Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F10-01-2003-U_385-2001
Timestamp: 2016-10-22 23:54:31+00:00

Document:
U 385/01 (10.01.2003)
F.________, 1963, Beschwerdef�hrer, vertreten durch
Herrn Rolf Hofmann, Beethovenstrasse 24, 8002 Z�rich,
Der 1963 geborene F.________ ist bei der M.________ AG als Berechnungsingenieur angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Berufs-, Nichtberufsunf�lle und Berufskrankheiten versichert. Am 21. Februar 2000 erlitt er beim Jiu-Jitsu-Training eine Halswirbels�ulendistorsion, welche zu einer zweimonatigen ganzen und danach teilweisen Arbeitsunf�higkeit f�hrte sowie ambulante und station�re medizinische Behandlung erforderte.
Mit Verf�gung vom 16. Juni 2000 lehnte die SUVA Versicherungsleistungen ab, da weder ein Unfall noch eine unfall�hnliche K�rpersch�digung vorlagen. Dies best�tigte sie mit Einspracheentscheid vom 30. August 2000.
F.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sowie der beanstandeten Verf�gung und des Einspracheentscheides seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, eventualiter sei die Sache zur weiteren Abkl�rung des Sachverhaltes an die SUVA zur�ckzuweisen.
Im angefochtenen Entscheid werden die massgebenden Bestimmungen �ber den Unfallbegriff (Art. 9 Abs. 1 UVV) und die unfall�hnlichen K�rpersch�digungen (Art. 9 Abs. 2 UVV) sowie die Rechtsprechung zum ungew�hnlichen �usseren Faktor (BGE 121 V 37 Erw. 1a, 118 V 283 Erw. 2a; s. auch BGE 122 V 232 Erw. 1) zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Ebenso verh�lt es sich mit den Ausf�hrungen, wonach das f�r den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungew�hnlichen �usseren Faktors nach Lehre und Praxis auch in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 Erw. 4c; vgl. auch RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 Erw. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 Erw. 2b; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 176 f.) oder in einem (im Hinblick auf die Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gew�hnung der betreffenden Person) ausserordentlichen Kraftaufwand (vgl. BGE 116 V 139 Erw. 3b; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 Erw. 2) bestehen kann.
Festzustellen ist im Weitern, dass die Rechtsprechung, gem�ss welcher der Leistungsansprecher die einzelnen Umst�nde des Unfallgeschehens glaubhaft zu machen hat und, falls er dieser Forderung nicht nachkommt, f�r den Unfallversicherer keine Leistungspflicht besteht (BGE 114 V 305 Erw. 5b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50; SVR 1997 UV Nr. 74 S. 256 Erw. 2c), auf den Nachweis unfall�hnlicher K�rpersch�digungen sinngem�ss Anwendung findet (BGE 116 V 140 Erw. 4b). Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat der Richter demnach von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Wird auf Grund dieser Massnahmen das Vorliegen einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse M�glichkeit gen�gt nicht -, so hat diese als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten des Leistungsansprechers auswirkt.
Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
In seiner schriftlichen Darstellung des Geschehensablaufes an die SUVA vom 6. M�rz 2000 zur Erg�nzung der Unfallmeldung gab der Beschwerdef�hrer an, er sei beim Bodenkampf unter seinen Trainingspartner geraten. Er habe ihn nach oben zu dr�cken versucht, um sich von ihm zu l�sen. Durch diese Bewegung habe er einen grossen Druck auf das Genick bekommen, sodass sein Kopf stark nach vorne eingeknickt sei, was zur Stauchung und Quetschung der Halswirbels�ule gef�hrt habe.
Die Vorinstanz hat auf diese vom Versicherten gemachten Angaben im Sinne der Beweismaxime der Aussagen der ersten Stunde (BGE 121 V 47 Erw. 2a) abgestellt. Hingegen ist sie zum Schluss gelangt, das vom Beschwerdef�hrer ausge�bte Dr�cken nach oben stelle keine unkoordinierte Bewegung oder Eigenbewegung dar, weil der �ussere Bewegungsablauf nicht durch etwas Programmwidriges oder Sinnf�lliges gest�rt wurde, sodass daraus eine unphysiologische Beanspruchung einzelner K�rperteile h�tte resultieren k�nnen. Diese Betrachtungsweise steht im Einklang mit der Rechtsprechung, welche in �hnlich gelagerten F�llen im selben Sinne entschieden hat (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 Erw. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 Erw. 2b, 1996 Nr. U 253 S. 204 Erw. 4c). Etwas Ungew�hnliches l�sst sich auch im ausserordentlichen Kraftaufwand unter dem Gesichtspunkt einer �beranstrengung nicht erkennen. Insbesondere d�rfte, wie das kantonale Gericht zutreffend erwogen hat, der Trainingspartner des Versicherten ein Gewicht von 100 kg nicht �berschritten haben, wobei nach der Praxis das Heben, Tragen oder Verschieben von Lasten von weniger als 100 kg an sich nichts Ungew�hnliches darstellt (BGE 116 V 139 Erw. 3b; vgl. auch RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 Erw. 2; Maurer, a.a.O., S. 178 Anm. 359). Demnach hat die Vorinstanz zu Recht festgehalten, der vom Versicherten geschilderte Sachverhalt gen�ge nicht, um das Merkmal der Ungew�hnlichkeit als gegeben zu betrachten (vgl. BGE 99 V 139 Erw. 1). Anders w�re zu entscheiden, wenn auf die Schilderung des Vorganges in der erst- und zweitinstanzlichen Beschwerde abgestellt w�rde. Diesfalls w�re der Unfalltatbestand - klarerweise- erf�llt. Massgeblich in tats�chlicher Hinsicht bleiben aber die erw�hnten urspr�nglichen Aussagen des Beschwerdef�hrers, die keineswegs, wie geltend gemacht wird, mit den Gegebenheiten und Abl�ufen der Kampfsportart unvereinbar sind und welche durchaus wegen der beschriebenen grossen, aber nicht ungew�hnlichen Kraftaufwendung des Beschwerdef�hrers die eingetretenen Verletzungen schl�ssig erkl�ren.
Im Falle des Beschwerdef�hrers muss schliesslich auch das Vorliegen einer der in Art. 9 Abs. 2 UVV abschliessend (BGE 116 V 140 Erw. 4a, 147 Erw. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, a.a.O., S. 202) aufgez�hlten unfall�hnlichen K�rpersch�digungen verneint werden. Nach zutreffender Auffassung des kantonalen Gerichts konnte beim Versicherten diesbez�glich insbesondere keine Halswirbels�ulenverrenkung festgestellt werden, wobei f�r eine Verrenkung von Gelenken im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. b UVV eine blosse Torsion (Verdrehung) oder Distorsion (Verstauchung) nicht ausreicht. Aus den medizinischen Akten geht schliesslich hervor, dass von einer Bandl�sion im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. g UVV nie die Rede gewesen war.
Unter diesen Umst�nden kann weder das Bestehen eines Unfalls noch einer unfall�hnlichen K�rpersch�digung bejaht werden und ist auch von der beantragten R�ckweisung der Sache zu weiteren Abkl�rungen des Sachverhaltes abzusehen.

References: BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9