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Timestamp: 2019-07-19 09:07:02+00:00

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Rechtsprechung: NJW-RR 2006, 1389 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Zweibrücken, 15.12.2005
https://dejure.org/2006,1090
BGH, 18.05.2006 - V ZB 142/05 (https://dejure.org/2006,1090)
BGH, Entscheidung vom 18.05.2006 - V ZB 142/05 (https://dejure.org/2006,1090)
BGH, Entscheidung vom 18. Mai 2006 - V ZB 142/05 (https://dejure.org/2006,1090)
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Bestimmung des Verkehrswertes durch Vollstreckungsgericht bei Zwangsversteigerung kann ggf. auch Bodengutachten bei Altlastenverdacht erfordern
Verkehrswertfestsetzung für ein ehemaliges Gewerbegelände; Möglichkeit einer Bodenverunreinigung; Eintragung in das Altstandortkataster; Minderung des Bodenwerts um fünf Prozent; Notwendigkeit der Hinzuziehung sachverständiger Hilfe; Unverhältnismäßigkeit der Kosten für ein Bodenprobegutachten
Zur Verkehrswertermittlung des Vollstreckungsgerichts für ein Grundstück, bei dem ein ernstzunehmender Altlastenverdacht besteht
Pflichten des Vollstreckungsgerichts bei der Wertermittlung; Aufklärung eines Altlastenverdachts
Ermittlung d. Verkehrswerts auch mittels Bodengutachten?
Kurznachricht zu "Zur Berücksichtigung von Altlasten im Zwangsversteigerungsverfahren" von Matthias Morgenstern und Norbert Messer, original erschienen in: GuG 2007, 98 - 101.
AG Winsen, 08.12.2004 - 10 K 2/01
LG Lüneburg, 08.08.2005 - 4 T 1/05
NJW-RR 2006, 1389
MDR 2007, 110
NZM 2006, 678
WM 2006, 1727
Rpfleger 2006, 554
Er darf in schutzwürdiger Weise darauf vertrauen, dass der Gutachter bei der Ermittlung des Verkehrswerts sorgfältig und sachgemäß verfahren ist (…s. Senatsurteile vom 6. Februar 2003 aaO …und vom 9. März 2006 aaO S. 316 Rn. 7 f; vgl. auch BGH, Beschluss vom 18. Mai 2006 - V ZB 142/05, NJW-RR 2006, 1389, 1390 Rn. 9).
Mit der Wertermittlung und -festsetzung soll vornehmlich der "Verschleuderung" des Grundbesitzes entgegengewirkt werden (…s. dazu Senatsurteil vom 6. Februar 2003 aaO; BGH, Beschluss vom 18. Mai 2006 aaO; OLG Rostock DS 2008, 386, 387;… Hintzen aaO § 74a Rn. 32).
Eine Erstattung der außergerichtlichen Kosten der Schuldner kommt nicht in Betracht, weil sich die Beteiligten des Zwangsversteigerungsverfahrens grundsätzlich nicht als Parteien im Sinne der Zivilprozessordnung gegenüber stehen (Senat, Beschl. v. 20. Juli 2006, V ZB 168/05, zur Veröffentlichung bestimmt; ferner Beschl. v. 18. Mai 2005, V ZB 142/05, WM 2006, 1727, 1730; OLG Hamburg MDR 1957, 590;… Stöber, ZVG, 14. Aufl., § 99 Rdn. 2 Anm. 2.5).
Zum anderen soll - was aus systematischer Sicht auch § 38 Abs. 2 ZVG nahe legt - Bietinteressenten eine Orientierungshilfe für die Entscheidung an die Hand gegeben werden, ob sie am Verfahren teilnehmen und bis zu welcher Höhe sie Gebote abgeben wollen (vgl. Senat, Beschl. v. 18. Mai 2006, V ZB 142/05, NJW-RR 2006, 1389, 1390; Storz/Kiderlen, NJW 2007, 1846; jeweils m.w.N.).
Vielmehr genügt es, dem insoweit im Vordergrund stehenden Zweck, einer Verschleuderung des beschlagnahmten Grundstücks entgegenzuwirken (vgl. Senat, Beschl. v. 18. Mai 2006, aaO), bei der weiteren Verfahrensgestaltung Rechnung zu tragen.
Das steht einer Anwendung der §§ 91 ff. ZPO grundsätzlich entgegen (vgl. dazu insbesondere Senat, BGHZ 170, 378, 381; ferner Beschl. v. 18. Mai 2005, V ZB 142/05, WM 2006, 1727, 1730).
Das steht einer Anwendung von § 97 Abs. 1 ZPO entgegen (…vgl. dazu insbesondere Senat, Beschl. v. 25. Januar 2007, V ZB 125/05, Rdn. 7, zur Veröffentlichung bestimmt; ferner Beschl. v. 20. Juli 2006, V ZB 168/05, RPfleger 2006, 665, u. v. 18. Mai 2005, V ZB 142/05, WM 2006, 1727, 1730).
Eine Erstattung der außergerichtlichen Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens der Beteiligten zu 2 bis 5 kommt nicht in Betracht, da sich die Beteiligten des Zwangsversteigerungsverfahrens im Wertfestsetzungs-Beschwerdeverfahren nicht als Parteien gegenüberstehen (Senat, Beschl. v. 18. Mai 2006, V ZB 142/05, WM 2006, 1727, 1730).
