Source: https://issuu.com/niedersachsenwolf/docs/brandenburg
Timestamp: 2017-05-24 19:40:02+00:00

Document:
ArtenschutzManagementplan
f端r den Wolf in Brandenburg
2013 - 2017Managementplan
2013 - 2017Dezember 2012Ministerium f端r Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg
Impressum zum Zeitpunkt der Erstellung, Initiatoren, Akteuren, Moderation
und Beteiligungsprozess 2012Dieser Managementplan entstand zwischen März und Dezember 2012 in einem vom MUGV
eingeleiteten und geführten Abstimmungsprozess, zu dem Vertreter von fast 90 thematisch
berührten Vereinen, Verbänden, Bürgerinitiativen, Behörden, wissenschaftlichen Institutionen und
Einzelpersonen eingeladen waren. Diese Abstimmungsrunden wurden von Herrn Prof. Dr. Heinz
Röhle, Technische Universität Dresden, moderiert. Protokollführer war Herr Forstoberrat a.D.
Ulrich Wotschikowsky. Die vorliegende Fassung wurde am 12. 2012 mit großer Mehrheit der
anwesenden Beteiligten gebilligt. (26 Zustimmungen, 1 Ablehnung).2Managementplan für den Wolf in Brandenburg
1Einleitung72Management der Wölfe in Brandenburg72.1Brandenburgische Zielsetzung82.2Rechtsstatus93.Wölfe in Brandenburg103.1Biologie und Ökologie des Wolfes103.2Gegenwärtiges Vorkommensgebiet und Vernetzung113.3Bisherige Populationsentwicklung in Brandenburg123.4Wolfshabitat133.5Gefährdungen134Konfliktpotenzial144.1Weidetierhaltung144.2
4.2.3Jagd
Übergriffe auf Jagdhunde15
4.3.4Auffällige und habituierte Wölfe, Hybriden
Tollwut16
175Maßnahmen zu Schadensbegrenzung und Konfliktbewältigung175.1Präventionsmaßnahmen bei Weidetieren175.2Schadensausgleich für gerissene Weidetiere205.3
5.3.6Jagd
Maßnahmen im Bereich Wolfs-Management
Maßnahmen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit20
5.4.2Umgang mit auffälligen Wölfen
Umgang mit tollwütigen Wölfen21
225.5Umgang mit verletzten, hilflosen oder toten Wölfen225.6Abbau von Ängsten in der Bevölkerung236Begleitende Maßnahmen236.1Monitoring236.2Allgemeine Öffentlichkeitsarbeit247Beratung und Zusammenarbeit257.1Plenum257.2Arbeitsgruppen257.3Länderübergreifender Informationsaustausch257.3Internationaler Maßnahmenkatalog268Politische Forderungen9Literatur2710Anhang2910.1Verbreitung des Wolfes2910.2Schäden an Weidetieren durch Wölfe3210.3Richtlinien des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft über die Gewährung
von Zuwendungen für die Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung (ILE)
und LEADER
3410.4Empfohlene Schutzmaßnahmen3610.5Finanzielle Untersetzung von Tierhaltern nach Wolfsübergriffen3810.6
10.6.1Wolfsverhalten: Ursachen und Handlungsbedarf
Einschätzung verschiedener Wolfsverhaltensweisen in Bezug auf die Gefährlichkeit
für den Menschen und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen
für Hunde und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen
Einschätzung verschiedener Wolfsverhaltensweisen in Bezug auf Weidetierschäden
und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen4110.6.2
10.6.341
10.7.3Handlungsketten
Informations- und Handlungskette beim Auftreten eines verletzten Wolfes
Informations- und Handlungskette beim Auftreten eines toten Wolfes43
4510.8.Adressliste/Kontakte/Meldestellen46
4Abkürzungen
WWFBrandenburgisches Naturschutzgesetz
Herdenschutzstelle
World Wide Fund for NatureBegriffe (in alphabetischer Reihenfolge)
Aktives Monitoring: Das spezielle Sammeln von Daten für das Ziel des Monitoringprogramms
(Breitenmoser et al. 2006). Dies schließt Feldarbeit und spezielle Untersuchungen oder
Habitatanalysen ein. Die Daten werden gezielt und systematisch erhoben, um systematische
Abweichungen zu vermeiden.
Erfahrene Person: Eine Person, die bereits ausgiebig mit dem Monitoring des Wolfs beschäftigt
war, so dass sie Routine im Erkennen und Interpretieren von Wolfshinweisen hat (aus
KACZENSKY et al. 2009).
Erhaltungszustand des Wolfes: Die Gesamtheit der Einflüsse, die sich langfristig auf die
Verbreitung und die Größe der Populationen des Wolfes auswirken können. Nach den Leitlinien für
Managementpläne für Großraubtiere auf Populationsebene (LINNELL et al. 2008) befindet sich
eine Wolfspopulation in einem günstigen Erhaltungszustand, wenn alle folgenden acht
8.Die Population ist stabil oder nimmt zu.
Sie hat genügend geeigneten Lebensraum zur Verfügung.
Dieser Lebensraum wird seine Qualität beibehalten.
Die Größe der günstigen Referenzpopulation (Favorable Reference Population, FRP) ist
erreicht (in Anlehnung an die Rote-Liste-Kriterien D oder E der IUCN).
Die Population ist so groß wie oder größer als zu dem Zeitpunkt, als die Direktive in Kraft
Das geeignete Referenzgebiet (Favorable Reference Range, FRR) ist besetzt.
Ein Austausch von Individuen innerhalb der Population bzw. zwischen Populationen erfolgt
oder wird gefördert (mindestens ein genetisch effizienter Migrant per Generation).
Ein effizientes und robustes Monitoring ist etabliert.5Für eine günstige Referenzpopulation gilt
2.3.Die Population muss mindestens so groß sein wie zu dem Zeitpunkt, als die FFH-Richtlinie
in Kraft trat und
sie muss mindestens so groß (vorzugsweise deutlich größer) sein als die kleinste
überlebensfähige Population MVP (Minimum Viable Population) nach den IUCN-Kriterien D
(d.h., sie umfasst mehr als 1000 adulte Tiere) oder E (d.h., ihre
Aussterbewahrscheinlichkeit beträgt weniger als 10 % innerhalb von 100 Jahren) und
die Population ist Gegenstand ständigen robusten Monitorings.Ehrenamtliche/r Wolfsbeauftragte/r: Eine geschulte Person (s.u.), die im Auftrag des LUGV auf
ehrenamtlicher Basis Wolfshinweisen Dritter nachgeht, aktiv nach Wolfshinweisen sucht und das
LUGV in den Landkreisen bei der Öffentlichkeitsarbeit zum Wolf sowie bei der Beratung von
Weidetierhaltern unterstützt. Die Ehrenamtlichen Wolfsbeauftragten werden von der zuständigen
unteren Naturschutzbehörde zu ehrenamtlichen Naturschutzhelfern nach § 61 bestellt und mit
entsprechenden Dienstausweisen versehen. Ihre Aufgaben, Rechte und Pflichten werden in einer
behördlichen Vereinbarung mit dem LUGV geregelt.
Geschulte Person: Eine Person, die eine mehrtägige Schulung zum Erkennen von Wolfshinweisen
durchlaufen hat und in der Lage ist, eine Vorbewertung von Hinweisen vorzunehmen und
detaillierte Dokumentation zu erstellen, auf deren Grundlage eine erfahrene Person eine
endgültige Bewertung vornehmen kann (aus KACZENSKY et al. 2009).
Habituierung: Verlust der Scheu vor Menschen und Gewöhnung an dessen Nähe, z. B. durch
Hybride: Nachkomme aus einer Verbindung zwischen Wolf und Hund
Passives Monitoring: Das Sammeln, Auswerten und Analysieren von Informationen, die zufällig
anfallen, z. B. das Auffinden toter Wölfe, Berichte über Schäden oder direkte Beobachtungen, bei
bejagten Populationen auch Abschussdaten.
Rissgutachter/in: Eine geschulte oder erfahrene Person, die eine besondere Sachkunde und
Erfahrung zum Erkennen von Wolfsrissen besitzt. Sie ist in der Lage, im Auftrag des LUGV eine
nachvollziehbare Bewertung eines Weidetierrisses vorzunehmen und eine detaillierte
Dokumentation zu erstellen. Die Rissgutachter werden vom LUGV aus- und fortgebildet. Sind
Rissgutachter ehrenamtlich tätig, werden von der zuständigen unteren Naturschutzbehörde zu
ehrenamtlichen Naturschutzhelfern nach § 61 BbgNatSchG bestellt und mit entsprechenden
Dienstausweisen versehen.
Vergrämung: Vermittelt einem Tier nachhaltig eine unangenehme Erfahrung im Zusammenhang
mit einer bestimmten Maßnahme.
Weidetiere: In Weidehaltung gehaltenes Vieh im Sinne von § 1 Abs. 2 Nr. 3 Buchstabe a), b), c),
g) und h) des Tierseuchengesetzes unabhängig vom Haltungszweck.61EinleitungIm Jahr 2000 wurden in der Muskauer Heide in Sachsen erstmals nach mehr als 150 Jahren
wieder wild lebende Wölfe in Deutschland geboren. Sieben Jahre später siedelten sich auch in
Brandenburg erstmals wieder Wölfe fest an, 2009 kam es zur ersten Reproduktion. Das Land
Brandenburg unterstützt diese Entwicklung im Rahmen der gebotenen Rechtspflichten. Es
begrüßt, dass mit der Rückkehr des Wolfes die europäischen Bemühungen zum Erhalt der
biologischen Vielfalt Früchte tragen und ein ehemals ausgerottetes heimisches Wildtier nach
Deutschland zurückgekehrt ist.
Zugleich stellt die Rückkehr des Wolfes aber eine der größten Herausforderungen für den
Artenschutz überhaupt dar. Die Herausforderung besteht dabei nicht in der Schaffung oder
Erhaltung geeigneter Lebensräume für den Wolf – er kommt auch in Kulturlandschaften
problemlos zurecht und braucht keine Wildnis – sondern in der Förderung eines weitestgehend
konfliktfreien Nebeneinanders von Mensch und Wolf. Seine Rückkehr birgt ein erhebliches
Konfliktpotential: Der Wolf ist ein Großraubtier, das in ungeschützten Viehbeständen immer wieder
Schäden anrichtet. Teile der Jägerschaft sehen im Wolf einen Konkurrenten und viele Menschen
verspüren ein Unbehagen, wenn sie in Gebieten unterwegs sind, in denen der Wolf wieder
umherstreift. Dort, wo wie in Brandenburg der Wolf über mehrere Menschengenerationen nicht
mehr vorkam, sind die Konflikte am größten. Dies macht die Lösung der Konflikte nicht einfacher.
Patrick Murphy, der ehemalige Leiter des Referats Natur und biologische Vielfalt der EUGeneraldirektion Umwelt, schätzt es so ein: „Die Kommission ist sich der Tatsache bewusst, dass
der Schutz von Großraubtieren starke Reaktionen bei den Betroffenen auslösen wird. Gemeinsam
haben wir uns als Europäer zum Schutz und zur Erhaltung dieser Arten verpflichtet. Auf lokaler
Ebene können diese jedoch erhebliche Verluste an Vieh, Haustieren und Wild verursachen und in
einigen Regionen Befürchtungen in Bezug auf die Sicherheit der Menschen hervorrufen. Unsere
Schutzmaßnahmen werden nicht erfolgreich sein, wenn sie nicht von den Menschen unterstützt
werden, die in Gebieten mit einer großen Vielfalt an wildlebenden Arten leben.“
Die Wölfe in Brandenburg gehören entsprechend der im Auftrag der Europäischen Kommission
erarbeiteten „Leitlinien für Managementpläne für Großraubtiere auf Populationsebene“ (LINNELL
et al. 2008) zur deutsch-westpolnischen Wolfspopulation. Die folgenden Darstellungen beziehen
sich nur auf das Gebiet des Landes Brandenburg. Brandenburg beteiligt sich im Rahmen einer
deutsch-polnischen Arbeitsgruppe an der Entwicklung eines Rahmenmanagementplans für die
deutsch-westpolnische Wolfspopulation. Dieser Rahmenplan soll unter anderem Aussagen zur
Populationsebene, Populationsentwicklung und Populationszielgröße der deutsch-westpolnischen
Wolfspopulation treffen. Der vorliegende Managementplan für den Wolf in Brandenburg gilt für die
Jahre 2013 – 2017. Er kann auf Grund von geänderten Rahmenbedingungen oder neuen
Erkenntnissen aber bereits früher fortgeschrieben oder geändert werden.
Wolfs-Management erfordert eine solide fachliche Grundlage. Der vorliegende Managementplan
kann auf einen europäischen Leitfaden zur Erstellung von Großraubtiermanagementplänen, das
Fachkonzept „Leben mit Wölfen: Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart in
Deutschland“ (Fachkonzept BfN 2007), den Sächsischen Wolfs-Managementplan (SMUL 2009),
den Managementplan für den Wolf in Mecklenburg-Vorpommern, dem Managementplan für Wölfe
in Brandenburg aus dem Jahr 1994, zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen und die
Erfahrungen aus anderen Bundesländern, vor allem Sachsen, zurückgreifen.72Management der Wölfe in BrandenburgDie Disziplin „Wildtier-Management“ wurde vor über 70 Jahren von dem deutschstämmigen
Amerikaner Aldo S. Leopold in den Vereinigten Staaten entwickelt. Nach Deutschland hat der
Begriff erst ein halbes Jahrhundert später gefunden. Vereinfacht ausgedrückt, versteht man
darunter die Summe aller Maßnahmen, um eine in freier Wildbahn lebende Tierpopulation zu
beeinflussen. Diese Definition macht zweierlei deutlich: Wildtier-Management richtet sich nicht an
die Tiere, sondern an die Menschen, die mit den jeweiligen Tieren zu tun haben. Und
Management braucht ein Ziel.
Gutes Wildtier-Management schließt die aktive Beteiligung aller betroffenen Interessengruppen,
Verbände und Institutionen ein. Es gelingt auf Dauer nur, wenn alle Beteiligten zielorientiert
vorgehen, sich während des gesamten Verfahrens abstimmen und den Prozess transparent
gestalten. Wildtier-Management ist ein kommunikativer und partizipatorischer Prozess. Auch die
Vorstellungen der Bevölkerung sollen in den Managementplan einfließen.2.1Brandenburgische Zielsetzung beim Wolfs-ManagementDie brandenburgische Landesregierung hat sich in der Vergangenheit mehrfach ausdrücklich dazu
bekannt, die natürliche Wiederbesiedlung Brandenburgs und Deutschlands durch den Wolf zu
unterstützen und ist auf Grund der gesetzlichen Grundlagen dazu weiterhin verpflichtet. Dabei soll
die weitere Ausbreitung des Wolfes aber nicht aktiv gefördert werden. Brandenburg strebt keinen
bestimmten Zielbestand oder eine bestimmte Dichte des Wolfsbestandes an.beratend: Plenumpolitische SteuerungMUGV
nach § 45 Abs. 7 und § 67 Abs. 2 BNatSchGLANDKREISEAbb. 1 Struktur des Wolfs-Managements in Brandenburg8Beratung / Prävention:
Herdenschutzzentrum mit
Unterstützung durch LUGV,
Landkreise, Ehrenamtliche
WolfsbeauftragteSchadensausgleich: LUGVBewertung Schadenshöhe: LELFSchadensprävention /
Schadensbegutachtung: vom Land
beauftragte RissgutachterUnterstützung durch LUGV,
Landkreise, Verbände,
Ehrenamtliche WolfsbeauftragteÖffentlichkeitsarbeitWolfsinformationsstelleVerbände,
Ehrenamtliche Wolfsbeauftragtevom Land beauftragtes
wildbiologisches Büro /
wissenschaftliche EinrichtungLUGVMonitoring /
ForschungDas Ziel des brandenburgischen Wolfs-Managementplans ist die Lösung der Konflikte, die mit der
Rückkehr des Wolfes verbunden sind. Der Managementplan soll auf diese Weise die notwendige
Akzeptanz für eine dauerhafte Rückkehr des Wolfes nach Brandenburg herstellen und dazu
beitragen, dass das Vorkommen von Wölfen zur Normalität wird.
