Source: https://www.easydividend.net/topic/de-steuererklaerung/
Timestamp: 2019-08-19 21:22:03+00:00

Document:
August 2, 2017 um 12:10 #2182
es gibt viele Stillhalter-Neulinge, die Anfang 2018 vor der Steuererklärung von 2017 mit vielen Fragezeichen sitzen werden. Fühlt sich jemand in der Lage das Thema für Optionsneulinge aufzuarbeiten und ein kleines “HowTo” zu schreiben. Es sollte die klassischen Stillhalter-Probleme behandeln:
– Long-/Short-Positionen von Optionen
– Optionen verfallen wertlos/werden ausgeübt
– Brokerkosten
– Dividenden/Aktienverkauf
– Währungsproblem (Us-Optionen)
– Option in 2017 gekauft/verkauft, aber Verfallstag ist in 2018
– Welche Daten sollte man innerhalb des Jahres sammeln, damit man gut vorbereitet ist
Als Randbedingung würde ich noch den Broker “festlegen”. Viele werden aus Kostengründen IB (oder einen Ableger) einsetzen. Somit kann gern auf ein Reporting von IB verwiesen werden. Zweite und wichtigste Randbedingung ist: es sollte diesmal um eine deutsche Steuererklärung gehen.
Falls ein “Erfahrener” oder “Wissender” sich der Sache annimmt und uns “Newbies” an die Hand nimmt, wäre ich sehr dankbar.
August 4, 2017 um 07:26 #2188
ich schreibe gerne eine kleine Anleitung, worauf zu achten ist. Das wird allerdings etwas umfangreicher und ich bin jetzt 2 Wochen in Urlaub. Also bitte Geduld.
Vielleicht berichten ja die anderen bis dahin, welche Erfahrungen sie so gemacht haben.
August 10, 2017 um 20:41 #2250
PS: Mir ist noch ein Punkt eingefallen: Was passiert mit ShortPuts die verkauft, aber nicht mehr in diesem Jahr verfallen werden?!
August 11, 2017 um 06:57 #2251
Boah Elmar,
das wäre wirklich fantastisch 👍😃
…würde vielen wahnsinnig helfen👍
August 14, 2017 um 21:17 #2267
das wäre echt ein feiner Zug :).
Ich werde die Steuererklärung für 2017 von dem Steuerberater meines Vertrauens machen lassen und spiele das Ergebnis dann auch gerne hierhin zurück. Aber bis dahin dauert es noch etwas ;).
Oktober 6, 2017 um 11:52 #2567
wollte mal nett nachfragen, was aus deiner Ankündigung geworden ist?
Oktober 6, 2017 um 19:28 #2569
danke der dezenten Nachfrage. Ich habe schon einiges zum Thema zusammengetragen, aber komme derzeit nicht dazu, das Ganze fertigzustellen. Die Diskussionen hier im Forum haben mich auch ein wenig über die Sinnhaftigkeit des Vorhabens nachdenken lassen. Das wollte ich mal sacken lassen. Aber keine Sorge, ich werde auf jeden Fall einen ausführlichen Beitrag hierzu veröffentlichen.
Der Jahreswechsel ist ja noch was hin ;-)
Oktober 7, 2017 um 17:26 #2576
das Jahresende rückt ja näher und damit auch das leidige Thema Steuererklärung. In Deutschland ist es ja nicht erlaubt Aktienverluste mit anderen Gewinne zu verrechnen. Leider wird aber genau das beim Kontoauszug von IB oder deren Resellern beim Kauf/Verkauf von Aktien über Optionen gemacht.
Um das wieder sauber zu trennen habe ich mal eine Datei mit Libre-Office-Calc geschrieben. Der Focus lag dabei darauf die Daten vom Kontoauszug unverändert zu übernehmen. Die Datei habe ich dann auf Google-Tabellen hochgeladen. Dort musste ich allerdings ein paar Änderungen machen weil es doch nicht zu 100% kompatibel ist(das alte Thema Dezimaltrennzeichen Punkt und Komma). Ein kurze Anleitung ist auch dabei.
Vielleicht können sich die Steuerexperten hier das ja mal anschauen. Ich freue mich über jeden Kommentar oder Verbesserungsvorschlag.
Zum Orginal, dazu benötigt ihr Libre-Office, das man kostenlos herunterladen kann
Diese Antwort wurde geändert vor 10 Monate, 3 Wochen von Chri.
Oktober 9, 2017 um 14:32 #2591
Lieber Dividenden-Jäger,
die Grundidee deines Tools finde ich super. Wenn wir am Ende aller Tage zu einem Programm kämen, in das man nur die Activity Statements einlesen muss und die steuerlich relevanten Berechnungen werden automatisch durchgeführt, dann wäre das super.
