Source: https://fragdenstaat.de/anfrage/mundliche-abiturprufung-nrw-2015/
Timestamp: 2019-12-13 00:59:17+00:00

Document:
Am Montag (4. Mai 2015) wurde ich mündlich im Fach Geschichte an einem Gymnasium in Dortmund geprüft. Die Abiturprüfung wurde von einem Schriftführer protokolliert aber es wurde nur ein Ergebnis- und kein Verlaufsprotokoll von der Prüfung angefertigt.
Bei der anschließenden Nachbesprechung mit den Prüfern gab es Streitigkeiten über Ausführungen im Protokoll. Long Story short - Es wurden zwei Fragen nicht mitgeschrieben, sondern nur das Thema der Frage genannt. Gerade in Geschichte antwortet man natürlich auf Fragen die auf die Wiedergabe eines historischen Ergebnisse abzielen anders als wenn man dieses Ereignis bewerten soll.
Meine Frage: Warum gibt es zum heutigen Stand der Technik keine Audioaufzeichnung von mündlichen Prüfungen, um genau diesen Streitigkeiten vorzubeugen?
Die Schulleitung hat mit einer für mich sehr unbefriedigenden Antwort auf diese Frage geantwortet: (...) "gibt es nicht, weil es das Ministerium nicht vorsieht" (...).
Ich hätte gerne Einsicht in das Dokument, welches die Audioaufzeichnung in mündlichen Abiturprüfungen untersagt.
Connor York – 07.05.2015
Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen – 18.05.2015
Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen – 06.07.2015
Mündliche Abiturprüfung // NRW // 2015 // [#9671]
7. Mai 2015 01:46
Am Montag (4. Mai 2015) wurde ich mündlich im Fach Geschichte an einem Gymnasium in Dortmund geprüft. Die Abiturprüfung wurde von einem Schriftführer protokolliert aber es wurde nur ein Ergebnis- und kein Verlaufsprotokoll von der Prüfung angefertigt. Bei der anschließenden Nachbesprechung mit den Prüfern gab es Streitigkeiten über Ausführungen im Protokoll. Long Story short - Es wurden zwei Fragen nicht mitgeschrieben, sondern nur das Thema der Frage genannt. Gerade in Geschichte antwortet man natürlich auf Fragen die auf die Wiedergabe eines historischen Ergebnisse abzielen anders als wenn man dieses Ereignis bewerten soll. Meine Frage: Warum gibt es zum heutigen Stand der Technik keine Audioaufzeichnung von mündlichen Prüfungen, um genau diesen Streitigkeiten vorzubeugen? Die Schulleitung hat mit einer für mich sehr unbefriedigenden Antwort auf diese Frage geantwortet: (...) "gibt es nicht, weil es das Ministerium nicht vorsieht" (...). Ich hätte gerne Einsicht in das Dokument, welches die Audioaufzeichnung in mündlichen Abiturprüfungen untersagt.
