Source: https://www.elo-forum.org/-grundeinkommen/162081-finnland-plant-bge-originelle-begruendung.html
Timestamp: 2018-04-21 03:13:13+00:00

Document:
Finnland plant BGE - Originelle Begründung - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
07.12.2015, 15:18 #1
In Finnland könnte es schon in 2 Jahren ein BGE von 800 Euro geben. Interessant ist allerdings, was der Staat damit bezwecken möchte:
Quelle: Finnland: 800 Euro Grundeinkommen ? für jeden - Wirtschaftspolitik - FAZ
07.12.2015, 17:04 #2
Das Preisniveau in Finnland bleibt aber trotzdem sehr hoch. Dennoch begrüße ich diesen Schritt.
Das ist nichts Begrüßenswertes, sondern eine Regelung, die vielen das Leben erschweren wird.
Diejenigen, die ein Einkommen oder Vermögen haben, können sich über das zusätzliche Klimpergeld ein Loch in den Bauch freuen, diejenigen, die sonst nichts haben, haben dann wenigstens eine A****karte, denn von 800 € kann man in Finnland höchstens als Fallensteller irgendwo in den Wäldern überleben.
Und natürlich wird sich die Wirtschaft freuen, wenn sie billige Arbeitskräfte rekrutieren kann.
Da es heißt, jeder Erwachsene bekommt die 800 € bleibt die Frage, wieviel Kinder bekommen?
Alles in Allem höchst unsozial!
07.12.2015, 18:47 #4
Wenn ein BGE kommt, werden bestimmt auch die Mieten festgeschrieben, das ist schon lange fällig.
08.12.2015, 17:46 #5
Hier dazu auch ein Text in der Huffington post mit weiteren links:
Wenn Finnland das tatsächlich durchzieht hat es zumindest einen Vorteil: es handelt sich nicht um einen kleinen Modellversuch sondern das gäbe umfangreiches Auswertungs und Anschauungs-Material aus einem landesweiten "Ernstfall".
Daraus könnte man schon einiges Substanzielles ablesen und schlussfolgern.
09.12.2015, 08:56 #7
Da kann ich nur sagen: Auf nach Finnland...
Seit vielen Jahren wird in Deutschland über ein bedingungsloses Grundeinkommen gestritten - Finnland will die Einführung nun mit einem Experiment testen.
Expertenteam entwickelt Experiment: Finnland testet Grundeinkommen für alle - n-tv.de
Die finnische Regierung kann bei ihrem sozialpolitischen Wagnis auf breite Zustimmung in der Bevölkerung setzen. Mehr als zwei Drittel der Finnen haben sich in Umfragen für das bedingungslose Grundeinkommen ausgesprochen. Demnach soll jeder Erwachsener 800 Euro erhalten. Im Gegenzug sollen alle bisherigen Sozialleistungen gestrichen werden. Wird das Experiment gelingen? Taugt es als Modell für andere Länder? Was spricht für, was gegen ein staatliches Grundeinkommen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
http://www.berliner-zeitung.de/geld/...,32726116.html
09.12.2015, 09:21 #8
AW: Finnland testet Grundeinkommen für alle
09.12.2015, 10:21 #9
Die Finnen versuchen angesichts der internationalen Aufmerksamkeit, die durch viele Presseberichte über eine angeblich bevorstehende Einführung eines Grundeinkommens hervorgerufen wurde, gegenzurudern. So wurde diese Pressemitteilung zur Klarstellung veröffentlicht, dass lediglich ein "experimentell angelegtes Pilotprojekt" geplant sei:
09.12.2015, 11:22 #10
Und außerdem daraus:
..Und Ohto Kanninen vom Tank research centre wird in dem Artikel so zitiert:
... »Mr Kanninen proposes testing the idea by paying 8,000 people from low income groups four different monthly amounts, perhaps from €400 to €700. "If the impact on employment during the experiment was catastrophic, basic income would of course not be implemented on a ***** scale," he says.«
Klares Ziel der finnischen Regierung bzw. der für das BGE Verantwortlichen ist die Arbeitstlosigkeit zu senken bzw Langzeitarbeitslose dazu zu bewegen (auch für weniger attraktive Stunden-Löhne) zu arbeiten.
Also doch kein Großprojekt.