Ich habe dein Programm vorerst nur überflogen, hab aber schon zwei kleine Anmerkungen.
1.) Die USt-Umrechnungskurse sind vermutlich eine zulässige Grundlage für die Währungsumrechnung. Schöner ist es aber sicherlich, wenn Du die vom Broker abgerechneten Kurse verwendest. Zieh dir mal das Statement “Legacy Full” und schau dort im Bereich “Forex P/L Details”. Da kannst Du dir die zutreffende Wechselkurse für jeden Vorgang ermitteln. Vielleicht experimentierst Du damit mal.
2.) Die Berechnung der Gewinne aus Optionen muss noch anders gestaltet werden. Bei verkauften Optionen sind die Einnahmen sofort zu versteuern und nicht erst, wenn der Trade geschlossen wurde.
Vielleicht wartest Du aber dafür auch die genaueren Instruktionen aus meiner (hoffentlich bald erscheinenden) Anleitung ab.
Oktober 12, 2017 um 11:50 #2624
@&Dividenden-Jäger: Ich habe eigentlich eine ähnliche Ausgangssituation wie du. (Konto in EUR und Handel in US+EUR)
Mein ActivityStatement enthält in der Rubrik “Month & Year to Date Performance Summary” alle Positionen (in EUR dargestellt) getrennt nach Aktien und Optionen. Das ist ja, das gleiche was bei deiner Tabelle auch rauskommt oder? Sehe da jetzt keinen Mehrwert!?
@elmar: Vielleicht lässt sich da was machen, wenn die Anforderungen klar sind und gerade genug freie Zeit da ist.
Ich bin gerade am Überlegen, in wieweit ich meine Aktienverluste (vom Optionen-Depot) mit anderen Gewinne (vom Trading-Depot) verrechnen kann. Sollte doch kein Problem sein oder? (PS: Im Trading-Depot arbeite ich mit ETFs und Zertifikaten/Optionsscheinen)
Elmar, du merkst deine Ausführungen werden sehnlich erwartet! Nicht für die Steuererklärung, sondern auch für die davorliegende Steueroptimierungsphase ;-)
Oktober 13, 2017 um 11:50 #2639
Du hast natürlich Recht, aber nur wenn du niemals ausgeübt wurdest. Im Fall der Ausübung wird aber der Gewinn der Option den Aktien zugeschlagen. In der Zeile der entsprechenden Option erscheint dann ein Gewinn/Verlust von 0,00. Dadurch werden also Aktien- und Options-Gewinne/Verluste miteinander verrechnet, was ja nach dem deutschen Steuerrecht nicht erlaubt ist.
1. Die USt-Umrechnungskurse habe ich genommen, weil das ja die offiziellen vom Finanzamt sind. Man könnte auch die Tageskurse von der TWS exportieren und da den Schlusskurs des jeweiligen Tages nehmen. Das passt allerdings auch nicht zu 100%, da IB anscheinend den Kurs zum Zeitpunkt des Trades nimmt.
Die Daten aus den Forex-G&V-Details zu nehmen wird schwierig, da in dieser Liste alles drin steht. Also auch Devisenumtausch und Dividenden. Und der realisierte Options-Gewinn ist hier anscheinend auch den Aktien zugeschlagen.
2. Die Berechnung der Gewinne habe ich angepasst. Aber du hast Recht ich warte mit dem hochladen, bis deine Anleitung fertig ist.
Ich bin übrigens auf ein neues Problem gestoßen. Ich habe mein Konto jetzt knapp über ein Jahr und kann das Activity Statement nicht mehr komplett in einer Liste anzeigen, da nur ein „Custom Date Range“ bis zu einem Jahr möglich ist.
Oktober 14, 2017 um 14:10 #2642
darf man noch mal dezent nachfragen wann du objektiv einschätzt deinen ausführlichen Beitrag zu veröffentlichen?
Ich habe derzeit noch die Erklärung für 2016 offen und bin am überlegen, ob ich wegen der Probleme mit der Berechnung der Stillhaltergeschäfter und der Gewinne/Verluste aus Forexgeschäften vllt doch besser zum Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein gehe. Eine vernünftige Anleitung zu diesem Thema habe ich im Internet nämlich bisher noch nicht gefunden.
Oktober 18, 2017 um 09:57 #2652
Hallo @powwow,
der Zeitpunkt ist jetzt ;-) Der Gang zum Lohnsteuerhilfeverein würde dir übrigens nichts nützen. Die haben nicht die Befugnis Fälle zu bearbeiten, in denen Kapitalerträge deklariert werden müssen. Es muss dann schon ein Steuerberater sein.
Oktober 18, 2017 um 10:00 #2653
Liebe Optionsstrategen,
lange hat es gedauert, aber nun will ich endlich einen kurzen Überblick über das freudige Thema Steuererklärung beim Optionshandel mit ausländischen Brokern (IB, Banx, Captrader, Lynx, etc.) geben.
