Source: http://struckmeier-genealogie.de/deutsch/bredenkoetter.htm
Timestamp: 2019-10-20 23:49:32+00:00

Document:
Die Suche nach meinen Wurzeln hätte ich 20 Jahre eher beginnen sollen, denn inzwischen sind alle Zeitzeugen verstorben und standen somit für eine Befragung nicht mehr zur Verfügung. Eine Erleichterung war für mich, dass meine Eltern im sogenannten 3. Reich vor ihrer Eheschließung einen Ariernachweis erbringen mussten. Dadurch haben sie indirekt sehr große Vorarbeit geleistet.
Nachfragen bei Kirchen- und Standesämtern und zahlreiche Gespräche mit Verwandten (oft auch sehr weitläufigen) runden das Bild ab.
Stadtwappen Bünde Gemeindewappen Südlengern
Bei einigen Anmerkungen kann ich mich nur auf mündliche Überlieferungen stützen. Da sie aber in die damalige Zeit passen, ist ihr Wahrheitsgehalt sicher nicht unerheblich.
Bedanken möchte ich mich recht herzlich bei den vielen Sippenmitgliedern die mir Bilder und ihre Erinnerungen zur Verfügung stellten .
Der Name Bredenkötter kommt hauptsächlich im Kreise Herford (Regierungsbezirk Detmold - NRW) vor. Vereinzelt breitet er sich in den Kreis Minden - Lübbecke, ins Lipperland und in die näheren Gebiete von Niedersachsen aus. In anderen Bundesländern ist er nicht vertreten, wird sich aber durch Abwanderungen sicherlich in diese verbreiten.
Brede bedeutet schlechtes Land. Der Breder oder Bredemeier war ursprünglich der Bauer oder Landwirt der auf wenig ertragreichem Land lebte oder schlechte Böden bewirtschaftete. Der Bredenkötter hatte auf diesem Land eine Heuerlings- oder Kötterstelle inne.
Nachkommen von Jobst Henrich Bredenkötter
Blutlinie zu Christel Struckmeier, geb. Bredenkötter. Stand: Mai 2016
Schwachmeier
Erbwöhner
… 07.06.1716 in Bermbeck Nr. 8 (Reesberg)
… 07.10.1685
Jobst Henrich
Bredenkötter geb. Schwachmeier
Heuerling (im Bredenkotten)
* 1674 in Bermbeck Nr. 8
… 28.03.1745 in Bermbeck Nr.11
StR. 4/1745 Herford (Münsterkirche)
20.10.1715
Anne Eliesabeth
* 24.02.1692
… 02.05.1745
Eltern: Tönnis Brackmann
* um 1642
Anne Margarethe Wichmann
… 22.01.1708
* 27.02.1718 in Bermbeck Nr. 11,
TR. 347/1718, Herford (Münsterkirche)
… vor 1793 in Bermbeck Nr. 11
31.01.1740
TR. 155/1740
Anna Margarethe Ilsabein Bögekamp (Bohnenkamp)
* 10.07.1718 in Bermbeck Nr. 9
TR. 347/1718 Herford (Münsterkirche)
… 22.12.1793 in Bermbeck Nr. 11
StR. 18/1793-1794 Münsterkirche
Eltern: Henrich Bühkamp (Bögekamp) geb. Winter
… 17.09.1732
Anne Marie Bohnenkamp
∞ am 18.10.1711
* 28.02.1751 in Bermbeck 11
TR. 352/1751 Herford (Münsterkirche)
… 15.12.1816 in Schweicheln
StR. 202/1816 Herford (Münsterkirche)
TR. 158/48/1775
Horst (von der Horst)
* 01.01.1761 in Lippinghausen 4
TR. 3/1/1761 in Hiddenhausen
… 24.12.1811 in Schweicheln
StR. 32/230/1811 Münsterkirche
Colon Johann Henrich Horst
* 11.07.1694
… 13.12.1769
Catharine Ilsabein Bolmeyer
∞ am 12.08.1752
* 17.12.1791 in Bermbeck 11
TR. 383 + 254/1791 Herford (Münsterk.)
TR. 171/32/1815
Anna Catherine Marie Ilsabein
Heuerlingsfrau
* 26.11.1791 in Südlengern bei Nr. 4
TR.66/5/1791-92 Südlengern Bünde
Jobst Friedrich Balke
* ca. 1762 – 17.05.1816
in Steinlake
∞ 24.06.1787
mit Anna Catharina Maria Elisabeth Möhlmann
* ca. 1764 – vor 1815.
Großeltern: Heuerling Ernst Henrich Balke + Anne Marie Ilsabein Pahmeyer
* 18.01.1836 in Schweicheln Nr. 5
TR. 10/1836 Herford Münsterkirche
… 28.05.1917 in Südlengern
StA. Ennigloh 140/1917
238/48/1857
Johanne Louise Sophie
* 29.05.1836 in Bünde
(Feldmark) TR. 28/1836 Bünde
… 10.12.1918 in Südlengern
StA. Ennigloh 419/1918
Erbpächter Hermann Heinrich Fleer
* 18.12.1795 in Bustedt
∞ 06.07.1820 mit Anna Maria Ilsabein Schmidt
* 16.12.1798 in Dreyen.
Großeltern: Johann Henrich Schmidt aus Holsen
∞ 27.03.1801 in Enger mit Anne Marie Bode aus Dreyen
* 06.09.1861 in Schweicheln TR. 117/1861 Herford Münsterkirche
… 22.07.1936 in Südlengern Nr. 106
StA. Ennigloh 72/1936
Traureg. 38/1893
Katharine Marie Luise Diestelhorst
* 27.02.1871 in Spradow
Taufreg. 8/1871 in Bünde
… 30.04.1950
Anna Marie Luise Charlotte
Diestelhorst, gen. Kottkamp
* 06.02.1843 in Spradow
Taufreg. 5/1843 in Bünde.
Johann Heinrich Diestelhorst + Anna Marie Luise Uffelmann
* 25.01.1909 in Südlengern 106
GR. 51/1909 StA. Ennigloh
… 18.08.1990 in Südlengern
StA. Bünde 354/1990
Traureg. 3/1942
StA. Ennigloh
Zigarrenmacherin
* 17.10.1919 in Südlengern
GR. 263/1919 StA. Ennigloh
… 17.07.1998 in Südlengern
StA. Bünde 325/1998
Wilhelm Schmidt + Christine Spreen
(s. eigene Linie)
* 18.01.1943 in Südlengern
GR. StA. Ennigloh 8/1943
Traureg. 102/1963
* 23.05.1942 in Diepholz
GR. StA. Diepholz 113/1942
Karl Struckmeier +
(siehe eigene Linie)
Den ersten Bredenkötter meiner von mir erforschten Ahnenreihe habe ich in Schweicheln Bermbeck (heute: Gemeinde Hiddenhausen, Kreis Herford) gefunden. Es ist der Heuerling Jobst Henrich Bredenkötter, geb. ca. 1674 in Bermbeck Nr.8, verstorben am 28.03.1745 in Bermbeck Nr. 11. Seine Ehefrau Anna Elisabeth geb. Brackmann, geb. am 24.02.1692, verstorben am 02.05.1745 in Bermbeck Nr.11, war die Tochter von Tönnis Brackmann, geb. um 1642, und seiner Ehefrau Anna Margarethe geb. Wichmann, geb.1652 und verstorben am 22.01.1708.