Hoffenttlich haben all die , die sich schon euphorisch nach Finnland aufgemacht haben, die differenzierenden Meldunen mitbekommen
09.12.2015, 11:53 #11
Meine Mutter kommt ja aus Finnland und wenn ich die Sprache besser beherrschen würde und das Wetter besser wäre, wäre ich vielleicht schon wieder dort. Momentan fahren wir nur im Sommerurlaub hin aber Winter und insbesondere die langen Nächte sind ein anderes Kaliber vor dem ich großen Respekt habe.
Letztendlich ist es auch eine Frage, wie man mit dem Jobcenter klar kommt und ob man deren Angebote gut findet. In Bezug auf die Arbeitsvermittlung bin ich von der Agentur für Arbeit ziemlich enttäuscht. Weitgehend wird man verwaltet und halt aus der Statistik gedrängt. Bin auch selten wirklich gerne zu meinem Persönlichen Ansprechpartner gegangen.
09.12.2015, 12:49 #12
@linuxfan: Kannst du dann die Beschreibung der sozialen Sicherung in Finnland bestätigen, wie sie Jens Berger hier beschreibt?
Kommen wir zunächst zu einem spezifisch finnischen Grund, der von den Befürwortern eines Grundeinkommens in der finnischen Debatte immer wieder vorgebracht wird. Finnlands Sozialsystem hat eine sehr eigenwillige Regelung, was die Zuverdienstmöglichkeiten von Erwerbslosen und Sozialhilfeempfängern angeht. Wenn ein Erwerbsloser dort einen Teilzeitjob annimmt, der ihm pro Monat wenige Hundert Euro Lohn einbringt, kann es nämlich passieren, dass die staatlichen Transferleistungen in einem Maße gekürzt werden, das größer als der Zuverdienst ist. Mit anderen Worten: Wer einen Minijob annimmt, hat am Ende des Monats weniger Geld auf dem Konto als wenn er diesen Job ausschlagen würde.
Nehmen wir zunächst den Erwerbslosen. Nach 500 Tagen Arbeitslosigkeit bekommt man in Finnland als kinderloser Alleinstehender eine Transferleistung von durchschnittliche 700 Euro. Für jedes Kind gibt es einen Aufschlag. Zusätzlich steht den meisten Erwerbslosen in den Ballungsräumen, in denen rund jeder dritte Finne lebt, ein Wohnungsgeld und weitere Zuschüsse zu. Mit einem Grundeinkommen von 800 Euro würden also nur sehr wenige Erwerbslose besser, dafür aber sehr viele Erwerbslose sehr viel schlechter gestellt werde[...]
Schlussendlich wäre ein solches Modell aber auch der Generalangriff auf das sehr gute finnische Sozialsystem.
09.12.2015, 13:09 #13
Nicht wirklich. Meine Mutter und ich wohnen schon mehr als drei Jahrzehnte hier in Deutschland. Letztes Jahr habe ich mir mal eine Publikation von Kela, der Sozialversicherung namens "Guide to Benefits" durchgelesen und war beeindruckt, wie umfangreich die Sozialleistungen in Finnland sind.
Gemessen an der finnischen Onlineaffinität müsste es diese Publikation auch im Internet geben. Die Webseite der Behörde ist jedenfalls Henkilöasiakkaat - kela.fi
Es wurde dort jedenfalls nach Regionen unterschieden. Wer zum Beispiel in Helsinki wohnt bekommt mehr Wonhgeld als jemand in einer Kleinstadt.
Ich selbst würde mich bei meiner Erwerbsminderungsrente finanziell verbessern aber wie gesagt, Wetter und Winter sind ein wirklich anderes Kaliber. Finnland hat daher wahrscheinlich auch die höchste Selbstmordrate weltweit.
09.12.2015, 14:30 #14
Dieser Satz aus dem o.a. J.- Berger-Text bringt es auf den Punkt::
..Daher ist das bedingungslose Grundeinkommen auch der feuchte Traum aller Neoliberalen. Finnland tut gut daran, dieses Modell „nur“ in kleinen Pilotprojekten zu testen und diesen Wahnsinn nicht einzuführen. ...
09.12.2015, 14:45 #15
..... Finnland hat daher wahrscheinlich auch die höchste Selbstmordrate weltweit.
Das nicht, aber sie belegen,- wie viele (nord-) ost--europäische Länder - vordere Plätze:
https://de.wikipedia.org/wiki/Suizid...h_L%C3%A4ndern
Das Klima im engeren Sinne ist zweifellos ein wichtiger Einfluss-Faktor für die menschliche Befindlichkeit. Aber das ist auch nicht neu.
