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Timestamp: 2020-01-25 17:56:28+00:00

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Hier finden Sie die Artikel 2019
Januar 2020 | DIN EN 15254-3 (11-2019):
Erweiterter Anwendungsbereich der Ergebnisse von Feuerwiderstandsprüfungen – Nichttragende Wände – Teil 3: Leichte Trennwände
Diese Europäische Norm enthält eine Anleitung für Änderungen bestimmter Parameter und Faktoren, die die Gestaltung von nach EN 1364-1 geprüften und nach EN 13501-2 klassifizierten leichten Trennwänden betreffen. Weiterhin definiert dieses Dokument, sofern zutreffend, die entsprechenden Verfahren. Dieses Dokument gilt nur für nichttragende leichte Trennwände mit einem Einfachständerwerk aus Stahl, das auf beiden Seiten des Ständerwerks mit einer Beplankung versehen ist. Der Hohlraum der leichten Trennwand kann über eine Wärmedämmung aus Mineralwolle verfügen. Dieses Dokument gilt nicht für jegliche anderen in EN 1364-1 behandelten Arten von nichttragenden leichten Trennwänden. Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 127 "Baulicher Brandschutz" erarbeitet, dessen Sekretariat von BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird. Im DIN-Normenausschuss Bauwesen war hierfür der Arbeitsausschuss NA 005-52-02 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Bauteile" zuständig.
Januar 2020 I Simulationen in der Brandschutzplanung einsetzen
Brandverläufe und dabei entstehende Temperaturen oder Rauchentwicklungen lassen sich am Rechner ebenso simulieren und berechnen, wie Menge und Zusammensetzung von Rauchgasen oder Sichtweiten. Darauf aufbauend können Lösungen für unterschiedliche Problemfälle aus der Bau- und Tragwerksplanung, der Brandursachen und Brandfolgenermittlung oder bei der Untersuchung von Brandphänomenen und Schadensverläufen erarbeitet werden. Falsche Randbedingungen, zu grobe Rechengitter oder vernachlässigte Brandszenarien können allerdings fehlerhafte Ergebnisse liefern. Sie müssen deshalb von Experten hinterfragt und bewertet werden.
Mit rechnergestützten Brand-, Entrauchungs- und Evakuierungssimulationen lassen sich auf der Grundlage mathematisch-physikalischer Modelle individuelle Nachweise erbringen. Das ist insbesondere bei Sonderbauten mit einem hohen Risiko- und Gefahrenpotenzial wie etwa Hochhäusern oder Versammlungsstätten relevant, aber auch bei Gebäuden mit individuellen Architektur- und Nutzungskonzepten. Dass die vom Gesetzgeber geforderten Schutzziele eingehalten werden, kann beispielsweise durch ingenieurmäßige Verfahren und entsprechende Softwarelösungen wie ANSYS Fluent, Firex, CFdesign, Fire Dynamics Simulator oder MRFC nachgewiesen werden. In der Bauplanung dienen Simulationsrechnungen vor allem der Lokalisierung von Problemzonen im Gebäude und der Entwicklung von Konzepten und Lösungen. Individuelle brandschutztechnische Konzepte, Gutachten oder Stellungnahmen lassen sich mit Simulationsrechnungen untermauern.
Sie helfen bei der Dimensionierung und Optimierung brandschutztechnischer Einrichtungen, etwa von Rauchabzügen oder Anlagen für die maschinelle Entrauchung und ermöglichen Aussagen über deren Einfluss auf den Brandverlauf. Da wichtige Daten wie Dichte, Temperatur oder Geschwindigkeit zu jedem Zeitpunkt des Brandes berechenbar sind, lassen sich für jeden Punkt innerhalb eines Objekts belastbare Aussagen treffen, auch beispielsweise zur Ruß- oder Rauchgaskonzentration, zur Reduktion des Sauerstoffgehalts oder zur Sichtweite.
Mit exakten Berechnungen der Wärmestrahlung von Flammen und Rauchgasen können auch thermische Belastungen für jeden Punkt der Tragwerkskonstruktion ermittelt werden. Damit lassen sich Stahl- und Verbundtragwerke mithilfe der sogenannten Heißbemessung nach Eurocode-Norm sehr exakt dimensionieren – und damit häufig schlanker, filigraner und kostengünstiger als mit konventionellen Rechenverfahren. Bei haustechnischen Anlagen kann man ermitteln, welche Bereiche und Bauteile einen zusätzlichen Brand- oder Sprinklerschutz benötigen. Die Einsatzmöglichkeiten von Brandsimulationsprogrammen reichen von einfachen Volumenbränden über Flächenbrände bis hin zu komplexen Brandszenarien. Mithilfe von Personenstrom-Simulationen können bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen für die Evakuierung von Gebäuden entwickelt und optimiert werden.
Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Einsatz von Simulationen in der Brandschutzplanung“ von Marian Behanek, erschienen im FeuerTrutz Spezial Band 10 „Entrauchung und Evakuierung“, 2019
Januar 2020 I Fluchtverhalten im Brandfall
Ob Einkaufszentrum, Opernhaus oder Produktionshalle: Die Anforderungen an den vorbeugenden baulichen und anlagentechnischen Brandschutz in Sonderbauten sind hoch. Denn im Brandfall werden nicht nur die Flammen und die Hitze zu einer Gefahr. Giftige und ätzende Rauchgase können dramatisch die Sicht behindern und bereits nach wenigen Atemzügen lebensbedrohliche Verletzungen verursachen. Umso kritischer ist es, dass vielen Menschen dieses Risiko nicht bewusst ist.
Meist vergehen nur wenige Minuten im Brandfall, bis der Rauch zu einer ernsthaften Gefahr wird. Dieses kurze Zeitfenster stellt insbesondere in öffentlichen Gebäuden wie Versammlungsstätten, Flughäfen oder Einkaufszentren hohe Anforderungen an das Sicherheitskonzept. Neben baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Maßnahmen muss bei der Brandschutzplanung auch das menschliche Fehlverhalten berücksichtigt werden. Trotz der Gefahren unterschätzen viele die gesundheitlichen Folgen des Brandrauchs.
So zeigen Analysen von Tunnelbränden, dass Menschen in ihren Fahrzeugen sitzen bleiben, wenn das Feuer nicht in unmittelbarer Nähe ausbricht. Die Entscheidungsfindung während eines Brandes zeigt charakteristische Merkmale, die vom gewöhnlichen Entscheidungsverhalten abweichen. Zunächst erhält der Betroffene erste Hinweise darauf, dass seine Situation sich verändert – etwa durch einen plötzlich einsetzenden Feueralarm oder auffälliges Verhalten anderer Personen. Diese Informationen lösen emotionalen Stress aus, weil sie unvollständig, mehrdeutig und ungewöhnlich sind.
Hinzu kommt das fehlende Wissen über die tatsächlichen Risiken von Rauch und Hitze. Daher nehmen die Betroffenen zunächst eine abwartende Haltung ein und orientieren sich an dem Verhalten anderer. Erst in einem zweiten Schritt interpretieren sie die Situation in Bezug auf ihre eigene Sicherheit und leiten notwendige Maßnahmen ein. Zu diesem Zeitpunkt kann der Brandrauch eine Selbstrettung bereits erheblich behindern.
Daher ist es sinnvoll, dieses mögliche Fehlverhalten bereits im Brandschutzplan zu berücksichtigen und entsprechend bauliche und anlagentechnische Maßnahmen vorzusehen. Rauchschutztüren eignen sich insbesondere für kleine Büroräume oder Flurabschnitte. Größere Räume oder Hallen müssen mit qualifizierten Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) ausgestattet werden. Sie sind ein elementarer Bestandteil des Brandschutzkonzepts und stellen im Notfall einen kontrollierten Rauchabzug sicher. Qualifizierte Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sorgen dafür, dass toxische Rauchgase bereits in der Brandentstehungsphase abgeführt werden, sich in Bodennähe eine raucharme Schicht bildet. Damit bleibt eingeschlossenen Personen mehr Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Gleichzeitig erleichtern sie der Feuerwehr eventuell notwendige Rettungsmaßnahmen.
Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Fluchtverhalten im Brandfall“ von Thomas Hegger, erschienen im FeuerTrutz Spezial Band 10 „Entrauchung und Evakuierung“, 2019
Januar 2020 | Tabellen: Nationale Klassifizierung
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Januar 2020 I Die allgemeine Bauartgenehmigung
Aufbau der allgemeinen Bauartgenehmigung
Die allgemeine Bauartgenehmigung weist zwei Teile auf, und zwar die Allgemeinen Bestimmungen sowie die Besonderen Bestimmungen. Bei den Allgemeinen Bestimmungen handelt es sich um formelle grundsätzliche Aussagen in Bezug auf den Nachweis. Erst die Besonderen Bestimmungen gehen dann konkret auf den Regelungsgegenstand ein. Aufbau einer allgemeinen Bauartgenehmigung:
1. Regelungsgegenstand und Anwendungsbereich
2. Bestimmungen für Planung, Bemessung und Ausführung
Unter den Allgemeinen Bestimmungen findet sich in den aBG`s, neben den grundsätzlichen Aussagen, die nachfolgende zunächst irreführende Festlegung: „Die von diesem Bescheid umfasste allgemeine Bauartgenehmigung gilt zugleich als allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für die Bauart.“ Diese Definition ist erforderlich (gewesen) für Bundesländer, welche das neue Baurechtskonzept noch nicht in Form einer angepassten Bauordnung umgesetzt haben. Hier gibt bzw. gab es formal die Bauartgenehmigung noch nicht. Die Besonderen Bestimmungen definieren zunächst den Regelungsgegenstand und Anwendungsbereich des Nachweises.
Hier wird definiert, um welche Bauart es sich handelt und welchen Zweck diese aufweist. Ferner wird hier bereits dargelegt, aus welchen Bauprodukten die Bauart besteht und in welchen Anwendungsfällen die Bauart angewandt werden kann.
