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Timestamp: 2015-03-31 15:27:34+00:00

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Mit weniger Aufwand zur Steuerrückerstattung. Jetzt Steuererklärung starten Start Service Steuertipps Arbeitnehmer und Angestellte A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Anschaffungskosten Inhaltsverzeichnis 1. Bedeutung 2. Begriff der Anschaffungskosten 2.1. Anschaffungskosten lt. Handelsrecht 2.1.1. Kosten des Erwerbs 2.1.2. Kosten der Betriebsbereitschaft 2.2. Anschaffungskosten lt. Steuerrecht – allgemein 2.2.1. Einzelkosten/Gemeinkosten 2.2.2. Gesamtkaufpreis für mehrere Wirtschaftsgüter 2.2.3. Übernahme von Verbindlichkeiten 2.2.4. Anschaffung in Fremdwährung 2.2.5. Umsatzsteuer (Vorsteuer) 2.2.6. Garantierückbehalt 2.2.7. Zuschüsse zur Anschaffung oder Herstellung von Anlagegütern 2.2.8. Nachträgliche Minderung der Anschaffungskosten 3. Sonderfälle der Anschaffungskosten-Ermittlung 3.1. Gebäudeabbruch im Zusammenhang mit dem Erwerb eines Grundstücks 3.2. Anschaffungskosten bei Vorratsvermögen 3.2.1. Die Durchschnittsbewertung 3.2.2. Verbrauchsfolgeverfahren 3.2.3. Festwert 3.3. Verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) 3.4. Tausch 3.5. »Fiktive« Anschaffungskosten in Fällen des unentgeltlichen Erwerbs 3.6. Unentgeltlicher Erwerb im Privatvermögen und Einlage in das Betriebsvermögen 3.7. Verschiedenes 4. Literaturhinweise 5. Verwandte Lexikonartikel Zurück zur Übersicht »A« 1. Bedeutung
Ermittlung und Begriff der Anschaffungskosten (kurz: AK) haben eine zentrale Bedeutung für das Ertragsteuerrecht.
Zusammen mit den » Herstellungskosten (HK) ergeben sie die Grundlage für die Bilanzierung und Bewertung der im » Betriebsvermögen eingesetzten Wirtschaftsgüter.
Für beide Einkunftsarten – für die betrieblichen Gewinneinkünfte ebenso wie für die privaten Überschusseinkünfte – bilden die AK die » Bemessungsgrundlage für die » Abschreibung. Sie definieren – zusammen mit den HK – für alle abnutzbaren Vermögensgegenstände das Volumen der Absetzung für Abnutzung (AfA), soweit nicht nachträglich wertverändernde Maßnahmen durchgeführt werden.
Zum einen sind sie im Geltungsbereich der » Werbungskosten die » Bemessungsgrundlage für die » Arbeitsmittel.
Zum anderen bilden sie neben dem Veräußerungspreis (und den Veräußerungskosten) die maßgebliche Größe für die Ermittlung des privaten Veräußerungsgewinns nach § 23 EStG (ebenso wie bei § 17 EStG; » Private Veräußerungsgeschäfte).
Gem. § 255 Abs. 1 Satz 2 HGB sind auch nachträgliche AK zu berücksichtigen, s.a. » Nachträgliche Anschaffungskosten. Damit wird sichergestellt, dass nachträgliche Erhöhungen des Kaufpreises und der Nebenkosten in die AK einbezogen werden. Auch die Aufwendungen für eine spätere Änderung der Betriebsbereitschaft fallen unter die nachträglichen AK. Nachträglich eingetretene Minderungen sind folgerichtig von den AK abzusetzen (§ 255 Abs. 1 Satz 3 HGB).
Im Steuerrecht fehlt es an einer gesetzlichen Definition der AK. Die Finanzverwaltung bedient sich infolgedessen der handelsrechtlichen Begriffsbestimmung (H 6.2 [Anschaffungskosten] EStH). Ergänzende Regelungen zu den AK ergeben sich aus der Rspr. und einschlägigen Verwaltungsanweisungen.
