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Timestamp: 2019-02-20 06:09:31+00:00

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AnlegerPlus News 3/2015 by AnlegerPlus - Issuu
# 03 2015
# 03 2015
Gewinner der faktischen Nullzinspolitik Seite 6
H&M drückt auf das Expansionstempo­
Die Penell-Insolvenz und ihre Lehren Seite 18
Wechsel im MDAX, SDAX und TecDAX | IPOAufschwung? | Die BaFin informiert | Europäischer ETF-Markt | Tag der Aktie
Datron AG Lang & Schwarz AG
RENK AG: fantastische Zahlen – konservativer Ausblick
Wertpapier-Kennnummer 520000 ISIN DE0005200000 Beiersdorf Aktiengesellschaft, Hamburg
Kurzfassung der Einberufung der Hauptversammlung
Die Aktionäre unserer Gesellschaft werden hiermit zu der am Dienstag, dem 31. März 2015, um 10.30 Uhr (Einlass ab 9.30 Uhr) im Congress Centrum Hamburg, Saal 1, Am Dammtor/Marseiller Straße in Hamburg stattﬁndenden ordentlichen Hauptversammlung eingeladen.
Tagesordnung 1. Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses der Beiersdorf Aktiengesellschaft und des gebilligten Konzernabschlusses mit den Berichten über die Lage der Beiersdorf Aktiengesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2014, dem Bericht des Aufsichtsrats sowie dem erläuternden Bericht des Vorstands zu den Angaben nach §§ 289 Absatz 4, 315 Absatz 4 HGB 2. Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns (Dividendenvorschlag: € 0,70 je dividendenberechtigter Stückaktie) 3. Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands 4. Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats 5. Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2015 6. Beschlussfassung über die Aufhebung des bestehenden genehmigten Kapitals I nach § 5 Abs. 2 der Satzung und über die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals I; Satzungsänderung 7. Beschlussfassung über die Aufhebung des bestehenden genehmigten Kapitals II nach § 5 Abs. 3 der Satzung und über die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals II; Satzungsänderung 8. Beschlussfassung über die Aufhebung des bestehenden genehmigten Kapitals III nach § 5 Abs. 4 der Satzung und über die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals III; Satzungsänderung 9. Beschlussfassung über die Aufhebung der bestehenden Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelund/oder Optionsschuldverschreibungen sowie des bestehenden bedingten Kapitals nach § 5 Abs. 5 der Satzung und über die erneute Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen sowie die Schaffung eines neuen bedingten Kapitals; Satzungsänderung 10. Beschlussfassung über die Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien
Teilnahme an der Hauptversammlung Zum Zeitpunkt der Einberufung der Hauptversammlung ist das Grundkapital der Gesellschaft eingeteilt in 252.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit ebenso vielen Stimmrechten. Die Gesellschaft hält zum Zeitpunkt der Einberufung der Hauptversammlung 25.181.016 eigene Aktien. Hieraus stehen ihr keine Stimmrechte zu. Die Gesamtzahl der teilnahme- und stimmberechtigten Aktien der Beiersdorf Aktiengesellschaft zum Zeitpunkt der Einberufung dieser Hauptversammlung beläuft sich daher auf 226.818.984. Teilnahmeberechtigung durch Anmeldung und Nachweis des Anteilsbesitzes Zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung des Stimmrechts sind nach § 18 der Satzung der Gesellschaft in ihrer derzeit gültigen Fassung diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich bei der Gesellschaft unter der nachfolgend genannten Adresse anmelden und eine in Textform (§ 126b BGB) in deutscher oder englischer Sprache erstellte Bescheinigung des depotführenden Instituts über ihren Anteilsbesitz an die nachfolgende Adresse übermitteln: Beiersdorf Aktiengesellschaft, c/o HV AG, Jakob-Oswald-Str. 22, 92289 Ursensollen Telefax: 040 4909-187603, E-Mail: eintrittskarte@anmeldung-hv.de Der Nachweis des Anteilsbesitzes muss sich auf den Beginn des 10. März 2015 (0.00 Uhr MEZ, sogenannter Nachweisstichtag) beziehen und der Gesellschaft zusammen mit der Anmeldung spätestens bis zum Ablauf des 24. März 2015 (24.00 Uhr MEZ) unter der oben genannten Adresse zugehen. Im Verhältnis zur Gesellschaft gilt für die Teilnahme an der Hauptversammlung und die Ausübung des Stimmrechts als Aktionär nur, wer den Nachweis des Anteilsbesitzes erbracht hat. Die Berechtigung zur Teilnahme und der Umfang des Stimmrechts bemessen sich ausschließlich nach dem nachgewiesenen Anteilsbesitz des Aktionärs am Nachweisstichtag. Mit dem Nachweisstichtag ist zwar keine Sperre für die Veräußerung oder den Erwerb von Aktien verbunden, eine Veräußerung oder ein Erwerb von Aktien nach dem Nachweisstichtag haben jedoch keine Auswirkungen mehr auf die Berechtigung zur Teilnahme und den Umfang des Stimmrechts. Für die Dividendenberechtigung hat der Nachweisstichtag keine Bedeutung. Nach Eingang der Anmeldung und des Nachweises des Anteilsbesitzes erhalten die teilnahmeberechtigten Aktionäre Eintrittskarten, auf denen die Zahl der Stimmen verzeichnet ist. Um den rechtzeitigen Erhalt der Eintrittskarten sicherzustellen, bitten wir die Aktionäre, frühzeitig für die Anmeldung und die Übersendung des Nachweises ihres Anteilsbesitzes an die Gesellschaft Sorge zu tragen. Stimmabgabe durch Briefwahl Die nach Maßgabe der vorstehenden Erläuterungen teilnahmeberechtigten Aktionäre können ihr Stimmrecht alternativ im Wege der Briefwahl ausüben, d.h. ohne an der Hauptversammlung teilzunehmen. Auch im Falle der Briefwahl ist eine fristgerechte Anmeldung und Übersendung des Nachweises des Anteilsbesitzes, wie vorstehend erläutert, erforderlich. Die Briefwahl schließt eine Teilnahme an der Hauptversammlung nicht aus. Per Briefwahl abzugebende Stimmen können über das Internet (www.Beiersdorf.de/Hauptversammlung) oder unter Verwendung des hierfür auf den Eintrittskarten vorgesehenen bzw. auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.Beiersdorf.de/Hauptversammlung zur Verfügung gestellten Briefwahlformulars abgegeben werden. Die Stimmabgabe mittels Briefwahl über das Internet muss spätestens bis zum Ende der Abstimmung auf der Hauptversammlung vollständig erfolgt sein. Bis zu diesem Zeitpunkt ist auch ein Widerruf oder eine Änderung der über das Internet erfolgten Stimmabgabe möglich. Um die Briefwahl per Internet vornehmen zu können, bedarf es der Eintrittskarte, auf der die erforderlichen Login-Daten aufgedruckt sind. Den Zugang erhalten die Aktionäre über die Internetseite der Gesellschaft unter www.Beiersdorf.de/Hauptversammlung. Die mittels des Briefwahlformulars abgegebenen Stimmen müssen bis spätestens zum Ablauf des 29. März 2015 (24.00 Uhr MESZ) bei der Gesellschaft unter folgender Adresse eingegangen sein: Beiersdorf Aktiengesellschaft, Investor Relations (Bf. 86), Unnastraße 48, 20245 Hamburg Telefax: 040 4909-187603, E-Mail: eintrittskarte@anmeldung-hv.de Sollte der Aktionär sein Stimmrecht durch Briefwahl fristgemäß sowohl mittels des Briefwahlformulars als auch über das Internet ausüben, wird unabhängig von den Eingangsdaten ausschließlich die mittels des Briefwahlformulars erteilte Stimmabgabe als verbindlich betrachtet. Eine mittels des Briefwahlformulars erteilte Stimmabgabe kann auch nicht über das Internet widerrufen oder geändert werden. Auch Aktionärsvertreter können sich der Briefwahl bedienen. Insoweit gelten die Vorschriften für die Stimmrechtsvertretung und Vollmachtserteilung (wie nachstehend jeweils beschrieben, vgl. Abschnitt „Vollmachtserteilung und Stimmrechtsvertretung“), insbesondere auch hinsichtlich des Nachweises der Bevollmächtigung, entsprechend. Ausführlichere Informationen zu dem Verfahren der Briefwahl erhalten die Aktionäre nach Anmeldung und Übersendung des Nachweises über ihren Anteilsbesitz zusammen mit der Eintrittskarte. Diese Informationen können auch auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.Beiersdorf.de/Hauptversammlung abgerufen werden. Vollmachtserteilung und Stimmrechtsvertretung Die Aktionäre können ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung von einem Bevollmächtigten, z.�B. einem Kreditinstitut oder einer Aktionärsvereinigung, ausüben lassen. Auch in diesem Fall ist eine fristgerechte Anmeldung und Übersendung des Nachweises des Anteilsbesitzes in der oben beschriebenen Form erforderlich. Die Erteilung der Vollmacht, ihr Widerruf und der Nachweis der Bevollmächtigung gegenüber der Gesellschaft bedürfen grundsätzlich der Textform (§ 126b BGB). Für die Erteilung der Vollmacht an ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung oder andere, mit diesen gemäß § 135 Absatz 8 AktG bzw. § 135 Absatz 10 i.V.m. § 125 Absatz 5 AktG gleichgestellte Personen oder Institutionen sehen weder das Gesetz noch die Satzung eine besondere Form vor. Gegebenenfalls verlangt das zu bevollmächtigende Kreditinstitut oder die zu bevollmächtigende Institution oder Person eine besondere Form der Vollmacht, da diese Stimmrechtsvertreter nach § 135 AktG die Vollmacht nachprüfbar festhalten müssen. Etwaige Besonderheiten sind bei dem jeweils zu Bevollmächtigenden zu erfragen. Vollmachtserteilung Für die Bevollmächtigung bitten wir unsere Aktionäre, das auf der Eintrittskarte vorgesehene Vollmachts-
