Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/einkommensteuer-privat/kindergeld-fuer-voruebergehend-in-deutschland-beschaeftigten-eu-staatsangehoerige-324819
Timestamp: 2020-08-04 03:44:27+00:00

Document:
Kindergeld für vorübergehend in Deutschland Beschäftigte | Rechtslupe
Kin­der­geld für vor­über­ge­hend in Deutsch­land Beschäf­tig­te
Der Bun­des­fi­nanz­hof hat den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on im Rah­men eines Vor­ab­ent­schie­dungs­er­su­chens zur Klä­rung uni­ons­recht­li­cher Fra­gen ange­ru­fen, die die Kin­der­geld­be­rech­ti­gung von vor­über­ge­hend in Deutsch­land beschäf­tig­ten EU-Staats­an­ge­hö­ri­gen betref­fen.
Die Klä­ger der bei­den beim Bun­des­fi­nanz­hof anhän­gi­gen Aus­gangs­ver­fah­ren sind pol­ni­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge. Sie begeh­ren für die Mona­te, in denen sie in Deutsch­land als ent­sand­ter Arbeit­neh­mer bzw. als Sai­son­ar­beit­neh­mer beschäf­tigt waren, deut­sches Kin­der­geld für ihre in Polen leben­den Kin­der. Nach den ein­schlä­gi­gen gemein­schafts- bzw. uni­ons­recht­li­chen Vor­schrif­ten, denen zufol­ge Arbeit­neh­mer grund­sätz­lich dem Sys­tem der sozia­len Sicher­heit nur eines Mit­glied­staats unter­lie­gen, sind auf die Klä­ger an sich (nur) die pol­ni­schen Rechts­vor­schrif­ten anzu­wen­den. Danach haben sie selbst dann kei­nen Anspruch auf deut­sches Kin­der­geld, wenn sie im Übri­gen die Vor­aus­set­zun­gen der deut­schen Kin­der­geld­vor­schrif­ten erfül­len.
Ein Anspruch auf deut­sches Kin­der­geld könn­te sich jedoch aus Grund­sät­zen zur Aus­le­gung des Gemein­schafts­rechts bzw. Uni­ons­rechts erge­ben, die der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on in sei­nem Bos­mann-Urteil aus dem Jahr 2008 auf­ge­stellt hat [1]. Dort ging es um eine in Deutsch­land wohn­haf­te bel­gi­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge (Frau Bos­mann), die zunächst deut­sches Kin­der­geld für ihre bei­den eben­falls in Deutsch­land woh­nen­den und hier stu­die­ren­den Kin­der erhal­ten hat­te. Nach­dem Frau Bos­mann eine Erwerbs­tä­tig­keit in den Nie­der­lan­den auf­ge­nom­men hat­te, unter­lag sie nach den ein­schlä­gi­gen gemein­schafts- bzw. uni­ons­recht­li­chen Rege­lun­gen nun den nie­der­län­di­schen Rechts­vor­schrif­ten. Dem­entspre­chend erhielt sie kein deut­sches Kin­der­geld mehr. Da in den Nie­der­lan­den für voll­jäh­ri­ge Kin­der kein Kin­der­geld gewährt wird, erhielt Frau Bos­mann aber auch dort für ihre Kin­der kein Kin­der­geld. Das mit dem Fall sei­ner­zeit befass­te Finanz­ge­richt rief den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on an. Die­ser ent­schied, dass die ein­schlä­gi­gen gemein­schafts- bzw. uni­ons­recht­li­chen Vor­schrif­ten die deut­schen Behör­den zwar nicht ver­pflich­ten, Frau Bos­mann Kin­der­geld zu gewäh­ren, dass sie Deutsch­land als "Wohn­staat" aber auch nicht dar­an hin­dern, einer hier wohn­haf­ten Per­son nach deut­schem Recht Fami­li­en­bei­hil­fen zu gewäh­ren.
Die­ses Bos­mann-Urteil des EuGH wirft nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs eine Viel­zahl von Fra­gen auf, die auch für die Ent­schei­dung der nun vor­ge­leg­ten Ver­fah­ren von Bedeu­tung sind. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat die­se bei­den bei ihm anhän­gi­gen Ver­fah­ren daher aus­ge­setzt und dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on die­se Fra­gen zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt.
Aus­schluss des deut­schen Sozi­al­rechts­sta­tuts für ent­sand­te Arbeit­neh­mer?
Deut­sches Sozi­al­rechts­sta­tut bei feh­len­dem Anspruch im Wohn­sitz­staat?
Deut­sches Sozi­al­rechts­sta­tut bei ver­gleich­ba­rer Leis­tung im Wohn­sitz­staat
Sozi­al­rechts­sta­tut bei Anspruchs­ku­mu­la­ti­on
Deut­sches Sozi­al­rechts­sta­tut ohne deut­schen Wohn­sitz?
Aus­schluss des deut­schen Sozi­al­rechts­sta­tuts für ent­sand­te Arbeit­neh­mer?[↑]
Dem EuGH wer­den fol­gen­de Rechts­fra­gen zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt:
1. Ist Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 dahin aus­zu­le­gen, dass er dem danach nicht zustän­di­gen Mit­glied­staat, in den ein Arbeit­neh­mer ent­sandt wird und der auch nicht der Wohn­mit­glied­staat der Kin­der des Arbeit­neh­mers ist, jeden­falls dann die Befug­nis nimmt, dem ent­sand­ten Arbeit­neh­mer Fami­li­en­leis­tun­gen zu gewäh­ren, wenn der Arbeit­neh­mer durch sei­ne Ent­sen­dung in die­sen Mit­glied­staat kei­nen Rechts­nach­teil erlei­det?
(Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 21.10.2010 – III R 5/​09)
In den Art. 13 ff. der für den Streit­zeit­raum noch maß­ge­ben­den VO Nr. 1408/​71 [2] wird bestimmt, wel­che Rechts­vor­schrif­ten auf inner­halb der Euro­päi­schen Gemein­schaft zu- und abwan­dern­de Erwerbs­tä­ti­ge anzu­wen­den sind. Die Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 bezwe­cken u.a., dass die Betrof­fe­nen grund­sätz­lich dem Sys­tem der sozia­len Sicher­heit nur eines ein­zi­gen Mit­glied­staats unter­lie­gen, so dass die Kumu­lie­rung anwend­ba­rer Rechts­vor­schrif­ten und die Schwie­rig­kei­ten, die sich dar­aus erge­ben kön­nen, ver­mie­den wer­den. Die­ser Grund­satz kommt ins­be­son­de­re in Art. 13 Abs. 1 der VO Nr. 1408/​71 zum Aus­druck [3].
