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Timestamp: 2019-03-26 08:02:11+00:00

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Das Oberlandesgericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass die für die Tagesmutter anfallenden Kosten nicht als Mehrbedarf den unterhaltsbedarf der Antragsteller erhöhen.
In der bis Dezember 2014 befristeten unterhaltsvereinbarung hatten der Antragsgegner und die Mutter der Antragsteller die kinderbetreuungskosten nicht beim Bedarf der kinder berücksichtigt, sondern geregelt, dass die Kosten im Rahmen des ehegattenunterhalts als Abzugsposten berücksichtigt werden sollten. Daraus lässt sich für die hier relevante Zeit ab Januar 2015 allerdings keine bindende Vereinbarung zum kindesunterhalt entnehmen. Eine solche ergibt sich auch nicht aus dem gerichtlichen Vergleich der geschiedenen Ehegatten vom 25. Februar 2015, in dem die Mutter der Antragsteller für die Zeit ab Januar 2015 auf nachehelichen unterhalt verzichtet hat. Denn ungeachtet der widerstreitenden Behauptungen der Beteiligten zum Grund des unterhaltsverzichts folgt aus dem Vergleich jedenfalls keine Einigung über die künftige Berücksichtigung der betreuungskosten als Mehrbedarf beim kindesunterhalt.
Auch von Gesetzes wegen sind die hier anfallenden betreuungskosten kein Mehrbedarf der Antragsteller.
Nach § 1606 Abs. 3 Satz 2 BGB erfüllt der elternteil, der ein minderjähriges kind betreut, durch die Pflege und die Erziehung des kindes seine Verpflichtung, zum unterhalt des kindes beizutragen. Im sogenannten Residenzmodell schuldet danach ein elternteil den Barunterhalt der kinder (zum Umfang der Barunterhaltspflicht vgl. Senatsbeschlüsse vom 15. Februar 2017 – XII ZB 201/16 – FamRZ 2017, 711 Rn. 11 ff. und vom 11. Januar 2017 – XII ZB 565/15 – FamRZ 2017, 437 Rn. 23 ff.), während der andere deren betreuung übernimmt (vgl. Senatsbeschluss vom 5. November 2014 – XII ZB 599/13 – FamRZ 2015, 236 Rn. 17 ff.). Nur ausnahmsweise gehen die Kosten einer Fremdbetreuung über die einem elternteil obliegende betreuung hinaus und sind dann Mehrbedarf des kindes, für den die eltern nach § 1606 Abs. 3 Satz 1 BGB anteilig nach ihren Einkommens- und Vermögensverhältnissen aufzukommen haben (vgl. Senatsbeschluss vom 11. Januar 2017 – XII ZB 565/15 – FamRZ 2017, 437 Rn. 34 mwN). Ein solcher weitergehender Bedarf der kinder liegt nach der Rechtsprechung des Senats hinsichtlich der üblichen pädagogisch veranlassten betreuung in staatlichen Einrichtungen wie etwa kindergärten, schulen und Horten vor (vgl. insoweit Senatsurteile vom 5. März 2008 – XII ZR 150/05 – FamRZ 2008, 1152 Rn. 19 ff. und vom 1. Juni 2011 – XII ZR 45/09 – FamRZ 2011, 1209 Rn. 36 und Senatsbeschluss vom 11. Januar 2017 – XII ZB 565/15 – FamRZ 2017, 437 Rn. 37).
Ob ein – von den eltern anteilig zu tragender – betreuungsmehrbedarf auch dann vorliegt, wenn die Fremdbetreuung nicht über die allgemeine kinderbetreuung hinausgeht, sondern nur erfolgt, um dem betreuenden elternteil eine Erwerbstätigkeit zu ermöglichen, wird nicht einheitlich beurteilt.
