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Timestamp: 2020-02-28 00:05:32+00:00

Document:
ÖHI-P (ÖHI-Prinzip für Humanismus)
ÖHI-P (ÖHI-Prinzip, ÖHI-Politik, ÖHI-Partei)
© Brian Brain & Ernst Albert 20160130_1100 auf www.ÖHI-P.de (Achtung: Wir schreiben die Domain mit Umlaut!) ­­­­­­
ÖHI-P steht für ÖHI-Prinzip bzw. eine entsprechende ÖHI-Politik und sollte eigentlich selbstverständlich sein, da es letztlich — wie übrigens auch das GrundGesetz — für Humanismus steht.
(Insofern steht diese Website auch für Humanismus!)
Da dies Prinzip in der Realpolitik so selbstverständlich aber leider ganz und gar nicht ist, steht ÖHI-P notfalls auch für eine ÖHI-Partei, die das ändert.
(Selbst eine Partei, die sich humanistisch nennt, ist übrigens leider nicht unbedingt eine!)
ÖHI-Kreise & ÖHI-Bär
Das Prinzip lässt sich mit 3 geschachtelten Kreisen Ö, H und I (i) prägnant vereinfacht darstellen, die (wie das ÖHI-Akronym) für Ökologie, Humanität und Individualität stehen:
Dem mittleren Kreis der Menschheit & Menschlichkeit kann nur dann wirklich human (und im Sinne eines echten Humanismus) gedient werden, wenn auch die beiden anderen Kreise gebührend berücksichtigt werden:
Zum einen der horizontweitende größere Kreis des Ökologischen, in den auch die Menschheit eingebettet ist und bleibt und als eingebettet sich begreifen muss.
Zum anderen der kleinere Kreis, der wie eine Lupe auch Details in den Blick nimmt und wohlwollend im Blick behält, nämlich das Individuelle, die wertvolle Verschiedenartigkeit, die Menschen — dank Freiheit — bei aller Ähnlichkeit aufweisen.
Neben dieser vielsagenden prägnanten Schachtelung der Buchstaben Ö, H und I in Form von Kreisen gibt es eine noch verdichtetere zweite prägnante Form, wenn die 3 Buchstaben sogar ohne die Kreise ineinandergeschachtelt werden. Dabei entsteht (zudem) das Gesicht eines (Eis-)Bären, der vielsagendes Maskottchen bzw. Botschafter des ÖHI-Prinzips ist, der ÖHI-Bär.
TIPP: Versuchen Sie für weitere Informationen ersatzweise www.NotWort.de, sofern angegebene Websites nicht verlinkt sind, sind (weil sie wahrscheinlich (gerade) nicht online sind) oder aus anderen Gründen nicht erreichbar sind.
Zusammenfassung auf einer Seite (Postkarte)
Erläuterung (mit dem Text der Graphik)
ÖHI-Bär & STAATS-TV-Satan (vgl. Bulle & Bär bzw. Urus & Ursus)
Wie Erich Fromm das ÖHI-Prinzip bestätigt
Picos Rede "Über die Würde des Menschen"
UrTeile & VorUrteile beim Humanismus —
Was (unser) Humanismus im Kern ist und was er nicht ist
Die 3 Arten von Beziehungen eines Ich-Individuums
Wirkungskreise und Überlegungen zu Differenzierungen
Warum das ÖHI-Prinzip auf den Menschen besonders zugeschnitten ist
(Ö) Ökologie / ökologisch
Schöpfung und Organonik
Ö bedeutet Ökologie und nicht Ökonomie
(H) Humanes / human
Gesellschaft oder Gemeinschaft?
Renaissance des Humanismus nach Erich Fromm
(I) Individuum / individuell
Bildung als Gestaltung von sich selbst
Echte Individualität vs. PseudoIndividualität
I steht auch für Integrität (und ich)
Die Rolle des Gewissens (& Gottes)
und warum beides teilweise abgelehnt wird
Eine Zusammenfassung des Programms existiert (lesbar) auf einer Postkarte, wenn auch in sehr kleiner Schrift. Da hier die Qualität der Graphik zudem (wie immer auf unseren Seiten) auf B-Qualität heruntergestutzt wurde, ist der Text darauf unten auch als HTML-Text angefügt.
© Brian Brain & Ernst Albert 20160318_2145 auf www.ÖHI-P.de
Vorbemerkung: Dieser Beitrag ist für Menschen mit Sehbehinderung geschrieben, dient aber auch dazu, den Text der Graphik im Textformat (bspw. für Suchfunktionen) verfügbar zu machen (und ferner auch dazu, die Gestaltung zu erläutern).
Die Graphik hat im Wesentlichen einen cyanblauen Hintergrund, der unten in ein Grün übergeht, das grüne natürliche Vegetation andeutet und oben in ein tiefes Blau übergeht, das Himmel assoziieren lässt. Das Cyanblau wirkt frisch wie im Morgentau, freundlich hell, aber etwas kühl, wie es zum Eisbär-Maskottchen passt. (Auch Eis kann so schimmern.)
Auf diesem Hintergrund heben sich die 3 entscheidenden Bärenfarben Weiß-Gelb-Rot ab, die eine farblogische Abfolge bilden, bei der aus Weiß über Gelb zu (Orange-)Rot immer mehr Helligkeit bzw. Farblichtanteile "subtraktiv" herausgefiltert werden.
Das gilt zum einen für die 3 konzentrischen Kreise Ö-H-I, die — wie eine Zielscheibe aufgebaut — nach innen hin dunkler werden.
Zum anderen gilt es für den entsprechend aufgebauten Bärenkopf, in dem diese Schachtelung der entsprechend speziell geformten Buchstaben verdichtet wiederholt wird:
Das Ö bildet den weißen Bärenkopf mit Augen und Ohren,
das H sitzt als gelbe Schnauze im Bärengesicht,
und schließlich markiert das (kleine) i (orange-)rot mit seinem i-Punkt die Nasenspitze und mit seinem Körper zungen-ähnlich das Maul.
Dieser (Eis-)Bärenkopf ist als Signet in einem schwarz-umrandeten Kreis oben rechts in der Graphik abgebildet als: >>ÖHI-Bär<< >>Ökologisch — Human — individuell<<.
Die 3 Kreise sind (angeschnitten) links unten abgebildet für die (ineinander geschachtelten) Bereiche >>Ökologie — Humanität — individualität<< stehend, wie die Beschriftung sagt.
Oben links steht als gerahmter Titel >>ÖHI-Prinzip<< mit den charakteristischen Farben und Formen für die Buchstaben Ö, H und i. Darunter wird erläutert:
>> Ein einfach einleuchtendes Partei-Politik-Prinzip, das jede Partei erfüllen müsste, aber keine erfüllt! Eine ÖHI-Partei wäre darum bitter nötig, obwohl das Prinzip von allen parteiübergreifend beachtet werden müsste und insofern gar nichts für bloß eine Partei oder für bloß ein Land ist. <<
Der hauptsächliche Erläuterungstext erläutert vor allem die 3 Kreise und steht rechts von diesen:
>>Das ÖHI-Prinzip ist der Mindeststandard jeder akzeptablen Politik und damit auch jeder akzeptablen Partei:
Selbstverständlich muss es um eine human menschliche, insbesondere friedfertige Politik für die Menschen und die Menschheit gehen, die besonders die Menschenrechte unter allen Umständen gewissenhaft zu beachten hat.
Dafür steht der mittlere gelbe Kreis der Humanität.
Darüber hinaus ist aber ein größerer Horizont unentbehrlich, für das, was außer den Menschen zu beachten ist, sowohl in der Größenordnung, als auch was allgemeiner andere Lebewesen betrifft! Es darf nämlich keinesfalls vergessen werden, eine menschliche Politik im Einklang mit einer gesunden Ökologie zu machen, die global (d.h. im Weltmaßstab) bedeutsam und zu schützen ist, zumal letztlich nur sie die Lebensgrundlagen bereitstellt und die Menschheit immer ein Produkt der Natur und in sie eingebettet bleibt.
Dafür steht der große weiße Kreis der Ökologie.
Auf der anderen Seite reicht es aber auch nicht, eine menschliche Politik bloß für die Mehrheiten und letztlich für die Massen zu machen. Demokratie wird vielmehr von der besten uns bekannten Staatsform zu einer despotischen und faschosozialistischen, wo die Mehrheit das Recht bekommt, rücksichtsvoll lebenden Minderheiten ihren Lebensstil aufzuzwingen (und sei es auch nur über statistische "Argumentation", wie bspw. beim Zwangsbeitrag selbst für gewissenhafte Fernsehboykotteure). Vielmehr gehört zu einer wirklich menschlichen Politik insbesondere die Beachtung des Individuellen im Sinne derer, die sich in besonderer Weise um Integrität bemühen, also das, was Menschsein eigentlich ausmacht, aber viele Menschen gar nicht erreichen. Dazu kann neben Bildung und Nachdenklichkeit (im Sinne des Sapere-aude von Kant) besondere Intelligenz hilfreich sein, wenn sie mit besonderer Empathiefähigkeit einhergeht. Auf jeden Fall bedarf es dazu besonderer Freiheit (und Autonomie), die freilich verantwortungsbewusst und gewissenhaft rücksichtsvoll INTEGER zu nutzen ist. Ausdrücklich nicht gemeint sein kann die letztlich rücksichtslose neoliberale "Freiheit", die allzuoft ebenfalls im Namen der "Individualität" und "Autonomie" zu Machtkonzentration und Ausbeutung führt!
Insofern steht der kleine orangerote Kreis mit dem "i" also noch mehr oder genauer für Integrität bzw. integre Individualität, als bloß für Individualität!
Komprimiert ineinandergeschachtelt bilden alle 3 Anfangsbuchstaben das Gesicht eines weißen (und weisen) Bären, des ÖHI-Bären, der Logo und Maskottchen des ÖHI-Prinzips ist.
Als Eisbär ist er der Gegenspieler des teuflisch (rotäugig schwarzen & gehörnten) Bullen, der auch für die Vergötterung des "Goldenen Kalbes" bzw. MammonGötzen an der Börse und beim TV-Satan steht, während der Eisbär für den Schutz der Natur und insbes. gegen den Klimawandel kämpft.<<
Links unten stehen dann noch die Daten der Karte (Inhalt, Domain, Copyright) in 3 Zeilen:
>>ÖHI-Prinzip(ien) mit ÖHI-Bär
www.ÖHI-P.de (ÖHI-Prinzip/ÖHI-Politik/ÖHI-Partei)
© Ernst Albert & Brian Brain 2014-20151201_0400<<.
© Ernst Albert & Brian Brain 20151014_0130 auf www.ÖHI-P.de
ÖHI ist ein Prinzip und die Vision einer Partei, die sich zu diesem Prinzip bekennt. (ÖHI-P steht für beides, das ÖHI-Prinzip und die anvisierte ÖHI-Partei.)
ÖHI ist ein Akronym aus Ökologisch & Human & Individuell, versteht sich also dem Ökologischen, dem Humanen (Menschlichen) und dem Individuellen jeweils im Kleinen (Lokalen) wie im Großen (Globalen) verpflichtet.
Eigentlich dürfte es heute keine politische Maßnahme mehr geben, die nicht
das örtliche/heimatliche wie das globale Ökosystem im Blick hat, d.h. letztlich die Gesundheit der globalen Schöpfung und ihrer Geschöpfe,
insbesondere (aber nicht nur) die Menschheit und das Menschliche an sich (Humanität/Menschlichkeit) im Lande und auf der Welt zu beachten weiß und die
darin wiederum jeden einzelnen Menschen als Individuum schätzt und fördert, der nach seinen Fähigkeiten am Gelingen entscheidenden Beitrag hat, auch und gerade weil der Bürger nicht bloß ein Durchschnittsmensch und Teil einer charakterarmen Masse ist und sein soll, sondern selbst mitdenkt und mitdenken soll und dank Autonomie und ethischer Entwicklung Verantwortung hoffentlich selbstverständlich übernimmt.
Entsprechend müsste sich eigentlich jede noch wählbare Partei zu diesem ÖHI-Prinzip als dem Mindeststandard bekennen, einer Conditio sine qua non, d.h. einer Bedingung, ohne die eine vertretbare Politik gar nicht mehr möglich ist!
Dass (das Akronym) ÖHI auch an einen "Alm-ÖHI" denken lässt, stört nicht, da der sowohl eine naturnahe und insofern ökologische Wirtschaftsweise verkörpert und zudem eher in bescheidenen Verhältnissen lebt und gerade als relativer Einsiedler Zeit hat und sich hoffentlich auch nimmt, sich mit seinem individuellen Selbst ausgiebig reflektierend zu befassen. Trotzdem dient er damit auch der Menschheit.
Das ÖHI-Prinzip lässt sich trotz aller Komplexität der Probleme sehr prägnant und übersichtlich mit 3 geschachtelten Kreisen darstellen. Davon ausgehend ist relativ leicht und nachvollziehbar zu zeigen, wie das Wohl der Menschheit und jedes einzelnen Individuums darin sowohl davon abhängt, dass das (globale) Ökosystem, in das die Menschheit logisch und praktisch eingebettet ist, intakt und gesund ist, als auch davon, dass jedes Individuum, das ja in die Gesellschaft und Menschheit seinerseits eingebettet ist, diese in der Gesamtheit der Individuen überhaupt erst konstituierend, dazu seinen Teil beiträgt und überhaupt beitragen kann. Dazu bedarf es in besonderem Maße gesunder und geistig, empathisch und ethisch möglichst hoch entwickelter freier Individuen und entsprechend freier Gesellschaften.
Trotzdem sind wir heute weit davon entfernt und entfernen uns leider immer mehr davon. Ursache dafür ist, dass keine mir bekannte Partei in Deutschland oder anderswo alle 3 Punkte ernstzunehmen versteht.
Insbesondere wird Punkt 3 zugunsten eines Wir-Sozialismus des typisierten Normbürgers selbst von ehemals fortschrittlichen Parteien wie den Grünen aufgegeben (auch sie stimmten dem — den Bürger perfide entmündigenden — RundfunkZwangsBeitrag zu), eines Wir-Sozialismus, der ein Faschosozialismus ist, der das autonome Individuum unterdrückt und entmündigt, statt sich unbehelligt gewissenhaft entwickeln lässt, von eigentlich wünschenswerter aktiver Förderung der Vielfalt ganz zu schweigen (trotz des geradezu lächerlich konterkarierten Pluralitäts-Anspruchs). Wo wir im Ökologischen längst die Artenvielfalt als unabdingbar und wertvoll erkannt haben und Monokulturen als Irrsinn entlarvt haben, obwohl sie landwirtschaftlich bisher noch(!) höhere Profite versprechen (mit freilich immer höheren Kosten), werden in der Politik die im Grunde homogen gleichgeschalteten Massen zunehmend idealisiert, als hätte man aus dem DDR-Sozialismus nur gelernt, dass man solch ein Gleichschaltungs- und Überwachungssystem Deutschen problemarm zumuten kann, wenn man nur einen höheren Konsumstandard damit verbindet und die Bürger mit einem Opium_fürs_Volk-Fernsehen (>>kulturellen Opiat<< [Fromm]) manipuliert, das Soma-artig süchtig macht, drogenartig benebelt und die Illusion einer mit ihm verbundenen Bewusstseinserweiterung umso erfolgreicher vermittelt, je hoffnungsloser das Gegenteil längst eingetreten ist. (Soma ist ein Begriff aus Aldous Huxley: "Schöne neue Welt".)
