Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20308/05
Timestamp: 2019-08-21 15:01:45+00:00

Document:
BGH, 12.02.2007 - II ZR 308/05 - dejure.org
https://dejure.org/2007,1312
BGH, 12.02.2007 - II ZR 308/05 (https://dejure.org/2007,1312)
BGH, Entscheidung vom 12.02.2007 - II ZR 308/05 (https://dejure.org/2007,1312)
BGH, Entscheidung vom 12. Februar 2007 - II ZR 308/05 (https://dejure.org/2007,1312)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2007,1312) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
GenG § 98; GenG § 99; BGB § 626
Insolvenzantragspflicht des Vorstandes einer Genossenschaft
Androhung einer Antragstellung auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens als gravierender Loyalitätsverstoß gegenüber einer Genossenschaft und als außerordentlicher Kündigungsgrund des Anstellungsvertrages; Verzögerung der Einberufung der Versammlung im Rahmen der Überlegungsfrist; Beweislastverteilung für das Nichtvorliegen einer Überschuldung
Zur fristlosen Kündigung eines Genossenschaftsvorstands wegen Ankündigung eines Insolvenzantrags
Zur Beweislast der Genossenschaft im Prozess um die Wirksamkeit einer Kündigung, die damit begründet wird, dass der Vorstand einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen Überschuldung angekündigt hatte; durch laufende und erfolgversprechende Sanierungsbemühungen keine Beseitigung der Verpflichtung des Vorstands, Insolvenzantrag zu stellen
BGB § 626; GenG § 98 § 99
Kündigung des Vorstandes einer Genossenschaft wegen Ankündigung eines Insolvenzantrages
Kündigung eines Vorstandes einer Genossenschaft
Außerordentliche Kündigung eines Vorstands
Anstellungsvertrag; Insolvenzantragspflicht; Kündigung; Vorstand
LG Dessau, 15.10.2004 - 3 O 146/03
OLG Naumburg, 27.10.2005 - 4 U 70/05
OLG Naumburg, 06.03.2008 - 4 U 70/05
NJW-RR 2007, 690
ZIP 2007, 674
WM 2007, 693
DB 2007, 794
NZG 2007, 396
aa) Durch die Rechtsprechung des Senats war bis zur Genossenschaftsrechtsnovelle geklärt, dass die Entscheidung über die fristlose Kündigung des Dienstverhältnisses mit einem Vorstandsmitglied ausschließlich der General- oder Vertreterversammlung der Genossenschaft zusteht (BGH, Urteil vom 10. März 1960 - II ZR 56/59, BGHZ 32, 114, 122; Urteil vom 29. März 1973 - II ZR 20/71, BGHZ 60, 333, 335; Urteil vom 4. Oktober 1973 - II ZR 130/71, WM 1973, 1320, 1321; Urteil vom 13. Februar 1984 - II ZR 2/83, WM 1984, 532, 533; Urteil vom 18. Juni 1984 - II ZR 221/83, ZIP 1984, 947, 948; Urteil vom 12. Februar 2007 - II ZR 308/05, NZG 2007, 396 Rn. 6).
Die Frist beginnt bei der Genossenschaft mithin mit der Kenntnis der General- oder Vertreterversammlung von dem Kündigungsgrund (BGH, Urteil vom 18. Juni 1984 - II ZR 221/83, ZIP 1984, 947, 949 f.; Urteil vom 12. Februar 2007 - II ZR 308/05, ZIP 2007, 674 Rn. 6).
aa) Eine solche Vorverlegung des für die Fristwahrung maßgeblichen Zeitpunkts kommt allerdings in Betracht, wenn der Aufsichtsrat der Genossenschaft die Versammlung nicht in angemessen kurzer Zeit einberuft, nachdem er selbst Kenntnis von dem Kündigungsgrund erlangt hat (BGH, Urteil vom 18. Juni 1984 - II ZR 221/83, ZIP 1984, 947, 949; Urteil vom 12. Februar 2007 - II ZR 308/05, ZIP 2007, 674 Rn. 7; für die GmbH Urteil vom 15. Juni 1998 - II ZR 318/96, BGHZ 139, 89, 92 f.).
