Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=129
Timestamp: 2019-02-19 19:51:48+00:00

Document:
ciarii, cap. IX § 3 fg. s. 161, Struve am a. o.
T. III s. 222, 282 fg.
Bei den handwerken ist das aufheben gebräuch-was aufhe-
lich, das ist, einem die waaren, materialien,
arbeit, oder das handwerkszeug wegnehmen, wel-
ches den handwerken ohne obrigkeitliche bewilli-
gung nicht zustehet, Beier im aduocato rerum
opific. cap. 38 § 10 § 16.
Schelten bedeutet, wenn ein zunftgenoß demschelten
andern etwas beymisset, welches wider die hand-
werksgewohnheit und ehrbarkeit laufet; dieses ist
samt dem schmähen, umtreiben, auch unehrlich
machen in den reichsgesäzen, verboten, policei-
ordnung 1530 tit. 39 § 1, 1548 tit. 37 § 2, reichs-
schluß 1731 art. 5, reichsabschid 1654 § 106.
Immittelst liget den meistern und gesellen ob, die
anzeige dessen, was wider die handwerks-gewohn-
heit sich zugetragen hat, zu thun, Beier im ad-
vocato, cap. XX § 15.
Wer etwas verspricht bey schelmen schelten,das ver-
bey schel-
men schel-
ten gilt
und hält es nicht, wird deswegen nicht unehrlich,
immaßen niemand ein sclave seiner worte seyn darf;
und obgleich solche versprechungen ehedem in
Teutschland sehr gebräuchlich waren, so sind sie
doch durch die reichsgesäze entkräftet worden,
reichsabschid vom jahre 1577, tit. 35, § 7, sihe
Brunquells disp. de pictura famosa, cap. II § 4,
§ 7 fg. Peter Müllers disp. de obligatione sub
infamia, bey schelm schelten, Freher de existi-
matione § 13, F. H. Cassel. zunftordnung 1730
§ XV s. 15, reichsabschid 1654 § 106.
ciarii, cap. IX § 3 fg. ſ. 161, Struve am a. o.
T. III ſ. 222, 282 fg.
Bei den handwerken iſt das aufheben gebraͤuch-was aufhe-
lich, das iſt, einem die waaren, materialien,
gung nicht zuſtehet, Beier im aduocato rerum
Schelten bedeutet, wenn ein zunftgenoß demſchelten
andern etwas beymiſſet, welches wider die hand-
werksgewohnheit und ehrbarkeit laufet; dieſes iſt
ſamt dem ſchmaͤhen, umtreiben, auch unehrlich
machen in den reichsgeſaͤzen, verboten, policei-
ſchluß 1731 art. 5, reichsabſchid 1654 § 106.
Immittelſt liget den meiſtern und geſellen ob, die
anzeige deſſen, was wider die handwerks-gewohn-
heit ſich zugetragen hat, zu thun, Beier im ad-
Wer etwas verſpricht bey ſchelmen ſchelten,das ver-
bey ſchel-
men ſchel-
und haͤlt es nicht, wird deswegen nicht unehrlich,
immaßen niemand ein ſclave ſeiner worte ſeyn darf;
und obgleich ſolche verſprechungen ehedem in
Teutſchland ſehr gebraͤuchlich waren, ſo ſind ſie
doch durch die reichsgeſaͤze entkraͤftet worden,
reichsabſchid vom jahre 1577, tit. 35, § 7, ſihe
Brunquells diſp. de pictura famoſa, cap. II § 4,
§ 7 fg. Peter Muͤllers diſp. de obligatione ſub
infamia, bey ſchelm ſchelten, Freher de exiſti-
matione § 13, F. H. Caſſel. zunftordnung 1730
§ XV ſ. 15, reichsabſchid 1654 § 106.
<p><pb facs="#f0129" n="119"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">von den zu&#x0364;nften.</hi></fw><lb/><hi rendition="#aq">ciarii, cap. IX</hi> § 3 fg. &#x017F;. 161, <hi rendition="#fr">Struve</hi> am a. o.<lb/><hi rendition="#aq">T. III</hi> &#x017F;. 222, 282 fg.</p>
<head>§ 289</head><lb/>
<p>Bei den handwerken i&#x017F;t das <hi rendition="#fr">aufheben</hi> gebra&#x0364;uch-<note place="right">was aufhe-<lb/>
lich, das i&#x017F;t, einem die waaren, materialien,<lb/>
arbeit, oder das handwerkszeug wegnehmen, wel-<lb/>
ches den handwerken ohne obrigkeitliche bewilli-<lb/>
gung nicht zu&#x017F;tehet, <hi rendition="#fr">Beier</hi> im <hi rendition="#aq">aduocato rerum<lb/>
opific. cap.</hi> 38 § 10 § 16.</p>
<head>§ 290</head><lb/>
<p><hi rendition="#fr">Schelten</hi> bedeutet, wenn ein zunftgenoß dem<note place="right">&#x017F;chelten<lb/>
andern etwas beymi&#x017F;&#x017F;et, welches wider die hand-<lb/>
werksgewohnheit und ehrbarkeit laufet; die&#x017F;es i&#x017F;t<lb/>
