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Timestamp: 2017-07-24 19:38:27+00:00

Document:
Ländle Magazin - Warm.13 by Ländle Magazin - issuu
Warm.13
laendlemagazin.comNationalratswahlWer die
InterviewPhilipp Lingg
Ăźber Vorarlberg
UmweltschutzDas Bienensterben
betrifft uns alle!Tattoo
Susanne Wehinger (Modedesignerin) im InterviewIch mache keine Mode, sondern textile Kunst.â&#x20AC;&#x2030;<<>>Rubrik-/Artikelname2laendlemagazin.comImpressum:Herausgeber: Ländle Magazin, Chris
Feurstein, Fluh 7 / 7, 6900 Bregenz,
info@laendlemagazin.com,
Chefredaktion: Chris Feurstein &
Redaktion: Chris Feurstein,
Cornelia Bachträgl, Maximilian
Feurstein & Katharina Germann
Lektorin: Sophia Immler
Freie Autoren: Mag. Astrid Öster­
reicher, Andrea Bachträgl
Gestaltung & Grafik: Chris Feur­
stein & Cornelia Bachträgl
Coverfoto: Markus Gmeiner Starke
Fotografie, markusgmeiner.com
Erscheinung: 2 x jährlich
Anzeigenverkauf: Chris Feurstein,
c.feurstein@laendlemagazin.com
Copyright: Ländle Magazin 2013
Die Aussagen der Interview­partner
und der Verfasser der Gastbeiträge
müssen nicht unbedingt mit der
Meinung der Redaktion überein­
stimmen. Der Lesefreundlichkeit zu­
liebe verzichten wir auf »Gendern«.
Um evtl. Diskriminierung vorzu­
beugen, beziehen sich personen- und
berufsbezogene Bezeichnungen
dieser Ausgabe ausdrücklich auf
© Alle Rechte, auch die zur
Über­nahme von Beiträgen und
Ab­bildung nach § 44 Abs. 1 und 2
des Ur­heber­recht­gesetzes, sind
vorbehalten. Nachdruck, Aufnahme
in Onlinedienste und Internet sowie»Hüte dich vor den Gezeichneten«,
haben unsere Großeltern noch gemahnt. Damals waren
die »Gezeichneten« meist Knackies oder andere zwielichtige
Gestalten. Heute aber sind sie z.B. gefragte Künstler oder
Models und setzen weltweit Trends.
Wir wollten uns mit der Kunst, die unter die Haut geht, näher
beschäftigen. Deshalb dreht sich im Ländle Magazin vieles
um das Thema »Tattoo«. So haben wir zum Beispiel mit Andy
Haller von Fat Foogo über Klischees und »seine« Tattoo
Convention gesprochen.
Passend dazu war ein weiteres Highlight unser Covermodel-­
Contest, bei dem wir gemeinsam mit unserer FacebookCommunity einen Sieger wählen konnten. Und beim VeggieShooting unterstützte uns das Tattoo-Model Sandy P.Peng.
Was gibt es sonst noch in diesem Heft? Wir setzten uns mit
unserem Vorarlberger Dialekt auseinander, der langsam zu
verschwinden droht. Philipp Lingg von HMBC konnte uns im
Interview noch einige lustige Gsiberg-Vokabeln beibringen.
Ach ja, du hältst im Augenblick die Ländle Magazin-Erstaus­
gabe in den Händen. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!Verviel­f ältigung auf Datenträgern
jeglicher Art nur nach schriftlicher
Genehmigung der Redaktion. Alle
Foto: Matthias Dietrich (studiofasching.at)Auskünfte ohne Gewähr. Für unver­Chris Feurstein & Cornelia Bachträgllangt eingesendete Texte, Fotos und
Gegenstände wird keine Haftung
übernommen.Vorarlberg und me-e-ehCornelia Bachträgl - Chefredaktion, Gestaltung & Musik
Maximilian Feurstein - Kino & TV
Katharina Germann - Kolumnen & Web
Chris Feurstein - Chefredaktion, Gestaltung & Anzeigenverkauf3InhaltInhalt
T entiov
Con terviewr:
I m I y H a ll
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teab Seite10ch
G e s e r foto
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Diale iew:t e rv
I m I n p L i ngg
Pab S4eite 32e 78laendlemagazin.comEditorial & Impressum -3-Musik
Too Matsch – OpenAir St. Gallen -35Musikempfehlungen -40-CoverScott Matthew -42-Cover-Contest -6-Musik-Geheimtipp -44Album-Neuerscheinungen 2013 -45-CoverstoryVeranstaltungstipps -46-Interview mit Andy Haller (Fat Foogo) -10Interview mit Susanne Wehinger
(Van Art Graziadei) -14-Natur
Bienensterben -48Interview mit Simon Vetter (Vetterhof) -52-PolitikVielfalt ist schlecht? -56-Die Qual der Wahl -18-Veggie Day – Nachhaltige Ernährung -58-Interview mit Mario Wieser (Piraten) -20-Sonstige Themen
FilmUnikate & Selbstgemachtes -60-Grindhouse -22-Interview mit Dominik SchmidNeu im Kino -26MovieLeaks – News & Gerüchte -27-vom HC Alpla Hard -61Einsatz fürs Frühstücksteam -64Reisetipp: Peru -66-Rettet das GsiInterview mit Fotograf Jakob Kasimir -68-Interview mit MMag. Lukas Österle -28-Aus dem Leben einer Shopaholic -72-Interview mit Philipp Lingg (HMBC) -32-Online
Business40 Tage ohne Facebook -76-Vitamin B-Mangel? -34-Facebook-Hoaxes -80From the Blog -82-Das Letzte -835CoverstoryCoverfoto
hinter unserem6laendlemagazin.comUm unser Titelthema, die Tattoos, autentischer zu gestalten, hielten wir es für besonders wichtig, einen Covermodel-Contest
auszuschreiben. Unsere einzige Bedingung
war: Tätowiert sollten die Kandidaten sein.
Und wenn wir von »tätowiert« sprechen,
meinen wir mehr als einen Delphin auf
Viele Einsendungen, manche freizügiger als
erwartet, erreichten die Redaktion.Fotos: Alexa © Philipp Schilcher, Mathias © Diana Saranora, Frenzy © brennpunkte.com, Marion & Florence © TigerlillyDie Jury
Eine qualifizierte Jury aus verschiedenen
designlastigen Branchen bestimmte die fina­
len fünf Kandidaten: Coverfotograf Markus
Gmeiner (markusgmeiner.com), Designerin
Susanne Wehinger alias »Van Art Grazi­
adei« (van-art.at) und als Tattoo-Insider
Andy Haller von Fat Foogo (fat-foogo.at).
Andy organisert heuer bereits zum sechsten
Mal die internationale Tattoo Convention
in Bregenz. Außerdem waren Cornelia und
Chris (Ländle Magazin-Chefredaktion) in
der Jury tätig.
Wir vereinbarten, dass die Entscheidung zu
50 % von der Jury und zu 50 % von unserer
Facebook-Community getroffen werden soll.
Die Jury wählte also fünf Finalisten aus,
kurz darauf startete die Wahl auf Facebook.
Wichtig war, dass jeder Kandidat so viele
Freunde wie nur möglich mobilisiert und
diese dann sein Foto »liken«. Das Feedback
war enorm! Wir möchten uns an dieser
Stelle bei allen Kandidaten und Fans fürs
Mitmachen bedanken.
Der Sieger beider Abstimmungen war der
Betreiber der Bregenzer Bar »Lowlife«
Mathias. Gewonnen hat er neben einem Tat­
too-Gutschein von Fat Foogo und Eintritts­
karten zur Tattoo-Convention auch das
Fotoshooting mit dem Profi-Fotografen und
Jury-Mitglied Markus Gmeiner.
Welche Fotos dabei unter anderem entstan­
den sind, seht ihr auf der folgenden Doppel­
seite und natürlich auf unserem Cover.
7CoverstoryFotos: Markus Gmeinerlaendlemagazin.comCoverstory	Tattoo
ConventionAndy Haller (39), Geschäftführer des Tattoostudios »Fat Foogo« in Bregenz,
erzählt im Interview von seinen Leidenschaften, dem Tätowieren, der Tattoo
Convention und was er sonst so gerne macht.
Hi Andy, ihr seid vor kurzem um­
gezogen. Wie läuft's im neuen Studio?
Super! Alle sind von den neuen
Räumlichkeiten sehr begeistert!
Und unsere Kunden finden es cool,
dass sie keinen Parkplatz mehr su­
chen müssen, sondern direkt vor
dem Studio parken können.Namen gemacht, du organisierst die
Internationale Tattoo Convention, die
jährlich im Festspielhaus stattfindet,
heuer schon zum sechsten Mal. Hät­
test du das geglaubt, als du die Erste
organisiert hast?Aber nicht nur wenn's ums Täto­
wieren selbst geht, hast du dir einen
10Welt ist. Sauber, hell und professio­
nell! Genau das Richtige für meine
Tattoo Convention. Jetzt kommen
die Artisten aus der ganzen Welt
und alle sind begeistert und
wollen wieder kommen.
Auf welche Probleme bist du bei
deiner ersten Convention gestoßen?
Ich musste am Anfang die Artisten
und Händler dazu überreden, nach
Bregenz zu kommen, weil es etwas
ganz Besonderes ist. Die meisten
sagten: »Ne, lieber dann bei der
Zweiten oder so!« Damals hatte ich
40 Artisten. Heute sind es über 100!
Und natürlich die Sponsorensuche!Klingt super! Du tätowierst nun
schon seit wie vielen Jahren?
Ja, sicher, und das wird auch noch
'ne Weile so bleiben (lacht).
Ich kann mir keinen besseren Beruf
vorstellen und freue mich auf jeden
Tag, an dem ich meine Freunde und
Kunden tätowieren darf. Und sie
kommen immer wieder, das ist für
mich der Beweis, dass ich auf dem
richtigen Weg bin.Interview / Text: Chris FerusteinJa, eigentlich schon (lacht). Die
meisten Conventions sind in ir­
gendwelchen Turn- oder Messehal­
len und da dachte ich mir, ich mach
sie im Bregenzer Festspielhaus.
Erstens, weil ich auch das Studio in
Bregenz habe und zweitens, weil
es eines der besten Häuser auf derDas muss eine enorme organisa­
torische Leistung sein – wirfst du da
nicht mal die Nerven weg?
Nein, zum Glück bin sehr geduldig
und habe auch seit Anfang an ein
super Convention-Team im Rü­
cken. Die unterstützen mich, wo es
geht und jede/r weiß was zu tun ist.laendlemagazin.comBei der ersten Convention sind
noch alle zu mir gekommen und ich
hatte an dem Wochenende ca. 400
Anrufe auf dem Handy und ja, da
Ich wusste ja selber nicht wo, wie
und was – wir brachten dann aber
doch alles gut über die Runden.
Du hast immer auch internatio­
nale Künstler bei der Convention.
Nach welchen Kriterien wählst du
die Tätowierer aus?
Es gibt leider genug Conventions,
ca. 90 Prozent, bei denen es egal ist,
was ein Tätowierer kann. Da kann
man sich online anmelden und
Das geht bei mir nicht! Ich will
wissen, was der Artist kann. Das ist
auch ein Grund warum die Bregen­
zer Convention so einen guten Ruf
in der Szene hat.Fotos: Patrica Keckeis (patice.at)Dann sind wir mal gespannt, wie
es heuer sein wird. Kommen wir zu­
rück zum Tätowieren. Gibt es ein
großes Konkurrenzdenken unter den
Studios in Vorarlberg?
Ja, leider – ich denke schon. Früher
haben sich alle gekannt und man ist
ab und zu mal auf ein Bierchen zu­
sammen gegangen, hat ein bisschen
gefachsimpelt und einen netten
Jetzt meint jeder er sei besser als
der andere und ist sich gegenseitig
jede Kundschaft neidig. Schade,
wäre cool, man würde einmal im
Monat gemütlich zusammen sitzen,
sich gegenseitig helfen und Erfah­
rungen austauschen. Nur so kommt
man weiter und wird besser.
Seit einiger Zeit sind Tattoo-­­Serien
im TV sehr beliebt. Wie hat sich das
auf dein Geschäft ausgewirkt?
Ich finde es super. Jetzt machen sich
die Leute zu Hause schon Gedan­
ken und kommen mit einer gewis­
sen Vorstellung ins Studio, die wir
11Coverstory12laendlemagazin.comdann natürlich versuchen umzu­
setzen. Früher hatte man ein paar
Kataloge rumliegen und suchte sich
irgendwas aus und ließ es dann ma­
chen. Was halt gerade »in« war.Ich frage nicht immer
nach dem »Warum«.
Kann man sagen, dass Tattoos
heutzutage immer eine persönliche
Bedeutung haben? Wenn ja, kennst
du diese immer?
Ich finde es sogar wichtig, dass es
was Persönliches ist. Das hat man
ja auf seiner Haut und verbindet es
mit seinem Leben. Ich frage nicht
immer nach dem »Warum«.
Hinter vielen Motiven steckt aber
eine zutiefst emotionale Geschichte.
Ist der Tätowierer auch irgendwie
Seelen­klemptner?
Ab und zu schon. Ich finde es aber
cool, wenn ich so die verschiedenen
Geschichten höre.
Ich habe den Eindruck, dass man
sich heute zuerst an Stellen tätowie­
ren lässt, die für alle sichtbar sind,
wie zum Beispiel am Hals, und erst
dann Bereiche, die man verdecken
Ja, das hätten viele gerne (lacht), bei
uns gibt’s das aber nicht. Wir sagen
immer, zuerst wird mal dort täto­
wiert, wo man es auch verstecken
kann. Auf Job- und bei Wohnungs­
suche könnte das ein Hindernis
sein und es wäre ja schade, wenn es
am Tattoo scheitern würde.n ne
Gewi tenr
am st g
S o nnWelche Körperstellen tätowierst
Gesicht, Finger, Handflächen und
Abgesehen von verbotenen Moti­
ven, hast du schon Tattoos abgelehnt,
weil sie hässlich waren?
Yes, schon einige, aber die meisten
lassen sich dann beraten und ver­
trauen mir.
Von wem lässt du dich eigentlich
Von meinen Gasttätowierern aus
der ganzen Welt z.B. Robert Her­
nandez, Tommy Lee, Labo-O-Cult,
Chris Pack, Tattoo Alien, Marc D.
Und das Nächste macht mir der
Woalle (arbeitet ebenfalls bei Fat
Foogo, Anm. d. Red.)
Was bereitet dir abseits vom Täto­
wieren Freude?
Natürlich meine Frau und meine
zwei Töchter – so 'ne kleine Familie
ist der Hammer. Ab und zu auch ein
bisschen anstrengend, aber wir wa­
ren doch alle gleich – immer schau­
en, wie weit man gehen darf (lacht)!
Ich bin auch schon seit fast 20 Jah­
ren bei den Leiblachtaler Schalmei­
en – das ist ein cooler Haufen Jungs!
Und sonst fahre ich gerne Moped
Andy, vielen Dank für das inter­
essante Gespräch, viel Erfolg bei der
diesjährigen Convention.
Ich sage danke!So kannst du gewinnen:Gehe auf die Ländle Magazin-Face­book-Seite ( /LandleMagazin) und
teile das Bild von der Tattoo Convention. Viel Glück!13CoverstoryIch verwandle meine
in greifbare Elemente.14laendlemagazin.comSusanne Wehinger
Künstlerin und Lehrperson an der HTL Dornbirn
van-art.atDas Label Van Art Graziadei hat sich der skurillen Mode
verschrieben. In der Tattooszene hat sich Susanne Wehinger
bereits einen Namen gemacht, so veranstaltet sie zum
Beispiel seit fünf Jahren eine Modenschau bei der Bregenzer
Mit uns sprach die junge Designerin über Inspirationen,
neue Herausforderungen und Bradley Cooper.Hallo Susanne! Wie geht es dir? Du steckst ja bereits
mitten in den Vorbereitungen für die Tattoo Convention!
Hallo ihr Lieben! Ja, die Vorbereitungen sind in vollem
Gange! Mein Atelier ist quasi mein zweiter Haupt­
wohnsitz und mein Alltag wird geprägt von schlaf­
losen Nächten, aufkehrenden Zweifeln, kreativen
Ergüssen und Erfolgserlebnissen ... alles ist dabei –
es fordert und fördert mich!Fotos: Dieter Hirt, Edi VatanseverAuf der Convention wird man deine neueste Kollektion
zu sehen bekommen. Verrätst du uns, was uns erwartet?
Ich werde dieses Jahr zum fünften Mal meine Moden­
schau am 24. und 25. August im Rahmen der sechsten
Tattoo Convention im Bregenzer Festspielhaus ver­
anstalten. Man könnte sagen, dass die Show eher eine
textile Live-Kunst ist, bei der auch Theater gespielt
wird und so manche Überraschungen erwartet werden
dürfen. Auch die Frisuren von Christine Tschann
und das Make-Up von Lee Julie sind extravagant und
surreal. Es ist definitiv sehenswert für Jung und Alt
– egal ob modebegeistert, tätowiert oder nicht. Wenn
man offen für »Nicht-Alltägliches« ist, ist meine Show
Worauf achtest du bei der Auswahl der Models für
Shootings oder Modenschauen?
Bei meinen Models geht es nicht darum, dass sie so
dünn sind, dass ich als Catering nur Orangensaft
und Wattebäusche organisieren muss, sondern um
Ausdruck, Herzlichkeit und Einzigartigkeit. Sie sollen
Charakter zeigen und somit das Publikum in den
Bann ziehen.Wie würdest du deine Mode beschreiben und was
Van Art Graziadei ist ein Label rund um meine bunte,
kreative Welt der Textilien, die veranschaulicht, dass
ausgefallene Kleidung mehr Spaß macht und die Men­
schen staunen lässt.
Meine Kreationen haben recht wenig mit Mode zu
tun, da Mode für mich einen sehr niederen Stellen­
wert hat. Vielmehr geht es darum, den Betrachter mit
textiler Kunst zu begeistern. Schließlich soll dieser den
Wunsch hegen ein solches Kunstwerk tragen zu wol­
len. So sollen diese Kostüme – durch Ausleihen – für
Jedermann und -frau, die den Schritt in eine skurrile
Welt wagen wollen, zugänglich sein.
Hat die Mode als Kunstform Platz in den Köpfen der
Menschen oder ist sie nur noch Konsumgut?
Selbstverständlich hat Mode als Kunstform Platz in
den Köpfen. Die Menschen staunen, wundern und
unterhalten sich über ein Kostüm, das beispielsweise
einen Durchmesser von 4 Metern hat oder gar von
Kopf bis Fuß verschlossen ist. Das passiert bei einem
alltäglichen Outfit eines Textilgroßhandels nicht so
Es ist sicherlich nicht einfach, sich in der Modewelt
einen Namen zu machen. Was tust du, um in der Szene
bekannter zu werden?
Nein, das ist nicht leicht, da es viele außerordentlich
talentierte Künstler gibt. Das Einzige, was ich mache,
ist meine Leidenschaft und Ideen in greifbare Elemen­
te zu verwandeln. Wenn jemand eines meiner Kostü­
me sieht, staunt und jemand anderem davon erzählt,
dann hab ich schon viel erreicht.15CoverstoryMeine Familie und Freunde sind
stets Teil jedes Kunstwerks.
Ich bin stolz darauf, dass mir durch meine
textilen Gebilde schon einige Türen geöffnet
wurden und stets Fortschritte erkennbar
sind! So durfte ich zum Beispiel 2011 eine
Modenschau beim 30-jährigen Jubiläum von
Swarovski Triesen ausrichten.
Wie reagieren deine Familie und Freunde
auf deine ausgefallenen Kreationen?
Sie sind kritisch, ehrlich und immer wieder
zu begeistern. Meine Familie und Freun­
de sind stets Teil jedes Kunstwerks, da sie
einerseits meine Inspiration und andererseits
eine große Hilfe beim Verwirklichen meiner
Entwürfe und Träume sind.Bradley Cooper? Das würden wir jetzt gerne
genauer wissen!
Hand aufs Herz – würdest du deine Outfits
selbst tragen?
Klar würde ich meine Kostüme selbst tragen,
aber nur für Fotoshootings! Einzelne Ele­
mente aus den Kostümen wie z.B. Korsetts,
Blusen oder Röcke würde ich tatsächlich
auch bei besonderen Events tragen und dies
Susanne, vielen Dank für das Interview! Viel
Erfolg bei der Convention und alles Gute für die
Ich sag danke! Es ist mir eine Ehre, in eurer
Erstausgabe vertreten zu sein!16Fotos: Dieter Hirt, (2) Matthias Schwaighofer, Lars Wieser, Edi Vatansever, Jens Burger, Photögraphy.comGibt es einen Star, den du gerne einkleiden
Bradley Cooper würde ich sehr gerne treffen
und einkleiden – ich befürchte aber, dass
er schreiend davonlaufen würde (lacht). Zu
meinen Kostümen würden am besten Björk
oder Lady Gaga passen – für die beiden wäre
sicherlich was in meiner Kollektion dabei!r
ilien ionFam erz & Tradit
mit HHirschen HohenemsGutbürgerliche Küche, große Portionen und gepflegte Zimmer, dafür ist der Gasthof Hirschen in
der Marktstrasse 56 bekannt.
2011 hat Senior Peter Hacker das Unternehmen an seine Tochter Nathalie und ihren Gatten
Sebastian übertragen. Das junge Paar hat seit dem viel frischen Wind in den Gasthof gebracht.
Trotzdem halten sie die Tradition des Familienbetriebs aufrecht.
Im schönsten Biergarten Vorarlbergs werden im Sommer bei
Schönwetter immer mittwochs Dämmerschoppen mit Live-Musik
veranstaltet. Mit seiner Vielseitigkeit, der hervorragenden Küche
und der lockeren Atmosphäre hat sich das Gasthaus schon lange
hofEin Besuch
bals Kultlokal
ienFamHiel rz & Tradition
mitHirschen HohenemsDie Pension bietet 30 Betten, mit Dusche und WC, Parkplätze
direkt beim Haus, und WLAN im ganzen Areal. Auch Hunde sind
Trotzdem halten sie die Tradition des Familienbetriebs aufrecht.Gutbürgerliche Küche, große Portionen und gepflegte Zimmer, dafür ist der Gasthof Hirschen in
der Marktstrasse 56 bekannt.Im schönsten Biergarten Vorarlbergs werden im Sommer bei
als Kultlokal etabliert! Ein Besuch lohnt sich!Unsere Öffnungzeiten:Mo - Fr: 10:00 - 14:00 & 16:30 - 24:00 Uhr
Samstag: 16:30 - 24:00 Uhr, Sonn- und Feiertag RuhetagDie Pension bietet 30 Betten, mit Dusche und WC, Parkplätze
Unsere Öffnungzeiten:Pension-Gasthof Hirschen, Marktstraße 56, 6845 Hohenems, Austria
56, 6845 Hohenems,
T. +43Pension-Gasthof
(0)5576 723 45,Hirschen,
E. gasthof.hi
rschen@utanet.at,
www.pensioAustria
n-hirschen.at
T. +43 (0)5576 723 45, E. gasthof.hirschen@utanet.at, www.pension-hirschen.at
Mo - Fr: 10:00 - 14:00 & 16:30 - 24:00 Uhr
Samstag: 16:30 - 24:00 Uhr, Sonn- und Feiertag RuhetagPolitik»Wenn Wahlenetwas ändern
würden, dann wären
sie verboten.«
Text: Chris FeursteinDiese Aussage wird dem deutschen Schriftsteller Kurt Tucholsky zugeschrieben und wirkt auf den ersten Blick
erschütternd wahr. Für ganz so schlimm halte ich es nicht, aber man bekommt immer öfter das Gefühl, dass
der regelmäßige Urnengang ziemlich für die Katz' ist. Was wird nicht wieder alles versprochen, das Buget
über­stra­paziert und salbungsvolle Reden werden geschwungen. Im Endeffekt kommt immer das Gleiche dabei
raus: Höhere Steuern für Otto-Normalverbraucher, kleine und mittlere Unternehmen dürfen auch mehr bezahlen. Viel Geld fließt dorthin, wo es eigentlich nicht sein sollte.
