Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1250.htm
Timestamp: 2018-12-12 12:40:36+00:00

Document:
1.250 Schlossberg mit Ruine Flochberg
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Schloßberg mit Ruine Flochberg" vom 12. Juni 2002 (GBl. v. 29.07.2002, S. 290).
Auf Grund von §§ 21 und 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBI. S 385) und § 28 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 1.Juni 1996 (GBI. S. 369) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Bopfingen, Ostalbkreis, werden zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung „Schloßberg mit Ruine Flochberg".
• das Naturschutzgebiet auf dem Gebiet der Stadt Bopfingen auf Gemarkung Schloßberg zum Teil das Gewann Schloßberg, auf Gemarkung Bopfingen zum Teil das Gewann Stoffelhart und auf Gemarkung Bopfingen Flur 2 (Flochberg) zum Teil das Gewann Stoffelhartsfeld,
• das Landschaftsschutzgebiet auf dem Gebiet der Stadt Bopfingen auf Gemarkung Schloßberg zum Teil das Gewann Schloßberg, auf Gemarkung Bopfingen zum Teil das Gewann Stoffelhart sowie das Flurstück Nr. 1677/1 ganz und die Flurstücke Nrn. 1677, 1679 und 1689 teilweise sowie auf Gemarkung Bopfingen Flur 2 (Flochberg) zum Teil das Gewann Stoffelhartsfeld.
(3) Die Grenzen des Natur- und Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 31. August 2000 im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie (Naturschutzgebiet) und mit durchgezogener grüner Linie (Landschaftsschutzgebiet) sowie in einer Detailkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 31. August 2000 im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter und rot angeschummerter Linie (Naturschutzgebiet) und mit durchgezogener grüner und grün angeschummerter Linie (Landschaftsschutzgebiet) eingetragen.
In der Übersichtskarte sind die von der roten Linie umgrenzten Flächen flächig rot und die von der grünen Linie umgrenzten Flächen flächig grün gekennzeichnet. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung.
Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und beim Landratsamt Ostalbkreis in Aalen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
1. Lebensräume vieler selten gewordener Tier- und Pflanzenarten;
2. typischem Relikt der historischen Kulturlandschaft mit ihrem charakteristischen Landschaftsbild und hoher landeskundlicher Bedeutung;
beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
6. im Bereich der Kalkmagerrasen zu pferchen und land- oder forstwirtschaftliche Produkte zu lagern.
7. Stätten oder Einrichtungen für Spiel und Sport sowie sonstige Erholungs- oder Freizeiteinrichtungen neu anzulegen.
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang und ordnungsgemäß erfolgt, dabei den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet, Grundwasser nicht in seiner chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wild lebenden Tieren und Pflanzen ausreichend Lebensraum erhält. Voraussetzung ist weiter, dass
5. Feldraine, ungenutztes Gelände, Hecken, Gebüsche, Bäume, Magerrasen nicht beeinträchtigt werden;
(3) Einmal jährlich kann innerhalb der Ruine Flochberg ein eintägiges Freilichtkonzert in bisheriger Art und in bisherigem Umfang abgehalten werden. Bauten dürfen nicht aufgestellt werden. Etwaiger anfallender Müll ist wegzuräumen.
(4) Einmal jährlich kann an einem Wochenende unterhalb der Ruine Flochberg das sogenannte Burgfest in bisheriger Art und in bisherigem Umfang abgehalten werden. Etwaiger anfallender Müll ist wegzuräumen.
(5) Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.
(6) Weiterhin zulässig sind alle Maßnahmen, die zur Unterhaltung und Erhaltung der Ruine Flochberg, einschließlich der Beachtung der Verkehrssicherungspflicht, erforderlich sind. Diese Maßnahmen sind jeweils so durchzuführen, dass die Mauerfugenvegetation im Bereich der Ruine geschont wird, soweit dies möglich und zumutbar ist. Die Maßnahmen sind in Abstimmung mit der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege und der Denkmalschutzbehörde durchzuführen.
