Source: https://radverkehrspolitik.de/haette-ein-fahrradhelm-den-toten-vom-elbdeich-gerettet/
Timestamp: 2020-08-09 02:31:40+00:00

Document:
„Hätte ein Fahrradhelm den Toten vom Elbdeich gerettet?“ — Radverkehrspolitik
„Hätte ein Fahrradhelm den Toten vom Elbdeich gerettet?“
Freitagnachmittag, etwa 14 Uhr: nach mehreren Anrufen mit unterdrückter Rufnummer nehme ich genervt das Telefon auf. Es entwickelt sich sinngemäß das folgende Gespräch:
Guten Tag, spreche ich mit Malte, ähm, Malte Hübner? Malte Hübner von, äh, Critical Mass Hamburg?
Haben Sie von dem Unfall am Elbdeich, ähm, Spadenland gehört? Der war ja schon in den Medien, haben Sie davon gehört?
Leider schon. Mit wem spreche ich da?
Haben Sie Lust, mir drei oder vier Sätze zu, ähm, zuzuwerfen? Wie das so ist mit dem, ähm, Krieg auf der Straße, kennen Sie den? Den Krieg auf der Straße? Hätte eine Helmpflicht, eine Pflicht, einen Sturzhelm zu tragen, hätte das, ähm, den Radfahrer gerettet, wäre er noch am Leben?
Sie sind nicht bei Trost, solche dämlichen Fragen zu stellen.
Müsste gegen Radfahrer, müsste man härter gegen Radfahrer vorgehen?
Gegen Leute wie Sie müsste man vorgehen. Was stimmt nicht mit Ihnen, kriegen Sie beim Wort Kampfradler schon einen Harten? Was sind Sie für ein widerlicher Typ, sind Sie Journalist?
Anschließend tutete nur noch das Besetzt-Zeichen. Sofern es sich nicht um einen gut gemachten Fake eines gelangweilten Kampfautofahrers handelt, hat mich wohl tatsächlich irgendein Journalist angerufen, um seinen widerlichen Artikel mit reißerischen Aussagen anzureichern.
Mal sehen, was andere Leute zu dem Vorfall so zu sagen haben? Die unmöglichsten Verkehrsteilnehmer haben sich offensichtlich bei der Bergedorfer Zeitung versammelt: Lastwagen fährt in Rennradgruppe: 33-Jähriger tot
Bei einem Verkehrunsfall auf dem Ruschorter Hauptdeich ist am Abend ein 33 Jahrte alter Radsportler getötet worden. Nach ersten Erkenntnissen wollte ein entgegenkommender Lkw einen einzelnen Radfahrer überholen. Dabei fuhr er frontal in die Gruppe von etwa 25 Radsportlern, die auf dem Deich trainierte.
Der erste dumme Kommentar ließ wie erwartet nicht lange auf sich warten:
Ehemaliger Lauenburger
Dann sollten die Radfahrer auch lernen nicht alle nebeneinander zufahren. Denen stört es kaum, und denken sie haben alle Sonderrechte.
Dennoch traurig was passiert ist
Das so genannte Sonderrecht nennt sich Straßenverkehrs-Ordnung, dort wird zu zweit nebeneinander zu fahren explizit für Fahrradverbände gemäß § 27 Abs. 1 StVO erlaubt. Das wissen aber nur die wenigsten, weil’s nicht in der Fahrschule auftaucht und anschließend die Straßenverkehrs-Ordnung ohnehin nicht mehr bemüht wird.
Mir tut sehr leid was da passiert ist, aber die Rennradfahrer denken ja immer ihnen gehört die Straße ganz allein und sie dürfen sich dort alles immer erlauben!!! An den LKW Fahrer denkt hier leider niemand. Wie wird es wohl dem LKW Fahrer gehen? Wenn es nach mir gehen würde, müsste es ein Verbot für die Rennradfahrer geben!
Dazu erübrigt sich schon jeder Kommentar. „Zerg“ hat den Artikel offensichtlich nicht so ganz gelesen.
Ich denke einige Radfahrer sind an solchen Situationen selbst schuld. Ich sage bewusst einige, denn es gibt Radfahrer die sich daran halten in zweier Reihen zu fahren, andere fahren in ganzen Trupps und nehmen teilweise die ganze Fahrbahn ein. Das sollte so nicht sein. Ich denke die Autofahrer sind zum Teil extrem angenervt, da die dann mit 30 Stundenkilometern auf dem Deich hinter einem Tross Fahrrädern hinterherfahren müssen. Grundsätzlich muss man ja sagen warum dürfen solche Rennradfahrer überhaupt auf der Strasse fahren, andere Fahrradfahrer müssen und fahren zu ihrer Sicherheit auch auf den Radwegen. Ich denke es sollte eine generelle Regelung geben wie sich ein Radfahrer zu verhalten hat. Dieses sollte durch die Polizei kontrolliert werden, denn die Auto- und Motorradfahrer werden ja auch ohne Ende kontrolliert. Auf jeden Fall ist es sehr traurig was passiert ist. So etwas darf es einfach nicht geben !
Die Rennradler haben sich offensichtlich strikt an die Straßenverkehrs-Ordnung halten. Bevor man sich einen Kommentar zu dem Vorfall erlaubt, sollte man seine Meinung wenigstens gegen die Straßenverkehrs-Ordnung prüfen. Und das empörte Was-dürfen-Radfahrer-eigentlich-auf-der-Fahrbahn fahren ist nicht nur unsinnig, sondern vor allem unangebracht.
Sind die Rennräder eigentlich STVO-zulässig? Vielleicht hatten die auf der Straße garnichts zu suchen….
Stichwort wäre hier die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, nicht die Straßenverkehrs-Ordnung. Den Bildern nach zu urteilen entsprachen die Räder der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Und wenn nicht? Hätte das was an der Sache geändert? Sicherlich nicht.
Das will ich so nicht sagen, aber zumindestens eine Teilschuld. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe die STVO nicht geschrieben.
Ja, mindestens eine Teilschuld, genau, was bilden die sich eigentlich auch ein, diese Radfahrer, da muss natürlich eine Teilschuld her! Gute Güte: schlimmer geht es kaum noch.
Naja es war doch nur noch eine Frage der Zeit, dass dort auf dem Deich mal was passiert. Niemand nimmt auf andere Rücksicht. Und die „Radprofis“ sind halt auch der Meinung, wenn Sie auf der Straße fahren, gehört diese Straße Ihnen ganz alleine. Selbst wenn nur 8 Radler unterwegs sind, wird fleißig nebeneinander gefahren damit man quatschen kann. Und da ist ja nicht nur eine Radgruppe…
Da sind ja alle paar hundert meter welche. Und kaum Abstand lassen, damit man ja nicht überholt wird. Und dann kann man auch Autofahrer verstehen, wenn sie Genervt sind. (…)
Auch wenn § 27 Abs. 1 StVO erst ab dem sechzehnten Radfahrer greift: Offensichtlich denken auch Autofahrer, ihnen gehöre die Straße ganz alleine. Ist eine gewisse Genervtheit schon eine Rechtfertigung, gegen die Verkehrsregeln zu verstoßen?
Ich muss leider mal sagen, 1. das die Radrennfahren ja auf der Straße fahren und nicht auf dem ausgewiesenen Radweg. 2. sind diesen Rennräder nicht verkehrssicher, das heißt ohne Beleuchtung und somit nicht für die Straße nach STVO zugelassen. Dieses sollte man auch mal beachten. Da sollte unsere Polizei öfter und regelmäßig mal Kontrollen durchführen!!! Ich habe eine Tochter mit der ich oft Rad fahre, sie fragt mich jedesmal wenn sie sowas sieht, warum die Polizei diese Leute nicht von der Straße holt. (…)
Erstens gibt es dort keinen Radweg und zweitens entsprechen die Rennräder der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Und selbst falls doch: was ändert ein Fahrrad ohne Reflektoren und Beleuchtung an einem sommerlichen Spätnachmittag um 18 Uhr an der Sachlage?
