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Timestamp: 2018-12-11 05:27:06+00:00

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Collective Review: The Theoretical and Methodical Polymorphism of Discourse Studies—Discourse-Orientated Studies' Challenging Research Practice | Rosenberg | Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research
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Volume 16, No. 3, Art. 28 – September 2015
Die theoretische und methodische Vielgestaltigkeit der Diskursforschung – zur Herausforderung der Forschungspraxis diskursorientierter Studien
Daniel Wrana, Alexander Ziem, Martin Reisigl, Martin Nonhoff & Johannes Angermuller (Hrsg.) (2014). DiskursNetz. Wörterbuch der interdisziplinären Diskursforschung. Berlin: Suhrkamp; 569 Seiten; ISBN: 978-3-518-29679-4; € 22,00
Johannes Angermuller, Martin Nonhoff, Eva Herschinger, Felicitas Macgilchrist, Martin Reisigl, Juliette Wedl, Daniel Wrana & Alexander Ziem (Hrsg.) (2014). Diskursforschung. Ein interdisziplinäres Handbuch. Bielefeld: Transcript; 1.259 Seiten; ISBN: 978-3-8376-2722-0; € 44,90
Johannes Angermuller, Dominique Maingueneau & Ruth Wodak (Hrsg.) (2014). The Discourse Studies Reader. Main Currents in Theory and Analysis. Amsterdam: John Benjamins Publishing Company; 417 Seiten; ISBN: 978-9-0272-1211-5: € 33,00
Zusammenfassung: Das Feld der interdisziplinären Diskursforschung hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und sich zu einer etablierten Forschungsperspektive am Schnittpunkt von Sprache und Gesellschaft, von Wissen und Macht entwickelt. Die theoretische und methodische Vielgestaltigkeit dieser Forschungsperspektive führt allerdings insbesondere bei der Konzeption und Durchführung von Forschungsarbeiten solchen Zuschnitts immer wieder zu Unsicherheiten und Schwierigkeiten. Drei Werke, die – in unterschiedlicher Weise – auf das sich aus der Vielgestaltigkeit dieses Feldes ergebende Bedürfnis nach Systematisierung und Orientierung antworten, werden im Folgenden vorgestellt. Dabei gilt es deutlich herauszustellen, dass die vorgestellten Werke nicht als Methodenbücher oder Anleitungen zur "korrekten" Durchführung von diskursorientierten Forschungsarbeiten misszuverstehen, sondern vielmehr als Anregung und Verständigung über Fragen, Probleme und Richtungen der Diskursforschung auch über nationale und disziplinäre Grenzen hinweg zu lesen sind.
Keywords: Diskursforschung; Diskurstheorie; Diskursanalyse
1. Die Herausforderung der Praxis der Diskursforschung
2. Antworten auf das Bedürfnis nach Orientierung
2.1 "DiskursNetz. Wörterbuch der interdisziplinären Diskursforschung"
2.2 "Diskursforschung. Ein interdisziplinäres Handbuch"
2.3 "The Discourse Studies Reader. Main Currents in Theory and Analysis"
3. Die unüberschaubare Vielfalt der Diskursforschung als produktive Vielgestaltigkeit des Feldes
Das Feld der interdisziplinären Diskursforschung hat in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit erfahren und sich seit gut einem Jahrzehnt auch im deutschsprachigen Kontext als dynamisches Forschungsfeld etabliert. Anschließend an die Arbeiten des französischen Philosophen Michel FOUCAULT hat sich in etlichen Disziplinen der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften eine zunehmende theoretische Auseinandersetzung um den Diskursbegriff entwickelt. KELLER konstatiert
"ein breites Spektrum gegenwärtiger Gebrauchsweisen des Diskursbegriffs. Dieses Spektrum reicht von der discourse analysis über die korpuslinguistisch und geschichtswissenschaftlich orientierte Diskursforschung, die Habermassche Diskursethik, die Anwendungen Foucaultscher Diskurstheorie, die Ansätze einer Kritischen Diskursforschung, die politikwissenschaftliche Diskurstheorie von Laclau und Mouffe bis hin zur Diskursperspektive der Cultural Studies" (2011a, S.174). [1]
So sind in den letzten Jahren etliche Werke erschienen, die theoretisch an das FOUCAULTsche Diskurskonzept anschließen und versuchen, es auf unterschiedliche Weise methodisch aufzubereiten: Neben Einführungsbüchern und orientierender Überblicksliteratur zur theoretischen Fundierung und methodischen Realisierung von Diskursforschung verweist eine Reihe an diskursanalytisch ausgerichteten empirischen Studien auf die gestiegene Bedeutung dieser Forschungsperspektive.1) Auch im Rahmen der Methodenausbildung von Studierenden gewinnt die Diskursforschung immer mehr an Bedeutung – so gehört das Stichwort Diskursanalyse mittlerweile fast schon standardmäßig zum Repertoire entsprechender Forschungshandbücher und -übersichten (vgl. bspw. MEY & MRUCK 2010; ROSENTHAL 2008; SCHÄFFER & DÖRNER 2012). [2]
