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Veröffentlicht von:Nikolas Burgstaller
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Dr. jur. Hannes Kopf Mag. rer. publ. Die Praxis der Gesetzgebung am Beispiel der BauGB- Novellen 2011, 2013 und 2014 Dr. jur. Hannes Kopf Mag. rer. publ. 2
Übersicht 0. Vorbemerkungen I.Gesetzgebungskompetenzen II.Gesetzgebungsverfahren 3
Übersicht A. Gesetz zur Förderung des Klimaschutzes I.Einleitung / Regelungsanlass II.Repowering von WKA III.Klimaschutz als Ziel der Bauleitplanung IV.Klimaschutzklausel V.FNP-Inhalte § 5 II BauGB VI.Exkurs Klimaschutz- / Energiekonzepte VII.Teil-FNP 4
Übersicht A. Gesetz zur Förderung des Klimaschutzes IX.Bebauungsplan-Inhalte X.Exkurs EEWärmeG XI.Abweichung vom Maß der Nutzungen XII. Städtebauliche Verträge § 11 BauGB XIII. Privilegierungen XIV. Besonderes Städtebaurecht §§ 171a ff XV. Änderung der Planzeichenverordnung 5
Übersicht B. Gesetz zur Stärkung der Innenentwicklung I.Stand der parlamentarischen Beratung II.Innenentwicklung als Ziel der Bauleitplanung III.Öffentlichkeitsbeteiligung / Mediation IV.Zentrale Versorgungsbereiche im FNP V.Beschränkung von Vergnügungsstätten VI.Neuregelung des Erschließungsvertrags 6
Übersicht B. Gesetz zur Stärkung der Innenentwicklung VIII. Gesetzliches Vorkaufsrecht IX.Unbeplanter Innenbereich (Nachverdichtung) X.Tierhaltungsanlagen im Außenbereich XI.Wohnnutzung im Außenbereich XII.Besonderes Städtebaurecht (Sanierung) XIII.Schrottimmobilien - Rückbaugebot XIV.Privilegierung von Kinderbetreuung XV.Solaranlagen als Nebenanlagen XVI.Maß der baulichen Nutzung 7
Übersicht C. BauGB-Novellen 2014 I. Länderöffnungsklausel Windkraft II. Flüchtlingsunterbringungs-Maßnahmengesetz 8
O. Vorbemerkung n I. Gesetzgebungskompetenzen u 1. Bauplanungsrecht => Bund u 2. Bauordnungsrecht => Länder! 9
O. Vorbemerkung / Gesetzgebungsverfahren 10
I. Einleitung / Regelungsanlass n Inkrafttreten zum 30. Juli 2011 n Änderungen des BauGB n ZIEL: Förderung des Klimaschutzes „Energiewende“ n Novellierung des BauGB vorgezogen u Extrem kurze Beratung (1 Monat!) u Ursprünglich für 2012/2013 geplant n Anlass: Fukushima n Umsetzungshinweis: MustererlassMustererlass 11
II. Repowering von WKA / Grundlagen 12
n Außenbereich grds. freizuhalten! n Nicht-privilegierte EE n Freiflächensolaranlagen Freiflächensolaranlagen n Geothermie n Privilegierte EE § 35 BauGB — Bauen im Außenbereich (Auszug) (1) Im Außenbereich ist ein Vorhaben nur zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen, die ausreichende Erschließung gesichert ist und wenn es 5. der Erforschung, Entwicklung oder Nutzung der Wind- oder Wasserenergie dient,Wind- 13
II. Repowering von WKA / Grundlagen n Steuerung gem. § 35 III 3 BauGB n Positive Ausweisung an einer Stelle hat neg. Ausschlusswirkung an anderer Stelle 3 Öffentliche Belange stehen einem Vorhaben nach Absatz 1 Nr. 2 bis 6 in der Regel auch dann entgegen, soweit hierfür durch Darstellungen im Flächennutzungsplan oder als Ziele der Raumordnung eine Ausweisung an anderer Stelle erfolgt ist. 14
