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Timestamp: 2020-02-21 10:18:55+00:00

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Rücknahme und Aufhebung von sozialrechtlichen Entscheidungen
vom 23. Mai 2014 , zuletzt geändert am 20. November 2019
Behördliche Entscheidungen können nach dem SGB X unter bestimmten verfahrensrechtlichen Besonderheiten korrigiert werden. Bei der Korrektur behördlicher Entscheidungen spielen insbesondere die Vorschriften zur Rücknahme nach § 45 SGB X und zur Aufhebung nach § 48 SGB X eine besondere Rolle.
I. § 45 SGB X – Rücknahme eines rechts­wi­drigen be­günsti­genden Ver­waltungs­aktes 1. Be­schrän­kung der Rück­nahme 2. schutz­würdi­ges Ver­trauen 3. fehlender Ver­trauens­schutz 4. Rück­nahme­ermes­sen 5. Fristen für die Rücknahme 6. Rück­nahme­ermes­sen 7. Jahres­fristII. § 48 SGB X – Auf­he­bung eines Ver­wal­tungs­aktes mit Dauer­wirkung bei Än­derung der Verhält­nisse 1. Auf­hebung für die Zukunft 2. Aufhebung für die Ver­gan­gen­heit 3. Jahresfrist
I. § 45 SGB X – Rücknahme eines rechtswidrigen begünstigenden Verwaltungsaktes
(1) Soweit ein Verwaltungsakt, der ein Recht …
(Link: zum Gesetzestext hier im Internetautritt)§ 45 SGB X regelt die Rücknahme eines von Anfang an rechtswidrigen begünstigenden Verwaltungsaktes.
Demgegenüber wird der Tatbestand des nicht begünstigenden Verwaltungsaktes von § 44 SGB X erfasst. Die Aufhebung eines Verwaltungsaktes mit Dauerwirkung bei späterer Änderung der Verhältnisse regelt § 48 SGB X.
1. Beschränkung der Rücknahme durch Vertrauensschutz
Grundsätzlich soll sich der Bürger auf die Rechtmäßigkeit und die Bestandskraft einer für ihn positiven Entscheidung verlassen können. Die Rücknahme ist daher nur zulässig, wenn der Leistungsempfänger sich ausnahmsweise nicht auf den Vertrauensschutz berufen kann.
§ 45 Abs. 2 S. 1 SGB X
2. In der Regel schutzwürdiges Vertrauen
Das Vertrauen in den Bestand des Verwaltungsaktes ist in der Regel schutzwürdig. § 45 Abs. 2 Satz 2 SGB X führt zunächst den Tatbestand an, dass der Begünstigte Leistungen verbraucht hat. Als weiteren Tatbestand führt § 45 Abs. 2 Satz 2 SGB X die Vermögensdisposition an.
§ 45 Abs. 2 S. 2 SGB X
Das Vertrauen ist in der Regel schutzwürdig, wenn der Begünstigte erbrachte Leistungen verbraucht oder eine Vermögensdisposition getroffen hat, die er nicht mehr oder nur unter unzumutbaren Nachteilen rückgängig machen kann.
3. Fehlender Vertrauensschutz
Nur im Ausnahmefall kann sich der Betroffene nicht auf den Vertrauensschutz berufen:
4. Rücknahmeermessen
Kann sich der Betroffene nicht auf einen Vertrauenstatbestand berufen, hat die Behörde ihr Ermessen gemäß § 45 Abs. 1 SGB X auszuüben.
5. Fristen für die Rücknahme gemäß § 45 Abs. 3 SGB X
Ein rechtswidriger begünstigender Verwaltungsakt mit Dauerwirkung kann nach § 45 Abs. 3 SGB X nur bis zum Ablauf von zwei Jahren nach seiner Bekanntgabe zurückgenommen werden. Mit Ablauf der Zwei-Jahres-Frist nach Abs. 3 verlieren die öffentlichen Belange gegenüber dem Vertrauen des Berechtigten ihre Bedeutung.
