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Timestamp: 2017-12-11 07:19:28+00:00

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MARIOLANDblog - Blog über Gott und die Welt: ALLES WAS RECHT IST (oder: Biblisches Recht im Alltag)
ALLES WAS RECHT IST (oder: Biblisches Recht im Alltag)
In der Bibel gibt es unzählige Vorschriften und Gesetze, die angeblich direkt von Gott stammen. Wie würde unser Staat aussehen, wenn wir das Wort Gottes mit unserem modernen Rechtsverständnis austauschen würden?
Ändern wir doch einfach mal unsere Verfassung, das Grundgesetz, und passen es an die biblischen Gebote Gottes an.
Der Anfang kann eigentlich so bleiben, denn zuallererst wird korrekterweise die Machtstellung Gottes über die BRD erwähnt.
Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben."
(Grundgesetz, Präampel)
Das beginnt doch ganz dufte, mit der Verantwortung vor Gott, der noch vor den Menschen erwähnt wird. Aber wie können wir dem HERRN dienen, wenn er mit "Gott" gemeint ist, wenn wir dem Frieden dienen? Damit stehen wir eigentlich nicht auf der Seite des HERRN. Denn:
"3 Der HERR ist der rechte Kriegsmann; HERR ist sein Name."
Mein Vorschlag: Wir streichen es etwas zusammen, so dass der wichtige Teil in dem unwichtigen Kram nicht untergeht. Völlig ausreichend ist doch: "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott hat sich das Deutsche Volk dieses Grundgesetz gegeben."
So weit, so gut. Doch um den Rest des Grundgesetzes an die heiligen Vorschriften des Schöpfers anzupassen, sind noch einige weitere klitzekleine Änderungen nötig...
(Grundgesetz, Artikel 1 § 1)
Die Würde des Menschen ist unantastbar? Nicht von Gott. Denn der schenkt uns Krankheiten wie Inkontinenz oder Hämorriden, lässt uns sabbernd im hohen Alter im Halbdunkel unseres Geistes dahinvegetieren, oder auch im Vierteldunkel, während wir uns die meiste Zeit unseres Lebens mit dem Gedanken abfinden müssen, dass der eigene Tod unausweichlich bevorsteht.
"(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht."
(Grundgesetz, Artikel 1 §2-3)
Die Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft sollte doch eher die Lobpreisung des HERRN sein. Menschenrechte gibt uns Gott jedenfalls in seinem Buch nicht unbedingt mit. Zumindest nicht das, was wir darunter verstehen...
"(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden."
(Grundgesetz, Artikel 2)
In die Freiheit der Person darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden? Das geht in Ordnung. Das wäre dann zum Beispiel dieses hier:
"28 Wenn jemand an eine Jungfrau kommt, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und schläft bei ihr, und es findet sich also,
29 so soll, der bei ihr geschlafen hat, ihrem Vater fünfzig Silberlinge geben und soll sie zum Weibe haben, darum daß er sie geschwächt hat; er kann sie nicht lassen sein Leben lang."
(Deuteronomium 22:28)
"(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich."
(Grundgesetz, Artikel 3 §1)
Das ist auch in der Bibel so. Alle Menschen sind in Gottes Augen von Geburt an unwiderruflich schuldig und böse.
"11 Da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage.
12 Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden. Da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer."
(Römer 3:11-12)
Ich weiß nicht, welcher Teufel in die Verfasser der nächsten Zeilen gefahren ist...
"(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."
(Grundgesetz, Artikel 3 §2)
Das tauschen wir einfach gegen eine Stelle aus dem Korintherbrief aus:
So klingt es doch gleich viel besser.
(Grundgesetz, Artikel 3 §3)
Ach, ne...
Das streichen ebenfalls und setzen stattdessen doch lieber etwas aus der Torah, dem Gesetz Gottes, ein.
"2 Es soll kein Zerstoßener noch Verschnittener in die Gemeinde des HERRN kommen.
3 Es soll auch kein Hurenkind in die Gemeinde des HERRN kommen, auch nach dem zehnten Glied, sondern soll allewege nicht in die Gemeinde des HERRN kommen.
4 Die Ammoniter und Moabiter sollen nicht in die Gemeinde des HERRN kommen, auch nach dem zehnten Glied; sondern sie sollen nimmermehr hineinkommen"
(Deuteronomium 23:2-4)
(Grundgesetz, Artikel 4 §1)
Keine Ahnung, wer sich diesen Schwachsinn ausgedacht hat - aber das geht ja nun mal wohl gar nicht. Der Paragraf wird sofort ausgewechselt mit dem ersten Gebot:
"3 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben." (Exodus 20:3)
"(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet."
(Grundgesetz, Artikel 4 §2)
Klingt doch recht nett. Aber das Grundgesetz sollte meiner Meinung nach stärker betonen, dass die ungestörte Religionsausübung selbstverständlich nicht für falsche Religionen gilt. Vielleicht sollte man folgende inspirierende Bibelverse hinzufügen:
"2 Wenn unter dir in der Tore einem, die dir der HERR, geben wird, jemand gefunden wird, Mann oder Weib, der da übel tut vor den Augen des HERRN, deines Gottes, daß er seinen Bund übertritt
3 und hingeht und dient andern Göttern und betet sie an, es sei Sonne oder Mond oder allerlei Heer des Himmels, was ich nicht geboten habe,
4 und es wird dir angesagt, und du hörst es, so sollst du wohl darnach fragen. Und wenn du findest, das es gewiß wahr ist, daß solcher Greuel in Israel geschehen ist,
5 so sollst du den Mann oder das Weib ausführen, die solches Übel getan haben, zu deinem Tor und sollst sie zu Tode steinigen."
(Deuteronomium 17:2-5)
Sieht so aus, als hätte ich noch einige Arbeit vor mir, um das gesamte Grundgesetz zu korrigieren...
Vielleicht sollte man besser sowieso gleich die Bibel selbst als Gesetzbuch nehmen.
Das bringt so einige Vorteile. Würden wir den Gesetzen der Bibel folgen, könnten wir zum Beispiel Gefängnisse weitgehend abschaffen. Die Strafe für die meisten Vergehen ist nämlich die Todesstrafe.
Die gibt es für Mörder, Ehebrecher, Homosexuelle und Zauberer, für Frauen, die bei ihrer Hochzeit keine Jungfrauen mehr sind, für Kinder, die ihre Eltern beleidigen oder gar schlagen, für das Arbeiten am Sonntag und das Ausüben einer falschen Religion etc.
Das klingt vielleicht etwas hart, aber die Gesetze stammen schließlich von Gott. Und der weiß, was für die Menschen am Besten ist. Um nach seinem Willen zu leben, müssen wir uns nur noch von einigen Irrlehren der Moderne verabschieden - wie den Menschenrechten...
Gälte das Gesetz der Bibel, wären wir einige doch recht lieb gewordene Errungenschaften unserer Zeit auf den Schlag los. Wie das Recht auf freie Meinungsäußerung, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, das Recht auf einen fairen Prozess, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, Rechte für Schwule, Behinderte und Andersgläubige usw.
Im Austausch bekämen wir immerhin ein Terrorregime, in dem es völlig legitim ist, zwei Männer dafür zu lynchen, dass sie Sex haben, Anhänger anderer Religionen ohne rechtliche Konsequenzen zu ermorden und Kinder wegen Bagatelldelikten hinzurichten.
So Gott es will.
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References: § 1
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