Es läuft immer gleich ab: Die Menschen beschweren sich und wählen dann trotzdem wieder dieselbe Partei
– in der Hoffnung, dass diesmal alles besser wird. Ein kurzer Blick auf unsere Parteienlandschaft lässt jedoch
nichts Gutes erahnen. Wir wollten im Zuge der Nationalratswahlen auch mit allen Kandidaten ein schriftliches
Interview führen – also ein überschaubarer Aufwand. Was soll ich sagen, wir feierten schon größere Erfolge ...SchwarzDa haben wir die EU-hörige ÖVP. Um etwas polemisch
zu sein, formuliere ich's mal so: Würde die EU sagen
»Spring!« würde die ÖVP fragen »Wie hoch?«. Will
ich wirklich eine Partei in der Regierung, die alles, was
von Brüssel kommt, als »alternativlos« betrachtet? Hin
und wieder gibt man sich zwar nach außen hin kritisch,
ist dann aber doch ziemlich schnell wieder auf Linie, da
Österreich ja eine Vorbildfunktion hat. Versteh mich
nicht falsch, ich bin sicher kein EU-Gegner, aber auch
nicht »blauäugig«. Sagen wir so, mein Enthusiasmus ist
schon längst verflogen.
Apropos, da waren ja noch die Bienen (siehe Seite 48).
Erst aufgrund des in der Bevölkerung wachsenden
Unmuts über das Verhalten unseres Umweltministers,
wurde die ÖVP dann doch zum Bienenfreund.
Leider wurde seitens der ÖVP unsere Interviewanfrage
abgelehnt.RotDie SPÖ hält's mit der EU ähnlich wie die ÖVP. Wenn
die SPÖ endlich mal doch gegen etwas ist, dann ist sie
das meist nicht lange. Als Regierungsspitze haben wir
18unseren »Schweige-« - bzw. »Grinsekanzler«, der äu­
ßerst selten in Erscheinung tritt. Wenn er es dann doch
tut und zum Wahlvolk spricht, werde ich das Gefühl
nicht los, ein Kindergartenonkel will einer Gruppe
Fünfjähriger eine Geschichte erzählen. Klar sollen
Politker einfache Worte verwenden, aber das, was der
Kanzler da macht, ist schon fast unverschämt.
Wenn ich an Herrn Fayman denke, fällt mir immer die
Inseratenaffäre ein, in der er gerne vor dem Untersu­
chungsausschuss ausgesagt hätte, aber dann einfach
nicht durfte. Blöd. Und sich für seine Facebook-Seite
Freunde zu kaufen, ist für die PR-Abteilung eines Spit­
zenpolitikers auch nicht der schlaueste Schachzug.
Ich wärme alten Kaffee auf? Unbedingt, denn der
Wähler vergisst leider viel zu schnell. Auf unsere Inter­
viewanfrage erhielten wir keine Antwort.BlauWer sich selbst immer erfolgreich ins Gespräch bringt
ist die FPÖ, natürlich nicht immer positiv. Einige
Foren-Mitglieder behaupten immer, »die FPÖ macht
das genial«, da können die anderen Parteien noch was
lernen. Nun ja, so genial ist es nun auch wieder nicht,laendlemagazin.comwenn man regelmässig mit extremen Aussetzern
aufwartet. Damit holt sich die Partei keinen einzigen
Wähler z.B. vom Team-Stronach zurück. Ich frage
mich sowieso, gibt es bei der FPÖ keine Verhaltensre­
geln, die sagen: »Poste kein offensichtlich rassistisches
Zeug«? Im eigenen Interesse der Partei wäre dies lang­
sam mal notwendig.
Auf unsere Interviewanfrage bekamen wir die schnell­
ste Zusage von der FPÖ, auf die Beantwortung der
Fragen warten wir leider immer noch. Die müssen
wohl noch einen HC-Comic aus dem Boden stampfen.
Falls sich das Interview mit HC Strache doch noch
ergibt, werden wir es in unserem Blog veröffentlichen.umgehend ein »Fuck you« ausgerichtet. Auch nicht
gerade die feine englische Art.
Lustig, es war wahrscheinlich das erste Mal, dass
ein Großteil der Bevölkerung den Aussagen eines
Grünen-Politikers zustimmt. Herr Dönmez musste
sich dann natürlich entschuldigen und sagen, dass ihm
alles furchtbar leid tue. Eine Diksussion über »was darf
man noch sagen« war vorprogrammiert. Die Grünen
scheinen ein Problem damit zu haben, sich eindeutig
zwischen dem Tolerieren anderer Kulturen und der
Ablehnung konservativen Gedankenguts, wie dem
politischen Islam, zu positionieren. Da geben sie
sich lieber als die Aufdecker-Partei mit Aussicht auf
Protestwähler.OrangeKeine Antwort auf unsere Interviewanfrage.Der kurzzeitige Höhenflug des BZÖ ist vorbei, nun
scheint Ernüchterung eingetreten zu sein. Spitzen­
kandidat Bucher marschiert mit Buttons auf dem Sakko
quer durchs Land und kämpft um jeden Wähler. Es ist
jedoch schon absehbar wohin die Reise geht. Ich glaube
nicht, dass das BZÖ nach der Wahl noch im Parlament
sitzt. Wofür auch – kein Mensch weiß aus dem Steg­reif,
für welche Werte die »Orangen« einstehen. Etwas
liberaler als die »Blauen« sollen sie sein – das sieht
man ja an den zahlreichen Korruptionsfallen.
Die Interviewanfrage wurde ebenfalls umgehend be­
antwortet. Auch hier warten wir noch auf die Beant­
wortung unserer Fragen.DAs TeamDa ich gerade das Thema »Werte« gestreift habe, fällt
mir natürlich umgehend der Politik-Quereinsteiger
Frank Stronach ein. Beim »Team Stronach für Öster­
reich« – unfassbar dämlicher Parteinahme – findet sich
auch gleich der Großteil des BZÖs wieder. Auffangbe­
cken für Gescheiterte oder Sesselkleber? Es macht den
Anschein, aber das hoffe ich nicht, denn die Grundsätze
von Stronachs Partei sind sehr ansprechend, gerade für
einen Politikverdrossenen, wie ich einer bin. Bis jetzt
ist es leider eine One-Man-Show mit einem Protago­
nisten, der nicht mehr den frischesten Eindruck macht.
Interview? Ja klar! Nur Antworten gibt's keine ...GrünGanz frisch scheinen die Grünen auch nicht mehr zu
sein. Man denke an den Fall Efgani Dönmez, der in
FPÖ-Rhetorik den Pro-Erdogan-Demonstranten ein
One-Way-Ticket in die Türkei nahe legte. Dem Grünen
wird dann via Twitter vom Parteikollegen Georg Prackdie neuenNeben dem Team Stronach dürfen wir uns über eine
weitere neue Partei freuen, nämlich über die NEOS.
Diese wollen sich als äußerst liberal positionieren, sind
aber trotzdem ausgesprochen Pro-EU aufgestellt. Da
die EU aber eher sozialistische Züge aufweist, hätte
mich interessiert, wie das gehen sollen.
Leider haben wir bis zum Redaktionsschluss auch von
den NEOS keine Antworten bekommen.piratenBei den letzten Wahlen in Deutschland wurden die
Piraten gehypt, davon konnten die österreichischen
Piraten bis jetzt nicht wirklich profitieren – viel­
leicht im Bereich der Parteineuzugänge. Das Thema
»Piraten« ist wieder aus den Köpfen der Menschen
verschwunden. Wenn man sich (gefühlt) nur auf ein
Thema versteift, kann das schon mal passieren.
Wir haben auch die Piraten-Partei um ein Interview
gebeten, bei ihnen hat es geklappt. Das einzige poli­
tische Interview in diesem Magazin mit dem Piraten
Mario Wieser findst du auf der nächsten Doppelseite.Wer die wahl hat, hat die QualSo ein Rundumschlag vor der Wahl tut gut – allein
schon um sich nochmals vor Augen zu halten, wer sich
da zur Wahl stellt. Hätten wir diese Typen zu unserer
Schulzeit zum Klassensprecher gewählt? Ich wage es zu
bezweifeln. Ok, das sagt jetzt wirklich nichts darüber
aus, ob jemand eine gute Leistung bringt oder nicht.
Trotz alledem werde ich natürlich von meinem Wahl­
recht Gebrauch machen, auch wenn ich es so handhabe,
dass das geringste Übel ein Kreuzchen bekommt.
19PolitikPiRATEN, AhOI!
Die Piratenpartei möchte bei den kommenden Wahlen den Sprung
in den Nationalrat schaffen. Spitzenkandidat ist der 26-jährige
Mario »Romario« Wieser aus Oberösterreich. Wir haben mit ihm
über die politischen Vorstellungen seiner Partei gesprochen.
Interview / Text : Chris FeursteinHallo Herr Wieser, es freut uns sehr, dass Sie sich für das Interview Zeit nehmen. Erzählen Sie
uns doch etwas über sich.
Bitte, gerne. Ich stehe als Kandidat der Piratenpartei voll hinter unseren Forderungen nach
einer neuen Art der Politik mit voller Nachvollziehbarkeit und Mitbestimmung, dem Schutz
der Bürger- und Menschenrechte und einer Zukunft, die so gestaltet ist, dass mehr Chancen
für alle durch soziale Absicherung und freie Bildung gewährleistet sind.
Nun, der große Hype um die Piraten ist vorüber, medial ist es mittlerweile etwas still geworden.
Was tun Sie, um die potenziellen Wähler wieder auf Ihre Partei aufmerksam zu machen?
Der große Hype kommt erst. Erfahrungen anderer europäischer Piratenparteien zeigen, dass
durch wichtige Wahlen auch mit starken Mitgliederanstiegen zu rechnen ist. Weiters werden
unsere Themen mit jedem Jahr wichtiger und wichtiger: Die Welt hat sich in den letzten
Jahren grundlegend verändert – wir sind die einzigen, die diesen Wandel in die Politik ein­
bringen wollen.Politik geht durch
Transparenz und direkte
Mitbestimmung besser!
Was sind die aktuellen Themenschwerpunkte der Piraten?
Erstens, Politik geht besser durch Transparenz und direkte Mitbestimmung. Zweitens wollen
wir Netzpolitik und Grundrechte thematisieren, beispielsweise den Überwachungsstaat
verhindern und Privatsphäre schützen. Drittens müssen Chancengleichheit und Teilhabe an
der Gesellschaft ermöglicht werden – durch einen Mindestlohn und Steuerentlastung von
Sie favorisieren ein »bedingungsloses Grundeinkommen« (BGE), erklären Sie uns das bitte kurz:
Das BGE ist eine Revolution des Sozialsystems. Das Geld, das jetzt schon ohnedies in den
Sozialbereich fließt, wird zu einem großen Teil auf alle Staatsbürger aufgeteilt. Diese Umstel­
lung soll allen Menschen freie Entfaltung ermöglichen, sie sozial absichern und gleichzeitig
unnötige Verwaltung massiv einsparen, um das Sozialbudget dem eigentlichen Verwen­
dungszweck zukommen zu lassen.
Gibt es dabei keine Einschränkungen? Kann ich mir das BGE auch z.B. in die Türkei überweisen
lassen, oder wenn ich nicht arbeiten möchte, kann ich dauerhaft daheim bleiben?
In unserem Vorschlag sind alle rechtmäßig in Österreich lebenden Menschen zum Bezug20laendlemagazin.comdes BGE berechtigt. Dies ließe sich natürlich durch eine Einführung des
BGE auf europäischer Ebene noch ausbauen. Wie der Name schon sagt, ist
der Bezug des BGE »bedingungslos« - das heißt, diverse Nachweise oder
Anträge, wie etwa bei Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe, sind explizit
Was sagt ihr zu dem aktuellen Skandal in Sachen Facebook und Geheim­
dienste? Es war doch zu erwarten, dass dort jemand mitliest oder nicht?
Ein »wir haben es immer schon gesagt« bringt uns hier nicht weiter.
Jetzt muss ein starker Datenschutz für ganz Europa beschlossen werden
und nicht nur die Interessen der Konzerne in den Gesetzgebungsprozess
einfließen. Wir haben daher weltweit mit anderen Piratenparteien die
Initiative AntiPRISM.eu ins Leben gerufen. Auch europaweite Demonst­
rationen und Aktionen sind bereits in Planung.Was?!Anti-PRISM Petition:
für mehr Datensicherheit,
Schutz von »Whistleblowern«, für die Freiheit
des Internets und dem
Weiters fordert die Peti­
tion eine genaue Untersu­
chung der Vorgänge unter
»PRISM« und es gilt, ein
»europäisches PRISM« zu
Hier kannst du unter­
zeichnen:Erklären Sie uns bitte die Anti-PRISM-Petition.
Aufdecker sollen geschützt und die bisherigen Vorgänge aufgeklärt
werden. Die europäische Datenschutzreform muss den Interessen der Bür­
gern, anstatt denen, der Konzerne dienen. Ein internationales Abkommen
soll die unterzeichnenden Staaten zum Schutz der Privatsphäre verpflich­
ten. Und anstatt Überwachungssoftware mit EU-Mitteln zu fördern, soll
das Geld in die Entwicklung von Datenschutz-Software fließen.
Brauchen wir mehr Überwachung, um mehr Sicherheit zu erlagen? Was
wäre eure Lösung?
Überwachung schafft keine Sicherheit. Keine Überwachungskamera hat
jemals ein Verbrechen verhindert – sie helfen bestenfalls im Nachhinein
bei der Suche nach den Tatverdächtigen. Effektive Verbrechensverhin­
derung kann nur die Polizei übernehmen, indem sie durch persönliche
Präsenz Prävention betreibt. Darüber hinaus müssen die Ursachen von
Verbrechen bekämpft werden, nicht bloß die Symptome.
Ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung steht der EU kritisch gegenüber.
Wie steht ihr zur EU in Sachen Datenschutz oder Demokratiedefizite?
Die aktuellen Strukturen der EU sind sehr anfällig für Lobbyismus. Hier
ist Transparenz das erste wirkungsvolle Mittel gegen Korruption. Diese
Voraussetzung muss auf jeden Fall erfüllt werden, um darauf aufbauend
mehr Mitbestimmung zu ermöglichen. Ohne diese Reformen wird die EU
nur weiter dazu dienen, die Interessen einiger weniger zu vertreten – und
das Projekt droht daran zu scheitern.Bild: PiratenparteiUnd zum Euro?
Eine gemeinsame Währungsunion ohne eine gemeinsame Wirtschafts­
union war leider eine Schnapsidee. Wir fordern alle Länder Europas dazu
auf, auf demokratischem Wege eine gemeinsame Wirtschaftsunion zu
gründen und die Eurozone so international wettbewerbsfähig zu machen,
ohne durch großflächige Kürzungen den Sozialstaat zu ruinieren.
Herr Wieser, vielen Dank für das Interview. Wir wünschen viel Erfolg bei
den Nationalratswahlen 2013!
Vielen Dank!Antiprism.euAuf ihrer Website defi­
nieren sich die Piraten
als sozialliberale Bürgerrechtspartei, die sich
basis­demokratisch orga­
nisiert. Die Partei ist in
mehreren Ländern ver­
treten – in Deutschland
Ländern unter der Farbe
»Orange«. Diese ist ja in
Österreich bereits vom
BZÖ besetzt.
Piraten findest du hier:piratenpartei.at
21FilmGrindhouse ist ein Kino,
das keine Mainstream-Hollywoodfilme zeigt,
sondern Billigproduktionen
(B-Movies oder gar Exploitationfilme).
22laendlemagazin.comText: Maximilian FeursteinExploitation-Filme haben nicht das Budget, um große
Stars zu engagieren, die die Zuschauer in die Kinos lo­
cken. Deswegen müssen diese Film mit anderen The­
men punkten, um für den Zuschauer interessant zu
sein. Diese waren hauptsächlich Gewalt und Sex.
Man sah in diesen Kinos Filme, die sich Hollywood
nicht zu produzieren traute.
Grindhouse ermöglichte es auch ethnischen Minder­
heiten ihre Filme zu zeigen. Es wurden demnach vie­
le Blaxploitation-Filme (Black Community) gedreht.
Rassismus war zu dieser Zeit allgegenwärtig und auch
in Hollywood wurden dunkelhäutige Menschen nicht
gerade bevorzugt behandelt. Meist wurden sie nur in
Nebenrollen, oder als Schurken besetzt. Blaxploitati­
on-Filme wurden von Dunkelhäutigen gedreht, in de­
nen sie auch die Hauptrollen spielten.
Bekanntestes Beispiel – Shaft. Im Trailer wird mit dem
Slogan geworben: »Shaft – hotter than Bond, cooler
than Bullit. Rated �R�. If you wanna see it, ask your
Dasselbe gilt für mexikanische, also Mexploitati­
on-Filme. Beliebt waren außerdem Drugsploitation
und Motorradgangfilme.Doppelverstellung & fehlende SzenenDiese Kinos waren ein Phänomen im Amerika der
30er – 80er Jahre. Erst als auch im Mainstream-Hol­
lywood das Thema »Gewalt« die Zuseher in die Ki­
nos lockte, verschwanden diese Filme und damit auch
die Grindhouse-Kinos. Eine weitere Besonderheit der
Grindhouse-Filme war, dass diese oft als Doppelvor­
stellungen zu sehen waren. Man konnte also für ein
Kinoticket, gleich zwei Filme hintereinander sehen.
Heute werden bei einem Kinofilm tausende Filmkopi­
en produziert und an die verschiedenenen Kinos über­
geben. Von Grindhouse-Streifen gab es im Normalfall
fünf Kopien, was zur Folge hatte, dass ein Film nicht
zeitgleich in mehreren Staaten lief. Das Zelluloid wur­
de zum Beispiel zuerst in Los Angeles in den Projektor
gespannt und danach in Richtung San Francisco wei­
tergegeben. Dadurch wurden die Filmrollen beschä­
digt oder verschmutzt, wodurch die typischen Kratzerauf den Filmen entstanden. Manchmal fehlten ganze
Szenen komplett. Dies waren vor allem Sexszenen,
weil die Filmvorführer sie aus dem Film herausschnit­
ten und die Filmschnipsel mit nach Hause nahmen.
Um den Film besser verkaufen zu können, wurden
Filmplakate entworfen, denen der Film nicht im An­
satz gerecht werden konnte. Frei nach dem Motto »Der
Film wird zwar keine Zuschauer in die Kinos locken,
das Plakat aber schon.«
Oft wurde zuerst ein reißerisches Plakat entworfen
und auf dieser Basis dann der eigentliche Film aufge­
baut. Dasselbe gilt für die Filmtitel.
Was Grindhouse besonders macht ist es, dass man
nicht weiß, was einen erwartet. Der Kreativität und
den absurden Ideen sind keine Grenzen gesetzt –
Absonderlichkeiten wie Zombie-Nazis sind keine
Ausnahme!Tarantino & Rodriguez2007 erlebte Grindhouse ein Revival. Quentin Taran­
tino lud seinen guten Freund Robert Rodriguez in sein
Privatkino ein, um ein Grindhousefilme Double-Fea­
ture zu zeigen, wie üblich mit Trailern und allem drum
und dran. Rodriguez schlug vor, ebenfalls ein Grind­
house-Double-Feature zur drehen. Er selbst würde bei
dem ersten und Tarantino bei dem zweiten Film die
Regie führen. Passend dazu sollten fiktive Trailer ge­
dreht werden. Bei diesen Trailern sollten dann jeweils
andere Regisseure das Kommando übernehmen.
Rodriguez drehte den Zombie-Film »Planet Terror«
und Tarantino den Slasher-Movie »Death Proof«.
In Amerika liefen wie geplant beide Streifen hinterein­
ander. Da viele Besucher nicht wussten, dass es sich bei
Grindhouse um ein Double-Feature handelte, verließ
der Großteil das Kino, ohne »Death Proof« überhaupt
Das Grindhouse-Projekt blieb von den Einspielergeb­
nissen weit hinter den Erwartungen zurück. Deswe­
gen entschlossen sich die Produzenten die Filme in
Europa einzeln zu zeigen. Dazu wurden geschnittene
Szenen wieder eingefügt, sodass beide Filme ca. 20 Mi­
nuten länger waren, als ursprünglich geplant. Auch die
23Filmfiktiven Trailer wurden entfernt, mit der Ausnahme
von »Machete«, der vor »Planet Terror« lief.
Erst später wurde auf DVD und Blu-Ray die ursprüng­
liche Grindhouse-Version als Double-Feature veröf­
fentlicht. Und auch hier war man konsequent, es ist
nicht möglich zwischen den beiden Filmen auszuwäh­
len. Möchte man nur »Death Proof« ansehen, muss
über das Kapitelmenü dorthin navigiert werden. Der
Film beginnt mit einem alten Altersbeschränkungs­
hinweis, der direkt aus Tarantino’s Filmesammlung
stammt.Robert Rodriguez – Planet TerrorAuch bei »Planet Terror« wird mit Klischees gespielt.
Der Titel allein soll schon darstellen, dass zuviel ver­
sprochen wird. »Planet Terror« ist nicht irgendein Pla­
net, sondern ganz einfach die Erde.
Wie bereits beschrieben, konnten sich die damaligen
Grindhouse-Produktionen keine großen Stars leisten,
weshalb sie eine reißerische Idee brauchten, um den
Film zu verkaufen. In diesem Fall wird die Haupt­
protagonistin mit einem Maschinengewehr als Bein­
prothese ausgerüstet, um das Genre entsprechend zu
ehren. Natürlich sind in Robert Rodriguez Grind­
house-Homage einige Stars an Bord, wie etwa Bruce
Willis, Rose McGowan oder Quentin Tarantino in ei­
nem Kurzauftritt.
In »Planet Terror« findet man auch einen Hinweis auf
den darauf folgenden Film »Death Proof«. So wird im
Radio vom Tod der Moderatorin Jungle Julia berichtet.
Nach dem Ende von »Planet Terror« folgen wieder ei­
nige fiktive Trailer.Quentin Tarantino – Death ProofBei den Grindhouse Doublefeatures war es üblich, dass
beide Filme aus denselben Genres kamen, in diesem
Fall des Horrorfilms. Allerdings handelte es sich meis­
tens um unterschiedliche Subgenres. »Planet Terror«
ist ein Monster-Horrorfilm, »Death Proof« hingegen
ein Slasher­f ilm, bei dem der Mörder anstatt eines Mes­
sers, ein Auto verwendet.
Kurt Russel übernimmt in »Death Proof« die Rolle des
Killer. Seine Figur ist Stuntman und erwähnt in einer
24Szene, dass heute fast alle
Autocrashs nur noch mit
CGI (computeranimierte
Effekte) gedreht werden.
Diese leht Tarantino we­
hement ab. Laut eigener
Aussage habe er, seit »Ter­
minator II«, keine guten Verfolgungsjagden mehr gese­
hen. Deshalb sind alle Unfälle und Verfolgungsjagden
in »Death Proof« echt. Die Schauspieler fuhren tat­
sächlich mit 110 bis 160 km/h durch die Straßen, was
wahrscheinlich auch der Grund war, warum eine der
Hauptrollen mit der Stuntfrau Zoe Bell besetzt wurde.Machete»Machete« ist der erste fiktive Trailer der im Double­
feature gezeigt wird. Danny Trejo ist Star dieses Me­
xploitationfilms. Rodriguez meinte, dass wenn Danny
Trejo nach »Desperado« ein mexikanischer Actionheld
geworden wäre, er vermutlich in so einem Film mitge­
spielt hätte. Tatsächlich hat Rodriguez einen Teil des
Drehbuchs für »Machete« kurz nach den Dreharbeiten
zu »Desperado« geschrieben, die Idee dann allerdings
Die Handlung ist simpel – Machete wird in eine Falle
gelockt und nimmt Rache. Der Name der Figur stammt
aus dem Film »Spy Kids«, ebenfalls von Robert Rodri­
guez, den Danny Trejo verkörpert. Außerdem ist »Ma­
chete« eine Anspielung auf den Film »Desperado«, in­
dem Trejo einen Attentäter spielt, der seine Ziele mit
Wurfmessern zur Strecke bringt.
Der Trailer kam beim Publikum so gut an, dass dieser
tatsächlich verfilmt wurde.
Zu den Darstellern gehören Danny Trejo, Robert De­
Niro, Lindsay Lohan, Don Johnson, Jessica Alba, Mi­
chelle Rodriguez und Steven Seagal.
