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Timestamp: 2016-10-27 09:03:22+00:00

Document:
6B_1078/2009 (13.12.2010)
6B_1078/2009
Dr. Tarkan G�ksu,
A.________, vertreten durch F�rsprecher Peter Huber,
Vergewaltigung, sexuelle N�tigung; �ffentlichkeit der Verhandlung; Willk�r,
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Freiburg, Strafappellationshof, vom 17. September 2009.
Das Bezirksstrafgericht Sense verurteilte X.________ am 18. M�rz 2008 wegen Vergewaltigung, sexueller N�tigung und versuchter Vergewaltigung, begangen am 16. Juli 2005 zum Nachteil von A.________; mehrfachen sexuellen Handlungen mit zwei Kindern, begangen zwischen Dezember 2005 und November 2006; sexueller N�tigung, begangen im April/Mai 2006; F�rderung der Prostitution, begangen im Herbst 2006 sowie mehrfachen Fahrens in fahrunf�higem Zustand, begangen am 9. M�rz 2007 und 3. Juni 2007, zu einer Freiheitsstrafe von 3 � Jahren, im Sinne einer Zusatzstrafe zum Urteil des Untersuchungsrichteramtes III Bern-Mittelland vom 20. Oktober 2005. Zudem verpflichtete es X.________, verschiedene Genugtuungszahlungen zu leisten.
X.________ erhob gegen das Urteil des Bezirksstrafgerichts Sense Berufung beim Strafappellationshof des Kantons Freiburg. Dieser wies am 17. September 2009 die Berufung ab und best�tigte das angefochtene Urteil.
X.________ f�hrt gegen das Urteil des Strafappellationshofs des Kantons Freiburg Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht. Er beantragt, das angefochtene Urteil sei aufzuheben, und er sei vom Vorwurf der Vergewaltigung, der versuchten Vergewaltigung sowie sexueller N�tigung, begangen am 16. Juli 2005 zum Nachteil von A.________, freizusprechen. F�r die �brigen Anklagepunkte sei er zu verurteilen. Die Strafe sei auf eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten festzulegen, unter Gew�hrung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Untersuchungsrichteramtes III Bern-Mittelland vom 20. Oktober 2005.
X.________ verlangt ferner die Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie die Verbeist�ndung durch Tarkan G�ksu als amtlichen Verteidiger im bundesgerichtlichen Verfahren.
Die Vorinstanz verzichtet auf eine Vernehmlassung. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden k�nne. A.________ beantragt die kostenf�llige Abweisung der Beschwerde.
Am 9. November 2006 fand der Vater der Beschwerdegegnerin 1 eine "Chatunterhaltung" auf ihrem Computer, die sie am Vortag mit einer unbekannten Person gef�hrt hatte. Darin erz�hlte sie, dass sie im Sommer 2005 durch K.O.-Tropfen gef�gig gemacht und von acht M�nnern vergewaltigt worden sei. Der Vater meldete der Polizei, dass A.________ von ihrem damaligen Bekannten und heutigen Beschwerdef�hrer und dessen Freunden mehrmals zum Geschlechtsverkehr sowie oralem Sex gezwungen worden sei. Diese Handlungen seien mit Handys gefilmt worden. Die polizeiliche Untersuchung f�rderte noch weitere Delikte zu Tage, die im vorliegenden Verfahren nicht mehr angefochten sind.
Das Beweisverfahren ergab gem�ss Vorinstanz, dass der Beschwerdef�hrer die Beschwerdegegnerin 1 am 16. Juli 2005 im Rahmen einer Gruppenvergewaltigung ("Gang Bang") unter Anwesenheit mehrerer Kollegen vergewaltigt und zu weiteren sexuellen Handlungen wie Analverkehr gen�tigt hatte.
