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Timestamp: 2019-10-21 17:47:25+00:00

Document:
223-2-115
Verordnung - Prüfungsordnung - über die staatliche Prüfung
zum Erwerb des Hauptschulabschlusses an Freien Waldorfschulen
Vom 13. Juli 2000,
Fundstelle: Amtsblatt 2000, S. 1179
geändert durch Art. 7 der Verordnung vom 15. Juli 2002 (Amtsbl. S. 1493)
geändert durch Art. 24 der Verordnung vom 4. Juli 2003 (Amtsbl. S. 1910)
geändert durch Art. 5 der Verordnung vom 3. Juni 2005 (Amtsbl. S. 874)
geändert durch Art. 12 der Verordnung vom 6. August 2009 (Amtsbl. S. 1389)
§ 25 geändert durch Artikel 10 der Verordnung vom 2. Dezember 2015 (Amtsbl. I S. 960)
mehrfach geändert durch Artikel 13 der Verordnung vom 27. Juni 2017 (Amtsbl. I S. 624)
§ 3 Ort und Zeit der Prüfung
§ 4 Teilnahme an der Prüfung
§ 5 Notenstufen
§ 7 Prüfungsliste
§ 8 Festsetzung der Vornoten
§ 9 Prüfungsfächer, Prüfungsaufgaben, Bearbeitungszeit
§ 10 Auswahl der Prüfungsaufgaben
§ 12 Beurteilung der Prüfungsaufgaben
§ 13 Gegenstand der mündlichen Prüfung
§ 14 Zulassung zur mündlichen Prüfung
§ 15 Bekanntgabe der bisherigen Prüfungsergebnisse
§ 16 Äußere Vorbereitung der mündlichen Prüfung
§ 18 Festsetzung der Endnoten
§ 19 Ergebnis der Prüfung
Aufgrund des § 33 Abs. 1 und 3 des Gesetzes zur Ordnung des Schulwesens im Saarland (Schulordnungsgesetz: SchoG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. August 1996 (Amtsbl. S. 846; 1997 S. 147), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 7. Juni 2000 (Amtsbl. S. 1018), sowie des § 38 Abs. 1 Buchstabe g des Privatschulgesetzes (PrivSchG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. Mai 1985 (Amtsbl. S. 610), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 7. Juni 2000 (Amtsblatt S. 1018), verordnet das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft:
Schüler/Schülerinnen staatlich anerkannter Freier Waldorfschulen können am Ende der Klassenstufen 10, 11 oder 12 durch erfolgreiche Teilnahme an der Abschlussprüfung gemäß dieser Prüfungsordnung den Hauptschulabschluss erwerben. In der Abschlussprüfung soll der Schüler/die Schülerin nachweisen, dass er/sie die Lernziele erreicht hat, die in den Lehrplänen für den auf den Hauptschulabschluss bezogenen Unterricht an den Gemeinschaftsschulen vorgegeben sind. Die Aufgabenstellungen tragen der Praxis- und Anwendungsbezogenheit des auf den Hauptschulabschluss bezogenen Unterrichts Rechnung.
(1) Die Abschlussprüfung findet gegen Ende des Schuljahres an den einzelnen Freien Waldorfschulen statt.
(2) Der Zeitpunkt der schriftlichen Prüfung wird von der Schulaufsichtsbehörde festgesetzt. Die schriftliche Prüfung findet an allen Schulen gleichzeitig statt.
(3) Den Zeitpunkt der mündlichen Prüfung bestimmt die Schulaufsichtsbehörde im Benehmen mit dem/der von der jeweiligen Freien Waldorfschule für die Durchführung der Prüfung zu benennenden Beauftragten des Lehrerkollegiums.
(4) Die Termine der schriftlichen und der mündlichen Prüfung sind den Schülern/Schülerinnen durch den Beauftragten/die Beauftragte des Lehrerkollegiums alsbald nach der Festlegung bekannt zu geben.
(1) Die Schule leitet die Meldung des Schülers/der Schülerin, bei Minderjährigen der Erziehungsberechtigten, zur Teilnahme an der Prüfung spätestens am Freitag in der vorletzten Woche vor Beginn der Osterferien der Schulaufsichtsbehörde zu.