Der Gesetzgeber ist bei der Änderung der unterhaltstatbestände davon ausgegangen, dass die Kosten der kinderbetreuung bei der unterhaltsberechnung im Rahmen des betreuungsunterhalts nach § 1570 BGB angemessen zu berücksichtigen sind (BT-Drucks. 16/1830 S. 17). Allerdings hat der Senat bereits darauf hingewiesen, dass dies über den unterhaltsanspruch des betreuenden elternteils nicht in allen Fällen angemessen möglich ist (vgl. Senatsurteil vom 5. März 2008 – XII ZR 150/05 – FamRZ 2008, 1152 Rn. 23 mwN). In der Literatur wird deswegen teilweise vertreten, die betreuungskosten seien allgemein als Mehrbedarf des kindes zu berücksichtigen (Schürmann FamRZ 2016, 1113, 1120; Palandt/Götz BGB 76. Aufl. § 1570 Rn. 17; Menne FamRB 2008, 110, 115). Andere Stimmen nehmen einen Mehrbedarf nur in den Fällen an, in denen ein Anspruch auf ehegattenunterhalt, etwa wegen Zusammenlebens mit einem neuen Partner oder bei Wiederverheiratung, nicht besteht (Wendl/Gerhardt Das unterhaltsrecht in der familienrichterlichen Praxis 9. Aufl. § 1 Rn. 1055).
Eine solche generelle Qualifizierung der Kosten einer Fremdbetreuung als Mehrbedarf des kindes widerspräche dem Gesetz. Denn grundsätzlich obliegt nach § 1606 Abs. 3 Satz 2 BGB die Barunterhaltspflicht für ein minderjähriges kind einem elternteil allein (vgl. insoweit Senatsbeschlüsse vom 15. Februar 2017 – XII ZB 201/16 – FamRZ 2017, 711 Rn. 11 ff. und vom 11. Januar 2017 – XII ZB 565/15 – FamRZ 2017, 437 Rn. 23 ff.), weil der andere elternteil im Gegenzug dessen betreuung übernommen hat. Dieser gesetzlichen Regelung würde es widersprechen, wenn im Falle einer Fremdbetreuung stets dieser Teil der eigentlich dem betreuenden elternteil obliegenden elternverpflichtung generell als Mehrbedarf nach § 1606 Abs. 3 Satz 1 BGB auf beide eltern verlagert würde, während der andere elternteil allein barunterhaltspflichtig bliebe. Veranlasst der betreuende elternteil für die kinder eine Fremdbetreuung, erfüllt er damit regelmäßig lediglich die ihm obliegende betreuungspflicht und hat deswegen auch die dafür erforderlichen Kosten zu tragen.
Dass die Kosten einer Fremdbetreuung bei der Bemessung eines ehegattenunterhalts einkommensmindernd berücksichtigt werden können, steht dieser Aufteilung der elternverantwortung nicht entgegen. Denn wenn im Rahmen der Bemessung des ehegattenunterhalts bei dem betreuenden elternteil die Kosten der Fremdbetreuung einkommensmindernd berücksichtigt werden, erfolgt dies im Gegenzug auch bei dem barunterhaltspflichtigen elternteil hinsichtlich dessen Zahlungen auf den Barunterhalt. Bei der Bemessung des ehegattenunterhalts ist zudem stets zu prüfen, ob und in welchem Umfang der verbleibende Anteil an der betreuung neben der ausgeübten Erwerbstätigkeit den betreuenden Ehegatten überobligatorisch belastet (vgl. Senatsurteile BGHZ 193, 78 = FamRZ 2012, 1040 Rn. 24; vom 17. Juni 2009 – XII ZR 102/09 – FamRZ 2009, 1391 Rn. 18, 33 und BGHZ 162, 384 = FamRZ 2005, 1154, 1156). Entfällt der ehegattenunterhalt, führt dies dazu, dass beide eltern ihren Teil der unterhaltsverantwortung allein und ohne Berücksichtigung gegenüber dem anderen elternteil tragen müssen. Zwar werden sich die Kosten der eltern durch Barunterhalt einerseits und Fremdbetreuung andererseits in der Regel nicht entsprechen. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass bei jüngeren kindern oft der betreuungsanteil überwiegt und sich im Falle einer Fremdbetreuung auch monetär ausdrückt, während mit zunehmendem Alter der kinder der nach Altersstufen gestaffelte Barunterhalt ein anteilig stärkeres Gewicht bekommt. Hinzu kommt, dass die Kosten einer Fremdbetreuung grundsätzlich nur entweder als Belastung der eltern einen Abzugsposten im Rahmen des ehegattenunterhalts oder als Mehrbedarf einen unterhaltsbedarf des kindes begründen können. Eine Einordnung als abzugsfähige Belastung des betreuenden elternteils einerseits oder als Mehrbedarf des kindes andererseits allein danach, ob ein Ausgleich über den ehegattenunterhalt möglich ist, wäre systemwidrig.
