Source: https://issuu.com/nsf_nw/docs/foerderfibel
Timestamp: 2016-12-04 23:37:22+00:00

Document:
Ratgeber Projektförderung by Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg - issuu
M e n s c h u n d N at u r
Die Stiftung NaturSchutzFonds Seite 4
durch die Stiftung NaturSchutzFonds Seite 5
Merkblätter für Projekttypen Seite 14
Projektbeispiele Seite 26
Förderrichtlinie Seite 40
Weitere Ansprechpartner Seite 44
Seit der Errichtung der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg ist
die landesweite Förderung von Naturschutzprojekten ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Damit trägt die Stiftung dazu bei, die vielfältige Natur Brandenburgs und deren Artenreichtum zu erhalten und
zu entwickeln sowie den ländlichen Raum zu stärken. Die bislang
geförderten Maßnahmen besitzen insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene große Bedeutung, verbessern sie doch nicht nur
die Lebensqualität der Menschen direkt vor Ort. Durch die Beauftragung ortsansässiger Firmen zur Maßnahmeumsetzung kann zudem die Wirtschaft in den ländlichen Regionen unterstützt werden.
Das Mittel der Anteilsfinanzierung stellt bei unserer Projektförderung einen wichtigen Beitrag dar, um Fördermittel der Europäischen
Union, des Bundes oder des Landes zu erschließen. Der naturschutzfachliche und nachhaltige Einsatz der Mittel, die im Wesentlichen Ersatzzahlungen für Eingriffe in Natur und Landschaft sowie
Zweckerträgen der Lotterie GlücksSpirale entstammen, hat dabei
Als Wegweiser zu einem qualifizierten Förderantrag hat die Stiftung
NaturSchutzFonds diese Förderfibel erarbeitet. Die Broschüre bietet zusammengefasst alle wichtigen Informationen und Hinweise
rund um unsere Projektförderung und soll dazu beitragen, die Erarbeitung, Finanzierung und Durchführung erfolgreicher Naturschutzprojekte zu erleichtern.
Geschäftsführer der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
durch den NaturSchutzFonds
Errichtet durch das Land Brandenburg setzt sich die Stiftung NaturSchutzFonds seit Mitte der Neunziger Jahre mit Erfolg für die Erhaltung und die Entwicklung der heimischen Natur und Landschaft ein.
Das Aufgabenspektrum, das die Stiftung im Rahmen ihrer Arbeit
realisiert, ist ebenso vielfältig wie die Natur Brandenburgs selbst.
Neben dem Erwerb von Flächen, die unter natur- und artenschutzfachlichen Aspekten entwickelt werden, baut die Stiftung durch ihre
Flächenagentur mit großem Erfolg landesweit sogenannte Flächenund Maßnahmepools für die Eingriffsregelung auf. Als Trägerin der
Naturwacht Brandenburg ist die Stiftung NaturSchutzFonds zudem verantwortlich für die Betreuung aller Großschutzgebiete des
Landes Brandenburg. Neben all dem stellt die
Durchführung von Maßnahmen zum Schutz,
zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und
Landschaft einen weiteren bedeutenden Arbeitsbereich der Stiftung dar. Dies geschieht
durch Projekte in eigener Trägerschaft oder
durch die Projektförderung.
Die Stiftung NaturSchutzFonds fördert Projekte im Land Brandenburg. Grundsätzlich kann jeder – egal ob Privatperson, Verein oder
Verband, Landkreis oder Kommune – Projektanträge bei der Stiftung einreichen.
<	Maßnahmen zu Schutz, Pflege und Entwicklung
von Natur und Landschaft,
<	Sicherung von Grundstücken, die für den Naturschutz oder
die Landschaftspflege besonders geeignet sind,
<	Forschung und modellhafte Untersuchungen auf dem Gebiet
des Naturschutzes und der Landschaftspflege, so sie für das
Land Brandenburg von Bedeutung sind.
Jedes Projekt, das gefördert wird, muss die konkrete Verbesserung
des Zustandes von Natur und Landschaft bewirken. Bloße Flächensicherung bzw. von Maßnahmen entkoppelte Planungsleistungen
werden daher nicht finanziell unterstützt.
Wichtige Voraussetzungen für die Förderung sind die Flächenverfügbarkeit bzw. eine schriftliche Zustimmung der Eigentümer und Nutzer. Diesbezüglich ist zu beachten, dass sich die Zweckbindungsfrist
geförderter Maßnahmen in der Regel auf 25 Jahre erstreckt. Dauerpflege, dass heißt regelmäßig wiederkehrende Maßnahmen, wird
nicht finanziert. Ebenfalls nicht förderfähig sind Maßnahmen, zu deren Durchführung eine Rechtspflicht besteht oder mit denen bereits
Bei der Entscheidung, ob ein Projekt gefördert werden kann, wird
großer Wert auf die Nachhaltigkeit von Maßnahmen gelegt. Aus
diesem Grund ist es obligatorisch, dass alle Folgekosten gesichert
sind, die mit einem geplanten Projekt, einer Naturschutzmaßnahme
oder dem Erwerb von Flächen verbundenen sind.
Wichtige Aufgabenbereiche, die für die Arbeit der Stiftung NaturSchutzFonds im Kontext ihrer Projektförderung eine bedeutende
<	Maßnahmen zum Biotopverbund und
zur Minderung von Landschaftszerschneidung,
<	Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes
-	Maßnahmen zur Kleingewässerwiederherstellung
und -renaturierung,
-	Renaturierung von Fließgewässern sowie
-	Regenerierung von Feuchtlebensräumen,
insbesondere Mooren,
<	spezielle Artenschutzmaßnahmen, insbesondere
Amphibien- und Fledermausschutz,
<	Flächenerwerb zur nachhaltigen Aufwertung und Sicherung
von Flächen mit hohem Naturschutzwert sowie von Flächen in
naturräumlichem Zusammenhang mit Eingriffsschwerpunkten,
<	Aufbau und Unterstützung von regionalen Flächenpools im Sinne der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung,
<	Unterstützung von Naturschutzgroßprojekten.
Um die Schwerpunkte ihrer Arbeit fachlich zu untersetzen und um
die Förderpraxis für einzelne naturschutzfachliche Themenkomplexe zu erläutern, hat die Stiftung NaturSchutzFonds fachliche
Rahmenpläne und Leitlinien ausgearbeitet. Darin werden beispielsweise weitergehende Kriterien für die Projektförderung formuliert:
Landschaftswasserhaushalt und Moorschutz
Moore sind in Brandenburg neben den Auen die Ökosysteme mit
den größten Flächenverlusten in den vergangenen Jahrhunderten.
Die Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes - insbesondere die Revitalisierung von Mooren - ist daher ein Schwerpunkt der
Projektförderung der Stiftung.
Gemeinsam mit dem Landesumweltamt Brandenburg wurde der
Moorschutzrahmenplan als eine Arbeitsgrundlage für die Bewertung und Förderung von Moorprojekten erarbeitet. Komplexe
Maßnahmen werden vorrangig in den darin aufgeführten Gebieten
gefördert. Von besonderer Bedeutung ist die Durchführung von
Maßnahmen in naturnahen bis gestörten Braun- und Torfmoosmooren sowie in naturnahen und vernässbaren Durchströmungs-,
Quell- und Hangmooren. Gefördert werden u.a. Planungsleistungen
einschließlich der Vorbereitung wasserrechtlicher Verfahren, wasserbauliche Maßnahmen zum Rückbau der Entwässerung und zur Vernässung von Flächen und – falls notwendig – Grunderwerb.
