Source: https://www.slideshare.net/KWS_SAAT_AG/geschftsberichtderkwsgruppe20152016
Timestamp: 2018-09-21 14:59:17+00:00

Document:
Geschäftsbericht der KWS Gruppe für das Geschäftsjahr 2015/16 (deutsc…
3rd Quarterly Report 2015/2016 of t... by KWS Group 228 views
1. Geschäftsbericht 2015 | 2016
2. KWS in Zahlen KWS Gruppe (in Mio. €) 2015/2016 2014/2015 2013/2014 Umsatz und Ergebnis Umsatz 1.036,8 986,0 923,5 Forschungs- und Entwicklungsquote in % 17,6 17,7 16,2 EBIT 112,8 113,4 118,3 in % vom Umsatz (EBIT-Marge) 10,9 11,5 12,8 Finanzergebnis 14,8 16,7 7,5 Jahresüberschuss 85,3 84,0 80,3 Finanz- und Vermögenslage Investitionen 99,6 132,5 69,4 Abschreibungen 48,2 45,9 41,2 Eigenkapital 767,9 738,7 637,8 Eigenkapitalquote in % 53,5 55,2 54,7 Eigenkapitalrendite in % 11,9 13,6 12,8 Gesamtkapitalrendite in % 7,0 7,8 7,8 Nettoverschuldung1 87,9 105,9 31,6 Bilanzsumme 1.436,6 1.337,1 1.165,0 Capital Employed (Ø)2 906,9 851,0 737,5 ROCE (Ø) in %3 12,4 13,3 16,0 Operativer Cashflow 125,9 48,1 76,0 Mitarbeiter Anzahl Mitarbeiter (Ø)4 4.843 4.691 4.150 Personalaufwand 232,2 216,9 189,9 Kennzahlen zur Aktie Ergebnis je Aktie 12,92 12,53 11,69 Dividende je Aktie 3,00 3,00 3,00 Überleitungsrechnung (in Mio. €) Segmente Über­leitung KWS Gruppe Umsatz 1.356,8 –320,0 1.036,8 EBIT 141,1 –28,3 112,8 1 Kurzfristige + langfristige Finanzverbindlichkeiten – flüssige Mittel – Wertpapiere.	2 Summe des Capital Employed zum Quartalsende (immaterielle Vermögenswerte + Sachanlagen + Vorräte + Forderungen L&L – Verbindlichkeiten L&L) / 4. 3 EBIT / Capital Employed (Ø). 4 Durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Berichtsjahr.	Segmente (in Mio. €) Umsatz Umsatz Umsatz UmsatzEBIT EBIT EBIT EBIT 2014/2015 2015/2016 Zuckerrüben Getreide CorporateMais +5,4 % +12,5 % +27,5 % –2,4 % –24,5 % 84 64 391 440 93 119 4 4 –51 –50 795 754 +6,0 % –25,0 % 111 118 12 9 +2,1 %
3.  3 An unsere Aktionäre  3 Vorwort des Vorstands  5 Bericht des Aufsichtsrats 12 KWS Aktie 14 Unternehmerische Nachhaltigkeit 18 Aktuelles Thema 21 Zusammengefasster Lagebericht 22 Grundlagen der KWS Gruppe 32 Mitarbeiter 35 Wirtschaftsbericht 49 Nachtragsbericht 49 Chancen- und Risikobericht 56 Prognosebericht 60 Corporate Governance 70 KWS SAAT SE (Erläuterung auf Basis HGB) 73 Jahresabschluss Inhalt AnunsereAktionäre
4. Hagen Duenbostel (Sprecher) Mais, Unternehmensentwicklung und -kommunikation, Compliance Peter Hofmann Zuckerrüben, Getreide, Marketing Eva Kienle Finanzen, Controlling, Global Services, IT, Recht, Personal Léon Broers Forschung und Züchtung
5. An unsere Aktionäre Saatgut ist Vertrauenssache! Das Vertrauen unserer Kunden in die Leistungsfähigkeit unserer Produkte stärken wir jedes Jahr aufs Neue. Die konsequente Weiterentwicklung der Ertragseigenschaften unserer Sorten, die Saatgutqualität selbst und eine kompe- tente Begleitung des Anbaus mit persönlicher Nähe machen KWS unverwechselbar und langfristig er- folgreich. Insbesondere in Zeiten anhaltend großer Herausforderungen in der Agrarbranche sind diese Qualitäten umso wichtiger. Niedrige Konsumpreise, rückläufige Anbauflächen wichtiger Kulturarten und negative Währungseinflüsse prägten erneut das wirt- schaftliche Umfeld der KWS auf den internationalen Märkten. Um unserem eigenen Anspruch gerecht zu werden, das profitable Wachstum der KWS auch unter diesen Umständen sicherzustellen, waren be- sondere Anstrengungen erforderlich. Dank unseres gut diversifizierten Produktangebots und unserer Unabhängigkeit als Familienunter- nehmen konnten wir die Umsetzung der ­langfristig angelegten Strategie fortführen. Dazu gehört insbesondere der Ausbau unserer Forschungs- und Züchtungsprogramme. Mit rund 400 neuen Vertriebs­zulassungen haben wir auch im Geschäfts- jahr 2015/2016 von den Früchten dieser langjährigen Arbeit profitiert. Vorwort des Vorstands 3Vorwort des Vorstands | An unsere AktionäreKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
6. Das Potenzial des globalen Saatgutmarkts sank in 2015 um rund 8 % auf etwa 37 Milliarden US-Dollar. Dabei verringerte sich die gesamte Anbaufläche kaum. Vielmehr wirkten sich die hohe Wettbewerbs­ intensität, der gestiegene Nachbau v on Getreide sowie der Wechsel zu Kulturarten mit geringeren Saatgutpreisen wie Soja oder Raps negativ aus. Die Branche der Pflanzenschutz- und Saatgutunter- nehmen befindet sich insgesamt weiterhin in einem Konsolidierungs- und Integrationsprozess. Derzeit stehen gleich mehrere größere Übernahmen bezie- hungsweise Fusionen von Agrarchemiekonzernen an. Die KWS ist mit dem auf Pflanzenzüchtung speziali- sierten Geschäftsmodell von diesen Entwicklungen weitgehend unberührt. Aus eigener Kraft haben wir unseren Umsatz und Gewinn in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt und gehören bei der ­Sortenentwicklung weiterhin zu den weltweit führen- den Unternehmen. Saatgut macht den Anfang bei der Lebensmittelver- sorgung. In weiterentwickelten Wirtschaftsregionen sind Lebensmittel zu einer Frage des individuellen Lifestyles geworden. Menschen definieren sich im- mer stärker über das, was sie konsumieren: Flexitari- er, Vegetarier, Veganer, Trennkost oder Low Carb, die Ernährungsformen sind vielfältig. Manche verzichten auf Fleisch, andere meiden Getreide oder Milchpro- dukte. Aber egal welche Ernährungsform bevorzugt wird, moderne Landwirtschaft produziert für diese Nachfrage. Landwirte sorgen mit ihrem Wissen, gu- ten Ideen und modernster Technologie dafür, dass wir als Verbraucher auch künftig hochwertige Le- bensmittel angeboten bekommen. Dabei haben sie immer einen effizienten Ressourceneinsatz im Blick – aus ökonomischen und ökologischen Motiven. Als Pflanzenzüchtungsunternehmen ist KWS ein Teil dieser modernen Landwirtschaft. Der Erfolg des Landwirts steht bei uns immer im Vordergrund. In diesem Geschäftsbericht spiegelt sich auch auf den Fotodoppelseiten und im aktuellen Thema wider, worauf es ankommt – Nähe und Vertrauen. Für die Zukunft sind wir optimistisch. Mittel- bis langfristig rechnen wir weiterhin mit über 5 % Um- satzwachstum und einer mindestens zweistelligen EBIT-Rendite. Kurzfristig erwarten wir keine Entspan- nung des wirtschaftlichen Umfelds. Aller Voraussicht nach werden wir im Geschäftsjahr 2016/2017 unser mittelfristiges Umsatzwachstumsziel von mindestens 5 % nicht ganz erreichen. Dagegen erwarten wir eine Verbesserung der Profitabilität (EBIT-Marge). Nähere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten 56 bis 57. Liebe Leser, auch im 160. Jahr unseres Bestehens bleiben Forschung & Entwicklung und die Nähe zu unseren Kunden für KWS von zentraler Bedeutung. Wir werden daher unsere Anstrengungen auch zu- künftig auf diese Bereiche fokussieren. Zuletzt möch- te ich mich bei unseren Mitarbeitern, Anteilseignern, Partnern und Kunden für den erzielten Geschäfts­ erfolg des letzten Jahres bedanken. Wir freuen uns auf eine gemeinsame und erfolgreiche Zukunft! Im Namen des gesamten Vorstands grüße ich Sie aus Einbeck. Dr. Hagen Duenbostel Sprecher des Vorstands 4 An unsere Aktionäre | Vorwort des Vorstands Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
7. Bericht des Aufsichtsrats In einem insgesamt konjunkturell bewegten Umfeld des Agrarsektors wurden im Berichtsjahr 2015/2016 zahlreiche Akquisitionsvorhaben in der Pflanzen- schutz- und Saatgutbranche öffentlich diskutiert. Infolgedessen sind im Wettbewerbsumfeld der KWS Veränderungen zu erwarten. KWS war in diesem Zu- sammenhang aber weder das Ziel von Übernahme­ vorhaben, noch streben wir derzeit unsererseits Akquisitionen an. Die Unabhängigkeit unseres Unternehmens zu erhalten, ist nach wie vor ein Kernanliegen der Familienaktionäre. Insbesondere die langfristigen Produktentwicklungszyklen in der Pflanzenzüchtung bedürfen einer stabilen Basis und strategischen Planungssicherheit. In diesem Sinne haben Aufsichtsrat und Vorstand auch im abgelaufe- nen Geschäftsjahr erfolgreich zusammengearbeitet. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahr- genommen und den Vorstand in seinen Tätigkeiten regelmäßig beraten, überwacht und sich von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit der Unternehmens- führung sowie der Leistungsfähigkeit und Wirtschaft- lichkeit der Organisation überzeugt. Über alle we- sentlichen Geschäftsvorfälle, die seiner Zustimmung unterliegen, hat der Aufsichtsrat beschlossen und den Vorstand bei allen für die Gesellschaft grund- legenden Entscheidungen sorgfältig begleitet. Der Aufsichtsrat hat die Informationen und Bewertungen, die für seine Entscheidungen maßgeblich waren, gemeinsam mit dem Vorstand erörtert. Die kon­ struktive und von gegenseitigem Vertrauen geprägte Zusammenarbeit der vergangenen Jahre wurde fortgeführt. Dies zeigte sich unter anderem in der gewohnt frühzeitigen Einbindung des Aufsichtsrats in alle Entscheidungen, die für die Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung waren. Die hierfür notwendi- ge Berichterstattung in mündlicher und schriftlicher Form erfolgte regelmäßig, zeitnah und umfassend. Sie enthielt alle maßgeblichen Informationen zu relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung und über die Lage der Ge- sellschaft bzw. der KWS Gruppe, einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements und der Compli- ance. Zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle sind in Einklang mit der Geschäftsordnung für den Vor- stand im Aufsichtsrat vorgestellt, erörtert und durch diesen freigegeben worden. Gegenstand ausführ- licher Erörterungen waren die Geschäftspolitik, die Unternehmens- und Finanzplanung, die Rentabilität und die Lage der Gesellschaft sowie der Gang der Geschäfte, die Marktentwicklungen und das Wett- bewerbsumfeld, Forschung und Züchtung sowie, neben jeweils bedeutenden Einzelvorhaben, das Risi- komanagement in der KWS Gruppe. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats setzte die bilateralen Gespräche mit dem Sprecher des Vorstands sowie mit den einzelnen Vorstandsmitgliedern in regelmäßigen Ab- ständen außerhalb der Aufsichtsratssitzungen fort. Darüber hinaus traf sich der Gesamtvorstand mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu monatlichen Sitzungen, die neben der aktuellen Geschäftsent- wicklung insbesondere die Strategie, Vorkommnisse von besonderer Wichtigkeit und Einzelaspekte des Unternehmens zum Gegenstand hatten. Der Vorsit- zende des Aufsichtsrats unterrichtete den Aufsichts- rat entsprechend. Von dem Prüfungsrecht nach § 111 Abs. 2 AktG hat der Aufsichtsrat keinen Gebrauch gemacht, da aufgrund der Berichterstattung durch den Vorstand keine Veranlassung dazu bestand. Schwerpunkte der Beratungen Im Geschäftsjahr 2015/2016 trat das Plenum des Aufsichtsrats zu sechs Sitzungen zusammen. Mit Ausnahme der Sitzung am 22. Juni 2016, bei der ein Mitglied entschuldigt fehlte, haben sämtliche Mitglie- der an allen Sitzungen teilgenommen. In einer Son- dersitzung am 22. September 2015 befasste sich der Aufsichtsrat mit der Einlizenzierung von gentechnisch verbesserten Eigenschaften (Traits) für Mais. Zur Stärkung der Technologieplattformen von KWS und Vilmorin & Cie (Börsengesellschaft von ­Limagrain) konnten anschließend langfristige Verträge mit einem führenden Trait- und Saatguthersteller abgeschlos- sen werden. KWS und Vilmorin sind seither berech- tigt, alle aktuellen und zukünftigen Mais-Traits aus dessen Portfolio weltweit kommerziell zu nutzen. Neben den bereits existierenden Trait-Verträgen wurde das künftige KWS Trait-Portfolio durch diese Vereinbarung erfolgreich ergänzt und erweitert. Die Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 14. ­Oktober 2015 war der Prüfung und Feststellung des Jahres­ abschlusses der KWS SAAT SE sowie der Billigung 5Bericht des Aufsichtsrats | An unsere AktionäreKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
