Source: https://www.medizin-zentrum-dortmund.de/de/laboratoriumsmedizin/untersuchungsprogramm/druckversion/?tx_ccdmmvz_pi1%5Bchapter%5D=13&cHash=580ec081893f50df4491a96e76a8cc39
Timestamp: 2020-05-29 17:27:34+00:00

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Druckversion: MB - Mikrobiologie | MVZ Dr. Eberhard & Partner Dortmund GbR (ÜBAG)
Harnwegsinfektionen / HWI
Probengewinnung: Voraussetzung für eine aussagekräftige mikrobiologische Diagnostik ist die fachgerechte Gewinnung der Probe (siehe auch Hinweise zur Probenentnahme).
Die mikrobiologische Diagnostik beinhaltet i.d.R. Kultur mit Keimzahl- und ggf. Resistenzbestimmung sowie bei nativem Urin zusätzlich Mikroskopie und Hemmstofftest (antibakterielle Wirkstoffe: bei positivem Nachweis Befund bitte entsprechend interpretieren).
Die Bewertung der Anzahl nachgewiesener pathogener Keime* ist bei negativem Hemmstofftest folgendermaßen vorzunehmen:
Keimzahl im Mittelstrahl-Urin:
pathogene Keime*: > 105 KBE/ml
Männer: Vorliegen einer HWI (signifikant)
Frauen: HWI wahrscheinlich
pathogene Keime*: bei 104-105 KBE/ml
individuell zu beurteilen: HWI möglich
Kinder: ggf. signifikante Bakteriämie (Grenze bei ca. 104 KBE/ml)
pathogene Keime*: bei 103-104 KBE/ml
HWI nicht anzunehmen; ggf. Kontrolle
pathogene Keime*: < 103 KBE/ml
HWI (akut) i.d.R. kaum anzunehmen
Keimzahl im Katheter-Urin:
pathogene Keime*: > 104 KBE/ml
HWI wahrscheinlich
pathogene Keime*: < 104 KBE/ml
HWI möglich
Keimzahl im Blasenpunktions-Urin:
jede Keimzahl i.d.R. signifikant
Nachweis von Hefepilzen (z.B. Candida sp.) im Urin:
Hier sollte eine Kontamination (Vaginal-Soor/ Soor-Balanitis) ausgeschlossen werden.
Bei Keimzahlen > 104 KBE/ml und entsprechender Symptomatik ist renale Candidiasis möglich.
Eine mikrobiologische Untersuchung von Urin wird empfohlen bei Pyelonephritis, Cystitis u.a.
akute, unkomplizierte Cystitis:
meist: E. coli, Proteus sp., Klebsiella/ Raoultella sp., Staph. saprophyticus etc.
komplizierte / nosokomiale HWI:
meist: E. coli, Proteus sp., Klebsiella/ Raoultella sp., Pseudom. aeruginosa, Enterokokken, Corynebacterium urealyticum etc.
* In Mittelstrahl- und Katheter-Urin werden Lactobacillus sp., vergrünende Streptokokken, Koagulase-negative Staphylokokken und coryneforme Bakterien i.d.R. als Kontaminanten angesehen.
Zur gezielten Isolierung von Enteritis-Erregern bitte möglichst genaue anamnestische und klinische Angaben machen (z.B. Diarrhoe, Gastroenteritis, Abdominalkoliken, vorherige Antibiotikatherapie, Auslandsaufenthalt etc.); evtl. Angaben zur Art der Diarrhoe machen (z.B. profus, blutig, schleimig-eitrig, reiswasserartig etc.).
Das Ergebnis einer einzigen negativen Stuhlprobe schließt relevante Erreger oder Parasiten nicht sicher aus!
Für die Primärdiagnostik von allgemeinen Diarrhoe-Erregern ist eine Beschränkung auf häufige Erregerarten empfohlen. Deshalb erlauben wir uns bei Untersuchungsanforderungen auf Allgemeine pathogene Keime ("PK") oder Erreger/ Resistenz ("E/R") folgende Vorgehensweise:
Allgemeine pathogene Keime bei Krankenhaus-Patienten:
beinhaltet Untersuchung auf Campylobacter, Salmonellen/ Shigellen, Yersinien und Toxin-bildungsfähige E. coli/ EHEC* (Shiga-Toxin STx1 und 2) mittels PCR.
Bei Kindern (bis 3 J.) zusätzlich Untersuchung auf Rota-/ Adeno-Viren und EPEC.
Allgemeine pathogene Keime bei Privat-Patienten:
beinhaltet Untersuchung auf Campylobacter, Salmonellen/ Shigellen, Yersinien und Toxin-bildungsfähige E. coli/ EHEC* und ETEC (Shiga-Toxin STx1 und 2; hitzelabiles/HLT und hitzestabiles Toxin/HST) mittels PCR.
Allgemeine pathogene Keime bei Kassenpatienten:
beinhaltet Untersuchung auf Campylobacter, Salmonellen/ Shigellen, Yersinien und Toxin-bildungsfähige E. coli/ EHEC* mittels STx-EIA (Shiga-Toxin)
Bei Kindern (bis 3 J.) zusätzlich Untersuchung auf Rota-/ Adeno-Viren.
Da wir Verantwortung für eine sichere mikrobiologische Diagnostik tragen, andererseits jedoch keine unerwünschten Kosten verursachen möchten, bitten wir um eine genaue Spezifizierung der gewünschten Erreger-Bestimmung.
Bei Kontrolluntersuchungen (z.B. nach Salmonella-Infektion) ohne weitere begleitende klinische Symptome empfehlen wir aus Kostengründen nur die gezielte Untersuchung auf den nachgewiesenen Erreger, und nicht auf "Allgemeine pathogene Keime".
Einzelanforderungen sollten jeweils im Untersuchungsauftrag nur einzeln markiert werden oder z.B. folgendermaßen lauten:
" C " für Untersuchung auf Campylobacter
" S " für Untersuchung auf Salmonellen/ Shigellen
" Y " für Untersuchung auf Yersinien
" E " für Untersuchung auf Toxin-bildungsfähige "pathogene" E. coli/ EHEC*
Serien-Untersuchungen (Personal / Küchenbedienstete etc.) erfolgen nach Absprache und sollten in der Untersuchungsanforderung eindeutig als solche gekennzeichnet sein.
Gezielte Untersuchungen sind bei Kontrolluntersuchungen und Verdachtsdiagnosen sinnvoll:
Campylobacter sp.:
wässrige Durchfälle mit fieberhaften Prodromi
Salmonella sp.:
Enteritis, Diarrhoen, Typhus abdominalis, Paratyphus; (ggf. Galle, Urin; bei Typhus: Blutkultur)
Shigella sp.:
häufige blutig-schleimige Diarrhoen mit Abdominalkrämpfen (ideal: möglichst frische noch körperwarme Stuhlprobe)
fieberhafte Enteritis, Pseudoappendicitis, mesent. Lymphadenitis, postinfekt. Arthritis (insbesondere in Zusammenhang mit HLA-B 27)
Toxin-bildungsfähige E. coli/ EHEC*:
hierzu gehören auch Shiga-Toxin-produzierende E. coli (STEC); wässrige, auch blutige Diarrhoen, Ruhr-ähnliches Krankheitsbild, hämorrhagische Colitis, postinfektiöse Syndrome wie hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS/ TTP), Übelkeit, Erbrechen, jedoch selten Fieber.
(Nachweis des Gens für Shiga-Toxin sowie für hitzelabiles und hitzestabiles Toxin mittels PCR bzw. des Shiga-Toxins mittels EIA)
Detaillierte Informationen siehe LabmedLetter EHEC.
Rota-/ Adeno-Virus:
Gastroenteritis bei Säuglingen und Kleinkindern, ggf. auch Erwachsene (Nachweis mittels EIA)
wässrige Diarrhoe mit heftigem Erbrechen, wenn keine andere Ursache für die Symptomatik bekannt ist; Auftreten und Ausbrüche besonders in den Wintermonaten (Nachweis mittels PCR)
blutiger Stuhl; Pseudomembranöse Colitis (PMC) nach Antibiotika-/ Zytostatika-Gabe (bei positiven Ergebnis des Glutamatdehydrogenase-EIA folgt Toxin A/B-Nachweis mittels PCR);
hypervirulente Stämme siehe unter Clostridium difficile PCR
Enterotoxin-bedingte Gastroenteritis vor allem bei Kleinkindern
Vibrio cholerae/ eltor:
schwere Diarrhoen ("Reiswasserartig"), massiver Wasser-/ Elektrolytverlust (Bitte gesondert anfordern)
fakultative Enteritiserreger:
vor allem bei Kleinkindern: Aeromonas, Pseudomonas, Plesiomonas, Arcobacter etc. (Bitte gesondert anfordern)
Wir möchten darauf hinweisen, dass bei je nach Symptomatik / Anamnese (z.B. Auslandsaufenthalt) ggf. auch Parasiten als Erreger von Durchfallerkrankungen in Frage kommen können:
Amoeben/ Entamoeba histolytica:
Amöbenkolitis, akute Amöbendysenterie, Stuhl mit Blut- und Schleimbeimengungen
Lamblien/ Giardia lamblia:
epigastrische Schmerzen, heftige rezidivierende Durchfälle
Würmer/ Wurmeier:
nach Umgebungskontamination mit fäkal kontaminiertem Boden, Nahrungsmittel, Wasser etc.
