Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F10-09-2002-1A-194-2001
Timestamp: 2016-10-26 15:29:10+00:00

Document:
1A.194/2001 (10.09.2002)
1A.194/2001 /bmt
alle f�nf vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Beat Sigel, c/o Burkart & Flum, Webernstrasse 5, 8610 Uster,
Swisscom AG, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Wipfli, c/o Ehrat & Partner, Uraniastrasse 24, 8001 Z�rich,
Bauausschuss der Stadt Winterthur, vertreten durch das Baupolizeiamt, Neumarkt 4, Postfach, 8402 Winterthur,
Regierungsrat des Kantons Z�rich, vertreten durch die Baudirektion, Kaspar Escher-Haus, 8090 Z�rich,
Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich, 1. Abteilung,
1. Kammer, Postfach 1226, 8021 Z�rich.
(Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich vom 12. September 2001).
Der Bauausschuss der Stadt Winterthur erteilte der Swisscom AG am 3. Juli 2000 die Baubewilligung f�r eine GSM-Mobilfunk-Basisstation mit 5 Antennen auf dem bestehenden Geb�ude Helgenstrasse 5a in Oberwinterthur (Grundst�ck Kat.-Nr. 2/10291). Drei Antennen sollen mit einer Frequenz um 900 MHz und einer �quivalenten Strahlungsleistung (ERP) von 300 W senden, die zwei anderen mit einer Frequenz um 1800 MHz und einer ERP von 400 W.
Gegen die Baubewilligung erhoben 20 Personen gemeinsam Rekurs an die Baurekurskommission IV des Kantons Z�rich. Mit Entscheid vom 7. Dezember 2000 trat diese auf den Rekurs von f�nf Personen nicht ein, hiess den Rekurs im �brigen gut und hob die Bewilligung auf. Die Rekurskommission ging davon aus, dass die Anlage - unter Ber�cksichtigung der auf den Nachbargrundst�cken bestehenden Nutzungsreserven - den zul�ssigen Anlagegrenzwert von 5,0 V/m �berschreite.
Gegen den Rekursentscheid erhob die Swisscom AG Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich. Dieses hiess die Beschwerde am 12. September 2001 teilweise gut und hob den Entscheid der Baurekurskommission auf, soweit diese auf die Rekurse eingetreten war. Es erg�nzte den Beschluss des Bauausschusses der Stadt Winterthur vom 3. Juli 2000 durch folgenden Vorbehalt:
"Die Baubewilligung steht unter dem Vorbehalt, dass die Emissionen der Anlage reduziert werden m�ssen, soweit dies nach den Vorschriften des Umweltrechts k�nftig erforderlich ist, um an neu erstellten Orten f�r den Aufenthalt von Personen die massgeblichen Grenzwerte f�r nichtionisierende Strahlung einzuhalten."
Das Verwaltungsgericht vertrat die Auffassung, dass f�r die Einhaltung des Anlagegrenzwertes auf bereits �berbauten Grundst�cken auf deren aktuelle Nutzung und nicht auf k�nftige Ausbaum�glichkeiten abzustellen sei.
Gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts erhoben f�nf der urspr�nglichen Rekurrenten am 3. Dezember 2001 Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht. Sie beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei der Entscheid der Baurekurskommission vom 7. Dezember 2000 zu best�tigen.
Das Verwaltungsgericht beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die Swisscom AG schliesst auf Beschwerdeabweisung. Die Stadt Winterthur beantragt, auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei nicht einzutreten; eventualiter sei sie abzuweisen. Die Baudirektion des Kantons Z�rich hat namens des Regierungsrats auf eine Vernehmlassung verzichtet. Das BUWAL kommt in seiner Vernehmlassung zum Ergebnis, dass die Anlagegrenzwerte - selbst unter Ber�cksichtigung zuk�nftiger Ausbaum�glichkeiten und unter Zugrundelegung der von den Beschwerdef�hrern selbst verwendeten Angaben zu H�he, Winkeln und Geb�uded�mpfung - an den Standorten Helgenstrasse 4, 5 und 7 nicht �berschritten w�rden.
