Source: http://blogfsv.blogspot.com/2017/05/
Timestamp: 2018-07-23 08:00:40+00:00

Document:
Mai 2017 ~ Freiheit statt Vollbeschäftigung: Mitteilungen
"Mensch Gottschalk" - Videoausschnitt zum Bedingungslosen Grundeinkommen
"Ihre Lösung ist das Bedingungslose Grundeinkommen. Früher waren Sie doch Gegner des BGE.
Ich hatte die typischen Vorurteile, die wir in dem Buch hoffentlich gut ausgeräumt haben. Denn wenn man sich damit beschäftigt, merkt man: Wir alle bekommen jetzt schon ein Grundeinkommen, durch den Steuerfreibetrag von 8.820 Euro. Ob man das jetzt Negative Einkommenssteuer nennt wie Milton Friedman oder Grundeinkommen, das ist völlig egal."
Wie man eine Sache nennt ist das eine, ob aber dann dasselbe drinsteckt, etwas anderes (siehe meinen Kommentar zur Negativen Einkommensteuer hier).
"Und Sie glauben, Ihr Konzept wird funktionieren?
Das weiß ich sogar. Feldversuche zum BGE haben ja gezeigt, dass es funktioniert. Oder würden Ihnen 1.ooo Euro pro Monat reichen? Der Mensch möchte weiterkommen, ein besseres Leben haben. Leute, die Drogen nehmen, kriminell sind oder gar nichts machen, die wird es immer geben. Die muss man halt mittragen. Ganz egal, in welchem System."
Bei aller Sympathie für ein BGE sind Feldversuche keine wirklichen Belege, weil sie mit einem allgemeinen BGE nicht vergleichbar sind (siehe hier und hier). Immerhin geht Friedrich von einem Wunsch oder Bedürfnis des Menschen aus, weiterkommen zu wollen. Man könnte allerdings dem entgegenhalten, dass der Wunsch, nicht immer weiterkommen zu müssen, ebenso sein Recht hätte mit einem BGE.
"Und die würden dann für ein Grundeinkommen sorgen. Aber wenn die Produktionsmittel in Gemeinschaftseigentum überführt würden, bräuchte man das BGE nicht mehr, oder?
Stimmt. Aber Sie vergessen den Faktor Mensch. Der Mensch ist opportunistisch, egoistisch, gierig. All diese Utopien sind immer gescheitert. Da bin ich absoluter Realist, klingt toll auf dem Papier, ist unrealistisch – auf der Bewusstseinsstufe, auf der wir heute sind."
Weshalb bräuchte man für diesen Fall ein BGE nicht mehr? Gemeineigentum beantwortet noch nicht die Frage, wie Einkommen bereitgestellt wird, vielleicht findet sich dazu im Buch eine Ausführung, die sich hier nicht erschließt. Irritierend ist, was er über den Menschen sagt, der "opportunistisch, egoistisch, gierig" sei. Was soll diese Plattitüde besagen? Wenn heute am Vorrang von Erwerbstätigkeit ebenso festgehalten wird wie an der Überzeugung, ohne Druck gehe nichts, dann hat das mit Opportunismus ebenso wenig zu tun wie mit Egoismus, mit Gier schon gar nicht. Es ist die simple Überzeugung, dass das, was so ist, das Richtige ist. Deswegen ist sie ja auch so beharrlich und genau deswegen hat es das BGE so schwer.
