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Timestamp: 2018-01-16 09:43:23+00:00

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ArbG Cottbus, Urteil vom 09.04.2014, 13 Ca 10478/13 - HENSCHE Arbeitsrecht
ArbG Cott­bus, Ur­teil vom 09.04.2014, 13 Ca 10478/13
Aktenzeichen: 13 Ca 10478/13
Ein­rich­tung der Agen­tur für Ar­beit Cott­bus und des
Land­krei­ses OSL,
3. Der Streit­wert wird in der Höhe ei­nes Be­tra­ges von 1.700,00 Eu­ro fest­ge­setzt.
Im Mai 2012 ermöglich­te der Be­klag­te es zwei lang­zeit­ar­beits­lo­sen Hil­fe­empfängern, die zu dem auch körper­lich be­hin­dert sind, nämlich Herrn M.xxx und Frau L.xxx, je­weils ein be­rufsfördern­des Prak­ti­kum ab­zu­leis­ten, was zum In­halt ih­rer be­rufsfördern­den Wei­ter­bil­dungs­maßnah­me bei dem „Wirt­schafts­in­sti­tut M.xxx“ gehörte.
Nach Be­en­di­gung des Prak­ti­kums bat Herr M.xxx den Be­klag­ten dar­um, sich bei ihm mit Bürotätig­kei­ten 100 Eu­ro hin­zu­ver­die­nen zu können, was ihm vom Be­klag­ten gewährt wur­de. Zu die­sem Zeit­punkt be­fand sich Herr M.xxx nach ei­nem ab­ge­bro­che­nen Stu­di­um in ei­ner Pha­se der be­ruf­li­chen Neu­ori­en­tie­rung.
Da für ei­ne Bürotätig­keit des Herrn M.xxx al­ler­dings kein Ar­beits­platz zur Verfügung stand, wies der Be­klag­te an, dass Herr M.xxx erst nach Büro­schluss um ca. 16.00 Uhr sei­ne Tätig­kei­ten würde auf­neh­men können. Hier­zu soll­te Herr M.xxx sich um die Ver­vollständi­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe-Un­ter­la­gen kümmern. Ein schrift­li­cher Ar­beits­ver­trag wur­de zwi­schen dem Be­klag­ten und Herrn M.xxx nicht ge­schlos­sen.
Herr M.xxx, der wei­ter­hin Leis­tun­gen der Kläge­rin als Hil­fe zum Le­bens­un­ter­halt be­zog, zeig­te die Auf­nah­me ei­ner Ne­bentätig­keit bei der Kläge­rin an und be­ant­wor­te­te die im dies­bezügli­chen Form­blatt ge­stell­te Fra­ge nach dem zeit­li­chen Um­fang der Ne­bentätig­keit mit „14 St­un­den/Wo­che nach frei­er Zeit­ein­tei­lung“. Er gab zum Ge­gen­stand sei­ner Beschäfti­gung an, „Ko­pie­ar­bei­ten, Ab­hef­ten, von Do­ku­men­ten“. Die Beschäfti­gung wur­de durch den Be­klag­ten mit dem 14. April 2013 be­en­det, nach­dem Herr M.xxx ihm erklärt hat­te, an ei­nem
Sonn­abend im Büro zu­ge­gen ge­we­sen zu sein, ob­gleich der Be­klag­te, der sei­ner­seits an­we­send war, sich je­doch al­lei­ne im Büro auf­hielt.
Der Be­klag­te er­teil­te Herrn M.xxx Ein­kom­mens­be­schei­ni­gun­gen, zunächst un­ter dem Da­tum des 31. Mai 2012 über ei­ne tatsächli­che wöchent­li­che Ar­beits­zeit von 14 St­un­den, später­hin, ei­ne sol­che, die am 12. Fe­bru­ar 2013 bei der Kläge­rin ein­ging, nur noch über ei­nen Um­fang von sechs Wo­chen­stun­den.
Mit ih­rer am 26. Ju­li 2013 beim Ar­beits­ge­richt Cott­bus - Kam­mern Senf­ten­berg - ein­ge­gan­ge­nen Leis­tungs­kla­ge vom 24. Ju­li 2013, die dem Be­klag­ten am 03. Au­gust 2013 zu­ge­stellt wur­de, ver­folgt die Kläge­rin ihr Zah­lungs­be­geh­ren be­zo­gen auf das Beschäfti­gungs­verhält­nis des Be­klag­ten zum Ar­beit­neh­mer M.xxx zu ei­nem Ge­samt­wert in der Höhe ei­nes Be­tra­ges von 1.700,00 Eu­ro Eu­ro wei­ter.