II. Repowering von WKA / Novelle n Repowering n Neuordnung - „Aufräumen der Landschaft“ n Alte durch neue/leistungsstarke WKA ersetzen n Änderung von Bauleitplänen erforderlich n Flächenbedarf n Maß der baulichen Nutzung (Höhenbegrenzungen!) n Ziel: Rechtssicherheit n Zusätzliche Flächenausweisung tangiert Steuerung durch bisherigen FNP nicht (gesetzliche Vermutung) n Stilllegung & Rückbau => Festsetzung mgl. n Baurecht auf Zeit 15
II. Repowering von WKA / Novelle n Zurückstellung von Baugesuchen § 15 III n Ausdehnung des Geltungsbereichs auf FNP n Ein weiteres Jahr nach der Novelle 2013! n Windenergieerlass NRW vom n Hinweise zum Bauplanungsrecht in Ziffer 4. n Repowering in Ziffer 4.9 erläutert 16
III. Klimaschutz als Ziel der Bauleitplanung n Statt „allgemeiner Klimaschutz“ nun „KLIMASCHUTZ“ n Programmatische Aufwertung! n Zusammenhang mit klimagerechte Stadtentwicklung n Insgesamt Ziel & Grundsatz der Bauleitplanung 17
IV. Klimaschutzklausel n KLIMASCHUTZ n Gegenmaßnahmen zum Klimawandel n => Absicherung von erneuerbaren Energien n => übergreifende Maßnahmen „Stadt der kurzen Wege“ n - Reduzierung des CO²-Ausstoß n Anpassungsmaßnahmen n => z.B. Kaltluftschneisen (Festsetzung gem. § 9 I Nr. 10 BauGB) 18
IV. Klimaschutzklausel n KLIMASCHUTZ n Verstärkte Berücksichtigung iRd § 1 VII n ABER: Kein Abwägungsvorrang n Energiekonzepte als Belang in der Abwägung! n vgl. OVG KO (U. v ) zum MZ 05 Stadion n => Planungsvarianten! 19
V. FNP-Inhalte § 5 II BauGB n Ziel: Klimaschutz- oder Energiekonzepte iSd § 1 VI Nr. 11 in FNP verankern n Bedeutung von Konzepten unterstrichen n Koordinierung und Steuerung mittels FNP n Mitigation (Nr. 2b): Anlagen, Einrichtungen, die Klimawandel entgegenwirken im FNP darstellbar n Strom, Wärme oder Kälte aus erneuerbarer Energie oder KWK n Adaption (Nr. 2c): Anpassungsmaßnahmen n z.B. Kaltluftschneisen 20
VI. Exkurs Klimaschutz- / Energiekonzepte n Grundlage: § 1 VI Nr. 11 BauGB n Ziele: n Rahmenplan für energetische Versorgung n Gemeindliche Steuerung n Informelle Planung n Öffentlichkeits-/Behördenbeteiligung nicht vorgeschrieben aber sinnvoll n Gestuftes Vorgehen: n Bestandsanalyse n Potentialanalyse n Konzeptentwicklung => Umsetzung 21
VI. Exkurs Klimaschutz- / Energiekonzepte n Bespiele: n Energieeffizienzkonzept der Stadt Aachen Energieeffizienzkonzept der Stadt Aachen n Energiekonzept der Stadt Bielefeld Energiekonzept der Stadt Bielefeld n Planungsrechtlicher Vgl. Einzelhandelskonz. n Konzepte als abwägungserheblicher Belang! n Kommunales Energieportal des Landes NRW n Rahmen: Aktionsprogramm 2000plus n Handlungsfelder nach European Energy Award 22
VII. Teil-FNP n Klarstellungen zur bisherigen Rechtslage n Teil-FNP nicht nur mit Inhalten iSd § 35 III 3 n Räumliche Teil-FNP mgl. n Gesamtkonzept erforderlich (kein „Feigenblatt“)! n => ABER: Ausschlusswirkung nur für den jeweiligen Teilbereich! n => früherer FNP wird insoweit ersetzt n => Abstimmungsbedarf zw. den Planungen n Wertung => Teil-FNP zwar schneller, aber FNP- Fortschreibung idR sinnvoller! 23
VIII. Bebauungsplan-Inhalte n Klarstellungen zur bisherigen Rechtslage n Nr. 23b: Versorgungsflächen => auch Strom, Wärme oder Kälte aus EE n Nicht nur Gebäude => „sonstige bauliche Anlagen“ n Auch technische Maßnahmen n => Umsetzung des EEWärmeG n Praxis: Zurückhaltung => Flexibilität! n Darstellung durch Änderung der PlanzeichenVO gesichert 24
