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Timestamp: 2019-12-07 16:36:56+00:00

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Kapitel 3.1 Familienstatus - Monitor Hilfen zur Erziehung
3.1 Familienstatus (current)
Bezogen auf den Familienstatus können über die derzeit vorliegenden Ergebnisse der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik vor allem Aussagen über die Situation in der Herkunftsfamilie gemacht werden. Mit Blick auf die Eltern des jungen Menschen bzw. den Elternteil, bei dem das Kind bzw. der Jugendliche lebt, wird unterschieden zwischen zusammenlebenden Eltern, Alleinerziehenden und Elternteilen, die mit einem neuen Partner bzw. einer neuen Partnerin zusammenleben.1
Die Analyse zeigt ein eindeutiges Ergebnis: Während Erziehungsberatung2 am stärksten von zusammenlebenden Eltern mit und ohne Trauschein nachgefragt wird, werden ambulante Hilfen und Fremdunterbringungen mehrheitlich von Alleinerziehenden in Anspruch genommen (vgl. Abb. 3.1). Hier stellen sich Fragen, inwiefern die Lebenslage „Alleinerziehend“ das alltägliche Erziehungsgeschehen belastet, aber auch, inwieweit bei Alleinerziehenden bestimmte Filter- und Zuweisungsprozesse in der Wahrnehmung der Fachkräfte in den Sozialen Diensten erfolgen.
Mit Blick auf die einzelnen Leistungssegmente zeigen sich deutliche Unterschiede. Erziehungsberatungen erhalten in 44% der Fälle zusammenlebende Eltern. Der Anteil dieser Familienform fällt hingegen in den Hilfen zur Erziehung (ohne § 28 SGB VIII) mit 25% wesentlich geringer aus. Hier werden etwa 43% der Fälle für Alleinerziehende gewährt. Der Anteil der Alleinerziehenden beträgt bei den ambulanten Leistungen 45%. Hilfeartspezifisch zeichnet sich ein unterschiedliches Bild bei der Verteilung der Familienformen ab. Im ambulanten Hilfesetting sind die Alleinerziehenden mit 27% anteilig am geringsten bei der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung vertreten. Der höchste Anteil wird für die Sozialpädagogische Familienhilfe ausgewiesen (50%).
Bei Fremdunterbringungen wird aktuell ein Anteil von 39% an Alleinerziehendenfamilien gemessen. Dieser Wert hat sich im Vergleich zu 2016 wieder erhöht (+7 Prozentpunkte). Zwischen 2014 und 2016 war dieser Anteil gesunken, da Lebensumstände, bei denen die Eltern junger Menschen verstorben oder unbekannt sind (2016 betrug deren Anteil 35%), stärker in den Fokus gerückt waren. Es ist davon auszugehen, dass die damaligen Veränderungen auf die in diesem Zeitraum größer gewordene Adressatengruppe der unbegleiteten ausländischen Minderjährigen und deren Lebensumstände zurückzuführen sind und sich nunmehr die Verteilungen wieder allmählich denen aus den Jahren vor 2015 annähern werden.3
Hilfen zur Erziehung (einschließlich der Hilfen für junge Volljährige) nach Familienstatus und Hilfearten (Deutschland; 2013; begonnene Hilfen; Angaben in %)
Hilfen zur Erziehung (einschließlich der Hilfen für junge Volljährige) nach Familienstatus und Hilfearten (Deutschland; 2014; begonnene Hilfen; Angaben in %)
Hilfen zur Erziehung (einschließlich der Hilfen für junge Volljährige) nach Familienstatus und Hilfearten (Deutschland; 2015; begonnene Hilfen; Angaben in %)
Hilfen zur Erziehung (einschließlich der Hilfen für junge Volljährige) nach Familienstatus und Hilfearten (Deutschland; 2016; begonnene Hilfen; Angaben in %)
Hilfen zur Erziehung (einschließlich der Hilfen für junge Volljährige) nach Familienstatus und Hilfearten (Deutschland; 2017; begonnene Hilfen; Angaben in %)
07.12.2019 - 17:36Uhr
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Bei der länderspezifischen Betrachtung der Alleinerziehendenquote in den erzieherischen Hilfen bilden sich regionale Unterschiede ab (vgl. Tab. 3.1). Dies gilt sowohl für die Erziehungsberatung als auch für die über den ASD organisierten Hilfen zur Erziehung. Der bundesweit ausgewiesene Anteil der Alleinerziehenden in den erzieherischen Hilfen (ohne Erziehungsberatung) von 43% reicht von 34% in Bayern bis zu 49% in Berlin. In den ostdeutschen Ländern fällt die Quote mit 46% etwas höher als für die westdeutschen Länder aus.
