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Timestamp: 2013-05-18 21:54:06+00:00

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Glossar Betriebswirtschaft - Hans-B�ckler-Stiftung Suche: Profi-Suche
Katalog: Aktuelles Wissen f�r Betriebs- und Aufsichtsr�te Glossar Betriebswirtschaft
Die ABC-Analyse ist ein Verfahren zur Klassifizierung von Kunden und Lieferanten nach ihrer Bedeutung für das Unternehmen. Der Name ist darauf zurückzuführen, dass die Eingliederung in die Gruppen A, B und C erfolgt. A-Kunden/-Lieferanten sind für das Unternehmen von zentraler Bedeutung und erfordern eine intensive Betreuung. Zur Abgrenzung der A-Kunden/-Lieferanten wird vielfach auf die sog. "80 : 20-Regel" zurückgegriffen, wonach mit 20 % der Kunden 80 % des Umsatzes erzielt wird. Mit C-Kunden werden hingegen nur geringe Umsätze getätigt. Von C-Lieferanten werden austauschbare Produkte oder Leistungen in nur geringem Umfang bezogen.
Durch Abschreibungen werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten einer Investition auf die Jahre ihrer Nutzung verteilt. Sie stellen insofern die Abnutzung z. B. von Maschinen und Anlagen in der Bilanz und in der Kostenrechnung dar.
Zur Bestimmung der Nutzungsdauer wurde im HGB-Abschluss häufig auf die steuerlichen AfA-Tabellen (Absetzung für Abnutzung) der Finanzverwaltung zurückgegriffen. Da das HGB durch das Reformgesetz BilMoG seit 2009 aber stärker an den internationalen IFRS-Standards ausgerichtet ist, werden die Nutzungsdauern der AfA-Tabellen nun weitestgehend durch die eigenständige Ermittlung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer im Betrieb ersetzt.
Nach der Regelmäßigkeit ihres Anfalls werden Abschreibungen in planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen unterschieden. Bei der planmäßigen Abschreibung kann ein Unternehmen u. a. zwischen linearer (gleich bleibend hohe Abschreibungsraten) und degressiver Abschreibung (im Zeitablauf sinkende Abschreibungsraten) wählen. Die außerplanmäßige Abschreibung berücksichtigt ungeplante und unvorhergesehene Wertminderungen. Abschreibungen werden sowohl auf das Anlagevermögen als auch auf das Umlaufvermögen vorgenommen. Die Höhe der Abschreibungen hat Einfluss auf das Jahresergebnis (sprich Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag), jedoch nicht auf die Liquidität, da mit der Abschreibung zwar ein Aufwand aber keine Auszahlung entsteht.
Aktien sind Wertpapiere, die den Anteilsbesitz am Eigenkapital eines Unternehmens verbriefen. Der Besitzer der Aktie wird somit wirtschaftlich zum Miteigentümer der Firma und ist folglich auch an möglichen Gewinnen des Unternehmens beteiligt. Diese werden ihm ggf. in Form der sogenannten Dividende ausgeschüttet.
Zu unterscheiden sind Vorzugsaktien und Stammaktien: Stammaktien sind grundsätzlich mit einem Stimmrecht in der Hauptversammlung verbunden. Sie eröffnen so die Möglichkeit der Mitbestimmung im Unternehmen, da der Aktionär sich einerseits an den direkten Entscheidungen der Hauptversammlung (z. B. Satzungsänderungen, Gewinnausschüttung.) und andererseits an der Wahl der Aktionärsbank im Aufsichtsrat beteiligen kann. Im Gegensatz dazu bieten Vorzugsaktien i. d. R. keine Stimmrechte, sind dafür aber z. B. mit dem Anspruch auf eine höhere Dividende und Vorzugsbehandlung im Insolvenzfall verbunden.
Weitere Unterschiede zwischen Aktienarten bestehen in Hinblick auf die Anonymität der Investoren: Die überwiegende Zahl der in Deutschland gehandelten Aktien sind sogenannte Inhaberaktien. Sie sind frei verkäuflich und die Inhaber sind dem Unternehmen unbekannt. Im Gegensatz dazu ist im Falle einer Namensaktie der Aktionär zur Eintragung ins Aktienregister verpflichtet, um auf der Hauptversammlung tatsächlich stimmberechtigt zu sein. Er ist gegenüber dem Unternehmen also nicht mehr anonym. Im Falle der vinkulierten Namensaktie kommt zudem das Hindernis hinzu, dass das Unternehmen einem Verkauf der Aktie an einen neuen Investor zustimmen muss. Es hat somit einen größeren Einfluss auf die Struktur seiner Aktionäre.
Unter Aktivierung versteht man die Aufnahme eines Postens als Vermögensgegenstand in die Bilanz. Ein einfaches Beispiel ist die Herstellung einer Maschine, die später vom Unternehmen selbst genutzt wird: Zunächst entsteht ein Aufwand, da Materialien verbraucht und Löhne an die Arbeiter gezahlt werden. Da dieser Aufwand für das Unternehmen jedoch nicht einfach verloren geht, sondern im Gegenzug ein realer Wert in Form der Maschine entsteht, soll dieser Wert auch in der Bilanz sichtbar gemacht werden. Die Maschine wird folglich auf der Aktivseite der Bilanz ins Anlagevermögen aufgenommen und somit "aktiviert".
Sowohl nach HGB als auch nach IFRS bestehen Einschränkungen, welche Posten tatsächlich als Vermögen des Unternehmens aktiviert werden dürfen. Das Rahmenkonzept der IFRS-Standards verlangt z. B. dass ein Vermögenswert voraussichtlich einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen stiften und sein Wert verlässlich bestimmbar sein muss.
So besteht beispielsweise ein Verbot, einen selbst erstellten Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) in der Bilanz auszuweisen. Der Goodwill kann z. B. in der besonderen Produkttreue der Kundschaft oder in einem besonders gut funktionierenden Ausbildungssystem bestehen. Da diese Faktoren aber nicht einzeln verkäuflich und nur schwer bewertbar sind, darf ein solcher selbst erstellter Goodwill nicht aktiviert werden.
Der Anhang ist neben der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ein Teil des Jahresabschlusses. Die handelsrechtlichen Vorschriften zum Anhang sind in § 284 ff. HGB dargestellt. Der Anhang erläutert zum einen die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechte. Zum anderen beinhaltet er Erklärungen zu den Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz. Darüber hinaus sollen u. a. Informationen zur Anzahl der Beschäftigten, der Zusammensetzung und Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie zu den Beteiligungen des Unternehmens enthalten sein.
Im IFRS-Jahresabschluss kommt dem Anhang (auch: Notes) eine besonders hohe Bedeutung zu: Er soll durch ergänzende Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, z. B. zu den getroffenen Annahmen bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen, die bilanzierten Posten und deren Wertansätze besser verständlich machen und so dem IFRS-Grundsatz der "true and fair presentation" dienen. Da jeder IFRS-Standard zu einem Bilanzposten auch entsprechende Anhang-Angaben vorschreibt, kann hier von einem deutlich größeren Umfang ausgegangen werden, als im HGB-Abschluss.
Der Anlagenspiegel ist Bestandteil des Anhangs und stellt die wertmäßige Entwicklung des Anlagevermögens im Zeitablauf dar. Zeilenweise untergliedert er sich in das immaterielle Vermögen, Grundstücke, Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Finanzanlagen. Spaltenweise werden die verschiedenen Vermögensgegenstände zu Anschaffungskosten am Beginn des Geschäftsjahres, die Zugänge (Investitionen), Abgänge und der Vermögensbestand am Ende des Geschäftsjahres ausgewiesen. Es folgen Spalten mit den Abschreibungen des Berichtsjahres sowie den seit Anschaffung der Vermögensgegenstände aufgelaufenen (kumulierten) Abschreibungen. Die beiden letzten Spalten geben in der Regel die Buchwerte (Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen) zum Ende des aktuellen Berichtsjahres und zum vorangegangenen Bilanzstichtag wieder.
Anleihe, Bond, Schuldverschreibung
Unternehmensanleihen (auch Bonds oder Schuldverschreibungen genannt) sind Urkunden bzw. Wertpapiere, in welchen ein Unternehmen (Gläubiger) dem Schuldner einen Geldbetrag überlässt und dieser ihm dafür Zinszahlungen und Rückzahlung zu einem bestimmten Termin zusichert. Sie sind also dem Fremdkapital zuzurechnen. Die Zahlungen können unterschiedlich ausgestaltet werden. So sind z. B. variable Zinszahlungen (Floating Rate Notes), feste Zinszahlungen (Straight Bonds) oder vollständige Begleichung der Zinsen zum Vertragsende (Zero Bonds) denkbar. Weiterhin existieren Spezialfälle, wie sogenannte Wandelanleihen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in Aktien getauscht werden können.
Aus Sicht der Investoren haben Anleihen den Vorteil, dass sie in der Regel handelbar sind und somit, vielfach über die Börse, weiterverkauft werden können. Zudem können große Kreditsummen auf die Papiere verteilt (gestückelt) und so in kleineren Beträgen von einer Vielzahl von Investoren aufgenommen werden können. Der Kreis möglicher Kreditgeber ist somit nicht ausschließlich auf Banken beschränkt.
Anzahlungen werden in der Regel vom Auftraggeber bei Projekten oder Produkten geleistet, deren Herstellung einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt. Sie stellen eine Vorfinanzierung des Auftrags durch den Auftraggeber dar. Im Rahmen der Bilanzierung werden Anzahlungen beim Auftragnehmer offen von den Vorräten abgesetzt (HGB-Abschluss) oder als Verbindlichkeit angesetzt (IFRS-Abschluss).
Sogenannte ABS (Asset Backed Securities) sind Wertpapiere, die aus Verbriefungsgeschäften entstehen und eine zentrale Rolle in der Finanzmarktkrise 2008/09 spielten. Ein sogenannter Initiator gründet eine Zweckgesellschaft, deren Geschäftspolitik durch enge Festlegungen in der Satzung bzw. im Gesellschaftsvertrag vorgegeben wird. Ihre einzige Aufgabe besteht im Aufkauf von Forderungen bzw. Wertpapieren und in der Refinanzierung dieser Käufe durch Ausgabe eigener Wertpapiere, sogenannter Asset Backed Securities. Diese ABS werden mit den angekauften Forderungen bzw. Wertpapieren besichert. Zahlungen an die ABS-Investoren werden aus den Zins- und Tilgungszahlungen der ursprünglichen Forderungen/Wertpapieren geleistet. Mit anderen Worten wird das Risiko, dass diese Zahlungen ggf. ausfallen an die ABS-Investoren weitergereicht.
Verkauft der ABS-Investor die Papiere seinerseits wieder an eine weitere Zweckgesellschaft, welche diese erneut zur Besicherung neuer Verbriefungspapiere benutzt, entsteht eine Kette, die mit jeder Verbriefungs-Stufe immer unübersichtlicher und komplexer wird. Da zudem bei jeder Verbriefung eine Vielzahl verschiedener Forderungen (sogenannter Tranchen) zur Besicherung eines Wertpapiers dient und Banken ggf. zusätzliche Garantien geben, ist kaum noch ermittelbar, von wem das Hauptrisiko der Papiere ausgeht und wer es trägt.
Beim Asset- bzw. Share-Deal handelt es sich um die beiden Grundtypen von Unternehmenserwerben. Bei einem Asset Deal werden nur die einzelne Vermögensgegenstände eines anderen Unternehmens vom Käufer erworben (von "asset" - Englisch für Vermögensgegenstand). Bei einem Share Deal erwirbt er dagegen die Anteile am Unternehmen als Ganzes (also z. B. in Form einer Aktienbeteiligung).
Ein Unternehmen, auf dessen Geschäftspolitik ein anderes Unternehmen einen maßgeblichen, aber nicht beherrschenden Einfluss ausübt, bezeichnet man als assoziiertes Unternehmen. Dieser maßgebliche Einfluss wird (widerlegbar) bei einem Stimmrechtsanteil von mindestens 20% vermutet. Liegt der Stimmrechtsanteil bei über 50%, so kann in der Regel sogar (widerlegbar) von einem beherrschenden Einfluss ausgegangen werden. Es läge dann statt eines assoziierten Unternehmens ein Tochterunternehmen vor.
Assoziierte Unternehmen sind mit dem Buchwert in den Konzernabschluss zu übernehmen und werden dort nach der sogenannten Equity-Methode (§ 312 HGB) bewertet. Unter speziellen Bedingungen müssen sie nicht in den Konzernabschluss aufgenommen werden, z. B. wenn sie für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind (§ 311 Abs. 2 HGB).
Als Aufwand bezeichnet man allgemein den Verbrauch von Gütern und Leistungen. Der Begriff wird sowohl in der Gewinn- und Verlustrechnung (externes Rechnungswesen) als auch in der Kosten- und Leistungsrechnung (internes Rechnungswesen) verwendet.
In der Gewinn- und Verlustrechnung stellt der Aufwand jede Verringerung des Eigenkapitals dar, die nicht durch Rückzahlungen an die Investoren entsteht. Typische Beispiele sind u. a. Personalaufwand (z. B. Löhne und Gehälter), Materialaufwand (z. B. Verbrauch von Rohstoffen bei der Produktion), Abschreibungen (z. B. Abnutzung/Verschleiß von Maschinen) und Zinsen. Aufwendungen stellen somit den negativen Beitrag zum bilanziellen Jahresergebnis (Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag) dar. Ihnen stehen die Erträge (z. B. Umsatzerlöse) als positive Bestandteile gegenüber.
In der Kosten- und Leistungsrechnung setzt sich der Aufwand aus dem Zweckaufwand und dem neutralen Aufwand zusammen. Zweckaufwand ist periodenecht und betriebsbezogen. Im Unterschied dazu ist der neutrale Aufwand entweder periodenfremd, d. h. in einer anderen als der aktuellen Rechnungsperiode angefallen, oder betriebsfremd, d. h. er diente nicht der betrieblichen Leistungserstellung.
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Der Badwill ist die anglo-amerikanische Bezeichnung für einen "negativer Firmenwert" (Gegenteil: positiver Geschäfts- und Firmenwert bzw. Goodwill). Er entsteht, wenn bei einem Unternehmenskauf der Kaufpreis geringer ist als der Wert des erworbenen Eigenkapitals. Es kann hier auch von einem sogenannten "Lucky Buy" (glücklicher Kauf) gesprochen werden. Der Wert der Beteiligung, welcher in der Konzernbilanz gezeigt wird, ist hier also geringer, als der tatsächliche Wert des gekauften Eigenkapitalanteils (der auch die stillen Reserven und Lasten des gekauften Unternehmens beinhaltet).
Nach HGB ist ein Badwill auf der Passivseite der Bilanz unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" zu finden. Im Jahresabschluss nach IFRS wäre er dagegen direkt als Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen und würde so das Konzernergebnis (Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag) verbessern.
Wörtlich bedeutet Balanced Scorecard (BSC) "ausgewogene Punktetafel", im übertragenen Sinne "ausgewogenes Berichtssystem". Darunter versteht man ein strategisches Managementkonzept, das sich durch eine ganzheitliche Betrachtung des Unternehmens auszeichnet. Dabei werden Ziele für die Bereiche Kunden, Ressourcen (Mitarbeiter und Material), Unternehmensprozesse sowie Finanzen formuliert, die das Unternehmen oder die Unternehmenseinheit transparent und ausgewogen ("balanced") zu erreichen versucht. Der Vorteil der BSC besteht darin, dass neben den "klassischen" Finanzkennzahlen gleichwertig die Ziele anderer Unternehmensbereiche (z. B. Mitarbeiter und Kunden) verfolgt werden sollen.
Basel I - III
Bei den Regeln des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht, kurz Basel I, II und III handelt es sich um internationale Vorschriften zur Regulierung von Banken. Im Vordergrund steht hierbei v. a. die Eigenkapitalunterlegung so genannter "risikogewichteter Aktiva", also von Krediten, welche die Bank vergeben hat. Für jeden Kredit muss eine bestimmte Summe Eigenkapital in der Bilanz der Bank auftauchen, um das Risiko abzusichern, dass er nicht zurückbezahlt wird.
Die erste Basler Akkord (Basel I) von 1988 sah unter dem Eindruck vorangegangener Bankenkrisen vor, dass jede Bank ihre Risikoaktiva (risikogewichtete Kredite) pauschal mit mindestens 8% Eigenkapital zu unterlegen hatte.
Seit 2007 wurden diese Regeln in der EU durch das Reformpaket Basel II abgelöst. Die pauschale Eigenkapitalunterlegung aus Basel I wurde durch spezielle Anforderungen ersetzt, die vom individuellen Ausfallrisiko eines Kreditnehmers abhingen. Zudem wurden umfangreiche Vorschriften zur Bankenaufsicht und zur Berichterstattung von Banken erlassen. Insbesondere die starke Berücksichtigung des Kreditausfallrisikos sorgte dafür, dass Urteile von Rating-Agenturen (und interne Prüfungsverfahren der Banken) seither eine entscheidende Rolle für die notwendige Eigenkapitalunterlegung eines Kredits spielen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen haben jedoch häufig Schwierigkeiten, ein hohes Rating zu erhalten. Da Banken somit größere Summen Eigenkapitals hinterlegen müssten, wird diesen Unternehmen im ungünstigsten Fall kein oder nur ein sehr teurer Kredit gewährt.
