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Timestamp: 2020-02-18 05:58:34+00:00

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BGH, 19.11.1984 - II ZR 84/84 - dejure.org
https://dejure.org/1984,628
BGH, 19.11.1984 - II ZR 84/84 (https://dejure.org/1984,628)
BGH, Entscheidung vom 19.11.1984 - II ZR 84/84 (https://dejure.org/1984,628)
BGH, Entscheidung vom 19. November 1984 - II ZR 84/84 (https://dejure.org/1984,628)
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Bestellung einer konkursfesten Sicherung für ein Darlehen einer GmbH an den Drittgläubiger - Regelung kapitalersetzender Gesellschafterleistungen - Vorrangige Inanspruchnahme der von dem Gesellschafter bestellten Sicherung
Befriedigungsrecht der Bank an Gesellschafts-/Gemeinschuldnersicherheit für (mittelbar) kapitalersetzendes Darlehen ohne vorrangigen Zugriff auf Sicherheit am Gesellschaftervermögen
GmbHG § 32a Abs. 2, § 32b
NJW 1985, 858
WM 1985, 115
BB 1985, 424
aa) Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu § 32a Abs. 2 GmbHG aF, der Vorgängervorschrift des § 44a InsO, unterlag es der freien Entscheidung des Drittgläubigers, die Gesellschafts- oder die Gesellschaftersicherheit in Anspruch zu nehmen (grundlegend BGH, Urteil vom 19. November 1984 - II ZR 84/84, ZIP 1985, 158; vgl. auch BGH, Urteil vom 14. Oktober 1985 - II ZR 280/84, ZIP 1986, 30, 31; vom 9. Dezember 1991 - II ZR 43/91, ZIP 1992, 108; vgl. auch den Fall BGH…, Urteil vom 20. Juli 2009 - II ZR 36/08, ZIP 2009, 1806 Rn. 15 f).
Wenn er vorrangig die Gesellschaftersicherung in Anspruch nehmen und das damit verbundene Kosten- und Ausfallrisiko tragen müsse, obwohl er aus der Gesellschaftssicherung Befriedigung erlangen könnte, stelle dies einen erheblichen Eingriff in seine Rechtsstellung dar, die nicht ohne eine eindeutige Entscheidung des Gesetzgebers vorgenommen werden könne (BGH, Urteil vom 19. November 1984, aaO S. 159).
a) Der Zeitpunkt, ab dem Gesellschafterleistungen wie Eigenkapital behandelt werden oder - wie es im § 32 a Abs. 1 GmbHG heißt - in dem ein Gesellschafter als ordentlicher Kaufmann der GmbH Eigenkapital zugeführt hätte, weil sie anderenfalls nicht mehr lebensfähig war, ist nach der Rechtsprechung des Senats stets erreicht, wenn die Gesellschaft überschuldet ist (vgl. BGHZ 31, 258, 269; 67, 171, 178; Sen. Urt. vom 19. November 1984 - II ZR 84/84, WM 1985, 115; vom 14. November 1988 - II ZR 115/88, WM 1989, 60, 62).
Der Senat hat es für die Umqualifizierung einer bis dahin neutralen Leistung in haftendes Kapital ausreichen lassen, daß der Gesellschafter hätte erkenne müssen, daß die Leistung inzwischen als Kapitalgrundlage für die Gesellschaft unentbehrlich war (vgl. BGHZ 75, 334, 339; 81, 252, 257; Sen. Urt. vom 19. November 1984 - II ZR 84/84, WM 1985, 115; vom 6. Mai 1985 - II ZR 132/84, WM 1985, 1028, 1029; vom 19. November 1988 - II ZR 255/87, WM 1988, 1525, 1531; vom 14. November 1988 - II ZR 115/88, WM 1989, 60, 61).
Wie der Senat verschiedentlich nicht nur für die gesetzliche Regelung der §§ 32 a ff. GmbHG (Urt. v. 19. November 1984 - II ZR 84/84, WM 1985, 115; v. 14. November 1988 - II ZR 115/88, WM 1989, 60, 62), sondern auch und gerade für die auf eine entsprechende Anwendung der §§ 30, 31 GmbHG gegründete Rechtsprechung zum Eigenkapitalersatz (BGHZ 76, 326, 329; 81, 252, 255) ausgesprochen hat, hat eine der GmbH im Zustande der Überschuldung gewährte oder belassene Gesellschafterhilfe (unter Einschluß einer von dem Gesellschafter übernommenen Mithaftung oder einer von ihm gestellten Sicherheit für einen der Gesellschaft gewährten Fremdkredit) die Funktion haftenden Eigenkapitals, das ihr so lange zu belassen ist, wie es nach den fortgeschriebenen Buchwerten der jeweils letzten Jahresbilanz verlorenes Stammkapital oder eine über diesen Verlust hinausgehende Überschuldung abdeckt (…vgl. Urt. v. 7. November 1988 - II ZR 46/88, WM 1989, 16; v. 11. Dezember 1989 - II ZR 78/89, WM 1990, 233, 234 f. mit Nachw. auch aus dem Schrifttum).
