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Timestamp: 2019-09-18 20:14:36+00:00

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Aktuelles – Braunau History
Aus Braunau History
Version vom 21. Mai 2019, 14:45 Uhr von Admin (Diskussion | Beiträge) (→‎Hinweis: Es gilt das gesprochene Wort)
Vom Themenkomplex Adolf Hitler/Braunau/Geburtshaus etc. wird in den nationalen und internationalen Medien umfassend berichtet. Das Redaktionsteam von braunau-history.at kann aus personellen Gründen nicht alle diese Artikel lückenlos bzw. tagesaktuell erfassen. Es wird daher auf die gängigen Suchmaschinen verwiesen, um einen aktuellen Überblick zu diesen Themen zu erhalten.
1 Ludwig Laher: Text der Mahnsteinrede Braunau 10. Mai 2019
2 Hinweis: Für Inhalt und Form des Textes (mit Ausnahme der Hervorhebungen) ist ausschließlich der Autor verantwortlich - es gilt das gesprochene Wort
3 Anfechtung des Urteils des Oberlandesgerichtes Linz über die Höhe der Entschädigung für die Enteignung von Hitlers Geburtshaus
4 Urteil des Oberlandesgerichtes Linz über die Höhe der Entschädigung für die Enteignung von Hitlers Geburtshaus
5 Urteil des Landesgerichtes Ried im Innkreis über Höhe der Entschädigung für die Enteignung von Hitlers Geburtshaus
6 Streit um Höhe der Entschädigung für die Enteignung von Hitlers Geburtshaus
7 Enteignung von Hitlers Geburtshaus durch Gesetz ist nicht verfassungswidrig
8 Verfassungsgerichtshof entscheidet über Enteigung Hitler-Haus
9 Hausbesitzerin klagt gegen Enteignung
10 Abriss von Hitlers Geburtshaus ist vom Tisch
11 Enteignung von Adolf Hitlers Geburtshaus im Nationalrat beschlossen
12 Innenausschuss macht Weg für Enteignung von Hitlers Geburtshaus frei
13 Abschlussbericht der Kommission zum historisch korrekten Umgang mit dem Geburtshaus Adolf Hitlers
14 Expertenkommission gegen Abriss des Geburtshauses von Adolf Hitler
15 Hitler Geburtshaus: Aufhebung des Denkmalschutzes durch die Hintertür?
16 Eine Chance für Braunau
17 Geburtshaus Adolf Hitler soll abgerissen werden
17.1 Archiv
17.1.1 27. Braunauer Zeitgeschichte-Tage: "1968"
17.1.2 26. Braunauer Zeitgeschichte-Tage: Religion und Moderne"
17.1.3 Studiogespräch mit Gerhard Baumgartner
17.1.4 Nach intensiven Recherchen steht fest: Hitlers Biographien sind fehlerhaft
17.1.5 Geburtshaus Hitlers: Innenministerium bringt Gesetz für Enteignung in Begutachtung
17.1.6 Braunau-history stellt Details von Hitler-Biographien in Frage
17.1.7 KZ-Verband/VdA OÖ begrüßt geplante Enteignung
17.1.8 Großes Medienecho um geplante Enteignung
17.1.9 Innenministerium plant Enteignung von Hitlers Geburtshaus
17.1.10 25. Braunauer Zeitgeschichte-Tage: Bilder der Macht - Macht der Bilder
17.1.11 Themendabend#2: Städtebau während der NS-Zeit am Beispiel von Braunau
17.1.12 Othmar Plöckinger: Frühe biografische Texte zu Hitler. Zur Bewertung der autobiografischen Teile in "Mein Kampf"
17.1.13 24. Braunauer Zeitgeschichte-Tage: Schicksalsort Lager
17.1.14 Frankfurter Allgemeine: Das lange Warten auf den Befreiungsschlag
17.1.15 Chris Brandner’s diary on the visit of David and Judith Barry
17.1.16 The first day of the visit May, 13th
17.1.17 The second day May, 14th
17.1.18 The third day May, 15th
17.1.19 The fourth day May, 16th
17.1.20 The fifth day May, 17th
17.1.21 Gestures like these…
17.1.22 Mrs. und Mr. Barry in Braunau
17.1.23 Boston Globe berichtet über Besuch von David Barry
17.1.24 Stadtverein Braunau lädt Sohn von gefallenen US-Soldaten nach Braunau ein
17.1.25 Neue Dokumente aus dem Archiv der Neuen Warte am Inn
17.1.26 Hitler-Haus: Kaufangebot statt Vertragsauflösung
17.1.27 Hitler-Haus: Auch in China ein Thema
17.1.28 Neue Fakten zur Braunauer Geschichte: Hitler befürwortete Sonderbeauftragten
17.1.29 Geplante Enteignung löst großes Medienecho aus
17.1.30 Augsburger Allgemeine: Was wird jetzt aus Hitlers Geburtshaus
17.1.31 Neue Zürcher Zeitung: Österreichs Mühen mit dem Hitler-Haus
17.1.32 Kurier: Hitlerhaus-Besitzerin droht Enteignung
17.1.33 Innenministerium will Hitler-Haus übernehmen
17.1.34 Was tun mit dem Hitler-Haus?
17.1.35 ORF Radio OÖ berichtet über braunau-history.at
17.1.36 Braunau-history legt eine überzeugende Bilanz
17.1.37 BBC berichtet über Hitler-Haus
17.1.38 Neue Fakten zur Braunauer Geschichte
17.1.39 Nachrichtenmagazin profil: Das Hitler Haus
17.1.40 Braunauer Zeitgeschichte-Tage 2014: "endlich deutsch ... Österreich zwischen Anschluss und Krieg"
17.1.41 Geburtshaus von Hitler (wieder einmal) ein internationales Medienthema
17.1.42 Umfrage: Mehrheit für Haus der Verantwortung
17.1.43 Was tun mit dem Hitler-Haus?
17.1.44 Baustelle Aluminium-Werk: Bislang unbekannte Fotos
17.1.45 Themenabend: Gelungene Premiere
17.1.46 Themenabend#1:
17.1.47 Umfrage zum Thema "Hitler-Haus"
17.1.48 Schmierereien in Braunau vor Hitlers Geburstag
17.1.49 Mahnstein mit Farbe beschmiert
17.1.50 Braunau-history zeigt Aufnahmen der britischen Luftwaffe
17.1.51 Neues von ganz rechts
17.1.52 Die ersten Unterlagen aus der Bevölkerung
Ludwig Laher: Text der Mahnsteinrede Braunau 10. Mai 2019
Hinweis: Für Inhalt und Form des Textes (mit Ausnahme der Hervorhebungen) ist ausschließlich der Autor verantwortlich - es gilt das gesprochene Wort
Einen Teil meiner Reputation als Schriftsteller verdanke ich Büchern, die sich mit der Zeit rund um die an sich kurze Periode des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Ich habe sie nicht in erster Linie aus historischem Interesse geschrieben, sondern weil ich mich darin mit Grundsätzlichem beschäftige, das auch für die Gegenwart und Zukunft bedeutsam ist: Wie der Mensch mit dem Menschen umgeht, wie Gesellschaften merklich oder unmerklich in die Barbarei abgleiten, woraus sich diese Barbarei speist, wie nach einem solchen Tiefpunkt der Zivilisation nur sehr bedingt Konsequenzen gezogen werden, viele Täter ungeschoren davonkommen, während die Opfer lange Zeit verdrängt, geleugnet, geringgeschätzt werden.
Meine heutige Rede wird daher mindestens so viel von der Gegenwart und der Zukunft handeln wie von der Vergangenheit. Gerade weil es, wie die Einladung verkündet, um die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus geht, versteht es sich nachgerade von selbst, dass ich deutlich beim Namen nennen und kommentieren werde, was sich in der letzten Zeit hier in Braunau an Unsäglichem abgespielt hat.
Durch die Jahrtausende war der Begriff "Opfer" dadurch gekennzeichnet, dass der, die oder das Geopferte in die Zukunft wirken sollte. Man wollte damit die jeweils imaginierten Götter besänftigen, günstig stimmen. Wer ein Opfer bringt, gibt etwas her, das Bedeutung hat für ihn, wichtig ist. Gewürze, Schmuck, Waffen, Schafe, Menschen. Wenn es um Menschenopfer ging, waren es deshalb oft genug nicht die mehr oder weniger leicht entbehrlichengefangenen Feinde, die den Opfertod sterben mussten, sondern Angehörige des eigenen Volkes, bis hin zu hochangesehenen Priestern und Priesterinnen eines Kultes. Das tat allen weh, am meisten natürlich trotzdem den brutal Geopferten. Wer kennt nicht die verstörende biblische Geschichte von Abraham und Isaak? Um ein Haar hätte Abraham in blinder Verehrung seines Gottes den geliebten eigenen Sohn geschlachtet. Erst in der letzten Sekunde blies Gott selbst, heißt es, das blutige Ritual ab.
Wenn man von den Opfern des Nationalsozialismus spricht, schwingt dieser alte Bedeutungshorizont des Wortes indirekt noch einigermaßen nach. Sie sollen nicht umsonst gestorben sein, hört man oft bei Ansprachen, ihr Opfer verpflichte uns. Wozu? frage ich Sie und mich.
Das Mauthausenkomitee Österreich, die Nachfolgeorganisation der Lagergemeinschaft überlebender Opfer, deren Mitglieder aus demographischen Gründen mittlerweile fast alle verstorben sind, das Mauthausenkomitee also gibt jährlich eine Devise aus, unter der möglichst viele der erfreulich zahlreichen Gedenkveranstaltungen in ganz Österreich stehen sollen. Heuer heißt diese Parole "Niemals Nummer. Immer Mensch". Gemeint ist damit, dass die Insassen der Lager ihrer Individualität beraubt wurden, indem sie nur noch als Nummer existierten, ihre Namen nicht mehr verwendet werden durften. Gemeint ist damit, dass Gedenkakte nach dem Krieg lange Jahre die abstrakten Zahlen in den Mittelpunkt stellten, sechs Millionen ermordete Juden, eine halbe Million ermordete Sinti und Roma, dreißigtausend Behinderte allein in Hartheim.
Aber die Ermordeten waren Menschen wie du und ich, mit Vor- und Zunamen, einem Leben voller Freud und Leid, große Persönlichkeiten, einfache Leute, Greise und Säuglinge, Widerstandskämpfer und unpolitische Privatpersonen, die den Machthabern im Weg standen. Ihrer wird heuer überall bei den Mahn- und Gedenkfeiern, auch bei jener für die beiden NS-Lager im Bezirk Braunau in Weyer-St.Pantaleon, unter anderem mit dem Verlesen von Namen, mit der Herausstellung einzelner Biographien besonders gedacht.
Der Bürgermeister von Braunau ließ dem Verein für Zeitgeschichte einen kurzen Brief zukommen, der es verdient, hier vollständig zitiert zu werden:
Sehr geehrter Herr Obmann Magister Kotanko, lieber Florian,
in der Vorstandssitzung des Vereins für Zeitgeschichte am 28.01. wurde über die Verlesung der Namen von NS-Opfern aus Braunau und Ranshofen als zusätzliche Aktivität bei der Gedenkstunde am 10.05. gesprochen. Der Kulturausschuss hat am 06.03. anhand der übermittelten Unterlagen beraten und diese zusätzliche Aktivität bei der Gedenkstunde am 10.05. abgelehnt. Wir bitten dich um Kenntnisnahme. Mit freundlichen Grüßen Mag. Johannes Waidbacher (Bürgermeister)
Der Herr Bürgermeister verzichtet darauf, diese schroffe Ablehnung des Kulturausschusses schriftlich zu begründen. Er spricht einfach ein Verbot aus. Nun stimmt es zwar, dass die mir zugegangene Einladung neben dem Verein für Zeitgeschichte und dem Mauthausenkomitee auch die Stadtgemeinde Braunau als Veranstalter ausweist, aber wer gibt den politisch Verantwortlichen von Braunau, ausgerechnet von Braunau am Inn das Recht, eine Gepflogenheit zu unterbinden, die in zahllosen Städten und Dörfern Österreichs eine Selbstverständlichkeit darstellt?
