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Timestamp: 2016-10-25 17:29:43+00:00

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6B_107/2010 (22.02.2011)
6B_107/2010
vertreten durch F�rsprecher RAg.________,
2. RAg.________,
Unterst�tzung einer kriminellen Organisation; Entsch�digung der amtlichen Verteidigers,
Das Bundesstrafgericht in Bellinzona verurteilte V.________ und den Mitangeklagten W.________ am 8. Juli 2009 wegen Unterst�tzung einer kriminellen Organisation. Hingegen sprach es beide vom Vorwurf der qualifizierten Geldw�scherei frei. Die weiteren Mitangeklagten R.________, S.________, X.________, Y.________, Z.________, T.________ und U.________ sprach es von den Vorw�rfen der Beteiligung an bzw. der Unterst�tzung einer kriminellen Organisation und der qualifizierten Geldw�scherei bzw. der Gehilfenschaft dazu vollumf�nglich frei. Das Bundesstrafgericht bestrafte V.________ mit einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren bei einer Probezeit von zwei Jahren. Es auferlegte ihm Verfahrenskosten von Fr. 76'043.85 und setzte die Entsch�digung des amtlichen Verteidigers auf Fr. 312'000.-- fest. V.________ wurde verpflichtet, der Gerichtskasse f�r die Entsch�digung des amtlichen Verteidigers Ersatz zu leisten.
Gegen dieses Urteil erheben V.________ sowie RAg.________, in Bezug auf das Honorar als amtlicher Verteidiger, Beschwerde in Strafsachen. V.________ beantragt, das angefochtene Urteil sei in Ziff. IX.2, IX.3 und IX.6 aufzuheben, und er sei vom Vorwurf der Unterst�tzung einer kriminellen Organisation freizusprechen. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Staat aufzuerlegen. F�r die Untersuchungshaft von 274 Tagen seien ihm eine Entsch�digung von Fr. 82'200.-- sowie eine Genugtuung nach richterlichem Ermessen zuzusprechen. Dem amtlichen Verteidiger sei eine Entsch�digung von Fr. 425'461.80 (inkl. MWST) f�r das erstinstanzliche Verfahren auszurichten, ohne dass er, V.________, der Bundesgerichtskasse daf�r Ersatz zu leisten habe. Weiter seien ihm die unentgeltliche Rechtspflege und die amtliche Verteidigung f�r das Verfahren vor Bundesgericht zu gew�hren.
Das Bundesstrafgericht beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die Schweizerische Bundesanwaltschaft stellt den Antrag, das Verfahren 6B_609/2009 sowie das vorliegende Verfahren zu vereinigen. Die Beschwerden von V.________ und RAg.________ seien abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
Die Schweizerische Bundesanwaltschaft f�hrte gegen das Urteil des Bundesstrafgerichts ebenfalls Beschwerde in Strafsachen (vgl. Urteil 6B_609/2009), �ber welche das Bundesgericht am 22. Februar 2011 entschieden hat.
Eine Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit dem Verfahren 6B_609/2009 dr�ngt sich nicht auf. Zwar besteht ein Zusammenhang zwischen beiden Verfahren. Sie behandeln aber unterschiedliche Themen und Problemstellungen.
2.1 Der Beschwerdef�hrer 1 r�gt, die Vorinstanz pr�fe die �rtliche Zust�ndigkeit der Schweizer Gerichte pauschal f�r den ganzen Fall statt in Bezug auf die einzelnen Angeschuldigten. Die letztlich �brig gebliebenen Vorw�rfe, er habe Schutzgelder an kriminelle Organisationen bezahlt, h�tten sich in Italien zugetragen. Sie wiesen keinen Bezug zur Schweiz auf. Er habe bis im Jahre 1999 solche Zahlungen geleistet und w�hrenddessen ausschliesslich in Neapel gelebt. Eine Zust�ndigkeit der Schweizer Beh�rden nach Art. 3 Abs. 1 und Art. 8 Abs. 1 StGB sei ausgeschlossen. Auch Art. 260ter Ziff. 3 StGB gelange nicht zur Anwendung, da nach dem angefochtenen Urteil weder die Camorra noch die Sacra Corona Unita ihre verbrecherische T�tigkeit in der Schweiz ausge�bt h�tten noch auszu�ben beabsichtigten (Beschwerde S. 14 bis 18 oben).
2.2 Das Bundesgericht pr�ft seine Zust�ndigkeit von Amtes wegen (Art. 29 Abs. 1 BGG). Dem Schweizerischen Strafrecht ist unterworfen, wer in der Schweiz ein Verbrechen oder Vergehen begeht (vgl. Art. 3 Abs. 1 StGB). Die Tat gilt als da begangen, wo der T�ter sie ausf�hrt bzw. wo der Erfolg eingetreten ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 StGB). Strafbar ist auch, wer die Tat im Ausland begeht, wenn die Organisation ihre verbrecherische T�tigkeit ganz oder teilweise in der Schweiz aus�bt oder auszu�ben beabsichtigt (Art. 260ter Ziff. 3 StGB). Mit dieser Norm wird die im Ausland begangene Tathandlung der Beteiligung oder Unterst�tzung einer kriminellen Organisation als selbst�ndige Haupttat vom Schweizer Recht erfasst (Botschaft vom 30. Juni 1993 �ber die �nderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Milit�rstrafgesetzes; Revision des Einziehungsrechtes, Strafbarkeit der kriminellen Organisation, Melderecht des Financiers; BBl 1993 III 277 ff., Ziff. 212.5). So ist etwa die schweizerische Zust�ndigkeit f�r die Handlungen einer ethnischen Gruppierung aus Albanien zu bejahen, die ihre kriminelle Struktur �ber Reiseb�ros in der Schweiz finanziert und �ber diese Geldw�scherei betreibt (HANS BAUMGARTNER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 2. Aufl. 2007, N. 18 zu Art. 260ter StGB). Wird eine im Ausland t�tige kriminelle Organisation von der Schweiz aus unterst�tzt oder werden Beteiligungshandlungen hier vorgenommen, so ist Art. 260ter Ziff. 3 StGB nicht relevant. Diesfalls ist schweizerisches Recht bereits aufgrund des in Art. 3 Abs. 1 StGB verankerten Territorialit�tsprinzips anwendbar (Botschaft vom 30. Juni 1993 �ber die �nderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Milit�rstrafgesetzes a.a.O.). Ergibt sich nach Anklageerhebung, dass schweizerisches Strafrecht nicht anwendbar ist, muss der Angeklagte freigesprochen werden (vgl. BGE 105 IV 326 E. 3g S. 330).