Die „kombinierten“ Nachweise definieren hier zudem den Zulassungsgegenstand und Verwendungsbereich und nachfolgend die Bestimmungen für das Bauprodukt. Der wesentlichste und umfangreichste Bestandteil der allgemeinen Bauartgenehmigung sind die Bestimmungen für die Planung, Bemessung und Ausführung. Je nach Bauart ist dieser Bestandteil in diverse weitere Unterpunkte gegliedert. Im Wesentlichen finden sich hier aber stets die nachfolgenden Inhalte:
Bestimmungen, welche Bauprodukte Teil der Bauart sind.
Voraussetzungen für die Errichtung, wie z.B. das Zurverfügungstellen einer Einbau- bzw. Montageanleitung sowie die Schulung der Errichter.
Der wohl wichtigste Teil der Bauartgenehmigung: Die Bestimmungen für den Einbau!
Die Kennzeichnung der Bauart mit einem entsprechendem Schild mit den wesentlichen Angaben wie dem Namen der Bauart, die Angabe des Errichters, die Nummer der Bauartgenehmigung, das Herstellungsjahr und ggf. die erbrachte Leistung.
Die Festlegung, dass eine Übereinstimmungserklärung durch den Errichter zu erfolgen hat.
Bestimmungen für die Nutzung, Unterhalt und die Wartung.
Die Bauartgenehmigung wird zudem i.d.R. um Anhänge ergänzt, welche die Planungs-, Bemessungs- und Ausführungsregelungen noch weiter konkretisieren und ggf. mit Konstruktions- bzw. Einbauzeichnungen ergänzen. Wie bereits von den früheren Anwendungszulassungen bekannt, ist zumeist auf der letzten Seite ein Muster für eine Übereinstimmungsbestätigung des Errichters abgedruckt. (Hinweis: Ein ausfüllbares Muster für eine Übereinstimmungsbestätigung für alle Nachweisarten kann zudem auf der Webseite des Verfassers www.derbrandschützer.de heruntergeladen werden.)
Durch die striktere Trennung von Produktregelungen zu Anwendungsregelungen werden die am Bau Beteiligten fortan mit einem neuen Nachweis, der allgemeinen Bauartgenehmigung, konfrontiert. Diese kann eine „große“ Bauart für das Zusammenspiel mehrerer Bauprodukte regeln oder aber die Einbaubedingungen von einzelnen harmonisierten und nicht-harmonisierten Bauprodukten bestimmen. Im Falle von nicht nicht-harmonisierten Bauprodukten kann die Verwendbarkeit und Anwendbarkeit weiterhin in einem Dokument geregelt werden, und zwar als „kombinierte“ abZ/aBG.
Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Die allgemeine Bauartgenehmigung“ von Patrick Gerhold, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 6.2019
Dezember 2019 | Brandsichere Weihnachtszeit
In der Weihnachtszeit erfreuen wir uns gerne am hellen Licht echter Kerzen, die die dunkle Jahreszeit erhellen und eine gemütliche, festliche Stimmung verbreiten. Jedes Jahr kommt es dabei aber zu zahlreichen Bränden mit zum Teil tragischen Folgen. Wie sie ein brandsicheres Weihnachtsfest genießen können ohne auf echte Kerzen zu verzichten, lesen Sie hier:
Sensibilisieren Sie alle Familienmitglieder, auch kleine Kinder, für die Gefahr eines Brandes – am besten direkt beim Anzünden der ersten Kerze auf dem Adventskranz. Zögern Sie bei der Gelegenheit nicht, die 112 als Rufnummer der Feuerwehr in Erinnerung zu rufen. Das kann ganz spielerisch geschehen und stört so auch nicht die feierliche Stimmung.
Kerzen sollten nur von Erwachsenen oder unter deren Aufsicht angezündet werden. Weit heruntergebrannte Kerzen nicht erneut anzünden sondern ersetzen. Die Kerzen am Weihnachtsbaum immer von oben nach unten anzünden.
Lassen Sie brennende Kerzen nie ohne Aufsicht im Zimmer zurück. Auch wenn Sie nur kurz aus dem Raum gehen möchten, sollten Sie alle Kerzen löschen. Schnell kann z.B. durch einen Luftzug oder ein Haustier eine Kerze umkippen oder etwas Brennbares (Serviette, Vorhang usw.) gerät in die Nähe der Flamme. Außerdem kann es passieren, dass man durch Ablenkung doch länger wegbleibt und die Kerze brennt ggf. gefährlich weit herunter. Ist dann niemand im Raum, um den Brand schnell zu löschen, kann er sich ungehindert ausbreiten.
Eigentlich selbstverständlich aber dennoch unbedingt zu erwähnen: Ein sicherer Standort von Kerzen ist die beste Brand-Vorsorge. Kerzen sollten immer in ausreichendem Abstand von brennbaren Stoffen wie Dekoartikel, Vorhängen, Polstermöbeln und ins. Tannenzweigen (ob echt oder aus Kunststoff) ausgestellt werden. Wählen Sie eine sichere Halterung und achten Sie bewusst auf die direkte Umgebung. Denken Sie dabei auch daran, dass Kerzen herunterbrennen und die Flammen vielleicht nach Stunden doch einem Zweig Ihres Adventskranzes näherkommen könnten. Als Unterlage für Ihren Kranz eine Glasplatte oder einen Porzellanteller wählen.
Besonders risikoreich sind echte Kerzen am Weihnachtsbaum. Falsch befestigte oder platzierte Kerzen können hier schnell zu einem großen Brand führen. Wichtig ist zudem der sichere Stand des Baumes selbst und dass dieser nicht den einzigen Fluchtweg blockiert. Wenn Sie nicht auf deutlich sicherere (geprüfte) elektrische Lichterketten ausweichen möchten, lassen Sie hier unbedingt besondere Sorgfalt walten und prüfen Sie alles vor jedem Anzünden aufs Neue.
Rauchwarnmelder überprüfen
Sind die Räume, in denen Kerzen angezündet werden, ausnahmslos mit Rauchwarnmeldern ausgerüstet? Sind diese richtig platziert (an der Decke in der Zimmermitte)? Sind sie betriebsbereit, sauber und die Batterien voll? Testen können Sie die Funktionstüchtigkeit durch Drücken des Alarmknopfes an der Unterseite des Melders. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, beauftragen Sie für die Wartung einen Brandschutz-Fachbetrieb.
Halten Sie gut erreichbare und leicht bedienbare Löschmittel bereit. Besser als ein Eimer Wasser oder Sand ist ein geeigneter Feuerlöscher oder ein Feuerlöscherspray. Achten Sie bei der Auswahl sowohl auf eine ausreichende Löschwirkung als auch auf die leichte Bedienbarkeit. Der Standort des Löschmittels sollte nahe an der möglichen Brandstelle liegen. Zeigen Sie allen Familienmitgliedern den Standort und weisen Sie diese in die Bedienung ein, die i.d.R. als Piktogramm aufgedruckt ist.
Fluchtwege festlegen und freihalten
Auch wenn Sie sich in den eigenen vier Wänden natürlich auskennen, ist es von Vorteil sich klarzumachen, welcher Fluchtweg im Falle eines nicht mehr selbst zu löschenden Brandes am schnellsten in Sicherheit führt. Das kann im Ernstfall die Reaktionszeit entscheidend verkürzen. Generell gilt: Im Zweifel lieber flüchten, andere Personen im Gebäude warnen und die Feuerwehr rufen als einen zu großen Brand löschen zu wollen. Denn Brandrauch ist gefährlich und kann nach wenigen Atemzügen zu Bewusstlosigkeit führen.
Wir wünschen Ihnen FROHE WEIHNACHTEN!!!
Dezember 2019 I Sprache rettet Leben
Jede Sekunde zählt im Brandfall, denn Feuer und Rauch können sich rasend schnell ausbreiten. Akustische Signalgeber alarmieren Personen zwar effizient, aber die Frage, wo und für wen eine akute Gefahr besteht, beantwortet ein Warnton allein nicht. Es bleibt das Risiko, dass Menschen die Alarmsignale nicht oder nur verzögert beachten oder falsch interpretieren.
Sprachdurchsagen dagegen wecken Aufmerksamkeit und vermitteln gleichzeitig klare Botschaften. Deshalb sind Sprachalarmanlagen heute wichtige Elemente von Sicherheits- und Brandschutzkonzepten sind und werden immer häufiger gefordert. Doch nicht jede Beschallungsanlage eignet sich auch für Alarmierungs- und Evakuierungsaufgaben im Brandfall.
Normen bei elektroakustischen Anlagen:
Die Normung unterscheidet im Bereich der elektroakustischen Anlagen zwischen Sprachalarmanlagen (SAA) und Elektroakustischen Notfallwarnsystemen (ENS). ENS unterliegen der Norm DIN EN 50849 (VDE 0828-1) und verfügen i.d.R. über keine Anbindung an Brandmeldeanlagen (BMA). ENS dürfen aus normativer Sicht nicht zur Räumung oder Evakuierung im Brandfall eingesetzt werden und zwar unabhängig davon, ob eine Anbindung an die BMA besteht oder nicht.
Gedacht sind diese Anlagen, um Durchsagen im Notfall manuell oder automatisch auszulösen – etwa bei einem Störfall. SAA dagegen werden von Brandmeldeanlagen normalerweise direkt angesteuert und lösen deshalb im Brandfall automatisch und dadurch unverzüglich Sprachdurchsagen aus. Gleichzeitig besteht auch die Möglichkeit, dass die Feuerwehr über Live-Durchsagen Anweisungen an Beschäftigte und Besucher erteilen kann.
SAA sind damit wichtiger Bestandteil des Brandschutzkonzeptes, insbesondere bei großen und komplexen oder besonders unübersichtlichen Gebäuden. Ausgeführt werden diese Anlagen nach der Anwendungsnorm DIN VDE 0833-4. Diese Norm wurde zuletzt im Oktober 2014 veröffentlicht und gilt stets in Verbindung mit DIN 14675-1. Im Gegensatz zur DIN EN 50849 (VDE 0828) verlangt die DIN VDE 0833-4 ein hohes Sicherheitsniveau bei der Betriebsbereitschaft der eingesetzten Geräte.
