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Timestamp: 2017-02-23 00:23:43+00:00

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Mit weniger Aufwand zur Steuerrückerstattung. Jetzt Steuererklärung starten Start Service Steuertipps Arbeitnehmer und Angestellte A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Arbeitslohn Inhaltsverzeichnis 1. Definition des Arbeitslohns 2. Vorteile, die durch das Dienstverhältnis veranlasst sind und Arbeitslohn darstellen 2.1. Allgemeiner Überblick 2.2. Sozialversicherungsbeiträge 2.3. Betriebliche Altersversorgung 2.4. Leistungen zu einer Gruppenunfallversicherung 2.5. Umlagezahlungen an Zusatzversorgungseinrichtungen 2.6. Kostendämpfungspauschale für die Beihilfe der Beamten 2.7. Geldbuße/strafrechtliche Geldauflage 2.8. Übernahme von Beiträgen angestellter Rechtsanwälte und Steuerberater 3. Vorteile, die keinen Arbeitslohn darstellen 4. Abgrenzung zwischen Entlohnungscharakter und eigenbetrieblichem Interesse 4.1. Grundsätzliches zur Abgrenzung 4.2. Übernahme von Steuerberatungskosten 4.3. Überlassung von Bekleidungsstücken 4.4. Übernahme von Studiengebühren 4.5. Überlassung von Gratisaktien und Call-Optionen 5. Nettolohnvereinbarung 6. Rückzahlung Arbeitslohn 6.1. Grundsätzliches 6.2. Rückgabe von Aktien an den Arbeitgeber 7. Irrtümlich abgeführte Lohnsteuer 8. Arbeitslohnzahlung durch Dritte 8.1. Allgemeines 8.2. Nachwuchsförderpreis für fachliche Leistung 8.3. Lohnsteuerabführung 8.4. Profi-Mannschaftssportler 9. Zeitwertkonten-Modelle 9.1. Allgemeiner Überblick 9.2. Entgeltumwandlungsmodelle 9.2.1. Besteuerungszeitpunkt 9.2.2. Umwandlung von Arbeitszeitkonten in betriebliche Altersversorgung 9.2.3. Begünstigter Personenkreis 9.2.4. Maximale Zuführung zum Arbeitszeitkonto 9.2.5. Verzinsung der Wertguthaben 9.2.6. Werthaltungsgarantie 9.2.7. Planwidrige Verwendung der Wertguthaben 9.2.8. Übertragung des Wertguthabens bei Beendigung der Beschäftigung 10. Literaturhinweise 11. Verwandte Lexikonartikel Zurück zur Übersicht »A« 1. Definition des Arbeitslohns
Nach § 2 LStDV gehören zum Arbeitslohn alle Einnahmen, die dem ArbN aus dem Dienstverhältnis (» Arbeitnehmer) zufließen. Es ist gleichgültig, ob die Einnahmen dem Empfänger unmittelbar vom ArbG oder von einem Dritten zufließen.
» Sachbezüge,
Ersatz von Verpflegungskosten, soweit sie nicht steuerfrei sind (» Doppelte Haushaltsführung).
Hat ein ArbG aufgrund einer vermeintlichen Sozialversicherungspflicht eines ArbN Zahlungen an einen Sozialversicherungsträger geleistet und stellt sich später die Sozialversicherungsfreiheit dieses ArbN heraus, fließt dem ArbN Arbeitslohn nicht bereits in den Jahren der Zahlung des ArbG an den Sozialversicherungsträger zu; dies ist erst dann anzunehmen, wenn nach dem Willen des ArbG im Zusammenwirken mit dem ArbN die an sich dem ArbG zustehenden Erstattungsbeträge an den ArbN im weiteren Sinne weitergegeben werden, z.B. durch Verzicht des ArbG auf Rückzahlung gegenüber dem Sozialversicherungsträger und Umwandlung der bisherigen vermeintlichen Pflicht- in freiwillige Beiträge. Diese Beträge sind nicht nach § 3 Nr. 62 EStG steuerfrei (FG Rheinland-Pfalz Urteil vom 13.9.2007, 1 K 2180/06, LEXinform 5007290, rkr.). Nach der Vfg. der OFD Karlsruhe (koordinierter Ländererlass) vom 19.11.2008 (S 2333/77 – St 144, LEXinform 5231928) ist das Urteil des FG Rheinland-Pfalz allgemein anzuwenden. Nach der bisherigen Rechtsauffassung der Finanzverwaltung waren diese als freiwillige Beiträge umqualifizierten ArbG-Leistungen rückwirkend als steuerpflichtiger Arbeitslohn in den Jahren der ursprünglichen Zahlungen des ArbG an den Sozialversicherungsträger zu behandeln. Das FG Rheinland-Pfalz verneinte dagegen ein rückwirkendes Ereignis i.S.d. § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO und erfasst die in freiwillige Beiträge umgewandelten ArbG-Leistungen im Jahr der Umwandlung als steuerpflichtigen Arbeitslohn.
