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Timestamp: 2019-07-16 15:37:10+00:00

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BFH, 15.07.2004 - V R 84/99 - dejure.org
https://dejure.org/2004,2087
BFH, 15.07.2004 - V R 84/99 (https://dejure.org/2004,2087)
BFH, Entscheidung vom 15.07.2004 - V R 84/99 (https://dejure.org/2004,2087)
BFH, Entscheidung vom 15. Juli 2004 - V R 84/99 (https://dejure.org/2004,2087)
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UStG 1993 § 1 Abs. 1 Buchst. a; Richtlinie 77/388/EWG Art. 5 Abs. 8, Art. 6 Abs. 5; UStG 1993 § 15 Abs. 1 Nr. 1, § 2 Abs. 1
Vorsteuerabzugsberechtigung einer Vorgründungsgesellschaft
Vorsteuerabzugsberechtigung für Vorgründungsgesellschaft bei Vornahme eines einzigen Ausgangsumsatzes (entgeltliche Übertragung des Gesamtvermögens auf die gegründete Kapitalgesellschaft - "Faxworld")
Vorsteuerabzug durch Vorgründungsgesellschaft (BStBl 2005 II S. 155)
Voraussetzungen für die Abziehbarkeit von Vortsteuerbeträgen durch den Unternehmer ; Berechtigung einer zur Gründung einer Kapitalgesellschaft errichteten Personengesellschaft zum Abzug der Vorsteuer für den Bezug von Dienstleistungen und Gegenständen; Bedeutung eines Nichtunterliegens der Geschäftsveräußerung der Umsatzsteuer für die Beantwortung der Frage einer Beziehung von Leistungen für Zwecke einer wirtschaftlichen Tätigkeit
Zusammenfassung von "Urteilsanmerkung zu BFH v. 15.7.2004 - V R 84/99 (Faxworld GbR) - Unternehmereigenschaft einer Vorgründungsgesellschaft" von RA/StB Dr. Torsten Altrichter-Herzberg, original erschienen in: GmbHR 2004, 1481 - 1483.
Umsatzsteuergesetz, §§ 1 Abs. 1 und 1a, 2 Abs. 1, 15 Abs. 1 und 2 ; Aktiengesetz, § 41 Abs. 1
BFHE 207, 67
ZIP 2005, 29
BB 2004, 2393
DB 2004, 2620
BStBl II 2005, 155
NZG 2004, 1176 (Ls.)
(Vermietungs-)Unternehmer i.S. des § 2 UStG war nunmehr allein die neu entstandene Bruchteilsgemeinschaft (vgl. insoweit BFH-Urteile in BFHE 175, 460, BStBl II 1995, 30, unter II. 2. b; in BFH/NV 2002, 1347, sowie zum Beginn der Unternehmereigenschaft: z.B. BFH-Urteil vom 15. Juli 2004 V R 84/99, BFHE 207, 67, BStBl II 2005, 155).
Denn die fehlende Handelsregistereintragung der B-GmbH kann zum einen darauf beruhen, dass es sich insoweit um eine Vorgründungsgesellschaft gehandelt hat, die zwar auch Unternehmerin sein kann (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 15. Juli 2004 V R 84/99, BFHE 207, 67, BStBl II 2005, 155, m.w.N.).
Zu diesem Ergebnis gelangt der Senat unter Berücksichtigung der unionsrechtlichen Vorgaben in Art. 9 und 168 MwStSystRL, der Rechtsprechung des EuGH (vgl. Urteil vom 29.4.2004 C-137/02, Faxworld, UR 2004, 362; Urteil vom 1.3.2012 C-280/10 , Polski Trawertyn, UR 2012, 366; Urteil vom 13.3.2014 C-204/13, Malburg, UR 2014, 353), der Rechtsprechung des BFH (vgl. Urteil vom 15.7.2004 V R 84/99, BFHE 2007, 67, BStBl II 2005, 155;… Urteil vom 26.8.2014 XI R 26/10, BFH/NV 2015, 121;… Urteil vom 17.1.2002 V R 64/01, BFH/NV 2002, 1181) und der Maßgabe der Neutralität der Umsatzsteuer.
Dem Vorsteuerabzug der Vorgründungsgesellschaft steht dabei nicht entgegen, dass nach nationalem Zivilrecht das von der Vorgründungsgesellschaft erworbene Vermögen und die von ihr begründeten Rechte und Pflichten nicht ohne weiteres auf die zu gründende Kapitalgesellschaft übergehen, sondern durch besonderes Rechtsgeschäft übertragen werden müssen, und deshalb die beabsichtigte Tätigkeit nicht von demselben Unternehmer ausgeübt wird (vgl. BFH, Urteil vom 15.7.2004 V R 84/99, BFHE 2007, 67, BStBl II 2005, 155).
Revision eingelegt (Az. beim BFH: V R 84/99).
Im Streitfall trägt der Antragsteller sinngemäß vor, dass die sich seinerzeit im Vorgründungsstadium befindende GmbH entgegen der Auffassung des FA und des FG nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften (Urteil vom 29. April 2004 Rs. C-137/02, EuGHE 2004, I-05547) und des BFH (Urteil vom 15. Juli 2004 V R 84/99, BFHE 207, 67, BStBl II 2005, 155) sehr wohl einen Anspruch auf Vorsteuerabzug gehabt habe, der erhalten geblieben sei.
Der Sachverhalt des Streitfalles ist nicht mit dem Sachverhalt vergleichbar, der dem BFH-Urteil vom 15. Juli 2004 V R 84/99 (BFHE 207, 67, BStBl II 2005, 155) zugrunde liegt.
In einer Entscheidung vom 18.10.1999 (6 K 2426/98, EFG 2000, 40, Rev. zugelassen, Az. des BFH: V R 84/99) hat abweichend von der herrschenden Rechtsauffassung ferner das Hessische Finanzgericht der Vorgründungsgesellschaft in einem vergleichbaren Fall den Vorsteuerabzug zuerkannt.
Allgemein ist eine Unbilligkeit aus sachlichen Gründen dann anzunehmen, wenn ein Anspruch aus dem Steuerschuldverhältnis zwar nach dem gesetzlichen Tatbestand besteht, seine Geltendmachung aber mit dem Zweck des Gesetzes nicht zu rechtfertigen ist (BFH-Urteil vom 16. November 2005 X R 3/04, BStBl II 2005, 155;… BFH-Beschluss vom 26. Juli 2006 VI B 134/05, BFH/NV 2006, 2029).
Auch nach der Rechtsprechung des BFH ist die #Unternehmereigenschaft an die Ausübung einer wirtschaftlichen Tätigkeit geknüpft (BFH Urteil vom 15. Juli 2004 V R 84/99, BStBl. II 2005, 155).

References: § 1
 Art. 5
 Art. 6
 § 15
 § 2
 § 41
 § 2
 Art. 9
 EuGH