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Timestamp: 2016-10-27 20:51:08+00:00

Document:
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur et oec. Pius Fryberg, Postfach 731, 7002 Chur,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanw�ltin lic. iur. Patrizia Parolini, Poststrasse 3, 7000 Chur,
Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden, Strafkammer, vom 28./29. Januar 2002.
X.________ wurde 1971 geboren und stammt aus Bosnien-Herzegowina. Mit Anklageschrift vom 10. Dezember 2001 warf ihm die Staatsanwaltschaft Graub�nden vor, zwischen Fr�hjahr 1993 und Ende 1994 in Ilanz und Chur mehrfach seiner Nichte Y.________ (geb. 1979) an die Brust gegriffen und sie wiederholt unter Anwendung von Gewalt zum Beischlaf gezwungen bzw. dies versucht zu haben.
Am 28./29. Januar 2002 erkannte das Kantonsgericht von Graub�nden X.________ schuldig der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind, der mehrfachen Vergewaltigung sowie der mehrfachen versuchten Vergewaltigung und bestrafte ihn - als Zusatz zu zwei Strafmandaten des Kreispr�sidenten Disentis - mit 3 Jahren Zuchthaus. Es stellte die vollumf�ngliche Schadenersatzpflicht von X.________ fest und verpflichtete ihn, Y.________ eine Genugtuung von Fr. 20'000.-- zu bezahlen.
Das Kantonsgericht kam zum Schluss, der in der Anklageschrift geschilderte Sachverhalt sei erwiesen. Die belastenden Aussagen von Y.________, auf die sich die Anklage st�tzte, seien glaubhaft. Demgegen�ber seien die Aussagen des Angeklagten, der stets vollumf�nglich bestritt, sich je an seiner Nichte vergangen zu haben, als Schutzbehauptungen zu beurteilen.
X.________ f�hrt staatsrechtliche Beschwerde mit dem Antrag, das Urteil des Kantonsgerichtes aufzuheben. Er r�gt, das Kantonsgericht habe die Beweise willk�rlich gew�rdigt und den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt. Ausserdem habe es sein Urteil ungen�gend begr�ndet und damit den Anspruch des Beschwerdef�hrers auf rechtliches Geh�r verletzt.
1.1 Nach dem in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Grundsatz "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist. Als Beweislastregel bedeutet die Maxime, dass es Sache der Anklagebeh�rde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen, und nicht dieser seine Unschuld nachweisen muss. Der Grundsatz "in dubio pro reo" ist verletzt, wenn der Strafrichter einen Angeklagten (einzig) mit der Begr�ndung verurteilt, er habe seine Unschuld nicht nachgewiesen. Ebenso ist die Maxime verletzt, wenn sich aus den Urteilsgr�nden ergibt, dass der Strafrichter von der falschen Meinung ausging, der Angeklagte habe seine Unschuld zu beweisen, und dass er ihn verurteilte, weil ihm dieser Beweis misslang. Ob der Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweislastregel verletzt ist, pr�ft das Bundesgericht mit freier Kognition. Als Beweisw�rdigungsregel bedeutet die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von einem f�r den Angeklagten ung�nstigen Sachverhalt �berzeugt erkl�ren darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweisw�rdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten h�tte zweifeln m�ssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer m�glich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdr�ckende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdr�ngen. Bei der Beurteilung von Fragen der Beweisw�rdigung obliegt dem Bundesgericht eine Sachverhaltspr�fung unter dem Gesichtspunkt der Willk�r. Es greift nur ein, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver W�rdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdr�ckende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden. Willk�r liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Willk�r ist nicht schon dann gegeben, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erschiene, sondern nur dann, wenn das Ergebnis schlechterdings mit vern�nftigen Gr�nden nicht zu vertreten ist. Es gen�gt nicht, wenn der angefochtene Entscheid sich nur in der Begr�ndung als unhaltbar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 128 I 81 E. 2 S. 86, 127 I 38 E. 2a, 124 IV 86 E. 2a mit Hinweisen).
Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss die Beschwerdeschrift die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw. welche Rechtss�tze und inwiefern sie durch den angefochtenen Erlass oder Entscheid verletzt worden sind. Im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren pr�ft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und, soweit m�glich, belegte R�gen. Auf appellatorische Kritik tritt es nicht ein (BGE 125 I 492 E. 1b mit Hinweisen).
1.2 Das Kantonsgericht (S. 26-37) hat die Beweise einl�sslich gew�rdigt. Es st�tzt den Schuldspruch im Wesentlichen auf folgende Gesichtspunkte:
Die Aussagen der Beschwerdegegnerin, die dreimal untersuchungsrichterlich befragt wurde, stimmen im Kern �berein. Sie schilderte die Vorf�lle anschaulich und detailliert so, wie das nur jemand tut, der sie tats�chlich erlebt hat. Unerkl�rbare Widerspr�che in den Aussagen der Beschwerdegegnerin bestehen nicht.
F�r die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen sprechen auch die Umst�nde der untersuchungsrichterlichen Befragungen. Dabei weinte die Beschwerdegegnerin mehrfach und heftig. Zudem mussten die Befragungen teilweise unterbrochen werden, da die Beschwerdegegnerin �ber Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten klagte.
Ein weiteres Indiz f�r die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdegegnerin stellen die Umst�nde der Anzeigeerstattung dar. Die Beschwerdegegnerin wohnte zusammen mit ihrem Vater - dem Bruder des Beschwerdef�hrers -, ihrer Stiefmutter und einem Bruder. Sie wurde sehr streng erzogen und in der Familie herrschten Spannungen. Nachdem sich die Lage zu Hause zugespitzt hatte, wandte sich die Beschwerdegegnerin an die Jugendberatungsstelle, was angesichts der Erziehungsverh�ltnisse f�r sie einen mutigen Schritt darstellte. Bei der Jugendberatungsstelle fand die Beschwerdegegnerin eine Mitarbeiterin, zu der sie Vertrauen fasste und der sie von den sexuellen �bergriffen zu erz�hlen begann, nachdem die Mitarbeiterin die Beschwerdegegnerin nach der Ursache ihrer Zerstreutheit gefragt und den bei ihr dadurch ausgel�sten Gef�hlsausbruch aufgefangen hatte. Den Namen des Beschwerdef�hrers gab die Beschwerdegegnerin anf�nglich noch nicht preis. Das tat sie erst in einem Gespr�ch mit der Stiefmutter. Zur Anzeige konnte sie sich erst ein Jahr sp�ter durchringen.
Nach den Aussagen der Beschwerdegegnerin hatte sich der Beschwerdef�hrer bereits in der Zeit, als sie beide noch in Bosnien zusammen bei den Grosseltern der Beschwerdegegnerin wohnten, an ihr vergangen. Diese �bergriffe waren nicht Gegenstand der Anklage, da es insoweit an der schweizerischen Zust�ndigkeit nach Art. 3 ff. StGB fehlte. F�r die Beweisw�rdigung in Bezug auf die angeklagten Taten waren die �bergriffe in Bosnien gleichwohl von Bedeutung. Entgegen den Einw�nden der Verteidigung litten die Aussagen der Beschwerdegegnerin zu den Vorf�llen in Bosnien an keinen wesentlichen Widerspr�chen.
Ein Motiv, weshalb die Beschwerdegegnerin den Beschwerdef�hrer zu Unrecht belasten sollte, fehlt. Die vom Beschwerdef�hrer dazu vorgebrachten Mutmassungen �berzeugen nicht.
Die Beschwerdegegnerin hatte als Kind unstreitig S�ssigkeiten und Geld gestohlen. �berdies hatte sie ein Schulzeugnis gef�lscht und dabei ihre Noten nach oben korrigiert. Dabei handelte es sich jedoch um Vorf�lle vergleichsweise geringf�giger Natur. Die F�lschung des Schulzeugnisses ist wesentlich darauf zur�ckzuf�hren, dass der Vater die Beschwerdegegnerin unter starken Druck gesetzt hatte, in der Schule gute Noten zu machen. Die genannten Vorf�lle im Kindesalter lassen nicht ohne weiteres darauf schliessen, dass die Beschwerdegegnerin ebenso f�hig w�re, im Erwachsenenalter gegen ihren Onkel zu Unrecht schwerste Vorw�rfe sexueller Verfehlungen zu erheben.
