Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201977,%20115
Timestamp: 2019-06-16 06:03:03+00:00

Document:
BFH, 14.12.1976 - VIII R 146/73 - dejure.org
BFH, 14.12.1976 - VIII R 146/73
https://dejure.org/1976,262
BFH, 14.12.1976 - VIII R 146/73 (https://dejure.org/1976,262)
BFH, Entscheidung vom 14.12.1976 - VIII R 146/73 (https://dejure.org/1976,262)
BFH, Entscheidung vom 14. Dezember 1976 - VIII R 146/73 (https://dejure.org/1976,262)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1976,262) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Unentgeltlicher Nießbrauch von Wertpapieren - Zurechnung der Wertpapiererträge - Einkünfte des Wertpapierinhabers - Kapitalvermögen - Zufluß beim Nießbraucher
EStG § 8, § 11, § 20 Abs. 1 Nr. 1, 4
Bei unentgeltlicher Nießbrauchsbestellung sind Wertpapiererträge Einnahmen des Eigentümers der Wertpapiere
Nießbrauch an Wertpapieren (Einkünfte aus Kapitalvermögen)
Unentgeltlich bestellter Nießbrauch
BFHE 121, 53
NJW 1977, 1215
DB 1977, 613
BStBl II 1977, 115
Insbesondere ist die hier vorliegende Gestaltung nicht mit der unentgeltlichen Einräumung eines Zuwendungsnießbrauchs vergleichbar, bei der --zumindest unter bestimmten Voraussetzungen-- die Erträge des nießbrauchbelasteten Kapitalvermögens steuerlich weiterhin dem Nießbrauchsbesteller zuzurechnen sind (BFH-Urteil vom 14. Dezember 1976 VIII R 146/73, BFHE 121, 53, BStBl II 1977, 115).
Das FA rechnete die Kapitalerträge unter Bezugnahme auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 14. Dezember 1976 VIII R 146/73 (BFHE 121, 53, BStBl II 1977, 115) dem Ehemann der Klägerin zu; dieser hielt das Urteil wegen eines andersartigen Sachverhalts und im übrigen gemäß § 176 AO 1977 nicht für anwendbar.
Das Urteil in BFHE 121, 53, BStBl II 1977, 115 komme nicht zur Anwendung, weshalb auch § 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO 1977 nicht einschlägig sei.
Der Senat braucht nicht darüber zu befinden, ob ein unentgeltlich bestellter Zuwendungsnießbrauch an Gegenständen des Kapitalvermögens dazu führen könnte, daß der Nießbraucher den Tatbestand der Erzielung dieser Einkünfte erfüllt (vgl. Urteil in BFHE 121, 53, BStBl II 1977, 115; Döllerer, Steuerberater-Jahrbuch 1984/85, 75 ff.).
Damit kommt es nicht auf das Urteil in BFHE 121, 53, BStBl II 1977, 115 und auf seine Anwendbarkeit i. S. des § 176 Abs. 1 Nr. 3 AO 1977 an.
Zwar hat der BFH im Urteil vom 14. Dezember 1976 VIII R 146/73 (BFHE 121, 53, BStBl II 1977, 115) ausgesprochen, daß ein unentgeltlicher Nießbrauch an Wertpapieren die Zurechnung der Wertpapiererträge als Einkünfte des Wertpapierinhabers aus Kapitalvermögen nicht ändere.
Auf die Ausführungen des erkennenden Senats unter A. im Zusammenhang mit dem Urteil in BFHE 121, 53, BStBl II 1977, 115 wird hingewiesen.
Der BFH hatte über diese Frage im Urteil vom 14. Dezember 1976 VIII R 146/73 (BFHE 121, 53, BStBl II 1977, 115) nicht zu entscheiden und sie auch ausdrücklich offengelassen (unter Hinweis auf das Urteil vom 1. Februar 1972 VIII R 118/71, BFHE 104, 172, BStBl II 1972, 347, wo der Nießbrauch an einer Kapitalforderung steuerrechtlich anerkannt wird).
