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Timestamp: 2020-07-10 02:36:35+00:00

Document:
Lawbrary | KAG - Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen
Zweck und Geltungsbereich (1 - 6)
Kollektive Kapitalanlagen (7 - 12)
Allgemein (13 - 17)
Vermögensverwalter kollektiver Kapitalanlagen (18 - 18)
Vertriebsträger (19 - 19)
Verhaltensregeln (20 - 24)
Begriff (25 - 25)
Fondsvertrag (26 - 27)
Fondsleitung (28 - 35)
Allgemeine Bestimmungen (36 - 45)
Rechte und Pflichten der Aktionärinnen und Aktionäre (46 - 49)
Organisation (50 - 52)
Effektenfonds (53 - 57)
Immobilienfonds (58 - 67)
Übrige Fonds für traditionelle und für alternative Anlagen (68 - 71)
Depotbank (72 - 74)
Prospekt, Wesentliche Informationen für die Anlegerinnen und Anleger und vereinfachter Prospekt (75 - 77)
Stellung der Anlegerinnen und Anleger (78 - 86)
Buchführung, Bewertung und Rechenschaftsablage (87 - 91)
Offene kollektive Kapitalanlagen mit Teilvermögen (92 - 94)
Umstrukturierung und Auflösung (95 - 97)
Kommanditgesellschaft für kollektive Kapitalanlagen (98 - 109)
Investmentgesellschaft mit festem Kapital (110 - 118)
Begriff und Genehmigung (119 - 122)
Vertreter ausländischer kollektiver Kapitalanlagen (123 - 125)
Prüfung (126 - 131)
Aufsicht (132 - 144)
Verantwortlichkeit (145 - 147)
Strafbestimmungen (148 - 151)
Vollzug; Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts (152 - 153)
Übergangsbestimmungen (154 - 158)
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 28. September 2012 (158 - 158)
Referendum und Inkrafttreten (159 - 159)
Die­ses Ge­setz bezweckt den Schutz der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger so­wie die Trans­pa­renz und die Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Mark­tes für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen.
1Die­sem Ge­setz un­ter­stellt sind, un­ab­hän­gig von der Rechts­form:
schwei­ze­ri­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen und Per­so­nen, die die­se ver­wal­ten, auf­be­wah­ren oder ver­trei­ben;
aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, die in der Schweiz ver­trie­ben wer­den;
Per­so­nen, die in der Schweiz oder von der Schweiz aus aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ver­wal­ten;
Per­so­nen, die in der Schweiz aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ver­trei­ben;
Per­so­nen, die von der Schweiz aus aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ver­trei­ben, die nicht aus­sch­liess­lich qua­li­fi­zier­ten An­le­ge­rin­nen und An­le­gern ge­mä­ss Ar­ti­kel 10 Ab­sät­ze 3, 3bis oder 3ter oder ent­spre­chen­dem aus­län­di­schem Recht vor­be­hal­ten sind;
Per­so­nen, die in der Schweiz aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ver­tre­ten.1
2Die­sem Ge­setz nicht un­ter­stellt sind ins­be­son­de­re:
Ein­rich­tun­gen und Hilf­sein­rich­tun­gen der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, ein­sch­liess­lich An­la­ge­stif­tun­gen;
So­zi­al­ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen und Aus­gleichs­kas­sen;
öf­fent­lich-recht­li­che Kör­per­schaf­ten und An­stal­ten;
ope­ra­ti­ve Ge­sell­schaf­ten, die ei­ne un­ter­neh­me­ri­sche Tä­tig­keit aus­üben;
Ge­sell­schaf­ten, die durch Stim­men­mehr­heit oder auf an­de­re Wei­se ei­ne oder meh­re­re Ge­sell­schaf­ten in ei­nem Kon­zern un­ter ein­heit­li­cher Lei­tung zu­sam­men­fas­sen (Hol­ding­ge­sell­schaf­ten);
In­vest­ment­clubs, so­fern de­ren Mit­glie­der in der La­ge sind, ih­re Ver­mö­gens­in­ter­es­sen sel­ber wahr­zu­neh­men;
Ver­ei­ne und Stif­tun­gen im Sin­ne des Zi­vil­ge­setz­bu­ches2;
Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, de­ren An­le­ger im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3, 3bis oder 3ter qua­li­fi­ziert sind und die ei­ne der fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len:
Die ver­wal­te­ten Ver­mö­gens­wer­te, ein­sch­liess­lich der durch Ein­satz von He­bel­fi­nan­zie­run­gen er­wor­be­nen Ver­mö­gens­wer­te, be­tra­gen ins­ge­samt höchs­tens 100 Mil­lio­nen Fran­ken.
