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Timestamp: 2019-08-24 13:48:28+00:00

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Sanktionierung der umsatzsteuerlichen Bösgläubigkeit | SWK.media
Sanktionierung der umsatzsteuerlichen Bösgläubigkeit
von Rainer Brandl
SWK 22/2019, 941
Mehrwertsteuerbetrug, Mehrwertsteuerhinterziehung, Umsatzsteuerkarusselle, Vorsteuererschleichung und die missbräuchliche Inanspruchnahme von Steuerbefreiungen schädigen nicht nur den Fiskus, sondern bedeuten auch eine erhebliche Gefahr für redliche Unternehmer. Eine Artikelserie widmet sich in der SWK in Kurzform den unterschiedlichen Facetten der Umsatzsteuerdelinquenz; die ausführlichen Beiträge sind im kürzlich im Linde Verlag erschienenen – von Roman Leitner und Rainer Brandl herausgegebenen – Tagungsband „Finanzstrafrecht 2018“ enthalten.
Im letzten Beitrag dieser Artikelserie skizziert Rainer Brandl die abgabenrechtlichen und finanzstrafrechtlichen Folgen, wenn ein Steuerpflichtiger mit seinen Umsätzen in eine Mehrwertsteuerhinterziehung einbezogen war.
1. Betrugs- und Missbrauchsrechtsprechung des EuGH
Die Bekämpfung von Steuerhinterziehung, Steuerumgehung und etwaigen Missbräuchen ist nach ständiger Rechtsprechung des EuGH ein Ziel, das von der MwStSyst-RL anerkannt und gefördert wird.1 Demnach darf sich der Steuerpflichtige bei Betrug oder Missbrauch nicht auf das Unionsrecht berufen, selbst wenn der Grundsatz der Neutralität der Mehrwertsteuer gewahrt wird. Dies gilt
für den Steuerpflichtigen, der sich selbst einer Steuerhinterziehung schuldig macht, aber auch
für den Steuerpflichtigen, der wusste oder hätte wissen müssen, dass er sich mit seinem Erwerb an einem Umsatz beteiligt, der in eine Mehrwertsteuerhinterziehung einbezogen ist.
Es kommt zur Rechtsversagung wegen „Bösgläubigkeit“.
Mit der sogenannten Betrugs- und Missbrauchsrechtsprechung des EuGH wird ein wesentlicher Beitrag zur Bekämpfung von Mehrwertsteuerbetrug und ‑hinterziehung geleistet. Letztlich wird damit den Finanzverwaltungen ein wirksames Instrument in die Hand gegeben, gegen Mehrwertsteuerbetrüger vorgehen zu können, wenn zwar alle materiellen und formellen Voraussetzungen erfüllt wurden, es aber dennoch zu einer Schädigung des Fiskus gekommen ist.
Die Betrugs- und Missbrauchsrechtsprechung wurde im österreichischen Umsatzsteuergesetz in § 12 Abs 14 UStG bzw Art 6 Abs 1 UStG gesetzlich verankert.
2. Rechtsversagung bei Abgabenhinterziehung
Begeht der Steuerpflichtige selbst eine Abgabenhinterziehung, ist nach ständiger Rechtsprechung des EuGH das Recht auf Vorsteuerabzug zu versagen, weil in einem solchen Fall aufgrund der objektiven Sachlage feststehe, dass dieses Recht in betrügerischer Weise oder missbräuchlich geltend gemacht werde. Wer betrügt oder MissSeite 942 brauch begeht, wird damit völlig rechtlos gestellt.2 Den umsatzsteuerlichen Pflichten ist aber dennoch nachzukommen.
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Ksaimgkttteätt VG Oeuafu 5. 4. 5154, B-831/62, Brooaz Crd. Sgwdetcnli.
Schlagwort: Bösgläubigkeit, Steuerstrafrecht, USt, USt-Delinquenz
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References: EuGH

 EuGH 
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 § 12
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 § 72
 bge 
 § 27
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 § 53
 § 31
 § 78
 eugh 
 § 37
 § 032
 § 845
 § 216