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Timestamp: 2016-10-21 23:50:55+00:00

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6B_492/2009 (18.01.2010)
6B_492/2009
Willk�r; Unschuldsvermutung; rechtliches Geh�r; mehrfache Misswirtschaft,
Die A.________ Holding AG und ihre Tochtergesellschaften Ab.________ AG und B.________ AG (nachfolgend zusammengefasst: A.________-Gruppe) bet�tigten sich w�hrend mehrerer Jahre in der Personalvermittlung. Ende 2001 waren sie �berschuldet. Im Juli respektive August 2002 wurde �ber die Gesellschaften der Konkurs er�ffnet, und die Gl�ubiger erlitten einen Verlust in der H�he von rund Fr. 21 Mio. X.________ war im Verwaltungsrat der drei Gesellschaften. Ihm wird zur Last gelegt, den Konkursrichter versp�tet benachrichtigt und dadurch die ihm obliegende Anzeigepflicht im Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR verletzt zu haben.
Das Kantonsgericht St. Gallen sprach X.________ mit Entscheid vom 12. Februar 2009 zweitinstanzlich schuldig der mehrfachen Misswirtschaft. Es verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 35 Tagess�tzen � Fr. 80.-- bei einer Probezeit von zwei Jahren.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, er sei vom Vorwurf der mehrfachen Misswirtschaft freizusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen schliesst in ihren Vernehmlassungen vom 12. August 2009 und 5. November 2009 auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht St. Gallen hat auf Vernehmlassung verzichtet.
Der Beschwerdef�hrer wirft der Vorinstanz eine unrichtige und unvollst�ndige Feststellung des Sachverhalts, die Verweigerung des rechtlichen Geh�rs (Art. 29 Abs. 2 BV) und eine Verletzung der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK) vor.
1.1 Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. auch Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willk�rlich ist (BGE 134 IV 36 E. 1.4.1 S. 39). Die entsprechende R�ge pr�ft das Bundesgericht nur insoweit, als sie in der Beschwerde explizit vorgebracht und substanziiert begr�ndet worden ist. Die Beschwerdeschrift muss die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw. welche Rechtss�tze inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 135 III 232 E. 1.2 S. 234 mit Hinweisen; 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 133 IV 286 E. 1.4 S. 287 f.).
Ebenfalls unter dem Gesichtspunkt der Willk�r pr�ft das Bundesgericht, inwiefern das Sachgericht den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt hat. Diese aus der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK) abgeleitete Maxime hat das Bundesgericht wiederholt dargelegt, worauf zu verweisen ist (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41 mit Hinweisen).
Der in Art. 29 Abs. 2 BV gew�hrleistete Anspruch auf rechtliches Geh�r verlangt, dass die Beh�rden die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tats�chlich h�ren, pr�fen und in der Entscheidfindung ber�cksichtigen (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen). Keine Verletzung des rechtlichen Geh�rs liegt vor, wenn eine Beh�rde auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil sie aufgrund der bereits abgenommenen Beweise ihre �berzeugung gebildet hat und ohne Willk�r in vorweggenommener Beweisw�rdigung annehmen kann, dass ihre �berzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht ge�ndert w�rde (BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148 mit Hinweisen).
1.2.1 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, er habe vor Vorinstanz den Antrag gestellt, es sei Ea.________ als Zeugin zu befragen. Diese habe sich zur Frage zu �ussern, inwiefern sie und ihr Ehemann im April 2002 vom Beschwerdef�hrer (als Verwaltungsrat aller drei Gesellschaften) verlangt h�tten, vorerst nichts zu unternehmen und somit sinngem�ss von einer Anzeige an den Richter im Sinne von Art. 725 Abs. 2 OR abzusehen. Weiter habe die Zeugin dar�ber Auskunft zu geben, ob das Ehepaar E.________ am 16. Juli 2002 bereit gewesen sei, der A.________-Gruppe einen (weiteren) Kapitalzuschuss in der H�he von Fr. 9 Mio. zu gew�hren. Indem die Vorinstanz die beantragte Einvernahme nicht durchgef�hrt habe, habe sie sein rechtliches Geh�r sowie die Unschuldsvermutung verletzt (Beschwerde S. 8 ff.).