Die ver­wal­te­ten Ver­mö­gens­wer­te der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen be­ste­hen aus nicht he­bel­fi­nan­zier­ten kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen, die für einen Zeit­raum von fünf Jah­ren nach der Tä­ti­gung der ers­ten An­la­ge in je­den die­ser kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen kei­ne Rück­nah­me­rech­te aus­üben dür­fen, und be­tra­gen höchs­tens 500 Mil­lio­nen Fran­ken.
Die An­le­ger sind aus­sch­liess­lich Kon­zern­ge­sell­schaf­ten der Un­ter­neh­mens­grup­pe, zu wel­cher der Ver­mö­gens­ver­wal­ter ge­hört.
2bisVer­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen nach Ab­satz 2 Buch­sta­be h kön­nen sich die­sem Ge­setz un­ter­stel­len, so­fern dies vom Land ge­for­dert wird, in dem die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge auf­ge­setzt oder ver­trie­ben wird. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten. Er kann un­ab­hän­gig von ei­ner Un­ter­stel­lung ei­ne Re­gis­trie­rungs­pflicht zur Er­he­bung von volks­wirt­schaft­lich be­deut­sa­men Da­ten vor­schrei­ben.4
3In­vest­ment­ge­sell­schaf­ten in Form von schwei­ze­ri­schen Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten un­ter­ste­hen die­sem Ge­setz nicht, so­fern sie an ei­ner Schwei­zer Bör­se ko­tiert sind oder so­fern:
aus­sch­liess­lich Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 Ab­sät­ze 3, 3bis und 3ter be­tei­ligt sein dür­fen; und
die Ak­ti­en auf Na­men lau­ten.5
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
6 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
1Als Ver­trieb von kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen im Sin­ne die­ses Ge­set­zes gilt je­des An­bie­ten von kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen und je­des Wer­ben für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, das sich nicht aus­sch­liess­lich an An­le­ger ge­mä­ss Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 Buch­sta­ben a und b rich­tet.
2Nicht als Ver­trieb gel­ten:
die Zur­ver­fü­gung­stel­lung von In­for­ma­tio­nen so­wie der Er­werb kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, die auf Ver­an­las­sung oder auf Ei­genini­tia­ti­ve der An­le­ge­rin oder des An­le­gers er­fol­gen, ins­be­son­de­re im Rah­men von Be­ra­tungs­ver­trä­gen und bloss aus­füh­ren­den Trans­ak­tio­nen;
die Zur­ver­fü­gung­stel­lung von In­for­ma­tio­nen so­wie der Er­werb kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen im Rah­men ei­nes schrift­li­chen Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ver­trags mit Fi­nan­zin­ter­me­di­ären ge­mä­ss Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 Buch­sta­be a;
die Zur­ver­fü­gung­stel­lung von In­for­ma­tio­nen so­wie der Er­werb kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen im Rah­men ei­nes schrift­li­chen Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ver­trags mit ei­nem un­ab­hän­gi­gen Ver­mö­gens­ver­wal­ter, so­fern:
die­ser als Fi­nan­zin­ter­me­di­är nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 3 Buch­sta­be e des Geld­wä­sche­rei­ge­set­zes vom 10. Ok­to­ber 19972 un­ter­stellt ist,
die­ser den Ver­hal­tens­re­geln ei­ner Bran­chen­or­ga­ni­sa­ti­on un­ter­steht, die von der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA) als Min­dest­stan­dards an­er­kannt sind,
der Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ver­trag den Richt­li­ni­en ei­ner Bran­chen­or­ga­ni­sa­ti­on ent­spricht, die von der FIN­MA als Min­dest­stan­dard an­er­kannt sind;
die Pu­bli­ka­ti­on von Prei­sen, Kur­sen, In­ven­tar­wer­ten und Steu­er­da­ten durch be­auf­sich­tig­te Fi­nan­zin­ter­me­di­äre;
das An­bie­ten von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gungs­plä­nen in der Form von kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen an Mit­ar­bei­ten­de.