Nach Art. 13 Abs. 2 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 unter­liegt eine Per­son, die im Gebiet eines Mit­glied­staats abhän­gig beschäf­tigt ist, den Rechts­vor­schrif­ten die­ses Staa­tes, und zwar auch dann, wenn sie im Gebiet eines ande­ren Mit­glied­staats wohnt. Eine Aus­nah­me von die­sem Grund­satz gilt nach Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 für ent­sand­te Arbeit­neh­mer. Wird eine Per­son im Gebiet eines Mit­glied­staats von einem Unter­neh­men, dem sie gewöhn­lich ange­hört, abhän­gig beschäf­tigt und von die­sem Unter­neh­men zur Aus­füh­rung einer Arbeit für des­sen Rech­nung in das Gebiet eines ande­ren Mit­glied­staats ent­sandt, unter­liegt sie wei­ter­hin den Rechts­vor­schrif­ten des ers­ten Mit­glied­staats, sofern die vor­aus­sicht­li­che Dau­er die­ser Arbeit zwölf Mona­te nicht über­schrei­tet und sie nicht eine ande­re Per­son ablöst, für wel­che die Ent­sen­dungs­zeit abge­lau­fen ist.
Da der Klä­ger im Streit­zeit­raum in der Bun­des­re­pu­blik als ent­sand­ter Arbeit­neh­mer im Sin­ne des Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 tätig war, unter­liegt er für den Zeit­raum der Ent­sen­dung wei­ter­hin den pol­ni­schen Rechts­vor­schrif­ten.
Nach (bis­lang) stän­di­ger Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on bil­den die Vor­schrif­ten der VO Nr. 1408/​71 ein geschlos­se­nes Sys­tem von Kol­li­si­ons­nor­men, das den natio­na­len Gesetz­ge­bern die Befug­nis nimmt, in die­sem Bereich den Gel­tungs­be­reich und die Anwen­dungs­vor­aus­set­zun­gen ihrer natio­na­len Rechts­vor­schrif­ten im Hin­blick dar­auf zu bestim­men, wel­che Per­so­nen ihnen unter­lie­gen und in wel­chem Gebiet sie ihre Wir­kung ent­fal­ten sol­len [4].
Dem fol­gend geht auch der Bun­des­fi­nanz­hof in stän­di­ger Recht­spre­chung davon aus, dass eine Per­son, die nach den Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 den Rechts­vor­schrif­ten eines ande­ren Mit­glied­staats unter­liegt, auch dann kei­nen Anspruch auf deut­sches Kin­der­geld hat, wenn sie an sich die Vor­aus­set­zun­gen der §§ 62 ff. EStG erfüllt [5].
Den Grund­satz, dass ein Arbeit­neh­mer, für den –wie hier für den Klä­ger– die VO Nr. 1408/​71 gilt, den Rechts­vor­schrif­ten nur eines Mit­glied­staats unter­liegt, hat der EuGH auch in sei­nem Bos­mann-Urteil [EuGH, Urteil in Slg. 2008, I‑3827)) erneut betont [6]. In Anwen­dung der Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 kam der EuGH daher auch im Fall Bos­mann zunächst zu dem Ergeb­nis, dass Frau Bos­mann nach Art. 13 Abs. 2 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 den nie­der­län­di­schen Rechts­vor­schrif­ten unter­fal­le, wes­halb die Bun­des­re­pu­blik gemein­schafts­recht­lich nicht ver­pflich­tet sei, Frau Bos­mann Kin­der­geld zu gewäh­ren. Der EuGH hielt es dann aller­dings nicht (mehr) für aus­ge­schlos­sen, dass die Bun­des­re­pu­blik auch als nicht nach den Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 zustän­di­ger Staat Kin­der­geld gewäh­ren kön­ne und erin­ner­te in die­sem Zusam­men­hang ins­be­son­de­re dar­an, dass die Bestim­mun­gen der VO Nr. 1408/​71 im Licht des Art. 42 des Ver­tra­ges zur Grün­dung der Euro­päi­schen Gemein­schaft (EG) aus­zu­le­gen sei­en, der die Frei­zü­gig­keit der Arbeit­neh­mer erleich­tern sol­le und u.a. impli­zie­re, dass Wan­der­ar­beit­neh­mer nicht des­halb Ansprü­che auf Leis­tun­gen der sozia­len Sicher­heit ver­lie­ren oder gerin­ge­re Leis­tun­gen erhal­ten dür­fen, weil sie das ihnen vom EG-Ver­trag ver­lie­he­ne Recht auf Frei­zü­gig­keit aus­ge­übt haben [7]. Der EuGH kam daher zu dem Ergeb­nis, dass "unter den Umstän­den des Aus­gangs­ver­fah­rens" im Fall Bos­mann dem Wohn­mit­glied­staat nicht die Befug­nis abge­spro­chen wer­den kön­ne, den in sei­nem Gebiet wohn­haf­ten Per­so­nen Fami­li­en­bei­hil­fen zu gewäh­ren [8].
Die "Umstän­de des Aus­gangs­ver­fah­rens" im Fall Bos­mann waren dadurch gekenn­zeich­net, dass Frau Bos­mann mit ihren voll­jäh­ri­gen Kin­dern in der Bun­des­re­pu­blik wohn­te und hier einen Anspruch auf Kin­der­geld hat­te. Da sie in Aus­übung ihres Rechts auf Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit eine Beschäf­ti­gung in den Nie­der­lan­den auf­nahm und die –nach Art. 13 Abs. 2 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 auf sie nun­mehr anzu­wen­den­den– nie­der­län­di­schen Rechts­vor­schrif­ten für voll­jäh­ri­ge Kin­der kein Kin­der­geld vor­sa­hen, ver­lor sie ihren im Wohn­sitz­staat bestehen­den Kin­der­geld­an­spruch. Sie erlitt also infol­ge der Aus­übung ihres Frei­zü­gig­keits­rechts und dem damit in ihrem Fall ver­bun­de­nen Wech­sel des Sozi­al­rechts­sta­tuts einen Rechts­nach­teil.
Dass die Bestim­mun­gen der VO Nr. 1408/​71 im Licht des Art. 42 EG (jetzt: Art. 48 AEUV) aus­zu­le­gen sind, ent­spricht stän­di­ger Recht­spre­chung des EuGH. Danach sol­len die Art. 39 bis 42 EG (jetzt: Art. 45 bis 48 AEUV) sowie die zu ihrer Durch­füh­rung erlas­se­nen gemein­schafts­recht­li­chen Vor­schrif­ten wie ins­be­son­de­re die VO Nr. 1408/​71 ver­hin­dern, dass ein Arbeit­neh­mer von sei­nem Recht auf Frei­zü­gig­keit des­halb kei­nen Gebrauch macht, weil er dadurch Nach­tei­le erlei­det [9].
Die­se Recht­spre­chung galt bis­lang aller­dings nicht für die Bestim­mun­gen des anzu­wen­den­den Rechts –Titel II der VO Nr. 1408/​71– [10]. Die Bedeu­tung des Urteils im Fall Bos­mann besteht nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs daher in der Über­tra­gung der Rechts­grund­sät­ze auch auf die­se Bestim­mun­gen. Danach soll ein nach Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 nicht zustän­di­ger Mit­glied­staat dann die Befug­nis haben, einem Wan­der­ar­beit­neh­mer Fami­li­en­leis­tun­gen nach sei­nem natio­na­len Recht zu gewäh­ren, wenn die­ser sonst einen Rechts­nach­teil erlei­det, weil er von sei­nem Recht auf Frei­zü­gig­keit Gebrauch macht.