Im Rahmen der AK sind nur die bei der Anschaffung angefallenen Einzelkosten anzusetzen, nicht dagegen die Gemeinkosten. Das gilt grundsätzlich auch bei der Herstellung der Betriebsbereitschaft. Gelegentlich wird befürwortet, ausnahmsweise auch Gemeinkosten anzusetzen, wenn für die Betriebsbereitschaft umfangreiche Installationen erforderlich sind, deren Erstellung unter HK-Gesichtspunkten zu beurteilen ist. In diesem Fall wäre die Installation mit den HK zu bewerten, was dann zum Ansatz von Gemeinkosten führen würde.
Der Gesamtkaufpreis ist aufzuteilen im Verhältnis der objektiven Werte (BFH Urteil vom 10.10.2000, BStBl II 2001, 183; BFH Urteil vom 31.7.2001, BFH/NV 2002, 324; BFH Urteil vom 27.7.2004, BStBl II 2006, 9).
Der » Unternehmer A erwirbt ein bebautes Grundstück. Der Kaufpreis für das Gesamtgrundstück beträgt 700 000 €. Ein Sachverständiger schätzt den Verkehrswert des Grund und Bodens auf 500 000 € und den des Gebäudes auf 300 000 €.
Der Gesamtkaufpreis i.H.v. 700 T€ ist auf den Grund und Boden sowie das Gebäude nach dem Verhältnis der Verkehrswerte aufzuteilen:Grund und Boden500 000 € × 100=62,5 %800 000 €Gebäude300 000 € × 100=37,5 %800 000 €Grund und Boden62,5 % des Gesamtkaufpreises437 500 €Gebäude37,5 % des Gesamtkaufpreises262 500 €gesamt700 000 €
Bei Wechselkursänderungen nach dem Zeitpunkt der Erstverbuchung ändern sich die AK nicht.
Die umsatzsteuerrechtlich abziehbare Vorsteuer ist nicht Teil der (ertragsteuerlichen) AK. Die umsatzsteuerrechtlich nicht abziehbare Vorsteuer gehört hingegen zu den AK. Die Regelung des § 9b Abs. 1 Satz 2 EStG, nach der geringfügige nicht abzugsfähige Teile der Vorsteuern den AK oder HK nicht zugerechnet werden mussten, wurde durch das StÄndG 2001 angesichts der geringen praktischen Bedeutung dieser Vorschrift aus Gründen der Steuervereinfachung ersatzlos gestrichen.
Bei Berichtigung der Vorsteuer in einem späteren » Wirtschaftsjahr stellen der Mehrbetrag und bei betrieblicher Veranlassung auch der Minderbetrag » Betriebseinnahmen bzw. » Betriebsausgaben dar (§ 9b Abs. 2 Satz 1 EStG). Die AK oder HK hingegen bleiben hiervon unberührt (§ 9b Abs. 2 Satz 2 EStG).
Der » Unternehmer U erwirbt eine Maschine für 10 000 € + 1 900 € USt. Wie hoch sind die AK der Maschine, wenn der Unternehmer
zu 100 % zum » Vorsteuerabzug berechtigt ist,
Wird für die Anschaffung oder Herstellung ein Zuschuss gewährt, hat der Steuerpflichtige das Wahlrecht, den Zuschuss als Betriebseinnahme (» Betriebseinnahmen) oder Minderung der AK zu erfassen (R 6.5 EStR); s.a. » Zuschüsse. Bei der Gewährung eines Zuschusses in einem späteren » Wirtschaftsjahr (Wj.) besteht das Wahlrecht zwischen der Buchung als Betriebseinnahme oder Minderung der ursprünglichen AfA-Bemessungsgrundlage bzw. des Buchwerts (R 6.5 Abs. 3 EStR).
Wird der Zuschuss in einem Wj. vor der Anschaffung oder Herstellung des Wirtschaftsgutes (WG) gewährt, so hat der Steuerpflichtige das Wahlrecht zwischen der Erfassung als Betriebseinnahme oder der Bildung einer steuerfreien Rücklage (Zuschussrücklage gem. R 6.5 Abs. 4 EStR).
Rabatte und Boni mindern die AK im Zeitpunkt der Entstehung der Ansprüche. Bei Skonti tritt die Minderung der AK erst im Zeitpunkt der Zahlung des Kaufpreises ein (BFH Urteil vom 27.2.1991, BStBl II 1991, 456).