Nur Ausnahmsweise gilt gemäß § 45 Abs. 3 S. 3 SGB X eine Zehnjahresfrist.
6. Beschränkung der Rücknahme für die Vergangenheit
Nur wenn die Voraussetzungen des § 45 Abs. 2 S. 3 oder des Abs. 3 S. 2 SGB X vorliegen, kann der Verwaltungsakt auch für die Vergangenheit zurückgenommen werden.
§ 45 Abs. 4 S. 1 SGB X
Nur in den Fällen von Absatz 2 Satz 3 und Absatz 3 Satz 2 wird der Verwaltungsakt mit Wirkung für die Vergangenheit zurückgenommen.
7. Jahresfrist seit Kenntnis der Behörde
Nach § 45 Abs. 4 Satz 2 SGB X muss die Behörde innerhalb eines Jahres seit Kenntnis der Tatsachen, die die Rücknahme eines rechtswidrigen begünstigenden Verwaltungsaktes für die Vergangenheit rechtfertigen, tätig werden. Wird die Frist versäumt, bleibt der Verwaltung nur noch die Möglichkeit der Aufhebung für die Zukunft, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind.
II.	§ 48 SGB X – Aufhebung eines Verwaltungsaktes mit Dauerwirkung bei Änderung der Verhältnisse
(Link: zum Gesetzestext hier im Internetautritt)§ 48 SGB X regelt den Fall der Aufhebung eines Verwaltungsaktes mit Dauerwirkung bei nachträglicher Veränderung der Verhältnisse. Die tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse müssen sich nach dem Erlass des Verwaltungsaktes geändert haben.
In Abgrenzung zu § 44 SGB X (Rücknahme eines rechtswidrigen nicht begünstigenden Verwaltungsaktes) regelt § 48 SGB X den Fall, dass sich die Verhältnisse nachträglich geändert haben, während § 44 SGB X den Fall der anfänglichen Rechtswidrigkeit regelt und zudem die Rücknahme eines rechtswidrigen nicht begünstigenden Verwaltungsaktes erfasst. § 45 SGB X regelt demgegenüber die Rücknahme eines rechtswidrigen begünstigenden Verwaltungsaktes, wobei der Zustand der Rechtswidrigkeit von Anfang an bestanden hat. § 48 SGB X erfasst Veränderungen in den für das Sozialrecht typischen Dauerrechtsverhältnissen. Erfolgt eine wesentliche Änderung auch bereits kurz nach Wirksamwerden des Verwaltungsaktes, richtet sich die Rechtsfolge nach § 48 SGB X und nicht mehr nach § 45 SGB X. Demzufolge soll auch ein von Anfang an rechtswidriger Bescheid nach § 48 SGB X zurückgenommen werden können, wenn eine weitere Änderung eintritt.
1. Aufhebung eines Verwaltungs­aktes für die Zukunft gemäß § 48 Abs. 1 Satz 1 SGB X
Die Rechtsfolge des § 48 Abs. 1 Satz 1 SGB X ist die zwingende Aufhebung für die Zukunft.
Soweit in den tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnissen, die beim Erlass eines Verwaltungsaktes mit Dauerwirkung vorgelegen haben, eine wesentliche Änderung eintritt, ist der Verwaltungsakt also mit Wirkung für die Zukunft aufzuheben.
2. Aufhebung eines Verwaltungs­aktes vom Zeitpunkt der Änderung der Ereignisse an gemäß § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB X
Unter engeren Voraussetzungen wirkt die Veränderung der rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse auch in die Vergangenheit zurück, § 48 Abs. 1 S. 2 SGB X.