09.12.2015, 15:02 #16
Trotz der Begründung? Haste Geld, machste den Scheißjob?
Wettert hier doch jeder gegen.
09.12.2015, 19:00 #17
... interessante Schlussfolgerung.
Bist du bei der Ausarbeitung/Umsetzung des finnischen BGEs beteiligt (gewesen)?
Oder woher weißt du, dass jeder, d. h. auch ein Einkommensmillionär das BGE bekommt?
Der Aussage vom
Zitat von Finanzdienst Bloomberg (aus dem Link)
(...) rechnet in einer Überschlags-Kalkulation vor, dass jedes Jahr rund 47 Milliarden Euro benötigt würden, wenn jedem der beinahe 5 Millionen erwachsenen Finnen im Monat 800 Euro aus der Staatskasse gezahlt würden.
... würde ich nicht unbedingt blind vertrauen. Der hat eigene Interessen.
Die Berechnung kann ich auch nicht nachvollziehen:
47 Mrd. EUR verteilt auf 5 Mio. Finnen sind bei mir 9.400EUR/Finne.
Bloomberg kann mir nicht weißmachen, dass dem finnischen Staat Verwaltungskosten in Höhe von 8.600EUR pro Finne im Jahr, durch das BGE, entstehen.
Da ist es immer hilfreich, wenn, ohne nachzudenken einfach nur nachgeplappert, bzw. der Diskussionspartner mit großen Zahlen mundtot gemacht, wird!
Für 10x 8.600EUR pro Jahr würde ich, als externer Dienstleister, 1.000 Finnen verwalten. Da könnte sich dann Bloomberg die Verwaltungskosten für 990 Finnen sparen.
Für 200x 8.600EUR pro Jahr würde ich sogar alle BGE-Berechtigten übernehmen. Einzige Voraussetzung; Zugriff auf die jeweils aktuellen fiskalischen Grunddatensätze.
09.12.2015, 22:31 #18
Das dann nochmal durch 12 geteilt macht...?
09.12.2015, 23:06 #19
09.12.2015, 23:44 #20
... hast recht
Du kannst also doch sinnvolle/passende Beiträge/Antworten schreiben, aber auch nur wenn dir die Fragen/Beiträge passen!
10.12.2015, 01:05 #21
Ich gebe zu, dass ich auch den Kritikern zustimmen muss. Häufig wird Skandinavien ja als modern und fortschrittlich gelobt aber wahrscheinlich werden sich auch viele als verlassen vorkommen wenn die Sozialbehörden abgebaut werden und den Leuten dann gesagt wird: Hier 800 Euro auf die Hand pro Monat, seht zu wie ihr klar kommt..
Die Frage ist: Würde uns etwas fehlen, wenn wir monatlich einen festen Betrag aufs Konto bekommen würden und nicht mehr zum Jobcenter gehen müssten? Für viele ist ja das Jobcenter ja auch noch "das Amt".
In Finnland habe ich jedenfalls oft Leute an Spielautomaten spielen sehen, die hoffen, ihr Geld dadurch "aufwerten" zu wollen. Die Spielautomaten stehen in so ziemlich jedem Supermarkt, auch beim deutschen Lidl.
Mein Onkel war jedenfalls froh, dass Lidl nun auch in Finnland ist. Er meinte, dass sie enormen Druck auf K-Kauppa und S-Market ausgeübt haben, was ihm auch zu Gute kommt.
10.12.2015, 02:06 #22
Von dem Geld würde man- wie ich vermute- sämtliche Kosten selbst tragen müssen.
Wer nun erwerbsunfähig ist, steht hier auf verlorenem Posten.
10.12.2015, 09:51 #23
Genau das ist das "hüpfende Komma" diese Frage wollte schon keiner im BGE Thread beantworten.
Denn wenn die Kohle nicht reicht ist das JC nicht mehr da.
10.12.2015, 10:19 #24
Diese Frage wurde doch im BGE Thread beantwortet. 800€ würde schon in Deutschland
Jetzt haben Frauen mit einem Kind deutlich weniger. Ich verzichte dann gern auf den anderen Quatsch inklusive Jobcenter.
10.12.2015, 10:55 #25
Diese Frage wurde doch im BGE Thread beantwortet.
1000€ braucht man abgerundet mindestens.
Die Frage ist:Wenn das BEG nicht reicht "NACHZAHLUNGEN"wer springt da ein,das JC ist ja raus?

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