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Timestamp: 2019-03-26 04:22:56+00:00

Document:
Landesrecht Sachsen-Anhalt Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie | Verwaltungsvorschrift (Sachsen-Anhalt) | Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen der naturnahen Waldbewirtschaftung und die Erstellung von Waldbewirtschaftungsplänen im Land Sachsen-Anhalt (Richtlinien Waldbau) | i. d. F. v. 01.06.2018 | gültig ab 21.08.2018
Aktenzeichen: 42.4-64034
Gültig ab: 21.08.2018
Fundstelle: MBl. LSA. 2016, 645
Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen der naturnahen Waldbewirtschaftung und die Erstellung von Waldbewirtschaftungsplänen im Land Sachsen-Anhalt (Richtlinien Waldbau)
5. Anweisungen zum Verfahren, Bewilligungsbehörden
Abschnitt 2 Spezielle Regelungen
Teil A Naturnahe Waldbewirtschaftung
Teil B Vorbereitung und Entwicklung gemeinschaftlicher Eigentums- und Bewirtschaftungsmodelle
Abschnitt 3 Sprachliche Gleichstellung, Inkrafttreten
1. Sprachliche Gleichstellung
zur Förderung von Maßnahmen der naturnahen Waldbewirtschaftung
und die Erstellung von Waldbewirtschaftungsplänen im Land Sachsen-Anhalt
(Richtlinien Waldbau)
RdErl. des MULE vom 8. 6. 2016 – 42.4-64034
Fundstelle: MBl. LSA 2016, S. 645
Geändert durch RdErl. des MULE vom 01.06.2018 (MBl. LSA 2018, S. 358)
der §§ 23 und 44 der Landeshaushaltsordnung des Landes Sachsen-Anhalt (LHO) vom 30.4.1991 (GVBl. LSA S. 35), zuletzt geändert durch Artikel 10 des Gesetzes vom 17.2.2012 (GVBl. LSA S. 52, 54), und den dazu erlassenen Verwaltungsvorschriften (VV-LHO, RdErl. des MF vom 1.2.2001, MBl. LSA S. 241, zuletzt geändert durch RdErl. vom 28. 1. 2013, MBl. LSA S. 73),
der Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. 12. 2013 mit gemeinsamen Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, den Europäischen Sozialfonds, den Kohäsionsfonds, den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds sowie mit allgemeinen Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, den Europäischen Sozialfonds, den Kohäsionsfonds und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates (ABl. L 347 vom 20. 12. 2013, S. 320), geändert durch Verordnung (EU) 2015/1839 (ABl. L 270 vom 15. 10. 2015, S. 1),
der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. 12. 2013 über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 (ABl. L 347 vom 20. 12. 2013, S. 487), zuletzt geändert durch Verordnung (EU) Nr. 1378/2014 (ABl. L 367 vom 23.12.2014, S. 16, L 130 vom 19. 5. 2016, S. 1), zuletzt geändert durch Delegierte Verordnung (EU) 2016/142 (ABl. L 28 vom 4. 2. 2016, S. 8),
der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 807/2014 der Kommission vom 11. 3. 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und zur Einführung von Übergangsvorschriften (ABl. L 227 vom 31. 7. 2014, S. 1, L 259 vom 6. 10. 2015, S. 40), geändert durch Delegierte Verordnung (EU) 2015/1367 (ABl. L 211 vom 8. 8. 2015, S. 7),
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 808/2014 der Kommission vom 17. 7. 2014 mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) (ABl. L 227 vom 31. 7. 2014, S. 18), geändert durch Durchführungsverordnung (EU) 2016/669 (ABl. L 115 vom 29. 4. 2016, S. 33),
der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. 12. 2013 über die Finanzierung, die Verwaltung und das Kontrollsystem der Gemeinsamen Agrarpolitik und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 352/78, (EG) Nr. 165/94, (EG) Nr. 2799/98, (EG) Nr. 814/2000, (EG) Nr. 1290/2005 und (EG) Nr. 485/2008 des Rates (ABl. L 347 vom 20. 12. 2013, S. 549, L 130 vom 19. 5. 2016, S. 9), zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2016/791 (ABl. L 135 vom 24. 5. 2016, S. 1),
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 der Kommission vom 17. 7. 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich des integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems, der Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums und der Cross-Compliance (ABl. L 227 vom 31. 7. 2014, S. 69), geändert durch Durchführungsverordnung (EU) 2015/2333 (ABl. L 329 vom 15. 12. 2015, S. 1),
der Verordnung (EU) Nr. 1408/2013 der Kommission vom 18. 12. 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen im Agrarsektor (ABl. L 352 vom 24. 12. 2013, S. 9),
der Rahmenregelung der Europäischen Union für staatliche Beihilfen im Agrar- und Forstsektor und in ländlichen Gebieten 2014-2020 (ABl. C 204 vom 1. 7. 2014, S. 1), geändert durch Mitteilung der Kommission (ABl. C 390 vom 24. 11. 2015, S. 4),
der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 der Kommission vom 17. 6. 2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Gruppen von Beihilfen mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ABl. L 187 vom 26. 6. 2014, S. 1, L 283 vom 27. 9. 2014, S. 65),