Mein Mitgefühl hält sich für die Radler in grenzen, es ufert schlichtweg aus. Man kann nicht 2 Kilometer ohne irgendwelche möchtegernprofis fahren.
Hoffentlich führt dieser Unfall zum Umdenken.
Steckt im Umdenken die Forderung nach Helmpflicht, Kennzeichen und ähnlichen tollen Ideen? Sicherlich wäre der Radfahrer auch behelmt nicht mehr am Leben.
Ohne Juristerei zwei andere Aspekte:
Die taz berichtet ziemlich begeistert von flashmobmäßig organisierten „critical mass“ Aktionen der Radfahrer in Winterhude, die in so großen Zahlen auf der Straße auftreten, dass die Autofahrer dagegen gar keine Chance haben.
Das fördert m.E. nicht die Sympathie zwischen beiden Gruppen. (…)
Wie ist das mit der Chance für Autofahrer gemeint? Welche Chance haben die nicht mehr? Auszuweichen? Weiterzufahren? Glücklich zu werden?
Mein Mitleid für die Famile!
Aber die Fahrradfahrer sind nicht unschuldig. Soweit mir bekannt ist, sollte man auf der Straße mit Fehlern von anderen Rechnen. Und da gehören auch Rennradfahrer zu. Wären sie alle schön in der Reihe hintereinander gefahren und äußerst Rechts, so wie es in der STVO geschrieben steht oder sogar den womöglich vorhandenen Fahrradweg missachten (kann ich natürlich nicht beurteilen, hab aber schon genug Rennradfahrer gesehen, die mit ihren 30-40km/h auf der Landstraße mit Radweg an der Seite auf der STRASSE fahren und dann die Autos, die 100 fahren wollen aufhalten damit (und auch ab und zu Staus verursachen)) Wenn sie aber alle Rechts gefahren wären, dann hätte der LKW zwischen den Beiden Fahrrädern durchgepasst und es wäre überhaupt nichts passiert. In diesen Beispiel ist zwar hauptsächlich der LKW Fahrer schuld, aber, wie schon geschrieben, die Rennradfahrer haben auch ihre Teilschuld… Gruß
Nochmal: es gab dort keinen Radweg. Und die Ursache des Unfalles ist wohl eher im missglückten Überholvorgang des Lastkraftwagen-Fahrers zu suchen anstatt im Seitenabstand der Rennradler. Und mit dieser kruden Argumentation der Teilschuld, die nur dahergezaubert wird, um den Radfahrern eine Teilschuld anzurechnen, wäre ja auch jeder andere Verkehrsteilnehmer an seinen Unfällen mindestens teilschuldig — das gäbe ein ziemliches Wutgebrüll, wenn kleine Kinder auf dem Weg zur Schule überfahren werden, weil sie ja ganz offensichtlich nicht mit den Fehlern des Autofahrers gerechnet haben.
ich ware nicht vor Ort, was ich aber in den Klammern geschrieben hatte. Aber ich kann mir Bilder anschauen, die im Artikel zu finden sind. Dort sieht man, dass die Straße definitiv 2 Fahrbahnen hat und somit breit genug wäre um einen LKW und 2 Fahrradfahrer nebeneinander unterzubringen. Wie konnte nun dieser unfall entstehen? Nun meine vermutung (basierend auf Erfahrungen mit Rennradfahrern) die Fahren in Gruppen auf einer Fahrbahn nebeneinander und sperren diese nun einmal. Außerdem ist es mir unterklärlich, wie man als Fahrradfahrer, auch wenn man im Windschatten fährt, dennoch nicht an den Vorfahrer vorbeischauen kann und somit den LKW (so klein ist der nicht) nicht sehen konnte und somit nicht abspringen konnte. Ich würde es zumindest so machen, da mir klar ist, dass ich mit einem Fahrrad gegen einen LKW nicht besonders gut ankomme und mit dem Rad auszuweichen ist auch nicht so ungefährlich -> absprung wäre hier die Sicherste Variante… Aber der LKW-Fahrer hat scheinbar auch die Fahrer übersehen…Da kommen leider zwei Schläffrigkeiten aufeinander zu so einem S*** Unfall. Gruß
Vom Rad springen? Das ist ja ein gewagtes Manöver, aber vor dem Computer ist so manches sicher vorstellbar.
Geesthachter auto und fahrrad fahrer
So was ich hier lese ist echter Müll! Klar der LKW fahrer ist schuld! das ist keine Frage! Aber viele hier haben die STZVO anscheint nicht richtig gelesen. denn das mit der gruppe ab 15 personen ist vollkommen richtig. aber was nicht richtig ist, das rennrad fahre eigendlich alle aus dem verkehr gezogen werden sollten. denn die STZVO besagt, das Fahrzeug ( Auto, Motorrad, LKW, Bus, Roller und auch Fahrräder) vorne mit weißem licht und hinten mit Roten licht ausgestatten seinen müssen ebenso müssen sie zur seite hin Orange beleuchtung oder strahler haben. In der stadt wird man von der Polizei angehalten mit einem Mountenbike weil das Rad keine Beleuchtung und Reflecktoren hat. Dies kostet in der regel zwischen 10 bis 15€. warum werden rennradfahrer dann nicht zur kasse gebeten. Ich selber fahre auch fahrrad aber auch auto und ich muss echt sagen rennradfahrer sind eine verkehrsbehinderung. wenn man als autofahrer mit absicht denn verkehr aufhält durch zulanges fahren oder blockieren der fahrbahn bekommt man auch ein verwarngeld warum also nicht auch rennrad fahrer zur kasse beten. Ebenso sind 90% der rennradfahrer einfach nur dreist wenn sie in kleiner gruppe von 2-3 personen fahren und dann mit absicht nebeneinander und teilweise sogar bis zur fahrbahn mitte fahren nur damit sie quatschen können und die durch solche aktionen genervten autofahrer behindern.
Der Geesthachter hat immerhin zur Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung anstatt zur Straßenverkehrs-Ordnung gegriffen — gelesen hat er sie trotzdem lieber nicht.
Mich wundert etwas, wie gefasst der Mann seinen Kommentar nach dem Unfall spricht.
Ich möchte nicht wissen, was das für ein Straßenrambo ist, wenn er nicht unter Schock steht
Gemeint ist hier einer der Rennradfahrer aus einem verlinkten Video — und der Kommentar zeigt auf, wie konstruiert die Argumentation inzwischen verläuft, um dem Radfahrer irgendwie hintenrum noch die Schuld zuzuweisen.
Ähm sry aber Autofahrer zahlen für diese Ausgebauten Straßen… das es sowas auch für Fahrradfahrer gibt wäre mir jetzt Neu – ergo sie „verdienen“ auch keine Radwege.
Autofahrer zahlen nicht für die ausgebauten Straßen, die werden unter anderem von Steuergeldern finanziert und die errichten sowohl Auto-, als auch Radfahrer und Fußgänger gleichermaßen. Gut möglich, dass aus dem Steueraufkommen der letzten Tankfüllung kein Cent in den Asphalt geflossen ist, umgekehrt aber beim letzten Fahrradanschaffung.
