Source: https://www.wko.at/service/kollektivvertrag/KV-Filmberufe-2017.html
Timestamp: 2020-02-26 04:32:53+00:00

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Kollektivvertrag für Filmberufe gültig ab 1.7.2017 - WKO.at
Kollektivvertrag für Filmberufe gültig ab 1.7.2017
Gültig vom 01. Juli 2017 bis 31. Dezember 2017
§ 6 Verschiebung von Arbeitsleistungen in der Normalarbeitszeit bei
Alle im Kollektivvertrag geltenden Bezeichnungen sind geschlechts-neutral zu verstehen und stehen zur Anwendung für männliche und weibliche Personen gleichermaßen zur Verfügung
b) fachlich: Für alle Mitgliedsunternehmen des Fachver-bands der Film- und Musikwirtschaft, die Arbeitsverträge mit Arbeitnehmern in Filmberufen abschließen.
c) persönlich: Für alle im Mindestgagentarif genannten Filmberufe, die mit der Herstellung von Filmen und Laufbildern (das sind insbesondere Kino- und Fernsehspiel- und Dokumentarfilmen, Animations-, Werbe- und Imagefilme, Repor-tagebeiträge, sonstige Filme, unabhängig vom Trägermaterial und elektronische Bericht-erstattung/Teamvermietung) in einem Arbeits-verhältnis beschäftigt werden.
b) Darsteller und Komparsen*
c) Praktikanten**
Dieser Kollektivvertrag tritt am 01.07.2017 in Kraft und gilt auf unbestimmte Zeit. Er kann bis 30.09. des jeweiligen Jahres mit Wirkung ab 01.01. des Folgejahres mittels eingeschriebenem Brief gekündigt werden. Die Vertragspartner werden während der Kündigungsfrist zwecks Erneuerung dieses Kollektivvertrags in Verhandlungen eintreten.
1. Arbeitsverträge können befristet, z.B. auf einen Tag, mehrere Tage, mehrere Wochen, projektbezogen (gemäß § 7), oder unbefristet abgeschlossen werden. Die Mindestvertragsdauer beträgt einen Tag. Bei Verlängerung der Vertragsdauer ist der neuerliche Endtermin verbindlich festzusetzen, andernfalls entsteht ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.
1.Die Mindesthöhen der Tages-, Wochen-, Wochenpauschal- oder Monatsgagen ergeben sich aus dem Mindestgagentarif. Der Grundlohn ist gemäß den gesetzlichen Vorschriften betragsmäßig im Dienstzettel/Arbeitsvertrag anzugeben.
2.Berechnungsgrundlagen:
b) Bei projektbezogenen befristeten Arbeitsverträgen gemäß § 7, die länger als 1 Woche dauern und bei denen das Ende der Beschäftigung während einer der unmittelbar darauffolgenden Wochentage endet, sind diese Tage mit 1/6 (10-Stunden-Tag) bzw. 1/5 (12-Stunden-Tag) der Wochenpauschale zu entlohnen.
d) Die Monatsgage für unbefristete Dienstverhältnisse ist das 4,33-fache der Wochengage auf Basis der 40-stündigen Normalarbeitszeit minus 40% (1. Arbeitsjahr), 35% (2. Arbeitsjahr) bzw. 30% (3. Arbeitsjahr).
5. Bei Verlegung der wöchentlichen Normalarbeitszeit gemäß § 5 Zi. 1 bei unbefristeten - bzw. bei Verschiebung gemäss § 6 bei befristeten Arbeitsverträgen ist ein Zuschlag von 25% zur Tagesgage zu bezahlen.
2. Nachtarbeit wird mit einem Zuschlag von 50% für die in der Nacht anfallenden Normalarbeitszeit-Stunden bezahlt.
1.Ist ein Arbeitnehmer nach Antritt des Arbeitsverhältnisses durch Krankheit oder Unglücksfall an der Leistung seiner Dienste verhindert, finden die entsprechenden Bestimmungen des Angestelltengesetzes (§ 8) Anwendung.
2.Tritt eine Verhinderung bei befristeten Arbeitsverhältnissen ein, ehe mit der Arbeitsleistung begonnen wurde, ist der Arbeitgeber nach Ablauf von 3 Tagen nach dem für den Arbeitnehmer disponierten Drehbeginn berechtigt, vom Vertrag mit der Wirkung zurückzutreten, dass er als nicht geschlossen gilt.
