Source: https://www.mosbauer-gmbh.de/?p=dichtheit
Timestamp: 2019-05-23 00:46:23+00:00

Document:
Rohr & Kanal Dichtheitsprüfung
Dichtigkeitsprüfung der Grundstücksentwässerungsanlagen auf Privatgrundstücken
Neben dem öffentlichen Kanalnetz sind auch die auf den privaten Grundstücken liegenden Abwasserleitungen und übrigen Teile der Grundstücksentwässerungsanlage ein wichtiger Bestandteil des Entwässerungssystems.
Sowohl das öffentliche als auch das private Kanalnetz muss ausfolgenden Gründen dicht sein.
1.	Boden und Gewässerschutz
Abwasser aus undichten Abwasserleitungen kann den Boden und das Grundwasser verunreinigen. Die Verschmutzung des Grundwassers kann einen Strafbestand im Sinne von §324 StGB bedeuten.
2.	Entlastung/ Kostenminderung der Kläranlage
Liegen die defekten Rohre unterhalb des Grundwasserspiegels, fließt sauberes Grundwasser in die Abwasserleitungen und kann zu einer Überlastung der öffentlichen Kanalisation führen. In der Kläranlage muss das mit Schmutzwasser vermischte Grundwasser dann aufwändig gereinigt werden. Durch diesen Mehraufwand in der Kläranlage steigen die Betriebskosten und letztlich auch die Abwassergebühren.
3.	Betriebssicherheit
In Schadstellen können z.B. Wurzeln in die Abwasserleitung einwachsen oder Kies und Erde eindringen. Beides kann die Leitung verstopfen. Wenn Erde zusammen mit Grundwasser in undichte Leitungen gespült wird, können im Untergrund große Hohlräume entstehen, die im schlimmsten Fall zu Geländeeinbrüchen auf dem Grundstück führen.
Maßgebliche Bestimmungen zur Dichtigkeitsprüfung in der Entwässerungssatzung des Abwasserzweckverbandes Erdinger Moos
a)	Bei einer erstmaligen Herstellung und bei einer Änderung der Grundstücks- entwässerungsanlage
§ 11 Abs. 4 der Entwässerungssatzung
„Nach Verdeckung, jedoch vor Inbetriebnahme der Grundstücksentwässerungsanlage ist eine Sichtprüfung und Dichtheitsprüfung gemäß DIN EN 1610 in Verbindung mit dem Arbeitsblatt DWA-A 139 durchzuführen. Die Sichtprüfung erfolgt mittels Kanalkamera und die Dichtigkeitsprüfung durch Wasser- und Luftdruck.“
b)	Wiederholungsprüfung
§12 Abs. 1 der Entwässerungssatzung
„Der Grundstückseigentümer hat die von ihm zu unterhaltenden Grundstücksanschlüsse, Messschächte und Grundstücksentwässerungsanlagen in Abständen von 20 Jahren ab Inbetriebnahme auf eigene Kosten durch einen fachlich geeigneten Unternehmer auf Mängelfreiheit zu prüfen und das Ergebnis bestätigen zu lassen; für Anlagen in Wasserschutzgebieten bleiben die Festlegungen in der jeweiligen Schutzgebietsverordnung unberührt.
§ 23 Abs.2 und 3 der Entwässerungssatzung
(2) Grundstücksentwässerungsanlagen im Sinn des § 12 Abs.1 Halbsatz 1 der Entwässerungssatzung, die am 01.04.2014 bereits bestehen und bei denen nicht nachgewiesen wird, dass sie in den letzten 15 Jahren vor Inkrafttreten dieser Satzung nach den z.Z. der Prüfung geltenden Rechtsvorschriften geprüft wurden, sind spätestens bis zum 31.03.2019 zu prüfen.
(3) Der AZV kann entgegen dem Abs. 2 für die Grundstücke,
Die in den letzten 10 Jahren angeschlossen wurden und der Grundstückseigentümer keinen Nachweis oder Bestätigung über die Dichtigkeit der Grundstücksentwässerungsanlage vorgelegt hat
Die Fremdwasser einleiten oder die öffentliche Entwässerungseinrichtung beeinträchtigen
Die durch eine Kanalsanierung betroffen sind
die sofortige Prüfung verlangen.
Besteht eine gesetzliche Verpflichtung, die Schmutzwasserleitungen auf Dichtheit prüfen zu lassen? Zu welchem Stichtag hat dies zu erfolgen?
