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Timestamp: 2019-10-14 17:30:01+00:00

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Finanzmarktstabilitätsbericht_22_2011
Am Rande Einer Globalen Rezession - Wirtschaft
Vorteile flexibler Wechselkurse auch im einheitlichen Währungsraum nutzen
Degussa Marktreport 23 Aug 2012
ar1931_de
Art 2011 194 Euro Waehrungskrise
Warum nennen wir Morgan den ungekrnten Knig
Warum wir M o r g a n als den ungekrnten Knig der Welt
bezeichnen? Um dies zu verstehen, mu man folgendes wissen.
Jede Vermehrung des umlaufenden Geldes ber das Warenangebot hinaus erzeugt eine allgemeine P r e i s s t e i g e r u n g. Das haben wir whrend und nach dem Krieg in Deutschland, Frankreich, sterreich, Ruland, ja sogar in der S c h w e i z
sehen knnen! In der Schweiz stiegen die Preise whrend des
Krieges nicht blo der Warenverknappung, sondern vielmehr der
Geldvermehrung wegen. Man hat z.B. berechnet, da von 1914 bis
1918 nur 20% der ganzen Preissteigerung auf die Warenverknappung zurckzufhren sei, 80% dagegen auf die Vergrerung des
Geldumlaufs.
der ungekrnte Knig
Jede andauernde V e r m i n d e r u n g des umlaufenden
Geldes dagegen erzeugt unvermeidlich einen allgemeinen
P r e i s f a l l, verbunden mit einer drckenden Hemmung des
Erwerbslebens. Ebenso fhrt das Z u r c k b l e i b e n des
Geldumlaufes hinter der Warenproduktion zu Preisfall und Krise,
wie wir das seit Ende 1929 erlebt haben.
Wer daher ber die Hhe der umlaufenden Geldmenge bestimmen kann, der ist Herr ber die P r e i s s t e i g e r u n g
so gut wie ber den P r e i s a b b a u, oder ber H a u s s e
und B a i s s e , wie der Brsenmann sagt, oder ber H o c h k o n j u n k t u r und K r i s e, wie die Geschftsleute dieses
Auf und Ab des Preisstandes zu bezeichnen pflegen.
Fnfte Auflage, 12. 17. Tausend
I s t Morgan Herr ber die Geldmenge? Wenn ja, dann ist er
auch Herr ber die Konjunkturen. Er kann, wenn er will, Geld in
Verkehr bringen und damit die Waren schlanken Absatz finden
lassen; er kann aber auch das Geld zurckhalten und damit die Geschftsleute und die Bauern durch die Absatzstockung zur
Mor g a n
G e ldm e n g e ! Denn unser Geld ist entweder Gold oder Silber, oder
es besteht aus Noten, und diese drfen nur ausgegeben werden,
wenn G o l d als sogenannte D e c k u n g da ist. Es gelingt
nun Morgan und den mit ihm verbundenen Geldfrsten immer
wieder, das Gold durch Brsenstreiche an sich zu bringen. Deshalb
Genossenschaft Verlag freiwirtschaftlicher Schriften
Auslieferung: Pestalozzi-Fellenberg-Haus, Bern 1933
ist Morgan mit seinen Banken seit Jahrzehnten der Mann gewesen,
der u n s e r n
P re i s st an d
b e h e r r s c h t e. Mu
man da weitlufig auseinandersetzen, was das fr einen jeden von
uns zu bedeuten hat?!
Auch der Kaufmann kauft nur, was er sofort wieder absetzen kann.
Daher haben die Gewerbetreibenden, die Unternehmer, die
Fabriken keine Auftrge, es herrscht K r i s e und A r b e i t s l o s i g k e i t.
Betrachten wir zuerst d i e
h lt ni s m i g
u m l a u f s.
Zum Streik der K u f e r kommt sofort der noch viel gefhrlichere S t r e i k d e r S p a r e r. Niemand will sein Geld
zur Erstellung von Husern, Fabriken, Werksttten oder Maschinen hingeben, weil das Geld eben durch den Preisabbau an
Kaufkraft gewinnt. Aber dieses Warten auf weiteren Preisabbau
erzeugt weitere Arbeitslosigkeit!
F ol g en
ve rw er d en d en
Ge ld -
P re i se
s t e i g e n. Jeder Einzelne will noch
r a s c h k a u f e n , bevor die Waren teurer geworden sind. Die
Kaufleute hamstern Waren, um spter Konjunkturgewinne einzustreichen. Handwerker und Fabriken sind mit Auftrgen berhuft,
berall ist daher A r b e i t g e n u g.
Der P r e i s a b b a u
L o h n a b b a u fr
alle F r e i e r w e r b e n d e n und fr die B a u e r n, er wird
zum Lohnabbau bis auf N u l l fr die A r b e i t s l o s e n und
fhrt auch fr die noch Arbeitenden bald zu L o h n h e r a b s e t z u n g e n.
Die L h n e und G e h l t e r steigen zwar, aber weniger
und spter als die Preise, wodurch alle Lohnverdiener geschdigt
und oft zu Streiks und Teuerungszulageaktionen gezwungen
werden, ohne da sie aber nachher mehr htten als vorher!
Die kleinen E r s p a r n i s s e werden in Krisenzeiten aufgezehrt, whrend die groen Vermgen im Verhltnis des Preisrckganges an Kaufkraft gewinnen. Vor allem d a s G r o k a p i t a l g e w i n n t daher beim Preisabbau.
E r s p a r n i s s e, Versicherungssummen, berhaupt a l l e
G e l d f o r d e r u n g e n verlieren im Verhltnis der Preissteigerung an K a u f k r a f t (Wert, wie man zu sagen pflegt).
D i e S c h u l d n e r w e r d e n e r d r c k t. Je tiefer
die Preise, desto mehr Kartoffeln und Milch mu der Bauer
hergeben, desto mehr Sthle mu der Schreinermeister verkaufen
(obschon er weniger Auftrge hat!), um seine Schuld- oder Zinssumme zu bezahlen. So bedrngt ein Preisabbau vor allem die verschuldeten Stnde, den Mittelstand, die Anfnger in allen Geschften, die Kreditnehmer. Diese rufen in Notwehr dem S c h u t z z o l l und sind durch die Zinsennot sogar schon zum Brgerkrieg
getrieben worden. (Bauernkrieg 1653!)
Die Preissteigerung bedeutet S c h u l d e n a b s c h t t l u n g, indem der Schuldner (Bauer, Gewerbetreibende, Unternehmer) immer weniger von seinen Erzeugnissen zu verkaufen
braucht, um seine Schulden zu zahlen oder zu verzinsen. Eine
Schuld von 1500 Franken ist erst mit 300 Kilozentnern Kartoffeln
zu 5 Fr. beglichen, whrend bei einem Preise von 15 Fr. per Kilozentner schon 100 Kilozentner gengen. Da der Boden auch bei hhern Preisen nicht weniger Kartoffeln gibt, so ist die Schuld durch
die Preissteigerung auf einen Drittel zusammengeschrumpft.
Die grten Schuldner aber sind G e m e i n d e n, K a n t o n e u n d B u n d , also das gesamte Volk. Hier verursacht
Preisabbau infolge Krise und Lohnabbau einen hchst empfindlichen S t e u e r a u s f a l l, whrend die Schulden und Zinsen
nicht abnehmen, im Gegenteil durch die Arbeitslosenuntersttzung
bengstigend anwachsen in der gleichen Zeit, in der auch die
Last der Schulden durch die Aufwertung wchst.
Je hher der Inlandspreisstand steht, desto t i e f e r sinkt
der W e c h s e l k u r s dieses Geldes im Ausland, wenn das
Ausland nicht die gleiche Preisbewegung mitmacht. Er sinkt sogar
im Verhltnis zur Inlandskaufkraft zu tief. Da der Auslnder dieses
Geld so billig erhlt, kann er hier viel kaufen. Lnder mit
s t e i g e n d e n P r e i s e n haben deshalb bei freier Bewegung des Wechselkurses eine s t a r k e A u s f u h r.
Pr e i se
g es c h i eh t
f a l l en?
d a g egen,
Preisabbau bedeutet Steigen der Kaufkraft des Geldes. Da jeder Gegenstand gesucht wird, wenn und solange er im Preise zu
steigen verspricht, so wird auch das Geld eines Landes im Ausland
stark verlangt, wenn seine Kaufkraft zunimmt. Dadurch wird sein
W e c h s e l k u r s i n s S t e i g e n gebracht. Er steigt bald
Wer an das Kommen des Preisabbaues glaubt, der h l t
m i t K a u f e n z u r c k. Er wartet auf die tiefern Preise.
hher als er nach der Steigerung der Kaufkraft des Geldes im Inland eigentlich steigen sollte. Die Spekulanten jagen ihn darber
hinaus. Die Folge ist, d a e i n L a n d m i t P r e i s a b b a u n i c h t W a r e n a u s f h r e n k a n n, weil der
Preis des Geldes, mit dem diese Waren bezahlt werden mssen, zu
hoch getrieben wird! P r e i s a b b a u l n d e r k n n e n
n i c h t e x p o r t i e r e n ! Das war auch etwas, was man
1920 erst sehen mute, bevor man es glauben wollte! Und viele sahen es, und wollen es heute noch nicht zugeben, sondern glauben
immer noch, einmal knnte man doch durch einen Preisabbau die
Ausfuhr beleben! Aber immer wieder macht einem solchen Vorgehen dieses Gesetz des Wirtschaftslebens einen Strich durch die
Rechnung. Jeder Preisabbau bedeutet bei frei sich bewegendem
Wechselkurs eine noch strkere Kurssteigerung und verteuert damit die Ausfuhrwaren mehr als sie der Preisabbau verbilligt hat!
Wenn aber ein Mensch imstande ist, d i e s e S c h a u k e l
sel b st
B ew egu ng
set z en ,
ih r en
r eg e ln,
d am i t
a uc h
vo r a u s z u w i s s e n dann hat dieser Mensch die Kunst, Gold zu
machen, erfunden!
Solche Mnner waren
Mglich ist eine solche Beherrschung der Konjunkturschaukel
aber nur unter einer Whrung, deren Geldstoff nach Belieben zurckgehalten und wieder auf den Markt geworfen werden kann.
Whrungen sind
Goldwhrung
Silberwhrung,
Pap i e r w h r u n g e n , s o l a n g e s i e n i c h t v o m G edanken geleitet werden, da
vernnftige Geldversorgung die Kaufkraft
des Geldes immer auf der gleichen Hhe
b le i b e n m s s e ( f e s t e W hru n g ) . J e de a n d ere Whrung bleibt das Schaukelpferd der
Spekulanten, das Werkzeug zur Beraubung
der Arbeitenden aller Stnde und Berufe.
Wa ru m d ann i m me r d i es e K auf kr a f ts c h w a n k u n g e n ? ! So fragt der geneigte Leser. Die Antwort heit: S i e b i e t e n i m m e r n e u e M g l i c h k e i t e n z u G e w i n n e n ! Das Steigen der Preise bringt
Gewinne fr den Warenbesitzer, das Sinken der Preise fr den
Geldbesitzer. Da das Sinken der Preise fr die Brsenspekulanten
gerade so gewinnbringend ist wie das Steigen, wird leicht bersehen. Und doch sind diese Baisse-Gewinne viel ungerechter. Beim
Steigen der Preise erhlt der Arbeitende, der Bauer, der Handwerker und Gewerbetreibende den Gewinn, whrend ihn beim Sinken
der Preise der Geldmann, der Brsianer, einzieht.
Durch die Beherrschung des Geldumlaufes mittelst des Rckzugs und der Wiederhergabe des Goldes setzte die Familie Morgan
die G e l d W a r e S c h a u k e l in Bewegung.
Wenn ein Mensch n u r m i t W a r e n handelt, dann
kann er gewinnen, wenn und solange die Waren im Preise
s t e i g e n. Aber wenn und solange die Waren im Preise s i n k e n, blht sein Geschft durchaus nicht!
Woher stammt die Familie Morgan, woher der seltsame
Vorname Pierpont, der J. P. Morgan dem lteren (18371913)
schon in der Schule den bernamen Piep einbrachte? In der
N o r m a n d i e lebte Im frhen Mittelalter ein Raubrittergeschlecht; sie nannten sich die Herren d e P i e r r e p o n t. Sie
scheinen sich bei einer steinernen Brcke angesiedelt zu haben,
und wir gehen in der Annahme kaum fehl, da sie da den
Brckenzoll erhoben. In England lebte die Puritanerfamilie der
M o r g a n , und 1836 vereinigte sich das normannische Franzosenblut mit dem englischen.
Wenn ein Mensch mit G e l d spekuliert, dann kann er gewinnen, wenn und solange seine Wertpapiere im Preise
s t e i g e n. S i n k e n sie, dann ist es mit dem Gewinnen auch
zu Ende wenn er nicht die sogenannte Baissespekulation betreibt.
Wenn ein Mensch endlich diese Schaukel G e l d W a r e
a b w e c h s l u n g s w e i s e zu benutzen versteht, d.h. wenn
er auf der W a r e n s e i t e setzt, wenn die Warenpreise
s t e i g e n wollen, und auf der G e l d s e i t e, wenn die Kaufkraft des Geldes s t e i g t , dann kann es dieser Geschftsmann
im Lauf der Jahre zu etwas bringen!
Die Anfnge der Familie M o r g a n selbst sind recht bescheiden. Morgans erster bekannt gewordener Vorfahr in Amerika
unsere Geldmrkte mit den Scheinen unserer europischen Schuld
zu berfluten, deren Kurse zu drcken und das finanzielle Vertrauen zu unserer Nation zu schwchen, wie G. Peabody & Co.,
und niemand gewann durch dieses Verfahren mehr Geld als sie.
war M i l e s M o r g a n, der sich 1636 in Massachusetts ansiedelte. Der Urgrovater des heute lebenden Vertreters der Familie
war jedoch schon ein erfolgreicher Geschftsmann und lebte in
Hartfort, Connecticut. Sein Grovater m t t e r l i c h e r s e i t s, John P i e r p o n t , war Prediger, Dichter und Lebensreformer in Boston. In der Familie M o r g a n war die Jagd nach
dem Dollar eine beliebte Beschftigung, whrend John P i e r p o n t stets ein mittelloser Eiferer fr das Jenseits blieb.
Junius 5. Morgan konnte sich von diesem Vorwurf nicht rein
waschen. Er sollte nach dem Weltkrieg auch seinen Enkel treffen.
J o s e f M o r g a n wurde ein erfolgreicher Farmer und
legte seinen Gewinn in Postkutschen-Linien an. Die groe Postlinie
von New York nach Boston ging durch Hartford. Aber im Herbst
1839 machte die erste Lokomotive ihre langsame Fahrt durch den
Staat. Josef Morgan stellte sich rasch um; seine erste groe Spekulation war die folgende: Die Feuerversicherungsgesellschaften der
damaligen Zeit machten noch keine Rckstellungen. Man rechnete
damit, da die Prmien zur Begleichung der Feuerschden ausreichen wrden und da die Schuldverschreibungen der Versicherungsmitglieder im Betrage von je 5 10 000 Dollar nicht beansprucht werden mten. Aber ein groes Schadenfeuer in New
York lie diese Gefahr pltzlich als naheliegend erscheinen, soda
die Anteilscheine zu einem recht niedrigen Kurse angeboten
wurden. Josef Morgan kaufte eine groe Anzahl ganz billig auf. Die
Gefahr ging aber bald vorber, und die Inhaber der Anteilscheine
brauchten nicht einzuspringen. Die wiedereinsetzende gnstige
Entwicklung der Feuerversicherungsgesellschaften brachte vielmehr unserm Josef Morgan binnen kurzem ein Vermgen ein.
John Pierpont Morgan der ltere
(18371913)
Aus seinen Jugendjahren, die der schwchliche Junge zur Krftigung seiner Gesundheit erst auf den Azoren, dann in Vevey, Zrich, Luzern und schlielich auf der Universitt Gttingen verbrachte, rettete er sich auch bestimmte, tiefgehende Eindrcke in
sein spteres Leben hinber. Niemand wrde spter gedacht
haben, wenn er den riesenhaften Mann sah, da dies einmal ein
schwchliches, krnkliches Brschchen gewesen war.
In seiner Jugend hat er sich auch mit Spiritismus und Astrologie abgegeben und lie sich Zeit seines Lebens von Astrologen beraten. Im Vorraum seines Geschftshauses konnten die dort
Wartenden die Zeichen des Tierkreises und die brigen Figuren
der Horoskope auf dem Mosaik des Fubodens studieren und
dabei herausfinden, ob sie zu guter Stunde gekommen seien oder
In Gttingen hatte der junge J. P. Morgan vor allem Mathematik studiert, und als der alte Dozent dieses Faches spter in New
York von ihm empfangen wurde, soll er Morgan versichert haben:
Wenn Sie in Gttingen geblieben wren, wrden Sie heute dort
bestimmt Privatdozent sein, und ich knnte Sie als Nachfolger auf
meinen Lehrstuhl empfehlen. So gut verstand sich J. P. Morgan
auf Mathematik!
Morgans Grovater
(18131890)
Josef Morgans Sohn, J u n i u s S p e n c e r M o r g a n ,
verstand es, das Vermgen zu mehren. Er wurde Teilhaber im
Bankhaus von George Peabody. Als der Brgerkrieg 1865 ausbrach, wurde die Firma zum Finanzvertreter der Vereinigten Staaten in England ernannt. Dabei machte sie riesige Gewinne. In der
New Yorker Evening Post vom 26. Oktober 1866 werden Peabody und Morgan beschuldigt, ihre Stellung als finanzielle Vertreter der Vereinigten Staaten bentzt zu haben, um gerade die Sache
zu untergraben, fr deren Vertretung sie bezahlt wurden. Niemand sonst, so heit es in jenem Artikel, trug soviel dazu bei,
Fr das Verstndnis des alten J. P. Morgan ist es nicht unwesentlich, zu wissen, da er sich im Sommer 1859 als Zweiundzwanzigjhriger in Mi Amelia Sturges verliebte. Mi Sturges
krankte an hochgradiger Schwindsucht. Trotzdem heiratete sie
Morgan. Er suchte dann die ganze Welt nach einem Orte ab, wo sie
Heilung finden knnte, zog sich von allen Geschften zurck und
widmete sich ganz seiner kranken jungen Gattin. Wenige Monate
nach der Eheschlieung starb sie jedoch an einem Blutsturz.
ging der Goldpreis in die Hhe, die Warenpreise sanken die
Schaukel Geld-Ware spielte! Die Senkung der Kurse auf dem Aktienmarkt setzte sofort ein, und Morgan war der einzige, der die
Lage ausntzen, die Wertpapiere zu tiefen Kursen erwerben und
sie nachher zu hheren Kursen wieder absetzen konnte. Die ganze
Spekulation schlo mit einem Reingewinn von 160 000 Dollar, was
damals als ein groes Geschft betrachtet wurde.
Nach ihrem Tode kehrte er nach New York zurck und verbohrte sich eigensinnig in seine Geschftsunternehmungen.
Damals begann er auch Bilder zu sammeln; als erstes kaufte er das
Portrt einer zarten, jungen Dame. Jahrelang hing es ber dem Kamin in der Bibliothek seines Hauses. Mit den Jahren wuchs seine
Sucht nach Gemlden. Er sandte Kenner in alle Erdteile, um Bilder
zusammenzukaufen. Sie brachten manches wertvolle Stck ber
den Ozean; aber mancher alte Meister wrde wohl den Kopf geschttelt haben, wenn er seine Werke in Morgans Galerien gesehen htte!
J. P. Morgan im Eisenbahngeschft
Seine Laufbahn als Finanzmann groen Formats begann
Morgan 1869 mit dem Eisenbahngeschft. Wie seine Vorfahren
mtterlicherseits sich an der steinernen Brcke in der Normandie festgesetzt und dort den Brckenzoll erzwungen hatten, so
setzte er sich jetzt an jenen eisernen Brcken fest, die die Lnder
verbinden sollten er machte seine Geschfte an den Eisenbahnen. In vielen dieser Bahnen steckten die Gelder der Stdte
und Einzelstaaten. Aber der wilde Konkurrenzkampf der oft planlos gebauten Linien trieb die Preise der Aktien bald in die Hhe,
bald wurden sie wieder ohne Ma gesenkt. Die Wahlen der
Verwaltungsrte fhrten meistens zu Tumulten; die eine Gruppe
von Aktionren suchte die andere hinauszudrngen. Aus dem Abschaum der Grostdte wurden regelrechte berfallkommandos
gebildet, die den Betrieb derjenigen Bahnen lahmlegen sollten, in
deren Besitz man sich durch billigen Ankauf der Aktien setzen
wollte. Stationsgebude wurden dann berfallen, Zge beschossen
oder zur Entgleisung gebracht, um die Bahn zu entwerten, die man
kaufen wollte!
J. P. Morgan tritt auf
Aus den Gerichtsprotokollen der Sechzigerjahre lernen wir
sein erstes, bedeutendes Geschft kennen: Es war eine Lieferung
von 5000 Stck Karabiner an die amerikanische Armee. Im Jahre
1857 waren sie von der Heeresleitung als unbrauchbar und gefhrlich verkauft worden. Morgan lie sie durch Strohmnner
aufkaufen, das Stck zu 3,50 Dollar und verkaufte sie einige Monate spter dem General Fremont wieder als neu, von tadelloser
Verfassung zu 22 Dollar das Stck. Da sich die Regierung aber
nachtrglich weigerte, den Kaufvertrag zu erfllen, strengte
Morgan einen Proze gegen sie an und gewann ihn, da der Vertrag regelrecht abgefat worden sei!
Bald wurde J. P. Morgan in die Geheimnisse des G o l d h a n d e l s eingefhrt, deren Kenntnisse er spter mit groem
Erfolg ausntzen sollte. E. B. Ketcham, einer seiner Freunde,
schlug ihm damals vor, Gold aufzukaufen. Das Ergebnis wird sein,
da der Goldpreis um mehrere Punkte in die Hhe geht und ein
Sturz der Aktien eintritt. In einer Woche bringen wir das Gold
wieder in den Verkehr, indem wir die Aktien aufkaufen. Die ganze
Aktion wird sich lohnen.
Morgan studierte die Bahnverhltnisse der Vereinigten Staaten und entschlo sich, zuerst die Albany- und Susquehanna-Bahn
an sich zu reien, da sie am ehesten Zins einbringen konnten. Als
der Kampf zwischen den verschiedenen Gesellschaften am heftigsten tobte, kaufte er unter der Hand Aktien zu billigem Preise von
den verngstigten Kleinaktionren zusammen und sandte dann
Botschaft um Botschaft nach Washington, bis endlich die Regierung gehorsam eingriff und dem Banditenunwesen ein Ende
machte zu Gunsten von J. P. Morgan, zu Lasten des Landes, das
die Kosten des militrischen Eingreifens tragen mute.
Die Mnzen wurden bei Edelmetallhndlern nach dem gewhnlichen Goldkurs mit einem kleinen Zuschlag gekauft. Wohl merkten
die Goldwarenhndler etwas; aber es gelang doch, zwei Millionen
auf diese Weise ohne Preiserhhung zusammenzubringen. Dann
wurde das Gold aus dem Verkehr zurckgehalten, und fast sofort
Dann mute das Eisenbahnwesen saniert werden. Was heit
Sanierung irgendeines Geschftszweiges in der Zinswirtschaft (Kapitalismus)? Nichts anderes als die Ausschaltung des Wettbewerbes (der Konkurrenz), damit der Ertrag des Kapitals (des Zinstragenden) nicht gesenkt und damit die kapitalistische Ausbeutung
nicht vermindert werde. So kam auch am 8. Januar 1889 eine Versammlung der Eisenbahnmagnaten zusammen, um die Eisenbahnen zu sanieren, d.h. um es dem flssigen Gelde zu verunmglichen, neue Konkurrenzlinien zu erstellen.
