Source: https://www.rechtsanwaelte-langen.de/strafverteidigung/
Timestamp: 2018-11-19 12:30:29+00:00

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Rechtsanwalt Frank H. Langen ist seit 1998 Fachanwalt für Strafrecht. Seit Beginn der 90er Jahre ist er bundesweit als Strafverteidiger tätig und befasst sich ausschließlich mit der Strafverteidigung. Neben der Individualverteidigung hat sich Rechtsanwalt Langen auf die strafrechtliche Beratung und Verteidigung von Unternehmen spezialisiert. Außerdem unterstützt die Kanzlei Langen seine Mandanten bei insolvenzrechtlichen Fallgestaltungen. Ein weiterer Schwerpunkt in seiner anwaltlichen Tätigkeit ist das Steuerstrafrecht.
Als Strafverteidiger hat er sich dabei nicht nur mit dem Strafgesetzbuch und seinen Nebengesetzen auseinanderzusetzen, vielmehr hat er dafür zu sorgen, dass das gegen seinen Mandanten geführte Strafverfahren nach den rechtlichen Vorgaben und vor allem fair verläuft. Der Gesichtspunkt der „Fairness im Strafverfahren“ ergibt sich insbesondere aus der Europäischen Menschenrechtskonvention. Darin sind die für das Strafrecht vielleicht bedeutsamsten Grundsätze festgelegt:
Ein Beschuldigter ist solange unschuldig, bis er durch ein unabhängiges Gericht rechtskräftig verurteilt wurde.
Ein Beschuldigter hat das Recht, sich jederzeit der Hilfe eines Strafverteidigers zu bedienen.
Die erste Aufgabe des Strafverteidigers ist es somit, den Beschuldigten durch das Strafverfahren zu begleiten und zu gewährleisten, dass das Verfahren gegen ihn fair geführt wird.
Seine Arbeit besteht darin, sich mit den Strafverfolgungsbehörden auseinanderzusetzen und die Rechte und Positionen des Beschuldigten durchzusetzen. Dabei hat er sich im Ermittlungsverfahren mit Polizeibeamten und Staatsanwälten auseinanderzusetzen. Sollte eine Einstellung im sog. Ermittlungsverfahren nicht möglich sein, vertritt Strafverteidiger Langen seine Mandanten vor den Strafgerichten aller Instanzen.
Als Strafverteidiger hat Rechtsanwalt Langen die unterschiedlichsten Aufgaben:
Er ist Berater, hilft dem Beschuldigten in einer für ihn schwierigen Situation. Dabei kann Strafverteidiger Langen auf nahezu 25-jährige Erfahrung zurückblicken und auf vertiefte Rechtskenntnisse im Bereich des Straf- und Strafverfahrensrecht.
Sollte ein Mandat öffentliche Resonanz bedingen, so hat der Strafverteidiger auch in diesem Bereich die Interessen seines Mandanten zu vertreten.
Wichtig ist es auch, in persönlicher und psychologischer Sicht für die Mandanten da zu sein, da der Zugriff von Ermittlungsbehörden stets eine persönliche Krise der Mandanten darstellt.
Im Mittelpunkt der Aufgaben des Strafverteidigers steht die Auseinandersetzung mit dem Tatverdacht, unabhängig davon, was dem Beschuldigten vorgeworfen wird, sei es ein Kapital,- Sexual- oder Wirtschaftsstrafdelikt.
Strafverteidiger bin ich geworden, weil es meine Überzeugung ist, dass einem Beschuldigten in einem Strafverfahren seine verfassungsrechtlichen Rechte garantiert werden müssen. Dafür stehe ich in meinem gesamten Berufsleben ein. Das Strafrecht wird wie kaum ein anderes Rechtsgebiet von gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Einflüssen geprägt. So führten gesellschaftlichen Änderungen, politische Ansichten, aber auch wirtschaftliche Einflüsse dazu, dass das bestehende Recht seinen Inhalt und Umfang ändert. Bei allem Wandel dürfen die Rechte des Beschuldigten jedoch nicht eingeschränkt werden; und dies gilt für alle Beschuldigten.