formular oder das auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.Beiersdorf.de/Hauptversammlung abrufbare Vollmachtsformular zu verwenden. Ein Vollmachtsformular wird den Aktionären auf Verlangen auch von der Gesellschaft übersandt. Der Nachweis einer (gegenüber dem Bevollmächtigten erteilten) Bevollmächtigung muss am Tag der Hauptversammlung an der Einlasskontrolle vorgelegt oder der Gesellschaft, eingehend spätestens bis zum Ablauf des 29. März 2015 (24.00 Uhr MESZ), an folgende Adresse übermittelt werden: Beiersdorf Aktiengesellschaft, Investor Relations (Bf. 86), Unnastraße 48, 20245 Hamburg Telefax: 040 4909-187603, E-Mail: eintrittskarte@anmeldung-hv.de Stimmrechtsvertretung Zusätzlich bieten wir unseren Aktionären auch in diesem Jahr an, sich durch einen von der Gesellschaft benannten Stimmrechtsvertreter nach Maßgabe ihrer Weisungen bei den Abstimmungen vertreten zu lassen. Der Stimmrechtsvertreter ist verpﬂichtet, weisungsgemäß abzustimmen; er wird die Stimmrechte nicht nach eigenem Ermessen ausüben. Der Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft wird das Stimmrecht nur zu solchen Punkten der Tagesordnung ausüben, zu denen ihm ausdrückliche und eindeutige Weisungen vorliegen. Soweit eine solche ausdrückliche und eindeutige Weisung fehlt, wird sich der Stimmrechtsvertreter für den jeweiligen Abstimmungsgegenstand der Stimme enthalten. Vollmacht und Stimmrechtsweisungen an den von der Gesellschaft benannten Stimmrechtsvertreter können über das Internet (www.Beiersdorf.de/Hauptversammlung) oder in Textform unter Verwendung der hierfür auf den Eintrittskarten vorgesehenen bzw. auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.Beiersdorf.de/Hauptversammlung zur Verfügung gestellten und auch in der Hauptversammlung bereitgehaltenen Vollmachts- und Weisungsformulare erteilt werden. Über das Internet erteilte Vollmachten und Weisungen an den von der Gesellschaft benannten Stimmrechtsvertreter müssen spätestens bis zum Ende der Abstimmung auf der Hauptversammlung vollständig erteilt sein. Bis zu diesem Zeitpunkt ist auch ein Widerruf der über das Internet erteilten Vollmachten oder eine Änderung über das Internet erteilter Weisungen möglich. Um das internetbasierte Abstimmungssystem zu nutzen, bedarf es der Eintrittskarte, auf der die erforderlichen Login-Daten aufgedruckt sind. Den Zugang erhalten die Aktionäre über die Internetseite der Gesellschaft unter www.Beiersdorf.de/ Hauptversammlung. In Textform mittels der Formulare erteilte Vollmachten und Weisungen an den von der Gesellschaft benannten Stimmrechtsvertreter können der Gesellschaft schon vor der Hauptversammlung an folgende Adresse übermittelt werden: Beiersdorf Aktiengesellschaft, Investor Relations (Bf. 86), Unnastraße 48, 20245 Hamburg Telefax: 040 4909-187603, E-Mail: eintrittskarte@anmeldung-hv.de In diesem Fall muss das vollständig ausgefüllte Formular aus organisatorischen Gründen spätestens bis zum Ablauf des 29. März 2015 (24.00 Uhr MESZ) bei der Gesellschaft eingegangen sein. Davon unberührt bleibt die Möglichkeit, den von der Gesellschaft benannten Stimmrechtsvertreter auch noch während der laufenden Hauptversammlung zu bevollmächtigen. Auch im Fall einer Bevollmächtigung des Stimmrechtsvertreters ist eine fristgerechte Anmeldung und Übersendung des Nachweises des Anteilsbesitzes in der oben beschriebenen Form erforderlich. Sollte der Aktionär dem Stimmrechtsvertreter sowohl in Textform mittels der Formulare als auch über das Internet Vollmacht und Weisungen erteilen, werden unabhängig von den Eingangsdaten ausschließlich die in Textform erteilten Vollmachten und Weisungen als verbindlich betrachtet. In Textform erteilte Vollmachten und Weisungen können auch nicht über das Internet widerrufen oder geändert werden. Ausführlichere Informationen zur Erteilung von Vollmacht und Weisungen, auch an den von der Gesellschaft benannten Stimmrechtsvertreter, erhalten die Aktionäre nach Anmeldung und Übersendung des Nachweises über ihren Anteilsbesitz zusammen mit der Eintrittskarte. Diese Informationen können auch auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.Beiersdorf.de/Hauptversammlung abgerufen werden. Bevollmächtigt ein Aktionär mehr als eine Person, kann die Gesellschaft eine oder mehrere von diesen zurückweisen.
Rechte der Aktionäre Anträge auf Ergänzung der Tagesordnung nach § 122 Absatz 2 AktG Aktionäre, deren Anteile zusammen den zwanzigsten Teil des Grundkapitals oder den anteiligen Betrag von 500.000,– Euro am Grundkapital erreichen (dies entspricht 500.000 Stückaktien), können verlangen, dass Gegenstände auf die Tagesordnung gesetzt und bekanntgemacht werden. Jedem neuen Gegenstand muss eine Begründung oder eine Beschlussvorlage beiliegen. Das Verlangen ist an den Vorstand der Beiersdorf Aktiengesellschaft zu richten und muss der Gesellschaft unter der nachstehend genannten Adresse spätestens bis zum Ablauf des 28. Februar 2015 (24.00 Uhr MEZ) zugegangen sein: Beiersdorf Aktiengesellschaft, Vorstand, Unnastraße 48, 20245 Hamburg Telefax: 040 4909-185000, E-Mail: Investor.Relations@Beiersdorf.com Gegenanträge und Wahlvorschläge von Aktionären nach §§ 126 Absatz 1, 127 AktG Gegenanträge im Sinne des § 126 Abs. 1 AktG müssen, wenn sie schon vor der Hauptversammlung von der Gesellschaft zugänglich gemacht werden sollen, mit einer Begründung versehen sein und sind an die nachstehend genannte Adresse zu richten: Beiersdorf Aktiengesellschaft, Investor Relations (Bf. 86), Unnastraße 48, 20245 Hamburg Telefax: 040 4909-185000, E-Mail: Investor.Relations@Beiersdorf.com Dort müssen sie bis zum Ablauf des 16. März 2015 (24.00 Uhr MEZ) eingehen. Sofern die gesetzlichen Voraussetzungen gewahrt sind, wird die Gesellschaft die Gegenanträge einschließlich des Namens des Aktionärs und der Begründung unverzüglich auf ihrer Internetseite unter www.Beiersdorf.de/ Hauptversammlung zugänglich machen. Auf der genannten Internetseite werden auch etwaige Stellungnahmen der Verwaltung zugänglich gemacht. Die vorstehenden Ausführungen gelten entsprechend für Vorschläge eines Aktionärs zur Wahl von Abschlussprüfern oder Aufsichtsratsmitgliedern nach § 127 AktG sowie für die Zugänglichmachung solcher Vorschläge. Wahlvorschläge von Aktionären brauchen jedoch nicht begründet zu werden. Auskunftsrecht nach § 131 Absatz 1 AktG JJedem Aktionär ist auf Verlangen in der Hauptversammlung vom Vorstand Auskunft über Angelegenheiten der Gesellschaft zu geben, soweit die Auskunft zur sachgemäßen Beurteilung eines Gegenstands der Tagesordnung erforderlich ist. Die Auskunftspﬂicht erstreckt sich auch auf die rechtlichen und geschäftlichen Beziehungen der Gesellschaft zu einem verbundenen Unternehmen, soweit die Auskunft zur sachgemäßen Beurteilung eines Gegenstands der Tagesordnung erforderlich ist. Übertragung der Hauptversammlung im Internet Alle Aktionäre können die Hauptversammlung am 31. März 2015 in unserem internetbasierten Abstimmungssystem unter www.Beiersdorf.de/Hauptversammlung verfolgen. Für den Zugang bedarf es der Eintrittskarte, auf der die erforderlichen Login-Daten aufgedruckt sind. Die Rede des Vorstandsvorsitzenden steht nach der Hauptversammlung auch für die interessierte Öffentlichkeit unter der genannten Webadresse zur Verfügung. Veröffentlichung im Bundesanzeiger und Hinweis auf die Internetseite der Gesellschaft Diese Einberufung der Hauptversammlung wurde im Bundesanzeiger am 13. Februar 2015 veröffentlicht. Die Einberufung, die zugänglich zu machenden Unterlagen und weitere Informationen, insbesondere weitergehende Erläuterungen zu den Rechten der Aktionäre nach § 122 Absatz 2, § 126 Absatz 1, § 127, § 131 Absatz 1 AktG können auch auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.Beiersdorf.de/ Hauptversammlung eingesehen werden. Hamburg, im Februar 2015 Beiersdorf Aktiengesellschaft Der Vorstand
Im Rallymodus Liebe Leserinnen und Leser, seit Oktober letzten Jahres konnte der DAX um stolze 34 % zulegen und die 11.500-PunkteMarke locker überschreiten. In freudiger Erwartung von Draghis Gelddruckmaschine kennt der Markt derzeit nur eine Richtung: nach oben. Die Frage ist jedoch, ob die jetzt erreichten Aktienkurse noch dem realen Wert der Unternehmen entsprechen. Positive Zeichen Klassische und seit Jahrzehnten bewährte Bewertungsmethoden sind beispielsweise das KursGewinn-Verhältnis (KGV) oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). So liegt das KGV bei den 30 DAX-Werten im historischen Durchschnitt bei 14,6. Betrachtet man vor diesem Hintergrund die aktuelle Indexentwicklung, kann man schnell feststellen, dass der Markt – gemessen an den 2013er-Ergebnissen – weit vorausgeeilt ist. Es stellt sich deshalb die Frage: Wird der DAX bald drastisch einbrechen oder steigen die Unternehmensgewinne deutlich an? Wie die bislang veröffentlichten Ergebnisse für 2014 zeigen, ist eher Zweiteres der Fall. Reihenweise melden die deutschen Konzerne wie Daimler oder Fresenius Umsatzsteigerungen von über 10 %. Auch die Ergebnisse klettern, wenn auch nicht so stark wie der Umsatz. Hinzu kommt der positive Ausblick für das laufende Jahr 2015. Da die deutschen Konzerne mehrheitlich exportorientiert sind, profitieren diese neben einer verhalten wachsenden Nachfrage überproportional vom schwachen Euro. Folge: Die Ergebnisse im Jahr 2015 dürften steigen. Erste Warnsignale Doch es darf nicht übersehen werden, dass sich auch die Warnsignale häufen. So befindet sich der Baltic Dry Index, als Preisindex für das weltweite Verschiffen von Hauptfrachtgütern wie Kohle­, Erz und Getreide ein anerkannter Frühindikator für die weltwirtschaftliche Entwicklung, im freien Fall. Auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der über 3.100 vorrangig­mittelständische­Unternehmen der Investitionsgüterindustrie vertritt und damit der größte­Industrieverband­in Europa ist, zeigt sich von einem Wirtschaftsboom nicht überzeugt. Von einem­„gemächlichen­Jahresauftakt 2015“ ist in der jüngsten Pressemeldung zu lesen, bei dem „die Initialzündung­weiter auf sich warten lasse.“ Aktie bleibt Trumpf Alles in allem zeigt sich also ein gemischtes Bild, was die zukünftigen Aussichten hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung betrifft. Doch solange sich die Aktienmärkte im Aufschwung befinden, sollten Anleger unbedingt dabei bleiben. Unerlässlich ist aber das Setzen von Stop-Loss-Marken, die im Fall einer Trendwende am Aktienmarkt das Schlimmste verhindern. Nur so kann man mit einem Aktieninvestment ruhig schlafen.
AnlegerPlusNews 03 2015 3
Kurzmeldungen Investment & Strategie 6	Nebenwerte Datron AG Lang & Schwarz AG
Wechsel im MDAX, SDAX und TecDAX Mit der Verschmelzung von Deutsche Annington und GAGFAH ergaben sich Änderungen im M- und SDAX.
