Source: https://reihengeschaeftrechner.de/U3_versendet/Reihengeschaeft_PL-FR-AT-DE.php
Timestamp: 2018-11-18 09:53:47+00:00

Document:
Reihengeschäftrechner Deutschland / PL-FR-AT-DE U3 versendet
Ein deutscher Unternehmer U4 (=letzter Abnehmer) bestellt bei seinem österreichischen Lieferanten U3 (=2. Abnehmer) eine Maschine. Dieser wiederum bestellt die Maschine beim französischen Großhändler U2 (=1. Abnehmer). Da der Großhändler U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim polnischen Produzenten U1 (=erster Lieferer). Der österreichische Unternehmer U3 holt die Maschine vom polnischen Produzenten U1 ab und liefert diese direkt an den deutschen Unternehmer U4.
Der französische Unternehmer U2 muss sich im Land des 1. Unternehmers U1 (Polen) registrieren lassen.
Aus der Sicht des ersten Lieferers U1 (aus Polen):
Diese Lieferung ist in Polen (U1) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 23 % polnischer Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen (polnischen) UID-Nummer ausgestellt werden.
Der französische Unternehmer U2 muss sich im Land des 1. Unternehmers U1 (Polen) registrieren lassen und gegenüber U1 und U3 mit seiner polnischen UID-Nummer auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der polnischen UVA, ZM und Intrastat einzutragen.
Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung gem. § 4 Zif.1 Lit.b UStG iVm. § 6a UStG (Innergemeinschaftliche Lieferung) und Angabe der eigenen polnischen UID-Nummer sowie der (österreichischen) UID-Nummer des österreichischen Unternehmers U3.
ZM (beim polnischen Finanzamt):
Aus der Sicht des zweiten Abnehmers U3 (aus Österreich):
Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer. Der innergemeinschaftliche Erwerb des ersten Abnehmers im Rahmen eines Dreiecksgeschäfts gilt als besteuert und ist somit aus deutscher Sicht in Österreich nicht zu erfassen. Voraussetzung ist, dass der Unternehmer U3 nachweist, dass ein solches Dreiecksgeschäft vorliegt und er seiner Erklärungspflicht (durch Aufnahme der Ausgangsrechnung an U4 in die Zusammenfassende Meldung) nachgekommen ist.
Die Rechnung muss ohne Umsatzsteuer ausgestellt werden und folgende Hinweise enthalten: "Dreiecksgeschäft gem. § 25b UStG" und "Übergang der Steuerschuld gem. § 25b Abs. 2 UStG" (siehe auch § 25b.1. Abs. 6 UStAE). In der Rechnung muss neben der eigenen (österreichischen) UID-Nummer die (deutsche) UID-Nummer des deutschen Unternehmers U4 angegeben werden.
Aufgrund der Vereinfachungsregelung des Dreiecksgeschäfts geht die Steuerschuld aus dieser Lieferung auf den deutschen Unternehmer (U4) über. Aus deutscher Sicht muss der Wert der Ausgangsrechnung aber dennoch in der UVA erfasst werden.
Erfassung des Umsatzgeschäfts an die deutsche UID-Nummer des deutschen Unternehmers U4 und Kennzeichung als Dreiecksgeschäft.
Aus der Sicht des letzten Abnehmers U4 (aus Deutschland):
Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer, jedoch den Hinweis auf das Vorliegen eines Dreiecksgeschäfts und den Übergang der Steuerschuld. Der deutsche Unternehmer U4 hat daher die Steuer nach den deutschen Steuersätzen selbst zu berechnen und einerseits in der Zeile 65/KZ 69 (Steuerbeträge nach § 25b Abs. 2 UStG) und andererseits in der Zeile 56/KZ 66 (Vorsteuerbeträge aus innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften gem. § 25b Abs. 5 UStG) in der UVA zu erfassen. Dieser Vorgang ist ein Nullsummenspiel und ergibt keine Zahllast.
Eingangsmeldung mit Versendungsland Polen.
Die Beurteilung dieses Dreiecksgeschäfts aus österreichischer Sicht finden Sie hier.

References: § 4
 § 6
 § 25
 § 25
 § 25
 § 25
 § 25