Source: https://www.dicura-pflege.de/pflegeratgeber-finanzielle-zuschuesse/
Timestamp: 2020-06-07 04:30:40+00:00

Document:
Finanzielle Zuschüsse zur Finanzanzierung der 24 Stunden Plfege erhalten
Pflegebedürftig - Was tun?
Viele Menschen wünschen sich im Alter, in ihrer vertrauten und gewohnten Umgebung zu leben. Dieser Pflegeratgeber von DICURA bietet Ihnen und Ihren Angehörigen prak- tische Hilfestellung rund um das Thema Pflege, um diesen Wunsch zu verwirklichen.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche finanziellen Unterstützungen und welche Sachleistungen Ihnen im Zuge der Pflege und Betreuung Ihrer Angehörigen zustehen und wie ein harmonisches Zusammenspiel mit liebevollen Pflegekräften im Alltag aussehen kann.
Dazu bietet unser Unternehmen häusliche Rundum-Betreuung durch qualifizierte und liebevolle Pflegekräfte, sowie einen ständigen Ansprechpartner, der Sie vor Ort unterstützt und stets zu Ihrer Seite steht.
Die letzte Pflegereform, die zum 1. Januar 2017 in Kraft trat, hat zu deutlichen Leistungs- verbesserungen für pflegebedürftige Personen geführt. Im Folgenden finden Sie einen Überblick der verschiedenen Leistungen der Pflegeversicherung für pflegebedürftige Menschen, die daheim in den eigenen vier Wänden gepflegt werden.
Voraussetzungen, um Leistungen zu erhalten?
Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, ist es erforderlich, bei Ihrer Pflegekasse einen Antrag zu stellen und ein unabhängiges Gutachten vom MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) oder von MEDICPROOF (Medizinischer Dienst der Privaten) erstellen zu lassen.
Dabei ermittelt ein Gutachter, ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegt und welchem Pflegegrad diese entspricht.
Bei erfolgreicher Antragstellung besteht Anspruch auf verschiedene Leistungen, die sich nach der Einstufung des Pflegegrades richten. Der Pflegegrad ist die Voraussetzung dafür, Unterstützungsleistungen von der Pflegekasse zu erhalten.
Die gesetzlichen Leistungen der Pflegekasse bestehen aus Geld- und Sachleistungen, sowie Zuschüssen zum vorteilhaften Umbau des Wohnraumes.
Es empfiehlt sich, ein Pflegetagebuch zu führen, um die Pflegebedürftigkeit der vergangenen 6 Monate nachweisen zu können.
In welcher Höhe die Leistungen der Pflegeversicherung für pflegebedürftige Personen ausfallen, hängt von der Dauer der Pflegebedürftigkeit (mindestens 6 Monate) und der Einstufung des Pflegegrades ab. Die Einstufung der Pflegegerade geschieht dabei anhand der Alltagskompetenz und der individuellen Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person in 6 Prüfbereichen. Je geringer die Alltagskompetenz, desto höher die Einstufung des Pflegegrades.
Dabei werden die in einem Prüfbereich erhaltenen Punkte zusammengezählt und mit der jeweiligen Prozentzahl des Bereichs gewichtet (siehe Grafik).
Beispielsweise wird der Bereich Mobilität mit 10 Prozentpunkten gewichtet, während der Bereich der Selbstversorgung mit 40 Prozentpunkten am stärksten in die Gesamtwertung einfließt. Aus der Summe aller Prüfbereiche und deren Gewichtung ergibt sich schließlich der Pflegegrad.
Pflegebetten und andere Hilfsmittel
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Welche Unterstützung kann ich von der Pflegekasse erhalten, wenn ich zu Hause bleiben möchte?
§45b SGB 11
Der Entlastungsbetrag in Höhe von 125€ monatlich steht zusätzlich zu den anderen Leistungen der Pflegeversicherung jeder pflegebedürftigen Person zu, auch im Pflegegrad 1, die nicht in einem Heim gepflegt wird.
Dieser Zuschuss soll vor allem einen möglichst langen Verbleib im eigenen Haushalt ermöglichen und kann flexibel im Laufe eines Jahres eingesetzt werden. Das Jahresbudget beträgt folglich 1500€ (12*125€). Nicht ausgegebene Entlastungsbeträge können auf das Folgejahr übertragen werden und bis zum 30. Juni genutzt werden.
§37 SGB 11
Pflegegeld wird gezahlt, wenn Angehörige oder Ehrenamtliche die Pflege übernehmen, z.B. Nachbarn, Bekannte oder Betreuungskräfte. In diesen Fällen zahlt die Pflegekasse ein monatliches Pflegegeld. Die Zahlungen fallen je nach Pflegegrad in folgenden Höhen aus:
