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Timestamp: 2019-02-17 07:37:56+00:00

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Pädagogik » Jotte Hitzacker
Kurzfassung des Konzepts der Jugendfreizeitstätte
Das Konzept für das Jugendzentrum Hitzacker (Jotte) lässt sich schwerpunktmäßig in
vier Bereiche aufteilen:
a) Offener Bereich,
b) Kurse,
c) Sonderveranstaltungen und als
d) Gemeinwesenarbeit (Partner der örtlichen Schulen, Mitarbeit im örtlichen Präventionsrat).
Es ergibt sich entsprechend der Aufgabenstellung in der Offenen Jugendarbeit.
Bevor wir zur näheren Beschreibung der vier o.g. Bereiche kommen, ist es wichtig, kurz auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu nennen:
§ 1 SGB 8 (Sozialgesetzbuch) gibt das Ziel vor, dass jeder junge Mensch ein Recht auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftlichen Persönlichkeit hat. Nach § 9 Nr. 2 sind die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes oder des Jugendlichen zu selbstständigem, verantwortungsbewusstem Handeln sowie die jeweiligen besonderen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse und Eigenarten junger Menschen und ihrer Familie zu berücksichtigen. Dies wird durch § 9 Nr. 3 im Hinblick auf die besonderen Lebenslagen von Mädchen und Jungen ergänzt. Konkret lassen sich die Qualitätsanforderungen aus § 11 zur Jugendarbeit ableiten. Danach sind jungen Menschen die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an die Interessen junger Menschen anknüpfen, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen. Mit welchen Inhalten dies geschehen soll, beschreibt § 11 Abs.3. Qualität wird auch dadurch definiert, dass sie selbst organisiert, gemeinschaftlich gestaltet und mit verantwortet sein muss, § 12. Inhalt und Umfang dieser Leistung und Aufgaben werden gem. § 15über das Landesrecht geregelt. Die wesentliche Rechtsgrundlage für Institutionen und Mitarbeiter/innen in der Jugendhilfe ist das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) sowie das Niedersächsische Ausführungsgesetz dazu, das Gesetz zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (AG KJHG).
Jugendarbeit ist in erster Linie außerschulische Jugendbildung und/oder Jugendpflege. Hier wird freiwillige Teilnahme vorausgesetzt. Es wird auf vergleichende Leistungskontrollen wie z.B. in der Schule verzichtet. Jugendarbeit orientiert sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Jugendlichen. Es gibt offene und verbandsgebundene Jugendarbeit von freien und öffentlichen Trägern. Die Methoden der Jugendarbeit sind vielfältig und flexibel einsetzbar. Sie reichen von Referaten und Diskussionen über kreative und z.B. musische Betätigung bis hin zu öffentlichen Veranstaltungen etc.
a) Unter dem offenen Bereich ist zu verstehen, dass jedermann/-frau zu jeder Zeit im Rahmen der Öffnungszeiten in Anspruch nehmen bzw. nutzen kann: Gesellschaftsspiele aller Art, Tischtennis, Billard, Musik, Brett- u. Kartenspiele, Gespräche, Filme, etc.
Natürlich drängt sich die Frage auf – wird das Jugendzentrum genutzt, wie viele Jugendliche nehmen das Haus durchschnittlich täglich in Anspruch? Die von uns für die Jahre 2010 errechnete durchschnittliche Besucherzahl von täglich etwa 30 – 60 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aller sozialen Schichten (wobei die Anzahl eher zu niedrig angesetzt ist) ist so weit konstant geblieben. Ist der Altersdurchschnitt im Nachmittagsbereich eher um die 9 – 16-Jährigen anzusiedeln, so besuchen uns am Abend eher die 17 – 21 Jährigen.
