Source: http://branchenjournal.eu/article/internationales-steuerrecht--firmengrndung-ausland.html
Timestamp: 2019-03-23 00:17:55+00:00

Document:
Internationales Steuerrecht - Firmengründung Ausland
von Martin Clinch
1. Betriebsstätten-Begriff, Gestaltungsmissbrauch
„Nur-DBA-Sachverhalt" (Doppelbesteuerungsabkommen), nicht EU: I.d.R. ist davon auszugehen, dass ein in kaufmännischer Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb im Sitzstaat der Auslandsgesellschaft erforderlich ist, um die Annahme des Gestaltungsmissbrauchs (=Zwischengesellschaft, die einzig dem Zweck dient, dass inländische Besteuerungsrecht rechtswidrig zu umgehen) zu verhindern.
„Nicht-DBA-Sachverhalt": In kaufmännischer Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb im Sitzstaat erforderlich, wirtschaftlicher Grund muss vorliegen, „Umkehr der Beweislast", erhöhte Mitwirkungspflichten wenn kein G20 Abkommen.
1.1.Einschub: Betriebsstättendefinition analog 5 DBA (Doppelbesteuerungsabkommen)
Das Vorliegen einer steuerlichen Betriebsstätte im DBA-Sachverhalt im Ausland definiert sich über §5 OECD_MA, i.d.R. §5 in den Doppelbesteuerungsabkommen (DBA):
Handelt es sich im Ausland um eine Produktionsstätte, um eine Stätte zur Ausbeutung von Bodenschätzen oder eine Bauausführung länger als 9-12 Monate Dauer (je nach DBA), so ist im Land immer eine Betriebsstätte belegen, unabhängig vom „Ort der geschäftlichen Oberleitung". In den anderen Fällen definiert sich die steuerliche Betriebsstätte zentral über „den Ort der geschäftlichen Oberleitung":
Entweder verlagert der Mandant- oder ein Beauftragter- seinen gewöhnlichen Aufenthalt in den Sitzstaat der Gesellschaft und tritt als Direktor der Gesellschaft auf ODER der z.B. Deutsche Direktor weist nach, dass er sich im Rahmen der erforderlichen Leitungsaufgaben gewöhnlich im Sitzstaat der Auslandsgesellschaft aufhält, um diese Aufgaben an der Betriebsstätte im Ausland wahrzunehmen (funktioniert natürlich nicht bei notwendigen „Tagesentscheidungen") ODER der Mandant stellt einen Ansässigen im Sitzstaat als Direktor der Gesellschaft an ODER unsere Kooperationskanzlei stellt einen Treuhand- oder angestellten Direktor im Sitzstaat der Gesellschaft.
Treuhand-Direktor: Ein Anwalt im Sitzstaat der Gesellschaft tritt treuhänderisch- also nach „außen"- als Direktor der Gesellschaft auf, notarieller Treuhand-Vertrag zwischen Treugeber und Treunehmer.
Angestellter Direktor: Eine Person mit gewöhnlichen Aufenthalt im Sitzstaat zeichnet einen Angestelltenvertrag mit der Gesellschaft, mit üblichem/vergleichbaren Gehalt, Abführung von Lohnsteuer-und Sozialversicherungsleistungen.
Bei Einsatz eines Treuhand-Direktors bestehen fundamentale Unterschiede zwischen einem Nominee-Direktor, „ einem Treuhand-Direktor der geschäftlich nicht tätig ist" oder „einem Treuhand-Direktor, der geschäftlich tätig ist und z.B. Verträge für die Gesellschaft zeichnet". Die richtige Gestaltung kann maßgeblich sein im Sinne der steuerrechtlichen Vorschriften der rechtswidrigen Zwischengesellschaft und/oder des Gestaltungsmissbrauchs.
Betriebsstättenmerkmal "Ordentlicher Geschäftssitz":
Der ordentliche Geschäftssitz im Sinne: Ein reines Registered Office ist kein ordentlicher Geschäftssitz (verdacht der „Briefkastengesellschaft"). In vielen Fällen ist ein virtuelles Office bei einem Business Center im Sitzstaat der Auslandsgesellschaft ausreichend (eigene Telefonnummer, persönliche Gesprächsannahme, Fax, zustellbare Postadresse auch für Einschreiben,Postweiterleitung, die Möglichkeit der zeitweisen Anmietung von voll eingerichteten Büro-und/oder Konferenzräumen). Formal hängt die notwendige Ausgestaltung des Geschäftssitzes im Ausland von der „Vergleichbarkeit" ab: Sind zur Aufgabenbewältigung vergleichbar z.B. 3 Büroräume und ein Lagerraum erforderlich ,so ist eine solche Infrastruktur auch im Sitzstaat vorzuhalten.
