011 - XII ZA 83/10
BGHZ 191, 48
NJW 2011, 3454
MDR 2011, 1293
FGPrax 2011, 293
FamRZ 2011, 1788
FamRZ 2011, 1859
Rpfleger 2012, 23
Dass die Mutter als Inhaberin der alleinigen Sorge das am Verfahren beteiligte Kind in diesem Verfahren grundsätzlich vertritt (vgl. Senatsbeschluss BGHZ 191, 48 = FamRZ 2011, 1788 Rn. 8), kann die persönliche Anhörung nicht ersetzen.
BGH, 03.04.2019 - XII ZB 359/17
Bestellung eines Ergänzungspflegers zur Vertretung Minderjähriger bei Eingehung …
Etwas anderes gilt nur, wenn und soweit die Eltern nach § 1795 BGB kraft Gesetzes von der Vertretung ausgeschlossen sind oder ihnen die Vertretung wegen einer bestehenden Interessenkollision nach § 1796 BGB durch gerichtliche Entscheidung entzogen worden ist (im Anschluss an Senatsbeschlüsse vom 7. September 2011 - XII ZB 12/11, BGHZ 191, 48 = FamRZ 2011, 1788 und vom 27. Juni 2018 - XII ZB 46/18, FamRZ 2018, 1512).
Der Senat hat dementsprechend bereits in anderem Zusammenhang hervorgehoben, dass die gesetzliche Vertretung des Kindes im Kindschaftsverfahren durch die Eltern als Bestandteil des Elternrechts eine wohlabgewogene Entscheidung des Gesetzgebers darstellt (vgl. Senatsbeschlüsse BGHZ 191, 48 = FamRZ 2011, 1788 Rn. 18 ff. …und vom 27. Juni 2018 - XII ZB 46/18 - FamRZ 2018, 1512 Rn. 11 ff.).
Die vom Oberlandesgericht behandelte Streitfrage, ob in Kindschaftsverfahren neben dem Verfahrensbeistand zusätzlich ein Ergänzungspfleger zu bestellen ist, hat der Senat inzwischen im Sinne der auch vom Oberlandesgericht vertretenen Auffassung entschieden (Senatsbeschluss vom 7. September 2011 - XII ZB 12/11 - zur Veröffentlichung bestimmt).
Als Einschränkung des verfassungsrechtlich verbürgten Elternrechts ist die Vorschrift einer erweiternden oder entsprechenden Anwendung nicht ohne Weiteres zugänglich (vgl. Senatsbeschluss BGHZ 191, 48 = FamRZ 2011, 1788 Rn. 23).
Zwar hat der Senat zur Entziehung der elterlichen Vertretungsbefugnis nach § 1629 Abs. 2 Satz 1 BGB iVm § 1796 BGB in Kindschaftssachen entschieden, dass den Eltern auch im Fall eines erheblichen Interessengegensatzes die Vertretungsbefugnis nicht entzogen werden darf, wenn bereits durch die Bestellung eines Verfahrensbeistands für eine wirksame Interessenvertretung des Kindes Sorge getragen werden kann (Senatsbeschluss vom 7. September 2011 - XII ZB 12/11 - FamRZ 2011, 1788 Rn. 18 ff.).
Der Senat hat dementsprechend in jener Entscheidung die Kindschaftssachen von anderen Verfahren abgegrenzt, in denen eine wirksame Interessenvertretung des Kindes auch dessen gesetzliche Vertretung erfordert (Senatsbeschluss vom 7. September 2011 - XII ZB 12/11 - FamRZ 2011, 1788 Rn. 15), was in Abstammungssachen der Fall ist.
BGH, 18.01.2012 - XII ZB 489/11
Kindschaftsverfahren: Vertretung des minderjährigen Kindes
Zur Vertretung des minderjährigen Kindes im Kindschaftsverfahren (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 7. September 2011, XII ZB 12/11, FamRZ 2011, 1788).
Die Mutter ist nach § 59 FamFG beschwerdebefugt, weil die Anordnung der Ergänzungspflegschaft einen Eingriff in das ihr zustehende Sorgerecht darstellt (Senatsbeschluss vom 7. September 2011 - XII ZB 12/11 - FamRZ 2011, 1788 Rn. 4;… vgl. Staudinger/Peschel-Gutzeit BGB [2007] § 1629 Rn. 304 mwN).
Wenn mildere Maßnahmen möglich sind, um dem Interessenkonflikt wirksam zu begegnen, ist die Entziehung der Vertretungsbefugnis übermäßig und daher rechtswidrig (Senatsbeschluss vom 7. September 2011 - XII ZB 12/11 - FamRZ 2011, 1788 Rn. 18 mN).
Dass in Fällen des wesentlichen Interessengegensatzes von Eltern und Kind stets eine Entziehung der Vertretungsbefugnis angezeigt wäre, kann nicht als Wille des Gesetzgebers unterstellt werden, schon weil er sich damit zu seiner abgewogenen eigenen Entscheidung zur Reichweite der Interessenvertretung des Kindes im Verhältnis zum Elternrecht und zur Vermeidung von Verfahrensverzögerungen in Widerspruch gesetzt hätte (Senatsbeschluss vom 7. September 2011 - XII ZB 12/11 - FamRZ 2011, 1788 Rn. 20, 25).