Da aber als übli­che Ar­beits­vergütung für die von den Ar­beit­neh­mern L.xxx und M.xxx aus­geübten Bürotätig­kei­ten min­des­tens 5,00 Eu­ro je St­un­de an­zu­set­zen sei­en, lie­ge die in­so­weit ver­ein­bar­te Vergütung um mehr als 1/3 un­ter der übli­chen Vergütung und erfülle
dem­gemäß den Tat­be­stand des Lohn­wu­chers ent­spre­chend § 138 II BGB. Mit der Un­ter­schrei­tung der Vergütung um mehr als 50 % wer­de auch die wu­che­ri­sche Ge­sin­nung des Be­klag­ten in­di­ziert, so erklärt die Kläge­rin. Denn der Be­klag­te ha­be sich die Zwangs­la­ge der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer zu Nut­ze ge­macht, ih­nen für ein viel zu nied­ri­ges Ar­beits­ent­gelt Ar­beits­leis­tun­gen ab­zu­ver­lan­gen.
So­weit der Be­klag­te be­strei­tet, dass Herr M.xxx tatsächlich in dem ge­nann­ten Um­fang für ihn tätig ge­we­sen sei, tritt die Kläge­rin dem un­ter Hin­weis auf die An­zei­ge ei­ner Ne­ben­beschäfti­gung und un­ter Hin­weis auf die vom Be­klag­ten selbst er­stell­ten Ein­kom­mens­be­schei­ni­gun­gen ent­ge­gen.
Da ge­mes­sen an ei­ner übli­chen Vergütung von 5,00 Eu­ro je St­un­de statt der ge­zahl­ten 100,00 Eu­ro in­des­sen mo­nat­lich 280,00 Eu­ro ge­schul­det ge­we­sen wären, lei­tet die Kläge­rin ih­ren Zah­lungs­an­spruch auf Zah­lung der mo­nat­li­chen Dif­fe­renz von 180,00 Eu­ro für die Dau­er vom Be­ginn des 01. Ju­li 2012 bis zum 14. April 2013 und da­mit für 9,44 Mo­na­te aus § 115 SGB X und in­so­fern aus über­ge­gan­ge­nem Recht ab.
Den Be­klag­ten zu ver­ur­tei­len, an sie, die Kläge­rin, ei­nen Be­trag in der Höhe von 1.700,00 Eu­ro nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­zin­sen über dem Ba­sis­zins­satz seit 13.07.2013 zu zah­len.
Je­den­falls, so erklärt der Be­klag­te, könne ihm nicht un­ter­stellt wer­den, in „ver­werf­li­cher Ge­sin­nung“ ge­han­delt zu ha­ben, was ins­be­son­de­re be­reits dar­aus er­sicht­lich sei, dass er
sei­ne übri­gen Beschäftig­ten zu ortsübli­chen Be­din­gun­gen ent­loh­ne. Sch­ließlich aber min­de­re sich die von der Kläge­rin auf­ge­mach­te For­de­rung be­reits des­halb, weil die Kläge­rin es ver­absäumt ha­be, den Frei­be­trag von mo­nat­lich 136 Eu­ro an- und ge­gen­zu­rech­nen, so dass al­len­falls je Ka­len­der­mo­nat je 44 Eu­ro ei­nem An­spruchsüber­gang un­terlägen.
I. Die Kläge­rin hat ge­gen den Be­klag­ten kei­nen An­spruch auf Zah­lung wei­te­ren Ar­beits­ent­gelts in der Höhe ei­nes Be­tra­ges von 1.700,00 Eu­ro aus über­ge­gan­ge­nem Recht ent­spre­chend den §§ 115 SGB X in Ver­bin­dung mit den §§ 611, 614 Satz 1, 612 II, 138 II BGB in Ver­bin­dung mit der je­wei­li­gen ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung zwi­schen dem Be­klag­ten und dem bei ihm vor­mals beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer Herrn M.xxx.
