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Timestamp: 2016-10-21 15:04:54+00:00

Document:
2P.55/2003 (03.07.2003)
Obergericht des Kantons Z�rich, Anwaltspr�fungskommission, Hirschengraben 15, Postfach, 8001 Z�rich.
Erteilung des F�higkeitsausweises f�r den Rechtsanwaltsberuf (Art. 8, 9, 27, 29 BV),
Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Z�rich, Anwaltspr�fungskommission, vom 29. Januar 2003.
Lic. iur. D.________, geboren 1973, legte am 28. Januar 2002 die schriftliche Anwaltspr�fung ab und bestand sie im ersten Versuch. Mit der Bekanntgabe dieses Resultats am 3. April 2002 teilte ihm die Anwaltspr�fungskommission mit, dass er innerhalb einer Frist von sechs Monaten "die ganze m�ndliche Pr�fung" abzulegen habe. Am 28. August 2002 trat D.________ zur m�ndlichen Pr�fung an. Gest�tzt auf den Beschluss vom gleichen Tag, der ihm im Anschluss an die Pr�fung schon m�ndlich er�ffnet worden war, teilte ihm die Anwaltspr�fungskommission am 29. August 2002 mit, die Pr�fung sei ihm mit Ausnahme der F�cher ZGB, SchKG und StPO abgenommen worden; in den genannten F�chern habe er die Pr�fung zu wiederholen. Er k�nne sich fr�hestens nach vier Monaten und m�sse sich sp�testens innert sieben Monaten, beides vom 29. August 2002 an gerechnet, einer Teilwiederholung der m�ndlichen Pr�fung unterziehen.
Am 29. Januar 2003 legte D.________ die m�ndliche Wiederholungspr�fung ab. Wie ihm die Anwaltspr�fungskommission im Anschluss daran m�ndlich er�ffnete, wurde ihm die Pr�fung im Fach ZGB abgenommen, in den anderen zwei F�chern (SchKG und StPO) jedoch nicht. Mit Beschluss vom 29. Januar 2003 entschied die Kommission, D.________ das F�higkeitszeugnis f�r den Rechtsanwaltsberuf nicht zu erteilen, da er "weder die erste m�ndliche Pr�fung vom 28. August 2002 noch die zweite m�ndliche Pr�fung vom 29. Januar 2003" bestanden habe.
Mit Eingabe vom 28. Februar 2003 f�hrt D.________ staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung von Art. 8, 9, 27 und 29 BV und stellt die folgenden Antr�ge:
1. Die Verf�gung der Anwaltspr�fungskommission vom 29. Januar 2003 betreffend Erteilung des F�higkeitszeugnisses f�r den Rechtsanwaltsberuf sei aufzuheben.
2. Dem Beschwerdef�hrer sei die Anwaltszulassung zu erteilen.
3. Eventualiter sei die Wiederholungspr�fung vom 29. Januar 2003 zu wiederholen unter Ausschluss aller bisher mit der Pr�fung des Beschwerdef�hrers befassten Experten.
5. Dem Beschwerdef�hrer sei unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren."
Die Anwaltspr�fungskommission des Obergerichts des Kantons Z�rich beantragt die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
1.1 Der angefochtene Beschluss der Anwaltspr�fungskommission vom 29. Januar 2003 st�tzt sich auf � 17 und 18 der Z�rcher Verordnung �ber die F�higkeitspr�fung f�r den Rechtsanwaltsberuf vom 26. Juni 1974 (Anwaltspr�fungsverordnung), somit auf kantonales Recht. Beim angefochtenen Beschluss handelt es sich um einen kantonal letztinstanzlichen Entscheid (vgl. � 17 der Anwaltspr�fungsverordnung in Verbindung mit � 43 lit. f des Gesetzes vom 24. Mai 1959 �ber den Rechtsschutz in Verwaltungssachen [VRG]), gegen den auch auf Bundesebene kein ordentliches Rechtsmittel zur Verf�gung steht. Die staatsrechtliche Beschwerde ist daher zul�ssig (Art. 86 Abs. 1 OG).
