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Timestamp: 2020-01-24 03:34:07+00:00

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Möglichkeiten zur Vermeidung der Zinsabzugsbeschränkung nach § 8a KStG | Hausarbeiten publizieren
3.1.3 Vermeidung der schädlichen Gesellschafter- 12 fremdfinanzierung
3.1.3.1 Senkung des Beteiligungsanteils des 12 finanzierenden Gesellschafters
3.1.9 Gemeinschaftsunternehmen und Beteiligungen an 18 assoziierten Unternehmen
3.2 Möglichkeiten zur Einschränkung der Belastung durch die 20 Zinsschranke
3.2.1.3 Verlagerungen von Tochtergesellschaften 22 ins Inland
Mit der Unternehmenssteuerreform 2008 hat der Gesetzgeber die Zinsschranke eingeführt, durch die die Begrenzung des Abzuges von Fremdfinanzierungsaufwendungen neu gestaltet worden ist.1 Seitdem fallen alle Zinsaufwendungen eines Unternehmens unter die Zinsschrankenregelung, wobei bisherig geltende gesetzliche Vorschrift des § 8a KStG den Abzug der Finanzierungskosten für Kapitalgesellschaften nur auf Gesellschafter-fremdfinanzierung einschränkt.2
- Anstieg der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.3
Des Weiteren darf keine schädliche Gesellschafterfremdfinanzierung vorliegen und die Eigenkapitalquote des Betriebes darf unter Berücksichtigung einer Toleranzgrenze nicht niedriger als die des Konzerns sein.4
Die Zinsschranke findet Anwendung für die Wirtschaftsjahre, die nicht vor dem 01.01.2008 enden. Durch die drei geregelten Ausnahmen in § 8a Abs. 2 und 3 KStG i. V. m. § 4h EStG unter Beachtung der Voraussetzungen kann die Zins-schranke vermieden werden.5
Betragen die, die übersteigenden Zinserträge, Zinsaufwendungen („Schuldzinsübergang“) eines Betriebes weniger als 1 Million EUR (Freigrenze), wird die Zinsschranke gemäß § 4h Abs. 2 Satz 1 Buchst. a EStG nicht angewendet.6 Bis zu 20 Mio. Euro bei einem durchschnittlichen Marktzinssatz von 5 % sind die Fremdfinanzierungen bis zu 20 Mio. Euro steuerlich als Betriebsaufwendungen abzugsfähig. Bei einem Überschreiten der Freigrenze um einen Euro oder bei Erreichen von genau 1 Mio. Euro kann nur der Betrag in Höhe von 30 % der Zinsaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden.7 Als Bemessungsgrundlage für den Abzug von Zinsaufwendungen gilt das steuerliche EBITDA 8
Bei Körperschaften wird das steuerliche EBITDA wie folgt berechnet:9 Einkommen nach § 8 Abs. 1 KStG, vor § 4h EStG
Die Zinsaufwendungen werden beim Überschreiten der Abzugsgrenze von 30 % als Zinsvortrag in das nächste Jahr übertragen.10
Diese Zinsaufwendungen sind in voller Höhe in den Veranlagungszeiträumen zu verrechnen, soweit die 30 %-Grenze nicht überschritten wird. Dabei erhöhen sich die steuerlich abzugsfähigen Zinsaufwendungen, nicht jedoch der maßgebliche Gewinn nach § 4h Abs. 1 Satz 1 EStG.11
Nach § 4h Abs. 4 EStG ist der Zinsvortrag gesondert festzustellen.12 Hierbei ist der Vorschrift des § 10d Abs. 4 EStG zur gesonderten Feststellung von ver-bleibenden Verlustvorträgen zu folgen.
