Source: http://doczz.fr/doc/1299194/rheinisches-zahn%C3%A4rzteblatt-04-2013
Timestamp: 2019-04-21 21:18:19+00:00

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Nr. 4 · April 2013
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Den Patienten die Augen öffnen
Der Karl-Häupl-Kongress, der jährlich im Kölner Gürzenich stattfindet, stellt
einen lebendigen Beweis der großen Anstrengungen der Zahnärzte dar
sich fortzubilden und damit die Versorgung der Patienten immer weiter zu
verbessern. Bei der Eröffnungsveranstaltung zeigten die Festredner ihre
Freude über den guten Zuspruch und das breite Angebot an äußerst
interessanten Vorträgen.
Dennoch waren auch sorgenvolle Mienen zu sehen; dann nämlich, wenn
die Rede auf die nächste Bundestagswahl und die Bürgerversicherung kam,
eine Hauptforderung von SPD, Grünen und auch der Linkspartei, die im
kommenden Wahlkampf eine große Rolle spielen wird. Unser Kollege und
KZV-Vorsitzende Ralf Wagner erklärte in seiner Ansprache, angesichts der
Details der Bürgerversicherung werde ihm „Angst und Bange um den Spaß
am Beruf, um die Möglichkeit, den eigenen Patienten optimal zu versorgen,
und erst recht um den Spielraum, der notwendig ist, um die Qualität der
Zahnmedizin weiterhin stetig voranzutreiben“. Anschließend bestätigte der
Kölner Dr. Peter Engel, er hege die gleiche Befürchtung: Durch falsche Entscheidungen des Gesetzgebers könne die erreichte einmalig hohe Qualität
der Zahnmedizin einer falsch verstandenen Ökonomie geopfert werden.
Darunter, da hat der Präsident der Bundeszahnärztekammer natürlich völlig
Recht, würden letztendlich vor allem die Patienten zu leiden haben.
Wir Zahnärzte haben schlagende Argumente gegen den Versuch, das gut
funktionierende duale Krankenversicherungssystem in Deutschland einer
ideologischen Einheitsidee zu opfern. Das von den Sozialdemokraten
geforderte „einheitliche Versicherungssystem mit einer einheitlichen Honorar­
ordnung“ (so der Entwurf des SPD-Wahlprogramms) wird – wenn es denn
überhaupt zur Gleichheit führt – die medizinische Versorgung am unteren
Rand des heute Üblichen nivellieren. Betroffen davon wären nicht nur
die Privatversicherten, sondern auch und gerade die gesetzlich kranken­
versicherten Patienten. Schließlich fiele der Anreiz für die GKV weg, beim
Niveau der medizinischen Leistungen zumindest mit einer gewissen Verzögerung mit den Privaten mitzuhalten. Mehr noch, es würde keine PKV mehr
geben, die bereit ist, die deutlich höheren Kosten zu übernehmen, die bei
der Einführung medizinischer Innovationen notwendigerweise entstehen.
Letztendlich bedeutet Bürgerversicherung somit Stillstand, wenn nicht gar
Rückschritt, weil der Wettbewerb und ein dynamisches Korrektiv fehlen.
Eine Umfrage des Ärztenachrichtendienstes (änd) vom Februar 2013
ergab, dass sich von den 2 100 befragten niedergelassenen Ärzten die
klare Mehrheit (86 Prozent) für die Beibehaltung des dualen Kranken­
Rheinisches Zahnärzteblatt 4/2013 ·
versicherungssystems in Deutschland aussprach. Gar 90 Prozent stimmten
gegen das System einer Bürgerversicherung, „wie es derzeit von der SPD
gefordert wird“. Leider sehen die Umfragewerte bereits dann weit weniger
gut aus, wenn die Klinikärzte einbezogen werden. Im Januar informierte
der Finanzdienstleisters MLP darüber, eine knappe Mehrheit der rund 500
befragten Mediziner habe sich für die Bürgerversicherung ausgesprochen.
Ich nenne diese erschreckende Zahl, damit Ihnen,
klar wird, dass wir als Freiberufler und Praxisinhaber, also alle nieder­
gelassenen Ärzte und Zahnärzte gefordert sind, der Öffentlichkeit klar
zu machen, was auf uns und unsere Patienten zukommt, sollten sich hier­
zulande die gesundheitspolitischen Vorstellungen des linken politischen
Spektrums durchsetzen.
Die Sozialdemokraten sind überzeugt davon, dass sie nach der Wahl den
Gesundheitsminister stellen und dann ihr Konzept zeitnah umsetzen können.
Natürlich werden sich unsere Standesorganisationen auf der Bundes- und
Landesebene – Kammern und KZVen, Freier Verband, DZV und andere
Zahnärzteverbände – eindeutig gegen die Vorstellungen von SPD, Grünen
und Linken positionieren.
Aber damit ist es nicht getan! Es ist zwingend notwendig, dass sich jeder
von uns persönlich engagiert – engagiert für die wirtschaftliche Grundlage
seiner Praxis, der Praxen aller Kollegen und damit letztendlich für unsere
Patienten. Die grundlegende Bedeutung der gesellschaftlichen Frage
„Bürgerversicherung oder duales Krankenversicherungssystem“ sollte jeder
im Kollegen- und Freundeskreis und natürlich bei den Patienten ansprechen
und unsere freiheitliche Position verdeutlichen.
Ich kann mich an diesem Punkt abschließend nur Ralf Wagners Aufruf im
Kölner Gürzenich anschließen und Sie bitten: „Halten Sie die Augen offen,
diskutieren Sie mit. Manchem, der auf die schön klingende Überschrift
Bürgerversicherung hereingefallen sein mag, können und sollten wir
Fachleute die Augen öffnen.“
Rheinisches Zahnärzteblatt 4/2013
Das GERL. PRAXISMANAGEMENT beinhaltet:
Aus Nordrhein
Bei der Kreisstellen- und Kreisvereinigungsversammlung in Krefeld
informierten Ende Februar der stellvertretende Vorsitzende der KZBV
Dr. Wolfgang Eßer und die Juristen Dr. iur. Kathrin Janke und RA Dirk
Niggehoff mehr als 150 Zahnärzte über die Auswirkungen des
Patientenrechtegesetzes.
Anfang März stand hingegen das komplexe Thema „HVM 2013“
bei der gut besuchten Verwaltungsstellenversammlung der Kölner
Zahnärzte im Mittelpunkt der Vorträge des KZV-Vorsitzenden ZA Ralf
Wagner und des EDV-Fachmanns Dr. Marcus Otten.
ab Seite 170
Kreisstelle und Kreisvereinigung Krefeld:
Publikumsmagnet Patientenrechtegesetz
Verwaltungsstelle Köln:
HVM 2013 174
Zehnjähriges Jubiläum bei den „Unikids“
Gelungener Auftakt trotz Eis und Schnee
Service-Hotline Abrechnung: Optik versus Akustik
Zulassungen von Oktober bis Dezember 2012
Zulassungsausschuss: Sitzungstermine 2013
KoKo Saarbrücken:
Gelungene Herstellung von Gemeinsamkeit
Kampagne „Mund auf gegen Blutkrebs“:
• Schwitzen gegen Blutkrebs
Karl-Häupl-Kongress 2013
Bei den Veranstaltungen der
KZV Nordrhein beim KarlHäupl-Kongress für das Praxisteam war der gesamte
Vorstand unter den Referenten vertreten. Im Mittelpunkt
des 2012 aktualisierten
Programms stand die vertragsgerechte Abrechnung
BEMA und GOZ.
Umfassende Informationen zu den wichtigen
Aspekten bei der Existenzgründung erhielten Zahnärztinnen und
Zahnärzte, die sich in naher Zukunft niederlassen wollen, im Praxisgründungsseminar.
ab Seite 180
Tagungsprogramm der KZV Nordrhein:
Auftritte solo, im Duo und im Trio 180
Praxisgründungsseminar:
Zahnmedizin hat beste Aussichten
Lossprechungsfeier Köln
Berufsjubiläum geprüfter ZFA
OGWZ:
Altgoldsammelaktion 2012
SDZ: Närrisches Jubiläum
Uni Witten/Herdecke feiert Jubiläum 200
Krebs von Mundhöhle oder Rachen 201
Von der Entdeckung der Kugelsteinlaus 203
Patientenrechtegesetz (Teil 2):
• Stärkung der Patientenrechte in der GKV
xkurs: Änderung des VVG
13. Nordrheinischer Hochschultag 2012:
Parodontitispathogenese digital
Dr. med. Albert Hofmanns LSD-Selbstversuch
Beim diesjährigen METRO
Marathon am 28. April 2013 in
Düsseldorf starten zwei Teams von
Zahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Vereinigung Nordrhein
bei der Firmenstaffel unter dem Titel
„Schwitzen gegen Blutkrebs“, um
die Kampagne „Mund auf gegen
Blutkrebs“ tatkräftig zu unterstützen. Mit dem beiliegenden
Überweisungsträger können auch die Leser des RZB ihren
Beitrag zur Lebensspende leisten.
Buchtipp: Björn Carey, Was Wale singen ... 200, 213
Leverkusen, Schiffsbrücke an der Wupper
Humor223
Impressum211
Personalien213
Zahnärzte-Stammtische172
Titel: Fotolia/Light Impression
Beilage: Herausgeber
Das am 26. Februar 2013 in Kraft getretene Patientenrechte­
gesetz enthält neben der Kodifizierung des Behandlungsund Arzthaftungsrechts im Bürgerlichen Gesetzbuch (s. RZB
3/2013, S. 127 ff.) Änderungen im SGB V, durch die insbesondere auch die Rechte der Versicherten in der GKV gestärkt
werden sollen. Erläuterungen der wesentlichen Änderungen
mit Bedeutung für die zahnärztliche Versorgung ab
Kreisstellen- und Kreisvereinigungsversammlung Krefeld
Der Veranstaltungssaal im Restaurant
Hexagon im Krefelder Seidenweberhaus
war am 26. Februar 2013 mit 150
Zahnärzten mehr als nur gut gefüllt. Kein
Wunder, schließlich konnte ZA Lothar
Marquardt mit den Juristen von Zahnärztekammer und KZV Dr. jur. Kathrin Janke
und RA Dirk Niggehoff sowie dem Verwaltungsstellenleiter und stellvertretenden
gleich drei äußerst sachkundige „prominente“ Referenten vorstellen. Ebenso zugkräftig, interessant und darüber hinaus
hochaktuell war das Hauptthema „Patientenrechtegesetz“, das gerade einmal
vor 20 Stunden in Kraft getreten war.
Dr. Eßer freute sich sichtlich über den
zahlreichen Besuch. Er hoffe, es stehe
für ein (wieder) gestiegenes Interesse
Fotos: Neddermeyer
Bei der Kreisstellen- und Kreisvereinigungsversammlung war das Podium
im Krefelder Seidenweberhaus Ende
Februar mit dem stellvertretenden
Vorsitzenden der Kassenzahnärzt­
lichen Bundesvereinigung Dr. Wolfgang Eßer, dem nordrheinischen
Kammerpräsidenten Dr. Johannes
Szafraniak, KZV-Vorstandsmitglied
ZA Lothar Marquard sowie den Juris­
ten Dr. iur. Kathrin Janke und RA Dirk
Niggehoff hochkarätig besetzt.
Dr. Johannes Szafraniak, Bezirksstellenvorsitzender und Kammerpräsident, ZA Lothar
Marquardt, stellvertretender Verwaltungsstellenleiter und KZV-Vorstandsmitglied, und
Dr. Wolfgang Eßer, Verwaltungsstellenleiter und stellvertretender KZBV-Vorsitzender
seiner Kollegen an einer gemeinsamen zielführenden Arbeit und einem
geschlossenen Auftreten nach außen.
Der stellvertretende KZBV-Vorsitzende
nutzte die Gelegenheit zu einem Rückblick auf das in den letzten Jahren auf
Bundesebene Erreichte und zu einem
Ausblick auf weitere „Baustellen“. Zu
Recht stolz ist die KZBV, mit dem Versorgungsstrukturgesetz (VStG) nach intensiver Arbeit lähmende Fesseln bei den
über die Vergütung gesprengt zu haben.
Insbesondere die Anbindung der Budgets an die Grundlohnsumme und deren
Anwendung durch die Krankenkassen
hatte zuvor über viele Jahre hinweg dazu
geführt, dass die Zahnärzte immer mehr
Leistungen umsonst erbringen mussten
und damit zudem einzelnen Krankenkassen ungewollt einen Wettbewerbsvorteil
Gefragte Daten
Dr. Eßer lobte in diesem Zusammenhang
die exzellente Arbeit des KZV-Vorsitzenden ZA Ralf Wagner: Die KZV Nordrhein
konnte den Fehlbetrag mit sondervertraglichen Regelungen beträchtlich reduzieren. Jetzt ist es nicht nur möglich, einen
möglichst vollständigen Ausgleich der
Budgetdefizite der Vergangenheit durchzuführen („Reset“), sondern das VStG
erlaubt darüber hinaus, bei der Anhebung
der Gesamtvergütung andere Parameter
einzubeziehen, etwa die Entwicklung der
Praxiskosten und der Morbidität. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die dazu
notwendigen Verhandlungen mit den
Krankenkassen auf der Landesebene in
Nordrhein in den besten Händen liegen.
Dr. Eßer betonte, dass „die neuen Vergütungsparameter ‚Morbiditätsentwicklung‘
und ‚Qualität‘ die Vertragsverhandlungen
der nächsten Jahre entscheidend prägen
werden. Deshalb ist es uns wichtig, den
KZVen für diese Vertragsverhandlungen
auch das nötige Rüstzeug an die Hand zu
geben.“ Eine wichtige Grundlage dafür
sind allerdings umfassende Befunddaten,
mit denen sich Veränderungen der Krankheitslast und der Behandlungsqualität
nachweisen lassen. Dr. Eßer appellierte in
diesem Zusammenhang an die Kollegen,
der KZBV die notwendigen Informationen
zu liefern. Für eine Analyse des „durchschnittlichen Abrechnungsverhaltens“ werden da­rüber hinaus möglichst viele anonymisierte Heil- und Kostenpläne benötigt,
gerade vor dem Hintergrund einer Studie
der Unabhängigen Patientenberatung
Deutschland UPD, die das Ziel verfolgen
könnte, das Festzuschusssystem zu „torpedieren“.
Die Juristen von Zahnärztekammer und KZV Dr. jur. Kathrin Janke und RA Dirk Niggehoff
spielten sich am Rednerpult gekonnt die Bälle zu.
Verhandlungen über das VStG hat sich
die KZBV verstärkt weiteren wichtigen
Themen gewidmet. Im Fokus stehen zwei
Defizite, die trotz der exzellenten Qualität der zahnmedizinischen Versorgung
hierzulande nicht zu leugnen sind.
Dazu Dr. Eßer: „Sie wissen, wie nachhaltig ich die Versorgungsdefizite bei
Kleinkindern und bei pflegebedürftigen
Menschen und Menschen mit Behinderungen politisch anprangere.“ Zum einen
werden Kinder unter drei Jahren bislang
nicht flächendeckend vom Zahnarzt
betreut. Ziel der KZBV ist, dass alle im
Rahmen der vorgeschrieben „U“-Untersuchungen auch vom Zahnarzt untersucht
werden und einen zahnärztlichen Kinderpass erhalten. Zum anderen, hier fand
Dr. Eßer besonders klare Worte, stellt
die Betreuung von alten pflegebedürftigen Menschen sowie von Menschen mit
Handikap zumindest teilweise „eine einzige Katastrophe“ dar. Die KZBV hat auf
diesem Gebiet allerdings schon bereits
heute einiges erreicht: Durch zwei budgetfreie Zuschlagspositionen und eine
deutliche Verbesserung beim Wegegeld
kann die aufsuchende Betreuung endlich
unter betriebswirtschaftlich akzeptablen
Bedingungen stattfinden. Dr. Eßer appellierte deshalb an seine Kollegen: „Nehmen Sie sich des Themas an, helfen Sie
uns dabei.“
Damit ist aber nur der erste Schritt
getan: „Wir haben uns gemeinsam mit
der Bundeszahnärztekammer dafür ausgesprochen, für Pflegebedürftige und
Nicht für alle Stammtische gibt es regelmäßige Termine, bitte beim ­jeweiligen Ansprechpartner nachfragen!
Themen: Der obliterierte Kanal (Prof. Dr. Barthel-Zimmer, Witten),
Aktuelles aus Kammer und KZV (Dr. Hausweiler)
Gaststätte S-Manufaktur (ehemals „Freie Schwimmer“), Flinger Broich 91,
0211/224228 (Dr. Blazejak)
0 22 53 / 9 50 30 (ZA Hadjian)
• Stammtisch Höhenberg, nach Absprache dienstags, 19.00 Uhr, Gut Wistorfs,
Olpener Str. 845, Köln, 02 21 / 85 08 18 (Dr. Dr. May)
Regional­initiativen und Stammtische mit
ggf. zusätzlichen I­nformationen sowie Hinweise
auf weitere ­Veranstaltungen finden Sie unter
Remscheid: erster Donnerstag im Monat, 20.00 Uhr, De Tornhall (RTV-Gaststätte),
­Theodor-Körner-Str. 6, abweichende Regelung an Feiertagen oder in den Schulferien,
02191/343729 (Dr. Kremer)
Menschen mit Behinderungen präventive
Maßnahmen im SGB V zu verankern und
den Gemeinsamen Bundesausschuss mit
der Umsetzung zu beauftragen.“
können versichert sein, dass wir auf Bundesebene alles tun, um die Belastungen
für die Praxen so gering wie möglich zu
Kodifikation der Rechtsprechung
Dr. Eßer erklärte, es sei sehr wichtig
gewesen, ursprünglich geplante Fristenregelungen für die Leistungszusage der
Krankenkassen zu modifizieren, welche
„eine Leistungsentscheidung der Krankenkassen auf Basis einer fachlich abgesicherten Begutachtung durch einen einvernehmlich bestellten KZV-Gutachter geradezu unmöglich gemacht hätten. Damit
ist gleichzeitig der Effekt verbunden, dass
erstmalig in einer gesetzlichen Regelung
das vertraglich vereinbarte Gutachterverfahren anerkannt und als schützenswert
eingestuft wird. Im Ergebnis sehen wir
dies als einen wesentlichen Erfolg der
gemeinsamen Bemühungen von KZBV
und GKV-Spitzenverband.“ Mit Blick auf
eine durchaus nicht ferne Zukunft, sieht
Dr. Eßer das neue Gesetz aber dennoch nicht ohne Sorge, besteht doch die
Gefahr, dass die viel weitergehenden
Vorstellungen der Patientenvertreter bei
einer anderen politischen Konstellation
später umgesetzt werden.
„Das Patientenrechtegesetz tritt heute
nahezu unbemerkt von vielen in Kraft mit
wichtigen Änderungen im Haftungsrecht
und bei der Aufklärung, Einwilligung,
Behandlung und Dokumentation, die
den täglichen Umgang mit den Patienten
deutlich beeinflussen. Es handelt sich um
ein gutes Beispiel dafür, wie langsam die
Mühlen des Gesetzgebungsverfahrens
üblicherweise mahlen, denn schon in den
Koalitionsvereinbarungen von 1998 und
2002 wurde die Einführung eines Patientenrechtegesetzes festgeschrieben. BZÄK
und KZBV haben diesen Prozess der Entstehung des Patientenrechtegesetzes sehr
intensiv begleitet und stets einen Interessenausgleich zwischen Arzt und Patienten
gefordert.“ In der aktuellen Form seien
die Regelungen tatsächlich durchaus vertretbar: „Bedenken Sie, dass wir auch
Patienten sind und unsere Rechte gestärkt
werden. Die meisten Dinge, die heute im
Gesetz stehen, haben Sie schon vorher
erfüllen müssen. Das hat die Rechtsprechung gezeigt.“ Wenn man dies berücksichtigt, dann relativiere es sich etwas,
dass „mit dem Patientenrechtegesetz
viele neue Pflichten und mehr Bürokratie
auf die Praxen zukommen werden. Sie
Änderungen im Patientenrechtegesetz finden Sie in RZB 3/2013,
S. 127 (Teil 1: Behandlungsvertrag
und Berufshaftpflichtversicherung) und
in dieser Ausgabe auf S. 204 (Teil 2:
Stärkung der Patientenrechte in der
Die KZBV und die BZÄK erarbeiten
zurzeit einen umfangreichen Kommentar zum Patientenrechtegesetz,
der über die KZV oder auf der Homepage der KZBV zum Download zur
Ähnliche Befürchtungen äußerte gleichzeitig der Vorsitzende des Hartmannbundes
Dr. Klaus Reinhardt bei einer Informationsveranstaltung für Vertragsärzte in Münster:
„Dadurch, dass es nicht mehr Richterrecht
ist, sondern ein durch den Bundestag verabschiedetes Gesetz, unterliegt es jetzt
der Weiterentwicklung durch die Parlamentarier.“ Die im Bundesrat eingebrachten, im Bundestag aber abgelehnten
Anträge erfüllen die schlimmsten Befürchtungen. Dr. Eßer erklärte, schlimmstenfalls
drohe die Beweislastumkehr bei vermuteten Behandlungsfehlern: „Dann wäre der
Zahnarztberuf ein anderer als er heute
noch ist.“ Seiner Ansicht nach wird mit
der nächsten Novellierung des Gesetzes
in jedem Fall ein Entschädigungs- und
Härtefallfonds eingeführt werden. Ein solches Instrument ist aus Sicht der betroffenen Patienten durchaus nachvollziehbar,
lässt aber auch weitere finanzielle Belastungen der Mediziner befürchten.
Nach der Einführung in die Thematik
von der standespolitischen Warte aus
übernahmen mit Dr. iur. Kathrin Janke
und RA Dirk Niggehoff die Juristen
von Kammer und KZV das Rednerpult.
Die Zuhörer erfuhren, welche Gesetze
geändert wurden (u. a. BGB, SGB V
und die Zulassungsverordnung für Vertragszahnärzte). Neben diesen allgemeinen Informationen standen im Vortrag
die Auswirkungen auf die zahnärztliche
Praxis, den Behandlungsvertrag und das
Verhältnis Zahnarzt zu Patient im Mittelpunkt.
Die Referenten gingen zudem auf die
Regelungen zum Gutachterwesen ein,
bei dem eine Erstellungsfrist von vier
Wochen eingeführt wurde, und erläuterten die Pflicht der Krankenkassen,
ihre Versicherten bei der Verfolgung von
Schadensersatzansprüchen bei Behandlungsfehlern zu unterstützen.
Trotz der Länge der Veranstaltung nutzten die Zuhörer abschließend noch ausgiebig die Gelegenheit, den Fachleute
Fragen zu stellen, aber auch ihren Unmut
über weitere bürokratische Belastungen
zu äußern. Wichtige Themen waren
dabei die korrekte Aufklärung der Patienten und die rechtssichere Dokumentation
Ein Fazit stand für Veranstalter, Referenten
und Zuhörer wohl schon lange vor dem
Ende fest: Die lohnende Veranstaltung zu
einem wichtigen Thema hat Nachahmer
Benehmen statt Einvernehmen – mit Folgen
Verwaltungsstellenversammlung Köln: HVM 2013
ZA Andreas Kruschwitz,
Kölner Verwaltungsstellenleiter
Am 7. März 2013 lud die Verwaltungsstelle Köln die Zahnärzte der
Region zu einer Versammlung in die
ein: Der EDV-Berater und HVMSpezialist Dr. Marcus Otten unterstützte den KZV-Vorsitzenden ZA Ralf
Wagner dabei, den zahlreich erschienenen Zahnärzten das komplexe
Thema HVM 2013 nahezubringen.