Dage­gen lässt sich dem Urteil des EuGH im Fall Bos­mann nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs nicht ent­neh­men, dass ein nach den Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 nicht zustän­di­ger Mit­glied­staat nun gene­rell einem Wan­der­ar­beit­neh­mer Fami­li­en­leis­tun­gen nach sei­nem natio­na­len Recht soll gewäh­ren kön­nen, d.h. unab­hän­gig davon, ob der Wan­der­ar­beit­neh­mer dadurch, dass er von sei­nem Recht auf Frei­zü­gig­keit Gebrauch macht, einen Rechts­nach­teil erlei­det. Für eine solch weit­rei­chen­de Befug­nis besteht kein Bedürf­nis. Sie wider­sprä­che zudem dem Zweck der Ver­ord­nung, der auch dar­in besteht, die Kumu­lie­rung anwend­ba­rer natio­na­ler Rechts­vor­schrif­ten und die sich dar­aus erge­ben­den Schwie­rig­kei­ten zu ver­mei­den.
Die im Fall Bos­mann auf­ge­stell­ten Rechts­grund­sät­ze kön­nen nach Ansicht des vor­le­gen­den Bun­des­fi­nanz­hofs nicht auf einen Fall wie den des Klä­gers über­tra­gen wer­den. Denn er erlei­det durch sei­ne vor­über­ge­hen­de Tätig­keit in der Bun­des­re­pu­blik kei­nen Rechts­nach­teil.
Die auf den Klä­ger anzu­wen­den­den Rechts­vor­schrif­ten bestim­men sich –anders als im Fall von Frau Bos­mann– nicht nach Art. 13 Abs. 2 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71, son­dern nach Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71. Die­se Vor­schrift hat nach der Recht­spre­chung des EuGH ins­be­son­de­re das Ziel, die Dienst­leis­tungs­frei­heit zuguns­ten von Unter­neh­men zu för­dern, die Arbeit­neh­mer in ande­re Mit­glied­staa­ten als den Staat ihrer Betriebs­stät­te ent­sen­den. Die­se Bestim­mung soll Hin­der­nis­se für die Frei­zü­gig­keit der Arbeit­neh­mer über­win­den hel­fen sowie die gegen­sei­ti­ge wirt­schaft­li­che Durch­drin­gung för­dern und dabei admi­nis­tra­ti­ve Schwie­rig­kei­ten ins­be­son­de­re für die Arbeit­neh­mer und die Unter­neh­men ver­mei­den. Ohne die Rege­lung in Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 wäre ein in einem Mit­glied­staat ansäs­si­ges Unter­neh­men ver­pflich­tet, sei­ne im Übri­gen dem Sys­tem der sozia­len Sicher­heit die­ses Staa­tes unter­lie­gen­den Arbeit­neh­mer beim ent­spre­chen­den Sys­tem eines ande­ren Mit­glied­staats anzu­mel­den, wenn sie zur Ver­rich­tung von Arbei­ten von begrenz­ter Dau­er in die­sen ent­sandt wer­den; das wür­de die Inan­spruch­nah­me der Dienst­leis­tungs­frei­heit erschwe­ren. Um dies zu ver­mei­den, kann es das Unter­neh­men nach Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 bei der Anmel­dung sei­ner Arbeit­neh­mer beim Sys­tem des ers­ten Mit­glied­staats belas­sen [11].
Anders als bei Anwen­dung des für Frau Bos­mann maß­geb­li­chen Art. 13 Abs. 2 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 ändert sich also bei Anwen­dung des Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 das auf den Arbeit­neh­mer anwend­ba­re Sozi­al­rechts­sta­tut nicht. Die­se Bestim­mung schützt damit gera­de auch das Inter­es­se des Arbeit­neh­mers, in sei­ner bis­he­ri­gen Sozi­al­ver­si­che­rungs­ord­nung zu ver­blei­ben und ver­mei­det damit die mit einem Wech­sel des Sozi­al­ver­si­che­rungs­sys­tems ver­bun­de­nen Nach­tei­le. Die vor­über­ge­hen­de Aus­lands­be­schäf­ti­gung führt weder zum Ver­lust des bis­he­ri­gen noch zum Erwerb des Sozi­al­rechts­sta­tuts im Staat der vor­über­ge­hen­den Tätig­keit. Daher kann der ent­sand­te Arbeit­neh­mer durch sei­ne Tätig­keit in dem ande­ren Mit­glied­staat auch kei­ne ihm bis­lang zuste­hen­den Rech­te ver­lie­ren – er kann ledig­lich Rech­te, die ihm bis­lang nicht zustan­den, nicht erwer­ben.
Unge­ach­tet der Fra­ge, ob und ggf. inwie­weit sich der Klä­ger als pol­ni­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger im Streit­zeit­raum nach Maß­ga­be der Bei­tritts­ak­te [12] über­haupt schon auf die Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit des Art. 39 EG beru­fen konn­te, hat er also –anders als Frau Bos­mann– infol­ge der Aus­übung die­ses Rechts kei­nen Rechts­ver­lust erlit­ten. Denn auf ihn blie­ben auch wäh­rend sei­ner Ent­sen­dung in die Bun­des­re­pu­blik wei­ter­hin die pol­ni­schen Rechts­vor­schrif­ten anwend­bar. Die Anwen­dung des Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 führ­te ledig­lich dazu, dass er den für ihn güns­ti­ge­ren deut­schen Kin­der­geld­an­spruch nicht erwer­ben konn­te. Eine sol­che Mög­lich­keit hät­te sich ihm aber auch dann nicht gebo­ten, wenn er sei­ne Tätig­keit wei­ter­hin in Polen aus­ge­übt hät­te.
Dar­über hin­aus unter­schei­den sich der Fall des Klä­gers und der­je­ni­ge von Frau Bos­mann in einem wei­te­ren, nach Ansicht des vor­le­gen­den Senats erheb­li­chen Umstand, der einer Über­tra­gung der Grund­sät­ze des Bos­mann-Urteils auf den des Klä­gers ent­ge­gen ste­hen könn­te. Denn abge­se­hen davon, dass die Bun­des­re­pu­blik nicht der nach den Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 zustän­di­ge Mit­glied­staat ist, ist sie –anders als im Fall von Frau Bos­mann– auch nicht der Wohn­mit­glied­staat der Kin­der, aus des­sen Recht sich ein nach der VO Nr. 1408/​71 bzw. der Durch­füh­rungs-VO Nr. 574/​72 [13] zu berück­sich­ti­gen­der kon­kur­rie­ren­der Anspruch auf Fami­li­en­leis­tun­gen erge­ben könn­te.
