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Timestamp: 2016-10-26 11:34:41+00:00

Document:
2C_1057/2012 � � Urteil vom 7. M�rz 2014
Bundesrichter Donzallaz, Stadelmann, Kneub�hler,
Beschwerdef�hrer, alle vier vertreten durch
Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung (Ausl�nderrecht),
Die serbischen Staatsangeh�rigen C.Y.________ (geb. 1994) und D.Y.________ (geb. 1996) sind in der Schweiz geboren und bis im April 2006 hier aufgewachsen. Sie verf�gten �ber eine Aufenthaltsbewilligung, die letztmals bis zum 30. Juni 2005 verl�ngert wurde. Ihre geschiedene Mutter, E.Y.________ - (geb. 1974) wurde mit Verf�gung vom 15. November 2005 infolge fehlender beruflicher Integration und fortw�hrender Abh�ngigkeit von der �ffentlichen F�rsorge aus der Schweiz weggewiesen. Nach erfolgloser Beschwerde an das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern reiste die Mutter mit C.Y.________ und D.Y.________ sowie mit den beiden j�ngeren S�hnen F.Y.________ (geb. 2000) und G.Y.________ (geb. 2005 ) am 15. April 2006 aus der Schweiz aus.
Die beiden �lteren S�hne, C.Y.________ und D.Y.________, sind in der zweiten Jahresh�lfte 2011 von Belgien in die Schweiz eingereist und halten sich seither bei den Grosseltern A.X.________ und B.X.________, beide Schweizer B�rger, auf. Ihre Mutter, E.Y.________, blieb mit den j�ngeren S�hnen vorerst noch in Belgien.
Am 19. August 2011 reichten A.X.________ und B.X.________ ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs f�r ihre Enkel C.Y.________ und D.Y.________ ein. Das Amt f�r Migration des Kantons Luzern lehnte das Gesuch mit Verf�gung vom 10. Oktober 2011 ab und wies C.Y.________ und D.Y.________ aus der Schweiz weg.
Dagegen erhoben A.X.________ und B.X.________ bzw. C.Y.________ und D.Y.________ Beschwerde an das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern. Im Sinne einer vorsorglichen Massnahme ersuchten sie zudem um Erteilung einer vorl�ufigen Aufenthaltsbewilligung, was mit Zwischenentscheid vom 25. November 2011 abgelehnt wurde. Die gegen den Zwischenentscheid erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit Urteil vom 14. Februar 2012 gut und wies die Sache zur neuen Beurteilung - insbesondere aufgrund der neu eingereichten dauernden belgischen Aufenthaltsbewilligungen - an das Justiz- und Sicherheitsdepartement zur�ck.
Mit Entscheid vom 11. Mai 2012 wies das Justiz- und Sicherheitsdepartement die Beschwerde gegen die Verf�gung vom 10. Oktober 2011 betreffend Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs ab und setzte die Ausreisefrist neu auf den 16. Juli 2012 fest.
A.X.________ und B.X.________ sowie C.Y.________ und D.Y.________ reichten dagegen Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Luzern ein. Sie beantragten, C.Y.________ und D.Y.________ die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, festzustellen, dass das Justiz- und Sicherheitsdepartement das Rechtsverweigerungs- und Rechtsverz�gerungsverbot bez�glich der Anordnung vorsorglicher Massnahmen verletzt habe, und C.Y.________ und D.Y.________ den Aufenthalt w�hrend des Hauptverfahrens zu bewilligen.
Am 23. August 2012 teilten A.X.________ und B.X.________ sowie C.Y.________ und D.Y.________ dem Verwaltungsgericht mit, dass sich E.Y.________ - derzeit in der Schweiz befinde. Einen Tag sp�ter reichten sie eine Kopie des Gesuchs um Aufenthaltsbewilligung f�r E.Y.________ - zu den Akten.