1.2.2 Die Vorinstanz hat dem Beschwerdef�hrer eine versp�tete �berschuldungsanzeige selbst f�r den Fall zur Last gelegt, dass er die von ihm vorgebrachten Instruktionen vom Ehepaar E.________ tats�chlich erhalten h�tte (angefochtener Entscheid S. 8). Die R�ge der unterlassenen Beweisabnahme ist deshalb insoweit unbegr�ndet.
Zur Vereinbarung vom 16. Juli 2002 hat die Vorinstanz unter Hinweis auf die Einvernahme von F.________ vom 8. Juli 2003 festgehalten, dieser habe Eb.________ vorgeschlagen, die Gesellschaften mit maximal Fr. 9 Mio. innert zehn Jahren zu sanieren. Von einer unverz�glichen Sanierung k�nne bei dieser Dauer keine Rede sein. Eb.________ sei am 18. Juli 2002 verstorben, und schriftliche Dokumente, welche die Vereinbarung belegten, seien nicht vorhanden (angefochtener Entscheid S. 8). Die Vorinstanz hat mithin die von F.________ erw�hnte und in den Grundz�gen umschriebene Vereinbarung als nicht gen�gende, da nicht unverz�gliche Sanierungsmassnahme qualifiziert. Mit diesen Erw�gungen setzt sich der Beschwerdef�hrer nicht argumentativ auseinander. Er stellt der W�rdigung der Vorinstanz lediglich seine eigene Sicht der Dinge gegen�ber. Die blosse - im �brigen hinsichtlich des Zeitpunkts der Darlehensgew�hrung unsubstanziierte - Darlegung der eigenen Sichtweise ist indessen nicht geeignet, Willk�r darzutun. Eine solche liegt nach st�ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung einzig vor, wenn der angefochtene Entscheid auf einer schlechterdings unhaltbaren oder widerspr�chlichen Beweisw�rdigung beruht bzw. im Ergebnis offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 135 V 2 E. 1.3 S. 4 f. mit Hinweisen). Die Beschwerde gen�gt deshalb in diesem Punkt den Anforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Beispielsweise vermag der Beschwerdef�hrer aus der zitierten Einvernahme von Ea.________ nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Eine entsprechende Zusicherung vom 16. Juli 2002 erw�hnte Ea.________ nicht. Vielmehr hielt sie fest, ihr Ehemann habe am 15./16. Juli 2002 erfahren, dass "der Konkurs unvermeidlich ist" (vorinstanzliche Akten act. ZE/7 S. 6 f.). Im �brigen ist, entgegen den Ausf�hrungen in der Beschwerde, eine antizipierte Beweisw�rdigung nicht allein in dem Fall zul�ssig, wenn der behauptete, jedoch nicht zum Beweis erstellte Sachverhalt dem Urteil zugrunde gelegt wird (vgl. E. 1.1 hievor). Die Vorinstanz konnte von der Einvernahme von Ea.________ absehen, da sie davon willk�rfrei keinen weiteren Erkenntnisgewinn erwartete. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
1.3.1 Der Beschwerdef�hrer sieht sein rechtliches Geh�r und die Unschuldsvermutung verletzt, da die Vorinstanz zur Fortf�hrungsf�higkeit und -w�rdigkeit der A.________-Gruppe sowie zu den getroffenen Sanierungsbem�hungen keine Expertise eingeholt habe (Beschwerde S. 16 ff.). Auf die Beschwerde ist in diesem Punkt nicht einzutreten. Die Vorinstanz hat unter Hinweis auf die zumindest seit der zweiten H�lfte des Jahres 2001 sich zuspitzende finanzielle Situation, die faktische �berschuldung der A.________-Gruppe per Ende 2001, die monatlich steigenden Verluste der Tochtergesellschaften im Jahre 2002 sowie die ausserordentlichen Ereignisse im April 2002 (Reduktion der Kreditlimite der Bank B.________ sowie Nachforderungen der AHV) konkrete Aussichten auf eine dauerhafte Sanierung verneint (angefochtener Entscheid S. 7). Der Beschwerdef�hrer macht nicht geltend, die vorinstanzliche Beweisw�rdigung sei willk�rlich. Er legt infolgedessen nicht dar, inwiefern die Vorinstanz unter dem Gesichtspunkt der Willk�r den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt, in unzul�ssiger antizipierter Beweisw�rdigung den Beweisantrag abgelehnt und sein rechtliches Geh�r verletzt habe.
