Source: http://ytrasse.de/die_eisenbahn_und_der_nichvorhandenne.htm
Timestamp: 2017-11-18 17:18:55+00:00

Document:
Die Eisenbahn und der nicht vorhandene Lärm
Wie rechne ich mich leise ?
Wer arbeitet oder sich mit Auto oder Bahn fortbewegt, produziert Lärm – daran ist nichts zu ändern.
Damit uns dieser Lärm nicht krankmacht, hat der Gesetzgeber das „Bundesimmissionsschutzgesetz” (kurz BImSchG) und die zugehörigen untergesetzlichen Regelwerke erlassen, auf deren Basis wir geschützt werden sollen.
Zur Information sind die maßgebenden Paragraphen des BImSchG für den Schienenverkehr wiedergegeben:
(1) Bei dem Bau oder der wesentlichen Änderung öffentlicher Straßen sowie von Eisenbahn oder Straßenbahn ist unbeschadet von § 50 sicherzustellen, dass durch diese keine schädlichen Umwelteinwirkungen durch Verkehrsgeräusche hervorgerufen werden können, die nach dem Stand der Technik vermeidbar sind.
(1) Werden im Fall des § 41 die in der Rechtsverordnung nach § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 festgelegten Immissionsgrenzwerte überschritten, hat der Eigentümer einer betroffenen baulichen Anlage gegen den Träger der Baulast einen Anspruch auf angemessene Entschädigung in Geld, es sei denn, dass die Beeinträchtigung wegen der besonderen Benutzung der Anlage zumutbar ist. Dies gilt auch bei baulichen Anlagen, die bei Auslegung der Pläne im Planfeststellungsverfahren oder bei Auslegung des Entwurfs der Bauleitpläne mit ausgewiesener Wegeplanung bauaufsichtlich genehmigt waren.
(2) Die Entschädigung ist zu leisten für Schallschutzmaßnahmen an den baulichen Anlagen in Höhe der erbrachten notwendigen Aufwendungen, soweit sich diese im Rahmen der Rechtsvorschriften nach § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 halten. Vorschriften, die weitergehende Entschädigungen gewähren, bleiben unberührt.
(1) Die Bundesregierung wird ermächtigt, nach Anhörung der beteiligten Kreise (§ 51) durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die zur Durchführung des § 41 und des § 42 Abs. 1 und 2 erforderlichen Vorschriften zu erlassen, insbesondere über
3. Art und Umfang der zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geräusche notwendigen Schallschutzmaßnahmen an baulichen Anlagen.
(2) Wegen der Anforderungen nach Absatz 1 gilt § 7 Abs. 5 entsprechend.
Zur Konkretisierung dieser Forderungen wurde die „Verkehrsschutzlärmverordnung” (16. BImSchV) ersonnen, in der sowohl die Berechnung der Beurteilungspegel an Straßen (Anhang 1) als auch bei Schienenwegen (Anhang 2) geregelt ist.
In dieser Verordnung heißt es u.a.:
„Verkehrslärmschutzverordnung“
Grundlage der Verordnung ist § 43 Abs.1 Satz 1 Nr. 1 BImSchG
Sie gilt für den (§ 1) ... Bau ... von Schienenwegen der Eisenbahn ...
Beim Bau oder wesentlichen Änderungen (§ 2) ist sicherzustellen, dass der Beurteilungspegel einen der folgenden Immissionsgrenzwerte nicht überschreitet (Angaben in dB(A)):
Reine und allgemeine Wohngebiete und Kleinsiedlungsgebiete
Nach § 3 der Verordnung ist der Beurteilungspegel für Schienenwege nach Anlage 2 zu berechnen; zur Berücksichtigung der Besonderheiten des Schienenverkehrs ist ein Abschlag in Höhe von 5 Dezibel(A) vorgesehen.
In Anlage 2 ist dann das gesamte Berechnungsverfahren für die Beurteilungspegel zusammengefasst. Dabei sind ... die Züge zu Zugklassen zusammenzufassen, die sowohl ... derselben Fahrzeugart angehören, als auch gleiche mittlere Zuglängen und Geschwindigkeiten und ... gleichen Anteil an scheibengebremsten Fahrzeugen haben.