Die Verteidigung hatte vor Kantonsgericht verschiedene Schreiben von Verwandten und Bekannten des Beschwerdef�hrers und der Beschwerdegegnerin ins Recht gelegt. Die Schreiben zeichnen durchwegs ein schlechtes Bild von der Beschwerdegegnerin, hingegen ein gutes vom Beschwerdef�hrer. Das Kantonsgericht w�rdigte die Schreiben mit besonderer Vorsicht. Denn sie waren im Auftrag des Beschwerdef�hrers eingeholt worden. Zudem enthielten sie teilweise Passagen, die praktisch w�rtlich �bereinstimmten. Das Kantonsgericht befand, die Schreiben seien nicht geeignet, die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdegegnerin in Zweifel zu ziehen. �ber direkte Wahrnehmungen zu den angeklagten Vorf�llen stand in den Schreiben ohnehin nichts.
Im Elternhaus der Beschwerdegegnerin herrschten - wie dargelegt - strenge Verh�ltnisse. Sie wurde oft geschlagen. Der Vater und der Beschwerdef�hrer waren f�r sie Autorit�tspersonen. Deshalb ist es nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdef�hrer, als er vor der Wohnungst�re stand, hereinliess und dass sie, nachdem sie zu Bett gegangen war, die T�re zu ihrem Zimmer nicht abschloss. Der Bruder der Beschwerdegegnerin sagte zudem aus, dass diese sich nie getraut h�tte, die Zimmert�re mit dem Schl�ssel zu schliessen, weil sich sonst der Vater allenfalls mit Gewalt Zugang zum Zimmer verschafft h�tte.
Dass die Familienmitglieder, die bei den n�chtlichen �bergriffen teilweise in der Wohnung waren, davon nichts merkten, spricht nicht gegen die Glaubhaftigkeit der Beschwerdegegnerin. Denn nach ihren Angaben begab sich der Beschwerdef�hrer jeweils unbemerkt in ihr Zimmer und dr�ckte ihr den Mund zu, sobald sie einen Laut von sich gab oder weinte. Die �brigen Familienmitglieder mussten von den �bergriffen also nicht zwingend etwas merken.
Der Hinweis der Verteidigung auf die widerspruchsfreien Aussagen des Beschwerdef�hrers besagt wenig, da dieser die Anschuldigungen einfach vollumf�nglich bestritt. Widerspr�che konnten sich damit kaum ergeben. Gleichwohl decken sich seine Aussagen nicht in allen Punkten.
Die Gespr�chstherapeutin der Beschwerdegegnerin schenkt ihr vollen Glauben. Nach dem Bericht der Therapeutin zeigt die Beschwerdegegnerin typische psychosomatische Beschwerden und Symptome, die auf sexuelle �bergriffe hindeuten. So leidet sie an Unterleibschmerzen, Schlafst�rungen und Angstzust�nden. Zudem zieht sie sich sozial zur�ck. Das Kantonsgericht erachtet es als praktisch unm�glich, gegen�ber einer Therapeutin, mit der man �ber sein Leben und seine Probleme spricht und regelm�ssige Sitzungen abh�lt, eine derartige L�gengeschichte zu erfinden und diese w�hrend der gesamten Therapiedauer aufrecht zu erhalten.
Die pers�nlichen Folgen der Anzeige waren f�r die Beschwerdegegnerin in Anbetracht ihres famili�ren Hintergrundes betr�chtlich. Das Kantonsgericht schliesst es aus, dass die junge Frau dem auf ihr lastenden Druck auf Dauer standgehalten h�tte, wenn ihre Anschuldigungen unzutreffend gewesen w�ren.
