Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%20235/10
Timestamp: 2020-02-22 06:11:31+00:00

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BVerfG, 01.06.2011 - 1 BvR 233/10, 1 BvR 235/10 - dejure.org
BVerfG, 01.06.2011 - 1 BvR 233/10, 1 BvR 235/10
https://dejure.org/2011,1518
BVerfG, 01.06.2011 - 1 BvR 233/10, 1 BvR 235/10 (https://dejure.org/2011,1518)
BVerfG, Entscheidung vom 01.06.2011 - 1 BvR 233/10, 1 BvR 235/10 (https://dejure.org/2011,1518)
BVerfG, Entscheidung vom 01. Juni 2011 - 1 BvR 233/10, 1 BvR 235/10 (https://dejure.org/2011,1518)
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Art 12 Abs 1 GG, § 93c Abs 1 S 1 BVerfGG, §§ 29 ff HeilBerG NW, § 14 Abs 1 RVG, § 37 Abs 2 RVG
Stattgebender Kammerbeschluss: Grenzen des Verbotes berufswidriger Werbung eines Zahnarztes - hier: Verbindung von Werbung für zahnärztliche und für gewerbliche Leistungen in Zeitungsanzeige - Berufswidrigkeit von Fremdwerbung - Sachangemessenheit von Werbung im ...
Verbot von Anzeigen und Internetauftritten eines Zahnarztes aufgrund eines Nebeneinanders zahnärztlicher und gewerblicher Leistungen ist nicht mit Art. 12 Abs. 1 GG vereinbar; Vereinbarkeit eines Verbots zahnärztlicher Anzeigen und Internetauftritte aufgrund eines ...
Werbung mit Dienstleistungsangebot eines Zahnlabors und eines Fachverlages
Medizinrecht: Bundesverfassungsgericht konkretisiert (zahn-)ärztliches Werberecht
Zahnarzt-Werbung
(Zahn-)Ärzte dürfen durch Werbung auf sich aufmerksam machen
Mehr Werbefreiheit für Zahnärzte
Karlsruhe erlaubt Ärzten mehr Werbung
Mehr Werbemöglichkeiten für Ärzte
Karlsruhe lockert erneut Grenzen des ärztlichen Werbeverbotes
BerG Heilberufe Münster, 28.03.2007 - 18 K 1885/05
VG Münster, 28.03.2007 - 18 K 1885/05
BerG Heilberufe Münster, 25.03.2009 - 18 K 2126/07
VG Münster, 25.03.2009 - 18 K 2126/07
LBerG Heilberufe Nordrhein-Westfalen, 18.11.2009 - 13 A 1118/09
LBerG Heilberufe Nordrhein-Westfalen, 18.11.2009 - 13 A 1633/07
OVG Nordrhein-Westfalen, 18.11.2009 - 13 A 1118/09
OVG Nordrhein-Westfalen, 18.11.2009 - 13 A 1633/07
OVG Nordrhein-Westfalen, 18.11.2010 - 13 A 1118/09
OVG Nordrhein-Westfalen, 18.11.2010 - 13 A 1633/07
NJW 2011, 2636
GRUR 2011, 838
MMR 2012, 123
Auch der Verweis auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Zulässigkeit der Werbung mit Behandlungsgutscheinen (BVerfG v. 1.6. 2011 - 1 BvR 233/10 = GRUR 2011, 838) hilft der Beklagten nicht weiter.
Dazu muss der Eingriff dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit genügen (vgl. BVerfGE 7, 377, 397; 85, 248, 259; BVerfG, GRUR 2011, 838 Rn. 39;… GRUR 2012, 72 Rn. 20).
(vgl. BVerfG NJW 2005, 1036; BVerfG NJW 2011, 2636; BVerfG GRUR 2012, 72; BVerfG, Urteil vom 7. März 2012, 1 BvR 1209/11; BGH NJW 2006, 1879; Senat GRUR-RR 2008, 24).
Das Vorliegen reklamehafter bzw. anpreisender Werbung lässt sich nicht mit der Argumentation begründen, bei der beanstandeten Aktion handele es sich um eine Werbemethode, die in der gewerblichen Wirtschaft üblich sei (vgl. BVerfG GRUR 2011, 838).
Bei der Auslegung der Vorschriften ist vielmehr zu berücksichtigen, dass einem Zahnarzt von Verfassungs wegen berufsbezogene und sachangemessene Werbung erlaubt ist (vgl. BVerfG GRUR 2011, 838).
Die Unterstellung, ein Begünstigter werde von einem ihm kostenfrei eingeräumten Anspruch auf eine mit einem mehr als nur geringfügigen Eingriff in die körperliche Integrität verbundene zahnärztliche Behandlung allein wegen der Kostenfreiheit Gebrauch machen (vgl. BVerfG GRUR 2011, 838), kann man auf den vorliegenden Fall nicht ohne weiteres übertragen.
