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Timestamp: 2020-06-01 08:09:32+00:00

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Protokoll über den Schulhausbau 1900 - dorfmuseumsools Webseite!
Protokoll über den Schulhausbau 1900
(Landesarchiv Glarus, Gemeindearchiv):
Protokoll über den Schulhausbau der Gemeinde
Jakob Jenny, Gemeindeschreiber
Angefangen im August
originalgetreu abgeschrieben von Fridolin Baumgartner, 2009/2010
Kund und zu wissen sei mit Gegenwärtigem, dass durch die Gemeindeversammlung vom April des Jahres 1900 der Bau eines Schulhauses beschlossen wurde.
Für den diesbezüglichen Antrag, welcher vom Schulrate in Mehrheit gestellt wurde stimmten 50, gegen denselben 46 Bürger. Besondere Erwähnung verdienen die in vorliegender Frage gehaltenen Voten, welche, was ehrend hervorgehoben werden kann, allgemein sachlich gehalten wurden. Für den Antrag sprechen sich fünf Redner, ebensoviele gegen denselben aus. Jene erörtern in bezeichnender Art und Weise die Mängel des bestehenden Schulhauses, sowohl als Schul- Gemeindeversammlungs- und Gemeinderatslokal, als auch als Feuerwehrutensilien- und Werkzeuglokal. Sämmtliche betonen, dass dasselbe nun seit 68 Jahren benutzt worden (Im Jahre 1832 erbaut) in Folge dessen in verschiedener Hinsicht nicht mehr seinem Zweck entspreche und somit ein neues Schulhaus erbaut werden sollte. – Gegnerischerseits macht sich besonders aus finanziellen Gründen, die Ansicht geltend, dass mit dem Bauen noch einige Jahre zugewartet, d.h. es sei vorliegender Antrag vorläufig zu verschieben. Zu bemerken ist ferner noch, dass keiner der Gegner die Nothwendigkeit eines Neubaus irgendwie bestritten hätte.
Mit Rücksicht auf die finanzielle Tragweite vorliegenden Beschluss betreffend, mag es hier am Platze sein die finanzielle Situation des Tagwens zu skizziren. An die Baukosten, welche voraussichtlich auf zirka 50 – 60‘000 Fr. sich belaufen werden, ist eine Landessubvention von 20% in Aussicht gestellt. Ferner besitzt der Tagwen einen Baufond von 11‘000 Fr. welcher ausschliesslich durch freiwillige Beiträge gesteuert wurde. Gründer desselben Hr. Kaspar Jenny sel. z. Soolerbogen in Glarus im Jahre 1878. Ein weiterer schöner Beitrag von Fr. 5000 vergabte zu diesem Zweke Hr. Dr Schaeppi in Mitlödi. Es wäre somit nach Abzug dieser beiden Aktivposten durch den Tagwen noch zirka Fr. 30‘000 zu amortisieren. Die Tagwensschuld selber beträgt gegenwärtig 15‘000 Fr. Allein mit Rücksichtnahme auf die, infolge hohen Unterhaltungskosten unseres Strassennetzes vermehrten Ausgaben und die zurükgegangenen Lehenerträge namentlich unserer Alpen reduzierten Einnahmen, kann die finanzielle Lage keineswegs eine rosige genannt werden. Ist daher die starke Opposition gegen das Bauprojekt aus diesen Ursachen leicht zu erklären. Und doch wenn wir einen Blik auf die Vergangenheit punkto Gemeindeverhältnisse werfen, wie viel haben unsere Vorväter erkämpft und erstrebt zum Vortheil für uns. Wie waren Sie von edlem Opfersinn belebt, wo es galt das Gebiet, das Besitztum unseres kleinen Gemeindewesens zu erweitern und zu mehren. Schufen sie nicht ein ausgedehntes Strassennetz durch ihrer Hände Arbeit zu unserer Bequemlichkeit? Und wir – sollten wir sich liebloser gegen unsere Nachkommen sich zeigen, als jene gegen uns? Nein. Wir wollen unverzagt auf unsere Kraft vertrauen, in die Zukunft bliken und ein jeder nach Vermögen Hand ans Werk legen, jeder an seinem Platze, damit dasselbe seiner glücklichen Vollendung entgegen gehe, zum Segen für die gegenwärtige und zukünftige Generationen.
Ist es doch das Ideal jedes denkenden Menschen, jedes Familienvaters seine Kinder in einem hellen geräumigen Schullokal untergebracht zu wissen, der Stolz jedes Bürgers ein für die Zukunft entsprechendes Gemeindehaus zu besitzen, um darin über Wohl und Wehe, Rechte und Gesetze zu beraten. Möge dasselbe je und je seinem edlen Zweke erhalten bleiben. Damit Gott befohlen.
a. Baukommission
Dieselbe wird vorläufig aus den Mitgliedern des Gemeindrates gebildet, nämlich: Hr. Rudolf Jenni, Gemeindepräsident
Hr. Samuel Blesi, Steuergutsverwalter
Hr. Joh. Ulrich Luchsinger, Schulgutsverwalter Hr. Peter Dürst, Gemeindrat
Hr. Jakob Jenny, Tagwensverwalter
Hr. Jakob Jenny, Gemeindeschreiber als Aktuar
Im Weitern wird die Bestimmung getroffen event nach Bedürfnis eine erweiterte Kommission zu ernennen. Prot.kollauszug v. 9. Juni 1900 §10
b. Expertenkommission
Laut Gemeinderatsbeschluss vom 9. Juni 1900 wird, um womöglich betr. Platz- und anderweitiger Fragen eine glückliche Lösung zu erzielen, eine Expertenkommission ernannt, welche aus 4 Mitgliedern besteht, die mit Recht in dieser Angelegenheit als Fachmänner bezeichnet werden können, nämlich
Hr. Hauptmann Alfred Tschudi, Schwanden Hr. Sekundarlehrer Conrad Auer, Schwanden Hr. Fabrikant Dr. Henry Schaeppi, Mitlödi
Hr. alt Schulinspektor Heinrich Heer, Mitlödi
Sämmtliche Herren erklären sich, auf die unserseitigen Anfragen als mit der Wahl einverstanden.
Vergebung der architektonischen Arbeiten
Für Übernahme dieser Arbeiten haben sich angemeldet:
a) Hr. Architekt Felix Jenni in Glarus anerbietet sich, sämtliche einschlägigen Arbeiten a 3% der Kostensumme zu übernehmen.
b) Hr. Architekt Josef Schmid in Glarus unter Honoraranspruch von 4% der Kostensumme falls diese weniger als 50‘000 Fr. betragen sollte, andernfalls 3 ½ %. Auf schriftliche Anfrage erklärt sich Letzterer fragliche Arbeiten zu den nämlichen Konditionen wie Hr. Jenni zu übernehmen. Mit Berücksichtigung der einbezogenen beidseitigen Referenzen wird diese Arbeit von der Baukommission in Mehrheit a 3% der definitiven Bausumme übertragen.
Hrn. Architekt J. Schmid in Glarus
Kommission den 18. Juni 1900
betr. Besprechung der Vorfragen z. Schulhausbau, ausgeführt von sämtl. Mitgliedern der Bau- kommission u.
Hrn Architekt J. Schmid
Nachmittags halb Drei Uhr finden sich sämmtliche Herren auf dem Schulhaus zusammen ein, um vorerst gemeinsam eine Besichtigung der zwei, vorläufig in Aussicht genommenen Bauplätze (alter Schulhausplatz und sogen. Scheibenhügel) vorzunehmen.
Nachdem dies bewerkstelligt, äussert sich Hr. Schmid sehr beifällig über dieselben, und eröffnet zugleich, dass er demnächst deren Vermessung vorzunehmen gedenke, um für jeden derselben spezielle Planaufnahmen machen zu können, indem solches in Bezug auf die Stellung des Gebäudes absolut nothwendig sei. Den weitern Verhandlungen vorausgängig, verdankt Hr. Schmid das ihm, durch Übertragung dieser Arbeit, zutheil gewordene Zutrauen, und spricht den Wunsch aus, fragliche Arbeit, ohne Rüksichtnahme auf die etwas karge Honorierung, zur allgemeinen Zufriedenheit ausführen zu können. Im weitern wünscht er, die gegenseitigen Verpflichtungen vertraglich zu regeln, welchem Wunsche seitens der Baukommission einstimmig entsprochen wird. Die weiter sich ergebenden Fragen den Bau im allgemeinen und speziellen betreffend, werden nach reiflicher Erwägung (allfällige Abänderungen vorbehalten) folgendermassen normiert:
Schulhausbau - Vorfragen
Einfache Konstruktion in Mauerwerk auszuführen Dachstuhl aufsteigend mit Estrich. Zimmerhöhe 3 – 3 ½ mtr Warmwassercentralheizung
b) Baueintheilung (speziell)
1. Im Erdgeschoss: Spritzenlokal, Werkzeuglokal Gemeindearchiv u. Heizungsraum.
2. I Stok: Zwei Schulzimmer für 70 oder mehr und 50 oder weniger Schulkinder berechnet nebst Korridor und Abort (getrennt)
3. II Stok: Gemeinderatszimmer, Arbeitslokal, ein grösseres Schulzimmer event für Gemeindezweke benutzbar u. Abort.
Auf Grundlage obiger Baueintheilung wird Hr. Architekt J. Schmid durch die Baukommission beordert bis Ende Juli oder Anfangs August Skizzenaufnahmen anzufertigen.
Verhandlungen der Baukommission
den 25 August 1900
Geschenk an den Schulhausbau.
Unterm 4. dies wurde per Post an Hrn. Präsident R. Jenny anonym ein Geschenk von Fr. 100 an den Schulhausbau übermittelt, begleitet von dem edlen, hochherzigen Wunsche, dass recht viele solcher Bausteine zu diesem Zweke nachfolgen möchten. Dem generösen Geber wurde die schöne Gabe Namens dem Schulrate durch die Presse gebührend verdankt und sei an dieser Stelle dafür Dank und Anerkennung gezollt. Das Geschenk selber wird durch den Präsidenten dem Schulgutsverwalter übergeben, und darüber die Bestimmung getroffen, solches dem Schulhausbaufond einzuverleiben.
den 8. Sept. 1900
Mittheilung über eine Besprechung mit Hrn. Architekt J. Schmid. Hierüber erstattet Hr. Gemeindepräsident R. Jenny, als Präsident der Baukommission, den Mitgliedern derselben Bericht über eine Besprechung betr. dem Schulhausbau mit Hrn. Architekt Schmid, welche unterm 6. dies mit einem geschmakvoll ausgearbeiteten Entwurfe bei ihm vorgesprochen habe: derselbe aber zufolge näherer Prüfung, namentlich betr. räumlicher Einrichtungen seiner Ansicht nach, etwelche Abänderungen erheische. Hr. Schmid habe ihm nun hierauf erklärt, falls die gesammte Baukommission Abänderung des Entwurfs nach dem Antrag von Präsident Jenni wünsche er bis 20 Sept solchen abliefern könnte. Als Grund der Verzögerung sei namentlich auf einen Krankheitsfall und nun wieder auf Abwesenheit betr. Militärdienst seines Mitarbeiters zurückzuführen.
Nach einlässlicher Prüfung in Sachen, wird
1. Abänderung des Entwurfs u.
2. Einberufung sämmtlicher Mitglieder der Baukommission zu einer Sitzung mit dem Architekten, auf Donnerstag, den 20 September, nachmittags halb 2 Uhr, beschlossen.
den 15. Sept. 1900
1. Abänderung betr. dem unterm 8 Sept gefassten Beschluss über eine Sitzung der Baukommission.
Hierüber wird durch ein Mitglied der Baukommission folgender Antrag gestellt: Indem Hr. Gmdrat P. Dürst als Mitglied der Baukommission nächsten Donnerstag den 20. dies vom Militärdienste zurückkehre, bezügl Sitzung um einen Tag zu verschieben,
d.h. auf Freitag, den 21. dies nachmittags halb 2 Uhr festzusetzen. Wird derselbe einstimmig zum Beschluss erhoben.
2. Erweiterung der Expertenkommission.
Einem von Mitgliedern obiger Baukommission, geäusserten Wunsche Rechnung tragend, wird zuhanden der Baukommission beantragt, den Mitgliederbestand der Expertenkommission von 4 auf 5 zu erhöhen.
Ein gestellter Gegenantrag dahingehend, event als fünftes Mitglied, Hrn. Architekt J. Schmid zu bestimmen, verbleibt in Minderheit, indem derselbe allerdings bei den Vorberatungen zugegen sein müsse, anderweitig dagegen nicht. Wird somit von der Baukommission in Mehrheit die Mitgliederzahl der Expertenkommission von 4 auf 5 zu erhöhen beschlossen. Als weiteres Mitglied wird Hr. Kantonsingenieur N. Hefti in Aussicht genommen.
v. 21. Sept. 1900
Nachmittags halb 2 Uhr fanden sich sämmtliche Mitglieder beim Schulhause ein, um die von Hrn. Architekt J. Schmid ausgearbeiteten Entwürfe zum Schulhausbau in Augenschein zu nehmen und einer Prüfung zu unterwerfen. Obiger legt vor mit Skizze I bezeichnet entsprechend dem ihm von der Baukommission ertheilten Auftrag, mit Grundriss 17,2 auf 15,5 mtr event für beide in Aussicht genommenen Bauplätze benutzbar. Kostenvoranschlag, Erdarbeiten, innere Ausstattung, Heizung etc. inbegriffen Fr. 51‘000.
