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Timestamp: 2019-03-26 05:13:01+00:00

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BGH, 13.11.2003 - III ZR 70/03 - dejure.org
BGB §§ 683, 670; Bay PAG Art. 9, 55
Geschäftsführung ohne Auftrag: Auch-fremdes Geschäft bei öffentlich-rechtlicher Gefahrenabwehr; Tierhalterhaftung bei Nutztier (§ 833 S. 2 BGB)
Anspruch auf Schadensersatz wegen Knalltraumas eines Polizisten nach Schuss; Einfangen eines entwichenen Rinds durch Polizei auf der Autobahn; Geschäftsführung ohne Auftrag (GoA) der Verwaltung für den Bürger; Fehlender Fremdgeschäftsführungswille bei Gefahrenabwehr; Ersatzmöglichkeit über polizeirechtliche und ordnungsrechtliche Regelungen; Ausschluss privater Tätigkeit bei Ausführung einer Diensthandlung; Exkulpation bzgl. Verrichtungsgehilfen; Verwendung eines Kopfstricks zum Festhalten eines Rinds
BGB §§ 683 670; BayPAG Art. 9, Art. 55
Polizeirecht - Dienstliches Handeln ist immer hoheitliche Tätigkeit
BGHZ 156, 394
NJW 2004, 513
MDR 2004, 448 (Ls.)
NVwZ 2004, 373
NZV 2004, 131
VersR 2004, 782
DVBl 2004, 516
DÖV 2004, 300
Ein gerichtliches Geständnis kann sich jedoch nur auf Behauptungen beziehen, welche die Gegenpartei vorgetragen hat (vgl. BGH, Urteil vom 29. September 1989 - V ZR 326/87, NJW 1990, 392, 393; vom 13. November 2003 - III ZR 70/03, NJW 2004, 513, 515 f).
BVerwG, 26.04.2018 - 3 C 24.16
Die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs über die Geschäftsführung ohne Auftrag (§ 677 ff. BGB) sind im öffentlichen Recht vorbehaltlich abschließender Sonderregelungen grundsätzlich entsprechend anwendbar (vgl. BVerwG, Urteile vom 6. September 1988 - 4 C 5.86 - BVerwGE 80, 170 und vom 28. Oktober 1999 - 7 A 1.98 - BVerwGE 110, 9 ; Beschlüsse vom 28. März 2003 - 6 B 22.03 - Buchholz 442.066 § 53 TKG Nr. 2 S. 10 …und vom 22. Februar 2018 - 9 B 6.17 [ECLI:DE:BVerwG:2018:220218B9B6.17.0] - juris Rn. 6; BGH, Urteil vom 13. November 2003 - III ZR 70/03 - NVwZ 2004, 373 ).
BGH, 20.12.2006 - IV ZR 325/05
Voraussetzungen der Eintrittspflicht der privaten Haftpflichtversicherung
Zwar können die §§ 677 ff. BGB grundsätzlich auch im Verhältnis zwischen Verwaltungsträger und Privatperson anwendbar werden; es ist aber schon fraglich, ob ein Handeln im hoheitlichen Pflichtenkreis es zugleich erlaubt, ein bürgerlich-rechtliches Geschäft zu führen (vgl. BGHZ 156, 394, 397 f.).
Denn die Vorschriften des Eisenbahnkreuzungsgesetzes und der 1. Eisenbahnkreuzungsverordnung, die in ihrem Anwendungsbereich erschöpfende und Ansprüche aus öffentlich-rechtlicher und zivilrechtlicher Geschäftsführung ohne Auftrag ausschließende Erstattungsregelungen treffen (OVG Sachsen-Anhalt…, Urteil vom 30. Mai 2001 - 1 L 205/00, juris Ls. 5 und Rn. 40 und 60; vgl. auch Senat, Urteile vom 13. November 2003 - III ZR 70/03, BGHZ 156, 394, 398 …und vom 19. Juli 2007 - III ZR 20/07, NVwZ 2008, 349 Rn. 9 zu ähnlichen Fallgestaltungen und BVerwGE 65, 346, 355 zur Spezialität des Eisenbahnkreuzungsrechts gegenüber dem allgemeinen Straßen- und Eisenbahnrecht), sind nicht anwendbar.
Die Annahme einer privatrechtlichen Geschäftsführung ohne Auftrag der Verwaltung für den Bürger verbietet sich nicht einmal dann ohne weiteres, wenn die öffentliche Hand bei dem betreffenden Vorgang hauptsächlich zur Erfüllung öffentlich-rechtlicher Pflichten tätig geworden ist (st. Rspr.: vgl. nur Senat, Urteile vom 13. November 2003, aaO S. 397 …und vom 19. Juli 2007, aaO Rn. 8;… Beschluss vom 26. November 2015 - III ZB 62/14, BeckRS 2015, 20626 Rn. 10; BGH, Urteile vom 20. Juni 1963 - VII ZR 263/61, BGHZ 40, 28, 30 und vom 24. Oktober 1974 - VII ZR 223/72, BGHZ 63, 167, 169 f).
