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Timestamp: 2018-11-18 07:49:40+00:00

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§64 StGB: Hinreichende Aussicht auf Behandlungserfolg > Rechtsanwalt Ferner Alsdorf > Strafrecht > betäubungsmittelstrafrecht, nstz, strafzumessung, Unterbringung nach §63 und §64 StGB, untersuchungshaft > Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf
Veröffentlicht am 9. Juli 2018 9. Juli 2018 von Rechtsanwalt & Fachanwalt für IT-Recht Jens Ferner
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„Zwar handelt es sich bei dem angeführten Gesichtspunkt um einen prognosegünstigen Umstand. Dieser Hinweis vermag jedoch für sich genommen die Annahme einer hinreichend konkreten Erfolgsaussicht nicht zu tragen, wenn und soweit nach den Feststellungen auch gewichtige prognoseungünstige Faktoren bestehen (vgl. Senat, Beschluss vom 21. Januar 2014 – 2 StR 650/13, BGHR StGB § 64 Abs. 2 Erfolgsaussicht 2). In einem solchen Fall bedarf es einer Gesamtwürdigung der Täterpersönlichkeit und aller sonstigen prognoserelevanten Umstände (vgl. BGH, Beschluss vom 21. April 2015 – 4 StR 92/15, NStZ 2015, 571, 572).“
Vorliegend störte sich der BGH daran, dass das Gericht einzelne Aspekte nicht in die Gesamtwürdigung hat einfließen lassen:
So den seit langem und dauerhaft bestehenden Beikonsum verschiedener BTM, der auch noch erfolgreich verheimlicht wurde:
Eine gut 10 Jahre vorher wegen Aussichtslosigkeit abgebrochene Maßnahme nach §64 StGB;
Erfolglose Rückstellungen nach §35 StGB;
Keinerlei vorhandene Abstinenzzeiten
Weiterhin mit Kritik blickt der BGH auf die in der Praxis gerne hinten an gestellte Frage des Vorwegvollzugs:
„Darüber hinaus hätte das Landgericht die Frage eines Vorwegvollzugs eines Teils der Strafe (§ 67 Abs. 2 Satz 2 StGB) näher prüfen und in den Urteilsgründen erwägen müssen. Zwar ist § 67 Abs. 2 Satz 2 StGB als Soll- Vorschrift ausgestaltet, so dass in Ausnahmefällen auch von der Anordnung des Vorwegvollzugs abgesehen werden kann (vgl. BGH, Beschluss vom 9. November 2017 – 1 StR 456/17, StraFo 2018, 172). Dies bedarf jedoch näherer Darlegung und Erörterung. Diese war auch nicht deshalb entbehrlich, weil der vorweg zu vollziehende Teil der Strafe bereits vollständig durch Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft erledigt und deshalb für die Anordnung eines Vorwegvollzugs kein Raum wäre (vgl. BGH, Beschluss vom 23. Januar 2018 – 5 StR 625/17, StraFo 2018, 79). Diese Voraussetzungen waren hier unter Berücksichtigung einer Halbstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten, einer von der Strafkammer prognostizierten Behandlungsdauer von eineinhalb Jahren und der zum Urteilszeitpunkt sechseinhalb Monate dauernden Untersuchungshaft nicht gegeben.“
Der Bundesgerichtshof (3 StR 602/14) hat sich nochmals zum Propagandamittel im Sinne des §86 StGB geäußert und musste erneut klarstellen, dass man hier nicht zu früh ein Propagandamittel annehmen darf.…
KategorienStrafrecht Schlagwörterbetäubungsmittelstrafrecht, nstz, strafzumessung, Unterbringung nach §63 und §64 StGB, untersuchungshaft
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References: §63
 §64
 §64
 § 64
 BGH 
 §64
 §35
 BGH 
 § 67
 §86
 §63
 §64
 §312