Sollte der Nießbrauch sich nur auf die Gewinnanteile des A als stiller Gesellschafter beziehen, so wäre das BFH-Urteil vom 14. Dezember 1976 VIII R 146/73 (BFHE 121, 53, BStBl II 1977, 115) einschlägig.
Der BFH hat die Frage, wem die Einnahmen zuzurechnen sind, wenn sich der ursprüngliche Kapitalinhaber (Nießbraucher) bei Übertragung des Kapitalvermögens den Nießbrauch daran (teilweise) vorbehält, soweit ersichtlich noch nicht entschieden (ausdrücklich offen gelassen in den Urteilen vom 14. Dezember 1976 VIII R 146/73, BFHE 121, 53 , BStBl II 1977, 115 und vom 28. Januar 1992 VIII R 207/85, BFHE 167, 90, BStBl II 1992, 605, 606; vgl. auch BFH-Urteil vom 26. November 1997 X R 114/94, BFHE 184, 554 , BStBl II 1998, 190, 191).
Dies ergibt sich aufgrund folgender Überlegungen: Der BFH hat für den Fall einer unentgeltlichen Bestellung eines Nießbrauchs an Wertpapieren angenommen, dass die Nießbrauchsbestellung an der Zurechnung der Wertpapiererträge nichts ändere (BFH-Urteil, BFHE 121, 53 , BStBl II 1977, 115).
Soweit sich das BMF-Schreiben in BStBl. I 1983, 508 in Tz. 57 auf das BFH-Urteil vom 14. Dezember 1976 VIII R 146/73, BFHE 121, 53, BStBl. II 1976, 115 stütze, rechtfertige dies nicht die Anwendung auf den Streitfall, da im Urteilsfall des BFH den Kindern des Nießbrauchbestellers nur ein befristeter Nießbrauch am Gewinnstammrecht verschiedener Wertpapiere bestellt gewesen war.
Die Finanzverwaltung bezieht sich zur Begründung auf das BFH-Urteil in BFHE 121, 53, BStBl. II 1977, 115.
Der BFH hat für die Einräumung eines unentgeltlichen Zuwendungsnießbrauchs an Wertpapieren bereits entschieden, dass der Zuwendungsnießbrauch die Zurechnung der Wertpapiererträge als Einkünfte des Wertpapierinhabers aus Kapitalvermögen nicht ändere (vgl. Urteil des BFH vom 14. Dezember 1976 VIII R 146/73, BStBl II 1977, 115).
Die Einräumung des Nießbrauchs an Wertpapieren stelle sich als Vorausabtretung der künftigen Erträgnisansprüche dar (vgl. Urteil des BFH vom 14. Dezember 1976 VIII R 146/73, BStBl II 1977, 115).
Die Frage ist vom BFH noch nicht entschieden (offen gelassen z.B. in den Urteilen vom 14. Dezember 1976 VIII R 146/73, BFHE 121, 53, BStBl II 1977, 115; vom 28. Januar 1992 VIII R 207/85, BFHE 167, 90, BStBl II 1992, 605, unter 2. a der Gründe; vom 26. November 1997 X R 114/94, BFHE 184, 554, BStBl II 1998, 190, unter II. 1. a der Gründe).
Dies ist bei Einkünften aus Kapitalvermögen nicht nur, wie es im Urteil des Senats vom 14. Dezember 1976 VIII R 146/73 (BFHE 121, 53, BStBl II 1977, 115) ausgedrückt wurde, "wer selbst Kapitalvermögen gegen Entgelt zur Nutzung überläßt", sondern auch dessen Nachfolger in dem Rechtsverhältnis, das der Überlassung des Kapitals zur Nutzung zugrunde liegt, soweit ihm die Einnahmen aus Kapitalvermögen zivilrechtlich gebühren.
BFH, 23.04.1980 - VIII R 156/75
Kontosperrung - Grundstückserwerb - Kaufpreiszahlung - Rücktrittsrecht - …

References: § 8
 § 11
 § 20
 § 176
 § 176
 § 176