Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=12.12.2005&Aktenzeichen=II%20ZR%20283%2F03
Timestamp: 2019-08-19 02:48:59+00:00

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BGH, 12.12.2005 - II ZR 283/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,28
BGH, 12.12.2005 - II ZR 283/03 (https://dejure.org/2005,28)
BGH, Entscheidung vom 12.12.2005 - II ZR 283/03 (https://dejure.org/2005,28)
BGH, Entscheidung vom 12. Dezember 2005 - II ZR 283/03 (https://dejure.org/2005,28)
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Haftung eines neu eintretenden BGB-Gesellschafters für bekannte oder ohne weiteres erkennbare Altverbindlichkeiten der GbR (hier: Versorgungsverträge Gas, Wasser, Strom)
BGB-Gesellschaft: Haftung des eintretenden Gesellschafters für Altverbindlichkeiten; Kein Schutz des Vertrauens auf den Fortbestand einer Rechtslage vor der Publikation eines Urteils; Voraussetzung einer analogen Haftung eines Neugesellschafters für Altverbindlichkeiten auf Grund eines Dauerschuldverhältnisses; Zeitpunkt der Begründung einer rechtsgeschäftlichen Verbindlichkeit
Haftung des Neugesellschafters einer GbR für bei nur geringer Aufmerksamkeit erkennbare Altverbindlichkeiten (hier: aus Versorgungsverträgen)
Zur Frage der Haftung des Neugesellschafters einer GbR für Altverbindlichkeiten
Haftung des Neugesellschafters für Altverbindlichkeiten
Kooperationen - BGH schränkt Vertrauensschutz bei derHaftung für Altschulden einer GbR ein
Haftung des einer GbR beitretenden Gesellschafters für Altverbindlichkeiten
Zur Haftung des Neugesellschafters für Altverbindlichkeiten; Recht der freien Berufe, Gesellschaftsrecht
Haftung des GbR-Neugesellschafters für Altverbindlichkeiten - Gaslieferung in Mietshäusern
Haftung des Neugesellschafters einer GbR für Altverbindlichkeiten
Haftung von GbR-Gesellschaftern für Altschulden
Haftung für Altverbindlichkeiten eines beitretenden BGB-Gesellschafters
Vertrauensschutz eintretender BGB-Gesellschafter vor Altschulden eingeschränkt
Kenntnis oder mögliche Kenntnis vom Vorhandensein von Altverbindlichkeiten begründet Haftung eines GbR-Neugesellschafters - kein Vertrauensschutz wegen neuer Rechtsprechung
Neugesellschafter einer GbR haften für bekannte Altverbindlichkeiten der Gesellschaft
Wann haftet ein Neugesellschafter für Altverbindlichkeiten der GbR? (IBR 2006, 175)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 12.12.2005, Az.: II ZR 283/03 (Haftung des einer GbR beitretenden Gesellschafters für Altverbindlichkeiten)" von RiAG Dr. Nils Abram, original erschienen in: DZWIR 2006, 166 - 170.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 12.12.2005, Az.: II ZR 283/03 (Haftung des Neugesellschafters einer BGB-Gesellschaft für Altverbindlichkeiten)" von WissMit. Andreas Hoger, original erschienen in: DB 2006, 153 - 154.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 12.12.2005, Az.: II ZR 283/03 (Haftung des einer GbR beitretenden Gesellschafters für Altverbindlichkeiten)" von Prof. Dr. Christoph Ann, LL.M., original erschienen in: JA 2006, 322 - 324.
Zusammenfassung von "Neues zur Haftung des Eintretenden für Altverbindlichkeiten der GbR: Das partielle Ende des Vertrauensschutzes für Altfälle" von Prof. Dr. Ulrich Segna, original erschienen in: NJW 5/2006, 1566 - 1569.
Kurznachricht zu "Haftung des eintretenden BGB-Gesellschafters - Rücknahme des Vertrauensschutzes durch den BGH?" von RA Dr. Oliver Klerx, LL.M., original erschienen in: NWB 2006, 3655 - 3656.