Das es zu einem tötlichen Unfall am Ruschorter Hauptdeich ist sehr tragisch und höchst bedauerlich. Das es in den Vier.- und Marschlanden nicht zu mehr Unfällen kommt ist fast ein Wunder. Ich bin ständig hier in diesem Gebiet mit meinem Kfz. unterwegs und kann nur von negativen Erfahrungen mit rücksichtslosen buntgekleideten Fahradrambos berichten. Die STVO wird größtenteils schlichtweg ignoriert. Dennoch ist Rücksichtnahme von beiden Seiten angesagt.
In ziemlich vielen Kommentaren ist die Rede davon, dass die Straßenverkehrs-Ordnung großzügig ignoriert würde, aber so richtige Beispiele vermag niemand zu nennen. Mutmaßlich steckt hinter dem allermeisten angeblichen Regelverstößen dann doch das Fahren im Verband, was leider die meisten Autofahrer in Ermangelung der Kenntnis von § 27 Abs. 1 StVO als schwerwiegenden Verstoß gegen die Verkehrsregeln empfinden.
wie der name schon sagt, handelt es sich um radRENNfahrer.
-> RENNEN fährt man auf einer RENNstrecke.
–> ich kann auch nicht mit meinem ferrari RENNEN auf der straße üben, sondern muss dann an eine RENNstrecke z.B. den nürburgring.
und bitte, bevor jetzt gemecker kommt, hier steht nichts davon das autofahrer alles richtig machen!
Im Gegensatz zum Rennen im Ferarri ist das Trainieren mit dem Rennrad im Straßenraum allerdings erlaubt.
Erwin vom Deich
(…) Ich möchte nochmal die Abneigung der sonstigen Straßenbenutzer ggü. radRENNfahrern thematisieren.
Die Deichstraße wurde hauptsächlich als Wirtschaftsweg benutzt. Das heißt, man fährt von a nach b, um Geld zu verdienen oder zu Arbeit zu fahren. Nun ist die Freizeitkultur des des Egoismus in den letzten Jahren soweit gediehen, daß man diesen Weg auch als Spaßinstrument spielen kann. Leider fahren die Radrennfahrer nicht auf dem Radweg, dann würden sich die „normalen“ Radfahrer darüber ärgern. Also hat man als Autofahrer (von der Arbeit kommend) die Deichstrecke auf ca 25 KM Länge alle 2000 m einen Pulk (oder auch nur einen oder zwei) solcher Mitmenschen vor sich. Die Geschwindigkeit ist dabei immer so um die 30 Kmh, manchmal auch 35. Also, von 60 oder 70 Kmh auf 30 abbremsen, Gegenverkehr, überholen, wieder bremsen. Man muß nicht 60 fahren, man kann auch immer hinter den Radfahrern bleiben. Dann kommt man aber 20 Minuten später heim (oder ins Büro). Das heißt, daß der Depp vor mir mich um meine Lebenszeit bringt (eigtl. Freiheitsberaubung). Ich hatte immer schon nach 10 Km auf dem Deich die Schnauze gestrichen voll von den Freizeit-Altigs. Also liebe Rennfahrer, diese Abneigung der Autofahrer (durchweg alle von mir befragten Berufsfahrer, einschl. Busfahrer waren dieser Meinung) kommt nur daher, daß wir Autofahrer (ich ja nicht mehr) irgendwo hinfahren, und Ihr uns daran hindert. Außerdem verstehe ich nicht, wie man über die Schuldfrage hier spekulieren kann. Aus meiner Sicht ist es völlig irrelevant, wer Schuld hat an dem Unfall: Den Schaden hat auf jeden Fall der Radfahrer, der LKW-Fahrer wird auch seines Lebens nicht mehr Froh und hier wird wie es üblich ist in Deutschland über die Schuldfrage gestritten. Der Deich ist zu gefährlich für RadRENNfahrer. Es ist doch der nächste fatale Unfall schon abzusehen. Wie kann man das verhindern? Bestimmt nicht, in dem man ein neues Gesetz formuliert sondern in dem die Radrennfahrer Selbstverzicht üben, sich eine gesperrte Rennstrecke suchen. Die Bremer Sechstagestrecke (immer rum um den Pudding) wäre genau das richtige. Oder in den Keller! Ich appeliere an die Vernunft der schwächeren!
Darf denn in Deutschland nicht über die Schuldfrage gestritten werden, sollte es denn Lastkraftwagen-Fahrern, die beruflich unterwegs sind, generell gestattet werden, andere Radfahrer zu überfahren? Ist am Ende doch der Radfahrer schuld, weil er nicht schnell genug ausgewichen ist und sich überhaupt erst erdreistet hat, auf der Fahrbahn mit einem Rennrad zu fahren?
(…) Sport macht man einfach nicht auf der Straße sondern verschiebt das wo anders hin. Bei Fahrrädern, vorallem wenn es Radwege gibt, gehören dorthin, auch wenn diese wege nicht in einem Top zustand sind (Sind so manche Bolz/Fußballplätze auch nicht). Da es aber zur Freizeit gehört, fährt man an diesen stellen halt langsamer, stört aber nicht die autos. Die meisten, die in diesen Autos sitzen, fahren von A nach B und fahren nicht einfach mal so durch die Landschaft. Die wenigen, die es doch machen, fallen hier nicht ins Gewicht. Genauso wenig würden sich Autofahrer über Radfahrer aufregen, wenn es mal einer wäre. (…)
Diese Vermischung aus sportlichen Rennradfahrern und den übrigen Radfahrern spielt mal wieder auf die geläufige Meinung an, Radfahrer wären ja nur zum Spaß unterwegs, während alle Autofahrer, ganz egal ob auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Kino oder zum Schwimmbad, die Wirtschaft am Leben erhalten und demnach nicht ausgebremst werden dürfen.
Beim Norddeutschen Rundfunk sieht die Sache leider nicht besser aus: Tödlicher Lkw-Unfall schockiert Radfahrer
Der schreckliche Verkehrsunfall in den Hamburger Vier- und Marschlanden, bei dem am Donnerstag ein 33-Jähriger ums Leben kam, löst vor allem unter Fahrradfahrern Bestürzung aus – aber auch Verärgerung. Ein Lastwagen war beim Überholen eines Radfahrers in eine Gruppe von Radrennradfahrern auf der Gegenfahrbahn gerast, dabei kam ein Radsportler ums Leben, drei weitere wurden verletzt.
Das folgende bezeichnet der Norddeutsche Rundfunk übrigens ganz vornehm als „intensive Diskussion“:
Radfahrer-Teams gehören nicht in den öffentlichen Straßenverkehr.
Das Rudelfahren und die nicht dem Straßenverkehr angepassten Räder ohne Licht usw. gefährden zu sehr wie das Beispiel hier zeigt.
Die „Radrennfahrer“ sollten sich geeignete Sportstätten suchen.
Radfahrer-Teams sind aber nunmal von der Straßenverkehrs-Ordnung gedeckt. Und das nicht fest installierte Licht ist ebenfalls rechtlich einwandfrei.
Schlimm, aber leider nicht wirklich überraschend. Gerade im Vorfeld der Cyclassics vergessen viele dieser Hobbyradrennfahrer, dass eine öffentliche Straße kein abgesperrtes Trainingsgelände ist und fahren dann z.B. im Pulk auf Landstraßen. Auch wenn das erlaubt ist, es bleibt riskant. Mir tut daher völlig losgelöst von der Schuldfrage auch der LKW-Fahrer leid, denn er hat nur seinen Job gemacht.
„Der hat nur seinen Job gemacht“ — besteht der im Überfahren von Radfahrern?
.§ 1 StVO
…Grundregeln.(1)
Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht…
Sollte dies nicht für ALLE gelten???