§ 48 Abs. 1 S. 2 SGB X
Der Verwaltungsakt soll mit Wirkung vom Zeitpunkt der Änderung der Verhältnisse aufgehoben werden, soweit eine der Voraussetzungen nach § 48 Abs. 1 Satz 2 Nrn. 1 bis 4 SGB X gegeben ist. Im Regelfall – wenn auch nicht zwingend – wirkt die Aufhebung damit auch in die Vergangenheit und somit rückwirkend, es sei denn, es liegt ein atypischer Fall vor, der es gebietet, dass hiervon abweichend entschieden wird. Das Gesetz knüpft die Rechtsfolge der Aufhebung an ein „soll“. Dieses ist grundsätzlich als „muss“ zu lesen (vgl. dazu z. B. LSG Bayern, Urteil vom 10. Februar 2010, L 13 R 536/08). Nur in atypischen Fällen darf und muss die Behörde Ermessen ausüben.
Selbst bei atypischen Fällen muss aber die Behörde ihr Ermessen nach § 48 Abs. 1 S. 2 SGB X nicht ausüben, wenn es z. B.um die Rückforderung von Leistungen nach dem SGB II und SGB III geht. Dann gilt § 330 SGB III. Eine Ermessensausübung scheidet dann aus.
§ 40 Abs. 2 Nr. 3 SGB II
… Entsprechend anwendbar sind die Vorschriften des Dritten Buches über
(Nr. 3) die Aufhebung von Verwaltungsakten (§ 330 Abs. 2, 3 Satz 1 und 4)
Liegen die in § 48 Abs. 1 Satz 2 des Zehnten Buches genannten Voraussetzungen für die Aufhebung eines Verwaltungsaktes mit Dauerwirkung vor, ist dieser mit Wirkung vom Zeitpunkt der Änderung der Verhältnisse aufzuheben.
3. Jahresfrist seit Kenntnis der Behörde
Auch bei § 48 SGB X kann die Behörde den Verwaltungsakt in der Regel den Bescheid nur innerhalb eines Jahres seit Kenntnis der Tatsachen zurücknehmen, welche die Aufhebung rechtfertigen, § 48 Abs. 4 in Verbindung mit § 45 Abs. 4 SGB X.
§ 45 Rücknahme eines rechtswidrigen begünstigenden Verwaltungsaktes (1) Soweit ein Verwaltungsakt, der ein Recht oder einen … | mehr
Im November 2015 ergeht ein Bewilligungsbescheid für den Zeitraum 11/15 bis 04/16 über Zahlung eines monatlichen Lastenzuschusses. Spontan ergibt sich die Möglichkeit der Arbeitsaufnahme ab 01.03.16, die vermutlich zum Wegfall der Leistung führt. Mitteilung an die Leistungsstelle am 02.03.16 mit der Bitte Zahlungen einzustellen bis die Neubescheidung erfolgt (damit keine Rückzahlungsansprüche entstehen). Die Zahlung für 03/16 war schon angewisesen, mir aber nicht bewusst, dass diese Zahlung unberechtigt ist. Zahlungen wurden eingestellt. Mehrmals um Sachstandsmitteilung gebeten. 08/16 ergeht ein Bescheid, wonach ab 03/16 und auch folgend kein Anspruch mehr besteht. Hier wurde erneut um Hereingabe der Lohnabrechnungen etc gebeten. Rückforderungsbescheid ergeht am 02.06.2017 mit der Begründung ich sei meiner Mitteilungspflicht nicht nachgekommen. Frage:
Ist hier die Jahresfrist –Rücknahmefrist nach § 45 Abs. 4 SGB X anzuwenden, bzw ist diese nicht schon abgelaufen? Kenntnis der Tatsachen wurden von der Behörde im März 2016 erlangt. Die DERZEITIGE Sachbearbeiterin meinte die Jahresfrist beginnt erst im August 2016, da dort die Bescheidung erfolgte.
Sollten durch die Beantwortung dieser Nachricht Kosten entstehen, antworten Sie bitte nicht. Ich bin davon ausgegangen, dass hier eine kurze Antwort ganz ohne jegliche Gebühren gegeben wird.