Mit Urteil vom 19. September 2012 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde von A.X.________ und B.X.________ sowie C.Y.________ und D.Y.________ wegen Rechtsmissbrauchs ab, soweit es darauf eintrat, und ordnete an, C.Y.________ und D.Y.________ h�tten die Schweiz bis sp�testens am 1. November 2012 zu verlassen.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 24. Oktober 2012 beantragen A.X.________ und B.X.________ (Beschwerdef�hrer 1) sowie C.Y.________ und D.Y.________ (Beschwerdef�hrer 2), das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 19. September 2012 aufzuheben, den Beschwerdef�hrern 2 eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, und zudem festzustellen, dass das Justiz- und Sicherheitsdepartement sowie die Vorinstanz das Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverz�gerungsverbot bez�glich der Anordnung vorsorglicher Massnahmen verletzt haben. Weiter ersuchen sie im Sinne einer dringlichen vorsorglichen Massnahme den Beschwerdef�hrern 2 f�r die Dauer des Hauptverfahrens eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern sowie das Bundesamt f�r Migration schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Das Migrationsamt sowie das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern liessen sich nicht vernehmen. Die Beschwerdef�hrer haben sich zu den Vernehmlassungsantworten abschliessend ge�ussert.
Mit Verf�gung vom 31. Oktober 2012 hat der Pr�sident der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts der Beschwerde hinsichtlich der mit dem angefochtenen Urteil f�r die Beschwerdef�hrer 2 verbundenen Ausreiseverpflichtung aufschiebende Wirkung erteilt.
1.1.�Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG schliesst die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen Entscheide �ber ausl�nderrechtliche Bewilligungen aus, auf deren Erteilung weder nach dem Bundes- noch dem V�lkerrecht ein Rechtsanspruch besteht.
Nach Art. 42 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 �ber die Ausl�nderinnen und Ausl�nder (AuG; SR 142.20) haben ausl�ndische Familienangeh�rige von Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf Erteilung und Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie im Besitz einer dauerhaften Aufenthaltsbewilligung eines Staates sind, mit dem ein Freiz�gigkeitsabkommen abgeschlossen wurde. Die Beschwerdef�hrer berufen sich auf diese Anspruchsgrundlage und behaupten die Voraussetzungen hierf�r seien gegeben. Dies bedarf n�herer Pr�fung, weshalb die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zul�ssig ist. Ob die in diesen Bestimmungen statuierten Voraussetzungen f�r eine Bewilligungserteilung erf�llt sind, bildet Gegenstand der materiellen Beurteilung.
Die Beschwerdef�hrer berufen sich f�r die Grosseltern-Enkel-Beziehung zwar zus�tzlich auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK. Daraus lassen sich jedoch vorliegend keine weitergehenden Anspr�che ableiten, weshalb sich Ausf�hrungen dazu er�brigen.
Abgesehen davon, dass eine Bewilligung gem�ss Art. 27 AuG nicht Gegenstand des angefochtenen Urteils war und sich die Beschwerdef�hrer zudem erst in ihren Bemerkungen zu den Vernehmlassungen darauf berufen, w�re die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten diesbez�glich mangels Rechtsanspruchs ohnehin unzul�ssig (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG).
1.2.�Das angefochtene Urteil stellt einen letztinstanzlichen kantonalen Endentscheid dar. Die Beschwerdef�hrer sind gest�tzt auf Art. 89 Abs. 1 BGG zur Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten legitimiert; auf das frist- und formgerecht eingereichte Rechtsmittel kann daher grunds�tzlich eingetreten werden.
1.3.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, wie die Vorinstanz ihn festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt bzw. vom Bundesgericht von Amtes wegen berichtigt oder erg�nzt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 beruht (Art. 97 Abs. 1 BGG bzw. Art. 105 Abs. 2 BGG). Eine entsprechende R�ge, welche rechtsgen�glich substantiiert vorzubringen ist (vgl. Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 II 304 E. 2.5 S. 314 mit Hinweisen), setzt zudem voraus, dass die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Auf rein appellatorische Kritik an der Sachverhaltsermittlung oder der Beweisw�rdigung tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356). Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG; vgl. BGE 136 III 123 E. 4.4,3 S. 129).