Ab 2013 soll die schrittweise Einführung der Basel III-Regeln erfolgen, welche das Regelwerk von Basel II weiter verschärfen. Sie sehen u. a. die Einführung zusätzlicher Kapitalpuffer und neuer Anforderungen an die Zusammensetzung des vorgehaltenen Eigenkapitals (Banken müssen u. a. mehr sogenanntes "hartes Kernkapital" vorhalten, welches dem Institut langfristig zur Verfügung steht, so z. B. Aktienkapital und einbehaltene Gewinne) vor. Die Einführung der neuen Regeln soll bis 2019 abgeschlossen sein.
Der Beherrschungsvertrag (§ 291 Abs. 1 AktG) gehört zu den Unternehmensverträgen, mit denen eine Aktiengesellschaft oder Kapitalgesellschaft auf Aktien (sog. abhängige Gesellschaft) die Leitung ihrer Gesellschaft einem anderen Unternehmen (herrschendes Unternehmen) unterstellt. Das herrschende Unternehmen wird dadurch berechtigt, dem Vorstand der abhängigen Gesellschaft Weisungen hinsichtlich der Leitung der Gesellschaft zu erteilen. Der Vorstand der abhängigen Gesellschaft muss diese Weisungen befolgen, auch wenn sie sich auf die eigene Gesellschaft nachteilig auswirken.
Benchmarking ist ein Analyse- und Planungsinstrument zum Vergleich des eigenen Unternehmens mit dem/n besten Mitbewerber(n) oder branchenfremden Unternehmen. In diesem Prozess werden Produkte, Methoden, Abläufe und Strukturen betrieblicher Funktionen des eigenen Unternehmens denen von einem oder mehreren anderen Unternehmen gegenüberstellt. Ziel ist, Qualitäts- und Leistungssteigerungspotenziale im eigenen Unternehmen aufzudecken. Dahinter steht die Idee, die besten Verfahren transparent zu machen und von anderen zu übernehmen ("best practice"). Ein Nachteil des Benchmarking besteht in der Erhebung bzw. Beschaffung von Informationen zu den Vergleichsunternehmen. Darüber hinaus sind die begrenzte Vergleichbarkeit von Unternehmen und der entsprechend eingeschränkte Aussagewert solcher Analysen oftmals problematisch.
Beteiligungen sind Anteile, die ein Unternehmen an anderen Unternehmen hält und die dazu bestimmt sind, dem eigenen Geschäftsbetrieb durch Herstellung einer dauernden Verbindung zu dienen (§ 271 Abs. 1, S. 1 HGB). Im Umfang der Beteiligung besitzt ein Unternehmen also Anteile am Kapital eines anderen Unternehmens, wird dadurch also zu dessen Gesellschafter. Wegen der Absicht des dauerhaften Verbleibs im Unternehmen zählen Beteiligungen zum Anlagevermögen. Im Zweifel gelten als Beteiligung Anteile an einer Kapitalgesellschaft, die 20 % des Nennkapitals dieser Gesellschaft überschreiten. Beteiligungen von mehr als 20 % sind im Anhang der Muttergesellschaft aufzulisten.
Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ist ein organisatorisches Instrument der Kostenrechnung, mit dem die Gemeinkosten eines Unternehmens den einzelnen Kostenstellen verursachungsgerecht zugeordnet werden. Gemeinkosten sind Kosten, die einem Produkt bzw. einer Dienstleistung nicht direkt zugerechnet werden können (z. B. weil auf einer Fertigungsanlage verschiedene Produkte hergestellt, die Kosten der Anlage also auch auf mehrere Verursacher verteilt werden müssen). Die Gemeinkosten werden zunächst in sog. Vorkostenstellen erfasst (z. B. Vorkostenstelle für Instandhaltung oder für die im Rahmen der Betriebsratsarbeit angefallenen Kosten) und anschließend auf diejenigen Kostenstellen verteilt, die die Leistungen in Anspruch genommen haben (sog. Endkostenstellen). Im Falle der Instandhaltungskosten erfolgt die Verteilung z. B. über die Zahl der Reparatur- und Wartungsstunden, die die betrieblichen Einheiten jeweils in Anspruch genommen haben, beim Betriebsrat über die Zahl der Beschäftigten in den Kostenstellen. Ziel ist die Ermittlung derjenigen Stunden- bzw. Zuschlagssätze, bei denen die Vollkosten des Unternehmens gedeckt sind.
Das Betriebsergebnis gibt näherungsweise das Ergebnis der rein operativen Tätigkeit eines Unternehmens wieder, klammert also z. B. Effekte aus der Finanzierungstätigkeit aus. Es errechnet sich aus der Summe der betrieblichen Erträge abzüglich der betrieblich bedingten Aufwendungen. Das Betriebsergebnis entspricht weitgehend dem EBIT (Earnings before interest and taxes = Ergebnis vor Zinsen und Steuern).
Die Bilanz ist Bestandteil des Jahresabschlusses. In der Bilanz sind die Mittelverwendung bzw. das Vermögen (auf der linken Seite) sowie die Mittelherkunft bzw. Schulden und Eigenkapital (auf der rechten Seite) eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag zusammengestellt. Da Herkunft und Verwendung untrennbar miteinander verbunden sind, muss die Summe der Aktiva immer der Summe der Passiva entsprechen.
Das Vermögen (Aktiva) wird in der HGB-Bilanz nach abnehmender Liquidierbarkeit geordnet, d. h. nach der Schwierigkeit, sie wieder in Zahlungsmittel umzuwandeln. Immaterielle Vermögensgegenstände und Anlagen, die oft sehr speziell an ein Unternehmen gebunden sind, stehen daher weiter oben, als Bankguthaben und Kasse. In der IFRS-Bilanz ist die Vermögensseite dagegen abnehmend nach voraussichtlicher Dauer des Verbleibs im Unternehmen, sprich der Fristigkeit, geordnet. Die Finanzierungsseite (Passivseite) ist nach HGB und IFRS ebenfalls nach Fristigkeit, also Dauer bis zur Rückzahlung der Finanzmittel an die Investoren, geordnet. Da Eigenkapital annahmegemäß dauerhaft zu Verfügung steht, findet man es zuoberst, während kurzfristige Kredite im unteren Teil auftauchen.
Unter Bonität wird die Fähigkeit eines Schuldners verstanden, seine Zahlungsverpflichtungen vollständig und fristgerecht zu erfüllen. Seit einigen Jahren gewinnt die Bonitätsbeurteilung durch Rating-Agenturen für die Kreditaufnahme von Unternehmen immer stärker an Bedeutung (u. a. durch die Vorgaben von Basel II bzw. III). Die weltweit bekanntesten Rating-Agenturen sind Moody´s, Standard & Poor´s und Fitch. Sie versuchen, die Fähigkeit eines Unternehmens zur Kreditrückzahlung mittels statistischer Verfahren und auf der Grundlage wirtschaftlicher Kennzahlen und Zukunftsprognosen zu ermitteln. Das Ergebnis eines Ratings wird in einer Note ausgedrückt, z. B. AAA für sehr gute und D für ungenügende Bonität.
Ein Börsengang bezeichnet die Aufnahme von Eigenkapital am organisierten Kapitalmarkt, sprich an der Börse. Als Spezialfall eines Börsengangs versteht man unter einem IPO (Initial Public Offering) die erstmalige Ausgabe von Aktien.
Börsengänge werden vorrangig mit dem Ziel der Kapitalbeschaffung durchgeführt. Eine weitere mögliche Absicht kann u. a. in der Regelung von Inhabernachfolgen bestehen, so z. B. in Unternehmen, die bisher in Familien- oder Staatsbesitz waren. Auch die Steigerung des Bekanntheitsgrades am Kapitalmarkt kann ein Ziel sein. Ist ein Unternehmen erst einmal an der Börse notiert, so hat es wichtige Grundlagen geschaffen, um auch in Zukunft weitere Aktienausgaben durchzuführen (u. a. durch Erfüllung der damit verbundenen Berichtspflichten). Somit ist es bei Bedarf deutlich flexibler.
Die Break-Even-Analyse dient der Ermittlung der Gewinnschwelle eines Unternehmens und wird daher oft auch als Gewinnschwellenanalyse bezeichnet. Dabei wird dasjenige Absatz- bzw. Umsatzvolumen ermittelt, bei dessen Unterschreitung das Unternehmen Verluste bzw. bei dessen Überschreitung es Gewinne erzielt.
Ein Business-Plan beschreibt detailliert das unternehmerische Gesamtkonzept für ein Geschäftsvorhaben oder eine Investition. Dazu stellt er das Unternehmen, sein Umfeld und dessen wirtschaftliche Perspektiven dar. In der Regel enthalten die Business-Pläne auch eine Darstellung der bisherigen Entwicklung und der gesellschaftsrechtlichen Verhältnisse. Außerdem werden die Produkte und Dienstleistungen, das Marktpotenzial, der Wettbewerb sowie die Absatzstrategie und die Produktion (Anlagen, Verfahren, Beschäftigte) beschrieben. Kernstück eines Business-Plans ist die Darstellung der Ergebniserwartungen anhand einer mehrjährigen Plan-Gewinn- und Verlustrechnung sowie des Kapitalbedarfs und seiner Finanzierung. Business-Pläne spielen insbesondere bei der Unternehmensneu- oder -ausgründung und in Sanierungsfällen eine wichtige Rolle.
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Unter Cash Management (auch Liquiditätsmanagement) versteht man die möglichst optimale Planung, Steuerung und Gestaltung der Finanzmittel und somit der Zahlungsströme (Einzahlungen und Auszahlungen) eines Unternehmens. Aufgaben des Cash-Managements sind die Sicherung der Zahlungsfähigkeit (oder Liquidität) des Betriebs und die rentable Anlage kurzfristig frei werdender Gelder. In international tätigen Unternehmen zählt auch die Absicherung gegen Wechselkurs- und Zinsrisiken zu den Aufgaben des Cash-Managements. Häufig wird dieser Aufgabenbereich auch Treasury genannt.
Eine einfache Variante von Cash Management Systemen ist das so genannte "Netting": Hierbei werden die finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten, die zwischen mehreren Unternehmen bestehen, gegeneinander aufgerechnet. Einfaches Beispiel: Unternehmen A schuldet Unternehmen B 5000 Euro aus der Lieferung von Rohstoffen und Unternehmen B schuldet A 3000 Euro für diverse Dienstleistungen. Durch das Netting würden beide Beträge miteinander verrechnet, so dass nur noch eine Schuld von A gegenüber B in Höhe von 5000 - 3000 Euro = 2000 Euro übrig bliebe.
Aufwendiger als das Netting sind dagegen sogenannte Cash Pooling Systeme.
In Konzernen werden zwischen den Konzernunternehmen (Mutter- und Tochterunternehmen) oft übergreifende Cash Management Systeme installiert, deren häufigste Form das Cash Pooling ist. Es beruht auf der Idee, die freien Überschüsse und Defizite der einzelnen Unternehmen auf einem zentralen Konto zu bündeln und von dort zu verwalten. Häufig wird dieses Konto bei der Muttergesellschaft oder einer eigenen Finanzierungsgesellschaft geführt (sogenannte Cash-Pool-Führerin). Auf diesem Wege sind Kostenersparnisse möglich, z. B. indem ein Defizit (sprich mehr Auszahlungen als Einzahlungen) beim ersten Konzerunternehmen durch den Überschuss eines zweiten ausgeglichen wird. Ohne Cash Pooling müsste das erste Unternehmen seine Lücke durch die Aufnahme eines teureren Kredits schließen.
Gleichzeitig kann der Cash-Pool-Führer, wenn nötig, günstigere Kredite aufnehmen, sofern er z. B. über ein besseres Rating verfügt als die Tochterunternehmen. Ein Risiko des Cash Poolings kann jedoch in sogenannten "Ansteckungseffekten" bestehen, wenn einzelne Unternehmen im Konzern dauerhaft mehr Auszahlungen als Einzahlungen haben und diese Lücke immer wieder aus dem gemeinsamen Cash Pool schließen. Zudem stehen dem Cash Pooling in Deutschland diverse rechtliche Einschränkungen der erlaubten Ausgestaltung entgegen.
Im Gegensatz zur klassischen Form des Cash Poolings werden die Konten der Unternehmen beim virtuellen Cash Pooling nicht tatsächlich, sondern nur rechnerisch zusammengefasst. Die Finanzmittel des Konzerns können so zumindest teilweise zentral gesteuert und verplant werden. Einige Vorteile des klassischen Cash Poolings können jedoch nicht genutzt werden, so z. B. die gemeinsame Anlage freier Beträge aus dem Pool (In manche Anlageformen kann nur bei Überschreitung hoher Mindestbeträge investiert werden.). Gleichzeitig ist aber auch das Ansteckungsrisiko zwischen den Unternehmen geringer.
Der Cashflow ist eine Kennzahl, die den Zufluss oder Abfluss an finanziellen Mitteln innerhalb einer Periode zeigt und entscheidend für die langfristige Zahlungs- und damit Überlebensfähigkeit des Unternehmens ist. Im Unterschied zum Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag beinhaltet er nur zahlungswirksame Vorgänge. Beispiel: Werden in 2011 Waren für 1000 Euro verkauft, aber erst in 2012 bezahlt, dann taucht das Geschäft schon in 2011 in der Gewinn- und Verlustrechnung, aber erst 2012 in der Cashflow-Rechnung auf.
Der Cashflow ist in drei Herkunftsquellen unterteilt: Den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (auch operativer Cashflow, umfasst z. B. Einzahlungen aus Umsätzen oder Auszahlungen für Löhne), den Cashflow aus Investitionstätigkeit (z. B. Auszahlungen für den Kauf einer Maschine) und den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (z. B. Auszahlungen für Kreditzinsen). Insbesondere der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit ist ein wichtiger Indikator für die Innenfinanzierungskraft des Unternehmens, also die Fähigkeit benötigte Finanzmittel aus dem eigenen Geschäftsbetrieb zu erwirtschaften. Er kann durch einige Anpassungen aus dem Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag (Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung) abgeleitet werden.
Für kapitalmarktorientierte Unternehmen (z. B. Aktiengesellschaften) besteht nach IFRS und HGB die Pflicht, im Rahmen des Jahresabschlusses auch eine Cashflow-Rechnung aufzustellen und zu veröffentlichen. Diese enthält, aufgeteilt auf die drei Teilbereiche des Cashflows (Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, Cashflow aus Investitionstätigkeit und Cashflow aus Finanzierungstätigkeit), alle Ein- und Auszahlungen eines Geschäftsjahres. Wesentlich stärker vereinfacht kann der Cashflow auch mit folgender Faustformel angenähert werden: Jahresüberschuss + Abschreibungen - Zuschreibungen +/- Veränderung der langfristigen Rückstellungen.
Kernaufgaben des Controllings sind die Planung, Steuerung und Kontrolle eines Unternehmens. Im Controllingsystem werden Informationen aus unterschiedlichen Bereichen (z. B. Produktion, Investition und Finanzierung zusammengefasst und ausgewertet. Nach dem Zeithorizont unterscheidet man zwischen strategischem (langfristigem) und operativem (kurzfristigem) Controlling. Das strategische Controlling steuert Ausrichtung und Entwicklung des Unternehmens in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Beim operativen Controlling steht die Umsetzung der Strategie in Jahresplanungen, die Kontrolle von Zielabweichungen und die Initiierung von Maßnahmen im Mittelpunkt.
Corporate Social Responsibility (CSR) bezeichnet den freiwilligen Beitrag der Unternehmen zu einer nachhaltigen Entwicklung. CSR soll die drei Dimensionen eines Unternehmens in Einklang bringen: soziale Verantwortung, Ökologie und Ökonomie. Für Arbeitnehmer interessant ist hier vor allem die Frage, wie sich Mitbestimmung und CSR zueinander verhalten.
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Ein Darlehen ist ein Kredit, der als Gesamtbetrag oder in mehreren Teilbeträgen (Tranchen) bereitgestellt wird. Gegenüber dem Darlehen ist "Kredit" der weiter gefasste Begriff. Darunter fallen auch Kontokorrentkredite oder Avale, bei denen kein Geld, sondern eine Bürgschaft zur Verfügung gestellt wird.
Abhängig von der Form der Rückzahlung können drei Grundtypen von Darlehen unterschieden werden: Auf ein Annuitätsdarlehen werden regelmäßig gleich bleibende Raten gezahlt, die sich aus einem Zins- und einem Rückzahlungsanteil (auch Tilgung genannt) zusammensetzen. Bei einem so genannten Abzahlungsdarlehen erfolgen zwar ebenfalls regelmäßige Zahlungen, allerdings bleibt hierbei nur der Tilgungsanteil gleich. Die Zinszahlungen sind dagegen zu Beginn höher als gegen Ende der Laufzeit, da sie immer auf den Kreditbetrag berechnet werden, der noch nicht zurückbezahlt wurde. Auf ein Zinsdarlehen, auch endfälliges Darlehen, sind dagegen während der Laufzeit ausschließlich Zinsen zu zahlen, während die Tilgung des eigentlichen Kreditbetrags erst am Laufzeitende erfolgt.
Sogenannte DCF-Verfahren (Discounted Cashflow Verfahren) dienen der Bewertung von Unternehmen oder Vermögensgegenständen durch Ermittlung eines sogenannten Barwerts. Im Mittelpunkt der Bewertung stehen die Zahlungszuflüsse und Abflüsse (kurz Cashflows), die in Zukunft aus dem jeweiligen Unternehmen/Gegenstand erwartet werden.
