Source: http://www.verkehrsportal.de/cgi-bin/vp_foren.cgi?msg-12848!2002
Timestamp: 2018-11-17 12:58:03+00:00

Document:
Beschleunigungsstreifen und Standspur
am 07.05.02 19:52
hab beim Blättern im Archiv 2001 was gefunden zum Thema Standspur als Beschleunigungsstreifen benutzen.
In der Diskussion wird erläutert, dass es nicht rechtmäßig ist, im Anschluß an den Beschleunigungsstreifen (BS) die Standspur zur weiteren Anpassung der eigenen Geschwindigkeit an den fließenden Verkehr zu benutzen. D.h. schafft man das Einfädeln nicht rechtzeitig, muß am Ende des BS angehalten werden.
Und nun mein Beitrag: Meine Tochter viel durch die Fahrprüfung, genau wegen dieses Verhaltens.
Situation: Auffahrt mit enger unübersichtlicher Kurve, vergleichsweise kurzer BS. Sie beschleunigte, kam aber wegen mehrerer dicht hintereinander fahrender LKWs nicht auf die Fahrspur. So hielt sie am Ende des BS an, ein hinter ihr fahrendes KFZ hupte und hielt auch an ( keine Vollbremsung ). Die Prüfung war somit nicht bestanden, Prüfer und Fahrlehrer erklärten, sie hätte auf der Standspur weiterfahren müssen, bis sie eine Lücke zum Einfädeln findet, oder am Anfang des BS halten sollen, um auf eine gr0ße Lücke im fließenden Verkehr zu warten. ( Was hätten da wohl die nachfolgenden Autofahrer in der Einfahrt gesagt, wenn aufgrund des Verkehrsaufkommens eine solche Lücke erst vielleicht nach 1 Stunde kommt )
Was ist denn nun wirklich richtig ???
Zu: Beschleunigungsstreifen und Standspur
am 07.05.02 20:23
Ich hab mal in der Fahrschule gelernt, das man bis zum Ende der Beschleunigungsspur fährt und wenn man sich dann außerstande sieht die Spur zu wechseln anzuhalten.
am 08.05.02 11:16
"Prüfer und Fahrlehrer erklärten, sie hätte auf der Standspur weiterfahren müssen, bis sie eine Lücke zum Einfädeln findet, oder am Anfang des BS
halten sollen, um auf eine große Lücke im fließenden Verkehr zu warten."
Hier kann ich diesen beiden Herren nicht folgen. Die Benutzung der Standspur zu diesem Zweck ist nach § 2 Abs. 1 StVO schlicht und ergreifend unzulässig (siehe auch bereits anderen Thread in dieser Sache: BAB - wann darf Standspur benutzt werden).
Am Anfang des Beschleunigungsstreifens zu halten, halte ich für wesentlich gefährlicher als das Anhalten am Ende und Abwarten einer ausreichend großen Lücke, um anschließend aus dem Stand sicher einfahren zu können. Natürlich ist in der beschriebenen Situation immer abzuwägen, ob nicht ggf. die Gefahr besteht, dass ein dicht Hinterherfahrender mit dem Abbremsen am Ende des Streifens nicht rechnet und auffährt; in manchen Situationen erscheint es durchaus opportun - das dürfte dann im Einzelfall auch von den Gerichten so gesehen werden -, von 2 Übeln das geringere zu wählen und verbotswidrig auf der Standspur durchzufahren, anstatt einen Auffahrunfall zu riskieren. Hier sehe ich allerdings ein Problem beim Nachweis, denn dazu bräuchte man - natürlich am günstigsten - den Nachfahrenden als Zeugen oder ggf. auch einen anderen Zeugen, der den Vorgang beobachtet hat und den Ablauf bestätigen kann.
am 08.05.02 13:02
Tja Peter, so war es und meine Tochter mußte die Fahrprüfung wiederholen !!
Eigentlich müßte sie nach deinen Erläuterungen zu urteilen den Prüfer auf Schadensersatz verklagen, da mit der zweiten Prüfung ja Kosten angefallen sind. Wie siehst du oder ein RA das ?!