Aber der Wir-Sozialismus, der zum FaschoSozialismus wird, weil er das wahrhaft freie, gewissenhaft autonome Individuum unterdrückt, ist nur eines der Probleme, die wir heute in zunehmendem Maße haben (bzw. nur eine Perspektive auf die komplexe Problematik und eine mögliche Beschreibung/Erklärung davon).
Sehr wichtig ist zu betonen, dass ganz und gar nicht überall, wo Autonomie oder/und individuelle Freiheit draufstehen, diese Werte auch drin sind bzw. überhaupt verfolgt werden. Vielmehr ist die neoliberale (und auch die libertäre) "Freiheit" geradezu eine Karikatur echter Freiheit, nämlich eher deren Gegenteil, als etwas, was den Begriff der Freiheit überhaupt verdient. Es ist die "Erlaubnis", der fälschlich idealisierten Gewinnmaximierung alle anderen Belange unterzuordnen, ja Finanzämter erlauben das nicht nur, sondern verlangen es verfassungswidrig(!) sogar von Künstlern und Wissenschaftlern, denen durch Art. 5, Abs. 3 GG aber ausdrücklich besondere Freiheit garantiert ist, nämlich offenbar die eigentliche Freiheit, in allererster Linie der Wahrheit zu dienen und autonome Kunst hervorzubringen, die eben nicht der Kulturindustrie zuzuordnen ist, die mehr auf kommerziellen Erfolg als auf inhaltliche Tiefe setzt. Letztlich ist die neoliberale Pseudofreiheit die "Freiheit", sich von Gewinnaussichten korrumpieren zu lassen, auch (aber nicht nur) dahingehend, Konsumenten zu korrumpieren, zu kaufen, was sie nicht wirklich brauchen und ihnen nicht guttut. Neoliberale "Freiheit" ist eine korrupte und korrumpierende gewissenlose (Pseudo-)"Freiheit", während eigentliche Freiheit darin besteht, gewissenhaft sich gerade nicht durch Geld und Gewinnaussichten leiten und korrumpieren zu lassen. Der Philosoph Byung-Chul Han spricht sogar von einer >>Diktatur des Neoliberalismus<< [Byung-Chul Han: "Tut mir leid, aber das sind Tatsachen", interviewt von Niels Boeing und Andreas Lebert in ZEIT Wissen 5/2014;].
Auch auf Seiten der Verbraucher bedeutet neoliberale "Freiheit" eher das Gegenteil von echter Freiheit. Die scheinbar große Wahlfreiheit zwischen zahlreichen Produkten ist nämlich weniger die Möglichkeit, echte Bedürfnisse befriedigend zu befriedigen, als der Zwang, unechte bloß manipulativ (durch Blendung und Herabsetzung des Urteilsvermögens) erzeugte Scheinbedürfnisse ersatzweise in atemberaubenden Tempo immer gehetzter zu verfolgen, ohne sie je wirklich befriedigend befriedigen zu können. Da die eigentlichen Bedürfnisse so immer zu kurz kommen und wegen der ständigen Jagd nach Befriedigung der Ersatzbedürfnisse auch gar keine Aufmerksamkeit bekommen können, ist der zwanghafte "Wunsch" nach immer mehr als Teufelskreis und Abwärtsspirale vorprogrammiert.
Nur scheinbar entspricht die unstillbare Gier nach immer noch mehr Besitz und HabenWollen einem natürlichen menschlichen Bedürfnis. Es ist vielmehr gerade NICHT menschlich, auch wenn es so massenhaft vorkommt, als gäbe es keine Alternative. Wo ein Mensch nämlich wirklich human sich entwickelt, d.h. lernt, seine eigentlichen Bedürfnisse zu äußern und zu befriedigen, da wird er begeistert schöpferisch tätig, also so, dass er die Welt v.a. bereichert und wenig durch dekadent überbordenden Konsum ausbeutet. Es ist der von sich entfremdete Mensch, der dem immer mehr steigenden Konsum nachjagt, das ewig steigende Wirtschaftswachstum zwar befeuernd und befriedigend, aber nicht sich selbst wirklich befriedigend, sondern sich selbst im Gegenteil unmenschlich behandelnd und behandeln lassend.
Neoliberale "Freiheit" ist die (Pseudo-)"Freiheit" zur Macht und Ausbeutung. Bei der weltweiten Verknappung der Ressourcen bei gleichzeitig aus dem Ruder laufender Bevölkerungsexplosion sind Konflikte fast vorprogrammiert, werden aber zusätzlich aus politischen Gründen der Macht geschürt (Daniele Ganser) und von einem System, das ständiges Wirtschaftswachstum braucht, aus wirtschaftlichen Gründen forciert.
Die einzige erkennbare Alternative ist ein konsumptiv bescheidenes Wirtschaften, das aber umso mehr Lebensqualität verspricht, da nicht nur die eigentlichen Bedürfnisse erfüllt werden, nämlich die, ein entwickeltes, gewissenhaftes, autonomes integres Individuum zu werden und zu SEIN, statt ersatzweise ein zerrissenes und von seinen Gefühlen abgespaltenes und entfremdetes Wesen, das von der Konsum-Industrie fremdgesteuert wird und nur zwischen Formen von MarionettenDasein scheinbar "frei" wählen kann, nicht mehr aber zwischen dem Marionettenhaften und dem wahren Selbst. Vielmehr befriedigt ein wahres Selbst in echter Freiheit sehr viel mehr auch dadurch, dass dieses echte Individuum, das seine "Individualität" nicht durch Markenbewusstsein definiert, sondern durch reflektiertes Selbst-Bewusstsein, auch durch begeisterte schöpferische Tätigkeit statt ersatzweise Konsum auffällt. Nur solche Individuen sind auch Problemlöser und eine echte Bereicherung der Gesellschaft, indem sie deren Bereicherung zum Lebenssinn haben statt der bloßen eigenen Bereicherung bzw. statt des bloßen eigenen Konsums. Auch der Schonung der Ressourcen, insbesondere im ökologischen Sinne, dienen nur die, die ihren Konsum auf ein Maß herunterfahren, das weltweit praktikabel ist, ohne ökologische und andere Katastrophen.
Dabei sollten wir uns daran gewöhnen, dass selbst ein Hartz4-Niveau global gesehen wohl ein Luxus ist, der kaum weltweit geboten werden kann. Das mag nicht Wenige schockieren. Aber der Schock resultiert nur aus der Gewöhnung an eigentlich bereits dekadenten Luxus des Konsumptiven in Verbindung mit der Vernachlässigung des jeweiligen eigentlichen Selbst, welche es wert sein sollte, endlich zu schockieren, um aus dem vorzeitigen Aufgeben eines lebendigen Lebens zugunsten einer halbtoten Marionette der KonsumIndustrie überhaupt einmal aufzuwachen.
Bereits jetzt sorgt bekanntlich ein kleiner Teil der Welt für eine unverhältnismäßig starke Klimaerwärmung mit voraussichtlich verheerenden Folgen für insbesondere an den Problemursachen ganz Unbeteiligte.
Zwar sind auch und besonders wirtschaftlich mächtige Konzerne beliebt wegen der Finanzen und des damit verbundenen Handlungsspielraums, die/den sie der Politik einbringen, wenn sie sich nicht trickreich weitgehend um Abgaben herumdrücken. Aber letztlich schaffen sie global gesehen mehr Probleme als sie lösen. Bereits ein Exportüberschuss ist nämlich bei weltweiter Betrachtung ein Imperialismus wirtschaftlicher Art, der verheerende Folgen hat. Denn sobald auch nur ein Staat einen Exportüberschuss erwirtschaftet, muss mindestens ein anderes Land mit einem Exportdefizit dafür bezahlen, da in solch einem Nullsummenspiel das Plus eines Landes in der Außenhandelsbilanz nur durch mindestens ein Minus in einem anderen Land ausgeglichen werden kann. Das läuft aber dann auf eine fatale Abhängigkeit hinaus, auch wenn die sich auf mehrere Länder verteilt. Die Griechenlandkrise zeigt uns solche Folgen ausnahmsweise einmal in erstaunlicher Nähe. Endlich müssen wir einmal dafür geradestehen, freilich (wie schon in vorhergehenden Bankenkrisen) eher die einfachen Bürger als die rücksichtslosen Hauptverursacher. Freilich ist auch Misswirtschaft in Griechenland zu beanstanden. Trotzdem nimmt eine expansive Wirtschaftspolitik solche Folgen (einschließlich Staatsbankrott) leichtfertig billigend in Kauf oder betreibt sie aktiv, um Macht und Einfluss auszuweiten.
Zu warnen ist auch vor dem Trugschluss, ein Matriarchat werde eine menschlichere Politik bewirken. Schon jetzt kommen von Seiten weiblicher "Vordenker" besonders Vorschläge, die das Individuum zugunsten der Gemeinschaft zurückzudrängen empfehlen. Das ist nachvollziehbar und klingt konstruktiv, wenn man den Individuums-Begriff der Neoliberalen zugrundelegt, der gar keine echte Autonomie und Freiheit im oben beschriebenen Sinne meint, sondern die Pseudofreiheit und Pseudoautonomie des Neoliberalismus, dessen Individuums-Begriff ein ähnlich armseliger bloßer Pseudoindividuums-Begriff ist. Ein Individuum mit einem entwickelten Selbst, um das es UNS geht, ist aber etwas ganz anderes, als ein Individuum mit einem entwickelten Egoismus, das der Neoliberalismus idealisiert. Wenn allerdings (bspw. weil man/frau beides verwechselt) Individualität im Sinne echter (unkorrumpierbarer) Freiheit und echter gewissenhafter Autonomie zurückgedrängt würde zugunsten einer Sozialordnung mit gleichmacherisch sozialistischen Zügen, wäre diese faschosozialistisch, weil sie die eigentlich menschengerechte Lebensweise gewissenhafter Autonomie unterdrücken würde.
Selbst wenn das nur für (einige?) Männer (oder für die wichtige Minderheit derer, die faschosozialistischen Fehlentwicklungen wie im "Dritten Reich" und der DDR überhaupt noch Widerstand entgegensetzen) die menschlichste aller vorstellbaren Lebensweisen sein sollte, ist ihre Unterdrückung unter keinen Umständen akzeptabel!
Das ÖHI-Prinzip erwähnt (auch) die menschliche Gemeinschaft (bzw. genauer die menschliche Gesellschaft) ausdrücklich, zudem an der prominenten Stelle des mittleren Ringes, der letztlich zwischen dem individuellen Selbst auf der einen Seite und dem quasi selbstlos zu schützenden Ökologischen Ganzen auf der anderen Seite vermittelt. Trotzdem geht es nicht ohne das individuelle Selbst in der gewissenhaft autonomen Ausprägung! Das ÖHI-Prinzip hat diesen dritten Kreis des Individuellen nicht zufällig und nicht zufällig als Kern ganz innen! Er konstituiert im Kern den Kreis des Humanen/Menschlichen, das durch ihn bedingt ist und das wiederum umgekehrt ein menschliches(!) individuelles Sein als ein gewissenhaftes autonomes Selbst einfordert.
ÖHI-Bär & STAATS-TV-Satan (vgl. Bulle & Bär — Urus & Ursus)
© Ernst Albert & Brian Brain 20160130_1210 auf www.ÖHI-P.de
Wie beim ÖHI-Bär wird auch beim StaatsTV-Satan der Kopf aus den entscheidenden Buchstaben geformt. Doch es gibt noch mehr bemerkenswerte Zusammenhänge:
Die extremen Unbunt-Farben Weiß (für den ÖHI-Bär) & Schwarz ((mit Grau) für den StaatsTV_Satan) stehen für eine Dualität, die ein Zusammenbringen der beiden Buchstabengesichter anregen kann (allerdings keine gleichwertige Dualität).
Tatsächlich wird dies durch die BörsenSymbolik von Bulle & Bär gestützt, wenn man die dunkle Satans-Macht, die ja traditionell mit Hörnern, Schwanz und Hufen (wenn auch Pferdehufen) und blutunterlaufenen oder rotglühenden Augen dargestellt wird, mit dem ähnlich ausgestatteten Stier/Bullen als Symbol ähnlicher Bedeutung in Verbindung bringt. Das wiederum wird durch die teilweise gängige Identifizierung von Satan und Mammon einerseits und Mammon und (Goldenem) Kalb (biblisch) bzw. Stier-Kult (bei den Minoern mit dem zweibeinigen menschenfressenden Ungeheuer Minotaurus) andrerseits gestützt, zumal die Verbindung von Geld(-Zunahme) und Bulle ja auch an der Börse herausgestellt wird.
Allerdings gibt es auch einige gute Gründe, solch eine weitgehende Zuordnung (Parallelisierung) infrage zu stellen! Das ist nicht verwunderlich dort, wo Gegensätze als gleichberechtigt und gleichwertig angesehen werden.
Diese Sicht pflegen wir gewöhnlich ausdrücklich, aber ausdrücklich nicht beim Gegensatz von Gut & Böse, wie er DIE 2 Wege kennzeichnet. Schließlich kennzeichnet es auch das Nekrophile des Nationalsozialismus, dass der sich zum Tod und Tod-Bringenden nicht weniger bekannte als zum Leben mit den bekannten verheerenden Folgen.
Die lateinischen Begriffe Urus & Ursus für Bulle & Bär bzw. genauer für Rind/Auerochse & Bär sprechen als bemerkenswertes Wortspiel für die Paarung.
© Brian Brain & Ernst Albert 20160310_0910 auf www.ÖHI-P.de
Eine wunderbare Bestätigung des ÖHI-Prinzips findet man in den Lehren des Psychologen Erich Fromm (s www.BunteRose.de/Erich_Fromm.htm).
Fromm plädiert ausdrücklich für eine >>Renaissance des Humanismus<<, ohne die er gar den "Untergang unserer Kultur" sieht [in seinem ersten Credo]. Das Humane (H) (also unser mittlerer Kreis) scheint dem natürlich schon begrifflich besonders nahezustehen, macht für sich genommen aber noch keinen Humanismus aus.
Zum Humanismus gehört für Fromm auf der einen Seite auch ganz wesentlich, zentral und selbstverständlich die Entwicklung des Menschen zum Menschen, also das, was wir mit (I) für Individualität und Integrität bezeichnen. (Auch Fromm gebraucht den Begriff >>integrierend<< im 4. Punkt seines ersten Credos.)