1Die­ses Ge­setz gilt nicht für in­ter­ne Son­der­ver­mö­gen ver­trag­li­cher Art, die Ban­ken und Ef­fek­ten­händ­ler zur kol­lek­ti­ven Ver­wal­tung von Ver­mö­gen be­ste­hen­der Kun­din­nen und Kun­den schaf­fen, wenn fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:
Sie be­tei­li­gen Kun­din­nen und Kun­den aus­sch­liess­lich auf­grund ei­nes schrift­li­chen Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ver­tra­ges am in­ter­nen Son­der­ver­mö­gen.
Sie ge­ben da­für kei­ne An­teil­schei­ne aus.
Sie ver­trei­ben die­se Son­der­ver­mö­gen nicht.
2Die Er­rich­tung und die Auf­lö­sung in­ter­ner Son­der­ver­mö­gen sind der ban­ken- be­zie­hungs­wei­se bör­sen­ge­setz­li­chen Prüf­ge­sell­schaft2 zu mel­den.
3Sa­chen und Rech­te, die zum Son­der­ver­mö­gen ge­hö­ren, wer­den im Kon­kurs der Bank oder des Ef­fek­ten­händ­lers zu­guns­ten der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ab­ge­son­dert.
2 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829). Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.
1Struk­tu­rier­te Pro­duk­te wie ka­pi­tal­ge­schütz­te Pro­duk­te, Pro­duk­te mit Ma­xi­mal­ren­di­te und Zer­ti­fi­ka­te dür­fen in der Schweiz oder von der Schweiz aus an nicht qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger nur ver­trie­ben wer­den, wenn:1
sie aus­ge­ge­ben, ga­ran­tiert oder gleich­wer­tig ge­si­chert wer­den von:2
ei­ner Bank nach dem Ban­ken­ge­setz vom 8. No­vem­ber 19343 (BankG),
ei­ner Ver­si­che­rung nach dem Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 17. De­zem­ber 20044,
ei­nem Ef­fek­ten­händ­ler nach dem Bör­sen­ge­setz vom 24. März 19955 (BEHG),
ei­nem aus­län­di­schen In­sti­tut, das ei­ner gleich­wer­ti­gen pru­den­ti­el­len Auf­sicht un­ter­steht;
für sie ein ver­ein­fach­ter Pro­spekt vor­liegt.
1bisDie Aus­ga­be von struk­tu­rier­ten Pro­duk­ten an nicht qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger durch Son­der­zweck­ge­sell­schaf­ten ist zu­läs­sig, so­fern der Ver­trieb durch ein In­sti­tut nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a er­folgt und ei­ne gleich­wer­ti­ge Si­che­rung ge­währ­leis­tet ist. Der Bun­des­rat re­gelt die An­for­de­run­gen an die gleich­wer­ti­ge Si­che­rung.6
2Der ver­ein­fach­te Pro­spekt muss fol­gen­de An­for­de­run­gen er­fül­len:
Er be­schreibt ge­mä­ss ei­nem ge­norm­ten Sche­ma die we­sent­li­chen Merk­ma­le des struk­tu­rier­ten Pro­dukts (Eck­da­ten), des­sen Ge­winn- und Ver­lus­taus­sich­ten, so­wie die be­deu­ten­den Ri­si­ken für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger.
Er ist für die Durch­schnitts­an­le­ge­rin und den Durch­schnitts­an­le­ger leicht ver­ständ­lich.
Er weist dar­auf hin, dass das struk­tu­rier­te Pro­dukt we­der ei­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge ist noch der Be­wil­li­gung der FIN­MA un­ter­steht.