VIII. Bebauungsplan-Inhalte n § 9 VI: Widerspiegeln des Anschluss- und Benutzungszwangs n => Rechtsgrundlage gemeindliche Regelungen oder § 16 EEWärmeGgemeindliche Regelungen n § 9 Anschluss- und Benutzungszwang GemO NRW n Die Gemeinden können bei öffentlichem Bedürfnis durch Satzung für die Grundstücke ihres Gebiets den Anschluss an Wasserleitung, Kanalisation und ähnliche der Volksgesundheit dienende Einrichtungen sowie an Einrichtungen zur Versorgung mit Fernwärme (Anschlusszwang) und die Benutzung dieser Einrichtungen und der Schlachthöfe (Benutzungszwang) vorschreiben. Die Satzung kann Ausnahmen vom Anschluss- und Benutzungszwang zulassen. Sie kann den Zwang auch auf bestimmte Teile des Gemeindegebiets und auf bestimmte Gruppen von Grundstücken oder Personen beschränken. Im Falle des Anschluss- und Benutzungszwangs für Fernwärme soll die Satzung zum Ausgleich von sozialen Härten angemessene Übergangsregelungen enthalten. 25
VIII. Bebauungsplan-Inhalte n Übersicht: Grundlagen für klimarelevante Festsetzungen n § 9 I Nr. 10 Freiflächen n § 9 I Nr. 12 EE-Anlagen (Angebotsplanung) n § 9 I Nr. 15 Grünflächen n § 9 I Nr. 23 b Gebäudeschnittstelle EE n => bauliche und technische Maßnahmen n => Nutzungspflicht ggf. mittels eines städtebaulichen Vertrages bzw. gemeindliche Satzung 26
IX. Exkurs EEWärmeG n Mindest-Nutzungsanteile aus EE n Neubau und Sanierungsgebiete n Bestandsgebäude in RLP NICHT erfasst Alt. Energieversorgungslösungen (zentral ggf. mit Anschluss- und Benutzungszwang) n Fernwärme muss § 7 Nr. 3 entsprechen n a. Wesentlicher EE-Anteil n b. Mind. 50% Abwärme n c. Mind. 50% KWK n d. Altern.: mind. 50 % Kombi von a. bis c. 27
X. Abweichung vom Maß der Nutzung n Bestehende Gebäude n Maßnahmen n => Energieeinsparung (Dämmung) n => Nutzung der Solarenergie (Strom & Wärme) n Abweichung => Bebauungsplan, Innen- bereichssatzung oder Einfügen gem. § 34 I n Maß n Bauweise n Überbaubare Grundstücksfläche 28
X. Abweichung vom Maß der Nutzung n Geringfügigkeit: n KEINE gesetzliche Definition n Gesetzesmaterialien: Dämmung 25 cm / 2,5 m Grenzabstand (=> Entwurf der MusterbauO) n Vgl. Muster-Einführungserlass BauGBÄndG 2011Muster-Einführungserlass n KEIN Überbau => auch nicht Straßenraum! n Wirkung: quasi-gesetzliche Befreiung 29
X. Abweichung vom Maß der Nutzung n § 6 BauO NRW n (14) Bei bestehenden Gebäuden ist die nachträgliche Bekleidung oder Verblendung von Außenwänden sowie die nachträgliche Anhebung der Dachhaut zulässig, wenn die Baumaßnahme der Verbesserung des Wärmeschutzes dient und wenn die Stärke der Bekleidung oder Verblendung bzw. die Anhebung der Dachhaut nicht mehr als 0,25 m und der verbleibende Abstand zur Nachbargrenze mindestens 2,50 m beträgt. Darüber hinaus können unter Würdigung nachbarlicher Belange und der Belange des Brandschutzes geringere Tiefen der Abstandflächen gestattet werden, wenn die Baumaßnahme der Verbesserung des Wärmeschutzes dient. Die Sätze 1 und 2 gelten auch für Außenwände, deren Abstandfläche Absatz 5 nicht entspricht. 30
X. Abweichnung vom Maß der Nutzung n Rechtseinheit BauR  EnergiefachR n § 9 I 1 EnVO n § 3 II bis IV EEWärmeG n Aber auch „freiwillige“ Maßnahmen möglich! n „Grenzen“: n Baukulturelle Belange n Nachbarliche Interessen!? n - Parallele zu § 31 II BauGB n - In der Regel über das Kriterium der Geringfügigkeit sichergestellt?! 31