1.1 Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid, der sich auf die Verordnung vom 23. Dezember 1999 �ber den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV; SR 814.710) und somit auf Bundesverwaltungsrecht st�tzt. Hiergegen steht grunds�tzlich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht offen (Art. 97 Abs. 1 OG i.V.m. Art. 5 VwVG; Art. 98 lit. g OG).
1.2 Die Stadt Winterthur bestreitet die Legitimation der Beschwerdef�hrer: Die Beschwerdef�hrer 1 bis 4 wohnten am Bungertweg 2 bzw. 6 und k�nnten somit nicht die falsche Berechnung der Anlagegrenzwerte f�r die Liegenschaften Helgenstrasse 5, 4 und 7 geltend machen. Der Beschwerdef�hrer 5 sei zwar Eigent�mer der Parzelle Helgenstrasse 4; er sei jedoch durch den angefochtenen Entscheid nicht beschwert, da die sichernde Auflage des Verwaltungsgerichts gew�hrleiste, dass der Anlagegrenzwert auch nach einer k�nftigen Aufstockung seines Geb�udes eingehalten werde.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind die in der n�heren Umgebung einer projektierten Mobilfunkanlage wohnenden Personen durch die von der Anlage ausgehenden Strahlen in besonderer Weise betroffen und daher zur Beschwerde berechtigt. Dazu geh�ren grunds�tzlich alle Personen, die innerhalb eines Perimeters wohnen, innerhalb dessen eine Strahlung von bis zu 10% des Anlagegrenzwertes erzeugt werden kann, wobei auf den massgebenden Betriebszustand der Anlage und die Verh�ltnisse in der Hauptstrahlrichtung abzustellen ist (BGE 128 II 168 E. 2.3 S. 171; Vollzugsrichtlinien des BUWAL zur NISV, Ziff. 2.4.2 S. 25). Wer zur Beschwerde legitimiert ist, kann die Rechtm�ssigkeit des Bauvorhabens generell in Frage stellen und somit auch die �berschreitung der Grenzwerte auf anderen Grundst�cken als dem eigenen r�gen (BGE 128 II 168 E. 2.6 S. 172). Dies gilt jedenfalls dann, wenn eine allf�llig notwendige Reduktion der Sendeleistung auch die auf den Beschwerdef�hrer entfallende Strahlungsbelastung reduzieren w�rde.
Im vorliegenden Fall wohnen alle Beschwerdef�hrer innerhalb des legitimationsbegr�ndenden Perimeters. Der Beschwerdef�hrer 5 macht eine �berschreitung der Anlagegrenzwerte auf seiner Liegenschaft geltend, wozu er jedenfalls berechtigt ist. Er ist formell durch den Entscheid des Verwaltungsgerichts beschwert, weil dieses die Beschwerde der Swisscom AG gutgeheissen und damit entgegen seinem Antrag entschieden hat. Aber auch materiell hat er Grund zur Beschwerde, weil das Verwaltungsgericht nur auf die aktuelle Nutzung seines Grundst�cks abgestellt und - entgegen der Rechtsauffassung des Beschwerdef�hrers - nicht schon heute die Einhaltung der Anlagegrenzwerte auch an k�nftig - nach Aufstockung des Hauses - m�glichen Orten mit empfindlicher Nutzung verlangt hat.
Die Liegenschaften der Beschwerdef�hrer 1-4 liegen im Winkel zwischen den Antennen Nrn. 2 und 5 einerseits und Antenne Nr. 3 andererseits, die auch die Liegenschaften Helgenstrasse 3, 5 und 7 bestrahlen. K�me somit eine Reduktion der Strahlungsleistung dieser Antennen auch den Beschwerdef�hrern zugute, so sind sie legitimiert, die Nichteinhaltung der Anlagegrenzwerte auf besagten Grundst�cken zu r�gen.
1.3 Auf die rechtzeitig erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher einzutreten.
Die Beschwerdef�hrer machen in erster Linie geltend, das Verwaltungsgericht habe Art. 3 Abs. 3 lit. c NISV falsch ausgelegt, indem es k�nftige Ausbaum�glichkeiten nur bei un�berbauten Grundst�cken und nicht auch bei bereits �berbauten Grundst�cken ber�cksichtigt habe.
