Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_01_07_2010_1_StR_259_10_Verwerfung_einer_Revision-d4041894.html
Timestamp: 2017-01-19 02:52:30+00:00

Document:
BGH, 01.07.2010 - 1 StR 259/10 - Verwerfung einer Revision | Urteile auf anwalt24.de
BGH, 30.07.2010 - IX ZB 158/10 - Tätigkeit des Insolvenzgericht funktional als V...…BGH, 01.07.2010 - 1 StR 259/10 - Verwerfung einer RevisionBGH, 01.07.2010 - IX ZR 110/09 - Zurückweisung einer Beschwerde gegen die Nichtz...BGH, 01.07.2010 - IX ZR 10/07 - Zulassung der Revision wegen Abweichung des Beru...BGH, 01.07.2010 - V ZR 34/10 - Zulassung der Berufung in einem Verfahren über di...BGH, 01.07.2010 - I ZA 14/10 - Antrag auf Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe ...BGH, 01.07.2010 - IX ZB 84/09 - Recht eines Treuhänders auf Information der Inso...BGH, 01.07.2010 - I ZR 61/09 - Zu Eigen machen einer mittlerweile "gerichtbekann...BGH, 01.07.2010 - IX ZR 58/09 - Widerlegliche Vermutung des Gläubigerbenachteili...BGH, 01.07.2010 - IX ZR 198/09 - Voraussetzungen für die Entstehung einer anwalt...BGH, 01.07.2010 - V ZB 94/10 - Verlesung und Genehmigung einer Feststellung eine...BGH, 01.07.2010 - V ZR 134/09 - Berichtigung eines Beschlusses aufgrund einer ve...BGH, 01.07.2010 - IX ZB 148/09 - Ausschluss der Erteilung einer Restschuldbefrei...BGH, 01.07.2010 - IX ZR 10/09 - Zulassung der Revision wegen der Annahme einer B...BGH, 01.07.2010 - I ZB 35/09 - Entbehrung jeglicher Unterscheidungskraft i.S.v. ...BGH, 01.07.2010 - IX ZR 70/08 - Anfechtung wegen vorsätzlicher Benachteiligung d...BGH, 01.07.2010 - IX ZR 118/09 - Berufung eines durch öffentliche Versorgungslei...BGH, 01.07.2010 - I ZR 19/08 - Annahme eines Funktionsarzneimittels bei Eintritt...BGH, 01.07.2010 - V ZR 12/10 - Billigung einer genehmigungswidrigen Grundstücksn...BGH, 01.07.2010 - I ZR 176/08 - Qualifiziertes Verschulden eines Speditionsunter...BGH, 01.07.2010 - I ZB 68/09 - Eintragungsausschluss einer Marke bei fehlender U...BGH, 01.07.2010 - I ZR 161/09 - Verbot als Information getarnter Werbung und inh...
BGH, 01.07.2010 - 1 StR 259/10 - Verwerfung einer Revision
BundesgerichtshofBeschl. v. 01.07.2010, Az.: 1 StR 259/10Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 01.07.2010Referenz: JurionRS 2010, 19753Aktenzeichen: 1 StR 259/10 Verfahrensgang:vorgehend:LG Karlsruhe - 21.01.2010Rechtsgrundlage:§ 349 Abs. 2 StPOFundstelle:NStZ-RR 2010, 316-317Verfahrensgegenstand:Bandenmäßiges unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge u.a. Redaktioneller Leitsatz:1.Bei einer zulässigen Aufklärungsrüge muss grundsätzlich sowohl das zu erwartende Beweisergebnis konkret bezeichnet als auch bestimmt behauptet werden.2.Das Aufzeigen der bloßen - nach dem Revisionsvortrag sogar lediglich nicht gänzlich ausschließbaren - Möglichkeit, es könnten sich irgendwelche Indizien ergeben, reicht nicht aus.Der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 1. Juli 2010 beschlossen: Tenor:Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Karlsruhe vom 21. Januar 2010 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO). Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen. Ergänzend bemerkt der Senat: 1.Der auf die verzögerte Bearbeitung des Antrags auf Einsicht in das Hauptverhandlungsprotokoll ebenso wie auf gesundheitliche Probleme des Verteidigers gestützte Antrag vom 11. Mai 2010 auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Frist zur Begründung der Revision geht ins Leere; der Verteidiger hat mit am 15. April 2010 beim Landgericht eingegangenem Schriftsatz die Revision gegen das ihm am 16. März 2010 zugestellte Urteil (auch) mit der Sachrüge und damit form- und fristgerecht begründet. 