2.3 Das angefochtene Urteil des Bundesstrafgerichts vom 8. Juli 2009 wurde im parallelen Verfahren 6B_609/2009, in welchem die Bundesanwaltschaft Beschwerde f�hrt, mit Entscheid vom 22. Februar 2011 aufgehoben. Die �rtliche Zust�ndigkeit beurteilt sich indessen nach dem angeklagten Sachverhalt. Die Anklageschrift legt dem Beschwerdef�hrer 1 zur Last, er habe den Zigarettenhandel vorwiegend in der Schweiz im Kanton Tessin beim Mitangeklagten R.________ abgewickelt und die mit Hilfe der kriminellen Organisationen im Zigarettenhandel generierten Ertr�ge in die Schweiz �berwiesen bzw. hier gewaschen. Im Rahmen seiner T�tigkeit im Zigarettenhandel habe er den kriminellen Organisationen in Italien Schutzgelder bezahlt (Anklageschrift S. 194 ff.). Dabei habe der Mitangeklagte R.________ auch f�r Exponenten der kriminellen Organisationen entsprechende Bankkonten gef�hrt, �ber welche Gelder aus dem Zigarettenhandel geflossen seien (Anklageschrift S. 53 ff.).
Ein Teil des Sachverhalts, f�r den der Beschwerdef�hrer 1 angeklagt ist, ereignete sich nach der Anklageschrift im Ausland, so etwa der Transport der Zigaretten von Montenegro nach S�ditalien, der Verkauf der Zigaretten auf dem Schwarzmarkt sowie die Zahlungen der Schutzgelder an die Camorra und Sacra Corona Unita. Dennoch ist die Zust�ndigkeit der Schweizer Gerichte f�r alle diese Handlungen gest�tzt auf Art. 3 Abs. 1 StGB sowie Art. 260ter Ziff. 3 StGB zu bejahen. Denn die finanzielle Abwicklung des Zigarettengesch�fts, in welches die kriminellen Organisationen gem�ss Anklageschrift involviert waren und aufgrund dessen die Schutzgeldzahlungen erfolgten, wurde gem�ss Anklage in der Schweiz vollzogen. Die Anklagebeh�rde geht davon aus, dass Mitglieder der kriminellen Organisationen beim Mitangeklagten R.________ ihre Gelder reinwuschen und Zigarettengesch�fte �ber ihre hiesigen Konten abwickelten. Die R�ge der fehlenden �rtlichen Zust�ndigkeit erweist sich als unbegr�ndet, soweit vom angeklagten Sachverhalt ausgegangen wird.
3.1 Der Beschwerdef�hrer 1 r�gt, die Vorinstanz verletze den Anklagegrundsatz. Er beanstandet, die Anklageschrift sei unn�tig aufgebl�ht. Die zahlreichen Verweisungen in den Fussnoten verunm�glichten eine zielgerichtete, effiziente Verteidigung. Die Anklagebeh�rde verletze zudem die Weisung 02/2007 des Bundesstrafgerichts, da sie nicht auf die Stellen des Schlussberichts hinweise, auf welche sie sich beziehe. Auch in inhaltlicher Hinsicht sei die Anklage ungen�gend. Sie enthalte pauschale Vorw�rfe, ohne zu pr�zisieren, auf welche konkreten Tatsachen sie sich st�tze, wo und wann sich die strafbaren Handlungen abgespielt haben sollen und inwiefern sich daraus eine Beteiligung bzw. Unterst�tzung der kriminellen Organisation oder die Geldw�scherei begr�nden lasse. Die Anklage lasse Interpretationsspielraum, wer mit wem eine kriminelle Organisation gebildet (z.B. die Angeklagten untereinander) bzw. wer sich bei welcher kriminellen Organisation beteiligt habe. Die Vorinstanz habe daher vier Varianten bekannt gegeben, unter welchen sie die Anklage zu pr�fen gedenke. Die Anklagebeh�rde habe mit Schreiben vom 24. April 2009 aus den vier Varianten zwei gemacht, n�mlich (a) die Angeklagten h�tten Zigaretten an eine bestehende kriminelle Organisation verkauft und diese so unterst�tzt oder sie seien Mitglieder dieser Organisationen oder (b) die Angeklagten h�tten zusammen mit der Sacra Corona Unita oder der Camorra die Zigaretten verkauft und so eine Organisation sui generis gebildet. Dies zeige, dass der historische Lebensvorgang in der Anklage nicht gen�gend klar dargestellt sei.
Hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes f�nden sich lediglich an drei Stellen der Anklageschrift Hinweise, was er, der Beschwerdef�hrer 1, gewusst bzw. in Kauf genommen haben soll. Die subjektive Seite der Tatbest�nde werde in Bezug auf die verschiedenen Handlungen nicht ansatzweise umrissen. Daraus lasse sich kein Vorsatz hinsichtlich s�mtlicher, ihm zur Last gelegter Handlungen konstruieren. Unklar sei im weiteren die Formulierung, er werde gest�tzt auf Art. 260ter StGB "und bzw. eventuell" Art. 305bis StGB angeklagt. Nicht m�glich sei nach seiner Auffassung eine Verurteilung nur nach Art. 305bis StGB, da es diesfalls an einer erforderlichen Vortat fehle. In Bezug auf die qualifizierte Geldw�scherei sei der Anklageschrift nichts zu entnehmen. Die qualifizierte Form werde ihm unter Verletzung des Anklagegrundsatzes unterstellt.
