Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=10.12.2003&Aktenzeichen=B%209%20VJ%202/02%20R
Timestamp: 2019-06-24 12:45:28+00:00

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BSG, 10.12.2003 - B 9 VJ 2/02 R - dejure.org
https://dejure.org/2003,561
BSG, 10.12.2003 - B 9 VJ 2/02 R (https://dejure.org/2003,561)
BSG, Entscheidung vom 10.12.2003 - B 9 VJ 2/02 R (https://dejure.org/2003,561)
BSG, Entscheidung vom 10. Dezember 2003 - B 9 VJ 2/02 R (https://dejure.org/2003,561)
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Anti-D-Prophylaxe - Hepatitis C - Infektion - Impfschaden - Chronische Hepatitis - Leistungsbeginn - sozialrechtlicher Herstellungsanspruch - Zahlungen - DDR-Impfskandal 1978/79 - Immunglobulin - Rhesusunverträglichkeit - Impfentschädigung - abgestimmte Rechtspraxis - sogenannte Neufälle - Antragsfrist - Rückwirkung - zurückliegende Schadensfälle - höhere Gewalt - Unkenntnis - Beratungspflicht - Spontanberatung - sogenannte Funktionseinheit - Landesbehörden
nomos.de , S. 55 (Volltext und Kurzanmerkung)
§ 60 BVG; § 27 SGB X
Anforderungen an einen sozialrechtlichen Herstellungsanspruch (hier: Versorgungsrente wegen Hepatitis-C-Erkrankung in DDR)
Infizierung durch Hepatitis-C-Viren kontaminierte Serum-Charge; Nicht anerkannter Impfschadensfall; Antrages auf Gewährung von Beschädigtenversorgung nach dem Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten beim Menschen; Beratungsfehler des Landeshygieneinstituts; Früherer Leistungsbeginn auf Grund des sozialrechtlichen Herstellungsanspruchs; Anti-D-Prophylaxe-Entschädigung
Rückwirkung des Leistungsantrags nach § 60 Abs. 1 S. 2 und 3 BVG , Informationspflicht bei nicht veröffentlichtem Übereinkommen zwischen Bund und Ländern zur Entschädigungspflicht
SG Rostock, 22.05.2000 - S 2 VJ 24/98
LSG Mecklenburg-Vorpommern, 10.05.2001 - L 3 VJ 30/00
BSGE 92, 34
NJ 2004, 479
Die Pflichtverletzung ist vielmehr insoweit nach den allgemeinen richterrechtlichen Grundsätzen über den sozialrechtlichen Herstellungsanspruch zu kompensieren (zu diesen Grundsätzen allgemein zuletzt zB BSG SozR 4-3100 § 60 Nr. 1 RdNr 24 ff mwN;… BSG SozR 3-3100 § 60 Nr. 3;… BSGE 87, 280, 283 = SozR 3-1200 § 14 Nr. 31;… BSG SozR 3-4100 § 249e Nr. 4 S 34, 37 f, jeweils mwN;… BSG SozR 3-5868 § 85 Nr. 8 S 39, 45 f).
Nach diesen Grundsätzen muss eine dem zuständigen Sozialleistungsträger zuzurechnende Pflichtverletzung vorliegen, dem Berechtigten dadurch ein sozialrechtlicher Nachteil oder Schaden entstanden sein, und durch die Vornahme einer Amtshandlung des Trägers muss - auf der Rechtsfolgenseite - ein Zustand hergestellt werden können, der bestehen würde, wenn die Pflichtverletzung nicht erfolgt wäre (so zusammenfassend BSG SozR 4-3100 § 60 Nr. 1 RdNr 24 mwN).
