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Timestamp: 2020-04-02 20:10:18+00:00

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BVerwG, 14.08.1995 - 4 NB 43.94 - dejure.org
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BVerwG, 14.08.1995 - 4 NB 43.94 (https://dejure.org/1995,1100)
BVerwG, Entscheidung vom 14.08.1995 - 4 NB 43.94 (https://dejure.org/1995,1100)
BVerwG, Entscheidung vom 14. August 1995 - 4 NB 43.94 (https://dejure.org/1995,1100)
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Naturschutzverein - Anerkannter Naturschutzverband - Nachteil - Normenkontrollverfahren - Verbandsklage - Beteiligungsrecht - Bauleitplanung - Vorhabenplan - Erschließungsplan - Schutzausweisung - Landschaftsschutzverordnung - Landschaftsplan - Behörde
BNatSchG §§ 6, 29 Abs. 1; VwGO § 47 Abs. 2 Satz 1
OVG Brandenburg, 16.08.1994 - 3a D 5/93
NVwZ-RR 1996, 141
DVBl 1996, 46
ZfBR 1995, 332
Eine von der bisherigen Rechtsprechung abweichende Beurteilung dieser Fallkonstellation wäre angesichts der dargelegten Zielsetzung der Beteiligungsrechte in Planfeststellungsverfahren und unter dem Gesichtspunkt eines adäquaten und effektiven Rechtsschutzes des Vereins nicht gerechtfertigt (in der Tendenz ebenso bereits: Beschluss vom 14. August 1995 - BVerwG 4 NB 43.94 - Buchholz 406.401 § 29 BNatSchG Nr. 8 S. 12; Urteil vom 14. Mai 1997 - BVerwG 11 A 43.96 - BVerwGE 104, 367, 373).
Unbeschadet dessen bejaht der Senat allerdings die Möglichkeit, daß ein Beteiligungsrecht der Naturschutzverbände verletzt wird, wenn die Zulassungsbehörde ein an sich gebotenes Planfeststellungsverfahren umgeht (so in der Tendenz bereits BVerwG, Beschluß vom 14. August 1995 - BVerwG 4 NB 43.94 - Buchholz 406.401 § 29 BNatSchG Nr. 8, S. 13).
Die Klagebefugnis wird darüber hinaus auch dann zu bejahen sein, wenn der Naturschutzverband geltend macht, dieses Beteiligungsrecht sei durch das rechtswidrige Unterlassen der Planfeststellung vereitelt worden (vgl. BVerwG, Beschluß vom 14. August 1995 - BVerwG 4 NB 43.94 - Buchholz 406.401 § 29 BNatSchG Nr. 8).
36 Das Mitwirkungsrecht nach § 63 Abs. 2 Nr. 1 BNatSchG, dessen Verletzung der Antragsteller rügt, stellt zwar ein selbständig durchsetzbares, subjektiv-öffentliches Recht auf Beteiligung einer nach § 3 des Umweltrechtsbehelfsgesetzes von einem Land anerkannten Naturschutzvereinigung dar (vgl. BVerwG, Beschl. v. 14.8.1995 - 4 NB 43.94 - zu § 29 BNatSchG a. F.;… ferner Gellermann, in: Landmann/Rohmer, Umweltrecht, Bd. 2, § 63 Rn. 3 m.w.N.).
Die Möglichkeit der Verletzung eines Mitwirkungsrechts nach dieser Vorschrift und damit das Vorliegen einer Antragsbefugnis im Sinne des § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO des Antragstellers setzt nach dem Vorgenannten jedoch voraus, dass für den Antragsteller ein Recht zur Mitwirkung tatsächlich auch bestanden hat (vgl. insoweit ebenfalls BVerwG, Beschl. v. 14.8.1995 - 4 NB 43.94 -, wonach Voraussetzung eines Nachteils im Sinne von § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO a.F. ist, dass dem naturschutzrechtlichen Verein ein Mitwirkungsrecht nach § 29 Abs. 1 BNatSchG beim Erlass der Rechtsnorm zur Seite steht (Hervorhebung durch den Senat)).
Insoweit wird die Klagebefugnis auch dann zu bejahen sein, wenn der Naturschutzverband geltend macht, dieses Beteiligungsrecht sei durch das rechtswidrige Unterlassen der Planfeststellung vereitelt worden (vgl. BVerwG, Beschluß vom 14. August 1995 - BVerwG 4 NB 43.94 - BA S. 8).
Aus denselben Gründen räumt das BVerwG Naturschutzverbänden in Genehmigungsverfahren das Recht ein, unter Berufung auf die Verletzung ihnen eingeräumter Beteiligungsrechte die Aufhebung der verfahrensfehlerhaft zustande gekommenen behördlichen Entscheidung durchzusetzen (BVerwGE 87, 62, 71 f; BVerwG Beschluss vom 14.8.1995 - 4 NB 43/94 - NVwZ-RR 1996, 141) .
Macht er - wie hier - geltend, dieses Beteiligungsrecht sei "umgangen", d.h., in rechtswidriger Weise vereitelt worden, genügt dies zur Geltendmachung einer Rechtsverletzung im Sinne des § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO (vgl. BVerwG…, Urteil vom 24.9.1998 aaO; Beschl. vom 14.8.1995 - 4 NB 43.94 -, NVwZ-RR 1996, 141).
Der angegriffene, als Satzung beschlossene Plan ist nicht als "andere im Range unter dem Gesetz stehende Rechtsvorschrift der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörden" im Sinne der erstgenannten Vorschrift anzusehen (BVerwG, Beschl. vom 14.8.1995 - 4 NB 43.94 -, NVwZ-RR 1996, 141; vgl. auch OVG Bautzen, Beschl. vom 19.5.1994 - 1 S 209/94 -, NVwZ-RR 1995, 514).
Er liegt zwar vordergründig betrachtet auf der Hand und wurde auch vom Bundesverwaltungsgericht verschiedentlich erwogen (vgl. z.B. Beschl. vom 14.8.1995, aaO, S. 142; Beschl. vom 21.7.1997 - 4 BN 10.97 -, NVwZ-RR 1998, 98, 99 = ZfBR 1998, 50, 51; vgl. hierzu auch Rettberg, NdsVBl.1996, 274, 275).
Dieses Recht vermittelt grundsätzlich auch eine Antragsbefugnis i.S.v. § 47 Abs. 2 Satz 1 VwGO (vgl. BVerwG, Beschluss vom 14.08.1995 - 4 NB 43.94 -, NVwZ-RR 1996, 141; vom 21.07.1997 - 4 BN 10.97 -, NVwZ-RR 1998, 98).

References: § 47
 § 29
 § 29
 § 29
 § 63
 § 3
 § 29
 § 63
 § 47
 § 47
 § 29
 § 47
 § 47