Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/verfruehter-leistungsantrag-beim-schuldrechtlichen-versorgungsausgleich-361207
Timestamp: 2020-02-23 04:39:04+00:00

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Ver­früh­ter Leis­tungs­an­trag beim schuld­recht­li­chen Ver­sor­gungs­aus­gleich | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Ein selbst erst ab 01.04.2014 ren­ten­be­rech­tig­ter geschie­de­ner Ehe­gat­te kann im Jah­re 2012 noch kei­nen Anspruch auf Zah­lung einer künf­ti­gen Aus­gleichs­ren­te nach § 20 VersAus­glG gericht­lich ein­for­dern.
Bei den Beteiilg­ten in dem hier vom Han­sea­ti­schen Ober­lan­des­ge­richt in Bre­men ent­schie­de­nen Fall han­delt es sich um seit 1998 geschie­de­ne Ehe­leu­te. Im Tenor des Schei­dungs­ur­teils wur­de auch der Ver­sor­gungs­aus­gleich gere­gelt, hin­sicht­lich der nach­e­he­zeit­li­chen Dyna­mik des betrieb­li­chen Ver­sor­gungs­an­rech­tes des Ehe­man­nes blieb der schuld­recht­li­che Ver­sor­gungs­aus­gleich vor­be­hal­ten.
Die Ehe­frau beab­sich­tigt, im Jahr 2014 in Ren­te zu gehen und bean­trag­te bereits im März 2012, den seit 2010 ver­ren­te­ten Ehe­mann zur Zah­lung einer schuld­recht­li­chen Aus­gleichs­ren­te zu ver­pflich­ten. Wie zuvor schon das Amts­ge­richt Bre­men 1 sah auch das Han­sea­ti­sche Ober­lan­des­ge­richt in Bre­men den Antrag als unzu­läs­sig an:
Gemäß § 223 FamFG ent­schei­det das Gericht über Aus­gleichs­an­sprü­che nach der Schei­dung gemäß den §§ 20 bis 26 VersAus­glG nur auf Antrag. Einen der­ar­ti­gen Antrag hat die Ehe­frau gestellt. Die Rege­lung des § 227 FamFG ist im vor­lie­gen­den Fall nicht ein­schlä­gig, zumal es nicht um die Abän­de­rung einer bereits getrof­fe­nen Ent­schei­dung über den schuld­recht­li­chen Ver­sor­gungs­aus­gleich geht 2 – die­ser ist im Schei­dungs­ur­teil von 1998 nur vor­be­hal­ten wor­den 3, son­dern um sei­ne erst­ma­li­ge Durch­füh­rung.
Der Antrag auf Durch­füh­rung des schuld­recht­li­chen Ver­sor­gungs­aus­gleichs nach den §§ 20 ff. VersAus­glG ist aber unzu­läs­sig, weil der Anspruch der Antrag­stel­le­rin auf eine schuld­recht­li­che Aus­gleichs­ren­te noch nicht fäl­lig ist.
Der aus­gleichs­be­rech­tig­te Ehe­gat­te kann den schuld­recht­li­chen Aus­gleich einer lau­fen­den Ver­sor­gung erst ver­lan­gen, wenn die in § 20 Abs. 2 VersAus­glG genann­ten Fäl­lig­keits­vor­aus­set­zun­gen alter­na­tiv erfüllt sind. Der Ein­tritt der Fäl­lig­keit ist zugleich Vor­aus­set­zung für das Ent­ste­hen des Anspruchs auf Zah­lung der Aus­gleichs­ren­te, wes­halb sowohl ein Leis­tungs­an­trag nach § 257 ZPO auf künf­ti­ge Aus­gleichs­ren­te als auch ein dahin­ge­hen­der Fest­stel­lungs­an­trag nach § 256 ZPO ana­log aus­schei­den 4.
Die Vor­aus­set­zun­gen des § 20 Abs. 2 VersAus­glG lie­gen unstrei­tig nicht vor. Die Fäl­lig­keit nach § 20 Abs. 2 VersAus­glG tritt ein, wenn die aus­gleichs­be­rech­tig­te Per­son ent­we­der eine eige­ne lau­fen­de Ver­sor­gung i.S.d. § 2 VersAus­glG bezieht (Nr. 1) oder die Regel­al­ters­gren­ze der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung erreicht hat (Nr. 2) oder die gesund­heit­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für eine lau­fen­de Ver­sor­gung wegen Inva­li­di­tät erfüllt (Nr. 3). Kei­ne die­ser Vor­aus­set­zun­gen lie­gen bei der Antrag­stel­le­rin zur­zeit vor. Sie wird erst am 01.04.2014 selbst Ren­te bezie­hen, so dass erst dann der Anspruch auf die schuld­recht­li­che Aus­gleichs­ren­te ent­ste­hen wird. Das Amts­ge­richt hat in der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung daher unter Bezug­nah­me auf die Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs 5 zu Recht dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Gesetz­ge­ber mit der in § 20 Abs. 2 VersAus­glG getrof­fe­nen Rege­lung, die in § 1587g Abs. 1 BGB a.F. fast inhalts­gleich ent­hal­ten war, die Ent­schei­dung über den schuld­recht­li­chen Ver­sor­gungs­aus­gleich bis zur Mög­lich­keit sei­ner Durch­füh­rung hin­aus­ge­scho­ben hat. Dem­entspre­chend hat auch der BGH in der vor­ge­nann­ten Ent­schei­dung fest­ge­stellt, dass ein Antrag auf künf­ti­ge Aus­gleichs­leis­tung ent­spre­chend §§ 257 ff. ZPO unzu­läs­sig ist.