Mit deiner Meinung, nicht am Beginn des BS zu halten, bin ich nicht einverstanden. Dies ist bei großer Verkehrsdichte schließlich die einzige Möglichkeit, eine evtl. etwas größere Lücke zum einscheren zu benutzen. Schließlich kann ich den BS nur zum Beschleunigen benutzen ( dazu ist er ja im Sinne des Wortes da ! ), wenn ich am Beginn losfahre.
am 08.05.02 13:11
Hast Du schon mal beim zuständigen "Fahrlehrerverband" Deines Bundeslandes nachgefragt. Dort kann ganz sicher zu dieser Frage Auskunft gegeben werden...
Die Adressen der einzelnen Landes-Fahrlehrerverbände erhälst Du bei fahrschule-online.de (hier klicken).
Bitte poste dann hier die dortige Meinung / Auffassung. Danke.
am 08.05.02 13:53
"Mit deiner Meinung, nicht am Beginn des BS zu halten, bin ich nicht einverstanden. Dies ist bei großer Verkehrsdichte schließlich die einzige Möglichkeit, eine evtl. etwas größere Lücke zum einscheren zu benutzen. Schließlich kann ich den BS nur zum Beschleunigen benutzen ( dazu ist er ja im Sinne des Wortes da ! ), wenn ich am Beginn losfahre."
Vielleicht kann man es nicht so pauschal sagen, wie ich dies zum Ausdruck gebracht habe. Es kommt hier immer auf die individuelle Einzelsituation an.
Habe ich eine Einfahrt mit großen Kurvenradien und einem längeren Einfädelbereich, kann dort bereits von Anfang an relativ schnell gefahren werden. Vor allem ortskundige Fahrer nutzen diese Gelegenheit aus; stoßen sie dann unvermittelt auf einen am Beginn des Einfädelbereichs in die Autobahn oder Kraftfahrstraße haltenden Kraftfahrer, halte ich diese Situation schon für gefährlich. In diesem Fall wäre ein wartender Kraftfahrer am Ende der Beschleunigungsspur sicherer aufgehoben, auch auf die Gefahr hin, dass er sich dort direkt in den fließenden Verkehr einreihen muss. Muss er halt eine größere Lücke abwarten.
Hast Du aber, wie es auf älteren Autobahnen und Kraftfahrstraßen gelegentlich noch der Fall ist, einen kurzen Einfädelbereich, bleibt Dir vielfach ohnehin nichts Anderes übrig, als zunächst einmal anzuhalten und Dich zu orientieren. Um diese Situation wissen auch die Ortskundigen.
Können wir uns auf dieser Basis einigen?
Fehler des Fahrprüfers - Haftung ??
am 10.05.02 09:50
Ich denke es sind alle denkbaren Situationen beschrieben und betrachtet worden. Ein erfahrener Autofahrer kann in der Regel die Situation abschätzen und entsprechend reagieren, ein Anfänger wird hier in bestimmten Situationen, insbesondere bei hoher Verkehrsdichte, immer Probleme haben.
Wichtig erscheint mir noch noch eines: Ein Auto hat eine Schaltung und die sollte man hier auch nutzen, und nicht im 3. oder 4. Gang versuchen zu beschleunigen. ( immer frei nach dem Motto: Hauptsache ich schaffe es noch, die hinter mir sind mir egal )
Ich möchte aber nochmal auf den Fall meiner Tochter zurückkommen, dies aber allgemein ausdrücken:
Was ist, wenn ein Fahrprüfer aufgrund einer falschen Entscheidung, die Prüfung als nicht bestanden wertet.
Gibt es hier eine "Einspruchs-Möglichleit",
gibt es zu beachtende Fristen?
Was ist, wenn wie im geschilderten Fall erst nach 9 Monaten erkannt wird, dass der Fahrschüler sich doch vorschriftsmäßig verhalten hat?
Vielleicht hat hierzu jemand eine Idee ?!?!
angehängt von aaS - Fahrerlaubnisprüfer (Email-Adresse unbekannt)
am 10.05.02 20:53
Man muss hier deutlich unterscheiden. Auf Autobahnen gibt es keinen Seitenstreifen sondern ausschließlich Pannenstreifen. Diese dürfen grundsätzlich nur zu dem im Namen angegebenen Zweck verwendet werden. Um es kurz zu machen, ich lasse Fahrschüler grundsätzlich bei gleichem Verhalten auch durchfallen. Was ist , wenn ein Fz nach einer Kurve auf diesem Pannenstreifen steht und der Fahrschüler rausch von hinten mit hoher Geschwindigkeit heran nur um sich in den fliessenden Verkehr einzufädeln. Viel zu gefährlich, Entscheidung Fahrlehrer und Prüfer i.O. Sorry.
am 10.05.02 20:59
Hallo aaS,
die StVO kennt keine Pannenstreifen, sondern nur Seitenstreifen (vgl. § 2 Abs. 2 oder § 18 Abs. 8 StVO), oder liege ich da falsch?
am 10.05.02 21:00
Sehr geehrter Herr aaS!
