Source: https://bundesblatt.weblaw.ch/?method=dump&bbl_id=6204&format=htm
Timestamp: 2020-06-05 13:58:52+00:00

Document:
BBL 1904 Band 2 S. 41
56. Jahrgang. I.
13. Januar 1904.
Bundesratstbeschluss betreffend
die Niederlassung der Frères de la Croix de Jésus von Ménestruel in Vallorbe.
(Vom 8. Januar 1904.)
Der s c h w e i z e r i s c h e B u n d e s rat, auf den Antrag seines Justiz- und Polizeidepartements, beschließt: I.
Durch die Zollbehörden wurde im Mai 1903 dem Bundesrate gemeldet, daß im April dieses Jahres in 6 Eisenbahnwagen der Hausrat und die Schulgeräte eines französischen Knabenpensionates nach Vallorbe eingeführt und daß dieses Mobiliar in die ehemalige Pension ,,Ferme du Canada" in Vallorbe verbracht worden sei, welche der Leiter dieses Knabeninstitutes, ein gewisser Lacarelle, gemietet habe. Er beabsichtige, dort wieder ein Knabenpensionat zu eröffnen.
Aus einem Berichte de? Zollbureaus Bahnhof Vallorbe ist folgendes hervorzuheben : Herr Lacarelle habe sieh auf dem Zollbureau vorgestellt und habe die Hoffnung ausgesprochen, Zollbefreiung für das eingeführte und noch einzuführende Mobiliar zu erhalten.
Bundesblatt. 66. Jahrg. Bd. I.
Bei dieser Gelegenheit habe er folgende Erklärungen abgegeben : Er habe in Chasse und Ménestruel bei Lyon zwei Gebäudeeigentümlich besessen, welche mit dazugehörendem Inventar in s e i u e m Namen als private katholische Unterrichtsanstalten betrieben worden seien. Infolge der Entscheidungen der französischen Regierung, durch welche die Auflösung einer großen Zahl religiöser Gemeinschaften und Erziehungshäuser erfolgt sei, habe er geglaubt, mit gutem Erfolg in der Schweiz eine Privatunterrichtsanstalt errichten zu können für junge Leute, deren Eltern ihre Kinder nicht dem öffentlichen Unterricht in Frankreich anvertrauen wollten, sondern darauf hielten, ihre Kinder in katholischen Unterrichtsanstalten in bisheriger Weise erziehen zu lassen. Deshalb habe er die Ferme du Canada gemietet, und er werde die nötigen Installationen für etwa 60 Schiller treffen. A l l e s , was er mit sich führe, habe in Frankreich unter s e i n e m Nanien Verwendung gehabt und g e h ö r e i h m ; er hoffe also, daß er das Recht auf zollfreie Einfuhr habe. Das Institut werde keine religiöse Gemeinschaft bilden, immerhin bestehe ein Reglement, wie es für ein.
Internat von jungen Leuten erforderlich sei. Unter etwa 10 Lehrern werden 3 bis 4 Schulbrüder sein, welche er angestellt habe, seit ihre Kongregationen aufgelöst seien. Diese seien also auch einfache Bürger (simples civils) geworden ohne gemeinschaftliche Lebensführung. Sie hätten ihn um Anstellung ersucht, statt wie andere ihre Tätigkeit dem Handel zuzuwenden oder ins Ausland zu gehen. Dazu kämen noch 4 bis 5 Damen für die Arbeiten de& Haushalts.
Das Zollbureau Vallorbe fügt noch bei: Das Institut ist am 1. Mai eröffnet worden mit etwa 30 Schülern.
JEs wird Primai- und Mittelschulunterricht erteilt für Schüler von 7 bis 18 Jahren. Eine religiöse Gemeinschaft ist nicht vorhanden; nur die Haushälterinnen tragen ein Ordenskostüm. Die neuen Schulhefte tragen zum größten Teil den gedruckten Titel: Pensionnat des Frères de la croix à Ménestruel.
Das Zollbureau Vallorbe bemerkt unter anderm: Nous avons l'impression que tout cet institut est créé avec l'appui moral et matériel peut-être encore d'une congrégation de France et que monsieur Lacarelle couvre le tout de son nom; mais ce n'est, nous le répétons, que notre impression.
In der Zollerklärung, welche für einen Teil des Mobiliar» auf der Absendestatipn Bourg abgegeben wurde, heißt es in der Kolonne ,,observations" :
Uebersicht der VerhandlnngeD der
Schweizerischen Bundesversammlung.
Ordentliche Winter-Session.
(5. Session der XIX. Amtsperiode.)
Montag den 7. Dezember bis Mittwoch den 23. Dezember 1903.
Sitzungen den Nationalrates : Dezember 7., 8., 9., W., 11., U., IB., 16. (II), 17., 18., 21., 22., 23. (lì Sitzungen.)
Sitzungen den Ständerates : Dezember 7., 8., 9., 10., 11., 12., 15., 16., 17, (II), 18., 21., 22. (H), 23. (IS Sitzungen.)
Eine*Sitzwnfi der vereinigten Bundesversammlung : Donnerstag den 17. Dezember (Trakt. Nr. 3, 49 und 18).
Summarische Uebersicht.
Zeichen- Krkläruny.
N = behandelt vom Nationalrat. S = behandelt vom Ständerat. X Erledigt.
« = Priorität beim Nationalrat. s = Priorität beim Ständerat.
X 1. Wahlaktenprüfung.
X 2. Bureaux-Neubestellung.
X 3. Wahl des Bundespräsidenten und des Vizepräsidenten des Bundesrates.
X 4. Wahl der Geschäftsprüfungskommissioneu.
5. M Volksabstimmung vom 25. Oktober 1908.
S 6. s Lebensmittelgesetz.
S 7. s Unterstützung der Musik.
X 8. s Wiederherstellung des- Kunsikredites.
9. s Gewerbezählung.
X10. M Abflussverhältnisse der Seen des Joux-Thales.
NSNSNS11. w Jagd und Vogelschutz, Revision des Gesetzes.
N 12. »»Haftpflicht der Eisenbahn- u. Dampfschiffahrt-Unternehmungen (Motion Brenner).
13. s Ergänzung des Bundesstrafrechts (Verherrlichung von Verbrechen).
SN 14. s Rekurs der Zürcher Regierung. (Kochfettfabrikanten.)
S 15. .« Wirtschaftsrekurs Hug-Kaufmann.
N 16. n Strafrechtspflege für die eidg. Truppen, Ergänzung.
17. «Revision des Art. 64 der Bundesverfassung.
18. Begnadigungsgesuche : X a. Baume h. Berberat und Konsorten.
X c. Friedli.
X d. Fink.
S 19. s Brieftauben.
20. Entschädigungsbegehren aus Militärdienst: SN a. s Canetti.
NS b. n Huber.
X"_ c.ïs Gfeller.
X d. sFranzi.'
MW 21. n Budget pro 1904.
...£i) X22. s Nachtragskredite für 1903, IV. Serie.
23. n Taggelder u. Reiseentschädigungen der eidgenössischen Behörden.
X24. s a. Alkoholzehntel für 1901.
X b. Alkoholzehntel für 1902.
X25. n Betriebshudget der Alkoholverwaltung pro 1904.
S 20. s Samstagsarbeit.
27. Eisenbahngeschäfte: Xa. n Lyss-Utzenstorf-HerzogenbiuihHoe.
Xb. n Stans-Stanserhorn.
Xc. n Appenzell-Säntis.
Xd. s Fristverlängerungen.
Xe. s Aesch-Ruchfeld.
X f. ·? Siders-Zinal und Vissoye-St. Luc.
S g. n Ohillon-Villeneuve.
S- h. s Pont-Brassus.
S i. ,v Vevey-Chexbres.
Xk. s Bern-Schwarzenburg.
28. n Nationalbahngarantieschuld.
NS 29. n Transportgesetz, Abänderung und Ergänzung.
X30. s a. Jura-Simplon-ßückkauf.
X b. Uebertragung der italienischen Simplonkouxession.
X31. «Budget der Bundesbahnen pro 1904.
32. «.Eingabe betr. Arbeitszeit bei den Nebenbahnen.
S 33. s Rekurs der Berner Regierung betr. Balmhofwirtschtil't in Bern.
S 34. «Eingabe der Postangestellten betreffend Besoldungsverhältnisse.
35. w Lage der Postinone.
36. s Eingabe des Frauenvereins betr. weibliche PosixiommiK.
37. n Zeitungstransporttaxe.
SN 38. s Reorganisation der Telegraphenverwaltung.
39. Motion Muri.
40. Motion Odier.
41. Motion Hochstrasser.
42. Motion Bigler.
43. Motion Sonderegger (Apponiseli).
44. Motion Eossei.
45. Motion Bucher.
46. Motion Studer.
47. Motion Dinkelmann.
48. Motion Brüstlein.
X49. Wahl eines Mitglieds des Bundesgerichts.
S 50. s Gegenrechtserklärungen.
51. Interpellation Greulich und Konsorten.
52. s Neuordnung der Feldartillerio.
Xr'H. Vei-tagungsfrage.
n = Priorität beim Nationalrat ; s = Priorität beim Ständerat. -- M = Kommission des Nationalrates ; S = Kommission des Ständerates.
Die Ziffern in Parenthese bedeuten : Nummer des betr. Traktandums in der vorigen Session.
Wahlaktenprüfung. Prüfung der Wahlakten der Mitglieder des Nationalrates, sowie der neu eintretenden Mitglieder des Ständerates.
N Bühlmann, Brosi, Buser, Gottofrey, Hess, Holenstein, Lagier, von Planta, Schobinger. (Vom provisoriHchen Bureau ernannt am 1. Dezember 1902.)
2. Bureaux-Neubestellung. Wahl des Präsidenten und des Vizepräsidenten des Nationalisâtes und des Bureaus des Stiimlerates.
Nationalrat (Wahl vom V./8. Dezember 1903): Präsident: Herr Martin, Louis, von und in Les Verrières.
Vizepräsident : ,, Schobinger, Josef Anton, von u. in Luzern.
Ständerat (Wahl vom 7. Dezember 1903): Präsident: Herr Lachenal, Adrien, von und in Uonf.
Vizepräsident : ,, Isler, Emil, von Wohlen, in Aarau.