1. In­so­fern be­stand zwi­schen dem Be­klag­ten und dem bei ihm vor­mals an­ge­stell­ten Mit­ar­bei­ter Herrn M.xxx in der Zeit von Be­ginn des 01. Ju­ni 2012 bis zum Ab­lauf des 14.April 2013 ein Ar­beits­verhält­nis, im Rah­men des­sen sich der Be­klag­te ver­pflich­tet hat­te, für die von Herrn M.xxx er­brach­ten Diens­te mo­nat­lich ei­nen Be­trag in der Höhe von 100,00 Eu­ro brut­to = net­to zu zah­len. Auch gewähr­te die Kläge­rin dem bei dem Be­klag­ten beschäftig­ten
Mit­ar­bei­ter Herrn M.xxx während der Dau­er der Beschäfti­gung, ins­be­son­de­re auch in der Zeit von Be­ginn des 01.07.2012 bis zum Ab­lauf des 14.04.2013, als Hil­fe zum Le­bens­un­ter­halt Leis­tun­gen nach dem SGB II.
2. Auf die Kläge­rin ist aber kein bis­lang nicht erfüll­ter Vergütungs­an­spruch des Herrn M.xxx ge­gen den Be­klag­ten über­ge­gan­gen, denn so­weit der Be­klag­te sich sei­nem Mit­ar­bei­ter Herrn M.xxx ge­genüber zur Zah­lung von mo­nat­lich 100,00 Eu­ro als Ent­gelt für ge­leis­te­te Diens­te ver­pflich­tet hat­te, hat er sei­ne Vergütungs­pflicht auch in dem von der Kläge­rin gel­tend ge­mach­ten Zeit­raum, be­gin­nend mit dem 01.07.2012 bis zum Ab­lauf des 14.04.2013 je­weils erfüllt. Ein wei­te­rer Vergütungs­an­spruch steht dem Mit­ar­bei­ter Herrn M.xxx ge­gen den Be­klag­ten in­des­sen nicht zu. Denn die Vergütungs­ver­ein­ba­rung im Ar­beits­verhält­nis zwi­schen dem Be­klag­ten und Herrn M.xxx ist nicht rechts­un­wirk­sam.
b) Die Vergütungs­ver­ein­ba­rung im Ar­beits­verhält­nis des Herrn M.xxx zum Be­klag­ten ist in­des­sen je­doch nicht nich­tig, sie ist nämlich nicht sit­ten­wid­rig im Sin­ne des § 138 I, II BGB. Gemäß § 138 I BGB ist ein Rechts­geschäft, wel­ches ge­gen die gu­ten Sit­ten verstößt, nich­tig. Nich­tig ist ins­be­son­de­re ein Rechts­geschäft, durch dass je­mand un­ter Aus­beu­tung der Zwangs­la­ge, der Un­er­fah­ren­heit, des Man­gels an Ur­teils­vermögen oder der er­heb­li­chen Wil­lens­schwäche ei­nes an­de­ren sich oder ei­nem Drit­ten für ei­ne Leis­tung Vermögens­vor­tei­le ver­spre­chen oder gewähren lässt, die in ei­nem auffälli­gen Miss­verhält­nis zu der Leis­tung ste­hen, § 138 II BGB.
Die Rechts­fol­ge der Nich­tig­keit ei­ner ar­beits­ver­trag­li­chen Vergütungs­ab­re­de steht da­mit un­ter der ob­jek­ti­ven Vor­aus­set­zung ei­nes auffälli­gen Miss­verhält­nis­ses zwi­schen Leis­tung und Ge­gen­leis­tung und setzt als sub­jek­ti­ven Tat­be­stand hierüber hin­aus die Ver­werf­lich­keit der Ge­sin­nung im Sin­ne ei­ner aus­beu­te­ri­schen Ab­sicht vor­aus (BGH vom 19.07.2002 - V ZR 240/01 - NJW 2002, 3165).
