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Timestamp: 2019-02-22 00:02:34+00:00

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Immobilie in Polen - Grundstückserwerb - Rechtsanwalt Polen - Anwalt A. Martin - Kanzlei Stettin - Berlin
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Immobilie in Polen – Grundstückserwerb
Die nachfolgenden Ausführungen – bereitgestellt durch Anwalt A. Martin – Rechtsanwalt in Polen – beschäftigen sich mit dem Erwerb einer Immobilie (auch Ferienhaus/ Zweitwohnung) in Polen durch Ausländer, insbesondere durch deutsche Staatsbürger. Die hier dargestellten Informationen über den Immobilienerwerb sind nicht abschließend, sollen aber einen ersten Einblick über die rechtlichen Probleme des Grundstückskaufs in Polen geben.
Hier die einzelnen Ausführungen (bitte anklicken):
Rechtsanwalt A. Martin – Hilfe beim Grundstückskauf in Polen
Rechtslage für Ausländer beim Grundstückserwerb in Polen
Genehmigung für Deutsche erforderlich beim Erwerb eines Grundstücks in Polen ?
Rechtsanwalt A. Martin – Immobilienerwerb/ Grundstückskauf in Polen – Leistungen
Rechtsanwalt A. Martin – Stettin – Berlin – Löcknitz
Kanzlei Stettin (gegenüber der Jakobi-Kirche)- u. Grodzka – 20/6- 70-560 Stettin/ Polen
Tel: DE 039754 52884
Tel: PL 0048 91 885 8014
Wohnungskauf / Eintragung von Nießbrauchsrechten nach polnischem Recht an Wohnungen/ Häusern
Prüfung und Absicherung von Immobilienkaufverträgen, auch mit polnischen “Developern”
seit 2005 in Polen tätig
Immer mehr Deutsche kaufen in Polen Grundstücke/ Immobilien. Zwar ist der “große Boom” in Bezug auf die vermeintlichen “Sahnegrundstücke” schon vorbei, allerdings nutzen nun deutsche Staatsbürger die Möglichkeit des Grundstück selbst – und nicht über polnische Bekannte (was in vielen Fällen ohnehin als Betrug zu Lasten des deutschen Käufers endete)- zu kaufen, da die Beschränkungen für den Grundstückserwerb in Polen für Ausländer zu großen Teilen nicht oder nicht mehr im ursprünglichen Umfang vorhanden sind.
Es gibt aber immer noch eine Reihe von Einschränkungen, die den meisten Käufern nicht bekannt sind und wahrscheinlich auch den meisten Grundstücksmaklern in Polen oder Deutschland nicht. Erstaunt bin ich aber immer wieder aufs Neue, wenn ich sehe mit welcher Leichtfertigkeit – ohne jegliche anwaltliche Beratung – deutsche Geschäfts- oder Privatleute Grundstücke in Polen für erhebliche Summen kaufen; nur auf den Tipp und die “Beratung” von Bekannten, den Verkäufern oder polnischen oder deutschen Maklern, die die rechtlichen Voraussetzungen meist gar nicht oder nur grob kennen. Auch darf der deutsche Käufer nicht davon ausgehen, dass der polnische Notar alle Sondervorschriften kennt. Wenn jemand z.B. ein Grundstück im ländlichen Raum oder in einer Kleinstadt kauft, die eben nicht am Meer oder in den Mazuren liegt, dann wir der polnische Notar einen Kauf unter Beteiligung eines Ausländers vielleicht auch zum ersten Mal beurkunden und hier unsicher sein. Vor dem Kauf sollte man sich grundsätzlich – ob von unserer Kanzlei oder von polnischen oder deutschen Kollegen, die das polnische Grundstücksrecht kennen- beraten lassen. Wir besorgen für deutsche Mandanten selbstverständlich auch Auszüge aus dem polnischen Grundbuch.
