Source: http://www.jagdrecht-bayern.de/jagd-2/befriedete-bezirke/betretungsrecht/
Timestamp: 2019-11-14 00:50:44+00:00

Document:
Betretungsrecht - Jagdrecht in Bayern
Der Jagdausübungsberechtigte ist berechtigt, alle Grundstücke des Jagdreviers – mit Ausnahme der befriedeten Bezirke (§ 6 BJG) – zur Ausübung der Jagd zu betreten („Wo ich jagen darf, da darf ich auch hingehen“). Er muss hierbei aber auf die Belange der Eigentümer und Nutzungsberechtigten Rücksicht nehmen, damit ihnen kein Schaden entsteht.
Dieses allgemeine Betretungsrecht steht außer dem Jagdausübungsberechtigten auch dem Jagdaufseher, den Jagdgästen und den angestellten Jägern zu.
Die Eigentümer und Nutzungsberechtigten sind ihrerseits verpflichtet, den Jägern diesen Zutritt zu ermöglichen. Andernfalls kann der Jagdausübungsberechtigte gerichtlich die Beseitigung der rechtswidrigen Beeinträchtigung seines Jagdausübungsrechts verlangen (§ 1004 BGB).
Der Revierinhaber oder sein Beauftragter sind befugt, krankes oder krankgeschossenes Wild auf die Friedfläche zu verfolgen (Art. 38 BayJG, § 1 AVBayJG). Er darf aber nicht Gebäude, Hofräume oder Hausgärten im Sinne von Art. 6 Abs. 1 BayJG betreten. Ihm steht aber auch in diesen Fällen ein Aneignungsrecht zu. Der Grundstückseigentümer oder Nutzungsberechtigte ist zur Herausgabe verpflichtet.
§ 6 (Befriedete Bezirke, Ruhen der Jagd)
Auf Grundflächen, die zu keinem Jagdbezirk gehören, und in
Vorschriften dieses Gesetzes.
§ 1004 (Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch)
(1) Wird das Eigentum in anderer Weise als durch Entziehung oder
Vorenthaltung des Besitzes beeinträchtigt, so kann der Eigentümer
von dem Störer die Beseitigung der Beeinträchtigung verlangen. Sind
weitere Beeinträchtigungen zu besorgen, so kann der Eigentümer auf
(2) Der Anspruch ist ausgeschlossen, wenn der Eigentümer zur Duldung
Art. 38 (Verfolgung kranken oder krankgeschossenen Wildes
in befriedeten Bezirken)
Die Verfolgung kranken oder krankgeschossenen Wildes im eigenen
Jagdrevier ist in Gebieten zulässig, in denen die Jagd ruht oder nur eine
beschränkte Jagdausübung gestattet ist. Das gilt nicht für Gebäude,
Hofräume und Hausgärten im Sinn von Art. 6 Abs. 1 Nrn. 1 und 2; dem
Revierinhaber steht jedoch auch in diesen Fällen das Aneignungsrecht zu;
der Grundstückseigentümer oder Nutzungsberechtigte ist zur Herausgabe
§ 1 (Jagdhandlungen in befriedeten Bezirken)
Zu Art. 6 Abs. 3 BayJG :
(1) Die Gestattung nach Art. 6 Abs. 3 Satz 1 BayJG gilt als erteilt, wenn der
Revierinhaber mit Zustimmung des Grundstückseigentümers oder
Nutzungsberechtigten die Jagd auf Haarraubwild und Wildkaninchen
mit Fanggeräten (§ 19 Abs. 1 Nr. 9 des Bundesjagdgesetzes - BJagdG -,
Art. 29 Abs. 2 Nr. 2 BayJG) innerhalb der Jagdzeiten ausübt.
(2) In befriedeten Bezirken darf sich - unbeschadet der Vorschriften
des Art. 38 BayJG - der Grundstückseigentümer oder Nutzungsberechtigte
verendetes Wild, Fallwild und Abwurfstangen aneignen.
Art. 6 (Befriedete Bezirke; Ruhen der Jagd)
(1) Befriedete Bezirke (§ 6BJG) sind:
1. Gebäude, die zum Aufenthalt von Menschen dienen, und Gebäude,
die mit solchen Gebäuden räumlich zusammenhängen,
2. Hofräume und Hausgärten, die unmittelbar an eine Behausung im
Sinn der Nummer 1 anschließen und durch eine Umfriedung begrenzt sind,
3. sonstige überbaute Flächen im Geltungsbereich eines Bebauungsplans
und Flächen innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile,
4. Friedhöfe,
5. Tiergärten.

References: § 1
 Art. 6

§ 6

§ 1004

Art. 38
 Art. 6

§ 1
 Art. 6
 Art. 6

Art. 29
 Art. 38

Art. 6