Source: http://peace.ch/deutsch/bgefinanz.htm
Timestamp: 2020-01-18 17:59:37+00:00

Document:
BGE - Bedingungsloses Grundeinkommen: Die Frage der Finanzierung
BGE - Die Finanzierung
Schon bei der Berechnung der Gesamtkosten für das BGE gehen die Meinungen weit auseinander. Je nach den Kriterien, die bei der Festsetzung der BGE-Höhe und bei der Ermessung der BGE-Bezugsberechtigung angewandt werden, liegen die Gesamtkosten für die Schweiz irgendwo zwischen 120 und 250 Milliarden Schweizer Franken pro Jahr 1).
Erst recht gehen die Meinungen in der Frage der Finanzierung	auseinander. Grundsätzlich stehen sich drei verschiedene Modelle gegenüber:
die Finanzierung über eine entsprechend höhere Einkommenssteuer,
die Finanzierung über eine massive Erhöhung der Mehrwertsteuer (bei gleichzeitigem Verzicht auf jede Einkommenssteuer),
die Finanzierung über eine Kombination der beiden obgenannten Modelle, nämlich über eine relativ moderate Erhöhung der Mehrwertsteuer, ergänzt durch die Besteuerung von Einkommen ab ca. CHF 4'500 netto pro Monat.
Andere wiederum argumentieren, es lohne sich gar nicht über dieses Thema zu diskutieren, da der Nachweis der problemlosen Finanzierbarkeit ohnehin längst und mehrfach erbracht sei (vgl. etwa Dr.phil. Antje Schrupp auf ihrer Homepage grundeinkommen.org, die inzwischen wieder vom Netz genommen wurde; irgendwelche Berechnungsunterlagen für diese Feststellung liegen jedoch nirgends auf). - Oder, wie es Enno Schmidt von der Initiative-Grundeinkommen formuliert: Entweder man glaubt daran (an das BGE), und dann rechnet sich das von selbst - oder man glaubt nicht daran, und dann gibt's eh nichts zu rechnen....
In der Frage der BGE-Finanzierung besteht sicher ein grosser Handlungsbedarf seitens der Befürworter. Denn bevor die Frage der Finanzierbarkeit einigermassen plausibel und für jeden Bürger nachvollziehbar beantwortet ist, kommt die weitere Diskussion um das BGE kaum vom Fleck.
1) Bezogen auf die Schweizer-Bevölkerung, sieht die Berechnung der BGE-Gesamtkosten in etwa wie folgt aus:
Ständige Wohnbevölkerung in der Schweiz, am Jahresende 2010
(Quelle: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/02.html)
in Tausend Männer Frauen Schweizer Ausländer Schweizer,
in % CH-Männer
ca. CH-Frauen
7'870.1
3'877.4
3'992.7
6'103.9
3'007.2
3'096.7
1'642.4
1'271.5
2'100.1
1'058.4
1'041.7
1'433.3
2'797.9
1'393.1
2'203.9
1'106.6
1'097.3
Berechnung Kosten BGE Anzahl Personen,
in Tausend zu CHF pro Person / pro Monat CHF pro Person / pro Jahr CHF in MIA
Total Schweizer, 20 Jahre und mehr
2'500 (1) mal 12 = 30'000 = total
Total Schweizer 0-19 Jahre
1'450 (2) 12 = 17'400 = total
Geburten (Schweizer) pro Jahr ca.
60 (3) 5'000 = total
Gesamtkosten BGE für CH-Bürger, pro Jahr
(1) inkl. gratis Basis-Krankenversicherung
(2) bzw. CHF 500 ab Geburt, plus CHF 100.- pro Monat/Lebensjahr (inkl. gratis Basis-Krankenversicherung), siehe Berechnung unten
(3) Geburtszulage als Einmal-Zahlung
Berechnung Kinder-BGE, ab Geburt bis zum 20. Geburtstag:
Alters-Stufe Jahre CHF pro Monat
2 1 2 600
3 2 3 700
4 3 4 800
5 4 5 900
6 5 6 1'000
7 6 7 1'100
8 7 8 1'200
9 8 9 1'300
10 9 10 1'400
11 10 11 1'500
12 11 12 1'600
13 12 13 1'700
14 13 14 1'800
15 14 15 1'900
16 15 16 2'000
17 16 17 2'100
18 17 18 2'200
19 18 19 2'300
20 19 20 2'400
21 20 21 2'500
Total Stufen 1 bis 20 29'000
Durchschnitt 1'450
Abdeckung BGE-Kosten Anzahl Personen, in Tausend zu CHF pro Person / pro Monat CHF pro Person / pro Jahr CHF in MIA
Total Schweizer Erwerbstätige ca.
2'500 mal 12 = 30'000 = total
Ausgaben AHV für CH-Renten und andere Kosten, pro Jahr ca.
1'800 mal 12 = 21'600 = total
Ausgaben IV (CH-Männer/Frauen) ca.
1'760 mal 12 = 21'120 = total
Ausgaben Arbeitslosigkeit ca.
1'600 mal 12 = 19'200 = total
Kinderzulagen (CH-Kinder) ca.
200 mal 12 = 2'400 = total
Ausbildungszulagen/Stipendien ca.
250 mal 12 = 3'000 = total
Kosten Landwirtschaft, Direktzahlungen / ca. 60'000 Betriebe ca.
(Diese Zahlen sind mit grösster Vorsicht zu geniessen und müssen von einem Profi überprüft werden!)
Der Fehlbetrag zwischen BGE-Kosten (167.4 Mia CHF) und Abdeckung (148.1 Mia CHF) beträgt rund 20 Mia CHF. Dies entspricht dem Mehrwertsteuerertrag des Jahres 2010. Mit anderen Worten: mit einer Verdoppelung des MWST-Satzes wäre die Finanzierung des BGE gesichert - wobei eine Erhöhung des MWST-Satzes nicht zwangsläufig zu einer Erhöhung der Konsumgüterpreise führen muss, denn die Entstehungskosten der Konsumgüter selbst werden dank des Wegfalls von Steuern für AHV/IV/ALV bereits entsprechend reduziert.

References: BGE 
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