3Je­der in­ter­es­sier­ten Per­son ist vor der Zeich­nung des Pro­dukts oder vor Ab­schluss des Ver­trags über den Er­werb des Pro­dukts ein vor­läu­fi­ger ver­ein­fach­ter Pro­spekt mit in­di­ka­ti­ven An­ga­ben kos­ten­los an­zu­bie­ten. Zu­dem ist bei Emis­si­on oder bei Ab­schluss des Ver­trags über den Er­werb des Pro­dukts je­der in­ter­es­sier­ten Per­son der de­fi­ni­ti­ve ver­ein­fach­te Pro­spekt kos­ten­los an­zu­bie­ten.7
4Das Pro­spek­ter­for­der­nis von Ar­ti­kel 1156 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts8 gilt in die­sem Fall nicht.
5Im Üb­ri­gen un­ter­ste­hen die struk­tu­rier­ten Pro­duk­te nicht die­sem Ge­setz.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
1Der Bun­des­rat kann im Rah­men der Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen den kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ähn­li­che Ver­mö­gen oder Ge­sell­schaf­ten die­sem Ge­setz ganz oder teil­wei­se un­ter­stel­len oder die­sem Ge­setz un­ter­stell­te Ver­mö­gen oder Ge­sell­schaf­ten von der Un­ter­stel­lung be­frei­en, so­weit der Schutz­zweck die­ses Ge­set­zes dies er­for­dert be­zie­hungs­wei­se da­durch nicht be­ein­träch­tigt wird.
2Er un­ter­brei­tet die ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on nach Ar­ti­kel 151 Ab­satz 1 des Par­la­ments­ge­set­zes vom 13. De­zem­ber 20021 zur Kon­sul­ta­ti­on.
1Kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen sind Ver­mö­gen, die von An­le­ge­rin­nen und An­le­gern zur ge­mein­schaft­li­chen Ka­pi­tal­an­la­ge auf­ge­bracht und für de­ren Rech­nung ver­wal­tet wer­den. Die An­la­ge­be­dürf­nis­se der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger wer­den in gleich­mäs­si­ger Wei­se be­frie­digt.
2Die kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen kön­nen of­fen oder ge­schlos­sen sein.
3Der Bun­des­rat kann die Min­de­stan­zahl der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger je nach Rechts­form und Adres­sa­ten­kreis be­stim­men. Er kann kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen für einen ein­zi­gen qua­li­fi­zier­ten An­le­ger (Ein­an­le­ger­fonds) ge­mä­ss Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 Buch­sta­ben b und c zu­las­sen.1
4Bei Ein­an­le­ger­fonds kön­nen die Fonds­lei­tung und die In­vest­ment­ge­sell­schaft mit va­ria­blem Ka­pi­tal (SI­CAV) die An­la­ge­ent­schei­de an die ein­zi­ge An­le­ge­rin oder an den ein­zi­gen An­le­ger de­le­gie­ren. Die FIN­MA kann die­sen von der Pflicht be­frei­en, sich ei­ner an­er­kann­ten Auf­sicht nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 3 be­zie­hungs­wei­se Ar­ti­kel 36 Ab­satz 3 zu un­ter­stel­len.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
1Of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen wei­sen ent­we­der die Form des ver­trag­li­chen An­la­ge­fonds (Art. 25 ff.) oder die Form der SI­CAV (Art. 36 ff.) auf.
2Bei of­fe­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ha­ben die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger zu­las­ten des Kol­lek­tiv­ver­mö­gens un­mit­tel­bar oder mit­tel­bar einen Rechts­an­spruch auf Rück­ga­be ih­rer An­tei­le zum Net­to­in­ven­tar­wert.
3Die of­fe­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ha­ben ein Fonds­re­gle­ment. Die­ses ent­spricht beim ver­trag­li­chen An­la­ge­fonds dem Kol­lek­ti­v­an­la­ge­ver­trag (Fonds­ver­trag) und bei der SI­CAV den Sta­tu­ten und dem An­la­ge­re­gle­ment.