* EHEC-Untersuchung: siehe auch Empfehlung des RKI, Epidemiologisches Bulletin 31.1999 und 24.2011 sowie Merkblätter für Ärzte des RKI, Erkrankungen durch Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) vom 11.01.2008
Pneumonien / Atemwegsinfektionen
Probengewinnung: Voraussetzung für eine aussagekräftige mikrobiologische Diagnostik ist die fachgerechte Gewinnung der Probe. (siehe auch Hinweise zur Probenentnahme)
Potentiell pathogene Erreger in den Proben des Respirationstraktes sind u.a.:
Streptococcus pneumoniae/ Pneumokokken
Streptococcus pyogenes/ Streptokokken Gr. A
darüber hinaus: Moraxella catarrhalis, Enterobacteriaceae sowie Non-Fermenter (z.B. Pseudomonas aeruginosa) etc.
Interstitielle / atypische Pneumonie (Nachweis nur mittels PCR):
Chlamydophila pneumoniae (ehemals Chlamydia pneumoniae)
Pneumonie/ Bronchitis:
ambulant erworbene Pneumonie:
eitriges Sputum bzw. Tracheal-/ Bronchialsekret mit Nachweis eines typischen Pneumonie-Erregers (z.B. Pneumokokken; Haemophilus influenzae u.a.)
nosokomial erworbene Pneumonie:
wenn später als 48h nach der stationären Aufnahme aufgetreten (häufige Erreger: Klebsiella sp., E. coli und andere Enterobacteriaceae oder Non-Fermenter)
infektiöse Bronchialerkrankungen:
Entzündung der Bronchialschleimhaut (Husten, Exsudatbildung); Bronchitiden mit eitrigem Auswurf
Als klinische Indikation für eine mikrobiologische Untersuchung von Probenmaterial aus den Atemwegen gelten:
alle schweren ambulant erworbenen Atemwegsinfektionen
Pneumonien mit eitrigem Auswurf bei schweren Grunderkrankungen (Diabetes mellitus/ Herzinsuffizienz etc.)
Pneumonien mit persistierenden Infiltraten
akute Bronchitiden mit eitrigem Auswurf / fortgeschrittene chronische Bronchitis
Versagen der empirischen Therapie bzw. rezidivierende Infektionen
Auftreten von resistenten Erregern bzw. Entwicklung von Resistenzen
Liquor möglichst vor Antibiotika-Gabe gewinnen. Bei Verdacht auf akute Meningitis sollten neben der nativen Liquor-Probe zusätzlich auch beimpfte Blutkultur-Flaschen mit Liquor eingesandt werden! (Siehe auch MIQ Nr. 17: Infektionen des Zentralnervensystems; außerdem bitte Hinweise zur Probenentnahme beachten.)
Als Schnelldiagnostik aus nativem Liquor steht zusätzlich ein Antigen-Nachweis zur Verfügung; erfasst werden hierbei:
Meningokokken (A, B, C, Y, W135)
Haemophilus influenzae (Typ B)
Escherichia coli (K1)
frischer Liquor
Mikroskopie, Kultur, Agglutination
Siehe auch Meningitis und Hinweise zur Probennahme
sowie Cryptococcus neoformans Ag.
Escherichia coli (bei Neugeborenen)
frischer Liquor (nativ) und Liquor in Kulturflasche
Mikroskopie, Kultur,
ggf. Ag-Nachweis (Agglutination)
Siehe auch Meningitis und Hinweise zur Probennahme.
Listerien / Listeria sp.
Mikroskopie, Kultur
Meningokokken / Neisseria meningitidis
2. Mikroskopie, Kultur, ggf. Ag-Nachweis (Agglutination)
Bei Verdacht auf Meningokokken ist eine PCR aus Nativ-Liquor unbedingt empfehlenswert!
Notfalldiagnostik nach tel. Rücksprache!
(PCR: Meningokokken-Nachweis direkt aus Liquor)
sowie Meningokokken Direktnachweis.
Mikroskopie, Kultur, ggf. PCR
sowie Direktnachweis Mycobacterium tuberculosis complex (MTC) PCR.
Pneumokokken / Streptococcus pneumoniae
Streptokokken Gruppe B (bei Neugeborenen)
Subdurales Empyem, Hirnabszess, Shunt-Infektion
Liquor möglichst vor Antibiotika-Gabe gewinnen!
Siehe auch MIQ Nr. 17: Infektionen des Zentralnervensystems.
Liquorprobe, Eiter in Universal-Transportmedium
Blutkultur-Diagnostik
Untersuchung von Blutkulturen mittels BACTEC 9000®/ FX®-Technik (Fluoreszenz-Methode)
Probengewinnung: Voraussetzung für eine aussagekräftige mikrobiologische Diagnostik ist die fachgerechte Gewinnung der Probe (siehe auch Hinweise zur Probenentnahme Blut und zumVersandmaterial).
Umgang mit Blutkulturen (spezielles Versandmaterial: Verwendung von BACTEC-plus®-Blutkultur-Sets für BACTEC 9000®/ FX®-Technik):
Stopfen vorher desinfizieren und weder die aerobe noch die anaerobe Flasche belüften!
Die empfohlene Füllmenge ist zu beachten! (siehe Flaschenaufdruck)
Der aufgedruckte Barcode darf nicht überklebt werden!
Die Nadel des Blutentnahmesystems darf nicht in der Kulturflasche belassen werden!
Bitte Abnahmedatum und Uhrzeit auf Anforderungsschein angeben!
Die Abnahme von Blutkulturen wird empfohlen zum Anzüchten empfindlicher Keime wie z.B. Meningokokken und Haemophilus influenzae, bei V.a. Pneumonie, Meningitis, Pyelonephritis, Osteomyelitis etc. sowie bei folgenden Verdachtsdiagnosen:
Bakteriämie/ Fungämie:
Vorkommen von Bakterien/ Pilzen im Blut,
i.d.R. 2-3 Blutkultur-Sets innerhalb 24h nötig
SIRS: (systemic inflammatory response syndrome)
i.d.R. 2-3 Blutkultur-Sets innerhalb 24h nötig,
bei mindestens 2 von 4 Symptomen:
Fieber > 38,2 °C oder Hypothermie
Leukozytose/ Leukopenie
Infektion (Keimnachweis) + SIRS
bei Früh-/ Neugeborenen eine aerobe Kultur (BACTEC-PEDS plus®)
Sepsis + Multiorganversagen (MOV)
meist: Staphylococcus aureus, Enterobacteriaceae (E. coli, Klebsiella/Raoultella, Pseudomonas etc.), Candida u.a.
Katheterinfektion:
lokale oder systemische Infektion (Keimnachweis) bei Katheterträgern;
Bewertung nachgewiesener Keimmengen bei Katheterspitzen-Besiedlung:
vereinzelt / wenig: < 15 KBE
mäßig viel: 15-50 KBE
reichlich: > 50 KBE
meist: Staphylococcus aureus, aber auch Hautflora/ koagulase-neg. Staphylococcus sp.
(Bei Keimmengen > 15 KBE und Vorliegen lokaler oder systemischer Infektionszeichen ist eine Katheterinfektion wahrscheinlich; ansonsten ggf. Kontamination)
Endocarditis (bakteriell):
Infektion des Endocards/ der Herzklappen (insbesondere nach Klappenersatz)
meist: Streptokokken, Enterokokken, Staphylokokken,
seltener die HACEK-Gruppe: Aggregatibacter aprophilus (ehemals Haemophilus a.), Aggregatibacter actinomycetemcomitans (ehemals Actinobacillus a.), Cardiobacterium hominis, Eikenella corrodens, Kingella kingae
Mycobacterium tuberculosis Mikroskopie / Kultur / BACTEC MGIT®-Technik
Bei der bakteriologischen Untersuchung auf Mykobakterien empfiehlt sich:
Sputum: 2-5 ml an drei aufeinanderfolgenden Tagen einsenden. (Vor der Sputum-Gewinnung sollte keine Mundspülung erfolgen.)