Unter dem Label der interdisziplinären Diskursforschung werden Diskurstheorie und -analyse zusammengebracht, um die "methodische Undurchsichtigkeit oder Beliebigkeit sowie mangelnde empirische Begründung der Diskurstheorien" (KELLER 2011a, S.176) zu durchbrechen bzw. umgekehrt "den situativen Empirismus [...] durch diskurstheoretische Einbettungen zu vermeiden" (a.a.O.). Die unter diesem Dach versammelten Ansätze eint die Bezugnahme auf den Zusammenhang von Sprache und Gesellschaft. Konstitutiv für diese Zugänge ist mithin die Annahme der sprachförmigen bzw. semiotischen Konstitution von Welt2) und damit die Frage nach der Durchsetzung, Entwicklung und (Re-) Produktion sozialer Praktiken der Sinnherstellung:
"Die Konjunktur diskursorientierter Theoriebildungen und Forschungen zeigt sich eindrucksvoll in verschiedenen sozial- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen, bspw. in Geschichts-, Sprach-, Literatur- und Politikwissenschaften oder der Soziologie. Der Bezug auf den Begriff 'Diskurs' erfolgt dann, wenn sich die theoretischen Perspektiven und die Forschungsfragen auf die Konstitution und Konstruktion von Welt im konkreten Zeichengebrauch und auf zugrunde liegende Strukturmuster oder Regeln der Bedeutungs(re-)produktion beziehen" (KELLER 2011b, S.8). [3]
"Die gegenwärtige Konjunktur des Diskursbegriffs verdankt sich dem hauptsächlich in den 1960er und 1970er Jahren entstandenen Werk von Michel Foucault" (KELLER 2011a, S.122). Insbesondere die "Archäologie des Wissens" (FOUCAULT 1981 [1969]) und "Die Ordnung des Diskurses" (FOUCAULT 2003 [1971]) werden dabei i.d.R. als theoretische und methodologische Referenzpunkte herangezogen – ein konkretes methodisches Vorgehen hat FOUCAULT jedoch nie beschrieben, und es ist aus seinen Ausführungen auch nicht ohne weiteres ersichtlich. Vielmehr ist die Entstehung der FOUCAULTschen Diskursanalyse "ein einigermaßen rätselhafter Vorgang" (SARASIN 2006, S.115). Dies ist nicht nur der fehlenden methodischen Beschreibung seines Vorgehens geschuldet, sondern darüber hinaus auch den "mäandrierenden Verwendungsweisen" (PARR 2008, S.233) des FOUCAULTschen Diskursbegriffes, was eine theoretische Standortbestimmung wesentlich erschwert und zu einer extremen Vielgestaltigkeit der Diskursforschung geführt hat. [4]
Diese z.T. recht unterschiedlichen Zugänge differieren allerdings nicht nur in Bezug auf ihren disziplinären Kontext, sondern können sich – abhängig von der verfolgten Fragestellung sowie dem konkreten Erkenntnisinteresse – auch disziplinintern sehr stark unterscheiden. Diskursforschung hat also "weder einen geschlossenen Theorieansatz noch ein kanonisiertes methodisches Verfahren" (WRANA 2011, S.218). KLEMM und GLASZE weisen insofern darauf hin, "dass jede von FOUCAULT inspirierte Diskursanalyse immer wieder neu vor der Problematik steht, einen methodischen Apparat für die Analyse entwerfen zu müssen" (KLEMM & GLASZE 2004, §8), da das "Instrumentarium für die Analyse direkt am Gegenstand der Untersuchung zu entwickeln [sei]" (a.a.O.). [5]
KELLER, HIRSELAND, SCHNEIDER und VIEHÖVER resümieren: "Das Feld der Diskursforschung ist glücklicherweise weit davon entfernt, nur einem einzigen 'Standardvorgehen' zu folgen" (2008, S.8) – allerdings führt dies dazu, dass es bei der Konzeption und Durchführung von Forschungsvorhaben dieser Ausrichtung immer wieder zu Unsicherheiten und Schwierigkeiten kommt. [6]
Drei Neuerscheinungen aus dem Bereich der Diskursforschung, die auf dieses Problem Bezug nehmen, werden im Folgenden inhaltlich vorgestellt, im Forschungsfeld verortet und in einem abschließenden Fazit hinsichtlich ihrer Zielsetzung sowie ihres Einsatzes für die Konzeption und Durchführung von eigenen diskursorientierten Forschungsvorhaben bewertet. [7]
Drei aktuelle Publikationen, die – in unterschiedlicher Weise – auf das sich aus der Vielgestaltigkeit dieses Feldes ergebende Bedürfnis nach Systematisierung und Orientierung antworten, sollen im Folgenden diskutiert werden. Es handelt sich dabei um "DiskursNetz. Wörterbuch der interdisziplinären Diskursforschung", um "Diskursforschung. Ein interdisziplinäres Handbuch" und schließlich um "The Discourse Studies Reader. Main Currents in Theory and Analysis". Vorangestellt werden soll an dieser Stelle jedoch direkt der Hinweis, dass diese Werke weniger als Methodenbücher bzw. Anleitungen zur Konzeption und Durchführung eigener Studien, sondern vielmehr als Anregungen zu theoretischen und methodischen Fragen der Praxis der Diskursforschung zu verstehen sind. [8]
