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Timestamp: 2020-03-31 01:19:42+00:00

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Abfindung in Teilbeträgen versteuern? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
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Rechtsanwalt für Steuerrecht Torsten Wudtke in Berlin Charlottenburg / Wilmersdorfbeantwortet Rechtsfragen
Wird ein langjähriges Arbeitsverhältnis z.B. durch Aufhebungsvertrag beendet, so wird regelmäßig eine Abfindung durch den Arbeitgeber geleistet. Fällt der Beendigungszeitpunkt jedoch ins Folgejahr, so fragen sich viele Arbeitnehmer, ob sie nicht einen Teilbetrag der Abfindung bereits im aktuellen Kalenderjahr ohne Nachteile in Anspruch nehmen können. Diese Überlegung ist bzgl. der Fünftelregelung nicht unbegründet, denn Teilbeträge sind zwar in einem Veranlagungszeitraum (VZ) möglich, aber grundsätzlich nicht darüber hinaus. Dies regelt § 34 I 1 des Einkommensteuergesetzes, in dem er ausdrücklich sagt: „Sind in dem zu versteuernden Einkommen außerordentliche Einkünfte enthalten, so ist die auf alle im Veranlagungszeitraum bezogenen außerordentlichen Einkünfte entfallende Einkommensteuer nach den Sätzen 2 bis 4 zu berechnen.“
Abfindung in Teilbeträgen als Haupt- und Nebenleistung versteuern?
Die Anwendung der Fünftelregelung setzt also eine außerordentliche Einkunft voraus. Welche Einkünfte dazu zählen definiert § 34 II EStG. Dies sind z.B. Entschädigungen im Sinne des § 24 Nr. 1 EStG und Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten, wobei eine Tätigkeit mehrjährig ist, soweit sie sich über mindestens zwei Veranlagungszeiträume erstreckt und einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten umfasst. Beide außerordentlichen Einkünfte unterscheiden sich dadurch, dass die Entschädigungen im Sinne des § 24 Nr. 1 EStG dazu dienen, einen eingetretenen oder drohenden Schaden aus dem Wegfall von Einkünften auszugleichen. Gemäß § 24 Nr. 1a EStG gehören zu den Einkünften im Sinne des § 2 Absatz 1 EStG, also z.B. auch zu den Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit, auch Entschädigungen, die gewährt worden sind als Ersatz für entgangene oder entgehende Einnahmen, also sprich für Abfindungen. Nach der Rechtsprechung des BFH kann jedoch von der gesetzlichen Regelung abgewichen werden, wenn die Abfindung in eine Haupt- und eine Nebenleistung aufgeteilt wird und die Nebenleistung eine im Verhältnis zur Hauptleistung stehende geringfügige Zahlung ausmacht. Hier wird regelmäßig eine geringfügige Nebenleistung angenommen, wenn diese nicht mehr als 10 % der Hauptleistung beträgt. Der Bundesfinanzhof geht seit 2015 sogar soweit, dass eine geringfügige Nebenleistung ohne Prozentzahl selbst dann anzunehmen sei, wenn diese niedriger ist als die tarifliche Steuerbegünstigung der Hauptleistung im Folgejahr, vgl. BHF Urteil vom 13.10.2015, IX R 46/14.
Abfindung in Teilbeträgen ohne Fünftelregelung versteuern?
Zu beachten ist hierbei noch, dass nur die Hauptleistung, wenn überhaupt, der Fünftelregelung unterworfen wird, d.h. die Nebenleistung muss voll versteuert werden. Ist die Steuerentlastung der Hauptleistung kleiner als die Teilleistung im Vorjahr, so ist die Tarifermäßigung im Folgejahr, also die Fünftelregelung, nicht anzuwenden. Soll die Hauptleistung daher ohne Fünftelregelung versteuert werden, suchen Sie schnell Rechtsbeistand auf.

References: § 34
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 § 24
 § 24
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 § 2