In einem ersten Schritt müssen die Cashflows geschätzt werden, die durch das jeweilige Objekt künftig verdient werden können. In der Regel werden für den unmittelbaren Zeitraum von fünf Jahren genaue Cashflows ermittelt. Für die Zeit danach wird lediglich ein Mittelwert veranschlagt, mit dem im jährlichen Durchschnitt dauerhaft gerechnet wird (sogenannte ewige Rente).
Im zweiten Schritt müssen diese Cashflows mit einem angemessenen Zinssatz abgezinst werden. Die Abzinsung berücksichtigt die Tatsache, dass ein Betrag, der erst in Zukunft erzielt wird, einen geringeren Wert aufweist, als ein Betrag gleicher Höhe, den man schon heute erhält (Beispiel: Unternehmen A hat die Wahl eine Zahlung von 100 Euro in 2012 oder 2013 zu erhalten. Sofern es sich für 2012 entscheidet, kann es den Betrag auf seinem Bankkonto deponieren. Nimmt man an, dass die Bank den Betrag mit 3% pro Jahr verzinst, so erhöht sich das Guthaben von Unternehmen A in 2013 auf 103 Euro. Hätte es sich entschieden, die Zahlung erst 2013 zu vereinnahmen, dann hätte es auf den Zinsertrag von drei Euro verzichten müssen. Man spricht hier auch vom sogenannten Opportunitätszins, dem Zins der alternativen Verwendung. Je länger Unternehmen A auf die Zahlung warten müsste, desto höhere Zinserträge entgehen ihm.). Dieser Tatsache wird mit der Abzinsung im DCF-Verfahren Rechnung getragen.
Wird das DCF-Verfahren z. B. zur Bewertung eines Unternehmens angewendet, so muss der Opportunitätszinssatz entsprechend dem jeweiligen Risiko der Firma angepasst werden, da man davon ausgeht, dass die eingegangenen Zahlungen auch wieder im Unternehmen investiert werden. Entscheidend ist somit die Verzinsung (oder Rendite), die im Unternehmen selbst erzielt werden kann.
In einem letzten Schritt wird der sogenannte Barwert durch Addition aller abgezinsten Cashflows ermittelt.
Der Deckungsbeitrag (DB) bezeichnet den Teil der Verkaufserlöse, der nach Abzug der variablen Kosten zur Erstellung eines Produktes bzw. einer Dienstleistung verbleibt und somit zur Deckung der - unabhängig von der Produktionsmenge anfallenden - Fixkosten verwendet werden kann. Die Deckungsbeitrags-Rechnung ist ein Verfahren der Teilkostenrechnung, die nur die variablen Kosten berücksichtigt. In der Regel werden DB stufenweise ermittelt: DB I: Umsatz abzüglich Materialkosten; DB II: DB I abzüglich Fertigungspersonalaufwand; DB III: DB II anzüglich Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Die genaue Definition der jeweiligen Deckungsbeiträge wird jedoch häufig von Unternehmen zu Unternehmen abgewandelt.
Unter Corporate Governance wird allgemein die verantwortliche, auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensleitung und -kontrolle verstanden (Grundsatzkommission Corporate Governance). Der Deutsche Corporate Governance Kodex enthält Verhaltensregeln für Vorstände und Aufsichtsräte börsennotierter Aktiengesellschaften. Er soll die in Deutschland geltenden Regeln für Unternehmensleitung und -überwachung für nationale und internationale Investoren transparent machen und dadurch das Vertrauen in die Unternehmensführung der Gesellschaften stärken. Die Regeln beschreiben Rechte, Aufgaben und Pflichten der Organe einer börsennotierten Aktiengesellschaft. Sie sind zusammengefasst im "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex". Darin wird u. a. die Veröffentlichung der Vorstandsgehälter im Anhang des Jahresabschlusses empfohlen. Börsennotierte Unternehmen müssen in einer sog. Entsprechenserklärung (§ 161 AktG) den Aktionären schriftlich berichten, inwieweit sie den Empfehlungen des Kodex gefolgt sind und weshalb sie in bestimmten Fällen nicht entsprochen haben. Der Kodex hat zwar keinen Gesetzescharakter, findet jedoch in Zeiten zunehmender Kapitalmarktorientierung zunehmende Beachtung.
Mit Diversifikation wird das Vordringen in neue, bislang nicht bearbeitete Geschäftsfelder (Produkt-Markt-Kombinationen) bezeichnet. Ziel ist neben der Erschließung neuer Absatzbereiche und damit Gewinnchancen eine breitere Risikostreuung. Ein Unternehmen kann sich z. B. über die Entwicklung neuer Produkte oder den Kauf von bereits in dem betreffenden Markt tätigen Unternehmen diversifizieren.
Due Diligence bedeutet sinngemäß "Sorgfaltsprüfung". Darunter wird eine intensive Untersuchung und Bewertung eines Unternehmens durch externe Fachleute wie z. B. Wirtschaftsprüfer verstanden. Unterschieden werden allgemein wirtschaftliche, rechtliche, finanzielle, steuerliche und umweltrechtliche Due-Diligence. Die Prüfung umfasst neben der aktuellen finanziellen und geschäftlichen Situation des Unternehmens v. a. die Bewertung von Risiken und Chancen. Häufiger Anlass für eine Due-Diligence-Prüfung sind Unternehmenskäufe und Börsengänge. Die Untersuchungsergebnisse werden als Grundlage für die Kaufpreisfindung herangezogen.
Das DuPont-Schema ist ein Kennzahlensystem, welches zur Bilanzanalyse und zur internen Unternehmenssteuerung genutzt werden kann. Im Mittelpunkt steht das Ziel, die Eigenkapitalrendite (Gewinn/durchschnittlicher Eigenkapitalbestand) zu maximieren. Mit anderen Worten soll eine möglichst hohe Verzinsung (Rendite) auf das investierte Kapital der Investoren erreicht werden.
Durch Aufspaltung der Kennzahl "Eigenkapitalrendite" in weitere Kennzahlen aus verschiedenen Unternehmensbereichen (z. B. Finanzierung, Umsatzprozess, .), sollen Wert- und Kostentreiber ermittelt werden, die besonderen Einfluss auf diese Rendite haben. Es handelt sich also um eine Stärken und Schwächenanalyse an Hand von Bilanzdaten. Zugleich werden Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Erfolgs- und Kostenfaktoren deutlich.
Große Vorteile des DuPont Schemas bestehen in seiner Übersichtlichkeit und seiner relativ einfachen Anwendbarkeit. Als Datengrundlage reicht der Jahresabschluss des betreffenden Unternehmens i. d. R. aus. Problematisch ist dagegen, dass sogenannte "weiche Erfolgsfaktoren", so z. B. Know-how oder Mitarbeiterzufriedenheit, nicht berücksichtigt werden. Diese können v. a. für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens entscheidend sein, während die Eigenkapitalrendite vorrangig ein kurzfristiger Erfolgsmaßstab ist, der zudem stark auf die Perspektive der Aktionäre beschränkt ist.
EBT, EBIT, EBITDA
EBT, EBIT und EBITDA sind international gebräuchliche Ertragskennzahlen, die aus der Gewinn- und Verlustrechnung abgeleitet werden. Das EBT (Earnings before taxes; Ergebnis vor Steuern) entspricht weitgehend dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, das EBIT (Earnings before interest and taxes) dem Betriebsergebnis. Die letztgenannte Kennziffer blendet die Einflüsse der Finanzierungsstruktur des Unternehmens (Anteil von Eigen- und Fremdfinanzierung) aus, da das Zinsergebnis unberücksichtigt bleibt.
Das EBITDA (Earnings before interest, taxes, depreciation and amortization; Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) kann als Annäherung an den Cashflow verstanden werden. Die Kennziffer erlaubt einen Ergebnisvergleich unabhängig davon, ob ein Unternehmen z. B. sein Anlagevermögen gekauft oder gemietet hat.
Unter economies of scale (zu Deutsch auch Skaleneffekte) wird die Beziehung zwischen Produktionsmenge und den zu ihrer Herstellung erforderlichen Kosten verstanden. Dabei nehmen in der Regel die Stückkosten mit zunehmender Produktionsmenge ab.
Als economies of scope werden Verbund- und Flexibilitätsvorteile bezeichnet, die sich aus der Nutzung vorhandener Kapazitäten (z. B. Produktionsanlagen) für unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen ergeben.
Das Eigenkapital ist der Anteil der Finanzierung eines Unternehmens, welcher von den wirtschaftlichen Eigentümern (z. B. Aktionären oder Gesellschaftern) zur Verfügung gestellt wird. Im Gegensatz zum Fremdkapital (z. B. Bankkredite) hat der Investor keinen Anspruch auf eine feste Entlohnung für die Bereitstellung seiner Mittel (sprich Zinsen).
Das Eigenkapital spielt wirtschaftlich eine zentrale Rolle für ein Unternehmen, da es die Haftungsmasse bildet, mit dem die Hauptrisiken des Unternehmens aufgefangen werden sollen. Konkret bedeutet dies, dass die Eigenkapitalgeber erst einen Anspruch auf Auszahlung von Gewinnen (Dividenden) haben, nachdem die Ansprüche aller anderen Gruppen befriedigt wurden, die mit dem Unternehmen verbunden sind. Arbeitnehmer müssen also z. B. zunächst ihre Löhne, Banken ihre Zins- und Tilgungszahlungen und der Staat fällige Steuern erhalten haben. Das Risiko, dass nach diesen Auszahlungen ein Verlust übrig bleibt, ist somit von den Eigenkapitalgebern zu tragen.
Schreibt ein Unternehmen regelmäßig Verluste und erhält kein neues Eigenkapital von den Investoren, so besteht auf lange Sicht die Gefahr, dass das Eigenkapital vollständig aufgebraucht wird. Es tritt der Zustand der sogenannten Überschuldung ein. Dieser kann, bei negativer Zukunftsprognose, ein Insolvenzgrund sein und somit zur Auflösung der Firma führen.
Gewährt ein GmbH-Gesellschafter seiner Gesellschaft in der wirtschaftlichen Krise ein Darlehen, so wird dieses unter bestimmten Voraussetzungen als "eigenkapitalersetzend" qualifiziert. D. h. das Darlehen wird nicht wie Fremdkapital behandelt, sondern wie voll haftendes Eigenkapital, so dass die Zahlungsansprüche des Gesellschafters erst nach denen anderer Gläubiger befriedigt werden. Indizien für die Einstufung eines Gesellschafterdarlehens als kapitalersetzend sind z. B. eine Verzinsung unter Marktniveau, der Verzicht auf Sicherheiten und eine unbefristete Kapitalüberlassung.
Einzelkosten, Gemeinkosten
Einzelkosten sind Kosten, die einem Kostenträger (z. B. einem Produkt oder einer Dienstleistung) unmittelbar zugerechnet werden können. Gemeinkosten sind dagegen nicht direkt zurechenbar, sondern fallen für eine Vielzahl von Erzeugnissen zugleich an.
Typische Beispiele für Einzelkosten können u. a. Stücklöhne oder die Kosten des Rohmaterials eines Produktes sein. Unter den Gemeinkosten wären beispielsweise Stromkosten einer Produktionshalle einzuordnen, in der mehrere Produkte gleichzeitig hergestellt werden.
Zur Motivationssteigerung werden häufig zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten Vereinbarungen über erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile geschlossen, die zusätzlich zum Festgehalt gezahlt werden. Hierzu zählen Gewinnbeteiligungen, die z. B. auf der Grundlage des Jahresergebnisses des Unternehmens, des Betriebsteils oder einer Sparte ermittelt werden. Demgegenüber ist Berechnungsgrundlage für die Ertragsbeteiligung meist der Umsatz. Produktionsbezogene Kennzahlen wie Qualität und Produktivität oder die Einhaltung von Zielvereinbarungen werden häufig bei der Leistungsbeteiligung zugrunde gelegt.
Eine Erfolgsbeteiligung kann prozentual oder nach einer Staffel von Festbeträgen vereinbart sein. Erfolgsbeteiligungen für Führungskräfte werden oft Tantiemen genannt.
Ergebnis- / Gewinnabführungsvertrag
Ein Ergebnis- oder Gewinnabführungsvertrag (§ 291 AktG) verpflichtet ein Unternehmen, seinen Gewinn an ein in der Regel herrschendes Unternehmen abzuführen. Damit ist umgekehrt für das herrschende Unternehmen die Verpflichtung verbunden, entstandene Verluste auszugleichen (§ 302 AktG). In Konzernen werden häufig zwischen Muttergesellschaften und ihren Töchtern Ergebnis- oder Gewinnabführungsverträge geschlossen. Das Aktiengesetz sieht als Schutz der Gesellschaft bei Veranlassung für sie nachteiliger Maßnahmen durch das herrschende Unternehmen einen Nachteilsausgleich spätestens am Ende des Geschäftsjahres vor.
Erlöse sind im internen Rechnungswesen (auch Kosten- und Erlösrechnung) die Gegenwerte aus dem Verkauf oder der Vermietung von Produkten, Waren und Dienstleistungen, abzüglich der Umsatzsteuer und Erlösschmälerungen. Erlöse werden erzielt bei Absatz der betrieblichen Leistungen (Waren oder Dienstleistungen) am Markt (Umsatz). Von den ordentlichen, betrieblichen Erträgen werden sog. neutrale Erträge unterschieden. Neutrale Erträge umfassen periodenfremde, betriebsfremde oder außerordentliche Erträge (z. B. Auflösung von Rückstellungen oder Schadensersatzleistungen).
Der Begriff wird verwendet in der Gewinn und Verlustrechnung (externes Rechnungswesen) sowie in der Kosten- und Leistungsrechnung (internes Rechnungswesen). Unter einem Ertrag wird allgemein das Ergebnis der wirtschaftlichen Leistung verstanden. In der Betriebswirtschaftslehre bezeichnet man als Ertrag die in Geldeinheiten gemessene Ausbringung innerhalb einer Zeitperiode und in der Buchführung den in Geldeinheiten gemessenen Wertzuwachs, der innerhalb einer Periode anfällt und dem Wertverzehr (Aufwand) gegenübergestellt wird.
EVA (Economic Value Added; engl.: Wertbeitrag) gehört zu den wertorientierten Unternehmenskennzahlen, bzw. zu den Konzepten wertorientierter Unternehmensführung. Der EVA ist der Teil des Unternehmensergebnisses, der nach Abzug der Kapitalkosten verbleibt: EVA = Ergebnis (vor Finanzierungskosten (z. B. Zinsen), nach Steuern) ./. Kapitalkosten (für Eigen- und Fremdkapital).
Das EVA-Konzept beruht auf der Idee, dass ein Unternehmen nur dann einen Wertzuwachs erwirtschaftet, wenn die Erträge aus dem operativen Geschäft den betrieblichen Aufwand des Unternehmens und die Kapitalkosten übersteigen. Anders ausgedrückt: Die EVA-Strategie geht davon aus, dass die Kosten für Eigen- und Fremdkapital von der Rendite übertroffen werden müssen, um Mehrwert zu schaffen.
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen kurzfristige Forderungen (v. a. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aber auch Leasingforderungen oder Forderungen aus Lizenz- oder Patentverträgen) an eine Factoring-Gesellschaft. Factoring dient somit zur zeitnahen Umwandlung der Forderungen in finanzielle Mittel und kann somit als eine Form der Finanzierung verstanden werden. Zu seinen weiteren Funktionen gehört die Auslagerung der Debitorenbearbeitung, also der Verwaltung und Einbringung der Forderungen. Für diese Dienstleistungen erhält die Factoring-Gesellschaft eine Gebühr. Übernimmt sie zudem das Ausfallrisiko der Forderung, spricht man von "echtem" Factoring, während im "unechten" Fall weiterhin das Unternehmen einspringen müsste, falls der Schuldner nicht zahlungsfähig ist.
Die Fertigungstiefe zeigt das Verhältnis von Eigenfertigung zu fremd bezogenen Waren und Dienstleistungen. Die spiegelbildliche Kennziffer ist die Materialquote (wird aus der Gewinn- und Verlustrechnung als Anteil des Materialaufwands am gesamten Aufwand errechnet). So produziert z. B. ein Unternehmen mit einer Materialquote von 70 % mit geringerer Fertigungstiefe als eines mit 30 %. In der Regel haben Unternehmen mit hoher Fertigungstiefe einen höheren Personalaufwand und somit eine höhere Personalquote (Anteil des Personalaufwands am Gesamtaufwand), da sie Bearbeitungsschritte selbst durchführen, die Unternehmen mit geringerer Fertigungstiefe zukaufen. In der Bilanzanalyse werden Personal- und Materialquote zur Faktorquote zusammengenommen. Sie besagt, welcher Anteil des Umsatzes für Lieferanten und Beschäftigte aufgewendet werden muss.
Finanzierung ist der Oberbegriff für alle Maßnahmen der Kapitalbeschaffung eines Unternehmens. Zu den Finanzierungsquellen gehören das Eigen- und das Fremdkapital sowie deren Mischformen, die unter dem Begriff Mezzanine Capital zusammengefasst werden. Unterschieden wird zudem auch zwischen Maßnahmen der Innen- und Außenfinanzierung. Bei der Innenfinanzierung wird bisher im Unternehmen gebundenes Kapital in frei verfügbare Gelder umgewandelt oder aus dem Umsatzkreislauf gezogen (z. B. durch Einbehaltung von Gewinnen). Demgegenüber fließen dem Unternehmen bei der Außenfinanzierung Mittel von außen stehenden Kapitalgebern zu (klassische Beispiele sind Kreditaufnahme oder die Ausgabe von Aktien).