Im Film sind viele Fehler eingebaut, um das Gefühl ei­
ner Low-Budget-Produktion zu vermitteln. So werden
auch ganz bewusst mit einem Revolver, dessen Maga­
zin sechs Patronen fasst, sieben Schüsse abgefeuert.
In der Szene in der Tom Savini seinen Finger verliert,laendlemagazin.combiegt er ihn einfach so ab, dass es aussieht, als ob er
fehlen würde. In einem bestimmten Winkel kann man
dies allerdings erkennen.
Die Forsetzung »Machete Kills« ist bereits abgedreht
und der dritte Teil »Machete Kills Again ...in Space!«
wurde angekündigt.Black DynamiteMichel Jai White schrieb das Drehbuch und ist Haupt­
darsteller. White hatte die Idee zu dem Film schon
vor ein paar Jahren, hat sich dann im »Black Dynami­
te«-Outfit fotografieren lassen, den Trailer dazu ge­
dreht und ist damit zu verschiedenen Filmstudios ge­
gangen und konnte schließlich das Projekt finanzieren.
Ein Drehbuch gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.Bilder: Planet Terror © Robert Rodriguez, Black Dynamite © FilmverleihWürde man es nicht besser wissen, könnte man wirk­
lich meinen, dass der Film in den 70ern gedreht wur­
de. Das Bild ist grobkörnig und auf alt gemacht. Die
Musik und auch die Kameraführung wirken authen­
tisch. Es handelt sich um einen Blaxploitation-Film
mit Kung-Fu-Elementen. Die Handlung könnte direkt
aus einem Steven Seagal-Film stammen, die immer mit
folgender Phrase beginnen: »Der Ex-CIA-Agent ...«.
Mehr muss zur Handlung nicht gesagt werden. Auch
hier wurden wieder bewusst Filmfehler eingebaut –
jedoch mehr als Gag, wie z.B. ein Mikrofon das von
oben ins Bild ragt und Black Dynamite nach oben
schauen lässt oder ein Schauspieler wird äußerst auf­
fällig durch seinen Stuntman ersetzt.Grindhouse KlassikerIm Laufe der Zeit haben sich einige Grindhouse-Fil­
me angesammelt die Beachtung verdient hatten. Wir
haben einige brutale und skurrile Filmtipps für dich
Wir befinden uns im Kanibalen-Genre – die Prota­
gonisten reisen an den Amazonas um eine vermisste
Dokumentarfilm-Crew zu finden. Es sollte klar sein,
worauf das hinausläuft.Shogun Assassin
Wir befinden uns in Japan. Ein Samurai rächt sich für
den Tod seiner Frau. Der Zuseher darf sich auf durch­
choreographierte Schwertkämpfe freuen.
Das harte Leben hinter Gittern. Schauplatz ist ein
Frauen­gefängnis. Blutige Kämpfe in der Dusche, Sex
und Foltersessions, die im Auftrag der sadistischen Lei­
tung durchgeführt werden. Mit Pam Gier.
Hongkong-Kino der extraklasse. Der Film beinhaltet
Duelle der verschiednen Kampfstile und einen blinden
Meister mit einer fliegenden Guillotine als Waffe.
erzählt die Geschichte einer Frau, die vergewaltigt wur­
de und sich daraufhin an ihren Peinigern rächt.
Nach heutigem Standard sind diese Filme ehender
unfreiwillig komisch, anstatt schockierend. Dennoch
geht von ihnen ein gewisser Reiz aus und Kultfaktor
haben sie dank Tarantino & co. sowieso.
Wir hoffen, dass wir uns künftig über weitere Homma­
gen an das Grindhouse-Kino freuen dürfen. Die Kriti­
ken dazu würden wir auf jeden Fall gerne schreiben.25Kinovorschau
Text: Maximilian FeursteinKick-Ass 2Die Fortsetzung um den
Bösewicht Red Mist sinnt
nach dem Tod seines Va­
ter nach Rache an Kick
Ass. Diesmal wird der
Held von weiteren Super­
helden, wie Jim Carrey
als Cl. Stars and Stripes,
Start: August 2013This is the EndWährend einer Hausparty
bei James Franco startet
plötzlich die Apokaylp­
se. Eine irre Komödie, in
der alle Schauspieler sich
selbst spielen. Mit dabei:
Seth Rogen, Rihanna,
Emma Watson, Chan­
ning Tatum, Paul Rudd,
Start: August 201326RIPDThe World's EndDer dritte Teil der Blood
and Ice Cream Trilogie
(nach Shawn of the Dead
und Hot Fuzz). Ein paar
Jugendfreunde wollen das
schaffen, was sie in Teen­
agerzeiten nicht erreicht
haben: Eine Bar-Tour
durch 12 Pubs – in jedem
Pub wollen sie ein Glas
Bier trinken. Doch plötz­
lich passieren mit den
Einwohnern des Dorfes
unheimliche Dinge.
Start: September 2013Jeff Bridges und Ryan
Reynolds kämpfen als un­
tote Polizisten gegen das
Böse. Der Trailer erinnert
stark an Men in Black und
sieht nach verdammt viel
Start: September 2013The CounselorDer neue Film von Ridley
Scott mit dem Drehbuch
Men). Über die Handlung
ist wenig bekannt, aber
der Trailer lässt Großes
erwarten. Cast: Michael
Fassbender, Brad Pitt,
Javier Bardem, Cameron
Diaz, Penelope Cruz.
Start: Ende 2013Don JonJoseph
Gordon-Levitts
Regiedebut, bei dem er
auch selbst die Hauptrolle
übernimmt. Es geht um
einen Pornosüchtigen, der
sich in eine Frau (Scarlett
Johanson) verliebt und von
ihr beim Frönen seines
Hobbys erwischt wird ...
Start: November 2013Kino und me-e-ehFotos: Kickass 2 / The World's End / RIPD © Universal Studios, Elysium © Sony Pictures, Don Jon © Relativity Media, The Counselor © 20th Century Fox, This is the End © Columbia PicturesFilmlaendlemagazin.comMovieLeaks
1 | Ryan Reynolds ist nicht mehr
beim Highlander-Remake dabei.Somit habe ich jegliches Interesse
am Film verloren. Das Projekt
sollte am besten gleich ganz einge­
2 | Robert Downey Jr. ist in Avengers 2 und 3 zu sehen, aber voraus­
sichtlich nicht in Iron Man 4.3 | William Fichter ist »Shredder«
in Teenage Mutant Ninja Turtles.
Er ist kein schlechter Schauspieler,
aber passt für mich nicht in einen
coolen Turtles-Film. Außerdem ist
»Shredder« Japaner.
4 | Independence Day Forever ohne
Auch bei diesem Projekt habe ich
kein gutes Gefühl. Wenn Smith
mal seinen Sohn zu Hause lässt,
hätte ich ihn gern in diesem Film
gesehen, aber Smith ist leider zu
teuer. Bill Pullman und Jeff Gold­
blum sind wieder dabei, die sind
ja nicht so teuer. Braucht es hier
wirklich eine Fortsetzung?5 | Mel Gibson soll einen Bösewicht
in The Expendables 3 spielen. Steven
Seagal steht ebenfalls für eine
Rolle in Verhandlungen.
Ganz klar ist das weit unter Gib­
son’s Niveau und dennoch will ich
ihn als Bösewicht sehen. Wenn
dann noch Seagal dazu kommt,
wäre die Sache perfekt.
6 | Die Gremlins sollen ein Remake
Bitte nicht. Ich kann mir kaum
vorstellen, dass der Charme der
alten Filme heute noch funktionie­
ren wird. Manche Klassiker sollten
einfach nicht neu verfilmt werden.Acce
Texti soires
Kale ruck
w tan P
d rinler
nel ister
Pro ckdien
Dru | Pla t
C n|
sin i uns
ric d Si
hti e
g!Finde ich gut, da Iron Man bei
den Avengers fehlen würde und er
zumindest in diesen Filmen nicht
durch einen anderen Schauspieler
ersetzt werden sollte. Iron Man 4
ist überflüssig, der dritte Teil hat
eigentlich das Ende der Trilogie
markiert.Kinonews & Gerüchte
Text: Maximilian FeursteinMaria-Theresienstraße 32, Lustenau
www.kopierecke.at | kopierecke@vol.at
Tel.: +43 5577 87902
Mo - Fr 08.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr
27Rettet das GsiEiner aktuellen Umfrage zur Folge
ist der Vorarlberger Dialekt ernst
haft in Gefahr. Das Bewusstsein da
für steigt zwar bei der jüngeren
Generation wieder, trotzdem werden
viele Wörter heutzutage einfach
Interview / Text: Katharina Germann / Cornelia BachträglEines der wichtigsten Wörter unserer Dialektes, das Gsi, wird im alltägli­
chen Sprachgebrauch tatsächlich immer seltener gesprochen. Man »war«
am Vortag eher weg, als dass man »furt gsi« ist. Diesem Trend möchte das
Ländle Magazin entgegen steuern und ruft deshalb alle dazu auf, unserer
Facebook-Seite »Rettet das Gsi« ( /RettetdasGsi) beizutreten.
Wir haben mit dem Dialekt-Experten MMag. Lukas Österle aus Wolfurt
über die Sprache der Vorarlberger gesprochen. Der 27-Jährige hat gerade
seine Diplomarbeit zu diesem Thema abgeschlossen und kann uns genau
sagen, wie es um unseren Dialekt wirklich steht.28laendlemagazin.comRETTET
MMag. Lukas Österle, Magister der
Philosophie, Studium der Germanistik,
Studium der MedienpädagogikHallo Lukas, vielen Dank, dass du dir für das Ländle
Magazin Zeit nimmst.
Sehr gerne. Um den Vorarlberger Dialekt zu retten,
ist mir keine Minute zu schade! (lacht)
Wie bist du auf die Idee gekommen, das Thema
»Generationenvergleich in der dialektalen Lexik der
Marktgemeinde Wolfurt« als Inhalt deiner Diplomarbeit
Der Vorarlberger Dialekt hat mich schon immer inte­
ressiert! Mir ist dann mehr und mehr aufgefallen, dass
ich und andere Studenten und Schüler immer öfter
eine Mischform zwischen Dialekt und Hochdeutsch
sprechen. Diesem Phänomen wollte ich genauer nach­
gehen und so entschloss ich mich für dieses Thema.Bild: privatWas hältst du allgemein vom Vorarlberger Dialekt? Ist
es ein Nachteil, dass uns viele nicht verstehen, oder macht
es uns zu etwas Besonderem, das wir uns behalten sollten?
Meiner Meinung nach macht es uns zu etwas Be­
sonderem, vor allem innerhalb von Österreich. Die
Sprache in der Schweiz und im deutschen Raum bis
ins französische Elsaß ist ja teilweise sehr ähnlich.
Allgemein ist der Vorarlberger Dialekt für uns aber
identitätsstiftend und darf keinesfalls verloren gehen!
Unsere Sprache ist durch die vielen verschiedenen
Dialekte und Einflüsse recht komplex. Wie bist du an das
Thema herangegangen?
Da so eine Arbeit für ganz Vorarlberg den Rahmeneiner Diplomarbeit sprengen würde, musste ich
mich auf den Dialekt in Wolfurt beschränken. Dann
habe ich mit Hilfe der »Heimat Wolfurt« und durch
Mundpropaganda 50 typische Lexeme (Anm. d. Red.:
in diesem Fall »Begriffe«) herausgesucht und diese
dann in Interviews mit Hilfe von Bildern abgefragt.
Die allgemeine Einstellung der Wolfurter zum Dia­
lekt habe ich mit zwölf Fragen in einem Fragebogen
Wie haben deine Interviewpartner auf deine Fragen
reagiert? Ist den Wolfurtern bewusst, dass unser Dialekt
etwas Besonderes ist?
Besonders die älteren Interviewpartner waren
begeistert von der Thematik. Aber auch die mittlere
Generation war gerne dabei und ist sich durchaus
der Besonderheit des Dialektes bewusst, obwohl sie
die Ausdrücke oft nicht mehr aktiv verwenden. Bei
den jüngsten Teilnehmern musste ich teilweise etwas
Überredungskunst aufbringen, aber am Ende waren
auch sie gerne und mit Eifer bei der Sache dabei.
In deiner Arbeit schreibst du, dass viele Dialektwörter
aussterben und von der jungen Generation nicht mehr
verwendet werden. Warum ist das so? Könnte dies in
weiterer Folge zu einem »Tod« des Vorarlberger Dialektes
Viele Lexeme sterben aus, weil das Ding an sich ver­
schwindet – vor allem im Bereich der Landwirtschaft.
Ein weiterer Grund für das Verschwinden ist auch,
29Rettet das GsiEs wäre schade, wenn wir Gsiberger
irgendwann zu War-Bergern werden!dass die mittlere Generation die Lexeme zwar kennt,
diese jedoch nicht mehr aktiv verwendet, was es für
die Jugendlichen unmöglich macht, diese Dialekt-Aus­
drücke noch zu kennen.
Warum ist das Bewusstsein für den Dialekt bei unse­
rer jüngsten Generation wieder gestiegen? Ist die Angst
des »Aussterbens« tatsächlich präsent?
Ich glaube nicht, dass es etwas mit Angst zu tun hat.
Meiner Meinung nach sind sich die jungen Leute
heute einfach wieder mehr bewusst, was wir an unse­
rem Dialekt haben. Natürlich spielen auch die Social
Networks und Smartphones eine tragende Rolle, da
dabei meistens aufgrund der Kürze im Dialekt kom­
muniziert wird!
In deiner Arbeit schreibst du auch über den Sprachge­
brauch an Schulen. Ist es deiner Meinung nach sinnvoll,
dass man in der Schule Hochdeutsch lernt und spricht,
oder sollte der Dialekt mehr gefördert werden?
Aus meiner Sicht wäre ein gesundes Mittelmaß per­
fekt. In der heutigen Berufswelt ist es sehr wichtig,
dass die Hochsprache beherrscht wird. Man könnte
aber zum Beispiel in Nebenfächern im Dialekt unter­
richten und in den Hauptfächern auf Hochdeutsch.
Dies würde dazu führen, dass Kinder und Jugendliche
beides lernen.
Aufgrund deiner ersten Diplomarbeit mit dem Titel
»Medienkompetenzvermittlung durch Online-Angebote
für Kinder im Spannungsfeld von Theorie und Praxis«
bist du ja quasi ein Experte im Umgang mit unseren
Jüngsten. Wie sollte Kindern der Dialekt näher gebracht
In erster Linie muss das Bewusstsein der Eltern für
den Dialekt gesteigert werden. Denn nur so wird es
den Kindern und Jugendlichen möglich sein, den Dia­
lekt auch in Zukunft zu lernen und aktiv anzuwenden.30Der Trend des mehrsprachigen Aufziehens macht auch
vor Familien in Vorarlberg nicht Halt. Wie wichtig ist es,
dass Kindern auch der Dialekt beigebracht wird?
Ich bin der Meinung, dass sich Eltern nicht zu sehr
darauf versteifen sollten, dem Kind mehrere Sprachen
beizubringen. Wenn es sich aber einfach lösen lässt, ist
es sicher kein Nachteil. Ich finde, dass jeder Vorarlber­
ger den Dialekt beherrschen sollte, bevor er überhaupt
mit der Hochsprache oder einer Fremdsprache in
Verbindung kommt. Unser Dialekt gehört zu unserer
Identität und das soll auch in Zukunft so bleiben. Da­
rauf sollte, trotz möglicher zweisprachiger Erziehung,
Wie wir schon erwähnt haben, werden viele ältere
Vorarlberger Begriffe nicht mehr so oft verwendet. Wie
steht es mit unserem geliebten »Gsi«? Ist dieses tatsächlich
in Gefahr oder übertreiben wir da?
Ich denke, dass das »Gsi« schon in Gefahr ist. Ob­
wohl es in den letzten Jahren gerade durch verschie­
dene Dialekt-Bands und –Veranstaltungen mit dem
Bewusstsein für den Dialekt und somit auch für das
»Gsi« wieder aufwärts geht. Seit meiner Arbeit achte
ich auch selbst wieder darauf, das »Gsi« vermehrt zu
verwenden und andere darauf hinzuweisen.
Auf unserer Facebook-Seite möchten wir so viele Vor­
arlberger wie möglich mobilisieren, an unserer Rettungs­
aktion teilzunehmen. Wirst du die Seite liken und warum
sollten das auch andere tun?
Auf jeden Fall werde ich euch unterstützen, da ich es
eine super Aktion von euch finde. Das »Gsi« und der
Dialekt gehören zu Vorarlberg und zu unserer Iden­
tität. Jedem Vorarlberger sollte viel am Dialekt liegen
und somit sollte auch jeder eure Seite liken. Es wäre
schade, wenn aus Gsi-Bergern War-Berger werden.
Vielen Dank für das Interview!laendlemagazin.comHuurabürzl„Huurabürzl« kommt aus dem Bregenzerwälder Dialekt und wird auch heute noch
von vielen Wäldern verwendet. Im Vorarlberger Unterland ist dieser Ausdruck
allerdings weniger bekannt.
Das Wort huura steht oft für »sehr«. Abgeleitet vom hochdeutschen Wort »horrend«,
bedeutet es auch in unserem Dialektbegriff »unhaltbar«, »immens«, »exzessiv«.
Bürzl leitet sich einerseits vom Verb »purzeln« ab, andererseits auch vom Wort
»Bürzel«, was »Steiß« bedeutet. Als Bürzel wird die gesamte Rückenpartie eines
Vogels bezeichnet, was sich auch in unserem Ausgangswort spiegelt.
Zusammenfassend bedeutet »Huurabürzl« also auf Hochdeutsch: Purzelbaum.Gruammat
HeibaDer Begriff »Gruammat Heiba« stammt aus der zweitkleinsten Gemeinde Vorarl­
bergs: Warth (ca. 160 Einwohner).
Der erste Bestandteil von »Gruammat« wird etymologisch zunächst auf »grün« be­
zogen, vielleicht weil zunehmend auch anderes Grünfutter wie Nachsaaten gemäht
wurde, geht aber auf einen gemeingermanischen Stamm *grō- »wachsen« zurück,
der sowohl »grün« und »Gras« zugrunde liegt, wie auch dem Englischen »grain«
für »Getreide«. Der zweite Bestandteil bedeutet ganz einfach »Mahd«, also das Mä­
hen einer Wiese. Zusammengesetzt und wörtlich übersetzt bedeutet »Gruammat«
also »grüne Mahd«.
Das zweite Wort »Heiba« bedeutet ganz einfach und kurz gesagt »heuen« und ist
auch heute in Vorarlberg und weiten Teilen Süddeutschlands gebräuchlich.
„Gruammat Heiba« ist auf Hochdeutsch also: das Heuen der zweiten Mahd.GoggumêrêDer lateinische Name unseres gesuchten Wortes lautet »Cucumis sativus«. Zu uns
gelangt ist »Goggumêrê« vermutlich über Frankreich, England und die USA. Wäh­
rend der Besatzungszeit brachten Soldaten aus diesen Ländern mehrere Begriffe
in den deutschsprachigen Raum, darunter auch dieses. Das französische Wort ist
»concombre«, der englische Begriff lautet »cucumber«.
MMag. Lukas Österle: »Bei meiner Arbeit über den Dialekt in Wolfurt wurde auch
der Ausdruck ‚Goggumêrê‘ auf dessen Bekanntheitsgrad und die Verwendung hin
untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass das Lexem hauptsächlich den ältesten
Wolfurtern und den Leuten in der Jahrgangsgruppe 1957 bis 1967 bekannt war.
Nur mehr gut ein Drittel der jüngsten Generation konnte etwas mit dem Ausdruck
anfangen. Bei der Frage nach der Verwendung zeigte sich auch der Grund für diesen
Abwärtstrend: Während die älteste Generation den Dialekt-Ausdruck bis auf we­
nige Ausnahmen noch aktiv verwendet, sinkt die Zahl bei der nächsten Generation
bereits auf unter 20 Prozent. Das wiederum führt dazu, dass die jungen Wolfurter
den Ausdruck großteils nicht mehr kennen und nicht mehr aktiv verwenden. Dieser
Trend lässt sich aus meiner Sicht auf die meisten Gebiete Vorarlbergs umlegen.«
Weitere Begriffe auf laendlemagazin.com31Rettet das GsiVorarlberg
bedeutet für michHoamat.
Philipp Lingg von
HMBC im Interview
Interview / Text: Cornelia Bachträgl»Vo Mellau bis ge Schoppernau« ist nicht nur ein
großer Hit, das Lied trägt
auch viel zur Völkerverständigung bei.
Es gibt kaum jemanden, der nicht
»... d’Füaß himmor weh tau« mitsingt.
Wir haben mit Philipp Lingg, dem
29-jährigen Vollblutmusiker und Frontman von HMBC, über Sprachbarrieren,
Songtexte und Heimat gesprochen.
32laendlemagazin.comHallo Philipp, vielen
Dank, dass du dir für uns
Zeit nimmst. Gratulation
zum Bachelor! Wie geht
Es geht mir gut, danke der
Nachfrage. Ja, der Bakk
han i itz im Sakk. Zum
Du wohnst schon lange
in Wien, um zu studieren.
Das kann man so auf die
Schnelle nicht beantwor­
ten. Ich weiß nur, dass
ich für meinen zweiten
Abschluss die nächsten
eineinhalb Jahre noch in
Wien sein werde.Bild: Adolf BereuterWelche Bedeutung hat
Vorarlberg für dich?
Vorarlberg bedeutet für
mich Hoamat – der Ort,
an dem ich aufgewachsen
bin. Da trifft man Familie
und Freunde. Menschen,
die man gerne wieder
sieht, wenn man dort ver­
weilt. Vorarlberg ist ein
wichtiger Bezugspunkt in
Viele Vorarlberger Stu­
denten legen in Wien ihren
Dialekt ab, weil sie sonst
keiner versteht. Welche Er­
fahrungen hast du mit ös­
terreichischen Sprachbar­
rieren gemacht?
Dialekt ablegen geht gar
nicht!!! Es gibt in Wien
so viele Vorarlberger In­
seln, wo man seinen Dia­
lekt ausleben/aufbessern
kann. Klar muss man sich
dem Rest der Österreicher,
die nicht vorarlbergerisch
sprechen, anpassen, aber
wir eigentlich alle anderenDialekte Österreichs gut
verstehen können. Also
kann man nur sprachlich
dazulernen.Und welche sind deine
Lieblingsdialektwörter?
Estimiro, ned lug lau, körig
und grüsele.Hast du das Gefühl, dass
sich die Sprachkultur im
Ländle verändert? Verlieren
wir unseren Dialekt früher
oder später – oder entwi­
ckelt er sich nur weiter?
Die Sprachkultur – Kul­
tur, im Allgemeinen –
verändert sich andauernd.
Das ist doch das Spannen­Eure Band, der holstuo­
narmusigbigbandclub, hat
ja sogar ein Album mit dem
Titel »Grüsele live« ... Dar­
auf findet sich auch der Hit
»Vo Mello bis ge Schoppor­
nou«. Jeder singt bei diesem
Lied mit – egal ob man den
Text versteht oder nicht.
Habt ihr damit gerechnet,Ich persönlich glaube nicht, dass wir
unseren Dialekt verlieren,
wir sind viel zu stolz darauf, ihn auszuleben.
de daran. Ich persönlich
unseren Dialekt verlieren
– dafür sind wir viel zu
stolz darauf, ihn auszule­
ben. Mit ihm bekommen
wir erst die eigentliche
Identität. Es gibt so viele
verschiedene Dialekte in
Vorarlberg auf so engem
Raum, ich glaube, da wäre
der Dialekt schon lan­
ge verschwunden, wenn
nicht unsere Vorfahren
so hart für ihn gekämpft
hätten.dass man mit einem Song
auf gsibergerisch fernab
von Vorarlberg Erfolg ha­
ben kann?
Nein, ich persönlich hab
nicht damit gerechnet –
wie denn auch? As ischt
grüsele schöa, dass as pas­
siert ischt.Auf der Facebookseite
Rettet das Gsi ( /Rettet­
dasGsi) werden regelmäßig
»vergessene« Wörter aus
dem Vorarlberger Dialekt
gepostet. Fallen dir Begrif­
fe ein, die du zwar kennst,
aber nicht aktiv verwendest,
weil sie veraltet sind?
