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Timestamp: 2017-03-29 03:11:51+00:00

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Zum Thema: Beförderungserschleichung
Von xmitchx
Danke schonmal für eure Antworten. Verstoß melden
Würde mich sehr wundern, wenn aus diesem Verfahren mehr rauskommen würde als eine Einstellung, wenn sich das allerdings wiederholen sollte steht irgendwann ein Gerichtsverfahren an. -----------------
Status: Beginner (62 Beiträge, 22x hilfreich)
(manipulierter Fahrschein, radiert, ist ja auch als Urkundenfälschung zu sehen!?) 0x
Das mit der Urkundenfälschung habe ich übersehen. In der Tat könnte dann eine Anklage deswegen ins Haus stehen, allerdings ist auch noch eine Einstellung gegen Auflagen möglich. -----------------
Von DanniK
Status: Schüler (181 Beiträge, 14x hilfreich)
Siehe Beitrag "Kopierte Fahrkarte". Dort wurde ein rechtlich äquivalenter Fall besprochen. 0x
-- Editiert von xmitchx am 01.01.2007 18:21:40 0x
Aus meiner Sicht kommen Urkundenfälschung nach §267 StGB
in Tateinheit mit Betrug nach §263 StGB
in Betracht. Die von Ihnen benannte Leistungserschleichung gemäß §265a StGB
ist ein Auffangtatbestand, für den Fall, daß die Eigenschaft der Täuschung fehlt. Er tritt hinter dem Tatbestand des Betrugs zurück, da die Täuschung durch die Urkundenfäschung implizit vorlag. Ein Diebstahl liegt nicht vor, da keine Sache entwendet wurde. Die Frage, ob ein Beschuldigter bereits strafrechtlich und hier insbesondere einschlägig in Erscheinung trat, ist von erheblicher Bedeutung für die Strafzumessung. Im Falle eines Ersttäters, geringer Schuld und kleinem Schaden kommt eine etwa eine Einstellung ohne Auflagen nach §153 StPO
in Frage. Dies ist bei einem Wiederholungstäter auszuschließen. Dies gilt im Prinzip auf jeder Strafhöhe. Der Wiederholungstäter wird immer schlechter gestellt als der Ersttäter.
-- Editiert von DanniK am 01.01.2007 18:50:27 0x
Danke schonmal für die Hilfe bis jetzt! -- Editiert von xmitchx am 01.01.2007 18:57:44 0x
Es gibt aber Gründe für die Unterscheidung. Etwa entsteht dem Geschädigten beim Diebstahl einer Sache, die lediglich ideellen Wert besitzt kein bezifferbarer Vermögensschaden, während dies beim vollendeten Betrug gerade vorausgesetzt wird. Das Strafrecht ist derart umfassend, weil es darauf abzielt, jedes denkbare Unrecht zu erfassen und differenziert zu sanktionieren und so unterscheidet es eben zwischen Betrug und Diebstahl.
Das Strafmaß ist -wie sie sagen- abhängig von der strafrechtlichen Vorgeschichte des Delinquenten und von den speziellen Umständen der Einzeltat. 0x
Jetzt wird mir einiges klarer. Hätte jetzt nur noch 'ne Frage bezüglich des Ablaufes ...
Kommt erst die Anzeige (123recht.net Tipp: Strafanzeige stellen
oder gleich ein Strafbefehl oder beides zusammen?
Wie lange so was dauern kann frag ich lieber nicht. Nochmal ein Dankeschön. 0x
Für das Bemessung des Schuldmaßes, müssen nach §46 StGB
u.a. folgende Faktoren Berücksichtigung finden:
die Beweggründe und die Ziele des Täters, die Gesinnung, die aus der Tat spricht, und der bei der Tat aufgewendete Wille, das Maß der Pflichtwidrigkeit, die Art der Ausführung und die verschuldeten Auswirkungen der Tat.
Im letzten Punkt kommt auch die Bewertung der Schadenshöhe zum tragen. Bei einem Schaden 8 Euro ist dies sehr niedrig anzusetzen. Es kommt nicht nur auf die bloße Handlung an (Urkundenfälschung), sondern vielmehr auch auf das Ziel Ihrer Handlung an. Wenn sie nur einen geringen Vermögensvorteil erzielen wollten, ist dies zu ihren Gunsten zu berücksichtigen. 0x
Das Beförderungsunternehmen erstattet bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft Anzeige. Daraufhin wird die Polizei prüfen, ob der Verdacht einer Straftat vorliegt. In Ihrem Falle wird dies zu bejahen sein. Daraufhin erhalten Sie rechtliches Gehör, d.h. sie werden einen Anhörungsbogen erhalten, in dem Sie sich schriftlich äüßern können oder sie erhalten eine Vorladung zur polizeilichen Vernehmung. Als Beschuldigter einer Straftat können sie sich zu Tat äußern oder auch nicht, dies steht Ihnen frei. Sie müssen einer Vorladung zur polizeilichen Vernehmung auch nicht zwingend folgen. Aufgrund der Ermittlungsergebnisse wird die Staatsanwaltschaft dann entscheiden, welche Rechtsfolgen sie für tatangemessen hält. Es kommen folgende Rechtsfolgen für Sie in Betracht: Einstellung ohne Auflagen gem. §153 StPO
, Einstellung gegen Auflagen (bsp. Geldauflage) gem. §153a StPO
, Strafbefehl gem. §407 StPO
(meistens Geldstrafe aber u.U. auch Freiheitsstrafe auf Bewährung und andere Rechtsfolgen) oder Erhebung der Anklage- in diesem Fall würde Ihnen eine Anklageschrift zugestellt und es würde zur öffentlichen, mündlichen Hauptverhandlung vor Gericht kommen.
Wie das Verfahren endet, hängt von den Tatumständen und Ihrer Vorgeschichte ab. Im Falle, daß Sie noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sind, werden Sie nach meiner Einschätzung u.U. mit einer Einstellung -mit oder ohne Auflagen-rechnen können. -- Editiert von DanniK am 01.01.2007 19:46:57 0x
Von pauline_wulf
auch ich wurde mit einem manipulierten fahrausweis erwischt, allerdings im bus (schaden: 1,70€). auch bei mir kam ein brief mit 40€ bußgeld plus fahrpreis ins haus und schon einige tage später die vorladung von der polizei.
das bußgeld habe ich bezahlt, würde nun gerne wissen, was mich erwartet und obs klug wär, angaben zu machen oder eher nich und ob das dann im polizeilichen führungszeugnis stehen wird. ich dake schon mal für nen kleinen tipp im voraus! 0x
Status: Lehrling (1229 Beiträge, 100x hilfreich)
klingt nicht gerade glaubwürdig, daß sie das nicht gemerkt haben, falls sie dies wirklich nicht gemerkt haben sind sie wegen fehlen der subj. komponente straflos...... 0x
Von ohhmann
Vielen Dank schonmal im Vorraus. 0x
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References: §267
 §263
 §265
 §153
 §46
 §153
 §153
 §407