Die Hochzeit von Jobst Henrich und Anna Elisabeth war am 20.10.1715. Es wird vermutet, dass es die 2. Ehe (ist nicht bewiesen) von Jobst Henrich war.
Jobst Henrich Bredenkötter war der Sohn des Erbwöhners Hartwig Schwachmeier 1652- 07.06.1716 und seiner Ehefrau Anna Margarethe 1642 - 07.10.1655, wohnhaft in Bermbeck Nr. 8 (im "Reesberg"). Die Hochzeit war um 1673.
(Der Schwachmeier - Hof wird 1536 in den Akten der Fürst Abtei Herford unter 989/Münster erstmals erwähnt.)
Die Besitzung Bermbeck Nr. 8 ging an die Tochter Elisabeth geb. 1678. Der Sohn Jost Henrich nahm eine Kötterstelle bei den "uff der Breden" in Bermbeck Nr. 11 an. Er wurde dann als Jost Henrich im "Breden-Kotten" geb. Schwachmeier geführt. Sein Hochzeitsdatum - 20.10.1715- wurde im Kirchenbuch der Münsterkirche Herford unter 1715/35 eingetragen. Es ist der Beginn der "Bredenkötters" im Bredenkotten in Bermbeck.
Von 1716 - 1737 sind von Jost Henrich und Anna Elisabeth Bredenkötter 8 Kinder bekannt.
"Die uff der Breden" wurden 1556 im Urbar erstmals erwähnt. Sie wohnten zu diesem Zeitpunkt in Diebrock. Erst um 1579 gründete ein Nachfahre die Wohnstätte in Bermbeck Nr. 11 und 12. Diese blieb bis 1748 im Besitz der Familie.
Der älteste Sohn Tönnis Henrich geb. 27.02.1718 und dessen Ehefrau Anna Margarethe Ilsabein, geb.Bögekamp (Bohnenkamp) waren die nächsten Kötter auf dem Bredenhof Bermbeck Nr.11.
Die Besitzer, der Erbwöhner Johann Henrich uff der Breden und seine Ehefrau Catharina Ilsabein, verkauften 1748 ihre Hofstätte. Das Haupthaus Nr. 12, ( heute Schweicheln Bermbeck, Bärenschlucht Nr. 6), ging an Johann Jürgen Niestrat 21.02.1712 - 09.02.1767, den Kotten Nr. 11, (heute Schweicheln Bermbeck, Bärenschlucht Nr.2 ) konnte Jost Henrich Bredenkötter erwerben. Er nannte sich ab da "Colon".
Der Bredenkotten wechselte im Laufe der Jahrzehnte mehrfach den Besitzer und wurde einige Male umgebaut.
Die Geschichten der "uff der Breden" und des Schwachmeier-Hofes wurden vom Heimat- und Ahnenforscher Heinz Höpner aus Hiddenhausen erforscht. Seine Großmutter Elise Johanne Marie war eine geborene Bredenkötter. Ihre Linie trennt sich von der unseren nach Tönnis Henrich. Diese Linien sind als Anhang angefügt.
Der nächster Colon im "Bredenkotten" war der Sohn Johann Henrich mit Ehefrau Anne Margarethe von der Horst. Die Ehefrau verstarb 1811 . Laut Kaufvertrag vom 17.06.1816 verkaufte Johann Henrich das Colonat und zog zu seinem Schwiegersohn nach Schweicheln, wo er schon am 15.12.1816 an "Schlagfluß" verstarb.
Ihr Sohn Bernhard Heinrich, geb.17.12.1791 in Bermbeck Nr. 11, nahm nach seiner Hochzeit mit Anne Catharine Marie Ilsabein Balke am 30.04.1815 eine Heuerlingstelle in Bermbeck an.
Mein Urgroßvater Bernhard Heinrich Bredenkötter nahm ebenso wie sein gleichnamiger Vater eine Heuerlingstelle in Schweicheln bei Nr. 14 an .Er heiratete am 29.11.1857 in der Herforder Münsterkirche Johanne Louise Sophie Fleer, geb. am 29.05.1836 in Bünde (Feldmark), … 10.12.1918 in Südlengern. Sie war die Tochter von Hermann Heinrich Fleer und dessen Ehefrau Anna Maria Ilsabein Fleer, geb. Schmidt .
Aus der Ehe von Bernhard Heinrich und Johanne Louise Sophie Bredenkötter, geb. Fleer gingen 11 Kinder hervor, wovon die ersten drei Kinder noch in Schweicheln geboren wurden.
Kinder Ehepartner Wohnort
Caspar Heinrich geb. am 26.02.1859 in Schweicheln Marie Telthörster
Caspar Heinrich geb. am 06.09.1861 in Schweicheln Nr.14 Marie Katharine Luise Diestelhorst geb. 27.02. 1871 in Spradow
Catharine Louise geb. am 17.09.1864 in Schweicheln Nr.14
Anne Marie Ilsabein geb. am 12.05.1867 in Südlengern Nr.106
Anna Marie Eliese geb. am 01.04.1877 in Südlengern Nr. 106
Hermann Steffener Ludum bei Ritschenwalde, Kreis Obornik/Posen
Caspar Wilhelm Franz geb. am 01.04.1872 in Südlengern Nr. 106. … 24.11.1875 als Kind in Südlengern Nr. 106
Johanne Marie Ilsabein geb. am 30.06.1874 in Südlengern Nr. 106. … 31.10.1874 als Säugling in Südlengern Nr. 106
Hermann Heinrich geb. am 23.02.1876 in Südlengern Nr. 106. … 03.04.1876 als Säugling in Südlengern Nr. 106
Anna Marie Louise geb. am 01.04.1877 in Südlengern Nr. 106. … 19.08.1952.
Cigarrenarbeiter
Friedrich Trinemeier
Bünde, Feldmark
Luise Friederike Ilsabein geb. am 27.03.1880 in Südlengern Nr. 106
August Gestring
Johanne geb. am 30.04.1882 in Südlengern Nr.106
Bild der Familie mit allen acht überlebenden Kindern anlässlich der Silberhochzeit von Heinrich und Johanne Bredenkötter.
