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Timestamp: 2016-10-27 13:02:24+00:00

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120 IB 339
120 Ib 33948. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung vom 29. November 1994 i.S. Schweizerische Stiftung f�r Landschaftsschutz und Landschaftspflege gegen Eidgen�ssisches Departement des Innern (u.a.) und F. und Mitbeteiligte gegen Eidgen�ssisches Departement des Innern (u.a.) (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)
Constatation de la nature foresti�re, art. 2 de la loi f�d�rale sur les for�ts, du 4 octobre 1991 (LFo) et art. 1er et 2 de l'ordonnance sur les for�ts du 30 novembre 1992 (OFo). Demande de r�cusation d'un expert, fond�e sur une des causes l�gales de r�cusation facultative (art. 58 PCF en relation avec les art. 23 et 28 OJ) et pr�sent�e apr�s l'ex�cution du mandat (consid. 3f). Notion de p�turage bois�, au sens de l'art. 2 al. 2 let. a LFo et de l'art. 2 OFo (consid. 4). Examen de l'importance de la fonction sociale ou protectrice qu'exercent des peuplements, au sens de l'art. 2 al. 4, 2e phrase LFo et de l'art. 1er al. 2 OFo (consid. 5). Faits � partir de page 340
BGE 120 Ib 339 S. 340
Das Eidgen�ssische Departement des Innern (im folgenden: Departement) traf am 21. Juli 1993 f�r eine Reihe von Grundst�cken im Gebiet "L." in der Gemeinde Champf�r/St. Moritz eine Waldfeststellungsverf�gung. Diesem Entscheid ging ein l�ngeres Verfahren voraus.
Gegen die Waldfeststellungsverf�gung des Departements erhoben die Schweizerische Stiftung f�r Landschaftsschutz (SL; im folgenden: Stiftung) sowie F. und diverse Mitbeteiligte Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht. Die Stiftung verlangt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und eine Neufeststellung des Gebietes als bestockte Weide oder als Wald, der im besonderem Masse Wohlfahrts- oder Schutzfunktionen erf�lle. F. und diverse Mitbeteiligte beantragen, der angefochtene Entscheid sei teilweise aufzuheben und es sei eine neue Waldfeststellung durch das Bundesamt, eventuell durch das Departement und subeventuell durch das Bundesgericht vorzunehmen.
Am 20. September 1994 f�hrte eine Delegation des Bundesgerichts einen Augenschein durch, zu dem sie Dr. P., Forstingenieur und Raumplaner, als Experten beizog.
Die Verfahrensbeteiligten erhielten Gelegenheit, sich zu den Feststellungen des Experten zu �ussern und anschliessend zum Protokoll der Augenscheinsverhandlung sowie zur nachtr�glich eingereichten vegetationskundlichen Untersuchung Stellung zu nehmen. Die Beschwerdef�hrer haben davon Gebrauch gemacht und gleichzeitig auch neue Beweisantr�ge gestellt.
Mit Schreiben vom 21. November 1994 stellen F. und weitere Mitbeteiligte ein Ausstandsbegehren gegen den vom Bundesgericht beigezogenen Experten. Sie machen geltend, Dr. P. habe Forschungsauftr�ge von der Eidgen�ssischen Forstdirektion erhalten und stehe somit in einem Abh�ngigkeitsverh�ltnis zum Bundesamt bzw. zum Eidgen�ssischen Departement des Innern.BGE 120 Ib 339 S. 341
Das Bundesgericht trat auf die Eingaben vom 21. November 1994 nicht ein und wies die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ab
aus folgenden Erw�gungen:
