Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20197/13
Timestamp: 2018-12-18 20:21:44+00:00

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BGH, 08.04.2014 - VI ZR 197/13 - dejure.org
GG Art. 5 Abs. 1, 2 Abs. 1; MRK Art. 8, 10; KUG §§ 22, 23 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2; BGB §§ 823 Abs. 1, Abs. 2, 1004 Abs. 1 Satz 2
Art 1 Abs 1 GG, Art 2 Abs 1 GG, Art 5 Abs 1 S 1 GG, Art 8 MRK, Art 10 MRK
Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und des Rechts am eigenen Bild: Unterlassungsanspruch, Entschädigungsanspruch und Anspruch auf Ersatz von Abmahnkosten wegen der ungenehmigten Veröffentlichung eines Fotos von einem Mieterfest in einer Informationsbroschüre einer Wohnungsbaugenossenschaft
Zum Recht einer Wohnungsbaugenossenschaft Bilder von Mietern auf einem Mietfest zu veröffentlichen
Zum Recht einer Wohnungsbaugenossenschaft Bilder von Mieter auf einem Mietfest zu veröffentlichen
GG Art. 5 Abs. 1, 2 Abs. 1; MRK Art. 8, 10; KUG §§ 22, 23 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2; BGB §§ 823 Abs. 1, Abs. 2 Ah, 1004 Abs. 1 Satz 2
Bildberichterstattung über das Mieterfest einer Wohnungsbaugenossenschaft in Informationsbroschüre
Zulässigkeit der Bildberichterstattung über das Mieterfest einer Wohnungsbaugenossenschaft in deren an ihre Mieter gerichteten Informationsbroschüre
Vermieter darf Fotos von Mietern anlässlich eiens mieterfestes machen und diese in einer Broschüre veröffentlichen; §§ 823 Abs. 1, 1004 Abs. 1 S. 2 BGB, 22, 23 KUG i. V. m. Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG
Fotos von Mietern auf einem Mietfest dürfen auch ohne Einwilligung der Betroffenen veröffentlicht werden
Zulässige Veröffentlichung von Fotos über das Mieterfest einer Wohnungsbaugesellschaft; Bildberichterstattung; Bereich der Zeitgeschichte
Recht am eigenen Bild: Fotos von Teilnehmern von Festen und sonstigen Veranstaltungen!
Recht am eigenen Bild: Fotos von Teilnehmern von Festen und sonstigen Veranstaltungen
Mieterfest ist Zeitgeschichte: Bilder von Mietern dürfen veröffentlicht werden!
Wann stammen Fotos aus dem Bereich der Zeitgeschichte?
Zur Zulässigkeit der Bildberichterstattung über das Mieterfest einer Wohnungsbaugenossenschaft in deren an ihre Mieter gerichteten Informationsbroschüre
Zum Begriff der Zeitgeschichte
Die Bildberichterstattung über das Mieterfest
BGH hält Mieterfest für Zeitgeschichte
Urheberrecht - Bildberichterstattung über ein Mieterfest
Zur Zulässigkeit der Bildberichterstattung über das Mieterfest einer Wohnungsbaugenossenschaft in deren Informationsbroschüre
Zulässigkeit der Bildberichterstattung über ein Mieterfest in einer Informationsbroschüre
Abbildungen über Mieterfest einer Wohnungsbaugenossenschaft in Informationsbroschüre
Fotos vom Mieterfest veröffentlicht
Vermieter darf Fotos von Mieter ungefragt veröffentlichen
Bildberichterstattung über das Mieterfest einer Wohnungsbaugenossenschaft in deren an ihre Mieter gerichteten Informationsbroschüre - Ist sie (auch) ohne Einwilligung der Abgebildeten zulässig?