(l. mein Großvater Casper).
Im Jahre 1866 erwarb mein Urgroßvater Bernhard Heinrich Bredenkötter für 700 Thaler Haus und Grundbesitz sowie einige Ländereien in Südlengern Nr. 106 (heute Albert Schweitzer Straße 95) von dem Colon Ernst Friedrich Grunwald . Dieser besaß und bewohnte damals das Nachbargrundstück Südlengern Nr. 25 (heute: Stork, Albert Schweitzer Str. 101).
Nach dem Kauf wurde der ehemalige Heuerling im Jahre 1867, auf Veranlassung von Rechtsanwalt und Notar Carl Grefser, als Neubauer unter der Nr. 6898 in das Grundbuch-Register eingetragen.
(Übersetzung aus Deutsche Sütterlinschrift v. Christel Struckmeier, geb. Bredenkötter,
Präsentiert zur Verteilung am 21.03.1867 nachmittags 4 Uhr, Rittmeier
Bünde am 15.12.1866
Vor dem königlich preußischen Rechtsanwalte und für den Bezirk des königlichen Accellations-Gerichts zu Paderborn angestellten öffentlichen Notar, Carl Grefser, wohnhaft zu Bünde und den zugezogenen Justrumentszeugen, als:
dem Postboten Wilhelm Striedick von hier,
dem Colon Heinrich Dammeier zu Werfen,
welchen, Notar und Zeugen, wie hiermit versichert wird, keines der Verhältnisse entgegensteht, welche sie nach den §§ fünf bis neun des Notariats-Gesetzes vom 11. Juli 1845 von der Teilnahme an der nachstehenden Verhandlung ausschließen, erschienen folgende wohl bekannte dispositionsfähige Personen als:
der Colon Ernst Friedrich Grunewald Nr. 25 zu Südlengern,
der Heuerling Johann Heinrich Bredenkötter bei Nr. 14 zu Schweicheln und erklärten nachstehenden Kaufcontract wohlbedächtigt errichtet zu haben:
Der Colon Grunewald hat verkauft und verkauft hiermit dem Mitcomparenten Heuerling Bredenkötter folgende ihm gehörige Parzellen als:
einen Morgen 103 Ruthen achtzig Fuß Acker, Flur neunzehn Nr. 253 Böseberg Engerfeld und
einen Morgen 145 Ruthen fünfzig Fuß Acker, Flur 19 Nr. 252 daselbst
mit dem auf dem letzteren befindlichem Hause und Holzwuchse.
Der die verkauften Parzellen betreffende Güter-Auszug vom 15. Dez. dieses Jahres liegt bei, es wird jedoch für die darin angegebene Größe keine Gewähr geleistet, da die Grundstücke so verkauft wurden wie sie daliegen.
Der Kaufpreis wird auf 700 Thaler Courant festgesetzt und muß am 1. April künftigen Jahres bezahlt werden.
Die Übergabe ist erfolgt und wird von beiden Teilen hierdurch für vollzogen erklärt, jedoch ist der Verkäufer berechtigt die ausgesääten Früchte, welche sich auf dem verkauften Grundstücken befinden und in etwa drei viertel Scheffelsaat Roggen, drei viertel Scheffelsaat Weizen, und in etwa drei viertel Scheffelsaat mit Klee bestehen für sich für künftiges Jahr abzuernten u. dafür dem Käufer zur Zeit der Aberntung 10 Thaler zu zahlen. Das mitverkaufte Wohnhaus kann Verkäufer bis zum 1.3.1867 bewohnen lassen, aber nicht länger, so das vom gedachten Tage das Haus von fremden Bewohnern geräumt ist.
Die auf den verkauften Realitäten ruhenden gewöhnlichen Lasten u. Abgaben trägt Käufer vom 1. April künftigen Jahres, für Freiheit von eingetragenen Lasten, Abgaben und Forderungen leistet Verkäufer Gewähr.
Genehmigt der Verkäufer daß der Besitztitel für Käufer im Hypothekenbuche der Steuergemeinde Südlengern, worin Volumine I. folio 227 des Besitztitels von den mitverkauften Grundstücken für den Verkäufer berichtigt worden, nunmehr für den Käufer berichtigt wird.
Die Eintragung einer Protestation wird von keinem Teile verlangt.
Die Kosten dieser einmal für Käufer auszufertigenden Urkunde und einer einzigen Abschrift für Verkäufer trägt jeder Teil zur Hälfte.
Ernst Friedrich Grunewald
Johann Heinrich Bredenkötter
Das vorstehende Verhandlung so wie sie niedergeschrieben, stattgefunden, das auch dieselbe in Gegenwart des Notars und der Zeugen den Contrahenten laut vorgelesen, von ihnen genehmigt und eigenhändig unterzeichnet worden ist, wird hierdurch attestiert.
Wilhelm Striedick
Carl Grefser
aus der Grundsteuer – Mutterrolle der Katasterab. Gemeinde Südlengern Artikel Nr. 135
Grunewald Ernst Friedrich wohnhaft zu Südlengern.
________________________ Eintragung siehe Urkunde bzw. Kopie __________________________
Die Richtigkeit dieses auf Ansuchen des Besitzers zum Zwecke des Verkaufs ausgefertigten Auszugs und dessen Übereinstimmung mit der Mutterrolle am heutigen Tage wird hiermit bescheinigt.
Bünde den 15. Dezember 1866
( L.S ) Der Amtmann
Nach der allerh. Kah. Ord. Vom 23. Februar 1839 stempelfrei.
Vorstehende in das Register unter der Nummer 8813 des Jahrganges 1866 eingetragene Verhandlung wird hiermit für den Heuerling Johann Heinrich Bredenkötter bei Nr. 14 zu Schweicheln einmal ausgefertigt.
Bünde, den 24. Dezember 1866
( Siegel ) Carl Grefser
Tit: pooj: für den Johann Heinrich
Bredenkötter eingetragen:
Vol I. fol. 272 des Hypothekenbuchs für Südlengern
Bünde den 20. May 1867
Anmerkung: Es ist hier ein Zahlendreher unterlaufen
es muß 227 statt 272 des Hypothekenbuches eingetragen
werden. Siehe Artikel 5
Da im Kaufvertrag die Vornamen des Käufers mit Johann Heinrich angegeben sind, hegte ich einige Zweifel an der Richtigkeit. Bei nochmaliger Durchsicht der Unterlagen fand ich dann eine Benachrichtigung des Königlichen Amtsgerichtes vom 6. August 1896 mit der Mitteilung, dass die Vornamen im Grundbuch auf Bernhard Heinrich berichtigt sind.