(2) Die Meldung muss Vor- und Zuname, Geburtsdatum und Geburtsort des Schülers/der Schülerin enthalten. Die Schule fügt der Meldung eine Darstellung des bisherigen Bildungsweges des Schülers/der Schülerin bei.
(3) Am schriftlichen Teil der Abschlussprüfung nehmen alle gemeldeten Schüler und Schülerinnen ohne förmliche Zulassung teil. Steht bereits auf Grund der Vornoten fest, dass der Schüler/die Schülerin bei unterstellten optimalen Ergebnissen der Prüfung den Hauptschulabschluss nicht erreichen kann, so nimmt er/sie nicht an der Prüfung teil.
(4) Tritt ein Schüler/eine Schülerin nach Bekanntgabe der Vornoten von der Prüfung zurück, so wird er/sie einem Schüler/einer Schülerin gleichgestellt, der/die die Prüfung nicht bestanden hat. Das Gleiche gilt, wenn ein Schüler/eine Schülerin die Prüfung ganz oder teilweise versäumt.
(5) Die Vorschrift des Absatzes 4 über das Nichtbestehen der Abschlussprüfung findet keine Anwendung, wenn ein Schüler/eine Schülerin aus Gründen, die er/sie nachweislich nicht zu vertreten hat (insbesondere Krankheit), verhindert ist, zur Prüfung anzutreten oder bis zu ihrem Abschluss an ihr teilzunehmen. Ob der Schüler/die Schülerin die Gründe zu vertreten hat, entscheidet die Klassenkonferenz unter Vorsitz des/der Vorsitzenden der Prüfungskommission. Hat er/sie die Gründe nicht zu vertreten, ist ihm/ihr ein besonderer Termin zur Ablegung oder Fortsetzung der Prüfung einzuräumen.
(1) Für die Festsetzung der Vornoten, die Bewertung der einzelnen Prüfungsleistungen und die Bildung der Endnoten gelten folgende Notenstufen:
(2) Zwischennoten und Bewertungszusätze zu den Noten sind nicht zulässig.
(1) Für die Durchführung der Prüfung wird eine Prüfungskommission gebildet.
ein/eine von der Schulaufsichtsbehörde bestellter/bestellte Regierungsbeauftragter/Regierungsbeauftragte als Vorsitzender/Vorsitzende,
der/die für die Durchführung der Prüfung Beauftragte des Lehrerkollegiums,
die Fachlehrer/Fachlehrerinnen der Klasse, aus der Schüler/Schülerinnen an der Prüfung teilnehmen,
für jedes Prüfungsfach ein/eine von dem /der Vorsitzenden zu berufender/berufende an einer Gemeinschaftsschule unterrichtender Fachlehrer/unterrichtende Fachlehrerin als Fremdprüfer/Fremdprüferin.
(4) Der/Die Vorsitzende bildet für die Durchführung der mündlichen Prüfung in den einzelnen Fächern aus den Mitgliedern der Prüfungskommission Fachausschüsse. Ein Fachausschuss besteht aus dem jeweiligen Fachlehrer/der jeweiligen Fachlehrerin als Prüfer/Prüferin und einem Fremdprüfer/einer Fremdprüferin. Fällt der Prüfer/die Prüferin oder der Fremdprüfer/die Fremdprüferin aus, ist unverzüglich ein Vertreter/eine Vertreterin zu berufen.
Der Leiter/Die Leiterin jeder Klasse, aus der Schüler/Schülerinnen an der Prüfung teilnehmen, legt für die Schulakten und den Vorsitzenden/die Vorsitzende der Prüfungskommission je eine Prüfungsliste an, die entsprechend dem jeweiligen Stand des Prüfungsverfahrens folgende Angaben enthält:
Familienname, Vorname und Geburtsdatum des Schülers/der Schülerin,
die Meldung des Schülers/der Schülerin,
die Fächer der mündlichen Prüfung (§ 13),
die Vornoten (§ 8),
die Ergebnisse der schriftlichen (§ 12) und der mündlichen Prüfung (§ 17),
die Endnoten (§ 18),
das Ergebnis der Prüfung (§ 19).
