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Timestamp: 2019-10-18 03:02:28+00:00

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Rechtsprechung: ZInsO 2008, 378 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 28.02.2008
https://dejure.org/2008,718
BGH, 14.02.2008 - IX ZR 38/04 (https://dejure.org/2008,718)
BGH, Entscheidung vom 14.02.2008 - IX ZR 38/04 (https://dejure.org/2008,718)
BGH, Entscheidung vom 14. Februar 2008 - IX ZR 38/04 (https://dejure.org/2008,718)
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GesO § 10 Abs. 1 Nr. 1, 4; InsO § 17 Abs. 2
Schleppende Zahlungen von Löhnen und Gehältern als Anzeichen für eine Zahlungseinstellung; Annahme der Zahlungsunfähigkeit bei Unvermögen zur Zahlung des wesentlichen Teils der Verbindlichkeiten eines Schuldners; Erzwungene Stundungen bei Berücksichtigung von ...
Berücksichtigung erzwungener Lohnstundungen bei Prüfung der Zahlungsunfähigkeit
Annahme einer Zahlungseinstellung bei mangels liquider Mittel des Schuldners nur noch mit Verzögerung erfolgender Begleichung der Löhne; naheliegende Annahme des Gläubigerbenachteiligungsvorsatzes im Hinblick auf eine Darlehensvertragsklausel, nach der die dem späteren ...
Begriff der Zahlungseinstellung; Berücksichtigung nicht bezahlter Lohnforderungen bei der Prüfung der Zahlungsunfähigkeit; Gläubigerbenachteiligung durch Rückfluss von Darlehensvaluta an den Darlehensgeber
Schleppende Lohnzahlung: Anzeichen für Zahlungseinstellung?
Schleppende Zahlung von Löhnen
InsO § 17 Abs. 2; GesO § 10 Abs. 1 Nr. 1, 4
64 Satz 1 GmbHG, Indizien Zahlungsunfähigkeit, Innenhaftung, Löhne, Zahlung nach Insolvenzreife, Zahlungseinstellung, Zahlungsunfähigkeit
Insolvenz - Schleppende Lohnzahlung kann Zahlungseinstellung anzeigen
Erzwungene Stundungen und Zahlungsunfähigkeit; Darlegungslast im Anfechtungsprozess
Zahlungsunfähigkeit kann durch erzwungene "Stundung" nicht beseitigt werden! (IBR 2008, 452)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 14.02.2008, Az.: IX ZR 38/04 (Zahlungsunfähigkeit kann durch erzwungene "Stundung" nicht beseitigt werden)" von RA Prof. Dr. Martin Hörmann, original erschienen in: IBR 2008, 452.
LG Frankfurt/Main - 27 O 59/00 BGH - IX ZR 38/04
LG Frankfurt/Main, 17.05.2002 - 27 O 59/00
NJW-RR 2008, 870
ZIP 2008, 706
MDR 2008, 711
NZI 2008, 299
WM 2008, 698
BB 2008, 733
DB 2008, 925
ZInsO 2008, 378
So setzt die Beseitigung einer eingetretenen Zahlungsunfähigkeit nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung voraus, dass der Schuldner seine Zahlungen im Allgemeinen wieder aufgenommen hat (vgl. RGZ 100, 62, 65; BGH, Urteil vom 25. Oktober 2001 - IX ZR 17/01, BGHZ 149, 100, 109; Urteil vom 20. November 2001 - IX ZR 48/01, BGHZ 149, 178, 188;… Urteil vom 21. Juni 2007 - IX ZR 231/04, ZIP 2007, 1469 Rn. 32;… Urteil vom 20. Dezember 2007 - IX ZR 93/06, ZIP 2008, 420 Rn. 24; Urteil vom 14. Februar 2008 - IX ZR 38/04, ZIP 2008, 706 Rn. 27).
Das gilt etwa für fällige Löhne, Sozialversicherungsbeiträge oder Darlehensraten, bei denen es keiner Rechnung oder sonstigen Einforderungshandlung des Gläubigers bedarf (vgl. BGH, Urteil vom 14. Februar 2008 - IX ZR 38/04, ZIP 2008, 706 Rn. 21 ff.; Bork, ZIP 2008, 1749, 1751 f.).