Wäh­rend sich im Fall Bos­mann nicht nur ihr Wohn­sitz, son­dern auch der ihrer Kin­der in der Bun­des­re­pu­blik befan­den, liegt der Fami­li­en­wohn­sitz des Klä­gers, an dem er zusam­men mit sei­ner Ehe­frau und der gemein­sa­men Toch­ter lebt, in Polen. Ein Anspruch im Wohn­mit­glied­staat des Kin­des, des­sen Berück­sich­ti­gung Art. 76 der VO Nr. 1408/​71 bzw. Art. 10 der VO Nr. 574/​72 grund­sätz­lich neben dem Anspruch nach den nach Titel II zu bestim­men­den Rechts­vor­schrif­ten zulas­sen, schei­ter­te im Fall von Frau Bos­mann am Feh­len einer Anspruchs­ku­mu­lie­rung, da im (abwei­chen­den) Beschäf­ti­gungs­mit­glied­staat (Nie­der­lan­de) gera­de kein Anspruch bestand. Anders stellt sich die Situa­ti­on des Klä­gers dar. Da sei­ne Toch­ter in Polen lebt, kann sich ein etwa für sie auf­grund ihres Wohn­sit­zes zu berück­sich­ti­gen­der Anspruch nur aus pol­ni­schem Recht erge­ben. Die im Rah­men der VO Nr. 1408/​71 bzw. der VO Nr. 574/​72 grund­sätz­lich zu berück­sich­ti­gen­den kon­kur­rie­ren­den Ansprü­che nach dem Recht des zustän­di­gen Staa­tes einer­seits und nach dem Recht des Wohn­mit­glied­staats des Kin­des ande­rer­seits rich­ten sich im Fall des Klä­gers –anders als in dem Fall von Frau Bos­mann– also aus­schließ­lich nach pol­ni­schem Recht.
Nach Auf­fas­sung des Bun­des­fi­nanz­hofs gel­ten trotz der Aus­nah­me im Fall Bos­mann die Grund­sät­ze der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des EuGH zu den Vor­schrif­ten des Titels II der VO Nr. 1408/​71 als geschlos­se­nes Sys­tem von Kol­li­si­ons­nor­men wei­ter­hin. Im Regel­fall sind die natio­na­len Gesetz­ge­ber daher nicht befugt, im Bereich der Kol­li­si­ons­nor­men den Gel­tungs­be­reich und die Anwen­dungs­vor­aus­set­zun­gen ihrer natio­na­len Rechts­vor­schrif­ten im Hin­blick dar­auf zu bestim­men, wel­che Per­so­nen ihnen unter­lie­gen und in wel­chem Gebiet sie gel­ten sol­len. Der vor­le­gen­de Senat geht davon aus, dass der EuGH (neben den bereits in der VO Nr. 1408/​71 selbst vor­ge­se­he­nen Aus­nah­men wie z.B. Art. 76) eine Durch­bre­chung die­ses Aus­schließ­lich­keits­prin­zips nur dann für gebo­ten erach­tet, wenn andern­falls ein Wan­der­ar­beit­neh­mer infol­ge der Aus­übung sei­nes Rechts auf Frei­zü­gig­keit einen Rechts­nach­teil erlei­den wür­de. Gel­ten für den Arbeit­neh­mer nach Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 wäh­rend sei­ner (vor­über­ge­hen­den) Tätig­keit in einem ande­ren Mit­glied­staat wei­ter­hin die bis­her auf ihn anwend­ba­ren Rechts­vor­schrif­ten, ist nach Ansicht des vor­le­gen­den Senats der nicht zustän­di­ge Mit­glied­staat daher auch dann nicht berech­tigt, nach sei­nem natio­na­len Recht Fami­li­en­leis­tun­gen zu gewäh­ren, wenn sich die­se Mög­lich­keit tat­säch­lich aus sei­nen Rechts­vor­schrif­ten ergibt.
Sind deut­sche Vor­schrif­ten auf eine Per­son in der Situa­ti­on des Klä­gers nicht anwend­bar, steht dem Klä­ger kein Kin­der­geld zu. Steht der Bun­des­re­pu­blik hin­ge­gen die Befug­nis zu, auch einem im Sin­ne des Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 in ihr Gebiet ent­sand­ten Arbeit­neh­mer unab­hän­gig vom Ein­tritt eines Rechts­nach­teils Kin­der­geld nach den §§ 62 ff. EStG zu gewäh­ren, hängt die Erfolgs­aus­sicht der Revi­si­on von der Beant­wor­tung der wei­te­ren Vor­la­ge­fra­gen ab. Denn der Klä­ger erfüllt im Streit­zeit­raum –lässt man die Fra­ge des Anspruchs­aus­schlus­ses nach § 65 EStG zunächst außer Betracht (dazu Vor­la­ge­fra­ge 3)– die Vor­aus­set­zun­gen eines Kin­der­geld­an­spruchs nach den §§ 62 ff. EStG.
Deut­sches Sozi­al­rechts­sta­tut bei feh­len­dem Anspruch im Wohn­sitz­staat?[↑]
2. Für den Fall, dass die ers­te Fra­ge ver­neint wird:
Ist Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 dahin aus­zu­le­gen, dass der nicht zustän­di­ge Mit­glied­staat, in den ein Arbeit­neh­mer ent­sandt wird, jeden­falls nur befugt ist, Fami­li­en­leis­tun­gen zu gewäh­ren, wenn fest­steht, dass in dem ande­ren Mit­glied­staat kein Anspruch auf ver­gleich­ba­re Fami­li­en­leis­tun­gen besteht?
Geht man –anders als der Bun­des­fi­nanz­hof– davon aus, dass auch in einem Fall wie dem des Klä­gers die VO Nr. 1408/​71 den nicht zustän­di­gen Mit­glied­staat nicht dar­an hin­dert, Fami­li­en­leis­tun­gen nach sei­nem natio­na­len Recht zu gewäh­ren, stellt sich die wei­te­re Fra­ge, ob dies nur gilt, wenn in dem ande­ren Mit­glied­staat kein Anspruch auf ver­gleich­ba­re Fami­li­en­leis­tun­gen besteht, oder ob die Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 den nicht zustän­di­gen Staat gene­rell nicht dar­an hin­dern, nach sei­nem natio­na­len Recht zu bestim­men, ob und ggf. unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen er als nach der VO Nr. 1408/​71 nicht zustän­di­ger Staat gleich­wohl Fami­li­en­leis­tun­gen gewäh­ren will.
Im Fall Bos­mann stand fest, dass Frau Bos­mann nach den auf sie nach Art. 13 Abs. 2 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 anwend­ba­ren nie­der­län­di­schen Vor­schrif­ten wegen des Alters ihrer Kin­der kei­nen Anspruch auf Kin­der­geld hat­te. Die­se Fest­stel­lung lag auch den dort gestell­ten Vor­la­ge­fra­gen zugrun­de [14]. Dem Urteil im Fall Bos­mann lässt sich daher nicht mit der erfor­der­li­chen Ein­deu­tig­keit ent­neh­men, ob der EuGH die Befug­nis des nicht zustän­di­gen Mit­glied­staats zur Anwen­dung sei­nes natio­na­len Rechts von der Fest­stel­lung abhän­gig macht, dass im zustän­di­gen Mit­glied­staat kein Anspruch auf ver­gleich­ba­re Fami­li­en­leis­tun­gen besteht.