(1) Die Klassenkonferenz unter Vorsitz des/der für die Durchführung der Prüfung Beauftragten des Lehrerkollegiums setzt die Vornoten in den Fächern Deutsch und Mathematik frühestens eine Woche, spätestens drei Unterrichtstage, vor Beginn der schriftlichen Prüfung fest. In allen übrigen Fächern erfolgt die Festsetzung der jeweiligen Vornoten zeitgleich mit der Feststellung, ob der Schüler/die Schülerin zur mündlichen Prüfung zuzulassen ist (§ 14).
(2) Die Vornote in dem einzelnen Fach wird gebildet auf der Grundlage der Bewertungen des Jahreszeugnisses der der Prüfung vorausgegangenen Klassenstufe und der Bewertungen der Leistungen im Jahr der Prüfung. Dabei wird die Beurteilung der Leistungen im Unterricht
in den Fächern Schreinern, Schmieden, Kupfertreiben, Weben, Spinnen, Textiles Gestalten, Schneidern, Töpfern, Korbflechten, Buchbinden und Kartonage, Technisches Zeichnen, Maskenbildnerei, Bühnenbau, Drucktechnik und Gartenbau zu einer Note unter der Bezeichnung „Arbeitslehre“,
in den Fächern Malen, Zeichnen und Kunstunterricht zu einer Note unter der Bezeichnung „Bildende Kunst“ sowie
in den Fächern Plastizieren und Steinhauen zu einer Note unter der Bezeichnung „Plastizieren“
zusammengefasst. Bei der Bildung der Vornoten sind die Bewertungen in Notenstufen gemäß § 5 umzusetzen.
(3) Die Vornoten in den Fächern Deutsch und Mathematik sind den Schülern/Schülerinnen nach ihrer Festsetzung und Eintragung in die Prüfungsliste (§ 7) unverzüglich mündlich bekannt zu geben. Die Bekanntgabe der Vornoten in allen übrigen Fächern erfolgt zusammen mit der Bekanntgabe der schriftlichen Prüfungsergebnisse (§ 15).
(1) Die schriftliche Prüfung erstreckt sich auf die Fächer Deutsch und Mathematik. Die Prüfungsaufgaben müssen im Wesentlichen den Lehrplänen für den auf den Hauptschulabschluss bezogenen Unterricht in der Gemeinschaftsschule entsprechen.
ein Pflichtteil sowie ein Wahlteil, wobei der Wahlteil etwa ein Drittel der Bearbeitungszeit umfasst; Bearbeitungszeit: 2 Zeitstunden.
Die Schulaufsichtsbehörde bestimmt die Aufgaben der schriftlichen Prüfung entsprechend dem in § 11 der Verordnung - Prüfungsordnung - über die staatliche Abschlussprüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses an Gemeinschaftsschulen und Förderschulen vom 12. Juli 2000 (Amtsbl. S. 1100), zuletzt geändert durch die Verordnung vom 27. Juni 2017 (Amtsbl. I S. 624), in der jeweils geltenden Fassung festgelegten Verfahren. Zusätzlich beauftragt die Schulaufsichtsbehörde Fachlehrer/Fachlehrerinnen für Deutsch und Mathematik an einer Freien Waldorfschule jeweils einen Aufgabenvorschlag zu erarbeiten, der auch die Stoffgebiete berücksichtigt, die an den Freien Waldorfschulen in der Klassenstufe 10, 11 und 12 behandelt werden, aber nicht in den Lehrplänen der Klassenstufen 8 und 9 an den Gemeinschaftsschulen enthalten sind.
(1) Die Prüfungsaufgaben einschließlich der Korrekturhinweise und der Bewertungsmaßstäbe werden den Schulen nach Fächern getrennt in versiegelten Umschlägen zugeleitet. Diese dürfen erst am jeweiligen Prüfungstag in Gegenwart von Fachlehrer/Fachlehrerin und Prüflingen geöffnet werden. Die von der Schulaufsichtsbehörde zugelassenen Hilfsmittel werden den Prüflingen spätestens am letzten Unterrichtstag vor Beginn der schriftlichen Prüfung bekannt gegeben.
