Source: https://www.internet-strafrecht.com/tag/abfangen-von-daten-202b-stgb/
Timestamp: 2020-02-22 00:56:33+00:00

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Abfangen von Daten: Rechtsanwalt Jens Ferner, bundesweit Profi im IT-Strafrecht, zum Abfangen von Daten (§202b StGB)
Die Norm ist noch recht jung, sie wurde 2007 im Rahmen des 41. StrÄndG geschaffen [1. BGBl I 2007, S.1786; Dazu die Bundestags-Drucksachen zur Gesetzgebung hier bei mir zu finden]. Rechtsprechung existiert de facto gar nicht [1. Gercke spricht in C&R 5/2010, S.345, 346 zu Recht von “geringer praktischer Relevanz], im Wesentlichen gibt es nur Literatur, dabei vor allem in den StGB-Kommentaren, mit teilweise weit auseinander gehenden Ansichten.
Unter einem Datum ist jede Darstellung einer Information mit Hilfe von konventionell in ihrer Bedeutung festgelegten Zeichen zu verstehen[1. SK-StGB, §202a, Rn.3]. Oder anders: Jede codierte Information ist ein Datum[1. Etwas formeller im SK-StGB, §202b, Rn.3: “Unter einem Datum ist jede Darstellung einer Information mit Hilfe von konventionell in ihrer Bedeutung festgelegten Zeichen zu verstehen”].
Die Datenübermittlung muss nichtöffentlich stattfinden. Hier gibt es nun zwei verschiedene Ansichten: Einmal, dass vom Zweck des Merkmals ,,nichtöffentlich” her maßgeblich sein muss, ob der Übermittler weiß oder zumindest wissen könnte, dass Unbefugte die von ihm übersandten Daten voraussichtlich abfangen werden[8. SK-StGB, §202b, Rn.8]. In diesem Fall hat der Sender seine Daten zu verschlüsseln[9. SK-StGB, §202b, Rn.8]. Diese Auffassung wirkt zwar lebensnah, ignoriert aber, dass der §202b StGB gerade keine besondere Sicherung verlangt – trotz der Nähe zum §202a StGB, der diese vorsieht[10. Siehe oben].
Bei der elektromagnetischen Abstrahlung als zweite Quelle der Daten ist es in der Literatur etwas schwierig. Meistens wird die Rekonstruktion von Daten genannt[14. Sk-StGB, §202b, Rn.9]. Zu denken ist aber auch an die Möglichkeit, auf einem (Röhren-)Monitor angezeigte Bilder mittels EM-Abstrahlung aus Entfernung “abzufangen”.
Dass das Vorgehen des Täters mittels technischer Mittel erfolgen muss, erscheint zuerst zwingend und überrascht als explizite Erwähnung[18. SK-StGB, §202b, Rn.10]. Allerdings muss hier ein Blick in die Gesetzesmaterialien[19. BT-Drks 16/3656, S.11] geworfen werden: Auch Software, Codes und Passwörter sollen als “technisches Mittel” gelten[20. SK-StGB, §202b, Rn.10; Fischer, §202b, Rn.6]. Dies hat zur Folge, dass schon das Aufspüren und Einloggen unverschlüsselter WLAN an dieser Stelle erfasst sein kann[20. Fischer, §202b, Rn.6].
Weiterlesen “Deutsche Spionagesoftware fürs Ausland: Strafbar?”
Schlagwörter Abfangen von Daten - §202b StGB, IT-Forensik, Staatstrojaner, Strafprozess, Vorbereiten des Ausspähens und Abfangens von Daten - §202c stgb, Waffen

References: §202
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