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Timestamp: 2016-10-22 16:07:35+00:00

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8C_217/2015 (28.08.2015)
8C_217/2015 � � Urteil vom 28. August 2015
A.a.�Der 1981 geborene A.________ war seit M�rz 2002 als angelernter Bauarbeiter bei der B.________ AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen versichert gewesen. Am 25. Februar 2004 fiel ihm beim Ausschalen einer Decke eine Deckenst�tze auf den linken Handr�cken (Unfallmeldung UVG vom 2. M�rz 2004). Im Spital C.________ wurde eine symptomatische proximale Scaphoidpseudarthrose sowie ein symptomatisches radiodorsales Handgelenksganglion diagnostiziert (Bericht vom 13. April 2004). Laut kreis�rztlichem Untersuchungsbericht des Dr. med. D.________, Facharzt FMH f�r Orthop. Chirurgie, vom 25. April 2007 waren dem Versicherten s�mtliche T�tigkeiten, f�r welche die linke Hand in den Arbeitsprozess einbezogen werden musste, nicht mehr zumutbar; vorwiegend rechtsh�ndig ausf�hrbare Verrichtungen mit Einsatz der linken Hand im Sinne einer St�tzfunktion ohne wesentliche Belastung seien oft, isoliert rechtsh�ndig ausf�hrbare T�tigkeiten ohne Einsatz der linken Hand sehr oft zumutbar. Mit Bericht vom 10. Oktober 2007 hielt Dr. med. D.________ an dieser Zumutbarkeitsbeurteilung fest; der Endzustand sei erreicht. Gem�ss weiteren Ausk�nften dieses Arztes lag wegen der posttraumatischen Radiocarpalarthrose links ein Integrit�tsschaden von 25 % vor (Bericht vom 9. Oktober 2007). Mit rechtskr�ftig gewordener Verf�gung vom 16. April 2008 sprach die SUVA dem Versicherten ab 1. Februar 2008 eine Invalidenrente gest�tzt auf eine Erwerbsunf�higkeit von 16 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung auf Basis einer Integrit�tseinbusse von 25 % zu.
A.b.�Mit Schreiben vom 25. Oktober 2008 liess der Versicherte um revisionsweise Wiederaufnahme des Verfahrens ersuchen. Anl�sslich der kreis�rztlichen Abschlussuntersuchung kam Dr. med. E.________, MAS BA Phys. Med. und Rehab., Sportmed. SGSM, Manuelle Medizin SAMM, zum Schluss, die linke Hand k�nne nicht mehr als Gewichte tragende und unterst�tzende Hand benutzt werden (Bericht vom 9. M�rz 2010), was sie mit Bericht vom 7. Juni 2011 best�tigte, wobei sie erg�nzend festhielt, der Gesundheitszustand habe sich seit 2007 nicht wesentlich oder erheblich ver�ndert. Zum selben Ergebnis gelangte auch Prof. Dr. med. F.________, Facharzt f�r Orthop�die und Unfallchirurgie (kreis�rztlicher Untersuchungsbericht vom 6. Oktober 2011). Mit Verf�gung vom 3. November 2011 hielt die SUVA fest, die Voraussetzungen f�r eine Rentenrevision seien nicht gegeben, da sich weder der Gesundheitszustand noch die erwerbliche Situation wesentlich ver�ndert h�tten. Daran hielt sie auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 13. Januar 2012). Die hiegegen eingereichte Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau in dem Sinne gut, dass die Angelegenheit zur weiteren Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen und zum Neuentscheid an die SUVA zur�ckgewiesen wurde (Entscheid vom 18. April 2012). In Nachachtung des Dispositivs des kantonalen Gerichtsentscheids holte die SUVA das Gutachten des Prof. Dr. med. G.________, Chefarzt, Klinik f�r Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie, Spital H.________, vom 31. Oktober 2012 ein. Der Sachverst�ndige hielt fest, es werde bei Weiterbestehen des Sudecks und fehlendem Einsatz der Finger und des Handgelenks, beziehungweise fehlender Be�bung in den n�chsten Monaten und Jahren zu einer vollst�ndigen Einsteifung s�mtlicher Fingergelenke sowie einer generalisierten Atrophie der gesamten Hand kommen. Die linke Hand sei funktionell einer Amputation auf H�he des Handgelenks gleichzusetzen. Der Versicherte sei in seinem angestammten Beruf als Bauarbeiter aktuell und perspektivisch mit absoluter Sicherheit nicht mehr einsetzbar; auch leichte Arbeiten k�nnten mit der linken Hand nicht mehr durchgef�hrt werden. Im Vergleich zur medizinischen Situation im April 2008 m�sse von einer weiteren Verschlechterung ausgegangen werden; die Funktion als Bei- oder Hilfshand sei nicht mehr gegeben. Schwere Arbeiten mit dem rechten Arm seien wegen der hohen Wahrscheinlichkeit einer �berlastung zu vermeiden. Laut Bericht des Dr. med. I.________, Facharzt f�r Chirurgie FMH, SUVA Versicherungsmedizin, vom 17. Juli 2013 �berzeugte das Gutachten des Prof. Dr. med. G.________. Mit Verf�gung vom 18. Dezember 2013 sprach die SUVA dem Versicherten ab 1. Juli 2011 eine Invalidenrente gest�tzt auf eine Erwerbsunf�higkeit von 35 % zu. Eine Einsprache lehnte sie ab (Einspracheentscheid vom 28. Februar 2014.