(2) Sofern die Aufgabenstellung keine Bearbeitung auf den Aufgabenblättern selbst vorsieht, sind die Arbeiten und die Entwürfe auf Bogen zu schreiben, die von der Schule zur Verfügung zu stellen und vorab mit dem Schulstempel zu versehen sind. Die Prüflinge tragen Namen, Vornamen, Klasse und Prüfungsfach am Kopf der ersten Seite der Reinschrift ein. Die erste Seite und ein Rand jeder weiteren Seite sind für amtliche Eintragungen freizuhalten. Die Seiten der Reinschriften sind fortlaufend zu nummerieren. Sämtliche Entwürfe und Beilagen sind mit dem Namen des Schülers/der Schülerin zu versehen.
(3) Die Prüflinge fertigen die Arbeiten unter ständiger Aufsicht von mindestens zwei Lehrkräften je Prüfungsraum an. Der Prüfungsraum darf während der Bearbeitungszeit von den Schülern/Schülerinnen nur einzeln und nur mit Genehmigung eines/einer Aufsichtführenden verlassen werden.
(5) Die Prüflinge werden vor Eintritt in die Prüfung darauf hingewiesen, dass Täuschungsversuche, Beihilfe hierzu und Ordnungsverstöße zum Ausschluss von der Abschlussprüfung führen können. Der Wortlaut von § 23 ist bekannt zu geben. Nach Klärung technischer Fragen und Bekanntgabe der Prüfungsaufgaben beginnt die Bearbeitungszeit.
(6) Über den Verlauf der schriftlichen Prüfung ist von den Aufsichtführenden in jedem Prüfungsraum eine Niederschrift zu fertigen und zu unterzeichnen. In diese werden aufgenommen:
die Namen der aufsichtführenden Lehrer/Lehrerinnen mit Angabe der Zeiten, in denen sie die Aufsicht geführt haben,
(1) Jede Prüfungsarbeit wird vom Fachlehrer/von der Fachlehrerin der Klasse und von dem/der seitens des/der Vorsitzenden der Prüfungskommission berufenen Fremdprüfer/Fremdprüferin beurteilt.
(2) Weichen die Noten der beiden Korrektoren/Korrektorinnen voneinander ab, so setzt der/die Vorsitzende der Prüfungskommission im Benehmen mit ihnen die Note für die Prüfungsarbeit fest; er/sie kann vor seiner/ihrer Entscheidung weitere Fachlehrer/Fachlehrerinnen hinzuziehen.
(3) Die Note und gegebenenfalls eine Begründung werden auf der ersten Seite der Prüfungsarbeit eingetragen. Erstkorrektor/Erstkorrektorin und Zweitkorrektor/Zweitkorrektorin bestätigen durch ihre Unterschrift die Beurteilung und die Note der Arbeit, im Falle des Absatzes 2 bestätigt der/die Vorsitzende der Prüfungskommission zusätzlich die durch ihn/sie festgesetzte Note.
(4) Die Schulaufsichtsbehörde kann nach der ersten Korrektur für die einzelnen schriftlichen Prüfungsfächer Korrektorenkonferenzen/Korrektorinnenkonferenzen einberufen, in denen die besonderen Probleme der Arbeiten besprochen und die anzulegenden Bewertungsmaßstäbe endgültig festgesetzt werden. Hierbei sind die Fachlehrer/Fachlehrerinnen, die mit der Stellung und Auswahl der Aufgaben betraut waren, zu hören.
(1) Alle Schüler und Schülerinnen legen in einem der Fächer, die gemäß § 8 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 zu einer Note unter der Bezeichnung Arbeitslehre geführt haben, eine mündliche Prüfung ab. Diese berücksichtigt praktische und theoretische Ansätze und ist projekt- und prozessorientiert.