2.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt in verfahrensrechtlicher Hinsicht, die Vorinstanz habe den Grundsatz der �ffentlichkeit der Verhandlung sowie das rechtliche Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt. Gem�ss Art. 30 Abs. 3 BV seien Gerichtsverhandlung und Urteilsverk�ndung �ffentlich. Art. 6 Ziff. 1 EMRK sehe ebenfalls die �ffentlichkeit der Verhandlung vor. Nach Art. 170 StPO/FR seien Verhandlungen vor Gericht grunds�tzlich �ffentlich, die �ffentlichkeit k�nne gem�ss Abs. 2 dieser Bestimmung nur auf ausdr�ckliche Anordnung des Richters ausgeschlossen werden. Es entspreche der Praxis, dass ohne Anordnung die Publikums�ffentlichkeit bei Verhandlungen gew�hrleistet sei. Art. 35 lit. e des Bundesgesetzes vom 23. M�rz 2007 �ber die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG; SR 312.5) sehe vor, dass das Opfer von Straftaten den Ausschluss der �ffentlichkeit von den Verhandlungen verlangen kann. Trotz gesetzlicher Vermutung eines �berwiegenden Interesses des Opfers am Ausschluss der �ffentlichkeit bei entsprechender Antragstellung habe der Richter gest�tzt auf Art. 6 EMRK eine Interessenabw�gung vorzunehmen, wenn die �brigen Prozessparteien nicht ausdr�cklich auf die �ffentlichkeit des Verfahrens verzichten w�rden. Vorliegend habe die Beschwerdegegnerin 1 offenbar einen solchen Antrag gestellt, dieser sei ihm jedoch nicht zur Kenntnis gelangt. Die Vorinstanz habe die Hauptverhandlung er�ffnet und den Ausschluss der �ffentlichkeit bekanntgegeben. Weder sei er hier�ber informiert worden, noch habe er Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten, zudem habe die Vorinstanz eine Interessenabw�gung unterlassen. Die Pers�nlichkeitsrechte des Opfers h�tten auch durch teilweisen Ausschluss der �ffentlichkeit gew�hrleistet werden k�nnen, indem etwa die Medien�ffentlichkeit gewahrt worden w�re.
2.2 Die Vorinstanz thematisiert in ihrem Urteil den Ausschluss der �ffentlichkeit im Rahmen der Hauptverhandlung nicht. Sie erw�hnt im Protokoll zur Hauptverhandlung vom 17. September 2009 lediglich: "Die Sitzung wird um 09.00 Uhr im Saal des Kantonsgerichts in Freiburg er�ffnet. Gem�ss Art. 170 Abs. 2 StPO und Art. 5 Abs. 3 OHG [recte: Art. 35 Abs. 3 OHG] findet sie unter Ausschluss der �ffentlichkeit statt."
2.3 Gem�ss Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jede Person das Recht darauf, dass �ber Streitigkeiten in Bezug auf ihre zivilrechtlichen Anspr�che und Verpflichtungen oder �ber eine gegen sie erhobene strafrechtliche Anklage von einem unabh�ngigen und unparteiischen, auf Gesetz beruhenden Gericht in einem fairen Verfahren �ffentlich und innerhalb angemessener Frist verhandelt wird. Die �ffentlichkeit der Gerichtsverhandlung stellt ein fundamentales Prinzip dar, das nicht nur f�r den Einzelnen wichtig ist, sondern ebenso als Voraussetzung f�r das Vertrauen in das Funktionieren der Justiz erscheint. Der Grundsatz der �ffentlichkeit bezieht sich sowohl auf die Partei�ffentlichkeit als auch auf die Publikums- und Presse�ffentlichkeit. Er umfasst unter anderem den Anspruch des Einzelnen, seine Argumente dem Gericht m�ndlich in einer �ffentlichen Sitzung vortragen zu k�nnen (Urteil des Bundesgerichts 1A_120/2004 vom 19. Oktober 2004 E. 2.3 mit Hinweisen, in: ZBl 106/2005 S. 305).
