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Timestamp: 2016-10-23 18:04:49+00:00

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Recours en r�forme au Tribunal f�d�ral contre un jugement qui rejette une action en lib�ration de dette pour cause de litispendance du litige. Un jugement qui rejette une action pour cause de litispendance et met ainsi fin � la proc�dure est une d�cision finale au sens de l'art. 48OJ (confirmation de la jurisprudence). L'opinion selon laquelle el rejet d'une action en lib�ration de dette (art. 83 al. 2 LP) pour des motifs de proc�dure ne constitue pas une d�cision finale � cause de la possibilit� d'une action en r�p�tition de l'ind� ult�rieure (art. 86 LP) ne peut �tre maintenue (modification de la jurispruprudence; consid. 1). Rapport entre l'action en validation de s�questre et l'action en lib�ration de dette. La litispendance d'une action en validation de s�questre (art. 278 al. 2 LP) rend-elle inutile l'introduction d'une action en lib�ration de dette se rapportant � la m�me cr�ance? (Question laiss�e ouverte; consid. 2). Litispendance; droit f�d�ral et droit de proc�dure cantonal. Selon l'opinion actuellement encore dominante, la question de savoir si une action peut �tre rejet�e pour cause de litispendance se juge, sous r�serve de l'art. 22 PCF, en principe d'apr�s le droit cantonal de proc�dure. En revanche, la question de l'identit� des pr�tentions se juge d'apr�s le droit f�d�ral s'il s'agit de pr�tentions de droit f�d�ral. Identit� d'une cr�ance fond�e sur une c�dule hypoth�caire contre la femme divorc�e et d'une cr�ance du m�me montant que le cr�ancier justifie en ce sens qu'il a pay� la c�dule hypoth�caire et que la femme divorc�e doit lui rembourser le montant pay� selon une convention de divorce? (consid. 3). Faits � partir de page 152
A.- Am 7. Februar 1964 kaufte Margaritha v. Heydebrand-W�thrich von Werner Stucki die Liegenschaft Kesslergasse 5 (heute M�nstergasse 35) in Bern. Sie erwarb die Liegenschaft fiduziarisch f�r ihren Ehemann Godhard v. Heydebrand. F�r den Betrag von Fr. 43'317.--, um den der Kaufpreis die von der K�uferin �bernommenen Hypotheken im 1.-9. Rang �berstieg, wurde zugunsten des Verk�ufers ein Schuldbrief im 10. Rang errichtet. Ende 1964 wurden daran Fr. 5317.-- abbezahlt, Ende 1965, 1966 und 1967 je Fr. 5000.--, insgesamt also Fr. 20'317.--. Anfangs Mai 1968 �bergab Stucki den Schuldbrief an Godhard v. Heydebrand, der Stucki f�r sein Restguthaben von Fr. 23'000.-- befriedigte. Am 22. Mai 1968 wurde der Schuldbrief gem�ss Art. 64 Abs. 3 GBV, der den Ersatz von schadhaft, unleserlich oder un�bersichtlich gewordenen Pfandtiteln vorsieht, unter Entkr�ftung des alten Titels neu ausgestellt. Als Schuldnerin ist im neuen Titel Margaritha v. Heydebrand angegeben, als Gl�ubiger Godhard v. Heydebrand. F�r die Schuldnerin unterzeichnete den neuen Schuldbrief Notar F. S�gesser, der in Ziffer 12 des Kaufvertrags vom 7. Februar 1964 zur Unterzeichnung des Originaltitels erm�chtigt worden war.
B.- Am 21. Juni 1968 wurde die Ehe v. Heydebrand-W�thrich in Gutheissung der vom Ehemann am 5. Mai 1965 eingeleiteten Klage geschieden.
