Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=378
Timestamp: 2019-02-22 10:32:43+00:00

Document:
sten und teutschen rechtsgelehrten verschiden, be-
sage meiner abh. de abusu rer. merae facult. § 92,
93, s. 57 fg. Von der greven-bete sihe meine
alten kleinen schriften im Iten bande, s. 49, und
von andern den Haltaus sp. 155 fgg. Die jar-
bete ist eine järliche abgabe an den gutsherrn.
von der zinß-
buße, und an-
dern zwangs-
Die schuldige pächte, und zinssen müssen zur
behörigen zeit bezalet werden; widrigen falles kön-
nen zwangsmittel dißfalls vorgekeret, auch straf-
zinssen, und bussen so bedinget, als gesezet wer-
den, wenn sie gefodert, und in güte nicht gelifert
werden, Schottel de singul. quibusdam et anti-
quis in Germania iuribus, cap. XVIIII, § 1, § 5,
s. 381, s. 383, Gerken darüber s. 89, Rein-
harts kleine ausfürungen s. 14, s. 244 des Iten
th., Rud. Christoph Henne de natura et indole
censuum praesertim poenalium, Erf. 1764, 4t,
c. 2. Dahin gehören die zinß-bussen, rutscher-
zinssen, frei-pfennige, klopfpfennige, pfund-zins-
sen etc. Jn den leihebrifen der hisigen gegenden
stehen öfters die zinßbußen, wenn nämlich der bau-
er säumig in einem jare ist, und die pächte, oder
den zinß aufwachsen lässet; so muß er das andere
jar an statt eines möttes, oder eines albus, 2 er-
legen. Jn der fürstl. Hessischen verordnung des
herrn landgrafen Philipps, des großmütigen, zu
Hessen, gegeben zu Cassel, den sonntag oculi 1545,
die leihe-und maier-güter betr. ist § zum achten rc
geboten: daß die herrschaftliche zinssen, gülten und
pächte von einem jeden zur rechten zeit, und ter-
mine unverzüglich entrichtet werden sollen, damit
nicht eins auf das andere wachse; des endes ein
Garte eines jeden dorfes alle jare vir wochen vor
michaelistag den männern ansagen sollte, wer der
ſten und teutſchen rechtsgelehrten verſchiden, be-
ſage meiner abh. de abuſu rer. merae facult. § 92,
93, ſ. 57 fg. Von der greven-bete ſihe meine
alten kleinen ſchriften im Iten bande, ſ. 49, und
von andern den Haltaus ſp. 155 fgg. Die jar-
bete iſt eine jaͤrliche abgabe an den gutsherrn.
Die ſchuldige paͤchte, und zinſſen muͤſſen zur
behoͤrigen zeit bezalet werden; widrigen falles koͤn-
nen zwangsmittel dißfalls vorgekeret, auch ſtraf-
zinſſen, und buſſen ſo bedinget, als geſezet wer-
den, wenn ſie gefodert, und in guͤte nicht gelifert
werden, Schottel de ſingul. quibusdam et anti-
ſ. 381, ſ. 383, Gerken daruͤber ſ. 89, Rein-
harts kleine ausfuͤrungen ſ. 14, ſ. 244 des Iten
th., Rud. Chriſtoph Henne de natura et indole
cenſuum praeſertim poenalium, Erf. 1764, 4t,
c. 2. Dahin gehoͤren die zinß-buſſen, rutſcher-
zinſſen, frei-pfennige, klopfpfennige, pfund-zinſ-
ſen ꝛc. Jn den leihebrifen der hiſigen gegenden
ſtehen oͤfters die zinßbußen, wenn naͤmlich der bau-
er ſaͤumig in einem jare iſt, und die paͤchte, oder