Für die Erziehungsberatung wird deutschlandweit mit 38% eine geringere Alleinerziehendenquote ausgewiesen. Deutliche regionale Unterschiede zeigen sich aber auch hier: Während die Quoten im Saarland und in Rheinland-Pfalz bei 33% liegen, ist beinahe jede zweite Familie, die eine Erziehungsberatung in den Stadtstaaten Berlin oder Hamburg erhält, alleinerziehend.
Unter Berücksichtigung der Alleinerziehendenquote in der Bevölkerung, die 2017 bei 19% liegt, zeigt sich eine deutliche Überrepräsentanz dieser Adressatengruppe in den Hilfen zur Erziehung – für die vom ASD organisierten Hilfen noch stärker als für die Erziehungsberatung. Mit Blick auf die Hilfen zur Erziehung (ohne Erziehungsberatung) reicht das Spektrum der Differenz zwischen der Alleinerziehendenquote in den Hilfen zur Erziehung und in der Bevölkerung zwischen 18 Prozentpunkten in Bayern, Hamburg und im Saarland und 27 Prozentpunkten in Nordrhein-Westfalen (vgl. Tab. 3.1). In den meisten Ländern deuten sich Parallelen zwischen der Alleinerziehendenquote in den erzieherischen Hilfen und der in der Bevölkerung an. Tendenziell zeigt sich, dass in vielen Ländern mit einem höheren Anteil an Alleinerziehenden in der Bevölkerung auch deren Anteil in den Hilfen zur Erziehung höher ist. Für den Stadtstaat Hamburg sowie die Flächenländer Nordrhein-Westfalen und das Saarland gilt dies allerdings nicht.
Hilfen zur Erziehung (einschl. der Hilfen für junge Volljährige) nach Alleinerziehendenstatus im Vergleich zu dem Anteil der Alleinerziehenden in der Bevölkerung (Länder; 2013; begonnene Hilfen; Angaben absolut und in %)
Hilfen zur Erziehung (einschl. der Hilfen für junge Volljährige) nach Alleinerziehendenstatus im Vergleich zu dem Anteil der Alleinerziehenden in der Bevölkerung (Länder; 2014; begonnene Hilfen; Angaben absolut und in %)
Hilfen zur Erziehung (einschl. der Hilfen für junge Volljährige) nach Alleinerziehendenstatus im Vergleich zu dem Anteil der Alleinerziehenden in der Bevölkerung (Länder; 2015; begonnene Hilfen; Angaben absolut und in %)
Hilfen zur Erziehung (einschl. der Hilfen für junge Volljährige) nach Alleinerziehendenstatus im Vergleich zu dem Anteil der Alleinerziehenden in der Bevölkerung (Länder; 2016; begonnene Hilfen; Angaben absolut und in %)
Hilfen zur Erziehung (einschl. der Hilfen für junge Volljährige) nach Alleinerziehendenstatus im Vergleich zu dem Anteil der Alleinerziehenden in der Bevölkerung (Länder; 2017; begonnene Hilfen; Angaben absolut und in %)
Familien in Erziehungsberatung 2013 (abs.)
dar. Alleinerziehende in Erziehungs-beratung 2013 (in %)
Familien in Hilfen zur Erziehung (ohne § 28 SGB VIII) 2013 (abs.)