Dies ist ein Antrag nach dem Gesetz über die Freiheit des Zugangs zu Informationen für das Land Nordrhein-Westfalen (Informationsfreiheitsgesetz Nordrhein-Westfalen – IFG NRW), dem Umweltinformationsgesetz Nordrhein-Westfalen (soweit Umweltinformationen betroffen sind) und dem Verbraucherinformationsgesetz des Bundes (soweit Verbraucherinformationen betroffen sind). Ausschlussgründe liegen meines Erachtens nicht vor. Aus Gründen der Billigkeit und insbesondere auf Grund des Umstands, dass die Auskunft in gemeinnütziger Art der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden wird, bitte ich Sie, nach § 2 VerwGebO IFG NRW von der Erhebung von Gebühren abzusehen. Soweit Umweltinformationen betroffen sind, handelt es sich hierbei um eine einfache Anfrage nach §5 (2) UIG NRW. Sollte die Aktenauskunft Ihres Erachtens gebührenpflichtig sein, bitte ich Sie, mir dies vorab mitzuteilen und dabei die Höhe der Kosten anzugeben. Ich verweise auf § 5 Abs. 2 IFG NRW, § 2 UIG NRW und bitte Sie, mir die erbetenen Informationen unverzüglich, spätestens nach Ablauf eines Monats zugänglich zu machen. Sollten Sie für diesen Antrag nicht zuständig sein, möchte ich Sie bitten, ihn an die zuständige Behörde weiterzuleiten und mich darüber zu unterrichten. Nach §5 Abs. 1 Satz 5 IFG NRW bitte ich Sie um eine Antwort in elektronischer Form (E-Mail). Gegebenfalls behalte ich mir vor, nach Eingang Ihrer Auskünfte um weitere ergänzende Auskünfte nachzusuchen. Ich möchte Sie um Empfangsbestätigung bitten und danke Ihnen für Ihre Mühe! Mit freundlichen Grüßen Connor York <<E-Mail-Adresse>>
[… Zeige kompletten Anfragetext] Mit freundlichen Grüßen Connor York
Aras Abbasi schrieb am 19. Mai 2015 13:48:
Hallo Connor, ich empfehle dir, gegen die Benotung einen Widerspruch einzureichen. Dieser sollte bis zum 04. Juni erfolgen. Alles lesen
ich empfehle dir, gegen die Benotung einen Widerspruch einzureichen. Dieser sollte bis zum 04. Juni erfolgen.
18. Mai 2015 15:50
Mündliche Abiturprüfung // NRW // 2015
6. Juli 2015 11:57
Sehr geehrter Herr York, vielen Dank für Ihre E-Mail, in der Sie fragen, warum es nicht möglich ist die mündliche Abiturprüfung in Form eines Audiomitschnitts aufzuzeichnen. Der Anlass Ihrer Anfrage ist, dass es Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Prüfungsfragen in Ihrer mündlichen Abiturprüfung gibt und das Protokoll nicht zur Klärung beitragen kann, weil es Ihrer Ansicht nach ein Ergebnisprotokoll ist. Grundsätzlich besteht nicht die Verpflichtung, ein "Wortprotokoll" aller Fragen und Antworten anzufertigen. Es ist ausreichend, wenn das Protokoll den Prüfungsverlauf in groben Zügen erkennen lässt. Ihre Frage, ob Audiomitschnitte in mündlichen Prüfungen möglich sind, ist in größeren Kontexten zu beantworten. Jede Person besitzt Persönlichkeitsrechte, die Schutz vor Eingriffen in ihren Lebensbereich sichern. Zu diesen Persönlichkeitsrechten gehört unter anderem der Schutz der Daten von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern. Tonaufzeichnungen tangieren die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen in besonderer Weise. Dies gilt erst recht, wenn die Aufzeichnung in einer Prüfung erfolgt, weil die Teilnahme für den Prüfling als auch für die Lehrkraft verpflichtend ist. Deswegen ist es besonders wichtig, den Schutz der Daten von Prüflingen und Lehrkräften sorgfältig zu beachten. Sie beantragen unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz Einsicht in ein Dokument, das Audioaufzeichnungen in mündliche Prüfungen untersagt. Im Schulgesetz (SchG) regeln § 120 und §121 den Schutz der Daten von Schülerinnen, Schülern, Lehrerinnen und Lehrern. Laut § 120 Abs. 3 SchG und § 121 Abs. 2 SchG gilt, dass Tonaufzeichnungen prinzipiell nur zur Lehrerbildung und Qualitätsentwicklung und -sicherung zulässig sind, vorausgesetzt die Betroffenen geben ihr Einverständnis ab. Den Gesetzestext finden Sie im Bildungsportal unter https://www.schulministerium.nrw.de/doc…. Ich hoffe, durch meine Ausführungen zum Verständnis des sehr komplexen Themenfeldes "Datenschutz" beigetragen zu haben. Für weitere Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute. Mit freundlichen Grüßen

References: § 2
 §5
 § 5
 § 2
 §5
 § 120
 §121
 § 120
 § 121