Source: http://palikanon.com/khuddaka/jataka/j450.htm
Timestamp: 2017-07-27 16:47:23+00:00

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Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 450. Die Erzählung von Bilarikosiya (Bilarikosiya-Jātaka) [1]
„Auch ungekocht geben die Braven“ §A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen dem Almosen Spenden ergebenen Mönch. Seitdem nämlich dieser die Predigt des Erhabenen vernommen hatte und in seiner Lehre Mönch geworden war, war er dem Almosen Spenden ergeben und hatte seine Lust am Almosen Spenden. Die Speise, mit der seine Almosenschale gefüllt wurde, verzehrte er nie, ohne auch einem anderen davon zu geben; auch wenn er nur Wasser erhielt, trank er es nicht, ohne einem andern davon mitzuteilen: solche Freude hatte er am Almosen Geben.
§B. Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, nahm der Bodhisattva in einer Großkaufmannsfamilie seine Wiedergeburt. Als er herangewachsen war, verwaltete er sein Vermögen und erhielt nach seines Vaters Tode die Großkaufmannsstelle. Als er eines Tages sein Geld betrachtete, kam ihm folgender Gedanke: „Das Geld ist da; die es aber erworben haben, die sind nicht mehr da. Es kommt mir zu, das Geld auszugeben und Almosen davon zu spenden.“ Er ließ eine Almosenhalle errichten und spendete zeitlebens reiche Almosen. Bei seinem Lebensende ermahnte er noch seinen Sohn: „Höre mit dieser Gewohnheit des Almosen Spendens nicht auf“, und wurde in der Welt der dreiunddreißig Götter als der Gott Sakka wiedergeboren. Auch sein Sohn spendete ebenso Almosen, ermahnte auch seinen Sohn dazu und wurde am Ende seines Lebens als der Göttersohn Canda (= „Mond“) wiedergeboren. Dessen Sohn wurde der Gott Suriya (= „Sonne“), dessen Sohn der Wagenlenker Mātali [2] und dessen Sohn wurde als der junge Musiker Pancasikha wiedergeboren.
§1. „Auch ungekocht geben die Braven die Speise gerne, die sie haben; doch dass du Speise kochst und trotzdem nichts gibst, das ist für dich nicht passend. §2. Aus Geiz oder Nachlässigkeit wird eine Gabe nicht gespendet; doch wer ein gutes Werk will tun, der möge geben, wenn er weise.“ Als jener diese Worte vernahm, sagte er: „Gehe darum in das Haus hinein und setze dich nieder, du wirst ein wenig erhalten.“ Sakka ging hinein und setzte sich nieder, indem er die Verse wiederholte. Darauf kam Canda und bat um Speise. Als jener ihm sagte: „Es ist für dich keine Speise da; gehe!“, antwortete Canda: „Du großer Großkaufmann, drinnen sitzt ein Brahmane; ich glaube, es wird Brahmanenkuchen geben. Auch ich werde hineingehen.“ Zwar versetzte der Kaufmann: „Es gibt keine Kuchen, o Brahmane, gehe nur wieder fort!“; aber Canda erwiderte: „Du großer Großkaufmann, bitte, höre dir diesen Vers an!“, und er sprach die folgenden zwei Strophen:
§3. „(Wovor aus Furcht ein Geiziger nichts gibt, das eben ist sein Los, wenn er nichts spendet [4].) Das Hungerleiden und der Durst, wovor ein Geiziger sich fürchtet, das eben steht bevor dem Toren in dieser und der andern Welt. §4. Darum bezwinge man den Geiz, man schenke und besieg' den Fehler; die guten Werke sind die Rettung der Wesen in der andern Welt.“ Als der Kaufmann auch dessen Worte vernommen, sagte er: „Gehe also hinein; du wirst ein wenig erhalten.“ Canda ging hinein und setzte sich neben Sakka. — Nachdem sodann Suriya eine kleine Weile hatte verstreichen lassen, kam er herbei, bat auch um Speise und sprach die folgenden zwei Strophen:
§5. „Schwer ist zu schenken für die Spender; es ist für sie ein schweres Werk. Nicht bringt 's zu Stande, wer nicht weise: schwer ist der Weisen Art zu lernen. §6. Darum für Weise und Unweise das nächste Dasein ist verschieden; zur Hölle wandern die Unweisen, die Weisen aber in den Himmel [5].“ Da der Großkaufmann keinen Ausweg fand, sagte er: „Gehe darum hinein und setze dich zu den Brahmanen; du wirst ein wenig erhalten.“ — Nachdem sodann Mātali eine kleine Weile hatte verstreichen lassen, kam er herbei und bat um Speise. Gleichzeitig mit der abweisenden Antwort des Kaufmanns sprach er folgende siebente Strophe:
§7. „Bei kleiner Habe geben manche, bei Reichtum andere nicht spenden; doch gilt die Gabe, die vom Kleinen gespendet wird, so viel wie tausend.“ Auch diesem sagte jener: „Gehe darum hinein und setze dich nieder.“ — Nachdem kurze Zeit vergangen war, kam auch Pancasikha herbei und bat um Speise. Als er hörte: „Es ist nichts da, gehe!“, antwortete er: „Wohin bin ich nicht schon vorher gegangen! In diesem Hause wird Brahmanenbackwerk sein, glaube ich.“ Und indem er jenem die Wahrheit zu verkündigen begann, sprach er folgende achte Strophe:
§8. „In Tugend wandelt, wer auch nur von Abfall lebt und Weib und Kind ernährt, wenn er vom Wen'gen gibt; wer aber hunderttausend opfert, ist doch nicht wert ein Sechzehntel von einem solchen.“ Als der Großkaufmann diese Worte des Pancasikha hörte, dachte er darüber nach. Indem er nach dem Grunde dieses Unwerts fragte, sprach er folgende neunte Strophe:
§9. „Warum kommt solch ein großes, so kostbares Opfer an Wert nicht dem gleich, was die Tugend spendet? Warum ist der, der hunderttausend opfert, ein Sechzehntel nicht wert von einem solchen?“ Um ihm dies zu verkündigen, sprach Pancasikha folgende Schlussstrophe:
§10. „Es spenden manche, die im Unrecht leben, die andre quälen, töten und betrüben; doch diese Gabe, die voll Qual und Tränen [6], hat nicht den Wert des tugendhaft Gegeb'nen. Darum ist der, der hunderttausend opfert, ein Sechzehntel nicht wert von einem solchen.“ Als jener aber so von Pancasikha die Wahrheit vernommen, sagte er auch: „Gehe also in das Haus hinein und setze dich nieder; du wirst ein wenig erhalten.“ Dieser ging hinein und setzte sich neben die anderen.
§C. Sodann verband er das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war der Großkaufmann dieser sich am Almosen Spenden erfreuende Mönch, Canda war Sāriputta, Suriya war Mogallāna, Mātali war Kassapa, Pancasikha war Ānanda; der Gott Sakka aber war ich.“
[2] Mātali und der folgende Pancasikha sind die bekanntesten Personen aus Indras (Sakkas) Hofstaat.
[5] Diese 2 Strophen stehen auch im Jātaka 180 Strophen 1-2.
[7] Ein kleines Maß; vgl. Jātaka 321 Anm. 1. [und Jātaka 107 Anm. 3.]

References: §1
 §2

§3
 §4

§5
 §6

§7

§8

§9

§10