Gerade die der Regelung in § 158 Abs. 4 Satz 6 FamFG zugrunde liegenden Erwägungen zeigen, dass es nach den Vorstellungen des Gesetzgebers mit der Bestellung des Verfahrensbeistands als Interessenvertreter des Kindes selbst bei Interessenkonflikten regelmäßig auch bewenden soll (Senatsbeschluss vom 7. September 2011 - XII ZB 12/11 - FamRZ 2011, 1788 Rn. 22).
Die Bestellung eines Verfahrensbeistands ist dabei nicht auf Verfahren, die die Personensorge betreffen, beschränkt, sondern erfasst alle Verfahren, die sich nicht ausschließlich auf Vermögensangelegenheiten beziehen (Senatsbeschluss vom 7. September 2011 - XII ZB 12/11 - FamRZ 2011, 1788 Rn. 29).
Insbesondere sind die Eltern nicht nach §§ 1629 Abs. 2 Satz 3, 1795 BGB von der Vertretung des Kindes ausgeschlossen und bedarf es folglich regelmäßig keiner Bestellung eines Ergänzungspflegers (Senatsbeschluss BGHZ 191, 48 = FamRZ 2011, 1788 Rn. 8 ff.).
Den verfassungsrechtlichen Anforderungen an eine wirksame Vertretung der Kindesinteressen in Kindschaftsverfahren hat der Gesetzgeber durch dieses Institut (nunmehr Verfahrensbeistand) Genüge getan (Senatsbeschluss BGHZ 191, 48 = FamRZ 2011, 1788 Rn. 20 mwN).
Vielmehr liegt es gerade aufgrund des im Fall des § 1628 BGB offenkundigen Interessenkonflikts zwischen den Eltern nahe, es bei der bestehenden Lage zu belassen, in der die Interessen des Kindes ausschließlich durch den Verfahrensbeistand wahrgenommen werden (vgl. auch Senatsbeschluss BGHZ 191, 48 = FamRZ 2011, 1788 Rn. 23).
Hierbei handelt es sich in einem auf die Person bezogenen Kindschaftsverfahren um eine originäre Aufgabe des Verfahrensbeistands (Senatsbeschluss BGHZ 191, 48 = FamRZ 2011, 1788 Rn. 20).
Der Gesetzgeber wollte hierdurch erreichen, dass der Eingriff in das Elternrecht möglichst gering gehalten und in die Befugnisse der Eltern nicht weiter eingegriffen wird, als es zur Erreichung des mit der Bestellung eines Verfahrensbeistands verbundenen Ziels notwendig ist (vgl. Senatsbeschluss BGHZ 191, 48 = FamRZ 2011, 1788 Rn. 22 f.; BT-Drucks. 16/6308 S. 240).
Das Verfahren betrifft hingegen dann nicht mehr die Person des Kindes, wenn es ausschließlich vermögensrechtliche Angelegenheiten zum Gegenstand hat (zum entsprechenden Begriff in § 158 FamFG s. Senatsbeschluss vom 7. September 2011 - XII ZB 12/11 - FamRZ 2011, 1788, 1791 mwN;… MünchKommZPO/Schumann 3. Aufl. § 162 FamFG Rn. 3;… Keidel/Engelhardt FamFG 17. Aufl. § 162 Rn. 3;… Prütting/Helms/Stößer FamFG 2. Aufl. § 162 Rn. 8;… zu §§ 50, 50 c, 52, 59 FGG vgl. Keidel/Engelhardt Freiwillige Gerichtsbarkeit 15. Aufl. § 50 Rn. 19).
Dennoch reicht für die Anhörung der Tochter des Antragstellers auch die Bestellung eines Verfahrensbeistands, die ein milderes Mittel im Vergleich zur Bestellung eines Ergänzungspflegers ist, da sie bei fortbestehender Vertretungsbefugnis der Eltern keinen partiellen Entzug des Sorgerechts darstellt (BGH FGPrax 2011, 293 [BGH 07.09.2011 - XII ZB 12/11] ;… Palandt- Götz , aaO, Einf. v. § 1626 Rz. 5), nicht aus.
KG, 15.03.2012 - 19 UF 186/11
Entzug der Gesundheitsfürsorge: Uneinigkeit der Eltern bei Verdachtsdiagnose der …
BGH, 13.11.2013 - XII ZB 681/12
Antragsbefugnis der Eltern bezüglich der Feststellung der Rechtswidrigkeit …
OLG Schleswig, 20.11.2012 - 10 WF 187/12
Ergänzungspflegerbestellung: Persönliche Anhörung für die Entscheidung über die …
OLG Zweibrücken, 14.06.2012 - 6 UF 148/11
Sorgerechtsverfahren: Bestellung eines Ergänzungspflegers
OLG Saarbrücken, 07.09.2018 - 6 UF 100/18
Stellung eines Verfahrensbeistandes für ein minderjähriges Kind im …
OLG Jena, 23.07.2014 - 3 W 328/14
Verfahrenskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts bei der Eintragung einer …
OLG Naumburg, 02.08.2012 - 3 WF 179/12
Verfahrenskostenhilfe für das Kind im Sorgerechtsverfahren: Voraussetzungen für …
OLG Naumburg, 05.01.2017 - 12 Wx 62/16
Beiordnung eines Rechtsanwalts im Verfahren auf Eintragung einer …
Anwaltsbeiordnung für Eintragungsantrag einer Zwangssicherungshypothek

References: § 1629
 § 1796
 § 1909
 § 7
 § 9
 BGH 
 § 1795
 § 1796
 § 1629
 § 1796
 § 59
 § 1629
 § 158
 § 1628
 § 158
 § 162
 § 162
 § 162
 § 50
 § 1626