Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F07-12-2006-2P-165-2006
Timestamp: 2016-10-28 06:44:33+00:00

Document:
2P.165/2006 (07.12.2006)
2P.165/2006 /leb
vertreten durch Fl�ckiger & Corvaglia AG,
Art. 127 Abs. 3 BV (Doppelbesteuerung: Haupt- und Spezialsteuerdomizil ab 1. Januar 1999),
A.________ (geb. 1963), in der hier interessierenden Steuerperiode noch ledig, war Inhaber der Einzelfirma "X.________ Automaten", welche sich mit dem Handel und Betrieb von Spielautomaten befasste. Gem�ss Handelsregisterauszug wurde der Firmensitz am 2. Oktober 1998 von B.________/ZH nach C.________/SZ verlegt. Die Automaten wurden vorab im Kanton Tessin sowie in der Westschweiz, aber auch in den Kantonen Z�rich, Aargau und Schaffhausen betrieben.
A.________ meldete sich am 9. Januar 1997 von B.________/ZH nach D.________/SZ ab, wo er bei einem Gesch�ftspartner wohnte; daneben behielt er sein Reiheneinfamilienhaus in B.________/ZH. Ab 1. Oktober 1997 hielt er sich eine 1�-Zimmer-Wohnung an der Y.________strasse in C.________/SZ zur Verf�gung (Mietzins pro Monat: Fr. 930.--, einschliesslich Nebenkosten). Als Mieterin trat formell die Z.________ GmbH auf, an welcher A.________ zusammen mit seinem Bruder E.________ beteiligt ist. Am 27. M�rz 1998 erwarb er ein ger�umiges Einfamilienhaus mit 1'185m2 Umschwung f�r Fr. 810'000.-- in der Gemeinde F.________/TG. Dieses liess er bis Ende 1998 f�r Fr. 257'746.80 ausbauen; im Jahr 1999 wurde eine St�tzmauer und im Jahr 2000 ein Aussenschwimmbad erstellt. Im August 2002 zog die heutige Ehefrau von A.________ (Heirat am 4. Juli 2003) mit ihrer Tochter zu ihm nach F.________/TG.
Am 23. August 2000 nahm das Gemeindesteueramt F.________/TG eine Steuerausscheidung unter den drei Steuerdomizilen G.________/ZH, B.________/ZH und F.________/TG f�r die Steuerperiode 1999 vor. Dabei betrachtete es F.________/TG nur als Belegenheitskanton und ermittelte ein in diesem Kanton steuerbares Einkommen von Fr. 30'200.-- (zum Satz von Fr. 2'487'000.--) und ein steuerbares Verm�gen von Fr. 621'500.-- (zum Satz von Fr. 4'126'900.--). Mit definitiver Veranlagungsverf�gung vom 16. Oktober 2000 stellte die Stadtgemeinde F.________/TG A.________ Rechnung f�r die Staats- und Gemeindesteuern 1999. Diese Veranlagung blieb unangefochten und erwuchs in Rechtskraft.
Mit Schreiben vom 8. Januar 2003 gelangte das Gemeindesteueramt F.________/TG an A.________ und erkl�rte, nach R�cksprache mit der Steuerverwaltung des Kantons Schwyz und in Anbetracht des Wohneigentumserwerbs in F.________/TG befinde sich sein steuerrechtlicher Wohnsitz ab 1. Januar 1999 in F.________/TG. Eine Einsprache gegen diesen Feststellungsentscheid wurde am 31. Juli 2003 und ein dagegen erhobener Rekurs wurde am 15. April 2004 abgewiesen.
In der Folge hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau eine Beschwerde gegen diesen Rekursentscheid insoweit gut, als es die Sache zwecks Vornahme weiterer Abkl�rungen an die kantonale Steuerrekurskommission zur�ckwies. Diese wies den Rekurs im zweiten Rechtsgang mit Entscheid vom 16. Juni 2005 (Versand am 21. November 2005) ab. Sie stellte fest, das Hauptsteuerdomizil von A.________ befinde sich ab 1. Januar 1999 in F.________/TG, und ebenfalls die "Betriebsst�tte" der "X.________ Automaten" befinde sich daselbst.
Mit Urteil vom 26. April 2006 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau eine Beschwerde gegen diesen (zweiten) Rekursentscheid ab.
