Source: http://rechnungswesen-info.de/abschreibungen_anlagen_degressiv.html
Timestamp: 2017-08-18 14:26:21+00:00

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Degressive Abschreibung - Abschreibung mit fallenden Jahresbeträgen
Seit dem 01.01.2011 wurde die degressive Abschreibung für alle neuen beweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wieder abgeschafft (§ 7 Abs. 2 EStG). Es gilt wieder die Rechtslage des Jahres 2008. Die geometrisch-degressive Abschreibung ist damit nur noch für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögensnach erlaubt, die nach dem 31.12.2008 und vor dem 01.01.2011 angeschafft wurden.
Die Abschreibungsmöglichkeiten des Anlagevermögens wirken sich auf die steuerliche Belastung der Unternehmen aus. Je schneller Wirtschaftsgüter abgeschrieben werden können, desto niedriger ist die steuerliche Bemessungsgrundlage und somit die steuerliche Belastung der Unternehmen.
Bei der degressiven Abschreibung handelt es sich um eine Abschreibung mit fallenden Jahresbeträgen. Degressive Abschreibung bedeutet, dass die Abschreibungsbeträge von Jahr zu Jahr kleiner werden. Die degressive Abschreibung gibt es als:
Die jährlichen Abschreibungsbeträge fallen um einen gleichbleibenden Prozentsatz und bilden damit eine geometrische Reihe.
Wenn von degressiver Abschreibung gesprochen wird, meint man in der Regel die geometrisch-degressive Abschreibung, da sie handels- und steuerrechtlich zulässig ist.
Arithmetisch-degressive Abschreibung (digitale Abschreibung)
Die jährlichen Abschreibungsbeträge fallen um gleichbleibende Beträge. Handelsrechtlich zugelassen. Steuerrechtlich nicht zugelassen.
Absetzung in fallenden Staffelsätzen
Für Gebäude konnte bis zum Jahr 2005 die Abschreibung in fallenden Staffelsätzen gewählt werden (Alternative zur linearen Abschreibung). Die sog. degressive Gebäude-AfA (§ 7 Abs. 5 EStG) ist ab dem 01.01.2006 für "Neufälle" abgeschafft worden.
Es existieren handels- und steuerrechtliche Vorschriften zur degressiven Abschreibung.
Damit fällt die degressive Abschreibung unter die Abschreibungsmethoden für eine planmäßige Abschreibung im Sinne des § 253 HGB.
Der § 7 Abs. 2 EStG schreibt vor:
Die geometrisch-degressive Abschreibung ist damit im Prinzip für alle beweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens zulässig. Diese Abschreibung ist aber eine der beliebtesten Stellschrauben der deutschen Finanzpolitik. Sie wird also immer mal wieder eingeführt und abgeschafft.
Reformen des § 7 EStG:
X-fache der linearen AfA
Lohnt sich ab folgender Nutzungsdauer
30.07.1981 bis einschließlich 2000
(Verbesserung der degressiven Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter von 25 % auf 30 %)
2. Haushaltsstrukturgesetz Dreifache des linearen AfA-Satzes 30 % 4 Jahre
(Senkung der degressiven Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens von höchstens 30 % auf höchstens 20 %)
Reform der Unternehmensbesteuerung Zweifache des linearen AfA-Satzes 20 % 6 Jahre
(Anhebung der degressiven AfA für bewegliche Wirtschaftsgüter auf 30 % befristet für 2 Jahre
Gesetz zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung Dreifache des linearen AfA-Satzes 30 % 4 Jahre
Abschaffung der degressiven Abschreibung.
Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 nicht zulässig; abgeschafft
Wiedereinführung der degressiven Abschreibung für 2009 und 2010.