Ausnahmsweise besteht nach ständiger Rechtsprechung des BSG auch dann eine Hinweis- und Beratungspflicht des Leistungsträgers, wenn anlässlich einer konkreten Sachbearbeitung in einem Sozialrechtsverhältnis dem jeweiligen Mitarbeiter eine naheliegende Gestaltungsmöglichkeit ersichtlich ist, die ein verständiger Versicherter/Leistungsberechtigter wahrnehmen würde, wenn sie ihm bekannt wäre (BSG Urteil vom 8.2.2007 - B 7a AL 22/06 R; stRspr des BSG;… vgl BSG Urteil vom 27.7.2004 - B 7 SF 1/03 R, SozR 4-1200 § 14 Nr. 5 mit Anm Münder, SGb 2005, 239 ; BSG Urteil vom 10.12.2003 - B 9 VJ 2/02 R, BSGE 92, 34 = SozR 4-3100 § 60 Nr. 1;… BSG Urteil vom 14.11.2002 - B 13 RJ 39/01 R, SozR 3-2600 § 115 Nr. 9 mit Anm Köhler, SGb 2003, 407 ;… BSG Urteil vom 5.4.2000 - B 5 RJ 50/98 R, SozR 3-1200 § 14 Nr. 29 mit Anm Hase, SGb 2001, 593 ;… BSG Urteil vom 5.8.1999 - B 7 AL 38/98 R, SozR 3-4100 § 110 Nr. 2;… BSG Urteil vom 26.10.1994 - 11 RAr 5/94, SozR 3-1200 § 14 Nr. 16;… BSG Urteil vom 6.5.1992 - 12 RK 45/91, SozR 3-1200 § 14 Nr. 6 S 13; BSG Urteil vom 22.10.1998 - B 5 RJ 56/97 R - SGb 1999, 26 ) .
Wie der 7. Senat des BSG mit Urteil vom 8. Februar 2007 (B 7a AL 22/06 R - Entgeltsicherung für ältere Arbeitnehmer -) entschieden hat, besteht ausnahmsweise jedoch auch dann eine Hinweis- und Beratungspflicht des Versicherungsträgers, wenn anlässlich einer konkreten Sachbearbeitung dem jeweiligen Mitarbeiter eine nahe liegende Gestaltungsmöglichkeit ersichtlich ist, die ein verständiger Versicherter wahrnehmen würde, wenn sie ihm bekannt wäre (stRspr des BSG;… vgl BSG SozR 4-1200 § 14 Nr. 5 S 8 mit Anm Münder, SGb 2005, 239; BSGE 92, 34 = SozR 4-3100 § 60 Nr. 1;… SozR 3-2600 § 115 Nr. 9 S 59 mit Anm Köhler, SGb 2003, 407;… BSG SozR 3-1200 § 14 Nr. 29 S 96 mit Anm Hase, SGb 2001, 593;… SozR 3-4100 § 110 Nr. 2 S 9;… BSG SozR 3-1200 § 14 Nr. 16 S 49;… BSG SozR 3-1200 § 14 Nr. 6 S 13; BSG Urteil vom 22. Oktober 1998 - B 5 RJ 56/97 R - SGb 1999, 26; Meyer, SGb 1985, 57; Funk, SDSRV 39, 51, 54 ff).
Ausnahmsweise besteht nach ständiger Rechtsprechung des BSG auch dann eine Hinweis- und Beratungspflicht des Leistungsträgers, wenn anlässlich einer konkreten Sachbearbeitung in einem Sozialrechtsverhältnis dem jeweiligen Mitarbeiter eine naheliegende Gestaltungsmöglichkeit ersichtlich ist, die ein verständiger Versicherter/Leistungsberechtigter wahrnehmen würde, wenn sie ihm bekannt wäre (…BSG Urteil vom 8.2.2007 - B 7a AL 22/06 R - BSGE 98, 108 = SozR 4-4100 § 324 Nr. 3; stRspr des BSG;… vgl BSG Urteil vom 27.7.2004 - B 7 SF 1/03 R - SozR 4-1200 § 14 Nr. 5 mit Anm Münder, SGb 2005, 239; BSG Urteil vom 10.12.2003 - B 9 VJ 2/02 R - BSGE 92, 34 = SozR 4-3100 § 60 Nr. 1;… BSG Urteil vom 14.11.2002 - B 13 RJ 39/01 R - SozR 3-2600 § 115 Nr. 9 mit Anm Köhler, SGb 2003, 407; BSG Urteil vom 22.10.1998 - B 5 RJ 56/97 R - SGb 1999, 26) .