Nachfolgend ist davon auszugehen, dass ein bebautes Grundstück mit der Absicht des Abbruchs des aufstehenden Gebäudes erworben wurde. Dabei gibt es folgende Alternativen:Abb.: Schema Gebäudeabbruch
Die vorstehenden Ausführungen sind sinngemäß auch auf Teilabbrüche anzuwenden. Der Restbuchwert des abgebrochenen Gebäudeteils ist ggf. im Wege der » Schätzung zu ermitteln (BFH Urteil vom 20.4.1993, BStBl II 1993, 504).
Wenn der Steuerpflichtige das Gebäude (» Gebäude, Begriff) selbst erbaut oder mehr als drei Jahre vor dem Abbruch erworben hat, ist der Restbuchwert des abgebrochenen Gebäudes durch Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) i.S.d. § 7 Abs. 1 Satz 5 EStG abzuschreiben und sind die Abbruchkosten laufende » Betriebsausgaben (BFH Urteil vom 28.3.1973, BStBl II 1973, 678). Diese Regelung gilt sowohl dann, wenn der Gebäudeabbruch zum Zweck des anschließenden Neubaus eines Gebäudes erfolgt als auch dann, wenn er zwecks Freimachung des Grund und Bodens vorgenommen wird.
In einer wichtigen Entscheidung vom 16.4.2002 (BFH Urteil vom 16.4.2002, BStBl II 2002, 805) zum Fall von Abbruchkosten eines selbstgenutzten Gebäudes weicht der IX. Senat in den Voraussetzungen und Rechtsfolgen von den o.g. Grundsätzen ab. Wenn – wie im Fall der Selbstnutzung – das Gebäude vorher nicht zur Erzielung von Einkünften genutzt wurde, dann stehen die Abbruchkosten dieses Gebäudes im Zusammenhang mit der Errichtung des Neubaus und bilden HK des neuen Gebäudes (vgl. auch BFH Urteil vom 22.1.2003, BStBl II 2003, 464) zu Vorkosten gem. § 10e Abs. 6 EStG, wenn das Gebäude nicht in Abbruchabsicht erworben wurde).
Enthält das Vorratsvermögen am Bilanzstichtag WG, die im Verkehr nach Zahl, Maß oder Gewicht bestimmt werden (vertretbare WG) und bei denen die Anschaffungs- oder » Herstellungskosten wegen Schwankungen der Einstandspreise im Lauf des Wj. im Einzelnen nicht mehr einwandfrei festzustellen sind, so ist der Wert dieser WG zu schätzen. In diesen Fällen stellt die Durchschnittsbewertung (Bewertung nach dem gewogenen Mittel der im Laufe des Wj. erworbenen und ggf. zu Beginn des Wj. vorhandenen WG) ein zweckmäßiges Bewertungsverfahren dar (R 6.8 Abs. 3 EStR).
Zum Vorratsvermögen eines Unternehmers (» Unternehmer) gehören WG gleicher Art, die im Verlauf des Wj. zu unterschiedlichen AK erworben wurden. Der Endbestand besteht aus zwei Einheiten.DatumEinheitenPreis/EinheitGesamtpreisAnfangsbestand01.01.4300 €1 200 €Einkäufe05.03.4400 €1 600 €02.07.3500 €1 500 €09.09.3567 €1 701 €gesamt146 001 €Verkäufe04.04.216.08.708.11.3
Bewertung mit dem gewogenen Mittel:6 001 €=428,65 €/Einheit14 Einheiten
2 Einheiten i.H.v. 428,65 €/Einheit = 857,30 €.
Permanente Durchschnittsbewertung (Staffelmethode):MengePreis/EinheitGesamtpreisDurchschnittswertBestand 01.01.4300,00 €1 200,00 €Zugang 05.03.4400,00 €1 600,00 €82 800,00 €× 1/8 = 350,00 €Abgang 04.04.2350,00 €700,00 €6(350,00 €)2 100,00 €Zugang 02.07.3500,00 €1 500,00 €93 600,00 €× 1/9 = 400,00 €Abgang 16.08.7400,00 €2 800,00 €2(400,00 €)800,00 €Zugang 09.09.3567,00 €1 701,00 €52 501,00 €× 1/5 = 500,20 €Abgang 08.11.3500,20 €1 500,60 €Bestand 31.12.2500,20 €1 000,40 €
Personen, die ihren Gewinn nach § 5 EStG ermitteln, können für den Wertansatz gleichartiger WG des Vorratsvermögens unterstellen, dass die zuletzt angeschafften oder hergestellten WG zuerst verbraucht oder veräußert worden sind, soweit dies den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht (§ 6 Abs. 1 Nr. 2a EStG).