Schutzzweck des Landschaftsschutzgebiets ist die Sicherung, der Erhalt und die Entwicklung eines beispielhaften, landschaftstypischen Ausschnitts des württembergischen Riesrands zur Sicherung des Naturschutzgebiets, um die auf weitgehend extensiver Nutzung beruhende
• Nutzungsfähigkeit der Naturgüter zu erhalten und zu verbessern, insbesondere der extensiv genutzten Wiesen, Weiden und Gehölzstrukturen als Lebensraum einer durch seltene Arten gekennzeichneten Vogel- und Pflanzenwelt sowie als Gebiet, in dem zugleich die Frischluftentstehung geschützt wird;
• Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft zu erhalten und zu steigern, teils aus ökologischen Gründen, teils wegen ihres besonderen Erholungswertes für die Allgemeinheit.
Im Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch:
1. wesentliche Landschaftsbestandteile, wie Hecken oder extensiv bewirtschaftetes Grünland, zu beseitigen, zu zerstören oder zu ändern;
3. Einfriedungen zu errichten;
5. Stätten für Sport und Spiel anzulegen;
6. Anlage von Flugplätzen, von Gelände für das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z.B. Hängegleiter, Gleitsegel, Ultraleichtflugzeuge, Sprungfallschirme) und Freiballonen sowie von Geländen für den Aufstieg von Flugmodellen, die der luftverkehrsrechtlichen Erlaubnis bedürfen;
7. Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt verändern;
8. die Bodengestalt zu verändern, insbesondere durch Aufschüttungen oder Abgrabungen;
9. neu aufzuforsten oder Christbaum- und Schmuckreisigkulturen oder Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen;
11. Kleingärten neu anzulegen;
13. Pflanzenschutzmittel, Düngemittel oder Chemikalien außerhalb land- oder forstwirtschaftlich genutzter Grundstücke zu verwenden;
16. Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderung;
17. Gegenstände zu lagern, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind.
(1) Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 7 und 8 dieser Verordnung gelten nicht für die
1. ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung, die den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet, oberirdische Gewässer und Grundwasser nur unerheblich in ihrer chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wild lebenden Tieren und Pflanzen ausreichend Lebensraum erhält. Dies gilt insbesondere mit der Maßgabe, dass
c) wesentliche Landschaftsbestandteile wie Büsche, Hecken, Einzelbäume, Obstwiesen, Feldgehölze und ähnliche Landschaftselemente, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes und im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen, nicht beseitigt, zerstört, geändert oder sonst beeinträchtigt werden;
a) Hochsitze landschaftsgerecht in die Umgebung eingebunden werden;
b) keine Tiere eingebracht werden;
c) das Schutzgebiet nur im Zusammenhang mit der Ausübung der Jagd und nur auf Wegen mit Kraftfahrzeugen befahren wird, es sei denn, das Verlassen befestigter Wege ist zu Transportzwecken unumgänglich und erfolgt unter Berücksichtigung des Schutzzwecks.
Schutz- und Pflegemaßnahmen werden in einem Pflege- und Entwicklungsplan oder durch Einzelanordnungen der höheren Naturschutzbehörde festgelegt, soweit sie nicht für Waldflächen im Forsteinrichtungswerk integriert sind. Für Maßnahmen an der Burgruine Flochberg ist das Einvernehmen mit der Denkmalschutzbehörde erforderlich. §§ 4, 7 und 8 dieser Verordnung sind insoweit nicht anzuwenden.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1'Nr. 2 NatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 2 Nr. 7 LJagdG handelt, wer in dem Natur-und Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen §§ 4, 5 Abs. 3, 7, 8 und 9 Abs. 1 Nr.3 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
§ 13 Inkrafttrten
(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Landschaftsschutzverordnung für den Landkreis Aalen vom 05. Dezember 1968 (Gemeinsames Amtsblatt für den Landkreis Aalen, die Städte Aalen und Ellwangen vom 20. Dezember 1968) für den Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft.
Stuttgart, den 12. Juni 2002

References: § 28
 § 2
 § 4
 § 64
 § 40

§ 13