Mit Urteil vom 11.12.2008 (VI R 9/05, BFH/NV 2009, 474, LEXinform 0586534) hat der BFH entschieden, dass ein ArbN, der Leistungen aus einer durch Beiträge seines ArbG finanzierten Gruppenunfallversicherung ohne eigenen Rechtsanspruch erhält, im Zeitpunkt der Versicherungsleistung die bis dahin entrichteten, auf seinen Versicherungsschutz entfallenden Beiträge, begrenzt auf die ausgezahlte Versicherungsleistung, als Arbeitslohn zu versteuern hat.
Zukunftssicherungsleistungen, die der ArbG für seinen ArbN an einen Versicherer erbringt, führen nach bisheriger Rechtsprechung des BFH nur dann im Zeitpunkt der Zahlung zu steuerpflichtigem Arbeitslohn, wenn dem ArbN ein unentziehbarer Rechtsanspruch auf die Leistung zusteht. Nicht entschieden war bisher, ob und inwieweit Zukunftssicherungsleistungen des ArbG ohne eigenen Rechtsanspruch des ArbN steuerlich zu behandeln sind.
Im Streitfall erhielt der Kläger nach einem schweren Unfall Leistungen i.H.v. 150 000 € aus der von seinem ArbG abgeschlossenen Gruppenunfallversicherung, gegen die ihm kein eigener unentziehbarer Rechtsanspruch zustand. Das FA behandelte diese Leistungen in voller Höhe als steuerpflichtigen Arbeitslohn.
Der BFH war der Auffassung, dass der ArbG mit der Finanzierung des Versicherungsschutzes die entsprechenden Beiträge und nicht die bei Eintritt des Versicherungsfalles zu gewährenden Versicherungsleistungen zuwendet. Für den Zufluss von so verstandenem Arbeitslohn ist maßgeblich, wann und inwieweit der ArbN über die in der Beitragsleistung zu seinen Gunsten liegende Zuwendung wirtschaftlich verfügen kann. Ohne eigenen Rechtsanspruch kann der ArbN über den durch die Beitragsleistung erlangten Vorteil aber wirtschaftlich erst bei Eintritt des Versicherungsfalles und Erlangung von Versicherungsleistungen verfügen.
Da der Vorteil in den zugewendeten Beiträgen liegt, beschränkt sich der Zufluss von Arbeitslohn der Höhe nach auf die bis zur Auszahlung der Versicherungsleistung entrichteten Prämien für den verunglückten ArbN. Allerdings führt der auf das Risiko beruflicher Unfälle entfallende Anteil der Beiträge als Werbungskostenersatz auch zu Werbungskosten des ArbN, mit denen der entsprechende steuerpflichtige Arbeitslohn zu saldieren ist. Dabei ist nach Auffassung des BFH regelmäßig davon auszugehen, dass die Beiträge jeweils hälftig auf das Risiko privater und beruflicher Unfälle entfallen. S.a. Pressemitteilung des BFH Nr. 15/09 vom 11.2.2009 (LEXinform 0432761).
Fazit: Anzusetzen sind die gesamten Beiträge, die auf den ArbN entfallen. Diese Summe ist um den Werbungskostenanteil zu kürzen. Dieser Werbungskostenanteil kann mit 50 % der Beitragssumme geschätzt werden. Wie der BFH betont, ist auch zu prüfen, ob eine Tarifermäßigung nach § 34 Abs. 1 EStG für außerordentliche Einkünfte in Gestalt von Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten (§ 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG) zu gewähren ist. S.a. den Beitrag von Breinersdorfer, Zufluss von Arbeitslohn bei der Gruppenunfallversicherung, DB 2009, 1264. Zur einkommen- bzw. lohnsteuerlichen Behandlung von freiwilligen Unfallversicherungen s. BMF vom 28.10.2009 (BStBl I 2009, 1275) sowie » Unfallversicherung. Das BMF-Schreiben vom 17.7.2000 (BStBl I 2000, 1204) wird aufgehoben.
