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Timestamp: 2017-09-21 01:22:17+00:00

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Lexikon Steuer: Objektverbrauch
> Objektverbrauch
Die Steuervergünstigung nach § 10e EStG und die Eigenheimzulage ist jedem Steuerpflichtigen insgesamt nur einmal in seinem Leben zu gewähren. Hierbei ist unerheblich, ob der Steuerpflichtige die Abzugsbeträge für
eine Wohnung im hergestellten oder angeschafften Haus oder
eine Eigentumswohnung oder
einen Aus- oder Anbau oder eine Erweiterung oder
einen Miteigentumsanteil an diesen Objekten
Nach § 10e Abs. 4 EStG tritt bei Personen, die bereits für ein Haus die erhöhte Abschreibungen nach § 7b EStG in Anspruch genommen haben, Objektverbrauch ein. Die Parallelregelung dazu für die Eigenheimzulage enthält das Eigenheimzulagengesetz in § 6 Abs. 3 EigZulG .
Der ledige Norbert Deppel hat bis 1986 für ein Einfamilienhaus erhöhte Abschreibungen nach § 7b EStG geltend gemacht. 1996 verkauft er dieses Haus und erwirbt eine Eigentumswohnung.
Eine Begünstigung nach dem Eigenheimzulagengesetz ist nicht möglich. Durch die Inanspruchnahme der Abschreibung nach § 7b EStG ist bereits Objektverbrauch eingetreten.
Die Objektbeschränkung gilt lebenslänglich. Bei der Eigenheimzulage erwerben § 7b- oder § 10e- Objekte auf die Objektbeschränkung angerechnet.
Nicht in die Objektverbrauchsregelung miteinbezogen wird die Inanspruchnahme der Eigenheimzulage für Genossenschaftsanteile nach § 17 EigZulG .
Anteile an einer Wohnung gelten als ein Objekt. Das heißt, wenn mehrere Steuerpflichtige oder Anspruchsberechtigte Eigentümer einer Wohnung sind, steht jeder einzelne Anteil an dieser Wohnung einer Wohnung gleich.
A, B und C erwerben gemeinsam ein Einfamilienhaus. Alle drei nutzen dieses Haus zu eigenen Wohnzwecken.
A, B und C können den Abzugsbetrag nach § 10e EStG oder die Begünstigung nach dem EigZulG in Anspruch nehmen. Alle drei haben durch die Inanspruchnahme der Vergünstigungen Objektverbrauch, da jeder Anteil an der Wohnung einer Wohnung gleich steht.
Die quotale Kürzung des Fördergrundbetrages entfällt auch dann nicht, wenn durch Hinzuerwerb von Miteigentumsanteilen im Rahmen einer Erbauseinandersetzung Alleineigentum begründet wird (BFH, 06.04.2000 - IX R 90/97, BStBl II 2000, 414).
Weitere Einzelheiten über den Objektverbrauch in Miteigentumsfällen finden sich im Stichwort Miteigentum bei selbstgenutzten Wohnungen .
Ehegatten , bei denen die Voraussetzungen zur Ehegattenveranlagung vorliegen, können die Steuervergünstigung nach § 10e EStG oder die Förderung nach dem EigZulG für insgesamt zwei Objekte in Anspruch nehmen. Die Eigentumsverhältnisse sind dabei unerheblich. Erst nach Auflösung der Ehe - unabhängig davon, ob die Auflösung aus Scheidungsgründen oder durch Tod eintritt, sind die Eigentumsverhältnisse von Bedeutung. Ein Haus oder eine Wohnung, an der die Ehegatten je zur Hälfte beteiligt sind, gilt als ein Objekt. Demnach können Ehegatten, während des Bestehens ihrer Ehe insgesamt zwei Objekte , an denen sie jeweils zur Hälfte beteiligt sind, die Wohneigentumsförderungen erhalten. Wird die Ehe aufgelöst, gilt der allgemeine Grundsatz, dass jeder Anteil an einer Wohnung einem Objekt gleichsteht.
A und B sind miteinander verheiratet. Im Jahr 1992 haben sie ein Einfamilienhaus erworben, an dem sie je zur Hälfte beteiligt sind. Im Jahr 1997 trennen sich die Eheleute und veräußern das Einfamilienhaus. Im Jahr 1998 erwirbt A eine Eigentumswohnung zu Alleineigentum.
A und B erhalten für das Einfamilienhaus die Steuerbegünstigung nach § 10e EStG. Während des Bestehens der Ehe gilt das Objekt als ein Objekt. Nach Auflösung der Ehe tritt sowohl bei A als auch bei B Objektverbrauch ein, da beide je zur Hälfte an dem Einfamilienhaus beteiligt war. Die in 1998 erworbene Eigentumswohnung ist damit das zweite Objekt für A. Eine erneute Förderung ist danach ausgeschlossen. A kann lediglich für die Eigentumswohnung eine Förderung nach dem EigZulG durch die Folgeobjektregelung für die Jahre 1998 und 1999 erhalten.