Inwiefern lässt sich das auf den Unfall anwenden? Hätten die Radfahrer Rücksicht auf den unachtsamen Lastkraftwagen-Fahrer nehmen sollen?
Diese „Radrennfahrer“ sollten nicht noch unnötig durch Gesetze Vorteile bekommen.
LKW und PKW`s sind nicht zur Schikane auf den Straßen. LKW´s transportieren auch Fahrräder und Teile davon ständig hin und her. Wir brauchen eine Fahrradsteuer und den Ausbau von Fahrradwegen.
Wieder einmal die übliche Argumentation. Was das nun für Vorteile sein sollen, das erschließt sich allerdings nicht so ganz.
Ich werde mich nicht dafür entschuldigen das ich ein Auto brauche um zur Arbeit zu kommen. Ich werde mich nicht dafür entschuldigen das das UK-SH mit LKW´s beliefert wird. Kein Patient hat dafür Verständnis wenn Mitarbeiter oder benötigte Waren zu spät kommen, weil Freizeit Fahrradfahrer die Straße blockieren.
Die Patienten werden sich kein Verständnis dafür haben, wenn Radfahrer genötigt oder beiseite gedrängt werden. Vielleicht wurde so mancher Patient ja sogar selbst vom Rad gestoßen, der wird sich freuen, von Leuten vom Schlag des Unfallverursachers beliefert zu werden.
Radfahrer sollten lernen, welch´ filigranes Wesen sie sind … oder einfach wegbleiben !
Diese Rudelfahrer sind in ihrer Freizeit unterwegs.
Das der Berufskraftfahrer oder Pendler der nun hinter diesen Freizeitlern hinterher fährt, seine Ware nicht abliefert/seine Arbeit nicht erreicht, macht keinen Sinn.
Daher sollen diese Menschen die diese wichtigen Infrastrukturen falsch verstehen, in Freizeitoasen ihren Hobby nachgehen, oder Steuergelder zahlen die das ermöglichen.
Was ist eigentlich mit Kraftfahrzeugführern, die nur zum Spaß eine Runde durch die Innenstadt fahren? Oder nur zum Fußballspiel oder ins Schwimmbad wollen? Und zahlen Radfahrer nicht eigentlich schon längst Steuern, womöglich auch für ihre Kraftfahrzeuge zu Hause? Obwohl das kaum ein Autofahrer weiß, sind Steuern in Deutschland nicht zweckgebunden — mit den Einnahmen der Kraftfahrzeugsteuer ließe sich vermutlich nicht mal ein Bruchteil der Autobahnen finanzieren.
Der Fahrradfahrer fühlt sich immer im Recht. In der Fußgängerzone haben die Menschen zu springen wenn ein Fahrradfahrer kommt. Auf der Straße hat der Autofahrer Rücksicht zu nehmen. Ständiger wechseln der Fahrradfahrer von Straße zu Fußgängerweg ist als normal anzusehen.
An dem Vorwurf ist zweifellos etwas dran, doch stellt sich auch hier die Frage nach dem Zusammenhang zum Unfall.
Fahrradfahrer sind nicht automatisch die Robin-Hood-Umweltretter, daher sollten sich auch diese an Verkehrsregeln und Rücksicht orientieren.
Bislang gibt es keine Indizien, dass sich die Rennradler nicht an die Straßenverkehrs-Ordnung gehalten hätten.
Ich bitte alle Autofahrer/Fußgänger Bilder/Videoaufnahmen zu machen wenn Radfahrer nebeneinander fahren die Straße/Bürgersteig willkürlich wechseln. Radfahrer die Fußgänger behindern/bedrohen oder gar verletzen. Erfolgreich (keine Wartezeiten) ist man meist in der Nähe von Universitäten.
Bevor man mit der Filmerei beginnt, sollte man sich wenigstens informieren, unter welchen Vorraussetzungen nebeneinander geradelt werden darf und ob die Beschilderung nicht zum ständigen Wechsel zwischen Radweg und Fahrbahn zwingt.
Zeit dass
1. Jedes Fahrrad ein Kennzeichen hat
2. Radbesitzer Fahrradsteuer zahlen
3. Radfahrer Radwege nutzen, ob als Rennfahrer oder Ausflügler
4. Rad- u. Autofahrer Verkehrsregeln beachten
„Radwege-da hat man gleich einen Plattfuss“ bitte, lasst die Kirche im Dorf.
Der Autofahrer kann auch nicht auf Strassen mit Schlaglöchern dahinfahren und sich beschweren wenn Reifen oder Stoßdämpfer kaputt. Als Autofahrer würde ich gerne den besseren Radweg benutzen – nur ich darf es nicht – der gehört den Radfahrern und dort gehören sie sofern vorhanden hin.
Die übliche Argumentation — es war tatsächlich nur eine Frage der Zeit, bis die auftaucht. Fahrradkennzeichen und -Steuer werden einfach mal so in den Raum geworfen, als hätten sie auch nur irgendwas an dem Unfall geändert. Selbst die Wiedereinführung der generellen Radwegbenutzungspflicht, die der Gesetzgeber aus guten Gründen vor 15 Jahren aus der Straßenverkehrs-Ordnung geschnitten hat, wird daran nichts ändern, sofern nicht das Radfahren an Straßen ohne Radweg komplett verboten ist — denn an der Unfallstelle gab es nunmal weder Rad- noch Gehweg. Und ja, vielleicht, wirklich nur ganz vielleicht, sollte man sich mal mit den entsprechenden Statistiken auseinandersetzen, bevor so ein Unfug im Kommentarfeld landet.
Genau diese Leute haben von StVo keine Ahnung. Noch nichts von Gebot äußerst rechts fahren gehört.
Oder soll dies eine selbsterfundene erzieherische Massnahme gegen Autofahrer sein ,und dann noch Flaschenwerfer !!! Rowdie sag ich.
„Diese Leute“ haben nicht nur von der Straßenverkehrs-Ordnung Ahnung, sondern auch noch von den einschlägigen Gerichtsurteilen, die dem Radfahrer einen großzügigen Seitenabstand von anderthalb Metern zugestehen.
Grundsätzlich sollten diese Kindergarten-Radtouren dieser selbsternannten Armstrongs verboten werden, dann ist auch Schluß mit diesen schrecklichen Unfällen
Und wenn man Personenkraftwagen verbietet, dann gibt’s kaum noch Tote im Straßenverkehr. Bislang sieht es so aus, als hätte der Lastkraftwagen-Fahrer mit seinem unaufmerksamen Überholmanöver den Unfall provoziert — da ist es recht unpassend, die eigentlichen Opfer zu Tätern zu verklären.
Sehen Sie hatte ich doch recht – Ihnen scheint die StVo fremd zu sein!
Steht in § 2 der StVo. Nennt sich Rechtsfahrgebot und ist zumindest den meisten Autofahrern bekannt. (Gilt für alle Verkehrsteilnehmer-auch Radfahrer)
Auch die 2 Meter stimmen nicht!
Steht aber in § 5 4. z.B. ausreichender Abstand zu Radfahrern und der immer in Abhängigkeit der Geschwindigkeit und Verkehrslage. 1,5m Abstand sind durchaus ausreichend, weil es gibt auch Strassen die nicht so breit sind. Wenn der Radler dann 1,5 m Abstand vom rechten Rand hält, selbst 1 m Breite hat, dabei noch wackelt und somit 3,5 m vom rechten Fahrbahnrand benötigt – der Autofahrer eine Fahrzeugbreite von 1,8 m hat und 2 m Abstand halten soll –
Bitte auch an die Autofahrer denken. 50 cm Abstand vom rechten Fahrbahnrad als Radler wären besser.