Stimmenzähler : ,, Ammann, Albert, von und in Schafrhauson.
,, Dähler, Edmund, von und in Appeuxoll.
3. Wahl des Bundespräsidenten und des Vizepräsidenten des Bundesrates für das Jahr 1904.
Wahl vom 17. Dezember 1903.
Bundespräsident: Herr Comtesse, Robert, von La Sagne und Cernier.
Vizepräsident des Bundesrates : ,, Ruchet, Marc Emile, von Bex.
4. Wahl der Oeschäftsprüfungskommissionen des Nationalrates und des Ständerates. (Geschäftsbericht pro 190H, Priorität beim Nationalrate.)
N Zschokke, Àbegg, Erosi, Bucher, Eisenhut, Fazy, Gallati, Jenny, Lutz, de Meuron, Motta, l'ignei, YoKOlsanger. (W;ihl vom 17. Dezember 1903.)
S Hoffmann, von Arx, Calonder, Dähler, Kämm, Rey, Simen. (Wahl vom 22. Dezember 1903.)
5. n Volksabstimmung vom 25. Oktober 19O3. Bericht des Bundesrates vom 20. November 1908 (Bundeshlatl V. 70), betreffend das Ergebnis der eidgenössischen Volksabstimmung vom 25. Oktober 1908.
N S Berthoud, Müller, Wirz.
6(4). « Lebensmittelgesetz. Botschaft und Gesetzes-Entwurf vom 28. Februar 18ü9 (Bundesblatt L 610), betr. den Verkehr mit Lebensrnitteln und Gebrauchgegenständen. (S. Uebersicht der Septembersession 1899, Nr. 3.)
N Steiger, Eggspühler, Fonjallaz, Gottofrey, Martin, Ming, Heinrich Scherrer, Vincent, Walder. (Alte Kommission mH.Krgän2\ingen.)
~ ' S Python, Furrer, Hohl, Müller, Munzinger, Eichard, Wyrsch. (Alte Kommission mit Ergänzungen.)
1899, 27. Juni. Ständeratsbeschluss, mit Abänderungen am BR. Entwurf.
1903, 12. Juni. Nationalrat: Durchberatung des Entwurfes bis und mit Artikel 19.
(Stenographisches Bulletin.} 7 (5). s Unterstützung der Musik. Bericht vom 4. Dezember 1902 (ßundesblatt V. 736) zum Postulate Nr. 555 vom 18/29. J u n i 1898, betr. die Ausdehnung der Bundesunterstützung- auf die andern Kunstzweige als die bildenden Künste.
N Grieshaber, Défayes, Gächter, Motta, Muri (Aargau), Pestalosszi, Rössel.
S Eichard, Berthoud, Isler, Munzinger, Winiger.
1903, 17. Juni. Ständeratsbeschluss: Vormerknahme vom Bericht des Bundesrates; Einladung an den letztem, einen formulierten.
Beschlusses-Entwurf einzubringen.
8(6). « Wiederherstellung des Kunstkredites. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 22. Juni 1908 (Bundesblatl 111.573), betr. Abänderung des Bundesbeschlusses vom 6. Oktober 1899 und Wiederherstellung- des ordentlichen Jahreskredites für Hebung und Förderung der schweizerischen Kunst.
N Schobinger, Bürgi, Dinichert, Grieshaber, Pioda, Rutty, H. Scherrer, Schmid (Uri), Wanner.
S Winiger, Battaglini, Geel, Munzinger, Peterelli, Reichlin, Richard.
1903, 27. Oktober. Ständeratsbeschluss, nach BR. Entwurf.
7. Dezember. Nationalrat: Zustimmung.
n ( Stenographisches Bulletin.)
3 9(7). s Gewerbezählung. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 7. Dezember 1903 (Bundesblatt V. 208), betreffend dit« Vornahme einer allgemeinen Betriebs/ählung in der Schweiz.
N Wild, Bally, Choquard, Fontana, Greulich, Lagier, Müry (Basel), Spahn, Vital.
S Cardinaux, von Arx, Lachenal, Leumann, Scherrer, Stessei, Wyrsch.
10(8). n Abflussverhältnisse der Seen des Joux-Thales, Subvention. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom Q.Mai 1902 (Bundesblatt III. 317), betr. Bewilligung eines Bundesbeitrages an den Kanton Waadt für die Regulierung der Wasserstände der Seen des Joux-Thales.
N Zschokke, Buser, Eisenhut, Hidber, Loretan, Odier, Rebraann.
S Cardinaux, Bigler, Furrer, Stössel, Zweifel.
1908, 6. November. Nationalratsbeschluss, abweichend vom BR. Entwurf in Art. 1.
,, 15. Dezember. Ständerat: Zustimmung.
11 (11). w Jagd und Vogelschutz, Revision des Gesetzes. Bereinigung. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 17. April 1902 (Bundesblatt II. 913), betr. Revision des Artikels 22 des Bundesgesetzes vom 17. Herbstmonat 1875 über Jagd und Vogelschutz.
N Scherrer-Füllemann, Bühlmann, Germann, Hochstrasser, (Manzoni,) Muri, Thélin.
S Calonder, Berthoud, Laisser, Meyer, Stutz, Lachenal, Wirz.
1902, 18. Dezember. Nationalratsbeschluss, abweichend vom BE. Entwurf.
1903, 26. .März. Ständerat, abweichend vom Nationalrat.
,, B. Juni. Nationalrat, abweichend vom Ständerat.
,, 27. Oktober. Ständerat, abweichend vom Nationalrat.
,, 5. November. Nationalrat : abweichend vom Ständeratsbeschluss in Art. 8.
,, 21. Dezember. Ständerat: Festhalten am Beschlüsse vom 27. Oktober 1903.
(Stenographisches Jiulletin.)
12 (12). n Haftpflicht der Bisenbahn- und Dampfschiffahrt-Unternehmungen (Motion Brenner). Botschaft und BeschlussesEntwurf vom 1. März 1901 (Bundesblatt I. 672), betr. Revision des Bundesgesetzes über die Haftpflicht der Eisenbahn- und Dampfschiffahrt-Unternehmungen vom 1. Juli 1875. -- Bericht des Bundesrates vom 15. Dezember 1902 (Bundesblatt V. 846) über die Unterstellung der Automobile unter die Haftpflicht der Eisenbahnen.
N Loretan, Amsler (Meilen), Büeler (Schwyz), Bühlmann, Hofmann, Muri, Rössel. (Alte Kommission mit Ergänzungen.)
S Eichard, Ammann, Hildebrand, Hoffmann, Scherb, Scherrer, Schumacher.
1903, (J. Juni. Nationalratsbeschluss, abweichend vom BE.-Entwurf.
(Stenographisches Bulletin.)
13 (18). s Ergänzung des Bundesstrafrechts (Verherrlichung von Verbrechen). Botschaft und Gesetzes-Entwurf vom 15. Dezember '
1902 (Bundesblatt V. 837), betr. Ergänzung des Bundesgesetzes über das Bundesstrafrecht der schweizerischen Eidgenossenschaft vom 4. Februar 1853 (Bestrafung der Verherrlichung von Verbrechen).
· · N., ßrosi, üecoppet. Decurtins, Germann, Huber, Iselin, Studer.
S Usteri, Lusser, Müller, Python, Simon.
(Stenographisches Rulletin.)
14(14). s Rekurs der Zürcher Regierung-. Bericht des Bundesrates vom 13. März 1900 (ßundesblatt 1. 740) in Sachen des Rekurses des Regierungsrates von Zürich gegen den Beschluss des Bundesrates vom 27. Oktober 1899 über die Beschwerde des Verbandes schweizerischer Kochfettfabrikanten (Präsident : H. Plad in Zürich), betr. Verletzung der Handelsund Gewerbefreiheit.
N Vincent, Bähler, Bossy, fJoos, Loretan, de Meuron, Vital.
S Isler, Bigler, de Chastonay, Lusser, Eichard.
1900, 19. Juni. Ständeratsbeschluss: Der Rekurs wird abgewiesen.
1901, 21. März. Nationalratsbeschluss: Der Rekurs wird begründet erklärt.
,, 11. Juni. Ständeratsbeschluss : Die weitere Behandlung wird bis nach Erledigung des Lebensmittelgesetzes verschoben.
1902, 5. Juni. Nationalrat : Gleicher Verschiebungsbeschluss.
15 (23). «Wirtschaftsrekurs Hug-Kaufmann. Bericht des ßundesrates vom 20. Oktober 1903 (Bumlesblatt IV. 873) über die Besehwerde des J. Hug-Kaufmann, Weinhändler in Hochdorf, gegen den Bundesratsbeschluss vom 8. Mai 1903 betreffend Verweigerung eines Wirtschaftspatents.
N Eitschard, David, Evéquoz, Erismann, Hilty, Kündig, de Meuron, Ming, Ferri er.
S Kellersherger, de Chastonay, Morgenthaler. Python, Usteri.
19l):-!, 6. November. Stämleratsbeschhiss: Der Rekurs wird als unbegründet abgewiesen.
4 16(20). n Strafrechtspflege für die eidg. Truppen, Ergänzung. Botschaft und G.esetzes-Entwurf vom 8. Dezember 1902 (Bundesblatt V. 704), betr. Ergänzung des Bundesgesetzes über die Strafrechtspflege für die eidgenössischen Truppen vom 27. August 1851 (Motion Brosi).
N Heller, Decoppet. Eggspühler, Fazy, Schubiger, Müller (Thurgau), Vogelsanger, Wyss, Zürcher, S Ammann, Battaglini, Dähler, Peterelli, Scherb.
1903, 10. Dezember. Nationalratsbeschluss, abweichend vom BE. Entwurf.
17. « Revision des Art. 64 der Bundesverfassung. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 13. November 1903 (Bundosblatt V. 1), betreffend Revision des Art. 64 der Bundesverfassung (Patentschutz für chemische Verfahren und Produkte).
N S Hoffmann, Berthoud, Cardinaux, Hildebrand, Kellersberger, Leumann, Wirz.
18 (22). Begnadigungsgesuche.
N David, Borella, Holenstein, Joliat, Studer; -- S Usteri, Winiger.
