Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20WD%2010.15
Timestamp: 2018-03-18 00:24:29+00:00

Document:
BVerwG, 28.08.2015 - 2 WD 10.15 - dejure.org
WDO §§ 91, 120 Abs. 1 Nr. 2; StPO § 275
§ 91 S 1 WDO 2002, § 120 Abs 1 Nr 2 WDO 2002, § 275 Abs 1 S 2 Halbs 1 StPO
Verfahrensmangel; Fünf-Wochen-Frist; Zurückverweisung; maßnahmenbeschränkte Berufung
StPO § 275; WDO § 91 S. 1; WDO § 120 Abs. 1 Nr. 2
TDG Nord, 02.12.2014 - TDiG N 6 VL 6/13
Beachtlich bleiben allerdings Aufklärungs- und Verfahrensmängel von solcher Schwere, die die Grundlage der Entscheidung über die Maßnahmebemessung - die tatsächlichen und disziplinarrechtlichen Feststellungen zur Schuld des Soldaten - erschüttern (vgl. BVerwG, Beschluss vom 28. August 2015 - 2 WD 10.15 - juris Rn. 10 m.w.N.).
Ein unter Verletzung von § 275 Abs. 1 StPO abgesetztes Urteil bietet nach der gesetzgeberischen Wertung keine hinreichende Gewähr für die Übereinstimmung der Gründe des Urteilstextes mit dem Ergebnis der Hauptverhandlung und der Beratung, so dass ein derartiger Verfahrensfehler die Grundlage der Bemessungsentscheidung des Senats erschüttert (BVerwG, Beschluss vom 28. August 2015 - 2 WD 10.15 - juris Rn. 11 m.w.N.).
Trotz des - unterstellten - schweren Verfahrensmangels hat der Senat auch bei einer maßnahmebeschränkten Berufung gemäß § 121 Abs. 2 WDO nach pflichtgemäßem Ermessen über eine Aufhebung und Zurückverweisung zu entscheiden (BVerwG, Beschluss vom 28. August 2015 - 2 WD 10.15 - juris Rn. 14).
Bei bereits überlangen Verfahren ist ein Wehrdienstgericht zu besondere Beschleunigung und damit hier zu vorrangiger Terminierung verpflichtet (vgl. BVerwG, Beschluss vom 28. August 2015 - 2 WD 10.15 - Rn. 18).

References: § 275

§ 91
 § 120
 § 275
 § 275
 § 91
 § 120
 § 275
 § 121