Übergeordnetes Ziel des brandenburgischen Wolfs-Managements aus der Sicht des
internationalen Artenschutzes ist es, einen Beitrag zu einer deutsch-westpolnischen
Wolfspopulation zu erbringen, die nationale und internationale (europäische) Erhaltungskriterien
erfüllt. Brandenburg nimmt neben Sachsen innerhalb Deutschlands eine Schlüsselstellung in der
gegenwärtigen Aufbauphase dieser Population ein. Nach den für die Mitgliedsstaaten
verbindlichen Vorstellungen der EU umfasst eine Wolfspopulation mit günstigem
Erhaltungszustand mindestens 1.000 erwachsene Tiere (s. auch unter Begriffe Erhaltungszustand des Wolfes). Steht sie im Austausch mit anderen Populationen, so kann auch
eine geringere Zahl von Tieren ausreichen. (LINNELL et al. 2008). Wolfs-Management in
Brandenburg erfordert also den Blick über die Landesgrenzen hinaus. Es muss andere
Bundesländer und selbst die benachbarten EU-Staaten hierbei einschließen. Vereinbarungen
dazu liegen noch nicht vor.
Der Managementplan ist das Regelwerk für ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von
Menschen und Wölfen. Er richtet sich an Personen und Institutionen, die mit Wölfen direkt oder
indirekt zu tun haben und ist als Arbeitsauftrag an die Landesregierung zu verstehen. Er gibt
generelle Empfehlungen und Handlungsanweisungen, selbstverständlich immer im Rahmen der
geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Nach den Vorstellungen des Plenums ist das WolfsManagement in Brandenburg wie in Abb.1 dargestellt zu organisieren.
Während des Abstimmungsprozesses wurden vom Plenum oder einzelnen Verbänden zahlreiche
politische Forderungen erhoben. Diese sind in Kapitel 8 des Managementplans zusammengefasst
worden.2.2RechtsstatusAlle Entscheidungen im Rahmen des Wolfs-Managements müssen unter Beachtung der
einschlägigen Rechtsvorschriften getroffen werden. Im Umgang mit dem Wolf sind folgende
internationale und deutsche Rechtsvorschriften zu beachten:
-Washingtoner Artenschutzabkommen (Anhang II) und die Berner Konvention (Anhang II);-EG Verordnung 338/97 (Anhang A) und die FFH Richtlinie 92/43/EWG (Anhang II, prioritäre
Art, und Anhang IV, Art. 12 und 16);-Bundesnaturschutzgesetz (besonders geschützte Art nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 Buchst. a), streng
geschützte Art nach § 7 Abs. 2 Nr. 14 Buchst. a), jeweils i.V.m. § 44 und § 45),-Tierschutzgesetz,-Brandenburgisches Naturschutzgesetz.Der Wolf unterliegt mit Ausnahme Sachsens weder auf Bundes- noch auf Landesebene dem
Gemäß Art. 12 Abs. 1 i.V.m. Anhang IV der FFH-Richtlinie ist der Wolf eine in weiten Teilen
Europas streng zu schützende Art. Zusätzlich unterliegt der Wolf den Handelseinschränkungen
des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES). Diese europarechtliche Vorgabe wird
durch § 7 Abs. 2 Nr. 13 lit. b) BNatSchG – demnach ist der Wolf besonders geschützt - und § 7
Abs. 2 Nr. 14 lit. a) BNatSchG – wonach er darüber hinaus auch noch streng geschützt ist –
umgesetzt. Die Zugriffsverbote des § 44 Abs. 1 Nr. 1 – 3 BNatSchG nehmen die einschlägigen
9Vorgaben des Art. 12 Abs. 1 lit. a) – d) FFH-RL auf und untersagen das Nachstellen, Fangen,
Verletzen oder Töten von Wölfen, das erhebliche Stören von Wölfen während der Fortpflanzungsund Aufzuchtzeit sowie jede Entnahme, Beschädigung und Zerstörung ihrer Fortpflanzungs- und
Ruhestätten.
Nach § 45 Abs. 7 BNatSchG können von den vorgenannten Verboten im Einzelfall Ausnahmen nur
5.zur Abwendung erheblicher land-, forst-, fischerei-, wasserwirtschaftlicher oder sonstiger
erheblicher wirtschaftlicher Schäden,
für Zwecke der Forschung, Lehre, Bildung oder Wiederansiedlung oder diesen Zwecken
dienende Maßnahmen der Aufzucht oder künstlichen Vermehrung,
im Interesse der Gesundheit des Menschen, der öffentlichen Sicherheit, einschließlich der
Landesverteidigung und des Schutzes der Zivilbevölkerung, oder der maßgeblich günstigen
Auswirkungen auf die Umwelt oder
aus anderen zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses einschließlich
solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art.Die Ausnahme darf zudem auch beim Vorliegen einer der in § 45 Abs. 7 Nr. 1 – 5 BNatSchG
genannten Gründe nur zugelassen werden, soweit keine zumutbaren Alternativen gegeben sind.
Außerdem darf sich der Erhaltungszustand der Populationen einer Art durch die Zulassung der
Ausnahme nicht verschlechtern.
Gemäß Anhang II der FFH-Richtlinie ist der Wolf zudem eine Art von gemeinschaftlichem
Interesse (prioritäre Art). Die EU verlangt von den Mitgliedsländern, dass sie für diese Arten den
Fortbestand eines günstigen Erhaltungszustands gewährleisten bzw. - soweit sich die Art noch
nicht in einem solchen Erhaltungszustand befindet - herbeiführen. Die fachlichen Kriterien dafür
sind für den Wolf in den Guidelines for Population Level Management Plans for Large Carnivores
in Europe (LINNELL et al. 2008) aufgeführt. Die EU verlangt von den Mitgliedsländern außerdem,
dass sie alle sechs Jahre einen Bericht über den Erhaltungszustand dieser Arten erstellen. Im
Rahmen dieser Berichtspflicht ist die brandenburgische Landesregierung verpflichtet, ein
Monitoringsystem zur Überwachung des Wolfbestandes in Brandenburg aufzubauen. Ferner sind
beim Wolfs-Management einschlägige Urteile des Europäischen Gerichtshofes und deutsche
Verwaltungsgerichtsurteile zu berücksichtigen.
Für das Wolfs-Management in Brandenburg ergeben sich aus dem gegenwärtigen rechtlichen
Status des Wolfes folgende Konsequenzen:
3.Der Wolf ist europa- und bundesrechtlich streng geschützt. Die Länder dürfen von den
Schutzvorschriften nicht abweichen.
Das Ausweisen von „Wolfsgebieten“ und wolfsfreien Gebieten, Festlegungen zu einer
Obergrenze der Wolfspopulation oder eine präventive Bestandsregulierung sind unzulässig.
Ausnahmen von den Zugriffsverboten sind beim Vorliegen eines der gesetzlich genannten
Ausnahmegründe möglich, wenn keine zumutbare Alternative dazu besteht und sich der
Erhaltungszustand der Populationen des Wolfes nicht verschlechtert.3Wölfe in Brandenburg3.1Biologie und Ökologie des Wolfes (Kurzfassung aus REINHARDT & KLUTH 2007)Der Wolf ist die größte Art aus der Familie der Hundeartigen. Einst war der Wolf neben dem
Menschen die am weitesten verbreitete Säugetierart der Erde und kam in fast allen
Lebensraumtypen der nördlichen Halbkugel vor. Wölfe sind problemlos in der Lage, sich auch an
10unsere mitteleuropäische Kulturlandschaft anzupassen und in enger Nachbarschaft des Menschen
zu leben. Sie sind nicht auf Wildnisgebiete angewiesen. Rückzugsräume benötigen Wölfe vor
allem, um ungestört vom Menschen Welpen aufzuziehen.
Wölfe leben in sozialen Familienverbänden, dem Rudel. Ein typisches Wolfsrudel besteht aus dem
monogam lebenden Elternpaar und den Nachkommen der letzten zwei Jahre. Die Jungwölfe
verlassen spätestens mit Erreichen der Geschlechtsreife im Alter von zwei Jahren das elterliche
Rudel, um ein eigenes Territorium bzw. Rudel zu gründen. Das heißt, Wolfsrudel sind
Wolfsfamilien in wechselnder Zusammensetzung. Die Größe der Rudel schwankt im Verlauf des
Jahres meist zwischen fünf und zehn Wölfen. Die Schwankung der Rudelstärke wird durch die
Geburt der Welpen, das Abwandern der Jährlinge und durch Todesfälle verursacht.
In Mitteleuropa findet die Verpaarung nach mitunter mehrwöchiger Vorranz in der Regel Ende
Februar/Anfang März statt. Nach einer Tragzeit von rund 63 Tagen werden Ende April/Anfang Mai
meist vier bis sechs Welpen geboren.
Jedes Wolfsrudel beansprucht ein eigenes Territorium, das es gegen andere Wölfe verteidigt.
Daher ist die Zahl der Rudel und damit die Anzahl der Wölfe, die in einem bestimmten Gebiet
leben können, begrenzt. Die Größe der Territorien hängt vor allem von der verfügbaren Nahrung
ab. Je höher die Beutetierdichte, desto kleiner ist in der Regel das Wolfsterritorium. In Polen
betragen die Reviergrößen 150 – 350 km². Weltweit variieren die Wolfsdichten von 0,1 Wölfen /
100 km² in wildarmen Gebieten bis hin zu neun Wölfen / 100 km² in besonders wildreichen
Wölfe sind an die Jagd auf Schalenwild (wilde Huftiere) angepasst. In Mitteleuropa ernähren sie
sich vor allem von Rehen, Rothirschen und Wildschweinen, örtlich auch von Damhirschen und
Mufflons. In der Lausitz bilden Rehe die Hauptbeute der Wölfe, gefolgt von Rothirschen und
Wildschweinen (HOLZAPFEL et al. 2011, LIPPITSCH 2011, WOTSCHIKOWSKY 2007).
Insgesamt machen wilde Huftiere hier etwa 95 % der Wolfsnahrung aus (WAGNER et al. 2008).3.2Gegenwärtiges Vorkommensgebiet und VernetzungIn Europa waren Wölfe einst flächendeckend verbreitet. Durch direkte menschliche Nachstellung
wurden sie in vielen Gebieten ausgerottet, in anderen bis auf wenige inselartige Vorkommen
zurückgedrängt. Deutschland galt um 1850 faktisch als wolfsfrei. Bis 1900 wurden jedoch immer
wieder einzelne Wölfe erlegt. Der letzte dokumentierte Wolfsabschuss fand in der Nähe von
Tzschelln (Oberlausitz) 1904 statt. Erst nach dem 2. Weltkrieg tauchten wieder vereinzelte Wölfe
in Deutschland auf, die jedoch soweit bekannt alle geschossen wurden. Gegen Ende des vorigen
Jahrhunderts begann sich der Naturschutzgedanke allmählich auch in der Gesetzgebung
niederzuschlagen. In vielen europäischen Ländern wurde der Wolf unter Schutz gestellt.
Inzwischen zeigen diese Bemühungen Wirkung. Der Wolfsbestand in Europa ist in den letzten 30
Jahren wieder auf schätzungsweise 20.000 Wölfe angewachsen und der Wolf kehrt in Gebiete zurück, aus denen er lange verschwunden war. Nach den im Auftrag der Europäischen Kommission
erarbeiteten „Leitlinien für Managementpläne für Großraubtiere auf Populationsebene“ gibt es
derzeit in Europa zehn zum Teil voneinander isolierte Populationen (LINNELL et al. 2008 – s. auch
Abb. 2). Die in Deutschland lebenden Wölfe sind Teil der deutsch-westpolnischen Population.
Diese Population gilt als weitgehend isoliert, da derzeit kein regelmäßiger genetischer Austausch
mit anderen Populationen stattfindet. Die geografisch nächsten Wolfspopulationen sind die
baltische und die karpatische Population, deren Ausläufer nach Ost- bzw. Südpolen hineinreichen
(LINNELL et al. 2008). Die Quellpopulation für die deutsch-westpolnische Population ist nach
bisherigen genetischen Untersuchungen die baltische Population.
Den Schwerpunkt der Verbreitung in Deutschland bilden derzeit (Stand Juli 2012) die sächsische
und brandenburgische Lausitz. Hier besteht ein geschlossenes Vorkommensgebiet von ca. 3.200
km² (s. Anhang 10.1), das sich im angrenzenden polnischen Gebiet fortsetzt. Aktuelle
11Informationen zur Verbreitung des Wolfes in Brandenburg und Deutschland sind unter
www.lugv.brandenburg.de/info/wolf bzw. www.wolfsregion-lausitz.de/verbreitung/verbreitung-indeutschland abrufbar.Die verschiedenen Wolfspopulationen in
EuropaAbb. 2 Wolfsverbreitung in Europa (Quelle WWF Deutschland)3.3Bisherige Populationsentwicklung in BrandenburgDie heute in Brandenburg lebenden Wölfe haben ihren Ursprung wahrscheinlich in der
sächsischen Oberlausitz und Westpolen. In Brandenburg erfolgte die erste territoriale Ansiedlung
eines Wolfspaares im Jahr 2007 im äußersten Südosten des Landes. Seitdem ist der Bestand
kontinuierlich angewachsen (siehe Anhang 10.1). Insgesamt ist derzeit (Stand: September 2012)
von einem Bestand von mindestens neun Rudeln und je einem territorialen Wolfspaar bzw.12Einzeltier - z. T. gemeinsam mit Sachsen-Anhalt, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern auszugehen. Sie besiedeln etwa ein Zehntel der Landesfläche.
In den Jahren 2009 bis 2012 (Stand 15.11.2012) sind in Brandenburg nachweislich mindestens 54
Wolfswelpen geboren worden (s. Anhang 10.1) Andererseits wurden im gleichen Zeitraum zwölf
Wölfe tot aufgefunden (siehe Anhang 10.1).3.4WolfshabitatWölfe sind sehr anpassungsfähig und stellen keine besonderen Ansprüche an ihren Lebensraum
(s. Abschnitt 3.1). Aufgrund ihrer Flexibilität sind spezielle Schutzmaßnahmen (Lebensraumschutz,
Biotopverbesserung, Ausweisung spezieller Schutzgebiete etc.) für den Wolf nicht erforderlich.
Querungshilfen über Schnellstraßen und Eisenbahnlinien könnten zwar erheblich zur Verringerung
von Verlusten beitragen, doch sollten diese immer im Zusammenhang mit anderen
landgebundenen Arten gesehen werden.
Die derzeitigen Vorkommen in Deutschland liegen vor allem in großen unzerschnittenen wald- und
wildreichen Gebieten. Inzwischen gibt es auf den fünf größten (genutzten oder ehemaligen)
Truppenübungsplätzen Brandenburgs feste Wolfsansiedlungen. Auch Rekultivierungsflächen
ehemaliger Tagebaue – oft mit Betretungsverboten belegt – werden offenbar von Wölfen
bevorzugt angenommen.
Das von Wölfen in Sachsen und Brandenburg besiedelte Gebiet ist noch zu klein, um allgemeine
Rückschlüsse auf ggfs. in Brandenburg bevorzugt besiedelte Habitate ziehen zu können. Auch
kann daraus nicht der weitere Verlauf der Ausbreitung prognostiziert werden. Grundsätzlich
erscheint eine Wiederbesiedlung Brandenburgs durch Wölfe mit Ausnahme der Ballungszentren
überall möglich.3.5GefährdungenDas kleine Wolfsvorkommen in Brandenburg unterliegt einer Reihe von Gefährdungen. Folgende
Faktoren wirken im Einzelnen:
In der dicht besiedelten Bundesrepublik Deutschland bildet der Straßen- und Schienenverkehr eine
große Gefahr für Wölfe. Besonders gefährdet sind abwandernde Jungwölfe. Die Verlustrate lässt
sich quantitativ jedoch nicht abschätzen. Von den seit 1990 in der Bundesrepublik tot
aufgefundenen 54 Wölfen sind fast zwei Drittel (32) verunfallt (LUPUS 2012). Allein in
Brandenburg wurden seit dem 1.1.2011 bis September 2012 zehn Wölfe - und damit fast ein
Fünftel des derzeit bekannten Bestandes (Stand September 2012) - im Straßenverkehr getötet
(vgl. Tabelle in Anhang 10.2). Von einer Dunkelziffer muss ausgegangen werden (durch verletzt
flüchtende und später unbemerkt verendende Wölfe, Verwechslung von überfahrenen Wölfen mit
Hunden). Besserung versprechen die derzeit in Brandenburg entstehenden Wildbrücken, die auch
von Wölfen genutzt werden können.