(Dadurch, dass der H-Kreis den I-Kreis auch bei uns umschließt, bestätigt das ÖHI-Prinzip diese Zugehörigkeit des I zum H, wenn dies H nur umfassend genug begriffen wird, was bei Fromm der Fall ist, aber sonst oft vernachlässigt wird.)
Auf der anderen Seite gehört dazu als die grundlegende Aufgabe der Menschen überhaupt, eine "harmonische Einheit mit den Mitmenschen und der Natur" (wieder-)zufinden, wofür es prinzipiell 2 >>Kategorien<< von Antworten oder Wegen gibt (www.2Wege.de),
eine progressive im Sinne der >>Vervollkommnung<< des Menschen [Letzter Punkt des ersten Credos von Fromm] gemäß des I-Kreises
und eine regressive (unter Vernachlässigung von Vernunft und Liebe), die misslingen muss, weil sie >>zu Tod, Zerstörung und Leid<< führt >>und niemals zum vollen Wachstum des Menschen, niemals zu Harmonie und Kraft<<. [4. Punkt des ersten Credos von Fromm].
Etwas missverständlich mögen die Begriffe progressiv und regressiv in diesem Zusammenhang sein, da bspw. technischer "Fortschritt" auch ein Rückschritt in der menschliche Entwicklung bedeuten kann. Tatsächlich sehen wir heute, wie die massenhafte Vernachlässigung des progressiven Weges (der hin zur Vervollkommnung des Menschen führen sollte) ersatzweise zu einer Vervollkommnung technischen Ersatzes führt, der den Menschen von seiner Verantwortung zu entbinden versucht, was aber nie gelingen kann und nur gern als Ausrede missbraucht wird.
Einschub (20180202_1700): Besonders in dieser Hinsicht ist etwa die "transhumanistische" TPD scharf zu kritisieren, die den Humanismus für ein Auslaufmodell hält und als rückwärtsgewandt missversteht:
mit ihrem naiven Technikglauben bis hin zur Drohnen-Verherrlichung,
mit ihrem verantwortungslosen erst aus Fehlern Lernen statt vorher gewissenhaft Nachdenken (Trepko-Prinzip)
und mit ihrer ergebenen Hinnahme von fortgesetzter zwangsmedialer Massenverdummung, die sie in Schwarmintelligenz umdeuten möchte.
So wird nicht nur die verantwortungsbewusste und gewissenhafte Entwicklung des Menschen zu einem integren Individuum sträflich vernachlässigt, sondern auch die rücksichtslose Ausbeutung der Natur vorangetrieben.
Dadurch brechen aber nicht nur der innere und der äußere Kreis weg. Auch Humanität — selbst im bloßen Sinne einer friedlichen Koexistenz — ist hochgradig gefährdet. Weil Fromms Forderung nach einer >>Renaissance des Humanismus<< (im umfassenderen Sinne) nicht gehört wird, ja das genaue Gegenteil bspw. durch so etwas wie den faschosozialistischen und entmündigenden RBeitrStV betrieben wird (der auch unverantwortlich die Entwicklung zu Verantwortlichkeit exemplarisch ausdrücklich obsolet machen möchte, nämlich in Bezug auf Schwarzsehen*), droht das, was Fromm längst ankündigte: der Untergang unserer Kultur. (Vgl. den aktuellen Bericht der Bertelsmann-Stiftung zur desolaten Entwicklung von Demokratien und Menschenrechten, auch in Staaten, die man in dieser Hinsicht für gefestigt hielt.)
*) In seinem Rundfunk-"Gutachten" meint Paul Kirchhof tatsächlich, man helfe damit den jungen Menschen, nicht straffällig zu werden, indem man einfach auch die Ehrlichen (Nicht-Fernsehenden) (mit seiner Lex Kirchhof) verfassungswidrig zwingt, für die sonst möglichen Schwarzseher mitzuzahlen und sie bei Weigerung, diese faktische Kollektivstrafe und diesen Wucher und diese sittenwidrige Fernseh-Drogen-Dealer-Subventionierung gegen ihr Gewissen mitzutragen, ins Gefängnis werfen lässt, um sie mittels Beugehaft unter seinen widerlichen Geßlerhut zu beugen. So erspart er den potenziellen Schwarzsehern, ein Gewissen zu entwickeln und Verantwortung zu tragen, obwohl nur das Gegenteil für eine freiheitlich demokratische Gesellschaft mit mündigen verantwortungsbewussten Bürgern taugt! Kriminell daran ist nichts mehr als Paul Kirchhofs verquere (andere ungeniert kriminalisierende) Vorstellung von Erziehung, Recht und Rechtsstaat, wobei er sich offenbar als unbehandeltes "Kriegskind" an den faschistischen Erziehungsidealen orientiert, die auch er — wohl vermeintlich ohne dass es ihm geschadet hat — anscheinend einst über sich hat ergehen lassen müssen und nun hart wie Kruppstahl und zäh wie Leder aber vorgeblich >>behutsam<<, >>schonend<< und >>gerecht<< an uns weitergibt! Im Gegensatz zu ihm haben WIR deren (und seine) Menschenverachtung aber längst erkannt. UNS muss er nicht spüren lassen, was er einst erleiden musste und nie adäquat verarbeitet hat, weil ihm seine Machtlings-Karriere (als "teuerster Richter" Waigels und des deutschen Volkes, das seine Milch-Bubi-Rechnungen immer begleichen sollte und muss) sowie Ehrungen von Seinesgleichen (etwa INSM) offenbar immer viel wichtiger waren als ein nennenswertes ethisches Gewissen und wahre Integrität! Als Rhetorik-Baron pflegt er (auffällig regelmäßig) falschzüngig explizit oder implizit das Gegenteil dessen zu versprechen, was er uns zuzumuten sich erdreistet. (Und massenhaft fallen selbst Menschen, die man für einigermaßen klug hält, auf ihn und seine gespielte Fassade des "Menschenfreundes" herein, hinter der sich der Prototyp eines populistischen Idiokraten versteckt.)
© Brian Brain & Ernst Albert 20180202_0001 auf www.ÖHI-P.de
Obwohl unser Humanismus-Begriff ausdrücklich nicht auf irgendeiner gar rückwärtsgewandten Belesenheit basiert, sondern auf dem hier beschriebenen ÖHI-Prinzip, wollen wir auf ein Dokument aus der Renaissance aufmerksam machen, das (auch uns erst jetzt bekannt wurde und) den Humanismus schon programmatisch recht bestechend beschreibt.
Picos Rede
gehört zu den berühmtesten Texten der Renaissance,
obwohl sie nie gehalten und erst nach seinem Tode veröffentlicht wurde.
Programmschrift der humanistischen Anthropologie.
Pico leitet die Würde des Menschen aus der Willens- und Wahlfreiheit ab,
die den Menschen auszeichne und von allen übrigen Geschöpfen unterscheide
und damit seine Einzigartigkeit und Gottebenbildlichkeit begründe.
Wikipedia zu Picos Rede "Über die Würde des Menschen"
Man findet diese berühmte Rede von Giovanni Pico della Mirandola hier als PDF (S. 62 - S. 105).
Diese >>Oratio<< wird von Eugenio Garin, dem besten >>Kenner und Übersetzer des ganzen Werkes<< auch >>Manifest des Humanismus<< genannt, wie Dora Baker in ihrem Buch "Giovanni Pic della Mirandola – Sein Leben und sein Werk, Dornach 1983" formuliert (am Ende des PDFs ebenfalls aufgeführt). Sie hält diesen Titel für besser.
Wir aber freuen uns, dass dasselbe Werk 2 verschiedene passende Titel trägt, die darauf hinweisen, dass die Würde des Menschen gerade dadurch überhaupt erst erheblich ausgeprägt wird, dass der Mensch in Freiheit sich zur Persönlichkeit entwickelt (gemäß des Humanismus). Darum ist auch den ausgeprägt humanistischen Menschen die Unantastbarkeit dieser Würde und dieser humanistischen (und zugleich göttlichen) Bestimmung zur freien Ausbildung ihrer Persönlichkeit und ihres Gewissens in bewusster Selbstbildung so fundamental wichtig und unverzichtbar, wie die prominente Stelle in Art. 1, Abs. 1 GG zum Ausdruck bringt!
Auf diesem vorbildlichen Fundament fußen alle Grundrechte und die ganze Verfassung. Sie wird darum zu Recht eine ausdrücklich humanistische Verfassung genannt!
Dass dies inzwischen ganz zu Unrecht kaum noch respektiert wird (etwa durch den antihumanistischen RBeitrStV und das Kirchhöfische, das solche Menschen verachtenden Verfassungswidrigkeiten generiert und mittels Familienbande zementiert), steht auf einem ganz anderen Blatt skandalöser Rechtsverdrehungen und Entwicklung weg vom Humanismus hin zum refaschisierenden Unrechtsstaat, der die humanistischsten Menschen als (aussterbende) Minderheit wieder ungeniert verfolgt.
Obwohl Pico offenbar Humanist war und den Humanismus gar programmatisch mit seiner (ungehaltenen) Rede "Über die Würde des Menschen" begründete, war er übrigens kein typischer Renaissance-Humanist, derart, dass er auf die Form übermäßig Wert gelegt hätte (obwohl er sie selbst bestechend beherrschte und nutzte):
Pico verteidigte [...]
– völlig untypisch für einen Humanisten –
die scholastischen Philosophen gegen die Kritik von Ermolao Barbaro mit dem Argument,
der Inhalt philosophischer Texte sei wichtiger als die ästhetische Qualität ihres Stils
(die bei den Scholastikern aus humanistischer Sicht höchst mangelhaft war).
Der an Ermolao gerichtete Brief De genere dicendi philosophorum,
in dem er diese Position vertrat,
erregte Aufsehen.
Wikipedia zu Picos Brief "De genere dicendi philosophorum" an Ermolao
Uns ist das sympathisch, und wir führen es an, sind wir uns doch bewusst, dass auch unser Schreibstil nicht ideal ist, insbesondere, wenn wir allzu viel Inhalt in einen Satz zu packen versuchen. Wir wollen uns an dieser Stelle dafür entschuldigen. Da wir uns trotzdem als entschiedene Humanisten verstehen, freuen wir uns, annehmen zu dürfen, dass Pico uns unseren Stil nicht vorwerfen würde.
Ganz entscheidend ist auch schon bei Pico, dass die Hauptaufgabe des Menschen (im Sinne des Humanismus) darin besteht, sich selbst erst zum eigentlichen Menschen zu entwickeln / formen / gestalten, sein eigener Schöpfer zu sein, der dies Werk der Schöpfung (bzw. des göttlichen Schöpfers) erst zur relativen Vollendung bringt (und so und darüber hinaus sich auch als Mitschöpfer der Welt betätigt).
Von keinen Schranken eingeengt
sollst du deine eigene Natur selbst bestimmen nach deinem Willen,
dessen Macht ich dir überlassen habe.
Ich stellte dich in die Mitte der Welt,
damit du von dort aus alles, was ringsum ist, besser überschaust.
Ich erschuf dich
weder himmlisch noch irdisch,
weder sterblich noch unsterblich,
damit du als dein eigener, gleichsam freier,
unumschränkter Baumeister
dich selbst in der von dir gewählten Form aufbaust und gestaltest.
Du kannst nach unten in den Tierwesen entarten;
du kannst nach oben, deinem eigenen Willen folgend, im Göttlichen neu erstehen.»
Giovanni Pico della Mirandola: "Über die Würde des Menschen", S. 65-66
In gewisser Weise nimmt Pico dabei am Ende des Zitats auch die bei Fromm geschilderten 2 möglichen Richtungen bereits vorweg:
Der Mensch kann (regressiv) zu einem bloßen >>Tierwesen entarten<<, entarten wohlgemerkt, d.h. aus seiner Art schlagen (und dabei zur Bestie werden wie bspw. im Faschismus),
oder aber (progressiv) — seiner eigentlichen Bestimmung folgend — (in Gottesebenbildlichkeit) selbst zum Schöpfer werden, nämlich zum Schöpfer/Gestalter vor allem (erst einmal) seiner selbst (und darauf aufbauend auch zum Mitgestalter/Mitschöpfer der Welt).
Schon Pico lässt keinen Zweifel daran, dass trotz dieser (scheinbaren) Freiheit der Wahl zwischen beiden Möglichkeiten,
der regressiven tierisch oder gar pflanzlich kriechend >>irdischen<<
und der progressiven >>himmlischen<<
nur die progressive Richtung für den Menschen artgemäß und akzeptabel ist, da erstere geradezu >verbrecherisch< wäre:
Die Pythagoräer verwandeln Verbrecher in Tiere
und - Empedokles zufolge - sogar in Pflanzen.
Diese Lehren beachtend, wiederholte Mahomet oft:
«Wer sich von dem göttlichen Gesetz abwendet,
wird Verdientermassen zum Tier.»
Nicht die Rinde kennzeichnet die Pflanze, sondern ihre stumpfe gefühllose Natur;
nicht die lederne Haut kennzeichnet das Lasttier, sondern seine tierische sinnliche Seele;
wahre Harmonie, nicht die sphärische Rundung kennzeichnet den Himmel;
geistige Intelligenz, nicht Trennung vom Leibe kennzeichnet den Engel.
Siehst du einen Menschen,
der ganz dem Bauch ergeben, wie eine Schlange am Boden kriecht,
so ist das, was du erblickst, kein Mensch,
sondern ein pflanzengleiches Gewächs [(d. h.) >von stumpfer gefühlloser Natur< (s.o.)].
Wenn jemand von den Gaukelbildern der Phantasie wie von Kalypsos Zaubereien geblendet,
von trüben Gelüsten eingefangen und ein Sklave der Sinnlichkeit wird,
so erblickst du in ihm ein Tier, nicht einen Menschen.
Einen Philosophen hingegen,
der alles durch seinen Verstand erfasst,
den sollst du verehren;
er ist ein himmlisches, kein irdisches Wesen.
Ein reiner Betrachter, der seinen Leib nicht achtet,
weil er ganz in die Tiefen seines Geistes eindringt,
ist weder irdisch noch himmlisch,
er ist ein erhabenes göttliches Wesen im Gewande menschlichen Fleisches.
Giovanni Pico della Mirandola: "Über die Würde des Menschen", S. 67-68
(Zitiert aus obigem PDF. In unserem zweiten Absatz, den wir buchstabengetreu aus dem PDF übernommen haben, könnte evtl. Mohamet(?) gemeint sein und wäre Verdientermassen (das ss statt ß scheint schweizerisch zu sein) eigentlich klein zu schreiben.)