8	Aareal Bank AG 10 Technische Analyse 12 Dividendenanalyse H&M
SdK EXTRA 14	Umfrage 16 HV-Bericht Osram Licht AG 18 Mittelstandsanleihen Die Penell-Insolvenz 20 Realdepot
Rubriken 3 Editorial 4 In aller Kürze
Aufgrund der Übernahme der GAGFAH S.A. durch die Deutsche Annington SE wurden die Aktien der GAGFAH S.A., die sich erst seit Kurzem in MDAX befinden, zum 24.2.2015 aus dem Index genommen. Die Unternehmen im MDAX müssen mindestens 10 % Streubesitz aufweisen, die Deutsche Annington besitzt aber bereits knapp 94 % der Anteile. Für die GAGFAH S.A. rückt die Aktie der Bertrandt AG in den MDAX nach, die bisher im Small-Cap-Index SDAX gelistet war. Infolgedessen wurde die TLG Immobilien in den SDAX aufgenommen und ersetzt die Aktie Bertrandt. Bei der planmäßigen Überprüfung der Indizes der Deutschen Börse am 4.3.2015 wurde außerdem beschlossen, die Aktien der GFT Technologies AG in den TecDAX aufzunehmen. Die Aktien der Kontron AG verlassen dafür den Index. Diese Änderungen werden zum 23.3.2015 wirksam, die nächste­planmäßige Überprüfung findet am 3.6.2015 statt.
22 HV-Termine 23 Impressum
IPO-Aufschwung? Laut Ergebnis der Deutschen Börse und TU München zeigt der Deutsche Börse IPO-Sentiment-Indikator eine deutlich positive Stimmung für das erste Halbjahr 2015.
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4 AnlegerPlusNews 03 2015
Der Indikator stieg im Vergleich zum 4. Quartal 2014 von 30,1 auf 34,2 Punkte. Das zeigt die gute Stimmung unter den Investoren, emissionsbegleitenden Banken und Unternehmen am Primärmarkt. Der ­Indikator bezieht die Rahmenbedingungen für Börsengänge ein, einerseits werden Marktteilnehmer befragt und andererseits werden Aktienpreise, Kurs-Gewinn-Verhält-
nisse (KGV), Volatilität und Zeichnungs­ gewinne berechnet. Dafür wurde die Volatilität deutscher Bluechip-Werte untersucht. In den letzten sechs Monaten ging die Volatilität insgesamt nach oben. Eine hohe Volatilität gilt als Zeichen einer Unsicherheit über die Preisentwicklung und dies ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Börsengangs. Auch die Preisentwicklung ist ein wichtiger Indikator für die Stimmung am Primärmarkt. Die Kurse im DAX sind im letzten Halbjahr erneut gestiegen und befinden sich auf einem relativ hohen Niveau. Darüber hinaus können vom Underpricing, also der Differenz zwischen Emissionspreis und erstem Börsenpreis, Rückschlüsse auf die Entwicklung der Primärmärkte gezogen werden. Im betrachteten Zeitraum wagten fünf Unternehmen den Schritt an die Börse, nämlich Fenghua SoleTech, TLG Immobilien, Zalando, Rocket Internet und Snowbird. Die Emissionspreise lagen überwiegend im unteren Bereich der Zeichnungsspanne, die erstmaligen Preise lagen jedoch darüber. Der IPO-Indikator deutet also im Hinblick auf diese Kriterien einen Aufschwung am Primärmarkt an, vorausgesetzt, die Markt­ lage bleibt stabil.
Die BaFin informiert Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) informiert über unerlaubte Geschäfte. Die BaFin hat dem Bund Deutscher Treuhandstiftungen e.V. die weitere Ausübung des Einlagengeschäfts am 25.2.2015 untersagt. Der Bund Deutscher Treuhandstif­ tungen e.V. tritt auch unter dem Namen „Berliner Wirtschaft- und Finanzstiftung“ („BWF-Stiftung“) auf und wurde angewiesen, die unerlaubt betriebenen Geschäfte abzuwickeln. Die BWF-Stiftung bot Anlegern den Ankauf von physischem Gold an und verpflichtete sich gleichzeitig zum Rückkauf zum ursprüng­lichen Preis nach dem Vertragsab-
lauf. Damit betrieb der Verein ein Einlagengeschäft ohne die erforderliche Erlaubnis der BaFin, die die vollständige Rückzahlung aller angenommenen Gelder anordnete. Die BaFin hat über den neuen Abwickler des Einlagengeschäfts, den Rechtsanwalt Dr. Georg Bernsau (Frankfurt am Main) bekannt gegeben. Er ist für die Korrespondenz mit den Anlegern, die Rückzahlung der ­Gelder sowie die Kündigung der bestehenden Verträge zuständig.
Markt konnten sich Renten-ETFs über hohe Zuflüsse von 4,6 Mrd. Euro freuen. Rohstoff-ETPs konnten die Abwärtstendenz stoppen und hohe Zuflüsse von 730 Mrd. Euro verbuchen. Besonders gefragt waren ETPs auf Rohöl (Cruide Oil). Überdies ­wurden nur leichte Zuflüsse in Gold- und Silber-ETFs verbucht.
Gute Nachrichten für Russland-Anleger
Europäischer ETF-Markt Die weltweite ETP-Branche legte einen guten Start ins Jahr hin mit deutlichen Zuflüssen. Die globale ETP-Branche konnte sich zum Jahreswechsel über deutliche Mittelzuflüsse­ freuen, insgesamt wurden im Januar 10,6 Mrd. US-Dollar investiert. Insgesamt wurden zum Stichtag 31.1.2015 2,6 Billion US-Dollar in ETPs verwaltet. Während der US-Markt im Januar gegen den Trend Mittelabflüsse verbuchen musste, erreichte die europäische ETP-Branche einen Rekord­ zufluss von 11,5 Mrd. Euro. Aktien-ETFs ­erreichten die höchsten Zuflüsse in Höhe von 7,1 Mrd. Euro. Anleger bevorzugten ETFs auf den europäischen Markt mit Zuflüssen in Höhe von 4,9 Mrd. Euro gegenüber dem US-Markt, der Zuflüsse von 541 Mio. Euro verbuchte. Im Januar standen Aktien-ETFs auf europäische Indizes wie den STOXX 50 oder den MSCI Europe überwiegend im ­Fokus der Anleger. Ein mög­licher Grund für die Zuflüsse in europäische ETFs könnte laut Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM) die Ausweitung der lockeren Geldpolitik der Europäischen ­Zentralbank (EZB) sein. Im Gegensatz dazu flossen 1,2 Mrd. Euro aus ETFs auf Emerging Markts ab. Haupt­ ursache für diesen Wert waren 620 Mio. Euro, die aus ETFs auf den chinesischen Aktienmarkt abflossen. Am europäischen
ist an diesem Tag gebührenfrei. Diese Sonderkonditionen gelten bei allen beteiligten Brokern und ab einem Handelsvolumen von 1.000 Euro. Die Deutsche Börse und die Broker comdirect bank, Consorsbank, DAB bank, ING-DiBa, 1822direkt, Augsburger Aktienbank, maxblue sowie Wüstenrot verzichten an diesem Tag auf die üblicherweise anfallenden Transaktionskosten.
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Tag der Aktie Die Deutsche Börse ruft zum „Tag der Aktie“ auf und gewährt Sonderkonditionen für Privatanleger. In Deutschland gibt es immer weniger Aktionäre. Allein eine halbe Million Menschen wendeten sich im Jahr 2014 von einem ­Aktieninvestment ab. Um die Popularität der Aktie in der Bevölkerung zu steigern, ruft die Deutsche Börse mit einigen Direktbanken am 16.3.2015 einen „Tag der Aktie“ aus. Damit der Tag nicht nur symbolisch im ­Zeichen der Aktie steht, gibt es außerdem Sonderkonditionen für Privatanleger. Der Kauf aller DAX-Aktien sowie von acht Exchange Traded Funds (ETFs) auf den DAX über den Handelsplatz der Börse Frankfurt
In Russland investierte Dividendenjäger können sich über einen verringerten Quellensteuersatz freuen. Seit dem 1.1.2015 werden von russischen Dividenden und Kapitalerträgen nur noch 15 % statt 30 % Quellensteuer abgezogen. Diese 15 % können direkt mit der deutschen Abgeltungssteuer verrechnet werden. Veröffentlicht wurde die Änderung im Bundesgesetz 366-FZ vom 24.11.2014 zu den „Änderungen von Teil 2 des Steuergesetzes der Russischen Föderation und anderer Bundesgesetze der Russischen Föderation“ sowie das Bundesgesetz 376-FZ vom 24.11.2014 zu den „Änderungen des Steuergesetzes der Russischen Föderation“. Eine Zusammenfassung hat Clearstream (http://www.clearstream.com/clearstream-en/products-and-services/ asset-services/tax-and-certification/russland--geaendertes-steuergesetz/69342) veröffentlicht. Damit würde die bisher Praxis, die 30-%-ige Steuer über eine Vorabbefreiung auf 15 % zu reduzieren, entfallen können. Ob jedoch alle Banken die neuen Steuerrichtlinien umsetzen oder umgesetzt haben, ist derzeit noch nicht bekannt. Betroffene Anleger sollten daher mit Ihren Depotbanken diesbezüglich Kontakt aufnehmen.
