Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F29-01-2014-9C_684-2013
Timestamp: 2016-10-25 19:22:26+00:00

Document:
9C_684/2013 (29.01.2014)
9C_684/2013 { T 0/2
} � � Urteil vom 29. Januar 2014
vom 16. August 2013.
Die 1952 geborene S.________ reiste 1993 von Bosnien in die Schweiz ein. Im Mai 2003 meldete sie sich unter Hinweis auf psychische Beschwerden zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen kl�rte die Verh�ltnisse ab. Sie f�hrte eine Haushaltabkl�rung durch und beauftragte die Institution X.________ mit einer polydisziplin�ren Begutachtung (Gutachten vom 9. Mai 2006). Unter Anwendung der Bet�tigungsvergleichsmethode ermittelte sie eine Einschr�nkung von maximal 10 % im Haushalt und verneinte deshalb mit Verf�gung vom 16. Oktober 2006 einen Rentenanspruch.
Auf die von der Versicherten im Januar 2010 get�tigte Neuanmeldung hin liess die IV-Stelle die Versicherte durch Dr. med. B.________, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie E.________, Fach�rztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH, psychiatrisch abkl�ren (Gutachten vom 8. Juni 2010). Nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens verneinte sie einen Rentenanspruch erneut mit der Begr�ndung, die gesundheitlich bedingte Einschr�nkung (im Haushalt) betrage aufgrund der medizinisch unver�nderten Verh�ltnisse nach wie vor maximal 10 % (Verf�gung vom 3. Januar 2011).
Beschwerdeweise liess S.________ beantragen, die Verf�gung sei aufzuheben und es sei ihr mindestens eine Viertelsrente ab 19. Januar 2010 zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache nach Einholen von aussagekr�ftigen �rztlichen Gutachten und nach Vornahme einer Haushaltabkl�rung zur erneuten Beurteilung an die IV-Stelle zur�ckzuweisen. Mit Entscheid vom 16. August 2013 hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerde dahingehend gut, dass es die Verf�gung vom 3. Januar 2011 aufhob und der Versicherten mit Wirkung ab 1. Juli 2010 eine Viertelsrente zusprach. Es wies die Sache zur Ermittlung des Betrags der Viertelsrente und zur Ausrichtung der entsprechenden Rentenleistungen an die IV-Stelle zur�ck.
Die IV-Stelle f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, der kantonale Entscheid sei aufzuheben und die Verf�gung zu best�tigen. In prozessualer Hinsicht beantragt sie, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
S.________ und das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen lassen auf Abweisung der Beschwerde schliessen. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen (BSV) beantragt, das Rechtsmittel sei gutzuheissen und bei der Auferlegung der Gerichtskosten sei das Verhalten der Vorinstanz angemessen zu ber�cksichtigen.
Mit Verf�gung vom 6. Dezember 2013 hat die Instruktionsrichterin der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.2.�Durch den angefochtenen kantonalen Entscheid wird die IV-Stelle in Abweichung zu ihrer Rentenverf�gung vom 3. Januar 2011 verpflichtet, der Versicherten f�r die Zeit ab 1. Juli 2010 eine Viertelsrente auszurichten. Die R�ckweisung dient einzig der Ermittlung des Betrags und der Ausrichtung der Viertelsrente, mithin der Umsetzung des vom kantonalen Gericht Angeordneten, und bel�sst der Verwaltung keinen Entscheidungsspielraum. Angefochten ist damit ein Endentscheid und auf die Beschwerde ist einzutreten (vgl. auch SVR 2008 IV Nr. 39 S. 131, 9C_684/2007 vom 27. Dezember 2007 E. 1.1).
