Source: https://verbraucherschutzforum.berlin/2018-02-13/ms-natal-schifffahrtsgesellschaft-mbh-co-kg-184551
Timestamp: 2018-05-23 14:56:23+00:00

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MS "NATAL" Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG - Verbraucherschutzforum.berlin
13. Februar 2018 Fonds (Blindpools) Keine Kommentare
Den beteiligten Anlegern ist beim Lesen dieser Bilanz sicherlich nicht wohl zumute, denn ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil von über 3 Millionen Euro, das ist dann schon mal eine Hausnummer.MS „NATAL“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG
8.383.164,43
155.971,57
104.837,77
2.511.069,41
47.485,82
3.314.003,89
14.517.058,68
II. Kapitalanteil der Kommanditisten
879.546,00
13.637.512,68
Die MS „NATAL“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG hat ihren Sitz in Hamburg. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg unter HRA 101556 eingetragen.
I.a. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer kleinen Gesellschaft gem. § 264a HGB i.V.m. § 267 Abs. 1 HGB auf.
Die größenabhängigen Erleichterungen der §§ 274a, 286 Abs. 3 und 288 HGB, sowie das Wahlrecht zum Unterlassen von Angaben nach § 286 Abs. 3 HGB wurden bei der Aufstellung des Jahresabschlusses in Anspruch genommen.
Der Ausweis der Umsatzerlöse erfolgt gemäß § 265 Abs. 5 HGB zum einen mit den Umsatzerlösen aus Zeitchartern und zum anderen mit den übrigen Umsatzerlösen.
I.b. Angaben aufgrund der Erstanwendung des BilRUG
Im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 wurden die durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) geänderten Vorschriften des Handelsgesetz-buches erstmalig angewendet.
Aufgrund der geänderten Vorschriften sind die Umsatzerlöse nicht mit dem Vorjahr vergleichbar, da diese durch die Neudefinition gemäß § 277 Abs. 1 HGB erheblich ausgeweitet wurden.
Durch die Folgewirkung der neuen Umsatzerlösdefinition durch das BilRUG sind auch die nachfolgenden Posten der Bilanz sowie der Gewinn-Verlustrechnung nicht mit dem Vorjahr vergleichbar. Bei Anwendung des § 277 Abs. 1 HGB in der Fassung des BilRUG bereits im Jahr 2015 hätten sich die nachfolgenden als Vorjahresbeträge ergeben:
Jahresabschluss-Posten
Vorjahresbetrag bei Anwendung des BilRUG im Vorjahr
Die auf Posten der Bilanz angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erfolgten unter dem Aspekt der Fortführung der Gesellschaft (Going-Concern-Prinzip) gem. § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB.
Das unter dem Posten Sachanlagen ausgewiesene Seeschiff wird mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten unter Berücksichtigung planmäßiger linearer Abschreibungen bilanziert. Die Abschreibungen werden unter Berücksichtigung eines geschätzten Schrottwertes des Schiffes ermittelt.
Zu den Vorräten zählen die Schmierstoffe. Die Bewertung der Schmierstoffe erfolgt nach der tatsächlichen Verbrauchsfolge, nämlich, dass die zuerst gelieferten Vorräte auch zuerst verbraucht werden (FiFo – (First in First out) Verfahren). Notwendige Abwertungen aufgrund des Niederstwertprinzips werden vorgenommen. Alle Bestandsrisiken im Vorratsvermögen, die sich aus der Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nennwert bewertet. Allen risikobehafteten Posten wird durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.
Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betragen T€ 2.814 (Vorjahr T€ 2.735).
Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von einem bis zu fünf Jahre betragen T€ 10.000 (Vorjahr T€ 9.694).
Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit über fünf Jahre betragen € 824 (Vorjahr T€ 1.405).
Von den Verbindlichkeiten sind T€ 13.406 wie folgt besichert:
Abstraktes Schuldversprechen über US-$ 50.140.800 zugunsten der NORD/LB, zu deren Sicherstellung eine erstrangige Schiffshypothek in gleicher Höhe im Schiffsregister des Amtsgerichtes Hamburg eingetragen ist.