3. f) Die Beschwerdef�hrer F., Z. und G. haben mit Schreiben vom 21. November 1994 den vom Bundesgericht beigezogenen Experten als befangen abgelehnt. Gem�ss Art. 40 OG in Verbindung mit Art. 58 BZP gelten f�r Sachverst�ndige die gleichen Ausstandsgr�nde, die f�r Richter in den Artikeln 22 und 23 OG vorgesehen sind. Entsprechend der Vorschrift in Art. 58 Abs. 2 BZP erhielten die Parteien mit Verf�gung des Instruktionsrichters vom 23. Juni 1994 Gelegenheit, Einwendungen gegen den in Aussicht genommenen Sachverst�ndigen vorzubringen. Die Beschwerdef�hrer machten von dieser M�glichkeit keinen Gebrauch. Dr. P. trug sein Gutachten am Augenschein vom 20. September 1994 m�ndlich vor. Die Parteien konnten Erg�nzungsfragen stellen und in der Folge zum Augenscheinsprotokoll Stellung nehmen. Im Zeitpunkt der Einreichung des Ausstandsgesuchs war das Gutachten bereits erstattet und entgegengenommen. Die vorgebrachten Gr�nde, wegen welcher der Experte in den Ausstand h�tte treten sollen, fallen als Ablehnungsgr�nde im Sinn von Art. 23 OG in Betracht. Es werden somit nachtr�glich Ablehnungsgr�nde geltend gemacht mit dem Zweck, die Ung�ltigkeit der Begutachtung zu bewirken. Art. 28 Abs. 1 OG erkl�rt Amtshandlungen als anfechtbar, an denen eine Gerichtsperson teilgenommen hat, die ihr Amt nicht h�tte aus�ben d�rfen. Nach Art. 28 Abs. 2 OG tritt im Fall eines Ablehnungsgrundes die Nichtigkeit erst auf den Zeitpunkt des Ablehnungsbegehrens ein, d.h. eine r�ckwirkende Aufhebung von Amtshandlungen ist ausgeschlossen. Diese Bestimmung schliesst die nachtr�gliche Geltendmachung blosser Ablehnungsgr�nde (im Gegensatz zu Ausstandsgr�nden) schlechthin aus (BGE 111 Ia 72 E. 2d S. 76 f.). Sachverst�ndige unterstehen der gleichen Ausstandsregelung wie Gerichtspersonen. Es sind keine sachlichen Gr�nde ersichtlich, die unterschiedliche Rechtsfolgen bei allf�lliger Verletzung von Ausstandsvorschriften rechtfertigen w�rden. Art. 28 OG ist auf Begutachtungen, gegen deren Urheber nachtr�glich Ausstands- oder Ablehnungsgr�nde geltend gemacht werden, analog anwendbar. Dies hat vorliegend zur Folge, dass auf das Ausstandsgesuch der beschwerdef�hrenden Grundeigent�mer nicht eingetreten werden kann. Im �brigen verm�gen die im Gesuch erw�hnten Auftr�ge der Eidgen�ssischen Forstdirektion die BGE 120 Ib 339 S. 342Beweiskraft des zur Diskussion stehenden Gutachtens nicht in Frage zu stellen.
4. Hauptstreitpunkt bildet die Frage, ob und inwieweit das Gebiet "L." als bestockte Weide zu qualifizieren sei. Das Departement verneinte das Vorliegen einer bestockten Weide. Die Beschwerdef�hrer stimmen dem hinsichtlich des unteren Bereichs der Grundst�cke Nrn. ... zu. Beim �brigen Gebiet handle es sich, soweit nicht geschlossener Wald gegeben sei, um bestockte Weiden im Sinn von Art. 2 der Verordnung �ber den Wald vom 30. November 1992 (WaV; SR 921.01, AS 1992 2538).
a) Gem�ss Art. 3 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 �ber den Wald (WaG, SR 921.0, AS 1992 2521) soll die Waldfl�che der Schweiz nicht vermindert werden. Das Waldgesetz soll den Wald in seiner Fl�che und seiner r�umlichen Verteilung erhalten sowie als naturnahe Lebensgemeinschaft sch�tzen (Art. 1 Abs. 1 lit. a und b WaG) und �berdies daf�r sorgen, dass er seine Funktionen, namentlich seine Schutz-, Wohlfahrts- und Nutzfunktion (Waldfunktionen) erf�llen kann (Art. 1 Abs. 1 lit. c WaG). Art. 2 WaG umschreibt den Begriff des Waldes. Als Wald gilt jede Fl�che, die mit Waldb�umen oder Waldstr�uchern bestockt ist und Waldfunktion aus�ben kann. Entstehung, Nutzungsart und Bezeichnung im Grundbuch sind nicht massgebend (Art. 2 Abs. 1 Satz 2 WaG). Als Wald gelten u.a. auch Weidw�lder, bestockte Weiden (Wytweiden) und Selven (Abs. 2). Nicht als Wald gelten u.a. isolierte Baum- und Strauchgruppen, Hecken, Garten-, Gr�n- und Parkanlagen sowie Baumkulturen, die auf offenem Land zur kurzfristigen Nutzung angelegt worden sind (Abs. 3).
