Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=28.01.1969&Aktenzeichen=VI%20ZR%20231/67
Timestamp: 2019-07-20 10:55:10+00:00

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BGH, 28.01.1969 - VI ZR 231/67 - dejure.org
https://dejure.org/1969,1093
BGH, 28.01.1969 - VI ZR 231/67 (https://dejure.org/1969,1093)
BGH, Entscheidung vom 28.01.1969 - VI ZR 231/67 (https://dejure.org/1969,1093)
BGH, Entscheidung vom 28. Januar 1969 - VI ZR 231/67 (https://dejure.org/1969,1093)
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Nichtigkeit einer Zession wegen Gesetzesverstoßes - Ansprüche auf Ersatz der Mietwagen-Kosten - Geschäftsmäßige Abtretung der Schadensersatzforderungen - Rechtsberatungsgesetz als Verbotsgesetz mit Erlaubnisvorbehalt - Erteilung eines "Negativattestes" - Genehmigung eines einzelnen Privatrechtsgeschäfts in einem Individualfall
NJW 1969, 922
MDR 1969, 384
Sie sind ohne Wirkung für das Rechtsgeschäft, das weiterhin genehmigungsbedürftig bleibt (BGH, Urteil vom 28. Januar 1969 - VI ZR 231/67, NJW 1969, 922 924;… Urteil vom 22. September 2009 - XI ZR 286/08, NJW 2010, 144 Rn. 22).
Die Erklärung der für die Genehmigung zuständigen Behörde stellt ein Negativattest dar, wenn die Behörde die öffentlich-rechtliche Rechtslage durch Verneinung der Genehmigungsbedürftigkeit endgültig hat klären wollen (vgl. BGH, Urteil vom 28. Januar 1969 - VI ZR 231/67, NJW 1969, 922, 923).
Ein Negativattest hat dann die gleiche Bedeutung wie die Erteilung der Genehmigung und bindet die ordentlichen Gerichte (BGH, Urteile vom 28. Januar 1969 - VI ZR 231/67, NJW 1969, 922, 924 f. und vom 3. April 1985 - I ZR 29/83, WM 1985, 1405).
Dies gilt zunächst für die Umstände, die für die Abgrenzung zwischen einem Verwaltungsakt und einer bloßen Rechtsauskunft (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 28. Januar 1969 - VI ZR 231/67, NJW 1969, 922, 925) oder einer behördlichen Bescheinigung (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 3. April 1985 - I ZR 29/83, WM 1985, 1405) von Bedeutung sind.
Denn ein Verwaltungsakt, der verbindlich festlegte, dass das Impressum der Beklagten den Anforderungen des § 5 Abs. 1 Nr. 2 TMG entspreche, könnte die ordentlichen Gerichte nur binden, wenn er von der hierfür allein zuständigen Behörde erlassen worden wäre (vgl. BGH…, Urteil vom 03.04.1985 - I ZR 29/83 Rn. 14; Urt. v. 28.01.1969 - VI ZR 231/67).
b) Das Rechtsberatungsgesetz ist als präventives Verbotsgesetz mit Erlaubnisvorbehalt angelegt (vgl. BGH NJW 1969, S. 922, 923;… Henssler/Prütting, BRAO, 2. Aufl., Einl. RBerG Rdnr. 33;… Rennen/Caliebe, RBerG, 3. Aufl., Art. 1 § 1 Rdnr. 8;… Erbs/Kohlhaas-Senge, Strafrechtliche Nebengesetze, 148. Ergänzungslieferung, § 8 RBerG Rdnr. 1;… mit Differenzierungen: Schönberger NJW 2003, S. 249 ff.).
Diese Auffassung steht im Einklang mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 28. Januar 1969 (NJW 1969, 922, 924 [BGH 28.01.1969 - VI ZR 231/67] = LM § 1 RBerG Nr. 17).
Da die der Beklagten erteilte Erlaubnis zur Rechtsberatung nicht nichtig im Sinne des § 44 VwVfG ist, muß sie als bestandskräftiger Verwaltungsakt bei der wettbewerbsrechtlichen Beurteilung des Streitfalls beachtet werden (BGH, Urt. v. 28.01.1969 - VI ZR 231/67, NJW 1969, 922, 923).
Die Erlaubnis zur Rechtsberatung beschränkt sich darauf, die Beklagte bei der Ausübung ihrer Tätigkeit vom Verbot der Rechtsberatung freizustellen (BGH, Urt. v. 28.01.1969 - VI ZR 231/67, NJW 1969, 922, 923; BVerwG NJW 1989, 1175).
Da der Kläger einer Erlaubnis zur Rechtsberatung nach Art. 1 § 7 RBerG nicht bedarf, kommt es nicht darauf an, ob im vorliegenden Fall die Auskunft, die der Landgerichtspräsident in Bonn dem Kläger mit Schreiben vom 4.4.1977 (Bl. 67 GA) und erneut mit dem Schreiben Bl. 920 (ohne erkennbare Datumsangabe, der Bezug läßt aber erkennen, daß die Auskunft im Frühjahr 1991 erteilt worden ist) erteilt hat, im Ergebnis der Erteilung einer Erlaubnis nach Art. 1 § 1 RBerG gleichzustellen ist (vgl. dazu BGH NJW 1969, 922 ff - Bl. 347 ff GA - OLG Frankfurt - 7 U 94/82 - Bl. 337 ff, 345 f -).
Die Erlaubnis zur Rechtsberatung beschränkt sich darauf, die Beklagte bei der Ausübung ihrer Tätigkeit vom Verbot der Rechtsberatung freizustellen (BGH, Urt. v. 28.1.1969 - VI ZR 231/67, NJW 1969, 922, 923; BVerwG NJW 1989, 1175).
Da das in § 3 RDG enthaltene Verbot über die Erbringung außergerichtlicher Rechtsdienstleistungen als ein präventives Verbot mit Erlaubnisvorbehalt ausgestaltet ist (vgl. zum Rechtsberatungsgesetz: BGH, Urteil vom 28. Januar 1969 - VI ZR 231/67 -, NJW 1996, 922, 923), handelt es sich bei einem Irrtum über die Notwendigkeit des Vorliegens einer Erlaubnis zur Rechtsberatung um einen vorsatzausschließenden Tatbestandsirrtum (OLG Celle…, Beschluss vom 25. Mai 2004 - 222 Ss 71/04 (OWi) -, juris Rn. 13 mwN;… Rillig, in: Deckenbrock/Henssler, Rechtsdienstleistungsgesetz, 4. Aufl., § 20, Rn. 61 mwN;… Günther, in: BeckOK, RDG, § 20, Rn. 23 mwN;… Siegmund in: Gaier/Wolf/Göcken, Anwaltliches Berufsrecht, 2. Aufl., § 20 RDG, Rn. 26 f.; ohne Begründung aA [Verbotsirrtum] OLG Nürnberg…, Urteil vom 10. April 2014 - 8 U 627/13 -, juris Rn. 45; die Abgrenzungsfrage offen gelassen: BGH…, Urteil vom 18. Juli 2018 - 2 StR 416/16 -, juris Rn. 45 zum KWG).

References: § 5
 BGH 
 Art. 1
 § 1
 § 8
 § 1
 § 44
 Art. 1
 § 7
 Art. 1
 § 1
 BGH 
 § 3
 § 20
 § 20
 § 20