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Timestamp: 2016-10-24 21:52:09+00:00

Document:
Es wirken mit: Bundesrichterinnen und Bundesrichter Walter, Pr�sident, Leu, Klett, Rottenberg Liatowitsch, Nyffeler und Gerichtsschreiber Lanz.
Kaformatik AG, Schoneggstrasse 5, 3700 Spiez, Beklagte und Berufungskl�gerin, vertreten durch F�rsprecher Markus St�hli, Bahnhofstrasse 6, 3601 Thun,
Verein Berner Oberland Tourismus, Jungfraustrasse 38, 3800 Interlaken, Kl�ger und Berufungsbeklagten, vertreten durch F�rsprecherin Dr. Ursula Widmer, Schosshaldenstrasse 32, 3000 Bern 22,
A.- Der Verein Berner Oberland Tourismus (Kl�ger) ist der Dachverband aller lokalen und subregionalen Tourismus- Organisationen des Berner Oberlandes unter Einbezug aller am Tourismus interessierten Kreise. Sein Verbandsgebiet umfasst die Amtsbezirke Oberhasli, Interlaken, Thun, Frutigen, Niedersimmental, Obersimmental und Saanen. Er bezweckt die F�rderung des Tourismus in der Region und setzt sich dabei f�r ein qualitativ hochstehendes, leistungsf�higes und ertragskr�ftiges Angebot ein, wobei er die Interessen der einheimischen Bev�lkerung und der G�ste sowie den Schutz der Landschaft und des Ortsbildes ber�cksichtigt. Die Bezeichnung "Berner Oberland" verwendet er schon seit langer Zeit als Kennzeichen auf Drucksachen etc. und er hat die Bezeichnung als grafischen Schriftzug nach seiner Darstellung neuestens auch als Marke eingetragen.
Am 13. M�rz 1996 liess Hans Kaltbrunner den Internet Domain Name (hier und im Folgenden wird die englische Bezeichnung verwendet) "berneroberland.ch" f�r die Kaformatik AG (Beklagte) registrieren. Diese besch�ftigt sich gem�ss Handelsregisterauszug mit der "Vermittlung von Informations- und Kommunikationstechniken, insbesondere Organisation und Realisierung von Informatik-Projekten, Planung, Evaluation und Beschaffung von Hard- und Software, Handel mit Hard- und Software u.a.m.". Hans Kaltbrunner zeichnet einzeln sowohl f�r die Beklagte wie auch f�r die PopNet GmbH, als deren Zweck im Handelsregister "Entwicklung und Vertrieb von sowie Handel mit Hard- und Software, weiteren Investitionsg�terprodukten und Erbringung von damit zusammenh�ngenden Dienstleistungen" angegeben ist.
B.- Mit Klage vom 10. M�rz 1999 beantragte der Kl�ger dem Handelsgericht des Kantons Bern, die Beklagte sei unter Androhung der Straffolgen gem�ss Art. 292 StGB zu verurteilen, den Gebrauch des Internet Domain Name "berneroberland.ch" mit sofortiger Wirkung zu unterlassen und f�r diesen Domain Name gegen�ber der schweizerischen Registrationsstelle f�r Domain Names, SWITCH CH/LI DOM-REG, Limmatquai 138, 8001 Z�rich, eine L�schungserkl�rung im Sinne von Ziff. 14 der SWITCH Domain Name Policy abzugeben.
Das Handelsgericht des Kantons Bern hiess die Klage am 24. August 1999 gut, untersagte der Beklagten mit sofortiger Wirkung den Gebrauch des Internet Domain Name "berneroberland.ch" und verpflichtete sie, innert 10 Tagen ab Rechtskraft eine L�schungserkl�rung gegen�ber der SWITCH abzugeben.
Der Kl�ger schliesst in der Antwort auf Abweisung der Berufung und Best�tigung des angefochtenen Urteils; eventualiter seien f�r den Fall, dass das angefochtene Urteil wegen Wegfalls des Rechtsschutzinteresses aufgehoben werden sollte, die Gerichts- und Parteikosten der Beklagten aufzuerlegen.