Am 4. September 1968 schlossen die geschiedenen Ehegatten einen Vergleich, der im wesentlichen bestimmte, die Ehefrau behalte die Liegenschaft M�nstergasse 35 definitiv; der Ehemann verzichte auf sein Vorkaufsrecht; die Ehefrau erstatte ihm Fr. 60'000.-- "und ausserdem den Betrag, um welchen sich die hypothekarische Belastung seit 1. Jan. 1964 vermindert hat, und ferner den Saldo der Gewinn- und Verlustrechnung per 31. Dez. 1968 auf der Liegenschaft M�nstergasse 35"; damit seien "s�mtliche gegenseitige g�terrechtliche Anspr�che und aus Mitarbeit der Ehefrau im Gesch�ft des Ehemanns abgegolten"; vorbehalten bleibe der Teilvergleich vom gleichen Tage �ber das Sondergut (der die Herausgabe von zwei Einrichtungsgegenst�nden an die Ehefrau vorsieht); der von der Ehefrau zu leistende Gesamtbetrag werde am 1. Juli 1969 f�llig BGE 98 II 150 S. 153und sei vom 1. Januar bis 1. Juli 1969 mit 5% zu verzinsen. Am 13. Dezember 1968 erg�nzte das Amtsgericht von Bern sein Scheidungsurteil durch Genehmigung dieser Vereinbarungen.
C.- Die geschiedenen Ehegatten konnten sich �ber die H�he des von der Ehefrau nach dem Vergleich vom 4. September 1968 geschuldeten Gesamtbetrags nicht einigen. Da die Ehefrau den vom Ehemann gem�ss einer Abrechnung vom 15. Oktober 1968 geforderten Betrag von Fr. 129'451.25 nicht zahlte, erwirkte der Ehemann am 24./25. Juli 1969 einen Arrest auf ihre Liegenschaft. Der am 1. September 1969 beim Appellationshof des Kantons Bern eingeleitete Arrestforderungsprozess ist noch h�ngig. In einem Widerspruchsprozess wurde der Anspruch eines Dritten auf die ihm abgetretenen Mietzinse aus der arrestierten Liegenschaft gesch�tzt.
D.- Im Mai 1970 betrieb G. v. Heydebrand seine geschiedene Ehefrau (nun Frau Longoni) gest�tzt auf den erw�hnten Schuldbrief f�r Fr. 43'317.-- nebst 5% Zins seit 1. Januar 1969 auf Verwertung der Pfandliegenschaft. Zugleich verlangte er den Einzug der Mietzinse durch das Betreibungsamt (Betreibung Nr. 84'194 des Betreibungsamtes Bern 2). Frau Longoni und ihr gem�ss Art. 68 bis SchKG mitbetriebener Ehemann erhoben Rechtsvorschlag ohne Grundangabe. Nachdem G. v. Heydebrand die provisorische Rechts�ffnung erwirkt hatte, leitete Frau Longoni gegen ihn beim Appellationshof des Kantons Bern am 19. September 1970 (innert der Frist von Art. 83 Abs. 2 SchKG) Klage auf Aberkennung der in Betreibung gesetzten Forderung ein.
Der Appellationshof wies die Aberkennungsklage mit Urteil vom 9. November 1971 zur�ck. Er nahm an, die im Aberkennungsprozess streitige Forderung sei bereits Gegenstand des zwischen den gleichen Parteien h�ngigen Arrestforderungsprozesses; dort habe G. v. Heydebrand gest�tzt auf den Vergleich vom 4. September 1968 Abschlagszahlungen von Fr. 54 567.-- an die auf der Liegenschaft M�nstergasse 35 lastenden Grundpfandschulden geltend gemacht, und in dieser Summe sei der an Stucki bezahlte Betrag von Fr. 43 317.-- inbegriffen. An der "Identit�t der Forderung" �ndere es nichts, dass sie im Arrestforderungsprozess auf den Vergleich vom 4. September 1968 und im Aberkennungsprozess auf den Schuldbrief gest�tzt werde; ihre "innere Rechtfertigung" BGE 98 II 150 S. 154beruhe auch diesmal (d.h. im Aberkennungsprozess) auf dem Vergleich vom 4. September 1968; dass der Betrag von Fr. 43 317.-- zweimal verlangt werden k�nne, habe G. v. Heydebrand nie behauptet; er anerkenne vielmehr, dass der Betrag nur einmal geschuldet sei; bei beiden Prozessen handle es sich um rein materiellrechtliche Streitigkeiten, in denen �ber das Bestehen oder Nichtbestehen der Forderung endg�ltig entschieden werde; die H�ngigkeit des Arrestforderungsprozesses schliesse also die Entgegennahme einer Aberkennungsklage �ber die gleiche Forderung aus.