XI. Städtebauliche Verträge § 11 BauGB n Regelungsmöglichkeiten n Durchführung städtebaulicher Maßnahmen n Neuordnung n Sanierung n Städtebauliche Planungen n Vertraglicher Anschluss- und Benutzungszwang n Förderung & Sicherung von Planungszielen n Kostenübernahme / Bereitstellung von Grundstücken n Angemessenheit => Lastengerechtigkeit n Koppelungsverbot gem. § 56 I 1 VwVfG 32
XI. Städtebauliche Verträge § 11 BauGB n Grundlage EAG Bau n Bisher: Anlagen/Einrichtungen Solar & KWK n Nr. 4: Bebauungsplan Ausweitung n Sämtliche Anlagen/Einrichtungen EE n Fern-/Nahwärme n Nr. 5: Energetische Gebäudequalität n Städtebaulicher Zusammenhang n Sanierungs-/Entwicklungsplan n Ggf. Energiekonzepte 33
XII. Privilegierungen n Biogasanlagen: Anpassung der Bezugsgröße (4. BImSchV) n von 0,5 MW elektr. auf 2,0 MW Feuerungswärmeleistung n Zusatzbeschränkung: 2,3 Mio Norm-m³ Biogas pa n Dadurch: Geringfügige Erhöhung der Feuerungswärmeleistung n => Technischer Fortschritt (Leistung) n Erneute Änderung BauGB-Novelle 2013! n nicht mehr privilegiert: „Atomkraftwerke“ 34
XII. Privilegierungen n Solaranlagen (Strom & Wärme) § 35 I Nr. 8 n an/auf zulässigerweise genutzten Gebäuden n => zumindest Bestandsschutz! n Baulich & räumlich-gegenständliche Unterordnung n KEINE funktionale Unterordnung! n Vollständige Einspeisung möglich n Quasi selbstständiger Gewerbebetrieb n Klarstellungserfordernis! n Vgl. OVG Münster, B. vom n Vgl. Rspr. Zum Thema Nutzungsänderung 35
XIII. Besonderes Städtebaurecht §§ 171a ff. n Stadtumbau: klimagerechte Stadtentwicklung n Grund: Funktionsverluste n - Energiekosten n - Extremwetterlagen n Handlungsfeld: Anpassung Siedlungsstruktur n - Versiegelung n - Energieversorgung n - Belüftung n Ziel n - Nutzung von Brach- und Freiflächen 36
XIII. Besonderes Städtebaurecht §§ 171a ff. n Erhaltung von Altbeständen n Nachhaltigkeit! n § 171c: Stadtumbauvertrag n Regelungsbeispiel n => Neben Rückbau auch Anpassung baulicher Anlagen 37
XIII. Besonderes Städtebaurecht §§ 171a ff. n Bewertung n Ergänzung des § 136 II BauGB gescheitert n Klarstellung bzgl. städtebaulicher Missstand wäre sinnvoll (Dt. Städtetag) n Relevanz nur im Rahmen „Stadtumbau West“ n bis Städte in Rheinland-Pfalz n z.B. Pirmasens - Rheinberger 38
XIV. Änderung PlanzeichenVO n Erneuerbare Energien n Kraft-Wärme-Kopplung 39
B. BauGB-Novelle 2013 n Gesetz zur Stärkung der Innenentwicklung in den Städten und Gemeinden und weiteren Fortentwicklung des Städtebaurechts n Regierungsentwurf-Entwurf vom Juli 2012 n Beschlussfassung BT Ende April 2013 n Inkrafttreten: Mitte September 2013 vgl. Beiblatt n Mustereinführungserlass BauGB-Novelle 2013 Mustereinführungserlass n Grundlage: Berliner Gespräche n Zielsetzung u Stärkung der Innenentwicklung u Vermeidung von Flächeninanspruchnahme 40
B. BauGB-Novelle 2013 n Ziel der Bauleitplanung § 1 V 3 BauGB n Vorrang der Innenentwicklung => Nationale Nachhaltigkeitsstrategie n „Appellcharakter“ => 35er Flächen mgl., falls durch besondere städtebauliche Gründe gerechtfertigt n Ziele: n Klimaschutz => Reduktion Flächenneuinanspruchnahme (30 ha/Tag) n Baukultur => Erhaltung der Attraktivität der Innenstädte 41
