Source: https://www.td-architekten.com/neubau/ihlestrasse-41
Timestamp: 2019-04-23 03:54:21+00:00

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Ihlestraße 41 — trabitzsch dittrich architekten gmbh
Gemarkung Schiffbek
Flurstück 1923
Auf dem ca. 2.376 m² großen Grundstück soll ein Mehrfamilienhaus (IV+Staffel) in Massivbauweise mit 19 Wohneinheiten in Hamburg-Horn neu errichtet werden. Insgesamt können 64 Personen untergebracht werden. Bei dem Bauvorhaben handelt es sich um eine reine Wohnnutzung. Der Wohnungsbau wird nicht zur Unterbringung von Flüchtlingen verwendet. Vier der Wohnungen werden barrierefrei nach § 52 HBauO mit Abweichungen in Anlehnung an DIN 18040-2 geplant (s. entspr. Abweichungsantrag).
Eine Betreuung der Familien durch f&w fördern und wohnen AöR findet nicht statt.
f&w fördern und wohnen AöR ist für die Pflege und Unterhaltung der Außenanlagen und der öffentlich zugänglichen Bereiche des Gebäudes verantwortlich.
Anforderungen B-Plan
Das betrachtete Gebiet befindet sich im Geltungsbereich des B-Plan „Billstedt 43“ vom 19. Juni 1967. Das Plangebiet ist im Flächennutzungsplan der Freien und Hansestadt Hamburg als Fläche für reines Wohngebiet mit zwingend 4-geschossiger und geschlossenen Bauweise ausgewiesen. Die Baugrenze ist in Form eines Rechtecks in Ost-West-Ausrichtung ausgelegt. Die maximal erlaubte Gebäudetiefe ist auf 12 m gesetzt. Die Länge orientiert sich an den benachbarten Gebäuden im Norden und Süden und beträgt 35 m. Auf dem Grundstück ist ein 1-geschossiges Bauwerk verzeichnet, das inzwischen nicht mehr existent ist.
Die Anschlüsse für den elektrischen Strom, Wasser und Abwasser können über die vorhandenen Medienleitungen in der Ihlestraße erfolgen. Die Herstellung der Anschlüsse wird von den Betreibern erfolgen. Regen- und Abwasser werden dabei bis zur Übergabe an der Grundstücksgrenze getrennt ausgeführt und dann in ebenfalls getrennte Leitsysteme eingeführt. Ein Fernwärmeanschluss für das Grundstück besteht nicht. Jedoch ist es möglich eine Versorgungsleitung vom südlichen Nachbargrundstück herzustellen.
Das Gebäude wird entsprechend den städtebaulichen Vorgaben des B-Plans dimensioniert und ausgerichtet. Die Grundfläche von ca. 420 m² (12m x 35m) wird nicht überschritten. Die Anzahl von 4 Vollgeschossen wird eingehalten. Zusätzlich wird ein Staffelgeschoss gemäß § 2 Abs. 6 Satz 3 geplant. Mit seiner Höhe von OKFF 11,47 m 4.OG ist das Gebäude in die Gebäudeklasse 4, gem. § 2 HBauO einzuordnen.
Das Staffelgeschoss ist auf der Ost-, Süd- und West-Seite zurückgesetzt. Die Nordfassade ist bündig mit den darunter liegenden Geschossen, wird jedoch über eine Metallkante (Attika über 3.OG) optisch gebrochen. Die Gebäudehöhe an dieser Stelle beträgt 14,78m über OKT. Die daraus resultierende Abstandsfläche gem. § 6 Abs. 5 beträgt somit 5,91m. Die Abstandsflächen sollen auf eigenem Grundstück liegen. Aus diesem Grund wird das Gebäude um ca. 80 cm nach Süden und somit über die Bebauungsgrenze versetzt. Dieser Sachverhalt wurde mit der Bauprüfung am 09.11.17 und mit dem Fachamt für Städteplanung am 16.11.17 besprochen (s. Anlage 1.17 und 1.18). Aus der Sicht der Stadtplanung handelt es sich um eine geringfügige und tolerierbare Überschreitung (s. entspr. Befreieungsantrag).
Das Grundstück grenzt mit seiner Westseite an die öffentliche Straße, die Ihlestraße. Erschlossen wird es aktuell im nördlichen Teil über eine bereits bestehende Gehwegüberfahrt für eine bestehende Parkplatzanlage, die entfernt wird. Das neue Konzept sieht vor die Einfahrt auf das südliche Ende zu verlegen, was mehrere städtebauliche, brandschutztechnische und gestalterische Vorteile mit sich bringt. Die Erschließung der Feuerwehraufstellfläche wird über die neue Zufahrt und den Fahrbereich der sieben Stellplätze gewährleistet und kann geradlinig verlaufen. Eine Bewegungsfläche für die Feuerwehr von 7 x 12 m inkl. 4 m Übergangsbereich wird auf der Fahrfläche des Parkplatzes berücksichtigt. Die Fläche nördlich der Stellplätze, lässt sich optimal für die Spielflächen und den Müllstandort nutzen.