Ein Blick in die StVO (§ 18 Abs. 8) sollte Sie überzeugen, dass es sehr wohl auf der Autobahn einen Seitenstreifen gibt. Dagegen kennt die StVO den Begriff Pannenstreifen nicht. Sollte sich die Prüfung nicht an der StVO orientieren?
am 10.05.02 21:02
arrggh!!! 1 Minute zu langsam!
am 10.05.02 21:20
....that's life,
manchmal schaffe ich es, aber meistens bist du schneller ;-))
@aaS, wieviel Autobahnauffahrten in Deutschland gibt es eigentlich bei denen kurz danach eine Kurve beginnt? Der Großteil dieser Auffahrten ist doch recht übersichtlich und man hat meistens eine Sichtweite von 1 km oder sogar mehr.
angehängt von crocker (Email-Adresse unbekannt)
am 10.05.02 21:26
Sollte ein Fahrschüler mit dem Ergebnis der praktischen Führerscheinprüfung nicht einverstanden sein, so gibt es 2 Möglichkeiten Widerspruch einzulegen: 1. Den Sachverhalt der Verwaltungsbehörde des entsprechenden Bundeslandes vorzulegen. Die Verwaltungsbehörde kann Entscheidungen der Prüfer zwar nicht revidieren, jedoch eine etwaige Sperrfrist (14 Tage, 3 Monate) verkürzen. 2. Bei eindeutigen Fehlentscheidungen der Prüfer sollte man durchaus auch mal an die Geschäftsführer von TÜV/DEKRA schreiben. Wirkt manchmal Wunder!
am 11.05.02 05:36
Wat jibbet nur für Prüfer!
Traurig,traurig traurig...................
am 11.05.02 20:50
aaSoP??kein kommentar mehr?? Gruss Uwe
am 11.05.02 23:53
aaSoP=amtlich annerkannter Sachverständiger oder Prüfer
am 12.05.02 18:37
Liebe Freunde des Strassenverkehrs.
Ich gebe zu, dass die StVO nicht immer eindeutig ist. In §18(8) ist auch von einem Seitenstreifen die Rede. Aber welche Fahrzeuge dürfen denn nach eurer Meinung einen Seitenstreifen befahren???
Hier lässt sich die StVO ziemlich klar aus. Sie schreibt:
Die durchgehende Linie kann auch Fahrbahnbegrenzung sein. Dann soll sie den Fahrbahnrand deutlich erkennbar machen. Bleibt rechts von ihr ausreichender Straßenraum frei (befestigter Seitenstreifen), so ordnet sie an:
aa) Landwirtschaftliche Zug- oder Arbeitsmaschinen, Fuhrwerke, Radfahrer und ähnlich langsame Fahrzeuge müssen möglichst rechts von ihr fahren,
Die Zeilen regeln das Recht, den befestigten Seitenstreifen zu befahren, welches dieser Fz hat den das Recht eine BAB zu befahren????
Ich glaube keins, daher ist der Begriff Seitenstreifen auf der Autobahn unsinn!
...sollte man als Fahrlehrer eigentlich wissen ;-))
Wo dass steht, gebe ich mal als Rätsel auf, nur ein Tipp die VO endet nicht bei § 35.
Viel Spass beim Suchen (*g*)
Verbote auf Standspur
am 13.05.02 08:16
>>Ich gebe zu, dass die StVO nicht immer eindeutig ist.
Da ist dem aaS zunächst Recht zu geben. Darum gibt es zwischenzeitlich dazu auch eine Rechtsprechung.
Danach ist die sog. Standspur Bestandteil der Autobahn. (rechter Seitenstreifen oder "Pannenstreifen" - siehe Begründung zu Abs. 8: "Auch Halten auf dem sogenannten Pannenstreifen der Autobahnen und Kraftfahrstraße ist verboten. Diese sind keine Mehrzweckstreifen.") --> BGHSt 30 85, Kö VRS 50 370 u.a.
>>In §18(8) ist auch von einem Seitenstreifen die Rede. Aber welche Fahrzeuge dürfen denn nach eurer Meinung einen Seitenstreifen befahren???