Vorweg der Hinweis: Ich bin zwar ein junger Steuerberater, der selbst mit Optionen handelt, allerdings bin ich nicht in der Beratung, sondern in der Wirtschaftsprüfung tätig. Theoretisches Wissen ist daher zur Genüge vorhanden, praktischen Erfahrungen mit dem Finanzamt resultieren diesbezüglich aber ausschließlich aus meinen eigenen Steuererklärungen. Da ich nur bestimmte Strategien handle, kann ich nicht für alle Fallkonstellationen auf eigene Erfahrungswerte zurückgreifen.
Ich untergliedere meine Ausführungen in 3 große Abschnitte:
Bevor wir starten, sehe ich mich gezwungen einige klarstellende Worte zu verlieren. Meine eigentliche Anleitung beginnt erst im zweiten Beitrag. Ich empfehle aber dennoch diesen Teil hier sorgfältig zu lesen.
Die Erfahrung vieler privater Optionshändler zum Thema Steuererklärung scheint es zu sein, dass lediglich ein Activity Statement des Brokers heruntergeladen werden muss, der dort ausgewiesene realisierte Gewinn in der Steuererklärung angegeben wird und fertig ist man. Wäre dies der Fall, könnte ich mir sämtliche Ausführungen sparen. Dafür benötigt ihr keine Anleitung. Ich verweise beispielsweise auf einen lesenswerten Beitrag des Privatier: //der-privatier.com/top-oder-flop-folge-23-broker-captrader-teil-3 (Das Durcheinander in den Kommentaren offenbart hingegen, dass man auch dort erkannt hat, dass es so einfach nicht sein kann) Festzustellen ist jedenfalls, dass die so angefertigten Erklärungen vom Finanzamt (obwohl im Detail falsch) regelmäßig anerkannt werden und ein Steuerbescheid erlassen wird. Das mag zu der Fehleinschätzung führen: Alles supi, dann mach ich das doch einfach so.
Fakt ist: Ein ohne Beanstandungen vom Finanzamt erlassener Steuerbescheid ist keine Garantie dafür, dass die gemachten Angaben alle korrekt sind. Machen wir uns nichts vor: Die Bearbeitung von Steuererklärungen beim Finanzamt ist ein Massenverfahren. Wenn die Beträge nicht allzu groß sind und es keine allgemeinen Auffälligkeiten gibt, dann wird da nicht jede einzelne Zahl hinterfragt. Das heißt aber nicht, dass das Finanzamt nicht auch nachträglich noch auf die Idee kommen kann, den Fall noch mal neu aufzurollen. Käme das Finanzamt bspw. auf die Idee, dass hier ein Fall von Steuerhinterziehung vorliegt, kann ein Steuerbescheid noch mehr als 10 (!) Jahre später geändert werden.
Auf der anderen Seite: Ganz ehrlich.. das Steuerrecht im Bereich Optionshandel ist gelinde gesagt eine Katastrophe. Wer als Privatmann versucht, da den Durchblick zu bewahren, ist schnell verloren. Und selbst vom Fachmann sei gesagt, dass es sich hier nicht um Wissen handelt, dass man „mal eben“ aus dem Ärmel schüttelt. Das gehört nicht zum Standardwissen und auch ich musste etliche Gesetzeskommentare und BFH-Urteile wälzen, um zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen. Und selbst danach bleiben noch Zweifelsfragen ungeklärt und man kann nie sicher sein, dass das Finanzamt nicht vielleicht eine ganz andere Meinung vertritt. Das gehört im Steuerrecht leider dazu.
Ich kann Euch die Entscheidung nicht abnehmen. Gerade die Optionshändler, die schon länger dabei sind, immer eine Steuererklärung wie in der Einleitung beschrieben abgegeben haben und nie Probleme mit ihrem Finanzamt hatten, werden vielleicht weitermachen wie bisher. Dass das nicht meine Empfehlung sein kann, ist klar. In jedem Fall rate ich aber dazu (wie beim Optionshandel selbst): Lernt das Risiko abzuschätzen!
Wie ihr nachfolgend sehen werdet, passieren viele Fehler bei der zeitlichen Erfassung von Erträgen. Also die Frage: Versteuere ich dieses Jahr oder erst nächstes Jahr. Das könnte man als halb so wild ansehen, weil ja über kurz oder lang ohnehin das versteuert wird, was zu versteuern ist. Hierzu empfehle ich allerdings einen Blick in § 370 Abs. 4 AO, woraus hervorgeht, dass auch eine nicht rechtzeitig entrichtete Steuer, den Tatbestand einer Steuerhinterziehung erfüllen kann. Unterlaufen jetzt noch Fehler bei der Verlustverrechnung kann es sogar zu einer endgültigen und nicht nur temporären Steuerverkürzung kommen. Vielleicht ist das auf Grund der Art der Optionsgeschäfte, die ihr handelt alles kein Thema bei Euch. Ich empfehle dennoch dringend, sich das einmal durchzurechnen.