E.- Gegen das Urteil des Appellationshofs vom 9. November 1971 hat die Kl�gerin Frau Longoni die Berufung an das Bundesgericht erkl�rt mit dem Antrag, es sei aufzuheben und die mit der Betreibung Nr. 84'194 geltend gemachte Forderung von Fr. 43 317.-- nebst Zins sei abzuerkennen.
1. In BGE 80 I 259 ff. (bes. 263/64) hat das Bundesgericht entschieden, Endentscheid im Sinne von Art. 48 OG sei auch ein Urteil, mit dem auf die Klage wegen Rechtsh�ngigkeit der Streitsache nicht eingetreten wird, sofern das Urteil das Verfahren abschliesst. Dieser Entscheid st�tzt sich auf die in BGE 74 II 177 /78 und BGE 79 II 108 vertretene Auffassung, der in Art. 48 des geltenden OG verwendete Begriff des Endentscheides sei weiter als der Begriff des Haupturteils im Sinne von Art. 58 des OG von 1893; Endentscheid sei jeder Entscheid, der - sei es auch bloss aus einem prozessualen Grunde - ein Verfahren abschliesst, das auf die endg�ltige, dauernde Regelung zivilrechtlicher Verh�ltnisse abzielt; es sei nicht erforderlich, dass der Entscheid den Kl�ger von der Verfolgung des eingeklagten Anspruchs endg�ltig ausschliesst.
Diese Definition des Endentscheides hat sich in der Folge nicht durchgesetzt. Vielmehr nimmt die neuere Rechtsprechung entsprechend der Praxis zu Art. 58 aoG an, Endentscheid sei nicht jeder den Prozess beendigende Entscheid, sondern nur ein Entscheid, durch den entweder �ber den materiellen Anspruch geurteilt oder dessen Beurteilung aus einem Grunde abgelehnt wird, der endg�ltig verbietet, dass der gleiche Anspruch zwischen den gleichen Parteien nochmals geltend gemacht BGE 98 II 150 S. 155wird (BGE 84 II 230 und 398, BGE 86 II 123, BGE 88 II 59, BGE 93 II 217, 285 und 390, BGE 95 II 294, BGE 96 II 427 und 434/35). Ein Entscheid, der eine Klage wegen Rechtsh�ngigkeit zur�ckweist, wird von dieser Definition, wenn man sie streng w�rtlich nimmt, kaum erfasst, weil er den eingeklagten materiellen Anspruch nicht beurteilt und diese Beurteilung nicht aus einem Grunde ablehnt, der eine neue Klage f�r immer ausschliesst, sondern an und f�r sich die M�glichkeit offen l�sst, den Anspruch nach Erledigung des h�ngigen Verfahrens neu geltend zu machen (vgl. BIRCHMEIER, Handbuch des OG, S. 164 Mitte, und WURZBURGER, Les conditions objectives du recours en r�forme..., Diss. Lausanne 1964, S. 186 unter Ziff. 250, mit Hinweisen).