2.1.�Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Immerhin pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG) und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
2.2.�Eine Sachverhaltsfeststellung ist nicht schon dann offensichtlich unrichtig, wenn sich Zweifel anmelden, sondern erst, wenn sie eindeutig und augenf�llig unzutreffend ist (BGE 132 I 42 E. 3.1 S. 44). Es liegt noch keine offensichtliche Unrichtigkeit vor, nur weil eine andere L�sung ebenfalls in Betracht f�llt, selbst wenn diese als die plausiblere erschiene (vgl. BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9; Urteil 9C_967/2008 vom 5. Januar 2009 E. 5.1). Diese Grunds�tze gelten auch in Bezug auf die konkrete Beweisw�rdigung (SVR 2012 BVG Nr. 11 S. 44, 9C_779/2010 E. 1.1.1 [nicht publiziert in: BGE 137 V 446]).
2.3.�Ob eine versicherte Person im Gesundheitsfall ganz, teilweise oder nichterwerbst�tig w�re (hypothetische Tatsache), beschl�gt, wenn Ergebnis konkreter Beweisw�rdigung, eine Tatsachenfeststellung, die nur auf Willk�r hin letztinstanzlich �berpr�fbar ist (vgl. statt vieler SVR 2012 IV Nr. 53 S. 191, 9C_406/2011 E. 5.4 mit Hinweisen). Rechtsfragen sind die unvollst�ndige Feststellung rechtserheblicher Tatsachen sowie die Missachtung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG) und der Anforderungen an den Beweiswert. Es ist also vom Bundesgericht frei zu �berpr�fen, ob das kantonale Gericht eine inhaltsbezogene, umfassende, sorgf�ltige und objektive Beweisw�rdigung vorgenommen hat (Art. 95 lit. a BGG; BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400; Urteil 9C_566/2008 vom 6. Oktober 2008 E. 4.1) und bei der Sachverhaltsermittlung vom Beweismass der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgegangen ist (Urteil 9C_752/2008 vom 9. April 2009 E. 2.3.1 und 2.3.2).
3.1.�Streitig und zu pr�fen ist, ob die Vorinstanz der Versicherten zu Recht eine Viertelsrente zugesprochen hat. Dabei besteht unter den Parteien Uneinigkeit in der Frage der anwendbaren Methode der Invalidit�tsbemessung: Die IV-Stelle geht davon aus, dass die Versicherte ohne gesundheitliche Beeintr�chtigung keiner Erwerbst�tigkeit nachgehen w�rde, und wendet die Bet�tigungsvergleichsmethode an (vgl. dazu Art. 28a Abs. 2 IVG; BGE 130 V 97 E. 3.3.1 S. 99). Demgegen�ber qualifiziert die Vorinstanz die Versicherte als Vollerwerbst�tige und bringt die Einkommensvergleichsmethode zur Anwendung (Art. 16 ATSG, Art. 28a Abs. 1 IVG; BGE 130 V 343 E. 3.4 S. 348).
3.2.�Ob und gegebenenfalls in welchem zeitlichen Umfang eine in einem Aufgabenbereich t�tige versicherte Person (Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG) ohne gesundheitliche Beeintr�chtigung erwerbst�tig w�re (Statusfrage), ergibt sich aus der Pr�fung, was sie bei im �brigen unver�nderten Umst�nden t�te, wenn keine gesundheitliche Beeintr�chtigung best�nde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbst�tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden k�nnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbst�tig w�re (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 507; Urteil 9C_49/2008 vom 28. Juli 2008 E. 3.3; je mit Hinweisen). Bei im Haushalt t�tigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die pers�nlichen, famili�ren, sozialen und erwerblichen Verh�ltnisse ebenso wie allf�llige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegen�ber Kindern, das Alter, die beruflichen F�higkeiten und die Ausbildung sowie die pers�nlichen Neigungen und Begabungen zu ber�cksichtigen. Massgebend sind die Verh�ltnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verf�gung entwickelt haben, wobei f�r die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausge�bten (Teil-) Erwerbst�tigkeit der im Sozialversicherungsrecht �bliche Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 334 E. 3.2 S. 338; 130 V 393 E. 3.3 S. 396; 125 V 146 E. 2c S. 150; je mit Hinweisen; Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz �ber die Invalidenversicherung [IVG], 2. Aufl. 2010, S. 288 ff.).
