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Timestamp: 2019-11-12 21:31:16+00:00

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Die Löschung einer ver­mö­gens­lo­sen GmbH – und ihre Pro­zess­fä­hig­keit | Rechtslupe
Die Löschung einer vermögenslosen GmbH - und ihre Prozessfähigkeit
Die Löschung einer ver­mö­gens­lo­sen GmbH – und ihre Pro­zess­fä­hig­keit
Die Löschung einer ver­mö­gens­lo­sen GmbH nach § 394 Abs. 1 FamFG hat zwar zur Fol­ge, dass die Gesell­schaft ihre Rechts­fä­hig­keit ver­liert und damit nach § 50 Abs. 1 ZPO auch ihre Fähig­keit, Par­tei eines Rechts­streits zu sein. Eine GmbH bleibt aber trotz der Löschung par­tei­fä­hig, wenn Anhalts­punk­te dafür bestehen, dass noch ver­wert­ba­res Ver­mö­gen vor­han­den ist 1.
Nach § 241 Abs. 1 ZPO ist ein Ver­fah­ren unter­bro­chen, wenn eine nicht pro­zess­fä­hi­ge Par­tei kei­nen gesetz­li­chen Ver­tre­ter mehr hat. Die­ser Fall ist mit der Amts­lö­schung der GmbH ein­ge­tre­ten. Damit ver­lor die Liqui­da­to­rin der GmbH ihr Amt. Die Löschung hat zur Fol­ge, dass der bis­he­ri­ge organ­schaft­li­che Ver­tre­ter sei­ne Ver­tre­tungs­be­fug­nis ver­liert und die GmbH pro­zess­un­fä­hig wird 2.
Dass die Liqui­da­to­rin Rechts­an­wäl­tin ist und die Beklag­te im Ver­fah­ren vor dem Beru­fungs­ge­richt ver­tre­ten hat, hin­dert die Unter­bre­chung nicht. Nach § 246 Abs. 1 ZPO tritt die Unter­bre­chung nicht ein, wenn die Gesell­schaft durch einen Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten ver­tre­ten war 3. Das setzt grund­sätz­lich vor­aus, dass die Ver­tre­tung auf einer Pro­zess­voll­macht beruht und damit § 86 ZPO Anwen­dung fin­det. Wenn der gesetz­li­che Ver­tre­ter der Par­tei selbst Rechts­an­walt ist und sie nicht auf­grund einer Pro­zess­voll­macht ver­tritt (vgl. § 78 Abs. 4 ZPO), ist § 246 ZPO nicht anwend­bar, son­dern der Rechts­streit mit dem Weg­fall der organ­schaft­li­chen Ver­tre­tungs­be­fug­nis unter­bro­chen 4.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Okto­ber 2013 – II ZR 269/​12 und II ZR 281/​12
Amts­lö­schung einer GmbH wegen Ver­mö­gens­lo­sig­keit Ver­mö­gens­lo­sig­keit im Sin­ne des § 394 Abs. 1 FamFG ist nicht mit Unter­bi­lanz, Über­schul­dung oder Mas­se­lo­sig­keit gleich­zu­set­zen; sie liegt nur vor, wenn nach kauf­män­ni­scher-wirt­schaft­li­cher Betrach­tungs­wei­se…
Löschung im Han­dels­re­gis­ter wegen Ver­mö­gens­lo­sig­keit Die Löschung der Gesell­schaft ist nach § 394 FamFG vor­zu­neh­men, wenn die Gesell­schaft im Zeit­punkt der Löschungs­an­ord­nung ver­mö­gens­los ist. Dies ist der Fall, wenn die…
Über­bau in ein Wege­recht – und die Ver­jäh­rung des… Bein einem Anspruch auf Besei­ti­gung eines Über­baus in ein Wege­recht, der bereits vor Inkraft­tre­ten des Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­set­zes erfolgt ist, trat die abso­lu­te Ver­jäh­rung gemäß Art. 224…
BGH, Urteil vom 25.10.2010 – II ZR 115/​09, ZIP 2010, 2444 Rn. 22 mwN[↩]
BGH, Urteil vom 18.01.1994 – XI ZR 95/​93, NJW-RR 1994, 542[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 08.02.1993 – II ZR 62/​92, BGHZ 121, 263, 266; Urteil vom 18.01.1994 – XI ZR 95/​93, NJW-RR 1994, 542[↩]
vgl. OLG Köln, OLGR 2003, 173; Münch­Komm-ZPO/Gehr­lein, 4. Aufl., § 241 Rn. 3; Stein/​Jonas/​Roth, ZPO, 22. Aufl., § 246 Rn. 3; Zöller/​Greger, ZPO, 30. Aufl., § 246 Rn. 2a[↩]
§ 394 famfgGmbH-RechtHandelsregisterLöschungProzessfähigkeitVerfahrensunterbrechungVermögenslosigkeit

References: § 394
 § 50
 § 241
 § 246
 § 86
 § 78
 § 246
 § 394
 § 394
 Art. 224
 § 241
 § 246
 § 246

§ 394