Die Standspur dient nicht dem normalen Fahrverkehr. Sie ist nicht Bestandteil der Fahrbahn (§ 2 Abs. 1 Nr. 2 StVO). Zweck: Kfz-Abstellen bei Not- und Unfällen (§ 16 OWiG) --> Ha VRS 59 228, VR 91 83 u.a.
Befahren der Standspur ist nur in Ausnahmefällen zulässig, etwa um Pannenfahrzeuge ohne unnötige Behinderung des fließenden Verkehrs von der AB zu entfernen oder durch Polizei und Rettungsfahrzeuge --> BGHSt 30 85.
Trotz Trennung durch Z. 295 StVO gilt für die Standspur § 41 Abs. 3 b aa StVO (!!!) nicht (Kommentierung Hentschel StVR, 35. Auflage, RN 14 zu § 18 StVO). Langsamfahrer dürfen sie nicht mitbenutzen. Ohne polizeiliche Weisung darf auch bei Stau nicht auf der Standspur an der stockenden Kolonne vorbeigefahren werden, um die nächste Ausfahrt zu erreichen (Kommentierung Hentschel, aaO).
Noch etwas zum Beschleunigungsstreifen: das Nichtausnutzen des Beschleunigungsstreifens beim Einfahren in die durchgehende Fahrbahn kann sogar unfallursächlich sein --> HA VR 75 542
Genug dikutiert
am 13.05.02 09:16
Ich denke es ist doch wurscht egal ob das Ding nun Standspur, Standstreifen, Seitenstreifen oder Pannenstreifen heißt, es wissen doch alle von was wir reden !!
Nur hat der aaSoP wohl nicht gelesen, was passiert ist: Es wurde auf dem Beschleunigungsstreifen angehalten, also gemäß StVO, und genau das wurde vom Prüfer als Grund für das Nichtbestehen der Prüfung gewertet !!!
Die sachlichen und rechtlichen Hintergründe des Fahrverhaltens wurden bereits ausführlich und befriedigend diskutiert.
Offen ist für mich lediglich immernoch diese Frage:
Was ist, wenn wie im geschilderten Fall erst nach
9 Monaten !!!!
erkannt wird, dass der Fahrschüler sich doch vorschriftsmäßig verhalten hat?
Zu: Beschleunigungsstreifen und Standspu
angehängt von Martin (Email-Adresse unbekannt)
am 04.06.02 12:34
Gestattet, dass ich mich in den Beitrag einklinke: Vor einigen Tagen hatte ich eine Diskussion mit Kollegen um die Frage "Wo auf der Beschleunigungsspur halten, wenn ein Einfädeln nicht möglich ist. Am Anfang oder am Ende ?" (Spätestens wo es keine Standspur gibt sondern die BS mit einer Leitplanke endet, muss ich anhalten.) Ich vertrat die Auffassung: besser am Anfang zu halten, um ggf. die BS zum Beschleunigen nutzten zu können. Alle meine Kollegen wussten: "VERBOTEN ! Man muss bis zum Ende fahren und dort warten." Meine Frage: Wo stehet das geschrieben. Von den Kollegen wusste es keiner ( Ich habe firmenintern 20 EUR für den Finder einer rechtsverbindlichen Schrift wie Gesetztestext, Urteil usw. ausgesetzt; der Schein hängt noch immer an der Pinwand. ) Sollte die Tatsache nur in Schriften ohne Gesetzescharakter, wie z.B. Fahrschulrichtlinien zu finden sein, bin ich auch interessiert. (Ich will den Kollegen zuvor kommen, aber ich glaube, das könnte ich auch noch in einem Jahr, oder ?)
Warten sowohl am Anfang und Ende zulässig
am 04.06.02 15:10
So, ich habe soeben sämtliche mir zur Verfügung stehende StVR-Kommentierungen zu Rate gezogen... Also, ich habe keinen konkreten (!) Hinweis gefunden, wie der Beschleunigungsstreifen genutzt werden sollte. Der BS dient einfach nur dem Auffahren auf die Autobahn und steht für diesen Vorgang in seiner ganzen Länge zur Verfügung. Der BS sollte in seiner ganzen Länge zum Beschleunigen genutzt werden, um sich möglichst mit angepasster Fahrgeschwindigkeit in den AB-Fahrverkehr einordnen zu können. Gegenüber dem AB-Fahrverkehr ist der Auffahrende wartepflichtig.