2.4 Nach Art. 35 lit. e OHG kann das Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Integrit�t u.a. verlangen, dass das Gericht die �ffentlichkeit von den Verhandlungen ausschliesst. Mit Blick auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK gilt diese Bestimmung jedoch nicht absolut. Vielmehr hat der Richter eine Interessenabw�gung vorzunehmen, wenn kein ausdr�cklicher Verzicht auf die �ffentlichkeit seitens der anderen Prozessparteien vorliegt. Ein grunds�tzlicher Ausschluss der Publikums�ffentlichkeit durch das OHG w�rde Art. 6 Ziff. 1 EMRK verletzen (so auch SUSANNE SCHAFFNER-HESS in: Peter Gomm/Dominik Zehntner, Kommentar zum Opferhilfegesetz, 3. Aufl. 2009, Art. 35 N. 17; MARK E. VILLIGER, Handbuch der Europ�ischen Menschenrechtskonvention, 2. Aufl. 1999, N. 449).
2.5 Ungeachtet der richterlichen Pflicht, eine Interessenabw�gung vorzunehmen, w�re vom anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrer allerdings zu erwarten gewesen, dass er sich aktiv um eine publikums- oder medien�ffentliche Hauptverhandlung im vorinstanzlichen Verfahren bem�ht h�tte. Dies gilt umso mehr, als bereits die erste Instanz den Ausschluss der �ffentlichkeit verf�gt hatte. Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben ist es nicht zul�ssig, verfahrensrechtliche Einwendungen, welche in einem fr�heren Verfahrensstadium h�tten geltend gemacht werden k�nnen, sp�ter noch vorzubringen (BGE 133 III 638 E. 2; 117 Ia 491 E. 2a). Nachdem der fr�here Verteidiger des Beschwerdef�hrers auf einen entsprechenden Antrag verzichtet hatte, stellte auch der jetzige Verteidiger im obergerichtlichen Verfahren keinen Antrag zur Durchf�hrung einer publikums- oder medien�ffentlichen Hauptverhandlung, sondern erstmals im bundesgerichtlichen Verfahren. Sein Verhalten bzw. sein Zuwarten widerspricht dem Grundsatz von Treu und Glauben. Ausserdem ist insofern der kantonale Instanzenzug nicht ersch�pft bzw. der Entscheid nicht letztinstanzlich im Sinne von Art. 80 Abs. 1 BGG (Urteil des Bundesgerichts 6B_317/2007 vom 16. Oktober 2007 E. 2 mit Hinweisen). Auf die R�ge ist nicht einzutreten.
3.1 Die Vorinstanz erachtet das Nachtatverhalten der Beschwerdegegnerin 1 (Dusche nach der Tat, R�ckkehr in die Wohnung wegen vergessenen iPods) nicht als derart aussergew�hnlich, um hieraus eine Einwilligung in die Tat ableiten zu k�nnen. Die Vorinstanz verweist auf das "bekannte psychologische Ph�nomen", wonach Opfer von Kriminalit�t oder solche, die Hab und Gut verloren h�tten, an vermeintlich trivialen Gegenst�nden h�ngen und diese als sehr wichtig einstufen w�rden. Dies sei Ausdruck des erlittenen Traumas.
Die Aussagen der Zeugin B.________ beschreibt die Vorinstanz mit Bezug auf den Verlauf des Abends der inkriminierten Handlung als glaubhaft. Andere Aussagen, wie etwa, dass die Beschwerdegegnerin 1 die Polizei wegen des Diebstahls des iPod informiert habe, um sich am Beschwerdef�hrer f�r das Beenden der Beziehung zu r�chen, erachtet die Vorinstanz hingegen als Schutzbehauptungen (angefochtenes Urteil, S. 10 f.).
