Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=28.11.1988&Aktenzeichen=4%20B%20212.88
Timestamp: 2020-01-27 19:32:55+00:00

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BVerwG, 28.11.1988 - 4 B 212.88 - dejure.org
https://dejure.org/1988,535
BVerwG, 28.11.1988 - 4 B 212.88 (https://dejure.org/1988,535)
BVerwG, Entscheidung vom 28.11.1988 - 4 B 212.88 (https://dejure.org/1988,535)
BVerwG, Entscheidung vom 28. November 1988 - 4 B 212.88 (https://dejure.org/1988,535)
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Bebauungsplan - Verstoß gegen bindendes Recht - Nicht genehmigungsfähig - Widerspruch zur Landschaftsschutzverordnung
BauGB § 8 Abs. 1
VG Wiesbaden, 09.05.1984 - III/2 E 414/83
NVwZ 1989, 662
ZfBR 1989, 77
Die Gemeinde kann - solange eine derartige Verordnung besteht - keine Darstellung in einem Flächennutzungsplan oder eine Festsetzung in einem Bebauungsplan rechtswirksam erlassen, die im Widerspruch zum Inhalt der Naturschutzverordnung steht (vgl. BVerwG, Urteil vom 21. Oktober 1999 - BVerwG 4 C 1.99 - BVerwGE 109, 371-379 = DVBl 2000, 794 ; Beschluss vom 28. November 1988 - BVerwG 4 B 212.88 - Buchholz 406.11 § 6 BauGB Nr. 5 = NVwZ 1989, 662 ; vgl. auch BVerwG, Beschluss vom 24. Oktober 1990 - BVerwG 4 NB 29.90 - Buchholz 406.11 § 10 BauGB Nr. 23 = NVwZ 1991, 1074).
Die vom beschließenden Senat für die Bauleitplanung klargestellte rechtliche Bindung an geltendes Landschaftsschutzrecht (vgl. BVerwG, Urteil vom 28. November 1988 - BVerwG 4 B 212.88 - Buchholz 406.11 § 6 BauGB Nr. 5 = UPR 1989, 112) ist nicht davon abhängig, daß die städtebauliche Bauleitplanung keine dem § 75 Abs. 1 Satz 1 VwVfG vergleichbare Konzentrationswirkung besitzt (vgl. auch H. Dürr, Das Verhältnis des Naturschutzes zum Baurecht und Fachplanungsrecht in der Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte, in: UPR 1991, 81 [88]).
Der Antragsteller sieht hierin eine Abweichung von dem Beschluß des erkennenden Senats vom 28. November 1988 - BVerwG 4 B 212.88 - (Buchholz 406.11 § 6 BBauG/BauGB Nr. 5 = NUR 1989, 225) mit dem Leitsatz, ein Bebauungsplan, dessen Festsetzungen den Regelungen einer Landschaftsschutzverordnung widersprechen, verstoße gegen bindendes Recht und sei deswegen nicht genehmigungsfähig (vgl. NuR 1989, 225).
BGH, 21.12.2000 - V ZR 254/99
Zwar hebt das Berufungsgericht zu Recht hervor, daß die Beklagte nicht verpflichtet war, durch Überplanung der Fläche deren Einbeziehung in den Landschaftsschutz zu verhindern, § 2 Abs. 3 BauGB (zur gegenseitigen Sperrwirkung von Bebauungsplan und Landschaftsschutzverordnung vgl. BVerwG NuR 1989, 225; OVG Münster NuR 1999, 704, rkr.).
Sonstige Rechtsvorschriften in diesem Sinne können nicht nur immissions-, landschafts- und naturschutzrechtliche Verordnungen (vgl. BVerwG, Urteile vom 21. Oktober 1999 - 4 C 1.99 - BVerwGE 109, 371 und vom 7. Juni 2001 - 4 CN 1.01 - BVerwGE 114, 301 ; Beschluss vom 28. November 1988 - 4 B 212.88 - Buchholz 406.11 § 6 BBauG/BauGB Nr. 5 S. 1), sondern auch andere Regelungen sein, deren rechtliche Verbindlichkeit sich gegenüber einem Bebauungsplan durchsetzt.
Sofern es sich um landesrechtliche Vorschriften handelt, entscheidet sich nach Landesrecht, ob und unter welchen Voraussetzungen sie gegenüber einem Bebauungsplan Sperrwirkung entfalten (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 28. November 1988 - 4 B 212.88 - Buchholz 406.11 § 6 BBauG/BauGB Nr. 5 S. 1 und vom 24. Oktober 1990 - 4 NB 29.90 - Buchholz 406.11 § 10 BauGB Nr. 23 S. 25).