3.2 Die Anklage umschreibt anhand von Aussagen im Zigarettenhandel involvierter Personen, wie der Beschwerdef�hrer 1 im Jahr 1994 im Zigarettenschmuggel und -handel aufgestiegen ist und die Funktion eines Grossisten auf dem Zigarettenschwarzmarkt in Neapel �bernahm (Anklageschrift S. 194 f.). Sie f�hrt aus, wie B.________, ein Mitglied der Alleanza di Secondigliano, ab 1995 f�r jede, auf die Schnellboote verladene Kiste Zigaretten eine Geb�hr von den H�ndlern verlangte, wie der Beschwerdef�hrer 1 dazu gebracht wurde, diese zu bezahlen, wie die Zahlungen abgewickelt wurden und dass sie bezweckten, nicht von der Sacra Corona Unita und anderen Grossisten in Apulien bel�stigt zu werden (Anklage S. 195 f.). Sie wirft dem Beschwerdef�hrer 1 vor, seine monatlichen Zahlungen h�tten zwischen 70 und 150 Mio. Lire betragen. Durch die Zahlung der Gewinnbeteiligung an die Spitze der Alleanza di Secondigliano habe sich der Beschwerdef�hrer 1 in das camorristische System eingegliedert. Die Anklageschrift legt weiter dar, wie und wo die Zigaretten gekauft und transportiert bzw. die Zahlungsmodalit�ten vollzogen wurden (S. 196 f.) und wie die Verk�ufe an die Kleinh�ndler, die Kaufpreiszahlungen, die �bermittlung des Erl�ses an den Mitangeklagten R.________ und die dortige Umbuchung erfolgten (S. 198, 202 ff.). Ab der zweiten H�lfte des Jahres 1999 sei der Zigarettenkauf praktisch ausschliesslich bei den Mitangeklagten X.________ und Q.________ abgewickelt worden. Der Beschwerdef�hrer 1 habe dem Mitangeklagten R.________ einen m�ndlichen Dauerauftrag f�r die �berweisungen auf das Konto der Mitangeklagten X.________ und Q.________ zur Bezahlung der Lieferantenrechnungen erteilt. Die Handelst�tigkeit sei ab Februar 2000 durch Polizeiaktionen erschwert worden, und die Ums�tze des Beschwerdef�hrers 1 seien eingebrochen, weil keine Boote mehr an der K�ste Apuliens landen konnten. Deshalb seien der Beschwerdef�hrer 1 und andere Zigarettenh�ndler vom Mitangeklagten W.________ kontaktiert worden. Der Beschwerdef�hrer 1 habe den Zigarettenhandel nach einer operativen Pause von Oktober bis November 2000 zusammen mit dem Mitangeklagten W.________ im Dezember 2000 wieder aufgenommen. Er sei zwischen 1990 und 1999 regelm�ssig zwischen Neapel und Lugano hin und her gependelt und habe sich fast w�chentlich von Montag bis Freitag zu Gesch�ftszwecken in der Schweiz aufgehalten. Am Wochenende sei er jeweils nach Neapel zur�ckgekehrt (Anklage S. 197 f.). Er habe �ber Kontakte zu diversen Mitgliedern der Camorra verf�gt (so etwa G2.________, G1.________, D2.________ und D5.________, HA1.________ und HA2.________, IA2.________ und IA1.________, VA1.________). VA1.________ habe er in der zweiten H�lfte der 90er Jahre beim �bertritt in die Schweiz geholfen, indem er ihm seinen Freund ZA.________ vermittelt habe, welcher ihn mit dem Wagen �ber die Grenze gebracht habe. Der Beschwerdef�hrer 1 habe im Zigarettenschmuggel Gesch�ftsbeziehungen zur Sacra Corona Unita gepflegt. Mitglieder dieser Organisation h�tten ihm aktiv beim Gesch�ft geholfen. Er habe in den Jahren 1990 bis 1997 mit dem Clan EA.________ von der SCU zusammengearbeitet, dessen Hauptlieferant er gewesen sei. Er habe auf dessen Booten Zigaretten transportiert und ihm eine Schutzgeb�hr bezahlt. Ebenso habe er ab Anfang 1998 mit dem Clan KA.________ Zigaretten geschmuggelt, welcher ihm mit seinen Booten Zigaretten von Montenegro nach Italien bef�rderte. Er habe diesem Clan Zigaretten aus seinem Lager in Montenegro verkauft. Auch mit dem Clan H.________ habe er in der zweiten H�lfte von 1997 Schmuggelgesch�fte abgewickelt. Er habe auf den vom Mitangeklagten R.________ gef�hrten Konten von August 1996 bis M�rz 2000 einen Umsatz von 245 Mio. US Dollar erzielt, was eine Anzahl von 662'162 verkauften Mastercases bzw. einen Nettogewinn von 7'158'508.10 US Dollar ergebe (Anklageschrift S. 199 ff.).
3.3.1 Die Anforderungen an den Anklagegrundsatz werden auf unterschiedlichen Stufen umschrieben. F�r Verfahren vor dem Bundesstrafgericht legt das seit dem 1. Januar 2011 aufgehobene Bundesgesetz vom 15. Juni 1934 �ber die Bundesstrafrechtspflege (BStP; BS 3 303) die formellen Erfordernisse an die Anklageschrift fest. Nach Art. 126 Abs. 1 aBStP (in der bis 31. Dezember 2010 g�ltig gewesenen Fassung) bezeichnet die Anklageschrift unter anderem (1.) den Angeklagten; (2.) das strafbare Verhalten, dessen er beschuldigt wird, nach seinen tats�chlichen und gesetzlichen Merkmalen; (3.) die Bestimmungen des Strafgesetzes, die anzuwenden sind sowie (4.) die Beweismittel f�r die Hauptverhandlung. Die Anklageschrift enth�lt keine weitere Begr�ndung (Art. 126 Abs. 2 aBStP [in der bis 31. Dezember 2010 g�ltig gewesenen Fassung]). Gem�ss Art. 169 Abs. 1 aBStP hat das Gericht nur die Tat zu beurteilen, auf die sich die Anklage bezieht. Das Gericht ber�cksichtigt die w�hrend des Vorverfahrens und in der Hauptverhandlung gemachten Feststellungen (Art. 169 Abs. 2 aBStP [in der bis 31. Dezember 2010 g�ltig gewesenen Fassung]). Sodann r�umt Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK zur Sicherstellung eines fairen Verfahrens und zur Erm�glichung einer effektiven Verteidigung einen Anspruch darauf ein, sowohl �ber den zugrunde gelegten Sachverhalt als auch �ber die rechtliche Bewertung informiert zu werden. Schliesslich muss nach Art. 32 Abs. 2 BV jede angeklagte Person m�glichst rasch und umfassend �ber die gegen sie erhobenen Beschuldigungen unterrichtet werden und die M�glichkeit haben, die ihr zustehenden Verteidigungsrechte wahrzunehmen.
3.3.2 Gem�ss dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die dem Beschuldigten zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so pr�zise zu umschreiben, dass die Vorw�rfe gen�gend konkretisiert sind. Das Anklageprinzip bezweckt damit zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte des Angeklagten und dient dem Anspruch auf rechtliches Geh�r (Informationsfunktion). In der Anklage sind namentlich die Umst�nde aufzuf�hren, welche zum gesetzlichen Tatbestand geh�ren (vgl. BGE 133 IV 235 E. 6.3 S. 245; 126 I 19 E. 2c S. 22; je mit Hinweisen). Ist nur die vors�tzliche Tatbegehung strafbar, er�brigen sich weitere Ausf�hrungen zum subjektiven Tatbestand (vgl. BGE 120 IV 348 E. 3c S. 355 ff. mit Hinweisen).