1.2 Der Beschwerdef�hrer ist legitimiert, den Beschluss, mit dem ihm der F�higkeitsausweis f�r den Rechtsanwaltsberuf verweigert wurde, anzufechten (Art. 88 OG).
1.3 Die staatsrechtliche Beschwerde ist in der Regel rein kassatorischer Natur. Soweit in der Beschwerde mehr verlangt wird als die Aufhebung des angefochtenen Entscheids kann darauf nicht eingetreten werden. Die M�glichkeit einer Ausnahme besteht f�r den vom Beschwerdef�hrer gestellten Antrag, es sei ihm die Anwaltszulassung zu erteilen: Bei Beschwerden, die sich gegen die Verweigerung einer Polizeierlaubnis richten, kann das Bundesgericht die kantonale Beh�rde anweisen, die zu Unrecht verweigerte Bewilligung zu erteilen (BGE 115 Ia 134 E. 2c S. 137 f.; 114 Ia 209 E. 1b S. 212; vgl. auch Urteil 2P.223/2001 vom 7. Februar 2002 E. 1b).
Soweit der Beschwerdef�hrer hingegen in Ziff. 3 des Beschwerdeantrags die Anordnung einer Wiederholung der Wiederholungspr�fung vom 29. Januar 2003 verlangt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, der vorsitzende Examinator, Oberrichter Dr. B. Suter, sei befangen gewesen. Er erblickt darin eine Verletzung von Art. 29 BV.
2.1 Bez�glich des Handelns von Verwaltungsbeh�rden leitet die bundesgerichtliche Rechtsprechung aus dem Gebot der gleichen und gerechten Behandlung nach Art. 29 Abs. 1 BV einen Anspruch auf Unabh�ngigkeit und Unbefangenheit ab, der inhaltlich weitgehend mit demjenigen nach Art. 30 Abs. 1 BV �bereinstimmt (BGE 127 I 196 E. 2b S. 198; vgl. auch J�rg Paul M�ller, Grundrechte in der Schweiz, S. 582). Der Grundsatz von Treu und Glauben verlangt jedoch, dass das Ausstands- bzw. Ablehnungsbegehren unverz�glich zu erheben ist, nachdem vom Fehler in der Besetzung Kenntnis erlangt wurde; unterbleibt eine rechtzeitige R�ge, obwohl sie m�glich und zumutbar gewesen w�re, wird gem�ss konstanter Praxis stillschweigende Einlassung und damit Verwirkung einer allf�lligen R�gem�glichkeit angenommen (vgl. statt vieler BGE 117 Ia 322 E. 1c; S. 323; J�rg Paul M�ller, a.a.O., S. 588 f.).
2.2 Der Beschwerdef�hrer f�hrt bez�glich des Zeitpunkts der Geltendmachung aus, er habe die Ablehnung unverz�glich nach Bekanntwerden des Ausstandsgrundes anl�sslich des Telefonats vom 14. Januar 2003 mit der Kommissionssekret�rin geltend gemacht. Dabei sei ihm sofort die Aussichtslosigkeit eines f�rmlichen Ausstandsbegehrens dargelegt worden. Angesichts dessen habe er in erster Instanz kein Ausstandsbegehren eingereicht. Zudem sei aufgrund der versp�teten Mitteilung der Examinatoren die Zeit f�r ein solches Begehren nicht mehr vorhanden gewesen. Eine Rolle gespielt h�tten aber auch begr�ndete Bef�rchtungen des Beschwerdef�hrers vor allf�lligen Repressalien durch die Anwaltspr�fungskommission. Er habe ernsthaft weitere Benachteiligungen zu bef�rchten gehabt, wie einen erneuten kurzfristigen Wechsel der Examinatoren, ein erneutes Vergeben seines Pr�fungstermins an einen anderen Kandidaten sowie weitere Verz�gerungen von Monaten.