Selbherr – eingebildet oder
arrogant, Kamisol – eine
Weste, karresioro – um die
Hand anhalten.Eure Band hat heu­
er beim 1. Schoppernauer
Open Air ihr 10-jähriges
Bestehen gefeiert. Wie hat
damals eigentlich alles an­
Mit einem Auftritt, einer
Wurst, einem Bier und
natürlich viel Musik.Welche Wörter aus
dem Ländle lernt ihr den
Menschen, denen ihr auf
Tour begegnet?
Gadoladolällar, Gegagogabölla und grüsele!Sprache ist euch am liebsten?
nicht sagen. Zur Zeit fin­
de ich es spannend, die
mit unserem Dialekt zu
vermischen. Ich sehe das
Ganze eher als eine Fusi­
on der Konsonanten, Vo­
kalen und Diphthongen.
Verschiedene Sprachen zu
verbinden, ist im Moment
das, was mich beim Text
schreiben am meisten in­
Würdet ihr eure Mund­
art-Texte auch übersetzt
aufnehmen, um vielleicht
international noch erfolg­
reicher zu werden?
Besonders beein­
druc­
kend an euren Konzerten
finde ich die volkstümliche
Interpretation von Pop­
songs und die Modernisie­
rung von Volksliedern. Was
macht euch mehr Spaß?
Mit Coverversionen zu
arbeiten ist ein lustiges
Unterfangen und trägt zur
Findung von neuen Ar­
rangementelementen bei.
Abschlusssatz im Dialekt?
Hinds fria mitanand und
gloubond ned alls, was
man arzellt.Ihr singt im Dialekt, ein
wenig auf hochdeutsch und
auch auf englisch – welche
33BusinessVitamin B-Mangel?
In der Berufswelt wird auf Vitamin B geschworen.
Schnell haftet dem Ganzen jedoch der negative Beigeschmack von Vetternwirtschaft an. Trotzdem sind
Beziehungen und Netzwerke wichtiger den je.
Aufgrund der andauerenden Korruptionsaffären
unserer werten Herrn und Frauen Politiker ist das
»Networking« etwas in Verruf geraten, obwohl es
eine wichtige Basis für beruflichen Erfolg darstellt.
Natürlich werden in der Politik nur Gefälligkeiten
ausgetauscht und Interessen bedient – für die
dann aber meist der Steuerzahler gerade
Im Berufs- aber auch im Privat­
leben zahlen sich umfassende
Netzwerke gerade in Krisen­
zeiten aus. Millionen Men­
schen treten verschiedensten
Netzwerken, Clubs und
Vereinen bei, um in irgend­
einer Form Vorteile aus ihren
Kontakten zu ziehen.
Gerade für junge Selbstständige ist es wichtig, viele
Entscheidungsträger in kurzer Zeit kennen zu lernen,
um evtl. gemeinsame Projekte zu verwirklichen –
hierfür sind Netzwerke besonders hilfreich. Denn
eines hat sich trotz unseren digitalen Fortschritten
nicht geändert: die persönliche Bekanntschaft ist
wesentlich erfolgsversprechender als der Kontakt
per E-Mail. Wer also glaubt ein Unternehmen nur
per digitaler Kontakte führen zu können, wird sich
täuschen – auch im Ländle.
Netzwerke sind extrem wichtig, und zwar für Einzel­
personen sowie für Unternehmen. Wer ein Teil davon
ist, lernt leichter Menschen kennen, die einen fördern,
unterstützen oder auf neue Ideen bringen.
Für viele führt »Networking« zum entscheidenden
Vitamin B, um die eigene Karriere zu fördern. Es gibt
viele Arten von Vereinigungen, die nützlich sind –
eine davon ist die Vorarlberger Plattform isikauf.at.
Die Ländle-Konsumentenplattform
isikauf.at zeigt den Kunden schnell und ohne unnöti­
ge Umwege, welche Angebote oder Dienstleistungen
34aktuell angeboten werden. Aber auch Unternehmern
bietet isikauf.at die Möglichkeit, von einander zu
profitieren. Wo bisher nur der eigene Kundenkreis
angesprochen wurde, werden auf isikauf.at viele Kon­
sumenten miteinander verknüpft.
Außerdem bietet die Website ihren Mitgliedern die
Möglichkeit, schnell und kostengünstig Werbung zu
schalten. KMU's haben oft nicht das Werbebudget,
um kontinuierlich Printwer­
bung zu kaufen – dies ist
meist großen Unterneh­
men vorbehalten. isikauf.
at kann auch von kleinund mittel­ständischen
Unternehmen als Werbe­
plattform genutzt werden,
um aktuelle Angebote, neue
Produkte oder besondere An­
lässe zu präsentieren. Natürlich
ist dies als eine Ergänzung zu den
eigenen Werbeaktivitäten zu sehen.
Registrierte Unternehmen können sich gegenseitig
Vorteile bei Geschäftsabschlüssen einräumen. Weil
jeder aus dieser Zusammenarbeit profitiert, wird
die Community gestärkt. Zusätzlich gibt es für den
Endkonsument die isikauf.at-Vorteilskarte gratis.
Weist man die Vorteilskarte bei einem teilnehmenden
Betrieb vor, wird dem Inhaber sofort der jeweilige
Bonus gewährt. Daraus ergibt sich eine unkompli­
zierte Win-win-Situation zwischen den Unterneh­
mern und deren Kunden – und der Konsum im Raum
Vorarlberg wird gestärkt.
Mitglied werden bei isikauf.at ist einfach und geht
schnell: Die Registration und das Profil sind kosten­
los. Nach dem Freischalten kann angegeben werden,
welche Vorteile man anderen isikauf.at-Mitgliedern
einräumen möchte. So schnell wird man Teil eines
erfolgreichen Netzwerks.laendlemagazin.comToo
Schlammschlacht beim
Text: Cornelia Bachtr채gl35MusikDas OpenAir St. Gallen ist eines der ältesten und größten Open Air-Musikfestivals
der Schweiz. Es findet seit seiner Gründung
im Jahr 1977 ununterbrochen statt.
Wegen seiner einzigartigen Lage im Naturschutzgebiet Sittertobel der Stadt St. Gallen
gilt das Open Air als eines der schönsten
Europas. Außerdem loben Besucher immer
wieder die hervorragende Atmosphäre,
Stimmung und Sauberkeit. Als fast einziges Open Air der Welt hat St. Gallen keine
Abtrennung von Camping- und Bühnengelände und ist umgeben von Wäldern und
einem Fluss. Um dem Publikum möglichst
viel Freiheitsgefühl zu bieten, verzichtet
der Veranstalter auf ein Grillverbot.
Mitglieder verschiedener weltbekannten
Bands (z.B. Red Hot Chilli Peppers, Bryan
Adams, R.E.M.), die bereits in St. Gallen
aufgetreten sind, bezeichneten das
Open Air und dessen Stimmung als
»unbeschreiblich« und »genial«.Das OpenAir St. Gallen 2013Das diesjährige Festival war schon im Februar ausverkauft,
obwohl noch nicht allzu viele Bands bekannt waren. Das zeigt,
dass das OpenAir St. Gallen nicht nur wegen der auftretenden
Musiker heiß begehrt ist. Viele haben sich über das Programm
gefreut, einige waren aber etwas enttäuscht über die Headliner.
So mussten sich die St. Galler-Festivalbesucher 2013 mit we­
nigen großen und international erfolgreichen Bands wie Biffy
Clyro oder Kings of Leon zufrieden geben, während die Line­
ups der letzten Jahre nur so vor weltweit bekannten Musikgrö­
ßen strotzten: The National, Gossip, Die Toten Hosen, Incubus,
Paul Kalkbrenner, Mumford & Sons, Florence & The Machine,
Linkin Park, The Strokes, Queens of the Stone Age u.v.m.
Um den vielen Besuchern – 2012 waren es 110.000 Eintrit­
te – eine bessere Netzabdeckung bieten zu können, wenn sie
ihren Facebook-Status updaten, Bilder ins Internet stellen oder
SMS verschicken wollten, wurde der Empfang mit 4G/LTE im
Sitter ­tobel verstärkt.Das Wetter am OpenAir St. Gallen konnte leider auch nicht an
den Erfolg des Vorjahres anknüpfen: 2012 war es so heiß, dass
von den Veranstaltern extra Erfrischungsduschen installiert
wurden – 2013 war es von Natur aus frisch und nass. In den
Tagen vor dem Festival hatte es schon so stark geregnet, dass der Boden am Gelände bereits
durchnässt und weich war. Der Dauerregen am Festivalsamstag verursachte vor der Sitter­
bühne so tiefe Pfützen, dass man stellenweise knietief im Wasser stand. Als Gegenmaßnah­
me musste in der Nacht auf Sonntag Wasser abgepumpt werden.
Der Matsch war es auch, der das Wechseln zwischen den beiden Bühnen erschwerte – so
war es uns logistisch leider nicht möglich, alle von uns präferierten Bands zu sehen. Die
Auftritte waren durchwegs souverän. Der Sonntag war – nicht nur wegen des guten Wetters
– der beste Festivaltag. Die letzten drei Acts auf der Sitterbühne waren genial: The Lu­
mineers und Parov Stelar brachten das ganze Publikum zum Tanzen und Die Ärzte sorgten
mit lustigen Sprüchen und schrägen Covers ihrer eigenen Songs für grandiose Stimmung.36laendlemagazin.com37MusikDas neue Bezahlsystem2013 konnte man zum ersten Mal auf dem gesamten Gelände nur noch via Chip bezahlen. Dieser war am
Eintrittsband befestigt und konnte einfach an fixen und mobilen Cashpoints via Kredit- oder Bankomatkarte
aufgeladen werden. Um sich gegen Diebstahl oder Verlust zu versichern, gab es auch die Möglichkeit, sein Bän­
del personalisieren zu lassen. Wir hatten auf Facebook extra nachgefragt, ob das mit einem österreichischen
Führerschein funktioniert und uns wurde dies zugesichert. Als wir das Band registrieren lassen wollten, teilte
man uns mit, dass es nicht ginge, weil auf dem Führerschein der benötigte Strichcode fehle.
Die Helden von St. GallenBesonders positiv hervorzuheben ist die Sauberkeit des Festivals. So ge­
nannte »Trash Heroes« werden extra zum Aufräumen engagiert. So glich
der lange Weg zum Eingang während des Eröffnungstages einer riesi­
gen Müllhalde: überall lagen Pavillons, Grills, Zeltplanen, Bierflaschen,
Dosen, ... In der Nacht auf Freitag wurde bereits alles – so gut es bei dem
schlechten Wetter überhaupt möglich war – aufgeräumt. Auch auf dem
Gelände sah man morgens nur noch vereinzelt Abfall herumliegen, denn
das meiste sammeln die fleißigen Helfer schon in aller Herrgottsfrüh auf.
Trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass die Müllberge von Jahr zu Jahr
größer werden, was vor allem an der steigenden Besucherzahl liegen mag.
Das Dilemma mit den ZeltplätzenAm Donnerstag während des Anstehens hörte man immer wieder Fes­
tivalgäste sagen, dass sie zumindest auf einen Zeltplatz auf einer geraden
Wiese hoffen. Auch wir hatten in den letzten Jahren eine Extraportion
Glück, noch eine kleine Lücke zwischen den bereits belegten Flächen zu
finden. Dieses Jahr wollten wir nichts riskieren und fuhren früher los. Auf
sieben Stunden Schlange stehen, wechselhaftes und kühles Wetter folgte
leider Ernüchterung: Es gab keinen halbwegs guten Platz mehr – auch auf
den schrägen Wiesen waren nur noch vereinzelte Zeltplätze frei. Wider­
willig schlugen wir unser Lager daher mitten auf einem Weg auf – in der
Hoffnung, am nächsten Tag nicht von der Security verscheucht zu werden.
Die Zukunft von St. GallenEs werden immer mehr Stimmen laut, dass zu viele Festivalbesucher
zugelassen werden. Gerüchte besagen sogar, dass die Veranstalter nur
deshalb so viele Helfer zulassen, weil sie dadurch mehr Platz für offizi­
elle Besucher hätten. Angeblich besetzen auch die Helfer – die früher als
OpenAir-Besucher ins Gelände dürfen – für ihre Freunde so viele Zeltplätze, dass nach dem Öffnen der Tore
kaum noch freies Gelände übrig sei.
Die Veranstalter des OpenAir St. Gallen sollten unbedingt auf die Beschwerden reagieren und etwas an der zu­
gelassenen Besucherzahl ändern. Oder sie stellen strengere Zeltplatzregeln auf, denn viele OpenAir-Fans bauen
sich und ihren Freunden ganze Zelt- und Pavillonstädte. Jeder Besucher, der ein Mehrtagesticket kauft, sollte
einen garantierten Zeltplatz haben – extreme Schräglagen ausgeschlossen.
Das Bargeldlose Bezahlen auf dem Gelände macht sich auf jeden Fall bezahlt, man sollte sich aber auch als Öster­
reicher registrieren lassen können. Und warum man sich jedes Mal aus- und wieder einchecken muss, ist nicht
wirklich nachvollziehbar ...
38Marc Bรถsch
M. Th. Straรe 35
Tel. 05577 824 71
Mo - Fr 8 - 12 Uhr, 14 - 18 Uhr / Sa 8 - 12 Uhr
39MusikThe National
2010 empfahl mir eine Freundin die amerikanische
Band »The National«, bestehend aus dem Sänger Matt
Berninger und zwei Brüderpaaren: Aaron (Gitarre
Bass, Piano) und Bryce Dessner (Gitarre), sowie Scott
(Bass, Gitarre) und Bryan Devendorf (Schlagzeug).
Ihr fünftes Album »High Violet« wurde von Kriti­
kern gefeiert und hat sich weltweit über 600.000-mal
verkauft. Mir persönlich hat das Album, bis auf ein
paar Lieder, nicht wirklich zugesagt, da ich es eher als
schwer und träge empfinde.
2011 sah ich die Indie-Rock-Band auf dem Open Air
St. Gallen – und es war um mich geschehen. Das
Konzert war eines der besten, die ich je gesehen hatte!
Überhaupt ist »The National« für ihre Live-Auftritte
bekannt. Der etwas verwirrt wirkende Frontman
Matt Berninger war in Plauderstimmung und gab sich
extrem publikumsnah. Wieder zuhause angekommen,
nahm ich das Album sofort wieder mit ins Auto und
hörte es auf und ab.
Nach 22 Monaten auf Tour zu »High Violet« kam die
Band nach Hause und beschloss eine Pause einzule­
gen. Doch Gitarrist Aaron Dessner arbeitete bald an
neuen Songs – seine Songskizzen inspirierten schnell
auch die anderen Bandmitglieder. Matt: »In den letz­
ten zehn Jahren waren wir immer hinter etwas her
und wollten etwas beweisen. Dabei ging es darum,
unsere eigene Unsicherheit zu widerlegen. Ich denke,
nach der langen Tour zu High Violet waren wir nun
endlich an einem Punkt angelangt. Wir konnten uns
jetzt entspannen – nicht bezogen auf unseren eigenen
Anspruch, aber wir mussten unsere Identität nicht
40länger beweisen.« Aaron ergänzt: »Auf der einen
Seite sind die neuen Songs die bisher komplexes­
ten, aber auf der anderen auch die schlichtesten und
menschlichsten. Es fühlt sich einfach an, als hätten
wir unsere gemeinsame Chemie gefunden.« Matt lud
2010 seinen jüngeren Bruder ein, sie ein Jahr auf Tour
zu begleiten. In dieser Zeit entstand der Film »Mista­
ken for Strangers – A Year on Tour with my Brothers
Band". Der Dokumentar­f ilm wird von Kritikern hoch
gelobt, so schreibt z.B. Pitchfork: »The funniest, most
meta music movie since Spinal Tap.«
Die erste Singleauskoppelung »Demons« gefiel mir
ausgezeichnet, deshalb fieberte ich dem Erscheinungs­
termin entgegen. Da die CD ins Büro geliefert wurde,
lief sie während der Arbeitszeit nur als Hintergrund­
musik. Und da war sie wieder, diese Schwere ...
Zuhause spielte ich die Songs auf mein Handy und ging
mit »The National« joggen. Die Schwere verflog –
wenn auch nicht gänzlich. Um sicher zu gehen, hörte
ich das Album zuhause zwei Mal mit Kopfhörern
durch und hab nur deshalb aufgehört dem Barriton
des Sängers zu lauschen, weil mir die Ohren von den
Stöpseln schmerzten.
11: HumiliationFoto: The NationalIm Mai veröffentlichten »The National« ihr sechstes
Album. Es ist noch trauriger, etwas kitschiger und
mindestens genauso eingängig wie »High Violet".Texte: Cornelia Bachträgllaendlemagazin.comQueens of
the Stone A ge
Die Männer aus Kalifornien lassen's wieder krachen! Das ursprünglich für Anfang 2012
angekündigte Album »Like Clockwork« erschien am 31. Mai.
Nachdem sich die Band »Kyoss« wegen Unstimmigkei­
ten auflöste und sich Josh Homme als Aushilfsmusiker
durchschlug, merkte er bald, dass er nur mit einer eige­
nen Band wirklich glücklich werden konnte. Deshalb
gründete er 1996 gemeinsam mit einem weiteren
ehemaligen »Kyoss«-Mitglied die Band »Gamma Ray«.
Der Name wurde aber schon von einer deutschen
Musikgruppe verwendet, weswegen sie schlussendlich
bei »Queens of the Stone Age« landeten.
1998 erschien das auf 3000 Kopien beschränkte Debüt­
album »Queens of the Stone Age«, auf dem Homme
Gitarre und Bass alleine einspielte. Das Album wurde
von Presse und Fans begeistert aufgenommen, was
den Queens of the Stone Age eine zweijährige Tournee
rund um die Welt ermöglichte.
Im Jahr 2000 erschien das zweite Album »Rated R«
mit der erfolgreichen Single »Feel Good Hit of the
Summer« (in Kooperation mit Rob Halford von »Judas
Priest«): Der Text des Songs besteht ausschließlich aus
einer Aufzählung von Drogen.
Auf dem dritten Studioalbum »Songs for the Deaf«
findet sich eines der wohl bekanntesten QOTSASongs: »No One Knows«. Auf dieser Platte spielten
Ex-»Nirvana«-Drummer und »Foo Fighters«-Kopf
Dave Grohl Schlagzeug.Foto: Queens of the Stone AgeDas vierte Album »Lullabies to Paralyze« erschien
2005. Auf »Era Vulgaris«, dem fünften Album (2007),
setzte die Band die Tradition der vielen Gastauftritte fort
und arbeitete mit Trent Reznor (»Nine Inch Nails«)
und Julian Casablancas (»The Strokes«) zusammen.
Josh Homme holte seinen guten Freund Grohl für
»Like Clockwork« zurück ins Boot. Doch er hat noch
einen weiteren großen Musiker engagiert: Sir Elton
John spielt im Song »Fairweather Friends« das Piano.Der Sound des Einstiegssong »Keep your Eyes peeled«
ist sehr schwer, etwas bluesig und durchaus QOTSA­
typisch. Mit dem zweiten Track »I sat by the Ocean«
setzt die Band auf leichtere und beschwingte Musik,
die sofort ins Ohr geht. Insgesamt wird auf »Like
Clockwork« dieser Sound fortgesetzt.
Das Album ist vollgepackt mit Mitsingliedern und so­
mit der perfekte Begleiter für den Sommer. Da unsere
Redaktion QOTSA 2011 bereits live in St. Gallen er­
lebt hat und die Jungs von »Queens of the Stone Age«
im November nach München, werden wir auf jeden
Fall wieder begeistert dabei sein!Meine Anspieltipps
8: Smooth Sailing41MusikScott Matthew loves
Text: Cornelia BachträglUrsprünglich sollte das poolbar-Konzert von Scott
Matthew am 20. Juli in der großen Halle stattfinden,
damit die DJs im Wohnzimmer das Konzert nicht
überblendeten. Da das Wetter aber so schön war,
wurden die DJs spontan vom Pool auf die Terrasse
verfrachtet und Scott Matthew konnte sein Konzert im Pool und somit vor einer intimeren Runde
Der sympathische Singer/Songwriter Christoph
Comper (Sänger der Vorarlberger Indierocker »Gol­
den Reef«) ist in keine Schublade zu stecken: Er spielt
bluesigen Country-Synthie-Pop-Rock. Seine vielsei­
tige One Man-Show war der Support-Act von Scott
Matthew im Pool. Der Mann mit der charismatischen
Stimme überrascht den einen oder anderen (und vorab
nicht informierten) Zuhörer im Publikum durch seinen
vorarlbergerischen Dialekt. Am Ende des Konzertes
jammte er noch ein wenig mit sich selbst und wirkt mit
seinem Loop-Gerät fast schon wie ein kleiner Junge,
der in sein neues Spielzeug vertieft ist. Wir hoffen,
noch mehr von »Prinz Grizzley« sehen und hören
In Queensland in Australien aufgewachsen, machte der
bärtige Sänger dort auch seine ersten Banderfahrungen.
Er brach sein Musikstudium aber bald ab, weil er seine
42Zeit nicht länger in Radiostationen vergeuden wollte,
zog nach Sydney und gründete dort die Punk-Pop-Band
»Nicotine«. Gleichzeitig arbeitete er im Kostümfundus
der Australian Opera Company und entdeckte – inspi­
riert durch die Opernsänger – die Ausdruckskraft seiner
Stimme. Wenig später folgte er einem Freund nach
Amerika und lebt seitdem in New York.
Kürzlich brachte der Australier ein Album voller
Coversongs heraus. »Die Herausforderung liegt darin«,
erklärt er, »die eigene vorgefasste Meinung darüber zu
vergessen, was diese Songs eigentlich bedeuten.«
Scott Matthew eröffnete das Konzert mit einer Inter­
pretation von »To love somebody« der »Bee Gees«.
Das aber erst, nachdem er den Techniker bat, dass
Licht zu dämpfen, da er im Scheinwerferlicht immer
so alt aussehe: »Less light please. Maybe ... dark?«
Während des gesamten Konzertes spielte er aus­
schließlich Stücke anderer Musiker wie Elvis Costello,
Neil Young oder »Joy Division«. Zwischen den Songs
plaudert der gerne mit Antony Hegarty verglichene
Sänger munter drauf los. So erzählt er von einem
Konzert in einer Wiener Buchhandlung, bei dem das
Publikum spontan zu Whitney Houstons Song »Dan­
ce with somebody« mitsang. Die poolbar-Gäste ließen
sich nicht lange bitten und stimmten beim Refrain
mit ein. Danach war Scott so glücklich, dass sogar das
Licht etwas stärker aufgedreht werden durfte. Weiterslaendlemagazin.comerklärte er, dass es
ihm viel leichter fällt,
fremde anstatt seiner
eigenen Songs zu spielen:
»Playing covers makes me
more self-confident.«
Der lichtscheue Wahl-New Yorker
berichtete von einem Auftritt in Berlin,
bei dem viel Zeit zwischen dem Soundcheck
und dem Konzert lag. Diese nutzten er und sein
Gitarrist, um ein paar neue Coversongs auszuprobie­
ren, einer davon: Nick Caves »Into my Arms«. In der
poolbar performten die Beiden das Lied zum ersten Mal
in der Öffentlichkeit.Foto: © Michael MannWer schon einmal auf einem Konzert von Scott
Matthew war, weiß, dass er früher bei Zugaben gerne
ebendiese Coversongs spielte – diesmal war es umge­
kehrt: Die dritte Zugabe war gleichzeitig sein erster
eigener Song. Die Zahl der Zugaben überragte beinahe
die Zahl der regulären Songs, da Matthew zwei Mal
zurück auf die Bühne kam – und sogar das Licht durfte
immer greller werden!
Ist man anfangs noch etwas verstört von seinen Hand­
bewegungen, begreift man bald, Scott Matthew lässt
sich in absolut seiner Musik fallen! Er lächelt, weint
und lechzt auf der Bühne nach Liebe. Bei dem Stück
»Love will tear us apart« von »Joy Division« fiel plötz­
lich die Gitarre seines Freundes aus und Scott weigertesich zu-­
erst, das Lied nach Behebung des Problems weiter­
zuspielen: »Oh no! I’ve been so into it!« Doch dann
scheint es ihm selbst auch ein Anliegen gewesen zu
sein, das Lied weiterzusingen.
