Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201971,%20137
Timestamp: 2019-10-22 13:02:58+00:00

Document:
BFH, 11.12.1970 - VI R 66/66 - dejure.org
https://dejure.org/1970,552
BFH, 11.12.1970 - VI R 66/66 (https://dejure.org/1970,552)
BFH, Entscheidung vom 11.12.1970 - VI R 66/66 (https://dejure.org/1970,552)
BFH, Entscheidung vom 11. Dezember 1970 - VI R 66/66 (https://dejure.org/1970,552)
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Entschädigung - Ausscheiden aus Dienstverhältnis - Bezüge - Verbleiben im Dienst - Abfindung für das Ausscheiden - Außerordentliche Einkünfte
BFHE 100, 530
DB 1971, 460
BStBl II 1971, 137
Streitiges Rechtsverhältnis - Vergleich - Erfüllungsleistung - Entschädigung - …
Deshalb ist in der Rechtsprechung des BFH anerkannt, daß Zahlungen in Erfüllung eines Anspruchs des Empfängers vom Tatbestand des § 24 Nr. 1 a EStG nicht erfaßt werden (sei es eines gesetzlichen oder vertraglichen Anspruchs wie in den Urteilen vom 31. Juli 1970 VI R 177/68, BFHE 100, 42, BStBl II 1970, 784; vom 11. Dezember 1970 VI R 66/66, BFHE 100, 530, BStBl II 1971, 137; vom 17. Juli 1970 VI R 66/67, BFHE 99, 381, BStBl II 1970, 683, oder -- allgemein -- eines wirtschaftlichen Anspruchs vgl. Urteil vom 20. November 1970 VI R 183/68, BFHE 101, 237, BStBl II 1971, 263).
Er geht dabei davon aus, daß die Auslegung der Vorschrift des § 24 Nr. 1 EStG nicht an den besonderen Voraussetzungen orientiert sein darf, die § 34 EStG als Tarifvorschrift für die Anwendung eines ermäßigten Steuersatzes zusätzlich verlangt (vgl. dazu insbesondere die BFH-Urteile VI R 66/66 und VI R 218/66).
§ 24 Nr. 1 Buchst. a EStG umfaßt nicht Ersatzleistungen für jede beliebige Art von Schadenfolgen, ist vielmehr auf die Abgeltung von erlittenen oder zu erwartenden Ausfällen an Einnahmen beschränkt (vgl. BFH-Urteil VI R 66/66 vom 11. Dezember 1970, BFH 100, 530, BStBl II 1971, 137).
Zutreffend geht das FG davon aus, daß nicht alle unter § 24 Nr. 1 a EStG fallenden Entschädigungen als außerordentliche Einkünfte i. S. von § 34 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 2 EStG anzusehen sind, sondern daß es sich um eine Zusammenballung von Einnahmen handeln muß, die sich bei normalem Ablauf auf mehrere Jahre verteilt hätten (BFH in ständiger Rechtsprechung, zuletzt Urteil vom 11. Dezember 1970 VI R 66/66, BFHE 100, 530, BStBl II 1971, 137); anderenfalls ist ein sachlicher Grund für die von der Bestimmung bezweckte Milderung der tariflichen Spitzenbelastung nicht gegeben.
BFH, 19.01.1976 - VI R 67/75
Zahlung einer Abfindung - Vertragliche Vereinbarung - Leitender Angestellter - …
Die vertraglich vereinbarte Abfindung in Höhe von 5 Mio. DM für die Aufgabe von Geschäftsführertätigkeiten und der Verzicht der damit verbundenen Vergütungen haben daher nicht zum Ausgleich eines Schadens gedient, sondern der Erfüllung des geänderten Rechtsverhältnisses (Hinweis auf Anm. zum BFH-Urteil vom 11. Dezember 1970 VI R 66/66, HFR 1971, 196).
Letzteres steht auch im Einklang mit dem Rechtsgedanken des § 34 Abs. 1 EStG 1990, wonach die Steuervergünstigung für Einkünfte gewährt wird, die eine Zusammenballung von Einnahmen darstellen, welche sich bei normalem Ablauf auf eine Mehrzahl von Jahren verteilt hätten (vgl. BFH-Urteil v. 11.12.1970, VI R 66/66, BStBl. II 1971, 137; BFHE 100, 530 ; BFH-Urteil v. 12.03.1975, I R 180/73, BFHE 115, 261, BStBl II 1975, 485, und BFH-Urteil v. 21.11.1980, VI R 179/78, BFHE 132, 60 , BStBl. II 1981, 214).
Das hat der BFH bisher in der Regel nur bei einmaligen größeren Zuflüssen anerkannt, die sich bei normalem Ablauf auf eine Mehrzahl von Jahren verteilt hätten (vgl. z. B. Urteil vom 11. Dezember 1970 VI R 66/66, BFHE 100, 530, BStBl II 1971, 137).

References: § 24
 § 24
 § 34

§ 24
 § 24
 § 34
 § 34