Ist die­se Befug­nis von einer sol­chen Fest­stel­lung abhän­gig, hat der Klä­ger kei­nen Kin­der­geld­an­spruch, denn es steht fest, dass in Polen für sei­ne Toch­ter im Streit­zeit­raum ein Anspruch auf Fami­li­en­leis­tun­gen bestand und ent­spre­chen­de Leis­tun­gen auch aus­ge­zahlt wur­den. Besteht die Befug­nis des nicht zustän­di­gen Mit­glied­staats, Fami­li­en­leis­tun­gen nach sei­nem Recht zu gewäh­ren hin­ge­gen gene­rell, kommt es für die Ent­schei­dung des Revi­si­ons­ver­fah­rens dar­auf an, ob neben den dann anzu­wen­den­den §§ 62 ff. EStG auch § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 65 Abs. 2 EStG anwend­bar ist (Vor­la­ge­fra­ge 3). Ist dies der Fall, ist die Revi­si­on als unbe­grün­det zurück­zu­wei­sen, denn nach die­ser Vor­schrift wird kein Kin­der­geld –auch nicht in Höhe einer etwa gege­be­nen Dif­fe­renz zu einem nied­ri­ge­ren aus­län­di­schen Anspruch– für ein Kind gezahlt, für das –wie hier in Polen– dem Kin­der­geld ver­gleich­ba­re Leis­tun­gen im Aus­land zu zah­len sind oder bei ent­spre­chen­der Antrag­stel­lung zu zah­len wären. Ist § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 65 Abs. 2 EStG hin­ge­gen wegen des Anwen­dungs­vor­rangs des Gemein­schafts- bzw. Uni­ons­rechts oder wegen Unver­ein­bar­keit mit dem Gemein­schafts- bzw. Uni­ons­recht nicht anwend­bar, steht dem Klä­ger Kin­der­geld (auch) nach deut­schem Recht zu und es stellt sich die Fra­ge, wie die dann gege­be­ne Kumu­la­ti­on von Ansprü­chen zu lösen ist (Vor­la­ge­fra­ge 4).
Deut­sches Sozi­al­rechts­sta­tut bei ver­gleich­ba­rer Leis­tung im Wohn­sitz­staat[↑]
3. Falls auch die­se Fra­ge ver­neint wird:
Ste­hen dann gemein­schafts- bzw. uni­ons­recht­li­che Vor­schrif­ten einer natio­na­len Rechts­vor­schrift wie § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 65 Abs. 2 EStG ent­ge­gen, die einen Anspruch auf Fami­li­en­leis­tun­gen aus­schließt, wenn eine ver­gleich­ba­re Leis­tung im Aus­land zu zah­len ist oder bei ent­spre­chen­der Antrag­stel­lung zu zah­len wäre?
Geht man davon aus, dass der nach den Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 nicht zustän­di­ge Mit­glied­staat gene­rell die Befug­nis hat, Fami­li­en­leis­tun­gen nach sei­nem natio­na­len Recht zu gewäh­ren, steht nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs Gemein­schafts­recht bzw. Uni­ons­recht der Anwen­dung einer Vor­schrift wie der des § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 65 Abs. 2 EStG nicht ent­ge­gen.
Wegen des Anwen­dungs­vor­rangs des Gemein­schafts­rechts bzw. Uni­ons­rechts ist § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 65 Abs. 2 EStG im Anwen­dungs­be­reich der Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 nach stän­di­ger Recht­spre­chung deut­scher Gerich­te [15] zwar grund­sätz­lich nicht anzu­wen­den. Ein sol­cher Fall des Anwen­dungs­vor­rangs ist hier nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs jedoch nicht gege­ben. Geht man davon aus, dass ein in Anwen­dung der vor­ran­gig anzu­wen­den­den Rechts­vor­schrif­ten der VO Nr. 1408/​71 gera­de nicht zustän­di­ger Mit­glied­staat gleich­wohl die Befug­nis hat zu bestim­men, ob und ggf. unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen er in die­sem Fall Fami­li­en­leis­tun­gen gewäh­ren will, muss er auch ent­schei­den dür­fen, ob und ggf. in wel­cher Wei­se er berück­sich­ti­gen will, dass in einem ande­ren, ins­be­son­de­re in dem nach der VO Nr. 1408/​71 zustän­di­gen Mit­glied­staat ein Anspruch auf eine ver­gleich­ba­re Leis­tung besteht.
Einer Vor­schrift wie der des § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 65 Abs. 2 EStG steht in einem sol­chen Fall nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs auch Gemein­schafts­recht bzw. Uni­ons­recht im Übri­gen nicht ent­ge­gen. Unge­ach­tet der Fra­ge, ob sich ein pol­ni­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger wie der Klä­ger im Streit­zeit­raum Febru­ar bis Dezem­ber 2006 im Hin­blick auf die Über­gangs­re­ge­lun­gen in der Bei­tritts­ak­te bereits auf die Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit des Art. 39 EG (jetzt Art. 45 AEUV) beru­fen konn­te, steht die­ses Frei­zü­gig­keits­recht der Anwen­dung einer Vor­schrift wie § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 65 Abs. 2 EStG in einem Fall wie dem des Klä­gers jeden­falls nicht ent­ge­gen.
Auf den Klä­ger sind nach Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 nur pol­ni­sche Rechts­vor­schrif­ten anzu­wen­den, ohne dass inso­weit ein Ver­stoß gegen die Arbeit­neh­mer­frei­zü­gig­keit vor­liegt. Besteht damit für den nicht zustän­di­gen Staat (hier: die Bun­des­re­pu­blik) im Hin­blick auf Art. 39 EG schon kei­ne Ver­pflich­tung, in einem sol­chen Fall über­haupt Fami­li­en­leis­tun­gen zu gewäh­ren, so kann Art. 39 EG den nicht zustän­di­gen Staat auch nicht dar­an hin­dern, Fami­li­en­leis­tun­gen jeden­falls nur dann zu gewäh­ren, wenn im zustän­di­gen Mit­glied­staat kein Anspruch auf ver­gleich­ba­re Fami­li­en­leis­tun­gen besteht.
Der Anwen­dung des § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 65 Abs. 2 EStG ste­hen in einem Fall wie dem des Klä­gers auch gemein­schafts­recht­li­che bzw. uni­ons­recht­li­che Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bo­te nicht ent­ge­gen.
Der Klä­ger wird als in die Bun­des­re­pu­blik ent­sand­ter Arbeit­neh­mer durch die Anwen­dung des § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 65 Abs. 2 EStG ins­be­son­de­re nicht gegen­über in der Bun­des­re­pu­blik nicht nur vor­über­ge­hend Beschäf­tig­ten dis­kri­mi­niert. Denn die Situa­ti­on eines ent­sand­ten und damit nur vor­über­ge­hend im Inland täti­gen Arbeit­neh­mers ist schon nicht ver­gleich­bar mit der Situa­ti­on eines im Inland nicht nur vor­über­ge­hend Beschäf­tig­ten. Anders als im Inland nicht nur vor­über­ge­hend Beschäf­tig­te ver­lan­gen ent­sand­te Arbeit­neh­mer kei­nen Zutritt zum Arbeits­markt des Staa­tes, in den sie ent­sandt wer­den, da sie nach Erfül­lung ihrer Auf­ga­be in ihr Her­kunfts- oder Wohn­sitz­land zurück­keh­ren [16]. Ent­sand­te Arbeit­neh­mer sol­len nach Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 auch nicht mit den Arbeit­neh­mern des Mit­glied­staats gleich­be­han­delt wer­den, in den sie ent­sandt wer­den, son­dern mit den Arbeit­neh­mern des Mit­glied­staats, aus des­sen Gebiet sie in das Gebiet eines ande­ren Mit­glied­staats ent­sandt wer­den. Inso­weit stellt Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 eine beson­de­re Bestim­mung im Sin­ne des Art. 3 Abs. 1, 2. Halb­satz der VO Nr. 1408/​71 dar.
