Source: http://kulinariakatastrophalia.blogsport.de/2010/01/
Timestamp: 2017-09-21 17:29:39+00:00

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Die mit Eifer in Angriff genommene hervorlugende Rote Bete konnte zwar nicht durch grüne Wasabipaste gehäubt werden, aber dafür durfte darinnen Wilder Fenchel Platz nehmen — eilfertige staatliche Hilfe anbei
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Die bei lavaterra entdeckte Rote-Bete-Suppe machte sofort nachdem erinnerlich die Lagerhaltung im Kühlschrank aus den dunklen Ecken der Kenntnisnahme hervorlugte Appetit auf weitere Nachprobiererei, die mit ein bißchen Verspätung dann erfolgreich an den Start gehen konnte.
Rote Bete Suppe erfreut wärmstens
Während gleich passend eine große rote Zwiebel zur Verfügung stand, musste die Kartoffelbevorratung erst aus diversen Lagerstätten zusammengeklaubt werden, was aber auch einiges zu Tage förderte, ausreichend jedenfalls für den Rote-Beete-Vorrat; dann verfahren nach Rezept — Zwiebeln angedünstet mit Würfelkartoffeln und etwas unakkurater zur Verfügung gestellter Bete, mit hinzu etwas Reste von Lauch, dass alles in gutem Bio-Olivenöl gebrutzelt und mit Wasser (statt Brühe) aufgegossen, Salz, ordentlich schwarzer Pfeffer auch mit rein und köcheln gelassen. Später wilder Fenchel und etwas Liebstöckl hinzu.
Da der Mixer entschieden hatte den Geist aufzugeben einfach ein wenig mit der Kartoffelpresse rumgedrückt, was zwar die Kartoffel erweichte, aber bei der Roten Bete nicht so viel Erfolg zeigte, und ist auch so ganz passend, richtige Stücke bewahren auch den unverfälschten Geschmack besser
Zutaten fast alle beisammen
Schmeckt süßlich-betig und auf der betig-kartoffligen Suppengrundlage genau richtig, da braucht es auch keine grüne Wasabipaste mehr, die nicht eingekauft wurde, mit etwas Knoblauch abgeschmeckt ist es aber ebenso lecker. Allerdings zeigte die rote Färbung auch einen gewaltigen Riss im Porzellan, der sich quer durchzog, jetzt sind nur noch zwei Stück von der Sorte übrig, es muss dringend für Nachschub gesorgt werden.
Derweil spitzen sich die staatlichen Repressionen wieder zu: Im Februar will in Dresden das braune Pack aufmarschieren, es werden tausende Neonazis zum bisher größen Aufmarsch in Europa erwartet, um die Verbrechen des Naziregimes zu leugnen.
Allemal Grund genug für ein breites Bündnis aus Gewerkschaften wie Verdi und Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG), Antifa-Gruppen, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA), Linkspartei, Grünen, DKP, Jusos und vielen weiteren mobil zu machen gegen die Nazis. Den Aufruf den Nazis entgegenzutreten haben u.a. mehrere Bundestagsabgeordnete, Konstantin Wecker, Bela B. von den Ärzten und der Oberbürgermeister der Stadt Jena unterzeichnet.
Dies wiederum missfällt nun der Staatsanwaltschaft Dresden, die versucht die AntifaschistInnen einzuschüchtern. Gestern wurden deshalb in Dresden die Geschäftsräume der Linkspartei und in Berlin von Red Stuff durchsucht und Computer und tausende Plakate gegen den Naziaufmarsch beschlagnahmt. Bleibt abzuwarten, was sie gegen die weiteren UnterstützerInnen unternimmt.
Teller putt, ersichtlich
Es steht zu vermuten, dass die Staatsanwaltschaft mit einem in letzter Zeit immer beliebter werdenden Konstrukt aufwartet; dabei bedient sie sich zweier Gesetze und konstruiert einen Verstoß gegen § 21 Versammlungsgesetz in Verbindung mit § 111 Strafgesetzbuch.
§ 21 VersG regelt, dass „wer in der Absicht, nichtverbotene Versammlungen oder Aufzüge zu verhindern oder zu sprengen oder sonst ihre Durchführung zu vereiteln, Gewalttätigkeiten vornimmt oder androht oder grobe Störungen verursacht“ mit Strafe bedroht wird.
Insoweit nicht einschlägig da durch das Plakat nicht zu Gewalttätigkeiten aufgerufen wird oder eine grobe Störung eingetreten ist, aber wer gemäß § 111 StGB durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3 StGB) zu einer rechtswidrigen Tat auffordert, wird wie ein Anstifter (§ 26 StGB) bestraft. Und der infame Clou an der Sache ist, dass es nach § 111 StGB nicht darauf ankommt, ob das Ereignis eingetreten ist! Ein Gummiparagraph mit dem sich beliebig Straftaten aus dem Hut zaubern lassen.
Mit dieser Konstruktion hebeln seit einigen Jahren die auf dem rechten Auge blinden Staatsanwaltschaften die klare Regelung des § 21 VersG aus, der eben nur eine bestimmte Handlung unter Strafe stellt. Ansonsten wäre auch schon jegliche Gegendemonstration strafbar da diese immer in Konfrontation sowohl geistiger als auch in realer Art und Weise steht. Auch Blockaden als Form der Versammlung sind vom Recht auf Versammlungsfreiheit umfasst.
Hatte früher der Bund die Kompetenz für das Versammlungsrecht, so sind inzwischen die Bundesländer zuständig, von denen einige wie jetzt gerade in Sachsen eigene Versammlungsgesetze mit zum Teil etlichen Verschärfungen auf den Weg gebracht haben, um das Demonstrationsrecht zu beschneiden, aber nicht etwa um endlich neonazistische Aufmärsche noch deutlicher zu verbieten, sondern um Einfallstore für Maßnahmen gegen die Linke zu schaffen.
Nazi-Aufzüge sind nach Art. 139 Grundgesetz, der die Weitergeltung allierter Vorschriften bezüglich nationalsozialistischer Bestrebungen behandelt, verboten – nur hat bisher erst ein Gericht in der Bundesrepublik dem Mumm aufgebracht gegen die Staatsdoktrin, dass neonazistische Propaganda Meinungs- und Versammlungsfreiheit für sich in Anspruch nehmen kann, die klare Regelung des Gesetzes entgegenzustellen; auch das Oberverwaltungsgericht Münster konstatiert in ständiger Rechtsprechung: „Eine rechtsextremistische Ideologie lässt sich auch nicht mit den Mitteln des Demonstrationsrechts legitimieren“.
Die konservativen Gegner dieser klaren Regelung in der Justiz, die sich jahrzehntelang aus Altnazis speiste, berufen sich dabei gerne auf den bedeutenden Staatsrechtskommentar von Maunz und Nachfolger, der diese Regelung für obsolet erklärte, was wiederum kein Wunder ist, schließlich wurde der ehrbare Jurist Maunz nach seinem Tod als DVU-Anhänger geoutet.
Die Empörung über die Dresdener Staatsanwaltschaft ist auch bei vielen PolitikerInnen derweil groß. Inzwischen fanden bundesweit mehrere Demonstration gegen das Vorgehen statt, ab heute werden trotz der Repression bundesweit die inkriminierten Plakate geklebt.
Zivilcourage zeigen! Nazis offensiv entgegentreten! Kein Naziaufmarsch am 13. Februar!
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References: § 21
 § 111

§ 21
 § 111
 § 111
 § 21
 Art. 139