2.3 Gem�ss seiner eigenen Darstellung erfuhr der Beschwerdef�hrer am 14. Januar 2003, also gut zwei Wochen vor dem Termin der m�ndlichen Wiederholungspr�fung, dass Oberrichter Dr. B. Suter als vorsitzender Examinator vorgesehen war. Der Beschwerdef�hrer h�tte somit gen�gend Zeit gehabt, seine Ablehnung in der formell richtigen Form anzubringen und ein Ausstandsbegehren bez�glich der Mitwirkung Dr. B. Suters zu stellen. Dies tat er nicht. Die Gr�nde, die er daf�r angibt, belegen die Unzumutbarkeit rechtzeitiger Geltendmachung nicht, sondern zeigen h�chstens, dass er sich das F�r und Wider eines Ausstandsbegehrens �berlegt und sich dagegen entschieden hat. Mag es auch zutreffen, dass die Kommunikation zwischen dem Beschwerdef�hrer und dem Kommissionssekretariat bez�glich Pr�fungstermine bzw. Bekanntgabe der Examinatoren nicht vollst�ndig wunschgem�ss verlief, so liegen dennoch keinerlei Anhaltspunkte f�r zu bef�rchtende "Repressalien" vor, aufgrund derer eine rechtzeitige Geltendmachung unzumutbar erschiene. Die R�ge der Befangenheit ist daher verwirkt, und es er�brigt sich, auf die materielle Begr�ndung des Beschwerdef�hrers zu dieser Frage einzugehen.
Wer die z�rcherische Rechtsanwaltspr�fung bestanden hat, erh�lt vom Obergericht das F�higkeitszeugnis, das zur berufsm�ssigen Vertretung und Verbeist�ndung von Parteien in Zivil- und Strafprozessen vor den z�rcherischen Gerichten sowie vor Untersuchungs- und Anklagebeh�rden und deren Oberinstanzen berechtigt (vgl. � 1 und 2 des z�rcherischen Gesetzes vom 3. Juli 1938 �ber den Rechtsanwaltsberuf [Anwaltsgesetz]). Die Modalit�ten der Anwaltspr�fung sind in der Pr�fungsverordnung geregelt. Danach besteht die Pr�fung aus einem schriftlichen und einem m�ndlichen Teil (� 11). Die Zulassung zur m�ndlichen Pr�fung setzt eine gen�gende schriftliche Pr�fung voraus (� 14 und 15). F�llt die m�ndliche Pr�fung ungen�gend aus, so bestimmt die Pr�fungskommission aufgrund des Gesamtergebnisses der schriftlichen und m�ndlichen Pr�fung, ob die m�ndliche im ganzen Umfange oder in einzelnen F�chern zu wiederholen sei. Wird Teilwiederholung angeordnet, sind die Leistungen des Bewerbers in den einzelnen F�chern zu bewerten und die Qualifikationen (sehr gut, gut, gen�gend oder ungen�gend) zu protokollieren (� 17 Abs. 1). Die Wiederholung findet in der Regel fr�hestens drei und h�chstens neun Monate nach der ersten Pr�fung statt. F�llt das Gesamtergebnis unter Mitber�cksichtigung der fr�her bestandenen Teilpr�fungen wiederum ungen�gend aus, so weist die Pr�fungskommission den Bewerber ab (� 17 Abs. 2). Abgewiesene Bewerber k�nnen sich fr�hestens zwei Jahre nach der letzten Teilpr�fung zu einer neuen Pr�fung anmelden. Sie haben die ganze Pr�fung zu bestehen (� 18).
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Pr�fungskommission sei bei der Beurteilung seiner Leistung anl�sslich der m�ndlichen Wiederholungspr�fung vom 29. Januar 2003 in Willk�r verfallen, habe gegen das Rechtsgleichheitsgebot sowie den Grundsatz von Treu und Glauben verstossen und das verfassungsm�ssige Recht der Wirtschaftsfreiheit verletzt.