Baume. Bericht des Bundesrates vom 5. November 1903 (Bundesblatt IV. 899) betr. das Begnadigungsgesuch der HYauon Eugénie und Louise Baume in Sous-les-Rangs, Gemeinde Les Bois (Kt. Bern) (Uebertretung des Forstgesetzes).
1903, 17. Dezember. Beschluss der Vereinigten Bundesversammlung: Die Busse wird auf die Hälfte ermässigt.
b. Berberat und Konsorten. Bericht des Bundesrates vom 11. Dezember 1903 (Bundesblatt V. 266), betreffend das Hegnadigungsgesuch von Théodore Berberat und Konsorten in Pruntrut (Uebertretung des Viehseuchengesetzes).
1903, 17. Dezember. Das Geschäft wird verschoben.
c. Friedli. Bericht des Bundesrates vom 20. November 1903 (Bundesblatt V. 83), betreffend das Begnadigungsgesuch der Frau Marie Friedli in Bern (Uebertretung des Patenttaxengesetzes).
1903, 17. Dezember. Beschluss der Vereinigten Bundesversammlung: Die Busse wird erlassen, im übrigen aber das Gesuch abgewiesen.
d. Fink. Bericht des Bundesrates vom 20. November 1903 (Bundesblatt V. 85), betreffend das Begnadigungsgesuch de.s Arnold Fink. Landwirts in Derendingen, Kanton Solothurn (Nichtbezahlung des Militärpflichtersatzes).
1903, 17. Dezember. Beschluss der Vereinigten Bundesversammlung: Dem Gesuche wird entsprochen.
19(26). «Brieftauben. Botschaft und Gesetzesentwurf vom 30. Januar 1903 (Bundesblatt 1. 329), betr. die Ueberwaohung der Einführung und der Verwendung von Brieftauben.
N Geilinger, Fontana, Michel, Niederberger, Pioda, Roulet, Sonderegger (Appenzell).
S Hoffmann, Müller, Leumann, Thélin, Cardinaux, Schumacher, Scherrer. (Militärkommission.)
1903, 30. Oktober. Ständeratsbeschluss : nach BR. Entwurf, jedoch mit einer Aenderung in Art. 4.
20 (27). Entschädigungsbegehren aus Militärdienst, _ a. 8 Canetti. Bericht des Bundesrates vom 10. März 1903 (Bundesblatt I. 793), betreffend das Entachädigungsbegehren des Carlo Canetti von Brissago, in Faido.
N Loretan, Bähler, Bally, Brandt, Fellmann, Hess, Vincent.
S Calonder, Meyer, Key, Robert, Zweifel.
1903, 10. Juni. Ständeratsbeschluss : Nichteintreten auf das Begehren wegen verspäteter Einreichung.
,, 22. Dezember. Nationalrat : Dem Petenten wird eine letzte Entschädigung von 300 Franken zugesprochen, sein weitergehendes Gesuch um Pensionierung aber abgewiesen.
b. n Huber. Bericht des Bundesrates vom 22. Mai 1903 (Buridesblatt III. 93) in Sachen des Rekurses des Eugen Hubor, ehemals Bereiter des Kavallerieremontendepots Bern.
' N Loretan, Bähler, Bally, Brandt, Fellmann, Hess, Vincent.
S Winiger, Calonder, Meyer, Simen, Stutz.
1903, 22. Dezember. Nationalrat : Das Geschäft wird auf Grund neu eingelangter Akten an den Bundesrat zu nochmaliger wohlwollender Prüfung und Berichterstattung zurückgewiesen.
,, 23. Dezember. Ständerat: Zustimmung zu dieser Rückweisung.
c. -s Gfeller. Schreiben des Bundesrates vom 1. Juli 1903, betreffend das Entschädigungsbegehren des Friedrich Gfeller, Landwirts, in Oberthal.
S Isler, Calonder, Cardinaux, Lusser, Müller.
1903, 3. November. Ständeratsbeschluss: Nichteintreten wegen Inkompetenz.
,, 23. Dezember. Nationalrat: Zustimmung.
5 (1. .s Pranzi. Schreiben des Bundesrates vom 10. Juli 1908, betreffend das Entschädigiingsbegehren des Giovanni Franai, in Lumino.
S Islev, Calonder, Cardinaux, Lusser, Müller.
1903, 3. November. Ständeratsbeschluss : Nichteintreten wegen Inkompetenz.
21. "M Budget pro 19O4. Botschaft und ßeschlusses-Entwurf vom 2. November 1903 (Bundesblatt IV. 537). -- Mehrere Schreiben des Bundesrates betr. nachträgliche Einstellung- einer Anzahl Kreditposten in das Budget pro 1904.
N Hirter, Ador, Speiser. Vigier, Decoppet, Zschokke, Hofmann, Wild, Hörni, Schmid (Uri), Théraulau. f i n ; .
· S Leumann, Peterelli, tfsteri, Eeichlin, Richard, Robert, Scherrer, de Ohastonay, Kellersberger.
( l"nan/kommisHii>noii.
(Zur Einigungskonferenz im Ständerate noch beigezogen: Munzinger, Python.)
l'JO;), 14. Dezember. Nationalratsbeschluss, abweichend vom BR. Entwurf.
,, 21. Dezember. Ständeratsbeschluss, abweichend vom Nationalrat.
,, 22. Dezember. Nationalrat, abweichend vom Ständerat.
,, 22. Dezember. Ständerat, abweichend vom Nationalrat.
,, 23. Dezember. Natiönalrat, abweichend vom Ständerat. Der Beschluss wird definitiv erklärt.
,, 28. Dezember. Ständerat: Zustimmung zum Nationalrat, ausgenommen für die Forderung einer allgemeinen Reduktion dor Druck- und Bureaukosten um wenigstens 100,000 Franken und für die Fassung des bezüglichen Postulats.
,, 23. Dezember. Nationalrat: Das eigentliche Budget ist erledigt; über die noch bestehende Differenz, welche aiissorhalb dos Zahlenbudgets steht, wird die Einigungskonferenz beraten.
Der Bundesrat wird eingeladen, beförderlichst die Präge zu prüfen und Bericht zu erstatten: a. ob nicht Konkurrenzaussehreibungen für die Druckkosten sämtlicher Verwaltungen zu veranstalten seien ;.
ob der Ankauf aller Bureaumaterialien und Bureaubedürfnisse für die Abteilungen sämtlicher Doiiai1temente nicht einer einzigen Amtsstelle zu übertragen sei.
Der Bundesrat wird eingeladen: «.. zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten, ob nicht die Verwaltungen der Post und der Telegraphen zu vereinigen seien; h. die nötigen »Massnahrnen zu treffen, dass neu zu errichtende Post-, Telegraphen- und Telephonburoaiix regelmässig in den nämlichen Lokalen vereinigt werden, und dass nur in Ausnahmsfällen eine Trennung stattfindet.
Der Bundesrat wird eingeladen: «. zu prüfen, ob nicht mit Rücksicht auf die durchgeführte Verstaatlichung der Haupthahnen eine Reorganisation des Eisenhahndepartementes im Sinne der Vereinfachung beförderlichst an die Hand /u nehmen sei; h. bis zur Lösung dieser Frage allfällige neue Stellen im Eisenbahndepartemente nur provisorisch zu besetzen.
Der Bundesrat wird eingeladen, zu prüfen, ob nicht: u. die Inventarbestände der Post und der Telegraphen aus den Aktiven der Kapitalrechnung G. Ver/insliche Betriebskapitalien (mit 'Ausschluss des Baukonto der Telegraphenverwaltung) auf Jjit. F. Inventarrechnung übertragen werden sollen, infolgedessen, unter Aufhebung des Art. l des Bundesbesehlusses zum Budget für das Jahr 1876 vom 23. Dezember 1875, die Verzinsung genannter Bestände (Rechnungsposten: 1. Einnahmen, erster Abschnitt, B. 2, i. Postverwaltung, k. Telegraphenverwaltunp, ]. Inventar, 2. Ausgaben, dritter Abschnitt G. II n, XV. Verzinsung des Betriebsmateriales der PostvonvaltunK, III. IX b. Verzinsung des Inventars der Telegraphenverwaltung) in Zukunft in Wegfall käme, l>. die Posten für Vermehrung und Verminderung des Betriehsmateriales der Post und des Inventars deiTelegraphenverwaltung aus der Betriebsrechnung und aus dem Budget dieser Rechnung zu entfernen und demzufolge die Einnahmeposten G. II n und III, 5 und die Ausgabeposten G. II, XVI und FÏ1, XI zu streichen seien, und bejahendenfalls bei Aufstellung des Budgets für 1905 danach zu verfahren.
«Nachtragskredite für 19O3, IV. Serie. Botschaft und Beschlusses-Entwui-f vom 1. Dezember 1903 (BumlesblaU
141), betreffend die Bewilligung von Naohtragskrediten für das Jahr 1903, IV. Serie. -- Schreiben des Bundesrates vom 17. Dezember 1903 betreffend Einstellung von 100,000 .Pranken für die Regulierung der Joux-Thal-Seen (Inneres, X. Oberbauinepektorat, IV. Nr. 44).
N Hirter, Ador, Speiser, Vigier, Decoppet, Zschokke, Hofmann, Wild, Hörni, Schmid (Uri), Théraulaz. ( W;,,,,,,,|.,,mlll:uu;,,,,.,,.
S Leumann, Peterelli, Usteri, Eeichlin, Richard, Robert, Scherrer, de Ohastonay, Kellersberger.
i *inan-skomnuHsionen.
190Ü, 15. Dezember. Ständeratsbeschluss, mit einer Abänderung am BR. Entwurf (Streichung von Fr. 18,000 bei der Zollverwaltung).
,, 18. Dezember. Nationalrat: Zustimmung. -- Ueberdies werden auch die vom Bundesrat nachträglich verlangten Fr. 100,000 bewilligt.
,, 21. Dezember. Ständerat: Zustimmung.
23. n Taggelder und Reiseentschädigungen der eidgenössischen Behörden. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 7. Dezember 1903 (Bundesblatt V. 181), betreffend die Taggelder und Reiseentschädigungen der eidgenössischen Behörden.
N S Üsteri, Blumer, Geel, Peterelli, Kichard, Schumacher, Thélin.
