Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamburg&Datum=30.06.2009&Aktenzeichen=3%20U%2013/09
Timestamp: 2019-05-27 08:36:44+00:00

Document:
OLG Hamburg, 30.06.2009 - 3 U 13/09 - dejure.org
https://dejure.org/2009,1812
OLG Hamburg, 30.06.2009 - 3 U 13/09 (https://dejure.org/2009,1812)
OLG Hamburg, Entscheidung vom 30.06.2009 - 3 U 13/09 (https://dejure.org/2009,1812)
OLG Hamburg, Entscheidung vom 30. Juni 2009 - 3 U 13/09 (https://dejure.org/2009,1812)
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§§ 11 HWG; 8, 4 Nr. 11 UWG
Werbung für ein Medikament mit Stiftung Warentest-Testergebnis ist wettbewerbswidrig
§§ 4, 3 UWG; § 11 HWG; Art. 12 GG; § 90 RL-83/2001; Art. 10 EMRK; Art. 6 EUV
Die Werbung mit Testergebnissen ist für zugelassene Medikamente nicht zulässig
Läusemittel darf nicht mit "Stiftung Warentest Siegel" beworben werden
§ 3, 4 Nr. 11 UWG, § 11 Abs. 1 Nr. 2 HWG, Art. 12 Abs. 1, 19 Abs. 4 GG
Werbung unter Verwendung des Logos der Stiftung Warentest
Keine Werbung für Arzneimittel gegen Kopfläuse
Zulässigkeit der Werbung mit einem Testergebnis der Stifung Warentest für ein für die Behandlung von Kopflausbefall zugelassenes Arzneimittel
Kein "Stiftung Warentest-Siegel" auf Arzneimittel
Arzneimittel-Werbung mit Ergebnissen der Stiftung Warentest problematisch
Arzneimittel-Reklame mit Ergebnissen der Stiftung Warentest eingeschränkt möglich
Vorsicht bei Werbung mit Testergebnissen der Stiftung Warentest!
"Lausiges" Arzneimittel-Marketing: Werbung mit Testergebnissen ist unzulässig
LG Hamburg, 23.12.2008 - 312 O 751/08
GRUR-RR 2010, 74
Ob daran festzuhalten ist, nachdem der Gerichtshof der Europäischen Union nunmehr festgestellt hat, dass mit der Richtlinie 2001/83 eine vollständige Harmonisierung des Bereichs der Arzneimittelwerbung erfolgt ist (…EuGH, GRUR 2008, 267 Rn. 39 - Gintec;… BGH, GRUR 2010, 749 Rn. 31 - Erinnerungswerbung im Internet, mwN;… Ohly in Piper/Ohly/Sosnitza aaO § 4 Rn. 11.68), kann ebenso offenbleiben wie die Frage, ob eine verfassungskonforme Auslegung - ebenso wie im Hinblick auf das Werbeverbot nach § 5 HWG, Art. 100 Satz 2 der Richtlinie 2001/83/EG - im vollharmonisierten Bereich (allein) anhand des höherrangigen Unionsrechts, namentlich der europäischen Grundrechte, in Betracht kommt (vgl. OLG Hamburg, GRUR-RR 2010, 74, 77 mwN;… Köhler in Köhler/Bornkamm aaO § 4 Rn. 11.133a).
Im Interesse eines möglichst wirkungsvollen Gesundheitsschutzes erscheint es gerechtfertigt, bereits potentiell gefährliche Situationen zu vermeiden, die aus der Art der Werbung folgen (ebenso OLG Hamburg, GRUR-RR 2010, 74 Rn. 39-65;… a.A. OLG München, Urt. v. 22.1.2009 - 29 U 4943/08, Rn 6 - zitiert nach juris).
Vor diesem Hintergrund kommt es auf die Frage, ob durch die vollständige Harmonisierung des Bereichs der Arzneimittelwerbung durch den Gemeinschaftskodex eine verfassungskonforme Auslegung des §§ 11 Abs. 1 HWG im Sinne eines konkreten Gefährdungsgedeliktes ausgeschlossen ist (so OLG I1, GRUR-RR 2010, 74), nicht an.
Im Hinblick darauf hat die Rechtsprechung zu § 11 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 HWG a.F. eine Empfehlung angenommen, wenn die in der werblichen Anpreisung enthaltene Aussage geeignet ist, bei ihren Adressaten wegen der therapeutischen Eignung des Heilmittels aus fachlicher Sicht und einer damit einhergehenden konkreten Handlungsanleitung eine den Arzneimittelverbrauch anregende Wirkung zu erzeugen (…vgl. BGH GRUR 2012, 1058 Rn. 15 - Euminz; OLG Hamburg GRUR-RR 2010, 74 [75 f.] - Läusemittel).

References: § 11
 Art. 12
 § 90
 Art. 10
 Art. 6

§ 3
 § 11
 Art. 12
 § 4
 § 5
 Art. 100
 § 4
 § 11
 BGH