Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20U%20502/10
Timestamp: 2019-02-21 08:57:29+00:00

Document:
OLG Saarbrücken, 04.05.2011 - 5 U 502/10 - 76, 5 U 502/10 - dejure.org
OLG Saarbrücken, 04.05.2011 - 5 U 502/10 - 76, 5 U 502/10
VVG n F § 61, BGB § 278
Beratungspflichten eines Versicherungsmaklers
Zur Beratungspflicht des Versicherungsmaklers bei Kündigung eines Kapitallebensversicherungsvertrags
VVG § 61; EStG § 10 Abs. 1 Nr. 26; BGB § 278
Beratungspflichten des Versicherungsmaklers bei Kündigung einer steuerbegünstigten Kapitallebensversicherung sowie hinsichtlich steuerlicher Folgen bestimmter Bezugsberechtigungen
Anforderungen an die Aufklärung über finanzielle Nachteile bei Kündigung eines bestehenden steuerbegünstigten Kapitallebensversicherungsvertrages als Beratungspflicht eines Versicherungsmaklers
Versicherungsabschluss: Fehlende Dokumentation führt zu Schadensersatzpflicht
Beratungspflichten durch Makler sowie Versicherer -
Versicherer haftet für Verschulden des Versicherungsmaklers nach Empfehlung zu Kündigung von steuerlich begünstigter Lebensversicherung und offensichtlich irrtümlichen Neuabschluss
Makler muss Versicherungsnehmer über Nachteile einer Kündigung von Altverträgen bei Abschluss neuer Versicherungsverträgen aufklären - Maklerfirma und Versicherung haften bei unzureichender Aufklärung über Versicherungsbedingungen
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des OLG Saarbrücken vom 04.05.2011, Az.: 5 U 502/10-76 (Ein Versicherungsmakler muss einem VN die finanziellen Nachteile der Kündigung ...)" von Prof. Dr. Peter Reiff, original erschienen in: VersR 2011, 1441 - 1448.
LG Saarbrücken, 28.09.2010 - 8 O 92/09
VersR 2011, 1441
Wenn Ersatzanspruch und Vorteil nicht gleichartig sind, muss der Geschädigte den Vorteil aber lediglich Zug um Zug gegen Erfüllung des Ersatzanspruchs herausgeben bzw. vorhandene Ansprüche abtreten (…BGH, Urt. v. 12.05.1958 - II ZR 103/57 - BGHZ 27, 248; Senat, Urt. v. 04.05.2011 - 5 U 502/10 - VersR 2011, 1441).
Als Konsequenz daraus muss vorliegend nicht der Kläger beweisen, dass der Beklagte zu 1) bzw. die Beklagte zu 2) ihn unzutreffend beraten haben, sondern diese eine pflichtgemäße Beratung (vgl. OLG Saarbrücken, VersR 2011, 1441, Rz. 26 bei Zitierung nach juris m.w.N.).
Eine lückenhafte oder unzutreffende Dokumentation kann zu Beweiserleichterungen im Sinne einer Beweislastumkehr führen (OLG München, 25 U 3343/11, VersR 2012, 1292, Juris RN 34, 37; OLG Saarbrücken, 5 U 502/10, VersR 2011, 1441, Juris RN 26, Prölls/Martin, 28. Aufl., § 63 RN 12).
Ebenso wie in den Fällen, in denen der Versicherer erkennen muss, dass der angehende Versicherungsnehmer irrige Vorstellungen über einen für ihn wesentlichen Vertragspunkt hat (vgl. BGH VersR 2005, 824; OLG Saarbrücken, Urteil vom 4.5.2011 - 5 U 502/10 - 76, VersR 2011, 1441, 144, Rz. 41 zitiert nach Juris), war sie daher selbst zur aktiven Aufklärung nach Eingang des Antrags verpflichtet.
OLG Naumburg, 01.09.2016 - 41 U 36/16
Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche …
Dies kommt aber nur dann in Betracht, wenn für den Versicherer offenkundig ist, dass sich der Versicherungsnehmer trotz einer Beratung durch den Makler im Irrtum über den Vertragsinhalt befindet (vgl. etwa OLG Saarbrücken , Urteil vom 4. Mai 2011, Az.: 5 U 502/10, zitiert nach juris , Rdnr. 39, 40 m. w. N.).

References: § 61
 § 278
 § 61
 § 10
 § 278
 § 63
 BGH