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Timestamp: 2016-10-21 18:25:57+00:00

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6B_694/2012 � � Urteil vom 27. Juni 2013
Mehrfache qualifizierte Freiheitsberaubung und Entf�hrung etc., Strafzumessung, Zivilforderungen,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, I. Strafkammer, vom 10. September 2012.
Y.________ und X.________ heirateten im Jahre 2004. Sie haben zwei S�hne, A.________ (Jahrgang 2004) und B.________ (Jahrgang 2006). Der Vizepr�sident des Bezirksgerichts Frauenfeld erliess am 26. M�rz 2009 eine Eheschutzverf�gung. Die gemeinsamen Kinder wurden unter die elterliche Obhut von Y.________ gestellt. X.________ wurde ein w�chentliches Besuchs- und ein Ferienbesuchsrecht einger�umt. Am 19. August 2010 holte X.________ seine Kinder ab. Anstatt sie wie vereinbart am 22. August 2010 zur�ckzubringen, reiste er mit ihnen nach Gandoubah/Tunesien, wo sie seither leben.
Das Bezirksgericht Winterthur sprach X.________ am 19. Januar 2012 der mehrfachen qualifizierten Freiheitsberaubung und Entf�hrung, des mehrfachen Entziehens von Unm�ndigen sowie der versuchten Erpressung schuldig. Das Verfahren betreffend Drohung stellte es ein. Das Bezirksgericht bestrafte X.________ mit einer Freiheitsstrafe von acht Jahren. Es verpflichtete ihn, Y.________ eine Genugtuung von Fr. 30'000.-- zu bezahlen. Zudem wurde X.________ dem Grundsatz nach verpflichtet, seiner Ehefrau Schadenersatz sowie den Kindern Schadenersatz und Genugtuung zu leisten.
In teilweiser Gutheissung der Berufung von X.________ erkannte das Obergericht des Kantons Z�rich am 10. September 2012 auf eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren unter Anrechnung der Untersuchungshaft und des vorzeitigen Strafvollzugs von 693 Tagen. Zugleich stellte es insbesondere fest, dass der erstinstanzliche Entscheid im Schuldpunkt (mehrfache qualifizierte Freiheitsberaubung und Entf�hrung, mehrfaches Entziehen von Unm�ndigen sowie versuchte Erpressung) in Rechtskraft erwachsen war. X.________ wurde verpflichtet, Y.________ eine Genugtuung von Fr. 30'000.-- und dem Grundsatz nach Schadenersatz zu leisten. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der beiden Kinder verwies das Obergericht auf den Weg des Zivilprozesses.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt im Wesentlichen, die vorinstanzlichen Urteile seien aufzuheben. Es sei festzustellen, dass seine Verhaftung v�lkerrechtswidrig erfolgt sei, und er sei aus dem Freiheitsentzug zu entlassen. Eventualiter sei er mit einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren zu bestrafen. F�r die rechtswidrigen respektive ungerechtfertigten Zwangsmassnahmen sei er angemessen zu entsch�digen. Zudem ersucht er um Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung.
1.1.�Nicht einzutreten ist auf das Rechtsmittel, soweit der Beschwerdef�hrer die Aufhebung des erstinstanzlichen Entscheids verlangt. Anfechtungsobjekt bildet einzig das kantonal letztinstanzliche Urteil der Vorinstanz vom 10. September 2012 (Art. 80 Abs. 1 BGG).
1.2.�Der Beschwerdef�hrer wurde zwei Monate nach der Entf�hrung von A.________ und B.________ am 19. Oktober 2010 in Marokko verhaftet und am 3. Mai 2011 in die Schweiz �berf�hrt. Er bringt vor, Y.________ (Beschwerdegegnerin) habe ihn unter einem falschen Vorwand von Tunesien nach Marokko gelockt. Seine Verhaftung und die Auslieferung an die Schweiz verstiessen gegen das Recht auf Freiheit und Sicherheit (Art. 5 EMRK) sowie gegen den Anspruch auf ein faires Verfahren (Art. 9 und Art. 29 BV, Art. 6 EMRK; Beschwerde S. 13 ff.). Damit ist er nicht zu h�ren. Der Grundsatz von Treu und Glauben verbietet es, der Vorinstanz bekannte rechtserhebliche Einw�nde vorzuenthalten und diese erst nach dem Ergehen eines ung�nstigen Entscheids im anschliessenden Rechtsmittelverfahren zu erheben (BGE 133 III 638 E. 2 S. 640; 117 Ia 491 E. 2a S. 495; je mit Hinweisen). Die R�gen sind nicht Gegenstand des angefochtenen Urteils. Der Beschwerdef�hrer macht weder eine Rechtsverweigerung geltend, noch legt er eine solche dar. Dass er entsprechende R�gen vor Vorinstanz oder vor dem kantonalen Zwangsmassnahmengericht erhoben h�tte, geht aus den Akten (act. 112, 118 und 37/5 ff.) nicht hervor. Sein Verhalten bzw. sein Zuwarten widerspricht Treu und Glauben. Ausserdem ist insofern der kantonale Instanzenzug nicht ersch�pft und der Entscheid nicht letztinstanzlich im Sinne von Art. 80 Abs. 1 BGG.