4.1.1 Willk�rlich ist ein Entscheid nicht schon, wenn eine andere als die getroffene L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, sondern erst dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 127 I 60, E. 5a S. 70, mit Hinweisen). Zudem auferlegt sich das Bundesgericht bei der �berpr�fung von Entscheiden �ber Examensleistungen besondere Zur�ckhaltung. Es untersucht nur, ob sich die Pr�fungsbeh�rde von sachfremden oder sonst wie ganz offensichtlich unhaltbaren Erw�gungen hat leiten lassen; diese Zur�ckhaltung auferlegt sich das Bundesgericht auch dann, wenn es aufgrund seiner Fachkenntnisse sachlich zu einer weitergehenden �berpr�fung bef�higt w�re (BGE 121 I 225 E. 4b S. 230, mit Hinweis).
4.1.2 Der Beschwerdef�hrer f�hrt in der Beschwerdeschrift detailliert auf, inwiefern er die Bewertung seiner Leistung an der m�ndlichen Wiederholungspr�fung vom 29. Januar 2003 in den beiden nicht bestandenen F�chern SchKG und StPO als willk�rlich erachtet.
4.1.2.1 Bez�glich des Fachs SchKG r�gt der Beschwerdef�hrer, bei einer Frage betreffend die Zustellung eines Zahlungsbefehls habe man ihm das Wort entzogen, ihn von der richtigen Antwort abgebracht und ihm dann diesbez�glich Rechtsunkenntnis vorgeworfen, obwohl er die Frage schliesslich richtig beantwortet habe. Sodann seien ihm aufgrund des Umstands, dass er die Frist f�r die Geltendmachung der Anfechtungsklagen nach Art. 285 SchKG nicht auswendig gekannt habe, die f�r den Anwaltsberuf erforderlichen Kenntnisse abgesprochen worden, obwohl er die �brigen Fragen dazu korrekt habe beantworten k�nnen.
Was das Fach StPO anbelangt, macht der Beschwerdef�hrer geltend, bei einer Frage betreffend Einstellung des Strafverfahrens wegen Zurechnungsunf�higkeit sei ihm aufgrund eines Versprechers, den er unverz�glich und ohne Hinweis des Experten richtig gestellt habe, die zutreffende Antwort in der Bewertung nicht ber�cksichtigt worden. Zudem sei ihm vorgeworfen worden, er habe nicht gewusst, ob eine Massnahme nach Einstellung des Strafverfahrens wegen Zurechnungsunf�higkeit durch Urteil oder Beschluss ausgesprochen werde, obwohl er festgestellt habe, auf welcher Grundlage seine Antwort beruht habe. Es sei ihm ein Fehler unterstellt worden, wo keiner vorgelegen habe. Weiter sei ihm zu Unrecht vorgeworfen worden, er kenne die Unterschiede zwischen Berufung und Rekurs im Sinne der Strafprozessordnung des Kantons Z�rich nicht. Der Examinator habe in Gedanken die Fragestellung erweitert, ohne dies zum Ausdruck zu bringen, was ihm als Kandidaten nicht zum Nachteil gereichen k�nne, zumal er die richtige Antwort dann gegeben habe. Schliesslich sei er nach dem Verfahren der Wiedererw�gung eines Urteils gefragt worden, wobei es sich - wie in der m�ndlichen Begr�ndung der Anwaltspr�fungskommission ausdr�cklich erw�hnt worden sei - um eine Fangfrage gehandelt habe. Diese habe zwischen dem Examinator und ihm als Kandidaten zu einem Missverst�ndnis gef�hrt - er habe die Voraussetzungen der Wiederaufnahme aufgez�hlt (und nicht der Wiedererw�gung, da eine solche nie in Frage komme). Der Examinator h�tte dieses Missverst�ndnis aufdecken sollen, um ihm die M�glichkeit zur Verbesserung zu geben.