Benachrichtigung Amtsgericht
Bis zu seinem Tode war mein Urgroßvater immer bemüht seinen Besitz zu mehren. Er erwarb zahlreiche Äcker und Wiesen hinzu. Neben der Landwirtschaft arbeitete er im Winter als Hausschlachter, seine große Vorliebe war aber die Heilkunde. Seine Kenntnisse wurden von der Bevölkerung gern in Anspruch genommen. Seine Spezialität war das Einrenken von Gelenken und die Behandlung von Verstauchungen aller Art. Neben seiner natürlichen Begabung für diese Dinge bezog er sein Wissen aus vielen Gesundheitsbüchern, die nach seinem Ableben in seiner Wohnung vorgefunden wurden.
Mit Vertrag vom 7. April 1893 übergaben die Eheleute Bernhard Heinrich und Johanne Sophie Louise Bredenkötter, geb. Fleer, ihren Besitz an ihren Sohn Caspar Heinrich Bredenkötter, meinen Großvater, und zogen sich auf ihr Altenteil (Leibzucht), einen kleinen Kotten auf dem Hof Südlengern Nr.106 zurück.
Verhandelt zu Bünde
den 7. April 1893 im Hause der Firma Leser Ganz.
Dr. jur. Leopold Grüter, königlich preußischem Notare im Bezirke des Oberlandes Gerichts Bezirke zu Hamm, wohnhaft zu Bünde, welchem wie er hiermit versichert, keines der Verhältnisse entgegen steht, welche von der Teilnahme an dieser Verhandlung nach den Paragraphen fünf und sechs des Gesetzes vom 11. Juli 1845 über das Verfahren bei Aufnahme von Notariats-Justeumenten ausschließen, erschienen folgende von Person und als verfügungsfähig bekannte Personen:
Die Eheleute Colon Bernhard Heinrich Bredenkötter und Johanne Sophie Louise geb. Fleer Nr. 106 zu Südlengern wohnhaft.
Deren großjähriger Sohn der Colon Caspar Heinrich Bredenkötter daselbst wohnhaft,
Comparenten schlossen folgenden Übertragungsvertrag ab.
§ 1 Die erschienenen Eheleute Bredenkötter zu eins übertragen hiermit ihr gesamtes bewegliches und unbewegliches Vermögen mit alleiniger Ausnahme des im Paragrafe 2 bezeichnetem Vermögens dem Comparenten zu zwei zum Eigentum.
Das unbewegliche Vermögen besteht aus der Stätte Nr. 106 zu Südlengern. Comparenten verpflichten sich gegenseitig die gerichtliche Auflassung des übertragenem Grundvermögens für Gutsübernehmers auf Verlagen vorzunehmen.
§ 2 Von der Vermögensübertragung im vorigen Paragraphen ist ausgeschlossen dasjenige Grundstück welches der Comparnent zu eins vor mehreren Jahren von dem Colonen Große Wortmann zu Südlengern Nr. 7 angekauft hat und der Stätte Nr. 106 zu Südlengern nicht zugeschrieben ist, nebst aufstehenden Gebäulichkeiten, sowie alle den Comparenten zu eins gehörigen ausstehenden Forderungen welche als ihr Eigentum verbleiben.
§ 3 Die Comparenten zu 1 behalten sich für die Lebenszeit des abtretenden Ehemanns das uneingeschränkte und ausschließliche Nießbrauch- und Verwaltungsrecht an dem übertragenen Vermögen vor. Alles was sie jedoch auf diesem Rechte nur während der Dauer derselben erübrigen, soll zugunsten des Gutsübernehmers werden und so angesehen sein, als ob dasselbe ihm hiermit zum Eigentum abgetreten ist.
§ 4 Der Comparent zu zwei acceptiert die vorstehende Vermögens-Übertragung und übernimmt dagegen folgende Gegenleistungen.
A. er verpflichtet sich nach dem Tode seines Vaters seine erschienene Mutter, so lange dieselbe lebt, bei sich auf der übertragen erhaltenen Stätte mit kindlicher Liebe zu hegen und zu pflegen, sie in allen nötigen Leibes- und Lebensbedürfnissen, in Wohnung, Kleidung und Kost, Arzt und Medizin standesgemäß frei zu unterhalten, ihr wöchentlich 3 Mark Taschengeld zu zahlen ohne Abfordern, welches jedoch als erlassen angesehen sein soll, wenn eine am Ende des Jahres rückständige Gesamtsumme nicht abgefordert ist.
B. er verpflichtet sich, falls der abtretende Vater das sich vorbehaltene Nießbrauch- und Verwaltungsrecht am übertragenen Vermögen aufgeben sollte, was ihm jederzeit freisteht,
seinen Eltern zur ausschließlichen Benutzung zu überlassen: den Kotten auf der Stätte Nr. 106 zu Südlengern, den er in guten wohnbaren Zustand setzen und darin unterhalten muß, ein Scheffelsaat Ackerland, den Comparent zu eins sich aus dem abgetretenen Lande auswählen kann, die zu einer einfachen Haushaltung erforderlichen Hausgeräte und Möbel, welche Comparent zu eins sich ebenfalls aus den abgetretenen Mobilien auswählen kann.
Seinen Eltern wöchentlich pränumerando in ihrer Wohnung 3 Mark Taschengeld ohne abfordern zu zahlen.
C. er verpflichtet sich, seinem Vater das vorstehend festgesetzte Taschengeld ad 3 Mark wöchentlich auch nach dem Tode der Mutter zu zahlen.
D. er verpflichtet sich seiner Mutter, falls diese die Naturalverpflegung und das Taschengeld wie unter A festgesetzt ist, aufgibt, was ihr jeder Zeit freisteht, dieselbe Leibzucht nebst Taschengeld zu leisten wie sie vorstehend unter B/1 und 2 für beide Eltern festgesetzt ist.
E. er verpflichtet sich seine Eltern nach ihrem Tode standesgemäß frei beerdigen zu lassen.
F. er übernimmt von den Schulden seiner Eltern diejenigen 400 Thaler nebst rückständigen Zinsen, welche diese dem Colonen Lücking zu Bermbeck verschulden und verzinst, dieselben nach Aufhören des Nießbrauchrechts davon zu befreien.
G. er zahlt seinen nachbenannten Geschwistern folgende Abfindungen vom elterlichen Vermögen:
Anna, 2. Friederike, 3. Johanne Bredenkötter einer Jeden zur Zeit ihrer Großjährigkeit 1.200 Mark und liefert ihnen zur selben Zeit oder früheren Verheiratung Jeder eine Aussteuer im Wert von je 330 Mark, oder zahlt Jeder diesen Betrag.