Diesbezüglich verweise ich auf den Satz, den der französische Strafverteidiger Jacques Vergès gesagt hat: „Strafverteidiger sind nicht dafür da, Mutter Theresa zu verteidigen.“
Als Beschuldigter eines Strafverfahrens haben Sie das Recht zu schweigen und einen Strafverteidiger zu beauftragen. Eine Einlassung zur Sache, ohne Kenntnis des konkreten Akteninhalts birgt große Risiken und kann zu einer Verurteilung führen, welche bei professioneller Beratung durch einen Verteidiger möglicherweise vermieden worden wäre.
Dies gilt auch bei den folgenden Vorwürfen:
Körperverletzung §§ 223 ff StGB
Diebstahl §§ 242 ff StGB
Raub §§ 249 StGB
Urkundenfälschung §§ 267 ff StGB
Brandstiftung §§ 306 ff StGB
Rechtsanwälte Langen bieten:
Unverzügliches Erscheinen bei Durchsuchungen
Die Voraussetzungen für die Hausdurchsuchung sind in den §§ 102 ff. StPO geregelt.
Wichtig ist es, in jedem Falle Ruhe zu bewahren. Sie sollten sich den Durchsuchungsbeschluss vorlegen lassen und die Durchsuchungsbeamten sollten sich Ihnen gegenüber ausweisen. Sie sollten allerdings keinen Widerstand gegenüber den Durchsuchungsbeamten leisten.
Sollte kein Durchsuchungsbeschluss vorliegen, so kann sich die Durchsuchung auch darauf stützen, dass die sog. „Gefahr im Verzug“ vorliegt. Hierzu sollten Sie eine Erklärung verlangen, warum diese gegeben sein soll.
In keinem Fall sollten Sie sich zu den vorgebrachten Anschuldigungen äußern, Nach Beendigung der Durchsuchung sollten Sie ein Durchsuchungsprotokoll und eine Abschrift des Verzeichnisses über die beschlagnahmten Gegenstände verlangen. Achten Sie darauf, dass dieses sämtliche Gegenstände umfasst. Es sollte so detailliert wie möglich dargelegt werden, welche Gegenstände beschlagnahmt worden sind.
Im Falle eine Durchsuchung können Sie uns 24 Stunden telefonisch erreichen. Auf Wunsch werden wir schnellstmöglich vor Ort sein und Ihnen in dieser unangenehmen Situation beistehen.
Aktive Mithilfe bei Vernehmungen unabhängig von der Tageszeit
Im Normalfall erlangen Sie Kenntnis darüber, dass gegen Sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden ist, indem Sie von der Polizei eine schriftliche Vorladung zu einer Beschuldigtenvernehmung erhalten.
Sie sollten dieser in keinem Falle Folge leisten. Es handelt sich dabei um ein prozessuales Recht, aus welchem Ihnen auch keine nachteiligen Schlüsse gezogen werden.
Sollten Sie eine Vorladung zu einer Vernehmung erhalten, so melden Sie sich telefonisch bei uns und vereinbaren möglichst umgehend einen Besprechungstermin. Wir werden für Sie entsprechend Kontakt mit den Ermittlungsbehörden aufnehmen und das Notwendige veranlassen.
Effektive Verteidigung bei der Verhandlung über den möglichen Erlass eines Haftbefehls
Zunächst ist der Haftbefehl von der vorläufigen Festnahme abzugrenzen.
Zu einer vorläufigen Festnahme ist grundsätzlich Jedermann berechtigt, wenn der Täter auf frischer Tat betroffen wurde und flüchtig ist.