der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 der Kommission vom 25. 6. 2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Arten von Beihilfen im Agrar- und Forstsektor und in ländlichen Gebieten mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ABl. L 193 vom 1. 7. 2014, S. 1),
des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum des Landes Sachsen-Anhalt 2014 – 20201 (EPLR),
des GAK-Gesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. 7. 1988 (BGBl. I S. 1055), zuletzt geändert durch Artikel 367 der Verordnung vom 31. 8. 2015 (BGBl. I S. 1474, 1528), in Verbindung mit dem jeweils geltenden GAK-Rahmenplan,
der Vergabeverordnung vom 12. 4. 2016 (BGBl. I S. 624),
der Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen Teil A (VOL/A) vom 20. 11. 2009 (BAnz. Nr. 196a vom 29. 12. 2009),
des Landesvergabegesetzes vom 19. 11. 2012 (GVBl. LSA S. 536), zuletzt geändert durch Gesetz vom 27. 10. 2015 (GVBl. LSA S. 562),
des Bundesnaturschutzgesetzes vom 29. 7. 2009 (BGBl. I S. 2542), zuletzt geändert durch Artikel 421 der Verordnung vom 31.8.2015 (BGBl. I S. 1474, 1536),
des Umsatzsteuergesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. 2. 2005 (BGBl. I S. 386), zuletzt geändert durch Artikel 12 des Gesetzes vom 2. 11. 2015 (BGBl. I S. 1834, 1843),
des Landeswaldgesetzes Sachsen-Anhalt (LWaldG) vom 25. 2. 2016 (GVBl. LSA S. 77),
des Bundeswaldgesetzes vom 2. 5. 1975 (BGBl. I S. 1037), zuletzt geändert durch Artikel 413 der Verordnung vom 31. 8. 2015 (BGBl. I S. 1474, 1535),
des Zuwendungsrechtsergänzungserlasses (RdErl. des MF vom 6. 6. 2016, MBl. LSA S. 383),
des Leitfadens der Europäischen Kommission zur Öffentlichen Auftragsvergabe „Praktischer Leitfaden zur Vermeidung der häufigsten Fehler bei Projekten, die aus den Europäischen Struktur- und Investitionsfonds finanziert werden“ (ISBN 978-92-79-51758-7),
1.2 Ziel der Förderung ist die Entwicklung stabiler, standortangepasster Wälder unter Berücksichtigung der ökologischen und ökonomischen Leistungsfähigkeit sowie des Klimawandels. Nachteile durch geringe Flächengröße, ungünstige Flächengestalt, durch Besitzzersplitterung, durch Gemengelage und durch Strukturmängel sollen durch die Förderung gemindert werden. Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse können über Studien Empfehlungen zur strukturellen Weiterentwicklung in ländlich begrenzten Räumen erhalten.
1.3 Förderkulisse ist das Land Sachsen-Anhalt.
1.4 Die Zuwendungen werden aus Landesmitteln unter finanzieller Beteiligung der Europäischen Union (EU) und des Bundes im Rahmen des GAK-Gesetzes gewährt. Die Teilmaßnahmen Vorarbeiten und Bodenschutzkalkung (Teil A) werden aus Landesmitteln unter Beteiligung des Bundes im Rahmen des GAK-Gesetzes gewährt.
1.5 Ein Anspruch auf Gewährung der Zuwendung besteht nicht, die Bewilligungsbehörde entscheidet aufgrund ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.
Diese Richtlinien umfassen die in Abschnitt 2 dargestellten nachfolgenden Förderbereiche:
FP 6402
Vorbereitung und Entwicklung gemeinschaftlicher Eigentums- und Bewirtschaftungsmodelle
FP 7004
3.1 Die spezifischen Zuwendungsempfänger sind aus den Förderbereichen in Abschnitt 2 ersichtlich.
3.2 Als Zuwendungsempfänger ausgeschlossen sind Bund und Länder sowie juristische Personen, deren Kapitalvermögen sich zu mindestens 25 v. H. in den Händen der vorgenannten Institutionen befindet.
Maßnahmen auf Grundstücken im Eigentum der in Absatz 1 aufgeführten Personen sind nicht zuwendungsfähig.
3.3 Es werden nicht gefördert:
Unternehmen, die einer Rückforderungsanordnung auf Grund eines früheren Beschlusses der Europäischen Kommission zur Feststellung der Unzulässigkeit einer Beihilfe und ihrer Unvereinbarkeit mit dem Binnenmarkt nicht Folge geleistet haben.
Unternehmen in Schwierigkeiten gemäß Randnummer 35 Nr. 15 der Rahmenregelung der Europäischen Union für staatliche Beihilfen im Agrar- und Forstsektor und in ländlichen Gebieten 2014-2020.
3.4 Von der Förderung ausgeschlossen sind Maßnahmen auf Flächen, die dem Zuwendungsempfänger zum Zwecke des Naturschutzes unentgeltlich übertragen worden sind.
Eine Förderung nach diesen Richtlinien ist nur möglich, wenn
die Höhe der Zuwendung für Kulturpflege oder Nachbesserung mindestens 500 Euro beträgt,
die Höhe der Zuwendung für alle anderen Maßnahmen mindestens 1 000 Euro beträgt,
die Größe und Lage, das Eigentum oder die Mitgliedschaft des Besitzers im antragstellenden forstwirtschaftlichen Zusammenschluss nachgewiesen sind; im Falle von Pachtflächen zusätzlich eine Einverständniserklärung des Eigentümers zur Durchführung der Maßnahme vorliegt und bei Zuwendungsempfängern ohne eigene Rechtspersönlichkeit alle dem Land für die sachgerechte Verwendung der Zuwendung haftenden Personen verbindlich benannt sind.