31.5.17 Bedingungsloses Grundeinkommen, Marc Friedrich, Mensch Gottschalk, Sahra Wagenknecht
Bedingungsloses Grundeinkommen im MDR bei "Fakt ist"
Eine Diskussionsrunde, die wieder einmal die vielen Facetten eines BGE samt vieler Missverständnisse deutlich gemacht hat. Wie die heutige Macht der Sozialverwaltung z. B. im Zusammenhang mit dem Arbeitslosengeld II heruntergespielt wurde, kann einen immer von Neuem erstaunen. Wie wenig die etwaigen Folgen der die Digitalisierung sich zur Begründung für ein ein Bedingungsloses Grundeinkommen eignen und eher von einer davon eigenständigen Begründung ablenken, wurde ebenso deutlich. Andreas Hoffmann, Journalist beim stern, wies zwar auf der einen Seite zurecht daraufhin, wie oft Aussagen über mögliche Folgen technologischer Entwicklungen in der Vergangenheit fehlgingen. Zu dem Ergebnis kommt auch der Historiker Joachim Radkau in seinem Buch "Geschichte der Zukunft. Prognosen, Visionen, Irrungen in Deutschland von 1945 bis heute". Das sollte allerdings nicht dazu führen, nun die Digitalisierung abzutun in ihren Auswirkungen. Wir können über etwaige Folgen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten bezüglich des Arbeitsmarkts keine sicheren Aussagen treffen. Gleichwohl ist man gut beraten, sich darüber Gedanken zu machen, wie darauf geantwortet werden könnte. Nicht von ungefähr wird die gegenwärtige Diskussion von der Frage dominiert, was denn mit den Erwerbsarbeitsplätzen werde und was nicht. Hoffmann war für diese Dynamik selbst der Beleg, wenn er sich fragte "Was macht man mit den Leuten, die nicht mitkommen?" (etwa Minute 38). Die Antwort kann eigentlich nur lauten: mit ihnen sollte gar nichts gemacht werden. Ihnen sollten die Möglichkeiten gegeben werden, selbst etwas zu unternehmen. Genau das wäre mit einem BGE der Fall.
30.5.17 Fakt ist, MDR
"Current Basic Income Experiments (and those so called): An Overview"...
...by Kate McFarland für Basic Income News.
30.5.17 Basic Income News, Feldexperimente, Field Experiments, Kate McFarland
"Basic Income as a Policy Option - can it add up?"...
...ein "Policy Brief on the Future of Work" der OECD. Hier geht es zum Beitrag. Zur Studie gibt es noch eine "Technical Background Note".
30.5.17 OECD, Universal Basic Income
29.5.17 RTL, Thomas Gottschalk
"We should have a society that measures progress not just by economic metrics like GDP, but by how many of us have a role we find meaningful. We should explore ideas like universal basic income to give everyone a cushion to try new things. We’re going to change jobs many times, so we need affordable childcare to get to work and healthcare that isn’t tied to one company. We're all going to make mistakes, so we need a society that focuses less on locking us up or stigmatizing us. And as technology keeps changing, we need a society that focuses more on continuous education throughout our lives."
29.5.17 Mark Zuckerberg, Universal Basic Income
29.5.17 Bündnis Grundeinkommen, Reimund Acker, Susanne Wiest
26.5.17 Arbeitslosengeld II, Bundesverfassungsgericht, Ralph Boes
"...unterminiert das die Akzeptanz des Sozialstaats in der Bevölkerung"...
...so wird der Wirtschaftswissenschaftler Ernst Fehr (Universität Zürich) im Beitrag "Finnland testet bedingungsloses Grundeinkommen" von Katharina Matheis in der Wirtschaftswoche zitiert:
"'Es ist einfach gut, dass es nun endlich Daten darüber geben wird, wie sich ein Grundeinkommen tatsächlich auswirkt', sagt Ökonom Fehr. Er selbst gehört eher zu den Skeptikern: 'Falls so ein System flächendeckend eingeführt wird, erwarte ich, dass sich eine Subkultur bildet, die nur von Grundeinkommen und ein bisschen Schwarzarbeit leben wird. Und selbst wenn das nur ein Zehntel der Gesellschaft ist, unterminiert das die Akzeptanz des Sozialstaats in der Bevölkerung.' Arbeiten für andere – das funktioniere in westlichen Gesellschaften nur, wenn der andere eigentlich auch arbeiten will."
Dass der Feldversuch in Finnland "Daten darüber" liefere, wie sich ein Grundeinkommen "auswirkt", wie Fehr gesagt haben soll, kann ich nicht nachvollziehen. Weder handelt es sich dort um ein Bedingungsloses Grundeinkommen, noch kann aus einem Feldversuch auf die Realsituation geschlossen werden, die sich ganz anders darstellen würde. Siehe meine ausführlichen Kommentare zu dieser Problematik hier und hier.
Die Subkultur, die Fehr mit der Einführung eines BGE entstehen sieht, ist keine Zukunftsmusik, es gibt sie schon heute, wenn auch unter anderen Bedingungen. Die Frage ist, aus welchen Gründen entsteht sie, was steckt dahinter? Würde ein BGE an den Entstehungsgründen etwas ändern?
