Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F14-03-2013-2C_889-2012
Timestamp: 2016-10-25 06:58:00+00:00

Document:
2C_889/2012 (14.03.2013)
2C_889/2012
Urteil vom 14. M�rz 2013
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 24. Juli 2012.
A.________ (geboren 1987) stammt aus dem Kosovo. Er kam im Jahr 1988 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz, erhielt zuerst eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seinen Eltern und am 22. August 1996 eine Niederlassungsbewilligung.
Mit Strafverf�gung vom 4. Oktober 2007 wurde A.________ vom Amtsstatthalteramt Hochdorf wegen �berschreitens der allgemeinen H�chstgeschwindigkeit ausserorts und auf Autostrassen um 47 Km/h mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagess�tzen � Fr. 80.-- bei einer Probezeit von 2 Jahren und mit einer Busse von Fr. 800.-- bestraft.
In der Folge verwarnte das Migrationsamt des Kantons Aargau (MKA; heute: Amt f�r Migration und Integration [MIKA]) A.________ mit Schreiben vom 12. Dezember 2007 und machte ihn darauf aufmerksam, es werde bei einer weiteren Bestrafung infolge erneuter Delinquenz die Anordnung von weitergehenden ausl�nderrechtlichen Massnahmen pr�fen.
Am 7. Juli 2009 verurteilte das Amtsgericht Hochdorf A.________ wegen Missachtens des Vortritts gegen�ber Fussg�ngern auf dem Fussg�ngerstreifen, mehrfachen Fahrens eines Personenwagens in angetrunkenen Zustand, mehrfacher �berschreitung der allgemeinen und signalisierten H�chstgeschwindigkeit innerorts und ausserorts, Nichtbeherrschen des Fahrzeugs, Nichttragen der Sicherheitsgurten, Lenkens eines Personenwagens unter Drogeneinfluss, mehrfachen F�hrens eines Personenwagens trotz entzogenem F�hrerausweis, Entwendens eines Personenwagens zum Gebrauch sowie wegen mehrfachen Kaufs, Besitzes und Konsums von Bet�ubungsmitteln zu einer teilbedingten Gef�ngnisstrafe von 2 Jahren, wovon 18 Monate bei einer Probezeit von 3 Jahren aufgeschoben wurden, sowie einer Busse von Fr. 1'500.--. Gleichzeitig widerrief das Amtsgericht die am 4. Oktober 2007 bedingt ausgesprochene Geldstrafe.
Nach Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs widerrief das Migrationsamt am 3. August 2010 die Niederlassungsbewilligung von A.________ und wies ihn aus der Schweiz weg.
Vom 25. Oktober 2010 bis zum 24. April 2011 befand sich A.________ gem�ss dem Urteil vom 7. Juli 2009 f�r sechs Monate im Strafvollzug.
Eine Einsprache gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung beim Rechtsdienst des Migrationsamtes wies dieser mit Entscheid vom 25. Februar 2011 ab. Eine hiergegen erhobene Beschwerde beim Rekursgericht im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau blieb erfolglos (Urteil vom 24. Juli 2012).
Mit Eingabe vom 14. September 2012 beantragt A.________ dem Bundesgericht, das Urteil des Rekursgerichts vom 24. Juli 2012 aufzuheben; von einem Widerruf der Niederlassungsbewilligung sowie der Wegweisung sei abzusehen. Er sei stattdessen zu verwarnen.
1.1 Gegen den angefochtenen, kantonal letztinstanzlichen Endentscheid �ber den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdef�hrers ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zul�ssig (vgl. Art. 82 lit. a, Art. 83 lit. c Ziff. 2 [e contrario] und Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 sowie Art. 90 BGG), weil grunds�tzlich ein Anspruch auf das Fortbestehen dieser Bewilligung besteht (vgl. BGE 135 II 1 E. 1.2.1 S. 4; Urteil 2C_1026/2011 vom 23. Juli 2012 E. 1.1; 2C_595/2011 vom 24. Januar 2012 E. 1.1).