Soweit ist das ja alles bekannt.
Ein Warten auf dem Beschleunigungsstreifen ist nach meiner Meinung grundsätzlich sowohl am Anfang als auch am Ende möglich und erlaubt.
Das Verhalten des Fahrzeugführers muss sich dabei allerdings nach den örtlichen und verkehrsbedingten Umständen richten...
So darf bespielsweise der Wartepunkt nicht am Anfang eines BS liegen, wenn diese "Position" durch den nachfolgenden Verkehr nicht einsehbar wäre (z.B. davor liegende Kurve, Bewuchs). Der Fahrzeugführer muss also sowohl den nachfolgenden Verkehr als auch die Verkehrssituation auf der Autobahn abschätzen. Beginnt z.B. der BS an einer Steigung, so ist es für einen Lkw-Fahrer bei hohem Verkehrsaufkommen hingegen sinnvoll, am Anfang des BS einen passenden Moment zum Start des Auffahrvorgangs abzuwarten. Dies muss zulässig sein! Bedingung: Der nachfolgende Verkehr auf dem BS darf nicht gefährdet werden.
Auch darf ein Auffahrender selbstverständlich die gesamte Länge des BS zum Beschleunigen nutzen. Findet er allerdings keine passende Lücke (er ist wartepflichtig), muss er den Auffahrvorgang am Ende des BS abbrechen und warten. Der Fahrzeugführer darf in dieser Situation erst dann mit höchster Vorsicht auf die AB auffahren, wenn genügend Platz zum Einordnen verbleibt. Den Seitenstreifen oder Pannenstreifen darf er jedenfalls nicht benutzen - entsprechende Kommentierungen habe ich nicht gefunden.
Fazit: Der BS steht dem Auffahrenden zur Verfügung. Er muss im Einzelfall abschätzen, wie er den zur Verfügung stehenden BS zum gefahrlosen Auffahren nutzen möchte/kann. Ich denke, nur so wird ein Schuh draus...
Wo halten?
am 04.06.02 15:26
Ich schließe mich Deiner zusammenfassenden Meinung an. Wo von einem Beschleunigungsstreifen in den durchgehenden Verkehr eingefahren wird, ist immer von den individuellen baulichen, verkehrlichen, witterungsmäßigen,... Verhältnissen abhängig. Eine pauschale Regelung kann es da nicht geben.
Deinen Wetteinsatz kannst Du uns gerne überweisen:-).
am 04.06.02 16:12
Ja, danke für so schnelle und umfassende Antwort ! Zum "Wetteinsatz": Abgesehen davon, dass der Preis unter meinen Kollegen ausgesetzt war, bin ich nach Deinem Posting, Peter, der Auffassung, die "Wette" gewonnen zu haben: "Eine solche Bestimmung (Man muss bis zum Ende fahren und ggf. dort warten) kann es nicht geben"
angehängt von Domi (Email-Adresse unbekannt)
am 17.07.02 12:01
@Martin Ich habe hierzu was gefunden, aber leider keine gesetzliche Bestimmung sondern nur eine Frage aus den Fahrschul-Prüfung-Unterlagen: http://www.fahrschule24.net/stvo/p_a_1_1.htm Siehe letzte Frage. Wenn man als Antwort B ankreuzt (Halten Gegen Ende des Beschleunigungsstreifens) und dann oben auf Auswerten geht, dann wird diese Antwort als richtig bezeichnet! Alles andere ist falsch! Komisch, ich glaube ich habe mal in der Fahrschule gelernt, dass man am besten gar nicht halten sollte, sondern den Standstreifen zur Beschleunigung mitbenutzen sollte, allerdings ist meine Prüfung auch schon ein Paar Jährchen her... ;-)
angehängt von Dudi (Email-Adresse unbekannt)
am 17.07.02 12:24
die Fahrschulbögen gehen nach dem Gesetzestext und da ist es so festgelegt, da der Standstreifen, wie der Name schon sagt, nicht zum Fahren ist.
In der Prüfung sollte man auch nicht auf dem Standstreifen weiterfahren.
In der Praxis wird es aber in Einzelfällen von den grünen toleriert wenn man nicht gliech eine ganze LKW Kolonne überholt ;-)
angehängt von Andre (Email-Adresse unbekannt)
am 31.07.02 17:58
Mit großem Interesse habe ich diesen Thread hier gelesen und möchte hier mal einen Auszug aus der STVO posten.