Vorab erblicken die Beschwerdef�hrer eine Verletzung des Verbots der Rechtsverweigerung bzw. der Rechtsverz�gerung darin, dass die Vorinstanz (bzw. bereits die untere kantonale Instanz) den Beschwerdef�hrern nicht in Form einer vorsorglichen Massnahme formell den Aufenthalt w�hrend des h�ngigen Verfahrens bewilligt habe, und stellen diesbez�glich ein Feststellungsbegehren. Wie bereits vor der Vorinstanz legen die Beschwerdef�hrer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich, worin das aktuelle praktische Rechtsschutzinteresse (vgl. BGE 137 I 296 E. 4.2 S. 299 mit Hinweisen) an der verlangten gerichtlichen Feststellung liegen soll. Mit diesem Erfordernis soll sichergestellt werden, dass das Gericht konkrete und nicht bloss theoretische Fragen entscheidet (BGE 136 I 274 E. 1.3 S. 276). Das Interesse an der Feststellung einer Verletzung des Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverz�gerungsverbots besteht in der Regel nur, solange der Entscheid der Beh�rde noch aussteht. Mit dem Entscheid in der Sache, ist das Gesuch um vorsorgliche Massnahme gegenstandslos geworden. Trotz fehlenden Zwischenentscheids hinsichtlich des Aufenthalts bis zum Abschluss des Verfahrens sind den Beschwerdef�hrern auch keine Nachteile erwachsen. Unbestrittenermassen konnten sich die Beschwerdef�hrer 2 w�hrend dem kantonalen Verfahren in der Schweiz aufhalten und hier zur Schule gehen. Es wurde gegen sie auch nicht strafrechtlich wegen illegalem Aufenthalt vorgegangen. Dass den Beschwerdef�hrern durch das Vorgehen der Vorinstanz Kosten entstanden sein sollen, ist nicht nachvollziehbar. Mangels eines aktuellen praktischen Rechtsschutzinteresses im Sinne von Art. 89 Abs. 1 BGG ist damit auf das Feststellungsbegehren nicht einzutreten. Soweit die Beschwerdef�hrer der Vorinstanz vorwerfen, sie habe, indem sie keinen Zwischenentscheid erlassen habe, Art. 13 EMRK, Art. 28 des �bereinkommens vom 20. November 1989 �ber die Rechte des Kindes (UNO-Kinderrechtskonvention, UNO-KRK; SR 0.107), Art. 11 BV sowie den Anspruch auf rechtliches Geh�r und Verfahrensfairness verletzt, verm�chten ihre Vorbringen im �brigen ohnehin den Anforderungen an die Begr�ndung entsprechender R�gen nicht zu gen�gen (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. E. 1.3).
3.1.�Wie erw�hnt haben ausl�ndische Familienangeh�rige von Schweizern und Schweizerinnen Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung, wenn sie im Besitz einer dauerhaften Aufenthaltsbewilligung eines Staates sind, mit dem ein Freiz�gigkeitsabkommen abgeschlossen wurde (Art. 42 Abs. 2 AuG). Als Familienangeh�rige gelten unter anderem der Ehegatte und die Verwandten in absteigender Linie - damit auch die Enkelkinder (vgl. MARTINA CARONI, in: SHK Bundesgesetz �ber die Ausl�nderinnen und Ausl�nder, 2010, N. 35 zu Art. 42 AuG; Botschaft vom 8. M�rz 2002 zum Bundesgesetz �ber die Ausl�nder und Ausl�nderinnen, BBl 2002 3752 Ziff. 1.3.7.2) - , die unter 21 Jahre alt sind oder denen Unterhalt gew�hrt wird (Art. 42 Abs. 2 lit. a AuG). Dieser weitgehende Familiennachzug wurde den Freiz�gigkeitsbestimmungen (Art. 3 Abs. 2 lit. a Anhang I FZA ) nachgebildet. Da der Familiennachzug danach keine Nachzugsfristen kennt, hat der Gesetzgeber (urspr�nglich zwecks Vermeidung der Inl�nderdiskriminierung) den Nachzug nach Art. 42 Abs. 2 AuG durch Art. 47 Abs. 2 AuG ausdr�cklich vom Fristerfordernis ausgenommen, womit vorbeh�ltlich der Alterslimite bzw. (ab dem 21. Lebensjahr) der Unterhaltsvoraussetzung der Nachzugszeitpunkt frei bestimmt werden kann.