Die eingesetzten Produkte, also z.B. Sprachalarmzentralen, Lautsprecher und Energieversorgungen, müssen der Normenreihe EN 54 entsprechen und von zugelassenen Prüfinstituten zertifiziert sein.
Festlegung der Sicherheitsstufe:
Wo im Gebäude über Sprache alarmiert wird, schreibt das Brandschutzkonzept vor. Auch aus der Gefährdungsbeurteilung des Betreibers können sich Anforderungen hierzu ergeben. Wie ausfallsicher die SAA dabei ausgeführt werden muss, hängt von der Risikobeurteilung des Brandschutzplaners ab. Berücksichtigt werden dabei verschiedene Faktoren, u.a. wie viele Personen sich in dem Gebäude aufhalten, wie lang die Rettungswege sind und wie das Gebäude strukturiert ist. Wird die Sicherheitsstufe 1 gewählt, dann darf bei einem Fehler im Übertragungsweg die Beschallung eines Alarmierungsbereichs ausfallen. In der Regel kommt bei Sprachalarmierungsanlagen aber die Sicherheitsstufe 2 zum Tragen: Hier muss auch bei einem Fehler in einem Verstärker oder Übertragungsweg noch der gesamte Wirkungsbereich beschallt werden können. Lediglich eine geringe Verschlechterung der Sprachverständlichkeit wird toleriert. Objekte mit der Sicherheitsstufe 3 müssen über eine vollredundante Anlage verfügen. Hier werden Ausfälle weder im Übertragungsweg noch in der Zentrale akzeptiert.
Aber auch Themen wie Bauordnungsrecht, Schnittstellen, Akustik von Räumen oder Ersatzstromversorgung und Funktionserhalt spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung und Gewährleistung des geforderten Sicherheitslevels. Sprachalarmanlagen sollten nur durch Fachfirmen geplant, projektiert und errichtet werden. Eine entsprechende Zertifizierung nach DIN 14675-2 sorgt dabei für das nötige Fachwissen sowie die Marktakzeptanz. Regelmäßige Schulungen helfen Fachplanern und Errichtern darüber hinaus, ihr Wissen in Bezug auf das Bauordnungsrecht, die aktuell gültigen Normen und in Bezug auf Produktentwicklungen auf dem neuesten Stand zu halten.
Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Sprache rettet Leben“ von Thomas Tott, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 6.2019
Dezember 2019 I Personen- und Sachwertschutz durch Feuerlöscheinrichtungen
Für die Sicherung des Brandschutzes in Arbeitsstätten wurde als technisches Regelwerk die ASR A 2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ vom BMAS bekannt gemacht. Auf der Basis einer Gefährdungsbeurteilung (siehe § 5 ArbSchG und § 3 ArbStättV) hat der Arbeitgeber zu ermitteln, ob für diese Arbeitsstätte bzw. einen bestimmten Bereich eine normale oder eine erhöhte Brandgefährdung vorliegt. Die Entscheidung darüber kann auf Basis der Definitionen und Beispiele der ASR A 2.2 und ergänzend auf Basis der TRGS 800 „Brandschutzmaßnahmen“ getroffen werden.
Im Gegensatz zum detaillierten Algorithmus zur Ermittlung der erforderlichen Anzahl der Feuerlöscher für die Grundausstattung ist dies eine nicht abschließende Auflistung von möglichen Maßnahmen. Die vielfältigen Gründe, die zur Feststellung einer erhöhten Brandgefährdung führen können, rechtfertigen auch eine Vielzahl unterschiedlicher zusätzlicher Maßnahmen oder deren Kombination.
Daher sind umfassende Fachkenntnisse, praktische Erfahrungen und die Kenntnis der technischen Möglichkeiten zur Brandbekämpfung unabdingbare Voraussetzungen für die Festlegung der geeigneten Maßnahmen. Oft wird der Arbeitgeber nicht ohne fachliche Beratung die notwendigen Maßnahmen festlegen können. Die Entscheidung zum Einsatz von Löschanlagen ergibt sich oft durch Forderungen aus dem Baurecht. Bei der Gefährdungsbeurteilung für die Arbeitsstätte müssen jedoch insbesondere die Prozesse und technischen Einrichtungen betrachtet werden. Oft stellt sich dabei heraus, dass nur für einen kleinen Bereich einer Arbeitsstätte, z.B. eine Verarbeitungsmaschine, einen bestimmten Arbeitsplatz oder einen Lagerbereich, eine erhöhte Brandgefährdung ermittelt wird. Dann ist es durchaus gerechtfertigt, lokal wirkende Feuerlöscheinrichtungen einzusetzen. Der Vorteil automatischer Löschanlagen besteht darin, dass sowohl die Technik der Branderkennung als auch die Wahl des Löschmittels konkret auf den Gefährdungsbereich abgestimmt werden kann. Ist die Entscheidung für den Einsatz einer Löschanlage getroffen, so ist es der Arbeitgeber, der die Verantwortung für Planung, Errichtung und Betreiben trägt.
Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Personen- und Sachwertschutz durch Feuerlöscheinrichtungen“ von Peter Gundermann, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 6.2019
Dezember 2019 I Evakuierungsübungen in Verkaufsstätten
Evakuierungsübungen sind unabdingbar, denn sie stellen sicher, dass im Brandfall das Gebäude schnell geräumt werden kann. In der BRD und dem Großteil der EU-Länder gibt es gesetzliche Vorschriften für die Ausbildung und Benennung von Selbsthilfekräften. Dazu zählen z.B. Ersthelfer sowie Brandschutz- und Evakuierungshelfer.
Auszug aus dem Arbeitsschutzgesetz § 10 Abschnitt (2): „Der Arbeitgeber hat diejenigen Beschäftigten zu benennen, die Aufgaben der Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten übernehmen. Anzahl, Ausbildung und Ausrüstung der nach Satz 1 benannten Beschäftigten müssen in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Beschäftigten und zu den bestehenden besonderen Gefahren stehen.“
Auszug aus der Arbeitsstättenrichtlinie ASR A2.3 9 (7): „Auf Grundlage der Flucht- und Rettungspläne sind Räumungsübungen durchzuführen.“
Bei der Evakuierung wird in einem Evakuierungskonzept zwischen der „kurzzeitigen“ Evakuierung, dies ist die Evakuierung in einem unvorhergesehenen Gefahrenfall, z.B. bei Brand, und der langzeitigen Evakuierung, dies ist eine Evakuierung, die es ermöglicht, sich organisiert in einen sicheren Bereich zu begeben, z.B. bei Kriegswaffenfund, unterschieden. Diese Unterschiede werden u.a. in der VDI-Richtlinie 4062 beschrieben.
Im Idealfall sollte die Evakuierung bis zum Eintreffen der Rettungskräfte abgeschlossen sein. Bei der Räumung oder Evakuierung handelt es sich um eine Notfallmaßnahme. Wenn bestehende Schutzmaßnahmen nicht greifen oder nicht ausreichend sind, kann eine Evakuierung in Teilbereichen oder auch im gesamten Objekt notwendig werden. Vor allem in Verkaufsstätten ist dies für die Betreiber oft eine enorme Aufgabe. Anders als in Objekten mit primär eigenen, geschulten Mitarbeitern sind in einer Verkaufsstätte die meisten zu evakuierenden Personen oft nicht mit dem Objekt vertraut. Diese gilt es nun, möglichst bis zum Eintreffen der Rettungskräfte aus dem Gebäude zu evakuieren. Aber wie bewerkstelligt man das?
Das Räumungskonzept:
Besonders in Objekten, in denen eine Unterweisung oder Schulung aller Anwesenden nicht möglich ist, da der Hauptanteil der sich dort aufhaltenden Personen Gäste oder Kunden sind, wie z.B. in Kinos, Theatern, Museen, Versammlungsstätten und Verkaufsstätten, muss diesen besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Bei Verkaufsstätten muss, bedingt durch Saison, Tag oder Angebot, mit einer großen und auch oft unterschiedlichen Zahl von Personen gerechnet werden. Hinzu kommen Erschwernisse wie unterschiedliche Sprachkenntnisse, verschiedene Altersgruppen oder Kunden mit eingeschränkter Mobilität. In der Musterverkaufsstättenverordnung (MVStättV) wird unter § 27 die Erstellung eines Räumungskonzepts unter besonderer Berücksichtigung von Menschen mit Einschränkungen gefordert. Die Erstellung eines auf das Objekt zugeschnittenen Räumungskonzepts ist im Vorfeld unabdingbar.
Übung und Vorbereitung:
Im ersten Schritt sind nach dem erarbeiteten Räumungskonzept und dem Festhalten der Aufgaben aller notwendigen Personen in der Brandschutzordnung Teil C die Unterweisungen aller Mitarbeiter sowie die Ausbildung der Selbsthilfekräfte notwendig. Nur mit gut ausgebildeten Selbsthilfekräften, die durch sinnvolle und zielgerichtete Ausbildung und Übungen geschult werden, können effektive Übungen durchgeführt werden. Handlungsweisen müssen verinnerlicht und ohne Angst und Unsicherheit anwendbar sein. In enger Zusammenarbeit zwischen der Betriebsleitung, den Brandschutzbeauftragten und ggf. dem Betriebsrat, kann bei allen die gewünschte Akzeptanz und ein sinnvoller Aufbau einer Evakuierungsübung erreicht werden.
Sind alle Vorbereitungen getroffen, sollten die Übungen Schritt für Schritt, von einer vollangesagten (Tag und Uhrzeit) Schulübung außerhalb der Öffnungszeiten und nur mit der eigenen Belegschaft bis hin zur „Königsdisziplin“, der unangesagten Ernstfallübung mit Kunden im laufenden Betrieb, aufgebaut werden. Der zentrale Bestandteil der Übung ist jedoch letztlich der Kunde. Oft in Eile und unter Zeitdruck, wird dieser nicht selten mit Unverständnis reagieren. Daher ist es wichtig, dem Kunden während des gesamten Übungsablaufs das Gefühl zu vermitteln, der Mittelpunkt dieser Sicherheitsmaßnahme zu sein, um ihm die Notwendigkeit solcher Übungen zu vermitteln. Um ungewollten und teuren Besuch der Rettungskräfte (Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei) bei einer Übung zu vermeiden, ist es zu empfehlen, die Rettungsleitstelle sowie die Polizei über die geplante Übung zu informieren.
Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Das ungeliebte Kind: Evakuierungsübungen in Verkaufsstätten“ von Sabine Heide, erschienen im FeuerTrutz Spezial Band 10 „Entrauchung und Evakuierung“, 2019
Dezember 2019 | DIN EN 15269-1 (10-2019):
Diese Europäische Norm legt die allgemeinen Grundlagen für den erweiterten Anwendungsbereich der Prüfergebnisse fest, die aus nach EN 1634-1 und/oder EN 1634-3 durchgeführten Prüfungen an feuerwiderstandsfähigen und rauchdichten Abschlüssen, d. h. an den in der Europäischen Norm aufgeführten Typen von Türen, Toren und Fenstern, einschließlich ihrer Baubeschläge, resultieren. Dieses Dokument stellt die allgemeinen Grundlagen bereit, die für die Anwendung im Zusammenhang mit dem entsprechenden Teil der Normenreihe prEN 15269, abhängig von dem speziell zu beurteilenden Produkttyp, vorgesehen sind. Die Regeln zur Beurteilung des direkten Anwendungsbereichs von feuerwiderstandsfähigen oder rauchdichten Türen, Toren und Fenstern sind in EN 1634-1 und EN 1634-3 aufgeführt und basieren auf den Ergebnissen einer einzelnen Prüfung. Diese beziehen sich auf übliche Formen von Abschlusskonstruktionen, bei denen Erfahrungen aus den Prüfungen die Erkenntnis gebracht haben, dass solche Änderungen sicher angenommen werden können. Der Umfang der zugelassenen Änderungen ist in der Regel konservativ und basiert auf der untersten Stufe der erreichten gemeinsamen Übereinstimmung. Bei Anwendung durch eine für den Zweck notifizierte Stelle führen diese Regeln zum erweiterten Anwendungsbereich zu einer Klassifizierung, die für die CE-Kennzeichnung des abgeänderten Produktes geeignet ist. Die in dieser Europäischen Norm beschriebenen Verfahren und Festlegungen bedeuten Kostenersparnisse, da über den direkten Anwendungsbereich nach EN 1634-1 und/oder EN 1634-3 hinaus Änderungen im Rahmen des erweiterten Anwendungsbereichs möglich sind ohne aufwendige Neuprüfungen des zu ändernden Bauprodukts durchführen zu müssen. Diese Europäische Norm wurde im Technischen Komitee CEN/TC 127 "Baulicher Brandschutz" unter deutscher Mitwirkung erarbeitet. Im DIN Deutsches Institut für Normung e. V. war hierfür der Arbeitsausschuss NA 005-52-05 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Feuerschutz- und Rauchschutzabschlüsse" des Normenausschusses Bauwesen (NABau) zuständig.
November 2019 I DIN EN 1366-13 (09-2019): Feuerwiderstandsprüfungen für Installationen – Teil 13: Abgasanlagen
Dieses Dokument legt ein Verfahren zur Bestimmung der Feuerwiderstandsdauer für Abgasanlagen (siehe Normative Verweisungen), Schächte von Abgasanlagen oder Durchführungselemente als Teil einer Abgasanlage unter standardisierten Brandbedingungen fest. Die Prüfung untersucht das Verhalten von Abgasanlagen, die einem Brand nur von außen oder einem Brand, der von außen in das Innere der Abgasanlage eindringt, ausgesetzt sind. Diese Norm gilt zusammen mit DIN EN 1363-1. Luftschächte für Verbrennungsluft in Abgasanlagen können ebenfalls eingeschlossen werden. Die Norm gilt auch für diese Abgasanlagen. Geneigte Abgasanlagen werden nicht behandelt. Anhang A liefert allgemeine Anleitungen und Hintergrundinformationen. Dieses Dokument gilt nicht für: Widerstand gegen Rußbrände; Zubehörteile, es sei denn, sie sind in die zu prüfende System-Abgasanlage eingebunden; ein-, zwei- oder dreiseitige Ummantelungen. Wenn der Druck im Inneren der Abgasanlage in der Praxis auf Werte unter -40 Pa absinken oder auf Werte über +5 000 Pa ansteigen kann, muss bedacht werden, dass dies nicht über die in dieser Norm beschriebene Prüfung abgedeckt werden kann. Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 127 "Baulicher Brandschutz", dessen Sekretariat von BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird, erarbeitet. Im DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau) war hierfür der Arbeitsausschuss NA 005-52-06 AA "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen - Lüftungsleitungen" zuständig
November 2019 | Tabellen: Euroäische Klassifizierung nach hEN und ETA
Download Tabelle 1: Europäische Klassifizierung nach harmonisierter Norm (hEN) [ PDF 1473 kB ]
Download Tabelle 2: Europäische Klassifizierung nach europäisch technischer Bewertung (ETA) [ PDF 1467 kB ]
November 2019 I Möblierung notwendiger Rettungswege in Schulen
Der gestaltete Lebensraum übt erheblichen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Entwicklungs-möglichkeiten des Menschen aus. Moderne Lernumgebungen machen daher differenzierte Angebote. Auch die Möglichkeiten bestehender Schulgebäude können durch gezielte Möblierung notwendiger Rettungswege ohne Aufgabe des Sicherheitsniveaus erweitert werden.
Die Einrichtung von Lernhäusern und Clustern bei Verzicht auf notwendige Flure ist in bestehenden Gebäuden oft nicht ohne bauliche Veränderungen möglich. So sind die im Bestand häufig großflächig vollverglasten Treppenraumabschlüsse ohne klassifizierten Feuerwiderstand nicht geeignet, bei einer unbeschränkten Möblierung auch des Flurs den Treppenraum durch ihre Pufferwirkung ausreichend lange zu schützen. Ein Neubau dieser Elemente ist jedoch häufig eine bedeutende finanzielle Hürde. Die Idee einer eingeschränkten Nutzung des notwendigen Flurs bei Erhalt des Rettungswegs und der Schutzwirkung für den Treppenraum liegt daher nahe. Zum Erhalt des Sicherheitsniveaus des notwendigen Flurs werden die Schutzziele konkretisiert:
1. Erhalt der lichten Rettungswegbreiten
2. Vermeidung von Unfallgefahren
3. Vermeidung von Verletzungsgefahren
4. Vermeidung einer Brandentwicklung im notwendigen Flur
5. Vermeidung einer Brandentwicklung in den notwendigen Flur
Zu 1.: Die lichte Rettungswegbreite ist zumeist mit 1,50 m ausreichend. Bei zweihüftigen Anlagen wird auf der Grundlage der Ziffer 3.4, Satz 1 der Schulbaurichtlinie geprüft, ob die Breite auf der Grundlage einer Personenzahl von mehr als 200 angepasst werden muss. Öffnen die Klassenraumtüren auf den Flur, wie es lange Zeit fälschlicherweise gefordert wurde, müssen sie in die Ermittlung der Geometrien einbezogen werden.
Zu 2.: Unfallgefahren werden grundsätzlich durch die Befestigung des Mobiliars vermieden. Die Anordnung der Möblierung im Raum wird dabei eine möglichst geradlinige Rettungswegführung erlauben. Eine Sicherheitsbeleuchtung kann als Grundausstattung vorausgesetzt werden oder ist mit dem Einbau der Möblierung vorzusehen. Die Wahl der Materialien und der Konstruktion stellt sicher, dass während des Löschangriffs auch bei einer Beanspruchung durch Wärmestrahlung aus einer offenen Brandraumtür die Form erhalten bleibt.
Zu 3.: Wird der Flur in Pausen oder bei einer Räumung als Bewegungsraum beansprucht, trifft der Menschenstrom auf die Kanten und Abschlüsse der Möblierungen. Sie werden ohne freie Ecken vom Rettungsweg abgewandt oder zum Boden geführt.
Zu 4.: Die Ausstattung wird darauf Rücksicht nehmen, dass sie nicht selbst zur Brandentstehung beiträgt. Die dafür notwendige Vermeidung von Zündquellen erfolgt durch Verzicht auf elektrische Installationen oder durch nicht brennbare Bekleidung von Klemmstellen elektrischer Installationen in Möbeln aus brennbaren Materialien.
Zu 5.: Die Türen zu Klassenräumen weisen überwiegend keinen klassifizierten Feuerwiderstand auf und müssen nicht selbstschließend ausgebildet werden. Bei ungestörter Brandentwicklung ist daher mit einer Belastung des Flurs durch Wärmestrahlung zu rechnen. Die Möbel werden daher formstabil aus nicht brennbaren Unterkonstruktionen mit schwer entflammbaren Auflagen hergestellt oder aus Hartholz einer Mindestdicke von 45 mm. Eine wesentliche Grundlage der Materialwahl ist der weitgehende Verzicht auf Kunststoffe, die unabhängig von ihrer Baustoffklasse große Mengen giftiger Rauchgase erzeugen, was die Nutzbarkeit des Rettungswegs frühzeitig und umfassend einschränkt. Die durchgehende Ausführung aus Hartholz ist demgegenüber als vorteilhaft anzusehen, da eine Rauchentwicklung gemäßigt erfolgt und trotz der Einstufung des Materials als normal entflammbar das Verhalten bei Temperaturbeanspruchung gleichmäßig und kontrollierbar bleibt. Die Garderobenschränke werden aus nicht brennbaren Materialien gewählt. Auf betrieblicher Seite wird sichergestellt, dass keine Materialien in den Fluren verbleiben.
Schmale Verfahren wie die beiden letztgenannten bedürfen der Abstimmung im Kreis der öffentlich-rechtlichen Entscheidungsträger. Ihr Ziel ist die Feststellung der Genehmigungsfähigkeit mit besonderem Blick für die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen. Wenngleich formal nicht geregelt, können sie einen Genehmigungsverzicht wegen Geringfügigkeit ermöglichen, da die fachliche Seite des Verfahrens in sachverständiger Hand verbleibt.
