Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=23.10.2013&Aktenzeichen=5%20AZR%20135/12
Timestamp: 2020-08-13 09:32:46+00:00

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BAG, 23.10.2013 - 5 AZR 135/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,42056
BAG, 23.10.2013 - 5 AZR 135/12 (https://dejure.org/2013,42056)
BAG, Entscheidung vom 23.10.2013 - 5 AZR 135/12 (https://dejure.org/2013,42056)
BAG, Entscheidung vom 23. Januar 2013 - 5 AZR 135/12 (https://dejure.org/2013,42056)
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Anspruch auf gleiches Arbeitsentgelt ("equal pay"); Ausgleichsquittung
§ 10 Abs 4 AÜG, § 9 Nr 2 AÜG, § 305c BGB, § 307 Abs 1 S 2 BGB, § 397 Abs 1 BGB
Kein Erlöschen des Anspruchs auf "Equal Pay" durch Unterzeichnung einer vom Arbeitgeber vorformulierten "Ausgleichsquittung"
Anspruch auf gleiches Arbeitsentgelt - Ausgleichsquittung
Berechnung eines equal pay-Anspruchs
Vorformulierte "Ausgleichsquittung" ist allenfalls deklaratorisches negatives Schuldanerkenntnis
Anspruch auf gleiches Arbeitsentgelt (equal pay) - Ausgleichsquittung - Verjährung - Urlaub
BGB §§ 611, 133, 157, 307, 397; AÜG § 10 Abs. 4, § 9 Nr. 2
Ausgleichsquittung außerhalb eines Aufhebungsvertrags oder Vergleichs hindert Geltendmachung nicht
ArbG Cottbus, 15.06.2011 - 2 Ca 268/11
LAG Berlin-Brandenburg, 24.11.2011 - 5 Sa 1524/11
BAGE 146, 217
ZIP 2014, 642
NZA 2014, 200
DB 2014, 1318
Ein "Herunterrechnen" auf einen - fiktiven - Stundenlohn scheidet aus (BAG 19. Februar 2014 - 5 AZR 1046/12 - Rn. 38; 23. Oktober 2013 - 5 AZR 135/12 - Rn. 32, BAGE 146, 217) .
Dabei setzt § 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB regelmäßig die Fälligkeit des Anspruchs voraus, weil erst von diesem Zeitpunkt an der Gläubiger nach § 271 Abs. 2 BGB mit Erfolg die Leistung fordern und den Ablauf der Verjährungsfrist durch Klageerhebung verhindern kann (BAG 23. Oktober 2013 - 5 AZR 135/12 - Rn. 24 mwN, BAGE 146, 217) .
Dabei unterliegt die Auslegung der uneingeschränkten Überprüfung durch das Revisionsgericht (st. Rspr., vgl. zB BAG 23. Oktober 2013 - 5 AZR 135/12 - Rn. 15 mwN) .
Der Kläger hat für jede Überlassung für deren jeweilige Dauer Anspruch auf gleiches Arbeitsentgelt nach § 10 Abs. 4 AÜG (vgl. BAG 13. März 2013 - 5 AZR 294/12 - Rn. 24; 23. Oktober 2013 - 5 AZR 135/12 - Rn. 27, BAGE 146, 217) .
Damit fixieren die Vertragsparteien typischerweise die von ihnen angenommene Rechtslage und dokumentieren das, wovon sie ausgingen: Es bestehen nach diesem Zeitpunkt keine Ansprüche aus dem "alten" Arbeitsverhältnis mehr (vgl. BAG 23. Oktober 2013 - 5 AZR 135/12 - Rn. 16 ff., BAGE 146, 217; 28. Januar 2015 - 5 AZR 122/13 - Rn. 21) .
Dabei zählt zum Arbeitsentgelt jede Vergütung, die aus Anlass des Arbeitsverhältnisses gewährt wird bzw. aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Entgeltfortzahlungstatbestände gewährt werden muss (vgl. BAG 13. März 2013 - 5 AZR 294/12 - Rn. 34. ff; 23. Oktober 2013 - 5 AZR 135/12 - Rn. 28) .
a) § 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB setzt regelmäßig die Fälligkeit des Anspruchs voraus, weil erst von diesem Zeitpunkt an der Gläubiger nach § 271 Abs. 2 BGB mit Erfolg die Leistung fordern und den Ablauf der Verjährungsfrist durch Klageerhebung verhindern kann (vgl. BAG 23. Oktober 2013 - 5 AZR 135/12 - Rn. 24, BAGE 146, 217) .
Gewährt der Verleiher dem Leiharbeitnehmer während des Zeitraums einer Überlassung Urlaub, berechnet sich das Urlaubsentgelt nach den dafür beim Entleiher anzuwendenden Bestimmungen (BAG 23. Oktober 2013 - 5 AZR 135/12 - Rn. 34) .
Deshalb richtet sich der Anspruch des Klägers aus § 10 Abs. 4 AÜG auf ein Monatsgehalt und verbietet sich dessen "Herunterrechnen" auf einen - fiktiven - Stundenlohn (BAG 23. Oktober 2013 - 5 AZR 135/12 - Rn. 32).
LAG Rheinland-Pfalz, 19.05.2020 - 8 SaGa 1/20
LAG Mecklenburg-Vorpommern, 12.05.2020 - 5 Sa 197/19

References: § 10
 § 9
 § 305
 § 307
 § 397
 § 10
 § 9
 § 199
 § 271
 § 10
 § 199
 § 271
 § 10