Der Erwerb von Grundstücken in Polen – oft auch mit der Absicht dort sich einen Alterswohnsitz zu begründen – wird ununterbrochen stark nachgefragt. Problematisch ist dabei oft, wenn ein Teil des Grundstücks oder das gesamte Grundstück als landwirtschaftliches Grundstück im polnischem Grundbuch eingetragen ist. Oft wird von deutschen Mandanten übersehen, die ihren Wohnsitz nach Polen verlagern wollen, dass damit sich auch das Erbrecht ändern kann ( VO EU Nr. 650/2012 – EU-Erbrechtsverordnung), da es auf den letzten Wohnsitz ankommt. Nach polnischem Recht sind z.B. gemeinschaftliche Testamente, die in Deutschland oft vorkommen, unwirksam. Dies wird oft übersehen. Hier muss entsprechend gehandelt werden.
Immer mehr deutsche Mandanten suchen nach Grundstücken in Polen um ihren Wohnsitz von Deutschland nach Polen zu verlegen. In den Beratungsgesprächen taucht immer wieder die Besorgnis von Seiten der Mandanten auf, dass sich die politische Situation in Deutschland – aus welchen Gründen auch immer – verschlechtern wird. Nicht selten wird übersehen, dass auch in Polen sich die Situation für den Erwerb von landwirtschaftlichen Grundstücken im Jahr 2016 erheblich erschwert hat; aufgrund nun eingeräumter Vorkaufsrechte für den Nachbarn und für den polnischen Staat sowie eine zeitliche Sperrfrist für den Verkauf. Dies führt auch bei reinen innenpolnischen Käufen zu Unsicherheiten. Am 14. April 2016 wurde nämlich das Gesetz über die Einstellung des Verkaufs öffentlichen Agrarflächen (Ustawa z dnia 14 kwietnia 2016 r. o wstrzymaniu sprzedazy nieruchomosci Zasobu Wlasnosci Rolnej Skarbu Panstwa oraz o zmianie niektórych ustaw) verabschiedet. Diese Regelungen ersetzen das Gesetz vom 5. August 2015 über die Gestaltung des Agrarsystems und führt weitere Einschränkungen in den Erwerb von privaten landwirtschaftlichen Grundstücken, sowie Grundstücken der öffentlichen Hand.
Update 9/2015 – neue Entwicklungen
In letzter Zeit (Update September 2015) beobachten wir, dass Deutsche vermehrt in Polen Wohnungen und Grundstücke an der polnischen Ostsee (Ferienhäuser/ Ferienwohnungen) ; manchmal auch nur ein dingliches Nießbrauchsrecht (Nutzungsrecht) kaufen (insbesondere von sog. polnischen Developern); teilweise auf Grundstücken, auf denen die Gebäude noch gar nicht errichtet sind, was rechtlich möglich ist, aber sorgsam überprüft werden muss, da hier nicht unerhebliche Vorschüsse von den deutschen Käufern zu leisten sind. Hier wissen die deutschen Käufer meist nicht, welche Sicherheiten man Ihnen einräumen sollte und mit wem diese es eigentlich zu tun haben. Eine Absicherung durch einen Anwalt – zumindest Überprüfung der Verträge – ist hier dringend notwendig.
I. gesetzliche Grundlagen des Erwerbs einer Immobilie in Polen
Die gesetzlichen Bestimmungen über den Immobilienerwerb in Polen finden sich im Wesentlichen im Gesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Ausländer vom 24. März 1920 (nachfolgend EGA genannt), deren Beschränkungen aber nur noch zum Teil greifen.
Im Zusammenhang mit dem Beitritt Polens in die EU wurde das Thema des Immobilienerwerbs durch Ausländer – gerade in Hinblick auf den Erwerb einer Zweitwohnung (Ferienhaus) – öfter diskutiert. Der polnische Gesetzgeber erneuerte aufgrund dieser Diskussionen das Gesetz. Heute bemerkt man, dass sich der Inhalt des Gesetzes stark von der alten Fassung unterscheidet. Das heutige Gesetz wurde am 20.02.2004 ( GB Nr. 49, Pos. 466) unter Anpassung an geltende EU- Normen (EG-Vertrag) erlassen. Zudem hatten auf die Normen des Gesetzes auch die Regelungen vom 11.04.2003 (GB Nr. 64, Position 592 ) über der Gestaltung des Landwirtschaftssystems einen Einfluß. Das Gesetz reguliert den Erwerb von Landwirtschaftsgrundstücken.
