Source: http://hp.heimat-schoemberg.de/Texte/Archiv/GP40.htm
Timestamp: 2019-11-15 17:57:01+00:00

Document:
Es gibt neue Bestimmungen für das Feuerlöschwesen. Die Freiw. Feuerwehr ist nunmehr eine technische Hilfspolizeitruppe für Hilfsleistungen bei örtlichen Notständen aller Art und eine Einrichtung der Gemeinde. Sie ist also im Vereinsregister zu löschen
§6 Schule Hauptlehrerstelle
Zum Hauptlehrer ist Lehrer Heinrich Hick aus Winterbach ernannt worden (Nachfolge für Lehrer Schick). Er hat diesen Dienst am 1. Febr. 1940 angetreten.
§7 Siedlung
Der Bau einiger Siedlungshäuser schreitet nun voran. Eine Entwässerung des Geländes und der Häuser ist nicht vorgesehen. Früher oder später wird sich das aber als notwendig erweisen.
§9 Ortsbauplan
Für die Siedlung ist noch der Ortsbauplan festzustellen. Zur Aufstellung des Ortsbauplans für das Siedlungsgelände soll Dipl. Ing. W. Hudelmaier in Dobel betraut werden.
Mit den Gemeinderäten wird erörtert:
Behebung des Wohnungsmangels durch Verfügung über die Wohnung des Juden Erwin Israel Eckstein und der Frau Helene Ebert, die emigriert zu sein scheinen.
§13 Fürsorgesachen
Die neuen Bestimmungen über das Fürsorgewesen werden zur Kenntnis gebracht. Träger der allgem. Fürsorge sind nun nicht mehr die Orts- sondern die Bezirksfürsorgeverbände. Die Geschäfte können jedoch den Gemeinden übertragen werden. Von dieser Möglichkeit ist für Schömberg Gebrauch gemacht worden.
An dem Aufwand auf die Fürsorge, die allgemeine und die gehobene, haben die Gemeinden dem Kreisverband künftig 50% zu ersetzen. Das bedeutet in der allgem. Fürsorge eine Entlastung und in der gehobenen Fürsorge eine weitere Belastung der Gemeinde.
§14 Feuerwehr Kraftwagen
Die Freiw. Feuerwehr hat den Wunsch, zum Zug der Kleinmotorspritze, von Schläuchen und anderen Geräten, sowie zur Beförderung der Bedienungsmannschaft einen Kraftwagen zu beschaffen.
Für diesen Zweck ist ihr ein gebrauchter Wagen angeboten worden dessen Brauchbarkeit noch geprüft werden muß.
§18 Kriegerdenkmal
Am Kriegerdenkmal werden häufig Kundgebungen, Feiern und dergl. abgehalten. Dabei sollte der Platz beflaggt werden können , wozu die Voraussetzungen noch fehlen.
§19 Kursachen – Bibliothek
Der Umstand, daß seit Kriegsbeginn keine Konzerte mehr gegeben werden, hat die Kurgäste dazu geführt, daß sie ihre Zerstreuung im Lesen von Büchern suchen. Die Möglichkeit dazu gibt die Bibliothek der Ortsgruppe der NSDAP. Ihr Bedarf an Lesestoff ist dementsprechend bedeutend größer geworden.
§20 Kursachen Lichtspiele
Der Unternehmer der Lichtspiele, Ernst Glauner, ist von der Reichsfilmkammer aufgefordert worden seine Eintrittspreise und Sitzplatzanordnungen neu zu gestalten. Es muß eine Dreistaffelung eingehalten werden.
Belieferung mit frischen Seefischen durch einen badischen Verteiler von Pforzheim aus ist nicht zu erreichen, sie muß von Stuttgart aus erfolgen.
Fleischversorgung:
Der Schriftwechsel mit dem Viehwirtschaftsverband Württemberg über eine bessere Fleischversorgung blieb ohne Erfolg.
Die Gemeindepflege hat auf ihrem Girokonto größere Geldbeträge (30000 RM) Es sind das großenteils Gelder die für Rücklagen bestimmt sind. Die Gelder sollen auf Sparbücher übertragen werden.
28. Aug. 1940
§10 Siedlungsweg
Die Überbauung des Siedlungsgeländes macht nunmehr die Verlegung des sogen. Weberackerwegs notwendig.
§12 Kanalisation – Erweiterungen