Übernimmt der ArbG gegen seinen ArbN verhängte Bußgelder oder strafrechtliche Geldauflagen, ist darin Arbeitslohn zu sehen, wenn der ArbG nicht aus ganz überwiegend eigenbetrieblichem Interesse handelt. Dies hat der BFH mit Urteil vom 22.6.2008 (VI R 47/06, BStBl II 2009, 151) in Fortführung seiner bisherigen Rechtsprechung entschieden. Ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse liegt nur vor, wenn nach einer Gesamtwürdigung der Begleitumstände der jeweils verfolgte betriebliche Zweck im Vordergrund steht und ein damit einhergehendes eigenes Interesse des ArbN an der Übernahme von Geldbuße bzw. -auflage durch den ArbG überlagert.
Im entschiedenen Fall hatte eine GmbH die Zahlung eines Bußgelds und einer Geldauflage übernommen, die gegen ihren Geschäftsführer verhängt worden waren. Dem Geschäftsführer war vorgeworfen worden, gegen Vorschriften des Lebensmittelrechts durch Umetikettieren von Waren verstoßen zu haben. Ihm war deshalb ein Bußgeld von insgesamt ca. 8 500 € auferlegt worden. Außerdem war ein Strafverfahren gegen ihn gegen Auflage einer Zahlung von 31 000 € eingestellt worden. Der Geschäftsführer muss die von der GmbH übernommenen Beträge danach als Arbeitslohn versteuern.
Er kann auch nicht zugleich einen Abzug der Buße als Werbungskosten erreichen. Der BFH hat darauf hingewiesen, dass der ArbN Bußgeld oder Geldauflage nicht als Werbungskosten abziehen kann, selbst wenn die Zahlungsverpflichtung Folge schuldhafter Handlungen ist, die im Rahmen der beruflichen Aufgabenerfüllung des ArbN liegen. Denn nach ausdrücklicher Regelung im EStG sind die von einer Behörde der Bundesrepublik Deutschland festgesetzten Geldbußen nicht als Werbungskosten abziehbar. Auch ein Werbungskostenabzug von Geldauflagen i.S.d. § 153a der Strafprozessordnung scheidet aus, soweit diese Auflagen nicht lediglich der Wiedergutmachung des durch die Tat verursachten Schadens dienen (Pressemitteilung des BFH Nr. 108/08 vom 19.11.2008, LEXinform 0174749).
Mit Urteil vom 28.3.2011 (VI B 31/11) hat der BFH entschieden, dass die Übernahme der Haftpflichtversicherungsbeiträge eines angestellten Rechtsanwalts Arbeitslohn darstellt. Die Nichtzulassungsbeschwerde hat der BFH mit Beschluss vom 28.3.2011 abgewiesen, da die Rechtsfrage höchstrichterlich geklärt sei. Das Urteil ist auf die vom Arbeitgeber übernommenen Beiträge für Berufshaftpflichtversicherungen von Steuerberatern nicht uneingeschränkt übertragbar. Angestellte Steuerberater sind grundsätzlich nicht selbst versicherungspflichtig. Vielmehr schließt die Berufshaftpflichtversicherung des Arbeitgebers i.d.R. Haftpflichtfälle des angestellten Steuerberaters ein.
Keine Einnahmen sind » Aufmerksamkeiten (H 19.3 [Nicht zum Arbeitslohn gehören] LStH).
Übernimmt der ArbG, der einen Paketzustelldienst betreibt, aus ganz überwiegend eigenbetrieblichem Interesse die Zahlung von Verwarnungsgeldern, die gegen die bei ihm angestellten Fahrer wegen Verletzung des Halteverbots verhängt worden sind, so handelt es sich hierbei nicht um Arbeitslohn (BFH Urteil vom 7.7.2004, VI R 29/00, BStBl II 2005, 367).
Berufliche Fort- und Weiterbildungsleistungen des ArbG führen nicht zu Arbeitslohn, wenn diese Bildungsmaßnahmen im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse des ArbG durchgeführt werden. Dies gilt auch bei Bildungsmaßnahmen fremder Unternehmer, die für Rechnung des ArbG erbracht werden (R 19.7 Abs. 1 Satz 3 LStR). Näheres s. unter » Fortbildungskosten.
