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Timestamp: 2020-02-21 07:33:11+00:00

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Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt beim Weih­nachts­geld | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt beim Weih­nachts­geld
In der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ist aner­kannt, dass ein Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt, der sich nicht in dem blo­ßen Hin­weis erschöpft, dass sich der Arbeit­ge­ber „frei­wil­lig“ zur Erbrin­gung der Leis­tung ver­pflich­tet, ohne dazu durch Tarif­ver­trag, Betriebs­ver­ein­ba­rung oder Gesetz gezwun­gen zu sein 1, wirk­sam das Ent­ste­hen eines Rechts­an­spruchs des Zuwen­dungs­emp­fän­gers auf künf­ti­ge Son­der­zah­lun­gen hin­dern kann 2. Der Arbeit­ge­ber kann außer bei lau­fen­dem Arbeits­ent­gelt 3 grund­sätz­lich einen Rechts­an­spruch des Arbeit­neh­mers auf eine in Aus­sicht gestell­te Son­der­zah­lung aus­schlie­ßen und sich die Ent­schei­dung vor­be­hal­ten, ob und in wel­cher Höhe er künf­tig Son­der­zah­lun­gen gewährt 4. Dar­an hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt auch nach dem Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur Moder­ni­sie­rung des Schuld­rechts am 1. Janu­ar 2002 fest­ge­hal­ten, mit dem die Bereichs­aus­nah­me des § 23 Abs. 1 AGBG auf­ge­ge­ben wur­de. Das BAG hat ange­nom­men, der Arbeit­ge­ber sei auf­grund eines kla­ren und ver­ständ­li­chen Frei­wil­lig­keits­vor­be­halts in einem For­mu­lar­ar­beits­ver­trag, der einen Rechts­an­spruch des Arbeit­neh­mers auf eine Son­der­zah­lung ein­deu­tig aus­schließt, grund­sätz­lich in sei­ner Ent­schei­dung frei, ob und unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen er zum lau­fen­den Arbeits­ent­gelt eine zusätz­li­che Leis­tung gewährt 5.
Bei einem klar und ver­ständ­lich for­mu­lier­ten Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt, der jeden Rechts­an­spruch des Arbeit­neh­mers auf die Son­der­zah­lung aus­schließt, fehlt es an einer ver­spro­che­nen Leis­tung iSv. § 308 Nr. 4 BGB. Dies gilt auch dann, wenn die Son­der­zah­lung aus­schließ­lich im Bezugs­zeit­raum geleis­te­te Arbeit zusätz­lich ver­gü­tet. Die Ver­pflich­tung des Arbeit­ge­bers zur Leis­tung der Son­der­zah­lung wird auch in die­sem Fall nicht ein­ge­schränkt oder sonst ver­än­dert. Eine Ver­pflich­tung des Arbeit­ge­bers zur Leis­tung der Son­der­zah­lung wird unab­hän­gig von dem mit der Son­der­zah­lung ver­folg­ten Zweck von vorn­her­ein nicht begrün­det. Es man­gelt an einem Ange­bot des Arbeit­ge­bers iSv. § 151 BGB, das der Arbeit­neh­mer anneh­men könn­te. Mit For­mu­lie­run­gen, dass aus der Leis­tung einer Son­der­zah­lung kei­ner­lei Rech­te her­ge­lei­tet wer­den kön­nen oder wie­der­hol­te Zah­lun­gen kei­nen Rechts­an­spruch für die Zukunft begrün­den, macht der Arbeit­ge­ber hin­rei­chend deut­lich, dass er gera­de kei­ne Rechts­fol­ge im Sin­ne einer Erfül­lungs­pflicht her­bei­füh­ren will. Des­halb ver­stößt ein Frei­wil­lig­keits­vor­be­halt, der einen Rechts­an­spruch auf die Son­der­zah­lung aus­schließt, auch nicht gegen den all­ge­mei­nen Grund­satz „pac­ta sunt ser­van­da“ (Ver­trä­ge sind ein­zu­hal­ten), weil es zu kei­ner ver­bind­li­chen Zusa­ge der Son­der­zah­lung gekom­men ist. Ein Anspruch­ent­steht nur auf die jeweils zuge­sag­te Son­der­zah­lung. Mit der Zah­lung erlischt die­ser Anspruch.
Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urtei­le vom 21. Janu­ar 2009 – 10 AZR 221/​08 und 10 AZR 219/​08
BAG, Urteil vom 23. Okto­ber 2002 – 10 AZR 48/​02 – BAGE 103, 151, 155 mwN[↩]
BAG, Urtei­le vom 11. April 2000 – 9 AZR 255/​99 – BAGE 94, 204, 206 f.; vom 12. Janu­ar 2000 – 10 AZR 840/​98 – AP BGB § 611 Gra­ti­fi­ka­ti­on Nr. 223 = EzA BGB § 611 Gra­ti­fi­ka­ti­on, Prä­mie Nr. 158; und vom 5. Juni 1996 – 10 AZR 883/​95 – AP BGB § 611 Gra­ti­fi­ka­ti­on Nr. 193 = EzA BGB § 611 Gra­ti­fi­ka­ti­on, Prä­mie Nr. 141[↩]
vgl. BAG Urteil vom 25. April 2007 – 5 AZR 627/​06 – BAGE 122, 182[↩]
st. Rspr., vgl. BAG, Urtei­le vom 24. Okto­ber 2007 – 10 AZR 825/​06 – AP BGB § 307 Nr. 32 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 26; vom 23. Okto­ber 2002 – 10 AZR 48/​02 – aaO; und vom 11. April 2000 – 9 AZR 255/​99 – aaO, jeweils mwN[↩]
BAG, Urtei­le vom 10. Dezem­ber 2008 – 10 AZR 1/​08 -; vom 30. Juli 2008 – 10 AZR 606/​07 – EzA BGB 2002 § 307 Nr. 38; vom 24. Okto­ber 2007 – 10 AZR 825/​06 – aaO; vom 26. Sep­tem­ber 2007 – 10 AZR 569/​06 – AP BGB § 242 Gleich­be­hand­lung Nr. 205 = EzA BGB 2002 § 242 Gleich­be­hand­lung Nr. 13; und vom 28. März 2007 – 10 AZR 261/​06 – AP BGB § 611 Gra­ti­fi­ka­ti­on Nr. 265 = EzA BGB 2002 § 611 Gra­ti­fi­ka­ti­on, Prä­mie Nr. 21[↩]

References: § 23
 § 308
 § 151
 § 611
 § 611
 § 611
 § 611
 § 307
 § 307
 § 307
 § 242
 § 242
 § 611
 § 611