Die Berechnung der Beurteilungspegel erfolgt nach folgenden übersichtlichen Gleichungen, getrennt nach Tag (06.00 – 22.00 Uhr) und Nacht (22.00 – 06.00 Uhr):
Lr,T = Lm,T(25) + DFz + Dl,v + DFb + DSI + DBM + DB + S
Lr,N = Lm,N(25) + DFz + Dl,v + DFb + DSI + DBM + DB + S
Lm,T/N(25) Mittelungspegel für Tag bzw. Nacht
DFz Korrektur zur Berücksichtigung der Fahrzeugart
Dl,v Korrektur für die Zuglänge l in m und Geschwindigkeit v
DFb Korrektur zur Berücksichtigung unterschiedlicher
DSI Pegeländerung durch unterschiedliche Abstände zwischen dem Emissionsort und dem maßgebenden Immissionsort
DB Pegeländerungen durch topographische Gegebenheiten,
bauliche Maßnahmen und Reflexionen
S Korrektur um minus 5 dB(A) zur Berücksichtigung der
geringeren Störwirkung des Schienenverkehrslärms
Die einzelnen Korrekturterme sind dann entweder durch Tabellen (Korrekturen für die Fahrzeugart (DFz), für Geschwindigkeiten, Längen etc. und für unterschiedliche Fahrbahnen (DFb)) in Tabellen zusammengefasst bzw. über Formeln zu berechnen oder zugehörigen Diagrammen zu entnehmen (Korrekturen für Mittelungspegel, für unterschiedliche Zuglängen und Zugeschwindigkeiten, für unterschiedliche Abstände, für Boden- und Meteorologiedämpfung).
(Datei Korrektur DFz in Db.doc)
Korrektur DFz in dB(A) zur Berücksichtigung der Fahrzeugart
Fahrzeugart der Züge
DFz in dB(A)
Fahrzeuge mit Radscheibenbremsen
Fahrzeuge mit zulässigen Geschwindigkeiten
v > 100 km/h mit Radabsorbern
Fahrzeuge von straßenabhängigen Bahnen nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 BOStrab (Straßenbahn-/Stadtbahnfahrzeuge)
Fahrzeuge von straßenabhängigen Zweischienenbahnen nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 BOStrab (U-Bahn-Fahrzeuge)
Alle anderen Fahrzeugarten
(Datei Geschwindigkeiten.doc)
Geschwindigkeiten, Längen und Anteile der Wagen mit Scheibenbremsen bei verschiedenen Zugarten
Mittlere Zug-
Anteil der Wagen mit Scheibenbremsen im Jahr
D/FD-Zug
S-Bahn (Triebzug)
Güterzug (Fernv.)
Güterzug (Nahv.)
Straßenbahn /Stadtbahn
(Datei Korrektur DFb in Db.doc)
Korrektur DFb in dB(A) zur Berücksichtigung unterschiedlicher Fahrbahnen
DFb in dB (A)
Gleiskörper mit Raseneindeckung
Schotterbett, Holzschwelle
Schotterbett, Betonschwelle
Nicht absorbierende feste Fahrbahn und inStraßenfahrbahnen eingebettete Gleise
Diagramm I: Mittelungspegel (Datei Mittelungspegel.GIF)
Lm,T/N(25) = 51 + 10*log [n*(5-0,04*p)] dB(A)
Diagramm II: Korrektur Dl,v in dB(A) für unterschiedliche Zug-längen und Zuggeschwindigkeiten (Datei Pegeländerung Dlv mod.GIF)
Dl,v = 10*log(l*v2) – 60 dB(A)
Diagramm III: Pegeländerung DSI in dB(A) durch unterschiedliche AbständeSI zwischen dem Emissionsort und dem maßgebenden Immissionsort (Datei Pegeländerung Ds mod.GIF)
DSI = 15,8 – 10*log(SI) – 0,0142*(sI)0,9 dB(A)
Diagramm IV: Pegeländerung DBM in dB(A) durch Boden- und Meteorolgiedämpfung in Abhängigkeit von der mittleren Höhe hm. (Datei Pegeländerung DBM mod.GIF)
DBM = -4,8*exp[-(hm/sI * (8,5+100/sI))1,3] dB(A)
Würde der Verkehrsträger Eisenbahn diese Sonderbehandlung nicht erhalten, sondern sich wie jeder Gewerbebetrieb an der Technischen Anleitung Lärm (TA Lärm) – auch ein untergesetzliches Regelwerk des BImSchG – messen lassen müssen, hätte die DB AG wohl erheblich größere Schwierigkeiten, ihre Trassen zu planen und auch bewilligt zu bekommen.
In der Abbildung sowie der Tabelle sind die zulässigen Lärmimmissionswerte der TA Lärm und der 16.BImSchV gegenübergestellt (Datei TA Lärm-BImSchV.GIF) & Vergleich zulässiger Lärmimmissionen.doc).
Krankenhäuser, Schulen,
Kurheime, Altenheime

References: § 50
 § 41
 § 43
 § 43
 § 41
 § 42
 § 7
 § 43
 § 3
 § 1
 § 1