In allen europäischen Wolfspopulationen sind illegale Abschüsse eine bedeutende
Mortalitätsursache (SALVATORI & LINNELL 2005, LIBERG et al 2011). Auch in Deutschland sind
Wölfe vorsätzlich oder aus Verwechslung mit Hunden geschossen und beseitigt worden. Seit
1990, als der Wolf in ganz Deutschland unter Schutz gestellt wurde, sind bis heute (Dezember
2012) nachweislich fünfzehn Wölfe illegal getötet worden, davon allein neun seit dem Jahr 2000,
als die Art durch ihr Auftreten in der sächsischen Lausitz bereits große öffentliche Resonanz
erfahren hatte.13Hybridisierung
Aus Mangel an geeigneten Geschlechtspartnern kann es zwischen Wölfen und Hunden zur
Hybridisierung (Kreuzung) kommen. Das Eindringen von Hundegenen in die Wolfspopulation wird
als nachteilig angesehen (REINHARDT & KLUTH 2007). Je kleiner oder fragmentierter eine
Population ist, desto nachteiliger sind allerdings die Auswirkungen auf die Population. In großen,
individuenreichen Wolfspopulationen haben gelegentliche Hybridisierungen keine nachteiligen
Folgen für den Genpool der Population.
Die Problematik geht insbesondere von Wölf-innen aus, weil sie ihren Nachwuchs in freier
Wildbahn aufziehen. In Deutschland (Sachsen) ist bisher erst ein Fall von Hybridisierung (2003)
bekannt geworden. Sämtliche seither durchgeführten genetischen Untersuchungen haben keinen
Hinweis auf eine Hybridisierung ergeben.
In der F1-Generation unterliegen wild lebende Hybriden demselben rechtlichen Schutz wie Wölfe
(s. Kap. 2.2). Trotzdem ist in kleinen Wolfspopulationen mit ungünstigem Erhaltungszustand die
Entfernung von Hybriden aus freier Natur geboten (siehe auch Kapitel 5.5.).
In der gegenwärtigen Gründungsphase mit wenigen Individuen besteht eine erhöhte
Wahrscheinlichkeit, dass sich verwandte Wölfe miteinander paaren. Dies könnte zu einer
Verringerung der genetischen Vielfalt und damit zu verminderter Fitness der Nachkommen führen.
Zuwanderungen aus entfernten Wolfspopulationen sind deshalb von besonderer Bedeutung.
Auch durch Krankheiten kann es zu einer Gefährdung der gegenwärtig noch kleinen Population
kommen. Zu nennen sind (neben hoher Jugendmortalität durch Parasiten) Staupe, Räude,
Aujetzkysche Krankheit. Die Tollwut spielt dagegen in Deutschland keine Rolle mehr (s. Kap.
4.3.4)4KonfliktpotenzialDie Rückkehr von Wölfen in die Kulturlandschaft von Brandenburg ist mit Konflikten verbunden.
Die Lösung dieser Konflikte ist eine wichtige Voraussetzung für die Akzeptanz der Tiere durch die
Bevölkerung. Folgende drei Konfliktfelder lassen sich unterscheiden:
-Weidetierhaltung
auffällige Wölfe / Habituierung, Hybriden.4.1WeidetierhaltungUngeschützte Weidetiere stellen für Wölfe eine leichte Beute dar. Schafe und Ziegen stehen dabei
an erster Stelle, gefolgt von Gatterwild. Derzeit halten in Bandenburg ca. 7500 Tierhalter/-innen
Schafe, Ziegen oder Gatterwild. Bis heute (Stand: 15.11.2012) sind in Brandenburg 83
Schadensfälle an Weidetieren registriert worden, bei denen ein Wolf als Verursacher ermittelt oder
zumindest als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte (siehe Anhang 10.2). Dabei
wurden 303 Schafe, vier Ziegen, fünf Kälber sowie 51 Stück Damwild gerissen (siehe Anhang
10.2) bzw. mussten auf Grund ihrer Verletzungen getötet werden. Die bis zum 30.8.2012 an die
betroffenen Tierhalter/-innen ausgereichten Ausgleichszahlungen belaufen sich auf 58.746,21
Verluste von Weidetieren durch Wölfe stellen für die Betroffenen in mehrfacher Hinsicht ein
Problem dar. Zunächst kann der wirtschaftliche Verlust beträchtlich sein, insbesondere wenn es
sich um wertvolle Zuchttiere oder seltene Arten handelt oder aber eine größere Zahl von Tieren
14umkommt. Viele Tierhalter haben auch eine enge emotionale Beziehung zu ihren Tieren. Für sie
wiegt der Verlust besonders schwer, er lässt sich finanziell kaum oder gar nicht aufwiegen.
Vorbeugende Schutzmaßnahmen wie z. B. Zaunbau, nächtliche Unterbringung im Stall oder die
Anschaffung und Haltung von Herdenschutzhunden sind zeitaufwändig und/oder kostspielig und
verteuern die Haltung der Tiere.
In einigen Landschaftspflegeprogrammen werden Weidetiere zur Erhaltung bestimmter Biotope
eingesetzt. Wenn sich die eingesetzten Tiere dort nicht wirksam gegen Wölfe schützen lassen,
kann die Durchführung solcher Pflegeprogramme erschwert oder unmöglich werden.
Die bisherigen Erfahrungen in der Lausitz, aber auch in anderen Wolfsgebieten zeigen, dass sich
Weidetiere wirksam gegen Wölfe schützen lassen. Verluste durch Wölfe treten gehäuft dort auf,
wo die Halter die Gefahr zunächst unterschätzen und ihre Tiere nicht ausreichend schützen. Die
beiden am besten bewährten Methoden sind ausreichend hohe Elektrozäune oder Zäune, die
gegen Untergraben mindestens 40 cm tief in den Boden eingelassen sind, und
Herdenschutzhunde. Näheres ist dazu im Kapitel 5.1 „Präventionsmaßnahmen bei Weidetieren“
sowie im Anhang unter 10.4 und 10.5 ausgeführt.
Den Erfahrungen in der Lausitz ist auch zu entnehmen, dass – wenn überhaupt – nur ein geringer
Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Schäden und der Größe der Wolfspopulation besteht.
Eine Zunahme der Wölfe bedeutet also nicht automatisch eine Zunahme der Schäden. Wesentlich
enger ist der Zusammenhang mit den Schutzmaßnahmen.
Nicht immer ist der Wolf auch tatsächlich der Täter. Von den 148 seit 2002 begutachteten
Schadensfällen mit vermutetem Wolfshintergrund konnten Wölfe nur in 49 % der Fälle tatsächlich
als Verursacher bestätigt bzw. nicht ausgeschlossen werden (Stand: September 2012). In
Sachsen waren 75% von 267 begutachteten Tieren Opfer von Wölfen bzw. war der Wolf nicht
auszuschließen, 10,5% waren Opfer von Hunden (MP Sachsen 2009).4.2JagdAuch für die Jäger hat sich mit der Rückkehr des Wolfes eine neue Situation ergeben. Wölfe
ernähren sich fast ausschließlich von wild lebenden Huftieren, also von jagdbaren Tierarten
(Schalenwild). Der Wolf steht somit in direkter Konkurrenz zum Jäger. Das Vorkommen von
Wölfen kann sich außerdem auf das Raum-Zeitverhalten und Sozialverhalten (Rudelbildung)
seiner Beutetiere, auf Dichte und Struktur der Wildbestände, auf die Effektivität der Bejagung, auf
die Wildschäden und auf die Hege auswirken.4.2.1 Wölfe und Schalenwild
Viele Jäger befürchten durch die Etablierung von Wölfen eine Abnahme der Schalenwildbestände.
Die Sorgen der Jägerschaft um den Fortbestand der Populationen von Dam-, Rot-, Schwarz- und
Rehwild und die Bejagung dieser Wildarten sind gegenwärtig noch unbegründet. Die weitere
Entwicklung ist zu beobachten. Dagegen geht man davon aus, dass die eingebürgerten
Muffelbestände im Flachland wegen ihres nicht an den Wolf angepassten Fluchtverhaltens auf
Dauer in Wolfsgebieten nicht überleben können.4.2.2 Jagdertrag und Jagdwert
Verringerte Jagdstrecken oder der Verlust eines Wildbestandes (Mufflon) können eine
Verringerung des Jagdertrages (weniger Wildbret und Trophäen) und damit eine Minderung des
Jagdwertes (geringere Pachtpreise) zur Folge haben. Diese Einbußen müssen nach Meinung
vieler Jäger und Jagdgenossenschaften ebenso mit öffentlichen Mitteln ausgeglichen werden wie
Verluste an Weidetieren. Bisher liegen aber keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Anwesenheit
von Wölfen sinkende Abschusszahlen und einen geringeren Jagdertrag zur Folge hat.154.2.3 Übergriffe auf Jagdhunde
Brauchbare Jagdhunde sind für eine sachgerechte Jagdausübung unentbehrlich und stellen einen
hohen Wert dar. In Schweden sind zahlreiche Hunde im jagdlichen Einsatz von Wölfen verletzt
oder getötet worden (SAND et al. 2008). Befürchtungen der Jäger, dass es derartige Fälle auch in
Deutschland und Brandenburg geben könnte, sind nicht unbegründet und ernst zu nehmen.4.3Auffällige und habituierte Wölfe, Hybriden4.3.1 Die Gefährlichkeit von Wölfen
Ängste vor Wölfen gehen auf zahlreiche Überlieferungen - darunter durchaus glaubwürdige und
belegte - zurück, wonach Wölfe in früheren Zeiten wiederholt Menschen angegriffen, verletzt oder
getötet und sogar gefressen haben. Auch in manchen Märchen wird der Wolf als gefährlich
dargestellt. Deshalb nimmt die Sorge, dass Wölfe Menschen gefährden könnten, in der
öffentlichen Diskussion einen breiten Raum ein. Besonders unter der Landbevölkerung sind diese
Sorgen verbreitet. Andererseits gewöhnen sich die Menschen rasch an die Gegenwart von
Aus jüngerer Zeit sind in Europa keine Fälle bekannt geworden, die diese Befürchtungen stützen
könnten, obwohl Wölfe in Ländern wie Italien, Spanien oder Rumänien in enger Nachbarschaft
zum Menschen leben. Auch in Deutschland wurden Wölfe schon in der Nähe von Ortschaften
gesehen und reißen dort sogar gelegentlich Weidetiere. Gegenüber Menschen sind sie aber in der
Regel scheu, im Einzelfall manchmal naiv-neugierig (besonders unerfahrene Jungwölfe). In
Deutschland ist bisher keine aggressive Begegnung bekannt geworden.
Angriffe von Wölfen auf Menschen sind heute sehr selten. Die meisten Fälle lassen sich auf
Tollwut oder Habituierung zurückführen. Nach einer Untersuchung des staatlichen
Wildforschungsinstitutes Norwegen (NINA) wurden seit 1950 in Europa nur vier tödliche Angriffe
durch nicht tollwütige Wölfe bekannt (LINNELL et al. 2002). In den USA und in Kanada sind
Übergriffe von Wölfen auf Menschen kein Thema. 2005 und 2009 wurde jedoch jeweils eine
Person durch Wölfe getötet – die ersten bekannten Fälle dieser Art in Nordamerika überhaupt
(MCNAY 2007, BUTLER et al. 2011).
STUBBE (2008) berichtet dagegen von einer Vielzahl tödlich endender Vorfälle in Russland.
Hierbei handelte es sich aber in den meisten Fällen um tollwütige Wölfe. Er kommt zu dem
Schluss: „Die Wölfe sind in der gegenwärtigen Situation in Deutschland für den Menschen nicht
4.3.2. Habituierung
Angriffe durch gesunde Wölfe sind fast immer die Folge von Habituierung. Dies gilt es ganz
besonders in einem dicht besiedelten Land wie Brandenburg zu beachten. Ein Wolf kommt nicht
als „Problemwolf“ zur Welt, sondern er lernt einen Großteil seines Verhaltens durch Erfahrungen.
Findet ein Wolf z. B. wiederholt Futter bzw. leichte Beute (verwertbarer Abfall, Tierkadaver auf
Müllkippen, angepflockte Schafe) in oder nahe von Ortschaften, so kann er die Scheu vor
Menschen abbauen und schließlich sogar deren Nähe suchen, weil er dies mit Vorteilen verbindet.
Auf diese Weise kann sich problematisches Verhalten entwickeln oder verstärken. Anders als z.B.
Bären entwickeln sich Wölfe jedoch nur selten zu so genannten „Problemwölfen“. Selbst in Italien,
wo sich Wölfe im 20. Jahrhundert mangels natürlicher Beutetiere zum Teil auf Müllkippen
ernährten, waren „Problemwölfe“ nicht bekannt. Problematisches Verhalten ist wie folgt definiert
(REINHARDT & KLUTH 2007):
•Dreistes Verhalten, das zur Gefährdung von Menschen führen kann.16••Notorisches unerwünschtes Verhalten (z. B. Wolf lässt sich durch Schutzmaßnahmen nicht
abhalten, Weidetiere zu töten), das zur verstärkten öffentlichen Ablehnung der Wölfe führen
kann und damit der gesamten Wolfspopulation schadet.
Problematisches Verhalten wird in der Regel wiederholt und teilweise mit steigender Intensität
gezeigt.4.3.3HybridenHybriden können überall vorkommen, wo Wölfe und Hunde zusammentreffen. Den Mischlingen
wird eine besondere Gefährlichkeit nachgesagt. Soweit es sich um Tiere handelt, die als Haustier
gehalten werden, trifft dies zu (PROMBERGER & HOFER 1994). Sie sind schwieriger zu halten,
zu berechnen und zu zähmen als ein Hund und sie besitzen ein beträchtliches
Aggressionspotential. Hybriden, die in freier Natur von einer Wölfin aufgezogen werden, nehmen
dagegen das Verhalten ihrer Mutter bzw. ihrer Rudelmitglieder an und sind nicht anders zu
beurteilen als normale Wölfe (BOITANI 1982, ZIMEN 1990).
4.3.4 Tollwut
Früher war die Tollwut weit verbreitet und daher eine häufige Ursache von Wolfsangriffen. Sie
spielt heute in Mittel- und Westeuropa keine Rolle mehr. Deutschland ist seit 2008 tollwutfrei, die
meisten Nachbarländer ebenfalls. In Polen wird die Tollwut intensiv bekämpft und ist in den letzten
Jahren auf den östlichen Teil des Landes zurückgedrängt worden (REINHARDT & KLUTH 2007).
Die Tollwutsituation wird in Deutschland und seinen Nachbarländern ständig beobachtet. Zugleich
findet ein intensives Wolfs-Monitoring statt.5Maßnahmen zu Schadensbegrenzung und
Konfliktbewältigung5.1Präventionsmaßnahmen bei WeidetierenWo Wölfe vorkommen, müssen Weidetiere geschützt werden, um Verluste durch Wölfe nach
Möglichkeit zu vermeiden. Die Durchführung von zumutbaren Schutzmaßnahmen ist
Voraussetzung für einen Schadensausgleich, sollte es doch zu einem Wolfsübergriff kommen. In
neu vom Wolf besiedelten Gebieten werden die Weidetierhalter vom LUGV in geeigneter Form
unverzüglich über die Neuansiedlung informiert.
Einen 100-prozentigen Schutz von Weidetieren gegen Wölfe gibt es nicht. Dies berücksichtigend,
sind bei der Haltung von Schafen und Ziegen derzeit folgende Schutzmaßnahmen als zumutbar
-Elektronetzzäune oder Fünf-Litzenzäune von jeweils mindestens 90 cm Höhe, stromführend
mit mind. 2500 Volt,.