Bronchialsekret: 2-5 ml einsenden
Bronchiallavage/ BAL: 20-30 ml einsenden
Magennüchternsekret: 2-5 ml oder Magenspülwasser 20-30 ml in Röhrchen mit vorgelegtem Puffer hinzugeben (Bitte spezielles Versandmaterial anfordern unter Tel.: 02306 · 940 96 - 80 oder per Mail)
Liquor: ca. 3-5 ml einsenden
Punktat (z.B. Pleura-): 30-50 ml einsenden
Morgen-Urin: mindestens 30 ml Morgenurin an drei aufeinanderfolgenden Tagen einsenden (Abends zuvor die Flüssigkeitszufuhr einschränken!)
Weiterhin sind Untersuchungen möglich aus: Gewebe, Eiter, Abstrichen und Stuhlproben.
Diagnostische Einzelschritte:
Die Tuberkulose-Diagnostik beinhaltet zur schnellstmöglichen Erlangung eines Ergebnisses:
Präparat direkt nach Probeneingang mit Fluoreszenzfärbung und Färbung nach Ziehl-Neelsen (Teilbefund am selben Tag)
Kultur und BACTEC MGIT®-Technik: (Fluoreszenz-Methode):
Anlegen der Kultur auf Eiernährböden (Festmedien) und zusätzlich Überführung eines Teils der Probe in BACTEC MGIT®-Röhrchen. Um Wachstum von typischen und atypischen Mykobakterien frühestmöglich nachweisen zu können, werden diese über Fluoreszenz-Sensoren im Röhrchenboden automatisch auf O2-Abnahme (Metabolisierung) überprüft.
(Beobachtung: i.d.R. bis 8 Wochen)
Nukleinsäure-Amplifikations-Technik / NAT:
Zur schnellen Diagnosesicherung kann auf Anforderung ein Direktnachweis mittels PCR (Polymerase-Chain-Reaction) direkt aus Untersuchungsmaterial wie Sputum, BAL, Punktat, Urin und Liquor erfolgen. Das Ergebnis liegt i.d.R. am folgenden Werktag vor.
Indikationen sind der Nachweis:
aus respiratorischen Sekreten von Patienten mit begründetem V.a. eine Lungentuberkulose, wenn mikroskopisch keine säurefesten Stäbchen nachweisbar sind
aus respiratorischen Sekreten von AIDS-Patienten auch bei mikroskopisch positivem Befund - zur Abgrenzung gegen NTM!
aus Liquor
Bei Anzucht sowohl von Spezies des MTC / "Mycobacterium-tuberculosis-Complex" (M. tuberculosis, M. bovis, M. bovis BCG/ "Bacille-Calmette-Guerin", M. africanum und M. microti) als auch der klinisch wichtigsten "atypischen" NTM / "nicht-tuberkulösen Mykobakterien" (ubiquitäre Mykobakterien) erfolgt eine Identifizierung mit molekularbiologischen Methoden.
Folgende NTM-Spezies werden routinemäßig erfasst:
M. avium ssp., M. chelonae, M. abscessus, M. fortuitum1, M. fortuitum2, M. gordonae, M. intracellulare, M. scrofulaceum, M. interjectum, M. kansasii, M. malmoense, M. marinum/M. ulcerans, M. peregrinum, M. xenopi.
Darüber hinaus können auf Wunsch alle weiteren NTM-Spezies mit Hilfe der Sequenzierung (IGeL-Leistung) identifiziert werden.
Siehe auch Direktnachweis Mycobacterium tuberculosis complex (MTC) PCR!
Resistenzbestimmung:
Bei Nachweis von MTC-Spezies wie M. tuberculosis, M. africanum und M. bovis werden routinemäßig Resistenzbestimmungen durchgeführt - bevorzugt mittels BACTEC MGIT®-Technik (Flüssigkultur). Getestet werden die Tuberkulostatika Isoniacid (INH), Streptomycin (SM), Rifampicin (RMP), Ethambutol (EMB) und Pyrazinamid (PZA).
Bei klinisch relevanten NTM erfolgt die Resistenztestung nur auf Wunsch (Fremdleistung).
In Abhängigkeit von immunologischen/ bakteriologischen Kriterien wird zum Nachweis von atypischen NTM die Abnahme von Untersuchungsmaterial empfohlen bei klinischen Erscheinungen wie:
Lungenerkrankungen: M. kansasii, M. malmoense u.a.
Hauterkrankungen: M. marinum, M. ulcerans u.a.
AIDS (generalisierte Erkrankungen): M. avium-intracellulare-Complex, M. genavense u.a.
eitrige Prozesse, Lymphadenitiden: M. fortuitum, M. scrofulaceum u.a.
Ausnahmekennziffer 32006
Mycobacterium tuberculosis QuantiFERON®-TB Gold Plus (QFT®-Plus)
4 Spezialröhrchen je 1 ml pro Patient; Röhrchen müssen genau bis zum Eichstrich gefüllt werden.
Grauer Deckel - Negativkontrolle
Lila Deckel - Mitogenkontrolle
Grüner Deckel - TB1 Röhrchen
Gelber Deckel - TB2 Röhrchen
Alternativ können auch 7,5 ml frisch abgenommenes Lithium-Heparinat (gut gefüllte Monovette) eingesendet werden.
Bitte keine Einsendung von Freitag bis Sonntag oder direkt vor Feiertagen (in NRW).
Es wird die Interferon gamma-Konzentration nach Stimulation der T-Zellen mit M. tuberculosis spezifischen Antigenen (TB1:ESAT-6, CFP-10; TB2:ESAT-6, CFP-10 zusätzliche Peptidkombination) gemessen.
TB1: < 0.35 IU/ml
TB2: < 0.35 IU/ml
Der Test ist als positiv zu bewerten, wenn schon eins der Röhrchen TB1 oder TB2 >0,35 IU/ml aufweist.
Weitere Informationen siehe LabmedLetter 123: Tuberkulose-Screening mittels IGRA
QuantiFERON®-TB Gold Plus Test und T-Spot®-TB (ELISPOT).
Mycobacterium tuberculosis Resistenzbestimmung (PCR)
mikroskopisch positives Primärmaterial z.B. BAL, Sputum (siehe MTC-PCR) oder Kulturmaterial
PCR und Hybridisierung
Nachweis von MTC-Komplex
Nachweis von Resistenzen gegen Isoniazid (INH) und Rifampicin (RMP)
Medikamentenresistenz. Es werden Resistenzen gegen Isoniazid (INH) und Rifampicin (RMP) nachgewiesen.
Mycobacterium tuberculosis T-SPOT®.TB-Test (ELISPOT)
Li-Heparin-Blut oder Citrat-Blut: 10 ml (2 ml bei Kindern unter 2 Jahren), Versand am selben Tag, Lagerung max. 8h bei Raumtemperatur.
Bitte keine Einsendungen am Freitag und vor NRW-Feiertagen!
Erfasst werden Interferon gamma produzierende T-Zellen nach Stimulation mit M. tuberculosis spezifischen Antigenen (ESAT-6 und CFP-10).
Anaerobier-Diagnostik
Abdomen: Anaerobier
Eiter, Punktat, Abstrich
Eine Anaerobier-Ätiologie ist zu berücksichtigen bei Peritonitis, Appendicitis etc.
Transportmedium für Anaerobier obligatorisch; z.B. Abstrich mit Universal-Transportmedium
Häufiger nachgewiesen werden: Bacteroides sp., Prevotella sp., Peptostreptococcus sp. etc.
Genitaltrakt: Anaerobier
Punktat, Abstrich (Abszess etc.)
ggf. Cervix-/Urethral-Abstrich
Eine Anaerobier-Ätiologie ist zu berücksichtigen bei bakterieller Vaginose, eitrigen gynäkologischen Prozessen etc.
Häufiger nachgewiesen werden neben Gardnerella vaginalis* auch Prevotella sp., Bacteroides sp., Peptostreptococcus sp. etc.
* (siehe auch unter Gezielte Untersuchungen: Bakterien und Pilze Gardnerella vaginalis (Vaginitis / Vaginose) DNA-Sonde)
Sepsis / Systemische Infektionen: Anaerobier
anaerobe Blutkultur
Eine Anaerobier-Ätiologie ist zu berücksichtigen bei pyogenen und septischen Infektionen / Sepsis.