Abschließend noch ein generelles Wort zum Thema Steuerhinterziehung, weil ich das böse Wort jetzt mehrfach erwähnt habe: Das Thema soll Euch keine Angst machen, ich will nur dafür sensibilisieren, dass man nicht alles einfach auf die leichte Schulter nehmen sollte. Wenn ihr fehlerhafte Angaben macht (weil ihr es nicht besser wusstet), dem Finanzamt aber immer alle Informationen zugänglich gemacht habt (also bspw. ein vollständiges Activity Statement eingereicht habt), wird man Euch kaum eine vorsätzliche Steuerhinterziehung anlasten können. Mit anderen Worten: Dafür kommt keiner in den Knast. Es kann aber sehr wohl eine leichtfertige Steuerverkürzung vorliegen, die zumindest mit einer Geldbuße geahndet werden kann.
Damit das alles nicht passiert, schauen wir uns jetzt endlich mal an, wie es richtig zu machen ist:
Oktober 18, 2017 um 10:05 #2654
Rechtsstand ist Oktober 2017!
Wenn nachfolgend Bezug auf das BMF genommen wird, dann ist immer das BMF-Schreiben „Einzelfragen zur Abgeltungsteuer“ gemeint (bitte googeln; auf aktuelle Änderungen achten. Das PDF, was man auf der Seite des BMF findet, wird leider nicht aktualisiert, so dass man sich alle nachfolgenden Änderungen einzeln zusammensuchen muss).
Für die Steuererklärung reden wir von der Anlage KAP und hier (nach derzeitiger Fassung) von den Zeilen 15 bis 18. In Zeile 15 ist euer gesamtes beim Broker erzieltes steuerpflichtiges Einkommen anzugeben (Ermittlung wie nachfolgend beschrieben). In Zeile 16 ist anzugeben, wie hoch die in Zeile 15 enthaltenen Gewinne aus Aktien sind, in Zeile 18 wie hoch die Verluste aus Aktien sind (siehe nachfolgende Anmerkung zur Verlustverrechnung). In Zeile 17 ist anzugeben wie hoch die enthaltenen Verluste sind, die nicht aus Aktien resultieren (also Optionen etc.).
Ein wichtiges Thema ist die Frage, wie mit Verlusten umzugehen ist. Verluste entstehen nahezu zwangsläufig bei Optionsstrategien, die mit einer gekauften Absicherung (long options) arbeiten (bspw. Iron Condor). Aber auch bei allen anderen Strategien gehören (zeitweise) Verluste einfach zum Geschäft.
Bei Kapitalerträgen gibt es ein doppeltes Verlustverrechnungsverbot.
Generell dürfen Verluste aus Kapitalerträge nicht mit anderen Einkunftsarten (bspw. Arbeitseinkommen, Vermietung) verrechnet werden (§ 20 Abs. 6 S. 1 EStG). Innerhalb der Kapitalerträge gibt es jedoch die weitere Einschränkung, dass Verluste aus Aktien nur mit Gewinnen aus Aktien verrechnet werden dürfen (§ 20 Abs. 6 S. 4 EStG).
Es ist daher darauf zu achten, dass Verluste aus Aktien (bspw. wenn ein verkaufter (covered) Call ausgeübt wird) nicht mit den eingenommenen Stillhalterprämien verrechnet werden dürfen und daher die Aktienverluste zutreffend gesondert in Zeile 18 der Anlage KAP angegeben werden (weitere Details siehe nachfolgend).
Abschließend noch der Hinweis: Habt ihr in Deutschland noch ein separates Aktiendepot, dann dürfen die o.g. Verluste natürlich auch mit Gewinnen aus diesem Depot verrechnet werden. Die Beschränkung der Verlustverrechnung ist nicht auf das einzelne Depot/Broker-Konto bezogen, sondern bezieht sich auf eure Kapitaleinkünfte als Ganzes.
Dürfen seit Einführung der Abgeltungsteuer generell nicht abgezogen werden (§ 20 Abs. 9 EStG). Das betrifft also vor allem Gebühren für Marktdaten, Exposure Fees, Stornierungsgebühren oder gezahlte Kreditzinsen.
Provisionen, die für den einzelnen Kauf/Verkauf von Finanzinstrumenten gezahlt werden sind hingegen keine Werbungskosten und als Anschaffungsnebenkosten abzugsfähig (§ 20 Abs. 4 EStG).
