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Timestamp: 2016-10-27 21:00:28+00:00

Document:
1B_196/2015 (17.05.2016)
1B_196/2015 � � Urteil vom 17. Mai 2016
Bundesrichter Merkli, Karlen, Eusebio, Kneub�hler,
A.________, Beschwerdef�hrerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Christos Antoniadis,
B.________, Forensisches Institut Z�rich, Postfach, 8021 Z�rich,
Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis.
Strafverfahren; Auftrag f�r ein unfalltechnisches Gutachten; Ausstandspflicht,
Beschwerde gegen den Beschluss vom 20. April 2015 des Obergerichts des Kantons Z�rich, III. Strafkammer.
Am 27. M�rz 2014 ereignete sich auf der Albisstrasse in Mettmenstetten im Bereich einer Kurve mit Sicherheitslinie (ausserorts) ein Verkehrsunfall. Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen konnten die Verantwortlichkeiten der am Unfall beteiligten Fahrzeuglenkerinnen A.________, C.________ und D.________ nicht gekl�rt werden. Am 7. April 2014 erteilte die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis dem Forensischen Institut Z�rich (FOR), zuhanden von B.________, dipl. phys. ETHZ, den Auftrag f�r die Erstattung eines Vorberichts (nachfolgend auch: Kurzbericht) mit Kostenvoranschlag f�r ein unfalltechnisches Gutachten. Den Akten ist zu entnehmen, dass die Staatsanwaltschaft das FOR am 24. April 2014 zudem telefonisch ersuchte, im Rahmen des Vorberichts insbesondere zur Frage der Kollisionsstelle der in der ersten Phase erfolgten Frontalkollision zwischen A.________ und C.________ Stellung zu nehmen und einen m�glichen Fragenkatalog f�r ein unfalltechnisches Gutachten vorzuschlagen.
Am 2. Juli 2014 erstattete das FOR einen Vorbericht (inkl. Fragenkatalog) und veranschlagte die Kosten f�r ein unfalltechnisches Gutachten mit Fr. 4'000.--. Der Bericht wurde von folgenden Personen unterzeichnet: E.________, dipl. Automobil-Ing. FH, Experte Unfalluntersuchungen, unter dem Titel "Hauptsachbearbeitung", F.________, Sachbearbeiter Unfalluntersuchungen, unter dem Titel "Weitere Sachbearbeitung" und B.________, Fachbereichsleiter Unf�lle/Technik, unter dem Titel "Kontrolle". Gem�ss Vorbericht hat die erste Frontalkollision auf dem Fahrstreifen von C.________ stattgefunden und hat A.________ folglich die dortige Sicherheitslinie �berfahren (bzw. ist auf die Gegenfahrbahn geraten). Anl�sslich der staatsanwaltlichen Einvernahmen wurde dies von A.________ bestritten. C.________ blieb bei ihrer Aussage, dass A.________ die Sicherheitslinie �berfahren habe und sie auf ihre Fahrbahn geraten sei. D.________ erkl�rte dagegen, C.________ habe mit ihrem Fahrzeug einen Schwenker auf die andere Fahrbahnseite (d.h. auf jene von A.________) gemacht.
Mit Verf�gung vom 5. Januar 2015 beauftragte die Staatsanwaltschaft das FOR, zuhanden von B.________, mit der Ausarbeitung eines unfalltechnischen Gutachtens. Der Auftrag enthielt den vom FOR im Rahmen der Vorberichterstattung vorgeschlagen Fragenkatalog. Dagegen erhob A.________ Beschwerde bei der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Z�rich. Sie machte gegen B.________ einen Ausstandsgrund geltend. Mit Beschluss vom 20. April 2015 wies das Obergericht die Beschwerde ab, soweit darauf eingetreten werden konnte.
Mit Eingabe vom 1. Juni 2015 erhebt A.________ Beschwerde in Strafsachen mit dem Begehren, B.________ habe in den Ausstand zu treten. Das Obergericht und die Staatsanwaltschaft haben auf eine Stellungnahme zur Beschwerde verzichtet. B.________ hat sich mit Eingabe vom 25. Juni 2014 ge�ussert. A.________ hat dazu Stellung genommen und beantragt die Gutheissung der Beschwerde.
