Source: http://131311.homepagemodules.de/t723f7-Freiheit-statt-Angst.html
Timestamp: 2017-11-21 08:09:30+00:00

Document:
Forum für Hartz IV Empfänger, Geringverdiener, Freunde » Medien » Pressemeldungen, Nachrichten (Quellenangabe nicht vergessen!) » Freiheit statt Angst
#1 | Freiheit statt Angst 30.01.2008 15:19
Die grundlegende Idee des bge basiert auf einer anderen Bewertung von Geld. Diese Voraussetzung ändert den Entstehungsprozess von Geld und stellt dessen Wert endlich wieder auf eine echte Grundlage. Die Grundlage wäre das Vertrauen in das Potential der Bevölkerung. Geld besteht heute schon aus Vertrauen, nur halte ich das Vertrauen in die Bevölkerung für solider, als das Vertrauen in Banken und Aktienanalysten, das heute Grundlage der Geldmengenentwicklung ist.
Derzeit wird einem vorgegaukelt die kursierende Geldmenge entspräche in irgendeiner Weise den tatsächlich vorhandenen Werten in Produkten und Dienstleistungen. Allein der Gedanke, daß die gesamte Arbeitsleistung von Hausfrauen und Müttern von dieser Wertschöpfung generell ausgeschlossen ist sollte uns stutzig machen. Die Akzeptanz dieses Systems beruht darauf, daß Löhne und Einkommen in Relation zum Wert der geleisteten Arbeit stehen, aber ist das so? Ich denke ich muss nicht einmal Spitzenmanager mit ihren Fantasiebezügen heranziehen um diesen Gedanken zu belegen.
Es ist heute unumstritten, dass die Arbeit von Menschen im gesamten Produktionsablauf einen immer niedrigeren Anteil an der Wertschöpfung einnimmt. Die Antwort auf die daraus resultierenden Arbeitsmarktentwicklungen ist auch hinreichend in der Öffentlichkeit diskutiert worden: Wir müssen zu einer Dienstleistungsgesellschaft werden. Natürlich. Aber wer soll diese Dienstleistungen bezahlen, wenn der Anteil der am Erwerbsleben teilnehmenden Menschen weiter sinkt?
Ein bge würde darauf vertrauen, daß jeder Einzelne es wert ist an der Gesellschaft teilhaben zu dürfen, und das geht eben nur wenn seine Existenz gesichert ist. Die Befürchtung die das aufwirft ist die Angst, daß zu viele Menschen das in sie gesetzte Vertrauen nicht verdient hätten. Die Frage ist also: würde die Einladung am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen die Menschen dazu bringen zu hause zu sitzen, Bier zu trinken und Playstation zu zocken, oder ist es der Ausschluss aus dem gesellschaftlich-kulturellen Leben der heute so viele Menschen betrifft, der genau das bewirkt?
Der Kern dieser Angst ist die Meinung, daß wenn wir niemanden mehr dazu zwingen bei dm an der Kasse zu sitzen weil wir damit drohen seine kleine gesellschaftliche Existenz komplett zu zerstören, würde es keiner mehr tun. Es würde so lange keiner mehr den Müll abholen, die Post austragen, Autos montieren oder Schuhe verkaufen bis die ganze Wirtschaft zusammenbrechen würde. Und die Bevölkerung würde es sich auf Kosten der hart arbeitenden Börsenspekulanten, Investmentbankern und Steuerberatern gut gehen lassen. Glauben Sie das?
Wäre es nicht viel wahrscheinlicher, dass die Menschen weiterhin Geschäfte machen, sich dabei aber auf faire Arbeitsbedingungen einigen müssten, da die Drohung andernfalls mittellos da zu stehen nicht mehr wirkt? Die direkte Auswirkung, diese Bedrohung aus der Gesellschaft zu entfernen, würde jeden in die Lage versetzen kulturelle Leistungen zu entwickeln. Die Ausreden würden knapp.
Die größte Motivation die unsere Wirtschaft kennt ist Angst. Angst den Einkommensplatz zu verlieren treibt die Menschen in Abhängigkeit und ermöglicht es ein ungerechtfertigtes System zu erhalten.
Diese negative Atmosphäre der Angst muss einer positiven von gegenseitigem Respekt weichen.
Um die Chancen und Risiken dieser gesellschaftlichen Vision zu begreifen muss man das Gedankenexperiment eines bge wagen und von dieser Grundlage Lösungen zur Realisierung finden.