24 (31/32). « a. Alkoholzehntel für 19O1. Berichte der Kantone über die Verwendung der zar Bekämpfung des Alkoholismus bestimmten 10 Prozente ihrer Einnahmen aus dem Reinertrage des eidgen. Alkoholmonopols pro 1901. Zwölfte Vorlage des Bundesrates, vom 22. Juni 1903 (Bundesblatt III. 613), gemäss Art. 23 des Bundesgesetzes über gebrannte Wasser vom 29. Juni 1900.
b. Alkoholzehntel für 1902. .Berichte der Kantone über die Verwendung der zur Bekämpfung- des AlkoholisimiH bestimmten 10 Prozente ihrer Einnahmen aus dem Reinerträge des eidgen. Alkoholmonopols pro 1902. Dreizehnte Vorlage dos Bundesvates, vom 29. September 1903 (Bundesblatt IV. 125), gemäss Art. 23 des Bundesgesot/es über gebi-annte Wasser vom 29. Juni 1900.
N Locher, Bioley, Bonnet, Oalame-Colin, Fruscili, Germann. Hidber, Kündig, Zoller.
S Bhimer, Berthoud, Bigler, de Chastonay, Furrer.
1!W;5, 6. November. Ständeratsbesohluss: Von den Bericliten des BR. wird in zustimmendem Sinne Vormerk «enommeii, und es wird folgendes beschlossen: 1. Die Kantonsregierungen werden eingeladen, die Berichte, die sie gemäss Artikel 78 der allgemeinen Vollziehungsverordnung zum Alkoholgesecz über die Verwendung des Alkoholüohntols abzugeben haben, nach dem Berichtsschema des Bundesrates abzufassen.
Die Berichte sollen die nötigen Hinweise auf die gedruckt beizulegenden Staatsrechnungen orto v Rechnungsbeilagen enthalten.
·2. Die Bundesversammlung vernichtet darauf, für die Kantone verbindliche Bestimmungen über die Verwendung des Alkoholzehntels im ein/einen aufzustellen; dagegen empfiehlt sie den Kantonsragierungen, die zur Bekämpfung des Alkoholismus organisierten Privatbestrebungen aus dem Alkoholzehntel wirksam zu unterstützen.
1008, 18. Dezember. Nationalrat: Zustimmung.
25 (34). n Betriebsbudget der Alkoholverwaltung pro 1904. Botschaft und Beschlusses-Entwiu-f vom 29. September 1908 (Bundesblatt IV. 89), betreffend das Betriebsbudget der Alkoholverwaltung pro 1904.
N Abegg, Bos.sy, Buser, Fonjallaz, Grieshaber, Jenny, Martin, Schwander, Staub.
S von Arx, Hohl, Scherh, Bigler, fChappaz, Robert, Thehn, Reichhn, Meyer.
) Alkoholkommissionen.
11)01!, 7. Dezember. Nationalratsbeschluss, nach BR. Entwurf.
Fostulat. Der Bundesrat wird eingeladen, spätestens bei Vorlewiiiis des lietriebsliudfi-ets der Alkoholverwaltung pro 1905 Bericht uad Antrag darüber einzubringen, ob nicht die Bestimmungen der Artikel 6 und 13 des Alkoholgesetzes auch mit bezug auf den relativ denaturierten Sprit sobald als möglich vollständig zur Durchführung zu bringen seien.
l'JOo, 18. Dezember. Ständerat: Zustimmung, auch zum Postulat.
26 (35). * Samstagsarbeit.
arbeit in Fabriken.
Botschaft und Gesetzes-Entwurf vom 14. November 1902 (BundesblaU V. 389), betr. dit: Samstags-
N Grieshaber, Bucher, Decurtins, Gschwind, Gugelmann, Hörni, Pignet, Theraulaz, Wild.
S Hoffmann, Berthoud, Blumer, Dähler, Leumann, Scherrer, Wyrsch.
190», 19. Juni. Ständeratsbeschluss, abweichend vom Bß.-Bntwurf.
(Stenographisches Bulletin,) 27 (36). JEisentoaling-escliâfte.
N von Planta, Amsler (Zürich), Blumer, Bücher, Dinkelmanu, üaudard, Uottofrey, Liithy, Sohubiger. J ^i s e n i ) a | m koinniÌKHÌonon.
S Munzinger, Oalonder, Geel, Thélin, Cardinaux, Winiger, Wirz, Stössel, Morgenthalor.
( a. nLyss--Utzenstorf-- Herzogenbuchsee. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 30. Oktober 1903 (Bundoshlatl, IV. 481), betreffend Konzession einer Eisenbahn von Lyss über Utzenstorf nach Herzogenbuchsee, «vont, mit, Abzweigung von Koppigen nach Kircbberg.
° 1903, 6. November. Nationalratsbeschluss, nach BR. Entwurf.
,, 22. Dezember. Ständerat: Zustimmung.
I). n Staus--Stanserhorn. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 30. Oktober 1908 (BundesblaU IV. 476), Aenderung- der Konzession einer Drahtseilbahn von Stans auf das Stanserhorn.
1903, 6. November. Nationalratsbeschluss, nach BR. Entwurf.
c. n Appenzell-Säntis. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 30. Oktober 1903 (Buudesblatt IV. 461), betr. Kon/essipn einer schmalspurigen Eisenbahn (streckenweise Zahnradbahn) von Appenzell nach rlem Säntis (Säntisbahn).
190S, 6. November. Nationalratsbeschluss, nach BR. Entwurf.
,, 22. Dezember. Ständerat : Zustimmung.
7 (1. Fristverlängerungen Schreiben des Bundesrates vom 27. November Ì903, mit dem üblichen Gesuch um Ermächtigung zur Verlängerung der in Eisenbahnkonzessionen angesetzten Fristen.
1908, 18. Dezember. Ständeratsbeschluss : Dem Gesuche wird entsprochen.
,, 18. Dezember. Nationalrat: Zustimmung.
e. * Aesch.--Ruchfeld.. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 4. Dezember 1903 (Bundesblatt V. 170), betreffend Konzossion einer elektrischen Strassenbahn von Aesch über Reinach nach Ruchfeld(-Basel).
1903, 22. Dezember. Ständeratsbeschluss, nach BR. Entwurf.
f. s Siders--Zinal und Vissoye--St. Luc. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 17. Dezember 1908 Bundesblatt V. 305), betreffend Erneuerung- der Konzession einer elektrischen Schmalspurbahn von Sirlers nach Zinal und einer Drahtseilbahn von Vissoye nach St. Luc.
,, 28. Dezember. Nationalrat: Zustimmung.
g. S Chilien--Villeneuve. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 21. Dezember 1908 (Bundesblatt V. 809), betreffend die Genehmigung des zwischen der Tramwaygesellschaft Chillon-Villeneuve und der Elektrizitätsgesellschaft Vevey-Montreux abgeschlossenen Betriebsvertrages.
1903, 22. Dezember. Ständeratsbeschluss, nach ßR. Entwurf.
h. s Pont--Brassus. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 21. Dezember 1908 (ßundesblatt V. 818), betr. Aenderung der Konzession einer Eisenbahn von Pont nach Brassus auf dem linken Ufer des Joux-Sees.
i. S Vevey--Chexbres. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 21. Dezember 1903 (Bundesblatt V Aenderung der Konzession für eine Eisenbahn von Vevey nach der Station Chexbres.
1908, 22. Dezember. Ständeratsbeschluss, nach BR. Entwurf.
317), betreuend
k. s Bern--Schwarzenburg. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 21. Dezember 1903 (Bundesblatt V. 323), betreffend Aenderung der Konzession für eine Eisenbahn von Bern nach Schwarzenburg.
190o, 22. Dezember. Stän deratsbeschluss, nach BR. Entwurf.
28(87). n Nationalbahngarantieschuld Bericht des Bundesrates vom 29. April 19u2 (ßundesblatt IC. 938), betr. die Gesuche der Kantone Aargau und Zürich um Erlass der sogenannten Nationalbahngarantieschuld.
N Gallati, Bühler (Bern), Büeler (Schwyz), Delarageaz, Eisenhut, Hänggi, Piguet, Staub, Vital.
S Munzinger, Battaglini, Dähler, Leumann, Reichlin, Robert, Wirz.
29(39). it, Transportgesetz, Abänderung und Ergänzung. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 28.'November 1902 (ßundesblatt V. 576) bezüglich Abänderung und Ergänzung des Bundesgesetzes vom 29. März 1893 betreffend den Transport auf Eisenbahnen und Dampfschiffen.
N Iten, Brandt, Dinkelmann, Dubuis, Grand, Mosimann, Schmid (Luzern), Sulzer, Suter (Aargau).
S Isler, von Arx, Bigler, Kümin, Rey.
1903, 16. März. Nationalratsbeschluss, nach BE. Entwurf.
,, 10. Juni. Ständeratsbeschluss: 1. Auf den Gesetzesentwurf les Bundesrates wird zurzeit nicht eingetreten. 2. Von der Erledigung des Postulates vom 27. Juni 1901 wird Vormerk zu Protokoll genommen.
30 (40) a. * Jura-Simplon-Rückkauf. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 21. November 1903 (Bundesblatt V. 45), betreffend den freihändigen Ankauf der Jura-Simplon-Bahn durch den Bund.
N Meister, Benziger, Berchtold, Borella, Caflisch, Iten, Müller (Thurgau), Nietlispach, Heinrich Scherrer, Sonderegger (Herisau), Spahn.
S Scherrer, Blumer, Hildebrand, Hoffmann, Isler, Peterelli, Reichlin, Scherb, Simen.
1903, 11. Dezember. Ständeratsbeschluss, nach BR. Entwurf.
b. s Uebertragung der italienischen Simplonkonzession. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 16. Oktober 1903 (Bundesblatt IV. 245), betreffend die Uebertragung- der Konzession für den Simplontunnel auf italienischem Gebiet an den Rund.
(Die gleichen Kommissionen wie bei 40 a.)
1903, 10. Dezember. Ständeratsbeschluss, nach BR. Entwurf.
,, 16. Dezember. Nationalrat: Zustimmung.
(Stenographisches Bulletin, für 3O it.)
8 8l (54). s Budget der Bundesbahnen pro 1904. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 20. Oktober 1903 (Bundesblatt. IV. 278), betreffend den Voranschlag der schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1904.