Hallo Fau Alkan,
§ 48 SGB X – nicht § 45 SGB X – scheint nach den von Ihnen geschilderten Umständen einschlägig zu sein.
Nach Erlass des Ausgangsverwaltungsaktes (des ursprünglichen Bewilligungsbescheides) haben sich die Umstände geändert (Einkommen wurde erzielt). Gemäß § 48 Abs. 1 Nr. 3 SGB X kann der Verwaltungsakt ab dem Zeitpunkt der Änderung der Verhältnisse aufgehoben werden. § 45 Abs. 4 SGB X ist dann nicht einschlägig.
mir wurde meine Erwerbsminderungsrente falsch berechnet. Aus technischen Gründen als ich auf ein Pargafen aufmerksam machte wurde, wurde es entdeckt und ich bekam 4 Jahre kein Rentenerhöhung bis der Betrag ausgeglichen ist.
Meine Frage – darf man das so machen weil mir wurde zugesichert, dass alles richtig ist. Ich wurde im nachhinein benachteiligt.
Hallo Herr Erdogan,
aus den Schilderungen von Ihnen kann ich mir den Sachverhalt nur schemenhaft „zusammenreimen“ – Ob eine Überzahlung der Rentenversicherung, die nicht auf ein schuldhaftes Verhalten von Ihnen zurückzuführen ist, zu einem Erstattungsanspruch der Rentenversicherung führt, kann durchaus zweifelhaft sein.
Bitte nur bei kostenloser Beratung:
Neuer Bescheid der ARGE:
Die Entscheidung zur Aufhebung beruht auf § 48 Absatz 1 Satz 1 Zehntes Sozialgesetzbuch – SGB X in Verbindung mit § 40 Absatz 1 Satz 1 SGB II. Die Entscheidung ist mit Wirkung für die Zukunft im Zeitraum zurückzunehmen. (01.02.2018 – 30.04. 2018)
– Berücksichtigung eines fiktiven Einkommens in Höhe von 450,00 € Brutto aus Einkommen
Ich verdiene aber bisher nur zwischen 80,- und 180,- € seit Dez. 17 pro Monat.
Erhalte ich automatisch das fehlende Geld nachgezahlt, ist das richtig so? Bekomme normalerweise 813,00 und jetzt nur 533,00 (Regelbedarf nur 136,00, Miete 397,00) oder muss ich was tun??
Hier bedarf es neben dem Widerspruch auch der Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung in einem sozialgerichtlichen Eilverfahren, wenn Sie dringend auf das Geld angewiesen sind (vgl. dazu „Aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen einen Erstattungs- und Rückforderungsbescheid des Jobcenters„).
Meine Lebensgefährtin hat einen Aufhebungsbescheid zur Übernahme der KiTa-Gebührennach § 48 SGB X inkl. einer Rückforderung nach § 50 Abs. 1 für ihren Sohn bekommen. Keines der im Aufhebungsbescheid genannten Schreiben mit der Aufforderung zum Nachweis der Einkommensverhältnisse, ist ihr bekannt und auffindbar.
Inwiefern kann man auf Kulanz seitens der Behörde hoffen/bitten, da wir keinen Nachweis zum Nichterhalt der Briefe haben und die Rückforderung für uns quasi nicht zu bewältigen ist.
wenn Sie für die Entscheidung der Behörde relevante Schreiben nicht erhalten haben, dann muss im Ergebnis wohl die Behörde den Nachweis des Zugangs führen. Sinngemäß dürften die Ausführungen in dem Beitrag „Zugang eines Verwaltungsaktes, § 37 SGB X – Behauptung des Nichtzugangs eines mittels einfachen Briefs übersandten Verwaltungsaktes“ auch für den Zugang einfacher Schreiben gelten:
Erforderlich ist insoweit, dass der Adressat plausibel darlegt, dass ihm der Verwaltungsakt nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt zugegangen ist. Das schlichte Bestreiten des Adressaten, der Verwaltungsakt sei ihm nicht zugegangen, reicht allerdings nicht aus. …
Borau, Simone
Seit 02/2009 Bezug einer ausländischen Rente. Kenntnis der Behörde erst 09/2018. Grundsicherung nach dem SGB XII seit 05/08. Aufhebung sämtlicher im Rentenbezugszeitraum ergangener Bewilligungsbescheide gem. Par. 48/50 SGB X?
