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Timestamp: 2018-07-21 18:29:37+00:00

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Was tun mit Vermittlungsvorschlägen für Zeitarbeit (mit Rechtsfolge) - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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Was tun mit Vermittlungsvorschlägen für Zeitarbeit (mit Rechtsfolge)
heute habe ich wieder zwei Vermittlungsvorschläge von der ARGE erhalten auf die ich mich bewerben muss. Leider handelt es sich hierbei um Zeitarbeitsfirmen, bei denen ich weit aus weniger verdiene als ich jetzt von der ARGE bekomme. Bei diesen Vermittlungsvorschlägen ist eine Rechtsfolge mit drauf. Deshalb muss ich mich nun bewerben, obwohl ich dort überhaupt nicht anfangen will. Könnt ihr mir vielleicht Tipps geben, wie ich es schaffe dort nicht angenommen zu werden ? Ich habe dort wirklich keine Zukunftschancen und würde nur ausgebeutet werden. Das will ich einfach nicht.
29.06.2011, 13:10 #2
AW: Was tun mit Vermittlungsvorschlägen für Zeitarbeit (mit Rechtsfolge)
Bei einem VV mit Rechtsbelehrung musst du dich auf jeden Fall bewerben, sonst kannst du sanktioniert werden.
Gib einfach in deiner Bewerbung keine Mailadresse und Telefonnummer an.
Und da würde ich nur eine Kurzbewerbung schicken, mit dem Vermerk:
Zeugnisse werden bei Bedarf nachgereicht.
Dies ist völlig ausreichend.
29.06.2011, 14:32 #3
Und was mach ich mit Vermittlungsvorschlägen bei normalen Arbeitgebgern, die aber sehr weit entfernt sind und bei denen ich nicht arbeiten möchte ? Was kann ich tun um nicht um nicht genommen zu werden?
29.06.2011, 14:38 #4
Es ist jetzt wichtig bekommst du ALG 1 oder 2?
Überprüfe die Fahrzeit auf die Zumutbarkeit
Bei einer Tätigkeit bis zu 6 Stunden sind 2 Stunden zumutbar
Bei einer Beschäftigung von mehr als 6 Stunden sind 2,5 Stunden zumutbar gültig für ALG 1.
3 Stunden Pendelzeit sind bei ALG 2 zumutbar Vollzeitstelle.
29.06.2011, 15:43 #5
Bekomme ALG2. Ach das ist ja alles schlimm heut zu tage.
Und bei der ZAf gibt an du hast kein Auto, somit hast du auch weniger Chancen.
29.06.2011, 16:08 #7
würde gern noch auf Post Nr. 3 von Herbert Schnee hier verweisen:
einige nützliche Tipps ;-)
Du sollst Vollzeit arbeiten und bekommst weniger als ALGII?
Was sollst du den da tun?
Sowas kann man per se nicht unterstützen, damit wird die Niedriglohnspirale immer mehr nach unten geschraubt. Und an DER werden die Hartzler ja vom arbeitenden Teil der Bevölkerung gemessen
Sozialneid findet immer in der untersten Etage statt. Mein Credo.
29.06.2011, 16:21 #8
Du hast weder Telefon noch FS.
Du forderst im AV das die Stunden die im Zeitkonto auflaufen nicht für einsatzfreie Zeiten verwendet werden dürfen. Im Falle das ein VS zustandekommt.
29.06.2011, 19:50 #9
Wenn man dieser Klausel im Vertrag bezüglich es Zeitkontos nicht zustimmt, ist es dann nicht sanktionierbar, weil man sich ja weigert die Stelle anzunehmen.
29.06.2011, 22:44 #10
Vorsicht, nach neuer Gesetzeslage kann auch sanktioniert werden, wenn im Vermittlungsangebot keine RF angegeben wurde.
Ich würde mir das Vermittlungsangebot bzw. den Vermittlungsvorschlag genau durchlesen. Meist stehen da die geforderten Fähigkeiten in den unterschiedlichen Ausprägungen drin. Prüfe genau, ob du die Fähigkeiten überhaupt hast. Bei mir ist das leider auch schon mal vorgekommen, dass ich einen Vermittlungsvorschlag ablehnen mußte, weil Tätigkeiten/Fähigkeiten gefordert waren, die ich einfach nicht hatte.
