Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Auslegung_Vereinbarung_Rueckkehrrecht_LAG_Berlin_Brandenburg_15Sa180-12_u.html
Timestamp: 2018-04-23 07:37:45+00:00

Document:
Schlag­worte: Auslegung, Arbeitsvertrag, AGB, Rückkehrrecht
Akten­zeichen: 15 Sa 180/12
Ent­scheid­ungs­datum: 28.11.2016
Leit­sätze: Wird von ei­nem ehe­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber ein un­be­fris­te­tes Rück­kehr­recht "für den Fall der Sch­ließung/Auflösung der Be­triebs­kran­ken­kas­se X" ein­geräumt, ist hier­von die Sch­ließung ei­nes Rechts­nach­fol­gers nicht um­fasst.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 15.11.2011, 16 Ca 10557/11
16 Ca 10557/11
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 23. Mai 2012
so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Frau Z. und Herrn Sp.
Auf die Be­ru­fung des be­klag­ten Lan­des wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 15.11.2011 –16 Ca 10557/11– ab­geändert.
Mit Schrei­ben vom 8. Au­gust 1995 lehn­te das be­klag­te Land ge­genüber der BKK die wei­te­re Über­nah­me der Per­so­nal­kos­ten für die Führung der Kran­ken­kas­se ab. Nach § 147 Abs. 2 SGB V hat­te dies zur Fol­ge, dass die ent­spre­chen­de Be­triebs­kran­ken­kas­se spätes­tens nach Ab­lauf von drei Jah­ren die bis­her mit der Führung der Geschäfte der Kran­ken­kas­se be­auf­trag­ten Per­so­nen zu über­neh­men hat­te, wenn die­se zu­stimm­ten. An­fang 1998 un­ter­brei­te­te die BKK den im Geschäfts­be­reich der Kas­se beschäftig­ten Mit­ar­bei­tern we­gen der zum 1. Ja­nu­ar 1999 be­ab­sich­tig­ten Über­nah­me des Per­so­nals An­ge­bo­te auf Ab­schluss neu­er Ar­beits­verträge. Die­se An­ge­bo­te konn­ten von den Beschäftig­ten bis zum 25. Mai 1998 an­ge­nom­men wer­den.
Die wirt­schaft­li­che Si­tua­ti­on der BKK war 1998 an­ge­spannt. 1999 ka­men Gerüch­te über ei­ne Sch­ließung auf.
Zum 1. Ja­nu­ar 2004 schloss sich die BKK mit der Be­triebs­kran­ken­kas­se H. zur neu­en C. BKK zu­sam­men.
… Soll­ten Sie wie wir mit dem Ein­tre­ten der Fu­si­on zum 01. Ja­nu­ar 2004 die Wir­kung der VBSV BKK vom 12. Au­gust 1998 als be­en­det an­se­hen und mit der
Durch Be­scheid vom 4. Mai 2011 ord­ne­te das Bun­des­ver­si­che­rungs­amt die Sch­ließung der C. BKK zum Ab­lauf des 30. Ju­ni 2011 an.
Noch im Mai 2011 mach­te die Kläge­rin ge­genüber dem be­klag­ten Land ein Rück­kehr­recht schrift­lich gel­tend. Mit der vor­lie­gen­den Kla­ge ver­folgt sie die­ses Ziel wei­ter.
2. hilfs­wei­se, das be­klag­te Land zu ver­ur­tei­len, sie gem. § 2 Abs. 2 der Beschäfti­gungs­si­che­rungs­ver­ein­ba­rung BKK vom 12.08.1998, ab­ge­schlos­sen zwi­schen der Be­klag­ten und den Ge­werk­schaf­ten ÖTV und DAG, ein An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges mit dem Land Ber­lin zu un­ter­brei­ten.