Werden diese Abfindungen während des Nießbrauchs des Vaters fällig, so ist derselbe berechtigt die zur Erfüllung erforderlichen Capitalien anzuleihen und auf die Stätte ins Grundbuch eintragen zu lassen wozu Comparent zu zwei seine Einwilligung zu erteilen verpflichtet ist.
Für den Fall eine der vorbenannten drei Berechtigten ohne Hinterlassung eines Testaments und vor ihre Großjährigkeit versterben sollte, so fällt deren Abfindung und Aussteuer zu Gunsten des Gutsübernehmers fort, so daß sie in diesem Falle nicht zu zahlen ist, respective zu liefern.
Es tritt dieser Fall jedoch nicht ein falls eine der Berechtigten schon vor der Großjährigkeit verheiratet ist.
H. er liefert seiner jüngsten Schwester Johanne nach dem Tode des Letztlebenden der Eltern deren Bett zum Eigentum.
§ 5 Die Comparenten zu eins haben außer den in diesem Vertrage benannten Kindern noch folgende:
die Elise Bredenkötter: diese wollen die Eltern aus ihrem eigenen, nicht übertragenen Vermögen abfinden.
die Luise, Ehefrau Kröger zu Hunnebrock.
die Marie, Ehefrau Kleymann zu Südlengern.
den Heinrich Bredenkötter zu Südlengern.
Diese letztgenannten 3 Kinder sind vom elterlichen Vermögen abgefunden.
§ 6 Die Naturalübergabe des übertragenen Vermögens durch die Comparenten zu eins an den Comparenten zu zwei ist kurzer Hand dadurch erfolgt daß erstere versprechen, dasselbe künftighin Namens des Gutsübernehmers als Nießbraucher besitzen zu wollen.
§ 7 Der Comparent zu 2 verpfändet zur Sicherheit das in Paragraph Drei festgesetzten Nießbrauchs u. Verwaltungsrechts sowie der seinen Eltern gegenüber im Paragraph vier unter A. B. C. und D. übernommenen Verpflichtungen das übertragen erhaltenen Grundvermögen und bewilligt und beantragt, daß diese Rechte hierauf für die Berechtigten ins Grundbuch eingetragen werden und verspricht diesen Antrag bei der Auflassung zu wiederholen.
§ 8 Es wurde beantragt diese Verhandlung einmal für den Comparenten zu zwei und einmal für die Comparenten zu eins auszufertigen.
Heinrich Bredenkötter
Johanne Bredenkötter
Kaspar Bredenkötter
Es wird hiermit bescheinigt daß die vorstehende Verhandlung so, wie sie niedergeschrieben ist, stattgefunden hat, den Beteiligten in meiner Gegenwart laut vorgelesen von denselben genehmigt und eigenständig unterschrieben ist.
Dr. jur. Leopold Grüter
Königlich preuß. Notar.
Vorstehende unter der Nr. 127 des Jahres 1893 in das Notariats Register eingetragene Verhandlung wird hiermit für den Colon Caspar Heinrich Bredenkötter Nr. 106 zu Südlengern auf einer Mark 50 Pfennige Stempel ausgefertigt.
Bünde, den 18. April 1893
Königlich preuß. Notar
Zu diesem Zeitpunkt waren die älteren Kinder Heinrich, Louise und Marie aus dem elterlichen Vermögen bereits abgefunden. Elise, die nach Posen aussiedeln wollte, bekam ihre Abfindung aus einem nicht auf Caspar übertragenem anderen Besitz ihrer Eltern. Die jüngsten Töchter Anna, Friederike und Johanne waren noch nicht volljährig und sollten ihre Abfindung und Mitgift bei Volljährigkeit oder Heirat von ihrem Bruder Caspar erhalten.
Das Bild zeigt alle noch lebenden Geschwister mit Partner anlässlich eines Besuches von Elise und Hermann Steffener
am 15.09.1935.
(v.l. sitzend) Anna Trinemeier, geb. Bredenkötter, Marie Bredenkötter, geb. Diestelhorst, Casper Bredenkötter, Wilhelm Kleimann, Elise Steffener, geb. Bredenkötter, Hermann Steffener, Luise Kröger, geb. Bredenkötter, Hermann Kröger. (stehend v.l.) Friedrich Trinemeier, Johanne Wehmeyer, geb. Bredenkötter, August Wehmeyer und Friederike Gerstring, geb. Bredenkötter.
Mein Großvater Caspar Heinrich Bredenkötter heiratete einen Monat nach der Übertragung am 12.05.1893, meine Großmutter Marie Katharina Luise Diestelhorst, die bis dahin in der Nachbarschaft bei dem Bauern Breitenbürger als Dienstmagd in Stellung war.
Aus der Ehe meiner Großeltern gingen 13 Kinder hervor.
Kinder Ehepartner Enkel
Bernhard Heinrich Bredenkötter, Viehhändler
* 19.08.1893 in Südlengern
… 25.03.1980 in Rahden
Wohnung: Südlengern (Trotzenburg)
Käthe Lichtendahl Haustochter
* 18.03.1903 in Südlengern
+ 18.08.1936 in Südlengern
Johanne Luise Bredenkötter, Zigarrenarbeiterin
* 05.12.1894 in Südlengern
… 16.03.1986 in Bünde
Wohnung: Südlengern
Gustav Schröder Faßfabrikannt
* 15.02.1869 in Hüffen
Johanne Anna Bredenkötter
* 08.07.1896 in Südlengern
… 22.09.1989 in Dünne
Wohnung: Spradow , später Dünne
Karl Ellersiek
* 28.01.1899
+ 14.07.1984 in Dünne
Anna Luise Bredenkötter, Zigarrenarbeiterin
* 03.12.1897 in Südlengern
… 19.05.1972 in Südlengern
Wohnung: Südlengern Nr.388
Hermann Rullkötter
* 25.05.1897
+ 27.02.1945
Marie Friederike Bredenkötter, Zigarrenarbeiterin
* 24.10.1899 in Südlengern
… 11.09.1989 in Bünde
Wohnung: Südlengern (Sandloch)
Friedrich Rullkötter Werkmeister
* 02.10.1899 in Südlengern
+ 02.02.1975 in Südlengern
Johanne Elise Bredenkötter , Haustochter
* 24.10.1901 in Südlengern
… 24.03.1953 in Bielefeld
Wohnung: Südlengern Nr. 106
Wilhelm Heinrich Bredenkötter, Tischler
* 24.03. 1904 in Südlengern
… 14.12.1981 in Löhne
Wohnung: Löhne-Ort
Helene Ostermeyer
* 12.01.1905
+ 02.02.1997
Auguste Bredenkötter, Schneiderin
* 24.10.1905 in Südlengern
… 05.02.1975
1. Ehem.: Hermann Sewing, Maurermeister geschieden
2. Ehem.: Eugen Zeidler
* 1896 + 27.11.1968 in Südlengern
August Bredenkötter, Landwirt u. Schlachter
* 07.07.1907 in Südlengern
… 23.07.1987 in Bünde
Wohnung: Südlengern Nr.106
Johanne Strathmann Schneiderin
* 14.07.1906 in Südlengern
+ 18.08.1997 in Bünde
Gustav Friedrich Bredenkötter, Maurer
* 25.01.1909 in Südlengern
Anni Schmidt Zigarrenarbeiterin
+ 17.07.1998 in Südlengern
Friedrich Bredenkötter, Schmied u. Landwirt
* 17.03.1911 in Südlengern
… 22.11.1990 in Südlengern
Wohnung: Südlengern (Schnathofweg)
Emma Tiemann Haustochter
* 08.06.1911 in Südlengern
+ 23.11.1996 in Südlengern
August Ewald Bredenkötter, Kaufmann
* 24.03.1914 in Südlengern
… 23.07.1944 (2. Weltkrieg)
Wohnung: Bünde
* 30.06.1917
+ 02.03.2000 in Bünde
Karl Bredenkötter, Bäcker/Postfacharbeiter
* 10.07. 1916 in Südlengern
… 2. Weltkrieg vermisst
Nach dem Tod von Caspar Heinrich Bredenkötter ging der Hof an seinen Sohn August über. Meine Großmutter Marie, an die ich mich noch sehr gut erinnere, führte ihm - unterstützt von ihrer unverheirateten Tochter Elise (Tante Lischen) - den Haushalt. Augusts Ehefrau Johanne arbeitete lieber als Schneiderin und nahm gerne die Hilfe ihrer Schwiegermutter in ihrem Haushalt an.