Drahtgeflechtzäune, wenn sie mindestens 1,4 m hoch und bodengleich mit einem Spanndraht
versehen sind.Wo einzelne Wölfe lernen, Zäune zu überspringen, kann als vorübergehende zusätzliche
zumutbare Schutzmaßnahme das Anbringen eines Flatterbandes in einer Höhe von 30 cm über
dem Zaun erforderlich werden. Der Einsatz von Herdenschutzhunden ersetzt das Flatterband.
Die Schutzmaßnahmen werden in der Broschüre „Mit Wölfen leben – Informationen für Jäger,
Förster und Tierhalter in Sachsen und Brandenburg“ näher beschrieben und sind im Anhang 10.4
aufgeführt. Die Broschüre ist unter dem Link www.lugv.brandenburg.de/info/wolf im Internet zu
finden und wurde Ende 2010 über die Tierseuchenkasse an alle Halter von Schafen, Ziegen und
Gatterwild in Brandenburg verteilt.
17gewerbliche
Tierhalter/innicht gewerbliche
Tierhalter/inHaupt- und
NebenerwerbslandwirtschaftHobbytierhaltungSchadenspräventionSchadenspräventionFörderung technischer
Maßnahmen zur Wolfsabwehr,
Beratung durch das LUGV,
punktuelle Förderung von
(derzeit noch nicht möglich)Förderung technischer
Maßnahmen zur Wolfsabwehr
(derzeit noch nicht möglich),
Ausleihe von Zaunmaterial in
begründeten Einzelfällenfinanzielle Unterstützung
im Schadensfallfinanzielle Unterstützung
im SchadensfallBewertungsgrundlage:
GesamtschadenBewertungsgrundlage:
tierwerter Schaden,
Tierarztkosten, EntsorgungAbb. 3 Finanzielle Unterstützung von Tierhaltern durch Präventionsförderung und Ausgleichszahlung bei
Schäden durch den WolfDie AG „Herdenschutz“ (s. Kap. 7.2) kann weitere Maßahmen als wolfssichere und zumutbare
Schutzmaßahmen einstufen. Sie legt darüber hinaus Mindeststandards für die wolfssichere
Haltung von anderen Weidetieren fest. Die Mindeststandards werden im Internet veröffentlicht und
können bis zur Einrichtung der HES beim LUGV abgefragt werden.
Gewerblichen Tierhaltern/-innen wird bei der Durchführung dieser Maßnahmen eine Unterstützung
gewährt. Die Unterstützung erfolgt über eine Anteilsfinanzierung der förderfähigen Kosten zur
Umsetzung geeigneter zusätzlicher Schutzmaßnahmen, vorzugsweise wolfssicherer Zäunung. Die
Höhe der Förderung ist in der Richtlinie des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft des
Landes Brandenburg (MIL) über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung der
integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) und LEADER (siehe Anlage 10.1) geregelt.18geschädigter Tierhaltermeldet
SchadenInformierung
AusgleichszahlungSchadensHotline
Rissgutachter (im
Auftrag des LUGV)
Rissbegutachtung,
Rissprotokoll,
ggf. Bergung Tierkörper,
TierhalterBeantragt
SchadensAusgleich,
wenn Wolf mit
warLUGV
SchadensausgleichsVerfahren durchbei
FällenLELFLandeslabor
Berlin-BrandenburgErmittlung
SchadenshöheAbb. 4 Schematische Darstellung des Verfahrens zur Ausgleichszahlung bei Schäden durch den Wolf in
Brandenburg.Sie beträgt bis zu 100% der Kosten für den wolfsbedingten Mehraufwand zur wolfssicheren
Hobbyhaltern wird in begründeten Einzelfällen vom LUGV leihweise Material zur Errichtung von
Schutzzäunen zur Verfügung gestellt. Eine Förderung von Hobbyhaltern nach der o.g. Richtlinie ist
bisher nicht möglich, Hobbyhalter haben aber in der Regel eine besonders enge Beziehung zu
ihren Tieren. Daher kann man erwarten, dass sie mehr noch als gewerbliche Tierhalter19Vorkehrungen zum Schutz ihrer Tiere treffen. Zudem sind Tierhalter nach § 1 Tierschutzgesetz
zum Schutz ihrer Tiere verpflichtet.
Bei der Durchführung von Schutzmaßnahmen werden gewerbliche Tierhalter und Hobbyhalter vom
LUGV oder dessen Beauftragten individuell beraten. Das MUGV treibt die Einrichtung einer
Herdenschutzstelle (HES) voran, die diese Aufgaben spätestens bis Ende 2013 übernehmen soll.
Die HES soll außerdem die Zucht und Ausbildung von Herdenschutzhunden in Brandenburg
koordinieren.5.2Schadensausgleich für gerissene WeidetiereSchäden an Weidetieren, bei denen der Wolf als Verursacher mit hinreichender Sicherheit
festgestellt wurde, werden bei gewerblichen Tierhaltern und Hobbyhaltern finanziell ausgeglichen
(s. Abb. 4). Voraussetzung dafür ist, dass die gerissenen Weidetiere mit einem zumutbaren Schutz
vor Wölfen gehalten wurden. Bis zum 31.12.2013 gilt beim ersten Schadensfall eine
Übergangsfrist, in der ein Schadensausgleich auch dann gewährt wird, wenn keine oder nur
unzureichende Schutzmaßnahmen durchgeführt wurden. Sofern Präventionsmaßnahmen bei
privaten Tierhaltern bis dahin nicht gefördert werden können, wird ihnen auch nach dem
31.12.2013 beim ersten Schadensfall ein Schadensausgleich gewährt.
Kommt es durch einzelne Wölfe zu wiederholten Übergriffen bei geschützten Weidetieren und
können auch zusätzliche Schutzmaßnahmen keine dauerhafte Abhilfe schaffen, so sind solche
Tiere aus der Population zu entfernen (siehe Abschnitt 5.4 und Tabelle im Anhang 10.6). Die
Entscheidung darüber trifft die zuständige Naturschutzbehörde im Einvernehmen mit dem MUGV.5.3Jagd5.3.1 Maßnahmen im Bereich Wolfs-Management
So lange sich die Population nicht in einem günstigen Erhaltungszustand befindet und keine
Probleme auftreten, die anderweitig nicht zu lösen sind, scheiden jagdliche Eingriffe zur
zahlenmäßigen oder räumlichen Steuerung der Wolfspopulation auf Grund der gegenwärtigen
Rechtslage aus. Eine präventive Bestandskontrolle ist nicht statthaft (siehe Abschnitt 2.3).5.3.2Maßnahmen im Bereich Schalenwild-ManagementEine Zurücknahme der Bejagung von Schalenwild, um Eingriffe der Wölfe auszugleichen, ist
derzeit nicht begründet und angesichts der hohen Wilddichten auch nicht angebracht. Sollten
Schalenwildbestände durch den Eingriff der Wölfe übermäßig abnehmen, so muss dies durch eine
angepasste Abschussplanung berücksichtigt werden.
LUGV, oberste Jagdbehörde und Landesjagdverband prüfen, welche wissenschaftlichen
Untersuchungen über die Entwicklung der Schalenwildbestände und der Wildschäden notwendig
sind, um in den von Wölfen besiedelten Gebieten Brandenburgs eine angepasste Hege und
Bejagung des Wildes zu ermöglichen.5.3.3 Jagdschutz
Da im gesamten Land Brandenburg mit der Anwesenheit von Wölfen zu rechnen ist, wird allen
Jagdausübungsberechtigten geraten, auf den Abschuss von wolfsähnlichen Hunden im Rahmen
des Jagdschutzes zu verzichten. Die Jagdbezirksinhaber/-innen sollten alle Mitjäger/-innen und
vor allem auch Jagdgäste auf das mögliche Vorkommen von Wölfen und deren Schutzstatus
hinweisen (auch außerhalb bekannter Wolfsvorkommen), um versehentlichen Abschüssen
vorzubeugen. Es ist ferner darauf hinzuweisen, dass auch die Tötung verletzter oder kranker
Wölfe nur mit Zustimmung der zuständigen Naturschutzbehörde (derzeit das LUGV) erfolgen darf.
20§ 22a BJagdG findet keine Anwendung, da der Wolf weder dem Bundes- noch dem
Landesjagdgesetz unterliegt.5.3.4 Jagdertrag und Jagdwert
Mit dem Jagdrecht ist weder ein Anspruch auf einen bestimmten Wildbestand noch einen
bestimmten Jagdertrag verbunden. Hinsichtlich des Jagderfolges wird lediglich eine Chance
wahrgenommen. Denn die Grundlagen der Jagdausübung, nämlich die tatsächlichen
Gegebenheiten, sind rechtlich nicht gesichert. Auf Veränderungen der natürlichen
Umweltbedingungen, wie sie die natürliche Ausbreitung des Wolfes darstellt, muss sich der
Jagdausübungsberechtigte einstellen und diese entschädigungslos hinnehmen.
Allerdings finden bei einem Jagdpachtvertrag die mietrechtlichen Regeln über die
Pachtgegenstandes zum vertragsgemäßen Gebrauch einschränken, können daher zu einer
Herabsetzung des Pachtpreises berechtigen. Insofern kann der/die Jagdpächter/-in bei einem
etwaigen starken Rückgang des Wildbestandes durch Wölfe vom/von der Verpächter/-in des
Jagdausübungsrechts eine Minderung der Jagdpacht verlangen. Ein Entschädigungsanspruch
des/der Verpächters/Verpächterin würde hieraus aber nicht erwachsen, da es sich bei der
natürlichen Rückkehr des Wolfes nicht um eine hoheitliche Maßnahme handelt und insofern kein
Eingriff in einen Vermögenswert im Sinne des Art. 14 Abs. 1 des Grundgesetzes besteht.5.3.5 Einsatz von Jagdhunden
Für Jagdhunde, die während des jagdlichen Einsatzes von Wölfen verletzt oder getötet werden,
wird ebenso wie für Schäden an Weidetieren ein finanzieller Ausgleich gewährt. Die
Wertermittelung erfolgt nach KAHRS (2010) durch einen Sachverständigen für das
Gebrauchshundewesen (JGHV). Bei Hundeeinsatz im Wolfsgebiet ist durch den Jagdleiter vor
Beginn einer Jagd stets auf die besonderen Risiken durch die Anwesenheit von Wölfen
hinzuweisen.5.3.6 Maßnahmen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit
Die dauerhafte Rückbesiedlung Brandenburgs und Deutschlands durch den Wolf hängt
entscheidend von der Akzeptanz der Jäger/-innen ab. Neben der Einbindung der Jäger/-innen in
das Wolfs-Monitoring bedarf es der gezielten Vermittlung von belastbaren Daten und
Informationen über den Wolf für diese Zielgruppe. Der Landesjagdverband und das LUGV bilden
hierzu pro Kreisjagdverband gemeinsam zwei bis drei Jäger/-innen als Multiplikatoren aus, die in
ihren jeweiligen Verbänden sachlich über das Wildtier Wolf informieren Gemeinsam entwickeln
LJV und LUGV eine Strategie, um die Jäger/-innen in das bisherige Wolfs-Monitoring stärker
einzubinden. Geeignete Informationsmöglichkeiten bieten auch die Jagdausbildung, bei der das
Thema Wolf in Zukunft fester Bestandteil sein muss, sowie spezielle Weiterbildungs- und
Vortragsveranstaltungen.5.4Umgang mit auffälligen WölfenDer Umgang mit auffälligen Wölfen orientiert sich an den einschlägigen bundesweiten
Empfehlungen (siehe Tabelle im Anhang 10.6). Dennoch muss jede Situation einzeln von
Fachleuten beurteilt werden. Die abschließende Entscheidung trifft die zuständige
Naturschutzbehörde (derzeit das LUGV) in Abstimmung mit dem MUGV (siehe Anhang 10.7.1).
Dabei gilt der Grundsatz: Die Sicherheit von Menschen steht an erster Stelle!
Eine Entnahme von Wölfen aus der Population ist nur zulässig, wenn alle anderen Mittel
ausgeschöpft sind oder aber unmittelbare Gefahr für Menschen besteht. Sie ist immer das letzte
Mittel der Wahl. Die Entnahme erfolgt durch eine dafür qualifizierte und berechtigte, von der21zuständigen Naturschutzbehörde (derzeit das LUGV) beauftragte Person. Erfolgt die Entnahme
mittels Abschuss, ist der/die Jagdausübungsberechtige(n) vorab zu informieren.
Fälle, in denen eine Vergrämung oder Entnahme eines Wolfes empfohlen wird, sind durch das
Monitoring von der Sachverhaltsfeststellung bis zum Abschluss der Maßnahme lückenlos und
ausführlich zu dokumentieren, um der Berichtspflicht gegenüber der europäischen Kommission
nachkommen zu können und eine spätere Evaluierung der Situation sowie eine Weiterentwicklung
der Methoden zu gewährleisten. Die Handlungsempfehlungen (siehe Tabelle im Anhang 10.6)
werden entsprechend dem aktuellen Stand der Wissenschaft kontinuierlich überprüft und ggf.
Polizeiliche Maßnahmen auf Grundlage des brandenburgischen Polizeigesetzes bleiben von
diesen Regelungen unberührt.
5.4.1Umgang mit HybridenHybriden sind aus Artenschutzgründen nach Möglichkeit aus der Wolfspopulation zu entfernen
(siehe Kapitel 3.5.). Die zuständige Naturschutzbehörde (derzeit das LUGV) erteilt in Abstimmung
mit dem MUGV die dafür notwendige Ausnahmegenehmigung nach § 45 Abs. 7 Nr. 2 BNatSchG.
Die Entnahme erfolgt durch eine vom LUGV beauftragte, dafür qualifizierte und berechtigte
5.4.2Umgang mit tollwütigen WölfenEin Wolf mit Tollwutsymptomen ist unverzüglich aus der Population zu entnehmen. Die zuständige
Naturschutzbehörde (derzeit das LUGV) erteilt in Abstimmung mit dem MUGV die dafür
notwendige Ausnahmegenehmigung nach § 45 Abs. 7 Nr. 4 BNatSchG. Alles Weitere regelt der
Amtstierarzt in einer seuchenrechtlichen Verfügung.5.5Umgang mit verletzten, hilflosen oder toten WölfenWerden verletzte, kranke oder sonst wie hilflose Wölfe aufgefunden, ist dies dem LUGV zu melden
(§ 45 Abs. 5 Satz 4 BNatSchG). Soweit die Meldung zunächst dem Landratsamt,
Polizeidienststellen, Gemeinden oder anderen Behörden zugeht, informieren diese das LUGV.
Dieses zieht einen qualifizierten Tierarzt hinzu, der entscheidet, ob das Tier – ggfs. nach
ambulanter Behandlung – in freier Wildbahn belassen werden kann oder ob eine vorübergehende
stationäre Behandlung des Tieres in einer geeigneten Pflegestation mit anschließender
Freilassung erforderlich bzw. möglich ist (siehe Anhang 10.7.2).
Eine dauerhafte Gehegehaltung scheidet für in freier Natur aufgewachsene Wölfe aus.
Ausgenommen sind allenfalls Welpen, die vor dem 1. Oktober aufgegriffen werden. Adulte Wölfe
oder Welpen ab dem 1. Oktober, die krank oder verletzt aufgegriffen werden und nicht umgehend
oder nach einer kurzen stationären Behandlung wieder in die Natur entlassen werden können, sind
daher tierschutzgerecht einzuschläfern. Vor dem Hintergrund des Stellenwertes des Artenschutzes
und der Bedeutung selbst von einzelnen Wölfen für die Population, ist an die Heilungschancen ein
großzügiger Maßstab anzulegen. Wie zahlreiche Beobachtungen zeigen, können auch behinderte
Wölfe problemlos in der Natur zurecht kommen und über Jahre erfolgreich Welpen aufziehen.