Es heisst doch Strasse und ist für Verkehrsteilnehmer da – nicht nur für Radler
Ja, denkt denn niemand an die armen Autofahrer? Radfahrer sollen einen halben Meter Abstand vom rechten Fahrbahnrand halten und Autofahrer, die nicht so doll mitdenken, zu gefährlichen Überholmanövern förmlich einladen, denen sie dann im Zweifelsfall in Ermangelung von Sicherheitsabstand nicht einmal ausweichen können?
Es muss heißen: Tödlicher Unfall schockiert vorallem LKW-Fahrer, weil diese jederzeit damit rechnen müssen, dass diese riesigen Fahrradgruppen plötzlich und unerwartet auftauchen. Wann findet sich in der STVO endlich das notwendige Verbot dieser aberwitzigen Freizeitaktivität. Hier bringen sich Radfahrer bewußt in Lebensgefahr und verursachen bei den motorisierten Verkehrsteilnehmern ein lebenslanges Trauma.
Was ist eigentlich mit Roller- oder Motorradfahrern? Müssen die auch verboten werden, wenn ein Lastkraftwagen-Fahrer unaufmerksam überholt? Müssen Personenkraftwagen auch verboten werden, damit übermüdete Lastkraftwagen-Fahrer nicht mehr ins Stauende rasseln können?
In Frankreich oder Spanien würden LKW-Fahrer vermutlich in einen Streik treten, um endlich eine Regelung zu erwirken, die dieses Fahrrad-Rowdytum des Pulkbildens auf der Strasse untersagte. In Deutschland bleibt alles beim Alten: Der LKW-Fahrer ist schuldig und die radfahrenden Freizeitaktivisten treiben ihr böses Spiel weiter auf deutschen Straßen.
Wie jetzt — sollen die Gesetze geändert werden, damit rückwirkend nicht der Lastkraftwagen-Fahrer, sondern die Radfahrer schuld an dem Unfall sind?
Manche Radfahrer sind wohl Kapitäne und Götter der Strasse wenn ich dies lese. Seltsame Verkehrsauffassung haben solche. Vielleicht fahren Sie sogar weil Sie sich gefährdet fühlen auf der Gegenfahrbahn. Wenn Sie sich gefährdet fühlen, warum fahren Sie auf der Strasse? – schieben Sie doch Ihr Rad, aber bitte auf dem Gehweg!!!
Nein, nein dies ist Verkehrsbehinderung (verzichte auf Verweis nach § ) Und dies gilt auch für Sie als Radler. Wird mit Bußgeld bestraft – nur Radler haben leider noch kein Kennzeichen, machen sich annonym aus dem Staub und werfen lieber wie Sie mit Flaschen. Gott sei Dank nicht alle Radfahrer.
Die Logik ist vollkommen verquer. Noch immer geht es um die unterschiedlichen Meinungen zum Seitenabstand und noch immer ist „Schwabe“ der Meinung, der den gerichtlich empfohlenen Seitenabstand einhält, hätte so viel Angst im Straßenverkehr, dass er doch lieber auf dem Gehweg schieben sollte. Und weil die Argumentation so viel mehr nicht hergibt, wird gleich § 1 StVO herausgeholt, obwohl der auf diese Situation überhaupt nicht anwendbar ist und dementsprechend auch kein Bußgeld verursacht.
Es geht hier nicht um den, der überholt wurde, sondern um die Massen, die dem LKW-Fahrer entgegenkamen; wie von Ihnen gewünscht fuhr der LKW frontal in den Gegenverkehr und übersah dabei vermutlich die Masse der ohne Licht fahrenden Radfahrer.
Wer im Spätsommer schon um 18 Uhr eine Gruppe von 30 Radfahrern übersieht, der hat definitiv ein Problem mit den Augen, da helfen auch keine hellen Scheinwerfer mehr.
Genau! Fahrräder haben im Straßenverkehr nichts zu suchen. Maximal Landwege, Gartenwege, Waldwege usw. sind für Radfahrer geeignet. Der Tot des Radfahrers tut mir natürlich trotzdem leid.
Na schön, der obligatorische Berufstroll ist wenigstens leicht zu erkennen.
Die Radfahrerlobby hält es wie die Raucherlobby: Der Störenfried des Rauchers ist der Nichtraucher. Für den Radfahrer sind es die Fußgänger und Autofahrer. Leider können sich in Deutschland die Radfahrer, so wie die Raucher, eben alles erlauben. Niemand reglementiert sie – vermutlich wird an ihnen zuviel verdient.
Na, das ist ja eine gewagte Behauptung. Normalerweise regiert im Autoland Deutschland doch eher die Automobil-Lobby, die Interessen der Radfahrer werden in der Regel übergangen.
Beim FOCUS ist immerhin nicht ganz so viel los: LKW rast in Radfahrer-Gruppe – ein Toter
Bei einem Verkehrsunfall in Hamburg sind am Donnerstagabend ein Fahrradfahrer getötet und drei weitere verletzt worden. Nach Behördenangaben war ein Lastwagen bei einem Überholmanöver in eine Gruppe Radfahrer gerast.
Da gibt’s zum Glück nur wenige Kommentare:
Das muss jetzt wahrscheinlich ein Richter entscheiden, ob man auf einer Straße, die nicht gerade sehr breit ist Radfahrer nebeneinander fahren dürfen. Auf seiner rechte Seite fuhr auch ein Radfahrer. Sicher wollte er ordnungsgemäß ausweichen, was nicht gelungen ist. Sollte er, müsste er anhalten ? Warum fuhren die alle Radfahrer nicht hintereinander ?
Radfahrer dürfen gemäß § 27 Abs. 1 StVO nebeneinander fahren, dafür ist die gesamte Fahrbahnbreite mutmaßlich nicht maßgeblich. Überhaupt möchte man mal sehen, wie die Autofahrer vor Wut schäumen, wenn die Radfahrer hintereinander fahren und Überholvorgänge noch weiter erschweren; ganz abgesehen von der damit einhergehenden Gefährdung, wenn sich ständig Autofahrer nach misslungenen Überholvorgängen zwischen die Radfahrer quetschen wollen.
Mal völlig abgesehen wer hier schuld war wenn ich mit dem Rad unterwegs bin meide ich die Straße wie die Pest. Klar habe ich da Rechte, aber die kann man mir nach einem Unfall dann auf den Grabstein meisseln. Denn ein paar Tonnen Blech sind immer der Stärkere. Und was ich so auf meinen Touren sehe an Kampfradlern, ohne Licht, kreuz und quer durch den Verkehr, Ampeln sind ein Witz. Klar dass das Unfallpotential ohne Ende birgt.
Natürlich ist das nun ein tragischer Unfall auf der Fahrbahn — aber wie viele tote Radfahrer wurden in den letzten Monaten zu Grabe getragen, weil sie an das Märchen vom sicheren Radweg und ihre grüne Ampel glaubten, bevor ein rechtsabbiegendes Kraftfahrzeug den Glauben beendete?
Zyrtos
Mir tut der Radfahrer aufrichtig leid. Aber, warum muss man Radrennsport mit Sportgeräten (die nicht der StVO entsprechen) auf einer öffentlichen Strasse (die keine Sportstääte ist) trainieren? Es gibt doch Radwege, auf denen man fahren kann. Aber ich erlebe immer, dass die Radrenn-Amateure lieber auf kurvenreichen Landstrassen trainieren, als den sicheren Radweg zu nutzen. Radfahrer dürfen auch nicht – wie beschrieben – nebeneinander auf der Fahrbahn fahren sondern nur hintereinander. Ich weiss…Radfahren und Sport sind gesund. Ein Mon-Cheri Thema mit dem Attribut ‚alternativlos‘ und jeglicher Awendungskritik entzogen. Aber hier wird doch ein Gefahrenpotential erzeugt. Und der Autofahrer ist dann der Dumme, wenn es schief geht.
