Source: http://jataka.nibbanam.com/Band_VI/j543.htm
Timestamp: 2019-05-20 07:34:15+00:00

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543. Die Erzählung von Bhuridatta (Bhuridatta-Jataka)
der Herrscher über viele Nagas.
§7. „Erheben sollen sich Kambalas und Assataras [6]
und allen Nagas teile man mit:
dadurch bewirken, dass ich in dieser Götterwelt wieder geboren werde.“ Er kehrte in das Naga-Reich zurück und bat seine Eltern um Erlaubnis mit folgenden Worten: „Mutter, Vater, ich will das Uposatha betätigen.“ Sie antworteten: „Gut, mein Sohn, tue dies! Wenn du aber so tust, so gehe nicht nach auswärts, sondern betätige es nur in diesem Naga-Reiche in einem leeren Palaste; denn für die Nagas, die nach auswärts fort gehen, besteht große Gefahr.“ Er erwiderte: „Gut“, und betätigte dortselbst in einem leeren Palaste in Gärten und Parks das Uposatha; dabei aber umringten ihn die Naga-Mädchen mit mannigfachen Musikinstrumenten in der Hand.
Darum dachte er: „Wenn ich hier bleibe, wird meine Uposatha-Betätigung nicht zu ihrem Ziele kommen. Ich will mich in das Bereich der Menschen begeben und dort das Uposatha betätigen.“ Aus Furcht, sie möchten ihn zurückhalten, teilte er dies seinen Eltern nicht mit, sondern er wandte sich mit folgenden Worten an seine Gattinnen: „Ihr Lieben, ich will in die Menschenwelt gehen. Am Ufer der Yamuna ist ein großer Bananenbaum; auf einem Ameisenhügel in dessen Nähe werde ich meinen Körper zusammenkrümmen und mich, um das aus vier Teilen bestehende [12] Uposatha auszuüben, dort hinlegen und das Uposatha halten. Wenn ich dann die ganze Nacht über dort gelegen und das Uposatha betätigt habe, so sollen zur Zeit der Morgendämmerung von euch immer zehn Frauen jedes Mal mit Musikinstrumenten in den Händen zu mir kommen, mich mit wohlriechenden Substanzen und Blumen verehren, singen und tanzen und dann mit mir in das Naga-Reich zurückkehren.“
und was für zehen Frauen stehn verehrend
oder ein Naga-Fürst von großer Kraft?“
§16. „Ein Naga bin ich groß von Wundermacht,
Da dachte die Frau: „So lange Zeit ließ er die Kinder mir zur Last und weilte im Naga-Reiche und jetzt will er die Weltflucht betätigen?“ Voll Zorn schlug sie ihm mit dem Löffel, in dem sie den Reis zu rösten pflegte, auf den Rücken und machte ihm Angst, indem sie rief: „Du schurkiger Brahmane, weil du die Weltflucht betätigen willst, nahmst du den kostbaren Edelstein nicht an! Warum bist du denn, ohne die Welt zu verlassen, hierher gekommen? Gehe rasch aus meinem Hause!“ Darauf sagte er zu ihr: „Liebe, sei nicht zornig! Mit dem Wilde, das im Wald ist, werde ich dich und die Kinder ernähren.“ Und am nächsten Tage ging er wieder mit seinem Sohn in den Wald und erwarb sich auf die frühere Art seinen Unterhalt.
verlangt nach einem Naga jetzt,
Das große Wesen öffnete die Augen. Als es den Jäger sah, kam ihm der Gedanke: „Dieser könnte mir in meiner Uposatha-Betätigung ein Hindernis bereiten.“ Und weiter dachte es: „Diesen führte ich in das Naga-Reich und versetzte ihn in großes Glück. Den Edelstein, den ich ihm geben wollte, wollte er nicht annehmen. Jetzt aber kommt er mit einem Schlangenbändiger zurück. Wenn ich diesem Freundeverräter zürnen würde, so würde meine Beobachtung der Gebote durchbrochen werden. Ich aber habe vor allem beschlossen, das aus vier Teilen bestehende Uposatha zu halten; dies soll bleiben, wie es ist. Alambayana soll mich zerhauen oder braten oder an einem Pfahl zerschmettern: ich werde ihm dafür nicht zürnen.“ Weil es aber auch merkte: „Wenn ich ihn aber anblicke, so wird er meine Uposatha-Betätigung zerstören“, schloss es die Augen, machte sich die vollkommene Erfüllung seines Vorsatzes zur Pflicht, legte seinen Kopf in seine ausgebreitete Haube und legte sich regungslos nieder.
Der Jäger-Brahmane aber sprach: „He, Alambayana, ergreife diesen Naga und gib mir das Kleinod!“ Als Alambayana den Naga sah, schätzte er in seiner Freude das Juwel für gar nichts mehr, sondern warf jenem mit den Worten: „Nimm es, Brahmane“, das Kleinod in die Hand. Dies aber glitt ihm aus der Hand, und sobald es den Boden berührte, drang es in die Erde ein und kehrte in das Naga-Reich zurück. So ging der Brahmane seines Kleinodes, der Freundschaft mit Bhuridatta und seines Sohnes, dieser drei Dinge verlustig. Er jammerte: „Ich bin hilflos geworden; warum tat ich nicht nach den Worten meines Sohnes?“, und kehrte nachhause zurück.
