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Timestamp: 2019-08-20 20:22:48+00:00

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Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge – in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung | Rechtslupe
Berücksichtigungszeiten wegen Pflege - in der gesetzlichen Rentenversicherung
§ 249b Satz 2 SGB VI ist mit dem Gleich­heits­ge­bot ver­ein­bar, soweit sie die Inan­spruch­nah­me von Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge in der Zeit vom 01.01.1992 bis zum 31.03.1995 von einem frist­ge­bun­de­nen Antrag abhän­gig macht.
Die Berück­sich­ti­gungs­zei­ten in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung
Berück­sich­ti­gungs­zei­ten und der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz
Ungleich­be­hand­lung gegen­über ande­ren bei­trags­frei­en Zei­ten
Die Berück­sich­ti­gungs­zei­ten in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung[↑]
Mit Wir­kung zum 1.01.1992 schuf der Gesetz­ge­ber durch das Gesetz zur Reform der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (Ren­ten­re­form­ge­setz 1992 – RRG 1992) vom 18.12 19891 für Pfle­ge­per­so­nen das Recht, die Umwand­lung der für Zei­ten der nicht erwerbs­mä­ßi­gen häus­li­chen Pfle­ge geleis­te­ten frei­wil­li­gen Bei­trä­ge in Pflicht­bei­trä­ge zu bean­tra­gen (§ 177 SGB VI). Der Antrag war jedoch frist­ge­bun­den: er muss­te inner­halb von drei Mona­ten nach Auf­nah­me der Pfle­ge­tä­tig­keit gestellt wer­den. Andern­falls wur­de die Pfle­ge­tä­tig­keit erst vom Antrags­mo­nat an ange­rech­net.
Ergän­zend begrün­de­te das RRG 1992 für den von § 177 SGB VI umfass­ten Per­so­nen­kreis für die Zeit ab dem 1.01.1992 die Mög­lich­keit der Inan­spruch­nah­me von Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge (§ 57 Abs. 2 SGB VI). Da die Vor­aus­set­zun­gen für die Anrech­nung von Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge den­je­ni­gen für die Bei­trags­zah­lung von Pfle­ge­per­so­nen ent­spre­chen soll­ten2, muss­te deren Aner­ken­nung – anders als bei den zeit­gleich ein­ge­führ­ten Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Kin­der­er­zie­hung – bean­tragt wer­den; es galt ins­be­son­de­re auch die­sel­be Fris­ten­re­ge­lung wie für die Umwand­lung frei­wil­li­ger Bei­trä­ge in Pflicht­bei­trags­zei­ten. Mit der Ein­füh­rung der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht von ehren­amt­li­chen Pfle­ge­per­so­nen nach § 3 Satz 1 Nr. 1a SGB VI durch das Gesetz zur sozia­len Absi­che­rung des Risi­kos der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit (Pfle­ge-Ver­si­che­rungs­ge­setz) vom 26.05.19943 wur­de § 57 Abs. 2 SGB VI mit Wir­kung zum 1.04.1995 durch die inhalts­glei­che Über­gangs­vor­schrift des § 249b SGB VI ersetzt (Art. 5 Nr. 18 Pfle­ge-Ver­si­che­rungs­ge­setz).
§ 249b SGB VI lau­tet:
„Berück­sich­ti­gungs­zei­ten sind auf Antrag auch Zei­ten der nicht erwerbs­mä­ßi­gen Pfle­ge eines Pfle­ge­be­dürf­ti­gen in der Zeit vom 01.01.1992 bis zum 31.03.1995, solan­ge die Pfle­ge­per­son
wegen der Pfle­ge berech­tigt war, Bei­trä­ge zu zah­len oder die Umwand­lung von frei­wil­li­gen Bei­trä­gen in Pflicht­bei­trä­ge zu bean­tra­gen, und
nicht zu den in § 56 Abs. 4 genann­ten Per­so­nen gehört, die von der Anrech­nung einer Kin­der­er­zie­hungs­zeit aus­ge­schlos­sen sind.