Hallo Frau Borau,
ja … da scheint sich ein Problem zu ergeben …
Zu befürchten sind erhebliche Erstattungsansprüche … eine Rente dürfte evtl. bedarfsdeckend und bedarfsmindernd zu berechnen sein.
mein Mann ist selbstständig, ich arbeitssuchend. ALG II beantragt – 1. Mal abgelehnt. Widerspruch gemacht, weil Einkommensteuernach- und Vorauszahlung nicht berücksichtigt. 2. Ablehnung, aber Bewillung von KV-Zuschüssen.
Berücksichtigt wurde aber nur EKS-Vorauszahlung.
Erneut Widerspruch eingereicht. Nun 2 Monate Leistungsbezug und damit Überzahlung durch Zuschüsse, andere Monate Bezuschussung erhöht.
Erstattungsbescheid für die 2 überzahlten Monate erhalten. Grundlage 40 Abs. 1 SGBII und 50 SGB X. Widerspruch eingelegt, weil wir Überzahlung nicht verschuldet haben. Widerspruch wurde abgelehnt. Gemäß 50 SGB X müssen wir zahlen. Klage eingereicht.
Richter verschaffte sich im schriftl. Verfahren Überblick und empfahl uns dann Klagerücknahme.
Nach Rücksprache mit RA Klage zurückgenommen. Jetzt gelesen, dass 50 SGB X Aufhebung nach 45, 48 SGB X unmittelbar vorauszugehen hat, d. h. Verschulden Leistungsempfänger. Ist das korrekt und kann der (ggf. rechtswidrige) ablehnende Widerspruchsbescheid (vom 22.3.17) noch angegriffen werden? Vielleicht über 44 SGB X? Für eine schnelle, kostenfreie Antwort bin ich sehr dankbar.
wenn Sie schon einen Rechtsanwalt mit der Angelegenheit beauftragt hatten, sollten Sie diesen Rechtsanwalt auch entsprechend um Rat fragen. Der Sachverhalt wirkt auf den ersten Blick jedenfalls recht kompliziert.
*Antwort bitte nur, wenn diese keine Kosten verursacht *
Ich Habe nach Schlaganfall 2001 einen Schwerbeschädigtenausweis mit dem Zusatz „G“ für Gehbehinderung erhalten. Nun hatte ich beim Versorgungsamt einen weiteren Antrag für eine Begleitperson gestellt. Im hiesigen Zusammenhang ist der Behörde aufgefallen, dass sich meine gesundheitlichen Einschränkungen angebl. verbessert haben. die Voraussetzungen für die Feststellung des Merkzeichens „G“ lägen nicht mehr vor. Daher sei die Voraussetzung für eine Neufeststellung gemäß Par. 48 SGB X erfüllt. Ich habe nun das Recht mich zu äußern, Anhörung gem. Par. 24 SGB X. Danach ist eine Neubescheidung angekündigt. Kann ich gegen die Neubescheidung etwas tun? Denn, hätte ich mich nicht an das Versorgungsamt gewandt, hätte eine solche Prüfung bzw Neubescheidung gar nicht stattgefunden.
wenn sich Ihre gesundheitliche Lage nicht gebessert hat, sollten Sie dies doch auch im Rahmen der Anhörung gegenüber dem Versorgungsamt ausführen.
Sollte dann die angekündigte Neufeststellung erfolgen, sollten Sie Widerspruch einlegen.