Das Aussageverhalten der Beschwerdegegnerin 1 lasse darauf schliessen, dass sie sich aufgrund der Ereignisse gesch�mt habe und sich des Ausmasses des Geschehenen erst langsam bewusst geworden sei. Sie habe die Schuld f�r die Tat bei sich selber gesucht. Dass sie nach der Tat das Geschehene zu verdr�ngen versucht und sich gesch�mt habe, sei aus medizinisch-psychologischer Sicht ebenfalls nicht unerkl�rlich, sondern gem�ss Gutachten des Gerichtsexperten Dr. C.________, Psychiatrische Klinik K�nigsfelden, typisch f�r ein Opfer sexueller �bergriffe (angefochtenes Urteil, S. 8). Ferner spr�chen die Aussagen des Vaters und ihrer besten Freundin sowie die medizinischen Gutachten f�r den Vorfall, wie sie ihn geschildert habe. Ihre Darstellung, nicht in die sexuellen Handlungen eingewilligt zu haben, sei schl�ssig und glaubw�rdig. F�r die Glaubw�rdigkeit spreche auch, dass nicht sie es gewesen sei, welche die Anzeige bei der Polizei eingereicht habe, sondern ihr Vater (angefochtenes Urteil, S. 13 f.).
3.2 Der Beschwerdef�hrer macht eine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung (Art. 9 BV) sowie eine Verletzung der Unschuldsvermutung geltend (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Es existierten zu seinen Lasten lediglich zwei Beweismittel - die Aussagen der Beschwerdegegnerin 1 sowie der Umstand, dass diese ihre Chatunterhaltung vom 8. November 2006 spontan und ohne Absicht einer Strafanzeige gef�hrt habe. Die Vorinstanz habe ihre Aussagen als glaubhaft eingestuft, obwohl sie nicht immer pr�zise und konstant gewesen seien und die Beschwerdegegnerin 1 weitere Personen nachweislich zu Unrecht als Tatbeteiligte bezeichnet habe. Er habe hingegen konsequent und mit immer gleichlautenden Aussagen die angeblichen Taten bestritten (Beschwerde, S. 9 f.).
Zu seinen Gunsten sei ausserdem die von der Vorinstanz grunds�tzlich als glaubw�rdig eingestufte Zeugin B.________ zu ber�cksichtigen, die ihn entlaste und seine Aussagen im Wesentlichen best�tige. Weshalb die Vorinstanz einen Teil dieser Aussagen als glaubhaft, die anderen jedoch als unglaubhaft eingestuft habe, k�nne nicht �berzeugen und stelle eine Rosinenpickerei bei der Beweisw�rdigung dar (Beschwerde, S. 10 f.).
Es existierten erhebliche Zweifel an seiner Schuld, weil ein Massenvergewaltigungsopfer wie die Beschwerdegegnerin 1 nach allgemeiner Erfahrung nicht am Ort des Geschehens noch eine Dusche nehme, sich danach wieder ins Wohnzimmer zu ihren Peinigern begebe und hernach regelrecht weggeschickt werden m�sse, um unmittelbar danach infolge des vermissten iPods nochmals zur�ckzukehren (Beschwerde, S. 12 f.). Die Vorinstanz begr�nde nicht, welches "psychologische Ph�nomen" die Fixierung auf triviale Gegenst�nde bewirke, vielmehr sei diese Feststellung ohne Beizug eines psychiatrisch geschulten Experten eine unbewiesene Spekulation (Beschwerde, S. 12 f.).
Schliesslich best�nden zahlreiche weitere Unstimmigkeiten, die Zweifel am festgestellten Sachverhalt aufkommen liessen. So habe die Beschwerdegegnerin 1 auf die Frage, ob sie in den Gruppensex eingewilligt habe, nicht klar mit "nein", sondern lediglich unbestimmt geantwortet, was ein Massenvergewaltigungsopfer niemals tun w�rde. Die Feststellung, wonach sie sich nach der Tat "die Pille danach" besorgt habe, sei aktenwidrig, zumal die erste Instanz auf ein Aktenst�ck verwiesen habe, das nicht existiere (Beschwerde, S. 13 f.).
3.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich im Sinne von Art. 9 BV ist (BGE 133 II 249 E. 1.2.2), oder wenn sie auf einer Verletzung von schweizerischem Recht im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die R�ge der offensichtlich unrichtigen Feststellung des Sachverhalts pr�ft das Bundesgericht gem�ss Art. 105 Abs. 2 BGG nur insoweit, als in der Beschwerde explizit vorgebracht und substantiiert dargelegt wird, inwiefern der Entscheid an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 133 II 249 E. 1.4.3).
