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Timestamp: 2019-11-21 08:48:42+00:00

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Tat­sa­chen­be­haup­tung oder Wert­ur­teil über dem Kon­kur­ren­ten? – und die Mei­nungs­frei­heit | Rechtslupe
Tatsachenbehauptung oder Werturteil über dem Konkurrenten? - und die Meinungsfreiheit
Tat­sa­chen sind Vor­gän­ge oder Zustän­de, deren Vor­lie­gen dem Wahr­heits­be­weis zugäng­lich ist. Wert­ur­tei­le sind hin­ge­gen durch das Ele­ment des Wer­tens, Mei­nens und Dafür­hal­tens gekenn­zeich­net.
Die Ein­stu­fung einer Äuße­rung bestimmt sich danach, wie der ange­spro­che­ne Ver­kehr sie nach Form und Inhalt in ihrem Gesamt­zu­sam­men­hang ver­steht 1.
Ver­mengt eine Äuße­rung Tat­sa­chen und Mei­nun­gen, so kommt es für die Anwen­dung des Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG dar­auf an, ob sie durch die Ele­men­te der Stel­lung­nah­me, des Dafür­hal­tens oder Mei­nens geprägt wird.
Im Fal­le einer sol­cher­ma­ßen engen Ver­knüp­fung von Tat­sa­chen­be­haup­tung und Bewer­tung darf der Grund­rechts­schutz nicht dadurch ver­kürzt wer­den, dass ein tat­säch­li­ches Ele­ment aus dem Zusam­men­hang geris­sen und iso­liert betrach­tet wird oder durch die Tren­nung der tat­säch­li­chen und der wer­ten­den Bestand­tei­le einer Äuße­rung ihr Sinn ver­fälscht wird 2.
Ob der Tatrich­ter unter Berück­sich­ti­gung die­ser Grund­sät­ze den Aus­sa­ge­ge­halt einer bean­stan­de­ten Äuße­rung zutref­fend erfasst und recht­lich ein­wand­frei zwi­schen Tat­sa­chen­be­haup­tung und Wert­ur­tei­len unter­schie­den hat, unter­liegt der revi­si­ons­recht­li­chen Nach­prü­fung 3.
Das Grund­recht der Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit nach Art. 5 Abs. 1 GG fin­det gemäß Art. 5 Abs. 2 GG sei­ne Schran­ke in den all­ge­mei­nen Geset­zen. Zu ihnen gehört auch die lau­ter­keits­recht­li­che Bestim­mung des § 4 Nr. 7 UWG aF, die ihrer­seits aller­dings im Licht der Bedeu­tung des Art. 5 Abs. 1 GG aus­zu­le­gen und daher in ihrer die­ses Grund­recht beschrän­ken­den Wir­kung selbst ein­zu­schrän­ken ist 4. Wegen des zudem nach Art. 12 und Art. 2 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art. 1 Abs. 1 GG gebo­te­nen Schut­zes des Geschäfts­rufs des Betrof­fe­nen bedarf es regel­mä­ßig einer Abwä­gung der wider­strei­ten­den Inter­es­sen unter Berück­sich­ti­gung aller rele­van­ten Umstän­de des Ein­zel­falls 5.
Im Rah­men der Abwä­gung der Grund­rechts­po­si­tio­nen ist der Mei­nungs­äu­ße­rungs­frei­heit umso mehr Gewicht zuzu­bil­li­gen, je stär­ker die Äuße­rung auf poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che, sozia­le oder kul­tu­rel­le Belan­ge der All­ge­mein­heit gerich­tet ist 6.
Ein­wil­li­gungs­vor­be­halt – und die Amts­er­mitt­lungs­pflicht… Gemäß § 1903 Abs. 1 Satz 1 BGB ord­net das Betreu­ungs­ge­richt an, dass der Betreu­te zu einer Wil­lens­er­klä­rung, die den Auf­ga­ben­kreis des Betreu­ers betrifft, des­sen…
Fremd­geld­aus­zah­lung an einen Stroh­mann – und die… Zahlt ein Rechts­an­walt Fremd­geld, das ihm vor­geb­lich von einem Ver­wand­ten sei­nes Man­dan­ten zum Zwe­cke der Schul­den­re­gu­lie­rung über­las­sen wur­de, nicht an sei­nen Man­dan­ten son­dern – in…
vgl. BGH, Urteil vom 22.10.1987 – I ZR 247/​85, GRUR 1988, 402, 403 = WRP 1988, 358 Mit Ver­lo­gen­heit zum Geld; Urteil vom 27.06.2002 – I ZR 103/​00, GRUR 2003, 436, 438 = WRP 2003, 384 – Fel­den­krais; Urteil vom 14.05.2009 – I ZR 82/​07, GRUR 2009, 1186 Rn. 15 = WRP 2009, 1505 Meck­len­bur­ger Obst­brän­de mwN[↩]
BVerfGE 85, 1, 15 f.; BVerfGK 7, 1 28; BVerfG, ZUM 2013, 793 Rn. 18; BGH, Urteil vom 28.06.1994 – VI ZR 252/​93, GRUR 1994, 915, 916 f.[↩]
BGH, Urteil vom 30.01.1996 – VI ZR 386/​94, BGHZ 132, 13, 21; BGH, GRUR 2009, 1186 Rn. 15 Meck­len­bur­ger Obst­brän­de[↩]
vgl. BVerfG, GRUR 2008, 81, 83[↩]
MeinungsfreiheitTatsachenbehauptungUnlauterer WettbewerbWerturteil

References: Art. 5
 Art. 5
 Art. 5
 § 4
 Art. 5
 Art. 12
 Art. 2
 Art. 1
 § 1903