Der Kölner Verwaltungsstellenleiter ZA
Andreas Kruschwitz begrüßte die Zahnärzte aus der Region in der Kölner Indus­
trie- und Handelskammer. Er erklärte seinen
Kollegen, es gibt zwar eine ganze Reihe
von für die Berufsausübung der Zahnärzte
wichtige Themen vom Patientenrechtegesetz bis zur Zahnarztdichte in Köln. Ange-
Wagner begann mit einem kurzen Rückblick. Seit 1993, also in der Ära Seehofer, die Budgets eingeführt wurden, hatte
er sich das Ziel gesetzt, diese nicht sachgemäße unerträgliche Beschneidung der
Honorare abzuschaffen. Nach langjährigen vielfältigen Bemühungen ist es nun
unter maßgeblicher Beteiligung seines
ehemaligen Vorstandskollegen und jetzigen stellvertretenden KZBV-Vorsitzenden
Dr. Wolfgang Eßer gelungen, die Politiker
davon zu überzeugen, dass „die Budgetierung vielleicht gar nicht so unbedingt
notwendig ist“. Die Neuregelung im Versorgungsstrukturgesetz hat die Chance
eines Resets auf das tatsächliche Abrechnungsniveau eröffnet, die es zu nutzen
galt. Hierzulande hat man in langen Verhandlungen mit fast allen Krankenkassen
Vereinbarungen treffen können, die dieses
Ziel in greifbare Nähe gerückt haben.
Dr. Eßer, so Wagner, ist es zu verdanken,
dass bei den Honorarverhandlungen mit
sichts der herausragenden Bedeutung und
der besonderen Komplexität steht bei der
aktuellen Verwaltungsstellenversammlung
jedoch der Honorarverteilungsmaßstab
(HVM) im Mittelpunkt der Ausführungen
des KZV-Vorsitzenden ZA Ralf Wagner
und des EDV- und HVM-Spezialisten der
KZV Nordrhein Dr. Marcus Otten. Die
Vertreterversammlung hatte dem in zentralen Punkten geänderten HVM bereits im
Vorgriff auf die ab dem 1. Januar 2013
geltenden gesetzlichen Regelungen am
8. Dezember 2012 beschlossen.
ZA Ralf Wagner, Vorstandsvorsitzender
den Kassen über den Reset hinaus auch
die Praxiskosten und die weitere Entwicklung der Morbidität berücksichtigt
werden konnten, die bei den Patienten
einiger Kassen in den letzten Jahren stetig
zugenommen hat. Der KZV-Vorsitzende
würdigte in diesem Zusammenhang die
„Ära Jacobs“ bei der AOK Rheinland/
Hamburg, aber auch dessen Nachfolger:
„Günter Wältermann hat nicht nur unserer
Forderung nach einem Reset zugestimmt,
auch die hochgerechneten erwarteten
Steigerungen für 2013 werden von der
AOK vergütet.“ Wagner ist deshalb sehr
optimistisch: „Wir hoffen, dass die Leistungen, die ein nordrheinischer Zahnarzt
2013 erbringt, auch vollständig honoriert
werden. Dieses Hauptziel kann erreicht
werden, wenn es keine unerwarteten Verwerfungen gibt. Insofern gilt: Hoffentlich
Aus Nordrhein/Kassenzahnärztliche Vereinigung
brauchen wir den HVM nicht, wenigstens
eine Zeit lang.“
Nur noch zwei „Töpfe“
Mit dem Versorgungsstrukturgesetz sind
zudem grundlegende Änderungen des
Honorarverteilungsmaßstabs möglich
geworden, weil – so schloss Wagner –
die KZVen den HVM nicht mehr im Einvernehmen mit dem Krankenkassen festlegen
müssen. Es reicht wieder das sogenannte
Benehmen: Die Krankenkassen haben das
Recht, ihre Vorstellungen zu den Regelungen einzubringen, von deren möglichen
Einwänden kann aber aus sachlichen
Gründen abgewichen werden.
Der EDV-Berater und HVM-Spezialist Dr.
Otten erläuterte anschließend die Veränderungen im Detail. Primär- und Ersatzkassen werden in eine einheitliche Kassengruppe überführt. Dabei behält sich die
KZV Nordrhein die Option vor, statt dieser
rein formalen Aufteilung, die Kassen, wenn
notwendig, nach ihrer jeweiligen tatsächlichen Leistung in mehrere Gruppen aufzuteilen und Kassen, die zu wenig Honorar
zur Verfügung stellen, eigene Kontingente
zuzuweisen. Die bisher vier praxisseitigen
HVM-Töpfe werden auf zwei reduziert.
KCH, PAR und KG/KB werden zusammengefasst. Dadurch kann in den Bereichen
KG/KB und PAR mit dem tatsächlichen
Bedarf der Patienten flexibel umgegangen
Der stellvertretende KZV-Vorsitzende ZA
Martin Hendges bat im Anschluss die
Kolle­gen aus Köln, ihn bei einer zukünftigen Aktion zu unterstützen: Demnächst
wird man an die Zahnärzte herantreten
und um Zusendung anonymisierter Heilund Kostenpläne bitten. Ihre Analyse bietet
die notwendigen Daten, um für eine Diskussion über das Abrechnungsverhalten
der Zahnärzteschaft nach der GOZ-Reform
Die fast 200 Zahnärzte dankten den Referenten zum einen für die gut verständliche,
mit vielen praktischen und praxisnahen
Beispielen unterlegten Erklärung des komplizierten Themas HVM, zum anderen für
eine erfolgreiche Arbeit im Sinne der nordrheinischen Zahnärzteschaft.
Die Service-Hotline Abrechnung der
KZV Nordrhein hat im Februar einen
neuen Raum in der Lindemannstr. 34
bezogen. In den „heißen“ Phasen,
besonders morgens ab acht Uhr und
nachmittags nach 14 Uhr, klingeln die
Telefone oft ununterbrochen.
Damit Heike Hopp, Birgit Kern, Petra
Müllers und Renate Pries gleichzeitig
Fragen beantworten können, ohne sich
gegenseitig „ins Gehege zu kommen“,
wurde eine moderne schallschluckende
Wandverkleidung installiert. Beim ersten Besichtigungstermin dann die böse
Überraschung. Heike Hopp: „Renate
Priess und ich haben es zuerst bemerkt. Als wir wieder aus dem Raum herausgehen wollten und dabei direkt auf die große weiße Fläche mit den schwarzen
Punkten zuliefen, ist uns richtig schwindelig geworden.“
Dr. Marcus Otten, EDV-Berater und HVMSpezialist der KZV Nordrhein
werden. Wagner erklärte später noch,
dass es damit gelungen ist, Praxen mit
bestimmten Behandlungsschwerpunkten,
die zum Beispiel auf schwierige Kiefergelenkserkrankungen spezialisiert sind, mit
ausgewogenen Kontingenten zu versorgen. Darüber hinaus werden die bisher
zwei KFO-Töpfe zu einem einheitlichen
KFO-Topf zusammengefasst, mit dem
sämtliche KFO-Leistungen für Zahnärzte
und Kieferorthopäden verteilt werden.
Eine Differenzierung findet lediglich in
der Höhe der bereitgestellten Kontigente
für Zahnärzte und Kieferorthopäden statt.
Zusammenfassend ist ab 2013 entscheidend, wie viel die einzelnen Krankenkassen an Honorarvolumen für welchen Leistungsbereich (Honorartopf) zur Verfügung
stellen und wie die Morbiditätsentwicklung
Zweifler (darunter der Verfasser) konnten sich bei einem Selbstversuch von der
überraschend starken Wirkung der optischen Täuschung überzeugen: Ging man
auf die Wand mit den vielen Punkten zu, hatte man das Gefühl, diese wölbte sich
einem entgegen. Zum Glück gab es ein Gegenmittel: Große Grünpflanzen vor
der Wand geben dem Blick jetzt den notwendigen Halt. Positiver Nebeneffekt:
Der Raum ist damit jetzt richtig wohnlich geworden.
Die Service-Hotline Abrechnung ist zu erreichen unter Tel. 0211/9684190.
Koordinierungskonferenz der Länderpressereferenten in Saarbrücken
Bei der Koordinierungskonferenz
der Länderpressereferenten trafen am
1. und 2. März 2013 in Saar­
brücken über 60 Zahnärzte und
Journalisten zusammen, die in Kammern und KZVen für die Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit zuständig sind.
Unterstützt von Wissenschaftlern und
Praktikern wurde das Thema „Risikogruppen erreichen – ein gesamtgesellschaftliches Problem“ aus berufs­
politischer, medizinischer und soziologischer Perspektive aufgearbeitet.
Die Zahnärzteorganisationen in Deutschland haben ein anspruchsvolles Fernziel
formuliert: Möglichst alle Menschen hierzulande sollen auch bei steigender Lebenserwartung und individuellen Risikofaktoren
ihre natürlichen Zähne bis ans Lebensende
behalten und gesund erhalten. Dazu ist ein
Präventionskonzept notwendig, das über
den gesamten Lebensbogen vom frühestmöglichen Zeitpunkt an bis ins hohe Alter
reicht. Dies erläuterten der Vorsitzende der
(KZBV) Dr. Jürgen Fedderwitz und der
Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) Prof. Dr. Dietmar Oesterreich
zu Beginn der Koordinierungskonferenz
(KoKo) der Länderpressereferenten in Saarbrücken.
Der Berufsstand darf zunächst einmal stolz
auf die großen Fortschritte der Mundgesundheit in den letzten Jahren verweisen,
wie sie sich zum Beispiel in immer niedrigeren DMFT-Werten ganz besonders der jüngeren Menschen widerspiegeln. Eine differenzierte Analyse ergibt allerdings zugleich,
dass bestimmte Bevölkerungsgruppen deutlich häufiger besonders schwere Zahn-,
Mund- und Kiefererkrankungen aufweisen.
Defizite bestehen insbesondere bei Kleinkindern, bei Kindern und Jugendliche mit
erhöhter Karieslast, bei Pflegebedürftigen
und Menschen mit Behinderung. Für diese
Gruppen weist der zahnmedizinische Leistungskatalog Lücken auf, weil hier zent­rale
Maßnahmen nicht gelten, wie etwa, die,
dass jeder Erwachsene seine Zähne selbst
pflegen, selbst zum Zahnarzt gehen und bei
der Behandlung kooperieren kann.
Die epidemiologische und sozialmedizinische Bestandsaufnahme bestehender Risikogruppen in der Zahnmedizin durch PD
Dr. Andreas Rainer Jordan vom Institut der
Deutschen Zahnärzte (IDZ) ergab, dass die
schlechte Mundgesundheit wie auch die
allgemeine Gesundheit einzelner Menschen
nicht nur von medizinischen, sondern auch
von psychischen und sozialen Faktoren
bestimmt werden. Defizite treten oft in Verbindung mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen auf. Die negative „zahnmedizinische
Lebensgeschichte“ beginnt bereits vor dem
ersten Zahndurchbruch. Vor diesem Hintergrund erklärte der desig­nierte Leiter des IDZ,
dass die Frühuntersuchungen ab dem 30.
Lebensmonat bei den Risikogruppen angesichts der Nuckelflaschen-Problematik zu spät
ansetzen. Vielleicht noch dramatischer ist die
Situation bei den Pflegebedürftigen, einer
stark zunehmenden Bevölkerungsgruppe, bei
der im Unterschied zu den übrigen älteren
Patienten keine Verbesserung des Mundgesundheitszustands festgestellt werden kann.
Das Ineinandergreifen von schlechter Gesundheit, schwieriger finanzieller Lage und mangelnder Partizipation wurde anschließend
von Prof. Dr. Nico Dragano vom Universitätsklinikum Düsseldorf mit weiteren Daten
untermauert. Es handelt sich somit zumindest teilweise um unterschiedliche Facetten
eines Armutsphänomens und damit um eine
Der Leiter des Instituts für medizinische Soziologie erklärte, es sei dennoch sehr wichtig,
dass sich die Zahnärzte jetzt dieser Thematik
widmen. Die Mediziner seien nämlich ganz
besonders einflussreiche Multiplikatoren,
weil niemand eine höhere Glaubwürdigkeit
habe. Deshalb könnte ihr Engagement eine
weit stärkere Wirkung erzielen als etwa wissenschaftliche Veröffentlichungen.
Der Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Saarland e. V. Franz J. Gigout gab Antworten
auf die Frage, was die Zahnärzteschaft trotz
der Komplexität der Ursachen leisten kann,
um die Mundgesundheit in Risikogruppen
zu verbessern. Er dankte den Zahnärzten
dafür, dass sie sich des Problems annehmen
und akzeptieren, dass ein Zusammenhang
zwischen dem sozialen Status und der
Gesundheit existiert. Gigout schilderte aus
der Sicht des Praktikers Möglichkeiten und
Instrumente zur Bekämpfung dieser gesundheitlichen Benachteiligung und zur effektiven Ansprache der betroffenen Gruppen. Er
stellte verschiedene Projekte vor, die bereits
heute in unterschiedlichen Regionen oft
konzentriert auf ein „Quartier“ Erfolge bei
der Prävention für Kinder und Jugendliche
aus den Risikogruppen aufweisen. Solche
Der Vorsitzende der KZBV Dr. Jürgen Fedderwitz (r.) und der Vizepräsident der BZÄK Prof. Dr. Dietmar Oesterreich (l.) ordneten die
Risikogruppenproblematik gemeinsam in die politische Strategie der
Zahnärzteschaft ein. In der Mitte PD Dr. Andreas Rainer Jordan
Aktionen sind etwa beim Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit
(www.gesundheitliche-chancengleichheit.
de) registriert. Von den 33 zahnmedizinischen Projekten wurden drei als „good
practise“ ausgezeichnet. Vorbildlich ist auch
der kommunale Partnerprozess „Gesund
aufwachsen für alle!“, der Kommunen
zusammenführt, die Präventionsketten zur
Förderung der Gesundheit von Kindern und
Jugendlichen aufbauen. Natürlich erwähnte
Gigout auch die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege mit ihren vierzig
Franz J. Gigout, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft für
Gesundheitsförderung Saarland e.V., und Prof. Dr. Nico Dragano,
zu sein und grundlegendes Datenmaterial
etwa zum Versorgungsgeschehen vorzuhalten. Darüber hinaus hält Hendges den
Zeitpunkt für gekommen, in dem die zahnärztliche Öffentlichkeitsarbeit stärker die
Initiative ergreifen muss. Bei verschiedenen
Themen sei es sinnvoll, verstärkt darüber
nachzudenken, ob man nicht möglichst
bald Medien und Öffentlichkeit die eigene
Position, unterlegt mit entsprechendem
Zahlenmaterial, durch eine eigene aktive
Pressearbeit nahebringt.
Der stellvertretende Vorsitzende der KZV Nordrhein ZA Martin Hendges erklärte, angesichts
der Herausforderungen durch Krankenkassen und Politik müsse die zahnärztliche Öffentlichkeitsarbeit stärker die Initiative ergreifen und die eigene Position durch aktive Pressearbeit
nach außen vermitteln.
Rechts Dr. Ralf Hausweiler, Vizepräsident der Zahnärztekammer Nordrhein
Mitgliedsorganisationen, darunter BZÄK,
KZBV sowie gesetzliche und private Krankenkassen.
Risikogruppen erreichen und
Die eigentliche Aufgabe der Teilnehmer der
KoKo, die Risikogruppen zu erreichen und
zu überzeugen, sich gesundheitsbewusst
zu verhalten, aber auch die Zahnärzte
bei ihrer Arbeit auf diesem Feld zu unterstützen, stand im Mittelpunkt des Vortrags
von Prof. Dr. Reinhold Roski von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Der
Fachmann für Gesundheitskommunikation
(„Monitor Versorgungsforschung“) erklärte
zwar, gesundheitliches Verhalten sei nicht
leicht zu verändern. Dennoch machte er
den Teilnehmern mit einem aussagekräftigen Beispiel aus der Praxis Mut: Als Ergebnis der erfolgreichen Pepsodent-Kampagne
in den 1920er-Jahren stieg der Anteil der
Menschen, die sich in den USA die Zähne
putzten, in nur einem Jahrzehnt von sieben
auf 65 Prozent. Entscheidend war damals,
dass der Marketing-Pionier Claude C.
Hopkins nicht das Thema „Zahngesundheit“, sondern kosmetische bzw. ästhetische Argumente in den Vordergrund stellte:
„You‘ll wonder where the yellow went,
when you brush your teeth with Pepsodent.“
Wie üblich kam die politische Dimension
der Öffentlichkeitsarbeit der zahnärztlichen
Körperschaften nicht zu kurz. Schließlich
ist die KoKo der Öffentlichkeitsarbeiter ein
sehr lange etabliertes Austauschgremium,
in dem regelmäßig Vertreter aller Kammern und KZVen zusammentreffen. Der
stellvertretende Vorstandsvorsitzende der
KZV Nordrhein ZA Martin Hendges nutzte
dann auch die Gelegenheit, vor möglichen Angriffen auf das Festzuschusssystem zu warnen und darauf zu verweisen,
dass die Bürgerversicherung im kommenden Wahlkampf eine große Rolle spielen
könnte. Angesichts solcher Herausforderungen gelte es nicht nur, sehr gut vorbereitet
Wenn im Laufe der beiden Tage der KoKo
Virchows Satz – „Die Medizin ist eine
soziale Wissenschaft und die Politik ist
nichts weiter als die Medizin im Großen“
– mehrfach zitiert wurde, stand dennoch
weniger die Politik als der Mensch mit
erhöhtem Krankheitsrisiko im Mittelpunkt.
Das enge Vertrauensverhältnis zwischen
Arzt und Patient, die patientenorientierte
Öffentlichkeitsarbeit der Zahnärzteschaft
sowie last but not least Ziel und Ergebnis
der Konferenz werden treffend durch das
in Saarbrücken ebenfalls diskutierte Diktum
des amerikanischen Psychologen Samuel I.
Hayakawa beschrieben: „Der Zweck des
Redens ist nicht die Kommunikation von
Informationen, sondern die Herstellung von
Gemeinsamkeit.“
Prof. Dr. Reinhold Roski, HTW Berlin, diskutierte verschiedene Möglichkeiten, Menschen mit
erhöhtem Krankheitsrisiko zu erreichen und gesundheitsbewusstes Verhalten zu fördern.
Schwitzen gegen Blutkrebs
ZÄK und KZV Nordrhein laufen beim Düsseldorfer METRO Marathon für die DKMS
Seit vergangenem Jahr kooperiert
die DKMS bundesweit mit der Bun­des­
zahnärzte­
k ammer. Das gemeinsame
Ziel der Zusammenarbeit von BZÄK
und DKMS lautet, so viele Personen
wie möglich zu motivieren sich registrieren zu lassen, um noch mehr an
Blutkrebs erkrankten Patienten helfen
zu können. Schnittstelle hierbei ist
die Zahnarztpraxis, in der Patienten
auf die Möglichkeit zur Stammzellenspende angesprochen werden sollen
und sich über die DKMS und den Weg
zum Lebensretter informieren können
(s. RZB 2/2013, S. 70).
Die Zahnärztekammer und die KZV
Nordrhein unterstützen die Kooperation
zwischen der Bundeszahnärztekammer
und der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei jetzt auch mit vollem Körpereinsatz: Zwei Teams aus Mitarbeitern
der Verwaltung der beiden Körperschaften und Zahnärztinnen und Zahnärzten werden bei der Firmenstaffel des
METRO Marathons für die DKMS laufen.
Auf den Trikots der Läuferinnen und Läufer wird neben den Logos von ZÄK und
KZV auch das Logo der DKMS prangen.
„Wir wollen in der Öffentlichkeit ein
Zeichen setzen“, so Dr. Ralf Hausweiler, Vizepräsident der ZÄK Nordrhein,
der im Team der Zahnärztekammer die
Strecke über 9,6 km bewältigen wird.
„Der eine oder andere Zuschauer wird
Foto: Paprotny
Wenn am 28. April 2013 in
Düsseldorf der Startschuss für den
diesjährigen METRO Marathon
fällt, dann schwitzen acht der
Läuferinnen und Läufer nicht nur
für den sportlichen Erfolg, sondern
auch für die DKMS Deutsche
Knochenmarkspenderdatei. Die
Zahnärztekammer und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Nord­
rhein nutzen das Großereignis,
um auf die aktuelle Kampagne der
DKMS „Mund auf gegen Blutkrebs“
Dr. iur. Kathrin Janke und Dr. Ralf Hausweiler, die beim METRO Marathon im Team der
Zahnärztekammer Nordrhein starten, hoffen gemeinsam mit ihren „Mitläufern“, dass sich
möglichst viele Zahnärztinnen, Zahnärzte und Praxismitarbeiter an der Spendenaktion
zugunsten der DKMS beteiligen werden.
so vielleicht auf die Kampagne der
DKMS aufmerksam gemacht und erhält
den Anreiz, sich bei seinem Zahnarzt
oder bei der DKMS selber über die Knochenmarkspende zu informieren und sich
als potenzieller Spender registrieren zu
Die Teilnehmer der Firmenstaffel trainieren seit Wochen fleißig für den Marathon. Dr. Thomas Heil, niedergelassener Zahnarzt in Jülich und Mitglied
des Teams der KZV Nordrhein: „Als
Hobbysportler habe ich den Ehrgeiz,
zusammen mit dem Team die Strecke in
einer ordentlichen Zeit zu bewältigen.
Als Zahnarzt und damit als Heilberufler
möchte ich die Kampagne der DKMS
zur Lebensspende mit meinem ganz persönlichen Einsatz unterstützen.“
Bei der Firmenstaffel starten für das Team
der ZÄK Nordrhein
Ass. jur. Carolin Schnitker
Dr. iur. Kathrin Janke
und für das Team der KZV Nordrhein
Die beiden Körperschaften bitten
anlässlich des Düsseldorfer METRO
Marathons die Leserinnen und Leser
des RZB und alle nordrheinischen
Zahnärztinnen, Zahnärzte und Praxis­
mitarbeiter um eine Spende an die
DKMS für den Kampf gegen Blutkrebs. Dafür finden Sie in dieser Ausgabe einen entsprechenden Einleger
mit Überweisungsträger.
Wir drücken natürlich beiden Teams die
Daumen für einen erfolgreichen Marathon
und hoffen, dass „Schwitzen gegen Blutkrebs“ viel Aufmerksamkeit erregen wird.
Auftritte solo, im Duo und im Trio
Tagungsprogramm der KZV Nordrhein
Der Karl-Häupl-Kongress wird „seit Langem in gut geübter Gemeinschaft der
beiden Körperschaften Zahnärztekammer und KZV Nordrhein durchgeführt“.
Das betonte der KZV-Vorsitzende ZA
Ralf Wagner am Freitagmorgen bei der
Eröffnung im Großen Saal des Kölner
Gürzenichs. Warum neben der Zahnmedizin auch das Kursangebot der KZV
für das Praxisteam einen festen Platz
im Programm hat, konnte Wagner in
seinem kurzen Statement überzeugend
begründen: „Zu allem, was Sie, liebe
Kolleginnen und Kollegen, hier in Köln
an wissenschaftlichen Vorträgen genießen können, was Sie später an medizinischem Fortschritt in Ihrer Praxis erproben
und womit Sie Ihren Patienten helfen
wollen, gehört auch ein finanzieller Rahmen. Dieser wird in Deutschland dadurch
bestimmt, dass fast 90 Prozent der Menschen in der GKV versichert sind. In diesem Zusammenhang habe ich eine gute
Nachricht: In diesem Jahr hat die strikte
Budgetierung ihr Ende gefunden. Angesichts unserer sehr weit gediehenen Verhandlungen mit den Krankenkassen hege
ich sogar die Hoffnung, dass das Geld
der Krankenkassen 2013 für die Bezahlung aller Leistungen ausreichen könnte,
sollte es nicht zu erstaunlichen und unvorhersehbaren Verwerfungen kommen.“
Besorgt zeigte sich Wagner über die verbreitete unkritische Haltung gegenüber
der Bürgerversicherung: „Wenn man in
die Details schaut, wird einem Angst und
Bange um den Spaß am Beruf, um die
Möglichkeit, den eigenen Patienten opti-
mal zu versorgen und erst recht um den
Spielraum, der notwendig ist, um die
Qualität der Zahnmedizin weiterhin stetig voranzutreiben. Halten Sie die Augen
offen, diskutieren Sie mit. Mancher, der
auf die schön klingende Überschrift
Bürgerversicherung hereingefallen sein
mag, dem können und sollten wir Fachleute die Augen öffnen.“ Der Präsident
der Bundeszahnärztekammer Dr. Peter
Engel unterstützte Wagners Sichtweise:
„Wir haben in der Zahnmedizin in der
Qualität eine Höhe erreicht, auf die
wir stolz sein können. Ich fürchte, diese
könnte durch falsche Entscheidungen des
Gesetzgebers im Sinne einer falsch verstandenen Ökonomie geopfert werden.“
Der KZV-Vorsitzende Wagner wurde
noch am selben Tag wieder einmal
seinem Ehrentitel „Prophylaxepapst“
gerecht. (Dr. Wolfgang Schnickmann ist
nicht nur für diese Bezeichnung verantwortlich, sondern auch für Planung und
Ablauf der Veranstaltung und damit für
die Vorstellung der Referenten zuständig.) Die Zuhörerinnen im voll besetzten
Isabellensaal lernten weit mehr als nur
„die leistungsgerechte Abrechnung der
Individualprophylaxe nach BEMA und
GOZ …“. Die Bandbreite des Vortrags
reichte vom aktuellen Stand der Zahnmedizin zur Entstehung der Karies im
Wechselspiel von Demineralisation und
Der hohe Stellenwert der Veranstaltungen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein beim Karl-HäuplKongress am 8. und 9. März 2013
in Köln spiegelt sich darin, dass unter
den Referenten der gesamte Vorstand
vertreten war. Im Mittelpunkt des
seit 2012 aktualisierten Programms
stand auch in diesem Jahr wieder die
vertragsgerechte Abrechnung an der
Schnittstelle von BEMA und GOZ.