1.3.�Der Beschwerdef�hrer beschr�nkte die Berufung auf den Strafpunkt, den Entscheid �ber die Zivilanspr�che der Beschwerdegegnerin und der Kinder sowie den Entscheid �ber die Kostenauflage (erstinstanzliches Urteilsdispositiv-Ziffern 3, 4 und 7 Abs. 1). In den �brigen Punkten erwuchs das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur in Teilrechtskraft (Art. 399 Abs. 3 und 4 sowie Art. 402 StPO). Dies merkte die Vorinstanz vor (Beschlussdispositiv-Ziffer 1).
Die Vorinstanz hat die Schuldspr�che der mehrfachen qualifizierten Freiheitsberaubung und Entf�hrung, des mehrfachen Entziehens von Unm�ndigen und der versuchten Erpressung nicht neu beurteilt und best�tigt (Beschwerde S. 9). Sie waren nicht zu �berpr�fen. Dies verkennt der Beschwerdef�hrer. Er stellt sich unter anderem auf den Standpunkt, der objektive und subjektive Tatbestand von Art. 183 StGB sei nicht erf�llt (vgl. etwa Beschwerde S. 23 f. und S. 27 f.). Was er unter den Titeln "Tatbestand der Entf�hrung sowie Abgrenzung zum Tatbestand des Entziehens von Unm�ndigen", "Entziehen von Unm�ndigen" sowie "versuchte Erpressung" vorbringt (Beschwerde S. 17 ff.), geht an der Sache vorbei. Damit ist er nicht zu h�ren.
2.1.�Der Beschwerdef�hrer kritisiert die Strafzumessung und beantragt, er sei mit einer Freiheitsstrafe von h�chstens zwei Jahren zu bestrafen. Er macht geltend, die Vorinstanz habe die Deliktsdauer, die nachteiligen Folgen der Entwicklung der Kinder und die Vorgehensweise unzutreffend gew�rdigt und deshalb die objektive Tatschwere zu hoch eingestuft. Sie werfe ihm zudem ohne Grund ein egoistisches Verhalten vor. Sein Nachtatverhalten und die Umst�nde seiner Verhaftung seien strafmindernd zu veranschlagen (Beschwerde S. 26 ff.).
2.3.�Die Vorinstanz setzt sich mit den wesentlichen schuldrelevanten Komponenten auseinander und w�rdigt s�mtliche Zumessungsgr�nde zutreffend. Dass sie sich dabei von rechtlich nicht massgeblichen Gesichtspunkten h�tte leiten lassen oder wesentliche Gesichtspunkte nicht ber�cksichtigt h�tte, ist nicht ersichtlich (angefochtenes Urteil S. 6 ff.).
2.3.1.�Ein Dauerdelikt liegt vor, wenn die Begr�ndung des rechtswidrigen Zustands mit den Handlungen, die zu seiner Aufrechterhaltung vorgenommen werden, bzw. mit der Unterlassung seiner Aufhebung eine Einheit bildet und das auf Fortf�hrung des deliktischen Erfolgs gerichtete Verhalten vom betreffenden Straftatbestand ausdr�cklich oder sinngem�ss mitumfasst wird (BGE 135 IV 6 E. 3.2 S. 9 mit Hinweisen). Dauerdelikte sind mit anderen Worten dadurch gekennzeichnet, dass die zeitliche Fortdauer eines rechtswidrigen Zustands oder Verhaltens noch tatbestandsm�ssiges Unrecht bildet (BGE 131 IV 83 E. 2.1.2 S. 87 mit Hinweisen). Eine Dauerstraftat wurde von der Rechtsprechung bisher etwa f�r die Freiheitsberaubung und die qualifizierte Entf�hrung gem�ss Art. 183 Ziff. 2 in Verbindung mit Art. 184 Abs. 4 StGB angenommen (BGE 119 IV 216 E. 2f S. 221 mit Hinweisen).
