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Timestamp: 2019-05-20 21:10:48+00:00

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Bin ich dazu verpflichtet, dass Paket zu verschicken? - Seite 2 - recht.de
Bin ich dazu verpflichtet, dass Paket zu verschicken?
Re: Bin ich dazu verpflichtet, dass Paket zu verschicken?
Beitrag von Pünktchen » 06.08.15, 23:59
Ist das irgendwo gesetzlich geregelt, dass man solche Gegenstände einfach entsorgen kann, wenn der Termin nicht eingehalten wird?
Spätestens nach Ablauf der Verjährung in 30 Jahren (s. §197 BGB) kann man das Kleidungsstück wegwerfen oder selber tragen .
Beitrag von ktown » 07.08.15, 06:02
Da könnte es auch schon wieder in Mode sein und es wäre eventuell auch nichts ungewöhnliches, wenn ein Mann Frauenkleider trägt......
Beitrag von winterspaziergang » 07.08.15, 06:24
Pünktchen hat geschrieben: Spätestens nach Ablauf der Verjährung in 30 Jahren (s. §197 BGB) kann man das Kleidungsstück wegwerfen oder selber tragen .
...und die Chancen stehen gut, dass man zwischenzeitlich auch erwachsen geworden ist
Beitrag von Townspector » 07.08.15, 07:24
Name4711 hat geschrieben: Damit kann ich doch das Fundbüro nicht belasten : Hier, das ist ihre Lieblings-Kaffeekanne, die nicht mehr in den Kontainer passte - bitte einmal mit Luftfracht verschicken - Danke
Ist ein Fundbüro dazu verpflichtet die Fundsache dem Besitzer nachzusenden?
Nein. Der vermeintliche Besitzer wird mit Fristsetzung angeschrieben. Wenn nicht abgeholt wird, geht das Eigentum nach einem halben Jahr an die Behörde über und dann wird verwertet/vernichtet.
Beitrag von Pünktchen » 08.08.15, 03:51
Name4711 hat geschrieben: Ich hab hier auch noch reichlich Geraffel von der Ex (was die mir mehr oder weniger auf's Auge gedrückt hat)- die ist auch ausgewandert Damit kann ich doch das Fundbüro nicht belasten
Dabei handelt es sich auch nicht um verlorengegangene Gegenstände. Die Sache befinden sich vertragsgemäß am jetzigen Ort.
Beitrag von moro » 08.08.15, 08:56
Creative123 hat geschrieben: dann kommt auch noch der Mist mit dem Zoll hinzu
Ausfuhrzoll auf ein Kleidungsstück gibt es in Deutschland nicht. Falls die Schweiz Einfuhrzoll erhebt, ist das Sache der Empfängerin.
Beitrag von emberhugofhell » 28.12.17, 00:11
Es handelt sich IMHO hier aber nicht MEHR um einen Fund. Darum kann er die Sache auch nicht beim Fundbüro abgeben.
Zum Zeitpunkt des Auffindens war es ein Fund und der wurde (zwar verzögert, aber immerhin) dem Verlierer angezeigt.
Da sich beide damals "noch verstanden" haben, wurde die Sache vom Verlierer nicht weiter verfolgt; mit der evtl. explizit geäußerten oder zumindest implizierten Vereinbarung, den Fund bei einem späteren Treffen an sich zu nehmen.
Damit handelt es sich um Vertragsrecht: Der Eigentümer hat einen Gegenstand zur Aufbewahrung bis zu einer nicht näher zeitlich festgelegten Abholung aufzubewahren. §688 BGB
Damit kommt weder der Eigentümer noch der Verwahrende jemals in Vertragsverzug, solange der Gegenstand weiter verwahrt wird.
Nun aber fordert der Hinterleger die Rückgabe §695 BGB. Allerdings ist die Art der geforderten Übergabe unzulässig, da nicht so vereinbart. Erfüllungsort ist der Ort des Verwahrers §697 BGB.
Trotzdem war dies eine klare Willensbekundung; mit diesem Akt beginnt die Verjährungsfrist.
Gleiches gälte, wenn der Aufbewahrende die Rücknahme einforderte. Es wäre hier angebracht, diese Forderung auf Abholung ebenfalls zu stellen.
Die Verjährungsfrist beträgt nun 30 Jahre. §197 BGB Abs. 1(2). Solange muss das Oberteil nun vom Verwahrer aufbewahrt werden.

References: §197
 §197
 §688
 §695
 §697
 §197