1.2 Nicht eingetreten werden kann hingegen auf den Antrag, es sei von der Wegweisung abzusehen. Gegen den kantonalen Wegweisungsentscheid ist die subsidi�re Verfassungsbeschwerde gegeben (Art. 83 lit. c Ziff. 4 und Art. 113 BGG), soweit die Verletzung besonderer verfassungsm�ssiger Rechte geltend gemacht wird (Art. 115 und 116 BGG; vgl. BGE 137 II 305 ff.). Der Beschwerdef�hrer erhebt keine substanziierten Verfassungsr�gen.
1.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Mit einer Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten k�nnen diese nur dann ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich sind (BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252; 133 III 393 E. 7.1 S. 398), oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen. Zudem ist vom Beschwerdef�hrer aufzuzeigen, dass die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
1.4 Die Beschwerdeschrift hat gem�ss Art. 42 Abs. 1 BGG die Begehren und deren Begr�ndung zu enthalten; im Rahmen der Begr�ndung ist in gedr�ngter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Dies setzt voraus, dass sich der Beschwerdef�hrer wenigstens kurz mit den Erw�gungen des angefochtenen Entscheides auseinandersetzt (BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f.).
2.1 Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn eine ausl�ndische Person zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, verurteilt worden ist, wobei mehrere unterj�hrige Strafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden d�rfen (Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG [SR 142.20]; BGE 135 II 377 E. 4.2 S. 381; 137 II 297 E. 2). Keine Rolle f�r die Anwendung dieser beiden Normen spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urteil 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Ein Widerruf ist auch m�glich, wenn der Ausl�nder in schwerwiegender Weise gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gef�hrdet hat (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Die Praxis geht hiervon aus, wenn er durch sein Handeln besonders hochwertige Rechtsg�ter verletzt oder in Gefahr gebracht hat, sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken l�sst und sich im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zeigt, dass er auch k�nftig weder gewillt noch f�hig erscheint, sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 297 E. 3 S. 302 ff.; Urteile 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2 und 2C_310/2011 vom 17. November 2011 E. 5). Die genannten Widerrufsgr�nde gelten auch, falls sich die ausl�ndische Person seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgem�ss im Land aufgehalten hat (Art. 63 Abs. 2 AuG; Urteil 2C_432/2011 vom 13. Oktober 2011 E. 2.1).
2.2 Wenn eine ausl�ndische Person durch ihr Verhalten einen Widerrufsgrund gesetzt hat, bleibt zu pr�fen, ob diese Massnahme verh�ltnism�ssig ist, d.h., ob die �ffentlichen Interessen am Widerruf der Bewilligung die privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz rechtfertigen (vgl. Art. 96 AuG; BGE 135 II 377 E. 4.3 u. 4.5 S. 381 f. u. 383). Die Notwendigkeit einer Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung ergibt sich auch aus Art. 8 Ziff. 2 EMRK: Danach ist ein Eingriff in das von Art. 8 Ziff. 1 EMRK gesch�tzte Privat- und Familienleben nur dann statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft f�r die nationale Sicherheit, die �ffentliche Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung oder zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig erscheint. Bei der Interessenabw�gung im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK sind die Schwere des begangenen Delikts, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausl�nders w�hrend dieser Periode, die Auswirkungen auf die prim�r betroffene Person sowie deren famili�re Situation zu ber�cksichtigen (vgl. auch Art. 96 AuG; BGE 135 II 377 E. 4.3 S. 381). Von Bedeutung sind auch die Nachteile, welche einem allf�lligen Ehepartner oder den Kindern erwachsen w�rden, m�ssten sie dem Betroffenen in dessen Heimatstaat folgen (Urteile 2C_1026/2011 vom 23. Juli 2012 E. 3; 2C_673/2011 vom 3. August 2012 E. 3.2; 2C_793/2008 vom 27. M�rz 2009, E. 2.1; 2A.65/2006 vom 23. Juni 2006 E. 2 mit Hinweis auf das Urteil des Europ�ischen Gerichtshofes f�r Menschenrechte Boultif gegen die Schweiz vom 2. August 2001 [Nr. 54273/00], N. 46 ff.; vgl. auch die Urteile des EGMR �ner gegen die Niederlande vom 18. Oktober 2006 [Nr. 46410/99], N. 57, sowie Maslov gegen �sterreich vom 23. Juni 2008 [Nr. 1638/03], N. 57 f.). Die Niederlassungsbewilligung eines Ausl�nders, der sich schon seit langer Zeit hier aufh�lt, soll nur mit Zur�ckhaltung widerrufen werden. Bei wiederholter bzw. schwerer Straff�lligkeit ist dies jedoch selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn der Ausl�nder hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. das Urteil 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.3 [Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines hier geborenen 43-j�hrigen T�rken]). Bei schweren Straftaten und bei R�ckfall bzw. wiederholter Delinquenz besteht regelm�ssig ein wesentliches �ffentliches Interesse, die Anwesenheit einer ausl�ndischen Person zu beenden, welche die �ffentliche Sicherheit und Ordnung entsprechend stark beeintr�chtigt (vgl. das Urteil 2C_903/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.1, nicht publ. in BGE 137 II 233; BGE 130 II 176 E. 4.4.2 S. 190; Urteil 2C_828/2011 vom 12. Oktober 2012 E. 2.2.1 [zur Publikation vorgesehen]).