1Ge­schlos­se­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen wei­sen ent­we­der die Form der Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen (Art. 98 ff.) oder die Form der In­vest­ment­ge­sell­schaft mit fes­tem Ka­pi­tal (SI­CAF, Art. 110 ff.) auf.
2Bei ge­schlos­se­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ha­ben die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger zu­las­ten des Kol­lek­tiv­ver­mö­gens we­der un­mit­tel­bar noch mit­tel­bar einen Rechts­an­spruch auf Rück­ga­be ih­rer An­tei­le zum Net­to­in­ven­tar­wert.
3Die Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen be­ruht auf ei­nem Ge­sell­schafts­ver­trag.
4Die SI­CAF be­ruht auf Sta­tu­ten und er­lässt ein An­la­ge­re­gle­ment.
1An­le­ge­rin­nen und An­le­ger sind na­tür­li­che und ju­ris­ti­sche Per­so­nen so­wie Kol­lek­tiv- und Kom­man­dit­ge­sell­schaf­ten, die An­tei­le an kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen hal­ten.
2Kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ste­hen sämt­li­chen An­le­ge­rin­nen und An­le­gern of­fen, es sei denn, die­ses Ge­setz, das Fonds­re­gle­ment oder die Sta­tu­ten schrän­ken den An­le­ger­kreis auf qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ein.
3Als qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger im Sin­ne die­ses Ge­set­zes gel­ten:1
be­auf­sich­tig­te Fi­nan­zin­ter­me­di­äre wie Ban­ken, Ef­fek­ten­händ­ler, Fonds­lei­tun­gen und Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen so­wie Zen­tral­ban­ken;
be­auf­sich­tig­te Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen;
öf­fent­lich-recht­li­che Kör­per­schaf­ten und Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen mit pro­fes­sio­nel­ler Tre­so­re­rie;
Un­ter­neh­men mit pro­fes­sio­nel­ler Tre­so­re­rie;
3bisVer­mö­gen­de Pri­vat­per­so­nen kön­nen schrift­lich er­klä­ren, dass sie als qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger gel­ten wol­len. Der Bun­des­rat kann die Eig­nung die­ser Per­so­nen als qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger zu­sätz­lich von Be­din­gun­gen, na­ment­lich von fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen, ab­hän­gig ma­chen.4
3terAn­le­ge­rin­nen und An­le­ger, die einen schrift­li­chen Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ver­trag ge­mä­ss Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 Buch­sta­ben b und c ab­ge­schlos­sen ha­ben, gel­ten als qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger, so­fern sie nicht schrift­lich er­klärt ha­ben, dass sie nicht als sol­che gel­ten wol­len.5
4Der Bun­des­rat kann wei­te­re An­le­ger­ka­te­go­ri­en als qua­li­fi­ziert be­zeich­nen.
5Die FIN­MA kann kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ganz oder teil­wei­se von be­stimm­ten Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes be­frei­en, so­fern sie aus­sch­liess­lich qua­li­fi­zier­ten An­le­ge­rin­nen und An­le­gern of­fen­ste­hen und der Schutz­zweck des Ge­set­zes da­durch nicht be­ein­träch­tigt wird, na­ment­lich von den Vor­schrif­ten über:6
die Pflicht zur Er­stel­lung ei­nes Pro­spek­tes;
die Pflicht zur Er­stel­lung ei­nes Halb­jah­res­be­rich­tes;
die Pflicht, den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern das Recht auf je­der­zei­ti­ge Kün­di­gung ein­zuräu­men;
die Pflicht zur Aus­ga­be und Rück­nah­me der An­tei­le in bar;
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Ju­ni 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Ju­ni 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Ju­ni 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Ju­ni 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Ju­ni 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
7 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
An­tei­le sind For­de­run­gen ge­gen die Fonds­lei­tung auf Be­tei­li­gung an Ver­mö­gen und Er­trag des An­la­ge­fonds oder Be­tei­li­gun­gen an der Ge­sell­schaft.
1Die Be­zeich­nung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge darf nicht zu Ver­wechs­lung oder Täu­schung An­lass ge­ben, ins­be­son­de­re nicht in Be­zug auf die An­la­gen.
