Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/ganswindt_faerberei_1889?p=717
Timestamp: 2019-04-22 08:22:17+00:00

Document:
-- Wolle, welche stark sauer und kochend vorgebeizt worden ist, wird vor
dem Chloren leicht abgespült oder abgeschleudert, andernfalls kann man direkt
aus der Säure in das 20 bis 25° C. warme Chlorbad gehen, welches
schließlich bis zum Kochen erhitzt wird. Die unterchlorige Säure verschwin-
det so vollständig -- ohne zu entweichen -- daß auf diesem selben Chlor-
bade auch noch gefärbt werden kann, indem man einfach den Farbstoff zu-
gibt und erwärmt, bis die gewünschte Tiefe der Farbe erreicht ist, wobei
die meisten sauren Farbstoffe dem Bade gänzlich entzogen werden. -- Will
man das Färben in einem besonderen, dritten Bade vornehmen, so ist dieses
mit 1 kg Salzsäure per 1000 l Wasser zu korrigieren, um jede alkalische
Reaktion desselben zu neutralisieren.
Das Säuren, Chloren und Färben kann in einem Bade vorgenommen
werden bei leichten Geweben oder bei Garnen. Dieselben erhalten auf 100 kg
3 bis 4 kg Schwefelsäure 66° und verweilen in dem 75 bis 80° C. warmen
Sauerbade 1/2 Stunde lang, oder bis das Wasser jede saure Reaktion ver-
loren hat. Man läßt dann auf 20 bis 25° C. abkühlen, gibt die klare
Lösung von 10 kg Chlorkalk in dasselbe Bad, erhitzt kurze Zeit zum Kochen,
fügt schließlich die Farblösung hinzu, und färbt die Wolle je nach der Natur
des Farbstoffes, kochend oder von lauwarm bis kochend aus, denn auch in
diesem Falle ist das Chlor vollständig aus der Flüssigkeit verschwunden, so
daß es auf die Teerfarbstoffe nicht mehr schädigend einwirken kann.
(Nachtrag zu Teil II, § 41.)
Orseille-Ersatz N.
Azorubin A.
Azo-Eosin.
Apollorot.
Walkrot.
Tuchrot 3 G.
Azo-Karmin.
Orange G G.
Carbazolgelb.
Alizaringrün.
Alizarin-Indigblau.
Echtviolett.
Säureviolett 2 B.
Jetschwarz.
Naphtolschwarz b B.
(Nachtrag zu Teil II, § 55.)
Erythrosin extra N.
(Nachtrag zu Teil II, § 69.)
Diaminrot 3 B.
Naphtylenrot.
Brillantpurpurin R.
Mikado-Orange.
Toluylen-Orange.
Pelikanblau.
— Wolle, welche ſtark ſauer und kochend vorgebeizt worden iſt, wird vor
dem Chloren leicht abgeſpült oder abgeſchleudert, andernfalls kann man direkt
ſchließlich bis zum Kochen erhitzt wird. Die unterchlorige Säure verſchwin-
det ſo vollſtändig — ohne zu entweichen — daß auf dieſem ſelben Chlor-
bade auch noch gefärbt werden kann, indem man einfach den Farbſtoff zu-
gibt und erwärmt, bis die gewünſchte Tiefe der Farbe erreicht iſt, wobei
die meiſten ſauren Farbſtoffe dem Bade gänzlich entzogen werden. — Will
man das Färben in einem beſonderen, dritten Bade vornehmen, ſo iſt dieſes
mit 1 kg Salzſäure per 1000 l Waſſer zu korrigieren, um jede alkaliſche
Reaktion desſelben zu neutraliſieren.
werden bei leichten Geweben oder bei Garnen. Dieſelben erhalten auf 100 kg
3 bis 4 kg Schwefelſäure 66° und verweilen in dem 75 bis 80° C. warmen
Sauerbade ½ Stunde lang, oder bis das Waſſer jede ſaure Reaktion ver-
Löſung von 10 kg Chlorkalk in dasſelbe Bad, erhitzt kurze Zeit zum Kochen,
fügt ſchließlich die Farblöſung hinzu, und färbt die Wolle je nach der Natur
des Farbſtoffes, kochend oder von lauwarm bis kochend aus, denn auch in
dieſem Falle iſt das Chlor vollſtändig aus der Flüſſigkeit verſchwunden, ſo
daß es auf die Teerfarbſtoffe nicht mehr ſchädigend einwirken kann.