Die Entf�hrung von A.________ und B.________ nach Tunesien ist nach den zutreffenden Erw�gungen der Vorinstanz ein Dauerdelikt. Die Ber�cksichtigung dessen L�nge als objektive Tatkomponente ist nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz h�lt dazu fest, massgebend sei die Zeitspanne bis zur erstinstanzlichen Urteilsf�llung. Der Beschwerdef�hrer habe seine Machtposition w�hrend knapp 1 � Jahren (19. August 2010 - 19. Januar 2012) ausge�bt respektive durch seine Verwandten (Eltern und Schwester) aus�ben lassen. An der Rechtswidrigkeit seines Verhaltens �nderten auch die in der Zwischenzeit ergangenen Entscheide tunesischer Gerichte nichts. Im Verfahren vor dem Bezirksgericht Gandoubah, in dem die Obhut �ber die Kinder dem Beschwerdef�hrer zugesprochen worden ist, habe dieser wahrheitswidrig angegeben, die Beschwerdegegnerin wohne ebenfalls in Gandoubah. Diese sei �ber das Verfahren weder ordnungsgem�ss informiert geschweige denn angeh�rt worden. Der Entscheid des Bezirksgerichts Gandoubah vom 1. November 2010 sei deshalb in der Schweiz nicht anerkennbar. In einem weiteren Verfahren seien die Kinder erneut unter die Obhut des Beschwerdef�hrers gestellt worden. Dieser Entscheid (vom 2. Januar 2012) sei nicht rechtskr�ftig. Deshalb sei die Verf�gung des Vizepr�sidenten des Bezirksgerichts Frauenfeld vom 26. M�rz 2009 weiterhin massgebend. Zudem blieben bei einer Kindsentf�hrung grunds�tzlich die Beh�rden am bisherigen Aufenthaltsort zust�ndig (Entscheid S. 8 ff.).
Soweit der Beschwerdef�hrer vorbringt, die Deliktsdauer sei h�chstens bis zu seiner Verhaftung in Marokko (19. Oktober 2010) zu bemessen, kann ihm nicht beigepflichtet werden. Nach den vorinstanzlichen Feststellungen erwirkte der Beschwerdef�hrer in Tunesien ein Ausreiseverbot f�r seine Kinder und sicherte dadurch seine Machtposition ab. A.________ und B.________ befinden sich seit der Verhaftung des Beschwerdef�hrers unter der Obhut dessen Eltern. Dies entspricht dem Willen des Beschwerdef�hrers. Die Vorinstanz verweist auf dessen fr�heren Einvernahmen, worin er in klarer Weise seine Absicht �usserte, die Kinder sollten mindestens bis zu ihrem 14. Lebensjahr in Tunesien bleiben. Der Beschwerdef�hrer ist nach den tats�chlichen vorinstanzlichen Feststellungen nicht bereit, die Kinder in die Schweiz zur�ckzubringen. Die Vorinstanz h�lt fest, dass er den rechtswidrigen Zustand auch seit der erstinstanzlichen Verurteilung aufrecht erh�lt und f�r die R�ckf�hrung der Kinder in die Schweiz Forderungen (unter anderem nach einer Niederlassungsbewilligung in der Schweiz) stellt. Auf die Frage anl�sslich der Berufungsverhandlung, ob er, falls das Bezirksgericht Winterthur im Scheidungsverfahren die Kinder unter die elterliche Sorge der Beschwerdegegnerin stellte, den Entscheid akzeptiere, antwortete er: "Wenn ich das bekomme (...), dann glaube ich, dass ich meine Kinder zur�ckbringen muss" (act. 110 S. 6). Es kann festgehalten werden, dass der Beschwerdef�hrer selbst nach seiner Verhaftung und mindestens bis zur Verurteilung im Jahre 2012 die Geschicke seiner Kinder weiterhin in der Hand hatte und eine R�ckf�hrung in die Schweiz verhinderte. Der Freiheitsentzug ab 19. Oktober 2010 f�hrte damit nicht zum Abbruch des verbotenen Verhaltens. Dies unterstreicht der Beschwerdef�hrer im Grunde genommen in seiner Beschwerdeschrift selbst. Er f�hrt aus, die Kinder seien seit �ber zwei Jahren fester Bestandteil seiner Familie in Tunesien. Ordne er gegen�ber seiner Familie an, dass sie die Kinder in die