Das be­klag­te Land hat erst­in­stanz­lich ge­meint, dass ein Rück­kehr­recht schon mit der ers­ten Fu­si­on am 1. Ja­nu­ar 2004 un­ter­ge­gan­gen sei, denn ei­ne Fu­si­on stel­le nach §§ 144, 150
SGB V ei­ne Sch­ließung dar. Das Rück­kehr­recht sei nur auf Umstände bei der BKK B. be­zo­gen ge­we­sen und könne nicht auf de­ren Rechts­nach­fol­ger er­streckt wer­den.
Mit Ur­teil vom 15. No­vem­ber 2011 hat das Ar­beits­ge­richt der Kla­ge mit dem Haupt­an­trag statt­ge­ge­ben. Es hat hier­zu im We­sent­li­chen aus­geführt, dass die Zu­sa­ge ei­nes Rück­kehr­rechts im Schrei­ben vom 20.04.1998 un­ter Berück­sich­ti­gung des Sinn und Zwecks nicht nur auf die Sch­ließung der BKK B., son­dern auch auf die der Rechts­nach­fol­ge­rin be­zo­gen sei. So­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Fein­hei­ten bezüglich Fu­sio­nie­run­gen sei­en den Ar­beit­neh­mern in der Re­gel nicht be­kannt. Durch das Schrei­ben des Se­na­tors soll­te be­wirkt wer­den, dass die Ar­beit­neh­mer dem Über­gang ih­rer Ar­beits­verhält­nis­se nichts in den Weg le­gen und dafür im Ge­gen­zug die Si­cher­heit er­hal­ten, dass ih­nen un­be­fris­tet die Möglich­keit zu­steht, im Fall der Auflösung oder Sch­ließung ih­res neu­en Ar­beit­ge­bers zum si­che­ren Ar­beit­ge­ber Land Ber­lin zurück­keh­ren zu können. Ei­ne an­der­wei­ti­ge Aus­le­gung des Schrei­bens vom 20. April 1998 würde zu dem Er­geb­nis führen, dass selbst die Fu­si­on der BKK mit ei­ner be­lie­big klei­nen Kran­ken­kas­se für ei­nen be­lie­big kur­zen Zeit­raum das Rück­kehr­recht zum Erlöschen ge­bracht hätte. Dies gel­te um­so mehr, da der Se­na­tor ein „un­be­fris­te­tes Rück­kehr­recht“ ein­geräumt ha­be.
Hier­ge­gen wen­det sich die Be­ru­fung des be­klag­ten Lan­des. Es ist der An­sicht, dass die Kla­ge un­zulässig sei, da das Kla­ge­be­geh­ren un­be­stimmt sei. Die Kla­ge sei auch un­be­gründet. Es ha­be kei­nen übe­rein­stim­men­den Wil­len ge­ge­ben, dass die er­teil­te Zu­sa­ge auch nach ei­ner Fu­si­on für die dann ent­ste­hen­den Be­triebs­kran­ken­kas­sen gel­ten soll­te. Auch müsse die wirt­schaft­li­che In­ter­es­sen­la­ge des Erklären­den berück­sich­tigt wer­den. Man ha­be nicht das wirt­schaft­li­che Ri­si­ko, das sich bei an­de­ren Be­triebs­kran­ken­kas­sen oder Rechts­nach­fol­gern nach ei­ner Fu­si­on er­ge­be, über­neh­men wol­len, da in die­sen Fällen nur ge­rin­ge Ein­flussmöglich­kei­ten über den Ver­wal­tungs­rat bestünden. Fer­ner sei das Mo­tiv der Kläge­rin zu berück­sich­ti­gen. Die­se ha­be ih­re Tätig­keit wei­ter ausüben wol­len. Wei­ter­hin sei die Vergütung höher ge­we­sen. Auch das Ver­hal­ten von ver.di und der Se­nats­ver­wal­tung für In­ne­res nach Ver­trags­schluss be­zo­gen auf die VBSV spre­che für die­se Aus­le­gung. In den ent­spre­chen­den Schrei­ben hätten die Par­tei­en zum Aus­druck ge­bracht, dass nach der Fu­si­on in 2004 die VBSV be­en­det wor­den sei. Ei­ne Aus­le­gung über den Wort­laut des Schrei­bens vom 20. April 1998 hin­aus käme nicht in Be­tracht.