4.1.3 In ihrer ausf�hrlichen Vernehmlassung �ussert sich die Vorinstanz ihrerseits zu den einzelnen Vorbringen des Beschwerdef�hrers. W�hrend letzterer - zumeist ohne Darstellung des ganzen Sachzusammenhangs - einzelne Aufgabenaspekte herausgreift und andere unerw�hnt l�sst sowie Erkl�rungen f�r falsche bzw. ausgebliebene Antworten zu geben versucht, ergibt sich aus der Stellungnahme der Vorinstanz ein vollst�ndigeres Bild des Pr�fungsablaufs in den vom Beschwerdef�hrer ger�gten Punkten. In nachvollziehbarer Weise werden darin die dem Beschwerdef�hrer gestellten Ausgangsfragen, seine Antworten darauf und sich daraus ergebende weiterf�hrende Fragen bzw. Hilfestellungen dargelegt. Ausf�hrlich wird erl�utert, welche Leistung vom Beschwerdef�hrer in den einzelnen Aufgaben erwartet worden w�re und inwiefern er diesen Anforderungen nicht gen�gt hat. Erw�hnt werden aber auch die vom Beschwerdef�hrer korrekt dargestellten Punkte. Zus�tzlich ist zu beachten, dass die Pr�fungsleistung - wie aus der Vernehmlassung hervorgeht - von den vier Experten in beiden nicht bestandenen F�chern ohne Gegenstimme als ungen�gend bewertet wurde. Aus der Stellungnahme der Anwaltspr�fungskommission ergibt sich das Gesamtbild einer sachlichen, differenzierten Bewertung. Es liegen somit keine Anhaltspunkte vor, welche die Bewertung der Leistungen des Beschwerdef�hrers durch die Pr�fungskommission als sachfremd oder sonst wie unhaltbar erscheinen lassen. Die Ausf�hrungen der Anwaltspr�fungskommission vermitteln vielmehr den Eindruck einer korrekten, jedenfalls aber vertretbaren Beurteilung der Pr�fungsleistung. Was der Beschwerdef�hrer vorbringt, ist nicht geeignet, den Vorwurf der Willk�r zu begr�nden.
4.2.1 Nach der Bundesgerichtspraxis verlangt das Rechtsgleichheitsgebot nach Art. 8 BV, dass Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich und Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird. F�r die Verletzung der Rechtsgleichheit bildet Voraussetzung, dass sich der unbegr�ndete Unterschied oder die unbegr�ndete Gleichstellung auf eine wesentliche Tatsache bezieht (vgl. statt vieler BGE 122 II 113 E. 2b S. 117 f.; 121 II 198 E. 4a S. 204, mit Hinweis).
4.2.2 Einen Verstoss gegen das Gebot der Rechtsgleichheit erblickt der Beschwerdef�hrer darin, dass er im Fach StPO in einer Materie gepr�ft worden sei, die durch die allgemeinen Lehrb�cher nicht abgedeckt werde. Die ihm gestellte Frage betreffend die M�glichkeiten der Anschlussberufung geh�re zwar zweifellos zum Gebiet des Strafprozessrechts. Es sei aber aufgrund des Umfangs des Pr�fungsstoffs kaum m�glich, neben den allgemeinen Lehrb�chern weitergehende Literatur zu konsultieren. Die Kandidaten beschr�nkten sich im Strafprozessrecht regelm�ssig auf die Lekt�re des Standardwerks von Niklaus Schmid. Die Examinatoren w�ssten um diese Umst�nde und beschr�nkten ihre Fragen in der Regel auch auf Themen, die von dem genannten Standardwerk abgedeckt w�rden. Er sei, anders als andere Kandidaten, in einem Bereich gepr�ft worden, von dem er aufgrund der Standardliteratur keine Kenntnis haben konnte. Dadurch sei die Pr�fung im Fach Strafprozessrecht erheblich schwieriger gewesen als fr�here Pr�fungen. Dies stelle eine erhebliche Ungleichbehandlung dar, weshalb ein Verstoss gegen das Gleichbehandlungsgebot von Art. 8 BV vorliege.
Die Kommission h�lt in ihrer Vernehmlassung zu dieser R�ge fest, bei der Anwaltspr�fung gehe es nicht einfach um ein Frage- und Antwortspiel als Test �ber den auswendig gelernten theoretischen Stoff, sondern es w�rden den Kandidaten praxisbezogene Problemstellungen unterbreitet, die dann im Pr�fungsgespr�ch mit dem Experten beleuchtet w�rden und die der Kandidat mit seinem Wissen und seiner Denkf�higkeit zu l�sen habe. Es treffe deshalb nicht zu, dass sich die m�ndlichen Pr�fungen einfach an der Standardliteratur orientierten, und es k�nne keine Rede davon sein, dass die Pr�fung des Beschwerdef�hrers im Fach Strafprozessrecht erheblich schwieriger gewesen sei als andere Pr�fungen.