"§12 Halten und Parken
3. auf Beschleunigungsstreifen und Verzögerungsstreifen,
Wenn man sich diesen § anschaut, dann würde es in der Praxis heissen, dass man wenn man sich nicht auf die Autobahn einfädeln kann, VOR dem Beschleunigungsstreifen anhalten muss. Der völlig unsinnige und extrem gefährliche Halt am Ende des Beschleunigungsstreifen ist nach diesem § auch verboten.
Um auf das eingangs gestellte Problem zu kommen: Die Entscheidung des Fahrlehrers und Prüfers ist im Sinne der STVO rechtmässig.
Was mich besonders wütend gemacht hat, ist der Ratschlag am Ende anzuhalten und dann einzufahren. Auf der durchgehenden Fahrbahn gilt eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Wenn dann ein langsames Fahrzeug sich einfädelt, ist das eine extreme Gefährdung des fliessenden Verkehrs und nebenbei wird dem durchgehenden Verkehr die Vorfahrt genommen.
Was die Fragebögen angeht rührt die Antwort mit Sicherheit daher, dass man den Seitenstreifen nicht ohne besondere Erlaubnis befahren darf.
Dann noch eine Bitte an alle Fahrlehrer und Polizisten. Bringt den Leuten bitte bei das die Fahrer auf der Autobahn Vorfahrt haben. Es geht mir dabei weniger darum nicht immer genötigt zu sein die Spur zu wechseln, sondern mehr darum nicht immer den Vollidioten ausweichen zu müssen die auf der durchgehenden Fahrbahn eine Vollbremsung hinlegen, nur weil sich einer von recht einfädeln möchte.
Die 20Euro Frage hätte dann wohl ich gewonnen. Schade nur das ich nicht zu Martins Fahrschule gehöre.
Unterschied von: Warten / Halten / Parken
angehängt von Uwe Brandt (uwe_forum [at] yahoo.de)
am 31.07.02 18:10
>[Zitat:] "Der völlig unsinnige und extrem gefährliche Halt am Ende des Beschleunigungsstreifen ist nach diesem § auch verboten"
Du must die Begriffe "Warten", "Halten" und "Parken" sehr genau trennen:
Das "Warten" am Ende eines Beschleunigungsstreifens darf nicht mit dem Begriff des "Haltens" verwechselt werden, der durch § 12 StVO geregelt wird. Von "Warten" wird dann gesprochen, wenn der Grund des Wartens aus verkehrsbedingten Gründen erfolgt!! Beispiele: Fahrzeug vor roter Lichtzeichenanlage = "Warten". Fahrzeug in einer Parkbucht = "Halten", da hier ein GEWOLLTER (!) Vorgang vorliegt. Steigt der Fahrzeugführer aus oder hält dieser länger als 3 Minuten mit seinem Fahrzeug = "Parken".
Alles weitere siehe mein Posting vom 04.06.2002.
am 31.07.02 18:11
>[Zitat:] "§12 Halten und Parken (1) Das Halten ist unzulässig [...] "
>[Zitat:] "Der [...] Halt am Ende des Beschleunigungsstreifen ist nach diesem § auch verboten. "
Nach diesem Paragraphen nicht. Wer verkehrsbedingt wartet, hält nicht.
am 01.08.02 17:00
Die STVO regelt den Unterschied zwischen Halten und Parken. Den Paragraphen kennen wir ja nun. Es stimmt auch das die STVO vom Warten redet, wenn man vor einer Lichtanlage oder entsprechenden Haltelinien (von mir aus auch Wartelinien)ist.
Dies alles ist aber bei einer BAB-Auffahrt nicht der Fall.
Ich konnte keinen Paragraphen finden, der explizit zwischen Warten und Halten unterscheidet, wie es zwischen Halten und Parken ist.
Wenn man jetzt das allseits beliebte Stoppschild und den §41 STVO nimmt, kommen wir der Definition Halten näher. Halten ist demnach der völlige Stillstand des Fahrzeuges. Im Umkehrschluss bedeutet warten, das sich mein Fahrzeug noch bewegen kann.
Das heißt: Bringe ich mein Fahrzeug zum Stillstand, dann halte ich.