8. des Konzernabschlusses der KWS Gruppe zum 30. Juni 2015 gewidmet. Ferner diskutierte der ­Aufsichtsrat etwaige Auswirkungen der Akquisitions- vorhaben in der Branche auf KWS. Im Mittelpunkt der Sitzungen vom 16. und 17. De- zember 2015 standen die strategische Planung, welche einen 10-Jahres-Horizont abdeckt, sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere für neue Technologien der Pflanzenzüchtung, in Europa. Ferner stimmte der Aufsichtsrat dem Erwerb der ausstehenden Anteile an der brasilianischen Maisge- sellschaft RIBER KWS zu. Gleichzeitig wurde in der Sitzung der Beschluss gefasst, das operative Pflanz- kartoffelgeschäft an das holländische Unternehmen Stet Holland B.V. zu veräußern. In seiner Sitzung am 16. März 2016 ließ sich der Aufsichtsrat ausführlich über die Leistungsstände in der Produktentwicklung unterrichten. Ferner wurde beschlossen, ein öffent- liches Ausschreibungsverfahren zur Auswahl eines Abschlussprüfers durchzuführen. Am 22. Juni 2016 stand turnusgemäß die Verab- schiedung der Unternehmensplanung für das Ge- schäftsjahr 2016/2017 inklusive der Mittelfristplanung bis 2019/2020 an. Ferner erörterte der Aufsichtsrat in der Sitzung die Ergebnisse seiner Effizienzprü- fung und führte die Befragung des Aufsichtsrats zur Vermeidung und Aufdeckung von Verstößen (Fraud) durch. Relevante Sachverhalte sind dem Gremium nicht bekannt. Jahres- und Konzernabschluss, Abschlussprüfung Der von der Hauptversammlung am 17. Dezember 2015 gewählte und vom Prüfungsausschuss beauf- tragte Abschlussprüfer, die Deloitte GmbH Wirt- schaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, hat den vom Vorstand vorgelegten und nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellten Jahresabschluss der KWS SAAT SE für das Geschäftsjahr 2015/2016 und den Jahresabschluss der KWS Gruppe (Kon- zernabschluss nach den internationalen Rechnungs- legungsvorschriften IFRS) sowie den zusammenge- fassten Lagebericht der KWS SAAT SE und der KWS Gruppe (Konzernlagebericht) unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und jeweils mit unein- geschränkten Bestätigungsvermerken ­versehen. ­Darüber hinaus kam der Abschlussprüfer zu dem Ergebnis, dass bei der Abschlussprüfung keine Tat- sachen vorlagen, die eine Unrichtigkeit der von Vor- stand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechens­ erklärung gemäß § 161 AktG zu den Empfehlungen der „Regierungskommission DCGK“ ergeben (vgl. Ziffer 7.2.3 Abs. 2 des DCGK). Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss der KWS SAAT SE sowie den Konzernabschluss der KWS Gruppe und den zusammengefassten Lage­ bericht der KWS SAAT SE und der KWS Gruppe mit dem Bericht des Abschlussprüfers für die KWS SAAT SE und die KWS Gruppe sowie den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns der KWS SAAT SE rechtzeitig erhalten und erörtert. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitglie- dern umfangreiche Unterlagen und Entwürfe zur Verfügung. Unter anderem lagen allen Aufsichts- ratsmitgliedern die Jahresabschlüsse, der zusam- mengefasste Lagebericht, die Prüfungsberichte der Abschlussprüfer, der Corporate-Governance-Bericht und der Vergütungsbericht sowie der Gewinnverwen- dungsvorschlag des Vorstands vor. In seiner Bilanz- sitzung am 24. Oktober 2016 führte der Aufsichtsrat eingehende Diskussionen zu den anstehenden Fragen. An der Sitzung nahmen die Abschlussprüfer teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergeb- nisse der Prüfung und standen dem Aufsichtsrat für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Dem Bericht der Abschlussprüfer zufolge lagen keine wesentlichen Schwächen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, vor. Umstände, die auf eine Befangenheit des Abschlussprüfers schließen lassen könnten, lagen ebenfalls nicht vor. Der geringe Umfang zusätzlich erbrachter Leistungen des Ab- schlussprüfers ist im Anhang ersichtlich. Der Aufsichtsrat hat sich nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung dem Ergebnis der Abschlussprüfung – auch aufgrund der Vorprüfung des Prüfungsausschusses – angeschlossen und keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss 6 An unsere Aktionäre | Bericht des Aufsichtsrats Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
9. der KWS SAAT SE sowie den Konzernabschluss der KWS Gruppe nebst zusammengefasstem Lagebe- richt der KWS SAAT SE und der KWS Gruppe gebil- ligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands an die Hauptversamm- lung für die Verwendung des Bilanzgewinns der KWS SAAT SE hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung angeschlossen. Corporate Governance Der Aufsichtsrat hat die Effizienzprüfung nach Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance ­Kodex (DCGK) für die Geschäftsjahre 2014/2015 und 2015/2016 mit Begleitung und Unterstützung der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesell- schaft durchgeführt. Laut EY-Abschlussbericht ent- sprechen die Evaluierungsergebnisse des Aufsichts- rats der KWS SAAT SE dem Benchmark. Von den Befragten wurden keine grundlegenden Schwächen identifiziert. Der Aufsichtsrat hat über die Einhaltung der Emp- fehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ beraten. Hinsichtlich der Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehö- rigkeitsdauer von Mitgliedern im Aufsichtsrat der KWS SAAT SE gemäß Ziffer 5.4.1 DCGK hielt der Aufsichtsrat an seiner Entscheidung fest, diesen Empfehlungen des Deutschen Corporate Gover­ nance Kodex (DCGK) weiterhin nicht zu entsprechen, da sie in familiengeprägten Gesellschaften wie KWS die Rechte der an der Gesellschaft mehrheitlich be- teiligten Familienaktionäre wesentlich einschränken würden. Der Aufsichtsrat hat sich regelmäßig mit der Frage etwaiger Interessenkonflikte von Vorstands- und Auf- sichtsratsmitgliedern auseinandergesetzt. Etwaige Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichts- ratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber ­unverzüglich offenzulegen sind oder über welche die Hauptversammlung zu informieren ist, sind im Berichtsjahr nicht aufgetreten. Ausschüsse des Aufsichtsrats Der Prüfungsausschuss (Audit Committee) kam im Geschäftsjahr 2015/2016 zu drei gemeinsamen Sitzungen zusammen. Er führte zusätzlich drei Telefonkonferenzen durch – jeweils unter vollstän- diger Präsenz aller Mitglieder, mit Ausnahme der Telefonkonferenz am 19. November 2015, an der ein Mitglied entschuldigt nicht teilnehmen konnte. In seiner Sitzung am 28. September 2015 erörterte der Prüfungsausschuss den Jahresabschluss und die Rechnungslegung der KWS SAAT SE und den Konzernabschluss der KWS Gruppe für das Ge- schäftsjahr 2014/2015. In seiner Sitzung am 16. März 2016 standen der Compliance-Jahresbericht, das Risikomanagement sowie die Ergebnisse der durchgeführten Revisionsprojekte auf der Tages- ordnung. Zugleich wurde der Revisionsplan für das Geschäftsjahr 2016/2017 diskutiert und verabschie- det. Die Sitzung am 22. Juni 2016 beinhaltete unter anderem Erörterungen zu den neuen Standards der Quartalsberichterstattung und zu den Ergebnissen der Effizienzprüfung des Aufsichtsrats. In den drei Telefonkonferenzen wurden im Wesentlichen die Quartalsberichte sowie der Halbjahresbericht des Geschäftsjahres 2015/2016 eingehend erörtert und zur Veröffentlichung freigegeben. Ausschüsse des Aufsichtsrats Ausschuss Vorsitzender Mitglieder Prüfungsausschuss Hubertus von Baumbach Andreas J. Büchting Jürgen Bolduan Präsidialausschuss Andreas J. Büchting Arend Oetker Cathrina Claas-Mühlhäuser Nominierungsausschuss Andreas J. Büchting Arend Oetker Cathrina Claas-Mühlhäuser 7Bericht des Aufsichtsrats | An unsere AktionäreKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
10. Am 22. September 2016 trat der Prüfungsausschuss zusammen, um den aktuellen Jahresabschluss der KWS SAAT SE und den Konzernabschluss der KWS Gruppe sowie die Rechnungslegung zu erör- tern. Der Abschlussprüfer erläuterte die Ergebnisse der Jahresabschlussprüfung 2015/2016 und wies darauf hin, dass im Rahmen der Abschlussprüfung – aus eigener Sicht – keine Umstände vorlagen, die zu ­einer Befangenheit des Prüfers hätten führen können. Der Prüfungsausschuss hat sich ferner mit dem Vor- schlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanz- gewinns der KWS SAAT SE auseinandergesetzt und ihn dem Aufsichtsrat zur Zustimmung empfohlen. Ebenso befasste sich der Prüfungsausschuss mit den Ergebnissen der durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung erfolgten Stichprobenkontrolle des Konzernabschlusses 2014/2015, die ohne Fest- stellungen abgeschlossen wurde. Zudem hat der Prüfungsausschuss die Unabhängig- keitserklärung des Abschlussprüfers gemäß Ziffer 7.2.1 des DCGK eingeholt, die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers festgestellt und überwacht und dessen Qualifikation überprüft sowie die Prüfungs- schwerpunkte festgelegt. Der Prüfungsausschuss hat sich ebenso davon überzeugt, dass die Rege- lungen zur internen Rotation vom Abschlussprüfer eingehalten werden, und er setzte sich mit den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen auseinander. Des Weiteren befasste sich der Prüfungsausschuss in seinen Sitzungen mit der Vorbereitung des Be- schlussvorschlags an die Hauptversammlung am 15. Dezember 2016 für die Wahl des Abschlussprü- fers für das Geschäftsjahr 2016/2017. Zur Auswahl des der Hauptversammlung vorzuschlagenden Abschlussprüfers hat der Prüfungsausschuss im Zeitraum vom 31. März 2016 bis 22. September 2016 ein Ausschreibungsverfahren im Einklang mit den Regularien der seit dem 17. Juni 2016 geltenden neuen EU-Abschlussprüferverordnung durchgeführt. Nach intensiver Diskussion und Bewertung der in diesem Ausschreibungsverfahren eingereichten Unterlagen von insgesamt neun Wirtschaftsprü- fungsgesellschaften empfahl der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat, die Gesellschaft Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover zur Wahl auf der Hauptversammlung vorzuschlagen. In seiner Sitzung vom 24. Oktober 2016 wurde die- ser Vorschlag – unter Berücksichtigung eines vom Prüfungsausschuss ebenfalls genannten alternativen Kandidaten – vom Aufsichtsrat bestätigt und be- schlossen. Der Präsidialausschuss befasste sich im Berichts- jahr mit der Überprüfung der Vorstandsbezüge. Im Zuge dessen schlug er vor, die festen Bezüge von Dr. Peter Hofmann auf die Höhe der anderen Vor- standsmitglieder anzuheben. Peter Hofmann ist seit dem 1. Oktober 2014 im Vorstand der KWS SAAT SE, verantwortet aber schon seit 2005 das Segment Zuckerrüben, welches sich zuletzt in einem schwie- rigen Marktumfeld hervorragend behaupten konnte. Aufgrund dessen und angesichts seiner langjähri- gen erfolgreichen Tätigkeit im Unternehmen schlug der Ausschuss vor, den Vertrag von Peter Hofmann vorzeitig mit Wirkung zum 1. Januar 2016 in einen 5-Jahres-Vertrag mit den gleichen Konditionen in der variablen Vergütung wie für die anderen ordentlichen Vorstandsmitglieder umzuwandeln. Der Aufsichtsrat folgte den Vorschlägen des Ausschusses. Im Oktober 2015 informierte Dr. Arend Oetker KWS darüber, dass er seine KWS Anteile im Zuge einer vorweggenommenen Erbfolge der nächsten Ge- neration übertragen hat. Gleichzeitig hatte er die unternehmerische Verantwortung für die KWS Be- teiligung der Familie Oetker seiner Tochter Dr. Marie Theres Schnell, München, übertragen. Ferner erwog der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, sein Mandat im Aufsichtsrat der KWS SAAT SE Ende 2016 niederzulegen. Am 28. Mai 2016 trat der Nomi- nierungsausschuss zusammen und erörterte die Nachbesetzung der voraussichtlich vakant werden- den Position. Die Aktionärsfamilien Büchting/Oetker hatten hierfür Marie Theres Schnell als Repräsentan- tin der Familie Arend Oetker vorgeschlagen. Marie Theres Schnell (geb. 1976) hat nach dem Abi- tur Kommunikationswissenschaften in Salzburg und Göteborg studiert und in Zürich mit der Promotion im Jahr 2007 ihre universitäre Ausbildung abgeschlos- sen. Berufliche Erfahrungen sammelte sie als Vor- 8 An unsere Aktionäre | Bericht des Aufsichtsrats Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
11. standsreferentin in einem großen digitalen Verlags- haus sowie im Rahmen eines Trainee-Programms in der Lebensmittelindustrie in Spanien. Anschließend war sie als freie Medienberaterin tätig. Zusätzlich zu dieser internationalen Tätigkeit konnte sie vielfältige Erfahrungen in den Unternehmen der Arend Oetker Gruppe sammeln, nicht nur in den Bereichen Land- wirtschaft, Handel und Nahrungsmittel, sondern auch im Rahmen ihrer Tätigkeit in verschiedenen Gesell- schafterorganen. Verwurzelt in einer traditionsreichen Unternehmerfamilie bringt sie Erfahrung, Verantwor- tungsbewusstsein, Weitblick und Augenmaß mit. Der Nominierungsausschuss prüfte die Kandidatur unter Berücksichtigung der entsprechenden Rege- lungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Dementsprechend hat sich der Ausschuss vergewissert, dass Frau Schnell auch den zu erwar- tenden Zeitaufwand für das Mandat aufbringen kann. Ferner strebt der Aufsichtsrat an, dass die Hälfte der Vertreter der Anteilseigner im Sinne des DCGK un- abhängig sein soll. Mit dem Ausscheiden von Arend Oetker und einer Nachwahl von Marie Theres Schnell bliebe die Situation im Gremium diesbezüglich un- verändert. Das Gremium würde damit weiterhin sein gesetztes Ziel erfüllen. Bei der Besetzung des Auf- sichtsrats soll auch auf die Vielfalt geachtet werden. In diesem Kontext beschloss der Aufsichtsrat gemäß § 111 Abs. 5 AktG, dass der Anteil der weiblichen Mitglieder im Aufsichtsrat der KWS SAAT SE bis zum 30. Juni 2017 16,6 % nicht unterschreiten soll. Mit der Nachwahl von Marie Theres Schnell würde sich die- ser Anteil insgesamt auf 33,3 % und bezogen auf die Anteilseigner auf 50 % erhöhen. Abschließend stellte der Nominierungsausschuss fest, dass Marie Theres Schnell für eine Position im Aufsichtsrat gut qualifi- ziert ist und das Gremium ausgezeichnet bereichern würde. Am 20. September 2016 informierte Dr. Arend Oetker den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, dass er sein Mandat im Aufsichtsrat der KWS SAAT SE mit Wirkung zum Ende der Hauptversammlung am 15. Dezember 2016 niederlegen werde. Der Nomi- nierungsausschuss empfahl daraufhin dem Auf- sichtsrat gemäß Ziffer 5.3.3 des DCGK Dr. Marie Theres Schnell als Kandidatin für dessen Vorschlag an die Hauptversammlung zur Ergänzungswahl am 15. ­Dezember 2016. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mit- arbeiterinnen und Mitarbeitern der KWS SAAT SE und ihrer Tochtergesellschaften für den erneut sehr engagierten Einsatz und die weiterhin erfreuliche Entwicklung von KWS. Einbeck, 24. Oktober 2016 Dr. Drs. h. c. Andreas J. Büchting Vorsitzender des Aufsichtsrats Andreas J. Büchting, Vorsitzender des Aufsichtsrats 9Bericht des Aufsichtsrats | An unsere AktionäreKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
12. Weggefährte
13. Persönliche Beratung Saatgut ist Vertrauenssache. Deshalb liegen uns die persönliche Beratung und der enge Kontakt unserer Saatgutspezialisten zu den Landwirten in ihrer Region ganz besonders am Herzen. Mit der Auswahl der an den jeweiligen Standort angepassten Sorte wird der Grundstein für einen erfolgreichen Anbau gelegt. Mit der Ent- scheidung für eine Sorte ist die Arbeit unserer Fachberater jedoch keineswegs beendet – im Gegenteil. Über die gesamte Vegetations- zeit hinweg bleiben sie als zuverlässige Partner in engem Kontakt mit ­ihren Landwirten und besprechen gemeinsam ackerbauliche Themen: von Bodenbearbeitungsmethoden über den günstigsten Zeitpunkt für die Aussaat, den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln bis hin zur idealen Erntezeit und zu geeigneten Lage- rungsbedingungen. So nehmen wir über den Saatgutverkauf hinaus unsere Verantwortung am Beginn der Wertschöpfungskette wahr.
