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Timestamp: 2020-03-31 08:04:47+00:00

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BGH, 28.01.1987 - IVb ZR 10/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,456
BGH, 28.01.1987 - IVb ZR 10/86 (https://dejure.org/1987,456)
BGH, Entscheidung vom 28.01.1987 - IVb ZR 10/86 (https://dejure.org/1987,456)
BGH, Entscheidung vom 28. Januar 1987 - IVb ZR 10/86 (https://dejure.org/1987,456)
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Islamische Morgengabe
Art. 3 ff EGBGB, Qualifikation im Internationalen Privatrecht
Qualifikation im Internationalen Privatrecht: Islamisch-rechtliche Morgengabe
BGB § 1408, § 1585c
NJW 1987, 2161
NJW-RR 1987, 1154 (Ls.)
MDR 1987, 568
DNotZ 1987, 754
FamRZ 1987, 463
Wenn und soweit ausländisches Recht anwendbar ist, ist dort regelmäßig das Braut- bzw. Morgengabeversprechen anerkannt und rechtlich ausgestaltet; insoweit gebietet das IPR, die Bedeutung der Morgengabe unter Berücksichtigung der ihr zugrunde liegenden ausländischen Rechtsvorstellungen Rechnung zu tragen (vgl. BGH, Urteil vom Urteil vom 28.01.1987 - IVb ZR 10/86, FamRZ 1987, 463).
Daher bedarf ein Braut- bzw. Morgengabeversprechen der notariellen Form (so auch AG München, Beschluss vom 09.08.2018 - 527 F 12575/17, gestützt auf § 518 BGB analog, n. rkr.; OLG München, IPRspr. 1985, Nr. 67, 177 ff.;… Andrae in: Heidel/Hüßtege/Mansel/Noack, BGB, 3. Auflage 2016, Art. 14 EGBGB Rn. 91, gestützt auf § 518 BGB analog; Henrich, FamRZ 2010, 537, § 1585c BGB analog; Wurmnest JZ 2010, 736, Gesamtanalogie; offen gelassen bzw. zurückverwiesen wegen tatsächlichen Klärungsbedarfs von BGH, FamRZ 1987, 463; a. A.: OLG Saarbrücken, NJW-RR 2005, 1306 ff.).
Da die Frage der Formbedürftigkeit einer Braut- bzw. Morgengabevereinbarung, für deren Zustandekommen deutsches Sachrecht gilt, bisher nicht höchstrichterlich geklärt ist (nur angedeutet in BGH, Urteil vom 28.01.1987 - IVb ZR 10/86, FamRZ 1987, 463; offen gelassen im Beschluss vom OLG Hamm vom 04.07.2012 - 8 UF 37/12, NJOZ 2013, 1006, weil dort die notarielle Form gewahrt war), die Sache aber grundsätzliche Bedeutung hat, war die Rechtsbeschwerde gemäß § 70 Abs. 1, Abs. 2 S. 1 Nr. 1 FamFG zuzulassen.
Behandlung einer Vereinbarung über die Leistung einer Morgengabe; ... deutschen …
a) Allerdings hat das Berufungsgericht rechtlich zutreffend dargelegt, daß im vorliegenden Fall nach allen in Betracht kommenden Kollisionsnormen deutsches Sachrecht berufen ist, nachdem beide Parteien im Zeitpunkt der Ehescheidung deutsche Staatsangehörige waren, ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hatten und ihre Ehe zudem nach deutschem Recht geschieden wurde (vgl. dazu etwa Heldrich in IPrax 1983, 64 f.;… Firsching/von Hoffmann, Internationales Privatrecht 5. Aufl. § 6 Rdn. 9;… von Bar, Internationales Privatrecht 2. Bd. Rdn. 192; Kotzur, Kollisionsrechtliche Probleme christlich-islamischer Ehen S. 108 ff.; Krüger in FamRZ 1977, 114 ff.; Heßler in IPrax 1988, 95, 97, Anm. zu dem Senatsurteil vom 28. Januar 1998 - IVb ZR 10/86 = FamRZ 1987, 463 ff.).