Entsprechend der bisherigen, bew�hrten Praxis (s. BGE 118 Ib 614 E. 4a S. 617 f. und die dortigen Hinweise) sind bei der Pr�fung, ob eine Bestockung Wald ist, in der Regel der im Zeitpunkt des Entscheids tats�chliche Wuchs und dessen Funktion massgebend; ausnahmsweise ist trotz ganzen oder teilweisen Fehlens einer Bestockung Wald anzunehmen, wenn Fl�chen ohne Bewilligung gerodet worden sind. Welche Ursache die Bewaldung hat, ist nicht entscheidend; das gesetzliche Gebot der Walderhaltung besteht unabh�ngig vom Willen des Eigent�mers. Auch fr�her unbewaldete Fl�chen werden (vorbeh�ltlich Art. 13 WaG) zu gesch�tztem Waldareal, wenn sich dort Waldb�ume oder -str�ucher ansiedeln, wenn der Eigent�mer nicht alles zur Verhinderung der Bewaldung vorgekehrt hat, was unter den gegebenen Umst�nden vern�nftigerweise von ihm erwartet werden konnte.BGE 120 Ib 339 S. 343
b) Schon nach bisherigem Recht waren Weidw�lder und bestockte Weiden als Wald gesch�tzt. Art. 2 WaV definiert, was unter bestockten Weiden (Wytweiden) zu verstehen ist. Es handelt sich um Fl�chen, auf denen Waldbestockungen und offene Weidepl�tze mosaikartig abwechseln und die sowohl der Vieh- als auch der Forstwirtschaft dienen. Dies stimmt inhaltlich mit der bisherigen Begriffsbestimmung in Praxis und Lehre �berein, wonach bestockte Weiden gr�ssere Weidefl�chen sind, auf denen in lockerer Form einzelne B�ume oder Baumgruppen wachsen, und die dauernd einer Mischwirtschaft, n�mlich der landwirtschaftlichen Weidenutzung und forstwirtschaftlichen Holzerzeugung dienen (BGE 118 Ib 614 E. 4b S. 618; AEMISEGGER/WETZEL, Wald und Raumplanung, Schriftenfolge VLP Nr. 38, Fr�hling 1985, S. 11; BLOETZER/MUNZ, Walderhaltungsgebot und Rodungsbewilligung, in ZBl 73/1972 S. 435; Richtlinien f�r die Waldfeststellung im Kanton Graub�nden [B�ndner Richtlinien], Ziffer 7 S. 23). Wie aus Art. 2 WaV hervorgeht, gilt die bestockte Weide in ihrer gesamten Fl�che und nicht nur im bestockten Teil als Wald.
c) Auf einem Teil des vom Waldfeststellungsperimeter erfassten Gebiets wechseln Bestockungen und offene Fl�chen mosaikartig ab. Dies trifft namentlich f�r Teile der Parzellen Nrn. ... zu. Insoweit weist das Gebiet eine Bestockungsform auf, wie sie f�r die bestockte Weide vorausgesetzt wird. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass diese Fl�chen Wald sind. Hierf�r w�re erforderlich, dass es sich bei den offenen Fl�chen um Weidepl�tze handelt. Eine Beweidung findet heute nicht mehr statt. Nach Auffassung der Beschwerdef�hrer sei dies fr�her der Fall gewesen. Die Weidenutzung sei wohl durch andere Nutzungen ersetzt worden. Dies habe aber an der Waldeigenschaft der betroffenen Fl�chen nichts ge�ndert. Wie es sich damit in rechtlicher und tats�chlicher Hinsicht verh�lt, ist nachfolgend zu pr�fen.
aa) Bestockte Weiden sind Wald. Ihre Fl�chen unterstehen dem allgemeinen Walderhaltungsgebot von Art. 3 WaG. Sie sollen in der heutigen Form mit der ihr eigenen Dynamik erhalten bleiben (s. Botschaft vom 29. Juni 1988, BBl. 1988 III S. 189). Daraus ergibt sich, dass die Fl�che einer bestockten Weide grunds�tzlich die Waldqualit�t auch dann beh�lt, wenn das Beweiden durch eine andere landwirtschaftliche Nutzung ersetzt wird oder wegf�llt. Dies galt schon nach bisherigem Recht (BGE 118 Ib 614 E. 4d S. 619).