1.3 In Anbetracht dieser Umst�nde ist der Schuldspruch nicht willk�rlich. Wie dargelegt, gen�gt es f�r die Annahme von Willk�r nicht, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender erschiene. Willk�r ist nur dann gegeben, wenn das Ergebnis schlechterdings mit vern�nftigen Gr�nden nicht zu vertreten ist. Das ist hier nicht der Fall.
1.4 Was der Beschwerdef�hrer vorbringt, ist nicht geeignet, eine Verletzung seiner verfassungsm�ssigen Rechte darzutun. Er erhebt im Wesentlichen die gleichen Einw�nde wie bereits vor Kantonsgericht (vgl. angefochtenes Urteil S. 7) und beschr�nkt sich weitgehend auf appellatorische Kritik.
1.4.1 Das Kantonsgericht (S. 26 ff.) hat einl�sslich begr�ndet, weshalb es die Schuld des Beschwerdef�hrers als erwiesen erachtet. Eine unzureichende Begr�ndung und damit eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r nach Art. 29 Abs. 2 BV liegen nicht vor.
1.4.2 Das Kantonsgericht hat den Beschwerdef�hrer nicht deshalb verurteilt, weil er seine Unschuld nicht bewiesen h�tte, sondern weil es aufgrund der belastenden Umst�nde keinen Zweifel an seiner Schuld hatte. Eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" als Beweislastregel ist nicht gegeben.
Soweit der Beschwerdef�hrer in diesem Zusammenhang vorbringt, das Kantonsgericht (S. 36 oben) habe sein Verhalten w�hrend der Urteilser�ffnung ber�cksichtigt, welches es bei der Urteilsberatung gar nicht habe voraussehen k�nnen, trifft dies zwar zu. Dabei handelt es sich jedoch um einen untergeordneten Punkt. Der Einwand ist nicht geeignet, die Beweisw�rdigung des Kantonsgerichts im Ergebnis als willk�rlich erscheinen zu lassen.
1.4.3 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, er habe von der Beschwerdegegnerin eine schriftliche Entschuldigung f�r ihre Anschuldigungen verlangt. Das spreche f�r seine Unschuld. Diesen aktenkundigen Umstand habe das Kantonsgericht nicht ber�cksichtigt, was eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs darstelle.
Die R�ge ist unbegr�ndet. Der Umstand, dass der Beschwerdef�hrer eine schriftliche Entschuldigung verlangte, entlastet ihn nicht. Entsprechend kann dem Kantonsgericht insoweit auch kein Begr�ndungsmangel vorgeworfen werden. Ein Gericht muss sich unter dem Gesichtswinkel des rechtlichen Geh�rs nicht mit jedem Einwand auseinander setzen. Vielmehr kann es sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschr�nken (BGE 126 I 97 E. 2b mit Hinweisen).
1.4.4 Die Beschwerdegegnerin sagte bei der Befragung vom 15. April 1998 aus, bei den �bergriffen in Bosnien in die zweite oder dritte Klasse gegangen zu sein. Bei der Befragung vom 20. April 1998 gab sie an, die erste Klasse besucht zu haben. Das Kantonsgericht (S. 28 E. 4d) wertet dies nicht als grobe Unstimmigkeit, da die Vorf�lle im Zeitpunkt der Befragungen bereits 12 Jahre zur�cklagen. Zudem ber�cksichtigte es, dass die Beschwerdegegnerin nach Vorhalt der unterschiedlichen Angaben diese nicht einfach zur�cknahm, sondern unter Bezugnahme auf eine schulische Massnahme, welche damals in Bosnien getroffen worden war, �berdachte und berichtigte. Das angefochtene Urteil ist auch insoweit nicht willk�rlich. Was der Beschwerdef�hrer dazu vorbringt, ersch�pft sich in appellatorischer Kritik.
1.4.5 Auch die Ausf�hrungen des Kantonsgericht (S. 28 f. E. 4d) zu den n�heren Umst�nden der �bergriffe in Bosnien sind haltbar. Der Beschwerdef�hrer setzt sich insoweit mit der Begr�ndung im angefochtenen Urteil nicht im Einzelnen auseinander und legt nicht in einer den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG gen�genden Weise dar, inwiefern diese schlechthin unhaltbar sei. Auf die Beschwerde kann deshalb in diesem Punkt nicht eingetreten werden. Die Vorf�lle in Bosnien waren, wie dargelegt, im �brigen nicht Gegenstand der Anklage.