Der Untergang des Zinsvortrags kann die Folge der Aufgabe oder Übertragung eines Betriebs werden.13 Daraus zeigen sich folgende Konsequenzen:
- Bei Übertragung eines Betriebs oder Teilbetriebs kommt es ebenfalls zum vollen oder anteiligen Untergang des Zinsvortags;14
- Bei einem Ausscheiden eines Gesellschafters geht der Zinsvortrag in Höhe seiner Beteiligungsquote unter;15
- Nach § 4 Abs. 2 S. 2 UmwStG geht der Zinsvortrag bei einer Verschmelzung sowie bei einem Wechsel der Rechtsform einer Kapital-gesellschaft auf eine Personengesellschaft nicht mit auf den über-nehmenden Rechtsträger über.16
Die Konzernklausel findet abweichend vom Zivilrecht die Anwendung in einem sogenannten erweiterten Konzernbegriff.17 Ein Betrieb gehört zu einem Konzern, wenn er nach den Rechnungslegungsstandards mit einem oder mehreren anderen Betrieben fusioniert ist oder fusionieren könnte (§ 4h Abs. 3 Satz 5 EStG). Für die Zinsschranke ist eine tatsächliche Fusion nicht maßgebend. Daraus ergibt sich, dass auch eine an der Spitze stehende natürliche Person eines Konzerns und die im Privatvermögen bilanzierte Beteiligungen des Konzerns zu einem Konzern führen können (z.B. Vermögensverwaltung als Konzernspitze).18
Unternehmen, die gemeinschaftlich von mehreren Betrieben geführt werden und nur anteilig am Konzernabschluss beteiligt sind, sowie Betriebsaufspaltungen, sind von der Zinsschranke ausgeschlossen.19
Außerdem darf die Zinsaufwendung für die Fremdfinanzierung nicht mehr als 10% des Schuldzinsüberhangs nach § 4h Abs. 3 EStG ergeben.20
Die Zinsabzugsbeschränkung kann über die Anwendung der Escape-Klausel vermieden werden, wenn die Eigenkapitalquote des konzernangehörigen inländischen Betriebs (z.B. Kapitalgesellschaft)21 mindestens gleich hoch ist wie die Eigenkapitalquote des Gesamtkonzerns, unter Berücksichtigung der Toleranzschwelle von 1%,22 und keine schädliche Gesellschafterfremdfinan-zierung vorliegt.23 Die Eigenkapitalquote ist das Verhältnis von Eigenkapital zum Gesamtkapital eines Betriebs.24
Die Eigenkapitalquoten eines Betriebs oder Konzerns sind aus den aufzustellenden Jahresabschlüssen nach den Rechnungslegungsstandards zu er-rechnen.25 Für international agierende Betriebe sind die Jahresabschlüsse für die Ermittlung des Eigenkapitalvergleichs nach US-GAAP oder IFRS maßgebend. 26 Innerhalb der Europäischen Union sollen die nach handels- und gesellschaftlichen Regelungen aufgestellten Abschlüsse eines Mitgliedstaates verwendet werden,27 wenn die Abschlüsse innerhalb der letzten fünf Jahren nicht nach IFRS erstellt und offengelegt worden sind. 28
Um einen Eigenkapitalvergleich zwischen dem Betrieb und Konzern durchzuführen, soll jeweils nach Rechnungslegungsstandards angepasste Jahresabschlüsse erstellt werden. Als Nachweis der Eigenkapitalquote des Betriebs kann eine Überleitungsrechnung oder die Vorlage eines geprüften Jahresabschlusses dienen. Diese ist einer „prüferischen Durchsicht“, auf einer bestimmten Weise nach den Rechnungslegungsstandards, zu befolgen.29
1 Reiche/Kroshewski, DStR 31/2007, S. 1330.
2 Ganssauge/Mattern, DStR 5/2008.
3 Herzig/Bohn, DB 2007, S. 1.
4 Köhler, DStR 14/2007, S. 597.
5 Lüdicke/Sistermann, Unternehmensteuerrecht, 2008, S. 338.
6 Deutsches Wissenschaftliches Institut der Steuerberater e.V., 2009, S. 162.
7 Lüdicke/Sistermann, Unternehmensteuerrecht, 2008, S. 339.
8 Melchior , DStR-Aktuell 8/2007, S. VI.
9 Deutsches Wissenschaftliches Institut der Steuerberater e.V., 2009, S.161.
10 Rödder, DB 2007, S. 479-480.
11 Lüdicke/Sistermann, Unternehmensteuerrecht, 2008, S. 343.
12 Huhn/ Karthaus/ Schelk, Körperschaftsteuer Handausgabe 2008, 2009, S. 321.
13 Köhler, DStR 14/2007, S. 603.
14 Rödder/Stangl, DB 9/2007, S. 482.
15 Grashoff, Steuerrecht 2008, 2008, S. 105.
16 Köhler, DStR 14/2007, S. 603.
17 Blumenberg/ Benz/ Lechner, Unternehmenssteuerreform 2008, S. 134.
18 Huhn/ Karthaus/ Schelk, Körperschaftsteuer Handausgabe 2008, 2009, S. 322.
19 Hennrichs, DB 2007, S. 2101-2102.
20 Herrmann/ Heuer/ Raupach, Einkommensteuer – und Körperschaftsteuergesetz, Kommentar, 18. Ordner, 2007, § 8a KStG n. F., RZ 15.
21 Lüdenbach, DStR 14/2007, S. 636.
22 Töben/ Fischer, BB 18/2007, S. 977.
23 Staats/Renger, DStR 41/2007, S. 1801.
24 Ganssauge, DStR 5/2008, S. 215.
25 Heintges, DB 23/2007, S. 1261.
26 Herzig/Bohn, DB 2007, S. 9.
27 Kessler/ Kröner/ Köhler, Konzernsteuerrecht National-International, München 2008, S. 881.
28 Töben/ Fischer, BB 18/2007, S. 977.
Ruslana Pedchenko (Autor)
V135942
9783640433117
9783640433261
Möglichkeiten Vermeidung Zinsabzugsbeschränkung KStG
Ruslana Pedchenko (Autor), 2009, Möglichkeiten zur Vermeidung der Zinsabzugsbeschränkung nach § 8a KStG, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/135942

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