Dieses groe Geschft begrndete Morgans Ruf als Finanzgenie. Er bezog ein wei-marmorenes Bankgebude Ecke Broadway und Wallstreet gegenber der Effektenbrse (StockExchange), das noch heute den Namen J. P. Morgan & Co. in
goldenen Buchstaben zeigt. Seine Wohnung hatte er nach wie
vor in einem prchtigen Hause Madison Avenue Nr. 227, wo auch
sein Sohn heute noch wohnt. Hier stand allmorgendlich die Equipage punkt halb neun bereit, die ihn nach der Wallstreet brachte,
und noch Jahrzehnte spter blieb er beim Pferdegespann, als alle
anderen Brsenknige lngst in Autos zu ihren Geschften fuhren.
Morgan fhrte den Vorsitz. Dank einem stenographischen Bericht ber die Verhandlungen, dessen man spter habhaft werden
konnte, ist das Werk jener Versammlung bekannt geworden. Der
Name der Organisation sollte sein: Interstate Commerce Railway
Association, ihr wesentlicher Zweck also das Aufhren der Konkurrenz unter ihren Mitgliedern. Aber wie sollte irgendein Geldgeber verhindert werden, mit den bestehenden Bahnen in Wettbewerb zu treten?
Hier fhrte er auch seine zweite Gattin heim, die Tochter des
angesehenen New Yorker Richters Tracey. Im Jahre 1867 wurde
sein einziger Sohn geboren, ebenfalls John Pierpont getauft, der
heutige J. P. Morgan.
Es gab hier nur e i n e Macht: die Macht des s t r e i k e n d e n G e l d e s und der s t r e i k e n d e n
Ba nk e n. Auch hier zeigte sich wieder die bermacht des Geldes und
des Geldgebers ber den Unternehmer. Denn wre irgendeiner der
anwesenden Unternehmer geneigt gewesen, dem vorbereiteten
Programm zu widersprechen, so wurde ihm die Strafe sofort klar
vor Augen gefhrt indem M o r g a n verkndete:
Folgen der Geldverknappung 18731893
Eines der schlimmsten Gesetze, das jemals in den Vereinigten
Staaten in Kraft trat, war die Ausschaltung des Silbers als Whrungsmetall am 12. Februar 1873. Erst nach der Annahme merkte
man die verheerenden Folgen dieses Beschlusses: Gold war damals zur Bewltigung des Warenumsatzes nicht in hinreichender
Menge vorhanden, denn die Goldgruben waren erschpft und neue
sollten erst 1893 in Clondyke gefunden werden. Die Verhltnisse
glichen also denen von 192933. Infolge des Geldmangels, den
man so durch die Ausschaltung des Silbers knstlich verstrkt
hatte, fehlte die Nachfrage auf den Waren- und Aktienmrkten und
die Preise begannen zu sinken: das war der Beginn der allgemeinen Wirtschaftskrise. Die Vertreter des Mittelstandes im
Kongre erhoben die Beschuldigung, da die Ausschaltung des
Silbers durch die Verschwrung der Hochfinanz durchgesetztworden sei; die Kongreberichte jener Jahre sind voll von solchen
Anklagen. Diese Krise dauert fast ununterbrochen bis 1893. 1
Ich bin von den hier vertretenen B a n k h u s e r n zu
der Erklrung ermchtigt, da diese fr den Bau von Parallellinien
oder zur Erweiterung von Linien, d i e v o n u n s n i c h t
g e b i l l i g t w o r d e n s i n d, keine Geschfte mit Wertpapieren machen und auch alles in ihrer Macht Stehende tun werden,
um solche Geschfte zu verhindern. Ich mchte, da dieses deutlich verstanden wird.
Diese Drohung wurde zweifellos verstanden. So ungeheuer
gro auch der Reichtum der anwesenden oder vertretenen Eisenbahnknige war, nicht einer von ihnen oder eine Vereinigung von
ihnen wagte Morgan und seinen Banken Trotz zu bieten. Man wute, was das Wort Kreditsperre bedeutete!
Die Verhltnisse der Bahnen wurden durch diesen allgemeinen
Preisfall derart verschlimmert, da im Verlauf einiger Jahre 423
Gesellschaften mit einem Kapital von 2500 Millionen Dollar in Kon-
Wenn diese bloe Drohung der mchtigen, von Morgan gefhrten Bankiers gengte, um eine Gruppe der Eisenbahndiktatoren der Vereinigten Staaten zu berzeugen oder in Furcht zu
versetzen, was konnte die Bankmacht dann nicht vollbringen, wenn
sie ihre ganze Kraft energisch einem bestimmten Ziele zuwandte?
Keine Regierung konnte dieser Macht des Geldes widerstehen.
Siehe: Die bsen Siebziger- und Achtzigerjahre in F r i t z
Segen und Fluch des Geldes, 2. Aufl., Bern 1931, Band I.
kurs gerieten. In dieser Zeit machte Morgan sein z w e i t e s
groes Geschft. Er entschlo sich, fnf der aussichtsreichsten
Bahnen aufzukaufen. Wieder kauften seine Makler, wie seinerzeit
bei der Albany- und Susquehanna-Bahn, die Aktien dieser Gesellschaften unter der Hand zu niedrigsten Kursen auf. Sobald Morgan
die Mehrheit der Aktien besa, stellte er gerissene Geschftsleute
an die Spitze der Bahndirektionen und opferte groe Summen, um
sie in der Krisenzeit durchzuhalten. Als dann wieder mehr Geld in
den Umlauf kam und sich die Geschftsttigkeit wieder hob,
erwies es sich, da der Gewinn, den Morgan aus dem Volke herausholen konnte, riesig gro war. Morgan galt als der mchtigste
amerikanische Eisenbahnmagnat, o h n e d a e r s e l b e r
je m a ls
E i s enb ahn
g ebau t
woraus wieder klar hervorgeht, da der Geldmann dem Unternehmer berlegen ist.
zubringen. Er konnte die Obligationen sofort mit einem Aufschlag
von ein bis vier Prozent ber dem Kurs verkaufen, den er dem
Staate abliefern mute. Sein Gewinn betrug ber 10 Millionen
Dollar, seine Ttigkeit war die Bearbeitung der ffentlichen Meinung, der man Mitrauen gegen die Industrieaktien und unbedingtes Zutrauen in die gnstige Kursentwicklung der Obligationen
beibringen mute.
Eine Hemmung des Geldumlaufes gengt zu diesem Zwecke.
Man erzeugt damit ein Mitrauen in die knftige Entwicklung der
nicht festverzinslichen Aktien. Diese werden verkauft und im Kurse
gedrckt, sobald man denkt, die Dividende knnte sinken. Der
Zinsfu der Obligationen dagegen ist ja fest und sie werden in solchen Zeiten naturgem sofort besser bezahlt, weil feste Verzinsung gewhrleistet ist. So kann man auch hier eine Schaukel in
Bewegung setzen, die dem Geld einbringt, der sie zu bewegen
wei oder der ihre Bewegung voraussieht. Wir werden spter hren, da vor der Grndung der Bank fr internationalen Zahlungsausgleich erst diese Schaukel in Bewegung gesetzt wurde, bevor
man die Y o u n g - O b l i g a t i o n e n verkaufte.
J. P. Morgan und die Staatsschulden
Es ist etwas vom Allerschlimmsten, da man den Staatsmnnern die Mglichkeit gibt, auf Kosten des Volkes
S c h u l d e n zu machen. Die Anlage von Vermgensteilen in
Staatsanleihen ist bei den Zinsnehmern (Kapitalisten) aus drei
Grnden beliebt: erstens sind diese Anlagen verhltnismig sicher. Zweitens werden sie zu einem festen Zinsfu gegeben, so
da mit dem Schwanken des Zinses in einem Lande auch der
ganze Staatsschuldenbetrag, der festverzinslich ist, ins Schwanken
kommt, im Kurse steigt und fllt. (Dieses Schwanken wre auf die
einfachste Weise zu vermeiden durch die Ausgabe von P a r i t i t e l n, d.h. von Obligationen zu festem Kurs, aber schwankendem Zinsfu. Doch damit wre die Spekulation mit Staatsobligationen unmglich geworden und das wollen die Spekulanten
nicht.) Drittens geben die Staatsschulden den Banken reichliche
Einnahmen, wenn sie gemacht werden. Die Vermittlergebhr und
der Kursgewinn machen Riesenbetrge aus, die den vermittelnden
Banken zuflieen und einen wichtigen Teil ihrer Einnahmen bilden.
Goldwhrung, Staatsanleihen und Morgan
Sobald man das Gold als Geld brauchen will, so mu jedes
Land eine bestimmte Menge davon besitzen, wenn es seine Waren
austauschen will. Um Noten ausgeben zu knnen, soll angeblich
eine Deckung dieser Noten durch Gold ntig sein. In Tat und
Wahrheit ist es aber so, da fr die K a u f k r a f t der Noten
deren umlaufende Menge im Verhltnis zum Warenangebot entscheidend ist und nicht die Golddeckung; gerade so wie fr das,
was man am Tisch in den Teller bekommt, auch nur die Menge der
Teller im Verhltnis zu den vorhandenen Speisen entscheidet und
nicht der S t o f f , aus dem die Teller gemacht sind!
Aus Grnden, die wir weiter vorn schon angedeutet haben,
preist man allen Vlkern die goldenen Teller an wer Gold zu verkaufen hat. Und nicht nur der Goldlieferant, sondern auch der
Hndler mit Gold der Brsenspekulant tritt fr die Goldwhrung ein. Warum?
J. P. Morgan begann, als er Teilhaber der Firma Drexel,
Morgan und Co. geworden war, mit dem Emissionsgeschft, d.h.
also: er verschaffte dem Staate Geld. Eine seiner ersten Unternehmungen in diesem Fache bestand darin, 260 Millionen Dollar auf-
Die Goldwhrung zwingt alle Regierungen zum Ankauf von
Gold. Um dies tun zu knnen, mssen die Regierungen mit Schuldscheinen bezahlen, mit S t a a t s o b l i g a t i o n e n. In die
Schweiz kam z.B. 19141918 fr 402 Millionen Franken Gold und
Silber, woher sich das Anwachsen der Staatsschulden einerseits
und des Notenstandes anderseits zum Teil erklrt.
Vereinigten Staaten jedoch w i e d e r o h n e G o l d. Wohin
war das Gold gekommen, das die Regierung kurze Zeit vorher zu
Wucherpreisen erworben hatte? Die Berichte der groen Bankhuser gaben die Antwort. Gegen Ende Januar 1895 besaen 26
Bankhuser der Stadt New York in ihren Gewlben einen Schatz
von 65 Millionen Dollar in Gold. Gleich darauf belief sich die Summe auf 129 Millionen Dollar. Die Regierung war machtlos; man erzhlte, da Prsident C l e v e l a n d gesagt habe: D i e B a n k e n h a b e n d a s L a n d b e i d e r G u r g e l g ep a c k t.
Doch nicht genug damit: den Notenbanken werden diese
angeblich notwendigen Deckungsreserven e n t z o g e n , s o bald
z u g es c h o b e n , s o b a l d i h r e K a u f k r a f t s i n k t . Dafr
nur ein krasses Beispiel:
Worin bestand die Not des Landes? Den Notenbanken fehlte
die Deckung, auf die gesttzt angeblich allein Noten ausgegeben
werden drfen!
Von 19141921 sank in der Schweiz die Kaufkraft des Goldes
und des Silbers auf ungefhr 45, wenn man die Vorkriegskaufkraft
mit 100 bezeichnet. Damals flossen zu den 194 Millionen Edelmetall von 1913 weitere 473 Millionen Franken hinzu, so da der
Edelmetallschatz 1921 bis auf 667 Millionen Franken gestiegen
war. Dann aber zeigte es sich, da erstens infolge der
En tw er tung
S i l b e r s ein Schaden von 120
Millionen Franken entstanden war das Silber mute um einen
ganz gehrigen Betrag abgeschrieben werden. Zweitens zeigte der
Bankausweis vom 23. August 1926, da von 1921, also vom Zeitpunkte an, wo das Gold seine Kaufkraft beinahe verdoppelte, der
Metallschatz der Schweizerischen Nationalbank schon wieder um
158 Millionen Franken abgenommen hatte und nur noch 509 Millionen Franken betrug. An dieser Verminderung hatte das Gold
den Lwenanteil mit 120 Millionen.
Aber im geeigneten Augenblick trat ein Syndikat von Bankiers
ffentlich auf und bot der Regierung gromtig an, sie g e g e n
S t a a t s o b l i g a t i o n e n mit Gold zu versehen. An der
Spitze dieses Syndikats stand J. P. M o r g a n. Cleveland bergab ihm die 62 Millionen Dollar vierprozentiger Obligationen zum
Preise von 104; das Syndikat verkaufte sie sofort wieder zu 118,
119 und 120 und erzielte dabei einen Gewinn von ungefhr 18
Kaum war die Golddeckung durch die Obligationenausgabe
von 62 Millionen Dollar erhht, so wurde sie durch die Bankiers
schnell wieder weggeholt. Gegen Ende des Jahres 1895 verbreiteten sich Gerchte, da eine neue Obligationenausgabe im Gange
sei. Diese Gerchte wurden durch den Erla eines persnlichen
Rundschreibens von J. Pierpont Morgan besttigt, das seine Absicht kundtat, ein Syndikat zu bilden, um die erwartete weitere
Ausgabe von 200 Millionen Dollar Regierungsobligationen zu bernehmen. Morgan und seine Teilhaber sahen einen Gewinn von 20
Millionen Dollar voraus. Augenscheinlich wute Morgan genau,
wieviel die Regierung aufzunehmen beabsichtigte; als die Regierung ihren Aufruf erlie, entsprachen die Bedingungen denen
des Zirkulars, das Morgan eine Woche vorher ausgegeben hatte.
Da folgte eine so allgemeine Emprung, da Cleveland und sein
Kabinett gezwungen waren, das Morgan-Syndikat preiszugeben
und die neue Anleihe mit einer Ersparnis von 20 Millionen Dollar
fr den Staatsschatz auf den a l l g e m e i n e n Markt zu
Bevor die Brsenwelt das Gold also billig macht, schiebt sie es
den Staatsregierungen zu. Wenn es billig i s t , nimmt man es ihnen wieder ab. Wenn es teuer ist, mssen es die Vlker wieder
kaufen um die Whrung aufrecht zu erhalten. Das ist das System
der Goldwhrung und eine Hauptursache der S t a a t s a n l e i h e n und der S t a a t s s c h u l d e n. Durch die Goldwhrung
kommen die Staaten in die Schulden hinein, sie wissen nicht wie;
die Parteien schieben einander die Schuld zu. Und kaufen die
Notenbanken und die Regierungen k e i n Gold, so sind sie nicht
imstande, nach den Gesetzen der Goldwhrung die Wirtschaft mit
Geld zu versorgen die Krise ist da!
Wie arbeitete nun Morgan in den Vereinigten Staaten?
Im Jahre 1894 war die Regierung dazu gebracht worden, den
Brsianern zwei Obligationenausgaben von je 50 Mill. Dollar zu
bertragen. Der Gewinn erreichte, wie man schtzte, dabei wieder
mehr als 10 Millionen. Im Jahr 1895 war der Staatsschatz der
Als damals Morgan die neue 200-Millionen-Dollar-Anleihe in
seine Gewalt zu bekommen suchte, fragte ihn ein befreundeter
Bankier, ob er nicht einiges ber die Plne des Syndikats erfahren
knne, ehe er sich beteilige. Kann Ihnen nichts Nheres
mitteilen, soll Morgan geantwortet haben. Wenn Sie Geld machen wollen und das Geld haben, beteiligen Sie sich. Wenn nicht,
ein, und dadurch wurden in den westlichen Staaten Millionen von
Arbeitern verdienstlos und wandten sich nun in voller Verzweiflung den ackerbautreibenden Prriegegenden und dem Osten zu.
Es entstand ein heilloser Wirrwarr. Die Folge war eine allgemeine
Gedrcktheit.
Die oben erwhnten 20 Millionen Dollar stellten die Summe
dar, die die Regierung sparte, weil sie den Obligationenhandel ausnahmsweise o h n e das vermittelnde Verfahren der Banken ausfhrte. In allen Lndern ohne Ausnahme wird jede Anleihe durch
die Banken besorgt!
Jowa als ackerbautreibender Staat besa zwar genug Lebensmittel, die man aber gar nicht oder blo noch zu Schleuderpreisen
verkaufen konnte, und dies hatte eine allgemeine Entwertung des
Grundeigentums zur Folge. Das Gold wurde versteckt; nur Silber
und Banknoten zirkulierten noch, und auch diese wurden mit der
Zeit immer seltener. Man mute zum Tauschhandel greifen. Da
man gar keine Garantie mehr hatte, die Erzeugnisse auch fr Geld
loszuwerden, trat allgemeine Energielosigkeit ein. Die in diesem
Lande so notwendigen warmen Kleider waren zwar spottwohlfeil;
aber ohne klingende Mnze konnte man sie schlielich doch nicht
kaufen. Fettes Rindvieh und mittelgroe Schweine brachten noch
ein wenig Geld ein. Bei dem elenden Zustand der Zune aber brachen die Tiere aus und kehrten nicht mehr zurck. Ein Nachbar beschuldigte den andern des Diebstahls, und bsen Worten folgten
Ttlichkeiten. Auch die Politik spielte eine groe Rolle, und man
kannegieerte mit einer Erbitterung ohnegleichen. Statt blo mit
dem Revolver in der Hosentasche, spazierten die Leute nun ganz
ohne Scheu mit geladenen Schrotflinten umher.
So haben z.B. vom August 1914 bis im April 1923 Bund und
Bundesbahnen der Schweiz 16 Anleihen im Betrage von 1960
Millionen Franken aufnehmen mssen. Aber nur 1840 Millionen
M i l l i o n e n blieb bei den Banken kleben, als K o m m i s s i o n s g e b h r und als K u r s g e w i n n fr die
Zeichner. Verzinst und zurckbezahlt mu diese Summe aber
trotzdem werden, und zwar durch das Schweizervolk. Auf je 100
geliehene Franken macht das 6 Fr. aus.
Morgan und der spanisch-amerikanische Krieg
E i n H a u p t z w e c k d e s K r i e g e s m i t S p a n i e n ,
den vielen Arbeitslosen Verdienst zu verschaffen
und durch Lieferungen aller Art an die Armee
d e r I n d u s t r i e a u f z u h e l f e n , w u r d e e r r e i c h t . 2
Nach diesen Erfolgen auf privatwirtschaftlichem Gebiete versuchte Morgan, sich weiter als politischer Bankier zu bettigen.
Dazu bot sich bald Gelegenheit im Jahre 1895. Die Geschichte der
Panik dieses Jahres erinnert stark an die Ereignisse im Sommer
und Herbst 1931 in Deutschland und England. Nach dem ShermanGesetz von 1890 war der Schatzsekretr verpflichtet, monatlich
4 Millionen Unzen (1 Unze = 31,14 gr) Silber anzukaufen und dafr Schatznoten abzugeben, die er wieder in Silber oder Gold einlsen mute. Dieses Gesetz wurde 1893 wieder aufgehoben. Die
Folge war wieder eine Geldverknappung, genau wie 1873. Montana Warn, ein unter diesem Decknamen schreibender Ostschweizer,
berichtet ber die Folgen dieser Geldverminderung (in seinen vom
Verein fr Verbreitung guter Schriften 1908 herausgegebenen
Lebenserinnerungen):
Wenn Montana Warn hier die Behauptung aufstellt, da der
Krieg gegen Spanien zur Hauptsache begonnen wurde, weil man
die Arbeitslosen auf die Philippinen abschieben und sie dort den
Spaniern, dem gelben Fieber und den verdorbenen Konserven ihres Vaterlandes aussetzen wollte was nur wenige berlebten,
man lese in E r w i n R o s e n s deutschem Lausbub in Amerika die bezglichen Abschnitte! so kommt das einem doch fast
unglaublich vor.
Aber unser Landsmann hat einen Zeugen erhalten in A . B .
F a r q u h a r, dem bekannten amerikanischen Groindustriellen.
Er schreibt,3 da Kongremitglieder zu Cleveland gekommen seien
Die Wirkung der Aufhebung des Sherman-Gesetzes war unheilvoll. Sofort stellten die allermeisten Silberwerke den Betrieb
Von uns gesperrt!
A . B . F a r q u h a r: Die erste Million die schwerste. Leipzig 1927. S. 250.
und ihm erklrten, die Lage werde unertrglich und man
m s s e den Krieg haben. Darauf antwortete der Prsident, da
die Insel Cuba fr 150 Mill. Dollar zu kaufen wre und ein Krieg
wrde weit mehr kosten und uns wieder eine lange Liste von Pensionsbeziehern bescheren. Er sei standhaft geblieben. Dann
wurde aber die Maine im Hafen von Havanna zerstrt. Die
Spanier behaupteten, daran ganz unschuldig zu sein, und auch
Farquhar lt durchblicken, da weder er, noch McKinley, noch
Cleveland an die Schuld Spaniens glaubten trotzdem war es
unmglich, dem Rufe nach Krieg zu widerstehen.
Am nchsten Morgen erbat sich Morgan dringend eine Konferenz bei Cleveland; sie wurde gewhrt. Wiederum blieb der Prsident unerbittlich. Da beugte sich J. P. Morgan in seinem Sessel
vor und sagte: Herr Prsident, es sind nur noch 9 Millionen Dollar
in der Schatzkammer, und es ist ein Scheck von mir ber 12
Millionen unterwegs . . .
Leichenbla sa Cleveland da. In der gleichen Stunde nahm
er einen Zwischenkredit von 65 Millionen Dollar von Morgans Gnaden an weil er glaubte, da die Ehre der Nation mit der Goldeinlsung stehe und falle.
Krise und Krieg gehren ebensogut zusammen wie Krise und
In der Krise verminderte sich der Wirtschaftserfolg der
Vereinigten Staaten, die Zahlungen fr ausgefhrte Waren blieben
aus, weil die Ausfuhr stockte, das Land verarmte wie alle Lnder
in Krisenzeiten. Das Mitrauen nahm zu und damit der Rckruf
von Krediten, damit wiederum der Abflu des Goldes nach Europa.
Das Schatzamt wurde mehr und mehr um die Auslieferung von
Gold bestrmt und man sah den Augenblick herannahen, wo die
Goldvorrte des amerikanischen Schatzamtes erschpft sein
wrden. Binnen 10 Wochen waren ihm gegen 100 Millionen Dollar
in Gold entzogen worden. Prsident Cleveland wollte sich an das
Volk wenden, um eine Goldanleihe aufzunehmen. Mit verbissener
Zhigkeit hintertrieb Morgan durch eine kluge Agitation das Zustandekommen des Planes. Gleichzeitig verkaufte er aber in London Wertpapiere gegen Gold und lie dieses in seine Banken nach
New York bringen. Im Inland schrnkte er alle seine Unternehmungen aufs uerste ein, nur um Kopf und Geld frei zu haben.