bb) Das Departement ging von der Regel aus, dass bei Waldfeststellungen grunds�tzlich die Verh�ltnisse im Zeitpunkt des Entscheids massgebend BGE 120 Ib 339 S. 344seien, und hielt ein Abweichen von dieser Regel f�r gerechtfertigt, wenn die Beweidung erst kurze Zeit vor dem Entscheid aufgegeben worden sei und Anzeichen einer Beweidung noch deutlich vorhanden seien. Diese Voraussetzungen hielt es im vorliegenden Fall f�r nicht gegeben. Das Departement kl�rte die Frage der Weidenutzung unter einem etwas zu engen Blickwinkel ab. Die mit Hinweis auf BGE 113 Ib 357 E. 2b 359 angerufene Praxis betrifft das Erfordernis der Bestockung und l�sst sich nicht auf dasjenige der Weidenutzung �bertragen. Sonst w�rde bei Aufgabe der Weidenutzung die Waldeigenschaft ohne weiteres - jedenfalls nach einer kurzen �bergangszeit - wegfallen, was sich mit dem Walderhaltungsgebot gem�ss Art. 3 WaG nicht vertr�ge (s. oben lit. aa). Eine andere Frage ist, ob und inwieweit dem Zeitablauf Rechnung zu tragen ist. Wie die nachfolgenden Erw�gungen zeigen werden, konnte der Sachverhalt im bundesgerichtlichen Verfahren vervollst�ndigt werden, so dass sich die strittige Beweisfrage abschliessend beurteilen l�sst. Daher ist die R�ge, das Departement habe den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig und unvollst�ndig festgestellt, f�r den Ausgang des Verfahrens nicht entscheidend, weshalb sie nicht weiter �berpr�ft werden muss.
cc) Der Begriff der bestockten Weide setzt voraus, dass die unbestockten Fl�chen dauernd der landwirtschaftlichen Weidenutzung dienen (BGE 118 Ib 614 E. 4b S. 618), d.h. es ist eine Beweidung von gel�ndepr�gender Intensit�t begriffsnotwendig. Weidepl�tze einer bestockten Weide m�ssen als solche erkennbar sein. Einer bloss gelegentlichen Beweidung, die "nie �ber einige Tage" hinausging und mit einer M�hwiesennutzung abwechselte, fehlt die erforderliche Wirkung. Mit dem Beweis einer solchen Nutzung lassen sich keine Weidepl�tze im Sinn von Art. 2 WaV nachweisen.
Bei fehlender aktueller Weidenutzung stellt sich die Beweisfrage, ob in fr�heren Zeiten eine auf Dauer ausgerichtete, regelm�ssige und hinreichend intensive Beweidung stattgefunden hat. Eine solche Nutzung hinterl�sst typischerweise Spuren im Gel�nde, die noch w�hrend sehr langer Zeit nach Aufgabe der Weidenutzung im Gel�nde erkennbar bleiben. Am Augenschein hat sich ergeben, dass keine solche Hinweise vorhanden sind: Zwar hat ein Vertreter der Stiftung (Forsting. S.) vereinzelte Spuren feststellen wollen. Doch vermochte die Interpretation der festgestellten Spuren - n�mlich eine Grasbl�sse, die auf einen Kuhfladen zur�ckzuf�hren sei, und zwei/drei kleine Vertiefungen, bei denen es sich um Hufabdrucke handle - BGE 120 Ib 339 S. 345nicht zu �berzeugen. Gem�ss den Ausf�hrungen des Experten h�tte eine regelm�ssige Beweidung im steilen Gel�nde horizontale Kuhwege verursacht. Es h�tten sodann zumindest bei einem Teil der B�ume festgetrampelte Wurzelteller beziehungsweise Wurzelverletzungen festgestellt werden m�ssen, sowie Reibspuren und fehlende �ste bis auf eine H�he von etwa 2 m. Von all dem konnte am Augenschein nichts festgestellt werden. Dar�ber hinaus fehlen auch Hinweise auf L�ger, Tr�nken und Weidz�une. Ein seitens des Stiftungsvertreters entdecktes Holzbrett stammt sicher nicht von einem Weidezaun, und die als Viehtr�nke vermutete Vertiefung im unteren Teil der Parzellen ... hat sich als Bade-Weiherchen erwiesen, das Buben aus Champf�r vor langer Zeit angelegt hatten. Insgesamt fehlt es im Gel�nde an Spuren, die auf Weidepl�tze im Sinn von Art. 2 WaV hinweisen w�rden. Es m�ssten aber solche vorhanden sein, wenn in der in Betracht fallenden Zeitspanne eine regelm�ssige Weidenutzung stattgefunden h�tte.