3.3.3 Nach Art. 260ter StGB macht sich strafbar, wer sich an einer Organisation beteiligt, die ihren Aufbau und ihre personelle Zusammensetzung geheim h�lt und die den Zweck verfolgt, Gewaltverbrechen zu begehen oder sich mit verbrecherischen Mitteln zu bereichern (Ziff. 1 Abs. 1), bzw. wer eine solche Organisation in ihrer verbrecherischen T�tigkeit unterst�tzt (Ziff. 1 Abs. 2). Charakteristisch f�r die kriminelle Organisation ist eine etablierte, l�ngerfristig angelegte Gruppenstruktur, eine hochgradige Arbeitsteilung, das Gewinnstreben, ein stark hierarchischer Aufbau, die Abschottung nach Innen und Aussen, das Vorhandensein wirksamer Durchsetzungsmechanismen f�r interne Gruppennormen sowie die Bereitschaft, zur Verteidigung und zum Ausbau ihrer Stellung Gewaltakte zu begehen und Einfluss auf Politik und Wirtschaft zu gewinnen. Sie ist gekennzeichnet durch Professionalit�t von Planung, Logistik, Tatausf�hrung, Verwertung der Beute, Legalisierung der Ertr�ge und kann ihre Strukturen informeller Natur rasch und flexibel anpassen. Ihre Aktivit�ten sind darauf ausgerichtet, entweder Gewaltverbrechen zu begehen und/oder sich mit verbrecherischen Mitteln zu bereichern. Sie m�ssen keineswegs ausschliesslich, sondern bloss im Wesentlichen die Verbrechensbegehung betreffen (vgl. BGE 132 IV 132 E. 4 S. 133 ff. mit Hinweisen; Botschaft vom 30. Juni 1993 �ber die �nderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Milit�rstrafgesetzes BBl 1993 III ZIff. 212.1 297 ff.). F�r die Beteiligung an bzw. die Unterst�tzung einer kriminellen Organisation ist der Nachweis einer bestimmten einzelnen Tat nicht erforderlich (vgl. BGE 132 IV 132 E. 4.2 S. 136 mit Hinweisen).
3.4.1 Aufbau und Umfang der Anklageschrift sind bei der komplexen Sachlage, in welche nebst dem Beschwerdef�hrer 1 zahlreiche Personen sowie Gesellschaften verwickelt sind und bei der sich der massgebliche Sachverhalt �ber einen langen Zeitraum zugetragen hat, nicht zu beanstanden. Die Anklage umschreibt die Vorw�rfe nach einleitenden Bemerkungen zum Zigarettenhandel in Italien (S. 13 bis 52) f�r jeden Angeklagten detailliert (S. 194 bis 204 f�r den Beschwerdef�hrer 1) und fasst die angeklagten Punkte �bersichtlich zusammen (S. 225 bis 227 f�r den Beschwerdef�hrer 1). Die Anklagebeh�rde belegt ihre Ausf�hrungen mit Hinweisen auf Aussagen des Beschwerdef�hrers 1, Auskunftspersonen und Zeugen sowie auf schriftliche Beweismittel (so etwa ein bei JB1.________ aufgefundener Zettel, Kontoausz�ge, Ermittlungsberichte und weitere Unterlagen italienischer Beh�rden). Die in den Fussnoten enthaltenen Belegstellen zeigen, auf welche Beweise aus den Ermittlungsakten die Anklagebeh�rde ihre Vorw�rfe st�tzt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers 1 verlangt der in Art. 126 aBStP (in der bis 31. Dezember 2010 g�ltig gewesenen Fassung) verankerte Anklagegrundsatz nicht, dass die Anklagebeh�rde den Untersuchungsbericht zitiert. Der von ihm angef�hrten Weisung des Bundesstrafgerichts kommt kein Gesetzescharakter zu. In formeller Hinsicht gen�gt die Anklage den Voraussetzungen von Art. 126 aBStP (in der bis 31. Dezember 2010 g�ltig gewesenen Fassung).
3.4.2 Die Anklage erl�utert den massgeblichen Sachverhalt zum Vorwurf der Beteiligung an bzw. der Unterst�tzung einer kriminellen Organisation in allen Einzelheiten. Sie bezeichnet fortlaufend die Aussagen sowie weitere Beweismitteln, auf welche sie sich st�tzt. Diese helfen, den strafrechtlichen Vorwurf in zeitlicher, sachlicher und �rtlicher Hinsicht zu begrenzen und zu einer Indizienkette bzw. zu einem Gesamtbild zu verdichten. Auch wenn die Anklagebeh�rde die einzelnen Aktivit�ten des Beschwerdef�hrers 1 zeitlich und �rtlich nur ungef�hr eingrenzt, indem sie ihm vorwirft, er habe sich im Zeitraum vom 1990 und 1999 praktisch jede Woche von Montag bis Freitag in die Schweiz zum Mitangeklagten R.________ begeben, um seinem Zigarettengesch�ft nachzugehen bzw. er sei ab September 1999 gr�sstenteils illegal in der Schweiz geblieben (wobei sie hinsichtlich Art. 260ter StGB nur den Zeitraum vom 1. August 1994 bis Anfang 2001 und hinsichtlich der qualifizierten Geldw�scherei den Zeitraum von Januar 1993 bis Anfang 2002 anklagt, vgl. Anklageschrift Ziff. 4.10), so werden diese relativ unbestimmten Angaben durch die Regelm�ssigkeit der Gesch�fte, die pr�zisen Ausf�hrungen zur Gesch�ftsabwicklung und zur umgesetzten Menge Zigaretten bzw. zur H�he der bezahlten Schutzgeb�hr aufgewogen (z.B. Ziff. 3.7.1.3 zum Zigarettenkauf; Ziff. 3.7.1.3 und 3.7.1.4 zum Zigarettentransport; Ziff. 3.7.4.1 und 3.7.4.2 zur Einkassierung und �bermittlung des Verkaufserl�ses an den Mitangeklagten R.________; Ziff. 3.7.1.2 zur Einkassierung der Schutzgeb�hr; Ziff. 3.7.2 zur Mitarbeit der kriminellen Organisationen beim Zigarettenschmuggel). Der angeklagte Sachverhalt gen�gt insbesondere deshalb den gesetzlichen Anforderungen, weil der Nachweis des einzelnen Verbrechens der kriminellen Organisationen beim Tatbestand von Art. 260ter StGB nicht erforderlich ist. Der Anklagegrundsatz verlangt im weiteren nicht, dass die personelle Zusammensetzung der kriminellen Organisation (z.B. ob die Angeklagten unter sich eine solche bildeten) oder die Hierarchie genannt werden. Denn die Frage, wer sich als Mitglied an einer solchen Organisation beteiligte bzw. diese als Nichtmitglied unterst�tzte, stellt eine rechtliche W�rdigung dar, die aufgrund von Tatsachen (z.B. ob ein Aufnahmeritual durchgef�hrt wurde; zu welchen Personen jemand Kontakte pflegte) vorzunehmen ist. Daher reicht es aus, wenn die einzelnen Gesch�ftspartner des Beschwerdef�hrers 1 sowie dessen generelle Beziehungen zu kriminellen Organisationen beschrieben werden. Die Anklage erf�llt diese Anforderungen, da sie die Zusammenarbeit des Beschwerdef�hrers 1 mit Mitgliedern krimineller Organisationen aufzeigt. Sie legt ihm zur Last, er habe Schutzgelder bezahlt und zieht daraus den rechtlichen Schluss, er habe sich in eine solche Organisation eingegliedert. Auch hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes gen�gt die Anklage den konventions-, verfassungs- und bundesrechtsrechtlichen Anforderungen. Denn die Beteiligung an und die Unterst�tzung einer kriminellen Organisation sind nur bei vors�tzlicher Tatbegehung strafbar, weshalb weitere Ausf�hrungen zum subjektiven Tatbestand nicht erforderlich sind (vgl. BGE 120 IV 348 E. 3c S. 355 ff. mit Hinweisen).