2.1 Das Bundesgericht hat k�rzlich in einem den Kanton Tessin betreffenden Fall zur Frage Stellung genommen, ob Nutzungsreserven , d.h. nach Bau- und Planungsrecht m�gliche empfindliche Nutzungen, nur bei un�berbauten Grundst�cken oder auch bei bereits �berbauten Grundst�cken zu ber�cksichtigen sind, mit der Folge, dass die Anlagegrenzwerte auch an diesen Orten eingehalten werden m�ssen (zur Publikation bestimmter Entscheid 1A.108/2001 vom 2. September 2002, E. 3 und 4).
2.1.1 Art. 3 Abs. 3 lit. a - c NISV definiert den Begriff der "Orte mit empfindlicher Nutzung" (OMEN): W�hrend lit. a und b auf den bestehenden baulichen Zustand und die aktuelle Nutzung abstellen ("R�ume in Geb�uden, in denen sich Menschen regelm�ssig w�hrend l�nger Zeit aufhalten" bzw. "�ffentliche oder private, raumplanungsrechtlich festgesetzte Kinderspielpl�tze"), z�hlen gem�ss lit. c auch "diejenigen Fl�chen von un�berbauten Grundst�cken, auf denen Nutzungen nach den Buchstaben a und b zugelassen sind" zu den Orten mit empfindlicher Nutzung, an denen die Anlagegrenzwerte eingehalten werden m�ssen. Un�berbaute eingezonte Grundst�cke, auf denen empfindliche Nutzungen zul�ssig sind, werden also so behandelt, als w�ren die Geb�ude bereits errichtet. Besteht noch keine Planung, so gilt das gesamte baurechtlich zul�ssige Volumen als Ort mit empfindlicher Nutzung (BUWAL, Vollzugsempfehlung zur NISV - Mobilfunk- und WLL-Basisstationen - Ziff. 2.1.3 S. 13).
Das Tessiner Verwaltungsgericht hatte aus lit. c geschlossen, dass Nutzungsreserven auch auf bereits �berbauten Grundst�cken ber�cksichtigt werden m�ssten.
Demgegen�ber empfiehlt das BUWAL in seiner am 28. Juni 2002 ver�ffentlichten Vollzugsempfehlung zur NISV (Ziff. 2.1.3 S. 13), die zum Zeitpunkt der Beurteilung vorliegende Nutzung von Geb�uden und Grundst�cken zu Grunde zu legen und geplante Nutzungserweiterungen, z.B. Dachausbauten, Anbauten oder Geb�udeerh�hungen, nur zu ber�cksichtigen, wenn entsprechende Projekte im Baubewilligungsverfahren bereits �ffentlich aufgelegt sind. Falls nach der Bewilligung einer Mobilfunkanlage in deren N�he neue empfindliche Nutzungen entstehen, dann m�sse die Mobilfunkanlage auch an diesen neuen OMEN den Anlagegrenzwerte einhalten. Es sei sinnvoll, den Anlageinhaber bereits in der Baubewilligung f�r die Mobilfunkanlage auf diesen Umstand hinzuweisen und eine Frist f�r die Anpassung der Anlage festzulegen f�r den Fall, dass am zuk�nftigen neuen OMEN der Anlagegrenzwert �berschritten sein sollte. Diese Empfehlung entspricht im Wesentlichen der vom Verwaltungsgericht Z�rich im vorliegenden Fall vertretenen Rechtsauffassung.