ZA Ralf Wagner, Vorsitzender der
ZA Andreas Kruschwitz und Dr. Hans-Joachim Lintgen
Remineralisation über Psychologie und
Pädagogik – Wie bewege ich meinen
Patienten zu einer Verhaltensänderung?
– bis zur korrekten Anwendung neuester
Diagnosemethoden. Wagner motivierte
die Zuhörer, zum größten Teil Zahnmedizinische Fachangestellte, nach dem
Motto: „Wir können Deutschland vielleicht nicht kariesfrei machen, aber wir
können viel bewirken. Wichtig ist, dass
Sie Dinge, die Sie hier mitnehmen, in der
nächsten Mitarbeiterbesprechung vorbringen. Abgestimmtes Verhalten mit dem
Chef und den anderen Mitarbeiterinnen
ist zum Nutzen aller.“ Trotz des raschen
Tempos und der Fülle an Informationen
verfolgte das Publikum hochkonzentriert
den lebendigen Vortrag, bei dem Wagner auf die bewährte Unterstützung von
ZA Jörg Oltrogge zurückgreifen konnte.
in den letzten Jahren immer mehr eingebürgert. Voraussetzung für eine Abrechnung auf dieser Grundlage ist jedoch,
dass man alles mit dem Patienten schriftlich vorher vereinbart und keinen Zeitdruck ausübt.
An dieses Solo schlossen sich anderthalb
Stunden an, in denen ein seit Jahren gut
abgestimmtes Trio „die leistungsgerechte
Abrechnung moderner Parodontaldiagnostik und -therapie“ erläuterte. Dr.
Schnickmann und ZA Andreas Kruschwitz
übernahmen dabei die Abrechnung nach
GOZ und die private Vereinbarung, Dr.
Hans-Joachim Lintgen berichtete aus der
Praxis des Prüfgeschehens. In diesem
KFO am Morgen
Zuvor hatte Dr. Andreas Schumann im
traditionell für Frühaufsteher terminierten
Vortrag über die Abrechnung der ästhetischen Kieferorthopädie erklärt: „Die
Industrie entwickelt mittlerweile immer
neue Techniken, um dem Wunsch des
Patienten nach einer möglichst unsichtbaren kieferorthopädischen Behandlung
nachzukommen.“ Der Essener Kieferorthopäde wies drauf hin, wie wichtig es
ist, die Regeln einzuhalten, soweit man
die Positivliste anwendet. Diese hat sich
Dr. Andreas Schumann und Dr. Wolfgang Schnickmann
Bereich ist die Schnittstelle zur GOZ
besonders wichtig, obwohl – oder besser – weil es keine Mehrkostenregelung
gibt. Zahlreiche erforderliche Leistungen
der Vor- und Nachbehandlung einer
Pa­rodontalerkrankung können gar nicht
über den BEMA abgerechnet werden.
Fachleute am Rednerpult
Zu Beginn des zweiten Kongresstags
konnte Dr. Schnickmann diesmal mit
dem stellvertretenden KZV-Vorsitzenden
ZA Martin Hendges und dessen Vorstandskollegen ZA Lothar Marquardt
wieder absolute Fachleute vorstellen.
Beide waren und sind auf Bundesebene
in verschiedenen relevanten Bereichen
an Verhandlungen und Verträgen mit
den Krankenkassen beteiligt. Am Samstagmorgen stand zunächst Hendges
allein am Pult. Er belegte mit der hohen,
weiter steigenden Zahl der Nutzer, dass
die papierlose Abrechnung über myKZV
ein „echtes Erfolgsmodell“ darstellt. Das
Serviceportal wird von einem Großteil
der nordrheinischen Praxen nicht nur in
KONS, sondern mittlerweile mehr und
mehr in allen Leistungsarten genutzt.
Anschließend gab er auf Grundlage
der in der eigenen Praxis und durch die
Rückmeldung vieler Kollegen gesammelten Erfahrung praxisnahe Hinweise zu
einigen Problemen der Anfangsphase.
Gesetzgeber hat den Krankenkassen die
Möglichkeit eröffnet, eigene bürokratische
Aufgaben wie die Überprüfung der Patientendaten in die Arzt- und Zahnarztpraxen
zu verlagern. Die Einführung wird neben
technischen (Internetanschluss) auch organisatorische Anforderungen an die Praxen
Zum Abschluss: ZE und KONS
Der stellvertretende KZV-Vorsitzenden ZA Martin Hendges und KZV-Vorstandsmitglied
Nachdem diese im Wesentlichen ausgeräumt wurden, hat sich die EDV-Abteilung der KZV Nordrhein darauf konzentriert, myKZV um komfortable Funktionen
zu erweitern. Diese bringen – so Hendges – „weitere klare Verbesserungen“
mit sich. Unter anderem aus Sicht des
Datenschutzes stellt die sichere Kommunikation über myKZV einen gewaltigen
Fortschritt gegenüber heute üblichen
Versandwegen dar. Im nächsten Monat
wird es den Portalteilnehmern ermöglicht, unter dem Schutz der Signaturkarte
nicht nur die Fachabteilungen der KZV
zu erreichen, sondern auch mit anderen
nordrheinischen Praxen in Verbindung zu
treten und etwa OPG-Aufnahmen weiterzuleiten. Zugleich ist dafür gesorgt, dass
niemand über diesen Weg unerwünschte
E-Mails erhält.
Ebenfalls äußerst serviceorientiert ausgestaltet ist ein weiteres Feature, das gleichzeitig freigeschaltet werden soll: Das
Formularcenter vereinfacht die Antragsstellung an die KZV, zum Beispiel die
Genehmigung von Assistenten oder die
Übermittlung von geänderten Kontoverbindungen. Weit vorangeschritten sind
auch die Vorbereitungen zur Einführung
einer zusätzlichen Teamkarte. Diese soll
es in Kürze den Praxisinhabern ermögli-
chen, ihre Praxismitarbeiterinnen je nach
Bedarf mit eingeschränkten Zugangsberechtigungen zum Portal auszustatten.
Beruhigend war für die Zuhörer, dass Hendges erklärte, durch die gute Zusammenarbeit mit der Zahnärztekammer werde der
elektronische Heilberufsausweis die ZODKarte im fließenden Übergang ersetzen,
also keine weitere Karte hinzukommen.
Sorgen bereiten dem KZV-Vorstand dagegen die geplanten zusätzlichen Funktionen
der elektronischen Gesundheitskarte. Der
Nach kurzer Pause war Hendges beim
nächsten Vortrag gleich wieder mit von
der Partie. Vor und nach der Mittagspause stand in jeweils fast zwei Stunden die leistungsgerechte Abrechnung
von implantatgetragenem sowie konventionellem Zahnersatz im Mittelpunkt.
ZA Lothar Marquardt begann mit einer
grundsätzlichen Einführung in die Systematik der Festzuschüsse. Im Duo mit
Hendges vermittelte er dann sehr viel
grundlegendes Wissen. Beide sparten
aber auch nicht mit politischen Kommentaren und lockerten den Vortrag durch
den professionellen Einsatz von Power­
Point-Folien, aber auch durch Fragen ans
Publikum auf. Die Zuhörer profitierten
davon, dass hinter den Ausführungen der
Referenten nicht nur lange Erfahrungen in
wichtigen Funktionen in Nordrhein stehen, sondern beide auch aus der eigenen Praxis berichteten.
Wie schon im vergangenen Jahr war an beiden Tagen wieder viel los am Stand der KZV
direkt am Haupteingang des Kölner Gürzenichs.
Die 200 Zahnärztinnen, Zahnärzte und besonders Zahnmedizinischen Fachangestellten im Isabellensaal verfolgten konzentriert die
Ausführungen der Referenten der KZV Nordrhein.
Am Ende des Vortragsreigens gab es
am späten Nachmittag dann noch ein
„Solo für Lintgen“. Der „BEMA-Trainer“
musste in diesem Jahr auch den GOZPart übernehmen. Zum zweiten Mal seit
2012 widmete er sich dem speziellen
Thema der Mehrkosten und damit der
Frage, welche Leistungen ein Patient
nach BEMA beanspruchen kann und
wie korrekt vorzugehen und abzurechnen
ist, wenn dieser Leistungen wünscht, die
nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.
Am Ende der Vorträge gab es von den
zum Teil mehr als 200 Zahnärztinnen,
Zahnärzten und besonders Zahnmedizinischen Fachangestellten viel Applaus für
die Referenten. Allen acht war es gelungen, die nicht immer leicht zugängliche
Materie lebendig und verständlich zu
erklären und herauszuarbeiten, wie aus
Sicht der Abrechnung zum Nutzen von
Praxis und Patient korrekt vorzugehen ist.
Mehr noch, die Zuhörer erhielten darüber hinaus eine Vielzahl praxisnaher
Tipps und sachgerechte Informationen
von der modernen Zahnmedizin über die
optimale Praxisführung bis zur Standesund Gesundheitspolitik.
Josef-Lammerting-Allee 25 · 50933 Köln
Telefon: 0221/16 80 20 0
Telefax: 0221/16 80 20 20
Prüfverfahren und Regresse
Vergütungsrecht (BEMA/GOZ)
Auch in diesem Jahr luden die Zahnärztekammer und die Kassenzahn­
ärztliche Vereinigung Nordrhein
Zahnärztinnen und Zahnärzte am
8. und 9. März 2013 zu einem praxisbezogenen Existenzgründungsseminar im Rahmen des Karl-Häupl-Kongresses in den Gürzenich nach Köln
ein. Im gut gefüllten Seminarraum
interessierte die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer das Thema „Perspektiven
der Zahnheilkunde – Aussichten und
Chancen“. Ausgewiesene Fachleute
referierten an beiden Tage zu den
wichtigen Themen der Existenzgründung und vermittelten Basiswissen zu
den Bereichen Praxisgründung, Zulassungsverfahren, Betriebswirtschaft,
Steuerrecht, Berufsausübung und
Dr. Peter Minderjahn, Vorstandsreferent
für Niederlassungsfragen der Zahnärztekammer Nordrhein (ZÄK), zitierte in
seiner Einführung eine Studie des Instituts
der Deutschen Zahnärzte (IDZ), die sich
mit dem Zahnarztberuf, den Berufsaussichten und der Akzeptanz in der Öffentlichkeit beschäftigt. Der Zahnarztberuf
bereitet Freude und genießt in der Öffentlichkeit eine breite Anerkennung. Alles in
allem korreliert die Patientenzufriedenheit
mit der zahnärztlichen Versorgung. 87
bis 91 Prozent beurteilen ihren Zahnarzt
hinsichtlich „Vertrauen“, „Behandlungsqualität„ und „Arztzufriedenheit“ außerordentlich positiv (IDZ, 2012).
Die Körperschaften sind frei von Eigeninteressen, so Minderjahn. In ihnen engagiert sich eine Vielzahl von ehrenamtlichen Zahnärztinnen und Zahnärzten, die
bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen.
Dies ist für die jüngere Kollegenschaft
um so wichtiger, da die Universitäten
auf die zukünftigen Möglichkeiten der
Berufsausübung nicht oder nur unzureichend vorbereiten. Minderjahn zitierte
aus einer eigenen Untersuchung aus dem
Praxisgründungsseminar für Assistentinnen und Assistenten
Seit mehreren Jahren bieten ZÄK und
KZV Nordrhein im Rahmen des KarlHäupl-Kongresses unter der Verant­
wortung von Dr. Peter Minderjahn, Vorstandsreferent für Niederlassungsfragen
der ZÄK, ein Praxisgründungsseminar
an, das Zahnärztinnen und Zahnärzten,
die sich auf dem Weg in die Selbstständigkeit befinden, wichtige Informationen
rund um das Thema vermittelt.
vergangenen Jahr, dass zwei Drittel der
Befragten das entsprechende Angebot
der Hochschulen als mangelhaft (87 Prozent der Zahnärztinnen und 58 Prozent
der Zahnärzte) bewerten.
den bedeutende Punkte eines Praxisübernahmevertrags dargestellt, der – neben
Gerätschaften, Patientenstamm und
Gewährleistung – den Kaufpreis, aufgeteilt nach materiellem und ideellem Wert,
enthalten soll. Der Jurist legte Wert auf
ein Inventarverzeichnis, das die Geräte
und Gegenstände festhält, die gekauft
werden. Darüber hinaus gab es eingehende Informationen zur Fälligkeit des
Kaufpreises, zu Sicherheitsleistungen,
zu Personalübernahmen und zur Handhabung von Verbindlichkeiten sowie zur
Herausgabe von Unterlagen.
In der Regel werden Praxisräume gemietet. Ein Mietvertrag regelt die Mietsache.
Er sollte nicht nur Auskunft über Größe,
Lage etc., sondern auch die Zusicherung
der Nutzbarkeit als Zahnarztpraxis ggf.
einschließlich Praxislabor beinhalten.
Rechtsanwältin Sylvia Harms, Fachanwältin für Medizin- und Arbeitsrecht,
spannte den juristischen Bogen weiter
zum Arbeitsrecht. Einen breiten Raum
nahmen die „Tretminen“ ein, die man
umgehen kann, wenn die Gestaltungsmöglichkeiten genutzt werden. Eine klare
Abgrenzung von Rechten und Pflichten ist
angezeigt und die gesetzlichen Möglich-
Überwiegend Praxisübernahmen
Am Anfang einer Neugründung steht die
Übernahme einer Praxis, die Beteiligung
an einer bestehenden Praxis oder die
Neugründung. Mehr als die Hälfte der
Existenzgründungen sind Praxisübernahmen (KZBV, 2011). So fokussierten sich
dann auch die Rechtsfragen auf diese
Art des Einstiegs in die Selbstständigkeit.
In einem Übernahmevertrag werden die
Modalitäten festgehalten. Dem Mietvertrag muss beigetreten werden oder ein
neuer wird erforderlich. Das Team muss
widmete sich Rechtsanwalt Joachim K.
Mann, Fachanwalt für Medizinrecht,
ausführlich den Rechtsproblemen der
Gründungsalternativen. Eingehend wur­
RA Joachim K. Mann befasste sich eingehend mit Rechtsfragen, die sich im
Zusammenhang mit Praxisneugründungen, Praxisübernahmen oder den
Einstieg in eine Berufsausübungs­
gemeinschaft ergeben.
Genauso kann entschieden werden,
wann sich beispielsweise ein Cerec oder
ein DVT lohnt.
Wichtige Hinweise zur Existenzgründung und dem Ablauf des Zulassungsverfahrens erhielten
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von ZA Lothar Marquardt, Vorstandsmitglied der KZV
Nordrhein, und Hans-Günter Rees, Abteilungsleiter Register/Zulassung der KZV Nordrhein.
keiten der Verweisung oder der Befristung sollten genutzt werden. Fragen zu
Teilzeitarbeitsverträgen wurden ebenso
erschöpfend beantwortet wie solche zu
befristeten Arbeitsverträgen. Zahnärzte,
die in eine Berufsausübungsgemeinschaft
eintreten, werden zu Arbeitgebern und
treten auch in die bestehenden Arbeitsverträge ein.
Betriebswirtschaftliche Grundsätze müssen bei der Praxisgründung Beachtung
finden. Prof. Dr. Johannes Georg Bischoff,
stellte beispielhaft an der Übernahme
einer Praxis aus Wuppertal anhand
seines an der Bergischen Universität
Wuppertal entwickelten „GründungsPlanrads“ die Rentabilität eines Praxiskaufes dar. Eine betriebswirtschaftliche
Auswertung (BWA) ist nichts anderes als
„schwarze Zahlen auf weisem Papier“,
so Bischoff. Sie spiegelt kein realistisches
Bild einer Praxis wider. Die interessierten
Teilnehmer verinnerlichten das System
der Einnahme-/Überschussrechnung
und die Möglichkeiten der Gestaltung
z. B. durch das Zahlungsverhalten der
Patienten. Auch können Personalkosten
nicht einfach übernommen werden und
Abschreibungsmöglichkeiten sowie sonstige Kosten für die Finanzierung und die
kontinuierliche Fortbildung ändern sich.
Darüber hinaus gab er Hinweise darauf,
wie sich das Stundenhonorar entwickelt
und durch Investitionen verändert werden
Mit moderner betriebwirtschaftlicher
Steuerung lässt sich heute ein Investitionsverhalten oder ein Behandlungsschwerpunkt auf seine Rentabilität überprüfen.
RAin Sylvia Harms erläuterte die umfangreichen arbeitsrechtlichen Vorgaben und
Vorschriften, Rechte und Pflichten, aber
auch die vertraglichen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Zusammenstellung des
ZA Lothar Marquardt, Vorstandsmitglied
der KZV Nordrhein, und Hans-Günter
Rees, Abteilungsleiter Register/Zulassung der KZV, stellten ausführlich das
Zulassungsverfahren der selbstständigen
Praxis dar und betrachteten differenziert
die Möglichkeiten des angestellten Zahnarztes, der eine Bestätigung durch den
Zulassungsausschuss erfahren muss. Darüber hinaus gaben die Referenten einen
Einblick nicht nur in die Zahnarztdichte in
Nordrhein, sondern erläuterten auch Prognosen über die günstigen Verhältniszahlen Zahnarzt zu Patienten. ZA Marquardt
stellte anschaulich den Fahrplan „Zehn
Schritte in die Selbstständigkeit“ dar.
Gleichzeitig betonte er, dass der größte
Unsicherheitsfaktor des Berufsstandes die
Politik sei. Detaillierte Broschüren rundeten die Information ab.
Paradox klingt es, zu Beginn der Selbstständigkeit an die Altersversorgung zu
denken. Langfristige Strategien haben
aber ihren Sinn. Es ist angezeigt, früh-
Der Präsident der ZÄK Nordrhein
Dr. Johannes Szafraniak ging auf die
praxisnahe Umsetzung des Medizin­
produktegesetzes und die Praxisbegehungen nach MPG durch den Sach­
verständigen der ZÄK ein.
Über die Leistungen des Versorgungswerks der Zahnärztekammer Nordrhein
informierte der stellvertretende VZNVerwaltungsausschussvorsitzende
Dr. Dr. Detlef Seuffert.
zeitig die Gedanken auf die eigene
Altersvorsorge zu lenken. Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Nordrhein (VZN) ist ein Vollversorgungswerk,
das Leistungen für die Berufsunfähigkeit
gewährt, Witwen- und Waisenrente
sowie Sterbegeld zahlt, so Dr. Dr. Detlef Seuffert, stellvertretender Vorsitzender
des VZN-Verwaltungsausschusses. In
verständlicher Weise wurde den aufgeschlossenen Zuhörern der jährliche
Leistungsspiegel erläutert. Anhand eines
Beispiels wurden die Möglichkeiten perspektivisch dargestellt, die sich aus den
geänderten gesetzlichen Grundlagen
des Alterseinkünftegesetzes aus dem
Jahre 2004 ergeben. Mit dem ersten
Beitrag sind die Mitglieder gegen Berufsunfähigkeit versichert und bei Tod erhalten die Angehörigen eine Witwen- bzw.
Witwerrente. Auch die Kinder sind finanziell über eine Waisenrente abgesichert.
Der garantierte Rechnungszins des Versorgungswerks liegt satzungsgemäß bei
vier Prozent und damit deutlich höher als
bei anderen Vorsorgeanbietern. Daher
erscheint es sinnvoll, möglichst frühzeitig
hohe Beiträge einzuzahlen.
Der Präsident der Zahnärztekammer
Nordrhein und Referent für Zahnärztliche
Berufsausübung Dr. Johannes Szafraniak
ging auf die praxisnahe Umsetzung des
Medizinproduktegesetzes, die Medizinproduktebetreiberverordnung und die
RKI-Richtlinien mithilfe des von der ZÄK
entwickelten Hygienehandbuchs ein.
Anhand der entwickelten CD zeigte er
auf, wie die Anforderungen und Verpflichtungen aus dem Medizinproduktegesetz
bzw. der Medizinbetreiberverordnung
praxisbezogen umgesetzt werden können. Mit geringem finanziellen Aufwand
lassen sich − dank der Vorleistung der
ZÄK – die bürokratischen Auflagen erfüllen und umsetzten. Dabei sprach er auch
gezielt das Thema der Praxisbegehung
nach MPG an, deren Durchführung mittlerweile bei der ZÄK Nordrhein liegt.
Er machte deutlich, dass die Dokumentation der umgesetzten Gesetze und
Verordnungen in der Praxis zwingend
vorgegeben sind. Das in den Praxen
betriebene Qualitätsmanagement muss
im Rahmen der vertragszahnärztlichen
Versorgung entsprechend schriftlich fixiert
Durch gesetzliche Vorgaben müssen
Röntgengeräte, Kenntnisse zum Strahlenschutz und Amalgamabscheider alle
fünf Jahre, Hochfrequenzchirurgiegeräte
einmal jährlich, elektrische Anlagen (FISchalter) alle vier Jahre überprüft und
teilweise das Ergebnis den zuständigen
Stellen mitgeteilt werden.
errechts vertraut. Bei seinen nachvollziehbaren Ausführungen zu verschiedenen
Bewertungen einer Zahnarztpraxis stellte
er auch umfassend die Ärztekammermethode mit ihren Facetten dar. Darüber
hinaus wurden Fragen beantwortet wie
z. B.: Sind falsch getroffene Investitionsentscheidungen zu korrigieren? Welche
Vorteile bietet eine Praxisübernahme?
Welche Finanzierungsmöglichkeiten sind
sinnvoll? Wie erhält man eine Vorstellung
von einem Praxiswert? Welche Möglichkeiten der Kostenanalyse bestehen?
Wann sind Betriebsausgaben abzugsfähig? Welche finanziellen Auswirkungen
hat ein Umsatzrückgang in der Praxis?
Üblicherweise unterteilen sich die Kosten
in „Fixkosten“ (60 Prozent Raumkosten,
Mitarbeiter usw.) und in „variable Kosten“ (40 Prozent Labor-, Material-, KZVVerwaltungskosten). Schon ein Umsatzrückgang von fünf Prozent einschließlich
einer vierprozentigen Teuerungsrate kann
rechnerisch einen Gewinnrückgang von
rund 15 Prozent bewirken.
Stammpatienten sind die Werbeträger
einer Praxis. 85,5 Prozent der Patienten finden den Weg in die Praxis durch
Besonders wies Dr. Szafraniak darauf
hin, dass nur Zahnmedizinische Fachangestellte, die ihr Examen ab dem Jahre
2007 abgelegt haben, nach MPG
uneingeschränkt die Freigabe von Medizinprodukten veranlassen können. Alle
anderen Mitarbeiterinnen bedürfen der
Nachschulung bzw. der Fortbildung, die
z. B. im Karl-Häupl-Institut der ZÄK angeboten werden. Diese Kenntnisse können
auch bei dokumentierten Mitarbeiterfortbildungen in der eigenen Praxis oder bei
Rechtsanwalt Dr. Jürgen Axer, Experte für
Steuerrecht, machte die Teilnehmer ausführlich mit relevanten Themen des Steu-
In zwei Vorträgen sprach RA Dr. Jürgen
Axer über die weitreichenden wirtschaftlichen und steuerlichen Aspekte der
über den § 2.3 der GOZ liquidiert werden.