15. Wollfarbſtoffe.
Orſeille-Erſatz N.
Azo-Eoſin.
Brillantſchwarz.
Jetſchwarz.
Naphtolſchwarz b B.
16. Seiden-Farbſtoffe.
Erythroſin extra N.
17. Baumwollen-Farbſtoffe.
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[669/0717] — Wolle, welche ſtark ſauer und kochend vorgebeizt worden iſt, wird vor dem Chloren leicht abgeſpült oder abgeſchleudert, andernfalls kann man direkt aus der Säure in das 20 bis 25° C. warme Chlorbad gehen, welches ſchließlich bis zum Kochen erhitzt wird. Die unterchlorige Säure verſchwin- det ſo vollſtändig — ohne zu entweichen — daß auf dieſem ſelben Chlor- bade auch noch gefärbt werden kann, indem man einfach den Farbſtoff zu- gibt und erwärmt, bis die gewünſchte Tiefe der Farbe erreicht iſt, wobei die meiſten ſauren Farbſtoffe dem Bade gänzlich entzogen werden. — Will man das Färben in einem beſonderen, dritten Bade vornehmen, ſo iſt dieſes mit 1 kg Salzſäure per 1000 l Waſſer zu korrigieren, um jede alkaliſche Reaktion desſelben zu neutraliſieren. Das Säuren, Chloren und Färben kann in einem Bade vorgenommen werden bei leichten Geweben oder bei Garnen. Dieſelben erhalten auf 100 kg 3 bis 4 kg Schwefelſäure 66° und verweilen in dem 75 bis 80° C. warmen Sauerbade ½ Stunde lang, oder bis das Waſſer jede ſaure Reaktion ver- loren hat. Man läßt dann auf 20 bis 25° C. abkühlen, gibt die klare Löſung von 10 kg Chlorkalk in dasſelbe Bad, erhitzt kurze Zeit zum Kochen, fügt ſchließlich die Farblöſung hinzu, und färbt die Wolle je nach der Natur des Farbſtoffes, kochend oder von lauwarm bis kochend aus, denn auch in dieſem Falle iſt das Chlor vollſtändig aus der Flüſſigkeit verſchwunden, ſo daß es auf die Teerfarbſtoffe nicht mehr ſchädigend einwirken kann. 15. Wollfarbſtoffe. (Nachtrag zu Teil II, § 41.) Orſeille-Erſatz N. Azorubin A. Azo-Eoſin. Apollorot. Walkrot. Tuchrot 3 G. Azo-Karmin. Orange G G. Thiochromogen. Carbazolgelb. Thioflavin T. Alizaringrün. Indazin. Alizarin-Indigblau. Schwarzblau. Echtviolett. Säureviolett 2 B. Brillantſchwarz. Jetſchwarz. Naphtolſchwarz b B. 16. Seiden-Farbſtoffe. (Nachtrag zu Teil II, § 55.) Erythroſin extra N. Azo-Eoſin. Toluylenrot. Orange G G. Thiochromogen. Thioflavin T. Indazin. Jetſchwarz. 17. Baumwollen-Farbſtoffe. (Nachtrag zu Teil II, § 69.) Diaminrot 3 B. Naphtylenrot. Brillantpurpurin R. Erika. Mikado-Orange. Toluylen-Orange. Thiochromogen. Pelikanblau.
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Zitationshilfe: Ganswindt, Albert: Handbuch der Färberei und der damit verwandten vorbereitenden und vollendenden Gewerbe. Weimar, 1889, S. 669. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/ganswindt_faerberei_1889/717>, abgerufen am 22.04.2019.

References: § 41
 § 55
 § 69
 § 41
 § 55
 § 69
 § 41
 § 55
 § 69