c) In­so­weit ist mit der Kläge­rin im vor­lie­gen­den Fall zwei­fels­frei von ei­nem auffälli­gen Miss­verhält­nis zwi­schen Leis­tung und Ge­gen­leis­tung aus­zu­ge­hen, weil die Kläge­rin ent­spre­chend der An­zei­ge des Herrn M.xxx über die Auf­nah­me ei­ner Ne­bentätig­keit da­von
aus­ge­hen durf­te, dass die­ser dem Be­klag­ten Diens­te in ei­nem Um­fang von bis zu 14 Wo­chen­stun­den leis­tet, für wel­che er ei­ne mo­nat­li­che Vergütung von 100,00 Eu­ro erhält. Da­mit wird der ob­jek­ti­ve Tat­be­stand der Sit­ten­wid­rig­keit der Lohn­ab­re­de im Sin­ne des § 138 II BGB durch die Höhe der ge­zahl­ten Vergütung ein­deu­tig und un­zwei­fel­haft erfüllt. Denn die je St­un­de ge­zahl­te Ar­beits­vergütung un­ter­schrei­tet die von der Kläge­rin be­reits äußerst nied­rig mit 5,00 Eu­ro je Ar­beits­stun­de in An­satz ge­brach­te übli­che Vergütung um mehr als 50 %.
aa) Zwi­schen den von Herrn M.xxx zu­guns­ten des Be­klag­ten er­brach­ten Ar­beits­leis­tun­gen und der sei­ner­seits hierfür er­hal­te­nen Ar­beits­vergütung be­steht ein auffälli­ges Miss­verhält­nis, denn die in­so­weit je Ar­beits­stun­de er­brach­te Ar­beits­leis­tung ist nur mit 1,64 Eu­ro ent­gol­ten. Die­se Höhe des ge­zahl­ten Ent­gel­tes er­reicht kei­nes­falls den Wert von 2/3 des für die Tätig­keit ei­ner Büro­hil­fe übli­cher­wei­se ge­zahl­ten St­un­den­brut­to­loh­nes, wel­chen die Kläge­rin mit 5,00 Eu­ro brut­to je Ar­beits­stun­de und da­mit oh­ne­hin äußerst ge­ring an­ge­setzt hat.
Denn der Wert der Leis­tung des Ar­beit­neh­mers be­stimmt sich ob­jek­ti­viert nach Maßga­be et­wai­ger für den be­tref­fen­den Wirt­schafts­zweig ver­ein­bar­ter Ta­ri­fe bzw. nach dem im je­wei­li­gen Wirt­schafts­raum für ei­ne sol­che Tätig­keit übli­cher­wei­se ge­zahl­ten Ent­gelts. So­weit die Kläge­rin in­so­fern von ei­nem mo­nat­li­chen Ge­halts­an­spruch ei­ner Büro­hilfs­kraft in Voll­zeit in der Höhe ei­nes Be­tra­ges von 866,65 Eu­ro brut­to aus­geht, ist die­se An­nah­me selbst dann nicht zu be­an­stan­den, wenn man berück­sich­tigt, dass die im länd­li­chen Bran­den­burg ge­zahl­ten Gehälter übli­cher­wei­se ge­rin­ger aus­fal­len und die von dem Herrn M.xxx er­brach­ten Leis­tun­gen nur von ge­rin­gem wirt­schaft­li­chen Nut­zen ge­we­sen sein soll­ten (vgl. BAG vom 22.04.2009 - 5 AZR 436/08 DB 2009 1599 - 1601; BAG vom 16.05.2012 - 5 AZR 268/11 - DB 2012 2048 - 2049; BAG vom 27.06.2012 - 5 AZR 496/11 Quel­le: ju­ris; LAG Ber­lin-Bran­den­burg vom 09.02.211 - 20 Sa 1430/10 -, Quel­le: ju­ris).
bb) Zwar hat in die­sem Zu­sam­men­hang der Be­klag­te den zeit­li­chen Um­fang der ge­leis­te­ten Diens­te un­ter Hin­weis des­sen be­strit­ten, dass mit Herrn M.xxx kei­ne kon­kre­te Ver­ein­ba­rung über ei­ne ge­schul­de­te Ar­beits­zeit ge­trof­fen wor­den sei. Gleich­wohl aber ist
zwi­schen den Par­tei­en des Rechts­streits un­strei­tig, dass der Be­klag­te stets wie­der­keh­rend die Diens­te des Herrn M.xxx mit mo­nat­lich 100,00 Eu­ro vergüte­te, so dass da­von aus­zu­ge­hen ist, dass Herr M.xxx in dem von ihm an­ge­zeig­ten Um­fang für den Be­klag­ten Ar­beits­leis­tun­gen tatsäch­li­cher Art auch er­bracht hat.