Anweisungen zum Verfahren, Bewilligungsbehörden
5.1 Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung und die gegebenenfalls erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheides und die Rückforderung der gewährten Zuwendung gelten die VV zu § 44 LHO, soweit nicht in diesen Richtlinien Abweichungen zugelassen worden sind.
5.2 Abweichend von Nummer 3.1 der Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P, Anlage 2 zur VV Nr. 5.1 zu § 44 LHO) (private Antragsteller) wird in Anlehnung an § 3 Abs. 6 VOL/A bei Losen bis 500 Euro ohne Umsatzsteuer der Direktkauf zugelassen. Die Haushaltsgrundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sind zu beachten (Vorlage Marktrecherche mit Preisvergleich von mindestens drei Anbietern).
5.3 Abweichend von Nummer 3.2 ANBest-P (private Antragsteller) hat der Zuwendungsempfänger bei Aufträgen über 100 000 Euro je Los ohne Umsatzsteuer Aufträge unter Einholung von drei Angeboten nur an fachkundige und leistungsfähige Anbieter nach wettbewerblichen Gesichtspunkten zu wirtschaftlichen Bedingungen zu vergeben. Für Fälle nach Satz 1 sind die Vorschriften der Nummer 3.1 ANBest-P anzuwenden.
5.4 Bewilligungsbehörde für Maßnahmen nach Abschnitt 2
Nummern 2.1 (Vorarbeiten) und 2.2 (Waldumbau) ist das örtlich zuständige Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten,
Nummer 2.3 (Bodenschutzkalkung) ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Mitte,
Teil B (Waldbewirtschaftungspläne) ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt.
5.5 Die Antragsabgabe erfolgt bei ELER-Maßnahmen stichtagsbezogen; die Antragstermine sind den Aufrufen zu entnehmen.
5.6 Die Zuwendungen werden nur auf schriftlichen Antrag unter Verwendung der vorgesehenen Vordrucke, die über die Internetseite des Ministeriums unter http://mule.sachsen-anhalt.de/themen/landwirtschaft/elektronischer-agrarantrag-sachsen-anhalt/ und bei den Ämtern für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten erhältlich sind, gewährt. Der Antrag ist vollständig ausgefüllt, rechtsverbindlich unterschrieben, mit den erforderlichen Anlagen und Nachweisen versehen bei der Bewilligungsbehörde einzureichen.
5.7 Die Bewilligungsbehörde bewertet die ELER-Vorhaben an Hand der von der Verwaltungsbehörde ELER nach Anhörung des Begleitausschusses festgelegten Auswahlkriterien mittels eines Punktesystems. Die Anträge einer Auswahlrunde werden gemäß der Gesamtpunktzahl in eine Rangfolge gebracht. Die Summe aller Punkte je Vorhaben entscheidet über die Rangfolge. Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel können die Anträge bewilligt werden, die den zuvor festgelegten Schwellenwert (Mindestpunktwert) erreichen. Anträge, die den Schwellenwert nicht erreichen, sind abzulehnen. Können Förderanträge nicht bewilligt werden, weil das Budget für den Aufruf nicht für alle bewilligungsfähigen Vorhaben ausreicht, wird der Antragsteller benachrichtigt. Das Vorhaben kann dann beim folgenden Aufruf erneut in die Auswahl einbezogen werden.
5.8 Zahlungsanträge und Verwendungsnachweise sind bei der Bewilligungsbehörde spätestens bis zu der im Zuwendungsbescheid festgesetzten Frist einzureichen. Zuwendungsfähig sind die im Original durch Rechnungen und Zahlungsbelege nachgewiesenen Ausgaben, abzüglich Rabatte und Skonti. Abgeschlossene Prüfungsverfahren für Zahlungsanträge zur Schlusszahlung gemäß der ELER-Verwaltungskontrolle sind grundsätzlich als Verwendungsnachweisprüfung anerkannt. Nach Prüfung des Zahlungsantrages oder des Verwendungsnachweises ermittelt die Bewilligungsbehörde die zuwendungsfähigen Ausgaben, veranlasst die Auszahlung und teilt dem Zuwendungsempfänger mit der Zahlungsmitteilung oder dem Änderungsbescheid die Höhe der Auszahlung mit. Die Auszahlung erfolgt nach Prüfung des Verwendungsnachweises bis zur Höhe des im Zuwendungsbescheid festgesetzten Betrages auf das in den Antragsunterlagen bezeichnete Konto des Zuwendungsempfängers.
5.9 Zu Kontrollen innerhalb des Verpflichtungszeitraumes berechtigt sind über die Bewilligungsbehörde hinaus das Landesverwaltungsamt, das zuständige Ministerium, das zuständige Bundesministerium, die Europäische Kommission, bei ELER-Maßnahmen außerdem die Verwaltungsbehörde ELER des Landes Sachsen-Anhalt, der Interne Revisionsdienst der Zahlstelle, die Bescheinigende Stelle des ELER und die von diesen beauftragten Dienststellen und Personen. Die Prüfrechte der Rechnungshöfe von Land, Bund und Europäischer Union und der von diesen beauftragten Dienststellen und Personen bleiben unberührt.