Mit Beschwerde l�sst A.________ beantragen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei die Angelegenheit an das kantonale Gericht bzw. an die SUVA zwecks Durchf�hrung erg�nzender Abkl�rungen und Neuentscheidung zur�ck zu weisen im Hinblick darauf, dass r�ckwirkend ab 1. Juli 2011 eine Erwerbsunf�higkeit von wenigstens 70 % anzunehmen sei. Ferner wird um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege f�r das bundesgerichtliche Verfahren ersucht.
1.1.�Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 und Art. 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (vgl. BGE 132 II 257E. 2.5 S. 262; 130 III 136E. 1.4 S. 140). Gem�ss Art. 42 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde hinreichend zu begr�nden, andernfalls wird darauf nicht eingetreten (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG). Das Bundesgericht pr�ft grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen; es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu pr�fen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur insofern pr�fen, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
2.1.�Streitig und zu pr�fen ist das der Bestimmung des Invalidit�tsgrades gem�ss Art. 16 ATSG zugrunde zu legende, hier anhand der standardisierten Bruttol�hne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes f�r Statistik (LSE) festzulegende Erwerbseinkommen, das der Versicherte nach Eintritt der Invalidit�t und nach Durchf�hrung der medizinischen Behandlung durch eine ihm zumutbare T�tigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k�nnte. Prozessthema bildet dabei die Frage, ob und inwieweit der Beschwerdef�hrer die verbliebene Arbeitsf�higkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten verm�chte.
2.2.1.�Gem�ss der vom kantonalen Gericht angerufenen Praxis (vgl. auch Urteile 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.2 sowie 8C_1050/2009 vom 28. April 2010 E. 3.4, je mit Hinweisen) stellen die faktische Einh�ndigkeit oder die Beschr�nkung der dominanten Hand als Zudienhand Tatbest�nde einer erheblich erschwerten Verwertbarkeit der Arbeitsf�higkeit auch in Bezug auf den zu unterstellenden, ausgeglichen Arbeitsmarkt dar. Dennoch wurde von der Rechtsprechung wiederholt best�tigt, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gen�gend realistische Bet�tigungsm�glichkeiten f�r Personen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und �berdies nur noch leichte Arbeiten verrichten k�nnen, zu finden sind. L�ngst nicht alle im Arbeitsprozess im weitesten Sinne notwendigen Aufgaben und Funktionen im Rahmen der �berwachung und Pr�fung werden durch Computer und automatisierte Maschinen ausgef�hrt. Abgesehen davon m�ssen solche Ger�te auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls �berwacht und kontrolliert werden. Zu denken ist an einfache �berwachungs-, Pr�f- und Kontrollt�tigkeiten sowie an die Bedienung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz des nicht mehr funktionst�chtigen Armes oder der nicht mehr einsetzbaren Hand voraussetzen (Urteile 8C_94/2012 vom 29. M�rz 2012 E. 3.2 mit Hinweisen und 8C_525/2010 vom 21. September 2010 E. 3.2.2.2).