Morgan, der unvergleichliche Fhrer der Industrie
Nachdem durch die Goldwhrung der Boden vorbereitet
worden war, setzte 1898 eine Bewegung zur Z u s a m m e n f a s s u n g des Besitzes an Eisenbahnlinien, Industriezweigen,
gemeinntigen Betrieben und Bergwerken ein. Die T r u s t p e r i o d e kam nun, weil die V o r a u s s e t z u n g da war
die G o l d w h r u n g, der G o l d t r u s t. Nach einem fast
dreiigjhrigen Kampf in den Gerichtshfen und auf dem Tummelplatz der Politik und Industrie sah sich der Mittelstand immer neu
betrogen und ausgeraubt. Beim Aufbau des Trustwesens war
J. Pierpont Morgan einer der ersten.
Die wichtigste aller Gesellschaften im Kohlengebiet von Pennsylvanien war die Pennsylvania-Kohlengesellschaft. Whrend sie
ihren Arbeitern elende Lhne zahlte, hatte sie jahrelang 16% Dividende von einem Kapital von 5 Millionen Dollar eingeheimst. Sie
besa Reserven im Betrag von 10 Millionen Dollar.
Als nur noch 9 Millionen Dollar im Schatzamt waren die letzte Deckung der amerikanischen Staatsnoten! reiste Morgan
nach New York, um mit seinem Opfer Cleveland zu verhandeln.
Aber schon auf dem Bahnhof wurde ihm durch einen Gesandten
des Prsidenten bedeutet, dieser wnsche ihn nicht zu sprechen,
sondern er werde sich an das Volk wenden.
Hier war eine herrliche Gelegenheit fr Morgan! Sobald er
sich mit den lockenden Tatsachen bekannt gemacht hatte, war ein
Feldzugsplan rasch entworfen. Er schickte Agenten aus, um das
nordstliche Gebiet von Pennsylvania zu durchsuchen, mit dem
Befehl, fr Aktien der Pennsylvania-Kohlengesellschaft jeden geforderten Preis zu zahlen. Unauffllig gingen diese geheimen
Abgesandten ihrer Aufgabe nach. Monatelang durchreisten sie
Pennsylvanien und erlangten schlielich genug Aktien, um
Morgans Herrschaft sicherzustellen; fr diese Aktien war ein
Durchschnittspreis von 532 Dollar fr das Stck gezahlt worden.
Darauf ging Morgan in sein Hotel und fllte dort einen Scheck
auf 12 Millionen Dollar aus soviel hatte er vom Schatzamt zu
fordern. Den Scheck sandte er an seine New Yorker Filiale mit der
Weisung, ihn am folgenden Morgen dem Schatzsekretr zur Zahlung einzureichen demselben Schatzsekretr, der noch bare 9
Millionen Dollar zur Verfgung hatte!
Was tat dann Morgan? Er verkaufte die Aktien mit gewaltigem
Gewinn an die E r i e - E i s e n b a h n g e s e l l s c h a f t f r
3 2 M i l l i o n e n D o l l a r. Aber wer beherrschte die ErieEisenbahn? J . P i e r p o n t
M o r g a n ! Als Privatperson
kaufte er die Kohlenaktien, und dann bestimmte er als H e r r s c h e r b e r d i e E r i e - B a h n, was ihm diese fr seine Aktien bezahlen sollte!
sichtige, eigene Eisenbahnen von Pittsburg nach den groen Seen
im Westen und im Osten bis zum Atlantischen Ozean zu bauen; er
schickte schon Vermessungsbeamte zur Absteckung der Strecke
Die Wirkung auf Morgan war zuerst niederschmetternd. Carnegie konnte seine Drohungen ausfhren; darin lag die Gefahr.
Htte Morgan mit der Regierung der Vereinigten Staaten zu tun
gehabt, so wrde er sich ber Drohungen, die er, wie er wute, ruhig bersehen konnte, nicht beunruhigt haben, aber im Kampf mit
Carnegie stand er einem Magnaten gegenber, dessen Macht er
mit gutem Grunde zu frchten hatte. Wie konnte Carnegie von seinem verhngnisvollen Plan abgebracht oder an seiner Ausfhrung
verhindert werden? Einen einzigen Weg gab es ihn aufzukaufen
und einen n o c h grern Trust zu organisieren! D e r
E r w e r b d e r A n l a g e n d e r C a r n e g i e - G es e l l s c h a f t
M orga n-Sy ndik at
Die Kritik, so bemerkte die Industriekommission mit der
allen solchen amtlichen Berichten eigenen zarten Zurckhaltung,
hat dieses Verfahren mit der Begrndung angegriffen, da der
von der ErieEisenbahn an Morgan gezahlte Preis b e r tr i eb en
h o c h war. Zeugenaussagen vor der Industriekommission weisen darauf hin, da dies in der Tat der hchste
Preis war, der in der Geschichte des Geschftslebens fr solchen
Besitz gezahlt worden ist. Was diese Kommission so matt und
liebenswrdig als Kritik bezeichnete, war in Wirklichkeit ein allgemeiner Sturm des Unwillens ber die Khnheit, mit der Morgan
Millionen Dollar an sogenanntem Gewinn gelassen sich selbst
zuwies. ber diese Art der Geschftsfhrung und verschiedenes
hnliches beruhigte sich die Industriekommission mit folgender
Erklrung: Die Mglichkeit betrgerischen Gewinns ist unter
diesen Umstnden ungeheuer gro. Die von Morgan bei diesem
Geschft eingesteckte Summe konnte nie genau in Erfahrung gebracht werden. Die Industriekommission gab sich mit der Erklrung zufrieden: Welche Hhe der Gewinn des Bankiers erreichte,
wurde durch die Zeugenaussagen vor der Kommission n i c h t
Morgan konnte die erworbenen Aktien zum Marktpreis von ungefhr 50 verkaufen. Bis zum Oktober 1902 hatten Morgan und
seine direkten Teilhaber im Syndikat schon 40 Millionen Dollar an
Gewinn verteilt. Von wem kam dieser durch das Wucherspiel mit
Aktien erlangte Gewinn? V o n
Geldanleger des Mittelstandes aus allen Teilen
d e r W e l t. Angelockt durch die glnzend abgefaten Prospekte
des neuen Stahltrusts und ganz davon berzeugt, da das dabei
angelegte Geld g r o e D i v i d e n d e n bringen und da
die Aktien im Preise weiter steigen wrden, rissen sie sich buchstblich darum. Nachdem dieses Geschft von den beiden Herren
erschpfend betrieben worden war, wurde der Preis gewhnlicher
Aktien allmhlich heruntergebracht, bis er im Jahre 1904 von 50
auf 8 Dollar gesunken war. Scharen von Geldanlegern des Mittelstandes waren ruiniert; die Brsenhechte hatten ihr Geld in die
eigene Tasche bertragen. D i e s e s V e r f a h r e n w u r d e
mehreremale
w i e d e rh o l t. Wenn die kleinen Leute sich von ihren Aktien bei niedrigen
Preisen trennten, pflegten die Magnaten sie zurckzukaufen, und
wenn sie dann eine Dividendenerklrung verffentlicht und rosige
Berichte ber das Stahlgeschft verbreitet hatten, wodurch die Aktien wieder in die Hhe getrieben wurden, verkauften sie diese
wieder mit ungeheuer groem Gewinn. Durch dieses Verfahren
haben Morgan und die ihm verbndete Gesellschaft Hunderte von
Millionen Dollar gewonnen.
Morgan und die Carnegie
C a r n e g i e s Stahltrust bildete seinerzeit ebenfalls den
Hhepunkt einer Organisation. Durch den Besitz groer Eisenlager
und die Herrschaft ber Eisenbahnen machte er beinahe alle Konkurrenten, die er hatte, zu Nullen.
Der Brcken- und Rhrentrust dagegen, der zum groen Teil
M o r g a n gehrte, ging nun mit dem Plan um, gewisse Halbfabrikate, die bisher die Carnegie-Werke geliefert hatten, knftig
selbst herzustellen. Diese Nachricht war fr Carnegie eine Kampfansage. Carnegie verbreitete darauf sofort die Nachricht, er beab
hnlich geht es mit den Wertpapieren in allen Lndern.
in den Stahlfabriken beschftigten Arbeiter verkauft, in der Absicht, ihren Widerstand gegenber den Bedingungen, unter denen
sie zu arbeiten gezwungen waren, aufzugeben und sie zu veranlassen, gerade das System zu untersttzen, durch das sie ausgebeutet wurden. Dieses System fhren bekanntlich auch viele Versicherungsgesellschaften durch; etwas hnliches planten seinerzeit
auch andere Unternehmungen.
Wenn man fragt, von wem diese durch Spekulationen gewonnenen Hunderte von Millionen kommen, so ist die Antwort
einfach. V o n d e n S p a r e r n d e r g a n z e n W e l t !
Selbst wenn sich der Mittelstand vorsichtig von den Gefahren
des Geldmarktes fern hlt, so wird sein Geld d o c h von den Banken benutzt, wie wenn es i h r Eigentum wre. So erstaunlich
dies auch scheinen mag, es war und ist ein dem Mittelstande gespielter bitterer Possen. Die Ersparnisse der Gewerbetreibenden
und Kaufleute werden in den Banken angelegt. Diese eingezahlten
Gelder werden dann von den Banken benutzt, um gerade d i e
Klasse zu vernichten, der sie gehren. Das ist die widersinnige
Lage, die der Mittelstand sich nicht klar macht. Die Brsenherren
beherrschen die Banken; diese ihrerseits spekulieren mit dem Geld
der kleinen Sparer, wobei ihnen die Verluste aufgehalst werden,
whrend die Gewinne den Groen zufallen, die besser unterrichtet
sind als die kleinen Banken. F r d e r a r t i g e S p e k u l a t i o n s manver haben die Banken immer Geld, whrend
e s f r d i e A n f n g e r i m G e w e r b e o f t f a s t u n m gl i c h i s t , K r e d i t v o n d e n g l e i c h e n B a n k e n z u b ek o m m e n.
Morgan und New York
Mit einem Kostenaufwande von mehr als 22 Millionen Dollar
(bis zum November 1909 gerechnet) hatte die Stadt New York am
Hudson eine Reihe ausgedehnter moderner Landungsbrcken gebaut und die dazu n o t w e n d i g e n A u s l a g e n b e s t r i t t e n. Diese Landungsbrcken wurden an drei Dampfschiffgesellschaften verpachtet, von denen eine von M o r g a n gegrndet wurde. Diese Gesellschaften verschafften sich durch die
Tammany-Verwaltung im Jahre 1904 einen Pachtvertrag so
himmelschreiender Art, da die Stadt nicht genug einnahm, um
auch nur die Zinsen der fr die Landungsbrcken ausgegebenen
Obligationen zu bezahlen. Der N e t t o v e r l u s t fr die Stadt
betrug jhrlich 845 000 Dollar, das waren im Tag 2316 Dollar.
Der Bericht der M e h r h e i t der Untersuchungskommission des Kongresses sagt, da whrend der fnf Jahre nach der
Bildung des Stahltrusts J. P. Morgan fr Grnderdienste, Preissteigerung und Einwechselung der Aktien bei der bertragung der
Bundes-Stahlgesellschaft, der National-Rhrengesellschaft und der
Brckengesellschaft
1 2 3 M i l l i o n e n D o l l a r erhielt und da der ganze Betrag in Papieren und bar, der von der Stahlkorporation und ihren
Hilfsgesellschaften dem Morgan- und andern Syndikaten fr hnliche Dinge zugewandt wurde, sich auf 1 6 0 M i l l i o n e n
D o l l a r oder auf annhernd 50 Prozent des wirklichen Wertes
aller ihrer Betriebsanlagen und Besitztmer zusammen belief.
Und whrend Morgans Gesellschaft aus diesem Geschft
Nutzen zog, zahlte er jhrlich 20 000 Dollar an das stdtische Untersuchungsbureau, damit k l e i n e D i e b e r e i e n untersucht und bestraft wrden!
Auf die Einwohner einer Stadt mit 100 000 Einwohnern verteilt, wrde diese Summe 8000 Fr. fr jeden Einwohner ausgemacht haben. Dies als Erluterung fr den uns fast unverstndlichen Begriff 160 Millionen Dollar.
Bei keiner dieser Berechnungen sind jedoch die groen Summen in Betracht gezogen, die Morgan und seine Verbndeten spter durch ihre Machenschaften auf dem Geldmarkte einheimsten.
Einige von diesen Aktien wurden schlauerweise an einen Teil der
V e r s c h l e p p e n leisten. Ehe aus den Kassen der Standard
ein Dollar Geldstrafe bezahlt wird, wchst Gras auf dem Grabe
dieses Richters, sagte er khl beim Eintreffen der Nachricht.
Aber schwer gereizt war er immerhin, weil er wute, da diese
Verurteilung nur ein Vorspiel war. Weitere Anklagen waren vorbereitet, die Einzelflle gingen in die Tausende und wenn man jeden
Einzelfall mit der hchstmglichen Geldstrafe von 5000 Dollar
bte, so wrden Hunderte von Millionen herauskommen. Ja,
schon wagte man davon zu reden, da man gegen ihn persnlich
seiner Meineide wegen vorgehen und ihn der Beamtenbestechung
anklagen werde: Gefngnis und Zuchthaus drohten!
Morgans schlimmster Streich:
die Wirtschaftskrise von 1907/08
Aus z w e i Grnden fhrte Morgan diese Krise herbei. In
einer Gegend Amerikas, die reich war an Kohlen, Kalk und Eisenerzen und wo billige Arbeiter sich in groer Zahl anboten, war ein
Eisen- und Stahl-Unternehmen entstanden. Dieses Unternehmen
war unabhngig von Morgans Stahltrust und konnte mit ihm leicht
in Wettbewerb treten; so war es ihm ein Dorn im Auge.
Dieses schnell wachsende Unternehmen aber bentigte Leihgeld. Zu diesem Zwecke hinterlegten seine Besitzer Aktien und
erhielten dafr Kredit. Wie das Morgan merkte, war sein Plan
gefat . . .
Das konnte nicht lnger geduldet werden. Die in ihrer Sicherheit bedrohten Mammonarchen traten im Juni 1906 in der
Brodway Nr. 26 zum ernsten Kriegsrate zusammen. D i e R e g i e r u n g h a t t e g e d r o h t , d e r S t a n d a r d - O i l -C o m p a n y 3 0 M i l l i o n e n D o l l a r a b z un e h m e n ; d a f r s o l l t e
s i e u n d m i t i h r d a s g a n z e L a n d b e n ! Das war das
Ergebnis dieser Beratung.
Hinzu kam, da in der gleichen Zeit die sogenannte HeinzeMorse-Thomas-Gruppe ihm auf anderen Gebieten Konkurrenz
machte. Auch dieses Unternehmen mute niedergeknppelt
Die ganze Geschichte dieses Feldzuges zeigt uns mit erschreckender Deutlichkeit, wie weitsichtig und umfassend solche Spekulationen eingeleitet und durchgefhrt werden.
Es war nicht mglich, diese Gruppen zu erledigen durch Niederhalten der Preise fr die Waren, welche Morgan und seine
Gegner dem amerikanischen Volke lieferten; wenn Morgan das
versucht htte, so wre es fr seine Konkurrenten ein Leichtes gewesen, mit den Preisen ebenfalls herunterzugehen. Und zwar aus
dem einfachen Grunde, weil auch die Erzeugnisse seiner Gegner
sozusagen aus dem N i c h t s hervorgingen: es waren Geschenke des Bodens, wie Kupfer, Eisen und Kohlen. Durch das absichtliche Niederhalten der Preise htte Morgan nur dem amerikanischen Volke ein Geschenk gemacht. Nicht von der Warenseite her, sondern von der G e l d s e i t e aus mute die Konkurrenz vernichtet werden.
Rockefeller und Morgan fanden es fr vorsichtiger, ihre Arbeit
nicht in New York anzufangen. Sie begannen mit dem Rckzug des
Geldes und damit der Einschnrung des Kredites fr alle Unternehmungen in L o n d o n, indem sie dort 1 2 5 M i l l i o n e n
Dollar in Gold abhoben und nach New York
v e r b r a c h t e n.
In welchem Mae damals Gold aus den andern Lndern nach
den Vereinigten Staaten gezogen wurde, zeigt die Tatsache, da
diese im Jahr 1906 58 Millionen, 1907 63 Millionen und 1908 sogar 76 Millionen Gold mehr e i n - als ausfhrten, whrend 1900
1905 ein A u s f u h r berschu von 11 Millionen Dollar ausgewiesen ist!
War schon das erste ein beinahe gengender Grund fr eine
Krise, so kam noch dazu, da um die gleiche Zeit R o c k e f e l l e r mit seiner Standard-Oil-Company ber den Prsident
R o o s e v e l t sehr erbost war. Unter dessen Leitung war planmig gegen die Trusts vorgegangen worden, und zwar mit sehr
hohen Geldstrafen fr jeden einzelnen Fall der Gesetzesverletzung.
Am berhmtesten wurde der Chicagoer-Proze gegen die Standard-Oil-Company von Rockefeller, in dem die Company zu einer
Geldstrafe von 29 240 000 Dollar, also rund 150 Millionen Franken
verurteilt wurde. Rockefeller hat sich zwar nicht darber aufgeregt. Er kennt seine Macht und wei, was seine Anwlte im
Welche Folgen hatte der Rckzug von 125 Millionen Dollar aus
London fr die englische Volkswirtschaft? Auf jede
Verminderung des Goldbestandes der Notenbanken mssen diese
zwangslufig bis zum zweieinhalbfachen Betrag in Noten einziehen. So hatte der Rckzug der 125 Morganschen Millionen aus
der Bank von England zur Folge, da viele englische Kredite
schroff gekndigt und neue verweigert werden muten. Der Angstzins der englischen Unternehmer stieg auf nie gesehene Hhe.
Kaufleute wurden zu Tausenden ruiniert und Zehntausende von
Arbeitern wurden arbeitslos.
wieder in Umlauf, aber diesmal so, da dessen Hauptmasse v o r
dem zum Krache bestimmten 22. August 1907 wieder bei Morgan
zur R c k z a h l u n g fllig wurde. Sobald dieses Geld eingelaufen war, w u r d e
a m er i k a ni s c hen
Sc hat za mt
z u r c k g e g e b e n. Es waren 260
Millionen Dollar. Arglos, wie staatliche mter oft sind, wurden die
Noten zurckgenommen und konnten nicht wieder in den Verkehr
a m er i ka ni sc h e Staa t h at, so w en i g w ie ei n
e u r o p i s c h e r, das Recht, das Volk mit dem wichtigsten
Verkehrsmittel, mit Geld, s e l b e r zu versorgen.
Nachdem E n g l a n d diese Geldklemme hatte, galt die
dortige Krediteinschrnkung als gengende Entschuldigung fr
eine solche in den Vereinigten Staaten und die Kreditgeber
schritten hier sofort dazu, ihre Darlehen zurckzuziehen und alle
weitern Kredite einzustellen. Wir kennen seit dem Sommer 1931
diese Goldverknappungen und ihre Folgen.
Wie harmlos einige z n f t i g e N a t i o n a l k o n o m e n auf den H o c h s c h u l e n diesen Dingen gegenberstehen, zeigt der Einwand eines Dr. rer. pol., da die Krise von
1907 doch nicht von Morgan aus kommen knne, da sie ja in London ihren Ausgangspunkt genommen htte und nicht in New York!
Es ist bezeichnend fr die unpraktische Art vieler europischer
Volkswirtschaftsprofessoren, da ber die hier vorliegenden,
gerichtlich und in den Kongreverhandlungen bekannt gewordenen Tatsachen noch kein Werk eines Hochschuldozenten Auskunft
gibt. Ohne die Arbeit von Privatgelehrten wren wir noch heute
ber die Ursachen der Krise von 1907/08 im Unklaren! Man versteht dies allerdings, wenn man vernimmt, wie z.B. die Hochschulen und die Kirchen Europas direkt und indirekt durch Rockefeller und Morgan untersttzt werden.
Um diese Noten ausgeben zu knnen, hatten Morgans Banken
seinerzeit Staatspapiere hinterlegen mssen. Diese bekamen sie
wieder, als sie die Noten zurckbrachten. Selbstredend wurden sie
auch noch gegen b a r an der Brse verkauft und der Erls dafr
somit ebenfalls dem Verkehr entzogen! So hatte man 260
Millionen Dollar dem Schatzamt zurckzugeben, fr 260 Millionen
Dollar Staatspapiere erhalten, diese verkauft und den Erls von
260 Millionen Dollar behielt man ebenfalls zurck. Das machte
eine Verminderung des umlaufenden Geldes von zusammen 520
Millionen. Auerdem hatten Morgans Banken noch 40 Millionen
Dollar ausgeliehen, die auch unmittelbar vor dem 22. August fllig
wurden. So hatte die City-Banks of New York auf den 22. August
1907 insgesamt 1 3 6 0 M i l l i o n e n D o l l a r oder 7044,8
Millionen Franken aus dem Verkehr verschwinden lassen. Der
g e s a m t e Geldbestand der Vereinigten Staaten wird fr 1907
von S t u c k i 4 mit 9998 Millionen Franken angegeben.
Wie fhrte Morgan in den Vereinigten Staaten jetzt den Geldrckzug durch? Darber machte Senator L a F o l e t t e , dessen
Vater ein gebrtiger Schweizer aus Dzaley war, folgende
Angaben: Morgan und die Standard-Oil-Company beherrschten die
City-Banks of New York. Vor der Kreditsperre in London hatten die
amerikanischen Notenbanken sehr viel Noten ausgegeben, bis zum
22. August 1907 tglich durchschnittlich 1,3 Millionen Dollar, und
die Morgan-Banken lieferten hierzu einen greren Betrag als irgend eine andere Bankgruppe. Vor dem 22. August 1907 hatten
die Morgan-Banken zudem einen auergewhnlich hohen Zinsfu
bezahlt. Dadurch war es ihnen gelungen, die Gelder der brigen
Banken anzulocken! Morgans Banken hatten am 22. August 1907
800 Millionen Dollar fremde Gelder in Verwahrung und von dieser
Summe gehrten nicht weniger als 200 Millionen Dollar zu den
unantastbaren Reserven anderer B a n k e n. Morgan besa
also die Bargeldmittel seiner Konkurrenten.
So vorbereitet konnte Morgan ruhig mit der Uhr in der Hand
die Stunde des Kraches erwarten. Natrlich hatte er alles, was er
an Aktien besa, vor dem 22. August ebenfalls zu hohen Preisen
gegen Bargeld verkauft. Diese hohen Preise hatte er durch die vorhergehende, oben geschilderte groe Geldvermehrung s e l b e r
herbeigefhrt, und gerade diese groe Geldausgabe hatte die Spekulation begnstigt und die Preise gesteigert.
Morgan hatte die Klugheit besessen, auch noch d i e
P r e s s e zu seinen Zwecken zu bentzen. Er hat d i e
K r i s e v o r a u s g e s a g t und als dann an jenem 22. August wirklich Zahlungseinstellungen von Gesellschaften eintraten,
die wohl eigens gegrndet wurden, um B a n k e r o t t und Eindruck zu machen, da halfen Presse und Publikum getreulich mit:
Wahrscheinlich gab er ihnen dafr Schuldscheine (Wechsel),
die alle erst nach dem 22. August fllig waren. Bis zu diesem Datum hatte er also freie Verfgung ber dieses Geld. Er setzte es
Nationalkonomie, Bern, 1909.
der bliche B a n k e n s t u r m setzte ein. Die andern Banken
wollten jetzt ihre Gelder aus Morgans Banken zurckbekommen.
