Source: https://www.jusmeum.de/urteil/bverwg/bverwg_2-B-100-09
Timestamp: 2019-12-11 17:30:10+00:00

Document:
BVerwG, 2 B 100.09: Ausschluss, Form, Verordnung, Zustellung
Urteil des BVerwG vom 15.02.2010, 2 B 100.09
Aktenzeichen: 2 B 100.09
Ausschluss, Form, Verordnung, Zustellung
BVerwG 2 B 100.09 (2 C 9.10) OVG 1 A 1962/07
hat der 2. Senat des Bundesverwaltungsgerichts am 15. Februar 2010 durch den Richter am Bundesverwaltungsgericht Groepper, die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Thomsen und den Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Burmeister
Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen über die Nichtzulassung der Revision gegen sein Urteil vom 25. Juni 2009 wird aufgehoben.
1Die Revision ist nach § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO zuzulassen. Wie die Beschwerde mit Recht geltend macht, weicht das angegriffene Urteil von dem Urteil des
Senats vom 26. Juni 2008 - BVerwG 2 C 2.07 - (BVerwGE 131, 234 = Buchholz
270 § 6 BhV Nr. 17) ab und beruht auf dieser Abweichung.
2Das Berufungsgericht hat angenommen, dass der Ausschluss nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 Buchst. b Satz 2
BhV nicht wirksam ist.
3Demgegenüber hat der Senat entschieden, dass der Ausschluss verschreibungsfreier Medikamente in § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 Buchst. b Satz 2 BhV verfassungsrechtlichen Bedenken begegne. Hieraus folge aber nicht die Unanwendbarkeit der Regeln über Leistungsausschlüsse. Vielmehr hat der Senat
nicht nur in dem von der Beschwerde bezeichneten Urteil vom 26. Juni 2008,
sondern seitdem mehrfach entschieden, dass den Bedenken für den Übergangszeitraum nicht mehr nachgegangen zu werden braucht (z.B. Urteile vom
28. Mai 2008 - BVerwG 2 C 24.07 - Buchholz 232 § 79 BBG Nr. 126 S. 4, vom
26. August 2009 - BVerwG 2 C 62.08 - juris Rn. 22 und vom 6. November 2009
- BVerwG 2 C 60.08 - Juris Rn. 24). Der verfassungsrechtlichen Fürsorgepflicht
sei während des Übergangszeitraums bis zu der inzwischen in Kraft getretenen
Neuregelung des Beihilferechts des Bundes Rechnung zu tragen über die
abstrakt-generelle Härtefallregelung des § 12 Abs. 2 BhV (vgl. Urteile vom
26. Juni 2008 a.a.O. Rn. 21 und vom 26. August 2009 a.a.O. Rn. 20).
Das Beschwerdeverfahren wird als Revisionsverfahren unter dem Aktenzeichen BVerwG 2 C 9.10 fortgesetzt; der Einlegung einer Revision durch die Beschwerdeführerin bedarf es nicht.
Für die Beteiligten besteht Vertretungszwang; dies gilt auch für die Begründung der Revision. Die Beteiligten müssen sich durch Bevollmächtigte im Sinne von § 67 Abs. 4 Sätze 3 bis 6 VwGO vertreten lassen.
Groepper Thomsen Dr. Burmeister
2 B 100.09
Ausschluss, Form, Verordnung, Zustellung, Fürsorgepflicht, Arzneimittel, Hauptsache

References: § 132
 § 6
 § 6
 § 6
 § 79
 § 12
 § 67