Source: http://berichte.wacker.com/2016/geschaeftsbericht/anhang/weitere-informationen/corporate-governance.html
Timestamp: 2017-07-21 04:36:40+00:00

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Corporate Governance - Wacker Chemie AG Geschäftsbericht 2016
Corporate Governance ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und die verantwortungsbewusste Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die Wacker Chemie AG misst den Regeln ordnungsgemäßer Corporate Governance große Bedeutung bei. Der Vorstand berichtet in diesem Bericht – zugleich auch für den Aufsichtsrat – gemäß Ziffer 3.10 des deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) über die Corporate Governance sowie gemäß §§ 289 a Abs. 1, 315 Abs. 5 HGB über die Unternehmensführung.
Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2016 intensiv mit der Corporate Governance des Unternehmens und den Empfehlungen des Kodex in der aktuellen Fassung vom 5. Mai 2015 auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2016 die nachfolgende Entsprechenserklärung beschlossen. Die Entsprechenserklärung wurde der Öffentlichkeit auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
a) Selbstbehalt bei D & O-Versicherung für AufsichtsratsmitgliederGesetz und Satzung setzen dem Aufsichtsrat feste Grenzen, auf die Geschäftstätigkeit einer Aktiengesellschaft Einfluss zu nehmen. Nach § 76 Absatz 1 Aktiengesetz leitet der Vorstand die Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Über die Mitwirkung des Aufsichtsrats an der Festlegung der Grundzüge der Unternehmensstrategie hinaus sind die Möglichkeiten des Aufsichtsrats zur Einwirkung auf deren Umsetzung oder das operative Geschäft begrenzt. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Abwendung von Schäden für das Unternehmen. Da darüber hinaus die Mitglieder des Aufsichtsrats im Vergleich zur Vergütung des Vorstands lediglich eine relativ geringe Aufwandsentschädigung bekommen, halten wir vor diesem Hintergrund die Vereinbarung eines Selbstbehalts für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht für sinnvoll.
b) Bildung eines Nominierungsausschusses im AufsichtsratDer Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt. Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind aufgrund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde.
c) Bekanntgabe von Kandidatenvorschlägen für den Aufsichtsratsvorsitz an die AktionäreNach dieser Empfehlung sollen die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz den Aktionären bekannt gegeben werden, obwohl der Aufsichtsrat in der Regel noch nicht gewählt ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats „aus seiner Mitte“ von den Aufsichtsräten zu wählen ist. Eine Bekanntgabe der Kandidaten für den Vorsitz aus dem Kreis von Aufsichtsräten, die noch nicht einmal gewählt sind, ist auch vom Gesetz nicht vorgesehen und würde darüber hinaus zu einer weiteren vom Gesetz nicht vorgesehenen faktischen Vorfestlegung führen. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.
d) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG erfüllt in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung die Anforderungen des Kodex im Hinblick auf eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüber hinausgehende Festlegung eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt.
e) Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum AufsichtsratNach dieser Empfehlung soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festlegen. Eine solche allgemeingültige Regelgrenze ist nach unserer Auffassung nicht erforderlich, sondern wir halten eine individuelle Betrachtung der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats für zielführender. Dies gilt insbesondere, da der Kodex ohnehin eine Selbstprüfung des Aufsichtsrats und seiner Mitglieder im Rahmen der regelmäßigen Effizienzprüfung vorsieht. Eine Regelgrenze würde darüber hinaus die Freiheit des Mehrheitsaktionärs einschränken, seine unternehmerische Verantwortung durch die Auswahl seiner Vertreter im Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen wahrzunehmen.
f) Befristung von Anträgen auf gerichtliche Bestellung eines AufsichtsratsmitgliedsNach dieser Empfehlung sollen Anträge auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung befristet sein. Die Empfehlung wird von uns nicht befolgt. Vorschläge für einen durch das Gericht zu bestellenden Kandidaten werden im Vorfeld ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abgestimmt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse wäre die nachfolgende Wahl desselben Kandidaten in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung lediglich eine Bestätigung seiner Bestellung, die aus unserer Sicht überflüssig ist.