4.1.�Die Vorinstanz erwog, das hypothetische Verhalten der Versicherten im Gesundheitsfall ("Validenkarriere") sei ohne Bindung an die Verf�gung vom 16. Oktober 2006 zu pr�fen. Die IV-Stelle habe die Versicherte entgegen ihrer �blichen Praxis in dem mit Verf�gung vom 16. Oktober 2006 abgeschlossenen Verwaltungsverfahren nicht zum hypothetischen Verhalten im "Gesundheitsfall" befragt. Stattdessen sei sie aufgrund des Verhaltens vor und nach der Einreise in die Schweiz davon ausgegangen, dass die Versicherte auch ohne die Behinderung immer nur im Haushalt t�tig gewesen w�re. Im mit der Verf�gung vom 3. Januar 2011 abgeschlossenen Verwaltungsverfahren habe die IV-Stelle keine Abkl�rungen zu dieser Frage mehr vorgenommen, sondern die Anwendbarkeit der Methode des Bet�tigungsvergleichs als selbstverst�ndlich vorausgesetzt. Entgegen der IV-Stelle k�nne nun aber das Verhalten vor der Ausreise aus Bosnien nicht als Indiz gew�rdigt werden, weil sich die Lebensumst�nde der Versicherten mit der Flucht in die Schweiz vollst�ndig ver�ndert h�tten. Das Verhalten nach der Einreise in die Schweiz d�rfte zun�chst durch die besonderen Verh�ltnisse der Aufnahme als Fl�chtling und dann, nach dem Bezug einer eigenen Wohnung, bald durch die Gesundheitsbeeintr�chtigung bestimmt gewesen sein. Es sei, entgegen der Verwaltung, irrelevant, dass die Versicherte in der Schweiz nie eine Arbeitsstelle gesucht habe, weil ihr fiktives Verhalten im Gesundheitsfall massgebend sei und nicht das tats�chliche Verhalten unter dem Einfluss der Krankheit. Seit 1997 werde die Versicherte vollumf�nglich durch die Sozialhilfe unterst�tzt. W�re sie gesund gewesen, h�tte sie eine Erwerbst�tigkeit aufgenommen oder aufnehmen m�ssen, um ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft bestreiten zu k�nnen, denn nichts deute darauf hin, dass ihre S�hne auch diesfalls bereit gewesen w�ren, auf unbestimmte Zeit f�r den gesamten Lebensunterhalt der Versicherten aufzukommen und ihr damit ein Leben zu Hause zu erm�glichen. Die Sozialhilfebeh�rde h�tte die - fiktiv - gesunde Versicherte kaum unterst�tzt, wenn diese sich ohne Grund geweigert h�tte, eine Arbeitsstelle zu suchen. Daran verm�ge ihr Alter nichts zu �ndern, weil davon auszugehen sei, dass sie rechtzeitig eine Arbeitsstelle gefunden h�tte, wenn sie sich darum bem�ht h�tte.
