Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=3%20Ws%20(B)%20282/06
Timestamp: 2019-04-26 11:04:37+00:00

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KG, 19.06.2006 - 2 Ss 122/06 - 3 Ws (B) 282/06 - dejure.org
KG, 19.06.2006 - 2 Ss 122/06 - 3 Ws (B) 282/06
§ 24 StVG, § 25 StVG, § 4 Abs 1 Nr 1 BKatV, § 17 Abs 3 S 2 Halbs 2 OWiG
Bußgeldverfahren wegen Verkehrsordnungswidrigkeit: Feststellungen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen bei Verhängung einer Geldbuße von mehr als 250 EUR; Zumutbarkeit der Folgen eines Fahrverbots
Das Amtsgericht hat eine Geldbuße in Höhe von 500, 00 Euro verhängt, die damit deutlich über der nunmehr bei 250, 00 Euro anzusetzenden Geringfügigkeitsgrenze des § 17 Abs. 3 Satz 2 Halbsatz 2 OWiG (vgl. Senat VRS 111, 202 (203)) liegt, von der an genauere Feststellungen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen des Betroffenen als Bemessungskriterium für die Höhe der Geldbuße zu treffen sind.
Zwar erfasst der Rechtsfehler den gesamten Rechtsfolgenausspruch, da zwischen Geldbuße und Fahrverbot eine Wechselwirkung besteht (Senat, Beschlüsse vom 19. Juni 2006 - 3 Ws (B) 282/06 - und 30. September 2004 - 3 Ws (B) 439/04 -).
Die Geringfügigkeitsgrenze im Sinne des § 17 Abs. 3 Satz 2 OWiG, bis zu deren Höhe bei der Bemessung der Geldbuße in der Regel die wirtschaftlichen Verhältnisse des Betroffenen unberücksichtigt bleiben können, ist nach überwiegender Rechtsprechung derzeit bei 250 Euro anzusetzen (Hans. OLG Bremen, Beschluss vom 17.02.2006 - Ss (B) 51/05 - OLG Köln DAR 2005, 699; BayObLG DAR 2004, 593; OLG Frankfurt/Main ZfSch 2004, 283; OLG Thüringen VRS 108, 220 und 269; KG VRS 111, 202).
Dabei kam es entgegen dem Vorbringen der Rechtsbeschwerde auch nicht auf die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Betroffenen an, da es sich bei der verhängten Geldbuße von 250, 00 Euro noch um den Bereich einer geringfügigen Ordnungswidrigkeit im Sinne von § 17 Abs. 3 Satz 2 zweiter Halbsatz OWiG handelt (vgl. Senat, VRS 111, 202 (203); OLG Celle; NJW 2008, 3079).
Hieraus lassen sich jedoch keinerlei Rückschlüsse auf die Höhe von Einkünften bzw. Zuwendungen oder auf die Höhe etwaiger Unterhaltsverpflichtungen ziehen (vgl. KG, Beschlüsse vom 23. November 2009 - 3 Ws (B) 615/09 -, 1. August 2008 - 3 Ws (B) 221/08 - und 19. Juni 2006 - 3 Ws (B) 282/06 -).

References: § 24
 § 25
 § 4
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17