Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamburg&Datum=12.07.2006&Aktenzeichen=5%20U%20179/05
Timestamp: 2019-05-21 22:03:32+00:00

Document:
OLG Hamburg, 12.07.2006 - 5 U 179/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,3817
OLG Hamburg, 12.07.2006 - 5 U 179/05 (https://dejure.org/2006,3817)
OLG Hamburg, Entscheidung vom 12.07.2006 - 5 U 179/05 (https://dejure.org/2006,3817)
OLG Hamburg, Entscheidung vom 12. Juli 2006 - 5 U 179/05 (https://dejure.org/2006,3817)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2006,3817) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
UWG § 3 § 4 § 5 § 8 Abs. 1 § 12 Abs. 2
Bewerbung der 200. Neueröffnung eines "Media Marktes"; Irreführung durch Angaben in einer Werbung; Vorgehen in getrennten Verfügungsverfahren gegen einzelne Märkte als Rechtsmissbrauch; Annahme einer "gemeinsamen Werbeanzeige" bzw. eines "einheitlichen Wettbewerbsverstoßes"
LG Hamburg, 28.10.2005 - 406 O 168/05
GRUR 2006, 956 (Ls.)
GRUR-RR 2006, 374
Einer ausdrücklichen Bestellung zum Wissensvertreter bedarf es nicht (BGHZ 117, 104, 106; aA offenbar OLG Hamburg, GRUR-RR 2006, 374, 376).
Der Senat hat einen Rechtsmissbrauch wegen Verfolgung mehrerer Konzerngesellschaften in getrennten Verfahren verneint, die in verschiedenen Zeitungsanzeigen unter der irreführenden Überschrift "200.Neueröffnung" geworben hatten, wobei aber die Zeitungsanzeigen hinsichtlich des Umfangs und der beworbenen Gegenstände erheblich voneinander abwichen (GRUR-RR 2006, 374 - 200.Neueröffnung).
Was eine damalige Kenntnisnahme durch Botschaftspersonal anbelangt, darf nicht übersehen werden, dass die Antragstellerin nahe liegend mit einem Großunternehmen zu vergleichen ist, bei dem es insoweit entscheidend auf die Kenntnis der zuständigen Personen, namentlich der Rechtsabteilung ankommt (vgl. dazu Senat WRP 1984, 478; OLG Hamburg GRUR-RR 2006, 374, 376; OLG Köln WRP 1999, 222 f.).
Rechtsfolge der missbräuchlichen gerichtlicher Geltendmachung des Unterlassungsanspruchs ist, dass dem Kläger die Prozessführungsbefugnis fehlt und die Klage demnach als unzulässig abzuweisen ist (vgl. BGH, Urteil vom 10.12.1998, I ZR 141/96, GRUR 1999, H509H, H510H - Vorratslücken; BGH, Urteil vom 17.01.2002, I ZR 241/99, GRUR 2002, H357H, H359H - Missbräuchliche Mehrfachabmahnung; BGH, Urteil vom 17.11.2005, I ZR 300/02, GRUR 2006, H243H Tz 22 - MEGA SALE; OLG Hamburg, Urteil vom 12.07.2006, 5 U 179/05, GRUR-RR 2006, H374H; KG, Beschluss vom 25.01.2008, 5 W 371/07, WRP 2008, H511H, nach juris).
LG Hamburg, 11.09.2006 - 327 O 583/06
Wettbewerbsrecht: Unterlassung der Verwendung verschiedener AGB-Klauseln bei …
Für die Anfangsinformation verbleibt es dabei, dass die Information -lediglich - "in einer dem eingesetzten Fernkommunikationsmittel entsprechenden Weise klar und verständlich" zu erfolgen hat (vgl. KG Berlin, WRP 2006, 1145).
Da keine Anhaltspunkte bestehen, dass dem Antragsteller das schon am 08.07.2008 erlangte Wissen seines Bevollmächtigten - nach allgemeinen Grundsätzen (…Hefermehl/Köhler/Bornkamm, a.a.O., § 11 UWG, Rdnr. 1.27) oder weil dieser ausdrücklich als Wissensvertreter bestellt war (KG GRUR-RR 2006, 374) - zuzurechnen ist, kann dem Antragsteller der Zeitablauf seit Anfang Juli 2008 bis zur Abmahnung vom 31.07.2008 nicht entgegengehalten werden.

References: § 3
 § 4
 § 5
 § 8
 § 12
 § 11