Ein Haftbefehl darf nur durch einen Richter erlassen werden. Voraussetzung für den Erlass eines Haftbefehls ist, dass ein dringender Tatverdacht besteht und ein Haftgrund gegeben ist. Die Haftgründe sind gesetzlich festgelegt, es handelt sich um die Flucht bzw. Fluchtgefahr, die Verdunklungsgefahr und die Wiederholungsgefahr. Darüber hinaus muss die Verhaftung wegen der zu erwartenden Strafe verhältnismäßig sein.
In einer Verhaftungssituation sollten Sie in jedem Fall von dem Recht zum Schweigen Gebrauch machen und sich ohne einen Verteidiger nicht zur Sache äußern. Oftmals versuchen die Vernehmungsbeamten den Festgenommenen unmittelbar nach der Verhaftung zu verhören. Es besteht dann die Gefahr, dass Sie Angaben machen, die später nicht mehr korrigiert werden können und die Verteidigungsstrategie erheblich erschweren. Dies sollten Sie in jedem Fall vermeiden. Sie sollten so früh wie möglich einen Verteidiger kontaktieren und sich mit diesem beraten. Die Polizei muss Ihnen erlauben, einen Rechtsanwalt anzurufen.
Auch in einem solchen Fall sind wir täglich 24 Stunden telefonisch für Sie erreichbar. Es besteht die Möglichkeit, Sie noch bei der Polizei aufzusuchen und ein erstes Beratungsgespräch zu führen. Spätestens am Tag nach der Verhaftung müssen Sie in einem ersten Vorführtermin dem Haftrichter vorgeführt werden, welcher über den Erlass des Haftbefehls befinden muss. Auch hier stehen wir selbstverständlich für Sie zur Verfügung und werden Sie als Verteidiger in diesem Termin begleiten.
Konsequente Verteidigung im Ermittlungsverfahren
Das Ermittlungsverfahren ist nicht nur der erste sonder gleichzeitig der wichtigste Abschnitt des Strafverfahrens, da hier die entscheidenden Weichen für den weiteren Verlauf des Verfahrens gestellt werden.
Erlangen die Strafverfolgungsbehörden (Polizei oder Staatsanwaltschaft) Kenntnis davon, dass eine Straftat begangen wurde, so leiten sie ein Ermittlungsverfahren ein. Voraussetzung hierfür ist ein sog. Anfangsverdacht. Ein Anfangsverdacht liegt vor, wenn „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte“ dafür vorliegen, dass eine Straftat begangen wurde. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn eine Strafanzeige erstattet oder ein Strafantrag gestellt wurde, bzw. die Polizei Kenntnis von der Begehung einer Straftat erlangt hat. Wenn ein solcher Anfangsverdacht vorliegt, sind die Strafverfolgungsbehörden verpflichtet, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten.
Im Ermittlungsverfahren soll der Sachverhalt aufgeklärt, bzw. der oder die Täter ermittelt werden. Weiterhin sollen Beweise gesichert werden, die zur Überführung des Täters in einem gerichtlichen Verfahren führen können. Die Staatsanwaltschaft ist „Herrin des Ermittlungsverfahrens“. In der überwiegenden Anzahl der Ermittlungsverfahren werden die Ermittlungen jedoch ausschließlich von der Polizei durchgeführt. Diese kann sich zur Aufklärung des Sachverhalts verschiedener Ermittlungsmaßnahmen bedienen, z. B.:
Zeugenvernehmungen
Beschuldigtenvernehmungen
Haus- bzw. Wohnungsdurchsuchungen
Einige dieser Maßnahmen, wie z. B. die Hausdurchsuchung bedürfen einer vorherigen richterlichen Anordnung. Die Polizei fasst ihre Ermittlungsergebnisse in der Ermittlungsakte zusammen. Zum Abschluss der polizeilichen Ermittlungen wird ein sog. Schlussbericht verfasst und zusammen mit der Akte an die zuständige Staatsanwaltschaft übersandt.
Sollte der Staatsanwalt keine weiteren Ermittlungsansätze sehen, wird er das Ermittlungsverfahren mit der sog. Abschlussverfügung beenden. Er hat nun die Möglichkeit das Ermittlungsverfahren einzustellen, den Erlass eines Strafbefehls zu beantragen oder Anklage zu erheben.