Skizze II trifft gegenüber Skizze I die Abänderung, dass das Arbeitsschulzimmer im ersten Stok plaziert würde, infolge dessen erweiterter Grundriss von 19 auf 18 mtr. (ebenfalls für beide Bauplätze geeignet) mit Kostenvoranschlag von 60‘000 Fr. Diesbezüglich erklärt Hr. Schmid, dass die Dimension dieser Vorlage auf Wunsch event etwas reduziert und dementsprechend die Baukosten um zirka 4 – 5000 Fr herabgemindert werden könnten. Im Weitern macht derselbe namentlich betr. Beleuchtung, Heizung u. Höhe der Schulzimmer zu handen der Baukommission Erläuterungen und will auf Grundlage des einen oder andern Entwurfes zur Einsichtnahme der Bau oder Expertenkommission eine vollständige Planaufnahme anfertigen, wogegen aber das vorbefindliche Material als vorläufig vollauf genügend bezeichnet wird. Um ein gründliches Studium in Sachen zu ermöglichen wird Hr. Schmid sogen. Abrisse von beiden Bauplätzen den Mitgliedern der Baukommission anfertigen und bis Ende September zusenden.
dem Tit Gemeindrat, Namens dem Tagwen Sool einerseits u. Hrn. Architekt Josef Schmid in Glarus andrerseits
Hrn. Josef Schmid wird übertragen und er übernimmt die sämmtlichen architektonischen Arbeiten – als – Skizzen, Baupläne, Arbeiterrisse und Details, Kostenvoranschlag, Ausführung und Revision, sowie die Spezialaufsicht für das von der Tit Gemeinde Sool zu errichtende Schulhaus nebst Terrainarbeiten, innerer Einrichtungen u. Wasserleitungen (event Abbruch des alten Schulhauses)
Als Entschädigung für seine in Art. 1 näher bezeichneten Verrichtungen jeder Art sind dahin und daweg 3 % - sage drei von Hundert – der effektiven Baukosten samt Abbruch des alten Schulhauses, Terrainarbeiten, sämmtliche Bauarbeiten, innerer Ausbau u. Einrichtungen, Wasserleitungen etc. festgesetzt, ohne dass für spezielle Bauaufsicht, Lokalbesichtigungen, Abnahmen, schriftliche Arbeiten, Taggelder und dergleichen, irgendwelche weitere Leistungen von der Tit Gemeinde Sool zu machen sind.
Zahlungsbedingungen: 1/3 nach Fertigstellung der Pläne, 1/3 nachdem der Bau unter Dach ist und der Rest nach Revision sämmtlicher Arbeiten.
Glarus – Sool, den 1. Oct. 1900
Namens der Gemeinde Sool Der Architekt:
Der Präsident: sig. Josef Schmid
Sig. Rud. Jenny
vom 29. Sept. 1900
1. Eine Zuschrift von Hrn Kantonsingenieur N. Hefti wird belesen, womit er eine Wahl in die Expertenkommission unter bester Verdankung ablehnt, indem ihm zufolge geschäftlicher Überbürdung nicht wohl möglich sei, die ihm zugedachte Mission zu vollführen. Dementsprechend wird beantragt die Zahl der Mitglieder auf 4 zu belassen, falls Hr. Hefti durch mündliche Unterredung zur Mitwirkung nicht bewegt werden könnte. Wird in diesem Sinn mit Mehrheit beschlossen und Präsident R.
Jenni beauftragt mit Obigem nächstens über diese Angelegenheit sich ins Einvernehmen zu setzen.
2. Kenntnisgabe betr. Skizzen zum Schulhausbau. Vorsitzender macht zu handen der Baukommission Mittheilung, dass über Projekt II nun eine entsprechende Anzahl Entwürfe bei ihm eingegangen und den Mitgliedern der Baukommission zur Einsichtnahme zugesandt worden sei. Ein weiteres Exemplar zu Diensten der Expertenkommission, wird vorläufig der Gemeindekanzlei einverleibt. Vormerkung.
v. 4. Oktober 1900
1. Kenntnisgabe über eine Unterredung mit Hrn. Kantonsingenieur N. Hefti betr. Wahl in die Expertenkommission.
Vorsitzender gibt den Mitgliedern der Baukommission bekannt, dass er unterm 1. Oct mit Hrn Hefti Rücksprache betr. dessen Mitwirkung bei Beratung der Vorfragen zum Schulhausbau genommen hätte, ihm derselbe erklärt, dass er infolge Überhäufung mit geschäftlichen Arbeiten unserm Gesuche absolut nicht entsprechen könne, u. überhaupt inskünftig keine ausseramtlichen Geschäfte mehr übernehmen werde.
Mit allgemeinem Bedauern seitens der Baukommission muss von dieser Erklärung Notiz genommen werden, wäre doch jedenfalls Hr Hefti, vermöge seiner reichen Erfahrungen auf dem Gebiete der Bautechnik berufen gewesen zu Nutz und Frommen der Gemeinde bei Bewertung der Vorfragen praktische Rathschläge zu ertheilen. Zufolge Beschluss der Baukommission vom 29 Sept ist nun die Mitgliederzahl der Expertenkommission definitiv auf 4 bestimmt.
2. Bestimmung der Abhaltung einer Sitzung der Expertenkommission.
Mit Rücksicht auf den vorgerükten Zeitpunkt wird von der Baukommission beschlossen, gemeinsam mit den Mitgliedern erstgenannter Kommission Samstag, den 13 Oktober eine Sitzung zu veranstalten. Besammlung nachmittags 1 Uhr beim Schulhaus.
vom 12. Okt. 1900
1. Vorlage einer Zuschrift von C. Auer Sekundarlehrer wodurch Obiger zuhanden der Baukommission mittheilt, dass es ihm leider unmöglich sei, an der unterm 13 Okt. anberaumten Sitzung der Expertenkommission theilzunehmen, indem er benannten Tages einer Versammlung schweiz. Turnlehrer in Lugano beiwohnen müsse. Daran anschliessend eröffnet der Vorsitzende der Baukommission, dass er unter Rücksichtnahme auf den nun vorgerückten Zeitpunkt betr Anforderungen der Bewertungen zu den Schulhausbauvorfragen zufolge obiger Mittheilung nun auf Dienstag, den 16. Oktober nachmittags halb 2 Uhr die übrigen Mitglieder habe avisieren lassen. – Einstimmig wird die getroffene Verfügung verifizirt
2. Wiedererwägungsantrag betr, Theilnahme an der Sitzung der Expertenkommission. Ein Mitglied der Baukommission beantragt entgegen dem unterm 4. Okt. Gefassten Beschluss, anstatt Theilnahme sämtlicher Mitglieder an der Sitzung der Expertenkommission nur eine Abordnung von 2 Mitgliedern zu bestimmen. Namentlich mit Rücksicht darauf, indem obiger Kommission nur das nöthige Material an Handen gegeben werden müsse, wird durch Stichentscheid des Präsidenten vorliegender Antrag zum Beschluss erhoben und als Abgeordnete Präsident R. Jenny
u. Steuervogt G. Blesi bezeichnet. Zur Theilnahme wird Hr. Lehrer J. Zimmermann beigezogen.
3. Vorlage einer Skizze III zum Schulhausbau.
Auf Antrag von Präsident R. Jenni hat Hr Architekt J Schmid einen weitern Entwurf angefertigt, welcher den Dimensionen nach dem Projekt I beinahe gleichkommt.
Derselbe weist 17,2 – 17,7 mtr. auf und trifft gegenüber diesem die Abänderung dass je im ersten u. zweiten Stok ein grösseres Schulzimmer für zirka 100 Kinder berechnet eingerichtet würde, wovon das einte oder andere durch Anbringen einer Mittelwandung event nach Bedürfnis in zwei Schulzimmer umgewandelt werden könnte. Allgemein wird über die geschmakvolle Ausführung Anerkennung gezollt.
vom 20 Okt. 1900
1. Berichtgabe der Abgeordneten betr. Sitzung der Expertenkommission.
Hierüber berichtet Vorsitzender, dass nun unterm 16. dies obige Kommission an Ort und Stelle besammelt, um in Sachen des Schulhausbaus zu tagen. Vorerst sei durch deren Mitglieder folgende Wünsche laut geworden:
1. In die Expertenkommission sei ein fünftes Mitglied event in der Person von Hrn M Luchsinger Landrat im Thon-Schwanden zu ernennen.
2. Es möchte ihnen Vollmacht ertheilt werden, betr. Anfertigung der Baupläne, und Eintheilung der Räumlichkeiten persönlich mit Hrn Architekt Schmid zu verkehren, indem darauf Bedacht genommen werden müsste, nur sogenannte Zweiplätzerbänke zu verwenden.
3. Für beide in Aussicht genommenen Bauplätze seien Situationspläne anzufertigen, sowie allfällige Differenzen in Bezug auf die Baukosten möglichst genau zu bestimmen.
4. Sei ein Finanzplan zu entwerfen.
Mit Rüksicht darauf, da der endgültige Entscheid immerhin der Tagwensversammlung zustehe, wird seitens der Baukommission beschlossen: Es möge nun die Expertenkommission von selbst in Sachen vorgehen, und seien vorstehende Wünsche somit ohne Weiteres, ausgenommen Finanzplan, zu berüksichtigen.
Die Ausstekung der Strasse nach dem Kauf, so wie Vermessung der Bauplätze womöglich genaue Berechnung der Kosten derselben und Ausarbeitung der Situationspläne werden einstimmig Hrn Architekt Schmid übertragen. Zur Mithilfe bei fraglichen Arbeiten werden Präsident R Jenni und Tagwenvogt J. Jenni beordert.
Breite der Strasse wird vorläufig mit 3,2 mtr in Aussicht genommen. Anschliessend wird seitens Mitgliedern der Baukommission die Anregung gemacht sich vorläufig zu informiren, ob für Erstellung der Zufahrtswege so z. B. auf den „Kauf“ allfällig Anspruch auf Landessubventionen gemacht werden könnte und bezügl dem Bauplatz auf dem Kauf; derselbe könnte vom Tagwen gegen Bezahlung der Schulgemeinde abgetreten werden, worauf diese wieder einen Beitrag seitens dem Kanton zu beziehen hätte. Diese Gedanken werden für heute ad acta gelegt, jedoch Traktandum späterer Sitzungen bilden.
2. Vorlage u. Belesung einer Zuschrift von Hrn Landrat M. Luchsinger, dass er eine Wahl in die Expertenkommission unter bester Verdankung des geschenkten Zutrauens annehme. Hiezu ergänzt Vorsitzender, dass hierüber dem Präsidenten der Expertenkommission Hr Heer Mitlödi Kenntniss gegeben worden sei. Vormerkung.
v. 1 Nov. 1900
1. Vorlage einer Zuschrift von Architekt J. Schmid enthaltend zu handen der Baukommission die Mittheilung, dass er den 2 Nov. ac zur Vornahme der Vermessungen vormittags 9 Uhr in hier eintreffen werde.
2. Es wird zu handen der Baukommission die Anregung gemacht, nun die Angelegenheiten, welche noch betr Vorarbeiten zu erledigen sind, beförderlichst vorzunehmen, und event die Finanzfrage gelegentlich in Beratung zu ziehen. Was erstere Angelegenheit anbetrifft macht Präsident R Jenni die Bemerkung, dass es nun Sache der Expertenkommission sei, diese Fragen zu erledigen, bezügl Finanzplan glaubt er, dass dies für unsere Verhältnisse nicht absolut nothwendig erscheine, oder zum mindesten gegenwärtig noch verfrüht sei, diese Frage zu lösen. Von entscheidenden Beschlüssen wird vorläufig Umgang genommen.
vom 17 November 1900
1. Vorlage und Belesung einer Zuschrift von Hrn Architekt J. Schmid nebst einer provisorischen Kostenberechnung betr. Bearbeitung der beiden Bauplätze, den Wert des erforderlichen Bodens nicht inbegriffen.
Obiger theilt nun zu handen der Baukommission mit, dass es nun unsere Sache sei, die Taxation des zu erwerbenden Bodens vorzunehmen.
Zufolge Mittheilung von Hrn Gemeindepräsident R. Jenny ist Hr Schmid von ihm neuerdings beauftragt, einen Entwurf zu einem Bauplan auszuarbeiten, worin namentlich Bedacht auf Reduktion der Dimensionen von Bauprojekt III zu nehmen wäre. Durch diese Verfügung wird naturgemäss eine nochmalige Ausstekung des Gebäudes erforderlich. Es wird demzufolge seitens der Baukommission beschlossen: Es sei im Laufe nächster Woche mit Hrn Architekt Schmid eine Sitzung anzuordnen um 1. den obenerwähnten Entwurf einer Prüfung zu unterziehen, u. 2. die
obbezeichnete Bodenvermessung und Taxation desselben vorzunehmen, damit betr. Situationsplan und Kostenberechnung der beiden Bauplätze annähernd ein Bild erzielt werden könnte. Hievon ist Obiger in Kenntniss zu setzen, zugleich mit dem Wunsche, dass die Vornahme dieser Arbeit baldmöglichst erfolgen möchte.
Schreiben v. 18 dies.
vollzählig besammelt mit Hrn Architekt J. Schmid Samstag den 24 Nov.
1. Vermessung u Ausstekung des Bauplatzes beim Schulhaus nach Grundriss IV 16,2 auf 16,5 mtr messend.
2. Aufnahme einer Kostenberechnung die beiden Bauplätze betreffend. Dieselbe weist folgende Zahlen auf.
A alter Schulhausplatz
1. Kosten des zu erwerbenden Privatbodens
172 mtr2 a 15 Fr macht 2580 Fr.
2. Minderwert der benachbarten Gebäude 1000 Fr.
3. Stützmauern für Süd u. Ostseite 1600 Fr.
4. Abschreibung resp Wert der alten Gebäude 6000 Fr.
5. Mietzins für Schulräumlichkeiten
während der Bauzeit (2 Jahre) 800 Fr.
6. Erstellung eines Behälter für die Löschgeräte
und Werkzeuge während der Bauzeit 1000 Fr.
Summa 12‘980 Fr.
B Bauplatz auf dem Kauf
1. Schaffung des Bauplatzes: Erdaushub
800 mtr3 a 1 Fr 10 Rp 880 Fr.
2. Abtragung der Grenzmauer resp. Erstellung
einer Ciklopenmauer (?) samt Böschung 1450 Fr.
3. Erstellung der Strasse vom Dorf nach dem
Bauplatz, Breite 3,3 mtr, Länge zirka 125 mtr 1200 Fr.
4. Ankauf des zu erwerbenden Privatbodens
550 mtr2 3000 Fr.
5. Erstellung der Brunnenleitung zirka 160 mtr lang
abzüglich des Landesbeitrages 500 Fr.
6. Brunnenbett samt Zweigleitung 100 Fr.
Summa 7‘130 Fr.
v. 27 Nov. 1900
Mittheilung über die Funktionen der Expertenkommission.
Hr. Präsident R Jenny erstattet zu handen der Baukommission zufolge einer mit Hrn Sekundarlehrer C. Auer gemachten Unterredung Bericht, dass sich erstere Kommission über die Platzfrage entschieden hätte und demnächst ein Gutachten darüber zur Vertheilung der Schulgemeinde, sowie auswärtiger Schulfreunde im Druke zirka 200 Exemplare erscheine. Die daraus entstehenden Kosten seien in bereitwilliger und verdankenswerter Weise von Hrn Dr Schaeppi in Mitlödi übernommen worden.