III. Optionsbesteuerung
Grundsatz im Steuerrecht: Jede Option wird einzeln betrachtet
Ob Du einen recht überschaubaren Iron Condor (bestehend aus mindestens 4 Optionen) handelst oder eine gigantische Megastrategie, bestehend aus bis zu 36 unterschiedlichen Optionen (ich hab mir sagen lassen, dass es Leute gibt, die so einen Quatsch machen) ist dem Steuerrecht vollkommen egal. Jede Strategie lässt sich in ihre Einzelteile zerlegen und genau das wird im Steuerrecht gemacht.
Weiterer Grundsatz: Verkaufte und gekaufte Optionen werden nach vollkommen unterschiedlichen Vorschriften besteuert
Ich glaube diese Tatsache ist den wenigsten bekannt. Da hier unterschiedliche Rechtsnormen eingreifen, gelten vollkommen unterschiedliche Grundsätze. Die Activity Statements scheinen dabei die Regeln für gekaufte Optionen richtig umzusetzen, die Regeln für verkaufte Optionen aber eben gerade nicht!
Wir betrachten die unterschiedlichen Varianten daher nachfolgend getrennt.
1. Verkaufte Optionen / Short Options / Stillhaltergeschäfte
Grundsatz: Trennungstheorie
Rechtsnorm: § 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG
Merke: Trennungstheorie heißt, alles was getrennt beurteilt werden kann, wird auch getrennt beurteilt. Also insbesondere die Bestandteile des „Eröffnungsgeschäfts“ (Eröffnen der Position, Schließen der Position) und das „Basisgeschäft“ (gehandeltes Underlying: Aktie, etc.)
1.1 Eröffnung der Position
Die eingenommene Prämie ist abzüglich der gezahlten Provision im Zeitpunkt des Zuflusses zu versteuern (Zeile 15 Anlage KAP). Ob Put oder Call ist egal. Bei einem deutschen Broker würde in diesem Zeitpunkt der Prämienvereinnahmung auch bereits Kapitalertragsteuer einbehalten werden. Für Kunden ausländischer Banken kann also für den Besteuerungszeitpunkt nichts anderes gelten (§ 11 Abs. 1 EStG).
1.2. Schließen der Position
Die Beendigung der eingegangenen Position kann in mehrere Varianten erfolgen:
1.2.1 Glattstellung durch Gegengeschäft
Die aufgewendeten Prämien sind Werbungskosten, die aufgrund der ausdrücklichen Anweisung im Gesetz (§ 20 Abs. 1 Nr. 11 2. HS EStG) entgegen des allgemeinen Werbungskostenabzugsverbots von den zuvor eingenommenen Prämien abgezogen werden dürfen (Zeile 15 Anlage KAP).
Entsteht im Saldo aus (Einnahmen – Provision – Glattstellung – Provision) ein Verlust, ist dieser in Zeile 17 der Anlage KAP gesondert anzugeben.
Jetzt wird es ein wenig kniffelig. Fraglich ist nämlich, in welchem Zeitpunkt die gezahlten Prämien abgezogen werden dürfen. Angenommen ich eröffne meine Position im Dezember (gebe die Einnahmen also in dieser Steuererklärung an) und schließe die Position aber erst im nächsten Jahr. Die Finanzverwaltung scheint davon auszugehen, dass ein Abzug der Werbungskosten dann erst im nächsten Jahr erfolgen darf (BMF, Tz. 25). Diverse BFH Urteile und Gesetzeskommentare sind sich jedoch einig, dass der Abzug in dem Jahr erfolgen muss, in dem auch die Stillhalterprämien eingenommen wurden (BFH vom 18.08.2015 – I R 38/12; BFH vom 17.04.2007 – IX R 23/06; BFH vom 03.06.1992 – X R 91/90). Die Urteile sind zur Rechtslage vor Einführung der Abgeltungsteuer ergangen, sind aber auf die aktuelle Rechtslage m.E. unverändert anwendbar.
Ihr seht, hier besteht Argumentationsspielraum. Wenn ich im Dezember noch große Positionen eröffnet habe, werde ich ein Interesse haben, hier auch meine gezahlten Prämien für die Glattstellung abzuziehen. Das macht die Ermittlung aber natürlich schwieriger und auch aufwändiger für das Finanzamt. Wer hier unnötigen Ärger vermeiden will, kann den Abzug wie vom Finanzamt gewünscht, erst im nächsten Jahr vornehmen. Bedeutet aber auch, dass im aktuellen Jahr unnötig viel Steuern gezahlt werden. Ich würde empfehlen, den Abzug der Glattstellung in der aktuellen Steuererklärung vorzunehmen. Macht das Finanzamt das nicht mit, kann man sich immer noch überlegen, ob man vor Gericht zieht (mit m.E. guten Erfolgschancen) oder ob man sich der Meinung des FA unterordnet. Wer diese Probleme gänzlich umgehen möchte schließt sämtliche verkaufte Positionen zum Jahresende.