BGH, 26.11.2015 - III ZB 62/14
Rechtswegabgrenzung zwischen Zivil- und Verwaltungsgerichten: Abgrenzung zwischen …
Die Annahme einer privatrechtlichen Geschäftsführung ohne Auftrag der Verwaltung für den Bürger verbietet sich nicht einmal dann ohne weiteres, wenn die öffentliche Hand bei dem betreffenden Vorgang hauptsächlich zur Erfüllung öffentlich-rechtlicher Pflichten tätig geworden ist (st. Rspr.; vgl. nur Senatsurteile vom 13. November 2003 - III ZR 70/03, BGHZ 156, 394, 397 …und vom 19. Juli 2007 - III ZR 20/07, WM 2007, 2123 Rn. 8; BGH, Urteile vom 20. Juni 1963 - VII ZR 263/61, BGHZ 40, 28, 30 und vom 24. Oktober 1974 - VII ZR 223/72, BGHZ 63, 167, 169 f).
BGH, 07.09.2005 - XII ZR 316/02
Rückabwicklung der Zuwendung eines von der Großmutter des geschiedenen Ehegatten …
Dabei kann dahinstehen, ob - wie die Revision meint - in diesem Vortrag überhaupt eine Tatsachenbehauptung zu finden ist, der Beklagte sich eine solche Behauptung zu eigen gemacht hat und die Großmutter diese Behauptung - weil zugestanden - später nicht mehr widerrufen konnte (zur möglichen Bindungswirkung eines vorweggenommenen Geständnisses etwa BGH Urteil vom 13. November 2003 - III ZR 70/03 - NJW 2004, 513, 515 f.;… Zöller/Greger ZPO 25. Aufl. § 288 Rdn. 3 a).
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats ist aber ein - grundsätzlich auch im Verhältnis zwischen (hoheitlich handelnden) Verwaltungsträgern und Privatpersonen möglicher - Rückgriff auf den Aufwendungsersatzanspruch nach §§ 683, 670 BGB dann ausgeschlossen, wenn vorrangige einschlägige Regelungen über die Erstattung von Kosten und Auslagen für die betreffenden Maßnahmen bestehen (vgl. Urteile vom 13. November 2003 - III ZR 70/03, BGHZ 156, 394, 397 ff m.zahlr.w.N.;… vom 19. Juli 2007 - III ZR 20/07, NVwZ 2008, 349 Rn. 8 f;… Staudinger/Bergmann, aaO, Vorbem zu §§ 677 ff Rn. 283).
BGH, 19.07.2007 - III ZR 20/07
Erstattung der Kosten des Technischen Hilfswerks bei Einsatz zur Gefahrenabwehr
Die Annahme einer Geschäftsführung ohne Auftrag der Verwaltung für den Bürger verbietet sich nicht einmal dann ohne weiteres, wenn die öffentliche Hand bei dem betreffenden Vorgang hauptsächlich zur Erfüllung öffentlich-rechtlicher Pflichten tätig geworden ist (st. Rspr.; vgl. insbesondere Senatsurteil BGHZ 156, 394, 397 f m.zahlr.w.N., auch zu den gegen diese Betrachtungsweise im Schrifttum erhobenen Bedenken).
Bei solchen Fallgestaltungen ist der Rückgriff auf den Aufwendungsersatzanspruch nach §§ 683, 670 BGB jedoch dann ausgeschlossen, wenn vorrangige einschlägige Regelungen über die Erstattung von Kosten und Auslagen für die betreffenden Maßnahmen der Gefahrenabwehr bestehen (Senatsurteil BGHZ 156, 394, 398 ff).
vgl. BGH, Urteil vom 13. November 2003 - III ZR 70/03 -, BGHZ 156, 394; Seiler, a. a. O., Vor § 677 Rn. 31; Ossenbühl/Cornils, Staatshaftungsrecht, 6. Aufl., S. 414 ff.
- BGH, Urteil vom 13. November 2003 - III ZR 70/03 -, a. a. O. - zugrunde lag, kam eine Ersatzvornahme zur Durchsetzung ordnungsrechtlicher Verpflichtungen der Beklagten schon im Ansatz nicht in Betracht, so dass durch die Anwendung der Vorschriften der §§ 677 ff. BGB keine spezialgesetzlichen und damit vorrangigen Eingriffs- und/oder Erstattungsregelungen unterlaufen werden.