Vor der Eheschließung eingetretener Objektverbrauch gilt auch während der Ehe. Wie bereits erwähnt, ist es während des Bestehens der Ehe jedoch unmaßgeblich, wer Eigentümer der Objekte ist.
A hat in 1988 eine Eigentumswohnung erworben, für die er die Begünstigung nach § 10e EStG erhalten hat. Im Jahr 1996 heiraten A und B. B hat bisher kein Eigentum an einer Wohnung. A erwirbt im Jahr 1997 ein Einfamilienhaus zu Alleineigentum, in dem A und B gemeinsam wohnen.
A und B können die Wohneigentumsförderung während ihrer Ehe für zwei Objekte in Anspruch nehmen. A hatte bereits für ein Objekt die Förderung nach § 10e EStG. Da B jedoch noch keinen Objektverbrauch hat, kann A für das Einfamilienhaus ab dem Jahr 1997 die Eigenheimzulage erhalten. Unmaßgeblich ist es, dass A Alleineigentümer ist. Bei einer Trennung von A und B erhält A keine Förderung mehr, da ihm dann erneut der Objektverbrauch seiner alten Eigentumswohnung angerechnet wird.
Beispiel wie oben, jedoch A und B trennen sich bereits im Jahr 1997. Im Jahr 1998 erwirbt A eine weitere Wohnung. Im Jahr 1999 heiratet A die C, die ebenfalls noch keinen Objektverbrauch hat.
Für das Jahr 1997 kann A noch die Förderung nach dem EigZulG erhalten, da für einen Teil des Jahres 1997 noch die Voraussetzungen der Ehegattenveranlagung gegeben sind. Für die weitere in 1998 erworbenen Wohnung kann A keine Eigenheimzulage erhalten, da er durch die alte Eigentumswohnung bereits Objektverbrauch hat. Jedoch ab dem Jahr 1999 hat A Anspruch auf die Eigenheimzulage, da C noch keinen Objektverbrauch hat. Es ist unmaßgeblich, dass es für A bereits das 3. Objekt ist.
Haben Ehegatten bereits vor der Ehe jeweils ein Objekt erworben, so gilt der Objektverbrauch vor der Ehe auch während der Ehe an.
A hat in 1987 eine Eigentumswohnung erworben, für die er die Steuerbegünstigung nach § 10e EStG erhalten hat. B hat bereits für ein Einfamilienhaus eine Steuerbegünstigung erhalten. A und B heiraten in 1996 und erwerben gemeinsam ein weiteres Objekt.
A und B können für das in 1996 erworbenen Objekt keine Förderung nach dem EigZulG erhalten, da bei beiden bereits Objektverbrauch eingetreten ist. Auch für Objekte, die vor der Ehe angeschafft worden sind, gilt der Objektverbrauch.
Haben Ehegatten bereits vor der Ehe gemeinsam eine Wohnung erworben, wird andererseits mit der Eheschließung aus den bisher zwei Objekte eins.
A und B leben in eheähnlicher Gemeinschaft zusammen. Sie erwerben in 1995 gemeinsam an einer Eigentumswohnung je zur Hälfte Miteigentumsanteil, die sie gemeinsam nutzen. Im Jahr 1997 heiraten A und B.
A und B erhalten für die Wohnung die Förderung nach § 10e EStG. Vor der Eheschließung ist bei beiden durch die Förderung Objektverbrauch eingetreten. Durch die Heirat gelten die Anteile an der Wohnung als ein Objekt, sodass sie noch eine Wohneigentumsförderung für ein weiteres Objekt während der Ehe in Anspruch nehmen können.
Miteigentumsanteile von Ehegatten an einem Gebäude können jedoch nur dann zu einem Objekt zusammengefasst werden, wenn sie das Gebäude gemeinsam angeschafft haben oder zumindest in demselben Jahr Miteigentümer geworden sind (BFH, 15.03.2000 - X R 56/97, BStBl II 2000, 419)
Ehegatten können auch für zwei Objekte zeitgleich nebeneinander die Förderung erhalten. Die Objekte dürfen jedoch nicht in einem räumlichen Zusammenhang miteinander liegen.
Die Eheleute A und B erwerben 1996 in Münster eine Eigentumswohnung, die sie zu eigenen Wohnzwecken nutzen. Im gleichen Jahr erwerben sie eine Eigentumswohnung in Dortmund. Diese Wohnung überlassen die Eheleute der Mutter des A unentgeltlich.
A und B haben für beide Wohnungen nebeneinander Anspruch auf die Eigenheimzulage. Durch die Inanspruchnahme der beiden Förderungen tritt gleichzeitig bei A und B Objektverbrauch ein.

References: § 10
 § 10
 § 7
 § 6
 § 7
 § 7
 § 7
 § 10
 § 17
 § 10
 § 10
 § 10
 § 10
 § 10
 § 10
 § 10