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Timestamp: 2016-12-10 22:13:36+00:00

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3 Amtsärztliche Überprüfung
4 Zusammenarbeit mit Ärzten und Psychologen
5 Heilpraktikergesetz
10 Geschichte des Heilpraktikerberufs in Deutschland
10.1 Vor dem Zweiten Weltkrieg
10.2 Nach dem Zweiten Weltkrieg
Voraussetzung für die Zulassung ist ein Mindestalter von 25 Jahren, die körperliche und geistige Eignung für den Beruf (ärztliches Attest und polizeiliches Führungszeugnis) sowie ein Hauptschulabschluss und die Genehmigung durch das zuständige Gesundheitsamt. Die Zulassung wird durch eine schriftliche und mündliche Überprüfung erworben, die sicherstellen soll, dass von dem Kandidaten keine unmittelbare Gefahr für die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung ausgeht. Die Überprüfung enthält somit auch Fragen zum Basiswissen von Pathologie/Krankheitsbildern, Anatomie, Diagnose/Diagnostik und Pharmakologie, Therapie. Eine Ausbildung und Berufserfahrung in einem Beruf des Gesundheitswesens (z. B. Gesundheits- und Krankenpfleger, Medizinischer Fachangestellter, Rettungsassistent, etc.) können sich hier als förderlich zeigen.
Der umgangssprachliche Begriff einer „Heilpraktiker-Prüfung“ ist nicht korrekt, da es keine staatlich geregelte Ausbildung für die Tätigkeit des Heilpraktikers gibt und somit auch keine staatliche Prüfungsordnung. Es wird dabei überprüft, dass der Proband keine Gefahr für die Volksgesundheit darstellt. Der überprüfungsrelevante Stoff für die Vollzulassung als Heilpraktiker (im Unterschied zur sektoralen, also auf ein Teilgebiet eingeschränkten Erlaubnis zur Heilkundeausübung nach dem Heilpraktikergesetz) umfasst Bereiche der Medizin sowie fachpraktische Themengebiete und naturheilkundliche Bereiche. Folgende Fachgebiete sind insbesondere Gegenstand der amtsärztlichen Überprüfung:
Eine Reihe von Heilpraktikerschulen in ganz Deutschland[6] bieten deutschlandweit “Ausbildungen zum Heilpraktiker” an. Da es aber für die Prüfungsvorbereitung keine verbindliche Vorgaben gibt, variiert die Qualität der Schulen enorm. Interessenten sollten daher vor Abschluss eines Ausbildungsvertrages die einzelnen Schulen genau prüfen. Entscheidende Kriterien zur Wahl der richtigen Schule sind:
Bietet die Schule lediglich die Vorbereitung zur amtsärztlichen Überprüfung an, oder werden zusätzlich auch Verfahren der Naturmedizin unterrichtet?
Bietet die Schule lediglich theoretischen Unterricht an, oder gibt es auch praktischen Unterricht (Blutabnahme, Arbeit mit dem Stethoskop, Injektionstechniken, Inspektion (Anschauen), Palpation (Abtasten), Perkussion (Abklopfen), Auskultation (Abhören)… Dieser Aspekt ist vor allem bei Fernlehrgängen, die naturgemäß theorielastig sind, zu beachten.
Bietet die Schule spezielle, intensive Prüfungsvorbereitungen auf die schriftliche oder mündlich amtsärztliche Überprüfung an? (Repetitorien, Intensivseminare, Prüfungssimulation…)
Darüber hinaus ist es empfehlenswert mit Absolventen der einzelnen Schulen Kontakt aufzunehmen und sie nach deren Erfahrungen zu befragen.