Sozi­al­rechts­sta­tut bei Anspruchs­ku­mu­la­ti­on[↑]
4. Falls die­se Fra­ge bejaht wird:
Wie ist die dann gege­be­ne Kumu­la­ti­on des Anspruchs im zustän­di­gen Staat, der zugleich Wohn­mit­glied­staat der Kin­der ist, und des Anspruchs im nicht zustän­di­gen Staat, der auch nicht Wohn­mit­glied­staat der Kin­der ist, zu lösen?
Falls Gemein­schafts- bzw. Uni­ons­recht der Anwen­dung einer natio­na­len Rechts­vor­schrift wie § 65 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 65 Abs. 2 EStG ent­ge­gen­steht, stellt sich die Fra­ge, wie eine dann gege­be­ne Anspruchs­ku­mu­la­ti­on zu lösen ist.
Die Anti­ku­mu­lie­rungs­re­geln des Art. 76 der VO Nr. 1408/​71 und des Art. 10 der VO Nr. 574/​72 dürf­ten auf eine sol­che Sach­la­ge kei­ne Anwen­dung fin­den. Denn durch die­se Regeln soll eine Kumu­lie­rung der Ansprü­che nach den Rechts­vor­schrif­ten des Staa­tes, in dem die Kin­der woh­nen, mit den­je­ni­gen nach den Rechts­vor­schrif­ten des zustän­di­gen Staa­tes ver­hin­dert wer­den. Im Fall des Klä­gers besteht aber kei­ne sol­che Anspruchs­ku­mu­lie­rung, da sowohl zustän­di­ger Staat als auch Wohn­mit­glied­staat der Kin­der Polen ist.
Wie die gege­be­ne Kumu­la­ti­on die­ses nach pol­ni­schem Recht gege­be­nen Anspruchs und des (in der Regel höhe­ren) Anspruchs nach deut­schem Recht als dem Recht des nicht zustän­di­gen Staa­tes, der auch nicht Wohn­mit­glied­staat der Kin­der ist, zu lösen ist, bedarf als Aus­le­gung einer gemein­schafts­recht­li­chen bzw. uni­ons­recht­li­chen Fra­ge eben­falls der Klä­rung durch den EuGH.
Deut­sches Sozi­al­rechts­sta­tut ohne deut­schen Wohn­sitz?[↑]
Dem EuGH wird fol­gen­de Rechts­fra­ge zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt:
Ist Art. 14a Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 dahin aus­zu­le­gen, dass er dem danach nicht zustän­di­gen Mit­glied­staat jeden­falls dann die Befug­nis nimmt, nach sei­nem natio­na­len Recht dem nur vor­über­ge­hend in sei­nem Gebiet beschäf­tig­ten Arbeit­neh­mer Fami­li­en­leis­tun­gen zu gewäh­ren, wenn weder der Arbeit­neh­mer selbst noch sei­ne Kin­der in dem nicht zustän­di­gen Staat woh­nen oder sich dort gewöhn­lich auf­hal­ten?
(Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 21.10.2010 – III R 35/​10)
Nach Art. 14a Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 unter­liegt der Klä­ger auch wäh­rend des Streit­zeit­raums den pol­ni­schen Rechts­vor­schrif­ten. Nach die­ser Vor­schrift unter­liegt eine Per­son, die eine selb­stän­di­ge Tätig­keit gewöhn­lich in einem Mit­glied­staat aus­übt und die eine Arbeit im Gebiet eines ande­ren Mit­glied­staats aus­führt, wei­ter­hin den Rechts­vor­schrif­ten des ers­ten Mit­glied­staats, sofern die vor­aus­sicht­li­che Dau­er die­ser Arbeit zwölf Mona­te nicht über­schrei­tet.
Die­se Vor­aus­set­zun­gen lie­gen in dem zwei­ten beim Bun­des­fi­nanz­hof rechts­hän­gi­gen Fall vor: Der Klä­ger übt sei­ne selb­stän­di­ge Tätig­keit als Land­wirt gewöhn­lich in Polen aus und war nur für einen vor­über­ge­hen­den Zeit­raum von deut­lich weni­ger als zwölf Mona­ten in der Bun­des­re­pu­blik nicht­selb­stän­dig als Ern­te­hel­fer beschäf­tigt. Damit unter­lag er auch wäh­rend die­ser Tätig­keit in der Bun­des­re­pu­blik wei­ter­hin den pol­ni­schen Rechts­vor­schrif­ten.
Wie beschrie­ben ist der Bun­des­fi­nanz­hof der Ansicht, dass auch nach dem Bos­mann-Urteil des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on [17] der nach den Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 nicht zustän­di­ge Mit­glied­staat kei­ne Befug­nis hat, nach sei­nem natio­na­len Recht einer Per­son Fami­li­en­leis­tun­gen zu gewäh­ren, es sei denn, dass die­se Per­son andern­falls infol­ge der Wahr­neh­mung ihres Rechts auf Frei­zü­gig­keit einen Rechts­nach­teil erlei­den wür­de.
Der Klä­ger des vor­lie­gen­den Ver­fah­rens hat durch die vor­über­ge­hen­de Beschäf­ti­gung in der Bun­des­re­pu­blik kei­nen Rechts­nach­teil erlit­ten. Denn nach Art. 14a Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 blie­ben auch wäh­rend die­ser Zeit wei­ter­hin die pol­ni­schen Rechts­vor­schrif­ten auf ihn anwend­bar; es kam zu kei­nem Wech­sel des Sozi­al­rechts­sta­tuts, der einen Rechts­nach­teil hät­te mit sich brin­gen kön­nen. Inso­weit unter­schei­det sich der vor­lie­gen­de Fall nicht von dem, der dem Vor­la­ge­be­schluss des Senats in dem Ver­fah­ren III R 5/​09 zugrun­de liegt, in dem es um einen i.S. des Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 in die Bun­des­re­pu­blik ent­sand­ten pol­ni­schen Arbeit­neh­mer ging. Nach Ansicht des vor­le­gen­den Senats ist es inso­weit uner­heb­lich, dass der Klä­ger im Ver­fah­ren III R 5/​09 als ent­sand­ter Arbeit­neh­mer i.S. des Art. 14 Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 in einem aus­län­di­schen (pol­ni­schen) Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis stand, der Klä­ger des vor­lie­gen­den Ver­fah­rens hin­ge­gen in einem inlän­di­schen (deut­schen) Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis. Denn der maß­geb­li­che Grund dafür, dass die­se Per­so­nen nach Art. 14 Abs. 1 Buchst. a bzw. nach Art. 14a Abs. 1 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 auch wäh­rend ihrer tat­säch­li­chen Tätig­keit in der Bun­des­re­pu­blik wei­ter­hin den pol­ni­schen Rechts­vor­schrif­ten unter­la­gen, besteht dar­in, dass bei­de Klä­ger für ihre nur vor­über­ge­hen­den Tätig­kei­ten in der Bun­des­re­pu­blik ihr (pol­ni­sches) Sozi­al­rechts­sta­tut nicht soll­ten wech­seln müs­sen.
