Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%2088,%20709
Timestamp: 2020-03-31 23:27:09+00:00

Document:
BGH, 12.10.1987 - II ZR 98/87 - dejure.org
BGH, 12.10.1987 - II ZR 98/87
https://dejure.org/1987,519
BGH, 12.10.1987 - II ZR 98/87 (https://dejure.org/1987,519)
BGH, Entscheidung vom 12.10.1987 - II ZR 98/87 (https://dejure.org/1987,519)
BGH, Entscheidung vom 12. Januar 1987 - II ZR 98/87 (https://dejure.org/1987,519)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1987,519) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Pfändungsschutz bei Sozialleistungen, die auf ein Girokonto der Ehefrau des Berechtigten überwiesen werden - Pfändbarkeit der Gutschrift der Überweisung innerhalb der ersten sieben Tage nach Eingang - Verrechnung und Aufrechnung mit Forderungen, die der Bank gegen den ...
Wirksame Verrechnung der auf das Girokonto eines Dritten (Ehefrau) überwiesenen Sozialleistung mit Ansprüchen der Bank gegen diesen auch bei Bankvollmacht des Berechtigten (Ehemann)
BGB § 394; HGB § 357; SGB I § 55 Abs. 1
uni-mannheim.de , S. 2 (Leitsatz und Auszüge)
NJW 1988, 709
NJW-RR 1988, 367 (Ls.)
ZIP 1987, 1523
FamRZ 1988, 256 (Ls.)
WM 1987, 1418
DB 1988, 114
Pfändungsschutz nach § 55 SGB I besteht dagegen nicht für Forderungen aus der Gutschrift auf dem Konto eines Dritten, den der Berechtigte als Zahlungsempfänger der Geldleistung angegeben hat (vgl. BGH, Urteil vom 12. Oktober 1987 - II ZR 98/87, NJW 1988, 709, 710).
(1) Der Revision ist allerdings darin zuzustimmen, daß unpfändbare Forderungen einer kontokorrentmäßigen Verrechnung nicht zugänglich sind (BGHZ 104, 309, 311; BGH, Urteil vom 12. Oktober 1987 - II ZR 98/87, WM 1987, 1418, 1419).
Anders als die für Sozialleistungen geltende Vorschrift des § 55 Abs. 1 Satz 1 SGB I, nach welcher die durch die Gutschrift entstehende Forderung für den Zeitraum von sieben Tagen unpfändbar gestellt und damit der kontokorrentmäßigen Verrechnung entzogen wird (BGHZ 104, 309, 311; BGH, Urteil vom 12. Oktober 1987 - II ZR 98/87, WM 1987, 1418, 1419;… Becker, in: Musielak aaO § 850 i ZPO Rdn. 28;… Heymann/Horn, HGB § 355 Rdn. 16;… Schimansky, in: Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechts-Handbuch aaO § 47 Rdn. 45; a.A. Terpitz WuB IV A. § 394 BGB 1.88), ordnet § 850 k Abs. 1 ZPO keine gesetzliche Unpfändbarkeit des Arbeitseinkommens unterhalb der Pfändungsgrenzen an.
(1) Durch diese Handhabung wurde das auf den Namen des Sohnes eingerichtete Konto zwar nicht zu einem sog. Fremdkonto, bei dem die Einlageforderung dem Schuldner als Kontoinhaber zugestanden hätte, während sein Sohn lediglich verfügungsberechtigt gewesen wäre (vgl. BGH 12. Oktober 1987 - II ZR 98/87 - zu II 2 der Gründe) .
Der Senat kann ebenfalls offen lassen, ob die Saldierung gegen § 55 Abs. 1 Satz 1 SGB I iVm § 394 Satz 1 BGB verstößt, falls sie vor dem achten Tage nach der Gutschrift erfolgt (so Häusler in Hauck/Noftz, SGB I, K § 55 RdNr 22 mwN, Stand 8/2007; Seewald in Kasseler Komm, § 55 SGB I RdNr 10;… Mrozynski, SGB I, 3. Aufl 2003, § 55 RdNr 3 f; siehe auch BGH vom 12.10.1987 - II ZR 98/87 = WM 1987, 1418 = Juris RdNr 11 mwN).
BGH, 29.03.2006 - VII ZB 31/05
Vollstreckung in zugunsten eines Kindes des Schuldners gezahlte …
Diese Vorschriften schützen unmittelbar nur den Unterhalt des Schuldners selbst als des Empfängers ihm zustehender Renten und rentenähnlicher Bezüge gegenüber einem Vollstreckungszugriff (vgl. BGH, Urteil vom 29. November 1990 - IX ZR 94/90, BGHZ 113, 90, 95; Urteil vom 12. Oktober 1987 - II ZR 98/87, NJW 1988, 709).
Zum einen dienen die gemäß § 1629 Abs. 3 BGB beigetriebenen Beträge gerade nicht dem Unterhalt des Elternteils, gegen den sich die Gegenforderung richtet; allgemein wird angenommen, gesetzlicher Pfändungsschutz komme nur in Betracht, wenn er zugunsten des Inhabers oder wenigstens Mitinhabers der zu beschlagnahmenden Forderung bestehe (vgl. BGH, Urt. v. 12. Oktober 1987 - II ZR 98/87, WM 1987, 1418, 1419).
Dem Amtsgericht ist zwar insoweit zuzustimmen, dass mit der Zahlung von Sozialleistungen auf ein Konto die Sozialleistungen grundsätzlich ihre Eigenschaft als solche verlieren und zu Kontoguthaben werden (vgl. etwa BGH NJW 1988, 709).
Anhaltspunkte dafür, dass das Konto des Sohnes in Wahrheit als echtes Fremdkonto der Schuldnerin anzusehen ist, bestehen nicht (vgl. dazu BGH, Urt. v. 12.10.1987 - II ZR 98/87, NJW 1988, 709).
BGH, 30.05.1988 - II ZR 373/87
BGH, 10.10.1989 - XI ZR 117/88
Gläubiger - Kontoerrichtung - Forderungsberechtigung - Grundstückskaufvertrag - …
OLG Frankfurt, 19.09.2019 - 1 U 233/18
LSG Nordrhein-Westfalen, 12.01.2007 - L 13 R 161/06
AG Hannover, 06.06.2008 - 705 M 55427/08
Vollstreckungsschutz bei einer Kontopfändung bzgl. der Gelder Dritter
LG Landshut, 25.07.2007 - 14 S 159/07

References: § 394
 § 357
 § 55
 § 55
 § 55
 § 850
 § 355
 § 47
 § 394
 § 850
 BGH 
 § 55
 § 394
 § 55
 § 55
 § 55
 BGH 
 § 1629
 BGH