Wenn Du zu einer ZF zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, bedanke dich erstmal und zeige deine Freude über das schnelle Zustandekommen des Vorstellungstermins; schreibe denen vorab per Email, dass Du leider Fahrtskosten erwartest. Du hast kein Geld. Dafür gibt es eine Rechtsgrundlage: § 670 BGB. Die sollen dir im Voraus die Fahrtkosten überweisen. Lass dich nicht damit abspeisen, dass du beim JC Fahrtkosten beantragen sollst. Verweise auf diese Rechtsgrundlage!
Sollte die ZF böse werden und dich beim JC anschwärzen, was sehr wahrscheinlich ist, dann kann dir aber das JC nicht den schwarzen Peter zuschieben, sprich unterstellen, dass du ein Jobangebot sabotiert hast, denn du hast versucht, möglichst schnell das Vorstellungsgespräch wahrzunehmen. Die Übernahme der Fahrtkosten direkt beim JC zu beantragen hätte länger gedauert und wäre umständlicher gewesen - verweise auf die letzte Bearbeitungsdauer von Antrag xyz, der soundso lange gebraucht hat, bis er bearbeitet bzw. bewilligt worden ist. (Ich z. B. warte schon seit über einem Monat auf die Bewilligung von Bewerbungskosten, so lange kann ich natürlich nicht warten, wenn ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, dann wäre der Job weg - wie schade).
Das heißt, dass du das Vorstellungsgespräch retten wolltest, in dem du direkt die Fahrkosten bei der ZF geltend gemacht hast. Denn einen Betrag in Höhe von nur x Euro (Tageskarte in meiner Stadt z.B. 5,50 Euro) zu übernehmen ist ja für ein florierendes Unternehmen der Zeitarbeitsbranche sicherlich kein Problem. Damit hättest du den schwarzen Peter dann wieder an die ZF zurück gegeben.
Solltest du beim Vorstellungsgespräch erscheinen und man sich für dich als neuen Leiharbeitnehmer entscheiden - Gratulation! - dann hast du selbstverständlich Zeit, zu Hause in Ruhe den Arbeitsvertrag zu lesen. Und wenn dir z. B. der Lohn zu niedrig ist, dann solltest du darauf drängen, dass dieser angehoben wird. Motto: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit". Als Arbeitssuchender bist du doch nicht entmündigt, wenn die ZF das Arbeitsverhältnis nicht zustandekommen läßt, nur weil du mit Bedingungen des Arbeitsvertrages nicht einverstanden warst. Die ZF hätte doch nur zuzustimmen brauchen.
Hinweis: die letzten 4 Absätze habe ich (noch) nicht selber erlebt. Was ich jedoch mal erlebt hatte war (in 2010), dass ich ein Vorstellungsgespräch bei einer ZF telefonisch abgelehnt hatte, weil man mir Fahrtkosten nicht zahlen wollte. Ich hatte gesagt, dass wir dann leider warten müssen, bis ich 2 oder 3 Vorstellungsgespräche an einem Tag zusammen hätte, damit die Kosten sich tragen. Ich wurde beim JC angeschwärzt, bekam einen Anhörungsbogen auf dem ich der Wahrheit entsprechend das schrieb, was sich zugetragen hatte. Bis heute nix wieder gehört.
30.06.2011, 04:06 #11
...schreibe denen vorab per Email, dass Du leider Fahrtskosten erwartest. Du hast kein Geld. Dafür gibt es eine Rechtsgrundlage: § 670 BGB. Die sollen dir im Voraus die Fahrtkosten überweisen.
Wenn es so ist könnte ich mich tatsächlich dazu hinreißen lassen, diesen netten § 670 in einer Bewerbung für ZAF zu übernehmen.
Etwa so oder ähnlich:
"Für den Fall eines Vorstellungstermins beantrage ich den Ersatz von Aufwendungen von Ihnen als Auftraggeber (§ 670 BGB), falls eine Kostenübernahme aus dem Vermittlungsbudget abgelehnt wird."