1.- Die Beklagte bestreitet die lauterkeitsrechtliche Aktivlegitimation des Kl�gers mit der Behauptung, er verfolge keine eigene kommerzielle Absichten und betreibe selbst kein kaufm�nnisches Gewerbe, sondern wolle nur die Interessen seiner Mitglieder wahren. Die Beklagte bezieht sich dabei auf die Statuten des Kl�gers, auf welche der angefochtene Entscheid verweist und die gem�ss Art. 64 Abs. 2 OG f�r das Berufungsverfahren aus den Akten beigezogen werden k�nnen.
a) Die Klageberechtigung zur Wahrung des lauteren und unverf�lschten Wettbewerbs im Interesse aller Beteiligten (Art. 1 UWG) wird in den Art. 9 und 10 UWG geregelt. Gem�ss Art. 9 Abs. 1 UWG ist zur Unterlassungs-, Beseitigungs- oder Feststellungsklage berechtigt, wer durch unlauteren Wettbewerb in seiner Kundschaft, seinem Kredit oder beruflichen Ansehen, in seinem Gesch�ftsbetrieb oder sonst in seinen wirtschaftlichen Interessen bedroht oder verletzt wird. Aktivlegitimiert sind danach Rechtssubjekte, die selbst am wirtschaftlichen Wettbewerb beteiligt sind und eigene wirtschaftliche Interessen geltend machen k�nnen (BGE 123 III 395 E. 2a S. 400; 112 II 369 E. 5a S. 375). Erforderlich ist ein unmittelbares Interesse daran, die eigene Stellung im Wettbewerb mit dem Erfolg der Klage abzusichern oder zu verbessern (Rauber, Klageberechtigung und prozessrechtliche Bestimmungen, Schweizerisches Immaterialg�ter und Wettbewerbsrecht [SIWR] Bd. V/1, 2. Aufl., S. 255).
Klageberechtigt nach Art. 9 Abs. 1 und 2 UWG sind ferner auch Wirtschaftsverb�nde, die nach den Statuten zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder berechtigt sind (Art. 10 Abs. 2 lit. a UWG). Es handelt sich dabei um Vereinigungen mit eigener Rechtspers�nlichkeit, deren Mitglieder am Wettbewerb teilnehmen und sich aus wirtschaftlichem Interesse zusammenfinden; dabei gen�gt die statutarische Befugnis zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder f�r die Aktivlegitimation (BGE 121 III 168 E. 4a S. 175; Rauber, a.a.O., S. 264).
b) Der Kl�ger bezweckt nach seinen Statuten die F�rderung des Tourismus in der Region Berner Oberland (Art. 2). Er strebt dieses Ziel namentlich an durch (a) Zusammenfassung aller am Tourismus der Region interessierten Kreise und deren Ausrichtung auf eine gemeinsame Tourismuspolitik, (b) Koordination unter den lokalen Tourismusorganisationen und subregionalen Tourismusverb�nden, (c) Vertretung des Berner Oberlandes bei kantonalen und gesamtschweizerischen Tourismusorganisationen, (d) Werbung und Information, (e) Gestaltung, Vermittlung und Verkauf touristischer Angebote, (f) Mitsprache in den verschiedenen Bereichen des Tourismusangebotes, (g) Wahrung der Interessen des Tourismus in der Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik allenfalls durch Beteiligung, (h) Unterst�tzung der touristischen Planung, (i) Beratung und (k) Ausbildung im Tourismus. Mitglieder des Kl�gers k�nnen alle nat�rlichen und juristischen Personen und K�rperschaften des privaten und �ffentlichen Rechtes sein (Art. 3). Namentlich aufgef�hrt werden unter anderen die Sektionen des Hotelier-Vereins Berner Oberland (lit. h) und regionale Organisationen der Wirte, des Gewerbes, der Bergbahnen und Skilifte etc. (lit. g).
c) Der Kl�ger ist als Dachverband aller lokalen und subregionalen Tourismusorganisationen des Berner Oberlandes unter Einbezug anderer am Tourismus interessierten Kreise (Art. 1 Abs. 2 Statuten) zur Wahrung der Interessen seiner Mitglieder befugt und daher nach Art. 10 Abs. 2 lit. a UWG klageberechtigt, soweit deren wirtschaftliche Interessen bedroht oder verletzt sind. Dass die Interessen der Mitglieder an der F�rderung des Tourismus im Berner Oberland wirtschaftlicher Art sind, bestreitet die Beklagte zu Recht nicht, nehmen die Mitglieder des Kl�gers doch mit touristischen Angeboten in der Region des Berner Oberlandes am Wettbewerb um die entsprechenden Kunden teil.