Bevor nun die Platzfrage definitiv entschieden sei, betrachte sich die Expertenkommission vorläufig als ihrer Aufgabe entledigt u. sei es später unsrer Institution anheimgestellt, event zur Bewertung betr. Planaufnahme, dieselbe beizuziehen. Was die letztere Angelegenheit anbetrifft, habe sich Hr Auer dahin geäussert, dass nach Ansicht der HH Experten, es vermutlich mit Rücksicht auf die Finanzfrage ratsam wäre, womöglich auf Reduktion der Dimensionen des Baus Bedacht zu nehmen.
Weiterhin sei zu empfehlen zu handen des HH Regierungs u Landrates an das nächstjährige Memorial einen Antrag auf Erhöhung des Landesbeitrages für Schulhausbauten zu stellen, oder aber eine Motion zu unterbreiten, wonach der HH. Regierungsrat ermöglichen würde, an ärmere Schulgemeinden an die Kosten für grössere Reparaturen oder Neubauten von Schulhäusern Spezialbeiträge zu verabfolgen.
Vorderhand wurden seitens der Baukommission die aus Obigem sich ergebenden Fragen verschoben, bis die nächste Gemeindeversammlung betreffend Bauplatz entschieden hat.
vom 8. Dezember 1900
1. Vorlage des Gutachtens der Expertenkommission über die Lösung der Schulhausbaufragen, verfasst von deren Aktuar Hr Sekundarlehrer C. Auer, in Schwanden. Es wird hierüber, die sofortige Vertheilung der nötigen Exemplare an die Stimmberechtigten, seitens der Baukommission angeordnet, und im Weitern diese zur Einsichtnahme an Schulbehörden, Lehrer und auswärtige Schulfreunde versandt. Über das Werk selber wird die Baukommission bei Beratung der Tagwenstraktanden Stellung nehmen, werden daher die Mitglieder zu gründlichem Studium des vorliegenden Gutachtens aufgefordert.
vom 15. Dezember 1900
Stellungnahme gegenüber dem Gutachten der Expertenkommission betr. Schulhausbau. Vermittelst gedrukter Broschüre wurde das Gutachten betitelt „Lösung der Schulhausbaufrage in Sool“ dem Schulrate als Baukommission zur Verfügung in zirka 200 Exemplaren zugestellt. Dasselbe, in 4 Abschnitte getheilt, behandelt in ausführlicher Art und Weise a Platzfrage b Schulfrage, c Baufrage u d Finanzfrage. Letztere wird vorläufig ausser
Betracht gelassen und kommt man bezügl. des Platzes zum Schulhausbau ohne Opposition nach einlässlicher Prüfung zum Schlusse: Es sei mit Rücksicht auf den unzulänglichen Raum beim jetzigen Schulhaus, denjenigen Platz auf dem Scheibenbüchel auf der Liegenschaft Kauf der Gemeindeversammlung zur Annahme zu empfehlen. Wird somit dem Antrag der Expertisen zugestimmt. Einzig wird hierüber betont, dass voraussichtlich der Kostenvoranschlag in Bezug auf Strasse, Wasserleitung u Platz bedeutende Überschreitungen aufweisen werde.
Bezüglich der Baufrage und Schulfrage äussert sich die Expertenkommission dafür: Es sei darauf Bedacht zu nehmen, die Schule in zwei Lehrkräfte zu theilen, und seien zu diesem Zwecke zwei Schulzimmer für 40 und 50 Kinder in Aussicht zu nehmen, dadurch werden die Baukosten um den Betrag den ein zweiter Lehrer nach Abzug des Landesbeitrages die Gemeinde koste, resp deren Zinsertrag niedriger und sei damit einem dringenden Bedürfniss entsprochen.
Hierüber wird seitens der Baukommission eine Reduktion betr. der Baukosten stark in Zweifel gezogen, dagegen glaubt man das Richtige getroffen zu haben, in diesem Sinn d.h. nach Antrag der Experten den Bau betr. der 2 Schulzimmer zu empfehlen. Bezügl. Schaffung einer zweiten Lehrstelle wird es sich mit Vollendung des Schulgebäudes fragen, ob wirklich Bedürfnis hiefür vorhanden sei. Wenn die Schule, wie voraussichtlich, wachsen wird, ist es nach Ansicht der Baukommission nicht daran zu zweifeln, dass auch die Schulgemeinde zustimmen, d.h. die Anstellung eines zweiten Lehrers beschliessen wird. Beschluss der Baukommission vorderhand eine zweite Lehrstelle in Aussicht zu nehmen. Im Weitern macht die Expertenkommission zu handen der Baukommission angesichts gegebener Verhältnisse, den Vorschlag, sich in Bezug auf die Finanzierung des Werkes, um einen Spezialbeitrag an das nächstjährige Memorial einen Antrag zu stellen, oder aber eine Erhöhung des Landesbeitrages für Schulhausbauten zu beantragen. In richtiger Würdigung eines derartigen Antrages wird seitens der Baukommission eine Formulierung desselben auf eine spätere Sitzung verschoben.
Ferner ist es zufolge Beschluss der Baukommission durch die Gemeindeversammlung Compedenz zu gütlicher oder rechtlicher Erwerbung des nöthigen Bodens einzuholen.
NB Vorstehende Vorschläge der Expertenkommission von der Gemeindeversammlung v. 23 Dez. 1900 in zustimmendem Sinn erledigt. Siehe Gemeindeprotk Seite 455
v. 24. Dezember 1900
1. Formulierung des Antrages an das nächstjährige Memorial zu handen der h. Landsgemeinde. Es soll derselbe vorläufig als Motion eines Spezialbeitrages gehalten werden. Zu einer Unterredung diesbezügl mit Hrn. Landamann E. Blumer erklärt sich Hr. Steuervogt G. Blesi bereit, soll event nochmals über diese Frage eingetreten werden.
2. Ein weiterhin gestellter Antrag, die Bewertung betr. Bauskizzen der Expertenkommission mit Beizug von Hrn Architekt J. Schmid zu übertragen, wird einstimmig zum Beschluss erhoben, immerhin mit der Bestimmung, dass sich hierüber endgültig die Baukommission schlüssig zu machen habe.
3. Eine gestellte Anfrage, betr. theilweise Auszahlung des Honorars an Hrn. Architekt J. Schmid wird mit Rüksicht auf die vertraglichen Bestimmungen dahin beantwortet, dass Solches erst mit Fertigstellung der Baupläne zu geschehen habe.
4. Da sich die Schulgemeinde vom 23 dies über die verschiedenen Baufragen entschieden, soll nun zufolge Beschluss der Baukommission unverzüglich die Vermessung des Bodens zur Strasse auf den Kauf, sowie die Planierung derselben vorgenommen werden. Fragliche Arbeiten werden Hrn Jngenieur Hch. Luchsinger in Glarus übertragen und zur Mithilfe bei den Vermessungen Hr. Präsident R Jenni u Tagwenvogt J. Jenny bestimmt.
v. 29 Dezember 1900
1. Beratung und Genehmigung des Memorialantrages. Derselbe lautet:
Memorialseingabe der Schulgemeinde Sool
Herrn Landamann E. Blumer, Schwanden Tit!
Im Namen und Auftrage der Schulgemeinde Sool beehren wir uns, an das Memorial zu handen der hohen Landsgemeinde des Jahres 1901 den Antrag zu stellen:
Es möchte der Schulgemeinde Sool an die Kosten des zu erstellenden Schulhauses, neben dem gewöhnlichen Landesbeitrag von 20% der Gesammtkosten, noch eine ausserordentliche Staatsunterstützung gewährt werden.
Gestatten Sie uns, diesen Antrag zu begründen und Ihnen die Erwägungen vorzuführen, aus denen er hervorgegangen ist.
In erster Linie haben wir den Nachweis zu leisten, dass die Erstellung eines neuen Schulhauses auf Sool eine dringliche, unausweichliche Aufgabe ist. Wir dürfen uns dabei sehr kurz fassen; denn es ist jedermann, den Landesbehörden vorab, bekannt, dass unser Schulhaus seinen Zweck weder in sanitarischer, noch in räumlicher Beziehung leisten kann und in dieser Hinsicht seit Jahrzehnten vereinzelt dasteht. Schon der frühere Kantonsschulrat hat sich wiederholt bemüht, unsere Gemeinde zu veranlassen, für die Schule zweckentsprechende Räumlichkeiten zu erstellen. Als Beweis führen wir eine Stelle auf Seite 96 des Amtberichtes über das glarnerische Schulwesen in den Jahren 1884 – bis 1887 an.
Sie lautet: „Nunmehr hat einzig noch Sool ein höchst ungeeignetes, allen Anforderungen der Hygieine(!) hohn sprechendes Schullokal; es darf aber der Hoffnung Raum gegeben werden, dass der schulfreundliche Sinn einer Anzahl Schulgenossen zum Durchbruche kommen werde, wenn die zuständige kantonale Amtsstelle das mahnende Vorgehen des Kantonsschulrates fortsetzt.“
Diese grossen, unbestreitbaren Übelstände, die nach dem Begehren der obersten kantonalen Erziehungsbehörden schon vor Jahrzehnten hätten beseitigt werden sollen, sind bis auf den heutigen Tag die nämlichen geblieben, weil es an den Mitteln fehlte, wirksame Abhilfe zu schaffen.
Am Verständniss für die hohe Aufgabe der Jugenderziehung und den grossen Wert einer tüchtigen Schulbildung, an der Einsicht das Schulwesen in Sool müsse auf eine andere
Grundlage gestellt werden und am guten Willen, für diesen Zweck die grössten Opfer zu bringen, fehlte es unsrer Bevölkerung nicht. Sie hat dies durch die That bewiesen und willig das Maximum der Steuern für die verschiedenen Gemeindezweke bezahlt. Diesem Umstand und der grössten Sparsamkeit in unserm Gemeindehaushalt ist es zu verdanken, dass sich die drükende Gemeindeschuld im Laufe der Jahre allmählich verringerte. Die Gemeinde hat dabei die Erstellung eines neuen Schulhauses als Ziel fest im Auge behalten und einen Baufond gegründet, der die Höhe von 11‘600 Fr. erreicht hat, dank vor allem dem hochherzigen Geschenk eines schulfreundlichen Industriellen aus einer Nachbargemeinde.
Letzten Frühling endlich hat unsere Gemeinde den entscheidenden Schritt gewagt; sie hat grundsätzlich beschlossen, ein neues Schulhaus zu erstellen und der unterzeichneten Schulbehörde den Auftrag ertheilt, genaue Pläne mit einer Kostenberechnung anfertigen zu lassen.
Der Schulrat unterbreitet diese ganze Angelegenheit vorerst einer aus 5 Mitgliedern bestehenden Expertenkommission mit Hrn. Schulinspektor J. Heer an der Spitze, zur Prüfung und sprach den Wunsch aus, sie möchte ihren Befund in einem ausführlichen, schriftlichen Gutachten niederlegen. Dieses ist Anfang Dezember gedrukt erschienen. Wir haben Ihnen, hochgeachteter Herr Landamann, sowie den übrigen Mitgliedern des hohen Regierungsrates und des hohen Landrates, je ein Exemplar übermittelt. In diesem Gutachten, mit dessen Inhalt wir uns vollkommen einverstanden erklären, ist die Frage des Schulhausbaus auf Sool vom baulichen, pädagogischen und finanziellen Standpunkt so erschöpfend behandelt, dass wir, um Wiederholungen zu vermeiden, lediglich an diese gedrukt vorliegenden Ausführungen erinnern und an dieser Stelle darauf beschränken, Ihnen die Vorschläge der Expertenkommission zur Kenntniss zu bringen.
I Platzfrage. Wir warnen mit aller Entschiedenheit davor, das neue Schulhaus auf dem Platz des alten zu erstellen und empfehlen als Bauplatz den Scheibenhügel in der Tagwensliegenschaft „Kauf“, weil dieser Platz allen Anforderungen entspricht und nur halb so hoch zu stehen kommt als der andere.
II Schulfrage. Die Primarschule Sool zählt doppelt so viele Schüler als die übrigen glarnerischen Schulen mit einem Lehrer und wird voraussichtlich vom Frühjahr 1903 an das gesetzliche Maximum von 70 Schülern dauernd überschreiten. Unter diesen Umständen ist es dem Lehrer trotz der angestrengten Arbeit nicht möglich, mit den sieben Klassen der Alltagsschule das gesetzliche Lehrziel in allen Fächern zu erreichen und den schwach begabten Schülern die nötige Aufmerksamkeit zu schenken.
Wir raten Ihnen daher dringend an, die Theilung Ihrer überfüllten Gesammtschule in Aussicht zu nehmen und auf den Zeitpunkt da das neue Schulhaus bezogen wird, eine zweite Lehrstelle zu errichte; Sool hat als Defizitgemeinde in diesem Falle nur ¼ der Lehrerbesoldung zu übernehmen. Wir betrachten die vorgeschlagene Änderung in der Organisation der Schule für ebenso wichtig und dringlich, wie die Erstellung eines neuen Schulhauses.
III Baufrage. Wir schlagen Ihnen vor, in dem neuen Schulhaus drei Schulzimmer zu erstellen, ein grosses für 50, ein mittleres für 40 Schüler und ein geräumiges Arbeitsschullokal. Diese Räumlichkeiten werden sich auch dann gross genug erweisen, wenn die Schülerzahl vom Jahre 1906 an nochmals steigen und das achte Schuljahr eingeführt werden sollte.
Im obern Stok sind die nöthigen Räumlichkeiten für die Bedürfnisse der Schulgemeinde zu erstellen, nämlich: ein Sitzungszimmer für den Schulrat und ein Saal zur Abhaltung der Schulgemeindeversammlungen.
IV Finanzfrage. Falls Sie bei Prüfung Ihrer Finanzlage zum Schlusse kommen sollten, Sool dürfe die Ausführung des Schulhausbaus bei den gegenwärtig zur Verfügung stehenden Mitteln – Schulhausbaufond und Landesbeitrag von 20% - nicht wagen, weil die Gemeinde dadurch allzusehr mit Schulden belastet und ihr geordneter Haushalt gefährdet würde, so empfehlen wir Ihnen, vermittelst einer Memorialeingabe an die Landsgemeinde das Gesuch um Gewährung einer ausserordentlichen Unterstützung zu stellen.
V Das weitere Vorgehen. Weil Sool im Vergleich mit den übrigen glarnerischen Gemeinden seit Jahrzehnten die mangelhaftesten Schulräumlichkeiten und die ungünstigsten Schuleinrichtungen besitzt, ist die Erstellung eines neuen, zweckentsprechenden Schulhauses und die Theilung der überfüllten Gesammtschule eine höchst dringliche Aufgabe, die nicht länger hinausgeschoben werden darf.
Wir geben Ihnen dafür den Rat, die Vorarbeiten derart zu beschleunigen, dass der Rohbau nächsten Sommer unter Dach gebracht und das neue Schulhaus spätestens im Herbst 1902 bezogen werden kann.