3.4.3 In Bezug auf den Tatbestand der Geldw�scherei (Anklageschrift S. 78 f. und S. 208 f.) kann in diesem Verfahren offen bleiben, ob der Anklagegrundsatz verletzt ist, da der Beschwerdef�hrer 1 vom Vorwurf der Geldw�scherei freigesprochen wurde. Es fehlt ihm insoweit an der Beschwerdelegitimation (Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG). Auch die Frage, ob die Formulierung, der Beschwerdef�hrer 1 werde gest�tzt auf Art. 260ter StGB "und bzw. eventuell" Art. 305bis StGB angeklagt, klar ist, braucht deshalb nicht entschieden zu werden. Infolge R�ckweisung der Sache infolge Gutheissung der Beschwerde der Beschwerdegegnerin in einem parallelen Verfahren (Urteil 6B_609/2009 vom 22. Februar 2011) wird die Vorinstanz f�r jeden Angeklagten und jedes Delikt einzeln pr�fen m�ssen, ob der Anklagegrundsatz eingehalten ist, soweit das Bundesgericht diese Fragen vorliegend nicht er�rtert.
3.4.4 Nicht einzutreten ist auf die unter dem Titel der Verletzung des Anklagegrundsatz erhobenen R�gen, welche die materielle Richtigkeit des angeklagten Sachverhalts, die Stichhaltigkeit der Beweise und deren Verwertbarkeit (z.B. die Personen, welche in den Fussnoten erw�hnt w�rden, seien nie im vorliegenden Verfahren befragt worden; die Verwertbarkeit der italienischen Telefon�berwachungen sei fraglich) sowie die rechtliche W�rdigung des eingeklagten Sachverhalts (so etwa, bei welchen kriminellen Organisationen der Beschwerdef�hrer 1 eingegliedert war) betreffen. Diesbez�glich gen�gt der Beschwerdef�hrer 1 den Begr�ndungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG nicht.
4.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz stelle den Sachverhalt hinsichtlich des Deliktsbetrags und seines Tatwillens willk�rlich fest (S. 21 und S. 24 bis 26 der Beschwerde). Sie verletze bei der Beweisw�rdigung Art. 169 aBStP (Beschwerde S. 4).
4.2.1 Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden und kann deshalb die Beschwerde auch aus andern als den geltend gemachten Gr�nden gutheissen oder abweisen (BGE 134 III 102 E. 1.1 S. 104 mit Hinweisen). Immerhin pr�ft das Bundesgericht, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen R�ge- und Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
4.2.2 Aus dem Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) ergibt sich f�r den Richter die Pflicht, seinen Entscheid zu begr�nden. Er muss wenigstens kurz die wesentlichen �berlegungen aufzeigen, von denen er sich leiten liess, so dass der Betroffene den Entscheid in voller Kenntnis der Sache anfechten kann. Der B�rger soll wissen, warum entgegen seinem Antrag entschieden wurde. Dabei muss sich der Richter nicht mit allen tats�chlichen Behauptungen und rechtlichen Einw�nden auseinandersetzen. Er kann sich vielmehr auf die f�r seinen Entscheid erheblichen Gesichtspunkte beschr�nken (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f. mit Hinweisen).
4.2.3 Eine Verurteilung ohne die tatbestandsnotwendigen tats�chlichen Grundlagen ist bundesrechtswidrig. Ist ein Sachverhalt l�ckenhaft, leidet die Entscheidung an derartigen M�ngeln, dass die Gesetzesanwendung nicht nachgepr�ft werden kann. In einem solchen Fall ist das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur erg�nzenden Tatsachenfeststellung und neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (Art. 107 Abs. 2 BGG; BGE 133 IV 293 E. 3.4.2 S. 295 f. mit Hinweisen).
4.3 Es ist nicht ersichtlich, weshalb der insgesamt von den kriminellen Organisationen erzielte Gewinn f�r die Strafbarkeit bzw. die Strafzumessung des Beschwerdef�hrers 1 entscheidend sein sollte. Denn dieser kann ihm nur insoweit angelastet werden, als er durch seine strafbaren Handlungen dazu beigetragen hat. Der Beschwerdef�hrer legt nicht hinreichend dar, weshalb der von ihm ger�gte Sachverhalt f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend w�re (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG). Auf seine R�ge ist insoweit nicht einzutreten.