2.Zugleich ist in dem Antrag vom 11. Mai 2010 eine Aufklärungsrüge erhoben. Das Vorbringen entspricht jedoch nicht den Anforderungen von § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO: a)Die Verteidigung hatte in der Hauptverhandlung einen Beweisantrag auf Vernehmung eines Zeugen gestellt, der bekunden sollte, dass zwischen dem Angeklagten und einem anderen Angeklagten keine "strafbaren Beziehungen" bestanden. Die Strafkammer hatte diesen Antrag abgelehnt, weil aus näher dargelegten Gründen nur ein Beweisermittlungsantrag vorliege und die Aufklärungspflicht aus ebenfalls näher dargelegten Gründen die Vernehmung des Zeugen nicht gebiete. Die auf die unterbliebene Vernehmung dieses Zeugen gestützte Aufklärungsrüge ist im Wesentlichen wie folgt begründet: Im Hinblick auf den nicht mitgeteilten und auch den Urteilsgründen nicht detailliert zu entnehmenden Inhalt von "Telefongesprächen" - insoweit werden von der Revision nicht einmal die jeweiligen Gesprächspartner der nur durch die Angabe von Aktenseiten und anderer formaler Kriterien gekennzeichneten Gespräche genannt - "Textmeldungen und Vermerken" sei "möglicherweise nicht gänzlich ausschließbar", dass der Zeuge -von der Revision nicht konkret benannte -"Ausführungen machen oder Indizien benennen" könne, die Schlüsse auf das Fehlen der strafbaren Beziehungen ermöglichten. b)Damit ist das zu erwartende Beweisergebnis weder konkret bezeichnet (vgl. demgegenüber BGH bei Sander/Cirener NStZ-RR 2008, 4; Kuckein in KK 6. Aufl. § 344 Rdn. 51 jew. m.w.N.), noch bestimmt behauptet (vgl. demgegenüber BGH NStZ 2004, 112 [BGH 16.01.2003 - 4 StR 264/02]; Bachler in Graf StPO § 244 Rdn. 115 m.w.N.). Das Aufzeigen der bloßen - hier sogar nach eigenem Vortrag lediglich nicht gänzlich ausschließbaren - Möglichkeit, es könnten sich irgendwelche Indizien hinsichtlich der genannten ohnehin sehr abstrakt formulierten und weit gefassten Behauptung ergeben, reicht nicht aus. Schließlich erscheint die Annahme, ein Zeuge könne in umfassender Weise Angaben zu den Beziehungen zwischen zwei anderen Personen machen ("keine strafbaren Beziehungen"), sehr fern liegend; daher wäre besonders eingehend darzulegen gewesen, welche Umstände zur Aufklärung drängten (vgl. BGH NStZ 2007, 165). Der bloße Hinweis auf Urkunden, deren konkreten Inhalt der Senat auf Grund der Revisionsrechtfertigung nicht erkennen kann, wird dem nicht gerecht (vgl. zusammenfassend Kuckein aaO Rdn. 39 m.w.N.). Auch die wegen der zugleich erhobenen Sachrüge ergänzend heranzuziehenden Urteilsgründe (vgl. BGH bei Sander/Cirener aaO, 3 m.w.N.) ergeben keine Anhaltspunkte für das behauptete (bzw. für möglich gehaltene) Wissen des Zeugen. c)Ist aber eine Verfahrensrüge auch dann, wenn sie rechtzeitig angebracht worden wäre, inhaltlich nicht zulässig erhoben, so kann offen bleiben, ob ein für sich genommen ins Leere gehender Wiedereinsetzungsantrag gegen die Versäumung der Revisionsbegründungsfrist in einen Antrag auf Wiedereinsetzung gegen die Versäumung der Frist zur Anbringung dieser Verfahrensrüge umgedeutet werden kann und ob die Gründe der Fristversäumung für sich genommen eine Wiedereinsetzung rechtfertigen könnten (in vergleichbarem Sinne BGH StV 2007, 514; BGH, Beschl. vom 27. Juli 2006 - 1 StR 147/06 <Rdn. 10>). Nack Wahl Elf RiBGH Dr. Graf befindet sich in Urlaub und ist deshalb an der Unterschrift gehindert. Nack Sander Hinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.

References: § 344
 BGH 
 § 344
 BGH 
 § 244
 BGH 
 BGH 
 BGH