Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NStZ-RR%202010,%20147
Timestamp: 2020-02-25 07:01:15+00:00

Document:
BGH, 20.01.2010 - 1 StR 634/09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,2627
BGH, 20.01.2010 - 1 StR 634/09 (https://dejure.org/2010,2627)
BGH, Entscheidung vom 20.01.2010 - 1 StR 634/09 (https://dejure.org/2010,2627)
BGH, Entscheidung vom 20. Januar 2010 - 1 StR 634/09 (https://dejure.org/2010,2627)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2010,2627) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 371 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a) Alt. 1 AO; § 46a StGB
Voraussetzungen der Selbstanzeige (steuerliche Prüfung; persönlicher Strafaufhebungsgrund); Täter-Opfer-Ausgleich bei der Steuerhinterziehung
§ 371 Abs 2 Nr 1 Buchst a Alt 1 AO, § 46a Nr 2 StGB, § 49 StGB
Steuerhinterziehung: Strafbefreiende Selbstanzeige eines Finanzbeamten bei Beginn der Innenrevision; Schadenswiedergutmachung bei Veranlassung der Schadensersatzzahlung von mithaftenden Gesamtschuldnern
Auswirkung des Wegfalls der Einzelstrafen auf die Gesamtsstrafe i.R.d. Revision
Selbstanzeigesperre beim Finanzbeamten, Strafrahmenverschiebung nach § 46a Nr. 2 StGB
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 20.01.2010, Az.: 1 StR 634/09 (Selbstanzeigesperre beim "untreuen Finanzbeamten")" von RAin Daniela Jope, LL.M. Taxation, original erschienen in: StRR 2010, 273 - 274.
LG Essen, 12.08.2009 - 21 KLs 9/09
NStZ-RR 2010, 147
Mit diesen Anforderungen wird den Vorstellungen des Gesetzgebers entsprochen, einen Täter-Opfer-Ausgleich dann anzunehmen, wenn die vollständige oder wenigstens teilweise Entschädigung des Opfers durch die persönliche Leistung oder den persönlichen Verzicht des Täters die materielle Entschädigung möglich geworden ist (siehe BT-Drucks. 12/6853 S. 22 sowie BGH, Beschluss vom 20. Januar 2010 - 1 StR 634/09, NStZ-RR 2010, 147).
Dabei kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs eine Strafrahmenverschiebung auf der Grundlage von § 46a Nr. 2 StGB - wenn auch nur in ganz besonders gelagerten Ausnahmefällen - auch beim Delikt der Steuerhinterziehung in Betracht kommen (BGH, Beschluss vom 20. Januar 2010 - 1 StR 634/09, wistra 2010, 152;… vgl. dazu auch Klein/Jäger, AO, 14. Aufl., § 370 Rn. 347 sowie MüKo-StGB/Maier, 3. Aufl., § 46a Rn. 5 jeweils mwN).
aa) Der Umstand, dass im Nachtatverhalten des Angeklagten die Übernahme von Verantwortung (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 20. Januar 2010 - 1 StR 634/09, wistra 2010, 152 mwN sowie BT-Drucks. 12/6853 S. 22) zum Ausdruck kommt, weil sich der Angeklagte von Anfang an entschieden hat, mit den Behörden zu kooperieren, an der Sachverhaltsaufklärung mitgewirkt hat und dabei sogar für ein Honorar von 300.000 Euro eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der "näheren Aufarbeitung des wirtschaftlichen Hintergrunds der strafrechtlichen Vorwürfe' beauftragt und so "wertvolle Ermittlungshilfe' geleistet hat (UA S. 25), genügt für § 46a Nr. 2 StGB nicht.
Insoweit genügt nach allgemeiner Auffassung die reine Schadenswiedergutmachung im Sinne einer rein rechnerischen Kompensation nicht, da die Vorschrift des § 46 a Nr. 2 StGB nicht als Instrument zur einseitigen Privilegierung reuiger Täter ('Freikauf') missverstanden werden darf (vgl. BGH NStZ-RR 2010, 147 = wistra 2010, 152 f.; OLG Hamm NStZ-RR 2008, 71; OLG München, Urteil vom 02.08.2007 - 5St RR 113/07 = wistra 2007, 437 f. = StRR 2008, 33 f.;… OLG Bamberg a.a.O.).

References: § 371
 § 46

§ 371
 § 46
 § 49
 § 46
 BGH 
 § 46
 § 370
 § 46
 § 46
 § 46
 BGH