Notwendige Flure in bestehenden Schulen können schrittweise möbliert und so dem pädagogischen Tageslauf als zusätzliches Raumangebot zur Verfügung gestellt werden. Bei projektbezogen treffender Übersetzung der Schutzziele in geeignete Ausrüstungen kann dabei das Sicherheitsniveau des notwendigen Rettungswegs erhalten werden.
Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Spielräume erkennen und nutzen“ von Andreas Flock, erschienen im FeuerTrutz Dossier „Brandschutz in Bildungseinrichtungen“.
November 2019 I Verlässliche visuelle Brandüberwachung
Inzwischen ermöglichen innovative Bildauswertungs-Algorithmen auch optische Branderkennung – allerdings existieren noch keine verbindlichen Normen zur Qualitätsprüfung dieser Kamerasysteme. VdS hat Richtlinien zur objektiven Bewertung von Zuverlässigkeit wie Wirksamkeit der Techniken entwickelt und stellt diese kostenlos zur Verfügung.
Groß dimensionierte Räume wie beispielsweise Tunnel oder Verkaufs-, Produktions- und Lagerflächen sowie die kritischen Atmosphären der Holz-, Textil- oder Recyclingbranchen sind mit klassischer Brandmeldetechnik nur schwer zu schützen. Jetzt ermöglicht die Entwicklung immer präziserer mathematischer Algorithmen auch visuelle Brandüberwachung durch Kameraeinrichtungen.
Diese Systeme erkennen Rauch wie Flammen selbsttätig, meist anhand sichtbarer Spektralanteile und auf Grundlage vordefinierter Muster wie Variablen. Somit dienen diese als wichtige Ergänzung zur Überwachung durch traditionelle Brandmeldetechniken. Europäische Normen für diese jungen Technologien existieren noch nicht. Daher hat VdS Richtlinien für sichere optische Brandüberwachungssysteme erarbeitet.
Hersteller erhalten umfangreiche Hilfestellungen für verlässliche Entwicklungen – u.a. auch bezüglich Störgrößen wie sinusförmigen Schwingungen oder elektromagnetischen Einflüssen sowie bei schwankenden Versorgungsparametern.
Bettina Bormann, im VdS-Produktmanagement für Brandmeldetechniken zuständig, erklärt: „Basis der neuen Richtlinien war eine erfolgreich durchgeführte Innovationsprüfung für die Bosch Aviotec. Und im Security-Bereich werden videobasierte Systeme schon länger genutzt. Wir konnten so für die Erarbeitung anwendungsspezifischer Anforderungen auf wichtige Praxiserfahrungen zurückgreifen, um nun auch die zahlreichen Entwicklungen im Bereich Brandschutz zu unterstützen. Das neue Prüfverfahren macht die Zuverlässigkeit dieser speziellen Systeme jetzt objektiv bewertbar und somit belegbar.“
Die Verlässlichkeit solcher Systeme kann künftig mit der weltweit akzeptierten VdS-Anerkennung auch international klar nachgewiesen werden. Oft bilden VdS-Vorgaben später die Basis von EU- sowie weiteren Sicherheitsnormen.
Die Richtlinien VdS 3847, „Videokameraeinrichtungen zur visuellen Brandüberwachung“, stehen zum kostenlosen Download auf vds-shop.de zur Verfügung.
November 2019 I Brandbekämpfung mit geräteintegriertem Brandschutz
In der Liste der häufigsten Brandursachen rangieren Elektrogeräte weit oben. Eine Möglichkeit solche Brände ganz früh einzudämmen ist der geräteintegrierte Brandschutz. Dies sind kleine Feuerlöschsysteme, die direkt in die elektrischen Anlagen – vom Schaltschrank bis hin zum Haushaltsgerät – eingebaut werden können somit am Ort der Brandentstehung wirken.
Bisher sind es vor allem Sprinkleranlagen, die in produzierenden Betrieben, Handels- und Gewerbeimmobilien sowie öffentlichen Gebäuden als wichtigstes Glied des aktiven anlagentechnischen Brandschutzes die unmittelbare Brandbekämpfung übernehmen. Seit einigen Jahren gewinnen jedoch geräteintegrierte Brandschutzsysteme immer mehr an Bedeutung. Sie sollen insbesondere Brände, die von elektrischen bzw. elektronischen Bauteilen ausgelöst werden, schon viel früher bekämpfen – direkt am Ort des Entstehens. Doch was leisten diese Systeme heute und wohin geht ihre Entwicklung? Zeit für eine Bestandsaufnahme. Der geräteintegrierte Brandschutz stellt eine Ergänzung des anlagentechnischen Brandschutzes dar: Die derzeitigen Systeme bekämpfen Brände aktiv und zwar solange sie noch klein sind und noch nicht auf die Umgebung des Brandherds übergegriffen haben.
Ergänzung der Sprinkleranlage:
Bekanntermaßen sind Sprinkleranlagen derzeit das wichtigste Glied des aktiven anlagentechnischen Brandschutzes in Gewerbe- und Handelsimmobilien, Betrieben und öffentlich zugänglichen Gebäuden. Eine Sprinkleranlage kann einen Brand allerdings nur dann bekämpfen und an andere Brandschutzeinrichtungen weitermelden, wenn der Brand bereits ein Ausmaß angenommen hat, bei dem die vorgegebene Auslösetemperatur überschritten wurde. Dann löst die Anlage automatisch aus. Eine weitere Möglichkeit besteht in der manuellen Auslösung, wenn z.B. eine Person Brandrauch entdeckt und die Sprinkleranlage einschaltet. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Sprinkleranlagen in der Brandbekämpfung sehr effektiv sind.
Effizienter Löschmitteleinsatz:
Der Einsatz einer Sprinkleranlage ist allerdings möglicherweise je nach Nutzung und Lage des Gebäudes und der Wassergefährdungsklasse (WGK) der im Gebäude befindlichen Stoffe nicht zwangsläufig ideal. Oftmals ist eine Einrichtung zur Löschwasserrückhaltung erforderlich. Häufig können auch Produktionsanlagen und Vorprodukte durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen werden. Gerade in Bestandsgebäuden ist ein ständiges Vorhalten der von einer Sprinkleranlage benötigten Wassermenge nicht ohne großen baulichen Aufwand darstellbar. Im Gegensatz dazu kommt der geräteintegrierte Brandschutz mit sehr geringen Löschmittelmengen und daher vergleichsweise geringem Platzbedarf aus, da hier das Löschmittel unmittelbar dort vorgehalten wird, wo typischerweise elektrische Brände entstehen: in elektronischen Steuerungen, also direkt auf einer dort ohnehin verbauten Platine, in Schaltschränken oder auch in Haushaltsgeräten. Je nach Einsatzort variiert die Größe des Löschmittelbehälters zwischen der eines kleinen Feuerlöschers bis hin zu Bauteilen, die nur wenig größer sind als eine 12 Volt Gleichstromsicherung.
Bewährte Auslöseeinrichtungen:
Ein wichtiger Grund, warum geräteintegrierte Brandschutzsysteme Entstehungsbrände zuverlässig löschen, besteht in ihrer Kombination mit langjährig bewährten Auslösevorrichtungen. Einige Produkte arbeiten z.B. mit ähnlichen Glasampullen, wie sie seit Jahrzehnten zuverlässig und sicher in Sprinkleranlagen im Einsatz sind. Sobald die vorgesehene Auslösetemperatur überschritten wird, platzt die Ampulle und löst damit mechanisch und stromunabhängig die explosionsartige Freisetzung des Löschmittels aus. Im Wesentlichen wird das Feuer dadurch bekämpft, dass die Zündtemperatur durch Kühlung unterschritten wird. Je nach Ausführung unterbricht das Zerplatzen der Ampulle zudem den Stromfluss im Gerät und verhindert ein Wiederentzünden des Bauteils. Eine Glasampulle dient auch als Auslöseeinrichtung automatischer Mini-Feuerlöscher. Hier ist das Löschmittel meist in einem Zylinder verbaut, ähnlich einem handelsüblichen Feuerlöscher. Andere Systeme setzen auf eine Kombination bewährter Rauchdetektoren und -sensoren mit Software, um einen Brand frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.
Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Brandbekämpfung mit geräteintegriertem Brandschutz“ von Jörg-Uwe Strauß, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 6.2019
November 2019 I Rauchwarnmeldertausch: Was ist zu beachten und welche Chancen bieten sich?
In einigen Bundesländern steht demnächst der Austausch von Rauchwarnmeldern nach zehnjähriger Betriebsdauer an: Eine Chance, die Melderbestände zu modernisieren und neue Servicekonzepte umzusetzen.
Vor einem anstehenden Meldertausch sollten Planer, Errichter und Dienstleister ihre Kunden auf alle Möglichkeiten einer Modernisierung hinweisen und den Meldertausch gemeinsam planen. Alle Erfahrungen sollten berücksichtigt werden: z.B. Wie zufrieden war der Kunde mit dem bestehenden Servicemodell? Konnte die jährliche Inspektion problemlos durchgeführt werden? Wie hoch war die Akzeptanz der Nutzer?
Die Investitionsentscheidung für Rauchwarnmelder eines bestimmten Typs sollte alle relevanten Faktoren berücksichtigen, die innerhalb der zehnjährigen Lebensdauer auftreten: Diese reichen von Anschaffung, Installation, Inspektion und Instandhaltung bis hin zu Datenmanagement, Mieterakzeptanz und möglichen Störungen.
Neue Servicemodelle:
Neue Betriebs- und Servicekonzepte eröffnen auch kleineren oder neuen Marktteilnehmern vielfältige Chancen. Die überarbeitete Anwendungsnorm DIN 14676-1 in Verbindung mit der DIN SPEC 91388 lässt erstmals die normenkonforme Ferninspektion von Rauchwarnmeldern zu. Je nach Bauweise müssen Vor-Ort-Inspektionen in der Wohnung nur noch alle 30 Monate (Bauweise B, Teil-Ferninspektion) oder gar nicht mehr (Bauweise C, komplette Ferninspektion) durchgeführt werden.