&#x017F;amt dem &#x017F;chma&#x0364;hen, umtreiben, auch unehrlich<lb/>
machen in den reichsge&#x017F;a&#x0364;zen, verboten, <hi rendition="#fr">policei-<lb/>
ordnung</hi> 1530 tit. 39 § 1, 1548 tit. 37 § 2, <hi rendition="#fr">reichs-<lb/>
&#x017F;chluß</hi> 1731 art. 5, <hi rendition="#fr">reichsab&#x017F;chid</hi> 1654 § 106.<lb/>
Immittel&#x017F;t liget den mei&#x017F;tern und ge&#x017F;ellen ob, die<lb/>
anzeige de&#x017F;&#x017F;en, was wider die handwerks-gewohn-<lb/>
heit &#x017F;ich zugetragen hat, zu thun, <hi rendition="#fr">Beier</hi> im <hi rendition="#aq">ad-<lb/>
vocato, cap. XX</hi> § 15.</p>
<head>§ 291</head><lb/>
<p>Wer etwas ver&#x017F;pricht bey &#x017F;chelmen &#x017F;chelten,<note place="right">das ver-<lb/>
bey &#x017F;chel-<lb/>
men &#x017F;chel-<lb/>
ten gilt<lb/>
und ha&#x0364;lt es nicht, wird deswegen nicht unehrlich,<lb/>
immaßen niemand ein &#x017F;clave &#x017F;einer worte &#x017F;eyn darf;<lb/>
und obgleich &#x017F;olche ver&#x017F;prechungen ehedem in<lb/>
Teut&#x017F;chland &#x017F;ehr gebra&#x0364;uchlich waren, &#x017F;o &#x017F;ind &#x017F;ie<lb/>
doch durch die reichsge&#x017F;a&#x0364;ze entkra&#x0364;ftet worden,<lb/>
reichsab&#x017F;chid vom jahre 1577, tit. 35, § 7, &#x017F;ihe<lb/><hi rendition="#fr">Brunquells</hi> di&#x017F;p. <hi rendition="#aq">de pictura famo&#x017F;a, cap. II</hi> § 4,<lb/>
§ 7 fg. <hi rendition="#fr">Peter Mu&#x0364;llers</hi> di&#x017F;p. <hi rendition="#aq">de obligatione &#x017F;ub<lb/>
infamia,</hi> bey &#x017F;chelm &#x017F;chelten, <hi rendition="#fr">Freher</hi> <hi rendition="#aq">de exi&#x017F;ti-<lb/>
matione</hi> § 13, F. H. Ca&#x017F;&#x017F;el. zunftordnung 1730<lb/>
§ <hi rendition="#aq">XV</hi> &#x017F;. 15, <hi rendition="#fr">reichsab&#x017F;chid</hi> 1654 § 106.</p>
<fw place="bottom" type="catch">§ 292</fw><lb/>
[119/0129] von den zuͤnften. ciarii, cap. IX § 3 fg. ſ. 161, Struve am a. o. T. III ſ. 222, 282 fg. § 289 Bei den handwerken iſt das aufheben gebraͤuch- lich, das iſt, einem die waaren, materialien, arbeit, oder das handwerkszeug wegnehmen, wel- ches den handwerken ohne obrigkeitliche bewilli- gung nicht zuſtehet, Beier im aduocato rerum opific. cap. 38 § 10 § 16. was aufhe- ben, § 290 Schelten bedeutet, wenn ein zunftgenoß dem andern etwas beymiſſet, welches wider die hand- werksgewohnheit und ehrbarkeit laufet; dieſes iſt ſamt dem ſchmaͤhen, umtreiben, auch unehrlich machen in den reichsgeſaͤzen, verboten, policei- ordnung 1530 tit. 39 § 1, 1548 tit. 37 § 2, reichs- ſchluß 1731 art. 5, reichsabſchid 1654 § 106. Immittelſt liget den meiſtern und geſellen ob, die anzeige deſſen, was wider die handwerks-gewohn- heit ſich zugetragen hat, zu thun, Beier im ad- vocato, cap. XX § 15. ſchelten ſey? § 291 Wer etwas verſpricht bey ſchelmen ſchelten, und haͤlt es nicht, wird deswegen nicht unehrlich, immaßen niemand ein ſclave ſeiner worte ſeyn darf; und obgleich ſolche verſprechungen ehedem in Teutſchland ſehr gebraͤuchlich waren, ſo ſind ſie doch durch die reichsgeſaͤze entkraͤftet worden, reichsabſchid vom jahre 1577, tit. 35, § 7, ſihe Brunquells diſp. de pictura famoſa, cap. II § 4, § 7 fg. Peter Muͤllers diſp. de obligatione ſub infamia, bey ſchelm ſchelten, Freher de exiſti- matione § 13, F. H. Caſſel. zunftordnung 1730 § XV ſ. 15, reichsabſchid 1654 § 106. das ver- ſprechen bey ſchel- men ſchel- ten gilt nicht. § 292 H 4
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/129
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 119. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/129>, abgerufen am 19.02.2019.

References: § 3
 § 10
 § 16
 § 1
 § 2
 art. 5
 § 106
 § 15
 § 7
 § 4

§ 7
 § 13
 § 106
 § 3
 art. 5
 § 106
 § 7
 § 4

§ 7
 § 13
 § 106
 § 3
 § 10
 § 16
 § 1
 § 2
 art. 5
 § 106
 § 15
 § 7
 § 4

§ 7
 § 13
 § 106
 § 3
 § 289
 § 10
 § 16
 § 290
 § 1
 § 2
 art. 5
 § 106
 § 15
 § 291
 § 7
 § 4
 § 7
 § 13
 § 106
 § 292