Aktionäre und HauptversammlungAktionäre und Öffentlichkeit transparent informieren
WACKER verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens – Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten und Medien – sowie die interessierte Öffentlichkeit, gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. Wichtige Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf unserer Webseite veröffentlicht ist. Die Kapitalmarktteilnehmer stehen in engem Kontakt zu unserem Investor-Relations-Team. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung. Regelmäßig sind wir auf Roadshows und Anlegerkonferenzen. Einmal im Jahr richten wir eine Analystenveranstaltung aus. Wichtige Präsentationen können im Internet frei eingesehen werden. Dort finden Sie auch sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen in deutscher und englischer Sprache sowie den Online-Geschäftsbericht, alle Zwischenberichte und den Nachhaltigkeitsbericht. Weitere Informationen bieten die Online-Kundenzeitschrift, die Medienbibliothek und das PodcastCenter. www.wacker.com
Vermeidung von / Umgang mit Interessenkonflikten: Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beinhaltet bereits umfassende Regelungen zur Verhinderung und zum Umgang mit Interessenkonflikten von Aufsichtsratsmitgliedern. Darüber hinaus strebt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Verhinderung von Interessenkonflikten an und wird dieses Ziel auch bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen.
Vielfalt und angemessene Vertretung von Frauen: Das im Dezember 2010 gesetzte Ziel, die Anzahl der weiblichen Vertreter auf mindestens zwei – hiervon jeweils eine Vertreterin der Anteilseigner- und der Arbeitnehmerseite – zu erhöhen, wurde bereits 2013 erreicht. Zur Erfüllung der Anforderungen des am 01. Mai 2015 in Kraft getretenen „Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“, wonach sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzt, siehe weiter unten unter „Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 AktG“.
Eine Altersgrenze ist bereits in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat enthalten. Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 05. Mai 2015 zur Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2016 dargelegten Gründen nicht gefolgt.
Dadurch, dass Mitglieder des Aufsichtsrats nicht gleichzeitig dem Vorstand angehören können, ist bereits strukturell ein hohes Maß an Unabhängigkeit bei der Überwachung des Vorstands sichergestellt. Dem Aufsichtsrat gehört eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Der weitergehenden Empfehlung in Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner Fassung vom 5. Mai 2015 zur Festlegung einer konkreten Anzahl unabhängiger Mitglieder wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2016 dargelegten Gründen nicht gefolgt.
Der Aufsichtsrat berücksichtigt die von ihm beschlossenen Ziele bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den im Dezember 2010 gesetzten Zielen. Die Altersgrenze wird eingehalten.
Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung des Vorsitzenden. Er behandelt ferner die Vorstandsverträge und erarbeitet das System der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der Vorstandsmitglieder festsetzt. Der Präsidialausschuss setzte sich im Geschäftsjahr 2016 zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzendem sowie den Aufsichtsratsmitgliedern Anton Eisenacker und Franz-Josef Kortüm. Mit Wirkung ab 01. Januar 2017 rückte der neue stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Köppl gemäß Geschäftsordnung für den zum 31. Dezember 2016 aus dem Aufsichtsrat ausgeschiedenen bisherigen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Anton Eisenacker in den Präsidialausschuss nach.
Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Zu diesem Zweck obliegt ihm die Vorprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags zur Gewinnverwendung. Darüber hinaus erörtert und prüft er die Halbjahresfinanzberichte und die Quartalsfinanzzahlen. Der Prüfungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung, wen dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Entsprechend der Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt er den Prüfungsantrag an den Abschlussprüfer und legt die Prüfungsschwerpunkte fest. Er überwacht die Abschlussprüfung, insbesondere die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Darüber hinaus ist der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit der internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems und Fragen der Compliance befasst. Mitglieder dieses Ausschusses waren im Geschäftsjahr 2016 Franz-Josef Kortüm als Vorsitzender, Dr. Peter-Alexander Wacker und Anton Eisenacker. Nach dem Ausscheiden von Anton Eisenacker zum Jahresende wurde Manfred Köppl als neues Mitglied des Prüfungsausschusses mit Wirkung ab 01. Januar 2017 gewählt.