Mit Veranlagungsverf�gung vom 10. Juli 2006 (Versand am 8. August 2006) setzte die Kantonale Steuerverwaltung Schwyz das im Kanton steuerbare Einkommen und Verm�gen von A.________ f�r die Veranlagungsperiode 1999/2000 auf Fr. 0.-- fest. Die Steuerverwaltung befand, dass angesichts des blossen Scheindomizils eine Besteuerung im Kanton Schwyz entfalle.
Gegen diese Verf�gung erhob A.________ am 7. September 2006 Einsprache. Das Verfahren ist pendent.
A.________ hat am 23. Juli 2006 staatsrechtliche Beschwerde wegen interkantonaler Doppelbesteuerung gegen den Kanton Thurgau erhoben (Art. 127 Abs. 3 BV). Der Beschwerdef�hrer beantragt, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 26. April 2006 betreffend Steuerdomizil ab 1. Januar 1999 sei aufzuheben; zudem sei die Angelegenheit an das Verwaltungsgericht zur�ckzuweisen mit der Weisung, eine verfassungskonforme Feststellung des Wohn- und Gesch�ftssitzes f�r die Zeit ab dem 1. Januar 1999 zu treffen. Im Weiteren r�gt der Beschwerdef�hrer einen Verstoss gegen Art. 8 Abs. 1 (Rechtsgleichheit), Art. 9 (Willk�rverbot) und Art. 29 Abs. 2 BV (Anspruch auf rechtliches Geh�r).
Die Kantonale Steuerverwaltung Thurgau sowie die Steuerrekurskommission und das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau beantragen, die Beschwerde abzuweisen. Den gleichen Antrag stellt die Steuerverwaltung des Kantons Schwyz.
1.1 Der angefochtene Entscheid betrifft die Steuerperiode 1999 und damit einen Sachverhalt, der vor die am 31. Dezember 2000 abgelaufene Frist f�llt, die den Kantonen zur Anpassung ihrer Gesetzgebung an das Steuerharmonisierungsgesetz gew�hrt wurde (Art. 72 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, StHG; SR 642.14). In einem solchen Fall steht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gem�ss Art. 73 StHG nicht zur Verf�gung, auch wenn es sich beim angefochtenen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 26. April 2006 um einen Entscheid der letzten kantonalen Instanz im Sinn von Art. 73 Abs. 1 StHG handelt (vgl. ASA 73, 170 E. 1.1 S. 171 f., mit Hinweisen).
Auf die fristgerecht erhobene staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV ist daher grunds�tzlich einzutreten (vgl. Art. 84 Abs. 2, 86 Abs. 1 und 2, 89 Abs. 1 und 3 OG). Der Beschwerdef�hrer ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 88 OG).
1.2 Bez�glich der weiteren R�gen ist auf die staatsrechtliche Beschwerde nur soweit einzutreten, als sie den Begr�ndungsanforderungen gem�ss Art. 90 Abs. 1 lit. b OG gen�gt. Danach muss die Beschwerdeschrift die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw. welche Rechtss�tze inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Dabei gen�gt es nicht, wenn der Beschwerdef�hrer bloss den angefochtenen Entscheid kritisiert wie in einem appellatorischen Verfahren, in dem die Rechtsmittelinstanz die Rechtsanwendung frei �berpr�fen kann. Er muss vielmehr deutlich dartun, welche Vorschriften oder allgemein anerkannten Rechtsgrunds�tze die kantonalen Beh�rden verletzt haben sollen (grundlegend: BGE 110 Ia 1 E. 2a S. 3 f.; aus der seitherigen st�ndigen Rechtsprechung statt vieler: BGE 130 I 258 E. 1.3 S. 261 f., mit Hinweisen).
1.3 Mit der Doppelbesteuerungsbeschwerde gegen die Verf�gung eines Kantons kann innert der Beschwerdefrist auch die bereits rechtskr�ftige Steuerveranlagung eines andern Kantons angefochten werden (vgl. Art. 89 Abs. 3 OG).