Doch die Morgan-Banken weigerten sich,
diese Gelder zurckzugeben solange die
Panik anhalte dieselbe Panik, die sie
gerade durch das Zurckhalten des Geldes
v e r u r s a c h t h a t t e n ! Eine Bank in Indiana hatte z.B. eine
groe Summe in Schecks an eine Morgan-Bank zum Einzug geschickt. Die Bank erhob auch das Geld, weigerte sich aber, es der
Bank in Indiana auszuzahlen! Eine ganze Reihe solcher Geschichten wurden erzhlt.
Begrndung, da sie Verschwrungen gegen
das Antitrust-Gesetz darstellten!
Durch die Krise und ihre Folgen wurde das g a n z e amerikanische Volk gegen seinen Prsidenten gehetzt. Morgan sandte
ihm zwei seiner Direktoren nach Washington und drohte ihm mit
einer Panik. E s w e r d e k e i n e B a n k i n g a n z A m e rika geben, die sie nicht zwingen wrden,
i h r e Z a h l u n g e n e i n z u s t e l l e n. Der Prsident mute
gehorchen und die Majestt des Staates und der Gesetze wurde
in den Kot gestampft unter dem goldgepanzerten Fu eines meineidigen Zuchthuslers.
Unter diesen Umstnden war das Schicksal der Konkurrenzfirmen von Morgan besiegelt. Der gegnerische Trust, der, wie wir
anfnglich gehrt haben, Kredit erlangt hatte gegen Hinterlage
seiner Aktien, erhielt natrlich die Kndigung fr diese Kredite,
sobald seine Aktien im Kurs zu sinken begannen u n d
a n d e r e r K r e d i t w a r n i r g e n d s e r h l t i c h. Seine
Aktien gingen zu einem so geringen Kurs an Morgan ber, da
Morgan bei der spter einsetzenden Hochkonjunktur daran 670
Millionen Dollar gewann! Ebenso ging es allen andern Unternehmungen; worauf man frher eine Million Vorschu bereitwillig bekommen hatte, waren bald nur noch 900, dann 800 und endlich nur
noch 700 000 Dollar zu erhalten. Die Folge waren Nachschuforderungen der selbst bedrngten Banken gegenber den Kreditnehmern, die Unmglichkeit, diese Nachschsse zu leisten,
Zwangsverkufe ber Zwangsverkufe und noch rascher sinkende
Kurse. Am schlimmsten ging es der Heinze-Morse-Thomas-Gruppe.
Nicht blo wurde ihr Eigentum sozusagen konfisziert: der Bezirksanwalt der Vereinigten Staaten wurde gegen sie gehetzt. Er zeigte
pltzlich auffallend amtlichen Eifer. Morse wurde vor Gericht gebracht und zu 15 Jahren Gefngnis verurteilt. (13 wurden ihm spter durch Taft geschenkt.)
J e t z t k o n n t e n d i e F i n a n z l e u t e d a r a n g ehen,
gesunkenen Aktien und Anteilscheine der
U n t e r n e h m u n g e n z u s a m m e n z u k a u f e n. Morgans
Agenten mgen damals arbeitsreiche Tage erlebt haben! Morgan
kaufte nachweisbar an einem Tage 100 000 Stck Aktien, d i e e r
zum dreifach hheren Kurs vor 8 Monaten
verkauft hatte!
Als er sich so verschafft hatte, was ihm begehrenswert schien,
trat er als R e t t e r d e s V a t e r l a n d e s hervor und
verkndigte groartig den Wunsch, die Spannung zu lsen.
Morg an-Banken das Re cht zu e iner Notenausgabe von 30 Millionen Dollar in neuen
No t e n e r t e il e n. So wu r d e n d i e Mi t t e l bereitgestellt, um die neue Preissteigerung
d u r c h z u f h r e n. Am 24. Oktober 1907 wurden dann die
ersten Darlehen ausgegeben, und zwar zu einem Zinsfue von 2 0
u n d m e h r P r o z e n t. Fr diese Tat wurde Morgan gepriesen, wie man seinerzeit selbst Washington nicht gerhmt
Und nun fand man es an der Zeit, auf die L a n d e s r e g i e r u n g s e l b s t l o s z u g e h e n. Morgan hatte im Jahre
1904 150 000 Dollar an die Wahlkosten von Roosevelt beigetragen. Man erzhlt sich, da Morgan Roosevelt mit einer weitern
Reihe Bankerotte gedroht htte, bis dieser seine Einwilligung zu
einer Abschwchung des Antitrust-Gesetzes gab. Ja, noch mehr!
Die Gerichtshfe gaben dem Antitrust-Gesetz eine Auslegung, die
sich niemand htte trumen lassen, als das Gesetz gemacht wurde.
Die hochwrdigen Richter fanden nmlich heraus, d i e A r b e i terverbnde seien Trusts, und sie erlieen
So schrieb z.B. Pearsons Magazine: Der s c h l i c h t e
M r . M o r g a n, der frisch von den eintnigen Reden einer
groen Versammlung der b i s c h f l i c h e n K i r c h e in
Richmond kam, wurde pltzlich durch die Gefahr der finanziellen
Lage zu einer Kundgebung von Mut, Strke und persnlichem
Herrschergeiste aufgerttelt, durch welche Chaos und Verzweiflung in Ordnung und Vertrauen verwandelt wurden. (!) Und es
wirkte wie ein Roman, wenn man vergleichend sieht, wie der wa
ckere, verschwiegene Bankier von siebzig Jahren sich aus der
leidenschaftsiosen Gesellschaft von Bischfen und Priestern, deren
Sinn auf religise Ideale gerichtet ist, zurckzieht, um das Kommando ber die leidenschaftlichen, aufeinanderprallenden Geldkrfte von Wallstreet zu bernehmen, die aus bloer Furcht
wahnsinnig geworden waren um der Vorkmpfer und Held derjenigen Elemente zu werden, denen der hchste Zynismus und
Argwohn, die grte Verrterei, List, Grausamkeit, Anmaung und
Feigheit eigen waren.
konnten keine bekommen. Berichte der Wohlttigkeitsorganisationen aller Stdte zeigten, da sie alle von Obdach- und Arbeitslosen berfllt waren. berall herrschte Mangel, und Flle
von Hungertod bei Mnnern, Frauen und Kindern waren hufiger
als die amtlichen Berichte aufzudecken wagten. Die Gefngnisse
waren von Mnnern berfllt, die, von der Arbeit vertrieben, fr
Landstreicher erklrt und verurteilt worden waren. Viele Obdachlose begingen absichtlich irgend eine Gesetzesbertretung, um ins
Gefngnis gesteckt zu werden. Dort bekamen sie wenigstens Obdach und Nahrung. Viele Stdte faten den Plan, die Arbeitslosen
vorsichtig zu v e r t r e i b e n. berall nahmen die Verbrechen zu;
viele Arbeiter, zu uerster Not getrieben, stahlen und wurden natrlich ins Gefngnis befrdert. D i e
Liga der Stadt New York berichtet, da im
Zeitraum von sechs Monaten die Zahl der
z u g e n o mm e n
h a b e. berall herrschte Mangel und Hunger.
Wir entrsten uns heute ber diesen Journalismus. Ob mit
Grund? Wir entnehmen einer Schweizer Zeitung folgende Stelle,
die geschrieben wurde, a l s M o r g a n d e r S c h w e i z z u
entlehnte,
S c h w e i z e r j e v e r l a n g t u n d e r h a l t e n h a t t e n:
Endlich glauben wir noch auf eines hinweisen zu sollen: auf die
Bedeutung der Hauptemissionsstelle, auf M o r g a n & C o. Es
ist das die grte amerikanische Bankgruppe, die mit riesigem Ansehen und fast unerschpflichen Mitteln arbeiten kann. Das bewies
auch die letzte Intervention zugunsten des franzsischen Frankens, die von dieser Bank geleitet wurde. D e n 0 p e r a t i o n e n , d i e M o r g a n v o l l z i e h t , i s t d e r E rf o l g s i c h e r. Es kann fr ein Land wie die Schweiz, das seinen
Kredit pflegen mu, nicht gleichgltig sein, wessen Vertrauen es
geniet, ob einer schwachen oder krftigen Gruppe. U m d a s
Vertrauen Morgans
G r o m a c h t. (Der Bund, Bern.)
Wie es unter der Goldwhrung zwangslufig geschehen mu,
griff die Krise bald auf die andern Lnder ber. Warum das? Die
Erklrung ist die folgende: Was wir an die Amerikaner zu bezahlen
haben, bezahlen wir normalerweise in Wechsel auf Amerika. Diese
Wechsel entstehen so, da die Schweizer Banken die Wechsel
kaufen, die die schweizerischen Ausfuhrhndler auf ihre amerikanischen Kunden oder deren Banken ausstellen. Diese Wechsel
werden nach Amerika geschickt. Nun dauerte es auch 1907 nicht
lange, so fanden die amerikanischen Banken, da sie fr diese
Wechsel in Amerika kein Geld mehr bekommen konnten. Morgan
schlo eben ein, was durch seine Kassen ging und die Folge war,
da die amerikanischen Banken bald keine Wechsel mehr
annehmen wollten. In Europa wurden daher Bankwechsel auf New
York knapp und folglich teuer: d e r W e c h s e l k u r s a u f
N e w Y o r k s t i e g. Die schweizerischen Banken taten daher
gut, G o l d n a c h A m e r i k a z u s e n d e n, statt teure amerikanische Wechsel zu kaufen. S o f l o 1 9 0 7 a u c h d a s
G o l d a u s E u r o p a a b. Die gleiche Erscheinung hatten wir
im Mrz 1924, als der Dollarkurs so hoch stand. Am 21. Mrz 1924
wurde beispielsweise berichtet, da in New York ungefhr 30
Millionen Franken in Gold aus der S c h w e i z angelangt seien.
Ob man uns heute noch um das Vertrauen Morgans beneidet?
Der Erfolg der Wirtschaftskrise von 1907 wird fr Morgans
Banken auf 3 Milliarden Dollar berechnet. Als Nebenerscheinung ging in den Jahren 1907 und 1908 infolge der gewaltigen Arbeitslosigkeit der Reichtum der Vereinigten Staaten um
30 Milliarden Dollar zurck, das ist das Achtfache des damaligen
schweizerischen Volksvermgens.
Die Folge des Goldabflusses aus dem Lande bedeutet u n t e r
d e r G o l d w h r u n g, wie wir bereits gesehen haben, die
Verminderung des N o t e n u m l a u f e s und damit die Wirtschaftskrise im eigenen Lande.
Im Juni 1908 waren nach vorsichtiger Schtzung vielleicht
5 Millionen Arbeiter in den Vereinigten Staaten ohne Arbeit und
Das ist in kurzen Zgen das Bild der Krise vom Jahre 1907,
d i e s e s K u n s t s t c k z u w i e d e r h o l e n. Nur ein Land,
das die Goldwhrung aufgegeben hat, kann sich aus den Schlingen
dieses Wrgengels befreien. Da aber die znftige Nationalkonomie bisher keine vernnftige Geldpolitik aufgestellt hat und die
Lehre vom Geld nur ein Haufen unverstndlicher Phrasen und unentwirrbarer Widersprche war, bis D r . T h . C h r i s t e n in
seinem leider immer noch zu wenig bekannten, epochemachenden
Werke Das Geldwesen ein dynamisches System, (Bern 1915,
III. Aufl. Bern 1932, Fr. 1.50) sie abklrte, so konnte 1914 an die
Stelle der Goldwhrung nichts Vernnftiges treten.
Mit seiner Jacht Corsair fuhr er nach Rom; er wollte nicht
unter Mohammedanern sterben. In der ewigen Stadt erlste der
Tod den sechsundsiebzigjhrigen, nun ganz abgezehrten Mann
nach einem mehrtgigen Todeskampf, am 31. Mrz 1913.
J. P. Morgan der Jngere, geb. 1867
Man sagt, da die Glieder der Familie Motgan im Ablauf dreier
Generationen an Anmut gewonnen haben. J. P. Morgan der ltere
(18731913) war wegen seiner durch Abszesse unfrmlich aufgequollenen Nase die Zielscheibe der Karrikaturisten. Der heute
lebende J. P. Morgan hat noch die riesige Statur des Vaters: er ist
gut sechs Fu hoch und wiegt fast 200 Pfund. uerlich gleicht er
seinem Vater und trgt auch, wie dieser, einen Schnurrbart, aber
gestutzt. Junius endlich, der bisher noch nicht hervorgetreten ist,
ein schlanker, hochaufgeschossener, blonder Mann um die Dreiig, wrde ganz gut in eine Gruppe sportbegeisterter Menschen
J. P. Morgan des lteren Ende
John Pierpont Morgan der ltere, der seine Laufbahn whrend
des Brgerkrieges mit dem Verkauf jener unbrauchbaren Flinten
an die Unionsarmee begann, ist erfolgreich weitergeschritten, bis
er zuletzt als finanzieller Kolo und als einer der tatschlichen
Herrscher des Landes alle andern berragte. Er beherrschte sogar
die Moral vieler andern Leute, warum nicht? wie eine Unterbrechung der Oper Salome bei ihrer ersten Auffhrung im
Metropolitan Opera House zeigt, das er untersttzte. Wo er gab,
gab er grozgig. So lie er, als eine seiner Freundinnen ein Kind
erwartete, gleich eine ganze Entbindungsanstalt bauen.
J. P. Morgan der Jngere zhlt heute auch schon 66 Jahre. Er
besuchte die Hochschule von St. Paul und Harvard und zeichnete
sich, wie man hrt, eigentlich durch nichts aus. Kaum hatte er die
Universitt verlassen, so heiratete er, erst 23 Jahre alt. (Seine Frau
starb 1925 an der Schlafkrankheit.) Nach einer kurzen Lehrzeit bei
seinem Vater wurde er nach London geschickt. Dort ist er noch
verschlossener und unnahbarer geworden; er ist heute einer der
einsamsten Menschen und sein Bekanntenkreis ist selbst unter den
Geschftsfreunden nicht gro. Jeder spricht ber Morgan, aber
niemand kennt ihn; er ist zu einem Mythos geworden. Hinzu
kommt, da sich die Reiselust seines Vaters auch auf ihn vererbt
hat; er weilt hchstens 34 Monate des Jahres in New York. Gerne
lebt er auf seinem Landsitz in der Nhe von London; zwei- oder
dreimal residiert er auch in seinem Hause am Bois de Boulogne;
am liebsten aber kreuzt er mit seiner Jacht die Meere. Die Presse
hat er und weicht Berichterstattern und Photographen aus wo er
kann. Das ist auch verstndlich, denn die Hearstpresse hat ihn jahrelang selten anders als mit Hllenhund der Plutokratie und
anderen hnlichen Namen bezeichnet.
J. P. Morgan ist im Jahr 1913, im Alter von 76 Jahren
verhungert. Es war auf einer Winterreise in gypten, als sich die
Anzeichen einer Magen- und Darmlhmung bemerkbar machten.
Er, der einen Magen gehabt hatte, der Ngel vertragen konnte, der
stets fr zwei a und trank und dreiig bis vierzig schwere Havannas tglich rauchte, konnte pltzlich nichts mehr verdauen.
Schwach und immer schwcher werdend, wollte er in Karnak noch
im Wagen durch die Sulenreihen des Ammon-Tempels fahren.
Man gestattete es ihm nicht, wollte aber die Fahrt in einem Krankenwagen erlauben. Das aber wollte wiederum Morgan nicht,
denn, bemerkte er bitter, wenn Wall Street erfhrt, da sich
Morgan nicht mehr auf den Beinen halten kann, so werden die
Kurse fallen und ich wnsche jetzt keine Baisse.
J. P. Morgan der jetzige ist nicht so aberglubisch wie sein
Vater es gewesen ist, der auf die Schwelle seines Geschftshauses,
23 Wallstreet, einen Drudenfu anbringen lie, der den Teufel und
alle bsen Geister fernhalten sollte. Deshalb scheute er sich auch
nicht, jahrelang mit 12 Mitarbeitern im Bro zu sitzen. Christus
mit den 12 Aposteln, nannte man die Dreizehn. Heute sind es
vierzehn geworden, die mit ihm zusammenarbeiten: Parker
Gilbert, der frhere Reparationsagent in Berlin und Junius Morgan
Morgan im Weltkrieg
Was ist hier seit 1913, seit Vater Morgans Tod, alles ausgekocht worden? Als Hauptgeschfte sind zu nennen: die Finanzierung des Weltkrieges, die Wiedereinfhrung der Goldwhrung und damit die Aufwertung der Staatsschulden, und die Grndung der B.I.Z. in Basel zwecks Verteidigung der Goldwhrung.
Die Arbeit bei Morgan, 23 Wallstreet, ist anders als man es
sich wohl vorstellt. Das Haus ist im Verhltnis zu den andern Gebuden klein, der ehemals weie Marmor rauchgeschwrzt. Zwei
Detektive bewachen den Eingang, denn im Kriege ist ein Revolverattentat auf Morgan versucht worden, und einige tiefe Schrammen
im Marmor sind Spuren eines Bombenattentats aus der Wirtschaftskrise 1921. Die 900 Angestellten des Bankhauses J. P.
Morgan & Co. sind zum grten Teil in einem Nachbargebude untergebracht. So betreten nur ganz wenige das Gebude, in dem die
Direktoren mit dem Chef arbeiten.
Erffnet wurde die Finanzierung des Weltkrieges durch eine
12 Millionen-Dollar-Anleihe an Ruland im Jahre 1914. Dann bildete Morgan ein Riesen-Syndikat von 2000 amerikanischen Banken;
1915 war es zustandegekommen und 500 Millionen Dollar standen
zur Deckung der Kriegsausgaben fr die Alliierten zur Verfgung.
Ein Geschft mit einem derartigen Einsatz durfte nicht mehr scheitern. Als die Kriegslage fr die Verbndeten gefhrlich schien,
wurden die Vereinigten Staaten in den Krieg hineingezwungen. Es
wird erzhlt, da das Haus Morgan sogar eine Biographie Wilsons
schreiben lie, die den (syphilitischen) Prsidenten in der ffentlichkeit erledigt htte und da sich Wilson unter dem Drucke
dieses Angriffes zum Nachgeben zwingen lie.
Hier bietet sich allerdings dem Besucher ein befremdendes
Bild: hinter einer Glaswand sitzen Vater, Sohn und die 14 Nothelfer wie in einem Schulzimmer in zwei Reihen hintereinander, an
gleichen, schmalen Schreibtischen! Ganz hinten sitzt Vater John
Pierpont, dann folgt Lamond, seine rechte Hand, dann Steatle etc.
Die zweite Reihe wird von J u n i u s M o r g a n begonnen.
Ganz vorn in der Ecke endlich hat die jngste Erwerbung des
Hauses, Parker Gilbert, Platz genommen. Die Tische stehen so
dicht beieinander, da die Besucher mit den Besuchten im
Flstertone sprechen mssen. Konferenzrume sind wohl im oberen Stock vorhanden; aber die Hauptarbeit des Tages wird doch
hier erledigt. Von Zeit zu Zeit wird einer der an der Glastr
wartenden Stenographen herbeigerufen; er nimmt ein Diktat auf
und verschwindet wieder. Andere gehen zum Chef des Hauses und
beraten sich halblaut mit ihm.
La Follette hat sich Morgans Kriegshetze entgegengestellt,
aber die Angst um die im Kriege auf alliierter Seite eingesetzten
Gelder bewog die Mehrheit des Kongresses, auf die Seite der
Kriegsfreunde zu treten. 1923 berichteten amerikanische Lehrer
auf dem Internationalen Pdagogischen Kongre in Territet, da
ihre jahrelange Arbeit fr den Weltfrieden binnen wenigen Tagen
und Wochen vernichtet worden sei. In den Schulbchern wren
vorher nie Geschichten zu finden gewesen, die andere Vlker herabsetzten, die Kriegsgeschichte war aus den Schulen verbannt, der
Unterricht auf Friedensarbeit eingestellt kurz, was in pazifistischen Kreisen Europas als wichtige und erfolgreiche Friedensarbeit gelte, sei in den Vereinigten Staaten verwirklicht gewesen.
Aber wie auf einen Schlag habe die ganze Friedenserziehung versagt und sei die Kriegsbegeisterung durchgebrochen. Gegenber
wirtschaftlich-finanziellen Erwgungen, vor der Furcht um den
Verlust der bei den Alliierten ausgeliehenen Gelder war die ganze
Erziehungsarbeit der amerikanischen Pdagogen wertlos geworden.
Man schtzt allein die Vermittlergebhren Morgans fr die
Anleihen an die Alliierten auf eine Milliarde Franken. Um diese
Summen zu verdienen und um die in Europa ausgelegten Gelder zu
retten, sind die amerikanischen Soldaten auf die europischen
Kriegsschaupltze geschickt worden.
J. P. Morgan und Frankreich
Die englische Regierung ernannte J. P. Morgan zu ihrem offiziellen Agenten, der die Auftrge nach seinem Gutfinden verteilen
durfte. Als England fr seine indische Jute whrend des Krieges zu
hohe Preise ansetzte, lie Morgan die Englnder wissen, da er ihnen knftig kein Silber zugehen lassen wrde und der Inder
arbeitet nur fr Silber. Weder Gold noch Papier nimmt er gerne.
Und England gab nach und setzte den Jutepreis herab, damit der
Handel mit Indien nicht lahmgelegt werde.
Das stille Geschft der Aufwertung aller Guthaben der Hochfinanz bei den Vlkern wurde 1924 durch das etwas geruschvollere
Geschft mit dem franzsischen Franken abgelst.
Der Aufwertung des Dollars und des Pfundes mute eine
verhltnismige Entwertung des Francs-Kurses entsprechen, weil
dessen Kaufkraft nicht stieg. Der Franc zeigte daher ein stetiges
Sinken. Da glaubten die Spekulanten, da ihm das gleiche Schicksal beschieden sei wie der Mark 1923.
Fr seine Finanzierung des Krieges ist J. P. Morgan spter
Ehrendoktor von Cambridge geworden und der Knig von England
empfing den neuen Dr. h. c. persnlich im Buckingham-Palast. Von
Frankreich hat er das Band der Ehrenlegion erhalten.
Morgan erkannte bald, da die Finanzlage Frankreichs durchaus gesund war. Darauf begrndete er seinen Plan. Eine mit ihm
verbundene Firma, Morgan, Harwood & Co., verbreitete ein Zirkular folgenden Inhalts, vornehmlich unter den Deutschen und den
deutschfreundlichen Kreisen der Vereinigten Staaten:
Die Zeit ist fr alle Deutschen gekommen, die Verluste, die
sie am Fall der Mark erlitten haben, wettzumachen und darber
hinaus etwas Tatschliches zur Verbesserung der beklagenswerten
deutschen Verhltnisse zu tun. Der franzsische Franc ist auf dem
gleichen Wege wie die Mark, alle Umstnde stempeln diese Tatsache zur absoluten Gewiheit. Verkauft Francs auf Termin, d.h. verkauft France zu einem spteren Lieferungstermin und drckt den
Wert des Francs herab. Sie werden imstande sein, Francs zu
1 Cent zurckzukaufen, und fr die jetzt zu 5,5 Cents verkauften
Francs zu liefern. Unsere Firma fhrt diese Verkufe mit 25prozentiger Deckung aus. Der verminderte Wert des Francs wird die
Kosten der Ruhrbesetzung bedeutend vergrern, die finanzielle
Situation Frankreichs untergraben und dieses zwingen, infolge seiner wirtschaftlichen Schwche die Ruhr zu rumen. Durch den
Verkauf von Francs drcken Sie deren Wert herunter und
beschleunigen das Ende des Ruhrkampfes. Die heroische Bevlkerung des Ruhrgebiets lechzt nach dieser Hilfe, Sie knnen ihr helfen und sich dabei bereichern.
