Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=22.01.1958&Aktenzeichen=I%2014%2F57%20S
Timestamp: 2019-04-23 16:58:41+00:00

Document:
BFH, 22.01.1958 - I 14/57 S - dejure.org
BFH, 22.01.1958 - I 14/57 S
Steuerrechtliche Behandlung von Zuwendungen an eine betriebliche Unterstützungskasse - Verhältnis von Pensionsrückstellungen in der Bilanz und Zuweisungen an rechtlich selbständige Versorgungseinrichtungen
BFHE 66, 481
DB 1958, 387
BStBl III 1958, 186
BFH, 05.05.1959 - I 11/58 S
Nachdem jedoch in den Urteilen des Bundesfinanzhofs I 14/57 S vom 22. Januar 1958 ( BStBl 1958 III S. 186, Slg. Bd. 66 S. 481) und I 347/56 U vom 8. Oktober 1957 ( BStBl 1957 III S. 440, Slg. Bd. 65 S. 535) die Frage nach der Ernsthaftigkeit von Zusagen im Zusammenhang mit Leistungsvorbehalten aufgeworfen wurde, muß die Widerruflichkeit solcher Zusagen auch bei Einmanngesellschaften geprüft werden.
Der Senat hat in der Entscheidung I 14/57 S a.a.O. die Bildung von Pensionsrückstellungen davon abhängig gemacht, daß der Arbeitgeber sich bürgerlichrechtlich ernsthaft zur künftigen Versorgung des Arbeitnehmers verpflichtet; stehe es in seinem Belieben, ob er die jetzt beschäftigten Arbeitnehmer später versorgen wolle, so liege eine gegenwärtig passivierungsfähige Versorgungslast nicht vor; in diesem Falle entstehe ein Aufwand für das Unternehmen erst, wenn der Unternehmer sich bindend verpflichte oder tatsächlich zahle.
d) Diese Entscheidung steht nicht im Widerspruch zu dem § 4d, insbesondere Abs. 2 EStG zugrundeliegenden Rechtsgedanken, daß sich künftige Zuwendungen an eine U-Kasse erst im Zeitpunkt der tatsächlichen Zahlung und daher grundsätzlich nicht bereits im Rahmen einer Rückstellungsbildung für künftige Zuwendungen gewinnmindernd auswirken können (vgl. z.B. zum Zuwendungsgesetz BFH-Urteil vom 22. Januar 1958 I 14/57 S, BFHE 66, 481, BStBl III 1958, 186;… Herrmann/Heuer/Raupach, a.a.O., § 6a EStG Rdnr. 131;… Söffing in Lademann, a.a.O., § 4d Rdnr. 42;… Ahrend/Förster/Rößler, a.a.O., § 6a EStG Rdnr. 496).
Einkommensteuerrechtlich sind sich Rechtsprechung, Rechtslehre und Verwaltungspraxis darin einig, daß eine rechtsverbindliche Pensionsverpflichtung als Voraussetzung für die Bildung einer Rückstellung nach § 6a EStG nicht vorliegt, wenn sich der Arbeitgeber vorbehalten hat, die Pensionszusage nach freiem Belieben zu widerrufen, daß hingegen der Vorbehalt des Widerrufs der Pensionszusage bei geänderten Verhältnissen nach billigem Ermessen, insbesondere die sogenannten allgemeinen und speziellen Vorbehalte, steuerrechtlich unschädlich sind (vgl. dazu im einzelnen Abschn. 41 Abs. 2 bis 5 EStR; BFH-Urteile vom 6. Oktober 1967 VI 61/64, BFHE 90, 343, BStBl II 1968, 90; vom 22. Januar 1958 I 14/57 S, BFHE 66, 481, BStBl III 1958, 186;… Blümich/Falk, Einkommensteuergesetz, 10. Aufl., § 6a Anm. 4;… Herrmann/Heuer, Kommentar zur Einkommensteuer und Körperschaftsteuer, 16. Aufl., § 6a Tz. 2 e bis 2i;… Nies, a. a. O., Tz. 66 ff.;… Heissmann, a. a. O., S. 313 ff.).
Die Versorgungszusagen, die die OHG ihrer Prokuristin und vier weiteren Betriebsangehörigen am 1. Dezember 1957 schriftlich in Bestätigung einer am 2. Januar 1957 schon mündlich gemachten Zusage gegeben habe, entsprächen den Voraussetzungen des § 6 a EStG 1957, des § 9 EStDV 1957, des Abschn. 41 EStR 1958 sowie den im Urteil des BFH I 14/57 S vom 22. Januar 1958 (BStBl 1958 III S. 186, Slg. Bd. 66 S. 481) entwickelten Grundsätzen.
