Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=23.06.1971&Aktenzeichen=I%20B%2012/71
Timestamp: 2020-04-04 09:45:57+00:00

Document:
BFH, 23.06.1971 - I B 12/71 - dejure.org
https://dejure.org/1971,234
BFH, 23.06.1971 - I B 12/71 (https://dejure.org/1971,234)
BFH, Entscheidung vom 23.06.1971 - I B 12/71 (https://dejure.org/1971,234)
BFH, Entscheidung vom 23. Juni 1971 - I B 12/71 (https://dejure.org/1971,234)
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BFHE 102, 457
NJW 1972, 552
DB 1971, 2293
BStBl II 1971, 723
Der im Empfangsbekenntnis angegebene Zustelltag ist nicht maßgebend, wenn er nachgewiesenermaßen unrichtig ist (BFH-Beschluss vom 23. Juni 1971 I B 12/71, BFHE 102, 457, BStBl II 1971, 723).
BFH, 20.08.1982 - VIII R 58/82
Zustellung - Empfangsbekenntnis - Datumsangabe
a) Für die von der Geschäftsstelle des FG gewählte Zustellung gemäß § 53 Abs. 2 FGO i. V. m. § 5 Abs. 2 des Verwaltungszustellungsgesetzes (VwZG) ist für den Beginn der Frist der Zeitpunkt maßgebend, an dem der Empfänger von dem Zugang des zuzustellenden Schriftstücks Kenntnis erlangt und bereit ist, die Zustellung entgegenzunehmen (vgl. BFH-Beschluß vom 23. Juni 1971 I B 12/71, BFHE 102, 457, BStBl II 1971, 723).
Wird das Empfangsbekenntnis nicht gleichzeitig mit dem zuzustellenden Schriftstück übersandt, und wird es demzufolge vom Empfänger später erteilt, wirkt es auf den Zeitpunkt zurück, in dem der Aussteller das Schriftstück als zugestellt entgegengenommen hat (vgl. BFHE 102, 457, BStBl II 1971, 723).
Der auf dem Empfangsbekenntnis angegebene Zustelltag ist nicht maßgebend, wenn er - wie hier - nachgewiesenermaßen unrichtig ist (vgl. BFHE 102, 457, BStBl II 1971, 723).
Zwar kann das EB nach einhelliger Auffassung auch ohne Verwendung des dafür vorgesehenen Formulars nachträglich abgegeben werden, selbst wenn dadurch ein bereits eingelegtes Rechtsmittel unzulässig wird (BSGE 37, 279, 281; BGHZ 35, 236, 239; 57, 160, 165; BGH VersR 1995, 113, 114; BAG AP Nr. 4 zu § 212a ZPO; BFHE 102, 457).
Bereits in dem in Bezug genommenen Beschluß des BFH in BFHE 102, 457, BStBl II 1971, 723, 724 wird durch den Hinweis auf die zitierte Rechtsprechung des BSG und des BGH zugleich deutlich gemacht, daß insoweit an den Nachweis nach § 418 Abs. 2 ZPO im finanzgerichtlichen Verfahren keine geringeren Anforderungen gestellt werden.
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes ist es ebenfalls erforderlich, daß der Empfänger bereit ist, die Zustellung entgegenzunehmen (BFHE 102, 457, 459).
BSG, 07.11.2000 - B 2 U 14/00 R
Nach der übereinstimmenden Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, des Bundesverwaltungsgerichts und des BSG ist für die Zustellung gemäß § 5 Abs. 2 VwZG vielmehr der Zeitpunkt maßgebend, zu dem der Empfänger von dem Zugang des zuzustellenden Schriftstücks Kenntnis erlangt und bereit ist, die Zustellung entgegenzunehmen (BFHE 97, 57; 102, 457; BVerwGE 58, 107 = Buchholz 340 § 5 VwZG Nr. 6;… BSG SozR Nr. 4 zu § 5 VwZG;… BSG SozR 1960 § 5 Nr. 2).
BFH, 23.08.2005 - VII B 153/05
Nach der zu § 5 Abs. 2 des Verwaltungszustellungsgesetzes ergangenen Rechtsprechung ist eine Zustellung auch ohne Rücksendung des vollständig ausgefüllten Empfangsbekenntnisses wirksam, wenn der Empfänger das zuzustellende Schriftstück in Kenntnis der Zustellungsabsicht tatsächlich entgegengenommen hat (Entscheidungen des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 6. März 1990 II R 131/87, BFHE 159, 425, BStBl II 1990, 477, und vom 23. Juni 1971 I B 12/71, BFHE 102, 457, BStBl II 1971, 723).
BSG, 17.03.1981 - 7 RAr 107/79
Zeitpunkt der Zustellung bei vereinfachtem Empfangsbekenntnis - unvollständige …
Für die Zustellung gemäß § 5 Abs. 2 VwZG ist der Zeitpunkt maßgebend, an dem der Empfänger von dem Zugang des zuzustellenden Schriftstückes Kenntnis erlangt und aufgrund dieser Kenntnis den Willen bekundet, die Zustellung entgegenzunehmen (vgl BSG 1966-03-23 9 RV 334/63 = NJW 1966, 1382, BFH 1971-06-23 I B 12/71 = NJW 1972, 552 und BVerwG 1979-05-17 2 C 1/79 = NJW 1979, 1998).
Die nachträgliche Ausstellung und Datierung eines Empfangsbekenntnisses, die zulässig ist und auf die Wirksamkeit der Zustellung keinen Einfluß hat, wirkt auf den Zeitpunkt zurück, in dem der Aussteller des Empfangsbekenntnisses das Schriftstück als zugestellt entgegengenommen hat (vgl BFH 1971-06-23 I B 12/71 = NJW 1972, 552).
Eine wirksame Zustellung liegt jedenfalls dann vor, wenn der Rechtsanwalt von dem Zugang des Schriftstücks Kenntnis erlangt und in Kenntnis der Zustellungsabsicht der Behörde bereit ist, das Schriftstück entgegenzunehmen und zu behalten (Urteil vom 24. Mai 1984 - BVerwG 3 C 48.83 - BFHE 102, 457 [460]; 136, 348 [349]; BSG, SoZR 1960 § 5 VwZG Nr. 2; BSG, NJW 1966, 1382; RGZ 156, 385 [387] zu § 212 a ZPO; BGH, NJW 1974, 1469 zu § 198 ZPO).
Das angefochtene Urteil wurde den Prozeßbevollmächtigten der Kläger ausweislich ihrer Empfangsbestätigung vom 30. August 1999 am 4. August 1999 zugestellt (zur Wirksamkeit eines nachträglichen Empfangsbekenntnisses vgl. BFH, Beschluß vom 23. Juni 1971 - I B 12/71 - BFHE 102, 457 ; BGH, Urteil vom 14. Juni 1961 - IV ZR 56/61 - BGHZ 35, 236;… Meissner, in: Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO , § 56 Rn. 40).
BFH, 30.03.1978 - IV R 141/73
Zustellung - Empfangsbekenntnis
BFH, 31.05.1978 - I R 105/77
Einkommensteuerbescheid - Anpassung eines Steuerbescheids - Erledigung der …
BFH, 18.08.1982 - VIII B 94/81

References: § 53
 § 5
 BGH 
 § 212
 BGH 
 § 418
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 212
 § 198
 § 56