Dessen ungeachtet wurde jedoch in einem Falle, der vorletztes Jahr drei Abteilungen des Bundesgerichts besch�ftigte, der in BGE 80 I 263 /64 ausgesprochene Grundsatz best�tigt, dass ein die Klage wegen Rechtsh�ngigkeit zur�ckweisender und damit das Verfahren abschliessender Entscheid als Endentscheid im Sinne von Art. 48 OG zu gelten hat (nicht ver�ffentlichtes Urteil des Kassationshofs vom 22. Mai 1970 i.S. Milcent, Urteile der I. Zivilabteilung und der Staatsrechtlichen Kammer vom 14. bzw. 22 Juli 1970 in der gleichen Sache: BGE 96 II 449 und BGE 96 I 450). Diese L�sung l�sst sich damit rechtfertigen, dass ein Entscheid, der eine auf das Bundesrecht gest�tzte Klage zu Unrecht wegen Rechtsh�ngigkeit zur�ckweist, dem Kl�ger die durch das Bundesrecht gew�hrleistete M�glichkeit, seinen Anspruch auf dem Prozessweg geltend zu machen (BGE 95 II 642), zwar nicht f�r immer, aber doch f�r die Dauer des h�ngigen Verfahrens entzieht, was bedeutet, dass dem Kl�ger das Klagerecht f�r eine gewisse - oft lange - Zeit endg�ltig abgesprochen wird. Ist die zur�ckgewiesene Klage befristet und l�uft die Klagefrist w�hrend der Dauer des h�ngigen Verfahrens ab, wie es im vorliegenden Falle zutrifft, so kann die Zur�ckweisung sogar zum vollst�ndigen Verlust des Klagerechts f�hren. Diese Folge der Zur�ckweisung ist bei Pr�fung der Frage, ob ein die Klage wegen Rechtsh�ngigkeit zur�ckweisender Entscheid den Charakter eines Endentscheids habe, richtigerweise zu ber�cksichtigen, auch wenn es sich dabei, wie in BGE 84 II 231 f�r den Fall der Zur�ckweisung mangels geh�riger Vollmacht des Prozessvertreters angenommen, nicht um eine "unmittelbare rechtliche Auswirkung" des Nichteintretensentscheides, d.h. nicht um eine im Sinne dieses Entscheides liegende Rechtsfolge, BGE 98 II 150 S. 156sondern nur um eine "mittelbare Folge" der Zur�ckweisung handelt. Der angefochtene Entscheid ist daher als Endentscheid im Sinne von Art. 48 OG zu betrachten. Der Kl�ger hat in derartigen F�llen ein sch�tzenswertes Interesse daran, dass er die Frage, ob die Zur�ckweisung vor dem Bundesrecht standhalte oder nicht, im Anschluss an den Nichteintretensentscheid der letzten kantonalen Instanz durch Berufung dem Bundesgericht unterbreiten kann, wenn die �brigen Voraussetzungen dieses Rechtsmittels erf�llt sind, wie es hier zutrifft.
Die I. Zivilabteilung des Bundesgerichts hat im zuletzt angef�hrten Entscheide freilich angenommen, ein Erkenntnis, das eine Aberkennungsklage aus prozessualen Gr�nden zur�ckweist, sei auf jeden Fall deshalb kein Endentscheid im Sinne von Art. 48 OG, weil es lediglich den Fortgang der Betreibung erm�gliche und dem Betriebenen die M�glichkeit vorbehalten bleibe, "dem Richter den Streit �ber die Forderung innerhalb eines Jahres nach Zahlung der angeblichen Nichtschuld durch R�ckforderungsklage gem�ss Art. 86 Abs. 1 SchKG erneut zu unterbreiten". Die I. Zivilabteilung folgte damit einem �ltern Entscheide der II. Zivilabteilung (BGE 47 III 103 ff.). Die in diesen Entscheiden vertretene Auffassung ist jedoch in der Lehre mit Recht kritisiert worden (KUMMER, ZBJV 1960 S. 63; WURZBURGER, a.a.O. S. 183 unter Ziff. 246). Es ist von vornherein umstritten, ob die R�ckforderungsklage dem Schuldner �berhaupt zu Gebote steht, wenn die Betreibung zum Konkurs gef�hrt hat (verneinend JAEGER, Kommentar, 3. Aufl., N. 5 zu Art. 86, N. 1 zu Art. 187 und N. 1 a.E. zu Art. 250 SchKG, sowie KUMMER, a.a.O.; anderer Ansicht BLUMENSTEIN, Handbuch, S. 320 Anm. 24, S. 783 Anm. 36, sowie V. SCHWANDER, BlSchK 1943 S. 97 ff., und R. DAGON, �ber die R�ckforderung im Betreibungsrecht, Z�rcher Diss. 1960, S. 62 ff.). Die R�ckforderungsklage f�llt auf jeden Fall dann ausser Betracht, wenn der Schuldner eine Aktiengesellschaft ist, die infolge des Konkurses aufgel�st wird (KUMMER a.a.O.). Unabh�ngig von der Art der Zwangsvollstreckung ist eine R�ckforderung ausgeschlossen, soweit der Gl�ubiger nicht befriedigt wird, sondern einen Verlust erleidet. Wird der Gl�ubiger nicht durch eine Zahlung des betriebenen Schuldners, sondern aus dem Erl�s der Zwangsverwertung von Verm�gensst�cken des Schuldners befriedigt, so bringt die R�ckforderungsklage dem Schuldner die verwerteten Gegenst�nde nicht zur�ck und macht die Verm�genseinbusse, die mit der Zwangsverwertung meist BGE 98 II 150 S. 157verbunden ist, nicht ungeschehen. Im �brigen hat der Schuldner nicht selten mit der Gefahr zu rechnen, dass der zur R�ckleistung verurteilte Gl�ubiger das seinerzeit empfangene Geld nicht zur�ckzuzahlen vermag, weil er es inzwischen verbraucht hat. Die R�ckforderungsklage ist also offensichtlich kein vollwertiger Ersatz der Aberkennungsklage. An der Praxis, die der aus prozessualen Gr�nden erfolgten Zur�ckweisung einer Aberkennungsklage den Charakter eines Endentscheids unter Hinweis auf die M�glichkeit einer sp�tern R�ckforderungsklage absprach, kann daher nicht festgehalten werden. Die I. Zivilabteilung hat dieser �nderung der Rechtsprechung zugestimmt. Auf die vorliegende Berufung ist deshalb einzutreten.