3.2.�Die Beschwerdef�hrer 1 sind Schweizer B�rger und die nachzuziehenden Beschwerdef�hrer 2 sind ihre ausl�ndischen Enkel, die �ber eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung in Belgien, d.h. in einem Staat mit dem ein Freiz�gigkeitsabkommen (vgl. BGE 136 II 497 E. 3 S. 499 ff.) abgeschlossen wurde, verf�gen. Im Zeitpunkt der Gesuchsstellung waren die Enkel 15 bzw. 17 Jahre und damit unter 21 Jahre alt. Unbestrittenermassen haben die Beschwerdef�hrer 2 somit grunds�tzlich einen Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz.
4.1.�Die Vorinstanz erachtete das Gesuch um Nachzug der beiden Enkel jedoch als rechtsmissbr�uchlich insbesondere aufgrund des langen Zuwartens der Grosseltern bis zur Gesuchseinreichung, des Alters der nachzuziehenden Jugendlichen sowie der Wiedereinreise der Kindsmutter.
4.2.�Anspr�che nach Art. 42 AuG erl�schen, wenn sie rechtsmissbr�uchlich geltend gemacht werden, namentlich um die Vorschriften dieses Gesetzes �ber die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (Art. 51 Abs. 1 lit. a AuG) oder wenn Widerrufsgr�nde nach Art. 63 AuG vorliegen (Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG).
4.2.1.�Das Verbot des Rechtsmissbrauchs setzt der Aus�bung eines Anspruchs, der formal im Einklang mit der Rechtsordnung steht, jedoch treuwidrig und damit unredlich geltend gemacht wird, eine ethisch-materielle Schranke. Es steht der Inanspruchnahme eines Rechtsinstituts zu Zwecken entgegen, welche dieses nicht sch�tzen will (BGE 137 I 247 E. 5.1.1 S. 252; 131 I 166 E. 6.1 S. 177; 128 II 145 E. 2.2 S. 151). Der Rechtsmissbrauch muss jedoch offensichtlich sein, um einem formal g�ltigen Anspruch ausnahmsweise den Rechtsschutz zu versagen (vgl. HAUSHEER/AEBI-M�LLER, in: Berner Kommentar, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Band I/1, 2012, N. 198 zu Art. 2 ZGB). Auf ein rechtsmissbr�uchliches Vorgehen kann folglich nur geschlossen werden, wenn daf�r eindeutige Hinweise bestehen.
4.2.2.�Gem�ss den vorinstanzlichen Feststellungen haben die Beschwerdef�hrer 2 bis im Alter von 10 bzw. 12 Jahren in der Schweiz gelebt und wurden in dieser Zeit unbestrittenermassen teilweise von ihren Grosseltern (den Beschwerdef�hrern 1) aufgezogen, da ihre Mutter (Tochter der Beschwerdef�hrer 1) mit der Erziehung der Kinder �berfordert war. Als die Mutter der Kinder wegen fortw�hrender F�rsorgeabh�ngigkeit im Jahre 2006 aus der Schweiz weggewiesen wurde, reisten die Beschwerdef�hrer 2 mit ihr sowie den beiden j�ngeren Geschwistern nach Belgien. Die Beschwerdef�hrer 1 verf�gten zu jener Zeit zwar bereits �ber das Schweizer B�rgerrecht, aber eine gesetzliche Grundlage, die ihnen erlaubt h�tte, den weiteren Aufenthalt ihrer Enkel in der Schweiz zu beanspruchen, fehlte damals und wurde erst durch das neue Ausl�ndergesetz, das am 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist, geschaffen. Es kann ihnen daher nicht vorgehalten werden, im Zeitpunkt der Wegweisung ihrer Tochter nichts unternommen zu haben, um den weiteren Verbleib der Beschwerdef�hrer 2 bei ihnen in der Schweiz zu erwirken.