Die Zeit der Pfle­ge­tä­tig­keit wird von der Auf­nah­me der Pfle­ge­tä­tig­keit an als Berück­sich­ti­gungs­zeit ange­rech­net, wenn der Antrag bis zum Ablauf von drei Kalen­der­mo­na­ten nach Auf­nah­me der Pfle­ge­tä­tig­keit gestellt wird.”
Die Beschwer­de­füh­re­rin pfleg­te ab 1979, ins­be­son­de­re auch in der Zeit vom 01.01.1992 bis zum 31.03.1995, ihren schwer­be­hin­der­ten Sohn. Ihren Antrag vom 05.07.1996 auf Aner­ken­nung der Pfle­ge­tä­tig­keit als ren­ten­recht­li­che Zeit lehn­te die Ren­ten­ver­si­che­rung bestands­kräf­tig als ver­spä­tet ab. Auch ihr Antrag bei der Ren­ten­ver­si­che­rung auf Berück­sich­ti­gung der Pfle­ge­zei­ten bei der inzwi­schen bewil­lig­ten Alters­ren­te blieb erfolg­los. Mit ihrer sozi­al­ge­richt­li­chen Kla­ge auf Aner­ken­nung von Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge ihres Soh­nes von Janu­ar 1992 bis März 1995 unter­lag sie in den bei­den ers­ten Instan­zen.
Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt wies die Revi­si­on der Beschwer­de­füh­re­rin zurück4. Die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung sei nicht zu bean­stan­den. Das Antrags­er­for­der­nis nach § 57 Abs. 2 SGB VI a.F. bezie­hungs­wei­se nach § 249b SGB VI sei ver­fas­sungs­ge­mäß, ins­be­son­de­re mit Art. 3 Abs. 1 GG ver­ein­bar. Die Gewäh­rung bei­trags­frei­er Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge für den Zeit­raum vom 01.01.1992 bis zum 31.03.1995 nur nach vor­he­ri­ger frist­ge­bun­de­ner Antrag­stel­lung wer­de durch sach­li­che Grün­de gerecht­fer­tigt. Der Gesetz­ge­ber habe die neue bei­trags­freie Ver­güns­ti­gung der Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge ver­fah­rens­recht­lich an die­sel­ben Vor­aus­set­zun­gen wie die gleich­zei­tig neu geschaf­fe­ne Mög­lich­keit einer ver­bes­ser­ten Bei­trags­zah­lung durch die Pfle­ge­per­so­nen knüp­fen wol­len. Die unter­schied­li­che Behand­lung gegen­über den Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Kin­der­er­zie­hung erklä­re sich dadurch, dass hin­sicht­lich der Kin­der­er­zie­hung eine geson­der­te Bei­trags­um­wand­lungs­re­ge­lung nicht bestehe. Das zwar bei den meis­ten ren­ten­recht­li­chen Zei­ten nicht übli­che, aber auch nicht sin­gu­lä­re Antrags­er­for­der­nis für die Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge ent­beh­re auch nicht des­we­gen eines Sach­grun­des, weil die Ver­si­cher­ten mit einer sol­chen Rege­lung nicht zu rech­nen brauch­ten. Der Grund­satz des Ver­trau­ens­schut­zes sei nicht ver­letzt, wenn der Gesetz­ge­ber – wie hier – einen Lebens­be­reich erst­ma­lig einer Rege­lung zufüh­re, weil sich inso­weit ein schutz­wür­di­ges Ver­trau­en nicht habe bil­den kön­nen.