Schweiz bringen oder einer R�ckf�hrung zustimmen m�sse, sei fraglich, ob dieser Anordnung Folge geleistet w�rde (Beschwerde S. 20). Der Beschwerdef�hrer (der sich seit 17. November 2011 im vorzeitigen Strafvollzug befindet) r�umt damit selbst vor Bundesgericht implizit ein, dass er entsprechende Vorkehrungen treffen k�nnte, jedoch bis zum heutigen Tag unterlassen hat. Das Delikt der Entf�hrung ist mit der Verwirklichung des Tatbestands nicht abgeschlossen, sondern der rechtswidrige Zustand wird durch den fortdauernden Willen des T�ters aufrechterhalten und erneuert sich gewissermassen fortlaufend (BGE 135 IV 6 E. 3.2 S. 9 mit Hinweisen). Die Vorinstanz geht im Rahmen der Strafzumessung von einer zutreffenden Deliktsdauer bis zur erstinstanzlichen Urteilsf�llung aus.
Im Hinblick auf die rund 1 �-j�hrige Deliktsspanne vermag der Beschwerdef�hrer aus dem ersten Verfahren vor dem Bezirksgericht Gandoubah, in dem ihm die Obhut �ber die Kinder zugesprochen wurde, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Dieser Entscheid ist in der Schweiz nicht anerkennbar. Tunesien ist nicht Vertragsstaat des �bereinkommens vom 19. Oktober 1996 �ber die Zust�ndigkeit, das anzuwendende Recht, die Anerkennung, Vollstreckung und Zusammenarbeit auf dem Gebiet der elterlichen Verantwortung und der Massnahmen zum Schutz von Kindern (Haager Kindesschutz�bereinkommen, HKs�; SR 0.211.231.011). Art. 85 Abs. 4 IPRG sieht f�r diesen Fall vor, dass Massnahmen anerkannt werden, wenn sie im Staat des gew�hnlichen Aufenthalts des Kindes ergangen sind oder dort anerkannt werden. Nach Art. 20 Abs. 1 lit. b IRPG hat eine nat�rliche Person ihren gew�hnlichen Aufenthalt in dem Staat, in dem sie w�hrend l�ngerer Zeit lebt, selbst wenn diese Zeit zum vornherein befristet ist. A.________ und B.________ wurden am 19. August 2010 entf�hrt. Als am 1. November 2010 der Entscheid des Bezirksgerichts Gandoubah erging, hatten sie ihren gew�hnlichen Aufenthalt nicht in Tunesien. Eine kurze Dauer von rund 2 � Monaten gen�gt nicht, um im Entf�hrungsfall den neuen gew�hnlichen Aufenthalt des Kindes zu begr�nden (vgl. BGE 117 II 334 E. 4b S. 338). Die Obhutszuteilung vom 1. November 2010 erfolgte demnach nicht durch den Staat des gew�hnlichen Aufenthalts. Sie w�re aus einem weiteren Grund in der Schweiz nicht anerkennbar. Der Prozess vor dem Bezirksgericht Gandoubah wurde in Abwesenheit, ohne geh�rige Vorladung und Mitwirkung der Beschwerdegegnerin durchgef�hrt. Damit bliebe dem Entscheid vom 1. November 2010 (auf Antrag hin) auch wegen Verletzung des verfahrensrechtlichen Ordre public die Anerkennung versagt (vgl. Art. 27 Abs. 2 IPRG). Es braucht deshalb nicht weiter er�rtert zu werden, inwiefern die Anerkennung eines ausl�ndischen Entscheids, der die Obhut demjenigen Elternteil zuspricht, welcher die Kinder wenige Wochen zuvor rechtswidrig in seinen Heimatstaat verbracht hat, auch gegen den schweizerischen materiellen Ordre public im Sinne von Art. 27 Abs. 1 IPRG verst�sst. Betreffend die Deliktsdauer respektive die zeitliche Fortdauer der Entf�hrung ist im �brigen das zweite Gerichtsverfahren in Tunesien, in dem die Obhut am 2. Januar 2012 erneut dem Beschwerdef�hrer zugesprochen wurde, nicht von Relevanz. Dieser Entscheid erging wenige Tage vor der strafrechtlichen Verurteilung in der Schweiz, auf deren Zeitpunkt die Vorinstanz f�r die Bemessung der objektiven Tatschwere abstellt. Dass er nicht in Rechtskraft erwuchs, braucht nicht n�her thematisiert zu werden (vgl. Art. 25 lit. b IPRG).
