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Timestamp: 2020-02-18 18:23:08+00:00

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VGH Hessen, 11.12.2008 - 8 A 611/08.A - dejure.org
VGH Hessen, 11.12.2008 - 8 A 611/08.A
https://dejure.org/2008,3272
VGH Hessen, 11.12.2008 - 8 A 611/08.A (https://dejure.org/2008,3272)
VGH Hessen, Entscheidung vom 11.12.2008 - 8 A 611/08.A (https://dejure.org/2008,3272)
VGH Hessen, Entscheidung vom 11. Dezember 2008 - 8 A 611/08.A (https://dejure.org/2008,3272)
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Voraussetzungen eines Abschiebungsverbots wegen eines innerstaatlichen bewaffneten Konflikts; Auslegung eines Abschiebungsschutzbegehrens unter Berücksichtigung der neuen Rechtslage nach Inkrafttreten des Richtlinienumsetzungsgesetzes vom 19. August 2007; Voraussetzungen ...
AufenthG § 60 Abs. 7; RL 2004/83/EG Art. 15 Bst. c; AsylVfG § 73 Abs. 3; VwVfG § 48 Abs. 4; AsylVfG § 73 Abs. 1; RL 2004/83/EG Art. 4 Abs. 4; RL 2004/83/EG Art. 8
Afghanistan, Widerruf, Abschiebungshindernis, zielstaatsbezogene Abschiebungshindernisse, Anerkennungsrichtlinie, ernsthafter Schaden, Streitgegenstand, Jahresfrist, Fristbeginn, zwingende Gründe, Krankheit, psychische Erkrankung, posttraumatische Belastungsstörung, ...
AufenthG § 60 Abs. 7 S. 2; QRL Art. 15 c
Abschiebungsverbot wegen innerstaatlichen bewaffneten Konflikts: Abschiebungsverbot; Bürgerkrieg; innerstaatlicher bewaffneter Konflikt; landesinterne Schutzalternative; Qualifikationsrichtlinie; Richtlinienumsetzungsgesetz; Stufenverhältnis; subsidiärer Schutz
VG Frankfurt/Main, 20.09.2007 - 5 E 2199/06
BVerwG, 27.04.2010 - 10 C 4.09
VGH Hessen, 25.08.2011 - 8 A 1659/10
DÖV 2009, 338
Abschiebungsschutz; Abschiebungsverbot; Widerrufsverfahren; subsidiärer Schutz; …
- Hessischer VGH - 11.12.2008 - AZ: VGH 8 A 611/08.A.
Der Kläger macht in der Berufungserwiderung geltend, dass gemäß der vom Bundesverwaltungsgericht bestätigten Rechtsprechung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs (Urteil vom 11.12.2008 Az. 8 A 611/08.A DÖV 2009, 338 -L-) in der Südostregion Afghanistans ein bewaffneter Konflikt und eine daraus resultierende individuelle Gefahrensituation vorlägen.
Die vom Kläger zitierte anderslautende Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs vom 11. Dezember 2008 zur Südostregion (DÖV 2009, 338) ist nicht geeignet, die Einschätzung des Senats in Frage zu stellen, da jene auf einer wesentlich älteren Erkenntnisgrundlage fußt und keine quantitative Erfassung der Opferzahlen enthält.
Bewaffneter Konflikt in der Provinz Paktia/Afghanistan
Auf die vom erkennenden Senat zugelassene Berufung des Klägers hat der Senat mit Urteil vom 11. Dezember 2008 - 8 A 611/08.A - den Bescheid des Bundesamtes vom 29. Mai 2006 aufgehoben, soweit die Feststellung eines Abschiebungshindernisses nach § 53 Abs. 6 Satz 1 AuslG widerrufen worden war, und das Bundesamt verpflichtet, in Bezug auf Afghanistan für den Kläger das Vorliegen der Voraussetzungen eines Abschiebungsverbots gemäß § 60 Abs. 7 Satz 2 AufenthG festzustellen.