Eine Einführung in das Berufsrecht gab
die Justitiarin der ZÄK Dr. iur. Kathrin
Janke mit besonderem Schwerpunkt auf
allgemeine Berufspflichten und zahnärztliche Werbung.
persönliche Empfehlung. Die Justitiarin
der Zahnärztekammer Nordrhein Dr.
iur. Kathrin Janke nahm sich des Themas
Werbung und Berufsordnung intensiv
an. Sie stellte anhand praktischer Situationen die Möglichkeiten des Berufsrechts
dar und bot den Zahnärzten Unterstützung bei werbenden Maßnahmen an.
Denn nicht nur die Berufsordnung, sondern auch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und das Heilmittelwerbegesetz (HWG) schränken
die Werbung ein. Davon unbenommen
bleibt jedem Zahnarzt das Recht auf
Dr. Janke warnte eindringlich vor der
Anpreisung von zahnärztlichen Leistungen auf Webseiten gekoppelt mit Rabattnachlässen wie z. B. Groupon. Gleichzeitig führte sie aus, dass die GOZ
beachtet werden muss. Das Angebot
von zehn Professionellen Zahnreinigungen und der elften PZR gratis ist weder
mit den Vorgaben des Berufsrechts noch
der Gebührenordnung für Zahnärzte zu
vereinbaren. Bekanntermaßen ist der
einfache Satz der GOZ die Mindestgebühr für eine zahnmedizinische Leistung.
Auch sogenannte „kosmetische Leistungen“ müssen als Verlangensleistungen
Intelligent!*
Abschließend ging Dr. Peter Minderjahn
auf die Besonderheiten einer Existenzgründung in einem Freien Beruf ein und
arbeitete die entwickelten Hilfestellungen der ZÄK heraus. Eine der Aufgaben
der Zahnärztekammer ist die Vorbereitung der Kolleginnen und Kollegen auf
ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Auf
dem neuen Internetportal unter www.
zahnaerztekammernordrhein.de und
den Unterseiten www.dentoffert.de, der
Plattform rund um die Zahnarztpraxis,
und http://khi.zaek-nr.de finden sich
umfangreiche Informationen zu Praxisgründung, Berufsausübung, Fortbildung
und Niederlassung.
Trotz aller Widrigkeiten, so Dr. Minderjahn in seinem abschließenden Statement, kann eine zahnärztliche Praxis
heute noch mit ökonomischem und
persönlichem Gewinn geführt werden.
Voraussetzung bleibt ein durchdachtes
Praxiskonzept und ein überlegtes Investitionsverhalten. Die Aussichten für den
Berufsstand sind gut. In der Selbstständigkeit, unabhängig von der Praxisform, findet auch die neue Generation
von Zahnärztinnen und Zahnärzten ihre
wirtschaftliche Basis, um einerseits ihren
unverzichtbaren Beitrag für das Gesundheitssystem zu leisten und andererseits
ihren Beruf erfolgreich und befriedigend
Zahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein helfen
und unterstützen die Existenzgründung:
Gemeinsam mit den Körperschaften geht
Die RedLine.
*Einfachste Praxis-Logistik durch HIBC-Code
auf jeder Kartusche! www.dreve-hibc.de
Kölner feiern jetzt auch im Winter
Lossprechungsfeier zur Winterprüfung am Barabara-von-Sell-Berufskolleg, Köln
Die Zahl der Auszubildenden zur Zahnmedizinischen Fachangestellten, die im
Winter mit der Ausbildung beginnen, ist
in den letzten Jahren am Barbara-vonSell-Berufskolleg in Köln, der größten
Ausbildungsschule des Kammerbezirks,
stetig angestiegen und damit auch die
Zahl derer, die im Winter ihre Ausbildung beenden. Aufgrund dieser neuen
Situation entstand der Wunsch, nun
auch diese Auszubildenden in einer
feierlichen Atmosphäre loszusprechen.
dann besonders über die Zielerreichung
freuen zu dürfen.
große Anzahl. StDin Wilms gratulierte allen
Prüflingen mit regulärer Ausbildungszeit,
allen „Vorzieherinnen“ und auch all denen,
die einen kleinen Umweg gegangen sind,
sich von Misserfolgen aber nicht haben entmutigen lassen, sondern dann mit viel Einsatz
die Prüfung nochmals abgelegt und ihr Ziel
erreicht haben. Die Bildungsgangleiterin bat
die Absolventinnen, sich weiterhin vor allem
berufliche Ziele im Leben zu setzen, diese mit
viel Elan, auch unter Mühen und Schwierigkeiten, weiter zu verfolgen, um sich gerade
Anschließend übermittelte Dr. Ezio Iacono
im Namen der Zahnärztekammer herzliche
Glückwünsche an alle Ex-Auszubildenden. Er
gratulierte den Zahnmedizinischen Fachangestellten zu ihrem schönen Beruf, in dem
sie ihre handwerklichen Fertigkeiten zeigen
können und vielen Menschen begegnen.
Besonders bei der einfühlsamen Betreuung
ängstlicher Patienten kann die Fachange-
Die Bildungsgangleiterin StDin Valeria Wilms
begrüßte die 58 Winterabsolventinnen und
ihre Begleiterinnen und Begleiter und wies in
ihrer Eingangsrede auf die Besonderheiten
der Feier hin. Neben der ersten Lossprechung
im Winter und den neuen Räumlichkeiten
haben dieses Mal auch 22 Schülerinnen
die Ausbildung um ein halbes oder sogar
ein ganzes Jahr vorgezogen und erfolgreich
absolviert – eine noch nie dagewesene
Fotos: Schopen
Diese Feier fand am 27. Februar 2013 im
Altenberger Hof in Köln-Nippes statt, einem
in der Nähe des Berufskollegs gelegenen
Bürgerzentrums. Diese Einrichtung verfügt
über eine restaurierte „alte“ Scheune und
bietet damit ein ansprechendes Ambiente für
stilvolle Feste.
Patricia Halan, Christina Kröll und
Jessica Wermelskirchen, „Vorzieherinnen“ aus der ZO6 mit ihrer Klassen­
lehrerin OstRin Sabine Mausberg
Semra Yagdi und Meike Deckers,
„Vorzieherinnen“ aus der ZO8 mit
ihrem Klassenlehrer OStR Berthold
Darija Kazakova, Melanie Vollert und Nina Altmann,
„Vorzieherinnen“ aus der ZO4 mit ihrer Klassenlehrerin
StRin Christiane Bathke und ihrem Fachlehrer Dr. Ezio Iacono
stellte zum Wohlbefinden andere Menschen
beitragen. Dr. Iacono nahm anschließend die
Ehrung der „Kammerbesten“ Nora Johanna
Bosch (Praxis Drs. Wichary/Dietsche, Köln)
und Julia Schlüter (Praxis Oberbrinkmann,
Köln) vor, die ein Präsent der Zahnärztekammer und viel Applaus von den Anwesenden
Auch durch den Förderverein des Barbaravon-Sell-Berufskollegs konnten wieder Schülerinnen geehrt werden. So übergab Valeria
Wilms eine Urkunde und je einen Büchergutschein an Saskia Krapp (ZOW1) und Julia
Schlüter (ZOW2), die nicht nur sehr gute
Stolze Absolventinnen aus der ZOW1 mit ihrer Klassenlehrerin
OStRin Sabine Mausberg (4. v. l.)
Prüfungsergebnisse erzielten, sondern auch
ein vorbildliches soziales Verhalten gezeigt
Danach händigte StDin Wilms gemeinsam
mit den Klassenlehrerinnen und Fachkundelehrern die begehrten Abschlusszeugnisse
und Prüfungsurkunden aus. Die ehemaligen
Auszubildenden wurden dabei mit viel Beifall
bedacht, sie bedankten sich bei den Lehrkräften für deren Unterstützung und Engagement.
Bei dem sich anschließenden Sektumtrunk
kam es zu vielen Gesprächen, bei denen auf
die Schulzeit zurückgeblickt wurde. Die frisch
gebackenen Zahnmedizinischen Fachange-
Dr. Ezio Iacono übermittelte im Namen der Zahnörztekammer Nordrhein herzliche Glückwünsche an alle Ex-Auszubildenden und belobigte die „Vorzieherin“ und „Einser-Kandidatin“
Nora Johanna Bosch.
stellten zeigten ihre Freude über den Erfolg
und schätzten ihre berufliche Zukunft durchweg als sehr positiv ein. Außerdem wurden
Zeugnisse begutachtet, Erinnerungsfotos
gemacht, Handynummern ausgetauscht und
die Hoffnung geäußert, sich nicht ganz aus
Wir wünschen allen ehemaligen Schülerinnen alles Gute für ihren beruflichen und privaten Lebensweg und freuen uns, auch die
Winterprüflinge in einer schönen Lossprechungsfeier verabschiedet zu haben.
Karin Bäumel-Mosblech
Feierliche Urkundenübergabe durch
Dr. Heinz-Peter Olbertz an Saskia Krapp
mit ausgezeichnetem Schulzeugnis
Antrag auf Verleihung von Ehrennadeln und Urkunden
Für Zahnmedizinische Fachangestellte, die nach bestandener Prüfung mindestens zehn Jahre tätig sind, kann die
Verleihung der Ehrennadel beantragt werden. In Erweiterung dieser Ehrung kann für ZFA, die 20 bzw. 25 Jahre und länger tätig sind, eine spezielle Urkunde und Ehrungsplakette beantragt werden. Als Antrag genügt ein
Schreiben mit Anlage einer Kopie des Helferinnenbriefes bzw. des Prüfungszeugnisses, gerichtet an die jeweils
zuständige Bezirksstelle der Zahnärztekammer Nordrhein. Bitte geben Sie die Privatanschrift der ZFA ebenfalls
an. Die offiziellen Ehrungen mit Überreichung der Urkunden und Nadeln werden im Rahmen der jeweiligen Lossprechungen der Bezirksstellen vorgenommen.
Lossprechungsfeier am 13. Juli 2013
„forum M“ der Mayerschen Buchhandlung, Aachen
Lossprechungsfeier am 10. Juli 2013
Anträge bitte bis spätestens 19. Juni 2013 an die
Maarweg 231–233, 50825 Köln
Düsseldorf: Lossprechungsfeier am 4. Juli 2013
Krefeld: Lossprechungsfeier am 26. Juni 2013
Mercure Tagungs- und Landhotel Krefeld, Krefeld
Neuss: Lossprechungsfeier am 5. Juli 2013
Restaurantschiff „Canoo“, Düsseldorf
Kreis Kleve: Lossprechungsfeier am 12. Juli 2013
Anträge bitte bis spätestens 12. Juni 2013 an die
Mönchengladbach: Lossprechungsfeier am 19. Juni 2013
Geneickener Bahnhof, Mönchengladbach
Anträge bitte bis spätestens 5. Juni 2013 (Krefeld),
19. Juni 2013 (Kreis Kleve),
29. Mai 2013 (Mönchengladbach)
bzw. 5. Juni 2013 (Moers) an die
Untergath 47, 47805 Krefeld
Lossprechungsfeier am 11. Juli 2013
LeBuffet Karstadt Forum, Duisburg
Lossprechungsfeier am 26. Juni 2013
Robert-Schmidt Berufskolleg, Essen
Anträge bis spätestens 5. Juni 2013 an die
Hindenburgstr. 8, 45127 Essen
Moers: Lossprechungsfeier am 26. Juni 2013
Ausbildungsrestaurant „Schacht V“, Moers
Lossprechungsfeier am 3. Juli 2013
Café-Restaurant „Zur schönen Aussicht“, Solingen
Wir bitten um Verständnis, dass später eingehende Anträge nicht mehr berücksichtigt werden können.
Au Backe – Warum ist Zähneputzen wichtig?
Zehnjähriges Jubiläum bei den „Unikids“ der Universität Duisburg-Essen
Unter dem Motto „Wir machen uns
schlau!“ bietet die Universität Duisburg Essen auch dieses Jahr wieder
kostenlose Vorlesungsveranstaltungen
von acht bis zwölf Jahren an.
Die Veranstaltung „Unikids“ wurde ins
Leben gerufen, damit Kinder und Jugendliche sich als richtige Studierende fühlen
können. So waren nicht nur Studierendenausweis und Vorlesungsskript Bestandteile
einer spannenden und interaktiven Vorlesung, sondern auch das Ziel der Dozenten Dr. Jasmin Schnorrenberg und Dr. Jan
Daamen, das Interesse der Kinder am akademischen Leben zu wecken und detaillierte Einblicke in ein spezielles Thema zu
Aus nordrhein-westfälischen Schulen wurden die Kinder eingeladen, sich am 27.
Februar 2013 im Audimax der Universität Essen, mit dem Thema „Au Backe –
Warum ist Zähneputzen wichtig?“ auseinanderzusetzen. Folgende Fragestellungen
sollten mit den Kindern erarbeitet werden:
Wofür brauchen Menschen Zähne? Wie
entstehen Löcher in den Zähnen? Warum
bekommt man Zahnschmerzen? Was
haben Bakterien damit zu tun? Was würde
passieren, wenn ich meine Zähne einfach
nicht mehr putze? Was muss ich tun, wenn
ich mir bei einem Unfall einen Zahn ausgeschlagen habe?
Fotos: C. Rickert, Fotolia/Spectral-Design (1)
Von den Organisatoren der „Unikids“
wurde diesmal die Universitätsklinik für
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie unter
der Leitung von Prof. Dr. Dr. Chistopher
Mohr gebeten, im Rahmen der zehnjährigen Jubiläumsvorlesungsreihe den zahnmedizinischen Fachbereich zu vertreten.
Eine kleine Studentin der „Unikids“ schilderte ihre Erfahrungen in der Anwendung der
Zungenreinigungsbürste beim Zahnpflegewettbewerb.
ein Biofilm aufgebaut ist und dass pathogene Keime von der physiologischen
Mundflora zu unterscheiden sind. Die kleinen Studenten hatten riesigen Spaß, sich
Plüschbakterien von S. mutans und P. gingivalis anzugucken und echte Prothesen
anzufassen. Sehr beeindruckt waren die
Kinder, wie viele Zähne man im Wechselgebiss hat. Der „Student“ Dennis Gerke
freute sich sehr ein Foto von einem echten
„Loch im Zahn“ zu sehen.
Die zirka 800 teilnehmenden Kinder folgten der 60-minütigen Vorlesung gebannt
und beteiligten sich rege. Ein sehr kritisches Publikum erhielt wissenschaftlich
fundierte Einblicke in die Komplexität der
Kariesentstehung und deren Folgen. Die
Kinder lernten spielerisch, wie komplex
Dr. Jasmin Schnorrenberg vermittelte ihren jungen Zuhörern detailliertes Wissen
über pathogene Keime und die Entstehung von Plaque.
Anhand eines Zahnputzwettbewerbs
wurde den Kindern demonstriert, mit welchen Hilfsmitteln zur Zahnpflege eine suffiziente Oralhygiene erzielt werden kann
und welche Hilfsmittel nur der Unterstützung dienen. Es überraschte alle Beteiligten und deren Eltern, die im Rahmen
eines Live-Streams der Hauptvorlesung
beigeschaltet waren, welch große Vielfalt
an Zahnpflegeartikel das tägliche Zähneputzen unterstützen kann. Die teilnehmenden Kinder bekamen Zahnbürsten für
Jugendliche und Plüschzähne geschenkt,
welche von der Firma Voco zu Verfügung
gestellt wurden. Jugendliche sind in der
besonderen Situation, dass sie sich ohne
Hilfe der Eltern um ihre Mundhygiene
kümmern müssen. Daher ist es extrem
wichtig, das Bewusstsein für Zähne und
deren Pflege zu wecken.
Dabei zeigte sich, dass ein Großteil der
Kinder und Jugendlichen teilweise keine
Handhabung von z. B. Zahnseide, Zungenreinigungsbürste und Mundspüllösungen kannte und demnach auch nicht
verwendete. Dies zeigte, dass in Zukunft
ein großer Aufklärungsbedarf in dieser
Altersklasse besteht und jeder Zahnarzt
an einer Verbesserung des Wissens mitwirken sollte. Auch das Thema Zahnspangenreinigung und Zahnpflege bei
Im Anschluss an die Vorlesung hatten die Kinder noch viele spannende Fragen, die von den
beiden Dozenten, hier Dr. Jan Daamen, ausführlich beantwortet wurden. Diese reichten von
„Braucht man eine Sportschutzschiene bei Karate?“ oder „Wie entstehen Zähne?“, über die
Frage, ob die Zähne für die Zahnfee auch feucht gehalten werden sollten.
Multibandapparaturen interessierte die
Kinder brennend.
Das Thema Notfallmanagement fand
ebenfalls riesigen Anklang bei dem aufgeweckten Publikum. Anhand eines Versuchs wurde demonstriert, wie stark RoteBeete-Saft Wasser verfärbt, vergleichbar
mit Blut im Speichel. Die Kinder bekamen eine genaue Anleitung, wie man im
Falle eines Frontzahntraumas mit einem
avulsierten Zahn zu verfahren hat. Dies
ist besonders wichtig, da Kinder in dieser Altersgruppe bei Unfällen häufig
nicht mehr in Begleitung von Erwachsenen sind und das gängige Erste-HilfeManagement denkbar ungünstig für eine
mögliche Replantation ist.
Neonpinke Sportschutzschiene
Die Zahnmedizinische Fachassistentin Katrin Schwätzer erhielt tosenden
Applaus bei der Demonstration ihrer
neonpinken Sportschutzschiene, die die
Jugendlichen vor allem zur Gefahrenprävention bei Kontaktsportarten anregen
Die Zahnmedizinische Fachassistentin
Katrin Schwätzer demonstrierte mithilfe
der wunderschönen Zähne des Plüschdrachen die richtige Putztechnik.
Rita, Michelle, Stefanie und Milena
kamen extra mit zwei 5. Klassen der
Theodor-Heuss-Realschule aus Oberhausen, um sich genau über das Thema
Zähne zu informieren. Alle vier Schülerinnen waren begeistert von der Vorlesung
und froh, dass sie nun genau wissen,
was man machen muss, wenn man sich
bei einem Unfall einen Zahn verletzt.
Am Ende der Vorlesung durften Kinder
und Eltern individuelle Fragen stellen.
Diese reichten von „Braucht man eine
Sportschutzschiene bei Karate?“ oder
Rita fand es interessant, dass es pinke Sportschutzschienen gibt, und
Dennis freute es, dass Bilder von „echten Löchern“ gezeigt wurden.
„Wie entstehen Zähne?“, über die Frage,
ob die Zähne für die Zahnfee auch feucht
gehalten werden sollten. Andere Kinder
wollten noch einmal genau gezeigt
bekommen, wie man Zahnseide richtig
hält. Viele stürmten auf die Bühne, um
nach Zahnseide zu fragen, welche sie
ihren Eltern zeigen können und sich Autogramme von den beteiligten Referenten
geben zu lassen. Beim Verlassen des
Hörsaals bekamen die kleinen Studen-
Michelle, Stefanie und Milena bewaffneten sich mit einer Zahnbürste, um P. gingivalis und S. mutans den Kampf anzusagen.
tinnen und Studenten von Wrigley´s zur
Verfügung gestellte zuckerfreie Kaugummis und den Dentiman-Comic.
Die Vorlesung hat gezeigt, wie interessiert und begeisterungsfähig Kinder und
Jugendliche auch für komplexe Themen
und Fragestellungen rund um die Zahngesundheit sind. Gerade die zwölfjährigen Teilnehmer waren besonders empfänglich für Ratschläge zur Verbesserung
der Körperpflege.
Die Durchführung von Aufklärungskampagnen bei Jugendlichen sollte in der
gesamten Kollegenschaft diskutiert werden. Gerade in weiterführenden Schulen
mit Ganztagsbetreuung werden die Themen Zahnpflege und Mundgesundheit
anscheinend vernachlässigt.
Dr. Jasmin Schnorrenberg
Dr. Jan Daamen
Termin: 11. April, 11. Juli und 10. Oktober 2013 • ab 19 Uhr
Zulassung zur Teilnahme an der vertragszahnärztlichen Versorgung für den
Bereich der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein
Sitzungen des Zulassungsausschusses von Oktober bis Dezember 2012
 Verwaltungsstelle Aachen
AachenZÄ Olena Pich
Dr. Nicole Rafai MPH
ZÄ Stavroula Nikolaou
AlsdorfDr. Elham Sattari Azar
Dr. Mehdi Sattari Azar
HürtgenwaldZA Sven Salentin
 Verwaltungsstelle Düsseldorf
ZÄ Elham Andabili-Barthel
ZÄ Tina Farivar
ZÄ Eva Anna Malinowski
r. Ilja Mihatovic (Oralchirurgie)
r. Sandra Stolz
 Verwaltungsstelle Duisburg
 Verwaltungsstelle Krefeld
r. Axel Schmitz
ZÄ Astrid Michaela Schneiderat
ZA Michael Woschek
ZA Izzet Döven
 Verwaltungsstelle Wuppertal
Dr.-medic stom. (RO) Alexander Martin
ZA Robin Edel (Oralchirurgie)
ZA Yousef Mahamid
Zulassung zur Teilnahme an der vertragszahnärztlichen Versorgung für den Bereich Kieferorthopädie
Dr. medic stom. Eugen-Mihai Coseriu
Dr. Stefan Günther (Oralchirurgie)
 Verwaltungsstelle Köln
r. Bernd Distelmaier
A Thomas Lübke
Dr. Simone Billen
Dr. Stephan Delschen
A Vladimir-Christian-Mihai Baltescu
ZÄ Katrin Lippert
 Verwaltungsstelle Essen
r. Georges Bitar
Dr. In-Sook Lee
ZÄ Liska Zauner
Ä Cindy Reißmann
r. Hanne Thomé
ZÄ Vera-Anna Dimopoulou
ZÄ Katarzyna Jeske-Kaminski
Dr. Peter Schwerbrock
ZA Alexander Strunz
ZA Till Switek
ZA Marcus Klein (Oralchirurgie)
ZÄ Viktorija Limbach
Dr. med. Matthias Ollwig (Oralchirurgie)
ZÄ Esma Saglam
ZA Dogan Uyguralp
Dr. Malgorzata Lammel
ZÄ Azadeh Jafari
Dr. Konstantinos Bakopoulos
(½ Zulassung)
Dr. Sebastian Baumgärtel
Der Tag der Zahngesundheit im September 2013 wird unter dem Motto
stehen: „Gesund beginnt im Mund –
Zähneputzen macht Schule“. Dieses
Aktionsthema bietet unterschiedlichen
Institutionen und Organisationen gute
Möglichkeiten, interessante Veranstaltungen mit dem Fokus auf vorbildliche
Mundgesundheitsmaßnahmen zu
„Wenn etwas ‚Schule macht’, bedeutet
das im übertragenen Sinn bekanntlich,
dass ein guter Gedanke sich durchsetzt,
also von vielen aufgegriffen und umgesetzt wird“, erläutert Dr. Uwe Prümel-Philippsen, Vorsitzender des Aktionskreises
und Geschäftsführer der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e. V. (BVPG). „Und genau das trifft
für Prophylaxekonzepte in besonderem
Maße zu!“ Für den Aktionskreis lag es
deshalb nahe, die Institution Schule auch
direkt herauszustellen.
Auf der zentralen Pressekonferenz zum
diesjährigen Tag der Zahngesundheit
wird mit Dr. Pantelis Petrakakis der
Vorsitzende des Bundesverbandes der
Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V. (BZÖG) referieren
und als Praktiker Gegenwart und Zukunft
der Kariesprophylaxe in den Schulen
beleuchten. Anhand eines erfolgreichen
Modellprojektes soll zum einen dargestellt werden, welche Organisationen
zusammenspielen sollten, um sinnvolle
Mundhygienemaßnahmen in Schulen
zu installieren, und zum anderen, welche Schulart sich dafür am besten eignet. „Unser Ziel ist nicht, bestehende
Zustände zu diskreditieren“, macht Dr.
Petrakakis dabei deutlich, „wir wollen
im Gegenteil alle ermutigen, von erfolgreichen Konzepten zu lernen.“
Auch die gesetzlichen Krankenkassen
und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK)
begrüßen das Motto als wichtiges Signal: „Kinder im Grundschulalter sind sehr
wissbegierig und aufgeschlossen für
gesundheitliche Zusammenhänge rund
um den eigenen Körper“, sagt Prof. Dr.
Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der
BZÄK. „Deswegen ist die Nutzung des
Settings Schule weiterhin einer der zentralen Ansätze zur Herstellung gesundheitlicher Chancengleichheit. Gesundheitserziehung zur regelmäßigen Mundhygiene ist ein vergleichsweise einfacher
Weg, Selbstverantwortung einzuüben,
und eine Möglichkeit, darüber hinaus
weitere Botschaften zur Gesundheitsförderung zu vermitteln.“
Das Thema hat an Gewicht gewonnen,
seit Medien davon berichteten, dass
einige Kindergärten das gemeinschaftliche Zähneputzen aufgrund des organisatorischen Aufwands einstellen. „Mundhygiene sowohl im Kindergarten als auch
in der Grundschule ist der wichtigste
Grundpfeiler für das Ziel ‚Mundgesundheit ein Leben lang’.“ Hier haben die
Zahnärzte zusammen mit ihren Kooperationspartnern sehr beeindruckende
Erfolge zu verbuchen. Dr. Michael
Kleinebrinker vom GKV-Spitzenverband:
„Gesunde Kinderzähne kommen nicht
von allein, dazu ist eine Mundhygiene
notwendig, die sozusagen von der Pike
auf gelernt werden muss. Wir wünschen uns deshalb, dass sich Schulen
und Kindergärten auch weiterhin beim
Thema Mundhygiene engagieren und
das Zähneputzen so verbreitet wie bisher Bestandteil des Schul- bzw. KitaAlltags bleibt. Wenn der diesjährige
Tag der Zahngesundheit hierzu einen
Beitrag leisten könnte, würde uns das
sehr freuen.“
Wie in jedem Jahr engagieren sich
überall in Nordrhein Zahnärztinnen und
Zahnärzte vor Ort und lassen sich immer
wieder neue Aktionen einfallen. Dabei
ergibt sich die Gelegenheit, einmal in
neutraler Umgebung Gespräche mit
Patienten zu führen, die Zahngesundheit
zu fördern und den Berufsstand in der
Öffentlichkeit positiv darzustellen.
Aus diesem Grund unterstützt der Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit der
KZV Nordrhein Aktionen zum Tag der
Zahngesundheit, die auch als offizielle
Veranstaltungen der KZV Nordrhein
durchgeführt werden, finanziell und mit
Werbematerialien (Stoffbeutel, T-Shirts,
Zahnbürsten usw.). Die Kreisvereinigungen können über die Verwaltungsstellen
einen Kostenzuschuss beantragen. (Kontakt: KZV Nordrhein, Karin Labes, Tel.
0211/9684-279)
35. Internationale Dental-Schau (IDS) 2013 in der Kölner Messe
Viel los war am gemeinsamen Stand von BZÄK, KZBV, DGZMK und zm auf der IDS 2013.
Der Präsident der BZÄK Dr. Peter
Engel und der stellvertretende Vorsitzende der KZBV Dr. Wolfgang Eßer
nutzten die Eröffnung des gemeinsamen Standes der Körperschaften
auf der IDS am 13. März 2013 als
Plattform für standes- und gesundheitspolitische Botschaften.
Bei der Eröffnung des gemeinsamen
Standes von Bundeszahnärztekammer,
Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung,
DGZMK und zm auf der 35. Internationalen Dental-Schau waren sich alle Beteiligten mit Messe-Geschäftsführerin Katharina
C. Hamma einig: Eis und Schnee im Großraum Köln am Vortag hatten zwar manchen
bei der Anreise behindert, dennoch waren
die Besucherzahlen schon zu Beginn mehr
als erfreulich. Die zweijährliche Messe
wächst anscheinend immer weiter.
Viel los war auch am Stand der zahnärztlichen Körperschaften. BZÄK-Präsident Dr.
Peter Engel, sein Vize Prof. Dr. Dietmar
Oesterreich, die stellvertretenden KZBVVorsitzenden Dr. Wolfgang Eßer und Dr.
Günther E. Buchholz sowie der stellvertretende Vorsitzende der KZV Nordrhein ZA
Martin Hendges nahmen die Gelegenheit
zum Gedankenaustausch wahr, bevor zmChefredakteur Egbert Maibach-Nagel die
Referenten vorstellte und zu aktuellen Themen befragte.
Dr. Engel kritisierte die ununterbrochene
Folge von Gesundheitsreformen, mit der
die Politik allein Kosten senken wolle,
sowie die zunehmende Beschränkung der
medizinischen Freiberuflichkeit durch Verordnungen, Gesetze und Verwaltungsvorschriften: „Bürokratische Strukturen generieren Aufwand, statt bestehende Probleme
ZA Martin Hendges, Dr. Wolfgang
Eßer, Dr. Peter Engel und Dr. Günther
E. Buchholz nutzten die IDS als Plattform
für standes- und gesundheitspolitische
zu lösen; dies geht vor allem zu Lasten
der Patientenversorgung.“ Unverständlich
sei für ihn zudem, dass für die Zahnmediziner immer noch die alte Approbationsordnung Zahnmedizin mit dem Stand von
1955 gelte, obwohl die Bundeszahnärztekammer seit Jahren eine Novellierung
anmahne.
Mit Blick auf den demografischen Wandel und die wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen erklärte Dr. Wolfgang
Eßer: „Die zahnmedizinische Versorgung
muss demografiefest werden. Immer mehr
Menschen können den Zahnarzt ihres Vertrauens nicht mehr aufsuchen. Parallel dazu
nehmen altersassoziierte Erkrankungen
wie Parodontitis oder Wurzelkaries zu.
Auch die Dentalindustrie hat das Problem
erkannt und präsentiert hier auf der IDS verbesserte portable Behandlungseinheiten.
Die aufsuchende Betreuung ist jedoch nur
ein Weg. Wir müssen auch dafür sorgen,
dass die Hindernisse abgebaut werden,
die Menschen vom Praxisbesuch abhalten. Wir haben daher den Gesetzgeber
im Gesundheitswesen aufgefordert, Förderprogramme zum barrierefreien Um- und
Neubau von Praxen aufzulegen.“
Altgoldsammelaktion 2012 der OGWZ
Alte erneuerungsbedürftige Metallrestaurationen wurden von Patienten an einige
Mitglieder der OGWZ gespendet, um in
Wuppertal karitative Einrichtungen, die
sich um das Wohl von Kindern bemühen,
zu unterstützen, denn es gilt nach Johann
Wolfgang von Goethe: „Wenn man sich
um der Kinder willen keine große Mühe
gäbe, wie wäret Ihr groß geworden?“
Dankenswerterweise wurde das Altmaterial wieder kostenlos von der Firma Bego,
Bremen, geschieden und uns – dank des
hohen Goldpreises – im Dezember ein
Betrag von 23 000 Euro zur Verfügung
In der Vorstandssitzung am 22. Januar
2013 wurde beschlossen, das Spendengeld aufzuteilen und mehrere Projekte
zu fördern. Der Förderverein Kinderklinik
Wuppertal e. V. hat das Ziel „Kindern, die
durch ihre Krankheit benachteiligt sind, das
Leben ein wenig zu verschönern und ihnen
Fotos: Keßling
Auch 2012 war die Altgoldsammel­
aktion der „Offenen Gemeinschaft
Wuppertaler Zahnärzte“ (OGWZ)
wieder ein Erfolg und so soll an
dieser Stelle von der Verwendung
des Erlöses der Patientenspenden für
wohltätige Einrichtungen in Wuppertal berichtet werden.
Der OGWZ-Vorsitzende Dr. Erhard Keßling (l.) und das Vorstandsmitglied Dr. Dirk Specht (r.)
übergaben 6 000 Euro an die Vorsitzende des Förderverein Kinderklinik Wuppertal e. V.
Karin Kunsleben und an den Direktor der Kinderklinik Prof. Dr. Stefan Wirth.
Hilfe und Freude zu schenken“. Am 18.
Februar 2013 konnten der Vorsitzende
der OGWZ Dr. Erhard Keßling und das
Vorstandsmitglied Dr. Dirk Specht einen
Spendenbetrag von 6 000 Euro in Form
einer gut gefüllten Schatztruhe an die Vorsitzende des FV Karin Kunsleben und an
den Direktor der Kinderklinik Prof. Dr. med.
Stefan Wirth in Anwesenheit der Wuppertaler Presse übergeben.
Der Kinderhospizdienst Pusteblume in der
Diakonie Wuppertal hat zum Ziel „die
Lebensqualität von lebensverkürzt erkrank-
Zur Unterstützung der Tätigkeit des ambulanten Hospizdienstes wurde eine Spende von
5 000 Euro an die Vorsitzende des Fördervereins Sigrid Born und an Pfarrerin Tabea
Luhmann vom OGWZ-Vorsitzenden Dr. Erhard Keßling und von Vorstandsmitglied
Dr. Roger Kolwes überreicht.
ten Kindern und Jugendlichen sowie deren
Angehörigen zu verbessern“. Von Mai
2005 bis 2010 war Pfarrerin Tabea Luhmann, die den Hospizdienst leitet, als
Krankenhausseelsorgerin in der Kinder­
klinik tätig, um dort schwer kranke und sterbende Kinder und ihre Eltern zu begleiten.
Da lag es nahe, das Angebot des Hospizdienstes um den Bereich der Kinderhospizarbeit zu erweitern und sich so auch
den Familien zuzuwenden. Ziel ist eine
umfassende Entlastung und Unterstützung
der ganzen Familie, d. h. die erkrankten
Kinder, die Geschwister und die Eltern vom
Zeitpunkt der Diagnose bis zum Tod des
Kindes und darüber hinaus durch die zirka
50 ehrenamtlichen Hospizhelferinnen zu
betreuen. Zur Unterstützung dieser Tätigkeit
des ambulanten Hospizdienstes wurde am
27. Februar eine Spende von 5 000 Euro
in Form eines Goldbarrens und einer Pusteblume an die Vorsitzende des Fördervereins Sigrid Born und an Pfarrerin Luhmann
vom Vorsitzenden der OGWZ Dr. Keßling
und Vorstandsmitglied Dr. Roger Kolwes in
Anwesenheit der Westdeutschen Zeitung,
die am nächsten Tag im Wuppertaler
Lokalteil darüber berichtete, überreicht.
Weitere Spenden werden demnächst
übergeben für Projekte der Kinderbildung
– auch hierüber wird zu berichten sein.
Dr. Erhard E. Keßling
Besser putzen als bohren
Närrisches Jubiläum bei der SDZ
Die Solidaritätsgemeinschaft Düsseldorfer Zahnärzte (SDZ) unterstützt
seit 2003 die Karnevalsfreunde der
Katholischen Jugend (KaKaJu). Die
Tradition, die Karnevalsorden für
die Kindertanzgarde zu stiften, jährt
sich in diesem Jahr zum 11. Mal.
cken, Müttern und Vätern, Omas und
Opas, Tanten und Onkel des jungen
Karnevalsnachwuchses, denen er allen
das Versprechen abnahm, zukünftig nur
noch zuckerfreie Süßigkeiten zu kaufen,
wenn sie etwas verschenken wollten.
Der „Brushman“ Dr. Peter Paul Grzonka,
im wirklichen Leben Zahnarzt, hatte
bei insgesamt fünf Veranstaltungen ein
Forum von jeweils 1 700 Karnevalsje-
Foto: Grzonka
Auf der Bühne wuselten Dinosaurier und
Steinzeitmenschen, insgesamt 70 Mädchen, zu flotten Rhythmen. Sie brachten
das Publikum mit ihren Darbietungen
zum Lachen; zum Staunen war der Tanz
der schon Größeren, der in einer akrobatischen Pyramide endete.
Der neue Präsident der KaKaJu Thomas
Puppe – Karnevalsprinz der letzten
Session und seines Zeichens Bäcker −
wurde angehalten, vermehrt sein gutes
Vollkornbrot unter das Volk zu bringen.
Er und der gesamte Elferrat wurden mit
den bewährten Fortuna-Zahnbürsten versorgt, nach dem Motto „Besser putzen
als bohren“.
Als „Brushman“ forderte der Zahnarzt
Dr. Peter Paul Grzonka die erwachsenen Karnevalsjecken auf, zukünftig
vermehrt zuckerfreie Süßigkeiten zu
NUTZEN SIE UNSERE ATTRAKTIVEN FORTBILDUNGSANGEBOTE
APW/DGÄZ CURRICULUM „ZAHNMEDIZIN“
Postgraduierte und zertifizierte Fortbildung als Grundlage zum
Tätigkeitsschwerpunkt „Ästhetische Zahnheilkunde“.
„ZAHNMEDIZINISCHE ÄSTHETIK & FUNKTION“
4 Serien jährlich · Nächster Start 24.05.2013
APW/DGÄZ CURRICULUM „ZAHNTECHNIK“
In Kooperation mit der Zahntechniker Innung Düsseldorf (ZID)
und der APW wird das Curriculum
„Funktionelle und Ästhetische Zahntechnik“ gelehrt.
der Universität Greifswald in Kooperation mit der DGÄZ.
Nächster Start Herbst 2013
4 Serien jährlich · Nächster Start 12.04.2013
der DGÄZ mit Zertifikat in Zusammenarbeit mit den zwei
erfahrenen Referentinnen Annette Schmidt und Irma Ilg:
Zusatzqualifikation für Zahnmedizinische Fachangestellte.
2x jährlich · Nächster Start 27.10. - 3.11.2013
Geschäftsstelle DGÄZ
Studienstandort Westerburg
Ästhetische Zahnheilkunde e.V.
Telefon 02663 9167-31
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Nach erfolgreicher Konsoldierung bald 2 000 Studenten?
Erste deutsche Privatuniversität Witten/Herdecke feiert Jubiläum
Die Gründung der Universität Witten/Herdecke als erste nichtstaatliche Hochschule
in privater Trägerschaft geht zurück auf den
30. April 1983. Zum Auftakt des Lehrbetriebs mit 27 Studierenden der Humanmedizin formulierte Gründungspräsident
Dr. Konrad Schily damals den nach wie
vor gültigen Anspruch der Privatuniversität:
„Unsere Hochschule will sich den gesellschaftlichen Aufgaben und Erfordernissen,
die aus der Gesellschaft auftreten, stellen.“
Mittlerweile sind rund 1 500 Studentinnen
und Studenten in 14 Studiengängen der
Fakultäten Gesundheit, Wirtschaft und
Kultur eingeschrieben − darunter auch 40
Zahnmedizinstudierende pro Jahrgang.
Besondere Kennzeichen der UW/H sind:
•Persönliche Auswahlverfahren statt NC
Neue Lernmethodiken, z. B. „problem­
orientiertes Lernen“ (POL)
• Obligatorisches Studium fundamentale
entorenverfahren
Starker Praxisbezug der Lehre (in der
Medizin früher Patientenkontakt)
Studienfinanzierung über einen umge-
kehrten Generationenvertrag
„Die besonderen Studienbedingungen in
Witten haben sich bewährt“, zeigt sich
Prof. Dr. Stefan Zimmer, Wissenschaftlicher
Direktor der UW/H, überzeugt. „Doch
noch wichtiger ist für uns, dass die Studierenden genügend Raum und Zeit bekommen für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit
und eine – ganz im Sinne Humboldts –
umfassende Bildung.“ Zimmer blickt optimistisch in die Zukunft und erwartet bis
2015 nach Einrichtung weiterer Studiengänge eine Steigerung der Studentenzahl
auf 2 000. Dann sei es allerdings auch
an der Zeit, die Infrastruktur der Universität
Angesichts dieser positiven Erwartungen
sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass
die Wittener Privatuniversität gerade in
den letzten Jahren (seit 2005) einen tiefgreifenden Strukturwandel mit Haushaltskonsolidierung und organisatorischer Neuausrichtung absolvieren musste, um überhaupt eine erneute Akkreditierung durch
den Wissenschaftsrat zu erhalten. Ein
Überlebenskampf, in dem auch die starke
Unterstützung aus dem großen Kreis langjähriger Fördermitglieder eine nicht unwesentliche Rolle spielte. Schließlich finanziert
sich die Universität zu knapp 90 Prozent
aus privaten Mitteln und Studiengebühren.
Ihren 30. Geburtstag feiert die UW/H nun
am 17. Mai 2013 mit einem Festakt und
anschließender Party.
Die 6. Vertreterversammlung der Amtsperiode 2011
bis 2016 findet statt am
Samstag, 15. Juni 2013.
Tagungsstätte: Van der Valk Airporthotel Düsseldorf
Tel. 0211/200 63 0
Fax 0211/200 63 200
9.00 Uhr c. t.
Anträge zur Vertreterversammlung sind gemäß § 4 der
Geschäftsordnung spätestens vier Wochen vor dem Sitzungstermin beim Vorsitzenden der Vertreterversammlung
in 40237 Düsseldorf, Lindemannstraße 34–42, einzureichen. Antragsberechtigt sind die Mitglieder der Vertreterversammlung und der Vorstand der Vereinigung.
Fragen zur Fragestunde sind ebenfalls spätestens vier
Wochen vor dem Sitzungstermin beim Vorsitzenden der
Vertreterversammlung einzureichen.
Dr. Ludwig Schorr, Vorsitzender der Vertreterversammlung
Krebs von Mundhöhle oder Rachen
Fünfthäufigste Krebsneuerkrankung bei Männern
Mit ärzte ohne grenzen helfen Sie Menschen
60 Ländern weltweit. Unsere Teams arbeiten
oft in Konfliktgebieten – selbst unter schwierigsten Bedingungen. Ein Einsatz, der sich lohnt:
> Karl-Häupl-Institut <
Mundhöhlenkrebs ist eine lebensgefährliche Erkrankung –
statistisch gesehen vor allem für Männer. Darauf verweist
die Bundeszahnärztekammer. Bei Männern stellte Krebs
der Mundhöhle und des Rachens 2012 die fünfthäufigste
und bei Frauen die 15-häufigste Krebsneuerkrankung dar.
Die Häufigkeit bösartiger Neubildungen ist bei Männern und
Frauen unterschiedlich: 10 100 Neuerkrankungsfälle bei Männern und 3 800 bei Frauen wurden für 2012 prognostiziert. Die
5-Jahres-Überlebensrate liegt bei Männern zwischen 43 und 50
Prozent, bei Frauen zwischen 56 und 65 Prozent. Früherkennung
und rechtzeitige Behandlung sind deshalb entscheidend.
„Bei einer zahnärztlichen Routineuntersuchung können Mundhöhlenkrebs oder dessen Vorstufen rechtzeitig entdeckt werden.
Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sind somit gleichzeitig
Krebsvorsorge“, erklärt der Präsident der Bundeszahnärztekammer Dr. Peter Engel. „Bei der Prävention und Aufklärung zu lebensbedrohenden Krebserkrankungen arbeitet die Zahnärzteschaft
zudem eng mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ)
und der Fachwissenschaft zusammen.“ (Quelle/Zahlen: Statistisches Jahrbuch 2011/2012 der Bundeszahnärztekammer)
Die Bundeszahnärztekammer hat in Zusammenarbeit mit der
eine wissenschaftlich abgesicherte Patienteninformation zur
„Früherkennung des Mundhöhlenkrebses“ (Patienteninformation
2.04) herausgegeben, die online unter www.bzaek.de (Presse,
Medienarchiv, Broschüren und Publikationen) zum Download
Zahnfüllungen: Neue Wege
zum gesunden Zahn
Schöne Zähne: Die Natur als Vorbild
Wenn‘s knackt und knirscht: Kiefergelenk
Gut aufgestellt: Kieferorthopädie
Kieferorthopädie
Fotos: tu-dresden.de
Die Steinlaus (Petrophaga lorioti) ist ein von Loriot gezeichnetes, fiktives Nagetier, das dieser 1976 in seinem Sketch „Die Steinlaus“ im Rahmen der Fernsehsendung Loriot präsentierte. Loriot selbst tritt darin als Imitation des Tierarztes und Fernsehmoderators Prof. Bernhard
Grzimek auf. 1983 nahm das medizinische Wörterbuch Pschyrembel die Steinlaus als fingierten Lexikonartikel (Nihilartikel) ins Nachschlagewerk auf. Seitdem galt die Steinlaus als
ein bekanntes Beispiel des wissenschaftlichen Witzes.
Jahre später scheint bewiesen, dass die Steinlaus nicht fiktiv ist: Prof. Dr. Bernd Ullrich von der
Professur für Angewandte Geologie an der TU Dresden entdeckte 2009 die Kugelsteinlaus,
die er als Verursacher der Karies auf Zähnen gefunden habe.
Abb. 1: Exemplar der Kugelsteinlaus auf
der Oberfläche eines kariösen Zahnes.
Deutlich zu erkennen ist der Fuß der
Steinlaus.
Seine Mitteilungen, die für die Zahnärzteschaft so bahnbrechend sind, dass wir Sie Ihnen
selbst mit einiger Verspätung nicht vorenthalten möchten, und die auf der S. 224 noch weiter
ausgeführt werden, würzt er mit interessanten elektronenmikroskopischen Aufnahmen, die die
Interpretation bebildern:
Von der Entdeckung der Kugelsteinlaus
Die Kugelsteinlaus (Anoplura lithoklasia loriotensis sphaeromorpha) –
Steinlaus nun also auch noch als Ursache der Zahnkaries
Von Univ.-Prof. Dr. rer. nat. habil. Bernd Ullrich, Dresden
Abb. 2: Eine Kugelsteinlaus mit idealer
Morphologie beim Eingraben in den
Dresden, 1. Juli 2009. Nach der sensationellen Entdeckung der rezenten Steinlaus in Verwitterungsbildungen eines Sandsteinmauerwerkes (ULLRICH 2007)
und dem weltweit ersten Nachweis eines 440 Millionen Jahre alten Steinlausfossils in silurischen Gesteinen (ULLRICH 2008) ist nun der Fund einer weiteren
neuen Steinlausart gelungen.
Sie unterscheidet sich deutlich von den bisher bekannten Formen und wurde nach ihrem
morphologischen Erscheinungsbild als Kugelsteinlaus (Anoplura lithoklasia loriotensis
sphaeromorpha) bezeichnet. Sie haftet sich mit einem fußähnlichen Gebilde (Abb. 1)
auf der zu bearbeitenden Materialoberfläche an.
Gefunden wurde die Kugelsteinlaus jedoch nicht – wie man annehmen könnte – auf einer
Gesteinsprobe, sondern auf der Oberfläche eines Bruchstückes eines kariösen Backenzahnes
(Abb. 2). Dabei wurden nicht nur Einzelexemplare beobachtet, sondern ganze Populationen
mit wahrscheinlich juvenilen Formen (Abb. 3). Die Steinlaus nun also auch noch als Ursache
der Zahnkaries, die letztlich ja nur eine besondere biologische Verwitterungsform darstellt.
Zerstört wird der Zahnschmelz, der im Wesentlichen aus dem Mineral Apatit (Hydroxylapatit)
– einem Calciumphosphat – besteht.
Abb. 3: Population der Kugelsteinlaus
mit wahrscheinlich juvenilen Formen
Nach den vorliegenden Beobachtungen erfolgt die Korrosion ausgehend vom Fuß der Kugelsteinlaus in Form winziger Bohrlöcher. Der Apatit wird an diesen Stellen lokal gelöst, sodass
eine stark poröse Oberfläche entsteht. Der Zahnschmelz erhält damit an solchen Stellen eine
gut angreifbare vergrößerte Oberfläche (Abb. 4).
Chemische Analysen in diesen Bereichen zeigten, dass der Zahnschmelz – trotz ständiger
Zuführung von Fluoriden bei der Zahnpflege – kein Fluor enthielt. Es wird vermutet, dass das
Fluor von der Kugelsteinlaus entfernt und evtl. sogar in den eigenen Organismus eingebaut
wird. Letzteres konnte allerdings nicht nachgewiesen werden. Mit der Entfernung des Fluors
wird die Stabilität des Kristallgitters des Apatites negativ beeinflusst.
Damit schafft die Steinlaus mit hoher Wahrscheinlichkeit in der ersten Phase der Zahnkaries
(Initialkaries) die Voraussetzung für den späteren mikrobiellen Angriff durch kettenbildende
Streptokokken. Unter Wirkung der Streptokokken entwickeln sich dann die weiteren Phasen
über die Dentinkaries zur Caries profunda bis hin zum Endstadium der Caries penetrans in
dem das Zahnmark erreicht wird.