Ich gebe zu, dass das alles nicht eindeutig geregelt ist und der Gesetzgeber da handeln muß. Aber dennoch sollte man im Sinne der Gefahrenabwendung nicht am Ende des BS halten (warten) und dort wenn auch nur ein kurzes Stück auf den Standstreifen (oder wie auch immer man den jetzt nennen möchte) weiterfahren.
angehängt von Hans Wurst (Email-Adresse unbekannt)
am 01.08.02 19:50
Also jetzt mal im Ernst! Wenn ich am Ende des Beschleunigungsstreifens noch nicht auf der Autobahn bin fahre ich halt auf dem Standstreifen weiter. Was soll denn der Scheiss von wegen erlaubt oder nicht erlaubt. Dies ist ganz einfach die vernünftigste Lösung dieses Problemes und stellt für Niemanden eine Gefährdung dar. Zudem glaube ich kaum, dass ein Polizist dafür eine Strafe verlangen würde, selbst wenn es verboten wäre. Gut, für die Tochter mit der nicht bestandenen Fahrprüfung ists halt nicht so toll, aber in der Fahrprüfung kann man ja auch wegen anderen Sachen durchfallen, die man im "normalen Autofahreralltag" täglich begeht. ( Durchgezogene Linien überfahren, wenn niemand weit und breit ist; am Zebrastreifen -aus Versehen- nicht halten; etc.) Ich würde das unter der Kategorie "dumm gelaufen" abhaken.
angehängt von HeLi (Email-Adresse unbekannt)
am 02.08.02 00:39
"Dumm gelaufen" ist für die Fahrschülerin, die deswegen die Prüfung nicht bestand, wohl untertrieben.
Es gibt, wie man diesem Thread verfolgen kann, triftige Gründe, in einer bestimmten Situation bis zum Ende des BS durchzufahren und ggf. an dessen Ende anzuhalten, um dann von dort aus in eine entsprechend große Lücke einzufahren. Es gibt ebenso triftige Gründe, in einer anderen Situation bereits am Anfang des BS anzuhalten, um den BS in voller Länge zum Beschleunigen nutzen zu können. Pauschal ist da wohl keine Lösung zu erwarten.
"Dumm gelaufen" ist höchstens der Vorschlag, den Seitenstreifen (den Standstreifen / die Standspur / den Pannenstreifen ...) zum Fortsetzen des Beschleunigungsvorgangs zu nutzen, denn das ist nun nicht nur verboten, sondern auch gefährlich.
@Andre: Auszug aus VwV-StVO zu § 12 Abs. I
am 02.08.02 06:27
>[Zitat:] "Das heißt: Bringe ich mein Fahrzeug zum Stillstand, dann halte ich."
@Andre, bei aller Sympathie: Das ist so nicht richtig!
Schauen wir einmal in die erstbeste StVR-Kommentierung, die ich greifen konnte...
Grundriß des Verkehrsrechts von Roland Schurig (Senatsrat bei der für Verkehr zust. Senatsverwaltung Berlin), Kirschbaum Verlag:
Kapitel H - Regelungen des ruhenden Verkehrs, Abschnitt I - Grundsätze, Nr. 2a - Abgrenzung zwischen ruhendem und fließenden Verkehr:
"Halten ist eine gewollte (zielgerichtete) Fahrtunterbrechung, die nicht durch die Verkehrslage oder eine verkehrspolizeiliche Anordnung veranlaßt worden ist (VwV-StVO zu § 12 Abs. 1). Halten wird dem ruhenden Verkehr zugeordnet und umfaßt Anhalten, Sicherungsmaßnahmen nach § 14 StVO und Stillstand im Verkehrsraum. Der subjektive Zweck des Parkens oder Haltens ist ohne Bedeutung, sofern grundsätzlich Verkehrsbereitschaft besteht; [...]. Bloßes verkehrsbedingtes vorübergehendes Stehenbleiben ist hingegen Warten und wird dem fließenden Verkehr zugerechnet (z.B. Warten an einer LZA bei Rot, am Fußgängerüberweg oder im Haltverbot bei Stau). Die Regelungen des Halten und Parken gelten hier nicht."
Das verkehrsbedingte Stehenbleiben am Ende eines Beschleunigungsstreifens ist daher "Warten" und somit erlaubt.
>[Zitat:] "Ich gebe zu, dass das alles nicht eindeutig geregelt ist und der Gesetzgeber da handeln muß."