Das gedrukte Gutachten der Expertenkommission ist allen Gemeindebürgern zugestellt worden und hat seinen Zwek vollständig erreicht. Unsere Bevölkerung wurde dadurch aufgeklärt und zur Überzeugung gebracht, dass der Schulhausbau ungesäumt in Angriff genommen und unsere überfüllte Gesammtschule durch Anstellung eines zweiten Lehrers getheilt werden müsse. In wenigen Jahren hat nämlich unsere Primarschule, wie auch dem Expertenberichte zu entnehmen ist, das gesetzliche Maximum von 70 Kindern überschritten. Schon bei der gegenwärtigen grossen Kinderzahl aber ist es dem Lehrer trotz der angestrengten Arbeit nicht möglich, mit jeder der sieben Klassen der Alltagsschule in allen Hauptfächern das gesetzliche Lehrzil zu erreichen, und den schwachen Schülern die nöthige besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Man wird begreifen, dass es der Schulgemeinde schwer fallen müsste, neben dem Bau eines neuen Schulhauses noch die Errichtung einer zweiten Lehrstelle, die eine beträchtliche jährliche Mehrausgabe zur Folge hat, bestimmt in Aussicht zu nehmen. Dennoch hat sie in ihrer am 23 Dezember 1900 abgehaltenen, stark besuchten Versammlung die fünf Vorschläge der Expertenkommission nach ruhiger sachlicher Diskusion sozusagen einstimmig gutgeheissen und damit bekundet, dass sie die grössten Opfer bringen will, um ihr Schulwesen endlich auf die von den übrigen glarnerischen Gemeinden längst erreichte Höhe zu bringen. Wir betrachten diesen für unsere Bürgerschaft ehrenvollen Gemeindebeschluss als ein gutes Anzeichen für das Gelingen des Schulhausbaus.
Der Schulrat hat nun den Auftrag erhalten, diesen Gemeindebeschluss zur Ausführung zu bringen und an die hohe Landsgemeinde das Gesuch um Verabfolgung eines ausserordentlichen Staatsbeitrages an die Kosten des Schulhausbaus zu richten.
Die blosse Darlegung der ökonomischen Verhältnisse unseres Gemeinwesens genügt, um Ihnen zu beweisen, dass unser Begehren gerechtfertigt ist. Bekanntlich besitzt Sool von allen glarnerischen Gemeinden weitaus das kleinste Steuerkapital. Es beträgt gegenwärtig Fr 92‘000. Da seit einer Reihe von Jahren das Maximum der Gemeindesteuern erhoben wurde, so ist eine Vermehrung der Einnahmen durch Erhöhung der gesetzlichen Steuern ausgeschlossen. Unsere Haupteinnahmequellen sind nach wie vor die Tagwensliegenschaften. In den letzten zehn Jahren haben wir die Ausgaben auf allen Gebieten möglichst eingeschränkt und dessenungeachtet in unserer Gemeinderechnung einen durchschnittlichen jährlichen Vorschlag von Fr 640.- erzielt. Während der Zeit ist der Ertrag unserer Liegenschaften und Alpen um ein volles Drittel zurückgegangen, die Ausgaben für den Unterhalt und die Erweiterung unseres ausgedehnten Strassennetzes aber sind stark gestiegen. Grössere Einnahmen aus dem Ertrag der Wälder sind auf Jahrzehnte hinaus nicht zu hoffen. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen ist die Gemeinde Sool somit im stande, mit Benutzung sämmtlicher ihr zu Gebote stehender Mittel, bei Erhebung des Maximums der Steuern und Anwendung grösster Sparsamkeit ihre gewöhnlichen Bedürfnisse zu befriedigen und zur Bestreitung von ausserordentlichen Ausgaben jährlich einen Betrag von 600 bis 700 Fr. zu erübrigen.
Wie gestaltet sich unsere Finanzlage nach Erstellung des neuen Schulhauses? Eine genaue Kostenberechnung konnte begreiflicherweise erst nach den grundlegenden Beschlüssen der letzten Gemeindeversammlung erstellt werden und wird gegenwärtig angefertigt. Voraussichtlich werden sich die Gesammtkosten, Platz und Zufahrtsstrasse inbegriffen auf Fr. 65‘000 bis 70‘000 belaufen. Hievon können der Schulhausbaufond mit rund 12‘000 Fr und der gesetzliche Landesbeitrag von 20% der Gesammtkosten = 13‘000 bis 14‘000 Fr, zusammen also Fr 25‘000 bis 26‘000.- in Abzug gebracht werden, so dass unsere Schulhausbaurechnung mit einem Defizit von Fr 40‘000 bis 44‘000 abschliessen dürfte.
Der Vorschlag in der laufenden Gemeinderechnung, der in den letzten 10 Jahren durchschnittlich Fr. 640.- betragen hat, reicht gerade hin, um die jährlichen Mehrausgaben zu deken, die der Gemeinde nach Bezug des Neubaus aus Anstellung des zweiten Lehrers und aus dem Unterhalt des neuen Schulhauses erwachsen. Damit ist die finanzielle Leistungsfähigkeit unserer Gemeinde im Rahmen der bestehenden Gesetze vollständig erschöpft. Für die Verzinsung und Amortisierung der Schulhausbauschuld, die vielleicht der Hälfte unseres Steuerkapitals gleichkommen wird, müssen neue Einnahmequellen gesucht werden. Als solche fallen neue Auflagen auf die Tagwensrechte, freiwillige Beiträge begüterter Schulfreunde in allererster Linie aber eine ausserordentliche kräftige Unterstützung des Staates in Betracht.
Die Sorge für die Jugenderziehung, sowie die Hebung der allgemeinen Volksbildung gilt mit Recht als eine der schönsten und wichtigsten Aufgaben des Staates. Er stellt gesetzliche Bestimmungen über die Gestaltung des Schulwesens in den Gemeinden auf und überzeugt sich durch seine Schulorgane, ob diese Vorschriften befolgt werden. Ist eine arme Gemeinde trotz Erschöpfung der ihr zur Verfügung stehenden Mittel ausser Stand, die vorgeschriebenen zweckentsprechenden Schuleinrichtungen zu schaffen, so ist es die selbstverständliche Pflicht des Staates, ihr dies durch Gewährung eines ausserordentlichen den jeweiligen Verhältnissen angemessenen Beitrages zu ermöglichen. Die gesammte Jugend einer Dorfschaft darf es doch nicht in ihrer Erziehung und Ausbildung lebenslänglich entgelten, dass sie einer steuerschwachen Gemeinde angehört. Nach unserer Überzeugung hat die Gemeinde Sool das gute moralische Recht, einen ausserordentlichen Beitrag an die Kosten des neuen Schulhauses zu verlangen, dessen Erstellung ja durch die kantonalen Schulorgane schon vor Jahrzehnten immer und immer wieder verlangt worden ist.
Andrerseits geben wir gerne zu, dass der Staat auf Grund der gegenwärtigen einschlägigen Gesetzgebung nur verpflichtet ist an Schulhausbauten einen Beitrag von höchstens 20% der Gesammtkosten zu leisten. Die in Betracht fallende Bestimmung von §62 des Schulgesetzes enthält aber eine Härte gegenüber steuerschwachen Gemeinden. Das natürliche Gerechtigkeits- und Billigkeitsgefühl verlangt, dass eine arme Gemeinde stärker unterstützt werde, als eine reiche. In andern Kantonen ist dies der Fall; da werden die Staatsbeiträge an Schulhausbauten nach dem Stand des Schulgutes, des Gemeindevermögens und des Steuerkapitals, nach der finanziellen Leistungsfähigkeit der betreffenden Gemeinde überhaupt bemessen. Im Kanton Zürich z.B sind für die Berechnung des Staatsbeitrages nicht weniger als 10 verschiedene Klassen aufgestellt; die Höhe derselben richtet sich nach dem Durchschnitt des Gesammtsteuerfusse in der betreffenden Gemeinde der letzten 5 Jahre und steigt von 5 bis 50% der Bausumme. Überdies gewährt der Staat noch Zuschüsse, und zwar so oft mal 1%, als halbe %o Steuerauflage mehr erforderlich wären, behufs Tilgung der ganzen Bausumme in 10 gleichen Raten; mit andern Worten: Im Kanton Zürich werden die Schulhäuser in den Gemeinden, die ähnliche Verhältnisse aufweisen wie Sool, d.h. ein minimes Steuerkapital besitzen und bereits das Maximum der Gemeindesteuern erheben, sozusagen auf Staatskosten erstellt.
Wir hoffen, der hohe Regierungsrat und der hohe Landrat werden aus dieser ausführlichen, wahrheitsgetreuen Vorlegung unserer Verhältnisse, die Überzeugung gewinnen, dass der Staat die moralische Pflicht besitzt, unserer Eingabe zu entsprechen. Im festen Vertrauen, unsere obersten Landesbehörden werden dieser Frage, deren gedeihliche Lösung für die Gemeinde Sool eine Lebensfrage ist, ihr warmes Interesse entgegenbringen, unterbreiten wir Ihnen unsern Memorialsantrag zur Prüfung und empfehlen ihn aus voller Überzeugung zur Begutachtung in zustimmendem Sinne. Wir überlassen es ganz Ihrem Ermessen die Höhe der von uns gewünschten ausserordentlichen Staatsunterstützung festzusetzen und die Form zu bestimmen, in welcher unserm Begehren entsprochen werden soll, sei es durch eine Änderung von §62 des Schulgesetzes oder durch einen blossen Landsgemeindebeschluss. Auch wenn das Letztere geschieht, wird niemand im geringsten benachtheiligt; jeder andern Gemeinde, die in den Fall kommen wird, ein Schulhaus zu bauen, steht der Weg offen, den wir mit unserer Memorialeingabe betreten haben.
Wir sehen auch dem Entscheid der hohen Landsgemeinde vertrauensvoll entgegen.
Zu allen Zeiten hat sie Jugenderziehung und Volksbildung mit starker Hand gefördert; sie wird auch diesmal der Bitte einer kleinen, schwachen Gemeinde mit einer unbemittelten, soliden Abeiterbevölkerung Gehör schenken. Das Glarnervolk wird erklären: Die überfüllte Gesammtschule auf Sool ist ein Jahrhundert lang in einem engen, niedrigen, dunklen Lokal unterrichtet worden. Die Gemeinde will nun ein neues Schulhaus erstellen, ihre Schule besser einrichten und zu diesem Zwek das mögliche leisten; mehr kann man von ihr nicht verlangen. Das Glarnervolk ist freudig bereit, ein Übriges zu thun, damit die Kinder auf Sool im neuen Jahrhundert endlich gesunde, geräumige, sonnige Schulzimmer erhalten, darin ebensogut unterrichtet werden und ebenso viel lernen können, wie in allen übrigen Gemeinden des Landes.
Genehmigen Sie, hochverehrter Herr Landammann, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung.
Im Namen und Auftrage der Schulgemeinde u. des Schulrates Sool
Sool, den 29. Dezember 1900 Der Präsident:
Sig. R Jenni
Vorliegender Antrag wurde nach einlässlicher Prüfung wörtlich in diesem Sinn gutgeheissen
u. zwar mit wenigen Abänderungen des Manuskriptes, welches von Hrn Sekundarlehrer C. Auer Schwanden angefertigt wurde. Obiger erklärt auf eine gestellte Anfrage, dass er für die Abfassung desselben keine Entschädigung beanspruche, dagegen für das Kopiren desselben dem Hrn Lehrer Heiz in Ennenda ein Entgeld bewilligt werden möchte. Wird von der Baukommission dem Letztern 10 Fr., sowie Hrn Lehrer Auer für Porto und anderweitige Baarauslagen ebenfalls 10 Fr zuerkennt und demselben für seine grossen Opfer an Zeit und Mühe, welche er in erwähnter Angelegenheit im Interesse der Gemeinde gebracht, durch den Präsidenten den besten Dank ausgesprochen.
2. Beschlussfassung betr, Vermessung der Strasse nach dem Kauf.
Vorsitzender teilt zu handen der Baukommission mit: Hr Ingenieur Leuzinger habe sich auf die unserseitige Anfrage schriftlich erklärt, die Vermessung & Ausstekung der Strasse nach dem Schulhausbauplatz erst in der zweiten Woche im Januar, insofern die Witterung solches gestattet, vornehmen zu können. Es wird nach Antrag eines Mitgliedes von der Baukommission in Mehrheit beschlossen, um die Ausmündung der Strasse endgültig festsetzen zu können, bei Vornahme dieser Arbeiten auch Hr. Architekt J. Schmid beizuziehen.
vom 6 Januar 1900
1. Vorlage u. Lesung einer Zuschrift des Gemeindevorstandes Arosa, enthaltend die Mittheilung, dass zurzeit dem Begehren der Baukommission betr. Übersendung der Baupläne des dortigen Schulhauses nicht entsprochen werden könne; indem dieselben auf der Weltausstellung in Paris sich befinden; dagegen Copien bei Hrn Architekt Braun in Chur event. zu beziehen wären.
Da die Initiation hiefür vom Aktuar der Expertenkommission ergriffen worden, wird das Schreiben an diesen weitergeleitet und Vormerkung genommen.
2. Vorlage einer Zuschrift v. 30 dies von Hrn Dr H. Schaeppi, worin er seiner Freude über den Gemeindebeschluss vom 23 Dez. lebhaften Ausdruk gibt und unsere bezügl. Zuschrift verdankt. Vormerkung
3. Geschenke an den Schulhausbau.
a Unterm 5 Januar 1901 wurde durch Hr. Schulrat F. Jenny in Schwanden namens einem seiner Anverwandten, an Hrn Präsident R Jenni ein Geschenk von Fr 100 -, als Beitrag an die Kosten des Schulhausbaues übermittelt. Zufolge Beschluss der Baukommission ist derselbe im Namen des hochherzigen Spenders dem Überbringer bestens zu verdanken. Der Betrag wird durch Hrn Schulvogt J.U. Luchsinger dem Schulhausbaufond einverleibt.
b Unterm 9. dies durch Hrn Schulvogt J.U. Luchsinger wird, namens der Erben von Anna Jenni-Wyttenwyler sel an die Schulhausbaukosten eine Vergabung von Fr. 200.- übermacht. Wird ebenfalls durch Obigen dem Schulhausbaufond zugewendet, und den generösen Gebern in deren Namen Hrn R….(?) Wyttenwyler in Richelschwand Gemeinde Nesslau, Kanton St Gallen im Auftrag der Baukommission bezw. Gemeinderat herzlichen Dank ausgesprochen. Schreiben v. 10 dies
v. 9 dies (Schulexamen)
betr. eine Zuschrift von Hrn Ingenieur Hch. Luchsinger, enthaltend Kenntnissgabe, dass er unterm 10 dies vormittags neun Uhr eintreffen werde, um die Vermessungen der ProjektStrasse nach dem „Kauf“ vorzunehmen. Zufolge Beschlussfassung der Baukommission unterm 29. Dez. 1900 ist hiezu Hr. Architekt Schmid auch beizuziehen. Wird daher der Aktuar beauftragt Letzteren beförderlichst zu avisieren. Durch Schreiben v. 9.
v. 12 Januar 1901
betrifft die Mittheilung, dass unterm 10. Dies durch Hrn. Ingenieur Leuzinger im Beisein von Hrn Architekt J. Schmid die Vermessung des Bodens zur Strasse vorgenommen worden.
