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Timestamp: 2018-05-21 20:45:31+00:00

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Bestellung zum Steuerberater trotz Nichtabgabe einer Steuererklärung im Ausland
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| 28.12.2016 12:22 |
ich habe folgendes Problem. Ich habe bis vor Kurzem ein halbes Jahr mit einem sog. Working-Holiday-Visum in Australien verbracht. Dort habe ich auch gearbeitet, was mit meinem Visum auch erlaubt ist.
Allerdings habe ich keine Steuererklärung innerhalb der vorgeschriebenen Fristen beim australischen Finanzamt eingereicht und auch nicht vor, diese noch einzureichen. Dies hat den Hintergrund, dass ich Steuernachzahlungen befürchte, die ich mir aktuell nicht leisten kann.
Mein Berufswunsch ist es, Steuerberater und/oder Wirtschaftsprüfer in Deutschland zu werden. Wie wahrscheinlich ist es, dass das australische Finanzamt meinen Fall bis nach Deutschland verfolgt und ich mit einer Strafe in Deutschland rechnen muss, die mir meinem Berufswunsch verwährt? Ist es überhaupt möglich, einen solchen, vergleichsweise kleinen Delikt, bis nach Deutschland zu verfolgen, wo er dann theoretisch zu einem Eintrag ins Bundeszentralregister führen könnte?
Zur Information: Die Nachzahlung sollte sich auf ca. 900-1000 Australische-Dollar beschränken.
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§ 3 StGB bestimmt, dass das deutsche Strafrecht für Taten gilt, die im Inland begangen werden.
Zu beachten wäre aber aus meiner Sicht § 7 Absatz 2 Alt. 1 Nr. 1 StGB.
Danach gilt das deutsche Strafrecht u.a. für andere Taten, die im Ausland begangen werden, wenn die Tat am Tatort mit Strafe bedroht ist und wenn der Täter zur Zeit der Tat Deutscher war oder es nach der Tat geworden ist.
Das bedeutet, dass Sie für das in Australien begangene Steuerdelikt auch hier in Deutschland wegen einer Tat nach § 370 Absatz 1 Nr. 2 AO (Steuerhinterziehung) verurteilt werden könnten.
Bei einem verkürzten Betrag von EUR 1.000 müssten Sie mit 8 bis 15 Tagessätzen oder der Einstellung des Verfahrens nach § 153 a StPO gegen Zahlung einer Geldauflage rechnen.
Vor der Bestellung hat die Steuerberaterkammer zu prüfen, ob der Bewerber persönlich geeignet ist. Die Bestellung ist nach § 40 Absatz 2 Nr. 2 StBerG zu versagen, wenn der Bewerber
infolge strafgerichtlicher Verurteilung die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter nicht besitzt.
Die Bestellung ist nach § 46 Absatz 2 Nr. 2 StBerG zu widerrufen, wenn der Steuerberater oder Steuerbevollmächtigte
infolge strafgerichtlicher Verurteilung die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter verloren hat.
Im Hinblick auf den Verlust der Amtsfähigkeit kommt es hier auf die Vorschrift des § 45 StGB an.
Wer wegen eines Verbrechens zu Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt wird, verliert für die Dauer von fünft Jahren die Fähigkeit, öffentliche Ämter zu bekleiden und Rechte aus öffentlichen Wahlen zu erlangen.
Eines Verbrechens sind Sie jedenfalls nicht verdächtig, weil die von Ihnen begangene Steuerhinterziehung keine rechtswidrige Tat im Sinne des § 12 StGB darstellt, die im Mindestmaß mit Freiheitsstrafe von einem Jahr oder darüber bedroht ist.
Es handelt sich vielmehr um ein Vergehen im Sinne des § 12 Absatz 2 StGB.
Nach meiner Einschätzung müssen Sie sich demnach keine allzu großen Sorgen machen.
Bewertung des Fragestellers 30.12.2016 | 05:10
"Sehr gute Beratung! "
FRAGESTELLER 30.12.2016 5/5.0
Jahrelang keine Steuererklärung abgegeben und kein Geld für Nachzahlung.
Nichtabgabe Steuererklärung
Steuererklärung: reicht Lohnabrechnung für Nachweis ausländischer Einkünfte?
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References: § 3
 § 7
 § 370
 § 153
 § 40
 § 46
 § 45
 § 12
 § 12