In Bayern basiert die Verpflichtung, die Schmutzwasserleitungen auf Dichtheit prüfen zu lassen, auf den maßgeblichen Bestimmungen der Entwässerungssatzungen. Im Bayerischen Wassergesetz ist kein Stichtag festgesetzt.
Welche Grundstücksentwässerungsanlagen betrifft das - alle privaten oder nur die in Wasserschutzgebieten?
Es betrifft alle Grundstücksentwässerungsanlagen. Allerdings haben die Grundstückseigentümer in Wasserschutzgebieten die Festlegungen der Schutzgebietsverordnungen einzuhalten.
Ist es richtig, das AZV bei Neubauten vor dem Erstbezug den Nachweis einer Dichtigkeitsprüfung verlangt?
Der AZV fordert bei einem Erstbezug und bei einer Veränderung der Grundstücksentwässerungs-anlage eine Dichtigkeitsprüfung und zwar durch Befahrung mit einer Kanalkamera und einer Druckprüfung durch Wasser- und Luftdruck (§11 Abs. 4 Entwässerungssatzung).
Wie wird der Bestand überprüft?
Alle Grundstücksentwässerungsanlagen, die bereits am 01.04.2014 vorahnden waren, und bei denen in den letzten 15 Jahren keine Dichtigkeitsprüfung durch eine Befahrung mit einer Kanalkamera erfolgte, müssen bis spätestens 31.03.2019 dem Abwasserzweckverband unaufgefordert eine Bestätigung über eine Dichtigkeitsprüfung mittels einer Sichtprüfung mit einer Kanalkamera vorlegen.
In welchen Abständen müssen die Grundstückseigentümer die Dichtheit laut Satzung überprüfen lassen?
Die Grundstückseigentümer haben die Grundstücksentwässerungsanlagen in Abständen von 20 Jahren auf eigene Koste durchführen zu lassen.
Nur fachlich geeignete Unternehmen dürfen die Dichtigkeitsprüfung durchführen.
Für die Funktionsfähigkeit und Dichtigkeit der auf dem Privatgrundstück liegenden Grundstücks-entwässerungsanlage ist der Grundstückseigentümer verantwortlich.
Aus der Entwässerungssatzung (EWS) des Abwasserzweckverbandes Erdinger Moos ergeben sich folgende Prüfpflichten:
Sicht- und Dichtigkeitsprüfung gemäß DIN 1610 bei erstmaliger Inbetriebnahme bzw. Änderung der Grundstücksentwässerung
Prüfung auf Mängelfreiheit, insbesondere Dichtigkeit, alle 20 Jahre
Dichtigkeit-Funktionsprüfung zum Stichtag 31.03.2019 für alle Grundstücksentwässerungs-anlagen, die am 01.04.2014 bestanden haben und nicht innerhalb der letzten 15 Jahre geprüft wurden.
Die Prüfung muss von einem fachlich geeigneten Unternehmer (siehe §3 Nr. 13 EWS) durchgeführt werden.
Über die durchgeführte Prüfung ist dem Abwasserzweckverband eine vom Unternehmer ausgestellte Bestätigung vorzulegen.
Welcher Teil ihres Entwässerungssystems gehört zu der in privater Verantwortung liegenden Grundstückentwässerungseinrichtung?
Zur Grundstücksentwässerungsanlage gehören bauliche Anlagen auf Privatgrundstücken mit denen Schmutz- und Regenwasser gesammelt und in die öffentliche Kanalisation abgeleitet wird, insbesondere die Abwasserleitung vom Gebäude bis zum Kanalschacht. Sofern der Kontroll-schacht nicht vom AZV sondern vom Grundstückseigentümer selbst erstellt wurde und außerdem nicht den Mindestanforderungen nach §1 Abs. 3 EWS entspricht, ist der Grundstückseigentümer für sämtliche auf seinem Grundstück liegenden Entwässerungseinrichtungen verantwortlich.
Zur Klärung der Fragen steht der AZV (Tel-Nr. 08122/498-0) gerne zur Verfügung.
Unser Tipp: Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde. Diese Satzung kann regional abweichen.
https://www.verkuendung-bayern.de/allmbl/jahrgang:2012/heftnummer:3/seite:182

References: §324

§ 11

§12

§ 23
 § 12
 §3
 §1