Abb. 4: Durch die Tätigkeit der
Kugelsteinlaus korrodierte Oberfläche
Ullrich, Bernd: Sensationelle Entdeckung – Steinlaus endlich gefunden, 2007
Ullrich, Bernd: Neues von der Steinlaus – das Steinlausfossil der Saalfelder Feengrotten, 2008
Teil 2: Stärkung der Patientenrechte in der Gesetzlichen Krankenversicherung
1. Beschleunigung der Bewilligungs­
Nach § 13 Abs. 3 a SGB V hat die Krankenkasse nunmehr über einen Antrag auf
Leistungen zügig, spätestens bis zum Ablauf
von drei Wochen nach Antragseingang
zu entscheiden. Diese Entscheidungsfrist
verlängert sich auf sechs Wochen, wenn
ein im Bundesmantelvertrag für Zahnärzte
vorgesehenes Gutachterverfahren durchgeführt wird; der Gutachter nimmt innerhalb
von vier Wochen Stellung. Kann die Krankenkasse diese Fristen nicht einhalten, teilt
sie dies den Leistungsberechtigten unter
Darlegung der Gründe rechtzeitig schriftlich mit. Erfolgt keine Mitteilung eines hinreichenden Grundes, gilt die Leistung nach
Ablauf der Frist als genehmigt. In diesem
Fall hat der Patient ein Selbstbeschaffungsrecht, d. h. er darf die erforderliche Leistung in Anspruch nehmen und die Kran-
Das „Gesetz zur Verbesserung der Rechte
von Patientinnen und Patienten“ (BTDrs. 17/10488) ist in der Fassung der
Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses (BT-Drs. 17/11710) am
26. Februar 2013 in Kraft getreten. Neben
der Kodifizierung des Behandlungs- und
Arzthaftungsrechts im Bürgerlichen Gesetzbuch enthält das Artikelgesetz Änderungen im Sozialgesetzbuch V – SGB V
(Artikel 2–3), durch die insbesondere auch
die Rechte der Versicherten in der Gesetz­
lichen Krankenversicherung gestärkt werden sollen. Die wesentlichen Änderungen
mit Bedeutung für die zahnärztliche Versorgung werden nachstehend erläutert.
kenkasse ist zur Erstattung der hierdurch
entstandenen Kosten verpflichtet.
lung von medizinischen Gutachten erfolgen.
2. Unterstützung bei vermuteten
Nach der geänderten Vorschrift des
§ 66 SGB V sollen die Krankenkassen die
Versicherten bei der Verfolgung von Schadensersatzansprüchen, die bei der Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen
aus Behandlungsfehlern entstanden sind,
unterstützen. Während die bisher geltende
Vorschrift den Krankenkassen lediglich die
Möglichkeit der Unterstützung einräumte,
hat der Gesetzgeber nunmehr eine grundsätzliche Pflicht der Krankenkassen zu
Unterstützungsleistungen eingeführt, von
der es bei Vorliegen besonderer Gründe
jedoch weiterhin Ausnahmen geben soll.
Die Hilfestellung kann z. B. durch Einho-
Nach § 135 a Abs. 2 Nr. 2 SGB V werden Krankenhäuser ergänzend verpflichtet, ein patientenorientiertes Beschwerde­
management einzuführen.
Gemäß § 137 Abs. 1 d SGB V soll die
Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement innerhalb von zwölf Monaten
um die Bestimmung der wesentlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit und Festlegung insbesondere von
Mindeststandards für Risiko­
managementund Fehlermeldesysteme in Praxen und
Krankenhäusern ergänzt werden.
Exkurs: Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes
Stärkung der Patientenrechte in der Privaten Krankenversicherung
Neben dem Patientenrechtegesetz hat der
Deutsche Bundestag in seiner Sitzung vom
31.01.2013 auch den Entwurf für ein
„Gesetz zur Änderung versicherungsrechtlicher Vorschriften“ (BT-Drs. 17/11469) in
der Fassung der Beschlussempfehlung des
Rechtsausschusses (BT-Drs. 17/12199)
angenommen. Das Gesetz soll – vorbehaltlich weniger, hier nicht relevanter
Ausnahmen – am Tag nach seiner Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft treten.
Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom
01.03.2013 von der Anrufung des Vermittlungsausschusses abgesehen (BR-Drs.
78/13), sodass nunmehr von einer zeitnahen Verkündung des Gesetzes auszugehen
ist. Mit der sodann geltenden Änderung
werden die Rechte der Versicherten in der
Privaten Krankenversicherung gestärkt,
sodass diese Neuerungen zwangsläufig
im Kontext mit dem Patientenrechtegesetz
zu erörtern sind.
sichtlichen Versicherungsleistungen von
1 000 Euro eintreten.
uskunftsanspruch des Versicherten
über Umfang des Versicherungs­
Der Gesetzgeber führt in der Gesetzesbegründung ausdrücklich aus, dass der versicherte Patient nicht verpflichtet ist, seiner
Anfrage Unterlagen, insbesondere einen
Kostenvoranschlag beizufügen. Allerdings
könne sodann ggfs. keine abschließende
Prüfung erfolgen. Der Versicherte habe
es daher in der Hand, durch Vorlage
geeigneter Unterlagen auf eine verbindliche Zusage hinzuwirken. Als Beispiel für
dieses „optimale“ Vorgehen führt der Gesetzgeber ausdrücklich die Vorlage eines
Heil- und Kostenplans für zahnärztliche
Leistungen an, auf dessen Grundlage der
Versicherer im Einzelfall prüfen könne, ob
Nach § 192 Abs. 3 VVG kann der Versicherungsnehmer vor Beginn einer Heilbehandlung, deren Kosten voraussichtlich
2 000 Euro überschreiten werden, in Textform vom Versicherer Auskunft über den
Umfang des Versicherungsschutzes für die
beabsichtigte Heilbehandlung verlangen.
Ist die Durchführung der Heilbehandlung
dringlich, hat der Versicherer eine mit
Gründen versehene Auskunft unverzüglich,
spätestens nach zwei Wochen zu erteilen,
ansonsten nach vier Wochen; auf einen
vom Versicherungsnehmer vorgelegten Kostenvoranschlag und andere Unterlagen ist
dabei einzugehen. Die Frist beginnt mit
Eingang des Auskunftsverlangens beim
Versicherer. Ist die Auskunft innerhalb der
Frist nicht erteilt, wird bis zum Beweis des
Gegenteils durch den Versicherer vermutet,
dass die beabsichtigte medizinische Heilbehandlung notwendig ist.
Diese Neuregelung soll nach dem Willen
des Gesetzgebers dem Interesse des privat
versicherten Patienten Rechnung tragen,
vor Durchführung einer kostenintensiven
Behandlung eine Leistungszusage seines
Versicherers zu erhalten. Nach bisheriger
Rechtslage bestand ein Anspruch des Versicherten auf Auskunft über den Versicherungsumfang nach den Grundsätzen von
Treu und Glauben im Einzelfall. Daran soll
sich durch die ausdrückliche Normierung
des Anspruchs im Gesetz ab einer bestimmten Betragsgrenze nach dem Willen des
Gesetzgebers nichts ändern, sodass auch
weiterhin ein Auskunftsanspruch bestehen
kann, selbst wenn die Betragsgrenze unterschritten wird.
Zu betonen ist, dass für die Betragsgrenze
und nicht die voraussichtlichen Versicherungsleistungen maßgeblich sind. So kann
z. B. bei Patienten, die zu 50 Prozent beihilfeberechtigt sind, ein Auskunftsanspruch
des Versicherers auch schon bei voraus-
In Anbetracht der teilweise sehr weitreichenden Anfragen von Versicherern im
Vorfeld von zahnärztlichen Behandlungen
(Aufforderung zur Beantwortung mehrseitiger Fragenkataloge, Anforderung
der Dokumentation über mehrere Jahre
in Kopie etc.) dürfte nunmehr klargestellt
sein, dass grundsätzlich die Vorlage eines
Heil- und Kostenplanes zur Beurteilung der
Versicherungsleistungen ausreichend ist.
2. Recht des Versicherten auf Auskunft
über und Einsicht in Gutachten und
gen, dass der Versicherer Auskunft über
und Einsicht in Gutachten oder Stellungnahmen gibt, die er bei der Prüfung seiner
Leistungspflicht über die Notwendigkeit
einer medizinischen Behandlung eingeholt
hat. Der Anspruch richtete sich jedoch nicht
auf Einsicht in Gutachten und Stellungnahmen durch den Versicherungsnehmer bzw.
die versicherte Person selbst. Dieser musste
vielmehr einen Arzt oder Rechtsanwalt
benennen, der als sachkundiger Mittler
Auskunft und Einsicht verlangen konnte.
Nach der Neufassung des § 202 VVG
kann der Betroffene nun auch verlangen,
dass er selbst Auskunft über und Einsicht
in die entsprechenden Gutachten oder
Stellungnahmen erhält. Nur wenn erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige
erhebliche Gründe entgegenstehen, bleibt
es bei dem bisherigen, eingeschränkten
Auskunftsrecht an einen benannten Arzt
oder Rechtsanwalt.
Die Neuregelung zum eigenen Auskunftsrecht des Versicherungsnehmers und Versicherten trägt dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung Rechnung. Dem
mündigen Patienten bleibt es überlassen
eigenverantwortlich zu entscheiden, ob er
entsprechende Gutachten und Stellungnahmen über seine gesundheitliche Situation
Nach der bisher geltenden Regelung des
§ 202 VVG konnte ein Versicherungsnehmer bzw. eine versicherte Person verlan-
Symposium der Westdeutschen Kieferklinik
anlässlich des 90. Geburtstages von Prof. Dr. Hermann Böttger
Lehrbar – lernbar – machbar:
Hermann Böttgers Düsseldorfer Prothetik
13.00 Uhr s. t. bis zirka 17.00 Uhr
Veranstaltungsort: Hörsaal der Westdeutschen Kieferklinik
Vorherige Anmeldung unbedingt erforderlich! Teilnahme nur mit Bestätigung möglich!
Parodontitispathogenese digital –
funktionelle Genomik parodontaler Erkrankungen
13. Nordrheinischer Hochschultag 2012
Fotos: Kebschull
Moritz Kebschull, Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde des Universitätsklinikums Bonn
Röntgenstatus einer Patientin mit generalisierter aggressiver Parodontitis. Welche Faktoren stecken hinter dieser rapiden Zerstörung von
Knochen und Zahnhalteapparat? Wie können wir die Diagnose und Behandlung dieser Erkrankung vereinfachen?
Parodontale Erkrankungen sind hochprävalent. Insbesondere die aggressive Parodontitis mit ihrem rapiden Fortschreiten
stellt den Kliniker vor große Herausforderungen. Trotz deutlicher klinischer Unterschiede unterscheiden sich aggressive
und chronische Parodontitis aber weder
im mikrobiologischen Profil noch im histologischen Bild. Die möglichen Unterschiede beider Erkrankungsformen auf
immunologischer Ebene sind umstritten.
analysiert. Bislang wurde genomweit die
Expression von mRNA und microRNA in
den Geweben untersucht. Derzeit erfolgt
die Analyse epigenetischer Veränderungen.
Aus diesen Daten konnten umfassende
Informationen über die molekularen Veränderungen von parodontaler Gesundheit bis hin zur Parodontitis gewonnen
werden. Unter anderem wurden Modifikationen der mRNA Expression durch
spezifische miRNAs im Gewebe nachgewiesen. Des Weiteren zeigten wir,
dass subgingivale Pathogene mit für sie
spezifischen molekularen Mustern im
parodontalen Gewebe assoziiert sind.
Die Unterschiede zwischen aggressiver
und chronischer Parodontitis sind nicht
Läsionen mit ähnlichem Erscheinungsbild, aber variierenden klinischen Charakteristika sind auch in anderen Feldern,
z. B. in der Onkologie anzutreffen. Dort
wurden große Fortschritte im Verständnis
der Erkrankungen durch molekulare Diagnostik erzielt. Diese Kenntnisse haben
inzwischen klinische Behandlungsprotokolle verändert.
Wir haben daher eine systematische
molekulare Charakterisierung von
aggressiver und chronischer Parodontitis unternommen. Dazu wurden bei 120
systemisch gesunden, nicht rauchenden
Patienten (55 AP, 65 CP) insgesamt
310 klinisch gesunde sowie parodontal
erkrankte Gingivabiopsien entnommen
und zusätzlich die subgingivale Flora
Gewinnung von Gingivabiopsien im Rahmen eines resektiven parodontalchirurgischen
Eingriffs. Zuvor wurden subgingivale Plaqueproben entnommen.
Der klinische Phänotyp wird bestimmt durch das individuelle Erbgut des Menschen (DNA),
der daraus abgelesenen Messenger RNA (mRNA) und dem aus mRNA übersetzten Protein
(zentrales Dogma der Molekularbiologie). In dieser Studie wurden Besonderheiten von
chronischer und aggressiver Parodontitis auf mRNA Ebene identifiziert. Allerdings war eine
Unterscheidung beider Erkrankungsformen nur aufgrund der molekularen Marker schwierig.
Umgekehrt gibt es deutliche Hinweise auf die Existenz anderer Parodontitisformen mit deutlicheren molekularen Unterschieden. (Illustration Dr. Moritz Kebschull, unter Verwendung von
Servier Medical Art)
sehr stark ausgeprägt. Elemente der
angeborenen Immunabwehr, nämlich
natürliche Killerzellen und NK T-Zellen,
werden in aggressiver Parodontitis stärker aktiviert und können so potenziell
die stärkere Destruktion parodontaler
Gewebe bei dieser Erkrankungsform
auslösen. Wir haben weiterhin einen
wesentlichen neuen Faktor bei der
Gewebsdestruktion in aggressiver Parodontitis charakterisiert, das Zellzyklusprotein Spag4.
Schließlich wurde die Übereinstimmung
der derzeit gültigen Parodontitisklassifikation mit den molekularen Profilen
mittels selbstlernender Computeralgorithmen überprüft (Class Validation).
Die Unterscheidung zwischen beiden
Erkrankungsformen aufgrund molekularer
Muster gelang den Programmen nur mit
Daher wurde in den molekularen Profilen nach Evidenz für andere Parodontitisformen gesucht (Class Discovery). In
der Tat konnten wir mittels Clusteringalgorithmen drei Gruppen identifizieren,
die sich molekular, mikrobiologisch und
auch in ihrem klinischen Erscheinungsbild unterscheiden – der erste Schritt zu
einer neuen, ‚intrinischen‘ Klassifikation
der Parodontitis.
Anträge auf Zulassung zur vertrags­
zahnärzt­
lichen Tätigkeit müssen
vollständig – mit allen Unter­
spä­
testens ­
der entsprechenden Sitzung des
­Z u­­l as­s ungs­­­­a usschusses bei der
Geschäftsstelle des Zulas­sungs­­­­
ausschusses, Lindemannstr. 34–42,
40237 Düsseldorf, vorliegen. Sofern
die Verhandlungskapazität für ­einen
Sitzungs­
termin durch die Anzahl
bereits vollständig vor­
Anträge überschritten wird, ist für
die Berück­sich­tigung das Datum der
Vollständigkeit Ihres Antrages maß­
gebend. Es wird deshalb ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine
rein frist­gerechte Antrags­­ab­gabe
keine Garantie für eine wunschgemäße Terminierung darstellen kann.
­Anträge, die verspätet eingehen oder
zum Abgabe­
termin unvollständig
vorliegen, müssen bis zu einer der
nächs­ten ­Sitzungen zurückgestellt
dass Anträge auf Führen einer
Berufsaus­ü bungsgemeinschaft
und damit verbundene ­
Z ulassungen nur zu Beginn eines
Quartals genehmigt bzw. ausgesprochen werden. Auch die Been­
digung einer Berufsausübungsgemeinschaft kann nur am Ende
eines Quartals vor­
g enommen
Bleaching − Möglichkeiten und Risiken
Mittwoch, 10. April 2013 von 14.00 bis 19.00 Uhr
13022 P
(Beachten Sie bitte auch die Kurse 13023 und 13024.)
Freitag, 12. April 2013 von 14.00 bis 19.00 Uhr
Modul 7−8 des Curriculums Implantologie −
Prof. Dr. Dr. Norbert Kübler, Düsseldorf
Priv.Doz. Dr. Dr. Rita Antonia Depprich, Düsseldorf
Freitag, 12. April 2013 von 15.00 bis 20.00 Uhr
Dr. Steffen Tschackert, Frankfurt
Mittwoch, 24. April 2013 von 14.00 bis 18.00 Uhr
Teilnehmergebühr: 170 Euro, Praxismitarbeiter (ZFA) 130 Euro
13026 T
„Werkzeug Koffer“ für Führungskräfte − Fit zum Führen I
Nachhaltige Mitarbeiterentwicklung und Förderung
(Bitte beachten Sie auch den Kurs 13027.)
Dr. Gabriele Brieden, Hilden
Freitag, 26. April 2013 von 14.00 bis 18.00 Uhr
Samstag, 27. April 2013 von 9.00 bis 17.00 Uhr
Teilnehmergebühr: 290 Euro, Praxismitarbeiter (ZFA) 190 Euro
13028 TP
13017 TP
13037 T
13007 TP
5 Fp.
13020 TP
Alles WEISS bitte!
Prophylaxe − Bleaching − Airflow? Was wann für wen?
13021 TP
Im Alter erzählen Zähne und Zahnfleisch aus dem Leben
(LEBENsspuren...) − Prophylaxe für Senioren-Gebisse
Prof. Dr. Dr. Thomas Beikler, Düsseldorf
Samstag, 13. April 2013 von 10.00 bis 15.30 Uhr
Dr. Richard Hilger, Kürten
Samstag, 4. Mai 2013 von 9.00 bis 18.00 Uhr
Teilnehmergebühr: 320 Euro, Praxismitarbeiter (ZFA) 160 Euro
Seminar mit Workshop für angestellte Zahnärzte/innen, Praxisinhaber
RA Sylvia Harms, Düsseldorf
Samstag, 4. Mai 2013 von 9.00 bis 14.30 Uhr
13029 P
Tipps und Tricks zur Erkennung, Vermeidung und
Lösung von Komplikationen in der zahnärztlichen Chirurgie
Mittwoch, 15. Mai 2013 von 14.00 bis 18.00 Uhr
Annette Schmidt, Tutzing
Freitag, 19. April 2013 von 14.00 bis 20.00 Uhr
Teilnehmergebühr: 240 Euro, Praxismitarbeiter (ZFA) 140 Euro
Karl-Häupl-Institut • Zahnärztekammer Nordrhein • Postfach 10 55 15 • 40046 Düsseldorf • Telefon 02 11/5 26 05-0
Mittwoch, 8. Mai 2013 von 13.00 bis 20.00 Uhr
Mittwoch, 17. April 2013 von 15.00 bis 19.00 Uhr
Teilnehmergebühr: 170 Euro, Praxismitarbeiter (ZFA) 60 Euro
Samstag, 4. Mai 2013 von 9.00 bis 16.00 Uhr
Modul III des Curriculums Geriatrische Zahnmedizin −
Altersadäquate Parodontalbehandlung
Rekonstruktive Füllungstherapie bei alterstypischen Läsionen
Samstag, 20. April 2013 von 9.00 bis 15.00 Uhr
13002 T
15. 5. 2013 Moderne Präparationstechniken − Update
13012 P
Mittwoch, 15. Mai 2013 von 14.00 bis 20.00 Uhr
ZA Wolfgang Boer, Euskirchen
Freitag, 24. Mai 2013 von 14.00 bis 19.00 Uhr
Samstag, 25. Mai 2013 von 9.00 bis 17.00 Uhr
Modul 9−10 des Curriculums Implantologie −
13084 P
Prof. Dr. Michael Augthun, Mülheim
Samstag, 25. Mai 2013 von 9.00 bis 17.30 Uhr
13043 T
Hygiene in der Zahnarztpraxis (inkl. Begehungen nach MPG) Teil 1
(Beachten Sie bitte auch den Kurs 13044.)
Freitag, 24. Mai 2013 von 16.00 bis 20.00 Uhr
Teilnehmergebühr: 130 Euro, Praxismitarbeiter (ZFA) 70 Euro
BEMA-kompetent − Teil 1
Abrechnung zahnärztlich-konservierender Leistungen
Mittwoch, 10. April 2013 von 14.00 bis 18.00 Uhr
Zahnersatz − Abrechnung nach BEMA und GOZ − Teil 3
BEMA-kompetent − Teil 2
Privat statt Kasse
Der Grenzbereich zwischen GKV-Vertragsleistung
und privater Leistung
Systematische Behandlung von Parodontalerkrankungen
Zahnersatz − Abrechnung nach BEMA und GOZ − Teil 4
Mittwoch, 17. April 2013 von 14.00 bis 18.00 Uhr
Mittwoch, 22. Mai 2013 von 14.00 bis 18.00 Uhr
Mittwoch, 29. Mai 2013 von 14.00 bis 18.00 Uhr
 Aachen
Foto: Bolzen
13411 T
Kariesinfiltration − Muss man wirklich nicht mehr bohren?
Prof. Dr. Hendrik Meyer-Lückel, Aachen
Mittwoch, 17. April 2013 von 15.00 bis 17.00Uhr
Veranstaltungsort: AGiT Technologiezentrum am Europaplatz
Dennewarthstr. 25−27
Gebührenfrei, Anmeldung nicht erforderlich.
 Düsseldorf
Praktische Anwendung der wissenschaftliche Hypnose
Klinik der Professionellen Zahnreinigung − Aufbaukurs
 Köln
Prof. Dr.. Karl-Heinz Utz, Bonn
Mittwoch, 17. April 2013 von 17.00 bis 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Zentrum der Anatomie der Universität zu Köln
Dr. stom. Dusan Ristic, Dortmund
Dienstag, 23. April 2013 von 20.00 bis 22.00 Uhr
Veranstaltungsort: Restaurant Hexagon
Prophylaxe − Für jedes Lebensalter die richtige Strategie
Mittwoch, 17. April 2013 von 14.00 bis 19.00 Uhr
Dr. Alfred Königs, Düsseldorf
http://khi.zaek-nr.de
Voraussetzung für die Zulassung ist die Teilnahme
am Grundkurs 13217.
Freitag, 26. April 2013 von 14.00 bis 17.00 Uhr
Teilnehmergebühr: 400 Euro
Uta Spanheimer, ZMF, Frankfurt
 Krefeld
Beherrschung der Komplikationen in der Implantologie
Freitag, 26. April 2013 von 14.00 bis 19.00 Uhr
Mittwoch, 22. Mai 2013 von 15.00 bis 18.00 Uhr
Nur für Mitglieder der Bezirksstelle Düsseldorf.
Gebührenfrei, Anmeldung unbedingt erforderlich!
Aufbau der klinischen Krone stark zerstörter oder
endodontisch behandelter Zähne
„Guten Tag − Schön, dass Sie da sind!“
Mittwoch, 29. Mai 2013 von 14.00 bis 19.00 Uhr
Das VZN führt in regelmäßigen Abständen Einzelberatungen
seiner Mitglieder zu Mitgliedschaft und Anwartschaften im
VZN in den Räumen der Bezirksstellen der Zahnärztekammer
Nord­rhein durch.
Im 1. Halbjahr 2013 werden folgende Beratungstage angeboten:
Bezirks- und Verwaltungsstelle Köln
Bezirks- und Verwaltungsstelle Essen
Bezirks- und Verwaltungsstelle Aachen
Terminvereinbarungen sind zwingend erforderlich und
können ab sofort (nur) mit dem VZN, Herrn Prange, unter
Tel. 0211/59617-43 getroffen werden.
Anmeldung: Aktuelle Informationen zum Kursangebot und direkte Buchungsmöglichkeiten
­finden Sie online unter www.zahnaerztekammernordrhein.de.
Aus organisatorischen Gründen ist eine möglichst frühzeitige Anmeldung erwünscht. Die
Kursreservierungen erfolgen in der Reihenfolge des Anmeldeeingangs, jedoch werden
Anmeldungen online über das Internet gegenüber Anmeldungen per Post oder Fax vorrangig behandelt. Wenn ein Kursplatz vorhanden ist, erhalten Sie eine schriftliche Bestätigung
Ihrer Reservierung. Bitte beachten Sie, dass die automatische Empfangsbestätigung einer
Online-Anmeldung noch keine Reservierungs­bestätigung darstellt. Die Abgabe der OnlineBuchung begründet daher keinen Anspruch auf einen Kursplatz.
