Source: https://www.flugrechte.eu/13931/flug%C3%A4nderung-r%C3%BCckflug-verk%C3%BCrzt-flugzeitenverschiebung
Timestamp: 2019-09-18 07:56:15+00:00

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FLUGÄNDERUNG Rückflug Reise um 1 Tag verkürzt bei Flugzeitenverschiebung - FLUGGASTRECHTE
Unser Rückflug wurde um einen Tag (23h) nach vorne verschoben, und zusätzlich der Flughafen von Berlin auf Leipzig geändert. Das ganze wurde uns 38 h vor Abreise in den Urlaub mitgeteilt.
Gebucht war eine Pauschalreise für 14 d nach Agadir, u.a. mit zwei kleinen Kindern.
Vom Veranstalter wird eine Entschädigung von 50 Euro pro Vollzahler geboten.
Steht uns nicht deutlich mehr zu?
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Gefragt 20, Nov 2018 in Flugzeitenverschiebung von Liza
du warst mit deiner Familie im Urlaub, hast dann 38h vor dem Rückflug erfahren, dass dieser geändert wurde. Ihr solltet nun 23h früher fliegen und außerdem nicht in Berlin sondern Leipzig landen. Deine Frage lautet also, ob euch nicht mehr zusteht, als die vom Reiseveranstalter angebotenen 50€ Entschädigung pro Vollzahler.
Pauschalreise: kurzfristige Flugverschiebung um einen Tag, welchen Anspruch ?
hier wurden die Flüge der Pauschalreise ebenfalls zeitlich um einen Tag verschoben.
In eurem Fall ist es so, dass die Frage im Raum steht, wie der Flug zu behandeln ist. Meiner Auffassung nach könnte hier eine Annullierung des ursprünglichen Flugs in Betracht kommen.
Da es sich um eine Pauschalreise handelt, sind die §§ 651 a-y BGB entscheidend.
Um Ansprüche geltend zu machen, müsste zunächst ein Reisemangel vorliegen. Ein Reisemangel ist das Vorhandensein eines Fehlers oder das Fehlen einer zugesicherten Eigenschaft.
Die genaue Definition und weitere Informationen kannst du dem folgenden Link entnehmen:
Außerdem ist der Reisemangel auch in § 651 i BGB geregelt.
Ihr habt einen Pauschalreisevertrag über 14 Tage Agadir mit den entsprechenden Flügen gebucht. Wenn jetzt der Rückflug dahingehend geändert wird, dass ihr nicht nur einen Urlaubstag verliert, sondern auch an einem anderen Ort als gebucht ankommt, ist das ein Fehlen einer zugesicherten Eigenschaft: keine 14 Tage Urlaub und andere Abflugzeiten, sowie ein anderer Abflughafen.
Weil § 651 i BGB nicht nur den Reisemangel definiert, sondern auch die Ansprüche aufzählt, habe ich ihn dir mal kopiert:
1.wenn sie sich für den nach dem Vertrag vorausgesetzten Nutzen eignet, ansonsten
2.wenn sie sich für den gewöhnlichen Nutzen eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Pauschalreisen der gleichen Art üblich ist und die der Reisende nach der Art der Pauschalreise erwarten kann.
Weil du schreibst, dass der Reiseveranstalter bereits eine Entschädigung angeboten hat und ihr über die Änderung des Rückflugs erst kurz vorher informiert wurdet, gehe ich davon aus, dass der Urlaub bereits beendet ist.
In diesem Fall könnt ihr nach § 651 i Absatz 3 Nummer 6 den Mietpreis mindern und außerdem nach § 651 n Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreude verlangen.
Hier sind die Paragraphen:
§ 651 m:
§ 651 n:
2.ist von einem Dritten verschuldet, der weder Leistungserbringer ist noch in anderer Weise an der Erbringung der von dem Pauschalreisevertrag umfassten Reiseleistungen beteiligt ist, und war für den Reiseveranstalter nicht vorhersehbar oder nicht vermeidbar oder
Meiner Meinung nach, habt ihr also ein Recht den Reisepreis für den letzten Tag zu mindern und außerdem könnt ihr Schadensersatz verlangen.
Allerdings lege ich dir ans Herz, einen Anwalt aufzusuchen, wenn es um die Geltendmachung der Ansprüche geht. Er kann einen qualifizierten Rechtsrat geben und auch über die Höhe der Entschädigung und der Minderung eine Aussage treffen. Allerdings gehe ich davon aus, dass es mehr als 50€ pro Vollzahler sein wird.
Ich hoffe, dieser Beitrag hat dir dennoch helfen können!
Beantwortet 20, Nov 2018 von Fahrgast (2,900 Punkte)
leider kam es zu einer äußerst kurzfristigen Änderung des Rückflugtages aus ihrem Pauschalurlaub. Dazu kommt, dass auch noch der Ankunftsflughafen geändert wurde. Nun bieten Ihnen der Reiseveranstalter ein Entschädigung von 50 Euro an, Sie fragen sich allerdings, ob dies nicht etwas wenig ist.
Ich denke, dass Sie in diesem Fall sogar eine Reisepreisminderung i.S.v. § 651 m BGB anstreben können. Voraussetzung ist dafür, dass ein Reisemangel vorlag. Wann von einem solchen gesprochen werden kann, ergibt sich aus § 651 i Abs. 2 BGB:
Die Pauschalreise ist frei von Reisemängeln, wenn sie die vereinbarte Beschaffenheit hat.Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist die Pauschalreise frei von Reisemängeln, wenn sie sich für den nach dem Vertrag vorausgesetzten Nutzen eignet, ansonsten wenn sie sich für den gewöhnlichen Nutzen eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Pauschalreisen der gleichen Art üblich ist und die der Reisende nach der Art der Pauschalreise erwarten kann.
Da es in ihrem Fall um eine Vorverlegung des Rückfluges um einen ganzen Tag handelt und dazu auch noch der Zielflughafen geändert wurde, würde ich aus persönlichem Empfinden davon ausgehen, dass es sich vorliegend um einen Reisemangel handelt.
Allerdings können die folgenden Urteile darüber noch besser Auskunft geben:
Letztlich kann ich mir gut vorstellen, dass ein Minderungsanspruch bestehen könnte. Wie hoch dieser tatsächlich ausfällt, lässt sich allerdings schwer sagen. Dies ist nämlich abhängig von der jeweiligen Höhe des Reisepreises und der Art und Dauer des Mangels. Ich kann mir vorstellen, dass ein Fachanwalt da eine gute Beratungsstelle darstellen könnte. Ebenso ist es empfehlenswert andere Beiträge zum Thema der kurzfristigen Verlegung zu lesen.
Beantwortet 17, Dez 2018 von NatalieS (15,230 Punkte)

References: § 651
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