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Timestamp: 2016-10-26 19:16:14+00:00

Document:
U 221/05 (09.08.2007)
B.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Kurt Meier, Langstrasse 4, 8004 Z�rich,
Der 1948 geborene B.________ war als Elektromonteur bei der S.________AG angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Berufs- und Nichtberufsunfall versichert. Am 1. Februar 1996 st�rzte er beim Langlaufen und am 3. Juli 1996 erlitt er beim Umbau eines Verteilkastens einen Stromunfall. In der Folge wurde er in mehreren Institutionen und von verschiedenen Fach�rzten station�r und ambulant medizinisch eingehend abgekl�rt, wobei insbesondere in kardiologischer, angiologischer, pneumologischer, neurologischer und psychiatrischer Hinsicht umfangreiche Untersuchungen durchgef�hrt wurden. Die SUVA, welche ihre Haftung f�r den Unfall anerkannt hatte, f�r die Heilungskosten aufgekommen war und Taggelder ausgerichtet hatte, kam gest�tzt auf die medizinischen Unterlagen zum Schluss, es liege kein unfallbedingtes organisches Substrat f�r die geltend gemachten Beschwerden vor, weshalb diesbez�glich ab Ende Oktober 2003 kein Leistungsanspruch mehr bestehe. Hingegen anerkannte sie aufgrund der psychiatrischen Beurteilung von Frau Dr. med. H.________ von der SUVA-Versicherungsmedizin vom 5. August 2003, welche ihrerseits auf das Gutachten der Psychiatrischen Universit�tsklinik A.________ vom 20. Juni 2000 abstellte, ihre weitergehende Leistungspflicht f�r die psychischen Unfallfolgen (undifferenzierte Somatisierungsst�rung, hypochondrische St�rung und Agoraphobie mit Panikattacken) und sprach B.________ mit Verf�gung vom 19. November 2003 bei einer Erwerbsunf�higkeit aus psychischen Gr�nden von 100% mit Wirkung ab 1. November 2003 eine Komplement�rrente zur Rente der Invalidenversicherung und bei einer psychisch bedingten Integrit�tseinbusse von 20% eine Integrit�tsentsch�digung von Fr. 19'440.- zu. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 9. Februar 2004 fest. In der Begr�ndung f�hrte sie aus, f�r die Kl�rung der Frage der Dauerhaftigkeit und f�r die Bemessung der H�he der Integrit�tsentsch�digung w�re wichtig zu wissen, wie sich der psychische Zustand in den letzten Jahren entwickelt habe und welche Aussichten auf Heilung best�nden. Da der Versicherte nicht bereit sei, sich einer psychiatrischen Verlaufsuntersuchung zu unterziehen und auch mit der im Gutachten der Psychiatrischen Universit�tsklinik A.________ vom 20. Juni 2000 vorgeschlagenen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung nicht einverstanden sei, habe sie - in �bereinstimmung mit dem damaligen Rechtsvertreter des Versicherten - die psychische Problematik gest�tzt auf die bestehende Aktenlage beurteilt.
Beschwerdeweise liess B.________ geltend machen, es sei eine kardiologische Untersuchung durchzuf�hren und ihm unter Ber�cksichtigung der unfallbedingten psychischen und somatischen Beeintr�chtigungen eine Integrit�tsentsch�digung basierend auf einer Integrit�tseinbusse von mindestens 80% zuzusprechen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern hiess die Beschwerde mit Entscheid vom 27. April 2005 teilweise gut, hob den Einspracheentscheid vom 9. Februar 2004 bez�glich der Integrit�tsentsch�digung auf und wies die Sache im Sinne der Erw�gungen an die SUVA zur�ck, damit sie das Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchf�hre und �ber die H�he der Integrit�tsentsch�digung aus psychischen Gr�nden neu verf�ge. Mit Bezug auf die geltend gemachte Integrit�tsentsch�digung aus somatischen Gr�nden wies es die Beschwerde ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst B.________ die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids beantragen. Es sei eine kardiologische Untersuchung durchzuf�hren, und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine Integrit�tsentsch�digung f�r den somatischen Befund zuzusprechen.
Mit Eingaben vom 4. Oktober und 17. November 2005, 7. Januar, 5. September und 12. Oktober 2006 sowie 17. Februar und 3. April 2007 reicht B.________ verschiedene medizinische Unterlagen ein, so unter anderem kardiologische Berichte des Spitals X.________ vom 5. September 2005 und des Spitals L.________ vom 8. November 2005, den Herz MRI-Befund des Universit�tsspitals A.________ vom 21. August 2006 und die kardiologischen Berichte des Spitals L.________ vom 3. August 2006 und des Spitals X.________ vom 12. Februar 2007.
