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Timestamp: 2019-01-20 18:58:07+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein WakenNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Wakenitz" vom 20.4.1999 | gültig ab: 01.01.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Wakenitz" vom...
§ 8 - Inkrafttreten und Außerkraftreten
juris-Abkürzung: WakenNatSchGV SH
Ausfertigungsdatum: 20.04.1999
Fundstelle: GVOBl. 1999, 100
Gliederungs-Nr: 791-4-191
über das Naturschutzgebiet "Wakenitz"
Vom 20.4.1999
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Wakenitz" vom 20.4.1999 01.01.2003
§ 8 - Inkrafttreten und Außerkraftreten 01.01.2003
Aufgrund des § 17 Abs. 1 des Landesnaturschutzgesetzes und des § 39 Abs.1 Nr. 8 des Landesjagdgesetzes verordnet das Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten:
(1) Die Wakenitz mit ihren angrenzenden Niederungsflächen auf dem Gebiet der Hansestadt Lübeck sowie in den Gemeinden Groß Grönau und Groß Sarau, Kreis Herzogtum Lauenburg, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Wakenitz" unter Nummer 177 in das im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume als oberste Naturschutzbehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 607 ha groß und umfaßt das Gebiet der Wakenitzniederung mit angrenzenden Flächen einschließlich des Teufelsmoores zwischen Lübeck-Eichholz im Norden und dem Ratzeburger See im Süden.
Im Norden durch die Siedlung Hohewarte und das daran angrenzende Kleingartengelände;
im Osten bis zur Trasse der Bahnlinie Lübeck - Bad Kleinen durch die bebauten Flächen des Siedlungsbereiches Eichholz; südlich der Trasse der Bahnlinie durch die Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern;
im Süden durch den Ratzeburger See;
im Westen im wesentlichen durch den Drägerweg und die bebauten Flächen der Siedlungsbereiche St. Jürgen, St. Hubertus und Groß Grönau.
Ausgenommen vom Geltungsbereich dieser Verordnung sind die Siedlungsbereiche der Anwesen Ziegelhorst, Nädlershorst, Harbershorst, Absalonshorst, Müggenbusch, Dritte Fischerbuden, Kaninchenberg, Spieringshorst, Erste Fischerbuden sowie die Kleingartenkolonien bei Rothenhusen und Fahlenkampskoppeln und die Kreisstraße 23, der Parkplatz an dieser Kreisstraße und die Zuwegung zur Kleingartenkolonie Rothenhusen.
(2) In den dieser Verordnung als Anlage beigefügten Übersichtskarten Blatt 1 und 2 im Maßstab 1:25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes schwarz punktiert dargestellt.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den Abgrenzungskarten Blatt1 bis 8 im Maßstab 1:5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karten ist im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Oberste Naturschutzbehörde, 24149 Kiel, verwahrt. Die Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.
Bürgermeister der Hansestadt Lübeck - Untere Naturschutzbehörde -, 23539 Lübeck,
Amtsvorsteher des Amtes Ratzeburg-Land, 23909 Ratzeburg,
(1) Das Naturschutzgebiet besteht aus dem auf schleswig-holsteinischem Gebiet liegenden Flußlauf der Wakenitz und der ihn umgebenden Talraumlandschaft, die sich überwiegend als Niederungszone von der Hansestadt Lübeck bis zum Ratzeburger See erstreckt. Der Verbund von offenen Wasserflächen, ausgedehnten Schwimmblatt- und Schilfröhricht-Verlandungszonen, Nebenbuchten und Seitenarmen, Steilufern, randlichen Niedermoorflächen und breiten Bruchwaldzonen mit Übergängen zu trockenen Lebensräumen und ihre weitgehende Ungestörtheit vor intensiver Nutzung hat zur Ausbildung eines hohen Artenreichtums geführt.