1.4.6 Die Einw�nde des Beschwerdef�hrers gegen die Beweisw�rdigung des Kantonsgerichts in Bezug auf die angeklagten Vorf�lle in Ilanz und Chur sind ebenfalls nicht geeignet, Willk�r darzutun.
Das Kantonsgericht (S. 27 E. 4b am Schluss) hat ber�cksichtigt, dass die Schilderungen der Beschwerdegegnerin bei der Konfrontationseinvernahme nicht mehr so detailliert waren wie bei den vorangegangenen Aussagen und sich die Beschwerdegegnerin nicht mehr so genau erinnern konnte oder wollte. Inwiefern ausgehend davon die Beweisw�rdigung des Kantonsgerichts schlechthin unhaltbar sein soll, legt der Beschwerdef�hrer nicht substantiiert dar.
1.4.7 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, es sei nicht nachvollziehbar, dass er die Tochter seines Bruders vergewaltigt habe, w�hrend dieser sich zusammen mit seiner Ehefrau im Zimmer nebenan aufgehalten habe.
Nach den Aussagen der Beschwerdegegnerin dr�ckte der ihr k�rperlich stark �berlegene Beschwerdef�hrer bei den n�chtlichen �bergriffen jeweils den Mund zu, sobald sie einen Laut von sich gab oder zu weinen begann. Damit ist es nicht schlechthin unhaltbar, wenn das Kantonsgericht (S. 35 E. 4j) davon ausgeht, dass die in der Wohnung anwesenden Familienmitglieder von den Vorf�llen nicht zwingend etwas merken mussten.
1.4.8 Nicht in Willk�r verfallen ist das Kantonsgericht auch, wenn es (S. 34) angenommen hat, es sei nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin, als sie alleine zu Hause war, dem Beschwerdef�hrer Einlass gew�hrte und die T�re ihres Zimmers nicht abschloss. Der Beschwerdef�hrer beschr�nkt sich auch in diesem Punkt auf appellatorische Kritik.
1.4.9 Der Beschwerdef�hrer erachtet die Aussagen der Beschwerdegegnerin bei der �rztin anl�sslich der gyn�kologischen Untersuchung als widerspr�chlich. Er macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe gegen�ber der �rztin nur von zwei �bergriffen gesprochen und angegeben, der letzte habe sich im Jahre 1996 ereignet.
Das Kantonsgericht (S. 29/30 E. 4e) f�hrt dazu aus, die Beschwerdegegnerin habe sich zur k�rperlichen Untersuchung ins Spital begeben. Anl�sslich der �rztlichen Befundaufnahme sei kaum Zeit und Raum f�r eine umfassende Wiedergabe der Ursache der Untersuchung geblieben. In erster Linie habe es sich um eine k�rperliche Untersuchung gehandelt und nicht um ein umfassendes Gespr�ch �ber Zahl, Hergang und weitere Umst�nde der sexuellen �bergriffe.
Das angefochtene Urteil ist auch in diesem Punkt nicht willk�rlich.
1.4.10 Der Beschwerdef�hrer verweist auf die Aussagen der Auskunftsperson A.________ (act. B6/5), welche Chefin der Beschwerdegegnerin im Warenhaus "B.________" war. A.________ sagte aus, die Beschwerdegegnerin habe ihr erz�hlt, sie sei von ihrem Onkel missbraucht worden. A.________ schilderte einen Vorfall, der sich 1997 zugetragen haben soll. Dabei sei der Onkel nach den Angaben der Beschwerdegegnerin zu Hause �ber diese "hergefallen". Was dabei genau passiert sei, konnte A.________ jedoch nicht sagen (Einvernahmeprotokoll S. 2). Die Aussagen von A.________ lassen allenfalls vermuten, dass sich im Jahre 1997 m�glicherweise ein weiterer sexueller �bergriff oder ein Versuch dazu ereignet hat, der nicht zur Anklage kam. Sie lassen jedoch den Schuldspruch des Kantonsgerichts in Bezug auf die angeklagten Vorf�lle in den Jahren 1993 bis 1994 nicht als willk�rlich erscheinen. Immerhin best�tige ja A.________, dass die Beschwerdegegnerin von sexuellem Missbrauch durch ihren Onkel sprach. Ausserdem verneinte A.________ die Frage, ob die Beschwerdegegnerin gesagt habe, dass dies der erste �bergriff ihres Onkels gewesen sei.