LG Berlin, 28.06.2012 - 52 O 231/11
Beschränkungen der Berufsausübungsfreiheit sind allerdings nur dann mit Art. 12 Abs. 1 GG vereinbar, wenn sie vernünftigen Zwecken des Gemeinwohls dienen und den Berufstätigen nicht übermäßig oder unzumutbar treffen, also dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit genügen (vgl. BVErfGE 7, 377, 405 f.; 85, 248, 259; BVerfG, Beschluss vom 1.6.2011, 1 BvR 233/10 und 235/10).
Der Umstand, dass es sich bei der Gewährung von Rabatten um eine Werbemethode handelt, wie sie in der gewerblichen Wirtschaft üblich ist, reicht nicht aus (BVerfG, Beschluss vom 1.6.2011, 1 BvR 233/10 und 235/10).
Das mit einem Rabatt von 65 % angebotene Bleaching ist aber deshalb berufswidrig, weil schutzwürdige Interessen der Allgemeinheit dadurch betroffen sind, dass die angebotene Behandlung mit einem mehr als nur geringfügigen Eingriff in die körperliche Integrität verbunden ist (vgl. BVerfG 1 BvR 233/10 und 235/10 vom 1.6.2011).
Auch wenn dem Käufer des hier streitgegenständlichen Deals anders in dem vom BGH zu 1 BvR 233/10 entschiedenen Fall nicht ein Gewinn in den Schoß fällt, sondern er sich selbst aktiv für den Erwerb eines Gutscheins entscheidet und hierfür auch Geld bezahlt, ist es doch nicht fern liegend, dass durch den erheblichen Rabatt ein Einfluss dahingehend ausgeübt wird, einen solchen Gutschein zu erwerben und sich der Behandlung zu unterziehen.
Der Staat darf insbesondere Verhaltensweisen entgegenwirken, die den Eindruck vermitteln können, der Arzt stelle die Gewinnerzielung über das Wohl des Patienten und dessen ordnungsgemäße Gesundheitsversorgung (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 1. Juni 2011 - 1 BvR 233/10 u. a. -, juris, Rn. 58).
Die Beklagten hätten vor allem die Entscheidung des BVerfG vom 01.06.2011 - 1 BvR 233/10 und 235/10, NJW 2011, 2636 zur berufsrechtlichen Vereinbarkeit der Werbung von Zahnärzten - und was bei Fachzahnärzten gelte, müsse erst recht bei Fachanwälten gelten - auf ihrer Seite.
Auf die - vom BVerfG NJW 2011, 2636 (Anlage B8/Bl. 314ff. d.A.) für den dort zur Entscheidung stehenden Sachverhalt entscheidungserhebliche - Frage der Verhältnismäßigkeit des von der Klägerin geforderten Verbots im Hinblick auf das Grundrecht der Berufsfreiheit der Beklagten nach Art. 12 Abs. 1 GG kommt es hiernach nicht mehr an (…vgl. Köhler/ Bornkamm , UWG, 31. Aufl., § 5 Rn. 2.11 zur Funktion des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes im Tatbestand der Irreführung).
VG Münster, 22.11.2017 - 5 K 4424/17
vgl. zur bedenklichen Verlosung von Bleaching-Gutscheinen BVerfG, Beschluss vom 1. Juni 2011 - 1 BvR 233/10 und 1 BvR 235/10 -, juris.
Nach der "Stufentheorie" des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG…, Urteil vom 11. Juni 1958, a.a.O., S. 404 ff.) sind Eingriffe in die Berufsausübung zulässig, wenn sie durch vernünftige Erwägungen des Gemeinwohls legitimiert und im Übrigen verhältnismäßig sind (BVerfG, Beschluss vom 1. Juni 2011 - 1 BvR 233/10 -, juris).
VG Münster, 09.05.2018 - 18 K 4423/17
LG Oldenburg, 08.01.2014 - 5 O 1233/13
LG Köln, 21.06.2012 - 31 O 767/11
Wettbewerbsrechtlicher Anspruch auf Unterlassung wegen reklamehafter Werbung …
OVG Nordrhein-Westfalen, 08.03.2012 - 13 A 2695/09
Apotheker als Kaufmann und Angehöriger eines freien Berufs mit der Erlaubnis zur …
BerG Heilberufe Münster, 05.11.2015 - 18 K 2010/14
OVG Nordrhein-Westfalen, 08.03.2012 - 12t A 2695/09
BerG Heilberufe Berlin, 21.09.2016 - 90 K 6.15
VG Berlin, 16.05.2012 - 90 K 7.10
VG Berlin, 16.05.2012 - 90 K 8.10
BerG Heilberufe Berlin, 16.05.2012 - 90 K 7.10
Freispruch vom Vorwurf eines Berufsvergehens
BerG Heilberufe Berlin, 16.05.2012 - 90 K 8.10
LBerG Heilberufe Nordrhein-Westfalen, 08.03.2012 - 13 A 2695/09

References: § 93
 § 14
 § 37
 Art. 12
 BGH 
 Art. 12
 BGH 
 Art. 12
 § 5