In Ergänzung zum Heilpraktikergesetz bestehen Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die vom Reichsminister des Inneren erlassen werden.[7]
Im Einzelfall wird kritisiert, dass eine wirksame Behandlung erst nach einer deutlichen Krankheitsverschlimmerung angewendet werde. Diese Kritik treffe auf seriöse Heilpraktiker nicht zu.[8][9] In einem Testbericht von 2006 in Ökotest, in dem sich ein Proband mit einem tatsächlich vorliegenden Krankheitsbild bei 20 zufällig ausgewählten Heilpraktikern vorstellte und behandeln ließ, schnitten diese sehr unterschiedlich ab. Vier Heilpraktiker stufte der Tester als gut ein, die Behandlung von fünf Therapeuten beurteilte er als gefährlich. Andere hätten sorgfältig bei der Befunderhebung und Diagnosestellung gearbeitet, „allerdings eher zweifelhafte Therapien vorschlagen“, die nicht geschadet, aber auch nicht geholfen hätten.[10] Die Stiftung Warentest kommt in ihrer Zeitschrift „test“ 2008 im Rahmen einer Stichprobe bei 40 Heilpraktikern zu einem insgesamt positiven Testergebnis über die Arbeit. „Bewertet wurden der Service und die Vorabinformation, die Anamnese, die Diagnostik, die Informationen zur Therapie und die Gesprächsatmosphäre“ im Rahmen eines Erstgespräches.[11]
Heilpraktiker unterliegen keiner strafrechtlichen Verschwiegenheitspflicht, da der Beruf keine staatlich geregelte Ausbildung erfordert.[12]
Nach § 611 BGB ist die Höhe der Vergütung der freien Vereinbarung zwischen Heilpraktiker und Patient überlassen. Wenn beim Zustandekommen des Behandlungsvertrages über eine Vergütung nicht gesprochen wurde, so gilt nach § 612 BGB das GebüH als vereinbart. Das von den Heilpraktikerverbänden herausgegebene Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH, auch GebüH85) gibt für die meisten Positionen Anhaltswerte für die Abrechnung mit dem Patienten vor. Das GebüH wurde 1985 herausgegeben und seitdem nicht mehr aktualisiert. Dies hat zur Folge, dass eine Abrechnung nach GebüH für die meisten Heilpraktiker nicht mehr wirtschaftlich sein kann. Um eine Wirtschaftlichkeit zu erreichen, werden die Höchstsätze des GebüH mit Hinweis im Behandlungsvertrag überschritten oder analog nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Der Honorarrahmen stellt allerdings keine Aussage darüber dar, in welchem Umfange Leistungen von Krankenversicherungsträgern letztlich übernommen werden. Die Behandlungskosten für Heilpraktiker sind bei Beamten in der Regel beihilfefähig und werden ansonsten von privaten Krankenversicherungen übernommen, sofern der abgeschlossene Tarif das vorsieht. Seit einigen Jahren besteht für gesetzlich krankenversicherte Klienten die Möglichkeit, über private Zusatzversicherungen eine Kostenerstattung von Heilpraktikerleistungen zu versichern, so wie es für Zahnersatz und andere Sonderleistungen üblich ist. Seit Anfang 2005 bieten fast alle gesetzlichen Krankenversicherungen entsprechende Zusatzversicherungen an, die über private Versicherungspartner abgewickelt werden. Infolge der Gesundheitsreform von 2003 dürfen die Kosten für nicht verschreibungspflichtige Medikamente, von einigen Ausnahmen abgesehen, generell nicht mehr von den Krankenkassen übernommen werden – damit auch die meisten Arzneien der Phytotherapie (Pflanzentherapie) und der Homöopathie.
Promovierte oder habilitierte Heilpraktiker müssen darauf achten, dass ihr Titel nicht den Anschein erweckt, sie wären Ärzte. Daher muss der jeweilige Titel (z. B. Dr. rer. nat.) stets vollständig angegeben werden.
Am 17. Februar 1939 wurde das Heilpraktikergesetz (HeilprG) mit seiner Ersten Durchführungsverordnung (1. DVO) verkündet. Trotz der Regelung des Berufes war das Heilpraktikergesetz von vornherein als Aussterbegesetz für den Berufsstand des Heilpraktikers geplant gewesen, wobei es eine geheime Absprache zwischen Naziführung und Reichsärztekammer gegeben haben soll. In der ursprünglichen Fassung des Gesetzes wird dies z. B. in § 2 deutlich: „Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, bisher berufsmäßig nicht ausgeübt hat, kann eine Erlaubnis nach § 1 in Zukunft nur in besonders begründeten Ausnahmefällen erhalten.“. Über die besonders begründeten Ausnahmen hatte dann die Nazi-Standesorganisation zu entscheiden. Auch der § 4, der die Ausbildung verbietet, ist interessant: „Es ist verboten, Ausbildungsstätten für Personen, die sich der Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes widmen wollen, einzurichten oder sie zu unterhalten.“ In der 1. Durchführungsverordnung wurde den Antragstellern in § 1 nur eine Frist bis zum 1. April 1939 eingeräumt, um sich zur Erlaubniserteilung anzumelden. In § 2 wurde die Erlaubnis neben den bekannten Ausschlüssen auch nicht erteilt, „wenn er (der Antragsteller) oder sein Ehegatte nicht deutschen oder artverwandten Blutes ist,“ oder „wenn er nicht im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte ist“. Vor der Entscheidung über den Antrag war im übrigen die Deutsche Heilpraktikerschaft anzuhören.
↑ Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz)
↑ [1], Bericht des Bayrischen Rundfunks über das Berufsbild des Heilpraktikers
↑ Überblick: Heilpraktikerschulen in Deutschland
↑ Stiftung Warentest: Heilpraktiker: Gesamteindruck positiv, in: test, Heft 03/2008 (abgerufen am: 03. Jan. 2013)
Quelle: Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Heilpraktiker
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References: § 611
 § 612
 § 2
 § 1
 § 4
 § 1
 § 2