Der Finanzplan (auch Liquiditätsplan) ist ein Instrument zur möglichst optimalen Steuerung der Einnahmen und Ausgaben eines Unternehmens. Einzahlungen (z. B. aus Umsätzen) und Auszahlungen (z. B. für Material und Gehälter) erfolgen oft nicht zeitgleich, so dass mit Hilfe des Liquiditätsplans versucht wird, beides aufeinander abzustimmen. Im Finanzplan wird z. B. dargestellt, wie Investitionen und das betriebsnotwendige Vermögen eines Unternehmens finanziert werden sollen und in welchem Umfang Kreditlinien unterjährig und über mehrere Perioden ausgeschöpft sind. Wichtige Fragen der Liquiditätsplanung lauten: Welche Teile sollen fremd, welche eigenfinanziert werden? In welchem Umfang trägt der Rückfluss aus der Investition zur weiteren Finanzierung bei?
Forderungen sind Ansprüche gegenüber Dritten, die diese rechtskräftig schulden, aber noch nicht bezahlt haben. Ein einfaches Beispiel wäre ein Kredit des Unternehmens A an Unternehmen B. Dieser wäre aus Sicht von Unternehmen A (dem Gläubiger) als Forderung gegenüber B (dem Schuldner) zu betrachten. Solange Forderungen nicht beglichen sind, unterliegen sie einem Einbringlichkeitsrisiko, also dem Risiko, dass sie vom Schuldner nicht beglichen werden. Dem wird in der Bilanz durch Wertberichtigungen Rechnung getragen. Dadurch wird der bis dahin ausgewiesene Wert einer Forderung aufgrund der zwischenzeitlich eingetretenen Zweifel an ihrer Einbringlichkeit nach unten korrigiert.
Unter Forfaitierung versteht man den Ankauf einer Forderung unter Verzicht auf einen Rückgriff (Regress) gegen den Verkäufer bei Zahlungsausfall. Falls der Schuldner die Forderung also nicht begleichen kann, hat der Ankäufer der Forderung (auch Forfaiteur genannt) keine Möglichkeit, das Geld stattdessen vom Verkäufer (auch Forfaitist genannt) zurückzubekommen. Das wirtschaftliche Risiko der Forderung geht also vom Forfaitist (Verkäufer) auf den Forfaiteur (Käufer) über. Dafür wird dieser z. B. durch einen Abschlag auf die Forderung entschädigt. Beispiel: Unternehmen B schuldet Unternehmen A 100 Euro. Unternehmen A verkauft diese Forderung an einen Forfaiteur, z. B. eine Bank. Für das Risiko, dass Unternehmen B die 100 Euro nicht zurückzahlen kann, wird die Bank durch einen Abschlag auf den Kaufpreis entschädigt. So müsste sie für die Forderung von 100 Euro z. B. nur 90 Euro an A bezahlen.
Besondere Bedeutung hat die Forfaitierung für exportorientierte Unternehmen, da die Eintreibung von Forderungen im Ausland häufig schwierig umzusetzen ist. Zu diesem Zweck wird ein Forfaiteur im betreffenden Land gesucht, an den die Forderung verkauft werden kann.
Das Grundprinzip der Forfaitierung entspricht dem des Factorings. Der wesentliche Unterschied besteht in der Tatsache, dass Forfaitierung den Einzelkauf kurz- und mittelfristiger Forderungen bezeichnet. Beim Factoring kauft die Factoring-Gesellschaft dagegen regelmäßig kurzfristige Forderungen des Unternehmens (durch Abschluss eines Rahmenvertrags) auf.
Das Fremdkapital ist der Anteil an der Finanzierung eines Unternehmens, der nur für einen begrenzten Zeitraum von Gläubigern bereitgestellt wird. Die Gläubiger haben einen vertraglichen Anspruch auf Vergütung (sprich Verzinsung) ihres bereitgestellten Kapitals sowie auf dessen Rückzahlung zu einem bestimmten Termin. Im Gegensatz zu den Eigentümern genießen sie den sogenannten Gläubigerschutz: Im Insolvenzfall müssen ihre Zahlungsansprüche soweit möglich auch auf Kosten der Eigentümer-Ansprüche bedient werden.
Typische Beispiel für Fremdkapital sind Bankenkredite, Lieferantenkredite, Darlehen und Unternehmensanleihen. Ebenfalls dem Fremdkapital zugerechnet werden zudem Rückstellungen: Hier fließen dem Unternehmen zwar keine Mittel von außen zu, die Finanzmittel sind jedoch für ungewisse Ansprüche Außenstehender reserviert (z. B. für mögliche Strafzahlungen aus laufenden Gerichtsverfahren).
Gemeinschaftsunternehmen, Joint Venture
Gemeinschaftsunternehmen oder Joint Ventures sind rechtlich selbstständige Unternehmen, die wirtschaftlich zu gleiche Teilen mehreren (im Regelfall zwei) Unternehmen gehören. Praktisch bedeutet dies meistens, dass die Unternehmen den gleichen Anteil am Eigenkapital bzw. an den Stimmrechten des Joint Ventures besitzen und es gemeinschaftlich führen. Die Motive zur Gründung von Gemeinschaftsunternehmen und Joint Ventures bestehen i. d. R. in der Kooperation. Diese kann z. B. in der Durchführung kostspieliger Forschungsprojekte oder der Durchsetzung gemeinsamer Interessen gegenüber bestimmten Lieferanten (z. B. teurer Rohstoffe) bestehen.
Genussrechte können im weiteren Sinne als Darlehen verstanden werden, für welche die Investoren jedoch nicht zwingend feste Zinszahlungen erhalten. Üblich sind z. B. Gewinnbeteiligungen in Abhängigkeit der Aktiendividende oder Rendite des Unternehmens. Zudem sind auch Verlustbeteiligungen üblich. Im Insolvenzfall müssen Inhaber von Genussrechten hinter den Ansprüchen der eigentlichen Kreditgeber zurücktreten. Während die Gewinn- und Verlustbeteiligung typische Eigenkapital-Eigenschaften sind, weisen Genussrechte häufig eine begrenzte Laufzeit auf, die wiederum typisch für Fremdkapital ist. Daher werden sie den Finanzierungsformen des Mezzanine-Kapital zugerechnet.
Die Gesamtleistung gehört zu den Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung und wird errechnet als Summe aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen und der aktivierten Eigenleistung (z. B. selbst erstellte Anlagen). Die Gesamtleistung kann als Bezugsgröße zur Berechnung der Material-, Personal- oder Abschreibungsquote dienen: z. B.: Materialquote = Materialaufwand/Gesamtleistung (alternativ zur Gesamtleistung wird für diese Kennzahlen auch der Gesamtaufwand verwendet). Sie wird nur beim Gesamtkostenverfahren, nicht aber beim Umsatzkostenverfahren ermittelt (das Unternehmen hat ein Wahlrecht, nach welchem der beiden Verfahren es die Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen möchte).
Geschäfts- oder Firmenwert / Goodwill
Unter dem Geschäfts- oder Firmenwert (auch: Goodwill) wird der Betrag verstanden, um den der Gesamtwert eines Unternehmens die Summe aller Vermögensgegenstände (bewertet zu Zeitwerten) abzüglich der Schulden (bzw. Verbindlichkeiten) übersteigt. Er umfasst die Wertzuwächse eines Unternehmens, die während seiner Geschäftstätigkeit entstehen, z. B. durch Know-how, Kundenstamm und Beschäftigung besonders qualifizierter. Er gehört zur Kategorie der immateriellen Vermögenswerte, also Vermögensgegenstände, die zwar nicht greifbar sind, dem Unternehmen aber trotzdem Nutzen bringen (andere Beispiele sind z. B. Patente, Software oder Lizenzen).
Unterschieden werden der originäre und der derivative Firmenwert. Der originäre Goodwill ist der Firmenwert, den ein Unternehmen selbst geschaffen hat. Da sein genauer Geldwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, darf er in der Bilanz nicht ausgewiesen werden (weder nach HGB noch nach IFRS).
Der derivative Firmenwert entsteht dagegen im Rahmen eines Unternehmenskaufs, wenn der Kaufpreis höher ist, als die Zeitwerte aller Vermögensgegenstände minus der Zeitwerte aller Schulden des Unternehmens (d. h. der Käufer ist bereit für den Firmenwert einen zusätzlichen "Aufpreis" zu zahlen). Da im Gegensatz zum selbsterstellten Goodwill ein verlässlicher geldlicher Wert, in Form des Kaufpreises, vorliegt, muss das übernehmende Unternehmen (Mutterunternehmen) den Goodwill in diesem Fall in seiner Konzernbilanz ausweisen.
Die GuV ist als Erfolgsrechnung Teil des Jahresabschlusses von Unternehmen. In der GuV sind Erträge und Aufwendungen sowie das durch ihre Saldierung ermittelte Jahresergebnis (Jahresüberschuss bzw. Gewinn oder Jahresfehlbetrag bzw. Verlust) dargestellt. Nach dem Handelsgesetzbuch sind bestimmte Gliederungsvorschriften zu beachten (§ 275 HGB).
Sowohl nach HGB als auch nach IFRS haben Unternehmen die Wahl zur Aufstellung der GuV nach dem Gesamtkostenverfahren oder dem Umsatzkostenverfahren. Beim Gesamtkostenverfahren wird den Aufwendungen des Geschäftsjahres die daraus erstellte (Gesamt-)Leistung (umfasst Umsatzerlöse, Zugänge an fertigen und unfertigen Erzeugnisse und aktivierten Eigenleistungen) gegenübergestellt.
Beim Umsatzkostenverfahren wird dagegen der Umsatz des Geschäftsjahres nur mit den dafür angefallenen Aufwendungen (Herstellkosten des Umsatzes) verrechnet. Dies hat zur Folge, dass im Gegensatz zum Gesamtkostenverfahren bestimmte Posten wie Personal- und Materialaufwand nicht einzeln aufgeführt werden, sondern in die Herstellkosten eingehen.
Wichtig ist, dass das Umsatzkosten- und das Gesamtkostenverfahren letztlich zum identischen Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag (sprich Gewinn oder Verlust) führen. Unterschiede bestehen nur in den Posten denen die Aufwendungen und Erträge zugeordnet werden sowie in den Zwischenergebnissen.
Die Gewinnverwendungsrechnung stellt dar, zu welchen Teilen der Jahresüberschuss auf die Gewinnausschüttung, die Zuführung zu den Rücklagen und/oder den Gewinnvortrag verwendet worden ist. Aktiengesellschaften haben im Anschluss an die Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang eine solche Rechnung aufzustellen. Über den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes entscheidet die Hauptversammlung (§ 174 AktG). Dabei sind gesetzliche Vorschriften (Kapitalrücklage) sowie Satzungsvorschriften (Gewinnrücklagen) zu beachten. In der GmbH entscheidet die Gesellschafterversammlung über die Gewinnverwendung (§ 29 GmbHG).
Mit dem Begriff wird die Umkehrung des Going public bezeichnet, also der Rückzug eines Unternehmens von der Börse durch Rückkauf eigener Aktien. Angesichts der zunehmend umfassenderen Informationsanforderungen für börsennotierte Unternehmen beabsichtigen diese mit dem Rückzug vom Börsenparkett oft, Einsparungen zu erzielen.
Mit dem Begriff wird der Börsengang (auch IPO: Initial Public Offering) eines Unternehmens bezeichnet. Wesentliches Ziel ist die Beschaffung von Finanzierungsmitteln.
Das Going-concern-Prinzip gehört zu den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung nach HGB (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) und den Grundannahmen der IFRS-Standards (IAS 1.23). Danach sind Vermögen und Schulden grundsätzlich unter der Annahme zu bewerten, dass das Unternehmen fortgeführt wird, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen (z. B. die Insolvenz des Unternehmens). Für Ansatz und Bewertung des Vermögens ist daher der künftige Nutzen, den ein Unternehmen aus ihm erwartet, entscheidend.
Entsprechend diesem Prinzip sind z. B. langlebige Vermögensgegenstände (z. B. Anlagen und Maschinen) so zu bilanzieren, dass sich ihre Abnutzung auf die vollständige Dauer ihrer erwarteten Nutzung im Unternehmen verteilt. Es muss daher jährlich eine planmäßige Abschreibung erfolgen.
Nur wenn für ein Unternehmen keine Fortführungsannahme mehr besteht, ist sein Vermögen zum Liquidationswert bzw. Veräußerungswert zu bilanzieren.
Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) sind Grundlage für die Bilanzierung und Bewertung von Vermögen und Schulden eines Unternehmens. Sie sind nur z. T. im Handelsgesetzbuch festgeschrieben. Entsprechende Grundprinzipien der IFRS-Standards finden sich im so genannten Rahmenkonzept.
Die wichtigsten GoB sind:
Grundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit (§ 243, Abs. 2 HGB),
der Richtigkeit und Willkürfreiheit (§ 239, Abs. 2 HGB),
der Vollständigkeit (§ 239, Abs. 2 HGB),
das Saldierungsverbot (d. h. Aufwendungen und Erträge dürfen nicht miteinander verrechnet werden, § 246, Abs. 2 HGB),
Grundsatz der Einzelbewertung (Vermögensgegenstände dürfen nicht summarisch bewertet werden, § 252, Abs. 1, Nr. 3 HGB),
der Vorsicht (Gewinne dürfen erst ausgewiesen werden, wenn sie realisiert sind; Verluste sind bereits auszuweisen, wenn sie drohen, § 252, Abs. 1, Nr. 4 HGB),
der Unternehmensfortführung (Going-concern Prinzip, Ansatz und Bewertung von Vermögen und Schulden unter der Annahme, dass das Unternehmen in Zukunft fortbesteht, § 252, Abs. 1, Nr. 2 HGB),
der Stetigkeit (einmal gewählte Bilanzierungs- und Bewertungsansätze müssen grundsätzlich beibehalten werden, § 252, Abs. 1, Nr. 6 HGB).
Herstellungskosten sind die Kosten, die bei der Erstellung eines Produkts oder einer Dienstleistung anfallen. Die Herstellungskosten bilden u. a. die Grundlage für die Bewertung des Vorratsvermögens in der Bilanz. Nach HGB (§ 255, Abs. 2, Satz 2) sind dabei Materialeinzel- und Materialgemeinkosten (z. B. bei der Herstellung verwendete Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe), Fertigungseinzel- und Fertigungsgemeinkosten (z. B. Löhne und Gehälter) und durch die Produktion verursachter Verschleiß der Anlagen (Abschreibungen) verpflichtend zu berücksichtigen. Außerdem besteht ein Wahlrecht, angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungskosten sowie Kosten für soziale Einrichtungen des Betriebs, betriebliche Altersvorsorge und freiwillige soziale Einrichtungen in den Herstellkosten zu verrechnen.
Nach IFRS sind dagegen alle genannten Posten Pflicht-Bestandteile der Herstellkosten (IAS 2.12 ff.). Vertriebs- und Forschungskosten dürfen sowohl nach IFRS als auch nach HGB nie als Herstellungskosten aktiviert werden.
Eine Holding ist eine Gesellschaft (auch Mutterunternehmen genannt), die über Anteilsbesitz an anderen Unternehmen (Tochterunternehmen) beteiligt ist und diese strategisch und/oder finanziell steuert.
Je nach Betätigungsfeld können verschiedene Arten von Holdings unterschieden werden. Ein Stammhauskonzern (auch operative Holding) ist ein Mutterunternehmen "im klassischen Sinne", ist also selbstständig am Markt tätig. Die Tochterunternehmen dienen i. d. R. der Unterstützung dieser Tätigkeit (z. B. durch Lieferung von Vorprodukten, Dienstleistungen etc.). Eine Management-Holding verzichtet dagegen auf ein eigenes Kerngeschäft und beschränkt sich auf die strategische und finanzielle Steuerung ihrer Tochterunternehmen. Im Falle einer Finanzholding entfällt auch die strategische Leitung, so dass die angeschlossenen Gesellschaften weitestgehend selbstständig auftreten können. Lediglich die Vermögensverwaltung und Zuteilung finanzieller Mittel liegt bei der Holding-Gesellschaft.
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Die IAS (International Accounting Standards) / IFRS (International Financial Reporting Standards) sind internationale Standards zur Erstellung von Jahresabschlüssen. Sie werden vom International Accounting Standards Board (IASB), einem privatrechtlichen Gremium internationaler Bilanzierungsexperten, entwickelt. Seit 2005 ist die Anwendung dieser Standards für den Konzernabschluss kapitalmarktorientierter Unternehmen in Folge einer EU-Verordnung verbindlich vorgeschrieben. Ziel der breiten Nutzung der IAS / IFRS ist die internationale Harmonisierung der Rechnungslegung zur besseren Vergleichbarkeit der Unternehmen.