Wird die betreuung eines kindes durch Dritte allein infolge der Berufstätigkeit des betreuenden elternteils erforderlich, stellen die betreuungskosten nach der Rechtsprechung des Senats deswegen keinen Mehrbedarf des kindes dar, sondern gehören zur allgemeinen betreuung, die vom betreuenden elternteil im Gegenzug zur Barunterhaltspflicht des anderen allein zu leisten ist. Dafür entstehende betreuungskosten können mithin lediglich als berufsbedingte Aufwendungen des betreuenden elternteils Berücksichtigung finden (vgl. etwa Senatsurteile vom 14. März 2007 – XII ZR 158/04 – FamRZ 2007, 882, 886 Rn. 42 und vom 5. März 2008 – XII ZR 150/05 – FamRZ 2008, 1152 Rn. 18). An diesem Grundsatz hält der Senat fest.
Ein betreuungsbedingter Mehrbedarf des kindes liegt deswegen nur dann vor, wenn es sich um einen betreuungsbedarf handelt, der über den Umfang der von dem betreuenden elternteil ohnehin geschuldeten betreuung hinausgeht, etwa wenn die Kosten eine besondere Förderung im Sinne der genannten Rechtsprechung des Senats zu staatlichen kindergärten, kindertagesstätten oder Horten betreffen. Allerdings ist eine Qualifizierung der betreuungskosten als Mehrbedarf nicht auf die besondere pädagogische Förderung in staatlichen Einrichtungen beschränkt. Auch die Förderung in vergleichbaren privaten Einrichtungen kann über den allgemeinen betreuungsbedarf hinausgehen und damit einen Mehrbedarf des kindes auslösen. Generell deckt eine Fremdbetreuung stets insoweit einen Mehrbedarf des kindes ab, als sie über die üblichen betreuungsleistungen eines elternteils (einschließlich der üblichen Hausaufgabenbetreuung) hinausgehen oder die weitere betreuung etwa pädagogisch veranlasst ist. Auch dann handelt es sich insoweit um Mehrbedarf des kindes, für den beide eltern nach § 1606 Abs. 3 Satz 1 BGB anteilig haften.
Danach begründen die Kosten der Tagesmutter im vorliegenden Fall keinen Mehrbedarf.
Bei der Tätigkeit einer Tagesmutter, die – wie hier – kinder im Haushalt eines elternteils auf 450 € – Basis stundenweise betreut, handelt es sich nicht um eine pädagogisch veranlasste betreuung von kindern, die der Sache nach wie in einer staatlichen oder vergleichbaren privaten Einrichtung einen Mehrbedarf des kindes abdeckt.
Auch der Umfang der Fremdbetreuung kann im vorliegenden Fall keinen Mehrbedarf der kinder begründen. Denn der arbeitsvertrag der Tagesmutter sieht lediglich vor, dass sie – über die Abholung der kinder von der schule und die Hausaufgabenbetreuung hinaus – auch die Zubereitung der Speisen übernimmt und leichte Hausarbeiten verrichtet. Soweit diese Tätigkeiten nicht der Erleichterung der Lebensführung der Mutter der Antragsteller, sondern auch der betreuung der kinder und damit der Ermöglichung einer Erwerbstätigkeit dienen, ist bereits nicht ersichtlich, dass sie über die übliche betreuung (einschließlich der üblichen Hausaufgabenbetreuung) hinausgehen sollten. Die Fremdbetreuung umfasst somit lediglich Aufgaben, die dem betreuenden elternteil persönlich obliegen, was einen Mehrbedarf der kinder ausschließt.
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 § 1606
 § 1570
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 § 1
 § 1606
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