Der Verlust und die Entwertung von Lebensräumen auf landwirtschaftlichen Flächen sowie die Landschaftszerschneidung gehören
bis heute zu den Hauptgefährdungsfaktoren für heimische Amphibien.
Ziel von Projekten der Stiftung ist der Erhalt bzw. die Wiederherstellung langfristig überlebensfähiger Populationen von Rotbauchunke,
Kammmolch und weiterer vergesellschafteter Amphibienarten. Geeignete Maßnahmen hierfür sind Querungshilfen an Straßen, der
Rückbau von Entwässerungsanlagen, die Sanierung und Neuanlage
von Kleingewässern, die Anlage von Gewässerrandstreifen sowie die
regionale Vernetzung von terrestrischen und aquatischen Habitaten.
Dies geschieht zum Beispiel durch die Pflanzung von Flurgehölzen.
Gemeinsam mit dem Landesumweltamt (Naturschutzstation Rhinluch) hat die Stiftung einen Rahmenplan zur Erhaltung und Entwicklung von Amphibienlebensräumen in FFH-Gebieten mit Verbreitungsschwerpunkten der Rotbauchunke erarbeitet. Dieser Rahmenplan
ist die Grundlage komplexer Projekte zur Schaffung einer dem Naturraum und der Artengemeinschaft angemessenen Zahl und Dichte
an Land- und Wasserlebensräumen. Die Stiftung NaturSchutzFonds
fördert diese Maßnahmen vorrangig in Gebieten, die in der Liste des
Rahmenplans aufgeführt sind.
Flächenerwerb mit Mitteln des NaturSchutzFonds
Für den Erwerb von Flächen mit Mitteln des NaturSchutzFonds
existieren verschiedene Bedingungen. Die Flächen müssen von
landesweiter oder regionaler naturschutzfachlicher Bedeutung sein
und ein naturschutzfachliches Aufwertungspotenzial besitzen. Flächengefährdende Nutzungskonflikte, die Möglichkeit, Grundstücke
zu arrondieren oder auch der Erwerb von Tauschflächen sprechen
für eine Förderung. Flächen ohne gekoppelte
Aufwertungsmaßnahmen und Areale, für deren Aufwertung bereits unmittelbare Rechtsverpflichtungen bestehen, können nicht gefördert werden.
Bereits bei Antragstellung müssen Nutzungskonzepte für die Flächen vorliegen. Dingliche
Belastungen sowie Altlasten und Munitionsbelastungen sowie deren rechtliche und finanzielle Absicherung müssen im Antrag dargelegt werden. Zudem dürfen Grundstücke nur
pfandfrei erworben werden. Nach dem Erwerb
ist eine grundbuchliche Sicherung der Flächen
zugunsten der Stiftung NaturSchutzFonds
durchzuführen. Der Flächenerwerber muss die
zukünftigen Grundstückslasten tragen und die
personelle Betreuung gewährleisten können.
Airport Berlin-Brandenburg International - Ersatzzahlungen
Der NaturSchutzFonds Brandenburg erhält eine Ersatzzahlung für
nicht kompensierbare Eingriffe im Rahmen des Ausbaus des Airports „Berlin-Brandenburg International“. Um der besonderen Situation in der Flughafenumfeldregion Rechnung zu tragen, hat sich
die Stiftung für den Einsatz dieser Mittel gesonderte Schwerpunkte
Die Ersatzzahlungen aus dem Flughafenausbau sollen Projekten
in der betroffenen naturräumlichen Region, nach Möglichkeit in den
Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald, zu Gute kommen. Die Förderung bedeutsamer Arten und Lebensräume in den
beiden Landkreisen sowie die Milderung bzw. Beseitigung besonders relevanter naturschutzfachlicher Beeinträchtigungen stehen
dabei im Fokus. In beiden Fällen sind komplexe Naturschutzprojekte mit Bodenschutzbezug besonders erwünscht.
Daneben werden insbesondere Projekte gefördert, die landesweit
bedeutsame Zielsetzungen verfolgen. Dazu zählen die Renaturierung von Mooren, die Entwicklung von Bergbaufolgelandschaften
sowie die Wiederherstellung naturnaher Fließgewässer und deren
Darüber hinaus sind diese Mittel für Pilotprojekte vorgesehen, die
sich außerordentlich dringlichen und wichtigen naturschutzfachlichen Problemen widmen bzw. für Maßnahmen, die einen besonders hohen naturschutzfachlichen Effekt erwarten lassen.
Forschungsvorhaben und
Forschungsvorhaben und modellhafte Untersuchungen müssen einen konkreten Anwendungsbezug besitzen. So können etwa
Maßnahmen zur Verbesserung des Naturhaushaltes gefördert werden, wenn sie hinsichtlich des Inhalts und der Methodik innovativ und auf andere Brandenburger Regionen
Streuobstwiesen bieten zahlreichen Tierarten Lebensraum und
bereichern die Brandenburger Kulturlandschaft. Ohne geförderte
Maßnahmen sind diese typischen Landschaftsbestandteile von
Auflassung und Verlust bedroht.
Die Förderung von Streuobstwiesen ist grundsätzlich möglich. Sie
gehört jedoch nicht zu den fachlichen Prioritäten des NaturSchutzFonds. Eine Unterstützung ist möglich, wenn der Antragsteller im
ehrenamtlichen oder gemeinnützigen Bürgerengagement organisiert ist oder ein Unternehmen der Land- oder Forstwirtschaft
im Haupt- oder Nebenerwerb betreibt. Voraussetzung ist die Verpflichtung zur langfristigen Pflege der Streuobstfläche. Als fachliche
Grundlage für die Förderung von Streuobstwiesen dient das von
der Humboldt-Universität Berlin erarbeitete Streuobstkataster Brandenburg. Darin werden alle wichtigen Informationen zu Streuobst in
Brandenburg zusammen geführt.
Trockenbiotope beheimaten Trocken- und Magerrasen sowie
Zwergstrauch- und Wacholderheiden. Für diese Lebensräume
bestehen eingeschränkte Fördermöglichkeiten. Trockenbiotope
sind für ihren Erhalt zumeist auf eine regelmäßige und langfristige
Pflegenutzung angewiesen. Diese kann vom NaturSchutzFonds
Brandenburg nicht finanziert werden. Gleichwohl handelt es sich
um brandenburgweit und international besonders wertvolle Lebensräume. Deshalb fördert die Stiftung Modellprojekte, die innovative
Lösungen zum Erhalt und zur Verbesserung dieser Lebensräume
entwickeln und erproben.
Aktuelle Fördermöglichkeiten des Landes Brandenburg für Maßnahmen zur Verbesserung des Naturhaushalts:
Richtlinien des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und
Verbraucherschutz des Landes Brandenburg über die Gewährung
von Zuwendungen […]
Die Anträge auf Gewährung von Zuwendungen werden mittels eines
Formulars in doppelter Ausführung bei der Stiftung eingereicht. Darin sind alle erforderlichen Informationen über den Antragsteller, das
Vorhaben und die Finanzierung darzulegen. Die Projekte müssen
zudem durch Dritte, zum Beispiel durch die jeweilige untere Naturschutzbehörde des Landkreises oder der kreisfreien Stadt, bewertet werden. Liegt das Vorhaben in einem Großschutzgebiet, muss
die Schutzgebietsverwaltung Stellung nehmen. Gegebenenfalls
sind weitere Fachbehörden um Bewertungen zu ersuchen. Diese
Stellungnahmen sind dem Antragsformular beizulegen.