4.2.�Diese vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung einer hypothetisch ausge�bten vollen Erwerbst�tigkeit im Gesundheitsfall ist - wie zu zeigen ist - eindeutig und augenf�llig unzutreffend und damit offensichtlich unrichtig (vgl. E. 2.2) :
4.2.1.�Zu Recht weist die IV-Stelle darauf hin, dass die Versicherte (immerhin) anl�sslich der Haushaltabkl�rung am 19. November 2004 angab, dass sie nie eine ausserh�usliche T�tigkeit ausge�bt habe und�
ohne Behinderung keine Erwerbst�tigkeit aus�ben w�rde. Diese Aussage scheint plausibel, ist sie doch auch nachvollziehbar aufgrund des Bildes, das sich auch aus den �brigen Akten ergibt: Nach der Grundschule machte die Versicherte keine Berufsausbildung, sondern arbeitete im elterlichen Haushalt. Sie heiratete und f�hrte alsdann ihren eigenen Haushalt als Hausfrau und Mutter, wobei sie daneben zus�tzlich in der Landwirtschaft und gelegentlich in der Metzgerei der Schwiegereltern t�tig war. Einer eigentlichen ausserh�uslichen Erwerbst�tigkeit ging sie indessen nie nach. Nach dem Tod ihres Ehemannes im Bosnienkonflikt (1992) kam sie 1993 in die Schweiz, wo sie ab 1994 mit ihren S�hnen lebte. Sie f�hrte den Haushalt, war jedoch gem�ss eigenen Angaben bereits damals auf die Unterst�tzung ihrer Kinder angewiesen. Nach dem Auszug des �ltesten sowie der zwangsweisen Ausreise des mittleren Sohnes lebte sie beim j�ngsten Sohn (geb. 1977) und seiner Ehefrau. Mit anderen Worten war die Versicherte seit Schulabschluss, gem�ss der ersten IV-Anmeldung vom Mai 2003 seit 1969, ausschliesslich Hausfrau.
Diese vor Eintritt der gesundheitlichen Beeintr�chtigung �ber l�ngere Zeit tats�chlich gelebten Verh�ltnisse zeigen, dass f�r die Versicherte die Aufnahme einer Erwerbst�tigkeit nie ein Thema war. Inwiefern sich daran seit der Haushaltabkl�rung von 2004 etwas ge�ndert haben sollte, ist nicht ersichtlich. Vielmehr �usserte sich die Versicherte im selben Sinne rund zwei Jahre sp�ter gegen�ber den Gutachtern der Institution X.________, wo sie angab, sie habe sich nie um die Aufnahme einer ausserh�uslichen Erwerbst�tigkeit gek�mmert (vgl. dazu Gutachten der Institution X.________ vom 9. Mai 2006).
4.2.2.�Wenn der Vorinstanz auch zuzustimmen ist, dass sich die Lebensumst�nde der Versicherten mit der Einreise in die Schweiz (im Jahre 1993) vollst�ndig ver�ndert haben, so d�rfen doch die (in E. 4.2.1 geschilderten) zuvor gelebten Verh�ltnisse nicht g�nzlich ausser acht gelassen werden (vgl. dazu auch Urteil 9C_559/2009 vom 18. Dezember 2009 E. 4 [nicht publ. in: SVR 2010 IV Nr. 35 S. 111]). Sie in die Gesamtw�rdigung miteinzubeziehen rechtfertigt sich umso mehr, als die Versicherte bei ihrer Einreise im Jahre 1993 bereits 41-j�hrig und seit 24 Jahren (seit 1969) ausschliesslich Hausfrau war. Aufgrund der Tatsache, dass ihr j�ngster Sohn zu diesem Zeitpunkt schon 16 Jahre alt war, waren ihre Betreuungsaufgaben l�ngst erheblich verringert und w�re es ihr - ebenfalls seit Jahren - ohne weiteres m�glich gewesen, zumindest einer Teilzeitbesch�ftigung nachzugehen. Dazu h�tte umso mehr Anlass bestanden, als sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt aufgrund des fortgeschrittenen Alters (bei Fehlen beruflicher Qualifikationen und Erfahrung) zunehmend verschlechterten. Soweit die Vorinstanz argumentiert, nach der Einreise in die Schweiz sei das Verhalten der Versicherten schon bald durch die gesundheitliche Beeintr�chtigung gepr�gt gewesen, ist darauf hinzuweisen, dass die Versicherte sich bei der IV-Stelle erstmals zehn Jahre nach der Einreise anmeldete und dabei angab, seit ca. 2000 aufgrund von psychischen St�rungen behindert zu sein. Hinzu kommt, dass der Versicherten in den im Rahmen der Erstanmeldung eingeholten medizinischen Akten, soweit sie sich auf objektive Befunde st�tzen, f�r jede ausserh�usliche T�tigkeit eine Arbeitsf�higkeit von mindestens f�nf Stunden pro Tag (60 %) attestiert wurde (Gutachten der Institution X.________ vom 9. Mai 2006), womit selbst nach Eintritt der gesundheitlichen Beeintr�chtigung die Aufnahme einer Teilerwerbst�tigkeit ohne weiteres m�glich gewesen w�re. Dass die Versicherte davon absah, ist nicht medizinischen Gr�nden, sondern psychosozialen und soziokulturellen Faktoren zuzuschreiben; diese waren nach den Gutachtern denn auch f�r die festgestellte, "fast vollst�ndige Inaktivit�t [...] im Haushalt" trotz diesbez�glich medizinisch ausgewiesener Einschr�nkung von nur 10 % verantwortlich (Gutachten der Institution X.________ vom 9. Mai 2006).