Großmutter Marie verstarb am 30.April 1950 in ihrer Wohnung in Südlengern, nachdem sie sich von ihren Kindern und Enkeln verabschiedet hatte.
Der Tod und die Beerdigung meiner Großmutter Marie (Oma Bredenkötter) ist der erste Trauerfall den ich als Kind bewusst erlebt habe. Ich weiß noch genau, dass meine Eltern mit mir an dem Todestag bei ihr waren. Wir befanden uns auf dem Heimweg als uns einer meiner Onkel mit dem Fahrrad einholte und uns die Todesnachricht überbrachte.
Unvergessen ist für mich ihre Beerdigung, der lange Trauerzug zur Familien - Begräbnisstätte in Südlengern-Dorf und der von Rappen gezogene Leichenwagen, hinter dem wir vom Trauerhaus Südlengern-Heide aus hergingen.
Alle Kinder und Schwiegerkinder von Caspar und Marie Bredenkötter sind inzwischen verstorben. Der Hof Bredenkötter existiert heute nur noch als Resthof.
Alle Abkömmlinge werden von mir nur noch im Sippendiagramm weiter mit Daten aufgeführt (Die lebenden Abkömmlinge nur im vertraulichem Teil).
Mein Vater Gustav Friedrich Bredenkötter war das 10. Kind der Eheleute Caspar Heinrich und Marie Katharina Luise Bredenkötter. Er wurde am 25.01.1909 in Südlengern Nr. 106 geboren. Nach seiner Schulentlassung (Volksschule Südlengern-Heide) erlernte er das Maurer-Handwerk. Nach Beendigung der Lehre begann er für ein eigenes Haus zu sparen. Er erwarb von Bäcker Treseler ein Grundstück in Südlengern im "Sandloch". Auf diesem Grundstück befand sich ein kleiner Berg (Hügel), den er nach und nach abtrug. Den darunter befindlichen Sand verkaufte er an seinen Arbeitgeber und an andere Bauherren. Nachdem er eine Fläche in der Größe seines Wohnhausgrundrisses begradigt hatte, begann er nach und nach sein Haus zu errichten. Bei der Fertigstellung war er über 30 Jahre alt.
Gustav Bredenkötter einer der ersten Motorradfahrer in Südlengern.
Beim Abbau von Sand wurden 1953 an der Grenze zum Nachbargrundstück einige Gefäße gefunden, die sich als Urnen herausstellten. Daraufhin überwachte Professor Friedrich Langewiesche, Lehrer am Gymnasium in Bünde und weithin bekannt für seine archäologischen Interessen, einige Zeit den weiteren Abbau. Da keine weiteren Urnen gefunden wurden, nimmt man an , dass es sich um eine kleine Begräbnisstätte gehandelt hat.
Die Sammlungen von Prof. Langewiesche befinden sich heute im Bünder Museum.
Der Rest der Erde von unserem Hügel wurde 1958 beim Ausbau des Minden-Weseler -Weges (heute: Mindener Str.) verwand. Dabei hat man keine weiteren Urnen gefunden.
Urnen aus dem Sandloch Südlengern
Was meinem Vater jetzt fehlte war eine Ehefrau. Seine Wahl fiel auf eine 10 Jahre jüngere Frau aus seiner Nachbarschaft, die er schon immer kannte , aber erst jetzt als Frau wahrnahm. Es war meine Mutter Anni Schmidt, mit deren Eltern er schon lange freundschaftlich verkehrte.
Die Zeit von der ersten Werbung bis zur Hochzeit dauerte nur ein halbes Jahr, da mein Vater zum Wehrdienst einberufen wurde. Sie heirateten am 10.01.1942 in Südlengern. Vaters Haus Nr. 605 (heute: Mindener Str. 155) war inzwischen an 2 Familien vermietet. Deshalb baute er im Nachbarhaus, bei seiner Schwester Friederike Rullkötter, eine kleine Wohnung für sich und seine junge Frau aus.
Ich wurde ein Jahr später am 18.01.1943 in Südlengern geboren. In seinen Briefen von der Front an meine Mutter, drängte mein Vater sie, dafür zu sorgen, endlich ins eigene Haus einziehen zu können, zumal sie dort Stall und Garten schon benutzte. Die Mieter weigerten sich auszuziehen, bis ein richterliches Urteil sie zwang, zunächst jeweils ein Zimmer an meine Mutter abzugeben.
Wir bekamen in der unteren Wohnung ein Schlafzimmer und im Obergeschoss ein Zimmer als Wohnküche zugeteilt. Hier wohnten wir auch noch, als mein Vater im Herbst 1946 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkam.
Hochzeitsbild Anni + Gustav Bredenkötter 1942. Das Bild seiner Frau Anni mit Tochter
Christel trug Gustav während der Kriegszeit und in der Gefangenschaft in Rußland ständig bei sich.
