Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%207,%20111
Timestamp: 2019-03-20 04:11:42+00:00

Document:
BVerfG, 03.10.1957 - 1 BvR 194/52 - dejure.org
Verurteilung aufgrund von bundesrechtswidrigem Landesrecht
BVerfGE 7, 111
NJW 1957, 1673 (Ls.)
Sofern es sich um eine landesrechtliche Norm handelt, ist neben den Kompetenzfragen im Hinblick auf Art. 31 GG zusätzlich zu prüfen, ob die landesrechtliche Norm inhaltlich mit (seinerseits kompetenzgemäß erlassenem) Bundesrecht - auch mit Bundesrahmenrecht - vereinbar ist (BVerfGE 51, 77 >89 f., 95, 96<; vgl. auch BVerfGE 7, 111 >118, 119<).
Wie schon der entsprechende Art. 116 der Weimarer Reichsverfassung verbietet Art. 103 Abs. 2 GG , jemanden auf Grund eines Gesetzes zu bestrafen, das zur Zeit der Tat noch nicht in Kraft getreten war, dem Täter also nicht bekannt sein konnte (BVerfGE 7, 111 (119)).
Damit berufen sich die Beschwerdeführer auf die ständige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 6, 32 (37 ff.)), daß belastende Normen nur dann zur verfassungsmäßigen Ordnung im Sinne des Art. 2 Abs. 1 GG gehören, wenn sie formell und materiell mit dem Grundgesetz im Einklang stehen; dies gilt auch für Landesrecht (BVerfGE 7, 111 (119 f.)).
Ein Bundesgesetz, das mit einer solchen Regel kollidiert, ist deshalb keine rechtswirksame Besteuerungsgrundlage und vermag die durch Art. 2 Abs. 1 GG gewährleisteten Rechte der Beschwerdeführer nicht zu beschränken (vgl. BVerfGE 6, 32 [41]; 6, 389 [432 f., 440]; 7, 111 [119]; 9, 3 [11]).
Das gilt auch für Landesrecht (vgl. BVerfGE 7, 111, 119; 41, 88, 116) und ebenso für Vorschriften ortsrechtlicher Verordnungen, denen die angegriffene Bestimmung zuzurechnen ist.
Da durch das Straßenverkehrsgesetz das allgemeine Straßenverkehrsrecht bundesrechtlich erschöpfend geregelt ist, können solche Rechtsverordnungen nur auf Grund des § 6 oder des § 27 StVG erlassen werden (vgl. BVerfGE 7, 111 [116 f.]).
c) § 6 HUG verletzt die Beschwerdeführer auch nicht deshalb in ihrem Grundrecht aus Art. 2 Abs. 1 GG , weil diese Vorschrift mit dem Hochschulrahmengesetz unvereinbar sei (vgl. BVerfGE 7, 111 [118 f.]).
BVerfG, 19.02.1993 - 2 BvR 1551/92
Verfassungsrechtlich unzulässige Verurteilung aufgrund außer Kraft getretener …

References: Art. 31
 Art. 116
 Art. 103
 Art. 2
 Art. 2
 § 6
 § 27
 § 6
 Art. 2