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Timestamp: 2018-08-20 17:25:39+00:00

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Diese 6 Leistungen stehen euch von den Kassen bei Schwangerschaft und Mutterschaft zu
28. Juni 2018 28. Juni 2018 Avy Matthews
Habt ihr euch eigentlich jemals gefragt, ob ihr alles nutzt, was euch als Schwangere und Mutter zusteht? Nein? Wieso nicht? Sogar unser Staat hat sich darüber Gedanken gemacht und es deswegen im Gesetz festgehalten und zwar im Paragrafen 24c SGB V. Also werfen wir doch mal einen Blick ins Gesetz.
1. ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe
Während der Schwangerschaft, sowie bei und nach der Entbindung habt ihr Anspruch auf ärztliche Betreuung sowie auf Hebammenhilfe einschließlich der Untersuchungen zur Feststellung der Schwangerschaft und zur Schwangerenvorsorge. Dabei könnt ihr frei wählen, ob ihr die Vorsorge von einem Arzt oder eurer Hebamme machen lassen wollt. Lediglich den Ultraschall kann die Hebamme nicht machen. Ein Anspruch auf Hebammenhilfe im Hinblick auf die Wochenbettbetreuung besteht bis zum Ablauf von zwölf Wochen nach der Geburt. Wenn ihr sie weiter benötigt, dann müsst ihr euch dafür von eurem Arzt eine Anordnung holen, bzw. sie euch weiter verschreiben lassen. Falls ihr euer Kind nach der Entbindung nicht versorgen könnt, hat euer Kind Anspruch auf die Leistungen der Hebammenhilfe, die sich auf dieses beziehen. Die ärztliche Betreuung umfasst auch die Beratung der Schwangeren zur Bedeutung der Mundgesundheit für Mutter und Kind einschließlich des Zusammenhangs zwischen Ernährung und Krankheitsrisiko sowie die Einschätzung oder Bestimmung des Übertragungsrisikos von Karies. Ebenfalls Teil der Beratung ist bei Bedarf auch der Hinweis auf regionale Unterstützungsangebote für Eltern und Kind.
2. Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln
Ihr habt während der Schwangerschaft und im Zusammenhang mit der Entbindung Anspruch auf Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln. Das bedeutet, euch stehen selbstverständlich alle benötigten Medikamente, Operationsmittel, Verbände und was sonst gebraucht wird, zu. und jetzt kommt der schöne Teil: Bei Schwangerschaftsbeschwerden und im Zusammenhang mit der Entbindung muss nichts zugezahlt werden. Das bedeutet, solange eure Schwangerschaft oder die Entbindung eine kassenärztliche Leistung auslöst, wie beispielsweise ein Medikament, seid ihr dafür von der Zuzahlung befreit. Das liegt daran, weil das BSG Schwangerschaft nicht als Krankheit bewertet (was sie ja auch nicht ist), und daher eben Zuzahlungen, die bei Krankheit fällig werden, hier nicht greifen können. Das gilt für alle Beschwerden, die noch keinen „Krankheitswert“ haben und somit laut Arzt zu den üblichen Schwangerschaftsbeschwerden gehören.
In Deutschland habt ihr das Recht den Geburtsort eures Babys frei zu wählen. Das kann eine Klinik sein, ein Geburtshaus, eine Hebammenpraxis oder auch zuhause (wenn gesundheitlich nichts dagegen spricht, aber ich denke, das versteht sich von alleine). Den rechtlichen Anspruch auf Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ergibt sich aus § 24f SGB V. Dieser besagt, dass ihr Anspruch auf ambulante oder stationäre Entbindung habt. Dabei könnt ihr wählen, ob ihr ambulant in einem Krankenhaus, in einer von einer Hebamme oder einem Entbindungspfleger geleiteten Einrichtung, in einer ärztlich geleiteten Einrichtung, in einer Hebammenpraxis oder im Rahmen einer Hausgeburt entbinden wollt.
Ihr habt Anspruch auf häusliche Pflege, soweit diese wegen Schwangerschaft oder Entbindung erforderlich ist.
Der Anspruch auf häusliche Krankenpflege besteht nur, soweit eine im Haushalt lebende Person euch in dem erforderlichen Umfang nicht pflegen und versorgen kann.
Kann die Krankenkasse keine Kraft für die häusliche Krankenpflege stellen oder besteht Grund, davon abzusehen, sind euch die Kosten für eine selbstbeschaffte Kraft in angemessener Höhe zu erstatten.
