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Timestamp: 2019-10-18 05:33:25+00:00

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BSG, 23.03.2010 - B 8 SO 24/08 R - dejure.org
https://dejure.org/2010,4459
BSG, 23.03.2010 - B 8 SO 24/08 R (https://dejure.org/2010,4459)
BSG, Entscheidung vom 23.03.2010 - B 8 SO 24/08 R (https://dejure.org/2010,4459)
BSG, Entscheidung vom 23. März 2010 - B 8 SO 24/08 R (https://dejure.org/2010,4459)
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Sozialhilfe - Unterkunft und Heizung - Angemessenheitsprüfung - Kostensenkungsverfahren - Umzug älterer Menschen bei Bezug von Grundsicherung im Alter - Zumutbarkeitsprüfung - sozialgerichtliches Verfahren
§ 29 Abs 1 S 1 SGB 12, § 29 Abs 1 S 2 SGB 12, § 29 Abs 1 S 3 SGB 12, § 29 Abs 3 S 1 SGB 12, § 19 Abs 2 SGB 12 vom 27.12.2003
Sozialhilfe - Unterkunft und Heizung - Angemessenheitsprüfung - Mietverhältnis zwischen Verwandten -Kostensenkungsverfahren - Umzug älterer Menschen bei Bezug von Grundsicherung im Alter - Zumutbarkeitsprüfung - sozialgerichtliches Verfahren - Landkreis in Bayern als ...
SG Würzburg, 08.08.2007 - S 15 SO 42/06
BSG, 03.06.2008 - B 8 SO 2/08 BH
Der für das Sozialhilferecht (SGB XII) zuständige 8. Senat des BSG hat sich der Rechtsprechung der für das Recht der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) zuständigen Senate in Bezug auf die Parallelvorschrift des § 29 Abs. 1 S. 3 SGB XII a.F. (inzwischen ersetzt durch § 35 Abs. 2 S. 2 SGB XII n.F.) angeschlossen (BSG, Urteil vom 23.03.2010 - B 8 SO 24/08 R - Rn. 14 ff.).
Auch bei einer vertikalen Bedarfsberechnung erfolgte in dem hier gegebenen Regelfall (…zu den Ausnahmen siehe zB BSG vom 23.5.2013 - B 4 AS 67/12 R - BSGE 113, 270 = SozR 4-4200 § 22 Nr. 68;… BSG vom 2.12.2014 - B 14 AS 50/13 R - SozR 4-4200 § 22 Nr. 82) bei einer aus drei Personen bestehenden Gemeinschaft, die gemeinsam eine Wohnung bewohnen, keine andere Aufteilung des Bedarfs als auf drei "Köpfe" (vgl BSG vom 23.3.2010 - B 8 SO 24/08 R - SozR 4-3500 § 29 Nr. 1;… BSG vom 14.4.2011 - B 8 SO 19/09 R - SozR 4-3500 § 29 Nr. 2; bestätigt durch BSG Beschluss vom 24.2.2016 - B 8 SO 88/15 B - juris;… siehe auch Nguyen in Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB XII, 2. Aufl 2014, § 35 SGB XII RdNr 58) .
Die rechtliche Beurteilung der Angemessenheit der Aufwendungen für die Kosten der Unterkunft ist nach der Rechtsprechung der für die Grundsicherung für Arbeitsuchende zuständigen Senate des Bundessozialgerichts, der sich der erkennende Senat wegen der gleichen Rechtslage im SGB XII bereits angeschlossen hat (vgl ausführlich BSG, Urteil vom 23.3.2010 - B 8 SO 24/08 R -, zur Veröffentlichung in SozR vorgesehen) in mehreren Schritten zu prüfen (…ausführlich dazu BSG SozR 4-4200 § 22 Nr. 27 RdNr 15 ff) , wobei die Wohnungsgröße bei lediglich 42 qm wohl angemessen sein dürfte.
Er konnte seine Klage indes nicht nur auf einen Teil des Bedarfs für Unterkunft und Heizung, hier also nur auf die Kaltmiete, beschränken (vgl. BSG, Urteil vom 23. März 2010 - B 8 SO 24/08 R - juris Rdnr. 9).
Dies gilt im Bereich der Leistungen zur Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ebenso (BSG, Urteil vom 23. März 2010 - B 8 SO 24/08 R - juris Rdnr. 15).