In strafrechtlichen Angelegenheiten ist die Beschwerde in Strafsachen gegen einen selbst�ndig er�ffneten, kantonal letztinstanzlichen Zwischenentscheid �ber ein Ausstandsbegehren grunds�tzlich zul�ssig (Art. 78 Abs. 1 i.V.m. Art. 92 Abs. 1 BGG und Art. 80 Abs. 1 BGG). Die Person, die am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat und ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids geltend macht, ist nach Art. 81 Abs. 1 BGG zur Beschwerde berechtigt. Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist grunds�tzlich einzutreten.
Gem�ss Art. 184 Abs. 3 Satz 1 StPO gibt die Verfahrensleitung den Parteien vorg�ngig der Erteilung eines Gutachtensauftrags Gelegenheit, sich zur sachverst�ndigen Person und zu den Fragen zu �ussern und dazu eigene Antr�ge zu stellen.
Mit Blick auf die von der Beschwerdef�hrerin erhobene R�ge, sie habe sich nicht vorg�ngig �ussern k�nnen, weshalb ihr Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt sei, ist Folgendes zu bemerken: Es trifft zu, dass die Staatsanwaltschaft der Beschwerdef�hrerin keine Gelegenheit gegeben hat, vorg�ngig des Gutachtensauftrags Einwendungen gegen die Person des Sachverst�ndigen vorzubringen. Sie informierte die Beschwerdef�hrerin aber noch vor der vorgesehenen Begutachtung - mit der Zustellung des Gutachtensauftrags am 7. Januar 2015 - �ber die Person des Gutachters und den Fragenkatalog. Zudem enthielt der Gutachtensauftrag den ausdr�cklichen Hinweis, dass die Beschwerdef�hrerin berechtigt sei, sich gegen�ber der Verfahrensleitung innert 10 Tagen zur sachverst�ndigen Person und zu den Fragen zu �ussern sowie eigene Antr�ge zu stellen (vgl. Verf�gung vom 5. Januar 2015, S. 3). Dass sie von dieser M�glichkeit keinen Gebrauch gemacht hat, muss sich die Beschwerdef�hrerin selber anrechnen lassen. Zudem l�sst sich weder der Beschwerde noch den Akten entnehmen, welche Erg�nzungs- oder Zusatzfragen die Beschwerdef�hrerin h�tte stellen wollen. Es liegt deshalb keine Verletzung von Art. 184 Abs. 3 Satz 1 StPO vor.
Da Art. 29 Abs. 2 BV dem Betroffenen lediglich das Recht einr�umt, nachtr�glich zur Person und zum Gutachten eines Sachverst�ndigen Stellung zu nehmen und gegebenenfalls Erg�nzungsfragen zu stellen (BGE 125 V 332 E. 4b S. 337; 120 V 357 E. 1c S. 362; 119 Ia 260 E. 6c; vgl. auch Urteil 6B_298/2012 vom 16. Juli 2012 E. 3.3), ist insoweit auch keine Grundrechtsverletzung ersichtlich.
3.1.�In der Hauptsache r�gt die Beschwerdef�hrerin eine Verletzung von Art. 183 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 56 lit. b und f StPO. Der Beschwerdegegner habe den Vorbericht mitunterzeichnet und sei in der Folge mit der Ausarbeitung des unfalltechnischen Gutachtens beauftragt worden. Daher sei er vorbefasst bzw. befangen und es m�sse bef�rchtet werden, dass er im zu erstattenden Gutachten zum gleichen Ergebnis gelangen werde wie im Vorbericht.
3.2.�Gem�ss Art. 182 StPO ziehen Staatsanwaltschaft und Gerichte eine oder mehrere sachverst�ndige Personen bei, wenn sie nicht �ber die besonderen Kenntnisse und F�higkeiten verf�gen, die zur Feststellung oder Beurteilung eines Sachverhalts erforderlich sind. Die Anforderungen an die sachverst�ndige Person sowie die bei deren Ernennung und bei der Erstellung des Gutachtens zu beachtenden Vorschriften sind in Art. 183 ff. StPO geregelt.
