Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20R%2023/10
Timestamp: 2019-06-26 05:03:22+00:00

Document:
BFH, 25.05.2011 - IX R 23/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,5811
BFH, 25.05.2011 - IX R 23/10 (https://dejure.org/2011,5811)
BFH, Entscheidung vom 25.05.2011 - IX R 23/10 (https://dejure.org/2011,5811)
BFH, Entscheidung vom 25. Mai 2011 - IX R 23/10 (https://dejure.org/2011,5811)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2011,5811) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 39 Abs 1 AO, § 39 Abs 2 Nr 1 S 1 AO, § 17 Abs 1 S 1 EStG 1997, § 17 Abs 1 S 4 EStG 1997
Wirtschaftliches Eigentum an Beteiligung
Vermittlung von wirtschaftlichem Eigentum an einem Gesellschaftsanteil aufgrund Bestehens der Position eines Gesellschafters allein in der gebundenen Mitwirkung an einer inkongruenten Kapitalerhöhung
Keine Wesentliche Beteiligung bei lediglich gebundener Mitwirkung an inkongruenter Kapitalerhöhung
Wirtschaftliches Eigentum an einer Beteiligung
Wirtschaftliches Eigentum an einer Beteiligung i.S.v. § 17 EStG
Wesentliche Beteiligung im Sinne des § 17 EStG auch bei bloßem Durchgangserwerb
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 25.05.2011, Az.: IX R 23/10 (Geschäftsanteil: Wirtschaftliches Eigentum an einer Beteiligung in qualifizierter Höhe)" von RA/FASteuerR Prof. Dr. Burkhard Binnewies, original erschienen in: GmbHR 2011, 1162 - 1165.
BFHE 234, 55
NJW-RR 2012, 38
DB 2011, 2295
BStBl II 2012, 3
NZG 2012, 40
Entscheidend ist das Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse im jeweiligen Einzelfall (BFH-Urteil vom 25. Mai 2011 IX R 23/10, BFHE 234, 55, BStBl II 2012, 3, ständige Rechtsprechung; Fischer in HHSp, § 39 AO Rz 103 f.; Drüen in Tipke/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, § 39 AO Rz 24, jeweils m.w.N.).
Dabei ist der Übergang des wirtschaftlichen Eigentums nach dem Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse im jeweiligen Einzelfall zu beurteilen; bei der Bestimmung des wirtschaftlichen Eigentums ist nicht das formal Erklärte oder formal-rechtlich Vereinbarte, sondern das wirtschaftlich Gewollte und das tatsächlich Bewirkte ausschlaggebend (z.B. BFH-Urteil vom 25. Mai 2011 IX R 23/10, BFHE 234, 55, BStBl II 2012, 3, Rz 17, m.w.N.).
Für die tatsächliche Wahrnehmung von vermögensrechtlichen Ansprüchen aus einer Beteiligung von über 25 % ließ die konkrete Vertragsgestaltung keinerlei Raum (vgl. BFH-Urteil vom 25. Mai 2011 IX R 23/10, BFH/NV 2011, 1935).
Soweit die frühere Rechtsprechung (BFH-Urteil vom 14. März 2006 VIII R 49/04, BFHE 213, 307, BStBl II 2006, 746) in vergleichbaren Zusammenhängen formal-rechtlichen Aspekten ein noch stärkeres Gewicht beigemessen hat, hält der Senat daran nicht mehr fest (vgl. BFH-Urteil in BFH/NV 2011, 1935).
Ihm muss etwa auch der wirtschaftliche Erfolg aus einer (Weiter-)Veräußerung gebühren (vgl. BFH-Urteil vom 25. Mai 2011 IX R 23/10, BFHE 234, 55, BStBl II 2012, 3, m.w.N.).
Eine unmittelbare Beteiligung liegt auch vor, wenn die veräußerten Anteile, abweichend von der rechtlichen Inhaberschaft, dem Veräußerer nach steuerrechtlichen Grundsätzen zuzurechnen sind (zuletzt Senatsurteil vom 25. Mai 2011 IX R 23/10, BFHE 234, 55, BStBl II 2012, 3, zu wirtschaftlichem Eigentum).
Nach der Rechtsprechung des BFH zum § 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 AO erlangt derjenige das wirtschaftliche Eigentum an einem Kapitalgesellschaftsanteil, der nach dem Inhalt der getroffenen Abrede alle mit der Beteiligung verbundenen wesentlichen Rechte ausüben und im Konfliktfall effektiv durchsetzen kann (vgl. etwa BFH-Urteil vom 25.5.2011 IX R 23/10, BFHE 234, 55, BStBl II 2012, 3).
Dabei hängt die Prüfung, Gewichtung und Abwägung der einzelnen Kriterien für den Übergang des wirtschaftlichen Eigentums im Rahmen einer --regelmäßig keine abstrakten Rechtsfragen aufwerfenden-- Gesamtbetrachtung von den Umständen des Einzelfalls ab, so dass sich allgemeingültige, vom Einzelfall losgelöste Regeln nicht aufstellen lassen (vgl. dazu u.a. BFH-Urteile vom 26. Januar 2011 IX R 7/09, BFHE 232, 463, BStBl II 2011, 540, unter II.2.c; vom 25. Mai 2011 IX R 23/10, BFHE 234, 55, BStBl II 2012, 3, unter II.1.; vom 5. Oktober 2011 IX R 57/10, BFHE 235, 376, BStBl II 2012, 318, unter II.1.;… vom 1. August 2012 IX R 6/11, BFH/NV 2013, 9, unter II.1.b aa (1), und BFH-Beschluss vom 15. Oktober 2013 I B 159/12, BFH/NV 2014, 291).
Letzteres ist im Falle des Verkaufs einer Beteiligung nach der Rechtsprechung des BFH (Urteile vom 11. Juli 2006 VIII R 32/04, BFHE 214, 326, BStBl II 2007, 296, oder vom 25. Mai 2011 IX R 23/10, BFHE 234, 55, BStBl II 2012, 3, jeweils m. w. N.) jedenfalls dann anzunehmen, wenn der Käufer des Anteils.
vgl. zu Letzterem etwa BFH, Beschluss vom 28. Februar 2012 - VIII R 2/08 -, juris Rn. 9 ff. und BGH, Urteil vom 13. März 2014 - IX R 23/10 -, juris Rn. 27 ff., 33 ff.

References: § 39
 § 39
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17
 § 39
 § 39
 § 39