Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=02.02.2006&Aktenzeichen=III%20ZR%2061/05
Timestamp: 2019-05-20 13:42:11+00:00

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BGH, 02.02.2006 - III ZR 61/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,2092
BGH, 02.02.2006 - III ZR 61/05 (https://dejure.org/2006,2092)
BGH, Entscheidung vom 02.02.2006 - III ZR 61/05 (https://dejure.org/2006,2092)
BGH, Entscheidung vom 02. Februar 2006 - III ZR 61/05 (https://dejure.org/2006,2092)
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Schadensersatzansprüche wegen unzureichender Sicherung eines Bahnübergangs ; Bindung des Revisionsgerichts an die Auslegung individualvertraglicher Erklärungen; Beginn und Hemmung der Verjährung deliktischer Ansprüche für die Zeit vor dem 1. Januar 2002; Voraussetzungen einer Verhandlung zwischen dem Ersatzpflichtigen und dem Ersatzberechtigten
Zur Auslegung eines Vertrags als Dienstvertrag oder Arbeitnehmerüberlassungsvertrag
Abgrenzung von Dienstvertrag und Dienstverschaffungsvertrag (Arbeitnehmerüberlassung); interessengerechte Auslegung von Verträgen; (keine) Einschränkung der deliktischen Arbeitnehmerhaftung gegenüber außenstehenden Dritten; Hemmung der Verjährung durch Verhandlungen (§ 203 BGB n.F.): Begriff des "Verhandelns"
Dienstvertrag oder Arbeitnehmerüberlassung
Bei der Arbeitnehmerüberlassung kommt bei fehlender Genehmigung ein Arbeitsvertrag zwischen dem Entleiher und dem Arbeitnehmer zustande. Die Haftungseinschränkung bei gefahrgeneigter Arbeit gilt nicht bei der Außenhaftung des Arbeitnehmers.
§§ 1, 9 Nr. 1, 12 Abs. 1 Satz 1 AÜG, § 125 Satz 1 BGB
Im Zweifel keine Arbeitnehmerüberlassung
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 02.02.2006, Az.: III ZR 61/05 (Im Zweifel keine Arbeitnehmerüberlassung)" von RA Dr. Reinhard Möller, original erschienen in: AuA 2006, 302 - 303.
LG Hannover, 05.08.2004 - 14 O 163/03
OLG Celle, 24.02.2005 - 11 U 252/04
VersR 2006, 1497
WM 2006, 871
WM 2006, 871\t
Da weitere Feststellungen zugunsten der Beklagten nicht zu erwarten sind, kann der Senat die Erklärungen der Parteien selbst auslegen (vgl. Senatsurteil vom 2. Februar 2006 - III ZR 61/05 - WM 2006, 871, 872; BGHZ 121, 284, 289 jew. m.w.N.).
Sie ist jedoch für das Revisionsgericht nicht bindend, wenn sie gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verletzt (st. Rspr. z.B.: Senatsurteil vom 2. Februar 2006 aaO).
Das Revisionsgericht darf die Auslegung individualvertraglicher Erklärungen lediglich daraufhin überprüfen, ob sie gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungssätze nicht beachtet (z.B.: Senatsurteile vom 2. Februar 2006 - III ZR 61/05 - WM 2006, 871, 872 …und vom 5. Oktober 2006 - III ZR 166/05 - NJW 2006, 3777 Rn. 13) oder ob Verfahrensvorschriften verletzt sind (z.B. BGH, Urteil vom 25. Februar 1992 - X ZR 88/90 - NJW 1992, 1967, 1968 m.w.N.).
Das Ergebnis der tatrichterlichen Würdigung ist aber - ohne dass es einer entsprechenden Verfahrensrüge bedürfte (vgl. BGH, Urteil vom 13. Dezember 1995 - XII ZR 194/93, BGHZ 131, 297, 301 f.) - für das Revisionsgericht nicht bindend, wenn dabei gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verletzt wurden (st. Rspr. z.B. BGH, Urteil vom 2. Februar 2006 - III ZR 61/05, WM 2006, 871, 872).
Der Senat kann die Auslegung der beiderseitigen Parteierklärungen selbst vornehmen, da weitere Feststellungen nicht zu erwarten sind (BGH, Urteil vom 12. Dezember 1997 - V ZR 250/96, NJW 1998, 1219, unter II 3; Urteil vom 2. Februar 2006 - III ZR 61/05, WM 2006, 871, Tz. 11; jeweils m.w.N.).
Sie ist aber für das Revisionsgericht dann nicht bindend, wenn sie gesetzliche oder allgemein anerkannte Auslegungsregeln, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verletzt (…st. Rspr. vgl. z.B. Senatsurteile vom 5. Oktober 2006 - III ZR 166/05, NJW 2006, 3777 Rn. 13 und vom 2. Februar 2006 - III ZR 61/05, WM 2006, 871 Rn. 9).
Letztlich rechtfertigen auch die von der Beklagten in der Berufung in Bezug genommenen Entscheidungen des Bundesgerichtshofes vom 02.02.2006 (III ZR 61/05) und des Bundesarbeitsgerichts vom 06.08.2003 (7 AZR 180/03) keine abweichende Bewertung der Sach- und Rechtslage.
Die Annahme von Verhandlungen ist jedoch ausgeschlossen, wenn der Unternehmer von vornherein jede Verantwortung für den Mangel ablehnt (vgl. BGH, Urteil vom 2. Februar 2006 - III ZR 61/05, bei Juris Rn 17).
LAG München, 13.09.2007 - 4 Sa 340/07
c) Die Darlegungs- und Beweislast für das Vorliegen derjenigen Umstände, aus den sich das Vorliegen einer Arbeitnehmerüberlassung ergeben soll, liegt beim Arbeitnehmer, der sich auf das Zustandekommen eines Arbeitsvertrages kraft Fiktion nach §§ 10 Abs. 1 i. V. m. 9 Ziff. 1 AÜG beruft (vgl. zum Ganzen BAG, zuletzt etwa U. v. 06.08.2003, AP Nr. 6 zu § 9 AÜG; U. v. 30.01.1991, AP Nr. 8 zu § 10 AÜG, U. v. 09.11.1994, AP Nr. 18 zu § 1 AÜG; U. v. 08.07.1998, AP Nr. 214 zu § 1 TVG Tarifverträge: Bau;… U. v. 13.05.1992, NZA 1993, S. 357 f; U. v. 31.03.1993, AP Nr. 2 zu § 9 AÜG; U. v. 05.05.1992, AP Nr. 97 zu § 99 BetrVG 1972; vgl. auch U. v. 15.02.2007, 8 AZR 431/06, etwa BB 2007, S. 1675 f/1678 - II. 2. f (Rz. 31) der Gründe - BGH, U. v. 02.02.2006, VersR 2006, S. 1497 f;… U. v. 21.01.2003, NZA 2003, S. 616 f; vgl. auch LAG München, U. v. 08.12.2004, 10 Sa 201/04; U. v. 07.12.2004, 6 Sa 1235/03).

References: § 125
 BGH 
 § 9
 § 10
 § 1
 § 1
 § 9
 § 99