Mit ihrer gegen das Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts gerich­te­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­de rügt die Beschwer­de­füh­re­rin eine Ver­let­zung des Gleich­heits­sat­zes nach Art. 3 Abs. 1 GG. Pfle­ge­per­so­nen wür­den nach § 57 Abs. 2 SGB VI a.F. bezie­hungs­wei­se § 249b Satz 2 SGB VI gegen­über den Erzie­hen­den ungleich behan­delt, weil für Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Kin­der­er­zie­hung kei­ne Antrags­frist gel­te. Es stel­le einen den Ver­stoß gegen Art. 3 Abs. 1 GG indi­zie­ren­den Sys­tem­bruch dar, dass die Berück­sich­ti­gung einer tat­be­stand­lich-mate­ri­ell vor­lie­gen­den ren­ten­recht­li­chen Zeit von einer Initia­ti­ve des Ver­si­cher­ten – dar­über hin­aus noch mit einer rela­tiv kur­zen Aus­schluss­frist – abhän­ge. Ein hin­rei­chen­der Sach­grund bestehe hier­für nicht. Ein mög­li­ches Inter­es­se des Ver­si­che­rungs­trä­gers an einer zeit­na­hen Fest­stel­lung der Pfle­ge­tä­tig­keit kön­ne nicht als Recht­fer­ti­gung die­nen. Soweit län­ger zurück­lie­gen­de Pfle­ge­zei­ten nicht fest­zu­stel­len sei­en, gehe dies wegen der Beweis­last ohne­hin zu Las­ten der Ver­si­cher­ten. Man­gels ent­spre­chen­der Vor­gän­ger­re­ge­lun­gen hät­ten die Betrof­fe­nen mit der Frist auch nicht rech­nen müs­sen. Auch die Anknüp­fung an die Vor­aus­set­zun­gen für die Umwand­lung frei­wil­li­ger Bei­trä­ge durch ehren­amt­li­che Pfle­ge­per­so­nen in Pflicht­bei­trä­ge recht­fer­ti­ge das frist­ge­bun­de­ne Antrags­er­for­der­nis für die Anrech­nung von Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge nicht. Anders als bei der Umwand­lung von frei­wil­li­gen Bei­trä­gen in Pflicht­bei­trä­ge han­de­le es sich nicht um die (in der Regel auf die Zukunft beschränk­te) Aus­übung eines bei­trags­recht­li­chen Gestal­tungs­rechts. Denn die Berück­sich­ti­gungs­zeit hän­ge nicht von einer tat­säch­li­chen Bei­trags­zah­lung ab.
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men, da sie kei­ne Aus­sicht auf Erfolg habe:
Berück­sich­ti­gungs­zei­ten und der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz[↑]
Einer Annah­me der Ver­fas­sungs­be­schwer­de zur Ent­schei­dung bedarf es auch nicht zur Durch­set­zung des Grund­rechts der Beschwer­de­füh­re­rin aus Art. 3 Abs. 1 GG. Die dem Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts zu Grun­de lie­gen­de Vor­schrift des § 249b Satz 2 SGB VI, die mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de mit­tel­bar ange­grif­fen wird, soweit sie die Inan­spruch­nah­me von Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge in der Zeit vom 01.01.1992 bis zum 31.03.1995 von einem frist­ge­bun­de­nen Antrag abhän­gig macht, ist mit dem Gleich­heits­ge­bot ver­ein­bar.
Der all­ge­mei­ne Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG gebie­tet dem Norm­ge­ber, wesent­lich Glei­ches gleich und wesent­lich Unglei­ches ungleich zu behan­deln5. Er gilt sowohl für unglei­che Belas­tun­gen als auch für unglei­che Begüns­ti­gun­gen6. Dabei ver­wehrt Art. 3 Abs. 1 GG dem Gesetz­ge­ber nicht jede Dif­fe­ren­zie­rung. Dif­fe­ren­zie­run­gen bedür­fen jedoch stets der Recht­fer­ti­gung durch Sach­grün­de, die dem Dif­fe­ren­zie­rungs­ziel und dem Aus­maß der Ungleich­be­hand­lung ange­mes­sen sind7. Der Gleich­heits­satz ist dann ver­letzt, wenn eine Grup­pe von Normadres­sa­ten oder Norm­be­trof­fe­nen im Ver­gleich zu einer ande­ren anders behan­delt wird, obwohl zwi­schen bei­den Grup­pen kei­ne Unter­schie­de von sol­cher Art und sol­chem Gewicht bestehen, dass sie die unter­schied­li­che Behand­lung recht­fer­ti­gen kön­nen8.