Anaerobe Blutkultur obligatorisch. Siehe auch Blutkultur-Diagnostik.
Häufiger nachgewiesen werden Bacteroides sp., Peptostreptococcus sp., Prevotella sp., Propionibacterium sp., etc.
Wundinfektionen: Anaerobier
Eine Anaerobier-Ätiologie ist zu berücksichtigen bei tiefen eitrigen Wundinfektionen etc.
Häufiger nachgewiesen werden: Bacteroides sp., Prevotella sp., Peptostreptococcus sp., Clostridium sp. etc.
Pilz-Diagnostik
Hautschuppen, Haare, Nägel
(Abstrich nicht geeignet!)
Anlegen der Kultur auf speziellen Nährmedien (Beobachtung: i.d.R. bis 4 Wochen).
Nachgewiesen werden: Trichophyton sp., Microsporum sp., Epidermophyton floccosum sp. etc.
Sputum, Trachealsekret, Abstriche (Rachen, Zunge, Anus etc.), Urin, Eiter, Sekret, Blutkultur, Liquor
Resistenzbestimmung nur auf Anforderung!
Nachgewiesen werden: Candida sp.*, Cryptococcus neoformans etc.
* Siehe auch unter Gezielte Untersuchungen: Bakterien und Pilze Candida sp. (Vaginitis / Vaginose) DNA-Sonde.
Sputum, Bronchialsekret, Abstrich (Ohr, Nasennebenhöhle etc.)
verlängerte Bebrütungsdauer (i.d.R. 10 Tage)
Nachgewiesen werden: Aspergillus sp., Penicillium sp. etc.
Bakterien / Pilze - gezielte Untersuchungen
Bordetella pertussis/parapertussis (Keuchhusten) PCR
Nasen-/Rachen-Aspirat, tiefer Nasopharyngeal-Abstrich in ca. 1 ml steriler physiol. NaCl
EBM: Kassenleistung
Der direkte Nachweis von Bordetella pertussis und Bordetella parapertussis aus Abstrichen oder Sekreten des Nasen-/Rachenraumes ist meldepflichtig!
Pertussis/Parapertussis-PCR ist eine Kassenleistung der GKV!
Weitere Informationen siehe auch LabmedLetter Nr. 102.
Sputum, Trachealsekret, Abstriche (Rachen, Zunge, Anal etc.)
Urin, Eiter, Sekret, Liquor, Blutkultur
Resistenzbestimmung i.d.R. nur auf Anforderung!
Candida Serologie siehe unter Serologie der Infektionskrankheiten
Candida sp. (Vaginitis / Vaginose) DNA-Sonde
Cervix-/ Urethral-Abstrich (umgehender Probentransport!)
Direktnachweis: DNA-Hybridisierung
(AFFIRM VP III ®: Ergebnis nach 4 h)
AFFIRM VP III®: Die Probe sollte sofort zur Weiterverarbeitung ins Labor und somit direkt vor dem Probentransport gewonnen und bis dahin gekühlt gelagert werden (2-8 °C).
Es können nur Proben vom Tag der Probengewinnung bearbeitet werden! Siehe auch Kurzanleitung Vaginitis / Vaginose Direktnachweis.
Candida Serologie siehe auch Kapitel Infektionsdiagnostik.
Sputum, Punktat: 2 ml
BAL: 10 ml
Verdacht auf Chlamydia pneumoniae Infektion, Differenzialdiagnostik von respiratorischen Infektionen (z.B. akute Bronchitis) oder atypischen Pneumonien
Die Chlamydia pneumoniae PCR ist Kassenleistung und in der akuten Phase der Antikörperdiagnostik vorzuziehen.
Chlamydia trachomatis TMA
Erststrahlurin: 2 ml (Morgenurin optimal; mindestens 4 Stunden vorher nicht urinieren!).
Siehe auch Hinweise zur Präanalytik Urinproben.
Cervix-/Urethral-Abstrich (Art.-Nr. 5505).
Siehe Hinweise auch Anleitung Präanalytik Abstriche.
Achtung: Für gleichzeitigen Nachweis von Gonokokken (Neisseria gonorrhoe) und Chlamydia trachomatis aus einer Probe bitte keinen Erststrahlurin, sondern Abstriche (Frauen: endozervikal, Männer urethral) einsenden!
TMA aus der Einzelprobe jedes einzelnen Patienten. Ein Pooling von Proben führen wir NICHT durch!
Der gleichzeitige Nachweis von Gonokokken (Neisseria gonorrhoe) und Chlamydia trachomatis aus einer Probe ist nur bei Abstrichen möglich.
Für das Chlamydien Screening gesetzlich versicherter Frauen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr sowie für die Schwangerschaftsvorsorge ist als Probenmaterial nur Erststrahlurin zugelassen. Im Fall eines konkreten Verdachts auf eine Chlamydien-Infektion sind auch endocervikale Abstriche als Probenmaterial möglich. Bei Männern sind Erststrahlurin und Urethralabstriche als Probenmaterial möglich.
Hinweise Mutterschaftsvorsorge / Screeningprogramm:
Für das Chlamydia-Screening (Frauen bis zum vollendeten 25 Lj.) sowie für die Schwangerschaftsvorsorge ist als Probenmaterial nur Erststrahlurin zugelassen. Weitere Informationen siehe hier.
Clostridium difficile (Toxin A/B) PCR
frische Stuhlprobe (Untersuchung innerhalb von 48h!)
Toxin-PCR, Gene: tcdA (Toxin A) und tcdB (Toxin B)
Diarrhoe nach Antibiotikagabe in den letzten 60 Tagen, Patienten die zu den Risikogruppen gehören (über 65 Jahre, Immunsupprimierte, schwere Grundkrankheit), klinisches Bild der pseudomembranösen Colitis (PMC), jede mehr als 3 Tage andauernde Diarrhoe ohne andere bekannte Erreger.
Clostridium difficile GDH (EIA)
Stufe: Glutamatdehydrogenase GDH (EIA)
Stufe: bei positivem Ergebnis der Glutamatdehydrogenase (EIA) wird der Toxinnachweis (A und B) durchgeführt
Diarrhoe nach Antibiotikagabe in den letzten 60 Tagen, Patienten die zu den Risikogruppen gehören (über 65 Jahre, Immunsupprimierte, schwere Grundkrankheit), klinisches Bild der pseudomembranösen Colitis, jede mehr als 3 Tage andauernde Diarrhoe ohne andere bekannte Erreger.
Wundsekret, Abstrich
Rachen-/ Wund- und sonstige Abstriche
Kultur, Mikroskopie
Bitte Probe vorab telefonisch anmelden: Mitteilung der Verdachtsdiagnose!
Escherichia coli (E.coli): Pathogene Serovare (EPEC, EHEC, ETEC) PCR
Stuhl (PCR erfolgt nach Kultur aus der Probe)
Nachweis Toxin-bildungsfähiger E.coli durch Identifikation folgender Gene:
PCR zum Nachweis enterohämorrhagischer E.coli (EHEC) durch Identifikation der Gene Shiga-like-Toxin 1 und 2 (STX1/2) und eae (Gen für Intimin)
PCR zum Nachweis enterotoxischer E.coli (ETEC) durch Identifikation der Gene
hitzelabiles (HLT) und hitzestabiles Toxin (HST)
PCR zum Nachweis enteropathogener E.coli (EPEC) durch Identifikation der Gene bfpA (bundle forming pilus), eaeA (Intimin) und EAF (EPEC Adhärenzfaktor).
Siehe auch Mikrobiologie Diagnostik bei Magen-Darm-Infektionen.
EHEC: wässrige, auch blutige Diarrhoen, Ruhr-ähnliches Krankheitsbild, hämorrhagische Colitis, postinfektiöse Syndrome (hämolytisch-urämisches Syndrom = HUS, = TTP), Übelkeit, Erbrechen, jedoch selten Fieber
ETEC: Reisediarrhoe bei Reisen in Endemiegebiete wie Nordafrika, Südostasien und Südamerika
EPEC: Diarrhoe bei Kindern < 3 Jahre
Der Nachweis von pathogenen E.coli ist meldepflichtig!
Detaillierte Informationen zur Diagnostik von EHEC siehe auch LabmedLetter Nr. 104.
Gardnerella vaginalis (Vaginitis / Vaginose) DNA-Sonde
(AFFIRM VP III®: Ergebnis nach 4h)
Stuhl: 5 g
Verdacht auf Besiedlung / Infektion mit Helicobacter pylori vor allem, wenn man auf invasive Verfahren verzichten möchte.