Soll­te dem nach den Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 nicht zustän­di­gen Mit­glied­staat aller­dings unab­hän­gig davon, ob die Aus­übung des Frei­zü­gig­keits­rechts zu einem Rechts­nach­teil führt, die Befug­nis zuste­hen, Fami­li­en­leis­tun­gen nach sei­nem Recht zu gewäh­ren, stellt sich für den vor­le­gen­den Senat die Fra­ge, ob eine sol­che Befug­nis auch dann bestehen soll, wenn, wie im vor­lie­gen­den Fall, weder der betrof­fe­ne Arbeit­neh­mer selbst noch sei­ne Kin­der im Gebiet des nicht zustän­di­gen Staa­tes woh­nen oder ihren gewöhn­li­chen Auf­ent­halt haben und sich ein Anspruch auf Fami­li­en­leis­tun­gen nach dem natio­na­len Recht nur des­halb erge­ben kann, weil die­ses –wie § 62 Abs. 1 EStG– einen sol­chen Anspruch auch für eine Per­son vor­sieht, die –wie der Klä­ger im Streit­zeit­raum– nach § 1 Abs. 3 EStG auf ihren Antrag hin als unbe­schränkt ein­kom­men­steu­er­pflich­tig behan­delt wird.
In sei­nem Bos­mann-Urteil [17] kam der EuGH zu dem Ergeb­nis, dass dem (nicht zustän­di­gen) Wohn­mit­glied­staat nicht die Befug­nis abge­spro­chen wer­den kön­ne, den in sei­nem Gebiet wohn­haf­ten Per­so­nen Fami­li­en­bei­hil­fen zu gewäh­ren; nach dem (auf Frau Bos­mann anzu­wen­den­den) Art. 13 Abs. 2 Buchst. a der VO Nr. 1408/​71 unter­lie­ge eine Per­son, die im Gebiet eines Mit­glied­staats abhän­gig beschäf­tigt sei, zwar den Rechts­vor­schrif­ten die­ses Staa­tes, auch wenn sie im Gebiet eines ande­ren Mit­glied­staats woh­ne, doch sol­le der Wohn­staat mit die­ser Ver­ord­nung nicht dar­an gehin­dert wer­den, die­ser Per­son nach sei­nem Recht Fami­li­en­bei­hil­fen zu gewäh­ren [18].
Nach der VO Nr. 1408/​71 und der Durch­füh­rungs-VO Nr. 574/​72 [19] wird neben dem Anspruch auf Fami­li­en­leis­tun­gen in dem nach den Art. 13 ff. der VO Nr. 1408/​71 zustän­di­gen Staat nur der Anspruch auf Fami­li­en­leis­tun­gen im Wohn­mit­glied­staat der Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen (hier: der Kin­der) berück­sich­tigt; nur für eine Kumu­lie­rung der­ar­ti­ger Ansprü­che sind in Art. 76 der VO Nr. 1408/​71 und in Art. 10 der VO Nr. 574/​72 Anti­ku­mu­lie­rungs­re­geln vor­ge­se­hen.
Im Fall Bos­mann befand sich nicht nur der Wohn­sitz von Frau Bos­mann, son­dern auch der ihrer Kin­der in der Bun­des­re­pu­blik. Der Anspruch im Wohn­mit­glied­staat der Kin­der, des­sen Berück­sich­ti­gung Art. 76 der VO Nr. 1408/​71 bzw. Art. 10 der VO Nr. 574/​72 grund­sätz­lich neben dem Anspruch im zustän­di­gen Staat zulas­sen, schei­ter­te im Fall von Frau Bos­mann am Feh­len einer Anspruchs­ku­mu­lie­rung, da im (abwei­chen­den) Beschäf­ti­gungs­mit­glied­staat (Nie­der­lan­de) gera­de kein Anspruch bestand. Der in der Bun­des­re­pu­blik bestehen­de Anspruch war jedoch ein nach der VO Nr. 1408/​71 und der VO Nr. 574/​72 grund­sätz­lich zu berück­sich­ti­gen­der Anspruch.
Anders stellt sich die Situa­ti­on im Fall des Klä­gers dar. Weder er noch sei­ne Kin­der hat­ten im Streit­zeit­raum in der Bun­des­re­pu­blik einen Wohn­sitz oder ihren gewöhn­li­chen Auf­ent­halt. Da die Kin­der in Polen leb­ten, konn­te sich ein etwa für sie auf­grund ihres Wohn­sit­zes zu berück­sich­ti­gen­der Anspruch nur aus pol­ni­schem Recht erge­ben. Die im Rah­men der VO Nr. 1408/​71 bzw. der VO Nr. 574/​72 grund­sätz­lich zu berück­sich­ti­gen­den kon­kur­rie­ren­den Ansprü­che nach dem Recht des zustän­di­gen Staa­tes einer­seits und nach dem Recht des Wohn­mit­glied­staats der Kin­der ande­rer­seits rich­ten sich im Fall des Klä­gers –anders als in dem Fall von Frau Bos­mann– also aus­schließ­lich nach pol­ni­schem Recht.
Ob der nicht zustän­di­ge Staat auch in einem sol­chen Fall die Befug­nis haben soll, Fami­li­en­leis­tun­gen nach sei­nem natio­na­len Recht zu gewäh­ren, hält der Bun­des­fi­nanz­hof für zwei­fel­haft. Es käme zu einer Anspruchs­ku­mu­lie­rung, die nach der VO Nr. 1408/​71 gera­de ver­mie­den wer­den soll und für die auch kei­ne Anti­ku­mu­lie­rungs­vor­schrif­ten vor­ge­se­hen sind. Für die­se Kumu­lie­rung besteht auch gemein­schafts- bzw. uni­ons­recht­lich kei­ne Not­wen­dig­keit, denn der Arbeit­neh­mer, der von sei­nem Recht auf Frei­zü­gig­keit Gebrauch macht, erlei­det dadurch in einem Fall wie dem des Klä­gers kei­nen Nach­teil, der ihn von der Aus­übung sei­nes Rechts abhal­ten könn­te. Denn er unter­fällt wei­ter­hin den schon bis­her auf ihn anwend­ba­ren Rechts­vor­schrif­ten.