5.10 Konnte ein Zuwendungsempfänger infolge höherer Gewalt oder außergewöhnlicher Umstände seinen ELER-Verpflichtungen nicht nachkommen, so endet die Verpflichtung. Auf die Rückforderung der bereits gezahlten Zuwendungen wird verzichtet. Fälle höherer Gewalt oder außergewöhnlicher Umstände sind der Bewilligungsbehörde innerhalb von 15 Tagen ab dem Zeitpunkt anzuzeigen, ab dem der Zuwendungsempfänger oder dessen Rechtsnachfolger hiervon Kenntnis erlangt hat (Artikel 4 der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014).
5.11 Gehen während des Verpflichtungszeitraums Flächen oder Objekte, für die die Zuwendung gewährt wird, auf andere Personen über, muss der Zuwendungsempfänger oder dessen Rechtsnachfolger die für diese Flächen oder Objekte erhaltene Zuwendung vollständig zurückerstatten, sofern die eingegangenen Verpflichtungen vom Übernehmer nicht eingehalten werden.
Die Übergabe und Übernahme von Verpflichtungen ist vor dem Wirksamwerden des Übergangs der betreffenden Flächen oder Objekte schriftlich bei der zuständigen Bewilligungsbehörde zu beantragen.
6.1 Der Zuwendungsempfänger hat die Informations- und Kommunikationsmaßnahmen gemäß Anhang III Teil 1 Nr. 2 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 808/2014 durchzuführen. Hierzu sind Form und Inhalt der Information in dem Bewilligungsbescheid von der Bewilligungsbehörde dem Zuwendungsempfänger gemäß dem „Leitfaden für Empfängerinnen und Empfänger von Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) sowie aus der Gemeinschaftsaufgabe des Bundes „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK)“2 vorzugeben.
6.2 Für Vorhaben öffentlich Begünstigter, die nach Abschnitt 2 Teil A gefördert werden, gilt Nummer 5.1 Buchst. c der Nationalen Rahmenregelung der Bundesrepublik Deutschland (NRR) 2014 – 2020 (https://www.bmel.de/DE/Laendliche-Raeume/03_Foerderung/Europa/_texte/Foerderung2014-2020.html) entsprechend.
Danach werden grundsätzlich alle zuschussfähigen Ausgaben für die Berechnung der ELER-Beteiligung herangezogen, sofern keine einschränkenden Regelungen in den einzelnen Maßnahmen, Teilmaßnahmen oder Vorhabenarten getroffen werden. Die Bemessungsgrundlage für die Beteiligung des ELER-Fonds entspricht 100 v. H. der öffentlichen Ausgaben. Die innerstaatliche Lastenteilung wird im Mitgliedsstaat geregelt.
Ziel der Förderung von Maßnahmen im Rahmen einer naturnahen Waldbewirtschaftung ist die Entwicklung stabiler, standortgemäßer, vitaler Wälder unter Berücksichtigung der ökologischen und ökonomischen Leistungsfähigkeit sowie des Klimawandels. Naturnahe Wälder sichern die biologische Vielfalt und tragen zur Verbesserung der ökologischen Funktionen bei.
Die Maßnahmen können zur Verbesserung des Erhaltungszustandes von Waldlebensräumen, aber auch zur Erweiterung der Lebensraumtypen-Fläche dienen.
Die Vorarbeiten schaffen die Grundlage für die Umsetzung einer naturnahen Waldbewirtschaftung, zu der auch angepasste Wildbestände gehören. Gemeinschaftliche Modelle sollen eine effiziente und nachhaltige Erbringung der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes ermöglichen.
2.1 Vorarbeiten: gefördert werden Untersuchungen, Analysen, Standortgutachten, fachliche Stellungnahmen und Erhebungen, die der Vorbereitung von Maßnahmen zur Umstellung auf eine naturnahe Waldwirtschaft oder der Beurteilung einer Bodenschutzkalkung dienen.
2.2 Waldumbau: gefördert werden der Umbau von Reinbeständen und von nicht standortgerechten oder nicht klimatoleranten Beständen in stabile Laub- und Mischbestände sowie die Weiterentwicklung und Wiederherstellung von naturnahen Waldgesellschaften, auch als Folgemaßnahmen in Zusammenhang mit Wurf, Bruch oder sonstigen Naturereignissen sowie Waldbrand.
die Wiederaufforstung sowie der Voranbau und Unterbau (einschließlich Naturverjüngung) mit standortgerechten Baum- und Straucharten durch Saat und Pflanzung, einschließlich Kulturvorbereitung und Waldrandgestaltung,
der Schutz einer geförderten Kultur vor Wildschäden durch Zaunbau,
die Pflege einer geförderten Kultur oder einer geförderten Naturverjüngung innerhalb der ersten fünf Jahre nach Kulturbegründung (Kulturpflege),
die Nachbesserung innerhalb von fünf Jahren nach Kulturbegründung; Ersatz von Haupt- und Mischbaumarten durch Saat oder Pflanzung.
Die Begründung von Nadelreinbeständen, Weihnachtsbaum-, Schmuckreisig- und Kurzumtriebskulturen ist nicht zuwendungsfähig.
2.3 Bodenschutzkalkung: zuwendungsfähig ist eine Bodenschutzkalkung, wenn dadurch eine strukturelle Verbesserung der Bodenstreu, des Bodens oder des Nährstoffhaushaltes erzielt wird und damit eine Verbesserung der Widerstandskraft der Bestände erwartet werden kann.