Auf Grund des Tierschutzgesetzes bleibt die Tötung eines verletzten oder kranken Wolfes,
unabhängig vom Schweregrad seiner Verletzung oder Krankheit, grundsätzlich einem Tierarzt
vorbehalten. Für das Einschläfern ist eine Ausnahmegenehmigung der zuständigen
Naturschutzbehörde (derzeit das LUGV) nach § 45 Abs. 7 Nr. 5 BNatSchG notwendig. Für Eilfälle,
bei denen kein Mitarbeiter der zuständigen Naturschutzbehörde erreichbar ist, erlässt das MUGV
eine Rechtsverordnung nach § 45 Abs. 7 Satz 4 BNatSchG, um die Nottötung eines solchen
Wolfes durch die Polizei bzw. eines hinzugezogenen Tierarztes zuzulassen. Das LUGV erarbeitet
eine Liste mit qualifizierten Tierärzten, die von der Polizei hinzugezogen werden können. Für den
22Fall, dass ein Tierarzt nicht hinzugezogen werden kann, erarbeitet das MUGV einen Katalog mit
Kriterien, wann die Voraussetzungen für eine Nottötung gegeben sind. Dieser Kriterienkatalog ist
den Polizeidienststellen vom MUGV in geeigneter Form zur Kenntnis zu geben.
Auf keinen Fall dürfen verletzte oder kranke Wölfe - auch schwer(st) verletzte oder kranke nicht nach § 22a Bundesjagdgesetz (BJagdG) getötet werden, da der Wolf nicht dem BJagdG unterliegt
und kein Wild im Sinne dieser Vorschrift ist. Auch eine entsprechende/analoge Anwendung des
§ 22a BJagdG kommt nicht in Betracht.
Tot aufgefundene Wölfe sind dem LUGV zu melden und werden von diesem zu einer veterinärpathologischen Untersuchung an das Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin oder dem
Landeslabor Berlin-Brandenburg übersandt. Anschließend werden die Tiere der zentralen
Wirbeltiersammlung des Naturkundemuseums Potsdam zugeführt, wo sie sachgerecht präpariert,
inventarisiert und aufbewahrt werden.5.6Abbau von Ängsten in der BevölkerungMit dem hier erarbeiteten Managementplan wird das Ziel verfolgt, zu einem möglichst
konfliktarmen Nebeneinander von Menschen und Wölfen zu kommen. Nach über 150-jähriger
Abwesenheit müssen sich die Menschen in Brandenburg und Deutschland erst wieder an die
Anwesenheit des Wolfes gewöhnen. Auch wenn ein Angriff von Wölfen auf Menschen nicht
gänzlich ausgeschlossen werden kann, so geht von ihnen in Mitteleuropa unter den heutigen
Bedingungen keine Gefahr aus (s. Kap. 4.3.1). Es ist Aufgabe einer guten Öffentlichkeitsarbeit
(siehe Kapitel 6.2), vorhandene Ängste vor dem Wolf bzw. vor Änderungen vertrauter
Gewohnheiten abzubauen und bei möglichst vielen Menschen Akzeptanz für die Rückkehr der
Wölfe zu erzielen. Dies ist eine zentrale Aufgabe der Wolfsinformationsstelle (s. Kap. 6.2).6Begleitende Maßnahmen6.1MonitoringPrimäres Ziel des Wolfs-Monitorings ist die Überwachung des Erhaltungszustands der
Wolfspopulation gem. Art. 11 und die Erfüllung der Berichtspflicht gegenüber der Europäischen
Kommission nach Art. 17 der FFH-Richtlinie. Das Monitoring umfasst die Ermittlung von
Populationsgrößen (Anzahl Rudel und Anzahl Reproduktionen, territoriale Paare, territoriale
Einzeltiere) und des Verbreitungsgebietes des Wolfes sowie Trends dieser Parameter. Das
Monitoring in Brandenburg erfolgt nach den im Handbuch „Monitoring von Großraubtieren in
Deutschland“ (KACZENSKY et al. 2009) beschriebenen Standards als passives und aktives
Die für das Monitoring verantwortliche Landesbehörde ist das LUGV. Das Monitoring muss
gewährleisten, dass MUGV/LUGV Politik und Öffentlichkeit jederzeit über die aktuelle Lage
Dazu baut das LUGV das bestehende Netz der Ehrenamtlichen Wolfsbeauftragten weiter aus. Da
durch den Wolf die Belange von Wild, Jagd und Jägern in großem Umfang betroffen sind, wird
hierbei insbesondere die Jägerschaft integriert. Der Landesjagdverband und das LUGV entwickeln
eine Strategie, um die Jäger/-innen darüber hinaus in das bisherige Wolfs-Monitoring einzubinden.
Pro Landkreis sollen mindestens drei Ehrenamtliche Wolfsbeauftragte aktiv sein. Die Kontaktdaten
der Ehrenamtlichen Wolfsbeauftragten des Landes werden auf der Internetseite des LUGV zum
Wolf veröffentlicht und bei Bedarf aktualisiert (s. Kap. 6.2). Das LUGV sorgt für eine fortlaufende
Weiterqualifizierung der geschulten Personen und eine einheitliche Dokumentation aller durch die23Ehrenamtlichen Wolfsbeauftragten erfassten Hinweise. Daneben werden erfahrene Personen
benötigt, die lokal das Wolfs-Monitoring koordinieren und beim aktiven Monitoring mitwirken.
Das LUGV stellt die Koordination der Ehrenamtlichen Wolfsbeauftragten durch eine oder mehrere
erfahrene Personen, die Archivierung der eingehenden Hinweise in einer Datenbank, die
einheitliche Bewertung der Daten nach SCALP-Kriterien und eine Analyse und Interpretation der
Daten gemäß den o. g. Monitoring-Standards sicher. Ggfs. beauftragt das LUGV ein geeignetes
wildbiologisches Büro mit der Koordinierung und Anleitung des Monitorings und der
Datenauswertung. Das LUGV gewährleistet nach der Meldung von Rissen, Sichtbeobachtungen
oder dem Einsenden von Proben einen zeitnahen Rücklauf an den Melder über die Qualität des
Hinweises nach den SCALP-Kriterien (KACZENSKY et al. 2009).
Zur Beantwortung besonderer Fragestellungen (z. B. Reproduktion, Ernährung, Abstammung,
Populationszugehörigkeit, Dispersionsraten, Hybridisierung, Migrationskorridore, Nachweis von
Neuansiedlungen) veranlasst das LUGV bei Bedarf Detailuntersuchungen durch ein qualifiziertes
wildbiologisches Büro oder eine dafür geeignete erfahrene Person. Besteht der Verdacht auf eine
Neuetablierung, erfolgt die Abklärung im laufenden Monitoringjahr.
Sämtliche seit 2007 gewonnenen Materialproben werden genetisch aufgearbeitet. Von allen tot
aufgefundenen oder verletzt/krank aufgegriffenen Wölfen werden Gewebeproben entnommen, die
unverzüglich einer genetischen Analyse zuzuführen sind. Das LUGV stellt außerdem sicher, dass
zukünftig auf gesamter Fläche ein koordiniertes genetisches Monitoring erfolgt, um Fragen zur
Herkunft der Wölfe in Brandenburg beantworten zu können sowie zur individuellen Unterscheidung
und zum Nachweis von Reproduktionen.
Hinweise aus der Bevölkerung werden von den Ehrenamtlichen Wolfsbeauftragten, dem LUGV
oder anderen Behörden (z. B. uNB, uJB) entgegen genommen (Meldeadressen siehe Anhang
10.8). Daten, welche die Grundlage für Vorkommensgebiete und Populationsgröße bilden, werden
einmal jährlich mit den erfahrenen Personen der anderen Bundesländer bzw. des BfN diskutiert,
um eine einheitliche Bewertung des Populationszustandes über Ländergrenzen hinweg zu
Bei Bedarf veranlasst das LUGV wissenschaftliche Begleituntersuchungen zur Entwicklung der
Wolfspopulation in Brandenburg. Das LUGV koordiniert auch die Zusammenarbeit mit
wissenschaftlichen Institutionen und mit Partnerorganisationen (IFAW, WWF, NABU etc.).6.2Allgemeine ÖffentlichkeitsarbeitDie Zukunft der Wölfe in Brandenburg und Deutschland hängt entscheidend von einer positiven
Einstellung der Bevölkerung zu diesen Tieren ab. Deshalb kommt der Öffentlichkeitsarbeit – im
weitesten Sinne – eine zentrale Bedeutung zu. Gute Öffentlichkeitsarbeit soll Akzeptanz schaffen
und Ängste nehmen. Sie muss zeitnah über Ereignisse im Zusammenhang mit Wölfen und über
das Ergreifen von Vorsorgemaßnahmen berichten. Die Bevölkerung und insbesondere die
Weidetierhalter sind vor allem über vom Wolf neu besiedelte Gebiete oder über eventuell
verursachte Schäden zu informieren. Erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit muss die Bevölkerung
erreichen, bevor die Wölfe vor Ort sind.
Hierzu wird in Brandenburg bis 2013 eine zentrale Stelle für die Öffentlichkeitsarbeit zum Wolf
(Wolfsinformationsstelle = WIS) eingerichtet. Hier werden alle aktuellen Informationen gebündelt
und der Öffentlichkeit in geeigneter Weise zugänglich gemacht beziehungsweise aktiv bekannt
gegeben werden. Dies geschieht über Internet, Pressemitteilungen, Rundfunk- und
Fernsehberichte sowie über Veröffentlichungen in geeigneten Druckmedien und
zielgruppenspezifische Vorträge. Das WIS soll auch eine ständige Ausstellung sowie
Wanderausstellungen zum Wolf gestalten und betreuen. Bis zur Einrichtung einer entsprechenden
Internetseite des WIS hält das LUGV die Informationen auf seiner Internetseite zum Wolf,
insbesondere die Informationen zum genauen Vorkommen des Wolfs in Brandenburg und zum
24Herdenschutz, stets auf dem neuesten Stand.
Die aktuellen Vorkommen sind unter www.lugv.brandenburg.de/info/wolf abrufbar.
Bedarfsweise initiiert das MUGV landesweite Kampagnen zur Öffentlichkeitsarbeit.
Darüber hinaus kommt den Verbänden (u.a. NABU, LJV, IFAW, WWF) und Einrichtungen wie
Zoos, Tierparks, Großschutzgebieten, Waldschulheimen, Forstämtern eine tragende Rolle bei der
Öffentlichkeitsarbeit zu. Wichtig ist, dass möglichst abgestimmt und widerspruchsfrei informiert
wird. Die Verbände und das LUGV (bzw. das einzurichtende WIS) sind daher aufgerufen, hierfür
eng zusammenzuarbeiten und ihre Aktionen und Verlautbarungen inhaltlich aufeinander
abzustimmen.7Beratung und Zusammenarbeit7.1PlenumEntscheidungen im Wolfs-Management stehen oft im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Viele
Interessengruppen erheben den Anspruch, vor Entscheidungen gehört zu werden. Es entspricht
daher dem demokratischen Verständnis, auch nach Fertigstellung dieses Managementplans mit
den an seiner Erarbeitung beteiligten Verbänden, Vereinen und Interessengruppen sowie
Vertretern der Wissenschaft und zuständigen Behörden (Plenum) über die aktuellen
Entwicklungen zu beraten und den Managementplan zu evaluieren. Das Plenum trifft sich auf
Einladung des MUGV mindestens einmal im Jahr. Das Plenum hat ausschließlich beratenden
Charakter. Die gesetzlichen Zuständigkeiten von LUGV und MUGV bleiben unberührt.7.2ArbeitsgruppenMit der dauerhaften Etablierung von Wölfen in Bandenburg ergeben sich verschiedene Fragen, zu
deren Beantwortung derzeit nicht genügend gesicherte Erkenntnisse oder Erfahrungen vorliegen.
Neben den laufenden und künftigen wissenschaftlichen Begleituntersuchungen werden
nutzerbezogene Fragen in Bezug auf das Verhältnis Wolf-Weidetiere/Herdenschutz und Wolf-Jagd
in zwei dauerhaft einzurichtenden Arbeitsgruppen beraten. Anlassbezogen können weitere
temporäre Arbeitsgruppen gebildet werden, z. B. wenn das Plenum dies empfiehlt. Über die in den
Arbeitsgruppen erzielten Beratungsergebnisse ist auf den Plenumssitzungen zu berichten.7.3Länderübergreifender InformationsaustauschBrandenburgische Vertreter waren und sind in mehreren vom Bund initiierten Wolfsprojekten im
Rahmen einer Projekt begleitenden Arbeitsgruppe vertreten und bringen hier aktiv Erfahrungen
aus dem bisherigen Wolfs-Management ein. Brandenburg führt mit den benachbarten
Bundesländern regelmäßige Beratungen durch, um Präventions- und Kompensationsmaßnahmen
aufeinander abzustimmen und um sich über die Entwicklung der Wolfsbestände auszutauschen.
Außerdem ist Brandenburg Mitglied des Unterarbeitskreises „Wolfs-Management“ des StA „Biotopund Artenschutz“ der LANA.
Brandenburg begrüßt den im Rahmen des vom BfN geförderten Vorhabens „Grundlagen für
Managementkonzepte für die Rückkehr von Großraubtieren – Rahmenplan Wolf“ (BfN 2010)
erarbeiteten Vorschlag, eine länderübergreifende Struktur aufzubauen, die den Informations- und
Erfahrungsaustausch sowie die gemeinsame Nutzung von Fachexpertisen für den Wolf
gewährleistet. Die vom BfN hierfür eingerichtete Internetplattform ist ein erster Schritt in der
Umsetzung, an der sich auch Brandenburg beteiligt.
Die länderübergreifende Information ist in Bezug auf die Bestandesentwicklung des Wolfes
unerlässlich und kann nur auf Bundesebene sinnvoll organisiert werden. Bei Weidetierschäden
25durch Wölfe an der Grenze zu den benachbarten Bundesländern werden die dort zuständigen
Stellen schnell informiert.7.4Internationaler MaßnahmenkatalogBisher gibt es für die deutsch-westpolnische Wolfspopulation keinen Managementplan, der einen
national und international abgestimmten Maßnahmenkatalog vorgibt. Die hier vorgestellten
Maßnahmen beziehen sich ausschließlich auf die Managementeinheit Brandenburg. Sofern der
auf nationaler und internationaler Ebene zu erarbeitende Managementplan für die deutschwestpolnische Wolfspopulation weiterreichende Maßnahmen festschreibt, werden diese bei der
Fortschreibung des brandenburgischen Managementplans berücksichtigt.8Weitergehende politische ForderungenIm Verlauf der Abstimmung dieses Managementplans wurden von verschiedenen Teilnehmern
Bedenken und Forderungen erhoben, die nicht im Managementplan berücksichtigt werden
konnten. Entweder wäre ansonsten der geltende Rechtsrahmen (s. Kap. 2.2) verlassen worden
oder es handelte sich um Forderungen (etwa nach Rechtsänderungen), die außerhalb der
Regelungsmöglichkeiten eines Managementplans lagen. Um solche – politischen – Forderungen
dennoch berücksichtigen zu können, wurde daher beschlossen, diese in einem zusätzlichen
Kapitel „Weitergehende politische Forderungen“ aufzunehmen.
Das an der Erarbeitung dieses Managementplanes beteiligte Plenum fordert:
1.Angesichts des zu erwartenden weiteren Anwachsens des Wolfbestandes in Brandenburg (s.