3.1 Der Beschwerdef�hrer ist rechtskr�ftig zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, womit er einen Widerrufsgrund im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG (in Verbindung mit Art. 62 lit. b) und Art. 63 Abs. 2 gesetzt hat. Ob das Verhalten des Beschwerdef�hrers zugleich als schwerwiegender Verstoss gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist, bedarf keiner n�heren Betrachtung, weil dieser Widerrufsgrund in der vorliegenden Konstellation ohnehin nur subsidi�r zur Anwendung kommt, wenn es an den Voraussetzungen f�r einen Widerruf in Anwendung von Art. 62 lit. b (in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. a) AuG fehlt (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2 S. 381; Urteil 2C_1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.1).
3.2 Der Beschwerdef�hrer bestreitet nicht, dass ein Widerrufsgrund gem�ss Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b und Art. 63 Abs. 2 AuG vorliegt. Strittig bleibt hingegen die behauptete Verletzung des Verh�ltnism�ssigkeitsgrundsatzes bzw. die Abw�gung der auf dem Spiel stehenden privaten und �ffentlichen Interessen. Der Beschwerdef�hrer bringt vor, die besonderen Umst�nde seiner Delinquenz seien durch die Vorinstanz unzureichend ber�cksichtigt worden: Es handle sich um eine sehr kurze Zeitspanne, in welcher er als junger Erwachsener "im eigentlichen Sinne entgleist" sei; die Delikte seien innert einer sehr kurzen Zeitspanne ver�bt worden. Er habe abgesehen vom "dem Bagatellbereich zuzuordnenden Kauf, Besitz und Konsum von Bet�ubungsmitteln einzig Delikte im Strassenverkehr" ver�bt, und sich sowohl vorher als auch nachher einwandfrei verhalten.
3.3 Ausgangspunkt und Massstab f�r die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabw�gung im Rahmen eines Bewilligungsentzugs gest�tzt auf Art. 62 lit. b AuG (Verurteilung zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe) ist die vom Strafgericht verh�ngte Strafe (BGE 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Bei der Festsetzung des Strafmasses werden Schuld mildernde Umst�nde stets mitber�cksichtigt, weshalb grunds�tzlich auf die Beurteilung des Strafgerichts abzustellen ist (BGE 129 II 215, E. 3.1 S. 216). Im ausl�nderrechtlichen Verfahren besteht regelm�ssig kein Raum, die Beurteilung des Strafgerichts in Bezug auf das Verschulden zu relativieren (Urteile 2C_634/2011 vom 27. Juni 2012 E. 4.1; 2C_797/2011 vom 12. Juni 2012 E. 2.2; 2C_66/2009 vom 1. Mai 2009 E. 3.2 mit Hinweisen).