Denn die Wertermittlung und -festsetzung gemäß § 74a Abs. 5 Satz 1 ZVG soll einer Verschleuderung des beschlagnahmten Grundstücks entgegenwirken (vgl. §§ 74a, 85a Abs. 1 ZVG) und den Bietinteressenten eine Orientierungshilfe für ihre Entscheidung geben; sie muss daher auf eine sachgerechte Bewertung des Grundstücks ausgerichtet sein (vgl. Senat, Beschluss vom 18. Mai 2006 - V ZB 142/05, NZM 2006, 678 Rn. 9 mwN).
(b) Angesichts der Bedeutung der Wertfestsetzung muss die Verfahrensgestaltung allerdings den Belangen des Schuldners ausreichend Rechnung tragen (vgl. Senat, Beschluss vom 18. Mai 2006 - V ZB 142/05, NZM 2006, 678 Rn. 16).
Folglich hätte die Wertermittlung und -festsetzung gemäß § 74a Abs. 5 Satz 1 ZVG ihren Zweck, einer Verschleuderung des Grundstücks entgegenzuwirken und den Bietinteressenten Orientierungshilfe für ihre Entscheidung zu geben, verfehlt (vgl. Senat, Beschluss vom 18. Mai 2006, V ZB 142/05, WM 2006, 1727;… BGH, Urt. v. 6. Februar 2003, III ZR 44/02, WM 2003, 2053;… Urt. v. 9. März 2006, III ZR 143/05, WM 2006, 867, 868).
Das Gericht ist deshalb verpflichtet, alle den Grundstückswert beeinflussenden Umstände tatsächlicher und rechtlicher Art sorgfältig zu ermitteln und bei der Wertfestsetzung zu berücksichtigen (BGH NJW-RR 2006, 1389 Rn. 9 = Rpfleger 2006, 554;… Stöber, ZVG, 19. Aufl. 2009, § 74a Anm. 7.5.).
Bestehen ernstzunehmende Anhaltspunkte, dass der Boden eines beschlagnahmten Grundstücks durch solche Altlasten verunreinigt sein könnte, so ist das Vollstreckungsgericht deshalb grundsätzlich gehalten, mit sachverständiger Hilfe zu ermitteln, ob eine Kontaminierung vorliegt und wie schwerwiegend sie ist (BGH NJW-RR 2006, 1389 Rn. 10 = Rpfleger 2006, 554; OLG Karlsruhe Rpfleger 2010, 688, 689 f.;… Stöber, ZVG, 19. Aufl. 2009, § 66 Anm. 6.2.c).
Es muss Verdachtsmomenten nachgehen und alle zumutbaren Erkenntnisquellen über eine etwaige Verunreinigung nutzen (BGH NJW-RR 2006, 1389 Rn. 10 = Rpfleger 2006, 554).
Solche stillgelegten Werkstätten oder ähnliche Anlagen gelten allgemein als erhebliche potentielle Ursache von Bodenverunreinigungen, weil bei ihrem Betrieb erfahrungsgemäß mit Öl oder anderen umweltgefährdenden Stoffen umgegangen wird (vgl. § 2 Abs. 5, 6 BBodSchG; BGH NJW-RR 2006, 1389 Rn. 11 = Rpfleger 2006, 554; OLG Karlsruhe Rpfleger 2010, 688, 689 f.).
Sie ist damit eine der auch unter Berücksichtigung des Eigentumsschutzes (Art. 14 GG) notwendigen (Senat, Beschl. v. 18. Mai 2006, V ZB 142/05, NJW-RR 2006, 1389, 1390 f.) verfahrensmäßigen Vorkehrungen, die eine - auch im Interesse der Gläubiger liegende - angemessene Verwertung des beschlagnahmten Grundstücks fördern und seiner Verschleuderung entgegenwirken.
OLG Zweibrücken, 15.12.2005 - 3 W 221/05
https://dejure.org/2005,1530
OLG Zweibrücken, 15.12.2005 - 3 W 221/05 (https://dejure.org/2005,1530)
OLG Zweibrücken, Entscheidung vom 15.12.2005 - 3 W 221/05 (https://dejure.org/2005,1530)
OLG Zweibrücken, Entscheidung vom 15. Dezember 2005 - 3 W 221/05 (https://dejure.org/2005,1530)
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Notare Bayern , S. 73 (Volltext und Kurzanmerkung)
KostO § 156 Abs. 2; GBO § 133; GBAbVfV § 1 Satz 1 Nr. 3 a
Gebühren für automatisierten Grundbuchabruf sind verauslagte Gerichtskosten
§ 147 Abs 3 KostO, § 154 Abs 1 KostO, § 154 Abs 2 KostO, § 156 Abs 6 KostO, § 156 Abs 2 KostO
Notarkosten: Weitergabe der Gebühren für Abrufe im automatisierten Grundbuchverfahren durch den Notar
Notarrecht - Abrechnen der Kosten des automatisierten Grundbuchabrufs
Notargebühren: Erstattungsfähigkeit verauslagter Kosten beim automatisierten Grundbuchabruf; Anspruch eines Notars gegen den Zahlungspflichtigen auf Zahlung des Betrages der von der Justiz für die automatisierte Gewährung der Einsicht in das Grundbuch erhobenen Gebühren als verauslagte Gerichtskosten; Gebühr für den Abruf von Daten aus einem Grundbuchblatt; Begriffliche Einordnung der Gebühren
Kosten der Einsicht ins EDV-Grundbuch
NJW-RR 2006, 1391
FGPrax 2006, 135
Rpfleger 2006, 228
Die Tatsache, dass der Notar Kostenschuldner gegenüber der Justiz ist, besagt noch nicht, wer diese Kosten letztlich zu tragen hat (vgl. - in anderem Zusammenhang - auch OLG Zweibrücken Rpfleger 2006, 228, [OLG Zweibrücken 15.12.2005 - 3 W 221/05] zitiert nach juris).

References: § 74
 § 99
 § 38
 § 97
 § 74
 § 74
 § 74
 § 66
 § 2
 BGH 
 § 156
 § 133
 § 1

§ 147
 § 154
 § 154
 § 156
 § 156