Über die Projektanträge kann laufend entschieden werden. Wenn
die beantragte Zuwendungssumme über 25.000 € liegt, entscheidet
der zweimal jährlich tagende Stiftungsrat des NaturSchutzFonds.
Besonderes Augenmerk legt der NaturSchutzFonds auf eine Kofinanzierung mit anderen Finanzierungs- bzw. Eigenmitteln. Daher
müssen Antragsteller vorab die Fördermöglichkeiten durch den
Bund, das Land, die Europäische Union und andere Einrichtungen
oder Stiftungen prüfen.
<	für die Förderung der integrierten ländlichen
Entwicklung (ILE) und LEADER,
<	zur Förderung der Sanierung und naturnahen
Entwicklung von Gewässern,
<	zur Förderung der Verbesserung des Landschaftswasser	haushaltes und der Bewirtschaftung der Wasserressourcen
im ländlichen Raum,
<	zur Förderung umweltgerechter landwirtschaftlicher
Produktionsverfahren und zur Erhaltung der
Kulturlandschaft der Länder Brandenburg und Berlin (KULAP)
Die Landesrichtlinien finden sich auf der Website des Umweltministeriums unter www.mluv.brandenburg.de.
Sämtliche fachlichen Rahmenpläne, Leitlinien und Schwerpunktpapiere sowie der Förderantrag und die dazugehörende Richtlinie können auf der Website der Stiftung unter www.naturschutzfonds.de
nachgelesen und heruntergeladen werden.
Merkblatt Feuchtgebiete (Moore, Auen)
Feuchtgebiete umfassen nasse und wechselnasse Biotope wie z.B.
Sümpfe und Moore, Bruch- und Auwald, Feuchtwiesen, Seggenoder Schilfröhrichte, feuchte Hochstaudenfluren sowie verschiedene
Typen von Still- und Fließgewässern. Moore sind Lebensräume, in
denen Pflanzenreste aufgrund der ganzjährigen Wassersättigung
nicht abgebaut und als Torf abgelagert werden. In Brandenburg
kommen nur Niedermoore vor, die aus dem Grundwasser gespeist
werden. Insbesondere nährstoffarme und kalkhaltige Moore und
Seen als auch unverbaute Bäche und Flüsse sind heute sehr selten
und zählen zu den stark gefährdeten Biotopen.
Die Stiftung zielt mit einer Förderung auf die Umsetzung von Maßnahmen zur Renaturierung von Feuchtgebieten und zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes ab. Dies erfordert in der
Regel die Anhebung der Wasserstände durch Staubauwerke. Die
Renaturierung von Mooren ist ein Förderschwerpunkt des NaturSchutzFonds.
Neben der allgemeinen Bedingung, dass die Stiftung grundsätzlich
Projekte innerhalb des Landes Brandenburg fördert, werden komplexe Renaturierungsmaßnahmen vorrangig in jenen Mooren unterstützt, die im Moorschutzrahmenplan erfasst sind.
Der NaturSchutzFonds fördert den Bau von
Sohlgleiten, Sohlschwellen, Stützschwellen,
Dämmen, Grabenverfüllungen und ähnliche
Maßnahmen zur Anhebung des Wasserspiegels in Feuchtgebieten. Falls notwenig werden
initialisierende Maßnahmen wie Gehölzentnahme und Entkusselung sowie die Wiederansiedlung seltener Pflanzenarten finanziell
unterstützt. Hierbei spielt der Aspekt der Nachhaltigkeit eine mitentscheidende Rolle.
Ein zeitlich begrenztes Monitoring ist förderfähig, wenn es der Erfolgskontrolle dient und
zum Beispiel die Grundlage für die Gestaltung
zukünftiger Projekte bildet. Maßnahmen zur
Fließgewässerrenaturierung werden ebenso
unterstützt wie der Flächenkauf im Zusammenhang mit einem Renaturierungsprojekt. Die Errichtung touristischer Infrastruktur ist dagegen
Wie sollten Maßnahmen durchgeführt werden?
Bei der Durchführung der Maßnahmen müssen die Bestimmungen
aus Schutzgebietsverordnungen (NSG, LSG, FFH) sowie Horstschutzzonen berücksichtigt werden. Ebenfalls zu beachten ist der
Einsatz von Technik, die an die örtlichen Gegebenheiten (feuchter
Untergrund) angepasst ist.
Merkblatt Kleingewässer
Kleingewässer sind temporär oder ständig wasserführende Senken
mit einer Größe von mindestens 25 Quadratmetern bis zu 1 ha. Sie
können natürlich entstanden oder künstlich geschaffen sein. Kleingewässer sind geschützte Biotope gemäß §32 BbgNatschG.
Ziel der Förderung ist die (Wieder-) Herstellung des Lebensraums
Kleingewässer bzw. seine Regeneration in Bezug auf Wasserhaltekapazität, Wasserqualität, Ufermorphologie und floristisches bzw.
faunistisches Arteninventar.
Um Kleingewässer nachhaltig regenerieren oder aufwerten zu
können, muss eine zweckentsprechende Wasserführung gesichert
sein. Das bedeutet, das Gewässer muss einen Zu- und einen Ablauf, einen Anschluss an das Grundwasser oder eine ausreichende
Wasserzufuhr über Regenwasser aufweisen.
Direkteinleitungen von Schmutz- oder verschmutztem Regenwasser dürfen nicht vorliegen oder sind zurückzubauen. Um diffuse Einträge und Nutzungsdruck vermindern zu können, sollte das Gewässer mit extensiv oder ungenutzten Randstreifen umgeben werden.
Damit die Wirkung der Maßnahmen nicht lokal begrenzt bleibt, sollte man als Antragsteller alle Möglichkeiten zur Herstellung eines
Biotopverbundes mit anderen wassergebundenen Lebensräumen
prüfen. Hierfür lassen sich Gräben, Fließ- und Stillgewässer aber
auch extensiv genutzte Wiesen oder Gehölzstreifen als Verbindungselemente und Trittsteine nutzen.
Besonderes förderwürdig sind Kleingewässer mit einem natürlichen
Umfeld, in welchem weitere, für Zielarten (insbesondere Amphibien)
erreichbare wassergebundene Lebensräume vorkommen. Beheimaten Kleingewässer bereits förderwürdige, also seltene und geschützte Arten (z.B. Rotbauchunke), die durch ein Projekt gestützt
werden können, werden sie ebenfalls bevorzugt gefördert.
Merkblatt Fließgewässer
Der Begriff Fließgewässer umfasst alle oberirdisch fließenden Gewässer des Binnenlandes mit ständig oder zeitweilig fließendem
Wasser. Fließgewässer unterliegen wegen ihres Gefälles der
Schwerkraft und fließen von der Quelle in der Regel bis zum Meer.
Sie lassen sich in Oberlauf, Mittellauf und Unterlauf sowie nach
Größe, Substrat und Gefälle gliedern.
Die Neuanlage sowie alle zu einer Aufwertung bestehender Kleingewässer führenden Maßnahmen sind förderfähig. Dies beinhaltet
vor allem den Rückbau von Einleitungen, die Anlage von Pufferstreifen und Abpflanzungen, das Ausbaggern bzw. Entschlammen,
Gehölzentnahmen, die Ufermodellierung (z.B. sonnenexponierte
Hänge) sowie Pflanzungen. Die Maßnahmen sollten sich am lokal
und regional vorhandenen Leit- und Zielartenspektrum orientieren
und sich ins Biotopverbundsystem einfügen bzw. ein solches begründen.
Turnusmäßige Pflegearbeiten wie Müllberäumung, Mahd von Offenlandflächen oder Baumschnitt müssen vom Antragsteller sichergestellt werden.