das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ber­lin – 16 Sa 10557/11 – vom 15. No­vem­ber 2011 ab­zuändern und die Kla­ge ab­zu­wei­sen.
das be­klag­te Land zu ver­ur­tei­len, das An­ge­bot der Kläge­rin auf Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges als An­ge­stell­te be­gin­ne mit dem 01.07.2011 in Voll­zeittätig­keit mit Vergütung nach Vergütungs­grup­pe VI b BAT nach Maßga­be des Ta­rif­ver­tra­ges zur An­glei­chung des Ta­rif­rechts des Lan­des Ber­lin an das Ta­rif­recht der Ta­rif­ge­mein­schaft der Länder (An­glei­chungs-TV Land Ber­lin) vom 14.10.2010 an­zu­neh­men und sie wie­der zu beschäfti­gen.
Das be­klag­te Land be­an­tragt auch hin­sicht­lich die­ses Hilfs­an­tra­ges,
Die Kläge­rin hält das erst­in­stanz­li­che Ur­teil für zu­tref­fend.
Die Be­ru­fung ist zulässig. Sie ist form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den. Hin­sicht­lich der ein­zel­nen Da­ten wird auf die Fest­stel­lun­gen in der Sit­zungs­nie­der­schrift vom 23.05.2012 ver­wie­sen.
Die Kla­ge ist je­doch nicht be­gründet. Das be­klag­te Land ist schon des­we­gen nicht zu ei­nem Ver­trags­schluss mit der Kläge­rin ver­pflich­tet, weil die Sch­ließung der C. BKK kein Rück­kehr­recht der Kläge­rin be­gründet hat. Da­her wa­ren die kläge­ri­schen Anträge – egal in wel­cher Form – ab­zu­wei­sen.
1. Das Rück­kehr­recht er­gibt sich nicht aus der VBSV vom 12.08.1998.
Schon § 1 re­gelt hin­sicht­lich des An­wen­dungs­be­reichs „den Über­gang der Ar­beit­neh­mer des Lan­des Ber­lin auf die Be­triebs­kran­ken­kas­se des Lan­des Ber­lin (BKK B.)“. Wei­te­re Übergänge auf Rechts­nach­fol­ger der BKK wer­den ge­ra­de nicht erwähnt, ob­wohl die Par­tei­en – wie es sich aus § 2 Abs. 2 VBSV er­gibt – die Pro­ble­ma­tik ei­ner Fu­si­on nach § 150 SGB V durch­aus ge­se­hen ha­ben.
Auch aus an­de­ren Re­ge­lun­gen er­gibt sich, dass die VBSV nur Umstände bei der BKK re­geln woll­te. So hat nach § 2 Abs. 2 Satz 2 die ent­spre­chen­de Se­nats­ver­wal­tung den Ar­beit­neh­mern, de­nen ein Rück­kehr­recht zu­steht, „im un­mit­tel­ba­ren An­schluss an das bei der BKK B. be­en­de­te Ar­beits­verhält­nis“ ein neu­es Ar­beits­verhält­nis an­zu­bie­ten. Von wei­te­ren Rechts­nach­fol­gern ist kei­ne Re­de. Nach § 2 Abs. 4 muss der rück­kehr­be­rech­tig­te Ar­beit­neh­mer spätes­tens sechs Wo­chen „vor der Be­en­di­gung sei­nes mit der BKK B. be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses“ sei­ne Wie­der­ein­stel­lung schrift­lich be­an­tra­gen.
2.2 Die Ge­samt­zu­sa­ge stellt gleich­zei­tig ei­ne All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung dar (§ 305 Abs. 1 Satz 1 BGB).
Die Be­din­gun­gen des Rück­kehr­rechts wa­ren vom be­klag­ten Land vor­for­mu­liert und für ei­ne Viel­zahl von Verträgen mit den ein­zel­nen Ar­beit­neh­mern ge­stellt wor­den.