Noch einmal im Klartext: Willst Du die gezahlten Prämien aus der Glattstellung bereits in der aktuellen Steuererklärung geltend machen, musst du:
1.) Abwarten bis alle deine Positionen aus dem abgelaufenen Jahr von dir glattgestellt wurden. Solltest Du hier in Konflikt mit der Abgabefrist der Steuererklärung kommen, empfiehlt sich Fristverlängerung zu beantragen. Wird das nicht genehmigt, musst du erst einmal ohne die Glattstellung deklarieren und später die Änderung des Steuerbescheids gem. § 175 AO beantragen. (Ich sage ja: aufwändig! Da nur wenige Leute derart langlaufende Optionen handeln, dürfte das aber selten ein Problem sein)
2.) Ein Activity Statement herunterladen, das nicht nur den Zeitraum des letzten Jahres, sondern auch Teile des neuen Jahres umfasst. Notfalls zwei separate Statements erstellen.
1.2.2 Verfall der Option
Ist die Option zum Fälligkeitszeitpunkt wertlos (out oft he money, OTM) und wurde die Position nicht vorzeitig glattgestellt, so verfällt sie wertlos. Hier ist nichts weiter zu beachten. Da keine Zahlungen mehr erfolgen, sind hier auch keine weiteren Berechnungen notwendig.
1.2.3 Ausübung der Option
Ist die Option während der Laufzeit ins Geld gelaufen (in the money, ITM) wird der Käufer der Option diese ausüben. Die Besteuerung der eingenommenen Optionsprämie ist ja bereits erledigt (s.o.). Der Trennungstheorie folgend ist die Besteuerung des Underlyings vollkommen unabhängig vom Optionsgeschäft zu betrachten. Nachfolgende Varianten sind möglich:
1.2.3.1 Ausübung einer verkauften Put-Option
Wird eine Put Option ausgeübt, bist Du verpflichtet, die Aktien zum festgelegten Preis abzunehmen. Dir werden also bei einer verkauften Aktienoption 100 Aktien eingebucht. Hier passiert steuerlich erst einmal gar nichts. Die Anschaffungskosten der Aktien bestimmen sich nach dem vereinbarten Kaufpreis, zu dem dir die Aktien eingebucht wurden und eine Besteuerung findet erst statt, wenn die Aktien wieder verkauft (oder siehe nachfolgend) aufgrund einer Call-Option wieder ausgebucht werden. Die eingenommenen Optionsprämien haben mit dem Vorgang nichts zu tun!
1.2.3.2 Ausübung einer verkauften Call-Option
Wird die Call-Option ausgeübt, musst Du bei einer Aktienoption 100 Aktien an den Käufer der Option liefern. Diese Lieferung ist ein steuerpflichtiger Verkauf (§ 20 Abs. 2 Nr. 1 EStG). Zu versteuern ist der Gewinn, berechnet als Differenz aus Veräußerungspreis und den Anschaffungskosten (jeweils abzüglich gezahlter Provisionen). Auch hier haben die Prämien aus dem Optionsverkauf nichts in der Berechnung zu suchen. Das Ergebnis ist in Zeile 15 der Anlage KAP anzugeben.
Hast Du einen normalen Covered-Call aufgesetzt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du hier einen Verlust realisierst.
Ganz wichtig: Resultiert dieser Verlust aus einer Aktie ist der Verlust gesondert in Zeile 18 der Anlage KAP auszuweisen! Machst Du dies nicht, nimmst du unter Umständen eine unzulässige Verlustverrechnung mit deinen Stillhalterprämien vor. Die Activity Statements von IB weisen den Aktienverlust nicht separat aus, so dass man hier manuell rechnen muss.
1.2.3.3 Barausgleich
Hast Du ein Underlying gehandelt, das nicht geliefert werden kann (in der Regel Indizes) wirst Du einen Barausgleich leisten müssen, wenn die Option ins Geld läuft und ausgeübt wird.
Achtung Steuerfalle: Die Finanzverwaltung ist der Auffassung, dass ein gezahlter Barausgleich nicht steuermindernd berücksichtigt werden darf (BMF, Tz. 26, 34). Der BFH hat bereits anders entschieden (BFH 20.10.2016 – VIII R 55/13), aber wer das nicht ebenfalls vor Gericht ausfechten möchte, sollte darauf achten, dass Optionen bei denen ein Barausgleich zu leisten ist (Indexoptionen) nicht „ins Geld“ laufen und am Ende der Laufzeit ausgeübt werden. Also Position besser immer vorher schließen.
