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Timestamp: 2018-02-18 20:10:35+00:00

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BAG, Urteil vom 09.09.2010, 2 AZR 493/09 - HENSCHE Arbeitsrecht
BAG, Ur­teil vom 09.09.2010, 2 AZR 493/09
Aktenzeichen: 2 AZR 493/09
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Magdeburg, Urteil vom 18.09.2008, 6 Ca 1110/08
6 Sa 429/08
verhält­nis der Par­tei­en mit Schrei­ben vom 11. April 2008 zum 31. De­zem­ber 2008.
§ 61 Abs. 3 Satz 3 LPers­VG ver­wei­gert. Die Un­ter­rich­tung des Per­so­nal­rats war nicht feh­ler­haft. Die Be­klag­te hat zwar ei­ne un­zu­tref­fen­de Kündi­gungs­frist an­ge­ge­ben: 7 Mo­na­te zum Schluss ei­nes Ka­len­der­mo­nats, § 622 Abs. 2 BGB statt 6 Mo­na­te zum En­de des Ka­len­der­vier­tel­jah­res, § 34 Abs. 1 TVöD. Wie das Lan­des­ar­beits­ge­richt aber fest­ge­stellt hat, be­ruh­te dies auf ei­nem Irr­tum der Be­klag­ten, der nach den Grundsätzen der sub­jek­ti­ven De­ter­mi­na­ti­on nicht zur Feh­ler­haf­tig­keit der Un­ter­rich­tung führt. Aus dem Anhörungs­schrei­ben er­gab sich im Übri­gen die An­wend­bar­keit des TVöD, so­dass der Per­so­nal­rat die zu­tref­fen­de Kündi­gungs­frist leicht er­ken­nen konn­te.
II. Die nach § 85 SGB IX not­wen­di­ge Zu­stim­mung des In­te­gra­ti­ons­amts
III. Die Kündi­gung ist nicht nach § 33 Abs. 2 TVöD un­wirk­sam. Die
Re­ge­lung des § 33 Abs. 2 Satz 6 TVöD ord­net das Ru­hen des Ar­beits­verhält­nis­ses an, wenn der Ar­beit­neh­mer be­fris­tet voll er­werbs­ge­min­dert ist. Da­mit ist kein be­son­de­rer Kündi­gungs­schutz ver­bun­den.
1. Auch ru­hen­de Ar­beits­verhält­nis­se können, bei Vor­lie­gen der all
ge­mei­nen ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen, gekündigt wer­den. Das gilt ins­be­son­de­re für be­triebs­be­ding­te Kündi­gun­gen. Der Ar­beit­neh­mer im ru­hen­den Ar­beits­verhält­nis kann - oh­ne be­son­de­re ge­setz­li­che oder ta­rif­ver­trag­li­che An­ord­nung - nicht al­lein um des Ru­hens sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses wil­len bes­ser geschützt sein als der „ak­ti­ve“ Ar­beit­neh­mer.
2. Zu der mit § 33 Abs. 2 Satz 6 TVöD im We­sent­li­chen in­halts­glei­chen
Re­ge­lung des § 59 Abs. 1 BAT hat der Se­nat ent­schie­den, dass sie ei­ner per­so­nen­be­ding­ten Kündi­gung aus Krank­heits­gründen nicht ent­ge­gen­steht (vgl.
über das Ge­setz hin­aus­ge­hen­der Schutz ge­gen Kündi­gun­gen gewährt wird. Der Fall des Ru­hens nach § 33 Abs. 2 Satz 6 TVöD ist dort nicht erwähnt.
1. Als ei­ne die Ge­rich­te grundsätz­lich bin­den­de un­ter­neh­me­ri­sche Or­ga­ni 17
sa­ti­ons­ent­schei­dung, die zum Weg­fall von Ar­beitsplätzen führen und ein drin­gen­des be­trieb­li­ches Er­for­der­nis für ei­ne Kündi­gung dar­stel­len kann, ist die Ver­ga­be von bis­her im Be­trieb durch­geführ­ten Ar­bei­ten an ein an­de­res Un­ter­neh­men an­er­kannt (Se­nat 7. De­zem­ber 2006 - 2 AZR 748/05 - Rn. 38, AP KSchG 1969 § 1 So­zia­le Aus­wahl Nr. 88 = EzA KSchG § 1 So­zia­le Aus­wahl Nr. 74; 16. De­zem­ber 2004 - 2 AZR 66/04 - AP KSchG 1969 § 1 Be­triebs­be­ding­te Kündi­gung Nr. 133 = EzA KSchG § 1 Be­triebs­be­ding­te Kündi­gung Nr. 136).
2. Die Be­klag­te hat die städti­schen Se­nio­ren­wohn­an­la­gen und Pfle­ge-
hei­me, bei de­nen die Kläge­rin beschäftigt war, zum 1. Ja­nu­ar 2008 an die von ihr ge­gründe­te ge­meinnützi­ge GmbH über­tra­gen. Da­mit war bei Zu­gang der Kündi­gung am 16. April 2008 die bis­he­ri­ge Beschäfti­gungsmöglich­keit für die Kläge­rin be­reits seit meh­re­ren Mo­na­ten ent­fal­len.
26. Ju­ni 2008 - 2 AZR 1109/06 - AP KSchG 1969 § 1 Be­triebs­be­ding­te Kündi­gung Nr. 180).
wer­den, sei­nen Kündi­gungs­ent­schluss, zB weil das Ar­beits­verhält­nis ruht und ihn kaum „be­las­tet“, so lan­ge zu ver­schie­ben, bis das Ar­beits­verhält­nis nicht mehr ruht, der Kündi­gungs­grund aber - mögli­cher­wei­se - wie­der ent­fal­len ist (Se­nat 21. April 2005 - 2 AZR 241/04 - BA­GE 114, 258 für den Fall der So­zi­al­aus­wahl). Das dem Ar­beit­ge­ber ein­geräum­te Recht zum Aus­spruch der Kündi­gung bei Vor­lie­gen der in § 1 Abs. 2 KSchG nor­mier­ten Vor­aus­set­zun­gen lässt sich nicht da­durch bei­sei­te schie­ben, dass ihm, zB mit Blick auf das Ru­hen des Ar­beits­verhält­nis­ses, an­ge­son­nen wird, so­lan­ge zu war­ten, bis die Gründe even­tu­ell nicht mehr vor­lie­gen. Die Ein­be­zie­hung zukünf­ti­ger Ent­wick­lun­gen ist nur für die­je­ni­gen Umstände ge­recht­fer­tigt, die aus dem Blick­win­kel des Zeit­punkts der Kündi­gung für den Ar­beit­ge­ber er­kenn­bar sind, nicht aber für sol­che, de­ren späte­rer Ein­tritt un­ge­wiss ist. An­dern­falls wäre dem Ar­beit­ge­ber die Möglich­keit ge­nom­men, ei­ne ra­tio­na­le Kündi­gungs­ent­schei­dung zu tref­fen.
Frist er­neut verlängert wird oder ei­ne Er­werbsfähig­keit bei der Kläge­rin gar nicht mehr ein­tritt.
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References: § 61
 § 622
 § 34
 § 85
 § 33
 § 33
 § 33
 § 59
 § 33
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1