Im vorliegenden Fall erging die Verf�gung des Kantons Schwyz als zweitverf�genden Kantons erst nach der Er�ffnung des angefochtenen Entscheids bzw. nach der Einreichung der staatsrechtlichen Beschwerde. Gegen diese Verf�gung hat der Beschwerdef�hrer wohl Einsprache erhoben, er hat es jedoch unterlassen, dagegen auch staatsrechtliche Beschwerde zu f�hren. Die Veranlagung des Kantons Schwyz geh�rt deshalb nicht zum Streitgegenstand dieses Verfahrens und kann somit auch nicht aufgehoben oder abge�ndert werden. Die staatsrechtliche Beschwerde richtet sich formell nur gegen den Kanton Thurgau. Allerdings sind im Zusammenhang mit der �berpr�fung der Veranlagung des Kantons Thurgau diejenigen Angaben mit zu ber�cksichtigen, welche gegen�ber den Schwyzer Beh�rden gemacht wurden oder diesen bekannt waren. Insofern richtet sich die Beschwerde materiell ebenso gegen den Kanton Schwyz, dessen Haltung seit der Veranlagungsverf�gung vom 10. Juli/ 8. August 2006 nunmehr feststeht. Dieser Kanton wurde denn auch zur Vernehmlassung eingeladen.
1.4 Die staatsrechtliche Beschwerde ist grunds�tzlich kassatorischer Natur, das heisst, es kann mit ihr in der Regel nur die Aufhebung des angefochtenen Entscheids verlangt werden (BGE 132 I 21 E. 1 S. 22, mit Hinweisen). Eine Ausnahme gilt f�r Beschwerden wegen Verletzung des Doppelbesteuerungsverbots (Art. 127 Abs. 3 BV): Hier kann das Bundesgericht zusammen mit der Aufhebung des kantonalen Hoheitsakts auch Feststellungen treffen, den beteiligten Kantonen verbindliche Anweisungen f�r die verfassungskonforme Steuerausscheidung erteilen oder die R�ckerstattung ungerechtfertigt erhobener Steuern anordnen (ASA 73, 420 E. 1.3 S. 423, mit Hinweisen). Die Rechtsbegehren des Beschwerdef�hrers sind daher grunds�tzlich zul�ssig, auch wenn damit mehr verlangt wird als die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Geht es allerdings um die Festsetzung von Steuerdomizilen, so bestimmt sie das Bundesgericht praxisgem�ss selber.
2.1 Bestreitet eine zur Veranlagung herangezogene Person die Steuerhoheit des Kantons, muss grunds�tzlich in einem Vorentscheid rechtskr�ftig �ber die Steuerpflicht entschieden werden, bevor das Veranlagungsverfahren fortgesetzt werden darf (BGE 131 I 145 E. 2.1 S. 147, mit Hinweisen; Kurt Locher/ Peter Locher, Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil, Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht, � 1, III A, 1 Nr. 20, mit Hinweisen).
Im vorliegenden Fall wurde der Vorentscheid �ber die subjektive Steuerpflicht rund zweieinhalb Jahre nach einer Veranlagungsverf�gung im selben Kanton erlassen, die von einer bloss beschr�nkten Steuerpflicht aufgrund von Grundeigentum im Kanton ausgeht. Diese Verf�gung ist in Rechtskraft erwachsen. Es kann darauf nur noch zur�ckgekommen werden, wenn die Voraussetzungen f�r ein Nachsteuerverfahren erf�llt sind (vgl. dazu Urteil 2A.585/2005 vom 8. Mai 2006, E. 3.2).
2.2 Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbeh�rde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskr�ftige Veranlagung unvollst�ndig ist, oder ist eine unterbliebene oder unvollst�ndige Veranlagung auf ein Verbrechen oder ein Vergehen gegen die Steuerbeh�rde zur�ckzuf�hren, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert (� 204 Abs. 1 des Gesetzes vom 14. September 1992 �ber die Staats und Gemeindesteuern des Kantons Thurgau in der Fassung vom 6. Mai 1998, in Kraft seit 1. Januar 1999 [StG/TG]; vgl. auch Art. 53 Abs. 1 Satz 1 StHG).