2.3.2.�Keinen Bedenken begegnet auch, dass die Vorinstanz betreffend die Tatschwere den nachteiligen Folgen f�r die Entwicklung der beiden Kinder Rechnung tr�gt. Sie legt in �berzeugender Weise die Umst�nde dar, weshalb der Beschwerdegegnerin verunm�glicht wird, eine ernsthafte Beziehung zu ihren Kindern aufrechtzuerhalten. Dass die Kinder durch ihre Grosseltern angemessen versorgt werden und der Beschwerdef�hrer respektive seine Familie in Tunesien Besuche durch die Beschwerdegegnerin (wenn auch unter schwierigen Verh�ltnissen) zul�sst, ber�cksichtigt die Vorinstanz zu Gunsten des Beschwerdef�hrers. Straferh�hend wirkt sich laut Vorinstanz der Umstand aus, dass der Beschwerdef�hrer bereits im Januar 2009 erste Vorbereitungen traf, indem er ohne Wissen seiner Ehefrau tunesische P�sse f�r die Kinder ausstellen liess. Was der Beschwerdef�hrer dagegen vorbringt, weicht zum einen in unzul�ssiger Weise vom verbindlichen Sachverhalt der Vorinstanz ab (Art. 105 Abs. 1 BGG). Zum andern vermag seine Kritik, soweit er die Verletzung des Willk�rverbots (Art. 9 BV) r�gt, keine Verfassungsverletzung darzutun (vgl. zum Begriff der Willk�r BGE 138 I 49 E. 7.1 S. 51; 136 III 552 E. 4.2 S. 560; je mit Hinweisen). Auf die vorinstanzlichen Erw�gungen kann verwiesen werden (Entscheid S. 10 ff.).
2.3.3.�Die Vorinstanz stellt fest, dass der Beschwerdef�hrer seine Kinder einzig aus egoistischen Gr�nden in sein Heimatland verbrachte. Namentlich ist er durch die hiesigen Beh�rden nicht benachteiligt worden und hat die Beschwerdegegnerin weder angek�ndigt, auf einen Entzug des Besuchsrechts hinzuwirken, noch hat sie selbst mit der Entf�hrung der Kinder in die USA gedroht. Die subjektive Tatschwere wirkt sich laut Vorinstanz zu Lasten des Beschwerdef�hrers aus (Entscheid S. 13 ff.). Was dieser geltend macht, �berzeugt nicht. Seine Behauptung etwa, es sei ihm gerichtlich verboten worden, seine Kinder mit dem muslimischen Glauben bekannt zu machen, ist mit Blick auf die im Eheschutzverfahren abgeschlossene Vereinbarung aktenwidrig (vorinstanzliche Akten act. 20/4/41). Sein Vorbringen zielt im Wesentlichen auf seine Beweggr�nde, betrifft damit die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung und ersch�pft sich in appellatorischer Kritik. Damit ist er nicht zu h�ren.
2.3.4.�Die Vorinstanz erkennt im Verhalten des Beschwerdef�hrers keine Einsicht und Reue und w�rdigt seine Verweigerungshaltung straferh�hend. Damit verletzt sie kein Bundesrecht. Es ist offensichtlich, dass der Beschwerdef�hrer durch die Entf�hrung beider Kinder ein "Fait accompli" schaffen will. Seine Absicht wird dadurch unterst�tzt, dass Tunesien nicht Vertragsstaat entsprechender �bereinkommen ist und dies eine R�ckf�hrung massgeblich erschwert. Die Befragung des Beschwerdef�hrers vor Vorinstanz macht deutlich, dass er (rund zwei Jahre nach der Entf�hrung und nachdem er diesbez�glich bereits rechtskr�ftig verurteilt worden war) nicht nur seine Straftat billigt, sondern �berdies Bedingungen f�r die R�ckf�hrung der Kinder stellt, falls ein zuk�nftiges Scheidungsurteil die elterliche Sorge der Beschwerdegegnerin zusprechen sollte. Damit bringt der Beschwerdef�hrer eine absolute �berzeugung zum Ausdruck, im Recht zu sein. Diese Haltung widerspiegelt sich auch teilweise in seinen Ausf�hrungen vor Bundesgericht. Beispielsweise l�sst er trotz rechtskr�ftiger Verurteilung bestreiten, dass er den Tatbestand der Entf�hrung erf�llt habe. Auch stellt er sich auf den Standpunkt, es k�nne nicht massgebend sein, ob die schweizerischen Beh�rden die Entscheide seines Heimatlandes anerkennen w�rden oder nicht. Die Vorinstanz verletzt ihr Ermessen nicht, indem sie sein Nachtatverhalten straferh�hend ber�cksichtigt (vgl. zur fehlenden Einsicht und Reue BGE 113 IV 56 E. 4c S. 57; Urteil 6B_858/2008 vom 20. Mai 2009 E. 4.3.3 mit Hinweisen).