Trend Fernauslesung:
Die neu installierten Rauchwarnmelder müssen 10 Jahre lang zuverlässig betrieben werden. Deshalb sollten bereits jetzt absehbare Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen beachtet werden. Dazu zählt die Umsetzung der novellierten EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED). Danach sollen Neubauten ab 2020 mit fernauslesbaren Verbrauchszählern ausgestattet sein, Wohnungen bis 2027. Es ist also bereits abzusehen, dass die Fernablesung in Wohnungen zukünftig einen größeren Stellenwert einnehmen wird als heute.
OMS - ein offener Standard:
Geeignet sind Konzepte, die nach gemeinsam festgelegten, anerkannten Standards wie dem Open Metering System (OMS) arbeiten. Ferninspizierbare Rauchwarnmelder auf OMS-Basis sind interoperabel mit anderen OMS-Geräten. Bereits heute sind sie sowohl für ein Auslesen im „walk-by-Verfahren“ als auch über ein zentral installiertes Gateway vorbereitet. Die Verwendung eines Standards wie OMS ermöglicht eine getrennte Vergabe von Installations- und Instandhaltungsdienstleistungen.
Ablauf des Meldertauschs:
Nach der Planung kann der Meldertausch durchgeführt werden. Die Rauchwarnmelder werden im Rahmen des Innenausbaus (z.B. durch den Elektrofachbetrieb) montiert. Dabei sind keine tiefergehenden Kenntnisse, z.B. zur Ferninspektion, notwendig. Die lebensrettende Warnfunktion steht dann direkt zur Verfügung. Nach Abschluss der Ausbauarbeiten werden die Melder (z.B. durch den Installateur oder Servicedienstleister) für die Ferninspektion konfiguriert. Bei der Demontage der alten und Installation der neuen Melder sollten Renovierungsschäden vermieden werden, da sie hohe und ungeplante Kosten verursachen. Mit Klebepads befestigte Melder lassen sich i.d.R. nicht ohne Schäden entfernen. So ist es hilfreich, wenn die Montageplatten der neuen Melder nicht kleiner sind als die alten. Idealerweise bietet der Hersteller ein Nachfolgegerät an, das die bereits installierte Montageplatte nutzt. Falls nicht, sollte das Nachfolgemodell verschiedene Bohrlochoptionen besitzen, um ein erneutes Bohren zu vermeiden.
Quelle: Auszug aus dem Fachbeitrag „Chancen nutzen beim Rauchwarnmeldertausch“ von Philip Kennedy, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 5.2019
Oktober 2019 | VDMA-Leitfaden „Entstaubungsanlagen, Brand- und Explosionsschutz“
Bei der Wahl von Schutzmaßnahmen zur sicheren Handhabung brennbarer Stäube und explosionsfähiger Staub-Luft-Gemische in Entstaubungsanlagen bietet der VDMA-Leitfaden eine Hilfestellung. In Entstaubungsanlagen können Brand- und Explosionsereignisse auftreten, die häufig zu Personen- und Sachschäden sowie Betriebsausfällen führen. Der Arbeitskreis Entstaubungstechnik im VDMA veröffentlichte in der Vergangenheit bereits ein Einheitsblatt VDMA 24180 sowie ein Faltblatt zu diesem Thema. Auf dieser Grundlage hat der Arbeitskreis die Aktualisierung und Vereinheitlichung der Inhalte in einem neuen Leitfaden initiiert.
Dieser erweiterte Leitfaden kann sowohl dem Hersteller als auch dem Betreiber der Entstaubungsanlage bereits in der Auslegungsphase helfen, die richtigen Schutzmaßnahmen zur sicheren Handhabung brennbarer Stäube und im aufgewirbelten Zustand explosionsfähiger Staub-Luft-Gemische auszuwählen. Ein Entscheidungsbaum führt über einfache Abfragen zu den im konkreten Einzelfall erforderlichen Maßnahmen. Der Leitfaden umfasst, neben den Entscheidungskriterien zum Brand- und Explosionsschutz, auch vorbeugende primäre und sekundäre Maßnahmen in Entstaubungsanlagen.
Die Maßnahmen verhindern die Brennbarkeit von Staubablagerungen bzw. Explosionsfähigkeit von Staub-Luft-Gemischen und vermindern deren Entzündbarkeit. Konstruktive Maßnahmen in Entstaubungsanlagen helfen, die Auswirkungen von Brand- und Explosionsereignissen auf ein unbedenkliches Maß für Mensch, Maschine, Umwelt und Betriebswirtschaft zu reduzieren.
Der Leitfaden „Entstaubungsanlagen, Brand- und Explosionsschutz“ ist als Download erhältlich oder auf Anfrage beim VDMA auch als Printversion.
Oktober 2019 | DIN EN 13381-7 (09-2019): Prüfverfahren zur Bestimmung des Beitrages zum Feuerwiderstand von tragenden Bauteilen – Teil 7: Brandschutzmaßnahmen für Holzbauten
Oktober 2019 | Risiken von Staubbränden und Staubexplosionen
Die Richtlinie VDI 2263 Blatt 1 beschreibt die Prüfung von Staub hinsichtlich seiner Brandfähigkeit und Explosionseigenschaften. Die Richtlinie wurde mit Stand Juli 2019 überarbeitet, die Einspruchsfrist endet am 31. Oktober 2019.
Die Richtlinienreihe VDI 2263 dient zur Beurteilung von Gefahren und für Maßnahmen zur Verhütung von Staubbränden und Staubexplosionen und deren gefährlicher Auswirkungen. Das neue Blatt 1 befasst sich mit den Grundlagen und den sicherheitstechnischen Kenngrößen von Schüttgütern und wendet sich an Führungskräfte und Fachleute aus Industrie und Gewerbe, die sich einen Überblick über Prüfmethoden und technische Regeln verschaffen wollen.
Das VDI 2263 Blatt 1 dient der Einschätzung des Risikos von Staubbränden und Staubexplosionen und beschreibt vorbeugende Maßnahmen. Dazu ist die Prüfung des Staubs hinsichtlich seiner Brandfähigkeit und Explosionseigenschaften die bevorzugte Vorgehensweise. Das Vorgehen bei einer solchen Prüfung ist in dieser Richtlinie ebenso festgelegt wie die Untersuchung der Proben und die Beschreibung der Eigenschaften in Form von sicherheitstechnischen Kenngrößen. Die Prüfungen im Rahmen der VDI 2263 Blatt 1 werden meist unter Atmosphärendruck und bei Raumtemperatur durchgeführt, Abweichungen sind jedoch möglich und werden in der Richtlinie ebenfalls behandelt.
Herausgeber der Richtlinie VDI 2263 Blatt 1 „Staubbrände und Staubexplosionen – Sicherheitstechnische Kenngrößen von Schüttgütern“ ist die VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (GEU). Die Möglichkeit zur Mitgestaltung der Richtlinie durch Stellungnahmen besteht durch Nutzung des elektronischen Einspruchsportals oder durch schriftliche Mitteilung an die herausgebende Gesellschaft ( [email protected] ). Die Einspruchsfrist endet am 31.10.2019. Onlinebestellungen sind unter www.beuth.de oder www.vdi.de/2263 möglich.
September 2019 I Funktionserhalt für sicherheitsrelevante elektrische Anlagen
Im Brandfall müssen Flucht- und Rettungswege nutzbar und wichtige technische Einrichtungen wie Notbeleuchtungen, Brandmeldesysteme, Rauchabzugsanlagen usw. funktionstüchtig bleiben. Darüber hinaus sollen gewisse technische Anlagen die Feuerwehren bei der Brandbekämpfung über einen ausreichend langen Zeitraum unterstützen. Um die Stromversorgung und somit den Funktionserhalt für diese technischen Einrichtungen und Anlagen im Brandfall sicher zu stellen, müssen die entsprechenden Installationen mit speziellen Leitungen und Verlegesystemen ausgeführt werden. Technische Einrichtungen mit Funktionserhalt werden für folgende Gebäude und Anlagen gefordert: Krankenhäuser, Hotels, Gaststätten, Hochhäuser, Versammlungsstätten, Geschäftshäuser, geschlossene Großgaragen, U-Bahn-Anlagen, chemische Industrie, Kraftwerke und Tunnel. Diese Bauten werden regelmäßig von vielen Menschen frequentiert, woraus sich ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für Menschenansammlungen ergibt. Aber auch der Sach- und Umweltschutz muss bei gewissen Anlagen beachtet werden.
Die Forderung nach einer Elektroinstallation mit Funktionserhalt ist Bestandteil der Baugesetze. Dabei bezieht sich der Funktionserhalt ausschließlich auf die Bereiche, die der Stromversorgung sicherheitsrelevanter elektrischer Anlagen wie Notbeleuchtung, Alarmsysteme, Brandmeldeanlagen, automatische Löschanlagen, Rauchabzugseinrichtungen etc. dienen. Hier verlangen die Vorschriften, dass die Energieversorgung auch im Falle eines Brandes für einen bestimmten Zeitraum sichergestellt sein muss.
30 Minuten: Funktionserhalt für die Rettung und eine sichere Evakuierung
Die ersten 30 Minuten nach Ausbruch eines Feuers spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, das betroffene Gebäude zu räumen. Der Funktionserhalt muss in dieser Zeitspanne für folgende Einrichtungen sichergestellt sein:
90 Minuten: Funktionserhalt zur wirksamen Brandbekämpfung und aufwenigen Evakuierung
Zur Unterstützung der Brandbekämpfung ist angestrebt, dass bestimmte technische Einrichtungen 90 Minuten nach Ausbruch eines Feuers in einem Gebäude noch ausreichend mit Strom versorgt werden. Zu diesen Einrichtungen zählen:
September 2019 I Zentrale Begriffe zur Gefährdungsbeurteilung bei Arbeitsstätten
September 2019 I Produktnorm für Innentüren DIN EN 14351-2
Die Entwicklungsphase dieser Produktnorm war lang, aber nun ist die DIN EN 14351-2 auf der Zielgeraden. Die Norm beschreibt 20 technische Eigenschaften von Innentüren – von der „normalen“ Zimmertür bis zur Objekttür mit Anforderungen an Schall- und Brandschutz. Im November 2019 soll die Harmonisierung erfolgen, die eine CE-Kennzeichnung von Innentüren ermöglicht.
