Source: http://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/content/titleinfo/370615
Timestamp: 2017-10-17 07:55:17+00:00

Document:
Hochschulschriften / Der Sicherheitsbegriff des § 5 Abs 1 Z 2 PHG
Der Sicherheitsbegriff des § 5 Abs 1 Z 2 PHG : im Wechselspiel zwischen Instruktionspflicht und zu erwartender missbräuchlicher Verwendung eines Produktes anhand der bisherigen Judikatur des OGH / vorgelegt von Maximilian Herdey
Verfasser/ Verfasserin Herdey, Maximilian
Begutachter / Begutachterin Posch, Willibald
Umfang 70, VII Bl. : Zsfassung (1 Bl.)
Schlagwörter (GND) Österreich / Produzentenhaftung / Österreich / Produzentenhaftung / Online-Publikation
URN urn:nbn:at:at-ubg:1-80854
Der Sicherheitsbegriff des § 5 Abs 1 Z 2 PHG [0.51 mb]
Basisklassifikation → Recht → Privatrecht: Allgemeines → Privatrecht: Sonstiges
Das Produkthaftungsgesetz verlangt, dass ein Produkt jene Sicherheit bieten muss, die man unter Berücksichtigung aller Umstände zu erwarten berechtigt ist, insbesondere angesichts des Gebrauchs mit dem billigerweise gerechnet werden kann. Die Grundvoraussetzung eines Fehlers gem § 5 PHG, ist die Enttäuschung der berechtigten Sicherheitserwartungen. Der OGH stellt dabei auf die Erwartungen eines „idealtypischen Produktbenutzers“ ab. Produkte werden aber nicht immer ihrem eigentlichen Zweck gemäß verwendet. Die Ausgangsposition für den Hersteller gestaltet sich daher oft als sehr schwierig. Laut Rsp des OGH muss der Hersteller nämlich mit einem gewissen Missbrauch rechnen. Er hat also einer von seinem Produkt ausgehenden Gefahr bereits bei der Konstruktion zu begegnen und darf nicht die „Flucht in die Instruktion“ antreten. Der Gebrauch mit dem billigerweise gerechnet werden kann ist eng mit der Instruktion des Produkts verbunden. Die Voraussetzung für eine Instruktionspflicht des Herstellers ist ein Schutzbedürfnis der Benutzer. Anhand von Entscheidungen des OGH soll zum einen herausgearbeitet werden, dass die Beurteilung des Schutzbedürfnisses extrem diffus und einzelfallabhängig ist und zum anderen, dass auch die Beurteilung mit welchen Eigenschaften ein „idealtypischer Produktbenutzer“ behaftet sein muss, nicht problemlos vorgenommen werden kann und stark vom Einzelfall abhängt. Desweiteren soll aufgezeigt werden, dass sich die konstruktive Sicherheit eines Produkts niemals durch die Anbringung von Warnhinweisen umgehen lässt. Im Rahmen eines „risk managements“ steht der Hersteller daher vor der schwierigen Aufgabe den Spagat zwischen Kostenoptimierung und gleichzeitiger Sicherheit seines Produkts zu meistern.
The product liability law demands that a product has to provide the safety which a person is entitled to expect, taking all circumstances into account, including the use to which it could reasonably be expected that the product would be put. A defect according to paragraph 5 product liability law requires the disappointment of the legitimate safety expectations. The Austrian Supreme Court refers to the expectations of an “ideal-typical product user”. Products are not always used according to their actual purpose. Therefore the situation for the producer often turns out to be very difficult. According to the judicature of the Supreme Court, the producer has to expect a certain abuse of his product. The producer has to eliminate certain dangers that can be caused by his product, already in the phase of construction; he must not escape into the instruction. The use, to which it could reasonably be expected that the product would be put, is closely related with the instructional duties of the producer. The requirement for instructional duties of the producer is the necessity to protect the users. Based on decisions of the Supreme Court I want to illustrate on the one hand that the evaluation of the necessity to protect the users is very diffuse and highly case specific and on the other hand that also the evaluation which personal attributes the “ideal-typical product user” has to have, cannot easily be made and is highly case specific as well. Furthermore I want to point out, that the constructional safety of a product cannot be avoided by the attachment of warning notices. As a part of a “risk management” the producer has to master the difficult task of balancing between cost optimization and simultaneous safety of the product.

References: § 5
 § 5
 OGH 
 § 5
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 OGH 
 OGH 
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