Eines der letzten Lieder war »Do you really want to
hurt me?« von »Culture Club«. Der androgyn anmu­
tende Sänger bekam das Handy seines Freundes: »I’m
not texting somebody, I don’t know all the lines, so he
gave me the lyrics!« Der Song wirkt wie eine Zusam­
menfassung des gesamten Konzertes. »This is my
favorite line«, sagte er schnell noch, bevor er »This boy
loves without a Reason« singt.
Selten ist es bei einem Konzert so leise, dass man
aneinander klackende Eiswürfel an der Bar als Lärm
empfindet. Scott Matthew hat sein Publikum komplett
43MusikWild
Unser Geheimtipp:Texte: Cornelia BachträglDer Beginn einer großen Liebe
Im Jahre 2010 habe ich die britische Band eher zufällig
entdeckt – und verliebte mich sehr schnell unsterblich
in ihre Musik. Ich kaufte sofort beide bis dahin veröf­
fentlichten Alben und ging innerhalb eines Monats auf
zwei Konzerte. Ihre Lieder begleiteten mich mehrere
Monate lang.Smother
Ein paar Tage vor dem offiziellen Release posteten
die »Wild Beasts« auf Facebook einen Link zu einem
Album-Stream. Ich habe es ein erstes Mal angehört,
ein zweites Mal, ein drittes, viertes, fünftes Mal ... ich
bekam nicht genug davon. »Smother« lief fortan den
Die Lieder »Bed of Nails« (I would lie anywhere with you,
any old bed of nails would do.) und »Reach A Bit Further«
(I was angry and brash as a bull, you were devastatingly
beautiful.) haben es mir besonders angetan. Allerdings
ist jeder einzelne Song auf Smother in dem Moment, in
dem ich es höre, mein Lieblingslied. Und so sollte ein
Album auch sein: Vollgepackt mit Lieblingssongs.
Die gesangliche Symbiose der beiden Leadsänger Hay­
den Thorpe (Falsett) und Tom Fleming (Tenor) hat auf
diesem Album Perfektion erreicht. Mit Augenzwin­44kern bezeichnen sich die »Wild Beasts« als Boyband –
und irgendwie passt dieses »Boygroup thing« auch.
Für »Smother« haben sich die »Wild Beasts« zusätzlich
weibliche Verstärkung geholt: Katie Harkin ist eine
langjährige Freundin der Band und unterstützt die
»Wild Beasts« live als Backgroundsängerin und auf
dem Keyboard.
Neues Album Anfang 2014
Die Band aus Kendal tourt durch die ganze Welt, um
dann vor einem kleinen Publikum zu spielen. Doch
diese intime Atmosphäre macht »Wild Beasts«-Kon­
zerte zu etwas Besonderem: Überall haben sie eine Hand
voll eingefleischter Fans, die Freunde mitbringen.
Derzeit sind die vier Briten wieder im Studio zu Album
Nr. 4. Es soll im Frühjahr des nächsten Jahres erschei­
nen. Ich hoffe, es wird wieder ein »Never Ending Ohr­
wurm«. Gleichzeitig bange ich um den Geheim­tippStatus – und wünsche mir ganz egoistisch, dass sie nie
den großen Durchbruch schaffen werden. Dann kann
ich auch weiterhin mit dem Schlagzeuger Chris Talbot
nach den Konzerten ein Bierchen trinken gehen.Foto: Domino RecordsAls ich während ihrer Studioaufnahmen zum dritten
Album in einem Interview las, dass die »Wild Beasts«
verstärkt Synthesizer verwenden, war ich besorgt.
Ich vergötterte die beiden Vorgängeralben »Limbo,
Panto« und »Two Dancers«, weil sie für mich so �echt�
waren. Im Mai 2011 reisten eine Freundin und ich zum
Donaufestival in Krems, wo die Beasts ihr allererstes
Konzert nach ihrem Studioaufenthalt gaben. Und was
ich da zu hören bekam war grandios. Danach fieberte
ich dem Erscheinen des Albums nur noch mit positi­
ven Gefühlen entgegen.laendlemagazin.comWe can hardly
Viele großartige Bands beglücken uns noch in diesem Jahr mit neuen Alben.
Wir haben ein paar Gusto­stückerln für euch rausgesucht:Arcade FireHAIMDie britische Band hat mit dem 2010 erschienenen
Album »The Suburbs« unzählige Awards gewonnen:
Grammy, Juno Award, Brit Award, Polaris Music Prize
usw. Die Erwartungen auf das im September ange­
kündigte Album sind dementsprechend groß.BBC sagt den drei Schwestern aus L.A. für 2013 den
großen Druchbruch voraus, am OpenAir St. Gallen
waren die Pop-Rock-Band schon längst keine Unbe­
kannten mehr. Das Debütalbum soll ab September
erhältlich sein.BeckMGMTDer amerikanische Musiker hat für Ende 2013 sogar
zwei neue Alben angekündigt: ein Akustik- und ein
Studioalbum. Das letzte Studioalbum »Modern Guilt«
brachte Beck 2008 heraus, 2012 stellte er die Musik­
welt auf den Kopf und veröffentlichte das Album
»Song Reader« rein als Notenblätter.BeyonceDas letzte Album (»4«) der R'n'B- und Soulsängerin
erschien 2011. Gerüchte besagen, dass sie auf ihrer
Tour bemerkte, dass die neuen Songs nicht so gut an­
kommen. Deshalb wird das Album offenbar komplett
überarbeitet und erscheint wohl erst im November.Black KeysDer Erscheinungstermin für das verflixte zweite Al­
bum steht noch nicht fest, angepeilt wird der Herbst.
Drummer Carney: »After recording we hopefully take
a few months off to do normal things like go to bed
early, wake up early, walk the dog, that kind of stuff.
We’ll probably be back on the road starting next fall.«Franz FerdinandDer langersehnte Nachfolger des 2009 erschienenen
Albums »Tonight: Franz Ferdinand« wird den Titel
»Right Thoughts, Right Words, Right Action« tragen.
Frontman Alex Kapranos beschreibt die Platte so:
»The Intellect vs. The Soul, played out by some dumb
band.« Eigenes Urteil möglich ab: August 2013Der Song »Kids« aus dem Album »Congratulations«
hielt sich in Österreich 42 Wochen lang in den Charts.
Nach vielen Gerüchten wurde nun bestätigt, dass das
nächste, selbstbetitelte Album im September erschei­
nen wird. Wer die Band live sehen möchte, sollte sich
Karten für den 5. Oktober im Kesselhaus in München
sichern.morriseyDer ehemalige The Smiths-Sänger ist deprimiert:
Er hat schon genug Songs für ein Album aufgenom­
men – findet aber kein Label. Amanda Palmer (ehem.
»Dresden Dolls«) hat ihm geraten, es wie sie das Album
über Crowd-Funding zu finanzieren. Der Erschei­
nungstermin steht daher leider noch in den Sternen.justin timberlakeDer amerikanische Sänger hat erst im März diesen
Jahres sein Album »The 20/20 Experience« veröffent­
licht. Nun will er bereits im September einen zweiten
Teil mit zehn neuen Songs veröffentlichen. Kurz
darauf wird er wieder auf Tour gehen.Tees UlmannDer Tomte-Sänger, Autor und Labelchef scheint auf
Dauer-Tour zu sein und hat es trotzdem geschafft,
zwischendurch ins Studio zu gehen. Er bringt im
August sein zweites Soloalbum heraus. Live zu hören
am 3. November in München (Muffathalle).
45MusikMusik für Scharlatane, Tänzer & TabarinTris »TraumFrauen« (A)Camillocromo (I)Mittwoch, 14. August
Kammgarn Hard, ab 21 Uhr
Eintritt: € 20,- / erm. € 17,-Donnerstag. 15. August
Eintritt: € 20,- / erm. € 17,-Samstag, 17. August
Eintritt: € 20,- / erm. € 17,-Von gutem Bourbon angetriebe­
ner Delta Blues Rock. »The Delta
Saints« machen Musik zwischen
New Orleans Blues und »The Black
Keys«-Rock.
Jung und unangepasst produzieren
die fünf Musiker aus Nashville Lie­
der, die sich den dunklen Seiten des
Lebens widmen. Sie spielen Blu­
esrock mit unüberhörbaren Folk­
einflüssen, voll mit stampfenden
Rhythmen, satten Gitarren und
quietschenden Mundharmonikas.
Daneben integriert das Quintett
auch Stampfen und Klatschen in
seine Songs und macht seine Mu­
sik damit quasi »körperlich erfahr­
bar« – und selbst wenn neben den
vorwiegend eigenen Titeln auch
Coverversionen von James Brown,
Otis Redding oder gar den »Be­
atles« gespielt werden, klingt das
nach Voodoo, Sümpfen, Alligato­
ren und anderem wilden Zeugs!
Moskitoschutz nicht vergessen.Alle Freunde von Tris dürfen sich
freuen. Sie sind wieder da, die drei
besten Freundinnen aus dem Wes­
ten: unverändert, aber verbreitert.
Die wunderbar schrägen Damen
Agnes, Herta und Waltraud tänzeln
und trällern sich erneut durch ein
buntes Potpourri aus Melodien, die
ins Ohr gehen, das Herz erwärmen
und die Lachmuskeln stärken.
Eigentlich sind ja alle drei bereits
auf dem Höhepunkt angelangt: ih­
rer Karriere, ihrer Freundschaft,
ihres Daseins, ihres Frauseins.
Dennoch stellt sich ihnen die Fra­
ge, wie viel von ihren Träumen in
Erfüllung gegangen ist. Sind sie be­
reits endgültig auf dem
Boden der Realität angelangt? Oder
darf frau den Kopf in die Wolken
stecken und (weiter-)träumen – jede
auf ihre Art? Und so träumt Agnes
von der Reinkarnation, Herta von
den größten Bühnen der Welt und
Waltraud vom Traumpartner.
Werden die Damen im Land der
Träume enden? Oder doch im Land
der Schäume?
Eines wird am Ende des Abends je­
denfalls klar sein: Es ist nie zu spät!»Musik für Scharlatane, Tänzer
und Tabarin« – Eine verrückte
Truppe oder doch schlaue Spinner?
Musiker oder Scharlatane? Dieses
Dilemma verwirrt Kritiker auf der
ganzen Welt. Ein verlockendes und
ansteckendes Phänomen namens
»Camillocromo« breitet sich über­
all aus. Ohne sich definieren oder
etikettieren zu lassen, versteht es
»Camillocromo« das Publikum zu
begeistern und es einen unvergess­
lichen Abend lang zum Lachen zu
Swing, Tango, Walzer, BalkanSounds, all diese Stile werden in
den bizarren Köpfen der Musiker
vermischt und mit einem Beat ge­
paart, der zum Tanzen zwingt. »Ca­
millocromo« fesselt das Publikum,
trägt es weg in eine imaginäre Welt,
mit halsbrecherischen Attraktio­
nen, in einen komischen Rausch, in
ein Varieté der alten Zeit.46Infos und Kartenvorverkauf:
kammgarn@hard.at, foen-x.comANZEIGEDelta Saints (USA)Fotos: Delta Saints © Marijke Debussere, Tris © Heinz Hanuschka, © CamillocromoDie Harder Kulturwerkstatt »Kammgarn« bietet im Rahmen des Foen-X-Festivals einige
kulturelle Leckerbissen. Diese drei stehen in den kommenden Wochen auf dem Plan:laendlemagazin.comNoch mehr MusikNeedle Rock Show mit
StahlzeitDie Songauswahl bei »Stahlzeit«
beinhaltet ausschließlich die High­
lights aus allen bisher erschienenen
»Rammstein«–Alben.
Neben dem Rammsteintypischen
Bombastsound werden auch sämt­
liche Showelemente zum verwech­
seln ähnlich, in Szene gesetzt. Auch
die von einem »Rammstein«-Kon­
zert nicht weg zu denkende Pyround Feuershow wird bei Stahlzeit,
selbstverständlich kompromisslos,
von professionellen Pyrotechnikern
äußerst spektakulär und atembe­
raubend umgesetzt.
Gepaart mit der verblüffenden
Ähnlichkeit in Aussehen, Stimme
und Performance, wurde Stahlzeit
in kürzester Zeit zur besten und er­
folgreichsten»Rammstein«-Tribu­
teband und begeistert seither Fans
und die Fachpresse in ganz Europa.ANZEIGEFotos: Stahlzeit - © Stephan SchatzSamstag, 24. August
Bregenz, Werkstattbühne, ab 21 Uhr
Preis: € 18,-G ew i nnerten
1x 2 KaAugust
en 2 4 . nz
i n breThe ROCKABILLY
Hohenems, Event Center, ab 18 Uhr
Preis: Einzelpreis: € 27,50
2-Tagespass: € 49,50
Das Rockabilly Bombardment war­
tet zum 10-jährigen Jubiläum mit
einem extrem starken und sehr
USA-lastigen Programm auf.
Mit einer der letzten großen noch
lebenden Legenden, Jack Scott
(USA), ist ein überragender Head­
liner am Start. Er war in den 1950er
und 1960er Jahren zeitweise öfters
in den Charts vertreten als alle
vergleichbaren Künstler (abgese­
hen von Elvis und den Beatles).
Seit Hit »The Way I Walk« wur­
de unzählige Male gecovert z.B.
von den Cramps). The Honeybees
(USA) bestechen durch ihre her­
vorragenden Harmony Vocals und
zählen seit über 10 Jahren zu einem
festen Bestandteil der Rockabilly
und R'n'B-Szene. »Kim Lenz & her
Jaguars« (USA) wurden schon vom
Rolling Stone-Magazin hochge­
lobt, und die wilde Rothaarige wird
so manchen nicht nur mit ihrer
Musik verzaubern. Aber auch diebritischen Inseln sind mit der Kult­
band »Matchbox« (UK) prominent
vertreten. Jeder kennt Ihre Hits wie
»Rockabilly Rebel«, »Buzz Buzz a
diddle it«. Mit Pep Torres und der
Bob Ryan-Roadshow sind zwei
weitere hervorragende USA stäm­
mige Bands am Start. Daneben gibt
es wieder einiges an jungem Talent
zu bewundern, unbedingt zu er­
wähnen sind vor allem die »Rhythm
Chiefs« aus Holland mit dem un­
glaublich talentierten Dusty Ciggaar
Insgesamt treten zehn Bands an zwei
Tagen auf, dazu noch zwei Burlesque
Shows auf höchstem Niveau. Auch
bei den DJs und der charmanten Mo­
deration sind in diesem Jahr die USA
vertreten.G ew1x 2 Kianne
Fr . o
i n H o de r S A .
sSo kannst du gewinnen:Geh auf die Ländle Magazin
Facebook-Seite ( /LandleMagazin)
und teile das Bild von der Veran­
staltung, zu der du gehen möchtest.
Viel Glück!Infos und Kartenvorverkauf:
Musikladen Kartenbüro
T +43 (0)5522 41000 oder
info@musikladen.at47NaturDas
BienenÂ­sterben
Text: Andrea Karoline BachtrĂ¤gl48laendlemagazin.comBienen leiden unter industrieller Landwirtschaft
»Ja, den Bienen geht es schlecht!« sagte Gerti Amplatz,
Biobäuerin und Imkerin in der Nähe von Gleisdorf
(Oststeiermark) gleich am Anfang unseres letzten
Energiestammtisches. Es werden immer weniger, die
Sterberate im letzten Jahr ist extrem hoch gewesen.
Die Bienen leiden unter den gleichen Umständen wie
wir, sie vertragen die Spritz-, Beiz- und Düngemittel
nicht und verlieren dadurch auch die Orientierung im
Flug. Sie leiden an der schlechten Luft, den Handy­
strahlen und am vergifteten Wasser, das sie vor allem
durch die Aufnahme des Morgentaues von den Pflan­
zen aufnehmen. Sie leiden unter Stress, weil sie kaum
mehr blühende Sommerwiesen und somit weniger
Blütennahrung finden und die Flugstrecken zu lang
werden. Ihr natürliches Verhalten ist gestört, sie wer­
den anfälliger für Krankheiten und für die Varroamil­
be, die mittlerweile jeder Imker in Österreich kennt.
Die Herausforderung »Bio-Honig«
Die steirische Imkerin Gerti Amplatz erzeugt ihren
Bio-Honig mit ihren Bienenvölkern in Niederöster­
reich. Die dort vorhandenen Bioäcker sind größer als
bei uns und bieten ein sicheres Umfeld in der Größe
der Bienen-Flugstrecken. Früher hatte fast jeder Bau­
ernhof seine eigenen Bienenstöcke und es wurde keine
Chemie verwendet! Heute darf man auf natürlichen
(unbewirtschafteten) Standorten wegen der »Stech­
gefahr« von Wanderern oder Bikern keine Bienen­
kästen mehr aufstellen. Und wenn, dann muss man
dafür Miete zahlen. Das finde ich absurd – Bienen und
Wildinsekten nutzen jedem, der etwas anbaut.Foto: foto-MAXL.atDamit der Honig giftfrei bleibt, sperren Imker als Vor­
sichtsmaßnahme ihre Bienenvölker, während Bauern
ihr Land spritzen, ein. Aber wie lange schaffen sie das
noch? Deshalb fordern ImkerInnen auch in Zukunft
immer von Bauern darüber informiert zu werden, was,
wann, wo gespritzt wird.
Honigbienen, die von Imkern umsorgt und gehegt
werden, geht es vergleichsweise gut. Schlechter steht
es um Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insek­
ten. Sie haben kaum noch natürliche Behausungen und
finden zu wenig Nahrung. Von uns unbemerkt, be­
stäuben sie viel mehr Pflanzen als unsere Honig­bienen.
49NaturAndrea Karoline Bachträgl, Dipl.- Päd. für Ernährung
Organisatorin des Gesundheits- und Energiestammtisches Thannhausen
energiestammtisch.at70% der Gemüse- und Obstsorten müssen durch
Insekten befruchtet werden. Ohne diesen Arbeitsgang
könnten viele Bauern keine Früchte mehr ernten und
verkaufen. Eine Bestäubung von Hand, wie in China,
wäre notwendig.Sind Gifte im Honig nachweisbar?
Unser Honig ist mehr als ein Lebensmittel. Er gehört,
wie die bestäubenden Insekten, geschützt. Doch das
scheint dem Umweltministerium egal zu sein. Dort
werden stattdessen die Monokulturen der Maisbauern
geschützt! Wie viel Gift können wir und die Umwelt
noch vertragen? Die engagierten Imker, die ich bei
meinem Energiestammtisch kennenlernte, wünschen
sich ein unabhängiges Labor, das den Umweltorga­
nisationen glauben schenkt und das Vorhandensein
von Giftstoffen im Honig prüft. Die AGES (Agentur
für Gesundheit und Ernährungssicherheit) macht das
nicht. Ich finde es interessant, wie hier wieder der
Kopf in den Sand gesteckt wird! Wofür haben wir
Prüfstellen und die Politik? Sie betreiben Lobbyismus,
das finde ich gefährlich! Wir müssen jetzt agieren, der
Honig ist ein Heilmittel und soll natürlich bleiben.
50Leben im Einklang mit der Natur: Eine Utopie?
Die Landwirtschaft braucht die Bienen und die Bienen
die Bauern. Die Bauern brauchen uns und wir Kon­
sumenten die Landwirtschaft. Die logische Folgerung
ist: Gäbe es mehr Bio-Landwirtschaft, ginge es den
Bienen, den Bauern und somit uns allen besser. Dies
steht aber marktwirtschaftlichen und unternehmeri­
schen Interessen im Weg.
Dabei könnte es die Regierung so einfach regeln: mit
dem Verbot aller Unkrautvertilgungsmitteln in den
Bau- und Supermärkten, einem Verbot der gefährli­
chen Chemikalien in der Landwirtschaft und Kampa­
gnen für die Biolandwirtschaft.
Pflanze Blumen, lass Brennnessel stehen, denn sie sind
wertvolle Nahrung für viele Schmetterlingsraupen.
StellInsektenhotels auf, Vogelnistkästen und saubere
Wassergefäße/Miniteiche. Mach aus deinem Garten
einen Bio-Garten und verzichte generell auf Insektenund Unkrautgifte.
Kaufe Pflanzenraritäten und trag somit zur Artenvielfalt bei! Weitere Infos gibt es im Arche Noah­
Mit Petitionen weisen Umweltorganisationen auf diese
Notwendigkeiten hin. Unterschreib diese und infor­
miere deine Freunde und Bekannte über den Bedarf
einer umfassenden Biolandwirtschaft.Foto: privatViele Bauern haben die prekäre Situation immer
noch nicht erkannt. Auch im Doku-Film »More than
Honey« wird auf die Gefahren der Monokulturen und
auf den Ausfall der natürlichen Bestäubung durch
Bienen/Insekten hingewiesen. In diesem Film werden
Ackerflächen und marode Bienenvölker in Ameri­
ka und China gezeigt. Der Zuseher glaubt vielleicht
beruhigt: »Bei uns ist das doch anders«, aber Europas
Ackerflächen sind zu 90% zu Wüsten degradiert. Die
Humusschicht ist durch die intensive Landwirtschaft
ausgelaugt. Ohne Saatgutbeizung und Kunstdünger
wächst fast nichts mehr. Aber wo landen diese Gifte?
Am Ende der Nahrungskette stehen wir!laendlemagazin.com10 Tippswie Du Bienen helfen kannst
gesehen auf umstellung.info1. Kauf regionalen Honig
Damit stärkst du einerseits die
Imker vor Ort, die sich selbst für
beste Bedingungen für die Bienen
einsetzen, andererseits erteilst du
damit dem, oft fast schon industri­
ell hergestellten, Supermarkthonig
eine Absage. Wenn du keinen
Imker in deiner Nähe findest,
kauf wenigstens österreichischen
Bio-Honig. Dieser wird auch oft auf
Bauernmärkten angeboten.
2. Kauf Gemüse beimBiobauern aus der Region
Bienen brauchen Artenvielfalt und
vertragen Insektizide und Pestizide
schlecht. Daher solltest du dein Ge­
müse am besten beim Biobauern aus
der Region kaufen, der auf chemi­
sche Mittel weitgehend verzichtet
und damit einerseits die Bienen
nicht direkt schädigt und anderer­
seits für mehr Artenvielfalt sorgt.3. Gib Bienen zu trinken
Im Sommer brauchen Bienen
genau wie Menschen Wasser. Und
auch wenn du keinen Garten hast,
kannst du den Bienen helfen, ihren
Durst zu stellen. Stell einfach ein
flaches Schälchen mit Wasser
(z.B. eine Vogeltränke) auf deinen
Balkon. Leg flache Steine hinein,
die etwas hinausragen. So können
die Bienen leichter ans Wasser
kommen. Stell die Schale neben
einen Blumenkasten oder im Gar­
ten zwischen blühende Pflanzen.
Übrigens, das Wasser muss nicht
klar bleiben – durch den »Dreck«
nehmen die Bienen auch Nährstoffe auf.4. Der bienenfreundlicheKräuterblumenkasten
Der hat Platz im kleinsten Garten,
auf dem Balkon oder gar draußen
auf der Fensterbank. Außerdem
lohnt er sich doppelt: du hilfst
nicht nur den Bienen, sondern hast
auch immer frische Kräuter zur
Hand. Wichtig: Lass einen Teil der
Kräuter immer so weit wachsen,
dass diese Blüten bilden. Geeignete
Kräuter sind z.B. Zitronenmelisse,
Salbei, Lavendel, Schnittlauch,
Basilikum, Thymian oder Minze.
Tipp: Pflanze Kapuzinerkresse
dazwischen. Diese mögen nicht nur
die Bienen, die Blüten lassen sich
auch in der Küche – z.B. im Salat –
verwenden. Hast du einen großen
Garten, leg ein Kräuterbeet an.5. Bienenfreundliche Pflanzen,
Wenn du einen eigenen Garten
hast, setze generell bienenfreundli­
che Pflanzen ein. Dazu gehören: die
meisten Obstbäume (Apfel, Birne,
Quitte, Sauerkirsche), viele andere
Obstsorten (Erdbeere, Brombeere,
Johannisbeere), generell Kräuter
und etliche Gemüse (Zucchini,
Fenchel), Zierblumen (Sonnenblu­
me, Narzissen, Königskerze, Mohn,
Krokusse, Margeriten, Rosen) und
viele Gehölze (Kastanie, Haselnuss
oder Trompetenbaum). Grundsätz­
lich sind einheimische Arten besser.