4.2.3.�Wie die Beschwerdef�hrer 1 darlegen, haben sie ihre Tochter und die Kinder danach wiederholt in Belgien besucht und auch finanziell unterst�tzt. Dabei haben sie fortdauernd ungen�gende Erziehungsf�higkeiten der Mutter festgestellt. Einerseits mag zutreffen, dass es im Interesse des Kindeswohls gewesen w�re, den Nachzug zu den Grosseltern bereits im Jahr 2008 zu beantragen, als dies aufgrund des neuen Ausl�ndergesetzes m�glich geworden war. Andererseits mochten die Grosseltern aber durchaus legitime Gr�nde gehabt haben, trotz bestehender Defizite in der Erziehung die Enkel damals nicht von der Mutter und den j�ngeren Geschwistern zu trennen, sondern abzuwarten, bis die beiden Jugendlichen selber entscheiden konnten, ob sie bei der Mutter verbleiben oder zu den Grosseltern ziehen wollten. Dazu kam es im Jahre 2011, als die beiden Enkel etwas �ber 17 Jahre bzw. fast 15 Jahre alt waren und mit dem Einverst�ndnis ihrer Mutter zu den Grosseltern in die Schweiz �bersiedelten. Dass die Beschwerdef�hrer 1 erst zu jenem Zeitpunkt Schritte in die Wege geleitet haben, um die beiden Enkel definitiv bei sich in der Schweiz aufzunehmen, kann ihnen somit nicht zum Vorwurf gemacht werden.
4.2.4.�Nachdem der Anspruch auf Nachzug gem�ss Art. 42 Abs. 2 lit. a AuG bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs bzw. bei Unterhaltsgew�hrung selbst danach besteht und keine Nachzugsfristen zu ber�cksichtigen sind (Art. 47 Abs. 2 AuG), l�sst sich auch nicht sagen, der Anspruch sei erst kurz vor Erreichen der Altersgrenze geltend gemacht worden, was auf Zweckwidrigkeit hindeute. Selbst wenn bei Jugendlichen im fortgeschrittenen Alter mit dem Nachzug auch Erwerbsinteressen einhergehen, entspricht dies im �brigen der Konzeption der hohen Alterslimite der fraglichen Gesetzesbestimmung und macht den Nachzug nicht rechtsmissbr�uchlich (vgl. MARC SPESCHA, in: Spescha/Th�r/Z�nd/Bolzli, Kommentar Migrationsrecht, 3. Aufl. 2012, AuG 42 N 8). Es trifft zwar zu, dass es im Hinblick auf die Integration in der Schweiz von Vorteil ist, wenn Kinder m�glichst fr�hzeitig in die Schweiz nachgezogen werden. Abgesehen davon, dass dies mit den hier gerade nicht geltenden Nachzugsfristen bezweckt wird und damit nicht zu ber�cksichtigen ist, bestehen vorliegend ohnehin nicht die �blichen Integrationsbedenken, da die beiden Enkel hier geboren sind und bis zur Wegweisung in der Schweiz die Schule besucht haben. Wie die Vorinstanz ausf�hrt, sind die Beschwerdef�hrer 2 der deutschen Sprache m�chtig, kennen die hiesigen Verh�ltnisse und verf�gen �ber einen gefestigten Freundeskreis in Luzern.
4.2.5.�Ein Hinweis auf Rechtsmissbrauch l�sst sich im �brigen auch nicht darin erkennen, dass die Beschwerdef�hrer 1 das Familiennachzugsgesuch (zun�chst) auf die beiden �lteren Enkel beschr�nkt haben. Nachdem die beiden j�ngeren Enkel im Jahre 2000 bzw. gar erst nach Erlass der Wegweisungsverf�gung geboren sind, liegt es auf der Hand, dass die Grosseltern vor der Ausreise nach Belgien haupts�chlich bez�glich der beiden �lteren Enkel eine wichtige Erziehungsrolle �bernommen hatten. Im �brigen stellt die Vorinstanz nicht in Abrede, dass die Beziehung zu den Grosseltern intakt ist und diese ihren Enkeln gefestigte famili�re Strukturen bieten k�nnen.