Ziel der Förderung ist die Wiederherstellung eines naturnahen
Gewässerzustandes in Bezug auf Wassermenge und -qualität,
Strömungsverhältnisse, Fließgeschwindigkeiten, Verlauf und Gewässermorphologie (inklusive Ufer und Randstreifen) sowie das
floristische und faunistische Arteninventar im und am Gewässer.
Der naturnahe Gewässerzustand orientiert sich für das jeweilige
Fließgewässer an den Leitbildern der Wasserrahmenrichtlinie bzw.
an nachgeordneten Definitionen von Gewässertypen.
Grundsätzlich ist eine große Vielfalt an Fließgewässertypen mit
ihren jeweiligen Beeinträchtigungen bzw. Maßnahmepotenzialen
förderfähig. Bei der Auswahl eines Gewässerabschnittes für eine
Revitalisierung sollte jedoch darauf geachtet werden, ob die Gewässerabschnitte unter- und oberhalb des zu revitalisierenden
Abschnittes bereits naturnah gestaltet sind/oder das realistische
Potenzial für weitere Maßnahmen bieten. Besonderes Augenmerk
ist hierbei auf die Durchgängigkeit zu legen. Auch Auswirkungen
auf angrenzende Flächen (Vernässung, Inanspruchnahme durch
Mäandrierung etc.) sollten miteinbezogen werden. Die Gestaltung
der jeweiligen Uferstreifen bzw. Schaffung von Puffern zu angrenzenden Nutzungen ist wünschenswert. Zwangspunkte im und am
Gewässer (z.B. unzureichende Wasserführung,
nicht passierbare Wehre) sollten in die Auswahl
mit eingehen und nachvollziehbare Lösungen
hierfür entwickelt werden.
Die Förderung der Fließgewässerrenaturierung
bzw. Fließgewässerrevitalisierung umfasst alle
Maßnahmen, die zur Wiederherstellung eines
naturnahen Gewässerzustandes erforderlich sind. Dies beinhaltet z.B. die ökologische
Durchgängigkeit, die Verbesserung der Linienführung, die Wiederherstellung natürlicher Gefälleverhältnisse, Verbesserung der Querprofilverhältnisse, Ausbildung natürlicher Sohl- und
Uferstrukturen sowie Annäherung an natürliche
Durchflussverhältnisse durch Maßnahmen im
Einzugsgebiet. Auch die Ufer und Gewässerrandstreifen bzw. Maßnahmen in diesem Bereich können in die Förderung miteinbezogen
Besonders erwünscht sind Projekte in Gewässerabschnitten, in
denen auch schon Teilmaßnahmen eine hohe ökologische Wirksamkeit entfalten können. Das gilt besonders für naturnahe oder
bereits renaturierte Abschnitte aber auch solche Bereiche, in denen
technische Bauwerke beseitigt bzw. umgebaut wurden oder noch
umgebaut werden sollen.
Maßnahmen zur Gewässersanierung sind in der Regel mit hohen
Kosten verbundenen. Daher ist die Kombination verschiedener Fördermittel hier außerordentlich wichtig.
Merkblatt Flurgehölze
Zu Flurgehölzen zählen Hecken, Feldgehölze,
Baumreihen, Alleen und Gewässerrandstreifen. Als lineare oder punktuelle Strukturelemente besitzen sie vielfältige Funktionen in der
freien Landschaft. Ihr Fehlen äußert sich insbesondere auf den großen, offenen, genutzten
Agrarflächen Brandenburgs in fehlenden Lebens-, Nahrungs- und Rückzugsräumen für
Tiere und Pflanzen, in erhöhter Wind- und
Wassererosionsgefährdung der Böden und
einer für den Besucher wenig attraktiven Landschaft.
Als Vernetzungselemente und Trittsteinbiotope leisten Gehölzpflanzungen einen wichtigen Beitrag für die Erhöhung der Struktur- und
Artenvielfalt in den agrarisch geprägten Räumen. Sie besitzen einen
hohen Anteil an ökologisch wertvollen Saumstrukturen aus Strauch-,
Stauden-, Gras- und Kräuterfluren mit einer hohen Anzahl an spezialisierten Tier- und Pflanzenarten. Mit ihrer Bodenschutzwirkung
dienen sie gleichzeitig der Ertragsstabilisierung. Sie machen Landschaft abwechslungsreich und schaffen harmonische Übergänge
von Wäldern und Ortslagen in die freie Landschaft.
Flurgehölze können überall in der freien Landschaft gepflanzt werden. Voraussetzung ist immer die schriftliche Zustimmung der Flächeneigentümer und -nutzer für die Maßnahmenumsetzung und für
den langfristigen Erhalt der neuen Strukturen.
Lineare Pflanzungen sollten entlang von vorhandenen Feldwegen
und Gewässern entstehen, um Beeinträchtigungen der ackerbaulichen Bewirtschaftung so gering wie möglich zu halten. Bei der
Standortplanung sind mögliche Zielkonflikte zu Tierarten auszuschließen, die offene Landschaften benötigen wie Wiesenbrüter oder
Zugvögel. Neben Neupflanzungen ist die Ergänzung lückiger oder
die Fortführung bestehender Hecken und Baumreihen sinnvoll.
Durch den NaturSchutzFonds können Pflanzmaterial und Pflanzung
sowie eine zwei- bis dreijährige Fertigstellungs- und Entwicklungspflege anteilig finanziert werden.
Was sollte gepflanzt werden?
Voraussetzung für die Artenauswahl sind die konkreten Standortverhältnisse (Boden- und Wasserverhältnisse, Oberflächenstruktur und
Hangneigung). Begrenzender Wachstumsfaktor sind die Wasserverhältnisse. Es sind standortgerechte und gebietsheimische Arten
zu verwenden. In den Baumschulen stehen verschiedene Größen
und Qualitäten an Bäumen, Heistern und Sträuchern zur Verfügung.
Einen guten Anhaltspunkt für die Artenauswahl geben alte Gehölzbestände am Standort. Der Gehölzerlass des Brandenburger Umweltministeriums („Erlass zur Sicherung gebietsheimischer Herkünfte bei der Pflanzung von Gehölzen in der freien Landschaft“) muss
Wie sollte gepflanzt und gepflegt werden?
Heckenpflanzungen sind stufig, in mehreren Baum-Strauch-Reihen
in ausreichender Breite, mit Saumstreifen aufzubauen. Um ausreichend Durchfahrten und Auffahrten auf die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen zu gewährleisten – aber auch für Wilddurchlässe – sollten die Pflanzungen an geeigneten Stellen unterbrochen
werden. Für Baumreihen ist die Verwendung fruchttragender Wildobstgehölze zu empfehlen.
Gepflanzt werden kann im Frühjahr und Herbst. Günstiger sind
Herbstpflanzungen. Bodenvorbereitung und -verbesserung, Baumpfähle, Verbissschutz und Mulchung sind Bestandteil einer Pflanzung. Besonders wichtig sind die Fertigstellungs- und mehrjährige
Entwicklungspflege und hier insbesondere die ausreichende Wässerung der Anpflanzungen. Dazu gehören auch die Freihaltung von
Aufwuchs zum Beispiel durch Mahd und die Kontrolle der Zäunung
und Anbindung.
Merkblatt Streuobst
Auf Streuobstwiesen als traditioneller Obstanbauform werden hochstämmige (Kronenansatz 160-180 cm), robuste und starkwüchsige
Obstbäume in Reihen oder Gruppen gepflanzt. Streuobstwiesen
sind nach Alter, Arten und Sorten bunt gemischt und dienen neben
der Obsterzeugung als Mähwiese, zur Heugewinnung oder als Viehweide. Gemäß des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes zählen
Streuobstbestände zu den nach § 32 geschützten Biotopen.
Mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten bilden Streuobstwiesen einen der artenreichsten Biotoptypen Mitteleuropas. Insbesondere
unter dem Aspekt der Biodiversität sowie als kulturhistorisches Erbe
sind diese bedrohten Lebensräume zu erhalten.
Streuobstwiesen sollten in Gebieten mit traditionell vorhandenen
Beständen gepflanzt werden. Dabei sind Standorte in der freien
Landschaft oder in Ortsrandlagen zu bevorzugen. Von Pflanzungen
an Straßen mit Durchgangsverkehr sollte man dagegen absehen.
Die Stiftung NaturSchutzFonds kann das Pflanzmaterial und die
Pflanzung sowie eine zwei- bis dreijährige Fertigstellungs- und Entwicklungspflege anteilig fördern. Sollten keine Kofinanzierungsmittel
zur Verfügung stehen, wird angestrebt, dass der Projektträger die
zwei- bis dreijährige Entwicklungspflege als Eigenleistung in das
Projekt einbringt.
Allgemein bietet die Verwendung robuster Obstbaumhochstämme
beste Voraussetzungen für einen nachhaltigen Pflanzerfolg. Im
Speziellen ist es aus naturschutzfachlicher und ökologischer Sicht
von Vorteil, alte, für die jeweilige Gegend typische Arten und Sorten
zu pflanzen, die am besten von regionalen Baumschulen bezogen
werden. In jedem Fall sind Bäume zu bevorzugen, die auf einer
Sämlingsunterlage bzw. auf der sogenannten Typenunterlage A 2
gezogen bzw. veredelt wurden.
Im Zuge der Anpflanzung von Streuobstbeständen sind die Bodenund Klimaansprüche der Bäume sowie die konkreten Standortbedingungen zu beachten. Generell ist es günstig, im Herbst zu pflanzen.
Bodenverbesserung, Baumpfähle und Verbissschutz sind Bestandteil
einer Pflanzung. Wühlmausschutz ist sinnvoll und sollte insbesondere bei der Verwendung von Mulchmaterial angebracht werden. Da
eine Bestandsdichte von 100 Bäumen pro Hektar nicht überschritten
werden sollte, ergeben sich Pflanzabstände von zehn Metern oder
mehr. Mehrreihige Pflanzungen sollten möglichst im Verbund oder
auf Lücke angelegt werden. So ist eine Quadratpflanzung üblich, bei
der die Hochstämme in einem Abstand von 10m x 10m gepflanzt werden. Daraus ergeben sich zwei gleichgroße Bearbeitungsgassen.
Bei einer Dreieckpflanzung werden die Hochstämme auf Lücke gestellt. Hierbei ergibt sich eine allseitig gleichgroße Entfernung zwischen den Stämmen. Die Bäume innerhalb einer Reihe haben einen
Abstand von 10m. Der Abstand zwischen den Reihen beträgt 8,5m9m. Um den Kronenaufbau zu gewährleisten, muss in den ersten
zehn Jahren ein regelmäßiger Erziehungsschnitt durchgeführt werden. Danach kann ein Auslichtungsschnitt in mehrjährigem Turnus
erfolgen. Ebenso wie das Freihalten der Baumscheiben und eine
mehrmalige jährliche Bewässerung sind in den ersten Jahren nach
der Pflanzung die regelmäßige Kontrolle der Pflanzpfähle und deren
Anbindung notwendig.
Eine Unternutzung der Fläche als Wiese, Weide oder Acker in Kombination mit der Anlage von Nistkästen und Nisthilfen für Vögel und
Insekten, Lesestein- und Reisighaufen sowie Sitzstangen für Greifvögel vervollkommnen die Streuobstwiese aus naturschutzfachlicher
N aturparadies f ü r
B iber & C o
Wiederherstellung von Flussschleifen
der Kleinen Elster
Landkreis: Elbe-Elster, zwischen Bad Liebenwerda
und Doberlug-Kirchhain
Maßnahmeträger:	Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
Fördermittelquelle: Europäischer Fonds für Regionale
Entwicklung, Ersatzzahlungen, Zweckerträge
der Lotterie GlücksSpirale
Ansprechpartner: Stiftung NaturSchutzFonds
Frau Ruffer (0331) 97 16 4 -740
Der Verlauf der Kleinen Elster, die 12 km östlich von Finsterwalde entspringt, war einst stark geschwungen. Mit der Begradigung
des Flusslaufes und der Urbarmachung der angrenzenden Flächen
ging nicht nur das naturnahe Erscheinungsbild des Flusses verloren, sondern auch vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere.
Im Jahre 2005 begann der NaturSchutzFonds mit der Planung der
Renaturierung des Unterlaufs der Kleinen Elster. Darin vorgesehen
waren der Anschluss von sechs alten Flussschleifen und die Wasserstandsanhebung auf Teilabschnitten durch mehrere Sohlgleiten.
Mit einer 75% Förderung des Europäischen Fonds für regionale
Entwicklung (EFRE) konnten die Arbeiten im Sommer 2007 begonnen und das Projekt im März 2008 erfolgreich abgeschlossen
Die Weiterführung der Maßnahmen ist im „Flächenpool Kleine Elster“ der Flächenagentur Brandenburg geplant. Die Renaturierung
einer weiteren Flussschleife konnte hier bereits im Rahmen von
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vermittelt werden.
R ettun g der Q uellm o o re
Quellmoorrenaturierung Beesenberg
Landkreis: Uckermark, Göritz
Maßnahmeträger: Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg in
Zusammenarbeit mit dem Landesumweltamt Brandenburg
Fördermittelquelle: Ersatzzahlungen
Der Beesenberg ist wohl das bedeutendste
Quellmoor Nordostdeutschlands. Der nördliche
Teil des Quellmoorkomplexes erstreckt sich
über eine Fläche von ca. 55 Hektar. Die Höhendifferenz zwischen den Quellkuppen und
der tiefsten Stelle des Moores beträgt ca. acht
Meter. Viele seltene und geschützte Tier- und
Pflanzenarten wie z.B. der Sumpf-Engelwurz
(Angelica palustris) oder die Bauchige Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) haben hier
einen Rückzugsraum gefunden. Vorrangiges
Ziel der Renaturierung ist die Wiederherstellung eines natürlichen Quellmoorregimes durch
die Deaktivierung des Entwässerungssystems.
Dafür ist die Verfüllung bzw. Kammerung von
ca. 3.250 m Graben sowie die flächige Zerstörung der über den gesamten Beesenberg
verteilten Dränagen geplant. Voraussetzung für die Maßnahmen ist
der Grunderwerb, den die Stiftung NaturSchutzFonds schrittweise
S c h mack h after N atursc h utz
Anlage einer Streuobstwiese in der Gemarkung Leuenberg
Landkreis: Märkisch Oderland, Leuenberg
Maßnahmeträger: Naturwacht Gamengrund e.V.
Fördermittelquelle: Ersatzzahlungen, Kettner-Stiftung
Ansprechpartner: Naturwacht Gamengrund e.V.