Der in einer solchen Vereinbarung sich manifestierende Anschein einer erzwungenen Stundung, der die Zahlungseinstellung des Schuldners unberührt lässt (vgl. BGH, Urteil vom 14. Februar 2008 - IX ZR 38/04, WM 2008, 698 Rn. 22 f), wurde von der Beklagten nicht entkräftet.
Insoweit hat das Berufungsgericht den Prozessstoff nicht ausgeschöpft und eine rechtsfehlerfreie Gesamtwürdigung der einzelnen Indizien versäumt (BGH, Urteil vom 14. Februar 2008 - IX ZR 38/04, WM 2008, 698 Rn. 13).
Weitere Beweisanzeichen sind die ab dem 31. August 2006 aufgelaufenen und bis zur Insolvenzeröffnung am 1. Juni 2007 nicht mehr ausgeglichenen Lohnforderungen (vgl. BGH, Urteil vom 14. Februar 2008 - IX ZR 38/04, ZIP 2008, 706 Rn. 20;… vom 15. Oktober 2009 - IX ZR 201/08, ZIP 2009, 2306 Rn. 13) und die gegenüber Hauptlieferanten entstandenen mehrmonatigen Zahlungsrückstände (…vgl. Uhlenbruck, InsO, 13. Aufl., § 17 Rn. 33).
Insoweit hat das Berufungsgericht den Prozessstoff nicht ausgeschöpft und eine rechtsfehlerfreie Gesamtwürdigung der einzelnen Indizien versäumt (vgl. BGH, Urteil vom 14. Februar 2008 - IX ZR 38/04, WM 2008, 698 Rn. 13).
Es handelte sich hier auch nicht um eine "erzwungene Stundung" (vgl. dazu BGH, Urteil vom 14. Februar 2008 - IX ZR 38/04, ZIP 2008, 706 Rn. 20 ff.;… Urteil vom 8. Januar 2015 - IX ZR 203/12, ZIP 2015, 437 Rn. 20), sondern - von der Behauptung des Beklagten ausgehend - um eine unabhängig von konkreten Liquiditätsproblemen für die Auftragsabwicklung allgemein getroffene Fälligkeitsvereinbarung.
Zwar sind rechtlich oder nur tatsächlich gestundete offene Forderungen bei der Prüfung der Zahlungsunfähigkeit nicht zu berücksichtigen (BGH…, Urteil vom 20. Dezember 2007 - IX ZR 93/06, ZInsO 2008, 273 Rn. 25 mwN;… vom 6. Dezember 2012 - IX ZR 3/12, ZInsO 2013, 190 Rn. 29;… vom 24. März 2016 - IX ZR 242/13, ZInsO 2016, 910 Rn. 10), sofern die gewährte Stundung vom Schuldner nicht erzwungen wurde (BGH, Urteil vom 14. Februar 2008 - IX ZR 38/04, ZInsO 2008, 378 Rn. 22;… vom 6. Dezember 2012, aaO Rn. 34) oder der Schuldner bereits vor Zustandekommen der Stundungs- oder Ratenzahlungsvereinbarung seine Zahlungen eingestellt hatte (BGH…, Urteil vom 24. März 2016, aaO Rn. 11 mwN).
Die gestundete Gesamtverbindlichkeit muss deshalb, sofern es sich nicht um eine erzwungene Stundung handelt (vgl. dazu BGH, Urteil vom 14. Februar 2008 - IX ZR 38/04, WM 2008, 698 Rn. 22;… vom 6. Dezember 2012, aaO Rn. 34), außer Betracht bleiben, wenn es darum geht, für die Zeit nach dem Abschluss der Ratenzahlungsvereinbarung eine Zahlungsunfähigkeit - erstmals - festzustellen.
"Erzwungene Stundungen" kommen nach dieser Rechtsprechung dadurch zustande, dass der Schuldner seine fälligen Verbindlichkeiten mangels liquider Mittel nicht mehr oder nur noch mit Verzögerung begleicht, die Gläubiger aber nicht sofort klagen und vollstrecken, weil sie dies ohnehin für aussichtslos halten oder sie nicht den sofortigen Zusammenbruch des Schuldners verantworten wollen (BGH, Urteil v. 14.2.2008, IX ZR 38/04, Rn. 22, zit. nach juris).