B. BauGB-Novelle 2013 n Abwägungsbelang § 1 VI Nr. 8 c BauGB n Vorsorgungssicherheit n Ziele: n Flankierung der Energiewende n Brückentechnologie zur Absicherung von EE 42
B. BauGB-Novelle 2013 n Bodenschutzklausel § 1a II 3 und 4 iVm § 1 VII n Bodenschutz in der Abwägung beachten! n Ermittlung der Innenentwicklungspotentiale: n Ermittlung des Neubaubedarfs n Prognose der Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung n Kataster über: n Brachflächen n Leerstand n Baulücken n Nachverdichtungspotentiale 43
B. BauGB-Novelle 2013 44
n Anwendbarkeit der Agrarklausel § 1a III 5 BauGB n § 15 III BNatSchG n (3) Bei der Inanspruchnahme von land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ist auf agrarstrukturelle Belange Rücksicht zu nehmen, insbesondere sind für die landwirtschaftliche Nutzung besonders geeignete Böden nur im notwendigen Umfang in Anspruch zu nehmen. Es ist vorrangig zu prüfen, ob der Ausgleich oder Ersatz auch durch Maßnahmen zur Entsiegelung, durch Maßnahmen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen oder durch Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen, die der dauerhaften Aufwertung des Naturhaushalts oder des Landschaftsbildes dienen, erbracht werden kann, um möglichst zu vermeiden, dass Flächen aus der Nutzung genommen werden. n Kein Genehmigungsvorbehalt (vgl. Umwandlungsgenehmigung nach BWaldG) 45
B. BauGB-Novelle 2013 n Öffentlichkeitsbeteiligung / Mediation n § 4a: Betonung der Funktion der ÖBeteiligung n § 4b: Hervorhebung von Konfliktlösung: n Bezug: Mediationsgesetz n „Projektantenstellung“ führt zum Ausschluss n Ombudsleute / Clearingstellen mgl. n Auch auf der Basis eines städtebaulichen Vertrages gemäß § 11 BauGB möglich n Keine materielle Privatisierung => Bauleitplanung bleibt kommunale Aufgabe! n Abwägung gem. § 1 VII BauGB über Mediationsergebnis 46
B. BauGB-Novelle 2013 n Zentrale Versorgungsbereiche im FNP n Ziele: n Integration informeller Einzelhandels- und Zentrenkonzepte in vorbereitende Bauleitplanung n Basis für Bebauungspläne zum Schutz zentraler Versorgungsbereiche n Prüfungserleichterung im Hinblick auf das Vorhandensein zentraler Versorgungsbereiche n Klarstellung: Bereits nach § 5 II BauGB mgl. 47
B. BauGB-Novelle 2013 n Zentrale Versorgungsbereiche im FNP n Einzelhandelskonzept sinnvoll n Anknüpfung an § 34 Abs. 3 BauGB und § 9 Abs. 2a n Schlüsselbegriff der geordneten städtebaulichen Ordnung n Wohnortnahe Versorgung n Auch noch zu entwickelnde zentrale Versorgungsbereiche n Maßgeblich sind die tatsächlichen Verhältnisse 48
B. BauGB-Novelle 2013 n Beschränkung von Vergnügungsstätten n Grundlagen: n Keine Begriffsdefinition, aber nach ghM eigenständige Nutzungsart n Spielhallen, Spielcasinos, Spielbanken, Diskotheken und Nachtlokale n Bei Spielhallen Differenzierung nach nicht-/kerngebietstypisch iSv § 4a III Nr. 2 BauNVO n Kerngebietstypisch aufgrund der besonderen Zweckbestimmung oder des Umfangs? 49
B. BauGB-Novelle 2013 n Beschränkung von Vergnügungsstätten n Steuerung/Genehmigungspraxis: n Ablehnung gemäß § 15 BauNVO im Einzelfall wg. „trading down“ n Steuerung über §§ 1 IV bis IX BauNVO n § 9 IIa BauGB, sofern Schutz zentraler Versorgungsbereiche bezweckt wird n Regelungsanlass: Beschränkung aus anderen Gründen => zB Funktionserhalt eines Gewerbegebietes 50