2. Die Kl�gerin behauptet, der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz verletze Bundesrecht, weil die im Aberkennungsprozess streitige Schuldbriefforderung mit der im Arrestforderungsprozess streitigen Forderung aus ehelichem G�terrecht auch insoweit nicht identisch sei, als diese Forderung sich auf die Abzahlung des Schuldbriefs st�tzt. Ausserdem wirft die Kl�gerin der Vorinstanz vor, sie habe ihr durch die Zur�ckweisung der Aberkennungsklage wegen angeblicher Rechtsh�ngigkeit der Streitsache die ihr durch diesen gesetzlich vorgesehenen Rechtsbehelf gew�hrleistete M�glichkeit entzogen, sich dem Definitivwerden der dem Beklagten in der Grundpfandbetreibung erteilten provisorischen Rechts�ffnung und der Fortsetzung dieser Betreibung zu widersetzen, solange kein Urteil vorliegt, das den mit dieser Betreibung geltend gemachten Anspruch sch�tzt. Damit r�gt die Kl�gerin der Sache nach, das angefochtene Urteil verstosse gegen Art. 83 Abs. 2 und 3 SchKG.
Von der Annahme ausgehend, dass beide Prozesse den gleichen Anspruch betreffen, hat die Vorinstanz unter Hinweis auf BGE 22 S. 328 f. und ein Urteil des waadtl�ndischen Kantonsgerichts vom 24. April 1922 (SJZ 1922/23 S. 27 Nr. 26) ausgef�hrt, die Rechts�ffnung k�nne nicht definitiv werden, solange die Arrestforderungsklage nicht rechtskr�ftig beurteilt sei; die Kl�gerin sei daher nicht gen�tigt gewesen, zu ihrer Verteidigung auf Aberkennung zu klagen. Ob diese Auffassung zutreffe (vgl. dazu ausser den angef�hrten Pr�judizien auch BGE 38 I 204 Erw. 2, J. GASSMANN in Festgabe f�r F. Goetzinger, 1935, S. 46 f., und H. HINDERLING, ZSR 1964 I S. 127 f., der sich mit einer abweichenden Meinung auseinandersetzt), kann dahingestellt bleiben, wenn die Kl�gerin mit der R�ge durchdringt, dass die Zur�ckweisung ihrer Aberkennungsklage BGE 98 II 150 S. 158wegen Rechtsh�ngigkeit der Streitsache mangels Identit�t der in Frage stehenden Anspr�che gegen das Bundesrecht verst�sst.
