Source: https://rechtsanwalt-und-sozialrecht.de/einzelgrad-gesamtgrad-gdb/
Timestamp: 2018-05-23 11:04:40+00:00

Document:
Ermittlung des Einzelgrades und des Gesamtgrades der Behinderung
Die Feststellung des Grades der Behinderung erfolgt gemäß § 69 Abs. 1 SGB IX alter Fassung (ab dem 1. Januar 2018 weitgehend in § 152 SGB IX neuer Fassung enthalten). Die Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft werden als Grad der Behinderung in Zehnergraden abgestuft festgestellt, § 69 Abs. 1 Nr. 4 SGB IX.
Eine Feststellung hinsichtlich des Grades der Behinderung ist nur zu treffen, wenn mindestens ein Grad der Behinderung von 20 vorliegt, § 69 Abs. 1 Satz 6 SGB IX. Es gelten die Maßstäbe der aufgrund des § 30 Abs. 17 BVG erlassenen Rechtsverordnung, die Versorgungsmedizin-Verordnung vom 10. Dezember 2008, die die früheren sogenannten „Anhaltspunkte“ abgelöst hat.
In einem zweiten Schritt sind die Teilhabebeeinträchtigungen den Funktionsstörungen zuzuordnen, die sich aus der Versorgungsmedizin-Verordnung ergeben. Diese werden dann mit einem Einzelgrad der Behinderung bewertet. Die Tabellenwerte der Versorgungsmedizin-Verordnung leiten sich aus den Erfahrungen der Versorgungsverwaltung und den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft gewonnenen ab.
In einem weiteren dritten Schritt wird dann der Gesamt-GdB gemäß § 69 SGB IX (alt – neu: § 152 SGB IX) Behinderung festgesetzt. Dabei können die Auswirkungen der einzelnen Beeinträchtigungen ineinander aufgehen, sich überschneiden, sich verstärken oder nebeneinanderstehen. In der Regel führt dabei ein Einzel-GdB von zehn nicht zu einer Erhöhung des Gesamt-GdB.
Zur Bestimmung des Gesamt-GdS (bzw. -GdB) enthält die Versorgungsmedizin-Verordnung unter A 3 folgende Regelungen:
Anmerkung: Wenn mit dem Grad der Behinderung und dem Grad der Schädigungsfolgen das Maß für die Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft gemeint ist, wird einheitlich die Abkürzung GdS benutzt.
Anträge und Antragsformulare für einen Schwerbehindertenantrag finden Sie in dem Internetauftritt der Bezirksregierung Münster (für … | mehr
Der orangefarbene Parkausweis soll schwerbehinderten Menschen zugute kommen, die die Voraussetzungen für das Merkzeichen „aG“, … | mehr
Tietje :
30. Juli 2016 um 09:09
ich hätte da mal eine frage,und zwar hatte ich letztes Jahr im März einen schweren Herzinfakt.
Bin 66 Jahre alt in Rente und habe einen Schwerbehindertenausweis mit 70 Prozent und das Merkzeichen G. So – nun zu meiner Frage: seit meinem Infarkt bin ich nicht mehr so fit wie ich vorher war. Habe Schweissausbrüche, Atemnot …, kann nicht mehr so weit Laufen, max. 100 Meter, dann ist eine Pause erforderlich. Kann ich beim Versorgungsamt einen Antrag stellen um einen höheren Grad der Behinderung zu bekommen? so wie das Merkzeichen aG?
Sie sollte einen Verschlimmerungs- bzw. Änderungsantrag stellen. Links zu den entsprechenden Formularen finden Sie z. B. in dem Artikel „Anträge und Antragsformulare für einen Schwerbehindertenantrag, Musterschriftsatz Widerspruch„.
Die Voraussetzungen für das Merkzeichen aG sind erheblich. Davon handelt der Artikel „Schwerbehindertenrecht – Merkzeichen aG (Außergewöhnliche Gehbehinderung)„.
Bernd Gromadies :
Es geht um die der Zuerkennung des Merkzeichens „G“
wenn jemand wegen:
– LWS- Funktionsstörungen einen GdB von 20,
– Funktionsstörungen des Kniegelenkes einen GdB von 20
– Erkrankung der Füße mit GdB 20
anerkannt wird, könnte der Gesamt GdB wegen der mobilitätsbedingten Einschränkungen beim Gehen und der gleichgerichteten Wirkung der Einschränkungen nicht auch addiert werden, zumindestens auf Gesamt-GdB auf 50 eingestuft werden, obwohl es sonst nicht üblich ist den Gesamt-GdB durch Addition der Teil-GdB zu ermitteln?
Ich glaube das mal gelesen zu haben, finde diese Quelle aber nicht mehr.
Danke für eine Info Bernd
Hallo Herr Gromadies,
ich kenne keine Quelle (Fundstelle, Gerichtsentscheidung etc.), die eine derartige Aussage explizit enthält.

References: § 69
 § 152
 § 69
 § 69
 § 30
 § 69
 § 152