Der Antigentest im Stuhl ist mit einer Sensitivität von 8595 % und einer Spezifität von 8595% ähnlich sensitiv / spezifisch wie der 13C-Harnstoff-Atemtest (aus: Deutsches Ärzteblatt, Jg.106, Heft 49, 4. Dezember 2009).
Siehe 13C-Harnstoff-Atemtest.
Legionella pneumophila PCR
Sputum, Bronchialsekret: 2 ml
BAL: 5 ml
Bitte keinen Urin einsenden!
V.a. eine Legionella Infektion z.B. Pneumonie bei ambulant erworbener, reiseassoziierter oder nosokomialer Infektion
Empfehlenswert in den ersten zwei Krankheitswochen ist der Antigennachweis (Serotyp 1) aus einer frischen Urinprobe (Morgenurin) oder der Legionella pneumophila DNA-Nachweis mittels PCR (keine Kassenleistung der GKV) aus respiratorischem Sekret (BAL).
Der Direktnachweis von Legionella pneumophila (PCR) ist meldepflichtig!
Blutkultur, Liquor, Amnionflüssigkeit, Lochialsekret, Mekonium
weiterhin: Stuhl
Kultur, MALDI-TOF
MRSA (Methicillin/Oxacillin-resistente Staphylococcus aureus)
Wund-Abstrich, Nasen-/ Rachen-Abstrich etc.
(ggf. Umgebungsuntersuchung)
Kultur, Resistenzbestimmung
PCR bei Erstnachweis von MRSA inklusive Prüfung auf Anwesenheit von
mecA-Gen (ha-MRSA) und
PVL-Gen (ca-MRSA) sowie
Sequenztyp ST398 (la-MRSA)*
* Stämme dieser klonalen Linie werden im Zusammenhang mit der Tierzucht - speziell der Schweinemast - beschrieben. (siehe auch RKI: Epidemiologisches Bulletin 21.2013)
Siehe auch unter Krankenhaushygiene sowie MRSA PCR
MRSA PCR aus dem Abstrich (Schnelltest)
direkt aus klinischem Probenmaterial:
Abstrich von Wunde, Haut, Nase, Rachen etc., (kein Anal-Abstrich!)
Tracheal-/Bronchialsekret
mehrere Abstriche verschiedener Abnahmestellen können sinnvoll sein (Nase/Rachen, Wunde etc.; ggf. poolen)
Probe bitte mit "MRSA-Schnelltest - EILT" kennzeichnen
telefonische Ankündigung erforderlich!
Für Befunderstellung am gleichen Tag muss die Probe das Labor bis mittags erreichen!
Nachweis der SCCmec-Kassette, auf der das mecA-Gen lokalisiert ist.
Ergebnis liegt am gleichen Tag vor, wenn die Probe das Labor bis mittags erreicht hat!
Weitere Informationen siehe LabmedLetter MRSA-Schnelldiagnostik.
MRSA Kultur siehe Mikrobiologie MRSA (Methic./Oxacillin-resistente Staphylococcus aureus) sowie Krankenhaushygiene.
MRSA PCR aus Kultur bei Erstnachweis
Kultur (z.B. bei kulturellem Erstnachweis von MRSA)
Bei kulturellem Nachweis von MRSA inklusive Prüfung auf Anwesenheit von:
mecA-Gen (healthcare associated/ ha-MRSA) und
PVL-Gen (Panton-Valentin-Leukozidin: community acquired/ ca-MRSA) sowie
Sequenztyp ST398 (livestock associated/ la-MRSA)*
MRSA Kultur siehe auch Mikrobiologie MRSA (Methic./Oxacillin-resistente Staphylococcus aureus) sowie Krankenhaushygiene
Der Nachweis von MRSA nur aus Liquor und Blut ist meldeflichtig!
MRSA spa-Typisierung
MRSA-Kultur
Untersuchung erfolgt nach der Sequenzierung des spa-Gens (Staphylococcus aureus Protein A Gen) des MRSA-Stammes. Die Typisierung beruht auf einer Zuordnung der DNA-Sequenz in der hypervariablen X-Region des spa-Gens zu einem MRSA-Typ (z.B. t032, t003 etc.).
Typisierung bei epidemiologisch relevanten MRSA zur Aufklärung von Infektketten / Übertragungswegen
Cervix-/Urethral-Abstrich unmittelbar in spezielles Transportmedium!
Bitte spezielles Versandmaterial anfordern unter Tel.: 02306 · 940 96 - 80 oder per Mail!
Kultur (Testkit inkl. Ureaplasma urealyticum)
Weitere Informationen siehe Mycofast-Screening.
Sputum: 2 ml,
Die Mycoplasma pneumoniae PCR ist Kassenleistung!
V.a. eine frische Mycoplasma pneumoniae Infektion,
Diagnostik der Wahl in der Akutphase.
Bei V.a. Urogenitalmykoplasmen (Ureaplasma urealyticum, Mycoplasma hominis) bitte Abstrich in speziellem Transportmedium einsenden; siehe Mikrobiologie.
Neisseria gonorrhoeae (Gonorrhoe), Kultur
exprimiertes Sekret, Cervix-/ Urethral-Abstrich (mit Universal-Transportmedium)
Transportmedium obligatorisch; z.B. Abstrich mit Universal-Transportmedium
Bitte frisches Untersuchungsmaterial vom selben Tag einsenden.
Neisseria gonorrhoeae TMA
Abstrich (endozervikal, urethral)
Anleitung Präanalytik Cervix-/Urethral-Abstrich für TMA siehe hier.
Entnahme und Transport der endozervikalen und urethralen Abstrichproben mit dem Aptima Swab Specimen Kit der Firma GENPROBE (Art.-Nr. 5505) können online oder telefonisch über unseren Versand bestellt werden:
Tel.: 02306 · 940 96 - 80.
Auf das gleichzeitige Anlegen einer Kultur sollte wegen der globalen Resistenzentwicklung nicht verzichtet werden. Dafür bitte einen mikrobiologischen Abstrich mit Universal-Transportmedium einsenden.
Mit einem Abstrich kann gleichzeitig auf Chlamydien und Gonokokken getestet werden.
EBM: Kassenleistung!
Der Gonokokken-RNS-Nachweis mittels Amplifikationsverfahren (wie z.B. TMA) ist eine Kassenleistung der GKV.
Bei einem Verdacht auf eine Infektion mit Neisseria gonorrhoeae werden ausschließlich Abstrichproben empfohlen.
Detaillierte Informationen siehe auch LabmedLetter Nr. 110.
Tel: 0231 9572-5259
E-Mail: bartsch@labmed.de
Pneumocystis jiroveci (ehemals Pneumocystis carinii) PCR
Bronchialsekret, Sputum: 2 ml
Nachweis einer Pneumocystis jirovecii Pneumonie als opportunistischer Erreger bei immunsupprimierten Patienten und AIDS-Patienten
Trichomonas vaginalis (Vaginitis / Vaginose) DNA-Sonde
Cervix-/Urethral-Abstrich
(umgehender Probentransport!)
(AFFIRM VP III ®: Ergebnis nach 4h)
AFFIRM VP III®: Die Probe sollte sofort zur Weiterverarbeitung ins Labor und somit direkt vor dem Probentransport gewonnen und bis dahin gekühlt gelagert werden (2-8 °C)
Weitere Informationen: Vaginitis/ Vaginose Direktnachweis.
Bitte spezielles Versandmaterial anfordern unter Tel.: 02306 · 940 96 - 80 oder per Mail.
Kultur (Testkit inklusive Mycoplasma hominis)
Kultur, PCR
Differenzierung und Resistenzbestimmung,
zusätzlich Typisierung mittels PCR
Siehe auch VRE PCR sowie
Siehe auch unter Krankenhaushygiene.
VRE PCR (aus Kultur)
aus klinischem Untersuchungsmaterial auf Selektivmedien nach Anzucht
Typisierung mittels PCR durch Prüfung auf Anwesenheit des Gens für Typ VanA, VanB, VanC1 (E. gallinarum), VanC2/3 (E. casseliflavus/ E. flavescens)
Verdacht auf Besiedlung oder Infektion mit VRE
VRE Kultur siehe Mikrobiologie VRE (Vancomycin resistente Enterokokken) sowie Krankenhaushygiene
Parasiten - gezielte Untersuchungen
frische Stuhlprobe!
Serologie: 2 ml Serum
Mikroskopie, EIA (Entamoeba histolytica/ Entamoeba dispar)
Infektionsdiagnostik: AK-Nachweis (IHA, IFT)
(Duodenalsaft: nur Mikroskopie)
Mikroskopie, EIA (Giardia lamblia/ Lamblia intestinalis)
Malaria Direktnachweis
EDTA-Blut: 2 ml, möglichst während der Fieberphase entnehmen!
