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Timestamp: 2016-10-24 16:07:27+00:00

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115 V 39955. Auszug aus dem Urteil vom 18. August 1989 i.S. M. gegen Schweizerische Unfallversicherungsanstalt sowie Schweizerische Unfallversicherungsanstalt gegen M. und Versicherungsgericht des Kantons Z�rich
Art. 67 et 76 LAMA, art. 6 et 18 LAA: Causalit� ad�quate selon l'ATF 115 V 133. - Succession de deux accidents qui ont provoqu� des blessures � la t�te, elles-m�mes � l'origine de troubles des fonctions c�r�brales et de crises �pileptiques: accidents consid�r�s comme �tant de gravit� moyenne (consid. 11a). - Il existe un lien de causalit� ad�quate entre les accidents et l'incapacit� totale de travail et de gain d'origine psychique, en raison de la nature particuli�re des l�sions: celles-ci ont conduit � une modification (li�e � l'�pilepsie) de la personnalit�, qui a d�clench� une grave d�pression � caract�re psychor�actif et n�vrotique, avec une tendance suicidaire latente (consid. 11b, c). Consid�rants � partir de page 400
BGE 115 V 399 S. 400
9. Im vorliegenden Fall erh�hte die Schweizerische Versicherungsanstalt (SUVA) die dem Versicherten mit Verf�gung vom 29. September 1978 zugesprochene Invalidenrente von 15% mit dem Einsprache-Entscheid vom 4. Juli 1985 per 1. Januar 1985 auf 50%. Damit wurden die erwerblichen Folgen der verst�rkt aufgetretenen somatischen Unfallfolgen abgegolten. Zur Begr�ndung wurde ausgef�hrt, der Versicherte sei wegen der Anfallgefahr nicht mehr in der Lage, Arbeiten an laufenden Maschinen zu verrichten. Ebenso seien T�tigkeiten im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr nicht mehr zumutbar. Auch sei er f�r Arbeiten, die ein gewisses geistiges Niveau voraussetzen, aus neuropsychologischen Gr�nden nur beschr�nkt einsetzbar. Seine beruflichen M�glichkeiten seien daher erheblich eingeschr�nkt.
Dieser Beurteilung ist beizupflichten, soweit es um die somatische Seite der Unfallfolgen geht. Wie nun aber aus einem von Dr. E. erstellten Gutachten vom 29. Dezember 1985 hervorgeht, ist der Versicherte aus psychischen Gr�nden praktisch vollst�ndig arbeits- bzw. erwerbsunf�hig. Es ist daher - unabh�ngig von der physisch bedingten Arbeits- bzw. Erwerbsunf�higkeit - zu pr�fen, ob zwischen den Unf�llen vom 8. Mai 1968 bzw. 29. Mai 1969 und der nach verschiedenen R�ckf�llen aufgetretenen psychischen Fehlentwicklung ein ad�quater Kausalzusammenhang besteht.
10. Gest�tzt auf das erw�hnte Gutachten des Dr. E. vom 29. Dezember 1985 ist die nat�rliche Kausalkette zwischen den Unf�llen vom 8. Mai 1968/29. Mai 1969 und der eingetretenen psychischen Fehlentwicklung zu bejahen. Gem�ss fach�rztlicher Feststellung wurde die traumatische Epilepsie h�chstwahrscheinlich durch den Unfall vom 8. Mai 1968 ausgel�st. Dabei ist es unerheblich, ob der erste oder der zweite Unfall oder beide zusammen zu der f�r den Versicherten verh�ngnisvollen Entwicklung gef�hrt haben, denn beide Unf�lle waren SUVA-versichert. Im Verlaufe der folgenden Jahre trat allm�hlich eine epileptische Wesensver�nderung ein (narzisstische, epileptoide Borderline-Struktur). Diese trug wesentlich dazu bei, dass der Versicherte auf den nerven�rztlich indizierten Entzug der Fahrbewilligung und die K�ndigung des jahrelangen Arbeitsverh�ltnisses durch die Arbeitgeberin auf Ende November 1984 zufolge mangelnder Leistung mit einer schweren psychoreaktiv-neurotischen Depression bei latenter Suizidalit�t reagierte.
BGE 115 V 399 S. 401
11. Im weiteren muss gepr�ft werden, ob auch der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen den genannten Unf�llen und der psychischen Fehlentwicklung gegeben ist.
a) Aufgrund der durch den Unfall ausgel�sten somatischen Unfallfolgen (vgl. nachstehend) rechtfertigt es sich, die Unf�lle dem mittleren Bereich zuzuordnen. Damit der ad�quate Kausalzusammenhang bejaht werden kann, muss zumindest ein Kriterium aus der in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa enthaltenen Zusammenstellung in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt sein.
b) Besonders dramatische Begleitumst�nde oder besondere Eindr�cklichkeit lagen bei beiden Unf�llen nicht vor. Der Versicherte erlitt beim Zusammenstoss zwischen einem Tram und einem Bus am 8. Mai 1968 eine Nasenbeinfraktur und eine Sch�delprellung, als er den Kopf an einer Metallstange anschlug. Beim Unfall vom 29. Mai 1969 st�rzte er eine Treppe hinunter, schlug mit der Stirn an der Kante einer Stufe an und zog sich eine kleine Rissquetschwunde zu. Am 1. Juni 1969 trat erstmals ein epileptiformer Anfall auf. In der Folge wiederholten sich solche Anf�lle, was am 16. M�rz 1972 erstmals zur Meldung eines R�ckfalls f�hrte. Im Gutachten der Neurologischen Universit�tsklinik und Poliklinik des Kantonsspitals Z�rich vom 4. Mai 1972 wurden grosse cerebrale Anf�lle ungekl�rter