II. Allgemeines zur Rechtslage für Ausländer beim Grundstückserwerb in Polen
Der Immobilienkauf in Polen ist auch für ausländische Personen möglich. Hier gibt es aber einigewesentliche Einschränkungen. Diese Einschränkungen dienen dem Schutz der polnischen Immobilien vor einem Ausverkauf. Im Rahmen des EU-Beitritts Polens wurde – in der Fassung des obigen Gesetztes vom 19. Juli 2004 – die Genehmigungspflicht beim Grundstückserwerb für Ausländer aus der EU abgeschafft. Dies wird an späterer Stelle nochmals erläutert. Trotzdem gibt es noch weitere Einschänkungen (z.B. für Grenzgrundstücke und für landwirtschaftliche Immobilien).
Zunächst soll hier erst einmal aufgezeigt werden, was die Rechtsbegriffe Ausländer und Grundstückserwerb genauer bedeuten.
III. wichtige Rechtsbegriffe
1. Rechtsbegriff: Ausländer
Der Rechtsbegriff Ausländer wird in Art. 1. Abs. 2 EGA definiert.
Ausländer im Sinne des obigen Gesetzes ist danach:
jede natürliche Person, die nicht die polnische Staatsangehörigkeit besitzt,
jede juristische Person, die ihren Sitz im Ausland hat,
jede Gesellschaft der in Punkt 1 und 2 benannten Personen, die keine juristische Persönlichkeit besitzt und nach ausländischer Gesetzgebung gegründet wurde,
eine juristische Person und eine Handelsgesellschaft, die keine juristische Persönlichkeit besitzt, die ihren Sitz in der Republik Polen hat und die indirekt oder direkt von den in den Punkten 1,2 und 3 benannten Personen kontrolliert wird
Also jeder Bürger mit anderer als der polnischen Staatsangehörigkeit (z.B. deutsch), sowie jedeGesellschaft, die den Sitz außerhalb der Grenzen Polens hat, gilt nach den EGA als Ausländer.
2. Rechtsbegriff: Grundstückserwerb
Um das Gesetz (EGA) richtig verstehen zu können, muss man den Rechtsbegriff “Grundstückserwerb”genauer betrachten. Laut EGA ist der Grundstückserwerb der Erwerb des Eigentumsrechts an einem Grundstück oder der Erwerb des vererbbaren Nießbrauchsrechts.
Das heißt, dass für Ausländer im Umkehrschluss keine Pflicht besteht, für andere (als das Eigentumsrecht) – beschränkt dingliche – Rechte an Grundstücken eine Genehmigung einzuholen. Damit können Pacht- und Mietverträge über Grundstücke ohne Genehmigung wirksam von Ausländern geschlossen werden.
Unter dem Begriff Grundstückserwerb fällt nicht nur der unmittelbare Erwerb des Eigentums an einer Immobilie, also der direkte Kauf (nebst Übereignung) einer Immobilie durch eine ausländische natürliche oder juristische Person.
Auch der mittelbare Erwerb (über eine polnische Gesellschaft) von Immobilen bedarf der Genehmigung(nicht für EU-Ausländer). Ein Fall des mittelbaren Grundstückserwerbs nach Art. 1 Abs. 2 Nr. 4 EGA liegt immer dann vor, wenn ausländische natürliche oder juristische Personen eine polnische Gesellschaftkontrollieren und diese dann eine Immobilie erwirbt. Dabei liegt immer dann eine Kontrolle der Gesellschaftvor, wenn die ausländische Person die Mehrheit der Geschäftsanteile an einer polnischen Gesellschafthält oder die Mehrheit der Stimmen in der Gesellschafterversammlung, der Generalversammlung oder der Gesellschafterverwaltung hat. Auch liegt eine Kontrolle vor, wenn eine ausländische Person das Recht hat, die Mitglieder der Gesellschafterverwaltung oder des Aufsichtsrates zu ernennen oder zu entlassen.