Das kommt auch anderen Tieren
zugute und die Pflanzen sind besser
an die hiesigen Witterungsbedin­
gungen angepasst, so dass du länger
Freude daran haben wirst.6. Natürliche EckenSorge in deinem Garten für Ecken,
in denen wachsen darf, was wächst.
Sehr schön ist es, z.B. Inseln oder
Randbereiche des Rasens mit Wild­
blumen bewachsen zu lassen. Oder
du funktionierst deinen Rasen oder
Teile davon zu einer Blumenwiese
um. Hier gibt es spezielle BlumenWiesen-Rasen­mischungen.7. Sorge für VielfaltAuch wenn du keinen eigenen
Garten hast, kannst du für Vielfalt
sorgen. Schenk Freunden bienen­
freundliche Pflanzen zum Ein­
topfen (z.B. ein Rosenbäumchen),
statt einem Blumenstrauß, säe auf
Brachflächen Wildblumen aus
(Seedbombs), sprich den Biobauern
deines Vertrauens an, ob er am
Rande seines Feldes für Wildblu­
men sorgt, sprich deine Gemeinde
an, initiiere einen Blütengarten in
der Schule, ...8. Verzichte selbst auf Pflanzenschutzmittel
Viele Pestizide und Insektizide
schädigen Bienen.9. Stell ein Bienenhaus auf
Keine Angst – ein Bienenhaus ist so
klein wie ein Nistkasten für Vögel.
Damit hilfst du Wildbienen – und
anderen nützlichen Insekten – zu
überleben. Hänge es in eine Ecke
deines Gartens – auch auf dem
Balkon hat es Platz. Übrigens: Die
Wildbienensorten, die sich hier
ansiedeln, stechen nicht.
10. Erzähl es weiter!
51NaturDie Familie Vetter bewirtschaftet schon seit über 300 Jahren
Lustenauer Boden. Als die damals
12-jährige Renate (die älteste
Schwester von Hubert) jedes Mal
brennende Ausschläge bekam,
wenn sie ihre heiß geliebten –
gespritzten – Erdbeeren aus dem
eigenen Garten aß, schlugen
Alfons und Mathilde Vetter, die
Eltern von Hubert Vetter, in den
70ern einen alternativen Weg
der Landwirtschaft ein. So wurde
der Vetterhof in Westösterreich
Vorreiter im Biolandbau. Seit dem
Jahre 1987 ist der Bauernhof ein
anerkannter Biobetrieb und wirtschaftet nach den Richtlinien des
Verbandes »Bio Austria«.Doch Nachhaltigkeit endet nicht
am Hof! Deshalb hat sich die
Familie Vetter entschieden, die
Gemüsekiste ab Mai 2013 selbst
zu verkaufen – um durch den
direkten Kundenkontakt einen
nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Wir haben mit dem Juniorchef, Simon Vetter, über
die Motivation seiner Familie,
modernes Marketing und die
Gemüsekiste gesprochen.
Interview / Text: Cornelia Bachträgl52Foto: VetterhofIntensive Landwirtschaft bringt
große Risiken für Umwelt und
Mensch mit sich, Beispiele sind
der hohe Rückgang der Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen, die
Belastung der Lebensmittel mit
Schadstoffen, erhöhte Nitratgehalte im Trinkwasser und zunehmende Bodenerosion. Diesen
Entwicklungen steht die biologische Landwirtschaft mit ihrer
naturnahen Produktionsweise als
Alternative gegenüber. Dabei wird
die Natur geschont und besonders hochwertige Lebensmittel
erhalten.laendlemagazin.comHallo Simon. Wie geht es dir?
Gut! Danke der Nachfrage. Im Sommer können
wir unserer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: der
Produktion hochwertigster Lebensmittel.
Euer Hof hat seit November 2012 eine Website im
Blog-Stil. Und seit gut einem Jahr seid ihr auf Facebook
vertreten: Gratulation, ihr macht das hervorragend!
Wer von euch kümmert sich um die Befüllung?
Vielen Dank für die Blumen! Ich mache das mit
Unterstützung meiner fünf kreativen Geschwister. Es
macht uns Spaß und Freude, die Menschen über unser
Hofleben auf dem Laufenden zu halten und manchmal
vielleicht auch – ohne erhobenen Zeigefinger – aktu­
elle Probleme in der Landwirtschaft aufzuzeigen. Es
freut uns natürlich sehr, wenn uns das zusätzlich in
unterhaltender Weise gelingt.
Ja, so war zum Beispiel der Brief von Meister Lampe,
den ihr zu Ostern gepostet habt, köstlich. Woher nehmt ihr
die Ideen für solch kreatives Marketing?
Hier müssen wir euch leider enttäuschen. Dieser Brief
ist nicht »auf unserem Mist gewachsen« und wir wol­
len uns auch nicht »mit fremden Federn schmücken«
– dafür zeichnet sich allein der Osterhase verantwort­
lich, dem wir an dieser Stelle nochmal herzlich für
seine netten Zeilen danken möchten.
Seit April kann man die Gemüsekiste direkt bei euch
bestellen. Warum habt ihr eure Zusammenarbeit mit der
Ländle Gemüsekiste beendet?
Es war uns nicht mehr möglich den direkten Kunden­
kontakt so zu pflegen, wie wir das für richtig und
wichtig halten. Wir möchten kein anonymes
Gemüse für anonyme Menschen produzieren, deshalb
nehmen wir den Vertrieb wieder selber in die Hand.
Wir möchten wissen, für wen wir um 05:30 Uhr am
Feld draußen stehen und frisches Gemüse ernten.
An kalten verregneten Tagen braucht man diese Form
Wie könnt ihr garantieren, dass das gelieferte Gemüse
ausschließlich von eurem Hof kommt, wenn zum Beispiel
Meister Lampe euren Lauch anknabbert oder die Nach­
frage größer ist, als erwartet?
Alles Gemüse, das man in der Gemüsekiste findet,
kommt grundsätzlich von unserem Hof. Manchmal
kommt es vor, dass eine Kultur nicht so wächst, wie
wir uns das erhofft haben. Dann beziehen wir diese
von anderen Biobetrieben aus der Region. Weil wir
aber schon etwas von unserem Handwerk verstehenund das Wetter meist auf unserer Seite haben, kommt
das sehr, sehr selten vor.
Wodurch unterscheidet sich euer Angebot vom Gemüse aus
der Supermarkt-Bioabteilung?
Durch Regionalität, Frische, Vielfalt, Saisonalität und
Transparenz. Unsere Tomaten z.B. werden direkt bei
uns am Hof angebaut und zwar dann, wenn sie Saison
haben. Weil wir Tomaten so gerne haben, gibt’s bei
uns nicht die üblichen zwei bis drei, sondern 35 ver­
schiedene Sorten. Davon kann sich jeder Kunde gerne
selber ein Bild machen. Interessierten KundInnen
zeigen wir gerne unsere Felder und Ställe.
Angenommen man mag zum Beispiel keine Rote
Beete – könnt ihr bei der Befüllung der Gemüsekiste auf
persönliche Vorlieben Rücksicht nehmen?
Der Inhalt der Gemüsekiste wird nicht nur von uns
bestimmt, sondern ist stark von der Vegetation und
der Witterung vorgegeben. Bei uns kommt nur das,
was gerade Saison hat, in die Kiste. Wenn jemand
etwas einmal überhaupt nicht mag, kann er es doch
einfach Nachbarn, Freunden oder Arbeitskollegen
schenken. Wenn wir beim Kistenpacken keine »Extra­
würste« berücksichtigen müssen, können wir auch
einen guten Preis ermöglichen.
Liefert ihr auf Anfrage auch andere Produkte mit?
Eier oder Fleisch zum Beispiel.
Wir bieten auch Fleisch von unseren Rindern, Hüh­
nern und Schweinen an. Das gibt es allerdings nur
bei uns im Hofladen. Viele Kunden wollen sehen, wie
die Tiere bei uns gehalten werden und uns ist es ein
Anliegen, unseren Kunden auch die lebenden Tiere zu
zeigen. Nur so entwickelt sich ein Bewusstsein für den
Wert der Produkte.
Kann man mit der Gemüsekiste pausieren, wenn man
auf Urlaub ist oder im Sommer Gemüse aus dem eigenen
Garten konsumiert?
Natürlich, man kann die Kiste ganz bequem formlos
und auch kurzfristig vorübergehend abbestellen. Noch
einfacher ist es allerdings, man schenkt sie einfach
dem netten jungen Herrn, der während des Urlaubs auf
die Blumen Acht gibt oder der Frau Nachbarin, die die
Katze füttert. Die freuen sich ganz bestimmt darüber
und wir können auch besser planen, wie viel Gemüse
wir anbauen müssen.
Ihr arbeitet aktuell an einem Kochbuch. Kann man
euch Rezepte zuschicken?
53NaturSimon Vetter,
JuniorchefOh! Ich werde gleich unser Rezeptearchiv durchfors­
ten! Man spürt bei euch ganz deutlich, dass ihr es mit dem
biologischem Anbau sehr ernst nehmt und nicht nur einem
Trend nachjagt. Woher kommt diese tiefe Überzeugung?
Ich bin damit aufgewachsen und kann es mir anders
eigentlich gar nicht vorstellen. Meine Eltern haben
unseren Betrieb schon vor fast 30 Jahren auf Bio
umgestellt. Damals galten Biobauern noch als richtige
Freaks und wurden zum Teil auch angefeindet und
belächelt. Das hat sich glücklicherweise geändert.54Legt man euch von öffentlicher Seite her Steine in
den Weg oder fühlt ihr euch von Bund, Land und EU gut
Die aktuelle Agrarpolitik ist meiner Meinung nach
ein geistiges Relikt aus den 80er Jahren. Das sieht man
z.B. an den Prinzipien, nach denen im landwirtschaft­
lichen Bereich öffentliche Gelder verteilt werden. In
der öffentlichen Diskussion wird das Bild vom zwei­
felsohne hart arbeitenden Bergbauern gezeichnet – in
der Realität jedoch landet ein Großteil der Fördermit­
tel bei Herstellern von Energy-Drinks.
Vielen Dank auch von unserer Seite für euer Interesse
an unserem Betrieb. Die wachsende Begeisterung der
Bevölkerung an unserer Art Landwirtschaft zu betrei­
ben, stärkt uns den Rücken und lässt uns positiv in die
Zukunft blicken.Foto: VetterhofAn einem Kochbuch im eigentlichen Sinne arbeiten
wir derzeit noch nicht, allerdings an einer Online-Re­
zeptesammlung. Außerdem legen wir den Kisten
jeweils zwei passende Rezepte in Papierform bei, aus
denen unsere KundInnen dann natürlich gerne ein
Kochbuch basteln können. Es wäre supertoll, wenn
ihr uns dabei mit eurer Kreativität und Kochkunst
unterstützen wollt!laendlemagazin.com55NaturV
ielfalt ist
Wer in den letzten Monaten die Nachrichten verfolgt hat, dem ist nicht entgangen,
dass derzeit auf EU-Ebene eine neue Saatgutverordnung ausgearbeitet wird. Der Verein
Arche Noah, der sich seit den 1990er Jahren um die Erhaltung bäuerlicher Kulturpflanzen
bemüht, hat die geplante Verordnung gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation
Global 2000 mittels Pressekonferenz und Petition öffentlich bekannt gemacht.56laendlemagazin.comTauschen verboten?Abhängigkeit gewünscht?Alternativwege vorhanden?Der Spielraum für die Weitergabe
von Saat- und Pflanzgut ist bereits
jetzt eng und soll durch die neue
EU-Verordnung noch weiter be­
schnitten werden. Die Arche Noah
beobachtet seit ihrer Gründung,
dass die Schrauben immer enger
gedreht werden. So ist z.B. nicht
einsichtig, warum die neue Verord­
nung den Tausch von Saatgut zwi­
schen Privatgärtnern zwar erlaubt,
jedoch strengen bürokratischen
Auflagen unterwirft, sobald für das
Saatgut eine Aufwandsentschädi­
gung von ein paar Euro genommen
wird.Eine grundsätzliche Frage, die sich
in diesem Zusammenhang für die
Zukunft von Landwirtschaft und
Gartenbau stellt, ist jene nach Au­
tonomie bzw. Abhängigkeit.Die Basis für diesen alternativen
Weg erhalten und vermehren Saat­
gutinitiativen wie die Arche Noah
auf materieller Ebene – Sortenviel­
falt, als auch auf ideeller Ebene –
gärtnerisches und zunehmend auch
politisches Wissen. Der Verein
setzt dabei auf eine Kombination
aus alten und neuen Formen, wie
das Sortenhandbuch als »Herz« der
Arche Noah deutlich macht.Laut der Welternährungsorga­
nisation FAO sind seit dem Jahr
1900 bereits 75% der Kulturpflan­
zensorten ausgestorben, vor allem
weil statt den bäuerlichen Sorten
moderne Hochertragssorten ange­
baut wurden. Doch auch gesetzlich
errichtete künstliche Barrieren
wie die neue EU-Verordnung tra­
gen das ihrige dazu bei, dass die
landwirtschaftliche Biodiversität –
trotz gegenteiliger politischer Ziel­
setzungen – weiter abnimmt.Saatgut selbst zu vermehren, es
an eigene (Standort-)Bedürfnisse
anzupassen und mit anderen zu
tauschen bedeutet auch ein Stück
Unabhängigkeit. Zum einen muss
Saatgut dann nicht jedes Jahr zu­
gekauft werden, sondern kann mit
den am Hof vorhandenen Ressour­
cen produziert werden. Zum ande­
ren passen sich Pflanzen über meh­
rere Jahre des Anbaus immer besser
an die Standortbedingungen (Bo­
den, Klima) an, und die genetische
Breite samenfester Sorten gibt den
Pflanzen Widerstandsfähigkeit ge­
gen Krankheiten und Schädlingen.
So kann an chemischen »Pflan­
zenschutzmitteln« gespart werden,
wofür sich Mutter Erde tausendmal
Land bewirtschaften im Einklang
mit der Natur, wie es Bio-Höfe seit
Jahrzehnten vormachen, bietet eine
echte Alternative zum herkömmli­
chen Entwicklungsmodell, das auf
Vergrößerung und Intensivierung
der Betriebe und auf Exporte setzt.
Doch diese lebendige Alternative
ist multinationalen Agrarkonzer­
nen, die gleichzeitig Saatgut und
dazugehörige Pestizide verkaufen,
ein Dorn im Auge.Ein Netzwerk aus einigen hundert
Mitgliedern des Vereins führt da­
mit die lange Tradition von bäu­
erlicher Saatgutvermehrung und
-tausch fort. Gleichzeitig schlagen
diese leidenschaftlichen Gärtner
und Bauern innovative Wege ein,
um Bewährtes in die heutige Zeit
hinüber zu retten, wie den Saatgut­
tausch mittels Sortenhandbuch und
internetbasierter Datenbank.
Für Bürger gibt es eine Vielzahl an
Möglichkeiten, diesen Weg zu un­
terstützen.Der aktuelle Vorstoß hin zu einer
EU-Saatgutverordnung kann als
ein Versuch gedeutet werden, alter­
native Wege an den Rand zu drän­
gen, anstatt sie zu verallgemeinern.freievielfalt.at
Text: Mag.a Astrid Österreicher, Verein Arche Noah
57NaturDon n
erstagVeg g
istDay1 x pr
Fleis o Woch
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Tex t: C
ur s t e58inlaendlemagazin.comWas 2009 in Gent (Belgien) begann und in
kürzester Zeit viele Weltstädte eroberte,
hält nun auch in Vorarlberg Einzug. Der
sogenannte »Veggie Day« soll der Tag der vegetari­
schen Ernährung werden und somit lediglich einmal
in der Woche, am Donnerstag, auf Fleischkonsum
Künftig soll der vegetarische Donnerstag, in der
Gastronomie, aber auch in öffentlichen Einrichtungen
Platz finden. Hintergrund für einen fleischfreien Tag
in der Woche sind neben gesundheitlichen und mora­
lischen Gründen vor allem auch ökologische Aspekte.
Fleischkonsum zieht einen Rattenschwanz an Probl­
men mit sich: Der Import von 600.000 Tonnen Soja­
schrot, die jährlich als Viehfutter benötigt werden,
die Abholzung des Regenwaldes für Futterflächen,
die Grundwasserbelastung durch Dünger und die In­
tensivierung der Tierhaltung sind nur einige Punkte,
denen unser täglicher Fleischkonsum gegenüber steht.
Aufgrund unserer Essgewohnheiten betrifft dies bei
vielen alle drei Mahlzeiten am Tag.Bewusstsein schaffenFotos: Sabrina Schneider (tigerlilyphotography.at), Model: Sandy P.Peng (sandyppeng.com), Helga SpissDer Veggie Day soll das Fleisch essen nicht verbieten,
sondern die pflanzliche Ernährung in den Vorder­
grund stellen und zu bewusstem Konsum aufrufen.
An diesem einen Tag in der Woche soll in öffentlichen
Einrichtungen ganz bewusst vegetarisch gegessen
werden und in der Gastronomie auf die vegetarischen
Gerichte explizit hingewiesen werden. Die Kunden
sollen wissen, dass es fleischfreie Alternativen gibt.
In Dornbirn hat sich die »Initiative Bürgerstiftung
Vorarlberg« um Helga Spiss über die letzten Monate
sehr intensiv um den Veggie Day bemüht und konnte
einige Gastronomen und Einrichtungen für den vege­
tarischen Donnerstag gewinnen.
»Wir freuen uns über das Interesse aus der Gastrono­
mie, es ist eine wichtige Sache«, erklärt Helga Spiss.
»Leider sind noch zu wenige Wirte mit an Bord. Die
meisten haben sowieso vegetarische Speisen auf ihren
Karten und müssten diese am Donnerstag speziell
bewerben. Hier liegt unsere Hauptaufgabe«
Weniger Fleisch zu essen, bedeutet weniger Massen­
tierhaltung in viel zu kleinen Käfigen und Ställen,
mehr artgerechte Aufzucht statt Tierquälerei und
weniger verbaute Landschaft. Die Vorteil des Veggie
Days liegen auf der Hand: Die Umsetzung kostet kaum
etwas und es kann sofort damit begonnen werden.Helga Spiss,
Initiative Bürgerstiftung Vorarlberg:
Ein fixer Tag in der Wo­
che ist wichtig, damit sich
der Veggie Day in den
Köpfen verankert.
Verbote, sondern darum
ein Umdenken zu bewir­
ken. Das ist am nach­
haltigsten für Umwelt,
Mensch und Tier.Sandy P. Peng, Intern.
Tattoo-Model und Tierrechts-Aktivistin:
Vegetarische Küche ist
sehr lecker, abwechs­
lungsreich und gesund,
eine Wohltat für den
Körper. Außerdem wer­
den weder Tiere noch
Umwelt ausgebeutet, ich
kann mit reinem Gewis­
sen genießen! Ein Veg­
gie-Day als Fixpunkt in
der Woche ist eine tolle
Idee, um das Bewusstsein
dafür in der Gesellschaft
zu stärken!Aktiv werden
Eine Idee ist eine gute Sache, doch es braucht Men­
schen, die dahinter stehen und sie umsetzen.
Aktuell wäre es wichtig, die Bekanntheit des »Veggie
Days« zu steigern. Hierfür hat die Initiative Bürger­
stiftung Vorarlberg schon vielseitiges Infomaterial für
Interessierte vorbereitet. Mit Flyern, Plakaten bis hin
zur Minibroschüre kann Helga Spiess dienen.
Es fehlt lediglich an engagierten
Teamplayern, die für den Veggie
Day aktiv werden.
Dann melde dich bei Helga Spiss
unter: info@buergerstiftung.atbuergerstiftung.at
59Unikate, Selbstgemachtes &
Besonderheiten mit HerzEEinzigartig und selbstgemacht
»Als Floristin kann ich meine Kreativität voll ausle­
ben. Ich bin aber auch eine Sammlerin von besonde­
ren Gegenständen mit Geschichte«, erzählt Martina.
Deshalb ist sie oft auf Flohmärkten unterwegs, auf der
Suche nach besonderen Stücken, die sie für Ihre Deko­
kreationen neu arrangieren kann.Umzug nach Schwarzach
Anfang September wird Martina mit ihrem Geschäft
nach Schwarzach (Am Dorfplatz 3) umziehen. »Das
Tolle an meinem neuen Geschäft ist, dass es sich
dabei um eine alte Villa handelt. Das passt gut zu mir
und gibt meinen Kreationen ein ideales Zuhause«,
schwärmt Martina.»Dinge von der Stange finde ich langweilig, deshalb
möchte ich meinen Kunden Produkte bieten, die nicht
jeder hat.« So führt »Flora« neben Blumen und ver­
schiedenen Dekoartikeln auch Handmade-Produkte
von ausgewählten Kreativen im Umkreis, wie z.B.
selbstgemachte Seifen oder Marmeladen.Wer also auf der Suche nach etwas Besonderem ist,
sollte die sympathische Unternehmerin besuchen,
momentan noch in Dornbirn und ab September in
Schwarzach. Wir werden auf jeden Fall vorbeischauen.60blumen-flora.atANZEIGESchon beim Betreten des Lokals fallen dem Besu­
cher die liebevoll und mit großer Sorgfalt arrangier­
ten Kompositionen auf. Die Auswahl an besonderen
Wohnaccessoires und der nostaligischen Ladendeko
sind ein Hingucker. Man bekommt das Gefühl mitten
in einem Schöner Wohnen-Magazin zu stehen.Fotos: Markus Gmeiner (markusgmeiner.com)twas versteckt findet sich in der
Dornbirner Eisengasse >>Flora, Blumen & Dekor <<, das Geschäft von
Floristin Martina Köb. Sie bietet ihren
Kunden neben Pflanzen- und Blumenarrangements auch viele Dekoschätze.laendlemagazin.comUnsere FansverbreitenGansehaut pur
Der österreichische Handball-Meister heißt in
diesem Jahr »HC Alpla Hard«. Wir haben uns mit
dem aufstrebenden Handball-Talent Dominik
Schmid über Sport, Zukunftspläne und seine
spärliche Freizeit unterhalten.
Interview: Chris Feurstein, Text: Chris Feurstein / Fabian Frühstück61SportDominik Schmid
Handballspieler beim HC Alpla Hard
hchard.atHallo Dominik, erst mal: Gratu­
lation zum Meistertitel! Wo und wie
lange wurde denn gefeiert?
Nach der Siegerehrung haben wir
in der Halle mit Familie, Freunden
und Fans ausgiebig gefeiert. An­
schließend ist die Mannschaft zu
unserem Masseur nach Hause ge­
fahren und hat dort bis in die frü­
hen Morgenstunden weiter gefeiert.
Am Freitag lud uns unser Vereininkl. Begleitung zum Abendessen
ein und sonntags fand die offizielle
Meisterfeier in der Sporthalle am
So eine Handball-Saison hat sicher
einiges zu bieten. Was waren deine
persönlichen Highlights und Lowlights
Eines der größten Highlights war si­
cherlich das letzte Finalspiel in Hard
vor ausverkaufter Halle. Die Stim­
mung war fantastisch und unsere
tollen Fans verbreiteten Gänsehaut
pur. Daneben waren die Champions
League Qualifikation in Norwegen
und die Europacup-Spiele wichtige
Erfahrungen für mich.
Als Lowlight fällt mir das verlorene
Cup-Finale in Krems ein.
Das gehört leider auch dazu. Was
sind für dich die Motivation und der
62Reiz, die diesen Sport ausmachen?
Schneller, toller Mannschaftssport
mit vielen taktischen Spielzügen
und natürlich unsere großartige
Die beiden Vorarlberger Clubs sind
sehr erfolgreich, hast du eine Idee wo­
ran das liegt?
An der sehr guten Vereinsführung
und den bestens ausgebildeten Ju­
gendtrainern. Junge Talente werdensehr gefördert und bekommen auch
die Chance in der ersten Mann­
schaft zu spielen. Es wird den Fans
nicht nur ein Spiel geboten, sondern
ein Handball-Event, das Jung und
Alt begeistert. Nach dem Motto:
»Spannendes Spiel, nette Leute und
tolle Unterhaltung«.
Du bist derzeit einer der Hand­
ball-Newcomer und Hoffnungen aus
Vorarlberg. Wie siehst du das selbst
und wie gehst du mit diesem Druck
um, der dir auch ab und zu von den
Medien auferlegt wird?