Genese diagnostiziert. Eine dauernde antiepileptische Behandlung wurde als angezeigt erachtet. Es traten alle 2 bis 3 Monate leichte Anf�lle auf. Zeitweise versp�rte der Versicherte stechende Schmerzen im linken Stirnbereich. Am 28. Mai 1973 erlitt er erneut einen R�ckfall. Bei einer am 27. Mai 1977 durchgef�hrten Computer-Sch�del-Tomographie wurde ein rechtshirniger frontaler Parenchymdefekt festgestellt. In einem Zwischenbericht der Schweizerischen Anstalt f�r Epileptische in Z�rich vom 14. Juni 1978 wurde folgende Diagnose gestellt: Epileptische Reaktionen in Form von generalisierten Anf�llen aufgrund einer substantiellen Hirnsch�digung, h�chstwahrscheinlich traumatisch bedingt. Nach einem weiteren, am 24. Oktober 1980 erlittenen Sturz mit dem Fahrrad, bei dem er sich erneut das Nasenbein gebrochen hatte und nach welchem eine retrograde Amnesie eingetreten war, wurde am 13. April 1981 anhand experimentell-psychologischer Untersuchungen auf eine deutliche bifrontale Hirnfunktionsschw�che geschlossen. Ferner wurde im Bericht der Schweizerischen Epilepsie-Klinik Z�rich vom 11. Februar 1982 im wesentlichen folgende Diagnose gestellt: Partielle Epilepsie mit vorwiegend Grand-mal-Anf�llen, BGE 115 V 399 S. 402h�chstwahrscheinlich posttraumatisch bedingt; Status nach mehrmaligen Sch�delhirntraumen mit Contusio cerebri und posttraumatischem Parenchymdefekt rechts frontal; leichtes hirnorganisches Syndrom. Im Gutachten vom 15. Februar 1985 wurde zus�tzlich eine leichte hirnorganische Funktionsst�rung bifrontal erw�hnt.
Diese gesundheitlichen St�rungen im Anschluss an die Unf�lle sind insofern von besonderer Art im Sinne der Rechtsprechung, als sie laut Gutachten des Dr. E. vom 29. Dezember 1985 zu einer (epileptischen) Wesensver�nderung (narzisstische, epileptoide Borderline-Struktur) gef�hrt haben. Wegen dieser Wesensver�nderung war der Versicherte nicht mehr in der Lage, den Entzug der Fahrbewilligung sowie den Verlust seiner Arbeitsstelle seelisch zu verkraften. Es trat eine schwere, psychoreaktiv-neurotische Depression mit latenter Suizidalit�t ein. Klinisch und testologisch konnte �bereinstimmend das Zustandsbild einer traumatischen Epilepsie mit leichtem bis m�ssigem psychoorganischem Syndrom (POS) diagnostiziert werden. Mit grosser Wahrscheinlichkeit traten laut dem genannten Gutachten seit der zweiten H�lfte des Jahres 1984 psychogene Anf�lle auf. Kopfverletzungen sind nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet, zu Hirnfunktionsst�rungen und epileptischen Anf�llen zu f�hren, wobei es einer Erfahrungstatsache entspricht, dass in solchen F�llen keine eigentliche Heilung, sondern nur eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes m�glich ist. Es kommt erfahrungsgem�ss auch vor, dass Hirnfunktionsst�rungen und Epilepsie mit Grand-mal-Anf�llen zu einer Wesensver�nderung des Betroffenen f�hren k�nnen, die ihrerseits eine invalidisierende psychische Fehlentwicklung auszul�sen vermag. Der Versicherte liegt damit innerhalb der erw�hnten weiten Bandbreite, in welchem Rahmen einer ung�nstigen konstitutionellen Pr�disposition bei der Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs Rechnung getragen wird.
c) Aufgrund der dargelegten W�rdigung kommt den Unf�llen vom 8. Mai 1968 und 29. Mai 1969 eine massgebende Bedeutung f�r die Entstehung der festgestellten vollst�ndigen psychisch bedingten Arbeits- bzw. Erwerbsunf�higkeit zu, weshalb die Ad�quanz des Kausalzusammenhangs zu bejahen ist. Wenn die Vorinstanz die Beschwerde haupts�chlich mit der Begr�ndung abwies, es liege eine Begehrungstendenz vor, so kann dieser Auffassung nicht beigepflichtet werden. Sie st�tzte ihre Schlussfolgerung einzig auf die Aussage im Gutachten des Dr. E. vom 29. Dezember 1985, "rein vom �rztlichen Standpunkt aus gesehen (sei es) wahrscheinlich, BGE 115 V 399 S. 403dass diese neurotische Depression samt den psychogenen Anf�llen durch die ... Neuberentung innert absehbarer Zeit zum Verschwinden gebracht w�rde". Es erweist sich indessen als unzul�ssig, eine einzelne Aussage eines Gutachters isoliert zu betrachten und dabei s�mtliche anderen erhobenen medizinischen Befunde ausser acht zu lassen. Angesichts des vorliegenden Beweisergebnisses er�brigt sich ein erg�nzendes psychiatrisches Gutachten, wie dies in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt wird.
Der Versicherte hat nach dem Gesagten ab 1. Januar 1985 Anspruch auf eine Invalidenrente f�r die psychisch bedingte Erwerbsunf�higkeit von 100%. Anlass f�r eine Rentenk�rzung nach Art. 91 KUVG besteht nicht, sind doch nach den medizinischen Akten keine Anzeichen daf�r vorhanden, dass Krankheiten oder fr�here Unf�lle bei der Entstehung der gesundheitlichen St�rungen mitspielten.
115 V 140
Art. 67 et 76 LAMA,
art. 6 et 18 LAA,

References: Art. 67
 art. 6

BGE 

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 Art. 91

Art. 67

art. 6