Vornehme Zurückhaltung kann in Zeiten des sich täglich frecher aufplusternden Rechtsextremismus nicht der Weisheit letzter Ratschluss sein. Ross und Reiter dieser Untersagung müssen genannt werden, die Opfer haben es verdient.
ÖVP und FPÖ wurden womöglich bei der Meinungsbildung im März noch von einem inzwischen abhanden gekommenen Vizebürgermeister mit Kanalisationshintergrundkräftig unterstützt, der sich als verseschmiedender Fachmann für Gut und Böse, Ausgrenzung und Blutsverbundenheit, Kulturreinheit und hinige Sprachvermischungen internationalen Ruhm von New York bis Tokio erworben hat. ÖVP und FPÖ also verordnen ein Opfergedenken ohne Opfernamen, ohne die ermordeten Individuen und stellen sich damit ohne Wimpernzucken in eine üble Tradition. Man kann zwar vielleicht dem Verein für Zeitgeschichte den Mund verbieten, nicht aber dem eingeladenen Hauptredner dieser Veranstaltung. Natürlich fühle ich mich unter diesen Umständen fast verpflichtet, jetzt erst recht jene möglichst vollständige hohe dreistellige Anzahl der bekannten NS-Opfer Braunaus Namen für Namen vorzutragen, sie persönlich zu würdigen. Aber daran hindert mich nicht das lächerliche Verbot des Bürgermeisters, sondern die bereits gestellte Frage nach einer anderen Verpflichtung: Ihr Opfertod, übrigens auch jener der einfachen Kriegstoten, verpflichte uns Lebende. Wozu also? frage ich nochmals.
Die Antwort ist erstaunlich einfach. Zu einem lauten: Niemals wieder!, und das natürlich jenseits der unverbindlichen Sonntagsreden von Politikern jedweden Geschlechtes, die sich danach gleich wieder mit jenen ins Bett legen, die ständig Zwietracht säen, an der Untergrabung der Demokratie arbeiten und sich in Teilen zumindest einen kleinen Hitler zurückwünschen. Wiederholungen des Schrecklichen lassen sich aber nur vermeiden, wenn man die Umstände des Gewesenen ausreichend analysiert und Konsequenzen daraus zieht. Dazu habe ich etliches zu sagen, weswegen ich die Opfer um Verständnis bitte, meine beschränkte Zeit nicht mit dem Verlesen ihrer aller Namen zu verbringen. Stattdessen greife ich mir einige wenige heraus, erzähle ihr Schicksal und ziehe daraus meine Schlüsse.
Ich habe gesagt, dass ich die Opfer um Verständnis bitte, und das ist tatsächlich so gemeint. Für mich sind diese Menschen zwar gestorben, aber nicht vergangen, nicht weg. Sie sind unter uns, man kann mit ihnen kommunizieren, sie sind lebendig wie Franz Schubert, wenn ich mich auf sein Streichquintett in C-Dur einlasse, wie Ferdinand Sauter, der große, hochaktuelle österreichische Vormärzdichter, wenn ich mich 2017 mit seinen Handschriften auseinandersetze und sein Werk in Buchform neu ediere.
Menschen von einst sind unter uns, wenn wir uns auf sie einlassen. Von Zeit zu Zeit schaue ich den beiden Mädchen aus Hochburg-Ach auf dem Foto in der Broschüre über die beiden Lager St. Pantaleon-Weyer in die Augen, deren junges Leben von den Nazi-Mördern aus Rassenwahn ausgelöscht wurde, und ich verspreche Anna und Hildegard Kerndlbacher stets aufs neue, mein bescheidenes öffentliches Gewicht in die Waagschale zu werfen, dass nie wieder die das unumschränkte Sagen haben, die jetzt schon nichts dabei finden, ganze Menschengruppen a priori auszugrenzen.
Wenn ein Innenminister ungestraft, ohne individuelle Gründe für eine Fluchtbewegung nach Österreich überhaupt geprüft zu haben, Asylsuchende statt in ein Erstaufnahmezentrum von vornherein in ein von ihm so benanntes "Ausreisezentrum" verfrachten lässt, hat der menschenverachtende Zynismus einen weiteren Etappensieg davongetragen, die Verrohung wird täglich salonfähiger. Der Aufschrei dagegen hielt sich leider in engen Grenzen.
Nicht verlesen werden darf hier und heute nach dem Mehrheitswillen des Kulturausschusses der Stadtgemeinde Braunau am Inn der Name von Anna Sax, einer Braunauer Zeugin Jehovas, die dafür ins KZ Ravensbrück eingeliefert wurde. Als sogenannte Ballastexistenz – auch ein unüberbietbar zynischer Begriff – als Ballastexistenz wurde sie schließlich, weil nicht mehr arbeitsfähig, in der Gaskammer der Tötungsanstalt Bernburg an der Saale ermordet.
Nichtverlesen werden darf hier und heute nach dem Mehrheitswillen des Kulturausschusses der Stadtgemeinde Braunau am Inn der Name von Franz Amberger, einesl inken Braunauer Widerstandskämpfers gegen die braune Pest, der enttarnt, vom Volksgerichtshof verurteilt und in München-Stadelheim mit dem Fallbeil hingerichtet wurde.
Es konnte alle treffen, dich und mich. Josef Mayr aus Neukirchen an der Enknach zum Beispiel erwischte seine eigene Frau in seinem eigenen Bett mit dem dortigen NS-Bürgermeister und wurde dafür im Lager Weyer im Kreis Braunau binnen fünf Tagen über Weihnachten 1940 totgefoltert. Ein Foto in einer großartigen Publikation der Gemeinde Neukirchen über die NS-Zeit zeigt den Schuster und Hausbesitzer Josef Mayr etliche Jahre vorher im Kreis der Mitglieder des örtlichen Rauchklubs, alle im korrekten dunklen Anzug, der Kellner tischt gerade schön verzierte Maßkrüge auf. Dieser offenbar gut integrierte Mitbürger wurde in einem Lager für Asoziale und Arbeitsscheue beseitigt, das vor allem dazu diente, aus privaten Gründen unliebsame Mitmenschen beugen, gar vernichten zu können. Sie alle haben Namen, sie alle haben Schicksale. Niemals Nummer, immer Mensch.
Dieser Tage erst haben KZ-Überlebende einen dringenden Appell an den oberösterreichischen Landeshauptmann gerichtet, das Arbeitsübereinkommen der ÖVP mit den Freiheitlichen aufzukündigen. Sie führen unter anderem den Einzelfall eines FPÖ-Stadtrates in Leonding an, der als Mitglied der schlagenden Burschenschaft "Donauhort zu Aschach"## dem Vereinsmotto: ##"Was gibt es hier? Deutsche Hiebe!" huldigt und am 26. Mai zum Bürgermeister gewählt werden will. Deutsche Hiebe hätten sie genug empfangen, meinen die uralten Herrschaften.
Ja, jeder rechtsextreme Einzelfall, viele davon in einer österreichischen Regierungspartei, ist solch ein neuerlicher Hieb. Ebenfalls jüngsten Datums ist jene Studie, die nachweist, dass 42 Prozent der Bewohner dieses Landes Mauthausen als Standort eines riesigen KZ nicht nennen können und 38 Prozent glauben, der Nationalsozialismus könne wieder an die Macht kommen. Das unsägliche Leid der NS-Opfer soll nicht umsonst gewesen sein, es verpflichte uns, heißt es gebetsmühlenartig in den Sonntagsreden. Und dann solche Zahlen. Der Ort, an dem ich diese Rede halte, ist kein gewöhnlicher. Hier in der schönen, sympathischen und keineswegs besonders rechten Stadt Braunau ist dereinst durch Zufall ein Säugling auf die Welt gekommen, der ihr seinen Stempel aufdrücken sollte. Was hat das unschuldige Baby Adolf, frage ich mich wieder und wieder, das mit drei Jahren weg war von hier, zur Bestie gemacht, zu einem gewissenlosen Massenmörder, dem nur wenige andere wie Stalin, Idi Amin oder Pol Pot an die Seite gestellt werden können?
Der Umgang des offiziellen Braunau mit dieser Gestalt ist trotz aller Initiativen wie dem Friedensbezirk und der verdienstvollen Tätigkeit des Vereins für Zeitgeschichte durch viele Jahrzehnte ähnlich wenig souverän wie jener der Republik Österreich als ganzes. Wenn ein Innenminister, diesfalls der vorletzte, blauäugig meint, man müsse Hitlers Geburtshaus bloß dem Erdboden gleich machen, und damit würde es sich haben, wenn eine sogenannte Expertenkommission zwar den Abriss beeinsprucht, aber eine tiefgreifende Fassadenumgestaltung empfiehlt, um dem Gebäude seine Symbolkraft zu nehmen, handelt es sich dabei um unverständlich naive Wünsche ans Christkind.
Die Symbolkraft haftet nämlich nicht an den Mauern dieses Hauses, sie haftet am Taufschein Hitlers und an seiner Überhöhung Braunaus gleich zu Beginn von "Mein Kampf". Da schreibt er: "Als glückliche Bestimmung gilt es mir heute, dass das Schicksal mir zum Geburtsort gerade Braunau am Inn zuwies. Liegt doch dieses Städtchen an der Grenze jener zwei deutschen Staaten, deren Wiedervereinigung mindestens uns Jüngeren als eine mit allen Mitteln durchzuführende Lebensaufgabe erscheint."
Nur auf den ersten Blick verwunderlich scheint es, dass Hitler das vergleichsweise winzige Nest Braunau in Randlage der oberösterreichischen Provinz gleich im nächsten Absatz, und damit quasi in einem Atemzug, auch noch zum Symbol jener weiteren großen Aufgabe erklärt, die, bald nach der Eingemeindung noch des letzten Deutschen ins künftige Großreich, mangels gesicherter Ernährung des Herrenvolkes das moralische Recht zur Erwerbung fremden Grund und Bodens beinhalte.
Doch entspricht es dem kruden Denken des mord- und brandlüsternen Unruhestifters völlig, die so kurz nach der demoralisierenden Niederlage von 1918 und dem alliierten Friedensdiktat scheinbar absurden, später freilich eins zu eins eingelösten Phantasien von einem Großdeutschen Reich und den zur Schaffung neuen Lebensraumes unausweichlichen Eroberungsfeldzügen weit darüber hinaus als ein selbstverständliches Ganzes anzusehen. Die ihm von einem gütigen Schicksal direkt vor das Säuglingsnäschen gesetzte ärgerliche Grenze mitten auf der Brücke über den breiten Strom, ungefähr hundert Meter vom Braunauer Stadtplatz entfernt, steht in seiner utilitaristischen Logik symbolisch für die anstehende Missachtung aller Grenzen Europas. In diesem von den Strahlen deutschen Märtyrertums vergoldeten Innstädtchen, bayerisch dem Blute, österreichisch dem Staate nach, wohnten am Ende der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts meine Eltern.
