Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.10.2017&Aktenzeichen=XII%20ZB%20525%2F16
Timestamp: 2019-04-23 15:17:57+00:00

Document:
BGH, 18.10.2017 - XII ZB 525/16 - dejure.org
§ 1600 Abs. 2 BGB, § 182 Abs. 1 FamFG, Art. 20 EGBGB, Art. 19 EGBGB, Art. 20 Satz 1 EGBGB, Art. 19 Abs. 1 Satz 1 EGBGB, § 1592 Nr. 2 BGB, Art. 8 EMRK
Art 19 BGBEG, Art 20 BGBEG, § 1600 Abs 2 BGB, Art 6 Abs 2 S 1 GG, Art 8 MRK
BGB § 1600 Abs. 2; FamFG § 182 Abs. 1; EMRK Art. 8
Anfechtung der Vaterschaft durch biologischen Vater bei Bestehen einer sozial-familiären Beziehung zwischen rechtlichem Vater und Kind
EGBGB Art. 19; EGBGB Art. 20; BGB § 1600 Abs. 2
EGBGB Art. 19 ; EGBGB Art. 20 ; BGB § 1600 Abs. 2
Voraussetzungen der Vaterschaftsanfechtung durch den biologischen Vater
Familienrecht - Vaterschaftsanfechtung durch den biologischen Vater
AG Bernau, 16.11.2015 - 6 F 1010/14
NJW-RR 2018, 68
MDR 2018, 34
FamRZ 2018, 41
Bei Bestehen einer sozial-familiären Beziehung zwischen Kind und rechtlichem Vater ist der Antrag des leiblichen Vaters auf Anfechtung der Vaterschaft stets unbegründet (Fortführung von Senatsbeschluss vom 18. Oktober 2017, XII ZB 525/16, zur Veröffentlichung bestimmt und Senatsurteil vom 6. Dezember 2006, XII ZR 164/04, BGHZ 170, 161 = FamRZ 2007, 538).
bb) In zeitlicher Hinsicht kommt es abgesehen vom Fall, dass der rechtliche Vater verstorben ist, für das Bestehen der sozial-familiären Beziehung auf den Abschluss der Beschwerdeinstanz als der letzten Tatsacheninstanz an (Senatsbeschluss vom 18. Oktober 2017 - XII ZB 525/16 - zur Veröffentlichung bestimmt mwN; Senatsurteil BGHZ 170, 161 = FamRZ 2007, 538, 539).
Die Frage, ob die bestehende gesetzliche Regelung auch zukünftig noch rechtspolitisch wünschenswert erscheint oder ob den Interessen des leiblichen Vaters ein höherer Stellenwert gebührt, fällt schließlich in die alleinige Zuständigkeit des Gesetzgebers (Senatsbeschluss vom 18. Oktober 2017 - XII ZB 525/16 - zur Veröffentlichung bestimmt).
Dementsprechend hat das Bundesverfassungsgericht in seiner nachfolgenden Rechtsprechung die gesetzliche Regelung nicht beanstandet (BVerfG FamRZ 2015, 817 f. mwN; vgl. Senatsbeschluss vom 18. Oktober 2017 - XII ZB 525/16 - zur Veröffentlichung bestimmt mwN).
Die Gesetzeslage ist schließlich auch mit Art. 8 EMRK vereinbar(vgl. BVerfG FamRZ 2015, 817; Senatsbeschluss vom 18. Oktober 2017 - XII ZB 525/16 - zur Veröffentlichung bestimmt).
Zwar ist verfassungsrechtlich grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn der leibliche Vater zum Schutz einer bestehenden rechtlich-sozialen Familie von der Vaterschaftsanfechtung ausgeschlossen ist (vgl. BVerfGE 108, 82 ;… s. auch BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 24. Februar 2015 - 1 BvR 562/13 -, www.bverfg.de, Rn. 7; BGH, Beschluss vom 18. Oktober 2017 - XII ZB 525/16 -, juris, Rn. 14 m.w.N.).

References: § 1600
 § 182
 Art. 20
 Art. 19
 Art. 20
 Art. 19
 § 1592
 Art. 8
 § 1600
 § 1600
 § 182
 Art. 8
 Art. 19
 Art. 20
 § 1600
 Art. 19
 Art. 20
 § 1600
 Art. 8