Im Vergleich zur HGB-Rechnungslegung spielt v. a. das Vorsichtsprinzip im Sinne des Gläubigerschutzes (z. B. ausschließliche Bilanzierung realisierter Gewinne) eine geringere Rolle. Die IFRS-Standards sind stark am Informationsbedarf der Investoren am Kapitalmarkt ausgerichtet und sollen diesen einen möglichst umfassenden Blick auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage bieten. Ein zentraler Begriff der IFRS-Rechnungslegung ist daher der des "Fair Value" oder Zeitwerts: Vermögensgegenstände sollen (mit einigen Ausnahmen) zum möglichst aktuellen Wert bilanziert werden, zu dem sie zwischen "sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen" Parteien gehandelt werden können. Dabei kann es sich z. B. um Marktpreise handeln. Nach HGB sind dagegen die meisten Vermögensgegenstände zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu bilanzieren. Eine Änderung des Marktpreises wirkt sich in der HGB-Bilanz daher erst aus, wenn der Gegenstand auch tatsächlich zu diesem Preis verkauft wird (Realisationsprinzip).
IFRS-Rahmenkonzept
Das Rahmenkonzept ("Framework") bildet die Einleitung der IFRS Rechnungslegungs-Standards und ist mit den GoB (Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung) im HGB zu vergleichen, wenngleich deutlich ausführlicher. Es enthält eine Vielzahl wichtiger Begriffsdefinitionen, die Pflichtbestandteile eines IFRS-Abschlusses sowie die grundlegenden Annahmen und Qualitätsanforderungen an die IFRS-Bilanzierung. Als zentrale Annahmen werden die Unternehmensfortführung und die Periodenabgrenzung genannt. Die zentralen qualitativen Anforderungen bestehen in Verständlichkeit, Entscheidungsrelevanz, Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit der Jahresabschlussdaten.
Innovation heißt wörtlich "Neuerung" oder "Erneuerung". Dabei beschreibt dieser Begriff traditionell die Erzeugung und Umsetzung von Neuerungen, wie die Schaffung von neuen Produkten (Produktinnovationen) die ständige Verbesserung von Produkten und die Entwicklung neuer Produktions- und Herstellungsverfahren (Prozessinnovationen). Zu Innovationen zählt jedoch auch die Einführung neuer Methoden in der Organisation und des Managements, wie auch das Erschließen neuer Kundensegmente und Absatzmärkte.
Insolvenz bezeichnet im Allgemeinen die Unfähigkeit eines Schuldners seinen Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern nachzukommen (umgangssprachlich: Konkurs). Das deutsche Insolvenzrecht sieht drei mögliche Insolvenzgründe vor, von denen zumindest einer zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens erfüllt sein muss: Zahlungsunfähigkeit im eigentlichen Sinn (§ 17 InsO) besteht, wenn an einem Termin weniger als 90 % der fälligen Verbindlichkeiten beglichen werden können. Eine drohende Zahlungsunfähigkeit (§ 18 InsO) tritt ein, wenn absehbar ist, dass innerhalb eines Zeitraums von maximal einem Jahr nicht alle Verpflichtungen erfüllt werden können.
Eine Überschuldung (§ 19 InsO) liegt vor, wenn der Verkehrswert aller Vermögenswerte eines Unternehmens geringer ist, als der Wert all seiner Schulden. Seit 2008 besteht in der Überschuldung nur noch dann ein Insolvenzgrund, wenn keine positive Fortführungsprognose für das Unternehmen getroffen werden kann. In den meisten anderen Ländern stellt Überschuldung grundsätzlich keinen hinreichenden Insolvenzgrund dar.
Liegt einer der drei genannten Gründe vor, so ist ein Insolvenzverfahren zu eröffnen, in welchem das Unternehmen entweder aufgelöst oder wieder in den Zustand der Zahlungsfähigkeit versetzt wird.
Institutionelle Investoren verwalten eigene und fremde Gelder und investieren diese am Kapitalmarkt u. a. in Unternehmensbeteiligungen. Sie können als Kapitalsammelstellen betrachtet werden, die in der Lage sind, große Summen für Investitionsvorhaben aufzubringen. Daher erhalten sie in der Regel auch Zugang zu Investitionsmöglichkeiten, die privaten Anlegern versperrt bleiben. Durch hohe Beteiligungsquoten haben sie teilweise die Möglichkeit, maßgeblichen Einfluss auf die Führung des Unternehmens auszuüben. Typische Beispiele für institutionelle Anleger sind Banken, Investmentgesellschaften, Versicherungen sowie Pensions- und Investmentfonds.
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Der Jahresabschluss eines Unternehmens ist nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (§§ 242 ff.) zum Ende jedes Geschäftsjahres aufzustellen. Er besteht mindestens aus der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung. Kapitalgesellschaften müssen zusätzlich einen Anhang und einen Lagebericht erstellen. Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften sind verpflichtet, ihren Jahresabschluss innerhalb von drei Monaten nach Ende des Geschäftsjahres aufzustellen, durch einen Abschlussprüfer prüfen zu lassen und innerhalb von zwölf Monaten im Handelsregister bzw. im Bundesanzeiger zu veröffentlichen.
Mit Hilfe der Kalkulation ermittelt ein Unternehmen die Kosten seiner Produkte, Dienstleistungen und einzelner Aufträge. Sie dient der Bestimmung eines Angebotspreises (Vorkalkulation) und der nachträglichen Ermittlung der tatsächlich entstandenen Kosten (Nachkalkulation) zur Ermittlung des Deckungsbeitrages. Dabei wird auf die Material- und Fertigungseinzelkosten ein Gemeinkostenzuschlag erhoben. Der Gemeinkostenzuschlag berücksichtigt die Kosten, die mehreren Dienstleistungen bzw. Aufträgen zuordenbar sind, wie z. B. Schmier- oder Betriebsstoffe. Den so ermittelten Herstellkosten werden anschließend weitere Zuschläge für Vertriebs- und Verwaltungskosten hinzugerechnet. Ergebnis der Kalkulation und Ausgangspunkt für den Angebotspreis sind die Selbstkosten des Produkts bzw. der Dienstleistung.
Das Kapital umfasst die zur Finanzierung im Unternehmen eingesetzten Mittel. Es setzt sich zusammen aus Eigenkapital, Fremdkapital und verschiedenen Mischformen (sog. Mezzanine Capital), die in der Bilanz aber als Fremd- oder Eigenkapital erscheinen.
Das bilanzielle Eigenkapital besteht aus dem Grundkapital (im Falle einer AG) bzw. dem Stammkapital (im Falle einer GmbH) und den Rücklagen. Anhand des Grund- oder Stammkapitals werden u. a. die Stimmrechte der Aktionäre bzw. Gesellschafter in der Haupt- oder Gesellschafterversammlung bestimmt. Die Rücklagen beinhalten u. a. zusätzliche Einnahmen eines Börsengangs oberhalb des Nennwerts der Aktien (sogenannte Agios, in den Kapitalrücklagen) oder auch einbehaltene Gewinne (Gewinnrücklagen). Im Gegensatz zum Grund-/Stammkapital schwanken sie im Zeitablauf daher deutlich stärker. Weiterhin werden im bilanziellen Eigenkapital zusätzlich die Positionen Gewinn- bzw. Verlustvortrag und Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag ausgewiesen (sofern die Hauptversammlung noch nicht über die Gewinnverwendung entschieden hat).
Das bilanzielle Fremdkapital umfasst Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Während Verbindlichkeiten in ihrer Höhe und den Zeitpunkten der Rückzahlungen fest sind (z. B. Bankkredite) sind Rückstellungen in Höhe und Fälligkeit unsicher.
Bei der Kapitalflussrechnung handelt es sich um eine erweiterte Cashflow-Rechnung, mit der die Herkunft und Verwendung der Zahlungsmittel eines Unternehmens nachvollzogen werden kann. Sie setzt sich zusammen aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, aus Investitions- und aus Finanzierungstätigkeit. Die Kapitalflussrechnung ist nach deutschem HGB ein verpflichtender Teil, entweder des Konzernabschlusses (§ 297, Abs.1 HGB) oder, wenn kein Konzern vorliegt, des Einzelabschlusses (§ 264, Abs. 1, Satz 2 HGB) einer kapitalmarktorientierten Kapitalgesellschaft. Gleichfalls ist sie Pflichtbestandteil eines IFRS-Abschlusses (Rahmenkonzept, Abs. 7).
Kennzahlen dienen der Verdichtung von Informationen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens. Sie kommen u. a. in der Unternehmenssteuerung (z. B. Vorgabe von Renditezielen), Unternehmensbeurteilung (z. B. Berücksichtigung im Rating) und Vorstandvergütung (z. B. Performance-Bedingungen bei Optionsprogrammen) zum Einsatz.
Es kann eine Vielzahl verschiedener Kennzahlenarten unterschieden werden:
GuV-Kennzahlen werden aus den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ermittelt und geben v. a. über die Ertragslage des Unternehmens Aufschluss.
Bilanzkennzahlen ergeben sich, wie der Name schon sagt, aus den Posten der Bilanz und dienen v. a. der Analyse von Zusammensetzung und Auslastung des Unternehmensvermögens.
Finanzierungskennzahlen stellen die Zusammensetzungen und Herkunft der Finanzmittel dar und beziehen sich somit auf die Passivseite der Bilanz.
Liquiditäts- und Cashflow-Kennzahlen geben Aufschluss über die Fähigkeit des Unternehmens seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
Profitabilitätskennzahlen zeigen an, wie rentabel die verfügbaren Mittel im Unternehmen genutzt werden.
Der große Vorteil von Kennzahlen liegt v. a. in ihrer relativ einfachen Anwendbarkeit. Sie sind hilfreich, um sich zur Lage in bestimmten Unternehmensbereichen einen ersten Eindruck zu verschaffen. Dennoch weisen sie auch zahlreiche Nachteile auf: Da sich die Zahlen einer Bilanz oder GuV auf ein zurückliegendes Geschäftsjahr beziehen, sind auch die Kennzahlen vergangenheitsbezogen. Ob sie tatsächlich auch eine Aussagekraft für die Zukunft haben, hängt u. a. von den unsicheren Entwicklungen im Umfeld des Unternehmens (z. B. verschlechterte Auftragslage) ab. Außerdem können Bilanz-Daten in gewissem Umfang durch Bilanzpolitik (z. B. Wahlrechte bei der Bewertung bestimmter Vermögensgegenstände) beeinflusst werden. Daher sind die Kennzahlen zweier Unternehmen nicht zwangsläufig miteinander vergleichbar. Ferner sind bestimmte Erfolgsfaktoren eines Unternehmens, z. B. das Know-how der Mitarbeiter, grundsätzlich nicht bilanziell erfassbar und sind daher nur schwer in Kennzahlen dazustellen.
Kernkompetenz, Kerngeschäft
Im Zuge veränderter Marktbedingungen und technologischer Entwicklungen konzentrieren Unternehmen sich immer häufiger auf ein begrenztes Produktspektrum und/oder Märkte, sog. Kerngeschäftsfelder. Als Kerngeschäftsfelder werden in der Regel Bereiche ausgewählt, in denen das Unternehmen eine besonders hohe Wettbewerbsfähigkeit hat. Quelle dieser Wettbewerbsfähigkeit ist die unternehmensinterne Art und Weise, Produkte und Leistungen zu erzeugen, die von anderen Unternehmen schwer nachzuahmen sind. In Kerngeschäftsfeldern sind die Ertragschancen somit besonders gut.
Bei der Konsolidierung werden die Einzelabschlüsse von Konzernunternehmen zum Konzernabschluss zusammengeführt mit dem Ziel, die Gesellschaften eines Konzerns so darzustellen, als seien sie ein einheitliches Unternehmen (sog. Einheitstheorie).
Durch die Konsolidierung werden die konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen eliminiert. Sie umfasst die Kapitalkonsolidierung (Aufrechnung des Beteiligungsbuchwertes gegen das Eigenkapital der Beteiligungsgesellschaft), die Schuldenkonsolidierung (Aufrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten der beteiligten Unternehmen), die Zwischenerfolgseliminierung (Aufrechnung von Gewinnen und Verlusten zwischen Unternehmen des Konzerns), die Aufwands- und Ertragseliminierung (Aufrechnung der Aufwendungen und Erträge) und die Anpassung der latenten Steuern.
Ein Kontokorrentkredit ist ein täglich fälliger Kredit, den Banken ihren Kunden zur Abwicklung des laufenden Zahlungsverkehrs zur Verfügung stellen. Daher wird er auch als "Kredit in laufender Rechnung" oder als "Betriebsmittelkredit" bezeichnet. Ein Kontokorrentkredit dient dem Unternehmen zur kurzfristigen Finanzierung und als Liquiditätsreserve (sprich Zahlungsmittel-Reserve). Er kann bis zu einer vorab festgelegten Höhe flexibel ausgenutzt werden und wird in der Regel zeitlich unbefristet vergeben. Die Höhe der Kreditlinie richtet sich u. a. nach der Kreditwürdigkeit (Bonität) und dem Umsatz des Kreditnehmers.
Sind rechtlich selbstständige Unternehmen unter einheitlicher Leitung zusammengefasst, so bilden sie einen Konzern (§ 18 AktG). Zu unterscheiden ist, ob zwischen den Unternehmen des Konzerns eine Abhängigkeit besteht. Ist dies der Fall, dann liegt ein Unterordnungskonzern vor (§ 18, Abs. 1 AktG). Die untergeordnete Gesellschaft wird in diesem Fall Tochter- und die übergeordnete Gesellschaft Mutterunternehmen genannt. Im Gegensatz dazu treffen im Gleichordnungskonzern gleichberechtigte Unternehmen aufeinander (§ 18 Abs. 2 AktG).
Unterordnungskonzerne sind auf Grundlage der Abhängigkeit zwischen Mutter und Tochter weiter zu unterteilen: Vertragskonzerne entstehen auf Grundlage eines Beherrschungsvertrags, durch den das Mutterunternehmen umfangreiche Weisungsrechte gegenüber der Tochter erhält. Faktische Konzerne entstehen durch wirtschaftliche Abhängigkeit der Tochter von der Mutter. Diese ist bei einer Kapitalbeteiligung von mehr als 50% zu vermuten.
Für die Frage, welche Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen müssen, ist im Gegensatz zum Aktienrecht nicht die einheitliche Leitung entscheiden, sondern die Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses der Mutter auf die Tochter (§ 290 HGB, Abs. 1). Während die einheitliche Leitung nur besteht, wenn dieser Einfluss auch tatsächlich ausgeübt wird, reicht zum Einbezug eines Unternehmens in den Konzernabschluss also die bloße Möglichkeit aus.
Konzernverrechnungspreise sind ein Sammelbegriff für die Konditionen, zu denen Konzernunternehmen Lieferungen und Leistungen (Produkte und Dienstleistungen) untereinander verrechnen. Da diese Preise nicht durch Verhandlung voneinander unabhängiger Marktteilnehmer zustande kommen, sondern durch Entscheidungen der Konzernleitung, können über dieses Instrument die Gewinne der einzelnen Konzernunternehmen gesteuert werden.
Für international tätige Konzerne bieten sie außerdem eine Möglichkeit, höhere Gewinne in Länder zu verschieben, in denen niedrigere Steuern gezahlt werden müssen. Da den Staaten auf diesem Wege große Mengen an Steuereinnahmen entgehen, wurden die Spielräume zur Gestaltung steuerlicher Verrechnungspreise in den vergangenen Jahren stark eingeschränkt.
Für die Konzernpreisfindung bestehen im Wesentlichen zwei Methoden, die auch steuerrechtlich anerkannt sind: 1. Die Preise werden ausgehend von den Herstellkosten mit Zuschlägen ermittelt, 2. Sofern vorhanden, werden vergleichbare Marktpreise angesetzt.
Unter Kosten versteht man den bewerteten Verzehr materieller und immaterieller Güter zur Erstellung von Gütern und Dienstleistungen. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Betriebszweck. Unterschieden werden variable und fixe Kosten: Während die variablen Kosten von der Produktionsmenge abhängen, entstehen die Fixkosten unabhängig vom Umfang der Produktion. Weiterhin wird differenziert zwischen Einzel- und Gemeinkosten: Einzelkosten sind solche, die einem Produkt direkt zugeordnet werden, während Gemeinkosten mittels geeigneter Schlüssel auf die Produkte verrechnet werden.
Die Kostenrechnung ermittelt die Kosten der Produkte als Grundlage für die Bestimmung der Angebotspreise. Darunter werden die Kostenartenrechnung (Welche Kosten fallen an?) und die Kostenträgerrechnung (Welchen Produkten bzw. Dienstleistungen werden die angefallenen Kosten zugerechnet?) zusammengefasst. Die Kostenträgerrechnung wird auch als Kalkulation bezeichnet. Im Mittelpunkt der Kostenstellenrechnung steht der Betriebsabrechnungsbogen, mit dem die Gemeinkosten erfasst und auf die im Betrieb vorhandenen Kostenstellen (z. B. Abteilungen) verteilt werden.
Kostenstellen sind im internen Rechnungswesen (Kosten und Leistungsrechnung) die Orte der Kostenentstehung und Leistungserbringung. Es handelt sich also um Verrechnungseinheiten, denen Kosten z. B. nach funktionalen oder räumlichen Kriterien zugeordnet und dort separat abgerechnet werden. Sie dienen u. a. der Ermittlung von Kostenverursachern und der Kostenkontrolle. Beispiele für Kostenstellen können z. B. die Materialbeschaffung, eine Montagewerkstatt, die Buchhaltung oder die Sozialeinrichtungen eines Unternehmens sein. Bei der Einteilung des Betriebs in die verschiedenen Kostenstellen kann sich das Unternehmen frei an seiner jeweiligen Organisationsstruktur orientieren.