Alambayana aber bestrich mit Zauberkräutern seinen Körper, kaute sie ein wenig, benetzte damit auch das Innere seines Körpers und ging dann, indem er seinen Zauberspruch hersagte, auf den Bodhisattva zu. Diesen fasste er am Schwanze, zog ihn empor, packte ihn fest am Kopfe, öffnete ihm das Maul und spie ihm von dem verkauten Zauberkraut den Speichel ins Maul. Der von Natur so reine Naga-König zürnte ihm nicht aus Furcht, seine Gebote zu verletzen, er öffnete auch die Augen nicht und schlug sie nicht auf. Nachdem ihn jener aber so unter den Giftzauber gebracht hatte, fasste er ihn am Schwanz, dass sein Kopf nach unten hing, drückte ihn zusammen und ließ ihn die eingenommene Nahrung von sich geben. Dann legte er ihn der Länge nach auf den Boden und quetschte ihn mit den Händen, als wolle er ein Kissen quetschen; die Knochen waren ihm wie zerschlagen. Darauf fasste jener ihn abermals am Schwanze und walkte ihn, als wolle er ein Tuch walken. Obwohl aber das große Wesen solchen Schmerz erlitt, zürnte es ihm doch nicht.
Indem er von da an weiter fragte, kam er allmählich bis an das Tor des königlichen Palastes. In diesem Augenblicke kam gerade Alambayana schön gebadet und schön parfümiert, in ein feines Gewand gehüllt, nach dem Tore des königlichen Palastes, nachdem er den Edelsteinkorb hatte mitnehmen lassen. Eine große Volksmenge versammelte sich. Für den König war ein Sitz hergerichtet worden. Dieser sagte, als er noch drinnen im Palaste war: „Ich komme; er soll den Naga-König tanzen lassen“, und sandte diese Botschaft hin aus. Alambayana ließ nun den Edelsteinkorb auf einen bunten Teppich stellen, öffnete ihn und gab ein Zeichen: „Komm, du großer Naga-König!“
In diesem Augenblick trat auch Sudassana unter die Versammlung. Das große Wesen streckte den Kopf hervor und betrachtete diese ganze Versammlung. — Die Nagas betrachten aus zwei Gründen eine Versammlung: entweder um eine von den Supannas drohende Gefahr oder um ihre Verwandten zu sehen. Wenn sie Supannas sehen, tanzen sie aus Furcht nicht, wenn sie Verwandte sehen, aus Scham. — Als aber das große Wesen umherschaute, erblickte es inmitten der Versammlung seinen Bruder. Es hielt eine Träne zurück, die ihm das Auge füllte, kam aus dem Korbe und bewegte sich in der Richtung nach seinem Bruder. Als die Volksmenge es herankommen sah, wich sie furchtsam zurück; nur Sudassana blieb allein stehen. Der Naga kam herbei, legte sein Haupt auf dessen Füße und weinte; Sudassana weinte auch. Nachdem aber das große Wesen geweint, kehrte es um und ging wieder in seinen Korb hinein.
§88. „Unfähig ist ja dieser Naga,
§90. „Greif du mich mit dem Naga an;
mit einem Naga mich besiegen;
§104. Der Naga hier ist groß von Kraft,
den Ganges, den Himalaya, den Gijjha [42],
So pries Arittha mit diesen vierzehn Strophen die Brahmanen, die Opfer und die Veden. Als die vielen Nagas, die gekommen waren um das große Wesen in seiner Krankheit zu besuchen, diese seine Worte vernahmen, sagten sie: „Er spricht nur die Wahrheit“, und erweckten den Anschein, als wollten sie diese Irrlehre annehmen. Das große Wesen hörte, während es so auf seinem Krankenbette lag, dies alles; auch die Nagas berichteten es ihm. Daher dachte der Bodhisattva: „Arittha hat den falschen Weg (zum Himmel) gepriesen; ich werde seine Worte widerlegen und die Versammlung rechtgläubig machen.“ Er stand auf, wusch sich und ließ sich mit allem Schmuck geziert auf dem Lehrstuhle nieder. Dann ließ er die ganze Naga-Versammlung zusammenkommen und schalt Arittha mit folgenden Worten: „Arittha, du hast mit Unwahrheit die Veden, die Opfer und die Brahmanen gepriesen. Denn das Darbringen der Opfer durch die Brahmanen nach der Anordnung der Veden wird nicht als begehrenswert geachtet und führt nicht zum Himmel. Sieh, wie unwahr deine Worte sind!“ Und indem er die das Opfer zerstörende Rede begann, sprach er:
§199. „Dhataratthas [58] sind diese Nagas,
die hochmächtigen Nagas da.“
§A2. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen, fügte er hinzu: „So, ihr Laienbrüder, haben die Weisen der Vorzeit, auch als noch kein Buddha gekommen war, das derartige Naga-Glück aufgegeben und nur das Uposatha betätigt.“
§C. Darauf verband er das Jataka mit folgenden Worten: „Damals waren die Eltern aus der Großkönigsfamilie, der Jäger-Brahmane war Devadatta, Somadatta war Ananda, Accimukhi war Uppalavanna, Sudassana war Sāriputta, Subhaga war Mogallāna, Kanarittha war Sunakkhatta, Bhuridatta aber war ich.“
[18] Ein mythischer Vogel, ähnlich den Supannas, den Feinden der Nagas.
[25] Die Lesart ist zweifelhaft, doch gibt „vippito“ (Wurzel „vip“) einen besseren Sinn als „vappito“ (von „vappo“ = „Bank“).

References: §7

§16

§88

§90

§104

§199