An Stelle dieser mündlichen Prüfung kann der Schüler/die Schülerin eine besondere Lernleistung einbringen. Eine besondere Lernleistung kann zum Beispiel ein umfassender Beitrag aus einem vom Saarland geförderten Wettbewerb oder das Ergebnis eines umfassenden, auch fachübergreifenden Projektes sein, das entsprechend seinem fachlichen Schwerpunkt einem im Jahr der Prüfung erteilten Unterrichtsfach zuzuordnen ist. Die besondere Lernleistung ist schriftlich zu dokumentieren; in einem Prüfungsgespräch stellt der Schüler/die Schülerin die Ergebnisse der besonderen Lernleistung dar, erläutert sie und antwortet auf Fragen. Bei Antworten, an denen mehrere Schüler/Schülerinnen beteiligt waren, ist die Bewertung der individuellen Schülerleistung erforderlich.
(2) In Deutsch bzw. Mathematik ist eine mündliche Prüfung durchzuführen, wenn die Vornote mindestens „befriedigend“ und das Ergebnis der schriftlichen Prüfung „mangelhaft“ oder „ungenügend“ lauten.
(3) Bis spätestens fünf Kalendertage nach Bekanntgabe der Ergebnisse der schriftlichen Prüfung kann sich jeder Schüler/jede Schülerin freiwillig in zwei weiteren Fächern zur mündlichen Prüfung melden. Der Schüler/Die Schülerin kann sich dabei für jedes im Jahr der Abschlussprüfung unterrichtete Fach entscheiden.
(4) Die Meldungen nach Absatz 1 und 3 erfolgen schriftlich.
(1) Unmittelbar nach Festsetzung der Noten der schriftlichen Prüfung (§ 12) stellt die Klassenkonferenz unter Vorsitz des/der Vorsitzenden der Prüfungskommission fest, ob ein Schüler/eine Schülerin zur mündlichen Prüfung zuzulassen ist.
(2) Die Zulassung zur mündlichen Prüfung ist zu versagen, wenn ein Schüler/eine Schülerin in den Fächern Deutsch und Mathematik sowohl als Vornote als auch in den Ergebnissen der schriftlichen Prüfung nicht ausreichende Leistungen aufweist. In diesem Falle gilt die Prüfung als nicht bestanden.
(1) Der/Die für die Durchführung der Prüfung Beauftragte des Lehrerkollegiums teilt den zur mündlichen Prüfung nicht zugelassenen Prüflingen, bei Minderjährigen den Erziehungsberechtigten, die Nichtzulassung und das Nichtbestehen der Prüfung unverzüglich nach der Klassenkonferenz unter Angabe der Gründe schriftlich mit.
(2) Frühestens einen Tag nach dieser Mitteilung, spätestens eine Woche vor Beginn der mündlichen Prüfung an dieser Schule, gibt der Klassenlehrer/die Klassenlehrerin den zur mündlichen Prüfung zugelassenen Schülern/Schülerinnen die Ergebnisse der schriftlichen Prüfungsarbeiten bekannt. Dabei sind die Schüler/Schülerinnen auf die Vorschrift des § 13 Abs. 3 ausdrücklich hinzuweisen.
(1) Für die mündliche Prüfung hat der/die für die Durchführung der Prüfung Beauftragte des Lehrerkollegiums folgende Unterlagen zur Einsicht bereit zu halten:
die Prüfungslisten (§ 7),
die Niederschriften über die gemäß § 8 vor der schriftlichen Prüfung und gemäß § 14 vor der mündlichen Prüfung abzuhaltenden Klassenkonferenzen sowie
(2) Die für die mündliche Prüfung notwendigen Hilfsmittel (Texte, Wandtafeln, Karten, Computer usw.) müssen in den Prüfungsräumen zur Verfügung stehen.
(3) Mündliche Prüfungen sind vom Prüfer/von der Prüferin schriftlich vorzubereiten. Hierbei sind die von der Schulaufsichtsbehörde gegebenen Hinweise zu beachten.
(1) Der/Die für die Durchführung der Prüfung Beauftragte des Lehrerkollegiums setzt im Einvernehmen mit dem/der von der Schulaufsichtsbehörde bestellten Vorsitzenden den Prüfungsplan fest.
(2) Eine mündliche Prüfung dauert 15 Minuten, die Dauer einer mündlichen Prüfung mit praktischen Elementen soll drei Zeitstunden nicht überschreiten. Eventuell notwendige Vorbereitungszeiten zählen nicht zur Prüfungsdauer.