Unter einem Kredit versteht man die - meist entgeltliche - Überlassung von Geld- oder Sachwerten. Man unterscheidet u. a. langfristige Darlehen, Kontokorrent-, Wechsel-, Lieferanten- und Avalkredite, wobei Avalkredite lediglich Haftungsübernahmen für einen Dritten darstellen, ohne dass dem Kreditnehmer direkt Finanzmittel zufließen.
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Der Lagebericht ist Teil der externen Rechnungslegung eines Unternehmens. Die Geschäftsleitung beschreibt darin die Entwicklung des Unternehmens im vergangenen Geschäftsjahr, geht auf besondere Ereignisse nach Abschluss des Geschäftsjahres ein und skizziert die künftige Geschäftsentwicklung sowie die Aktivitäten des Unternehmens in Forschung und Entwicklung. Darüber hinaus sind die Risiken der künftigen Entwicklung des Unternehmens darzustellen. Die Erstellung eines Lageberichts ist laut HGB für kapitalmarktorientierte Gesellschaften auf Konzernebene (§ 290 Abs. 1 Satz 1 HGB) und auf Ebene des Einzelunternehmens (§ 264 Abs. 1 Satz 1) verpflichtend (es gelten allerdings einige Befreiungstatbestände). Die handelsrechtlichen Vorschriften zur Erstellung eines Lageberichts sind in §§ 289 ff. HGB dargestellt.
Nach IFRS besteht lediglich das Wahlrecht zur Erstellung eines Lageberichts.
Beim Leasing handelt es sich um eine Finanzierungsform, bei der Wirtschaftsgüter (z. B. Gebäude und Flugzeuge) durch Vermietung zur Verfügung gestellt werden. Grundsätzlich sind vielfältige Ausgestaltungsmöglichkeiten eines Leasing-Vertrags möglich, wobei grob zwischen Operating- und Finanzierungs-Leasing unterschieden werden kann: Beim Finanzierung-Leasing kommt es i. d. R. zur sogenannten Vollamortisation: Die Summe aller Zahlungen die der Nutzer des geleasten Objektes (Leasingnehmer) an den Inhaber (Leasinggeber) zu zahlen hat, reicht aus, um die gesamten Anschaffungs- und Finanzierungskosten für das Objekt und einen Gewinnaufschlag zu decken. Wirtschaftlich kommt der Vorgang also einem Ratenkauf des Objekts durch den Nutzer nahe.
Im Gegensatz dazu weisen Operating-Leasing-Verträge deutlich kürzere Laufzeiten auf und führen zu keiner Vollamortisation. Der Leasing-Geber kann seine Anschaffungs- und Finanzierungskosten also nicht komplett aus dem einmaligen Leasingvertrag decken, sondern wird das Objekt nach dem Ende der Vertragslaufzeit erneut verleasen müssen. Typischerweise werden Operating-Leasing-Verträge daher für Standardgüter (z. B. Fahrzeuge) genutzt, die von verschiedenen Leasingnehmern genutzt werden können. Für das Finanzierungs-Leasing eignen sich dagegen eher Objekte, die sehr speziell auf die Bedürfnisse eines bestimmten Nutzers zugeschnitten sind und daher schwer an weitere Leasingnehmer weitergegeben werden können (z. B. Fertigungsanlagen für bestimmte Produkte).
Der Leverage-Effekt bezeichnet die Abhängigkeit der Eigenkapitalrentabilität vom Ausmaß der Fremdfinanzierung eines Unternehmens. Ein positiver Leverage-Effekt ergibt sich, wenn die Rentabilität (= Rendite) des Gesamtkapitals größer ist als der zu entrichtende Fremdkapitalzins. Je mehr Fremdkapital unter diesen Bedingungen aufgenommen wird, desto höher ist die Eigenkapitalrendite. Der daher auch als Hebelwirkung bezeichnete Leverage-Effekt erhöht also die Eigenkapitalrendite bei steigender Verschuldung.
Allerdings wirkt dieser Zusammenhang zwischen Verschuldungsgrad und Eigenkapitalrendite nur solange die Gesamtkapitalrendite höher liegt, als die Zinsen auf das Fremdkapital. Fällt sie darunter, kann sich der Effekt in gefährlicher Weise umkehren.
Häufig ausgenutzt wird der Leverage-Effekt u. a. im Rahmen von Unternehmensübernahmen durch Private Equity Investoren.
Liquidität bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft eines Unternehmens, seine finanziellen Verpflichtungen termingerecht und vollständig zu erfüllen (z. B. Zahlung von Gehältern, Steuern, Zinsen oder Tilgung von Verbindlichkeiten).
Zur Beurteilung der Liquidität eines Unternehmens werden häufig sogenannte Liquiditätsgrade verwandt: Bei der Liquidität 1. Grades werden die liquiden Mittel, bei der Liquidität 2. Grades die liquiden Mittel zuzüglich kurzfristiger Forderungen und bei der Liquidität 3. Grades zusätzlich die Vorräte zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten in Beziehung gesetzt. Die Grundidee dieser Kennzahlen besteht darin, zu ermitteln, welcher Anteil der kurzfristig fälligen Zahlungsverpflichtungen mit entsprechend kurzfristig veräußerbarem (liquidem) Vermögen gedeckt werden kann.
Die unterjährige Liquiditätsentwicklung lässt sich anhand eines Liquiditätsplans verfolgen, bei dem Ein- und Auszahlungen und die Abweichungen von der Mittelplanung wochen- oder monatsgenau dargestellt werden.
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Beim Management Buy Out erwirbt das bisherige Management oder einzelne Personen daraus den Betrieb oder dessen Teile. Damit werden die Manager zu Gesellschaftern ihres ehemaligen Arbeitgebers. Da das Management in der Regel nicht ausreichend Privatvermögen für eine alleinige Übernahme bereitstellen kann, erfolgt der MBO in Partnerschaft mit einem Private-Equity-Investor. Während die Investment-Gesellschaft das notwendige Kapital, u. a. durch Aufnahme zusätzlicher Bankkredite, zur Verfügung stellt, bringt der Manager sein Insiderwissen über das Unternehmen ein, um einen angemessenen Kaufpreis zu ermitteln und die Zukunftsperspektiven auszuloten.
Aus Sicht des verkaufenden Unternehmens kann ein Management Buy Out u. a. von Interesse sein, da keine internen Informationen an außenstehende Kaufinteressenten weitergegeben werden müssen (z. B. über Geschäftsmodell, Produktionsverfahren etc.).
Oft erfolgt ein MBO im Rahmen einer Sanierung mit dem Ziel, Arbeitsplätze zu erhalten. Mitunter ist ein MBO eine Form des Outsourcings, durch die ein Betriebsteil verselbständigt wird, der nicht mehr zum Kerngeschäft der ursprünglichen Eigentümer passt.
Mergers & Acquisitions bezeichnet alle Aktivitäten in Zusammenhang mit der Fusion und der Übernahme von Unternehmen. Bei Fusionen handelt es sich um Zusammenschlüsse mehrerer Unternehmen zu einer wirtschaftlichen und rechtlichen Einheit. Bei eine Übernahme oder Akquisition erfolgt der Kauf eines Unternehmens durch ein anderes, wodurch letzterem zwar seine wirtschaftliche, nicht aber seine rechtliche Unabhängigkeit verloren geht. Das übernehmende Unternehmen (auch Mutterunternehmen) erwirbt i. d. R. die Leistungs- und Kontrollrechte am übernommenen Unternehmen (Tochterunternehmen), so dass dieses Bestandteil eines Konzernverbundes wird.
Mergers & Acquisition-Aktivitäten sind häufig mit einer Vielzahl von Vorgängen in verschiedenen Unternehmensbereichen verbunden. Dazu gehören u. a. die strategische Auswahl eines Zielunternehmens, die wirtschaftliche und rechtliche Prüfung der Firma (Due Dilligence), die Verhandlung mit den Alteigentümern, die Finanzierung des Vorgangs, die Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörde und der letztliche Vertragsabschluss. Entsprechend dieser Vielzahl an komplexen Aktivitäten sind i. d. R. externe Experten an dem Prozess beteiligt, so z. B. Investmentbanken, Wirtschaftsjuristen, Unternehmensberater und Prüfer.
Mezzanine-Kapital bezeichnet verschiedene Arten von Mischfinanzierung aus Fremd- und Eigenkapitalelementen. Da die Bandbreite mezzaniner Finanzierungsquellen sehr groß ist, können kaum einheitliche Eigenschaften genannt werden, die auf alle Instrumente gleichzeitig zutreffen. Aus dem gleichen Grund können auch die Motive für ihren Einsatz sehr unterschiedlich sein. Gemeinsam ist allen Instrumenten allerdings, dass Vorteile der Eigenkapital- und der Fremdfinanzierung miteinander kombiniert werden sollen. Typische Beispiele für mezzanine Finanzierungsinstrumente sind Wandelanleihen, nachrangige Darlehen und Genussrechte.
Mezzanine-Kapital taucht in der Bilanz nicht als eigenständiger Posten auf, sondern wird je nach Ausgestaltung entweder dem Fremd- oder dem Eigenkapital zugerechnet. Die Unternehmen haben oft ein Interesse daran, die Mezzanine-Finanzierung bilanziell als Eigenkapital darzustellen, da sie sich davon ein günstigeres Bild bei Investoren und geringere Zinskosten für Kredite versprechen. Dies ist mit den Eigenschaften von Eigenkapital als Verlustpuffer und Haftungsmasse des Unternehmens zu erklären. Nach genauer Prüfung durch Banken und Rating-Agenturen fällt die Anerkennung mezzaniner Finanzierungsquellen als Eigenkapital jedoch sehr unterschiedlich aus.
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Nachrangige Darlehen weisen die Besonderheit auf, dass die Kreditgeber im Insolvenzfall erst dann einen Anspruch auf ihre Zahlungen haben, nachdem die Ansprüche aller übrigen ("erstrangigen") Gläubiger erfüllt wurden. Diese Nachrangigkeit haben sie mit den Eigenkapitalgebern gemeinsam, obwohl sie formal einen Kredit vergeben haben. Für diesen Nachteil werden die Investoren mit höheren Zinsen im Vergleich zu erstrangigen Darlehen entschädigt. Auf Grund der Mischung von Eigenschaften von Fremd- und Eigenkapital werden nachrangige Darlehen oft als eine Form des Mezzanine-Kapitals angesehen.
Das neutrale Ergebnis bildet zusammen mit dem betrieblichen (oder operativen) Ergebnis das Gesamtergebnis eines Unternehmens, welches in der Gewinn- und Verlustrechnung ablesbar ist (Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag). Während das betriebliche Ergebnis die Aufwendungen und Erträge zeigt, die sich aus dem eigentlichen Kerngeschäft des Unternehmens ergeben (z. B. Umsatzerlöse, Material- und Personalkosten), beinhaltet das neutrale Ergebnis alle betriebs- und periodenfremden sowie außerordentlichen Ergebnisbeiträge (z. B. Finanzergebnis, einmaliger Verkauf eines Grundstücks, Abfindungen, Schadensersatzleistungen etc.). Das neutrale Ergebnis findet sich nicht als eigenständiger Posten in der GuV, sondern verteilt sich auf verschiedene Posten.
Das Niederstwertprinzip ist bei der Erstellung von Jahresabschlüssen nach deutschem HGB zu beachten und stellt einen Bestandteil der sogenannten GoB (Grundsätze ordnungsmäßiger Buchhaltung), genauer des Vorsichtsprinzips, dar. Zu unterscheiden sind das strenge und das gemilderte Niederstwertprinzip.
Das strenge Niederstwertprinzip gilt für die Bewertung des Umlaufvermögens und besagt, dass sowohl dauerhafte als auch vorübergehende Wertminderungen in der Bilanz und GuV gezeigt werden müssen. So müssen beispielsweise Rohstoffe, deren Marktpreise kurzfristig gefallen sind, entsprechend auf diesen Wert abgeschrieben werden, sofern der bisherige Buchwert höher lag.
Für das Anlagevermögen gilt hingegen das gemilderte Niederstwertprinzip: Im Falle einer dauerhaften Wertminderung muss ein Vermögensgegenstand in jedem Fall abgeschrieben werden. In dieser Hinsicht besteht also kein Unterschied zum Umlaufvermögen. Ist die Wertminderung jedoch nur vorübergehend, so ist eine Abschreibung für die Gegenstände des Anlagevermögens nicht erlaubt. Eine Ausnahme bilden lediglich Finanzanlagen, für die dann ein Wahlrecht besteht (§ 253 Abs. 3).
Das operative Ergebnis (auch betriebliches Ergebnis, Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) ist das Ergebnis, welches ein Unternehmen im Rahmen seines eigentlichen Geschäftszwecks erzielt. Oft wird es mit der Kennzahl EBIT (earnings before interest and taxes, Ergebnis vor Steuern und Zinsen) gleichgesetzt. Das operative Ergebnis und seine Entwicklung zeigen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens vor Berücksichtigung außerordentlicher Maßnahmen und Ereignisse. Bilanzpolitisch beeinflusst werden kann diese Erfolgsgröße z. B. durch die Abschreibungspolitik.
Unter einer Organschaft wird die Bildung einer steuerlichen Einheit aus rechtlich selbständigen Unternehmen verstanden. Sämtliche Gewinne und Verluste werden steuerlich dem Mutterunternehmen, in diesem Fall Organträger genannt, zugerechnet und dort miteinander verrechnet. Der verbleibende Saldo wird dann als Steuerbemessungsgrundlage herangezogen. Erst wenn aus der Verrechnung ein positives Ergebnis entsteht, besteht eine Steuerlast für die verbundenen Unternehmen. Organschaften sind in Deutschland im Bereich der Körperschaft- (§ 14 KStG), der Gewerbe- (§ 2 Abs. 2 Satz 2 GewStG) und der Umsatzsteuer (§ 2, Abs. 2 Satz 2 UStG) möglich.
Die Anerkennung einer Organschaft ist an feste Kriterien geknüpft. Dazu gehört v. a. die finanzielle Eingliederung der Organgesellschaften (d. h. der Organträger besitzt die Mehrheit der Stimmrechte an den Organgesellschaften und kann sie somit lenken). Für die Anerkennung einer körperschaft- und gewerbesteuerlichen Organschaft ist außerdem ein Ergebnisabführungsvertrag (auch Gewinnabführungsvertrag genannt) zwischen dem Organträger (Mutterunternehmen) und den Organgesellschaften (Tochterunternehmen) über mindestens fünf Jahre notwendig.
Outsourcing bezeichnet ein Verfahren zur Ausgliederung von bisher im Unternehmen selbst getätigten Leistungen an Fremdfirmen. Outsourcing kann in verschiedenen Formen auftreten, z. B. als rechtliche Verselbstständigung einer bislang unselbstständigen Abteilung, im Wege der Übernahme der Leistungen durch ein anderes Unternehmen (z. B. Reinigungs- oder Wachdienste), durch den Kauf von Betriebsteilen durch leitende Mitarbeiter (Management Buy Out) oder im Wege der Neugründung eines Tochterunternehmens durch das bestehende bzw. ausgründende Unternehmen.
Durch die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen nehmen Unternehmen den Aufwand für spätere Rentenzahlungen an Arbeitnehmer (v. a. Betriebsrenten) vorweg. Da die Höhe und die genauen Zeitpunkte der Zahlungen i. d. R. unsicher sind, kann hier von einer ungewissen Verbindlichkeit gesprochen werden. Nach HGB und IFRS ist für solche Fälle eine Rückstellung zu bilden (laut HGB müssen allerdings nur Pensionsverpflichtungen bilanziert werden, die ab dem 01.01.1987 entstanden sind - für ältere Zusagen besteht ein Wahlrecht). Laut den IFRS-Standards muss jedoch unterschieden werden, ob es sich um eine leistungsorientierte oder eine beitragsorientierte Pensionszusage handelt. Eine Rückstellung wäre nur für leistungsorientierte Zusagen zu bilden.
Während bei einer leistungsorientierten Pensionszusage das Unternehmen selbst das Risiko trägt, die zugesagten Leistungen zu erbringen, liegt dieses Risiko im Falle einer beitragsorientierten Zusage überwiegend beim Arbeitnehmer. Das Unternehmen garantiert dann nur in Höhe von Beitragszahlungen an einen externen Versorger.
Die jährlichen Aufwendungen und die Höhe der Rückstellung sind mit Hilfe eines sogenannten Anwartschaftsbarwert-Verfahrens zu ermitteln. Dieses erfordert u. a. die Schätzung der künftigen Rentenzahlungen an die Arbeitnehmer unter Berücksichtigung von Annahmen über Inflation, Sterblichkeitsraten, Beförderungen, Zinsen und weitere Faktoren. Entsprechend hat das Unternehmen hier breite bilanzpolitische Spielräume.
Für die Höhe der Rückstellung sind jedoch nicht nur die erwarteten künftigen Rentenzahlungen von Bedeutung. Von der errechneten Verpflichtung muss ggf. der aktuelle Zeitwert (i. d. R. Marktwert) des sogenannten Plan- (Bezeichnung nach IFRS) oder Deckungsvermögens (Bezeichnung nach HGB) abgezogen werden (man spricht von einem Nettoausweis). Dabei handelt es sich um Vermögensgegenstände, die ausschließlich zur späteren Deckung der Pensionszahlungen dienen. Es wird von einem externen Versorgungsträger verwaltet und muss auch im Insolvenzfall vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt sein. Typische Beispiele sind so genannte Contractual Trust Agreements (CTA).
