Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%202013,%2019
Timestamp: 2019-10-22 20:26:13+00:00

Document:
Rechtsprechung: MDR 2013, 19 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: KG, 06.08.2012
https://dejure.org/2012,35989
BGH, 10.10.2012 - VIII ZR 362/11 (https://dejure.org/2012,35989)
BGH, Entscheidung vom 10.10.2012 - VIII ZR 362/11 (https://dejure.org/2012,35989)
BGH, Entscheidung vom 10. Januar 2012 - VIII ZR 362/11 (https://dejure.org/2012,35989)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2012,35989) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
EEG 2009 § 5; BGB § 242
§ 5 Abs 1 S 1 EEG 2009, § 5 Abs 2 EEG 2009, § 242 BGB
Anspruch eines Windkraftanlagenbetreibers auf Anschluss an ein Stromnetz: Auswahl des günstigsten Verknüpfungspunktes
Anschluss von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien oder Grubengas an das eigene Netz als Verpflichtung eines Netzbetreibers nur für den unter gesamtwirtschaftlicher Betrachtung günstigsten Verknüpfungspunkt
BGB; EEG 2009 § 5,§ 6,§ 7 u. § 13
Gesamtwirtschaftliche Betrachtung auch innerhalb desselben Netzes
Günstigster Netzverknüpfungspunkt nach § 5 EEG 2009
Zur Wahl des günstigsten Verknüpfungspunktes für den Anschluss von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien an das Netz des Netzbetreibers
Verpflichtung des Netzbetreibers zum Anschluss von Stromerzeugungsanlagen aus Erneuerbaren Energien
Energierecht - Anschlussverpflichtung für erneuerbare Energien
Netzverknüpfungspunkt: Wo muss die EEG-Anlage angeschlossen werden?
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH, 10.10.2012 - VIII ZR 362/11 (Erneuerbare Energien - Ort der Netzverknüpfung und Anschlusskosten)" von Prof. Dr. Dr. Peter Salje, original erschienen in: JZ 2013, 412 - 419.
BGHZ 195, 73
NVwZ 2013, 90
WM 2013, 2277
Insoweit ist jedoch eine wortlautergänzende Auslegung vorzunehmen, dass auch bei alternativen Anschlusspunkten innerhalb desselben Netzes eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung anzustellen ist (vgl. BGH, Urteil vom 10.10.2012, VIII ZR 362/11 in NVwZ 2013 S. 90;… Ekardt und Hennig in Frenz / Mueggenborg, Kommentar zum EEG, § 13 Rdnr. 11).
Unerheblich ist es in Anbetracht der in § 5 Abs. 4 EEG enthaltenen Optimierungs- / Verstärkungs- und Ausbaupflicht, ob dieser Verknüpfungspunkt im Hinblick auf die Netzleistung technisch den Strom aus der von der Klägerin geplanten Photovoltaikanlage nicht ohne weiteres aufnehmen konnte (vgl. BGH, Urteil vom 10.10.2012, VIII ZR 362/11 in NVwZ 2013 S. 90).
Das Wahlrecht erstreckt sich auch auf den nächstgelegenen Verknüpfungspunkt, wenn dieser nicht bereits nach Abs. 1 geschuldet ist (vgl. BGH, Urteil vom 10.10.2012, VIII ZR 362/11 in NVwZ 2013 S. 90).
Der Einwand des Rechtsmissbrauchs ist gegeben, wenn die durch den gewählten Verknüpfungspunkt entstehenden Kosten nicht nur unerheblich über den Kosten des Anschlusses an dem gesamtwirtschaftlich günstigsten Verknüpfungspunkt liegen (…so Pfeiffer in jurisPK-BGB, § 242 Rdnr. 51; BGH, Urteil vom 10.10.2012, VIII ZR 362/11 in NVwZ 2013 S. 90; BDEW, Umsetzungshilfe zum EEG 2009, Version 2.0 S. 16).
Darf hingegen der Anlagenbetreiber sein Wahlrecht nur dahingehend ausüben, dass sich die Gesamtkosten nicht in erheblicher Weise erhöhen, sind die sich hieraus ergebenden nachteiligen Konsequenzen für die Stromkunden begrenzt und einer möglichen Manipulation vorgebeugt (vgl. BGH, Urteil vom 10.10.2012, VIII ZR 362/11 in NVwZ 2013 S. 90).
Aufgrund der Formulierung des § 5 Abs. 1 EEG kann entgegen der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (Urteil vom 10. Oktober 2012, VIII ZR 362/11) und der Empfehlung der Clearingstelle EEG vom 29.09.2011 (Az. 2011/1) auch nicht davon ausgegangen werden, dass eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung auch bei einem anderen möglichen Anschlusspunkt innerhalb desselben Netzes anzustellen ist.
Dabei folgt die Kammer nicht der neuesten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (Urteil vom 10. Oktober 2012, VIII ZR 362/11), sondern der Rechtsprechung einiger anderer Gerichte (OLG Düsseldorf in ZNER 2012, 84 f.; LG Duisburg in ZNER 2010, 521; OLG Hamm in ZNER 2011, 327 ff; LG Arnsberg ZNER 2010, 299 ff; Landgericht Frankfurt (Oder), Urteil vom 08.05.2012 - Az. 19 O104/11; LG Flensburg, Beschluss vom 18.04.2012 - 9 O 3/12).
Aus der Entscheidung des Bundesgerichtshofs zur Auslegung des § 5 Abs. 1 EEG 2009 vom 10. Oktober 2012 (Az. VIII ZR 362/11; NVwZ 2013, 90), auf die Klägerin abstellt, folgt nichts anderes.
Gemäß § 5 Abs. 1 S. 1 EG 2009 sind die Netzbetreiber verpflichtet, Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien unverzüglich vorrangig an der Stelle an ihr Netz anzuschließen (Verknüpfungspunkt), die im Hinblick auf die Spannungsebene geeignet ist, und die in der Luftlinie kürzeste Entfernung zum Standort der Anlage aufweist, wenn nicht ein anderes oder, nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH U. v. 10.10.2012, VIII ZR 362/11, Rn. 24), der der Senat folgt, dasselbe Netz einen technisch und wirtschaftlich günstigeren Verknüpfungspunkt aufweist.
Aus der Entscheidung des Bundesgerichtshofs zur Auslegung des § 5 Abs. 1 EEG 2009 vom 10. Oktober 2012 (Az. VIII ZR 362/11; NVwZ 2013, 90) folgt nichts anderes.

References: § 5
 § 242

§ 5
 § 5
 § 242
 § 5
 § 13
 § 5
 § 13
 § 5
 § 242
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5