Kap. 3.4) und der mit dem Wolfs-Management verbundenen Aufgaben ist durch das Land
Brandenburg eine ausreichende finanzielle und personelle Ausstattung der zuständigen
Behörden und Einrichtungen sicher zu stellen.2.Die Durchführung von Präventionsmaßnahmen muss ebenso wie bei gewerblichen Tierhalten
auch bei Hobbyhaltern über die Richtlinie des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft
des Landes Brandenburg (MIL) über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung der
integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) und LEADER (siehe Anhang 10.3.) gefördert werden
können.3.Es ist unverzüglich eine Herdenschutzstelle (HES) einzurichten. Die HES soll die Tierhalter
über geeignete Präventionsmaßnahmen informieren und bei ihrer Durchführung beraten. Die
HES soll außerdem die Zucht und Ausbildung von Herdenschutzhunden in Brandenburg
koordinieren.4.Die Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit dem Wolf ist zu verstärken. Hierzu ist
unverzüglich eine zentrale Stelle für die Öffentlichkeitsarbeit zum Wolf (Wolfsinformationsstelle
= WIS) einzurichten, in der alle aktuellen Informationen gebündelt und der Öffentlichkeit in
geeigneter Weise zugänglich gemacht beziehungsweise aktiv bekannt gegeben werden.5.Für sämtliche wolfsbedingte Schäden und Aufwendungen für Präventionsmaßnahmen ist ein
Rechtsanspruch auf vollständigen finanziellen Ausgleich zu schaffen. Dazu ist im Haushalt des
zuständigen Umweltministeriums ein Haushaltstitel einzustellen, der entsprechend finanziell
ausgestattet ist. Gefördert bzw. entschädigt werden müssen u. a.:
a) die Errichtung wolfsicherer Zäunungen
b) notwendige bauliche Veränderungen an Stallanlagen, Pferchen etc. bzw. Neubau derartiger
Einrichtungen26c) Anschaffung, Unterhalt und Ausbildung von Herdenschutzhunden
d) unbürokratische Entschädigung von Wolfsrissen an Weidetieren
Soweit Präventionsmaßahmen durch entgegenstehende Rechtsvorschriften be- oder sogar
verhindert werden, sind auch die gesetzlichen Voraussetzungen für ihre Durchführung zu
6.Zum Ausgleich des erhöhten Arbeitsaufwandes bei der Weidetierhaltung ist ein gesondertes
Förderprogramm einzurichten.Über diese gemeinsamen Forderungen des Plenums hinaus fordern der Landesbauernverband
Bandenbug e.V., der Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg e. V., der Rinderzuchtverband Berlin
Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern:
7.Die Landesregierung muss sich auf allen Ebenen, z. B. gegenüber dem Bund, der EU oder
internationalen Artenschutzorganisationen dafür einsetzen, dass der gegenwärtig strenge
Schutzstatus des Wolfes gelockert wird. Ein erster Schritt dazu ist die Aufnahme des Wolfes in
den Anhang V der FFH-Richtlinie. Im Ergebnis der Lockerung des Schutzstatus müssen/muss
a) exakt beschriebene und eindeutig abgrenzbare Wolfsgebiete ausgewiesen werden
b) die Höhe der Wolfspopulation unter Berücksichtigung der Freiland-Weidetierhaltung in
diesen Gebieten festgelegt werden
c) der Umgang mit Wölfen außerhalb der ausgewiesenen Wolfsgebiete geregelt werden
d) die Entnahme von Problemwölfen aus der Population rasch und unbürokratisch möglich
sein.9LiteraturBFN (2009). Grundlagen für Managementkonzepte für die Rückkehr von Großraubtieren Rahmenplan Wolf. BfN-Skript z. Zt. im Druck
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10.1 Verbreitung des Wolfes (Stand jeweils Dezember 2012)aktuelle Wolfsvorkommen in Brandenburg (Quelle LUGV)29Vorkommen des Wolfes in der Lausitz (Quelle: LUPUS)Entwicklung des sicher belegten Wolfsbestandes in Brandenburg
1RudelPaare22
14territoriale
EinzeltiereWelpen5Bestand (juv./ad.)511
47 (27/20)
50 (29/21)61
11davon 2 bzw. 1 Tier(e) gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern
davon 1 Rudel gemeinsam mit Sachsen-Anhalt
davon 1 Paar/Rudel gemeinsam mit Sachsen
davon 1 Tier/Paar gemeinsam mit Sachsen u. Sachsen-Anhalt
einschließlich Tiere aus grenzüberschreitenden Vorkommen
geschätzter Bestand bei einer durchschnittlichen Rudelgröße von acht Tieren und einer unbekannten
Anzahl nicht territorialer Wölfe : 75 – 90 Wölfe
230Wolfswelpen in Brandenburg
Seese2009
5Spremberg1
Altengrabow1
291grenzüberschreitendes RudelGetötete Wölfe in Brandenburg nach 1945
2012Landkreis
Oder-Spree1
Elbe-Elster1
Prignitz1
Märkisch-Oderland1
Teltow-FlämingGeschlecht
w1Name des heutigen Landkreises
Abschuss/Fang vor dem 3.10.1990 legal
Abschuss/Fang ab dem 3.10.1990 illegal
231Todesursache
Abschuss 2
Schlingenfang2
Abschuss2
Abschuss 3
Abschuss3
unklar10.2Schäden an Weidetieren durch WölfeZahl der mit hinreichender Sicherheit durch Wölfe getöteten Weidetiere (Stand
GesamtZiegenSchafe
4DamwildKälber1
363Todesursachen der begutachteten Weidetiere (n = 165 Schadensfälle, alle Tierarten)
2007 – November 2012T odesursache von Nutztieren, die als Wolfsrisse
gemeldet w urden
W olf/W olf nicht
auszuschließen6%Hund49%6%Fuchs19%
4%unbekannter
Verursacher16%Totgeburt
krank32Ausgezahlte Beihilfen
Beihilfe (€) des LUGV
Beihilfe (€)200720082009555,92 €10.283,19 €7.769,57 €332010201120.545,25 € 14.861,25 €2012
4.731,03 €10.3Richtlinie des Ministeriums für Infrastruktur und
Landwirtschaft über die Gewährung von Zuwendungen für
die Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung (ILE)
und LEADERIm Land Brandenburg sind Investitionen zur Vermeidung von Schäden durch geschützte Arten
nach der ILE – Richtlinie förderfähig. Derzeit steht die Richtlinie aber nur landwirtschaftlichen
Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe offen. Unter folgenden Links stehen die Richtlinie und das
Antragsformular zur Verfügung:
www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.309533.de
www.mugv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.3310.de/antr_ile2012.pdf
www.mugv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.3310.de/ile_lead.pdf
Die Richtlinie ist bis 2013 gültig. Bei der Vorbereitung der Maßnahme berät das LUGV Tierhalter/innen, während das LELF die zuständige Förderstelle ist, die über den Antrag entscheidet,
Fördermittel ausreicht und die Durchführung kontrolliert. Diese Förderung zielt ab auf eine
wolfssichere Haltung von Schafen, Ziegen und Klauenwild. Werden andere Weidetierarten durch
Wölfe geschädigt, sind diese in die entsprechenden Durchführungsvorschriften des LELF
aufzunehmen. Ziel der Förderrichtlinie ist es, in Brandenburg Tierhalter/-innen im Haupt- und
Nebenerwerb von dem Aufwand zu entlasten, der bei der Umstellung ihrer Betriebe auf die neuen
Bedingungen des Wirtschaftens unter der Anwesenheit des Wolfes entsteht. Damit soll Akzeptanz
für diese streng geschützte Tierart gestärkt werden.
Richtlinie Absatz F.2: „Juristische Personen des öffentlichen Rechts, natürliche und juristische
Personen des privaten Rechts.“ Dazu erläutert die Dienstanweisung vom 15.02.2008 zur
Durchführung der Förderrichtlinie: „Tierhalter im Haupt- und Nebenerwerb [...] insbesondere Schafund Ziegenhaltung, Wildgatter zur Wildfleischerzeugung...“.
Richtlinie Absatz F.1.2: „Maßnahmen des Artenschutzes, insbesondere... Erwerb und Anlage von
Schutz- und Sicherungseinrichtungen [...] z.B. Zäunungen, Sperrroste...“. Die Dienstanweisung
vom 15.02.2008 zur Durchführung der Richtlinie präzisiert:
„Gefördert werden die Anschaffung zusätzlicher technischer Mittel und die einmalige Durchführung
entsprechender Maßnahmen zur wolfssicheren Pferchung und Weidehaltung sowie zur Abwehr
von Wölfen von Gehegen zur landwirtschaftlichen Wildbreterzeugung. Förderfähig ist dabei nur der
Anteil der Kosten, der über die übliche Standardausstattung der Betriebe hinaus geht.“
Anträge nimmt das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung
(LELF) entgegen. Unterstützung und Beratung leistet das LUGV, Referat Ö2.
Der Antrag enthält die Darstellung von Zielen und technischer Umsetzung der Maßnahmen zur
wolfssicheren Weidetierhaltung, eine Lagebeschreibung des Betriebes bzw. der mit Schafen
bewirtschafteten Flächen, Angaben zur Herdengröße und betriebwirtschaftlichen Erfordernissen.
Das LELF erteilt den Förderbescheid nach Fachstellungnahme durch LUGV, Referat Ö2, und uNB.34Förderhöhe
Erstattet werden 100% des wolfsbedingten Mehraufwandes.
Richtlinie Absatz F.4.4: „Für Maßnahmen nach Nummer F.1.2, Erwerb und Anlage von Schutzund Sicherungseinrichtungen [...] Im Rahmen des Wolfs-Managements gilt eine Bagatellgrenze
von 500 Euro je Antrag.“3510.4Empfohlene SchutzmaßahmenGeeignete Schutzmaßnahmen gegen Wölfe werden in der Broschüre „Mit Wölfen leben –
Informationen für Jäger, Förster und Tierhalter in Sachsen und Brandenburg“ beschrieben und
sind nachfolgend aufgeführt. Die Broschüre wurde Ende 2010 über die Tierseuchenkasse an alle
Halter von Schafen, Ziegen und Gatterwild in Brandenburg verteilt und ist im Internet unter dem
www.mugv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.3310.de/mit_woelfen.pdf
www.ifaw.org/sites/default/files/mit_wolfen_leben.pdf zu finden.
In der Lausitz ist das Koppeln von Schafen mit Elektronetzzäunen weit verbreitet. Korrekt
angewendet sind sie für die Wölfe eine bei Berührung schmerzhafte Barriere. Im Gegensatz zu
Hunden springen Wölfe nur sehr ungern über vor ihnen auftauchende Hindernisse. Sie versuchen
üblicherweise unter einem Zaun durchzuschlüpfen. Deshalb ist der Bodenabschluss des Zaunes
besonders wichtig; er muss straff gespannt, lückenlos und mit ausreichend Strom versorgt (mind.
2500 V) aufgestellt sein. Dies gilt auch für Elektrolitzenzäune, die mit mindestens 5 Litzen
ausgestattet sein sollten, und deren unterste Litze maximal 20 cm über dem Boden verlaufen
sollte. Wölfe, die erst einmal einen nicht sachgemäß aufgestellten Elektrozaun überwunden
haben, lernen wohlmöglich auch, gut aufgestellte Zäune hinter sich zu lassen. Dienen die
Elektronetzzäune als Nachtpferch, ist darauf zu achten, dass den Schafen ausreichend Platz
bleibt, innerhalb des Zaunes auszuweichen. Bei zu engem Koppeln besteht die Gefahr, dass die
Herde, wenn sich ein Feind nähert, in Panik gerät und ausbricht. Um dem derzeit in Sachsen
gültigen Standard für den Mindestschutz zu entsprechen (siehe Kapitel Förderung im
Schadensfall), müssen Elektrozäune mind. 90 cm hoch sein. Wie Erfahrungen aus anderen
europäischen Ländern zeigen, ist allerdings eine Höhe der Elektrozäune von mindestens 110 cm
empfehlenswert. Außerdem kann die optische Wahrnehmbarkeit des Elektronetzzaunes für Wölfe
und Wild durch in das Netz eingezogene vertikale breite Plastikstreben erhöht werden. Dies ist vor
allem zu empfehlen, wenn die Elektronetzzäune nicht in Kombination mit Herdenschutzhunden
eingesetzt werden. Alternativ können nach den bisherigen Erfahrungen auch mindestens 140 cm
hohe feste Zäune aus Maschendraht oder Drahtknotengeflecht mit einem festen Bodenabschluss
(Spanndraht) eingesetzt werden.
Unterwühlschutz bei Zäunen ohne Stromführung
Bei Zäunen ohne Stromführung, z. B. bei Knotengeflechtzäunen, wie sie oft bei Wildgattern
eingesetzt werden, ist ein Unterwühlschutz empfehlenswert. Einerseits kann ein ca. 100 cm breiter
Draht- Knotengeflechtstreifen außen vor dem Zaun flach ausgelegt, mit Bindedraht mit dem
bestehenden Zaun verbunden und mit Erdankern am Boden fixiert werden. Andererseits können
stromführende Drahtlitzen (mind. 2500 V) mittels Isolatoren 20 cm über dem Boden am Zaun
befestigt werden. Beim Einsatz von Zäunen sollten folgende Grundsätze zur Hütesicherheit
Anwendung finden: Die Funktionsfähigkeit des Weidezauns sollte täglich geprüft werden. Gräben
müssen immer mitgekoppelt werden – über offene Gräben können Wölfe leicht in die Umzäunung
eindringen. Bei allen Elektrozäunen muss auf eine gute Erdung geachtet werden, um eine
ausreichende Stromversorgung auch in Trockenzeiten zu gewährleisten. Elektrozäune dürfen
außerhalb der Weidesaison nicht ohne Stromversorgung stehen bleiben, da Wölfe sonst leicht
erlernen können, dass diese Zäune überwindbar sind. Elektrozäune sollten nicht durchhängen,
sondern die Mindesthöhe auf der gesamten Koppellänge aufweisen. Von angrenzenden
Böschungen zu Flächen auf einer höheren Ebene sollte genügend Abstand gehalten werden.
Wenn kein geeigneter Zaun vorhanden ist, wird über Nacht eine Unterbringung der Weidetiere im
Stall oder in einem gesicherten Nachtpferch empfohlen. Das Ablammen sollte im Stall oder unter
Aufsicht erfolgen.36„Flatterband“
In Gebieten, in denen es einzelne Wölfe lernen, über die Zäune zu springen, kann der Einsatz von
Breitbandlitze („Flatterband“) erforderlich werden, die 30 cm über dem Elektrozaun gespannt wird.
Die Litze selbst muss keinen Strom führen, da sie nur eine optische Barriere darstellen soll.
Eine der ältesten Schutzmethoden für das Vieh ist der Einsatz von Herdenschutzhunden.
Während die kleineren, agilen Hüte- und Schäferhunde die Aufgabe haben, die Schafe in die vom
Schäfer gewünschte Richtung zu treiben, sind die großen und wehrhaften Herdenschutzhunde
allein dafür zuständig, die Herde gegen Angreifer zu verteidigen. Sie werden bereits im
Welpenalter mit den Schafen sozialisiert und bleiben Tag und Nacht in der Herde. Die Hunde
empfinden die Schafe also fast wie Geschwister und verteidigen sie als solche. Gut ausgebildete
Hunde stellen einen effektiven Schutz der Herde vor zwei- und vierbeinigen Viehräubern dar. Bis
die Hunde mit ca. 1,5 – 2 Jahren zuverlässig arbeiten, muss der Schäfer allerdings einen nicht zu
unterschätzenden Betreuungsaufwand leisten. Pro Schafherde sollten mindestens zwei
erwachsene Herdenschutzhunde eingesetzt werden. Ob weitere notwendig sind, hängt neben der
Herdengröße vor allem von der Größe der Koppel ab, in der die Herde die Nacht verbringt.
Größere, unübersichtlichere Koppeln, in denen sich die Herde verteilt, erfordern mehr Hunde, die
sich ebenfalls im Gelände verteilen. In Sachsen und Brandenburg arbeiten bereits einige Schäfer
mit Herdenschutzhunden. Die Tiere stammen aus bewährten Arbeitslinien aus der Schweiz und
Frankreich und werden bei uns zusätzlich zu Elektronetzzäunen eingesetzt. Gut arbeitende
Herdenschutzhunde schützen nicht nur zuverlässig gegen Wölfe, sondern auch gegen wildernde
Hunde, eindringende Menschen, gegen Wildschweine und anderes Wild, das die Zäune umrennt.
Nach Erfahrungen in weiteren Ländern Europas stellen Herdenschutzhunde in Kombination mit
Elektronetzzäunen den bestmöglichen Schutz gegen Übergriffe von Wölfen auf Weidetiere dar.