Das sind, um in der sprachlichen Welt des künftigen Kriegsherren zu bleiben, ganz schön schwere Geschütze, Markierungen, die Braunau, ob es will oder nicht, bleibend anhaften. Hätte es der Vizebürgermeister von Hohenems oder Gramatneusiedl weltweit in die Schlagzeilen gebracht, wenn er dummdreiste Rattenverse gereimt hätte? Eben. Braunau hat er jedenfalls in der internationalen Wahrnehmung um Jahre zurückgeworfen. Es hilft nichts, wenn der Bezirkshauptmann klagt, Hitler hätte hier doch nur die Windeln gefüllt, warum bringe man Braunau dauernd mit ihm in Verbindung, schon gar nicht, wenn fünfzehn Kilometer weiter in Marktl der bayerische Papst, für ganze zwei Jahre nach seiner Geburt dort beheimatet, durch Ankauf seines Geburtshauses, dessen Umgestaltung zu einem Museum, durch Papstbier, Benediktschnitten und Benediktpilgerweg, jüngst gar durch eine riesige, merkwürdig phallisch anmutende Bronzesäule am zum Benedikt-Platz umbenannten Marktplatz rauf und runter gefeiert wird.
Ob man will oder nicht, mit Geburtsorten wird eine Aura verbunden, die im Fall Hitlers von ihm selbst kräftig mitgebastelt wurde. Damit muss man umgehen lernen. Kindesweglegung ist jedenfalls kein probates Mittel. Wir stehen hier direkt am Mahnstein mit seiner untadeligen Inschrift, die mehr Engagement für die Sache der Demokratie einfordert als ich allenthalben wahrnehme: "Für Frieden Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote mahnen".
Vor wenigen Wochen habe ich ein neues Buch "Wo nur die Wiege stand" veröffentlicht, das sich – womöglich ein Mitgrund für die Einladung an mich, hier eine Rede zu halten – mit früh verlassenen Geburtsorten berühmter Persönlichkeiten beschäftigt. Marktl und Braunau spielen dabei natürlich eine wichtige Rolle. Das Nachrichtenmagazin "Profil"' widmete dem Buch gleich fünf ganze Seiten, und als ich hier untätig stand, während der Redakteur eine Fotoserie des Hitlerhauses anfertigte, kamen ungefragt Menschen auf mich zu und redeten mich an. Wolfgang Paterno lieh diesen Wortmeldungen nebenbei ein Ohr und gibt sie in seinem Artikel in Ausschnitten wieder. Ein echter Österreicher, wie er bekundete, hielt sein Rad neben mir an und meinte ungefragt, er habe damit nichts zu tun. Aber wenn Obama den Friedensnobelkreis kriegen kann, dann müsste ihn Hitler erst recht kriegen. Ein Ehepaar aus dem Norden Deutschlands näherte sich, er zackig: "Ist das das Haus?" Ich nickte nur.
Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass um diesen Hitler selbst vor seinem eigenen Geburtshaus ein großer Bogen gemacht wird? Wieder einmal gibt es anscheinend eine Braunauer Übereinkunft, auf den Namen zu verzichten. Der Mahnstein kommt ohne ihn aus, eine andere Kennzeichnung gibt es nicht, Interessenten müssen sich anderweitig informieren. Will man so Hitlers ungebrochen vorhandene Anhängerschaft im Zaum halten, die letzten November mit Bezug auf das Geburtshaus in Gestalt der Vikings Security Austria Division Braunau öffentlich feixte: "Wenn alles gut geht haben wir bald ein Vereinslokal!"
Nichts lässt sich bannen, wenn man Hitlers Namen ausblendet, wenn man sich allzu defensiv verhält, absolut nichts. Ich habe weder ausreichend Zeit noch ist hier der rechte Ort, Vorschläge zu referieren, wie sich besser, adäquater, souveräner, professioneller mit dieser Bürde umgehen ließe. Aber ich wüsste einiges zu raten. Meine Adresse ist bekannt.
In den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts waren es nicht zuletzt Schriftstellerkolleginnen und -kollegen, die intensiv gewarnt haben vor dem, was sich da am Horizont abzeichnete. Es ist ihnen zumeist nicht gut bekommen, sie wurden im KZ ermordet wie Jura Soyfer, Gertrud Kolmar oder Erich Mühsam, endeten durch Selbstmord wie Egon Friedell, Kurt Tucholsky oder Walter Benjamin, viele entkamen gerade noch rechtzeitig ins Exil wie Ödön von Horvath, tefan Zweig oder Bertolt Brecht.
Schriftstellerinnen und Schriftsteller stehen auch heute an vorderster Front jener, die sich intensiv mit der Sprache der Hetzer beschäftigen und vor fatalen Weichenstellungen warnen. Erst neulich wurde ich von Renate Welsh, der 80jährigen Präsidentin unseres Berufsverbandes, gebeten, mich aktiv an der Redaktion einer öffentlichen Stellungnahme zu beteiligen, die folgendermaßen lautet und mit einem Satz des Innenministers beginnt: „Ich glaube immer noch, dass der Grundsatz gilt, dass das Recht der Politik zu folgen hat und nicht die Politik dem Recht“, dozierte Innenminister Herbert Kickl im ORF-Report vom 22.1.2019. Dieser Grundsatz galt tatsächlich in unseligen Zeiten, als etwa die NSDAP Rechtsorgane schriftlich anherrschte, es sei „völlig abwegig und ausgeschlossen, dass die Staatsanwaltschaft die Gesetzmäßigkeit von Maßnahmen der Verwaltungsbehörde oder einer Parteidienststelle überprüft“, die Mord und Totschlag zur Folge hatten.
Die Politik hat in der Demokratie das Recht ohne Wenn und Aber zu respektieren, die in der Verfassung festgelegten Prinzipien der Gewaltentrennung und Rechtsstaatlichkeit sind zu garantieren. Österreichischen Parteien steht es frei, national und auf EU-Ebene für die Veränderung bestehender Gesetze um je nötige Mehrheiten zu werben. Wer allerdings das Völkerrecht aushebeln will, die Menschenrechtskonvention in Frage stellt und die Gewaltentrennung und Gleichheit vor dem Gesetz als Hindernis für seine Vorhaben begreift, ist als Innenminister untragbar. Herbert Kickl muss gehen, und zwar sofort. Soweit unsere Erklärung. Über dreihundert Schriftstellerinnen und Schriftsteller, praktisch alles, was Rang und Namen hat in Österreichs Literatur, stellten sich hinter diesen Text, der ein in meinem dokumentarischen Roman "Herzfleischentartung" vorkommendes Originalzitat enthält, mit dem die NSDAP jenen mutigen Oberstaatsanwalt bedrohte, der 1941 Licht in die Tötungsverbrechen der SA im NS-Arbeitserziehungslager Weyer-St. Pantaleon an der Grenze Salzburg-Oberösterreich bringen wollte. Mord und Totschlag werden darin verharmlosend als Maßnahmen einer Parteidienststelle bezeichnet, die sakrosankt bleiben müssen. Dass man für jedwede auch noch so begründete Äußerung, die nicht den Geschmack rechter Recken abbildet, von deren Seite Hass erntet, ist heutzutage längst ein Gemeinplatz. Auf der FPÖ-Fanseite war zu unserer Erklärung mit den Namen von 308 Autorinnen und Autoren längere Zeit der ebenfalls mit vollem Namen gezeichnete Eintrag eines sich im Netz einschlägig präsentierenden Mannes zu lesen, der jubelte: "Super jetzt haben wir eine Liste und wenn es dann soweit ist wissen wir wer abgeholt werden muss."
Was aus der Sachverhaltsdarstellung meines Berufsstandes an die Staatsanwaltschaft Innsbruck werden wird, wird sich weisen. Festzuhalten bleibt, dass es immer so anfängt: Zuerst kommen die Provokationen, dann das Dummstellen, das gezielte Verschieben der Grenzen des Sagbaren, die Kumpanei mit etwas weniger rechtsgerichteten Parteien, die um der Macht willen solche Grenzüberschreitungen, solches Hetzen tolerieren, dann folgen Drohungen, Einschüchterungen derer, die sich noch trauen, ein offenes Wort zu finden. An diesem Punkt sind wir wieder einmal angelangt. Was die Zukunft bringen wird, liegt an uns allen.
Gegen Ende meiner Rede möchte ich eines der Opfer selbst zu Wort kommen lassen, denen ich in "Herzfleischentartung" ein Denkmal gesetzt habe: Alwine Rosenfels, eine sogenannte einfache Frau, eine Sintiza, schrieb aus dem Zigeuneranhaltelager Weyer im Kreis Braunau einen letzten Brief. Darin heißt es u.a.: "Du kannst es dir nicht denken, wie es in mir ausschaut, da ich unter diesen Menschen sein muß (…), die an meinem Schicksal schuld sind. Ich meine oft, es drückt mir das Herz ab, liebe Mitzi. Teile dir auch mit, dass mein zukünftiger Mann in Wildshut in Arbeit steht und wegen unserer Trauung müssen wir noch warten. (…) Teile dir auch mit, dass Klein-Gitti krank ist, und es ist kein Wunder. Die Männer mussten von früh bis spät als Zwangsarbeiter an der Regulierung der Moosach schuften, um das Ibmer Moor trockenzulegen. Frauen und Kinder saßen untätig im Lager, Medikamente gab es keine, auch wenn, wie zur Zeit dieses Briefes ,gefährliche Krankheiten wie die kruppöse Lungenentzündung dort grassierten und ihren Tribut forderten."
Wovon träumte Alwine Rosenfels? Ihre Wünsche, ihre Hoffnungen waren sehr bescheiden. Sie träumte von einer Trauung mit ihrem zukünftigen Mann, von einer Genesung des kleinen Kindes, davon, den NS-Aufsehern nicht mehr ausgeliefert zu sein, die solches Unglück über sie gebracht, die ihr das Herz abgedrückt haben. Dabei war das erst der Anfang, keine Hochzeit, keine Freilassung. Mit 300 anderen bis dahin Überlebenden wurde Frau Rosenfels im November 1941 aus dem Kreis Braunau ins besetzte Polen in ein Zigeunerghetto deportiert und am 6. Jänner 1942 vergast. Offizielle, selbstverständlich erlogene Todesursache: Fleckfieber.
