Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/bezirksnotare-notariatsreform-baden-3120769
Timestamp: 2020-04-09 03:43:52+00:00

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Bezirks­no­ta­re – und die Nota­ri­ats­re­form in Baden-Würt­tem­berg | Rechtslupe
Da der Bun­des­ge­setz­ge­ber in den §§ 114 bis 116 BNo­tO die his­to­risch gewach­se­nen Struk­tu­ren des Lan­des Baden-Würt­tem­berg aner­kannt und bewahrt hat, war zur Ein­füh­rung der Regel­form der Bun­des­no­tar­ord­nung eine Ände­rung von Bun­des­ge­set­zen, die nach Art. 138 GG unter dem Vor­be­halt der Zustim­mung der Lan­des­re­gie­rung Baden-Würt­tem­bergs steht, erfor­der­lich. Durch das Gesetz zur Ände­rung der Bun­des­no­tar­ord­nung und ande­rer Geset­ze vom 15.07.2009 3 wur­de unter ande­rem § 114 BNo­tO geän­dert. § 114 Abs. 2 BNo­tO beinhal­tet in sei­ner geän­der­ten Fas­sung die wesent­li­che Bestim­mung für den Sys­tem­wech­sel zum Stich­tag 1.01.2018. Mit­tels die­ser Rege­lung wer­den die Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter, die bei den Abtei­lun­gen "Beur­kun­dung und vor­sor­gen­de Rechts­pfle­ge" der staat­li­chen Nota­ria­te tätig waren, auf eige­nen Antrag zu Nota­ren zur haupt­be­ruf­li­chen Amts­aus­übung bestellt, was mit einem Aus­schei­den aus dem Beam­ten­ver­hält­nis zum Land Baden-Würt­tem­berg ver­bun­den ist. Für die Nota­re und Notar­ver­tre­ter, die im Lan­des­dienst ver­blei­ben, sieht die Vor­schrift eine Über­gangs­re­ge­lung vor. Den bis­her im badi­schen Rechts­ge­biet bestell­ten Nota­ren im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­tern, die über die Befä­hi­gung zum Rich­ter­amt ver­fü­gen, wird der Wech­sel zu den ordent­li­chen Gerich­ten und zu den Staats­an­walt­schaf­ten ermög­licht. Dort sind sie nicht mehr mit Auf­ga­ben des Rechts­pfle­gers im Nach­lass- und Grund­buch­we­sen, son­dern mit Auf­ga­ben betraut, die Per­so­nen mit ihrer Qua­li­fi­ka­ti­on – das heißt der Befä­hi­gung zum Rich­ter­amt – vor­be­hal­ten sind. Die bis­her im würt­tem­ber­gi­schen Rechts­ge­biet bestell­ten Nota­re im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­ter wer­den zu den Amts­ge­rich­ten wech­seln und dort wei­ter mit Auf­ga­ben der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit betraut sein. Die­je­ni­gen Nota­re und Notar­ver­tre­ter im Lan­des­dienst, die nicht als Nota­re im Haupt­be­ruf nach § 114 Abs. 2 BNo­tO in die Selbst­stän­dig­keit wech­seln, son­dern als Rich­ter, Staats­an­wäl­te oder Beam­te im Lan­des­dienst blei­ben, ver­lie­ren ihre Beur­kun­dungs­be­fug­nis. Die Notar­an­wär­ter, die noch an der Nota­raka­de­mie Baden-Würt­tem­berg stu­die­ren, wer­den noch in die Lauf­bahn des Bezirks­no­tars über­nom­men wer­den (vgl. §§ 10 f. Ver­ord­nung des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums zur Rege­lung der Lauf­bah­nen vom 05.11.2014 4).
Das Amt des Bezirks­no­tars umfas­se die Auf­ga­ben des Grund­buch­be­am­ten (§ 29 Abs. 1 LFGG). Wei­ter sei­en die Auf­ga­ben des Betreu­ungs­ge­richts – mit Aus­nah­me der den Amts­ge­rich­ten nach § 37 Abs. 1 LFGG zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben – und des Nach­lass­ge­richts – umfasst. Nach dem Wort­laut des § 3 Abs. 1 LFGG übten die Nota­re "neben" die­sen Auf­ga­ben die Auf­ga­ben der Beur­kun­dung von Rechts­vor­gän­gen und die ande­ren, den Nota­ren in der Bun­des­no­tar­ord­nung auf dem Gebiet der vor­sor­gen­den Rechts­pfle­ge über­tra­ge­nen Auf­ga­ben aus. Die Beur­kun­dungs­be­fug­nis tre­te inso­fern auch nach der heu­ti­gen Geset­zes­fas­sung zu dem eigent­li­chen Kern­be­reich der bezirks­no­ta­ri­el­len Auf­ga­ben als dis­po­ni­ble Tätig­keit hin­zu, ohne das Amt in sei­nem Kern maß­geb­lich zu prä­gen.
Nach § 17 Abs. 3 LFGG in der Fas­sung ab dem 1.01.2018 ist der Notar bei der Abtei­lung "Frei­wil­li­ge Gerichts­bar­keit" für alle Auf­ga­ben des Nota­ri­ats zustän­dig, soweit sie nicht der Geschäfts­stel­le oder dem Urkunds­be­am­ten der Geschäfts­stel­le über­tra­gen sind. § 33 RPflG und § 3 Abs. 1 LFGG blei­ben unbe­rührt. Wer die Befä­hi­gung zum Amt des Bezirks­no­tars erwor­ben hat, ver­fügt über eine beson­de­re Qua­li­fi­ka­ti­on, die einen weit­ge­hen­den Ver­zicht auf die Rich­ter­vor­be­hal­te des Rechts­pfle­ger­ge­set­zes recht­fer­tigt. Dies bringt der neue § 33 Abs. 3 RPflG zum Aus­druck. Er über­trägt den mit Auf­ga­ben der Rechts­pfle­ge betrau­ten Beam­ten des Jus­tiz­diens­tes im Bereich der Kind­schafts- und Adop­ti­ons­sa­chen, in Betreu­ungs­sa­chen und betreu­ungs­ge­richt­li­chen Zuwei­sungs­sa­chen oder in Nach­lass- und Tei­lungs­sa­chen Auf­ga­ben in dem Umfang, in dem sie schon bis­her von den im würt­tem­ber­gi­schen Rechts­ge­biet bestell­ten Nota­ren im Lan­des­dienst und Notar­ver­tre­tern erle­digt wur­den. Hier gel­ten bestimm­te Rich­ter­vor­be­hal­te nicht. Gegen­über der Rechts­la­ge vor dem Inkraft­tre­ten einer umfas­sen­den Struk­tur­re­form des Nota­ri­ats in Baden-Würt­tem­berg ändert sich damit mate­ri­ell nichts. Zugleich ist gewähr­leis­tet, dass die Auf­ga­ben wei­ter­hin im bis­he­ri­gen Umfang von den Bediens­te­ten wahr­ge­nom­men wer­den 30.
Kon­zern­be­triebs­rat – und die Kon­zern­spit­ze im Aus­land Die Errich­tung eines Kon­zern­be­triebs­rats für einen Kon­zern mit deut­schen (Tochter-)Gesellschaften kommt nicht in Betracht, wenn die Kon­zern­spit­ze nicht in Deutsch­land, son­dern im Aus­land (hier: in…

References: Art. 138
 § 114
 § 114
 § 114
 § 37
 § 3
 § 17
 § 33
 § 3
 § 33