2.1.2 Das Bundesgericht hielt zun�chst fest, dass der Gesetzgeber den Konflikt zwischen Anlagen, die nichtionisierende Strahlung verursachen einerseits, und der von der Raumplanung festgelegten und erw�nschten "empfindlichen" Nutzung andererseits klar zu Gunsten letzterer entschieden hat (a.a.O., E. 3.5). Die Bewilligung einer Mobilfunkanlage darf nicht dazu f�hren, dass zonenkonforme Nutzungsm�glichkeiten auf den Nachbargrundst�cken nicht mehr ausgen�tzt werden d�rfen. In der Tat sehen weder das USG noch die NISV Baubeschr�nkungen wegen �berschreitung des Anlage- oder des Immissionsgrenzwertes vor, wie sie z.B. Art. 22 USG und Art. 31 LSV im Bereich des L�rmschutzes kennen. Mobilfunkanlagen m�ssen sodann an Orten mit empfindlicher Nutzung jederzeit im massgebenden Betriebszustand die Anlagegrenzwerte einhalten (Art. 4 NISV i.V.m. Ziff. 65 Anh. 1 NISV). Streitig sei lediglich die Frage, ob nicht ausgen�tzte Nutzungsreserven auf �berbauten Nachbargrundst�cken schon im Zeitpunkt der Bewilligung der Mobilfunkanlage als Orte mit empfindlicher Nutzung zu betrachten seien (so die L�sung des Tessiner Verwaltungsgerichts) oder erst im Zeitpunkt ihrer Realisierung (so die L�sung des BUWAL und des Z�rcher Verwaltungsgerichts).
2.1.3 Das Bundesgericht anerkannte, dass die Auslegung des Tessiner Verwaltungsgerichts gewisse Vorteile aufweist: Sie stelle (teilweise) �berbaute Grundst�cke den un�berbauten Grundst�cken gleich und vermeide somit schwierige Abgrenzungsfragen (vgl. dazu unten, 2.1.6); sie f�hre zu einem optimalen Schutz der Nachbarn und schliesse Unsicherheiten �ber k�nftig n�tige Anpassungen der Anlage aus. Allerdings widerspreche diese L�sung der Praxis zum L�rmschutz (vgl. Art. 41 Abs. 1 und 2 lit. a i.V.m. Art. 2 Abs. 6 und Art. 39 der L�rmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 [LSV; SR 814.41]), welche bei bereits (teilweise) �berbauten Grundst�cken die Einhaltung der Belastungsgrenzwerte nur in bestehenden l�rmempfindlichen R�umen verlange, ohne Ber�cksichtigung der nach Bau- und Planungsrecht m�glichen Ausbau- und Umnutzungsm�glichkeiten (a.a.O., E. 3.6).
2.1.4 Im Ergebnis entschied sich das Bundesgericht f�r die vom BUWAL empfohlene und auch vom Z�rcher Verwaltungsgericht bef�rwortete Auslegung von Art. 3 Abs. 3 NISV, weil diese Auslegung dem Verh�ltnism�ssigkeitsgrundsatz besser gerecht wird, ohne den Schutz der Anwohner einer Mobilfunkanlage zu beeintr�chtigen (a.a.O., E. 3.7 und 4).
Zum vorsorglichen Schutz der Nachbarn gegen allf�llige gesundheitssch�digende athermische Effekte einer langfristigen Strahlungsexposition (BUWAL, Erl�uternder Bericht zur NISV vom 23. Dezember 1999, Ziff. 32 S. 6) gen�gt es, wenn die Anlagegrenzwerte an aktuell bestehenden Orten mit empfindlicher Nutzung auf �berbauten Grundst�cken eingehalten werden. Art. 3 Abs. 3 lit. c NISV beruht auf der �berlegung, dass die planungsrechtlich m�gliche �berbauung noch un�berbauter Grundst�cke in aller Regel auch realisiert wird (Erl�uternder Bericht Art. 3 Abs. 3 S. 10). Dagegen ist, wie das Z�rcher Verwaltungsgericht im angefochtenen Entscheid festgehalten hat, bei bestehenden Bauten von einem l�ngerfristigen Bestand auszugehen. W�rden alle im �berbauten Gebiet bestehenden Nutzungsreserven bereits bei der Bewilligung der Mobilfunkanlage ber�cksichtigt, m�sste die Sendeleistung in vielen F�llen beschr�nkt oder auf einen Mobilfunk-Standort ganz verzichtet werden, obwohl dies gegenw�rtig, zum Schutz bestehender empfindlicher Nutzungen, nicht n�tig ist.