Das Wörterbuch der interdisziplinären Diskursforschung ist ein Kompendium, das sich aus dem Bedarf nach Verständigung über das dynamische Feld der Diskursforschung auch über disziplinäre Grenzen hinweg entwickelt hat. Der Ursprung des Bandes liegt in der kaum überschaubaren terminologischen Vielfalt in diesem Feld und verweist auf das Problem der konsistenten Verwendung des begriffsanalytischen Instrumentariums diskursorientierter Forschungsarbeiten. Insofern kann das Wörterbuch als terminologischer "Werkzeugkasten" für Diskursforscher/innen betrachtet werden. [9]
Das insgesamt über 500 Seiten umfassende Nachschlagewerk enthält 554 Einträge, "die das breite Spektrum der Diskursforschung in verschiedenen Disziplinen abbilden – darunter der Philosophie, Soziologie, Politikwissenschaft, Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaft, Anthropologie, Geschichtswissenschaft, Psychologie, Erziehungswissenschaft und (Human-) Geographie" (WRANA, ZIEM, REISIGL, NONHOFF & ANGERMULLER, S.8). Diesem Anspruch wird das Kompendium auch insofern gerecht, als die knapp 100 Autor/innen ebendiesen Disziplinen entstammen und die Auswahl der Lemmata die interdisziplinäre Ausrichtung des Werkes widerspiegelt. Neben einer Reihe von Nachwuchswissenschaftler/innen haben auch etliche renommierte Autor/innen aus dem Bereich der Diskursforschung Beiträge verfasst, zu nennen sind – neben den Herausgebern etwa Ulrich BRÖCKLING, Judith BUTLER, Jacques GUILHAUMOU, Reiner KELLER oder Ruth WODAK. [10]
An dieser Stelle kann auch auf die Besonderheit des Entstehungskontextes des Wörterbuches verwiesen werden: Sowohl das Wörterbuch als auch das in Abschnitt 2.2 vorgestellte interdisziplinäre Handbuch sind als Gemeinschaftsprojekte aus der Arbeit von DiskursNetz3), einem interdisziplinären Netzwerk von Diskursforscher/innen, hervorgegangen. [11]
Vor dem Hintergrund der interdisziplinären Anlage des Wörterbuches ist das den Artikeln zugrundeliegende Diskursverständnis ein sehr breites, verstanden als "[...] sprachlich bzw. semiotisch vermittelte[...] soziale[...] Praxis im Kontext von Wissen und Macht" (S.7). Der Fokus des Wörterbuchs liegt auf den wichtigsten Begriffen der deutschsprachigen Debatte zur Diskursforschung, aber auch Termini aus dem anglo- und frankophonen Raum wurden aufgenommen. Das Wörterbuch will Diskursforscher/innen unterschiedlicher disziplinärer Provenienz "etablierte Begriffsverwendungen erklären und Anregungen zur vertiefenden Lektüre geben" (S.8); es orientiert sich damit eher am Mainstream des Feldes als an dessen Avantgarde. [12]
Neben einem Verzeichnis der Lemmata, das den Leser/innen einen schnellen Überblick über die Inhalte des Werkes bietet, enthält das Nachschlagewerk ein sehr umfangreiches Literaturverzeichnis. Auch wird in den einzelnen Artikeln auf weitere Stichworte verwiesen, die mit dem jeweiligen Begriff in Verbindung stehen bzw. die weiterführende Informationen beinhalten und insofern Anregung für die weitere Lektüre sowie die Anlage und Durchführung eigener Diskursstudien geben. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf der Darstellung verschiedener Ansätze der Diskursforschung und deren Spezifika. Vorgestellt werden z.B. die argumentative, die kritische, die ethnomethodologische, die narrative und die wissenssoziologische Diskursanalyse. [13]
Der Anlage eines solchen Nachschlagewerkes gemäß sind die Artikel eher knapp gehalten (i.d.R. eine halbe bis eine Seite). Insofern geht das Wörterbuch – und das ist auch seine Intention – eher in die Breite als in die Tiefe, wenngleich die Begriffe in den knappen Ausführungen jeweils eine kurze Einordnung und Kontextualisierung erfahren. Die Artikel sind sehr verständlich geschrieben und erfüllen den genannten Zweck der Verständigung und Orientierung – insbesondere für Leser/innen, die sich bereits in das Feld eingearbeitet haben und einzelne Begriffe bzw. Konzepte nochmals nachschlagen möchten bzw. nach vertiefender Literatur suchen. [14]