Bitte unbedingt mitteilen: Reisedaten, Reiseziel, seit wann Klinik, seit wann Fieber, ob Malariaprophylaxe genommen wurde (ja/nein)
Dicker Tropfen und Blutausstrich (Mikroskopie), Antigentest (Ag-Nachweis bei Pl. falciparum / Pl. vivax)
V.a. eine akute Malaria-Infektion nach Auslandsaufenthalt
Bitte Probe vorab telefonisch anmelden! (Tel: 0231 / 9572-5100)
Bitte auch eine Rückrufnummer angeben, damit das Ergebnis noch am selben Tag telefonisch mitgeteilt werden kann.
Würmer / Wurmeier
(bei Verdacht auf Oxyuren: Anal-Abklatsch-Präparat empfohlen)
Mikroskopie (nativ und Anreicherung)
Parodontopathogene Markerkeime
Parodontose Keime PCR
Abstriche von Sulcustaschen an Papierspitzen (Endodontiespitzen)
Bitte spezielles Besteck für Probengewinnung anfordern unter
PCR, anschließend Hybridisierung
Folgende Bakterienspezies gelten als aggressive Markerkeime der Parodontitis und werden von dem molekularbiologischen Test erfasst:
Aggregatibacter actinomycetemcomitans (ehemals Haemophilus actinomycetemcomitans)
Tannerella forsythus (ehemals Bacteroides forsythus)
präpubertäre, juvenile und rapid progressive Parodontitis
schwere generalisierte adulte Parodontitis
refraktäre Parodontitis
schwere marginale Parodontitis
Weitere Informationen siehe Mikrobiologische Parodontaldiagnostik.
Antibiogramm / Resistenzbestimmung
Antimikrobielle Chemotherapeutika (Übersicht)
Auswahl antimikrobieller Chemotherapeutika (Testsubstanz)
Penicilline (Penicillinase-empfindlich/Schmalspektrum)
· Penicillin G
Penicilline (Penicillinase-empfindlich/erweitertes Spektrum)
· Ampicillin/Amoxicillin
· Mezlocillin
· Piperacillin
Penicilline (Penicillinase-fest)
· Oxacillin
· Flucloxacillin
Penicilline + ß-Lactamase-Inhibitor
· Ampicillin + Sulbactam
· Amoxicillin + Clavulansäure
· Piperacillin + Tazobactam
Cephalosporine I (Basis)
· Cefazolin
Cephalosporine II (Intermediär)
· Cefuroxim
· Cefotiam
Cephamycine
Cephalosporine III a (Breitspektrum)
Cefotaxim/Ceftriaxon
Cephalosporine III b (Breitspektrum/Pseudomonas-wirksam)
· Ceftazidim
· Cefepim
Oral-Cephalosporine (erweitertes Spektrum)
· Cefuroxim-Axetil
· Cefixim
· Cefpodoxim-Proxetil
Carbapeneme (ß-Lactam-Antibiotika)
· Imipenem
· Ertapenem
Tetracycline (Breitspektrum-Bakteriostatika)
· Tetracyclin
· Tigecyclin
Chloramphenicol (Breitspektrum-Bakteriostatikum)
Aminoglykoside (Neuere)
· Roxithromyxin
· Teicoplanin
· Quinopristin/Dalfopristin
· Cotrimoxazol
Gyrasehemmer/Fluorochinolone (Neuere)
· Mupirocin
· Fosfomycin
· Fusidinsäure
Routinemäßig getestete antimikrobielle Chemotherapeutika (Auswahl)
Tabellarische Übersicht hier zum Download Tabelle
*1: Staphylokokken
*2: Gram(-) Stäbchen
*3: Urin
Auf Wunsch können - wenn verfügbar - weitere antimikrobielle Chemotherapeutika ausgetestet werden. Bei Auftreten von Multiresistenzen wird das Spektrum der therapeutischen Möglichkeiten routinemäßig durch Austestung zusätzlicher geeigneter Antibiotika erweitert. Bei ambulanten Patienten werden i.d.R. einige parenterale Antibiotika nicht mitgetestet.
Abhängig von der gewählten Resistenzbestimmungs-Methode (VITEK etc.) sind Abweichungen in der Auswahl der getesteten Antibiotika möglich.
Hospital-Hygiene
Anforderungen der Krankenhaushygiene - Bakteriologische Überwachung (Monitoring)
Die zur Prüfung notwendigen Testkörper, Gefäße, Nähr-/Transportmedien und Anforderungsscheine werden auf Nachfrage zur Verfügung gestellt. Bei der Verwendung von Prüfkörpern ist eine vorschriftsmäßige Anwendung unerlässlich; einige der aufgeführten Untersuchungen sind vor Ort von geschultem Personal / zertifizierten Probennehmern (teilweise nur mit Zusatzqualifikation) durchzuführen.
Für den Probentransport empfehlen wir einen sachgerechten schnellen Weg; bei Unklarheiten bzgl. der Transportbedingungen bitten wir um telefonische Rücksprache:
Labor Mikrobiologie: Tel.: 0231/9572-5100
Die Befundinterpretation bei Hygieneuntersuchungen hängt maßgeblich vom Ort der Probennahme, der Transportbedingung und der anschließenden Aufarbeitung im Labor ab. Aus diesem Grunde bitten wir, auf dem Mikrobiologischen Anforderungsschein erforderliche Hintergrundinformationen und besondere Fragestellungen zu notieren.
Bitte Untersuchungsanforderung möglichst vollständig ausfüllen; insbesondere Abnahmeort, Gerätedaten, Sterilisationsprogramme, Absender etc.!
Instrumenten-Hygiene / Aufbereitung:
hygienisch-mikrobiologische Prüfung der manuellen/maschinellen Aufbereitung von Endoskopen mittels steriler Spüllösung und Abstrich-Tupfern; auf Wunsch auch mittels Durchzugschwämmchen
Prüfung der Funktionsfähigkeit von Sterilisationsgeräten (Dampf-, Heißluft-, Formaldehyd- und Ethylenoxyd-Sterilisatoren etc.) und Desinfektionsgeräten (für Instrumente, Endoskope, Steckbecken, Geschirr, Container/Betten, Matratzen, Textilien etc.) mittels biologischer Indikatoren oder kontaminierter Testkörper
Prüfung der Hygienequalität von Endoskopen gem. § 7 Qualitätssicherungsvereinbarung zur Vorlage bei der Kassenärztlichen Vereinigung WL (KVWL)
Umgebungs-Hygiene / Hygieneüberwachung:
Prüfung/ Untersuchung von direktem Patientenumfeld auf hygienerelevante Keime mittels RODAC-Abklatschplatten und Abstrich-Tupfern (Flächen, Einrichtungen, Geräte, Verbrauchsmaterial, Wäsche, Kleidung etc.)
Umgebungsuntersuchung bei epidemiologischer Fragestellung (MRSA etc.)
Durchführung hygienischer Maßnahmen bei gehäuftem Auftreten von relevanten Keimen (Desinfektion von Händen und Flächen im Operationsbereich etc.)
hygienisch-mikrobiologische und hygienisch-physikalische Prüfung von Raum-Luft-Technischen Anlagen (RLT) auf Luftströmung und Verkeimung mittels Luftkeimsammler
Wasser-Hygiene / Lebensmittelkontrolle:
hygienische Untersuchung von Wasser/Warmwasser aus Anlagen der Hausinstallation (Trinkwasser, Mineral-/Tafelwasser etc.) z.B. auf Gesamtkeimzahl, Keimbelastung mit E.coli, Coliforme, Clostridien, Enterokokken, Pseudomonas aeruginosa und Legionellen (siehe auch TVO; Mineral- und Tafelwasser-VO)
hygienische Untersuchung von Wasser aus Schwimm-, Bade-, Bewegungsbecken z.B. auf Gesamtkeimzahl, Keimbelastung mit E.coli, Coliforme, Pseudomonas aeruginosa und Legionellen (siehe auch BVO)
hygienisch-mikrobiologische Prüfung der Hygienequalität von Wasser aus Behandlungseinheiten (HNO, Zahnmedizin etc.), Beatmungsgeräten (Inkubatoren, Inhalatoren) und Wäscherkammern (RLT-Anlagen)
hygienisch-mikrobiologische Prüfung von Lebensmitteln (Rückstellmuster) z.B. auf Enterobacteriaceae (inkl. Salmonella), Staphylococcus aureus, Listerien u.a.