Morgan, Dr. Schacht und die
Einfhrung der Goldwhrung in Deutschland
Die Bewertung der Whrung eines Landes im Auslande hngt
weder vom Stoff des Geldes noch von seiner Golddeckung ab. Die
schwedische Papierkrone galt von 1916 ab lange Zeit mehr als der
entsprechende Nennwert in Gold und fr eine schweizerische Note
von 20 Fr. zahlte man z. B. im Mrz 1922 auf der ganzen Welt weit
mehr als fr ein Goldstck von 20 Fr. I m G e l d e i n e s
L a n d e s z a h l t m a n s e i n e K a u f k r a f t das ist das
Grundgesetz fr den Wechselkurs eines jeden Landes.
Als 1923 anstelle von 4,2 Billionen Papiermark eine Rentenmark ausgegeben wurde, hatte sie keine Golddeckung, nahm aber
stndig an Kaufkraft zu. Dr. Schacht aber sprach im In- und Ausland gegen dieses nicht mit Gold gedeckte Papiergeld und brachte
es schlielich fertig, da Deutschland von D a w e s, der heute in
die Morgan-Bestechungsaffre verwickelt ist, 800 Millionen Mark
geliehen erhielt. Seit jenem Jahre gilt Dr. Schacht als der Agent
Morgans in Deutschland.
Diesen Rat befolgte die Spekulation der ganzen Welt. Es wurde
leer gekauft oder gefixt, d.h. man verkaufte Francs, die man
noch gar nicht besa, lieferbar auf einen spteren Zeitpunkt, und
dann kaufte man sie spter billiger ein als man sie verkauft hatte
und lieferte sie ab. Gleichzeitig begannen die groen Firmen aller
Lnder, riesige Verkufe in Paris vorzunehmen, auf Francs
lautend. Beim Flligwerden der Rechnungsbetrge in Francs hoff
ten sie diese ebenfalls billig zu erwerben und so ein gutes Geschft
zu machen, wie seinerzeit an den Lieferungen Deutschlands.
denen dieser Advokat verkehrt. Die breite ffentlichkeit zu der
in diesem Fall ganz Frankreich gehrt P o i n c a r i n b e g r i f f e n wute das nicht. Poincar spricht ausdrcklich von
einer als g e r m a n o p h i l bekannten Bank. Das ist ganz natrlich: J. P. M o r g a n a r b e i t e t a u f d e r S e i t e
der Franzosen und Morgan, Harwood & Co.
treiben auf der deutschen Seite die Fische
i n s G a r n. So geht nichts verloren und in New York sind die
feindlichen Brder immer auf dem Laufenden darber, was die
Gegenseite etwa unternehmen mchte. Auf diese Weise lt sich
die Valutaschaukel ebenso fruchtbringend in Bewegung setzen wie
wir es frher von der Schaukel Ware-Geld erfahren haben.
Im Januar und Februar 1924 wurden die Erwartungen der Spekulanten wirklich erfllt. Sie erhielten die Francs immer billiger
als sie sie verkauft hatten und verdienten daher. D a s g a b
M u t. Neue Terminverkufe wurden abgeschlossen der Appetit
kam mit dem Essen! bis schlielich Morgan fand, j e t z t s e i en genug ins Garn gegangen!
Poincar hatte unterdessen mit steigender Besorgnis das Sinken des Francs verfolgt. Er wute, wie sich spter heraus stellte,
nicht, da Morgan, Harwood & Co. blo der Deckname fr den
Mitspieler J. P. Morgans war, sondern glaubte, es handle sich um
eine dem Hause Morgan feindliche Firma.
Es ist sogar ziemlich sicher, da Poincar jenes Zirkular von
Morgan, Harwood & Co. ebenso frh in den Hnden hatte wie die
Deutschamerikaner. J. P. M o r g a n s e l b e r lie es ihm wohl
bergeben, um ihm zu zeigen wie gegen den franzsischen
Franken gearbeitet werde! Und dabei wird er Poincar den Bren
von der germanophilen Bank aufgebunden haben, die mit ihm
keinerlei Beziehungen htte. Durch die bergabe dieses Schriftstckes an Poincar durch Morgans Vertreter selber fiel natrlich
der Verdacht gegen J. P. Morgan auer Betracht. Poincar
verwendete das Zirkular in einer Weise, die Morgan vermutlich
vorausgesehen hat. Mglicherweise lie er ihn durch die Art der
bermittlung darauf fhren kurz, das Vorlesen des Rundschreibens in der Kammer bewirkte, da allgemein der Eindruck
entstand, gegen den Franken htten sich starke und einflureiche
Krfte verschworen.
Unterdessen lie sich J. P. Morgan noch weiter an allen Hauptbrsen riesige Betrge von Francs anfixen, ohne da die
Verkufer merkten, wer eigentlich hinter den Kufern stand. Als er
die Ernte als gesichert betrachten konnte und Poincar beinahe
den Mut sinken lie, anerbot er sich, der franzsischen Regierung
100 Millionen Dollar zur Sttzung des Francs zu leihen. Gleichzeitig machte er die letzten Kufe in aller ffentlichkeit und der
Franc stieg stieg stieg von 19 auf 20, auf 22 dann setzte
das Zutrauen ein und die Horde derjenigen, die jetzt vom Steigen
des Francs profitieren wollten, trieb ihn schlielich bis auf 31 hinauf. Die Francs, die Morgan fr 1922 gekauft hatte, verkaufte er
nun fr 31. Der Gewinn des Morgankonzerns ist damals auf 114
Millionen Schweizerfranken berechnet worden.
Als damals Poincar von uns auf die Whlarbeit Morgans aufmerksam gemacht wurde, antwortete er uns:
Wie wir eben gesehen haben, wurde die so erzeugte Mutlosigkeit des franzsischen Volkes dann in glnzender Weise von
Morgan ausgebeutet. Gebessert wurde in der Finanzlage Frankreichs dadurch natrlich nichts. Kann sich Frankreich nicht selber
helfen, so wird es, wie Deutschland, dem Aasgeier Morgan zur
Beute fallen.5
Ich habe das Zirkular, von dem Sie sprechen, selber in der
Kammer verlesen. Aber die Bank Morgan, Harwood & Co. ist als
deutschfreundlich bekannt und hat keinerlei Verbindung mit der
Morganbank, deren Vertreter nach London berufen worden ist.
Ihre Darstellung beruht daher auf einem sachlichen Irrtum.
Aber auf eine Anfrage bei einem bekannten New Yorker
Rechtsanwalt erfolgte sofort die Antwort: Morgan, Harwood &.
Co. sind die europische, germanophile Filiale von J. P. Morgan.
D a s i s t e i n e h i e r a l l g e m e i n b e k a n n t e T a ts a c h e.
Vermutlich trifft diese Bemerkung nur fr die Kreise zu, in
Diese Voraussage von 1924 hat sich nachher erfllt: der Franken sank von 31
auf beinahe 10 herab trotz der Hlfe von Morgans Millionen. E r s t d i e
Stabilisierung des Inlandspreisstands einerseits und
die Beendigung der Deflation in den andern Lndern
v o n 1 9 2 6 b i s 1 9 2 9 h a t i h n g e f e s t i g t.
30 Millionen Dollar zur Sttzung des Frankens aufzunehmen
keiner Weise bedurfte!
Morgan und das schweizerische
30 Millionen-Dollar-Anleihen von 1924
Auf diese Weise kam das Dollaranleihen von 1924 zustande.
Der Bundesrat htte eine Stunde spter Montags um 6 Uhr
die Nationalrte beieinander gehabt; er htte die Finanzkommission fragen knnen, wie es sich auch geschickt htte aber
Morgan hat seine Zeit so angesetzt, da erst eine Stunde spter,
als seine bestimmte Zeit verstrichen war, die Rte im Bundeshaus
eintrafen!
Der schweizerische Bundesrat J. M. M u s y, der Vorsteher des
Eidgenssischen Finanzdepartements, hat eine sehr drftige
Einsicht in die Zusammenhnge zwischen Whrung und Valuta. Er
wei z.B. nicht, da die Valuta eines Landes letzten Endes und auf
die Dauer durch die Kaufkraft dieses Geldes im Landesinnern bestimmt wird, und da diese Kaufkraft wiederum das Ergebnis des
Verhltnisses zwischen umlaufender Geldmenge einerseits und
anderseits der angebotenen Warenmenge ist, sondern er hegt vielmehr die befremdliche Ansicht, da das Schicksal des Schweizerfrankens mit dem des franzsischen Frankens irgendwie verbunden sei eine Meinung, die jeder vernnftigen berlegung
Hohn spricht. Nos intrts au point de vue dvise sont lis aux
siens, sagte er im Nationalrat. (S. 342 des Protokolls vom 2. April
1924.) Warum und wieso ist rein unerfindlich.
Der bernahmekurs wurde in der ersten Bekanntmachung
nicht genannt, obschon es sich um ein ffentliches Staatsanleihen
handelte. In der Neuen Zrcher Zeitung (Nr. 494 vom 3. April
1924) erschien eine Einsendung, die folgende Stze enthielt: Die
Garantie- und Vermittlungskommission fr dieses Anleihen darf
sich offenbar weniger sehen lassen als bei inlndischen Geschften
. . . Wir gehen kaum fehl in der Annahme, da sie mehr als das
Doppelte betrgt. Das Geld kommt also den Bund auf 5 % zu
stehen gegen knapp 5 % beim letzten schweizerischen Anleihen.
Das macht whrend 30 Jahren eine Mehrausgabe von etwa
150 000 Dollar per Jahr, also etwa 800 000 Franken. Es ist fr den
schweizerischen Kapitalisten, der seine Ersparnisse mit Vorliebe
zur Zeichnung von Bundesanleihen reserviert, peinlich zu sehen,
wieviel glnzendere Bedingungen dem a u s l n d i s c h e n
Geldgeber bewilligt werden, der die Einnahmen, die er aus den
Bundestiteln bezieht, nicht in der Schweiz versteuert.
Als nun 1924 der franzsische Franken ins Sinken kam,
wurden an vielen Orten Schweizerwerte angeboten, da die Schweizerpreise langsam ins Steigen gekommen waren und dies immer
als ein Zeichen einer kommenden Inflation betrachtet und mit dem
Verkauf dieser inflationierten Werte beantwortet wird. Aber eine
Gefahr war keineswegs vorhanden, der Index begann vom Mrz ab
sofort wieder zu sinken. Mglicherweise, ja sogar hchst wahrscheinlich hat M o r g a n diese rcklufige Bewegung des
Schweizerfrankens noch gewaltsam untersttzt, u m
m i t d e r S c h w e i z e i n G e s c h f t z u m a c h e n.
Es ergab sich dann tatschlich folgender Unterschied zwischen
der kurz vorher aufgenommenen Bundesbahnanleihe und der
Morgananleihe: Die Schweizer Geldgeber erhielten 5% bei einem
Kurs von 98 und einer Garantiekommissionsgebhr von 1 %.
Morgan erhielt 5 % bei einem Kurs von 97 und einer Garantiekommission von 3 % (!) wozu noch die Kommission fr die Vermittlung kam . . .
Am 31. Mrz wir folgen hier genau der Darstellung, die
Bundesrat M u s y selber im N a t i o n a l r a t gab erschien der Vertreter der Bank Morgan im Finanzdepartement, um
3 Uhr nachmittags, mit einem Angebot, das gltig war bis 5 Uhr.
Ich habe ihm erwidert, da das eine Methode sei, die sehr amerikanisch anmute, und da wir daran nicht gewhnt wren. Ich
wollte Zeit haben, um die Ansicht von Leuten zu hren, mit denen
ich darber sprechen wolle. Der Vertreter der Bank Morgan erwiderte mir, da er das sehr gut begriffe, aber da er Auftrag
habe, mir zu sagen, da das Angebot nur bis 5 Uhr gelte. Wenn aus
diesem oder jenem Grunde bis 5 Uhr keine Antwort eingetroffen
sei, sei das Angebot nicht mehr gltig.
Die Neue Zrcher Zeitung (Nr. 525 vom 9. April 1924), die
diesen Vergleich macht, kommt zum Schlusse, da man Morgan
5,64 % whrend 22 Jahren, eventuell 10 Jahren, und 2 % Disagio
zahlt, whrend die Schweizer nur 5,08 % whrend 12 Jahren und
1 % Disagio bekommen.
Wenn man diese Dinge im Zusammenhang betrachtet, so
erhlt man den bestimmten Eindruck, da Bundesrat Musy damals
durch den Abgesandten Morgans in diesen Handel h i n e i n -
Auf diese Unverschmtheit hin setzten sich die sieben Bundesrte zusammen und beschlossen einstimmig, ein Anleihen von
g e s p r e n g t worden ist, nachdem man den Boden dafr durch
das Senken des Schweizer Kurses im Ausland vorbereitet hatte.
Die Garantiekommissionsgebhren brachten ihm bei diesem
Handel 5 Millionen Franken ein; ber b e r n a h m k u r s
war aus den Zeitungen berhaupt nie etwas zu erfahren!
einreden lassen, da Gold unentbehrlich sei und dieser Wahn
verleiht dem jdischen Kapitalismus eine erhhte Macht ber die
nichtjdische Welt. Wenn der Bolschewismus ehrlich antikapitalistisch gewesen wre, so htte er dem jdischen Kapitalismus den
Todessto versetzen knnen. Aber nein das Gold sitzt noch
immer auf dem Throne. Man zerstre den Wahn, da Gold unentbehrlich ist und die jdischen internationalen Geldmchtigen
sitzen verlassen und verloren auf Haufen nutzlosen Metalls.
Ekelhaft war die Rhmerei, die bei dieser Gelegenheit ber
Morgan aus dem Bundeshause verbreitet wurde. Eine Probe davon
haben wir schon frher mitgeteilt. Auch in der Neuen Zrcher
Zeitung wurde in hnlicher Weise gerhmt, da wir bei der Auswahl unserer Geldgeber vorsichtig sein mten und in Morgan
eine ganz erstklassige Figur gefunden htten, auf die wir stolz sein
drften!
Man kann ruhig berall das Wort jdisch weglassen und
kommt der Wahrheit damit nur nher. Die grten Freunde und
Vertreter der Goldwhrung in Deutschland, in der Schweiz, in
Amerika waren k e i n e Juden: Helfferich, Stinnes, Kellenberger,
Bachmann, Morgan, Rockefeller und Schacht. Es geht einfach
nicht an, zu verallgemeinern. W e r
will, was man heute als Jude im beln
bek m p f e d i e G o l d w h r u n g. Er wird dabei bald merken,
da er weit ber Israel hinaus Elemente vor den Kopf stt, auf die
die Bezeichnung Jude weit eher pat als auf viele, die nach
Rasse und Religion Juden sind!
Morgan und die jdische Weltherrschaft
In den letzten Jahren bemerkte man ein starkes Anwachsen der
antisemitischen Bewegung. Nicht zum wenigsten ist dies der
groen Verbreitung des Buches: Der internationale Jude, herausgegeben von Henry Ford, zuzuschreiben, sowie auch den
zionistischen Protokollen, die noch immer fleiig gelesen
Mit Recht schrieb im August 1923 ein Mitarbeiter der Freiwirtschaftlichen Zeitung: Die Missetaten der Hochfinanz gliedern sich nicht in christliche und jdische; es ist unterschiedslos
der Sieg des Mammonismus ber die Menschenseele. Ford hat Unrecht, einen Sndenbock zu konstruieren. N i c h t d i e J u d e n
sind zu bekmpfen, sondern das Machtmittel,
das in jdischen und christlichen Hnden seit
J a h r t a u s e n d e n n a m e n l o s e s U n g l c k a n r i c h t et.
Die antisemitische Bewegung setzt immer dann ein, wenn die
Wirtschaftslage eines Volkes sich verschlimmert. Sie ist eine der
bezeichnendsten Folgen andauernder Wirtschaftskrisen. In dem
Bericht der Silberkommission der deutschen Regierung vom Jahr
1894 findet sich schon die Bemerkung, da in den letzten Jahren
die antisemitische Bewegung durch die Krise einen starken Ansporn erhalten habe. Jeder sucht eben einen Sndenbock, und da
die Juden sehr regsam sind, so werden sie im Wettbewerb in
Krisenzeiten besonders gefhrlich. Die Kondukteure der Schweizerischen Bundesbahnen pflegen zu sagen: Im ersten Morgenzug
kommt der Jude, im zweiten der Deutsche und im dritten der
Dieses Machtmittel aber ist die G o l d w h r u n g. Da dem
so ist und da dieses Machtmittel als solches schon in den Sechzigerjahren erkannt worden ist, geht aus den sogenannten Protokollen der Weisen von Zion hervor. Diese sind entgegen den
landlufigen Ansichten zu einem groen Teil die bersetzung
einer Spottschrift g e g e n N a p o l e o n I I I. , und zwar aus
dem Jahre 1864. Der Russe N i l u s hat diese berarbeitet, 1905
ins Russische bersetzt und dann wurde sie durch eine neue bersetzung den deutschsprechenden Kreisen zugnglich gemacht. In
diesen Protokollen finden wir klar und deutlich dargelegt, da
durch die Goldwhrung die Vlker in die Abhngigkeit von der
Hochfinanz (den Goldlieferanten) kommen, wobei man also nicht
vergessen darf, da dieser Vorwurf n i c h t a n d i e J u d e n ,
In dem oben angefhrten Buche von Ford finden wir (S. 199
1. Bd.) folgende Ausfhrungen: Der jdische Kapitalismus hat der
Welt von neuem die angebliche Unentbehrlichkeit des Goldes gezeigt. Die jdische Macht beruht auf dem Truge, da Gold gleich
Reichtum sei. Durch die vorstzliche Plumpheit des bolschewistischen Geldsystems hat sich die gedankenlose Welt noch fester
gerichtet wurde. W o i n j e n e r S c h m h s c h r i f t a u s d e m
Jahre 1864 Napoleon gemeint wurde, setzte
Nilus einfach hin: Die Juden!!
Morgan erledigt La Follette
Bei der amerikanischen Prsidentenwahl am 4. November
1924 wurde der republikanische Kandidat C a l v i n
C ool i d g e mit dem bisher noch nicht dagewesenen Votum von fnfzehn Millionen Stimmen und einer ebenfalls noch nie dagewesenen
Mehrheit von nahezu zehn Millionen zum Prsidenten der Vereinigten Staaten gewhlt.
M a u r i c e J o l y, der Verfasser der Schrift gegen Napoleon
III., scheint die Werke von P r o u d h o n (gest. 1865) gekannt
zu haben, der ber diese Geldfragen beraus gut unterrichtet gewesen ist weit besser als wir es etwa 1920 waren. So schrieb
J o l y unter anderem: Um unsere Gegner zu schdigen, haben
wir umfangreiche Stockungen (Krisen) im Wirtschaftsleben hervorgerufen. Wir bedienten uns dabei des einfachen Mittels, alles erreichbare G e l d a u s d e m V e r k e h r z u z i e h e n. Und
an anderer Stelle: Wirtschaftskrisen zur Schdigung der Gegner
haben wir l e d i g l i c h d u r c h Z u r c k z i e h u n g d e s
G e l d e s a u s d e m U m l a u f h e r v o r g e r u f e n.
Dieses Wahlergebnis hat teils berrascht, teils aber und
besonders im Ausland den Eindruck hervorgerufen, als ob das
amerikanische Volk sich durch einen gewaltigen Landrutsch fr
die republikanische Partei entschieden habe.
Wer aber einigermaen mit den Verhltnissen vertraut ist, wer
Kenntnis hat von der wahren Stimmung des Volkes ber die unerhrte Korruption, welche gerade unter der republikanischen
Verwaltung gro geworden ist; wer die schamlosen Unredlichkeiten einiger Kabinettsmitglieder der Harding-CoolidgeAdministration kennt, unter deren Amtierung Millionen vom Nationalvermgen veruntreut wurden, was zum zwangsweisen Rcktritt
zweier Minister und zum gerichtlichen Verfahren gegen eine Anzahl Teilnehmer an diesen Diebsthlen fhrte; wer Kenntnis hat
von jenen Skandalen, die auf republikanischem Boden so ausgezeichnet gedeihen und gegen die kein Staatsanwalt auftritt, der
wird sich unmglich zu dem Glauben bekennen knnen, das amerikanische Volk habe an jenem 4. November bei der Prsidentenwahl nach freiem Ermessen und in bester berzeugung gehandelt,
schreibt Fred. R. Minuth. Und er fhrt fort:
Das deckt sich vollstndig mit der Krisen- und Geldtheorie von
P r o u d h o n, die er anfangs der Vierzigerjahre entwickelt hatte.
In Proudhons Werken stehen jene Stze, die wir heute endlich
wieder in ihrer Tragweite erkennen, wie z.B.: das Gold ist ein
Riegel des Marktes und nicht ein Schlssel, oder: das Monopol
der Edelmetalle bedeutet das Elend der Produzenten.
Die Goldwhrung bringt an sich Krisen hervor, es liegt in ihr
und nicht an den Personen, da Absatzstockung und Arbeitslosigkeit eintreten. Es ist verwerflich, die Schuld an der Krise einzelnen
Personen zuzuschieben, solange wir die Goldwhrung haben. Aber
eines ist zu sagen: W e r e r k a n n t h a b e n m u , d a d i e
G o l d w h r u n g d i e K r i s e n v e r u r s a c h t , u n d t r o t zd e m n i c h t d a r a n a r b e i t e t , s i e d u r c h e i n e b e ss e r e
W h r u n g z u e r s e t z e n , d e r i s t m i ts c h u l d i g a n d e r
K r i s e , s o l a n g e e r d i e k r i s e n e r z e u g e n d e G o l d w hr u n g n i c h t b e k m p f t.
Der Unwille im Volk ber so viel Ehrlosigkeit, Miwirtschaft
und Untreue in den Reihen der Beamten und Fhrer der republikanischen Partei, insonderheit whrend der letzten Jahre, drohte
dieser Partei bei der Prsidentenwahl vielmehr eine vernichtende
Niederlage zu bereiten. Der Bundessenator Robert La Follette
hatte von jeher Stellung genommen gegen Volksbetrug in irgend
einer Form; nunmehr sagte er den Trusts i n e r s t e r L i n i e
dem Goldtrust, an dessen Spitze J. Pierpont
M o r g a n s t e h t o f f e n F e h d e an, und das arbeitende Volk
das sind etwa 75 Prozent der amerikanischen Bevlkerung erkor ihn zu seinem Prsidentschafts-Kandidaten.
Im brigen verweisen wir in Bezug auf die Judenfrage auf das
grundlegende Werk von C. A. L o o s l i: Die schlimmen Juden.6
Dort finden wir auch eine interessante Zusammenstellung der
reichsten Leute der Welt. Erst der Dreizehnte unter ihnen, nmlich
A l f r e d L w e n s t e i n, ist ein Jude. Morgan ist nicht blo
k e i n Jude, sondern im Gegenteil ein ziemlich ttiger und verbissener A n t i s e m i t !
Zuerst lachten die Gegner ber La Follette. Als seine Gefolgschaft aber anzuwachsen begann, bekam man es im Lager der
Pestalozzi-Fellenberg-Haus, Bern, 1927. Fr. 3,50.