2.1.5 Allerdings muss sichergestellt werden, dass die Antennenanlage jeweils angepasst wird, um die Anlagegrenzwerte auch nach der Realisierung von Nutzungsreserven an den neu entstehenden Orten mit empfindlichen Nutzungen einzuhalten. Diese Verpflichtung ergibt sich unmittelbar aus Bundesrecht. Dennoch empfiehlt es sich aus Gr�nden der Rechtssicherheit, einen entsprechenden Vorbehalt in die Baubewilligung aufzunehmen, der unter Umst�nden auch im Grundbuch anzumerken ist.
2.1.6 Schliesslich hat das Bundesgericht im zitierten Entscheid angedeutet, dass Nutzungsreserven auf �berbauten Grundst�cken in gewissen Ausnahmef�llen analog Art. 3 Abs. 3 lit. c NISV ber�cksichtigt werden k�nnten (E. 4.1). Diese Ausnahmen stimmen weitgehend mit den vom Z�rcher Verwaltungsgericht im angefochtenen Entscheid erwogenen Sonderf�llen �berein (mit grosser Wahrscheinlichkeit bevorstehende Erweiterung eines Geb�udes; un�berbaute Fl�che einer nur teilweise �berbauten Parzelle, die wie ein separates un�berbautes Grundst�ck behandelt werden k�nnte). Schliesslich w�re es denkbar, Art. 3 Abs. 3 lit. c NISV analog anzuwenden auf Ruinengrundst�cke oder auf ausserordentlich untergenutzte Parzellen.
2.2 Im vorliegenden Fall liegt offensichtlich keine derartige Ausnahme vor. Die Grundst�cke in der Umgebung der geplanten Mobilfunkantenne sind mit Ein- und Mehrfamilienh�usern �berbaut. Auch wenn gewisse Nutzungsreserven bestehen - auch nach der Abzonung von der W3 in die W2 durch die neue Zonenordnung der Stadt Winterthur - kann jedenfalls keine Rede sein von einer krassen Unternutzung der Parzellen. Es bestehen soweit ersichtlich keine aktuellen Pl�ne zur Erweiterung oder zur Ersetzung der vorhandenen Bauten. Unter diesen Umst�nden verstiess das Verwaltungsgericht nicht gegen Art. 3 Abs. 3 lit. c NISV, als es die vorhandenen Nutzungsreserven nicht ber�cksichtigte, d.h. die Einhaltung der Anlagegrenzwerte nur an bereits bestehenden Orten mit empfindlicher Nutzung verlangte.
Die Beschwerdef�hrer machen ferner geltend, die Strahlungsprognose h�tte nach dem vom BUWAL im M�rz 2001 vorgestellten Berechnungsmodell unter Ber�cksichtigung eines Korrekturfaktors vorgenommen werden m�ssen.
3.1 Ist - wie im vorliegenden Fall - die Anlage noch nicht errichtet worden, kann die Einhaltung der Immissions- und der Anlagegrenzwerte nicht gemessen werden, sondern sie wird berechnet. Grundlage der Berechnung ist das vom Inhaber der geplanten Anlage gem�ss Art. 11 NISV eingereichte Standortdatenblatt, das die f�r die Erzeugung von Strahlung massgeblichen technischen und betrieblichen Daten der Anlage enth�lt, den massgebenden Betriebszustand sowie Angaben �ber die von der Anlage erzeugte Strahlung an den nach der Verordnung massgeblichen Orten.
Die Beschwerdegegnerin reichte am 8. Oktober 1999 im Baugesuchsverfahren ein erstes Standortdatenblatt ein, das am 29. Februar 2000 durch ein neues Standortdatenblatt ersetzt wurde. Beide Standortdatenbl�tter entsprechen dem Entwurf "detailliertes Verfahren" des BUWAL vom 20. Oktober 1998. Dieser Entwurf wurde auf Empfehlung des BUWAL (Kreisschreiben vom 15. Februar 2000) auch nach Inkrafttreten der NISV vorl�ufig weiterverwendet.