AnlegerPlusNews 03 2015 5
Nebenwerte – Unternehmensmeldungen 01 Datron AG Kursziel erreicht
ist zwar nicht weltbewegend, vor dem Hintergrund des guten Geschäftsverlaufs aber zu verschmerzen, da wir weiter steigende Kurse erwarten und deshalb unser mittelfristiges Kursziel auf 13 Euro anheben. Deshalb bietet die Aktie auch für Neueinsteiger deutliches Potenzial. Das Stop-Loss-Limit ziehen wir auf 8,50 Euro nach. Maximilian Fischer
Das ging schnell. Im Dezember letzten Jahres legten wir Ihnen die Aktie der Datron AG (ISIN DE000A0V9LA7) bei einem Kurs von 8,50 Euro ans Herz und gaben als mittelfristiges Kursziel 10 Euro aus. Knapp drei Monate später hat das Papier die 10-Euro-Marke locker übersprungen, notiert derzeit bei 10,75 Euro und beschert unseren Lesern somit ein Kursplus von etwa 25 %. Doch die Aktie sollte weiterlaufen. Überzeugende Jahreszahlen Der hessische Spezialmaschinenbauer konnte das Gesamtjahr 2014 mit einem kräftigen Wachstum abschließen. Die Umsatzerlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr um rund 14 % auf 38,2 Mio. Euro, das vorläufige EBIT beläuft sich auf 3 Mio. Euro und liegt somit um satte 60 % über dem Vorjahreswert. Das Ergebnis je Aktie von 0,52 Euro zeigt ebenfalls das überproportionale Wachstum gegenüber dem Vorjahreswert von 0,31 Euro je Aktie. Maßgeblich getragen wurde das Wachstum durch den Geschäftsbereich CNC-Fräsmaschinen, aber auch die Bereiche Werkzeuge und Service überzeugten im Jahr 2014 mit Wachstumsraten von jeweils über 10 %. Das regionale Wachstum konzentrierte sich im vergangenen Jahr im Wesentlichen auf die Länder der EU und hier im Besonderen auf Frankreich, UK und Italien. Deutliche Einbußen musste Datron hingegen in Russland hinnehmen. Ausblick für 2015 positiv Und die Erfolgsstory geht weiter, wie das Unternehmen mitteilt. So ist Datron erfolgreich in das aktuelle Geschäftsjahr gestartet und plant für 2015 einen Umsatz zwischen 41 und 43 Mio. Euro bei einer EBIT-Marge von 8 % bis 9 %. Zentrale Treiber dieser Entwicklung werden der weitere fokussierte Ausbau der bereits bestehenden internationalen Aktivitäten in Frankreich und in den USA sowie der weitere Ausbau des Geschäftsbereiches Dental sein. Dividende steigt – Kursziel auch Wie von uns prognostiziert, zeigt sich das Unternehmen gegenüber seinen Anteilseignern generös und hebt die Dividende um 50 % auf 0,15 Euro je Aktie an. Auf Basis des aktuellen Kurses errechnet sich so eine Dividendenrendite von knapp 1,4 %. Das
6 AnlegerPlusNews 03 2015
Quelle: www.finanztreff.de | Kurs am 12.03.2015: 10,75 Euro
02 Lang & Schwarz AG Das Geschäft brummt Wegen der Zurückhaltung deutscher Privatanleger beim Thema Aktie kämpfen viele Broker und Wertpapierhandelshäuser seit Jahren ums Überleben. Ganz anders die Situation bei der Düsseldorfer Lang & Schwarz AG (ISIN DE0006459324), der es gelungen ist, durch innovative Geschäftsmodelle kräftig zu wachsen. In vielen Bereichen unterwegs 1996 gegründet, spezialisierte sich Lang & Schwarz (L&S) von Anfang an auf den börslichen und außerbörslichen Handel mit Wertpapieren. Wer erinnert sich nicht an die wilden Zeiten des Neuen Marktes, in denen vorbörsliche Kursindikationen von Neuemissionen, die auf der L&S-Internetseite verfügbar waren,
als Gewinnindikator für Erstzeichner dienten. Daneben haben es die L&S-Vorstände über die Jahre aber auch verstanden, mit weiteren Angeboten das Geschäft voranzutreiben. So emittiert L&S eigene Optionsscheine und Zertifikate, ist mit über 12.000 quotierten Produkten in Deutschland Marktführer im außerbörslichen Handel mit 18 Partnerbanken und über 15 Mio. Kunden und bietet aktienhandelsnahe Dienstleistungen wie die Beratung und Betreuung beim Going & Being Public sowie im Designated Sponsoring an. Wikifolio lässt die Kassen klingeln Als Quantensprung in der Unternehmensentwicklung darf jedoch die Kooperation von L&S mit der wikifolio Financial Technologies AG gelten. Im Jahr 2013 beteiligte sich L&S mit 5 % an der österreichischen Gesellschaft und stieg damit ins „social trading“ ein. Anlegern wird es über die Plattform wikifolio.de ermöglicht, eigene Portfolios zu gestalten, die mit einem Zertifikat unterlegt sind, das an der Börse handelbar ist. Die Zertifikate werden von L&S begeben. Und dieses Geschäft läuft blendend. Mittlerweile hat das ausgeführte Hedgevolumen für die Wikifoliozertifikate die 5-Mrd.-Euro-Grenze überschritten, ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. Hervorragende Geschäftszahlen Der Erfolg spiegelt sich in den kürzlich vorgelegten Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2014 wider. So verdoppelte sich der Rohertrag der geschäftlichen Tätigkeit (Zinsergebnis zzgl. Provisionsergebnis und Handelsergebnis) nahezu auf 18,4 Mio. Euro nach 9,5 Mio. Euro für das Geschäftsjahr 2013. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beträgt für das Geschäftsjahr 2014 7,7 Mio. Euro und entspricht damit dem mehr als Vierfachen des Vorjahreswertes von 1,8 Mio. Euro. Der Konzernüberschuss konnte mit 5,04 Mio. Euro nach 994.000 Euro im Vorjahr sogar auf mehr als das Fünffache gesteigert werden. Ausblick macht Lust auf mehr Doch auch der Ausblick macht Freude. „Der Jahresauftakt in das neue Jahr gestaltet sich bisher sehr erfreulich“, lässt sich Vorstand Peter Zahn zitieren. Insbesondere im Geschäft mit den Wikifolios sieht L&S sowohl national als auch international noch weiteres Wachstumspotenzial. Daneben werde aber auch die MarketMaker-Dienstleistung sowohl außer- als auch börslich verstärkt nachgefragt und trägt so zu einer weiteren Ergebnissteigerung bei. Die Aktionäre dürfen sich über eine ordentliche Dividendenausschüttung freuen. Auf der für den 27.8.2015 geplanten Hauptversammlung sollen ca. 75 % des erzielten Jahresüberschusses in Höhe von ca. 4,8 Mio. Euro ausgeschüttet werden. Dies entspricht einer Dividende von gut 1,10 Euro je Aktie. Aktie interessant Auf Basis des aktuellen Kursniveaus von 15,50 Euro wird das Unternehmen mit knapp 50 Mio. Euro bewertet. Auf Basis des 2014er-Ergebnisses entspricht dies einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von gerade einmal 10. Dieser Kurs reflektiert die posi-
tiven Zukunftsaussichten ebenso wenig wie die üppige Dividende, bei der sich eine Dividendenrendite von etwa 7 % errechnet. Aus diesem Grund sehen wir bis 16 Euro Kaufkurse bei der L&S-Aktie, das mittelfristige Kursziel erwarten wir bei mindestens 23 Euro, ein Stop-Loss-Limit sollte bei 13 Euro gesetzt werden. Maximilian Fischer
Quelle: TraderFox Börsensoftware, www.traderfox.de | Kurs am 12.3.2015: 15,45 Euro
AnlegerPlusNews 03 2015 7
Gewinner der faktischen Nullzinspolitik­ AAREAL BANK Anfang 2009 wäre ein Einstieg bei der Aareal Bank (ISIN DE0005408116) rückblickend ein lukratives Investment gewesen, als die Aktie wegen der Immobilien- und Finanzkrise­ gerade einmal 2,92 Euro kostete. Aber lohnt sich ein Einstieg auch noch heute, zu den aktuellen Kursen von knapp 40 Euro? rundsätzlich gehören die Anteilsscheine des schwerpunktmäßig auf die Finanzierung von Immobilien­ ausgerichteten­Geldhauses schon deshalb zu den Favoriten­ im deutschen Bankensektor, weil der Konzern einer der Hauptprofiteure der aktuell historisch niedrigen Zinsen hierzulande­ist, die es immer mehr Menschen ermöglichen, den Traum von den eigenen vier Wänden zu realisieren. Zudem gelang dem Unternehmen unlängst ein erneuter Übernahmecoup.
daraus, dass der Bank im Zusammenhang mit dem Erwerb der Corealcredit für 340 Mio. Euro ein Einmalgewinn von 154 Mio. Euro zufloss. Für das laufende Jahr stellt das Management einen Rückgang des Betriebsergebnisses zwischen 400 und 430 Mio. Euro in Aussicht, weil die Integration der neuen Bestände Vorrang vor weiter steigenden Gewinnen genießen soll. Das Neugeschäftsvolumen soll sich auf 6 bis 7 Mrd. Euro belaufen.
Nächste Akquisition zum Schnäppchenpreis! Sofern die Regulierer „grünes Licht“ geben, wird sich die Aareal­ Bank für 350 Mio. Euro in bar den kleineren Wettbewerber WestImmo vollständig einverleiben. Damit machen die Wiesbadener ein erstklassiges Geschäft. Immerhin liegt der Kaufpreis des rentablen Konkurrenten unter dem bilanziellen Eigenkapital der Immobilien-Tochter der mittlerweile aufgespaltenen WestLB. Da für die Akquisition keine Kapitalerhöhung notwendig ist, steigt durch die Transaktion einerseits der Gewinn je AarealBank-Aktie. Darüber hinaus beschert der Schnäppchenpreis dem hessischen­Finanzinstitut­einen einmaligen Zugangsgewinn von etwa 150 ­ Mio. Euro. Dass die Aareal-Dividenden-Papiere im Anschluss an diese Mitteilung um bis zu 6,6 % in die Höhe sprangen, verwunderte nicht, zumal man vor einem Jahr mit der Übernahme der Corealcredit einen ähnlich genialen Deal unter Dach und Fach gebracht hatte. Der trug dazu bei, dass das MDAX-Unternehmen kürzlich erstklassige Geschäftszahlen für 2014 präsentieren konnte­.
Kleinere Korrektur vorstellbar Die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) unter 13 für 2015 sowie einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von 1,07 und einer Dividendenrendite zwischen knapp 5 und gut 8 % – je nachdem, ob eine Sonderausschüttung erfolgt – fundamental günstig bewertet. Allerdings mahnt der Abprall am zentralen­Widerstand­bei 40,70 Euro aus technischer Sicht zu einem­gewissen­Maß an Vorsicht, auch wenn sämtliche längerfristigen Aufwärtstrends­intakt sind. Da das Papier außerdem etwas überkauft ist, stehen die Chancen nicht schlecht, dass man diesen Topwert­in einigen Wochen noch etwas günstiger bekommt.