3.3.�F�r Sachverst�ndige gelten die Ausstandsgr�nde nach Art. 56 StPO (Art. 183 Abs. 3 StPO). Danach tritt eine in einer Strafbeh�rde t�tige Person namentlich in den Ausstand, wenn sie in einer anderen Stellung, insbesondere als Mitglied einer Beh�rde, als Rechtsbeistand einer Partei, als Sachverst�ndige oder Sachverst�ndiger, als Zeugin oder Zeuge, in der gleichen Sache t�tig war (lit. b) oder aus anderen Gr�nden, insbesondere wegen Freundschaft oder Feindschaft mit einer Partei oder deren Rechtsbeistand, befangen sein k�nnte (lit. f). Gem�ss Art. 30 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 14 Ziff. 1 UNO-Pakt II hat jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter entschieden wird. Diese Verfahrensgarantie wird nach der Rechtsprechung sinngem�ss auf das Erfordernis der Unabh�ngigkeit und Unparteilichkeit von Sachverst�ndigen �bertragen (BGE 132 V 93 E. 7.1 S. 109; 126 III 249 E. 3c S. 253; je mit Hinweis), wobei sich die Anforderungen bei administrativ bestellten Hilfspersonen formell nach Art. 29 Abs. 1 BV richten (vgl. GEROLD STEINMANN, in: St. Galler Kommentar BV, 3. Aufl. 2014, Rz. 35 zu Art. 29 BV mit weiteren Nachweisen). Hinsichtlich der Unparteilichkeit und Unbefangenheit kommt Art. 29 Abs. 1 BV indessen ein mit Art. 30 Abs. 1 BV weitgehend �bereinstimmender Gehalt zu (BGE 127 I 196 E. 2b S. 198).
3.4.�Voreingenommenheit bzw. Befangenheit werden bejaht, wenn Umst�nde vorliegen, die bei objektiver Betrachtung geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Sachverst�ndigen zu erwecken. Solche Umst�nde k�nnen in einem bestimmten Verhalten des betreffenden Sachverst�ndigen oder in gewissen �usseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur begr�ndet sein. Hierbei ist nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abzustellen, sondern das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begr�ndet erscheinen. Der Ausgang des Verfahrens muss aus Sicht aller Beteiligten als offen erscheinen (BGE 140 I 326 E. 5.1 S. 328 mit Hinweis). F�r die Ablehnung wird nicht verlangt, dass der Sachverst�ndige tats�chlich voreingenommen ist; es gen�gt, wenn die Gegebenheiten den Anschein der Befangenheit zu begr�nden verm�gen (BGE 140 I 240 E. 2.2 S. 242; 137 I 227 E. 2.1 S. 229; je mit Hinweisen).
4.1.�Ob eine unzul�ssige, den Verfahrensausgang vorwegnehmende Vorbefassung vorliegt, kann nicht generell gesagt werden; nach der Rechtsprechung ist vielmehr im Einzelfall anhand der Umst�nde zu untersuchen, ob die konkret zu entscheidende Rechtsfrage trotz Vorbefassung als noch offen erscheint (BGE 131 I 117 E. 3.4 S. 116 f.; 114 Ia 50 E. 3d S. 59; je mit Hinweisen).
4.2.�Die Vorinstanz f�hrt aus, der Beschwerdegegner w�rde sich als Sachverst�ndiger im Rahmen der Erstattung des Unfallgutachtens mit dem gleichen Untersuchungsgegenstand befassen wie anl�sslich der Kontrolle des Vorberichts. Eine "gleiche Sache" i.S.v. Art. 56 lit. b StPO sei auch zu bejahen, wenn eine sachverst�ndige Person ausser- oder vorprozessual mit demselben Untersuchungsgegenstand bereits befasst gewesen sei. Insofern gelte der Beschwerdegegner "grunds�tzlich als vorbefasst". Die Vorbefassung sei aber vorliegend nicht unzul�ssig.