Einige Häuser mit großem Abwasseranfall an der Liebenzellerstraße, so das Kindersanatorium, die Villa Waldheim, das Kaffee Blessing, die Kurheime Villa Elisabeth und Sonnenblick (Quell) sind noch nicht an das Kanalisationsnetz angeschlossen.
An dasselbe sollte auch die Arbeitsheilstätte auf dem Bühl angeschlossen werden.
Um die Projekte zu gegebener Zeit ausführen zu können, sollten die dafür notwendigen Unterlagen schon jetzt beschafft werden.
§16 Kurverwaltung
Lichtspiele: Da die Lichtspielvorführungen immer sehr gut besucht sind, auch von Nicht-Kurgästen, ist das Bedürfnis der Bezuschussung des Unternehmens nicht mehr so groß. Der Zuschuß ist deshalb von 90 RM auf 60 RM (für 2 Wochen) gekürzt worden.
Freilichttheater: in Gemeinschaft mit der Ortswaltung NSG-KdF ist am Sonntag,, den 25. Aug. 1940 in der Kuranlage ein "Sommer- Varieté" veranstaltet worden. Den Kurgästen wurde freier Eintritt gewährt.
§17 Kurverwaltung – Oberlengenhardter Wald:
Der Vertrag mit der Gemeinde Oberlengenhardt über die Benutzung eines Teils ihres Waldes zum Begehen war am 31.3.1940 infolge Kündigung durch die Gemeinde Schömberg abgelaufen. Inzwischen ist nichts unternommen worden. Die Gemeinde Oberlengenhardt scheint aber mit einer Erneuerung des Vertrags zu rechnen. Die Bereitwilligkeit dazu unter einer geringeren Vergütung wird ausgesprochen.
Kursaal: Die Saalfrage ist immer noch eine äußerst dringliche Angelegenheit, die ihrer Lösung harrt. Sie zu fördern wird mit der endgültigen Planfertigung der Architekt Krüger in Stuttgart betraut.
§9 Kraftpostlinie Schömberg – Pforzheim
Der Bürgermeister bringt einen Schriftwechsel zwischen Dr. Schröder hier und dem Postamt Pforzheim wegen der Beförderung von Offen-Tuberkulösen mit dem Postkraftwagen zur Kenntnis. Dr. Schröder macht dabei den Vorschlag, zu den Hauptverkehrszeiten immer 2 Wagen laufen zu lassen u. 1 Wagen so zu kennzeichnen, daß er nur für Kurgäste benutzbar ist. Das Postamt Pforzheim lehnt das ab und erklärt, daß Personen mit offener TB künftig nicht mehr mit den Postkraftwagen befördert werden dürfen.
§12 Wasserwerk Maschinenmeister
Der Maschinenmeister am Wasserwerk, Jakob Bäuerle (60 Jahre alt) betreut das Wasserwerk seit Bestehen desselben im Nebenberuf. Er betreibt noch eine eigene Schlosserei.
§13 Siedlung
Von den Siedlungshäusern sind nun 5 erstellt und bewohnt. Ein weiteres geht der Vollendung entgegen.
§16 Kurwesen
Der Betrieb eines Fremdenheims ist wie der einer Gaststätte konzessionspflichtig. Bisher bestanden Bedenken hiegegen seitens der Konzessionsbehörde. Sie wurden nach einer Besprechung mit Vertretern des Innenministeriums, des Wirtschaftsministeriums und anderer Herren fallen gelassen.
Inzwischen ist bereits eine Reihe von Konzessionierungen ausgesprochen worden.
§18 Kursaal
Das Nichtvorhandensein eines geeigneten Saales macht sich immer mehr nachteilig bemerkbar.
Der Ochsensaal ist für die Lichtspielvorführungen eingerichtet. Und der Löwensaal wird vom Besitzer mehr als Lagerraum für Getreide und andere Früchte benützt. Zu dieser Maßnahme kam er, weil ihm der Saal nichts mehr eintrage; es fänden keine Hochzeitsfeiern, keine Tanzunterhaltungen usw. mehr statt. Dabei müsse er aus dem Saal eine hohe Grundsteuer bezahlen.
Der Besitzer des Löwensaals, Hermann Burghardt, hat deshalb zur Erwägung gegeben, ob der Saal nicht pachtweise von der Kurverwaltung übernommen werden wolle, insolange ein Kursaal nicht erstellt werden könne.
Die Entscheidung wird ausgesetzt.

References: §6

§7

§9

§13

§14

§18

§19

§20

§10

§12

§16

§17

§9

§12

§13

§16

§18