Stornierung: Die Anmeldung kann bis 21 Tage vor Kursbeginn jederzeit ohne Angabe von
Gründen storniert werden. In diesem Fall wird eine bereits geleistete Kursgebühr in vollem
Umfang erstattet und es entstehen keine weiteren Kosten. Bei einer Stornierung bis 7 Tage
vor Kursbeginn sind 50 Prozent der Kursgebühren und bei einer kurzfristigeren Stornierung
die vollen Kursgebühren zu entrichten. Dies gilt nicht, wenn ein Ersatzteilnehmer benannt
oder der Kursplatz vonseiten der Zahnärztekammer Nordrhein erneut besetzt werden
kann. Stornierungen bedürfen der Schriftform. Im Übrigen steht der Nachweis offen, dass
der Zahnärztekammer Nordrhein ein entsprechender Schaden bzw. Aufwand nicht entstanden oder wesentlich niedriger als die angegebenen Kosten sei.
Wir bitten um Verständnis, dass sich die Zahnärztekammer Nordrhein für den Ausnahmefall
geringfügige Änderungen des Kursinhalts unter Wahrung des Gesamtcharakters der Veranstaltung und des Vertragszwecks sowie die Absage oder Terminänderung von Kursen bei zu
geringer Teilnehmerzahl, Verhinderung des Referenten/Dozenten oder höherer Gewalt ausdrücklich vorbehält. Die Teilnehmer werden von Änderungen unverzüglich in Kenntnis gesetzt
und im Falle der Absage eines Kurses werden die Kursgebühren umgehend erstattet. Weitergehende Ansprüche sind ausgeschlossen, soweit sie nicht auf vorsätzlichem oder grob fahrlässigem Verhalten von Angestellten oder sonstigen Erfüllungsgehilfen der Zahnärztekammer
Nordrhein beruhen.
Kursgebühr: Die Kursgebühr wird 21 Tage vor Kursbeginn fällig. Diese können Sie per
Überweisung auf das Konto der Deutschen Apotheker- und Ärztebank Düsseldorf, KontoNr. 0 001 635 921, BLZ 300 606 01, oder per elektronischem Lastschriftverfahren (ELV)
begleichen. Für Mitglieder der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein gilt, dass die
Kursgebühr jeweils über das KZV-Abrechnungskonto auf Wunsch einbehalten werden
Die angegebene Kursgebühr gilt für den niedergelassenen Zahnarzt. Assistenten, beamtete
und angestellte Zahnärzte sowie Zahnärzte, die ihren Beruf zurzeit nicht oder nicht mehr
ausüben, können an Kursen, die durch ein * gekennzeichnet sind, zur halben Kursgebühr
teilnehmen. Des Weiteren können Zahnärzte in den ersten zwei Jahren nach ihrer Erstniederlassung diese Ermäßigung in Anspruch nehmen. Zur Berechnung der Zweijahresfrist gilt
das Datum der Veranstaltung. Für Studenten der Zahnmedizin im 1. Studiengang ist die
Teilnahme an den vorgenannten Veranstaltungen kostenlos. Ein entsprechender Nachweis
ist jeder Anmeldung beizufügen.
Ausführliche Informationen und Kursunterlagen – wie Material- und Instrumenten­listen –
Die unter Fortbildung für Praxismitarbeiter (ZFA) aufgeführten Kurse sind ausschließlich für
Zahnmedizinische Fachangestellte gedacht. Zahnärzte, die jedoch unbedingt an den
Kursen teilnehmen wollen, können zugelassen werden, sofern freie Plätze vorhanden sind.
In diesem Fall beträgt die Kursgebühr das Doppelte der Kursgebühr für die Zahnmedizinische Fachangestellte.
Courtyard by Marriott, Am Seestern 16, 40547 Düsseldorf, Tel. 02 11 / 59 59 59,
Lindner Congress Hotel, Lütticher Str. 130, 40547 Düsseldorf, Tel. 02 11 / 5 99 70,
sollte möglichst frühzeitig erfolgen, da während der Ausstellungen und ­Messen in Düsseldorf Zimmerengpässe möglich sind. Mit einigen Hotels wurden Sonderkonditionen vereinbart, die jedoch nur an messefreien Tagen gelten. Weitere Informationen wie Hotelverzeichnisse erhalten Sie bei der Düsseldorf Marketing & T­ourismus GmbH, Tel.
02 11 / 17 20 20 bzw. unter www.duesseldorf-tourismus.de.
Karl-Häupl-Institut • Zahnärztekammer Nordrhein
der Zahn­ärzte­­kammer N
­ ord­rhein,
für die ­Zahnärztekammer ­Nordrhein und
Tel. 02 11 / 56 97 31-30, Fax 02 11 / 56 97 31-10
Tel. 02 11 / 56 97 31-22, Fax 02 11 / 56 97 31-10
Tel. 02 11 / 56 97 31-39, Fax 02 11 / 56 97 31-38
[email protected]g.de
Zurzeit ist die Anzeigenpreislis­te Nr. 42 vom 1. Januar 2013
­gültig. Die Zeitschrift erscheint monatlich.
Namentlich gezeichnete Beiträge geben in erster ­Linie die Auffas­sung der
Im Falle der Veröffentlichung von Leserbriefen behält sich die Redaktion vor,
diese unter Angabe des vollständigen Namens sinnwahrend gekürzt abzudrucken. Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Veröffentlichung von Leserbriefen.
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Verbreitung, ­Ver­vielfältigung und
Mikrokopie ­sowie das Recht der Über­setzung in Fremd­sprachen für alle
veröffentlichten Beiträge vorbehalten. Nach­­
druck, auch auszugsweise,
MKG Uni Essen und ZÄK Nordrhein
Gemeinschaftsveranstaltung der ZÄK Nordrhein und der
Universitätsklinik für MKG-Chirurgie Essen
im Rahmen der 63. Jahrestagung der DGMKG in Essen
Zahnärztliche Chirurgie − Was ist richtig/riskant/falsch?
plus Workshop „Zahnärztliche Notfallmedizin“
Veranstaltungsort: Messe Essen-Ost (neben Grugahalle und Grugapark)
Teilnehmergebühr: Workshop „Zahnärztliche Notfallmedizin“
50 Euro (limitierte Teilnehmerzahl, Voranmeldung empfohlen)
Symposium „Zahnärztliche Chirurgie − Was ist richtig/riskant/falsch?“
Anmeldung: online unter www.dgmkg-essen.de oder direkt vor Ort
8.30 bis 10.00 Uhr Workshop „Zahnärztliche Notfallmedizin“
Prof. Dr. H. Groeben, Dr. Dr. Müller, Essen
Vorsitz: Prof. Dr. T. Weischer, Dr. K. Höcker
10.45 Uhr Zahnärztliche Anästhesie − Was ist richtig/riskant/falsch?
Prof. Dr. G. Wahl, Bonn
11.15 Uhr Notfallmedizin in der zahnärztlichen Praxis − Was ist richtig/riskant/falsch?
Prof. Dr. H. Groeben, Essen
11.45 Uhr Parodontale Erhaltungstherapie − Chancen und Risiken
Dr. K. Höcker, Essen
13.15 Uhr Schnittführungen in der zahnärztlichen Chirurgie − Welche ist richtig/riskant/falsch?
Prof. Dr. Dr. U. Joos, Münster
13.45 Uhr Membrantechniken in der Implantologie − Welche ist richtig/riskant/falsch?
PD Dr. Dr. D. Rothamel, Köln
14.15 Uhr Piezosurgery in der zahnärztlichen Chirurgie − Nutzen und Gefahren
Prof. Dr. Dr. K. Grötz, Wiesbaden
15.00 Uhr Ende des Symposiums
Dr. Peter Dygatz
Am 6. März 2013 verstarb Dr. Peter
Dygatz kurz vor Vollendung seines 74.
Lebensjahres. Sein Lebensweg begann
am 7. März 1939 in Gleiwitz (Oberschlesien). Nach der Vertreibung 1945
fand die Familie, nach einer Zwischenstation in Schleswig-Holstein, eine neue
Heimat in Wittlich an der Mosel.
Zahnheilkunde. Viele sind ihm bis heute
noch dankbar für sein unermüdliches
Engagement, das er seit Jahrzehnten für
die Zahnärzteschaft geleistet hat.
Die nordrheinischen Zahnärzte nehmen
Abschied von einem Unruhegeist, der
seine letzte Ruhestätte gefunden hat.
Peter Dygatz war als Vor-, aber auch als
Querdenker seiner Zeit mehr als einmal
voraus. Er war weit über unsere Region
hinaus bekannt als Idealist mit Realitätssinn, als Förderer des freien Berufes, als
Kollege, als Freund, als Mensch!
Im Vordergrund seines umfangreichen
berufs- und standespolitischen Schaffens
stand stets der Gedanke einer freiheitlichen Berufsausübung. Erste Erfahrungen
vor Prüfungsausschüssen führten 1973
zum Eintritt in den Freien Verband Deutscher Zahnärzte.
Die wichtigsten Stationen seines berufspolitischen Werdegangs waren: Mitglied der Kammer-, der KZV-Vertreterund der Landesversammlung des Freien
Verbandes. Peter Dygatz war von 1977
bis 1989 Mitglied im Vorstand der Zahnärztekammer Nordrhein und von 1979
bis 1990 Landesvorsitzender des Freien
Verbandes. Daneben war er Mitglied
von Gutachterkommissionen der Zahnärztekammer und Vorsitzender eines
VdAK-Prüfungsausschusses. Als Mitinitiator und Gründungsmitglied sowohl der
Zahnärztlichen Abrechnungsgenossenschaft (ZA) als auch der zahnärztlichen
Regionalinitiative Bonn-Rhein-Sieg (ZIBS)
gab er wichtige Impulse.
Eine besondere Bedeutung maß er stets
der Betreuung des zahnärztlichen Nachwuchses bei, weshalb er 1982 erstmalig in Deutschland im Kammervorstand
ein Nachwuchsreferat initiierte, aus dem
ein gemeinsamer Seminarausschuss der
drei nordrheinischen Organisationen
(ZÄK, KZV, Freier Verband) entstand,
den er leitete. Bereits 1990 wurde er
wegen seines Einsatzes für die nordrheinische Zahnärzteschaft mit der Verdienstmedaille in Gold der Zahnärzte-
Nach dem Abitur 1959 begann er das
Studium der Zahnheilkunde in Mainz und
Heidelberg und trat nach dem Staatsexamen 1966 in die Bundeswehr ein.
1968 folgten Promotion und Niederlassung in der eigenen Praxis in Bonn.
kammer Nordrhein ausgezeichnet. Auch
wenn bei all diesen Aktivitäten häufig
wenig Zeit für Familie und Hobbys blieb,
wurde er stets solidarisch anerkennend
von seiner Frau begleitet.
Seinem freiberuflichen Standpunkt ist
er stets treu geblieben. Peter Dygatz
hat mit der deutlichen Darstellung von
Interessenkonflikten zwischen Freiberuflichkeit und Körperschaften keine
Auseinandersetzung, weder mit Repräsentanten der KZV oder der Kammer
noch mit „alten Freunden“ des Freien
Verbandes gescheut. Dabei musste er
erfahren, dass Grundsatztreue häufig
nicht einmal von „politischen Freunden“
anerkannt wurde. „Ein Mensch wie Peter
Dygatz ist eben kein stromlinienförmig
Angepasster“, schrieb sein langjähriger
Freund und Vorstandskollege Paul Hahn
in seiner Laudatio vor Jahren und hat ihn
damit zutreffend beschrieben. Sein Sinn
für Geselligkeit und Humor waren sprichwörtlich.
Viele Kollegen lernten Peter Dygatz auf
seinen Abrechnungsseminaren kennen.
Er lehrte uns praxisnah die vertragskonformen Möglichkeiten individueller
Vergütungsvereinbarungen und damit
die Grundlagen einer freiberuflichen
und qualitätsorientierten Ausübung der
Wir, die Zahnärzteschaft aus der Re­gion,
der Stadt Bonn, des Rhein-Sieg-Kreises
und Euskirchen, sind tief betroffen von
seinem Tod. Wir haben einen wertvollen Menschen, einen Freund, einen stets
hilfsbereiten Kollegen, einen Mitstreiter
für eine freie Ausübung der Zahnheilkunde und einen Freiberufler von ganzem Herzen verloren, zu dem viele von
uns mit ihren Sorgen und Problemen
Er hatte immer Zeit, ein offenes Ohr
und wusste Rat. Die Zahnärzteinitiative
Bonn, Siegkreis und Euskirchen verliert
ihren geistigen Vater und Mitgründer.
Peter hinterlässt eine Lücke!
Dr. Bernhard Feuereise
Dr. Peter von Thun
Düsseldorf, * 14. 5. 1963
Dr. Armin Maria Reinartz
Stolberg, * 25. 4. 1963
ZA Fritz Hirthammer
Jülich, * 12. 5. 1929
ZA Friedrich Müller
Dr. Margret Lethen-Mingels
Geilenkirchen, * 19. 4. 1925
Mülheim, * 12. 5. 1953
Dr. Hansgünter Bußmann
Dr. Dr. Sevim Meric
Düsseldorf, * 24. 4. 1948
Mülheim, * 19. 4. 1943
ZA Dieter Dolecsek
Oberhausen, * 20. 4. 1943
Düsseldorf, * 6. 5. 1938
Dr. Herbert Busch
ZA Bernd Weinrich
Düsseldorf, * 11. 5. 1938
Heimbach, * 17. 4. 1925
Dr. Dr. Oskar Reinhold Hützen
Wesel, * 11. 5. 1938
ZÄ Waltraud Jambor-Reckow
Dr. Günter Schaeffer
Meerbusch, * 5. 5. 1930
Wesel, * 13. 5. 1928
Dr. Edward Josef Hammes
Neuss, * 15. 5. 1930
Dr. Werner Schaeffer
Dr. Ingeborg Lazarz
Velbert, * 7. 5. 1963
ZA Henning Krückel
Voerde, * 8. 5. 1953
Duisburg, * 13. 5. 1923
Dr. Josef Seefelder
Wesel, * 19. 4. 1909
ZA Rudolf Jan Burchardt
Essen, * 12. 5. 1963
Essen, * 18. 4. 1948
ZA Bernd Humann
Essen, * 27. 4. 1943
Dr. (Univ. Ljubljana)
Milena Ackun
Essen, * 15. 5. 1933
Dr. Egon Nöcker
Essen, * 14. 5. 1932
ZA Gerhard Unkel
Essen, * 15. 5. 1930
Dr. Ingrid Friehoff
Essen, * 6. 5. 1928
ZA Josef Schneble
Essen, * 8. 5. 1927
Bonn, * 17. 4. 1963
ZA Gerd Franzen
Köln, * 19. 4. 1963
ZA Jörg Tibi
Linz, * 20. 4. 1963
Leverkusen, * 21. 4. 1963
Köln, * 24. 4. 1963
Dr. Wolf Peterke
Köln, * 25. 4. 1963
Dr. Gisbert Terbrüggen
Königswinter, * 27. 4. 1963
Königswinter, * 29. 4. 1938
Dr. Peter Schnabel
Köln, * 5. 5. 1963
Wachtberg, * 1. 5. 1938
Köln, * 6. 5. 1963
Dr. Dieter Rossius
Troisdorf, * 20. 4. 1932
Köln, * 9. 5. 1963
Wesseling, * 11. 5. 1963
ZA Günther Schlimbach
Köln, * 2. 5. 1930
ZA Toni Schmidt
ZA Eduard N. Schoos
Odenthal, * 12. 5. 1930
Bonn, * 19. 4. 1953
ZA Peter Bergholz
Köln, * 4. 5. 1953
Dr. Wolfgang Tschammer
Windeck, * 13. 5. 1953
Dr. Rolf-Peter Schulz
Köln, * 14. 5. 1953
Wachtberg, * 20. 4. 1948
Hürth, * 27. 4. 1948
Dr. Dr. Marianne Grimm
Bonn, * 5. 5. 1948
Köln, * 7. 5. 1948
Dr. Karin Schräpler-Bielecki
ZA Götz von Bleichert
Köln, * 10. 5. 1948
ZA Hans Grah
Overath, * 30. 4. 1929
Dr. (CSSR) Lydia Dittrich
Leverkusen, * 24. 4. 1928
ZA Gernot Althoff
Moers, * 25. 4. 1963
Dr. Karl-Joachim Kempkens
Moers, * 16. 4. 1953
Dr. Marianne Dragomir
Moers, * 8. 5. 1953
ZA Andreas Eckstein
Mönchengladbach, * 11. 5. 1953
Dr. Gabriele Rolshoven-Heuke
Kempen, * 12. 5. 1943
ZA Hans-Werner Füth
Kleve, * 14. 5. 1927
Alfter, * 10. 5. 1928
Dr. Elmar Heid
Köln, * 8. 5. 1927
Wuppertal, * 17. 4. 1948
Dr. Alfons Gau
Euskirchen, * 24. 4. 1926
ZÄ Gertrud Kiegel
Köln, * 18. 4. 1925
ZA Hans-Joachim Angelstein
Köln, * 20. 4. 1925
ZA Josef Schnicke
Bonn, * 11. 5. 1925
Dr. Wolfgang Olie
ZÄ Jutta Matthey
Radevormwald, * 8. 5. 1943
ZA Peter Forgac
Wuppertal, * 6. 5. 1948
ZA Bedi Kansuk
Remscheid, * 13. 5. 1932
ZA Günter Wolff
Wuppertal, * 13. 5. 1932
Dr. Ursula Krenzel
Köln, * 20. 11. 1925
† 23. 2. 2013
Dr. Jochem Braches
Burscheid, * 12. 8. 1961
Dr. Dr. Heinrich Doppstadt
Bonn, * 25. 12. 1925
† 5. 3. 2013
Meckenheim, * 7. 3. 1939
Dr. Dietrich Weißberg
Rösrath, * 30. 10. 1929
ZA Harry Holz
Wuppertal, * 24. 7. 1951
† 22. 2. 2013
ZA Walter Runkel
Remscheid, * 13. 5. 1924
Köln, * 8. 5. 1924
Dr. Peter Stankowski
Bergisch-Gladbach, * 17. 4. 1938
Dr. Walter Briegleb
ZÄ Maria Chasan
Köln, * 30. 4. 1923
Köln, * 20. 4. 1938
ZA Karl Goll
ZA Karl Jülich
Köln, * 22. 4. 1938
Bergneustadt, * 22. 4. 1921
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Psychedelische Fahrradfahrt im Dienst der Wissenschaft
Vor 70 Jahren ausprobiert: Dr. med. Albert Hofmanns LSD-Selbstversuch
1943 entdeckte der bei der Firma Sandoz in Basel tätige Chemiker Dr. Albert
Hofmann im Zusammenhang mit seinen
Forschungen am Roggenpilz Mutterkorn
zufällig das Halluzinogen Lysergsäure-
diethylamid. Dies ist eine synthetisch herstellbare organisch chemische Verbindung,
ein Alkaloid. Bei seiner Einnahme kann
es zu psychotischen Zuständen kommen,
verbunden mit optischen und akustischen
Risikolos ist die Aufnahme der später als
LSD bekannt gewordenen und im Szenejargon auch Acid genannten Substanz
keinesfalls. Einerseits besteht die Gefahr
einer Erbgutschädigung, andererseits wirkt
sie suchtauslösend und kann zu anderen
Rauschgiften wie Heroin hinführen. Mit der
Einnahme von LSD können auch seelische
Störungen und Depressionen einhergehen.
Allgemein beeinträchtigt LSD die Fähigkeit,
Gefahren richtig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren, wodurch der
Konsument anfällig für Unfälle und Verwirrtheitszustände wird. Dennoch wird LSD
körperlich gut vertragen und es gibt keine
Beweise für eine anhaltende Wirkung auf
Gehirn und andere Teile des menschlichen Organismus. Das Rauschgift wird zur
Bewusstseinserweiterung und zur Steigerung der Erlebnispotenzialität konsumiert.
Hofmanns Entdeckung machte den Forscher in der internationalen Fachwelt
berühmt. Er widmete sich darüber hinaus
der Erforschung anderer psychoaktiver
Anhänger der halluzinogenen Droge
LSD feiern am 19. April 2013 den
Fahrradtag („Bicycle Day“). Damit
gedenken sie des ersten erfolgreichen
LSD-Selbstversuchs. Bei diesem raste
der Chemiker Dr. Albert Hofmann
mit dem Fahrrad nach Hause, hatte
jedoch das Gefühl, nicht vorwärts zu
Foto: Fotolia/ishot
Kaum eine andere Entdeckung des
20. Jahrhunderts hat einen wesentlicheren Einfluss auf Wissenschaft,
Gesellschaft und Kultur ausgeübt als
die geheimnisvolle stark wirkende
Substanz, die schon in winzigen
Dosen eine tiefgreifende Änderung
des Bewusstseins hervorruft. Die psychedelische Wirkung von LSD erfuhr
der Schweizer Chemiker Dr. med. Dr.
hc. mult. Albert Hofmann (11. Januar
1906 bis 29. April 2008) 1943 im
wahrsten Sinne des Wortes auf einer
legendären Fahrradfahrt.
Im Rahmen von Arzneimittelforschungen
mit dem Getreidepilz Mutterkorn und unter
der Zielsetzung, ein Kreislaufstimulans zu
entwickeln, synthetisierte Hofmann 1938
verschiedene Amid-Derivate der Lysergsäure, darunter – als 25. Substanz dieser
Versuchsreihe – das Diethylamid LSD-25.
In Tierversuchen löste der Stoff Unruhe
unter den Tieren aus, zeigte aber keine
verwertbaren interessanten Eigenschaften
und wurde daher nicht weiter untersucht.
1943 entschied Hofmann dennoch, LSD
noch einmal herzustellen. Während der
Laborarbeit veranlasste plötzliche Unruhe
ihn seine Arbeit abzubrechen und heimzufahren. Zu Hause angekommen, hatte er
bei geschlossenen Augen für etwa zwei
Stunden intensive kaleidoskopartige, farbige Visionen. Vermutlich hatte er unbeabsichtigt eine Spur LSD aufgenommen.
In seinem Buch „LSD - Mein Sorgenkind“
gibt Hofmann an, das LSD möglicherweise versehentlich über die Fingerspitzen
Bewusster LSD-Selbstversuch
Um diesem erstaunlichen Erlebnis auf
den Grund zu gehen, entschied er sich,
die Substanz am 19. April 1943 mit der
kleinsten für ihn vorstellbaren Dosis im
Selbstversuch zu testen:
„16:20 Einnahme der Substanz; 17:00
Beginnender Schwindel, Angstgefühl,
Sehstörungen, Lähmungen, Lachreiz. Mit
Velo nach Hause. Von 18 – ca. 20 Uhr
schwerste Krise, siehe Spezialbericht: Die
letzten Worte konnte ich nur mit grosser
Mühe niederschreiben. […] die Verände-
Stoffe, wie zum Beispiel einer mexikanischen Zauberdroge mit heilender Wirkung.
In seiner über vierzigjährigen Tätigkeit entwickelte er überaus erfolgreiche und gut
verkaufte Arzneimittel. Zu seinen Entwicklungen zählen unter anderem das kreislaufund blutsdruckstabilisierende Dihydergot,
das gebärmutterkontrahierende und blutstillende Methergin oder das durchblutungsfördernde Geriatrikum Hydergin.
2006 im Alter von 100 Jahren: Wenn
lebenslange Bewusstseinsforschung mit
Unterstützung von LSD ein Garant für
geistige und körperliche Gesundheit bis
ins hohe Alter wäre, so wäre Dr. Albert
Hofmann sicherlich ein ideales Beispiel
dafür. Er starb am 29. April 2008 mit
102 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.
rungen und Empfindungen waren von der
gleichen Art [wie gestern], nur viel tiefgreifender. Ich konnte nur noch mit grösster
Anstrengung verständlich sprechen, und
bat meine Laborantin, die über den Selbstversuch informiert war, mich nach Hause
zu begleiten. Schon auf dem Heimweg
mit dem Fahrrad […] nahm mein Zustand
bedrohliche Formen an. Alles in meinem
Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt
wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch
hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad
nicht vom Fleck zu kommen. Indessen
sagte mir später meine Assistentin, wir
seien sehr schnell gefahren. […] Meine
Umgebung hatte sich nun in beängstigender Weise verwandelt. […] die vertrauten Gegenstände nahmen groteske,
meist bedrohliche Formen an. Sie waren
in dauernder Bewegung, wie belebt, wie
von innerer Unruhe erfüllt.“ [Später beim
Ausklang des Rausches:] „Jetzt begann
ich allmählich, das unerhörte Farben- und
Formenspiel zu geniessen, das hinter
meinen geschlossenen Augen andauerte.