4.3.�Dies wird von der Beschwerdef�hrerin bestritten. Sie bringt im Wesentlichen vor, der Beschwerdegegner k�nne als Gutachter gar nicht anders, als die Ergebnisse des Vorberichts, die er kontrolliert hat, zu best�tigen, da er sich sonst den Vorwurf der Unsorgfalt gefallen lassen m�sste. Dies umso mehr, als die Rekonstruktion des Unfallablaufs "nach eingehender Pr�fung" erfolgt und es somit "naheliegend" sei, dass ein detailliertes unfallanalytisches Gutachten "die grundlegenden Resultate" best�tigen werde (vgl. Stellungnahme des Beschwerdegegners vor dem Obergericht vom 9. Februar 2015, S. 3). Damit steht nach Auffassung der Beschwerdef�hrerin das Resultat des zu erstellenden Gutachtens bereits fest.
4.4.1.�Die im Vorbericht behandelten Sachverhaltsfragen - insbesondere diejenige zur Kollisionsstelle zwischen dem Personenwagen von C.________ und dem Personenwagen der Beschwerdef�hrerin - sind weitgehend naturwissenschaftlich-technischer Natur. Sie lassen sich mit Hilfe von Computerprogrammen aufgrund der spurenkundlichen (objektiven) Ankn�pfungstatsachen (Spurenbilder, �bertragungsspuren, Fahrzeugbesch�digungen, Mikrospuren, dokumentierte Fahrzeugendlagen, Verletzungen von beteiligten Personen etc.) und der unfallanalytischen Grundlagen, die wiederum auf physikalischen Gesetzm�ssigkeiten und mathematischen Berechnungsmethoden basieren, beantworten (zur Unfallrekonstruktion im Einzelnen vgl. HERMANN APPEL/ GERALD KRABBEL/DIRK VETTER, Unfallforschung, Unfallmechanik und Unfallrekonstruktion, 2. Aufl. 2002, S. 143 ff.; zur Entwicklung der technisch-physikalischen Unfallanalyse in der Schweiz vgl. ERICH PETER, Physik ist f�r alle gleich - Erfahrungen aus �ber 35 Jahren Gutachtert�tigkeit zu Verkehrsunf�llen, in: Kieser/Lendfers (Hrsg.), Sachverhaltsabkl�rung in der Sozialversicherung, 2014, S. 46 ff.; WERNER M�LLER/ JOCHEN BUCK/CHRISTOPH M�LLER, Unfallanalytik - Technische Fragestellungen, in: Buck/Krumbholz [Hrsg.] Sachverst�ndigenbeweis im Verkehrsrecht, 2008, Rz. 6 ff. und 43 ff. zu � 1). Je mehr objektive Ankn�pfungstatsachen vorliegen, desto kleiner sind auch die Toleranzen f�r den Auswerter. Bei einer guten, unumstrittenen Spurenlage und einem aussagekr�ftigen Gesamtspurenbild kann es daher vorkommen, dass nur noch ein einziger Unfallablauf (in engen Toleranzen) mit den objektiven Ankn�pfungstatsachen vereinbar ist, wie der Beschwerdegegner vorbringt. Solche F�lle lassen dem Unfallgutachter nur noch einen geringen Spielraum offen.
4.4.2.�Der Beschwerdegegner bezeichnet die spurenkundlichen Grundlagen f�r die Unfallanalyse als "sehr gut", insbesondere aufgrund der Fotos, die der Unfalltechnische Dienst der Kantonspolizei Z�rich am Unfallort erstellt hat und die im Rahmen des Vorberichts "eingehend" gepr�ft wurden (vgl. Kurzbericht S. 2). Sachbearbeiter des FOR haben einen beteiligten Unfallwagen zudem erg�nzend selber besichtigt. Damit ist zu erwarten, dass die Kollisionskonfigurationen, die sich aufgrund der festgestellten Fahrzeugsch�den ableiten lassen, aufgrund der physikalischen Gesetzm�ssigkeiten in relativ engen Toleranzen rekonstruierbar sind. Der Gutachter verf�gt insoweit �ber wenig Entscheidungsspielraum. Darauf bezieht sich der Beschwerdegegner, wenn er in der Stellungnahme vom 9. Februar 2015 ausf�hrt, es sei "naheliegend", dass ein detailliertes unfallanalytisches Gutachten die grundlegenden Resultate der Vorabkl�rung zum Sachverhalt best�tigen d�rfte. Es ist aber auch nicht ganz ausgeschlossen, dass im Laufe der Begutachtung noch neue Tatsachen zu ber�cksichtigen sind, zumal dem Vorbericht entnommen werden kann, dass die bei der Spurensicherung mittels Klebebandmethode abgenommenen Mikrospuren noch nicht ausgewertet wurden. Welche Erkenntnisse diese Spurenauswertung bringen wird, ist vorderhand noch offen.