Von der Bodenschutzkalkung ausgeschlossen sind:
Standorte mit der Nährkraftstufe A wegen ihrer von Natur aus geringen Nährkraftausstattung aus Gründen der Erhaltung der Standortsvielfalt und der damit verbundenen Flora und Fauna (natürlich bodensaure Waldgesellschaften),
Waldflächen in FFH3-Gebieten,
besonders geschützte Biotope,
Naturschutzgebiete und Naturwaldzellen,
Erstaufforstungen auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen.
natürliche Personen, juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts als Besitzer forstwirtschaftlicher Flächen oder
anerkannte forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse gemäß dem Bundeswaldgesetz und denen gleichgestellte Zusammenschlüsse.
4.1 Eine Förderung ist nur zulässig, wenn die Maßnahmen den Grundsätzen und Zielen der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft gemäß dem Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt entsprechen.
4.2 Eine Förderung für Maßnahmen nach Nummer 2.2 (Waldumbau) ist nur zulässig wenn
bei einzelnen Forstbetrieben mit mehr als 30 Hektar Waldfläche mindestens ein vereinfachter Waldbewirtschaftungsplan nachgewiesen wird,
bei Forstbetrieben von 100 Hektar oder mehr Forstbetriebsfläche ein Waldbewirtschaftungsplan gemäß Teil B Nr. 6.3 oder ein gleichwertiges Instrument nachgewiesen wird und
der Waldbewirtschaftungsplan gemäß den Buchstaben a oder b bei der Antragstellung auf Fördermittel, für die verpflichtend ein Waldbewirtschaftungsplan vorliegen muss, nicht älter als zehn Jahre ist.
Bei der Antragstellung durch einen forstwirtschaftlichen Zusammenschluss ist als Schwelle die Größe des angeschlossenen Einzelbetriebes maßgeblich.
4.3 Eine Förderung für Maßnahmen nach Nummer 2.2 Abs. 2 Buchst. a ist nur zulässig wenn
die Maßnahmen auf der Grundlage von Planungen nach Nummer 2.1 (Vorarbeiten) oder nach vorliegenden Erkenntnissen der Standortkartierung oder Forsteinrichtung oder forstfachlicher Stellungnahmen oder von Waldbewirtschaftungsplänen erfolgen und
zusammenhängende Nadelholzflächen ohne Beimischung von Laubholz einen Hektar nicht überschreiten.
4.4 Eine Förderung für Maßnahmen nach Nummer 2.2 Abs. 2 Buchst. b (Zaunbau) ist nur zulässig bei folgenden Bestandeszieltypen: Laubholztypen, Douglasientypen und Tannentypen und die entsprechenden Anteile Laubholz, Douglasie und Tanne in Nadelholztypen.
4.5 Eine Förderung für Maßnahmen nach Nummer 2.2 Abs. 2 Buchst. d (Nachbesserung) ist nur zulässig wenn bei den geförderten Kulturen aufgrund natürlicher Ereignisse (wie Frost, Trockenheit, Überschwemmung, nicht jedoch Wildverbiss) Ausfälle in Höhe von mehr als 30 v. H. der Gesamtpflanzenzahl oder bei einem Hektar zusammenhängender Fläche aufgetreten sind und der Waldbesitzer den Ausfall nicht zu vertreten hat.
Nachbesserungen sollen grundsätzlich der Baumartenzusammensetzung der geförderten Kultur entsprechen. Die Bewilligungsbehörde kann bei Vorliegen besonderer Gründe Ausnahmen von Satz 1 zulassen.
4.6 Eine Förderung für Maßnahmen nach Nummer 2.3 (Bodenschutzkalkung) ist nur zulässig wenn
eine gutachterliche Stellungnahme zur Zweckmäßigkeit und Unbedenklichkeit der geplanten Kalkungsmaßnahme vorliegt; gegebenenfalls sind Boden-, Blatt- oder Nadelanalysen durchzuführen,
die Antragsfläche im Waldgebiet innerhalb der von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt für Sachsen-Anhalt ausgewiesene Kalkungsgebietskulisse liegt und eine Waldfläche mit einer Mindestgröße von 200 Hektar umfasst,
die Zuwendungsempfänger, sofern es sich nicht um forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse im Sinne des Bundeswaldgesetzes handelt, Eigentümer der begünstigten Flächen sind oder eine schriftliche Einverständniserklärung des Eigentümers vorliegt (bei gemeinschaftlicher Durchführung der Bodenschutzkalkung kann das Einverständnis der Eigentümer auch durch eine öffentliche Bekanntmachung ersetzt werden) und
die fachliche Begleitung der Vorbereitung und Durchführung von Kalkungsmaßnahmen durch die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt und das Landeszentrum Wald erfolgt.
5.1 Die Zuwendung wird als Anteilfinanzierung zur Projektförderung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt.
Zuwendungsfähig sind nur nachgewiesene Ausgaben für Leistungen von Dritten, das heißt von fachkundigen Unternehmen und Dienstleistern. Eigenleistungen der Waldbesitzer sind nicht zuwendungsfähig.
5.2 Für Maßnahmen nach Nummer 2.1 (Vorarbeiten) beträgt die Höhe der Zuwendung bis zu 80 v. H. der nachgewiesenen Ausgaben, höchstens jedoch 500 Euro je Gutachten zuzüglich 15 Euro je Hektar des Planungsgebietes. Die Vorarbeiten werden nicht über den ELER finanziert.
5.3 Für Maßnahmen nach Nummer 2.2 (Waldumbau) beträgt die Höhe der Zuwendung:
70 v. H. der nachgewiesenen Ausgaben bei Mischkulturen mit mindestens 30 v. H. Laubholzanteil,
85 v. H. der nachgewiesenen Ausgaben bei Laubholzkulturen mit mindestens 80 v. H. Laubholzanteil.
