Source: https://www.dashofer.de/thema/ausserplanmaessige-abschreibung.html
Timestamp: 2020-01-27 12:12:25+00:00

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Außerplanmäßige Abschreibung | www.dashoefer.de
Außerplanmäßige Abschreibungen können sowohl das Anlagevermögen (§ 253 Abs. 3 Satz 3 HGB) als auch das Umlaufvermögen (§ 253 Abs. 4 HGB) betreffen.
Außerplanmäßige Abschreibungen sind beim Anlagevermögen, unabhängig davon, ob eine zeitlich begrenzte oder unbegrenzte Nutzungsdauer vorliegt, bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung (§ 253 Abs. 3 Satz 3 HGB) zwingend vorzunehmen. Für Finanzanlagen gilt die Besonderheit, dass Abschreibungen auch bei voraussichtlich nicht dauernder Wertminderung vorgenommen werden können (Wahlrecht des § 253 Abs. 3 Satz 4 HGB).
Ob ein Vermögensgegenstand Bestandteil des Umlaufvermögens ist (und damit dem strengen Niederstwertprinzip unterliegt) oder Bestandteil des Anlagevermögens (und damit dem gemilderten Niederstwertprinzip unterliegt), ergibt sich in den meisten Fällen unstrittig aus dem Sachverhalt und wird im Zweifel von der Verwendungsabsicht des Unternehmens bestimmt.
Außerplanmäßige Abschreibung von Wertpapieren
Etwas anders sieht es jedoch für Wertpapiere wie z.B. Aktien aus. Hier hat das Unternehmen die Möglichkeit,
die Wertpapiere bei Intention einer langen Haltedauer (z.B. strategische Beteiligungsabsicht) im Anlagevermögen auszuweisen (z.B. im Bilanzposten Wertpapiere des Anlagevermögens, § 266 Abs. 2 A. III. 5. HGB) oder
die Wertpapiere bei beabsichtigter kurzfristiger Anlage (z.B. Spekulationsabsicht oder Interimsanlage von gerade nicht benötigten Geldern) im Umlaufvermögen auszuweisen (z.B. Bilanzposten Sonstige Wertpapiere, § 266 Abs. 2 B. III. 2. HGB).
Sinkt dann der Wert der Wertpapiere zum Bilanzstichtag gegenüber dem Anschaffungspreis, hat die Einordnung erhebliche Auswirkungen auf die Bewertung. Während beim Anlagevermögen ein Kursrückgang evtl. als vorübergehend „abgetan“ werden kann (und somit keine außerplanmäßige Abschreibung erforderlich ist), ist im Umlaufvermögen auf jeden Fall auf den niedrigeren beizulegenden Wert abzuschreiben.
Außerplanmäßige Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Anlagegüter und Sachanlagen nach § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB auf den niedrigeren beizulegenden Wert sind gemäß § 277 Abs. 3 Satz 1 HGB gesondert auszuweisen oder im Anhang anzugeben. Der gesonderte Ausweis kann in Form eines Vorspaltenvermerks oder eines zusätzlichen Postens – z.B. Nr. 7 c) – erfolgen.
Die im Geschäftsjahr vorgenommenen und in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Abschreibungen auf das immaterielle Anlagevermögen sowie das Sachanlagevermögen lassen sich in der Regel mit der Spalte Abschreibungen des Geschäftsjahrs in dem nach § 268 Abs. 2 HGB im Anhang auszuweisenden Anlagengitter abstimmen.
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs
außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (§ 277 Abs. 3 Satz 1 HGB); alternativ: Ausweis im Anhang
Zuschreibung nach einer außerplanmäßigen Abschreibung
Falls die Gründe für einen (durch die außerplanmäßige Abschreibung abgebildeten) niedrigeren Wertansatz nach § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB entfallen, ist nach § 253 Abs. 5 Satz 1 HGB eine Zuschreibung geboten. Dies gilt jedoch nicht im Falle außerplanmäßiger Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert, für den eine Beibehaltungspflicht besteht (§ 253 Abs. 5 Satz 2 HGB).
Das Zuschreibungsgebot bezieht sich ausschließlich auf vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen. Stellt ein Unternehmen in späteren Jahren fest, dass es planmäßig z.B. zu aggressiv bzw. schnell abgeschrieben hat (z.B., weil es die Nutzungsdauer falsch eingeschätzt hat), sind keine Zuschreibungen vorzunehmen.

References: § 253
 § 266
 § 266
 § 253
 § 277
 § 268
 § 253
 § 253