Deutliche Dividendenerhöhung für 2014 So konnte die Aareal Bank ihr Betriebsergebnis von 198 auf 436 Mio. Euro mehr als verdoppeln und damit die erst im vergangenen­Herbst auf 420 bis 430 Mio. Euro angehobene Prognose übertreffen­. Der Nettogewinn fiel mit 294 Mio. Euro sogar­ dreimal so hoch wie im Jahr zuvor aus. Seine Aktionäre will das Geldinstitut durch die Anhebung der Dividende von 0,75 auf 1,20 Euro angemessen­am Unternehmenserfolg beteiligen. Das Rekordergebnis resultierte neben der anhaltend hohen Nachfrage nach gewerblichen Immobilienfinanzierungen (insgesamt vergaben die Wiesbadener Darlehen über 10,7 Mrd. Euro) auch
8 AnlegerPlusNews 03 2015
Stefanie Drosihn/Marc Nitzsche
Quelle: TraderFox Börsensoftware, wwww.traderfox.de | Kurs am 12.3.2015: 39,80 Euro
Entkommen Sie dem Null-Zins-Monster! Namhafte Referenten und ca. 80 Aussteller informieren vor Ort, u.a.:
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Euro/US-Dollar – Erholung mit großem Fragezeichen technische analyse Nachdem das Währungspaar Euro/US-Dollar im Frühjahr 2014 an der langfristigen Widerstandsmarke bei 1,400 US-Dollar gescheitert war, ebbte auch der vorherige mehrmonatige Aufwärtstrend zusehends ab. it dem Bruch der Unterstützung bei 1,345 US-Dollar setzte anschließend Ende Juli 2014 der Abwärtstrend ein, der Euro/US-Dollar bis heute dominiert. Im Verlauf dieser massiven Abwärtsbewegung brach der Wert zunächst an die 1,244-US-Dollar-Marke ein, die dem Ansturm der Verkäufer nur kurz Paroli bieten konnte. Bereits Mitte Dezember wurde die Marke unterschritten und direkt im Anschluss auch das Tief des Jahres 2012 durchbrochen. Der Abverkauf unter die 1,204-US-DollarMarke neutralisierte damit auch die kompletten Zugewinne der Vormonate und löste ein langfristiges Verkaufssignal aus. Gleichzeitig beschleunigte sich der ohnehin steile Abwärtsimpuls und Euro/USDollar fiel ohne spürbare Erholungsbewegungen bis an die wichtige Unterstützung bei 1,106 US-Dollar zurück. Dort gelang der Käuferseite zwar zum Jahresauftakt eine erste Gegenbewegung, doch auch diese war nur von kurzer Dauer: Ende Februar setzte sich ein fulminanter Ausverkauf in Gang, der das Währungspaar innerhalb weniger Tage bis in den Bereich der 1,050-USDollar-Marke drückte. Ausblick Seit seinem Verlaufshoch im Mai 2014 hat Euro/US-Dollar aktuell rund 25,00 % seines Wertes eingebüßt. Dennoch haben gerade die letzten Wochen gezeigt, dass die Bären beim Devisenpaar noch längst nicht müde geworden sind. Von einer übergeordneten Erholung ist Euro/ US-Dollar nach wie vor weit entfernt. Kurzfristig dürfte jetzt die Unterstützung bei 1,050 US-Dollar angelaufen werden. Sollte es der Verkäuferseite gelingen, diese­ Marke ebenfalls zu durchbrechen, käme es
10 AnlegerPlusNews 03 2015
Quelle: Godmode-Charting, 11.03.2015 Quelle: Godmode-Charting | Kurs am 11.03.2015
zu einer Ausweitung der Abwärts­bewegung seit Ende Februar, die den Wert direkt bis 1,000 US-Dollar zurückfallen lassen dürfte. Erst auf diesem Niveau wäre mit einer Stabilisierungsphase zu rechnen, der eine Erholung bis in den Bereich um 1,106 USDollar folgen kann. Ein Ende der Baisse wäre damit jedoch noch nicht absehbar. Vielmehr wäre davon auszugehen, dass Euro/US-Dollar im Anschluss an einen derartigen Ausverkauf über Wochen zwischen der 1,000- und der 1,106-US-Dollar-Marke auf niedrigem Niveau seitwärts laufen dürfte. Bricht der Wert allerdings auch unter die Zielmarke von 1,000 USDollar ein, könnte eine weitere Verkaufswelle von Euro/US-Dollar Besitz ergreifen und zu einem Rückfall bis 0,965 und 0,950 US-Dollar führen. Selbst ein finaler Sell off bis 0,900 US-Dollar kann aufgrund der andauernden Schwäche des Wertes nicht mehr ausgeschlossen werden. Sollte es den Bullen dagegen gelingen, die 1,050 US-Dollar-Marke jetzt
zu verteidigen, sind leichte Zugewinne bis 1,080 US-Dollar wahrscheinlich. Oberhalb dieser kurzfristigen Widerstandsmarke dürfte die Barriere bei 1,106 US-Dollar angelaufen werden. Auf diesem Niveau verläuft derzeit auch die steile kurzfristige Abwärtstrendlinie, die etwaige Erholungsbemühungen der Käuferseite sofort wieder im Keim ersticken dürfte. Erst ein dynamischer Ausbruch über diesen Kreuzwiderstand würde das Währungspaar wieder aus der Gefahrenzone herausführen und für eine mittelfristige Erholung sorgen können. In der Folge könnte Euro/US-Dollar bis 1,155 US-Dollar und darüber bis an die Hürde bei 1,164 US-Dollar klettern. Thomas May GodmodeTrader.de
DAX – ein großes Ziel ist erreicht
technische analyse Seit nunmehr fünf Monaten befindet sich der DAX in einer zweigeteilten massiven Aufwärtsbewegung, die mit der direkten Rückeroberung der Unterstützung bei 8.557 Punkten Mitte Oktober 2014 ihren Ausgang nahm. ie erste steile Kaufwelle führte den Index bis Mitte Dezember an das damalige Allzeithoch, welches Ende Juni bei 10.050 Punkten markiert wurde. Kurzfristig gelang es den Bullen zwar, die Marke zu überwinden, doch erfolgte ein nachhaltiger Ausbruch über 10.050 Punkte erst nach einer mehrwöchigen, dreiecksförmigen Korrekturphase. Anfang Januar 2015 sorgten die Käufer mit der Verteidigung der Unterstützung bei 9.424 Punkten und dem Anstieg über die obere Begrenzungslinie des Dreiecks für einen Aufwärtsimpuls, der auch vor dem Allzeithoch nicht Halt machte. Seither dominiert ein steiler Aufwärtstrend, der sich durch hohe Dynamik und eine geringe Schwankungsbreite auszeichnet. Bis Anfang Februar kletterte der DAX bereits bis an die 11.000-Punkte-Marke, ehe es zu einer ersten minimalen Korrektur kam. Ausgehend von der Unterstützung bei 10.552 Punkten setzten die Bullen allerdings direkt zum Konter an und durchbraDAX (ISIN DE0008469008)
chen schließlich auch die neue Rekordmarke bei 10.984 Punkten. In den vergangenen Wochen setzte sich der Aufwärtstrend ohne nennenswerte Gegenbewegungen fort und führte den Index bereits über die anvisierte Zielmarke bei 11.580 Punkten. Ausblick Die in der letzten Analyse als mittelfristiges Kursziel der Aufwärtsbewegung des DAX genannte Zielzone bei 11.580 Punkten ist erreicht und aktuell bereits deutlich durchbrochen worden. Und dies in einer atemberaubenden Geschwindigkeit, die auch weiterhin klar für die Käufer und weiteres Potenzial auf der Oberseite spricht. Es hat lediglich einen Handelsmonat gedauert, um die große Spanne von 10.552 Punkten bis zum aktuellen Hoch abzuarbeiten. Entsprechend ist der Index derzeit massiv überkauft und somit korrekturanfällig. Zu einer solchen Verschnaufpause würde es allerdings erst kommen, sollte der DAX unter die kurzfristige Unterstützung bei 11.400 Punkten zurücksetzen. Dies
Quelle: Godmode-Charting, 11.03.2015
würde den Auftakt für eine mehrtägige Gegenbewegung bis in den Bereich um 11.200 Punkte bilden. An dieser Stelle sollten die Bullen jedoch wieder stabilisierend in das Geschehen eingreifen und nach einer kurzen Bodenbildungsphase wieder zum Angriff übergehen. Gelingt im Anschluss an eine solche Korrektur oder aber auf direktem Weg der nachhaltige Ausbruch über 11.700 Punkte, wäre ein weiteres weitreichendes Kaufsignal aktiviert. In der Folge dürfte der DAX kurzfristig bis 11.800 Punkte haussieren. Oberhalb dieser Marke wäre im Prinzip der Weg bis an die runde 12.000-Punkte-Marke frei. Nach dem Erreichen dieses Kursniveaus sollte es jedoch zu Gewinnmitnahmen und einer entsprechenden Korrektur kommen. Mittelfristig betrachtet wäre es sogar denkbar, dass sich der DAX über die 12.000-Punkte-Marke aufmacht. In diesem Fall liegt das nächsthöhere Kursziel bei 12.400 Punkten. Sollte der direkte Anstieg über 11.700 Punkte dagegen nicht gelingen und der Index im Rahmen einer korrektiven Gegenbewegung unter die Unterstützung bei 11.200 Punkten einbrechen, käme es zu einem Test der Supportmarke bei 10.984 Punkten. Das ehemalige Allzeithoch böte wiederum die Chance, die laufende große Kaufwelle in Richtung neuer Rekordmarken fortzuführen. Bei einem Unterschreiten der Haltemarke würde es dagegen zu einem Angriff auf die mittelfristige Aufwärtstrendlinie kommen, die aktuell auf Höhe der zentralen Unterstützung bei 10.552 Punkten verläuft. Ein Bruch dieser Kreuzunterstützung würde ein erstes Verkaufssignal mit einem Ziel bei 10.050 Punkten nach sich ziehen. Thomas May GodmodeTrader.de
Quelle: Godmode-Charting | Kurs am 11.03.2015
AnlegerPlusNews 03 2015 11
Mit H&M Home tritt Hennes & Mauritz in direkte Konkurrenz zu IKEA.
H&M drückt auf das Expansionstempo­ DIVIDENDENANALYSE Der schwedische Textildiscounter H&M (ISIN SE0000106270) setzt auf globales Wachstum. Neben dem Filialgeschäft soll auch der Handel über das Internet ausgebaut werden. Die Aktionäre können sich derzeit nicht beschweren. Die Dividende fällt ebenfalls ordentlich aus.
in Damenbekleidungsgeschäft wurde im Jahr 1947 unter dem Namen Hennes in Västerås in Schweden eröffnet. 1968 kaufte Erling Persson­, der Firmengründer, Mauritz Widforss, einen Jagd- und Angelausstatter. Mit der Aufnahme von Herren- und Kinderbekleidung ändert sich der Firmenname in Hennes & Mauritz (H&M). 1974 erfolgte der Gang an die Börse in Stockholm. Die Gründerfamilie Persson unter Leitung von Sohn Stefan Persson hält heute noch mehr als ein Drittel der Anteile. Stefan Persson zählt neben Ingvar Kamprad (Gründer von IKEA) zu den reichsten Schweden. Aktuell bietet die H&M-Gruppe Mode unter den Markennamen H&M, COS, Monki, Weekday, Cheap Monday und & Other Stories an. Zu den Wettbewerbern zählen in Deutschland Ketten wie Zara (gehört zu Inditex, dem größten Textilkonzerns Europas) oder auch C&A.
12 AnlegerPlusNews 03 2015
Hennes & Mauritz setzt auf Wachstum Das Expansionstempo ist beeindruckend. Das Wachstumsziel der Schweden sind 10 – 15 % zusätzliche Geschäfte pro Jahr, bei gleichzeitiger Umsatzerhöhung vergleichbarer vorhandener Geschäftseinheiten­. H&M hat im letzten Jahr 379 neue Filialen eröffnet. In diesem Jahr sind 400 neue H&M-Häuser geplant, unter­anderem in Ländern wie Südafrika, Taiwan und Indien sowie­in den USA. Die Gesamtzahl an Läden betrug zum Ende des letzten Jahres 3.511 in 55 Ländern weltweit. Ausbau des Onlinebereichs Die Skandinavier treiben auch den raschen Ausbau des Onlinemarktes­voran, speziell den Einkauf über Smartphones und Tablets­. H&Ms Onlineshop ist in 13 Märkten inklusive der USA verfügbar. COS, Monki, Weekday und Cheap Monday bieten den Onlineverkauf in 19 Märkten an. Cos besitzt zudem einen Online-
Achtung! shop in den USA, während & Other Stories in 12 Märkten online erhältlich ist.