Der mittelbare Erwerb ist aber auch in einigen Fällen zulässig, wenn zum Beispiel die Aktien derGesellschaft im öffentlichen Verkehr zugelassen sind.
IV. genehmigungspflichtiger und genehmigungsfreier Erwerb – Genehmigung beim Kauf einer Immobilie in Polen
3. Unterscheidung zwischen genehmigungspflichtigen und genehmigungsfreien Erwerb
Wie oben bereits kurz ausgeführt, brauchen mittlerweile ausländische Personen aus der EU grundsätzlichkeine Genehmigung (Ausnahme siehe unten/ Zweitwohnung beachten!) beim Grundstückserwerb in Polen.
a. Rechtslage für Ausländer außerhalb der EU
Zunächst soll hier kurz die Rechtslage für Ausländer, die nicht aus der EU kommen, erläutert werden. Die nachfolgenden Ausführungen waren bis vor kurzem noch gängiges Recht auch für Personen aus der EU.
Nach Art. 1 Abs. 1. EGA besteht die Notwendigkeit für Ausländer (außerhalb der EU), bei beabsichtigtemImmobilienkauf in Polen zuvor eine Genehmigung einzuholen. Diese Genehmigung ist vom zuständigen Innenminister (für Inneres) zu erteilen. Gegen die Erteilung der Genehmigung durch den Innenminister kann sich – je nach Zuständigkeitsbereich – der Minister für nationale Verteidigung bzw. der Minister für Landwirtschaft aussprechen.
Nicht – EU-Ausländer brauchen also grundsätzlich zum Immobilienerwerb in Polen eine Genehmigung desInnenministers.
a.a. Erteilung der Genehmigung
Die Genehmigung zum Grundstückserwerb nach Art. 1 Abs. 2 EGA ist auf Antrag des Ausländers in derRegel zu erteilen, wenn:
der Grundstückserwerb durch den Ausländer keine Verteidigungsgefährdung, Gesundheitsgefährdung, Staats –und öffentliche Ordnungsgefährdung mit sich bringt, sowie wenn dagegen keine politischen Aspekte sprechen,
ein Nachweis über die Umstände, aufgrund derer eine Verbindung mit der Republik Polen besteht.
solche nachzuweisende Umstände können vor allem sein:
polnische Nationalität oder Herkunft,
die Schließung der Ehe mit einem Staatsangehörigen der Republik Polen,
ein befristeter Aufenthaltstitel oder Genehmigung zur Besiedlung in Polen,
die Mitgliedschaft in einem Verwaltungsorgan der in Art. 1 Absatz 2 Punkt 4 EGA benannten Unternehmen,
die Ausübung einer wirtschaftlichen oder landwirtschaftlichen Tätigkeit in der Republik Polen, laut polnischer Gesetze.
b.b. genehmigungsfreier Grundstückserwerb
Von der Genehmigungspflicht für Nicht-EU Ausländer gibt es aber auch Ausnahmen. Unter bestimmten Bedingungen können auch diese Personen polnische Immobilien ohne Genehmigung erwerben.