Bei den offenen Fl�chen handelt es sich somit nicht um fr�here Weidepl�tze in der Art, wie sie f�r bestockte Weiden vorauszusetzen w�ren. Dies deckt sich im �brigen mit den Angaben der Beschwerdef�hrer, die selbst einr�umen, es habe sich um eine �bergangsweide gehandelt; die Beweidung habe den Grasschnitt erg�nzt und sei wohl nie �ber einige Tage hinausgegangen. Ihre Beweisantr�ge zwecks Nachweises einer solchen Beweidung (bis 1985 durch K�he, bis 1987 noch eine Heimkuh und bis vor ca. 5 Jahren durch Schafe) sind daher - soweit sie durch die Augenscheinnahme nicht gegenstandslos geworden sind - unerheblich. Desgleichen kommt es nicht auf die eingereichte vegetationskundliche Untersuchung von A. an, so dass sich eine Auseinandersetzung mit derselben er�brigt. Bei diesem Beweisergebnis steht fest, dass im strittigen Gebiet keine bestockten Weiden im Sinne von Art. 2 Abs. 2 lit. a WaG und Art. 2 WaV bestehen. Insofern ist die angefochtene Waldfeststellung nicht zu beanstanden.
5. F�r den Fall, dass keine bestockte Weide vorliege, stellen sich die Beschwerdef�hrer auf den Standpunkt, dass unabh�ngig von der Fl�chenausdehnung der einzelnen Bestockungen auf Wald zu erkennen sei, weil diese in besonderem Masse Wohlfahrts- oder Schutzfunktionen erf�llten. Sie weisen auf die besondere Gliederungsfunktion der Bestockungen hin und auf die Lage des Gebiets "L." in der Oberengadiner Seenlandschaft, die eine Natur- und Kulturlandschaft von nationaler Bedeutung darstelle. Sodann w�rden die Bestockungen den Hang stabilisieren und vor Schneerutsch BGE 120 Ib 339 S. 346sch�tzen. Die Beschwerdegegner nehmen mit dem Departement den gegenteiligen Standpunkt ein.
a) Gem�ss Art. 2 Abs. 4 S. 2 WaG, Art. 1 Abs. 2 WaV gelten Bestockungen, die in besonderem Masse Wohlfahrts- oder Schutzfunktionen erf�llen, unabh�ngig von ihrer Fl�che, ihrer Breite oder ihrem Alter als Wald. Im Gegensatz zu den bestockten Weiden, bei denen auch die Weidefl�chen als Wald gelten, beziehen sich die genannten Bestimmungen ausschliesslich auf bestockte Fl�chen, f�r die je einzeln gepr�ft werden muss, ob sie die behaupteten Funktionen erf�llen. Es ist daher nicht das ganze Gebiet mit allen Einzelb�umen und bestockungsfreien Fl�chen als solches in Betracht zu ziehen und einer Gesamtbeurteilung zu unterwerfen, wie es die beschwerdef�hrenden Grundeigent�mer im Prinzip geltend machen. Wie in BGE 118 Ib 614 E. 5b S. 620 f. ausgef�hrt, ist es nicht Aufgabe des Waldrechts, die Anstrengungen der Raumplanung oder des Natur- und Heimatschutzes zu ersetzen; offenes Wiesland kann auch dann nicht als Wald in Betracht fallen, wenn es zusammen mit Baumgruppen das Landschaftsbild pr�gt und sich unter dem Blickwinkel des Landschaftsschutzes oder des Natur- und Heimatschutzes als besonders schutzw�rdig erweist.
b) Aufgrund der Feststellungen am Augenschein und des vom Experten erstellten Bestockungsplans vom August 1994 kommen im vorliegenden Fall folgende drei Baumgruppen in Betracht:
Die Baumgruppe 1 besteht aus 6 Arven, die auf der Parzelle Nr. ... stocken. Die Baumgruppe weist eine Fl�che von 151 m2 auf.
Die Baumgruppe 2 besteht aus 5 Arven, die im Schnittpunkt der Parzellen Nrn. ... stocken und eine Fl�che von 63 m2 aufweist.
Die Baumgruppe 3 besteht 7 Arven und 5 L�rchen, die auf der Parzelle Nr. ... stocken. Die Fl�che ist nicht aktenkundig, indes liegt sie sicher unter 200 m2. Der Baumgruppe sind zwei Kleinstgruppen von je 4 B�umen vorgelagert. Zwischen den einzelnen Gruppen besteht kein Wuchszusammenhang.
Wie sich am Augenschein ergeben hat, besteht zwischen diesen Baumgruppen und dem geschlossenem Wald kein Wuchszusammenhang. Es kann auch nicht gesagt werden, es handle sich um aufgel�ste Bestockungen im Bereich der oberen Waldgrenze. Es sind isolierte Bestockungen, die Wald sind, wenn sie f�r sich die erforderlichen Waldmerkmale erf�llen.