(4) Die Mitglieder des Fachausschusses wirken bei der Prüfung kollegial zusammen. Der Fremdprüfer/Die Fremdprüferin ist verpflichtet, auf die Gleichmäßigkeit und Angemessenheit der Prüfungsanforderungen und Bewertungsmaßstäbe bedacht zu sein. Der/Die Vorsitzende der Prüfungskommission ist berechtigt, sich in die Prüfung einzuschalten und Prüfungsfragen zu stellen.
(5) Die Mitglieder des Fachausschusses setzen die Note für die mündliche Prüfung einvernehmlich fest. Kommt eine Einigung nicht zustande, so entscheidet der/die Vorsitzende der Prüfungskommission.
(6) Über den Verlauf jeder mündlichen Prüfung ist eine Niederschrift zu fertigen, die von den Mitgliedern des Fachausschusses zu unterzeichnen ist. In die Niederschrift sind der Name des Prüflings, der Beginn und das Ende der Prüfung, die Stoffgebiete, denen die Fragen entnommen wurden, sowie die Vermerke über die Qualität der entsprechenden Antworten, die Beratungsergebnisse und die Note der mündlichen Prüfung aufzunehmen. Schriftlich gestellte Aufgaben mit beigegebenen Texten und Bearbeitungsunterlagen sind zusammen mit den Notizen des Prüflings der Niederschrift beizufügen.
(7) An der mündlichen Prüfung - ausgenommen die Beratung und Beschlussfassung über die Leistungsbewertung - kann als Zuhörer/Zuhörerin ein Vertreter/eine Vertreterin des Schulträgers teilnehmen.
(1) Nach Beendigung der mündlichen Prüfung werden die Endnoten in den einzelnen Fächern in einer Schlusskonferenz von der Prüfungskommission auf Vorschlag des jeweiligen Fachlehrers/der jeweiligen Fachlehrerin beraten und festgesetzt. Gegen die von der Prüfungskommission festgesetzten Endnoten kann der/die Vorsitzende Einspruch erheben; hilft die Prüfungskommission dem Einspruch nicht ab, so entscheidet die Schulaufsichtsbehörde.
(2) In einem Fach, in dem sowohl schriftlich als auch mündlich geprüft worden ist, wird zunächst eine Note für die Prüfungsleistung festgesetzt. Dabei ist dem Ergebnis der schriftlichen gegenüber dem der mündlichen Prüfung ein besonderes Gewicht beizumessen.
(3) Bei der Festsetzung der Endnote sind die Vornote und die Prüfungsleistung gemäß Absatz 2 in der Regel als gleichwertig zu berücksichtigen. Weichen diese Noten voneinander ab, so entscheidet die Prüfungskommission, ob die Endnote in einem Mittelwert liegt oder ob einer Teilnote besonderes Gewicht zukommt.
(4) In einem Fach, in dem weder schriftlich noch mündlich geprüft worden ist, ist die Vornote zugleich die Endnote.
(1) Die Prüfungskommission stellt in der Schlusskonferenz auf Grund der Endnoten fest, ob die Prüfung bestanden oder nicht bestanden ist. Maßgebend für diese Feststellung sind in entsprechender Anwendung die in der Verordnung - Schulordnung - über den Bildungsgang und die Abschlüsse der Erweiterten Realschule (ERS-VO) vom 29. Januar 1997 (Amtsbl. S. 186) in ihrer jeweils geltenden Fassung getroffenen Regelungen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses.
(2) Über die Schlusskonferenz ist eine Niederschrift zu fertigen. Die Niederschrift und die Prüfungsliste (§ 7) werden von allen Mitgliedern der Prüfungskommission unterzeichnet und mit dem Schulstempel versehen.