Das Gesetz unterscheidet verschiedene Vorschriften, nach denen ein Verfahren eingestellt werden kann.
Die Einstellung nach § 170 Abs. 2 StPO bedeutet, dass kein hinreichender Tatverdacht vorliegt. Konnten die Ermittlungsbehörden den anfänglichen Verdacht einer Straftat nicht bestätigen oder konnte kein Beschuldigter ermittelt werden, wird das Verfahren mangels hinreichendem Tatverdachts eingestellt. Gleiches gilt, wenn der Bestrafung ein Verfahrenshinderniss, z. B. die Verjährung der Straftat, entgegen steht.
Der Staatsanwalt kann aber auch dann, wenn eine Straftat und ein Beschuldigter ermittelt wurde, das Verfahren nach dem „Opportunitätsgrundsatz“ einstellen. Dies sind die Einstellungen gemäß § 153 StPO wegen Geringfügigkeit sowie die Einstellung nach § 154 StPO. Besondere praktische Bedeutung kommt der Einstellung gemäß § 153 a StPO gegen Auflagen und Weisungen zu.
Ist der Schuldvorwurf als zu schwerwiegend anzusehen kommt eine Einstellung nach dem Opportunitätsgrundsatz nicht in Betracht. Hier hat der Staatsanwalt die Möglichkeit in geeigneten Fällen einen Strafbefehl zu beantragen. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur bei Vergehen, nicht bei Verbrechen.
Liegt ein Verbrechen vor, oder hält der Staatsanwalt eine Hauptverhandlung für erforderlich, wird er das Ermittlungsverfahren mit der Erhebung der Anklage abschließen. Sowohl beim Antrag auf Erlass eines Strafbefehls wie auch bei der Anklageschrift wird die Ermittlungsakte dem zuständigen Gericht zugeleitet und das Ermittlungsverfahren ist beendet.
Sobald Sie davon Kenntnis erlangen, dass ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eingeleitet wurde, sollten Sie sich unverzüglich bei uns melden. Häufig besteht die Möglichkeit durch eine engagierte und versierte Strafverteidigung bereits im frühen Stadium des Ermittlungsverfahrens eine Einstellung des Verfahrens zu erwirken. Je weiter das Verfahren fortgeschritten ist, desto geringer werden die Chancen einer Verfahrenseinstellung.
Professionelle Verteidigung zur Vermeidung einer Hauptverhandlung, auch im Zwischenverfahren
Mit Abschluss des Ermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft reicht diese bei Gericht die Anklageschrift ein und legt dort die Akten vor. Die Staatsanwaltschaft stellt den Antrag, das Hauptverfahren zu eröffnen und markierte damit den Beginn des sog. Zwischenverfahrens. Dieses ist ein selbständiger Teil des Strafprozsses, wird jedoch oft als solcher nicht wahrgenommen. Der Beschuldigte wird ab diesem Zeitpunkt Angeschuldigter genannt. Die Anklageschrift wird mit der Aufforderung zur Stellungnahme innerhalb einer bestimmten Frist an den Angeschuldigten zugestellt. Der Angeschuldigte hat so die Möglichkeit sich mit Einwendungen und Beweisanträgen zu verteidigen.
Voraussetzung sind hier jedoch gute Kenntnisse des Strafprozessrechts. Sollte Ihnen eine Anklageschrift zugestellt werden, beauftragen Sie umgehend einen erfahrenen Strafverteidiger mit Ihrer Verteidigung.. Melden Sie sich telefonisch bei uns und wir sind in der Lage in kürzester Zeit einen Besprechungstermin mit Ihnen zu vereinbaren.