Fehr Ausführungen weisen auf eine grundsätzliche Frage hin, die er offenbar in einem sehr engen Sinne beantwortet. Ein Gemeinwesen lebt in der Tat vom Engagement seiner Bürger, und zwar in allen für das Fortbestehen relevanten Bereichen. Das heißt nicht, dass dieses Engagement von jedem in allen nötig ist, aber grundsätzlich muss sich jeder die Frage stellen, wie er beitragen will zum Fortbestehen des Gemeinwesens durch "sexuelle Reproduktion", durch Erhaltung von Sittlichkeit (politische Vergemeinschaftung) und zur Bereitstellung standardisierter Problemlösungen (Güter- und Dienstleistungen). Ein Gemeinwesen muss alle drei Aufgaben bewältigen und dabei - in einer Demokratie ganz besonders - auf die Bereitschaft seiner Bürger setzen. Sollte nun eine Haltung sich breit machen, in der diese Aufgaben von einer relevanten Anzahl an Bürgern abgelehnt würde, wäre das Fortbestehen des Gemeinwesens in Frage gestellt. Was könnte dagegen getan werden? Es müsste über diesen Misstand eine öffentliche Auseinandersetzung geben. Für heute ist ein anderer Misstand viel gravierender als der von Fehr - laut Wirtschaftswoche - angeführte. Es wird der Bereich der Erstellung von Gütern und Diensten (Erwerbsarbeit) überbewertet, die anderen hingegen unterbewertet, obwohl sie unverzichtbar sind. Das BGE würde gerade das deutlich machen, dass es aller drei bedarf und keiner von vorrangiger Bedeutung ist.
26.5.17 Ernst Fehr, Feldexperiment, Katharina Matheis, Sozialstaat, Wirtschaftswoche
"Absolut verrückt" - die Süddeutsche über Guy Standing
Hier geht es zum Beitrag von Pia Ratzesberger in der Süddeutschen Zeitung. Guy Standing forscht, lehrt und engagiert sich sein den 1980er Jahren für ein Grundeinkommen
24.5.17 Guy Standing, Pia Ratzesberger, Süddeutsche Zeitung
"Wie viele Kinder leben von Hartz IV – 1,6 oder doch 2 Millionen?"...
...ein Beitrag auf O-Ton-Arbeitsmarkt auch über die Tücken der Statistik.
24.5.17 Hartz IV, O-Ton-Arbeitsmarkt, Statistik
"Mit Arbeit in die Armutsfalle - Geringverdiener haben wenig Aussicht auf eine ausreichende Rente"...
...ein Feature in NDR info "Das Forum" von Walter F. Mayr.
23.5.17 Armut, NDR info, Niedriglohn, Rente
Sternstunde Philosophie: Remo Largo - Welches Leben passt zu mir?
Im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung (siehe auch hier) wird das Bedingungslose Grundeinkommen von Remo Largo vor allem der Digitalisierung und ihrer etwaigen Folgen wegen befüwortet. Das ist etwas überraschend, diagnostiziert Largo darin selbst als gravierendes Problem der Gegenwart, dass wir Beziehungen zu wenig Raum geben. Die Verknüpfung dieser Diagnose mit dem BGE kommt jedoch im Interview der NZZ und im Gespräch in diesem Video nicht zustande, obwohl sie naheliegt, und zwar in verschiedener Hinsicht: 1) als Einkommen, das durch das Gemeinwesen eingeführt und durch Gesetzgebung geschützt wird, ist es eine ausdrückliche Solidarleistung des Gemeinwesens an seine Angehörigen, die um ihrer selbst willen und um des Gemeinwesens willen das BGE erhalten. Das ist eine elementare Anerkennung. Der Bedingungslosigkeit dieses Einkommens entspricht die bedingungslose Geltung des Status als Staatsbürger; 2) als Einkommen, das unabhängig von individuell zu erbringender Erwerbsleistung bereitgestellt wird, hebt es den normativen Vorrang von Erwerbstätigkeit auf und bringt dadurch zum Ausdruck, dass der Einzelne selbst entscheiden muss, wie er diese Freiräume füllt. Das schafft Raum dafür, das Wichtige und Richtige anders aufzufassen als heute, gerade auch Beziehungen zu anderen Menschen (interessant im Video etwa ab Minute 35). Wenn es ein BGE gibt, könnte auch das nachbarschaftliche Miteinander sich verändern. Im Video etwa ab Minute 44 ist besonders interessant, wie Largo den Entwicklungsprozess eines Kindes versteht. "Kinder werden erzogen über das Vorbild". Wenn sie etwas nicht machen, von dem wir meinen, es sei wichtig, dann müssen wir uns fragen, ob wir etwas erwarten, was sie nicht oder noch nicht können bzw. dies ihnen nicht gemäß ist. Diesen Blick auf manche Probleme zu richten, über die wir heute diskutieren, würde die Probleme in einem anderen Licht erscheinen lassen.