Der Verordnungsgeber wird erzürnt sein! Das hat er ja bereits alles getan, siehe Verwaltungsvorschrift zu § 12 StVO (VwV-StVO zu § 12 Abs. 1): "Halten ist eine gewollte Fahrtunterbrechung, die nicht durch die Verkehrslage oder eine Anordnung veranlaßt ist".
>[Zitat:] "Was soll denn der Scheiss von wegen erlaubt oder nicht erlaubt."
Es gibt hier im Forum eine gewisse Anzahl von Leuten, die, aus welchen Gründen auch immer, sich mit dem Fahrerlaubnis- und Verkehrsrecht auskennen. Einige entpuppen sich sogar als absolute Experten. Ich finde es doch gut, wenn hier Fragen von "Otto Normalverbraucher" fachlich fundiert beantwortet werden. Dabei geht es nicht nur um das allgemeine und konkrete Verhalten im Straßenverkehr, sondern teilweise auch um rechtliche Belange, die auch wirtschaftliche Auswirkungen haben können.
Ob der Seiten- hinter dem Beschleunigungsstreifen nun genutzt wird oder nicht, bleibt allein Dir als Individuum überlassen. Hier schreibt dir Niemand etwas vor. Die reine Fachinformation, ob erlaubt oder nicht, ist doch aber grundsätzlich für Jeden interessant. So doch sicherlich auch für dich, oder?? :-)
am 02.08.02 20:23
@ Heli: Aja gut mag ja in 0,1% der Fälle gefählich sein weiterzufahren, aber ich traue mir zu erkennen zu können, ob es gefährlich wäre auf dem Seitensteifen weiterzufahren. Natürlich soll es auch Leute geben, die das nicht können, da mag was dran sein. (Sollte jetzt keine Beleidigung sein, sondern ist einfach generell so)Nur glaube ich einfach wegen einer Linie anzuhalten, wenn danach Verkehr folgt ist weitaus gefährlicher. Ich schätze hier passiert in 2-3% der Fälle was. @ Uwe: Interessant ists natürlich, sonst hätte ich ja auch nichts dazu geschrieben. Nur einige Leute schreiben hier ja auch ihre eigene Meinung rein, ohne dass es rein um die rechtlichen Aspekte geht. An die richtete sich mein Posting hauptsächlich. Und irgendwie ist das hier auch ein bisschen übertrieben...
am 06.08.02 14:34
Ich weiß wir leben in Deutschland und jedes Gesetz und jede Verordnung hat wieder zig Gesetze, Kommentierungen und was auch immer die die ursprünglichen Gesetze aufheben oder erweitern. Auf die Kommentierungen hatte und habe ich persönlich keinen Zugriff und daher mußte ich mich an die hier veröffentlichte STVO halten. Und da ist es nunmal nicht geregelt. Insofern vielen Dank das Du Dir da die Mühe gemacht hast mich darüber aufzuklären.
Vielleicht kannst Du mir folgende Frage auch noch beantworten. Sind diese Kommentierungen und Verwaltungsvorschriften rechtsverbindlich oder kann ein geschickter Anwalt einen Richter vom Gegenteil überzeugen?
Ein kleiner Kommentar am Rande:
Wir reden hier von einer simplen und sehr alltäglichen Sache, die nicht in einem Gesetz geregelt ist. Jetzt kann ich mir erstmal eine Vorstellung machen, warum Gerichtsverfahren teilweise schon Monate dauern ehe sie anfangen und warum man auch zu unterschiedlichen Urteilen kommt. Hängt meist wohl davon ab, wie geschickt ein Anwalt mit den Zusätzen von Gesetzen umgeht oder herausfindet.
Um eine landläufige und vielzitierte Meinung wiederzugeben: Selbst die Experten sehen im deutschen Rechtedschungel nicht mehr durch.
angehängt von Bison92577 (Email-Adresse unbekannt)
am 08.08.02 01:26
ich sage mal ganz klar , ein Anhalten am Anfang und am Ende des BS ist eine potentielle Gefahr die einen Auffahrunfall geradezu provoziert! laut §1 STVO scheint dies auch nicht gewollt zu sein, in solchen Situationen das Fzg. zum stillstand zu bringen! Die Aussage man könnte ja einem auf dem pannenstreifen liegengebliebenen Fzg. auffahren halte ich doch für sehr bedenkenswert!!!

References: § 2
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 § 18
 §18
 § 35
 §18
 § 41
 § 18
 § 12
 §41
 § 12
 § 12
 § 14
 § 12
 § 12
 §1