Anmerkung: Die Rückkehr meines Vaters aus der Gefangenschaft ist das erste Ereignis meines Lebens an das ich mich erinnere. Ich durfte an diesem Tag bei meinen Großeltern Schmidt schlafen, da meine Mutter und meine Tante am nächsten Morgen in aller Frühe Bucheckern sammeln wollten (aus Bucheckern wurde in Dallmanns Ölmühle Öl gepresst).
Im Morgengrauen klopfte jemand an das Schlafzimmerfenster und rief: "Gustav kommt, er ist schon in Löhne"! Mein Vater war bis dorthin mit dem Zug gekommen. Bei seinem in Löhne lebenden Bruder legte er einen Zwischenstopp ein um sich von der Zugreise bis Löhne auszuruhen. Mein Onkel nahm sofort sein Fahrrad und brachte die gute Nachricht zu meiner Mutter und allen Verwandten. Danach organisierten sie eine Fahrgelegenheit nach Südlengern.
In meiner Erinnerung stellt sich das erste Bild meines Vaters so da: Ein fremder Mann sitzt mit aufgekrempelter Schlafanzughose in unserer Wohnküche; er hat seine Füße auf einen Stuhl gelegt und von seinen Beinen tropft Blut in eine Schüssel.
Heute weiß ich, dass meine Mutter ihm die geschundenen Beine (Entlassungsgrund aus der Kriegsgefangenschaft) mit Kamillentee ausgewaschen hatte. Unter dieser Verletzung hat er bis an sein Lebensende gelitten und sich wiederholt Krankenhausbehandlungen unterziehen müssen.
Nachdem mein Vater sich etwas erholt hatte, arbeitete er einige Zeit als Nachtwächter in Südlengern, da selbst in unserer ländlichen Gegend Diebstähle und Einbrüche an der Tagesordnung waren.
Erst als meine Mutter mit meinem Bruder Horst schwanger war, bemühte er sich wieder um eine Anstellung als Maurer. Seinen neuen Arbeitgeber Georg Strakeljahn aus Hiddenhausen hatte er in der russischen Kriegsgefangenschaft kennen gelernt. (Freundschaftlich mit ihm verbunden bestand dieses Beschäftigungsverhältnis bis zu seinem Ruhestand). Inzwischen war auch der Mieter aus der unteren Wohnung unseres Hauses ausgezogen, sodass unser Leben endlich in geordneten Bahnen laufen konnte.
Aus der Ehe meiner Eltern Gustav und Anni Bredenkötter, geb. Schmidt, gingen 6 Kinder hervor.
Kinder Ehepartner Enkelkinder
Christel Bredenkötter
* 18.01.1943 in Südlengern, Bekleidungstechnikerin Erhard Struckmeier
Anke Struckmeier
* 05.12.1963 in Herford … 29.03.1964 in Südlengern
Horst Bredenkötter
* 03.07.1947 in Südlengern
… 12.09.1965 in Herford, Verkehrsunfalltod Maschinenschlosser
Manfred Bredenkötter Maschinenbautechniker Siegrun Schwager
Dr. rer. nat. Björn Bredenkötter
Marc Bredenkötter
Karin Bredenkötter, Erzieherin
Elena Ahlmeyer
Teja Ahlmeyer
Ellen Bredenkötter , Industriekauffrau Ulrich Darnauer
Marco Darnauer
Christine Darnauer
Klaus Bredenkötter
Dipl. Ing. (Maschinenbau) Bärbel Holdmann
Sirena Bredenkötter
Loreen Bredenkötter
Anni + Gustav Bredenkötter 1985. Anni + Urenkelin Anna-Luise 2 Monate vor ihrem Tod 1998.
Mein Vater Gustav Bredenkötter starb am 18.August 1990 im Alter von 81 Jahren in seiner Wohnung in Südlengern. Meine Mutter Anni, geb. Schmidt überlebte ihn 8 Jahre. Sie schlief am Abend des 17. Juli 1998 plötzlich beim Fernsehen ein, nachdem sie noch an ihrem Todestag sich ihre Haare gewaschen, Kuchen gebacken und einige ihrer Kinder zu Besuch gehabt hatte.
Die Nachkommen mit Ehepartnern und Kindern von Gustav und Anni Bredenkötter 1990.
Die Nachkommen meiner Linie werden in dem Sippenregister "Struckmeier " weiter verfolgt.
Die Münsterkirche in Herford
In der Münsterkirche haben die ersten fünf Generationen Bredenkötter aus Schweicheln (1674 - 1837) geheiratet und ihre Kinder taufen lassen. 2011 wurde diese Tradition von meinem Neffen Marco Darnauer fortgesetzt, der dort seine "Vroni" Deichmann aus Herford heiratete.
Familienlinie "uff der Breden"
Die "uff der Breden" wurden im Urbar von 1556 erstmals erwähnt . Arend uff der Breidar (Breden) gehört meinem gnädigen Herrn mit Weib und Kindern
Erbwöhner Ahrend uff der Breden (um1489 bis 1558 ) und Ehefrau N.N.
Hochzeit um 1518.
Ilsche uff der Breden (um 1521 bis 1579 ) und Ehemann Erbwöhner Jasper uff der Breden geb. Heymann
(um 1523 bis 1578) gebürtig aus Getmold.
Erbwöhner Tönnies uff der Breden (um1551 bis 1607 ) und Ehefrau Agnese geb. Eickmeier (um 1549 bis 1609 )
Hochzeit um 1579. Gründer der Wohnung Bermbeck Nr.12 und 11
Erbwöhner Berend uff der Breden (um1581 bis 1653 ) und Ehefrau Trineke (um 1579 bis 1635) Hochzeit um 1601.
Erbwöhner Bernhard uff der Breden (um1604 bis 1658 ) und Ehefrau Agnetha (um 1601 bis 1638) Hochzeit um 1623.
Erbwöhner Jasper uff der Breden (1632 bis 08.01.1729) und Ehefrau Anne Catharina (1641 bis 02.09.1680) Hochzeit um 1660.
(war 3 mal verheiratet)
Im Vogteibuch Ehges von 1721 ist vermerkt: Jasper uff der Breden in Bermbeck ist frei, gibt aber Contributionen
Erbwöhner Johann uff der Breden (1671 bis 08.04.1748) und Ehefrau Anne Clara geb. upp dem Heidbrinke (01.03.1682 bis 18.11.1754)
Hochzeit am 26.09.1700/ 33 Münsterkirche Herford.
Erbwöhner Johann Henrich uff der Breden geb.10.06.1703 und Ehefrau Catharina Ilsabein geb. uffm Hokamp geb.05.12.1706.
Hochzeit am 13.05.1731/23 Münsterkirche Herford.