Erfolgreiche Verteidigung in der Hauptverhandlung und gegebenenfalls in der Rechtsmittelinstanz
Nach Eröffnung des Hauptverfahrens wird das Gericht einen Termin zur Hauptverhandlung anberaumen. Eine Hauptverhandlung kann bei schwierigen und komplexen Sachverhalten oft über mehrere Tage oder sogar Monate und Jahre andauern.
Ein guter Strafverteidiger verfügt jedoch über Möglichkeiten den Ablauf und den Zeitumfang der Hauptverhandlung durch seine Arbeit zu beeinflussen.
Im Rahmen der Hauptverhandlungen werden zunächst die Angaben zur Person des nun Angeklagten festgestellt und die Anklageschrift verlesen. Danach folgt im Rahmen der Beweisaufnahme die Anhörung von Zeugen und Sachverständigen etc. Nach Abschluss der Beweisaufnahme durch den Vorsitzenden Richter folgen die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Der Angeklagte hat danach das sog. „letzte Wort“. Sodann wird sich das Gericht zur Beratung zurückziehen und direkt im Anschluss das Urteil verkünden. Auch in diesem Verfahrensstadium ist grundsätzlich noch eine Verfahrenseinstellung möglich, z. B. wenn die Beweisaufnahme ergeben hat, dass sich die Schuld des Angeklagten als nicht so schwerwiegend herausgestellt hat.
Sollte das Gericht zu einer Verurteilung gelangt sein, so ist damit der Rechtsweg noch nicht erschöpft. Gegen Urteile des Amtsgerichts kann die Berufung oder die Revision (Sprungrevision) eingelegt werden. Bei der Berufung handelt es sich um eine komplette neue Tatsacheninstanz, d. h. der Prozess beginnt praktisch wieder von neuem. Gegen Urteile des Landgerichts ist dagegen ausschließlich die Revision gegeben, in welcher das Urteil lediglich auf Verfahrensfehler oder Fehler in der materiellen Rechtsanwendung überprüft wird.
Notwendige Abwehr von Eingriffen in Vermögenswerte
Die sog. „Vermögensabschöpfung“ im Strafrecht ist in den §§ 73-76a StGB und §§ 111b-111I StPO geregelt. Hierunter fallen z. B. gestohlene Gegenstände, durch Betrug erlangte Vermögensvorteile, Schmiergelder usw.
Hier kann der Verfall bzw. die Sicherstellung durch Beschlagnahme oder Arrestierung von Vermögenswerten angeordnet werden. Dies soll dazu Beitragen, dass die Finanzierung weiterer Straftaten durch den Täter verhindert wird. Weiterhin soll ein strafbarer Vermögenszuwachs ausgeschlossen werden.
Zur Verhinderung dieser Eingriffe in Vermögenswerte sollten Sie sich frühzeitig qualifiziert beraten lassen. So kann z. B. eine unbillige Härte gemäß § 73c StGB vorliegend. Hierbei sind verfahrensrechtliche Feinheiten zu beachten die nur ein erfahrener Strafverteidiger im Einzelfall wirkungsvoll ausloten kann.
Effiziente Verteidigung in berufsrechtlichen und Disziplinarverfahren
Wird ein Dienstvergehen zugleich als Straftat verfolgt, so hat das Strafverfahren zunächst Vorrang. Das Disziplinarverfahren ist zunächst auszusetzen, wenn wegen desselben Sachverhalts ein Strafverfahren anhängig ist. Die tatsächlichen Feststellungen des rechtskräftigen Strafurteils sind für das Disziplinarverfahren bindend.
Nach dem Legalitätsprinzip hat der Dienstvorgesetzte bzw. die Staatsanwaltschaft bei Kenntnis eines Dienstvergehens bzw. dem Verdacht einer Straftat das disziplinarrechtliche Ermittlungsverfahren wie auch das strafrechtliche Ermittlungsverfahren einzuleiten. Bei Sachverhalten von geringer Bedeutung bzw. bei strafrechtlichen Ermittlungsverfahren die bei geringer Schuld eingestellt werden, müssen nach dem Opportunitätsgrundsatz disziplinarrechtliche Ermittlungen nicht aufgenommen werden.
