Source: https://webzoom.freewebs.com/outcastsforjesus/haeresien
Timestamp: 2020-07-07 13:13:13+00:00

Document:
Katholisch Leben! - Haeresien
Man unterscheidet die materielle von der formellen Häresie. Der formellen Häresie macht sich ein Getaufter schuldig, der wissentlich eine der Lehre der Kirche entgegenstehende Lehre öffentlich vertritt oder eine durch göttlichen und kirchlichen Glauben (fide divina et catholica) festzuhaltende Wahrheit hartnäckig positiv leugnet. Der hl. Thomas von Aquin lehrt: „Demnach ist Häresie eine Art des Unglaubens, geltend für solche, die zwar den Glauben Christi bekennen, aber seine Lehrsätze entstellen.“ (IIa-IIae q.11 a.1) Und weiter: „Wenn aber jemand, nachdem die Festlegung eines Glaubenssatzes durch die Autorität der Gesamtkirche erfolgt ist, einer solchen Anordnung hartnäckig widerstrebte, würde er als Häretiker angesehen.“ (ibid. q.11 a.2)
Bei der systematisch wesentlichen Frage schließlich, ob eine Position häretisch ist, ob es sich um eine sententia haeretica handelt, kommt es lediglich auf den objektiven Widerspruch zum katholischen Dogma an. Die kirchenrechtlich relevante und ad hominem vielleicht interessante Frage, ob sie dabei von einem formellen oder materiellen Häretiker vorgetragen wurde bzw. ob der jeweilige Theologe es (an und für sich) doch nur gut gemeint habe und im Grunde genommen dem Glauben der Kirche dienen wollte, ist in diesem Zusammenhang nicht von Bedeutung.
"Es ist das angeborene und eigene Recht der Kirche, straffällig gewordene Gläubige durch Strafmittel zurechtzuweisen." (CIC)
(Quelle: http://kathpedia.com/index.php?title=H%C3%A4resie)
Kongregation für die Glaubenslehre im Pontifikat von Papst Johannes Paul II.
(Offizieller lateinischer Text: AAS 77 (1985) 1169-1170; DOCUMENTA 59)
Art. 1. Die Kongregation für die Glaubenslehre hat die Aufgabe, die Glaubens- und Sittenlehre in der ganzen katholischen Kirche zu fördern und zu schützen.[1] In der Erfüllung dieser Aufgabe leistet sie einen Dienst an der Wahrheit und schützt sie das Recht des Volkes Gottes auf die getreue und vollständige Verkündigung des Evangeliums. Damit Glaube und Sitten durch verbreitete Irrtümer keinen Schaden leiden, hat sie auch die Pflicht, Schriften und Meinungen zu überprüfen, die dem rechten Glauben entgegengesetzt oder gefährlich scheinen.[2]
Art. 2. Dieser pastorale Grundauftrag kommt ferner allen Hirten der Kirche zu. Sie haben die Pflicht und das Recht, sowohl als einzelne, wie auch in Partikularkonzilien oder Bischofskonferenzen versammelt, darüber zu wachen, daß Glaube und Sitten bei den ihnen anvertrauten Gläubigen keinen Schaden nehmen.[3] Zu diesem Zweck können sie sich auch der Glaubenskommissionen bedienen, die institutionalisierte Beratungsorgane für die Bischofskonferenzen und die einzelnen Bischöfe in ihrer Sorge um die Glaubenslehre darstellen.[4] Dabei bleibt aber das Prinzip unangetastet, daß der Heilige Stuhl zu jeder Zeit intervenieren kann; dies tut er normalerweise dann, wenn der Einfluß einer Veröffentlichung über die Grenzen einer Bischofskonferenz hinausgeht oder der Glaube einer besonders schweren Gefahr ausgesetzt ist.[5] In diesem Fall hält sich die Glaubenskongregation an die im folgenden beschriebene Verfahrensweise.
Art. 3. Die angezeigten, wie auch immer verbreiteten Schriften und Lehrmeinungen werden vom zuständigen Ufficio einer aufmerksamen Lektüre unterzogen, deren Ergebnis dem Congresso zur Prüfung vorgelegt wird. Nach einer ersten Bewertung der Gewichtigkeit der Frage entscheidet der Congresso, ob ein Studium durch das Ufficio vorzunehmen ist oder nicht.
Art. 4. Nach Feststellung seiner Authentizität wird die Schrift unter Mitarbeit eines oder mehrerer Konsultoren oder anderer Fachleute einer sorgfältigen Prüfung unterzogen.[6]
Art. 5. Das Ergebnis dieser Prüfung wird dem Congresso vorgetragen, der darüber entscheidet, ob es ausreichend ist, um bei den örtlichen Autoritäten zu intervenieren, oder ob eine ausführlichere Prüfung gemäß den beiden vorgesehenen Verfahrensweisen, dem ordentlichen oder dringlichen Lehrprüfungsverfahren,[7] erforderlich ist.
Art. 8. Das ordentliche Prüfungsverfahren wird angewandt, wenn eine Schrift schwere lehrmäßige Irrtümer zu enthalten scheint, deren Aufdeckung ein sorgfältiges Unterscheidungsvermögen erfordert und deren möglicher negativer Einfluß auf die Gläubigen nicht zu besonderer Eile anzutreiben scheint. Dieses Verfahren hat zwei Phasen: die interne Phase, die aus der am Sitz der Kongregation vorgenommenen Voruntersuchung besteht,[9] und die externe Phase, welche die Beanstandung und den Dialog mit dem Autor vorsieht.[10]