B. BauGB-Novelle 2013 n Beschränkung von Vergnügungsstätten n Besonderheiten des § 9 IIb (vgl. zu IIa): n allgemeine und ausnahmsweise Zulässigkeit n § 34 II BauGB => ausnahmsweise zulässige Vorgaben iSd § 31 I BauGB gemäß der jeweiligen Baugebietsart iSd BauNVO n Kombination eines BPlans gemäß § 9 IIb mit BPlan gemäß § 9 IIa BauGB mgl. n Vereinfachtes Verfahren § 13 BauGB zulässig n städtebauliche Rechtfertigung => § 1 III BauGB n Empfehlenswert (kein Zwang): Entwicklungs- und Vergnügungsstättenkonzept 51
B. BauGB-Novelle 2013 n Neuregelung des Erschließungsvertrags n Erschließungsverträge werden zukünftig als städtebauliche Verträge gemäß § 11 I 2 Nr. 1 BauGB qualifiziert n „Dritte“ sind auch Eigengesellschaften (Ä) n Hierzu zählen auch Folgekostenverträge n Nach § 124 BauGB n.F. ist die Gemeinde zur Erschließung verpflichtet, sofern sie den Abschluss eines Vertrages verweigert 52
B. BauGB-Novelle 2013 n Zurückstellung von Baugesuchen (Ä) n Ergänzung des § 15 III BauGB n Verlängerung um max. ein weiteres Jahr n Vgl. BR-Stellungnahme 474/12 vom n Mehr Zeit für die Ausweisung von Konzentrationsflächen für WKA => Verweis auf die aktuelle Rspr. „dem Wind substantiell mehr Raum verschaffen“ 53
B. BauGB-Novelle 2013 n Gesetzliches Vorkaufsrecht n Vorkaufsrecht zugunsten Dritter (Direkterwerb) n Vermeidung des Zwischenerwerbs n Verringerung des verwaltungsmäßigen, zeitlichen und finanziellen Aufwands n Keine Beschränkung mehr der Erwerbszwecke => bisher nur soziale Wohnraumförderung/besonderer Wohnbedarf 54
B. BauGB-Novelle 2013 n Unbeplanter Innenbereich (Nachverdichtung) n Gesetzlich geregelter erweiterter Bestandsschutz n Vgl. § 1 X BauNVO n Absehen vom Erfordernis des Einfügens n Nutzungsänderung einer gewerblichen / handwerklichen Nutzung in eine Wohnnutzung n Wurde bereits im Rahmen der Diskussion zur BauGB-Novelle 2006 Praxistest gefordertPraxistest 55
B. BauGB-Novelle 2013 n Tierhaltungsanlagen im Außenbereich n Ausgangslage n Privilegierung Nr. 1 (eigene Futtermittel) oder Nr. 4 n Steuerung n über § 35 III 3 BauGB => Konzentrationszonen n Mittels BPlan => SO n BauGB-Novelle 2013: n Privilegierung gewerblicher Tierhaltungen soll stark eingeschränkt werden 56
B. BauGB-Novelle 2013 n Tierhaltungsanlagen im Außenbereich n Neuregelung betrifft nur Großanlagen n Grundlegende Ä des urspr. Entwurfes! n „unterste Schwelle“ der Nr. 7 des Anhang 1 UVPG n Kumulation ist zu beachten n Folgen der Neuregelung: n Konzentrationszonen kein taugliches Instrument mehr n Baurecht muss gezielt durch qualifizierten BPlan geschaffen werden => SO 57
B. BauGB-Novelle 2013 n Wohnnutzung im Außenbereich n Ziele: n Unterstützung des Strukturwandels in der LW n Begünstigung der Neuerrichtung n Voraussetzungen: n Ursprüngliches Gebäude muss zur Wahrung der Kulturlandschaft erhaltenswert erscheinen n Wahrung nachbarlicher Interessen n Orientierung an der bisherigen Gestalt n Unwesentliche Änderungen mgl. n techn. Maßnahmen zur Energieeinsparung 58