3.Bei angezeigtem und nachträglich nachgewiesenem Eintritt nachstehender Familienangelegenheiten ist dem Arbeitnehmer eine Freizeit ohne Schmälerung des monatlichen Entgelts in folgendem Ausmaß zu gewähren:
a) bei eigener Eheschließung oder
bereits bestehenden eigenen Haushalts oder
Haushalts 2 Tage
gefährtin oder eingetragenen Partnerin 1 Tag
Pflegekindern 1 Tag
eingetragenen Partners 3 Tage
Haushalt lebte 3 Tage
h) beim Tod eines leiblichen bzw. Wahl-,
Stief-, Pflegekindes, das mit dem Arbeit-
nehmer im gemeinsamen Haushalt lebte 3 Tage
i) beim Tod eines leiblichen bzw. Wahl-,
Stief- oder Pflegekindes, das mit dem Arbeit-
nehmer nicht im gemeinsamen Haushalt
lebte, sowie beim Ableben von (Stief-)
Geschwistern, Schwieger- oder Großeltern 1 Tag
e) Soweit vom Arbeitgeber eine zumutbare Verpflegung angeboten wird, entfällt das Taggeld. Als solche ist bei einem Ganztagsarbeitsverhältnis eine aus zwei Mahlzeiten bestehende Verpflegung anzusehen, wobei eine davon im Regelfall eine warme Mahlzeit sein sollte. Gesundheitsbedingte Ernährungsgewohnheiten oder sonstige nachvollziehbare Ernährungswünsche (z.B. fleischlose Angebote) sind nach Möglichkeit zu berücksichtigen.
3. Bei programmfüllenden Langfilmen können nur Werkstattprojekte eingereicht werden, deren Gesamtherstellungskosten € 1,5 Mio. nicht überschreiten.
4. Bei den von den Kollektivvertragsparteien anerkannten Werkstattprojekten bis zu Gesamtherstellungskosten von € 1,2 Mio. können die Wochengagen bei 40-stündiger Normalarbeitszeit bis auf € 434,38, bei projektbezogenen Arbeitsverträgen gemäß § 7 bis auf € 601,62 herabgesetzt werden. Bei Gesamtherstellungskosten zwischen € 1,2 Mio. und € 1,5 Mio. ist eine Reduktion der jeweils zur Anwendung kommenden Mindestgagenansätze bis zu maximal 50% des jeweiligen Gagensatzes zulässig. Bei den jeweiligen Gagen sind die aliquoten Sonderzahlungen und eine allfällige Urlaubersatzleistung nicht enthalten und sind daher zu berücksichtigen. Es gilt der jeweils aktuelle Kollektivvertrag zum Zeitpunkt der Antragstellung bzw. der Produktionstätigkeit der Dreharbeiten.
7. Wenn im Laufe der Produktion Umstände eintreten, die der Anerkennung eines Werkstattprojekts entgegengestanden wären, sind die Kollektivvertragsparteien unverzüglich zu verständigen. Dem Kollektivvertragsverfahren ist im Laufe oder nach Ablauf der Produktion die Möglichkeit einzuräumen, die Erfüllung der Bedingnisse zu kontrollieren. Bei Aberkenntnis des Status eines Werkstattprojekts sind bei einer schweren Verletzung obgenannter Bestimmungen äußerstenfalls die Gagen gemäß den Mindestgagentabellen des Kollektivvertrags für Filmberufe einschließlich der sozialversicherungs-rechtlichen Beiträge zu bezahlen.
1. Dieser Kollektivvertrag tritt mit 01.07.2017 in Kraft. Mit Inkrafttreten dieses Kollektivvertrags tritt der Kollektivvertrag 2016 außer Kraft.
2. Die Mindestgagentabellen gemäß § 8 sind mit 01.01.2017 in Kraft getreten
3. Die folgenden in den Mindestgagentabellen enthaltenen Positionen werden jedoch mit Inkrafttreten dieses Kollektivvertrags wie folgt geändert:
a. Der Filmberuf „Trainee“ wird aus dem Mindestgagentarif gestrichen und durch den Filmberuf „Filmhilfskraft“ ersetzt.
b. Die Filmberufe Schnitt ,Tonschnitt,Schnittassistenz und Sound Design werden hinsichtlich der Mindestgagensätze wie im beiliegendem Mindestgagentarif geändert.
4. Haben die vom Geltungsbereich des Kollektivvertrags erfassten Unternehmen vor dem Inkrafttreten dieses Kollektivvertrags bereits befristete oder unbefristete Verträge mit Arbeitnehmern gemäss Zi.3 a oder Zi. 3 b abgeschlossen, können diese nach Massgabe des seit 1.1.2017 geltenden Mindestgagentarifs nach dessen Bestimmungen bis 31.12.2017 aufrecht erhalten werden.
Es gelten jeweils die amtlichen steuerfreien Pauschalsätze für
Tagesdiäten und Nächtigungsdiäten.
2. Arbeit über 3 Stunden außerhalb des
Betriebs im Ortsgebiet: €15,16
Mindestgagentarife für Filmschaffende gültig ab 1.1.2017	PDF
Mindestgagentarife für Filmberufe gültig ab 1.7.2017	PDF
Berechnung der Grundgage (Wochengage) bei Wochenpauschalen gültig ab 1.7.2017	PDF
Protokoll zu den Kollektivvertragsverhandlungen für Filmschaffende gültig ab 1.1.2017	PDF
Berufsbilder für Filmberufe 2017	PDF

References: § 6
 § 7
 § 7
 § 5
 § 6
 § 7
 § 8