14. KWS Aktie Performance: Volatilität gestiegen – Aktie ­langfristig mit starker Entwicklung Während KWS im Berichtsjahr erfolgreich ihre ­Geschäftstätigkeit ausbauen konnte, sieht sich die Agrarbranche weiterhin einem Überangebot an ­Agrar­rohstoffen, niedrigen Rohstoffpreisen und ­regional angepassten Anbauflächen sowie politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten gegenüber. Die Unsicherheiten der Kapitalmarktteilnehmer spiegeln sich in der Volatilität der KWS Aktie wider. Diese nahm im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu, die durch- schnittliche Tagesschwankung zwischen Höchst- und Tiefstkurs der Aktie stieg bei reduziertem Handels- volumen auf 5,62 (4,33)1 € – trotz der soliden Ge- schäftsentwicklung von KWS. Im Juli 2015 erreichte der Kurs mit 313,55 € einen historischen Höchstwert. Mit dem allgemeinen Einbruch der Börsen im Januar 2016 sank der Kurs auf den unterjährigen Tiefstwert von 235,10 €. Die KWS Aktie erholte sich in der Fol- ge deutlich und schloss zum Geschäftsjahresende nahezu auf dem Vorjahresniveau (297,80 €; –0,6 %). Im Branchenvergleich ist dies eine sehr gute Entwick- lung. Fast alle börsennotierten Wettbewerber schnit- ten – trotz großer Konsolidierungsvorhaben mit Prei- sen deutlich über den Marktwerten der betroffenen Unternehmen – im gleichen Zeitraum schlechter ab. Der DAX verlor in diesem Zeitraum rund 14 %, der EURO STOXX 50 sogar etwa 18 %. Dagegen erreich- ten MDAX (ca. 2 %) und SDAX (ca. 1 %) im gleichen Zeitraum geringe Wertsteigerungen. Blickt man auf die Entwicklung der letzten fünf Jahre (1. Juli 2011 bis 30. Juni 2016), legte der Kurs von KWS um 93 % zu. Im gleichen Zeitraum erreichte der SDAX ein Plus von 61 %, der DAX rund 31 %. KWS SDAX DAX 50 % 100 % 150 % 200 % 250 % +31% +61% +93% Die KWS Aktie im Vergleich Kursentwicklung 5 Jahre 1. Juli 2011 30. Juni 2016 Notierung: KWS bleibt im Mittelfeld des SDAX Im deutschen Index für Small Caps, dem SDAX, lag die Aktie weiterhin im Mittelfeld. Gemessen an der Streu- besitz-Marktkapitalisierung zum relevanten Stichtag am 30. Juni 2016 belegte die Aktie in dem 50 Unternehmen umfassenden Index Rang 18 (18) und gemessen am Handelsvolumen des Berichtszeitraums Rang 39 (35). Die Marktkapitalisierung der KWS SAAT SE lag bei 1.964 (1.970) Mio. € bzw. bei ausschließlicher Berück- sichtigung des Streubesitz­anteils bei 565 (569) Mio. €. Aktienprogramm: KWS Mitarbeiter nutzen ­Beteiligungsmöglichkeit KWS bietet ihren Mitarbeitern bereits seit über 40 Jahren die Möglichkeit, sich direkt als Aktionär am Unternehmenserfolg zu beteiligen und sich damit noch stärker mit ihrem Unternehmen zu identifizieren. Die inhaltliche Ausgestaltung unseres Mitarbeiterbeteili- gungsprogramms blieb im Berichtsjahr unverändert. Unsere Mitarbeiter hatten die Möglichkeit, bis zu 500 KWS Aktien zu einem Kurswert von 217,60 (214,40) € 1 Wenn nicht anders angegeben, beziffern die Zahlen in Klammern den jeweiligen Vorjahreswert. 12 An unsere Aktionäre | KWS Aktie Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
15. Aktionärsstruktur zum 27. September 2016 Streubesitz 32,1 % Tessner Beteiligungs GmbH 15,4 % 52,5 % Familien Büchting, Arend Oetker inklusive eines individuell zu versteuernden Nachlas- ses von 20 % zu erwerben. Von dieser Möglichkeit machten 395 (401) Mitarbeiter in zehn (neun) europä- ischen Ländern Gebrauch und erwarben insgesamt 7.541 (9.878) Aktien. Dies entspricht einem durch- schnittlichen Beteiligungsvolumen von 19 (25) Aktien. Für die erworbenen Aktien gilt eine Sperrfrist von vier Jahren. Innerhalb dieser Frist dürfen die Aktien weder veräußert noch übertragen oder verpfändet werden. Der Erwerb der Aktien, die für das Mitarbeiterbetei- ligungsprogramm eingesetzt wurden, erfolgte wie in den Vorjahren gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 2 AktG. Das Gesamtvolumen, das für den Rückkauf eigener Aktien aufgewendet wurde, lag bei insgesamt 1,9 (2,7) Mio. €. Der durchschnittliche Kaufpreis pro Aktie betrug somit 258,85 (271,73) €. Geplante Gewinnverwendung: ­Dividendenvorschlag stabil bei 3,00 € Die KWS Gruppe erzielte im vergangenen Geschäfts- jahr eine Umsatzsteigerung von 5,2 % auf 1.036,8 (986,0) Mio. €. In einem insgesamt konjunkturell be- wegten Umfeld des Agrarsektors mit unter anderem rückläufigen Anbauflächen und erhöhten Herstel- lungskosten sowie einmaligen Aufwendungen blieb das EBIT mit 112,8 (113,4) Mio. € ­nahezu auf Vorjah- resniveau, war aber durch Wechselkurseffekte positiv beeinflusst. Das Finanzergebnis sank, sodass bei einer geringeren Steuerquote ein Jahresüberschuss von 85,3 (84,0) Mio. € erzielt wurde. Die Umsatzrendite nach Steuern ging auf 8,2 (8,5) % zurück, wäre aber ohne die positiven Währungseinflüsse noch entspre- chend niedriger ausgefallen. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversamm- lung am 15. Dezember 2016 für das Geschäftsjahr 2015/2016 daher die Ausschüttung einer stabilen Di- vidende in Höhe von 3,00 (3,00) € vorschlagen. Damit würden erneut 19,8 (19,8) Mio. € an die Aktionäre der KWS SAAT SE ausgeschüttet. Mit einer Ausschüt- tungsquote von 23,2 (23,6) % vom Jahresüberschuss der KWS Gruppe bliebe die an der Ertragskraft des Unternehmens ausgerichtete Ausschüttungspolitik im langfristig gesetzten Zielkorridor von 20 bis 25 %. Kennzahlen der KWS Aktie ISIN DE0007074007 Anzahl der Aktien 6.600.000 Schlusskurs in € 30. Juni 2016 297,80 30. Juni 2015 298,50 Handelsvolumen (Ø) in Aktien/Tag 2015/2016 2.068 2014/2015 2.211 Marktkapitalisierung in Mio. € 30. Juni 2016 1.965 30. Juni 2015 1.970 13KWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016 KWS Aktie | An unsere Aktionäre
16. Unternehmerische Nachhaltigkeit Unternehmerische Nachhaltigkeit bedeutet für uns Zukunftsorientierung, das heißt ein Streben nach langfristiger Wertschöpfung und wirtschaftlichem Erfolg – ganz im Sinne unserer 160-jährigen Tradition als Familienunternehmen. Unsere Unternehmensstrategie verfolgt die Unab- hängigkeit der KWS als oberstes Ziel und ist somit ausgerichtet auf profitables Wachstum. Zur Umset- zung dieser Strategie ist vorausschauendes Planen und Handeln unerlässlich und daher zentrales Prinzip unserer Unternehmensführung. Pflanzenzüchtung ist ein aufwändiges und langwieriges Geschäft: Die Produktentwicklung für jede neue Sorte nimmt bis zu zehn Jahre in Anspruch. So müssen wir uns mit den ökonomischen, ökologischen und sozialen Heraus- forderungen von heute und morgen sorgfältig ausei- nandersetzen, um die daraus resultierenden Risiken und Chancen zu erkennen und zu antizipieren. Auf dieser Basis richten wir unser Unternehmen operativ und strategisch aus. Dialog mit Stakeholdern Den Prozess zur Bestimmung der wesentlichen Kernthemen für unsere langfristige Unternehmens­ entwicklung wollen wir in Zukunft weiter systema- tisieren. Zu diesem Zweck planen wir, in den kom- menden Jahren unseren bisher am Hauptstandort Einbeck geführten Stakeholderdialog auszubauen und zu internationalisieren. Einerseits erhalten wir hieraus Feedback aus den unterschiedlichen Märkten, und andererseits können wir so kritische ­Themen mit den relevanten Interessengruppen vor Ort diskutieren und daraus entsprechende Erkennt- nisse für die Unternehmensentwicklung sammeln. Nachhaltigkeitsberichterstattung Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäfts- jahr 2015/2016 orientiert sich an dem internationalen Berichterstattungsleitfaden der Global Reporting Initiative (GRI G4) und ist auf der Internetseite des Un- ternehmens unter der Adresse www.kws.de/ir zu fin- den. Derzeit arbeiten wir an der Internationalisierung unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung mit dem Ziel, diese mittelfristig unter Wesentlichkeitsaspekten auf die gesamte KWS Gruppe auszudehnen und vollstän- dig in den Geschäftsbericht zu integrieren. Generationen vertrauen auf eine Marke – das ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Züchtungsfortschritts und einer persönlichen ­Kundenbetreuung. 14 An unsere Aktionäre | Unternehmerische Nachhaltigkeit Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
17. Kernthemen der Nachhaltigkeit Ökonomie und Produkte ■■ Wirtschaftlicher Erfolg: Wichtige Faktoren unseres wirtschaftlichen Erfolgs sind die klare ­Fokussierung auf das Kerngeschäft – das heißt die Züchtung neuer, ertragreicher Sorten für eine res- sourcenschonende und effiziente Landwirtschaft –, verbunden mit einer konsequenten Kundenorien- tierung, profitablem Wachstum, finanzieller Unab- hängigkeit und ausreichender Liquidität. ■■ Produktinnovationen: Unsere Forschung Ent- wicklung konzentriert sich auf neue Sorten, die globalen Trends wie dem Klimawandel und der begrenzten Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen (wie Boden oder Wasser) sowie dem Auftreten von Pflanzenkrankheiten und Schaderregern ge- recht werden. ■■ Moderne Züchtungsmethoden: Der Einsatz ­moderner Züchtungsmethoden ist für eine zielori- entierte und effiziente Pflanzenzüchtung unerläss- lich. Neben klassischen Methoden wendet KWS daher auch biotechnologische Methoden wie Ge- nome-Editing-Verfahren oder den Gentransfer an. ■■ Saatgutqualität und -sicherheit: KWS Saatgut ist Qualitätssaatgut und zeichnet sich durch die volle Ausschöpfung der genetischen Leistungs- fähigkeit nach der Aussaat auf dem Feld aus. Für die Sicherheit von Mensch und Umwelt sorgen wir durch technische und organisatorische Maßnah- men und weisen diese in umfangreichen Versu- chen und Analysen gemäß behördlichen Vorgaben nach – und zwar unabhängig davon, ob es sich um ökologisches, konventionelles oder gentechnisch verbessertes Saatgut handelt. ■■ Schutz des geistigen Eigentums: Um die hohen Aufwendungen für die Forschung Entwicklung zu refinanzieren, ist der Schutz geistigen ­Eigentums für uns grundlegend. Der Sortenschutz stellt ein be- währtes Instrument zum Schutz unserer Pflanzen- sorten dar, das über den Züchtervorbehalt zugleich den Zugang zu pflanzengenetischen Ressourcen für die Weiterzüchtung gewährleistet. Ergänzend begrüßen wir den Patentschutz, um auch die In- vestitionen in moderne Technologien abzusichern. Wichtig sind für uns ein ungehinderter Zugang zu biologischem Ausgangsmaterial und der Schutz unseres geistigen Eigentums in Form von innovati- ven Pflanzensorten und neuen Züchtungstechno- logien. Governance ■■ Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards: Als ver- antwortungsvoll handelndes, international wach- sendes Unternehmen müssen wir Werte, Regeln, Leitlinien und Standards im Bereich Arbeit, Umwelt und Soziales etablieren, die in allen Tochtergesell- schaften gelebt werden. Ebensolche müssen wir auch für unsere Geschäftspartner in der Lieferket- te schaffen und Verstößen vorbeugen. ■■ Compliance: Die Einhaltung von Gesetzen und Unternehmensvorgaben unterstützen wir durch ein effektives Compliance-Management. Mitarbeiter Unser Unternehmenserfolg basiert auf der Leistung aller Mitarbeiter. Wir engagieren uns intensiv für die Gewinnung guter Mitarbeiter und haben einen Prozess zur Identifizierung und Weiterentwicklung ­unserer Nachwuchskräfte eingeführt. Arbeitssicherheit und Umweltschutz Wir streben an, die gesetzlichen Vorgaben bezüglich Arbeits­sicherheit und Umweltschutz sowie zur Effizi- enz der eingesetzten Ressourcen wie Wasser, Ener- gie und Pflanzenschutzmittel im Rahmen unserer Einflussmöglichkeiten zu übertreffen. Gesellschaftliches Engagement Schwerpunkt unseres Engagements ist die Stär- kung der regionalen und lokalen Attraktivität unserer Standorte auf kultureller und sozialer Ebene. Wir fördern sowohl den wissenschaftlichen Nachwuchs (zum Beispiel durch Deutschlandstipendien und Praktika) als auch Spitzenforschung. Unsere Mit­ arbeiter ermutigen wir, sich in ihrem sozialen Umfeld mit einzusetzen. So haben sich viele Mitarbeiter der KWS tatkräftig in der Flüchtlingshilfe engagiert. 15Unternehmerische Nachhaltigkeit | An unsere AktionäreKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
18. Bodenpersonal
19. Feldtage 21.632 Besucher an drei Tagen verzeichneten die DLG Feldtage 2016 im unterfränkischen Städtchen Haßfurt, auf denen KWS nach zehnmonatiger Vorbereitungszeit ein breites Portfolio präsentierte. Zuckerrüben, Mais, Getreide, Raps, Zwischenfrüchte, Ökosaatgut – fast 60 Sorten waren auf den Demonstrationsparzellen ausgestellt und boten Landwirten, Beratern und anderen Interessenten eine gute Gelegenheit, sich direkt an der Pflanze über das breite Leis- tungs- und Sortenspektrum der KWS zu informieren. Viele ­nutzten die Chance, sich mit den KWS Experten vor Ort über ­aktuelle Trends und Entwicklungen in der Pflanzenzüchtung und des mo- dernen Ackerbaus auszutauschen. Am Abend konnten wir bei der von uns ausgerichteten CultiVent-Party noch über 1.000 Gäste ­begrüßen.