B. BauGB-Novelle 2013 n Erneute Änderung des § 35 I Nr. 6 BauGB n Ziel: n Klarstellung / weitergehende Regelung n Auswirkungen: n Für alle Anlagen zur energetischen Nutzung von Biogas gilt ausschließlich der Grenzwert 2,3 Mio. Normkubikmeter n Biogas zur Aufbereitung + Einspeisung n Direkte Stromerzeugung n Andere Anlagen (keine Gaserzeugung) => Grenze 2 MW Feuerungswärmeleistung n Holzverbrennungsanlagen 59
B. BauGB-Novelle 2013 n Besonderes Städtebaurecht (Sanierung) § 136 n Bereits im Rahmen der BauGB-Novelle 2011 geprüft n Belange des Klimaschutzes / Klimaanpassung iRd Prüfung städtebaulicher Missstände n Sanierungsbedürftigkeit indiziert bei energetischen Defiziten 60
B. BauGB-Novelle 2013 n Schrottimmobilien – Rückbaugebot n Begriffsbestimmung: n Verwahrloste nicht mehr wirtschaftlich nutzbare Gebäude n Negative Ausstrahlung => stadtentwicklungspolitische Probleme n Handlungsansätze: n Bauordnungsrecht => LBauO (Verfall, ö oder priv. Interesse am Erhalt) n Bauplanungsrecht n Sonstige (Bodenschutzrecht, Abfallrecht etc.) 61
B. BauGB-Novelle 2013 n Schrottimmobilien – Rückbaugebot n Bauplanungsrecht n Bau- und Anpassungsgebote n Modernisierungs- und Instandsetzungsgebote n Rückbaugebot umfasst nur die Duldung n Kostentragung des Eigentümers bis zur Höhe des Vermögensvorteils (Ä)! n Keine Vornahmepflicht n Bebauungsplan nicht mehr erforderlich n Minimierung des Verwaltungsaufwands 62
B. BauGB-Novelle 2013 n Privilegierung von Kinderbetreuung 63
B. BauGB-Novelle 2013 n Privilegierung von Kinderbetreuung n Bisher Änderung BImSchG n Nun auch planungsrechtliche Verbesserung n Zulässigkeit in reinen Wohngebieten n Bisher: Nur ausnahmsweise zulässig n Bedürfnisse der Bewohner des Gebietes n Wohnortnahe Betreuung n Sonstige Kindertagesstätten weiterhin nur ausnahmsweise gem. § 3 III BauNVO 64
B. BauGB-Novelle 2013 n Solaranlagen als Nebenanlagen n § 14 I 1 BauNVO auch dann, falls vollständige / überwiegende Einspeisung (gewerblich) n Verzicht auf die funktionale Unterordnung n Erfordernis der baulichen / räumlich- gegenständlichen Unterordnung weiterhin n Vgl. § 35 I Nr. 8 BauGB 65
B. BauGB-Novelle 2013 n Kleintiererhaltungszucht n Bundesregierung intendiert „Klarstellung“ n Kritik (Bundesrat): u Regelung führt nur zu Irritationen – falsches Signal u Rechtslage unverändert: F Immissionsschutzrecht F Rücksichtnahmegebot 66
B. BauGB-Novelle 2013 n Maß der baulichen Nutzung n Erweiterung des gemeindlichen Spielraums n Bislang „besondere städtebauliche Gründe“ nunmehr nur noch „städtebauliche Gründe“ 67
C. BauGB-Novellen 2014 n Windkraft Länderöffnungsklausel n § 249 Abs. 3 BauGB n Zeitlich befristete Ermöglichung landesgesetzlicher Regelungen zur Steuerung von Winkraftanlagen 68
C. BauGB-Novellen 2014 n Gesetz über Maßnahmen im Bauplanungsrecht zur Erleichterung der Unterbringung von Flüchtlingen n § 246 Abs. 8 bis 10 BauGB n Zeitlich befristete Ermöglichung landesgesetzlicher Regelungen zur bedarfsgerechten Schaffung öffentlicher Unterbringungseinrichtungen für Flüchtlinge und Asylbewerber Herunterladen ppt "Dr. jur. Hannes Kopf Mag. rer. publ. Die Praxis der Gesetzgebung am Beispiel der BauGB- Novellen 2011, 2013 und 2014 Dr. jur. Hannes Kopf Mag. rer. publ."

References: § 5
 § 11
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 § 171
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 § 124
 § 15
 § 1
 § 35
 § 35
 § 136
 § 3
 § 14
 § 35
 § 249
 § 246