N Brosi, Brüstlein, Freiburghaus Geilinger, Kuntschen, Rutty, Schobinger, Stoffel, Wagner.
. S Usteri, Ammann, Hoffmann, Simon, Hildebrand, Winiger, Python. (Bundesbahnkommission.)
190;>, 15. Dezember. Ständeratsbeschluss, nach BR. Entwurf; mit einem Postulat.
,, 22. Dezember. Nationalrat : Zustimmung, .jedoch mit einer Aenderung im Postulat.
Postulat: Der Bundesrat wird eingeladen, die Bundesbahnverwaltung zu veranlassen, die Frage, über die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Erstellung eines zweiten Geleises auf der Strecke WinterthurSt. Gallen-St. Margreten zu prüfen.
32(57). n Eingabe betr. Arbeitszeit bei den Nebenbahnen. Bericht des .Bundesrates vom 30. Oktober 1903 (Bundesblatt IV. 502) über die Eingabe der Arbeiterinnen schweizerischer Transportanstalten betreffend die Arbeits- und Ruhezeiten bei den Nebenbahnen.
N S Peterelli, Cardinaux, Leumann, Müller, Thélin.
33 (58). s Rekurs der Berner Regierung betr. Bahnhofwirtschaft in Bern. Bericht und Antrag des Bundesrates vom 2. November 1903 (Bundesblatt IV. 512) über den Rekurs der Regierung des Kantons Bern betreffend Schliessung der Bahnhofwirtschaft in Bern.
S Kellersberger, de Chastonay, Furrer, Scherb, Simon.
1903, 22. Dezember. Ständeratsbeschluss::Der Rekurs wird als unbegründet abgewiesen.
84 (42). y Eingabe der Festangestellten betr. Besoldungsverhältnisse. Bericht des Bundesrates vom 29. Mai 1903 (Bundesblatt III. 245) über die Rekurseingabe des Zentralkomitees des Vereins schweizerischer Post-, Telegraphen- und Zollangestellter betreffend Besoldungsverhältnisse. (S. Uebersicht vom Dezember 1902.)
N Ming, Bioley, Oyex-Ponnaz, von Planta. Sonderegger (Herisau), Vogelsanger. Zumstein. ) ., ...
S Geel, Ammann, Berthoud, Kümin Leumann, Winiger, Zweifel.
j Frühere Kommissionen.
1908, 22. Dezember. Ständeratsbeschluss :. Es ist denjenigen Postangestellten der Bureaux I. und Tl. Klasse, die in der Zeit vom 1. April 1896 bis und mit 31. März 1897 in die Postverwaltung eingetreten sind und die auf den 1. Januar 1898 lediglieli das Besoldungsminimum erhalten haben, aus Gründen der Billigkeit eine einmalige Besoldungsnachzahlung von Fr. 100 zu gewähren.
35 (43). n Lage der Postinone. Bericht und Antrag- des Bundesrates vom 22. Mai 1903 (Bundesblatt 111. 230) über das Postulat, betreffend Verbesserung der Lage der Postillone.
N Ritschard, Bossy, Brandt, Censi, Decurtins, Dubuis, Heller, Kuntschen, Locher.
S Simen, Calonder,de Chastonay, Lusser, Robert, Stössel, W i r z
3(i (59). s Eingabe des Frauenvereins betr. weibliche Postcommis. Schreiben des Bundesrates vom 2. November 190.S zu der Eingabe der Union für Frauenbestrebungen in Zürich betr. die Besoldungsmaxima der weiblichen Postcommis.
N S Robert, Dähler, Morgenthaler, Schumacher, Stute, Wirz, Zweifel.
37 (44). n Zeitungstransporttaxe. Bericht des Bundesrates vom 25. November 1898 (Bundesblatt V. 284) über das Postulat, betr. die Zeitungstransporttaxe vom 2S./24. März 1897. -- Bericht des Bundesrates über die Eingabe der Schweiz. Zeitungsverleger, vom 25. März 1901 (Bundesblatt II. 599).
N Martin, Benziger, Egloff, Eugster, Gaudard, Lohner, Scherrer-Füllemann.
S Munzinger, Battaglini, Kümin, Peterelli, Richard.
38(45). s Reorganisation der Telegraphenverwaltung. Botschaft und Beschlusses-Entwurf vom 20. Juni 1899 (Bundesblatt IV. 1), betr. die Reorganisation der Telegraphenverwaltung.
N Stadier, Défayes, Egloff, Erismann, Pellmann, Gächter, Grottofrey, Su ter (Baselland), Zurbuchen.
S Munzinger, Hildebrand, Kümin, Robert, Simen, Stössel, Wirz.
1902, 10. April. Ständeratsbeschluss, abweichend vom BR. Entwurf.
1908, 3. November. Nationalrat, abweichend vom Ständerat.
(Stenographisches -Bulletin.)
9 39(46). Motion, von Hrn. Nationalrat Muri und Mitunterzeichnern, vom 12. Dezember 1902.
Der Bundesrat wird eingeladen, mit Rücksicht 1. auf die stets zunehmende Bedeutung der Wasserkräfte für die gesamte schweizerische Volkswirtschaft, 2. auf die Eventualität der allgemeinen Einführung des elektrischen Betriebes der Eisenbahnen, 8. auf die grosse wirtschaftliche Gefahr einer mehr oder weniger unbeschränkten Beschlagnahme der günstigsten Wasserkräfte der Schweiz durch in- und ausländische Privatunternehmungen, die Frage zu prüfen und den eidgenössischen Räten darüber Bericht zu erstatten, ob nicht im Woge der Bundesgesetzgebung beförderlich geeignete Massnahmen getroffen werden sollen, um bei Nutzbarmachung der Wasserkräfte unseres Landes die öffentlichen Interessen in zweckmässiger Weise zu wahren.
U n t e r z e i c h n e r : Muri, Dinkelmann, Will, Künzli, Iten, Vigier, Bucher, David, Engster, Hess, Frey, Thélin, Spahn, Zoller, Joliat, Busor.
40(47). Motion von Hrn. Nationalrat Odier und Mitunter/Zeichnern, vom 17. Dezember 1902.
Der Bundesrat wird eingeladen, die Frage zu prüfen und in einer der nächsten Sessionen darüber Bericht zu erstatten, ob nicht der Verkaufspreis des monopolisierten Alkohols in gewissem Masse zu erhöhen sei.
U n t e r z e i c h n e r : Odier, Secretan, Iselin, Hirter, Gobat, Steiger, Hilty, Ming, Bucher, Kuntschen, Décoppet, Schobinger, Amsler (Zürich), H. Bcherrer, Théraulaz, von Planta.
41 (48). Motion von Hrn. Nationalrat Hochstrasser, vom 18. Dezember 1902.
Der Bundesrat wird eingeladen, zu untersuchen und Bericht zu erstatten, ob nicht das Bundesgesetz über gebrannte Wasser in dem Sinne abzuändern sei, dass : 1. den Landwirten das Brennen von nicht monopolpflichtigen Stoffen und der Verkauf von daher gewonnener gebrannter Wasser erleichtert werde ; 2. der Verkaufspreis des Trinksprits herabgesetzt werde ; 3. der Betrag sämtlicher Zollgebühren von eingeführten Spirituoseu den Kantonen zufallen soll; 4. den Kantonen bei der Verwaltung des Alkoholmonopols ein wirksames Recht der Mitsprache eingeräumt werden soll.
42 (49). Motion der HH. Ständeräte Bigler und Stessei, vom 19. Dezember 1902.
Der Bundesrat wird eingeladen, zu prüfen und den eidgenössischen Katen darüber Bericht zu erstatten, ob nicht der Entzug der Niederlassung nach Art. 45, Alinea 3, der Bundesverfassung den Strafzweck beeinträchtigt sowie eine rationelle Armenpflege erschwert,- und bejahendenfalls, ob und in welcher Weise der Uebelstand HU beseitigen wäre.
43 (50). Motion von Hrn. Nationalrat Sonderegger (Appen/ell), vom Februar 1903.
Der Bundesrat wird eingeladen, die Frage zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten, ob nicht Artikel 7Ü der Bxmdesverfassung im Sinne der Erhöhung der Wahlzahl zu revidieren sei.
(Diese Motion ersetzt den bisherigen bezüglichen Antrag des Herrn Sonderegger.)
44 (51). Motion von Hrn. Nationalrat Rössel und Mitunterzekhnern, vom 28. März 1903.
Der Bundesrat wird eingeladen, die Prüfung der Frage der Vertretung unserer Handelsinteressen im Auslande wieder aufzunehmen und insbesondere zu untersuche!, wie diese Vertretung organisiert und ergänzt werden könnte, um unsere Ausfuhr weiter zu entwickeln (Berufskonsula, Handelsagenten etc.)U n t e r z e i c h n e r : Rössel Locher, Gobat, Dinichert, Fazy, Grugelmann, Hirter, Will, Bally, OalairB-Colin, Mosimann, Sulzer, Vincent, Wild, Ador, Decoppet.
45 (52). Motion von Hrn. Nationalität Bücher und Mitunterzeichnern, vom 26. März 1903.
Der Bundesrat wird eingeladen, zu prüfen und den eidgenössischen Räten zu berichten, ob nicht ein Bundesbeschluss zu fassen sei in dein Sinne, dass in die künftigen Jahresbudgets, erstmals in dasjenige pro 1905, ein ständiger, vom Rechnungsresultate unabhängiger Ausgabeppsten von mindestens fünf Millionen Franken zur Aeuffnung des eidgenössischen Versicherungsfonds einzustellen sei.
U n t e r z e i c h n e r : Bücher, David, Eugster, Waiser, Muri, Stadler, Germann, Wild, Knüsel, Hörni.
46 (53). Motion von Hrn. Nationalrat Studer und Mituntevzeichnern, vom 5. Juni 1903.
Der Bundesrat wird eingeladen, die Frage zu prüfen und beförderlich den eidg. Räten darüber Bericht zu erstatten, ob nicht das Bundesgesetz betr. die Arbeit in den Fabriken im Sinne einer Verkürzung der Arbeitszeit, eines besseren Schutzes der Arbeiter und überhaupt einer intensiveren Ausgestaltung der leitenden Grundsätze des Gesetzes und seiner Vollzugsbestimmungen abzuändern sei.