Die Veranlagungsbeh�rde hat die Steuererkl�rung zu �berpr�fen und die erforderlichen Untersuchungen vorzunehmen (� 161 StG/TG; Art. 46 Abs. 1 StHG). Die Steuerbeh�rde darf sich jedoch grunds�tzlich darauf verlassen, dass die Steuererkl�rung richtig und vollst�ndig ist. Sie ist nicht verpflichtet, ohne besonderen Anlass Quervergleiche mit Akten anderer Steuerpflichtiger vorzunehmen oder im Steuerdossier nach erg�nzenden Unterlagen zu suchen. Die Steuerbeh�rde darf freilich auch nicht unbesehen auf die Steuererkl�rung abstellen, wie wenn es sich um eine Selbstveranlagung handeln w�rde. Sie muss insbesondere ber�cksichtigen, dass in den Steuererkl�rungsformularen nicht nur Tatsachen einzutragen sind, sondern dass sich dabei auch Rechtsfragen stellen. Eine Pflicht zu erg�nzender Untersuchung besteht f�r die Steuerbeh�rden aber nur dann, wenn die Steuererkl�rung offensichtliche Fehler enth�lt. Bloss erkennbare M�ngel gen�gen nicht, um davon auszugehen, bestimmte Tatsachen oder Beweismittel seien den Beh�rden schon zur Zeit der Veranlagung bekannt gewesen oder es m�sse diesen ein entsprechendes Wissen angerechnet werden (ASA 73, 482 E. 3.3.2 S. 488). Haben aber die Steuerbeh�rden bewusst davon abgesehen, einen bestimmten, einfach zu erhellenden Umstand n�her abzukl�ren, k�nnen sie keine Nachsteuer mehr erheben, wenn sie nachtr�glich bessere Kenntnis von diesem Umstand erhalten (Urteil 2A.585/2005 vom 8. Mai 2006, E. 3.2).
2.3 Im vorliegenden Fall hatte der Beschwerdef�hrer die Steuererkl�rung 1999B f�r den Kanton Thurgau am 31. M�rz 2000 eingereicht. (Der Kanton Thurgau hat auf den 1. Januar 1999 zur Gegenwartsbemessung gewechselt; vgl. � 55 Abs. 1 StG/TG.) Dabei hatte er nur die liegenschaftsrelevanten Positionen deklariert und im �brigen eine Kopie der dem Gemeindesteueramt C.________/SZ am 4. August 1999 eingereichten Steuererkl�rung 1999/2000 (Bemessungsjahre 1997/98) f�r den Kanton Schwyz beigelegt.
Mit Schreiben vom 23. Mai 2000 verlangte das Gemeindesteueramt F.________/TG vom Beschwerdef�hrer eine vollst�ndig ausgef�llte Steuererkl�rung 1999B, weil die eingereichten Unterlagen aufgrund der unterschiedlichen Steuersysteme (Vergangenheitsbemessung im Kanton Schwyz - Gegenwartsbemessung im Kanton Thurgau) ungen�gend waren. Der Beschwerdef�hrer reichte in der Folge am 1. Juli 2000 eine Steuererkl�rung 1999B nach (einschliesslich zweier Hilfsbl�tter, u.a. zu seinem Liegenschaftsbesitz), wobei auf diesem Formular die Adresse "Y.________strasse, C.________/SZ" vorgedruckt war. Erneut deklarierte er nur die liegenschaftsrelevanten Positionen, gab nun aber auch das hohe - angeblich im Kanton Schwyz steuerbare - �brige Einkommen 1999 bzw. Verm�gen (per Ende 1999) an. Gest�tzt darauf erstellte das Gemeindesteueramt F.________/TG am 23. August 2000 die Steuerausscheidung zwischen den Steuerdomizilen G.________/ZH, B.________/ZH und F.________/TG. Beim Hauptsteuerdomizil "G.________/ZH" handelt es sich allerdings um ein offensichtliches Versehen, denn eigentlich war damit C.________/SZ gemeint. Dem Gemeindesteueramt F.________/TG ging es mit der Steuerausscheidung nur darum, Ertr�ge und Verm�gen der Thurgauer Liegenschaft - zum Satz der hohen �brigen Faktoren - zu erfassen.