2.3.5.�Das Verhalten der Beschwerdegegnerin respektive das nach der Entf�hrung ausserhalb von Tunesien vereinbarte Treffen ist f�r die Strafzumessung irrelevant. Damit ist auch unerheblich, zu welchem (allenfalls vorgeschobenen) Zweck sich die Eheleute trafen (vgl. zudem E. 1.2 hievor).
2.4.�Eine ermessensverletzende Gewichtung der Faktoren respektive eine Verletzung von Bundesrecht (Art. 47 StGB) ist nicht ersichtlich. Die Freiheitsstrafe von sechs Jahren h�lt sich auch bei einer Gesamtbetrachtung innerhalb des sachrichterlichen Ermessens und ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.
3.1.�D�ie Vorinstanz verpflichtete den Beschwerdef�hrer, der Beschwerdegegnerin f�r die Folgen der Entziehung zweier Kinder eine Genugtuung von insgesamt Fr. 30'000.-- zu leisten. Sie erw�gt, die Beschwerdegegnerin k�nne als Obhutsberechtigte das elementare Recht, den Aufenthaltsort der Kinder zu bestimmen, nicht aus�ben. Es bestehe die Gefahr einer totalen Entfremdung zwischen Mutter und Kindern, und es liege eine schwere widerrechtliche Verletzung der Pers�nlichkeit der Beschwerdegegnerin vor. Die Vorinstanz zieht einen Leitfaden des Bundesamts f�r Justiz heran und verweist auf�H�tte/Ducksch/ Guerrero�(Die Genugtuung: Eine tabellarische �bersicht �ber Gerichtsentscheide aus den Jahren 1990 - 2005, 3. Aufl. 2005). Mit Blick auf die drohende totale Entfremdung sei es nicht abwegig, die Ans�tze bei Verlust des eigenen Kindes heranzuziehen. Da es A.________ und B.________ abgesehen von der vorenthaltenen Beziehung zur Mutter gut gehe, seien die Ans�tze entsprechend zu reduzieren (Entscheid S. 22 ff.).
3.2.�Gem�ss Art. 49 Abs. 1 OR hat Anspruch auf Leistung einer Geldsumme als Genugtuung, wer in seiner Pers�nlichkeit widerrechtlich verletzt wird, sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt und diese nicht anders wiedergutgemacht worden ist.
Die Bemessung der Genugtuung richtet sich vor allem nach der Art und Schwere der Verletzung, der Intensit�t und Dauer der Auswirkungen auf die Pers�nlichkeit sowie dem Grad des Verschuldens des Sch�digers. Die Genugtuung bezweckt den Ausgleich f�r erlittene Unbill, indem das Wohlbefinden anderweitig gesteigert oder die Beeintr�chtigung ertr�glicher gemacht wird (BGE 132 II 117 E. 2.2.2 S. 119 mit Hinweisen). Die Festlegung der H�he beruht auf der W�rdigung s�mtlicher Umst�nde und richterlichem Ermessen (Art. 4 ZGB). Das Bundesgericht �berpr�ft zwar als Rechtsfrage frei, ob das kantonale Gericht sein Ermessen richtig ausge�bt hat. Es auferlegt sich jedoch nach konstanter Praxis Zur�ckhaltung und schreitet nur ein, wenn das Sachgericht grundlos von den in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Bemessungsgrunds�tzen abweicht, oder wenn Tatsachen ber�cksichtigt worden sind, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle spielen oder umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen worden sind, die in den Entscheid h�tten einbezogen werden m�ssen. Ausserdem greift das Bundesgericht in Ermessensentscheide ein, wenn sich diese als offensichtlich unbillig bzw. als in stossender Weise ungerecht erweisen (Urteil 4A_373/2007 vom 8. Januar 2008 E. 3.2 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 134 III 97).