Während Fenster meistens mit Blend- und Flügelrahmen, Dichtungen und Glas aus einer Hand kommen, wird bei Innentüren oft die Zarge zuerst von einem Unternehmen montiert, später wird dann das Türblatt „eingehängt“, und am Schluss kommt eine dritte Firma und installiert Schließzylinder der Schließanlage. Die Produktnorm gilt aber nur für betriebsfertige Produkte mit den zugehörigen Baubeschlägen, Türschließern, Oberlichtern und Seitenteilen sowie dem Türblatt und der Zarge als wesentliche Komponenten. Türblätter oder Zargen alleine können daher nicht CE-gekennzeichnet werden. Damit stellt sich die Frage, ob und wer dann eine CE-Kennzeichnung machen darf bzw. muss. Hersteller ist derjenige, der alle Komponenten einer Tür herstellt oder anbietet und „in den Verkehr“ bringt.
Entscheidend ist dabei nicht, dass Türblatt und Zarge gemeinsam geliefert werden, sondern dass die Komponenten eindeutig als zusammen gehörige Einheit gekennzeichnet wurden und eine Verwechslung durch u.a. Monteur ausschließen. Dabei kann der Hersteller durch eine genaue Definition einzelner Komponenten einen Austausch oder Einsatz von Komponenten zulassen. In diesem Fall müssen natürlich die Anforderung an die Produktqualität sowie die Art und Weise der Verwendung, Montage, Einstellung etc. vom Hersteller einer CE-gekennzeichneten Tür eindeutig festgelegt sein. Dies ist gerade für die Verwendung von Beschlägen wichtig. Denn ein Hersteller kann mit Bezug auf die deutschen Beschlagnormen, Maße und Toleranzen eine Austauschbarkeit sicherstellen, ohne dass die Eigenschaften des CE-gekennzeichneten Produktes verändert werden.
Für Innentüren mit Anforderungen an den Feuerwiderstand und die Rauchdichtheit gilt zu den Anforderungen der EN 14351-2 auch die EN 16034. Ob dies die Koexistenzphase der EN 16034 ändert, ist schwierig einzuschätzen, da diese Entscheidung in der Hand der EU Kommission liegt. Beantragt ist eine gemeinschaftliche Koexistenzphase von EN 16034 mit EN 14351-2 von drei Jahren. Dies war ein Vorschlag der französischen Kollegen, der im Normenausschuss breite Zustimmung gefunden hat. Das ift Rosenheim rechnet damit, dass diesem Vorschlag gefolgt wird.
Auszug aus dem Fachbeitrag „Produktnorm für Innentüren DIN EN 14351-2“ vom ift Rosenheim, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 4.2019
September 2019 | Abschließende Wirkung harmonisierter Normen vom EuGH bestätigt
Mit einem aktuellen Urteil des Gerichts der Europäischen Union (EuGH, Urteil vom 10.04.2019 – Rs. T-229/17) wird klargestellt, dass nationale produktbezogene Anforderungen an harmonisierte Bauprodukte unzulässig sind. Das gilt auch, wenn sie sich auf wesentliche Merkmale beziehen, die in der harmonisierten Norm nicht enthalten sind.
Die Entscheidung bestätigt, dass die in den harmonisierten Normen enthaltenen Prüfverfahren abschließend sind – auch unter dem Regelungsregime der EU-BauPVO. Der EuGH hatte die abschließende Wirkung harmonisierter Normen bereits 2014 in Bezug auf die inzwischen durch die EU-BauPVO abgelöste Bauproduktenrichtlinie festgestellt.
Insbesondere die Bundesregierung sowie das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) und nachfolgend auch die Länder hatten jedoch Zweifel angemeldet, ob dieses Urteil auf die EU-BauPVO übertragbar sei. Hintergrund war die Ansicht, dass die harmonisierten Normen nicht abschließend sind, sodass nationale Nachregulierungen zulässig sein müssten. Das aktuelle EuGH-Urteil stellt nun aber klar, dass solche nationalen Anforderungen (wie sie z.B. in Anhang 8 der Verwaltungsvorschriften Technische Baubestimmungen (VV-TB) der Länder in Bezug auf Emissionen aus Holzwerkstoffen enthalten sind) unzulässig sind.
August 2019 | Checkliste barrierefreie Rettungswege
Diese Checkliste ist für eine schnelle Betrachtung eines barrierefreien Rettungsweges von innen nach außen konzipiert - hier downloaden [ PDF 201 kB ]
August 2019 | Erstellung von Flucht- und Rettungsplänen nach DIN ISO 23601
Flucht- und Rettungspläne sind Bestandteil der betrieblichen Gefahrenabwehr und dienen in Form einer grafischen Grundrissdarstellung allen im Gebäude anwesenden Personen als Orientierungshilfe über vorhandene Flucht- und Rettungswege (z.B. im Brandfall). Bei der Erstellung sind wichtige Vorgaben einzuhalten, die vor allem in DIN ISO 23601 festgelegt sind.
Mithilfe der Flucht- und Rettungspläne können sich die Menschen im Gebäude frühzeitig selbstständig über die vorhandenen Flucht- und Rettungswege informieren. Außerdem sind die betroffenen Personen im Gefahrenfall – z.B. bei einem Brand – in der Lage, anhand der Pläne Alternativen zu eventuell versperrten Fluchtwegen zu finden. Die DIN ISO 23601 „Sicherheitskennzeichnung – Flucht- und Rettungspläne“ wurde im Dezember 2010 als internationales Regelwerk in Deutschland als Ersatz für die ehemalige DIN 4844-3 bekannt gemacht. Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“ vom Februar 2013 enthält die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichen nach DIN EN ISO 7010:2012-10 „Graphische Symbole –Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen –Registrierte Sicherheitszeichen“, die ebenfalls in der DIN ISO 23601:2010-12 bekannt gemacht wurden. Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) konkretisieren die Vorgaben der ArbStättV und sind Bestandteil des staatlichen Arbeitsschutzrechts.
Somit gilt die ASR 1.3 seit ihrer Einführung am 13. März 2013 für alle Arbeitsstätten in Deutschland. Bei der Umsetzung der Vorgaben der ASR A1.3 hinsichtlich der Flucht- und Rettungswegpläne kann der Arbeitgeber davon ausgehen, dass er in diesem Regelungsbereich die ArbStättV einhält.
Die Flucht- und Rettungspläne müssen übersichtlich sein, farblich angelegt werden und (bezogen auf den jeweiligen Standort) lagerichtig dargestellt sein. Rettungs- und Brandschutzzeichen müssen unmissverständlich und ortsbezogen eingezeichnet werden. Die Darstellung des Grundrisses und der Einrichtungen und Abgrenzungen erfolgt möglichst vereinfacht in Schwarz.
Bei größeren Gebäuden kann der Grundriss in mehrere Abschnitte aufgeteilt werden (in Detailpläne, z.B. Brandabschnitte oder Gebäudeteile). In diesem Fall ist zusätzlich in jedem Flucht- und Rettungsplan ein Übersichtsplan in Form einer Übersichtsskizze zu integrieren, woraus die Lage des aktuellen Abschnitts im Gesamtkomplex hervorgeht.
Der Übersichtsplan muss folgende Einzelheiten enthalten:
die Sammelstelle(n),
den Gesamtplan der baulichen Anlage/ des Grundstücks mit dem besonders markierten Detailplan für den betroffenen Bereich und
eine vereinfachte Darstellung der Umgebung (z.B. Straßen, Parkplätze, andere bauliche Anlagen).
Die Größe des Übersichtsplans darf nicht mehr als 10 % der Fläche des Flucht- und Rettungsplans betragen. Der Verlauf der Flucht- und Rettungswege ist folgendermaßen in den Plänen darzustellen:
Standort: Zur schnellen und sicheren Orientierung des Betrachters ist in jedem Flucht- und Rettungsplan der Standort des Betrachters einzutragen. Dieser wird in der Sicherheitsfarbe Blau gemäß DIN ISO 3864-1 „Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Teil 1: Gestaltungsgrundlagen für Sicherheitszeichen und Sicherheitsmarkierungen“ dargestellt. Das Standortzeichen muss einen Durchmesser von 7 mm haben.
Fluchtwege müssen in einem hellen Grün hervorgehoben werden und mit Richtungspfeilen des Typs D gemäß DIN ISO 3864-3 „Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Teil 3: Gestaltungsgrundlagen für graphische Symbole und Anwendung in Sicherheitszeichen“ in der Sicherheitsfarbe Grün nach DIN ISO 3864-1 vom Standort aus versehen werden.
Die Sicherheitszeichen (Rettungs- und Brandschutzzeichen) müssen in den Sicherheitsfarben nach DIN ISO 3864-1 dargestellt werden.
Des Weiteren müssen bestimmte Vorgaben für Formate und Maßstab, Schrifthöhe und Größe der Sicherheitszeichen, Linienbreiten, Hintergrund etc. beachtet werden und die sicherheitstechnischen Einrichtungen in den Plänen berücksichtigt werden.
Auszug aus dem Fachbeitrag „Erstellung von Flucht- und Rettungsplänen nach DIN ISO 23601“ von Markus Kraft, erschienen im FeuerTrutz Brandschutz-Magazin für Fachplaner, Ausgabe 4.2019
August 2019 | Instandhaltung bei Feuerschutzabschlüssen, Rauchschutzabschlüssen und Feststellanlagen
Feuerschutzabschlüsse müssen nach den "Allgemeinen Sicherheitsvorschriften der Feuerversicherer für Fabriken und gewerbliche Anlagen (ASF)" jederzeit funktionsbereit sein. Dafür ist der Betreiber verantwortlich. Demgemäß sollen diese Abschlüsse einschließlich ihrer Schließmittel in regelmäßigen Zeitabständen (mind. einmal jährlich) gewartet und geprüft werden. In vielen Einbau- und Wartungsanleitungen der Hersteller sind Wartungsfristen aufgeführt. Auch hier sind Wartungszyklen von einem Jahr üblich. Die in diesen Wartungsanleitungen der Hersteller häufig angegebene Anzahl von 50.000 Zyklen ist wiederum in der Praxis nur schwer zu erfassen.