Bun­des­fi­nanz­hof, Beschlüs­se vom 21. Okto­ber 2010 – III R 5/​09 und III R 35/​10
EuGH, Urteil vom 20. Mai 2008 – C‑352/​06 [Bos­mann], Slg. 2008, I‑3827[↩]
Ver­ord­nung (EWG) Nr. 1408/​71 des Rates vom 14.06.1971 zur Anwen­dung der Sys­te­me der sozia­len Sicher­heit auf Arbeit­neh­mer und Selb­stän­di­ge sowie deren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, die inner­halb der Gemein­schaft zu- und abwan­dern, in ihrer durch die Ver­ord­nung (EG) Nr. 118/​97 des Rates vom 02.12.1996, ABlEG 1997, Nr. L 28, S. 1, geän­der­ten und aktua­li­sier­ten Fas­sung, geän­dert durch die Ver­ord­nung (EG) Nr. 647/​2005 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 13.04.2005, ABlEU 2005 Nr. L 117, S. 1[↩]
z.B. EuGH, Urtei­le vom 12.06.1986 – C-302/​84 [Ten Hol­der], Slg. 1986, 1821 Rz 19 f.; [Bos­mann] in Slg. 2008, I‑3827 Rz 16; vom 14.10.2010 – C‑16/​09 [Schwem­mer], Rz 40[↩]
z.B. EuGH, Urtei­le [Ten Hol­der] in Slg. 1986, 1821; vom 10.07.1986 – C-60/​85 [Luij­ten], Slg. 1986, 2365 Rz 14; vom 11.11.2004 – C‑372/​02 [Ada­nez-Vega], Slg. 2004, I‑10761, Rz 18; vom 26.01.2006 – C‑2/​05 [Her­bosch Kie­re], Slg. 2006, I‑1079 Rz 21[↩]
z.B. BFH, Urtei­le vom 13.08.2002 – VIII R 61/​00, BFH/​NV 2002, 1508; und VIII R 97/​01, BFH/​NV 2002, 1588; BFH, Urteil vom 24.03.2006 – III R 41/​05, BFHE 212, 551, BStBl II 2008, 369; eben­so BSG, Urteil vom 15.12.1992 – 10 RKg 18/​91, Sozi­al­recht 3 – 6050 Art. 13 Nr. 3; vgl. fer­ner BVerfG, Beschluss vom 08.06.2004 – 2 BvL 5/​00, BVerfGE 110, 412, Rz 20; s. auch Deve­t­zi, Fami­li­en­leis­tun­gen in der Ver­ord­nung (EG) 883/​2004, in: 50 Jah­re nach ihrem Beginn – neue Regeln für die Koor­di­nie­rung sozia­ler Sicher­heit 2009, 291, 299 f.; dies., Die Kol­li­si­ons­nor­men des Euro­päi­schen Sozi­al­rechts, 2000, S. 162[↩]
eben­so im Urteil [Schwem­mer], Rz 40[↩]
EuGH, Urteil [Bos­mann] in Slg. 2008, I‑3827, Rz 29[↩]
EuGH, Urteil Bos­mann in Slg. 2008, I‑3827 Rz 31[↩]
z.B. EuGH, Urtei­le vom 21.10.1975 – C-24/​75 [Petro­ni], Slg. 1975, 1149 Rz 11 ff.; vom 07.03.1991 – C‑10/​90 [Mas­gio], Slg. 1991, I‑1119 Rz 17 f.; vom 07.05.1998 – C‑113/​96 [Gomez Rodri­guez], Slg. 1998, I‑2461 Rz 22 ff.; und vom 09.11.2006 – C‑205/​05 [Nemec], Slg. 2006, I‑10745, Rz 37 ff.[↩]
EuGH, Urtei­le [Ten Hol­der] in Slg. 1986, 1821, Rz 21 f.; und [Luij­ten] in Slg. 1986, 2365, Rz 12 ff.[↩]
z.B. EuGH, Urteil vom 10.02.2000 – C‑202/​97 [FTS], Slg. 2000, I‑883[↩]
Akte über die Bedin­gun­gen des Bei­tritts (u.a.) der Repu­blik Polen und die Anpas­sun­gen der die Euro­päi­sche Uni­on begrün­den­den Ver­trä­ge, ABlEU 2003, Nr. L 236, S. 33[↩]
Ver­ord­nung (EWG) Nr. 574/​72 des Rates vom 21.03.1972 über die Durch­füh­rung der Ver­ord­nung Nr. 1408/​71 in ihrer durch die Ver­ord­nung (EG) Nr. 118/​97 des Rates vom 2. Dezem­ber 1996, ABlEG 1997, Nr. L 28, S. 1, geän­der­ten und aktua­li­sier­ten Fas­sung, geän­dert durch die Ver­ord­nung (EG) Nr. 647/​2005 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 13.04.2005, ABlEU 2005, Nr. L 117, S. 1[↩]
vgl. EuGH, Urteil [Bos­mann] in Slg. 2008, I‑3827, Rz 13, 14[↩]
vgl. nur BVerfG, Beschluss in BVerfGE 110, 412[↩]
vgl. EuGH, Urtei­le vom 27.03.1990 – C‑113/​89 [Rush Por­tu­gue­sa], Slg. 1990, I‑1417 Rz 15; und vom 09.08.1994 – C‑43/​93 [Van­der Elst], Slg. 1994, I‑3803, Rz 21[↩]
EuGH, Urteil [Bos­mann] in Slg. 2008, I‑3827[↩][↩]
EuGH, Urteil [Bos­mann] in Slg. 2008, I‑3827, Rz 31[↩]
Ver­ord­nung (EWG) Nr. 574/​72 des Rates vom 21. März 1972 über die Durch­füh­rung der Ver­ord­nung Nr. 1408/​71 in ihrer durch die Ver­ord­nung (EG) Nr. 118/​97 des Rates vom 2. Dezem­ber 1996 (ABlEG 1997, Nr. L 28, S. 1) geän­der­ten und aktua­li­sier­ten Fas­sung, geän­dert durch die Ver­ord­nung (EG) Nr. 647/​2005 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 13. April 2005, ABlEU 2005, Nr. L 117, S. 1[↩]
KindergeldSozialrechtsstatut

References: EuGH 
 EuGH 
 Art. 14
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 13
 EuGH 
 Art. 13
 EuGH 
 Art. 13
 EuGH 
 Art. 13
 Art. 42
 EuGH 
 Art. 13
 Art. 42
 Art. 48
 Art. 39
 Art. 45
 Art. 13
 EuGH 
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 14
 EuGH 
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 39
 Art. 14
 Art. 13
 Art. 76
 Art. 10
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 76
 Art. 14
 Art. 14
 § 65
 Art. 14
 Art. 13
 Art. 13
 EuGH 
 § 65
 § 65
 § 65
 § 65
 § 65
 § 65
 Art. 13
 § 65
 § 65
 § 65
 § 65
 Art. 13
 § 65
 § 65
 Art. 39
 Art. 45
 § 65
 § 65
 Art. 14
 Art. 39
 Art. 39
 § 65
 § 65
 § 65
 § 65
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 3
 § 65
 § 65
 Art. 76
 Art. 10
 EuGH 
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 13
 § 62
 § 1
 EuGH 
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 76
 Art. 10
 Art. 76
 Art. 10
 Art. 13