das Gewässerökosystem der Wakenitz mit seiner charakteristischen Pflanzen- und Tierwelt,
die natürliche Entwicklung der Bruch-, Feucht- und Steiluferwälder,
Niederungsgrünland, Niedermoorflächen und Hochstaudenfluren unterschiedlicher Ausprägung,
Magergras- und Trockenwaldflächen auf Binnendünen als Lebensraum selten gewordener Pflanzen und Tiere,
das Teufelsmoor und seine umgebenden Mager- und Brachflächen
die geologisch-geomorphologisch wertvolle Talraumlandschaft der Wakenitz als erdgeschichtlich wichtiges Dokument des großen weichseleiszeitlich angelegten Abflußsystems von Schmelzwassern aus dem Lübecker Becken zum Urstromtal der Elbe und
das charakteristische Landschaftsbild einer stadtnahen Flußlandschaft mit hohem Erlebniswert als zentrales Verbundelement im Schutzgebietssystem an der Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern
Flugmodelle, Modellflugkörper mit Eigenantrieb, Ballone, Drachen aufsteigen oder landen oder Schiffsmodelle mit Verbrennungsmotor fahren zu lassen;
das Naturschutzgebiet außerhalb der Wege und Straßen zu betreten oder im Naturschutzgebiet außerhalb der dafür bestimmten Wege, Straßen und Plätze zu reiten, zu fahren oder Fahrzeuge abzustellen.
die auf den Schutzzweck ausgerichtete landwirtschaftliche Bodennutzung auf den im Eigentum der kommunalen Gebietskörperschaften befindlichen Flächen sowie die Pflege der von juristischen Personen des Privatrechts für Zwecke des Naturschutzes erworbenen Flächen nach Maßgabe der Empfehlungen des Landesamtes für Natur und Umwelt;
Acker genutzten, in den Abgrenzungskarten kariert dargestellten Flächen in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang;
Grünland genutzten, in den Abgrenzungskarten waagerecht schraffiert dargestellten Flächen; nicht zulässig ist es,
die Flächen mehr als bisher zu entwässern oder umzubrechen,
Pflanzenschutzmittel oder Klärschlamm aufzubringen und
auf einem 10 Meter breiten Uferrandstreifen entlang der Grönau und der Wakenitz zu düngen;
die auf den Schutzzweck ausgerichtete forstwirtschaftliche Bodennutzung der bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Wald genutzten Flächen; für Bruch- und Sumpfwald gilt dies, soweit keine Bestimmungen des § 15a des Landesnaturschutzgesetzes entgegenstehen; die natürlichen Entwicklungsabläufe haben Vorrang;
die Jagd auf Wasserwild mit Bleischrot auszuüben,
die Fallenjagd mit Totschlagfallen auszuüben und
die ordnungsgemäße Ausübung der erwerbsmäßigen Fischerei in der Wakenitz im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes; nicht zulässig ist es,
den Fischfang mit Reusen ohne Otterschutzgitter oder ohne Otterausstieg auszuüben und
die Fischerei in der Gewässersperrzone des Kleinen Sees in der Zeit vom 1. März bis zum 30. Juni eines jeden Jahres mehr als einmal die Woche auszuüben;
der Fischfang mit der Handangel in der Wakenitz
vom Ufer aus an den in den Übersichtskarten und in den Abgrenzungskarten durch Kreuzsignatur dargestellten und in der Örtlichkeit gekennzeichneten Uferabschnitten und
vom Boot aus in der Zeit von Sonnenaufgang bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang; ausgenommen von dieser Regelung sind die in den Übersichtskarten und in den Abgrenzungskarten kariert dargestellten und in der Örtlichkeit gekennzeichneten Gewässersperrzonen sowie die Röhrichte und Schwimmblattbereiche; vom Ufer und von den Röhricht- und Schwimmblattbereichen ist ein Abstand von 10 Metern einzuhalten;
der gewässerkundlichen Meßanlagen nach § 107 Abs. 2
des Landeswassergesetzes sowie die hierfür erforderlichen Forschungs- und Vermessungsarbeiten,
der Erdgashochdruckleitung 137 Wacholderkrug-Schönberger Forst/Herrenburg und der bestehenden Versorgungsanlagen,
die Nutzung und Unterhaltung der genehmigten baulichen Anlagen an den Gewässern sowie das Baden von diesen Anlagen aus;
der Betrieb und die Unterhaltung der Badestelle am Kleinen See in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang; der Beginn der Badesaison darf jedoch nicht vor dem 1. Juni eines jeden Jahres erfolgen;