Die Zahl der Angestellten bei H&M ist mit der Bevölkerungs-
zumindest was die Preise anbelangt. Neben Artikeln wie Kissen oder Decken umfasst das Sortiment auch Bettwäsche, Vorhänge­, Dekoartikel, Geschirr und Teppiche. Auch diese Wohn-Accessoires­ aus Schweden sind online zu erwerben. Vom Geschäftsmodell profitieren auch die Aktionäre H&M ist sehr profitabel. Der Gewinn kletterte im letzten Jahr um 17 % auf 19,98 Mrd. Schwedische Kronen (ca. 2,36 Mrd. Euro). Der Umsatz des zweitgrößten Textilkonzerns Europas stieg um 17,7 % auf 151,42 Mrd. Schwedische Kronen (17,87 Mrd. Euro). H&M wird den Aktionären eine Dividende von 9,75 Schwedische Kronen (ca. 1,15 Euro) für das Geschäftsjahr 2013/2014 ausbezahlen­. Gegenüber dem Vorjahr (9,50 Kronen) ist dies eine Anhebung­um 2,6 %. Damit wurde die Ausschüttung erstmals nach vier Jahren wieder angehoben. Die Dividendenrendite ist mit 2,58 % sehr ordentlich. Die Ausschüttungsquote liegt bei 81 % (Vorjahr: 92 %). Die Hauptversammlung findet am 29.4.2015 statt. Auf Einjahressicht legte die Aktie knapp 20 % zu. Für Langfristanleger ist H&M ein Wachstumstitel mit Dividendenfantasie. Werner W. Rehmet Chefredakteur MyDividends.de www.MyDividends.de
H&M Hennes & Mauritz (ISIN SE0000106270)
Klarer Fokus auf attraktive Kundenbranchen, insbesondere BioPharma und Labor
Marktführende Stellung und renommierte Marke
Globale Präsenz mit starker Basis in den Wachstumsregionen
Erfolgreicher Track Record bei Allianzen und Akquisitionen
Hohe Kontinuität in Bezug auf Kunden, Mitarbeiter und Management
Performance 2014 ISIN | Börsenkürzel: DE0007165607 | SRT (Stammaktie) DE0007165631 | SRT3 (Vorzugsaktie) Marktsegment: Prime Standard Kontakt: investor-relations@sartorius.com Tel.: +49.551.308.3684
+ 13,4% + 12,6% + 15,1% + 11,8% + 17,0% 1) 3)
Quelle: finanztreff.de | Kurs am 12.3.2015: 37,44 Euro
Auftragseingang1) Umsatz1) EBITDA2) Ergebnis je Aktie2) Kursentwicklung SRT33)
Wechselkursbereinigt 2) Um Sondereffekte bereinigt 01.01.2014 bis 31.12.2014
©2015 Sartorius AG
Mit zahl Goltze-Einstellungen einer kleineren Großstadt vergleichbar. Das Unternehmen beschäftigt­weltweit 132.000 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr legte der Personalbestand um 6.000 gegenüber dem schreiben, Acrobat 8 Stellen einstellen Vorjahr­(116.000) zu. und bei Ausgabe -> H&M Home ist ein weiteres Standbein Neben Kleidung werden modischeder Wohntextilien und Accessoires Berücksichtigung Profile unter dem Label H&M Home verkauft. Ende April 2011 eröffin Frankfurt der ersteeinschließen H&M Home-Shop Deutschlands. Die ->nete Kein Profil Waren­von H&M Home stehen in direkter Konkurrenz zu IKEA,
Forschungsprojekt: Einstellung von Anlegern gegenüber Auslandsbörsenlistings UMFRAGE Die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. unterstützt ein aktuelles Forschungsprojekt der TU Berlin und bittet die AnlegerPlus-Leser um die Teilnahme an einer Umfrage.
intergrund des TU-Projekts ist es, die Präferenzen von Privatanlegern hinsichtlich Auslandslistings zu erforschen. Wir bitten Sie, uns bei diesem Forschungsprojekt zu unterstützen.­ Einstellung von Anlegern bislang wenig erforscht Weshalb Unternehmen ihr Kapital an ausländischen Börsen listen­lassen und was die Auswirkungen hiervon sind, ist von vielen Seiten akademisch betrachtet worden. In den letzten 10 Jahren wurden­zu diesem Themenkomplex mehr als 160 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht. Die Forschung fokussierte bis dato auf die Beweggründe von Unternehmen­, ins Ausland zu gehen, und den Effekt, den solche Listings auf den Aktienkurs haben. Zudem wurden in ersten Studien­die Präferenzen von institutionellen Anlegern (bspw. Fondsmanagern) hierzu untersucht. Ein Aspekt, welcher bisher wenig erforscht worden ist, ist die Einstellung­von Privatanlegern zu Auslandslistings. Hierbei ist insbe­ sondere die Frage des KostenNutzen-Verhältnisses solcher­Listings aus Investorensicht, aber auch die Frage, wie
14 AnlegerPlusNews 03 2015
solche Listings­die eigenen Investitionsvorhaben beeinflussen, von großem­Interesse­. Forschungsprojekt soll Privatanlegern Gehör schaffen­ Dieses Forschungsprojekt möchte diese Forschungslücke schließen und Privatanlegern hinsichtlich ihrer Präferenzen Gehör verschaffen­. Durch die Teilnahme an dem Forschungsprojekt helfen Sie Forschung­und Praxis, die Präferenzen von Anlegern bei Auslandslistings besser zu verstehen. Die Veröffentlichung der Ergebnisse im Rahmen einer Dissertation, aber auch die beabsichtige Veröffentlichung in Fachartikeln, gewährleistet dabei, dass die geäußerten Präferenzen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und damit auch in etwaige­Entscheidungen von Unternehmen einfließen können. Zusätzlich hierzu werden wir Sie nach Auswertung der Umfrage über die Ergebnisse informieren. Verlosung attraktiver Gewinne Als Dankeschön für die Unterstützung werden unter allen Teilnehmern an der
Umfrage 20 Amazon Einkaufsgutscheine im Gesamtwert­von über 500 Euro verlost. Die Details hierzu sind auf dem Fragebogen aufgeführt. Der Teilnahmeschluss, um an der Verlosung teilzunehmen, ist der 31. März 2015. Selbstverständlich ist dabei der Datenschutz gewährt. Sämtliche Angaben werden anonym und vertraulich behandelt und ausschließlich im Rahmen der Ziele dieser Forschung verwendet, die Auswertungen erfolgen nur auf Basis aggregierter Daten. Teilnahmemöglichkeiten Die Teilnahme an der Umfrage ist online unter www.listing-umfrage­.de­ möglich. Für Rückfragen steht Ihnen Daniel Deckert (daniel.deckert@mailbox­. tu-berlin.de), der das Forschungsprojekt betreut, unter der genannten E-Mail-Adresse gerne zur Verfügung. Wir danken Ihnen sehr für Ihre Mitwirkung. Ohne Sie wäre diese Studie nicht möglich.
6. Deutsche Anlegermesse das Finanzevent im Rhein-Main-Gebiet 27. & 28. März 2015 von 10.00 - 18.00 Uhr Forum Messe Frankfurt Möglichkeiten der Kapital Sicherung und - Vermehrung
AnlegerPlusNews 03 2015 15
Rasanter Technologiewandel als Herausforderung HV-BERICHT Die OSRAM Licht AG (ISIN DE000LED4000) kämpft mit dem rasanten Technologiewandel hin zur LED. Das Geschäft mit traditionellen Lampen schrumpft viel schneller als erwartet. Die frühere Siemens-Tochter schlägt sich aber wacker. it gut 2.000 Aktionären hatten sich zur Hauptversammlung (HV) in München am 26.2.2015 nur halb so viele Teilnehmer wie im Vorjahr eingefunden. Erstmals stand der neue Vorstandsvorsitzende Olaf Berlien Rede und Antwort. Er hat viel Erfahrung mit Themen wie Restrukturierung und Technologiewandel, was ihm bei OSRAM zugute kommen dürfte. Der rasante Technologiewandel hin zur LED vollzieht sich weit schneller als erwartet, was sich in drastisch verkürzten Innovationszyklen und neuer Konkurrenz aus Asien niederschlägt. Zugleich­ schrumpft das Geschäft mit den traditionellen Lampen in rasantem­ Tempo. Noch verdient OSRAM mit diesen Produkten Geld. Es stellt sich jedoch die Frage, wie lange noch.
der üppigen Gewinne mit den althergebrachten Glühlampen gelang­es, im Konzern die bereinigte operative Marge auf 8,7 % (Vorjahr 7,7 %) zu verbessern. Der Nachsteuergewinn sprang ausgehend vom schwachen Vorjahreswert auf 193 Mio. Euro (Vorjahr­ 34 Mio. Euro) nach oben. Wie versprochen, beschloss die HV die Zahlung einer Dividende. Mit 0,90 Euro liegt die Ausschüttungsquote bezogen auf den Gewinn­je Aktie von 1,80 Euro (Vorjahr 0,26 Euro) am oberen Rand des angepeilten Korridors von 30 bis 50 %. Im kommenden Jahr soll es eine Dividende in gleicher Höhe geben, obwohl sich das Ergebnis infolge von weiteren Kosten für die Umstrukturierung des traditionellen Geschäfts reduzieren wird. Danach soll es, so die Hoffnung, deutlich vorangehen.
Innovationen in vielen Bereichen Von existenzieller Bedeutung ist es deshalb, das Geschäft stärker auf die LED auszurichten. In Teilbereichen ist OSRAM schon gut positioniert. Berlien nannte als Beispiele die Infrarot-LED, die bei den neuen Spielekonsolen die Bewegungen des Spielers erkennt, oder die neuen Smartwatches, die mithilfe von OSRAM-Sensoren den Puls und den Sauerstoffgehalt im Blut messen. LEDs und Laserdioden sind auch wesentliche Bestandteile beim autonomen Fahren, damit das System kritische Situationen frühzeitig erkennt. Ganz neu ist das Beleuchtungssystem „Lightify“, mit dem sich verschiedene Lichtszenarien darstellen lassen. Derartige Projekte sollen speziell gefördert werden.
Aktie sehr volatil Die extremen Schwankungen des Aktienkurses spiegeln die Unsicherheit über die künftige Ertragssituation wider. Umso wichtiger ist es, dass das MDAX-Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von über 50 % solide finanziert ist und mit einer Nettoliquidität von mehr als 400 Mio. Euro und umfangreichen Kreditlinien über ausreichend Spielraum verfügt, um Übernahmechancen nutzen zu können. Kooperationen und gegebenenfalls Akquisitionen haben, wie Berlien auf der HV darlegte, in dem sich schnell wandelnden­ Markt große Bedeutung. Die Aktie ist insoweit durchaus einen­ Blick wert. Gegebenenfalls könnte es sinnvoll sein, die hohe Volatilität­für gestaffelte Zukäufe zu nutzen. Matthias Wahler
Anteil LED-Produkte fast 40 % Die Zahlen des Geschäftsjahres 2013/14 zeigen eine stabile Entwicklung­. Auf vergleichbarer Basis wuchs der Konzernumsatz um 1 % auf 5,14 Mrd. Euro. Zwar gab das traditionelle Geschäft um 10 % nach, was durch ein starkes Wachstum von 22 % in den neuen Bereichen aber kompensiert werden konnte. Der Anteil der LED-basierten Produkte liegt inzwischen bei fast 40 % und er wird weiter ansteigen. Wie weit, dazu wagte der neue Vorstandschef keine Prognose. Grundsätzlich bat er um etwas Geduld. Er sei erst zwei Monate im Amt und will mit seinem Team in Ruhe die Strategie für die Zukunft entwickeln. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr präsentiert werden. Aufnahme der Dividendenzahlung Problematisch ist, dass im LED-Bereich bislang kein Geld verdient­ wird. Erst in 2016 soll der Break-even erreicht werden. Nur dank
16 AnlegerPlusNews 03 2015
Quelle: TraderFox Börsensoftware, www.traderfox.de | Kurs am 12.3.2015: 45,38 Euro
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Unterlagen sind ausschließlich online abrufbar.
