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GmbH : Einbringung von Warenlager
| 28.11.2005 13:08 |
Einzelgewerbetreibender X will eine GmbH gründen.
Er besitzt ein Warenlager aus Importware, die zu unterschiedlichen
Wechselkursen angeschafft wurde.
Dieses Warenlager will er in die GmbH einbringen, und zwar entweder
1. als Stammeinlage im Wege der Sachgründung oder
2. nach der Errichtung der GmbH als Zuzahlung iSd § 272 Abs.2 Nr.
4 HGB.
X will die Probleme, die mit der Bewertung des Warenlagers zusammenhängen, minimieren.
Welche der o.g. Optionen ist vor diesem Hintergrund vorzugswürdig ?
gerne will ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworten:
Wenn Sie das Warenlager als Sacheinlage einbringen, so schreibt § 5 Abs. 4 Satz 1 GmbHG vor, dass der Gegenstand der Sacheinlage und der Betrag der Stammeinlage, auf die sich die Sacheinlage bezieht, im Gesellschaftsvertrag festgesetzt werden.
Sie müssten also schon im Gesellschaftsvertrag den Wert des Warenlagers angeben. Auch müssen Sie dann die genaue Bezeichnung des einzubringenden Gegenstandes angeben. Dabei reicht das Warenlager als solches nicht aus, Sie müssten vielmehr jeden Gegenstand bewerten. Auch müssen Sie nach § 7 Abs.3 GmbhG vereinbaren, dass der Gegenstand der Gesellschaft zur freien, dauerhaften Verfügung übertragen wird sowie den Passus aufnehmen, dass die Zahlung des jeweiligen Kapitalanteils in Geld durch die Sacheinlage ersetzt.
Weiterhin müssten Sie einen sogenannten Sachgründungsbericht erstellen. Dies schreibt § 5 Abs. 4 Satz 2 GmbHG vor. In diesem müssen Sie die für die Angemessenheit der Leistungen für Sacheinlagen wesentlichen Umstände darlegen. Maßgeblich ist dabei der objektive Wert der Sacheinlagen, und zwar der tatsächliche Zeitwert im Zeitpunkt der Anmeldung der Gesellschaft zum Handelsregister, so § 9 Abs. 1 GmbHG.
Zwecks Nachweis der Angemessenheit sind Sie nach § 8 Abs. 1 Nr.5 GmbHG auch verpflichtet, der Anmeldung Unterlagen beizufügen, die belegen, dass der Wert der Sacheinlagen den Betrag der dafür übernommenen Stammeinlagen erreicht. So kämen in Ihrem Fall die Kaufverträge über die Importwaren in Betracht. Darüber hinaus müssten Sie auch die Wechselkurse belegen könnnen. Aller Voraussicht nach aber werden Sie ein Sachverständigengutachten benötigen.
Sollten Sie das Warenlager erst nach der Gründung einbringen, so wird es in die Bilanz der GmbH aufgenommen. Dabei muss es zwar auch nach objektiven Maßstäben bewertet werden, jedoch bestehen in diesem Fall nur die regulären bilanziellen Bewertungsvorschriften, die niedrigere Anforderungen stellen als die Vorschriften, denen Sie bei der Einbringung als Sacheinlagen folgen müssen. Insbesondere wird die Bewertung dann von Ihrem Steuerberater durchgeführt, der zwar auch den Bewertungsvorschriften des HGB unterliegt, aber dennoch einen gewissen Ermessensspielraum hat.
Rein vor dem Hintergrund der Minimierung der Bewertungsschwierigkeiten wäre es also einfacher, das Warenlager später einzubringen.
Sollten Sie noch weitere Fragen haben, insbesondere zu den sonstigen Vor- und Nachteilen der beiden Möglichkeiten, so auch etwa zu den Gefahren einer Sachgründung oder der späterern Einbringung, so stehe ich Ihnen gerne im Rahmen meiner Kooperation mit einem Steuerberater im Hause zur Verfügung.
hf@steuereratung-freidinger.de
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References: § 272
 § 5
 § 7
 § 5
 § 9
 § 8