4.4 Die Vorinstanz begr�ndet den massgeblichen Sachverhalt zum objektiven Tatbestand im Wesentlichen pauschal und ohne Unterscheidung der einzelnen Angeklagten. Sie f�hrt aus, die in der Anklageschrift geschilderten Geschehensabl�ufe, die Identit�t der K�ufer, Verk�ufer, der weiteren involvierten Personen, die Waren- und Geldfl�sse, die Waren- und Geldums�tze, die Finanzierungs- und Zahlungsmodalit�ten sowie die Rollen der Beteiligten seien in den Grundz�gen nicht bestritten und durch eine nicht n�her bezeichnete "Vielzahl von Beweismitteln" erstellt (vgl. angefochtenes Urteil S. 45 Ziff. 2.1.1), ohne dass sie dies mit nachpr�fbaren Aktenstellen und Beweismitteln belegt. Es fehlen Aussagen, was der Beschwerdef�hrer wo wann mit wem und wie gemacht haben soll (so etwa bei der Aussage, der Beschwerdef�hrer 1 habe "weitergehende Dienstleistungen zu Gunsten italienischer H�ndler erbracht", angefochtenes Urteil S. 74). Die Vorinstanz setzt sich weder mit dem in der Anklage genannten Sachverhalt und den dortigen detaillierten Hinweisen auf einzelne Aktivit�ten des Beschwerdef�hrers 1 (z.B. zu dessen Handelspartnern, deren Zugeh�rigkeit zu kriminellen Organisationen, den beteiligten Offshorefirmen, Decknamen, den un�blichen Geldanlagen und Finanztransaktionen bei Geldwechselstuben, den Freistellungsauftr�gen und dem anschliessenden Verlad von Zigaretten auf Boote; vgl. zu den Details in der Anklageschrift E. 3.2) noch mit den in der Anklage genannten Indizien und Aktenstellen, den Zeugenaussagen und deren Glaubhaftigkeit auseinander. Sie pr�ft auch, von wenigen Ausnahmen abgesehen (z.B. zu prozessualen Antr�gen, angefochtenes Urteil S. 29 bis 44), keine allf�lligen von der Verteidigung erhobenen Einwendungen (z.B. gegen die zahlreichen Beweismittel). Eine umfassende, nachvollziehbare Beweisw�rdigung bleibt aus. Soweit sich die Vorinstanz mit den Handlungen des Beschwerdef�hrers 1 auseinandersetzt, macht sie dies lediglich in summarischer Weise (vgl. z.B. angefochtenes Urteil S. 50 und S. 74 f.). Sie nennt auch �ber weite Strecken keine Beweismittel, worauf sie ihre Angaben st�tzt (z.B. angefochtenes Urteil S. 74: Aussage, der Beschwerdef�hrer 1 habe selbst Abgaben auf den Warenumsatz pro Kiste direkt an die kriminellen Clans bezahlt). Teilweise beschr�nkt sie sich auf eine auszugsweise Wiederholung des angeklagten Sachverhalts (so etwa auf S. 55 und S. 66 des angefochtenen Urteils). Das vorinstanzliche Urteil erlaubt es mangels eines f�r jeden Angeklagten erstellten Sachverhalts nicht, die korrekte Anwendung von Bundesrecht (z.B. Art. 260ter StGB, Art. 305bis StGB und Art. 70 ff. StGB) zu �berpr�fen. Die Vorinstanz verletzt die aus dem Anspruch auf rechtliches Geh�r fliessende Begr�ndungspflicht nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 169 aBStP, wonach sie (nur) den angeklagten Sachverhalt zu beurteilen hat. Die gest�tzt auf den ungen�genden Sachverhalt erfolgte Beweisw�rdigung ist unvollst�ndig, einseitig und willk�rlich nach Art. 9 BV. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Die Beschwerde der Bundesanwaltschaft im parallelen Verfahren 6B_609/2009 wurde am 22. Februar 2011 gutgeheissen und die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Deshalb brauchen die vom Beschwerdef�hrer 1 erhobenen R�gen zur Verletzung von Art. 260ter StGB (Frage des unmittelbaren F�rderns der kriminellen T�tigkeit: Beschwerde S. 18 bis S. 24, subjektiver Tatbestand: Beschwerde S. 24 bis 26), zu den Rechtfertigungsgr�nden (Beschwerde S. 27 bis S. 31) sowie das Entsch�digungsbegehren f�r die Haft und die Genugtuung (Beschwerde S. 32) nicht beurteilt zu werden.
6.1 Der Beschwerdef�hrer 2 macht geltend, er habe der Vorinstanz am 30. Juni 2009 unter Beilage detaillierter Rapporte in Bezug auf die ausgef�hrten Arbeiten, den Zeitaufwand und die involvierten Mitarbeiter eine Honorarnote eingereicht. Die Vorinstanz k�rze das Honorar um insgesamt Fr. 113'461.80 auf Fr. 312'000.-- (inkl. MWST). Sie reduziere die Anzahl seiner Arbeitsstunden, jene seine Rechtspraktikanten sowie die H�he des Stundenansatzes. Dabei verletze sie Art. 9 und Art. 29 Abs. 2 BV sowie Art. 38 aBStP (in der bis 31. Dezember 2010 g�ltig gewesenen Fassung) i.V.m. Art. 2 ff. des seit dem 1. Januar 2011 aufgehobenen Reglementes vom 26. September 2006 �ber die Entsch�digungen in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht (AS 2006 4467).
Sie habe ihm keine Gelegenheit gegeben, zu den gek�rzten Positionen (Zeitaufwand und Stundenansatz) Stellung zu nehmen. Es handle sich um ein umfangreiches Verfahren mit einem Aktenbestand von �ber 1000 Bundesordnern sowie einer langen Anklageschrift, welche auf mehrheitlich italienische Aktenstellen verweise. Die Komplexit�t der Tatbest�nde k�nne nicht anhand ihrer Anzahl beurteilt werden. Das Verfahren habe lange gedauert, und es seien rechtsvergleichende Abkl�rungen notwendig gewesen. Die fast vollst�ndige Absorbierung w�hrend der Verhandlungstage habe einen normalen Gesch�ftsbetrieb verunm�glicht, und er habe in dieser Zeit zahlreiche Mandate nicht annehmen k�nnen. Bei der Gerichtsgeb�hr, welche die Vorinstanz auf Fr. 150'000.-- festsetze, sch�pfe sie den h�chstm�glichen Rahmen f�r eine Besetzung des Gerichts mit drei Richtern aus. Dort seien dieselben Kriterien massgebend wie beim Honorar des amtlichen Verteidigers (insbesondere Umfang und Schwierigkeit der Sache, Art der Prozessf�hrung sowie Kanzleiaufwand). Deshalb sei der Stundenansatz in maximal zul�ssiger H�he von Fr. 300.-- festzulegen. Die vorinstanzliche Begr�ndung, die Anzahl der Stunden sei im Verh�ltnis zu den anderen Anw�lten zu hoch, sei nicht stichhaltig. Die tieferen Honorarnoten f�r die Angeklagten Z.________ und Y.________ seien nicht mit seinem Fall vergleichbar, da die beiden genannten Angeklagten anders als sein Klient eine untergeordnete Rolle gespielt h�tten.
6.2 Die Vorinstanz erw�gt, der Straffall habe in mehreren Punkten Probleme in tats�chlicher Hinsicht gestellt. Die Anklageschrift umfasse 233 Seiten, die Einvernahmen, Akten und Verhandlungen h�tten erh�hte Sprachkompetenzen erfordert. In rechtlicher Hinsicht seien die Schwierigkeiten auf ein Rechtsgebiet begrenzt gewesen, in welchem noch keine umfassende und eindeutige Rechtsprechung bestehe. Es seien jedoch nur ein Sachverhalt und zwei Anklagevorw�rfe zu beurteilen gewesen. Der immense Aktenumfang schlage sich weniger im Stundenansatz als in der Anzahl Stunden nieder und sei bei der Festlegung des Stundenansatzes nur am Rande zu beachten. Der Stundenansatz sei unter Ber�cksichtigung dieser Punkte auf Fr. 260.-- festzulegen, jener f�r die Reisezeit auf Fr. 200.--. F�r die von Rechtspraktikanten geleistete Arbeit werde 100.-- pro Stunde verg�tet.