Gem�ss Rechtsprechung k�nnen nach Ablauf der Rechtsmittelfrist - ausser im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels - keine neuen Akten mehr eingebracht werden. Vorbehalten bleiben Aktenst�cke, die neue erhebliche Tatsachen oder Beweismittel im Sinne von Art. 137 lit. b OG darstellen und als solche eine Revision des Gerichtsurteils rechtfertigen k�nnten (BGE 127 V 353 ff.). Nur unter diesem beschr�nkten Gesichtswinkel sind die von den Parteien nachgereichten Unterlagen allenfalls zu ber�cksichtigen. Die vom Beschwerdef�hrer aufgelegten Berichte und medizinischen Unterlagen erf�llen diese Voraussetzungen nicht. Die darin enthaltenen Tatsachen oder Beweismittel k�nnen, soweit sie f�r die im letztinstanzlichen Verfahren sich stellenden Fragen �berhaupt relevant sind und die f�r die Beurteilung des Integrit�tsschadens massgebenden tats�chlichen Verh�ltnisse im Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 9. Februar 2004 betreffen (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243; 121 V 362 E. 1b S. 366), nicht als "neu" qualifiziert werden.
3.1 Die Vorinstanz hat die Bestimmungen �ber die Voraussetzungen f�r einen Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 UVG und Art. 36 Abs. 1 UVV, jeweils in der bis 31. Dezember 2003 g�ltig gewesenen Fassung) und die Grunds�tze betreffend deren Abstufung nach der Schwere des Integrit�tsschadens (Art. 25 Abs. 1 UVG; Art. 36 Abs. 2 UVV und Anhang 3 zur UVV; BGE 124 V 29 E. 1b S. 32 mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
3.2 Ob im hier zu beurteilenden Fall die Gesetzesfassungen vor oder nach Inkrafttreten der �nderungen des Bundesgesetzes �ber die Invalidenversicherung vom 21. M�rz 2003 (4. IV-Revision; AS 2003 3837 ff.) Anwendung finden, kann offen bleiben, da die damit einhergegangenen Neuerungen - die ausdr�ckliche Anerkennung psychischer Integrit�tssch�den in Art. 24 Abs. 1 UVG und Art. 36 Abs. 1 und 3 UVV sowie in Anhang 3 zur UVV - bisheriger Rechtslage entsprechen (BGE 124 V 29 ff.; RKUV 2000 Nr. U 381 S. 252 E. 3, U 172/99; Urteil U 223/06 vom 8. Februar 2007).
Streitig und zu pr�fen ist letztinstanzlich einzig, ob dem Beschwerdef�hrer aufgrund der geltend gemachten Herzprobleme ein h�herer Anspruch auf Integrit�tsentsch�digung zusteht.
4.1 Das kantonale Gericht hat in einl�sslicher W�rdigung der medizinischen Unterlagen, insbesondere gest�tzt auf die Herzkatheteruntersuchung des Dr. med. W.________ vom 7. M�rz 1997, die kardiologische Untersuchung des Universit�tsspitals Z.________ gem�ss Bericht vom 14. August 1997, die CT-Untersuchung des Thorax durch Dr. med. M.________ vom 6. Januar 1998, den Austrittsbericht des Rehabilitationszentrums E.________ f�r Herz- und Kreislaufkrankheiten vom 27. Juli 1998, die Untersuchungsberichte und �rztlichen Beurteilungen des Dr. med. J.________ von der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA vom 18. Februar 1998, 17. August 2000, 3. Juli 2002 und 6. November 2002, den Bericht des Dr. med. T.________ vom 6. September 2000 �ber die Myokardperfusionsszintigraphie, den angiologischen Untersuchungsbericht des PD Dr. med. U.________ vom 10. September 2001, den Bericht des Herzkreislaufzentrums Kardiologie DIM des Universit�tsspitals Z.________ vom 28. Februar 2002 und den radiologischen Befundbericht des Universit�tsspitals Z.________ vom 31. Mai 2002 bez�glich Herz-MRI �berzeugend dargelegt, dass keine Herzkrankheit vorliegt, die geltend gemachten Beschwerden des Versicherten nicht kardialer Natur sind und diesbez�glich keine Befunde erhoben werden konnten, die auf den Stromunfall vom Juli 1996 zur�ckzuf�hren w�ren. Des Weitern hat es erwogen, den Akten liessen sich keine Hinweise daf�r entnehmen, dass das Herz-MRI vom 15. Mai 2002, welches normal grosse linke und rechte Herzh�hlen mit normaler systolischer Funktion zeigte, nicht fachgem�ss durchgef�hrt worden w�re. Dabei st�tzte sich die Vorinstanz insbesondere auf die Berichte des Dr. med. W.________ vom 12. Mai 2004, wonach die Herzkammergr�ssen im oberen Normbereich lagen, des Dr. med. T.________ vom 27. Mai 2004 �ber das Echodopplersonogramm und den vom Beschwerdef�hrer aufgelegten Bericht des Kardiologen Prof. Dr. med. R.________ vom 21. Dezember 2004. Angesichts der umfangreichen Abkl�rungen verschiedener Fach�rzte, welche keine relevanten somatischen Befunde zu Tage gebracht hatten, wies das kantonale Gericht das Gesuch um erg�nzende kardiologische Abkl�rungen ab und verneinte einen Anspruch auf Erh�hung der Integrit�tsentsch�digung aus somatischen Gr�nden.