den zinß aufwachſen laͤſſet; ſo muß er das andere
jar an ſtatt eines moͤttes, oder eines albus, 2 er-
legen. Jn der fuͤrſtl. Heſſiſchen verordnung des
herrn landgrafen Philipps, des großmuͤtigen, zu
Heſſen, gegeben zu Caſſel, den ſonntag oculi 1545,
die leihe-und maier-guͤter betr. iſt § zum achten ꝛc
geboten: daß die herrſchaftliche zinſſen, guͤlten und
paͤchte von einem jeden zur rechten zeit, und ter-
mine unverzuͤglich entrichtet werden ſollen, damit
nicht eins auf das andere wachſe; des endes ein
michaelistag den maͤnnern anſagen ſollte, wer der
<p><pb facs="#f0378" n="354"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">LVII</hi> haubt&#x017F;tu&#x0364;ck,</hi></fw><lb/>
&#x017F;ten und teut&#x017F;chen rechtsgelehrten ver&#x017F;chiden, be-<lb/>
&#x017F;age meiner abh. <hi rendition="#aq">de abu&#x017F;u rer. merae facult.</hi> § 92,<lb/>
93, &#x017F;. 57 fg. Von der greven-bete &#x017F;ihe meine<lb/>
alten kleinen &#x017F;chriften im <hi rendition="#aq">I</hi>ten bande, &#x017F;. 49, und<lb/>
von andern den <hi rendition="#fr">Haltaus</hi> &#x017F;p. 155 fgg. Die jar-<lb/>
bete i&#x017F;t eine ja&#x0364;rliche abgabe an den gutsherrn.</p>
<head>§ 429</head><lb/>
<note place="left">von der zinß-<lb/>
buße, und an-<lb/>
dern zwangs-<lb/>
<p>Die &#x017F;chuldige pa&#x0364;chte, und zin&#x017F;&#x017F;en mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en zur<lb/>
beho&#x0364;rigen zeit bezalet werden; widrigen falles ko&#x0364;n-<lb/>
nen zwangsmittel dißfalls vorgekeret, auch &#x017F;traf-<lb/>
zin&#x017F;&#x017F;en, und bu&#x017F;&#x017F;en &#x017F;o bedinget, als ge&#x017F;ezet wer-<lb/>
den, wenn &#x017F;ie gefodert, und in gu&#x0364;te nicht gelifert<lb/>
werden, <hi rendition="#fr">Schottel</hi> <hi rendition="#aq">de &#x017F;ingul. quibusdam et anti-<lb/>
quis in Germania iuribus, cap. XVIIII,</hi> § 1, § 5,<lb/>
&#x017F;. 381, &#x017F;. 383, <hi rendition="#fr">Gerken</hi> daru&#x0364;ber &#x017F;. 89, <hi rendition="#fr">Rein-<lb/>
harts</hi> kleine ausfu&#x0364;rungen &#x017F;. 14, &#x017F;. 244 des <hi rendition="#aq">I</hi>ten<lb/>
th., <hi rendition="#fr">Rud. Chri&#x017F;toph Henne</hi> <hi rendition="#aq">de natura et indole<lb/>
cen&#x017F;uum prae&#x017F;ertim poenalium,</hi> Erf. 1764, 4t,<lb/><hi rendition="#aq">c.</hi> 2. Dahin geho&#x0364;ren die zinß-bu&#x017F;&#x017F;en, rut&#x017F;cher-<lb/>
zin&#x017F;&#x017F;en, frei-pfennige, klopfpfennige, pfund-zin&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en &#xA75B;c. Jn den leihebrifen der hi&#x017F;igen gegenden<lb/>
&#x017F;tehen o&#x0364;fters die zinßbußen, wenn na&#x0364;mlich der bau-<lb/>
er &#x017F;a&#x0364;umig in einem jare i&#x017F;t, und die pa&#x0364;chte, oder<lb/>
den zinß aufwach&#x017F;en la&#x0364;&#x017F;&#x017F;et; &#x017F;o muß er das andere<lb/>