Eine Genehmigung besteht nach Art. 8 EGA für folgende Fälle nicht:
für den Erwerb von einem eigenständigen Wohnraum (Wohnungseigentum) laut des Gesetzes vom 24.06.1994 über das Raumeigentum,
1a) für den Erwerb von einem selbstständigen Nutzlokal mit Garagenbestimmung oder den Erwerb von
Anteilen an einem solchen Lokal, wenn der Erwerb im Zusammenhang mit der Befriedigung der
Wohnbedürfnisse des Erwerbers steht,
für den Grundstückserwerb durch einen Ausländer, der in Republik Polen seit mindestens 5 Jahrenab dem Erhalt der Daueraufenthaltskarte in der Republik Polen wohnt,
für den Erwerb durch einen Ausländer, der Ehegatte eines polnischen Staatsangehörigen ist und seit mindestens 2 Jahren ab Erhalt der Daueraufenthaltskarte in der Republik Polen wohnt, wenn das erworbene Grundstück in die gesetzliche Gütergemeinschaft fällt,
für den Erwerb durch einen Ausländer, der zum Zeitpunkt des Erwerbs zum Kreis der gesetzlichenErben des Veräußerers des Grundstücks gehört, wenn der Veräußerer mindestens 5 Jahre Eigentümer oder Erbnießbraucher dieses Grundstücks ist,
für den Erwerb von unbebauten Immobilien durch eine im Art. 1 Abs. 2 Pkt. 4 EGA benannte Person für Satzungszwecke, dessen Fläche im Inland 0,4 ha städtischen Bodens nicht überschreitet,
für den Immobilienerwerb infolge der Übernahme des Eigentums am Grundstück bei einerfruchtlosen Versteigerung im Zwangsvollstreckungsverfahren durch einen Ausländer, der eine Bank und gleichzeitig der Hypothekengläubiger ist,
für den Erwerb oder der Übernahme von Aktien oder Anteilen einer in Art. 3 e genanntenGesellschaft durch eine Bank, die eine in Art. 1 Abs. 2 Ziffer 4 genannte juristische Person ist, im Zusammenhang mit der Geltendmachung von Forderungen aus Bankgeschäften durch diese Bank.
Die oben genannte Ausnahmevorschrift gilt nicht für die im Grenzgebiet belegenen Grundstücke sowie fürlandwirtschaftlichen Boden mit einer Fläche von mehr als 1 ha. Hier wiederum ist eine Genehmigung doch erforderlich.
c.c. Einschränkungen
Das EGA sieht allerdings selbst, wenn die obigen Voraussetzungen für die Erteilung einer Genehmigung vorliegen, noch einige zusätzliche Kriterien vor, die den Erwerb von Immobilien in Polen durch Ausländer beschränken.
So darf z.B. die Fläche des von einem Ausländer zu Wohnzwecken erworbenen Grundstücks nicht größer als 0,5 ha sein. Wenn ein Ausländer die wirtschaftliche oder landwirtschaftliche Tätigkeit in Polen ausübt, dann muss er begründen, warum die erworbene Flächengröße des Grundstücks für das eigene Unternehmen erforderlich ist.
d.d. Rechtsfolgen des Verstoßes gegen die Genehmigungspflicht
Nach Art. 6 Abs. 1 EGA ist der Grundstückserwerb durch den Ausländer, der gegen diese Vorschriften verstößt, unwirksam, von daher muss die Entscheidung in Polen Immobilien zu erwerben, genau durchdacht und gut vorbereitet sein.
b. Rechtslage für EU-Bürger (die nicht die polnische Staatsangehörigkeit besitzen)
Die Rechtslage für EU-Bürger ist seit dem Beitritt Polens zur EU einfacher geworden.
a.a. Grundsatz des genehmigungsfreien Immobilienerwerbs
Für ausländische (natürliche oder juristische) Personen aus der EU gilt jetzt, dass der Grundstückserwerb in Polen grundsätzlich genehmigungsfrei ist. Diese Regelung findet sich in Art. 1 Abs. 2 EGA. Danach bedarf der Erwerb von Grundstücken durch Ausländer der EU grundsätzlich nicht der Genehmigung.
b.b. Ausnahme von der Genehmigungsfreiheit
Vom obigen Grundsatz gibt es aber folgende Ausnahmen:
der Erwerb von Landwirtschafts- und Forstgrundstücken innerhalb von 12 Jahren ab dem EU- Beitritt Polens,
und der Erwerb eines zweiten Hauses innerhalb von 5 Jahren ab dem Tag des EU- Beitritts Polens (gilt nur für natürliche Personen)
dieser Zeitraum ist bereits abgelaufen und damit ist der Erwerb eines zweiten Hauses in Polen für Deutsche nicht mehr genehmigungspflichtig!
auch für EU-Ausländer immer noch genehmigungspflichtig.