Nicht jede Schwangerschaft verläuft ohne Probleme. Manchmal muss die Schwangere wochenlang das Bett hüten. Wenn allerdings noch weitere Kinder im Haus sind, ist das kaum möglich. Genau für eine solche Situation vor und nach der Geburt (und damit sind auch Situation weit nach der Geburt gemeint) könnt ihr als Mutter eine Haushaltshilfe beantragen.
6. Mutterschaftsgeld
Wenn ihr bei Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Krankengeld habt oder wegen der Schutzfristen nach § 3 des Mutterschutzgesetzes kein Arbeitsentgelt gezahlt wird, erhaltet ihr Mutterschaftsgeld. Mutterschaftsgeld erhalten auch Frauen, deren Arbeitsverhältnis unmittelbar vor Beginn der Schutzfrist nach § 3 Absatz 1 des Mutterschutzgesetzes endet, wenn sie am letzten Tag des Arbeitsverhältnisses Mitglied einer Krankenkasse waren.
Wenn ihr bei Beginn der Schutzfrist vor der Entbindung nach § 3 Absatz 1 des Mutterschutzgesetzes in einem Arbeitsverhältnis steht oder in Heimarbeit beschäftigt seid oder euch euer Job nach Maßgabe von § 17 Absatz 2 des Mutterschutzgesetzes gekündigt worden ist, wird als Mutterschaftsgeld das um die gesetzlichen Abzüge verminderte durchschnittliche kalendertägliche Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor Beginn der Schutzfrist nach § 3 Absatz 1 des Mutterschutzgesetzes gezahlt. Es beträgt höchstens 13 Euro für den Kalendertag. Für die Ermittlung des durchschnittlichen kalendertäglichen Arbeitsentgelts gilt § 21 des Mutterschutzgesetzes entsprechend. Wenn ihr durchschnittliche mehr als 13 Euro kalendertäglich verdient habt, wird der übersteigende Betrag vom Arbeitgeber oder von der für die Zahlung des Mutterschaftsgeldes zuständigen Stelle nach den Vorschriften des Mutterschutzgesetzes gezahlt. Für Frauen nach Absatz 1 Satz 2 sowie für andere Mitglieder wird das Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes gezahlt.
Das Mutterschaftsgeld wird für die letzten sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Tag der Entbindung, den Entbindungstag und für die ersten acht Wochen nach der Entbindung gezahlt. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten sowie in Fällen, in denen vor Ablauf von acht Wochen nach der Entbindung bei dem Kind eine Behinderung im Sinne von § 2 Absatz 1 Satz 1 des Neunten Buches ärztlich festgestellt und ein Antrag nach § 3 Absatz 2 Satz 4 des Mutterschutzgesetzes gestellt wird, verlängert sich der Zeitraum der Zahlung des Mutterschaftsgeldes auf die ersten zwölf Wochen nach der Entbindung.
Der Anspruch auf Mutterschaftsgeld ruht, soweit und solange das Mitglied beitragspflichtiges Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen oder Urlaubsabgeltung erhält. Dies gilt nicht für einmalig gezahltes Arbeitsentgelt.
Wird bei Frühgeburten und sonstigen vorzeitigen Entbindungen der Zeitraum von sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Tag der Entbindung verkürzt, so verlängert sich die Bezugsdauer um den Zeitraum, der vor der Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnte.
Für die Zahlung des Mutterschaftsgeldes vor der Entbindung ist das Zeugnis eines Arztes oder einer Hebamme maßgebend, in dem der voraussichtliche Tag der Entbindung angegeben ist. Euer Mutterpass mit zu erwartendem Geburtstermin reicht da aus. Bei Entbindungen nach dem voraussichtlichen Tag der Entbindung verlängert sich die Bezugsdauer bis zum Tag der Entbindung entsprechend. Für Mitglieder, deren Arbeitsverhältnis während der Schutzfristen nach § 3 des Mutterschutzgesetzes beginnt, wird das Mutterschaftsgeld von Beginn des Arbeitsverhältnisses an gezahlt.
Kanntet ihr alle eure Rechte? Dass ihr eine Hebamme haben dürft wusstet ihr bestimmt, aber wisst ihr, wie oft und wofür ihr eure Hebamme in Anspruch nehmen dürft? Wenn nicht, dann guckt nächste Woche wieder rein, denn da gibt es meinen Beitrag rund um unsere wertvollen Hebammen.
Verschlagwortet mit Kosten, Krankenkasse, Rechte, Schwangerschaft, was bezahlt
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