Während im Handelsrecht die Verbrauchsfolgeunterstellung nach verschiedenen Methoden (Lifo und Fifo) zulässig ist, beschränkt sich diese Bewertungsvereinfachung im Steuerrecht ausschließlich auf die Lifo-Methode (einschränkend hierzu BFH Urteil vom 22.6.2000, BStBl II 2001, 636: kein Lifo-Verfahren bei Gebrauchtwagen).
Beispiel 4: Perioden-Lifo-Verfahren (gleich bleibender Bestand)Anfangsbestand2 000 kg à 25 €/kg= 50 000 €Zugänge4 000 kgAbgänge4 000 kg
Lösung 4:Endbestand2 000 kg à 25 € / kg= 50 000 €
der Mehrbestand wird als sog. Layer (= Ableger für Mehrbestand des Wirtschaftsjahres) selbstständig fortgeführt; dadurch entsteht ein zweiter Bestandsposten, der abweichend vom Anfangsbestand bewertet wird.
Beispiel 5: Perioden-Lifo-Verfahren (erhöhter Endbestand)Anfangsbestand2 000 kg à 25 €/kg= 50 000 €Zugang I1 500 kg à 40 €/kg= 60 000 €Zugang II1 500 kg à 30 €/kg= 45 000 €Abgänge2 000 kgEndbestand3 000 kg
1. Durchschnittsmethode2 000 kg à 25 €50 000 €+ 1 000 kg à 40 €+ 40 000 €Summe90 000 €
2. Layer-MethodeLayer I = Anfangsbestand2 000 kg à 25 €50 000 €+ Layer II1 000 kg à 40 €40 000 €Summe90 000 €
Beispiel 6: Fortentwicklung im Folgejahr (Layer-Methode)AnfangsbestandLayer I2 000 kg50 000 €Layer II1 000 kg40 000 €Summe90 000 €Zugängeà 35 €4 000 kg140 000 €Abgänge4 500 kgEndbestand2 500 kg
Für das Steuerrecht gilt die gleiche Regelung wie im Handelsrecht (vgl. H 6.8 [Festwert] EStH). Zur nachrangigen Bedeutung des Gesamtwertes hat die Finanzverwaltung (BMF vom 8.3.1993, BStBl I 1993, 276) wie folgt Stellung genommen: Der Gesamtwert, der für einen einzelnen » Festwert in Frage kommenden WG ist für das Unternehmen grundsätzlich von nachrangiger Bedeutung, wenn er im Durchschnitt der dem Bilanzstichtag vorangegangenen fünf Bilanzstichtagen 10 % der Bilanzsumme nicht übersteigt.
Für den, bei der alle drei Jahre durchzuführenden körperlichen Bestandsaufnahme, festgestellten Wert gilt das Folgende (H 6.8 [Festwert] EStH mit Hinweis auf R 5.4 Abs. 3 Satz 2–5 EStR):
Übersteigt der Inventurwert den bisherigen » Festwert um mehr als 10 %, so ist der ermittelte Wert als neuer Festwert maßgebend. Der bisherige Festwert ist so lange um die AK oder HK der im Festwert erfassten und nach dem Bilanzstichtag des vorangegangenen Wj. angeschafften oder hergestellten WG aufzustocken, bis der neue Festwert erreicht ist.
Übersteigt der bei der » Inventur ermittelte Wert den Festwert um nicht mehr als 10 %, so kann der bisherige Festwert beibehalten werden.
Ist der Inventurwert niedriger als der bisherige Festwert, so kann der ermittelte Wert nach R 5.4 Abs. 3 Satz 4 EStR als neuer Festwert angesetzt werden. Das gilt uneingeschränkt nur, wenn der Bestand mengenmäßig geringer geworden ist. In Fällen eines nur wertmäßig niedrigeren Inventurwerts ist eine Teilwertabschreibung nur zulässig, wenn die Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG). Bei Unternehmern (» Unternehmer), die ihren Gewinn nach § 5 EStG ermitteln, ist das Niederstwertprinzip gem. § 253 Abs. 3 Satz 1 und 2 HGB zu beachten.