Die Kostenübernahme für Vorsorgeuntersuchungen der leitenden Angestellten bei einem von dem ArbG ausgewählten Facharzt, der ihm anonymisierte Auswertungen über die Gesamtheit der Befunde mitteilt, stellt keine Gegenleistung für die Arbeitsleistung dar, sondern erfolgt im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse. Die Ausübung eines Zwangs zur Teilnahme an dem Untersuchungsprogramm ist kein notwendiges Kriterium für die Annahme eines vorrangigen Interesses des ArbG (FG Düsseldorf Urteil vom 30.9.2009, 15 K 2727/08 L, EFG 2010, 137, LEXinform 5009184, rkr.; s.a. H 19.3 [Beispiele: Nicht zum Arbeitslohn gehören – Maßnahmen des ArbG …] LStH).
4.2. Übernahme von Steuerberatungskosten
4.3. Überlassung von Bekleidungsstücken
4.4. Übernahme von Studiengebühren
4.5. Überlassung von Gratisaktien und Call-Optionen
Grundsätzlich hat gem. § 38 Abs. 3 EStG der ArbG die LSt für Rechnung des ArbN bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn einzubehalten (» Lohnsteuer). Will der ArbG die auf den Arbeitslohn entfallende LSt (und auch eventuell KiSt, SolZ, ArbN-Anteil) selbst tragen, so sind die von ihm übernommenen Abzugsbeträge Teile des Arbeitslohns, die dem Nettolohn zur Steuerermittlung hinzugerechnet werden müssen. Die LSt ist aus dem Bruttoarbeitslohn zu berechnen, der nach Abzug der LSt den ausgezahlten Nettolohn ergibt (Abtasten der LSt-Tabelle). Der so ermittelte Bruttolohn ist der maßgebliche Arbeitslohn i.S.d. des Steuer- und Sozialversicherungsrechts. Der ArbN bleibt nach § 38 Abs. 2 EStG Steuerschuldner (s. R 39b.9 LStR). Der ArbG übernimmt eine fremde Schuld. Die Nettolohnzahlung muss ausdrücklich zwischen ArbG und ArbN vereinbart werden.
Lösung 1:Brutto-/Nettolohn2 700,00 €3 444,07 €4 573,15 €4 200,00 €4 127,61 €LSt184,33 €386,00 €690,66 €586,33 €566,50 €SolZ0,00 €14,38 €30,34 €24,86 €23,82 €KiSt6,91 €23,53 €49,64 €40,69 €38,98 €KV213,30 €272,08 €284,40 €284,40 €284,40 €RV268,65 €342,68 €455,03 €417,90 €410,70 €PV26,33 €33,58 €35,10 €35,10 €35,10 €ALV44,55 €56,83 €75,46 €69,30 €68,11 €Brutto-/3 444,07 €4 573,15 €6 193,78 €Nettolohn1 956,06 €2 314,99 €2 952,52 €2 741,42 €2 700,00 €
§ 38 Abs. 1 Satz 2 EStG regelt den Steuerabzug für den Fall, dass der im Rahmen des Dienstverhältnisses erzielte Arbeitslohn nicht vom ArbG selbst, sondern von einem Dritten gezahlt wird. Dies kann z.B. innerhalb von Konzernen oder aufgrund von Rahmenabkommen zwischen dem ArbG und anderen Unternehmern geschehen.
Der ArbN hat dem ArbG die von einem Dritten gewährten Bezüge am Ende des jeweiligen Lohnzahlungszeitraums anzugeben; wenn der ArbN keine Angabe oder eine erkennbar unrichtige Angabe macht, hat der ArbG dies dem Betriebsstättenfinanzamt anzuzeigen (§ 38 Abs. 4 Satz 3 EStG).
Der Dritte kann die LSt für einen sonstigen Bezug mit 20 % unabhängig von einer LSt-Karte ermitteln, wenn der maßgebende Jahresarbeitslohn nach § 39b Abs. 3 EStG zzgl. des sonstigen Bezugs 10 000 € nicht übersteigt; bei der Feststellung des maßgebenden Jahresarbeitslohns sind nur die Lohnzahlungen des Dritten zu berücksichtigen (§ 39c Abs. 5 EStG). Der Dritte erspart damit die LSt-Berechnung nach den individuellen Besteuerungsmerkmalen der einzelnen ArbN. Schuldner der so erhobenen LSt bleibt im Gegensatz zur LSt-Pauschalierung nach den §§ 40 ff. EStG der ArbN. Der versteuerte Arbeitslohn ist deshalb bei der ESt-Erklärung zu erfassen und die pauschale LSt auf die ESt-Schuld anzurechnen. Deshalb hat der Dritte dem ArbN eine besondere LSt-Bescheinigung auszustellen und dort den Arbeitslohn und die einbehaltene LSt nach § 41b EStG anzugeben.