Das zweibändige interdisziplinäre Handbuch Diskursforschung versteht sich – ähnlich wie das Wörterbuch – als Antwort auf Fragen und Bedarfe, die sich aus der Vielgestaltigkeit des Feldes der Diskursforschung ergeben. Vier Bereiche werden dabei fokussiert:
die Verständigung über Fragen und Konzepte der Diskursforschung über verschiedene disziplinäre und nationale Grenzen hinweg;
die Reflexion kontroverser Konzepte und Debatten der Diskurstheorie;
die Integration von Diskurstheorie und Diskursanalyse sowie die Reflexion der Herausforderungen des Forschungsprozesses und schließlich
die Erforschung empirischer Gegenstände mit methodischen Techniken und Verfahren (vgl. ANGERMULLER, S.31). [15]
Das Handbuch verspricht einen systematischen und umfassenden Überblick über das Feld der interdisziplinären Diskursforschung. Die Autor/innen sind – ähnlich wie beim Wörterbuch – neben etablierten Diskursforscher/innen auch Nachwuchswissenschaftler/innen. Zielgruppe des Bandes sind Diskursforscher/innen, aber auch forschungsorientierte Studierende – insofern soll das Handbuch auch seinen Einsatz im akademischen Unterricht finden. Es richtet sich sowohl an Anfänger/innen als auch an Fortgeschrittene in diesem Forschungsfeld: Anfänger/innen gibt das Handbuch "einen didaktisch orientierten Einstieg und Fortgeschrittenen eine vertiefende Behandlung vieler Facetten der Diskursforschung" (ANGERMULLER et al., S.15). Betont wird dabei insbesondere der Austausch zwischen unterschiedlichen theoretischen und methodischen Entwicklungen, es soll nicht nur eine Richtung fokussiert, nicht ein spezifischer Ansatz priorisiert werden. Vielmehr sollen der Vielfalt der Zugänge Raum und weitergehende Anstöße gegeben werden. [16]
Während der erste Band "Theorien, Methodologien und Kontroversen" (686 Seiten) einen Überblick über die Vielgestaltigkeit diskurstheoretischer und -analytischer Ansätze in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie über methodologische Fragen und Probleme gibt, fokussiert Band 2 "Methoden und Analysepraxis. Epistemologie, Methodologie und Forschungsdesign" (573 Seiten) das Spektrum unterschiedlicher diskursanalytischer Perspektiven und Analysekategorien. Die Bände bauen aufeinander auf, ein Hin- und Herspringen zwischen den Bänden ist nicht nur möglich, sondern auch intendiert und sinnvoll (vgl. NONHOFF & HERSCHINGER, S.21). [17]
Band 1 besteht aus drei Teilen:
disziplinäre und transdisziplinäre Felder der Diskursforschung;
Konzepte und Kontroversen der Diskurstheorie und
Grundfragen der Forschungspraxis. Epistemologie, Methodologie und Forschungsdesign. [18]
In Teil 1 will das Handbuch in kompakter Form "über den aktuellen Stand der Diskursforschung [...] informieren, diskursanalytische Forschungstendenzen in ihrem Entstehungszusammenhang [...] erläutern und dominante Gegenstandsbereiche sowie fachliche Kontroversen exemplarisch vor[...]stellen" (REISIGL & ZIEM, S.39) – und zwar über disziplinäre Grenzen hinweg: In den Blick kommen dabei Linguistik, Soziologie, Erziehungswissenschaft, Politik- und Religionswissenschaft, Ökonomie, Anthropologie, Philosophie, Psychologie, Geografie, Geschichts-, Kommunikations-, Medien- und Literaturwissenschaft sowie Gender Studies und Angewandte Diskursforschung. Die Autor/innen legen besonderen Wert auf den Verweis der Disparität des Feldes (a.a.O.), wie sie etwa in der Vielfalt der Ansätze in unterschiedlichen Disziplinen ihren Ausdruck findet. [19]
Teil 2 "Konzepte und Kontroversen" zeigt die Vielgestaltigkeit theoretischer und epistemologischer Positionen der Diskursforschung auf und betont deren produktive Vielfalt. Das Potenzial diskurstheoretischer Konfliktlinien wird anhand von fiktiven Dialogen anschaulich verdeutlicht: Einmal wird das Thema Macht und Hegemonie im Diskurs im Zwiegespräch zwischen einem französischen und einem deutschen Gewerkschafter dargestellt, dann werden dekonstruktive und eine rekonstruktive Perspektiven der Diskursforschung einander dialogisch gegenübergestellt. Die Idee dahinter ist es, sich von der monologischen Autorität der Autor/innen zu lösen und den Konstruktionscharakter von Wissenschaft aufzeigen – eine Idee, die sich an den poststrukturalistisch begründeten Zweifel an der Vorstellung von einem schöpferischen Subjekt anschließt. Diese neue Art der Wissensgenerierung, die zum Mit- und Querdenken anregen soll (vgl. ANGERMULLER & MACGILCHRIST, S.344), erscheint insbesondere für ein theoretisch noch nicht allzu versiertes Publikum ansprechend und gut nachvollziehbar aufbereitet. [20]