§36 SGB 11
Diese Leistungen werden für einen zugelassenen ambulanten Pflegedienst eingesetzt, der Sie pflegt.
Durch die Unterstützung ambulanter Pflegedienste ist es möglich, häusliche Pflegeversorgung länger aufrecht zu erhalten. Die Höhe des Pflegegeldes hängt davon ab, welcher Pflegegrad vorliegt.
Pflege-Sachleistungen werden ab Pflegegrad 2 gezahlt. Diese Leistungen können mit dem Pflegegeld kombiniert werden (siehe Kombinationsleistungen).
Bis zu 40 % des Betrags kann auch für Angebote zur Unterstützung im Alltag, die sogenannte Betreuungshilfe, eingesetzt werden. In Abhängigkeit vom Pflegegrad werden die Kosten bis zu den oben genannten monatlichen Höchstbeträgen übernommen.
§38 SGB 11
Es besteht die Möglichkeit, eine anteilige Kombination aus Geld- und häuslicher Pflege-Sachleistung zu erhalten, die sogenannte Kombinationsleistung. Wird beispielsweise der monatliche Höchstbetrag für die Pflege-Sachleistung nur zum Teil in Anspruch genommen, wird zusätzlich ein anteiliges Pflegegeld bezahlt.
Ein Beispiel für den Pflegegrad 3: In einem Monat werden Pflege-Sachleistungen in Höhe von 800€ in Anspruch genommen (entspricht 61,63% des monatlichen Höchstbetrages aus 1.289€).
Somit kann noch ein anteiliges Pflegegeld in Höhe von 209,12€ (entsprechend 38,37% aus 545€) gezahlt werden.
§41 SGB 11
Tages- oder Nachtpflege ist eine sogenannte teilstationäre Versorgung. Diese Art der Pflege ist eine Möglichkeit, wenn die Pflege zu Hause rund um die Uhr nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt werden kann (z.B. Verhinderung Angehöriger durch Arbeit).
Dabei werden Pflegebedürftige tagsüber oder während der Nacht in einer Pflegeeinrichtung betreut.
Leistungen der Tages- und Nachtpflege können voll in Anspruch genommen werden, ohne dass Pflegesachleistungen oder das Pflegegeld gekürzt werden.
Die Aufwendungen für die Tages- oder Nacht- pflege, den Fahrdienst und die Betreuung übernimmt die Pflegekasse bis zu nachfolgend aufgeführten monatlichen Höchstbeträgen:
§39 SGB 11
Macht die private Pflegeperson Urlaub oder ist sie erkrankt oder anderweitig verhindert und kann dadurch die Pflege nicht selber durch- führen, so übernimmt die Pflegeversicherung für einen Zeitraum von bis zu 6 Wochen pro Jahr die Kosten einer Ersatzpflege. Der Leistungsbetrag beträgt ab Pflegegrad 2 einheitlich bis zu 1.612€, wenn die Pflege von einem Dienstleister übernommen wird.
Andere Regeln gelten jedoch, wenn die Ersatzpflegeperson mit der Pflegebedürftigen Person verwandt oder verschwägert ist. In diesem Fall zahlt die Pflegekasse weniger.
Der Betrag richtet sich nach dem Pflegegeld, das Sie erhalten. Außerdem kann die Verhinderungspflege mit Leistungen der Kurzzeitpflege kombiniert werden.
Dann kann der Betrag für Verhinderungspflege maximal um 806€ aufgestockt werden (bis zu 50 % des Leistungsbetrages für Kurzzeitpflege).
Voraussetzung ist, dass der Angehörige den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinde- rungspflege bereits sechs Monate oder länger gepflegt hat und bei der Pflegekasse gemeldet ist oder bereits bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) benannt wurde.
Während der Verhinderungspflege wird bis zu sechs Wochen pro Jahr die Hälfte des zu diesem Zeitpunkt bezogenen Pflegegeldes weitergezahlt.
Die Verhinderungspflege kann auf einzelne Tage oder Stunden aufgeteilt werden, muss also nicht in einem Stück genommen werden.
§42 SGB 11
Für einen Zeitraum von bis zu 8 Wochen pro Jahr können Pflegebedürftige vollstationär in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden. Zum Beispiel übergangsweise zur Bewältigung einer Krisensituation oder im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt oder bei Urlaub der Pflegeperson.
Die Höhe der Leistungen beträgt ab Pflegegrad 2 einheitlich 1.612€. Die Kurzzeitpflege kann auch mit Verhinderungspflege kombiniert werden. Die Verhinderungspflege kann in voller Höhe (1.612€) zur Kurzzeitpflege verwendet werden.