Sicher übertreibt Pico etwas, wenn er möchte, dass der reine Betrachter >>seinen Leib nicht achtet<<, auch wenn er ihn durch sublimierende (S. Freud) geistige Tiefe vorübergehend tatsächlich ganz vergessen kann. Doch betont er ja auch, dass >>den Engel<< (den göttlichen Menschen) >>nicht Trennung vom Leibe kennzeichnet<<. Vielmehr geht es um >>wahre Harmonie<< zwischen allem, wobei im menschlichen Wesen nicht das Tierische den Ton angeben darf und den Menschen >versklaven< darf.
Das Tierische wird hier zwar mit >sinnlichen Gelüsten<, also leiblichen Begierden identifiziert, meint aber offenbar auch — abstrakter — materielle Begierden:
FUSS der Seele
ist zweifellos jener niedrigste Teil,
der sich nur an die Materie anlehnt.
Damit meine ich den Instinkt,
der uns Nahrung zuführt,
den Zündstoff der Lüsternheit und den Lehrer der Wollust.
Giovanni Pico della Mirandola: "Über die Würde des Menschen", S. 72
Damit spricht auch schon Pico deutlich an, dass der Mensch sich als geistiges Wesen entwickeln sollte, das nicht (ersatzweise) des Materiellen im Übermaß bedarf. Dies läuft aber auf die 2 Wege hinaus, wie sie v.a. bei >Arno Gruen und Erich Fromm deutlich herausgearbeitet sind, aber auch schon bei Matthäus 7; 13-15 den Verständigen unmissverständlich deutlich werden:
Einerseits den äußeren materialistischen Weg des massenhaften Konsums, des Geldes, des Besitzes (HABENs) und der Macht;
andrerseits den inneren ideellen Weg des jeweils eigenen Eigenschöpferischen, der Entwicklung eines inneren Reichtums in Form eines entwickelten Selbsts, des SEINs und der Liebe / Empathie.
Wir betonen, dass das (zusammen mit dem sonst hier Genannten) das Entscheidende für Humanismus ist, jedenfalls für denjenigen Humanismus, zu dem wir uns bekennen!
Wir können nicht beurteilen, wie es kommt, dass vergleichsweise ganz bedeutungslose Kriterien wie Belesenheit und ein Hang zum Klassischen und zur Antike zur Definition von Humanismus herangezogen werden. (Dazu sind wir tatsächlich zu wenig belesen!)
Allerdings kann man sicherlich sagen, dass damals humanistische Ideale noch weit selbstverständlicher waren als heute, obwohl sich bereits Pico in seiner wunderbaren Rede Über die Würde des Menschen, also zu dem, was bei uns Art. 1 GG thematisiert, darüber beklagt, dass das, was bei uns Art. 5, Abs. 3 GG garantieren soll, nämlich die Freiheit von Kunst und Wissenschaft, schon in der Renaissance (zu) wenig beherzigt und genutzt wurde, nämlich — unabhängig von ökonomischen Nützlichkeitserwägungen bzw. unbedingten Gewinnabsichten im Vordergrund (die eine Prostitution auf Kosten der Wahrheit bedeuten, um welche (Letzte) allein es aber gehen darf) — solchen erhabenen Tätigkeiten um ihrer selbst Willen bzw. aus Erkenntnisdrang zu Selbst-Bildungs-Zwecken nachzugehen, die ja zur (eigenschöpferischen) Selbstgestaltung in Gottes-Ebenbildlichkeit dazugehören.
So schreibt Pico bspw.:
Heute wird tatsächlich
(so gross ist das Unglück unserer Zeit!)
das Studium der Philosophie eher verachtet und verpönt
als in Ehren und Ruhm gehalten.
Diese verderbliche, zum Untergang führende Ansicht
hat fast alle Gemüter so stark erfasst,
dass heute niemand oder nur wenige Menschen philosophieren.
Als wäre es unnütz,
die Ursache aller Dinge,
die Wege der Natur,
die sinnvolle Ordnung des Weltalls,
die Ratschläge Gottes,
die Geheimnisse des Himmels und der Erde
sichtbar und greifbar zu erforschen,
wenn kein Nutzen und kein Verdienst daraus gezogen werden kann!
Wir sind schon so weit gekommen
- und das ist sehr schmerzlich -,
dass nur diejenigen für weise Männer gelten,
die Wissen des Geldes wegen sammeln!
So sehen wir, wie die keusche Pallas Athene,
die den Menschen als ein Geschenk der Götter gesandt worden ist,
verjagt, verhöhnt und ausgezischt wird.
Sie hat niemanden, der sie liebt und beschützt,
ausser wenn sie sich prostituiert
und das elend erworbene Geld, den Lohn für die geschändete Jungfräulichkeit,
dem Geldkasten des Freiers zugute kommen lässt.
Nur mit grösstem Schmerz und aus tiefster Empörung
spreche ich alle diese Dinge aus
und richte mich nicht an die Herrscher,
sondern an die Philosophen unserer Zeit.
Sie äussern die Meinung,
dass man nicht philosophieren soll,
weil für Philosophen
keine Belohnung und keine Auszeichnungen
Durch solche Worte beweisen sie eigentlich,
dass sie keine Philosophen sind.
Weil ihr ganzer Sinn auf den Erwerb von Geld und Ruhm gerichtet ist,
suchen sie nicht die Erkenntnis der Wahrheit als solcher.
Erlauben Sie mir zu sagen,
und ich brauche nicht zu erröten, wenn man mich dafür lobt,
dass ich Philosophie nur aus Liebe zur reinen Philosophie getrieben habe.
Für meine Studien und Erörterungen
habe ich nie eine Belohnung erhofft oder angestrebt;
die einzige Belohnung, die ich erwartet habe,
war die Bildung meiner Seele,
die Erkenntnis jener von mir heiss ersehnten Wahrheit.
Zu jeder Zeit war ich ein so leidenschaftlicher Liebhaber der Wahrheit,
alle persönlichen und öffentlichen Sorgen beiseite lassend,
mich ganz der ruhigen Betrachtung hingab.
Keine Verleumdung von Neidern,
keine Bosheiten von Feinden des Wissens
konnten mich bis jetzt oder werden mich je davon abhalten.
Die Philosophie selber lehrte mich,
lieber von dem eigenen Gewissen
als von fremdem Urteil abzuhängen.
Giovanni Pico della Mirandola: "Über die Würde des Menschen", S. 83-84
© Brian Brain & Ernst Albert (sowie Urs Ars & Artur Urart) 20180709_1810
Da wir uns ausdrücklich zum Humanismus bekennen, können wir nicht damit einverstanden sein, dadurch wahrscheinlich oder gar fast zwangsläufig in vollkommen falsche Vorstellungs-Schubladen gepackt zu werden! Darum hier ein Versuch der Klärung und Richtigstellung:
Über Humanismus gibt es zahlreiche Vorurteile und aus unserer Sicht falsche Vorstellungen, die aber von manchen erklärten Anhängern des Humanismus z.T. geschürt oder sogar geteilt werden.
Wenn man bedenkt, dass es viele verschiedene Vorstellungen und Definitionen von Humanismus gibt, ist das nicht allzu verwunderlich, obwohl uns befremdet, wie auf diese Weise die integrative Kraft die der Humanismus (wie jede gute Theorie und Ideologie) eigentlich hat, unnötigerweise beschnitten wird.
Denn die verschiedenen Humanismusvorstellungen sollten sich doch in einem Kern, quasi seinen ursprünglichsten bzw. ureigensten Teilen (kurz Ur-Teilen), überschneiden, der allein ausschlaggebend sein sollte und nicht mit verzichtbaren weiteren vorgeblich notwendigen Kriterien für Humanismus verdeckt werden sollte, das mögliche Spektrum des Humanistischen zugleich unnötig beschränkend und Vorurteile nährend.
Hier werden darum (jeweils aus unserer Sicht) zunächst diese Ur-Teile (d.h. der Kern) des Humanismus herausgestellt, dann einige Vorurteile konstruktiv zurückgewiesen.
(Solches Vorgehen, das positiv den Kern einer Theorie oder Ideologie als Ur-Teil(e) herausarbeitet und negierend, aber ebenso konstruktiv die VorUrteile zurückweist, ist übrigens auch bei ganz anderen Thematiken empfehlenswert und durch das Wortspiel mit der doppelten Bedeutung von UrTeil einerseits und die Kombination mit VorUrteilen andrerseits gekennzeichnet. Wir nennen es kurz das Vor- & Ur-Teil-Prinzip.)
(Beide Unterkapitel sind weitgehend auch getrennt für sich aussagekräftig nutzbar.)
Was der Kern (das Ur-Teil) jedes Humanismus' (unseres Erachtens) ist
Den Kern des Humanismus versucht das ÖHI-Prinzip zu beschreiben:
Dass beim Humanismus bekanntlich der Freie Mensch im Mittelpunkt steht, machen die 3 Kreise des ÖHI-Modells gleich in zweierlei Hinsicht deutlich, dabei bereits einigermaßen klärend, WIE er "im Mittelpunkt steht":
In dieser Graphik steht der Mensch als freies Individuum geradezu wörtlich im Mittelpunkt, der wie der schwarze MittelPunkt/MittelKreis einer Zielscheibe ausgearbeitet ist, und zwar steht er dort jeweils SELBST bzw. sein Selbst.
Der Mensch als Menschheit und menschliche Gemeinschaft/Gesellschaft und mit ihr notwendig das Humanitäre, d.h. die Menschlichkeit als Inbegriff alles Ethischen steht als Mittelkreis wiederum in der (vermittelnden) Mitte zwischen Individuum einerseits und dem größeren Ganzen andrerseits, das hier exemplarisch als das Ökosystem (Erde) oder die Schöpfung (bis hin zum göttlichen Universum) vorgestellt wird.
Unerträglich nahe einem bloß grenzenlosen Egozentrismus stünde der Mensch, würde er sich nur selbst in den Mittelpunkt stellen ohne seine bewusste Einbettung ins größere Ganze nicht nur der Menschheit (wobei das C(h)ristAllKugel-Prinzip die subjektive Zentrierung objektiv relativiert), sondern in die ganze Schöpfung und ohne die Ausdehnung des Ethischen, "menschlich" Genannten, auf die Mitverantwortlichkeit in diesem großen Ganzen! Darum erachten wir auch die Mitberücksichtigung des Ö-Kreises (des Ökologischen) für jeden akzeptablen Humanismus (ja für jede akzeptable Politik) für unerlässlich und zum Kern gehörig.
Desweiteren rechnen WIR zum Kern des Humanismus mit der Freiheit zugleich die Verantwortlichkeit für alle 3 Kreise, insbesondere jeweils für den innersten, für sich selbst und für die Entwicklung dieses Selbsts, besonders durch Bildung des ganzen Menschen, insbesondere seiner jeweiligen besonderen geistigen, sinnlich-empathisch-ethischen und handwerklich-körperlich-praktischen Gaben. Diesen Aspekt betont die Organonik, indem sie (mit dem Organon-Prinzip) den Menschen als Werkzeug ("Organon") seiner selbst und seiner gesellschaftlichen und ökologischen Aufgaben betrachtet. Auch dies gehört noch zum Kern dessen, was Humanismus genannt zu werden verdient.
Dass die Organonik darüber hinaus die menschliche Gesellschaft gemäß Joseph Beuys als ("Sozialen") Organismus auffasst (oder aufzufassen empfiehlt) und ebenso die Schöpfung, insbesondere den Globus als eine Art Superorganismus aufzufassen pflegt und insofern das als Organismus entsprechend begreifbare und personifizierbare Universum entsprechend problemlos Schöpfer und Gott nennen und in diesen organonischen Humanismus sowohl pantheistisch als auch als persönlichen Gott (interpretierbar) integrieren kann, zumal auch nach der naturwissenschaftlichen Evolutionstheorie Schöpfer und Schöpfung eins sind, gehört unseres Erachtens schon nicht mehr zum Kern des Humanismus, aber zu seiner organonischen Spielart, an die zu glauben WIR uns bekennen.
Allerdings gehen wir davon aus, dass die humanistischen Psychologen Erich Fromm und Arno Gruen mit ihrer Vorstellung, dass es eines entwickelten Selbsts bedarf, das der Verführung durch Geld und Macht widerstehen kann, nicht nur Recht haben, sondern einen Kernpunkt jeder vernünftigen Humanismusvorstellung herausgearbeitet haben (vgl. 2-Wege-Vorstellungen).
Missverständnisse & Vorurteile bzgl. Humanismus
Wir formulieren im Folgenden die Vorurteile nicht aus, sondern überschreiben die Abschnitte bereits mit ihrer Zurückweisung, in der das jeweilige Vorurteil freilich noch gut erkennbar steht.
Humanismus muss nicht etwa atheistisch sein!
Vielmehr bedarf er zwar keiner Gottesvorstellung, erlaubt aber sogar sowohl eine pantheistische Gottesvorstellung als auch eine persönlichere (personifizierte) Gottesvorstellung im Sinne eines umfassenderen Organismus' auf natürliche Weise zu integrieren. Insofern ist er eher überreligiös, von keiner Religion abhängig oder auf sie angewiesen, aber alle im Kern tolerieren könnend.
Als eine Weltanschauung, in der Freiheit eine zentrale Rolle spielt, lehnt er zwar in aller Regel alles Dogmatische ab, aber weiß sehr wohl, dass nicht jede Gottesvorstellung dogmatisch sein muss.
Ebenso lehnt er zwar in aller Regel alles Autoritäre ab, weiß aber sehr wohl, dass nicht jede Vorstellung von Gott die eines autoritären Gottes sein muss.
Humanismus muss nicht etwa anti-naturwissenschaftlich sein!
Vielmehr ist das Bekenntnis zum Menschen als Beobachter und Mitschöpfer zwar ein Bekenntnis zu subjektiven Standpunkten, Gefühlen, Interessen und Einflussnahmen, also objektiv existierenden — wenn auch kaum immer messbaren — Dingen; aber dadurch wird der Horizont des naturwissenschaftlich Messbaren nur aufs Anthropologische und Autologische (i.S. einer Wissenschaft des Selbsts) ausgedehnt.
Weder das Rationale, noch (sonstige) Errungenschaften der Aufklärung werden vom Humanismus abgelehnt.
(Die Beobachterabhängigkeit der modernen Physik wird vielleicht sogar ernster genommen und natürlicher ins Weltbild integriert, als es der Naturwissenschaft für sich möglich ist.)
Auch die naturwissenschaftliche Vorstellung, dass sich die Evolution selbst entwickelt, also die Schöpfung ihr eigener Schöpfer ist, lässt sich selbst mit denjenigen Arten von Humanismus vereinbaren, die einen pantheistischen Schöpfer vorstellen, der mit seiner Schöpfung identisch ist. Auch seine zusätzliche Personifizierung als organonischer Organismus (vgl. Gaia und Mutter Natur) geht zwar über naturwissenschaftlich Notwendiges und Bewiesenes hinaus, widerspricht aber nicht naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.
Humanismus muss nicht etwa mit einem Studium von (insbesondere alten) Quellen verbunden sein!