Im dritten Teil "Grundlagen der Diskursforschungspraxis: Epistemologie, Methodologie und Forschungsdesign" werden Fragen, Probleme und Knotenpunkte des Forschungsprozesses aufgenommen, etwa die Notwendigkeit, Theorie und Methode in Bezug auf die Fragestellung und das Erkenntnisinteresse des jeweiligen Forschungsvorhabens in Beziehung zu setzen. Vor dem Hintergrund der Diagnose einer – sowohl für Anfänger/innen als auch für Fortgeschrittene – nur schwer überschaubaren Landschaft an Optionen und Möglichkeiten im Feld der Diskursforschung (vgl. WEDL & WRANA, S.479) versteht sich dieser Teil als Hilfestellung zur Reflexion der eigenen Forschungspraxis. Dabei möchten die Autor/innen die Differenz der Standpunkte und Perspektiven sowie das Verhältnis von Diskursanalyse zu anderen Forschungsperspektiven (z.B. Inhaltsanalyse, Hermeneutik), sichtbar machen (vgl. WEDL, S.507). Aufgegriffen werden darüber hinaus Fragen wie: Was ist eigentlich unter einem Datenkorpus zu verstehen (vgl. ANGERMULLER, S.604)? Welche Daten können im Rahmen von Diskursanalysen verwendet werden? Wie können Diskursanalysen durchgeführt werden, ohne dass Rezepte oder Handlungsanweisungen bereitgestellt werden (vgl. WRANA, S.614)? [21]
Band 2 und zugleich Teil 4 des Handbuches – "Methoden und Praxis der Diskursanalyse: Perspektiven auf Hochschulreformdiskurse" – fokussiert konkrete methodische Zugriffe bzw. Ansätze der Diskursforschung und soll in erster Linie eigene Forschungsarbeiten inspirieren. Der Schwerpunkt liegt "auf der möglichst explizit reflektierten, detaillierten und präzisen Darstellung des praktisch-methodischen Vorgehens" (NONHOFF & HERSCHINGER, S.18). Ergänzt wird dieser Teil außerdem durch einen Aufsatz zur Verwendung von Software zur Computer-gestützten Datenanalyse im Rahmen von Diskursforschung (vgl. GASTEIGER & SCHNEIDER, S.164). [22]
Am Beispiel eines gemeinsamen Analysethemas "Perspektiven auf Hochschulreformprozesse", das aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven heraus bearbeitet wird, wird die Vielgestaltigkeit der Diskursforschung auch auf der praktisch-methodischen Ebene herausgestellt und die Frage nach dem "richtigen" bzw. "falschen" Vorgehen mit dem Verweis auf die Passung von Fragestellung, Erkenntnisinteresse, Theorie und Methode deutlich relativiert. Jede Diskursanalyse gehe mit theoretischen, methodologischen und methodischen Herausforderungen eigener Art einher (vgl. ANGERMULLER & MAESSE, S.23) und folge zudem keiner Logik einer starren, linearen Abfolge von bestimmten Analyseschritten (vgl. BENDER & ECK, S.482), sondern erfordere vielmehr ein hohes Maß an Kreativität im Forschungsprozess. [23]
Diese These untermauern 20 Beispielanalysen, die das Thema Hochschulreformprozesse – angelehnt u.a. an die ethnografische Diskursanalyse, die Hegemonieanalyse, die wissenssoziologische Diskursanalyse, die Dispositivanalyse und die Konversationsanalyse bzw. an eine Kombination unterschiedlicher Analysemethoden, z.B. Diskursanalyse und Biografieforschung oder Diskursanalyse und Ethnografie – bearbeiten. Die Transparenz und Nachvollziehbarkeit dieser Beispielanalysen soll zusätzlich durch die öffentliche Zugänglichkeit des gemeinsamen Datenkorpus auf der Forschungsplattform von DiskursNetz untermauert werden; der Link zum Korpus erwies sich als fehlerhaft, was die gute Absicht leider ad absurdum führt. [24]
Der in englischer Sprache erschienene Band will einen Überblick über die Hauptströmungen, Wegbereiter/innen und Vorläufer der interdisziplinären Diskursforschung, verstanden als Diskurstheorie und Diskursanalyse am Schnittpunkt von Sprache und Gesellschaft, geben. Der Band richtet sich sowohl an Studierende als auch an Wissenschaftler/innen und ist – ähnlich wie die anderen vorgestellten Werke – interdisziplinär und international ausgerichtet. [25]
Die Herausgeber/innen stellen verschiedene Strömungen bzw. Richtungen des sich seit den 1960er Jahren entwickelnden Feldes der Diskursforschung heraus und zeigen anhand von insgesamt 40 Schlüsseltexten von Vertreter/innen dieser Strömungen die Entwicklung der Diskursforschung auf (einige der Texte wurden für den Reader sogar zum ersten Mal ins Englische übersetzt). [26]
