Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bfh/2013-10-29/viii-r-27_10
Timestamp: 2017-10-17 20:51:45+00:00

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BFH, 29.10.2013 - VIII R 27/10 - Verlängerung der Festsetzungsfrist bei leichtfertig unrichtiger Gewinnermittlung durch den steuerlichen Berater; Zurechnung leichtfertigen Handelns des steuerlichen Beraters; Pflicht des Steuerpflichtigen zur Prüfung vom Steuerberater vorbereiteter Steuererklärungen | anwalt24.de
Urt. v. 29.10.2013, Az.: VIII R 27/10
Verlängerung der Festsetzungsfrist bei leichtfertig unrichtiger Gewinnermittlung durch den steuerlichen Berater; Zurechnung leichtfertigen Handelns des steuerlichen Beraters; Pflicht des Steuerpflichtigen zur Prüfung vom Steuerberater vorbereiteter Steuererklärungen
Referenz: JurionRS 2013, 49918
Aktenzeichen: VIII R 27/10
FG Niedersachsen - 10.12.2008 - AZ: 3 K 160/07
BFHE 243, 116 - 126
AO-StB 2014, 117
AO-StB 2014, 36
BB 2014, 164-167
BBK 2014, 218-219
BFH/NV 2014, 194-197
BFH/PR 2014, 102
BStBl II 2014, 295-299
HFR 2014, 7-11
KÖSDI 2014, 18686
KSR direkt 2014, 9-10
NJW 2014, 653-656
NWB 2013, 4022
NWB direkt 2013, 1308
NZG 2014, 240
PStR 2014, 316
StBW 2014, 101
StBW 2014, 6-7
STFA 2014, 29-30
StRR 2014, 191
StX 2013, 797-798
wistra 2014, 65-69
Die Beteiligten streiten über die Frage, ob die Änderung des Einkommensteuerbescheids für 1996 trotz Ablaufs der regulären Festsetzungsfrist noch zulässig war.
Hiergegen richtet sich die Revision der Kläger, mit der diese die Verletzung von § 169 Abs. 2 Sätze 2 und 3 AO und §§ 370, 378 AO rügen. Entgegen der Auffassung des FG, das sich auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19. Dezember 2002 IV R 37/01(BFHE 200, 495, BStBl II 2003, 385) stütze, könne ein Steuerberater nicht Täter einer leichtfertigen Steuerverkürzung nach § 378 Abs. 1 AO sein, da diese nach dem Tatbestand des § 370 Abs. 1 Nr. 1 AO nur begehe, wer selbst eine unrichtige Erklärung abgebe.
Die Revision ist begründet. Sie führt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und des geänderten Einkommensteuerbescheids für 1996 vom 30. Oktober 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 27. April 2007 (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--). Die Voraussetzungen für eine Verlängerung der Festsetzungsfrist nach § 169 Abs. 2 Sätze 2 und 3 AO auf fünf Jahre lagen nicht vor, da weder der Kläger noch sein Steuerberater noch dessen Steuerfachangestellte eine leichtfertige Steuerverkürzung nach § 378 AO i.V.m. § 370 AO begangen haben.

References: § 169
 § 378
 § 370
 § 169
 § 378
 § 370