c) Nach den B�ndner "Richtlinien f�r die Waldfeststellung im Kanton Graub�nden" vom Herbst 1981 muss eine Bestockung eine Mindestfl�che von 250 m2 (Ziff. 2.1) und eine Mindestbreite von 12 m (Ziff. 2.2) aufweisen.BGE 120 Ib 339 S. 347
Diese Richtlinien stellen zwar keine Rechtss�tze dar; solange jedoch der Kanton die zum Vollzug der eidgen�ssischen Waldgesetzgebung erforderlichen Ausf�hrungsbestimmungen noch nicht erlassen hat beziehungsweise die hierf�r in Art. 66 WaV einger�umte Frist noch nicht abgelaufen ist, k�nnen bestehende Richtlinien, soweit sie sich an die Vorgaben von Art. 1 WaV und Art. 2 WaG halten, f�r die Bestimmung der massgeblichen quantitativen Hilfskriterien herangezogen werden (nicht ver�ffentlichte Urteile in Sachen R. vom 30. Juni 1994, E. 4c und in Sachen Z. vom 13. Juni 1994, E. 3d). Da die in Frage kommenden Bestockungen die Mindestfl�che von 250 m2 nicht erreichen und sogar das in Art. 1 Abs. 1 lit. a WaV bestimmte Minimum von 200 m2 unterschreiten, kommt ihnen nur dann Waldeigenschaft zu, wenn sie in besonderem Masse Wohlfahrts- oder Schutzfunktionen erf�llen (Art. 2 Abs. 4 WaG und Art. 1 Abs. 2 Satz 2 WaV). Angesichts dieser bundesrechtlichen Regelung hat Ziffer 10 der Richtlinien f�r Waldfeststellung im Kanton Graub�nden (B�ndner Richtlinien) keine selbst�ndige Bedeutung, so dass sich eine Er�rterung er�brigt, soweit sich die Beschwerdef�hrer auf diese Richtlinienbestimmung berufen.
d) Die Beschwerdef�hrer heben die landschaftliche und landschafts�kologische Bedeutung der in Frage stehenden Baumgruppen hervor. Das Gebiet "L." stelle im Gesamtgef�ge der Oberengadiner Seenlandschaft eine Natur- und Kulturlandschaft von nationaler Bedeutung dar. Die Oberengadiner Seenlandschaft sei im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkm�ler als Objekt Nr. 19 08 aufgenommen (VBLN; SR 451.11).
aa) Das Gebiet "L." liegt nicht innerhalb des BLN-Schutzobjektes Nr. 19 08. Durch den angefochtenen Entscheid wird das Schutzobjekt nicht beeintr�chtigt. Es braucht daher - entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrer - kein Gutachten der Eidgen�ssischen Natur- und Heimatschutzkommission eingeholt zu werden (s. Art. 7 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 �ber den Natur- und Heimatschutz [NHG; SR 451]). Zu den Wohlfahrtsfunktionen des Waldes geh�rt auch der Landschaftsschutz (vgl. BGE 114 224 E. 9a/ac S. 232 und E. 10cb S. 233 mit Hinweisen). Es ist den Beschwerdef�hrern beizupflichten, dass Klein- und Kleinstbestockungen im Wechselspiel mit Einzelb�umen, geschlossenem Wald und offenem Gel�nde eine landschaftliche Gliederungsfunktion erf�llen und den Reiz einer Landschaft ausmachen k�nnen. Das ist auch in der Oberengadiner Seenlandschaft der Fall. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass die konkret in Frage stehenden BGE 120 Ib 339 S. 348Baumgruppen in besonderem Masse eine solche Landschaftsgliederungsfunktion und entsprechende Wohlfahrtsfunktion erf�llen und deshalb als Wald zu gelten h�tten. Das Gebiet "L." ist teilweise mit Villen �berbaut. Am Fuss des Hanges liegt die alte Landstrasse, die Champf�r mit St. Moritz Dorf verbindet und an welcher - auch im Bereich des "L."-Hanges - zum Teil wuchtige Geb�udekomplexe stehen. Das umstrittene Gebiet erscheint - auch von der gegen�berliegenden Talseite aus betrachtet - als Teil des Siedlungsgebiets von Champf�r. Die drei Baumgruppen tragen zur Auflockerung und Gliederung der Villenzone bei; es l�sst sich jedoch nicht sagen, dass sie aufgrund ihrer konkreten Lage im Rahmen der Gesamtlandschaft in besonderem Masse eine Landschaftsgliederungsfunktion erf�llen. Zwar mag eine Einschr�nkung der baulichen Nutzung des als Villenzone ausgeschiedenen Gebietes aus Sicht des Landschaftsschutzes erw�nscht erscheinen; dies allein ist jedoch kein hinreichender Grund, den fraglichen Baumgruppen Waldqualit�t beizumessen. Pers�nliche Interessen der beschwerdef�hrenden Grundeigent�mer, auf deren Parzellen bereits Villen stehen, kommt kein entscheidendes Gewicht zu.