Zwar wurzelt die Idee des Humanismus historisch in der (insbes. griechischen) Antike und der sich darauf beziehenden Renaissance und wurde bereits damals teilweise bestechend zeitlos charakterisiert, doch bedarf es weder der Kenntnis alter Sprachen wie Altgriechisch oder/und Latein, noch des Studiums entsprechender Quellen, auch nicht des Besuchs eines ausdrücklich humanistischen Gymnasiums oder einer ausdrücklich humanistischen Universität, um Humanist werden zu können und sich als solcher bezeichnen zu können!
Vielmehr spielt zwar Bildung im Humanismus eine besondere Rolle, doch kann diese im Prinzip auch autodidaktisch sein. Ja, man sollte im Extrem sogar durch bloßes Nachdenken darauf kommen können, dass ein Leben gemäß Prinzipien, wie sie im (Kern-)Humanismus üblich sind, dem menschlichen Leben besonders angemessen sind und ihm in besonderem Maße Sinn geben.
Humanismus ist darum auch weder rückwärtsgewandt, noch veraltet!
Vielmehr ist er von zeitloser Sinnhaftigkeit wie beispielsweise auch das (humanistisch geprägte) Grundgesetz und die Menschenrechte.
Damals wie heute setzt Humanismus der Vorherrschaft von Machtstreben und Streben nach ökonomischem Erfolg um (fast) jeden Preis oder sonstigen utilitaristisch verbrämtem Nützlichkeitsstreben, das in die Verachtung der Menschen und der Menschlichkeit mündet, etwas entgegen, was nachhaltig und zeitlos Sinn sichert und Ethik und die freie Entfaltung eines entsprechend entwickelten statt verderbten Selbst miteinschließt. Dass trotzdem die Diktatur des Neoliberalen das Humanistische zunehmend auszurotten versucht und teilweise auszurotten verstand, zeigt nur, wie stark refaschisierende (insbesondere kirchhöfische) Kräfte wieder wüten und entsprechend humanistischer Widerstand nötig wird, nicht aber, dass der Humanismus seine Daseinsberechtigung verwirkt hätte.
Erich Fromm macht auch darauf aufmerksam, dass Humanismus insofern stets progressiv statt regressiv eingestellt sein muss, als ein sentimentales Zurück-zur-Natur den Menschen bloß zur nekrophilen Bestie entarten lässt und er darum nur durch ein Vorwärts zu wahrem Mensch- und Menschlich-Sein mit Hilfe der Entwicklung seiner Selbst und seines Selbsts (empathisch, vernünftig und gewissenhaft) seine Vertreibung aus der Natur und dem Natürlichen, in seiner Entwicklung voranschreitend, überwinden kann.
© Brian Brain & Ernst Albert 20160502_1915 auf www.ÖHI-P.de
Um im Folgenden mit Hilfe der 3 geschachtelten Kreise des ÖHI-Prinzips die 3 wesentlich verschiedenen Arten von Beziehungen zu entwickeln, die man als Mensch haben kann und haben sollte, müssen wir zunächst neben dem gewöhnlichen inklusiven Verständnis der Graphik auch deren mögliche exklusive Deutungsmöglichkeit erläutern und den innersten Kreis des Individuellen auf ein einziges — jeweils persönliches — Ich zuspitzen:
Die 3 Kreise Ö-H-i können auch so gedeutet werden, dass im Innersten Kreis (nur) dasjenige Individuum verortet wird, das für den jeweiligen Betrachter das ICH ist. Es gehört natürlich zur Menschheit, von der alle realen oder potenziellen MIT-Menschen des jeweiligen ICHs im anschließenden Kreisring verortet vorgestellt werden (also die Menschheit bis auf das jeweilige Ich). Im äußersten Kreisring wird dann die "echte" Natur dargestellt, das bedeutet (nach mathematisch-logischer bzw. ideamatischer Sprechweise) diejenige Natur, die übrigbleibt, wenn man den Spezialfall der Menschen herausnimmt.
Während wir normalerweise aus guten Gründen in sogenannter inklusiver Denkweise die ganzen Kreise als ein Bild von geschachtelten Mengen betrachten, in dem
die Menschheit ein Teil der Natur ist (wie der mittlere Kreis in den größten Kreis eingebettet liegt)
und das Ich ein Teil der Menschheit ist (in deren Kreis ja sein Kreis eingebettet liegt),
haben wir jetzt mit den KreisRingen die sogenannte exklusive Denkweise als zweite Lesart gewählt, die diese Bereiche überschneidungsfrei separiert vorstellt in typischem Schubladendenken, das wir normalerweise — anders als die inklusive Denkart — NICHT empfehlen.
Der Grund dafür, hier doch ausnahmsweise auch die exklusive Betrachtungsweise zu betonen, liegt darin, dass wir so besser deutlich machen können, dass jedes Ich 3 wesentlich verschiedene Arten von "Beziehungen" haben kann, je nachdem, in welchen der 3 Bereiche man eine Verbindungslinie aus dem Ich-Bereich zieht:
Während es fast trivialerweise selbstverständlich zu sein scheint, dass jedes Individuum bzw. jedes Ich erstens eine — gute(!) — Beziehung zu seinen Mitmenschen und zweitens zur eigentlichen Natur (natürlichen Umwelt) haben sollte, und man entsprechend leicht VerbindungsLinien vom inneren Ich-Bereich in die beiden anderen ziehen kann, die — zeichnet man jeweils gleich mehrere — wie 2 Strahlenarten einer Sonne mit dem Ich im Zentrum wirken, also wie eine Ich-Sonne (oder ÖHI-Sonne) mit (erstens) kurzen Strahlen zu den Mitmenschen und (zweitens) langen zu den Wesen der natürlichen Umwelt, kann es passieren, dass man auf die dritte wichtige Sorte von möglichen Beziehungen des Ichs gar nicht kommt, obwohl sie die zentralste und eigentlich ursprünglichste ist, ohne die die anderen beiden Arten von Beziehungen recht kraftlos sind: Es ist die Beziehung des jeweiligen Ichs zu sich selbst! Aufgrund ihrer Lage und ihrer Bedeutung als das Ursprünglichste, wollen wir sie besser die nullte Art von Beziehung nennen als die dritte. Die zugehörige Linie schrumpft entweder zu einem Punkt (der ja auch die Länge null hat), oder sie muss zur besseren Erkennbarkeit als Schleife gezeichnet werden, die im Ich entspringt und wieder ins Ich zurückkehrt als Endpunkt, eine Form, die (auch) symbolisiert, dass das Ich über sich reflektiert (nachdenkt). Genauer denkt es über sich und sein Denken nach, spürt es sich und seinen Gefühlen nach und lernt sich gleichzeitig dabei zu entwickeln und als liebenswert entwickelt zu lieben und zu schätzen. Anders als durch derartige SelbstReflexion ist SelbstVerständnis, SelbstBewusstsein, SelbstVertrauen, auch SelbstKritik-Fähigkeit und Selbst-Liebe im positiven (nicht-narzisstischen) Sinne gar nicht denkbar und auch eine nennenswerte PersönlichkeitsEntwicklung — bzw. eine SelbstEntwicklung im doppelten Sinne: erstens als Entwicklung DES Selbst und zweitens als (autonom / autodidaktische) Entwicklung DURCH das Selbst — gar nicht möglich!
Darum ist eine gute Beziehung jedes Individuums bzw. Ichs zu sich selbst von so fundamentaler Bedeutung für jedes Leben mit Sinn und darf als dritte bzw. nullte bedeutsame Beziehung des Ichs keinesfalls vergessen oder vernachlässigt werden! Das Individuum erschafft, bildet und gestaltet sich dabei (lebenslang) selbst als sein eigener Schöpfer in GottesEbenbildlichkeit, wie sich auch die Schöpfung — insbesondere, aber nicht nur die Natur — in einem andauernden Evolutionsprozess als ihr eigener Schöpfer gebärdet und unaufhörlich neu und v.a. immer weiter sich (wahrhaft göttlich) vervollkommnend gebiert, als sei die Schöpfung in ihrer astronomisch gigantischen All-Umfassendheit auch tatsächlich nichts anderes als der Schöpfer selbst (bzw. das, was die Bezeichnung All-Mächtiger und Gott auf natürlichste und überzeugende Weise — im Physischen — verdient, was eine Art pantheistischer Gottesvorstellung bedeutet, welche insbes. die Organonik vertritt).
So führt die ursprünglichste und zentralste der 3 Beziehungsarten des Ichs zu einer GottesEbenbildlichkeit, die sich aber in der SelbstEntwicklung bzw. SelbstSchöpfung keineswegs erschöpft: Wie die Organonik darüber hinaus lehrt, entwickelt das Individuum so nämlich nicht nur auch eine Integrität, die das entsprechende wunderbare Heilsein (insbesondere dessen, den Christen den Heiland nennen) zum Ideal hat, sondern es entwickelt so (auch aber nicht nur dank eines geschärften Verstandes) sich selbst auch zu einem wunderbaren Werkzeug (griechisch: Organon) für die Entwicklung der Gesellschaft, also dessen, was Joseph Beuys den "Sozialen Organismus" nannte und das er auch als "Soziale Plastik" bezeichnete, weil er es als das wichtigste oder gar allein noch wichtige Kunstwerk verstanden wissen wollte, an dem alle Menschen "als Künster", d.h. als schöpferische Wesen (in GottesEbenbildlichkeit) gemeinsam bildend mitarbeiten sollten.
Letztlich geht es dabei sogar um die Mitgestaltung der Welt, also auch der natürlichen Umwelt, aber in einem sehr viel rücksichtsvolleren und nachhaltigeren Sinne als bisher üblich. Die rücksichtslose Ausbeutung der Natur durch den Menschen hat in dieser Weltanschauung genauso wenig Platz wie die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. All dies bedeutet schließlich das Gegenteil von Heilsein und SchöpferischSein. Es macht (schon durch die damit verbundene SelbstEntfremdung) krank, ist destruktiv und geht geradezu "nekrophil" (E. Fromm) über Leichen.
So strahlt die Selbstentwicklung des Individuums tatsächlich bereichernd in die Gesellschaft und darüber hinaus in die Natur wie die beschriebene Ich-Sonne symbolisiert. Beuys nannte es die Wärme-Qualität, auf die es ankommt und natürlich geht es dabei um die Energie der Herzenswärme und Liebe (vgl. Arno Gruens "Weg der Liebe") und sicher nicht ersatzweise um Macht und Ausbeutungsmotive!
Gewiss bedarf es einiger Selbstentwicklung, bevor die Gesellschaft und weitere Bereiche von auffällig unterentwickelten Menschen — entsprechend dekadent und verpfuschend — erheblich mitgestaltet werden darf, zumal diese Menschen dazu neigen, ihre eigenen Defizite und "psychischen Defekte" (E. Fromm) dadurch zu kompensieren, dass sie andere Menschen ausbeuten und mit Macht unterdrücken, einer äußeren Macht und Gewalt, die keiner besonderen inneren Fähigkeit entspringt, sondern das Fehlen innerer Fähigkeiten kompensieren und überdecken soll. (Politikverdrossenheit resultiert fast immer daraus, dass Bürger angewidert bemerken, dass trotzdem bisher in besonderem Maße ausgerechnet solche innerlich unterentwickelten Menschen die Politik und sie, die Bürger, beherrschen und zunehmend unterdrücken und ausbeuten.)
Die exklusive Sichtweise benötigten wir hier übrigens deshalb, weil sonst (nämlich bei inklusiver Sichtweise) bspw. die Beziehung eines Ichs zu sich selbst ja bereits auch als eine Beziehung zu einem Menschen und als eine Beziehung zu etwas Ökologischem so selbstverständlich gälte, dass man damit scheinbar(!) schon alle 3 Bereiche abgedeckt hätte, die besonderen Herausforderungen der anderen beiden Bereiche aber eben noch kaum gestreift hätte, nämlich den sozialen Kontakt zu ANDEREN Menschen und einen angemessenen — einfühlsamen — Umgang mit der NICHT-MENSCHLICHEN Natur.
So bedeutsam es auch ist, sich selbst zu kennen (>>gnothi seauton<<, >>nosce te ipsum<<, >>erkenne dich selbst<<), bildet dies doch — nur, aber immerhin — die Grundlage, erst auch andere Menschen als biologische und seelische Verwandte zu verstehen und dann auch biologisch fernere (aber dafür vielleicht(!) etwas einfacher gestrickte(?)) Verwandte. Ersetzen kann das ursprünglichere Selbst-Verständnis die darüber hinausgehenden Herausforderungen der Fremd-Verständnisse schließlich trotz seiner fundamentalen Rolle nicht!
Natürlich hat sich das Gestalten auch auf den (arteigenen) gesellschaftlichen Bereich mehr zu konzentrieren als auf den der Natur, in den der Mensch schon so verheerend eingegriffen hat, dass es kaum eine bessere "Mitgestaltung" dieses Bereichs geben kann, als diesen möglichst weitgehend in Ruhe zu lassen, obwohl eine wachsende Weltbevölkerung immer größere Ansprüche an Fläche und Nahrung und sonstige materielle Ressourcen stellt und zudem ihr Konsum mit Unmengen an Abfallprodukten einschließlich Abgasen die Umwelt belastet!
Aber auch sonst heißt Mitgestaltung immer ein möglichst behutsam umsichtiges Gestalten, das Freiräume nicht stiehlt, sondern — wo immer möglich — lässt. Andernfalls wird nur ein doppelter Aufwand nötig sein:
erstens der Aufwand, um von selbst wirkende (und wirken wollende) Kräfte zu bremsen und zu unterdrücken, obwohl diese vielleicht viel sinnvoller und produktiver wären als man denkt, würde man sie nur sich entfalten lassen; und
zweitens der Aufwand, um all die brutal gestoppten Initiativen in neue Richtungen wieder in Schwung zu bringen, obwohl dazu eigentlich die Motivation fehlt, jedenfalls die wertvolle intrinsische, also die natürliche innere SelbstMotivation, die keiner äußeren Verlockungen und Belohnungen bedarf.
© Brian Brain 20160503_1200 auf www.ÖHI-P.de
Das ÖHI-Prinzip wird bewusst einfach durch nur 3 geschachtelte Kreise symbolisiert, die sehr viel mit sehr wenig Mitteln sehr adäquat in sehr wenig Dimensionen ausdrücken können.
Differenzierungswünsche des einfachen 3-Kreise-Modells des ÖHI-Prinzips können aus verschiedenen Gründen und in verschiedener Hinsicht entstehen und teilweise leicht, teilweise auch schwerer durch Erweiterungen des Modells befriedigt werden.
Hier einige Überlegungen dazu (für daran Interessierte). Da sie sich weitgehend auf Darstellungs-Möglichkeiten und -Probleme beschränken, sind sie politisch-inhaltlich weniger interessant und entbehrlich!!
Wenn man sich bspw. fragt, in welchen — insbesondere gesellschaftlichen — Bereichen der Mensch sich gestaltend besonders engagieren sollte, wird man vielleicht Sektoren einzeichnen wollen.