22.5.17 Demokratie, Familie, Neue Zürcher Zeitung, Remo Largo, Schweizer Fernsehen SRF, Sternstunde Philosophie
Bündnis Grundeinkommen - Stand der Unterschriftensammlung zur Bundestagswahl
22.5.17 Bundestagswahl 2017, Bündnis Grundeinkommen
Interview mit Remo Largo zum Bedingungslosen Grundeinkommen nun online...
...auf der Website der Neuen Zürcher Zeitung.
20.5.17 Neue Zürcher Zeitung, Remo Largo
In einem ausführlichen Interview in der Neuen Zürcher Zeitung von heute spricht sich Remo Largo, bekannter Buchautor zu Fragen rund um die Entwicklung des Kindes (siehe hier), unter dessen Leitung Langzeitstudien über Entwicklungsprozesse von Kindern am Zürcher Kinderspital durchgeführt wurden, für ein Bedingungsloses Grundeinkommen aus. Offenbar äußert er sich dazu auch in seinem neuen Buch, das in der nächsten Woche erscheinen soll. Wer Largos Untersuchungen kennt, der konnte sich schon lange fragen, wie wohl Largo aufgrund seiner Äußerungen über die Bedingungen des Aufwachsens von Kindern heute zum BGE steht. Geäußert hatte er sich bislang allerdings nicht. Am Ende der Dokumentation "Faszination Entwicklung", die Monika Czernin und Aldo Gugolz vor wenigen Jahren gedreht haben, sagt Largo am Ende, dass wir uns fragen müssen, ob wir dem Geld und dem wirtschaftlichen Erfolg nachlaufen oder Beziehungen mehr Raum geben wollen. Da lag es schon auf der Hand, dass ein BGE genau diese Frage auf eine bestimmte Weise beantworten könnte. Noch im Jahr 2011, siehe meinen Kommentar hier, konnte man sich darüber wundern, wie Largo auf der einen Seite feststellt, dass Eltern zu wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen, auf der anderen aber für den Ausbau von Betreuungseinrichtungen plädiert, um dem Erwerbswunsch der Eltern nachzugeben. Nun hingegen scheint sich alles zusammenzufügen.
19.5.17 Remo Largo
Die Nachdenkseiten haben das Thema Bedingungsloses Grundeinkommen mehr oder weniger ad acta gelegt, nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder einmal Beiträge zur Sache dort erschienen waren. Anlässlich der jüngsten Sendung von "Die Anstalt" verwiesen die Nachdenkseiten nochmals auf ihre frühreren Stellungnahmen. Einen früheren Kommentar von Sascha Liebermann zu diesen Stellungnahmen finden Sie hier.
19.5.17 Albrecht Müller, Jens Berger, Nachdenkseiten
"Vorrang für die Anständigen"....
...wer erinnert sich noch an das entsprechende Papier des damaligen Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, aus dem Jahr 2005? Das bringt den Geist der geltenden Sozialpolitik, an dem sich seitdem nicht allzuviel verändert hat, gut auf den Punkt. Es ist ja sogar noch zu Verschärfungen gekommen. Ganz in diesem Geist ist auch die zynische Broschüre, mit der vor wenigen Jahren das Jobcenter im Kreis Pinneberg auf sich aufmerksam machte. Wer angesichts dieser Sozialpolitik Alternativen aufzeigen will, hat mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen eine. Die SPD hat offenbar keine, die anderen großen Parteien aber auch nicht, wenn man davon absieht, dass die Forderung nach einer Abschaffung der Sanktionen beim Arbeitslosengeld II letztlich nur einlösbar ist, wenn die Erwerbsorientierung der Systeme sozialer Sicherung vollständig aufgegeben wird. Weshalb dann nicht gleich Klartext reden und ein Bedingungsloses Grundeinkommen fordern?
19.5.17 Arbeitslosengeld II, Jobcenter, Pinneberg, Repressionsfreie Grundsicherung, Sanktionen, Wolfgang Clement
"Das Grundeinkommen ist kein Lottogewinn"...
...Interview mit Philip Kovce in Psychologie heute.