Hin­sicht­lich der ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an den die Ungleich-behand­lung tra­gen­den Sach­grund erge­ben sich aus dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz je nach Rege­lungs­ge­gen­stand und Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­ma­len unter­schied­li­che Gren­zen für den Gesetz­ge­ber, die von gelo­cker­ten auf das Will­kür­ver­bot beschränk­ten Bin­dun­gen bis hin zu stren­gen Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­er­for­der­nis­sen rei­chen kön­nen9. Eine stren­ge­re Bin­dung des Gesetz­ge­bers kann sich aller­dings aus den jeweils betrof­fe­nen Frei­heits­rech­ten erge­ben10. Zudem ver­schär­fen sich die ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen, je weni­ger die Merk­ma­le, an die die gesetz­li­che Dif­fe­ren­zie­rung anknüpft, für den Ein­zel­nen ver­füg­bar sind11 oder je mehr sie sich denen des Art. 3 Abs. 3 GG annä­hern12.
Nach die­sen Maß­stä­ben ist es gleich­heits­recht­lich nicht zu bean­stan­den, dass der Gesetz­ge­ber die Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge in ver­fah­rens­recht­li­cher Hin­sicht anders behan­delt als die Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Kin­der­er­zie­hung, indem er sie nur auf frist­ge­bun­de­nen Antrag des Ver­si­cher­ten als ren­ten­recht­li­che Zei­ten gel­ten lässt. Die­se Dif­fe­ren­zie­rung wird durch hin­rei­chen­de Sach­grün­de getra­gen.
Die Unter­schei­dung zwi­schen den Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge einer­seits und wegen Kin­der­er­zie­hung ande­rer­seits ver­letzt die Beschwer­de­füh­re­rin nicht in ihrem Grund­recht aus Art. 3 Abs. 1 GG. Eine von Art. 14 Abs. 1 GG geschütz­te Rechts­po­si­ti­on wird durch das Antrags­er­for­der­nis nicht beein­träch­tigt, weil der Antrag die­se erst ein­fach­ge­setz­lich begrün­den soll. Zudem beru­hen die Berück­sich­ti­gungs­zei­ten nicht auf einem Bei­trag, son­dern wer­den vom Gesetz­ge­ber zum sozia­len Aus­gleich gewährt. In die­sem Bereich hat der Gesetz­ge­ber einen wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum13.
Die Antrags­ge­bun­den­heit der bei­trags­lo­sen Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge im Gegen­satz zu denen für Kin­der­er­zie­hung wird durch die Ver­schie­den­heit ihrer mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen gerecht­fer­tigt. Der Gesetz­ge­ber hat die Gewäh­rung von Ver­güns­ti­gun­gen für nicht erwerbs­mä­ßi­ge häus­li­che Pfle­ge an mate­ri­el­le Vor­aus­set­zun­gen, ins­be­son­de­re an einen Min­dest­um­fang der tat­säch­lich erbrach­ten Pfle­ge­tä­tig­keit, geknüpft, deren Über­prü­fung durch die Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger selbst er nicht für mög­lich erach­te­te und des­halb den Nach­weis den Ver­si­cher­ten durch Bei­brin­gung von Beschei­ni­gun­gen auf­er­leg­te14. Eine antrags­un­ab­hän­gi­ge rück­wir­ken­de ren­ten­recht­li­che Aner­ken­nung der Pfle­ge­tä­tig­keit könn­te indes wegen mög­li­cher gesund­heits­be­ding­ter Schwan­kun­gen des Pfle­ge­be­darfs zu erheb­li­chen Schwie­rig­kei­ten bei der Fest­stel­lung des Umfangs einer nicht erwerbs­mä­ßig im häus­li­chen Bereich aus­ge­üb­ten Pfle­ge­tä­tig­keit in län­ger zurück­lie­gen­den Zeit­räu­men füh­ren, wäh­rend es für die Aner­ken­nung von Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Kin­der­er­zie­hung ledig­lich des Nach­wei­ses bedarf, wel­cher Eltern­teil in wel­chem Zeit­raum ein Kind erzo­gen hat. Dass der Gesetz­ge­ber es für bei­de Berück­sich­ti­gungs­zei­ten glei­cher­ma­ßen unter Ver­zicht auf das frist­ge­bun­de­ne Antrags­er­for­der­nis bei den Regeln der objek­ti­ven Beweis­last für den Fall der even­tu­el­len Beweis­lo­sig­keit hät­te belas­sen kön­nen, begrün­det für sich allein nicht die Annah­me, der Gesetz­ge­ber habe sei­nen Gestal­tungs­spiel­raum über­schrit­ten.