dar. Alleinerziehende in Hilfen zur Erziehung (ohne § 28 SGB VIII) 2013 (in %)
Alleinerziehende in der Bevölkerung 2013 (in %)
Baden-Württemberg 37.060 35,3 18.236 45,3 15,7
Bayern 41.559 36,6 17.054 45,0 17,4
Berlin 15.703 48,7 7.913 56,8 32,1
Brandenburg 8.733 40,3 5.521 53,6 26,3
Bremen 1.541 44,9 2.840 49,5 29,5
Hamburg 3.796 46,3 8.347 50,3 26,9
Hessen 21.728 39,2 9.923 43,8 16,7
Mecklenburg-Vorpommern 2.423 43,1 4.468 49,7 26,7
Niedersachsen 29.343 37,7 17.222 47,1 19,1
Nordrhein-Westfalen 81.385 35,5 41.370 49,4 19,1
Rheinland-Pfalz 15.060 34,6 8.829 44,4 18,8
Saarland 2.101 35,2 2.370 39,7 20,2
Sachsen 16.094 40,3 6.427 55,1 25,6
Sachsen-Anhalt 8.388 38,6 4.388 50,1 26,3
Schleswig-Holstein 15.507 39,2 5.742 50,1 21,4
Thüringen 9.661 41,2 3.211 54,9 26,6
Westdeutschland (einschl. Berlin) 264.783 36,7 139.846 47,7 19,0
Ostdeutschland 45.299 38,3 24.015 52,8 26,2
Deutschland 310.082 37,8 163.861 48,4 20,0
Erziehungsberatungen 2015 (abs.)
dar. Hilfen für junge Menschen aus Alleinerziehendenfamilien in Erziehungsberatung 2015 (in %)
Hilfen zur Erziehung (ohne § 28 SGB VIII) 2015 (abs.)
dar. Hilfen für junge Menschen aus Alleinerziehendenfamilien in Hilfen zur Erziehung (ohne § 28 SGB VIII) 2015 (in %)
Alleinerziehende in der Bevölkerung 2015 (in %)
Baden-Württemberg 37.605 35,6 20.46 41,4 16,5
Bayern 40.48 36,8 21.748 34,1 17,7
Berlin 15.855 47,9 7.644 53,0 32,1
Brandenburg 8.604 40,6 6.705 49,5 26,0
Bremen 1.508 45,9 3.441 42,0 29,0
Hamburg 3.567 48,3 8.197 44,7 27,1
Hessen 20.12 40,4 12.438 33,6 18,2
Mecklenburg-Vorpommern 2.934 42,3 4.165 50,1 28,2
Niedersachsen 28.942 37,7 17.353 45,2 19,3
Nordrhein-Westfalen 80.267 35,5 43.636 48,1 19,7
Rheinland-Pfalz 14.242 34,1 9.063 45,8 18,8
Saarland 1.996 35,1 2.634 35,8 21,3
Sachsen 16.602 41,7 7.282 50,9 24,3
Sachsen-Anhalt 8.272 37,7 4.736 49,9 27,6
Schleswig-Holstein 15.763 40,3 6.134 45,5 20,0
Thüringen 9.165 41,2 3.473 50,4 26,6
Westdeutschland (einschl. Berlin) 260.345 37,6 152.748 43,2 19,5
Ostdeutschland 45.577 40,7 26.361 50,0 26,1
Deutschland 305.922 38,0 179.109 44,2 20,5
Familien in Erziehungsberatung 2016 (abs.)
Darunter Alleinerziehendenfamilien in Erziehungsberatung 2016 (in %)
Familien in Hilfen zur Erziehung (ohne § 28 SGB VIII) 2016 (abs.)
Darunter Alleinerziehendenfamilien in Hilfen zur Erziehung (ohne § 28 SGB VIII) 2016
Alleinerziehende in der Bevölkerung 2016 (in %)
Baden-Württemberg 38.327 35,3 23.154 35,9 16,6
Bayern 40.371 36,6 21.483 32,4 17,0
Berlin 14.982 47,5 7.894 50,8 28,2
Brandenburg 8.918 40,1 7.372 44,5 24,5
Bremen 1.589 47,1 3.491 36,1 26,7
Hamburg 4.365 49,3 8.845 40,5 23,9
Hessen 19.717 39,5 11.329 37,6 17,9
Mecklenburg-Vorpommern 2.966 41,4 4.617 44,7 28,1
Niedersachsen 29.863 37,8 20.686 39,8 19,8
Nordrhein-Westfalen 79.278 35,7 52.421 42,4 18,8
Rheinland-Pfalz 14.310 33,5 11.213 38,8 18,3
Saarland 1.850 33,1 2.811 34,6 19,4
Sachsen 17.213 41,5 8.702 42,5 23,5
Sachsen-Anhalt 7.662 36,6 5.261 44,6 26,6
Schleswig-Holstein 15.835 38,9 7.700 40,6 20,6
Thüringen 8.918 41,6 4.203 40,9 24,8
Westdeutschland (einschl. Berlin) 260.487 37,3 171.027 39,4 18,9
Ostdeutschland 45.677 40,4 30.155 43,0 25,0
Deutschland 306.164 37,8 201.182 40,0 19,8
Familien in Erziehungsberatung 2017 (abs.)