2Be­zeich­nun­gen wie «An­la­ge­fonds», «In­vest­ment­fonds», «In­vest­ment­ge­sell­schaft mit va­ria­blem Ka­pi­tal», «SI­CAV», «Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen», «KmGK», «In­vest­ment­ge­sell­schaft mit fes­tem Ka­pi­tal» und «SI­CAF» dür­fen nur für die ent­spre­chen­den, die­sem Ge­setz un­ter­stell­ten kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ver­wen­det wer­den.1
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III des BG vom 25. Sept. 2015 (Fir­men­recht), in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1507; BBl 2014 9305).
1Wer kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ver­wal­tet, auf­be­wahrt oder an nicht qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ver­treibt, braucht ei­ne Be­wil­li­gung der FIN­MA.1
2Ei­ne Be­wil­li­gung be­an­tra­gen müs­sen:
die Fonds­lei­tung;
die SI­CAV;
die Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen;
die SI­CAF;
die De­pot­bank schwei­ze­ri­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen;
der Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen;
der Ver­triebs­trä­ger;
der Ver­tre­ter aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen.
3Der Bun­des­rat kann Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, Ver­triebs­trä­ger so­wie Ver­tre­ter, die be­reits ei­ner an­de­ren gleich­wer­ti­gen staat­li­chen Auf­sicht un­ter­ste­hen, von der Be­wil­li­gungs­pflicht be­frei­en.4
5Die Per­so­nen nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben a-d dür­fen erst nach Er­tei­lung der Be­wil­li­gung durch die FIN­MA in das Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wer­den.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
5 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
1Die Be­wil­li­gung wird er­teilt, wenn:
die für die Ver­wal­tung und Ge­schäfts­füh­rung ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen einen gu­ten Ruf ge­nies­sen, Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäfts­füh­rung bie­ten und die er­for­der­li­chen fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen auf­wei­sen;
die qua­li­fi­ziert Be­tei­lig­ten einen gu­ten Ruf ge­nies­sen und sich ihr Ein­fluss nicht zum Scha­den ei­ner um­sich­ti­gen und so­li­den Ge­schäftstä­tig­keit aus­wirkt;
durch in­ter­ne Vor­schrif­ten und ei­ne an­ge­mes­se­ne Be­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on die Er­fül­lung der Pflich­ten aus die­sem Ge­setz si­cher­ge­stellt ist;
aus­rei­chen­de fi­nan­zi­el­le Ga­ran­ti­en vor­lie­gen;
die in den ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen des Ge­set­zes auf­ge­führ­ten zu­sätz­li­chen Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind.
1bisSo­fern es sich bei fi­nan­zi­el­len Ga­ran­ti­en um Ka­pi­talan­for­de­run­gen han­delt, kann der Bun­des­rat hö­he­re Ka­pi­talan­for­de­run­gen als nach dem Ob­li­ga­tio­nen­recht1 vor­se­hen.2
1terDer Bun­des­rat kann, un­ter Be­rück­sich­ti­gung in­ter­na­tio­na­ler Ent­wick­lun­gen, zu­sätz­li­che Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen fest­le­gen. Er kann zu­dem die Er­tei­lung der Be­wil­li­gung vom Ab­schluss ei­ner Be­rufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung oder vom Nach­weis fi­nan­zi­el­ler Ga­ran­ti­en ab­hän­gig ma­chen.3
2Die FIN­MA kann die Er­tei­lung der Be­wil­li­gung zu­dem da­von ab­hän­gig ma­chen, ob die Ein­hal­tung von Ver­hal­tens­re­geln ei­ner Bran­chen­or­ga­ni­sa­ti­on si­cher­ge­stellt ist.
3Als qua­li­fi­ziert be­tei­ligt gel­ten, so­fern sie an den Per­so­nen nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 di­rekt oder in­di­rekt mit min­des­tens 10 Pro­zent des Ka­pi­tals oder der Stim­men be­tei­ligt sind oder ih­re Ge­schäftstä­tig­keit auf an­de­re Wei­se mass­ge­bend be­ein­flus­sen kön­nen:
na­tür­li­che und ju­ris­ti­sche Per­so­nen:
Kol­lek­tiv- und Kom­man­dit­ge­sell­schaf­ten;
wirt­schaft­lich mit­ein­an­der ver­bun­de­ne Per­so­nen, die die­ses Kri­te­ri­um ge­mein­sam er­fül­len.4
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 14 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829).