Die Personalkosten setzen sich zusammen aus tariflichen Löhnen und Gehältern, den Gehältern von außertariflich Beschäftigten, Zulagen und Zuschlägen sowie aus den Personalzusatzkosten. Letztere resultieren zum einen aus gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen - z. B. der Sozial- und Unfallversicherung, dem Tarifurlaub - zum anderen aus betrieblichen Leistungen, wie z. B. Gratifikationen und der betrieblichen Altersversorgung.
Private Equity, zu deutsch privates Eigenkapital, ist laut Definition der European Venture Capital and Private Equity Association (EVCA) der Oberbegriff des gesamten Marktes für privates Beteiligungskapital.
Private-Equity-Investoren sammeln i. d. R. Gelder von institutionellen Investoren - z. B. Banken, Pensionskassen und Versicherungen - sowie vermögenden Privatleuten ein und investieren diese als Eigenkapital in ein Unternehmen. Ihr vorrangiges Ziel liegt in der Erzielung einer möglichst hohen Rendite aus dem späteren Weiterverkauf der Firma (z. B. in Form eines Börsengangs). Insbesondere durch den begrenzten Beteiligungszeitraum bis zum Verkauf spielen langfristige strategische Ziele eine untergeordnete Rolle. Eine Erhöhung der Rendite wird häufig u. a. mit Hilfe zusätzlicher Verschuldung, durch Ausnutzung des sogenannten Leverage-Effekts, angestrebt. Gleichfalls spielen Kosteneinsparungen, z. B. durch Verkäufe von Geschäftsteilen, eine wichtige Rolle.
Private Equity kommt u. a. zum Einsatz, wenn Unternehmen Schwierigkeiten haben, neue Geldgeber zu finden (z. B. Turn-Around-Finanzierung in wirtschaftlichen Krisen). Auch im Rahmen von Privatisierungen von Staatsbetrieben und Nachfolgeregelungen in Familienunternehmen kommen die Beteiligungsgesellschaften zum Einsatz. Venture Capital als Sonderform von Private Equity richtet sich besonders an junge Wachstums-Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell noch nicht am Markt auf die Probe stellen konnten. Sie stoßen bei Banken und anderen Investoren häufig noch nicht auf das notwendige Vertrauen, um von ihnen Kapital im benötigten Ausmaß zu erhalten.
Unter der Produktivität wird die in Geld oder Menge gemessene Leistung (Output) bezogen auf die eingesetzten Produktionsfaktoren (Arbeitsleistung und Kapital) verstanden. Oft wird die Produktivität bestimmt als Wertschöpfung je Beschäftigten. Die Produktivität einer Maschine kann anhand deren Ausbringungsmenge innerhalb einer Zeiteinheit gemessen werden.
Profit Center sind Organisationseinheiten mit eigener Ergebnisverantwortung. Voraussetzung ist die klare Zurechenbarkeit von Aufwendungen und Erträgen sowie ihre Beeinflussbarkeit durch die Leitung des Profit Centers. Oft werden Profit Center gebildet, um den unternehmensinternen Wettbewerb zu erhöhen und damit auch eine Basis für den Erfolgsvergleich zu gewährleisten. Darüber hinaus kann die Bildung von Profit Centern eine Vorbereitung von Outsourcing-Maßnahmen sein.
Unter dem Begriff der Publizität im Rahmen der externen Rechnungslegung versteht man die Offenlegung des Jahresabschlusses Dritten gegenüber. Sie umfasst die Erstellung des Jahresabschlusses, dessen Prüfung und die eigentliche Veröffentlichung im Handelsregister bzw. Bundesanzeiger. Der Umfang der Publizitätspflichten hängt ab von der Größe und der Rechtsform eines Unternehmens bzw. Konzerns.
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Ratings sind Verfahren zur Bonitätsbeurteilung eines Schuldners anhand bestimmter Kriterien. Das Rating ist ein Risikoindikator für den Gläubiger, da es die prognostizierte Ausfallwahrscheinlichkeit einer Forderung (also die Wahrscheinlichkeit, dass ein vergebener Kredit nicht zurückbezahlt wird) widerspiegelt. Vor allem in Zusammenhang mit den veränderten Eigenkapitalvorschriften für Banken (Basel II und III) haben Ratings erheblich an Bedeutung gewonnen. Ein Rating kann durch spezialisierte Rating-Agenturen oder als sogenanntes internes Rating durch eine Bank erstellt werden. Das Ergebnis des Ratings, die Ratingnote, beeinflusst u. a. die Kapitalbeschaffungskosten - insbesondere die Zinsen - eines Unternehmens.
Der Markt für Ratings wird in Europa und den USA v. a. von den drei großen Agenturen Moody's, Standard & Poor's und Fitch dominiert. In Folge der Finanzmarktkrise von 2008/2009 wurde vermehrt Kritik an den Agenturen laut, nachdem es zu Ausfällen komplexer Finanzprodukte gekommen war, welche diese mit höchsten Rating-Noten bewertet hatten. Kritisch wird u. a. die Tatsache gesehen, dass die Bewertungsmethoden der Agenturen in der Öffentlichkeit nicht bekannt und damit nicht nachvollziehbar sind. Zudem wird häufig auf Interessenkonflikte hingewiesen, da die bewerteten Unternehmen zugleich Auftraggeber des Ratings sind.
Unter Rentabilität versteht man eine Verzinsung von Kapital, gemessen am Verhältnis einer Erfolgsgröße zum eingesetzten Kapital. Wichtige Rentabilitätsgrößen sind die Eigenkapitalrentabilität (Verhältnis von Jahresüberschuss vor Steuern zum durchschnittlichen Eigenkapital), die Gesamtkapitalrentabilität (Verhältnis von Jahresüberschuss vor Steuern plus Fremdkapitalzinsen zum durchschnittlichen Gesamtkapital) sowie die Umsatzrentabilität (Verhältnis von Jahresüberschuss vor Steuern zum Umsatz).
Risiko-Aktiva
Der Begriff Risiko-Aktiva ist v. a. im Bereich der Bankenregulierung, insbesondere den Basel II- und Basel III-Regeln, von Bedeutung. Risiko-Aktiva sind Bankgeschäfte die entsprechend ihres Risikos gewichtet und zu einem bestimmten Anteil mit Eigenkapital abgesichert werden müssen. Entscheidend für die Risikogewichtung ist hier v. a. die Kreditwürdigkeit oder Bonität eines Schuldners, also seine Fähigkeit, Zinsen und Tilgung des Kredits auch tatsächlich leisten zu können. Als Messzahl der Bonität wird u. a. das sogenannte Rating herangezogen.
Im Grundsatz gilt: Je niedriger die Bonität und somit je höher die Risikogewichtung, desto mehr Eigenkapital muss die Bank vorhalten, um ein Kreditgeschäft abzusichern.
Das Aktiengesetz verpflichtet den Vorstand zur Einrichtung eines Überwachungssystems zur Früherkennung bestandsgefährdender Risiken (§ 91 Abs. 2 AktG). Der Abschlussprüfer hat sich im Rahmen seiner Jahresabschlussprüfung von der Wirksamkeit dieses Überwachungssystems zu überzeugen.
Ein umfassender Risiko-Managementprozess sollte die Schritte Risikoidentifikation (Welche Risiken bestehen für das Unternehmen?), Risikobeurteilung (Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist ein Schaden in welcher Höhe zu erwarten?), Risikosteuerung (Welche Möglichkeiten der Absicherung oder Vermeidung gibt es?) und Risikoüberwachung (Sind die ursprünglichen Erwartungen zu einem späteren Zeitpunkt noch aktuell?) umfassen.
Der ROCE (Return of Capital Employed) ist eine Kennzahl zur Berechnung der Rentabilität des eingesetzten Kapitals. Dabei wird der betriebliche Erfolg (gemessen z. B. durch das EBIT) ins Verhältnis zum durchschnittlichen, für den Geschäftsbetrieb benötigte Netto-Kapital gesetzt (sog. Capital Employed, bestehend aus Anlagevermögen und Working Capital). Der ROCE kann als eine Abwandlung der Gesamtkapitalrendite verstanden werden, hat aber den Vorteil, dass nur betrieblich genutztes und nicht das vollständige Kapital berücksichtigt wird (z. B. keine kurzfristigen Verbindlichkeiten bei Lieferanten).
Allgemein bezeichnet man mit dem Begriff die Differenz zwischen einer erstellten Leistung (Ware oder Dienstleistung) und der hierzu eingesetzten Vorleistung (Materialaufwand). Der Rohertrag eines Unternehmens kann aus den Daten der Gewinn- und Verlustrechnung als Differenz zwischen Gesamtleistung (Umsatzerlöse + unfertige Erzeugnisse + aktivierte Eigenleistungen) und Materialaufwand ermittelt werden. Die Kennzahl kann auch als Wertschöpfung verstanden werden.
Der Return on Investment (ROI) ist eine Kennzahl für die Ertragskraft und dient als Messzahl für die Rentabilität einer Investition. Hierbei wird grundsätzlich der Ertrag (Gewinn) ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital gesetzt. Berechnet man den ROI eines Gesamtunternehmens, so ist also der Gewinn durch dessen Gesamtkapital zu dividieren.
Der ROI kann auch durch Multiplikation der Umsatzrentabilität mit der Umschlagshäufigkeit des Kapitals berechnet werden. Diese Umformung ist die Grundlage des sogenannten DuPont-Schemas, mit dem sich die verschiedenen Werttreiber aufgliedern lassen, die Einfluss auf den Unternehmenserfolg nehmen
Der ROI stellt, wie auch der ROCE, eine Abwandlung der Gesamtkapitalrendite dar. Allerdings wird bei Berechnung der Gesamtkapitalrendite und des ROCE jeweils das Ergebnis vor Zinsen verwendet, während in der ursprünglichen Formel des ROI das Ergebnis nach Zinsen berücksichtigt wird. Somit nimmt die Finanzierungstätigkeit des Unternehmens Einfluss auf die Höhe dieser Kennzahl (z. B. wenn der Gewinn durch hohe Zinsen stark verringert wird). In der Praxis sind allerdings zahlreiche Abwandlungen der Kennzahl anzutreffen.
Rücklagen sind Teile des Eigenkapitals eines Unternehmens. Unterschieden werden offene und stille Rücklagen. Offene Rücklagen sind auf der Passivseite der Bilanz sichtbar und werden gebildet aus einbehaltenen Gewinnen (im Posten "Gewinnrücklagen") und - im Falle von Aktiengesellschaften - aus dem Agio (Aufpreis den Investoren über dem Nennwert zahlen - im Posten "Kapitalrücklagen") bei der Aktienausgabe. Nach IFRS sind zudem weitere Rücklagen für ergebnisneutrale Wertänderungen verschiedener Vermögenswerte (Neubewertungsrücklage) zu bilden.
Wirtschaftlich können die bilanziellen Rücklagen als Puffer oder Reserven des Unternehmens an Eigenkapital verstanden werden. In Deutschland sind Aktiengesellschaften dazu verpflichtet, insgesamt Rücklagen (Gewinn- + Kapitalrücklagen) in Höhe von mindestens 10 % des Grundkapitals anzusparen (sog. gesetzliche Rücklage nach § 150 AktG). Solange diese Höhe noch nicht erreicht ist, muss jährlich ein Zwanzigstel des Jahresüberschusses in die Gewinnrücklagen eingestellt werden. Dieser Anteil darf folglich nicht an die Aktionäre ausgeschüttet werden.
Rückstellungen sind wahrscheinliche Zahlungsverpflichtungen eines Unternehmens in der Zukunft, wobei die Höhe und/oder der Zahlungstermin ungewiss sind. Rückstellungen dürfen nur gebildet werden, wenn mit ihrer Inanspruchnahme mit hoher Wahrscheinlichkeit zu rechnen ist. Nach IFRS bedeutet dies konkret, dass die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsabgangs mindestens 50 Prozent betragen muss. Nach HGB dürfen Rückstellungen u. U. auch bei geringeren Wahrscheinlichkeiten gebildet werden.
Das deutsche HGB gibt insgesamt nur vier Anlässe vor, aus denen Rückstellungen zu bilden sind (§ 249 HGB): ungewisse Verbindlichkeiten (z. B. Pensionszahlungen aus der betrieblichen Altersvorsorge), drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (z. B. Verluste aus einem langfristigen Bauauftrag), verschobene Instandhaltungsmaßnahmen, die innerhalb von drei Monaten des Folgejahres nachgeholt werden (bei Abraumbeseitigung ist eine Nachholzeit von einem Jahr erlaubt) und rechtlich unverbindliche Gewährleistungen (sog. Kulanz-Rückstellungen).
Nach IFRS sind Rückstellungen dagegen für eine Vielzahl von Anlässen zulässig. Es muss aber immer eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis bestehen. Zudem muss ein Abfluss von Ressourcen (sprich i. d. R. von Geld bzw. Vermögen) wahrscheinlich und verlässlich schätzbar sein. Im Gegensatz zum HGB sind z. B. Instandhaltungsaufwendungen verboten.
Bilanziell führt bereits die Bildung einer Rückstellung zu einem Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung und damit zu einer Verringerung des Gewinns (nach IFRS besteht allerdings die Ausnahme der Rekultivierungsrückstellungen, die ergebnisneutral gebildet werden). Zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme kommt es zwar zu einem Zahlungsabgang, aber nicht mehr zu einem Effekt auf den Jahresgewinn. Falls der Anlass einer Rückstellung entfällt, muss diese ertragswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung aufgelöst werden (d. h. der Aufwand, der durch die Bildung entstanden ist, wird durch einen Ertrag wieder ausgeglichen).
Sale-and-lease-back ist eine Sonderform des Leasings, bei der ein Unternehmen einen Vermögensgegenstand an eine Leasing-Gesellschaft verkauft und ihn anschließend zur weiteren Nutzung zurück mietet bzw. least. Durch den Verkauf setzt das Unternehmen Kapital frei und erhöht kurzfristig seine Liquidität (d. h. es verbessert seine Zahlungsfähigkeit). Im Gegenzug belasten die Leasingraten in den Folgejahren jedoch die Gewinn- und Verlustrechnung (als Aufwand) und die Liquidität (durch Auszahlungen) des Unternehmens.
Der Sammelbegriff umfasst alle betriebswirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Maßnahmen sowie den Prozess zur Wiederherstellung der Existenzfähigkeit eines Unternehmens nach einer Krise. Oft geht die Sanierung mit einem sogenannten Sanierungstarifvertrag einher, der den Sanierungsbeitrag der Beschäftigten beinhaltet. Der Begriff Sanierung wird häufig mit der englischen Bezeichnung "turn around" gleichgesetzt.
Unter einem Segment wird ein Geschäftsfeld oder eine Region verstanden, innerhalb dessen bzw. deren ein Konzern tätig ist. Die Aufstellung eines Segmentberichtes ist verpflichtend vorgeschrieben für Mutterunternehmen, deren Wertpapiere an einem organisierten Markt gehandelt werden (d. h. die börsennotiert sind, vgl. § 297 Abs. 1 HGB). Der Segmentbericht soll die Informationsgrundlage des Bilanzlesers verbessern, indem er die im Konzernabschluss zusammengefassten Informationen nach Regionen und Tätigkeitsbereichen aufgliedert und so die in den einzelnen Bereichen liegenden Chancen und Risiken besser erkennbar macht.
Der Begriff stammt aus der Kostenrechnung. Unter den Selbstkosten versteht man die Summe der direkten und indirekten Kosten eines Produkts bzw. einer Dienstleistung, jedoch ohne Berücksichtigung von Gewinnbestandteilen. Selbstkosten beinhalten die Herstellkosten (Material-, Fertigungs-, Entwicklungs-, Verwaltungs- und Vertriebskosten), inkl. der Gemeinkosten. Die Selbstkosten bilden eine wichtige Grundlage für die Kalkulation von Angebotspreisen.
Shareholder-Value-Ansatz
Der Shareholder-Value-Ansatz bezeichnet eine Unternehmensstrategie, die vorrangig das Ziel verfolgt den Wert des Unternehmens aus Sicht der Anteilseigner (im Falle einer Aktiengesellschaft also den Börsenwert) zu maximieren. Wichtige Bewertungsmaßstäbe sind in der Regel die Höhe des Gewinns und die Entwicklung des Börsenkurses. Das Konzept orientiert sich also sehr stark an der Bewertung des Unternehmens am Kapitalmarkt. Unternehmenspolitisch kann diese Haltung u. a. bedeuten, dass Geschäftsfelder mit geringen oder negativen Ergebnissen eingestellt oder verkauft werden. Kritisch wird dieses Konzept häufig aufgrund des Ziels kurzfristiger Marktwertsteigerung gesehen, bei dem die langfristige Perspektive des Unternehmens in den Hintergrund tritt. Dem Shareholder-Value-Ansatz wird i. d. R. der so genannte Stakeholder-Ansatz als Alternative entgegen gestellt.
Der Stakeholder-Ansatz erweitert das Shareholder-Value-Modell insoweit, als er auf die möglichst gleichmäßige Berücksichtigung der Interessen aller mit dem Unternehmen in Verbindung stehender Gruppen (Aktionäre, Kunden, Lieferanten, Beschäftigte, Kreditgeber) zielt.