Ferner besteht der gesetzlich zu bildende Vermittlungsausschuss mit den ihm gesetzlich zugewiesenen Aufgaben, dem 2016 Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzender sowie Anton Eisenacker, Franz-Josef Kortüm und Manfred Köppl angehörten. Seit 01. Januar 2017 gehören dem Ausschuss Dr. Peter-Alexander Wacker, Manfred Köppl, Franz-Josef Kortüm und Eduard-Harald Klein an.
Verantwortlich dafür ist das Compliance-Management von WACKER. Das Unternehmen hat in Deutschland, Norwegen, den USA, China, Japan, Indien, Korea, Brasilien, Mexiko, Norwegen, Singapur, Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Taiwan Compliance-Beauftragte ernannt und ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Mitarbeiter und beraten, informieren und schulen zum Thema Compliance.
Neben unserer Vision und unseren Zielen bilden unsere Verhaltensgrundsätze die dritte Säule der WACKER-Unternehmensleitlinien. Diese Grundsätze – in fünf Codes festgehalten – regeln, wie die Unternehmensziele erreicht werden sollen. Ein Regelwerk aus Richtlinien und Anweisungen ergänzt die Codes.
Die Codes sind unter www.wacker.com/cms/de/wacker_group/wacker_facts/policy/policy.jsp abrufbar.
Personen die Führungsaufgaben wahrnehmen (bei der Wacker Chemie AG sind dies die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats) sowie zu diesen in enger Beziehung stehende Personen sind nach Art. 19 MAR verpflichtet, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Gesellschaft eigene Geschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Gesellschaft oder damit verbundener Derivate oder anderer damit verbundener Finanzinstrumente innerhalb von drei Geschäftstagen mitzuteilen. Eine Meldepflicht besteht jedoch nur, wenn das Gesamtvolumen der von der betreffenden Person getätigten Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres 5.000 € übersteigt.
Im Jahr 2016 sind von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie deren meldepflichtigen nahestehenden Personen keinerlei meldepflichtigen Geschäfte mitgeteilt worden.
Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen nach § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 AktG
Das am 01. Mai 2015 in Kraft getretene „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ verlangt, dass sich der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzt. Diese Anforderungen gelten erstmals für Neubestellungen ab 01. Januar 2016. Seit dem 01. Januar 2016 fanden weder auf Anteilseignerseite noch auf Arbeitnehmerseite Neubestellungen in den Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG statt, weshalb der Anteil an Frauen im Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2016 unverändert bei 12,5 Prozent lag (eine Anteilseignervertreterin und eine Arbeitnehmervertreterin). Für den zum Ablauf des 31. Dezember 2016 ausgeschiedenen Arbeitnehmervertreter Anton Eisenacker ist mit Wirkung zum 01. Januar 2017 automatisch das im Rahmen der letzten Aufsichtsratswahlen der Arbeitnehmer im März 2013 gewählte Ersatzmitglied Hansgeorg Schuster nachgerückt; da seine Wahl zum Ersatzmitglied bis zum 31. Dezember 2015 abgeschlossen war, war die neue gesetzliche Regelung nicht anwendbar. Der Anteil an Frauen im Aufsichtsrat liegt damit auch aktuell bei insgesamt 12,5 Prozent.
Der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG hat im September 2015 für den Frauenanteil im Vorstand der Gesellschaft eine Zielgröße von 0 und eine Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2017 beschlossen.
Ebenfalls mit einer Umsetzungsfrist bis jeweils zum 30. Juni 2017 hat der Vorstand der Wacker Chemie AG im September 2015 für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von zehn Prozent und für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von 17,5 Prozent beschlossen.

References: § 76
 § 76
 § 111
 Art. 19
 § 76
 § 111