bb) Desgleichen ist aus landschafts�kologischer Sicht den fraglichen Baumgruppen kein erh�hter Stellenwert zuzumessen. Nichts weist darauf hin, dass der in ihrem Bereich vorhandene biologische Reichtum (Flora und Fauna) sich wesentlich von demjenigen an zahlreichen anderen Orten in der n�heren und weiteren Umgebung unterscheiden w�rde, wo Einzelb�ume, Kleinstbestockungen, geschlossener Wald und offene Fl�chen ineinander verzahnt sind. Der von den Beschwerdef�hrern geltend gemachte und durch die am 8. September 1994 eingereichte vegetationskundliche Untersuchung best�tigte botanische Artenreichtum des Gebietes betrifft dar�ber hinaus im wesentlichen die Magerwiese und nicht die hier in Frage stehenden bestockten Fl�chen. Es kann daher nicht gesagt werden, die fraglichen Baumgruppen w�rden im Rahmen einer gesamtheitlichen Betrachtung eine besondere Naturschutzaufgabe erf�llen.
e) Nach Ansicht der Beschwerdef�hrer sollen die fraglichen Baumgruppen - insbesondere die Gruppe Nr. 1 und 2 - eine besondere Schutzfunktion erf�llen: Sie w�rden daf�r sorgen, dass Schneerutsche nicht schon unter der Via F. anrissen und grosse Schneemassen auf die Via S. verfrachteten.
Der Experte �usserte sich zu diesem Problem am Augenschein. Nach seinen BGE 120 Ib 339 S. 349Ausf�hrungen wirke sich grunds�tzlich jeder Baum g�nstig gegen das Schneegleiten aus. Von einer Wald-Schutzfunktion k�nne jedoch erst gesprochen werden, wenn eine Gef�hrdung bestehe und die B�ume diese beeinflussen k�nnten. Vorliegend k�nne die Via S. als gef�hrdetes Objekt betrachtet werden. Zur wissenschaftlichen Beurteilung der Schneegleit- und Schneerutschgefahr bed�rfe es regelm�ssiger, �ber Jahre hinweg gef�hrter Schneemessungen, die f�r das Gebiet "L." nicht vorl�gen. Allerdings sei davon auszugehen, dass die bestehenden Baumgruppen keinen besonderen Schutz b�ten, da es sonst in den offenen Couloirs zu Schneeabg�ngen gekommen sein m�sste. Davon sei ihm nichts bekannt. Der Bestockungsgrad der Fl�chen m�sse viel h�her sein, damit eine relevante Wirkung erzeugt werden k�nnte. G. wies am Augenschein darauf hin, dass seit 1962 zweimal Schnee auf die Strasse gerutscht sei. Die Schneedecke sei jedoch jeweils unterhalb der B�ume angerissen; es sei also auch in den unbestockten Hangteilen nie zu Schneeabg�ngen ab der Via F. gekommen. Schliesslich wies der Anwalt von B. auf den Plan des Eidgen�ssischen Instituts f�r Schnee- und Lawinenforschung, wonach die Zone hoher Lawinengefahr sowie die Zone geringer Lawinengefahr oberhalb des streitigen Gebietes l�gen. Der Vertreter des kantonalen Forstamtes erg�nzte, das Gebiet "L." sei auch nicht im Gefahrenverzeichnis der Gemeinde aufgef�hrt.
Nach dem Gesagten erscheint der rechtserhebliche Sachverhalt gen�gend abgekl�rt und es besteht kein Anlass, das beantragte Gutachten des Eidgen�ssischen Instituts f�r Schnee- und Lawinenforschung auf Weissfluhjoch-Davos einzuholen. Eine spezielle Gefahrensituation besteht nicht. Abgesehen davon, verm�chten die in Frage stehenden Baumgruppen gegen Schneeabg�nge keinen besonderen Schutz bieten. Die entsprechenden Fachausf�hrungen des Experten sind �berzeugend. Es kann bei dieser Sachlage nicht gesagt werden, dass die Baumgruppen in besonderem Masse eine Schutzfunktion gegen Schneerutsch erf�llen. Dem stehen auch die Angaben von G. nicht entgegen.