Es ist möglich, die Dauer des Aufenthaltes in einer Pflegeeinrichtung weiter zu verlängern, wenn der Entlastungsbetrag von 125€ hierfür eingesetzt wird.
Muss die im Normalfall pflegende Person in eine Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung, so können Pflegebedürftige dort ebenfalls Kurzzeitpflege erhalten.
§40SGB 11
Pflegebedürftige haben Anspruch auf die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, die zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen. Unterschieden werden Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und technische Hilfen.
Technische Hilfsmittel können sein:
Ein Lifter zur Erleichterung
Ein Haus-Notruf-Gerät
Ein großer Teil dieser Hilfsmittel wird kostenlos auf Leihbasis vergeben. Andere Hilfsmittel müssen erworben werden, wobei Zuzahlungen von einem Zehntel des Preises, höchstens 25€, zu zahlen sind.
Für Pflegehilfsmittel erhalten Sie einen Zuschuss von bis zu 40€ im Monat.
§40 SGB 11
Die Pflegekasse unterstützt Umbaumaßnahmen im häuslichen Umfeld, um die häusliche Pflege zu ermöglichen oder zu erleichtern. Darunter fallen beispielsweise Türverbreiterungen, der Abbau von Türschwellen, eine Dusche ohne Wanne und ähnliche Umbaumaßnahmen.
Die Pflegeversicherung zahlt bei vorhandenem Pflegegrad einheitlich bis zu 4.000€ als Zuschuss. Wohnen mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, werden bis zu 16.000€ gezahlt.
Dabei können in Abhängigkeit der Beeinträchtigungen finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen innerhalb und außerhalb der Wohnung gewährt werden.
Macht eine Veränderung der Pflegesituation erneute Maßnahmen nötig, können Sie erneut einen Zuschuss erhalten.
PFLEGEKURSE FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE
Pflegekassen bieten kostenlose Pflegekurse für Pflegepersonen an. Dort erhalten Sie grund- legende Informationen zur Pflege und lernen praktische Handgriffe kennen.
Als weitere Möglichkeit werden häusliche Schulungen in den eigenen vier Wänden angeboten.
§ 44a SGB 11
Für Angehörige gibt es Möglichkeiten, sich bei Pflegefällen von der Arbeit vollständig oder teilweise freistellen zu lassen und Leistungen zu erhalten.
Kurzfristige Freistellung von der Arbeit für bis zu 10 Tage
Angehörige haben das Recht, sich für 10 Tage ganz von der Arbeit freistellen zu lassen, wenn Sie kurzfristig für einen Nahen Angehörigen eine Pflegesituation organisieren müssen. Während dieser Zeit erhalten Sie keinen Lohn, Sie haben jedoch Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld, höchstens aber 90% Ihres Nettolohns.
Möchten Sie als Arbeitnehmer die Pflege für einen Nahen Angehörigen selber übernehmen, sind Sie berechtigt, eine Pflegezeit zu nehmen, während der Sie weniger Stunden arbeiten oder die Arbeit ganz pausieren. Die Pflegezeit darf bis zu 6 Monate andauern. Ein Recht auf Pflegezeit haben Arbeit- nehmer in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten. Während der Pflegezeit kann Ihr Arbeitgeber Ihnen nicht kündigen. Allerdings wird der Lohn an Ihre Arbeitszeit angepasst.
Im Zuge der Familienpflegezeit können Sie Ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Wochenstunden reduzieren, wenn es intensiver Pflege eines Angehörigen bedarf. Die Familienpflegezeit darf bis zu 2 Jahre andauern, wobei Sie anteilig Ihr Gehalt weiter erhalten.
Auf die Familienpflegezeit haben alle Arbeitnehmer Anspruch, deren Betrieb 25 oder mehr Beschäftigte hat.
Es gilt, den Arbeitgeber spätestens 8 Wochen im Voraus über die Inanspruchnahme der Familien- pflegezeit zu informieren. Im Zuge der Familienpflegezeit kann ebenfalls ein zinsloses Darlehen bei dem „Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben“ beantragt werden.
Während der Familienpflegezeit und der Rückzahlung des Darlehens darf Ihnen nicht gekündigt werden.
Sie können sich bis zu 3 Monate ganz oder teilweise von der Arbeit freistellen lassen, um Ihren Ange- hörigen in der letzten Lebensphase zu begleiten. Diesen Anspruch haben alle Arbeitnehmer, in deren Betrieb 15 oder mehr Beschäftigte tätig sind.

References: §45

§37

§36

§38

§41

§39

§42

§40

§40

§ 44