Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=FamRZ%201964,%20199
Timestamp: 2017-11-23 09:29:40+00:00

Document:
BGH, 15.01.1964 - IV ZR 106/63 - dejure.org
BGH, 15.01.1964 - IV ZR 106/63
MDR 1964, 303
FamRZ 1964, 199
VersR 1964, 609
Der Maßstab der von einem Betreuer zu verlangenden Sorgfalt bestimmt sich nach dem Lebenskreis sowie nach der Rechts- und Geschäftserfahrung des Betreuers (für den Vormund: BGH Urteil vom 15. Januar 1964 aaO;… Palandt/Diederichsen aaO Rdn. 8;… MünchKomm/Wagenitz aaO Rdn. 4).
Er kann aber dann entlastet sein, wenn er nach der besondere Lage des Falles die Genehmigung des Vormundschaftsgerichtes für maßgebend und sie seiner Entschließung zugrunde legen durfte (…Staudinger/Engler, a.a.O., § 1833, Rn, 15; Palandt/Götz, a.a.O., § 1833, Rn. 4 unter Berufung auf BGH FamRZ 1964, 199).
Das Maß der erforderlichen Sorgfalt bemisst sich indes nach h. M. abweichend von § 276 BGB nach dem Lebenskreis, den Lebensumständen und der Rechts- und Geschäftserfahrung des Vormunds (Beistands) (vgl. BGH, FamRZ 1964, 199;… MünchKomm(BGB)-Wagenitz, aaO., § 1833 BGB, Rdn. 4;… MünchKomm(BGB)- Schwab, aaO., § 1915 BGB, Rdn. 18).
Ob das Vormundschaftsgericht sein Verhalten nachträglich genehmigt hat, spielt dafür grundsätzlich keine Rolle (vgl. BGH Urteil vom 15. Januar 1964 - IV ZR 106/63 = FamRZ 1964, 199).
Die Genehmigung der Pflichtteilsanerkennung durch den Vormundschaftsrichter vermag den Amtsvormund insoweit nicht zu entlasten (BGH Urteil vom 15. Januar 1964 aaO).
Auch aus § 1843 Abs. 2 BGB ergibt sich, dass die Durchführung der Rechnungsprüfung durch das Vormundschaftsgericht keine Auswirkungen auf eventuelle Ansprüche des Betroffenen gegen den Betreuer haben kann (…vgl. zu den begrenzten rechtlichen Wirkungen von Handlungen und Erklärungen des Vormundschaftsgerichts in ähnlichen Konstellationen RGZ 132, 257, 260; BGH MDR 1964, 303;… OLG Zweibrücken, Rpfleger 1980, 103;… LG Freiburg, Die Justiz 1983, 157;… Engler in Staudinger, BGB, 13. Aufl. 1995, § 1843 BGB Rn. 9).
Wie auch das Landgericht geht der Senat zunächst davon aus, dass die vom Kläger zu beachtende Sorgfalt nicht am objektiven Maßstab des § 276 Abs. 2 BGB zu messen ist, sondern, wie in Rechtsprechung (…RG JW 1911, 1016; BGH FamRZ 1964, 199) und Literatur (…MüKo-Wagenitz, a.a.O., § 1833 Rdnr. 4) einhellig vertreten, nach den Lebensumständen des Pflegers, insbesondere dessen Rechts- und Geschäftserfahrung, zu bestimmen ist.

References: BGH 
 § 1833
 § 1833
 BGH 
 § 276
 § 1833
 § 1915
 BGH 
 § 1843
 BGH 
 § 1843
 § 276
 BGH 
 § 1833