f) Dasselbe trifft auch hinsichtlich der Streitfrage zu, ob die Baumgruppen einer allgemeinen Rutschgefahr entgegenwirken k�nnen oder nicht. Nach Ansicht des Experten weist der mit einer d�nnen Humusschicht �berdeckte kristalline Untergrund mit grosser Wahrscheinlichkeit keine tiefen Rutschhorizonte auf, welche bei extremer Wasserzufuhr ein Abgleiten von Erd- und Steinmassen bewirken k�nnten. Der Experte hat sich zur Rutschgefahr nicht abschliessend �ussern k�nnen. Entscheidend ist indessen, BGE 120 Ib 339 S. 350dass gem�ss seinen �berzeugenden Ausf�hrungen die vorhandenen Einzelb�ume und Baumgruppen ohnehin nur eine unbedeutende Wirkung gegen Rutschgefahr h�tten. Die Schutzfunktion des Waldes beruhe vor allem auf der sogenannten Evaporotranspiration, d.h. der Aufnahme und Verarbeitung von Wasser und dadurch bedingt einer Verringerung der in den Boden eindringenden Wassermenge. Einzelne B�ume beziehungsweise Baumgruppen h�tten jedoch keinen sp�rbaren Einfluss auf die Regulierung des Wasserregimes.
Schliesslich verneinte der Experte auch eine besondere Schutzfunktion gegen die Erosion der Humusschichten. Ein grosser Teil der streitigen Fl�che, insbesondere die steilen Partien, sind unbestockt. Der Experte hat in diesen Partien anl�sslich der Feldaufnahmen nirgends Erosionsspuren oder Anzeichen von Oberfl�chenrutschungen feststellen k�nnen und daraus geschlossen, dass die Sicherungsfunktion der B�ume auch von einer geschlossenen Grasnarbe �bernommen werden k�nne, die Bewurzelung durch B�ume also keinen zus�tzlichen Schutz bewirke. Diese �berlegungen sind schl�ssig.
Die in Frage stehenden Baumgruppen erf�llen auch unter diesem Aspekt nicht in besonderem Masse eine Schutzfunktion.
g) Insgesamt ergibt sich, dass das Departement weder Art. 2 Abs. 4 Satz 2 WaG noch Art. 1 Abs. 2 WaV verletzte, wenn es ausschloss, dass die einzelnen Baumgruppen im besonderen Masse Wohlfahrts- und Schutzfunktionen aus�bten, und die fraglichen Baumgruppen daher nicht als Wald feststellte. Auch in diesem Punkt erweisen sich die Beschwerden als unbegr�ndet.
118 IB 614,
111 IA 72,
113 IB 357
art. 1er et 2 de l'ordonnance sur les for�ts du 30 novembre 1992 (OFo),
art. 23 et 28 OJ,
art. 2 al. 2 let. a LFo suite... ,
Art. 2 WaG,
Art. 3 WaG,
Art. 1 Abs. 2 WaV,
art. 1er al. 2 OFo,
Art. 58 Abs. 2 BZP,
Art. 23 OG,
Art. 28 Abs. 1 OG,
Art. 28 Abs. 2 OG,
Art. 1 Abs. 1 lit. a und b WaG,
Art. 1 Abs. 1 lit. c WaG,
Art. 2 Abs. 1 Satz 2 WaG,
Art. 13 WaG,
Art. 66 WaV,
Art. 1 WaV,
Art. 1 Abs. 1 lit. a WaV,
Art. 2 Abs. 4 WaG,
Art. 1 Abs. 2 Satz 2 WaV,
Art. 7 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 �ber den Natur- und Heimatschutz [NHG; SR 451],
Art. 2 Abs. 4 Satz 2 WaG

References: art. 2
 art. 1
 art. 23

BGE 
 Art. 40
 Art. 58
 Art. 58
 Art. 23
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 28
 BGE 
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 2
 BGE 
 Art. 13
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 3
 BGE 
 BGE 
 Art. 3
 Art. 2
 BGE 
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 BGE 
 Art. 2
 Art. 1
 BGE 
 Art. 66
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 1
 Art. 1
 Art. 7
 BGE 
 BGE 
 BGE 
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 Art. 2
 Art. 1

art. 1

art. 23

art. 2

Art. 2

Art. 3

Art. 1

art. 1

Art. 58

Art. 23

Art. 28

Art. 28

Art. 1

Art. 1

Art. 2

Art. 13

Art. 66

Art. 1

Art. 1

Art. 2

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Art. 7

Art. 2