3.3.1 Trotz der am 28. August 2007 erfolgten Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen einer Geschwindigkeits�berschreitung ausserorts von 47 Stundenkilometern und trotz des Unfalls vom 5. Dezember 2007, bei welchem der Beschwerdef�hrer den Vortritt missachtete, einen Fussg�nger anfuhr und diesen erheblich verletzte, lenkte er nur wenige Tage sp�ter (am 8. Dezember 2007) in alkoholisiertem Zustand und bei nasser Fahrbahn inner- und ausserorts mit stark �berh�hter Geschwindigkeit von mehrmals 200 Km/h das Fahrzeug seines Vaters und verursachte (innerorts) einen schweren Selbstunfall, bei dem seine Beifahrerin und er verletzt wurden. Der Beschwerdef�hrer riskierte dabei das Leben von unbeteiligten Dritten, seiner Beifahrerin und auch sein eigenes Leben; in der Umgebung entstand erheblicher Sachschaden. Nur acht Tage nach diesem Vorfall lenkte der Beschwerdef�hrer trotz F�hrerausweisentzug wiederum ein Motorfahrzeug unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Am 23. Januar 2008 entwendete er einen Personenwagen zum Gebrauch und lenkte diesen, erneut ohne im Besitz der notwendigen Fahrberechtigung zu sein. Im Strafurteil wurde sein Verhalten als verwerflich umschrieben.
3.3.2 Die Vorinstanz ist aufgrund der mehrj�hrigen Freiheitsstrafe zurecht von einem erheblichen Verschulden des Beschwerdef�hrers ausgegangen. Sein Fehlverhalten wiegt auch im Rahmen der �berpr�fung des Bewilligungsentzugs schwer: Die massiven Geschwindigkeits�berschreitungen, darunter H�chstgeschwindigkeiten von 200 Km/h innerorts, stellen eine nicht hinzunehmende Gef�hrdung und R�cksichtslosigkeit gegen�ber unbeteiligten Dritten dar. Die �bertretungen innerorts erfolgten unmittelbar nachdem der Beschwerdef�hrer eine �ltere Person auf dem Fussg�ngerstreifen erfasst und erheblich verletzt hatte, sowie in der Probezeit wegen einer vorhergehenden Verurteilung wegen �berschrittener H�chstgeschwindigkeiten. Diese Vorkommnisse und das h�ngige Strafverfahren konnten den Beschwerdef�hrer nicht davon abhalten, weiterhin ohne Fahrerlaubnis und unter Alkohol- und Drogeneinfluss zu fahren. Wenn der Beschwerdef�hrer hiergegen einwendet, die Verletzung eines Fussg�ngers und seiner Beifahrerin h�tte aufgrund der zur�ckgezogenen Strafanzeigen von der Vorinstanz nicht ber�cksichtigt werden d�rfen, so gehen seine R�gen fehl: Die K�rperverletzungen sind auch ohne strafrechtliche Verurteilungen sachverhaltlich erstellt und durften von der Vorinstanz f�r ihre Erw�gungen mitber�cksichtigt werden. Mit Bezug auf die behauptete, lediglich abstrakte Gef�hrdung verkennt der Beschwerdef�hrer, dass durch die angef�hrten Delikte zwei Personen zu Schaden gekommen sind und die Praxis ein erhebliches Verschulden der ausl�ndischen Person auch aufgrund begangener abstrakter Gef�hrdungsdelikte im Strassenverkehrsbereich anerkennt (vgl. Urteile 2C_965/2011 vom 26. Juni 2012 E. 1.2 und 2; 2C_679/2011 vom 21. Februar 2012 E. 3.4.1; 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 3.3.1 [der Mitfahrer des dortigen Beschwerdef�hrers war beim Selbstunfall bei bis zu 200 Km/h zu Tode gekommen]).
Die am 12. Dezember 2007 vom kantonalen Migrationsamt ausgesprochene Verwarnung st�tzte sich allein auf die erste Verurteilung wegen �berschreitens der H�chstgeschwindigkeit aus dem Jahr 2007; die Ausl�nderbeh�rde hatte zu jenem Zeitpunkt keine Kenntnis von weiteren strafrechtlichen Vorkommnissen. Die Androhung m�glicher schwerwiegender ausl�nderrechtlicher Konsequenzen erhielt der Beschwerdef�hrer somit kurz nach dem Unfall mit dem Fussg�nger und dem schweren Selbstunfall vom 8. Dezember 2007; sie blieb jedoch v�llig wirkungslos: Der Beschwerdef�hrer fuhr kurze Zeit sp�ter wiederum ohne Fahrberechtigung und unter Alkohol- sowie Drogeneinfluss; er nahm dabei jederzeit eine hohe Gef�hrdung von Leib und Leben von Drittpersonen in Kauf. Weder die h�ngigen Strafuntersuchungen noch die migrationsrechtliche Verwarnung konnten ihn hiervon abhalten; er war offenbar nicht f�hig oder nicht willens, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten (vgl. BGE 137 II 297 E. 3.3 S. 303 f.; Urteile 2C_739/2011 vom 18. Oktober 2012 E. 3.2; 2C_673/2011 vom 3. August 2012 E. 3.1).
