Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=14.02.2006&Aktenzeichen=11%20CS%2005.1210
Timestamp: 2019-07-17 21:47:56+00:00

Document:
VGH Bayern, 14.02.2006 - 11 CS 05.1210 - dejure.org
https://dejure.org/2006,11240
VGH Bayern, 14.02.2006 - 11 CS 05.1210 (https://dejure.org/2006,11240)
VGH Bayern, Entscheidung vom 14.02.2006 - 11 CS 05.1210 (https://dejure.org/2006,11240)
VGH Bayern, Entscheidung vom 14. Februar 2006 - 11 CS 05.1210 (https://dejure.org/2006,11240)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2006,11240) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Entziehung der Fahrerlaubnis vor rechtskräftigem Abschluss des Strafverfahrens, in dem eine Maßregel nach § 69 StGB in Betracht kam, Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit, § 3 Abs. 3 Satz 1 StVG als Verfahrensvorschrift, Folgen eines Verstoßes
Verwaltungsprozessrecht: Maßgeblicher Prüfungszeitpunkt bei Entziehung der Fahrerlaubnis - Straßenverkehrsrecht: Rechtswidrige Entziehung der Fahrerlaubnis nach gelegentlichem Cannabiskonsum, Aufrechterhaltung der Entziehung bei Möglichkeit einer inhaltsgleichen Neuentscheidung
Einstweiliger Rechtsschutz gegen eine Entziehung der Fahrerlaubnis; Entziehung der Fahrerlaubnis vor rechtskräftigem Abschluss des Strafverfahrens; Führen eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr unter dem Einfluss von Cannabis; Zuständigkeit der Straßenverkehrsbehörde zur Prüfung der Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs; Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit einer Fahrerlaubnisentziehung
§ 3 Abs. 3 Satz 1 StVG
Verfahrensvorschrift § 3 Abs. 3 Satz 1 StVG - Cannabiskonsum
VG Augsburg, 21.04.2005 - Au 3 S 05.276
Dies ist der Fall, wenn die Fahrerlaubnisbehörde nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet ist, nach Abschluss des Strafverfahrens die Fahrerlaubnis (erneut) zu entziehen (…vgl. OVG Magdeburg, Beschl. v. 25.08.2010, 3 M 359/10, juris, Rn. 8; VGH München, Beschl. v. 14.02.2006, 11 CS 05.1210, juris, Rn. 33).
Bei § 3 Abs. 3 Satz 1 StVG handelt es sich nämlich um eine der Durchsetzung des materiellen Rechts dienende Verfahrensvorschrift (…OVG Magdeburg, Beschl. v. 25.08.2010, 3 M 359/10, juris, Rn. 8; VGH München, Beschl. v. 14.02.2006, 11 CS 05.1210, juris, Rn. 30).
3 Satz 1 StVG ebenso ergangen (vgl. VGH München, Beschl. v. 14.02.2006, 11 CS 05.1210, juris, Rn. 33).
Bei § 3 Abs. 3 Satz 1 StVG handelt es sich nämlich um eine der Durchsetzung des materiellen Rechts dienende Verfahrensvorschrift (…vgl. OVG Lüneburg, Beschl. v. 11.12.2007, a. a. O.; BayVGH, Beschl. vom 14.02.2006 - 11 CS 05.1210 -, juris).
Verstöße gegen verfahrensrechtliche Bestimmungen sind aber gemäß § 46 VwVfG (i.V.m. § 1 Abs. 1 Nds. VwVfG) unbeachtlich, wenn sie ohne Einfluss auf die Entscheidung in der Sache gewesen sind (Bay.VGH, Beschluss vom 14.2.2006 - 11 CS 05.1210 -, juris).
Entsprechend entfalten Bußgeldentscheidungen nach § 3 Abs. 4 Satz 2 StVG für das behördliche Entziehungsverfahren auch nur insoweit Bindungswirkung, als diese sich auf die Feststellung des Sachverhalts und die Beurteilung der Schuldfrage beziehen, nicht hingegen hinsichtlich der Eignungsfrage (OVG LSA, B.v. 13.4.2012 - 3 M 47/12 - Blutalkohol 49, 327; BayVGH, B.v. 24.6.2006 - 11 CS 05.1210 - ZfSch 2008, 116; BVerwG, B.v. 21.1.1994 - 11 B 116/93 - NJW 1994, 1672).
Ein Verstoß gegen § 3 Abs. 3 Satz 1 StVG führt nicht zur Nichtigkeit der Fahrerlaubnisentziehung gemäß Art. 44 Abs. 1 BayVwVfG (BayVGH vom 14.2.2006 11 CS 05.1210).

References: § 69
 § 3

§ 3
 § 3
 § 3
 § 3
 § 46
 § 1
 § 3
 § 3
 Art. 44