Herr Nikoleit (033451) 55 56 44
Streuobstwiesen sind artenreiche, naturschutzfachlich äußerst
hochwertige Lebensräume. Wegen ihrer kulturhistorischen Bedeutung und unter dem Aspekt der Biodiversität sind diese bedrohten Lebensräume unbedingt zu erhalten. Die Streuobstwiese auf
den Flächen des Biolandhofs der Familie Behring ist inzwischen
mit finanzieller Unterstützung des NaturSchutzFonds zu einer der
größten und zweifelsohne schönsten im Land Brandenburg angewachsen. Auf etwas mehr als drei Hektar Fläche wurden bisher
300 Bäume gepflanzt. Die Naturwacht Gamengrund e.V. realisierte
dieses Pflanzprojekt gemeinsam mit dem ökologisch wirtschaftenden Betrieb der Familie Behring. Für die nachhaltige Pflege der
Streuobstwiese trägt der Verein Naturwacht Gamengrund Sorge.
N eues D o mizil und ein
sic h erer „ Heimwe g “ d o rt h in
Amphibienschutz im Naturpark Niederlausitz Landrücken
Landkreis: Dahme-Spreewald, nahe Tugam
Maßnahmeträger: Gewässerunterhaltungsverband
Obere Dahme/Berste
Ansprechpartner: Gewässerunterhaltungsverband
Frau Schmidt (03544) 42 90
Einst war sie für Brandenburg charakteristisch. Seit langem schon
benötigt sie jedoch menschliche Hilfe, um wieder Fuß zu fassen
– die stark gefährdete Rotbauchunke. Damit die Amphibien die
Landesstraße L 56 nahe Tugam gefahrlos überwinden können, hat
der Gewässerunterhaltungsverband Obere Dahme/Berste beidseitig der Straße 300 Meter Leit- und Sperreinrichtungen installieren
lassen. Daneben wurden sieben Amphibientunnel in den Straßenkörper eingebracht. Somit ist für die Tiere der Weg zwischen den
Sommer- und Winterlebensräumen weitaus ungefährlicher geworden. Um den Rotbauchunkenbestand weiter zu fördern, wurden
parallel dazu im nahe gelegenen FFH-Gebiet „Sandteichgebiet“
vier Kleingewässer als Laichgewässer angelegt.
A mp h ibisc h er
W o h nun g sbau
im S preewald
Habitatverbesserungen für die Rotbauchunke
Landkreis: Spree-Neiße, Guhrow und Werben
Maßnahmeträger: Wasser- und Bodenverband
Ansprechpartner: Wasser- und Bodenverband
Herr Schloddarick (035603) 69 20
Das Defizit an Laichgewässern für die Rotbauchunke aufgreifend hat
der Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“ in den Gemeinden Guhrow und Werben im inneren Spreewald sieben Kleingewässer neu angelegt. Durch die Erweiterung des Lebensraums soll
die lokale Population innerhalb des Projektgebietes gestärkt werden. Über einen Biotopverbund sollen außerdem überlebensfähige
Populationen mehrerer bedeutender Verbreitungsschwerpunkte
dieser geschützten Amphibien im Biosphärenreservat Spreewald
miteinander vernetzt werden. Da die neuen Laichgewässer in Flächen integriert sind, die einer regelmäßigen Pflege unterliegen, ist
deren Offenhaltung auf absehbare Zeit gewährleistet.
B randstiftun g f ü r den N atursc h utz
Kontrolliertes Brennen zur Pflege von
Heidegebieten im NSG „Zschornoer Wald“
W o h lf ü h lfakt o r f ü r
tierisc h e bade g ä ste
Sanierung alte Badeanstalt Raben
Landkreis: Potsdam-Mittelmark, Rabenstein/OT Raben
Maßnahmeträger: Naturparkverein Fläming e.V.
Fördermittelquelle: Zweckerträge der Lotterie GlücksSpirale
Ansprechpartner: Naturparkverein Fläming e.V.
Herr Ratering (033848) 600 04
Wo früher Kinder plantschten, fühlen sich heute ganz andere Gäste
heimisch. Seit über 15 Jahren wird die alte Badeanstalt in Raben
im FFH-Gebiet „Planetal“ nicht mehr vom Menschen genutzt. Stattdessen hat sie sich zu einem bedeutenden Sekundärlebensraum
für heimische Schwanz- und Froschlurche entwickelt. Im Jahr 2005
konnte hier die Naturwacht Brandenburg rund 100 Berg-, 40 Teichund 30 der europaweit besonders schutzwürdigen Kammmolche
sowie zahlreiche Erdkröten, Gras- und Moorfrösche zählen. Um den
„Wohlfühlfaktor“ für die tierischen Badegäste weiter zu erhöhen, hat
der Naturparkverein Fläming das Gewässer unter Aspekten des Arten- und Biotopschutzes sanieren lassen. So wurde unter anderem
der Zugang für die im Wasser laichenden Amphibien verbessert, indem die Beton- und Mauereinfassung teilweise rückgebaut wurde.
Eine Böschungsangleichung und die Anlage von Amphibienausstiegen rundeten das Projekt ab.
Landkreis: Spree-Neiße, NSG „Zschornoer Heide“
Maßnahmeträger: Max-Planck-Institut für Chemie,
Fördermittelquelle: Kettner-Stiftung
Ansprechpartner: Arbeitsgruppe Feuerökologie
Prof. Dr. Goldammer (0761) 80 80 11
Das Abbrennen von Flächen war in früheren
Jahrhunderten ein gebräuchliches Verfahren zur Heideverjüngung. Aktuell wird das
kontrollierte Brennen zur Heidepflege in
Nordwestdeutschland, den Niederlanden und
Dänemark angewandt.
In kontinental geprägten Heidegebieten gab es
lange Zeit keine Erfahrungen. Das änderte sich
mit den wissenschaftlichen Untersuchungen,
die die Bundesforstverwaltung Lausitz unter
fachlicher Leitung der Arbeitsgruppe Feuerökologie der Universität Freiburg auf ihren Flächen in der Zschornoer Heide durchführte. Auf
Grundlage der gewonnenen Erfahrungen und
einer positiven Heideentwicklung auf den Brandflächen wurde das
begonnene Pilotprojekt mit Unterstützung des NaturSchutzFonds
weiter in die Praxis überführt. Mit der Fortsetzung des Feuermanagements im NSG „Zschornoer Heide“ konnte die Verjüngung der
Heideflächen vorangetrieben werden. Ein weiteres Ziel des Projekts war es, den Lebensraum für das vom Aussterben bedrohte
Birkhuhn zu erhalten.
F isc h e und P addler auf einen R utsc h
Der Fisch-Kanu-Pass am Havelwehr in Fürstenberg/Havel
Landkreis: Oberhavel, Fürstenberg
Maßnahmeträger: Stadt Fürstenberg/Havel
Zeitraum: 2007/2008
Ansprechpartner: Stadt Fürstenberg/Havel
Herr Körner (033093) 346 33
Die Schleusen und Wehre an der Havel stellen während der natürlichen Wanderung der Fische unüberbrückbare Hindernisse dar.
Hier setzt das Projekt der Stadt Fürstenberg ein, die auch mit Hilfe
von NaturSchutzFonds-Mitteln am Fürstenberger Tafelwehr einen
Fischpass errichten ließ.
Das Wehr trennt mit einer Wasserspiegeldifferenz von ca. 1,60 m
den oberwasserseitig liegenden Röbellinsee mit der Gänsehavel
als Wehrzufluss vom unterwasserseitig gelegenen Schwedtsee.
Zur Verbesserung der wassersportlichen Infrastruktur wurde der
Fisch-Pass als bauliche Einheit mit einem Kanu-Pass verbunden.