Ich denke, dass ich eine gute Saison
hinter mir habe und auch dem Team
zum Erfolg helfen konnte. Mit dem
Druck der Medien kann ich mittler­
weile gut umgehen. Es freut mich
immer, wenn meine Leistung und
die der Mannschaft in den Sportbe­
richten positiv erwähnt wird.Wie oft trainiert ihr in der Wo­
che und wie viele Abende gehen für
Handball drauf?
Wir trainieren 7 bis 8-mal in der
Woche. Jeden Abend und zwei bisdrei Mal in der Woche am Vormit­
tag – hier steht meistens Krafttrai­
ning auf dem Programm.
Neben deinem Job als Handballer
studierst du auch noch. Wie gut lässt
sich das Studium mit dem Sport ver­
Für mich war es immer wichtig,
neben dem Sport ein zweites Stand­
bein zu haben. Handballsport ist ein
hartes Geschäft und eine Verlet­
zung kann dich sehr schnell zurück­
werfen. Beim Alpla HC Hard habe
ich die Möglichkeit Studium und
Sport unter einen Hut zu bringen.
Die Lehrveranstaltungen an der
Universität in Liechtenstein sind
meistens tagsüber und das Training
am Abend. Natürlich kann ich nicht
jede Lehrveranstaltung besuchen,
dadurch steht zusätzliches Lernen
zu Hause auf dem Programm.laendlemagazin.comDas hört sich nach viel Zeit an.
Was machst du in deiner raren Frei­
zeit sonst noch?
Die Freizeit verbringe ich mit mei­
ner Freundin und meinen Freun­
den. Wenn ich dann mal Zeit finde,
spiele ich auch gerne Tennis.
Gibt es Angebote aus dem Ausland
für dich? Kommt das überhaupt in
Frage oder wirst du dem Ländle im­
mer sportlich erhalten bleiben?
Konkrete Angebote aus dem Aus­
land gibt es noch nicht. Sicherlich
möchte ich einmal den Sprung ins
Ausland wagen. In Hard passt mo­
mentan alles, wir können uns in­
ternational präsentieren und haben
beste Trainingsbedingungen. Wenn
ich ins Ausland wechsle, müssen die
Aber wenn ein gutes Angebot aus
der ersten Liga in Deutschland
kommt, welche als stärkste Liga derWelt angesehen wird, werde ich den
Weg ins Ausland wagen.
Was sind deine sportlichen Ziele
für die nahe Zukunft?
Ein großes Ziel ist die Champions
League-Qualifikation im Septem­
ber. Es wäre ein großer Traum
von mir einmal in der Champions
League zu spielen. Dort triffst du
auf Top-Mannschaften und kannst
dich mit diesen Spielern messen.
Zusätzlich kann ich mich durch
gute Leistungen auf internationa­
ler Bühne auf andere Vereine auf­
merksam machen. Auch in der ös­
terreichischen Nationalmannschaft
möchte ich mich gut präsentieren.
Wie lange hattest du trainingsfrei
bis die Vorbereitung für die Saison
2013/14 wieder startet?
Für mich war die Saison nach der
gewonnenen Meisterschaft nochwww.lotterien.atnicht ganz fertig. Ich hatte noch
zwei wichtige Spiele mit der Ös­
(EM-Qualifikation). Danach hatte
ich vier Wochen Urlaub und nun
sind wir schon bei den Vorberei­
tung für die Saison 2013/14.
Zum Schluss: Welchen Ratschlag
würdest du einem jungen, motivier­
ten Handballer mit auf den Weg ge­
ben, der auch Profi werden möchte?
Viel hartes Training und eine gute
Ausbildung für die Zukunft.
Dominik, vielen Dank für das
Gespräch und viel Erfolg für die
Gerne und vielen Dank!n !
ur, ühlen en
A b e d e r Zi e i n N
T i e u n f t . t ze n d
Hü hwein ohl.
ich e, Sc udelw iche Z nter ozena n
Glü de, Kü enau glück terien „Gut u idea
B oz e i n e
G u t t au f s c h e n d a m i t t, di e
err rarlbe er L a n.
D i e il f e V r hin in zu b i e
r h e ite
au c u s s e t
©GBozenauGut für Österreich.Rubrik-/ArtikelnameText: Katharina Germann / Cornelia BachträglEinsatzort:Café Caramel
Klostergasse 2, 6850 Dornbirn, +43 5572 372256, cafecaramel.cc
Letztes Jahr haben wir das Frühstücksteam ge­
gründet. Entstanden ist die Idee bei einem unserer
regelmäßig stattfindenden Frühstücke. Unser erster
Frühstücksteam-Ausflug im Bezirk Dornbirn fand im
hübschen Café Caramel statt. Unsere Chefredakteurin
war vorher schon ein paar Mal mit einer Freundin
dort – allerdings meistens samstagnachmittags. Da sie
die vielen selbst gemachten Kuchen bestens in Erinne­
rung hatte, wollten wir in diesem Café das Frühstück
Es war ein schöner, sonniger, aber denoch etwas
frischer Sonntagvormittag. Toll, dass es draußen viele
Decken gibt, die den Gästen frei zur Verfügung stehen.
Überhaupt ist es hier sehr gemütlich und hübsch
gestaltet. Einzig die großen Werbe-Sonnenschirme
stören das Bild.64Maximilian stört sich an der geringen Auswahl an
süßem Gebäck (keine Nuss- oder Schokocroissants) –
lässt sich aber durch die Auswahl an Mini-Törtchen
schnell besänftigen. Außerdem gibt es hier seiner
Meinung nach den besten Kaffee aller bisherigen
Frühstücksteam-Ausflüge.
Die verschiedenen Kaffeezubereitungen (Toppings &
Co) überzeugen uns alle. Katharina und Cornelia sind
zudem auf Anhieb von der Zubereitung und Deko­
ration der servierten Speisen begeistert – hier wird
mit Liebe zum Detail gearbeitet! Auch die Frische
der Produkte und der sensationell cremige Joghurt ist
unbedingt positiv hervorzuheben.
Das Café Caramel bekommt die Gesamtnote »2«
für das Frühstück. Wir können es guten Gewissens
weiterempfehlen! Details zur Bewertung findest du auf
unserer Website unter »Frühstücksteam«.laendlemagazin.comEinsatzort:Hotel Schwärzler
Landstraße 9, 6900 Bregenz, +43 5574 4990, schwaerzler.s-hotels.com
Am heutigen Volksbefragungstag
entschied sich das Frühstücksteam
für eine kleine Stärkung nach den
aufregenden Strapazen des Kreuz­
chenmachens.
Diese Entscheidung wurde recht
spontan getroffen, also hatten wir
keinen Tisch reserviert. Wir beka­
men dennoch sofort einen schönen
Platz direkt am Fenster und zur Be­
grüßung gleich ein Gläschen Sekt.
Die Atmosphäre im Allgemeinen
war zwar nicht unangenehm, ein
bisschen Musik hätte das Ganze
aber ein wenig gemütlicher wirken
Die Präsentation des Frühstücks­
buffets hat uns allen gefallen. Die
Speisen waren sichtbar frisch und
hübsch präsentiert. Die Auswahl
ließ nur sehr wenige Wünsche
offen – lediglich die Vielfalt an sü­
ßem Gebäck wurde von einigen beiuns im Team ein wenig bemängelt.
Ansonsten gab es eine große Aus­
wahl an Broten (Jourgebäck, Voll­
kornbrot, Semmeln, Croissants),
aus der Region, selbst gemachten
Aufstrichen (Basilikum-, Curry-,
Kräuteraufstrich und Liptauer)
und hausgemachten Marmeladen
(Erdbeere, Marille, Himbeere und
Kiwi-Mango). Des Weiteren wurde
frisch aufgeschnittenes Gemüse
und Obst angeboten.
Die Auswahl an warmen Speisen,
wie z.B. Rührei, Speck oder Riebel
ließ keine Wünsche mehr offen!
Einzig das als weich gekochtes Ei
titulierte Hühnerprodukt war eher
als hartgekocht zu bezeichnen. Da
weich gekochte Eier wegen der
Salmonellengefahr umstritten sind,
könnte man das Schildchen entfer­
nen/abändern.Die Getränke waren alle im absolut
angemessenen Preis von 15,00 €
inbegriffen: Eine große Vielfalt an
Säften, Kaffees und Teesorten.
Das Hotel Schwärzler arbeitet mit
Bauern aus der Umgebung zusam­
men und verwendet vorrangig re­
gionale Produkte: Bio-Joghurt von
Bruno Metzler aus Alberschwende,
Käsespezialitäten aus dem Bre­
genzerwald, Ländle Äpfel vom
Michelehof in Hard, sowie frisches
Bodenseeobst und –gemüse von
Familie Grisenti aus Bregenz.
Unsere Gesamtnote für das Früh­
stück im Hotel Schwärzler ist eine
»1-«. Wir können es auf jeden Fall
weiterempfehlen! Die Bewertungs­
details sind auf unserer Website
unter »Frühstücksteam«.65ReisetippPERU
Mit Geiger Reisen auf den
Spuren der InkasGeiger Reisen führt dich in einem zweiwöchigen Trip quer durch Peru. Die Entdeckerreise umfasst eine
Vielzahl an interessanten Stationen. Begleitet wirst du dabei von Hedwig und Roland Geiger.In Vizcachani wird zur »Tea-Time«
geladen, um den Coca-Tee, das ty­
pische Getränk der Anden, zu pro­
Danach geht es durch das »Altipla­
no« in Richtung Puno. Seen, Vicu­
na- und Alpaka-Herden ziehen in
durchschnittlich 4.500 m Höhe an
dir vorüber. In der Nähe von Juliaca
besuchst du eine Bauernfamilie und
66Es folgt die Besichtigung des Vira­
cocha-Tempels und »Andahuaylil­
las« mit seiner barocken Kirche,
die als eine der architektonischen
Schätze Cuzcos gilt.
Die Überreste des königlichen
Hauses von »Tupac Inca Yupan­
qui« warten in Chinchero auf dich.
Danach fährst du nach Ollantay­
tambo, um den Sonnentempel und
die Terrasse der »10 Nischen« zu
besichtigen. Dann fogt der Höhe­
punkt der Andenwelt:
Die sagenumwobene Inka-Zita­
della Machu Picchu, liegt inmitten
mächtiger Berge. Die einzigartige
Lage und das architektonische Ge­nie machen Machu Picchu zu einem
wahren Wunderwerk.
»Cuzco«, die Hauptstadt der Inka.
Während einer Rundfahrt siehst du
den Sonnentempel, die Kathedrale,
die Festung »Sacsayhuaman« und
das Amphitheater von Kenko. Auch
die »rote« Festung Puca Pucara und
Tambomachay mit seinen einzigarti­
gen Aquädukten dürfen nicht fehlen.
Zu Abschluss folgt der Flug nach
Lima. Bei der Rundfahrt durch die
peruanische Hauptstadt besichtigst
du die historischen und modernen
Geführte Rundreise »PERU«
Reisetermin: 18.4. – 1.5.2014
Preis p.P.: € 3.089,Geiger Reisen, Büros:
6923 Lauterach, Hofsteigstrasse 2a,
T 05574 42225 /6890 Lustenau, Maria
Theresienstr. 44, T05577 88775
Weiter Infos unter:www.geiger-reisen.atFoto: Geiger ReisenDies ist aber nur eine der vielen Sta­
tionen auf der geführten GEBECO
Erlebnis-Entdeckerreise.
Es stehen Aufenthalte in ein­
drucksvollen Hochebenen auf dem
Plan, wie z.B. der Aussichtspunkt
»Cruz del Condor«, wo man den
mächtigsten Vogel der Anden, den
Kondor, bei seinem Flug beobach­
ten kann.erhälst einen Einblick in das harte
Leben der Hochlandbewohner. An­
schließend erfolgt die Besichtigung
der Grabtürme von Sillustani in
der Nähe des Umayo-Sees.
Weiter geht es mit dem Boot über
den imposanten Titicaca-See. Es wir
die Halbinsel Capachica angesteu­
ert, dort lebt die Volksgruppe der
»Quechua«, diese folgen noch immer
alten Traditionen und Gesetzen.ANZEIGEDie Tour beginnt mit der Ankunft
in Arequipa. Die in 2.300 Höhen­
metern gelegene Stadt ist von vier
erloschenen Vulkanen umgeben
und gilt als koloniale Perle Südpe­
rus. Zu Erleben gibt es neben dem
belebten Markt mit vielen Ständen,
die koloniale Altstadt.DDDIIIEEE EEERRRFO
FOLLLGGGRRREI
EIEICCCHHHST
S TEEENNN M
MMUUUSSSIIICAL
CALSSS DDDEEERRR LLLEEETTTZZZTTTEEENNN 333000 JAH
JAHRRREEEBEST OF
DEN ORIGINALSTARS
ORIGINALSTARS AUS
WIENMAYA
MAYAHAKVOORT
HAKVOORT ||| MARK
SEIBERT ||| ANNEMIEKE
ANNEMIEKEVAN
DAM ||| LUKAS
LUKASPERMAN
| | RAMESH NAIR || | THE ROUNDER GIRLS
SHAKI RAMESH
NAIR THE
GIRLSDIE
BELIEBTESTEN HITS
AUSELISABETH
ELISABETH ||| MOZART
MOZART ||| ROMEO
UND JULIETTE
JULIETTE ||| REBECCA
|| | TANZ DER VAMPIRE || | LITTLE SHOP OF HORRORS
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|| | CATS || | EVITA || | JESUS CHRIST SUPERSTAR
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&&INFOS
UNTER:WWW.SHOWFACTORY.AT
WWW.SHOWFACTORY.ATKunst68laendlemagazin.comDer Vorarlberger Jakob Kasimir entdeckte seine Liebe zur Kunst schon
in jungen Jahren. Er malte, zeichnete, gab Führungen und machte Video­
projekte für das Kunsthaus Bregenz. Heute beschäftigt er sich mit Grafik­
design, Animation und Videokunst – doch seine große Leidenschaft ist die
Foto­grafie. Deshalb verschlug es den jungen Künstler nach Berlin, er stu­
diert dort Fotografie am Lette-Verein. Mit uns hat der talentierte Nach­
wuchsfotograf über Inspiration, Berlin und seine Zukunft gesprochen – und
verschwendete dabei keine Worte.Interview / Text: Cornelia Bachträgl
69Fotos: Jakob KasimirKunst70Fotos: Jakob Kasimirlaendlemagazin.comHallo Jakob!
Vielen Dank, dass du dir fürs uns Zeit nimmst!
Du hast schon sehr früh deine Liebe zur Kunst ent­
deckt. Kannst du dich an dein erstes prägendes Erlebnis
erinnern? Welches war das?
Warum hast du dich 2009 entschieden,
ein Jahr in Amerika zu leben?
Ich wollte schon immer nach Amerika. Außerdem
wäre ich fast in Englisch durchgefallen.
Das ist mal ein guter Grund. Du bist seit dem letztem
Jahr in Berlin, um Fotografie zu studieren. Wolltest du
unbedingt in eine kreative Großstadt oder war die Schule
der Grund für deine Wohnsitzwahl?
Grund dafür war beides – Schule und Großstadt.
Berlin gilt als Künstlerstadt. Spürst du einen
Konkurrenzkampf oder sind die Künstler in der
Hauptstadt wie eine große Familie?
Hast du vor, irgendwann wieder nach Vorarlberg
Auf einigen Bildern auf Facebook sieht man dich mit
einer Kette mit großem Kreuzanhänger. Hat Religion für
dich einen hohen Stellenwert?
Nein – ich bin nicht religiös.Wer oder was inspiriert dich?
Wer modelt für dich: Freunde, Zufallsbekanntschaften
oder echte Models?
Jessie Andrews (Anm. d. Redaktion: amerikanischer
Pornostar)
Ja, warum eingentlich nicht.
Viele deiner Arbeiten wirken verstörend.
Provozierst du so gerne?
Als Künstler mache ich die Sachen, die mich gerade
beschäftigen – ob das dann verstörend wirkt oder
provoziert, kann ich nicht wirklich beachten.
Aber trotzdem entsteht dabei ein Botschaft.
You are welcome.jakobkasimir.com71Kolumne72laendlemagazin.comText: Cornelia Bachtr채gl73KolumneJa, ich bekenne mich zu meiner Sucht: Ich bin eine Shopaholic! Wobei ich
das Wort »Sucht« schon etwas übertrieben finde. Madame belohnt sich
einfach gerne mit schöner Kleidung! Leider quillt mein Schrank in regelmäßigen Abständen über – deshalb sortiere ich ein- bis zweimal jährlich
die Klamotten, die ich schon länger nicht mehr getragen habe, aus. Oder
gekauft und nie angezogen habe. Ja, das passiert mir öfters ...
Auf dem Radiosender meines
Vertrauens hörte ich von einer
jungen Frau, die ein Jahr lang auf
shoppen verzichtet hatte. Wollte
sie trotzdem etwas Neues haben,
musste sie es sich nähen. Sie war
anfangs nicht sehr geschickt, nach
einem Jahr hatte sie das Nähen
aber beinahe perfektioniert. Diese
Geschichte ließ mich nicht mehr
los. Zum Jahreswechsel beschloss
ich: Das kann ich auch!
Ich testete mich immer schon gerne
auf meine »Belastbarkeit«. Deshalb
verzichte ich auch während der
Fastenzeit auf Süßes. Warum also
sollte ich diese 12 Monate ohne
meine Leidenschaft nicht auch
meistern? *räusper*
Vorbereitet hatte ich mich auf mei­
nen guten Neujahrsvorsatz nicht,
ich stornierte aber immer wieder
mal einen unnötigen Newsletter.
Wozu um alles in der Welt sollte
ich darüber informiert sein, dass
der wunderschöne, kurkumagelbe,
kuschelige Strickpullover, in den
ich mich vor Weihnachten schon
verliebt hatte, ihn mir aber nicht
leisten konnte/wollte, jetzt um 75%
runtergesetzt wurde?
Natürlich könnte jederzeit etwas
Unvorhergesehenes passieren,
deshalb legte ich mir ein paar
Ausnahmen zurecht:
•	Ich nehme so stark ab, dass ich
in meine aktuelle Kleidung nicht
mehr passe. > Go Shopping!
•	Ich fahre auf Urlaub (ein paar
74Souvenirs müssen sein). > Go
•	Ich brauche etwas WIRKLICH
(demnächst eine neue Jogging­
hose). > Go Shopping!
Der Besuch eines echten Ge­
schäftes wäre mir nie in den Sinn
gekommen – viel zu riskant! Wenn
ich also – notgedrungener Weise
– doch etwas kaufen müsste, gestat­
tete ich mir das nur online!
Die Jogginghose ist hin! Da
Fräulein Shopaholic ihren Vorsatz
natürlich einhalten wollte, machte
sie sich vorsichtshalber online auf
die Suche nach einem würdigen
Ersatz für ihre durchaus strapa­
zierte Schlabberhose. Die Hose war
mittlerweile bestimmt 6 Jahre alt –
ein gutes Alter für einen wohlver­
Da ich mit meiner Hose sehr
zufrieden war, wollte ich so eine
oder zumindest eine so ähnliche im
H&M-Onlineshop bestellen. Leider
konnte ich dort nicht einmal eine
passende Kategorie für Joggingho­
sen finden: Es gab weder eine unter
Sport, noch unter Nachtwäsche.
Dafür fand ich etwas viel besseres:
Die Home-Linie von H&M.
In unserer Umgebung gibt es
keinen Store mit dieser Abteilung,
deshalb betrat ich fast schon etwas
aufgeregt den Home-Bereich des
H&M-Onlineshops. Naja, was soll
ich sagen? Sie haben nicht die größ­
te Auswahl, dennoch konnten mich
ein paar Produkte überzeugen. Ichwollte schon lange neue Bezüge
für unsere Polster am Wohnzim­
mersofa kaufen. Und die Spitzen­
tischdecke rief förmlich nach mir!
Ok, die Kerzen und Geschirrtücher
hätten jetzt nicht unbedingt sein
müssen, aber wenn ich schon mal
was bestelle ...
Ich bin stolz auf mich – ich habe
einen weiteren Monat geschafft,
ohne mir unnötige Klamotten zu
kaufen. Und die Jogginghose hält
bestimmt noch ein Weilchen!
Ich hatte alle meine ShoppingNewsletter abbestellt und warf
jeden Versandkatalog sofort unge­
lesen in den Müll. Und jetzt das!
Nichtsahnend und etwas gelang­
weilt blätterte ich eine Zeitung
durch, was sprang mich da plötz­
lich förmlich an? Das Werbeblatt
eines Schuhfachhandels! Ich bin
mir relativ sicher, dass es mein
Freund war, der gesagt hat, ich
müsse mir das jetzt unbedingt
anschauen – Shopping-Verzicht hin
oder her!
Ich widersetze mich meinem
Schatz nur sehr ungern, deshalb
leistete ich artig Folge. Fast schaffte
ich es, den Prospekt ohne Folgen
bis zum Ende durchzublättern, da
entdeckte ich auf der vorletzten
Seite rechts oben korallenrote
Sneakers mit braunen Lederbän­
dern. Welche Frau braucht solche
Schuhe nicht? Ganz ehrlich? Eben.
Aber was sollte ich machen? Ich
durfte sie nicht kaufen! Nieder­
geschlagen ob der verfahrenen
Situation, erzählte ich meiner
Schwiegermutter von meinem Pro­
blem, da fragt sie mich, ob ich denn
Shopping-Geschenke annehmenlaendlemagazin.comdurfte? Natürlich! Das ist die Lö­
sung! Dass ich da nicht selbst drauf
gekommen war ... Zum Glück stand
Da fällt mir ein, ich hab immer
noch keine Jogginghose ...
Es ist ein völliges Disaster! Ich habe
tatsächlich die von mir begehr­
ten Schuhe zu Ostern geschenkt
bekommen – leider waren sie
mir zu klein. Um sie mir in einer
Nummer größer zu kaufen, fuhr
ich nach Dornbirn – nur leider war
meine Elefantenfußschuhgröße in
dieser Filiale schon ausverkauft.
Freundlicherweise ließ man mir
den Schuh daraufhin von Feldkirch
nach Bregenz liefern und meine
Schuhe ersetzte man mir durch
Als ich den Anruf erhielt, dass
meine Traumschuhe endlich in
Bregenz angekommen waren, hetz­
te ich sofort ins Schuhfachgeschäft,
um sie zu probieren. Um Himmels
Willen, sie waren zu groß! Viel zu
groß! Wer hat denn solche Elefan­
tenfüße?! Unglaublich. Zu allem
Übel riss beim Anprobieren auch
noch das Schuhband – als ich mich
bei der Verkäuferin dafür entschul­
digte, antwortete sie: »Macht nix,
das passiert ständig! Deshalb ist
ja ein zweites Paar Schuhbänder
inklusive.« Da war ich dann fast
sogar ein bisschen froh, dass mir
die Schuhe nicht passten.
Achja: Seit kurzem bin ich stolze
Besitzerin einer Jogginghose!Mai
Wenn man mit zwei Freundinnen
ein Wochenende in München ver­
bringt und sich keine Klamotten
kaufen darf, sollte man jeden Laden
meiden. Doch so einfach machte
ich es mir nicht! Jedes Geschäft,
das meinen Freundinnen als
betretungswürdig erschien, wurde
besucht. Auch ich bummelte durch
diese Läden, stöberte ein biss­
chen oder suchte nach passender
Kleidung für meine Freundinnen.
So verhalf ich einer der beiden zum
perfektesten Blazer überhaupt.
Natürlich hatte auch ich so meine
schwachen Momente. Aber wer
würde an einem Tuch mit handge­
zeichneten Moustaches emotions­
los vorbeigehen?
Ansonsten hielt ich vorbildlich
allem, was Stoff und Farbe hatte,
stand. Doch irgendwie schaffte ich
es trotzdem, meine Karte glühen zu
lassen. Was ich mir gekauft habe?
Nur wirklich dringend notwendige
Dinge: ein Paar Schuhe, mein erstes
Marken-Make-Up, eine Kette und
einen Malkreisel!
Hoch lebe das Ländle Magazin!
Und das OpenAir St. Gallen! Dank
dieser beiden Erfindungen durfte
ich offiziell und legal shoppen
gehen! Natürlich wäre es für mich
auch kein Problem gewesen, nicht
einkaufen zu gehen, da ich von
meinem exzessiven Shoppingver­
halten ja quasi schon geheilt bin ...Bei der letzten Redaktionssitzung
hatten wir die Idee, uns Shirts fürs
OpenAir St. Gallen zu machen.
