Source: https://reihengeschaeftrechner.de/U3_versendet/Reihengeschaeft_FR-CH-DE-AT.php
Timestamp: 2019-05-23 16:04:42+00:00

Document:
Reihengeschäftrechner Deutschland / FR-CH-DE-AT U3 versendet
Ein österreichischer Unternehmer U4 (=letzter Abnehmer) bestellt bei seinem deutschen Lieferanten U3 (=2. Abnehmer) eine Maschine. Dieser wiederum bestellt die Maschine beim Schweizer Großhändler U2 (=1. Abnehmer). Da der Großhändler U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim französischen Produzenten U1 (=erster Lieferer). Der deutsche Unternehmer U3 holt die Maschine vom Produzenten U1 in Frankreich ab und liefert diese direkt an den österreichischen Unternehmer U4.
Gemäß 25b.1. Abs.2 UStAE liegt in diesem 4-gliedrigen Reihengeschäft ein innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft zwischen U2, U3 und U4 vor, da diese drei unmittelbar nacheinander liefernden Unternehmer am Ende der Lieferkette stehen. Aufgrund der Vereinfachungsregelung für Dreiecksgeschäfte (§ 25b UStG) ist für den mittleren Unternehmer des Dreiecksgeschäfts (in diesem Beispiel der deutsche Unternehmer U3) keine Registrierung im Bestimmungsland erforderlich.
Dreiecksgeschäft gem. § 25b UStG: Die Steuerschuld des deutschen Unternehmers U3 (erster Abnehmer im Rahmen des Dreiecksgeschäfts) geht auf den österreichischen Unternehmer U4 über (Reverse-Charge-Verfahren).
Der Schweizer Unternehmer U2 muss sich im Land des 1. Unternehmers U1 (Frankreich) registrieren lassen und gegenüber U1 und U3 mit seiner französischen USt-IdNr. auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der französischen UVA, ZM und Intrastat einzutragen.
Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung (Innergemeinschaftliche Lieferung) gem. § 4 Zif.1 Lit.b UStG iVm. § 6a UStG (oder alternativ mit Verweis auf Art. 138 der Richtlinie 2006/112/EC) und Angabe der eigenen französischen USt-IdNr. sowie der (deutschen) USt-IdNr. des deutschen Unternehmers U3.
Erfassung als (innergemeinschaftliche) Lieferung an die (deutsche) USt-IdNr. des deutschen Unternehmers U3.
Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer. Der innergemeinschaftliche Erwerb des ersten Abnehmers im Rahmen eines Dreiecksgeschäfts gilt als besteuert und ist somit aus deutscher Sicht in Deutschland nicht zu erfassen. Voraussetzung ist, dass der Unternehmer U3 nachweist, dass ein solches Dreiecksgeschäft vorliegt und er seiner Erklärungspflicht (durch Aufnahme der Ausgangsrechnung an U4 in die Zusammenfassende Meldung) nachgekommen ist.
Die Rechnung muss ohne Umsatzsteuer ausgestellt werden und folgende Hinweise enthalten: "Dreiecksgeschäft gem. § 25b UStG" (oder alternativ mit Verweis auf Art. 141 der Richtlinie 2006/112/EC) und "Übergang der Steuerschuld gem. § 25b Abs. 2 UStG" (oder alternativ mit Verweis auf Art. 197 der Richtlinie 2006/112/EC) (siehe auch § 25b.1. Abs. 6 UStAE). In der Rechnung muss neben der eigenen (deutschen) USt-IdNr. die (österreichische) USt-IdNr. des österreichischen Unternehmers U4 angegeben werden.
Aufgrund der Vereinfachungsregelung des Dreiecksgeschäfts geht die Steuerschuld aus dieser Lieferung auf den österreichischen Unternehmer U4 über. Aus deutscher Sicht muss der Wert der Ausgangsrechnung aber dennoch in Zeile 38/KZ 42 eintragen werden.
Erfassung des Umsatzgeschäfts an die österreichische USt-IdNr. des österreichischen Unternehmers U4 und Kennzeichung als Dreiecksgeschäft.
Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer, jedoch den Hinweis auf das Vorliegen eines Dreiecksgeschäfts und den Übergang der Steuerschuld. Der österreichische Unternehmer U4 hat daher die Steuer nach den österreichischen Steuersätzen selbst zu berechnen und einerseits als Steuerbeträge nach § 25b Abs. 2 UStG und andererseits als Vorsteuern aus innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften gem. § 25b Abs. 5 UStG in der UVA zu erfassen. Dieser Vorgang ist ein Nullsummenspiel und ergibt keine Zahllast.

References: § 25
 § 4
 § 6
 Art. 138
 § 25
 Art. 141
 § 25
 Art. 197
 § 25
 § 25
 § 25