Source: http://www.kg-schwarz.de/information_steuerlexikon/index/xid/154374
Timestamp: 2019-01-21 16:09:17+00:00

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Mahlzeitenversteuerung bei einer Auswärtstätigkeit
Pauschalierungsmöglichkeit bei üblichen Mahlzeiten ab 2014
Mahlzeiten, die arbeitstäglich unentgeltlich oder verbilligt an die Arbeitnehmer abgegeben werden, sind mit dem anteiligen amtlichen Sachbezugswert nach der Sozialversicherungsentgeltverordnung zu bewerten.
Die Sachbezugswerte werden durch die Sozialversicherungsentgeltverordnung festgesetzt.
Der Sachbezugswert für ein Mittag- bzw. Abendessen beträgt für 2016 = 3,10 EUR (BMF, 09.12.2015 - IV C 5 - S 2334/15/10002) und für 2015 = 3,00 EUR und für ein Frühstück in 2016 = 1,67 EUR und in 2015 = 1,63 EUR. Diese Werte gelten einheitlich bei allen Arbeitnehmern in allen Bundesländern - auch für Jugendliche und Auszubildende.
2. Mahlzeitenversteuerung bei einer Auswärtstätigkeit
Die amtlichen Sachbezugswerte sind grundsätzlich auch für Mahlzeiten anzusetzen, die dem Arbeitnehmer im Rahmen einer Auswärtstätigkeit vom Arbeitgeber oder durch ihn veranlasst von Dritten kostenlos zur Verfügung gestellt werden, wenn es sich um übliche Mahlzeiten bis 60 EUR handelt (§ 8 Abs. 2 Satz 8 EStG). Zur Vereinfachungsregelung bei einer Arbeitgeberveranlassung vgl. BMF, 05.03.2010 - IV D 2 - S 7210/07/10003 sowie R 8.1 Abs. 8 Nr. 2 LStR.
Mahlzeiten mit einem Preis von über 60,- € dürfen nicht mit dem amtlichen Sachbezugswert bewertet werden. Bei einer solchen Mahlzeit wird typisierend unterstellt, dass es sich um ein „Belohnungsessen“ (R 8.1 Abs. 8 Nr. 3 LStR) handelt. Belohnungsessen sind mit dem tatsächlichen Preis als Arbeitslohn (§ 8 Abs. 2 Satz 1 EStG) anzusetzen. Für die Prüfung der 60 €-Grenze kommt es auf den Preis der Mahlzeit (einschließlich Umsatzsteuer) an, den der Dritte dem Arbeitgeber in Rechnung stellt. Zuzahlungen des Arbeitnehmers sind bei der Prüfung der 60,- €-Grenze nicht zu berücksichtigen. Ist der Preis der Mahlzeit in der Rechnung eines Dritten nicht beziffert, weil die Mahlzeit im Rahmen eines Gesamtpreises z. B. mit einer Fortbildungsveranstaltung berechnet wird, ist nach dem Gesamtbild der Verhältnisse im Einzelfall zu beurteilen, ob es sich um eine „übliche“ Beköstigung i. S. d. § 8 Abs. 2 Satz 8 EStG gehandelt hat oder ob ein höherer Wert der Mahlzeit als 60,- € anzunehmen ist.
Die für eine unmittelbar vom Arbeitgeber abgegebene Mahlzeit maßgeblichen Grundsätze gelten auch, wenn eine Mahlzeit auf Veranlassung des Arbeitgebers von einem Dritten an den Arbeitnehmer abgegeben wird. Die Gestellung einer Mahlzeit ist vom Arbeitgeber veranlasst, wenn er Tag und Ort der Mahlzeitengestellung bestimmt. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn
er die Verpflegungskosten im Hinblick auf die beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit des Arbeitnehmers dienst- oder arbeitsrechtlich erstattet und
die Rechnung auf den Arbeitgeber ausgestellt ist (R 8.1 Abs. 8 Nr. 2 Satz 6 LStR) oder
es sich um eine Kleinbetragsrechnung i. S. d. § 14 UStG i. V. m. § 33 UStDV handelt, die im Original beim Arbeitgeber vorliegt.
Wichtig : Ab 2014 entfällt die eigentlich vorbeschriebene Mahlzeitenversteuerung (Besteuerungsverzicht), wenn dem Arbeitnehmer im Rahmen einer Auswärtstätigkeit Verpflegungspauschalen zustehen würden (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG).