3.3.3 Der Beschwerdef�hrer wirft der Vorinstanz vor, diese habe zu wenig gew�rdigt, dass er sich seit den Vorf�llen ver�ndert habe und reifer geworden sei. Ein verkehrspsychologisches Gutachten, das diese Entwicklung bezeuge, sei von der Vorinstanz im Rahmen ihrer Interessenabw�gung nahezu unber�cksichtigt geblieben. Insgesamt liege ein "mangelndes R�ckfallpotenzial" vor und angesichts der "Einsichtigkeit des T�ters" sei auch eine "objektive Entschuldbarkeit" gegeben.
Etwa eineinhalb Jahre nach den Unf�llen hielt das zust�ndige Strafgericht fest, der Beschwerdef�hrer habe die Vorf�lle "besch�nigend" und "unkritisch" dargestellt. Er habe zudem weder mit den Opfern Kontakt aufgenommen, noch habe er sich nach ihnen erkundigt; auch um die Schadensregulierung habe er sich nicht gek�mmert. Im strafrechtlichen Urteil und einem dort beigezogenen Gutachten wird denn auch festgehalten, es bestehe keine Gew�hr daf�r, dass der Beschwerdef�hrer insk�nftig die Vorschriften als Motorfahrzeuglenker beachten und R�cksicht auf unbeteiligte Dritte nehmen werde. Er verf�ge �ber eine mangelnde Impulskontrolle. Im vom Beschwerdef�hrer herangezogenen Gutachten wurden Verbesserungen festgestellt; gleichwohl wurden nach wie vor Gefahrenmomente festgehalten. Die Rechtsmittelabteilung des Migrationsamts ging gest�tzt auf diese Einsch�tzung davon aus, der Beschwerdef�hrer stelle weiterhin eine Gef�hrdung der �ffentlichkeit dar. Wenn die Vorinstanz demnach das eingereichte verkehrspsychologische Gutachten nicht stark gewichtet hat, sondern vielmehr davon ausgegangen ist, der Beschwerdef�hrer habe sich auch im Nachhinein gesamthaft nicht ad�quat mit seinem Verhalten auseinandergesetzt bzw. keine tief greifenden Ver�nderungen glaubhaft gemacht, so ist dies nicht zu beanstanden. Auch im bundesgerichtlichen Verfahren verweist der Beschwerdef�hrer unter Hinweis auf das Verkehrsgutachten prim�r auf die Wiedererlangung der zuvor angezweifelten Fahreignung; er substanziiert aber den behaupteten tief greifenden Reifeprozess und Wandel nicht weiter.
3.3.4 Wenn der Beschwerdef�hrer vorbringt, seit den Delikten sei eine lange Zeit vergangen und er habe sich seither in Freiheit bew�hrt, so vermag seine R�ge nicht zu �berzeugen: Er wurde 2009 verurteilt und befand sich vom 25. Oktober 2010 bis zum 24. April 2011 im Strafvollzug; seine Probezeit f�r den aufgeschobenen Teil seiner Freiheitsstrafe dauerte gem�ss den vorinstanzlichen Feststellungen bis zum 7. Juli 2012. Vor diesem Hintergrund vermag der Umstand, dass sich der Beschwerdef�hrer seit der j�ngsten Verurteilung und nach Beendigung der strafrechtlichen Probezeit wohl verhalten hat, das �ffentliche Interesse am Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung nicht massgeblich zu beschr�nken. Auch ist sein ausl�nderrechtliches Bewilligungsverfahren h�ngig, das ein korrektes Verhalten seinerseits nahelegt und noch keine zuverl�ssige Aussage �ber die R�ckfallgefahr zul�sst. Sein korrektes Verhalten ist anzuerkennen, es kann jedoch unter den dargelegten Umst�nden f�r die Interessenabw�gung nicht von entscheidendem Gewicht sein (Urteile 2C_434/2012 vom 15. Februar 2013 E. 2.2.3; Urteil 2C_634/2011 vom 27. Juni 2012 E. 4.1; 2C_298/2012 vom 5. April 2012 E. 2.2.1).