4.2.6.�Inzwischen ist nun auch die Mutter der Beschwerdef�hrer 2 in die Schweiz eingereist und hat ebenfalls um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ersucht. Ob bei der Mutter die Voraussetzungen f�r eine Bewilligungserteilung erf�llt sind, steht nicht in Zusammenhang mit dem Anspruch der Beschwerdef�hrer 2, mithin kann aus dem Gesuch der Mutter bez�glich des Anspruchs der Beschwerdef�hrer 2 nichts abgeleitet werden, weder in positiver noch in negativer Hinsicht. Jedenfalls kann den Beschwerdef�hrern gest�tzt darauf kein Rechtsmissbrauch vorgeworfen werden.
4.3.�Zusammenfassend ergibt sich, dass das Gesuch der Beschwerdef�hrer 1 um Nachzug der Beschwerdef�hrer 2 nicht als rechtsmissbr�uchlich bezeichnet werden kann.
4.4.�Die Beschwerdef�hrer 1 haben sich zudem schriftlich verpflichtet, f�r die Enkel auch finanziell zu sorgen. Sie betreiben ein eigenes Lebensmittelgesch�ft. Aus den eingereichten Belegen geht unter anderem hervor, dass sie in der Stadt Luzern ein Wohnhaus mit einem Gesch�ft und mehreren an Dritte vermieteten Wohnungen besitzen und zudem h�lftige Miteigent�mer einer zweiten Liegenschaft sind. Es darf somit davon ausgegangen werden, dass sie in der Lage sind, der hinsichtlich der beiden Enkel eingegangenen finanziellen Verpflichtung auch zuk�nftig nachzukommen. Die Vorinstanz hat diesbez�glich ebenfalls keine Bedenken ge�ussert, sondern vielmehr best�tigt, dass die Beschwerdef�hrer 1 �ber geregelte finanzielle Verh�ltnisse verf�gten. Es ist somit auch kein Widerrufsgrund im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG ersichtlich, der ein Erl�schen des Anspruchs der Enkelkinder auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zur Folge haben k�nnte (vgl. Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG). Mithin verst�sst die Verweigerung des Nachzugs der Beschwerdef�hrer 2 gegen Bundesrecht, was zur Gutheissung der Beschwerde f�hrt. Unter diesen Umst�nden er�brigt sich die Pr�fung der von den Beschwerdef�hrern vorgebrachten weiteren R�gen.
5.1.�Die Beschwerde erweist sich somit als begr�ndet und ist gutzuheissen, soweit darauf eingetreten wird. Das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 19. September 2012 ist aufzuheben und das Amt f�r Migration des Kantons Luzern ist anzuweisen, den Beschwerdef�hrern 2 eine Aufenthaltsbewilligung zuerteilen.
5.2.�Dem unterliegenden Kanton Luzern sind f�r das vorliegende Verfahren keine Kosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 4 BGG). Er muss die obsiegenden Beschwerdef�hrer f�r dieses jedoch angemessen entsch�digen (Art. 68 Abs. 2 BGG). Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern wird �ber die Kosten- und Entsch�digungsfrage f�r die vorinstanzlichen Verfahren im Kanton neu zu befinden haben.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 19. September 2012 wird aufgehoben und das Amt f�r Migration des Kantons Luzern wird angewiesen, C.Y.________ und D.Y.________ eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.
2.2.�Der Kanton Luzern hat die Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 3'000.-- zu entsch�digen.
Die Sache wird an das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern zur�ckgewiesen zur Regelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen f�r das kantonale Verfahren.
Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrern, dem Amt f�r Migration des Kantons Luzern, dem Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern, Rechtsdienst, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt f�r Migration schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 42
 Art. 8
 Art. 27
 Art. 89
 Art. 95
 Art. 105
 Art. 42
 Art. 106
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 89
 Art. 13
 Art. 28
 Art. 11
 Art. 42
 Art. 42
 Art. 47
 BGE 
 Art. 42
 Art. 63
 Art. 2
 Art. 42
 Art. 63
 Art. 51