Die bei der Wartung oder Prüfung festgestellten Mängel an Feuerschutz- und Rauchschutzabschlüssen sind umgehend vom Fachunternehmen zu beseitigen. Die Wartungen werden von Herstellern oder Dienstleistern mit dafür ausgebildeten Personen durchgeführt (befähigte Personen für Brandschutztüren und -tore sowie Fachkräfte für Feststellanlagen). Wartungsarbeiten sind von Sachkundigen durchzuführen. Empfehlenswert ist ein Sachkundenachweis, etwa durch eine Ausbildung und/oder eine Einweisung beim jeweiligen Hersteller. Autorisierungsnachweise, wie sie bei Feststellanlagen gefordert werden, sind bei Feuerschutz- und Rauchschutzabschlüssen derzeit jedoch nicht vorgeschrieben.
Die Anforderungen an Rauchschutztüren und ihre Prüfungen sind in DIN 18095 geregelt. Der Einbau muss fachgerecht erfolgen. Damit Rauchschutztüren dauerhaft dicht bleiben und im Brandfall ihre Funktion sicher erfüllen können, müssen sie regelmäßig gewartet werden (mind. einmal jährlich).
Feststellanlagen müssen ständig betriebsbereit gehalten werden. Sie sind auf Veranlassung vom Betreiber monatlich auf ihre einwandfreie Funktion und jährlich auf das ordnungsgemäße und störungsfreie Zusammenwirken aller Geräte zu prüfen und zu warten. Die Hersteller von Feststellanlagen sind verpflichtet, den Anlagenbetreiber auf die Notwendigkeit dieser Prüfungen hinzuweisen. Die jährliche Überprüfung und Wartung darf nur von einer Fachkraft oder von einer hierfür ausgebildeten Person durchgeführt werden (Fachkraft für Feststellanlagen nach DIN 14677:2011-03).
Die Norm DIN 14677:2011-03 zur Instandhaltung von elektrisch gesteuerten Feststellanlagen für Feuerschutz- und Rauchschutzabschlüsse wurde vom Arbeitsausschuss NA 031-02-01 AA „Brandmelde- und Feueralarmanlagen“ des Normenausschusses Feuerwehrwesen (FNFW) erarbeitet. Der Zweck einer elektrisch gesteuerten Feststellanlage besteht darin, selbstschließende Feuerschutz- und Rauchschutztüren zuverlässig in geöffnetem Zustand festzustellen und im Brandfall zum frühestmöglichen Zeitpunkt auszulösen.
Mit dieser Norm soll die Instandhaltung von Feststellanlagen vereinheitlicht werden. Die Durchführung der Instandhaltungsmaßnahmen nach den Festlegungen dieser Norm stellt sicher, dass Feststellanlagen mit dokumentierter Abnahmeprüfung ihre Betriebsbereitschaft über die gesamte Nutzungsdauer bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und Betrieb aufrechterhalten. Bei Feststellanlagen sind dokumentierte Abnahmeprüfungen bauaufsichtlich vorgeschrieben und in der dazugehörigen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung festgelegt. Der Prüfzyklus für Feststellanlangen soll in einem vierteljährlichen Intervall durchgeführt werden. Die Feststellanlage ist dabei einer vollständigen Prüfung zu unterziehen.
August 2019 | Informationen zur DIN EN 13565-1 (07-2019):
Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Schaumlöschanlagen – Teil 1: Anforderungen und Prüfverfahren für Bauteile
Die Anforderungen dieses Dokuments (DIN EN 13565-1) beziehen sich auf die Werkstoffe, die Konstruktion und die Leistungsmerkmale von Bauteilen, die in ortsfesten Schaumlöschanlagen bei Verwendung von Schaummitteln nach EN 1568-1 bis EN 1568-4 eingesetzt werden. Die behandelten Bauteile sind: Zumischeinrichtungen, Schaumdüsen, Semi-Subsurface-Schlaucheinheiten, Schaumrohre, Schwer- und Mittelschaumerzeuger, Leichtschaumerzeuger, Schaumtöpfe, Behälter und Druckbehälter. Die Prüfverfahren sind in Anhang A bis Anhang K aufgeführt. Es werden auch Anforderungen für die Bestimmung der charakteristischen Angaben beschrieben, die für die korrekte Anwendung der Bauteile erforderlich sind. Wenn nicht anders angegeben, sind die Drücke Überdrücke in bar. Die Anforderungen dieses Dokuments behandeln nicht die Verwendung kombinierter Bauteile, die zur Bildung von Teilen einer Löschanlage oder einer gesamten Löschanlage benötigt werden, es sei denn, es ist ausdrücklich angegeben. Bauteile, die dem vorliegenden Dokument entsprechen, sind nicht zwangsläufig miteinander kompatibel. Die Anforderungen an Pumpen, Motoren und die Funktion der mechanischen Bauteile (das heißt ferngesteuerte Drehgestelle) sind nicht in diesem Dokument festgelegt. Das zuständige deutsche Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 031-03-02 AA "Schaum- und Pulverlöschanlagen - SpA zu CEN/TC 191/WG 2 und WG 4" im DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW).
August 2019 | EuGH-Urteil kippt die Verbindlichkeit der HOAI
Mit dem Urteil vom 4. Juli 2019 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass die Mindest- und Höchstsätze der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) nicht mehr verbindlich vorgeschrieben werden dürfen und gegen Europarecht verstoßen. Die Honorare seien zukünftig frei zu vereinbaren.
Der Gerichtshof begründet seine Entscheidung mit der 2006 verabschiedeten EU-Dienstleistungsrichtlinie. Nach dieser Richtlinie soll in einem freien europäischen Binnenmarkt der Wettbewerb grundsätzlich auch über den Preis möglich sein. Etwas anderes gilt nur, wenn das verbindliche Preisrecht zwingend erforderlich ist, um höherrangige Güter wie Leben oder Gesundheit zu schützen. Die Bundesregierung hat dargelegt, dass eine verbindliche Honorarordnung für Architekten- und Ingenieurleistungen genau diese Anforderungen erfüllt und somit ein wichtiger Bestandteil einer ganzen Reihe qualitätssichernder Regelungen ist, wie der Schutz der Berufsbezeichnung, die Fortbildungspflicht oder die berufsethischen Standards zum Schutz der Baukultur. Denn die HOAI verhindert einen ruinösen Preiswettbewerb, um Auftraggebern die bestmöglichen Leistungen zu sichern. Der Gerichtshof ist dieser Argumentation grundsätzlich gefolgt, hält es jedoch für nicht kohärent, dass Planungsleistungen in Deutschland auch von Personen erbracht werden dürfen, die keine entsprechende fachliche Eignung nachgewiesen haben.
Die Leistungsphasen und Honorarsätze der HOAI sind seit Jahrzehnten als Grundlage für das Planen und Bauen in Deutschland etabliert. Sie bieten einen verlässlichen Rahmen für Bauherren, Planer und Bauausführende. Die HOAI gewährleistet zudem eine große Rechtssicherheit für alle am Bau Beteiligten, da sich Rechtsprechung und Praxis tiefgreifend mit den einzelnen Leistungsbildern auseinandergesetzt haben.
„Sowohl für unseren Berufsstand als auch für die Auftraggeber bedeutet diese Entscheidung einen bedeutsamen Einschnitt, da die wissenschaftlich ermittelten Honorarsätze zukünftig nicht mehr verpflichtend gelten, und wir neben Leistung und Qualität verstärkt auch über den Preis verhandeln müssen,“ sagt die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer (BAK), Barbara Ettinger-Brinckmann. Die BAK strebt nun an, „die Leistungsbilder und Honorarsätze der HOAI mit Zustimmung der Bundesländer zumindest als abgeprüften Referenzrahmen zu erhalten.“ Denn es sei ihnen wichtig, „auch weiterhin auf Basis angemessener Honorare arbeiten zu können, um Auftraggebern den ganzheitlichen Leistungsumfang zukommen lassen zu können, der zur optimalen Lösung baulicher Aufgaben notwendig ist“.
Das Urteil finden Sie auf der Webseite der Bundesarchitektenkammer.
Für die Auswahl von Türen ist die Sicherheit von Fluchtwegen eine grundlegende Voraussetzung. Dabei sind die Gegebenheiten vor Ort und die Gebäudenutzung für die Funktionalität der Türen zu berücksichtigen. Wenn Türen in Fluchtwege eingebaut werden, müssen diese nach außen aufschlagen bzw. in Fluchtrichtung, sie müssen sich jederzeit leicht und über die gesamte Breite öffnen lassen und dürfen keine Schwelle haben (Höhenunterschiede von mehr als 4 mm gelten laut ASR A1.5 „Fußböden“ als Stolperstellen). Es ist sicherzustellen, dass Menschen, die sich in Panik befinden, fliehen können. Je mehr Aspekte dazu kommen desto komplexer wird die Planung einer Fluchttür: z.B. ästhetische Ansprüche, Anforderungen an den Rauch- und Brandschutz und den Einbruchschutz. Die Schwierigkeit dabei ist, sowohl Anforderungen an den Rauch- und Brandschutz als auch an den Einbruchschutz zu berücksichtigen, wenn diese sich zunächst widersprechen, z.B. wenn Anforderungen wie „sofort öffenbar“ und „kein Durchkommen“ sich gegenüber stehen.
- ASR A 2.3 Fluchtwege und Notausgänge
- ASR A 1.8 Verkehrswege
- ASR A 1.7 Türen und Tore

References: § 5
 § 3
 § 10
 § 27
 EuGH 
 EuGH