3.2 Am 20. M�rz 2001 stellte das BUWAL den Entwurf einer technischen Empfehlung f�r die Messung und Berechnung von Mobilfunkstrahlung samt neuem Standortdatenblatt vor. Der damalige Entwurf enthielt eine modifizierte Berechnungsformel, die einen Korrekturfaktor k zur Kompensation von Berechnungsunsicherheiten und eine k�nstliche Verbreiterung des vertikalen Antennendiagramms um 5� vorsah (Entwurf Standortdatenblatt vom 20. M�rz 2001, A-5 Ziff. 2 und A-10 Ziff. 4.1). Die Beschwerdef�hrer haben im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht ein Standortdatenblatt gem�ss dem Entwurf vom 20. M�rz 2001 vorgelegt und kommen zum Ergebnis, dass der Anlagegrenzwert von 5,0 V/m in den Liegenschaften Helgenstrasse 4, 5 und 7 �berschritten werde.
3.3 Am 28. Juni 2002 ver�ffentlichte das BUWAL eine neue Vollzugsempfehlung zur NISV f�r Mobilfunk- und WLL-Basisstationen. Die darin empfohlene Berechnungsmethode basiert auf dem seit Herbst 1998 verwendeten Berechnungsmodell f�r die Prognose der Mobilfunkstrahlung und verzichtet auf die Einf�hrung eines Korrekturfaktors und einer Verbreiterung des Antennendiagramms (Vollzugsempfehlung Ziff. 2.3.1 S. 22 f.). Statt dessen wird empfohlen, eine Abnahmepr�fung durchzuf�hren, wenn gem�ss rechnerischer Prognose der Anlagegrenzwert an einem Ort mit empfindlicher Nutzung zu 80% erreicht wird (Vollzugsempfehlung, Ziff. 2.1.8 S. 18).
Das Bundesgericht hat keinen Anlass, von den Empfehlungen des BUWAL, der Umweltschutz-Fachbeh�rde des Bundes, abzuweichen. F�r die Berechnung der an den Orten mit empfindlicher Nutzung zu erwartenden nichtioniserenden Strahlung ist deshalb auf die in der Vollzugsempfehlung empfohlene und schon bisher praktizierte Berechnungsmethode abzustellen und nicht auf den - nie in Kraft gesetzten - BUWAL-Entwurf vom M�rz 2001.
Die Beschwerdef�hrer kritisieren ferner diverse Sachverhaltsannahmen im Standortdatenblatt der Beschwerdegegnerin (Geb�udeh�hen, Strahlungswinkel, Geb�uded�mpfung) und werfen dem Verwaltungsgericht vor, diese Angaben ungepr�ft seinem Urteil zugrunde gelegt zu haben.
Wie bereits erw�hnt wurde (E. 3.2), haben die Beschwerdef�hrer im verwaltungsgerichtlichen Verfahren ein Standortdatenblatt mit den ihrer Ansicht nach richtigen Sachverhaltsannahmen vorgelegt. Das BUWAL hat die Berechnung der Strahlenbelastung an den kritischen Orten (Helgenstrasse 4, 5 und 7) unter Zugrundelegung der Sachverhaltsannahmen der Beschwerdef�hrer �berpr�ft. Es kommt in seiner Vernehmlassung zum Ergebnis, dass die Anlagegrenzwerte - auch unter Zugrundelegung der Sachverhaltsannahmen der Beschwerdef�hrer und unter Ber�cksichtigung des baurechtlich m�glichen Ausbaus des Dachgeschosses der Baute Helgenstrasse 4 zu Wohnraum - eingehalten werden.
Dann aber kann offen bleiben, ob die im Standortdatenblatt der Beschwerdegegnerin zugrundegelegten Sachverhaltsannahmen falsch waren und ob sie vom Verwaltungsgericht �bernommen worden sind oder nicht.
Nach dem Gesagten ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens tragen die Beschwerdef�hrer die Gerichtskosten und m�ssen die Beschwerdegegnerin f�r die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens entsch�digen (Art. 156, 159 OG).
Die Beschwerdef�hrer haben die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Bauausschuss der Stadt Winterthur (Baupolizeiamt), dem Regierungsrat des Kantons Z�rich (Baudirektion) und dem Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich (1. Abteilung, 1. Kammer) sowie dem Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 5
 Art. 98
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 22
 Art. 31
 Art. 41
 Art. 2
 Art. 39
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 11