Konjunkturpaket I Zweieinhalbfache des linearen AfA-Satzes 25 % 5 Jahre
ab 2011 nicht zulässig; abgeschafft
Der Abschreibungssatz bei der Linearen Abschreibung wird folgendermaßen berechnet:
Das Ergebnis wird mit dem Wert aus der zweiten Spalte der Tabelle multipliziert. Der Maximalsatz aus Spalte 3 darf aber nicht überschritten sein.
Bei einem Anlagegut mit einer Nutzungsdauer von 6 Jahren ergibt sich folgender steuerlich maximal zulässiger degressiver Abschreibungssatz:
Abschreibungssatz bei der Linearen Abschreibung = 16,67 % (100 / 6)
Anschaffung im Jahr 2007: 30 % (3 * 16,67 % liegt über Maximalsatz)
Anschaffung im Jahr 2010: 25 % (2,5 * 16,67 % liegt über Maximalsatz)
Bei einem Anlagegut mit einer Nutzungsdauer von 10 Jahren ergibt sich folgender steuerlich maximal zulässiger degressiver Abschreibungssatz:
Abschreibungssatz bei der Linearen Abschreibung = 10 % (100 / 10)
Anschaffung im Jahr 2007: 30 % (3 * 10 %)
Anschaffung im Jahr 2010: 25 % (2,5 * 10 %)
Bei einem Anlagegut mit einer Nutzungsdauer von 20 Jahren ergibt sich folgender steuerlich maximal zulässiger degressiver Abschreibungssatz:
Abschreibungssatz bei der Linearen Abschreibung = 5 % (100 / 20)
Anschaffung im Jahr 2007: 15 % (3 * 5 %)
Anschaffung im Jahr 2010: 12,5 % (2,5 * 5 %)
Die degressive Abschreibung bietet den Vorteil, dass in den ersten Jahren der Nutzung eine höhere Abschreibung in Anspruch genommen werden kann. Damit mindert sich in diesen Jahren die Steuerbelastung.
Beispiel zur geometrisch-degressiven Abschreibung
Es wurde ein neuer PKW für einen Nettobetrag von 60.000 € im Januar 2010 angeschafft.
Der steuerlich maximal zulässige degressive Abschreibungssatz beträgt 25% (2,5 * 16,67 % liegt über Maximalsatz)
Bezugswert der Abschreibungsberechnung (Buchwert)
1 60.000,00 € 25 % 15.000,00 € 45.000,00 €
2 45.000,00 € 25 % 11.250,00 € 33.750,00 €
3 33.750,00 € 25 % 8.437,50 € 25.312,50 €
4 25.312,50 € 25 % 6.328,13 € 18.984,37 €
5 18.984,37 € 25 % 4.746,09 € 14.238,28 €
6 14.238,28 € 25 % 3.559,57 € 10.678,71 €
Anlegen des PKW als Anlage (Anschaffung zum Jahresanfang 2010; degressive Abschreibung):
Eine Vollabschreibung ist während der Nutzungsdauer mit dieser Methode nicht möglich. Entweder wird am Ende der Nutzungsdauer ein relativ hoher Restbuchwert auf einmal abgeschrieben oder während der Nutzungsdauer zur linearen Abschreibung übergegangen.
Der § 7 Abs. 3 EStG lässt das ausdrücklich zu:
Der Restbuchwert (Zeitpunkt des Übergangs von der degressiven zur linearen Abschreibung) wird gleichmäßig auf die Restnutzungsdauer verteilt. Für unser obiges Beispiel wäre der Übergang im vierten Jahr zu empfehlen. Der Abschreibungsbetrag bei linearer Abschreibung wäre in diesem Jahr größer als bei fortgeführter degressiver Abschreibung. Damit wird das Anlagegut voll abgeschrieben.
Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibung
1 60.000,00 € 25 % 15.000,00 € 45.000,00 € 10.000,00 €
2 45.000,00 € 25 % 11.250,00 € 33.750,00 € 9.000,00 €
3 33.750,00 € 25 % 8.437,50 € 25.312,50 € 8.437,50 €
4 25.312,50 € 25 % 6.328,13 € 18.984,37 € 8.437,50 € 16.875,00 €
5 18.984,37 € 25 % 4.746,09 € 14.238,28 € 8.437,50 € 8.437,50 €
6 14.238,28 € 25 % 3.559,57 € 10.678,71 € 8.437,50 € 0 €
Anlegen des PKW als Anlage (Anschaffung zum Jahresanfang 2010; Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibung):
Da der Unternehmer den Zeitpunkt des Wechsels selbst bestimmen kann, ergibt sich ein großer Gestaltungsspielraum für die Steuerpolitik des Unternehmens. In Verlustjahren kann z. B. die degressive Abschreibung fortgeführt werden, um zu einem späteren Zeitpunkt eine höhere Abschreibung zu realisieren.
Bei der arithmetisch-degressiven Abschreibung fallen die jährlichen Abschreibungsbeträge immer um den gleichen Betrag (Degressionsbetrag). Der Degressionsbetrag ist der Quotient aus Anschaffungskosten und der Summe der geplanten Nutzungsjahre (Summe der in der Nutzungsdauer enthaltenen Jahresziffern = arithmetische Reihe).
Schreibt man auf einen Restwert von Null ab, wird von digitaler Abschreibung gesprochen. Die Abschreibungssumme im letzten Nutzungsjahr entspricht damit dem jährlichen Differenzbetrag. Die digitale Abschreibung ist die häufigste Form der arithmetisch-degressiven Abschreibung.
Bei einer Nutzungsdauer von 6 Jahren ergibt sich:
1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 = 21 (arithmetische Reihe)
Bei Anschaffungskosten von 42.000 € ergibt sich ein Degressionsbetrag von:
2.000 € (42.000 € / 21)
Um den jährlichen Abschreibungsbetrag zu erhalten, wird der Degressionsbetrag von 2.000,00 € mit den Jahresziffern in umgekehrter (fallender) Reihe multipliziert (also mit der jeweiligen Restnutzungsdauer).
1 42.000 € 6 * 2.000 € oder
6/21 der Anschaffungskosten 12.000 € 30.000 €
2 42.000 € 5 * 2.000 € oder
5/21 der Anschaffungskosten 10.000 € 20.000 €
3 42.000 € 4 * 2.000 € oder
4/21 der Anschaffungskosten 8.000 € 12.000 €
4 42.000 € 3 * 2.000 € oder
3/21 der Anschaffungskosten 6.000 € 6.000 €
5 42.000 € 2 * 2.000 € oder
2/21 der Anschaffungskosten 4.000 € 2.000 €
6 42.000 € 1 * 2.000 € oder
1/21 der Anschaffungskosten 2.000 € 0 €
Die Degression ist geringer als bei der geometrisch-degressiven Abschreibung. Handelsrechtlich ist die arithmetisch-degressive (digitale) Abschreibung zulässig, da sie den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht. Steuerlich ist das Verfahren nicht zulässig.
Der § 7 Abs. 5 EStG gibt die steuerrechtlichen Regeln vor (sog. degressive Gebäude-AfA). Ist für Gebäude, die auf Grund eines nach dem 31.12.2005 gestellten Bauantrags hergestellt oder auf Grund eines nach dem 31.12.2005 rechtswirksam abgeschlossenen obligatorischen Vertrags angeschafft worden sind, nicht mehr möglich.
Beispiel für eine Staffel (Jahr 2004 bzw. 2005):
im Jahr der Fertigstellung und in den folgenden 9 Jahren: jeweils 4 Prozent (zusammen 40 Prozent)
in den darauf folgenden 8 Jahren: jeweils 2,5 Prozent (zusammen 20 Prozent)
in den darauf folgenden 32 Jahren: jeweils 1,25 Prozent (zusammen 40 Prozent)
Hier gibt es wenig zu berechnen, da die Prozente (Staffelsätze) im § 7 Abs. 5 EStG festgelegt sind.

References: § 253
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7