2.2.2.�Die Vorinstanz hat weiter erkannt, dass dem Versicherten gem�ss dem unbestritten voll beweiskr�ftigen Gutachten des Prof. Dr. med. G.________ vom 31. Oktober 2012 jegliche leichte T�tigkeit ohne Einsatz der linken Hand bzw. des linken Armes zeitlich und leistungsm�ssig uneingeschr�nkt zumutbar sei. Der Versicherte �bersehe mit seinen Vorbringen, dass zur Beurteilung der Erwerbsf�higkeit nach Art. 7 und 8 ATSG nicht auf die Verh�ltnisse des konkreten bzw. aktuellen Arbeitsmarktes, sondern auf einen "ausgeglichenen Arbeitsmarkt" abzustellen sei. Die Ergebnisse der X.________ (Bericht vom 22. November 2011), sowie der Werkst�tten K.________, Gesch�tzte Arbeitspl�tze, Berufliche Rehabilitation, (Berichte vom 16. Juli 2013 und 27. M�rz 2014), seien wenig aussagekr�ftig. Dort habe der Versicherte vor allem Verpackungsarbeiten ausf�hren m�ssen, welche dem von Prof. Dr. med. G.________ geschilderten Zumutbarkeitsprofil offensichtlich nicht entsprochen h�tten. Sodann sei aufgrund des Umstands, dass nicht einmal der Versuch einer zeitlichen Erh�hung des Pensums im gesch�tzten Rahmen unternommen worden sei, davon auszugehen, der Versicherte habe die ihm zumutbare Arbeitsleistung selber bestimmt. Schliesslich bez�gen sich die Abkl�rungspersonen der genannten Organisationen hinsichtlich der Frage, inwieweit der Versicherte wieder eingegliedert werden k�nne, auf den konkret bzw. aktuell bestehenden Arbeitsmarkt. Diese Ausk�nfte liessen daher den Schluss nicht zu, dass der Versicherte die verbliebene Arbeitsf�higkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gar nicht mehr oder h�chstens zu einem Pensum von 2 1/2 Stunden t�glich zu verwerten verm�chte. Insgesamt er�brigten sich unter diesen Umst�nden weitergehende Abkl�rungen sowohl in medizinischer als auch in erwerblicher/berufspraktischer Hinsicht.
2.2.3.�Was der Beschwerdef�hrer in Wiederholung der im kantonalen Verfahren vorgebrachten Einw�nde geltend macht, dringt nicht durch. Zur Verdeutlichung der nicht zu beanstandenden Erw�gungen im angefochtenen Entscheid ist die Rechtsprechung zu erw�hnen, wonach bei zuverl�ssiger �rztlicher Beurteilung der Arbeitsf�higkeit in der Regel keine Notwendigkeit besteht, die Rechtsfrage der Erwerbsunf�higkeit durch eine Evaluation der funktionellen Leistungsf�higkeit (EFL) zu �berpr�fen. Ausnahmsweise kann eine solche erforderlich sein, wenn mehrere involvierte �rzte eine solche angesichts eines multiplen und schwierig einzusch�tzenden Krankheitsbildes ausdr�cklich bef�rworten (vgl. SVR 2009 IV Nr. 26 S. 73, 8C_547/2008 E. 4.2.1 f und SVR 2011 IV Nr. 6 S. 17, 9C_1035/2009 E. 4). So liegen die Verh�ltnisse hier nicht. Mit dem kantonalen Gericht ist darauf hinzuweisen, dass Prof. Dr. med. G.________ sich in abschliessender und dezidierter Weise zum Zumutbarkeitsprofil sowie zur Arbeitsf�higkeit in funktioneller und zeitlicher Hinsicht �usserte. W�re er anderer Auffassung gewesen, h�tte er zweifelsfrei eine erg�nzende berufspraktische Fachabkl�rung veranlasst oder eine solche zumindest als Vorbedingung f�r eine definitive �rztliche Einsch�tzung erkl�rt. Mit Blick auf die vorinstanzlich zitierte Rechtsprechung zur Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsf�higkeit von funktionell als einarmig zu betrachtenden Versicherten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. E. 2.2.1 hievor) ist nicht einzusehen, inwieweit von den beantragten zus�tzlichen Abkl�rungen neue Erkenntnisse zu erwarten w�ren.
2.3.�Der vorinstanzlich anhand von Art. 16 ATSG bestimmte Invalidit�tsgrad (35 %) wird ansonsten letztinstanzlich nicht beanstandet.
3.1.�Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdef�hrer als unterliegender Partei auferlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG).
3.2.�Dem Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege ist zum einen stattzugeben, weil keine Anhaltspunkte bestehen, von der vom kantonalen Gericht angenommenen Bed�rftigkeit des Versicherten abzuweichen. Zum anderen ist die Beschwerde an das Bundesgericht inhaltlich nicht als aussichtslos zu bezeichnen, weshalb die anwaltliche Vertretung geboten war (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Der Beschwerdef�hrerin wird daher eine angemessene Entsch�digung zugesprochen (Art. 64 Abs. 2 Satz 2 BGG). Er wird indessen darauf hingewiesen, dass er der Gerichtskasse Ersatz zu leisten hat, wenn er sp�ter dazu in der Lage ist (Art. 64 Abs. 4 BGG).
Dem Beschwerdef�hrer wird die unentgeltliche Rechtspflege gew�hrt und Rechtsanwalt Robert P. Gehring wird als unentgeltlicher Anwalt bestellt.

References: Art. 95
 Art. 96
 BGE 
 Art. 42
 Art. 16
 Art. 7
 Art. 16