Technisch wurde dies in Form eines so genannten Borstenfischpasses realisiert, der durch die Optimierung der hydraulischen
Bedingungen sowohl für den Aufstieg von Wassertieren als auch
für die Abfahrt von Kanu, Kajak oder Kanadier günstige Voraussetzungen schafft. In Brandenburg ist die Anlage die größte ihrer
Art. Sie unterquert sogar ein bestehendes Wohnhaus, indem ein
freigelegter Turbinentunnel einer ehemaligen Wasserkraftanlage
N ac h wuc h ssic h erun g
bei tier und mensc h
Erwerb von fünf Kleinst-Imkerei-Grundausstattungen
Landkreis: Oberhavel, Hohen Neuendorf
Maßnahmeträger: Personal-inform GmbH
Ansprechpartner: Personal-inform GmbH
Dr. Bernd Starke (030) 340 60 88 15
Das Eine bedingt das Andere: Die deutschen Imker haben Nachwuchssorgen und deswegen auch die Bienen. Durch die aktuell
extrem niedrige Zahl an Bienenvölkern ist die ausreichende Bestäubung in der freien Natur und der Landwirtschaft gefährdet. Die
Personal_inform GmbH hat vom NaturSchutzFonds Fördermittel für
den Erwerb von Kleinst-Imkerei Grundausstattungen erhalten. Die
Ausrüstungen werden im Rahmen des IKOLA-Projektes (Imker –
Ökologie – Kulturlandschaft – Erwerbsarbeit) und für Folgeprojekte
eingesetzt. 16 Langzeitarbeitslose, die Hälfte mit Migrationshintergrund, haben im Projekt eine Qualifikation zum Imker absolviert.
Durch die geförderte Grundausrüstung wurde besonders motivierten Teilnehmern die Möglichkeit eröffnet, parallel zur Ausbildung
mit der Bienenhaltung zu beginnen. Auf diesem Weg können die im
Projekt erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten sofort ökologisch
E in h ö lzernes Gesc h ic h tsbuc h
Stieleiche Alt Tucheband
Landkreis: Märkisch-Oderland, Alt Tucheband
Maßnahmeträger: Evangelische Kirchengemeinde
Ansprechpartner: Evangelisches Pfarramt Gorgast
Pfarrerin Anja Grätz (033472) 528
Die Stieleiche an der Kirche in Alt-Tucheband
hat historisch eine besondere Bedeutung für
den Ort. 1815 wurde der Baum als Friedenseiche zur Erinnerung an den napoleonischen
Befreiungskrieg gepflanzt. Während der
Kampfhandlungen um die Seelower Höhen in
den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wurde
der Baum beschädigt. Splitter und Geschosse
setzten der Eiche schwer zu, so dass letztendlich eine Stabilisierung des Baum-Methusalems
Die Gemeinde selbst hat mit einem Baumgutachten und der Entfernung konkurrierender
Gehölze zur Erhaltung des Baumes beigetragen. Durch den NaturSchutzFonds wurden für
Baumpflege- und Sicherungsmaßnahmen finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Die Lebenserwartung des Baumes beträgt von nun
an noch etliche Jahre.
N asse f ü sse erw ü nsc h t
Flächenerwerb für die Verbesserung des
Wasserrückhalts im Quellgebiet des Möllnsees
Landkreis: Dahme-Spreewald, nahe Straupitz
Maßnahmeträger: Stiftung Naturlandschaften Brandenburg
Zeitraum: 2006/2008
Ansprechpartner: Stiftung Naturlandschaften Brandenburg
Frau Riemann (0331) 740 93 22
Ein äußerst positives Beispiel für gelungene Maßnahmen zum
Moorschutz stellt das Quellgebiet des Moors am Möllnsee dar, das
der Wasser- und Bodenverband „Nördlicher Spreewald“ gemeinsam mit dem Landesumweltamt saniert hat. Das Verlandungsmoor
des Möllnsees ist eines der wertvollsten Braunmoosmoore in Brandenburg.
Der Erwerb von etwa fünf Hektar Fläche durch die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg mit Mitteln des NaturSchutzFonds war
die Voraussetzung für die Durchführung wasserbaulicher Maßnahmen, die den Wasserrückhalt im Quellgebiet des Möllnsees verbessern. Durch den Einbau einer 20 Meter langen Stahlspundwand
am Ausgang des Möllnsees und von fünf Überlaufschwellen wurde
der Wasserstand des Sees um bis zu 35 cm und der der umgebenden Zuflussgräben um bis zu einem halben Meter angehoben.
Ein schneller Abfluss des Wassers wird nunmehr verhindert.
M e h r lebensqualit ä t
durc h b ä ume und str ä uc h er
Flurgehölzprojekt Zollchow
W asser fan g en und h alten
Revitalisierung der Quell- und
Feuchtgebiete im Kuhlenzgrund
Landkreis: Havelland, Zollchow
Maßnahmeträger: Gemeinde Milower Land
Ansprechpartner: Gemeinde Milower Land
Herr Richter (03386) 27 09 20
Landkreis: Dahme-Spreewald, Jamlitz
Maßnahmeträger: Wasser- und Bodenverband „Mittlere Spree“
Ansprechpartner: Wasser- und Bodenverband „Mittlere Spree“
Herr Kirmes (03366) 52 07 03
Vielfältig sind die Funktionen, die Flurgehölze in der Agrarlandschaft
übernehmen. Als gestaltende Elemente und Trittsteinbiotope verbessern sie die Biotopstruktur und deren Vernetzung und erhöhen
die landschaftliche Vielfalt. Sie stellen Lebens- bzw. Rückzugsräume für Tiere dar und vermindern auf landwirtschaftlichen Flächen
die Erosionsgefahr durch Wind und Wasser.
All diese Aspekte haben eine Rolle gespielt, als die Gemeinde
Milower Land das Flurgehölzprojekt Zollchow initiierte. In dessen
Verlauf hat die Gemeinde in unmittelbarer Ortsnähe auf insgesamt
90 Metern Länge Baum-Strauch-Hecken von sechs Metern Breite
quer zur Hauptwindrichtung anlegen lassen. Darüber hinaus wurden wegbegleitend 100 Winterlinden und 435 Wildobstgehölze
angepflanzt. Dafür wurde einheimisches und standortgerechtes
Pflanzmaterial verwendet. Fester Bestandteil des Projekts ist eine
zweijährige Anwuchspflege. Für die Zollchower bedeutet dieses
Projekt eine direkte Aufwertung ihrer Wohn- und Lebensqualität.
Die naturnahe Quellbachregion des Kuhlenzgrundes, wie man den
Oberlauf des Mochlitzbachs samt seinem Bachtal nennt, liegt in
einer landschaftlich durch die Eiszeit geprägten Region. Um das
wertvolle Quell- und Moorgebiet zu erhalten, führte hier der Wasser- und Bodenverband „Mittlere Spree“ zahlreiche wasserbauliche
Maßnahmen durch. Sie alle dienen dazu, die Entwässerung zu
unterbinden und das Oberflächenwasser im Einzugsgebiet dieses
Flächennaturdenkmals zu halten. So stoppten Grabenplomben die
künstliche Entwässerung der teilweise vermoorten Talrinne oberhalb der natürlichen Quellregion. Unterhalb der Quellregion wurde
die künstlich vertiefte Gerinnesohle angehoben. Außerdem wurden
Stützschwellen, Totholzverbaue und Kammerbauwerke eingebaut.
Waldumbaumaßnahmen im Einzugsgebiet werden die Erhöhung
der Grundwasserneubildungsrate zukünftig unterstützen.