4.2.3 Dass der Schwierigkeitsgrad der in einer m�ndlichen Pr�fung gestellten Fragen - auch innerhalb des gleichen Faches - variieren kann, liegt in der Natur der Sache. Ein objektiver Massstab bez�glich der Schwierigkeit von Pr�fungsfragen existiert ohnehin nicht. Sogar die gleiche Aufgabe kann von verschiedenen Kandidaten als unterschiedlich schwierig empfunden werden, je nach pers�nlicher Vertrautheit mit dem gepr�ften Teilgebiet. Vergleiche zwischen einzelnen Pr�fungsfragen sind somit schon von vornherein heikel und beruhen zu einem grossen Teil auf subjektivem Empfinden.
�berdies ist die Beschr�nkung auf das vom Beschwerdef�hrer genannte Lehrbuch nirgends festgehalten oder gar empfohlen; jedenfalls macht der Beschwerdef�hrer dies nicht geltend. Die Anwaltspr�fungsverordnung bestimmt lediglich die gepr�ften Rechtsgebiete (� 11); anhand welcher Mittel der Pr�fungsstoff zu erarbeiten ist, liegt im Gutd�nken jedes einzelnen Kandidaten. Auch wenn sich diese, wie der Beschwerdef�hrer geltend macht, f�r die Pr�fungsvorbereitung im Fach Strafprozessrecht �blicherweise auf das von ihm genannte allgemeine Standardwerk konzentrieren, bindet dies die Examinatoren bei der Wahl der von ihnen gestellten Aufgaben nicht. Wie die Vorinstanz in verfassungsrechtlich nicht zu beanstandender Weise festh�lt, soll an der Anwaltspr�fung nicht prim�r das theoretische Wissen eines Kandidaten nochmals getestet, sondern - gerade in den prozessualen F�chern - gepr�ft werden, ob die Kandidaten auch den praktischen Anforderungen des Anwaltsberufs, die das reine Lehrbuchwissen �bersteigen, gewachsen sind. Daher k�nnen ohne weiteres auch Teilgebiete gepr�ft werden, die von einem allgemeinen Lehrwerk nicht vertieft behandelt werden. Der Beschwerdef�hrer nennt zudem keinerlei Belege f�r seine Behauptung, seine Pr�fung im Fach Strafprozessrecht sei erheblich schwieriger gewesen als fr�here Pr�fungen.
Aus dem Gesagten folgt, dass f�r eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung des Beschwerdef�hrers keinerlei Anhaltspunkte vorliegen.
4.3.1 Weiter macht der Beschwerdef�hrer geltend, der angefochtene Beschluss verstosse gegen das verfassungsm�ssige Recht der Wirtschaftsfreiheit nach Art. 27 BV, da er durch die willk�rliche W�rdigung der Pr�fungsleistungen und die Verletzung von � 11 der Anwaltspr�fungsverordnung in seiner Berufswahlfreiheit verletzt worden sei.
4.3.2 Die Wirtschaftsfreiheit sch�tzt die freie wirtschaftliche Bet�tigung in umfassendem Sinn (Vallender, St. Galler Kommentar zu Art. 27 BV, N 7). Wichtige Teilgehalte sind insbesondere die freie Berufswahl und der freie Berufszugang. Wie alle Grundrechte gilt auch die Wirtschaftsfreiheit nicht absolut. Ihre Einschr�nkung bedarf jedoch immer einer gesetzlichen Grundlage, muss durch ein �berwiegendes �ffentliches Interesse gerechtfertigt sein, hat den Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit und der Rechtsgleichheit zu wahren und darf ihren Kerngehalt nicht antasten (Art. 36 BV).