d) Der Kl�ger ist zudem auch selbst am wirtschaftlichen Wettbewerb beteiligt, denn er kann seine Ziele nach
Art. 2 der Statuten unter anderem durch Werbung und Information (lit. d) sowie durch Gestaltung, Vermittlung und Verkauf touristischer Angebote (lit. e) wahrnehmen. Die Vermittlung und der Verkauf touristischer Angebote ist Teilnahme am wirtschaftlichen Wettbewerb. Der Kl�ger kann sich somit auch aus eigenem Recht gegen unlautere Handlungen Dritter, welche den funktionierenden Wettbewerb in seinem T�tigkeitsbereich st�ren, zur Wehr setzen. Daran �ndert nichts, dass er als Verein von Gesetzes wegen auf einen nicht wirtschaftlichen Zweck verpflichtet ist (Art. 60 Abs. 1 ZGB), denn die bundesgerichtliche Praxis bejaht einen wirtschaftlichen Zweck nur, wenn der Verein selbst ein kaufm�nnisches Gewerbe betreibt (BGE 90 II 333).
Die R�ge der Beklagten, die Vorinstanz habe die Aktivlegitimation des Kl�gers im Sinne von Art. 9/10 UWG zu Unrecht bejaht, ist damit unbegr�ndet.
2.- a) Die an das Internet angeschlossenen Rechner m�ssen �ber eine eindeutige Adresse zu identifizieren sein, damit Daten �bermittelt werden k�nnen. Diese Adresse besteht in technischer Hinsicht aus einer in mehrere Untergruppen aufgeteilten Zahlenkombination. Weil diese Zahlenfolgen f�r den Benutzer schwierig zu handhaben sind, hat sich die Verwendung von Buchstabenk�rzel eingeb�rgert. Daraus hat sich das dezentral unterhaltene Domain Name System entwickelt.
Hierarchisch auf der obersten Stufe des Domain Name System befinden sich die Top Level Domains. Es handelt sich dabei um K�rzel, welche entweder bestimmte Kategorien von Organisationen bezeichnen (wie etwa ".com" f�r kommerzielle Unternehmen, ".edu" f�r Bildungsinstitutionen etc.) oder aber gem�ss L�nderk�rzel gebildet (so etwa ".de" f�r Deutschland, ".fr" f�r Frankreich usw.) und von entsprechenden nationalen Registrierstellen verwaltet werden. Der Top Level Domain ".ch" zugeordnet sind �blicherweise die in der Schweiz an das Internet angeschlossenen Rechner. Die zu ".ch" geh�renden Second Level Domain Names, welche regelm�ssig aus einer dem Top Level Domain Name voranzustellenden Buchstabenfolge - im zu beurteilenden Fall "berneroberland" - bestehen, werden durch die Stiftung SWITCH mit Sitz in Z�rich registriert.
Damit die f�r die Adressfunktion notwendige Exklusivit�t gew�hrleistet ist, kann ein solcher Domain Name zweiter Ebene unter einer bestimmten Top Level Domain nur einmal vergeben werden. Die SWITCH registriert nach dem Prinzip der ersten Anmeldung (vgl. zu den technischen Grundlagen des Domain Name System Ueli Buri, Die Verwechselbarkeit von Internet Domain Names, Diss. Bern 1999, S. 14 ff.). Soweit die Nutzung des Internet in Frage steht, f�hrt die Registrierung eines Domain Name folglich zur Monopolisierung der entsprechenden Bezeichnung zugunsten des Erstanmelders.
b) In technischer Hinsicht identifizieren Domain Names somit den an das Netzwerk angeschlossenen Rechner und kennzeichnen daher an sich weder eine Person noch ein bestimmtes Unternehmen (Weber, Schutz von Dom�nennamen im Internet, SJZ 92/1996 S. 406/7; B�cking, Internet-Domains - Neue Wege und Grenzen des b�rgerlich-rechtlichen Namensschutzes, NJW 1997 S. 1887). F�r den Internet-Ben�tzer - auf den bei der Frage der Funktion von Domain Names richtigerweise abzustellen ist (Buri, a.a.O., S. 41; B�cking, a.a.O., S. 1892) - steht jedoch die technische Funktion des Domain Name nicht im Vordergrund. Vielmehr bezeichnet dieser aus Sicht des Anwenders zun�chst eine Web Site als solche. Zudem identifiziert er bei geeigneter Ausgestaltung auch die dahinterstehende Person, Sache oder Dienstleistung und ist insofern - je nach konkreter Situation - als Kennzeichen mit einem Namen, einer Firma oder Marke vergleichbar (David, AJP 9/1999 S. 1170; Buri, a.a.O., S. 44 ff. mit Hinweisen; zur entsprechenden Rechtslage in Deutschland vgl. den Beschluss vom 18. Dezember 1998 des OLG K�ln, Computer und Recht 6/1999 S. 385 mit Hinweisen).