Wenn das Feld in seinen theoretischen und methodischen Ausgestaltungen auch als ausgesprochen heterogen zu charakterisieren ist, so verfügen die unterschiedlichen Strömungen und Ansätze, die hier vorgestellt werden, doch über einen gemeinsamen Nenner, nämlich den, dass Sinn als Produkt sozialer Praktiken angesehen wird (vgl. ANGERMULLER, MAINGUENEAU & WODAK, S.3). [27]
Der Aufbau des Bandes ist an der Entwicklung des Feldes der Diskursforschung bzw. der Discourse Studies, wie wir sie heute kennen, orientiert (S.9) und umfasst sieben Teile:
Theoretical inspirations: Structuralism versus pragmatics;
from strucutralism to poststructuralism;
enunciative pragmatics;
historical knowledge und
critical approaches. [28]
Im ersten Teil des Buches werden Ansätze sowohl des Pragmatismus als auch des Strukturalismus vorgestellt, die, so ANGERMULLER et al. (S.17ff.), dem Feld der Discourse Studies wesentliche Impulse lieferten und deren Ideen die Forschung am Schnittpunkt von Sprache und Gesellschaft maßgeblich beeinflussten. Als Vertreter dieser Richtungen werden John L. AUSTIN, Mikhail BAKHTIN, H. Paul GRICE, Zellig S. HARRIS, George Herbert MEAD, Ferdinand de SAUSSURE und Ludwig WITTGENSTEIN herangezogen – wenngleich die meisten dieser Autoren nicht als Diskursforscher im engeren Sinne bezeichnet werden können bzw. nicht explizit mit dem Terminus Diskurs arbeiteten. [29]
Der zweite Teil des Bandes führt Texte von Autor/innen auf, die insbesondere für die poststrukturalistische Diskursanalyse und die French Discourse Analysis von Bedeutung sind und die dazu führten, dass sich das Feld der interdisziplinären und internationalen Diskursforschung zunehmend etablierte – für diese Richtung stehen exemplarisch Louis ALTHUSSER, Judith BUTLER, Michel FOUCAULT, Stuart HALL, Jacques LACAN, Ernesto LACLAU sowie Michel PĚCHEUX. [30]
Ansätze der enunziativen Pragmatik – stellvertretend für diese Strömung stehen Johannes ANGERMULLER, Jacqueline AUTHIER-REVUZ , Émile BENVENISTE, Oswald DUCROT und Dominique MAINGUENEAU – entwickelten sich in Frankreich und verbreiteten sich von dort besonders nach Lateinamerika. Diese Ansätze entstammen der Linguistik und stellen eine der prominentesten Strömungen der Diskursforschung dar (vgl. ANGERMULLER et al., S.135). [31]
Interaktionistische Theorien und Ansätze, die nach ANGERMULLER et al. Einfluss auf die Discourse Studies genommen haben, stehen im Fokus des vierten Teils des Readers (S.189ff.). Er enthält Passagen von Werken Aaron V. CICOURELs, James Paul GEEs, Erving GOFFMANNs, John GUMPERZ', Jonathan POTTERs und Harvey SACKS'. Diese Ansätze und Theorien stellen die Frage in den Mittelpunkt, wie Sinn bzw. das Soziale in alltäglichen Situationen hergestellt und reproduziert wird. Der Fokus richtet sich hier auf die kreativen und reflexiven Logiken menschlicher Interaktion: Aus praxeologischer Perspektive konstituieren diskursive Praktiken soziale Realität in performativen Akten. [32]
Der fünfte Teil widmet sich soziopragmatischen Ansätzen und stellt Textauszüge von Ruth AMOSSY, Patrick CHARAUDEAU, Konrad EHLICH, Michael Alexander Kirkwood HALLIDAY, Theo van LEEUWEN sowie John SWALES vor, die den Fokus auf die Untersuchung spezifischer Bedingungen des Sprachgebrauchs richten. [33]
Im sechsten Teil versammeln die Herausgeber/innen Ansätze, die sich in unterschiedlicher Weise auf die soziale Sinnproduktion in Bezug auf historisches Wissen beziehen. Historiografie als Diskurs spielt erstens auf den Linguistic Turn in der Geschichtswissenschaft an: Seit den 1970er Jahren sind Historiker/innen von Strukturalismus und Poststrukturalismus beeinflusst und betrachten Geschichte nicht (länger) als direkten Zugang zur Wirklichkeit, sondern vielmehr als eine Art Diskurs. Zweitens dienen Diskursanalysen als methodisches Werkzeug für Historiker/innen und drittens verweisen die Herausgeber/innen auf historische Diskursanalysen, die historische Veränderungen in der Sinnherstellung untersuchen. Dieser Teil enthält Textpassagen von Dietrich BUSSE und Wolfgang TEUBERT (als Repräsentanten der sog. Düsseldorfer Schule), Reinhart KOSSELLECK, Thomas LUCKMANN und von Régine ROBIN. [34]
Der letzte Teil des Buches widmet sich schließlich kritischen Ansätzen – als Vertreter/innen dieser Strömung werden Jan BLOMMAERT und Jef VERSCHUEREN, Teun A. van DIJK, Norman FAIRCLOUGH, Jürgen HABERMAS und Ruth WODAK herangezogen. Diese Ansätze stellen das Konzept der Hegemonie in den Vordergrund und fragen nach den Effekten und Machtbeziehungen diskursiver Praktiken – in dem Wissen, dass soziale und politische Macht von Menschen hergestellt und reproduziert wird, aber auch verändert werden kann. Aus diesen Ansätzen hat sich bspw. der Ansatz der Critical Discourse Analysis (ANGERMULLER et al., S.359ff.) entwickelt. [35]