3. W�hrend heute als Regel des Bundesrechts anerkannt ist, dass ein aus dem Bundesprivatrecht abgeleiteter Anspruch, der Gegenstand eines formell rechtskr�ftigen kantonalen Urteils ist, nicht (oder jedenfalls nicht gegen den Willen des Beklagten) von neuem gerichtlich geltend gemacht werden kann (BGE 95 II 639 ff.), hat das Bundesgericht an der Auffassung festgehalten, die Frage, ob eine Klage wegen Rechtsh�ngigkeit des eingeklagten Anspruchs zur�ckgewiesen werden d�rfe oder nicht, werde unter Vorbehalt des f�r direkte Prozesse vor Bundesgericht geltenden Art. 22 BZP grunds�tzlich vom kantonalen Prozessrecht beherrscht (BGE 96 II 449 Erw. 2 mit Hinweis auf BGE 80 I 261 Erw. 2, BGE 85 II 83). Ob der eingeklagte Anspruch mit dem bereits gerichtlich geltend gemachten identisch sei oder nicht, gilt jedoch nach dieser Rechtsprechung, wenn es sich um bundesrechtliche Anspr�che handelt, als Frage des Bundesrechts, wie das auch schon nach der fr�hern Rechtsprechung zur Einrede der abgeurteilten Sache (BGE 75 II 290 mit Hinweisen, BGE 81 II 146 f., BGE 88 I 164) der Fall war.
Die blosse Tatsache, dass im Aberkennungsprozess der schon im Arrestforderungsprozess eingeklagte Betrag von Fr. 43'317.-- streitig ist und dass der Gl�ubiger erkl�rt, dieser Betrag sei ihm nur einmal geschuldet, gen�gt nicht, um den Schluss zu rechtfertigen, dass beide Prozesse den gleichen Anspruch betreffen. Es ist m�glich, dass jemand gegen�ber der gleichen Person aus zwei verschiedenen Rechtsgr�nden Anspruch auf dieselbe Leistung hat. Man spricht in solchen F�llen von konkurrierenden Anspr�chen, die abgesehen davon, dass die Erf�llung des einen den andern dahinfallen l�sst, voneinander unabh�ngig sind und nach Wahl des Gl�ubigers gemeinsam oder einzeln geltend gemacht werden k�nnen (v. TUHR/SIEGWART, Allg. Teil des schweiz. OR, � 5 I, S. 36/37; vgl. auch OFTINGER, Schweiz. Haftpflichtrecht, 2. Aufl., Bd. I 1958, S. 426 ff., 433/34). Bei getrennter gerichtlicher Geltendmachung derartiger Anspr�che liegt keine Identit�t der Streitsachen vor (KUMMER, Das Klagerecht und die materielle Rechtskraft im schweiz. Recht, 1954, S. 94/95, und LEUCH, Die ZPO f�r den Kanton Bern, 3. Aufl. 1956, N. 11 d zu Art. 192, S. 213).
Der Beklagte begr�ndet seine Forderung von Fr. 43'317.-- im Arrestforderungsprozess damit, dass der auf diesen Betrag lautende Schuldbrief in der Zeit von Ende 1964 bis Mai 1968 BGE 98 II 150 S. 159vollst�ndig abbezahlt wurde und dass der g�terrechtliche Vergleich vom 4. September 1968 bestimmt, die Kl�gerin habe dem Beklagten den Betrag zu erstatten, um den sich die hypothekarische Belastung der Liegenschaft M�nstergasse 35 seit dem 1. Januar 1964 vermindert hat. Im Aberkennungsprozess fordert er den gleichen Betrag gest�tzt auf den am 22. Mai 1968 neu ausgestellten Schuldbrief vom Februar 1964. Er leitet also seine Forderung in den beiden Prozessen aus verschiedenen Entstehungsgr�nden ab. Die Bemerkung der Vorinstanz, die "innere Rechtfertigung" der Forderung beruhe auch im Aberkennungsprozess auf dem Vergleich vom 4. September 1968, kann hieran nichts �ndern. Bei Beurteilung der Frage der Identit�t von Anspr�chen ist massgebend, worauf der Ansprecher die Anspr�che st�tzt. Im Aberkennungsprozess beruft sich der Beklagte ausschliesslich auf den vor Abschluss des Vergleichs vom 4. September 1968 errichteten und neu ausgestellten Schuldbrief. Gegen�ber dem Einwand der Kl�gerin, mit dem Abschluss dieses Vergleichs seien die Anspr�che aus dem Schuldbrief untergegangen, macht er geltend, der Vergleich ber�hre seine Anspr�che aus dem Schuldbrief nicht. Anderseits st�tzt er seine Forderung im Arrestforderungsprozess ausschliesslich auf die erw�hnte Vergleichsklausel und die Abzahlung des Schuldbriefs. Auf die im Schuldbrief verurkundeten Anspr�che konnte er sich im Arrestforderungsprozess nicht berufen, weil nach Art. 271 Abs. 1 SchKG ein Arrest nur f�r eine nicht durch ein Pfand gedeckte Forderung erwirkt werden kann. Der Beklagte macht also mit getrennten Klagen konkurrierende Anspr�che auf die gleiche Leistung geltend, die sich nach den von ihm angerufenen Entstehungsgr�nden deutlich voneinander unterscheiden, so dass von Identit�t der Anspr�che nicht die Rede sein kann.