Doch, § 27 Abs. 1 StVO erlaubt nunmal das Fahren zu zweit nebeneinander. Das scheint aber selbst niemand zur Kenntnis zur nehmen, wenn es sogar explizit im Artikel genannt wird. Und natürlich ist der Autofahrer der Dumme, wenn er einen Unfall aus Unaufmerksamkeit verursacht.
Hoffe es gibt hinreichend Anzeigen der Radfahrer wegen ordungswidriger Räder und spielerischen fahrens. Realistischer ist allerdings, dass der LKW Fahrer gelyncht wird. 30-40 Leute. Selbst die Kindergärtner melden ihren Laternenlauf an. Nur die Genies deutscher Universitäten kommen da nicht drauf. War das eine illegale Demonstration?. Verstoß gegen Paragraph 14 Versammlungsgestz. Schuld dürfte wohl beim Organisator der Aktion zu suchen sein.
Nein, es wird vermutlich keine Anzeigen geben, weil die Räder offensichtlich der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung entsprachen. Und mit § 14 VersammlG hat das nun überhaupt nichts zu tun, hier ist § 27 Abs. 1 StVO einschlägig, auch und erst recht mit 30 bis 40 Teilnehmern. Und das nun der Organisator der vermeintlichen Demonstration schuld an dem Unfall sein soll, das macht nun wirklich sprachlos.
Sprachlosigkeit ist auch alles, was nach dem Unfall bei Radfahrern bleibt — bei anderen Verkehrsteilnehmern nicht. Letzte führen sich ständig bemüßigt, unpassende Kommentare unter die einschlägigen Artikel zu drücken, die mitunter vor Menschenverachtung nur so strotzen.
Da ist ein Radfahrer bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen, weil ein Lastkraftwagen-Fahrer beim Überholen unachtsam war, aber alles, was den deutschen Autofahrern dazu einfällt, sind Fahrradkennzeichen und Reflektoren an den Rädern? Hätte der Lastkraftwagen-Fahrer eine junge Familie am Stauende in den Kofferraum des Vordermannes gedrückt, dann gäbe es wohl auch ziemlich viele dumme Kommentare, aber wenigstens weniger Menschenverachtung.
Zweifellos gibt es zwischen Radfahrern und Autofahrern eine Menge Reibereien, zweifellos sind manche Rennradfahrer nicht ganz unschuldig an dem pauschalen schlechten Ruf. Ich wohne direkt an der Rennstrecke der Vattenfall Cyclassics, die dort trainierenden Rennradfahrer nehmen es hin und wieder auch etwas lockerer mit den roten Ampeln. Dem gegenüber stehen jedoch ein Großteil der übrigen Rennradfahrer, die sich strikt an die Straßenverkehrs-Ordnung halten. Die meisten Aufregungen dürfte es demnach in Ermangelung von Regelkenntnis geben, denn nach § 27 Abs. 1 StVO dürfen hinreichend viele Radfahrer nunmal als Verband auf der Fahrbahn fahren. Das muss man nicht toll finden, das muss man nicht so hinnehmen, man kann der Politik Änderungswünsche unterbreiten — aber solange § 27 Abs. 1 in der Straßenverkehrs-Ordnung steht, ist das zu respektieren.
Und da helfen auch keine dummen Aussagen, das seien doch alles Kampfradler und per se schon selbst schuld am Unfall, der Lastkraftwagen-Fahrer hätte doch nur seinen Job gemacht.
Veröffentlicht am 11. August 2012 Autor MalteKategorien Allgemein, Fahrradfahren, PressespiegelSchlagwörter Aggression, Regelkenntnis, Sicherheit, Straßenverkehrs-Ordnung, Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, Unfall
19 Gedanken zu „„Hätte ein Fahrradhelm den Toten vom Elbdeich gerettet?““
11. August 2012 um 12:18 Uhr
Der verstorbene Radfahrer trug einen Helm, leider konnte sich das Opfer selbst mit einem Fahrradhelm nicht ausreichend schützen gegen den Unfallverursacher.
Ich bin sprachlos angesichts der Dummheit, Arroganz und Gefühllosigkeit der Kommentatoren in der verschiedenen Foren der Medien . . .
Nordsee sagt:
13. August 2012 um 8:45 Uhr
Die Kommentare klingen alle ein wenig nach „Selbst Schuld, sie hätte sich ja nicht so aufreizend anziehen müssen.“
Die Fahrradfahrer als Subjekt des Frustabbaus. Randgruppen als Sündenböcke hatten wir vor 70 Jahren schon mal. Das ist nicht gut gegangen.
Rustikal sagt:
18. August 2012 um 16:47 Uhr
Mna stelle sich einfach vor, der Lkw-Fahrer hätte einen Radfahrer (oder sicherheitshalber: ein Moped, weil sonst wäre die Debatte womöglich gestarte: was tut dieser Radfahrer auf der Fahrbahn, der einen armen, unter Zeitdruck stehenden Lkw-Fahrer, womöglich noch mit lebenswichtigen Medikamenen für todkranke Patienten… zum Überholen zwingt…)) auf einer offensichtlich engen Fahrbahn überholt, während irgendeine andere Art von Gegenverkehr unterwegs gewesen wäre (ein voll besetzter Pkw mit einer „ganz normalen“ Familie, …). Bei Gegenverkehr soll man nicht überholen, Radfahrer sollen nur dann überholt werden, wenn der andere Fahrstreifen frei ist. Einfaches Regelgemäßes Verhalten –> hohe Sicherheit.
20. August 2012 um 18:17 Uhr
Unfassbar haarsträubende Argumentationen! mir wird schlecht von so viel Ignoranz. Vielleicht noch zwei Gedanken:
1. Wäre es nicht 30 Radfahrer gewesen sondern ein Bus mit 30 Insassen, wäre das ganze vermutlich noch viel schlimmer ausgegangen.
2. Ich verstehe gar nicht was Autofahrer immer mit ihrem nebeneinander fahren haben, im Auto sitzt man doch meistens auch nebeneinander …
21. August 2012 um 11:49 Uhr
Nette Seite hier. Nachdem ich nun so oft auf Fahrradseiten über „Malte“ gestolpert bin, wollte ich doch mal gucken.
Diese ganzen o.a. Kommentare zeigen in erster Linie, dass vor allem ältere verbitterte Männer mit zweifelhafter politischer Einstellung Zeitungsartikel kommentieren.
Was zu der Frage führt: Weshalb kommentiert man selbst?
Richtig jedoch bleibt, dass Radfahren auf der Strasse oft genug tödlich endet. Die StVO kann Radler nicht schützen. Wo irgend möglich, muss eine vom mot. Verkehr getrennte Radinfrastruktur geschaffen werden.
21. August 2012 um 12:42 Uhr
Ach, Strizzi,
> Richtig jedoch bleibt, dass Radfahren auf der Strasse
> oft genug tödlich endet.
Du meinst sicherlich Fahrbahn. Und das Fahren dort endet auch für motorisierte Verkehrsteilnehmer nicht nur oft genug tödlich, sondern sogar noch häufiger.
> Die StVO kann Radler nicht schützen.
Nein, sie kann auch keine Kraftfahrer schützen. Ist auch nicht ihre Aufgabe. Sie gibt stattdessen Regeln vor, an die man sich zu halten hat, um andere nicht zu gefährden.