VersR 2005, 1712
NZG 2006, 106
Er hat jedoch offen gelassen, ob dies auch für berufshaftungsrechtliche Verbindlichkeiten der Gesellschaft zutrifft (BGHZ 154, 370, 377; vgl. zuletzt BGH, Urt. v. 12. Dezember 2005 - II ZR 283/03, WM 2006, 187, 188).
bb) Allerdings hat der II. Zivilsenat wiederum offen gelassen, ob das in § 128 HGB zum Ausdruck kommende Haftungsprinzip auf die berufshaftungsrechtlichen Verbindlichkeiten der Gesellschaft zutrifft (BGHZ 154, 370, 377; vgl. zuletzt BGH, Urt. v. 12. Dezember 2005 aaO).
So liegt der Fall hier nicht, weil es sich bei einem Versorgungsvertrag über die Lieferung von Strom um einen Bezugsvertrag (Dauerlieferungsvertrag) und damit um ein echtes Dauerschuldverhältnis handelt (…Palandt/Grüneberg BGB 72. Aufl. vor § 311 Rn. 28, 30) und es für die Begründung der hieraus resultierenden Forderungen auf den Abschluss des Dauerschuldvertrags und nicht auf die daraus hervorgehenden Einzelverbindlichkeiten ankommt (BGH Urteil vom 12. Dezember 2005 - II ZR 283/03 - NJW 2006, 765 mit weiteren Nachweisen).
Nimmt der Insolvenzverwalter einen nachträglich der Gesellschaft bürgerlichen Rechts beigetretenen Gesellschafter wegen einer Vielzahl von Gesellschaftsverbindlichkeiten in Anspruch, so hat er die einzelnen Verbindlichkeiten nach Entstehungszeitpunkt und Schuldgrund darzulegen, weil der Gesellschafter für Neuverbindlichkeiten uneingeschränkt, aber nur für solche Altverbindlichkeiten haftet, die er kannte oder die für ihn erkennbar waren (vgl. Sen.Urt. v. 12. Dezember 2005 - II ZR 283/03, ZIP 2006, 82).
Wie der Senat zwischenzeitlich klargestellt hat, haftet der Neugesellschafter jedoch mangels insofern bestehender Schutzbedürftigkeit für solche Altverbindlichkeiten, die er bei seinem Eintritt in die Gesellschaft kennt oder die er bei auch nur geringer Aufmerksamkeit hätte erkennen können (Sen.Urt. v. 12. Dezember 2005 - II ZR 283/03, ZIP 2006, 82, 84 Tz. 16).
Die von der Revision angesprochene Haftung von Gesellschaftern für Altschulden der GbR ist spätestens durch das Urteil des II. Zivilsenats vom 12. Dezember 2005 (II ZR 283/03, WM 2006, 187, 188) geklärt, so dass eine Abgabe der Sache an den II. Zivilsenat nicht zweckmäßig erscheint (GVPl. A VI Nr. 2 a).
Ein Neugesellschafter ist in seinem Vertrauen auf den Fortbestand der vor der Publikation des Urteils vom 7. April 2003 bestehenden Rechtslage nicht geschützt, sondern haftet analog § 130 HGB, wenn er die Altverbindlichkeiten, für die er in Anspruch genommen wird, bei seinem Eintritt in die Gesellschaft kennt oder wenn er deren Vorhandensein bei auch nur geringer Aufmerksamkeit hätte erkennen können (BGH, Urteil vom 12. Dezember 2005 - II ZR 283/03, WM 2006, 187, 188).
Allerdings gebieten das Rechtsstaatsgebot und der daraus folgende Grundsatz des Vertrauensschutzes, in jedem einzelnen Fall einer mit Rückwirkung verbundenen Rechtsprechungsänderung an den Kriterien der Verhältnismäßigkeit und Zumutbarkeit zu prüfen, ob den Interessen des auf die Fortgeltung der bisherigen Rechtslage Vertrauenden Vorrang gegenüber der materiellen Gerechtigkeit einzuräumen ist (BVerfGE 59, 128, 165; BGH, Urteil vom 29. Februar 1996 - IX ZR 153/95, BGHZ 132, 119, 130 f.; Urteil vom 12. Dezember 2005 - II ZR 283/03, ZIP 2006, 82 Rn. 16).