Die deutsche internationale Zuständigkeit ist dann gegeben, wenn ein deutsches Gericht örtlich zuständig ist (BGH, Urt. v. 28. Januar 1987 - IVb ZR 1O/86, NJW 1987, 2161; v. 22. November 1988 - VI ZR 226/87, LM ZPO § 23 Nr. 5 Bl. 3).
Soweit das Versprechen einer Morgengabe nach den Vorstellungen der Beteiligten und dem Zweck eines solchen Versprechens im iranischen Recht teilweise auch als eine Vereinbarung zur Abfindung nachehelicher Unterhaltsansprüche (§ 1585c BGB) zu interpretieren sein mag, könnte zwar eine Herabsetzung der versprochenen Leistung nach kurzer Ehe (gemäß dem Rechtsgedanken des § 1579 Nr. 1 BGB) in Betracht zu ziehen sein (vgl. BGH, FamRZ 1987, 463 [466]).
Der erkennende Senat selbst hat in dem bereits erwähnten Urteil vom 15. Juni 1983 sowie in einer weiteren Entscheidung (vom 28. Januar 1987 - IVb ZR 10/86 = FamRZ 1987, 463, 466) die Möglichkeit bejaht, eine Ehe von (jeweils) drei Jahren und vier Monaten noch als kurz zu beurteilen; in dem Urteil vom 25. Januar 1995 (XII ZR 195/93 = FamRZ 1995, 1405, 1407) hat er bei einer Ehedauer von knapp fünf Jahren Erwägungen zu § 1579 Nr. 1 BGB nicht von vorneherein mit dem Hinweis auf den Zeitablauf verworfen, sondern ausgeführt, es seien keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, daß aufgrund besonderer Umstände des Falles "dennoch von einer kurzen Ehedauer" auszugehen sei.
Soweit nach den Bestimmungen über den Gerichtsstand ein deutsches Gericht örtlich zuständig ist, ist auch - vorbehaltlich anderer, insbesondere zwischenstaatlicher Regelungen - die internationale Zuständigkeit begründet (Senatsurteil vom 28. Januar 1987 - IVb ZR 10/86 - FamRZ 1987, 463 m.w.N.).
Alleine maßgeblich sind die deutschen Rechtsvorschriften (BGH, FamRZ 1999, 217; 1987, 463).
In allen Fällen war deutsches Recht anzuwenden, weil die Brautgabe entweder von deutschen Muslimen oder von Ehegatten mit unterschiedlicher Staatsangehörigkeit vereinbart worden war, die Ehe in der Bundesrepublik Deutschland gelebt wurde oder zumindest der Ehemann im Zeitpunkt der Scheidung seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort noch in Deutschland hatte (BGH FamRZ 1987, 463 ff.; FamRZ 1999, 217 ff.).
OLG Frankfurt, 11.03.2010 - 1 UF 146/08
OLG Düsseldorf, 03.01.1997 - 1 UF 111/96
Wirksamkeit der Vereinbarung einer Morgengabe bei Eingehung einer Ehe nach …
AG Kerpen, 02.03.2001 - 50 F 261/00
Unterhaltsanspruch nach dem deutsch-iranischen Niederlassungsabkommen; Vorrang …
OLG Hamm, 08.03.1991 - 12 UF 308/90
Ehescheidung iranischer Staatsangehöriger
KG, 07.06.1989 - 18 U 2625/88
Anwendbarkeit des türkischen Zivilgesetzbuches (ZGB) auf in Deutschland lebende …
OLG Hamm, 08.09.1987 - 1 UF 620/86
Ausschluss eines Versorgungsausgleichs wegen grober Unbilligkeit; Alleinige …
KG, 11.09.1987 - 3 WF 5304/87
Bestimmung des Sinn und Zwecks der Morgengabe nach iranischem Recht

References: Art. 3
 § 1408
 § 1585
 § 518
 Art. 14
 § 518
 § 1585
 § 70
 § 6
 § 23
 § 1579
 § 1579