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Timestamp: 2017-02-26 16:11:04+00:00

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BVerfG, 04.12.2013 - 1 BvR 1154/10 - Ausschluss eines mutmaßlichen biologischen Vaters zum Schutz der rechtlich-sozialen Familie von der Vaterschaftsanfechtung | Urteile auf anwalt24.de
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BVerfG, 04.12.2013 - 1 BvR 1154/10 - Ausschluss eines mutmaßlichen biologischen Vaters zum Schutz der rechtlich-sozialen Familie von der Vaterschaftsanfechtung
BundesverfassungsgerichtBeschl. v. 04.12.2013, Az.: 1 BvR 1154/10Gericht: BVerfGEntscheidungsform: BeschlussDatum: 04.12.2013Referenz: JurionRS 2013, 50735Aktenzeichen: 1 BvR 1154/10 Verfahrensgang:vorgehend:AG Zwickau - 30.10.2009 - AZ: 008 F 00502/09OLG Dresden - 08.04.2010 - AZ: 20 UF 0730/09OLG Dresden - 19.03.2010 - AZ: 20 UF 730/09Rechtsgrundlagen:Art. 6 Abs. 1 GGArt. 6 Abs. 2 GGFundstellen:DÖV 2014, 307DVBl 2014, 3 (Pressemitteilung)EuGRZ 2014, 266FamRB 2014, 48-49FamRZ 2014, 191FamRZ 2014, 277FF 2014, 37FStBW 2014, 150-151FStHe 2014, 138-139FStNds 2014, 362-363FuR 2014, 240GV/RP 2014, 171-172JAmt 2014, 89-90JuS 2014, 10 (Pressemitteilung)MDR 2014, 8NVwZ 2014, 7 (Pressemitteilung)NZG 2014, 5ZAP 2014, 66ZAP EN-Nr. 31/2014ZfSH/SGB 2014, 65-66 (Pressemitteilung)Redaktioneller Leitsatz:Es ist mit Art. 6 Abs. 2 GG vereinbar, den mutmaßlichen biologischen Vater zum Schutz der rechtlich-sozialen Familie von der Vaterschaftsanfechtung auszuschließen, auch wenn der biologische Vater vorträgt, vor und in den Monaten nach der Geburt eine sozial-familiäre Beziehung zum Kind aufgebaut zu haben. Für diesen Fall kommt lediglich die Ableitung eines Umgangsrechts aus Art. 6 Abs. 1 GG in Betracht.In dem Verfahrenüberdie Verfassungsbeschwerdedes Herrn M...,- Bevollmächtigter: Rechtsanwalt Georg Rixein Sozietät Rechtsanwälte Dr. Joachim Baltes, Georg Rixe,Hauptstraße 60, 33647 Bielefeld -gegen a) den Beschluss des Oberlandesgerichts Dresden vom 8. April 2010 - 20 UF 0730/09 -,b) das Endurteil des Oberlandesgerichts Dresden vom 19. März 2010 - 20 UF 730/09 -,c) das Endurteil des Amtsgerichts Zwickau vom 30. Oktober 2009 - 008 F 00502/09 -hat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch den Vizepräsidenten Kirchhof,den Richter Eichberger und die Richterin Britz gemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 4. Dezember 2013 einstimmig beschlossen:Tenor:Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.Gründe1. Der Beschwerdeführer ist überzeugt, biologischer Vater einer Tochter zu sein, die in die Ehe der Kindesmutter mit einem anderen Mann hineingeboren wurde. Die außereheliche Beziehung der Kindesmutter zum Beschwerdeführer - deren Intensität im fachgerichtlichen Verfahren streitig blieb - endete, als das Kind vier Monate alt war. Seit das Kind elf Monate alt ist, lebt es mit der Kindesmutter, dem rechtlichen Vater und seinen minderjährigen Geschwistern in einem gemeinsamen Haushalt.a) Eine Vaterschaftsanfechtungsklage des Beschwerdeführers blieb vor den Fachgerichten erfolglos. Die sozial-familiäre Beziehung zwischen dem Kind und seinem rechtlichen Vater stehe gemäß § 1600 Abs. 2 BGB einer Anfechtung entgegen.b) Der Beschwerdeführer hält die Abweisung seiner Vaterschaftsanfechtungsklage für verfassungswidrig; sie verletze unter anderem Art. 6 Abs. 1 und Abs. 2 GG sowie Art. 20 Abs. 3 GG in Verbindung mit Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK). Der Gesetzgeber sei verfassungsrechtlich verpflichtet, dem biologischen Vater die rechtliche Elternstellung einzuräumen, es sei denn, nach einer Interessenabwägung im Einzelfall stünden ausnahmsweise gleichrangige Interessen anderer Beteiligter entgegen. Gefährde eine Anfechtung im konkreten Einzelfall weder das Kindeswohl noch den Familienfrieden, müsse sich der biologische Vater durchsetzen.2. Die Verfassungsbeschwerde war nicht zur Entscheidung anzunehmen. Die Annahmevoraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor.Das Bundesverfassungsgericht hat bereits festgestellt, dass es mit Art. 6 Abs. 2 GG vereinbar ist, den mutmaßlichen biologischen Vater zum Schutz der rechtlich-sozialen Familie von der Vaterschaftsanfechtung auszuschließen, auch wenn der biologische Vater vorträgt, vor und in den Monaten nach der Geburt eine sozial-familiäre Beziehung zum Kind aufgebaut zu haben und hat für diesen Fall lediglich aus Art. 6 Abs. 1 GG ein Umgangsrecht abgeleitet (BVerfGE 108, 82 <87 f., 90, 106, 109, 112 f.>). Aus der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte folgt nichts anderes. Der Gerichtshof hat insbesondere klargestellt, dass die Entscheidung darüber, ob dem biologischen Vater in dem Fall, dass die rechtliche Vaterschaft mit der Rolle als sozialer Vater übereinstimmt, die Anfechtung der Vaterschaft gestattet werden soll, innerhalb des Beurteilungsspielraums des Staats liegt (EGMR, Urteile vom 22. März 2012 - Beschwerde-Nr. 23.338/09, Kautzor/Deutschland - [...], Rn. 78 ff. und - Beschwerde-Nr. 45.071/09, Ahrends/Deutschland - [...], Rn. 74 ff.; Entscheidung vom 11. Dezember 2012 - Beschwerde-Nr. 11858/10, Koppikar/Deutschland).Vor diesem Hintergrund wirft die Verfassungsbeschwerde keine klärungsbedürftige verfassungsrechtliche Frage von grundsätzlicher Bedeutung auf. Auch hat der Beschwerdeführer nicht dargelegt, dass die angegriffenen fachgerichtlichen Entscheidungen unter Heranziehung der genannten verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung seine Grundrechte verletzen.Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.Diese Entscheidung ist unanfechtbar.KirchhofEichbergerBritzHinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. 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Zitierungen dieses DokumentsUrteileBVerfG, 24.02.2015 - 1 BvR 562/13 - Verfassungsmäßigkeit der Zurückweisung eines Antrags auf Vaterschaftsanfechtung
BVerfG, 04.12.2013BVerfG, 04.12.2013

References: Art. 6
 Art. 6
 § 93
 § 93
 § 1600
 Art. 6
 Art. 20
 Art. 8
 § 93
 Art. 6
 Art. 6
 § 93