b) Das Ihnen vorliegende Programm gibt Ihnen eine Übersicht über unser aktuelles Angebot an Arbeitsgemeinschaften. Neben den in unseren Werkstätten veranstalteten Kurse wie Töpfern, Holzarbeiten, Tiffany, Emaille, Gipsfiguren etc. werden seit 1990 Computerkurse von uns gegeben. Regelmäßig werden Computerkurse für Anfänger angeboten, unregelmäßig Intensivkurse für spezielle Betriebssysteme oder Programme. Für den Hitzackeraner Bereich lässt sich sagen, dass die Computerarbeit wie das Computerspielen gleichermaßen sehr gut angenommen werden. Unsere Kreativkurse beinhalten neben Glasmalerei, Lederarbeiten, Bauen von Puppen, Schlagzeugunterricht, Gitarrenunterricht, Unterstützung unserer jugendlichen Musikbands, fertigen von Gipsfiguren und dem Jahreszeitlichen Basteln, Basteleien zum Mitnehmen. In diesem Bereich ist unsere Mitarbeiterin Katja Böge, halbtags angestellte Erzieherin sehr kreativ. Ebenso Benni Hildebrand (Honorarkraft des Projekts Stärken vor Ort). Nicht vergessen darf man Hermann Gerstenkorn, der Gitarren-, Flöten- und Chorunterricht gibt. Des Weiteren arbeiten ehrenamtlich Jugendliche mehr oder weniger regelmäßig im Jugendzentrum. Auf diese Weise werden mit Jugendlichen auch Räume gestrichen, renoviert Sitzbänke gesäubert und im Außenbereich aufgestellt, des Öfteren das Grundstück gesäubert, der Computerraum von Jugendlichen mit Berechtigungsschein genutzt und selbst sauber gehalten und renoviert. Der Schachkurs wird von Jugendlichen für Kinder und Jugendliche gegeben und last – but not least das Mitarbeiterteam immer wieder in seinem Aufgabenbereich unterstützt.
c) Das Angebot d. Hauses wird qualitativ abgerundet durch zahlreiche sogenannte Sonderveranstaltungen. Hierunter sind zum einen Veranstaltungen mit starkem Informations- und Bildungscharakter zu verstehen, zum anderen meinen wir damit Spiele, die sich unter die Stichworte Sport, Spiel, Spaß subsummieren lassen. Wir versuchen ein unseren Mitteln entsprechend attraktives und vielfältiges Angebot für und mit den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu bieten. Mit mehr als einer Sonderveranstaltung pro Monat, meinen wir den uns zur Verfügung stehenden Mitteln, finanziell als auch personell gerecht worden zu sein. Stellvertretend seien hier die Tombola der Jugendfreizeitstätte, Ganztagsfahrt ins „BadeLand“, öffentliche Auftritte unserer Bands und Tanzgruppen, jährliche Teilnahme am „Frühlingscocktail“ der Stadt Hitzacker, Film- u. Ballnächte genannt.
Ziele unserer freizeit- und bildungspädagogischen Arbeit sind u. a.:
– Entwicklung und Festigung von sozialen Kompetenzen,
– Erlernen von Konflikt-, Kompromiss- und Demokratiefähigkeit, Hilfestellung beim Entwickeln eigener Grenzen und des gemeinsamen Miteinanders,
– Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungsprozessen,
– Stärkung der individuellen Fähigkeiten und Vermittlung von lebenspraktischen Kenntnissen.
Die Mitarbeiter des Jugendzenrtums begreifen sich als Begleiter und Unterstützer beim Erlernen dieser Prozesse.
d) Gemeinwesenarbeit
Das Jugendzentrum Hitzacker ist Partner der Offenen Ganztagsschule (,Bernhard-Varenius-Schule, Grundschule). Die Schüler der B-V-S und der Grundschule sind oft auch Nutzer des Jotte und umgekehrt. Somit liegt das gemeinsame Bestreben darin, diesen Kindern und Jugendlichen sinnvolle Freizeitangebote zu unterbreiten. Diese können durchaus neben den schon o. g. Bereichen auch Themen wie Gewalt- und Suchtprävention, Berufsorientierung, Hilfe zur Bewältigung schwieriger Lebenslagen usw. behandeln. Regelmäßiger informeller und konzeptioneller Austausch, aber auch partnerschaftliche Unterstützung bei der Optimierung von Interventionen, öffentlichen Veranstaltungen zu den o. g. Themen und angemessenem Umgang bei sogenannten „Kindern und Jugendlichen mit Auffälligkeiten“ sind u. a. Themen des Präventionsrats Hitzacker. Abschließend lässt sich sagen, dass unser Haus einerseits einen Treffpunktcharakter hat, andererseits eine Art Kultur- und Kommunikationsstätte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dieser Region ist. Die positive Einflussnahme auf die Sozialisation (Sozialisation ist der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt. Vorrangig thematisch ist dabei, wie der Mensch sich zu einem gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt bildet) junger Menschen, wie im Jugendförderungsgesetz § 1 gefordert, fördert ihre Entfaltung und bereitet sie auf das Leben in der Gemeinschaft vor. Dabei muss der stark sozial-integrative Aspekt der Arbeit sinnvoll mit jugendlichen Freizeit, Informations- und Bildungsbedürfnissen einerseits und der Weckung bzw. Förderung des kreativen Potenzials andererseits verknüpft werden.

References: § 1
 § 9
 § 9
 § 11
 § 11
 § 12
 § 15
 § 1