Das Deutsche Außensteuergesetz beschreibt in §8 AStG: Hat ein Deutscher (natürliche oder juristische Person) beherrschenden Einfluss (mehr als 50%) auf eine Auslandsgesellschaft in einem Niedrigsteuerland (unter 25% Ertragssteuer) und realisiert diese Auslandsgesellschaft nur passive Einkünfte nach Aktivkatalog §8 AStG, so werden die Dividenden der Auslandsgesellschaft der Deutschen Besteuerung unterzogen und zwar mit Einkommensteuer (nicht Abgeltungssteuer oder Teileinkünfteverfahren), bei juristischer Person mit Deutscher Körperschaftssteuer. Ausserdem „fiktive Ausschüttungsbesteuerung", also Besteuerung auch dann, wenn nicht ausgeschüttet wird. Im europäischen Kontext ist diese Hinzurechnungsbesteuerung allerdings rechtwidrig, entsprechend wurde das Deutsche AStG ergänzend.
Analog in anderen Ländern, die ebenfalls eine Hinzurechnungsbesteuerung kennen.
Weitere Ausführungen zum Thema Hinzurechnungsbesteuerung finden Sie auf der Internetseite unserer Kanzlei: www.etc-lowtax.net/astg.htm
3. Nicht –Wirkung Steuerhinterziehungsbekämpfungsverordnung, erweiterte Mitwirkungspflicht des mutmaßlich Steuerpflichtigen
Versagung der Entlastung von der Deutschen Quellensteuer auf Kapitalerträge nach §50 Ab.1 und 2 oder §§44a Abs. 9 EStG
Nichtanwendung der Abgeltungssteuer und des Teileinkünfteverfahrens
Versagung der Steuerfreiheit für Dividenden und andere Einkünfte nach §8 Abs.1 und Abs.2 KStG und vergleichbarer Vorschriften im DBA
4. Steueroasen in der EU
Die geringsten Steuern „ohne Auflagen" haben Zypern und Bulgarien mit nur 10% Ertragssteuern. Die EU Sonderzonen Madeira und ZEC (kanarische Sonderzone) Null bis 5% mit Auflagen (Schaffung von Arbeitsplätzen und/oder Investitionen). Im Kontext einer Firmengründung auf Madeira kann unsere Partnerkanzlei auf Madeira die erforderlichen drei Arbeitsplätze stellen (3x 400 Euro-Job).
Malta: Keine Besteuerung für Lizenzeinnahmen und Patente. Außerdem Investitionsförderungen bei Ansiedlung und Schaffung von Arbeitsplätzen.
England: 21% im Mittelstandssatz bis 300.000 ePfund Ertrag, dann progressiv steigend bis 30%.
Weitere Steuern der EU Länder auf Anfrage oder in unserem Exposee Rangliste-Steueroasen.
5. Holdingstandorte in der EU
Als Holdingstandorte eignen sich insbesondere Zypern und die Niederlande. Beide Länder kennen das Holdingprivileg, mithin werden reine Beteiligungserlöse nicht besteuert. Zypern bietet außerdem folgende Vorteile: So gut wie keine CFC-Regelungen,nicht-Holding-Aktivitäten infizieren nicht das Holdingprivileg und werden mit nur 10% besteuert, Dividendenausschüttungen an einen Nicht-Zyprioten unterliegen grundsätzlich keiner Quellensteuer auf Zypern, unabhängig davon ob DBA-Sachverhalt oder nicht.
7. Wirkung EU-Fusionsrichtlinie und/oder §§21/23 Umwandlungssteuergesetz und vergleichbarer Regelungen in der EU
Ergänzend besteht über §21 UmWStG die Möglichkeit, steuerneutrale Anteilsübertragungen zu realisieren. Somit müssen Anteile nicht zwingend bewertet und erworben werden.
8. EU Mutter-Tochter-Richtlinie
Nur-DBA-Sachverhalt: Quellensteuer gemäss Doppelbesteuerungsabkommen bei abfliessenden Dividenden im Sitzstaat (i.d.R. 5%-10% bei jur. Personen, 15% bei natürlichen Personen als Anteilseigner).
Nicht-DBA-Sachverhalt: Volle Quellensteuer gemäss innerstaatlichem Recht.
9. EU Zollgebiet
Für Fragen steht Ihnen unsere Kanzlei jeder Zeit zur Verfügung:
Steuerkanzlei für Internationales Steuerrecht
E-Mail: customer-service@etc-lowtax.net
Internet: www.etc-lowtax.net ; www.firma-ausland.de

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