1.3.2 Ebenso wenig gen�gt die Beschwerde den Anforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG, soweit eine Verletzung der Garantie eines gerechten Verfahrens (Art. 29 Abs. 1 BV) ger�gt wird (Beschwerde S. 52 ff.). Der Beschwerdef�hrer setzt sich mit den vorinstanzlichen Erw�gungen nicht auseinander und begr�ndet seine R�ge nicht gen�gend. Im �brigen vermag er aus dem Umstand, dass sich das Untersuchungsverfahren nicht gegen weitere Verwaltungsr�te und Revisoren richtete, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Seine Verfahrensrechte wurden dadurch in keiner Art und Weise beeintr�chtigt. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
2.1 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, die Verurteilung wegen Misswirtschaft verletze Bundesrecht. Vor der Kenntnisnahme der M�rzabschl�sse am 27. April 2002 habe f�r ihn kein Handlungsbedarf bestanden. Die von ihm nach dem 27. April 2002 angestrengten Sanierungsbem�hungen (vgl. Beschwerde S. 22 ff.) seien erfolgreich gewesen. Die Vorinstanz habe keine konkreten Ausf�hrungen gemacht, inwiefern die Verm�genslage verschlimmert worden sei. Ein Nachweis, dass sich diese zwischen dem 27. April 2002 und Mitte Juli 2002 verschlechtert habe, fehle. Im Juli 2002 w�re der angestrebte Break-even erreicht gewesen. Auch fehlten im angefochtenen Entscheid jegliche Erw�gungen �ber den Kausalzusammenhang zwischen seinem Verhalten und dem Eintritt der ung�nstigen Verm�genslage. Dadurch habe die Vorinstanz sein rechtliches Geh�r verletzt. Da er insgesamt seinen Pflichten nachgekommen sei, stehe fest, dass der objektive Tatbestand der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 StGB nicht erf�llt sei (Beschwerde S. 20 ff.).
Schliesslich r�gt er, die Vorinstanz habe ihr Urteil unzureichend begr�ndet und dadurch sein rechtliches Geh�r verletzt, weil Erw�gungen zum subjektiven Tatbestand der Misswirtschaft g�nzlich fehlen w�rden. Ein grob fahrl�ssiges Verhalten k�nne ihm nicht vorgeworfen werden (Beschwerde S. 44 ff.).
2.2 Gem�ss Art. 165 Ziff. 1 StGB wird der Schuldner, der durch Misswirtschaft, namentlich durch arge Nachl�ssigkeit in der Berufsaus�bung oder Verm�gensverwaltung, seine �berschuldung herbeif�hrt oder verschlimmert, seine Zahlungsunf�higkeit herbeif�hrt oder im Bewusstsein seiner Zahlungsunf�higkeit seine Verm�genslage verschlimmert, mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bestraft, sofern �ber ihn der Konkurs er�ffnet oder gegen ihn ein Verlustschein ausgestellt worden ist.
Beim Kriterium des Verschlimmerns von �berschuldung oder Zahlungsunf�higkeit trotz deren Kenntnis ist die Auslegung der Generalklausel von Art. 165 StGB, d.h. die Interpretation unsorgf�ltiger Handlungen des Schuldners und die entsprechende Qualifikation der Sorgfaltspflicht, in der Regel nicht problematisch, denn aufgrund der Kenntnis der tats�chlichen wirtschaftlichen Situation kann eine erh�hte Aufmerksamkeit des Schuldners erwartet werden. Bei juristischen Personen sind ihre Organe zur sorgf�ltigen Verm�gensverwaltung verpflichtet. F�r den Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft ist die Sorgfaltspflicht in Art. 717 OR umschrieben (Alexander Brunner, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 2. Aufl. 2007, N. 22 ff. zu Art. 165 StGB).
Eine nachl�ssige Berufsaus�bung liegt vor, wenn gesetzliche Bestimmungen der Unternehmensf�hrung missachtet werden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts stellt die Verletzung der Pflichten des Verwaltungsrats einer Aktiengesellschaft, insbesondere die Unterlassung der �berschuldungsanzeige, eine nachl�ssige Berufsaus�bung im Sinne von Art. 165 StGB dar (Urteil 6S.1/2006 vom 21. M�rz 2006 E. 8.1; Urteil Str. 52/1983 vom 26. Mai 1983, in: SJ 1984 S. 169 ff.). Der Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft, der seiner Pflicht zur Unternehmensleitung nicht nachkommt, indem er die Rechnungslegung vernachl�ssigt (Art. 957 OR) und die �berschuldungsanzeige unterl�sst, verletzt die Sorgfaltspflicht nach Art. 717 OR und betreibt Misswirtschaft (Brunner, a.a.O., N. 40 zu Art. 165 StGB).
