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Timestamp: 2018-10-16 17:19:10+00:00

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﻿ 490 Pancuposatha-Jataka
490. Die Erzählung von den fünf Fastenden (Pancuposatha-Jātaka) [1]
§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf fünfhundert Laienbrüder, welche die Uposatha-Bestimmungen hielten. — Damals nämlich hatte sich der Meister in der Lehrhalle inmitten der vierfachen Versammlung [2] auf seinem geschmückten Buddhasitze niedergelassen. Als er mit mildem Sinne die Versammlung anschaute, erkannte er: „Heute wird die Unterweisung von der Erzählung der Laienbrüder ausgehen.“ Und indem er sich an die Laienbrüder wendete, fragte er: „Ihr Laienbrüder, haltet ihr die Uposatha-Gebräuche?“ Als sie antworteten: „Ja, Herr“, sprach er: „Gut habt ihr gehandelt; dies Uposatha nämlich ist die Tradition der Weisen der Vorzeit. Denn um die Gier und die anderen Lüste zu unterdrücken, begingen die Weisen der Vorzeit das Uposatha.“ Nach diesen Worten erzählte er auf ihre Bitte folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.
§B. Ehedem befand sich zwischen drei Reichen, dem Reiche Magadha und zwei anderen, ein Wald. Damals hatte der Bodhisattva im Reiche Magadha in einer sehr vermögenden Brahmanenfamilie seine Wiedergeburt genommen. Als er herangewachsen war, gab er die Lüste auf, verließ die Welt und zog in jenen Wald, wo er sich eine Einsiedelei erbaute und darin wohnte. Unweit von dessen Einsiedelei aber wohnte in einem Bambusdickicht ein Tauber mit seinem Weibchen, in einem Ameisenhaufen wohnte eine Schlange, in einem Waldesdickicht ein Schakal und in einem andern Waldesdickicht ein Bär. Diese vier Tiere besuchten von Zeit zu Zeit den Weisen und hörten seine Unterweisung.
§1. „Mit wenigem bist du zufrieden, Taube;
§2. „Früher war ich voll Gier nach meinem Weibchen;
§3. Gar mannigfach empfind ich durch die Trennung
§4. „Kriechende Schlange mit der schlimmen Zunge,
§5. „Ein Dorfvorsteher hatte einen Stier
§6. Drauf kamen aus dem Dorf heraus die Leute
§7. „Viel Fleisch von Toten gibt 's am Leichenfelde
§8. „In eines großen Elefanten Leib kam ich,
§9. Dabei ward ich, o Herr, mager und gelb
§10. Dadurch kam wieder ich heraus, o Herr,
so wie der Mond aus Rahus Munde frei wird [10].
§11. „In dem Ameisenhaufen die Ameisen
§12. „Nicht mehr zufrieden mit dem eignen Wohnort
§13. Den Kopf gespalten, blutbeschmiert die Glieder [11]
§14. „Wonach du uns gefragt hast, Herr, das haben
§15. „Zu meiner Hütte kam ein sündenreiner
§16. Und dennoch nicht verehrt' ich seine Füße
§A2. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen hatte, fügte er hinzu: „So, ihr Laienbrüder, ist die Beobachtung der Uposatha-Bestimmungen schon die Tradition der Weisen der Vorzeit. Man muss das Uposatha halten!“
§C. Hierauf verband er das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war der Tauber Anuruddha, der Bär war Kassapa, der Schakal Mogallāna, die Schlange Sāriputta; der Asket aber war ich.“
[1] Wörtlich: „von den Fünf, die das Uposatha hielten.“ In dieser Erzählung aber bezieht sich das Uposatha nur auf das Fasten.
[2] Nämlich der Mönche, Nonnen, Laienbrüder und Laienschwestern.
[3] Vgl. die ähnliche Schilderung im 148. Jātaka.
[4] Es gibt unzählige Weltalter. Jedes dauert vom Anfang der Zerstörung eines Weltsystems bis zur Vollendung seiner Wiederherstellung.
[5] D. h. die verschiedenen Stufen der Ekstase.
[6] Ein oft vorkommendes Zeichen der Verachtung.
[7] Diese ist ihrem Inhalte nach gleich der eines Buddha; nur darf sie nicht öffentlich verkündigt werden, sondern der Paccekabuddha genießt sie, solange er lebt, und geht dann in das Nirvana ein.
[8] Es gibt ihrer zehn; vgl. Jātaka 1 Anm. 28. [Die zehn Vollkommenheiten, die der Bodhisattva in hervorragender Weise betätigen muss, sind
[10] Die Mondfinsternis wird so gedeutet, dass der Dämon Rāhu den Mond in seinen Mund nimmt.
[11] Nach der Lesart einer Handschrift „ruhiramakkhitango“.
[12] Es darf uns nicht auffallen, dass auch Tiere in der Reihenfolge der Wiedergeburt in den Himmel kommen.

References: §1

§2

§3

§4

§5

§6

§7

§8

§9

§10

§11

§12

§13

§14

§15

§16