Der Senat hat bereits in seinem Urteil vom 11. Dezember 2008 - 8 A 611/08.A - (juris Rdnrn. 64 ff.) für die in der Regel maßgebliche Heimatregion des Klägers (vgl. BVerwG…, Urteil vom 14. Juli 2009 - 10 C 9/08 - BVerwGE 134 S. 188 ff. = NVwZ 2010 S. 196 ff. = ZAR 2010 S. 242 ff. = juris Rdnr. 17), also hier für die Provinz Paktia, unter Heranziehung zahlreicher Erkenntnismittel einen innerstaatlichen bewaffneten Konflikt in Form von Bürgerkriegsauseinandersetzungen und Guerillakämpfen zwischen der afghanischen Regierungsarmee/ISAF/NATO einerseits und den Taliban und anderen oppositionellen Kräften andererseits im Sinne dieser Vorschrift bejaht.
Ein Anwachsen des berufungsgerichtlichen Prüfungsumfangs ist in dieser Konstellation auch weder aus Gründen effektiven Rechtsschutzes im Sinne von Art. 19 Abs. 4 GG (wohl a.A. Hess.VGH, Urteil vom 11.12.2008 - 8 A 611/08.A - juris) noch etwa aus Gründen des europarechtlichen "effet utile" (vgl. EuGH…, Urteil vom 18.12.2008, Rs. C-306/07 , Rn. 40 m.w.N. = NZA 2009, 95) geboten, weil der Kläger die Feststellung des neuen europarechtlichen Abschiebungsverbots gemäß § 60 Abs. 7 Satz 2 AufenthG selbst nach rechtskräftigem Abschluss seines hier vom Senat zu entscheidenden Asylverfahrens effektiv im Wege eines sogenannten Folgeschutzverfahrens gemäß § 51 Abs. 1 Nr. 1 VwVfG (nachträgliche Änderung der Rechtslage zugunsten des Betroffenen) oder § 51 Abs. 5 i.V.m. §§ 48, 49 VwVfG (Wiederaufgreifen nach Ermessen) geltend machen kann, ggf. flankiert durch ein Eilrechtsschutzverfahren gegenüber der Bundesrepublik Deutschland.
Denn die Feststellung eines Abschiebungsverbots durch das Bundesamt, mit der zugleich verbindlich die positiven Voraussetzungen des subsidiären Schutzstatus nach der Richtlinie festgestellt werden, vermittelt dem Schutzsuchenden regelmäßig weitergehende Rechte als die Feststellung eines sonstigen (nationalen) ausländerrechtlichen Abschiebungsverbots (BVerwG, Urteil vom 24.06.2008 - 10 C 43.07 -, NVwZ 2008, 1241; Hess. VGH, Urteil vom 11.12.2008 - 8 A 611/08.A -).
VG Kassel, 21.04.2009 - 3 K 1550/07
Vielmehr genügt es, wenn sie in einem Teil des Staatsgebiets besteht, wobei auf die jeweilige Heimatprovinz eines Klägers abzustellen ist (vgl. BVerwG…, Urteil vom 24.06.2008, a.a.O. und Hess. VGH, Urteil vom 11.12.2008 - 8 A 611/08.A -).
Aus dieser nach dem Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs vom 11.12.2008 - 8 A 611/08.A-weiterhin aktuellen allgemeinen Situation ist in der obergerichtlichen Rechtsprechung unter Heranziehung weiterer Erkenntnismittel etwa hergeleitet worden, dass ein 1981 geborener, nach wenigen Schuljahren nur in der väterlichen Landwirtschaft tätiger und im Februar 2003 nach Deutschland eingereister Afghane im Falle seiner Abschiebung das zum Leben notwendige an Nahrungsmitteln, Unterkunft und medizinischer Versorgung in Kabul nicht aus eigener Kraft sichern könne, deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit zwangsläufig in einen fortschreitenden Prozess körperlichen Verfalls mit lebensbedrohlichen Folgen geraten würde, so dass er einer extremen allgemeinen Gefahr ausgesetzt wäre, die nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts eine Abschiebung verfassungsrechtlich unzulässig erscheinen lasse (vgl. OVG Koblenz, Urteil vom 06.05.2008 - 6 A 10749/07 -, AuAS 2008, 188).
Für einen an Epilepsie leidenden und deswegen nur eingeschränkt arbeitsfähigen alleinstehenden Mann hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof folgerichtig in seinem nachfolgenden Urteil vom 11.12.2008 (a.a.O.) die Voraussetzungen des § 60 Abs. 7 Satz 1 AufenthG in verfassungskonformer Anwendung bejaht.