d) Un­ge­ach­tet vor­ste­hen­der Be­wer­tung des of­fen­sicht­li­chen Miss­verhält­nis­ses zwi­schen Leis­tung und Ge­gen­leis­tung war den­noch nicht auf die Sit­ten­wid­rig­keit der Vergütungs­ab­re­de im Ar­beits­verhält­nis des Herrn M.xxx zum Be­klag­ten zu er­ken­nen, denn der sub­jek­ti­ve Tat­be­stand der Sit­ten­wid­rig­keit der Ver­ein­ba­rung ist vor­lie­gend nicht ge­ge­ben. Die Vergütungs­ver­ein­ba­rung im Ar­beits­verhält­nis zwi­schen Herrn M.xxx und dem Be­klag­ten ist nicht durch die hierfür er­for­der­li­che ver­werf­li­che Ge­sin­nung ge­tra­gen. Auch sol­ches steht zur Über­zeu­gung der er­ken­nen­den Kam­mer im Er­geb­nis der münd­li­chen Ver­hand­lung auf der Grund­la­ge des Sach­vor­tra­ges bei­der Par­tei­en fest.
bb) Die­se Ver­mu­tung ist je­doch im vor­lie­gen­den Sach­ver­halt in­fol­ge des von der Kläge­rin
und Mo­ti­va­ti­on des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses als erschüttert und in­so­fern als wi­der­legt an­zu­se­hen (BGH vom 19.07.2002 - V ZR 240/01 - NJW 2002, 3165).
Denn der Be­klag­te hat dem um ei­ne Zu­ver­dienstmöglich­keit nach­su­chen­den Herrn M.xxx ei­nen Ge­fal­len ge­tan und nicht sei­ne Zwangs­la­ge aus­ge­beu­tet, in dem er ihm die Möglich­keit eröff­ne­te, in sei­nem Be­trieb ei­ner Beschäfti­gung nach­zu­ge­hen und sich be­rei­terklärte, ihm hierfür je Ka­len­der­mo­nat ei­nen Be­trag in der Höhe von 100,00 Eu­ro brut­to = net­to zu zah­len. Zwar ist die Höhe die­ser Vergütungs­ver­ein­ba­rung in ers­te Li­nie durch die An­re­chen­bar­keit auf die durch den Mit­ar­bei­ter be­zo­ge­nen Trans­fer­leis­tun­gen be­stimmt und ge­schul­det, mit­hin die­se Ver­ein­ba­rung Züge ei­nes Ver­tra­ges zu Las­ten Drit­ter of­fen­bart.
Nicht zu ver­ken­nen bleibt in­des­sen, dass sich der Be­klag­te mit der Beschäfti­gung des Herrn M.xxx je­doch kei­nen zusätz­li­chen Vermögens­vor­teil ver­schaff­te, viel­mehr be­trieb­li­che Kos­ten ver­an­lass­te, die sei­nen wirt­schaft­li­chen Ge­winn je Rechts­streit schmäler­ten.
Mit der Beschäfti­gung des Herrn M.xxx, wel­chem der Be­klag­te nicht ein­mal ei­nen Ar­beits­platz zur Verfügung stel­len konn­te und wel­cher da­her je­weils erst nach der Ar­beits­zeit der übri­gen Beschäftig­ten nach ca. 16.00 Uhr sich in den Kanz­leiräum­en ein­fin­den soll­te, auch sol­ches ist von der Kläge­rin un­be­strit­ten, ver­bandt der Be­klag­te da­mit nicht et­wa ab­zu­rech­nen­de Leis­tun­gen, die ihm ei­nen wirt­schaft­li­chen Vor­teil bräch­ten, son­dern erhöhte le­dig­lich die Sum­me der Kos­ten je ab­zu­rech­nen­den Ho­no­rars und schmäler­te in­so­fern sei­nen Ge­winn aus der Ab­wick­lung der über­nom­me­nen Geschäfte.
Hier­bei ist ins­be­son­de­re zu berück­sich­ti­gen, dass der Be­klag­te den Mit­ar­bei­ter Herrn M.xxx nicht an Stel­le ei­ner an­sons­ten ta­rif­gemäß beschäftig­ten Ar­beit­neh­me­rin oder ei­nes sol­chen Ar­beit­neh­mers ein­ge­stellt hat und da­mit nicht et­wa ei­nen re­gulären Ar­beits­platz durch ei­nen Hil­fe­bedürf­ti­gen er­setz­te, für wel­chen er le­dig­lich ei­nen mo­nat­li­chen Pau­schal­be­trag von 100,00 Eu­ro zu zah­len be­reit war.