Darunter Alleinerziehende in Erziehungsberatung 2017 (in %)
Familien in Hilfen zur Erziehung (ohne § 28 SGB VIII) 2017 (abs.)
Darunter Alleinerziehende in Hilfen zur Erziehung (ohne § 28 SGB VIII) 2017 (in %)
Alleinerziehende in der Bevölkerung 2017 (in %)
Baden-Württemberg 39.564 34,9 21.200 40,4 15,3
Bayern 41.198 35,9 19.795 34,3 16,2
Berlin 14.692 47,6 9.093 48,8 27,5
Brandenburg 9.158 39,0 7.149 47,5 23,2
Bremen 1.552 41,9 3.275 43,9 23,0
Hamburg 4.536 49,2 9.044 40,6 22,8
Hessen 21.216 38,9 10.521 41,4 17,7
Mecklenburg-Vorpommern 3.023 41,0 4.994 45,1 25,8
Niedersachsen 31.558 37,7 19.407 42,4 18,5
Nordrhein-Westfalen 80.488 35,5 49.495 45,3 18,2
Rheinland-Pfalz 14.864 33,3 10.546 41,5 16,8
Saarland 1.947 33,4 2.758 37,0 19,1
Sachsen 17.205 41,9 8.219 43,4 22,8
Sachsen-Anhalt 7.751 36,8 5.428 47,3 25,8
Schleswig-Holstein 16.597 39,7 7.186 42,3 19,1
Thüringen 8.907 39,7 4.212 44,7 25,1
Westdeutschland (einschl. Berlin) 268.212 37,1 162.320 42,1 18,0
Ostdeutschland 46.044 40,0 30.002 45,6 24,2
Deutschland 314.256 37,5 192.322 42,7 18,9
Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe – Erzieherische Hilfe, Eingliederungshilfe, Hilfe für junge Volljährige 2013; Datenzusammenstellung und Berechnungen der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik; Statistisches Bundesamt: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Haushalte und Familien, Ergebnisse des Mikrozensus 2013
Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe – Erzieherische Hilfe, Eingliederungshilfe, Hilfe für junge Volljährige 2015; Datenzusammenstellung und Berechnungen der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik; Statistisches Bundesamt: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Haushalte und Familien, Ergebnisse des Mikrozensus 2015
Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe – Erzieherische Hilfe, Eingliederungshilfe, Hilfe für junge Volljährige 2016; Datenzusammenstellung und Berechnungen der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik; Statistisches Bundesamt: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Haushalte und Familien, Ergebnisse des Mikrozensus 2016
Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe – Erzieherische Hilfe, Eingliederungshilfe, Hilfe für junge Volljährige 2017; Datenzusammenstellung und Berechnungen der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik; Statistisches Bundesamt: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Haushalte und Familien, Ergebnisse des Mikrozensus 2017
Fendrich, S./Pothmann, J./Tabel, A.: Monitor Hilfen zur Erziehung 2018, Dortmund 2018, S. 19ff.
Ferner kann im Erhebungsbogen auf die Frage nach der Situation in der Herkunftsfamilie angegeben werden, dass die Eltern verstorben sind oder aber dass nichts weiter über die Eltern bekannt ist.
Für die Erziehungsberatung gilt bei der Erfassung von Daten die Besonderheit, dass sofern nicht alle Informationen zur Lebenssituation der beratenden Familien bekannt sind, die Angaben beim Ausfüllen des Erhebungsbogens weggelassen werden können. Es ist nicht auszuschließen, dass die in diesem Kapitel ausgewiesenen Daten zu den Lebenslagen der Familien in der Erziehungsberatung nicht vollständig sind.
Vgl. Fendrich/Pothmann/Tabel 2018

References: § 28
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