Willk�r im Sinne von Art. 9 BV liegt nach st�ndiger Rechtsprechung nur vor, wenn der angefochtene Entscheid auf einer unhaltbaren oder widerspr�chlichen Beweisw�rdigung beruht, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 136 IV 1 E. 1.7.1 mit Hinweis).
3.4.1 Die Vorinstanz setzt sich im Rahmen der Sachverhaltsfeststellung praktisch ausschliesslich mit den Aussagen der Beschwerdegegnerin 1 sowie der Zeugin B.________ auseinander. Die �brigen Tatbeteiligten, deren Anzahl und Identit�t die Vorinstanz nicht abschliessend festh�lt, bleiben unerw�hnt. Die Vorinstanz f�hrt entsprechend auch nicht aus, welche Aussagen diese Beteiligten zur Tat gemacht haben und wie diese zu werten sind. Sie verweist lediglich auf die - allgemein gehaltenen - erstinstanzlichen Ausf�hrungen, wonach das Beweisverfahren von der Uneinheitlichkeit und L�ckenhaftigkeit der Aussagen der Beteiligten gepr�gt gewesen sei (angefochtenes Urteil, S. 5). Dieser pauschale Verweis l�sst keine differenzierte Analyse der verschiedenen Aussagen erkennen.
3.4.2 Die ausf�hrlicher gew�rdigten Aussagen der Beschwerdegegnerin 1 stuft die Vorinstanz als glaubhaft ein. Der Beschwerdef�hrer weist allerdings richtigerweise darauf hin, dass diese Aussagen nicht immer pr�zise und konstant waren. Ihr Nachtatverhalten ist zwar entgegen dem Beschwerdef�hrer nicht derart ungew�hnlich, dass hierdurch ihre Aussagen als unglaubhaft einzustufen w�ren. Ihr Verhalten ist aus psychologischer Sicht denn auch durchaus nachvollziehbar. Die Vorinstanz leitet aus dem Nachtatverhalten allerdings ein starkes Indiz f�r die Glaubhaftigkeit der Aussagen ab, was zu weit f�hrt. Der Beschwerdef�hrer macht in diesem Zusammenhang zu Recht geltend, ohne Beizug eines psychiatrischen Experten sei das erw�hnte psychologische Ph�nomen einer Fixierung auf triviale Gegenst�nde nach einem traumatischen Ereignis (angefochtenes Urteil, S. 8) lediglich eine unbewiesene Spekulation.
Dass die Beschwerdegegnerin 1 versuchte, das Geschehene zu verdr�ngen und sich hierf�r sch�mte, l�sst sich ebenfalls nachvollziehen. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung erscheint dieses Verhalten aber nicht geradezu als typisch und zeigt namentlich nicht auf, ob und inwieweit sie zu den inkriminierten Handlungen gen�tigt wurde.
3.4.3 Die Aussagen der Zeugin B.________ werden von der Vorinstanz in Bezug auf den Ablauf des fraglichen Abends als glaubw�rdig bezeichnet, w�hrend sie die von ihr angegebene Begr�ndung, weshalb die Beschwerdef�hrerin 1 die Polizei informiert haben soll, als reine Schutzbehauptung einstuft (angefochtenes Urteil, S. 11). Bei der Aussagew�rdigung von B.________ steht die Motivation, weshalb die Beschwerdegegnerin 1 die Polizei alarmiert haben k�nnte, allerdings nicht im Vordergrund, zumal es sich um offensichtliche Vermutungen der Zeugin handelt. Der Beschwerdef�hrer wendet zudem zu Recht ein, die Vorinstanz begr�nde nicht, weshalb sie Teile der Aussagen als glaubhaft, andere aber als unglaubhaft einstuft. Entscheidend sind jedenfalls diejenigen �usserungen, welche im Sinne von Indizien R�ckschl�sse auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin 1 zulassen. Hiermit setzt sich die Vorinstanz nicht auseinander. Ebenso wenig geht aus den vorinstanzlichen Ausf�hrungen hervor, wie sich die Beschwerdegegnerin 1 zu diesen Zeugenaussagen stellt.