1.4.11 Die von der Verteidigung ins Recht gelegten Schreiben, die ein schlechtes Bild von der Beschwerdegegnerin zeichnen, hat das Kantonsgericht (S. 32 f. E. 4h) zu Recht mit besonderer Vorsicht gew�rdigt. Auch insoweit ist ihm keine Willk�r anzulasten.
1.4.12 Die sich aus dem Bericht der Gespr�chstherapeutin der Beschwerdegegnerin ergebenden belastenden Umst�nde hat das Kantonsgericht (S. 36 E. 4l) ebenfalls willk�rfrei gew�rdigt.
1.4.13 Nicht zu beanstanden ist auch die Annahme des Kantonsgericht (S. 35 E. 4k), dass der Hinweis der Verteidigung auf die widerspruchsfreien Aussagen des Beschwerdef�hrers wenig besagt, da er einfach alles abstritt.
1.4.14 Das Kantonsgericht f�hrt aus, der Beschwerdef�hrer habe in den ersten beiden Befragungen ausgesagt, er sei nie mit der Beschwerdegegnerin alleine in der Wohnung ihrer Eltern gewesen. In der Konfrontationseinvernahme habe er dagegen angegeben, es sei vorgekommen, dass er alleine mit ihr in der Wohnung gewesen sei; dies sowohl in Ilanz als auch in Chur. Auch der Beschwerdef�hrer habe somit nicht v�llig widerspruchsfrei ausgesagt.
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, es handle sich nur um einen vermeintlichen Widerspruch. Was er dazu vorbringt, gen�gt den Begr�ndungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG jedoch nicht. Er legt nicht detailliert dar, aus welchen seiner Aussagen sich ergeben soll, dass nur ein vermeintlicher Widerspruch bestehe. Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, s�mtliche Einvernahmeprotokolle danach durchzusehen, wo sich darin Anhaltspunkte finden lassen, welche die Auffassung des Beschwerdef�hrers gegebenenfalls st�tzen. Es w�re seine Sache gewesen, die genaue Belegstelle anzugeben.
1.4.15 Dass kein Motiv ersichtlich ist, weshalb die Beschwerdegegnerin den Beschwerdef�hrer zu Unrecht belasten sollte, r�umt er (Beschwerde S. 14 Ziff. 9) selber ein. Das fehlende Motiv hat das Kantonsgericht willk�rfrei als belastendes Indiz ber�cksichtigt.
1.4.16 Inwiefern das Kantonsgericht gegen den Grundsatz von Treu und Glauben und damit Art. 9 BV verstossen haben soll (Beschwerde S. 3 II./A./1), legt der Beschwerdef�hrer mit keinem Wort dar. Die Beschwerde gen�gt insoweit den Begr�ndungsanforderungen nicht. Darauf ist nicht einzutreten.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens tr�gt der Beschwerdef�hrer die Kosten (Art. 156 Abs. 1 OG). Er hat der Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Entsch�digung zu bezahlen (Art. 159 Abs. 1 und 2 OG).
Der Beschwerdef�hrer hat Y.________ eine Entsch�digung von Fr. 200.-- zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft des Kantons Graub�nden und dem Kantonsgericht von Graub�nden, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

References: in dubio
 Art. 32
 Art. 6
in dubio
in dubio
in dubio
 Art. 90
 Art. 3
 Art. 29
in dubio
 Art. 90
 Art. 90
 Art. 9