In einem Unternehmen ergab die Bestandsaufnahme bei einer Gruppe des Vorratsvermögens auf den 31.12.01 einen Festwertansatz von 100 000 €. Die Bilanzansätze auf den 31.12.01 bis 03 beliefen sich zutreffenderweise auf 100 000 €; die Zukäufe 02 und 03 wurden in voller Höhe als Aufwand gebucht. In den folgenden Jahren lagen an Zukäufen vor:0410 000 €055 000 €0620 000 €
Die Werterhöhung beträgt nicht mehr als 10 %; der bisherige » Festwert kann beibehalten werden (R 5.4 Abs. 3 Satz 5 EStR).
Der Inventurwert übersteigt den Festwert um mehr als 10 %. Der Inventurwert ist als neuer Festwert maßgebend. Der bisherige Festwert ist aus den AK der im Festwert erfassten WG aufzustocken, bis der neue Festwert erreicht ist (R 5.4 Abs. 3 Satz 2 und 3 EStR):Festwert 1.1.04100 000 €Zukäufe 0410 000 €Festwert 31.12.04110 000 €Zukäufe 055 000 €Festwert 31.12.05115 000 €aus den Zukäufen 065 000 €Festwert 31.12.06120 000 €
Der Steuerpflichtige E ist Bauunternehmer (Einzelunternehmer) und außerdem als Alleingesellschafter an der Schöner-Bauen-GmbH beteiligt. E ist » Gesellschafter-Geschäftsführer der GmbH. Im Februar 02 verkaufte E der GmbH gebrauchte Büromaschinen und Büromöbel aus seinem Einzelunternehmen zu einem Preis von 20 000 € zuzüglich 19 % USt. Der Buchwert der veräußerten Wirtschaftsgüter betrug am 31.12.01 5 000 €; der gemeine Wert abzgl. USt ist mit 10 000 € anzunehmen.
Die Beteiligung gehört zum » Betriebsvermögen des E.
I.H.d. Differenz zwischen dem gemeinen Wert (abzgl. USt) der Anlagegüter und dem gezahlten Preis liegt eine vGA i.S.v. § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG vor s.a. » Gewinnausschüttung.
a)Im Einzelunternehmen EErlös aus der Veräußerung von Anlagegütern10 000 €Erträge aus Beteiligungen10 000 €steuerbefreit i.H.v. 40 % gem. § 3 Nr. 40 EStGBei der GmbHAK für Anlagegüter10 000 €VGA10 000 €zunächst Aufwand; aber Hinzurechnung bei der Einkommensermittlung
b)Im Einzelunternehmen EErlös aus der Veräußerung von Anlagegütern10 000 €Einlage10 000 €Beim Steuerpflichtigen EEinnahmen aus Kapitalvermögen10 000 €steuerbefreit i.H.v. 40 % gem. § 3 Nr. 40 EStGBei der GmbHAK für Anlagegüter10 000 €vGA10 000 €zunächst Aufwand; aber Hinzurechnung bei der Einkommensermittlung
Als AK gilt der gemeine Wert des hingegebenen WG (abzüglich der darin enthaltenen USt), beim » Tausch mit Baraufgabe zuzüglich geleisteter Ausgleichszahlung bzw. abzüglich empfangener Ausgleichszahlung.
A und B schließen ein Tauschgeschäft ab. B liefert an A einen neuen Lkw (Gemeiner Wert abzgl. USt: 300 000 €) und erhält von A ein gebrauchtes Fahrzeug (gemeiner Wert abzgl. USt: 200 000 €)). A zahlt zusätzlich an B einen Betrag von 119 000 € (einschließlich USt). B erteilt dem A folgende Rechnung:Lieferung eines LKW300 000 €+ 19 % Umsatzsteuer+ 57 000 €Summe357 000 €Inzahlungnahme eines Altfahrzeugs200 000 €+ 19 % Umsatzsteuer38 000 €./. 238 000 €noch zu entrichten119 000 €
AK bei A:gemeiner Wert des hingegebenen Altfahrzeugs200 000 €+ geleistete Zahlung+ 100 000 €gesamt300 000 €
AK bei B:gemeiner Wert des hingegebenen Neufahrzeugs300 000 €./. erhaltene Zahlung./. 100 000 €gesamt200 000 €
Bei unentgeltlichem Erwerb eines einzelnen WG aus betrieblichem Anlass aus einem anderen » Betriebsvermögen erfolgt die Bewertung mit dem gemeinen Wert (§ 6 Abs. 4 EStG).