Wenn man sich klar macht, dass es sehr verschiedene Arten von Beziehungen bspw. zu Menschen gibt, wird man die bisher 3 Wirkungskreise vielleicht auf mehr erweitern wollen bzw. den mittleren Kreis in mehrere (konzentrische) Kreise aufteilen wollen.
Ausgehend vom stets zentralen Ich-Kreis
umfasst diesen dann zunächst ein Partnerschaftskreis dessen Ring i.d.R. 0 oder 1 Personen enthält, mit der dem jeweiligen Ich nächststehenden Person.
Dann schließt sich ein Familienkreis an, dessen Ring die jeweiligen Kinder des Paares enthält sowie die nächsten Mitglieder der Herkunftsfamilie wie Geschwister und Eltern des jeweiligen Ichs.
Dann folgt eventuell ein Kreis, der sich Kollegenkreis nennen mag, falls man sämtliche Familienmitglieder auch als seine Kollegen zu betrachten gewillt ist, nämlich als Menschen, mit denen man in Kollegialität die Aufgaben des Lebens meistert.
Alternativ oder zusätzlich folgt ein Kreis, den wir Freundeskreis nennen wollen, aber nur so nennen können, wenn tatsächlich alle Kollegen (in obigem Sinne) auch Freunde sind (falls dieser Kreis existiert). Außerdem muss dann natürlich gewährleistet sein, dass man sich mit allen Familien-Mitgliedern freundschaftlich verbunden fühlt.
Erst dann kommt der Kreis des Human(itär)en an sich.
Und dann der des Ökologischen.)
Wie Wellenkreise, die sich um den Verursacher ausbreiten, formieren sich so "WirkungsKreise", Kreise des Wirkens um das jeweilige Ich, das der Stein des Anstoßes der Wellenringe war und ist.
Da jeder Mensch für sich ein Ich ist, ist das Zentrum der Wellenringe immer ein anderes, so dass sich aus den Wellenringen ein Interferenzmuster ergibt.
(Wie man insbesondere beim "Freundes-Kreis" und "Kollegen-Kreis" merkt, ist die Reihenfolge der Kreise nicht unbedingt zwingend und ist selten gewährleistet, dass sie einander wirklich perfekt geschachtelt umfassen, so dass von diesem Prinzip ggf. abgewichen werden muss.)
Während wir die Kreise nach derjenigen Nähe festlegten, die einem hohen Verwandtschaftsgrad entspricht, sei es Bluts- oder eher SeelenVerwandtschaft, weil dann auch entsprechend sukzessive immer umfassendere Begriffe für die umfassenderen Kreise formuliert werden können, kann evtl. alternativ auch räumliche Nähe zur Modellierung herangezogen werden. So ist bspw. ein Gartengrundstück ums Haus jedem näher als eine Vegetation am anderen Ende der Welt, ja auch geographisch viel näher als die meisten Menschen, obwohl es doch zum Ökologischen (also dem weiteren Kreis) gehört.
Unter Einbeziehung dieser Dimension bedarf es eventuell einer 3d-Modellierung für eine einigermaßen adäquate Darstellung (oder noch höherer Dimensionen). Solche Modellierungen zu entwickeln, kann eine reizvolle Herausforderung sein, die aber nicht ohne Tücken ist. Ihr praktischer Nutzen wird allerdings leider sehr schnell begrenzt durch die räumliche Vorstellungskraft der meisten Menschen, die i.d.R. spätestens bei 3 Dimensionen endet.
Insofern ist das 3-Kreise-Modell wirklich ein Segen an Einfachheit in der Darstellung verbunden mit nicht wenig wertvoller Aussagekraft bzw. wertvollen Aussagen, die man darin verankern oder daran aufhängen / festmachen kann (wie in einem Spinnennetz).
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Obwohl das ÖHI-Prinzip mit den 3 Kreisen prinzipiell für alle Lebewesen genutzt werden kann, indem das Humanistische des hominiden Homo Sapiens durch die jeweilige andere Art und deren Artgerechtheit (und Ethik) ersetzt wird, gibt es aufgrund des vergleichsweise herausragend ausgeprägten Intellekts des Menschen (in Verbindung mit seiner bis weit ins Abstrakte differenzierten Sprache und seiner Fähigkeit zur Werkzeugherstellung komplexester Art mehrere bedeutsame Unterschiede, die das ÖHI-Prinzip für den Menschen besonders bedeutsam machen:
Erstens (zu (I)) hat er ein wesentlich stärkeres Ich bzw. eine stärkere Individualität als typischere Herdentiere, was aus seinen geistigen Möglichkeiten resultiert, die (zumal aufgrund seiner verfügbaren Technologien, insbesondere Lernmedien) eine Fülle von Verhaltens- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten, die kein anderes Lebewesen hat. Insofern hat der innerste Kreis bei (anderen) Tieren eine signifikant geringere Bedeutung als beim Menschen.
Zweitens (zu (Ö)) erhebt sich der Mensch durch seinen Intellekt so über die Natur, dass er nicht nur aus ihr herausgehoben ist, sondern regelrecht aus ihr vertrieben ist, wie die "Vertreibung aus dem Paradies" nach dem "Essen vom Baume der Erkenntnis" symbolisiert. Er ist der Natur ein Fremdkörper und hat die Unschuld der anderen Wesen verloren, die bspw. als Raubtiere ihrem Raubtierwesen gemäß skrupellos andere Tiere reißen dürfen zu ihrem Überleben oder gar — wenn auch eher selten — Artgenossen morden im natürlichen Konkurrenzkampf, während der Mensch aufgrund seiner übermächtigen Machtmittel (etwa Jagd-Gewehren) zu besonderer Umsicht angehalten ist, zumal er auch dafür diesen Intellekt besitzt, der ihn derartige Mittel erfinden ließ und seinen verheerend Ressourcen raubenden und Abfall produzierenden Massenkonsum entwickeln ließ. Andere Lebewesen sind viel selbstverständlicher untrennbarer natürlicher Bestandteil des Ökologischen. Insofern hat auch der äußere Kreis bei (anderen) Tieren eine signifikant geringere Bedeutung als beim Menschen.
Drittens (zu (H)) gilt Ähnliches aber auch für den mittleren Kreis. Denn der Intellekt, der in Form der conscientia, also des mit dem besonderen Bewusstsein verbundenen und besonders zu entwickelnden Gewissens auch besondere ethische Maßstäbe erzeugen kann, die für die eben geforderte Umsicht besonders entscheidend ist und beim Menschen auch das Zusammenleben der Individuen der eigenen Art besonders regelt, wird bei (anderen) Tieren meist so weitgehend von instinktivem Verhalten bzw. artgerechten automatischen Verhaltensregeln ersetzt, dass eine Entwicklung eines Gewissens und resultierenden ethischen Verhaltens wie beim Menschen bei Tieren nicht erwartet werden kann. Das heißt freilich nicht, dass sie sich ethisch bedenklich verhielten. Im Gegenteil. Sie besitzen nicht im vergleichbaren Maße eine Entscheidungsfreiheit zwischen gutem und schlechtem Verhalten wie der Mensch, sodass ihnen ihr Verhalten ethisch auch dann nicht vorgeworfen werden kann, wenn wir es nach menschlichen Maßstäben für brutal erachten würden.
Bemerkungen zur GottesEbenbildlichkeit:
Mit dieser 3-fachen Sonderrolle des Menschen hängt übrigens zusammen, dass der Begriff der GottesEbenbildlichkeit nicht in vergleichbarem Maße auf andere Lebewesen zutrifft, wenn auch gerne — nicht ohne Plausibilität — behauptet wird, jedes Lebewesen stelle sich seinen "Gott" natürlich so vor, wie es selbst ist.
Freilich ist aber auch zu bedenken, dass das Ganze / das AllUmfassende / die Schöpfung als ihr eigener evolutionärer Schöpfer durch eine Schöpferkraft und Selbstentwicklungsfähigkeit gekennzeichnet ist, die dem entwickelten Menschen ebenfalls in herausragendem Maße (kennzeichnend) eigen ist.
Und wenn man nun nicht bezweifeln möchte, dass allenfalls "der Allmächtige" insbesondere Weltschöpfer ist und Gott genannt zu werden verdient, dann kann der Mensch — soweit er umsichtig schöpferisch im nennenswert Welt-bereichernden Sinne ist — Gottesebenbildlichkeit in besonderem Maße beanspruchen, was freilich mehr Aufgabe sein muss als Angabe sein darf, mehr Anspruch, den er erst einmal auch zu erfüllen hat, als Selbstbeweihräucherung, als sei jeder Mensch schon von Geburt an mehr als nur potenzielles göttliches Ebenbild.
Auch die Entwicklung hin zur größeren Entwicklungsfähigkeit kennzeichnet zwar schon das Leben an sich, aber das menschliche Leben in besonderem Maße, auch und besonders deshalb, weil der Organ- und Werkzeug-Charakter der im griechischen "Organon"-Begriff steckt (der der Organonik ihren Namen gab), vom Menschen mit seinen technischen Hilfsmitteln in hochpotenzierter Form genutzt wird, was sowohl ein bestechend entwickeltes Potenzial darstellt, aber natürlich auch eine erschreckend zerstörerische Macht sein kann.
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Konzertanz ist ein wichtiges Prinzip des Organischen, allgemeiner des Organonischen und besonders des Humanistischen gemäß des ÖHI-Prinzips. Darum wird Konzertanz hier kurz thematisiert.
Die besten Zutaten nutzen nichts, wenn kein stimmiges Ganzes komponiert wird, in dem ein Zusammenspiel der Kräfte gewährleistet wird und Unverträglichkeiten (wie logische Widersprüche) ausgeschlossen werden. Das gilt für Axiomensysteme der Mathematik ebenso wie für Verfassungen und Gesetzbücher, für Gewissen/Bewusstsein und (integre) Persönlichkeiten und größere Systeme wie Gesellschaften. (Vgl. das GleichungsGleichnis auf www.VerGLEICHnis.de!)
Das schließt nicht etwa aus, dass es oppositionelle Kräfte gibt, die in Gegenbewegungen um Wahrheit und beste Lösungen ringen und eine flexible "gelenkige" Beweglichkeit überhaupt erst ermöglichen wie Beuger und Strecker an den Gelenken am Körper. Es bedarf dieser Vielfalt (Pluralität) der Möglichkeiten, Meinungen und Individuen vielmehr sogar unbedingt in jedem wirklich vitalen System!
Konzertanz ist unsere Substantivierung des Adjektivs konzertant (bzw. concertant), das das Zusammenspiel in einem Orchester(-Konzert) als Prototyp eines gelungenen Zusammenspiels sieht. Indem auch das gelungene Komponieren Teil dieser Vorstellung ist, kommt der Begriff dem, was wir damit ausdrücken wollen, sehr entgegen. Hübsch mutet zudem an, wie sich das Wort Tanz in den Begriff geschummelt hat, ebenfalls ein "harmonisches" und "beschwingtes" "zusammenklingendes" Zusammenspiel und die damit verbundene Freude zum Ausdruck bringend.
Konzertanz setzt also Konsistenz (Widerspruchsfreiheit im logischen Sinne) voraus und ist damit ein der Integrität sehr eng verwandter Begriff. Dies Ringen nach Stimmigkeit, Integrität, Konzertanz bestimmt die Persönlichkeitsentwicklung im i-Kreis des ÖHI-Prinzips prototypisch und als Kernkompetenz, um nach dem Selbstähnlichkeitsprinzip der Organonik auf größere Bereiche (wie Wellenringe) auszustrahlen, die im ÖHI-Prinzip bewusst vereinfacht durch 2 (Wirkungs-)Kreise H und Ö symbolisiert werden. In einer verfeinerten Vorstellung sollte es nicht schwerfallen, etwa den Kreis der jeweils eigenen Familie zwischen dem H-Kreis und dem i-Kreis sich lebhaft vorstellen zu können und ihn entsprechend mit der eigenen Konzertanz zu "befruchten".
Auf 2 weitere VorstellungsBilder soll im Zusammenhang mit Konzertanz hingewiesen werden.
Wie ein Hocker erst auf 3 Beinen stabil steht, bedarf es auch bei der Konzertanz oft mehrerer Komponenten, die aufeinander abgestimmt sein müssen wie die Beinlängen eines Hockers.
Und wie eine dreieckige Plane, die an ihren 3 Zipfeln gehalten wird eine Flüssigkeit fassen kann, so kann konzertantes Zusammenspiel ein kostbares Gut bewahren und sogar transportieren. Doch hilft die beste Arbeit zweier "Zipfelhalter" nichts, wenn die dritte Kraft versagt und den Zipfel zu hoch oder zu niedrig hält.
Dass hier die 3 eine Rolle spielt, darf nicht überbewertet werden. Es hat mit dem 3-dimensionalen Anschauungsraum zu tun, dem wir die Vorstellungsbilder (vgl. www.VerGLEICHnis.de) entnommen haben. Doch können die Probleme dieser Welt auch ganz anderer Zahlen bedürfen, auch wenn wir in diesem Raum leben.
Beispiele, in denen es tatsächlich um die Drei zu gehen scheint, sind die WirkGlieder Kopf, Herz & Hand (Pestalozzi) bzw. Körper, Seele und Geist (Aristoteles), die die fundamentalen Kräfte umreißen, mit denen wir in der Welt wirken (können). In der Organonik wird diese Dreiheit bei Quarks im Kleinsten und der Dreieinigkeit im Größten wiederentdeckt.
Ein anderes Beispiel, das sich eventuell in die Organonik-Vorstellungen einbetten lässt, erwähnt Erich Fromm auf Seite 10 in seinem Vorwort zu >>Wege aus einer kranken Gesellschaft<<. >>Mein Hauptargument [...] ist, [...] daß es nur zu einem Fortschritt kommen kann, wenn Veränderungen gleichzeitig auf wirtschaftlichem, gesellschaftspolitischem und kulturellem Gebiet vorgenommen werden und daß jeder Fortschritt, der sich nur auf ein einziges Gebiet beschränkt, den Fortschritt in allen Bereichen behindert.<< Ähnliche 3-Gliederungs-Vorstellungen findet man bei Joseph Beuys auf seinen Tafeln zum Sozialen Organismus. Auch das Spiel Ökolopoly von Frederic Vester lehrt eindringlich, wie wenig durch isolierte Maßnahmen bewirkt wird, die nicht wirklich gut überlegt und gekonnt koordiniert sind.
Für uns ist hier besonders wichtig,
dass die 3 Kreise des ÖHI-Prinzips für einen gelungenen Humanismus zusammengehören,
dass eine Gesellschaft wahrhaft pluralistisch sein muss (nicht nur größere Interessensgruppen beachtend!) und keine Typisierung verträgt, schon gar nicht zur vorgeblichen Gewährleistung des Pluralistischen und
dass ein Gewissen ein fein austariertes aufeinander abgestimmtes System ist, das keine Eingriffe von außen erträgt (und wegen Art. 4 GG aus gutem Grund auch nicht ertragen muss, solange die Verfassung so respektiert wird, wie sie respektiert werden müsste.
