Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=05.04.2000&Aktenzeichen=8%20C%209.99
Timestamp: 2019-07-23 03:52:01+00:00

Document:
BVerwG, 05.04.2000 - 8 C 9.99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,2937
BVerwG, 05.04.2000 - 8 C 9.99 (https://dejure.org/2000,2937)
BVerwG, Entscheidung vom 05.04.2000 - 8 C 9.99 (https://dejure.org/2000,2937)
BVerwG, Entscheidung vom 05. April 2000 - 8 C 9.99 (https://dejure.org/2000,2937)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2000,2937) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
VermG § 1 Abs. 3, § 4 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3
Redlicher Erwerb; Wohnraumversorgung für Angehörige der NVA-Grenztruppen; Zuweisung eines Eigenheims; Verordnung über die Lenkung des Wohnraums vom 14. September 1967 (GBl der DDR II S. 733) Ordnung Nr. 010/9/006 des Ministers für Nationale Verteidigung über die Wohnraumversorgung der Berufsoffiziere usw. vom 18. Dezember 1980 - Anordnungs- und Mitteilungsblatt des Ministeriums für Nationale Verteidigung Nr. 04/81
Redlicher Erwerb - Wohnraumversorgung für Angehörige der NVA-Grenztruppen - Zuweisung eines Eigenheims
Wohnraumlenkung; NVA-Wohnung; Manipulation; Ausschlussgrund; redlicher Erwerb; Machtmissbrauch; Ausreiseverlangen; Unredlichkeit
§§ 1 Abs. 3, 4 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 Buchst. a VermG; WohnraumversorgungsO des MfNV v. 18.12.1980 (AMBl. des MfNV Nr. 4/81)
Vermögensrecht/Rückübertragung/Wohnraumvergabe an NVA-Angehörige/redlicher Erwerb
VG Cottbus - 1 K 8.95
VG Cottbus, 15.04.1998 - 1 K 8/95
NJ 2000, 440 (Ls.)
BVerwG, 31.03.2004 - 8 C 5.03
Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung der Sach- und Rechtslage; Klage des …
Hinzu kommen muss das Vorliegen einer dem Erwerber zurechenbaren sittlich anstößigen Manipulation, die bei objektiver Betrachtung die Absicht erkennen lässt, den Erwerbsvorgang gezielt zu beeinflussen, wobei bei dieser Fallgestaltung keine aktive Mitwirkung des Erwerbers an der Manipulation erforderlich ist (stRspr: vgl. Urteile vom 19. Januar 1995 - BVerwG 7 C 42.93 - Buchholz 428 § 4 VermG Nr. 12, vom 5. April 2000 - BVerwG 8 C 9.99 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 3 und vom 28. März 2001 - BVerwG 8 C 2.00 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 12).
Dies entspricht allein dem Normzweck des § 4 Abs. 2, Abs. 3 VermG, wonach ein sozial verträglicher Ausgleich zwischen dem Restitutionsinteresse des Alt-Eigentümers und dem schutzwürdigen berechtigten Vertrauen des Erwerbers auf den Bestand des Rechtsgeschäftes zu schaffen ist (vgl. stRspr, Beschluss vom 23. Juni 1995 - BVerwG 7 PKH 2.94 - Buchholz 428 § 4 VermG Nr. 20; Urteil vom 5. April 2000 - BVerwG 8 C 9.99 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 3; Urteil vom 13. September 2000 - BVerwG 8 C 12.99 - Buchholz 428 § 4 Abs. 2 VermG Nr. 11).
Hinzu kommen muss das Vorliegen einer dem Erwerber zurechenbaren sittlich anstößigen Manipulation, die bei objektiver Betrachtung die Absicht erkennen lässt, den Erwerbsvorgang gezielt zu beeinflussen, wobei bei dieser Fallgestaltung keine aktive Mitwirkung des Erwerbers an der Manipulation erforderlich ist (stRspr des BVerwG: vgl. Urteil vom 19. Januar 1995 - BVerwG 7 C 42.93 - Buchholz 428 § 4 VermG Nr. 12; Urteil vom 5. April 2000 - BVerwG 8 C 9.99 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 3; Urteil vom 28. März 2001 - BVerwG 8 C 2.00 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 12).
Vielmehr muss die Abweichung von der Rechtsordnung der DDR die Absicht erkennen lassen, den Erwerbsvorgang gezielt zu beeinflussen (Urteile vom 19. Januar 1995 - BVerwG 7 C 42.93 - Buchholz 428 § 4 VermG Nr. 12 und vom 5. April 2000 - BVerwG 8 C 9.99 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 3).