Richtlinie über die Gewährung von Finanzhilfen des NaturSchutzFonds Brandenburg zur Förderung von Maßnahmen im
Bereich des Naturschutzes und der Landschaftspflege
1.1. Der NaturSchutzFonds Brandenburg gewährt auf der
Grundlage des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes und
dieser Richtlinie sowie nach Maßgabe der §§ 23, 44 Landes	haushaltsordnung (LHO) und den Verwaltungsvorschriften
(VV) zu § 44 LHO Zuwendungen für Maßnahmen im Bereich
des Naturschutzes und der Landschaftspflege.
Ein Anspruch des Antragstellers auf Gewährung einer Zuwendung
besteht nicht. Der NaturSchutzFonds Brandenburg entscheidet
aufgrund seines pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Mittel.
2.1. Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von
Natur und Landschaft;
2.2. Erwerb oder Anpachtung von Grundstücken, die für den
Naturschutz, die Landschaftspflege oder die Erholung beson-	ders geeignet sind;
2.3. Forschung und modellhafte Untersuchungen auf dem Gebiet des Naturschutzes und der Landschaftspflege, wenn sie für das Land Brandenburg von Bedeutung sind; Von der Förde-	rung sind Maßnahmen ausgeschlossen, zu deren Durchfüh-	rung eine Rechtspflicht besteht.
Antragsberechtigt sind alle natürlichen und juristischen Personen
des privaten und öffentlichen Rechts.
4.1. Es gelten die Bestimmungen in Nr.1 (Bewilligungsvoraus	setzungen) der Verwaltungsvorschriften zu § 44 LHO.
4.2. Gefördert werden grundsätzlich nur Maßnahmen, die bei An	tragstellung noch nicht begonnen sind. Als Beginn einer Maß	nahme ist auch der Abschluss eines schuldrechtlichen Ver	trages im Hinblick auf die zu fördernde Maßnahme anzusehen.
4.3. Die Zulässigkeit des Vorhabens ist unabdingbare Vorausset	zung der Förderung. Mit der Beantragung der Fördermittel
bzw. der Erteilung eines Zuwendungsbescheids wird keine Entscheidung über die Zulässigkeit des Vorhabens getroffen. Genehmigungen oder sonstige behördliche Entscheidungen sind vom Antragsteller bei den jeweils zuständigen Behörden einzuholen.
5.1. Zuwendungsart: Projektförderung
5.2. Finanzierungsart: Die Förderung wird als Anteils- oder Voll-	finanzierung gewährt. Die Zuwendung beträgt bis zu 100%
des im Antragsverfahren geprüften und festgestellten
Umfanges der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben.
Die Mindestförderungsgrenze beträgt in der Regel
10.000 DM (5.000 €).
5.3. Form der Zuwendung: Zuschuss
Höhe der Zuwendung: Über die Höhe der Zuwendung ent	scheidet der NaturSchutzFonds Brandenburg im Einzelfall.
6.1. Es gelten die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwen	dungen zur Projektförderung (ANBest-P).
6.2. Die Förderung kann mit Bedingungen und Auflagen
6.3. Der Zuwendungsgeber ist berechtigt, über das Fördervorha	ben Presse- oder sonstige Veröffentlichungen herauszugeben.
6.4. Veröffentlichungen des Zuwendungsnehmers über das Pro	jekt sind nur mit Zustimmung des Zuwendungsgebers
zulässig. Kann eine Zustimmung nicht erlangt werden,
unterbleibt die Veröffentlichung.
Bei allen Veröffentlichungen über das Projekt ist darauf hinzuweisen,
dass die Maßnahmen durch den NaturSchutzFonds Brandenburg
7.1. Antragsverfahren Der Antrag ist in zweifacher Ausfertigung zu
erstellen. Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:
• Beschreibung der Maßnahme, konzeptionelle Darstellung,
•	Begründung der Bedeutung für Naturschutz und
•	Fachliche Stellungnahme bzw. Gutachten zur geplanten
Maßnahme, in der Regel durch den örtlich zuständigen
Landkreis, die örtliche zuständige kreisfreie Stadt oder
durch eine geeignete wissenschaftliche Einrichtung
(Universität, Fachhochschule o.ä.)
•	Anträge von Landkreisen/kreisfreien Städten sind zur Stel	lungnahme der oberen Naturschutzbehörde einzureichen.
•	ggf. kartenmäßige Darstellung des Projektgebietes im
geeigneten Maßstab,
•	für die betroffenen Flächen Eigentumsnachweise bzw.
Gestattungserlaubnisse oder Verkaufsangebote der
•	Finanzierungsplan zur Darstellung der Gesamtfinanzierung
mit Angaben zur Herkunft der Mittel, ihrer Konditionen, der
evtl. Eigenleistung,
•	Darstellung der möglichen Folgekosten,
•	Zeitrahmen der Maßnahmen,
•	Anschrift des Antragstellers,
•	Bankverbindung des Antragstellers.
Antragsformulare sind beim NaturSchutzFonds Brandenburg erhältlich.
7.2. Bewilligungsverfahren
Bewilligende Einrichtung ist der Naturschutzfonds
Die Anforderung und Auszahlung von Zuwendungen erfolgt
entsprechend den VV zu § 44 LHO.
Der Verwendungsnachweis ist nach den VV zu § 44 LHO
unter Verwendung der ausgereichten Formblätter gegenüber
dem NaturSchutzFonds Brandenburg zu führen; Zwischen	nachweise können gefordert werden.
dung gelten die VV zu § 44 der Landeshaushaltsordnung und das
Verwaltungsverfahrensgesetz des Landes Brandenburg, insbesondere die §§ 49 und 49a.
Die Förderrichtlinie tritt am 14.06.1996 in Kraft. Förderanträge, die
vor dem Inkrafttreten der Richtlinie eingereicht und bis zum Inkrafttreten nicht entschieden wurden, werden nach dieser Richtlinie
Zu beachtende Vorschriften Für die Bewilligung, Auszahlung und
Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis, die Prüfung
der Verwendung, die ggf. erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheides und die Rückforderung der gewährten Zuwen44
und Verbraucherschutz Brandenburg
Fördermittelübersicht des MLUV Brandenburg
www.mluv.brandenburg.de/cms/detail.php/98160
Ringstraße 1010
www.mluv.brandenburg.de/cms/detail.php/5lbm1.c.107907.de
Der Herausgeber dankt Karolin Minkner
(Streuobst), Hermann Wiesing (Gehölze) und Jens
Thormann (Moore) für ihre fachliche Unterstützung
Frank Schröder, Holger Rößling, Ernst Fesseler,
Flächenagentur Brandenburg, Lukas Landgraf, Knut
Nikoleit, Hermann Wiesing, GUV Obere Dahme/
Berste, Naturparkverein Fläming e.V., Egbert Brunn,
Mario Schrumpf, Michael Kaiser, Lars Ganzert,
- Stiftung öffentlichen Rechts Zeppelinstraße 136
Tel.: 0331 / 971 64 -700
Fax: 0331 / 971 64 -770
presse@naturschutzfonds.de
Texte: Anett Franz, Eva Sieper-Ebsen, Roswitha
Deichsel, Janine Ruffer, Marc Thiele
Patricia Waehner, Potsdam, (0331) 200 29 79 -4
1. Auflage (Potsdam, Mai 2009)
w w w. n at u r s c h u t z f o n d s . d e
Als Wegweiser zu einem qualifizierten Förderantrag hat die Stiftung NaturSchutzFonds diese Förderfibel erarbeitet. Die Broschüre bietet zusammengefasst alle wichtigen Informationen und Hinweise rund um unsere Projektförderung und soll dazu beitragen, die Erarbeitung, Finanzierung und Durchführung erfolgreicher Naturschutzprojekte zu erleichtern.

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