3 Die Schnuppermitgliedschaft kann innerhalb von 3 Monaten nach Antragstellung jederzeit widerrufen werden. Ohne Widerruf geht die Schnuppermitgliedschaft automatisch in eine reguläre
Mitgliedschaft über. Der Beitragszeitraum beginnt mit dem Tag der Antragstellung auf die Schnuppermitgliedschaft. Die Schnuppermitgliedschaft gilt nur für Neumitglieder. Als Neumitglied gilt, wer innerhalb der letzten 5 Jahre kein SdK Mitglied war. Die Schnuppermitgliedschaft schließt die Inanspruchnahme von individuellen Leistungen (juristische Erstberatung, verschiedene Hilfestellung bei Insolvenzen, fallbezogene Beantwortung von Fragen etc.) aus.
Bei Mittelstandsanleihen sollten Anleger genau hinschauen.
Die Penell-Insolvenz und ihre Lehren MITTELSTANDSANLEIHEN Anleger müssen dazulernen, wenn es um die Sicherheit von Schuldverschreibungen bei mittelständischen Unternehmen geht. Grund dafür ist nicht eine neue gesetzliche Grundlage für Anleihen, sondern die besorgniserregende Entwicklung speziell in diesem Anlagesegment­.
eit dem Ausfall der Anleihe des rheinland-pfälzischen Windanlagenbauers SIAG Schaaf im Jahre 2012 stehen Mittelstandsanleihen heftig in der Kritik. Dies war damals jedoch erst der Auftakt einer Reihe von inzwischen mehr als einem Dutzend Pleiten, die das erst vor wenigen Jahren an den deutschen Börsen etablierte Segment erschüttern. Wurden die Insolvenzen zunächst dem schwierigen Geschäftsumfeld der erneuerbaren Energien zugeschrieben, musste so mancher Anleger lernen, dass im Einzelfall auch kriminelle Energie am Werk war. So ermittelt die Staatsanwaltschaft in den Fällen der Pleiten von Mox Telecom und der Mitteldeutschen Fahrradwerke MIFA. Nicht zuletzt führte diese Entwicklung zu der Ankündigung der Börsen Stuttgart und Düsseldorf, sich entweder ganz aus der Mittelstandsfinanzierung zurückzuziehen oder den inzwischen im Zusammenhang mit Anleihen belasteten Begriff „Mittelstand“ nicht mehr zu verwenden.
18 AnlegerPlusNews 03 2015
Aktuelle Insolvenz bei Penell In dieses Bild fügt sich meiner Ansicht nach auch die aktuelle Entwicklung um den südhessischen Elektrogroßhändler Penell. Er musste am 2. Februar dieses Jahres Insolvenz anmelden. Eigentlich sollte an diesem Tag für Penell der Weg für eine Umstrukturierung frei gemacht werden, ging es doch um eine Nachbesicherung der Anleihegläubiger in einer Abstimmung. Doch dazu kam es aufgrund­des Insolvenzantrages nicht mehr. Das Volumen der erst im Mai 2014 an der Börse Düsseldorf begebenen­Anleihe beträgt auch für Mittelstandsanleihen die geringe­Größe von 5 Mio. Euro, was jedoch nicht über die Brisanz dieses Falles hinwegtäuschen sollte. Ausgangspunkt der kritischen Betrachtung ist der Wertpapierprospekt, der das Warenlager des Emittenten zum Zeitpunkt der Emission­mit insgesamt 1.436 Tonnen Kupferkabel ausweist­. Unter­ Zugrundelegung des zu diesem Zeitpunkt aktuellen Tagespreises­
für Kupfer, welcher mit ca. 6,93 US-Dollar angegeben wird, ergibt sich so eine Summe von umgerechnet rund 7,3 Mio. Euro. Dieser Warenwert wurde im Rahmen der Platzierung der Anliehe, seitens der Geschäftsführung der Penell GmbH, explizit­als maximale Sicherheit­für potenzielle Anleger angeführt. Bestandscheck enthüllt Ungenauigkeiten Im November 2014 stellt sich während eines Bestandschecks durch die Berliner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft MSW dann aber heraus­ , dass die Lagerbestände offenbar nicht stimmten. MSW ist nicht das erste Mal mit Penell beschäftigt, sie hat die Aufgabe des Sicherheiten-Treuhänders der Penell GmbH zugunsten der Anleger im Frühjahr 2014 übernommen und war auch an der Emission der Anleihe beteiligt. Papier schien allerdings geduldiger als Kupfer, denn die Bestandlisten wiesen einen höheren Metallbestand aus, als er in Wirklichkeit­offenbar vorhanden gewesen war. Es soll bereits seit dem Geschäftsjahr 2012 Vorratsvermögen erfunden worden sein, indem im Rahmen der Inventur Metallvermögen gezählt wurden, die effektiv nicht mehr vorhanden waren. Der tatsächliche Lagerbestand der Penell GmbH soll nach veröffentlichten Angaben der MSW im Spätherbst 2014 2,3 Mio. Euro betragen haben, davon Kupfermetall im Wert von etwa lediglich 620.000 Euro. Kritisch zu hinterfragen wird in diesem Zusammenhang auch die Rolle der Hamburger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft TPW sein, die auf Basis der zweifelhaften Inventurlisten die Bilanzen der Penell GmbH testiert hat. Der Sicherheiten-Treuhänder MSW kommt nun zu dem Schluss, dass Penell nicht – wie in den Bilanzen ausgewiesen – über Jahre­ Gewinne gemacht hat. Bereits das Jahr 2012 soll das Unternehmen schon Verluste erwirtschaftet, aber nicht korrekt ausgewiesen­ haben­ . Damit dürfe das in dem anlässlich der Emission der Anleihen­im Prospekt ausgewiesene Zahlenwerk mutmaßlich falsch sein. Ab Mitte 2013 soll die Lage bei Penell dann so ernst geworden sein, dass nach Recherchen des Handelsblattes Rechnungen an ein Factoring-Unternehmen verkauft worden sind, für die gar keine Leistungen erbracht wurden und die später wieder storniert wurden­. Sanierungsgutachten bestätigt desolate Lage Ein Ende Januar 2015 von MSW erstelltes und veröffentlichtes Gutachten kommt schließlich zu dem Ergebnis, dass eine positive Fortführungsprognose nicht zu erkennen sei. Zwar weist die MSW GmbH öffentlich jeden Vorwurf der Verantwortung für den fehlerhaften­Prospekt von sich und verweist auf die eigene­ Abhängigkeit von Penell, jedoch drängt sich gerade vor dem Hintergrund­der „Multifunktionsrolle“ der Wirtschaftsprüfer die Frage der rechtlichen Verantwortlichkeit auf.
Damit nicht genug, stellen die Treuhänder von MSW bei ihren späten Recherchen fest, dass das zur Sicherheit dienende Kupfer nicht nur im erheblich geringeren Umfang vorhanden ist, sondern vielmehr auch bereits jemand anderem als Sicherheit übertragen wurde. Bereits im April 2013 schloss Penell offenbar mit der DZ Bank einen Sicherungsübereignungsvertrag, die nun ihrerseits das verbliebene Material einfordert. Das Versprechen der vermeintlichen Anlegersicherheit wurde also bereits von Anfang an wertlos gestellt, wenn dies alles zutrifft. Sicherungsvorkehrungen versagten Die Kanzlei Göddecke untersuchte das Anlagedesaster in der südhessischen Provinz und stellte die Frage, welche Rollen der bei Mittelstandsanleihen obligatorische Finanzberater sowie die Ratingagentur­, die Penell bewertete, spielten. Im vorliegenden Fall handelt es sich zum einen um die Dicama AG, die bereits an der Emission des ebenfalls im Insolvenzverfahren befindlichen Personaldienstleisters HKW GmbH beteiligt war. Heute beruft sich auch Dicama auf die von Penell vorgelegten Zahlen und verteidigt seine Beratungsleistung, die nach bestem Wissen durchgeführt worden sei. Zum anderen erhielt Penell von der FERI EuroRating Services AG im letzten Jahr ein Emissionsrating von B+, welches zunächst im Dezember 2014 um sechs Notches auf CC- herabgestuft wurde und am 11.2.2015 aufgrund des Insolvenzantrages mit sofortiger Wirkung gänzlich entzogen wurde. Kein Wunder, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt. Von deren Ermittlungen profitieren auch die Anleger, denn so kommen alle Fakten ans Licht und die Verantwortlichen­können zur Kasse gebeten werden. Zusammengefasst muss festgestellt werden, dass es vier Parteien gibt, die der Penell GmbH unterstützend zur Seite standen und offenbar­keine Unstimmigkeiten bemerkt haben wollen. Sowohl der Sicherheitstreuhänder und Emissionsbegleiter MSW als auch der Bilanzprüfer TPW sowie der Kapitalmarktpartner Dicama und die Ratingagentur FERI EuroRating wollten die Ungeeignetheit der Penell GmbH für den Kapitalmarkt nicht ahnen. Jeder versteckt­sich nun hinter den Zahlen, die ihm von Penell gegeben wurden. Doch es darf stark bezweifelt werden, dass das Verschwinden von mutmaßlich 1.000 Tonnen Kupfer nicht mit bloßem Auge zu erkennen gewesen sei. Vor diesem Hintergrund ergibt sich ein Bedarf an juristischen Antworten; denn nur so können Anleger wieder zu ihrem guten Geld gelangen und lernen, nicht sofort auf jeden attraktiven Renditereiz zu reagieren. Hartmut Göddecke Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in Siegburg
AnlegerPlusNews 03 2015 19
RENK: fantastische Zahlen – konservativer Ausblick Die RENK AG hat sehr erfreuliche vorläufige Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2014 vorgelegt. Trotz Rekord beim Auftragseingang bleibt das Unternehmen mit dem Ausblick für die Zukunft jedoch zurückhaltend. er Umsatz der RENK AG bewegte sich nach vorläufigen Zahlen im Jahr 2014 mit 480 Mio. Euro nur leicht unter dem Wert des Jahres 2013 (485 Mio. Euro). Umsatzzuwächse erzielten die Bereiche Fahrzeuggetriebe und Spezialgetriebe. Rückgänge ergaben sich vor allem im Bereich der Standardgetriebe, welche vor ­allem auf das Auslaufen der Lieferungen von Offshore-Windkraftgetrieben in der ersten Jahreshälfte 2014 zurückzuführen waren. Das operative Ergebnis entwickelte sich im Geschäftsjahr 2014 sehr erfreulich, mit 72 Mio. Euro konnte es gegenüber dem Vorjahr um 6 Mio. Euro gesteigert werden. Die Ergebnisverbesserungen in den Bereichen Spezialgetriebe und Fahrzeuggetriebe glichen dabei die Rückgänge bei Standardgetrieben und
20 AnlegerPlusNews 03 2015
Gleitlagern mehr als aus, sodass die Prognose vom Jahresanfang erheblich übertroffen wurde. Die Aktionäre sollen an der sehr erfreulichen Entwicklung 2014 mit einer um 10 % ­gegenüber dem Vorjahr erhöhten Dividende in Höhe von 2,20 Euro je Aktie partizipieren. Volle Auftragsbücher Die absolute Top-Nachricht stellt aus unserer Sicht jedoch der von der Gesellschaft genannte Auftragseingang im Jahr 2014 dar. Hier konnte RENK mit Aufträgen im Wert von 666 Mio. Euro einen neuen Allzeitrekord vermelden. Der Auftragsbestand zum 31.12.2014 belief sich auf 827 Mio. Euro. Wir sind der Meinung, dass dies eine sehr gute Ausgangsbasis für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015 darstellt. Der
Vorstand der RENK AG scheint diesen Optimismus nicht zu teilen und hält sich mit seiner Prognose sehr zurück: Er prognostiziert nur einen leicht steigenden Umsatz gegenüber 2014. Auch das operative Ergebnis soll 2015 nur in der Größenordnung von rund 60 Mio. Euro liegen. Die Zurückhaltung bei den Prognosen ist man von RENK jedoch schon gewohnt. Wir gehen daher davon aus, dass sowohl beim Umsatz als auch beim operativen ­Ergebnis die Zahlen aus dem Jahr 2014 deutlich übertroffen werden können. RENK bleibt für uns ein sehr interessantes Investment. Das Kursziel sehen wir deutlich über den aktuellen Kursen von rund 95 Euro je Aktie.
