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Timestamp: 2019-08-22 21:16:57+00:00

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Rechtsprechung: StV 2000, 69 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Brandenburg, 21.04.1998
https://dejure.org/1998,12338
OLG Brandenburg, 21.04.1998 - 2 Ws 85/98 (https://dejure.org/1998,12338)
OLG Brandenburg, Entscheidung vom 21.04.1998 - 2 Ws 85/98 (https://dejure.org/1998,12338)
OLG Brandenburg, Entscheidung vom 21. April 1998 - 2 Ws 85/98 (https://dejure.org/1998,12338)
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Beiordnung eines Pflichtverteidigers zur Wahrung des Anspruchs des Angeklagten auf ein faires Verfahren
LG Neuruppin, 16.02.1998 - 14 Ns 13/98
a) Anlass zur Prüfung der Frage, ob der Angeklagte fähig ist, sich ohne den Beistand eines Verteidigers ausreichend selbst zu verteidigen, besteht insbesondere dann, wenn der Angeklagte sprachbedingte Verständigungsschwierigkeiten hat oder aus einem anderen Kulturkreis stammt und mit dem deutschen Rechtssystem nur unzureichend vertraut ist (vgl. OLG Karlsruhe, NStZ 1987, 522; OLG Brandenburg, StV 2000, 69 ).
aa) Nach einhellig in Rechtsprechung und Schrifttum vertretener Ansicht hat der Angeschuldigte gemäß § 201 StPO i.V.m. Art. 6 Abs. 3 a MRK einen Rechtsanspruch auf Bekanntgabe der Anklageschrift mit einer Übersetzung in einer ihm verständlichen Sprache (vgl. KG, StV 1994, 90; Brandenburgisches OLG, StV 2000, 69 f.; OLG Düsseldorf, StV 2001, 498; OLG Hamm, StV 2004, 364;… Gollwitzer, in: LR StPO Art. 6 MRK Rdn. 172;… Meyer-Goßner StPO 48. Aufl. Art. 6 MRK Rn. 18 m.w.N., Tolksdorf, in: KK StPO 5. Aufl. § 201 Rdn. 4;… Seidl, in: KMR § 201 Rdn. 4;… Paeffgen, in: Systematischer Kommentar zur StPO § 201 Rdn. 5 m.w.N.; Kühne, StV 1994, 66 f.).
Denn nach einhellig in Rechtsprechung und Schrifttum vertretener Ansicht hat der Angeschuldigte gemäß § 201 StPO i.V.m. Art. 6 Abs. 3 a MRK einen Rechtsanspruch auf Bekanntgabe der Anklageschrift mit einer Übersetzung in einer ihm verständlichen Sprache (KG StV 1994, 90; Brandenburgisches OLG StV 2000, 69 f.; OLG Düsseldorf StV 2001, 498; OLG Hamm StV 2004, 364;… Meyer-Goßner, StPO, 50. Aufl., Art. 6 MRK RN 18 m.w.N.).
Bei der Ablehnung des Antrags des Angeklagten, seinen gewählten Verteidiger zum Pflichtverteidiger zu bestellen, hat das Amtsgericht jedoch nicht hinreichend bedacht, dass der Angeklagte sich in Untersuchungshaft befand, seine Fähigkeit, sich gegen die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe zu verteidigen, bereits deshalb eingeschränkt war, er aus einem anderen Kulturkreis stammt und der deutschen Sprache nicht mächtig ist (so Brandenburgisches OLG, StV 2000, 69 f.; differenzierend OLG Koblenz, MDR 1994, 1137 ).

References: § 201
 Art. 6
 Art. 6
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 § 201
 § 201
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 Art. 6
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