Das war nach altem Recht jedoch nicht der Fall (BGH NJW 1985, 858 und h.M.;… krit. K. Schmidt BB 2008, S. 1970 m.w.N.) und ist nach neuem Recht zumindest umstritten: Dass eine Obliegenheit zur vorrangigen Inanspruchnahme der von Gesellschafterseite gestellten Sicherheiten besteht, soll sich auch § 44 a InsO nicht zwingend entnehmen lassen (…Dahl/Schmitz NZG 2009, S. 325, 328;… Uhlenbruck/Hirte, a.a.O. § 44 a Rn. 7;… Baumbach/Hueck/Fastrich, GmbHG, 19. Aufl., § 30 Anh Rn. 100;… a.A. N. M. Schmidt, ZInsO 2010, S. 70;… Gundlach/ Frenzel/Strandmann DZWir 2010, S. 232;… Hamburger Kommentar zur InsO/Lüdtke, 3. Aufl., § 44 a Rn. 20).
Hergeleitet wird das Wahlrecht aus der historischen Entwicklung des § 44a InsO aus § 32a Abs. 2 GmbHG a.F., für den anerkannt war, dass es der freien Entscheidung des Drittgläubigers unterlag, ob er Gesellschafts- oder Gesellschaftersicherheiten in Anspruch nimmt (vgl. BGH, Urteil vom 19.11.1984 - II ZR 84/84;… Rn. 8, zitiert nach juris).
Die gewünschte und gebotene Heranziehung des eine Sicherheit gewährenden Gesellschafters zur Haftung wurde durch die Einräumung eines Erstattungsanspruchs der Gesellschaft gegenüber dem Gesellschafter unter den Voraussetzungen des § 32a GmbHG a.F. im Umfang der Befreiung gegenüber dem Gläubiger erreicht (BGH, Urteil vom 19.11.1984 - II ZR 84/84, Rn. 9, zitiert nach juris).
Diese Gesellschaftssicherheiten konnte sie sogar noch im Konkursverfahren in Anspruch nehmen, ohne vorher aus den Bürgschaften der Gesellschafter Befriedigung suchen zu müssen (vgl. Sen.Urt. v. 19. November 1984 - II ZR 84/84, ZIP 1985, 158 f. - WM 1985, 115 = GmbHR 1985, 81 und v. 14. Oktober 1985 - II ZR 280/84, ZIP 1986, 30, 31 = WM 1986, 18 = GmbHR 1986, 85).
Eine andere rechtliche Bewertung könnte bei dieser Sachlage nur dann angebracht sein, wenn die Gemeinschuldnerin in diesem Zeitpunkt noch in der Lage gewesen wäre, für den zur Abdeckung ihres Kapitalbedarfs notwendigen Kredit ausreichende Sicherheiten aus eigenem Vermögen zu stellen, die ein außenstehender Geldgeber auch unter Bewertung ihrer künftigen Verwertbarkeit als Kreditgrundlage akzeptiert hätte (…vgl. dazu SenUrt. v. 28. September 1987 aaO. und die dortigen Nachweise sowie Urt. v. 19. November 1984 - II ZR 84/84, WM 1985, 115).
Unberücksichtigt gelassen ist dabei, daß die Fähigkeit der Gesellschaft, ihren Gläubigern zur Deckung ihres Kreditbedarfs noch Sicherheiten aus ihrem eigenen Vermögen zu stellen, nur den Umqualifizierungsgrund der Kreditunwürdigkeit ausschließen könnte, nicht dagegen denjenigen der Konkursreife wegen Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung (vgl. etwa Sen.Urt. v. 19. November 1984 - II ZR 84/84, WM 1984, 115 re. Sp. oben; ähnlich Urteil v. 6. Mai 1985 - II ZR 132/84, WM 1985, 1028, 1029 re. Sp.).
Wenn die von den Beklagten für den Bankkredit gestellten Bürgschaften somit, wie zu unterstellen ist, verlorenes Eigenkapital der GmbH ersetzten, so hat die Gesellschaft, wenn sie die Verbindlichkeit gegenüber der Bank zu Lasten des Stammkapitals oder unter Vertiefung einer bereits bestehenden Überschuldung ganz oder teilweise zurückführt, gegen den Gesellschafter, der sich für diese Verbindlichkeit verbürgt hat, einen sofort fälligen Anspruch auf Erstattung der aus Gesellschaftsmitteln geleisteten Zahlungen entsprechend §§ 31, 32 b GmbHG (Sen.Urt. v. 19. November 1984 II ZR 84/84, WM 1985, 115 = NJW 1985, 858; v. 14. Oktober 1985 - II ZR 280/84, WM 1986, 18 = NJW 1986, 429; BGHZ 81, 252, 259 ff.), wobei der Anspruch aus § 31 Abs. 1 GmbHG allerdings auf maximal die Höhe des Nennkapitals zuzüglich einer weitergehenden Überschuldung begrenzt ist (BGHZ 81, 252, 259).
Gegen die Kreditunfähigkeit der Gesellschaft spricht im allgemeinen, wenn sie für den Kredit ausreichende Sicherheiten aus ihrem eigenen Vermögen stellen kann (vgl. Senatsurteilev. 19. November 1984 - II ZR 84/84, WM 1985, 115;v. 6. Mai 1985 - II ZR 132/84, WM 1985, 1028, 1029;v. 9. Oktober 1986 - II ZR 58/86, WM 1986, 1554, 1556).
Rechtsfolgen des Freiwerdens einer Gesellschaftersicherheit durch Tilgung einer …

References: § 32
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 § 44
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