Bei dieser Sachlage, wo das Hauptsteuerdomizil des Beschwerdef�hrers im Kanton Schwyz scheinbar feststand, zumal er es in seinen pers�nlichen Steuererkl�rungen mehrfach hervorgehoben hatte, bestand aber f�r die Steuerbeh�rde des Kantons Thurgau zun�chst kein Anlass, die Wohnsitzfrage n�her abzukl�ren. Es kann jedenfalls nicht gesagt werden, die Steuerbeh�rde habe hier in voller Kenntnis von Ungereimtheiten davon abgesehen, zus�tzliche Abkl�rungen zu treffen, was wie gesagt die Erhebung einer Nachsteuer ausschliessen w�rde. Die aufgrund neuer Tatsachen und Beweismittel nachtr�glich verf�gte unbeschr�nkte Steuerpflicht im Kanton Thurgau ab Steuerperiode 1999 erweist sich damit - zumindest in formeller Hinsicht - als rechtm�ssig (vgl. in diesem Zusammenhang auch � 206 Abs. 1 StG/TG).
3.1 Eine gegen Art. 127 Abs. 3 BV verstossende Doppelbesteuerung liegt vor, wenn eine steuerpflichtige Person von zwei oder mehreren Kantonen f�r das gleiche Steuerobjekt und f�r die gleiche Zeit zu Steuern herangezogen wird (aktuelle Doppelbesteuerung) oder wenn ein Kanton in Verletzung der geltenden Kollisionsnormen seine Steuerhoheit �berschreitet und eine Steuer erhebt, die einem anderen Kanton zusteht (virtuelle Doppelbesteuerung). Ausserdem darf ein Kanton eine steuerpflichtige Person grunds�tzlich nicht deshalb st�rker belasten, weil sie nicht im vollen Umfang seiner Steuerhoheit untersteht, sondern zufolge ihrer territorialen Beziehungen auch noch in einem andern Kanton steuerpflichtig ist (Schlechterstellungsverbot; vgl. BGE 132 I 29 E. 2.1 S. 31 f.; 131 I 285 E. 2.1 S. 286; ASA 74, 684 E. 2.1 S. 685, je mit Hinweisen).
3.2 Vorliegend sind das Haupt- und das Spezialsteuerdomizil (Gesch�ftsort) des Beschwerdef�hrers f�r die Steuerperiode 1999 umstritten. Anders als in fr�heren Jahren beansprucht der Kanton Schwyz nunmehr f�r die Steuerjahre 1999/2000 �berhaupt keine subjektive Steuerpflicht mehr , so dass an sich keine aktuelle Doppelbesteuerung des Beschwerdef�hrers f�r die Steuerperiode 1999/2000 gegeben ist. Dieses Einlenken des Kantons Schwyz vermag den Beschwerdef�hrer freilich nicht zu binden (vgl. ASA 73, 247 E. 3; Locher/Locher, a.a.O., � 8, V, Nr. 6). Nach seiner Auffassung befindet sich das Hauptsteuerdomizil nicht im Kanton Thurgau, sondern im Kanton Schwyz. Damit r�gt er implizit einen Verstoss gegen das Verbot der virtuellen Doppelbesteuerung.
4.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 127 Abs. 3 BV ist der steuerrechtliche Wohnsitz (Hauptsteuerdomizil) einer nat�rlichen Person derjenige Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufh�lt bzw. wo sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen befindet (vgl. Art. 23 Abs. 1 ZGB; Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11]; Art. 3 Abs. 2 StHG; � 7 Abs. 1 und 2 StG/TG; BGE 123 I 289 E. 2a S. 293; ASA 63, 836 ff.). Der Mittelpunkt der Lebensinteressen bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, �usseren Umst�nde, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen, nicht nach den bloss erkl�rten W�nschen der steuerpflichtigen Person; auf die gef�hlsm�ssige Bevorzugung eines Ortes kommt es nicht an. Der steuerrechtliche Wohnsitz ist insofern nicht frei w�hlbar (BGE 132 I 29 E. 4.1 S. 36). Die Frage, zu welchem der Aufenthaltsorte die steuerpflichtige Person die st�rkeren Beziehungen unterh�lt, ist jeweils auf Grund der Gesamtheit der Umst�nde des Einzelfalls zu beurteilen. Dies gilt f�r unselbst�ndig und selbst�ndig erwerbende Personen gleichermassen (Martin Arnold, Der steuerrechtliche Wohnsitz nat�rlicher Personen im interkantonalen Verh�ltnis, in: ASA 68, 449 ff., insbesondere S. 485).