Anfechtung des Urteils des Oberlandesgerichtes Linz über die Höhe der Entschädigung für die Enteignung von Hitlers Geburtshaus
12. 04. 2019 Medienberichten zufolge gab Gerhard Lebitsch, Anwalt der früheren Eigentümerin des Hitlerhauses, bekannt, dass er für seine Mandantin die Entscheidung des OLG Linz nach Ostern beim Obersten Gerichtshof (OGH) in Wien anfechten wird.
https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/ex-besitzerin-von-hitlerhaus-ruft-obersten-gerichtshof-an;art4,3119769
Urteil des Oberlandesgerichtes Linz über die Höhe der Entschädigung für die Enteignung von Hitlers Geburtshaus
11. 04. 2019 Das Oberlandesgericht Linz hat mit seiner Entscheidung dem Rekurs der Finanzprokuratur gegen den Beschluss des Landesgerichtes Ried im Innkreis, mit dem die Republik Österreich zu weiteren Entschädigungszahlungen für die vom Gesetzgeber angeordnete Enteignung des Geburtshauses von Adolf Hitler in Braunau am Inn verpflichtet worden war, vollinhaltlich Folge gegeben. Mit der vom Oberlandesgericht Linz nun aufgehobenen Entscheidung des Landesgerichtes Ried im Innkreis war auf Antrag der gesetzlich enteigneten Voreigentümer der Liegenschaft, auf der das Hitler-Geburtshaus steht, die Entschädigungszahlung auf Grundlage eines Sachverständigengutachtens mit insgesamt € 1.508.000,00 festgesetzt worden. Der vom gerichtlichen Sachverständigen für die Liegenschaft ohne Berücksichtigung des Ertragswertes festgestellte Verkehrswert von € 812.000,00 wurde von der Republik Österreich als angemessener Entschädigungsbetrag anerkannt und bezahlt. Gegen die Festsetzung der Entschädigungszahlung mit einem Mehrbetrag von € 696.000,-- richtete sich der Rekurs der Finanzprokuratur vom 19.2.2019. Mit der Rechtsmittelentscheidung folgt das Oberlandesgericht Linz der Argumentation der Finanzprokuratur und hält fest, dass bei der Bemessung der Enteignungsentschädigung die Maßnahmen der Republik Österreich nicht zu berücksichtigen sind, die von der Republik Österreich vor der gesetzlich angeordneten Enteignung des Hitler Geburtshauses zum Schutz vor nationalsozialistischen Umtriebe gesetzt worden waren und der Entnazifizierung gedient hatten. Die Entscheidung des Oberlandesgerichtes Linz kann noch vom enteigneten Voreigentümer mit Rechtsmittel an den Obersten Gerichtshof angefochten werden. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190411_OTS0231/hitler-geburtshaus
https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/hitler-haus-republik-muss-doch-nicht-1-5-millionen-euro-zahlen;art4,3119686
https://ooe.orf.at/news/stories/2975542/
Urteil des Landesgerichtes Ried im Innkreis über Höhe der Entschädigung für die Enteignung von Hitlers Geburtshaus
05. 02. 2019 Laut Urteil des Landesgerichtes Ried im Innkreis stehen der enteigneten Eigentümerin nicht 310.000 Euro als Enteignungsentschädigung zu, sondern "insbesondere unter Berücksichtigung der Besonderheit, dass es sich beim Hauptgebäude um das Geburtshaus Adolf Hitlers handelt" 1,508 Millionen Euro. Die Finanzprokuratur habe noch nicht entschieden, ob sie beruft, womit das Urteil nicht rechtskräftig ist.
https://ooe.orf.at/news/stories/2962884/
https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/hitler-geburtshaus-ehemalige-eignerin-koennte-mehr-geld-bekommen;art4,3099191
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/adolf-hitler-geburtshaus-in-braunau-vorbesitzerin-soll-1-5-millionen-euro-erhalten-a-1251849.html
Streit um Höhe der Entschädigung für die Enteignung von Hitlers Geburtshaus
08. 11. 2018 Vor dem Landesgericht Ried ging es um die Höhe der Entschädigung, die der früheren Eigentümerin für die enteignete Liegenschaft zustehen soll. Die Republik Österreich hatte aufgrund eines Schätzgutachtens 310.000 Euro bezahlt, der Eigentümerin war das zu wenig. Die beiden Streitparteien signalisierten vor Schluss der Verhandlung keinen Willen zu einer Einigung. Die Republik zeigte zwar Bereitschaft eine "angemessene" - höhere als die bisherige - Entschädigung zu bezahlen, schien aber nicht zu einer Abgeltung der "Sonderbedeutung" des Hauses zu neigen. Der Anwalt der Ex-Eigentümerin, Gerhard Lebitsch, argumentierte jedoch damit, dass die Liegenschaft gerade wegen dieser enteignet worden sei, und verlangte deshalb die Variante mit dem höchsten Schätzwert 1,5 Mill. Euro, abzüglich des bisher Bezahlten, somit rund 1,2 Millionen Euro. Der Richter stellte abschließend fest, er werde ein schriftliches Urteil verfassen, sei aber überzeugt davon, dass wegen der fehlenden Kompromissbereitschaft die nächste Instanz damit befasst werde.
https://ooe.orf.at/news/stories/2946047/
https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Hitler-Geburtshaus-Enteignungsstreit-vor-Urteil;art4,3057699
Enteignung von Hitlers Geburtshaus durch Gesetz ist nicht verfassungswidrig
30.06.2017. Der Verfassungsgerichtshof hat über den Antrag, das Bundesgesetz über die Enteignung der Liegenschaft Salzburger Vorstadt Nr. 15, Braunau am Inn, BGBl. I 4/2017, als verfassungswidrig aufzuheben, gemäß Art. 140 des Bundes-Verfassungsgesetzes zu Recht erkannt:
Der Antrag, das Bundesgesetz über die Enteignung der Liegenschaft Salzburger Vorstadt Nr. 15, Braunau am Inn, BGBl. INr. 4/2017, zur Gänze aufzuheben, wird hinsichtlich § 1, § 3 Abs. 3 und § 5 dieses Gesetzes abgewiesen. Im Übrigen wird der Antrag zurückgewiesen.
Entscheidungsgründe: I. Zur Zulässigkeit
Mit Beschluss vom 16. Februar 2017 bewilligte das Bezirksgericht Braunau am Inn auf Grund des genannten Gesetzes die Vormerkung des Eigentumsrechts für die Republik Österreich der in Rede stehenden Liegenschaft. Gegen diesen Beschluss erhob die Antragstellerin Rekurs und stellte den vorliegenden Antrag auf Aufhebung des dem Beschluss zugrunde liegenden Gesetzes.
Darin begehrt sie, dieses Gesetz zur Gänze als verfassungswidrig aufzuheben. Dabei übersieht sie jedoch, dass im Verfahren zur Vormerkung der Übertragung des Eigentums im Grundbuch nicht sämtliche Bestimmungen des Gesetzes anzuwenden sind. Dies trifft vielmehr nur auf die §§ 1, 3 Abs. 3 und 5 zu. Im Übrigen ist der Gesetzesprüfungsantrag daher als unzulässig zurückzuweisen.
II. In der Sache:
A. Zur behaupteten Verletzung rechtsstaatlicher Grundsätze und des Rechts auf ein faires Verfahren.
Der Verfassungsgerichtshof hat bereits mehrfach, beginnend mit einem Erkenntnis aus dem Jahr 1956 (VfSlg. 3118/1956), ausgesprochen, dass weder unter dem Gesichtspunkt der Rechtstaatlichkeit noch unter dem Gesichtspunkt der Gewaltentrennung Bedenken dagegen bestehen, dass die Rechtsform des Gesetzes auch für eine Enteignung genutzt wird.
Der Verfassungsgerichtshof vermag im vorliegenden Fall auch keinen Missbrauch der Gesetzesform zu erkennen. Dadurch, dass die Enteignung unmittelbar durch Gesetz verfügt worden ist, wurde nämlich die Rechtsstellung der Antragstellerin nicht verschlechtert, also nicht anders berührt, als wenn die Enteignung auf Grund eines Gesetzes durch einen Verwaltungsakt ausgesprochen worden wäre.
Ein verfassungsrechtlich verpöntes Sonderopfer liegt gleichfalls nicht vor. Steht doch außer Frage, dass das Geburtshaus Adolf Hitlers – wie die vom Bundesminister für Inneres eingesetzte Interdisziplinäre Kommission zum historisch korrekten Umgang mit dem Geburtshaus Adolf Hitlers wiederholt hervorhebt – gegenüber anderen historisch belasteten Objekten ein "besonderes Identifikationspotential" aufweist, weshalb ein Vergleich mit anderen historisch belasteten Gebäuden von vornherein ins Leere geht. Eine unsachliche Ungleichbehandlung ist daher auszuschließen.
Gemäß Art. 6 Abs. 1 EMRK hat jedermann Anspruch darauf, dass seine Sache öffentlich und innerhalb einer angemessenen Frist von einem unabhängigen und unparteiischen, auf Gesetz beruhenden Gericht gehört wird, das über seine zivilrechtlichen Ansprüche und Verpflichtungen entscheidet.
Im Fall des hier angefochtenen Enteignungsgesetzes wurde dieser Anspruch durch das Verfahren – eine öffentliche mündliche Verhandlung einschließend – vor dem Verfassungsgerichtshof, dem im Gesetzesprüfungsverfahren volle Kognitionsbefugnis iSd Art. 6 EMRK zukommt, erfüllt.
B. Zur behaupteten Verletzung des verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechts auf Eigentum
Eine Enteignung ist nach ständiger Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes nur dann zulässig, wenn sie durch das öffentliche Interesse geboten ist. Dies ist nur dann der Fall, wenn ein konkreter Bedarf vorliegt, dessen Deckung im öffentlichen Interesse liegt, wenn das Objekt der Enteignung überhaupt geeignet ist, den Bedarf unmittelbar zu decken, und wenn es unmöglich ist, den Bedarf anders als durch Enteignung zu decken. Ist eine Enteignung nicht im Sinne eines derart verstandenen öffentlichen Interesses notwendig, so liegt eine Verletzung des verfassungsgesetzlich gewährleisteten Eigentumsrechtes vor.
Der Verfassungsgerichtshof hat wiederholt ausgesprochen, dass die kompromisslose Ablehnung des Nationalsozialismus ein grundlegendes Merkmal der 1945 wiedererstandenen Republik Österreich ist.
Durch den im Verfassungsrang stehenden Art. 9 des Staatsvertrages von Wien, BGBl. 152/1955, ist die Republik Österreich überdies auch völkerrechtlich verpflichtet, alle Spurendes Nazismus zu entfernen, um zu gewährleisten, dass nazistische Organisationen nicht in irgendeiner Form wieder ins Leben gerufen werden. Diese völkerrechtliche Verpflichtung umfasst auch die Verantwortung der Republik, alle Maßnahmen zu setzen, um nazistische Tätigkeit und Propaganda zu verhindern, um damit sicherzustellen, dass eine politische Propaganda mit diesen inhaltlichen Tendenzen nicht einmal ansatzweise ihre Ideen verbreiten kann, damit das demokratische System dadurch nicht bedroht werde.
Der Verfassungsgerichtshof geht davon aus, dass das bundesverfassungsgesetzliche Wiederbetätigungsverbot des § 3 VerbotsG und das bundesverfassungsgesetzliche Verbot nazistischer Tätigkeit, wie es sich aus Art. 9 Z 1 StV Wien ergibt, als umfassende Verbote zu verstehen sind, deren Übertretung zu sanktionieren ist (Art. 9 Z 3 StV Wien), die aber auch über diese Verpflichtung zur strafrechtlichen Sanktionierung hinaus von rechtlicher Bedeutung sind. Diese weitergehende Bedeutung korrespondiert mit der Verpflichtung der Republik Österreich, wie sie in Art. 10 des Staatsvertrages von Wien als Auftrag an den Gesetzgeber enthalten ist, die in Art. 9 des Staatsvertrages von Wien festgelegten Grundsätze aufrechtzuerhalten.
Der Verfassungsgerichtshof ist daher der Auffassung, dass der historische Kontext Österreichs allen Staatsorganen eine besondere Verantwortung im Umgang mit der Unterbindung von (neo-)nationalsozialistischem Gedankengut gebietet.
Die enteignete Liegenschaft ist erwiesenermaßen geeignet, als "Pilger"- oder Identifikationsstätte zur Pflege (neo-)nationalsozialistischen Gedankengutes besucht zu werden; in dieser Hinsicht kommt ihr sogar ein "Alleinstellungsmerkmal" zu. Die damit verbundene besondere Symbolkraft kann nachhaltig und effektiv nur beseitigt werden, wenn es zu einer tiefgreifenden architektonischen Umgestaltung kommt, die dem Objekt den Wiedererkennungswert und die Symbolkraft nimmt.