U n t e r z e i c h n e r : Studer, Greulich, H. Scherrer, Schmid (Uri), Ritschard, Zoller, Daucourt, Decurtins, Brüstlein, Locher, Joliat, Baidinger. Zürcher, Lohner, Michel, Hidber, Blumer, Vogelsanger, Brandt, Bähler, Gschwind, Buser, Vincent, Schubiger, Kündig, ScherrerFüllemann, Motta, Bossy, Hofmann, Ming.
10 47 (55). Motion von Hrn. Nationalrat Dinkelmann und Mitunterzeichnern, vom 27. Oktober 1903.
Der .Bundesrat wird ersucht, den allgemeinen schweizerischen Plakatfalirplan. wieder erstellen zu lassen.
U n t e r z e i c h n e r : Dinkelmann, Biiklnianu, G-ugehnann, von Planta, Secretan, Engster, Brosi, Meister, Schobinger, fSoguel, Muri, Dubuis, Rebmann, Bühler (Bern).
48(56). Motion von Hrn. Nationalrat Brüstlein, vom 27. Oktober 1903.
Der Bundesrat wird eingeladen, die Frage der gesetzlichen Regelung des Dienstverhältnisses der Beamten Angestellten und Arbeiter des Bundes zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten.
Dabei sollte insbesondere die Schaffung von Garantien gegen die willkürliche, ungerechtfertigte Entlassung, oder Nichtwiederwahl ins Auge1 gefasst werden.
49. Wahl eines Mitglieds des Bundesgerichts, an Stelle des verstorbenen Herrn Joseph Bläsi.
Wahl vom 17. Dezember 190-5: Herr Dr. Fritz Ostertag, Oivilgeriehtspräsident, von und in Basel.
50. S Gegenrechtserklärungen. Schreiben des Hundesrates vom 25. November 1903, betreffend Annahme von (Jegonreohtserklärungen mit Italien (we»'en Verletzung der Schamhafti»'keit, böslichen Verlassens von Kindern, Vertrauensmissbrauohs, gewaltsamen Angriffs auf die Schamhat'tigkeit) und Deutschland (wegen unzüchtiger Handlungen mit einer zur Pflege anvertrauten Person, wegen gewaltsamer Yornahmo unzüchtiger Handlungen an Frauenspersonen).
S Stössel, Key, Stutz.
1903, 22. Dezember. Ständeratsbeschluss: Von dorn Berichte des ßuiulesrates wird in zustimmendem Sinne Vonnerk genommen.
51. Interpellation von Hrn. Nationalrat Greulich und ÄTitunterzeirhnern, vom 11. Dezember 1903.
Welche'Stellung nimmt der Bundesrat ein, bez\y. welche Untersuchungen gedenkt er vor/unelunen infolge der Eingabe der Delegiertenversammlung dei' schweizerischen Krankenkassen vom 30. November 1902, insbesondere zu dem Begehren einer Bundessubveution au die Kantone unter Freigabe der Verwendung für die KrankengeldVersicherung, oder für die unentgeltliche Arznnng, oder für beide ungleich?
U n t e r z e i c h n e r : (rreulich, Lagior, .Baldlnger.
52. .s Neuordnung der Feldartillerie.
die Neuordnung der Peldartillerie.
Botschaft und Gesetzesentwurf vom jll. Dezember 1903 (Bundeshlatt V. 253) über
S Hoffmann, Müller, Leumann, Thélin, Cardinaux, Schiimaclier, Scherrer. (Mìlitiirkonnnission.ì
53. Vertagungsfrage.
1903, 28. Dezember. Dei' Nationalrat beschliesst die Abhaltung' eiuei1 Frülijalirssession, beginnend den 5. April 1904.
._,,_ 23,- Dezember. Ständfirat: Zustunmung.... ^ _ '
Geschäftsprüfungskommissionen.
(Geschäftsbericht für 1903, Priorität beim Nationalrate.)
N Zschokke, Abegg. Brosi, Bucher, Eisenhut, Fazy, Gallati, Jenny, Lutz, de Meuron, Motta, Pigut, Vogelsanger.
(Wahl vom 17. Dezember 1903.)
S Hoffmann, von Arx, Calonder, Dähler, Kümin, Key, Simen. (Wahl vom 22. Dezember 1903.)
2. Finanzkommissionen für die Amtsperiode 19O3--19O6.
(Pur Nachtragskredite und Staatsrechnungen der Jahre 1903--1905, für Budgets dei-Jahre 1904--1906.)
N Hirter, Ador, Speiser, Vigier, Decoppet, Zschokke, Hofmann, Wild, Hörni, Schmid (Uri), Théraulaz. (Wahl vom 27. März l'JOlì.
S Leumann, Peterelli, Usteri, Reichlin, Richard, Robert, Scherrer, de Chastonay, Kellersberger. (Wahl vom 27.-März lilOìì.)
(Mitglieder der Finanzdelegationen: N Hirter, Speiser, Decoppet; -- S Leumann, Usteri Reichlin.)
3. Alkoholkommissionen.
N Abegg, Bossy, Buser, Fonjallaz, Grieshaber, Jenny, Martin, Schwander, Staub. (Wahl vom Dezember 1902.)
'S von Arx, Bigler, Hohl, Thélin, Robert, Scherb, Meyer, Reichlin, Key. (Wahl vom 22. Dezember 190o.)
(Mitglieder der Delegationen: N Abegg, Martin, Schwander; -- S von Arx, Hohl, Robert.)
4. Kommissionen für Eisenbahnkonzessionen.
N von Planta, Amsler (Zürich), Blumer, Bucher, Dinkelmann, Gaudard, Gottofrey, Lüthy, Schubiger. (Wahl vom Dez. liMia.l S Calonder, Cardinaux, Stössel, Berthoud, Geel, Morgenthaler, Thélin, Winiger, Wirz. (Wahl vom 22. Dezember 11H»;!.I
5. Bundesbahnkommission des Ständerates.
(Für Geschäftsführung und Rechnung und die Nachtragskredite der Bundesbahnen pro 1903 -- 1905, für die Budgets pro 1904- 1906.)
HH. Usteri, Ammannn, Hoffmann, Simon, Hildebrand, Winiger, Python. (Wahl vom 19. Dezember 1902.)
6, Militärkommission des Ständerates.
HH. Hoffmann, Leumann, Scherrer, Thélin, Müller, Schumacher, Cardinaux. (Wahl vom 22. Dezember 190-">.)
7. Petitionskommissionen.
N Hilty, Bähler, Bücher, Défayes, Greulich, Hänggi, Motta. (Wahl vom Dezember 1902.)
S Berthoud, Calonder, Furrer, Stutz, Wyrsch. (Wahl vom 2l Dezember 1903.)
8. Wahlaktenprüfungskommission des Nationalrates.
HH. Bühlmann, Brosi, Buser, Gottofrey, Hess, Holenstein, Lagier, von Planta, Schobinger. (Vom provisorischen Bureau ernannt am 1. Dezember 1902.)
9. Zolltarifkommissionen.
N Künzli. Abegg, Baidinger, Benziger, Blumer, Decurtins, Dinichert, Eigenmann, Fonjallaz, Frey, Gschwind, Hirter, Jenny, Locher, Martin, Schmid (Luzern), Speiser, Stoffel, Sulzer, Vincent, Wild. (Ergänzt im Dezember 1902.)
S Blumer, Hohl, Robert, Usteri, Battaglini, Hoffmann, Lachenal, Leumann, de Chastonay, Isler, Scherrer, Simon, Bigler, Müller, Schumacher, Python, Kümin. (Wahl vom i*2. Dezember 1!)OB.)
Alphabetische Uebersieht der Verhandlungsgegenstände.
Die mit t bezeichneten Gegenstände sind pendent.
Alkoholverwaltung. Budget pro 1904. 2t>.
Alkoholzehntel für 1901, 24 a.
Alkoholzehntel für 1902, 24 fe.
t Gegenrechtserklärungen, 50.
Ì1 NachtraKskredite für 1903, IV. Serie, 22.
t Gewerbezählung. 9.
1 Nationalbahngarantieschuld, 28.
Gfeller, Entschädiguugsbegehren, 20 c.
, t Postinone, Lage der --, 35.
t Haftpflicht der Eisenbahn- und Dampfschifffahrt-Unternehmungea, 12.
Bauten, eidgenössische : Rekurse, Beschwerden, Eingaben: t Huber, Entschädigungsbegehren, 200.
t Interpellation Greulich und Konsorten, 51. l f Arbeiterunion der Transportanstalte t Jagd und Vogelschutz, Revision des Gesetzes, i . b. Strapsen- und Wasserbauten.
betr. Arbeitszeit bei den Nebenbahnen 11.
Joux-Thal-Seen, Abflussverhältnisse, 10. Jura-Simplon-Bahn, Rückkauf, 30 a.
t Berner Regierung betr. Bahnhofbnffel Kunstkredit, Wiederherstellung, 8.
^ in Bern, 8Ü.
Begnadigungsgesuche : t Lehensmittelgeset/, G.
: t Frauenverein, bolr. wcsiblic.ho Posteonit Musik, Unterstützung der --, 7.
Baume, 18 «.
i mis, 'M.
t Berberat und Konsorten, 18 b.
t HuR-Kaufmann, beir. \V T irtscbat'tHpatent I Fink, 18 d.
Militärwesen : Friedli, 18 o.
t Postangestellte, betr. Besolduivgsverhält!
t Brieftauben, 19.
uisse, 34.
Budget pro 1904, 21. (Das eigentliche t Entsohädigungsbegehreu, 20 a, b, o, d. i f Zürcher Regierung, betr. Koehfettfabri Budget ist erledigt; es bleibt eine Diffe- ' t Neuordnung der H'eldartillerie, 52.
kanten, 14.
renz ausserhalb des Zahlenbudgets.)
Bundesbahnen, Budget pro 1904, 31.
I1 Samstagsarbeit in Fabriken, Üli.
1 Bundesstrafrecht, Ergänzung (Verherrli- Motionen : Simplonkou/ession, italieniscAie, Ueberti-tichung von Verbrechen), Iti.
gung, :!()/;.
Bundesverfassung, Revision des Art. 04, 17.
t Bigler und Stössel, betr. Entzug der t Strau-echtspl'lege für die eidgen. Truppen Bureaux-Neubestellung, 2.
i Niederlassung, 45.
i Ei'gänxung, l(i.