4.3.3 Die Bewilligungspflicht f�r die Aus�bung des Anwaltsberufs stellt einen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit dar. Die gesetzliche Grundlage daf�r findet sich in den Art. 1 und 2 des z�rcherischen Anwaltsgesetzes. Bei der Festlegung der Anforderungen f�r das Bestehen einer Pr�fung kommt den kantonalen Beh�rden ein weiter Gestaltungsspielraum zu, soweit diese den zu sch�tzenden polizeilichen Rechtsg�tern dienen. Unter dem Gesichtspunkt der Verh�ltnism�ssigkeit m�ssen sie geeignet sein, den mit der Pr�fung verfolgten Zweck zu erreichen. Die Pr�fungsordnung darf nicht unn�tige oder �bertriebene Erfordernisse aufstellen, muss andererseits aber den Schutzbed�rfnissen des Publikums ausreichend Rechnung tragen (vgl. BGE 113 Ia 286 E. 4 S. 289; 112 Ia 322 E. 4 S. 325 ).
4.3.4 Der Beschwerdef�hrer spezifiziert nicht, welche der Voraussetzungen f�r die Beschr�nkung der Wirtschaftsfreiheit er als nicht gegeben betrachtet. Er macht insbesondere nicht geltend, die von der z�rcherischen Anwaltspr�fungskommission durchgef�hrten Pr�fungen seien an sich nicht geeignet, die fachliche Bef�higung eines Kandidaten f�r den Anwaltsberuf festzustellen. Inwiefern die Anwaltspr�fungskommission � 11 der Anwaltspr�fungsverordnung und damit das Recht der Berufswahlfreiheit verletzt haben soll, ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdef�hrer auch nicht weiter ausgef�hrt. Soweit seine Vorbringen den Anforderungen an die Begr�ndung gem�ss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG �berhaupt gen�gen (vgl. BGE 110 Ia 1 E. 2a S. 3 f.; 125 I 71 E. 1c, S. 76), erweisen sie sich als unbegr�ndet. Zu dem im Zusammenhang mit der Wirtschaftsfreiheit noch einmal angerufenen Rechtsgleichheitsgebot kann auf die Ausf�hrungen unter E. 4.2 oben verwiesen werden.
4.4.1 Schliesslich r�gt der Beschwerdef�hrer, der angefochtene Beschluss verletze das Gebot von Treu und Glauben. Der Examinator habe dem Beschwerdef�hrer im Fach StPO die M�glichkeit zur Verbesserung verwehrt, indem er betreffend die Frage der Wiedererw�gung eines Strafurteils das von ihm provozierte Missverst�ndnis nicht aufgedeckt habe.
4.4.2 Soweit die R�ge einer Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben den Anforderungen an die Begr�ndung gem�ss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG �berhaupt zu gen�gen vermag, geht sie vom Vorliegen eines provozierten Missverst�ndnisses aus. Die Stellungnahme der Anwaltskommission zu dieser Frage relativiert indes die Darstellung des Beschwerdef�hrers bez�glich dieses Missverst�ndnisses, indem die Frage in ihrem Zusammenhang gezeigt und festgehalten wird, �ber die geltend gemachte Verwechslung zwischen Wiedererw�gung und Revision sei in den Notizen der Kommissionsmitglieder nichts dokumentiert. Vertrauenswidriges, widerspr�chliches oder gar rechtsmissbr�uchliches Verhalten der Anwaltspr�fungskommission bzw. des betreffenden Examinators ist jedenfalls nicht ersichtlich.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde unbegr�ndet ist, soweit darauf eingetreten werden kann.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdef�hrer grunds�tzlich kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1 OG). Er hat indessen ein Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt. Da er jedoch auch auf Aufforderung des Bundesgerichts hin keine Belege f�r seine Bed�rftigkeit eingereicht hat und die der Beschwerdeschrift beiliegenden Kontoausz�ge zu deren Nachweis nicht taugen, ist das Begehren um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer und dem Obergericht des Kantons Z�rich, Anwaltspr�fungskommission, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 8
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 30
 BGE 
 Art. 285
 Art. 8
 BGE 
 Art. 8
 Art. 27
 Art. 27
 Art. 1
 BGE 
 Art. 90
 BGE 
 Art. 90