Da Besuche dieser Liegenschaft auch oder geradezu regelmäßig von rechtsextremen Gruppierungen und Personen zur Verherrlichung der in Österreich verfassungsrechtlich verpönten Ideologie des Nationalsozialismus genutzt werden oder werden könnten, ist der Staat verpflichtet, selbst sicherzustellen, dass dieser strafrechtlich verbotene Missbrauch nicht stattfinden kann.
Dass dies von vornherein zu unterbinden im öffentlichen Interesse liegt, wurde auch vom Vertreter der Antragstellerin in der mündlichen Verhandlung nicht bestritten. Entscheidet sich also der Gesetzgeber für eine Enteignung durch Gesetz, so liegt dies im öffentlichen Interesse, weil nur die uneingeschränkte Ausübung des Eigentumsrechts eine Nutzung der Liegenschaft iSd Empfehlung des Abschlussberichtes der vorhin genannten Kommission gewährleistet. Eine derartige Nutzung erlaubt es der Republik, ihrer Verpflichtung nachzukommen, jegliche nationalsozialistische Wiederbetätigung und bejahende Gedanken an den Nationalsozialismus dauerhaft zu unterbinden. Daher ist der Bedarf zur Enteignung gegeben.
Auch ist die im öffentlichen Interesse liegende Enteignung nicht schon deshalb unverhältnismäßig, weil die mit der Enteignung verfolgten Ziele allenfalls auch anders erreicht werden könnten. Nur durch die Enteignung der gesamten Liegenschaft ist nämlich sichergestellt, dass Maßnahmen entsprechend den Nutzungsempfehlungen der mehrfach genannten Kommission überhaupt umgesetzt werden können. Nur der Eigentümer hat gemäß § 354 ABGB das Recht, mit der Substanz und Nutzung einer Sache nach Willkür zu schalten, was jedoch zur Umsetzung dieser Empfehlungen notwendig ist. Zudem musste sichergestellt werden, dass das in Rede stehende Grundstück nicht an Dritte verkauft wird. Dass sich die Republik Österreich bereits mehrfach erfolglos um den käuflichen Erwerb des Grundstücks bemüht hat, ist belegt.
Schließlich erfolgt die Enteignung nicht ohne Entschädigung. § 3 des bekämpften Gesetzes sieht vielmehr ausdrücklich vor, dass für die Enteignung des Grundstücks eine Entschädigung gebührt, die durch Bescheid des Bundesministers für Inneres festzusetzen ist.
Die Antragstellerin ist daher durch das angefochtene Gesetz auch nicht im verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht auf Eigentum verletzt. (Verfassungsgerichtshof Österreich, G53/2017)
Verfassungsgerichtshof entscheidet über Enteigung Hitler-Haus
26.06.2017. Der Verfassungsgerichtshof verhandelte am 22.06.2017 in einer öffentlichen Sitzung über den Einspruch der Besitzerin des Hitler-Geburtshauses gegen die im Herbst 2016 im Nationalrat beschlossene Enteignung. Die Entscheidung des VfGH wird in den nächschten Wochen in einer schriftlichen Urteilsbegründung erwartet. ORF OÖ, 22.06.2017
Hausbesitzerin klagt gegen Enteignung
03.02.2017. Im Herbst 2016 beschloss der Nationalrat die Enteignung des Geburtshauses von Adolf Hitler. Gegen diesen Beschluss hat die Eigentümerin beim Verfassungsgerichtshof (VfgGH) einen Individualantrag eingelegt.
Abriss von Hitlers Geburtshaus ist vom Tisch
15.12.2016. Das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau wird nicht abgerissen, sondern saniert und einer sozialen Nutzung zugeführt. Das teilte der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer nach einem Arbeitsgespräch mit Innenminister Wolfgang Sobotka und Bürgermeister Johannes Waidbacher (alle ÖVP) mit. Nun könnte wieder die Lebenshilfe einziehen, die bereits früher in dem Gebäude eine Tagesheimstätte betrieben hat. Die Presse, 15.12.2016
Enteignung von Adolf Hitlers Geburtshaus im Nationalrat beschlossen
14.12.2016. Hinter dem Tagesordnungspunkt der heutigen Nationalratssitzung Enteignung der Liegenschaft Salzburger Vorstadt Nr. 15, Braunau am Inn verbirgt sich ein Stück österreichische Zeitgeschichte. Der Nationalrat hat entsprechend einer Regierungsvorlage beschlossen, dass das Geburtshaus Adolf Hitlers in Braunau am Inn enteignet wird. Im Plenum und bereits zuvor im Innenausschuss des Nationalrats wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass eine vertragliche Lösung mit der Besitzerin der Liegenschaft – trotz jahrelanger Bemühung – nicht möglich gewesen sei. Parlamentskorrespondenz Nr. 1416 vom 14.12.2016
Innenausschuss macht Weg für Enteignung von Hitlers Geburtshaus frei
01.12.2016. Der Innenausschuss des Nationalrats hat grünes Licht für die Enteignung von Hitlers Geburtshaus in Braunau gegeben. Neben den Koalitionsparteien stimmten auch die Grünen und die NEOS einem entsprechenden Gesetzentwurf von Innenminister Wolfgang Sobotka zu. Durch die Enteignung will man verhindern, dass das Haus eine Pilgerstätte für Neonazis bzw. Rechtsextremisten wird. Die weitere Verwendung des Gebäudes ist noch offen, in Frage kommt laut Sobotka sowohl eine Nutzung für sozialpädagogische Einrichtungen als auch für Verwaltungseinheiten. Er habe das Land Oberösterreich und die Gemeinde Braunau um entsprechende Vorschläge gebeten. Baulich soll das Gebäude jedenfalls so umgestaltet werden, dass es sich nicht mehr als Erinnerungsort eignet. Parlamentskorrespondenz Nr. 1337 vom 30.11.2016
Abschlussbericht der Kommission zum historisch korrekten Umgang mit dem Geburtshaus Adolf Hitlers
18.10.2016. Die vom Bundesministerium für Inneres eingesetzte Kommission über die zukünftige Nutzung des Geburtshauses von Adolf Hitler empfiehlt in ihrem abschließenden Bericht folgende Möglichkeiten: (1) einer sozial-karitativen oder behördlich-administrativen Nutzung der Liegenschaft den Vorzug zu geben,
(2) dieses Objekt keiner Nutzung zuzuführen, die eine weitere Assoziierung mit der Person Hitlers oder Identifikation mit dem Nationalsozialismus in irgendeiner Form begünstigen könnte, wie dies insbesondere durch eine Musealisierung oder auf andere Weise durch eine dauerhaft betonte Verbindung mit der Person Hitlers der Fall sein kann und
(3) eine tiefgreifende architektonische Umgestaltung vorzunehmen, die dem Gebäude den Wiedererkennungswert und damit die Symbolkraft entzieht. Hier der komplette Abschlussbericht der Kommission
Expertenkommission gegen Abriss des Geburtshauses von Adolf Hitler
29.09.2016. Eine von der Wiener Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission hat sich auf Eckpunkte geeinigt, was aus dem Geburtshaus Adolf Hitlers in Braunau werden soll. Der Abschlussbericht der Kommission wird einen Abriss des Gebäudes ablehnen und stattdessen empfehlen, einen neuen Mieter für die Immobilie zu suchen. Dies berichtet FOCUS-ONLINE.
Hitler Geburtshaus: Aufhebung des Denkmalschutzes durch die Hintertür?
12.07.2016. In einer Presseaussendung kritisiert die Initiative Denkmalschutz im Zusammenhang mit der geplanten Enteignung des Hitler Geburtshauses das Enteignungsgesetz. Jetzt stelle sich heraus, so die Initiative, dass es bei der geplanten Enteignung des Geburtshauses von Adolf Hitler in Braunau am Inn nicht nur um die Eigentumsübertragung an die Republik geht, sondern auch -verklausuliert formuliert - um die Aufhebung des Denkmalschutzes (§2:"stehen behördliche Anordnungen zur Erhaltung der darauf errichteten Gebäude, die auf bundesgesetzlichen Grundlagen beruhen, nicht entgegen"). Umso erstaunlicher als sich Bundesminister Wolfgang Sobotka zwar "privat" zu einem möglichen Abbruch geäußert hat, "sein" Bundesministerium für Inneres bei der Ankündigung der Begutachtung aber mit keinem Wort die geplante Aufhebung des Denkmalschutzes erwähnt, der einen solchen Abriss erst ermöglicht (OTS, 27.5.).
Es spricht die Ideenarmut der Bundesregierung die Entmachtung des Bundesdenkmalamtes anzustreben und diesem die Kompetenz zu entziehen. Welche Denkmalschutzaufhebungen werden als nächstes kommen? Die Initiative Denkmalschutz wird eine weitere Durchlöcherung des ohnehin schwachen Denkmalschutzes in Österreich nicht akzeptieren. Initiative Denkmalschutz
Eine Chance für Braunau
21.06.2016. Mag. Herbert Vytiska, langjähriger Sprecher des früheren ÖVP-Chefs Alois Mock, sieht in einem Kommentar in der Tageszeitung "Die Presse" in der Nutzung des Geburtshauses von Adolf Hitler eine Chance für Braunau. Mag. Vytiska schlägt vor, das Haus als Gedenkstätte einzurichten, die die Geschichte des Nationalsozialismus von seiner Entstehung in der Zwischenkriegszeit bis zur Machtübernahme der NSDAP dokumentiert. Er begründet diese Idee damit, dass es in Österreich neben dem KZ-Mauthausen und der Figurengruppe vor der Albertina nur noch ein paar weitere kleinere Plätze, Gedenktafeln und Schauräume gibt, die an die NS-Zeit und deren Gräuel erinnern. Siehe Pressearchiv - bislang erschienene TV-, Radioberichte, Presseartikel.
Geburtshaus Adolf Hitler soll abgerissen werden
14.06.2016. Eine rechtlich kaum durchsetzbare Idee beschäftigt die Medien: Nach einer "privaten" Meinung von Innenminister Wolfgang Sobotka könne er sich den Abriss des Geburtshauses von Adolf Hitler vorstellen. Er bezeichnet dies als "sauberste Lösung". Dass ein Abriss des denkmalgeschützten Haus nur äußerst schwer durchführbar sei, ließ der Innenminister unerwähnt. In den Medien sorgte die Äußerung des Innenministers dennoch für enormes Echo. Hier weitere Informationen.
27. Braunauer Zeitgeschichte-Tage: "1968"
21.09.2018. Die diesjährigen Braunauer-Zeitgeschichte-Tage vom Freitag 28. bis Sonntag 30. September, beschäftigen sich mit "1968". Das Thema bezieht sich nicht nur auf das konkrete Jahr, sondern "1968" steht auch als Chiffre für eine Umbruchszeit, die viele Lebensbereiche betraf und in vielen Ländern, auch unter gegenseitiger Beeinflussung, wirksam wurde. Das Eintreten gegen Repression in aller Welt einte viele - der Krieg in Vietnam brachte eine weltweite Friedensbewegung hervor, die gewaltsame Unterdrückung des "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" durch den Einmarsch in der Tschechoslowakei bedeutete einen Pyrrhussieg der Sowjetunion. Gerade aber die individuellen alltagshistorischen und popkulturellen Assoziationen machen einen wesentlichen Teil des Bildes von "1968" aus. Es ist, je nach Sichtweise, Verdienst oder Schuld der 68er, die althergebrachten strengen Gepflogenheiten aufgeweicht und die Umgangsformen gelockert zu haben. Die prinzipielle Forderung nach Emanzipation berührte auch die Frage von Geschlechterrollen und Sexualmoral, von alternativen Modellen des Zusammenlebens und Kindererziehung, von Wertevermittlung und Umgang mit der "Vätergeneration".