Realdepot Ticker Griechenland zahlt pünktlich Für unsere 20 „Griechen-Anleihen“, die wir im Wege der Zwangsumschuldung aus dem Jahr 2012 erhalten hatten, haben wir die Zinsen pünktlich Ende Februar gutgeschrieben bekommen. Insgesamt haben wir brutto 31,50 Euro vereinnahmt. Nach Abzug von Abgeltungssteuern und Solidaritätszuschlag wurden dem Verrechnungskonto 23,20 Euro gutgeschrieben.
Kurs am	Gesamtwert	Veränderung 11.03.2015	11.03.2015	in % in Euro	in Euro
Gold-Zack AG i.I. Wandelanleihe	768683	Fernheizwerk Neukölln AG	576790	AGROB Immobilien AG. Vz. 501903	7C Solarparken AG	A11QW6	K+S AG	KSAG88	RENK AG	785000	IFA Hotel & Touristik AG***	613120	GAG Immobilien AG	586353	OLB Oldenburgische Landesbank AG	808600	7C Solarparken AG Optionsanleihe 14/15	A12T2X	7C Solarparken AG Optionsschein	A12T2Y	Essanelle Hair Group AG Nachbesserungsrechte	-	Griechenland Strip	A0LN5U
*12,20	35,50 13,00 1,75 29,46 94,40 5,36 58,50 17,05 0,34 0,00 0,00 **17,12
13.04.2011	19.10.2011	26.06.2012	31.08.2012	30.07.2013	10.03.2014	19.05.2014	02.06.2014	25.06.2014	22.08.2014	22.08.2014	28.03.2011	22.07.2011
100	200	800	4.000	350	100	3.000	100	300	4.000	4.000	500	5
*8,30	30,50 8,20 1,34 22,72 85,49 6,53 59,00 21,29 0,34 0,00 0,00 **79,40
8.300,00 6.099,00 6.560,00 5.360,00 7.952,00 8.549,00 19.590,00 5.900,00 6.387,00 1.360,00 0,00 0,00 3.970,00
12.200,00 7.100,00 10.400,00 7.000,00 10.311,00 9.440,00 16.080,00 5.850,00 5.115,00 1.360,00 0,00 0,00 856,00
+ 47,0 + 16,4 + 58,5 + 30,6 + 29,7 + 10,4 - 17,9 - 0,9 - 19,9 0,0 -78,4
angefallene Transaktionskosten: 748,82 Euro | Stückzinsen: -44,30 Euro | abgeführte Steuern: 5.733,60 Euro | Kontostand: 36.778,49 Euro Gesamtdepotwert: 128.224,09 Euro	Depotveränderung: + 28,22 % Anmerkungen: Stückzinsen = Saldo aus gezahlten und erhaltenen Stückzinsen | Startkapital am 27.1.2011 = 100.000,00 Euro | Depotveränderung = nach Transaktionskosten aber vor Steuern *Angaben in %; **Angaben in %, Der Griechenland Strip enthält insgesamt 21 Wertpapiere, welche im Zuge des Zwangsumtausches für fünf alte Griechenlandanleihen (A0LN5U) eingebucht wurden. ***Erwerb der Aktien folgte in zwei Tranchen: 19.5.2014 1000 Aktien zu 10,16 Euro je Aktie, 27.11.2014 2000 Stück zu 4,72 Euro je Aktie im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Hinweis: Markus Kienle, Mitglied des SdK Vorstands, sitzt im Aufsichtsrat der 7C Solarparken AG.
Hinweise auf potenzielle Interessenkonflikte Die das SdK Realdepot verwaltenden Personen und zur Erstellung des nebenstehenden Artikels beteiligten Personen halten Aktien der Emittenten. Ferner halten die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. und Mitglieder des SdK Vorstands, welche nicht an der Erstellung dieser Ausgabe mitgewirkt haben, Aktien der Emittenten. Wir weisen darauf hin, dass Mitarbeiter, Sprecher und/oder Mitglieder der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. und/oder diesen nahestehende Dritte Wertpapiere der Emittenten halten können. Diese waren jedoch nicht in die Erstellung des Artikels eingebunden und verfügten über keinerlei Informationen über dessen Publikation. Diese Information stellt keine Beratung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und weder Angebot noch Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten des Emittenten dar. Geschäfte mit Finanzinstrumenten sind generell mit Risiken verbunden, die bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Vermögens und in bestimmten Fällen auch zu einem Verlust über das eingesetzte Vermögen hinaus führen können. Die historische Wertentwicklung ist nicht notwendigerweise ein Hinweis auf zukünftige Resultate. Die verwendeten Parameter und die verwendeten Inhalte stellen die persönliche Meinung der Autoren dar. Haftungsausschluss Der Haftungsausschluss der Kapital Medien GmbH (Seite 23) gilt für Beiträge der SdK entsprechend. Die Nutzung der Informationen erfolgt insofern auf eigenes Risiko des Nutzers. Der Leser sollte in jedem Fall vor Entscheidung über eine Geldanlage eine anleger- und anlagegerechte Beratung bei einem hierauf spezialisierten Anbieter in Anspruch nehmen. Eine Aktualisierung des Beitrags für die Zukunft findet nicht statt.
AnlegerPlusNews 03 2015 21
HV-Termine März – Mai 2015 Stand: 11.03.2015, ohne Gewähr; eine umfassende HV-Terminliste finden Sie unter www.sdk.org/hauptversammlung.php. SdK Mitglieder können diese auch unter 089 2020846-0 telefonisch anfordern.
Berlin Hamburg München Frankfurt/Main
Sedlmayr KGaA
GUB GmbH & Co. KGaA
Jakob Berz AG
Bad Schwalbach Hamburg Jena
Lübeck Düsseldorf Frankfurt/Main
Deutsche Annington SE
April 01.04.2015
Hannover Frankfurt/Main Aachen
(bis zum 06.05.2015)
14.04.2015	15.04.2015
22 AnlegerPlusNews 03 2015
Göppingen Oberhausen
Hannover Ludwigsburg Herzogenaurach Frankenthal München
Verlag: Kapital Medien GmbH • Hackenstraße 7b • 80331 München Tel: 089 2020846-20 • Fax: 089 2020846-21 E-Mail: info@kapitalmedien.de • Internet: www.kapitalmedien.de Amtsgericht München - HRB 188639 • Steuernummer 143/153/30727 ISSN 2191-5091 Pflichtblatt an den Börsen: München, Berlin, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Hannover Geschäftsführer: Daniel Bauer, Harald Rotter Herausgeber: Kapital Medien GmbH Redaktion: Chefredakteur: Harald Rotter Stellv. Chefredakteur: Daniel Bauer Autoren dieser Ausgabe: Daniel Bauer, Stefanie Drosihn, Maximilian Fischer, Carolyn Friesl, Hartmut Göddecke­, Eleonora Kovalevska, Thomas May, Marc Nitzsche, Werner W. Rehmet (MyDividends), Harald Rotter, Matthias Wahler Lektorat: Katja Utermöller-Staege Grafik, Layout, Produktion: Aneta Klimek Redaktionsschluss: 12.03.2015 Bildnachweise: Titelseite: © diez-artwork - Fotolia.com Realdepot: emu-coffee@fotolia.com Kontakt: Kapital Medien GmbH (Redaktion AnlegerPlus) • Hackenstraße 7b • 80331 München Fax: 089 2020846-21 • E-Mail: redaktion@anlegerplus.de Anrufe an Mitglieder der Redaktion können nicht weitergeleitet werden. Hierfür bitten wir um Verständnis. Copyright: Alle Rechte vorbehalten. Die Rechte für sämtliche Inhalte liegen bei der Kapital ­Medien GmbH. Sämtliche Inhalte sind nur für die private Nutzung bestimmt. Eine Vervielfältigung und Verbreitung ist nur mit Zustimmung der Kapital Medien GmbH zulässig. Die Veröffentlichung von Leserbriefen behält sich die Redaktion vor, ebenso, diese in gekürzter Form unter Angabe der vollständigen Adresse zu veröffentlichen. Keine Anlageberatung, wichtige Hinweise: Unsere Beiträge dienen nur zu Informationszwecken und haben keinen Bezug zu den spezifischen Anlagezielen, zur finanziellen Situation oder zu bestimmten Notwendigkeiten jedes einzelnen Empfängers. Unsere Publikationen sollen Informationen zur Verfügung stellen, um Anleger zu unterstützen, ihre eigenen Investitionsentscheidungen zu treffen, jedoch nicht um jedem Investor spezifische Anlageberatung zur Verfügung zu stellen. Folglich können die Finanzinstrumente, die hierin behandelt werden, und etwaige Empfehlungen, die hierin ausgesprochen werden, möglicherweise nicht für alle Investoren geeignet sein: Leser müssen sich ihr eigenes unabhängiges Urteil hinsichtlich der Eignung solcher Investitionen und Empfehlungen angesichts ihrer eigenen Anlage­ ziele, Erfahrung, der Besteuerungssituation und Finanzlage bilden. Die Kapital Medien GmbH hält die verwendeten Informationen und Quellen für zuverlässig. Jedoch kann die Kapital Medien GmbH keine Garantie hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Vollständigkeit solcher Informationen übernehmen. Die verwendeten Informationen unterliegen fortwährenden Veränderungen ohne vorherige Benachrichtigung; sie können unvollständig oder zusammengefasst sein und es können möglicherweise nicht alle wesentlichen Informationen hinsichtlich der Unternehmen enthalten sein.
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AnlegerPlusNews 03 2015 23
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AnlegerPlus News 3/2015
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