Plan hiezu soll beförderlichst erstellt und zugesandt werden.
Die Beschlussfassung betr. Einreichung eines Subventionsgesuches an den hohen Regierungsrat wird von der Baukommission, da zugleich Pläne eingereicht werden müssen, auf eine spätere Sitzung verschoben.
vom 15 Januar 1901
1. Vorlage u. Belesung einer Zuschrift von Hrn Schulinspektor Hrch. Heer in Mitlödi, enthaltend die Mittheilung, dass die Mitglieder der Expertenkommission auf Samstag den 19. Januar zu einer Sitzung im Schwanderhof in Schwanden einzuberufen wären Beginn nachmittags 4 Uhr. Hierüber wird von der Baukommission deren Aktuar beauftragt die Herren Experten, sowohl Hr Architekt J. Schmid zu dieser Sitzung zu avisieren.
2. Vorlage von Bauplänen. Auf Initiation von Hrn Sekundarlehrer C Auer, als Aktuar der Expertenkommission wurden durch Hr Architekt J. Braun in Chur Plankopien vom Gemeindehaus Arosa, sowie vom Schulhaus Maladers zu handen der Baukommission übermittelt, und wird von letzteren Einsicht hievon genommen. Im Allgemeinen gewinnt man hievon den Eindruk: Der einte wie der andere Bauplan sei für unsere Verhältnisse und Baustile unzutreffend. Übrigens wurden dieselben beförderlichst dem Initianten zu handen der Experten übermittelt.
v. 3 Febr 1901
1. Unter Hinweis auf den vom HH. Regierungsrat dekretierten, freiwilligen Beitrag an den Kostenbetrag für den Schulhausbau, wird der Baukommission beantragt, falls v. h. Landrate benannter Beitrag von Fr. 13‘000 unserer Gemeinde zugesprochen werde, sei ein Anspruch auf spezielle Subvention für die Strasse nach dem Bauplatz Umgang zu nehmen. Eine definitive Beschlussfassung wird auf eine spätere Sitzung verschoben.
2. Ein Antrag, bei dem gegenwärtig sehr geeigneten Zeitpunkt mt dem Zurüsten der Steine zum Schulhausbau demnächst zu beginnen, resp fragliche Arbeit zur Konkurrenz auszuschreiben, wird zur Zeit noch unentschieden belassen.
vom 6 Februar 1901
1. Subventionierung der nach dem Bauplatz projektierten Strasse.
Vermutlich mit Rüksicht darauf, da der h. Landrat ohne Opposition in heutiger Sitzung sich für die Leistung eines ausserordentlichen Landesbeitrages an den Schulhausbau im Betrage von Fr. 13‘000 ausgesprochen und derselbe sozusagen auch von der h.
Landsgemeinde zugesichert werden möchte, wird hierüber zu handen der Baukommission beantragt, von Nachsuchung von spezieller Subvention Umgang nehmen zu wollen, was einstimmig zum Beschluss erhoben wird.
2. In Berüksichtigung des ziemlich rauhen Winterwetter bezügl an Handnahme von Vorarbeiten zum Schulhausbau speziell das Steinerüsten, wird von der Baukommission erkennt, die Arbeiten vorläufig bis auf Weiteres zu verschieben.
den 9 Februar 1901
Auf Veranlassung von Hrn Architekt J. Schmid fanden sich die Mitglieder nachmittags 2 Uhr auf dem Schulhause ein, um die von der Expertenkommission beratenen Bauskizzen zu prüfen und darüber Einsicht zu nehmen. Worauf dem Architekt nach unwesentlichen Abänderungen, namentlich dem Umfang des Gebäudes, sowie der Rauminhalt des Sitzungszimmer der Schulgemeinde betreffend, Auftrag ertheilt wird detaillirte Baupläne anzufertigen. Ebenso wird Hr. Schmid beauftragt über die Lieferung und das Rüsten der Steine zum Schulhausbau einen Vertrag aufzustellen.
den 16 Februar 1901
1. Vorlage von Bauskizzen zum Schulhausbau. Die Expertenkommission für den Schulhausbau wurde Ende Dezember beauftragt Normalskizzen durch zu beraten und von Hrn Architekt J. Schmid ausarbeiten zu lassen. Dieselbe ist dem Auftrage nachgekommen und wurde daher durch deren Aktuar der Wunsch geäussert, anstatt bezügliches Gutachten in einem schriftlichen Bericht niederzulegen, mit der Baukommission mündlich besprechen zu können, welchem Wunsche durch das Präsidium entsprochen worden. Hr. Auer führt seine durch die ihm von der Expertenkommission ertheilten Aufgaben in trefflicher Weise aus, indem er zu handen der Baukommission in jeder Beziehung über das vorliegende Projekt mit den nötigen Angaben bereit ist. Was der Entwurf anbetrifft ähnelt derselbe dem von der Baukommission seinerzeit durchberatenen Entwurf III und ist jedenfalls dazu geeignet für viele Jahre den Bedürfnissen der Gemeinde Genüge leisten zu können. Zur gründlichen Prüfung der Angelegenheit wird sich die Baukommission nächsten Montag auf ½ 2 Uhr versammeln, um namentlich in Bezug auf die Stellung des Gebäudes eine Besprechung mit Hrn Architekt J. Schmid vornehmen zu können.
2. Da es an der Zeit wäre, mit den beiden Eigenthümern des Bodens zu der nach dem Bauplatz führenden Strasse unterhandeln zu können, wird von der Baukommission beschlossen, sich nach den, von Hrn Ingenieur H. Leuzinger anzufertigenden Plänen und Kostenberechnung, zu erkundigen. Durch Schreiben vom 17. Dies
Sitzung der Baukommission v. 22 Februar 1901
Gemeindepräsident R. Jenni, Steuervogt G. Blesi, Tagwenvogt J. Jenni, Gemeindeschreiber J. Jenni u
Architekt J. Schmid
1. Vorlage des von der Expertenkommission wiederholt durchberatenen, und zufolge Mittheilung von Herrn Architekt Schmid einstimmig genehmigten Entwurfes zum Schulhausbau. Derselbe repräsentiert gegenüber dem unterm 16. dies vorliegenden einzig die Abänderung, dass für den zweiten Stok resp in demselben der Abort gänzlich wegfällt und der sich dadurch ergebende Raum dem Gemeindesaal einverleibt wird, so dass derselbe eine Bodenfläche von zirka 120 mtr2 entfällt. Mit dieser erwähnten Abänderung ist die Baukommission einstimmig einverstanden und wird endgültig die Eintheilung der Zimmer in globo genehmigt und Hr Schmid beauftragt auf Grundlage dieses Entwurfes detaillirte Pläne anzufertigen. Die Prüfung derselben soll voraussichtlich den 26 März nächsthin stattfinden.
Eine eingehende Debatte entspinnt sich im Schosse der Baukommission in Bezug auf die Stellung des Baus bezw. Anbringung des Portals, worüber durch Architekt Schmid betont wird, dass diese Frage am rationellsten an Ort und Stelle vermittelst Markierung gelöst werden könnte. Einstimmig wird erwähnte Wegleitung zum Beschluss erhoben.
2. Die von Hrn Architekt J. Schmid aufgestellten, vertraglichen Bestimmungen, das Liefern und Zurüsten der Bausteine betreffend, werden mit unwesentlichen Ergänzungen gutgeheissen und sollen demnächst im Doppel angefertigt zur Dispossition der Baukommission eingereicht werden.
vom 27. Februar 1901
1. Von Hrn Architekt J. Schmid angefertigt liegen die vertraglichen Bestimmungen vor. Dieselben lauten folgendermassen:
Schulhaus in Sool
Bedingungen & Vertrag
Die Lieferung sämmtlichen Bruchsteinmaterials – rote Bruchsteine – für das neue Schulhaus in Sool werden von der Tit. Baukommission in Akord vergeben und hat der Unternehmer beziehungsweise die Unternehmer dafür zu sorgen, dass auf Anzeige der Baukommission welche vom 1. Mai 1901 erfolgen kann bis zur Fertigstellung der Maurerarbeiten immer genügend grosse, lagerhafte Bausteine auf den Bauplatz geführt werden, damit der Unternehmer der Maurerarbeiten in seinen Arbeiten nie gehemmt ist.
Die Bausteine, welche beim Abtragen des Hügels zum Vorschein kommen, werden vom Unternehmer der Erdarbeiten auf einen von der Bauleitung bestimmten Platz aufgeschichtet. Diese Steine werden an Haufen gemessen und sind die Steinlieferanten verpflichtet dieselben zu einem ihrem Angebot für die übrige Steinlieferung entsprechenden Preise entgegen zu nehmen. Mass und Preis bestimmt die Bauleitung.
Die Bausteine, welche auf den Platz geführt werden, müssen auf den, von der Bauleitung bestimmten Platz aufgeschichtet werden.
Sollte der Unternehmer, den in §1 gestellten Bedingungen nicht nachkommen, d.h. die Steinlieferung trotz den Weisungen der Bauleitung derart betreiben, dass nach Ermessen derselben in Bezug auf genügende rechtzeitige Steinlieferung nicht Genüge geleistet würde, so bliebe der Baukommission das Recht vorbehalten, auf Kosten des Unternehmers alle diejenigen Massnahmen zu ergreifen, welche zur Erfüllung der demselben vertragsmässig obliegenden Verpflichtungen erforderlich wären, sei es dass sie die Arbeiten in Regie ausführen liesse, oder einem andern Unternehmer, ohne an die Preise des Übernahmevertrages gebunden zu sein, übertragen würde. Die sämmtlichen durch solche Massregeln verursachten Kosten, als: erhöhte Taglöhne, Bezahlung von Werkführern, Aufbesserung der kontraktierten Preise, gegenüber dem neuen Unternehmer, u.s.w. würden dem ersten Unternehmer zur Last fallen.
Bei gemeinschaftlicher Übernahme der Steinlieferung durch mehrere Unternehmer, haften solche solidarisch für ihre Verpflichtungen. Einer von ihnen vertritt als Organ der Gesellschaft dieselbe bei der Bauleitung.
Das Ausmass der gelieferten Steine geschieht an den fertigen Mauern und werden dem Unternehmer für den mtr3 Mauerwerk Fr. 3 u. 50 Rappen bezahlt.
Bei vorschriftsgemässem Betriebe der Arbeiten, werden dem Unternehmer Abschlagszahlungen bis auf 80% des Betrages der auf den Bauplatz geführten Steine entrichtet und zwar nach Massgabe eines vom Unternehmer mindestens 14 Tage vorher einzureichenden und durch die Bauleitung zu verifizirenden Situationsetats. Der Rest wird nach Ausmass der Maurerarbeiten bezahlt.
Doppelt angefertigt und beidseitig unterzeichnet
Sool, den.. Unterschriften:
Für die Baukommission: Die Unternehmer:
Der Präs. R. Jenni sig. J. Jenni, Tagwv. D. Jenni z. Bären
B. Jenni Wart
Weitere Bedingungen: Die erstmalige Instandstellung der Strasse vom Bezugsort der Bausteine bis zur „Rüfeliplatten“ geschieht auf Kosten des Tagwens. Der weitere Unterhalt dieser Strassenstreke während der Bauzeit wird den Steinlieferanten überbunden .
Vorstehender Vertrag wird belesen und von der Baukommission, die örtliche und objektive Festsetzung betr. Steinbezug vorbehalten, einstimmig genehmigt. Vorderhand wird als Bezugsort des Steinmaterials das „Rüfeli“ ausschliesslich in Aussicht genommen. Über das Steinebrechen selbst wird sich die Baukommission bei Vergabung dieser Arbeiten schlüssig zu machen haben.
2. Unterhalt der Zufahrtsstrassen zum Steinbruch. Zufolge Beschluss der Baukommission als Gemeinderat, sollen die vorbezeichneten Strassen vom Tagwen in seinen Kosten in möglichst fahrbarem Zustand erhalten und übrigens die Frage betr. Fortsetzung eines Strassentheils auf Tagwenskosten untersucht und entschieden werden.
3. Konkurrenzeröffnung über die Steinlieferung zum Schulhausbau. In Bezug auf vorliegende Frage beschliesst die Baukommission, benannte Arbeit unter den Tagwensbürgern zur freien Konkurrenz vermittelst Anschläge auszuschreiben. Anmeldungstermin bis 8. März nächsthin. Eingaben sind an den Präsident der Baukommission zu handen derselben verschlossen einzureichen.
4. Vorlage v. Bauplänen. Unterm 26. Februar werden zu handen der Baukommission durch Hrn Ingenieur H. Leuzinger Glarus die technischen Vorlagen über die vom Dorfe nach dem Schulhausplatz auf dem Scheibenhügel zuführenden Strasse, sowie für die Erstellung einer Wasserleitung zum Schulhaus in Verbindung mit Erstellung von zwei neuen Hydranten, bestehend in Situationsplan, Längen u. Querprofile, Kostenvoranschläge und Bericht. Vormerkung.
5. Subventionsgesuch betr. Hydrantenleitung. Zufolge Beschluss des Gemeindrates als Baukommission soll über die planierte Hydrantenerweiterung und gestützt auf §1a über das Löschwesen zu handen der Militär u Polizeidirektion bezw. des HH. Regierungsrates das Gesuch um Bewilligung des gesetzlichen Landesbeitrages aus der Brandassekurranzkasse eingereicht werden. Schreiben v. 28. Febr.