Canetti, Kntschädigungsbegehren, 20 a.
t Brüstlein, betr. Dienstverhältnis der Bun- t Taggelder und Keiseenlschädigungen dei desbeamten, 48.
eidgen. Behörden, '2:!.
Eisenbahngeschäfte : t Telegraphenverwaltung, Réorganisation, 3ü t Bucher, betr. Versi cherungsfonds, 45.
t Transportgesetz, Abänderung und Krgän t Dinkelmanu, betr. Plakatfahrplan, 47.
Aesch-Ruchfeld, 27 c.
' zung, Ü9.
t Hochstrasser, l>etr. Revision des AlkoholAppenzell-Säntis, 27 c.
Vertagungsl'rage, fi;j.
gesetzes, 41.
Bern-Schwarsîenburg 27 h.
t Volksabstimmung
vom '25. Oktober 1903, ö.
t Muri, betr. Wasserkräfte, 39.
t Chillon-Villoneuve, 27 g.
\ Fristverlängerungen, 27 d.
t Odier, betr. Verkaufspreis des Alko- | Wahlaktenpriifnng, 1.
hols, 40.
Lyss-Utzenstorf-Herzogenbuchsee, 27 a. \ t Rössel, betr. Handelsinteressen im Aus- Wahlen: t Pont-Brassus, 27 h.
'· land, 44.
Siders-Zinal u. Vissoye-St. Luc, 27/.
|i Bundespräsident und Vi/opräwidont des Stans-Staiiserhorn. 27 b.
' t Sonderegger (Appenssell), betr. NationalBundesrates pro 1904, ;).
t Vevey-Ohexbres, 27 i.
l ratswahlen, 4o.
Ein Mitglied des Bundosgerichts, 49.
t Studer, betr. Revision des Fabrikgeüeschättsprüfuiigskommissionen, 4.
Feldartillerie, Neuordnung, 52.
setzes, 4G.
Franzi, Entschädigungsbegehren, 20 d.
t Zeitungstransporttaxe, 37.
Erlasse mit Referendumsvorbehalt.
Nr. >S. Wiederherstellung des ordentlichen Jahreskredites für Hebung und Förderung der schweizerischen Kunst.
objets usagés à l'usage de l'expéditeur qui est en même temps destinataire Pensionnat des Frères de la croix à Ménestruel.
Bourg, le 8/IV 1903.'
L'expéditeur : Léon Lacarelle à Vallorbe (Suisse), canton de Vaud, de passage à Bourg.
Ani 4. Juni erneuerte L. Lacarelle sein Gesuch um Zollbefreiung mit Brief an die Oberzolldirektion in Bern. In dem Briefe heilJt es : ,,Une partie de ce mobilier était dans le château de Chasse (Isère) dont je suia propriétaire, le reste qui m'appartenait aussi, était à Ménestruel près Pont-d'Ain où j'étais en location.1* Der Brief ist unterzeichnet ,,L. Lacarelle, Principal du P.a Die von Lacarelle eingelegten Bescheinigungen der französischen Gemeindebehörden (Mairie) von Chasse und Pont-d'Aiiii sagen aus, daß dieser an beiden Orten Erziehungsinstitute betrieben und daß d-as Mobiliar, mit Ausnahme einer Partie Bettenund Wäsche, die erst neu dazu gekauft wurde, dort in seinein.
Gebrauche waren.
Mit Schreiben vom 29. Juni 1903 ersuchte das eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement den Regierungsrat des Kantons Waadt um eine nähere Untersuchung der Verhältnisse des in Vallorbe gegründeten Pensionates. Das waadtländische Justiz- und Polizeidepartement sandte am 7. Juli den Untersuchungsbericht des Regierungsstatthalters von Orbe. Mit Schreiben vom 9. Juli übermittelte dieselbe Behörde eine (unbeglaubigte) Abschrift des Mietvertrages des Lacarelle mit J. M. Chaulmontet vom 28. März 1903, samt einem Begleitbrief eines gewissen Ferragne und mit Schreiben vom 10. Juli die von demselben Ferragne unterzeichnete offizielle Anzeige von der Eröffnung des Pensionates in Vallorbe, Aus diesen Akten ergibt sich folgendes : Laut Mietvertrag hat L. Lacarelle die ,,Ferme du Canada" in Vallorbe, eine frühere Pension, auf 9 Jahre gemietet. Nach dem Vertrage hat der Mieter das Recht, alle ihm gutscheinendeu
Veränderungen an dem Mietobjekt vorzunehmen (toutes les modifications qu'il jugera convenables). Der Vermieter darf während der 9 Jahre nicht verkaufen; später hat Lacarelle ein Vorkaufsrecht. Der Mieter kann nach Ablauf des vierten Jahres mittelst vorheriger Aufkündung von einem Jahre den Vertrag auflösen.
Vor dem Regierungsstatthalter erschien statt des abwesenden Lacarelle W. Ferragne, gegenwärtiger Direktor des Pensionates in Vallorbe.
Ferragne gab auf die Fragen des Statthalters folgende Auskunft: ,,Ich gehöre gegenwärtig keiner Kongregation an. Als ich in Frankreich im Departement Loire war, war ich erster Gehülfe eines Institutes, das infolge Todesfall des Direktors geschlossen wurde. Damals gehörte ich zu der Kongregation der Frères dé la croix. Das Institut, an dessen Spitze ich stehe, ist ein rein weltliches. Die Kongregation der Frères de la croix de Ménestruel besteht aus männlichen Mitgliedern. Statuten habe ich nicht, weil die Kongregation ihren Silz nach Amerika verlegt hat. Die meisten Mitglieder sind zerstreut oder in ihre Familien zurückgekehrt. Die Statuten bezogen sich auf die Erziehung der Jugend und auf den Gottesdienst. Die Regel der Kongregation verlangt die jahrliche Erneuerung der Gelübde während 10 Jahren seit dem Eintritt.
Ich wurde im August 1894 aufgenommen. Ich habe aber im letzten Jahre meine Gelübde nicht erneuert und bin deshalb seit August 1902 nicht mehr Kongregationsangehöriger. Ich habe jetzt 54, alles aus Frankreich stammende Schüler im Alter von 8--17 Jahren. Krankenpflege betreiben wir nicht. Ich bin in die Schweiz gekommen, weil unser Institut in Frankreich nach dem neuen Vereinsgesetze geschlossen wurde. Außer mir wirken noch 4 Lehrer (Gros, Merle, Dinand, Boyer) an meinem Institute, der fünfte (Moutin) wird erwartet. Alle diese Personen waren Mitglieder der Kongregation der Frères de la croix de Mónestruel, sie haben aber in Erwartung des Vereiusgesetzes ihre Gelübde nicht erneuert. Nebendem haben wir noch 7 Aushülfspersonen : einen Oberaufseher, einen Zimmerdiener, einen.Gärtner, sodann zwei Köchinnen und zwei Lingèren. Die weiblichen Personen gehören heute noch der Congrégation des petites soeurs Joseph au.
In Frankreich beschäftigte ich mich mit Unterrichtgeben und lebte in Gemeinschaft der Frères de la croix in St-Cyr les Vignes, Departement Loire, in einem Kongregationsinstitut, an dessen Spitze ein gewisser Baucillon stand. In der Schweiz bin ich seit dem 30. April 1903. Lacarelle, der O b e r e d e r K o n g r e g a t i o n , hat
die Liegenschaft, die ich mit meinem Personal und meinen Schülern bewohne, gemietet. Ich gedenke, · dauernd in der Schweiz zu bleiben und werde, wenn sich Gelegenheit findet, ein größeres Haus kaufen. Über mein Verhältnis zu Lacarelle kann ich folgende Auskunft geben. Als das Vereinsgesetz in Frankreich publiziert wurde, hatte Lacarelle die Absicht, die K o n g r e g a t i o n / u retten; aber d a z u m u ß t e man ins A u s l a n d gehen.
Zunächst wollte Lacarelle nur solche Untergebene (sujets) annehmen, welche sich durch Gelübde verpflichteten, nach Amerika zu gehen. Nachdem er eine kleine Anzahl Brüder angenommen und nachdem zahlreiche Eltern ihre Wünsche kundgegeben, beschloß er, in der Schweiz, nahe der Grenze, einen Ort zu suchen.
Kurze Zeit nachdem er die Ferme du Canada gemietet hatte, erfuhr er, daß der schweizerische Bundesrat einen Beschluß gefaßt hatte, nach welchem eine Anzahl Kongregationen wieder über die Grenze mußten. Darauf wollte Lacarelle sein Projekt von Vallorbe fallen lassen; nachdem er sich mit mehreren Kollegen, die sich ebenfalls zurückziehen wollten, beraten, erbot ich mich, das Pensionat auf meine Rechnung und Gefahr zu übernehmen. Es wurde beschlossen, daß nach Übernahme des erforderlichen Mobiliars ein Pacht- oder Kaufvertrag zwischen Lacarelle und mir abgeschlossen werden sollte. Dieser Vertrag soll nächster Tage in Schrift verfaßt werden. Ich erwarte nur noch die Ankunft des gesamten Mobiliars und die Wiederkehr von Lacarelle.
Im Institut ist ein Betzimmer (oratoire) eingerichteten welchem sich die Schüler Morgens und Abends unter Aufsicht zum Gebet versammeln. Das Lehrerpersonal ist frei, den Gebetversammlungen beizuwohnen oder nicht; ich beabsichtige, im Winter dort die Messe lesen zu lassen, da der Weg in die Kirche nach Vallorbe zu weit ist. Über die nötigen Kultusgegenstände verfüge ich.
Mit dem Bischof von Freiburg stehe ich in keinen Beziehungen ; mit der Kongregation der Frères de la croix de Ménestruel und meinen alten Oberen in Frankreich habe ich keine ändern Beziehungen, als die sich aus der beabsichtigten Miete oder dem Kauf des Mobiliars ergeben.
Das bei mir beschäftigte Personal kann seinen Wohnsitz frei wählen.