Die Anzeigepflicht des Verwaltungsrats bei begr�ndeter Besorgnis einer �berschuldung ist in Art. 725 OR geregelt. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann der Verwaltungsrat bei �berschuldung die Benachrichtigung des Richters f�r eine kurze Zeitspanne aufschieben, wenn eine vern�nftige Aussicht auf eine kurzfristige L�sung des Problems besteht (BGE 132 III 564 E. 5.1 S. 573). Angemessen erscheint eine auf wenige Wochen bemessene Frist (vgl. Peter B�ckli, Schweizer Aktienrecht, 4. Aufl. 2009, � 13 Rz. 816 f. und 818, wonach die Frist auf 4 bis 6 Wochen festzulegen ist; ebenso Botschaft vom 21. Dezember 2007 zur �nderung des Obligationenrechts, BBl 2008 1691 Ziff. 2.1.32; Urteil 4C.117/1999 vom 16. November 1999 E. 1b/aa, das in Anlehnung an Art. 64 Abs. 2 lit. b des Vorentwurfes zu einem Bundesgesetz �ber die Rechnungslegung und Revision vom 29. Juni 1998 die Frist auf maximal 60 Tage bemisst). Es muss die dauerhafte finanzielle Gesundung der Gesellschaft erwartet und deren Ertragskraft wiederhergestellt werden. Sind erhebliche Zweifel an den Erfolgsaussichten der Sanierung angebracht oder ist diese f�r die Gl�ubiger mit einem erh�hten Risiko verbunden, hat der Verwaltungsrat den Richter zu benachrichtigen. �bertriebene Erwartungen oder vage Hoffnungen reichen nicht aus (BGE 127 IV 110 E. 5a S. 113; Urteil 4C.366/2000 vom 19. Juni 2001 E. 4b). Zwischen der Verm�genseinbusse und der Bankrotthandlung im Sinne von Art. 165 StGB muss ein Kausalzusammenhang bestehen (Trechsel/Ogg, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2008, N. 10 zu Art. 165 StGB). Grobe Fahrl�ssigkeit gen�gt (BGE 115 IV 38 E. 2 S. 41).
2.3.1 Soweit der Beschwerdef�hrer vorbringt, eine erhebliche Verschlimmerung der Verm�genslage zwischen dem 27. April 2002 und Mitte Juli 2002 sei nicht nachgewiesen (Beschwerde S. 40), richtet er sich in unzul�ssiger Weise gegen die gegenteilige Tatsachenfeststellung der Vorinstanz. Darauf ist nicht einzutreten.
Ebenso wenig ist er zu h�ren, soweit er, unter Hinweis auf die Anklageschrift, gest�tzt auf die im Konkurs der Ab.________ AG eingegebenen Forderungen auf die Anzahl der Teilzeitbesch�ftigungen im Juli 2002 und auf einen Umsatzplus von �ber Fr. 100'000.-- schliesst. Er h�lt fest, "damit w�re im Juli 2002 [...] der angestrebte Breakeven erreicht gewesen" (Beschwerde S. 41). Auch damit weicht er von den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz ab, wonach die Gesellschaften bis zur Konkurser�ffnung stets grosse Verluste erzielten und mithin die Gewinnschwelle auch im Juli 2002 nicht erreicht wurde. Im �brigen gehen seine Ausf�hrungen an der Sache vorbei, zumal einerseits die Anklageschrift die Anzahl der privilegierten Forderungen aus Arbeitsverh�ltnis entgegen seiner Darstellung nicht nennt und andererseits die im Konkurs eingegebenen Forderungen keinerlei R�ckschl�sse auf die Zahl der Teilzeitbesch�ftigungen erlaubt.