Das Ziel des Readers ist es, die Lücke zwischen bisweilen als unabhängig voneinander existierend geglaubten diskurstheoretischen und diskursanalytischen Zugängen zu schließen und auf deren gegenseitige Bedingtheit zu verweisen. Den Herausgeber/innen geht es dabei insbesondere darum, produktive Verbindungen zwischen Theorie und Methode und zwischen unterschiedlichen Strömungen herauszustellen – auch auf der Ebene eines interdisziplinären und internationalen Austausches (ANGERMULLER et al., S.5). Der Band macht durch die Zusammenstellung unterschiedlicher Ansätze auf die Interdisziplinarität des Feldes aufmerksam und verweist auf die Wurzeln der heutigen Diskursforschung, verdeutlicht Hintergründe und sensibilisiert für deren Vorläuferkonzepte. [36]
Alle drei hier besprochenen Werke sind aus der Diagnose der theoretischen wie methodischen Vielgestaltigkeit der Diskursforschung sowie dem sich daraus ergebenden Bedürfnis nach Orientierung in diesem sehr heterogenen Feld entstanden. Diesem Bedürfnis nach Orientierung in der Vielfalt tragen die vorgestellten Werke in unterschiedlicher Weise Rechnung: Während das Wörterbuch in erster Linie orientierende Funktion hat, zur Klärung von Begrifflichkeiten verhilft und damit einen Beitrag zur Verständigung insbesondere über disziplinäre Grenzen hinweg leistet, richtet das Handbuch den Fokus auf die konkreten Fragen und Probleme, die sich Diskursforscher/innen im Forschungsprozess stellen. Der Reader schließlich systematisiert und orientiert über Entwicklungslinien und Strömungen, die zur Entstehung des Feldes der Diskursforschung beigetragen haben. [37]
Zur Klärung von Fragen und Problemen im Forschungsprozess eignet sich nach meinem Ermessen insbesondere das Handbuch zur Diskursforschung. Neben dem Überblick über verschiedene Felder der Diskursforschung und Konzepte und Kontroversen der Diskurstheorie dürften diesbezüglich besonders der dritte Teil zu Grundfragen der Forschungspraxis und der vierte Teil zu Methoden und Analysepraxis der Diskursanalyse von besonderem Interesse – ausdrücklich für Studierende und Noviz/innen des Feldes – sein. Die Ausführungen zur Forschungspraxis und die exemplarischen Analysen sind ausgesprochen nachvollziehbar und höchst transparent gestaltet – was nicht zuletzt der Idee eines gemeinsamen Analysethemas zu verdanken ist. [38]
Das Wörterbuch – übrigens das erste seiner Art im Feld der Diskursforschung – halte ich für eine sinnvolle Ergänzung zur Nutzung neben anderen Wissensquellen. Hilfreich erscheinen mir insbesondere die Literaturhinweise sowie die Verweise auf andere Stichworte, die Bezüge der Lemmata untereinander verdeutlichen. Noviz/innen könnten sich in der Vielfalt der Stichworte leicht verlieren, und auch wenn die Artikel sehr verständlich geschrieben sind, scheinen sie mir bisweilen sehr voraussetzungsvoll zu sein, sodass das Wörterbuch eher in Verbindung mit entsprechenden Vorkenntnissen zu empfehlen ist. [39]
Weniger Hilfe zur Klärung von Problemen im Forschungsprozess oder Klärung begrifflicher Fragen, bietet der Reader einen Überblick über verschiedene theoretische und methodische Entwicklungsstränge der Diskursforschung seit den 1960er Jahren und macht damit auf produktive Schnittpunkte zwischen den Ansätzen aufmerksam. Das Wissen um unterschiedliche theoretische Richtungen und methodische Annäherungen an das Konstrukt Diskurs und um deren gegenseitige Bedingtheit regt zur Reflexion über die Konzeption eigener und fremder diskursorientierter Arbeiten an. [40]
Insgesamt halte ich alle drei Wege, in mehr oder weniger kompakter Art und Weise zur Orientierung in dem Feld beizutragen, für gelungen und die Diskussion um Theorien, Methoden sowie den Einsatz und die Grenzen der Diskursforschung in unterschiedlichen disziplinären Feldern sehr bereichernd. Zwar lässt sich festhalten, dass alle drei Veröffentlichungen weder die intensive Lektüre weiterer (Primär-) Quellen ersetzen noch Forschende davon entbinden, sich – vom Forschungsgegenstand und der konkreten Fragestellung ausgehend – Gedanken über die Passung von Theorie und Methode zu machen. Weiterhin stellen sie keine Rezepte zur "korrekten" Durchführung von Diskursanalysen bereit. Der mit der Offenheit des Feldes einhergehende Verweis auf die Notwendigkeit von Kreativität im Forschungsprozess wird allerdings möglicherweise diejenigen enttäuschen, die auf der Suche nach konkreten Anleitungen bzw. Rezepten oder dem – wie Methodenbücher mitunter suggerieren – "richtigen" Weg zur "erfolgreichen" Durchführung von diskursorientierten Studien sind. Dennoch bieten die Werke auf unterschiedliche Weise Inspiration für die Konzeption und Durchführung eigener Forschungsarbeiten. [41]
