Source: http://www.rheuma-kinderklinik.de/de/fuer-eltern/kinderrheuma-4-x-10-fragen/10-fragen-zur-klinikschule/
Timestamp: 2018-04-24 12:22:23+00:00

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Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie :: 10 Fragen zur Klinikschule
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Schulpflicht bedeutet gleichzeitig auch ein Recht auf Schule zu haben. Nach § 7 Absatz 2 KraSO: "Schulpflichtige Kinder sind im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit verpflichtet am Unterricht in der Schule für Kranke teilzunehmen", wenn die entsprechenden Bedingungen dafür erfüllt sind. Nach § 7 Absatz 1 Satz 1 und 2 KraSO "Krankenhausunterricht wird nur erteilt, soweit die Schüler auf Grund ihres Gesundheitszustandes dazu in der Lage sind und keine Ansteckungsgefahr für die Lehrkräfte und gegebenenfalls für die Mitschüler besteht. Die behandelnden Ärzte und die Schulleiter oder die von diesen beauftragten Lehrkräfte entscheiden einvernehmlich, ob und in welchem Umfang die Schüler am Unterricht und an Fördermaßnahmen teilnehmen können. Nach § 7 Absatz 1 Satz 3 und 4 "Unabhängig von der ärztlichen Erlaubnis zur Unterrichtserteilung haben die Lehrkräfte ständig die Belastbarkeit und das gegenwärtige Leistungsvermögen der Schüler Rücksicht zu nehmen. Bei einer länger andauernden Krankheit ist die Entscheidung über die Belastbarkeit und die Teilnahme am Unterricht in regelmäßigen Abständen zu überprüfen."
Grundsätzlich ja, denn der Besuch der Schule für Kranke ist immer als temporäre Maßnahme zu verstehen. Wenn krankheitsbedingt ein Verbleib in der Heimatschulklasse nicht möglich ist, suchen Lehrkräfte der Schulen für Kranke und der Heimatschulen mit den Eltern und den betroffenen Schülerinnen und Schülern gemeinsam nach dem geeigneten Bildungsweg. Nach § 8 Absatz 1 Satz 3 KraSO: "Die Schüler bleiben Schüler der Schulart, die sie vor der Erkrankung besucht haben, soweit nicht wegen der Krankheit ein Übertritt an eine Schule einer anderen Schulart entsprechend den Bestimmungen der für die vorgesehene Schulart einschlägigen Schulordnung über Aufnahme und Übertritt erforderlich ist..."
Mit Einverständnis der Eltern nimmt die Lehrkraft an der Klinik Kontakt mit der Schulleitung, den Klassenlehrern und den betreffenden Fachlehrern der Stammschule auf. Hierbei werden Absprachen getroffen über Lerninhalte der zutreffenden Fächer, in der Regel den Vorrückungsfächern. Besonderer Wert wird auf einen beständigen Kontakt zwischen dem erkrankten Kind und den Mitschülern und Mitschülerinnen seiner Klasse gelegt. Für die Reintegration des erkrankten Kindes in seine Klasse bieten die jeweiligen Schulen Gespräche oder Heimatschulbesuche an.
Der Nachteilsausgleich soll Benachteiligungen kranker Schülerinnen und Schüler verhindern, indem der individuell belastenden Situation dieser Kinder und Jugendlichen Rechnung getragen wird. Er bezieht sich sowohl auf die Zeit während des Klinikaufenthalts als auch auf einen nicht näher zu bestimmenden Zeitraum nach der Rückkehr in die Heimatschule. Auswirkungen der Krankheiten erfordern einen speziellen Nachteilsausgleich, der auf die Krankheit abgestimmt und individuell zugeschnitten werden muss. Die Schule für Kranke bietet in diesem Zusammenhang adäquate Beratung. Nachteilsausgleich umfasst und beinhaltet praktische Hilfen, wie etwa die Bereitstellung von besonderen Arbeitsmitteln, Verlängerung der Arbeitszeit sowie ggf. die Befreiung von einzelnen Fächern. Unter Umständen kann auch die Gewichtung von mündlicher und schriftlicher Leistung verändert werden. Weitere Maßnahmen werden im Einzelfall bestimmt. Zuständig für spezielle Fragen zum Nachteilsausgleich sind die jeweiligen Schulaufsichten wie Schulämter, Regierungen und bei weiterführenden Schulen die Ministerialbeauftragten (MB) der einzelnen Schularten.
Schülerinnen und Schülern, denen ein Schulbesuch längerfristig nicht möglich ist, kann Hausunterricht erteilt werden. Die rechtlichen Grundlagen dafür bietet die Verordnung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 29.08.1989. Demnach können Schülerinnen und Schüler Unterricht erhalten, wenn sie voraussichtlich länger als 6 Unterrichtswochen am Unterricht der Stammschule nicht teilnehmen können oder wegen einer langdauernden Krankheit den Unterricht an bestimmten Tagen versäumen müssen. Das gilt derzeit noch nicht für die Fachoberschulen und Berufsoberschulen (FOS/BOS). Der Hausunterricht wird von den Eltern mit einer ärztlichen Bestätigung in der Regel über die Stammschule beantragt. In einzelnen Schularten gibt es dafür Antragsformulare.
Nach § 13 Satz 1 und 2 KraSO: "Lernfortschritte sind den Schülern in geeigneter Weise erkennbar zu machen. Schriftliche Leistungsnachweise werden nur verlangt, wenn es der Krankheitszustand der Schüler erlaubt und die Schüler voraussichtlich länger als 6 Wochen am Unterricht in der Stammschule nicht teilnehmen können." Abschlussprüfungen können nach den Bestimmungen über Abschlussprüfungen der einschlägigen Schulordnungen abgelegt werden. In besonderen Ausnahmefällen können die Prüfungen abweichend von den Bestimmungen der einschlägigen Schulordnung abgelegt werden. Siehe § 15 KraSO und Art. 54 BayEUG
Alle Kinder und Jugendlichen, die aus anderen Bundesländern in einer bayerischen Klinik oder einer entsprechenden Einrichtung behandelt werden, haben Anspruch auf Unterricht. Andere Bundesländer können abweichende Bestimmungen haben.
Nach Artikel 53.Absatz 6 Satz 2 BayEUG: "Schülerinnen und Schüler, die infolge nachgewiesener erheblicher Beeinträchtigungen ohne eigenes Verschulden wegen Leistungsminderungen die Voraussetzungen zum Vorrücken nicht erfüllen (z.B. wegen Krankheit), kann das Vorrücken auf Probe gestattet werden, wenn zu erwarten ist, dass die entstandenen Lücken geschlossen werden können und das angestrebte Bildungsziel erreicht werden kann." Im einzelnen Fall ist eine enge Absprache zwischen den Lehrkräften der Schulen für Kranke, den Lehrkräften der Stammschule und gegebenenfalls den Hauslehrern erforderlich, um eine entsprechende Empfehlung an die Lehrerkonferenz zu geben. Wiederholungen wegen Erkrankung werden nicht angerechnet.

References: § 7
 § 7
 § 7
 § 8
 § 13
 § 15
 Art. 54