> Wo irgend möglich, muss eine vom mot. Verkehr getrennte
> Radinfrastruktur geschaffen werden.
Seit vielen Jahren ist bekannt, daß das weder möglich noch hilfreich ist (die Separation ist nämlich für die meisten schweren Unfälle verantwortlich; insofern ist der hier thematisierte Unfall sowieso die Ausnahme). Solche Forderungen zeigen, daß der Fordernde sich nicht ausreichend mit der Materie befasst hat. Und warum sollen dann die einzelnen motorisierten Verkehrsarten nicht „wo immer möglich“ ebenfalls getrennt werden? Eine eigene Infrastruktur für LKW?
21. August 2012 um 12:45 Uhr
Hoppla, da war jemand schneller =D
28. September 2012 um 12:45 Uhr
Lieber N.M., eine schöne Antwort.
Der primäre Zweck der StVO ist es, für den Schutz aller Verkehrsteilnehmer zu sorgen. Auch wenn dieses Denken dem gemeinen Deutschen, dem homo germanicus vulgaris, fernliegt, das Einhalten von Regeln folgt erst sekundär aus dem Zweck.
Zur „Separation“ habe ich auch eine Frage: Warum sollen denn Fussgänger nicht auf die Fahrbahn oder besser noch auf die Autobahn? Das ist doch eine ungehörige Diskriminierung.
Die wollen nicht, weil sie ein libidinöses Verhältnisihren zu ihrem schedderigen Fussweg haben? Weil ihnen das so eingebleut wurde? Ja, ja, das dumme Volk.
28. September 2012 um 23:41 Uhr
Zur “Separation” habe ich auch eine Frage: Warum sollen denn Fussgänger nicht auf die Fahrbahn oder besser noch auf die Autobahn? Das ist doch eine ungehörige Diskriminierung.
Weil Fußgänger nunmal keine Fahrzeuge sind und einen grundlegend anderen Bewegungscharakter aufweisen?
29. September 2012 um 17:16 Uhr
Du spielst auf Physik an. Die kinetische Energie eines Radlers liegt der eines Fussgängers wesentlich näher (ich schätze einige 10er-Potenzen) , als bei der eines Kfz.
Auch passiv betrachtet (die Verletzlichkeit) sind sich Fussgänger und Radler nahezu gleich.
Desgleichen übrigens bei der Spannungen vorbeugenden und abbauenden Kommunikationsfähigkeit (tschuldigung, danke, darf ich mal, usw).
Was nun nicht heißen soll, dass ich für gemeinsame Wege streite. Aber was erklärt, warum viele Radler, wenn eins von beiden denn sein muss, trotz der Möglichkeit eines Tickets lieber auf dem Gehweg, als ohne Ticket auf der Fahrbahn radeln.
1. Oktober 2012 um 18:04 Uhr
Die kinetische Energie (0,5mv²) von Fußgängern unterscheidet sich deutlich von Fahrradfahrern unterscheidet sich deutlich von Autofahrern.
Nehmen wir die kinetische Energie von Fußgängern als Basiswert 1.
Bei einem Radfahrer (1,5-fache Masse) ist die kinetische Energie bei 15 km/h etwa um das 14-fache höher, bei zügigen Radfahrern (25 km/h) um fast das 40-fache höher.
Die kinetische Energie bei einem Auto (15-fache Masse) ist um das 1500 fache höher als beim Fußgänger.
Fahrradfahrer fahren wahrscheinlich deswegen so oft auf dem Fußweg, weil die gefühlte Gefahr und die reelle Gefahr sich deutlich unterscheiden.
Die gefühlte Gefahr ist die eines Auffahrunfalles. Das passiert aber höchst seltend.
Die echte Gefahr entsteht durch Rechtsabbieger und Ein- und Ausfahrten.
Beim Fahren auf der Fahrbahn hat man dementsprechend das gleiche Fahrprofil wie bei Autos und man wird als Fahrradfahrer (leider oft genug angehupt aber immerhin) gesehen.
21. August 2012 um 12:44 Uhr
Hö? Wenn ich mir die Unfallstatistik anschaue, endet Autofahren oder zu Fuß gehen ähnlich tödlich. Nur endet Radfahren ziemlich oft dort tödlich, wo man sich an Separation versucht, ohne sie konsequent durchhalten zu können. Insofern ist das Risiko auf dem Radweg in der Regel höher als auf der Fahrbahn.
27. September 2012 um 0:53 Uhr
Diese Art von gedanklichem Kurzschluss (Unfallstatistik -> Erkenntnis) ist unter Vielradfahrern recht verbreitet.
Übrigens: Wem Sicherheit als Erstes Gebot gilt, der setzt sich in einen SUV.
Getrennt geführte Radinfrastruktur lässt sich logo nirgends voll durchhalten.
Jedoch führt eine ordentliche, in großen Teilen getrennt implementierte Radinfrastruktur („Separierung“) ihrer Attraktivität wegen zu steil ansteigendem Radverkehrsanteil. Überall auf der Welt. Dieser steigende Radverkehrsanteil erst macht nachgewiesenermaßen den Radverkehr sicherer. Sowohl auf der Fahrbahn – als auch an den Intersektionen Radinfrastruktur – MIV-Infrastruktur.
1. Oktober 2012 um 18:09 Uhr
„Übrigens: Wem Sicherheit als Erstes Gebot gilt, der setzt sich in einen SUV.“
Da kommt wieder die gefühlte Sicherheit ins Spiel. Ein SUV hat einen höheren Schwerpunkt und liegt schlechter auf der Straße, d.h. man kommt eher von der Straße ab und überschlägt sich. Da hilft auch viel Blech nichts mehr.
Außerdem gefährdet man andere dadurch und es beginnt ein Wettrüsten bis auch SUV Fahrer von anderen platt gefahren werden.
27. September 2012 um 23:30 Uhr
Jedoch führt eine ordentliche, in großen Teilen getrennt implementierte Radinfrastruktur (“Separierung”) ihrer Attraktivität wegen zu steil ansteigendem Radverkehrsanteil. Überall auf der Welt. Dieser steigende Radverkehrsanteil erst macht nachgewiesenermaßen den Radverkehr sicherer. Sowohl auf der Fahrbahn – als auch an den Intersektionen Radinfrastruktur – MIV-Infrastruktur.
Ja, das lässt sich nicht abstreiten. Die Leute lieben Fahrradwege. Die Leute lieben Fahrradwege so sehr, dass sie sogar in Tempo-30-Zonen lieber den Gehweg betorkeln als auf der Fahrbahn zu fahren.
Radfahren ohne Radwege funktioniert nicht so recht, ja, aber leider ist bei uns in Deutschland das Ausgangsmaterial zu schlecht. Ich kenne hier in meiner Wohngegend eigentlich nur schlechte Radwege, teilweise die reinsten Buckelpisten, auf denen bei höheren Geschwindigkeiten womöglich die Federgabel bricht. Andere Straßen ohne Radwege werden dabei konsequent auf dem Gehweg befahren, weil man ja gelernt hat, niemals und nicht einmal im Traum die Fahrbahn zu benutzen.
Vermutlich spielst du mit dem steigenden Radverkehrsanteil auf die üblichen Verdächtigen Amsterdam und Kopenhagen an. Ja, die haben Radwege und sogar sehr breite, aber eben so etwas ließe sich in Deutschland eben nicht einrichten. Da müsste entweder der Fahrbahn Platz abgeknapst werden, was in unserer Automobilnation niemals passieren wird, oder es muss auf der anderen Seite von den Grundstücken etwas abgeschnitten werden, was wohl eher möglich, aber nicht unbedingt praktikabel wäre. Drum wird es bei diesen kümmerlichen Radwegen mit schlechten Sichtbeziehungen und Dutzenden Gefahrstellen bleiben — und die Fahrbahn bleibt weiterhin die einzige sichere Alternative.