3.4 An der Entfernung und Fernhaltung des Beschwerdef�hrers besteht aufgrund der wiederholten abstrakten Gef�hrdung mit Verletzungsfolgen von Drittpersonen ein erhebliches �ffentliches Interesse, das nur durch besonders gewichtige private Interessen aufgewogen werden k�nnte, etwa, wenn aussergew�hnlich schwerwiegende Umst�nde gegen eine Wegweisung sprechen w�rden. Als entgegenstehende private Interessen k�nnen etwa eine lange Anwesenheitsdauer in der Schweiz, die famili�re Situation bzw. die Beziehungsverh�ltnisse, die Arbeits- und Ausbildungssituation, die Integration, die finanzielle Lage, Sprachkenntnisse oder auch das pers�nliche Umfeld in Betracht fallen (vgl. E. 2.2).
3.4.1 Mit Bezug auf das private Interesse macht der Beschwerdef�hrer geltend, er habe mit Ausnahme seiner ersten zehn Lebensmonate und Ferienaufenthalten im Ausland sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht und sei gut integriert. Infolge der sehr langen Aufenthaltsdauer bestehe ein entsprechend grosses privates Interesse am Verbleib in der Schweiz.
3.4.2 Die lange Aufenthaltsdauer des Beschwerdef�hrers ist als gewichtiges privates Interesse anzuerkennen. Mit Bezug auf seine soziale Integration bringt er vor, er spreche Schweizerdeutsch und sei bei einem lokalen Fussballklub aktiv; zweifelsohne reisst ihn eine R�ckkehr aus seinen hiesigen sozialen Kontakten. Der Beschwerdef�hrer hat demgegen�ber keine berufliche Ausbildung absolviert und war mehrmals arbeitslos. Vor Beginn seines Strafvollzugs war er f�r rund ein Jahr in einer Schuhfabrik t�tig. Zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils war er f�r drei Monate als Betriebsmitarbeiter angestellt. Vor diesem Hintergrund kann er nicht als beruflich integriert gelten.
3.4.3 Insofern der Beschwerdef�hrer geltend macht, er m�sste sich im Falle einer Wegweisung in einer v�llig fremden Umgebung zurechtfinden, so bleibt seine R�ge unsubstanziiert: Die Vorinstanz war davon ausgegangen, dass der Beschwerdef�hrer sein Heimatland (nur) aus den Ferien kenne, jedoch mit den sozio-kulturellen Gegebenheiten seiner Heimat zumindest durch die Vermittlung seiner Eltern vertraut ist und auch die dortige Sprache spricht. Der Beschwerdef�hrer wendet hiergegen nichts ein, sodass das Bundesgericht an die vorinstanzlichen Feststellungen gebunden ist (Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. oben E. 1.3). Vor diesem Hintergrund ist eine "fehlende Beziehung zum Kosovo" nicht dargetan. Der Beschwerdef�hrer unterl�sst es auch, die behaupteten Schwierigkeiten bei der dortigen beruflichen Wiedereingliederung n�her zu belegen. Dass er in seiner Heimat �ber keine Verwandte mehr verf�gen soll, kann beim zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils 25-j�hrigen Beschwerdef�hrers nicht entscheidend sein (vgl. Urteil 2C_739/2011 vom 18. Oktober 2012 E. 4.2.2).