Die Basis dieser Überlegung ist jeder einzelne Mensch. Die Lebensplanung jedes Menschen würde auf eine völlig neue Basis gestellt. Das Leben an sich stellt die Bedingungen. Im Rahmen von Geburt, Kindheit, Jugend, Alter und Tod würde jeder Mensch jedoch mehr Freiheit in der Befriedigung seiner Bedürfnisse geniessen. Unter Bedürfnissen können wir neben dem Konsum, den Kampf um Liebe und Anerkennung verstehen. Triebfedern waren, unter jedem System, und werden auch in Zukunft Gier und Neid bleiben. Das Tolle am bge ist ja, dass diese Tatsachen nicht geleugnet, sondern nur anders kanalisiert werden. Da Politik es in der Geschichte noch nie geschafft hat die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen zu ändern, setze ich auch voraus, dass die Einführung eines bge diese Eigendynamik nicht beeinflußt. Um also Liebe und Anerkennung von seinen Mitmenschen zu verdienen, werden aller Voraussicht nach die gleichen Strategien benutzt werden wie seit Beginn der Menschheit. Es wird weiter in Wirtschaft und Politik um Macht und Einfluss gekämpft werden. Dass so viele Menschen ihren Arbeitsplatz als wichtigen Teil ihres Lebens sehen, ist mehr als nur dem Verdienst zuzuschreiben. Problematischer wird es bei solchen Menschen, die ihren Beruf nicht gerne ausüben. Alle die beispielsweise ein moralisches Problem mit den Produkten oder Verfahren der eigenen Firma haben, oder Menschen die täglich mit der Sinnlosigkeit ihrer Tätigkeit konfrontiert werden. Menschen die einem Beruf nachgehen der offensichtlich gesundheitsschädlich ist oder so monoton, dass man ihn ebenfalls als gesundheitsschädlich bezeichnen müßte. Typischerweise sind diese wenig attraktiven Beschäftigungen deutlich schlechter bezahlt als die Arbeiten die durch bessere Arbeitsbedingungen, unabhängig von der höheren Bezahlung ohnehin von viel höherem Reiz sind. Je unattraktiver ein Arbeitsplatz ist, desto schlechter wird er bezahlt. Auf unserem Arbeitsmarkt entscheidet also offensichtlich nicht Angebot und Nachfrage den Preis, sondern Verzweiflung. Wenn man eine grosse Mehrheit mit der Bedrohung ihrer gesellschaftlichen Existenz kontrollieren will, wäre es natürlich gefährlich dieses Druckmittel zu verlieren. Und wenn wir von diesem gewaltigen Druckmittel sprechen stellt sich die Frage wer mit welchen möglichen Konsequenzen dieses Instrument bedient?
Alle die der Idee eines bge kritisch begegnen, haben das Argument: Leistung solle sich lohnen. Der Meinung wird sich auch bestimmt eine Mehrheit anschliessen. Da unser heutiges Lohnsystem aber bei genauerem Hinsehen den Bezug zur Leistung weitesgehend verloren hat ist das bestehende System offensichtlich nicht in der Lage diese zentrale Forderung zu erfüllen. Wie also soll ein bge den Wert der Leistung heben, wenn auch ohne Leistung die gesellschaftliche Existenz gesichert ist, ja wenn sogar jeder das Recht hat die Leistung zu verweigern. Ich denke dass in diesem Zusammenhang die Funktionen von Neid und Gier, bis heute immer als gesellschaftliche Probleme wahrgenommen, regulierend eingreifen würden. Das Gefälle zwischen Arm und Reich würde durch ein bge natürlich nicht verschwinden, ein geschäftstüchtiger Unternehmer mit guten Ideen wird weiterhin gutes Geld verdienen, das sogar auf der Grundlage einer deutlich größeren Anzahl von potentiellen Kunden. Solche Unternehmen wären auch weiterhin auf Arbeitskräfte angewiesen, die dem Markt ja auch zu Verfügung stehen würden, doch da jeder Arbeitnehmer ohne gleich seine gesamte Existenz in Frage zu stellen eine Arbeit verweigern kann, müssten die Arbeitsbedingungen für beide Seiten fair ausgehandelt werden.
Ein Ausarbeitung zum Recht auf Existenz und Verküpfung zur Veränderung des Arbeitsmarktes gibt es hier.https://www.grundeinkommen.de/10/12/2007...schenrecht.html
http://ghirn.in-3d.net/?p=3#more-3
Warum unser Land vor einer Zeit der Revolten ste » « Demokratie und Bürgerrechte

References: bge 
 bge 
 bge 
 bge 
 bge 
 bge 
 bge 
 bge