Art. 11. Der Bericht des Ufficio, der alle zur Prüfung des Falles nützlichen Unterlagen, die Gutachten der Fachleute und die Darstellung des «relator pro auctore» enthält, wird der Consulta zugeleitet.
Art. 12. Zur Consulta können neben den Konsultoren, dem «relator pro auctore», dem Ordinarius des Autors, der sich nicht vertreten lassen kann und an die Schweigepflicht gebunden ist, auch die Fachleute eingeladen werden, welche die Gutachten vorbereitet haben.[11] Der «relator pro auctore» stellt zu Beginn der Diskussion den Sachverhalt in einer umfassenden Stellungnahme dar. Danach geben der Ordinarius des Autors, die Fachleute und alle Konsultoren mündlich und schriftlich ihr Gutachten zum Inhalt der untersuchten Veröffentlichung ab. Der «relator pro auctore» und die Fachleute können auf mögliche Einwände antworten und Klarstellungen vorschlagen.
Art. 15. Die Entscheidungen der Sessione ordinaria werden dem Papst vorgelegt.[13]
Art. 18. Vorgesehen ist auch die Möglichkeit einer persönlichen Begegnung des Autors mit Vertretern der Kongregation. Dabei ist auch dessen Ratgeber anwesend, der an dem Gespräch aktiv teilnimmt. In diesem Fall haben die Vertreter der Kongregation, die vom Congresso bestimmt werden, ein Gesprächsprotokoll abzufassen und dieses zusammen mit dem Autor und seinem Ratgeber zu unterschreiben.
Art. 19. Falls der Autor die geforderte schriftliche Antwort nicht übermittelt, trifft die Sessione ordinaria die entsprechenden Entscheidungen.
Art. 20. Der Congresso prüft die schriftliche Antwort des Autors sowie das Protokoll des eventuell erfolgten Gesprächs. Falls diese wirklich neue lehrmäßige Elemente enthalten, die eine eingehendere Bewertung erfordern, entscheidet er, ob die Frage erneut der Consulta vorzulegen ist, die durch andere Fachleute erweitert werden könnte, auch durch den gemäß Art. 17 bestimmten Ratgeber des Autors. Im gegenteiligen Fall werden die schriftliche Antwort und das Gesprächsprotokoll direkt der Sessione ordinaria zur Beurteilung unterbreitet.
Art. 28. Sollte der Autor die angezeigten Irrtümer nicht in befriedigender Weise und in angemessener öffentlicher Form richtigstellen und die Ordentliche Versammlung zur Schlußfolgerung kommen, daß er sich die Straftat der Häresie, der Apostasie oder des Schismas zugezogen hat,[14] schreitet die Kongregation zur Erklärung der latae sententiae zugezogenen Strafen;[15] gegen diese Erklärung ist eine Beschwerde nicht zugelassen.
Art. 29. Wenn die Sessione ordinaria das Vorhandensein von lehrmäßigen Irrtümern feststellt, die keine Strafen latae sententiae vorsehen,[16] handelt die Kongregation nach Maßgabe des universalen[17] bzw. Eigenrechts.[18]
Papst Johannes Paul II. hat in der dem unterzeichneten Kardinalpräfekten am 30. Mai 1997 gewährten Audienz die vorliegende Ordnung, die in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden war, gebilligt und die Art. 28-29 in forma specifica approbiert und deren Veröffentlichung angeordnet contrariis quibuslibet non obstantibus.
† Tarcisio Bertone, S.D.B.
↑ Vgl. Apostolische Konstitution Pastor bonus, Art. 48: AAS 80 (1988) 873.
↑ Vgl. ebd., Art. 51, Nr. 2 und Regolamento proprio della Congregazione per la Dottrina della Fede, Art. 4b.
↑ Vgl. CIC, can. 823 §§ 1,2; CCEO, can. 652 § 2.
↑ Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben über die Glaubenskommissionen, 23. November 1990, Nr. 3.
↑ Vgl. Regolamento proprio della Congregazione per la Dottrina della Fede, Art. 74.
↑ Vgl. ebd., Art. 66 § 2.
↑ Vgl. CIC, cann. 134 §§ 1,2; 295 § 1; CCEO, can. 984 §§ 1-3.
↑ Vgl. Nr. 8-15.
↑ Vgl. Nr. 16-22.
↑ Vgl. Apostolische Konstitution Pastor bonus, Art. 12: AAS 80 (1988) 855.
↑ Vgl. AAS 81 (1989) 104f.
↑ Vgl. Regolamento proprio della Congregazione per la Dottrina della Fede, Art. 16 § 2 und Art. 77.
↑ Vgl. CIC, can. 751.
↑ Vgl. CIC, can. 1364 § 1; CCEO, cann. 1436 § 1 und 1437.
↑ Vgl. CIC, can. 752; CCEO, can. 599.
↑ Vgl. CIC, can. 1371, n. 1; CCEO, can. 1436 § 2.
↑ Vgl. Apostolische Konstitution Pastor bonus, Art. 52: AAS 80 (1988) 874.
(Quelle: http://kathpedia.com/index.php?title=Agendi_ratio_in_doctrinarum_examine)

References: Art. 1

Art. 2

Art. 3

Art. 4

Art. 5

Art. 8

Art. 11

Art. 12

Art. 15

Art. 18

Art. 19

Art. 20
 Art. 17

Art. 28

Art. 29
 Art. 28
 Art. 48
 Art. 51
 Art. 4
 § 2
 Art. 74
 Art. 66
 § 2
 § 1
 Art. 12
 Art. 16
 § 2
 Art. 77
 § 1
 § 1
 § 2
 Art. 52