3.4.4 Mit Bezug auf die Familien- bzw. Beziehungsverh�ltnisse hat die Vorinstanz festgestellt, dass die Eltern und die Geschwister des Beschwerdef�hrers in der Schweiz leben. Obwohl dem Beschwerdef�hrer das mit der R�ckkehr verbundene Verlassen seiner Familie in der Schweiz sicher schwerf�llt, l�sst sich gem�ss den Feststellungen der Vorinstanz kein besonderes Abh�ngigkeitsverh�ltnis zu seinen Eltern und seinen Geschwistern erblicken (BGE 137 I 154 E. 3.4.2 S. 159; 129 II 11 E. 2 S. 14; 120 Ib 257 ff.). Hinweise auf eine andere im Lichte von Art. 8 EMRK relevante Beziehung finden sich weder in den vorinstanzlichen Erw�gungen noch bringt der Beschwerdef�hrer eine solche vor.
Die Vorinstanz hat nicht verkannt, dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung den Beschwerdef�hrer schwer trifft. Er ist mit weniger als einem Jahr in die Schweiz gekommen und hat hier seine Schulausbildung absolviert. Dennoch ist es nicht zu beanstanden, wenn sie davon ausgegangen ist, seine privaten Interessen, in der Schweiz verbleiben zu k�nnen, verm�chten das �ffentliche Interesse an einer Beendigung seines Aufenthalts in der Schweiz nicht zu �berwiegen: Nach seinen wiederholten groben Verst�ssen gegen die Strassenverkehrsregeln, die auf eine ungew�hnliche R�cksichtslosigkeit schliessen lassen und nach der Verwarnung durch das Migrationsamt im Jahr 2007 h�tte er wissen m�ssen, dass er mit jeglichen weiteren strafrechtlichen Aktivit�ten den Entzug der Niederlassungsbewilligung riskierte. Vor dem Hintergrund der wiederholten Delinquenz und der ung�nstigen Legalprognose in der strafrechtlichen Verurteilung sowie der fehlenden beruflichen Integration vermag die Selbsteinsch�tzung des Beschwerdef�hrers, er sei nicht mehr r�ckfallgef�hrdet und beruflich gut etabliert, nicht zu �berzeugen. Eine fehlende Beziehung zum Heimatland wird von ihm nicht belegt. Die Interessenabw�gung der Vorinstanz ist insgesamt zul�ssig; sie hat den Verh�ltnism�ssigkeitsgrundsatz gewahrt und bei der Pr�fung der Voraussetzungen des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung kein Bundes- oder V�lkervertragsrecht verletzt.
Der Beschwerdef�hrer bringt schliesslich vor, er sei anstelle des Widerrufs der Bewilligung zu verwarnen. Er liess sich jedoch durch fr�here Verurteilungen und Anhaltungen nicht beeindrucken und delinquierte erneut. Mittels der ersten Verwarnung wurde ihm bereits angedroht, er m�sse bei einer weiteren Straff�lligkeit mit dem Entzug seiner Niederlassungsbewilligung rechnen. Diese Verwarnung vermochte ihn nicht davon abzuhalten, weitere Male straff�llig zu werden. Vor diesem Hintergrund kann sein Antrag, er sei erneut zu verwarnen, nicht durchdringen (vgl. Urteile 2C_956/2012 vom 22. Februar 2013 E. 3.2; 2C_434/2012 vom 15. Februar 2013 E. 2.1; 2C_655/2012 vom 13. Februar 2013 E. 4.2).
6.1 Die Beschwerde erweist sich als unbegr�ndet und ist abzuweisen.
6.2 Dem Verfahrensausgang entsprechend wird der unterliegende Beschwerdef�hrer kostenpflichtig (Art. 66 BGG). Es sind keine Parteientsch�digungen geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Die Kosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdef�hrer auferlegt.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Amt f�r Migration und Integration des Kantons Aargau, dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau und dem Bundesamt f�r Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 14. M�rz 2013

References: Art. 82
 Art. 83
e contrario
 Art. 86
 Art. 90
 BGE 
 Art. 113
 BGE 
 Art. 95
 Art. 42
 Art. 62
 BGE 
 Art. 96
 BGE 
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 96
 BGE 
 EGMR 
 BGE 
 BGE 
 Art. 63
 Art. 62
 Art. 63
 Art. 63
 Art. 62
 Art. 63
 BGE 
 Art. 63
 Art. 62
 Art. 63
 Art. 62
 BGE 
 Art. 8