Der I. Senat des BFH hat daher mit Recht vor und nach Einführung des § 6 a EStG, der Rückstellungen für Pensionsverbindlichkeiten regelt, gefordert, daß der Steuerpflichtige ernstlich mit einer Inanspruchnahme aus dem Pensionsversprechen rechnen muß (vgl. die Urteile I 14/57 S; I 4/59 S vom 4. August 1959, BStBl 1959 III S. 374, Slg. Bd. 69 S. 299; I 188/61 S vom 26. Juni 1962, BStBl 1962 III S. 399, Slg. Bd. 75 S. 366 [bestätigt durch den Beschluß des Bundesverfassungsgerichts - BVerfG - vom 11. November 1964 - 1 BvR 488/62, 1 BvR 562/62, 1 BvR 216/64, HFR 1965 S. 92]; I 347/56 U vom 8. Oktober 1957, BStBl 1957 III S. 440, Slg. Bd. 65 S. 535; I 59/58 vom 30. September 1958, Der Betrieb - DB - 1958 S. 1259; I 141/58 U vom 16. Juni 1959, BStBl 1962 III S. 271, Slg. Bd. 75 S. 4; I 146/60 vom 4. Dezember 1962, Der Betriebs-Berater - BB - 1963 S. 298; VI 327/60 U vom 15. März 1963, BStBl 1963 III S. 297, Slg. Bd. 76 S. 815).
c) Im Ergebnis für eine stärkere - über die allgemeinen Grundsätze hinaus gehende - Einschränkung der Rückstellungsbildung durch § 4c EStG spricht auch die höchstrichterliche Rechtsprechung zu Unterstützungskassen (§ 4d EStG), die die Bildung von Rückstellungen neben dem laufenden Betriebsausgabenabzug für die finanzielle Ausstattung selbstständiger Versorgungseinrichtungen ausschließt (vgl. BFH-Urteile vom 22. Januar 1958 I 14/57 S, BFHE 66, 481, BStBl III 1958, 186, unter VI.1., und vom 16. Dezember 2002 VIII R 14/01, BFHE 201, 201, BStBl II 2003, 347, unter II.2.).
Wie der I. Senat des Bundesfinanzhofs in der Entscheidung I 14/57 S vom 22. Januar 1958 (BStBl 1958 III S. 186) ausgeführt hat, haben arbeitsrechtlich die gegenwärtig beschäftigten Arbeitnehmer nicht ohne weiteres einen Anspruch auf Fortführung einer Altersversorgung; hat sich, der Arbeitgeber nicht besonders zur Fortführung der Altersversorgung verpflichtet, so kann er sie wenigstens mit Wirkung gegenüber den aktiven Betriebsangehörigen einstellen.
Das Urteil des BFH I 14/57 S vom 22. Januar 1958 (BStBl 1958 III S. 186, Slg. Bd. 66 S. 481) hat für Pensionsverpflichtungen gegenüber einem nicht an der Gesellschaft beteiligten Arbeitnehmer eine Rückstellung nicht anerkannt, wenn die Zusage von dem Arbeitgeber nach freiem Belieben widerrufen werden kann.
BFH, 26.06.1962 - I 188/61 S
Versorgungszusage zugunsten eines Gesellschafter-Geschäftsführers, der zu mehr …
Die angefochtene Entscheidung steht, soweit die Zuführungen zur Pensionsrückstellung des Gesellschafter-Geschäftsführers H. nicht anerkannt wurden, im Einklang mit der Rechtsprechung des Senats Nach den Urteilen I 11/58 S und I 4/59 S a.a.O. sind an den Nachweis der Ernsthaftigkeit der Pensionszusage an den Gesellschafter-Geschäftsführer einer Einmann-GmbH oder an den zu mehr als 50 v.H. beteiligten Gesellschafter-Geschäftsführer einer sonstigen Kapitalgesellschaft strenge Anforderungen zu stellen Diese Rechtsprechung beruht auf der das Urteil des Bundesfinanzhofs I 14/57 S vom 22. Januar 1958 (BStBl 1958 III S. 186, Slg. Bd. 66 S 481) tragenden Rechtsauffassung, daß Pensionszusagen nur anerkannt werden können, wenn der die Versorgung versprechende Arbeitgeber ernsthaft mit einer künftigen Inanspruchnahme durch den Arbeitnehmer rechnen muß.
BFH, 06.10.1967 - VI 61/64
Vorbehalte bei Pensionszusagen - Steuerrechtliche Beurteilung - Steuerschädliche …
Es seien die Bedingungen erfüllt, welche der BFH in seinem Urteil I 14/57 S vom 22. Januar 1958 (BFH 66, 481, BStBl III 1958, 186) gesetzt habe.
BFH, 08.02.1966 - I 227/63
Im Urteil I 14/57 S vom 22. Januar 1958 (BStBl 1958 III S. 186, Slg. Bd. 66 S. 481) hat der erkennende Senat allgemein eine Rückstellung für Pensionsverpflichtungen versagt, wenn die Zusage von dem Versprechenden nach freiem Belieben widerrufen werden kann.
BFH, 15.04.1958 - I 128/57 U
Zulässigkeit der Bildung von Rückstellungen für Versorgungszusagen an den …
BFH, 16.07.1959 - IV 301/57 S

References: § 4
 § 6
 § 4
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6
 § 9
 § 6
 § 4