Nun noch einige Aufsätze, die sich auf je einen der 3 Kreise (Ö), (H) & (I) konzentrieren
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An dieser Stelle soll besonders der Schöpfungsbegriff der Organonik thematisiert werden. Im weiteren Sinne umfasst er das gesamte Universum bzw. einfach ALLes. Im engeren Sinne die irdische Schöpfung, insbesondere die Natur (auch Mutter Natur genannt) in Verbindung mit der Sonne, die sie mit Energie (Licht und Wärme) versorgt.
Während erste monotheistische Gottesvorstellungen wahrscheinlich von der Sonne als Auge Gottes inspiriert sind und Schöpfer und Schöpfung (wie gewöhnlich in der Kunst) als zweierlei betrachten, spielt in der Organonik die SelbstGenese, also SelbstEntwicklung, SelbstBildung und SelbstSchöpfung eine bedeutende und bedeutsame Rolle. So gibt es in der modernen Kunst auch Künstler, die sich selbst als ihre eigentliche und wichtigste Schöpfung ansehen.
Der bekannte Beuys'sche Ausspruch: >>Jeder ist ein Künstler<<, kann u.a. so interpretiert werden, dass jeder, der (im humanistischen Sinne) wirklich Mensch ist, sich also lebenslang selbst bildet und entwickelt, auch als ein Schöpfer seiner selbst und insofern als Künstler angesehen werden kann. Indem er dies tut, bildet er sich auch zu seinem hervorragendsten Werkzeug zur Erfüllung seiner Bestimmung, der Aufgabe, den "Sozialen Organismus", also die Gesellschaft oder letztlich gar die ganze Schöpfung positiv mitzugestalten.
Damit steht die organonische Schöpfungsvorstellung der naturwissenschaftlichen Evolutionstheorie nahe, die ebenfalls von der Evolution der Evolution durch Evolution ausgeht, also nicht nur ebenfalls Schöpfung als Prozess und dessen Produkt nicht begrifflich unterscheidet, sondern auch als ihren eigenen Urheber, d.h. Schöpfer sieht und so auch Schöpfer und Schöpfung nicht unterscheidet, sondern identifiziert.
So ist die daraus resultierende pantheistische Schöpfer-Vorstellung mit der naturwissenschaftlichen Evolutionstheorie problemlos vereinbar.
Indem die Organonik darüber hinaus — (u.a. fraktal) begründet — empfiehlt, komplexe Systeme wie Ökosysteme (bzw. die Natur als Ganzes) als Superorganismen zu betrachten, werden Personifizierungen wie "Mutter Natur" als durchaus geistreiche Metaphern aufgewertet und auch eine Personifizierung des Ganzen (d.h. der Gesamtschöpfung) als (entsprechend persönlich vorgestellter) Gott zu etwas durchaus Naheliegendem, dessen Sinn wissenschaftlich weder beweisbar noch widerlegbar ist.
(Vgl. ansonsten vorläufig unten: "Bildung als Gestaltung von sich selbst" und www.Organonik.de sowie die Beuys'sche Vorstellung vom "Sozialen Organismus", hier etwa unter Ich-Sonne!)
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Ausdrücklich geht es nicht um ein bloßes "Zurück zur Natur"! Erich Fromm, der in seinen beiden Credos fast buchstäblich bei Adam und Eva anfängt, stellt bspw. am Anfang seines ersten Credos fest, dass der Mensch dadurch, dass er Vernunft besitzt und ein Bewusstsein seiner selbst, aus der Natur quasi verstoßen ist und sich erst wieder in sie integrieren muss. Dies sieht er geradezu als wesentliche Triebfeder des menschlichen Lebens.
Scheinbar hat der Mensch dabei 2 Möglichkeiten:
Er kann sich zu einem vormenschlichen Wesen zurückentwickeln, das bspw. seine Verstandesgaben ausschaltet (etwa mittels Drogen natürlicher, chemischer oder auch kultureller Art — für Fromm ist bspw. das Fernsehen ein "kulturelles Opiat"). Auch Meditation kann — falsch verstanden oder in östlich-esoter(r)ischen Heilslehren autoritär und antiemanzipatorisch vermittelt — die Form einer Droge annehmen und zu unverantwortlichem und verantwortungslosen MindAIDS führen. Zwar degenerieren menschliche Fähigkeiten (geistiger, empathischer und ethischer Art) so tatsächlich mit der Zeit auf desaströses Niveau. Doch funktioniert solches Sich-dumm-Stellen allenfalls als Fremd- oder/und SelbstTäuschung, obwohl das Hirn durch all diese Methoden nachhaltig umprogrammiert wird. Letztlich ist es wie beim Wolf im Schafspelz (www.SchafsPelze.de), dass der Mensch sich dann bloß harmloser gibt als er ist, was ihn bspw. gewissenlos und verantwortungslos in vermeintlicher Naivität diejenigen ausbeuten lässt, die darauf hereinfallen oder die diesen Menschen ausgesetzt sind. Derartige regredierende Möglichkeiten sind darum für Fromm immer der falsche Weg. Auch die Unmenschlichkeit des NS-Regimes ist darin begründet, dass es diesen Weg eines Verfalls der Menschlichkeit nutzte!
Nur das progressive Voranschreiten kann eine neue GELUNGENE Einheit mit der Natur schaffen! Das meint das "Vorwärts zur Natur"! Es besteht in der vollen Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten, insbesondere der Liebe, der Verantwortung und des Gewissenhaften. Dazu fordert Fromm zu Recht eine Renaissance des Humanismus, der die Entwicklung des integren Individuums nicht nur einschließt, sondern in ihr auch im Kern gründet. Freilich geht es über eine bloße "Wiedergeburt" einer vergangenen Epoche hinaus. Es geht um eine Rückbesinnung auf ein wahres Konzept, das heute erschreckend in Vergessenheit geraten und von anderen ungesunden Begehrlichkeiten — insbesondere des Neoliberalen — überwuchert ist.
Ö bedeutet Ökologie und nicht Ökonomie!
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Entschieden distanzieren wir uns vom Primat der Ökonomie, das der Neoliberalismus allenthalben als alternativlos uns diktieren möchte in seiner >>Diktatur des Neoliberalismus<< [Byung-Chul Han: "Tut mir leid, aber das sind Tatsachen", interviewt von Niels Boeing und Andreas Lebert in ZEIT Wissen 5/2014;]
Wir setzen dem das Primat des Menschlichen entgegen, wie es schon Wilhelm v. Humboldt auch als Bildungsideal vertrat und Erich Fromm als Renaissance des Humanismus fordert(e).
So entwickelt der Mensch mehr Fähigkeiten als Konsumbedürfnisse und stoppt so den ökonomisch motivierten Raubbau am Ökologischen, ja kehrt ihn idealerweise sogar schöpferisch um, die Natur bereichernd statt ausbeutend.
Dass das Ökologie-Ö mit einem Ökonomie-Ö verwechselt werden könnte, sollte schon aus logischen Gründen eigentlich ausgeschlossen sein: Während die Menschheit/Gesellschaft in die Natur/Ökologie eingebettet ist, also der H-Kreis in den Ö-Kreis, ist das Wirtschaftliche neben dem Kulturellen und dem Gesellschaftspolitischen nur eines von 3 (Teil-)Gebieten, die die Gesundheit einer Gesellschaft beeinflussen. Fromm weist in seinem Vorwort zu >>Wege aus einer kranken Gesellschaft<< darauf hin, dass es darum gehen muss, diese Bereiche >>gleichzeitig<< und gemeinsam zu entwickeln [S. 10]. (Dass es allenthalben auf solch ein Konzertanz-Verständnis ankommt, ist dem Integren (www.Integrer.de) fast eine Selbstverständlichkeit.)
Auch im Sinne von Frederic Vester ist nur eine Ökonomie akzeptabel, die das Ökologische (Ö) achtet, aber natürlich auch das Humane (H) und das Individuelle (I) gemäß dem ÖHI-Prinzip.
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Die Menschen bilden biologisch eine Art unter den tierischen Lebewesen der Zoologie, zu den Primaten zählend. Begrifflich sind sie so in die Lebewesen der Biologie eingebettet.
Systemisch sind sie in Gesellschaften organisiert, in losen und möglichst freien Zusammenschlüssen zu Gruppen, deren natürlicher Kern Familien sind.
Eine Gesellschaft soll zwar wie jede faire Gemeinschaft gerechte Gleichberechtigung und Chancengleichheit aufweisen, aber anders als eine Gemeinschaft i.e.S. eigentlich keine künstliche Gleichstellung oder jedenfalls keine sonstige zwangsweise Gleichmacherei oder gar Gleichschaltung aufweisen.
Das macht der I-Kreis deutlich, indem er die Unterschiedlichkeit als besonders schätzens- und schützenswerten Reichtum hervorhebt.
(Sie kann zwar auch Unterschiede in der Wertschätzung beinhalten, aber legt Wert darauf, insbesondere Geschlechts-bedingte Unterschiede als gleichwertige Fähigkeiten zu schätzen, die sich gemäß unseres Konzepts der YinYang-Spirale geradezu symmetrisch zeigen und perfekt ergänzen.)
Trotzdem betont der H-Kreis(-Ring) die Gemeinsamkeiten und gleichen Rechte und Chancen und die entsprechenden Verpflichtungen als natürliche Ergänzung zum I-Kreis mit seiner Betonung der Unterschiede und der Freiheit.
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Was für leidenschaftliche Humanisten wie Wilhelm v. Humboldt mit seinem entsprechenden Bildungsideal oder Erich Fromm mit seinem Ruf nach einer "Renaissance des Humanismus" selbstverständlich ist, ist für die Masse der Menschen leider durchaus nicht klar: Dass der einzige VERANTWORTBARE Weg zu einer gelungenen Integration der Menschheit in der Welt über die Menschlichkeit führen muss, und der Mensch eben NICHT die Wahl haben kann, nur die enormen Kräfte der Macht zu nutzen, die ihm bspw. in Form der Technik zur Verfügung stehen, und keine Verantwortung für die Folgen zu übernehmen. Verantwortbar ist nur noch Verantwortlichkeit! Nur ein menschlich entwickelter Mensch hat überhaupt die Kapazität, adäquate Verantwortung für ein Tun zu übernehmen, dessen Auswirkungen alles, was er ohne Hilfsmittel bewirken könnte, weit übersteigen.
Darum ist Fromms Warnung vor einem Untergang unserer Kultur (wenn keine Renaissance des Humanismus gelingt) nicht übertrieben! Oberflächliches Mensch-Sein ist noch keine Qualität und wenn es schlimm kommt (wie etwa im Faschismus) kann es sogar auf Ungeheuer hindeuten, wie sie keine andere Art von Lebewesen hervorzubringen in der Lage ist. Der Mensch muss sich im Laufe seines Lebens zum menschlichen Menschen erst entwickeln, wenn er nicht Gefahr laufen möchte, stattdessen bis hin zum Unmenschen zu verkommen.
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bescheinigen sich ja traditionell
immer einfach selber
ihre "Unschuld"!
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Die Menschenrechte werden nicht nur in anderen scheinbar stabilen Demokratien zunehmend mit den Füßen getreten, wie die Bertelsmannstiftung in einem Artikel vom 26.02.2016 als Tendenz angibt. Seit dem RundfunkErmächtigungsGesetz RBeitrStV von 2013 werden auch in Deutschland massiv und brutal Menschenrechte mit Füßen getreten, indem wieder Minderheiten faschosozialistisch verfolgt werden.
Freilich gibt es auch andere Fälle von Menschenrechtsverletzungen in Deutschland und anderswo, insbesondere die Behandlung von Flüchtlingen betreffend. Auch diese sind scharf zu kritisieren, was wir auch an anderen Stellen bei anderen Gelegenheiten tun. Doch keinesfalls dürfen die einen Menschenrechtsverletzungen gegen die anderen ausgespielt werden oder als "Trost-Vergleiche" missbraucht werden, um sie teilweise hinzunehmen oder sich von Nicht-Betroffenen oder gar von den Tätern oder/und ihren Schergen selbst, die uns (wie in Deutschland) zum bloßen Ausbeutungs-Objekt degradieren, als unerhebliche Grundrechtsverletzungen deklarieren zu lassen.
In Deutschland bescheinigen sich ja traditionell die schlimmsten Täter immer einfach selber ihre "Unschuld"!
Stéphane Hessel schreibt in seinem "Empört Euch!" sehr Ermutigendes mitreißend dazu:
>>Das Grundmotiv des Widerstandes war die Empörung. Wir, die Veteranen der Widerstandsbewegung und der kämpfenden Kräfte des freien Frankreichs, appellieren an die junge Generation, das Erbe des Widerstandes und die Ideale neu aufleben zu lassen und sie weiter zu verbreiten. Wir sagen ihnen: „nehmt es auf Euch, empört Euch!“ Die Verantwortlichen der Politik, Wirtschaft, die Intellektuellen und die Gesamtheit der Gesellschaft dürfen nicht klein beigeben, sich auch nicht beeindrucken lassen durch die aktuelle internationale Diktatur der Finanzmärkte, die den Frieden und die Demokratie bedrohen. Ich wünsche Euch allen, jedem einzelnen von Euch, sein eigenes Motiv der Empörung zu seiner Herzensangelegenheit zu machen, denn diese ist ein kostbares Gut. Wenn Euch etwas empört, so wie mich der Nazismus empört hat, dann wird man streitbar, stark und engagiert. So gestaltet man den Lauf der Geschichte mit, und der große Lauf der Geschichte muss sich, dank jedem Einzelnen, hin zu mehr Gerechtigkeit und Freiheit fortsetzen – weg von der „unkontrollierten Freiheit eines Fuchses im Hühnerstall“. Die Rechte, die durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 zu Papier gebracht wurden, sind universell. Wenn Ihr jemandem begegnet, den man nicht daran Teil haben läßt, empört Euch mit ihm und helft ihm, diese Rechte durchzusetzen. <<
[Stéphane Hessel: Empört Euch!, zitiert nach jerome-segal.de/empoert_euch.pdf (unautorisierte Übersetzung) S. 4/5]
Auch Fritz Bauer, der engagierte Verfechter des Widerstandsrechts, soll als ein anderer Verfolgter des NS-Regimes zitiert werden, der wohl wusste, dass unter der Oberfläche das menschenverachtend Faschistische in Deutschland nie ganz verschwunden ist. Wir zitieren ihn über Udo Dittmann, der schreibt:
>>"Widerstand bedeutet Eintreten für eigne oder fremde Menschenrechte, die vorenthalten, verletzt oder gefährdet werden".So steht es in dem Aufsatz von Fritz Bauer, den er im Jahr 1962 unter dem Titel "Das Widerstandsrecht des kleinen Mannes" veröffentlicht hat.<<
[[1] Udo Dittmann: "Widerstandsrecht und Menschenrechte" "Der moderne Impuls des Fritz Bauer" in Braunschweig-Spiegel, 09. September 2011
Heute bricht sich das Faschistische wieder Bahn, von den meisten ganz unbemerkt, woran die öff.-"rechtl." Medien eine doppelte Schuld haben, da sie nicht nur die Menschen einlullen und benebeln statt wachrütteln und aktivieren, sondern auch selbst die Speerspitze der verfassungsfeindlichen (korrupten) Volksentmündigung und faschistischen Bürgerentrechtung sind (s. z.B. www.SchmierFunk.de, www.TVBoykott.de und www.GG-Treue.de).
