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Timestamp: 2019-07-16 02:55:44+00:00

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Urteil > VIII ZR 280/12 | BGH - Vermieter darf Mieterhöhung auch später geltend machen als in § 558 b BGB bestimmt < kostenlose-urteile.de
Die Beklagten des zugrunde liegenden Streitfalls sind Mieter einer Wohnung in Berlin. Mit Schreiben vom 7. Januar 2011 wurden sie seitens des Vermieters aufgefordert, mit Wirkung zum 1. August 2011 der Erhöhung der bisherigen Nettokaltmiete um 272,78 Euro zuzustimmen. Die Beklagten stimmten nicht zu.
Vermieter klagt auf Zustimmung zur Mieterhöhung
Rechte des Mieters im Hinblick auf Sonderkündigungsrecht werden durch frühe Ankündigung der Mieterhöhung nicht unzulässig beschnitten
Die zugelassene Revision der Beklagten hatte keinen Erfolg. Der Bundesgerichtshof hat seine Rechtsprechung bestätigt, dass der Vermieter nicht gehindert ist, eine Mieterhöhung erst mit Wirkung zu einem späteren Zeitpunkt als dem sich aus § 558 a BGB ergebenden Zeitpunkt geltend zu machen. Rechte des Mieters, insbesondere das dem Mieter bei einer Mieterhöhung zustehende Sonderkündigungsrecht nach § 561 BGB, werden hierdurch nicht unzulässig beschnitten. Begehrt der Vermieter die Mieterhöhung - wie hier - erst zu einem späteren als dem in § 558 b BGB genannten Zeitpunkt (hier zum 1. August 2011), ist § 561 BGB nach seinem Sinn und Zweck dahin auszulegen, dass dem Mieter bis unmittelbar vor dem Zeitpunkt des Eintritts der Mieterhöhung (hier bis zum 31. Juli 2011) die Möglichkeit offen bleibt, sich von dem Mietverhältnis durch außerordentliche Kündigung zum Ende des übernächsten Monats (hier 30. September 2011) zu lösen mit der sich anschließenden Rechtsfolge, dass dem Mieter noch für weitere zwei Monate (hier August und September 2011) die Nutzungsmöglichkeit der Wohnung gegen Zahlung der nicht erhöhten Miete verbleibt (§ 561 Abs. 1 Satz 2 BGB). Der Mieter wird durch ein verfrühtes Mieterhöhungsverlangen somit nicht benachteiligt. Das Mieterhöhungsverlangen des Klägers war daher wirksam und hat zur Folge, dass die Beklagten, die von ihrem Sonderkündigungsrecht aus § 561 Abs. 1 Satz 1 BGB keinen Gebrauch gemacht haben, ab 1. August 2011 die - der Höhe nach unstreitige - erhöhte Miete schulden.
* - § 558 b BGB
(2) Soweit der Mieter der Mieterhöhung nicht bis zum Ablauf des zweiten Kalendermonats nach dem Zugang des Verlangens zustimmt, kann der Vermieter auf Erteilung der Zustimmung klagen. Die Klage muss innerhalb von drei weiteren Monaten erhoben werden. [...]
** - § 561 BGB
© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 26.09.2013
Amtsgericht Charlottenburg, Urteil vom 07.11.2011
[Aktenzeichen: 237 C 126/11]
Landgericht Berlin, Urteil vom 07.08.2012
[Aktenzeichen: 65 S 430/11]
(Bundesgerichtshof, Urteil vom 02.03.2011
[Aktenzeichen: VIII ZR 164/10])
(Bundesgerichtshof, Urteil vom 19.09.2007
[Aktenzeichen: VIII ZR 6/07])
Mieterhöhung - Ausübung des Sonderkündigungsrechts durch Mieter
(Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg, Urteil vom 01.06.2006
[Aktenzeichen: 13 C 50/06])
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom 25.09.2013 [Aktenzeichen: VIII ZR 280/12]
Urteile zu den Schlagwörtern: Ankündigung | Mieter | Mieterin | Mieterhöhung | Sonderkündigungsrecht | Vermieter | Vermieterin
Jahrgang: 2013, Seite: 738, Entscheidungsbesprechung von Michael Drasdo NJW-Spezial 2013, 738 (Michael Drasdo)
Dokument-Nr. 16868
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References: BGH 
 § 558
 § 558
 § 561
 § 558
 § 561
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 § 558
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