Wertguthaben haben seit ihrer Einführung durch das Gesetz zur sozialrechtlichen Absicherung flexibler Arbeitszeitgestaltungen vom 6.4.1998 (BGBl I 1998, 688) beachtlich an Bedeutung gewonnen und stellen heute angesichts ihrer überaus großen Einsatzbandbreite einen wichtigen Pfeiler bei der Organisation und der Durchführung von Arbeitszeitflexibilisierungen in den Betrieben und Unternehmen dar. Die Möglichkeit, geleistete Arbeitszeit oder andere Entgeltbestandteile in einem besonderen und gegen Insolvenz geschützten sogenannten Wertguthaben anzusammeln und zu einem späteren Zeitpunkt zur kurz-, mittel- und auch längerfristigen Freistellung von der Arbeit unter gleichzeitiger Fortdauer des Beschäftigungsverhältnisses einzusetzen und auch damit verbunden den Zeitpunkt der Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge und der Steuer auf den Zeitpunkt der Auszahlung von Entgelt aus dem Wertguthaben aufzuschieben, hat sich grundsätzlich bewährt und ist heute fester Bestandteil betrieblicher und tariflicher Arbeitzeitflexibilisierung. Mit dem so genannten Flexigesetz hat der Gesetzgeber durch eine umfängliche Änderung der bis dahin geltenden Rechtslage die gesetzlichen Rahmenbedingungen für vielfältigste Modelle der Flexibilisierung von Arbeitszeit geschaffen (Gesetzes zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen vom 21.12.2008, BT-Drs. 16/10289, 10, BGBl I 2008, 2940).
Zu der steuerlichen Behandlung der Zeitwertkonten-Modelle und zum Entwurf eines BMF-Schreibens zu Zeitwertkonten-Modellen s. den Beitrag von Husken u.a., DStZ 2088, 806 (LEXinform 1611793). Mit Schreiben vom 17.6.2009 (BStBl I 2009, 1286) hat das BMF zur lohn-/einkommensteuerlichen Behandlung von Zeitwertkonten-Modellen Stellung genommen. Das BMF-Schreiben ist mit Wirkung ab 1.1.2009 anzuwenden.
Keine Zeitwertkonten in diesem Sinne sind dagegen Vereinbarungen, die das Ziel der flexiblen Gestaltung der werktäglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit oder den Ausgleich betrieblicher Produktions- und Arbeitszeitzyklen verfolgen (sog. Flexi- oder Gleitzeitkonten). Diese dienen lediglich zur Ansammlung von Mehr- oder Minderarbeitszeit, die zu einem späteren Zeitpunkt ausgeglichen wird. Bei Flexi- oder Gleitzeitkonten ist der Arbeitslohn mit Auszahlung bzw. anderweitiger Erlangung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht des ArbN zugeflossen und zu versteuern.
S. BMF-Schreiben vom 17.6.2009 unter B.I.
Nach Ablauf des achten Jahres verbleiben für die Freistellungsphase noch vier Jahre. Eine Auffüllung des Wertguthabens ist bis zum Betrag von 480 000 € (= ungekürzter Arbeitslohn des laufenden Jahres × Dauer der Freistellungsphase in Jahren) steuerlich unschädlich. Daher können im achten Jahr weitere 60 000 € dem Wertguthaben zugeführt werden (370 000 € + 60 000 € = 430 000 € Stand Guthaben 31.12.2008). Sollte im Jahr 09 die Freistellungsphase noch nicht begonnen haben, können keine weiteren Guthaben mehr eingestellt werden (Prognoserechnung: bei einem Jahresarbeitslohn von 120 000 € für die Freistellungsphase von drei Freistellungsjahren = 360 000 €).