20. Aktuelles Thema Ernten oder abwarten? Die Beratung der KWS basiert auf Wissenstransfer und Vertrauen Leonard Dempfle hat ein Problem. Auf den rund 20 Hektar Anbaufläche des Allgäuer Landwirts steht der Futtermais für seine 70 Kühe in voller Reife – und das Mitte September, also fast zwei Wochen vor der üblichen Erntezeit. Die andauernde Trockenheit in diesem Sommer hat den Reifeprozess beschleunigt. Sollte er jetzt ernten oder noch abwarten? Um sich Gewissheit zu verschaffen, erntet Dempfle per Hand an verschiedenen Standorten einige Maispflanzen und fährt mit diesen Proben zu seinem regionalen KWS Berater in das 25 Kilometer entfernte Örtchen Burten- bach. Hier möchte er den aktuellen Trockensubstanz- gehalt (TS) seiner Maispflanzen bestimmen lassen. Ernst-Arthur Bommer, Beratungsstellenleiter bei KWS für Bayern und Württemberg, hat alle Hände voll zu tun. Rund 1.000 Maisproben wöchentlich analysieren er und sein Team vor der Maisernte zwischen Mitte August und Anfang Oktober allein in seinem Zustän- digkeitsbereich. „Mit dem TS-Monitoring können wir den Stand der Reife exakt bestimmen und Empfehlun- gen für den optimalen Erntezeitpunkt geben“, erklärt Bommer. Liegt der TS-Gehalt zwischen 32 und 35 %, ist es Zeit, den Mais vom Feld zu holen. Für seine Region mit sehr unterschiedlichen Boden- und Klimaverhältnissen und damit auch großen Ab- weichungen in den Abreifezeiten stützt sich Bommer auf ein enges TS-Monitoring an vielen Standorten. Diesen Dienst bietet KWS nicht nur in Süddeutsch- land an, sondern für die wichtigsten Maissorten bun- desweit an über 250 Standorten. Alle Landwirte, die bei CultiVent, der digitalen Beratungsplattform der KWS, registriert sind, erhalten per Mail regelmäßig die Ergebnisse des TS-Monitorings und entsprechend passgenaue Ernteempfehlungen für ihr Anbaugebiet. Bei Silomais für Milchvieh, wie ihn Dempfle anbaut, ist es besonders wichtig, den optimalen Erntezeit- punkt zu erwischen. „Da kommt es sehr auf die Schmackhaftigkeit und den Stärkegehalt an. Wenn der Mais zu alt ist, sinkt mit dem geringeren Frisch- masseertrag vom Acker auch die Grundfutteraufnah- me des Viehs und der Landwirt muss mehr teures Kraftfutter einsetzen. Dabei können Verluste von bis zu 500 € pro Hektar entstehen.“ So beschreibt Bom- mer die mitunter existenzbedrohenden wirtschaftli- chen Folgen verspäteten Erntens. Leonard Dempfle hält das Ergebnis seiner Proben schon wenige Minu- ten später in den Händen und weiß nun, dass er sei- nen Mais bereits am nächsten Tag häckseln wird. TS-Monitoring ist nur ein Beispiel von vielen KWS Beratungs- und Serviceangeboten. Auch für die Sortenberatung und den Anbau aller anderen Kultur- pflanzenarten aus dem KWS Produkt-Portfolio wie Zuckerrübe, Getreide oder Raps haben der persönli- che Kontakt zum Landwirt und die individuelle Bera- tung einen hohen Stellenwert. Die Zusammenarbeit zwischen dem Saatgutproduzenten, dem Handel und 18 An unsere Aktionäre | Aktuelles Thema Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
21. Reife Leistung – KWS Berater und Landwirt ermitteln gemeinsam den günstigsten Ernte­ zeitpunkt für den Mais, damit am Ende aller Mühen des Landwirtes eine gute Ernte steht. dem Landwirt lebt dabei von einem vertrauensvollen Miteinander. Mit der Beratung des Landwirts bei der Wahl der passenden Sorte für regional und klimatisch unter- schiedliche Ansprüche werden die Weichen für eine umfassende Wertschöpfung gestellt. Mit überdurch- schnittlich hohen Aufwendungen für die kontinuier- liche Entwicklung neuer Sorten sieht sich KWS in der besonderen Verantwortung, Landwirten für die Kultur­pflanzenarten in ihrem Portfolio das bestmög- liche Saatgut zur Verfügung zu stellen. Immer leis- tungsfähigere, an ganz unterschiedliche klimatische Bedingungen und Bodenverhältnisse angepasste Sorten bringen Züchtungsfortschritt in die Praxis. Die Lebenskraft eines ­Zeit­alters liegt nicht in seiner ­Ernte, ­sondern in seiner Aussaat. Ludwig Börne (1786–1837), Journalist und Literaturkritiker 19Aktuelles Thema | An unsere AktionäreKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
22. Welche Faktoren beeinﬂussen das Ernteergebnis? Bodenbearbeitung Fruchtfolge Pﬂanzenschutz Düngung Umwelteinflüsse LagerungErnteSortenwahl Saatzeit Saatgutqualität KWS begleitet den Landwirt von der Aussaat bis zur Ernte Wie das Beispiel TS-Monitoring zeigt, geht die Bera- tung des Landwirts dabei weit über die Auswahl der auf seine individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Sorten hinaus. Gut ein Viertel unserer rund 4.800 KWS Mitarbeiter weltweit kümmert sich im Vertrieb um die Bedürfnisse und Sorgen unserer Kunden. Ein engmaschiges Netz von regionalen KWS Beratern unterstützt die Landwirte auch in ackerbaulichen Fragen: von der Bodenbearbeitung über die Aussaat, den Pflanzenschutz und die Ernte bis zur Lagerung. Nur so kann das im Saatgut angelegte genetische Ertragspotenzial möglichst optimal ausgeschöpft werden. Das heißt: Wir arbeiten Hand in Hand mit dem Landwirt, um verlässlich Ertrags- und Qualitäts- steigerungen zu sichern. Zusätzlich zum persönlichen Eins-zu-eins-Kontakt sammeln wir für unseren Kundenkreis kontinuier- lich aktuelle und zukunftsweisende Erkenntnisse zu zentralen Fragen moderner Landwirtschaft. Unser Wissen geben wir in vielfältigen Informations- und Fortbildungsveranstaltungen weiter, von denen einige auf den Fotodoppelseiten in diesem Bericht vorge- stellt werden. Dazu zählen beispielsweise regelmäßig bundesweit von KWS veranstaltete Agrarforen und die im 2-Jahres-Rhythmus von der Deutschen Land- wirtschaftsgesellschaft (DLG) veranstalteten DLG Feldtage. Der vielfältige und vertrauensvolle Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen KWS Berater und Land- wirt ist nicht nur die Basis für verlässliche Erträge, die dem Landwirt ein Auskommen sichern: An dieser ers- ten Schnittstelle der Wertschöpfungskette von mo- derner Landwirtschaft und Ernährung wird auch der Grundstein gelegt für die hohe Qualität der Lebens- mittel, die wir alle am Ende genüsslich verzehren. Beim Kochen und Essen geht es heute nicht mehr nur um Nahrungs- aufnahme, sie sind längst Ausdruck eines ganz persönlichen Lebensstils geworden. Die moderne Landwirt- schaft sorgt mit der Vielfalt ihrer Pro- dukte dafür, dass jeder nach seinem Geschmack schmausen kann. Aber wie tut sie das eigentlich ganz genau? Eine neue Website, www.­moderne- landwirtschaft.de, zeigt anschaulich und unterhaltsam, wie das geht und wer für was verantwortlich ist. 20 Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS GruppeAn unsere Aktionäre | Aktuelles Thema
23. 22 Grundlagen der KWS Gruppe 22 Gruppenstruktur und Geschäftstätigkeit 24 Ziele und Strategien 25 Steuerungssystem 27 Forschung Entwicklung 32 Mitarbeiter 35 Wirtschaftsbericht 35 Geschäftsverlauf 37 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 37 Ertragslage 38 Finanzlage 40 Vermögenslage 41 Segmentberichte 41 Überleitung zur KWS Gruppe 42 Segment Mais 44 Segment Zuckerrüben 46 Segment Getreide 48 Segment Corporate 49 Nachtragsbericht 49 Chancen- und Risikobericht 56 Prognosebericht 60 Corporate Governance 60 Corporate-Governance-Bericht und Erklärung zur Unternehmensführung 60 Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG 61 Vergütungsbericht 66 Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB und erläuternder Bericht des Vorstands 70 KWS SAAT SE (Erläuterung auf Basis HGB) Zusammengefasster Lagebericht ZusammengefassterLagebericht
24. Zusammengefasster Lagebericht Grundlagen der KWS Gruppe Gruppenstruktur und Geschäftstätigkeit Seit ihrer Gründung 1856 ist KWS auf die Entwick- lung, Herstellung und den Vertrieb von hochwer- tigem Saatgut für die Landwirtschaft spezialisiert. Ausgehend von der Zuckerrübenzüchtung haben wir uns zu einem innovativen und internationalen Anbieter mit einem umfassenden Kulturpflanzen- portfolio entwickelt. Von der Züchtung neuer Sorten über die Vermehrung und Aufbereitung bis hin zu der Vermarktung des Saatguts und der Beratung der Landwirte decken wir die komplette Wertschöp- fungskette eines modernen Saatgutanbieters ab. Die Kernkompetenz von KWS liegt dabei in der Züchtung neuer, leistungsstarker Sorten, die auf die regionalen Bedürfnisse wie Klima- und Bodenverhältnisse an- gepasst sind. Jede neue Sorte bringt dem Landwirt einen Mehrwert. Auf diesem Mehrwert – letztlich dem Züchtungsfortschritt, der Optimierung der Saat- gutqualität und vertrauensvoller Beratung – basiert unser Geschäftsmodell. Organisation und Segmente der KWS Gruppe Die KWS SAAT SE ist die Muttergesellschaft und Holding in der KWS Gruppe. Sie hat die strategi- sche Führung inne und betreibt unter anderem die Vermehrung und den Vertrieb von Zuckerrüben- und Maissaatgut. Sie finanziert Grundlagenforschung so- wie die Züchtung des wesentlichen Sortenspektrums der KWS Gruppe und stellt ihren Tochtergesellschaf- ten jährlich neue Sorten für die Vermehrung und für den Vertrieb zur Verfügung. Eine Übersicht über die in den Abschluss der KWS Gruppe einbezogenen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften ist im An- hang auf den Seiten 86 bis 87 abgedruckt. Das operative Geschäft der KWS Gruppe wird in den drei Produktsegmenten Mais, Zuckerrüben und Getreide geführt: Das Segment Mais ist, gemessen am Umsatz, der größte Geschäftsbereich der KWS Gruppe. Es um- fasst die Produktion und den Vertrieb von Maissaat- gut sowie von Raps, Sojabohnen, Sonnenblumen und Hirse. Die operative Entwicklung ist von der Frühjahrsaussaat der Nordhalbkugel geprägt. Somit werden die meisten Umsätze des Segments in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres (Januar bis Juni) erwirtschaftet. Der kleinere Teil der Segmenterlöse wird in den ersten beiden Quartalen erzielt, vornehm- lich durch Winterkörnerraps in Europa und Maissor- ten in Südamerika. Das Segment Zuckerrüben umfasst die Produk- tions- und Vertriebsaktivitäten für Zuckerrübensaat- gut. Unsere hochqualitativen Zuckerrübensorten gehören zu den leistungsstärksten der Branche, weswegen wir mit einem weltweiten Marktanteil von 55 % Marktführer für Zuckerrübensaatgut sind. Un- sere Hauptabsatzmärkte sind Nordamerika – eine Region, in der nahezu ausschließlich gentechnisch verbesserte, herbizidtolerante Zuckerrübensorten zum Einsatz kommen – und die EU, in der KWS mit konventionell gezüchteten, mehrfachresistenten Sor- ten ebenfalls eine sehr gute Marktstellung innehat. Die Aussaat der Zuckerrüben erfolgt im Frühjahr, sodass die Umsätze in diesem Segment größtenteils in der zweiten Hälfte (Januar bis Juni) unseres Ge- schäftsjahres erzielt werden. Zum Segment Getreide gehören unter anderem die Produktion und der Vertrieb von Saatgut für Roggen, Weizen, Gerste und Raps. Hybridroggen hat dabei mit über 40 % den größten Anteil an den Getreide­ erlösen, gefolgt von Weizen und Gerste mit jeweils rund 20 %. Den Rest erlösen wir mit sonstigen Kul- turarten wie beispielsweise Raps oder Triticale. In unseren Kernmärkten für Getreidesaatgut (Deutsch- land, Polen, England und Frankreich) erfolgt die Aus- saat durch die Landwirte überwiegend im Herbst. In diesem Segment erzielen wir daher die wesentlichen Erlöse im ersten Halbjahr unseres Geschäftsjahres (Juli bis Dezember). Im Vergleich zum Vorjahr haben sich keine wesentlichen Veränderungen für die in der Folge erläuterten Grundlagen der KWS Gruppe ergeben. 22 Zusammengefasster Lagebericht | Grundlagen der KWS Gruppe Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