2.3.2 Laut den unangefochtenen Feststellungen der Vorinstanz war die A.________-Gruppe per Ende 2001 �berschuldet. Die Ab.________ AG erlitt in der zweiten H�lfte des Jahres 2001 steigende Verluste (per Ende Juni: Fr. 2'622'336.--; per Ende September: Fr. 3'102'693.--; per Ende Dezember: Fr. 4'468'225.--). Sie war Ende Juni 2001 mit Fr. 1'944'346.-- und Ende Dezember 2001 bereits mit Fr. 3'699'465.-- �berschuldet. Die B.________ AG verzeichnete von Ende September 2001 bis Ende Dezember 2001 einen leicht sinkenden Verlust (von Fr. 268'489.-- auf Fr. 256'182.--). Auch sie war per Ende September 2001 mit Fr. 140'814.-- und per Ende Dezember 2001 mit Fr. 128'507.-- �berschuldet. Die A.________ Holding AG war per Ende Dezember 2001 mit Fr. 5'564'628.-- �berschuldet. Im Jahre 2002 generierte die Ab.________ AG erneut stetig steigende Verluste und in diesem Sinne eine fortlaufende Geldvernichtung (per Ende Januar Fr. 368'132.--; per Ende Februar Fr. 391'374.--; per Ende M�rz Fr. 454'476.--). Die Verluste wichen ab Februar 2002 erheblich von den budgetierten ab (im Februar um rund 60% [budgetiert: Fr. 246'750.--], im M�rz um rund 700% [budgetiert: Fr. 56'400.--]). Ihr Verlust per Ende Juni 2002 betrug Fr. 2'222'190.--, was der H�lfte des im Jahre 2001 erlittenen Verlustes entspricht. Der Verlust der B.________ AG verdoppelte sich von Ende M�rz 2002 bis Ende Juni 2002 auf Fr. 507'764.--. Die Gesellschaft war per Ende M�rz 2002 �berschuldet. Von den M�rzabschl�ssen nahm der Beschwerdef�hrer sp�testens am 27. April 2002 Kenntnis (angefochtener Entscheid S. 3 und 7).
Ebenfalls nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz beseitigte ein mit Vereinbarung vom 18. Januar 2002 der A.________ Holding AG gew�hrter Kredit in der H�he von Fr. 2.5 Mio. (zweckgebunden als Darlehen an die Ab.________ AG und die B.________ AG in der H�he von Fr. 1.5 Mio. respektive Fr. 300'000.--) die �berschuldung der A.________ Holding AG nicht. Auch �berstiegen die in der Folge erzielten Verluste die gew�hrten Darlehen. Weder die budgetierten noch die tats�chlichen Verluste beider Tochtergesellschaften waren somit "gedeckt" (angefochtener Entscheid S. 7 mit Hinweis auf den erstinstanzlichen Entscheid S. 11). Insofern der Beschwerdef�hrer vorbringt, das besagte Darlehen habe die �berschuldung der A.________-Gruppe "ausgeglichen" (Beschwerde S. 22 f.), ist sein Vorbringen nicht gen�gend substanziiert und bleibt im �brigen unklar. Sollte er der Meinung sein, dass der Kredit vom 18. Januar 2002 die �berschuldung beseitigte, wendet er sich in unzul�ssiger Weise gegen die gegenteilige Tatsachenfeststellung der Vorinstanz. Im �brigen w�re eine entsprechende Auffassung unzutreffend. Ein Aktion�rsdarlehen ist Fremdkapital. Es schafft kein Eigenkapital und erh�ht in der finanziellen Krise noch den Verschuldungsgrad der geschw�chten Gesellschaft. Eine Umqualifikation kapitalersetzender Darlehen in Eigenkapital kann es nicht geben (Urteil 5C.230/2005 vom 2. M�rz 2006 E. 3).