c) Obwohl in der Schweiz bez�glich Domain Names verbindliche Spezialvorschriften zu Verwendbarkeit, Exklusivit�t und Schutz sowie eine den Registerbeh�rden im Marken- oder Firmenrecht vergleichbare staatliche Pr�fungsinstanz fehlen (zu den privaten Richtlinien der einzelnen Vergabestellen vgl. Buri, a.a.O., S. 17 und 25/6), ist die Bildung von Internet Adressen nicht dem rechtsfreien Raum zuzuordnen. So hat die Kennzeichnungsfunktion der Domain Names zur Folge, dass diese gegen�ber den absolut gesch�tzten Kennzeichen Dritter den gebotenen Abstand einzuhalten haben, um Verwechslungen zu vermeiden. Ist das als Domain Name verwendete Zeichen namenrechtlich, firmenrechtlich oder markenrechtlich gesch�tzt, kann der entsprechend Berechtigte einem Unberechtigten demnach die Verwendung des Zeichens als Domain Name grunds�tzlich verbieten, wobei �ber Kollisionen zwischen verschiedenen Rechten durch Abw�gung der gegenseitigen Interessen zu entscheiden ist (BGE 125 III 91 E. 3c S. 93 mit Hinweisen). Die Domain Names unterstehen �berdies auch dem Lauterkeitsgebot des Wettbewerbsrechts.
3.- Die Beklagte r�gt, der Bejahung des kl�gerischen Unterlassungsanspruchs durch das Handelsgericht liege ein falsches Verst�ndnis der wettbewerbsrechtlichen Bestimmungen, namentlich von Art. 3 lit. d UWG, zugrunde.
a) Gem�ss Art. 2 UWG ist unlauter und widerrechtlich jedes t�uschende oder in anderer Weise gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossende Verhalten oder Gesch�ftsgebaren, welches das Verh�ltnis zwischen Mitbewerbern oder zwischen Anbietern und Abnehmern beeinflusst. Unlauter handelt insbesondere, wer Massnahmen trifft, die geeignet sind, Verwechslungen mit den Waren, Werken, Leistungen oder dem Gesch�ftsbetrieb eines andern herbeizuf�hren (Art. 3 lit. d UWG). Unter diesen mitunter als wettbewerbsrechtlicher Kennzeichenschutz bezeichneten Tatbestand fallen s�mtliche Verhaltensweisen, bei denen das Publikum durch die Schaffung von Verwechslungsgefahr irregef�hrt wird, insbesondere um den Ruf der Wettbewerber auszubeuten, mit denen die Verwechslungsgefahr geschaffen wird (Streuli-Youssef, Unlautere Werbe- und Verkaufsmethoden, SIWR Bd. V/1, 2. Aufl., S. 141; David, Schweizerisches Wettbewerbsrecht, 3. Aufl., N 224; Hilti, Der Schutz nicht registrierter Kennzeichen, SIWR Bd. III, S. 477). Die Verwechslungsgefahr wird als Rechtsfrage vom Bundesgericht frei gepr�ft, soweit es um das Verst�ndnis des allgemeinen Publikums geht, welches die streitige Leistung in Anspruch nimmt und kein Branchenverst�ndnis spezifischer Verkehrskreise in Frage steht (BGE 117 II 199 E. 2a S. 201). Der Begriff der Verwechslungsgefahr ist f�r den ganzen Bereich des Kennzeichnungsrechts ein einheitlicher (BGE 125 III 193 E. 1b S. 200/1; 119 II 473 E. 2c S. 475 mit Hinweisen).
b) Der im Streit liegende Begriff "Berner Oberland" bezeichnet nicht eine Gebietsk�rperschaft, sondern eine geografische Region. Es handelt sich dabei um eine gemeinfreie geografische Bezeichnung, deren Verwendung nach allgemeinen kennzeichenrechtlichen Grunds�tzen jedem Wettbewerbsteilnehmer offen steht (BGE 117 II 199 E. 2a/bb S. 201, 327 E. 2 S. 330).