Das Ehepaar verkaufte um 1748 ihre Hofstätte Nr. 12 an Johann Jürgen Niestrat (21.02.1712 bis 09.02.1767)
und den Kotten Nr. 11 an Tönnies Henrich Bredenkötter.
Über den Verbleib der Eheleute Johann Henrich uff der Breden und seine Ehefrau Catharina Ilsabein ist bisher nichts bekannt.
Stammtafel Schwachmeier (Schnatmeier) Bermbeck Nr. 8
… 1529 in Bermbeck Nr. 8 (Reesberg)
Fürstabtei Herford in Akte 989
Münster erwähnt.
* 1497 in Bermbeck Nr. 8
Erbwöhner Hermann
Schwachmeier geb. Kruse
… 1563
* 1526 in Bermbeck Nr. 8
Erwähnt in den Listen des
FA. Herford
*1551 in Bermbeck 8
… 1621
um 1573
* 1576 in Bermbeck 8
Ab hier wurden die Schwachmeiers teilweise auch Schnatmeier von Bermbeck genannt
*1602 in Bermbeck Nr.8
… 1659
*1631 in Bermbeck Nr. 8
… 1677
2.Ehe um 1666
… 1665
2.Ehe mit Elsebe
1643 bis 04.11.1714
(die Witwe Schnatmeier)
* 1652 in BermbeckNr.8
… 07.06.1716
2. Ehe um 1686
Anne Marie Tubbing
1665 bis 20.03.1742
Tod: Bermbeck Nr.8
* 15.05.1678 in Bermbeck Nr.8
21.09.1704
Münsterkirche. 1704/22
Schwachmeier geb. Brackmann
… 20.03.1744
Da Tochter und Schwiegersohn die Besitzung übernahmen, zog der Sohn Jost Henrich als Heuerling in den Kotten Bermbeck Nr.11
(siehe Linie Bredenkötter)
* 19.01.1710 in Bermbeck Nr.8
… 06.05.1786
20.11.1729
Münsterkirche. 1729/47
Catharina Margarethe
* 08.06.1710
… 14.09.1774
Schnatmeier (Schwachmeier)
* 29.11.1750 in Bermbeck Nr.8
Taufe in Kirchlengern
… 14.04.1816
Margarethe Dorothea Wellensiek
… vor dem 14.04.1816
Wurde am 01.01.1815 als Besitzer von Bermbeck Nr.8 vermerkt.
* 1783 in Bermbeck Nr.8
… 29.03.1846
08.01.1803
Catharina Wilhelmine
… 01.04.1855
Die Hofstätte Bermbeck Nr.8 wurde am 18.01.1828 versteigert. (eingetragen am 19.10.1822)
Am 22.11.1851 kam die Hofstätte Bermbeck Nr.8 mit großen Teilen vom Reesberg nach Südlengern
Jetzt Südlengern Nr.8a
Käufer von Südlengern Nr.8a
Schnatmeier geb. Holtkamp
* 13.12.1794
Christine Wilhelmine
… 24.12.1835
* 09.12.1830 in Südlengern Nr.8a
Anne Marie Ilsabein
* 24.06.1837
… 04.01.1886
Um 1906/1907 erwarb das Ehepaar Colon Hermann Stühmeier (09.01.1876 bis 16.10.1936) und seine Ehefrau Johanne Caroline Wilhelmine Ottensmeier (12.11.1880 bis 22.05.1959) - (Hochzeit 07.06.1906) die Hofstätte „Schnathof" in Südlengern Nr. 8a. Ihre Nachfolger verkauften um 1960 den „Schnathof" an den Kreis Herford. Heute befindet sich dort die Reesberg - Mülldeponie.
Die Stühmeiers kauften sich dann in Hücker Aschen ein.
Bilderauswahl Bredenkötter
Bild 1: Oma Marie Bredenkötter mit Enkelin Gunda Rullkötter, Tochter Friederike Rullkötter und Tochter Eliese Bredenkötter. Bild 2: Heinrich Bredenkötter mit Ehefrau Käthe. Bild 3: Luise Schröder mit ihren Kindern Walter, Hildegunde und Egon.
Bild 4: Große Familienfeier im Hause Bredenkötter, Südlengern Nr. 106 anlässlich des Besuches der Steffener`s aus Posen im Jahre 1935.
Hintere Reihe: Luise Schröder ,? Schröder, Käthe Bredenkötter, August Bredenkötter, Heinrich Bredenkötter, Karl Bredenkötter, Friedrich Trinemeier. Arnold Tönsing, August Wehmeier, Johanne Wehmeier, Anna Tönsing, Margarethe Trinemeier, Friederike Rullkötter, Anna Budde, Eliese Bredenkötter, Ewald Bredenkötter, Heinrich Trinemeier, Friederike Gestring,
Zweite Reihe: Anna Trinemeier, Marie Bredenkötter, Kaspar Bredenkötter, Wilhelm Kleimann, Eliese Steffener, Hermann Steffener, Luise Kröger und Hermann Kröger.
Vordere Reihe: Bernhard Bredenkötter, Ewald Rullkötter, Gunda Rullkötter, Gerhard Rullkötter, Inge Trinemeier, Sigrid Trinemeier, Heinz Günter Trinemeier.
Bild 5: Gustav Bredenkötter und Anni Schmidt 1941. Bild 6: Johanne und August Bredenkötter mit ihren Kindern Gisela und Hanna. Bild 7: Karl Bredenkötter als Soldat.
Bild 8 Bild 9 Bild 10
Bild 8: Wilhelm und Helene Bredenkötter. Bild 9: Hochzeit Fritz und Emma Bredenkötter. Bild 10: Hochzeit Ewald und Marie Bredenkötter.
Bild 11: Hochzeitsfeier Friedrich und Friederike Rullkötter am 01. 10. 1926.
Bild 12: Hochzeit Anna und Hermann Rullkötter. Die Brautführer waren Frieda Schürmeier, Fritz Rullkötter, Friederike Bredenkötter und Karl Rullkötter. Später haben Frieda und Karl und Friederike und Fritz ebenfalls geheiratet.
Bild13: Hochzeit Auguste und Hermann Sewing. Brautführer waren Helene Ostermeyer und Wilhelm Bredenkötter und Gustav Bredenkötter mit Partnerin.
Bild 14: Die" Bredenkötter - Schwestern": (vorn) Anna Rullkötter, Johanne Ellersiek und Luise Schröder. (hinten Friederike Rullkötter und Auguste Sewing.
Bild 15: Goldene Hochzeit von Johanne und Karl Ellersiek. Dahinter die damals noch lebenden Geschwister Friederike Rullkötter, August Bredenkötter, Gustav Bredenkötter, ? Ellersiek und Friedrich Bredenkötter.
© 2016 Christel Struckmeier, geb. Bredenkötter

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8