die erforderlichen Maßnahmen zur Unterhaltung und Sicherung der Wege, Plätze und Brücken unter Beachtung des § 12 Abs. 1 des Landesnaturschutzgesetzes; nicht zulässig ist die Verwendung von wassergefährdenden, auswasch- oder auslaugbaren Materialien;
das Befahren der Wakenitz in der Zeit von Sonnenaufgang bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang mit Wasserfahrzeugen aller Art, soweit keine Beschränkungen nach dem Landeswassergesetz getroffen sind; nicht zulässig ist es,
mit Windsurfbrettern zu fahren,
die in den Übersichtskarten und in den Abgrenzungskarten kariert dargestellten und in der Örtlichkeit gekennzeichneten Gewässersperrzonen zu befahren und
die nördlich der Trasse der Bahnlinie Lübeck - Bad Kleinen befindlichen Röhrichte und Schwimmblattbereiche in einem Abstand von unter 10m zu passieren;
das kurzzeitige Anlanden mit muskelbetriebenen Wasserfahrzeugen an den in den Übersichtskarten und in den Abgrenzungskarten dargestellten und in der Örtlichkeit gekennzeichneten Anlandestellen sowie der vorübergehende Aufenthalt am Ufer im Bereich der Anlandestellen; bei Absalonshorst und Müggenbusch ist auch das Anlanden mit motorbetriebenen Wasserfahrzeugen zulässig;
das Eislaufen auf der Wakenitz mit Ausnahme der in den Übersichtskarten und in den Abgrenzungskarten und in der Örtlichkeit gekennzeichneten Gewässersperrzonen;
(2) Soweit eine der in Absatz1 aufgeführten Maßnahmen im Einzelfall mit einem Eingriff in Natur und Landschaft verbunden ist, gilt Abschnitt III des Landesnaturschutzgesetzes.
(3) Die unteren Naturschutzbehörden können bei Gefährdung des Schutzzweckes nach pflichtgemäßem Ermessen die unaufschiebbaren, notwendigen Maßnahmen treffen.
Nachtfahrten auf der Wakenitz auf direktem Weg zwischen Lübeck und dem Ratzeburger See.
(2) Die unteren Naturschutzbehörden können im Einzelfall Ausnahmen von den einschränkenden Regelungen des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 und des § 5 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. c zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
(3) Die unteren Naturschutzbehörden können von den Verboten des § 4 Abs. 1 nach Maßgabe der Bestimmungen des § 54 Abs. 2 des Landesnaturschutzgesetzes Befreiungen gewähren. Bei der Gewährung von Befreiungen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 11, 12 und 13 sind die besonderen artenschutz- und jagdrechtlichen Bestimmungen zu beachten.
(4) Die Verbote dieser Verordnung gelten nicht für die in der Übersichtskarte Blatt 2 und der Abgrenzungskarte Blatt 7 nach Maßgabe des Linienbestimmungsverfahrens vom 26.Juli 1995, Aktenzeichen StB 20/40.10.81.0020/19SH 95 II, gestrichelt dargestellte Trasse der Bundesautobahn 20, sofern diese planfestgestellt wird.
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 15 Flugmodelle, Modellflugkörper mit Eigenantrieb, Ballone, Drachen aufsteigen oder landen oder Schiffsmodelle mit Verbrennungsmotor fahren läßt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 19 das Naturschutzgebiet außerhalb der Wege und Straßen betritt oder im Naturschutzgebiet außerhalb der dafür bestimmten Wege, Straßen und Plätze reitet, fährt oder Fahrzeuge abstellt.
vorsätzlich ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörden eine Handlung nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 vornimmt;
Inkrafttreten und Außerkraftreten
die Stadtverordnung zum Schutz von Landschaftsteilen in den Gemarkungen St. Gertrud, St. Jürgen, Schlutup und Strecknitz im Bereich der Hansestadt Lübeck (Landschaftsschutzgebiet "Wakenitz und Falkenhusen") vom 13.Juli 1970 (Amtsbl. Schl.-H./AAz. S. 186), geändert durch Verordnung vom 9. Juni 1978 (Amtsbl. Schl.- H./AAz. S. 265) und
die Kreisverordnung zur einstweiligen Sicherstellung des geplanten Landschaftsschutzgebietes "Naturpark Lauenburgische Seen" ( Amtliches Kreisblatt für den Kreis Herzogtum Lauenburg Nr. 46 vom 13. November 1996, S. 112)

References: § 8

§ 8
 § 17
 § 39
 § 15
 § 7
 § 107
 § 12
 § 4
 § 5
 § 4
 § 54
 § 4

§ 4

§ 4
 § 6