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Tacheles Rechtsprechungsticker KW 18/2014 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
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Grundsicherung für Arbeitsuchende – Vermögensberücksichtigung – Lebensversicherung – offensichtliche Unwirtschaftlichkeit
Eine einzelfallunabhängige revisionsgerichtliche Bestimmung einer feststehenden unteren Verlustquote, ab der die Verwertung von Lebensversicherungen i.S. des § 12 Abs. 3 Satz 1 Nr. 6 Alt 1 SGB II immer offensichtlich unwirtschaftlich ist, kommt nicht in Betracht (anders noch BSG Urteil vom 23.5.2012 – B 14 AS 100/11 R ).
2.1 Sächsisches Landessozialgericht, Beschluss vom 03.04.2014 – L 7 AS 536/11 NZB
Anmerkung: Gleicher Auffassung – BSG, Urteil vom 19.03.2008 – B 11b AS 31/06 R – Aufwendungen für auf den Mieter abgewälzte Kleinreparaturen sind in der Regelleistung enthalten.
2.2 Sächsisches Landessozialgericht, Beschluss vom 14.04.2014 – L 7 AS 239/14 B ER
Die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II sind besondere beitragsunabhängige Geldleistungen im Sinne des Art. 70 VO (EG) 883/2004 (BSG, Beschluss vom 12.12.2013 – B 4 AS 9/13 R).
Anmerkung: LSG NRW, Beschluss vom 06.05.2013 – L 6 AS 1080/13 B und Schleswig-Holsteinisches Landessozialgericht, Beschluss vom 01.03.2013 – L 6 AS 29/13 B – Slowakische Staatsangehörige hat Anspruch auf Regelleistung nach dem SGB II im Rahmen der Folgenabwägung.
2.3 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 13.03.2014 – L 9 AS 310/13 – Die Revision wird zugelassen.
Der Leistungsausschluss des § 7 Abs. 5 SGB II erfasst nicht berufsfördernde Bildungsmaßnahmen, die speziell auf behinderte Menschen ausgerichtet sind und die nicht behinderten Menschen nicht offen stehen (zu speziell für behinderte Menschen konzipierte Ausbildungen ebenso LSG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 26.06.2013 – L 34 AS 2690/12 ; Urt. v. 11.12.2013 – L 18 AS 148/11 ; vgl. auch LSG Sachen-Anhalt, Beschl. v. 17.04.2013 – L 2 AS 951/12 B ER ; abweichend insoweit LSG Niedersachsen-Bremen, Urt. v. 22.01.2014 – L 13 AS 140/11 ).
2.4 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 17.04.2014 – L 6 AS 239/14 B ER – rechtskräftig
Von den Leistungen nach dem SGB II ausgeschlossen ist die Antragstellerin auch dann nicht, wenn man mit dem erkennenden Senat davon ausgeht, dass § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II jedenfalls deshalb nicht greift, weil die Bestimmung mit europäischem Sekundärrecht nicht vereinbar ist (vgl. hierzu zusammenfassend Urteil vom 28.11. 2013 – L 6 AS 130/13; s. EuGH Urteil vom 19.09.2013 – Rs. C-140/12 ).
Anmerkung: Anderer Auffassung LSG NSB, Beschluss vom 26.03.2014 – L 15 AS 16/14 B ER
2.5 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 07.04.2014 – L 19 AS 389/14 B ER und – L 19 AS 390/14 B – rechtskräftig
Der einstweilige Rechtsschutz gegen die vorläufige Zahlungseinstellung nach § 40 Abs. 2 Nr. 4 SGB II i.V.m. § 331 SGB III richtet sich nicht nach § 86b Abs. 1 SGG, der gegenüber § 86b Abs. 2 SGG vorrangig ist, sondern nach § 86b Abs. 2 SGG (vgl. zum einstweiligen Rechtsschutz bei vorläufigen Zahlungseinstellungen Beschluss des Senats vom 03.09.2012 – L 19 AS 1603/12 B ER; LSG Sachsen-Anhalt Beschluss vom 17.09.2012 – L 5 AS 378/10 B ER ).
Der Widerspruch gegen einen Entziehungsbescheid nach § 66 SGB I ist nicht von der Ausnahmereglung des § 86a Abs. 2 Nr. 4 SGG i.V.m. § 39 Nr. 1 SGB II erfasst (vgl. LSG Hessen Beschlüsse vom 21.06.2013 – L 9 AS 103/13 B ER und 16.01.2012 – L 6 AS 570/11 B ER; LSG Sachsen Beschluss vom 15.01.2103 – L 3 AS 1010/12 B PKH; LSG Bayern Beschluss vom 12.04.2012 – L 7 AS 222/12 B ER; LSG Niedersachsen-Bremen Beschluss vom 04.07.2012 – L 13 AS 124/12 B ER ).
Der Entziehungsbescheid eines Grundsicherungsträgers wird auch nicht von der Vorschrift des § 86a Abs. 2 Nr. 2 SGG erfasst, weil dort nur der Sofortvollzug von Entziehungsbescheiden der Bundesagentur für Arbeit angeordnet wird. Das SGG unterscheidet auch sonst die Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit einerseits und die Angelegenheiten der Grundsicherung für Arbeitsuchende andererseits (vgl. LSG Bayern Beschluss vom 12.04.2012 – L 7 AS 222/12 B ER).
2.6 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 24.03.2014 – L 19 AS 2329/13
§ 22 Abs. 4 SGB II a.F. begründet keinen eigenen Anspruch von Vermietern gegenüber dem Leistungsträgern auf Zahlung der Miete, einschließlich etwaiger Nebenkostennachforderungen, sondern nur eine Empfangsberechtigung des Vermieters, falls der Grundsicherungsträger die Direktzahlung der Kosten für Unterkunft und Heizung an ihn verfügt (vgl. hierzu BSG Urteile vom 23.05.2013 – B 4 AS 67/12 R und 28.03.2013 – B 4 AS 12/12 R ).
3.1 Sozialgericht Kassel, Beschluss vom 14.04.2014 – S 6 AS 7/14 ER
Anmerkung: Vgl. dazu SG Itzehoe, Beschluss v. 03.04.2012, S 11 AS 50/12 ER – Auch Schüler und Schülerinnen, die eine Sonderschule besuchen, können im Einzelfall einen Anspruch auf eine außerschulische Lernförderung haben.

References: § 12
 Art. 70
 § 7
 § 7
 EuGH 
 § 40
 § 331
 § 86
 § 86
 § 86
 § 66
 § 86
 § 39
 § 86

§ 22