Der Beschwerdef�hrer 2 sei am 22. September 2004 zum amtlichen Verteidiger des Beschwerdef�hrers 1 ernannt worden. Er mache einen Zeitaufwand von 1'128 Stunden und 30 Minuten zu einem Stundenansatz von Fr. 300.-- f�r sich selbst und 198 Stunden und 50 Minuten zu einem Stundenansatz von Fr. 200.-- f�r Leistungen von Praktikanten geltend. Dieser Zeitaufwand sei im Verh�ltnis zu den anderen Anw�lten zu hoch. Er sei auf 1'000 Stunden des Anwalts zu Fr. 260.-- bzw. auf 150 Stunden zu Fr. 100.-- der Praktikanten festzusetzen. Im Weiteren seien von der Reisezeit Fr. 1'000.-- in Abzug zu bringen, da die anderen Verteidiger eine k�rzere Reisezeit in Rechnung gestellt h�tten. Zudem seien dem Beschwerdef�hrer 2 nicht die Benutzung eines Motorfahrzeugs, sondern die Kosten eines Bahnbilletts erster Klasse zu verg�ten. Diesbez�glich sei er mit den �brigen Verteidigern gleichzustellen, weshalb ein zus�tzlicher Abzug von Fr. 1'030.40 resultiere.
6.3.1 Nach Art. 38 Abs. 1 aBStP (in der bis 31. Dezember 2010 g�ltig gewesenen Fassung) setzt das Bundesstrafgericht die Entsch�digung des amtlichen Verteidigers fest. Diese umfasst das Honorar f�r den notwendigen und ausgewiesenen Zeitaufwand von 200 bis 300 Franken pro Stunde und die notwendigen Auslagen (Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 des zwischenzeitlich aufgehobenen Reglements �ber die Entsch�digung in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht; a.a.O.). F�r Reisen werden die Kosten eines Bahnbilletts erster Klasse verg�tet (Art. 4 Abs. 2 lit. a des Reglements). Anstelle der Bahnkosten kann ausnahmsweise, insbesondere bei erheblicher Zeitersparnis, f�r die Benutzung eines privaten Motorfahrzeugs eine Entsch�digung ausgerichtet werden (Art. 4 Abs. 3 des Reglements).
6.3.2 Auch wenn die Entsch�digung des Beschwerdef�hrers 2 vom Bundesrecht geregelt wird, �berpr�ft das Bundesgericht deren Bemessung nur mit Zur�ckhaltung. Als erstinstanzliches Sachgericht ist das Bundesstrafgericht am besten in der Lage, die Angemessenheit der anwaltlichen Bem�hungen zu beurteilen, weshalb ihm ein erheblicher Ermessensspielraum zusteht (vgl. 133 IV 187 E. 6.1 S. 196 mit Hinweis). In F�llen, in denen es den vom Anwalt in Rechnung gestellten Arbeitsaufwand als �bersetzt bezeichnet und entsprechend k�rzt, schreitet das Bundesgericht nur ein, wenn es Bem�hungen nicht honoriert hat, die zu den Obliegenheiten eines amtlichen Verteidigers geh�ren und die Entsch�digung nicht in einem vern�nftigen Verh�ltnis zu den vom Anwalt geleisteten Diensten steht (vgl. Urteil 6B_136/2009 vom 12. Mai 2009 mit Hinweis auf BGE 122 I 1 E. 3a S. 2 f. zur Entsch�digung des amtlichen Verteidigers im kantonalen Verfahren). Bei der Beurteilung der konkreten Honorarfestsetzung ist auf die Umst�nde des Einzelfalles abzustellen. Obwohl die Entsch�digung des amtlichen Anwalts gesamthaft gesehen angemessen sein muss, darf sie tiefer angesetzt werden als bei einem privaten Rechtsanwalt (BGE 132 I 201 E. 7.3.4 S. 209 mit Hinweisen). Sie ist allerdings so zu bemessen, dass es den Rechtsanw�lten m�glich ist, einen bescheidenen - nicht bloss symbolischen - Verdienst zu erzielen (a.a.O. E. 8.5 S. 216 f.).
6.3.3 Art. 29 Abs. 2 BV verpflichtet das Bundesstrafgericht, seinen Entscheid wenigstens summarisch zu begr�nden. Hat der amtliche Verteidiger eine detaillierte Kostennote eingereicht, so ergibt sich aus dem Grundsatz des rechtlichen Geh�rs, dass das Bundesstrafgericht, wenn es diese nicht unbesehen �bernimmt, wenigstens kurz in nachvollziehbarer Weise zu begr�nden hat, weshalb es welche der in Rechnung gestellten Aufwandspositionen f�r �bersetzt h�lt (Urteil 6B_136/2009 vom 12. Mai 2009 E. 2.3 mit Hinweisen).
6.4 Die Vorinstanz setzt sich mit der Honorarrechnung des Beschwerdef�hrers 2 nicht hinreichend auseinander, sondern h�lt fest, der Zeitaufwand sei im Verh�ltnis zum Aufwand der am gleichen Prozess beteiligten Verteidigerkollegen hinsichtlich der Anzahl Stunden, der Reisezeit und der in Rechnung gestellten Fahrtkosten zu hoch. Ein solcher Quervergleich kann zwar f�r die Beurteilung einer Honorarrechnung durchaus n�tzlich sein, z.B. bei einer ermessensweisen Festsetzung des Verteidigerhonorars (Art. 3 Abs. 2 des Reglements �ber die Entsch�digung in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht). Der Beschwerdef�hrer 2 hat indessen seinen Aufwand f�r die Mandatsf�hrung in allen Einzelheiten ausgewiesen, weshalb das Bundesstrafgericht unter dem Gesichtspunkt von Art. 29 Abs. 2 BV verpflichtet gewesen w�re, sich damit auseinanderzusetzen und in Bezug auf die konkreten, geltend gemachten Aufwendungen des Beschwerdef�hrers 2 nachvollziehbar darzulegen, aus welchem Grund es diese als sachfremden oder �bertriebenen Aufwand nicht entsch�digt (vgl. Urteil 6B_136/2009 vom 12. Mai 2009 E. 3 mit Hinweisen). Hingegen konnte sich der Beschwerdef�hrer 2 zur H�he seines Honorars �ussern, indem er seine Kostennote einreichte. Entgegen seiner Auffassung l�sst sich weder aus Art. 29 Abs. 2 BV noch aus dem Reglement vom 26. September 2006 �ber die Entsch�digungen in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht ein weitergehender Anspruch auf �usserung ableiten, z.B. durch eine m�ndliche Anh�rung vor K�rzung der Kostennote.
