Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHR%20StGB%20%C2%A7%2025%20Abs.%202%20Mitt%C3%A4ter%2012
Timestamp: 2019-05-27 00:37:32+00:00

Document:
BGH, 08.01.1992 - 3 StR 391/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,3795
BGH, 08.01.1992 - 3 StR 391/91 (https://dejure.org/1992,3795)
BGH, Entscheidung vom 08.01.1992 - 3 StR 391/91 (https://dejure.org/1992,3795)
BGH, Entscheidung vom 08. Januar 1992 - 3 StR 391/91 (https://dejure.org/1992,3795)
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Abgrenzung zwischen Täterschaft und Teilnahme bei der Beteiligung an Handlungen im Vorfeld der eigentlichen Tatbestandsverwirklichung - Anforderungen an das "besondere Tatinteresse" bei Mittäterschaft - Mitwirkungshandlungen bei einem "Stoßbetrug" - Betrug bei "Warenbeschaffungsfällen"
BGHR StGB § 25 Abs. 2 Mittäter 12
Die Annahme von Mittäterschaft erfordert allerdings nicht zwingend eine Mitwirkung am Kerngeschehen; es kann sogar ein Beitrag im Vorbereitungsstadium des unmittelbar tatbestandlichen Handelns (BGH…, Beschluss vom 19. August 2014 - 3 StR 326/14, juris Rn. 7; Urteil vom 8. Januar 1992 - 3 StR 391/91, BGHR StGB § 25 Abs. 2 Mittäter 12) und ein solcher im Stadium zwischen Vollendung und Beendigung der Tat (BGH…, Beschluss vom 14. Juni 1989 - 3 StR 156/89, BGHR StGB § 25 Abs. 2 Mittäter 5) genügen.
Dabei kann bereits eine Beteiligung an Handlungen im Vorfeld der eigentlichen Tatbestandsverwirklichung ausreichen, um Mittäterschaft zu begründen, sofern sich diese Mitwirkung nach der Willensrichtung des sich Beteiligenden nicht als bloße Förderung fremden Tuns, sondern als Teil der Tätigkeit aller darstellt (BGHR StGB § 25 Abs. 2 Mittäter 12 m. w. N.).
Eine eigenhändige Beteiligung bei der tatbestandlichen Ausführungshandlung setzt die Annahme täterschaftlicher Beteiligung nicht voraus (vgl. BGH wistra 1992, 181, 182;… Cramer in Schönke/Schröder StGB 25. Aufl. § 25 Rdn. 6, 66 und § 263 Rdn. 180 m.w.N.).
Liegen - wie hier - die Voraussetzungen der Mittäterschaft im übrigen vor, so ist Mittäter auch ein Beteiligter, dessen persönliche Mitwirkung an der Tat sich auf bloße Vorbereitungshandlungen beschränkt (st. Rspr., BGH NJW 1951, 410; 1985, 1035; BGHSt 14, 123, 128 f.; BGHR StGB § 25 Abs. 2 Mittäter 12).
Es hat aber rechtsfehlerhaft nicht in Betracht gezogen, daß A. über die Anstiftung des Torsten K. hinaus entweder als Mittäter des Mordes oder zumindest als Gehilfe des Haupttäters im Rahmen der Tatvorbereitung weitere wesentliche Tatbeiträge geleistet hat, die der Angeklagte gefördert haben kann (vgl. BGHR StGB § 25 Abs. 2 Mittäter 12; § 26 Bestimmen 6).
Wesentliche Anhaltspunkte für diese Wertung sind insbesondere der Grad des eigenen Interesses am Erfolg der Tat, der Umfang der Tatbeteiligung und die Teilhabe an der Tatherrschaft oder wenigstens der Wille dazu, so dass Durchführung und Ausgang der Tat vom Einfluss des Mitwirkenden abhängen (ständige Rechtsprechung, vgl. etwa BGHR StGB § 25 Abs. 2 Mittäter 12 m.w.N.).

References: § 25
 § 25
 § 25
 § 25
 BGH 
 § 25
 § 263
 BGH 
 § 25
 § 25
 § 26
 § 25