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Organisieren wir die Gesellschaft so,
dass sie möglichst vielen Menschen erlaubt,
aus sich selbst ein gebildetes Wesen zu machen;
also ein Individuum nicht nur für den Arbeitsmarkt,
sondern für sich selbst.
Er nannte das:
für den Gewinn von Menschheit in sich selbst.
Die Entfaltung von eigener Individualität
als Zweck der Individualität.
[Rüdiger Safranski über Wilhelm v. Humboldt]
(VOSS / www.ÖHI-P.de)
Hier soll — quasi noch an der Naht zum H-Ring — mit einem Safranski-Zitat zum Humboldt'schen Bildungsideal darauf hingewiesen werden, wie zentral die Selbstgestaltung des Individuums als Kern jeder gesunden Bildung letztlich der Gestaltung und Bildung der Gesellschaft zugutekommt, die darum ihrerseits auch die Voraussetzungen schaffen muss, dass dies gefördert wird und geschehen kann.
Wir zitieren dazu gut 2 Absätze aus der VOSS, die wir in gekürzter und kommentierter Form auch auf www.Integrer.de unter "Ein Individuum für sich selbst" thematisieren (Hervorhebungen von uns):
>>Safranski: [...] In meinem Globalisierungsbuch habe ich meine Überlegung in Bezug auf Ausbildung und Bildung entwickelt ("Wie viel Globalisierung verträgt der Mensch?" Hanser Verlag, 2003). Ich habe den altmodischen ? ich sage ganz bewusst altmodischen Begriff ? der Bildung hervorgekramt, so wie ihn Wilhelm von Humboldt entwickelt hat. Wenn man ihn näher anschaut, dann merkt man, wie modern er eigentlich ist. Ausbildung ist ja klar: Qualifizierung für den Arbeitsprozess. Damit man gut aufgestellt ist in der globalen Arbeitsgesellschaft, also Training fürs Arbeitshaus, so kann man als Hamster im Rad laufen. Bildung dagegen ist noch etwas anderes. Bildung ist ein Selbstzweck, wie es von Humboldt damals angedacht worden ist. Wenn es fraglich wird, welchen Sinn das Ganze hat, so Humboldt, wenn Gott als die gemeinsame Klammer aller Sinnvorstellungen wegfällt, dann war die Antwort des deutschen Bildungsidealismus: Es mag so sein, aber bedenken wir doch, dass jeder einzelne das Sinnzentrum für sich selbst werden kann. Humboldt ging noch einen Schritt weiter, er war ja ein gesellschaftspolitisch denkender Mensch, und sagte: Organisieren wir die Gesellschaft so, dass sie möglichst vielen Menschen erlaubt, aus sich selbst ein gebildetes Wesen zu machen; also ein Individuum nicht nur für den Arbeitsmarkt, sondern für sich selbst. Er nannte das: für den Gewinn von Menschheit in sich selbst. Die Entfaltung von eigener Individualität als Zweck der Individualität. Eine Gesellschaft ist dann reich, wenn in ihr eine große Ermunterung stattfindet für Individualität in diesem Sinne. Bildung ist in diesem Sinne die Gestaltung von sich selbst, damit man es bei sich aushält, damit man mit sich selbst befreundet bleiben kann, damit man nicht von sich selbst gelangweilt wird. Bildung ist der Versuch, in sich selbst und mit sich selbst und mit ausgewählten Freunden und Bekannten sich selbst so zu entwickeln, dass es angenehm ist, mit sich selbst zu leben.
[VOSS:] Das wäre eine Antwort auf den Nihilismus unserer Zeit!
Safranski: Gerade in einer Gesellschaft, in der die ErwerbsArbeit ausgeht, ist das aktuell. Wenn wir nicht einen Zustand wollen, wo wir nur noch am Unterhaltungstropf hängen, dann ist es in einer menschenwürdigen Gesellschaft eine Aufgabe, dieses zu ermöglichen. Zumindest, dass es auch geschieht und nicht ganz aufgeht in dem, was man Ausbildung nennt.<<
[S. 79 in der VOSS Nr.2 Herbst 2003, S.76-79: Das Verschwinden des alten Himmels (Achim Hellmich besucht Rüdiger Safranski)]
(Vgl. dazu www.Art5GG.de und www.Organonik.de!)
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Es ist das Wesen des Neoliberalen, quasi sämtliche hehren Begriffe des Humanismus in einer pervertierten Pseudoform zu verwenden, als seien sie dasselbe wie die eigentlichen Begriffe. Dies gilt besonders für die miteinander verwandten Begriffe Freiheit, Autonomie, Individualität, ferner aber auch für Menschlichkeit, Empathie, Vernunft und ähnliche (s. www.Art5GG.de und www.PseudoFreiheit.de).
Entschieden entsteht Individualität durch innere Ausformung des Menschen insbesondere durch lebenslange Selbst-Bildung. Daraus strahlt individuelle Persönlichkeit, die keiner äußeren Merkmalssetzungen bedarf.
Genau umgekehrt ist es mit der PseudoIndividualität des Neoliberalen: Menschen, die recht glatt und profillos dem Üblichen entsprechen, versuchen, sich durch Statussymbole und eine differenzierte Wahl ihrer Konsumgüter als individuell unverwechselbar zu stylen, um die sonst gähnende Verwechselbarkeit mit Hilfe der erheblichen verfügbaren finanziellen Mitteln zu überspielen.
Selbstverständlich kann diese pervertierte Art von "Individualität", die wir PseudoIndividualität nennen, mit dem ÖHI-Prinzip nicht gemeint sein!
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Wie schon in der Graphik angedeutet wird, steht das I bzw. i nicht nur für Individualität, sondern auch für das Integre, das in der 2-Wege-Theorie (www.2Wege.de) den Weg des Integren (www.Integrer.de) kennzeichnet.
Das unterstreicht, dass es NICHT um diejenige oberflächliche Art von Individualität gehen kann, die wir oben als PseudoIndividualität zurückwiesen.
Eine weitere Lesart des I bzw. i ist das Ich. Besonders das kleine i unterstreicht diese Lesart, da es bereits als einzelner Buchstabe wie ein stilisiertes Männchen wirkt, dessen Kopf der i-Punkt ist.
In der Graphik wird das gewitzt genutzt, indem der fast herzförmige i-Punkt mit einem Smiley-Gesicht bemalt ist, der
einen Herz-Smiley generiert,
eine stilisierte menschliche Figur mit Smiley-Gesicht darstellt und
trotzdem als vorderster Schnauzenteil des Bären passt, da dann die Augen zu Nasenlöchern uminterpretiert werden.
Wenn man zwischen Selbst und Ich streng (und in exklusiver Denkart) unterscheidet, und das Selbst zu Recht schätzt, aber das Ich nur mit Egoismus in Verbindung bringt, wird man allerdings unsere Interpretation des I (i) auch als Ich nicht positiv bewerten können. Doch handelt es sich dabei nur um ein unterschiedliches Verständnis der Begriffe. Auch wir lehnen schließlich den neoliberalen Ich-Individualismus ab, (weil) der egoistisch über Leichen geht.
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Ein entscheidender Aspekt des I-Kreises ist die Gewissenhaftigkeit (www.Art4GG.de), die selbstverständlich (Eigen-)Verantwortung übernimmt. Dazu gehört immer Freiheit (www.Art5GG.de) und das Selber-Denken gemäß Kants Sapere_aude (www.audeSapereAU.DE), wie auch im Text zur Graphik schon angesprochen.
Dies ist eine Verantwortung, die auf allen 3 Kreisebenen wirkt: Es ist eine Verantwortung
für das ökologische Ganze (Ö),
für das gesellschaftliche Ganze (H) und
je für sich selbst (i).
Nichts davon ist sonst heute noch selbstverständlich, und das ist skandalös und empörend!
Stéphane Hessel schreibt (zu den beiden inneren Kreisen passend) mit Bezug auf Sartre in seinem "Empört Euch!":
>> Sartre hat uns gelehrt, uns selbst zu sagen: „Ihr seid als Individuum verantwortlich.“ Das war eine befreiende Botschaft. Die menschliche Verantwortung, die sich weder einer Macht noch einem Gott zu unterwerfen hat. Im Gegenteil, man muss sich im Namen seiner Persönlichkeit verantworten. << [Stéphane Hessel: Empört Euch!, zitiert nach jerome-segal.de/empoert_euch.pdf (unautorisierte Übersetzung), S. 6.]
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Im Zitat (von Hessel zu Sartre) klingt nebenbei eine Problematik an, die immer wieder zu Missverständnissen führt: Ein unaufgeklärter Gottesbegriff rückt Gott bzw. genauer das, was für Gott ausgegeben und gehalten wird, in die Nähe einer Macht, die autoritär absoluten / bedingungslosen Gehorsam verlangt. Damit dient dieser verzerrte "Gott" dann als Prototyp eines Führers einer autoritären, ja despotischen Gesellschaft und Gott wird missbraucht, um uns für solch eine Gesellschaft zu konditionieren.
Die Problematik liegt darin, dass es immer Menschen sind, die uns vermeintliche Gottesworte überliefern bzw. überliefert haben, insbesondere Menschen, die in einer sehr autoritären Gesellschaft lebten. So großartig voll tiefster Weisheit und beachtlich im doppelten Sinne des Wortes so manches ist, was in der Bibel oder in anderen "Heiligen Schriften" anderer Religionen überliefert ist, so hanebüchen (geradezu gotteslästerlich) ist manch anderes darin.
Darum ist ein Gewissen, das sich bloß auf solche Schriften und den darin gezeichneten "Gott" beruft, die dogmatisch zu befolgen sind bzw. dem aufs ("überlieferte") Wort zu gehorchen ist, eigentlich kein Gewissen in dem wertvollen verantwortungsvollen und ethisch hochkarätigem Sinne, wie wir den Gewissensbegriff verstehen, es sei denn, dass der Mensch erkennbar mit Haut und Haar aus tiefster eigener Überzeugung dies lebt.
Wir schätzen sowohl Gott als auch Gewissen sehr, ja geradezu über alles, aber nur im Sinne von Konzertanz bzw. Stimmigkeit im Inneren und in Bezug auf's Äußere, auf das, was sein sollte, insbesondere ein gesundes Ganzes im Hinblick auf den "Sozialen Organismus" (Joseph Beuys) und darüber hinaus ein (ökologisch) gesunder Planet als Inbegriff der Schöpfung und Mutter Natur (Gaia). Indem in der Organonik Schöpfer und Schöpfung wie in der Evolutionstheorie (also im Einklang mit der Wissenschaft) identifiziert werden, wird der Gottesbegriff vom Dogmatischen entkoppelt und ins Vernünftige geholt, insbesondere den Ö-Kreis in unserer Graphik beachtend, der alles umfasst (oder der jedenfalls für dasjenige All-Umfassende stehen soll, das wir zu beeinflussen vermögen).
Ein darauf bezogenes Gewissen, das aus Überzeugung auch insbesondere die beiden kleineren Kreise darin zu beachten weiß, hat eine ganz andere Qualität und Bedeutung als ein bloß dogmatisches, das abzulehnen oder wenigstens infragezustellen ähnlich sinnvoll ist, wie die ebenfalls "gewissenhaft" genannte stur vertrauensselige Befolgung von Anweisungen irgendeiner Autorität, ohne es noch für nötig zu erachten, diese bei Verdacht auf Sittenwidrigkeit oder Verfassungswidrigkeit mit eigentlicherem Gewissen zu hinterfragen (vgl. Remonstrationspflicht).
Ein ethisch nach bestem Wissen und Gewissen hoch entwickeltes Gewissen kann als Kern einer freien individuellen Persönlichkeit, die es für sich autonom, frei und authentisch entwickelt hat, im Kernkreis des ÖHI-Prinzips verortet werden, obwohl es auf alle Kreise bezogen sein muss und dann, wenn das H nicht nur als das Humane (= Menschliche i.S.v. Menschheitliche), sondern auch als das Humanitäre (= Mitmenschliche, d.h. Menschliche i.S.v. Menschlichkeit) interpretiert wird, als das Ethische auch besonders im H-Kreis wurzelt und zu verorten ist. Es ist jedenfalls der Sitz und einzige Garant des VerantwortungsBewusstseins, das schon oben (mehrfach) angemahnt wurde.
(Dagegen gehört die Gottes-Thematik eigentlich zum größten Kreis, der hier allenfalls durch den Ö-Kreis andeutungsweise vertreten werden kann. Sie wird hier trotzdem unter (I) gestreift.)
Ein Beispiel für eine ablehnende Haltung gegenüber einem "Gott" als Macht hatten wir oben im Hessel-Zitat als Anlass für diesen Beitrag genommen.
Ein Beispiel für eine ablehnende Haltung gegenüber einem "Gewissen" (das einem letztlich (auf-)oktroiert wurde) findet man bei Arno Gruen. Die furchtbare "Gewissenhaftigkeit" von Bürokraten, die "gewissenhaft" gewissenlose Anweisungen gemäß dem Führer-Prinzip kadavergehorsam befolgen, gehört in dieselbe ablehnenswerte Kategorie.
Erich Fromm bezeichnet gar in einem seiner Credos Bürokratismus als das Gegenteil von Humanismus. So könnte man bürokratische "Gewissenhaftigkeit", die wir auch Pseudo-Gewissenhaftigkeit nennen, als das Gegenteil eigentlicher Gewissenhaftigkeit bezeichnen, die auf einem entwickelten ethischen Gewissen beruht und auch humanistisches Gewissen genannt werden kann. Insofern ist der Terminus Gewissenhaftigkeit ein Januswort.
Art. 5 GG (Art5GG)
Lorenz Wolff-Doettinchem: "Paul Kirchhof" "Der Fassungslose" im STERN vom 16. September 2005; http://www.stern.de/politik/deutschland/paul-kirchhof-der-fassungslose-3288748.html
Paul Kirchhof:Abschiedsvorlesung: https://www.uni-heidelberg.de/presse/news2013/pm20130531_abschied_kirchhof.html (zum Abschied von Paul Kirchhof am 7. Juni 2013 von der Uni Heidelberg)

References: Art. 5
 Art. 1
 Art. 1
 Art. 5
 Art. 4

Art. 5