4.2 Ein Selbst�ndigerwerbender, der sein Gesch�ft in einer Gesch�ftsniederlassung mit st�ndigen Einrichtungen ausserhalb seines Hauptsteuerdomizils f�hrt, ist f�r das im Gesch�ft investierte Verm�gen und das daraus fliessende Einkommen im Kanton des Gesch�ftsortes zu besteuern. F�r das Vorhandensein einer Gesch�ftsniederlassung ausserhalb des Hauptsteuerdomizils gen�gt allerdings eine bloss formale Erkl�rung durch einen Handelsregistereintrag, ein blosser Briefkasten oder gar ein Postfach nicht (ASA 57, 582 E. 4 S. 586, mit Hinweisen). Nur wenn die T�tigkeit auch wirklich in den st�ndigen k�rperlichen Anlagen und Einrichtungen am Ort der Gesch�ftsniederlassung ausge�bt wird, sind das dort auf eigene Rechnung erzielte Einkommen und das der Berufsaus�bung dienende Verm�gen am Gesch�ftsort steuerbar. Wo dies nicht der Fall ist, sind Einkommen und Verm�gen am Hauptsteuerdomizil steuerbar, selbst wenn sich dort keine spezifischen Einrichtungen befinden (Ernst H�hn/Peter M�usli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 2000, Rzn. 10 und 15 zu � 13).
4.3 Der Steuerwohnsitz als steuerbegr�ndende Tatsache ist grunds�tzlich von der Steuerbeh�rde nachzuweisen. Der steuerpflichtigen Person kann allerdings der Gegenbeweis f�r die von ihr behauptete subjektive Steuerpflicht an einem neuen Ort auferlegt werden, wenn die von der Steuerbeh�rde angenommene bisherige subjektive Steuerpflicht als sehr wahrscheinlich gilt (ASA 39, 284 E. 3c). Diese urspr�nglich f�r das internationale Verh�ltnis aufgestellte Regel ist nach der Praxis des Bundesgerichts auch im interkantonalen Verh�ltnis anwendbar (Urteil 2P.186/2004 vom 15. Februar 2005, E. 2.3, mit Hinweisen).
5.1 Im Fall des Beschwerdef�hrers wird dessen subjektive Steuerpflicht in der Zeit vor der hier massgebenden Steuerperiode 1999 (Veranlagungsperiode 1997/98) im Kanton Schwyz als fraglich angesehen. So erkl�rt die Steuerverwaltung des Kantons Schwyz in ihrem "Amtsbericht" vom 18. April 2005 zuhanden der Steuerrekurskommission des Kantons Thurgau, die Unterlagen deuteten darauf hin, dass A.________ bis zum Kauf und Umbau der Liegenschaft in F.________/TG noch in B.________/ZH Wohnsitz gehabt habe und sp�ter in F.________/TG. Die subjektive Steuerpflicht im Kanton Schwyz sei ohne n�here Pr�fung angenommen worden, aber die von ihr getroffene Veranlagung 1997 sei in Rechtskraft erwachsen, w�hrend diejenige f�r 1998 noch offen sei.
Bei dieser Sachlage kann aus der angenommenen subjektiven Steuerpflicht im Kanton Schwyz in der Veranlagungsperiode 1997 nichts f�r die hier massgebenden Folgeperioden abgeleitet werden. Vielmehr ist aufgrund der Gesamtheit der �usseren Umst�nde zu beurteilen, zu welchem der fraglichen Aufenthaltsorte der Beschwerdef�hrer die st�rkeren Beziehungen unterhielt (vgl. BGE 108 Ia 252 E. 5b S. 256).