Fall Beschreibung (grob):
3 Nebenkostenguthaben gemeldet per Fax mit Sendebericht.
Bei allen 3 kein Bescheid zur Aufhebung, Erstattung und Zahlungsaufforderung (Rückforderungsbescheid).
Die Jahresfrist von 1 Jahr ist bei allen 3 abgelaufen.
Nun habe ich eine Frage zum § 45 Absatz 2 Satz 2:
„Das Vertrauen ist in der Regel schutzwürdig, wenn der Begünstigte erbrachte Leistungen verbraucht oder eine Vermögensdisposition getroffen hat, die er nicht mehr oder nur unter unzumutbaren Nachteilen rückgängig machen kann. “
Ich habe alle 3 Guthaben noch auf meinem Girokonto geparkt und wollte damit eventuelle Ersatzanschaffungen von Haushaltsgeräte (Beispiel Herd, Waschmaschiene) zurücklegen. Da ich Online vergleiche und auch dort bestelle, macht es keinen Sinn das Geld abzuheben.
Oder muss ich nun das Guthaben schnellstens verbrauchen, da sonst das Jobcenter irgendwie mit Rückforderungen ankommen könnte!?
Über eine kostenfreie aufklärende Antwort wäre ich dankbar.
zunächst gehe ich davon aus, dass § 48 SGB VI die richtige Aufhebungsnorm ist.
Auf die Aufhebung gemäß § 48 SGB X findet die Jahresfrist gemäß § 45 Abs. 4 S. 2 SGB X allerdings gemäß § 48 Abs. 4 S. 1 SGB X entsprechend Anwendung.
Es geht nur um den § 45 Absatz 2 Satz 2 SGB X zitierten Satz.
Die Rückforderung nach den von Ihnen genannten Rechtsnormen ist ausgeschlossen, da ich alles einwandfrei dem Jobcenter per Fax mit Sendebericht zugesendet habe. Die haben schlichtweg geschlafen. Eine Rückforderung somit ausgeschlossen! Siehe gesetzliche Grundlage:
„(4) § 44 Abs. 3 und 4, § 45 Abs. 3 Satz 3 bis 5 und Abs. 4 Satz 2 gelten entsprechend. § 45 Abs. 4 Satz 2 gilt nicht im Fall des Absatzes 1 Satz 2 Nr. 1.“
> § 45 Abs. 3 Satz 3 bis 5 und Abs. 4 Satz 2 gelten entsprechend.<
§ 45 SGB X Abs. 4 Satz 2:
"Die Behörde muss dies innerhalb eines Jahres seit Kenntnis der Tatsachen tun, welche die Rücknahme eines rechtswidrigen begünstigenden Verwaltungsaktes für die Vergangenheit rechtfertigen."
Es wurden keinw Bescheide zur Aufhebung, Erstattung und Zahlungsaufforderung mir zugestellt, somit darf ich das Guthaben behalten.
Es geht also nur um die Frage zum § 45 Absatz 2 Satz 2 SGB X zitierten Satz. Ausgeben? Auf dem Konto belassen? Inzwischen könnte es auch selbst erspartes sein
ich frage mich ob ich eine verdammt bittere Pille schlucken muss.
Mir wurden für 10/16-03/17 Leistungen nach § 41 a SGB II bewilligt.