Keimbestimmung / Empfindlichkeitsprüfung:
Nachweis, Differenzierung und ggf. Resistenzbestimmung gegenüber Antibiotika bei hygienerelevanten Erregern
Typisierung bei epidemiologisch relevanten Erregernachweisen (z.B. spa-Typisierung bei MRSA)
Funktion als externer Krankenhaushygieniker durch einen Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin (Wir bitten um Rücksprache):
Aufstellung der Desinfektionsmittelliste unter Beachtung
toxikologischer, ökologischer und ökonomischer Aspekte
Mitarbeit bei der Erstellung und Überprüfung von Hygieneplänen
Erstellung von Entsorgungskonzepten unter Berücksichtigung der gesetzlichen und kommunalrechtlichen Bestimmungen
Gutachterliche Stellungnahme zu Umbau- und Sanierungsarbeiten sowie Abwicklung des Schriftverkehrs mit zuständigen Aufsichtsbehörden etc.
Nosokomiale Infektion / Hospitalkeime:
Aufdeckung von Infektionen / Infektionsketten durch Hospitalkeime wie MRSA (Methicillin-/ Oxacillin-resistente Staphylococcus aureus),
VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) und andere.
(siehe auch Hinweise zur Probennahme: Untersuchungsaufträge)
EDV-gestützte Keim- und Resistenz-Statistik für Krankenhäuser:
Zur Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen sowie zur Umsetzung des krankenhausinternen Qualitätsmanagements kann eine zuverlässige und aussagekräftige Statistik wesentlich beitragen.
Die statistische Auswertung der mikrobiologischen Laborbefunddaten erfolgt durch unsere Abteilung Mikrobiologie i.d.R. halbjährlich; sie enthält:
bereinigte Statistik (keine Mehrfachnennungen bei identischen Ergebnissen eines Patienten)
Auswertung der Erregerhäufigkeit, aufgeschlüsselt nach Untersuchungsmaterialien
Auswertung des Resistenzverhaltens wichtiger Erreger
ggf. kurzfristige Auswertung nach bestimmten individuellen Fragestellungen (bitte Rücksprache)
EDV-gestützte gesonderte Niederschrift gem. § 23 IfSG (Erreger mit besonderen Resistenzen):
Nach § 23 des Infektionsschutzgesetzes ist das Auftreten von Krankheitserregern mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen vom Leiter von Krankenhäusern in einer gesonderten Niederschrift aufzuzeichnen.
(siehe auch Kapitel IfSG)
Befunde mit Nachweisen der betreffenden Erreger werden von uns mit einem Hinweis auf die gesonderte Aufzeichnungspflicht versehen. Die statistische Auswertung hierzu erfolgt durch unsere Abteilung Mikrobiologie i.d.R. halbjährlich; sie enthält:
Patientennamen
Angaben zum Datum des Erstnachweises
Angaben zum stationären Aufenthalt des Patienten
Angaben zu den nachgewiesenen besonderen Resistenzen
Angaben zum Untersuchungsmaterial mit diesem Erregernachweis
Die aktuelle Verfahrensübersicht mit den in unserem Labor durchgeführten hygienisch-mikrobiologischen Routine-Untersuchungen senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu:
Tel. 0231 / 9572-5110 (Hr. Roßburg).
In Zusammenarbeit mit externen Partnern für Probennahmen bieten wir umfangreiche Beratungen in Hygienefragen, Probennahmen vor Ort, hygienisch-mikrobiologische und hygienisch-physikalische Untersuchungen von Raum-Luft-Technischen Anlagen (RLT), Betreuungen von Baumaßnahmen im medizinischen Bereich etc.
Einige der aufgeführten Untersuchungen werden auch in Kooperation mit der Eurofins Inlab GmbH, einem akkreditierten Institut für Lebensmittelanalytik, Betriebs- und Umwelthygiene, durchgeführt.
Unsere Krankenhaushygiene sowie unsere Wasseranalytik sind von der Deutschen Akkreditierungsstelle DAkkS nach DIN EN ISO/IEC 17025:2005 akkreditiert. Die Akkreditierungsurkunde D-PL-13403-01-00 steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.
IfSG § 06: Meldepflichtige Krankheiten
q) Typhus abdominalis / Paratyphus
2. der V.a. und die Erkrankung an einer mikrobiell bedingten Lebensmittelvergiftung oder an einer akuten infektiösen Gastroenteritis, wenn
a) eine Person betroffen ist, die eine Tätigkeit im Sinne des § 42 Abs.1 ausübt
4. die Verletzung eines Menschen durch ein tollwutkrankes, -verdächtiges oder -ansteckungsverdächtiges Tier sowie die Berührung eines solchen Tiers oder Tierkörpers,
Die Meldung nach Satz 1 hat gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1,3 bis 8, § 9 Abs. 1,2,3 Satz 1 oder 3 zu erfolgen.
(3) Dem Gesundheitsamt ist unverzüglich das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, als Ausbruch nichtnamentlich zu melden. Die Meldung nach Satz 1 hat gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1,3 und 5, § 10 Absatz 6 zu erfolgen.
Infektionsschutzgesetz (IfSG): Meldewesen (Auszug)
Stand: Zuletzt geändert durch Art. 5 Abs. 2 G v. 20.04.2013
IfSG § 07: Meldepflichtige Nachweise von Krankheitserregern
9. Corynebacterium diphtheriae, Toxin-bildend
13.a) Escherichia coli, enterohämorrhagische Stämme (EHEC)
und b) Escherichia coli, sonstige darmpathogene Stämme
36. Norwalk-ähnliches Virus (Noro-Virus); Meldepflicht nur für den direkten Nachweis aus Stuhl
48. Vibrio cholerae O:1 und O:139
51. andere Erreger hämorrhagischer Fieber.
Die Meldung nach Satz 1 hat gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 2,3,4 und Abs. 4, § 9 Abs. 1,2,3 Satz 1 oder 3 zu erfolgen.
NEU ab 01.07.2009:
Die Meldepflicht nach § 7 Absatz 1 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes wird auf methicillinresistente Stämme des Krankheitserregers Staphylococcus aureus (MRSA) ausgedehnt. Die Meldepflicht gilt nur für den Nachweis aus Blut oder Liquor.
siehe auch Verordnung zur Anpassung der Meldepflicht nach § 7 des Infektionsschutzgesetzes an die epidemische Lage (Labormeldepflicht-Anpassungsverordnung - LabMeldAnpV) vom 26.05.2009
(2) Namentlich sind in dieser Vorschrift nicht genannte Krankheitserreger zu melden, soweit deren örtliche und zeitliche Häufung auf eine schwer wiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist. Die Meldung nach Satz 1 hat gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 2,3, und Abs. 4, § 9 Abs. 2,3 Satz 1 oder 3 zu erfolgen.
1. Treponama pallidum
5. Toxoplasma gondii; Meldepflicht nur bei konnatalen Infektionen
Die Meldung nach Satz 1 hat gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 2,3 und Abs. 4, § 10 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3,4 Satz 1 zu erfolgen
IfSG § 08: Zur Meldung verpflichtete Personen
5. im Falle des § 6 Abs. 1 Nr. 1,2 und 5 und Abs. 3 Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs, der für die Berufsausübung oder die Führung der Berufsbezeichnung eine staatlich geregelte Ausbildung oder Anerkennung erfordert,
6. (weggefallen),
7. im Falle des § 6 Abs. 1 Nr. 1,2 und 5 die Leiter von Pflegeeinrichtungen, Justizvollzugsanstalten, Heimen, Lagern o.ä. Einrichtungen,
(3) Die Meldepflicht besteht nicht, wenn dem Meldepflichtigen ein Nachweis vorliegt, dass die Meldung bereits erfolgte und andere als die bereits gemeldeten Angaben nicht erhoben wurden. Satz 1 gilt auch für Erkrankungen, bei denen der Verdacht bereits gemeldet wurde.
(4) Absatz 1 Nr. 2 gilt entsprechend für Personen, die die Untersuchung zum Nachweis von Krankheitserregern außerhalb des Geltungsbereiches dieses Gesetzes durchführen lassen.
IfSG § 23: Nosokomiale Infektionen; Resistenzen; Rechtsverordnungen durch die Länder
(1) Beim Robert-Koch-Institut wird eine Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention eingerichtet. (...) Die Kommission erstellt Empfehlungen zur Prävention nosokomialer Infektionen sowie zu betrieblich-organisatorischen und baulich-funktionellen Maßnahmen der Hygiene in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. (...)