2. Gekaufte Optionen / Long Options / Absicherungen
Grundsatz: Einheitstheorie
Rechtsnorm: § 20 Abs. 2 Nr. 3 EStG
Wie gesagt, werden gekaufte Optionen nach vollkommen anderen Regeln behandelt, als verkaufte Optionen. Wir vergessen also alles, was wir bisher gelernt haben und fangen noch einmal von vorne an. Entgegen dem bisher bekannten, greift hier nicht die Trennungstheorie, sondern eine Einheitstheorie. Eröffnungsgeschäft (Optionen) und Basisgeschäft (Aktie etc.) werden demnach als Einheit betrachtet.
2.1 Eröffnung der Position
Ihr kauft eine Put oder Call Option und zahlt dafür eine Prämie. Steuerlich passiert zu diesem Zeitpunkt absolut nichts.
2.2 Schließen der Position
Grundsätzlich kommen genau wie bei verkauften Optionen mehrere Varianten in Frage, seine Position zu schließen:
2.2.1 Glattstellung durch Gegengeschäft
Ihr verkauft die Option vorzeitig und nehmt hierfür eine Prämie ein. Zu versteuern ist in diesem Zeitpunkt der entstandene Gewinn als Differenz aus Einnahmen – Anschaffungskosten – Anschaffungsnebenkosten (§ 20 Abs. 4 EStG). Sehr unproblematisch, da das genau der Standardfall ist, der auch im Activity Statement so abgebildet wird. Das Ergebnis ist in Zeile 15 der Anlage KAP anzugeben. Sollte ein Verlust entstanden sein, ist dieser zusätzlich gesondert in Zeile 17 auszuweisen.
2.2.2 Verfall der Option
Ist eure Option am Ende der Laufzeit wertlos und ihr lasst sie einfach verfallen, ergeben sich auch keine Besonderheiten. Das Ergebnis (in diesem Fall ein Verlust) landet in Zeile 15 und gesondert in Zeile 17 der Anlage KAP. In der Vergangenheit wurden diese Verluste von der Finanzverwaltung nicht anerkannt, was aber mittlerweile geklärt ist. Siehe mein Beitrag hierzu: //www.easydividend.net/topic/de-steuerliche-behandlung-von-verfallenen-long-positionen/
2.2.3 Ausübung der Option
Ist eure Option während der Laufzeit ins Geld gelaufen, könnt ihr die Option ausüben und könnt das Underlying entweder zum vereinbarten Preis verkaufen oder einkaufen. Der Einheitstheorie folgend ergeben sich folgende Konsequenzen:
2.2.3.1 Ausübung einer gekauften Call-Option
Eine gekaufte Aktienoption gibt euch bspw. das Recht, 100 Aktien zu beziehen. Übt ihr diese Option aus, gehören die aufgewendeten Optionsprämien (zzgl. Provision) zu den Anschaffungskosten dieser Aktien. Steuerlich passiert also erst einmal nichts. Aber beim Verkauf der Aktien fällt der Gewinn entsprechend geringer aus, da eure Anschaffungskosten höher sind.
2.2.3.2 Ausübung einer gekauften Put-Option
Ihr habt das Recht 100 Aktien zu verkaufen. Übt ihr die Option aus, führt dies zu einem steuerpflichtigen Aktienverkauf gem. § 20 Abs. 2 EStG. Gewinn ist der Verkaufspreis abzüglich Provisionen und der gezahlten Prämie für die Option. Der Gewinn landet in Zeile 15 der Anlage KAP und wenn der Basiswert eine Aktie war zusätzlich noch in Zeile 16.
2.2.3.3 Barausgleich
Übt ihr eure Option aus und es wird nicht der Basiswert geliefert, sondern ein Barausgleich geleistet (Indexoptionen), ist dieser steuerpflichtig gem. § 20 Abs. 2 Nr. 3 b EStG (Call-Option) bzw. § 20 Abs. 2 Nr. 3 a EStG (Put-Option). Der Gewinn ist der erhaltene Barausgleich abzüglich Provisionen und der gezahlten Prämie für das Optionsrecht. Alles landet in Zeile 15 der Anlage KAP.
IV. Währungsgewinne/-verluste
Wenn Geschäfte nicht nur in EUR, sondern auch in Fremdwährungen abgewickelt werden, dann sind auch hieraus resultierende Gewinne steuerpflichtig. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um Kapitaleinkünfte, sondern um private Veräußerungsgeschäfte gemäß § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG, die zu den sonstigen Einkünfte gehören und nur steuerpflichtig sind, wenn Kauf und Verkauf innerhalb eines Jahres erfolgen (Spekulationsfrist). Dementsprechend sind diese auch nicht in der Anlage KAP der Steuererklärung, sondern in der Anlage SO anzugeben. Meines Erachtens bietet sich dort die Zeile 48 an.
Die Thematik ist scheinbar mit vielen Verständnisschwierigkeiten verbunden, weshalb ich versuchen will, die Sachlage ein bisschen anschaulich zu erklären.