6. Bestimmung einer Kommissionssitzung auf 3 März nachmittags 2 Uhr. Um den Liegenschaftsbesitzern Kaspar Jenni Bauer als Eigenthümer der Liegenschaft „Hoschet“ und Hrn Peter Jenni Druker als Eigenthümer des Hausplatzes, über welche Liegenschaften die projektierte Strasse gebaut werden soll, Gelegenheit zu bieten, vom diesbezügl Plan Einsicht zu nehmen und über den Bodenpreis sich schlüssig zu machen, sollen dieselben auf die vorerwähnte Sitzung eingeladen werden.
vollzählig besammelt den 3. März nachm 2 Uhr
1. Auf die heutige Sitzung werden die H.H. Bauer K. Jenni und Druker P. Jenni behufs Unterhandlungen über den von denselben zur Strasse abzutretenden Boden vorbeschieden.
Einleitend bemerkt der Vorsitzende, dass Hr. K. Jenni auf heute nicht erschien, indem derselbe auf dem Viehhandel landesabwesend sei. P. Jenni erklärt auf wiederholte Vorladung dem Weibel: er sei nicht im stande nach dem vorliegenden Plan sich zu orientieren, sondern zuerst wünsche die Profile aufgestellt zu wissen, bevor er eine Forderung stelle. (Ist daher auch nicht erschienen) Da es namens der Baukommission bezügl. des vorgerükten Zeitpunktes als wünschbar erscheint in Sachen vorzugehen und diese Angelegenheit baldmöglichst zu erledigen, wird Hr. Präsident R. Jenny ersucht mit den beiden Liegenschaftsbesitzern demnächst zu unterhandeln d.h. denselben die Pläne vorzulegen und dieselbe zur Bestimmung des Bodenpreises auf zu fordern.
2. Abordnung zur Prüfung betr. Hydrantenerweiterung. Da voraussichtlich eine Abordnung des Regierungsrates das bereits zur Subventionierung eingereichte Projekt prüfen wird, wird als Abordnung des Gemeindrates Hr. Präsident R. Jenny bestimmt.
3. Beschaffung der Rohrleitung. Das Legen und Liefern derselben soll zufolge Mehrheitsbeschluss der Baukommission in den Gl. Nachrichten und Glarner Zeitung zur Konkurrenz ausgeschrieben und samthaft einem Unternehmer übertragen werden, mit der Bestimmung vorderhand noch zu verschieben.
4. Erstellung der Strasse. Ob im Taglohn oder Akord wird zur Zeit diese Frage noch unentschieden belassen, dagegen dem Tagwenvogt Auftrag ertheilt, für genügend Dachlatten zur Profilierung der Strasse sorgen zu wollen.
5. Antrag betr. Entschädigung der Heutheilbesitzer auf dem Bauplatz. Bezügl. Antrag geht dahin, die Besitzer von Heutheilen vorzubescheiden, um mit denselben zu unterhandeln event die betr, Heutheile, welche für oder durch den Schulhausbau in Anspruch genommen werden müssen, gegen andere umzutauschen oder den Zins dafür zu entrichten. Mit Rüksicht darauf, da gegenwärtig der Boden mit Schnee bedeckt und man auch über den Bedarf noch nicht im klaren ist, wird diese Frage verschoben, dagegen Hr Tagwenvogt J. Jenni beauftragt ein Verzeichniss der betreffenden Besitzer aufzunehmen, welchen auf diesem Gelände ihr Antheil zugetheilt wurde, und zwar soll mit Gelegenheit Hr. Architekt J. Schmid um Auskunft angegangen werden, sobald die Schneedeke entfernt ist.
6. Nach Schluss der Verhandlungen wird von der Baukommission in Mehrheit dem Bezugsort der Bausteine ein Besuch erstattet, wobei man sich männiglich von der enormen Quantität an Steinmaterial und der vorzüglichen Qualität derselben, überzeugen konnte.
v. 9. März 1901
1. Berichtgabe von Hrn. Gemeindepräsident R. Jenni über die Unterhandlungen betr. Bodenankauf mit Bauer Kasp. Jenni und Peter Jenni beim Schulhaus. Obiger Berichterstatter erklärt zu handen der Baukommission, dass er unterm 6 dies den beiden Liegenschaftsbesitzern die Planaufnahme zur Strasse zur Einsicht vorgelegt hätte mit der Bemerkung, dass die Masse nach dem Kauf als Gemeindestrasse zu qualifizieren wären und der Grund und Boden dazu ohne spezielle Bedingungen dem Tagwen abzutreten wäre. Die beiden Vorgeladenen haben hierüber erwiedert dass sie sich vorerst zu orientieren gedächten, in wie weit der Tagwen das Recht hätte, die Expropriation über ihr Eigenthum zu verlangen und hätten sich bereit erklärt, nächsten Dienstag den 14. Febr behufs weitern Unterhandlungen mit der Baukommission auf der Schulstube sich einzufinden. Dieser Erklärung wird von der Baukommission einstimmig beigepflichtet.
2. Vorlage und Belesung des Verzeichnisses derjenigen Heutheilbesitzer, deren Theile durch den Schulhausbau dem Tagwen abzutreten sind, nämlich 14 an der Zahl. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sich diese Zahl namentlich durch das Ablagern von Erde, Steine Baumaterial erheblich steigern, jedoch muss eine definitive Bezeichnung in Sachen auf später verschoben werden und ist hievon Vormerkung zu nehmen.
3. Schulhausbaurechnung. Die Führung derselben namens der Schulgemeinde wird von der Baukommission einstimmig Hrn Tagwensverwalter Jak. Jenni übertragen.
4. Vergebung der Steinlieferungen zum Schulhausbau.
Auf die erfolgte Ausschreibung hin, haben sich zur Ausführung dieser Arbeiten angemeldet:
a) Jakob Zimmermann Bühl Forderung per mtr3 Fr. 4.50 Rp
b) Gabriel Dürst Loch Forderung per mtr3 4.60, evt 4.50
c) Jakob Marti, z. Freihof Wart
d) Caspar Jenni, Fuhrhalter
e) Gabr. Juon u. Mathias Jenni Brändlen
f) Jak. Jenni Tagwenvogt, D. Jenni z Löwen u
Balth. Jenni Wart
5. Mit Rüksicht auf die enorme Preisdifferenz und namentlich darauf da letztere Unternehmer Gewähr für vorschriftsgemässe Ausführung der Steinlieferung bietet, wird von der Baukommission (Hr. Tagwenvogt J. Jenni als Antheilhaber im Ausstand) diese Arbeit den letztern übertragen.
6. Kenntnissgabe über Geschenke an den Schulhausbau. Hr. Tagwenvogt Blesi meldet zu handen der Baukommission, dass zufolge Mittheilung von Herrn Hauptmann A. Tschudi demnächst ein Geschenk von Fr. 1000 durch Fr. Ratsherr Zopfi in Ranicaübermittelt werde, worüber von innigstem Dankesgefühl beseelt, Vormerkung genommen wird.
v. 14. März 1901
1. Auf die heutige Sitzung sind behufs Unterhandlungen betr. Bodenverkauf zur Strasse nach dem „Kauf“ vorgeladen die H.H. Kaspar Jenni, Hoschet u. Peter Jenni beim Schulhaus. Diese haben Hrn. Präsident R. Jenni die Erklärung abgegeben, auf diese Sitzung zu erscheinen, was aber wiederholt nicht befolgt wurde. Mit Rüksicht auf den vorgeschrittenen Zeitpunkt, wird durch die Baukommission einstimmig folgender Beschluss in erwähnter Angelegenheit gefasst: Es seien die Obigen endgültig durch das Präsidium aufzufordern, betr. Entschädigungsforderung sich schlüssig zu machen, nicht erfolgenden Falls den Entscheid bezügl Expropriationsrecht dem H. Regierungsrats zu unterbreiten, und zwar letzteres aus dem Grunde, da dem Tagwen das Recht der Bodenerwerbung für das Schulhaus anerkennt wird, dagegen für die Benützung auf die übrigen Tagwensliegenschaften nicht.
v. 17. März 1901
1. Kenntnisgabe in Bezug auf Unterhandlung betr. Bodenerwerbung zur Strasse auf den Kauf. Zu handen der Baukommission wird durch Hrn. Gemeindepräsident R. Jenni in Sachen Bericht erstattet, dass er unterm 15 dies mit Hrn. Kaspar Jenni Hoschet und Peter Jenni beim Schulhaus unterhandelt hätte, demzufolge werden von Kaspar Jenni für Abtretung von Boden zur Strasse, soweit es dessen Liegenschaft betrifft, (in Pauschalsumme) gefordert Fr. 10‘000. Hr. P. Jenni für Anlegung der Strasse über dessen Hausplatz dahin und daweg Fr. 4‘500. Die Baukommission findet einstimmig diese Forderungen als zu übertrieben hoch und beschliesst von einem Angebote abzustehen, dagegen an den Regierungsrat eine Petition auf Anwendung der Zwangsentäusserung in vorliegendem Falle einzureichen und event die Grenzbereinigungen gegen den „Kauf“ hin resp Austausch von Grund und Boden mit Kaspar Jenni so weit thunlich ebenfalls der kant Schatzungskommission zu übertragen.
2. Verhandlung betr. Abtragung des Hügels zum Bauplatz. Diese Frage wird von der Baukommission nach reiflicher Erwägung zur Zeit noch unentschieden belassen, dagegen Hr. Tagwenvogt J. Jenni beauftragt namentlich am Südabhange des Hügels an einigen Stellen Bohrungen vorzunehmen um dessen Beschaffenheit resp. Inhalt einigermassen ermitteln zu können.
3. Vorlage eines Geschenkes von Fr. 1000 an den Schulhausbau. Durch Hrn. Hauptmann A. Tschudi in Schwanden wird von Fr. Ratsherr Zopfi in Ranica Italien vorliegendes Geschenk übermittelt und Hrn. Schulgutsverwalter J.U. Luchsinger zur Aufbewahrung übergeben. Alle Ehre solchem Opfersinn. Des weitern Beschluss der Baukommission in Folgendem enthalten:
Schreiben an Fr. Ratsherr Zopfi in Ranica b. Bergamo, Italien Verehrteste Frau!
Von innigstem Dankgefühl durchdrungen, nehmen wir Notiz von Ihrem hochherzigen Geschenk von Fr. 1000, welches uns dieser Tage & mit der Bestimmung für den Schulhausbau durch Hrn. Hauptmann A. Tschudi übermittelt wurde. Wir erachten es als angenehme Pflicht Ihnen hiefür sowohl namens der Gemeinde als auch deren Behörde den verbindlichsten Dank auszusprechen.
Verehrteste Frau. Wie schon oft ist es Ihre w. Person, welche zu einem gemeinnützigen einem edeln Zweke geweihten Werke ihre milde Hand öffnet. Dass wir uns namens der Gemeinde d.h. deren bedrängter Lage nicht vergeblich an wohltätige Menschen wendeten, beweist in hohem Masse Ihr fürstliches Geschenk. Möge Ihnen Gott lohnen all die Gutthaten und Ihnen ein wahrhaft freudenreicher, glüklicher Lebensabend beschieden sein. Indessen zeichnet mit dankbarer Hochachtung: Namens dem Gemeinderat Sool: J. Jennni Gmschbr.
Vom 28. März 1901
1. Abtretung des Scheibenhügels resp. Herrichtung des Bauplatzes. Die sich dadurch ergebenden Erdarbeiten sollen zufolge Entschluss der Baukommission demnächst in Angriff genommen werden das Niveau des Schulhausplatzes wurde unterm 23 dies durch Hrn Architekt J. Schmid endgültig festgestellt. Wie von den vorgenommenen Bohrungen anzunehmen ist, dürfte bei Abtragung des Hügels eine beträchtliche Menge Sand, Steine etc zum Vorschein kommen. Um nun die verschiedenen, sehr wertvollen Baumaterialien, rationell auseinander halten zu können, wird von der Baukommission einstimmig beschlossen, diese Arbeiten im Taglohn ausführen zu lassen. Eine weiterhin gestellte Anfrage, ob dabei in hiesiger Gemeinde Niedergelassene als Arbeiter anzunehmen seien, wird mit Rüksicht darauf, da ein solches Werk als ein öffentliches zu qualifizieren wäre und die Niedergelassenen den Bürgern gleich, für Schulzweke Steuern zu entrichten haben, in bejahendem Sinne entschieden. Im weitern wird Hr. Tagwenvogt J. Jenni beauftragt für die nöthigen Werkzeuge zu sorgen.
2. Ein Antrag auf Lohnerhöhung für die Erdarbeiten beim Schulhausbau um damit eine möglichst hohe Arbeitsleistung zu erzielen, soll in einer spätern Sitzung entschieden werden.
3. Vorlage u. Belesung einer Zuschrift der Regierungskanzlei enthaltend Kenntnissgabe, dass der h. Regierungsrat unterm 21 dies bezüglich unserm unterm 18 März eingereichten Gesuch betr. Zwangsentäusserung des nöthigen Bodens zur Strassenanlage auf den „Kauf“ in dem Sinne entschieden, indem die Prüfung in Sachen einer dreigliedrigen regierungsrätlichen Kommission übertragen wurde. In diese Kommission sind H.H. Baudirektor P. Zweifel in Linthal, Regierungsrat Dr. P. Hefti in Schwanden u Regierungsrat D. Legler in Glarus ernannt. Zur Theilnahme an der sich ergebenden Augenscheinnahme soll zufolge Mehrheitsbeschluss der Baukommission, der Gemeinderat in corpore sich einfinden. Im Weitern wird die Anregung gemacht, zur Erziehlung einer wo möglich raschen Erledigung der pendenten Fragen, sich schriftlich an die Baudirektion zu wenden. Es wird dies grundsätzlich beschlossen. Schreiben vom
31. dies
Kommission den 4 April
Hrn. Gemeindepräsident R. Jenni, Steuervogt G. Blesi, Schulvogt J.U. Luchsinger, Tagwenvogt J. Jenni u.
Gemeindeschreiber J. Jenny
Mit dem Mittagszuge trafen die Mitglieder der regierungsrätlichen Abordnung in hier ein, um eine Prüfung des unsrerseitig eingereichten Expropriationsbegehren betr Erwerbung von Grund u. Boden für die Strassenanlage nach dem „Kauf“ vorzunehmen. Zu den Unterhandlungen sind die gegnerischen Parteien, Hr. Kaspar Jenni, Hoschet, Peter Jenni beim Schulhaus und David Jenni, Druker vorgeladen und sämmtliche erschienen.