Das Programm im Detail: [1]
26. Braunauer Zeitgeschichte-Tage: Religion und Moderne"
21.08.2017. Die diesjährigen Braunauer-Zeitgeschichte-Tage vom Freitag, 22., bis Sonntag, 24. September, beschäftigen sich mit dem Thema "Religion und Moderne". Angesichts der zunehmenden politischen Instrumentalisierung der Religionsfrage werden einerseits die Dialoge zwischen den Religionen und andererseits jene zwischen den staatlich gestaltenden und den religiösen Kräften Momente von zentraler Bedeutung und Herausforderung sein, wenn es um die Sicherung des sozialen Friedens und der politischen Stabilität in Europa geht.
Im Rahmen der Tagung wird der Egon Ranshofen-Wertheimer-Preis 2017 an Botschafter a. D. Dr. Paul Leifer vergeben, der 1973 nach dem Militärputsch in Chile zahlreiche politisch Verfolgte in der österreichischen Botschaft aufnahm und ihnen die Ausreise nach Österreich und damit die Rettung ermöglichte. Das Programm im Detail: [2]
Studiogespräch mit Gerhard Baumgartner
12.07.2016. In der ZIB 24 spricht der wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, Gerhard Baumgartner, mit Roman Rafreider über die Diskussion des Geburtshauses von Hitler. Hier das Gespräch
Nach intensiven Recherchen steht fest: Hitlers Biographien sind fehlerhaft
31.05.2016. Mit Adolf Hitlers Kindheit und Jugend haben sich Dutzende Biografen beschäftigt. Aber alle diese Werke haben eines gemeinsam: sie sind in einigen Details korrekturbedürftig, wie der Braunauer Historiker Mag. Florian Kotanko jetzt nach der Sichtung aller Unterlagen im Archiv der Stadtpfarre Braunau herausgefunden hat. Hier weitere Informationen.
Geburtshaus Hitlers: Innenministerium bringt Gesetz für Enteignung in Begutachtung
28.05.2016. Die Eigentümerin des Grundstücks, auf dem das Geburtshaus Hitlers steht, soll enteignet werden. Das dafür notwendige Bundesgesetz ging am 27. Mai 2016 in Begutachtung. Das Innenministerium hat das Gebäude seit 1972 gemietet. Es ist bestrebt zu verhindern, dass das Geburtshaus Hitlers eine "Pilger- oder Gedenkstätte" für Menschen wird, die nationalsozialistischem Gedankengut verhaftet sind. Das ist im Rahmen eines Mietverhältnisses jedoch nicht auf Dauer möglich.
Braunau-history stellt Details von Hitler-Biographien in Frage
26.04.2016. Die jüngsten Recherchen von Mag. Florian Kotanko, braunau-history.at, werden zweifelsohne für eine lebhafte Diskussion zu allen vorliegenden wissenschaftlichen Biographien von Adolf Hitler führen. Denn manches, was in diesen Schriften festgehalten ist, kann nach diesen neuen Erkenntnissen nicht mehr als „wissenschaftlich gesichert“ definiert werden. Hier weitere Informationen.
KZ-Verband/VdA OÖ begrüßt geplante Enteignung
15.04.2016. Der Landesverband Oberösterreich der AntifaschistInnen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus (KZ-Verband/VdA OÖ) begrüßt die schon längst überfällige Enteignung des Hitler-Geburtshauses in Braunau/Inn. KZ-Verband/VdA OÖ, 09.04.2016
Großes Medienecho um geplante Enteignung
14.04.2016 Die vom Innenministerium geplante Enteignung des Geburtshauses von Adolf Hitler sorgt in den nationalen und internationalen Medien für großes Echo Siehe Pressearchiv, Kapitel: Bislang erschienene TV-, Radioberichte, Presseartikel
Innenministerium plant Enteignung von Hitlers Geburtshaus
11.04.2016. Die OÖN berichten in ihrer Ausgabe vom 09.04.2016, dass das Innenministerium konkret die Enteignung des Hitlers Geburtshaus plane. Karl-Heinz Grundböck, der Sprecher des Ministeriums, bestätigte gegenüber den OÖNachrichten: "Das Innenministerium hat entschieden, den Weg der Enteignung konkret zu prüfen und auch mit entsprechenden legistischen Maßnahmen vorzugehen. Es gibt dazu Gespräche mit dem Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes. OÖN, 09.04.2016
25. Braunauer Zeitgeschichte-Tage: Bilder der Macht - Macht der Bilder
Die 25. Braunauer Zeitgeschichte-Tage vom 23. bis 25. September 2016 beschäftigen sich mit dem Thema „Macht der Bilder - Bilder der Macht.“ "Bilder" entstehen in konkreten Situationen, sind arrangiert oder einem alltäglichen, natürlichen Zeitablauf"entnommen". Die Situationsbedingtheit betrifft natürlich auch die handelnden Personen (verantwortlich z. B. für Bildauswahl, Fotografie, Regie, Filmschnitt; abgebildete Personen, Schauspieler/innen). Veröffentlichte Bilder manifestieren, was in einer Gesellschaft in einer bestimmten historischen Periode als abbildungswürdig, als normal, als abweichend, als schön oder hässlich angesehen wurde und wird. Daher sind Bilder, Bildtitel, Filmtexte immer auch Elemente von Meinungsbildung und -beeinflussung. Wie weit sind also Film und Fotografie wirklich dokumentarische Medien, die lediglich zeigen, "was da ist"? Geschieht nicht doch Instrumentalisierung für bestimmte, vielleicht staatlich vorgegebene, Zwecke? Diese Fragen betreffen alle Betrachtenden, wenn sie intensiver "hinter ein Bild" schauen wollen. Parallel zur Tagung ist eine Ausstellung in der Gugg-Galerie gestaltet. Veranstaltungsort: GUGG Kulturhaus Stadt Braunau, Palmstr. 4, 5280 Braunau VERANSTALTER: Verein für Zeitgeschichte Braunau. Das detaillierte Programm
Themendabend#2: Städtebau während der NS-Zeit am Beispiel von Braunau
16.01.2016. Der Stadtverein Braunau bemüht sich erfreulicherweise und konsequent, bislang unbekannte Aspekte von Braunau wissenschaftlich zu bearbeiten und einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.Den neuesten Beweis für diese Aktivitäten liefert der Themenabend#2 am Mittwoch, 27. Jänner, 19.00 Uhr, GUGGG-Kulturhaus Braunau, der sich mit dem Städtebau während der NS-Zeit am Beispiel der Stadt Braunau beschäftigen wird.
Othmar Plöckinger: Frühe biografische Texte zu Hitler. Zur Bewertung der autobiografischen Teile in "Mein Kampf"
08.01.2016. Anlässlich der ab Anfang 2016 rechtlich möglichen Neuauflage von "Mein Kampf" verweist braunau-history auf die wissenschaftlichen Ausführungen des Salzburger Historikers Othmar Plöckinger (2010), der auch Mitglied des Herausgeberteams der kommentierten Ausgabe von "Mein Kampf" (Institut für Zeitgeschichte München, 2016) ist. Dass es eine der Grundanstrengungen von Hitlers Leben gewesen sei, die eigene Person zu verhüllen wie zu verklären, schrieb schon Joachim Fest. Kaum eine Person der Weltgeschichte habe sich so konsequent stilisiert und im Persönlichen unauffindbar gemacht wie er. Wie aber verlief dieser Prozess, wann begann er? Welche Aspekte seiner Biografie wurden von Hitler in den Vordergrund geschoben, welche abgeschwächt und welche ganz verschwiegen? Und welche Rolle spielte schließlich Hitlers Umgebung bei der Ausbildung von Topoi, die seit 1933 zum Allgemeingut einer ganzen Gesellschaft werden sollten? All diese Fragen beleuchtet Othmar Plöckinger. Für Braunau als Geburtsstadt Hitlers sind manche Aspekte bekannt, etliche Details bedürfen aber noch der Klärung - das Team von braunau-history arbeitet daran. Ploeckinger.pdf
24. Braunauer Zeitgeschichte-Tage: Schicksalsort Lager
14.09.2015. Aktueller denn je ist das schon vor längerer Zeit festgelegte Thema der diesjährigen Braunauer Zeitgeschichte-Tage: Vom 25. bis 27. September wird das Thema "Schicksalsort Lager" behandelt. Die Eröffnungsrede am Freitag, 25. September, hält der Berliner Historiker Christoph Jahr. Auch der ORF-Journalist Fritz Orter wird referieren.
Frankfurter Allgemeine: Das lange Warten auf den Befreiungsschlag
13.08.2015. In einem ausführlichen Artikel beschäftigt sich die international renommierte Frankfurter Allgemeine Zeitung mit der Frage, warum 70 Jahre nach Kriegsende noch immer keine Lösung für das Geburtshaus von Adolf Hitler gefunden wurden. Hier der gesamte Artikel: F.A.Z., 11.08.2015
Chris Brandner’s diary on the visit of David and Judith Barry
22.05.2015. Following months of research by Mag. Florian Kotanko and weeks of preparation by members of the “Stadtverein” and also by a dear friend Lee Thomas in the US, finally our guests David and Judith Barry from Marblehead, Massachusetts, are about to arrive. Even the “Boston Globe” picked up our story on how the whole project developed and had a telephone interview with us, before Tom Farragher (columnist of the “Globe”) interviewed the Barrys for their article. Florian and I had a very open discussion with Tom by phone on May, 8th. It went very well we thought. We spoke for about 45 minutes with each other. Tom posed a number of interesting questions. First of all he tried to understand, why we are doing all that. Within a relatively short time we hope we could make it clear to him why we are involved and what our issues are. People tend to forget and families tend toproduce sagas and most politicians are opportunists. This is a very unhealthy basis for crazy youngsters to start again with similar or even the same idiotic and scary slogans of the Nazis. Therefore it is one of the goals of the Verein für Zeitgeschichte , the Stadtverein Braunau and the duty of our generation to do their best to keep the memories, good and bad, alive and do not allow grass to grow over our Nazi past, as so many do wish.
For men who felt and thought like my father, the end of the war surely was welcome, but for them it was difficult to accept to call their total military defeat liberation as we, from the next generation, easily can do now. Many Austrians were victims but many also were perpetrators. Sometimes it is very hurtful to remember honestly and to learn from the past.
The first day of the visit May, 13th
Flughafen München, Erich Marschall waiting for David and Judy
Flughafen München, David and Judy arrived
Please, a smoke
Ingo (li.) and Christian welcome (re.) David and Judy in Braunau
David and Judy with Barbara Doppler, Palmpark Braunau
David and Judy with Elisabeth, Palmpark Braunau
Tom has sent his article in the “Globe” to us. It is written very well. We are happy to get this support in the States. Erich and I went to Munich to pick-up the Barrys. They arrived without problems. David surprised me already at the airport when we by passed some old timer planes like the Super Constellation, when he pointed out inclear German - and this is a Junkers 52 called the “Tante Ju”. We had a very intensive and cordial day learning to know each other quickly: no difficulty considering their open, cordial and modest personality. Lee’s preparative work for both sides was decisive for an easy start. The Barrys only had good words for her. During lunch at the "Gugg Lounge” they met with Ingo, president of our association. After David and Judy had left for a short rest, Erich, Ingo, some helpers and I celebrated Ingo’s birthday to come next day. Dinner was taken at the Schnaitl’s Stadtwirtshaus where Florian and Elisabeth also joined us. Erich, Florian and Elisabeth took David and Judy along to a session of boule in the Palm Park. Here they happened to meet Barbara Doppler - the diary of her family gave the first hint at the fate of one American soldier who died when crossing the River Inn in May 1945. This made Florian starting his research and opened the way to Dave and Judith.