Mit der Gründung des Instituts beabsichtige ich einmal, den Wünschen der französischen Eltern nachzukommen, welche ihr« Kinder nicht den französischen Universitätslehrern anvertrauen wollen, anderseits mir eine gewinnbringende Stellung zu verschaffen."1
Der Regierungsstatthalter fügt seinem Berichte bei: er habe die Überzeugung gewonnen, daß das Institut ein Kongreganisteninstitut sei, geleitet von Lacarelle, dem Obern der Kongregation der Frères de la croix de Ménestruel.
In dem Brief vom 3. Juli an den Regierungsstatlhalter des Bezirkes Orbe, io welchem Ferragne die Abschrift des Mietvertrages einsendet, sagt er, daß weder der Kauf noch der Mietvertrag rnit Lacarelle abgeschlossen sei; er werde auch nicht abschließen, bevor er wisse, ob die Schritte, die er bei den Behörden getan habe, genügend seien.
In dem Brief vom 2. Juli an die Erziehungsdirektion des Kantons Waadt zeigt Ferragne an, daß er in Vallorbe, auf der Besitzung Ferme du Canada auf l. Mai ein katholisches und weltliches Pensionat für Primarunterricht mit 54 Schülern eröffnet habe.
Er habe den syndic von Vallorbe von der Eröffnung benachrichtigt. Der Vorsteher sowohl als die sechs Lehrer hätten keinerlei Beziehung zu den aufgelösten Kongregationen, es seien alles freie Männer und Laien (hommes libres et laïques). Er werde sich der waadtländischen Schulgesetzgebung in jeder Beziehung fügen. In diesem Briefe wird des Verhältnisses zwischen Lacarelle und Ferragne keine Erwähnung getan.
Das schweizerische Justiz- und Polizeidepartement wendete sich an Herrn Prof. Dr. Kleiner in Basel mit dem Ansuchen, über die Gründung eines Pensionates in Vallorbe ein Gutachten abzugeben. Herr Prof. Dr. Fleiner gelangt in seinem Gutachten vom Oktober 1903 zu folgenden Schlüssen: 1. Die in der Ferme de Canada in Vallorbe niedergelassenen Frères de la croix de Jésus (maison mère à Ménestruel) gehören einer im Jahre 1824 gegründeten geistlichen Lehrbrüder-Kongregation an.
2. Die Kongregation hat vor dem 29. Mai 1874 in der Schweiz keine Niederlassung besessen, es stellt sich somit die Ansiedlung in Vallorbe als die Einführung eines neuen Ordens im Sinne der Bundesverfassung, Art. 52, dar.
3. Es liegt in Vallorbe keine Gründung eines Klosters, wohl aber die Errichtung einer den Frères de la croix de Jésus eigentümlichen Kongregationsniederlassung in der Form eines geislliehen Erziehungsinstitutes vor.
4. Über einen Zusammenhang der Frères de la croix de Jésus mit dem Jesuitenorden ist nichts bekannt.
Die Frères de la croix de Jésus sind eine Lehrbrüderkongregation, welche im Jahre 1824 von dem Generalvikar des Kardinals Fesch in Lyon, Bochard, gegründet wurde. Die Form, in welcher sie ihre Niederlassungen errichtet, ist die Gründung von Knabenpensionaten, in welcher als Leiter und Lehrer stets eine bestimmte Zahl von Kongregationsangehörigen zusammenwohnen, urn die ihnen anvertrauten Knaben zu erziehen und zu unterrichten. Das Mutterhaus befindet sich in Ménestruel, wo die Novizen ausgebildet werden. Nach Inkrafttreten des französischen Vereinsgesetzes hat sich die Kongregation um die staatliche Bewilligung beworben, dieselbe ist ihr aber verweigert worden, weil die Berichte der Präfekten aus den Departementen, in denen sich Kongregationsanstalten befanden, durchaus nicht günstig lauteten.
Die Kongregation war dadurch in die Zwangslage versetzt, entweder sich aufzulösen oder ihre Wirksamkeit ins Ausland zu verlegen. Das hat Direktor Ferragne in seiner Aussage ausdrücklich zugestanden.
Aus den Aussagen des Direktors Ferragne erfährt man auch 1. daß Lacarelle Oberer der Kongregation ist; 2. daß Lacarelle die Kongregation retten wollte; 3. daß das in der Schweiz eingeführte Umzugsgut der Kongregation angehört. Denn Ferragne sagt ausdrücklich, daß seine Beziehungen zur Kongregation sich auf die Übernahme des Mobiliars durch Miete oder Kauf beschränkten. Daß es sich um Kongregationsgut handelt ergibt sich auch aus der unter I hervorgehobenen Bemerkung auf der in Frankreich ausgestellten Zolldeklaration und aus dem den Schulheften aufgedruckten Titel.
Freilich war das Verhalten des Lacarelle danach eingerichtet, alle diese Verhältnisse zu verschleiern. Er verschwieg, daß er Oberer der Kongregation ist, gerierte sich vielmehr als einfacher Privatmann ; er behauptete, die Schule in Frankreich sei unter seinem Namen geleitet worden, während es eine Kongregationsanslalt war; er behauptete, seine Schule sei infolge der französischen Gesetzgebung aufgelöst worden, während diese Gesetzgebung notorisch sich nur gegen Kongregationsanstalten richtet und durch Beschlüsse der französischen Kammer nicht dem Lacarelle, sondern der Kongregation, deren Oberer er ist, die Autorisation verweigert worden ist; er behauptete, daß in dem Institut nur einzelne frühere Kongreganisten angestellt wurden, während in Wirklichkeit das gesamte Lehrpersonal aus Mitgliedern einer und derselben Kongregation der Frères de la croix de Jésus besteht.
Die Situation soll nun offenbar damit gerettet werden, daß.
als Direktor das alte Kongregationsmitglied Ferraglie vorgeschoben werden will.
Sehr bezeichnend ist in dieser Beziehung die Aussage von Ferraglie, welcher sieh wörtlich folgendermaßen ausspricht: ,,En conséquence je nie suis décidé où plutôt, il fût décidé, qu'après la réception de tout le mobilier nécessaire à la marche du pensionnat, il sernit passé un bail ou une vente entre nous, Lacarelle et moi.u Tatsächlich steht fest: Lacarelle, der Obere der Kongregation der Frères de la croix de Jésus, hat die Ferme du Canada gemietet, hat das Material und Mobiliar der in Frankreich bestanden habenden Kongregationsanstalten nach Vallorbe befördert und hat ein Knabenpensionat errichtet, in welchem lauter Kongreganisten als Lehrkräfte wirken ; auch das weibliche Personal gehört einer Kongregation (den petites soeurs Joseph) an. Es ist also zweifellos eine Kongregationsanstalt in Vallorbe gegründet worden. Daß der heutige Inhaber Lacarelle aus der Kongregation ausgetreten ist, ist nicht behauptet worden.
Es besteht nun die Absicht, daß Ferragne, welcher immer noch im Namen des Lacarelle die Direktion führt, dies Institut übernehmen soll ; aber ein Übergang an Ferragne hat bis heute nicht stattgefunden.
Ferragne beruft sich darauf, daß sowohl er als das Lehrpersonal nicht mehr der Kongregation angehören. Diese Tatsache kann einstweilen als unerheblich bezeichnet werden, du das Institut in seinem gegenwärtigen Zustande als Kongregationsniederlassung angesehen werden muß, von Lacarelle mit der ausdrücklichen Absicht ,,pour sauver la congrégation11 gegründet. Aber die Tatsache des Austrittes kann auch nicht als erwiesen angesehen werden, Ferragne hat Statuten der Kongregation nicht vorgelegt; seine Behauptung, daß während den ersten 10 Jahren der Zugehörigkeit die Gelübde alle Jahre erneuert werden mußten ist daher in keiner Weise belegt. Ebenso auch seine Behauptung, daß er erst im Jahre 1894 beigetreten sei. Von dem übrigen LehrpersontU hat er das Datum, des Eintrittes der einzelnen Personen nicht angegeben, sondern nur ausgesagt, daß dieselben mit Hinblick auf das Inkrafttreten des französischen Vereinsgesetzes ihre Gelübde nicht erneuert hätten. Das stimmt aber nicht gut zusammen mit der Tatsache, daß die Frères de la croix de Jésus sich dem Vereinsgesetz unterwerfen wollten und erst durch die Verweigerung der Autorisation durch die französische Kammer vor die
49 Frage gestellt wurden, was nun mit der Kongregation zu geschehen habe.
Aus dem gesamten Tatbestände ergibt sich somit, daß das Knabeupensionat in Vallorbe eine Niederlassung der Kongregation der Frères de la croix de Ménestruel ist.
Diese Kongregation hat vor dem Inkrafttreten der Bundesverfassung von 1874 eine Niederlassung in der Schweiz nicht besessen. In dem Bundesratsbeschluß vom 19. August 1902 betreffend die Niederlassung französischer Orden und Kongregationen (Bundesbl.
1902, IV, 239 ff.) ist näher ausgeführt, daß das Verbot des Art, 52 der Bundesverfassung sich nicht nur auf die alten Orden der katholischen Kirche, sondern auch auf die moderne Bildung der Kongregation erstreckt. Eine Kongregation, welche vor 1874 keine Niederlassung in der Schweiz besaß, wird deshalb vom Verbot des Art. 52 betroffen. Es ist somit eine Niederlassung der Frères de la croix de Ménestruel in der Schweiz unzulässig.
Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen hat der Bundesrat
beschlossen: 1. In Anwendung des Art. 52 der Bundesverfassung wird der Kongregation der Frères de la croix de Ménestruel in deiFerme du Canada in Vallorbe die Niederlassung in der Schweiz untersagt.
2. Der Kongregation ist eine Frist von 3 Monaten von der Eröffnung dieses Beschlusses gesetzt, um ihre Verhältnisse zu ordnen.
3. Die Regierung des Kantons Waadt ist mit der Vollziehung dieses Beschlusses beauftragt.
B e r n , den 8. Januar 1904.
Bundesratsbeschluss betreffend die Niederlassung der Frères de la Croix de Jésus von Ménestruel in Vallorbe. (Vom 8. Januar 1904.)
10 020 824

References: Art. 64
 Art. 1
 Art. 8
 Art. 64
 Art. 64
 Art. 4
 Art. 23
 Art. 23
 Art. 45
 Art. 04
 Art. 52
 Art. 52
 Art. 52