Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=04.10.1988&Aktenzeichen=VII%20R%2053/85
Timestamp: 2019-10-21 01:23:39+00:00

Document:
BFH, 04.10.1988 - VII R 53/85 - dejure.org
https://dejure.org/1988,844
BFH, 04.10.1988 - VII R 53/85 (https://dejure.org/1988,844)
BFH, Entscheidung vom 04.10.1988 - VII R 53/85 (https://dejure.org/1988,844)
BFH, Entscheidung vom 04. Januar 1988 - VII R 53/85 (https://dejure.org/1988,844)
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Haftung eines Prokuristen einer GmbH für die nicht ordnungsgemäße Abführung von Lohnsteuerbeträgen
Nach der ständigen Rechtsprechung des BFH ist die Entscheidung über die Inanspruchnahme eines Haftungsschuldners zweigliedrig (vgl. Urteile vom 13. April 1978 V R 109/75, BFHE 125, 126, BStBl II 1978, 508, [BFH 13.04.1978 - V R 109/75] und vom 4. Oktober 1988 VII R 53/85, BFH/NV 1989, 274, 275).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist die Entscheidung über die Inanspruchnahme eines Haftungsschuldners zweigliedrig (vgl. Urteile vom 13. April 1978 V R 109/75, BFHE 125, 126, BStBl II 1978, 508, und vom 4. Oktober 1988 VII R 53/85, BFH/NV 1989, 274, 275).
Daraus folgt umgekehrt, daß die Ermessensentscheidung fehlerhaft ist, wenn die Behörde bei ihrer Entscheidung Gesichtspunkte tatsächlicher und rechtlicher Art, die nach dem Sinn und Zweck der Ermessensvorschrift zu berücksichtigen wären, außer acht läßt (Senatsurteile vom 1. Juli 1981 VII R 84/80, BFHE 134, 79, 86, BStBl II 1981, 740; in BFH/NV 1989, 274, 275, m. w. N., und vom 25. Juli 1989 VII R 54/86, BFHE 157, 467, BStBl II 1990, 284, 285;… ebenso Tipke/Kruse, Abgabenordnung- Finanzgerichtsordnung, 16. Aufl., § 191 AO 1977 Tz. 7).
Daraus folgt umgekehrt, dass die Ermessensentscheidung fehlerhaft ist, wenn die Behörde bei ihrer Entscheidung Gesichtspunkte tatsächlicher oder rechtlicher Art, die nach dem Sinn und Zweck der Ermessensvorschrift zu berücksichtigen wären, außer Acht lässt [vgl. BFH, Urteil vom 04. Oktober 1988 - VII R 53/85 - BFH/NV 1989, S. 274 (275)].
Nach den Feststellungen der materiell-rechtlichen Haftungsvoraussetzungen hat das Hauptzollamt nach § 191 Abs. 1 AO die Entscheidung darüber zu treffen, ob überhaupt und in welcher Höhe eine Haftungsinanspruchnahme erfolgen soll (vgl. BFH-Urteil vom 04. Oktober 1988 VII R 53/85, BFH/NV 1989, 274).
Bei der Haftungsinanspruchnahme hat das Finanzamt im Anschluss an die von den Finanzgerichten voll überprüfbare Rechtsentscheidung über das Vorliegen des Haftungstatbestandes eine von den Gerichten nur eingeschränkt überprüfbare Ermessensentscheidung zu treffen (vgl. § 191 AO; § 102 Finanzgerichtsordnung - FGO - BFH-Urteil vom 4. Oktober 1988 VII R 53/85, BFH/NV 1989, 274).
Daraus folgt umgekehrt, dass die Ermessensentscheidung fehlerhaft ist, wenn die Behörde bei ihrer Entscheidung Gesichtspunkte tatsächlicher oder rechtlicher Art, die nach Sinn und Zweck der Ermessensvorschrift zu berücksichtigen wären, außer Acht lässt (BFH Urteile vom 23. Mai 1985 - V R 124/79, BStBl II 1985, 489; vom 04. Oktober 1988 - VII R 53/85, BFH/NV 1989, 274).
Daraus folgt umgekehrt, dass die Ermessensentscheidung fehlerhaft ist, wenn der Beklagte bei seiner Entscheidung Gesichtspunkte tatsächlicher und rechtlicher Art, die nach dem Sinn und Zweck der Ermessensvorschrift zu berücksichtigen wären, außer acht lässt (…vgl. BFH, BFH/NV 1997, 386; BFH, BFH/NV 1989, 274;… BFH/NV 1988, 220).
Nach den Feststellungen der materiell-rechtlichen Haftungsvoraussetzungen hatte der Beklagte nach § 191 Abs. 1 AO die Entscheidung darüber zu treffen, ob überhaupt und in welchem Umfang eine Haftungsinanspruchnahme erfolgen sollte (vgl. BFH, BFH/NV 1989, 274).
Daraus folgt umgekehrt, dass die Ermessensentscheidung fehlerhaft ist, wenn die Behörde bei ihrer Entscheidung Gesichtspunkte tatsächlicher und rechtlicher Art, die dem Sinn und Zweck der Ermessensvorschrift zu berücksichtigen wären, außer Acht lässt (BFH-Urteil vom 4. Oktober 1988 VII R 53/85, BFH/NV 1989, 274).
FG Sachsen, 06.03.2003 - 5 K 1325/97
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FG Sachsen, 01.11.2010 - 8 K 418/09

References: § 191
 § 191
 § 191
 § 102
 § 191
 § 69