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Timestamp: 2019-03-19 22:01:05+00:00

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BAG, 03.06.2004 - 2 AZR 427/03 - dejure.org
Aufhebung eines Arbeitsvertrages; Anfechtung einer Aufhebungsvereinbarung wegen Drohung; Androhung einer Kündigung; Widerrechtlichkeit der Kündigungsandrohung; Voraussetzungen für den Widerruf eines Aufhebungsvertrages; Begriff des Arbeitsplatzes
(1) Ist die Beendigungsvereinbarung ein selbstständiges Rechtsgeschäft, bei dem die Hauptleistung die Beendigung des Arbeitsverhältnisses bzw. der Verzicht auf zukünftige Ansprüche ist, kann die Beendigung als solche keiner vertraglichen Inhaltskontrolle und einer entsprechenden Angemessenheitsprüfung unterzogen werden (BAG 3. Juni 2004 - 2 AZR 427/03 - zu B IV 3 der Gründe; 27. November 2003 - 2 AZR 135/03 - zu B IV 3 der Gründe, BAGE 109, 22) .
Mit der inzwischen einhelligen Ansicht in der Rechtsprechung und der weit überwiegenden Meinung der Literatur ist auch die erkennende Kammer der Auffassung, dass es der Gesetzessystematik widerspricht, § 312 BGB auf arbeitsrechtliche Beendigungsvereinbarungen anzuwenden (ebenso BAG vom 18. August 2005, NZA 2006, 145; BAG vom 03. Juni 2004 - 2 AZR 427/03 -, zit. nach Juris; BAG vom 22. April 2004, AP Nr. 27 zu § 620 BGB Aufhebungsvertrag; BAG vom 27. Oktober 2003, NZA 2004, 597; Hess. LAG vom 06. November 2003 - 14 Sa 438/03 -, zit. nach Juris; Hess. LAG vom 03. Juli 2003 - 14 Sa 1863/02 -, zit. nach Juris; LAG Hamm vom 09. Oktober 2003, NZA - RR 2004, 242; LAG Rheinland-Pfalz vom 12. Juli 2006 - 9 Sa 324/06 -, zit. nach Juris; LAG Berlin vom 05. April 2004 - 18 Sa 2204/03 -, zit. nach Juris;… ErfK/Müller-Glöge, 8. Aufl. 2008, § 620 BGB Rz. 14;… Küttner, Personalhandbuch, 14. Aufl. 2007, Aufhebungsvertrag A. 1., Rz. 18; a. A. Schleusener, NZA 2002, 949; Hümmerich/Holthausen, NZA 2002, 173).
Dem Gesetz lassen sich keine Anhaltspunkte dafür entnehmen, dass der deutsche Gesetzgeber bei der Umsetzung der Richtlinie über deren Anwendungsbereich hinaus auch die arbeitsrechtlichen Beendigungsvereinbarungen einem Widerrufsrecht zugänglich machen wollte (BAG vom 03. Juni 2004, a. a. O.;… BAG vom 27. Oktober 2003, a. a. O.).
Insoweit verweist die erkennende Kammer auf die Ausführungen des BAG in seinem Urteil vom 03. Juni 2004, a. a. O., Rz. 42 ff.
Dieses mögliche Informationsdefizit, das bei jedem Geschäft bestehen kann, ist aber nicht von § 312 BGB gemeint (BAG vom 03. Juni 2004, a. a. O., Rz. 50 ff und BAG vom 27. November 2003, a. a. O., Rz. 52 f).
Abreden über den unmittelbaren Gegenstand der Hauptleistung unterliegen aus Gründen der Vertragsfreiheit regelmäßig ebenso wenig wie Vereinbarungen über das von einem anderen Teil zu erbringende Entgelt einer Inhaltskontrolle (BAG vom 03. Juni 2004, a. a. O.; BGH vom 12. Dezember 2000, BGHZ 146, 138; BGH vom 09. Mai 2001 BGHZ 147, 354; Bauer NZA 2002, 169; Lingemann NZA 2002, 181, 185).
Denn nach § 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB finden die §§ 306, 307 bis 309 BGB auch dann Anwendung, wenn der Unternehmer vorformulierte Vertragsbedingungen, die nur zur einmaligen Verwendung bestimmt sind, benutzt, soweit der Verbraucher auf Grund der Vorformulierung auf ihren Inhalt keinen Einfluss nehmen kann (BAG, Urteil vom 27.11.2003, 2 AZR 135/03, AP Nr. 1 zu § 312 BGB, Urteil vom 03.06.2004, 2 AZR 427/03, n.v.).
(5) - "Juris"-Rn. 35); 3.6.2004 - 2 AZR 427/03 - n.v. (Volltext: "Juris") [B.II.2 b, cc.
Die Hauptleistungspflichten, die essentialia negotii, unterliegen keiner Angemessenheitsüberprüfung (vgl. BAG Urt. v. 03.06.2004 - 2 AZR 427/03).
Eine solche kontrollfreie Vereinbarung über Hauptpflichten ist mit einem selbstständigen Rechtsgeschäft anzunehmen, das allein die essentialia negotii des Vertrags betrifft (vgl. BAG, Urteil vom 03.06.2004 - 2 AZR 47/03 - BeckRS 2004, 30342461).

References: § 312
 § 620
 § 620
 § 312
 BGH 
 BGH 
 § 310
 § 312