18.5.17 Philip Kovce, Psychologie heute
"Hohe Erfolgsquoten bei Widersprüchen gegen Sanktionen"...
18.5.17 Arbeitslosengeld, O-Ton-Arbeitsmarkt, Sanktionen
"Wenn ich keine Angst hätte, womit würde ich mich dann beschäftigen?" - Grundeinkommen in "Die Anstalt"
17.5.17 Anny Hartmann, Die Anstalt, ZDF
In der öffentlichen wie akademischen Diskussion über das Bedingungslose Grundeinkommen werden immer wieder historische Verbindungslinien gesucht und hergestellt, die in die Irre führen. Das mag manchmal daran liegen, dass aus Beiträgen zitiert wird, in denen vermeintliche Vorläufer vorkommen, diese Darstellungen selbst aber nicht mehr mit den Quellen abgeglichen werden. Man vertraut eben auf andere, das ist eine manchmal hilfreiche Abkürzungsstrategie. Manchmal scheinen die Missdeutungen lediglich darauf zurückzugehen, dass zur sehr darauf geachtet wird, was "hinten 'raus kommt", also ein Mindesteinkommen, nicht aber wie dieses Mindesteinkommen bereitgestellt wird, ohne also die Bereitstellungspraxis zu betrachten (Bedarfsprüfung, Arbeitspflicht usw.). Ein solcher Fall ist z. B. Thomas Morus Utopia, wie Ronald Blaschke sehr deutlich gemacht hat. Blaschke hat sich mit weiteren Autoren befasst, wie z. B. Lady Rhys-Williams, um sie angesichts der Frage, wie sie denn nun zum BGE oder einer Vorform standen, einzuordnen (siehe hier und hier ab S. 9). Gut nachvollziehbar nutzt Blaschke dazu Originalquellen. Dass er dabei selbst manchmal eigenwillige Deutungslinien verfolgt, ist die Freiheit eines jeden Autors. Für die BGE-Diskussion ist die Darstellung hilfreich, damit nicht falsche Freunde zitiert werden.
"Speenhamland ≠ Bedingungsloses Grundeinkommen"
"Wie etwas loswerden, das man nicht haben will? Jürgen Borchert über das Bedingungslose Grundeinkommen"
"Milton Friedman, F. A. von Hayek, Negative Einkommensteuer und Bedingungsloses Grundeinkommen" (und hier)
17.5.17 F.A. von Hayek, Juliette Rhys-Williams, Jürgen Borchert, Milton Friedman, Ronald Blaschke, Thomas Morus, Thomas Paine
"Mama wählt nicht" - über Herablassung und gut Gemeintes
...ein Bericht darüber, weshalb ihre Mutter nicht zur Wahl gegangen ist, über Herablassung mit der über Bedürftige oder Menschen in Armut gesprochen wird, von Anna Mayr bei Spiegel Online. Diese Herablassung ist es auch, die im Zentrum der Diskussion um ein Bedingungsloses Grundeinkommen steht. Mit dieser Haltung wissen die einen immer, was gut für die anderen ist, statt ihnen den Freiraum zu geben, ihr Leben zu leben, siehe z. B. hier.
16.5.17 Anna Mayr, Armut, Landtagswahl, Spiegel online
"Das BGE hat mit Sozialismus nichts zu tun"...
…ein Beitrag von Anabel Schunke auf der Website „Tichys Einblick“, der allerdings ein Bedingungsloses Grundeinkommen mit der Negativen Einkommensteuer gleichsetzt und damit entscheidende Differenzen übersieht. Das führt ebenso in die Irre wie die Bezugnahme auf Friedrich August von Hayek, der ein BGE befürwortet gewesen sein soll, was so nicht haltbar ist, siehe hier. Eine genauere Auseinandersetzung damit, wie Hayek sich zum Mindesteinkommen und der Bedürftigkeit geäußert hat, finden Sie hier. Da Anabel Schunke, wie so viele Autoren, auf die „Anreize“ verweist, die so wichtig seien, damit Leistung erbracht wird, sei hier auf Forschungen zum Armutsfallentheorem verwiesen. Sie machen deutlich, wie missverständlich die Rede von "Anreizen" ist und welche Vorurteile dahingehend herrschen, warum Menschen Dinge tun, die sie tun.