Die Höhe der Zuwendung ist unabhängig vom angewandten Verjüngungsverfahren (Pflanzung, Saat oder Naturverjüngung). Bei öffentlich Begünstigten im Sinne von Nummer 3 und Abschnitt 1 Nr. 3.2 beträgt die Bemessungsgrundlage für die Beteiligung des ELER-Fonds 100 v. H. der öffentlichen Ausgaben. Die öffentlich Begünstigten erbringen bei einer Beantragung nach Satz 1 Buchst. a mindestens 30 v. H. der öffentlichen Ausgaben, bei einer Beantragung nach Satz 1 Buchst. b mindestens 15 v. H. der öffentlichen Ausgaben des Vorhabens. Diese Mittel sind Teil der kofinanzierungsfähigen öffentlichen Ausgaben des Vorhabens.
Zuwendungsfähig sind die vom Zuwendungsempfänger zum Zwecke der Durchführung nachgewiesenen Ausgaben bis zur Höhe der für die einzelnen Maßnahmen in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesenen zuwendungsfähigen Höchstbeträge.
Zuwendungsfähige Höchstbeträge für Maßnahmen nach Nummer 2.2 Abs. 2
Zuwendungsfähige Höchstbeträge
2 550 €/ha
4 090 €/ha
TEI; SEI4:
6 250 €/ha
5 250 €/ha
Einleitung NV5
Ergänzung NV
TEI; SEI:
(Bezug Ergänzungsfläche)
Rehwildzaun
Rotwild-/Damwildzaun
7,00 €/lfm
manuell/motormanuell
3 270 €/ha
5 100 €/ha
4 250 €/ha
Die Maßnahmen nach Nummer 2.2 Abs. 2 Buchst. c (Kulturpflege) auf der gleichen Vorhabenfläche werden bis zu vier Mal gefördert. Abweichend kann unter schwierigen Umständen z. B. auf grundwasserbeeinflussten Standorten eine fünfte Kulturpflege gefördert werden.
Bei Maßnahmen nach Nummer 2.2 Abs. 2 Buchst. d (Nachbesserung) kann die Anzahl an Kulturpflegen um eine weitere Kulturpflege erhöht werden.
Für Bewilligungen von Kulturpflegen für Kulturbegründungsmaßnahmen, die nach der Förderrichtlinie Forst LSA 2007 (RdErl. des MLU vom 30. 7. 2007, MBl. LSA S. 606, zuletzt geändert durch RdErl. vom 30. 10. 2013, MBl. LSA S. 718) bis zum Jahr 2015 bewilligt wurden, sind die Regelungen nach den Absätzen 4 und 5 anzuwenden.
Für Bewilligungen von Kulturpflegen für Kulturbegründungsmaßnahmen, die nach der Richtlinie Hochwasserschäden Sachsen-Anhalt 2013 (Gem. RdErl. der StK, des MF, MI, MLV, MW, MLU, MK, MS vom 23. 8. 2013, MBl. LSA S. 474, zuletzt geändert durch Gem. RdErl. vom 21.7.2015, MBl. LSA S. 432), gefördert wurden, sind die Regelungen nach den Absätzen 4 und 5 anzuwenden. Die Kulturpflegen werden nicht über den ELER finanziert.
Für die Förderung der Kulturpflege und Nachbesserung auf Flächen, die nach den in den Absätzen 6 und 7 benannten Richtlinien gefördert wurden, wird auf die Vorlage eines Waldbewirtschaftungsplanes verzichtet.
Es können zwei Kulturpflegen gleichzeitig beantragt werden.
5.4 Die Höhe der Zuwendung für Maßnahmen nach Nummer 2.3 Abs. 1 (Bodenschutzkalkung) beträgt 90 v. H. der zuwendungsfähigen Ausgaben. Die Bodenschutzkalkung wird nicht über den ELER finanziert.
Abweichend hiervon beträgt die Zuwendung bei Waldflächen, deren private Besitzer im Kalkungsgebiet nicht mehr als 30 Hektar Waldfläche besitzen 100 v. H.
In Gemarkungen mit intensiver Gemengelage, insbesondere in Realteilungsgebieten, können auch Waldflächen, die die Voraussetzung von Absatz 2 nicht erfüllen (Kommunen, größere private Waldbesitzer), im Interesse einer Erleichterung der gemeinsamen Abwicklung berücksichtigt werden, soweit deren Anteil nicht mehr als 20 v. H. der gesamten Waldkalkungsfläche beträgt.
5.5 Die zuwendungsfähigen Ausgaben vermindern sich um Zuschüsse und Leistungen Dritter aufgrund besonderer Verpflichtungen und um projektbezogene Spenden.
Die Umsatzsteuer gehört nicht zu den zuwendungsfähigen Ausgaben.
6.1 Die zeitliche Bindung (Zweckbindungsfrist) im Sinne von Nummer 4.1 ANBest-P und der Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung an Gebietskörperschaften und Zusammenschlüsse von Gebietskörperschaften in der Rechtsform einer juristischen Person des öffentlichen Rechts (ANBest-Gk, Anlage zur VV-Gk Nr. 5.1 zu § 44 LHO) beginnt bei der Maßnahme nach Nummer 2.2 mit Abschluss der Kulturbegründung oder Nachbesserung und endet nach fünf Jahren (bei Nachbesserung wird die Zweckbindungsfrist für die Kultur um fünf Jahre verlängert).