Der Erwerb eines zweiten Hauses ist nun – nach dem Ablauf der 5-Jahresfrist – nicht mehr genehmigungspflichtig!
c.c. Ausnahme von der Genehmigungspflicht
Von dieser Genehmigungspflicht gibt es aber wiederum Ausnahmen.
Eine Genehmigung für die obigen Immobilien (Land- und Forstwirtschaft/ Zweitwohnung) bedarf es aber nicht, wenn:
ein Erwerb von Landwirtschaftsgrundstücken in den Wojewotschaften :
Niederschlesien, Kujawien-Pommern, Lubskie, Oppolen, Pommern, Ermland-Masuren, Großpolen, Westpommern–
seit wenigstens 7 Jahren diese Immobilien ordnungsgemäß gepachtet hat und diesen Zeitraum anhand eines Pachtvertrages nachweisen kann und wenn man seit diesem Zeitraum einenLandwirtschaftsbetrieb in Polen geführt und in der Republik Polen legal gewohnt hat,
Lublin, Lodz, Kleinpolen, Masowien, Untere Karpaten, Podlasien, Schlesien, Swietokryski-
seit wenigstens 3 Jahren diese Grundstücke ordnungsgemäß gepachtet hat und diesen Zeitraum anhand eines Pachtvertrages nachweisen kann und wenn man seit diesem Zeitraum einenLandwirtschaftsbetrieb in Polen geführt und in der Republik Polen legal gewohnt hat,
der Erwerber das Zweithaus (Immobilie) zum Zweck der wirtschaftlichen Betätigung im Bereich des Tourismus kaufen möchte.
Unter den Erwerb eines Zweithauses versteht man jeden Grundstückserwerb, der zum Ziel hat dort eine Wohnung zu nutzen oder zu errichten, die zu Wohn- oder Erholungszwecken dient. Das gilt nicht für den Erwerb von Wohnungseigentum.
Häufig wird den Kaufinteressenten in Polen – vor allem von Maklern – eingeredet, dass der Kauf einer Immobilie in Polen mittlerweile völlig unproblematisch ist. Hierbei wird vor allem vergessen, dass eineGenehmigung erforderlich ist, wenn der Erwerb zur Errichtung einer Zweithauses dient. In dem meisten Fällen wird dies der Fall sein! Bei der Auslegung des Rechtsbegriffes Zweithauses ist das Ministerium des Inneren eher großzügig, d.h. im Zweifel soll ein Zweithaus begründet werden. Hierzu gibt es kaum Rechtsprechung, da die Gesetzesänderung erst am 19. Juli 2004 erlassen wurde.
In meiner Praxis kamen auch schon Fälle vor, bei denen im notariellen Kaufvertrag einfach angeben wurde, dass das Grundstück zur Errichtung einer Erstwohnung dient, also, dass der (hier deutsche) Käufer seinenWohnsitz nach Polen verlegen möchte. Man dachte, dass man dadurch die Genehmigung aufgrund der Problematik der “Zweitwohungsklausel” umgehen könne. Solche Fälle enden meist mit hohen finanziellen Schäden für den Käufern. Es wurde übersehen, dass der beurkundende Notar nach Art. 8 a EGAverpflichtet ist innerhalb von 7 Tagen dem Minister für innere Angelegenheiten eine Kopie aus dem Kaufvertrag zu übersenden, wenn ein Ausländer in Polen ein Grundstück erwirbt. In solchen Fällen (Angabe der Gründung einer Erstwohnung im Kaufvertrag) kommt häufig die Aufforderung vom Ministerium die Verlegung des Wohnsitzes nachzuweisen. Wenn hierfür keine Belege eingereicht werden können, da diese Verlegung nur vorgeschoben ist, dann ist der gesamte Kaufvertrag nach Art. 6 EGA unwirksam, da er ursprünglich genehmigungspflichtig war und eine Genehmigung vor Abschluss des Vertrages nicht vorgelegen hat. Genaugenommen ist der Käufer nicht Eigentümer des Grundstückes geworden (in Polen hat die Eintragung ins Grundbuch nur deklaratorischen Charakter). Eine Heilung des Vertrages scheidet aus.