Trustbarone mit der Angst u n d
Man a h m e n. Diese sind einerseits bezeichnend fr die Gre der
Furcht vor La Follette, anderseits lassen sie keinen Zweifel darber aufkommen, d a
T ru s tm a g n a t
M o r g a n s i c h z u m D i k t a t o r M o rg a n g e w a n d e l t
So wurde Calvin Coolidge unter der Devise: Bewahrt eure Familien vor dem Verderben und whlt, wie euch befohlen wurde!
mit einem Votum von fnfzehn Millionen Stimmen zum Prsidenten der Vereinigten Staaten erkoren. Man rede dabei aber
nicht von einem republikanischen Landrutsch!
Auf diese Weise kam Coolidge an die Spitze der Vereinigten
Staaten und wurde L a
F o l l e t t e erledigt, derselbe La
Follette, der 1912 die Krise von 1907 im Senat zur Sprache gebracht und Morgan, den angeblichen Retter des Vaterlandes, an
den Pranger gestellt hatte.
In dem Augenblick der Erkenntnis, da La Follette sich zur
ernstlichen Gefahr fr die Trusts zu entwickeln scheine, gab Wallstreet
Gleichzeitig wurden die industriellen, finanziellen und kommerziellen Betriebe des Landes mobilisiert und gewaltige Summen
flossen dem republikanischen Zentral-Komitee zu. M a n s p r a c h
v o n f n f z e h n M i l l i o n e n D o l l a r. Diese mehr zwangsweise
als freiwillige Beisteuer zum Wahlfonds ging so sehr ber das Ma
des Erlaubten hinaus, da darber eine Untersuchung seitens des
Kongresses eingeleitet wurde, die aber im Sande verlief. In zahlreichen Werksttten des Landes wurden ferner Bekanntmachungen angeschlagen, in denen es hie, da am Mittwoch den
5. November nur Werkmeister und Vorarbeiter zur Arbeit zu erscheinen htten; d i e A r b e i t e r d r f t e n j e d o c h n u r
e r w h l t w o r d e n s e i, sei er nicht gewhlt, so mten die Betriebe geschlossen werden. Den Fabrikanten des Landes wurden
groe und profitreiche Auftrge erteilt, welche die Klausel enthielten, d a d e r A u f t r a g a u t o m a t i s c h w i d e r r u f e n
e r w h l t w e r d e n s o l l t e. Den F a r m e r n wurde von den
Banken die vertrauliche Mitteilung gemacht, da sie weder auf
Hypothekendarlehen noch irgendwelche anderweitige Kredite zu
rechnen htten, f a l l s C o o l i d g e n i c h t z u m P r s i d e n t e n
e r w h l t w e r d e n s o l l t e. Den unabhngigen kleinen Geschftsleuten wurde ebenfalls mitgeteilt, da alle Rder still
stehen wrden, sofern Coolidge nicht zum Prsidenten erwhlt
Die Bank fr Internationalen Zahlungsausgleich
(B.I.Z.)
Die Bezahlung der Kriegskosten und der Kriegsschden (Reparationen) konnte nur durch berfhrung des Besitzrechtes an
deutschen Sachgtern in den Besitz der Sieger erfolgen. Denn
wollte man den E r t r a g des Kapitals in Deutschland besteuern
den Z i n s, die Dividenden so htte sofort die Kapitalflucht
eingesetzt und das Land wre verarmt. Wollte man auf den
L o h n greifen, so wren die Arbeitenden nach und nach ausgewandert und der Schrecken der Arbeitenden in andern Lndern geworden. Und griff man auf die G r u n d r e n t e, so blieb das
Ergebnis das gleiche, denn der Grundrentner htte seinerseits die
Arbeitenden und den Kapitalertrag angegriffen, da Kapital und
Arbeit den Boden als unentratbare Voraussetzung ihrer Ttigkeit
brauchen. Aber gerade diese einzige Mglichkeit ergriffen die
Siegerstaaten nicht: es erfolgte keine allgemeine Vermgensabgabe in Deutschland, keine bergabe des Kapitals an die Sieger,
sondern man versuchte, die Zahlungen auf die B e t r i e b e und
die A r b e i t e n d e n zu legen! Das war der Anfang vom Ende
der Reparationen.
S i l v i o G e s e l l und D r . T h . C h r i s t e n hatten
seinerzeit versucht, den Plan zu einer allgemeinen Vermgensabgabe und bergabe des deutschen Privatvermgens in Form
einer Hypothekarbelastung an die Siegerstaaten durchzufhren.
(Siehe darber in G e s e l l: Die Diktatur der Not und Die Freiwirtschaft vor Gericht.) Wre dieser Plan in seiner Tragweite seinerzeit von einem fhigen deutschen Staatsmann angenommen
Diese Drohungen blieben nicht ohne Wirkung: die bleiche
Angst fuhr den Besitzlosen ins Gebein; d e n n d e r g r o e n
Mehrzahl der Lohnarbeiter und kleinen Leute
w a r d i e v o n d e n F i n a n z p i r a t e n h e r a u f b e s c h w orene Panik und Hungerperiode von 1907 noch in
k l a r e r E r i n n e r u n g. (So schreibt Fred. R. Minuth.)
und durchgefhrt worden, was kurz nach Friedensschlu durchaus
mglich gewesen wre, so stnde heute Deutschland an der Spitze
der europischen Vlker. Gesells Plan war, kurzgefat, die bergabe des deutschen Besitzes in Form einer Hypothek auf den deutschen Besitz an Husern, Fabriken, Werksttten, Maschinen, Verkehrsanlagen usw. usw. an die Feindstaaten, und zwar so, da damit die gesamten Kriegsschulden, auch die Deutschlands, gedeckt
worden wren. Dann htte jeder Deutsche gewut, wie wenig er
noch hatte, er htte aber auch Sicherheit fr den knftigen Erwerb
gehabt! Das wre ein ganz anderes Arbeiten geworden als wie man
es nun seit 1919 in Deutschland kannte: wo ein gefriger Brokratenapparat stndig wachsende Teile des Neuerworbenen an
sich ri und wo man nie wute, ob man von seinem Arbeitsertrag
noch etwas brigbehalten wrde oder nicht. Die riesigen Summen
an deutschen Hypotheken in den Hnden der Siegerstaaten htten
fr diese nur dann Wert behalten, wenn der Zinsertrag regelmig
geflossen wre und das wre wiederum nur mglich gewesen,
wenn die Franzosen, Englnder usw. d i e W a r e n l i e f e rungen der Deutschen ber ihre Grenzen
g e l a s s e n h t t e n. Sobald das nicht geschehen wre, htte
eine starke Entwertung dieser Papiere eingesetzt und dann wre
es den Deutschen leicht gewesen, die entwerteten Papiere zurckzuerwerben und sich so zu entschulden.
zahlt oder nicht. Wir sind dann auf alle Flle gesichert, denn wir
haben das gute Geld der Privaten bekommen. Und soweit wir
selbst hngen bleiben, haben wir an den Privaten und Neutralen
Bundesgenossen gegen das widerspenstige Deutschland. Je breiter
die Front der Glubiger Deutschlands wird, desto besser fr unsere Forderungen. Spannen wir die Neutralen auch noch vor, damit
wir umso strker sind!
Weder M o t t a noch M u s y haben diesen Handel durchschaut, obschon in der freiwirtschaftlichen Presse mit aller Deutlichkeit darauf aufmerksam gemacht worden ist. Musy sagte: Ich
glaube, da wir besseren Zeiten entgegengehen. Besonders dann,
wenn die Reparationsfrage gelst werden kann u n d w i r
h a b e n d a s R e c h t , d a s z u h o f f e n werden wir eine Entspannung haben, die eine Verbesserung des Geldmarktes bringt.
(2. April 1924 im Nationalrat, Protokoll S. 348/49.)
Als dann im H a a g die Verhandlungen nicht mehr weitergehen wollten, reiste M o r g a n selber nach Paris, um aus grerer Nhe die Verhandlungen zu berwachen. Es handelte sich
schlielich um die Milliarden, die er in Deutschland angelegt hatte
und die er nun so oder anders herausbringen mute. Und wenn
sich dies als unmglich heraustellen sollte, so mute man eben
versuchen, sie den Neutralen nnd den Privatleuten unter den ehemals Kriegfhrenden anzuhngen.
Dieser G e s e l l s c h e Plan war der einzig mgliche Aufbau-Plan fr Deutschland. Die Versuche, die Reparationen aus dem
Zins- oder aus dem Arbeitsertrag zu zahlen, muten schlechterdings an der Natur von Zins und Lohn scheitern. Der Versuch
endlich, berhaupt nicht zu zahlen, hat seither Deutschland mehr
gekostet an Arbeitsmglichkeiten und an innerer Ruhe als die
ganzen Reparationen zusammengenommen.
Als nichts anderes brig blieb, wurde die Bank fr Internationalen Zahlungsausgleich in Basel zu diesem Zwecke gegrndet. Als Verwaltungsrat sah M o r g a n den Prsidenten des
Generaldirektoriums der Schweizer Nationalbank A.G., Professor
G. B a c h m a n n, vor, der auch pltzlich eine bisher noch nicht
bemerkte Tatkraft und einen Eifer fr die Grndung dieser Bank
an den Tag legte, der bei der Vermeidung von Inflation und Deflation besser am Platze gewesen wre. B a c h m a n n war Handelslehrer gewesen und erhielt als Dozent fr Handelsfcher an der
Eidg. Technischen Hochschule den Professoren-Titel. Spter
schenkte ihm eine Schweizer Hochschule noch den Doktor-Titel.
Im Jahr 1918 wurde der gewesene Handelsschullehrer Mitglied
des Direktoriums der Nationalbank und spter deren Prsident. In
den Reparationsverhandlungen im Haag kmpfte diesen Ausdruck brauchte Bachmann selbst er fr die Morganbank in Basel. Im G r u n d g e s e t z, das, wie der Bundesrat selbst schreibt,
als innerstaatlicher schweizerischer Rechtsakt gedacht ist, wird
die F i r m a J. P. M o r g a n & C o . N e w Y o r k ausdrcklich unter den Grndern genannt. So ist der Name
Mit kundigem Blicke erfate M o r g a n die Lage. Er sah,
da die Reparationen auf dem geplanten Wege nicht aufzubringen
waren. Darum mute man weniger das widerspenstige Deutschland als vielmehr die ahnungslosen P r i v a t e n und die
N e u t r a l e n in den Reparationskarren einspannen. Das Mittel
dazu war d i e K o m m e r z i a l i s i e r u n g d e r d e u t s c h e n
S c h u l d . Auf gut deutsch heit das: man mu die Reparationsschuld in Obligationen umwandeln, die man an Privatleute verkaufen kann. D a n n m g e n d i e s e z u s e h e n , w i e s i e
d a s G e l d a u s D e u t s c h l a n d h e r a u s k r i e g en. Sie kaufen
uns die Schuldtitel auf Deutschland ab und w i r h a b e n d a s
G e l d sie mgen dann sehen, ob Deutschland seine Schulden
M o r g a n s durch die Bemhungen des Generaldirektors
B a c h m a n n von der Schweizer Nationalbank sogar in ein
s c h w e i z e r i s c h e s G e s e t z hineingekommen!
tischen Departements, das die Vorverhandlungen
ber das Abkommen fhrte, in direktem und
k r a s s e m W i d e r s p r u c h. Denn Bundesrat Motta hat der
Bundesversammlung vor der Abstimmung gegenteilige Zusicherungen abgegeben.
In jenem Grundgesetz war aber auch der Schweizer Franken
umschrieben als ein Franken nicht etwa von einer bestimmten
Kaufkraft, sondern von einem bestimmten Goldgehalt. Das veranlate die Freiwirtschafter sofort zu bestimmten Schritten bei
den verschiedenen Behrden, denn es sollte und mute vermieden
werden, da M o r g a n mit Hilfe B a c h m a n n s die
Schweiz auf die Goldwhrung verpflichtete. Wie notwendig das
gewesen ist, zeigt das folgende Kapitel.
St nd era t
Stnderat
S c h n e i d e r, Baselland, der die Befrchtung ausdrckte, es
knnte das Abkommen betreffend die B.I.Z. so ausgelegt werden,
als werde die Schweiz an die Beibehaltung der Goldwhrung gebunden und in der Handhabung ihrer Whrungsgesetzgebung
nicht mehr frei sein, und im N a t i o n a l r a t machte wiederum der Baselbieter Vertreter, Herr Dr. S e i l e r, die gleichen Bedenken geltend. Beide verlangten mit Nachdruck, da die Schweiz
sich in der Gestaltung ihrer Whrung freie Hand wahre. Hierauf
erklrte Bundesrat M o t t a sowohl im Nationalrat als auch im
Stnderat, da durch das Abkommen die Selbstndigkeit der
Schweiz hinsichtlich der Whrung n i c h t beeintrchtigt werde.
Die Schweiz knne nach wie vor die Landeswhrung nach ihrem
Ermessen gestalten und knne also auch eine andere Whrung als
die Goldwhrung einfhren. Wir wissen auch, da Bundesrat Motta
der Frage, ob die Schweiz hinsichtlich der Whrung frei sei, veranlat durch Herrn Stnderat S c h n e i d e r, ganz besondere Bedeutung beilegte; da in seinem Auftrag Professor Bachmann mit
den Vertretern der B.I.Z. unterhandelte und sich von diesen die
Zusicherung geben lie, da trotz des Abkommens die Schweiz
hinsichtlich ihrer Whrungsgesetzgebung der B.I.Z. gegenber
vollstndig frei bleibe. Diese Feststellungen sind in einem Gutachten B a c h m a n n s niedergelegt worden, auf das sich Bundesrat Motta berief, als er in den Rten durch seine Zusicherungen
die erhobenen Bedenken zerstreute.
Wer sagt die Wahrheit ber die B.I.Z., Motta oder Musy?
Bundesrat Musy hielt am 19. Februar 1932 im Groratssaal in
Bern einen Vortrag ber das Thema Inflation und Deflation. Zu
unserem Erstaunen finden wir darin den folgenden Satz:
Als Basel zum Sitz der Bank fr internationalen Zahlungsausgleich erkoren ward, verlangte man von der Schweiz das feierliche
Versprechen, da sie der Goldwhrung treu bleibe.
Bundesrat Musy hat also damit zum Ausdruck gebracht, da
sich die Schweiz durch das Abkommen ber die Bank fr internationalen Zahlungsausgleich, das vom Nationalrat am 24. Februar
und vom Stnderat am 25. Februar 1930 genehmigt worden ist,
den Vertragsstaaten gegenber auf Beibehaltung der Goldwhrung
verpflichtet. Dieser Sinn wird denn auch seiner uerung beigelegt. Wir lesen hierber in der Schweizerischen Arbeitgeberzeitung vom 27. Februar 1932:
Und wie kommt nunmehr Bundesrat M u s y dazu, vor aller
ffentlichkeit zu behaupten, es sei der Schweiz das feierliche Versprechen auf Beibehaltung der Goldwhrung abgenommen
worden! Wer sagt die Wahrheit, Musy oder Motta? Die ffentlichkeit hat Anspruch darauf, da diese Frage restlos abgeklrt wird.
Wir wollen wissen, ob im Bundeshaus in Bern die Interessen der
schweizerischen Volkswirtschaft gewahrt, oder ob dort, wenn auch
unbeabsichtigt, die Geschfte der internationalen Finanzwelt betrieben werden, die, wie die Schweizerische Arbeitgeberzeitung
richtig und ehrlich sagt, der Goldwhrung groe Bedeutung
beimit.
Welchen Wert die internationalen Finanz-reise einer soliden,
auf Golddeckung beruhenden Whrung beimessen, geht u. a. aus
der Feststellung Musys hervor, da man der Schweiz das feierliche
Versprechen abgenommen habe, der G o l d w h r u n g treu
zu bleiben, bevor man Basel zum Sitz der Bank fr internationalen
Zahlungsausgleich bestimmt habe.
Diese Stellungnahme Bundesrat Musys steht
mit den Zusicherungen, welche Bundesrat Motta
i n s e i n e r E i g e ns c h a f t a l s V o r s t e h e r d e s P o l i
So stand zu lesen im L a n d s c h f t l e r vom 29. Februar
1932 mit der berschrift unseres Kapitels.
und Bilanzierung weiter in der Frankenwhrung auf Goldbasis gewhren lassen mu. Eine andere Frage ist es, ob die Schweizerische Nationalbank weiterhin eine allfllige Mitgliedschaft bei
der Internationalen Bank aufrecht erhalten knnte, wenn die
Schweiz die Goldwhrung spter einmal aufgeben sollte. Nach
Art. 7, Ziff. 2 der Statuten der Internationalen Bank ist diese Frage
Bei dieser Auslegung der Goldklausel im Eingang des Grundgesetzes darf freilich nicht bersehen werden, da der Goldwhrungscharakter der Schweiz fr die Niederlassung der Bank in der
Schweiz mitbestimmend gewesen ist und da also, wenn die
Schweiz keine Goldwhrung praktiziert htte, die Bank bei ihr
nicht Domizil genommen htte. Die Bank wollte ihre Rechnung in
Goldwhrung fhren und deshalb ein Land whlen, das selbst
Goldwhrung besitzt.
Allein die Selbstndigkeit der Schweiz wird durch diese Domizilierung der Bank auf ihrem Gebiete und durch den Hinweis, da
die Bank ein Aktienkapital in Schweizerfranken auf der Goldbasis
besitzt, nicht berhrt. Wie mir ber die Verhandlungen in BadenBaden berichtet wird, ist dort erwogen worden, da auch in Zukunft, wie im Jahre 1914, fr die Schweiz sich die Notwendigkeit
ergeben knnte, den Notenzwangskurs einzufhren und damit die
Goldwhrung praktisch aufzugeben. Bei dieser Situation wurde
vom Organisationskomitee der Standpunkt eingenommen, da die
Internationale Bank gleichwohl auf der Goldwhrung verbleibe,
da also, falls der Notenzwangskurs mit einem Verbot der Goldausfuhr und des Goldmnzenhandels mit Agio verbunden wrde,
die Bank von diesen Manahmen direkt nicht betroffen werden
knnte. Wohl aber wrde das Einspruchsrecht der Nationalbank
nach Art. 20 der Statuten auch fr diesen Fall bestehen bleiben
und soweit die Nationalbank davon Gebrauch machen wird, kann
eine Goldausfuhr, auch ein Goldmnzenhandel mit Agio nicht stattfinden. Ich habe selbst in Baden-Baden diese Fragen aufgeworfen
und auf die in einem solchen Falle fr die Schweiz sich ergebende
Zwangslage hingewiesen; es wurde mir aber erwidert, da Art. 20
der Statuten der Schweiz durch ihre Notenbank eine ausreichende
Waffe in die Hand gebe gegen Manahmen der Internationalen
Bank, die die schweizerische Valutapolitik durchkreuzen knnten.
Die vorausgegangenen berlegungen fhren also bei mir auch
zu der Folgerung, da, wenn die Schweiz die Goldwhrung aufgeben sollte, dennoch die Bank ohne Zustimmung der Schweiz ihr
Domizil nicht von Basel weg in ein anderes Land verlegen knnte.
Was sodann den zweiten Punkt im Schreiben des Herrn
Aber Motta wie Musy schwiegen. So ist es wohl am Platz, hier
die beiden Briefe von Generaldirektor B a c h m a n n anzufhren, die vom Landschftler angedeutet werden. Sie lauten:
11.Februar 1930
Herrn Bundesrat M o t t a,
Chef des Eidg. Politischen Departementes, B e r n.
Hochgeehrter Herr Bundesrat!
Als ich vergangenen Samstag den 8. Februar bei Ihnen in Bern
vorsprechen wollte, um Ihnen auf die A n f r a g e d e s H e r r n
S t n d e r a t S c h n e i d e r in Ihrem Brief vom 5. Februar Bescheid zu geben, erfuhr ich von Ihrer Abwesenheit im Ausland. So
mchte ich denn heute Ihnen schriftlich Antwort erteilen.
Die Befrchtungen des Herrn Stnderat Schneider erscheinen
mir in beiden Punkten der Begrndung zu entbehren.
Wenn im Grundgesetz der Internationalen Bank die Hhe des
Bankkapitals in Schweizerfranken ausgedrckt und zur nheren
Bestimmung die gesetzliche Relation des Schweizerfrankens zum
Goldwert angefhrt wird, so hat das zunchst die Bedeutung, da
damit zum Ausdruck gebracht werden will, welchem Gewichte an
Feingold das Aktienkapital entspricht. Die Bestimmung will also
eine Sicherheit fr Glubiger und Aktionre der Bank zum Ausdruck bringen, da das eingezahlte Aktienkapital in seiner
ursprnglichen Gestalt wie auch in seiner sptern Anlage einem
bestimmten Goldgewicht entspricht. Daraus folgernd gewinnt die
Mitteilung, die gelegentlich in der Presse zu lesen war, da entsprechend dieser Grundlage fr das Aktienkapital auch die brigen
Konten bei der Bank in Gold gefhrt werden, ihre besondere
Rechtfertigung und Bedeutung. Gegenber der Schweiz will nun
diese Festsetzung bedeuten, da sie die Bank an einer solchen
Rechnungsfhrung und Bilanzierung nicht hindern werde. Das erscheint selbstverstndlich, solange die Schweiz eine Frankenwhrung hat, die auf der Goldbasis ruht. Aber darber hinaus will
diese Bestimmung besagen, da die Schweiz, auch wenn sie einmal von der Frankenwhrung oder von der Goldwhrung abgehen
sollte, die Internationale Bank nicht zum bergang in eine neue
Landeswhrung ntigen kann, sndern ihre Rechnungsfhrung
Stnderat Schneider anlangt, der die Interpretation des 10 des
Grundgesetzes betrifft, so ist hier folgendes zu bemerken. Diese
Bestimmung ist deshalb getroffen, damit die Internationale Bank
zu allen Zeiten gegenber allen Vertragslndern ihre Funktionen
frei erfllen kann, soweit nicht auch in dieser Richtung das Einspruchsrecht der Notenbank nach Art. 20 der Statuten geltend gemacht wird. Aber auch hier halte ich dafr, da dieses Einspruchsrecht einen gengenden Schutz gibt gegen allfllige der schweizerischen Whrung abtrgliche Geschfte der Internationalen
Bank. Sollte das Einspruchsrecht der Nationalbank nicht respektiert werden, so htte die Bank zu gewrtigen, da auch die
Schweiz das Verbot von 10 des Grundgesetzes nicht respektiert.
Es mag noch beigefgt werden, da dieser 10 des Grundgesetzes
sich nur auf die Manahmen des Staates erstreckt und da die Geltendmachung von Privatrechten, solange sie auf dem Zwangserstreckungswege erfolgt, davon nicht betroffen wird.
Genehmigen Sie, hochgeehrter Herr Bundesrat, den Ausdruck
meiner vorzglichen Hochachtung.
sig.: G. Bachmann.
da die Schweiz hinsichtlich ihrer Whrungsgesetzgebung der Internationalen Bank gegenber vollstndig frei bleibt, da hingegen
fr eine Mitgliedschaft der Nationalbank bei der Bank sich Schwierigkeiten ergeben knnten, wenn die Schweiz von der Goldwhrung abginge, indem die Bank nur Zentralbanken, die eine Goldwhrung praktizieren, als Aktionre anerkennen will. Es wurde von
den beiden Herren bereinstimmend erklrt, da gerade aus dem
Grunde, um der Bank fr ihre Rechnungsfhrung und Bilanzierung
eine bestimmte Goldwhrung zu sichern, der Franken in der Relation zum Golde nach der einstigen lateinischen Mnzunion als
Basis gewhlt wurde, und um andererseits der Schweiz die Freiheit zu lassen, ihre Landeswhrung nach ihrem Ermessen gestalten zu knnen. Herr Quesnay machte darauf aufmerksam, da in
diesem Zusammenhang die Bezeichnung Goldfranken in den
Statuten deshalb eine Bedeutung gewinnen knne, weil damit auf
eine absolute Mnzparitt hingewiesen werden wolle, um die der
wirkliche Franken oscilliere.