Un­strei­tig ist viel­mehr im vor­lie­gen­den Rechts­streit, dass der Be­klag­te nach der Be­en­di­gung der Zu­sam­men­ar­beit mit Herrn M.xxx zum 14.04.2013 nicht et­wa ei­ne neue Ar­beit­kraft, für die­sen, als ge­ringfügig Beschäftig­te, in sei­nen Be­trieb auf­nahm oder tätig wer­den ließ und Herrn M.xxx während des­sen Beschäfti­gung Ar­beits­auf­ga­ben zu­ge­wie­sen hat­te, die durch die übri­gen Beschäftig­ten pro­blem­los hätten mit­er­le­digt wer­den können. Da in­so­fern der Be­trieb des Be­klag­ten mit sechs Voll­zeit­ar­beits­kräften und ei­ner Aus­zu­bil­den­den auf das Man­dats­vo­lu­men, wel­ches der Be­klag­te in sei­ner Kanz­lei ge­bun­den hat, ein­ge­rich­tet und aus­ge­rich­tet ist, ist da­von aus­zu­ge­hen, dass der Be­klag­te die für den ord­nungs­gemäßen
Geschäfts­be­trieb er­for­der­li­chen Stel­len auskömmlich be­setzt hat, und mit den Dar­le­gun­gen des Be­klag­ten kein wei­te­rer Ar­beits­be­darf in sei­ner Kanz­lei be­stand. Sol­ches ist sei­tens der Kläge­rin we­der be­strit­ten, noch mit ent­ge­gen­ste­hen­dem Sach­vor­trag un­ter­setzt wor­den.
Ob die Leis­tun­gen des Herrn M.xxx in­so­fern für den Be­klag­ten über­haupt von wirt­schaft­li­chem Wert wa­ren, kann an die­ser Stel­le da­hin­ste­hen, da sie je­den­falls kei­nen wirt­schaft­li­chen Ge­winn der Ge­stalt mit sich brach­ten, dass die An­nah­me ge­recht­fer­tigt wäre, der Be­klag­te ha­be mit der Beschäfti­gung des Herrn M.xxx des­sen Not- und Zwangs­la­ge aus­beu­ten und sich des­sen Dienst­leis­tun­gen zum ei­ge­nen Vor­teil zu nut­ze ma­chen wol­len. Die Vergütungs­ab­re­de im Ar­beits­verhält­nis des Be­klag­ten zu Herrn M.xxx be­inhal­te­te so­mit ei­ne Gefällig­keit des Be­klag­ten auf Wunsch des Ar­beit­neh­mers, nicht je­doch ei­ne sit­ten­wid­ri­ge Lohn­ver­ein­ba­rung.
3. Da wei­te­re Rechts­gründe, die für ei­ne Nich­tig­keit der Vergütungs­ver­ein­ba­rung zwi­schen dem Mit­ar­bei­ter Herrn M.xxx und dem Be­klag­ten strei­ten könn­ten, nicht er­sicht­lich, von der Kläge­rin im Übri­gen auch nicht dar­ge­tan sind, war die Ent­schei­dungs­rei­fe des vor­lie­gen­den Rechts­streits fest­zu­stel­len, oh­ne dass die wei­te­ren zwi­schen den Par­tei­en um­strit­te­nen Ein­zel­fra­gen noch ei­ner ge­richt­li­chen Be­wer­tung und Ent­schei­dung be­durf­ten. Hier­bei er­scheint schließlich aber auch das Ver­hal­ten der Kläge­rin in­kon­se­quent und zwei­fel­haft, die ihr an­ge­zeig­ten Ar­beits­be­din­gun­gen des Ar­beit­neh­mers Herrn M.xxx die­sem ge­genüber un­be­an­stan­det zu las­sen und ih­rer­seits nun den Be­klag­ten un­ter dem recht­li­chen Ge­sichts­punkt der Sit­ten­wid­rig­keit der Vergütungs­ver­ein­ba­rung in An­spruch zu neh­men.
II. Man­gels ent­spre­chen­den Haupt­an­spruchs konn­te auch nicht auf den mit der Kla­ge ver­folg­ten Ne­ben­an­spruch er­kannt wer­den.
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References: § 138
 § 115
 § 138
 § 138
 § 138
 § 138