In­so­fern un­ter­lie­gen die Be­din­gun­gen ei­ner Ge­samt­zu­sa­ge auch ei­ner In­halts­kon­trol­le nach §§ 305 ff. BGB (ErfK–Preis §§ 305-310 BGB Rd­nr. 22).
a) Im In­ter­net sind et­li­che Ent­schei­dun­gen zu fin­den, die Re­ge­lun­gen zu ei­nem Rück­kehr­recht ent­hal­ten.
Wohl am häufigs­ten an­zu­tref­fen, sind Re­ge­lun­gen bei der Deut­schen T.. Das Rück­kehr­recht be­zieht sich auf die „Ka­bel­ge­sell­schaft bzw. Rechts­nach­fol­ger“ (BAG, 19.10.2011 – 7 AZR 672/10 – BB 2012, 1088; ju­ris Rd­nr. 4 f).
Die Freie und Han­se­stadt H. ver­pflich­tet sich, ehe­ma­li­ge Ar­beit­neh­mer dann wie­der zu beschäfti­gen, wenn nach erst­ma­li­ger Aus­glie­de­rung auf ei­ne An­stalt (BAG, 19.10.2011
– 5 AZR 138/10 – ju­ris Rd­nr. 3), ein Un­ter­neh­men (BAG, 22.10.2009 – 8 AZR 286/08 – ju­ris Rd­nr. 2) oder ei­ne Stif­tung (LAG Ham­burg, 30.07.2009 – 7 Sa 62/08 – ju­ris Rd­nr. 5) ei­ne wei­te­re Überführung „in ei­ne an­de­re Träger­schaft oh­ne Mehr­heits­be­tei­li­gung der Frei­en und Han­se­stadt H.“ statt­fin­det. Glei­ches gilt für den Fall der Veräußerung der Mehr­heits­be­tei­li­gung an ei­ner GmbH (LAG Ham­burg, 02.02.2010 – 4 Sa 38/09 – ju­ris Rd­nr. 6).
Ei­ne an­de­re Ak­ti­en­ge­sell­schaft ga­ran­tiert in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung ein Rück­kehr­recht „so­fern ei­ne Wei­ter­beschäfti­gung in­ner­halb der neu­en Ge­sell­schaft aus be­trieb­li­chen Gründen nicht mehr möglich ist“ (LAG Rhein­land-Pfalz, 10.05.2011 – 1 Sa 656/10 – ju­ris Rd­nr. 8). Das LAG Rhein­land-Pfalz hat hier­zu ent­schie­den, dass ei­ne Rück­nah­me­ver­pflich­tung bei ei­nem Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses auf späte­re Rechts­nach­fol­ger nicht be­ste­he (aaO Rd­nr. 65). Erst viel späte­re schrift­li­che Zu­sa­gen an­ge­sichts der ge­plan­ten wei­te­ren Aus­glie­de­rung hätten zur Wei­ter­gel­tung der Rück­kehr­zu­sa­ge geführt (eben­da).
2.4.3 Auch bei Berück­sich­ti­gung von Sinn und Zweck der Re­ge­lung ist nach der hier ver­tre­te­nen An­sicht kein an­de­res Er­geb­nis zu recht­fer­ti­gen.
Der Sinn und Zweck ei­nes ein­geräum­ten Rück­kehr­rechts be­steht dar­in, den je­wei­li­gen Ar­beit­neh­mer von mögli­chen Nach­tei­len, die mit dem Ar­beit­ge­ber­wech­sel ver­bun­den sein könn­ten, zu schützen (BAG, 14.01.2004 – 7 AZR 311/03 – ju­ris Rd­nr. 24) und sie ggf. da­mit zu ei­nem Wech­sel zu be­we­gen.