Und was die weitere Frage des Herrn Stnderat Schneider
anlangt, so haben auch hier die beiden Herren der in meinem
Briefe vom 11. Februar ausgedrckten Meinung beigepflichtet,
da ein Gold- oder Devisenausfuhrverbot der Schweiz die Internationale Bank nach 10 des Grundgesetzes zwar nicht treffen
knne, da aber die Nationalbank auf Grund des Art. 20 der Statuten gegenber einem solchen Export ein Einspruchsrecht besitze.
Herr Quesnay ging in der Interpretation des Art. 20 der Statuten
so weit, zu erklren, da die Internationale Bank keinen Franken
Schweizerwhrung in irgendwelcher Form ohne die Zustimmung
der Nationalbank erwerben knne, so da es theoretisch gesprochen vom Willen der Nationalbank abhnge, ob die Gehlter
der Angestellten, die Zinsen fr Lokalmiete, die Werklhne von der
Internationalen Bank in Schweizerfranken ausbezahlt werden.
Genehmigen Sie, hochgeachteter Herr Bundesrat, den Ausdruck meiner vorzglichen Hochachtung.
Heute Nachmittag hatte ich Gelegenheit, in Basel mit den Herren Quesnay und Siepmann unter anderm die Fragen zu besprechen, welche Sie mir mit Ihrem Schreiben vom 5. Februar mit Beilage des Briefes des Herrn Stnderat Schneider vom 31. Januar gestellt haben.
Die drei Fragen7 haben die beiden Herren dahin beantwortet,
Bei der Beantwortung dieser Fragen sagte M o t t a: Si nous
voulions un jour changer ltalon or en un autre, nous serions
matre de le faire. Nous le ferons pas, mais nous le pourrions.
(Amtliches stenographisches Bulletin 1930, S. 20.) Also: W o l l ten wir eines Tages die Goldwhrung mit einer
anderen tauschen, so wren wir in der Lage, das
Es handelt sich um die Fragen:
1. Verpflichtet sich die Schweiz durch den Staatsvertrag den Signatarmchten
und der Internationalen Zahlungsbank gegenber fr die Vertragsdauer auf die
Goldwhrung?
2. Begibt sie sich fr diese Zeit ihrer Handlungsfreiheit auf dem Gebiete der
Whrungsgesetzgebung und der Handhabung ihrer Whrung?
3. Oder kann sie trotz des Staatsvertrages durch Gesetzesnderung oder Notmanahme ihre Whrung auf eine andere Grundlage stellen?
z u t u n . W i r w e r d e n e s n i c h t t u n , a b e r w i r k n nt e n e s .
Den ersten Streich gegen Kreuger fhrte Morgan mit der
Grndung seiner Basler Bank (B.I.Z.). Die Young-Anleihe, die diese
ausgab, fand seltsamerweise in Kreuger einen guten Abnehmer.
Hoffte er auch, wie viele Schweizer, eine sptere Erholung dieses
Galgenpapieres? Jedenfalls soll er da viel Geld eingebt haben.8
Im Haag setzte nun Morgan zweierlei durch: 1. die Zinsen der Reparationsanleihe mssen bezahlt sein, bevor die Kreugeranleihe
durch Deutschland verzinst wird. 2. Deutschland darf nur durch
und mit Frankreich ber neue gemeinsame Kapitalbeschaffung
verhandeln. Das bedeutete, da in Frankreich Morgan eine starke
Stellung hat, da Deutschland knftig nur noch mit Morgan
verhandeln darf.
Und am offiziellen Empfang in Basel erklrte Generaldirektor
B a c h m a n n den staunenden Herren, die wohl alle zum erstenmal das Wort Freigeldleute hrten:
Ihr (der B.I.Z.) letztes Ziel ist, wie bei der Landesnotenbank,
die Erhaltung der Whrung der einzelnen Lnder und sicher
nicht zum wenigsten der ihres Sitzlandes auf der Goldparitt.
Dabei ist diese Mitsprache der schweizerischen Notenbank bei
jeglichem Erwerb von Schweizerfranken durch die B.I.Z. zugegeben, gleichgltig, ob die Nationalbank an der B.I.Z. nur am Kapital
oder weiterhin an der Verwaltung der Bank sich beteilige, gleichgltig auch, ob die B.I.Z. in der Schweiz oder anderswo niedergelassen sei. Und wie nach der Rechtslage trotz Sitz der B.I.Z. in Basel der Nationalbank jedwede Beteiligung an der B.I.Z. freigestellt
ist, so bleibt auch anderseits die Schweiz unbekmmert um die
Niederlassung der B.I.Z. in Basel, in der Gestaltung ihrer Whrungsgesetzgebung v o l l s t n d i g u n a b h n g i g . E s i s t
noch Platz fr die Verfassungsinitiative der
Freigeldleute
F r e i g e l dw h r u n g t r o t z R a t i f i k a t i o n d e s H a a g e r A b k o mm e n s d u r c h d i e S c h w e i z.
Hinzu kam, da in den Vereinigten Staaten 1929 die Krise
g e m a c h t wurde, an der wir heute noch leiden. Wenn
k e i n e Krise entstehen soll, so mssen Jahr um Jahr mehr Geldmittel in Verkehr gegeben werden. Sobald sie fehlen, setzt die
Zirkulation aus, das heit die Gter werden wohl noch hergestellt,
aber sie finden den Weg zum Konsumenten nicht, weil diesen das
G e l d f e h l t, um sie zu kaufen.
Der Vermehrung der Produktion mte auch die Verstrkung
des Austauschapparates G e l d entsprechen! Leider war dem
1929 nicht so: es zeigte sich vielmehr eine A b n a h m e der vorhandenen Geldmenge um ber 80 Millionen Dollar, bei einer
starken Vermehrung der Produktion.
Hinzu kam noch der andauernde Krisengrund, da das Geld
nicht mehr hergegeben wird oder doch nicht mehr mit der gleichen Schnelligkeit, sobald die Z i n s e r t r g e zurckgehen.
Und das war seit 1926 der Fall. D a m a l s war die Durchschnittsrendite der Aktien (nach Fisher) noch 5,2 Prozent: sie sank
in der krisenlosen Zeit bis 1929 schlielich auf 2,8 Prozent! Die
Krise wre damit auch ohne Morgan und the hidden hand9 einmal gekommen, wie sie eben durch die Goldwhrung zwangslufig
kommt. Wir stellten sie am 1 8 . M r z 1 9 2 9 fr den Herbst
des gleichen Jahres in Aussicht:
Morgan besiegt Kreuger
Die United State Steel Corporation unter Morgans Fhrung
stand in Gegensatz zu Kreuger, ihrem grten Konkurrenten. Das
war schon vor acht Jahren. Seither bildete sich der Kreuger-Konzern immer weiter aus und trat Morgan vor allem auf einem Gebiete entgegen, auf dem er bisher Alleinherrscher gewesen war:
auf dem Gebiete der S t a a t s a n l e i h e n, die den Grobanken
das tgliche Brot liefern (whrend der Braten durch die Spekulation kommt). Kreugeranleihen haben Deutschland (einmal 500 Millionen), Frankreich, Rumnien, Ungarn, Jugoslavien, Griechenland,
Polen usw. insgesamt 14 Staaten mit einem Gesamtbetrag von
Milliarden erhalten. Er sprang vor allem den Oststaaten bei,
wenn sie von der Hochfinanz zu arg ausgepret wurden, aber auch
Deutschland, das ja nicht selten im gleichen Falle war.
Diesmal kam sie also durch eine G e l d v e r m i n d e r u n g.
Seltsamerweise rhrte diese ausschlielich von den Banken her,
Der Kursverlust fr den Schweizer Anteil betrug zeitweise fr die Schweizer
Zeichner ber 60 Mill. Franken.
Als hidden hand bezeichnen die englischen Bankiers jenen kleinen Kreis um
Morgan, der ber die in den Verkehr zu gebende Goldmenge des Goldtrustes
die unter M o r g a n s Einflu standen, whrend die Federal
Reserve Banken ihre Geldausgabe in der gleichen Zeit erhht
Brown sofort benachrichtigt wurde. Kurz vor seinem Tode hatte
Kreuger eine Unterredung mit Brown als Beauftragten des Hauses
M o r g a n und gab deutlich zu erkennen, da er jeden Tag
Kreuger als Schwindler und Betrger entlarven knne. Kreuger
versuchte, Brown zu bestechen und bot ihm 5 Millionen Kronen,
aber Brown gab zynisch zur Antwort: Wollen Sie mir auch geflschte Obligationen als Sicherheit geben? Damit wute Kreuger,
da er erledigt war.
Und seltsam ist auch die Mitteilung von Finanz und Wirtschaft, da Morgan vor Ausbruch der Krise keine A k t i e n
mehr in seinem Besitz hatte.
Kreuger aber h a t t e Aktien, und er hatte auch Schuldscheine der Staaten, die nun durch die Krise zahlungsunfhig
wurden. Als bestes Papier lagen in seinen Tresors e n g l i s c h e
Staatspapiere, und solche hatte er auch hinterlegt, wo er Wertschriften deponieren mute.
Brown ist der Sohn eines englischen Militrattachees und
einer ungarischen Grfin. Er wohnte im Auftrage Morgans allen internationalen Konferenzen der letzten Jahre bei.
Und seltsamerweise wurde gerade E n g l a n d mit seinen
Goldvorrten so in die Enge getrieben, da es die Goldwhrung
aufzugeben gezwungen wurde. Und whrend sein Preisstand kaum
stieg (im Kleinhandel berhaupt nicht), wurde der Preis des englischen Pfund, gegen alle Regel, lange Zeit von 25 bis auf 16 Franken gedrckt. V o n w e m ? Sicher nicht von den Englndern,
sondern von den gleichen Mchten, die z.B. die Peseta so lange
drckten (durch unausgesetzte Verkufe und durch Miesmacherei), bis Spanien eine Goldanleihe von Morgan annehmen
wollte. (Die Revolution machte das Geschft dann unntig.) M i t
dem Sturz des Pfundkurses war Kreuger so gut
w i e e r l e d i g t.
Der Morganproze
In der Februar-Nummer des American Federationist, des
Organs des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes verffentlichte
Sekretr J . P. F r e y einen ausfhrlichen Artikel ber die unumschrnkte Herrschaft des Geldkapitals in den Vereinigten Staaten.
Die Ausfhrungen von Frey fanden sofort groe Beachtung. Sie
brachten das ganze Geldkapital zur Verteidigung seines guten
Rufes auf den Plan.
Er machte noch eine Bitt- und Bufahrt nach den Vereinigten
Staaten. Lee Higgingson und Co., seine dortigen Vertreter, erklren, da er nichts mit ihnen verhandelt htte: seine Pilgerfahrt
ging also zu den Geldgewaltigen der Vereinigten Staaten, zur hidden hand. Er wollte zehn Millionen Dollar zur Abwicklung seiner
dringendsten Verpflichtungen haben, man gewhrte ihm
s i e b e n und als er in Paris angekommen war, traf ihn die Nachricht, da ihm auch diese sieben nicht gegeben werden knnten.
F r e y hat jedoch seine Behauptungen vor einer Kommission
des S e n a t s bekrftigt, indem er ausdrcklich feststellte, d a
einige groe Banken in New York buchstblich
d i e W i r t s c h a f t b e h e r r s c h e n u n d d i e P o l i t i k g eg e n b e r d e r A r b e i t e r s c h a f t d i k t i e r e n was hier
vor acht Jahren schon geschrieben wurde.10
Die sogenannten Morgan-Banken haben auf Grund ihrer
Schlsselstellungen in sechs Banken in New York 208 Direktorenposten in 104 anderen Banken in ihren Hnden, ferner 618 leitende Stellungen in 569 gemischten Gesellschaften, 178 solcher
Stellen in 142 Versicherungsgesellschaften, 423 in 360 Grounternehmen der Industrie, 283 in 234 Transportunternehmen, und 315
in 266 ffentlichen Krperschaften. 24 New Yorker Banken
besetzen insgesamt 4090 Direktorenstellen in anderen Banken sowie Unternehmen der ganzen Wirtschaft. Auf Grund dieser Inter-
Die heimliche Hand hatte ihren letzten und entscheidenden
Griff nach seiner Gurgel getan: K r e u g e r war im Kampfe
gegen M o r g a n, den Mann des G o l d e s, unterlegen.
Kreuger wurde zuletzt Tag und Nacht von Geheimagenten
berwacht. B r o w n, der mit seiner berwachung betraute Detektiv Morgans, nherte sich Kreuger in der Maske eines Vertreters der Auenhandelsabteilung der Sowjetregierung. Kreuger
fuhr nach Paris, Brown fuhr auf demselben Dampfer und sorgte in
Paris dafr, da Kreuger keinen Schritt tun konnte, ohne da
10 Die 1. Auflage dieser Schrift erschien 1925.
essenvertretungen beherrschen sie die ganze Wirtschaft des
Rckzahlung oder Verzinsung die Rede war. Es befinden sich darunter: N o r m a n D a v i s, der Delegierte Amerikas auf der
A b r s t u n g s k o n f e r e n z,
Exvizeprsident
D a w e s, Charles E. M i t c h e l l, der ehemalige Vorsitzende der
National City Bank (Mitchell allein soll 6 Mill. Dollar erhalten
haben!), Richard W h i t n e y, der Prsident der New York Exchange, Mortimer B u c k n e r, der Prsident des New York Clearinghouse, und Myron T a y l o r von der U.S. Steel Corporation.
Dieser Angriff bildete den Auftakt zu einem weiteren Vorgehen
gegen Morgan. In monatelanger Arbeit trug Staatsanwalt P e c o r a ein umfassendes Material zusammen, durch das die Behauptungen von J. P. F r e y in vollem Umfange besttigt wurden.
Geheimbcher
b es c h l a g n a h m t und mehrere andere New Yorker Bankiers,
unter ihnen die wegen S t e u e r h i n t e r z i e h u n g bzw. Bcherflschung angeklagten M i t c h e l l und H a r r i m a n
Einer weiteren Zahl von fhrenden Amerikanern wurden Aktien zu tieferen als den Brsenkursen vermittelt, zu 20 statt zu 35
Dollar. Auf dieser Liste stehen unter anderen die Namen folgender
bekannter Persnlichkeiten: Schatzamtssekretr W o o d i n , M a c
A d o o , O w e n Y o u n g, der Flieger Oberst L i n d b e r g h12,
Thomas W. L a m o n t, R. B. M e l l o n, der Bruder des frheren
Schatzamtssekretrs und heutigen Gesandten der Vereinigten
Staaten in England, R. A s k o b, Direktor der General Motors
Gesellschaft und seiner Zeit Vorsitzender des demokratischen Nationalausschusses, der Roosevelt als Prsidentschaftskandidaten
aufstellte, ferner die beiden Shne John Pierpont Morgans, J u n i u s und H e n r y M o r g a n.
Pecora versprach, keine Rcksicht auf die Parteizugehrigkeit,
soziale Stellung und das Vermgen der verwickelten Personen zu
nehmen. Selbst der 66 Jahre alte J. P. M o r g a n mute nun als
Zeuge erscheinen.
Der Gang Morgans und seiner Partner nach Washington Ende
Mai 1933 war eine Sensation ersten Ranges fr das amerikanische
Volk. Morgan verlie New York mit nur schlecht verhehlter Nervositt. 15 Geheimpolizisten prgelten sich mit den Photographen
herum, die Morgan zu knipsen versuchten: Morgan liebt das Photographiertwerden nicht! Vor Beginn seiner Vernehmung nahm
Morgan die Gelegenheit wahr, eine Erklrung ber die volkswirtschaftliche
P r i v a t b a n k i e r s 11
abzugeben. Er sagte mit eindringlicher Stimme: Ich unterstehe
keinen Gesetzen, sondern einem ungeschriebenen Ehrenkodex.
Mein Kredit ist mein wertvollster Besitz.
Aus Zeugenaussagen, die vor dem Untersuchungsausschu
abgegeben wurden, ging hervor, da auch der verstorbene Prsident C o o l i d g e nach seinem Weggang aus dem Weien
Hause zu den b e v o r z u g t e n K u n d e n M o r g a n s gehrte, die Aktien zu ermigten Preisen kaufen konnten.
Die Tatsache, da sich auch der derzeitige Finanzminister
W o o d i n auf der Liste befindet, scheint in der politischen Welt
des Landes einen S t u r m d e s U n w i l l e n s heraufzubeschwren. Senator B o r a h uerte: Das amerikanische Volk
ist meines Erachtens berechtigt, zu erwarten, da der Finanzminister ber jeden Verdacht erhaben ist.
Der die Vernehmung fhrende Anwalt versuchte, konkrete
Feststellungen ber die Geschftspraxis zu erheben, er wurde aber
belehrt, da das Haus Morgan keine Buchrevisionen bentige, weil
die Konten niemals fehlerhaft seien! Die Partner des Hauses haften
in ihrer Gesamtheit fr alle; ber die tglichen Partnerkonferenzen
werden keinerlei Aktennotizen gefhrt, es werden nur die Namen
der Teilnehmer festgestellt.
Die Voruntersuchung hatte aufsehenerregende Enthllungen
gebracht. Trotz des Einspruchs von Morgans Anwalt hat das Finanzkomitee des Senats L i s t e n von etwa 60 fhrenden Bankdirektoren verffentlicht, die in den letzten Jahren von dem Bankhaus Morgan D a r l e h e n erhalten haben, ohne da von einer
Im weiteren Verlauf der Vernehmung Morgans vor dem mit
der Bankuntersuchung betrauten Senatsausschu gab M o r g a n
zu, da er s e i t 1 9 3 0 k e i n e E i n k o m m e n s t e u e r g ez a h l t habe. An einer einzigen Finanztransaktion habe er einen
Verlust in Hhe von 21 Millionen Dollar erlitten. Ferner seien
groe Betrge, die er ausgeliehen habe, seit langem berfllig; sie
seien nicht zurckgezahlt worden oder mten zum mindesten als
nicht gengend gesichert betrachtet werden. Armer Morgan!
11 Auch der Prsident der Schweizerischen Nationalbank, Dr. A. S a r a s i n,
Basel, ist ein Privatbankier.
12 Lindberghs S c h w i e g e r v a t e r ist Gesandter der Vereinigten Staaten in
M e x i k o, wo Morgan ausgedehnte Interessen zu wahren hat!
Der A n g r i f f das Organ des nationalsozialistischen Ministers
Dr. G o e b b e l s in Berlin schreibt, da auch in Bezug auf
D e u t s c h l a n d auf sehenerregende Enthllungen zu erwarten
seien. Es knnten hier vielleicht jene Verhandlungen aufgedeckt
werden, die zwischen dem oben genannten D a w e s und Dr.
S c h a c h t 1924 gefhrt wurden und zu jenem 800 MillionenAnleihen an Deutschland fhrten, mit dem dieses Land seine whrungspolitische Selbstbestimmung an Morgan verlor. Oder denkt
der Angriff an jenen Bericht ber das Zustandekommen von Auslandsanleihen in den Vereinigten Staaten, den wir in Nr. 14 der
Freiwirtschaftlichen Zeitung (Bern) verffentlichten? Da wurde
aufgezeigt, wie die Amerikaner whrend der Prosperitt Mglichkeiten der Kapitalanlage im A u s l a n d suchten, nur damit sie
die Ersparnisse der amerikanischen Brger nicht alle in den
Vereinigten Staaten ausleihen muten denn das htte verheerend auf den Zinsertrag gewirkt. Auch der Zinsfu ist vom Verhltnis zwischen Nachfrage und Angebot abhngig und allzuviel
Ersparnisse drcken den Zins, wenn man sie alle im Inland
anlegen mu! So lie man sichs etwas kosten, Auslandsanlagen zu
finden oder zu schaffen.
Schaden durch die Goldwhrung
Wir haben oft Ursache, ber die Leistungen des schweizerischen Staates unzufrieden zu sein. Denken wir nur an die Seetransportunion, an die Affren Ga, Sidler, an die Verluste am
eidg. Versicherungsfonds, an die Prozesse um die eidg. Alkoholverwaltung, an die Tatsache der Verschleppung jenes Schutzgesetzes fr die Deutschversicherten von 19151919, whrend die
Nationalbankdividende damals sofort erhht wurde, nachdem in
der Neuen Zrcher Zeitung Beschwerde darber gefhrt worden war, da sich die Nationalbankaktien zu wenig hoch verzinsen.
Denken wir an die Verluste am Silberschatz der Schweiz im Betrag
von 120150 Millionen Franken, denken wir auch daran, da
Ratsmitglieder der Bundesbehrde die Verwaltungsrte groer Aktiengesellschaften sind und sich in den eidg. Rten fr Schutzzollgesetze zum Schutze ihrer Produkte einsetzen, an die unterbliebenen Enthllungen im Guinandproze usw. A b e r d a s
alles sind Kleinigkeiten gegenber dem, was uns
d i e G o l d w h r u n g j h r l i c h f r S c h a d e n z u f g t.
Vielleicht erinnert sich der Angriff auch an jenen Plan von
Dr. S c h a c h t, den man in Nr. 13 der Freiwirtschaftlichen
Zeitung (Bern) nachlesen kann, wonach Dr. S c h a c h t eine
riesige Auslandsanleihe auflegen sollte, bei der M o r g a n seine
billigst erworbenen deutschen Obligationen mit 75% ihres Nennwertes an Zahlungsstatt geben wollte. Der Gewinn fr Morgan
wurde auf rund eine Milliarde Mark berechnet. Trotzdem dieser
Plan (natrlich ohne seine morganatischen Hintergrnde) schon in
der Neuen Zrcher Zeitung verffentlicht worden war, ist es
nach der Verffentlichung in der F. Z. ganz still geworden. Der
betreffende Artikel der F. Z. liegt auch bei den Akten des
Morgan-Prozesses und drfte die vom Angriff erwhnten Ergebnisse in Bezug auf Deutschland vielleicht wesentlich ergnzen
und das Auffinden von neuem Material ber die Beziehungen
Morgans zu Europa erleichtern helfen . . .
Sie schafft durch die mit ihr zwangslufig verbundenen
Schwankungen des Preisstandes die U n s i c h e r h e i t, die der
Tod aller Unternehmungslust ist.
Sehr wichtig und lieb wre es uns Schweizern, wenn auch der
Kampf um die B.I.Z. von Staatsanwalt P e c o r a beleuchtet
Im Gefolge des Zinses finden wir auch immer die Arbeitslosigkeit und das Bauernsterben in den Bergtlern und auf dem flachen
Sie strt damit fortgesetzt die Arbeit und verhindert damit den
allgemeinen Wohlstand. Lngst wre es mglich gewesen, mit unsern durch die Technik ins Riesenhafte gesteigerten Produktivkrften W o h l s t a n d f r J e d e r m a n n zu schaffen, wenn
nicht die Schwankungen des Preisstandes immer wieder den ruhigen Gang der Geschfte gestrt htten.
Sie wird damit Ursache und Rckhalt des Z i n s e s, der uns
Schweizern die Hlfte des Arbeitseinkommens wegnimmt. (Jhrlich 3000 Millionen Franken.) Hier ist die Ursache der allgemeinen
Gedrcktheit, aber auch der aufdringlichen Empfehlung der Goldwhrung durch die Finanzmnner zu suchen!