25. Das Segment Corporate unterstützt die operativen Segmente mit Forschungs- ­Entwicklungsaktivitäten und stellt zentrale Funktionen für die Gruppensteu- erung bereit. Der vergleichsweise geringe Segment­ umsatz ergibt sich aus den Erlösen unserer eige- nen landwirtschaftlichen Betriebe. Die Zuordnung sämtlicher segmentübergreifender Funktionskosten und Forschungsaufwendungen führt am Geschäfts- jahresende regelmäßig zu einem deutlich negativen Segmentergebnis. Informationen über die Umsatz- und Ergebnisanteile der Segmente inklusive unserer Gemeinschaftsunter- nehmen sind in unseren Segmentberichten ab Seite 41 zu finden. Standorte und Absatzmärkte Die Zentrale der KWS SAAT SE befindet sich in ­Einbeck, Niedersachsen. Daneben sind wir mit der- zeit 62 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in über 70 Ländern aktiv, größtenteils in der gemäßigten Klimazone. Die detaillierte Aufteilung des Umsatzes nach Regionen findet sich auf Seite 37. Produkte und Sortenberatung Unseren Kunden, den Landwirten, bieten wir eine breite Auswahl an Sorten landwirtschaftlicher Nutz- pflanzen, die züchterisch speziell an standortspezi- fische Bedingungen angepasst wurden. Zu diesen Kulturarten gehören unter anderem Mais, Zuckerrü- ben, die Getreidearten Roggen, Weizen und Gerste, Ölfrüchte wie Sonnenblumen, Sojabohnen und Raps sowie Zwischenfrüchte. Die Sorten sind vorwiegend an die gemäßigten Klimazonen angepasst. Seit un- serem Markteintritt in Brasilien im Jahr 2012 gehören auch Sorten für subtropische Regionen zu unserem Portfolio. Auch über den Verkauf von Saatgut hinaus stehen unsere Außendienstmitarbeiter Landwirten für Fragen rund um die Sortenwahl und den Anbau unentgeltlich zur Verfügung. KWS Mitarbeiter sind keine Stubenhocker. Sie lernen unsere Produkte persönlich kennen. Züchtung ist der wesentliche Geschäftsprozess Die Züchtungsprozesse der KWS sind darauf aus- gerichtet, das Potenzial der Pflanzen bestmöglich auszuschöpfen und es für die großen Herausforde- rungen einer modernen, nachhaltigen Landwirtschaft nutzbar zu machen. Ob Nahrungs-, Futter- oder Energiepflanzen, ob konventionell, ökologisch oder gentechnisch verbessert: Jeder Landwirt findet bei uns die für seine Zwecke optimale Sorte. Die Züch- tung einer neuen Sorte nimmt dabei bis zu zehn Jah- re in Anspruch. Durch unser großes Netz von Züch- tungs- und Prüfstationen in allen wichtigen Märkten dieser Welt können wir die einzelnen Sortenkandida- ten unter verschiedensten Klima- und Standortbe- dingungen auf ihre Anbaueignung prüfen. In vielen Märkten endet der Prozess der Sortenentwicklung in einem behördlichen Zulassungsverfahren, in dem die Sortenkandidaten in der Regel mindestens drei Jahre hohe Qualitätsansprüche erfüllen müssen. Erst dann können wir die Sorten über die verschiedenen Distri- butionswege an unsere Kunden verteilen. Externe Einflüsse auf unser Geschäft Sowohl unsere Züchtung als auch unsere Saatgut- vermehrung unterliegen Witterungseinflüssen, die 23Grundlagen der KWS Gruppe | Zusammengefasster LageberichtKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
26. kurzfristig nicht immer durch Gegenmaßnahmen kompensiert werden können. Auch wirtschafts- politische Entscheidungen in der weltweit stark regulierten Agrarwirtschaft können unser Geschäft beeinflussen. Nähere Informationen zu externen Ein- flussfaktoren finden sich in unserem Chancen- und Risikobericht auf den Seiten 49 bis 55. Wesentliche Änderungen in der Zusammen­ setzung der KWS Gruppe Unser konventionelles Pflanzkartoffelgeschäft haben wir im Berichtsjahr an Stet Holland B.V. verkauft. Ein entsprechender Vertrag wurde am 11. April 2016 unterzeichnet. Das Geschäft erwirtschaftete rund 28 Mio. € Umsatz und wurde im Segment Zucker­ rüben geführt. Dem geplanten Ausbau unserer Geschäftstätigkeiten folgend, haben wir zum Ende des Kalenderjahres 2015 die ausstehenden Anteile unserer brasiliani- schen Tochtergesellschaft RIBER KWS SEMENTES vollständig übernommen. Diese wurde bereits vor Wahrnehmung der Kaufoption vollständig im Seg- ment Mais konsolidiert. Wie bereits im letzten Geschäftsbericht angekün- digt, wurde die KWS MAIS GMBH mit Wirkung zum 1. Juli 2015 auf die KWS SAAT SE verschmolzen. Mit der Reintegration der Gesellschaft nahmen wir einen von mehreren geplanten Schritten zur Verein- fachung der Gruppenstruktur vor. Ferner ermöglicht die Verschmelzung effizientere interne Prozesse und ­reduziert den administrativen Aufwand. Die Gliede- rung und Steuerung unserer Segmente bleibt von dieser Maßnahme unberührt. Ziele und Strategien Unsere strategische Planung ist die Basis für die Weiterentwicklung der KWS Gruppe. Sie definiert strategische Ziele, Initiativen und Kernmaßnahmen sowohl für bestehende Aktivitäten als auch für mög- liche neue Geschäftsfelder. Die Planung basiert auf einer langfristigen Sichtweise (zehn Jahre) und schließt die Analyse und Bewertung von Marktent- wicklungen, Wettbewerbern und der Position der KWS Gruppe mit ein. Die strategische Planung wird alle drei Jahre rollierend durchgeführt. Als strategi- sche Erfolgsfaktoren betrachten wir insbesondere unsere intensive Forschungsarbeit und die Züchtung neuer, ertragsstarker Sorten sowie den kontinuier- lichen Ausbau unserer globalen Präsenz, um in den regionalen Märkten mit ihren jeweiligen klimatischen Besonderheiten direkt vor Ort zu sein. Unternehmensziele der KWS Gruppe Die im letzten Jahr erstmalige Anwendung der at equity Methode (IFRS 11) für unsere Joint Ventures haben wir zum Anlass genommen, die umsatzbezo- gene Kenngröße „FE-Quote“ anzupassen. Da die Ergebnisbeiträge der at equity bilanzierten Joint Ven- tures auf Gruppensicht nur noch im Finanzergebnis berücksichtigt werden dürfen, wurde diese Änderung notwendig. Die übrigen Ziele haben wir unverändert beibehalten. Mittel- und langfristige Ziele der KWS Gruppe Ziele Profitables Wachstum ■■ Steigerung des Gruppenumsatzes um durchschnittlich 5 bis 10 % p. a. ■■ EBIT-Marge ≥10 % Forschung Entwicklung ■■ FE-Quote von rund 17 % des Gruppenumsatzes ■■ 1 bis 2 % Ertragsfortschritt p. a. für unsere Kunden sowie Toleranz- und Resistenzentwicklungen Internationalisierung ■■ Ausbau der Sortenportfolios für subtropische Märkte Nachhaltigkeit ■■ Einbindung internationaler Tochtergesellschaften in die KWS Nachhaltigkeitsberichterstattung Dividende ■■ Ausschüttungsquote von 20 bis 25 % vom Jahresüberschuss der KWS Gruppe 24 Zusammengefasster Lagebericht | Grundlagen der KWS Gruppe Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
27. Unsere Investitionen und Aufwendungen im Bereich Forschung Entwicklung bilden die Grundlage für profitables Wachstum. Unser Ziel ist es, den Umsatz der KWS Gruppe um durchschnittlich 5 bis 10 % p. a. zu steigern und dabei eine EBIT-Marge von mindestens 10 % zu erzielen. Den Grundsätzen unserer langfristig ausgerichteten Unternehmens- strategie folgend, nutzen wir die Ertragskraft für den Ausbau von insbesondere Forschung Entwicklung, aber auch für die Ausweitung des Vertriebs. Dadurch stärken wir das Potenzial der KWS Gruppe und legen den Grundstein für zukünftiges Wachstum. Ziel unserer Forschung Entwicklung ist es, neue Sorten zu entwickeln, die an die unterschiedlichen Bedürfnisse und sich ändernden Ansprüche der Landwirtschaft angepasst sind. Über alle Kulturarten hinweg sind dabei die Steigerung des Ertrags, die Züchtung von Resistenzen gegen Pflanzenkrankhei- ten und Schädlinge sowie die Verbesserung der Ver- arbeitungsqualität unsere wichtigsten Ziele. Auch der Erhalt pflanzengenetischer Ressourcen ist uns ein wesentliches Anliegen. Konkret liefern wir unseren Kunden mit neuen Sorten einen durchschnittlichen Ertragsfortschritt von 1 bis 2 % pro Jahr. Die Internationalisierung unseres Unternehmens treiben wir weiter voran. Unser Engagement im sub- tropischen Markt Brasilien trägt dazu ebenso bei wie das Joint Venture mit unserem Partner Kenfeng in China. Märkte wie Brasilien mit mehreren Ernten pro Jahr bieten nicht nur attraktive Absatzpotenziale – insbesondere für unser Maisgeschäft –, sondern sie ermöglichen uns, die ausgeprägte Saisonalität unse- res Geschäfts mittel- bis langfristig abzumildern. Das Geschäftsmodell von KWS ist auf nachhaltigen Erfolg ausgerichtet. Derzeit arbeiten wir an der Inter- nationalisierung unserer Nachhaltigkeitsbericht­ erstattung mit dem Ziel, diese bis zum Geschäfts- jahr 2017/2018 auf die gesamte KWS Gruppe auszudehnen. Nähere Informationen zur aktuellen Berichterstattung finden Sie auf den Seiten 14 bis 15. Das profitable Wachstum der KWS Gruppe ist die Grundlage unserer Ausschüttungspolitik. Durch die erfolgreiche Entwicklung der letzten Jahre konnten wir unseren Anteilseignern jährlich 20 bis 25 % des Jahresüberschusses der KWS Gruppe als Dividende auszahlen. Diese Politik soll auch zukünftig unverän- dert beibehalten werden. Entwicklungen 2015/2016 Im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelte sich unser Geschäft im Sinne der oben genannten mittel- bis langfristigen Ziele: Das Umsatzwachstum lag im ge- wünschten Korridor, ebenso die EBIT-Marge und die Forschungs- Entwicklungsquote. Unsere Auslands­ umsätze haben wir weiter gesteigert, auch in unserem subtropischen Markt Brasilien. Für das Geschäftsjahr 2017/2018 planen wir die Ausweitung unserer Nachhal- tigkeitsberichterstattung auf alle wesentlichen interna- tionalen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Die Vorbereitungen hierfür wurden im Berichtsjahr ange- stoßen. Die Ausschüttungsquote vom Dezember 2015 lag mit 23,6 % im Rahmen unseres Zielkorridors. Steuerungssystem Zur Steuerung der Gruppe und der drei Segmente Mais, Zuckerrüben und Getreide dienen detaillierte operative Jahres- und Mittelfristplanungen, die auch unsere Gemeinschaftsunternehmen quotal mit ein- beziehen. Dabei erstreckt sich die Mittelfristplanung auf die Jahresplanung zuzüglich der drei folgenden Geschäftsjahre. Die Mittelfristplanung leitet sich wie- derum aus der strategischen Unternehmensplanung ab, welche einen Planungshorizont von zehn Jahren umfasst. Die Vorgaben der Jahres- und Mittelfristplanung wer- den auf Basis der strategischen Planung, der regio- nalen wirtschaftlichen und rechtlichen Situation, der erwarteten Marktentwicklungen sowie der Einschät- zungen der Position des Unternehmens im Markt und des Potenzials der Produktleistung getroffen. In einem anschließenden Bottom-up-Prozess, der auch die Entwicklung unserer Gemeinschaftsunterneh- men beinhaltet, legen wir unter diesen Prämissen die Absatz- und Umsatzzahlen, Produktionskapazitäten und -mengen, den Ressourceneinsatz (einschließlich Investitionen und Personal), die Höhe der Sachkosten und der internen Leistungsverrechnung sowie die hie- raus entstehenden Bilanzdaten nebst Finanzplan fest. Bestandteil der Planungsunterlagen ist grundsätzlich 25Grundlagen der KWS Gruppe | Zusammengefasster LageberichtKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
28. auch eine Chancen-Risiko-Einschätzung, die jeder Verantwortliche für seinen Bereich vorzunehmen hat. Die Planungen werden quartalsweise mit der tat- sächlichen Geschäftsentwicklung und den aktu- alisierten Einschätzungen der zugrundeliegenden Rahmenbedingungen abgeglichen. Sofern erforder- lich, initiieren wir geeignete Maßnahmen zur Gegen- steuerung und nehmen Anpassungen vor. Die Pro- gnose für das laufende Geschäftsjahr aktualisieren wir jeweils zum Quartalsende. Am Ende eines jeden Geschäftsjahres führen alle Bereiche eine detaillierte Budget-Ist-Abweichungsanalyse durch. Sie dient dem Zweck, unsere internen Planungsprozesse zu optimieren. Die Koordination und Dokumentation sämtlicher Pla- nungsprozesse sowie der jeweiligen aktuellen Erwar- tungen obliegt dem Controlling. Es überwacht die Einhaltung verabschiedeter Budgets und analysiert die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Geschäftsab- läufen und -maßnahmen. Darüber hinaus berät das Controlling-Team die Entscheidungsträger bei der wirtschaftlichen Optimierung. Die inhaltliche Verant- wortung für die Planung und die aktuellen Prognosen tragen insbesondere die Verantwortlichen der drei Produktsegmente, die Regionenleiter und die Leiter der Forschungs- Entwicklungsaktivitäten sowie der zentralen Funktionen. Der Vorstand nutzt verschiedene Indikatoren zur Planung, Steuerung und Kontrolle der Geschäfts- entwicklung der KWS Gruppe und der operativen Einheiten. Die wesentlichen Steuerungsgrößen für die KWS Gruppe sind dabei die Umsatzentwicklung, die operative Rentabilität (EBIT-Marge) sowie die Forschungs- Entwicklungsquote. Die in Business Units eingeteilten Produktsegmente der KWS richten sich wiederum nach den wesentlichen Steuerungs- größen Umsatz und EBIT-Marge. Leitung und Kontrolle Die KWS SAAT SE hat ein dualistisches Leitungs- und Aufsichtssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Die Zuständigkeiten und die personelle Zusammensetzung beider Organe sind strikt vonein- ander getrennt. Während der Vorstand die Leitung des Unternehmens verantwortet, überwacht und berät der Aufsichtsrat den Vorstand. Diese Verantwortungen sind auch nach der Umwandlung in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE) beibehal- ten worden. Detaillierte Informationen zur umfassen- den und engen Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat enthält die unter ­www.kws.de/ir veröf- fentlichte Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB. Leitlinien im Unternehmensalltag Das Unternehmensleitbild gibt unserer Zielsetzung einen Rahmen, um ein nachhaltiges und ­profitables Wachstum für unsere Kunden, Mitarbeiter und Investoren zu schaffen. Unsere strategischen Ent- scheidungen und das tägliche Handeln im operativen Geschäft werden dabei durch folgende Unterneh- mensgrundsätze geleitet: Wie geht denn das genau? Rund 100 Teilnehmer des „KWS Schaufensters moderne Zuckerrübenzüchtung“ erfuhren direkt auf dem Feld mehr über erfolgreiche Züchtungsmethoden. 26 Zusammengefasster Lagebericht | Grundlagen der KWS Gruppe Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