Die erste Instanz wirft dem Beschwerdef�hrer vor, er habe es unterlassen, sp�testens ab Kenntnis der M�rzabschl�sse im April 2002 innert maximal 60 Tagen konkrete, kurzfristig umsetzbare Sanierungsmassnahmen zu treffen (erstinstanzlicher Entscheid S. 16). Demgegen�ber �ussert sich nach den zutreffenden Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers die Vorinstanz diesbez�glich nicht ausdr�cklich. Sie geht jedoch implizit davon aus, dass der Beschwerdef�hrer bereits ab Januar 2002 unverz�glich Massnahmen h�tte treffen m�ssen. Im April 2002 sei ersichtlich gewesen, dass die Sanierungsmassnahmen nicht fruchten w�rden. Zumindest h�tten zu diesem Zeitpunkt erhebliche Zweifel an den Erfolgsaussichten der Sanierung bestanden. Ende April 2002 h�tten die bisherigen Sanierungsbem�hungen offensichtlich nicht ausgereicht und seien gescheitert (angefochtener Entscheid S. 7 f.). Ob aber der Beschwerdef�hrer sp�testens am 27. April 2002 oder aber am 27. Juni 2002 den Richter h�tte benachrichtigen m�ssen, kann im Zusammenhang mit der ger�gten Bundesrechtsverletzung (Art. 165 StGB) unbeantwortet bleiben. Die A.________-Gruppe galt nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz ab April 2002 bis zur Konkurser�ffnung Ende Juli respektive Anfang August 2002 zu keinem Zeitpunkt als saniert. Nebst der sich stetig verschlechternden Finanzlage wurden im April 2002 Beitr�ge der AHV in der H�he von rund Fr. 1.2 Mio. nachgefordert. Im gleichen Monat reduzierte die Bank B.________ eine Kreditlimite von urspr�nglich Fr. 2.3 Mio. auf Fr. 1.2 Mio. Der Beschwerdef�hrer legt, indem er �ber weite Strecken seine kantonale Beschwerdeschrift w�rtlich wiedergibt, einzig dar, welche Bem�hungen er bis zum 30. Juli 2002 und somit innert 94 Tagen ab Kenntnis der M�rzabschl�sse getroffen habe (Beschwerde S. 22 ff.). Ein Aufschieben der Benachrichtigung des Richters w�hrend mindestens 94 Tage ist jedoch unzul�ssig. Die Deponierung der Bilanzen per Ende Juli 2002 erfolgte somit in jedem Fall versp�tet. Die Beschwerde ist in diesem Punkt unbegr�ndet.
2.3.3 Mit der Vorinstanz (angefochtener Entscheid S. 8) steht fest, dass das pflichtwidrige Verhalten des Beschwerdef�hrers insgesamt zumindest mitkausal f�r die eingetretene Verschlechterung der Finanzlage der A.________-Gruppe war, zumal die Gesellschaften Ende 2001 �berschuldet und beide Tochtergesellschaften auf jeden Fall ab Januar 2002 ausschliesslich Verluste erwirtschafteten (vgl. act. D1 K165/P3 Reg. 1; act. HD 5/3.13 ff.; act. HD 5/4.18 ff.). Soweit der Beschwerdef�hrer vorbringt, die Vorinstanz �ussere sich nicht zum Kausalzusammenhang, ist seine R�ge unbegr�ndet. Im �brigen legt er nicht dar und ist auch nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz von einem bundesrechtswidrigen Begriff der Kausalit�t ausgeht.
2.3.4.1 Der Beschwerdef�hrer sieht unter Hinweis auf die vorinstanzlichen Erw�gungen zum subjektiven Tatbestand der Misswirtschaft sein rechtliches Geh�r verletzt (Beschwerde S. 46 f.). Diese R�ge ist unbegr�ndet. Wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Geh�r im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV ist die Begr�ndungspflicht. Die Begr�ndung soll verhindern, dass sich die Beh�rde von unsachlichen Motiven leiten l�sst, und dem Betroffenen erm�glichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur m�glich, wenn sowohl die Partei wie auch die Rechtsmittelinstanz sich �ber die Tragweite des Entscheids ein Bild machen k�nnen. In diesem Sinn m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf welche sich ihr Entscheid st�tzt (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen).
Die Begr�ndung des angefochtenen Entscheids ist zwar knapp, sie gen�gt aber, unter Ber�cksichtigung der erstinstanzlichen Erw�gungen, den sich aus der Bundesverfassung ergebenden Anforderungen. Die Vorinstanz �bernimmt einzelne von der ersten Instanz erw�hnten Merkmale sowie implizit und im Ergebnis die diesbez�glichen Erw�gungen der ersten Instanz zur Fahrl�ssigkeit. Es ist schliesslich nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdef�hrer auch nicht vorgebracht, dass es ihm nicht m�glich gewesen w�re, den Entscheid sachgerecht anzufechten (vgl. Beschwerde S. 44-57). Die R�ge der nicht gen�genden Begr�ndung respektive der Verletzung des rechtlichen Geh�rs ist abzuweisen.