6.2 Die Zuwendungsempfänger sind innerhalb der zeitlichen Bindung verpflichtet, die geförderten Vorhabenflächen ordnungsgemäß zu erhalten und zu pflegen sowie Änderungen des Besitzes an den geförderten Vorhabenflächen unverzüglich der Bewilligungsstelle anzuzeigen.
6.3 Für Vorhaben nach Nummer 2.2 (Waldumbau) gilt:
die fachlichen und aufwandsbezogenen Vorgaben gemäß der Anlage sind einzuhalten,
zur Umsetzung dürfen ausschließlich standortgerechte Baumarten und herkunfts- und identitätsgesichertes Vermehrungsgut in ausreichender Menge und Qualität verwendet werden; dabei sind die höherwertigeren Kategorien „geprüft“ und „qualifiziert“ gegenüber der Kategorie „ausgewähltes“ Vermehrungsgut bei Verfügbarkeit zu verwenden,
bei der Begründung von Mischkulturen muss der Laubholzanteil mindestens 30 v. H. und bei der Begründung von Laubholzkulturen mindestens 80 v. H. der Antragsfläche betragen (Bestandeskategorien),
es ist ein hinreichender Anteil standortheimischer Baumarten zu verwenden (als hinreichend gilt ein Anteil von mindestens 30 v. H.),
bei Maßnahmen nach Nummer 2.2 Buchst. a muss der auf der Ausgangsfläche vorhandene Laubholzanteil mindestens erhalten bleiben,
die Baumarten und deren Verteilung müssen dem Bestockungszieltyp entsprechen und
neben der waldbaulich begründeten reihen- und streifenweisen Mischung sind flächige Mischungsformen (trupp-, gruppen-, oder horstweise) zuwendungsfähig; über Ausnahmen entscheidet die Bewilligungsbehörde.
6.4 Zum Ende der Zweckbindungsfrist
müssen mindestens 70 v. H. der Mindestpflanzenzahl nach der Anlage in Abhängigkeit vom Bestockungszieltyp vorhanden sein,
müssen bei geförderten Maßnahmen ohne Zaun 50 v. H. der geförderten Fläche ohne aktuellen Wildverbiss (maximal 1 Jahr alt) des Terminaltriebes sein (Abweichungen sind möglich, wenn der Bestockungszieltyp erreicht ist),
muss der geförderte Zaun nach fünf Jahren noch vorhanden, dicht und intakt sein.
7.1 Ein vereinfachter Waldbewirtschaftungsplan muss mindestens folgende Punkte enthalten:
Gültigkeitsstichtag (Stichtag der Planung für einen Zeitraum von zehn Jahren für die Antragsfläche),
zur Förderung beantragte Fläche (vom Plan erfasst; Flächenaufstellung nach Hektar, Gemarkung, Flur und Flurstück; Angabe bestehender Schutzgebietskategorien),
Nachhaltigkeitshiebssatz,
Verjüngungsplanung.
7.2 Forsteinrichtungswerke und Forstbetriebsgutachten sind Waldbewirtschaftungsplänen gleichgestellt, wenn sie die Standards eines Waldbewirtschaftungsplanes beinhalten. Ein Zertifizierungsnachweis (PEFC, FSC) ist als Nachweis ebenso ausreichend.
Bei Körperschaftswald werden vorhandene periodische oder jährliche Betriebspläne oder die vereinfachten Betriebsgutachten (für Waldbesitz unter 100 Hektar) nach § 5 Abs. 5 LWaldG als gleichwertiges Instrument anerkannt.
7.3 Zur Herleitung des Nachhaltigkeitshiebssatzes und respektive des Zuwachses sind neben einer teilflächenweisen Bestandesbeschreibung auch Bestandesdaten wie z. B. Baumart, Alter, Bestandesmittelhöhe, Bestandesgrundfläche, Stamm-Standortsformengruppe und Bestandesvorrat heranzuziehen. Der Nachhaltigkeitshiebssatz beinhaltet die Holznutzung in Kubikmetern für den Planungszeitraum von zehn Jahren für die Gesamtfläche des vereinfachten Waldbewirtschaftungsplanes.
7.4 Maßgeblich für die Zuordnung zu den Bestandeskategorien nach Nummer 6.3 Buchst. c ist der Laubholzanteil der Antragsfläche bei der Kulturbegründung. Der Anteil der Laub- oder Nadelbaumarten an der beantragten Kulturfläche wird durch den rechnerischen Flächenanteil einer Baumart aufgrund des Pflanzverbandes bei Kulturbegründung bestimmt.
7.5 Die Nichteinhaltung der Pflegeverpflichtung an den geförderten Vorhabenflächen innerhalb des Zweckbindungszeitraums führt zu einer vollständigen Rücknahme der Zuwendung.
Vorbereitung und Entwicklung gemeinschaftlicher
Eigentums- und Bewirtschaftungsmodelle
Durch Waldbewirtschaftungspläne sollen die Grundlagen für die Umsetzung einer naturnahen Waldbewirtschaftung geschaffen werden. Es sollen Maßnahmen gefördert werden, die der Vorbereitung und Entwicklung gemeinschaftlicher Eigentums- und Bewirtschaftungsmodelle dienen, an denen mindestens zwei Einrichtungen oder Akteure im Forstsektor beteiligt sein müssen.