30.06.2011, 07:25 #12
"Für den Fall eines Vorstellungstermins beantrage ich den Ersatz von Aufwendungen von Ihnen als Auftraggeber
Diesen Schritt vielleicht erst nach einer Einladung. Es besteht ja durchaus die Möglichkeit, dass auch aus anderen Gründen kein Interesse am Bewerber besteht.
30.06.2011, 08:22 #13
Wieso so ein Aufwand?
In dem Bewerbungsanschreiben einfach eine
schriftliche Einladung zum Vorstellungsgespräch fordern.
Damit ist die ZAF automatisch verpflichtet, die Fahrtkosten zu übernehmen.
Das Paragraphengeschiss sparen, das gibt nur Wirrwarr.
30.06.2011, 09:52 #14
hmmm, da steht aber auch immer der Satz drin, dass Fahrtkosten nicht übernomen werden....die wissen ja, dass das JC zahlt.....
30.06.2011, 09:55 #15
Ich habe schon eine schriftliche Einladung bekommen, da wurde schon im Voraus darauf hingewiesen, dass sie keine Fahrtkosten übernehmen können.
30.06.2011, 10:01 #16
Ja, ich würde es auch erst dann machen, wenn man Dich einlädt. Und du brauchst auch nicht zuerst Fahrtkosten beim JC zu beantragen. Ich habe das vor Jahren mal versucht. Da ist mir gesagt worden, dass man Fahrtkosten bis zur Höhe einer Tageskarte für ÖPNV nicht übernimmt. Ist das heute auch noch so? Weiß das jemand?
Fahrtkosten verlange ich übrigens auf Basis dieser Rechtsgrundlage schon seit Jahren. Acht von zehn normalen Firmen zahlen anstandslos. Bei ZF oder Personalvermittlern gibt es regelmäßig Ärger, wenn ich da mit einer Fahrtkostenforderung aufwarte. Meist heißt es dann: "Aber wieso? Wir haben ihnen vorab mitgeteilt, dass wir keine Fahrtkosten übernehmen." - Haben sie nicht: Einklagen ist leider zwecklos.
Vielleicht noch mal der Vollständigkeit halber warum Einklagen von entstandenen Fahrtkosten keinen Sinn macht (auch wenn es ein bißchen Off-Topic ist): Wenn eine Firma entstandene Fahrtkosten nicht zahlen will, bleibt nur der Gang zum Gericht. Dies ist leicht möglich über einen Mahnbescheid. Das Problem ist, dass für derartige Streitigkeiten statt der Amtsgerichte die Arbeitsgerichte zuständig sind. Und beim Arbeitsgericht - das habe ich mal erlebt - sollte ich erstmal 50 Euro im Voraus an Gerichtskosten überweisen. Für einen Streitwert von ca. 11,00 Euro. Da habe ich die Klage gleich wieder zurück gezogen, weil beim Arbeitsgericht - egal wie das Verfahren ausgeht! - jede Partei die Kosten bis zur ersten Instanz selber zu tragen hat.
Deswegen würde ich Fahrtkosten bei ZF nur noch im Voraus fordern. Mein Gott, dass die wegen der Übernahme der Kosten einer Tageskarte so einen Aufstand machen - die wollen doch schließlich mit dir Umsätze machen. Einfach schäbig sowas.
30.06.2011, 10:05 #17
Ja, habe ich auch schon mal gehabt. Ich empfehle in so einem Fall zu erwidern, dass du darauf bestehst, dass Fahrtkosten zu übernehmen sind. Jetzt wäre der Zeitpunkt günstig, mal mit der Rechtsgrundlage dafür rüberzukommen.
Eigentlich müßte man den ZF schreiben, dass, wenn es durch das JC eine Fahrtkostenerstattung gibt, dass die sich gefälligst darum zu kümmern haben und sich direkt an das JC wenden sollen. Warum sollen wir das denn immer machen? Sind wir denn Menschen 2. Klasse oder was? Schließlich sind die ZF Verursacher der Kosten. Die können auch gerne zu einem Interview zu mir nach Hause kommen - dann entstehen keine Kosten.