4.2.3.�Zu keinem anderen Ergebnis vermag bei dieser Aktenlage der von der Vorinstanz angef�hrte Umstand zu f�hren, wonach die Versicherte im Gesundheitsfall eine Erwerbst�tigkeit h�tte aufnehmen m�ssen, weil die S�hne diesfalls nicht bereit gewesen w�ren, auf unbestimmte Zeit f�r ihren Lebensunterhalt aufzukommen, und das Sozialamt sie kaum unterst�tzt h�tte, wenn sie sich ohne Grund geweigert h�tte, eine Stelle zu suchen. Denn rechtsprechungsgem�ss ist f�r die Wahl der Bemessungsmethode allein entscheidend, in welchem Ausmass die Versicherte im Gesundheitsfall, bei sonst gleichen Verh�ltnissen, erwerbst�tig w�re, und nicht, was ihr allenfalls aufgrund von sozialhilferechtlichen Vorgaben zuzumuten w�re (vgl. Urteil 9C_841/2011 vom 28. August 2012 E. 3.2). Ob und inwieweit das kommunale Sozialamt oder die S�hne darauf h�tten hinwirken k�nnen, dass die Beschwerdef�hrerin ein vollzeitliches Arbeitspensum gesucht und in der Folge allenfalls gar erf�llt h�tte, wie die Vorinstanz annimmt, ist fraglich (vgl. dazu auch Urteil 9C_342/2012 vom 28. Juni 2012 E. 2.1). Zweifel an der Hypothese weckt insbesondere auch der Umstand, dass die Versicherte nach den Akten immerhin seit 1997 - mithin Jahre vor dem von ihr in der IV-Anmeldung vom Mai 2003 selber auf ca. 2000 festgesetzten Eintritt der gesundheitlichen Beeintr�chtigung - Sozialhilfe bezog, ohne dass in dieser Zeit auch nur minimale Bem�hungen um eine Arbeitsstelle ersichtlich w�ren.
4.3.�Zusammenfassend ergibt sich, dass die vorinstanzliche Annahme einer im Gesundheitsfall ausge�bten Vollerwerbst�tigkeit mit den sich in den tats�chlichen Verh�ltnissen findenden Hinweisen f�r das hypothetische Verhalten in klarem Widerspruch steht, und damit auf offensichtlich unrichtiger (d.h. willk�rlicher; BGE 134 V 53 E. 4.3 S. 62) Beweisw�rdigung beruht. Nach dem Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit ist aufgrund der dargelegten gesamten pers�nlichen, famili�ren, sozialen und erwerblichen Verh�ltnisse ebenso wie aufgrund des Alters, der beruflichen F�higkeiten sowie der pers�nlichen Neigungen erstellt, dass die Versicherte (auch) im Gesundheitsfall keine Erwerbst�tigkeit aufgenommen h�tte. Mit der IV-Stelle ist sie demnach als Nichterwerbst�tige zu qualifizieren.
4.4.�Bei dieser Sachlage ist auf die sich an die vorinstanzliche Feststellung einer hypothetischen Vollerwerbst�tigkeit anschliessenden Erw�gungen im angefochtenen Entscheid nicht weiter einzugehen. Dies betrifft insbesondere die Ausf�hrungen zur invalidisierenden Wirkung pathogenetisch-�tiologisch unklarer syndromaler Beschwerdebilder, in welchen die Vorinstanz - worauf das BSV und die IV-Stelle zu Recht hinweisen - erneut bewusst von der wiederholt best�tigten bundesgerichtlichen Rechtsprechung abweicht.