Nach üblicher Einleitung durch die Abgeordneten des Regierungsrates bestehend aus den HH Regierungsrat P. Zweifel. Linthal, Hr Regierungsrat Dr. P. Hefti in Schwanden u Regierungsrat D. Legler in Begleitung von Ratsschreiber B. Trümpi u Ratsweibel J. Jenni wurden durch das Präsidium Hr. Ständerat P. Zweifel die Privatparteien aufgefordert, ihre Gründe geltend zu machen, welche gegen das vom Gemeinderat namens dem Tagwen Sool beim Regierungsrate eingereichte Expropriationsbegehren sprechen. Gegen dasselbe wird namentlich aufgeführt
a) von Peter u Kaspar Jenni, dass Ihnen vom Gemeinderat auf Ihre gestellte Entschädigungsforderung kein Angebot gemacht worden wäre und sie nicht pflichtig seien dem Tagwen für den Verkehr auf dessen als auch anderweitiger Privatliegenschaften d.h. für Erweiterung von Rechtsamen und zur Anlage einer Strasse ausser für Schulzweke Boden abzutreten.
b) Von David Jenny wird gegenüber dem Gemeinderat als Vertretung des Tagwens der Vorwurf gemacht, er sei nicht einmal bezügl einer Entschädigungsforderung angegangen worden, weist im Weitern auf gestellte Profile hin, indem er den betreffenden Boden unmittelbar vor dessen Wohnhaus zum Bau eines Hauses erworben haben will.
Zur Begründung für das gestellte Begehren wird seitens dem Gemeinderate darauf hingewiesen, durch die Lösung der Schulhausbaufragen sei dem Tagwen das Bedürfnis einer Strassenanlage nach der Liegenschaft „Kauf“ erwachsen und als geradezu hohnsprechend wäre es, wenn die bisherige sehr beschränkte Rechtsame auf die Liegenschaften durch eine solch kostspielige Strasse nicht eine Erweiterung derselben bezweken würde. Was die Entschädigungsforderung anbelange, so sei diese so gestellt worden, dass eine gütliche Einigung zum vorneherein als ausgeschlossen zu betrachten sei und es daher im Interesse sowohl der Bürgerschaft, als auch des Tagwens gelegen wäre, wenn erwähnte Strasse als Gemeindestrasse erklärt und die Bodenentschädigung, sowie die Grenzbereinigung mit Kasp. Jenni der kompetenten Schatzungskommission übertragen werde. Bezüglich dem von David Jenny gemachten Vorwurf, er sei um keine Forderung angegangen worden, wird seitens der Gemeindeorgane eingewendet, dass man es vorderhand nicht für nothwendig erachtet, wegen der Kleinigkeit von einigen mtr2 mit ihm speziell zu unterhandeln, bezügl des von ihm angeblich gekauften Bauplatzes aus dem Grunde, da dem Gemeinderat ein solcher Kauf unbekannt gewesen und die Profilierung erst seit 1. April erstellt wurde.
Nachdem von einem Mitglied des Regierungsrates beantragter Vermittlungsvergleich einmütig abgelehnt wird, wird noch eine Besichtigung der umliegenden Liegenschaften vorgenommen und hierauf durch das Präsidium Schluss der Verhandlungen erklärt.
Das Resultat der Prüfung wird nun Freitag den 13. April dem Regierungsrate zum Entscheid unterbreitet.
Weitere Verhandlungen der Baukommission
1. Kenntnisgabe zu handen der Baukommission durch Vorsitzenden, dass nächsten Samstag den 6. April die Profilierung der Strasse nach dem „Kauf“ durch Hrn Ingenieur H. Leuzinger vorgenommen werde. Zur Mithülfe werden Hr Gemeindepräsident R. Jenny u Gemeinderat G. Blesi und zur Tragung der Aufsicht über die Erdarbeiten beim Schulhausplatz Hr. Schulvogt J.U. Luchsinger oder event Gemeinderat P. Dürst, Tagwenvogt J. Jenni u. Gememeindeschreiber J. Jenny werden mit Ausstekung der Gantsaaten beauftragt.
2. Geschenk für die elektrische Beleuchtung im neuen Schulhaus. Durch Vermittlung von Hrn Hauptmann A Tschudi, Schwanden wird von Fr. Ratsherr Zopfi in Ranica Kenntnis von einem Geschenk von 1000 Fr für oben erwähnten Zwek übermittelt. Wenn auch zur Zeit angesichts anderweitiger Ausgaben noch nicht an die Ausführung der elektrischen Anlage gedacht werden kann, bildet doch das hochherzige Geschenk einen respektablen Grundstok, welcher dazu geeignet ist, mit einem Schlage uns dem ersehnten Ziele um ein Bedeutendes näher zu bringen. Ganz besonders erwähnenswert ist es, wie die edle Wohltäterin durch die beiden Geschenke von je 1000 Fr. die sie im Zeitraum von einigen Wochen der Gemeinde gespendet, nicht nur das geistige, sondern auch das körperliche Wohl derselben gefördert und dankerfüllt möchten wir mit dem Psalmsänger ausrufen: Wie ist doch der Herr in schwachen Menschen mächtig.
vom 12. April 1901
1. Verfügung betr. Bodenerwerbung von Kaspar Jenni Hoschet. Wie durch die Presse bekanntgemacht wird hat der Regierungsrat in seiner heutigen Sitzung, das Namens dem Tagwen eingereichte Expropriationsgesuch in jeder Beziehung gutgeheissen. Um nun bezüglich den von Kaspar Jenni resp in dessen Liegenschaft Hoschet aufgestellten Profilen ein weiteres Vorgehen zu verhindern, wird der Gemeinderat als Baukommission beantragt Solches durch ein Rechtbot zu verbieten und zwar für so lange, als waltende Anstände erledigt sein werden. In Mehrheit wird der Antrag zum Beschluss erhoben und Hrn Tagwensverwalter J. Jenny mit der Ausführung in Sachen betreut.
Vom 14 April 1901
1. Hr Tagwensverwalter J. Jenni erstattet zu handen der Baukommission Bericht, dass er sich kompetenten Orts über die Angelegenheit betr. Rechtbotertheilung an Kasp. Jenni in Bezug auf den in die Strassenlinie nach dem Kauf entfallenden Boden erkundigt hätte und daselbst ein solches Vorgehen zwar nicht für unausweichlich nothwendig, doch als berechtigt empfohlen worden wäre, worauf er nun Solches wie vorliegt anfertigen lassen habe. (Seite der Urkundensammlung) Der Gemeinderat als Baukommission beschliesst nun nach reiflicher Erwägung das Rechtbot durch Gemeindeweibel Anton Juon als Unpartheiischer unterzeichnet, Hrn. Kaspar Jenni zustellen zu lassen. Eine Kopie des Rechtbots wird den Akten einverleibt.
2. Vorlage und Belesung einer Zuschrift von Hr. Ingenieur H. Leuzinger in Glarus enthaltend zu handen der Baukommission das Gesuch, es möchte ihm, behufs Aufstellung der Bauvorschriften und Bedingungen für die projektierte Strassenanlage, die nöthigen Aufschlüsse und Bestimmungen nach beiliegendem Fragebogen ertheilt werden. Dem Gesuch wird entsprochen. Die Ausfüllung des Fragebogens auf Grundlage der Beschlüsse durch die Baukommission wird dem Aktuar übertragen u durch Schreiben v. 14 dies dem Gesuchsteller übermittelt.
v. 18. April 1901
1. Vorlage u. Belesung v der Bauvorschriften und Akkordbedingungen für die Strassenanlage nach dem „Kauf“ ausgearbeitet von Hrn Ingenieur H. Leuzinger in Glarus. Wie sich durch Prüfung in Sachen ergibt enthalten dieselben gänzlich keine Spezialbestimmungen in Bezug auf das Graben der Hydrantenleitung, welche Arbeiten unausweichlich mit dem Strassenbau verknüpft werden müssen, indem die erwähnte Leitung durchwegs der Strasse nach sich hinzieht. Es soll daher zufolge Beschluss der Baukommission ein bezüglicher Zusatz in den Bauvorschriften neu aufgenommen und dieselben bezügl. der Strassenbreite zwischen Wohnhaus und Stall des Peter Jenni, sowie ob der Strasse nach z. Theil eine Wandmauer erstellt werden soll, vervollständigt werden. Die Erledigung der sich ergebenden Fragen wird auf Sonntag den 21. April vertagt.
2. Belesung einer Zuschrift der Regierungskanzlei enthaltend Protokollauszug des Regierungsrates, wonach derselbe in seiner Sitzung unterm 12 dies die unserseitig eingereichte Petition bezüglich Expropriation von Grund und Boden zur Anlegung einer öffentlichen Gemeindestrasse nach der Liegenschaft Kauf, sowie Arrondierung des Schulhausplatzes in jeder Beziehung guthiess. Durch vorliegenden Beschluss ist es nun Sache der kantonalen Schatzungskommission die Entschädigung an die betreffenden Liegenschaftsbesitzer nämlich Kaspar Jenni Bauer Hoschet, David Jenni Druker u. Peter Jenni beim Schulhaus festzustellen. Ein Antrag den Versuch betr gütliche Verständigung mit denselben zu machen, wird von der Baukommission, weil aussichtslos abgelehnt, dagegen beschlossen, an das Präsidium des Regierungsrates, Herrn Landammann E. Blumer das Gesuch auf Einleitung des Schätzungsverfahren zu stellen. Schreiben v. 18 dies.
vom 21 April 1901
1. Vorlage von Bauskizzen betr. Gesammtansicht des Schulhauses in 2 Exemplaren. Auf eine Besprechung in Sachen wird für heute nicht eingetreten, indem im Laufe dieser Woche Hr. Architekt J. Schmid in hier zur Markierung betr. Stellung des Baues und Profilierung desselben erscheinen wird.
2. Zu handen der Baukommission wird beantragt, um das Trasse der Strasse auf den Kauf namentlich bei der Kurve zwischen Haus und Stall von Peter Jenni genau zu bezeichnen, daher auf Montag event Dienstag Hr. Ingenieur Leuzinger in Glarus zu avisieren. Ferner wird bezügl der Profilierung des Hydrantenstokes in der Hoschet Abänderung beantragt, nämlich in dem Sinne, dass derselbe zwischen Profil No. 17 – 25 anstatt No. 32 – 25 zu stehen kommt. Es werden diese Anträge zum Beschluss erhoben und bezügl des Friedes ausserhalb der Hoschet der Strasse auf der obern Seite nach anstatt Röhrenzaun eine Friedmauer aufzuführen, beschlossen. Zu diesem Zweke ist daher eine Ergänzung der Bauvorschriften namentlich betreffend Graben der Hydrantenleitung nothwendig. Einestheils um nöthige Aufschlüsse zu ertheilen und anderntheils um Mithülfe zu leisten wird zur Kommission mit Hrn Ingenieur H. Leuzinger Hr. Präsident R Jenni abgeordnet.
v. 26. April 1901
1. Kenntnisgabe betr. Abänderung der Strassenkurve beim Wohnhaus u Stall von Peter Jenni u Profilierung der Wandmauer in der Hoschet von Kasp. Jenni. Hierüber erstattet Gemeindepräsident R Jenni Bericht, dass durch Hrn. Ingenieur Leuzinger unterm 24 dies vorerwähnte Abänderungen resp die bezügl. Profilierung vorgenommen und in den Planaufnahmen entsprechend eingezeichnet worden sei. Dadurch ist eine Ergänzung der Bauvorschriften nothwendig, und sollen dieselben entsprechend abgeändert, demnächst zu handen der Baukommission übermittelt werden.
2. Weiterhin erstattet Hr. Präsident R. Jenni zu handen der Baukommission Bericht bezügl einer Unterredung mit David Jenni betr Entschädigung für Boden zur Strasse nach dem Kauf, derzufolge letzterer zwar keine Forderung geltend gemacht, dagegen erklärt hätte eine solche zu stellen, was aber bis anhin nicht erfolgt wäre. Beschluss der Baukommission: Jenni event bei Vornahme der Bodenschatzung nochmals anzufragen, oder aber die Bestimmung der Entschädigungssumme analog den beiden andern Bodenbesitzern durch die kant. Schatzungskommission festsetzen zu lassen.
3. Kenntnissgabe bezügl der kant. Schatzungskommission I. Instanz, dass Solche zur Vornahme des Schätzungsverfahren den 27 dies morgens 9 Uhr in hier erscheinen werde. Zur Theilnahme als Vertretung des Tagwens werden laut Mehrheitsbeschluss der Baukommission sämmtliche Mitglieder derselben eingeladen und werden nachfolgende Beschlüsse, event gegenüber der Gegenpartei geltend zu machen erkennt.
a) betr. Strassenbreite 3,6 mtr, Abweichungen nach Convenienz gestattet
b) Auszahlung der Entschädigungssumme im Herbst zahlbar, Zinsabrechnung a 4% z. Theil für das laufende Jahr z. Theil von 1 Mai an.
c) Einfriedung der Strasse nach: auf der untern Seite ein drei oben ein zweiröhriger Zaun, ausserhalb eine Wandmauer nach Plan.
d) Betreffend den Bäumen der Strassenlinie entlang wird verlangt den grössten zu entfernen, indem derselbe hart an den Strassenrand zu stehen kommt. Die andern dagegen könnten nach Befund der Baukommission entweder versetzt oder stehen gelassen werden.
e) Im Weitern wird auf eine allfällige Aufforderung zu einem gütlichen Vergleiche nur dann einzutreten beschlossen, wenn die Gegenpartei die gestellten Forderungen bedeutend reduziert andernfalls sei aber kein Angebot seitens der Baukommission zu eröffnen. Ferner ist der kant. Schätzungskommission die Entschädigungssumme nach der von Hrn Ingenieur H. Leuzinger normiereten Kostenberechnung vorzulegen.
f) Da der Tagwen über die Liegenschaften von Kaspar u Peter Jenni servitutberechtigt ist, wird Hr. Tagwensverwalter J. Jenny beauftragt die diesbezügl. Rechtbote und Urkunden zu Verfügung zu halten.
vom 3 Mai 1901
betr. Expropriation von Grund und Boden zur Anlegung einer Strasse nach der Liegenschaft Kauf.
Vorlage und Belesung des Urtheils der kant. Schatzungskommission datiert v. 27 April 1901.
Vorerwähnte Kommission hat in Sachen der Ortsgemeinde Sool als Expropriantin
1. Herrn Druker Peter Jenni, Thomasen sel in Sool als Besitzer des Heimwesen No. 169 des Grundbuches Sool
2. Herrn Druker David Jenni Rudolfs sel als Besitzer des Heimwesen Nr. 170 des Grundbuches Sool und
3. Herrn Kaspar Jenni, Josten sel. in Sool, als Besitzer vom Heimwesen Nr. 168 des Heimwesens & Gut Hoschet als Expropriaten
Festsetzung der Entschädigung für die Abtretung des für die Anlage einer laut Leuzingerschem Plan 3,6 mtr Minimum breiten Gemeindestrasse erforderlichen Bodens, nach Vornahme des Augenscheins, Anhörung der Parteien und Einsichtnahme von den produzierten Akten und von dem Plan.