4.4.3.�Der Umstand, dass das Ergebnis des Unfallgutachtens aufgrund der objektiven Ankn�pfungstatsachen und unfallanalytischen Grundlagen in relativ hohem Masse als vorbestimmt erscheint, liegt somit vorab in der Sache und nicht in der Person des Beschwerdegegners begr�ndet, was die Vorinstanz zutreffend hervorgehoben hat.
Indessen ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich die Sachbearbeiter des FOR und der Beschwerdegegner im Vorbericht �ber den Unfallhergang "nach eingehender Pr�fung" bereits weitgehend festgelegt haben, ohne an die f�r den Beizug von Expertenwissen geltenden Formen gebunden und ordnungsgem�ss in die Pflicht genommen worden zu sein, worauf sie im Kurzbericht selber hingewiesen haben. Auch wenn die Auswertung der Spuren vorliegend weitgehend auf naturwissenschaftlich-technischen Grundlagen und Gesetzm�ssigkeiten beruhen mag, erweckt die Feststellung im Vorbericht - objektiv betrachtet - den Eindruck, die Mitarbeiter des FOR gingen davon aus, sie h�tten alle f�r die Rekonstruktion des Unfalls wesentlichen Elemente geeignet einbezogen und w�rden als Gutachter kaum zu anderen Schl�ssen gelangen als im Vorbericht. Das Ergebnis der Begutachtung scheint damit f�r die Beteiligten, namentlich f�r die Beschwerdef�hrerin, nicht mehr ergebnisoffen. Vielmehr geht der Beschwerdegegner selber davon aus, es sei naheliegend, dass das detaillierte unfallanalytische Gutachten angesichts der guten Spurenlage die grundlegenden Resultate der Vorabkl�rung best�tigen werde. Der Umstand, dass dies haupts�chlich auf das aussagekr�ftige Gesamtspurenbild zur�ckzuf�hren ist, l�sst die Person des Beschwerdegegners und der Mitwirkenden am Vorbericht - aus der Sicht der Beteiligten - aber nicht vollst�ndig in den Hintergrund treten. Die Person des Gutachters kann bei der Analyse eines komplexen Unfallgeschehens objektiv betrachtet kaum vollst�ndig aus der Gutachtert�tigkeit weggedacht werden, zumal f�r den Beizug der Ankn�pfungstatsachen mitunter bestimmte Annahmen oder Interpretationen getroffen werden m�ssen und die Erfahrung eine gewisse Rolle spielt.
Vorliegend haben zwei Sachbearbeiter des FOR den einen beteiligten Unfallwagen ebenfalls pers�nlich in Augenschein genommen und eine erg�nzende Spurensicherung durchgef�hrt (Kurzbericht, S. 2). Das Gesetz sieht f�r den Beizug von naturwissenschaftlich-technischen und anderen Sachverst�ndigen und deren Ausstandspflichten keine unterschiedlichen Regeln vor; f�r alle gelten die Art. 182 ff. und Art. 56 StPO. Es w�re kompliziert und kaum praktikabel, bei Vorberichten mit anschliessendem Gutachten wie hier im Detail zu analysieren, ob und in welchem Umfang neben rein naturwissenschaftlich-technischen Feststellungen und Berechnungen auch bestimmte Annahmen, eigene Feststellungen und Interpretationen Ber�cksichtigung gefunden haben, bei denen die Person des Beauftragten eine gewisse Rolle spielen kann. Dies umso mehr, als nicht ausschlaggebend ist, ob diese Ankn�pfungselemente sachkundig einbezogen worden und fachlich gerechtfertigt sind, sondern ob sie objektiv betrachtet beim Beteiligten den Anschein erwecken k�nnen, der (Mit-) Unterzeichner des Vorberichts sei f�r eine anschliessende Gutachtert�tigkeit nicht mehr unvoreingenommen (vgl. E. 4.4 hiervor). Auf eine solche Situation kann sich die Beschwerdef�hrerin berufen. Die pers�nliche Integrit�t und der einwandfreie Ruf des bezeichneten Experten als Wissenschaftler und Fachperson verm�gen das bei ihr aufgrund der Vorbefassung entstandene Misstrauen aus nachvollziehbaren Gr�nden nicht gen�gend zu beseitigen. Die Beschwerde erweist sich daher als begr�ndet.
4.4.4.�Will die Staatsanwaltschaft in einer ersten Phase einen sachverst�ndigen Vorbericht zu einem Unfallgeschehen bzw. ein Kurzgutachten erstellen lassen, was durchaus zweckdienlich und �konomisch sein kann, so muss sie demnach die beigezogenen sachverst�ndigen Personen bereits in dieser Phase nach den Vorschriften der Art. 182 ff. StPO beauftragen, wenn ihnen oder einem von ihnen sp�ter die Ausarbeitung eines weiterf�hrenden Gutachtens �ber dasselbe Geschehen �bertragen werden soll. Es steht nichts entgegen, einen ordnungsgem�ss bestellten Experten �ber den gleichen Sachverhalt mehrmals als Gutachter zu befragen bzw. auch f�r erg�nzende oder vertiefende Arbeiten als Sachverst�ndigen beizuziehen. Er gilt nach einer ersten �usserung als Experte, wie in einem Kurz- oder Vorabgutachten (z.B. �ber die Gef�hrlichkeit eines Beschuldigten), nicht als vorbefasst i.S.v. Art. 56 lit. b StPO (Urteile 1B_45/2015 vom 29. April 2015 E. 2.3 und 1B_362/2015 vom 10. Dezember 2015 E. 3.2.1; MARKUS BOOG, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Rz. 28 zu Art. 56 StPO, m.w.H.; vgl. auch Art. 189 StPO), ebenso wenig wie im Allgemeinen der Richter, der im Laufe eines Verfahrens vor dem instanzabschliessenden Entscheid Verfahrenshandlungen vorgenommen hat und Vor- bzw. Zwischenentscheide gef�llt hat (BGE 131 I 113 E. 3.5 S. 117 ff.). Indessen lassen die Vorschriften �ber den Ausstand nicht zu, eine �ber besonderes Fachwissen verf�gende Person im Rahmen einer Strafuntersuchung betreffend ein Unfallgeschehen konkret zum Ablauf Stellung beziehen zu lassen und sie hernach als Experten f�r die Analyse des Hergangs zu ernennen. Ein solches Vorgehen kann bei den Beteiligten den Anschein erwecken, der Experte sei im Zeitpunkt seiner Ernennung nicht mehr frei, von seiner zuvor in anderer Stellung ge�usserten Auffassung abzur�cken bzw. nicht mehr unvoreingenommen.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Es liegt - objektiv betrachtet - ein Ausstandsgrund im Sinne von Art. 56 lit. b StPO vor. Der Beschwerdegegner hat in den Ausstand zu treten.
Es sind keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 4 BGG). Der Kanton Z�rich hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 20. April 2015 wird aufgehoben. Der Beschwerdegegner hat in den Ausstand zu treten.
Der Kanton Z�rich hat der Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Beschwerdeverfahren eine Entsch�digung von Fr. 2'000.-- zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft Limmattal/ Albis und dem Obergericht des Kantons Z�rich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 17. Mai 2016

References: Art. 92
 Art. 80
 Art. 81
 Art. 184
 Art. 184
 Art. 29
 Art. 183
 Art. 56
 Art. 182
 Art. 183
 Art. 56
 Art. 30
 Art. 6
 Art. 14
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 30
 Art. 56
 Art. 182
 Art. 56
 Art. 182
 Art. 56
 Art. 56
 Art. 189
 Art. 56