28. September 2012 um 12:04 Uhr
„Überall auf der Welt“ war sicher ungenau, das Weltall ist groß. Ich meine aber nicht nur NL und DK. gemeint war „überall auf diesem Planeten Erde, wo man mehr Fahrradverkehr will“, Paris, London, New York, Kuba, Schweden, Sevilla, Rio de Janeiro usw, usf.
Niemand in HH zumindest liebt Fahrradwege, dazu sind die viel zu sch…
Jeder Radler kommt zwangsläufig in die Situation, auch mal die Fahrbahn benutzen zu müssen – und nicht „nicht mal im Traum …“.
Jeder vergleicht also persönlich und fährt da, wo er fährt, aus diesem persönlichen Vergleich heraus. Niemand muss dieses in den meisten Fällen bewusste Verhalten der übergroßen Mehrheit der Fahrradfahrer teilen. Aber man sollte es respektieren.
Die Fahrbahn ist auch nicht „sicher“. Sie ist der Statistik zufolge sicherer. Man kann dieses Argument – sicher, sicherer, am sichersten – noch weiter führen. Machen auch viele. Die sitzen im SUV.
Man fährt nicht Fahrrad, um sich am sichersten von A nach B zu bewegen.
Fahrradfahren hat für viele mit Bewegung, Entspannung, Körpergenuss, innerer Ruhe und auch Entschleunigung zu tun. Auch mit Umweltaspekten.
Fahrbahn steht dagegen steht für Lärm, Gestank, Stress, Geschwindigkeit und ständige Hochspannung. Auf dem Fahrrad bedeutet die Fahrbahn extremes Ausgeliefertsein: Unberechenbare und nicht zu beeinflussende tonnenschwere Massen sausen an meinem ungeschützten Körper, der sich balancierend auf einem sich ungleichmässig bewegenden Eisengestell befindet, dicht vorbei.
Mein Fahrlehrer gab uns als oberste Maxime mit: Geht immer davon aus, dass alle anderen Autofahrer sich wie Idioten verhalten.
Er meinte es sicher nicht so krass, aber der Mann hatte recht. Ich für mein Teil halte es wie der intelligente Schwarm der Radler:
Zwischen dieser Irrenanstalt, genannt Fahrbahn, und mir ein möglichst großer Raum.
28. September 2012 um 13:16 Uhr
Wenn ich mit Lärm und Gestank nichts zu tun haben möchte, fahre ich unten an der Elbe entlang oder irgendwo deutlich abgesetzt von der nächsten Straße einen kleinen, bummeligen Weg entlang. Was du als ständige Hochspannung und Ausgeliefertsein beschreibst, empfinde ich eher auf dem Radweg: da muss ich ständig aufpassen, ob ein Kraftfahrer nicht doch plötzlich die nächste Einfahrt hereinfahren möchte, ob der beim Rechtsabbiegen schaut, ob aus den parkenden Autos nicht doch wieder ein Beifahrer fröhlich heraushüpft, ob die Fußgänger gleich auf den Radweg treten, wohin ich dem Gegenverkehr auf dem engen Radweg ausweiche, ob ich schneller als zehn oder fünfzehn Kilometer pro Stunde fahren kann, ohne dass mir gleich die Federgabel bricht oder was auch immer.
Auf der Fahrbahn habe ich all diese Probleme nicht. Sicherlich gibt es Strecken, bei denen die Fahrbahnradelei von Kraftfahrern nicht toleriert und entsprechend sanktioniert wird, aber in den allermeisten Fällen kommt man ungestört voran. Natürlich muss man sich erst einmal trauen, zusammen mit den Kraftfahrern auf der Fahrbahn zu rollen, denn die meisten Radfahrer lernen ja noch in der Schule oder spätestens in den Medien, wie gefährlich und tödlich das Radfahren doch ist und bleiben deshalb lieber auf dem Gehweg, wenn es keinen Radweg gibt.
Aber wenn ich mir anschaue, wie viele haarsträubende Situationen ich auf meinen täglichen vierzig bis fünfzig Kilometern quer durch Hamburg auf irgendwelchen Radwegen erlebe, muss ich mich jedes Mal wieder fragen, ob ich nicht langsam den ersten tödlichen Unfall beobachten müsste. Was da abgeht, das ist nicht mehr normal. Es hat wenig mit einer entspannten Fahrweise zu tun, wenn ich entlang der großen Hauptverkehrsstraßen überfahren werde, weil ich fälschlicherweise meiner grünen Ampel vertraut habe und ein Rechtsabbieger zu fein für den Schulterblick war.
28. September 2012 um 16:47 Uhr
Mach et. Mach et. Jeder nach seiner Facon. Nur unterstell bitte denen, die das nicht so sehen oder so machen wie du, dass sie fremdgesteuert sind.
Bei den Motiven für das Fahrradfahren habe ich einen wichtigen Punkt vergessen: Fahradfahren ist die ökonomischste Art der Fortbewegung. Mein liebstes Beispiel dafür, dass Ökonomie und Ökologie sich nicht ausschließen, sondern sich wechselseitig Bedingung sind.
Ich wollte aber noch zu diesem Punkt Stellung nehmen:
„Da müsste entweder der Fahrbahn Platz abgeknapst werden, was in unserer Automobilnation niemals passieren wird, …“
Das passiert schon. Aber natürlich viel zu wenig. Zur Zeit wird, in summa, mehr Radinfrastruktur vernichtet als neue gebaut.
Ich sehe auch, dass die Implementur von Radinfrastruktur gegen die allgegenwärtige Kfz-Lobby in der Politik schwer bis gar nicht durchzusetzen ist.
Die Gesetze und Verordnungen werden bis ins Detail von der Kfz-Industrie und deren Lobby formuliert. Jüngstes Beispiel: Die Beschlussvorlage für eine EU-weite Lärmschutzverordnung, die vom Akustik-Experten beim Sportwagenhersteller Porsche stammt. Ausgerechnet.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/skandal-im-eu-parlament-laermschutzverordnung-mit-porsche-sound-1.1468767
Trotzdem gibt es auch Möglichkeiten und Lücken. Eine davon ist das föderale System mit seinen Stadtstaaten, die im eigentlichen Sinne keine Landespolitik, sondern mit landespolitischen Rechten ausgestattete Kommunalpolitik betreiben.
Die große Politik mit Fragen von Krieg und Friesen usw. bleibt außen vor. Noch viel mehr als in der übrigen Landespolitik geht es um das Klein-Klein der städtischen Infrastruktur und der städtischen Standortpolitik.
Zugleich ist die Wählerschaft naturgemäß viel mehr an urbanen Themen wie Verkehr und seine Folgen interessiert.
Das bekannt fortschrittliche Hamburg bietet die Möglichkeit und ist, jedenfalls aus meiner Sicht, am besten geeignet für den Versuch einer dringend notwendigen radverkehrspolitischen Intervention in die politische Entscheidungsebene.
Eine Radverkehrspartei hätte gute Chancen und könnte viel bewirken.
Radpendler sagt:
16. August 2013 um 9:30 Uhr
Laut Hamburger Abendblatt wurde der LKW-Fahrer jetzt zu einer 10monatigen Bewährungsstrafe verurteilt und darf auch noch seinen Führerschein behalten. Das ist doch ein Quasi-Freispruch!!! Unfassbar.
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