(2) Für die Angemessenheit einer Unterkunft ist damit zunächst deren maßgebliche Größe zu bestimmen, und zwar typisierend anhand der landesrechtlichen Ausführungsbestimmungen für die Förderungen des sozialen Mietwohnungsbaus (BSG…, Urteil vom 7. November 2006 - B 7b AS 10/06 R - juris Rdnr. 24; BSG, Urteil vom 23. März 2010 - B 8 SO 24/08 R - juris Rdnr. 15; BSG…, Urteil vom 20. Dezember 2011 - B 4 AS 19/11 R - juris Rdnr. 14).
Zur Bestimmung der angemessenen Nettokaltmiete ist nach der Rechtsprechung des BSG ein sog. schlüssiges Konzept zugrunde zu legen (vgl. insofern BSG…, Urteil vom 22. September 2009 - B 4 AS 18/09 R - juris Rdnr. 18 ff.; BSG, Urteil vom 23. März 2010 - B 8 SO 24/08 R - juris Rdnr. 16; zur Kritik hieran bezüglich der hohen Anforderungen Groth, SGb 2013, 249 ff.).
Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass für den Kläger ein Umzug unzumutbar wäre oder einem zu respektierenden Recht des Klägers auf Verbleib in seinem sozialen Umfeld Rechnung zu tragen wäre (vgl. BSG, Urteil vom 23. März 2010 - B 8 SO 24/08 R - juris Rdnr. 19).
Die Kammer weicht hiermit von der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) insbesondere zum im Wesentlichen gleichlautenden § 22 SGB II ab, welches zur Bestimmung der Angemessenheitsgrenze das Produkt aus (angemessener) Wohnfläche und (angemessenem) Quadratmetermietpreis heranzieht, zur Bestimmung der angemessenen Wohnfläche (…wenn auch unter Vorbehalt, vgl. BSG Urt. v. 19.02.2009 - B 4 AS 30/08 R) auf landesrechtliche Vorschriften zur Wohnraumförderung zurückgreift und zur Bestimmung des angemessenen Quadratmetermietpreises die Orientierung an nach Ausstattung, Lage und Bausubstanz einfachen und grundlegenden Bedürfnissen im Rahmen eines "schlüssigen Konzepts" verlangt (…grundlegend BSG Urt. v. 07.11.2006 - B 7b AS 18/06 R;… erstmals zum "schlüssigen Konzept" BSG Urt. v. 18.06.2008 - B 14/11b AS 44/06 R; zum Sozialhilferecht BSG Urt. v. 23.03.2010 - B 8 SO 24/08 R).
Die Regelung des § 35 SGB XII ist bereits aus Gründen der Gleichbehandlung insbesondere im Hinblick auf den Angemessenheitsbegriff in gleicher Weise zu konkretisieren, wie die Regelung des § 22 SGB II, so dass die hierzu ergangene Rechtsprechung im allgemeinen übertragbar ist (…vgl. Link in jurisPK-SGB XII § 35 Rn. 48;… Grube in Grube/Wahrendorf SGB XII § 35 Rn. 6, 4. Aufl. 2012; BSG Urt. v. 23.03.2010 - B 8 SO 24/08 R;… Bayerisches LSG , Urt. v. 29.01.2008 - L 11 SO 72/07 - juris; vgl. BT-Drucks. 17/3404, S. 126 zu § 30 SGB XII).
Die derart vorgenommene Konkretisierung der Regelung des § 22 Abs. 1 S. 1 SGB II durch die für das Recht der Grundsicherung für Arbeitsuchende zuständigen Senate des BSG, der sich der für Sozialhilferecht zuständige Achte Senat angeschlossen hat ( BSG Urt. v. 23.03.2010 - B 8 SO 24/08 R) in den o.g. Entscheidungen ist nach Auffassung der Kammer nicht mit dem Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz (GG) in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 1 GG vereinbar, wie es im Urteil des Bundesverfassungsgerichts ( BVerfG ) vom 09.02.2010 (Az. 1 BvL 1/09, 1 BvL 3/09, 1 BvL 4/09) näher bestimmt worden ist.