Zusammenfassung (stand Januar 2018):
Für die meisten Immobilienkäufe in Polen durch deutsche Staatsbürger ist nun keine Genehmigung mehr erforderlich! Dies gilt insbesondere auch für den Kauf eines zweites Hauses (dies war früher genehmigungspflichtig).
Es gibt hiervor aber Ausnahmen, wie z.B. der Erwerb von landwirtschaftlichen Grundstücken durch Ausländer (Gesetz aus dem Jahr 2016). Hier ist immer noch eine Genehmigung durch polnische Behörden notwendig.Ob ein solcher Grundstück vorliegt, weiß der deutsche Mandant aber meist nicht sicher. Der Kauf ist schon dann genehmigungspflichtig, wenn ein Teil des Grundstücks als landwirtschaftliches Grundstück ausgewiesen ist.
Vor dem Kauf einen polnischen Grundstücks sollte dies über einen Anwalt geprüft werden. Weiter sollte eine Prüfung des Kaufvertrages und des Grundbuches vor dem Kauf erfolgen. Insbesondere “Developer-Verträge” sollten gründlich überprüft werden.
Sollte eine Genehmigung erforderlich sein, gilt folgendes:
Liegt keine Genehmigung für einen genehmigungspflichten Grundstückskauf vor, so ist der gesamte Vertrag unwirksam. Die Unwirksamkeit kann sogar auf Antrag des Bürgermeisters der Gemeinde vom zuständigen Gericht ausgesprochen werden. Hier sollte auf jeden Fall professionelle Beratung durch einen Anwalt in Anspruch genommen werden. Auch wenn dies Kosten verursacht, ist doch der Schaden bei einem unwirksamen Immobilienkauf (Rückabwicklung des Vertrages/ Risiko, dass das Geld nicht mehr eintreibbar ist) weit aus höher.
Zu beachten ist beim Kauf ohne Genehmigungspflicht von daher:
Selbst nach dem Wegfall der Genehmigungspflicht für den Erwerb eines Zweithauses in Polen, ist der Grundstückserwerb in Polen bei bestimmten Grundstücken immer noch für Deutsche reglementiert . Dies gilt insbesondere für landwirtschaftliche Grundstücke. Dazu zählen auch Grundstücke, die zum Teil aus landwirtschaftlichen Flächen bestehen, was nicht immer für den deutschen Käufer ersichtlich ist. Wer sich heute als Deutscher ein Grundstück in Polen für mehrere Zehntausende Euro kauft ohne sich vorher über die Rechtslage zu informieren (und hier meine ich nicht das Nachfragen beim Verkäufer oder beim Makler), muss sich nicht wundern, wenn es später Probleme gibt, die evtl. nicht mehr zu korrigieren sind.
Bitte beachten Sie, dass ich – auch aus haftungsrechtlichen Gründen – keine kostenlose Beratung erteilen werde. Ich bin erstaunt über Anfragen, bei denen es um Grundstückskäufe in Polen für mehrere Hunderttausende Euro geht und die Mandanten “nur mal schnell wissen wollen”, ob man hierfür eine Genehmigung braucht.
Rechtsanwalt A. Martin – Kanzlei Stettin (Polen) – Rechtsanwalt Polen

References: Art. 1
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 Art. 8
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 Art. 3
 Art. 1
 Art. 6
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 Art. 6