Das Gebäude wird über ein innen liegendes Treppenhaus auf der Nordfassade erschlossen. Eine direkte Wegeführung aus der Richtung der früheren Zufahrt und von den neuen Parkplätzen aus lässt eine schnelle und übersichtliche Erschließung zu. In Verlängerung des Gehweges auf der Nordseite werden Gehwegplatten im Schrittmaß verlegt, die zu den Teppichstangen führen.
Das Gebäude wird als 4-Spänner im EG bis 3.OG ausgeführt. Hier sind Wohnungen mit 2-, 3- und 3,5- Zimmer geplant. Die Grundrisse sind, bis auf die Anordnung der Balkone, in jedem Geschoss identisch. Die 3-Zimmer Wohnung (Typ 2) wird barrierefrei gem. § 42 HBauO geplant. Es werden folgende Abweichungen in Anlehnung an DIN 18040-2 beantragt: lichte Breite der Innentüren 80 cm, Bewegungsflächen in Sanitärbereichen 1,20x1,20 m (s. entsprechende Abweichungsanträge). Die restlichen Wohnungen werden barrierereduziert gemäß den Anforderungen der IFB-Richtlinie für vordringlich wohnungssuchende Haushalte ausgeführt. Im Staffelgeschoss werden 3 Wohnungen mit 2, 3 und 4 Zimmern geplant. Die Wohnungen sind barrierereduziert. Alle Wohnungen werden mit barrierefreien Austritten auf die Freisitze geplant, bis auf die Wohnungen im Staffelgeschoss. Hier ist eine Stufe auf die Dachterrasse aus konstruktiven Gründen notwendig.
Das Gebäude wird voll unterkellert. Hier werden Abstellräume für alle Haushalte untergebracht, sowie alle notwendigen Fahrräder (46 Stk) im einem gemeinsamen Fahrradabstellraum. In einem weiteren Abstellraum, in unmittelbarer Nähe des Treppenhauses, können bis zu 8 Kinderwagen untergebracht werden. Ein leichter und barrierefreier Zugang wird durch einen Fahrstuhl ermöglicht, der alle Stockwerke anfährt. Weiterhin ist ein Trockenraum berücksichtigt, sowie Flächen für die technische Ausrüstung und Hausanschlüsse.
Die Gebäudefassade vom EG bis 3.OG wird in massiver Bauweise mit hinterlüftetem Verblendmauerwerk erstellt. Die Farbgebung des Verblendmauerwerks wird gemäß § 12 Abs. 2 HBauO als ortsprägendes Gestaltungsmerkmal in vollständig rot-buntem Backstein gehalten. Die Außenwände des Staffelgeschosses werden gemäß dem Beratungsgespräch vom 09.11.17 optisch von der übrigen Fassade abgesetzt und sind als WDVS auf KS-Mauerwerk mit hellen Putz vorgesehen.
Zur optischen Setzung werden untereinander „verspringende“ Mauerwerkslagen zum Einsatz kommen. Sie sind im Bereich des Erdgeschosses und am Treppenhaus angelegt.
Die Grundrisse der Wohnungen orientieren sich an dem natürlichen Lauf der Sonne. Alle Wohn- und Schlafräume besitzen bodentiefe Fenster mit Absturzsicherung aus Streckmetall. Die Balkone und Terrassenflächen sind nach Süden ausgerichtet. Aus gestalterischen Gründen werden die Balkonplatten von Geschoss zu Geschoss horizontal zu einander versetzt. Die Balkongeländer werden überwiegend mit 2/3 geschlossener Fläche aus Metallplatten und 1/3 Streckmetallplatten verkleidet und farblich beschichtet. Als zusammenhängendes Gestaltungselement findet sich das gleiche Streckmetallmaterial auch in den Absturzsicherungen der bodentiefen Fenster und der Dachterrassen.
Die Grundrissgestaltung, Ausstattung, Wohnungs- und Zimmergrößen orientieren sich an den Vorgaben der IFB-Förderrichtlinie. Jede Wohnung verfügt über mind. 1 m² Abstellfläche. Die Küchen sind außenliegend, bzw. verfügen über natürliche Belichtung. Wohnungen mit 5 Personen im Haushalt erhalten einen zusätzlichen Sanitärbereich.
Die Baukonstruktion des Gebäudes erfolgt in konventioneller Bauweise. Es ist mit WU-Stahlbetonplatte und -wände vollunterkellert. Tragende Außen- und Innenwände werden als KS-Mauerwerkswände ausgeführt. Aussteifende Gebäudeelemente bilden die Stahlbetonwände im Treppenhaus und einige Wohnungstrennwände. Die Geschossdecken sind als 20 cm starke Stahlbetondecken geplant. Die Dächer werden als WU-Dächer geplant und erhalten eine ca. 10 cm Kiesschüttung. Damit der Kiesbelag vor dem Abtragen durch Windverwehungen im Attikabereich geschützt wird, sind entlang der Attikas Gehwegplatten angeordnet.

References: § 52
 § 2
 § 2
 § 6
 § 42
 § 12