Grundfall ist folgender: Ich kaufe zu einem bestimmten Wechselkurs einen USD Betrag. Verkauf ich diese USD innerhalb eines Jahres wieder zu einem anderen Wechselkurs, so sind die daraus resultierenden Gewinne/Verluste steuerpflichtig. Das ist noch nachvollziehbar und logisch.
Nun liegen die USD aber in der Regel nicht einfach nur rum, sondern werden natürlich für Käufe/Verkäufe verwendet. Das Steuerrecht geht jetzt von folgendem aus:
Wenn Du bspw. eine Aktie in USD kaufst, dann passieren gedanklich zwei Dinge: Du verkaufst deine USD und erwirbst gleichzeitig die Aktie. Und wie man sich denken kann, löst genau dieser Verkauf von USD eben ein privates Veräußerungsgeschäft gem. § 23 EStG aus. Wenn Du die Aktie wieder verkaufst passiert genau das Gegenteil. Du gibst deine Aktie weg und „erwirbst“ einen entsprechenden USD Betrag, der wieder ein steuerpflichtiges Geschäft auslösen kann, wenn er verkauft wird (siehe BFH-Urteil vom 21.01.2014, IX R 11/13). Im Ergebnis musst du das „Fremdwährungsguthaben“ analog wie eine Aktie betrachten, die du ständig kaufst und verkaufst.
Die Ermittlung des Gewinn erfolgt wie üblich: Einnahmen – Anschaffungskosten – Anschaffungsnebenkosten (§ 23 Abs. 3 EStG). Die Ermittlung der Anschaffungskosten wird hierbei zur Herausforderung, wenn viele aufeinanderfolgende Geschäfte abgeschlossen werden. Das Gesetz schreibt hierfür vor, dass zuerst angeschaffte Beträge gedanklich auch zuerst wieder verkauft werden (FIFO-Methode; § 23 Abs. 1 Nr. 2 S. 3 EStG). Das heißt, für die Bewertung deiner Anschaffungskosten sind jeweils die Wechselkurse deiner letzten Einkäufe maßgeblich.
Das klingt alles sehr aufwändig und kompliziert und ich möchte wetten, dass man da eine Wissenschaft für sich draus machen kann. Meines Wissens ist FIFO aber die Standardmethode bei Interactive Brokers (//www.interactivebrokers.com/en/software/am/am/reports/taxbasisdeclaration.htm) und von daher würde ich davon ausgehen, dass IB die nötigen Angaben bereits zutreffend für Euch ermittelt.
Im Activity Statement könnt ihr die Gewinne/Verluste, die in der Anlage SO anzugeben sind, bei den realisierten Gewinnen ablesen. Hier kann man jetzt noch die Frage erörtern, ob nicht im Einzelfall die Spekulationsfrist von einem Jahr abgelaufen ist und deshalb keine Steuerpflicht eintritt. Aber ganz ehrlich.. wenn ihr halbwegs aktiv im Handel seid, würde ich immer erst einmal davon ausgehen, dass Kauf und Verkauf der USD innerhalb eines Jahres stattgefunden haben. Wenn hier nennenswerte Beträge anfallen, macht ein Nachrechnen u.U. Sinn. Beschließt man irgendwann nur noch in EUR zu handeln, macht es steuerlich zudem Sinn, mit dem Tausch des USD-Bestands in EUR länger als ein Jahr zu warten. Was einen aber natürlich ein Jahr länger dem Wechselkursrisiko aussetzt.
Achtet im Activity Statement auf erhaltene Zinsen bspw. auf USD-Guthaben. Diese werden besteuert gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG und sind ebenfalls in Zeile 15 der Anlage KAP einzutragen. Gezahlte Zinsen sind nicht abzugsfähig.
VI. Dividenden
Vereinnahmt ihr Dividenden-Zahlungen aus Aktien, so sind auch diese in Zeile 15 der Anlage KAP anzugeben. Solltet ihr bspw. US-Aktien halten und das nötige W-8BEN Formular ausgefüllt haben, werden Euch 15% amerikanische Quellensteuer abgezogen. Diese könnt ihr Euch auf die deutsche Steuerschuld anrechnen lassen. Tragt die einbehaltene Quellensteuer in Zeile 51 der Anlage KAP ein „Anrechenbare noch nicht angerechnete ausländische Steuern.“.
Für Aktien aus anderen Ländern sieht die Situation im Zweifelsfall ganz anders aus. Das hier alles aufzudröseln sprengt den Rahmen (und meine Zeit). Grundsätzlich kann man aber davon ausgehen, dass nie mehr als 15% gezahlter Quellensteuer angerechnet werden dürfen.

References: § 370
 § 20
 § 175
 § 20
 § 20
 § 20
 § 20
 § 23
 § 23
 § 23
 § 20