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Timestamp: 2019-07-18 22:43:28+00:00

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BGH, 25.11.1993 - IX ZR 51/93 - dejure.org
https://dejure.org/1993,490
BGH, 25.11.1993 - IX ZR 51/93 (https://dejure.org/1993,490)
BGH, Entscheidung vom 25.11.1993 - IX ZR 51/93 (https://dejure.org/1993,490)
BGH, Entscheidung vom 25. November 1993 - IX ZR 51/93 (https://dejure.org/1993,490)
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"Anschlußberufung auf Anschlußberufung"
§ 523 ZPO <Fassung bis 31.12.01>, Berufung kann zur Klageerweiterung genutzt werden;
Übergang von einem Befreiungs- auf einen Zahlungsanspruch und umgekehrt unterfällt § 264 Nr. 2 ZPO;
§ 521 ZPO <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 524 ZPO <Fassung seit 1.1.02>), Anschlußberufung setzt keine Beschwer voraus
Befreiungsanspruch - Zahlungsanspruch - Übergang - Klageänderung - Erweiterung des Klageantrags
ZPO § 264 (F: 3. Dezember 1976 Nr. 2 § 268 a. F.)
NJW 1994, 944
MDR 1994, 1145
MDR 1995, 240
VersR 1994, 621
WM 1994, 608
BB 1994, 746
DB 1994, 2183
§ 533 ZPO ist jedoch nicht einschlägig, weil der Übergang vom Freistellungs- zum Zahlungsanspruch keine Klageänderung nach § 263 ZPO, sondern eine denselben Anspruch betreffende Erweiterung des Klageantrags nach § 264 Nr. 2 ZPO ist (vgl. BGH, Urteil vom 25. November 1993 - IX ZR 51/93, NJW 1994, 944, 945).
Eine solche Änderung der Klageanträge stellt, wenn beide Ansprüche - wie hier - auf derselben Verpflichtung des Schuldners zum Schadensersatz beruhen, keine Klageänderung sondern eine, auch noch in der Berufungsinstanz zulässige, qualitative Klageerweiterung i.S.v. § 264 Nr. 2 ZPO dar (BGH, Urteil vom 25.11.1993 - IX ZR 51/93; OLG Stuttgart, Beschluss vom 23.05.2011 - 13 U 63/11).
Von einer Beschränkung des Hauptantrags ist etwa auszugehen, wenn der Kläger vom Antrag auf Zahlung an sich zum Antrag auf Hinterlegung oder vom Zahlungsantrag zum Antrag auf Schuldbefreiung übergeht (vgl. BGH, Beschluss vom 19. April 2005 - VI ZB 47/03, NJW-RR 2005, 955, 956; Urteil vom 25. November 1993 - IX ZR 51/93, NJW 1994, 944).
Es entspricht der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass eine Klage im Wege der Anschlussberufung erweitert werden kann, auch wenn der Anschlussberufungskläger durch das erstinstanzliche Urteil nicht beschwert ist (BGH, Urteile vom 17. Dezember 1951 - GSZ 2/51, BGHZ 4, 229, 234; vom 25. November 1993 - IX ZR 51/93, NJW 1994, 944, 945;… ebenso MünchKomm-ZPO/Rimmelspacher, 3. Aufl., § 524 Rn. 13;… Musielak/Ball, ZPO, 7. Aufl., § 524 Rn. 10;… Lemke in Prütting/Gehrlein, ZPO, 3. Aufl., § 524 Rn. 13;… a.A. Stein/Jonas/Grunsky, ZPO, 21. Aufl., § 521 a.F. Rn. 6, 7;… unklar Zöller/Heßler, ZPO, § 524 Rn. 31 einerseits und Rn. 33 zur Zulässigkeit der Klageerweiterung andererseits).
Der in der ersten Instanz voll obsiegende Kläger kann sich - wie hier - der (zulässigen) gegnerischen Berufung zum Zwecke der Klageerweiterung anschließen; die Anschließung scheitert dann nicht an der fehlenden Beschwer (vgl. BGH, Urteile vom 17. Dezember 1951 - GSZ 2/51 - und vom 25. November 1993 - IX ZR 51/93, aaO).
Das Berufungsgericht ist vielmehr der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gefolgt, nach der im Rechtsmittelverfahren ein Anerkenntnisurteil nicht ergehen darf, wenn das Rechtsmittel unzulässig ist (vgl. BGH, Urteil vom 25. November 1993 - IX ZR 51/93, WM 1994, 608, 609).
Die Parteien können jedoch grundsätzlich nicht über Prozess- und Rechtsmittelvoraussetzungen verfügen, so dass diese auch im Falle eines Anerkenntnisses vom Gericht zu prüfen sind (vgl. BGH, Urteile vom 25. November 1993 - IX ZR 51/93, WM 1994, 608, 609 und vom 30. März 2001 - VI ZR 325/99, NJW 2001, 3414).
Weiter ist zu bedenken, dass bei Zugrundelegung der gegenteiligen Ansicht der Schadensersatzgläubiger einen Befreiungsanspruch gegen den Schädiger hätte (vgl. BGH NJW 1970, 1122 [1123]; BGH NJW 2011, 2509 [2511 unter Tz. 18]; AG Düsseldorf AGS 2004, 191; AG Karlsruhe NZV 2005, 326 = SP 2005, 144 = zfs 2005, 309 = AGS 2005, 253 = JurBüro 2005, 194), worauf ihn das Gericht nach § 139 I 2 ZPO hinweisen müsste, um ihm die Möglichkeit der Klageumstellung nach § 264 Nr. 3 ZPO (vgl. RGZ 139, 315 [322]; BGH NJW 1959, 886 [887]; 1994, 944 = MDR 1994, 1145 ; OLG Stuttgart MDR 2011, 1258 f.) zu eröffnen.
Der Übergang von einem Zahlungsanspruch zu einem Freistellungsanspruch, die beide auf derselben Verpflichtung des Schuldners zum Schadensersatz beruhen, stellt eine bloße Einschränkung des Klageantrages dar (vgl. BGH, Urt. v. 25.11.1993, IX ZR 51/93, NJW 1994, 944, zit. nach juris, Rn. 18 m.w.Nw).
Der Übergang vom Freistellungsanspruch auf den Zahlungsanspruch, die nur unterschiedliche Ausprägungen ein und desselben Anspruchs sind (vgl. BGH, Urteil vom 25. November 1993 - IX ZR 51/93, NJW 1994, 944, 945), ist zulässig.
Auch der Freistellungsanspruch beruht auf der Verpflichtung des Schuldners zum Schadensersatz (BGH, NJW 1985, 1152, 1154; NJW 1994, 944, 945).
Dementsprechend ist der Übergang von einem Zahlungs- auf ein Freistellungsbegehren als bloße Beschränkung des Klageantrags im Sinne von § 264 Nr. 2 ZPO zu werten (BGH, NJW 1994, 944, 945;… Zöller/Greger, a.a.O., § 264 Nr. 3b).
Umgekehrt ist der Übergang von einem Befreiungs- auf einen Zahlungsanspruch nur eine bloße Erweiterung des Klageantrags im Sinne dieser Vorschrift (BGH, NJW 1994, 944, 945;… Zöller/Greger, a.a.O., § 264 Nr. 3b).
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References: § 523
 § 264

§ 521
 § 524
 § 264
 § 268

§ 533
 § 263
 § 264
 § 264
 § 524
 § 524
 § 524
 § 521
 § 524
 BGH 
 BGH 
 § 139
 § 264
 BGH 
 § 264
 § 264
 § 264