Vielmehr sind, wenn dem Arbeitnehmer anlässlich oder während einer Auswärtstätigkeit vom Arbeitgeber oder dessen Veranlassung von einem Dritten eine Mahlzeit zur Verfügung gestellt, die Verpflegungspauschalen zu kürzen, für ein Frühstück um 20 % und für Mittag- und Abendessen jeweils um 40% der für einen vollen Kalendertag maßgebenden Verpflegungspauschale (§ 9 Abs. 4a Satz 9 EStG).
Arbeitnehmer A wird 2016 zu einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung entsandt, Aufwand für das vom Arbeitgeber veranlasste Mittagessen 14 EUR, Anspruch auf Verpflegungsmehraufwendungen 12 EUR.
Geldwerter Vorteil steuerfrei Erstattung oder Werbungskostenabzug
Lösung Ansatz des amtlichen Sachbezugswerts von 3,10 EUR entfällt, da Anspruch auf die Verpflegungspauschale besteht 12 EUR Pauschbetrag für Verpflegungsmehraufwendungen bei mehr als 8stündiger Abwesenheit, aber Kürzung um 9,60 EUR, verbleiben 2,40 EUR
Abwandlung: Es besteht kein Anspruch auf die Verpflegungsmehraufwendungen, da die Auswärtstätigkeit nur 7 Stunden dauerte.
Lösung Ansatz des amtlichen Sachbezugswerts von 3,10 EUR, da Anspruch auf die Verpflegungspauschale nicht besteht; ggf. Pauschalierung der Lohnsteuer mit 25 % gem. § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1a EStG kein Anspruch auf Pauschbetrag für Verpflegungsmehraufwendungen, da keine mehr als 8stündige Abwesenheit vorliegt
Falls es wie in der vorstehenden Abwandlung doch zu einer Versteuerung der vom Arbeitgeber gewährten Mahlzeit kommt, besteht die Möglichkeit den dann anzusetzenden Sachbezugswert mit 25 % zu pauschalieren (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1a EStG).
3. Pauschalierungsmöglichkeit bei üblichen Mahlzeiten ab 2014
Nach § 40 Absatz 2 Satz 1 Nr. 1a EStG besteht bei Mahlzeiten die Möglichkeit der pauschalen Besteuerung mit 25 Prozent, wenn
diese dem Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten während einer auswärtigen Tätigkeit unentgeltlich oder verbilligt zur Verfügung gestellt werden und
deren Besteuerung nicht nach § 8 Absatz 2 Satz 9 EStG unterbleibt.
Die Pauschalbesteuerung kommt demnach in Betracht, wenn
der Arbeitnehmer ohne Übernachtung nicht mehr als acht Stunden auswärts tätig ist,
der Arbeitgeber die Abwesenheitszeit nicht überwacht, nicht kennt oder
die Dreimonatsfrist nach § 9 Absatz 4a Satz 6 EStG abgelaufen ist.
Der Arbeitnehmer A nimmt an einer halbtägigen auswärtigen Seminarveranstaltung teil. Der Arbeitgeber hat für die teilnehmenden Arbeitnehmer neben dem Seminar auch ein Mittagessen gebucht und bezahlt. Der Arbeitgeber hat keine Aufzeichnungen über die Abwesenheitszeiten der Arbeitnehmer geführt. Anspruch auf den Verpflegungspauschbetrag besteht daher nicht. Die gewährte Mahlzeit muss daher versteuert werden
Lösung: Der Arbeitgeber kann das Mittagessen nach § 40 Abs. 2 Satz 1 Nummer 1a EStG pauschal mit 25 Prozent versteuern.
Voraussetzung ist, dass es sich um übliche Mahlzeiten handelt, die nach § 8 Absatz 2 Satz 8 EStG mit dem Sachbezugswert anzusetzen sind. Nicht nach § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1a EStG pauschal besteuerbar sind somit sog. Belohnungsessen mit einem Preis von mehr als 60 Euro. Die Pauschalierungsmöglichkeit greift auch nicht für Mahlzeiten, die im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers abgegeben werden (z. B. sog. Arbeitsessen oder bei Beteiligung von Arbeitnehmern an einer geschäftlich veranlassten Bewirtung), da insoweit kein steuerpflichtiger Arbeitslohn vorliegt.
Die Pauschalierungsmöglichkeit nach § 40 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1a EStG gilt zudem nicht für die Gestellung von Mahlzeiten am Ort der ersten Tätigkeitsstätte im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung; hier kommt allerdings eine Pauschalierung nach § 40 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 EStG in Betracht.
4. Mahlzeitengestellung in Kindergärten
5. Mahlzeiten auf einem Kreuzfahrtschiff

References: § 8
 § 14
 § 33
 § 40
 § 40
 § 8
 § 9
 § 40
 § 8
 § 40
 § 40
 § 40