Als kurzfristige Übergangslösung kann ein Lappenzaun für Schutz gegen Übergriffe von Wölfen
sorgen. Er besteht aus einer Schnur mit daran befestigten Stofffähnchen, die um eine gefährdete
Herde gespannt wird. Da sich die „Lappen“ im Wind bewegen und für sie ein nicht
einzuschätzendes Hindernis darstellen, trauen sich die Wölfe nicht auf Anhieb, ihn zu überwinden.
Um zu verhindern, dass sich die Wölfe an den Lappenzaun gewöhnen und lernen, dass sie ihn
gefahrlos passieren können, sollte er nur über wenige Tage an derselben Stelle eingesetzt werden
bis eine passende, längerfristige Schutzmaßnahme gefunden ist. Mehrere Kilometer Zaunlänge
sind für solche Fälle in den zuständigen Einrichtungen für Sachsen und Brandenburg vorrätig. Sie
können kostenlos ausgeliehen werden.3710.5Finanzielle
WolfsübergriffenvonTierhalternnachPrivate, also nichtgewerbliche Tierhalter/-innen erhalten Ausgleichzahlungen von bis zu 100 %
des Wiederbeschaffungswertes, sowie die Tierarzt- und Entsorgungskosten ersetzt.
Gewerbliche Tierhalter, also Landwirtschaftliche Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe, erhalten den
entstandenen betrieblichen Gesamtschaden bis zu einem Höchstbetrag von 7.500 € innerhalb von
drei Jahren als De-minimis-relevante Beihilfe (Verordnung (EG) Nr. 1535/2007 der Kommission
über die Anwendung der Artikel 87 und 88 auf De-minimis-Beihilfen im Agrarsektor) zu 100
Prozent ersetzt. Dies bedeutet, dass
-der Empfänger vorher über die Art und Höhe der De-minimis-Beihilfe informiert wird,
der Empfänger einen schriftlichen Antrag auf Beihilfe stellt und
er vorher eine entsprechende formale Erklärung dazu unterzeichnet,
eine „De-minimis-Bescheinigung“ in die zahlungsbegründeten Unterlagen aufgenommen wird.Für Schäden, die den Höchstbetrag von 7.500 €/Betrieb/3 Jahre übersteigen, erhalten gewerbliche
Tierhalter eine Beihilfe in Höhe von bis zu 80 % des erlittenen Schadens nach der „Richtlinie des
Brandenburgischen Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz zum Ausgleich
von durch Wölfe verursachten Schäden“ vom 27.10.2011. Die Richtlinie ist im Internet unter dem
Link www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.309527.de zu finden.
Ein Betrieb kann sowohl Ausgleichzahlungen nach der Richtlinie als auch De-minimis-Beihilfen im
Rahmen der Verordnung (EG) 1535/2007 erhalten. In ein und demselben Schadensfall dürfen die
beiden Regelungen aber nicht kumuliert werden. Ein Schadensfall ist in Gänze nachvollziehbar
entweder über die bewilligte Beihilfereglung (Entschädigungsrichtlinie) oder im Rahmen von Deminimis auszugleichen. Wird ein Schadensfall auf Grundlage der Richtlinie zu 80 % ausgeglichen,
dürfen die verbleibenden 20 % nicht im Rahmen von De-minimis ausgeglichen werden. Ebenso
wenig darf ein Schaden, dessen vollständiger Ausgleich den Höchstbetrag von 7.500 €/Betrieb/3
Jahre überschreiten würde, bis zu dem Höchstbetrag zu 100 % im Rahmen von De-minimis und
danach der den Höchstbetrag überschreitende Restbetrag zu 80 % nach der Richtlinie
ausgeglichen werden. Ein Schadensfall ist dabei ein einzelnes, von anderen Fällen klar
abgegrenztes Schadereignis.
Der Ausgleich von Schäden setzt voraus, dass zumutbare Schutzmaßnahmen zur Vermeidung
von Wolfsübergriffen auf Weidetierbestände durchgeführt wurden. Bei der Haltung von Schafen
und Ziegen werden derzeit folgende Schutzmaßnahmen als zumutbar angesehen:
- Elektronetzzäune oder Fünf-Litzenzäune von jeweils mindestens 90 cm Höhe, stromführend mit
mindestens 2500 Volt,
- Drahtgeflechtzäune, wenn sie mindestens 1,4 m hoch und bodengleich mit einem Spanndraht
Wo einzelne Wölfe lernen, Zäune zu überspringen, kann als vorübergehende zusätzliche
Ob abweichende Zäunungsvarianten als wolfssicher einzustufen sind, kann bei der HES (bis dahin
beim LUGV) hinterfragt werden. Gatterwild muss nach den Vorgaben des § 43 Absatz 2 in
Verbindung mit § 42 Abs. 3 Nr. 1 - 4 BNatSchG einbruchssicher gehalten werden. Wer die
Förderung in Anspruch nehmen will, muss seine Weidetiere außerdem beim zuständigen
Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt angemeldet haben. Die AG „Herdenschutz“ (s.
Kap. 7.2) legt darüber hinaus Mindeststandards für die wolfssichere Haltung von Weidetieren fest.38Bis zum 31. Dezember 2013 gilt eine Übergangsfrist, in der beim ersten Schadensfall ein
Schadensausgleich auch dann gewährt wird, wenn keine oder nur unzureichende
Schutzmaßnahmen durchgeführt wurden. Sofern Präventionsmaßnahmen bei Hobbytierhaltern bis
dahin nicht gefördert werden können, wird ihnen auch nach diesem Zeitpunkt beim ersten
Schadensfall ein Schadensausgleich gewährt,
Die Gewährung eines Schadensausgleichs setzt auch voraus, dass der Schaden innerhalb von 24
Stunden gemeldet wurde, damit die genaue Schadensursache festgestellt werden kann. Hierzu
veranlasst das Land die Einrichtung einer Hotline, bei der Schäden gemeldet werden können. Die
Telefonnummer der Hotline wird unter www.lugv.brandenburg.de/info/wolf im Internet
veröffentlicht. Bis zur Einrichtung der Hotline sind Schäden dem LUGV und außerhalb der
Dienstzeiten des LUGV dem amtstierärztlichen Bereitschaftsdienst des örtlich zuständigen
Landratsamts bzw. der örtlich zuständigen kreisfreien Stadt zu melden. Dieser unterrichtet dann
das LUGV.
Die Begutachtung des Schadens erfolgt durch eine(n) vom Land beauftragten Rissgutachter/-in. Je
schneller die Meldung erfolgt, umso sicherer kann die Ursache geklärt werden, sofern die
Spurenlage eine Bewertung erlaubt. Die Begutachtung mündet in einem Riss- und
Schadensprotokoll, das eine Beurteilung der Haltungssituation und eine Fotodokumentation
einschließt und dem LUGV zur weiteren Bearbeitung zugeht. Die betroffenen Tierhalter/-innen
erhalten eine Kopie des Protokolls. Es wird vom Geschädigten am Untersuchungsort
gegengezeichnet. Im Ergebnis der Untersuchung können die Rissgutachter/-innen wie folgt
votieren:
•Wolf ist Verursacher
andere Ursachen (Hunde- oder Fuchsriss, andere Todesursache)In den beiden erstgenannten Fällen zahlt das Land Brandenburg den betroffenen Halter/-innen
einen Schadensausgleich. Träger des Verfahrens ist das LUGV. Die Schadenshöhe ermittelt das
LELF in Zusammenarbeit mit dem LUGV (siehe Abb. 4) wie folgt:
a) Schadensbewertung in Schaf- und Ziegenbeständen
Die Entschädigung bei Schafen und Ziegen erfolgt nach den Prinzipien, welche der Schätzrahmen
www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierseuchenkasse/leistungen/schaetzrahmen/index.
htm zur Ermittlung des gemeinen Wertes von Schafen und Ziegen der Landwirtschaftskammer
Nordrhein-Westfalen vorgibt.
Es werden der Fleischpreis (Schlachtwert), der Zuchtwert, das Alter und das Trächtigkeitsstadium
berücksichtigt. Als Basispreis zur Berechnung des Fleischpreises ist das gleitende Mittel des
Lämmerpreises der letzten 3 Monate vor dem Termin des Schadensereignisses anzusetzen. Zur
Ermittlung des Basispreises sind die durchschnittlichen Lebendgewichtpreise für Lämmer
heranzuziehen, die wöchentlich von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI)
www.ami-informiert.de für die Neuen Bundesländer erhoben werden (veröffentlicht in den
wöchentlich erscheinenden Ausgaben der Bauerzeitung).
Bei Herdbuchtieren kann zu höheren als über den Schätzrahmen berechneten Tierpreisen
entschädigt werden. Voraussetzung hierfür ist der Nachweis des höheren Wertes durch Vorlage
entsprechender Kauf- und Verkaufsbelege bzw. von Dokumentationen zu
Zuchttierpreisen im Rahmen von Zuchttierhandel oder Auktionen der Zuchtverbände in den Neuen
Für alle geschädigten Halter sind eventuelle Mehraufwendungen für die Ersatzbeschaffung in den
Schadensausgleichsberechnungen zu berücksichtigen. Bei Erwerbsschäfereien sind auch
betriebswirtschaftliche Folgeschäden auszugleichen.39b) Schadensbewertung bei landwirtschaftlicher Gatterwildtierhaltung
Die Entschädigung erfolgt nach Fleischpreis, Tierkategorien, Zuchtstatus und Trächtigkeitsstatus.
Es werden aktuelle Informationen des Landesverbandes für Landwirtschaftliche Wildhaltung
Brandenburg/Mecklenburg–Vorpommern sowie des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der
Landwirtschaft (KTBL) berücksichtigt.
Bei der Beurteilung des Schadens wird jeweils berücksichtig,
a) ob die anerkannten Regeln der Freilandtierhaltung eingehalten wurden,
b) ob die vom Land empfohlenen Präventionsmaßnahmen fachgerecht durchgeführt worden sind.
Im Dissensfall zwischen Tierhalter/-in und Rissgutachter-/in werden getötete Tiere im Einzelfall im
Landeslabor Frankfurt/Oder veterinärpathologisch oder im nationalen Referenzzentrum Genetik
untersucht. Die Kosten trägt das LUGV, wenn im Ergebnis des Gutachtens „Wolf“ oder „Wolf als
Verursacher nicht auszuschließen“ bestätigt wird.4010.6Wolfsverhalten: Ursachen und HandlungsbedarfDie folgenden Tabellen dienen der Bewertung von Wolfsverhalten und zeigen auf, ob und welcher
Handlungsbedarf besteht. Die Tabellen stamen aus:
Ilka Reinhardt, Petra Kaczensky, Jörg Rauer, Felix Knauer , Gesa Kluth, & Ulrich Wotschikowsky
2010. Bewertung von Problemindividuen bei Bär, Wolf und Luchs und Empfehlungen zum
Umgang. 23 Seiten. Kapitel 6 aus: Projektteam Rahmenplan Wolf. 2010. Grundlagen für
Managementkonzepte für die Rückkehr von Großraubtieren – Rahmenplan Wolf. Endbericht. 355
Seiten.10.6.1 Einschätzung verschiedener Wolfsverhaltensweisen in
Bezug auf die Gefährlichkeit für den Menschen und daraus
abgeleitete Handlungsempfehlungen.
Wölfe laufen im Schutz der
Dunkelheit direkt an
Ortschaften entlang oder
durch Siedlungen hindurch.Wolf läuft im Hellen in
Sichtweite von Ortschaften /
Anblick von Menschen und
Autos. Bleibt stehen und
beobachtet seinerseits.Ursache
Strukturen.Einschätzung
Ungefährlich.Evtl. Markierverhalten, insbesondere während der
RanzzeitProblem kann entstehen,
wenn Wölfe regelmäßig
Nahrung in der Nähe oder
innerhalb von Siedlungen
finden.Handlungsbedarf
Ggf. Vermeidung/Beseitigung
von Nahrungsquellen
Handlungsbedarf.Wölfe meiden Menschen,
Strukturen.Ungefährlich.
von NahrungsquellenDas Tier hat bisher keine
Insbesondere Jungwölfe
reagieren eher unbedarft und
neugierig.Wolf wird über längere Zeit
häufig in der Nähe eines
Dorfes gesehen.Unterschiedlich, u.a.:
Futterquelle, Beziehung zu
HundenWolf nähert sich mehrfach
Menschen, interessiert sich
anscheinend für MenschenWurde durch die Anwesenheit
von Menschen "belohnt"; z.B.
durch Futter oder durch für
ihn interessante
Gegenstände.Problem kann entstehen,
wenn das Tier angelockt bzw.
Mögliches Konditionierungsoder Habituierungsproblem
Kritisch.Spezifische Information.
Genaue Analyse. Spezifische
Information. Bei Bedarf
Futterquelle entfernen. Evtl.
besendern und vergrämen.Konditionierung in Verbindung
mit Habituierung kann dazu
Bei ausbleibendem Erfolg
führen, dass Wölfe immer
trotz sachgerechter
dreister werden. Verletzungen
Vergrämung entfernen.
nicht ausgeschlossen.Wolf reagiert unprovoziert
z.B. Tollwut, extreme
aggressiv auf Menschen
Grundsatz: Die Sicherheit des Menschen steht an erster Stelle41Grundsätzlich kein
Handlungsbedarf.Entfernung.10.6.2 Einschätzung verschiedener Wolfsverhaltensweisen in
Bezug auf die Gefährlichkeit für Hunde und daraus abgeleitete
Wolf tötet einen
Jagdhund im
Jagdeinsatz.Ursache
Unterschiedlich, u.a.:Wolf wird über eine
gesehen.Wolf nähert sich
mehrfach Menschen mit
Hunden* (nicht
aggressiv).
* verschiedene Menschen
Wolf nähert sich
Hunden und reagiert
dabei aggressiv auf
Wolf tötet wiederholt
Hunde in Hof oder
Garten.A) Ranzzeit: Wolf sucht
Paarungspartner.
C) "soziale Beziehung" zu einem
Hund.Einschätzung
Ungefährlich.Handlungsbedarf
Information.Natürliches Wolfsverhalten.
A) mögliches
Hybridisierungsproblem.
C) Lärmbelästigung; wenn
Verhalten gefördert wird,Genaue Analyse.
Hunde sicher
verwahren.mögliches Habituierungsproblem.
Mensch empfindet die Situation
meist als bedrohlich.Sieht in Hund einen
Artgenossen/Sozialpartner.Spezifische
Information.Möglichst frühzeitig
vergrämen.Gefahr für den Hund nicht
Wolf sieht im Hund einen Artgenossen,
der in sein Territorium eingedrungen
Hund kann verletzt oder getötet
werden. Für den Menschen
extreme Stresssituation.
Unterschiedlich, u.a.: Wolf hat gelernt,
dass Hunde einfache Beute sind oder
sieht in Hunden KonkurrentenEntfernen.Kritisch.
Großer Schaden für die
Akzeptanz der Wölfe.Entfernen.10.6.3 Einschätzung verschiedener Verhaltensweisen von Wölfen
in Bezug auf Weidetierschäden und daraus abgeleitete
Wolf tötet ungeschützte oder
nicht ausreichend geschützte
Wolf tötet immer wieder
sachgerecht geschützte
Weidetiere. Findet stets einen
Weg, den Schutz zu
überwinden.UrsacheEinschätzung
Akzeptanzproblem, wenn Wolf
Wolf unterscheiden nicht
häufig Erfolg haben und sich
zwischen erlaubten und
dadurch auf Weidetiere
unerlaubten Beutetieren.
Einzelner Wolf verursacht
Wolf hat wiederholt Erfolg unverhältnismäßig hohen
Weidetiere einfache Beute Schaden.
Ggf. großer Akzeptanzschaden.42Handlungsbedarf
Weidetiere schützen.