Stille Reserven / Stille Lasten
Stille Lasten entstehen immer dann, wenn Vermögenswerte in der Bilanz im Vergleich zu ihrem realen Wert (z. B. Marktwert) zu gering oder Schulden zu hoch angesetzt sind. Umgekehrt entstehen stille Lasten bei einem zu hohen Ansatz der Vermögenswerte bzw. einem zu niedrigen Ansatz der Schulden. Zu einer Aufdeckung dieser Reserven und Lasten kommt es i. d. R. erst bei Übertragung der Vermögenswerte und Schulden. Dies kann z. B. im Rahmen einer Unternehmensübernahme und der damit verbundenen Neubewertung oder durch einzelnen Verkauf der Vermögenswerte erfolgen.
Insbesondere die Bilanzierungsregeln des HGB fördern die Entstehung von stillen Reserven: Sie verpflichten den Ersteller des Jahresabschlusses zur vorsichtigen Bewertung. Diese Forderung wird u. a. durch das Realisationsprinzip (nicht realisierte Gewinne dürfen nicht erfasst werden) umgesetzt. Vermögensgegenstände sind zu ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten zu aktivieren und über den Zeitraum ihrer Nutzung abzuschreiben. Dadurch liegt der Buchwert im Zeitablauf häufig unter dem Marktwert. Die Differenz zwischen Buchwert und aktuell realisierbarem Marktwert stellt folglich die stille Reserve dar. In IFRS-Abschlüssen sind stille Reserven seltener, da die Bilanzierung vieler Vermögensgegenstände zum Zeitwert (bzw. Marktwert) Pflicht ist.
Gegenstand einer Strategie sind die mittel- und langfristige Ausrichtung und die hiermit verbundene Maßnahmenbündelung des Unternehmens, um die geplanten Unternehmensziele z. B. hinsichtlich der Marktstellung und der Produkt- und Kundenportfolios, Rendite, Marktanteile etc. zu realisieren. Die Strategie wird jährlich und unterjährig im Rahmen einer kurzfristigen operativen Planung konkretisiert. Zu beachten ist, dass die Realisierung von Unternehmenszielen auf unterschiedlichen Strategien beruhen kann. Mit anderen Worten: Es existieren unterschiedliche Strategien, um Unternehmensziele zu erreichen. Die Wahl der Strategie hängt stark von den unternehmensinternen Ressourcen und Fähigkeiten ab.
Synergie, Synergie-Effekt
Unter Synergie/Synergieeffekt wird allgemein das Zusammenwirken verschiedener Einflüsse mit dem Ziel der Wirkungsverstärkung verstanden. Sie dienen häufig der Begründung von Unternehmenszusammenschlüssen und -käufen. Oft sind Strategien zur Verwirklichung von Synergieeffekten mit dem Abbau oder der Zusammenfassung von in den fusionierten Unternehmen doppelt vorhandenen Funktionen (z. B. Einkauf, Personalverwaltung, Finanzbuchhaltung) verbunden. Synergieeffekte schlagen sich vor allem in Form von Kosteneinsparungen nieder, die oft durch Personalabbau realisiert werden. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass Synergieeffekte nach Unternehmenszusammenschlüssen in der Realität oft nur schwer nachweisbar sind.
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Als Tochterunternehmen werden rechtlich unabhängige Unternehmen bezeichnet, die wirtschaftlich von einer anderen Gesellschaft, dem Mutterunternehmen, kontrolliert bzw. beherrscht werden können. Für AGs und GmbHs kann von einer solchen Beherrschungsmöglichkeit ausgegangen werden, wenn das Mutterunternehmen die Mehrheit der Stimmrechte in der Hauptversammlung bzw. Gesellschafterversammlung des Tochterunternehmens hält. Die Stimmrechtsmehrheit ist meist auch mit dem Besitz der Mehrheit des Grundkapitals (AG) bzw. Stammkapitals (GmbH) verbunden.
Darüber hinaus kann eine Beherrschungsmöglichkeit auch auf anderen Wegen entstehen, so z. B. durch Abschluss eines Beherrschungsvertrags.
In aller Regel ist ein Tochterunternehmen nach deutschem HGB, wie auch nach den IFRS-Standards, mit all seinen Vermögenswerten und Schulden in den Konzernabschluss seines Mutterunternehmens einzubeziehen.
True-and-fair-view-Prinzip
Der Begriff "True and fair view" entstammt ursprünglich der anglo-amerikanischen bzw. internationalen Rechnungslegung (IFRS). Das True-and-fair-view-Prinzip fordert, dass die Rechnungslegungsdaten ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermitteln sollen.
Im Handelsgesetzbuch findet das Prinzip seine Entsprechung in § 264 Abs. 2 HGB. Dort wird es jedoch durch deutlich schärfere Vorsichtsgrundsätze ergänzt, als nach IFRS. So ist die Bewertung vieler Vermögensgegenstände zum Zeitwert (z. B. Marktwert) im IFRS-Abschluss ein Ergebnis des True-and-fair-view-Prinzips. Nach HGB wäre dagegen z. B. eine Marktwertsteigerung im Anlagevermögen erst zu bilanzieren, nachdem sie auch tatsächlich realisiert - der Vermögensgegenstand also zu diesem Wert verkauft - wurde.
Eine bilanzielle oder rechnerische Überschuldung liegt vor, wenn die Verbindlichkeiten eines Unternehmens sein Vermögen übersteigen, d. h. wenn das Reinvermögen negativ ist. Auf der Aktivseite der Bilanz wird in diesem Fall ein "nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" ausgewiesen. Die bilanzielle Überschuldung ist nicht identisch mit der Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne. Insolvenzrechtlich gilt ein Unternehmen dann als überschuldet, wenn die Schulden die aktuellen Vermögenswerte - unter Berücksichtigung stiller Reserven - übersteigen und keine positive Fortführungsprognose für das Unternehmen abgegeben werden kann (§ 19 InsO).
Als Umsatzerlöse werden die Erlöse aus dem Verkauf, der Vermietung oder der Verpachtung von Waren und Dienstleistungen eines Unternehmens nach Abzug von Erlösschmälerungen (z. B. Rabatten, Skonti) und Umsatzsteuer bezeichnet (§ 277 Abs. 1 HGB). Es handelt sich also um die Erlöse für Leistungen, die mit dem Betriebszweck in Verbindung stehen. Umsatzerlöse dürfen grundsätzlich erst nach Erbringung der Leistung (bzw. einer Teilleistung) ausgewiesen werden, d. h. nach Gefahrenübergang und Abrechnung. Die Position steht an erster Stelle der Gewinn- und Verlustrechnung.
Mit dem Begriff wird eine zentrale Managementfunktion bezeichnet, durch die die Prozesse und Maßnahmen des Unternehmens auf die verschiedenen Unternehmensziele ausgerichtet werden. Sie umfasst grundsätzlich alle betrieblichen Bereiche, wie z. B. die Produktion, den Absatz, die Finanzierung und die Investition. Eine Unternehmensplanung kann lang- oder kurzfristig ausgerichtet sein. Die langfristige Planung (Strategie) enthält die Vorhaben zur Unternehmensentwicklung in den nächsten fünf bis zehn Jahren, während die operative Planung die kurzfristige Perspektive umfasst, in der Regel das folgende Geschäftsjahr. Im Rahmen der Unternehmensplanung werden die Einzelpläne, z. B. die Absatz-, Investitions-, Finanzierungs- und Personalplanung, zu einem Gesamtplan zusammengeführt. In Form monatlicher Soll-Ist-Vergleiche wird den Planungsvorgaben die tatsächliche Entwicklung gegenüberstellt.
Der Begriff ist gesetzlich nicht definiert und lässt daher verschiedene Definitionen zu. Allgemein umfasst der Unternehmenswert das materielle und immaterielle Vermögen eines Unternehmens abzüglich der Schulden und unter Berücksichtigung seiner Zukunftschancen. Das in der Praxis gebräuchlichste Verfahren zur Ermittlung des Unternehmenswerts ist das sog. Ertragswertverfahren (Discounted Cash Flow Verfahren). Demnach wird der Unternehmenswert als Barwert der künftig erwarteten Cashflows der Firma ermittelt. Mit anderen Worten: Für alle künftigen Geschäftsjahre müssen die Cashflows des Unternehmens geschätzt, abgezinst und letztlich aufsummiert werden. Die Probleme dieses Verfahrens liegen in der Schätzung der unsicheren künftigen Erträge sowie in der Wahl des angemessenen Zinsfußes.
Neben dem Ertragswertverfahren werden sog. Substanzwertverfahren angewandt: Der Substanzwert ist derjenige Betrag, der benötigt würde, um einen Betrieb mit gleicher Leistungsfähigkeit neu zu errichten. Entscheidend sind also die Wiederbeschaffungswerte der einzelnen Vermögensgegenstände (unter Abzug der Schulden des Unternehmens). Das wesentliche Problem dieser Methode liegt in der Bestimmung des Geschäfts- oder Firmenwerts (sog. Goodwill). Er ist als immaterieller Wert an das Unternehmen gebunden (z. B. in Form von Kundentreue) und kann nur schwer einzeln bewertet werden.
Die Generally Accepted Accounting Principles (GAAP) stellen die in den USA gültigen Rechungslegungsvorschriften dar. Neben den IFRS bilden sie die wichtigsten international anerkannten Rechnungslegungsnormen. Seit einigen Jahren gibt es verstärkte Bemühungen, die Rechnungslegungsregeln nach US-GAAP und IFRS schrittweise einander anzugleichen. Auch wenn sich dieser Prozess noch im Anfangsstadium befindet, gab es in jüngerer Vergangenheit Fortschritte: So erkennt die amerikanische Börsenaufsicht SEC seit 2007 die IFRS-Abschlüsse ausländischer Unternehmen an, die an der New Yorker Börse gehandelt werden. Zuvor waren diese verpflichtet, zwecks einer Börsenzulassung einen zusätzlichen Abschluss nach US-GAAP zu erstellen.
Verbindlichkeiten eines Unternehmens sind Verpflichtungen, die am Bilanzstichtag hinsichtlich Höhe und Fälligkeitstermin feststehen (im Gegensatz zu Rückstellungen, deren Fälligkeit und/oder Höhe unsicher ist). Es kann sich dabei z. B. um Verpflichtungen gegenüber Banken, Lieferanten, Beschäftigten, verbundenen Unternehmen, Gesellschaftern oder dem Staat handeln. In der Bilanz sind Verbindlichkeiten mit ihrem Rückzahlungsbetrag anzusetzen und im Anhang nach ihrer Restlaufzeit aufzugliedern.
Vermögen ist ein Sammelbegriff für materielle und immaterielle Güter eines Unternehmens. Zu den immateriellen Vermögensgegenständen zählen z. B. Patente und der Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill). Zu den materiellen Vermögensgegenständen sind z. B. Sachanlagen, wie Gebäude, Maschinen und Finanzanlagen zu zählen.
In der Bilanz wird das Vermögen auf der Aktivseite ausgewiesen (Mittelverwendung). Es setzt sich zusammen aus Anlage- und Umlaufvermögen. Anlagevermögen ist dadurch gekennzeichnet, dass es dem Geschäftsbetrieb des Unternehmens langfristig dienen soll. Zum Umlaufvermögen zählen dagegen Vermögensgegenstände, die nur vorübergehend im Unternehmen verbleiben und z. B. weiterveräußert oder verarbeitet werden sollen (z. B. Vorräte, Forderungen und flüssige Mittel).
Bei Wandelanleihen handelt es sich um verzinsliche Unternehmensanleihen (Fremdkapital), die jedoch zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem (meist) festgelegten Verhältnis in Aktien (Eigenkapital) des Unternehmens umgewandelt werden können. Sie haben für Unternehmen u. a. den Vorteil, dass sie i. d. R. günstigere Zinsen aufweisen als Unternehmensanleihen ohne Wandlungsrecht. Dies erklärt sich durch die Überlegung, dass die Möglichkeit zur Wandlung ein zusätzlicher wirtschaftlicher Vorteil ist, der den Investoren zusätzlich zu den Zinsen gewährt wird. Durch die Mischung der Eigenschaften von Fremd- und Eigenkapital werden Wandelanleihen dem sogenannten Mezzanine-Kapital zugerechnet.
Unter Wertberichtigungen werden in der Handelsbilanz die wertmäßigen Korrekturen des Bilanzansatzes von Gegenständen des Anlage- und Umlaufvermögens verstanden. Die Pflicht zur Bildung von Wertberichtigungen ist Auswirkung des handelsbilanziellen Vorsichtsprinzips, wonach das Umlaufvermögen grundsätzlich nach dem strengen Niederstwertprinzip zu bewerten ist. Unterschieden werden Pauschal- und Einzelwertberichtigungen: Pauschalwertberichtigungen werden einheitlich auf sämtliche Forderungen vorgenommen. Sie sollen dem allgemeinen Kreditrisiko Rechnung tragen, da in der Praxis davon auszugehen ist, dass durchschnittlich ein bestimmter Prozentsatz von Forderungen eines Unternehmens ausfällt. Demgegenüber korrigiert die Einzelwertberichtigung den Wertansatz einer einzelnen Forderung, wenn diese z. B. ein besonders hohes Ausfallrisiko aufweist.
Wertorientierte Unternehmensführung, im angloamerikanischen Sprachraum Value Based Management (VBM) genannt, zählt zu den zentralen aktuellen Managementtrends und Geschäftsphilosophien. Anstatt auf die althergebrachten Ziele wie Umsatz oder Gewinn, konzentriert sich die strategische Unternehmensführung auf die Steigerung von Unternehmenswerten. Aktuelle Formen der Wertorientierung in der Praxis betreffen die Unternehmenssteuerung, die Leistungsmessung, die Kapitalmarktdarstellung, die Corporate Governance und einen besonderen Fokus auf immaterielle Güter, mit besonderem Augenmerk auf das Humankapital.
Das Working Capital (Nettoumlaufvermögen) errechnet sich aus dem Umlaufvermögen minus der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Es kann auch als Teil des Umlaufvermögens verstanden werden, welches mit langfristigem Kapital finanziert ist.
Das Working Capital gehört zu den Kennziffern, mit denen die Liquiditätssituation eines Unternehmens beurteilt wird. Positives Working Capital wird i. d. R. als vorteilhaft bewertet, da es notfalls schnell veräußerbar ist, wenn die kurzfristigen Verbindlichkeiten getilgt werden müssen. Negatives Working Capital würde dagegen bedeuten, dass ein Teil der kurzfristigen Verbindlichkeiten im langfristigen Anlagevermögen gebunden (sprich investiert) ist. Handelt es sich dabei z. B. um spezielle Maschinen, ließe sich ein kurzfristiger Verkauf, wenn nötig, nur schwer bewerkstelligen. Working Capital ermöglicht dem Unternehmen also eine gewisse finanzielle Flexibilität.
Ein zu hohes Working Capital ist jedoch häufig auch nicht im Interesse des Unternehmens, da langfristiges Kapital i. d. R. teurer ist als kurzfristiges. Es wäre daher unwirtschaftlich, übermäßig viel langfristiges Kapital in kurzfristiges Vermögen zu investieren.
Zweckgesellschaften, SPEs
Zweckgesellschaften oder SPEs (Special Purpose Entities) werden durch einen sogenannten "Initiator" zu einem vorher festgelegten Zweck gegründet. Die Geschäftsführung einer Zweckgesellschaft verfügt nahezu über keinen eigenständigen Handlungsspielraum, da die Geschäftspolitik durch einen sogenannten "Autopilot-Mechanismus" festgelegt wird: Durch Bestimmungen in der Satzung oder im Gesellschaftsvertrag wird sie ausschließlich auf die Erfüllung des vorgesehenen Zwecks im Sinne des Initiators beschränkt.
Der Initiator verzichtet auf die Stimmrechtsmehrheit an der Zweckgesellschaft, um ihren Einbezug in seinen Konzernabschluss möglichst zu vermeiden. Sofern diese Vermeidung gelingt, können also Vermögenswerte und Geschäfte in die Zweckgesellschaft ausgelagert werden, ohne im Abschluss des Initiators aufzutauchen. Es besteht also die Möglichkeit der Verdeckung von Geschäften, die für die wirtschaftliche Lage des Initiators von hoher Bedeutung sein können.
Wichtige Einsatzfelder von Zweckgesellschaften können z. B. in der Auslagerung von Leasinggegenständen (in Leasingobjektgesellschaften) oder Forschungs- und Entwicklungsprojekten (in Projektgesellschaften) bestehen. Im Rahmen der Finanzkrise 2008/2009 spielten Verbriefungsgeschäfte im Rahmen sogenannter ABS-Transaktionen (Asset Backed Securities) eine zentrale Rolle.
Durch Neufassung der Regeln zur Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS und HGB wurde in jüngster Zeit versucht, neue Kriterien für die Einbeziehung von Gesellschaften in einen Konzernabschluss zu finden. Ziel ist u. a. dass Zweckgesellschaften im Konzernabschluss jenes Unternehmens auftauchen, welches tatsächlich den überwiegenden Nutzen bzw. die überwiegenden Risiken ihrer Geschäfte trägt.
Glossar Betriebswirtschaft Alexander Sekanina
Tel.: 0211/7778 168
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References: § 284
 § 246
 § 252
 § 252
 § 252
 § 252
 § 150
 § 297
 § 264