Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=29.04.1988&Aktenzeichen=VI%20R%2074/86
Timestamp: 2020-04-02 10:53:34+00:00

Document:
BFH, 29.04.1988 - VI R 74/86 - dejure.org
https://dejure.org/1988,1338
BFH, 29.04.1988 - VI R 74/86 (https://dejure.org/1988,1338)
BFH, Entscheidung vom 29.04.1988 - VI R 74/86 (https://dejure.org/1988,1338)
BFH, Entscheidung vom 29. April 1988 - VI R 74/86 (https://dejure.org/1988,1338)
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EStG 1982 § 32b, § 51 Abs. 4 Nr. 2; GG Art. 3 Abs. 1, Art. 20, Art. 14 Abs. 2, Art. 80 Abs. 1 Satz 2
Arbeitslosengeld - Progressionsvorbehalt - Brutto - Festsetzung von Bruttobeträgen - Ermächtigung des Bundesministers - Ermächtigung zum Erlaß einer Rechtsverordnung - Verfassungsmäßigkeit
Die Anwendung des Progressionsvorbehalts auf das Arbeitslosengeld und die dem Bundesminister der Finanzen erteilte Ermächtigung zur Festsetzung der Bruttobeträge bei Lohnersatzleistungen sind nicht verfassungswidrig
BFHE 153, 363
BB 1988, 1522
DB 1988, 1678
BStBl II 1988, 674
Eine solche Wertung läßt sich weder den Entscheidungsgründen noch der Bezugnahme auf das BFH-Urteil vom 29. April 1988 VI R 74/86 (BFHE 153, 363, BStBl II 1988, 674) entnehmen.
Im übrigen verweist das Gericht auf die Ausführungen im Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) vom 29. April 1988 (BStBl. II 1988 S. 674 ff.).
Angesichts der Entscheidung des Bundesfinanzhofs vom 29. April 1988 (BStBl. II 1988 S. 674 ff.) war den Beschwerdeführern nicht zuzumuten, zunächst eine Nichtzulassungsbeschwerde zu erheben, da eine abweichende Entscheidung nicht zu erwarten war (BVerfGE 9, 3 [7 f.]; 78, 155 [160]).
Eine Steuerregelung ist nicht schon dann willkürlich, wenn die mit ihr verbundenen Zielsetzungen nicht erreicht werden; entscheidend ist vielmehr, ob der Gesetzgeber die Regelung als taugliches Mittel zum Erreichen seiner Ziele angesehen hat und sie so ansehen konnte (Bundesfinanzhof - BFH -, Urteil vom 29. April 1988 VI R 74/86, BFHE 153, 363, 372, BStBl II 1988, 674).
Der Gesetzgeber war nicht gehindert, auch Leistungen dem Progressionsvorbehalt zu unterwerfen, die nicht zu den steuerbaren Einkünften zählten (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 29. April 1988 VI R 74/86, BFHE 153, 363, BStBl II 1988, 674).
Die Anwendung des Progressionsvorbehalts auf Lohnersatzleistungen begegnet auch keinen durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken (vgl. dazu im einzelnen BFH, Urteil vom 29. April 1988 - VI R 74/86 - BFHE 153, 363 ).
Rechtmäßigkeit der Einbeziehung von ausgezahlten Arbeitslosengeld in die …
Es geht im Streitfall um die gleichen Rechtsfragen wie im Verfahren VI R 74/86.
In diesem Verfahren hat der Senat durch Urteil vom 29. April 1988 VI R 74/86 (BFHE 153, 363) entschieden, daß das in § 32b Abs. 1 Nr. 1 EStG genannte Arbeitslosengeld bei Anwendung des Progressionsvorbehalts nach Abs. 2 Nr. 1 dieser Vorschrift mit Bruttobeträgen zu erfassen ist.
Das FG hat verfassungsrechtliche Zweifel bezüglich § 32 b EStG unter Hinweis auf das Urteil des BFH vom 29. April 1988 VI R 74/86 (BFHE 153, 363, BStBl II 1988, 674) verneint.

References: § 32
 § 51
 Art. 3
 Art. 20
 Art. 14
 Art. 80
 § 32
 § 32