Source: https://www.rvg-news.de/kanzleitipp-gebuehren-und-honorare/honorarvereinbarung-verguetungsvereinbarung-anwalt/?replytocom=628
Timestamp: 2019-12-13 16:59:44+00:00

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Honorarvereinbarung: So machen Anwälte dabei alles richtig | Besser abrechnen nach RVG - Höhere Anwaltsvergütung für Sie
Dem Anwalt wird ein Mandat zur Geltendmachung des Zugewinnausgleichanspruchs angetragen. Der Wert hierfür richtet sich nach dem Wert des geforderten Ausgleichsanspruchs, ist also erst ermittelbar, wenn dieser errechnet wurde.
Bei Übernahme des Mandats ist also völlig unklar, wie hoch der Gegenstandswert und damit die Honorierung sein wird.
Dem Anwalt wird ein Mandat zur Erstellung eines Geschäftsführeranstellungsvertrags angetragen. Der Gegenstandswert beläuft sich auf 360.000 €, unterstellt man ein monatliches Gehalt von 10.000 €. Das Honorar wird sich in einer Größenordnung von 3.786 € bewegen.
Dieses Honorar wird sich unter Zugrundelegung von drei Tätigkeitsstunden auf einen Stundensatz von ca. 1.262 € belaufen und dem Mandaten nicht vermittelbar sein.
Im Ergebnis führt dies dazu, dass der Anwalt lediglich die gesetzlichen Gebühren beanspruchen kann.
Es empfiehlt sich im Übrigen, in die Honorarvereinbarung aufzunehmen, dass neben der vereinbarten Vergütung Aufwendungen für Post- und Telekommunikationsdienstleistungen, Reisekosten, und die gesetzliche MwSt (Teil 7 VV RVG) zu zahlen sind. Da die Honorarvereinbarung von der gesetzlichen Regelung abweicht, sind auch nicht die gesetzlichen Regelungen ohne weiteres anzuwenden.
Höhe der Honorarvereinbarung
Vereinbarungen über ein höheres Honorar sind für den Rechtsanwalt in fast allen Bereichen seiner Tätigkeit möglich.
Ausnahmen setzt § 3a Abs. 3, 4 RVG, also in den Fällen, in denen dem Mandanten Prozesskostenhilfe gem. § 114 ZPO, Verfahrenskostenhilfe gem. § 76 Abs. 1 FamFG i.V.m. § 114 ZPO oder Beratungshilfe gem. § 1 BerhG gewährt wurde.
Die Prüfung hat am Einzelfall stattzufinden. Es kann nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass z.B. eine Vergütungsvereinbarung, welche die Fünffache der gesetzlichen Vergütung verspricht, unangemessen sein soll.
Teilt ein Gericht diese Auffassung, wäre die Vereinbarung nach § 4b RVG unwirksam, der Anwalt bekäme lediglich die gesetzlichen Gebühren.
Lesen Sie jetzt weiter: In einem weiterführenden Artikel geben wir Ihnen hier eine Übersicht über die vielfältigen Arten der Honorarvereinbarung, wie z.B. Pauschalhonorar, Grundhonorar, Stundenhonorar, Erfolgshonorar etc., und sagen Ihnen, welche Besonderheiten es jeweils bei welcher Honorarart für Sie zu beachten gibt.
30. Juli 2015	| Tipps&Tricks: RVG Rechner, Honorare, RSV	| Honorarvereinbarung, Vergütungsvereinbarung	| Markus Bongardt
5 Kommentare zu “Honorare vereinbaren: So machen Anwälte dabei alles richtig”
Pingback: 8 Arten der Vergütungsvereinbarung und ihre Besonderheiten | RVG-News
Jan Schubel schreibt:
27. August 2015 um 11:12
Sehr interessante Anregungen zum Thema, wie man dem Mandanten eine Vergütungsvereinbarung erfolgreich unterbreitet.
RA Hechler schreibt:
28. Dezember 2015 um 21:05
Was, wenn der Mandant selbst eine Vergütungsvereinbarung vorschlägt, die weitaushöher ist als die gesetzlichen Gebühren?

References: § 3
 § 114
 § 76
 § 114
 § 1
 § 4