Da im Arrestforderungsprozess f�r eine Auseinandersetzung �ber die Anspr�che aus dem Schuldbrief kein Raum ist, w�rde der Kl�gerin durch die Best�tigung des angefochtenen Entscheides die M�glichkeit entzogen, Einwendungen gegen die G�ltigkeit des Schuldbriefs und gegen das vom Beklagten beanspruchte Recht zu erheben, sich trotz der g�terrechtlichen Vereinbarung ihr gegen�ber auf diesen Pfandtitel zu berufen. Dadurch w�rde die Kl�gerin in ihren Verteidigungsrechten empfindlich beschr�nkt. Sie hat auch unter der Voraussetzung, dass sie dem Beklagten gem�ss der g�terrechtlichen Vereinbarung den Betrag von Fr. 43'317.--schulden sollte, ein berechtigtes BGE 98 II 150 S. 160Interesse daran, dass sie die Eintreibung dieses Betrages auf dem Wege der Grundpfandbetreibung und damit den Eintritt der in Art. 806 ZGB vorgesehenen Rechtsfolgen verhindern kann, wenn der Schuldbrief ung�ltig oder der Beklagte aus einem andern Grunde nicht berechtigt sein sollte, seine Forderung gest�tzt auf diesen Titel geltend zu machen. Dieses Interesse kann die Kl�gerin nur mittels der Aberkennungsklage wahrnehmen.
Die Kl�gerin hat es bei Erhebung des Rechtsvorschlags gegen den Zahlungsbefehl in der Grundpfandbetreibung freilich unterlassen, das Pfandrecht als solches zu bestreiten, wozu nach Art. 85 Abs. 1 VZG eine entsprechende Erkl�rung n�tig gewesen w�re. Das hindert sie aber nicht, gegen�ber dem Beklagten die Einwendung zu erheben, der Schuldbrief sei ung�ltig oder der Vergleich vom 4. September 1968 verbiete dem Beklagten, seine Forderung auf den Schuldbrief zu st�tzen. Dringt sie damit durch, so entf�llt auch das mit der Schuldbriefforderung akzessorisch verbundene Pfandrecht. Die erw�hnten Einwendungen kann sie aber nur im Aberkennungsprozess geltend machen, was ihr durch den angefochtenen Entscheid verunm�glicht w�rde.
Auch aus diesen Gr�nden ist die Identit�t der Anspr�che, die Gegenstand der beiden Prozesse sind, zu verneinen.
Die Vorinstanz hat die Aberkennungsklage also materiell zu behandeln. Ob sie die beiden Prozesse nebeneinander weiterf�hren oder allenfalls die Aberkennungsklage, mit der die Kl�gerin vor allem die auf Grund von Art. 806 ZGB und Art. 91/92 VZG verf�gte Mietzinssperre abzuwenden sucht, vorweg behandeln will, ist vorwiegend eine Frage der Prozess�konomie.
Die Berufung wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass das Urteil des Appellationshofes (II. Zivilkammer) des Kantons Bern vom 9. November 1971 aufgehoben und die Sache zur materiellen Behandlung der Aberkennungsklage an die Vorinstanz zur�ckgewiesen wird.

References: Art. 64
 BGE 
 Art. 68
 Art. 83
 BGE 
 BGE 
 Art. 48
 BGE 
 BGE 
 Art. 48
 Art. 58
 Art. 58
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 48
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 48
 Art. 48
 Art. 86
 Art. 86
 Art. 187
 Art. 250
 BGE 
 Art. 83
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 22
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 192
 BGE 
 Art. 271
 BGE 
 Art. 806
 Art. 85
 Art. 806
 Art. 91