Die von einem Teil der Kläger angesprochene Haftung von Gesellschaftern für Altschulden der GbR entsprechend § 130 HGB ist spätestens durch das Urteil des II. Zivilsenats vom 12. Dezember 2005 (II ZR 283/03, WM 2006, 187, 188) geklärt, so dass eine Abgabe der Sache an den II. Zivilsenat nicht zweckmäßig erscheint (Geschäftsverteilungsplan A VI Nr. 2a).
(1) Nach der Entscheidung des II. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 12. Dezember 2005 (II ZR 283/03, WM 2006, 187, 188) muss ein Neugesellschafter für bereits begründete Verbindlichkeiten der GbR entsprechend § 130 HGB grundsätzlich in vollem Umfang persönlich und mit seinem Privatvermögen einstehen, wenn er sie bei seinem Eintritt in die Gesellschaft kennt oder wenn er deren Vorhandensein bei auch nur geringer Aufmerksamkeit hätte erkennen können.
Die §§ 128 ff. HGB sind grundsätzlich analog auf die Haftung der Gesellschafter einer GbR anwendbar (begonnen mit Urteil des BGH vom 29. Januar 2001, II ZR 331/00, BGHZ 146, 341 ff., das sich auf die Entscheidung vom 27. September 1999, II ZR 371/98, BGHZ 142, 315 ff. stützt; vgl. auch Urteil des BGH vom 7. April 2003, II ZR 56/02 und Urteil vom 12. Dezember 2005, II ZR 283/03;… vgl. auch Nobbe, a.a.O., S. 9).
Soweit die Berufungskläger einwenden bzw. zumindest in 1. Instanz ausgeführt haben, sowohl der Abschluss des Darlehensverträge als auch der jeweilige Beitritt zu der Fondsgesellschaft seien vor der Rechtsprechungsänderung zur Haftung von Neugesellschaftern für Altschulden analog § 130 HGB erfolgt, weshalb ihnen nach Maßgabe der Grundsätze der Rechtsprechung, insbesondere der Entscheidung des BGH vom 12. Dezember 2005 (II ZR 283/03) Vertrauensschutz hinsichtlich des Fortbestands der alten Rechtsprechung zur Frage der Haftung von Neugesellschaftern für Altschulden zuzubilligen sei, verhilft dies den Berufungen nicht zum Erfolg.
Nach inzwischen gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. Urteil vom 7. April 2003, II ZR 56/02; Urteil vom 12. Dezember 2005, II ZR 283/03) ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts rechtsfähig mit der Folge, dass sich die persönliche Haftung ihrer Gesellschafter für die Gesellschaftsverbindlichkeit aus den für die OHG und die KG geltenden Vorschriften der §§ 128 ff HGB ergibt.
Da eine rückwirkende Haftung von berufsfremden Sozietätsmitgliedern nicht in Betracht kommt (vgl. BGHZ 154, 370, 377; BGH, Urt. v. 12. Dezember 2005 - II ZR 283/03, ZIP 2006, 82, 84 Rn. 15; ferner Beschl. v. 12. Juli 2007 - IX ZA 2/04), sind die zum damaligen Zeitpunkt maßgeblichen Umstände für die Frage beachtlich, mit wem der hier in Rede stehende Beratungsvertrag zustande gekommen ist.
Wie er in seinem erst nach der angefochtenen Entscheidung erlassenen Urteil vom 12. Dezember 2005 (II ZR 283/03, WM 2006, 187, 188) näher ausgeführt hat, ist ein Neugesellschafter aber in seinem Vertrauen auf den Fortbestand der vor dem Urteil vom 7. April 2003 bestehenden Rechtslage nicht geschützt, sondern haftet entsprechend § 130 HGB, wenn er die Altverbindlichkeit, für die er in Anspruch genommen wird, bei seinem Eintritt in die Gesellschaft kennt oder wenn er deren Vorhandensein bei auch nur geringer Aufmerksamkeit hätte erkennen können.
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 § 311
 § 130
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