Ein Dienstvergehen liegt immer dann vor, wenn ein Beamter schuldhaft seine Pflichten verletzt. Hierunter fallen z. B.
Sexualstraftaten und sonstige Straftaten (z. B. Korruption)
Verletzung der Amtsverschwiegenheit
unberechtigte Beantragung von Beihilfe
Nichteinhaltung von Dienstanweisungen
alkoholbedingtes Fehlverhalten im Dienst
Außerdienstlichen Pflichtverletzungen können immer dann zur Einleitung eines Disziplinarverfahrens führen, wenn sie „nach den Umständen des Einzelfalls im besonderen Maße geeignet sind, das Vertrauen in das Amt oder das Ansehen des Beamtentums in bedeutsamer Weise zu beeinträchtigen“. Nachfolgend sind einzelne Fallgruppen aufgelistet, welche dazu führen, dass außerdienstliche Pflichtverletzungen zu Dienstvergehen werden:
-besonders schwerwiegende Straftaten und Verurteilungen zur Freiheitsstrafen von mindestens sechs Monaten bzw. einem Jahr
– Straftaten die das Vermögen des Staates betreffen, z. B. Steuerhinterziehung
– Straftaten mit Bezug zu den übertragenen Dienst- und Obhutspflichten, dies betrifft insbesondere Polizeibeamten, Lehrer oder Beamte der Finanzverwaltung.
Wie bereits dargestellt ist das Strafurteil für das Disziplinarverfahren bindend. Daher sollte im Strafverfahren immer auf eine Verfahrenseinstellung hingewirkt werden. Von besonderer praktischer Bedeutung ist auch hier die Verfahrenseinstellung gemäß § 153a StPO. Die Tatsache, dass die Strafverfolgungsbehörden ein Verfahren eingestellt haben, kann eine Indizwirkung für das Disziplinarverfahren dahingehend haben, dass der Unrechtsgehalt der Tat gering ist, und so auch dem Disziplinarverfahren eine Prägung geben.
Im Bereich der Strafverteidigung sind Rechtsanwalt und Fachanwalt des Strafrechts Frank H. Langen in Kooperation mit Frau Rechtsanwältin und Fachanwältin für Strafrecht Natalie Quanz-Riechling sowie Rechtsanwalt Dr. Harald Mothes tätig.
Fälle und Urteile
Lesen Sie mehr über unsere Fälle und aktuelle Urteile im Strafrecht.
Vorträge und Fachliteratur
Der Deal im Strafverfahren, Köln
Aktuelles aus dem Medizinstrafrecht, Fachanwaltslehrgang, Köln
Verteidigung im Insolvenzverfahren, Neuss
Verteidigung in Steuerstrafsachen, Bad Oeynhausen
Strafrechtliche Risiken des Unternehmers, Köln
Strafrechtliche Risiken des Bankmitarbeiters in der Krise des Kunden, Köln
Das Wirtschaftsstrafrecht, Neuss
Das Insolvenzstrafrecht, Neuss
Was tun, wenn die Steuerfahndung kommt, Köln
Die Strafbarkeit des Insolvenzverwalters für Umweltschäden, München
Der medizinische Sachverständige im Strafverfahren, im Handbuch des Fachanwalts für Medizinrecht, Luchterhandverlag, Neuwied, Bonn 2012
Der Arzt im Strafverfahren, im Handbuch des Fachanwalts für Medizinrecht, Luchterhandverlag, Neuwied, Bonn 2006
Insolvenzstrafrecht in den Handbüchern für die Unternehmenspraxis: Insolvenzhandbuch, Bund-Verlag, Frankfurt a. M., 2003
Das Steuerstrafrecht in der Insolvenz, im Handbuch der Insolvenz, Stollfuß Verlag, Bonn 2001

References: § 170
 § 153
 § 154
 § 153
 § 73
 § 153