Die Gemeinde Sool hat für die Expropriation der laut Leuzingerschem Plane für die Erstellung einer 3,6 m breiten öffentlichen Gemeindestrasse erforderlichen Boden zu bezahlen:
a) dem Peter Jenny 7 Fr. sieben Franken per Quadratmeter und eine Entschädigung von Fr. 100 ein hundert Franken für theilweise Beseitigung des Hühnerhofes.
b) dem David Jenny Fr. 7 sieben Franken per Quadratmeter
c) dem Kaspar Jenni Fr. 4,50 Rp. Franken vier und fünfzig Rappen per Quadratmeter Fr. 250 für drei Obstbäume und Fr. 1500 für Minderwert des Heimwesens.
Mit folgenden Bedingungen
1. Der exproperierte Boden sammt den drei Obstbäumen geht mit dem Inkrafttreten dieses Entscheides in das Eigenthum der Gemeinde Sool über, welche von diesem Tage an die obenerwähnte Entschädigung a 4% zu verzinsen und solche nach endgültiger Feststellung des Bodenmasses durch den bauleitenden Ingenieur an baar auszubezahlen hat.
2. Sobald die Böschungen der Strasse die nöthige Festigkeit besitzen hat die Gemeinde Sool den Röhrenfried mit den erforderlichen Öffnungen d.h. auf der Liegenschaft Hoschet in zwei Blegenen zu beiden Seiten der Strasse, beim Hausplatz des Peter Jenni beidseitig einen Ausgang, beim Hausplatz des David Jenny einen Ausgang, zu erstellen.
Der Gemeinderat namens dem Tagwen Sool verpflichtet sich diese Blegenen, sowie beidseitig der Strasse einen dreiröhrigen Fried zu erstellen, soweit nicht Mauerwerk den Fried bildet und denselben stetsfort zu unterhalten.
3. Die Böschungen verbleiben Eigenthum der Anstösser, sind aber von der Gemeinde Sool in ertragsfähigen Boden umzuwandeln. Die Beseitigung der Obstbäume hat bis spätestens Ende dieses Jahres zu erfolgen.
4. Der durch die Anlage der Strasse entstehende Schaden jeder Art ist den Besitzern von der Gemeinde Sool zu vergüten und ist derselbe beim Mangel gütlicher Verständigung durch die Landesschatzungskommission zu normieren.
5. Die heutigen Tageskosten im Betrage von 47 Fr hat die Gemeinde Sool zu bezahlen.
6. Gegen diesen Entscheid kann von den Parteien innerhalb 14 Tagen vom Datum der Bestellung an bei der Landesschatzungskommission II Instanz Rekurs erhoben werden.
7. Mittheilung an die Parteien.
Namens der Landesschatzungskommission I Instanz Der Präsident: M. Jenny
Der Aktuar: Jakob Ott
Nach Anhörung dieses Urtheils stellt Vorsitzender die Umfrage betr Einreichung eines Rekurses gegen dasselbe. Wird von der Baukommission einstimmig abgelehnt und bezügl demselben Vormerkung genommen.
v. 11 Mai 1901
1. Unter Berufung auf den Entscheid der kant. Schatzungskommission I Instanz v. 27 April stellt Hr. Kaspar Jenni Bauer zufolge Mittheilung von Gemeindepräsident R. Jenny zu handen der Baukommission die Bedingung, dass er diesen Entscheid als rechtsgültig anerkenne, falls ihm gestattet werde, von der zu erstellenden Wasserleitung einen sog. Hausbrunnen zu dessen Wohnhaus auf eigene Kosten zu erstellen und zu beziehen und die Fruchtbäume drei an der Zahl, welche durch die Strassenanlage entfernt werden, ihm unentgeldlich zugesprochen werden.
Die Baukommission, nach Anhörung obigen Angebotes, erachtet sich als inkompetent auf dasselbe einzutreten und beschliesst unter Hinweis auf die bald abgelaufene Rekursfrist, demselben keine weitere Folge zu geben.
2. Armengutsverwalter G. Blesi macht zu handen der Baukommission Mittheilung, dass letzter Tage das bereits früher angemeldete Geschenk im Betrage von Fr. 1000 von Fr Ratsherr Zopfi in Ranica b. Bergamo an die Kosten der elektrischen Beleuchtung in unserm Schulhause bestimmt, ihm zugegangen und nun der Schulgutsverwaltung übermittelt sei. Hr. Schulgutsverwalter J.U. Luchsinger spricht den Wunsch aus, dass das Geschenk von der Tagwensverwaltung in handen genommen werden möchte, welchem Wunsche, im Hinblick auf demnächst bevorstehende Ausgaben, nach Beschluss der Baukommission Rechnung getragen werden und das Geschenk der hochherzigen Geberin gebührend verdankt werden soll. Durch Schreiben v. 12. dies.
3. Weiterhin berichtet obiger Berichterstatter, dass ihm durch Hrn Hauptmann A Tschudi mitgetheilt wurde, für den Fall da die Gemeinde Sool behufs Lichtabgabe in das neue Schulhaus Anschluss an die elektrische Centrale in Schwanden wünsche, fragliche Leitung bis zum Schulhause gratis erstellt werde, somit die Gemeinde die Kosten für Installation und Transformator, sowie Anschluss an die Zentrale und der bestehenden Taxen per Lampe zu tragen hätte. Da es ausser allen Zweifel feststeht, dass die Beleuchtung im neuen Schulhause, wenn auch durch Petroleum produziert, jedenfalls bedeutende Mehrkosten als gegenwärtig fordern wird, beschliesst die Baukommission an den Gemeinderat von Schwanden das Gesuch um Aufnahme einer Kostenrechnung und Planierung der elektrischen Beleuchtung in das neue Schulhaus zu stellt, und später definitiv über vorliegende Frage zu entscheiden. Schreiben v. 12 dies.
4. Festsetzung des Taglohnes für die Arbeiten den Schulhausbau betreffend. Diesbezüglich meldet Hr. Tagwenvogt Jenni, dass von sämmtlichen Arbeitern, welche bei den Erdarbeiten beim Schulhausplatz arbeiten, das Gesuch auf eine Lohnerhöhung (20 Rp per Tag) gestellt worden wäre, nichterfolgendenfalls sie die Arbeit nicht mehr aufzunehmen gedächten. Obschon die Bestimmung betr. Lohnauszahlung für die Tagwensarbeiten durch die Gemeindeversammlung von drei zu drei Jahren normiert und bis anhin im Dorfe oder dessen Umgebung nicht mehr als 3 Fr per Tag betragen hat, beschliesst die Baukommission dem Begehren mit Rüksicht auf die aussergewöhnlichen Arbeiten, zu entsprechen u. den Taglohn für sämmtliche Arbeiten den Schulhausbau betreffend auf 3 Fr 20 Rp festzustellen.
Verhandlungen der Baukommission v. 15. Mai 1901
1. Vorlage und Belesung der Bauvorschriften und Akkordbedingungen
Erstellung eines Strässchens vom derzeitigen Schulhaus zum neu zu erstellenden Schulhaus auf dem Scheibenbüchel:
A Bauvorschriften
I Grundlage der Bauausführung:
Als Grundlage der Bauausführung sind massgebend
a) Gegenwärtige Bauvorschriften & nachstehende Akkordbedingungen
b) die vorgelegten Pläne & die Vorausmasse
c) die Abstekung u. Profilierung auf dem Terrain
II Richtung und Länge des Strässchens
Die Richtung des Strässchens ist auf dem Terrain durch Pfähle abgestekt. Dieselbe zieht sich von Profil No 0 beim derzeitigen Schulhaus in westlicher Richtung, teils in Kurven, theils in geraden Linien gegen die Tagwensliegenschaft „Kauf“ hin. Die Leitpfähle sind mit Nummern versehen und es bedeuten die Nummern jeweilen die horizontal gemessene Distanz vom Anfangspunkt des Strässchens beim alten Schulhaus in der Wegrichtung gemessen. Die im Längenprofil schwarz eingezeichneten Coten beziehen sich auf die bei den Leitpfählen eingeschlagenen Bodenpfähle, die rot eingeschriebenen Coten geben die Höhe des Strassenrandes an. Die Gesammtlänge des neu zu erstellenden Strässchens beträgt 125 mtr.
III Steigungsverhältnisse des Strässchens
Was die Steigungsverhältnisse des neu zu erstellenden Strässchens anbelangt, so ergeben sich folgende Steigungen: von der Dorfstrasse aus bis zu Profil No 25 beträgt die Steigung der Weganlage 6% und von Profil No 25 bis zu Profil No 125 auf 100 mtr Länge 6,5% um von da an aufwärts auf 1.50 Steigung überzugehen. Die Übergänge von einem bestimmten Gefälle auf das andere sind mittelst Übergangskurven zu vermitteln.
IV Querprofil des Weges
Die Fahrbahnbreite des Strässchens beträgt durchwegs 3,60 mtr. Die Auftragsböschungen sind 1 ½füssig zu erstellen, Abtragsböschungen in Erde und Schutt sind mit 1füssiger Dossierung anzulegen. Stauden, Stök oder irgendwelche vegetabilische Stoffe dürfen für die Auffüllungen nicht verwendet werden. Ehe und bevor mit den eigentlichen Erdarbeiten begonnen wird, soll der Rasen sorgfältig in regelmässigen Tafeln abgegraben und behufs späterer Verwendung zur Andekung der Böschungsflächen deponiert werden. Grosse Auffüllungen sind schichtenweise aufzufüllen & soll mit den Karren stets über die Auffüllungen gefahren werden. Das Setzen des Auffüllungsmaterials ist bei den Arbeiten in Berüksichtigung zu ziehen und soll die Fahrbahn des Strässchens nach erfolgter Setzung die Höhe der gestellten Profile erreichen. Die Koffertiefe beträgt 15 cm.
V Stütz u Wandmauern
Insofern in der obern Partie anstatt der Böschung eine Wandmauer erstellt wird, so erhält dieselbe eine Kronenbreite von 60 cm und einen äussern Anzug von 1/5. Die innere Seite ist senkrecht aufzuführen. Zu sämmtlichem Mauerwerk sind nur harte, frost & wetterbeständige Steine zu verwenden. Das Mauerwerk ist kunstgerecht & troken aufzuführen. Die Mauersteine sind mit Hammer & Zweispitz event Spitzeisen zu bearbeiten & das Mauerwerk ist so auszuführen, dass keine grossen Stoss & Lagerfugen entstehen und sich das Mass der Ausschieferung auf ein Minimum beschränkt. Schiefern, welche leicht von Hand ausgezogen werden können, dürfen nicht vorkommen. Für die Steine der Gesichtsfläche sind ausschliesslich grosse Steine von mindestens 0,15 mtr2 Gesichtsfläche zu verwenden. Die Mauerkrone ist mit grossen, die ganze Kronenbreite durchgehenden Steinen abzudeken.
VI Wasserableitung
Für die Wasserableitung sind auf der Bergseite Randsteine mit einseitiger 0,30 mtr breiter Schale zu erstellen, sowie zwei Durchlässer aus 20 ctm weiten Cementröhren nebst kleinem Einfallschacht von 40/40 cm Lichtweite. Die Randsteine sollen eine Höhe von mindestens 40 cm erhalten und 20 cm über dem Kantenrand vorstehen.
VII Beschotterung
Zur Beschotterung der Fahrbahn des Strässchens ist reines Kies zu verwenden. Die untere Schicht soll aus gröberem & die obere aus feinern, nussgrossen Steinen bestehen. Die Dike der Kiesschicht in der Strassenmitte soll mindestens 15 cm, am Rand 10 cm betragen.
VIII Fried
Die Erstellung des Friedes ist Sache des Gemeinderathes.
Akkordbedingungen
Der Tit Gemeinderat der Gemeinde Sool übergibt die Erstellung eines neuen Strässchens vom derzeitigen Schulhaus zum neu zu erstellenden Schulhaus zu vorstehenden Bauvorschriften und nachfolgenden Akkordbedingungen in Akkord:
Der Übernehmer hat die Baute genau nach den von Linthingenieur H. Leuzinger in Glarus angefertigten Plänen, sowie nach den gestellten Profilen auszuführen, und ist demselben ohne Genehmigung der Bauleitung irgendwelche Abänderungen an Plan und Bauvorschriften strengstens untersagt.
Den Anordnungen und Weisungen der vom Gemeinderat von Sool bestellten Bauaufsicht hat der Unternehmer unbedingt & ohne Widerrede Folge zu leisten. Sollten zwischen der Bauaufsicht und dem Unternehmer aus irgendwelcher Ursache betreffend der Bauausführung Streitigkeiten entstehen, so entscheidet in erster Instanz die gemeinderätliche Baukommission, eventuell in zweiter Instanz die kantonale Baudirektion.
Die Oberleitung des Baues liegt ob dem Tit Gemeinderat von Sool, welcher dieselbe durch die gemeinderätliche Baukommission, eventuell durch einen hiefür bestimmten Aufseher ausüben lässt.
Die Arbeiten sind sofort nach Abgabe des Akkordes zu beginnen und sollen dieselben ununterbrochen und mit einer genügenden Anzahl von Arbeitern betrieben werden. Der Endtermin für die fix & fertige Vollendung der Strassenanlage wird auf 3 Wochen nach deren Vergebung festgesetzt.
Überschreitungen über den vorstehend festgesetzten Endtermin hinaus haben in der ersten resp 4.Woche eine Conventionalstrafe v. 5 Fr. per Tag & im weitern eine solche von Fr. 10 per Tag zur Folge. Es ist Sache des Unternehmers, die Arbeiten so zu fördern, dass wenn immer möglich die Arbeiten vor dem festgesetzten Termin zur Vollendung gelangen.
Für richtige Erfüllung der übernommenen Arbeiten hat der Übernehmer eine Realkaution von 20% der eingegebenen Übernahmssumme zu deponieren, welches Depositum dem Übernehmer nach Ablauf der in §8 bestimmten Garantiezeit ohne Zins zurükerstattet wird, unter Vorbehalt der im gleichen Paragraphen näher festgesetzten Bedingungen.
Der Übernehmer hat dafür zu sorgen, dass während dem Strassenbau der Verkehr für Personen nicht gehindert oder erheblich erschwert wird.
Als Garantiezeit wird ein Jahr nach Abnahme des Strässchens durch den Gemeinderat festgesetzt. Der Übernehmer ist gehalten alle & jede während der Garantiezeit sich zeigende Mängel an der Ausführung in seinen Kosten auszubessern

References: §10
 Art. 1
 §62
 §62
 §1
 §1
 §8