29. Zuchtstationen Versuchsstandorte Züchtungs- und Vertriebsaktivitäten der KWS Gruppe in über 70 Ländern ■■ Wir vergrößern genetisches Potenzial durch ­hervorragende Forschung und erstklassige Zucht- programme. ■■ Wir liefern unseren Landwirten allerbeste Saat­ gutqualität. ■■ Wir wollen uns das Vertrauen unserer Kunden als leistungsstarker Partner erarbeiten. ■■ Wir schaffen unternehmerische Freiheit und ­bringen Talente zur Entfaltung. Die KWS Gruppe verdankt ihre Innovationskraft und ihren Erfolg einer weltweit wachsenden Zahl von Mitarbeitern. Mit einem zentralen Handlungsrahmen (Rules, Guidelines und Prodecures – kurz RGPs) schaffen wir ein gemeinsames Verständnis über Akti- onsspielräume und Entscheidungsprozesse innerhalb der KWS. Die RGPs werden durch stetiges Monitoring und Feedback laufend verbessert. Sie ergänzen unser bestehendes Unternehmensleitbild, um das unver- wechselbare Profil der KWS auch mit zunehmender Internationalisierung der Gruppe zu erhalten. Forschung Entwicklung Ziel unserer Forschung Entwicklung ist es, leis- tungsfähige Sorten zu entwickeln, die unterschiedli- chen Umwelt- und Nutzungsanforderungen gerecht werden und einen kontinuierlichen Ertragszuwachs sichern. Dafür investieren wir stetig in den Ausbau unserer Forschungs- und Züchtungskapazitäten. Al- lein im Geschäftsjahr 2015/2016 betrug der Aufwand für Forschung Entwicklung 182,4 Mio. €. Als Ergeb- nis wurden uns rund 400 Vertriebsgenehmigungen für neue KWS Sorten erteilt. Pflanzenzüchtung ist ein sehr forschungsintensives und langfristiges Geschäft. Für jede neue Sorte müs- sen vielversprechende Elternlinien gekreuzt und die Nachkommen über mehrere Jahre hinweg gezielt auf gewünschte Eigenschaften geprüft und ausgelesen werden. Am Ende der Entwicklung stehen Sortenprü- fungen, bei denen die Eigenschaften neuer Sorten er- mittelt und mit Standardsorten verglichen werden. Von der ersten Kreuzung bis zur tatsächlichen Vermarktung einer Sorte vergehen durchschnittlich zehn Jahre. Um neue Sorten zu entwickeln, unterhalten wir eige- ne, langfristig angelegte und kulturartenspezifisch organisierte Züchtungsprogramme. Unseren Züch- tern steht dafür ein globales Netzwerk unterschied- licher Züchtungs- und Prüfstationen zur Verfügung. 27Grundlagen der KWS Gruppe | Zusammengefasster LageberichtKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
30. Der lange Weg zur neuen Sorte Ermittlung geeigneter Elternlinien Anzahl Prüfkandidaten Amtliche Sortenprüfung Kreuzung, Selektion und Prüfen an verschiedenen Standorten Aus gesamter genetischer Variation Sortenzulassung und Sortenschutz Neue Sorte rund 10 Jahre Wiederholt über etwa 4 bis 6 Jahre Kreuzung, Testen der Nachkommen im Labor und in verschiedenen Umwelten und Selektion der besten Pflanzen Auf diese Weise können Sortenkandidaten unter den spezifischen Standortbedingungen der jeweiligen Zielmärkte geprüft werden. Im Rahmen eigener Forschungsaktivitäten arbei- ten Wissenschaftler bei KWS kontinuierlich an ­neuen molekularbiologischen, informatischen oder ­technischen Ansätzen, die es uns erlauben, neue und verbesserte Produkteigenschaften zu entwickeln und unsere Züchtungsmethodik weiter zu optimieren. Um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Metho- den schneller in unsere Züchtung integrieren zu kön- nen, ergänzen wir unsere eigenen Forschungsaktivi- täten zudem durch Partnerschaften mit öffentlichen Forschungseinrichtungen und privaten Unternehmen. Aktivitäten im vergangenen Geschäftsjahr Nagoya-Protokoll: Umsetzung der nationalen Vorgaben bei KWS Im Herbst des vergangenen Jahres sind die gesetz­ lichen Neuregelungen im Rahmen des Nagoya-­ Protokolls in Kraft getreten. KWS unterstützt das Nagoya-Protokolls, welches eine nachhaltige Verwendung und gerechte Nutzenverteilung von pflanzen­genetischen Ressourcen zum Ziel hat. Wir haben große Anstrengungen unternommen, um die komplexen Vorschriften des Nagoya-Protokolls um- zusetzen. Dafür haben wir ein System implementiert, das uns einen effizienten und richtlinienkonformen Zugang zu pflanzengenetischen Ressourcen gestat- tet und mit dem unsere Wissenschaftler weltweit den Ursprung allen genetischen Materials für ihre Produktentwicklung dokumentieren. Wir setzen uns aber auch für die Erweiterung und Stärkung des ­bewährten „Internationalen Vertrags über pflanzen- genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirt- schaft“ ein. Dieser stellt ein effizientes und zugleich pragmatisches Instrument zum Umgang mit pflanz- engenetischen Ressourcen dar. Neue Lizenzvereinbarung für die Maiszüchtung KWS engagiert sich züchterisch in Ländern, in denen gentechnisch veränderte Eigenschaften eine Voraus­ setzung für die erfolgreiche Markteinführung von kommerziellen Sorten sind. Eine langfristige Lizenz- vereinbarung sichert der KWS Maiszüchtung dafür jetzt den weltweiten Zugang zum Portfolio entspre- chender Eigenschaften eines führenden Anbieters. Von der Integration dieser Eigenschaften in unser eigenes Züchtungsmaterial versprechen wir uns mittelfristig neue wettbewerbsfähige Sorten für den nord- und südamerikanischen Markt. In Argentini- en sind wir bereits auf einem sehr guten Weg. Hier verfügen wir aufgrund einer früheren Vereinbarung bereits über kommerzialisierte Sorten. Fortschritte in der Produktentwicklung zur ­Unkrautbekämpfung Unsere im Rahmen einer Kooperation mit Bayer ­CropScience für den konventionellen Anbau entwickel- te herbizidtolerante CONVISO® SMART Zuckerrübe hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Markt­einführung erreicht. Für das Jahr 2016 wurden in den für uns relevanten Märkten wie der Europäischen Union, Osteuropa oder der Türkei verschiedene Sorten zu den offiziellen Leistungsprüfungen angemeldet. Die ausgewählten Sorten sind an die spezifischen Bedin- gungen der Länder angepasst und kombinieren neben der neuen Technologie für Herbizidverträglichkeit ver- schiedene Resistenzen gegenüber ­Pflanzenkrankheiten 28 Zusammengefasster Lagebericht | Grundlagen der KWS Gruppe Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
31. und Schädlingen wie Rizomania, Rhizoctonia, ­Cercospora und Nematoden. Damit sind wir optimal auf den Markteintritt vorbereitet, wenn die ersten ­CONVISO® SMART Sorten ihre Zulassung erhalten. Auf dem US-amerikanischen Zuckerrübenmarkt zeichnet sich zunehmend ein Bedarf an gentech- nisch veränderten Sorten mit Mehrfachtoleranzen gegenüber Herbiziden ab. Um diesem Trend gerecht zu werden und unsere exzellente Marktposition zu ­halten, arbeiten wir an der Entwicklung eines Nachfolgeprodukts für die erfolgreiche ROUNDUP READY® Zuckerrübe. Die zweite Generation herbizid­ toleranter Zuckerrüben wird mit einer dreifachen Verträglichkeit gegenüber den Herbizidwirkstoffen Glyphosat, Glufosinat und Dicamba ausgestattet und wird Mitte der nächsten Dekade Marktreife erlangen. Neue Züchtungstechnologien bei KWS KWS ist stets bestrebt, innovative Ansätze und Tech- nologien zur Verbesserung der Züchtungsmethodik und Sortenqualität einzubeziehen. In den letzten Jahren sind eine Reihe von präzisen molekularbiolo- gischen Verfahren entwickelt worden, die der Pflan- zenzüchtung neue Perspektiven eröffnen und für uns daher zunehmend an Bedeutung gewinnen. Mit eini- gen dieser Verfahren können Pflanzensorten mit ge- wünschten Eigenschaften sehr präzise und in deutlich kürzerer Zeit entwickelt werden. Die Resultate sind naturidentisch und unterscheiden sich weder in ihrer genetischen Zusammensetzung noch in ihren Eigen- schaften von konventionell gezüchteten Pflanzen. Wir haben die „neuen Züchtungstechnologien“ und insbesondere die Genome-Editing-Verfahren deshalb als einen für uns wichtigen Forschungsbereich iden- tifiziert und investieren in die Anwendung und Weiter- entwicklung dieser Methoden. Um die Technologieentwicklung voranzutreiben und uns einen Zugang zu wichtigen Technologiekompo- nenten zu sichern, haben wir im Berichtsjahr zudem eine Kooperation mit einer weltweit führenden For- schungsgruppe auf dem Gebiet des Genome Editing an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking initiiert. Aufbau eines Roggenzüchtungsprogamms für Russland Roggen wird weltweit auf 5 Millionen Hektar angebaut. Davon befinden sich allein 1,5 Millionen Hektar in Russ- land. Im größten Teil des Landes sind Hybridsorten not- wendig, die speziell an die strengen Winter und kurzen Vegetationsperioden der Region angepasst sind. Um Hybridsorten für diese anspruchsvolle ­Region entwickeln zu können, haben wir 2008 mit dem ­Aufbau eines Züchtungsprogramms auf der KWS Station in Doktorovo in der Nähe von Lipezk begon- nen. Inzwischen konnte das Testnetzwerk um mehre- re Standorte erweitert und die Selektionskapazitäten damit deutlich verbessert werden. Die Testinfrastruk- tur wird des Weiteren durch ein Selektionssystem für Frost- und Schneeschimmeltoleranz unter kontrollier- ten Bedingungen auf unserer deutschen Züchtungs- station in Petkus ergänzt. Parallel zum Aufbau der Infrastruktur konnten wir ein Produktentwicklungsprogramm etablieren, das eine beschleunigte Sortenentwicklung zulässt. Die ersten winterharten KWS Sortenkandidaten stehen bereits in den Wertprüfungen und zeigten im ersten Jahr ­einen Ertragsvorteil gegenüber den Standardsorten vor Ort. Die Vermarktung der ersten Sorten mit überle- gener Winterhärte erwarten wir für das Geschäftsjahr 2019/2020. Forschungs- Entwicklungskennzahlen 2015/2016 2014/2015 +/– FE-Mitarbeiter1 1.830 1.777 +3,0 % Anteil FE-Mitarbeiter an der Gesamtbelegschaft in % 38,0 38,0 FE-Aufwand in Mio. € 182,4 174,6 +4,5 % FE-Quote2 in % 17,6 17,7 Vertriebsgenehmigungen für neue Sorten 397 429 –7,5 % 1 Durchschnittliche Mitarbeiterzahlen 2 In % vom Umsatz 29Grundlagen der KWS Gruppe | Zusammengefasster LageberichtKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
32. Feldjäger AgroService Eine den individuellen Bedürfnissen angepasste Sortenberatung funktioniert nur dann, wenn unsere Fachberater wissen, welche Sorten unter welchen Standortbedingungen die besten Leistungen bringen. Dies herauszufinden und zu kommunizieren ist seit 25 Jahren Aufgabe des AgroServices. Er ist das Bindeglied ­zwischen Vertrieb, Wissenschaft und Züchtung und erarbeitet anhand wissen­schaftlicher Erkenntnisse und eigener Versuche Inhalte für eine fachlich fundierte Beratung. Vom AgroService Mais werden beispielsweise die deutschlandweit verteilten Versuchsstand­ orte mehrfach im Jahr besucht. So sind unsere Mitarbeiter hier zu zweit schon auf weit über 35.000 Parzellen im Jahr unterwegs! Die ­Summe aller gewonnenen Informationen trägt dazu bei, die Wert- schöpfung der Landwirte weiter zu erhöhen.
