Source: https://fey-arbeitsrecht.de/krankenversicherung-nach-kuendigung/
Timestamp: 2020-08-12 06:58:25+00:00

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Was wird mit meiner Krankenversicherung nach Kündigung des Arbeitsverhältnisses?
Dorothea Fey 27. März 2018 15. Juli 2020 Keine Kommentare zu Was wird mit meiner Krankenversicherung nach Kündigung des Arbeitsverhältnisses?
Dieser Beitrag ist für Menschen, die als Beschäftigte in einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV, AOK oder Ersatzkasse) pflichtversichert sind und die sich fragen, was wird mit meiner Krankenversicherung nach Kündigung meines Arbeitsverhältnisses? Dabei ist es egal, ob Sie selbst gekündigt haben oder ob Ihnen der Arbeitgeber gekündigt hat.
In den allermeisten Fällen setzt sich die gesetzliche Versicherung automatisch fort, entweder als Pflichtversicherung oder als freiwillige gesetzliche Versicherung („obligatorische Anschlussversicherung“). Dabei hat sich in den letzten Jahren viel geändert, weshalb es dazu viele veraltete und falsche Auskünfte gibt.
Hier eine Auskunft zu den „Normalfällen“. Im Zweifel müssen Sie bei der gesetzlichen Krankenversicherung nachfragen. Wenn Sie sich hier irren, kann es für Sie teuer werden.
Wenn Sie krank sind beim Ende Ihres Arbeitsverhältnisses und Ihre Krankmeldungen weiterhin lückenlos bei der Krankenkasse einreichen und Krankengeld beziehen, dann setzt sich Ihre gesetzliche Krankenversicherung fort weil Sie Krankengeld beziehen gemäß § 192 Abs. 1 SGB V. Das gilt entsprechend für Mutterschaftsgeld, Erziehungsgeld und Pflegeunterstützungsgeld, Verletztengeld u.ä.
Krankenversicherung nach Kündigung bei Arbeitslosengeld I
Wenn Sie als pflichtversicherter Beschäftigter oder Krankengeldbezieher usw. direkt ins Arbeitslosengeld I wechseln, dann setzt sich Ihre Krankenversicherung über das Ende des Arbeitsverhältnisses fort und Sie sind gesetzlich krankenversichert gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V. Diese Krankenpflichtversicherung besteht auch während einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld oder wenn das Arbeitslosengeld ruht wegen Urlaubsabgeltung.
Aber was ist mit der gesetzlichen Krankenversicherung nach Kündigung des Arbeitsverhältnisses wenn Sie eine Abfindung bekommen haben und das Arbeitslosengeld I deshalb ruht? In diesen Fällen erzwingt der relativ neue § 188 Abs. 4 SGB V eine „freiwillige“ gesetzliche Krankenversicherung, sogenannte obligatorische Versicherung. Schauen Sie hierzu unten bei „freiwillige“ gesetzliche Krankenversicherung.
In diesen Fällen erzwingt der relativ neue § 188 Abs. 4 SGB V eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung (obligatorische Anschlussversicherung). Schauen Sie hierzu unten bei „freiwillige“ gesetzliche Krankenversicherung.
„Freiwillige“ gesetzliche Krankenversicherung (Obligatorische Anschlussversicherung)
Ein Zwang zur „freiwilligen“ gesetzlichen Krankenversicherung nach § 188 Abs. 4 SGB V (Obligatorische Anschlussversicherung) greift ein wenn Sie plötzlich aus der Versicherungspflicht herausfallen und Sie nicht von einer Familienversicherung aufgefangen werden. Der Fall kann z.B. eintreten, weil eine Krankmeldung fehlt oder weil Arbeitslosengeld gestrichen wird. In diesen Fällen wird die gesetzliche Pflichtversicherung als „freiwillige“ gesetzliche Krankenversicherung automatisch fortgesetzt. Aus dieser „freiwilligen“ Krankenversicherung kommen Sie nur heraus, falls Sie eine „anderweitige Absicherung im Krankheitsfall“ nachweisen können, also falls Sie privat krankenversichert sind und die Beendigung der freiwilligen Versicherung rechtzeitig beantragen. Dieser Antrag muss innerhalb von 2 Wochen nach der Mitteilung der Krankenversicherung über die „freiwillige“ Versicherung bei der Krankenversicherung eingehen! Zuvor sollten Sie sich aber bei der gesetzlichen Krankenkasse beraten lassen.
Als „freiwilliges“ Mitglied in der gesetzlichen Versicherung müssen Sie selbst die vollständigen Beiträge bezahlen. Die Beiträge werden in den meisten Fällen berechnet auf der Basis Ihres Gesamteinkommens z.B. einschließlich der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Aber bei geringem Einkommen können sie auch recht niedrig ausfallen. Gute Informationen zur Beitragshöhe bietet das Bundesgesundheitsministerium.
Alte, fast bedeutungslose Paragrafen für die gesetzliche Krankenversicherung nach Kündigung des Arbeitsverhältnisses
Früher konnte man nur dann nach dem Ende einer Beschäftigung als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben, wenn man unmittelbar zuvor mindestens ein Jahr pflichtversichert gewesen war oder in den letzten 5 Jahren 2 Jahre pflichtverischert gewesen war (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 SGB V). Diese lange Vorversicherungszeit hat heute praktisch keine Bedeutung mehr. Heute genügt schon eine kurze Zeit als Pflichtmitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung, um unmittelbar im Anschluss daran eine freiwillige Versicherung nach § 188 Abs. 4 SGB V anzuschließen. Eine lange Vorversicherungszeit nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 SGB V könnte allenfalls bei bewusstem Austritt aus der gesetzlichen Versicherung oder bei Missbrauch einer kurzen Beschäftigung oder in sehr komplizierten Fällen mit Familienversicherung eine Rolle spielen. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung.
Wer aus der gesetzlichen Krankenversicherung aus irgendeinem Grund „herausfällt“, der könnte theoretisch an eine Pflichtversicherung nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V denken. Damit sind alle Menschen pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung, die ansonsten gar nicht krankenversichert wären und die nicht zuletzt in einer privaten Krankenversicherung waren. Für Menschen, die zuletzt in der gesetzlichen Krankenversicherung waren spielt der Paragraf keine Rolle, da sie in die „freiwillige“ Versicherung nach § 188 Abs. 4 SGB V (obligatorische Anschlussversicherung) gezwungen werden. Diese „freiwillige“ Versicherung verdrängt die Pflichtversicherung nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V.
Abmahnung Arbeitslosengeld Arbeitsvertrag Befristung Entgelt Gehalt Klagefrist Kosten Krankenversicherung Kündigung Kündigungsfrist Kündigungsschutz Kündigungsschutzgesetz Lohn Lohn/Gehalt Mobbing Schwerbehinderung Tarifvertrag Widerspruchsfrist Überstunden

References: § 192
 § 5
 § 188
 § 188
 § 188
 § 188
 § 9
 § 5
 § 188
 § 5