Zu pr�fen bleibt, ob bei der Versicherten seit der letzten Rentenabweisung am 16. Oktober 2006 eine leistungsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist (vgl. dazu auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff.; vgl. auch BGE 133 V 108).
5.1.�Der Verf�gung vom 16. Oktober 2006 lag das Gutachten der Institution X.________ vom 9. Mai 2006 zugrunde, gem�ss welchem die Versicherte an einer posttraumatischen Belastungsst�rung (ICD-10 F 43.1) und einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung (ICD-10 F 45.4) litt und in der Haushaltf�hrung um 10 % eingeschr�nkt war (vgl. auch Abkl�rungsbericht Haushalt vom 19. November 2004).
5.2.�Die IV-Stelle st�tzte ihre rentenablehnende Verf�gung vom 3. Januar 2011 im Wesentlichen auf das von ihr auf die Neuanmeldung der Versicherten hin eingeholte psychiatrische Gutachten vom 8. Juni 2010. Auf dieses kann ohne weiteres abgestellt werden, weil die Anforderungen, die ein fach�rztliches Gutachten nach der Rechtsprechung hinsichtlich Vollst�ndigkeit, Nachvollziehbarkeit und Schl�ssigkeit sowie Unabh�ngigkeit zu erf�llen hat (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.), gegeben sind. Insbesondere setzten sich die Gutachter mit den abweichenden Auffassungen der behandelnden Dr. med. C.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 29. Januar 2010 (welche sich im �brigen nur zur Arbeitsf�higkeit "in der freien Wirtschaft" �usserte) und des behandelnden Hausarztes Dr. med. W.________, Facharzt FMH f�r Allgemeinmedizin, vom 30. Januar 2010 (welcher seine Einsch�tzung, dass sich der Gesundheitszustand "nicht verbessert hat, im Gegenteil", nicht n�her begr�ndete) eingehend auseinander. Die Gutachter legten nachvollziehbar dar, weshalb von einer leichten Verbesserung des Gesundheitszustandes (posttraumatische Belastungsst�rung, teilremittiert [ICD-10 F 43.1]; undifferenzierte Somatisierungsst�rung [ICD-10 F 45.1]; rezidivierende depressive St�rung, gegenw�rtig leichte bis zeitweilig mittelgradige depressive Episode [ICD-10 F 33.0]) und einer unver�nderten Einschr�nkung im Haushalt von 10 % auszugehen ist. Zu keinem anderen Ergebnis f�hren die von der Versicherten im Rahmen des Vorbescheidverfahrens eingereichten Berichte, weil sie keine anhaltende Verschlechterung des Gesundheitszustandes darzutun verm�gen (vgl. auch Bericht des Regionalen �rztlichen Dienstes vom 3. Januar 2011).
5.3.�Ist aufgrund der Akten demnach erstellt, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten im massgebenden Zeitraum nicht verschlechtert hat, ist ein anspruchserheblicher Invalidit�tsgrad nach wie vor zu verneinen. Die rentenablehnende Verf�gung der IV-Stelle vom 3. Januar 2011 ist demnach rechtens.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Unter den gegebenen Umst�nden (vgl. E. 4.4) kann davon abgesehen werden, den Kanton St. Gallen an den Gerichtskosten zu beteiligen.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. August 2013 wird aufgehoben und die Verf�gung der IV-Stelle des Kantons St. Gallen vom 3. Januar 2011 best�tigt.

References: Art. 95
 Art. 95
 BGE 
 BGE 
 Art. 61
 BGE 
 Art. 28
 BGE 
 Art. 28
 BGE 
 Art. 8
 Art. 27
 BGE 
 BGE 
 BGE