Im vor­lie­gen­den Fall lässt sich zur­zeit die Höhe der Aus­gleichs­ren­te noch nicht bestim­men, wes­halb es schon an einer Geld­for­de­rung i.S.d. § 257 ZPO fehlt 6. Denn die Höhe der am 1. April 2014 an die Antrag­stel­le­rin even­tu­ell zu zah­len­den Aus­gleichs­ren­te unter­liegt trotz des mitt­ler­wei­le ein­ge­tre­te­nen Ren­ten­be­zugs des Antrags­geg­ners noch Ver­än­de­run­gen. Dies ergibt sich bereits aus dem Vor­trag der Antrag­stel­le­rin, die unter Bezug­nah­me auf die von ihr ein­ge­hol­te Berech­nung des Ren­ten­be­ra­ters G. vom 18.03.2011 aus­führt, von der errech­ne­ten Aus­gleichs­ren­te sei­en gemäß § 20 Abs. 1 S. 2 VersAus­glG Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge abzu­zie­hen, die "der­zeit" 17,35 % aus­mach­ten. Damit macht die Antrag­stel­le­rin zutref­fend deut­lich, dass der Bei­trags­satz für die Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung durch­aus ver­än­der­lich ist. Glei­ches gilt für den Ren­ten­wert, der aktu­ell mit 27,20 € für einen Ent­gelt­punkt anzu­set­zen ist. Sei­ne Ver­än­de­rung bis zum 01.04.2014 hät­te unmit­tel­ba­re Aus­wir­kun­gen auf die Berech­nung des Wer­tes der bereits gemäß Ziff. III.2 des Tenors des Schei­dungs­ur­teils vom 25.03.1998 aus­ge­gli­che­nen Betriebs­ren­te und somit auch auf die der Antrag­stel­le­rin zuste­hen­de Aus­gleichs­ren­te gemäß § 20 Abs. 1 VersAus­glG. Einen Fest­stel­lungs­an­trag nach § 256 ZPO, der hier eben­falls man­gels Fest­stel­lungs­in­ter­es­ses unzu­läs­sig wäre 7, hat die Antrag­stel­le­rin aus­drück­lich nicht gestellt.
Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt in Bre­men, Beschluss vom 9. Janu­ar 2013 – 4 UF 126/​12
Sexu­el­ler Miss­brauch wider­stands­un­fä­hi­ger Per­so­nen Die durch das Fünf­zigs­te Gesetz zur Ände­rung des Straf­ge­setz­bu­ches – Ver­bes­se­rung des Schut­zes der sexu­el­len Selbst­be­stim­mung vom 04.11.2016 8 neu gestal­te­te Vor­schrift des…
AG Bre­men, Beschluss vom 06.09.2012 – 63 F 1095/​12[↩]
vgl. Prütting/​Helms, FamFG, 2. Aufl., § 227 Rn. 4[↩]
vgl. BGH, Fam­RZ 1991, 175 zur allein dekla­ra­to­ri­schen Bedeu­tung des Vor­be­halts[↩]
vgl. BGH, Fam­RZ 1995, 293 sowie 1984, 251; OLG Düs­sel­dorf, Fam­RZ 1981, 565; OLG Schles­wig, Fam­RZ 1981, 372; Johannsen/​Henrich/​Holzwarth, Fami­li­en­recht, 6. Aufl., § 20 VersAus­glG Rn. 25[↩]
BGH, Fam­RZ 1984, 251[↩]
vgl. Zöller/​Greger, ZPO, 28. Aufl., § 257 Rn. 1[↩]
vgl. BGH, Fam­RZ 1996, 1465 sowie Fam­RZ 1982, 42; Borth, Ver­sor­gungs­aus­gleich, 6. Aufl., Rn. 806[↩]

References: § 20
 § 223
 § 227
 § 20
 § 257
 § 256
 § 20
 § 20
 § 2
 § 20
 § 1587
 BGH 
 § 257
 § 20
 § 20
 § 256
 § 227
 § 20
 § 257