3.3.�Die obhutsberechtigte Beschwerdegegnerin ist seit Ende August 2010 von ihren Kindern getrennt. Im Zeitpunkt der Entf�hrung waren diese rund 4 � und 6 Jahre alt. Die Vorinstanz h�lt f�r das Bundesgericht verbindlich fest, dass die Beschwerdegegnerin ihre Kinder nur unter schwierigen Umst�nden in Tunesien besuchen kann und dabei bef�rchtet, ohne Grund verhaftet zu werden. A.________ und B.________ sprechen in der Zwischenzeit kaum mehr deutsch. Die Beschwerdegegnerin schilderte anl�sslich ihrer Befragung vor dem Bezirksgericht Winterthur, sie h�tten bei ihren Besuchen vorwiegend mit H�nden und F�ssen kommuniziert. Die Kinder wollten, vermutlich wegen der sprachlichen Schwierigkeiten, nicht mehr mit ihr telefonieren (Entscheid S. 11 mit Hinweis auf act. 63/2 S. 4 f.). Die Vorinstanz stellt nachvollziehbar fest, dass sich die Kinder je l�nger je mehr von ihrer Mutter entfremden. Vor diesem Hintergrund vermag der Beschwerdef�hrer, der ein g�nzliches Absehen von der Zusprechung einer Genugtuung beantragt und sich mit den vorinstanzlichen Erw�gungen nicht auseinandersetzt, nicht aufzuzeigen, weshalb die Vorinstanz ihr Ermessen �berschritten haben sollte. Die Vorinstanz f�hrt zu Recht aus, dass die bei Verlust eines Kindes von den Gerichten zugesprochenen Genugtuungssummen in den Jahren 2003 - 2005 im Bereich von Fr. 30'000.-- lagen (�H�tte/Ducksch/Guerrero, a.a.O.; vgl. auch�Beatrice Gurzeler, Beitrag zur Bemessung der Genugtuung, 2005, S. 323, welche f�r den Verlust eines Kindes bei gemeinsamen Haushalt eine Genugtuung von Fr. 40'000.-- verlangt). Unter Ber�cksichtigung der konkreten Verh�ltnisse verletzt die Vorinstanz ihr Ermessen nicht, wenn sie (je Kind) von der H�lfte jener Ans�tze ausgeht. Die Kritik an der Bemessung der Genugtuungssumme ist, soweit sie �berhaupt den Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG gen�gt, unbegr�ndet.
3.4.�Die Vorinstanz verpflichtet den Beschwerdef�hrer in Anwendung von Art. 126 Abs. 3 StPO dem Grundsatze nach, der Beschwerdegegnerin Schadenersatz zu leisten (Entscheid S. 25 f.). Indem der Beschwerdef�hrer festh�lt, f�r die Beschwerdegegnerin fielen "zahlreiche Ausgabepositionen" nicht mehr an, setzt er sich mit den vorinstanzlichen Erw�gungen nicht argumentativ auseinander. Wohl wendet das Bundesgericht Bundesrecht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Das bedeutet jedoch nicht, dass �berhaupt nicht zu er�rtern w�re, inwiefern der angefochtene Entscheid bundesrechtliche Normen verletzen k�nnte. Die Beschwerde gen�gt den Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht, weshalb darauf nicht einzutreten ist.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Der Beschwerdef�hrer wird ausgangsgem�ss kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er ersucht um unentgeltliche Verbeist�ndung. Das Gesuch ist abzuweisen, da die Beschwerde von vornherein aussichtslos war (Art. 64 Abs. 1 BGG e contrario). Seinen angespannten finanziellen Verh�ltnissen ist mit reduzierten Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

References: Art. 29
 Art. 6
 Art. 80
 Art. 402
 Art. 183
 Art. 183
 Art. 184
 Art. 85
 Art. 20
 BGE 
 Art. 27
 Art. 27
 Art. 25
 BGE 
 BGE 
 Art. 49
 BGE 
 Art. 42
 Art. 126
 Art. 42
e contrario