Un­be­strit­ten be­fan­den sich die hie­si­gen Ar­beit­neh­mer bei dem be­klag­ten Land in sehr si­che­ren Ar­beits­verhält­nis­sen, je­den­falls was den Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses an­ging. Hätten sie je­doch die er­for­der­li­che Zu­stim­mung gem. § 147 Abs. 2 Satz 6 SGB V zum Ar­beit­ge­ber­wech­sel nicht er­teilt, hätte für sie der ehe­ma­li­ge Ar­beits­platz nicht wei­ter zur Verfügung ge­stan­den. An­ge­sichts der Per­so­nalüber­hang­si­tua­ti­on beim be­klag­ten Land in die­ser Zeit hätten die­se Ar­beit­neh­mer dann da­mit rech­nen müssen, ir­gend­wo ein­ge­setzt zu wer­den, im Ex­trem­fall beim un­be­lieb­ten So­zi­al­amt. In­so­fern hat­ten die Ar­beit­neh­mer durch­aus ein Ei­gen­in­ter­es­se dar­an, zur BKK zu wech­seln, was mögli­cher­wei­se auch da­durch ge­stei­gert wur­de, dass die Vergütung
– ent­spre­chend dem Vor­trag des be­klag­ten Lan­des – dort höher war.
Ge­gen ei­nen Wech­sel sprach aus Sicht der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer die wirt­schaft­lich un­ge­si­cher­te La­ge bei der BKK. In­so­fern schien ei­ne Sch­ließung/Auflösung der BKK je­den­falls als möglich, was den Ver­lust des Ar­beits­verhält­nis­ses mit ein­ge­schlos­sen hätte.
Selbst wenn aus die­sem Sze­na­rio die Not­wen­dig­keit ab­ge­lei­tet wird, dass das be­klag­te Land den Ar­beit­neh­mern at­trak­ti­ve An­ge­bo­te hätte un­ter­brei­ten müssen, so be­sagt dies nichts darüber, wie weit die An­ge­bo­te zu ge­hen hätten.
2.4.4 So­weit das Rück­kehr­recht als „un­be­fris­tet“ be­zeich­net wird, führt dies eben­falls nicht zu ei­ner an­de­ren Aus­le­gung. Da­mit wird nur die Ab­gren­zung zu den in der Pra­xis nicht unübli­chen be­fris­te­ten Rück­kehr­rech­ten vor­ge­nom­men. Dies be­trifft die zeit­li­che Di­men­si­on,
3. Da der Kläge­rin ein Rück­kehr­recht nicht zu­steht, ist das be­klag­te Land nicht ver­pflich­tet, das An­ge­bot der Kläge­rin auf Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges an­zu­neh­men. Der ers­te Hilfs­an­trag ist eben­falls nicht be­gründet. So ist das be­klag­te Land man­gels Rück­kehr­recht auch nicht ver­pflich­tet, der Kläge­rin ein An­ge­bot auf Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges zu un­ter­brei­ten.
Der von der Kläge­rin mit Schrift­satz vom 10.05.2012 erst­mals er­ho­be­ne wei­te­re Hilfs­an­trag ist nicht zur Ent­schei­dung an­ge­fal­len, da die hierfür von ihr auf­ge­stell­ten Be­din­gun­gen nicht zu­tref­fen. Die Be­ru­fungs­kam­mer hält die Kla­ge für zulässig. Die Be­gründet­heit der Kla­ge schei­tert auch nicht al­lein dar­an, dass statt des Ab­schlus­ses ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges zu den ursprüng­li­chen Be­din­gun­gen die Kon­kre­ti­sie­rung der Be­din­gun­gen ent­spre­chend dem nun­mehr ge­stell­ten Hilfs­an­trag hätten er­fol­gen müssen.
ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der vor­ge­nann­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung
und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.
Für das be­klag­te Land ist kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.
K. (für Sp.)
15 Sa 180/12 und
Ber­lin, den 3. Au­gust 2012
zur Übersicht 15 Sa 180/12

References: § 147
 § 2
 § 1
 § 2
 § 150
 § 2
 § 2
 § 147