Ob und auf welche Weise dem Freihaltebed�rfnis bez�glich geografischer Namen im Internet Rechnung zu tragen ist, kann im vorliegenden Fall offen bleiben; denkbar w�re etwa, dass derartige Bezeichnungen offiziellen oder offizi�sen Organisationen des betreffenden Gebiets vorbehalten bleiben, mit der Auflage, allen oder bestimmten Interessierten mit schutzw�rdigen Interessen Hyperlinks zur Verf�gung zu stellen. Jedenfalls kann aber das die Domain Names beherrschende Priorit�tsprinzip (dazu oben E. 2a) nicht bedeuten, dass der Erstanmelder den Gebrauch eines freihaltebed�rftigen geografischen Namens als Domain Name vorbehaltlos beanspruchen k�nnte. Schranken ergeben sich namentlich in zweifacher Hinsicht: Einerseits darf eine gemeinfreie Bezeichnung, welche durch langen Gebrauch zum Individualzeichen geworden ist, nicht in einer Konkurrenzbezeichnung gef�hrt werden. Anderseits ist die Verwendung einer gemeinfreien Bezeichnung untersagt, soweit damit die Gefahr von Verwechslungen geschaffen wird, der nicht mit geeigneten Zus�tzen oder auf andere Weise begegnet werden kann (BGE 117 II 199 E. 2a/bb S. 201/2).
c) Das Berner Oberland ist notorisch als traditionelle Fremdenverkehrs-Region bekannt, und der geografische Begriff "Berner Oberland" wird beim Publikum mit Tourismus assoziiert. Da das Internet gerade f�r touristische Angebote zunehmend genutzt wird, ist naheliegend, dass Interessenten unter dem Domain Name "www.berneroberland.ch" entsprechende Werbung und Angebote f�r den Fremdenverkehr erwarten. Die Bezeichnung "Berner Oberland" ohne pr�zisierenden Zusatz erweckt beim Ben�tzer zudem den Eindruck eines offiziellen oder zumindest offizi�sen Anbieters. An diesem Eindruck vermag entgegen der Auffassung der Beklagten auch der Hinweis "sponsored by PopNet" nichts zu �ndern, zumal diese Wendung mehrdeutig ist. Die Vorinstanz stellt denn auch fest, dass Verwechslungen mit dem Kl�ger tats�chlich vorgekommen sind und Internetben�tzer die Seite "www.berneroberland.ch" einer Tourismusorganisation zugeordnet haben.
Das Handelsgericht hat eine Verwechslungsgefahr somit zu Recht bejaht, und es kann offen bleiben, ob dieser �berhaupt und allenfalls inwiefern durch eine besondere Gestaltung der Web Site begegnet werden k�nnte (vgl. dazu Buri, a.a.O., S. 55 und 121 ff.).
d) Die Beklagte hat - wenn auch unsystematisch - verschiedene aus dem Berner Oberland stammende Domain Names reservieren lassen. Nach den f�r das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 63 Abs. 2 OG) ging es ihr dabei darum, die an der derart monopolisierten Bezeichnung interessierten Anbieter der Region zu veranlassen, ihren Internetauftritt im Gegenzug zur �bertragung der entsprechenden Domain Names durch die Beklagte oder die mit ihr wirtschaftlich verbundene PopNet GmbH erstellen zu lassen. So wurde etwa der Gemeinde Spiez gegen einen entsprechenden Auftrag der Domain Name "spiez.ch" �berlassen. In dieser Weise erfolgte nach den Erw�gungen des Handelsgerichts auch die Reservation des Domain Name "berneroberland.ch" nicht zuf�llig und insbesondere nicht deshalb, weil die Beklagte ihren Sitz in dieser Region hat, sondern um bei der Vergabe eines Auftrages zur Gestaltung eines Internetauftritts in bevorzugter Position stehen zu k�nnen. Die Beklagte hat somit die Verwechslungsgefahr mit Tourismus-Organisationen und insbesondere dem Kl�ger geschaffen, um sich gegen�ber ihren Konkurrenten und im Verh�ltnis zum Kl�ger einen Wettbewerbsvorteil bei der Akquisition von Auftr�gen zu verschaffen, und sie hat insofern durch dieses Verhalten die Beziehung zu ihren Mitbewerbern und m�glichen Abnehmern ihrer Dienstleistung zu beeinflussen gesucht.