5.2 Es steht fest, dass der Beschwerdef�hrer sein Hauptsteuerdomizil in B.________/ZH aufgegeben hat; ob dies entsprechend der polizeilichen Abmeldung bereits anfangs 1997 geschah, ist hier nicht zu entscheiden. Umstritten ist jedoch, ob ein Wechsel in den Kanton Schwyz (D.________ bzw. C.________) oder in den Kanton Thurgau (F.________) vorgenommen wurde. F�r die Beurteilung der relevanten �usseren Umst�nde sind insbesondere die Wohnverh�ltnisse von erheblicher Bedeutung (vgl. BGE 131 I 145 E. 5 S. 150 f.):
W�hrend der Beschwerdef�hrer in F.________/TG nach dem Ausbau im Jahr 1998 �ber ein komfortables Einfamilienhaus an bevorzugter Lage verf�gte, hielt er sich in C.________/ SZ nur eine haupts�chlich f�r B�rozwecke eingesetzte 1�-Zimmer-Wohnung zur Verf�gung. Zudem hielten sich sowohl der Beschwerdef�hrer als auch seine neue Partnerin vielfach in diesem Einfamilienhaus auf, was beweism�ssig hinreichend erstellt ist (Stromverbrauch, rege benutzter Telefonfestnetzanschluss, Tankbelege aus der Umgebung, Bareinzahlungen bei CS-Filialen in Schaffhausen usw.). Schon allein diese Feststellung gen�gt, um die Beziehungen zu F.________/TG ab 1999 als st�rker zu gewichten und damit dort das Hauptsteuerdomizil anzunehmen. Es kommt hinzu, dass F.________/TG nur rund 9 km von B.________/ZH entfernt ist, womit der Beschwerdef�hrer seinen bisherigen Freundes- und Bekanntenkreis problemlos weiter pflegen konnte. Die vom Beschwerdef�hrer dagegen erhobenen Einwendungen �berzeugen demgegen�ber nicht (u.a. angebliche Unbewohnbarkeit des Hauses w�hrend der Umgebungsarbeiten, Schriftverkehr mit der Credit Suisse an die Adresse in C.________).
5.3 Weiter stellt sich die Frage, ob sich in C.________/SZ allenfalls das Spezialsteuerdomizil des Gesch�ftsortes des Beschwerdef�hrers befand. Die Frage ist zu verneinen: Gem�ss Handelsregister des Kantons Schwyz hatte der Beschwerdef�hrer den Sitz seiner Einzelfirma am 2. Oktober 1998 von B.________/ZH nach C.________/SZ verlegt. Dort hielt er sich eine 40 m2 umfassende 1�-Zimmer-Wohnung zur Verf�gung, die an sich als "st�ndige Anlage oder Einrichtung" aufgefasst werden k�nnte, vorausgesetzt, dass die fragliche T�tigkeit haupts�chlich dort ausge�bt worden w�re. Gerade dies war jedoch zweifelhaft, verf�gte doch diese Einrichtung nicht einmal �ber einen Telefonfestnetzanschluss. Weiter lautete der Mietvertrag nicht auf den Beschwerdef�hrer, sondern auf die Z.________ GmbH, an welcher er zur H�lfte beteiligt ist; ein schriftlicher Untermietvertrag liegt offenbar nicht vor. Ebenso wenig waren die beiden Angestellten dort besch�ftigt, weil sie im Aussendienst t�tig waren.
Unter diesen Umst�nden ist die 1�-Zimmer-Wohnung in C.________/SZ steuerlich mit einem blossen Briefkastendomizil vergleichbar und kann jedenfalls nicht als Gesch�ftsniederlassung angesehen werden, wie die Steuerbeh�rden der Kantone Schwyz und Thurgau zutreffend und �bereinstimmend erkannt haben. Die Eink�nfte des Beschwerdef�hrers aus selbst�ndiger Erwerbst�tigkeit sind somit an dessen Hauptsteuerdomizil steuerbar; ein Spezialsteuerdomizil (Gesch�ftsort) entf�llt.
Die staatsrechtliche Beschwerde ist nach dem Gesagten unbegr�ndet und deshalb abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdef�hrer die Kosten des Verfahrens vor Bundesgericht zu tragen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 153 und 153a OG). Eine Parteientsch�digung ist nicht zu entrichten (Art. 159 OG).
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Steuerverwaltung und der Steuerrekurskommission des Kantons Thurgau, der Steuerverwaltung des Kantons Schwyz und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 127
 Art. 8
 Art. 9
 Art. 29
 Art. 73
 Art. 73
 Art. 127
 Art. 84
 Art. 90
 BGE 
 BGE 
 Art. 89
 Art. 53
 Art. 46
 Art. 127
 BGE 
 Art. 127
 Art. 23
 Art. 3
 Art. 3
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 153