Keine Verletzung am Recht des eigenen Bildes - Vermieter durfte Bilder vom Mieterfest veröffentlichen
Die Berichterstattung über ein Mieterfest passte einigen Bewohnern nicht
Fotorecht: Bild mit Berichterstattung über Mieterfest trotz fehlender Einwilligung erlaubt
Ein Mieterfest als zeitgeschichtliches Ereignis
Fotos vom Mieterfest
Veröffentlichung eines auf einem Mieterfest angefertigten Fotos in einer Informationsbroschüre auch ohne Einwilligung der Fotografierten zulässig - Kein Anspruch auf Geldentschädigung und Zahlung von Abmahnkosten
Klägerinnen endgültig abgeblitzt: Füttern eines Kleinkindes auf einem Mieterfest als zeitgeschichtliches Ereignis
Veröffentlichung von Fotografien der Teilnehmer eines Mieterfestes? (IMR 2014, 367)
Kurznachricht zu "Bildberichterstattung vom Mieterfest - Das "Recht am eigenen Bild" und seine Grenzen" von Dr. Peter Hitpaß, original erschienen in: NZM 2014, 821 - 824.
LG Berlin, 26.03.2013 - 27 S 18/12
GRUR 2014, 804
NZM 2014, 567
ZMR 2014, 866
VersR 2014, 890
afp 2014, 324
Die Zulässigkeit von Bildveröffentlichungen ist nach der gefestigten Rechtsprechung des erkennenden Senats nach dem abgestuften Schutzkonzept der §§ 22, 23 KUG zu beurteilen (…vgl. grundlegend Senatsurteile vom 6. März 2007 - VI ZR 51/06, BGHZ 171, 275 Rn. 9 ff.;… vom 18. Oktober 2011 - VI ZR 5/10, VersR 2012, 116 Rn. 8 f.;… vom 22. November 2011 - VI ZR 26/11, VersR 2012, 192 Rn. 23 f.;… vom 18. September 2012 - VI ZR 291/10, VersR 2012, 1403 Rn. 26…, vom 28. Mai 2013 - VI ZR 125/12, VersR 2013, 1178 Rn. 10, vom 8. April 2014 - VI ZR 197/13, VersR 2014, 890 Rn. 8 …und vom 21. April 2015 - VI ZR 245/14, VersR 2015, 898 Rn. 14, jeweils mwN), das sowohl mit verfassungsrechtlichen Vorgaben (vgl. BVerfGE 120, 180, 210) als auch mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Einklang steht (…vgl. EGMR NJW 2004, 2647 Rn. 57 ff.;… 2006, 591 Rn. 37 ff., sowie NJW 2012, 1053 Rn. 95 ff., und 1058 Rn. 75 ff.).
Dabei ist es zutreffend davon ausgegangen, dass die Zulässigkeit von Bildveröffentlichungen nach der gefestigten Rechtsprechung des erkennenden Senats nach dem abgestuften Schutzkonzept der §§ 22, 23 KUG zu beurteilen ist (…vgl. grundlegend Senatsurteile vom 6. März 2007 - VI ZR 51/06, BGHZ 171, 275 Rn. 9 ff.;… vom 18. Oktober 2011 - VI ZR 5/10, VersR 2012, 116 Rn. 8 f.;… vom 22. November 2011 - VI ZR 26/11, VersR 2012, 192 Rn. 23 f.;… vom 18. September 2012 - VI ZR 291/10, VersR 2012, 1403 Rn. 26…, vom 28. Mai 2013 - VI ZR 125/12, VersR 2013, 1178 Rn. 10, und vom 8. April 2014 - VI ZR 197/13, VersR 2014, 890 Rn. 8; jeweils mwN), das sowohl mit verfassungsrechtlichen Vorgaben (vgl. BVerfGE 120, 180, 210) als auch mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Einklang steht (…vgl. EGMR NJW 2004, 2647 Rn. 57 ff.;… 2006, 591 Rn. 37 ff., sowie NJW 2012, 1053 Rn. 95 ff., und 1058 Rn. 75 ff.).