Ausnahmsweise besteht jedoch auch dann eine Hinweis- und Beratungspflicht des Versicherungsträgers, wenn anlässlich einer konkreten Sachbearbeitung dem jeweiligen Mitarbeiter eine naheliegende Gestaltungsmöglichkeit ersichtlich ist, die ein verständiger Versicherter wahrnehmen würde, wenn sie ihm bekannt wäre (stRspr;… vgl BSG SozR 4-1200 § 14 Nr. 5 S 8 mit Anmerkung Münder SGb 2005, 239; BSG SozR 4-3100 § 60 Nr. 1;… SozR 3-2600 § 115 Nr. 9 S 59 mit Anmerkung Köhler SGb 2003, 407;… BSG SozR 3-1200 § 14 Nr. 29 S 96 mit Anmerkung Hase SGb 2001, 593;… SozR 3-4100 § 110 Nr. 2 S 9;… BSG SozR 3-1200 § 14 Nr. 16 S 49;… BSG SozR 3-1200 § 14 Nr. 6 S 13; BSG, Urteil vom 22. Oktober 1998 - B 5 RJ 56/97 R = SGb 1999, 26; Meyer, SGb 1985, 57, 61; Funk, SDSRV 39, 51, 54 f).
Die Beklagte war bereits anlässlich der Arbeitslosmeldung und Antragstellung des Klägers am 13. Februar 2003 verpflichtet, ihn auf das neue Förderinstrument des § 421j SGB III hinzuweisen (vgl Urteile des Senats vom 8. Februar 2006 - B 7a AL 36/06 R und vom 2. September 2004 - B 7 AL 18/04 R = NZA 2005, 98 ;… SozR 4-1200 § 14 Nr. 5 S 8 ;… SozR 3-3200 § 86a Nr. 2 S 6 ;… SozR 3-1200 § 14 Nr. 16 S 51 ; SozR 4-3100 § 60 Nr. 1 S 7 ).
Gegen eine solche gesteigerte Informationspflicht kann nicht eingewandt werden, dass der Inhalt eines Gesetzes mit seiner Verkündung dem Normadressaten gegenüber grundsätzlich als bekannt zu gelten hat, und zwar unabhängig davon, wann das Gesetz ihm tatsächlich zur Kenntnis gelangt ist (so genannte formelle Publizität;… vgl BSG SozR 4-3800 § 1 Nr. 9 S 55;… SozR 4-2600 § 6 Nr. 5 S 20; SozR 4-3100 § 60 Nr. 1 S 7).
Auf der Rechtsfolgenseite muss durch die Vornahme einer Amtshandlung des Trägers ein Zustand hergestellt werden können, der bestehen würde, wenn die Pflichtverletzung nicht erfolgt wäre (stRspr, vgl dazu zuletzt zB BSG, Urteil vom 10.5.2007 - B 7a AL 12/06 R - RdNr 15 mwN;… BSG SozR 4-2500 § 44 Nr. 11 RdNr 16 mwN;… BSGE 94, 26, 34 = SozR 4-2500 § 51 Nr. 1 RdNr 20 mwN; BSG SozR 4-3100 § 60 Nr. 1 RdNr 24 mwN;… BSG SozR 4-1200 § 14 Nr. 5 RdNr 8 mwN;… BSGE 92, 267, 279 = SozR 4-4300 § 137 Nr. 1 RdNr 31;… BSGE 87, 280, 283 = SozR 3-1200 § 14 Nr. 31;… BSG SozR 3-4100 § 249e Nr. 4 S 37 f, jeweils mwN).
