Source: http://www.rechtspflegerforum.de/showthread.php?2560-Welcher-G%C3%BCterstand-ist-ma%C3%9Fgebend-gem%C3%A4%C3%9F-Art-15-220-EGBGB/page2&s=da82abd4bf1f70305e7c89d12469c22e
Timestamp: 2017-07-25 14:27:38+00:00

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Beiträge 1.481	Da wir hier leider weder den Ferid/Firsching, noch den Bergman/Ferid/Henrich haben wäre ich für ein wenig Nachhilfe hinsichtlich des Ukrainischen Erbrechts/Güterrechts dankbar.
Beiträge 1.481	Vielen Dank juris für die ausführliche Antwort. Ich hatte heute nur die Kinder der Erblasserin bei mir, die allerdings kaum Deutsch verstanden und sprachen. Ich habe nur mit Mühe die bisherigen Informationen bekommen können und gebeten mit dem Vater, allen vorliegenden Urkunden und einer Person die als Dolmetscher auftreten kann, nochmals zu kommen um den Sachverhalt zu klären. Ich hoffe dann bekomme ich auch etwas mehr an Informationen.
Beiträge 884	Zitat von juris2112
Am 14.08.1966 haben marokkanische Staatsangehörige in Casablanca geheiratet. Jahre später sind sie nach Deutschland verzogen und haben inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit. Ehemann ist nun verstorben. Es gilt das deutsche Erbstatut, aber der marokkanische Güterstand = Gütertrennung. Meine Frage:
Apropos: Keinen Palandt?
Erblasserin ist deutsche Staatsangehörige (und immer gewesen) und in Kanada verstorben. Ehemann ist kanadischer Staatsangehöriger (und immer gewesen). Die beiden haben 1970 in Deutschland geheiratet, 1971 ist in Deutschland das einzige Kind geboren und kurz danach ist die Familie nach Kanada verzogen. Eine Rechtswahl wurde natürlich nicht getroffen. Beantragt wird Erbschein 1/2 + 1/2, m.E. unzutreffenderweise. Für Eure Meinungen wäre ich dankbar.
Beiträge 6.529	Kanada verweist bzgl. beweglicher Sachen auf das Recht des letzten Domizils des Erblassers und bzgl. unbeweglicher Sachen auf das Belegenheitsrecht.
Es können sowohl Art.220 Abs.3 S.1 Nr.2 EGBGB als auch Nr.3 der genannten Norm anwendbar sein. Sind die Ehegatten ohne einen entsprechenden rechtsgeschäftlichen Willensakt bei der Eheschließung von der Anwendung deutschen Rechts ausgegangen (Nr.2), so galt in ihrer Ehe der Güterstand der Zugewinngemeinschaft, und zwar sowohl nach Art.220 Abs.3 S.2 EGBGB, Art.15 Abs.1 EGBGB und Art.14 Abs.1 Nr.2 EGBGB -gemeinsamer Aufenthalt im Zeitpunkt der Eheschließung- als auch -vorrangig- nach Art.15 Abs.2 Nr.1 EGBGB, weil die fingierte Rechtswahl i.S. des § 220 Abs.3 S.1 Nr.2 EGBGB auch für die Zeit nach dem 8.4.1983 wirksam bleibt und nicht der Form des Art. 15 Abs.3 EGBGB i.V.m. Art.14 Abs.34 EGBGB bedarf (Palandt/Heldrich Art.15 EGBGB RdNr.11 m.w.N.), allerdings nur dann, wenn sich die Vorstellungen der Ehegatten vom anzuwendenden Recht bis zum 9.4.1983 (etwa infolge des Umzugs nach Kanada) nicht geändert haben (Palandt/Heldrich Art.15 EGBGB RdNr.9 a.E. m.w.N.). Sind die Ehegatten daher bei der Eheschließung von der Anwendung kanadischen Rechts ausgegangen, oder sind sie infolge ihres vor dem 9.4.1983 erfolgten Umzugs nach Kanada noch vor dem 9.4.1983 davon ausgegangen, dass für ihre ehelichen Verhältnisse nunmehr kanadisches Recht anwendbar ist, so kommt es nach Art.220 Abs.3 S.2 EGBGB i.V.m. Art.15 Abs.2 N.1 EGBGB zur Anwendung kanadischen Güterrechts.
@ TL:Nein, sorry, Erblasserin war deutsche Staatsangehörige. @ juris: Ja, ich hatte auch schon befürchtet, dass noch zu ermitteln ist. Erbschein wurde auch nicht vom Ehemann beantragt und der Konsularbeamte hat keinerlei Ausführungen zum Güterstand für nötig gehalten.
Beiträge 6.529	Zitat von juris2112
Macht doch nix! Ich freu´ mich immer über jede Antwort von Dir Zitieren

References: Art.220
 Art.220
 Art.15
 Art.14
 Art.15
 § 220
 Art. 15
 Art.14
 Art.15
 Art.15
 Art.220
 Art.15