Abtretung der Ansprüche aus Fracht-, Charter- und Versicherungsverträgen.
Verpfändung des Security Deposit Accounts
Schiffshypothekendarlehen von TUSD 10.050 (Buchwert TEUR 9.517) und ein dazugehöriger Zinsswap (TUSD 10.050, Laufzeit bis 30. November 2017) werden als Bewertungseinheiten (Micro-Hedge) behandelt. Die Effektivität zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft ist gegeben, da bei der Zinsfeststellung Termin und Zinsbasis nahezu gleichlautend sind. Der Zinsswap wurde zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos (USD-LIBOR bzw. JPY-LIBOR) des Schiffshypothekendarlehens abgeschlossen. Der Marktwert wurde anhand der Market-to-Market-Methode ermittelt und gibt die Einschätzung des gegenwärtigen wirtschaftlichen Wertes zum Bilanzstichtag wieder. Der beizulegende Wert der Zinsswapgeschäfte zum Bilanzstichtag beträgt TEUR – 370.
Der Posten enthält Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 5 (Vorjahr T€ 39).
Die Erträge aus der Währungsumrechnung betragen T€ 367 (Vorjahr T€ 708).
Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung betragen T€ 698 (Vorjahr T€ 1.906).
Der Posten beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen auf das Seeschiff in Höhe von € 0 (Vorjahr T€ 5.427).
Zum 31. Dezember 2016 bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen für die bevorstehende Klassedockung incl. Ballast Water Treatment im Jahr 2020 in Höhe von ca. T€ 1.278.
Im Jahresdurchschnitt wurden 20 Mitarbeiter beschäftigt.
VI. Aus sagen zur Unternehmensfortführung
Die Gesellschaft ist seit November 2016 Teilnehmerin an einem aus 10 Gesellschaften bestehenden Einnahmepool mit Containerschiffen. Aufgrund niedriger Erlöse aus der Beschäftigung der Schiffe im Pool ist die Liquiditäts- und Finanzlage der Gesellschaft angespannt, insbesondere konnte in der Vergangenheit der Kapitaldienst nicht vollständig erbracht werden. Zudem werden zumindest die kurz- und mittelfristig am Chartermarkt voraussichtlich erzielbaren Charterraten für die am Pool beteiligten Schifffahrtsgesellschaften nicht auskömmlich sein, um den Schiffsbetrieb und den vollständigen Kapitaldienst zu gewährleisten. Zudem werden die in den Darlehensverträgen vereinbarten Beleihungsgrenzen nicht eingehalten.
Mit der NORD/LB befindet sich die Geschäftsführung in Verhandlungen über die notwendige langfristige Restrukturierung der Fremdfinanzierung, um diese der voraussichtlichen künftigen Finanz- und Liquiditätslage der Gesellschaft anzupassen.
Der Bestand ist zudem gefährdet, wenn die voraussichtliche künftige Finanz- und Liquiditätslage nicht das geplante Niveau erreichen sollte. Hierbei werden insbesondere steigende Charterraten und bestimmte Schiffswerte erwartet, deren Eintritt aber unsicher ist. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Liquiditätslage der Gesellschaft grundsätzlich auch von der Beschäftigung der am Einnahmepool teilnehmenden Gesellschaften abhängig ist und deren fehlende oder niedrig vergütete Beschäftigung die Lage der Gesellschaft erheblich negativ beeinflussen und deren Bestand gefährden kann.
Die Billigung bzw. Feststellung durch die Gesellschafter ist noch nicht erfolgt.
Hamburg, den 06. November 2017
gez. Roberto Echevarria von Gusovius, Dirk Rößler und Frank Ahrens
Shitstorm gegen EEV AG gegenüber den Anlegern! Kennt die Polizei jetzt die Hintermänner?

References: § 264
 § 267
 § 286
 § 265
 § 277
 § 277
 § 252