In der BSG-Rechtsprechung ist anerkannt, dass der Leistungsträger unabhängig von einem konkreten Beratungsbegehren gehalten ist, bei Vorliegen eines konkreten Anlasses auf klar zu Tage tretende Gestaltungsmöglichkeiten hinzuweisen, die sich offensichtlich als zweckmäßig aufdrängen und von jedem verständigen Versicherten mutmaßlich genutzt würden (…sog Spontanberatung, vgl BSG SozR 4-1200 § 14 Nr. 5 RdNr 9 mwN; BSGE 92, 34 = SozR 4-3100 § 60 Nr. 1 RdNr 26;… BSG SozR 3-4100 § 110 Nr. 2 S 9;… BSG SozR 3-1200 § 14 Nr. 16 S 49 f;… BSG SozR 3-1200 § 14 Nr. 6 S 13, alle mwN).
Ausnahmsweise besteht nach ständiger Rechtsprechung des BSG auch dann eine Hinweis- und Beratungspflicht des Leistungsträgers, wenn anlässlich einer konkreten Sachbearbeitung in einem Sozialrechtsverhältnis dem jeweiligen Mitarbeiter eine naheliegende Gestaltungsmöglichkeit ersichtlich ist, die ein verständiger Versicherter/Leistungsberechtigter wahrnehmen würde, wenn sie ihm bekannt wäre (…BSG vom 2.4.2014 - B 4 AS 29/13 R - BSGE 115, 225 = SozR 4-4200 § 37 Nr. 6, RdNr 29;… BSG vom 8.2.2007 - B 7a AL 22/06 R - BSGE 98, 108 = SozR 4-4100 § 324 Nr. 3;… stRspr des BSG: vgl BSG vom 27.7.2004 - B 7 SF 1/03 R - SozR 4-1200 § 14 Nr. 5 mit Anm Münder, SGb 2005, 239; BSG vom 10.12.2003 - B 9 VJ 2/02 R - BSGE 92, 34 = SozR 4-3100 § 60 Nr. 1;… BSG vom 14.11.2002 - B 13 RJ 39/01 R - SozR 3-2600 § 115 Nr. 9 mit Anm Köhler, SGb 2003, 407; BSG vom 22.10.1998 - B 5 RJ 56/97 R - SGb 1999, 26) .
Außerdem ist erforderlich, dass durch Vornahme einer zulässigen Amtshandlung der Zustand hergestellt werden kann, der bestehen würde, wenn die Behörde ihre Verpflichtungen gegenüber dem Berechtigten nicht verletzt hätte (…stRspr vgl etwa BSGE 41, 126, 127 f = SozR 7610 § 242 Nr. 5 S 3 f;… BSGE 49, 30, 33 = SozR 4220 § 6 Nr. 3 S 5 f;… BSGE 57, 288, 290 = SozR 1200 § 14 Nr. 18 S 42 f;… BSGE 58, 283, 284 f = SozR 1200 § 14 Nr. 20 S 50 f;… BSG SozR 3-1200 § 14 Nr. 16 S 49 ff;… BSG SozR 3-1200 § 14 Nr. 22 S 74;… BSGE 79, 168, 171 ff = SozR 3-2600 § 115 Nr. 1 S 5 ff; BSGE 92, 34 = SozR 4-3100 § 60 Nr. 1, jeweils RdNr 24;… BSGE 92, 182 = SozR 4-6940 Art. 3 Nr. 1, jeweils RdNr 25;… BSGE 92, 267 = SozR 4-4300 § 137 Nr. 1, jeweils RdNr 30 f).