Die Reservierung eines Internet Domain Name l�uft dem wettbewerbsrechtlichen Gebot des Handelns nach Treu und Glauben (Art. 2 UWG) namentlich dann zuwider, wenn damit der Ruf eines fremden Kennzeichens ausgebeutet wird. Unlauterkeit ist in der Regel auch zu bejahen, wenn die Registrierung einer geografischen Bezeichnung als Domain Name ohne objektiv schutzw�rdige Interessen und damit erkennbar zu Lasten Dritter erfolgt. Dies ist im vorliegenden Fall gegeben, weshalb die Vorinstanz zu Recht von einem unlauteren Verhalten der Beklagten ausgegangen ist. Dass die Beklagte nach den tats�chlichen Feststellungen im angefochtenen Urteil absichtlich treuwidrig gehandelt hat, ist zur Bejahung eines Verstosses gegen das UWG zwar nicht notwendig (BGE 120 II 76 E. 3a S. 78; 116 II 365 E. 3b S. 369), l�sst diesen jedoch umso klarer erscheinen.
e) Die Beklagte wendet nun freilich ein, die Vorinstanz habe zu Unrecht unber�cksichtigt gelassen, dass sie ihre urspr�ngliche Absicht im Laufe des Verfahrens vor dem Handelsgericht aufgegeben und unter dem umstrittenen Domain Name eine sog. Portalseite eingerichtet habe, die ein umfassendes Dienstleistungspaket f�r den ganzen Raum des Berner Oberlands anbiete und Verzweigungen (Links) nicht nur zum Teilbereich Tourismus enthalte. Neben dem Verweis auf den Tourismus, wo Hotels und Bahnen direkt aufgerufen werden k�nnten, w�rden aktuelle Nachrichten angeboten, die ausschliesslich das Berner Oberland betreffen, unter dem Titel "Marktplatz" k�nnten Inserate f�r alle g�ngigen Konsumg�ter plaziert und abgerufen werden und schliesslich werde unter der Rubrik "Index" ein breitgef�chertes Angebot �ber Bildung, Dienstleistungen, Gesundheit, Gewerbe, Kultur, Medien, Pers�nliches, Politik und Sport - alles beschr�nkt auf den Raum Berner Oberland - dargeboten.
Ob Private ausserhalb einer offiziellen oder offizi�sen Stellung eine gemeinfreie geografische Bezeichnung allenfalls bei Einrichtung einer gesicherten Portalseite verwenden d�rfen, kann hier offen bleiben (vgl. E. 3b hievor). Die Beklagte stellt jedenfalls die Erw�gung der Vorinstanz ausdr�cklich nicht in Abrede, dass sie die Gestaltung ihres Internet-Auftritts unter dem umstrittenen Domain Name jederzeit wieder �ndern kann. Sie hat insbesondere in keiner Weise zugestanden, dass sie sich verpflichte, dem Kl�ger oder dessen Mitgliedern in bestimmter Weise weiterhin Links zur Verf�gung zu stellen. Im �brigen wird das unlautere Verhalten der Beklagten nicht dadurch rechtm�ssig, dass interessierten Dritten im Rahmen einer Portalseite ein Hyperlink zugestanden wird (vgl. den Beschluss vom 18. Dezember 1998 des OLG K�ln, a.a.O., S. 386). Unter diesen Umst�nden hat die Vorinstanz die gegenw�rtige Gestaltung der Homepage "www.berneroberland.ch" der Beklagten zu Recht als unbeachtlich erachtet.
4.- Damit ist die Berufung abzuweisen und das angefochtene Urteil des Handelsgerichts des Kantons Bern zu best�tigen. Diesem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten der Beklagten aufzuerlegen, und diese hat dem anwaltlich vertretenen Kl�ger eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).
1.- Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Bern vom 24. August 1999 wird best�tigt.
2.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 3'000 wird der Beklagten
3.- Die Beklagte hat dem Kl�ger f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 4'000.-- zu bezahlen.

References: Art. 292
 Art. 64
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 10

Art. 2
 Art. 9
 Art. 3
 Art. 2
 Art. 159