VG Kassel, 21.04.2009 - 3 K 906/08
Afghanistan, Wiederaufgreifen des Verfahrens, Anerkennungsrichtlinie, ernsthafter …
In der afghanischen Provinz Paktia besteht ein innerstaatlicher bewaffneter Konflikt i.S.d. § 60 Abs. 7 S. 2 AufenthG (im Anschluss an VGH Hessen, Urteil vom 11.12.2008 - 8 A 611/08.A - 31 S., M14810); ein Asylantragsteller, der sich nur durch Flucht einer Zwangsrekrutierung durch Taliban entziehen konnte, kommt in den Genuss der Beweislastumkehr des Art. 4 Abs. 4 der Qualifikationsrichtlinie; kein zumutbarer interner Schutz in Kabul für ungelernten alleinstehenden Mann nach mehrjährigen Auslandsaufenthalt ohne soziale Bindungen in Kabul.
Der Hess. Verwaltungsgerichtshof hat in seinem Urteil vom 11.12.2008 - 8 A 611/08.A - bezüglich der Provinz Paktia - der Heimatprovinz auch des vorliegenden Klägers - einen innerstaatlichen bewaffneten Konflikt bejaht und dazu folgendes ausgeführt: [...].
Stichhaltige Gründe im Sinne von § 60 Abs. 11 AufenthG i.V.m. Art. 4 Abs. 4 QRL, die gegen eine solche Gefahr sprechen, sind weder erkennbar noch vorgetragen worden (vgl. Hess. VGH, Urteil vom 11.12.2008, a.a.O.).
Insofern unterscheidet sich die Sicherheitslage in Herat erheblich von der in anderen Landesteilen, für die subsidiärer Schutz durch die Rechtsprechung gewährt wurde (vgl. Hess. VGH, Urteil vom 11. Dezember 2008 - 8 A 611/08.A -, juris, für die Provinz Paktia; VG Würzburg, Urteil vom 30. März 2009 - W 6 K 08.30037 -, für die Provinz Daikundi).
vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 2008 - 10 C 43.07 - HessVGH, Urteil vom 11. Dezember 2008 - 8 A 611/08.A -.
Es kann dahingestellt bleiben, ob die erst im bereits laufenden Gerichtsverfahren am 28.08.2007 in Kraft getretene Neuregelung des § 60 Abs. 7 Satz 2 AufenthG überhaupt Gegenstand des anhängigen Berufungsverfahrens geworden ist (zur Problematik: VGH Mannheim, Urteile v. 09.06.2009 - A 11 S 982/06 - und v. 14.05.2009 - A 11 S 983/06 - sowie Hess. VGH , Urteil vom 11.12.2008 - 8 A 611/08.A).
VG Gelsenkirchen, 22.08.2013 - 5a K 156/11
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft eines afghanischen Staatsangehörigen gem. …
VG Kassel, 25.05.2009 - 3 K 1000/08
VG Würzburg, 16.02.2012 - W 2 K 11.30330
Asyl; Afghanistan; Provinz Logar; alleinstehende Frau; angebliche Konversion von …
VG Kassel, 01.07.2009 - 3 K 206/09
Afghanistan, Folgeantrag, Wiederaufgreifen des Verfahrens, Abschiebungshindernis, …
VG Würzburg, 30.05.2018 - W 1 K 18.30565
VG Magdeburg, 01.10.2013 - 5 A 95/13
Afghanistan: In der Region Kandahar Abschiebungshindernis nach § 60 Abs. 7 Satz 2 …
VG Würzburg, 02.03.2012 - W 2 K 11.30342
Asyl; Afghanistan; Provinz Uruzgan; Bewaffneter staatlicher Konflikt; Keine …
VG Würzburg, 23.01.2012 - W 2 K 11.30265
Asyl; Afghanistan; Provinz Ghazni; bewaffneter innerstaatlicher Konflikt; keine …
VG Würzburg, 20.01.2012 - W 2 K 11.30261
Asyl; Afghanistan; Provinz Ghazni; Abschiebungsverbot; körperliche Behinderung; …
VG Kassel, 21.04.2009 - 3 K 1530/08
Afghanistan, Frauen, geschlechtsspezifische Verfolgung, soziale Gruppe, …

References: § 60
 Art. 15
 § 73
 § 48
 § 73
 Art. 4
 Art. 8
 § 60
 Art. 15
 § 53
 § 60
 Art. 19
 § 60
 § 51
 § 51
 § 60
 § 60
 Art. 4
 § 60
 Art. 4
 § 60
 § 60