Kaleidoskopartig sich verändernd drangen bunte phantastische Gebilde auf
mich ein, in Kreisen und Spiralen sich öffnend und wieder schliessend, in Farbfontänen zersprühend, sich neu ordnend und
kreuzend, in ständigem Fluss. Besonders
merkwürdig war, wie alle akustischen
Wahrnehmungen, etwa das Geräusch
einer Türklinke oder eines vorbeifahrenden Autos, sich in optische Empfindungen
verwandelten. Jeder Laut erzeugte ein in
Form und Farbe entsprechendes, lebendig wechselndes Bild.“ (Albert Hofmann,
Protokoll des LSD-Selbstversuchs)
Nachträglich stellte sich heraus, dass es
sich bei der von ihm gewählten Dosis
(etwa 250 µg) um das Vielfache der
normal wirksamen Menge handelte. LSD
gehört zu den stärksten bekannten Halluzinogenen.
Die tiefenpsychologische Kraft pflanzlicher
Alkaloide, die Hofmann an einem Apriltag
1943 widerfuhr, war erst kurz vorher überhaupt in das Blickfeld der Wissenschaft
geraten (z. B. Louis Lewin, Phantastica).
Mit der Entdeckung des LSD trat die Erforschung solcher Substanzen in eine neue
Dimension. Nicht nur, weil schon die
Menge eines Staubkorns eine wirksame
In dem Klassiker der Chemiegeschichte lässt Albert Hofmann, der Entdecker von
LSD, wissenschaftlich detailliert, dabei aber auch für Nichtchemiker verständlich,
die Ereignisse Revue passieren, die zur Entdeckung der Substanz LSD und zur Erkennung seiner außerordentlichen psychoaktiven Wirkung geführt haben. Der geniale
Wissenschaftler beschreibt eindrücklich seine persönlichen Erlebnisse mit der „Wunderdroge“. (Albert Hofmann, LSD – mein Sorgenkind: Die Entdeckung einer „Wunderdroge“, Klett-Cotta, 4. Auflage 2012, 19,95 Euro, ISBN 978-3-608-94618-5)
In seinem Dokumentarfilm The Substance – Albert Hofmann’s LSD (2012) widmet
sich Martin Witz der Geschichte dieser Droge von ihren Anfängen bis heute. Den
Rahmen seiner Darstellung bildet eines der letzten Interviews mit Dr. Albert Hofmann
Wunderdroge wird Sorgenkind
So begann die Sandoz AG zügig mit
der Erprobungsphase des neuen Medikaments. Wie jedes Arzneimittel wurde
auch Delysid, so der Markenname,
zahlreichen Prüfungen und Tests unterzogen, man stellte es Wissenschaftlern
und Ärzten zur Verfügung, die damit neue
Behandlungsansätze in der Psychotherapie und Psychiatrie erprobten. Zahlreiche
Studien zeigten vielversprechende Resultate – etwa bei Alkoholikern, die von ihrer
Sucht loskamen, bei unheilbar Schwerkranken, deren psychischer Gesamtzustand sich stabilisierte, bei autistischen
Patienten, die durch LSD therapierbar
wurden. Da die Versuche kontrolliert und
in Kenntnis der Patienten stattfanden,
kam es bei diesen Anwendungen kaum
zu negativen Auswirkungen. LSD galt so
bis Anfang der 1960er-Jahre als eine Art
Das Verbot des LSD folgte aber bald: Die
US-Regierung sah in seiner Verwendung
„Nicht ich, das LSD wurde gewählt“,
Besitz und Gebrauch sind weltweit verboten.
… meinte Albert Hofmann lapidar,
als er 2007 von einer Jury der renommierten britischen Tageszeitung Guardian zum größten lebenden Genie
(„world‘s top 10 living geniuses“).
gewählt wurde. Ein weiteres Zitat:
„Ich habe ja das LSD nicht gesucht.
Das LSD ist zu mir gekommen.“
Durch diese restriktive Politik wurde auch
die Wissenschaft von dem Verbot getroffen. Die US-Behörden gaben nur noch
vereinzelte Zulassungen für die Forschung
mit der Substanz. Damit stagnierte die Forschung und konnte kaum neue Erkenntnisse
eine Art Gegenkultur, die den Vietnamkrieg sowie alte konservative Werte kritisierte und eine Umwälzung der gesellschaftlichen Zustände forderte. Allerdings
führten auch die ungeregelten Zustände
sowie die starke Verbreitung der Substanz
zum Verbot. Trotz positiven Ergebnissen
beim Gebrauch unter ärztlicher Aufsicht
wurde LSD in den Vereinigten Staaten
als eine „Schedule1“-Substanz deklariert, was bedeutet, dass die Substanz
ein hohes Potenzial zum Missbrauch und
keinen derzeitigen „anerkannten medizinischen Nutzen“ habe. Am 6. Oktober
1966 wurde LSD zuerst in Kalifornien
verboten. Die anderen amerikanischen
Bundesstaaten sowie der Rest der Welt
folgten und seitdem zählt es zu den illegalen Betäubungsmitteln. Herstellung,
Dosierung darstellt, sondern vor allem,
weil diese Wirkung nicht nur medizinischtherapeutisch, sondern auch für die wissenschaftliche Erforschung des Bewusstseins
äußerst vielversprechend zu sein schien.
Den Weg von der Wunderdroge zum verbotenen Betäubungsmittel hat Hofmann in
seinem Buch „LSD - Mein Sorgenkind“ detailliert beschrieben – und wie kaum ein anderer vor dem unsachgemäßen Gebrauch der
Substanz gewarnt: Mit diesem Pharmazeutikum müsse vorsichtig umgegangen werden, es handle sich nicht um eine Genussdroge. Zeitlebens setzte er sich aber dafür
ein, dass psychedelische Substanzen (wie
das LSD) zu Forschungszwecken legalisiert
werden sollten. Optimistisch äußerte er die
Ansicht, die richtige Anwendung von LSD
sei eine Frage der Zeit.
Bitte E-Mail-Adresse ­übermitteln!
Leider fehlt der KZV Nordrhein noch von einigen nordrheinischen Praxen die E-Mail-Adresse. Um demnächst einen
noch ­
g rößeren Kreis von Zahnärzten per E-Mail über
wichtige kurz­
f ristige Entwicklungen informieren zu können, bitten wir diese nochmals, der KZV Nordrhein ihre
E-Mail-Adresse ­(Praxis) unter Angabe i­hrer Abrechnungsnummer zu übermitteln.
Bitte vergessen Sie auch nicht, die KZV über Ä
­ nderungen Ihrer
E-Mail-Adresse in Kenntnis zu s­ etzen. Ansprechpartner ist die
­Abteilung ­Register, bitte nur per E-Mail an
Schuld ist das Natriumlaurylsulfat
Björn Carey (Hg.): Was Wale singen und wie Sterne klingen
Neugier zu wecken und Wissen mit
Spaß und innovativen Ansätzen zu
vermitteln ist das Konzept, das der
Verlag Moewig mit seinem neuen
Titel „Was Wale singen und wie Sterne klingen“ verfolgt.
Fazit: Alles in allem viel Wissen in unterhaltsamer, gut zu dosierender Form; ein
Buch bei dem jeder ans Blättern, Quer­
lesen und gelegentlich Schmunzeln kommt,
dabei viel Aufschlussreiches erfährt – oft
nach dem Motto „Was Sie noch nie zu
fragen wagten …“
299 teils verrückte Fragen werden von TopExperten wissenschaftlich fundiert beantwortet. Mithilfe von Fragestellungen wie
„Funktioniert mein Auto auf dem Mond?“
über „Welches Geräusch machen Sterne?“
bis „Kann ein Mensch nur von Katzenfutter
leben?“ wird Wissen federleicht vermittelt.
250 Abbildungen helfen, das neu hinzugewonnene Wissen noch besser im Kopf
www.edel.com/Nadja Ebner
Was Wale singen
und wie Sterne klingen
obwohl er doch so gut riecht?“ und „Wie
werde ich diesen üblen Mundgeruch
wieder los?“ werden ebenso umfassend
beleuchtet wie „Was hat es bloß mit den
Weisheitszähnen auf sich?“.
Moewig 2012
ISBN 9783868035117
Aktualisiert und wieder erhältlich:
Kostenlose Patientenbestellzettel von der KZV
Die im Text an die gesetzlichen Veränderungen angepassten Patientenbestellzettel können ab sofort wieder
bei den zuständigen Verwaltungsstellen und der KZV in
Düsseldorf unter Tel. 0211/9684-0 angefordert bzw.
abgeholt werden, wenn möglich bitte in einer Sammelbestellung gemeinsam mit weiteren Formularen oder
anderem Material. Bitte bedenken Sie, dass mehrere
kleine Bestellungen deutlich höhere Portokosten und
einen höheren Arbeitsaufwand verursachen als eine
umfangreiche Sammelbestellung.
Er Jetz
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Viele medizinische und zahnmedizinische
Fragen wie zum Beispiel „Warum schmeckt
Orangensaft nach dem Zähneputzen so
scheußlich?“ (Antwort, siehe Überschrift!),
„Warum verursacht Kaffee Mundgeruch,
Björn Carey (Hg.):
Über „Recht“ und „Freiheit“ – eine besondere Brücke
Wer am Rhein entlang von Rheindorf
nach Wiesdorf wandert oder radelt,
kann in Zukunft das alte Flussbett
der Wupper über eine historische
Schiffssteganlage überqueren und
einen der letzten noch vorhandenen
Flussübergänge mit drei historischen
Rhein­schiffen besichtigen.
Brückensanierung – dieses Thema ist im
Rheinland im Augenblick hochaktuell.
Welche Hindernisse ein solches Projekt
überwinden muss, kann man im Kleinen gerade bei der Wiedereröffnung
einer ganz besonderen Brücke verfolgen und mit einem schönen Rad- oder
Wanderausflug entlang des Rheinufers
verbinden. Zwischen Leverkusen-Rheindorf und -Wiesdorf fließt die Dhünn in
die Wupper, unmittelbar bevor diese in
den Rhein mündet. Parallel dazu zeugt
ein toter Rheinarm – die Alte Wupper
– vom ursprünglichen Verlauf des Flusses. Im Gelände vor dem mächtigen
Rheindeich kommen nur schwimmende
Konstruktionen in Frage, die sich an den
stark schwankenden Wasserstand des
Rheins anpassen. Die Brücke, die
bei Rheinkilometer 702,5 die
Mündung der Alten Wupper überquert, stellt ein
dar: Die Steganlage
ist nicht einfach auf
mehreren Pontons
befestigt, wie die
nahegelegene Brücke über die „neue“
Wupper, sondern
uralten Tjalk „Freiheit“
und dem historischen
Aalschokker „Recht“
Die in Holland gebauten Eisenschiffe
repräsentieren jedes für sich ein Stück
rheinische Rheinschifffahrtsgeschichte
aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wo „Recht“ und „Freiheit“ sind, in
die ein kleines Restaurant und ein Kiosk
eingebaut werden, darf die Dritte im
Bunde keinesfalls fehlen: In diesem Sommer wird die 20 Meter lange schnittige
„Einigkeit“ an der Brücke anlegen und für
Segeltörns zur Verfügung stehen. Noch
allerdings liegt der Klipper in Duisburg,
der 1907 in Zwijndrecht als zweimastiger Stevenaak „Mijn genoegen“ vom
Stapel lief.
Viel plumper wirkt das Frachtsegelschiff
„Freiheit“, das 1902 als „Energie“ in
das Schiffsregister in Dordrecht eingetragen wurde. In der Kajüte sind die in
Anlehnung an den Holzschiffsbau kunstvoll zum bauchigen Heck ausgeformten
Bleche zu sehen. „Einigkeit“ und „Freiheit“ wurden später zu Aalfangschiffen
umgebaut und machten der 1924 im
holländischen Nieuwendam für einen
Fischer gebauten „Recht“ Konkurrenz.
Aalschokker brauchen weder Segel
noch eine Antriebsmaschine, weil sie mit
Winden oder Ketten an den Fangplatz
befördert werden. Seitlich befinden sich
zwei Netzbäume. Wird der Untere auf
den Flussgrund gesenkt, öffnet sich das
Schon seit 1920 konnten Fußgänger
und Radfahrer nur hier direkt zwischen
den Leverkusener Ortsteilen Wiesdorf
(Navi: Am Rheindeich/Burgstraße)
Wenige hundert Meter von der Schiffsbrücke entfernt liegt direkt hinter dem Deich der historische Kern von Rheindorf. Sehenswert sind die
Pfarrkirche St. Aldegundis aus dem 12. Jahrhundert und der Gasthof Villa Knöterich in einem Haus von 1737.
und Rheindorf pendeln. Fährmann Heinrich Gless, der aus einer alteingesessenen Rheindorfer Schifferfamilie stammte,
errichte 1929 eine Steganlage, für deren
Benutzung er bis 1938 Brückenzoll erheben durfte. Fußgänger zahlten fünf, Radfahrer 10 Pfennige. Mehrfach wurde die
Brückenanlage durch Hochwasser und
Kriegseinflüsse zerstört, zuletzt 1992
durch einen Brand schwer beschädigt.
1956 erwarb Gless drei alte Schiffe.
Er brachte sie in die Wuppermündung,
wo sie ihm als schwimmende Tragpfeiler dienten. Im selben Jahr bekam er die
Erlaubnis, dort „nichtgeistige Getränke“
desgartenschau 2005 ein Paradies für
Radfahrer, Spaziergänger und Jogger.
Anwohner vermuten dort den Nibelungenschatz, schließlich soll er vergraben
sein, „wo die zwei Flüsse in den Rhein
münden“. Auch für Zweifler lohnt es sich,
die Umgebung zu erkunden. Wenige
hundert Meter von der Schiffsbrücke
entfernt liegt direkt hinter dem Deich der
historische Kern von Rheindorf. Neben
der Pfarrkirche St. Aldegundis mit ihrem
dreigeschossigen romanischen Wehrturm aus dem 12. Jahrhundert steht unter
anderem das alte Zollhaus (1705) und
der Gasthof Villa Knöterich in einem
1737 von der Schifferfamilie Adolphs
errichteten Haus.
Rheindorfer Rheinidylle
Die Rheinauen zwischen Wiesdorf,
Rheindorf und Hitdorf sind seit der Lan-
Abb.: M. Hehmann, S. Feyerabend
Der Förderverein, der sich seit 1996 für
die Brücke engagiert, konnte 2012 die
Wiederherstellung feierlich begehen.
Bauminister Michael Groschek lobte im
letzten August, „ein einzigartiges kulturhistorisches Denkmal [sei] dank vorbildlichen bürgerschaftlichen Engagements
zum Leben erweckt“ worden. Weniger
erfreulich ist, dass die Stege seitdem
wieder geschlossen werden mussten,
weil das lang anhaltende Hochwasser
letzte Arbeiten verhindert hat und die
Genehmigung durch das Bauamt auf
Die beiden 25 Meter langen und 70 Zentimeter dicken rostigen Dalben (in den Hafen­grund eingerammte Pfähle zur Befestigung von Schiffen) wurden zwölf Meter tief in den
Fluss­boden versenkt. An ihnen wurden alle Teile der Schiffsbrücke so festgemacht, dass
sie sich unterschiedlichen Wasserständen automatisch anpassen und bei Hochwasser
nicht abgetrieben werden.
Die Stiftung Senior Experten Service (SES) bietet Ruheständlern die
Möglichkeit, ihre Kenntnisse und ihr Wissen im Ausland weiterzugeben. Der Bonner Zahnarzt Dr. Jürgen Stahl betreute die Praxis
einer Kollegin in Ulanbator in der Mongolei und dokumentierte
dort …, ja, was denn eigentlich?
Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge und treffende Bildunterschriften
Einsendeschluss ist der 30. April 2013. Die besten Einsendungen
werden prämiert und im RZB veröffentlicht.
Zwei Tickets für „MANN O
MANN – Die Midlife-CrisisRevue“ (3. bis 21. Juli 2013
im Capitol Theater Düsseldorf)
Erfolg der Wechseljahre-Revue
Heiße Zeiten, mit der die „Ladys
im Hormonrausch“ auch das
Düsseldorfer Publikum begeisterten, kommt jetzt MANN O
MANN – und zeigt, dass auch
Männer ihre Probleme mit dem
Altern haben! Vier Prachtkerle, die unterschiedlicher nicht sein
könnten, tanzen und singen sich durch die Probleme der MidlifeCrisis. Verpackt in witzige Dialoge und gespickt mit neu getexteten
Ohrwurm-Hits erwartet das Publikum eine hormongeladene Show
zum Lachen, Schmunzeln und Mittanzen!
Foto: Olbrich
Foto: Dr. Stahl
Praxisschlaf ist der schönste Schlaf
Im vergangenen September begeisterten Dr. Christoph Hassink,
Clown Tiftof und Dr. Harm Blazejak am Tag der Zahngesundheit
in Düsseldorf ihr Publikum mit einem gelungenen Balanceakt, die
Lesereinsendungen zum RZB-Schnappschuss des Monats Februar
begeisterten die Jury mit bissigem Humor.
Diesmal freut sich die Gewinnerin über zwei Tickets für das Musical Starlight Express, die beiden weiteren Preisträger erhalten wertvolle (Hör-)Bücher- oder CD-Preise.
Den Workshop „Professionelle Handinstrumentierung in der
Dentalhygiene“ habe ich mir aber anders vorgestellt!
Lisa Boehnke, Düsseldorf
OZ 8011: Registrieren der cranialen Reklinationsposition,
auch Bestimmung der maximalen Bierglastoleranzposition,
„Und du bischt dir gansch schicher, dasch der Kleber auch
wieder abgeht, Tiftof?“ „Schicher, schicher, Christoph.“
Karin Kursten, Willich
RZB-Leser erhalten bei Nennung der PIN 119948 eine Ermäßigung von zehn Prozent unter 0211/73 44 0. Die Ticketpreise
liegen zwischen 19,90 bis 45,9050 Euro (zzgl. VVK und zwei
Euro Systemgebühr). Weitere Informationen www.eintrittskarten.de
Der 1. April ist der 91. Tag des Gregorianischen Kalenders …
Unter einem Aprilscherz versteht man den
Brauch, seinen (meist leichtgläubigen)
Mitmenschen, Mitschülern, Kollegen oder
Freunden am 1. April eine erfundene
Geschichte oder einen Scherz zu erzählen,
um sich daraus einen Spaß zu machen.
Bereits seit Jahrhunderten ist dieser Brauch
schon bekannt. In Bayern wurde er erstmals 1618 erwähnt, im restlichen Deutschland 1631, doch es wird vermutet, dass
dieses kulturelle Gut schon viel länger
besteht. Der Brauch wird auch durchaus
in anderen Ländern praktiziert, nicht nur
in Deutschland. So gibt es z. B. in Kanada
den „April Fool´s
der „in den
April geschickt
wird“, auch einen
Namen. In Deutschland wird er Aprilnarr
genannt. Doch macht dieser Aprilnarr sich nicht
selber zum Narren, wie
beispielsweise der Fastnachtsnarr, sondern
der Aprilnarr möchte
gar nicht närrisch
sein. Indem er aber
nicht als solchen
erkennt, lässt er
sich an der Nase herumführen und macht
sich selber zum Narren.
Um den Aprilscherz auch als solchen kenntlich zu machen und damit den gewünschten
Effekt zu erzielen, muss der, der den Aprilnarren in den April schickt, den Aprilscherz
durch die Worte „April, April“ auflösen.
Doch woher kommt der Aprilscherz eigentlich? Wieso wird der 1. April als Unglückstag gesehen? Hierfür gibt es mehrere,
jedoch ungesicherte Erklärungsansätze.
• Das typisch durchwachsene und trügeri-
sche Aprilwetter wird als ein Erklärungsansatz angegeben. (Der Aprilscherz
findet aber auch außerhalb Europas,
wie z. B. Amerika oder Asien, statt, wo
klimatisch konstantere Bedingungen herrschen.)
• Der 1. April gilt als Geburts- und Todes-
tag des Judas Ischariot, der Jesus verraten
haben soll, und gilt daher als Unglückstag. Ebenso soll Luzifer am 1. April in
die Hölle eingezogen sein und daher
soll man sich an diesem Tag besonders
Im Augsburger Reichstag 1530 wurde
der 1. April als besonderer Münztag festgelegt, um Ordnung in das Münzwesen
zu bringen. Zahlreiche Spekulanten setzten auf diesen Münztag am 1. April, der
jedoch nicht stattfand. All die Spekulanten waren so dem Spott ausgesetzt und
wurden ausgelacht.
• Gerüchten zufolge bat am 1. April ein
sechzehnjähriges Mädchen den französischen König Heinrich IV. in
einem Brief um ein geheimes
Rendezvous. Als jedoch Heinrich IV. an diesem vereinbarten
Treffpunkt erschien, erwartete
ihn dort der gesamte Hofstaat mitsamt
seiner Ehegattin, die ihm dafür gedankt
haben soll, zum „Narrenball“ erschienen
Heute ist es jedoch nicht nur Brauch, dass
Privatpersonen ihre Mitmenschen „in den
April schicken“, sondern auch Medien wie
Zeitungen, Zeitschriften, Radiosender, Webseiten usw. werden bezüglich dieser Tradition jährlich aktiv.
Am 1. April 1774 wurde in einer deut-
schen Zeitung der vermutlich älteste Aprilscherz gemacht: Es wurde behauptet,
man könne statt nur der Ostereier einfach
gleich Hühner in verschiedenen Farben
züchten, indem man die Umgebung der
jeweiligen Hühner in der gewünschten
Farbe anstreiche, woraufhin die Hühner
sich demensprechend färben würden.
Am 1. April 2005 erreichte die Hörer
des Radiosenders „FFH“ die Nachricht,
dass die Fußball-WM nicht in Deutschland stattfinde, da deutsche Stadien nicht
den internationalen Richtlinien entsprechen (Umrechnung von Zentimetern und
Metern in englische Inches und Yards sei
falsch gewesen). Als neuer Ausrichtungsort wurde England ausgewählt.
Vor allem in den 70er- und 80er-Jahren
wurden Lehrlinge „in den April geschickt“.
Grund hierfür war der 1. April als Ausbildungsbeginn in vielen Unternehmen. So
wurden Lehrlinge an ihrem ersten Arbeitstag beauftragt, Dinge zu beschaffen, die
in Wahrheit gar nicht existieren, wie z. B.
ein Alumagnet, Feilenfett oder 15-MeterWLAN-Kabel (als Beispiel für einen zeitgemäßen Aprilscherz). Die ahnungslosen
Lehrlinge wurden so von Abteilung zu
Abteilung, die natürlich alle Bescheid
wussten, geschickt und machten so eine
erste Runde durch den ganzen Betrieb.
www.brauchwiki.de/Aprilscherz
wenn Sie fair, stilsicher und mit dem
Blick nach vorn beraten werden, wenn
Sie Ihren Ansprechpartner oder den
Inhaber jederzeit anrufen können,
wenn Sie Zuverlässigkeit verlangen
und bekommen, wenn Sie Wert auf
Werte und Tugenden legen, dann
sind Sie vermutlich schon Kunde von
Und wenn nicht, können Sie es ja noch werden.
Die Praxis- und Jobbörse für Zahnärzte
modern ist einfach
ZAHNÄRZT ESC UT
Befundbogen für forensische Zahnmedizin
Rheinisches Zahnärzteblatt 07-08/2001
Inhaltsverzeichnis - Deutscher Apotheker Verlag
März 2014 - Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
zahnärzte - Doku.iab.
PDF hier klicken - Michaela Schaffrath
Atemtherapeuten Augenoptiker Chirurgen - Medinetz
- Zahnärztekammer Bremen
Fristlose außerordentliche Kündigung wegen angekündigter

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 § 135
 § 137
 § 192
 § 202

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