Am 23.03. reichte ich den Weiterbewilligungsantrag ein und bekam am 25.03.2017 einen Ablehnungsbescheid. Mein monatliches Einkommen würde 1890,- Euro abzgl. Freibeträge 1590,- mtl. betragen. Am 30.05.2017 gab ich die abschließende Angaben EKS für den Erstbewilligungszeitraum ab. Am 02.06.2017 erhielt ich den Bescheid. Danach hätte ich 25.000,- Euro verdient. Begründet wurde das mit einer Umrechnung. Weitere Gründe wurden nicht genannt. Widerspruch erging am 12.06.2017. Im Juli 2018 bekam ich eine Mahnung weil ich die Zuschüsse zu der PKV und PV nicht zurückerstattet hatte. Ich berief mich auf den Widerspruch und bat den Inkasso Service die Bearbeitung anzuregen, was man auch tun wollte. Ende Februar 2019 erfuhr ich das i.d.R. innerhalb von 3 Monaten über meinen Widerspruch zu entscheiden war und drohte eine Untätigkeitsklage an. Dann ging alles schnell und meinem Widerspruch wurde in vollem Umfang stattgegeben. Darin wurde mir erklärt das angeblich für den Wareneinkauf, den Steuerberater und Aufwendungen für betriebliche Darlehen keine Nachweise vorgelegen hätten. Das stand in der Begründung des Bescheides nicht. Sie waren vollständig.
Ich bin nicht bilanzierungspflichtig und meine Belege werden nicht nach Belegart sortiert, sondern nach Kasse und Bank. Somit waren sie vollständig. — Ich lebe und leide seit Ende 2013 unter einem massiven Nachbarschaftsstreit und meine Mutter wurde ab 2017 pflegebedürftig ( Demenz, COPD und mehr ). Meine Mutter hat mich dann finanziell über Wasser gehalten. Um die Angelegenheit Jobcenter konnte ich mich nicht auch noch kümmern, ich war psychisch am Ende. Gegen den Ablehnungsbescheid habe ich keinen Widerspruch eingelegt weil ich nach dem Lesen eines Hinweises davon ausging, das meine Mutter zur Bedarfsgemeinschaft gehört und ihre Rente wenigstens teilweise eingerechnet wurde. Sie verstarb Ende Juni 19, im Juli 2019 beantragte ich erneut Leistungen und das Theater geht weiter. Selbe Sachbearbeiterin, selbes Spiel. Meine Frage zum alten BWZ. Durfte vor dem Bescheid zum Erstantrag vom 2.6.2017 überhaupt ein Ablehnungsbescheid ergehen? Es lag nichts vor woraus 1890,- mtl. abgeleitet werden konnten und Sicherheitsaufschläge waren lt. fachlicher Weisung unzulässig. Reicht eine Umrechnung als Begründung ohne die tatsächlichen Gründe zu nennen? Für die Rückforderung der Zuschüsse wurde nach Eingang meines Widerspruches eine Mahnsperre für 1 Jahr verhängt, obwohl bekannt sein dürfte, dass man innerhalb 3 Monaten zu entscheiden hat. Ich hätte einen Anspruch auf Leistungen von 04/17-06/19 gehabt und bin regelrecht um meinen Anspruch betrogen worden. Nun lese ich seit 10 Tagen in den SGB,s, den fachlichen Weisungen und Rechtssprechungen, Habe ich angesichts der ganzen Manipulationen noch Möglichkeiten nach den SGB,s, kann ich dagegen Klagen ? Mein Wohneigentum steht auf dem Spiel und es stellt kein verwertbares Vermögen dar, weil es von 2 Nachbargrundstücken gefährdet wird. Deshalb kann ich es nicht verkaufen, muss aber noch an die Bank zahlen. Selbständiges Beweisverfahren habe ich hinter mir, Bauaufsicht lehnt ein Einschreiten trotz SVG ab, Klage wurde im April 2019 eingereicht.
Die Information über die Mahnsperre erhielt ich telefonisch, alles andere ist den Bescheiden und dem Schriftverkehr zu entnehmen.
der Sachverhalt ist schon derart umfangreich, dass ich hier tatsächlich keinen „Blick in die Glaskugel“ wage.
Alle Unterlagen sollte sich einmal ein Fachkundiger anschauen und dann sollte gemeinsam überlegt werden, was getan werden kann.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich hier nicht „hereinknien“ kann. … Bei Vorlage aller Unterlagen würden sich die aufgeworfenen Fragestellungen wahrscheinlich auch etwas anders darstellen. …

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