2.3.4.2 Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdef�hrer ein grob fahrl�ssiges Handeln vor. Dies ist, entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers, bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Wohl erfasst grob fahrl�ssige Misswirtschaft nicht jede Nachl�ssigkeit, die einen finanziellen Zusammenbruch bewirkt. Erforderlich ist vielmehr die Verletzung elementarer Sorgfaltspflichten. Dabei ist von zentraler Bedeutung die Frage, welche Gefahren ein Schuldner in einer bestimmten Situation eingehen darf und wo die Grenzen des strafrechtlich erlaubten Risikos �berschritten sind. Gewisse Anhaltspunkte sind besonders im Handelsrecht zu finden (Peter Albrecht, in: Kommentar zum schweizerischen Strafrecht, 1990, N. 16 ff. zu Art. 165 StGB). Eine solche Referenz stellt Art. 725 OR dar. Bei der in Abs. 2 verankerten Pflicht zur Anzeige handelt es sich um eine grunds�tzlich un�bertragbare Aufgabe des Verwaltungsrats (Art. 716a Abs. 1 Ziff. 7 OR). Aktion�re, Gl�ubiger und in der Regel die Revisionsstelle sind dazu nicht befugt. Sie ist gleichzeitig von wesentlicher Bedeutung. Die Bestimmung soll verhindern, dass die Konkurser�ffnung zu sp�t erfolgt. Dadurch werden gegenw�rtige und k�nftige Gl�ubiger vor weiteren Verlusten gesch�tzt. Dar�ber hinaus werden allgemeine Interessen gesch�tzt, indem �berschuldete juristische Personen nicht im Wirtschaftskreislauf verbleiben (BGE 127 IV 110 E. 5a S. 113 mit Hinweisen).
Die Beachtung der Vorschrift von Art. 725 OR geh�rte somit zu den elementaren Pflichten des Beschwerdef�hrers. Dies gilt umso mehr, als ihm die massive �berschuldung der A.________-Gruppe Ende 2001 bekannt war, was in der Folge eine erh�hte Aufmerksamkeit voraussetzte. Die Ab.________ AG war bereits Mitte 2001 �berschuldet und generierte bereits ab diesem Zeitpunkt (und somit bis zur Konkurser�ffnung �ber ein Jahr lang) stetig steigende und ab Februar 2002 erheblich vom Budget abweichende Verluste. Mitte 2002 hatte sie 50% des Vorjahresverlustes erreicht. Ebenso wenig entsch�rfte sich die finanzielle Situation der B.________ AG, nachdem sich ihr Verlust innerhalb des zweiten Quartals des Jahres 2002 auf mehr als das Doppelte erh�ht hatte. Der im Januar 2002 einger�umte Kredit deckte weder die fr�heren Verluste noch die budgetierten oder die tats�chlichen Verluste im Jahre 2002. Die finanzielle Notlage der A.________-Gruppe erfuhr im Jahre 2002 somit keine Verbesserung, sondern spitzte sich vielmehr zu. Der Umstand, dass der Beschwerdef�hrer und m�glicherweise weitere Personen an eine erfolgreiche Sanierung glaubten und somit die Situation falsch einsch�tzen, ist allein nicht ausreichend, um im Fehlverhalten des Beschwerdef�hrers lediglich eine leichte Fahrl�ssigkeit zu erblicken. Umst�nde, die den Grund der nicht erfolgten Anzeige in einem milderen Licht erscheinen liessen, liegen nicht vor. Vielmehr ist vom Beschwerdef�hrer, der als Rechtsanwalt mehrere Verwaltungsratsmandate bekleidet, eine erh�hte Sorgfalt zu verlangen. Die �berschuldung brachte einen unmittelbaren Handlungsbedarf f�r den Verwaltungsrat. Die ihm einger�umte Toleranzfrist endete jedoch, als die Situation der Finanzen sich unterdessen verschlechterte (vgl. Urteil 4C.366/2000 vom 19. Juni 2001 E. 4b). Im Ergebnis hat der Beschwerdef�hrer aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit mit der Benachrichtigung des Richters zu lange zugewartet und in verantwortungsloser Weise das Risiko der Verschlechterung und die Konsequenzen f�r die Gl�ubiger ausgeblendet. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

References: Art. 725
 Art. 6
 Art. 95
 Art. 105
 Art. 97
 BGE 
in dubio
 Art. 6
 Art. 29
 Art. 725
 Art. 106
in dubio
 Art. 106
 Art. 165
 Art. 165
 Art. 165
 Art. 717
 Art. 165
 Art. 165
 Art. 717
 Art. 165
 Art. 725
 Art. 64
 Art. 165
 Art. 165
 Art. 29
 Art. 165
 Art. 725
 Art. 725