16.5.17 Anabel Schunke, Friedrich August von Hayek, Milton Friedman, Sozialismus, Tichys Einblick
15.5.17 Landtagswahl, Nordrhein-Westfalen
Landtagswahl NRW 2017 - vorläufiges Amtliches Endergebnis
"Bedingungsloses Grundeinkommen durch Kapitalbeteiligung"...
...ein Beitrag von Hans-Jörg Naumer auf Ökonomenstimme, der ziemlich missverständlich ist und deswegen womöglich vom Bedingungslosen Grundeinkommen als regelmäßigem monatlichen Einkommen sich verabschiedet.
15.5.17 Arbeitsleid, Hans-Jörg Naumer, Kapitalbeteiligung, Ökonomenstimme
"Bedingungsloses Grundeinkommen passt zur Demokratie"...
...ein Interview mit der Bundesvorsitzenden des Bündnis Grundeinkommen, Susanne Wiest, auf finanzen.de.
15.5.17 Demokratie, finanzen.de, Susanne Wiest
Aus dem Zusammenhang gerissen...
..., einfach nicht richtig zugehört oder auf Skandalisierung ausgewesen - so könnte man auch erklären, wie es zur Berichterstattung des Deutschlandfunks kam, der eine Äußerung der Bundesministerin Andrea Nahles nicht richtig wiedergegeben hatte. Vielleicht ist dem Deutschlandfunk jedoch nur schlicht die Spucke weggeblieben angesichts der zitierten These. Wer mit der öffentlichen Diskussion zum BGE vertraut ist, dem ist diese These als Einwand bekannt, der nicht selten vorgebracht wird. Genau mit dieser Haltung wurde nämlich Clemens Fuest in einem langen Spiegel-Beitrag (20/ 2016, S. 81) zitiert:
Der Spiegel bezog sich auf ein Interview in Die Zeit, das sich hier findet. Man sollte nun nicht meinen, dass dies ja typisch sei für das ifo-Institut. Wer das glaubt, der schaue sich einmal diesen Beitag an "Das Grundeinkommen und die Scheißarbeit", in dem genau die Haltung zum Ausdruck kommt, über die sich nun viele erregt haben - aber an anderer Stelle. Es wäre ziemlich einfach, weitere Zitate anzuführen.
Ist nun aber die Aufregung um das falsche Zitat ganz abwegig? Wie ist Andrea Nahles Haltung, wenn es um Selbstbestimmung geht, um die ging es ihr ja auf der re:publica?
Nehmen wir einmal diese Passage aus einem Interview mit der BILD-Zeitung:
Hier wird doch ziemlich deutlich, was sie mit Selbstbestimmung meint - keine Selbstbestimmung nämlich bzw. nur soweit, wie sie der Erwerbsnorm noch gemäß ist. Damit steht sie aber gar nicht allein, wie die Äußerungen von Hannelore Kraft oder Renate Künast belegen. Jüngst hatte ich erst auf eine Äußerung von Jens Spahn, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, hingewiesen, die tief blicken lässt. Die Diskussion um kulturelle Bildung hat eine vergleichbare Ausrichtung. Wo man hinschaut - Selbstbestimmung ist immer nur Selbstbestimmung in einem engen Sinne und paternalistisch überformt.
12.5.17 Andrea Nahles, Clemens Fuest, Deutschlandfunk, Jens Spahn, Renate Künast, Roberto de Lapuente
"Wie verheerend die Arbeitsbedingungen in Jobcentern sind"...
...ein Bericht im Tagesspiegel.
11.5.17 Arbeitsvermittler, Jobcenter, Tagesspiegel
"Wenn sie Arbeit haben, gibt ihnen das ein Stück Würde zurück. Sie können abends stolz sein auf das, was sie getan haben. Wenn Kinder im Haushalt wohnen, ist das umso wichtiger. Und selbst für einen Stadtteil ist es doch besser, wenn die Leute zur Arbeit gehen und nicht den ganzen Tag auf der Bank sitzen."
Scheele: "Nein, ich bin strikt dagegen. Ein Grundeinkommen halte ich für moralisch verwerflich. Der Staat würde sich freikaufen von seiner Verantwortung, sich um die Arbeitslosen zu kümmern. Es mag altruistische Akademiker geben, die gerne ein Leben mit Grundeinkommen führen würden. Aber die meisten Menschen, die arbeitslos sind oder in schwierigen Beschäftigungsverhältnissen stecken, wollen lieber eine ordentlich bezahlte Arbeit."