In den Entscheidungen, welche nach dem 09.02.2010 zum Angemessenheitsbegriff nach § 22 Abs. 1 S. 1 SGB II ergangen sind, findet eine Auseinandersetzung mit dem Urteil des BVerfG nicht statt (… BSG Urt. v. 18.02.2010 - B 14 AS 74/08 R;… BSG Urt. v. 18.02.2010 - B 14 AS 73/08 R; BSG Urt. v. 23.03.2010 - B 8 SO 24/08 R;… BSG Urt. v. 19.10.2010 - B 14 AS 65/09 R;… BSG Urt. v. 19.10.2010 - B 14 AS 15/09 R;… BSG Urt. v. 19.10.2010 - B 14 AS 50/10 R;… BSG Urt. v. 19.10.2010 - B 14 AS 2/10 R;… BSG Urt. v. 06.04.2011 - B 4 AS 119/10 R;… BSG Urt. v. 13.04.2011 - B 14 AS 106/10 R;… BSG Urt. v. 13.04.2011 - B 14 AS 32/09 R;… BSG Urt. v. 13.04.2011 - B 14 AS 85/09 R;… BSG Urt. v. 26.05.2011 - B 14 AS 86/09 R;… BSG Urt. v. 26.05.2011 - B 14 AS 132/10 R;… BSG Urt. v. 23.08.2011 - B 14 AS 91/10 R;… BSG Urt. v. 06.10.2011 - B 14 AS 131/10 R;… BSG Urt. v. 20.12.2011 - B 4 AS 19/11 R).
Zulässig sind dagegen grundsätzlich innerprozessuale Bedingungen, bei denen das ungewisse Ereignis ein Vorgang im Rahmen des Prozesses ist, über dessen Eintritt oder Nichteintritt der weitere Verlauf des Verfahrens Gewissheit bringt (BSG 23.3.10, B 8 SO 24/08 R).
Die Klage ist für diesen Leistungszeitraum als kombinierte Anfechtungs- und Leistungsklage (§ 54 Abs. 1 S. 1 und Abs. 4 i.V.m. § 56 SGG; vgl. auch BSG, Urteile vom 23.03.2010 - B 8 SO 24/08 R Rn. 9 …und vom 23.03.2010 - B 8 SO 17/09 R Rn. 10) statthaft und auch im Übrigen zulässig (zur weiteren Klage später zu IV.).
(a) Die Angemessenheit der Aufwendungen für die Unterkunft ist nach der Rechtsprechung der für die Grundsicherung für Arbeitsuchende zuständigen Senate des Bundessozialgerichts, der sich der für die Sozialhilfe zuständige 8. Senat des Bundessozialgerichts ausdrücklich angeschlossen hat (vgl. BSG, Urteil vom 23.03.2010 - B 8 SO 24/08 R Rn. 14), in mehreren Schritten zu beurteilen (…vgl. dazu etwa BSG, Urteile vom 16.06.2015 - B 4 AS 44/14 R Rn. 13 m.w.N. …und vom 27.02.2008 - B 14/7b AS 70/06 R Rn. 17;… vgl. auch Nguyen in jurisPK-SGB XII, 2. Aufl. 2014, § 35 SGB XII Rn. 69).
Die Referenzmiete soll nicht bestimmen, ob die derzeit bewohnte Unterkunft angemessen ist (konkrete Betrachtungsweise), sondern bis zu welcher Höchstgrenze sich der Leistungsberechtigte im maßgeblichen Vergleichsraum eine Unterkunft beschaffen darf (abstrakte Betrachtungsweise) - BSG, 22. März 2010 - B 8 SO 24/08 R unter Verweis auf Rspr des BSG zu § 22 SGB II: grundlegend BSG, 7. November 2006 - B 7b AS 18/06 R; 22. September 2009 - B 4 AS 18/09 R -.
Nicht folgen kann der Senat einem obiter dictum des 8. Senats des BSG, soweit dieser hat anklingen lassen, auf die Tabelle dürfe möglicherweise nur bis zur Höhe der Nettokaltmiete zurückgegriffen werden (BSG, 22. März 2010, a.a.O.).
Offen lässt der Senat an dieser Stelle, ob zusätzlich ein Sicherheitszuschlag von maximal 10 % hinzuzurechnen ist (ausdrücklich offen gelassen: BSG, 22. März 2010 a.a.O. m.w.N.), weil jedenfalls aus nachfolgenden Überlegungen dieser im Rahmen der gebotenen Folgenabwägung im einstweiligen Rechtsschutzverfahren nicht zu berücksichtigen ist.
Hiervon ausgehend konnte sich die Klägerin bei Abschluss des Widerspruchsverfahrens noch darauf berufen, dass die Zumutbarkeit eines Umzuges altersbedingt erheblich eingeschränkt sein kann, weil Wohnung und Wohnumgebung für das körperliche und psychische Wohl älterer Menschen immer mehr an Bedeutung gewinnen (BSG, Urteil vom 23. März 2010 - B 8 SO 24/08 R - juris Rn. 20).

References: § 29
 § 29
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 § 29
 § 19
 § 29
 § 35
 § 22
 § 22
 § 29
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 § 35
 § 22
 § 22
 § 35
 § 22
 § 35
 § 35
 § 30
 § 22
 Art. 1
 Art. 20
 § 22
 § 56
 § 35
 § 22