Das Landesrecht entscheidet insoweit selbst, unter welchen Voraussetzungen sich Regelungen einer Landschaftsschutzverordnung gegenüber einem Bebauungsplan durchsetzen (vgl. BVerwG, Beschluß vom 28. November 1988 - BVerwG 4 B 212.88 - Buchholz 406.11 § 6 BBauG/BauGB Nr. 5 = NVwZ 1989, 662 = UPR 1989, 112 = ZfBR 1989, 77).
Es widerspricht daher nicht Bundesrecht, einen Bebauungsplan als rechtswidrig anzusehen, dessen Verwirklichung im Zeitpunkt seines Inkrafttretens dauernde Hindernisse auch rechtlicher Art entgegenstehen (vgl. BVerwG, Beschluß vom 28. November 1988 - BVerwG 4 B 212.88 - Buchholz 406.11 § 6 BBauG/BauGB Nr. 5 = UPR 1989, 112 = ZfBR 1989, 77; vgl. auch BVerwG, Beschluß vom 18. Dezember 1987 - BVerwG 4 NB 1.87 - Buchholz 406.401 § 15 BNatSchG Nr. 2 = NVwZ 1988, 728).
Die Beschwerde wirft schließlich die Frage auf, "ob eine Landschaftsschutzverordnung, die kein absolutes Bauverbot enthält und daher eine partielle Planverwirklichung durchaus zuläßt und die nach dem bekundeten Willen des Verordnungsgebers vor Beginn des Planvollzuges aufgehoben werden soll, ein im Sinne der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG 4 B 212.88) dauerndes Hindernis rechtlicher Art ist, das der Verwirklichung des Bebauungsplans entgegensteht und ihn hindert, seine Aufgabe, die bauliche und sonstige Nutzung der Grundstücke in der Gemeinde vorzubereiten und planerisch zu leiten, zu erfüllen".
Nach der Rechtsprechung der Bausenate des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, die sich bis jetzt zu dieser Frage geäußert haben, sowie der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und anderer Oberverwaltungsgerichte ist eine Landschaftsschutzverordnung insoweit vor dem Beschluss des Bebauungsplans als Satzung aufzuheben (Hess. VGH, U. v. 20.02.2001 - 3 N 3141/00 - U. v. 27.07.1988 - 3 UE 1870/84 - Agrarrecht 1989, 255 = ESVGH Bd. 38, 310 = NuR 1989, 87; U. v. 22.02.2001 - 4 N 2899/94 - BVerwG, B. v. 18.12.1987 - 4 NB 1/87 - = BRS 48 Nr. 32 = NuR 1989, 32; B. v. 28.11.1988 - 4 B 212/88 - BRS 48 Nr. 17 = NuR 1989, 225 = NVwZ 1989, 662 = UPR 1989, 112; OVG Koblenz, U. v. 06.03.1979 - 10 C 10/78 -, NuR 1979, 113; OVG Berlin, U. v. 14.12.1982 - 2 A 10/81 - BRS 39 Nr. 19;… Louis, UPR 1990, S. 208).
Die aufgezeigten Verstöße des Bebauungsplans gegen die Ziele der Raumordnung und Landesplanung, die Landschaftsschutzverordnung Taunus und die lückenhafte Zusammenstellung des Abwägungsmaterials, die auch durch eine umfassende Bewertung anhand von Biotoptypen nicht aufgefangen wird, hatten vor dem In-Kraft-Treten des § 215 a BauGB durch das BauROG vom 18.08.1997 (BGBl. I S. 2081) seine Nichtigkeit zur Folge (BVerwG, Beschluss vom 28.11.1988, - 4 B 212.88 -, BRS § 48 Nr. 17).
Im Übrigen hat zwischenzeitlich in einer Entscheidung aus dem Jahr 1988 auch das Bundesverwaltungsgericht die Ansicht geäußert, dass sich nach Landesrecht entscheidet, unter welchen Voraussetzungen sich die Regelungen einer Landschaftsschutzverordnung auch gegenüber einem Bebauungsplan durchsetzen (BVerwG, Beschluss vom 28. November 1988 - BVerwG 4 B 212/88 -, NVwZ 1989, 662; vgl. auch OVG Berlin…, Urteil vom 5. März 1993, a.a.O., Rn. 23).
OVG Nordrhein-Westfalen, 04.12.1991 - 7 A 1113/90
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References: § 8
 § 6
 § 10
 § 6
 § 75
 § 6
 § 2
 § 6
 § 6
 § 10
 § 6
 § 6
 § 15
 § 215
 § 48
 § 35