Ein Großhändler veranstaltet für seine Kunden (Einzelhändler) einen Verkaufswettbewerb mit Campingartikeln. Der Gewinner des Wettbewerbs erhält nach Beendigung der Aktion kostenlos ein Hauszelt übereignet. Das Zelt hat im Zeitpunkt der Übereignung einen gemeinen Wert von 1 190 €. Als Kaufpreis hat der Großhändler für das Zelt 1 000 € + 19 % USt entrichtet.
Beim Einzelhändler ist ein unentgeltlicher Erwerb (» Unentgeltlicher Erwerb) i.S.v. § 6 Abs. 4 EStG gegeben. Das Zelt ist mit dem gemeinen Wert abzüglich USt als Wareneingang zu erfassen. Die in dem gemeinen Wert enthaltene USt stellt abzugsfähige Vorsteuer dar. Die Gegenbuchung (gemeiner Wert einschließlich USt) ist auf dem Konto »sonstige betriebliche Erträge« zu erfassen.
Bei unentgeltlichem Erwerb von Privatvermögen bemisst sich die AfA grundsätzlich nach den AK bzw. HK des Rechtsvorgängers (§ 11d Abs. 1 EStDV). Entgegen der langjährigen, durch ein BMF-Schreiben vom 13.1.1993 (BStBl I 1993, 80, geändert durch BMF vom 26.2.2007, BStBl I 2007, 269) geregelten Rechtspraxis sind nach dem Urteil des BFH vom 9.7.2013 (BFH/NV 2013, 1853) auch etwaige Anschaffungsnebenkosten des Rechtsnachfolgers (Erbauseinandersetzungskosten, Notargebühren usw.) im Wege der AfA zu berücksichtigen, soweit sie der Überführung von der fremden in die eigene Verfügungsmacht dienen und demgemäß zur alleinigen Verwirklichung des Tatbestands der Einkünfteerzielung beitragen. § 11d Abs. 1 EStDV steht dem nicht entgegen, da diese Vorschrift lediglich die AK bzw. HK des Rechtsvorgängers, nicht jedoch eigene Anschaffungskosten des Rechtsnachfolgers regelt.
Der unentgeltliche Erwerb hat in der Regel private Gründe. Unentgeltlich erworbene WG gelangen infolgedessen durch eine » Einlage aus dem Privatvermögen in das » Betriebsvermögen. Die Frage des entgeltlichen oder unentgeltlichen Erwerbs im Bereich des Privatvermögens hat insofern nur Bedeutung im Hinblick auf die Bewertung der Einlage. Die Einlage von unentgeltlich erworbenen WG ist gem. § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 Halbsatz 1 EStG mit dem Teilwert zu bewerten (Ausnahme: wesentliche Kapitalbeteiligungen i.S.v. § 17 Abs. 1 EStG). Bei der » Einlage von entgeltlich oder teilentgeltlich erworbenen WG gilt gem. § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 Halbsatz 2 EStG eine Beschränkung des Einlagewerts auf die (fortgeschriebenen) AK, wenn die Einlage innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung oder Herstellung erfolgt oder (unabhängig vom Einlagezeitpunkt) wenn ein Kapitalgesellschaftsanteil i.S.d. § 17 EStG eingelegt wird.
Die gemischte Schenkung ist als teilentgeltlicher Erwerb zu behandeln (BFH Urteil vom 26.11.1985, a.a.O.). Bei Gegenständen, die der Steuerpflichtige durch eine gemischte Schenkung erworben hat, gilt deshalb die Einschränkung gem. § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 Halbsatz 2 EStG, so dass im Falle des Erwerbs innerhalb von drei Jahren vor dem Einlagetag die anteiligen (fortgeschriebenen) AK für die Bewertung der » Einlage maßgebend sind.
T legt das Grundstück 2 1/2 Jahre nach der Schenkung in das » Betriebsvermögen ihres Einzelunternehmens ein. Das Grundstück hat zu diesem Zeitpunkt einen Zeitwert (Teilwert) von 120 000 €.