The second day May, 14th
David and Judy, Braunau
David and Judy, Inn-Salzachblick
David and Judy, Burghausen
David and Judy, brewery Bogner
David and Judy, Helmut
Thursday morning Florian, Erich and I met David and Judy at ten for a sight-seeing stroll through Braunau. At lunch time we left for Burghausen. On the way we showed them the location of the POW camp, Inn Salzach Blick and then the magnificent view of Burghausen and the castle. Weißwurst for lunch and then the one mile walk through the longest castle of the world. We were surprised how well David managed to walk all the way. The weather also was ok.
The evening at Bogner’s (our local pub) was wet of beer and tears. Florian, Elisabeth, Gitti and Oliver, Erich and his sons and Heidi and I attended. Bogner as there presentative of the local veteran’s association gave Judy and David a small present that moved them very much. Brass music played like crazy around our table in the garden, so we escaped into the inn for dinner where we were encountered with a group of people celebrating with very intensive harmonicaplay and hefty singing. So after the meal we finished the evening off in another more quiet room. David and Judy simply were overwhelmed with all the info, people and sights. It will need some time for them to digest. So tomorrow we will have the official programme. Let’s see ..
The third day May, 15th
Corp. Clifford Barry
David and Judy, press conference
David and Mayor Waidbacher, press conference
Brief Town of Marblehead MA Board of Selectmen
David signs the book of honour
Judy signs the book of honour
Mayor Waidbacher signs the book of honour
the book of honour
Florian signs the book of honour
David and Judy, members of city of braunau
Commemoration on the bridge
David dropped a bouquet of flowers into the river
Interviews to the Austrian national TV
ceremony in front of Hitler’s birthplace
District governor Georg Wojak
Mayor Hannes Waidbacher
David and Harry Buchmayr MP
Hr. Schinwald, Hr. Bogner, veteran’s association, David and Judy
David and Judy, Mahnstein in front of Hitler’s birthplace
The official parts of today also went very well. David and Judy at times fought their tears, but at the end everyone was impressed and happy, a memorable day. It started at the city hall with a welcoming message by the mayor Hannes Waidbacher to the press, dignitaries of the local government and us from the “Stadtverein”, then Florian held his presentation on his research and its outcome. The following questions of the press showed a lot of interest but they were considerate and not too inquisitive. Most went in English so I did not have to say or translate too much. David gave very good answers and statements on his pilgrimage, as he calls it, signatures were given in the book of honour. The page was designed by Ingo, the president of our society, who could not attend due to private obligations. The book was signed by the Barrys, the mayor, the district governor and - on an extra page - by all guests present .
Then we went out to the River Inn, to the middle of the bridge to commemorate David’s father’s death. David did not mind the press and TV team to follow. A short ceremony, prayers etc. was held by our local priest Jan Lange, he found some very nice words for David and Judy, all in English, a minute of silence, then David dropped a bouquet of flowers down into the again very fast flowing river, he obviously and understandably was very moved. The bouquet floated very well with flowers up, so we could watch it nearly all the way down to the railway bridge. The fast flowing current let us easily imagine how these soldiers had to fight in 1945 to keep this feeble pontoon bridge intact, not designed for an alpine river.
Interviews were given to the Austrian national TV at the near end of the bridge, lunch with the mayor in Wolfgruber's Altdeutsche Weinstube, one of the oldest inns in Braunau followed. David was not very impressed as he himself lives in a house built at about the same time, very remarkable for America we remarked.
In the late afternoon the commemoration ceremony in front of Hitler’s birthplace took place. It seemed to be easy on David. I introduced him and Judy to all the dignitaries present and they were welcomed warmly as guests of honour. One hour of speeches and chorales followed. David’s father and the decisivepart Americans played on our way to democracy and freedom was mentioned several times. The evening in the very crowded Ober’s inn with some 100 delegates from the Austrian UN peace keepingforce who also attended the commemoration service earlier, was ok.
The fourth day May, 16th
Trip to Salzburg
Mirabellplatz, Judy in the Zwergerlgarten
David and Judy, Schloss Mirabell
David and Judy, horsedrawn carriage
David and Judy, Augustiner Müllnerbräu
David and Judy, Train Salzburg-Braunau
Our trip by train to Salzburg went well and even the weather was perfect. Erich’s wife Doris and son Florian and also Heidi attended the tour to give it a more personal touch. Again and again David surprised us with his in depth knowledge of history and even with the knowledge of some basic German! After a while of sight-seeing in Salzburg both David and Judy did show signs of exhaustion. We hardly managed to coax them up into the Stiegl Bräu for lunch. There we enjoyed good goulash and a magnificent view down to the inner town of Salzburg. Considering David and Judy’s signs offatigue we decided to send them off on a romantic tour of the city in a horsedrawn carriage and on their own. We made sure the coachman we selected did speak English to explain if needed. The day was finished off at the Müllnerbräu, an ancient brewery of a monastery. Even though both are no beer drinkers, we thought it to be an interesting place for Dave and Judy to see and a good excuse for us to have a couple of beers. On the railway trip home we all realised how exhausted we were so we did let David and Judy retire as soon as we arrived in Braunau.
The fifth day May, 17th
Florian, Hannes, David, Judy, Erich, Christian
Kommentar Monika Raschhofer, OÖN, 21.05.2015
Erich and I took David and Judy back to Munich airport. During checking out at the hotel also Florian and the mayor Hannes Waidbacher showed up to say good bye. There were some long hugs…
We sincerely do hope that our visitors take home with them good memories of their pilgrimage to Braunau. We tried to give our best and in return we got the very good feeling that we could do a little bit for a very very nice couple to come to grips with their past and that they hopefully also understand more about our struggle with ours.
The next few days we will be going through all photos made and other info to print it on a DVD. Also a copy of the Austrian National TV broadcast of the interview with David (it went extremely well) will be included. We will send a copy of the DVD to Chris Johnston, to Lee and to Tom and of course to the Barrys.
I guess also we are ready for a rest and to attend to other duties which we neglected during the last five days. It was great that Erich and I shared duties from the first hour to the last.
Gestures like these…
Citizens of the city and the district of Braunau often suffer from the fact, that the whole world immediately associates Braunau with Hitler, being his birth place. The beautiful Gothic sites, the economic performance and the unique setting of Braunau amidst natural reserves along the river Inn, are not really perceived.
Tourists are standing marvelling on our city square, in front of St. Stephan’s church, at the banks of the wide river Inn and, yes of course also in font of Hitler’s birthplace and the memorial stone placed there. That this stone exists is good. That David Barry was invited is very good. It does not change anything on the fact that his father, an American soldier - one of the last casualties of WWII, in May 1945 drowned here in the River Inn. It does not change anything at it, that he never really learned to know his father and that he had to grow up without him. But it may be changes something in his feelings he has for the distant town in which his father had to die for the people who live there today and who engage themselves in the fate of others.
Gestures like these are exactly the way how the city of Braunau may call international attention and this in a very congenial, history conscious and most of all humane way.
m.raschhofer@nachrichten.at
Mrs. und Mr. Barry in Braunau
15.05.2015. Sympathisch, bescheiden und ausgesprochen herzlich - so präsentieren sich Mrs. Judith und Mr. David Barry bei ihrem Besuch in Braunau. Beiden halten sich auf Einladung des Stadtvereines Braunau vom 13. bis 17. Mai 2015 in Braunau auf. Höhepunkt des Besuches ist sicherlich die Gedenkfeier auf der Innbrücke, wo David von seinem Vater Clifford Barry Abschied nehmen wird, der im Mai 1945 als US-Soldat im Inn ertrank. Mr. Barry ist auch Gast der jährlichen Mahnfeier vor dem Geburtshaus von Adolf Hitler am 15. Mai.
Boston Globe berichtet über Besuch von David Barry
Boston Globe, 12.05.2015
13.05.2015. Die renommierte amerikanische Tageszeitung Boston Globe berichtet ausführlich vom Besuch von Mr. David Barry und dessen Frau Judith in Braunau. Die beiden besuchen Braunau, wo der Vater von David Barry, Clifford Barry, im Mai 1945 unmittelbar nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen im Inn ertrank. Die Einladung von Mrs. und Mr. David erfolgt auf Initiative des Stadtvereines Braunau Boston Globe, 12.05.2015
Stadtverein Braunau lädt Sohn von gefallenen US-Soldaten nach Braunau ein
23.04.2015: Der Stadtverein Braunau setzt ein beeindruckendes, einzigartiges und menschliches Zeichen des Gedenkens: 70 Jahre nachdem der US-Soldat Clifford Barry im Mai 1945 beim Einmarsch der amerikanischen Armee im Inn ertrank, lädt der Stadtverein Braunau dessen Sohn David Barry und dessen Frau von 13. bis 17. Mai 2015 nach Braunau ein. Info Pressearchiv
Neue Dokumente aus dem Archiv der Neuen Warte am Inn
Braunau-history.com zeigt seit kurzem Zeitungsberichte der Neuen Warte am Inn zum Thema "Eröffnung des Führer-Geburtshauses" im März 1943. Info Geburtshaus
Hitler-Haus: Kaufangebot statt Vertragsauflösung
03.02.2015: Die OÖN berichten, dass das Innenministerium eine mögliche Kündigung des Mietvertrages zum 1. März 2015 nicht ausgesprochen, dafür aber der Eigentümer des Hitler-Geburtshauses ein Kaufangebot unterbreitet hat. Info Pressearchiv
Hitler-Haus: Auch in China ein Thema
Chinesische Nachrichtenagentur Xinhua
25.02.2015: Zwei Journalisten der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua hielten sich am 06.02.2015 in Braunau auf und berichteten von der aktuellen Diskussion zur Nutzung des Hitler-Geburtshauses.