BGH, 17.12.2009 - III ZB 47/09
Qualifizierung der Wahrnehmung der rettungsdienstlichen Notfallversorgung in …
d) Unbehelflich ist schließlich der im Ausgangspunkt zutreffende Hinweis der Beschwerde, eine Geschäftsführung sei nicht stets schon dann ausschließlich öffentlich-rechtlicher Natur, wenn der Geschäftsführer hauptsächlich zur Erfüllung einer hoheitlichen Aufgabe gegenüber dem Geschäftsherrn tätig geworden sei (vgl. z. B. Senatsurteile BGHZ 156, 394, 397 m. w. N. und 19. Juli 2007 - III ZR 20/07 - WM 2007, 2123 Rn. 8), und ein zivilrechtlicher Aufwendungsersatzanspruch sei deshalb nicht schon dann ausgeschlossen, wenn für die Geschäftsführung öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen gälten (…vgl. Senatsurteil vom 19. Juli 2007 aaO).
Nach der Rechtsprechung des Senats bleibt kein Raum für den Rückgriff auf die Aufwendungsersatzregelungen der zivilrechtlichen Geschäftsführung ohne Auftrag, wenn Bestimmungen über die Erstattung von Auslagen und Kosten für die betreffenden Maßnahmen bestehen, die sich als insoweit abschließende Regelung darstellen (Senatsurteile BGHZ 156, 394, 398 f …und vom 19. Juli 2007 aaO Rn. 9).
OVG Nordrhein-Westfalen, 14.03.2013 - 6 A 1760/11
OVG Schleswig-Holstein, 05.03.2015 - 4 LB 10/14
Kostenersatz für Bundespolizei aus Anlass eines Einsatzes in einem Seenotfall, …
OVG Nordrhein-Westfalen, 16.02.2007 - 9 A 4239/04
Gemeinden können für die Beseitigung von Ölspuren im öffentlichen Straßenraum …
OLG Hamburg, 04.07.2014 - 6 W 22/14
Binnenschifffahrt: Beseitigung von Schifffahrtsgefahren durch die Bundesrepublik …
OVG Sachsen, 17.04.2012 - 2 A 520/11
Erstattung der Kosten für in der Schule erstellte Kopien von Arbeitsblättern …
Ölspur; Straße; Nassreinigung; Schadensersatz; Gefahrenabwehr; doppeldeutiges …
OVG Niedersachsen, 06.04.2018 - 11 LC 21/17
Kosten für Feuerwehreinsatz
OVG Schleswig-Holstein, 05.03.2015 - 4 LB 11/14
Kostenhaftung nach dem BPolG für Einsatz anlässlich eines Seenotfalles; …
AG Berlin-Charlottenburg, 17.07.2013 - 214 C 300/12
Geschäftsführung ohne Auftrag: Notfallrettung durch Rettungswagen einer …
VG Oldenburg, 29.11.2012 - 11 A 4060/12
Verwaltungsrechtsweg für Kostenerstattung nach Feuerwehreinsatz
OLG Düsseldorf, 12.08.2008 - 24 U 139/07
Fälligkeit von Rechtsanwaltskosten für einen durch Prozessvergleich erledigten …
OLG Köln, 05.06.2009 - 3 U 201/08
Erstattung der Kosten für den Einsatz einer Werksfeuerwehr zur Bergung von durch …
VG Hannover, 07.11.2016 - 10 A 598/16
Feuerwehrkosten - Kein Aufwendungsersatzanspruch aus öffentlich-rechtlicher …
OLG Brandenburg, 30.07.2015 - 5 U 43/14
Wasserrecht: Ersatzpflicht des privaten Wasserentnehmers für den Ausgleich der …
OLG Hamm, 10.08.2005 - 11 U 175/04
Amtshaftungsanspruch nur bei Verletzung von Amtspflichten Dritten gegenüber - …
VG Münster, 20.01.2011 - 7 K 611/05
VG Ansbach, 11.03.2009 - AN 9 K 07.02369
Unzulässige Leistungsklage auf Kostenersatz nach Ersatzvornahme; zwingend …
VG München, 15.12.2016 - M 22 K 14.5771
Kostenersatzanspruch im Wege der Ersatzvornahme
AGH Nordrhein-Westfalen, 02.11.2012 - 2 AGH 10/12
Kostenerstattung für ein von der Rechtanwaltskammer beauftragtes Gutachten zum …
VG Würzburg, 30.06.2009 - W 4 K 08.1713
Rechtsweg; öffentlich-rechtliche Geschäftsführung ohne Auftrag

References: Art. 9
 Art. 9
 Art. 55
 § 53
 BGH 
 § 288
 § 677