3.4.4 Die vorinstanzliche Beweisw�rdigung enth�lt weiter keine konkreten Ausf�hrungen zur N�tigungshandlung als zentralem Tatbestandsmerkmal der sexuellen N�tigung sowie der Vergewaltigung. Die N�tigungshandlung besteht gem�ss den Art. 189 StGB und Art. 190 StGB namentlich darin, dass der T�ter das Opfer bedroht, Gewalt anwendet, es unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unf�hig macht. Die Vorinstanz f�hrt hierzu lediglich aus, die Beschwerdegegnerin 1 habe in die sexuellen Handlungen nicht eingewilligt (angefochtenes Urteil, S. 10 und 13). Zur Erf�llung der beschriebenen Tatbest�nde reicht ein fehlendes Einverst�ndnis aber nicht aus. So k�nnte sich die Beschwerdegegnerin 1 (was die Vorinstanz nicht thematisiert) dem Willen des Beschwerdef�hrers und der anderen Teilnehmer (wenn auch vielleicht widerwillig) gef�gt haben. F�r diese Variante spricht etwa die Aussage der Zeugin B.________, wonach die Beschwerdegegnerin 1 naiv gewesen sei und sich darum auf die Sache eingelassen habe. Sie habe den Beschwerdef�hrer nicht verlieren wollen und deshalb alles gemacht, was er gesagt habe (pag. 20499 der Vorakten). Der Beschwerdef�hrer weist in diesem Zusammenhang ausserdem nicht unberechtigt darauf hin, dass die Beschwerdegegnerin 1 auf die Frage, ob sie in den Gruppensex eingewilligt habe, nicht klar mit "nein", sondern lediglich unbestimmt geantwortet habe.
Die Beweisw�rdigung erweist sich insgesamt als ungen�gend und daher als willk�rlich, was zur Gutheissung der Beschwerde in diesem Punkt f�hrt.
4.1 Die Beschwerde ist gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Das angefochtene Urteil des Strafappellationshofs des Kantons Freiburg vom 17. September 2009 ist aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
4.2 Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung ist gutzuheissen. Die Voraussetzungen gem�ss Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG sind gegeben.
4.3 Die Beschwerdegegnerin 1 unterliegt mit ihrem Antrag auf kostenf�llige Abweisung der Beschwerde, weshalb sie kostenpflichtig wird und die H�lfte der Gerichtskosten zu tragen hat (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem Kanton Freiburg sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 4 BGG).
4.4 Die Beschwerdegegnerin 1 und der Kanton Freiburg haben dem Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers, Tarkan G�ksu, je zur H�lfte eine angemessene Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 BGG). Bei Uneinbringlichkeit ist der Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers aufgrund des bewilligten Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege aus der Bundesgerichtskasse zu entsch�digen.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Das angefochtene Urteil des Strafappellationshofs des Kantons Freiburg vom 17. September 2009 wird aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung wird gutgeheissen. F�r das bundesgerichtliche Verfahren wird ihm Tarkan G�ksu als Anwalt beigegeben.
Der Beschwerdegegnerin 1 werden Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- auferlegt.
Die Beschwerdegegnerin 1 und der Kanton Freiburg haben den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit je Fr. 1'000.-- (insgesamt Fr. 2'000.--) zu entsch�digen. Bei Uneinbringlichkeit wird der Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers aufgrund des bewilligten Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege aus der Bundesgerichtskasse entsch�digt.

References: Art. 30
 Art. 6
 Art. 170
 Art. 35
 Art. 6
 Art. 170
 Art. 5
 Art. 35
 Art. 6
 Art. 35
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 35
 Art. 80
 Art. 6
 Art. 9
 Art. 95
 Art. 105
 Art. 9
 Art. 189
 Art. 190
 Art. 64