Auch im Hin­blick dar­auf, dass die ver­bes­ser­te Bei­trags­zah­lung für die Pfle­ge­per­son eben­so wie die gleich­zei­tig geschaf­fe­ne bei­trags­freie Ver­güns­ti­gung durch Berück­sich­ti­gungs­zei­ten Teil eines Gesamt­kon­zepts zur Ver­bes­se­rung der Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen von ehren­amt­li­chen Pfle­ge­per­so­nen ist15, ist es nicht als will­kür­lich zu bean­stan­den, dass sich nicht nur deren mate­ri­el­le Vor­aus­set­zun­gen, son­dern auch ihre ver­fah­rens­recht­li­che Aus­ge­stal­tung ent­spre­chen. Die Erwei­te­rung der Antrags­ge­bun­den­heit auf die bei­trags­lo­se Berück­sich­ti­gungs­zeit wegen Pfle­ge (mit zumeist ren­ten­recht­lich nur gerin­gen Aus­wir­kun­gen) ermög­lich­te es dar­über hin­aus, wor­auf das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in sei­nem Urteil hin­weist, den Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­gern, die Pfle­ge­per­so­nen zeit­nah über deren (begrenz­te) ren­ten­recht­li­che Wir­kun­gen sowie über die zusätz­lich bestehen­den bei­trags­recht­li­chen Mög­lich­kei­ten für eine ver­bes­ser­te sozia­le Absi­che­rung auf­zu­klä­ren.
Ungleich­be­hand­lung gegen­über ande­ren bei­trags­frei­en Zei­ten[↑]
Soweit die Beschwer­de­füh­re­rin außer­dem eine Ungleich­be­hand­lung der Berück­sich­ti­gungs­zei­ten wegen Pfle­ge gegen­über ande­ren bei­trags­frei­en Zei­ten wie Ersatz­zei­ten, Anrech­nungs­zei­ten oder Zurech­nungs­zei­ten rügt, ist die Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung anzu­neh­men, weil ihre Begrün­dung nicht ent­spre­chend den Anfor­de­run­gen von § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG sub­stan­ti­iert und schlüs­sig die Mög­lich­keit der Ver­let­zung von Art. 3 Abs. 1 GG auf­zeigt.
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 11. Janu­ar 2016 – 1 BvR 1687/​14
BGBl I S. 2261↩
vgl. BT-Drs. 11/​4124, S. 142, 167↩
BGBl I S. 1014↩
BSG, urteil vom 10.12.2013 – B 13 R 91/​11 R↩
vgl. BVerfGE 98, 365, 385↩
vgl. BVerfGE 124, 199, 220↩
vgl. BVerfGE 110, 412, 432↩
vgl. BVerfGE 117, 1, 30; 122, 1, 23; 126, 400, 416↩
vgl. BVerfGE 88, 87, 96; 111, 176, 184↩
vgl. BVerfGE 88, 87, 96↩
vgl. BVerfGE 124, 199, 220; 130, 240, 252 ff.↩
vgl. BVerfGE 130, 240, 254↩
vgl. BT-Drs. 11/​4124, S. 186↩
vgl. BT-Drs. 11/​4124, S. 143↩
Berücksichtigungszeitenbverfge 23 98PflegeRenteRentenversicherung

References: § 249
 § 177
 § 3
 § 57
 § 249

§ 249
 § 56
 § 57
 § 249
 Art. 3
 Art. 3
 § 57
 § 249
 Art. 3
 Art. 3
 § 249
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 14
 § 23
 § 92
 Art. 3