Neue Fakten zur Braunauer Geschichte: Hitler befürwortete Sonderbeauftragten
Abschrift, Gauleiter A. Eigruber, Seite 1, 19.11.1942
Abschrift Gauleiter A. Eigruber, Seite 2, 19.11.1942
Abschrift Gauleiter A. Eigruber, Seite 3, 19.11.1942
Abschrift Gauleiter A. Eigruber, Seite 4, 19.11.1942
Reichsminister des Inneren, 30.12.1942
Reichsministerium des Inneren, 13.03.1944
Reichsministerium des Inneren, 19.03.1944
Chef der Reichskanzlei, 03.04.1944
18.02.2015: Die bislang oftmals geäußerte Meinung, Adolf Hitler hätte an seiner Geburtsstadt Braunau keinerlei Interesse gehabt, wird nun erschüttert. Durch intensive Recherchearbeiten von Mag. Florian Kotanko, wissenschaftlicher Berater von braunau-history.at, in Akten des Bundesarchives Berlin (Signatur BArch, R43-II/1013b) kann belegt werden, dass Hitler einen „Sonderbeauftragten für die Erweiterung und Umgestaltung von Braunau“ befürwortete und großes Interesse für die Entwicklung seiner Geburtsstadt zeigte. [Info: Pressearchiv]
Geplante Enteignung löst großes Medienecho aus
16.02.2015 Die vom Innenministerium geplante, juristisch schwer umsetzbare Enteignung des Eigentümerin des Hitlerhause beschäftigt nationale und internationale Medien. Info Pressearchiv
Augsburger Allgemeine: Was wird jetzt aus Hitlers Geburtshaus
16.02.2015: Augsburger Allgemeine, 15.02.2015
Neue Zürcher Zeitung: Österreichs Mühen mit dem Hitler-Haus
24.01.2015: Die renommierte Neue Zürcher Zeitung berichtet ausführlich von der momentanen "Nicht-Nutzung" des Geburtshauses von Adolf Hitler und vom Verhalten der Eigentümerin. NZZ, 21.01.2015
Kurier: Hitlerhaus-Besitzerin droht Enteignung
14.01.2015: Die Tageszeitung Kurier berichtet über die Absicht des Innenministeriums, die Eigentümerin des Hitler-Geburtshauses zu enteignen. Kurier, 13.01.2015
Innenministerium will Hitler-Haus übernehmen
14.01.2015: Oberösterreich heute berichtet von den Plänen des Innenministerium, das Geburtshaus von Adolf Hitler zu übernehmen. ORF Oberösterreich heute, 14.01.2015
Was tun mit dem Hitler-Haus?
14.01.20215: Ausführlicher Bericht über die derzeitige Situation rund um das leerstehende Geburtshaus von Adolf Hitler. ZEIT Online, 11.01.2015
ORF Radio OÖ berichtet über braunau-history.at
12.01.2015: Das ORF Landestudio OÖ berichtet über die aktuellen Zugriffszahlen von braunau-history.at und interviewt dazu Mag. arch. Ingo Engel.
Braunau-history legt eine überzeugende Bilanz
BRAUNAU (09.01.2015). Beeindruckende Zahlen liefert der Stadtverein Braunau für die Website www.braunau-history.at. Seit dem Start vor 13 Monaten wurde diese Website mehr als 16.300mal aufgerufen und von mehr als 13.000 Personen genutzt. „Dies zeigt, dass wir mit diesem Projekt eine richtige Entscheidung getroffen haben“, so Mag. arch. Ingo Engel, Obmann des Stadtvereines als Betreiber dieses Projektes. Weitere Infos Pressearchiv.
BBC berichtet über Hitler-Haus
29.12.2014: Unter dem Titel "Hitler's old house gives Austria a headache" berichtet der englische Fernsehsender BBC über die aktuelle Diskusssion zur weiteren Nutzung des Geburtshauses von Adolf Hitler. In diesem Bericht interviewt die Journalistin Bethany Bell Mag. Florian Kotanko zur Geschichte von Braunau als Geburtsort von Adolf Hitler und zur momentan ungelösten Frage, wie das derzeit leeerstehende Geburtshaus zukünftig genutzt werden könnte.
Neue Fakten zur Braunauer Geschichte
Zeitungsber.orgicht über Tod von Corp. Clifford Barry, 26. Mai 1945
Bestattungsurkunde Clifford Barry, Friedhofsverwaltung Marblehead
Grabstein Clifford Barry, Friedhof Marblehead
Zerstörte Innbrücke, 02.Mai.1945, Foto: Jaroslav Smejkal
27.11.204: Clifford Barry und Richard L. Felt – so lauten die Namen jener zwei US-Soldaten, die am 5. Mai 1945 bei der Überquerung von Simbach nach Braunau im Inn ertranken. Diese bislang unbekannten Fakten der Braunauer Geschichte sind das Ergebnis umfassenderer Recherchearbeiten in amerikanischen Archiven von Mag. Florian Kotanko. Bei diesen Recherchen fand Mag. Kotanko auch bislang in Braunau unbekannte Fotos der zerstörten Innbrücke. [Pressearchiv] und [Kriegsende 1945]
Nachrichtenmagazin profil: Das Hitler Haus
10.11.2014: In der Ausgabe Nr.46/2014 beschäftigt sich das Nachrichtenmagazin profil in der Titelgeschichte ausführlich mit dem Geburtshaus von Adolf Hitler und der Rolle der Eigentümerfamilie Pommer, "die es immer verstand, gutes Geld mit dem historisch aufgeladenen Ort zu machen".
In dem umfassend recherchierten Artikel von Christa Zöchling wird die Website braunau-history.at als großartig bezeichnet.
Braunauer Zeitgeschichte-Tage 2014: "endlich deutsch ... Österreich zwischen Anschluss und Krieg"
Die 23. Braunauer Zeitgeschichte-Tage vom Freitag, 26. September, bis Sonntag, 28. September 2014, beschäftigen sich mit dem Zeitraum vom 12. März 1938, also dem Einmarsch deutscher Wehrmachts-, SS- und Polizeieinheiten in Österreich, bis zum 1.September 1939, dem deutschen Angriff auf Polen, der den Zweiten Weltkrieg auslöst.
Hier das Programm: 23. Braunauer Zeitgeschichte-Tage
Geburtshaus von Hitler (wieder einmal) ein internationales Medienthema
Das derzeit leerstehende Geburtshaus von Adolf Hitler und die zukünftige Nutzung sorgen Ende August, Anfang September 2014 erneut für Schlagzeilen in deutschen Medien. Bild, Focus Online und die Passauer Neue Presse befassen sich ausführlich mit der Theamtik der weiteren Nutzung.
Umfrage: Mehrheit für Haus der Verantwortung
Bei einer Umfrage der Braunauer Werbeagentur Innblick sprach sich eine klare Mehrheit dafür aus, im Geburtshaus von Adolf Hitler das "Haus der Verantwortung" zu installieren. Konkret votierten 148 Personen für dieses Vorhaben. Die Idee, dass Volkshochschule und Volkshilfe das Geburtshaus beziehen, befürworteten lediglich 27 Personen.
Braunau gilt für viele Menschen als Geburtsort des Bösen, schreibt der österreichische Politikwissenschaftler Andreas Maislinger in einem Gastbeitrag auf www.orf.at Er plädiert dafür, ein historisches Zeichen zu setzen und das Geburtshaus Adolf Hitlers in ein "Haus der Verantwortung" zu verwandeln. Hier der gesamte Beitrag: ORF science, 30.07.2014
Baustelle Aluminium-Werk: Bislang unbekannte Fotos
Bislang unbekannte Fotos von der Baustelle und der Eröffnung des Aluminum-Werkes Ranshofen sind dem Stadtverein Braunau als Betreiber von braunau-history.at zur Verfügung gestellt worden. Die undatierten Fotos dürften zwischen 1939 und 1941 aufgenommen worden sein. Die Fotos zeigen die Spanne zwischen Baubeginn, Eröffnung und Inbetriebnahme.
Aluminium-Werk Ranshofen, Baustelle (1939?)
Aluminium-Werk Ranshofen, Eröffnungsfeier (1940?)
Aluminium-Werk Ranshofen, Werkstatt (1940?)
Themenabend: Gelungene Premiere
Die Organisatoren des ersten Themenabends (von links): Mag. arch. Ingo Engel, Mag. Florian Kotanko, Mag. Gabriele Brühwasser, Robert Reiter
Ausgesprochen gut besucht und historisch interessant - dies ist die positive Bilanz des ersten Themenabends des Stadtvereines Braunau am 4. Juni 2014 im GUGG-Kulturhaus in Braunau.
Unter dem Thema "Durch Aluminiumwerk Ranshofen droht Braunau der Amerikanismus" wurde an diesem Abend ausführlich der Entscheidungsprozess dargestellt, warum vor 75 Jahren die damaligen Machthaber Ranshofen als Standort für das Aluminiumwerk auswählten.
Im Mittelpunkt des Abends: der damalige Gauheimatpfleger Eduard Kriechbaum, der sich in der Sitzung der Braunauer Ratsherren am 12.05.1939 klar gegen die Errichtung des Aluminiumwerkes in Ranshofen aussprach. Absolut still, weil spannend wurde es im Raum, als Robert Reiter aus den damaligen Protokollen vorlas.
Mag. Gabriele Brühwasser beleuchtete die wirtschaftlichen Folgen für die Stadt Braunau in den Nachkriegsjahren in Zusammenhang mit dem Aluminiumwerk Ranshofen.
Themenabend#1:
Bezirksrundschau, 23.05.2014
Künftig lädt der Stadtverein Braunau als Betreiber des Projektes braunau-history.at historische Interessierte zu „Themenabenden“ ein. Der erste Themenabend am Mittwoch, 4. Juni, im GUUG-Kulturhaus, Braunau, 19.00 Uhr behandelt den Entscheidungsprozess, warum vor 75 Jahren Ranshofen als Standort für die Vereinigten Aluminiumwerke festgelegt wurde. Freier Eintritt.
Umfrage zum Thema "Hitler-Haus"
Die Braunauer Werbeagentur Innblick lädt ein zu einer Umfrage: Was soll mit dem Hitler-Haus geschehen? Derzeit votieren die Teilnehmer dafür, das Geburtshaus von Adolf Hitler als Haus der Verantwortung zu nutzen. Jetzt teilnehmen
Schmierereien in Braunau vor Hitlers Geburstag
Ein "Krieg" der Schmierereien ist in Braunau entbrannt. Salzburger Nachrichten, 14.04.2014
Mahnstein mit Farbe beschmiert
Der Mahnstein vor dem Hitler-Geburtshaus wurde mit Farbe beschmiert. OÖN, 11.04.2014
Braunau-history zeigt Aufnahmen der britischen Luftwaffe
braunau-history.at kann mit einer außergewöhnlichen, historischen Premiere aufwarten. Dank intensiver Recherchearbeiten von Mag. Florian Kotanko, Obmann des Vereins für Zeitgeschichte, können erstmals Flugaufnahmen der Royal Air Force vom Aluminiumwerk Ranshofen aus den letzten Kriegstagen genau interpretiert werden.
Luftaufnahme Aluminiumwerk Ranshofen, Royal Air Force, 26.04.1945
Braunau-history.at ist sofort mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandesverlinkt. Unter dem Thema "Neues von ganz rechts" wird über rechtsextreme Aktivitäten in ganz Österreich berichtet.
Die ersten Unterlagen aus der Bevölkerung
braunau-history.at setzt sich auch zum Ziel, die Bevölkerung zu motivieren, bislang unbekannte Dokumente, Fotos, Filme, Zeitungsausschnitte bereitzustellen. Erfreulich: die ersten historischen Unterlagen treffen ein. So übergab Fritz Artmeier aus Braunau die persönlichen Notizen von Wilhelm Grünwaldt [[3]] und Franz Danzinger. [[4]].Beide spielten bei der kampflosen Übergabe der Stadt Braunau an die Amerikaner am 2. Mai 1945 eine entscheidende Rolle: Maj. Grünwaldt als Stadtkommandant und Hauptmann Danzinger als dessen Adjutant.
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Braunau - braune Stadt
Braunau - Hitlers Geburtsstadt
Geburtshaus Adolf Hitler
Einmarsch 1938
Stadtplanung 1938 - 1945
Gemeindepolitik 1918 - 1945
Verfolgung/Widerstand
Aus privaten Aufzeichnungen
Über Braunau History

References: Art. 140
 § 1
 § 3
 § 5
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 9
 § 3
 Art. 9
 Art. 10
 Art. 9
 § 354
 § 3