33. Mitarbeiter Seit 160 Jahren sind die Mitarbeiter der KWS be- kannt für ihre frische Denkweise und ihre wegwei- senden Ideen. Sie setzen immer wieder höhere Standards in allen unseren Märkten und entwickeln permanent nachhaltige Lösungen für die Herausfor- derungen von heute und morgen. Maßgeblich für diese Leistung ist die respektbetonte Arbeitskultur bei KWS: Die starken Wurzeln unseres Familienunternehmens bieten Halt. Sie geben zu- gleich jedem Mitarbeiter die Chance und den Raum, sein individuelles Potenzial zu entfalten sowie unter- nehmerische Freiheit zu genießen. Zugleich fordern wir von jedem Mitarbeiter ein hohes Maß an Eigen­ initiative. Flache Hierarchien, offene Türen und ein schneller, direkter Austausch stellen sicher, dass wir gemeinsam unser Ziel erreichen: Zukunft säen. Wegweisend Zukunft säen: integrierte Mitarbeiterentwicklung Globales Wachstum und regionale Märkte erfordern immer wieder ein hohes Maß an Anpassungsfähig- keit. Um unsere Mitarbeiter hierbei zielgerichtet zu unterstützen, ist bei KWS eine integrierte Entwick- lungslandschaft etabliert. Herausfordernde Aufgaben erlauben es unseren Mitarbeitern, die nötigen per- sönlichen und fachlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Gruppenweit bieten wir unseren Mitarbeitern an, am umfangreichen Weiterbildungsangebot auf ­lokaler Ebene teilzunehmen, welches vor allem den Ausbau ihrer fachlichen Kompetenzen unterstützt. Einheitliche Rahmenbedingungen für das Mitarbei- tergespräch sichern unternehmensweit den kontinu- ierlichen Dialog zwischen dem Mitarbeiter und der Führungskraft. Die „Sparring Circles“ sowie „KWS on Board“ sind bewährte Entwicklungsprogramme für alle Führungs- kräfte der KWS Gruppe. Sparring Circles erlauben einen gewinnbringenden Austausch untereinander, während KWS on Board einen umfassenden Einblick in unsere Unternehmensstrategie, unsere Kultur so- wie unsere Werte ermöglicht und unsere Erwartun- gen an eine Führungskraft bei KWS verdeutlicht. Im Fokus unserer Aktivitäten liegt aktuell das KWS Nachfolge- und Talentmanagement. Basierend auf unserer strategischen Ausrichtung und unseren ge- meinsamen Werten wurde der gruppenweite Prozess deutlich ausgebaut. Dank des intensiven Engage- ments der Führungskräfte aller Bereiche lassen sich nun frühzeitig potenzielle Fach- und Führungskräfte standort-, segment- sowie funktionsübergreifend identifizieren und zielgerichtete Entwicklungsmaß- nahmen in die Wege leiten. Unsere Mitarbeiter sind der Schlüssel zu unserem Erfolg. Kreative und engagierte Menschen aus aller Welt schaffen immer wieder Innovationen für neues Wachstum. 32 Zusammengefasster Lagebericht | Mitarbeiter Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
34. Mit dem Orientation Center haben wir ein Entwick- lungsprogramm, das es uns ermöglicht, individuelle Potenziale zu verifizieren und effektive Entwicklungs- pläne anzubieten. Das International Development Program wiederum bietet Experten sowie Fach- und Führungskräften eine zusätzliche Möglichkeit, ihre persönlichen und beruflichen Stärken im internatio- nalen Umfeld auszubauen. Anspornend Zukunft säen: zielgerichtete Nachwuchsförderung Eine gute Ausbildung unserer Mitarbeiter ist Grund- voraussetzung für den künftigen Erfolg der KWS. Im Geschäftsjahr 2015/2016 hat KWS 97 Jugend­liche in sechs kaufmännischen, agrarwissen­schaftlich- technischen und gewerblichen Berufen in Deutsch- land ausgebildet. Neun Ausbilder und rund 120 Ausbildungsbeauftragte stellen dabei eine hohe Ausbildungsqualität sicher. Hochschulabsolventen bieten wir zwei Einstiegsprogramme an: Sowohl unser bewährtes internationales Traineeprogramm als auch die speziell auf die Pflanzenzüchtung aus- gerichtete „Breeders Academy“ werden intensiv nachgefragt. Alle Berufseinsteiger erhalten bei KWS einen um- fassenden Einblick in unsere globalisierten, stark vernetzten Geschäftsabläufe. Außerdem legen wir besonders großen Wert auf die Weiterentwicklung sowohl der fachlichen Qualifikation als auch der ­persönlichen Fähigkeiten. Nachhaltig Zukunft säen: attraktiver Arbeitgeber für alle – extern wie intern Mit unserer Arbeitgebermarke sind wir international auf dem Arbeitsmarkt präsent. Unsere klare Positio- nierung und authentische Ansprache der Zielgruppen machen uns bei potenziellen Mitarbeitern zu einem attraktiven Arbeitgeber. Wir pflegen intensive Kon- takte zu den für uns wichtigen Berufsgruppen und verfügen über ein weitreichendes Netzwerk. Die frühzeitige Förderung von Nachwuchskräften verfolgen wir weiterhin konsequent. Für Schüler und Studenten besteht die Möglichkeit, sich über die ver- schiedenen Aufgabenbereiche und das Unternehmen KWS zu informieren – unter anderem im Rahmen von Praktika oder Exkursionen. Intensiviert haben wir unser Engagement im Bereich der Stipendien. Neben diversen Deutschlandstipendien und dem KWS UK Scholarship wird seit diesem Geschäftsjahr das Ferdinand-von-Lochow-Stipendium an drei deut- schen agrarwissenschaftlichen Universitäten verliehen. KWS steht als Arbeitgeber unter anderem für enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit, für Teamgeist und für persönliches, verlässliches Handeln mit Weitblick. Unsere Mitarbeiter können sich auf diese Mitarbeiter nach Regionen1 2015/2016 2014/2015 +/– Deutschland 1.908 1.868 2,1 % Europa (ohne Deutschland) 1.449 1.401 3,4 % Amerika 1.280 1.234 3,7 % Übriges Ausland 206 188 9,6 % Summe 4.843 4.691 3,2 % Mitarbeiter nach Funktionen Anzahl Mitarbeiter 4.843 Verwaltung 14 % Produktion 26 % 38 % Forschung Entwicklung 22 % Vertrieb 1 Durchschnittliche Mitarbeiterzahl. 33Mitarbeiter | Zusammengefasster LageberichtKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
35. Auch unterstützen wir unsere Mitarbeiter darin, sich für gemeinnützige Organisationen oder gesellschaftliche Zwecke zu engagieren. Die Projekte richten sich unter anderem an Flüchtlinge in Deutschland, Obdachlo- se und sozial schwache Familien in den USA sowie schwerkranke Kinder in Russland. Wir legen Wert dar- auf, dass unsere Hilfestellung lokal ausgerichtet ist. Weltoffen Zukunft säen: bunte Vielfalt KWS ist in über 70 Ländern aktiv. Dank dieser Inter- nationalität treffen bei KWS nicht nur unterschiedli- che Sprachen aufeinander. Verschiedene Kulturen, Fachgebiete und persönliche Hintergründe bereichern unser Arbeitsumfeld. Wir schätzen diese Individualität und treten ihr wertschätzend, unterstützend und res- pektvoll gegenüber. Auch die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen setzt KWS um. Partnerschaftlich Zukunft säen: konstruktiver Dialog mit den Betriebsräten Als eng und vertrauensvoll lässt sich auch die Zu- sammenarbeit mit unseren Betriebsräten charak- terisieren. In den Treffen mit der Geschäftsleitung werden Themen offen angesprochen und konstruktiv gemeinsame Lösungen erarbeitet. Mit der SE-Arbeitnehmervertretung, dem sogenann- ten European Employee Committee, gibt es seit diesem Geschäftsjahr ein neues Gremium bei der KWS. Diese Mitarbeitervertretung wird immer dann aktiv involviert, wenn Angelegenheiten besprochen werden, welche die relevanten Rechte bzw. Pflichten der Mitarbeiter aus mindestens zwei EU-Ländern betreffen. Damit tragen wir der verstärkten Internati- onalisierung der KWS sowie der Rechtsform unseres Unternehmens Rechnung. Mitarbeiterkennzahlen (in Deutschland) 2015/2016 2014/2015 +/– Anzahl der Mitarbeiter in Deutschland1 1.908 1.868 2,1 % davon Anzahl Teilzeitbeschäftigte 392 367 6,8 % Anteil Männer in % 50,9 50,9 Anteil Frauen in % 49,1 49,1 Anzahl Auszubildende 97 100 –3 % Ausbildungsquote in % 5,1 5,3 Durchschnittsalter (in Jahren) 40,5 40,4 Betriebszugehörigkeit (in Jahren) 13,2 13,0 1,5 % 1 Durchschnittliche Mitarbeiterzahlen ­Eckpfeiler unseres Miteinanders verlassen. Modelle zur flexiblen Arbeitszeit sind familienfreundlich und ein fester Bestandteil unserer Arbeitswelt. Im Rah- men unseres ­Mitarbeiterbeteiligungsprogramms fördern wir, dass Mitarbeiter Aktien des eigenen Un- ternehmens erwerben. Unsere Mitarbeiter wissen, dass wir uns um ihr Wohl- befinden kümmern. Mit KWS GESUNDE ARBEITS- WELT fördern wir ihre Gesundheit umfassend. An den verschiedenen Standorten gibt es lokal ange- passte Aktivitäten, beispielsweise Vorsorgeuntersu- chungen, Ernährungsberatung, Sportkurse oder Un- terstützung beim Stressmanagement. Im September 2015 wurde die KWS SAAT SE mit dem Corporate Health Award unter der Schirmherrschaft des Bundes- gesundheitsministeriums in der Kategorie „Exzellenz“ ausgezeichnet, weil sich unser Unternehmen „in vor- bildlicher Weise für die Gesundheit und Leistungsfä- higkeit der eigenen Mitarbeiter engagiert und eine vor- ausschauende, nachhaltige Personal­politik verfolgt“. Teamarbeit und Kreativität sind gefragt – mit dem Projekt ­NEWCOMER übernehmen KWS Auszubildende gemeinsam ­Verantwortung für die 2015 eröffnete KWS Art Lounge. 34 Zusammengefasster Lagebericht | Mitarbeiter Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
36. KWS Bayer CropScience, Dow AgScience, DuPont (Pioneer), Monsanto, Syngenta Saatgutbranche – Umsatzentwicklung Wachstumsraten pro Quartal (im Vergleich zum Vorjahreswert; effektiv) Q1 2013 Q2 2016 –15 % 0 % 15 % 30 % 45 % Wirtschaftsbericht Geschäftsverlauf Allgemeine Entwicklungen und Geschäftsverlauf der KWS Gruppe Regional teilweise deutlich rückläufige Anbauflächen, volatile Währungen und weiterhin niedrige Agrarroh- stoffpreise bestimmten das konjunkturelle Umfeld im Geschäftsjahr 2015/2016. Dennoch steigerte KWS den Umsatz im prognostizierten Rahmen um 5,2 % auf 1.036,8 (986,0) Mio. €, im Wesentlichen bedingt durch den Erfolg des Segments Zuckerrüben. Ins- besondere die Entwicklungen des brasilianischen Reals und des russischen Rubels führten im Saldo zu negativen Währungseinflüssen auf den Umsatz. Die Forschungs- Entwicklungsaufwendungen stiegen leicht und blieben somit im Rahmen unserer Progno- se, die FE-Quote erreichte die erwartete Höhe von 17,6 (17,7) %. Die Ertragskraft der KWS Gruppe blieb mit einem EBIT auf Vorjahresniveau nahezu konstant. Im dritten Quartalsbericht waren wir noch von einem deutlich geringeren EBIT ausgegangen. Vor allem die sehr gute Entwicklung des Segments Zuckerrüben, aber auch positive Effekte aus schwer zu antizipie- renden stichtagsbezogenen Bewertungen von Bi- lanzpositionen in Fremdwährung führten zu diesem Ergebnis. Die EBIT-Marge erreichte 10,9 %. Damit war die Geschäftsentwicklung der KWS Gruppe im Jahresverlauf erfolgreich – entgegen dem in der Branche im gleichen Zeitraum teilweise rückläufigen Trends bei der Umsatzentwicklung. Allgemeine Entwicklungen und Geschäftsverlauf der Segmente Im ersten und zweiten Quartal (Juli bis Dezember) erwirtschaftet KWS regelmäßig rund 20 % des Jah- resumsatzes. Die Herbstaussaat für Getreide be- stimmt im Wesentlichen die Geschäftsentwicklung in diesem Zeitraum. Im Berichtsjahr blieb die Nachfra- ge nach hochwertigen Getreidesorten branchenweit gering, was sich sowohl auf die Umsatzentwicklung als auch auf das Ergebnis des Getreidesegments negativ auswirkte. Diese Entwicklung hatten wir in unserer Prognose allerdings weitgehend berück- sichtigt, sodass wir unterjährig keine signifikanten 35Wirtschaftsbericht | Zusammengefasster LageberichtKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