Diese Ausnahme gilt aber nicht für die Verbreitung, durch die berechtigte Interessen des Abgebildeten verletzt werden (§ 23 Abs. 2 KUG; vgl. Senatsurteil vom 8. April 2014 - VI ZR 197/13, VersR 2014, 890 Rn. 8 mwN).
Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass die Zulässigkeit von Bildveröffentlichungen nach der gefestigten Rechtsprechung des erkennenden Senats nach dem abgestuften Schutzkonzept der §§ 22, 23 KUG zu beurteilen ist (…vgl. grundlegend Senatsurteile vom 6. März 2007 - VI ZR 51/06, BGHZ 171, 275 Rn. 9 ff.;… vom 18. Oktober 2011 - VI ZR 5/10, VersR 2012, 116 Rn. 8 f.;… vom 22. November 2011 - VI ZR 26/11, VersR 2012, 192 Rn. 23 f.;… vom 18. September 2012 - VI ZR 291/10, VersR 2012, 1403 Rn. 26;… vom 28. Mai 2013 - VI ZR 125/12, VersR 2013, 1178 Rn. 10 und vom 8. April 2014 - VI ZR 197/13, VersR 2014, 890 Rn. 8, jeweils mwN), das sowohl mit verfassungsrechtlichen Vorgaben (vgl. BVerfGE 120, 180, 201 ff.) als auch mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Einklang steht (vgl. EGMR, NJW 2004, 2647 sowie NJW 2012, 1053 und 1058).
Schon die Beurteilung, ob Abbildungen Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte im Sinne von § 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG sind, erfordert eine Abwägung zwischen den Rechten der Abgebildeten aus Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 GG, Art. 8 Abs. 1 EMRK einerseits und den Rechten der Medien aus Art. 5 Abs. 1 GG, Art. 10 Abs. 1 EMRK andererseits (BGH, GRUR 2014, 804 Rn. 10 - Mieterfest).
Auch Abbildungen Unbekannter können Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte sein (vgl. BGH, GRUR 2014, 804 - Mieterfest).
VG Berlin, 29.10.2016 - 8 L 183.16
Der für die Frage, ob es sich um ein Bildnis aus dem Bereich der Zeitgeschichte handelt, maßgebende Begriff des Zeitgeschehens umfasst alle Fragen von allgemeinem gesellschaftlichem Interesse (vgl. BGH, Urteil vom 8. April 2014 - VI ZR 197/13 - juris).
Gerade bei unterhaltenden Inhalten bedarf es im besonderen Maß einer abwägenden Berücksichtigung der kollidierenden Rechtspositionen (vgl. BGH, Urt. v. 08.04.2014 - VI ZR 197/13, juris Rdn. 10 m.w.N.).
Auf dieser Grundlage entspricht es ständiger Rechtsprechung, dass sich ein Schädiger nicht darauf berufen kann, dass ein Dritter dem Geschädigten aufgrund interner rechtsgeschäftlicher Beziehungen unentgeltlich einen Ersatzwagen bereitstellt (BGH Urteil vom 19.11.1974, VI ZR 197/13 - Rn 12, zitiert nach juris; OLG Koblenz Urteil vom 13.2.2012, 12 U 1265/10 - Rn 13, zitiert nach juris; OLG Zweibrücken Urteil vom 11.6. 2014, Az 1 U 157/13 -Rn 11, zitiert nach juris).
Die Höhe des Nutzungsausfallschadens ist gemäß § 287 ZPO zu schätzen, wobei insoweit nach der Rechtsprechung auf die Tabellen von Sanden-Danner und Schwacke zurückgegriffen werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 19.11.1974, VI ZR 197/13 - R. 12, 17, zitiert nach juris).

References: Art. 5
 Art. 8
 Art. 5
 Art. 8
 Art. 2
 Art. 1

BGH 
 EGMR 
 EGMR 
 § 23
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 8
 Art. 5
 Art. 10
 § 287