Der erkennende Senat hat bereits entschieden, dass die Regelung des § 60 BVG die Begründung eines früheren Leistungsbeginns im Wege des sozialrechtlichen Herstellungsanspruchs nicht ausschließt, insbesondere wenn feststeht, dass eine Behörde pflichtwidrig eine gebotene Beratung über bestehende Antragsmöglichkeiten unterlassen hat (…vgl BSG SozR 3-3100 § 60 Nr. 3 S 6; BSGE 92, 34 = SozR 4-3100 § 60 Nr. 1, jeweils RdNr 24; BSG, Urteil vom 16.12.2004 - B 9 VJ 2/03 R -, juris RdNr 25;… BSG SozR 4-3800 § 1 Nr. 9 RdNr 32 ff;… zur Antragsfiktion im Wege des sozialrechtlichen Herstellungsanspruchs auch BSGE 58, 283, 284 = SozR 1200 § 14 Nr. 20 S 50;… BSG SozR 3-5868 § 85 Nr. 8 S 45 f;… BSGE 92, 182 = SozR 4-6940 Art. 3 Nr. 1, jeweils RdNr 33;… BSG SozR 4-2600 § 4 Nr. 2 RdNr 14 ff;… BSGE 96, 44 = SozR 4-1300 § 27 Nr. 2, jeweils RdNr 19 ff;… BSG SozR 4-4100 § 106 Nr. 1 RdNr 14).
Aber auch unabhängig davon ist der Leistungsträger gehalten, bei Vorliegen eines konkreten Anlasses auf klar zu Tage tretende Gestaltungsmöglichkeiten hinzuweisen, die sich offensichtlich als zweckmäßig aufdrängen und von jedem verständigen Berechtigten mutmaßlich genutzt werden (…sog Spontanberatung, vgl hierzu etwa BSG SozR 3-1200 § 14 Nr. 16 S 49 f;… BSG SozR 3-1200 § 14 Nr. 22 S 74;… BSGE 91, 1 = SozR 4-2600 § 115 Nr. 1, jeweils RdNr 37; BSGE 92, 34 = SozR 4-3100 § 60 Nr. 1, jeweils RdNr 29;… BSG SozR 4-1200 § 14 Nr. 5 RdNr 9).
LSG Sachsen-Anhalt, 19.12.2007 - L 5 VI 5/02
Beginn einer Grundrente einer durch Anti-D-Immunprophylaxe im Beitrittsgebiet in …
Wie durch das Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) vom 10. Dezember 2003 - B 9 VJ 2/02 R - (SozR 4-3100 § 60 Nr. 1) geklärt worden ist, kann auch § 51 BSeuchG nicht unmittelbar angewendet werden.
Wie das Bundessozialgericht in dem Urteil vom 10. Dezember 2003 (a.a.O. Rdnrn. 17 ff.) überzeugend ausgeführt hat, konnten die Voraussetzungen einer Beschädigtenversorgung in Fällen der vorliegenden Art erst ab dem 1. Januar 1991 erfüllt werden, da das BVG vor diesem Zeitpunkt im Beitrittsgebiet keine Anwendung fand.
Im Anschluss an das Urteil des BSG vom 10. Dezember 2003 (a.a.O. Rdnrn. 24 ff.), das einen ähnlichen Neufall betraf, in dem das beklagte Land Mecklenburg-Vorpommern der durch eine Anti-D-Immunprophylaxe Geschädigten ebenfalls erst ab Antragstellung Versorgung gewährt hatte, sieht der Senat die Rechtsgrundlage für den Beginn der der Klägerin zustehenden Grundrente am 1. Januar 1995 in dem sozialrechtlichen Herstellungsanspruch.
Nach dem Urteil des BSG vom 10. Dezember 2003 (a.a.O. Rdnr. 26) gebieten jedoch die Besonderheiten der vorliegenden Fallgestaltung aus Gründen des sozialen Schutzes der Betroffenen ausnahmsweise eine andere Beurteilung.
Der nach dem Urteil des BSG vom 10. Dezember 2003 (a.a.O. Rdnr. 26) für die Verpflichtung des Beklagten zu einer Spontanberatung maßgebliche Gesichtspunkt trifft daher ebenso auf diese Verwaltungspraxis zu.
Nach dem Urteil des BSG vom 10. Dezember 2003 (a.a.O. Rdnr. 27 f.), dem sich der Senat auch insoweit anschließt, hatte der Beklagte gegenüber den in den Listen der ehemaligen Kreishygiene-Inspektionen erfassten Frauen eine "gesteigerte Informationspflicht", die eine Verpflichtung zur Ermittlung der Namen und Anschriften dieser Frauen zum Zwecke ihrer Benachrichtigung einschloss.
