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Timestamp: 2019-06-27 03:12:37+00:00

Document:
B.- Mit Verfügung vom 11. Mai 1993 entzog das Strassenverkehrs- und Schiffahrtsamt des Kantons St. Gallen T. den Führerausweis für vier Monate. Mit Entscheid vom 25. Mai 1994 wies die Verwaltungsrekurskommission
BGE 121 II 22 S. 23
des Kantons St. Gallen, Abteilung IV, den dagegen erhobenen Rekurs von T. ab.
Da Art. 6 Ziff. 1 EMRK nur in Verfahren Anwendung findet, in denen über zivilrechtliche Ansprüche und Verpflichtungen oder über die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage entschieden wird, ist zu prüfen, ob eine dieser Voraussetzungen hier erfüllt ist. Zuerst ist zu untersuchen, ob der
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angefochtene Entscheid über einen Führerausweisentzug zu Warnzwecken als einen solchen über die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK zu betrachten ist. Wird dies bejaht, kann offenbleiben, ob es sich auch um einen Entscheid über einen zivilrechtlichen Anspruch handeln könnte.
Zur Entscheidung über die Stichhaltigkeit einer Anklage gehört neben der Schuldfeststellung auch die Festsetzung des Strafmasses. Art. 6 Ziff. 1 EMRK ist demnach selbst dann anwendbar, wenn in einem Verfahren nur noch die Strafe zu bemessen ist (BGE 115 Ia 406 E. 3b/aa; THEO VOGLER, a.a.O.,
BGE 121 II 22 S. 25
N. 213 zu Art. 6 mit Hinweisen Fn. 5).
c) Da die Behörde im Verfahren nach Art. 16 Abs. 2 und 3 SVG die Art und die Dauer der Massnahme festlegt, entscheidet sie in jedem Fall über die Stichhaltigkeit einer Anklage im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK, auch wenn
BGE 121 II 22 S. 27
der Sachverhalt bereits vom Strafrichter beurteilt wurde und die zuständigen Instanzen im Administrativverfahren grundsätzlich an diese Feststellungen gebunden sind (BGE 119 Ib 158 E. 2c/bb und 3c/bb), oder der Schuldpunkt nicht strittig ist (vgl. dazu auch E. 2b oben).
c) Der Grundsatz der Öffentlichkeit der Gerichtsverhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK bezieht sich sowohl auf die Parteiöffentlichkeit als auch auf die Publikums- und Presseöffentlichkeit. Der Grundsatz soll durch die
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Kontrolle der Öffentlichkeit dem Angeschuldigten und allen übrigen am Prozess Beteiligten eine korrekte und gesetzmässige Behandlung gewährleisten. Darüber hinaus soll es der allgemeinen Öffentlichkeit ermöglicht werden, Kenntnis davon zu erhalten, wie das Recht verwaltet und die Rechtspflege ausgeführt wird; sie soll die Prozesse unmittelbar verfolgen und dadurch eine Kontrollfunktion wahrnehmen können. Es soll damit Transparenz der Rechtsprechung geschaffen und das Vertrauen in die Gerichtsbarkeit gesichert werden (BGE 119 Ia 99 E. 4a).
BGE: 119 IB 311, 115 IA 406, 119 IA 99, 117 IA 187 mehr... , 116 IB 146, 104 IB 95, 102 IB 59, 104 IB 194, 104 IB 87, 120 IB 54, 116 IB 151, 113 IB 53, 105 IB 118, 119 IB 158, 117 IA 387, 119 V 375, 120 IA 19
Artikel: Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 16 Abs. 2 und 3 SVG, Art. 6 EMRK, Art. 30 Abs. 2 VZV mehr... , Art. 4 BV, Art. 22 SVG, Art. 16 SVG, Art. 2 Abs. 2 StGB, Art. 68 StGB, Art. 33 Abs. 2 VZV, Art. 16 Abs. 3 lit. b SVG

References: BGE 
 Art. 6

BGE 
 Art. 6
 Art. 6

BGE 
 Art. 6
 Art. 16
 Art. 6

BGE 
 Art. 6

BGE 
 Art. 6
 Art. 16
 Art. 6
 Art. 30
 Art. 4
 Art. 22
 Art. 16
 Art. 2
 Art. 68
 Art. 33
 Art. 16