(2) Beim Robert-Koch-Institut wird eine Kommission Antiinfektiva, Resistenz und Therapie eingerichtet. (...) Die Kommission erstellt Empfehlungen mit allgemeinen Grundsätzen für Diagnostik und antimikrobielle Therapie, insbesondere bei Infektionen mit resistenten Krankheitserregern. (...)
(3) Die Leiter folgender Einrichtungen haben sicherzustellen, dass die nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um nosokomiale Infektionen zu verhüten und die Weiterverbreitung von Krankheitserregern, insbesondere solcher mit Resistenzen, zu vermeiden:
Die Einhaltung des Standes der medizinischen Wissenschaft auf diesem Gebiet wird vermutet, wenn jeweils die veröffentlichten Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut und der Kommission Antiinfektiva, Resistenz und Therapie beim Robert-Koch-Institut beachtet worden sind.
(4) Die Leiter von Krankenhäusern und von Einrichtungen für ambulantes Operieren haben sicherzustellen, dass die vom Robert-Koch-Institut nach § 4 Absatz 2 Nummer 2 Buchstabe b festgelegten nosokomialen Infektionen und das Auftreten von Krankheitserregern mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen fortlaufend in einer gesonderten Niederschrift aufgezeichnet, bewertet und sachgerechte Schlussfolgerungen hinsichtlich erforderlicher Präventionsmaßnahmen gezogen werden und dass die erforderlichen Präventionsmaßnahmen dem Personal mitgeteilt und umgesetzt werden. Darüber hinaus haben die Leiter sicherzustellen, dass die nach § 4 Absatz 2 Nummer 2 Buchstabe b festgelegten Daten zu Art und Umfang des Antibiotika-Verbrauchs fortlaufend in zusammengefasster Form aufgezeichnet, unter Berücksichtigung der lokalen Resistenzsituation bewertet und sachgerechte Schlussfolgerungen hinsichtlich des Einsatzes von Antibiotika gezogen werden und dass die erforderlichen Anpassungen des Antibiotikaeinsatzes dem Personal mitgeteilt und umgesetzt werden.
Die Aufzeichnungen nach den Sätzen 1 und 2 sind zehn Jahre nach deren Anfertigung aufzubewahren. Dem zuständigen Gesundheitsamt ist auf Verlangen Einsicht in die Aufzeichnungen, Bewertungen und Schlussfolgerungen zu gewähren.
(5) Die Leiter folgender Einrichtungen haben sicherzustellen, dass innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene in Hygieneplänen festgelegt sind.
Die Landesregierungen können durch Rechtsverordnung vorsehen, dass Leiter von Zahnarztpraxen sowie Leiter von Arztpraxen und Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe, in denen invasive Eingriffe vorgenommen werden, sicherzustellen haben, dass innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene in Hygieneplänen festgelegt sind. Die Landesregierungen können die Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf andere Stellen übertragen.
(6) Einrichtungen nach Absatz 5 Satz 1 unterliegen der infektionshygienischen Überwachung durch das Gesundheitsamt. Einrichtungen nach Absatz 5 Satz 2 können durch das Gesundheitsamt infektionshygienisch überwacht werden.
(7) Die mit der Überwachung beauftragten Personen sind befugt, zu Betriebs- und Geschäftszeiten Betriebsgrundstücke, Geschäfts- und Betriebsräume, zum Betrieb gehörende Anlagen und Einrichtungen sowie Verkehrsmittel zu betreten, zu besichtigen sowie in die Bücher oder sonstigen Unterlagen Einsicht zu nehmen und hieraus Abschriften, Ablichtungen oder Auszüge anzufertigen sowie sonstige Gegenstände zu untersuchen oder Proben zur Untersuchung zu fordern oder zu entnehmen, soweit dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich ist. § 16 Absatz 2 Satz 2 bis 4 gilt entsprechend.
(8) Die Landesregierungen haben bis zum 31. März 2012 durch Rechtsverordnung für Krankenhäuser, Einrichtungen für ambulantes Operieren, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt, sowie für Dialyseeinrichtungen und Tageskliniken die jeweils erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung, Erkennung, Erfassung und Bekämpfung von nosokomialen Infektionen und Krankheitserregern mit Resistenzen zu regeln. Dabei sind insbesondere Regelungen zu treffen über
10. die Information von aufnehmenden Einrichtungen und niedergelassenen Ärzten bei der Verlegung, Überweisung oder Entlassung von Patienten über Maßnahmen, die zur Verhütung und Bekämpfung von nosokomialen Infektionen und Krankheitserregern mit Resistenzen erforderlich sind.
Die Landesregierungen können die Ermächtigung durch Rechtsverordnung an andere Stellen übertragen.
Liste der gemäß § 23 Abs. 4 in Verbindung mit § 4 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe b IfSG zu erfassenden Krankheitserreger mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen
(s. Bundesgesundheitsblatt; 04/2013; Auszug)
KRINKO-Definition
(s. Bundesgesundheitsblatt; 10/2012;55:1311-1354; Auszug)
Zu erfassen ist die Resistenz (hier: intermediäre Empfindlichkeit und Resistenz; I/R) gegen folgende antimikrobielle Substanzen, sofern im Rahmen der klinisch-mikrobiologischen Diagnostik getestet. Die Erfassung soll in der gesamten Einrichtung erfolgen. Für die rasche Erkennung des gehäuften Auftretens dieser Erreger ist die fortlaufende und regelmäßige Bewertung der erhobenen Daten in den jeweiligen von der Einrichtungen zu definierenden Organisationseinheiten geboten.
(Bei Vorliegen einer der aufgeführten Einzelresistenzen soll weiterhin das gesamte vorliegende Antibiogramm zum Zweck der besseren Bewertung dokumentiert werden.)
Oxacillin (Cefoxitin), Vancomycin, Linezolid, Daptomycin, Tigecyklin, Teicoplanin als Einzelresitenzen
Ampicillin (E.faecalis), Vancomycin, Teicoplanin, Linezolid, Tigecyklin als Einzelresistenzen
(auch dokumentieren, wenn Gentamicin (Hochresistenz), Streptomycin (Hochresistenz))
Vancomycin, Penicillin (Oxacillin 1 µg), Cefotaxim, Linezolid, Daptomycin, Levofloxacin, Moxifloxacin als Einzelresistenzen
Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae, Klebsiella oxytoca, Proteus spp.
Ertapenem oder Imipenem oder Meropenem, Cefotaxim oder Ceftazidim als Einzelresistenzen
sowie Mehrfachresistenz entsprechend der KRINKO-Definition:
Piperacillin+(Cefotaxim oder Ceftazidim) + Ciprofloxacin (3MRGN) ggf. + Imipenem oder Meropenem (4MRGN)
Enterobacter cloacae, Citrobacter spp., Serratia marcescens, Klebsiella spp. (außer K.pneumoniae/K.oxytoca), Morganella morganii
Imipenem oder Meropenem als Einzelresistenzen
Imipenem und Meropenem
Piperacillin+(Cefotaxim und Ceftazidim und Cefepim) + Imipenem und Meropenem (3MRGN) bzw. Piperacillin + Ciprofloxacin + Imipenem und Meropenem (3MRGN) bzw. Piperacillin + (Cefotaxim und Ceftazidim und Cefepim) + Ciprofloxacin (3MRGN) bzw. (Cefotaxim und Ceftazidim + Cefepim) + Ciprofloxacin + Imipenem und Meropenem (3MRGN) bzw. Piperacillin + (Cefotaxim und Ceftazidim und Cefepim) + Imipenem und Meropenem + Ciprofloxacin (4MRGN)
Piperacillin + (Cefotaxim oder Ceftazidim oder Cefepim) + Ciprofloxacin (3MRGN) ggf. + Imipenem oder Meropenem (4MRGN)
Fluconazol (Erfassung nur in Einrichtungen mit hämatologisch-onkologischen Abteilungen; auch von primär resistenten Spezies)
Infektionsschutzgesetz (IfSG): Verhütung übertragbarer Krankheiten (Auszug)
IfSG § 42: Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote
a) beim Herstellen, Behandeln oder Inverkehrbringen der in Absatz 2 genannten Lebensmittel, wenn sie dabei mit diesen in Berührung kommen, oder
Infektionsschutzgesetz (IfSG): Gesundheitliche Anforderungen an das Personal beim Umgang mit Lebensmitteln (Auszug)

References: § 7
 § 23
 § 23
 § 06
 § 42
 § 8
 § 9
 § 8
 § 10
 Art. 5
 § 07
 § 8
 § 9
 § 7
 § 7
 § 8
 § 9
 § 8
 § 10
 § 08
 § 6
 § 6
 § 23
 § 4
 § 4
 § 16
 § 23
 § 4
 § 42