Die Goldwhrung macht das Geldwesen heute unbersichtlich
und unklar. Man mag herumfragen wo man will: in den Fragen der
Geldverwaltung herrscht berall eine Art von geheimnisvollem
R e s p e k t. Man fhlt, da da eine geheime Macht am Werke ist,
aber man wagt es nicht, sich mit ihr zu befassen. Man frchtet,
besonders in den Kreisen des Mittelstandes, fr
d e n g e s c h f t l i c h e n K r e d i t.
Die feste Whrung
Das Allein-Vernnftige ist, das Geld in solcher Menge in den
Verkehr zu geben, da seine Kaufkraft immer gleich hoch ist,
anders gesagt, da der Preisstand (Index) auf gleicher Hhe bleibt.
Da das mglich ist, bezweifelt kein Vernnftiger. So schrieb z.B.
schon 1915 der Direktor der Spar- und Leihkasse Bern, Herr 0 t t,
damals Subdirektor der S c h w e i z e r i s c h e n
Nation a l b a n k und dann Direktor der Leu A.-G. in Zrich, da man
durch den Rckzug der Noten eine Verknappung der Geldmittel
herbeifhre, die die Kauflust vermindere, die Nachfrage nach
Waren herabsetze und somit deren Preis ungnstig beeinflusse.13
Und Bundesrat Dr. A. M e y e r, damals noch Chefredaktor der
Neuen Zrcher Zeitung und Finanzexperte des Bundes in den
Konferenzen von Brssel und Paris, schrieb in seinem Blatte: Es
bezweifelt doch heute niemand die Mglichkeit, durch Vermehrung
oder Verminderung der Geldmittel die Warenpreise zu erhhen
oder zu drcken.14 Endlich erklrte D u b o i s, der Prsident des
Verwaltungsrates des Schweizerischen Bankvereins in Basel und
Vertreter der Schweiz auf der Konferenz in Genua (er hat auch den
Deutschen einen Vorschlag zur Stabilisierung ihrer Whrung eingereicht) in der eidgen. Whrungskommission: Das Mittel, den
Preisrckgang aufzuhalten, wre, genug Noten auszugeben.15
Die Goldwhrung kann nur gestrzt werden durch eine zum
uersten entschlossene Gruppe. Die Mammonarchen fhlen, da
hier die gefhrlichste aller Revolutionen (Ausdruck eines amerikanischen Millionrs fr die Festwhrungsbewegung!) im Anzug
In seinem Buche: Die Umkehr der Wissenschaft und ein
Grundri wissenschaftlicher Reformation ruft der Nobelpreistrger Professor Dr. F r e d e r i c S o d d y, der sich schon frher
entschieden gegen die Goldwhrung ausgesprochen hat und sie als
einen Fastnachtscherz bezeichnete, den Demokratien folgendes
In ihrem Kampfe mit der A u t o k r a t i e hat die
D e m o k r a t i e es bersehen, da von allen Vorrechten der
Regierung das wichtigste, wenn nicht berhaupt das allein wesentliche, in der V e r w a l t u n g d e s G e l d m o n o p o l s zu suchen ist. D i e U r s a c h e , w a r u m d i e D e m o k r a t i e i n i h rem
O r d n u n g s o v l l i g v e r s a g t e , i s t h i e r z u s u c h e n.
Die Demokratie hat den modernen Finanzmnnern Vollmachten gegeben, wie sie noch niemals einem absoluten Herrscher zustanden. Ohne Rcksicht auf Vlker, Knige und Minister hat die
Oberherrschaft ber den Geldumlauf einigen Wenigen absolute
Macht ber die Industrie und damit ber Tod und Leben des
Volkes ausgehndigt. Die Industrievlker sind so schwer verschuldet, da die Industrie wie das Geschft eines Bankrotteurs
von den Glubigern verwaltet wird. Shylok hat uns alle in seinen
Krallen, den Wissenschaftler, den Schwarzrock, den Erfinder, den
Handwerker, den Bauern; alle, alle werden unter die Kontrolle
einer zentralisierten Finanzherrschaft gebracht.
Whrend also Meyer die allgemeine Mglichkeit der Bestimmung des Preisstandes durch die Geldausgabe zugibt, zeigen 0 t t
und D u b o i s, wie man im einzelnen Fall zu verfahren htte.
Die feste Whrung ist national durchfhrbar! Das ist selbstverstndlich, da niemand anders als wir selbst die Hhe unseres Geldumlaufs und damit die Kaufkraft des Geldes bestimmt. Nur den
Wechselkurs knnen wir dann nicht auch gleichzeitig festhalten, so
lange die Kaufkraft der auslndischen Gelder schwankt.
Da mu man denn immer wieder die erstaunte Frage hren: Ja,
warum w o l l e n wir das Geld nicht in einem Mae in Verkehr
bringen lassen, da seine Kaufkraft jahraus jahrein die gleiche
bleibt?!
Das ist klar, deutlich und richtig.
Und die Forderung?
Sie lautet: Feste Whrung.
1 3 O t t, Krieg und Geld, Bern 1916, S. 4.
14 Neue Zrcher Zeitung, 26. Juli 1921.
15 Fritz Schwarz: Wie steht es um den Schweizerfranken, Bern 1924, S. 30.
(Protokoll der Eidg. Whrungskommission.)
Warum w o l l e n unsere Geldgewaltigen die feste Whrung
nicht, da sie doch sicher mglich ist?! Aus verschiedenen Grnden!
E r s t e n s beseitigt die feste Whrung alle Schwankungen der
Kaufkraft des Geldes also gerade das, wovon die Spekulanten
leben! Z w e i t e n s wollen die Geldleute die feste Whrung der
Kaufkraft des Geldes nicht, weil damit die Arbeitslosigkeit und somit auch der D r u c k a u f d e n L o h n u n d a u f d i e
P r e i s e aufhren wrden.
winn an die Staaten mit Metallgeld absetzen knnen. So verteilten
die sdafrikanischen Gruppen 1922 erst 20% Dividende und dann
noch 80% Nachschudividende im ganzen also 100 Prozent.
Wenn man hrt, da auch in der Schweiz Millionen und
Millionen in Goldminenaktien angelegt sind das sagte in ffentlicher
Kantonalbankdirektor
W a l d e r in Schaffhausen so begreift man, warum sich auch
in der Schweiz so viele Leute fr, die Goldwhrung einsetzen,
trotzdem wir dieses Metall aus dem Ausland beziehen u n d m i t
u n s e r n A r b e i t s e r z e u g n i s s e n b e z a h l e n m s s en .
Auf Grund jahrelanger Forschungen kam Prof. I . F i s h e r
(Yale-Universitt) zum Schlu, da 94,1 % aller Arbeitslosigkeit
von 1903 bis 1924 von den Schwankungen der Kaufkraft des
Goldes herrhre und da mit der Einfhrung der f e s t e n W h
r u n g durch eine vernnftig regulierte Notenausgabe wir die
Frage der Arbeitslosigkeit zum grten Teil lsen wrden.
Die Hauptsache aber ist und bleibt, da die feste Kaufkraft des
Geldes die Schaukelpolitik der heutigen Goldwhrung unmglich
macht, damit die Spekulationsgewinne beseitigt und den Zinsfu
senkt. Diese feste Whrung wrde die Grundlage fr eine krisenfreie, gesunde Volkswirtschaft, ohne Ausbeutung durch Spekulation und Zins, ohne Absatzstockung und Arbeitslosigkeit werden.
Nach F i s h e r rhren auch 90% aller A b s a t z s c h w i e r i g k e i t e n und Stockungen von den Kaufkraftschwankungen
her. Knnte man diese beseitigen, so htten wir sofort anstatt der
heutigen Arbeitslosigkeit volle Beschftigung aller Arbeitswilligen,
und so auch bessern Absatz, damit aber auch grere E r s p a r n i s s e und dadurch wiederum e i n e n a l l g e m e i n e n
D r u c k a u f d e n Z i n s f u . Jedes Sinken des Zinsfues um
1% bedeutet aber einen Einnahmenausfall allein der Schweizer Kapitalbesitzer von 600 Millionen Franken jhrlich, wenn die Gesamtausgaben fr den Z i n s in der Schweiz mit 3000 Millionen
im Jahr nicht zu hoch eingeschtzt sind. Fnf Prozent machen
3000 Millionen, also ein Sinken des Zinses um 1% den fnften Teil
dieser Summe aus!
Macht sich ein Land von den goldliefernden Herren unabhngig, indem es sich bei der Ausgabe seines Geldes nicht auf die
Menge Gold oder Silber sttzt, die ihm von Morgan & Co. gndigst
zur Verfgung gestellt wird, so kann Morgan hier nichts mehr ausrichten. Jedes Volk kann seine eigene Whrung haben wenn es
aufgeklrt und entschlossen ist, sich gegen seine Goldlieferanten
aufzulehnen. D e r K a m p f g e g e n d i e G o l d w h r u n g i s t
d e r F r e i h e i t s k a m p f d e s 2 0 . J a h r h u n d e r t s. Jedes
Land wird ihn einmal fhren. Welches wird das erste am Ziel sein?
Hilf, lieber Leser, da es die S c h w e i z wird! U n t e r s t t z e d i e F r e i w i r t s c h a f t s b e w e g u n g durch Deine Mitarbeit!
Diesen Schaden mte aber der Zinslipicker tragen! Und daher wehrt sich dieser mit dem Mute von 5 x 600 Millionen Franken
im Jahr gegen diese feste Whrung! (Wenn jemand fragt, warum
man denn 1921 und 1931 nichts von der Besserstellung gemerkt
htte, als der Zinsfu zurckging, so darf man nicht vergessen,
da vorgngig diesem Sinken des Zinsfues e i n S i n k e n
a l l e r P r e i s e kam. Und deshalb war der Zinsfu von 4 oder
3% im Verhltnis zu den gesunkenen Preisen damals sogar hher
als vorher ein Zinsfu von 5 und 6%. Nur bei einem f e s t e n
P r e i s s t a n d ntzt den Arbeitenden ein Sinken des Zinses!)
Weil also die feste Whrung der einzig erfolgreiche Angriff auf den
Zins ist, wird sie von Zinsgenieern abgelehnt und bekmpft.
Dann wird der Sieg bald unser sein!
Schweizer Freiwirtschaftsbund, Geschftsstelle Bern.
Das Internationale Sekretariat der Freiwirtschaftsbewegung in B e r n diese
Anschrift gengt gibt gerne Auskunft ber hnliche Vereinigungen in anderen
D r i t t e n s wollen die Gold- und Silbergrubenbesitzer die
feste Whrung nicht, weil sie heute diese Metalle mit groem Ge
Das freiwirtschaftliche
1. Jeder Brger hat die sittliche Pflicht, eine Wirtschaftsordnung zu erstreben und verwirklichen zu helfen,
die dem arbeitenden Volke den vollen Ertrag seiner Arbeit
zukommen lt, die Sicherheit des wirtschaftlichen Daseins
gewhrleistet und jedem arbeitenden Menschen die freie
Entfaltung seiner Persnlichkeit und die individuelle
Gestaltung seines Lebens ermglicht.
immer auf allgemeinen Preisschwankungen und auf der
durch diese Preisschwankungen bewirkten Vernderung der
Vermgens- und Einkommensverhltnisse.
Jede allgemeine Preissteigerung ist zugleich eine
Entwertung des Geldes, also auch eine Entwertung jedes
Vermgens und jedes festen Einkommens.
Jede allgemeine Preissenkung ist zugleich eine Aufwertung des Geldes, also auch eine Aufwertung der
Schulden und eine Verminderung des Einkommens aus der
Arbeit und dem Warenumsatz.
Jede allgemeine Preisschwankung verflscht den bisherigen Inhalt aller Zahlungsvertrge und schdigt zwangslufig den einen oder andern Teil der Volksgenossen.
Eine Volkswirtschaft, die solche Schwankungen zult
und mit sich bringt, ist unsittlich und untergrbt fortwhrend die Gemeinschaft des ganzen Volkes.
2. Die Grundlage der staatlichen und wirtschaftlichen
Ordnung bildet die Freiheit der Persnlichkeit.
Staat und Wirtschaft sind um des Menschen willen da.
Sie beide sind Hilfsmittel mit dem Zwecke, die Entfaltung
der im Menschen liegenden Krfte und den kulturellen Aufstieg des Einzelnen und des ganzen Volkes zu ermglichen.
Jede Beschrnkung der Freiheit durch Staat und Wirtschaft mu auf dem freien Willen der Brger beruhen.
6. Jede allgemeine Preisschwankung ist zugleich eine
Vernderung der Kaufkraft des Geldes.
Die Grundlage einer sittlichen und gerechten Wirtschaftsordnung ist ein Tauschmittel, dessen Kaufkraft unter
allen Umstnden gleichbleibt.
Der Staat ist verpflichtet, dem arbeitenden Volke eine
Whrung zur Verfgung zu stellen, deren Kaufkraft
keinerlei Schwankungen erleidet.
3. Das Vaterland, als Inbegriff von Land und Volk, ist die
Heimat jedes Brgers. Der Staat, als politisch-rechtliche
Organisationsform, ist nicht Selbstzweck, sondern hat die
Aufgabe, die rechtliche und wirtschaftliche Lebensgrundlage seiner Brger zu sichern.
7. Die Verkettung der Whrung mit dem Golde fhrt zu
Schwankungen der Kaufkraft, liefert das Tauschmittel der
Willkr der nationalen und internationalen Spekulation aus
und hat ber alle Vlker unsgliches Elend gebracht.
Die Goldwhrung hat in einer nach sittlichen Grundstzen geordneten Volkswirtschaft keinen Platz. Sie mu
unverzglich abgeschafft werden.
LIESTAL, Sonntag den 13. November 1932.
4. Klassenkampf, Spaltung des Volkes in Stnde, die sich
bekmpfen, gewaltsame Eingriffe des Staates in die Wirtschaft und Staatsverschuldung infolge wirtschaftlicher Manahmen sind Folgen einer verfehlten Wirtschaftsordnung.
8. Die Gestaltung der Whrung ist eine Angelegenheit
des eigenen Staates.
Jeder Staat hat die Mglichkeit, durch eine fortwhrend
nach dem Durchschnittspreis der Waren geleitete Whrung
seine Wirtschaft in Ordnung zu bringen und sowohl jede
5. Die Unsicherheit des wirtschaftlichen Daseins, der
Klassenkampf und die Not der Wirtschaftskrise beruhen
Krise als auch jede fieberhafte Steigerung der Wirtschaft
unmglich zu machen.
13. Eine internationale Gemeinschaft der Vlker und Nationen ist erst dann mglich, wenn jeder Staat auf seinem
Gebiete die Ordnung des Rechtes und der Wirtschaft erlangt
Ordnung in Wirtschaft und Recht vermag allein den Frieden zwischen den Vlkern zu sichern.
Wir verlangen, da unser Staat ohne Rcksicht auf andere Staaten die Ordnung von Wirtschaft und Recht schaffe
und auf dem Wege, den wir aufgezeigt haben, jede Erschtterung der schweizerischen Wirtschaft unmglich mache.
9. Der Staat ist verpflichtet, dem arbeitenden Volke ein
Tauschmittel zur Verfgung zu halten, das der Wirtschaft
seiner Natur nach nicht willkrlich entzogen werden kann.
Der auf allen Waren lastende Zwang des Angebotes ist
daher auch auf das Geld zu bertragen.
10. Die fortwhrende Anpassung des mit dem Umlaufszwang versehenen Geldes an die Bedrfnisse der Wirtschaft
schtzt das arbeitende Volk fr alle Zeiten vor der Wirtschaftskrise und vor der Zerrttung seines Vermgens.
Wir verlangen, da der Staat unserem Volke ein solches
Tauschmittel unverzglich zur Verfgung stelle.
14. Wir verwerfen jede Zwangswirtschaft und jede Auslieferung der Wirtschaft an den Staat.
Wir verwerfen jede Diktatur und jede Gemeinschaft, die
nicht auf der Freiheit der Menschen und Brger beruht.
Wir verwerfen jede Entfremdung des Menschen von seinem Vaterland und von seinen Volksgenossen.
Es lebe die Gemeinschaft der freien Menschen in einer
gerechten Wirtschaftsordnung!
Es lebe die Gemeinschaft der Vlker auf Grund einer gerechten Wirtschaftsordnung!
Es lebe das Vaterland! Es lebe die freie Schweiz als Erbe
der Vter, als Heimat unseres Volkes und als Glied einer
kommenden Vlkergemeinschaft!
11. Grund und Boden des Vaterlandes darf nicht
Gegenstand der Spekulation sein.
Durch ein Bundesgesetz ist dem Staate, dem Kanton und
der Gemeinde ein Vorkaufsrecht am Grund und Boden
einzurumen und jede Bodenspekulation unmglich zu machen.
Jede Enteignung von Grund und Boden gegen den Willen
des Eigentmers ist unstatthaft. Vorbehalten bleiben die
besonderen Voraussetzungen des Bundesgesetzes ber die
12. Die sittliche Wirtschaftsordnung erteilt der
menschlichen Arbeit die hchste Wertung.
Der Staat hat die Pflicht, die Arbeit gegen jeden Mibrauch durch Einzelne zu schtzen.
Schutz der Arbeit, Schaffung einer stabilen Whrung
und Erla eines Bodenrechts, das den Eigentmer vor Verschuldung, den Mieter und Pchter vor Ausbeutung schtzt:
das sind die einzigen Manahmen, die der Staat fr die
Volkswirtschaft zu treffen hat.
Ed. Burri und Fritz Schwarz: Der Zins Fr. 1,25.
Nlle:
Dezentralisation des Kredits Fr. 1,10.
Der Fluch der Goldwhrung Fr. ,20.
30 Millionen Deutsche zu wenig Fr. ,35.
Hitler oder Gesell Fr. 1,10.
Das Weltverbrechen der Warenvernichtung Fr. 2,50.
Der Mensch und sein Geld Fr. ,40.
Die zwei Sozialismen Fr. 1,20.
Das Valutaproblem und seine Lsung Fr. ,60.
Was verteuert unsere Produktion und wie lt sie sich verbilligen? Fr. ,20.
Das Problem der Steigerung der Produktion Fr. ,30.
F. Pfister: Volkswirtschaftliches Rechenbuch mit Schlssel
Fr. 1,50.
Felden: Menschen von Morgen (Roman) Fr. 3,60.
V. Pfluger: Die drei groen F. Fr. 3,40.
Fisher, Gide und Ferrero: Moral in der Geldausgabe Fr. ,50.
K. Polenske:
10 Tage Rtefinanzminister Fr. 1,.
An Alle! die 10 Tage in Mnchen Fr. ,60.
Irving Fisher: Money scrip (Freigeld) Fr. 5,.
Haardt: Erkenne das Geld! Fr. ,40.
Reichsbund Deutscher Technik:
Absatzstockung und Arbeitslosigkeit und ihre Beseitigung
Fr. 1,.
Whrung und Wirtschaft Fr. ,65.
Hanisch: Die sozialistische Utopie Fr. 1,.
H. Hindermann: Die Gefhrdung von Industrie, Gewerbe und
Landwirtschaft durch die Politik der Notenbanken Fr. ,30.
F. Roth:
Freiland Freigeld als politisches Programm Fr. 2,.
Freisinn und Freiwirtschaft Fr. ,50.
A. v. Hoffmann, Regierungsrat:
Die drei Grundpfeiler des wirtschaftlichen Wiederaufbaus
Fr. 1,60.
Whrung und Wirtschaft Fr. 2,25.
Werner Schmid: Staat, Wirtschaft und Erziehung Fr. 1,10.
Frhr. P. Von Schoenaich: Zwei fantastische Geschichten vom
Geld, brosch. Fr. 1,50, geb. Fr. 2,50.
Hoffmann: Die Freiwirtschaft in der Westentasche Fr. ,20.
Dr. L. Jenni: Von Silvio Gesells erstem Werk: Die Reformation im
Mnzwesen als Brcke zum sozialen Staat Fr. ,20.
Keidel: Wenn ich Wirtschaftsdiktator wre Fr. ,20.
H. Schumann:
Arbeiterklasse und Geldpolitik Fr. 5,65.
Kapitalistische oder sozialistische Geldpolitik Fr. ,50.
Die Banken oder das Volk? Fr. ,50.
K. Lw: Genossenschaft und feste Whrung Fr. ,40.
Schnke: Kultur, Religion und Wirtschaftsleben Fr. 2,.
P. Nagel: Geld und Boden, geb. Fr. 7,20, brosch. Fr. 5,65.
F. Schwarz:
Segen und Fluch des Geldes in der Geschichte der Vlker,
zwei Bnde in Leinen je Fr. 6,25, broschiert je Fr. 5,.
Morgan, der ungekrnte Knig der Welt (V. Auflage) Fr. 1,25.
Grimm oder Gesell? Fr. ,30.
H. Nidecker: Antroposophie, Dreigliederung und Freiwirtschaft
100 Einwnde und Bedenken gegen Freiland Freigeld
Konjunkturprognose Fr. 1,25.
Freiwirtschaft und Sozialismus Fr. ,30.
Das Protokoll der eidgen. Whrungskommission Fr. 1,50.
Vorwrts zur festen Kaufkraft des Geldes (preisgekrnt) Fr. 1,.
Briefe eines Dollarfrsten Fr. 1,25.
Diskussion Dr. Egger Schwarz: Die Freigeldlehre eine Irrlehre?! Fr. 1,.
Offener Brief an den Bundesrat Fr. ,20.
Gesprche uber den Kapitalbegriff Fr. 1,25.
Der politische Freiheitskampf gegen Kapitalismus und Sozialismus Fr. 1,10.
Das Geld ein Werkzeug Fr. 1,10.
Marx und der Umlaufszwang des Geldes Fr. 1,10.
Kaufkraftbestndige Hypotheken Fr. 1,10.
Sozialismus in Freiheit Fr. ,80.
Die Befreiung der Frau Fr. ,25.
Lichtwrts! Taschenausgabe Fr. 2,.
Dr. H. K. Sonderegger und H. Burgstaller: Die Rettung sterreichs das Wunder von Wrgl Fr. 1,50.
Sickinger: Das Gesetz der Preisbildung Fr. ,20.
A. Spahr: Kampf dem Klassenkampf Fr. ,40.
Dr. M. Stahlberg:
Die Wiedergeburt des Liberalismus Fr. 1,25.
Grundfragen der Volkswirtschaft Fr. 1,90.
Professor Dr. Ude:
Soziologie Fr. 6,50.
FFF Geld oder Gold Fr. ,50.
Dr. Uhlemayr: Biographie von Silvio Gesell Fr. 1,90.
K. Walker: Das Problem unserer Zeit und seine Meisterung,
brosch. Fr. 5,80, geb. Fr. 8,30.
Wissenschaftliche Schriftenreihe der F. Z. (Erfurt):
Arbeitsdienstpflicht Fr. 1,25.
Wirtschaft und Frieden Fr. 1,25.
Moderne Wirtschaftsformen Fr. 1,25.
Freiheit und Wirtschaft Fr. 1,25.
Grundirrtum des Marxismus Fr. 1,25.
Theoretiker der Grundrente Fr. 1,25.
Freiwirtschaftliches Rechenbuch 1. und 2. Teil je Fr. 1,25.
Morsche Sttzen des Marxismus Fr. 1,25.
Hamstern oder Sparen Fr. 1,25.
Geschichtliches zur FFF-Bewegung in Deutschland Fr. 1,25.
Wo steht die Sozialisierung? Fr. 1,25.
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References: Art. 7
 Art. 20
 Art. 20
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