Vielmehr ist es für die Unredlichkeit eines Erwerbs kennzeichnend, dass eine dem Erwerber zurechenbare sittlich anstößige Manipulation beim Erwerbsvorgang vorliegt (vgl. Urteile vom 27. Januar 1994 - BVerwG 7 C 4.93 - BVerwGE 95, 108 = Buchholz 428 § 4 VermG Nr. 7, vom 5. April 2000 - BVerwG 8 C 9.99 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 3 S. 7 und vom 13. September 2000 - BVerwG 8 C 33.99 - ZOV 2001, 61 jeweils m.w.N.).
Vielmehr muss die Abweichung von der Rechtsordnung der DDR die Absicht erkennen lassen, den Erwerbsvorgang gezielt zu beeinflussen (vgl. Urteile vom 19. Januar 1995 - BVerwG 7 C 42.93 - Buchholz 428 § 4 VermG Nr. 12 S. 21 und vom 5. April 2000 - BVerwG 8 C 9.99 - a.a.O.).
In den Fällen eines Verstoßes gegen die im Zeitpunkt des Erwerbs in der DDR geltenden allgemeinen Rechtsvorschriften, Verfahrensgrundsätze oder die ordnungsgemäße Verwaltungspraxis (§ 4 Abs. 3 Buchst. a VermG) wird verlangt, dass im zurechenbaren Rechtsverstoß eine sittlich anstößige Manipulation des Erwerbsvorgangs liegt (BVerwG, Urteile vom 5. April 2000 - 8 C 9.99 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 3 = juris Rn. 18…, vom 28. Februar 2001 - 8 C 10.00 - BVerwGE 114, 75 = juris Rn. 19 …und vom 28. März 2001 - 8 C 2.00 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 12 = juris Rn. 27).
Dabei sind auch die Motivation des Erwerbers und die Umstände, unter denen er das Rechtsgeschäft abgeschlossen hat, zu berücksichtigen (BVerwG, Urteile vom 5. April 2000 - 8 C 9.99 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 3 = juris Rn. 21…, vom 28. Februar 2001 - 8 C 10.00 - BVerwGE 114, 75 = juris Rn. 23…, vom 23. Februar 2005 - 8 C 3.04 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 22 = juris Rn. 20 …und vom 7. März 2012 - 8 C 10.11 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 25 Rn. 14).
Dazu muss die Abweichung von der Rechtsordnung der DDR bei objektiver Betrachtung die Absicht erkennen lassen, den Erwerbsvorgang gezielt zu beeinflussen (vgl. Urteile vom 19. Januar 1995 - BVerwG 7 C 42.93 - BVerwGE 97, 286 = Buchholz 428 § 4 VermG Nr. 12, vom 5. April 2000 a.a.O. …und vom 28. März 2001 a.a.O.).
BVerwG, 24.01.2003 - 8 B 141.02
Vorsehen einer rein privatnützigen Enteignung für Umbaumaßnahmen und …
a) Den im Senatsurteil vom 5. April 2000 - BVerwG 8 C 9.99 - (Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 3) bekräftigen Rechtssatz, dass nicht jede aus einem Verstoß gegen die Rechtsordnung der DDR resultierende Fehlerhaftigkeit des Erwerbsgeschäfts den Tatbestand von § 4 Abs. 2 VermG erfüllt, sondern die Abweichung die Absicht erkennen lassen muss, den Erwerbsvorgang gezielt zu beeinflussen, hat die Vorinstanz ihrer Urteilsfindung zugrunde gelegt und ihn auf den von ihr ermittelten Sachverhalt angewandt (UA S. 26 f.).
Es reicht aus, dass er diese kannte oder hätte kennen müssen (Urteil vom 5. April 2000 - BVerwG 8 C 9.99 - a.a.O. m.w.N.).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts setzt der Tatbestand des § 4 Abs. 3 Buchst. a VermG voraus, dass die Abweichung von den allgemeinen Rechtsvorschriften, Verfahrensgrundsätzen oder einer ordnungsgemäßen Verwaltungspraxis bei objektiver Betrachtung die Absicht erkennen lässt, den Erwerbsvorgang gezielt zu beeinflussen (Urteil vom 19. Januar 1995 BVerwG 7 C 42.93 BVerwGE 97, 286 ; Urteil vom 5. April 2000 BVerwG 8 C 9.99 Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 3 S. 7 ; Urteil vom 17. Januar 2002 BVerwG 7 C 15.01 Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 16 S. 56 ).
BVerwG, 13.08.2002 - 8 B 40.02
Erfolgsaussichten einer Nichtzulassungsbeschwerde - Anforderungen an die …
BVerwG, 15.01.2003 - 8 B 116.02
Begründung der Befugnis des Ministeriums für Staatssicherheit zur Erteilung einer …
BVerwG, 26.02.2002 - 8 B 170.01
Notwendigkeit der Einholung einer Wohnraumzuweisung - Vorliegen einer …
BVerwG, 25.06.2001 - 8 B 40.01
Darlegung einer Divergenz gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO in prozessordnungsgemäßer …

References: § 1
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 132