Sichere Schutzmethode
Bei ausbleibendem Erfolg,
Entfernen des Wolfes.10.7 Spezielle Handlungsketten
10.7.1 Informations- und Handlungskette beim Auftreten eines
auffälligen Wolfes
Beobachter/inLUGV | Polizei | Ehrenamtliche Wolfsbeauftragte | LK |
nehmen Informationen entgegenErfahrene Person:
Situation/Empfehlung
zum weiteren VorgehenZuständige
(derzeit LUGV)
veranlasst Begutachtungwenn auffälliger
Wolf bestätigt wirdWIS (geplant)Informierung MUGVin Abstimmung mit MUGV
Informierung der
ÖffentlichkeitIn Abstimmung mit dem MUGV Veranlassung von
Maßnahmen wie unter 10.6 dargelegt.4310.7.2 Informations- und Handlungskette beim Aufnehmen eines
verletzten WolfesFinder/Beobachter/inLUGV / Polizei | Ehrenamtliche Wolfsbeauftragte | LK | Gemeinde
nehmen Informationen entgegenTierarzt / TierärztinLUGVBegutachtung/Empfehlung
zum weiteren Vorgehenveranlasst Begutachtungin Abstimmung mit
TierarztInformierung
MUGVFreilassung
(ggf. nach
und/oder kurzer
Pflege)WIS (geplant)Informierung der
ÖffentlichkeitZuständige
AusnahmegenehmigungTötung4410.7.3Informations- und Handlungskette beim Auffinden
eines toten WolfesFinder/inLUGV | Polizei | Ehrenamtliche Wolfsbeauftragte | LK | Gemeinde
nehmen Informationen entgegenIZW / LLBB
LUGVUntersuchung Todesursache
und veterinĂ¤rpathologische
Untersuchungveranlasst BergungInformierung
PotsdamWIS (geplant)anatomische Untersuchung
SicherungInformierung der
Ă&#x2013;ffentlichkeit4510.8Adresslisten/Kontakte/Meldestellen1. Für das Wolfs-Management in Brandenburg zuständige Behörden
Haus 45Postanschrift:
Postfach 60 11 5014473 Potsdam
Ansprechpartner: Herr Kluge14411 Potsdam
Fax: 0331/ 27548-7034
ekkehard.kluge@mugvrandenburg.deLandesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV)
Landesweite Koordinationsstelle für FFH-Monitoring und Datendokumentation
16827 ZippelsfördeTel.: 033933/ 708 16
Fax: 033933/ 90 172
jens.teubner@lugv.brandenburg.deLandesweite Koordinierung Schadensmanagement und Prävention
03096 Burg SpreewaldTel.: 035603/ 69123
Mobil: 0174/ 1790316
Fax: 035603/ 691 22
steffen.butzeck@lugv.brandenburg.deRegionale Ansprechpartner im LUGV für Monitoring, Schadensmanagement und Prävention
Steffen ButzeckKontaktdaten s.o.NORDBRANDENBURG
OSTBRANDENBURGKontaktdaten s.o.Dr. Eckhart Hoffmann
15236 Frankfurt (Oder)Tel.: 0335/ 5603413
Mobil 0177/ 4720245
Fax: 0335/ 5603402
eckhart.hoffmann@lugv.brandenburg.de46LANDKREISE
16225 EberswaldeTel.: 03334/ 214 1532
Fax: 03334/ 214 2360
E-Mail: naturschutzbehoerde@kvbarnim.de
Tel.: 03546/ 202440
Fax: 03546/ 202317
E-Mail: umweltamt@dahme-spreewald.deLandkreis Dahme-Spreewald
04916 HerzbergTel.: 03535/ 469301
Fax: 03535/ 469372
Tel.: 03321/ 403 5414
Fax: 03321/ 403 5460
E-Mail: Matthias.Lehmann@havelland.deLandkreis Havelland
15306 SeelowTel.: 03346/ 8507320
Fax: 03346/ 8507309
E-Mail: naturschutz@landkreismol.deLandkreis Oberhavel
16515 OranienburgTel.: 03301/ 60136 81
Fax: 03301/ 60136 90
E-Mail: naturschutz@oberhavel.deLandkreis Oberspreewald-Lausitz
03205 CalauTel.: 03541/ 8703471
Fax: 03541/ 8703410
E-Mail: umweltamt@osl-online.deLandkreis Oder-Spree
15848 BeeskowTel.: 03366/ 351670
Fax: 03366/ 352679
E-Mail: umweltamt@l-os.deLandkreis Ostprignitz-Ruppin
Neustädterstraße 14
16816 NeuruppinTel.: 03391/ 6886710
Fax: 03391/ 6886702
E-Mail: umweltamt@o-p-r.deLandkreis Potsdam-Mittelmark
14806 BelzigTel.: 033841/ 91125
Fax: 033841/ 91218
47Landkreis Prignitz
19348 PerlebergTel.: 03876 / 713733
Fax: 03876 / 713712
Tel.: 03562/ 98617003
Fax: 03562/ 98617088
E-Mail: h.schuhr-umweltamt@lkspn.deLandkreis Spree-Neiße
14943 LuckenwaldeTel.: 03371/ 6082500
Fax: 03371/ 6089170
E-Mail: birgit.paul@teltow-flaeming.deLandkreis Uckermark
17291 PrenzlauTel.: 03984/ 701168
Fax: 03984/ 704599
E-Mail: amt68@uckermark.deKreisfreie Stadt Brandenburg
14776 BrandenburgTel.: 03381/ 586301
Fax: 03381/ 583144
E-Mail: anette.Vedder@stadt-brandenburg.deKreisfreie Stadt Cottbus
03046 CottbusTel.: 0355/ 6122750
Fax: 0355/ 6122704
E-Mail: umweltamt@cottbus.deKreisfreie Stadt Frankfurt (Oder)
15234 Frankfurt/OderTel.: 0335/ 5523930
Fax: 0355/ 5523999
E-Mail: siegmar.wegner@frankfurt-oder.deKreisfreie Stadt Potsdam
Friedrich-Ebert-Straße 79 - 81
14467 PotsdamTel.: 0331/ 2891801
Fax: 0331/ 2891810
E-Mail:UmweltNatur@Rathaus.Potsdam.deBundesanstalt für Immobilienaufgaben
Berliner Str. 98-101
Herzdorfer Str. 18
16909 SchweinrichTel.: 033966/ 50930
Fax: 033966/ 50932
Mobil: 0170/ 7928595
gerald.lemke@bundesimmobilien.de
48Herr Krüger
Forstrevier Damelang
BW-ZMobStp
14822 Brück2.Tel.: 033844/ 52216
Fax 033844/ 52218
Mobil 0170/ 7928678
andreas.krueger@bundesimmobilien.deWILDBIOLOGISCHE BÜROS MIT DEM SCHWERPUNKT WOLFBüro für Wildbiologie & Wildtiermanagement
Yvette Krummheuer* Dipl. Ing. (FH)
Tel.: 033849/ 901987
Schmerwitz 12 d
Mobil 0172/ 37212 99
yvettekrummheuer@gmx.de
02979 SpreewitzTel.: 035727/ 57762
Mobil 0170/ 2305407 (Gesa Kluth)
Mobil 0173/ 3572329 (Ilka Reinhardt)
kontakt@buero-lupus.de3. Ehrenamtliche Wolfsbeauftragte (siehe auch Übersichtskarte)
UweNaturwacht Naturpark Markt 20
04924 Bad
LiebenwerdaArnold,
Dr. HorstLandesamt für
(LUGV), ÖNW/Ö2Dolch,
Fochtmann,
MatthiasUnter den Eichen 32
15907 LübbenDorfstraße 2 d 16818
Rehain 3
Spree Ordnungsamt/
Untere JagdbehördeRudolf-BreitscheidStraße 5
15841 Beeskow49Tel.: 035341/ 102 13 (d)
Tel.: 03533/ 164 117 (p)
Mobil: 0175/ 7213067 (d)
Mobil: 0170/ 745 94 48
Tel.: 0330 3588367
Mobil: 0151/ 188 54 994
janosch.arnold@googlemail.com
Tel.: 03546/ 27 837 07 (d)
Mobil 0172/ 328 21 42 (d)
Fax 03546/ 27 837 09
Horst.Beutler@lugv.Brandenburg.de
horst_beutler@gmx.de
Tel.: 033925/ 709 28
dm.dolch@web.de
Tel.: 03531/ 601 335
Mobil 0160/ 77 358 15
conny.eiser@t-online.de
Tel.: 033654/ 45 47 (p)
Tel.: 03366/ 35 13 43 (d)
Fax 03366/ 35 13 99
Mobil: 0152/ 015 88 406
Matthias.Fochtmann@l-os.deFranck,
RobertFritz,
TorstenDorfstraße 8
OT Zechow
Untere JagdbehördePlauerhof
Siedlung 1 B
14774 BrandenburgGoretzki, Dr. Johann Heinrich von
Thünen-Institut (vTI),
WildtierökologieAlfred-Möller-Straße 1
16225 EberswaldeHagenguth,
AndreasMühlenkamp 1 19348
BergeHartleb,
Kay-UweKurzweg 4
Mönchenstraße 47
14913 JüterbogHauffe,
BrandenburgHoffmann,
Ittermann,
LutzKayser,
Lippert, Jörg Landesamt für
(LUGV) , Ö1 CITESTel.: 033931/ 39 247
Mobil 0172/ 60 48 375
Fax 033931/ 294199
Robert.franck@rhintour.de
Tel.: 03381/ 410 824 (p)
Tel.: 03381/ 533 124 (d)
Mobil 0177/ 20 7 88 55
torsten.fritz@potsdam-mittelmark.de
Tel.: 03334/ 38 20 305 (d)
Tel.: 03334/ 245 94 (p)
Fax 03334/ 38 20 354
juergen.goretzki@vti.bund.de
Tel.: 038785/ 904 08
Mobil 0170/ 8 5 66 444
Hagenguthachten@web.de
Mobil 0152/090 615 20
Kay-Uwe.Hartleb@web.deTel.: 03372/ 4407350
Mobil 0160/ 947 14 845
Fax 03372/ 4407349
www.hauffe@stiftung-nlb.de
Am Goldmannpark 71 Tel.: 030 / 651 23 04 (p)
Mobil 0177 / 47 20 245 (p)
ce.hoffmann@gmx.de
Kräuterweg 12 15518 Tel.: 03366/ 35 167 8 (d)
Tel.: 03361/ 346 754 (p)
Mobil 0171/ 27 13 151
Fax 03366/ 35 2679
Lutz.Ittermann@l-os.de
Lutz.Ittermann@web.de
Reesdorfer Dorfstraße Tel.: 033204/ 633 33
Mobil 0173/ 275 15 51
Fax 033204/ 633 34
OT Reesdorf
A.Kayser@web.de
Seeburger Chaussee 2 Tel.: 033201/ 442 216 (d)
14476 Potsdam OT
Tel.: 0331/ 740 56 47 (p)
Mobil 0162/ 483 95 70 (p)
Fax 033201/ 442 631
joerg.lippert@lugv.Brandenburg.de
lippert.1964@googlemail.comMöckel,
Dr. ReinhardLanges Ende 8 03249
Sonnewalde OT
MünchhausenPeuker,
PeterHerrenseestraße 36
15345 RehfeldeRaden,
FrankFriedensstraße 14
01979 LauchhammerTel.: 03574/ 861 393
Mobil 0152/ 26 43 17 28Schumann,
GerdHubertusstraße 19
14552 MichendorfTel.: 033205/ 44155
geschumido@web.de50Tel.: 035323/ 607 16 (p)
Tel.: 03573/ 783 447 (d)
Mobil 0173/ 485 29 36
Fax 035323/ 607 16
reinhard.moeckel@gmx.de
Tel.: 033435/ 15 11 88 (p)
Mobil 01577/ 890 36 63
Peter.Peuker@northtrail.deSchumann,
SpillmannFreiwald, Dr.
ThomasBrauhausberg 26
Fischwasser-straße 7
03253 Schönborn OT
LindenaStarick,
Thiele, KlausAm Ring 6
Gartenstraße 3a 14641 Tel.: 033234/ 889 30
Wustermark OT Elstal Mobil 0151/ 527 09 470
Flederklaus@online.deThielemann, Naturpark
HeidelandschaftMarkt 20
LiebenwerdaTreichel,
DirkNationalpark Unteres Park 2
OT CriewenMobil 0163/ 628 43 29
Heiner.Schumann@gmx.de
Tel.: 03535/ 469 301 (d)
Mobil 0163/ 461 00 36 (d)
Tel.: 035322/ 40 11 (p)
Thomas.spillmann@lkee.de
tspillmann@freenet.de
Tel.: 0355 / 87 06 31Tel.: 035341/ 61 516 (d)
Mobil 0172/ 30 40 924 (d)
Fax 035341/ 61 516
Lars.Thielemann@lugv.brandenburg.
Tel.: 033334/ 85 108 (p)
Tel.: 03332/ 26 77 209 (d)
Mobil 0174/ 1790 352
Fax 03332/ 26 77 220
Dirk.Treichel@lugv.Brandenburg.deVetter, RalphGröper Gärten 11
16909 WittstockTel.: 03394/ 44 38 11
Mobil 0170/ 417 36 19
Ralph.vetter@o-p-r.de
Ralphvetter13@t-online.deVogel,
CarinaBahnhofstraße 56
16359 BiesenthalTel.: 03337/ 3999 654
Mobil 0170/ 537 40 47
Carina_vogel@web.deWeinberg,
KatharinaDirschauer Straße 2
10245 BerlinMobil 0179/ 515 2556
k.weinberg@freenet.deWendt,
EdgarNationalpark Unteres Park 2
Odertal Naturwacht
Schwedt / Oder OT
Criewen51Tel.: 03332/ 267 72 10 (d)
Tel.: 033338/ 70103 (p)
Mobil 0170/ 79 26 941
Edgar.Wendt@Naturwacht.de524. Verbände und Stiftungen, die sich in Brandenburg beim Wolfsschutz
und Wolfs-Management engagieren
BrandenburgHubertus
MeckelmannLandesbüro anerkannter
Naturschutz-verbändeSchulstraße 6
D-14482 PotsdamTel.: 0331/ 7409322
Fax: 0331/ 7409323
http://www.stiftung-nlb.deHaus der Natur
14467 PotsdamTel.: 0331/ 2015550
Fax: 0331/ 2015555
Tel.: 02245/ 911374
uwe.tichelmann@freundeskreis
Tel.: 033205/ 21090
Fax: 033205/ 210911
www.ljv-brandenburg.deFreundeskreis
e.V.Uwe
TichelmannIm Proffgarten 13
53804 MuchMarienfeldLandesjagdverband
GeschäftsstelleGeorg
BaumannSaarmunder Straße 35
14552 MichendorfGesellschaft zum
e.V.Dr. Peter
(Vorstand),
JaegerIndersdorfer Straße 51
Gleiwitzer Weg 5
53119 BonnTel.: 08139/ 1666
Mobil: 0171/ 8647444
Fax: 08139/ 995804
Tel.: 0228/ 661377
Mobil: 0172 / 3432201
Fax: 0228/ 90875111
Rolf.jaeger@gzsdw.de
www.gzsdw.deIFAW Internationaler
Tierschutz-Fonds GmbH
(International Fund for
Animal Welfare)Max-Brauer-Allee 62-64 Tel.: 040/ 866 500 28
Mobil: 0173/ 622 75 38
Fax: 040/ 866 500 22
rkless@ifaw.org
www.ifaw.deStiftung
Brandenburg (NF)Bernhard
Schmidt-Ruhe 18/19
14473 PotsdamTel.: 0331/ 97164700
www.naturschutzfonds.de/WWF Deutschland
Vertretung BerlinDr. Janosch
ArnoldTel.: 030/ 311777294
Fax: 030/ 311777199
janosch.arnold@wwf.de
www.wwf.deReinhardtstraße 14
10117 Berlin53All pages:345678910111213141516171819202122232425262728293132333537383940414243444547484950515254InfoSaveLikeShareDownloadMoreBrandenburg Published on Jan 10, 2013 http://niedersachsenwolf.jimdo.com/app/download/5903105763/50eec154/a94f48b04ffbfa88908c203eecae3b3fafe51c5b/Brandenburg.pdf?t=1357824328niedersachsenwolfFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore

References: § 61
 § 61
 § 1
 § 45
 § 67
 Art. 12
 § 7
 § 7
 § 44
 § 45
 Art. 12
 § 7
 § 7
 § 44
 Art. 12
 § 45
 § 45
 § 1
 Art. 14
 § 45
 § 45
 § 45
 § 45
 § 22

§ 22
 Art. 11
 Art. 17
 § 43
 § 42