jar an &#x017F;tatt eines mo&#x0364;ttes, oder eines albus, 2 er-<lb/>
legen. Jn der fu&#x0364;r&#x017F;tl. He&#x017F;&#x017F;i&#x017F;chen verordnung des<lb/>
herrn landgrafen Philipps, des großmu&#x0364;tigen, zu<lb/>
He&#x017F;&#x017F;en, gegeben zu Ca&#x017F;&#x017F;el, den &#x017F;onntag oculi 1545,<lb/>
die leihe-und maier-gu&#x0364;ter betr. i&#x017F;t § <hi rendition="#fr">zum achten &#xA75B;c</hi><lb/>
geboten: daß die herr&#x017F;chaftliche zin&#x017F;&#x017F;en, gu&#x0364;lten und<lb/>
pa&#x0364;chte von einem jeden zur rechten zeit, und ter-<lb/>
mine unverzu&#x0364;glich entrichtet werden &#x017F;ollen, damit<lb/>
nicht eins auf das andere wach&#x017F;e; des endes ein<lb/><hi rendition="#fr">Garte</hi> eines jeden dorfes alle jare vir wochen vor<lb/>
michaelistag den ma&#x0364;nnern an&#x017F;agen &#x017F;ollte, wer der<lb/>
[354/0378] LVII haubtſtuͤck, ſten und teutſchen rechtsgelehrten verſchiden, be- ſage meiner abh. de abuſu rer. merae facult. § 92, 93, ſ. 57 fg. Von der greven-bete ſihe meine alten kleinen ſchriften im Iten bande, ſ. 49, und von andern den Haltaus ſp. 155 fgg. Die jar- bete iſt eine jaͤrliche abgabe an den gutsherrn. § 429 Die ſchuldige paͤchte, und zinſſen muͤſſen zur behoͤrigen zeit bezalet werden; widrigen falles koͤn- nen zwangsmittel dißfalls vorgekeret, auch ſtraf- zinſſen, und buſſen ſo bedinget, als geſezet wer- den, wenn ſie gefodert, und in guͤte nicht gelifert werden, Schottel de ſingul. quibusdam et anti- quis in Germania iuribus, cap. XVIIII, § 1, § 5, ſ. 381, ſ. 383, Gerken daruͤber ſ. 89, Rein- harts kleine ausfuͤrungen ſ. 14, ſ. 244 des Iten th., Rud. Chriſtoph Henne de natura et indole cenſuum praeſertim poenalium, Erf. 1764, 4t, c. 2. Dahin gehoͤren die zinß-buſſen, rutſcher- zinſſen, frei-pfennige, klopfpfennige, pfund-zinſ- ſen ꝛc. Jn den leihebrifen der hiſigen gegenden ſtehen oͤfters die zinßbußen, wenn naͤmlich der bau- er ſaͤumig in einem jare iſt, und die paͤchte, oder den zinß aufwachſen laͤſſet; ſo muß er das andere jar an ſtatt eines moͤttes, oder eines albus, 2 er- legen. Jn der fuͤrſtl. Heſſiſchen verordnung des herrn landgrafen Philipps, des großmuͤtigen, zu Heſſen, gegeben zu Caſſel, den ſonntag oculi 1545, die leihe-und maier-guͤter betr. iſt § zum achten ꝛc geboten: daß die herrſchaftliche zinſſen, guͤlten und paͤchte von einem jeden zur rechten zeit, und ter- mine unverzuͤglich entrichtet werden ſollen, damit nicht eins auf das andere wachſe; des endes ein Garte eines jeden dorfes alle jare vir wochen vor michaelistag den maͤnnern anſagen ſollte, wer der landes-
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/378
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 354. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/378>, abgerufen am 22.02.2019.

References: § 92
 § 1
 § 5
 § 92
 § 92
 § 1
 § 5
 § 92
 § 429
 § 1
 § 5