30.06.2011, 10:12 #18
Was soll denn für was gezahlt werden? Prüf doch erstmal ob hier eine Sittenwidrigkeit nach § 138 BGB Abs. 2 vorliegt!
§ 138 BGB Abs. 2
Landesarbeitsgericht (LAG) Bremen (1 Sa 29/08)
Urteil vom 17.06.08
"Das Landesarbeitsgericht hat entschieden, dass ein vereinbarter Stundenlohn von 5 Euro für Arbeitnehmer, die als Auspackhilfen in Supermärkten beschäftigt sind, sittenwidrig niedrig ist, da er um mehr als ein Drittel unter der Vergütung des für den Wirtschaftszweig einschlägigen, im Wirtschaftsgebiet üblichen Tarifvertrages zurückbleibt. Der Arbeitgeber ist deshalb verurteilt worden, der Arbeitnehmerin die tarifliche Vergütung nachzuzahlen."
Bundesarbeitsgericht (BAG) (5 AZR 549/05)
Urteil vom 26.04.06
"Die Sittenwidrigkeit einer Entgeltvereinbarung ist nicht allein nach der vereinbarten Entgelthöhe zu beurteilen. Der Inhalt der guten Sitten i.S.v. § 138 Abs.1 BGB wird auch durch die Wertungen des Grundgesetzes und einfachgesetzliche Regelungen konkretisiert. Bei der Prüfung der Sittenwidrigkeit der Vergütung angestellter Lehrkräfte anerkannter privater Ersatzschulen sind deshalb die verfassungsrechtlichen Wertungen des Art.7 Abs.4 GG und die dieses Grundrecht ausfüllenden landesrechtlichen Regelungen zu berücksichtigen."
Ein Lohn unter den SGB II Leistungen, die zugleich das Existenzminimum definieren, müsste demnach generell jede Entlohnung unter Hartz IV auch nach § 138 BGB Abs. 2 sittenwidrig sein. Wer, wenn nicht das Bundesarbeitsgericht sollte die Kompetenz besitzen darüber zu entscheiden, was ein sittenwidriger Lohn ist und was nicht? Weder die Jobcenter noch die ZAF haben die Macht das anders zu beurteilen!
Die ZAF wird dir erklären, wie es so abläuft bei ihnen, das du eine 40 Std Woche hast, 35 Std bezahlt bekommst, und 5 Std auf das Zeitkonto gehen. Auf Nachfrage werden sie dir sagen das die Stunden vom Zeitkonto dafür da sind, falls mal kein Einsatz für dich da ist, und du die Zeit dann trotzdem bezahlt bekommst.
Darauf muss du antworten, das Einsatzfreie Zeiten, die du nicht verschuldet hast, ja sowieso bezahlt bekommen muss. So steht das nämlich im AÜG. (Arbeitnehmerüberlassungsgesetz)
Du wirst nichts mehr von der ZAF hören.
So war das bei mir bis jetzt jedes mal.
30.06.2011, 16:59 #20
Wenn ihr jetzt von einer ZAF oder einer normalen Firma keine Rückmeldung bekommt, auf den VV. Hakt ihr dann nach was da los ist? Insondere bei diesen VV mit Rechtsbelehrung???
Denn der Sachbearbeiter erwartet ja eine Rückmeldung.
Oder genügt es da dann wirklich, wenn ich ausfülle ich habe mich am ....... beworben, aber keine Rückmeldung bekommen.
30.06.2011, 17:20 #21
Nein, dann gebe ich als Rückmeldung an, dass die Bewerbung noch läuft.
Vorsicht noch mal vor VVs ohne Rechtsbelehrung! Auch für diese gilt nach dem neuen Gesetz möglicherweise eine Rechtsfolgebelehrung als erteilt. Es soll dazu ausreichen, dass du mal irgendwann belehrt worden bist, § 31 SGB II. Geht aber so nicht direkt draus hervor.
rechtsfolge, vermittlungsvorschlägen, zeitarbeit

References: § 670
 § 670
 § 670
 § 138

§ 138
 § 138
 Art.7
 § 138
 § 31