Der Star unserer Shirts: unsere
Logo-Ziege »Ziehgfried«. Wir hat­
ten sofort so viele Entwürfe, dass
jeder von uns mit zwei Oberteilen
ausgestattet werden konnte. Da
ich außer ein paar alter, lottriger
Oberteile praktisch nichts mehr
anzuziehen habe, musste ich mir
leider neue kaufen: ein T-Shirt
und ein Trägerleibchen. Als sie
aus der Druckerei kamen, musste
man zugeben: Das Ergebnis kann
sich auf jeden Fall sehen lassen!
Wir hörten auf dem Festival oft,
wie sich andere gegenseitig unsere
Shirts vorlasen. Und weil wir die
Motive selbst so gelungen fanden,
verzierten wir auch noch ein paar
Buttons damit und verteilten sie
auf dem OpenAir. Die Resonanz
Beim Gestalten der Shirts fand ich
heraus, dass es mindestens genauso
viel Spaß macht, Kleidung zu ver­
schönern, wie sie zu kaufen. Eine
wichtige Erkenntnis auf meinem
Weg zur Heilung!
abgewöhnen, im Spar nach einer
Umkleidekabine zu suchen, um zu
sehen, ob mir tomatenrot besser
steht als brokkoligrün ...T-Shirt-Bestellungen unter:
info@laendlemagain.com75OnlineIch habe ein Experiment gewagt: 40 Tage
ohne Facebook, genau genommen sogar 47 Tage. Die Pseudo-Fastenregel, dass Sonntage ausgenommen sind, habe ich natürlich nicht angewendet. »Wenn schon, denn
schon«, sagte ich mir. Doch wie ist diese seltsame Idee eigentlich entstanden?Der Anfang
Bei einer unserer Redaktionssitzungen sprachen wir
über zukünftige Artikel. Natürlich kam auch die be­
vorstehende Fastenzeit zur Sprache. Als dann jemand
vorschlug, einer von uns könnte 40 Tage lang auf Face­
book verzichten, riss ich meine Klappe ziemlich weit
auf: »Also das wäre für mich keine allzu große Strafe ...
ich bin nicht so facebooksüchtig wie manch andere bei
uns im Team.« Und das war der Ursprung allen Übels:
Ich wurde dazu verdammt, die Herausforderung anzu­
nehmen.76Kurz noch ganz zuversichtlich, wurde ich nach weni­
gen Minuten bereits nervös. Als ich darüber nachdach­
te, wie oft ich denn nun tatsächlich in diesem sozialen
Netzwerk herumstöbere, wurde mir bewusst, dass das
gar so nicht selten ist wie, ursprünglich angenommen.
Ab dieser besagten Redaktionssitzung kreisten mei­
ne Gedanken ständig um das Experiment. Ich konnte
selbst kaum glauben, wie sehr es mich beschäftigte!
Aber es ist ja allgemein bekannt: Man möchte immer
das haben, was man nicht haben kann. Dem zur Folge
WOLLTE ICH MICH AUF FACEBOOK EINLOGGEN
– WANN IMMER ICH WILL!!!!!!!!laendlemagazin.comDer Sinn
Eigentlich wollte ich beweisen (wenn auch nur mir
selbst), dass ich nicht »süchtig« nach Facebook bin.
Experimente, die im Fernseher ständig laufen, bei de­
nen jemand auf sein Smartphone oder auch nur auf
Facebook verzichten musste, belächelte ich immer nur.
Ich dachte: »Wie kann man denn nur so abhängig von
einem digitalen Medium sein?« Doch ich befürchtete,
auch ich bin es. Wieso machte mich die Aussicht auf
die nächsten Wochen denn sonst so
Die Weltbevölkerung beträgt der­
zeit über 7,1 Mrd. Menschen. Fa­
cebook hat über 1 Mrd. Mitglieder
– 2,8 Mio. davon sind Österreicher.
Das Motto des sozialen Netzwerks:
»Facebook – eine offene und ver­
netzte Welt.«
Das Mitteilungsbedürfnis vieler
Menschen ist enorm. Rein theo­
retisch könnte man über 1 Mrd.
Menschen mitteilen, was man in
dieser Minute gerade macht. Auch
wenn man nicht ganz so narzis­
stisch veranlagt ist, ist es mit den
ganzen Privatsphäreneinstellungen
recht schwierig, selbst zu entschei­
den, wer was von einem sehen oder lesen darf. Die
Welt wird zwar vernetzt, aber, wie in dem Motto ge­
sagt, auch immer offener, was nicht nur Positives mit
sich bringt. Zum Glück muss ich mich jetzt 47 Tage lang
nicht mit solchen Problemen beschäftigen!
Ich nutzte die letzten Stunden mit Facebook und in­
formierte meine Freunde – ob es sie interessierte oder
nicht – dass ich die nächsten 40 Tage nicht auf Facebook
anzutreffen sein würde.
Der schwierigste Schritt vor dem Schlafen gehen war
das Löschen meiner Facebook-App ...
Am Morgen des nächsten Tages wachte ich auf und
dachte natürlich sofort daran. Noch war es ein Klacks
... es waren ja erst ein paar Minuten.
Ich kaufte mir ein kleines Buch, in das ich – als Ab­
lenkung und als Zeitvertreib – alles notierte, was mir
durch den Kopf ging. Ich war wirklich froh über dasBüchlein, denn nachdem ich am ersten Morgen meine
Mails gecheckt und auf Instagram und Twitter gesurft
hatte, brauchte ich eine Beschäftigung. Also schrieb ich
meine erste Statusmeldung in mein neues »Facebook«.
Auf Anraten einer Freundin hin habe ich mir das App
»Pinterest« heruntergeladen, da es ein toller Zeitver­
treib und somit ein guter Facebook-Ersatz wäre. Wie
erwartet, musste ich mich bei dieser App registrieren
– leider ging das nur über Facebook. Erst nach längerer
Suche fand ich klein gedruckt, ganz
am Ende der Seite, den Link, über
über den ich mich via Emailadres­
se registrieren konnte. Smartpho­
ne-Besitzer ohne Facebook-Account
haben’s heutzutage wirklich nicht
Während ich im Büro saß, war der
Facebook-Verzicht natürlich leicht
zu bewältigen. Schwieriger war es
nach Feierabend. Umso mehr hat es
mich gefreut, dass meine Freundin
Connie mich mit einem FacebookSMS-News-Abo auf den neuesten
Stand brachte.
Nach ein paar Tagen fing Facebook
an mir E-mails zu senden: »Katha­
rina, Sie haben ungelesene Benach­
richtigungen ...« Ich bin außerordentlich stolz auf mich,
diese Emails ungelesen gelöscht zu haben.
Was mir danach aber durch den Kopf ging: Wird ein
Facebook-Account eigentlich nach einer bestimmten
Zeit gelöscht, wenn der Nutzer inaktiv ist und nicht
einmal seine Mails checkt?
Meine Freunde hatten natürlich großen Spaß damit,
mich aufzuziehen. Sie fanden es köstlich amüsant, dass
ich kurzzeitig nicht im sozialen Netzwerk vertreten
war: »Die Termine schicke ich euch dann über Face­
book, passt das, Kathi?«, »Schau dir das mal auf Face­
book an, Kathi!«
Als ich eines Morgens im Halbschlaf auch noch träum­
te, dass die Face­book-App in Zukunft 2,39 € kosten
würde, musste ich wohl total übergeschnappt sein. Dass
unsere gesamte Redaktion während der Fastenzeit auch
noch auf Süßigkeiten verzichtete, machte das Ganze für
mich natürlich nicht leichter. Weit und breit war kei­
77Onlinene Nervennahrung für mich in Sicht. Bei der nächsten
Redaktionssitzung war Süßigkeitenessen vor Süßigkei­
tenfastenden eine kleine Genug­tuung für mich.
Ich hatte nach der ersten Umstellung keine große Mühe
mehr, mich mit meinem Schicksal abzufinden. Nach
fast zwei Wochen ohne Facebook merkte ich, dass ich
sogar ziemlich entspannt damit umging.
Nach einer weiteren Woche ging es mir blendend. Ehr­
lich gesagt beruhigte es mich innerlich sogar, nicht
noch auf einem weiteren Portal nachschauen zu müs­
sen, ob mir irgendwer irgendwelche wichtigen oder
weniger wichtigen Nachrichten zukommen ließ. Ich
habe ein Telefon mit SMS-Funktion, bin auf Whats­
App zu finden, habe eine private Emailadresse, eine
geschäftliche und eine Ländle Magazin-Emailadresse
und habe einen festen Wohnsitz, der sogar noch über
Festnetzanschluss verfügt. Die Menschen in meinem
Umfeld haben also mehr als genügend Möglichkeiten
Es ist mir natürlich bewusst, dass Facebook den meisten
Menschen nicht dazu dient, wichtige Informationen
mit ihren Liebsten auszutauschen, sondern eher als Be­
schäftigung für banale Lustigkeiten und Kurzinfos. Die
einzige Person, die ich kenne, für die Facebook wirk­
lich nützlich und bereichernd ist, ist meine Mum. Da
sie in Irland aufgewachsen und zur Schule gegangen ist
und in England studiert hat, sind nur wenige Personen
aus ihrem früheren Umfeld in ihrer direkten Nachbar­
schaft. Facebook ermöglicht es ihr, mit vielen früheren
Freunden, Schul- und Studienkollegen wieder Kontakt
aufzunehmen und an ihrem heutigen Leben teilzuhaben. Diese Möglichkeit finde ich toll und auf jeden
Fall eine Bereicherung für manche.
Für die meisten Menschen in meinem Umfeld, wie auch
für mich, ist Facebook aber eine reine Beschäftigung,
die nur wenig mit dem Finden alter Freunde zu tun hat.
Natürlich ist man mit ehemaligen Schulkollegen be­
freundet und auch mit Menschen, die man nicht jeden
Tag sieht – aber entsteht dadurch eine festere Bindung,
nur weil ich weiß, wann XY was isst und wie es aus­
sieht? Wohl kaum ...
Was mir aber natürlich dabei geholfen hat, dass ich
nicht jede Minute an Facebook denke, sind viele ver­
78schiedene Alternativen. Da ich (zum Glück!!!) nicht
auf mein iPhone verzichtet habe, war es noch immer
mein ständiger Begleiter. Wer mich bisher noch nicht
für verrückt hielt, tut es spätestens jetzt: Ich hatte ein
virtuelles Haustier. Besser gesagt vier: Pauli, Janosch,
Spikey und Nachzügler Tim. Sie waren zwar relativ
pflegeleicht, aber um ihnen eine unbeschwerte Kind­
heit zu ermöglichen, musste ich natürlich arbeiten
gehen. Das Spiel »Nominator« in der App »Bonzii«
ermöglichte es mir, Kiwis zu verdienen, mit denen ich
dann Futter für meine Tierchen kaufen konnte. Dieses
Spiel hatte einen enormen Suchtfaktor – ich hätte also
gar keine Zeit mehr für Facebook gehabt!Was mich aber doch recht neugierig machte, waren die
ganzen Facebook-Mails, die ich bekommen hatte. Ich hat­
te den Großteil dieser Mails zwar deaktiviert, manche er­
reichten aber trotzdem mein Postfach. Ich bekam in einer
Woche viermal eine Mail, die mich darauf aufmerksam
machte, dass einer meiner Freunde bereits darauf war­
tete, dass ich mir seinen Beitrag auf meiner Pinnwand
ansehe. Auch bekam ich sieben Freundschaftsanfragen
und hatte keine Ahnung, wer da mit mir befreundet sein
wollte. Die Lust nachzusehen, was dort alles so passierte,
war nach wie vor vorhanden. Ich war also von meiner
»Facebooksucht« noch nicht geheilt. Vorerst genoss ichlaendlemagazin.comallerdings noch mein Privileg, eine Kontaktmöglichkeit
weniger zu besitzen – zumindest versuchte ich mir dar­
aus resultiernde Vorteile einzureden.
1 Nachricht, 2 Anstupser, 6 Veranstaltungseinladungen,
7 Freundschaftsanfragen und 196 Fotomarkierungen
– so lautete das Resumée nach 32 Tagen Facebook-Ver­
zicht. Dass mich diese Information neugierig machte, ist
wohl verständlich. 196 Fotos schwirrten auf Facebook
herum, auf denen ich zu sehen war, aber keine Ahnung
hatte, wie sie aussahen. Diese Info machte es um einiges
schwieriger, der Versuchung zu widerstehen.
Facebook versuchte mich nach wie vor mit allen Mit­
teln zurückzuholen. Noch nie habe ich so oft Mails mit
Neuigkeiten in meinem Posteingang gefunden. Face­
book teilte mir im 2-Tages-Rhythmus mit, dass ich neue
Nachrichten hatte, schlug mir Menschen vor, die ich
eventuell kennen könnte, ließ mich wissen, wie viele
Anstupser, Fotomarkierungen etc. auf mich warteten,
und dass ich in diversen Berichten und Mitteilungen
markiert wurde. Die Funktion »Mails ausschalten«
schien also wenig zu bringen, wenn man Facebook ein­
fach so für eine Zeit den Rücken kehrte. Es wirkte fast
ein bisschen verzweifelt, wie Facebook mich auf kei­
nen Fall verlieren und zurück gewinnen wollte – sehr
Am Karfreitag war ich bei Antenne Vorarlberg zu ei­
nem Interview eingeladen. Isabella Canaval moderierte
das Antenne Frühstücksradio, in dem ich als Studiogast
eingeladen war. Wir hatten einen sehr entspannten
und schönen Vormittag und tauschten unsere Fasten­
zeit-Erfahrungen aus (Isabella verzichtete 47 Tage lang
auf Süßigkeiten).
Selbstverständlich war ich am Morgen des Ostersonn­
tag sofort wieder auf Facebook. Es dauerte seine Zeit
bis ich alle Benachrichtigungen durchgecheckt hatte ...
Ich will hier natürlich nicht die besserwissende Klug­
scheißerin spielen. Ich mag Facebook und verbringe
dort gerne Zeit. Es ist interessant zu sehen, was die
Menschen, die man kennt, so machen und was ihnen
aktuell gefällt. Man findet ja auch eine Vielzahl an neu­
en Ideen für Ausflüge, Urlaubsvorschläge, Anregungen
für Bastelaktivitäten, Buchvorstellungen, Filmempfeh­
lungen etc.Das Verzichten auf Facebook veränderte meinen Tages­
ablauf nicht merklich und auch meine Freunde waren
noch immer für mich da. Es ist dennoch angenehm,
wieder jederzeit nach Neuigkeiten sehen zu können,
ich werde aber trotzdem versuchen meinen Face­
book-Konsum ein wenig einzuschränken. Ich bin froh,
dass ich diese Erfahrung gemacht und vor allem auch
durchgehalten habe – wovon ich anfangs selbst nicht
100%ig überzeugt war.
79OnlineWe dislike:Facebook-Hoaxes*
Text: Katharina Germann / Chris Feurstein*engl. für Jux, Scherz; auch SchwindelAuf einem Video wird gezeigt, wie ein Mann einen Hund vom Dach eines Gebäudes in die Tiefe wirft. Das Tier
schlägt am Boden auf und verendet qualvoll. Die grausame Szene wird auf Facebook verbreitet – mit der Bitte, es
weiter zu teilen, um die Tierquäler zu finden. Natürlich ist die Community aufgebraucht und fordert ein »Köpfe­
rollen« der Verantwortlichen. Was viele aber nicht wissen, dies ist in den meisten Fällen bereits passiert und die
Verantwortlichen verurteilt. Das Internet vergisst nichts und diese zum Teil schon sehr alten Beiträge machen
als »Kettenbriefe« immer wieder die Runde. Aber auf Facebook tummeln sich noch viele weitere Uralt- und
Falschmeldungen, sogenannte »Hoax«.»Tipp für alle Handybesitzer«»Ich widerspreche den neuen AGB's«Diese Meldung kennst du bestimmt. Die Polizeiins­
pektion Kindberg informiert Handybesitzer, wie sie
ihr Handy im Fall eines Diebstahls sperren lassen
können.Im November 2012 war ein Post groß in Mode: Es ging
darum, dass man Facebook die kommerzielle Nutzung
der Fotos der User untersagt. Dies habe das Unter­
nehmen mit der Änderung der AGBs im Juni 2012
angeblich zugesichert. Der Text, der als Schutz davor
via Status gepostet werden sollte, war meist dieser:
»Aufgrund der neuen AGBs in Facebook widerspreche ich hiermit der kommerziellen Nutzung
meiner persönlichen Daten (Texte, Fotos, persönliche Bilder, persönliche Daten) gemäß BDSG. Das
Copyright meiner Profilbilder liegt ausschließlich
bei mir. Die kommerzielle Nutzung bedarf meiner
schriftlichen Zustimmung.«Das bringt zwar das Handy nicht zurück, aber immer­
hin kann der Täter nichts mehr damit anfangen. Folgt
man der im Schreiben angebenen Vorgangsweise,
erhält man die sogenannte IMEI-Nummer (Interna­
tional Mobile Equipment Identity). Grundsätzlich
ist es keine schlechte Idee, sich diese zu notieren, es
gibt aber kaum Netzbetreiber, die eine IMEI-Sper­
rung durchführen. Hinzu kommt, dass die erwähnte
IMEI-Nummer auf vielen aktuellen Geräten mit etwas
Hintergrund­w issen geändert werden kann. Das ist
zwar nicht erlaubt, würde aber eine eventuell einge­
setzte hardwareseitige Sperrung aushebeln.
Die IMEI-Nummer findet man übrigens, anders als
in der Meldung behauptet, in den Vertragsunterlagen
oder auf der Innenseite des Handy unterm Akku.
80Das ist zwar nett formuliert, aber aus folgenden Grün­
den leider total sinnlos:
1. Die Änderung der Facebook-AGBs hatte nichts mit
dieser Thematik zu tun.
2. Auf Facebook gilt, was in deren AGBs steht. Nur
durch den Post eines Textes, indem widersprochen
wird, ändert sich leider gar nichts. Die einzige Mög­
lichkeit, die der Nutzer hat, ist, sich von Facebook
3. Facebook muss sich die Rechte an hochgeladenen
Bilder zusichern, damit das Unternehmen sie über­
haupt darstellen darf. Das Urheberrecht für selbst
erstellte Inhalte bleibt allerdings immer beim Autor,
das kann dir Facebook natürlich nicht wegnehmen.
Diese Meldung feierte vor kurzen in leichter veränder­
ter Form ihr Comeback. Also, bitte nicht teilen.laendlemagazin.com»Gratis Smartphones«
Wer würde zu einem kostenlosen iPhone nein sagen?
Natürlich (fast) niemand. Auf Facebook existieren
unzählige Seiten, die scheinbar fehlerhaft verpackte
Produkte an Facebook-User verlosen. An der Verlosung
teilzunehmen ist – laut Betreiber solcher Seiten – ganz
einfach: Fan der Seite werden, das Foto liken, den Bei­
trag teilen. Doch wer steckt dahinter und was will man
Wer genau hinter diesen ominösen Seiten steckt, ist
leider nicht bekannt. Fakt ist jedoch, dass Apple, Sam­
sung, Sony etc. nichts damit zu tun haben. Sprecher der
Unternehmen streiten einen Zusammenhang zu diesen
Seiten vehement ab, es handle sich um keine offiziellen
Seiten dieser Firmen. Facebook löscht mittlerweile sol­
che Seiten zwar, allerdings werden täglich neue Seiten
erstellt und die Fangemeinde wächst weiter.
Manche dieser Seiten haben mittlerweile ihre Besitzer
schon gewechselt und sind zu eher weniger lustigen
»Nur zum Spaß«-Seiten geworden. Andere haben noch
immer ihre werbewirksamen Aufrufe zur Teilnahme
an den Gewinnspielen gespeichert.
Die Intention der Betreiber ist ebenfalls nicht klar. Ent­
weder ist es die Gier nach Likes oder der Plan, weitere
Schäden anzurichten. Sicher ist jedoch, dass die Erstel­
ler der Seite durch die vielen Likes, Kommentare und
Teilnehmer eine beträchtliche Reichweite aufbauen.
Da solche Seiten tausende Fans generieren, könnten sie
später über eBay verkauft werden. Die Betreiber könn­
ten aber auch im Sinn haben, einen schädlichen Link
zu verbreiten, über den man Opfer von Trojanern,
Malware oder Phishing werden könnte.»Unterwasserkamera sucht ihren Besitzer«
Zum Schluss noch etwas erfreuliches, um zu bewei­
sen, dass es nicht nur nervige Hoax-Meldungen auf
Du hast sicher bereits, den Post gesehen, in dem be­
schrieben wird, dass beim Tauchen ein Unterwasser­
kamera gefunden wurde. Dort war einen SD-Karte
mit Urlaubsfotos drin. Eines dieser Fotos wird dann
abgebildet und es wird gefragt, ob wer diese Personen
kennt. Auf einer finnischen Website war zu lesen, dass
die Suche innerhalb von 17 Stunden erfolgreich war
und die Besitzer ihre Kamera samt SD-Karte wieder in
den Händen halten.Sollte man bereits an diesen fragwürdigen Fake-Ge­
winnspielen per Klick auf »Gefällt mir« teilgenom­
men haben, ist es ratsam den entsprechenden Eintrag
wieder zu entfernen. Wurde das Bild oder die Seite
geteilt, lässt sich das über die eigene Chronik wieder
Des Weiteren kann mit einem Klick auf den Einstel­
lungsbutton rechts oben beim jeweiligen »Angebot«
die Seite bei Facebook gemeldet werden, damit diese
betrügerischen Inhalte schnellstmöglich wieder aus
dem Verkehr gezogen werden.Also, Ende gut alles Gut und kein Grund diese Status­
meldung weiterhin zu teilen, sonst suchen wir in
10 Jahren immer noch nach den Besitzern.81BlogFrom
Auf laendlemagazin.com kritisieren wir regelmässig
Kinofilme, DVD-Neuerscheinungen oder Klassiker die
wir zur Allgemein­bildung zählen. Das Gesehene wird
knallhart mit Zuhilfenahme des »Movie Onion-Bewer­
tungssystems« in Augenschein genommen.
Warum es gerade die Movie Onions sind? Wir wissen
es nicht mehr, mache Dinge gehen schnell in den ge­
wohnten Sprachgebrauch über und sind dann einfach
da. Vielleicht weil wir uns dabei nicht allzu ernst neh­
men, und es sicher die ein oder andere Kritik gibt, die
nicht massentauglich ist. Sei es drum.82Was aber seit einiger Zeit fixer und ernst­zu­nehmen­
der Bestandteil jeder Kritik ist: unsere selbstgestalte­
ten Filmposter im Grind­house-Look. Es gibt auch hier
keinen besonderen Grund, warum wir diese Poster ma­
chen – vielleicht nur, weil wir Filme lieben. Es haben
sich bereits einige angesammelt, darum hier ein Auszug
unserer »Kunstwerke« der letzten Monate.
Übrigens: Falls du mal eine unserer
Kritiken liest, halte Ausschau nach
den von uns mit großer Sorgfalt plat­
zierten »Eastereggs«.Foto: Matthias Dietrich (studiofasching.at)laendlemagazin.comCornelia Bachtr채gl - Chefredaktion, Gestaltung & Musik
Chris Feurstein - Chefredaktion, Gestaltung & Anzeigenverkauf
83B’sundrig.Wenn man geliebt wird
für das, was man gerne tut.
*regk
odutefüri o n al e P rVorarlberg kauft regionale Produkte am liebsten bei
Sutterlüty. Für dieses Vertrauen möchten wir uns herzlich
bei unseren Kundinnen und Kunden bedanken.Freiburger Hütte
am Fuße der Roten Wand(Repräsentative Befragung der Vlbg. Bevölkerung 16-70 Jahre, market Institut 2012)All pages:3457101113151617181920212324252627282930313233343638404142434445464749505152535456575960626364656667697174757677787980818284InfoSaveLikeShareDownloadMoreLändle Magazin - Warm.13 Published on Aug 4, 2013 Wir kombinieren mit einem Augenzwinkern tradtionelle Werte mit moderner Popkultur, beleuchten die heimische Musik- und Lifestyle-Szene und b...See MorelaendlemagazinFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore

References: § 44
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