4.2 Was der Beschwerdef�hrer gegen den vorinstanzlichen Entscheid vorbringt, rechtfertigt keine andere Betrachtungsweise. Er beschr�nkt sich im Wesentlichen auf das Wiederholen von bereits im kantonalen Verfahren vorgebrachten Einwendungen, ohne sich indessen mit der ausf�hrlichen Begr�ndung des vorinstanzlichen Entscheids auseinanderzusetzen. Soweit er Ungereimtheiten und Vers�umnisse bei der Abkl�rung des medizinischen Sachverhalts geltend macht, kann ihm nicht gefolgt werden. Insbesondere wurden an verschiedenen Institutionen Doppler-Echokardiographien durchgef�hrt, welche jedoch nie einen den Normbereich �berschreitenden oder gar behandlungsbed�rftigen Befund am Herzen aufzeigten. Daran vermag auch der aufgelegte Bericht des Dr. med. I.________ vom 27. August 1998 nichts zu �ndern, zumal Dr. med. W.________ bei der Untersuchung vom 12. Mai 2004 den rechten Vorhof als in der Norm liegend bezeichnete. Die Echokardiographie vom 2. September 2005 ergab einen leicht dilatierten linken und rechten Vorhof. Laut Bericht der Klinik und Poliklinik f�r Kardiologie des Spitals X.________ vom 5. September 2005 besteht zwischen den vergr�sserten Vorh�fen und dem Stromunfall kein Kausalzusammenhang. Vielmehr sei der Befund altersbedingt und ohne eigentlichen Krankheitswert. Dass beim MRI-Untersuch des Herzens vom 15. Mai 2002 keine Kontrastmittel verwendet wurden, gibt entgegen der vom Beschwerdef�hrer vertretenen Auffassung nicht Anlass zu weiteren Abkl�rungen, zumal das MRI vom 21. August 2006 unter Verwendung von Kontrastmitteln eine global unauff�llige Herzfunktion mit regelrechter Kontraktilit�t des rechten und linken Ventrikels, ohne umschriebene Hypokinesien und keinen Hinweis auf Dysplasie des rechten Ventrikels ergab. Die �rzte des Spitals X.________ verneinten im Bericht vom 12. Februar 2007 das Vorliegen von Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz. Da auf umfassenden Abkl�rungen beruhende medizinische Einsch�tzungen vorliegen, welche sich in keiner Art und Weise widersprechen, konnte die Vorinstanz in antizipierter Beweisw�rdigung von weiteren Abkl�rungen absehen. Erg�nzender Sachverhaltsabkl�rungen bedarf es angesichts der schl�ssigen medizinischen Aktenlage auch im letztinstanzlichen Verfahren nicht, da hieraus mit Bezug auf die geltend gemachte somatisch bedingte Integrit�tseinbusse keine zus�tzlichen relevanten Ergebnisse zu erwarten sind. Dem Antrag auf eine kardiologische Untersuchung ist daher nicht stattzugeben und der vorinstanzliche Entscheid ist zu best�tigen.

References: Art. 137
 Art. 36
 Art. 36
 BGE 
 Art. 24
 Art. 36