Es handelt sich um eine gemischte Schenkung im Privatvermögen. Zwecks Ermittlung des Einlagewerts bei T ist die Schenkung in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil aufzuteilen:Gesamtwert des Grundstücks100 000 €Zahlung von T (= 10 % des Gesamtwerts)10 000 €Ermittlung des Einlagewertes:90 % des Teilwerts108 000 €+ AK von T+ 10 000 €Einlagewert gesamt118 000 €
Belieferungsrechte, die entgeltlich erworben sind und die Belieferung mit konkreten WG (z.B. Zeitungen) zum Gegenstand haben, sind als immaterielle Wirtschaftsgüter (» Immaterielle Wirtschaftsgüter) mit den AK zu erfassen (BFH Urteil vom 9.7.1981, BStBl II 1989, 407).
Bei einem » Erbbaurecht berechtigt nur eine Einmalzahlung zur Aktivierung als WG; bei dem regulär vereinbarten laufenden Erbbauzins liegt kein Anschaffungsvorgang vor.
Bei der vorweggenommenen Erbfolge führen Gleichstellungsgelder und übernommene Schulden zu AK, nicht hingegen Versorgungsleistungen (» Besteuerung von Versorgungsleistungen); (zuletzt BMF vom 26.2.2007, BStBl I 2007, 269);
Bei der » Realteilung erfolgt die Zuweisung der einzelnen WG (bzw. der funktionellen Einheiten) grundsätzlich unentgeltlich, soweit dadurch der Auseinandersetzungsanspruch konkretisiert wird (vgl. § 16 Abs. 3 Satz 2 EStG).
Christiansen, Zum Grundsatz der Einzelbewertung, DStR 2003, 264; Niemann, Zur handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Bewertung des Vorratsvermögens, IFSt-Schrift 401, 2002; Kölpin in Preißer, Steuerberaterprüfung 2011, Bd. 2, 10. A., Teil A, Kap. II 5 und Teil A, Kap. III 5.5.
» Ergänzungsbilanz
» Gebäude, Herstellungskosten/Erhaltungsaufwand
» Realteilung
Autor(en): Prof. Dr. Michael Preißer Adam Piontek Steuer-Rechner 15000 60000 120000 Bruttojahresgehalt (€): 0 5 10 Anzahl Ihrer Kinder: Weiter Verwandte Lexikonartikel Abfindungen Damnum/Disagio Erbbaurecht Ergänzungsbilanz Forderungen Gebäude, Herstellungskosten/Erhaltungsaufwand Nachträgliche Anschaffungskosten Nießbrauch Realteilung Renten Tausch Tausch mit Baraufgabe Übertragung von Privat- oder Betriebsvermögen Weitere Lexikonartikel mit »A« Abfindungen Abgabefristen von Steuererklärungen Abgabenordnung Abgeltungsteuer Abgeordnetenbezüge Ablaufleistung aus Versicherungen Abnutzbare Wirtschaftsgüter Abrechnungsbescheid Abschreibung Abtretung Interessante Steuertipps Haftpflichtversicherung Spende und Ehrenamt Tagespflege von Kindern Strafverfolgung bei Steuerhinterziehung Pkw-Vermietung an den Arbeitgeber Warengutscheine statt Urlaubsgeld? smartsteuer Blog In vier Schritten den Steuerbescheid prüfen Steuerliche Stolperfalle: Riesterrente Arbeiten von zuhause aus – was kann man dabei steuerlich geltend machen? Geld stinkt nicht. Oder: Was sind eigentlich Steuern? Kaffee oder Tee? Was alles versteuert wird Top-Themen bei smartsteuer Lohnsteuerklassen Vorsorgepauschale Entfernungspauschale Photovoltaikanlage Nebenberufliche Tätigkeit Einsatzwechseltätigkeit Eigenheimzulage Gewerbesteuerrechner Weitere Tipps Steuer online Abgabefristen Steuererklärung Steuererklärungspflicht Vorsorgeaufwendungen Altersentlastungsbetrag Doppelte Haushaltsführung Steuertipps Freiberufler Geringwertige Wirtschaftsgüter Technischer Support (Kundenservice) (0800) 7 238 222 7 Tage die Woche, rund um die Uhr –kostenfrei! Oder senden Sie uns einfach jederzeit eine E-Mail an die Adresse hilfe@smartsteuer.de Impressum AGB Presse Datenschutz Bestellung und Zahlung Partnerprogramm Jobs Newsletter Kann man das absetzen? steuern.de ©

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 § 6
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