Das Bundessozialgericht hat in seinem Urteil vom 10. Dezember 2003 (a.a.O. Rdnr. 28) darauf hingewiesen, dass das Land Sachsen bereits im November 1993 sein Programm zur Wiedererfassung und Nachuntersuchung der mit den kontaminierten Chargen behandelten Frauen vorgestellt hat.
Der Beklagte muss sich die Kenntnis der seine Pflicht begründenden Tatsachen zurechnen lassen, wobei es nach dem Urteil des BSG vom 10. Dezember 2003 (a. a. O. Rdnr. 29) nicht darauf ankommt, ob das Landeshygieneinstitut in das Verfahren der Versorgungsverwaltung zur Ermittlung der Anti-D-Prophylaxe-Schäden eingegliedert war.
Das Bundessozialgericht hat diese Frage bereits in seinem Urteil vom 10. Dezember 2003 - B 9 VJ 2/02 R - bejaht.
Auf der Rechtsfolgenseite muss durch die Vornahme einer Amtshandlung des Trägers ein Zustand hergestellt werden können, der bestehen würde, wenn die Pflichtverletzung nicht erfolgt wäre (vgl dazu Senat…, Urteil vom 7. Dezember 2004, BSGE 94, 26, 34 = SozR 4-2500 § 51 Nr. 1 RdNr 20 mwN; BSG SozR 4-3100 § 60 Nr. 1 RdNr 24 mwN;… BSG SozR 4-1200 § 14 Nr. 5 RdNr 8 mwN;… BSGE 92, 267, 279 = SozR 4-4300 § 137 Nr. 1 RdNr 31;… BSGE 87, 280, 283 = SozR 3-1200 § 14 Nr. 31;… BSG SozR 3-4100 § 249e Nr. 4 S 34, 37 f, jeweils mwN).
BSG, 11.12.2008 - B 9/9a VG 1/07 R
Gewaltopferentschädigung - Beschädigtenversorgung - Beschädigtengrundrente - …
LSG Berlin-Brandenburg, 28.05.2009 - L 27 R 1569/05
Rückwirkende Rentengewährung bei sozialrechtlichem Wiederherstellungsanspruch
LSG Berlin-Brandenburg, 03.03.2011 - L 11 VH 88/09
Soziales Entschädigungsrecht - Feststellung einer Schädigungsfolge - …
OVG Nordrhein-Westfalen, 17.01.2011 - 12 E 970/10
Änderung eines für die Leistung der Ausbildungsförderung maßgeblichen Umstands …
OVG Nordrhein-Westfalen, 20.09.2010 - 12 E 637/10
Verletzung der Beratungspflicht als Voraussetzung für den Anspruch auf Leistung …

References: § 60
 § 27
 § 60
 § 60
 § 60
 § 14
 § 249
 § 85
 § 60
 § 14
 § 60
 § 115
 § 14
 § 110
 § 14
 § 14
 § 14
 § 60
 § 115
 § 14
 § 110
 § 14
 § 14
 § 324
 § 14
 § 60
 § 115
 § 14
 § 60
 § 115
 § 14
 § 110
 § 14
 § 14
 § 421
 § 14
 § 86
 § 14
 § 60
 § 1
 § 6
 § 60
 § 44
 § 51
 § 60
 § 14
 § 137
 § 14
 § 249
 § 14
 § 60
 § 110
 § 14
 § 14
 § 37
 § 324
 § 14
 § 60
 § 115
 § 242
 § 6
 § 14
 § 14
 § 14
 § 14
 § 115
 § 60
 Art. 3
 § 137
 § 60
 § 60
 § 60
 § 1
 § 14
 § 85
 Art. 3
 § 4
 § 27
 § 106
 § 14
 § 14
 § 115
 § 60
 § 14
 § 60
 § 51
 § 51
 § 60
 § 14
 § 137
 § 14
 § 249