6.5 Die Gutheissung einer Beschwerde wegen Verweigerung des rechtlichen Geh�rs f�hrt in der Regel ohne weiteres zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids; der Verfahrensmangel kann im Rechtsmittelverfahren nur ausnahmsweise geheilt werden (zu den Voraussetzungen: BGE 129 I 129 E. 2.2.3 S. 135; 126 I 68 E. 2 S. 71f.; je mit Hinweisen). Ob eine Heilung vorliegend m�glich w�re, kann offen bleiben. Eine reformatorische Beurteilung der Beschwerde f�llt ausser Betracht, da das Bundesgericht nicht in der Lage ist, die Angemessenheit der Forderung des Beschwerdef�hrers 2 zu �berpr�fen (Urteil 6B_136/2009 vom 12. Mai 2009 E. 5).
6.6 Zu pr�fen bleibt die H�he des Stundenansatzes. Nach Art. 3 des Reglements �ber die Entsch�digung in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht betr�gt der Stundenansatz zwischen Fr. 200.-- und Fr. 300.--. Wie der Beschwerdef�hrer 2 zutreffend ausf�hrt, ist zahlreiches Aktenmaterial vorhanden, es sind mehrere Angeklagte beteiligt, und der Fall ist nicht einfach zu beurteilen. Die Komplexit�t des Falls schl�gt sich aber in erster Linie nicht in der H�he des Stundenansatzes, sondern im zu entsch�digenden zeitlichen Aufwand nieder. Je schwieriger ein Fall ist, desto mehr Stunden sind dem amtlichen Verteidiger zur Erarbeitung einer sachgem�ssen Verteidigungsstrategie (z.B. Aktenstudium, Besprechungen mit dem Klienten, Rechtsabkl�rungen) zuzugestehen. Dass der Beschwerdef�hrer 2 w�hrend der Besch�ftigung mit dem amtlichen Mandat gegebenenfalls keine weiteren Auftr�ge angenommen hat, rechtfertigt eine Erh�hung des Stundenansatzes nicht. Ob er weitere Klienten betreuen kann, ist eine Frage seiner zeitlichen Auslastung (welche mit dem amtlichen Mandat abgegolten wird) und der internen B�roorganisation (z.B. telefonische Erreichbarkeit des Sekretariats, Terminkoordination, allf�llige Stellvertretung). Hingegen ist bei der Bemessung des Stundenansatzes zu ber�cksichtigen, dass die im Verfahren verwendeten verschiedenen Fremdsprachen die Verteidigung zus�tzlich erschwerten. Die Vorinstanz hat mit Fr. 260.-- einen �ber dem Durchschnitt liegenden Stundenansatz gew�hlt. Auch die Gerichtsgeb�hr von Fr. 150'000.-- hat sie in diesem Rahmen festgesetzt. Die ordentliche Gerichtsgeb�hr betr�gt bei Dreierbesetzung zwischen Fr. 3'000.-- und Fr. 60'000.-- (Art. 2 Abs. 1 lit. b des seit dem 1. Januar 2011 aufgehobenen Reglements �ber die Gerichtsgeb�hren vor dem Bundesstrafgericht vom 11. Februar 2004; AS 2004 1585). Sie kann, wenn besondere Gr�nde es rechtfertigen, insbesondere bei umfangreichen Verfahren und mehreren Angeklagten, bis auf Fr. 200'000.-- erh�ht werden (vgl. Art. 4 lit. b des Reglements). Zu beachten ist, dass die von der Vorinstanz festgesetzte Gerichtsgeb�hr, im Gegensatz zum Stundentarif f�r die anwaltlichen Leistungen, auch den grossen Zeitaufwand abdeckt. Im vorliegenden Fall liegt die H�he des Stundenansatzes von Fr. 260.-- f�r die Leistungen des amtlichen Verteidigers gerade noch innerhalb des vorinstanzlichen Ermessens.
7.1 Die Beschwerde des Beschwerdef�hrers 1 sowie sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sind gutzuheissen (Art. 64 Abs. 1 BGG). Es sind keine Kosten zu erheben, und dem Vertreter des Beschwerdef�hrers 1 ist eine Entsch�digung aus der Bundesgerichtskasse zuzusprechen (Art. 68 Abs. 1 BGG).
7.2 Die Beschwerde des Beschwerdef�hrers 2 ist teilweise gutzuheissen. Im �brigen ist sie abzuweisen. Der Beschwerdef�hrer 2 hat die reduzierten Gerichtskosten im Umfang seines Unterliegens selbst zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er ist aufgrund seines teilweisen Obsiegens zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 1 BGG).
1.1 Die Beschwerde des Beschwerdef�hrers 1 wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist.
1.2 Die Beschwerde des Beschwerdef�hrers 2 wird teilweise gutgeheissen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
1.3 Das Urteil des Bundesstrafgerichts vom 8. Juli 2009 wird aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Das Gesuch des Beschwerdef�hrers 1 um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.
3.1 F�r die Beschwerde des Beschwerdef�hrers 1 werden keine Gerichtskosten erhoben.
3.2 Dem Beschwerdef�hrer 2 werden Gerichtskosten von Fr. 500.-- auferlegt.
4.1 Dem Vertreter des Beschwerdef�hrers 1, F�rsprecher RAg.________, Bern, wird aus der Bundesgerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 3'000.-- ausgerichtet.
4.2 Die Schweizerische Eidgenossenschaft hat den Beschwerdef�hrer 2 f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'500.-- zu entsch�digen.

References: Art. 3
 Art. 8
 Art. 260
 Art. 3
 Art. 8
 Art. 260
 Art. 260
 Art. 3
 BGE 
 Art. 3
 Art. 260
sui generis
 Art. 260
 Art. 305
 Art. 305
 Art. 126
 Art. 169
 Art. 6
 Art. 32
 BGE 
 BGE 
 Art. 260
 BGE 
 BGE 
 Art. 126
 Art. 126
 Art. 260
 Art. 260
 BGE 
 Art. 260
 Art. 305
 Art. 42
 Art. 106
 Art. 169
 BGE 
 Art. 97
 Art. 260
 Art. 305
 Art. 70
 Art. 6
 Art. 29
 Art. 169
 Art. 9
 Art. 260
 Art. 9
 Art. 29
 Art. 38
 Art. 2
 Art. 38
 Art. 3
 BGE 
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 29
 BGE 
 Art. 3
 Art. 4