(3) Der/Die für die Durchführung der Prüfung Beauftragte des Lehrerkollegiums gibt den Prüflingen an dem auf den Tag der Schlusskonferenz folgenden Unterrichtstag das Ergebnis der Prüfung bekannt. Bei minderjährigen Prüflingen, die die Prüfung nicht bestanden haben, teilt er/sie dies ferner den Erziehungsberechtigten unter Angabe der Gründe schriftlich mit.
(1) Schüler und Schülerinnen, die die Prüfung bestanden haben, erhalten das Abschlusszeugnis nach dem Muster der Anlage.
(2) Das Zeugnis ist von dem/der Vorsitzenden der Prüfungskommission, dem/der für die Durchführung der Prüfung Beauftragten des Lehrerkollegiums und dem Klassenlehrer/der Klassenlehrerin zu unterzeichnen und mit dem Siegel der Schulaufsichtsbehörde zu versehen. Ausfertigungsdatum ist der Tag der Schlusskonferenz.
(3) Schüler und Schülerinnen, die die Prüfung nicht bestanden haben oder deren Prüfung nach den Bestimmungen des § 4 Abs. 4 oder des § 23 als nicht bestanden gilt, erhalten im Falle des Abgangs von der Schule ein Abgangszeugnis. Eine Bemerkung, dass der Schüler/die Schülerin die Prüfung nicht bestanden hat, ist nicht in das Zeugnis aufzunehmen. Hat ein Schüler/eine Schülerin, der/die die Prüfung nicht bestanden hat, an der gesamten Prüfung teilgenommen, werden die Endnoten in das Zeugnis übernommen. Hat er/sie nicht an der gesamten Prüfung teilgenommen, erhält er/sie
Nachteilsausgleich für behinderte Schüler/Schülerinnen
Für die Gewährung eines Nachteilsausgleichs finden die §§ 14 bis 16 der Inklusionsverordnung vom 3. August 2015 (Amtsbl. I S. 540; 2016 I S. 217), geändert durch die Verordnung vom 8. August 2016 (Amtsbl. I S. 656), in der jeweils geltenden Fassung Anwendung.
(2) Wer die Abschlussprüfung nicht bestanden hat oder wessen Prüfung nach den Bestimmungen des § 4 Abs. 4 oder des § 23 als nicht bestanden gilt, kann sie grundsätzlich nur einmal, und zwar frühestens zum nächsten allgemeinen Prüfungstermin, wiederholen.
(3) Die Wiederholung erstreckt sich auf die gesamte Prüfung und setzt den Besuch eines weiteren Schuljahres an einer staatlich anerkannten Freien Waldorfschule voraus. Eine Wiederholung von Teilen der Prüfung oder eine Wiederholung in einzelnen Prüfungsfächern ist nicht möglich.
(3) Die Entscheidung über das Vorliegen der Tatbestände der Absätze 1 und 2 und über die zu ergreifenden Maßnahmen trifft der/die Vorsitzende der Prüfungskommission nach Anhören des Schülers/der Schülerin. Bis zu der Entscheidung setzt der Schüler/die Schülerin die Prüfung fort.
(5) Wird eine schwerwiegende Täuschungshandlung erst nach Ablauf der Abschlussprüfung festgestellt, so kann die Schulaufsichtsbehörde die Prüfung nachträglich für nicht bestanden erklären und das Abschlusszeugnis einziehen. Dies gilt jedoch nur für einen Zeitraum von drei Jahren ab dem letzten Tag der mündlichen Prüfung.
(1) Diese Prüfungsordnung tritt am 1. August 2000 in Kraft mit der Maßgabe, dass Abschlussprüfungen erstmals im Schuljahr 2001/2002 stattfinden.
(2) Die Verordnung - Schulordnung - über den Erwerb eines dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschlusses an Freien Waldorfschulen vom 9. Mai 1983 (Amtsbl. S. 294), zuletzt geändert durch Verordnung vom 14. Juni 1988 (Amtsbl. S. 501), tritt am 1. August 2001 außer Kraft.

References: Art. 7
 Art. 24
 Art. 5
 Art. 12

§ 25

§ 3

§ 4

§ 5

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 12

§ 13

§ 14

§ 15

§ 16

§ 18

§ 19
 § 33
 § 38
 § 5
 § 11
 § 23
 § 8
 § 13
 § 8
 § 14
 § 4
 § 23
 § 4
 § 23