In diesem Sinne war die Einholung von Rechtsrat zur Frage der insolvenzrechtlichen Fälligkeit der Verlustausgleichsansprüche aus Sicht der Schuldnerin nicht geboten, da sich aus der zum Zeitpunkt der Zahlungen der Schuldnerin vorliegenden Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zweifelsfrei eine Maßgeblichkeit der durch die ständige Konzernpraxis bewirkten tatsächlichen Stundung ergab und auch keine tatsächlichen Anhaltspunkte für die Annahme einer sogenannten erzwungenen Stundung im Sinne der von dem Kläger zitierten Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 14.02.2008, IX ZR 38/04) vorlagen.
Insoweit hat das Berufungsgericht den Prozessstoff nicht ausgeschöpft und eine rechtsfehlerfreie Gesamtwürdigung der einzelnen Indizien versäumt (vgl. BGH, Urteil vom 14. Februar 2008 - IX ZR 38/04, ZInsO 2008, 378 Rn. 13;… vom 29. März 2012 - IX ZR 40/12, ZInsO 2012, 976 Rn. 11;… vom 18. Juli 2013, aaO Rn. 10).
b) Die gebotene Gesamtwürdigung lässt unberücksichtigt, dass es sich bei den Weihnachtsgeldzahlungen für das Jahr 2006 um Forderungen der Arbeitnehmer handelt, deren schleppende Zahlung auch im Fall der erzwungenen "Stundung" durch den Arbeitgeber Anzeichen für eine Zahlungseinstellung ist (BGH, Urteil vom 14. Februar 2008 - IX ZR 38/04, ZInsO 2008, 378 Rn. 20 ff).
BGH, 14.09.2017 - IX ZR 3/16
Insolvenzanfechtung: Vorsatzanfechtung gegenüber einem Zahlungsmittler
LG Düsseldorf, 20.12.2017 - 13 O 481/14
Pflichten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bei Erstellung eines …
LAG Rheinland-Pfalz, 27.07.2010 - 3 Sa 123/10
Wirkungen einer Sicherungsübereignung in der Insolvenz - Insolvenzanfechtung
Ersatzansprüche gegen einen ehemaligen GmbH-Geschäftsführer
LG Hamburg, 24.03.2016 - 313 O 81/15
BGH, 28.02.2008 - IX ZB 147/07
https://dejure.org/2008,1836
BGH, 28.02.2008 - IX ZB 147/07 (https://dejure.org/2008,1836)
BGH, Entscheidung vom 28.02.2008 - IX ZB 147/07 (https://dejure.org/2008,1836)
BGH, Entscheidung vom 28. Februar 2008 - IX ZB 147/07 (https://dejure.org/2008,1836)
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InsO §§ 207, 208; ZPO §§ 114, 116 Satz 1 Nr. 1
Mutwilligkeit des Antrags eines Insolvenzverwalters auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe wegen Masseunzulänglichkeit; Einstellung des Insolvenzverfahrens bei Nichtdeckung der Verfahrenskosten durch die Insolvenzmasse; Verhältnis des § 116 S. 1 Nr. 1 Zivilprozessordnung ...
Bewilligung von PKH für den Insolvenzverwalter trotz Masseunzulänglichkeit
Trotz Anzeige der Masseunzulänglichkeit keine Mutwilligkeit des Antrags des Insolvenzverwalters auf Prozesskostenhilfe
InsO § 207 § 208; ZPO § 114 § 116 S. 1 Nr. 1
Bewilligung von Prozesskostenhilfe für den Insolvenzverwalter nach Anzeige der Masseunzulänglichkeit
Antrag eines Insolvenzverwalters auf PKH mutwillig?
Bewilligung von Prozesskostenhilfe bei Masseunzulänglichkeit
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 28.02.2008, Az.: IX ZB 147/07 (Bewilligung von Prozesskostenhilfe bei Masseunzulänglichkeit)" von Ministerialrat Dr. Ulf Gundlach und Rechtsanwalt Dr. Volkhard Frenzel, original erschienen in: DZWIR 2008, 298.