Die maximal zulässige Zuführung kann wie folgt ermittelt werden:max. Freistellungsphase in Jahren×Durchschnittsgehalt./.Summe der bereits umgewandelten Entgeltbeträge=zulässiger Betrag der Zuführung
9.2.6. Werthaltungsgarantie
9.2.7. Planwidrige Verwendung der Wertguthaben
9.2.8. Übertragung des Wertguthabens bei Beendigung der Beschäftigung
Birk u.a., Die Erweiterung des Arbeitslohnbegriffs in § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 EStG, DB 2008, 488; Werner, Erstattung von Berufshaftpflicht- und Kammerbeiträgen, NWB Fach 6, 4903; Krause, Rückforderung von überbezahltem Arbeitsentgelt, NWB Fach 26, 4875; Thomas, Zeitwertkonten und ihre Bedeutung für andere Rechtsgebiete, DB 2007, 1640, LEXinform 0862699; Uckermann, Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen von Zeitwertkonten, DB 2008, 1281, 1566, 1898 und 2351, LEXinform 1610311; Husken u.a., Zum Entwurf eines BMF-Schreibens zu Zeitwertkonten-Modellen, DStZ 2008, 806, LEXinform 1611793; Eilts, Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen (Flexi II) – Mehr Rechtssicherheit für Langzeit-Arbeitskonten, NWB 8/2009, 542); Bode, Versicherungsleistung oder Prämienzahlung – Was ist Arbeitslohn? – Vom Arbeitgeber finanzierter Versicherungsschutz –, NWB 23/2009, 1734; Harder-Buschner, Steuerliche Behandlung von Zeitwertkonten-Modellen, NWB 28/2009, 2132.
» Arbeitsessen
» Betriebsveranstaltungen
» Bewirtung und Mahlzeiten: Arbeitnehmer
» Firmenwagenüberlassung an Arbeitnehmer
» Lohnsteuerabzug
» Sachbezüge
» Sonstige Bezüge
» Steuerfreie Einnahmen nach dem EStG, ABC-Form
» VIP-Logen
Autor(en): David Jauch Steuer-Rechner 15000 60000 120000 Bruttojahresgehalt (€): 0 5 10 Anzahl Ihrer Kinder: Weiter Verwandte Lexikonartikel Abfindungen Arbeitgeber Arbeitnehmer Arbeitsessen Arbeitszimmerüberlassung des Arbeitnehmers an den Arbeitgeber Betriebsveranstaltungen Bewirtung und Mahlzeiten: Arbeitnehmer Entschädigungszahlung Firmenwagenüberlassung an Arbeitnehmer Jubiläumszuwendungen Lohnsteuer Lohnsteuerabzug Sachbezüge Schadensersatz Sonstige Bezüge Steuerfreie Einnahmen nach dem EStG, ABC-Form Unfallversicherung Vermögenswirksame Leistungen VIP-Logen Weitere Lexikonartikel mit »A« Abfindungen Abgabefristen von Steuererklärungen Abgabenordnung Abgeltungsteuer Abgeordnetenbezüge Ablaufleistung aus Versicherungen Abnutzbare Wirtschaftsgüter Abrechnungsbescheid Abschreibung Abtretung Interessante Steuertipps Haftpflichtversicherung Spende und Ehrenamt Strafverfolgung bei Steuerhinterziehung Pkw-Vermietung an den Arbeitgeber Warengutscheine statt Urlaubsgeld? Einspruchsfrist versäumt? smartsteuer Blog In vier Schritten den Steuerbescheid prüfen Steuerliche Stolperfalle: Riesterrente Arbeiten von zuhause aus – was kann man dabei steuerlich geltend machen? Geld stinkt nicht. Oder: Was sind eigentlich Steuern? Kaffee oder Tee? Was alles versteuert wird Top-Themen bei smartsteuer Lohnsteuerklassen Vorsorgepauschale Entfernungspauschale Photovoltaikanlage Nebenberufliche Tätigkeit Einsatzwechseltätigkeit Eigenheimzulage Gewerbesteuerrechner Weitere Tipps Steuer online Abgabefristen Steuererklärung Steuererklärungspflicht Vorsorgeaufwendungen Altersentlastungsbetrag Doppelte Haushaltsführung Steuertipps Freiberufler Geringwertige Wirtschaftsgüter Technischer Support (Kundenservice) (0800) 7 238 222 7 Tage die Woche, rund um die Uhr –kostenfrei! Oder senden Sie uns einfach jederzeit eine E-Mail an die Adresse hilfe@smartsteuer.de Impressum AGB Presse Datenschutz Bestellung und Zahlung Partnerprogramm Jobs Newsletter Kann man das absetzen? steuern.de ©

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