37. Änderungen vornehmen mussten. Im dritten und vierten Quartal (Januar bis Juni) erwirtschaften wir den Großteil unseres Jahresumsatzes, hauptsächlich aus unseren Hybridkulturen Mais und Zuckerrüben. Die Umsätze stammen überwiegend aus Regionen der gemäßigten Klimazone wie Nordamerika, Europa und China. Im Segment Mais stammen die im Be- richtsjahr höchsten Umsatzzuwächse aus Nord- und Südamerika. In Europa fiel die Entwicklung hingegen schwächer aus als erwartet. Rückläufige Anbauflä- chen und eine niedrige Nachfrage nach Mais konnten nur teilweise durch Marktanteilsgewinne ausgegli- chen werden. Daneben minderten schwer vorherseh- bare Sondereffekte wie negative Währungseinflüsse – beispielsweise aus der Abwertung des brasiliani- schen Reals – das Umsatzwachstum des Segments. Diese Entwicklungen, die sich im Jahresverlauf manifestierten, waren die Hauptgründe für die unter- jährige Senkung unserer Prognose für das Segment Mais. Im Segment Zuckerrüben war die Nachfrage dagegen höher als erwartet – entsprechend übertraf die Geschäftsentwicklung in allen Regionen unsere Erwartungen, worauf wir die Prognose für dieses Segment unterjährig anhoben. Dabei halfen uns die positive Währungsentwicklung des US-Dollars und unerwartete Flächenausweitungen in der EU. Unse- re bereits hohen Marktanteile konnten wir in vielen Ländern ausbauen. Im Segment Corporate kam es zu stichtagsbezogenen positiven Währungseffekten sowie geringeren Aufwendungen einzelner zentraler Funktionen. Das EBIT fiel damit positiver aus als noch im Mai 2016 erwartet. Vergleich der tatsächlichen mit der prognostizierten Geschäftsentwicklung der KWS Gruppe Ergebnisse 2014/2015 ­Prognose für 2015/2016 Unterjährige Anpassungen der Prognose Ergebnisse 2015/2016 Geschäfts- bericht (15.10.2015) 1. Quartals­ bericht (24.11.2015) 2. Quartals­ bericht (25.02.2016) 3. Quartals­ bericht (26.05.2016) Umsatzerlöse 986,0 Mio. € +5 bis 10 % – – – 1.036,8 Mio. € +5,2 % FE-Quote 17,7 % rund 17 % – – – 17,6 % EBIT-Marge 11,5 % ≥10,5 % ≥10,0 % – – 10,9 % Über 17 % unseres Umsatzes investieren wir in Forschung Entwicklung. Hier werden die Weichen für die Zukunft unseres Unternehmens gestellt. 36 Zusammengefasster Lagebericht | Wirtschaftsbericht Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
38. Ertragslage Umsatzerlöse steigen Die KWS Gruppe weitete im Berichtsjahr ihre Ge- schäftstätigkeit erfolgreich aus. Trotz eines weiterhin volatilen und herausfordernden Marktumfeldes, wel- ches von Wechselkursschwankungen und niedrigen Agrarrohstoffpreisen geprägt war, stiegen die Um- satzerlöse um 50,8 Mio. € auf 1.036,8 (986,0) Mio. €. Dies entsprach einem Wachstum von 5,2 %. Wäh- rungsbereinigt hätten die Erlöse 1.070,7 Mio. € betragen. Zum Umsatzanstieg trugen alle Produkt- segmente bei, im Wesentlichen das Geschäft mit Zuckerrüben- und Maissaatgut. Die höheren Zucker- rübensaatgutumsätze resultierten vor allem aus un- serer Geschäftstätigkeit in Nordamerika, Nord- und Osteuropa sowie Vorderasien (Türkei). Bedeutende Einflussfaktoren waren gestiegene Marktanteile, Flächenausweitungen und die vorteilhafte Entwick- lung des US-Dollars. Die Umsatzzuwächse aus dem Absatz von Maissaatgut wurden insbesondere in Brasilien erzielt. Unsere Getreideerlöse stiegen da- gegen aufgrund der niedrigen Getreidepreise und der allgemein geringen Nachfrage nach hochqualitativem Getreidesaatgut erwartungsgemäß nur leicht. Auch die gesunkene Nachfrage für Hybridroggensaatgut wirkte sich negativ aus. Umsatz nach Regionen 2015/2016 Gesamtumsatz 1.036,8 Mio. € 22 % Deutschland 43 % Europa (ohne Deutschland)Nord- und Südamerika 27 % Übriges Ausland 8 % Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau Die Herstellungskosten stiegen im Berichtsjahr um 6,0 % auf 480,9 (453,5) Mio. € an. Darin enthalten sind höhere Materialkosten, die auf für die Saat- gutvermehrung nachteilige Witterungsverhältnisse zurückzuführen sind, sowie Aufwendungen durch die Amortisation der erworbenen gentechnisch ver- änderten Eigenschaften. Im Berichtsjahr ergab sich daraus eine Bruttomarge in Höhe von 53,6 (54,0) %. Unsere vertrieblichen Aktivitäten wurden ausge- weitet, um unsere Geschäftstätigkeit vor allem in Wachstumsregionen weiter auszubauen und zu stärken. Dementsprechend erhöhten sich unsere Vertriebskosten um 4,1 % auf 196,8 Mio. €, gleich- bedeutend mit einer Vertriebskostenquote von 19,0 (19,2) %. Die Forschungs- Entwicklungsaufwen- dungen stiegen um 4,5 % auf 182,4 (174,6) Mio. €. Die allgemeinen Verwaltungskosten entwickelten sich mit einem Anstieg von 2,1 % auf 76,4 Mio. € unterproportional zum Umsatzwachstum. Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen belief sich auf 12,5 (19,3) Mio. €. Er sank somit im Vergleich zum Vorjah- reszeitraum aufgrund geringerer Auflösungen von Wertberichtigungen auf Forderungen sowie gerin- gerer sonstiger betrieblicher Erträge um 35,2 %. Die zugehörigen Einzelpositionen werden im Anhang auf den Seiten 114 bis 115 detailliert erläutert. Insgesamt ergab sich für die KWS Gruppe ein EBIT nahezu auf Vorjahresniveau in Höhe von 112,8 (113,4) Mio. €. Die EBIT-Marge belief sich auf 10,9 (11,5) %. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 37Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage | Zusammengefasster LageberichtKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016
39. Joint Ventures erhöhen Ergebnisbeiträge – ­Jahresüberschuss leicht über Vorjahr Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Finanz­ anlagen ist Bestandteil des Beteiligungsergebnis­ ses. Es stieg im Berichtsjahr durch die Ausweitung der Geschäftstätigkeit unserer Joint Ventures in Nordamerika und die ersten Erträge aus unse- rem chinesischen Joint Venture KENFENG – KWS SEEDS CO., LTD. auf 26,5 (23,7) Mio. € und lag somit 11,5 % über dem des Vorjahres. Das übrige Beteiligungs­ergebnis sank, da durch den voll- ständigen Erwerb der SOCIETE DE MARTINVAL im September 2014 das vorige Berichtsjahr einen einmaligen Gewinn durch die Neubewertung der Altanteile enthielt. Ein weiterer Bestandteil des Fi- nanzergebnisses ist das Zins­ergebnis, welches sich unter anderem durch die Aufnahme eines neuen Schuldscheindarlehens in Höhe von 70 Mio. € auf –11,7 (–10,8) Mio. € reduzierte. Das Finanzergebnis lag somit bei 14,8 (16,7) Mio. €. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte 127,6 (130,1) Mio. €, wobei Ertragssteuern in Höhe von 42,3 (46,1) Mio. € eine gesunkene Steuerquote von 33,1 (35,4) % ergaben. Der Jahresüber­schuss der KWS Gruppe belief sich auf 85,3 (84,0) Mio. €. Folglich stieg das Ergebnis je Aktie auf 12,92 (12,53) €. Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung 2015/2016 2014/2015 +/– Umsatzerlöse in Mio. € 1.036,8 986,0 5,2 % Betriebsergebnis in Mio. € 112,8 113,4 –0,5 % Finanzergebnis in Mio. € 14,8 16,7 –11,4 % Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Mio. € 127,6 130,1 –1,9 % Steuern in Mio. € 42,3 46,1 –8,2 % Jahresüberschuss in Mio. € 85,3 84,0 1,5 % Ergebnis je Aktie in € 12,92 12,53 3,1 % EBIT-Marge in % 10,9 11,5 Finanzlage Die Aufgabe des Finanzmanagements in der KWS Gruppe ist es, das finanzielle Vermögen langfristig zu sichern und eine ausreichende Ertragskraft zu ermöglichen. Nur dann kann die KWS Gruppe stets finanziell unabhängig agieren und ist jederzeit in der Lage, die eigenen Wachstumsaktivitäten flexibel zu gestalten. Geleitet wird das Finanzmanagement bei der KWS Gruppe aus der Unternehmenszentrale in Einbeck. Die zentrale Steuerung erhöht die Transpa- renz und dient der Risikominimierung. Im Rahmen des Finanz­managements nutzt die KWS Gruppe Gesamtinvestitionen nach Segmenten 58,9 % Mais Zuckerrüben 17,3 % Getreide 9,2 % Corporate 14,6 % 38 Zusammengefasster Lagebericht | Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Geschäftsbericht 2015/2016 | KWS Gruppe
40. ­Finanzierungs-, Anlage- und Sicherungsinstrumente. Derivate ­werden im Wesentlichen zur Absicherung von ­Währungs- und Zinsrisiken eingesetzt. Die Cash Earnings fielen durch einen höheren Jahresüberschuss vor Abschreibungen und ge- ringere sonstige zahlungsunwirksame Erträge mit 107,3 (92,1) Mio. € höher aus als noch ein Jahr zu- vor. Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringere Mittelbindung durch den Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen war ein wesentli- cher Einflussfaktor dafür, dass der operative Cash­ flow 125,9 (48,1) Mio. € erreichte. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich insgesamt auf –92,2 (–123,8) Mio. €. Im September 2014 hatte der Erwerb der SOCIETE DE MARTINVAL zu erhöhten Auszahlungen geführt. Daher fiel der Vorjahreswert entsprechend höher aus. Im Dezember 2015 emit- tierten wir erfolgreich ein Schuldschein­darlehen über 70 Mio. €. Aufgrund einer insgesamt gerin- geren Fremdkapitalaufnahme sank der Mittelzu- fluss aus der Finanzierungstätigkeit jedoch auf 21,4 (48,4) Mio. €. Der Finanzmittelfonds der KWS Gruppe stieg zum 30. Juni 2016 deutlich an und erreichte 163,9 (108,2) Mio. €. Zur unterjährigen Finanzierung der Betriebsmittel be- steht mit den Hausbanken der KWS SAAT SE weiter- Gesamtinvestitionen nach Regionen 49,2 % Deutschland 32,4 % Europa (ohne Deutschland) Nord- und Südamerika 15,6 % Übriges Ausland 2,8 % hin ein syndizierter Kredit mit einem Gesamtvolumen von 200 Mio. € und einer Laufzeit bis 2020. Die Gesamtinvestitionen sind im Vergleich zum Vorjahr um 24,9 % gesunken und beliefen sich im Geschäftsjahr 2015/2016 auf 99,6 (132,5) Mio. €. Die größten Einzelinvestitionen betrafen die bereits erwähnte Lizenzvereinbarung zur Mais-Trait-Tech- nologie und die Ausweitung von Produktions- und Züchtungskapazitäten. In Deutschland haben wir unter anderem in eine neue Zuchtstation sowie in einen neuen Gewächshauskomplex investiert. Die Abschreibungen erreichten 48,2 (45,9) Mio. €. Ausgewählte Kennzahlen zur Finanzlage 2015/2016 2014/2015 +/– Finanzmittelfonds in Mio. € 163,9 108,2 51,5 % Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit in Mio. € 125,9 48,1 100,0 % Cashflow aus Investitionstätigkeit in Mio. € –92,2 –123,8 25,5 % Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Mio. € 21,4 48,4 –55,8 % Die KWS Familie wächst und wird immer internationaler. Inzwischen arbeiten rund 50 % unserer Mitarbeiter außerhalb von Deutschland. 39Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage | Zusammengefasster LageberichtKWS Gruppe | Geschäftsbericht 2015/2016

References: § 111
 § 161
 § 111
 § 71
 § 161
 § 289