Aber warum ist die ordentlich bezahlte Arbeit so wichtig? Der Würde wegen, wäre Scheeles Antwort und dreht sich im Kreis. Mit einem BGE kauft sich "der Staat" ja gerade nicht frei von der Verantwortung für seine Bürger, er stellt sich ihr, ohne Illusionen aufzubauen. Dass über ein BGE hinaus immer noch politisch gestaltet werden muss, steht außer Frage. Gerade ein BGE würde der vielzitierten Würde der Person und zugleich noch der demokratisch verfassten Ordnung unseres Landes. Das aber scheint ein schwieriger Gedanke zu sein
11.5.17 Bundesagentur für Arbeit, Demokratie, Detlef Scheele, Grundgesetz, Menschenwürde
"Es reicht kaum zum Essen"...
...und über den Makel, arm zu sein, darüber berichtet ein Beitrag auf Zeit Online. Daran wird deutlich, was ein Bedingungsloses Grundeinkommen leisten könnten. Insbesondere Alleinerziehende, vor allem Frauen, sind davon betroffen. Meist wird die Lösung im Zugang zum Arbeitsmarkt gesucht, statt darin, Entscheidungsmöglichkeiten zu schaffen. Siehe auch den Beitrag "Alleinerziehende und Armutsrisiko - ewig das alte Lied..."
10.5.17 Alleinerziehende, Armut, Familie
"Mehr als nur Umverteilung" schreibt Ayad Al-Ani auf Zeit Online, sei das Bedingungslose Grundeinkommen - dem würde ich zustimmen. Er bemüht dazu allerdings den Vergleich mit dem an den Brotpreis gekoppelten Mindesteinkommen in Speenhamland. Dieser Vergleich allerdings ist ungeeignet, denn das damals bereitgestellte Mindesteinkommen kann allenfalls mit dem Kombilohn verglichen werden, siehe hier. Und wieder einmal wird der Artikel vom Wandel der Arbeitswelt und der Digitalisierung dominiert. Weder das eine noch das andere sind Voraussetzungen für ein BGE.
10.5.17 Ayad Al-Ani, Digitalisierung, Speenhamland
Grundeinkommen ist wählbar - Enno Schmidt erklärt die Idee der BGE-Partei
9.5.17 Bündnis Grundeinkommen, Enno Schmidt
Schauspielerin Ursula Strauss, Investmentbanker Gerald Hörhan, Daniel Häni und Margaretha Maleh von "Ärzte ohne Grenzen Österreich“ diskutierten bei STÖCKL im österreichischen Fernsehen über Grundeinkommen.
9.5.17 ORF, Stöckl
8.5.17 ARTE, GiveDirectly, Kenia
"7,24 Millionen Menschen leben von Arbeitslosengeld oder Hartz-IV-Leistungen"...
4.5.17 Arbeitslosengeld, Hartz IV, O-Ton-Arbeitsmarkt
"Sie wächst und wächst, "die" Beschäftigung. Aber welche eigentlich? Eine Dekomposition der Erwerbstätigenzahlen"...
...ein Beitrag von Stefan Sell auf der Website Aktuelle Sozialpolitik.
4.5.17 Arbeitsvolumen, Erwerbstätige, Statistik, Stefan Sell
"Egal, Hauptsache irgendein Job" - aus der Welt der Arbeitsvermittlung
Siehe auch "Egal, Hauptsache irgendein Job" und unseren Kommentar zu "Einzelfälle im Mahlwerk der Gesetze". Siehe auch "Was die Hartz-Reformen gebracht haben" (Deutschlandfunk).
3.5.17 Anke Gehrmann, Arbeitsagentur, Deutschlandfunk, Hartz 4, Jobcenter, NDR
„Wir werden einmal darüber lachen, Arbeit müsse bezahlt werden“...
...Interview mit Götz W. Werner auf der Website trailer.KULTUR.KINO.RUHR.
3.5.17 Götz W. Werner
"Geld vom Staat für alle? - Pro & Contra"...
...eine Diskussion im Deutschlandfunk zwischen Anke Hassel (WSI, Hans Böckler Stiftung) und Michael Bohmeyer (Mein Grundeinkommen). In jüngerer Zeit haben wir Ausführungen von Anke Hassel zweimal kommentiert, siehe hier und hier.
2.5.17 Anke Hassel, Bohmeyer, Deutschlandfunk, Digitalisierung, Mein Grundeinkommen, Michael

References: BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE