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Timestamp: 2017-06-28 22:28:40+00:00

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Vorschriften, §§ 211 - 222 StGB
(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. (2) Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des
Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen
Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder
zu verdecken, einen Menschen tötet. § 212
[Totschlag]
(1) Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein,
wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf
Jahren bestraft. (2) In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange
Freiheitsstrafe zu erkennen. § 213
[Minder schwerer Fall des Totschlags]
War der Totschläger ohne eigene Schuld durch eine ihm
oder einem Angehörigen zugefügte Mißhandlung oder
schwere Beleidigung von dem getöteten Menschen zum Zorn gereizt und
hierdurch auf der Stelle zur Tat hingerissen worden oder liegt
sonst ein minder schwerer Fall vor, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren. §§ 214 und 215 (weggefallen)
§§ 216
[Tötung auf Verlangen]
(1) Ist jemand durch das ausdrückliche und ernstliche
Verlangen des Getöteten zur Tötung bestimmt worden,
so ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen. (2) Der Versuch ist strafbar. § 217 (aufgehoben)
[Schwangerschaftsabbruch]
(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe
bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handlungen, deren
Wirkung vor Abschluß der Einnistung des befruchteten Eies
in der Gebärmutter eintritt, gelten nicht als Schwangerschaftsabbruch im Sinne dieses Gesetzes. (2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe
von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter gegen den Willen der Schwangeren handelt oder leichtfertig die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung der Schwangeren verursacht. (3) Begeht die Schwangere die Tat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. (4) Der Versuch ist strafbar. Die Schwangere wird nicht wegen Versuchs bestraft. § 218a
[Straflosigkeit des Schwangerschaftsabbruchs]
(1) (nichtig) (2) Der mit Einwilligung der Schwangeren von einem Arzt vorgenommene
Schwangerschaftsabbruch ist nicht rechtswidrig, wenn nach ärztlicher
Erkenntnis der Abbruch notwendig ist, um eine Gefahr für
das Leben der Schwangeren oder die Gefahr einer schwerwiegenden
Beeinträchtigung ihres körperlichen oder seelischen
Gesundheitszustandes abzuwenden, sofern diese Gefahr nicht auf
andere für sie zumutbare Weise abgewendet werden kann.
(3) Die Voraussetzungen des Absatzes 2 gelten auch als erfüllt,
wenn nach ärztlicher Erkenntnis dringende Gründe für
die Annahme sprechen, daß das Kind infolge einer Erbanlage
oder schädlicher Einflüsse vor der Geburt an einer nicht
behebbaren Schädigung seines Gesundheitszustandes leiden
würde, die so schwer wiegt, daß von der Schwangeren
die Fortsetzung der Schwangerschaft nicht verlangt werden kann.
Dies gilt nur, wenn die Schwangere dem Arzt durch eine Bescheinigung
nach § 219 Abs.3 Satz 2 nachgewiesen hat, daß sie
sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff hat beraten lassen,
und wenn seit der Empfängnis nicht mehr als zweiundzwanzig Wochen verstrichen sind. (4) Die Schwangere ist nicht nach § 218 strafbar, wenn
der Schwangerschaftsabbruch nach Beratung (§ 219) von einem
Arzt vorgenommen worden ist und seit der Empfängnis nicht
mehr als zweiundzwanzig Wochen verstrichen sind. Das Gericht kann
von Strafe nach § 218 absehen, wenn die Schwangere sich zur
Zeit des Eingriffs in besonderer Bedrängnis befunden hat.
[Schwangerschaftsabbruch ohne ärztliche Feststellung; unrichtige ärztliche Feststellung]
(1) Wer in den Fällen des § 218a Abs.2 oder 3
eine Schwangerschaft abbricht, ohne daß ihm die schriftliche
Feststellung eines Arztes, der nicht selbst den Schwangerschaftsabbruch
vornimmt, darüber vorgelegen hat, ob die Voraussetzungen
des § 218a Abs.2 oder 3 Satz 1 gegeben sind, wird mit Freiheitsstrafe
bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht
in § 218 mit Strafe bedroht ist. Wer als Arzt wider besseres
Wissen eine unrichtige Feststellung über die Voraussetzungen
des § 218a Abs.2 oder 3 Satz 1 zur Vorlage nach Satz 1
trifft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe
bestraft, wenn die Tat nicht in § 218 mit Strafe bedroht
ist. Die Schwangere ist nicht nach Satz 1 oder 2 strafbar.
(2) Ein Arzt darf Feststellungen nach § 218a Abs.2
oder 3 Satz 1 nicht treffen, wenn ihm die zuständige Stelle
dies untersagt hat, weil er wegen einer rechtswidrigen Tat nach Absatz 1, den §§ 218, 219a oder 219b oder wegen einer anderen rechtswidrigen Tat, die er im Zusammenhang mit einem Schwangerschaftsabbruch
begangen hat, rechtskräftig verurteilt worden ist. Die zuständige
Stelle kann einem Arzt vorläufig untersagen, Feststellungen
nach § 218a Abs.2 und 3 Satz 1 zu treffen, wenn gegen ihn
wegen des Verdachts einer der in Satz 1 bezeichneten rechtswidrigen
Taten das Hauptverfahren eröffnet worden ist. § 219 (nichtig)
[Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft]
(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten
von Schriften (§ 11 Abs.3) seines Vermögensvorteils
wegen oder in grob anstößiger Weise eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs oder Mittel, Gegenstände oder Verfahren, die zum Abbruch der Schwangerschaft geeignet sind, unter Hinweis auf diese Eignung
anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen
Inhalts bekanntgibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Absatz 1 Nr.1 gilt nicht, wenn Ärzte oder auf Grund
Gesetzes anerkannte Beratungsstellen darüber unterrichtet
werden, welche Ärzte, Krankenhäuser oder Einrichtungen
bereit sind, einen Schwangerschaftsabbruch unter den Voraussetzungen
des § 218a Abs.1 bis 3 vorzunehmen. (3) Absatz 1 Nr.2 gilt nicht, wenn die Tat gegenüber
Ärzten oder Personen, die zum Handel mit den in Absatz 1
Nr.2 erwähnten Mitteln oder Gegenständen befugt sind,
oder durch eine Veröffentlichung in ärztlichen oder pharmazeutischen Fachblättern begangen wird. § 219b
[Inverkehrbringen von Mitteln zum Abbruch der Schwangerschaft]
(1) Wer in der Absicht, rechtswidrige Taten nach § 218
zu fördern, Mittel oder Gegenstände, die zum Schwangerschaftsabbruch
geeignet sind, in den Verkehr bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Die Teilnahme der Frau, die den Abbruch ihrer Schwangerschaft vorbereitet, ist nicht nach Absatz 1 strafbar. (3) Mittel oder Gegenstände, auf die sich die Tat bezieht, können eingezogen werden. § 220 (weggefallen)
[Völkermord]
(1) Wer in der Absicht, eine nationale, rassische, religiöse
oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören, Mitglieder der Gruppe tötet, Mitgliedern der Gruppe schwere körperliche oder seelische Schäden, insbesondere der in § 226 bezeichneten Art, zufügt, die Gruppe unter Lebensbedingungen stellt, die geeignet
sind, deren körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen, Maßregeln verhängt, die Geburten innerhalb der Gruppe verhindern sollen, Kinder der Gruppe in eine andere Gruppe gewaltsam überführt,
wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. (2) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 Nr.2 bis 5 ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren.
[Aussetzung]
in einer hilflosen Lage im Stich läßt, obwohl er ihn in seiner Obhut hat oder sonst beizustehen verpflichtet ist,
und ihn dadurch der Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung aussetzt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. (2) Auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter
(4) In minder schwren Fällen des Absatzes 2 ist auf Feiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 3 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.
[Fahrlässige Tötung]
wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Urteile, Aufsätze, Besprechungen
Das Verhältnis zwischen Mord und Totschlag
Mordmerkmale (Urteil BGH)
Mordmerkmale II
Monika Boettcher (Fall Weimar) (Urteil BGH)
Durchbrechen einer Straßensperre, § 211 (Urteil BGH)
Heimtücke nach Auseinandersetzung (Urteil BGH)
Heimtücke nach vorherigem Wortwechsel (Urteil BGH)
Heimtückemord an Schwerkrankem (Urteil BGH)
Heimtückemord (Urteil BGH)
Zurechnung heimtückischer Begehung (Urteil BGH)
Wut als niedriger Beweggrund (Urteil BGH)
Tötung durch zwei Schüsse Tötungsdelikte und § 218 (Urteil BGH)
Konkurrenz §§ 212, 22 - 223 StGB (Urteil BGH)
Bedingter Tötungsvorsatz (Beschluß BGH)
Rücktritt vom unbeendeten Tötungsversuch (Urteil BGH)
Minder schwerer Fall des Totschlags (Urteil BGH) Aussetzung durch Verlassen einer Kranken (Urteil OLG Zweibrücken)
Keine Aussetzung bei Tötungsvorsatz (Urteil BGH)

References: § 212
 § 213
 § 217
 § 218
 § 219
 § 218
 § 218
 § 218
 § 218
 § 218
 § 218
 § 218
 § 218
 § 218
 § 219
 § 218
 § 219
 § 218
 § 220
 § 226
 § 211
 § 218