Gerade die Offenheit sowie das Votum für Verständigung und Austausch auch über disziplinäre und nationale Grenzen hinweg können als besondere Stärke aller drei Werke betrachtet werden, die die mitunter unüberschaubare Vielfalt der Diskursforschung als produktive Vielgestaltigkeit des Feldes wenden und dessen "außerordentliche[s] Erkenntnispotenzial" (NONHOFF & HERSCHINGER 2014, S.19) in den Fokus rücken. [42]
1) Siehe dazu die in FQS erschienenen Tagungsessays bzw. -berichte von FEGTER und LANGER (2008), FEIN und FLOREA (2006), KLEMM und GLASZE (2004) sowie VIEHÖVER (2004). Vertreter/innen der Diskursforschung bzw. Diskursanalyse sind im deutschsprachigen Raum – neben anderen – Johannes ANGERMULLER, Rainer DIAZ-BONE, Siegfried JÄGER, Reiner KELLER und Jürgen LINK. Einen Überblick über verschiedene Ansätze der Diskursforschung liefert bspw. KELLER (2011a, S.20ff.) oder die FQS-Schwerpunktausgabe "Von Michel Foucaults Diskurstheorie zur empirischen Diskursforschung" (BÜHRMANN et al. 2007). <zurück>
2) Sinn – sowohl als alltagsweltliche wie auch als wissenschaftliche Sinnproduktion verstanden – wird nicht nur über Sprache bzw. über Texte produziert, sondern auch audiovisuell oder über diskursive Praktiken. Dementsprechend können unterschiedliche Datenformate zur Analyse von Diskursen herangezogen werden. KELLER unterscheidet etwa zwischen textförmigen Daten (Bücher, Artikel, Zeitschriften, Briefe, Flugblätter usw.), audiovisuellen Daten (Filme, Musik, Bilder usw.), Vergegenständlichungen in Objekten (Kirchen, Uniformen usw.) und Praktiken (demonstrieren, beten usw.) (vgl. KELLER 2011a, S.86f.). <zurück>
3) DiskursNetz ist ein interdisziplinäres und internationales Netzwerk von Diskursforscher/innen. Dieses 2006 von Johannes ANGERMULLER initiierte und gemeinsam mit Reiner KELLER, Martin NONHOFF und Alexander ZIEM unter dem Titel "Methodologien und Methoden der Diskursanalyse" (MeMeDa, Laufzeit: 2007-2010) von der DFG initial geförderte Netzwerk trifft sich seit 2008 zweimal jährlich mit dem Ziel, den Austausch zwischen unterschiedlichen theoretischen und methodischen Entwicklungen am Schnittpunkt von Sprache und Gesellschaft zu befördern. Daneben bietet die virtuelle Forschungsplattform www.discourseanalysis.net eine weitere Möglichkeit der Vernetzung mit anderen Diskursforscher/innen sowie einen Ausgangspunkt, um einem interessierten Publikum Informationen und Veröffentlichungen rund um das Thema Diskursforschung bekannt zu machen. <zurück>
Bührmann, Andrea D.; Diaz-Bone, Rainer; Gutiérrez Rodríguez, Encarnación; Kendall, Gavin; Schneider, Werner & Tirado, Francisco J. (Hrsg.) (2007). Von Michel Foucaults Diskurstheorie zur empirischen Diskursforschung. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 8(2), http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/issue/view/7 [Datum des Zugriffs: 7.8.2015].
Fegter, Susann & Langer, Antje (2008). Diskursforschung im Prozess ihrer Etablierung. Tagungsessay: Sprache – Macht – Wirklichkeit: Gegenstand, Methodologie und Methoden der Diskursanalytik. Internationale und interdisziplinäre Tagung zur Diskurstheorie und Diskursforschung. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 9(2), Art. 18, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0802181 [Datum des Zugriffs: 7.8.2015].
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Hannah ROSENBERG arbeitet seit 2010 am Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Aktuelle Forschungsinteressen und Arbeitsschwerpunkte sind: Theorie der Erwachsenenbildung, Diskurs- und Gouvernementalitätsforschung, Wissenschaftsforschung, Praxistheorie.
Tel.: +49 (0)69 798-36426
E-Mail: h.rosenberg@em.uni-frankfurt.de
URL: http://www.uni-frankfurt.de/48927615/Rosenberg
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Copyright (c) 2015 Hannah Sophie Rosenberg

References: Art. 28
 §8
 Art. 18
 Art. 22
 Art. 24
 Art. 38
 Art. 28