Gefördert wird die Ausarbeitung von Waldbewirtschaftungsplänen als Grundlage für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und eine besitzübergreifende Zusammenarbeit und den damit im Zusammenhang stehenden Kosten. Dazu zählen:
die Beschaffung von Kartenmaterial des Planungsgebietes (unter anderem Forstkarten vergangener Forsteinrichtungen),
die Beschaffung von Unterlagen aus dem Liegenschaftskataster zur Erstellung eines Flächenwerkes,
die Ausgaben für die Aufnahme des aktuellen Waldzustandes und der Planung für die Zukunft,
die Ausgaben für die Erstellung neuen Kartenmaterials,
die Ausgaben für die Erstellung des Textteils des Waldbewirtschaftungsplanes (Forsteinrichtungswerk),
Sachkosten für Inventur- und Datenbankverarbeitungstechnik.
Vereinfachte Waldbewirtschaftungspläne nach Teil A sind von der Förderung ausgeschlossen.
natürliche Personen, juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts als Besitzer forstwirtschaftlicher Flächen,
3.2 Ausgeschlossen von der Förderung sind Besitzer von Körperschaftswald im Sinne des § 3 Abs. 2 LWaldG und Waldbesitzer, deren Betriebsgröße über 150 Hektar liegt.
4.1 An Maßnahmen der Zusammenarbeit müssen mindestens zwei Einrichtungen oder Akteure im Forstsektor beteiligt sein.
4.2 Die Zusammenarbeit ist mit geeigneten Unterlagen nachzuweisen, die mindestens folgende Angaben enthalten:
Zweck, Gegenstand und Zeitdauer der Zusammenarbeit, (die Zeitdauer der Zusammenarbeit darf die Gültigkeitsdauer des geplanten Waldbewirtschaftungsplanes von zehn Jahren nicht unterschreiten),
Name, Anschrift und gegebenenfalls Vertretungsbefugnis der beteiligten Waldbesitzer,
5.2 Die Umsatzsteuer gehört nicht zu den zuwendungsfähigen Ausgaben.
5.3 Die Höhe der Zuwendung beträgt bis zu 80 v. H. der nachgewiesenen Ausgaben, für die Erarbeitung der Waldbewirtschaftungspläne höchstens jedoch
50 Euro pro Hektar (beplante Fläche) für Waldbesitzer, deren jeweilige Betriebsgröße bis 50 Hektar,
20 Euro pro Hektar (beplante Fläche) für Waldbesitzer, deren jeweilige Betriebsgröße größer als 50 bis 100 Hektar und
10 Euro je Hektar (beplante Fläche) für Waldbesitzer, deren jeweilige Betriebsgröße größer als 100 bis 150 Hektar beträgt.
Bei öffentlich Begünstigten im Sinne von Nummer 3 und Abschnitt 1 Nr. 3.2 beträgt die Bemessungsgrundlage für die Beteiligung des ELER-Fonds 100 v. H. der öffentlichen Ausgaben. Die öffentlich Begünstigten erbringen mindestens 20 v. H. der öffentlichen Ausgaben des Vorhabens. Diese Mittel sind Teil der kofinanzierungsfähigen öffentlichen Ausgaben des Vorhabens.
6.1 Mit dem Schlusszahlungsantrag ist das Vorhandensein des geförderten Dokumentes (Waldbewirtschaftungsplan) zu bestätigen und ein Exemplar in Papierform oder auf einem elektronischen Datenträger einzureichen.
6.2 Die Planungsarbeiten dürfen nicht an die öffentliche Verwaltung oder mit ihr verbundene Einrichtungen oder Betriebe vergeben werden.
6.3 Der Waldbewirtschaftungsplan orientiert sich an dem Forsteinrichtungsverfahren des Landes Sachsen-Anhalt und umfasst mindestens:
die Kontaktdaten der Forstbetriebe und deren Ansprechpartner,
ein Flächenverzeichnis,
die erfassten Bestandesdaten (Baumartenzusammensetzung, Alter, durchschnittliche Höhe, durchschnittlicher Durchmesser, Vorrat, Bestockungsgrad, Wuchsklasse),
eine Standortbeschreibung (Bodenqualität, Wasserversorgung, Geländeform, Wuchsgebiet),
eine Holzeinschlagsplanung, Nachhaltigkeitshiebssatz,
eine flächenkonkrete Verjüngungsplanung,
eine Waldpflegeplanung,
ein Kartenwerk.
In Natura 2000-Gebieten und auf Naturschutzflächen mit besonderem Naturschutzwert müssen die Behandlungsempfehlungen und Bewirtschaftungsauflagen, welche sich aus den spezifischen Managementplänen und Auflagen der zuständigen Naturschutzbehörde ergeben, im Rahmen des Waldbewirtschaftungsplanes abgebildet sein.
Antragsteller ist der forstwirtschaftliche Zusammenschluss oder die Zweckgemeinschaft. Dienliche Unterlagen zur Unterstützung der Planungsarbeiten können bei Bedarf beim Landeszentrum Wald angefordert werden.
Sprachliche Gleichstellung, Inkrafttreten
Dieser RdErl. tritt am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft.
Anlage: Fachliche und aufwandsbezogene Vorgaben
http://www.landesrecht.sachsen-anhalt.de/jportal/?quelle=jlink&query=VVST-790000-MULE-20160608-SF&psml=bssahprod.psml&max=true

References: § 44
 § 44
 § 3
 § 44
 § 5
 § 3