AG Naumburg, 26.03.2007 - 12 C 237/06
LG Halle, 02.07.2007 - 1 S 56/07
LG Halle, 06.11.2008 - 1 S 56/07
ZIP 2008, 944
NZI 2008, 15
NZI 2008, 431
WM 2008, 880
Darum hat der Insolvenzverwalter nach Eintritt der Masseunzulänglichkeit erfolgversprechende Aktivprozesse, für deren Durchführung er die Gewährung von Prozesskostenhilfe beanspruchen kann (BGH, Beschluss vom 28. Februar 2008 - IX ZB 147/07, WM 2008, 880 Rn. 6 ff), im Interesse der Massemehrung einzuleiten und durchzuführen (OLG Celle, ZInsO 2004, 93;… HK-InsO/Landfermann, 6. Aufl., § 208 Rn. 15;… MünchKomm-InsO/Hefermehl, aaO § 208 Rn. 50).
BGH, 16.07.2009 - IX ZB 221/08
Gewährung von Prozesskostenhilfe zur Durchsetzung eines Anfechtungsanspruchs bei …
Wie der Senat bereits entschieden hat, ist eine Anfechtungsklage folglich nicht schon dann mutwillig im Sinne von § 114 Satz 1 ZPO, wenn der Verwalter Masseunzulänglichkeit angezeigt hat (BGH, Beschl. v. 28. Februar 2008 - IX ZB 147/07, NZI 2008, 431).
Insoweit hat der Senat bereits mehrfach entschieden, dass eine Anfechtungsklage nicht schon dann mutwillig im Sinne von § 114 Abs. 2 ZPO ist, wenn der Verwalter Masseunzulänglichkeit angezeigt hat (BGH, Beschluss vom 28. Februar 2008 - IX ZB 147/07, ZInsO 2008, 378).
BGH, 16.07.2009 - IX ZB 234/08
Bewilligung der Prozesskostenhilfe für den Insolvenzverwalter nach Eintritt der …
OLG Celle, 22.12.2009 - 13 W 94/09
Bewilligung von Prozesskostenhilfe für den Insolvenzverwalter zur Geltendmachung …
Das entspricht auch der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH, Beschlüsse vom 18. September 2003, IX ZB 460/02, NZI 2004, 26 f., vom 28. Februar 2008, IX ZB 147/07, NZI 2008, 431 und vom 16. Juli 2009, IX ZB 221/08, NJW-RR 2009, 1346 f.).
Ihnen ist hingegen ebenso wenig wie den vorangegangenen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH, Beschlüsse vom 18. September 2003, IX ZB 460/02, NZI 2004, 26 f. und vom 28. Februar 2008, IX ZB 147/07, NZI 2008, 431) zu entnehmen, dass die Forderung, die dem Prozesskostenhilfeverfahren zu Grunde liegt, bei der Feststellung der Massekostenarmut und mithin der Voraussetzungen des § 207 Abs. 1 InsO von vorneherein außer Betracht zu bleiben hat.
BFH, 19.02.2014 - V S 33/13
Prozesskostenhilfe im Insolvenzfall
Erst wenn die Masse nach Maßgabe des § 209 InsO verteilt ist, stellt das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren gemäß § 211 Abs. 1 InsO ein (BGH-Beschluss vom 28. Februar 2008 IX ZB 147/07, Zeitschrift für Wirtschaftsrecht 2008, 944).
OLG Stuttgart, 15.02.2012 - 7 U 197/11
Prozesskostenhilfe für den Insolvenzverwalter als Streithelfer in einem …
In einem solchen Fall wäre die Prozessführung nicht als mutwillig im Sinne von § 114 ZPO anzusehen (vgl. auch BGH, Beschluss vom 28.02.2008, IX ZB 147/07, NZI 2008, 431).
FG Köln, 13.06.2012 - 13 K 2588/09
Erfolgsaussichten eines Antrags des Insolvenzverwalters
Der BGH hat in diesem Zusammenhang entschieden, dass eine Anfechtungsklage nicht schon dann mutwillig im Sinne von § 114 Satz 1 ZPO sei, wenn der Verwalter Masseunzulänglichkeit angezeigt habe (BGH-Beschluss vom 28. Februar 2008 IX ZB 147/07, Neue Zeitschrift für das Recht der Insolvenz und Sanierung - NZI - 2008, 431; BGH, NJW-RR 2009, 1346).

References: § 10
 § 17
 § 17
 § 10
 BGH 
 BGH 
 § 17
 § 116
 § 207
 § 208
 § 114
 § 116
 BGH 
 § 208
 § 208
 § 114
 § 114
 § 207
 § 209
 § 211
 § 114
 BGH 
 § 114