Nachdem der Kläger schon vorläufig seines Amtes enthoben worden war, musste er mit einer endgültigen Amtsenthebung und einer fristlosen Kündigung des Anstellungsvertrags rechnen (vgl. BGH, Urteil vom 18. Juni 1984 - II ZR 221/83, ZIP 1984, 947, 950; Urteil vom 12. Februar 2007 - II ZR 308/05, ZIP 2007, 674 Rn. 7).
(1) ... (2) ... 4Der Arbeitgeber hat die Tatsachen zu beweisen, die die Kündigung bedingen"; s. entsprechend zum "wichtigen Grund" nach § 626 Abs. 1 BGB statt vieler etwa BGH 20.2.1995 - II ZR 9/94 - ZIP 1995, 560 = NJW-RR 1995, 669 [I.3 a.]: "Wer einen wichtigen Kündigungsgrund geltend macht, muss dessen tatsächliche Voraussetzungen beweisen"; 28.10.2002 - II ZR 353/00 - ZIP 2002, 2254 = NJW 2003, 431 [I.2 c, bb.]: "Wer einen Kündigungsgrund im Sinne von § 626 BGB geltend macht, wie hier die Beklagte, muss dessen tatsächliche Voraussetzungen beweisen"; 12.2.2007 - II ZR 308/05 - ZIP 2007, 396 = NJW-RR 2007, 690 [III.1.]; ständige Rechtsprechung.
Eine geringfügige Verzögerung der Einberufung der Versammlung ist zudem gerade dann unschädlich, wenn das Vorstandsmitglied schon vorläufig seines Amtes enthoben worden ist und daher nicht darüber im Zweifel sein kann, dass er mit einer endgültigen Abberufung und einer - im Zweifel fristlosen - Kündigung seines Anstellungsvertrages rechnen muss (vgl. BGH NJW-RR 2007, 690, 691).
Bei der Zurechnung des Wissens von Tatsachen genügt die Kenntnis eines einzelnen Mitglieds des Vertretungsorgans (vgl. BGH NJW-RR 2007, 690).
(1) ... (2) ... 4 Der Arbeitgeber hat die Tatsachen zu beweisen, die die Kündigung bedingen"; s. entsprechend zum "wichtigen Grund" nach § 626 Abs. 1 BGB statt vieler etwa BGH 20.2.1995 - II ZR 9/94 - ZIP 1995, 560 = NJW-RR 1995, 669 [I.3 a.]: "Wer einen wichtigen Kündigungsgrund geltend macht, muss dessen tatsächliche Voraussetzungen beweisen"; 28.10.2002 - II ZR 353/00 - ZIP 2002, 2254 = NJW 2003, 431 [I.2 c, bb.]: "Wer einen Kündigungsgrund im Sinne von § 626 BGB geltend macht, wie hier die Beklagte, muss dessen tatsächliche Voraussetzungen beweisen"; 12.2.2007 - II ZR 308/05 - ZIP 2007, 396 = NJW-RR 2007, 690 [III.1.]; ständige Rechtsprechung.
OLG München, 22.06.2017 - 23 U 3293/16
Kündigung eines Geschäftsführerdienstvertrages
Die Beweislast für die Tatsachen, die den wichtigen Grund darstellen, trägt derjenige, der gekündigt hat und sich auf die Wirksamkeit der Kündigung beruft (…BGH WM 2017 S. 1014, 1015, BGH NJW 2003, S. 431, 432; BGH NJW-RR 2007, S. 690, 691;… Weidenkaff in Palandt, BGB, 76. Aufl, § 626 Rz. 6).

References: § 98
 § 99
 § 626
 § 626
 § 98
 § 99
 § 626
 BGH 
 § 626
 BGH 
 BGH 
 § 626
 BGH 
 § 626
 BGH 
 BGH 
 § 626