1Der Ge­neh­mi­gung der FIN­MA be­dür­fen fol­gen­de Do­ku­men­te:
der Kol­lek­ti­v­an­la­ge­ver­trag des An­la­ge­fonds (Art. 25);
die Sta­tu­ten und das An­la­ge­re­gle­ment der SI­CAV;
die Sta­tu­ten und das An­la­ge­re­gle­ment der SI­CAF;
die ent­spre­chen­den Do­ku­men­te aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, die an nicht qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ver­trie­ben wer­den.
2Ist der An­la­ge­fonds oder die SI­CAV als of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge mit Teil­ver­mö­gen (Art. 92 ff.) aus­ge­stal­tet, so be­darf je­des Teil­ver­mö­gen be­zie­hungs­wei­se je­de Ak­ti­en­ka­te­go­rie ei­ner ei­ge­nen Ge­neh­mi­gung.
Än­dern sich die der Be­wil­li­gung be­zie­hungs­wei­se der Ge­neh­mi­gung zu­grun­de lie­gen­den Um­stän­de, so ist für die Wei­ter­füh­rung der Tä­tig­keit vor­gän­gig die Be­wil­li­gung be­zie­hungs­wei­se Ge­neh­mi­gung der FIN­MA ein­zu­ho­len.
Der Bun­des­rat kann für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ein ver­ein­fach­tes Be­wil­li­gungs- und Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren vor­se­hen.
2. Abschnitt: Vermögensverwalter kollektiver Kapitalanlagen
1Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen mit Sitz in der Schweiz kann sein:
ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son in der Form ei­ner Ak­ti­en­ge­sell­schaft, ei­ner Kom­man­di­tak­ti­en­ge­sell­schaft oder ei­ner Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung;
ei­ne Kol­lek­tiv- und Kom­man­dit­ge­sell­schaft;
ei­ne schwei­ze­ri­sche Zweignie­der­las­sung ei­nes aus­län­di­schen Ver­mö­gens­ver­wal­ters kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, so­fern:
die­ser, ein­sch­liess­lich der Zweignie­der­las­sung, an sei­nem Sitz ei­ner an­ge­mes­se­nen Auf­sicht un­ter­steht,
die­ser aus­rei­chend or­ga­ni­siert ist und über ge­nü­gend fi­nan­zi­el­le Mit­tel und qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal ver­fügt, um in der Schweiz ei­ne Zweignie­der­las­sung zu be­trei­ben, und
ei­ne Ver­ein­ba­rung über Zu­sam­men­ar­beit und In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen der FIN­MA und den re­le­van­ten aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den be­steht.
2Die FIN­MA kann Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen, die ei­ner Fi­nanz­grup­pe oder ei­nem Fi­nanz­kon­glo­me­rat an­ge­hö­ren, ei­ner Grup­pen- oder Kon­glo­me­rat­s­auf­sicht un­ter­stel­len, so­fern in­ter­na­tio­na­le Stan­dards dies ver­lan­gen.
3Die FIN­MA kann Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen in be­grün­de­ten Fäl­len von Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes ganz oder teil­wei­se be­frei­en, so­fern:
der Schutz­zweck des Ge­set­zes nicht be­ein­träch­tigt wird; und
ih­nen die Ver­mö­gens­ver­wal­tung von kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ein­zig von fol­gen­den Per­so­nen über­tra­gen wor­den ist:
Be­wil­li­gungs­trä­gern nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a-d und f, oder
aus­län­di­schen Fonds­lei­tun­gen oder Ge­sell­schaf­ten, die hin­sicht­lich Or­ga­ni­sa­ti­on und An­le­ger­rech­te ei­ner Re­ge­lung un­ter­ste­hen, die mit den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes gleich­wer­tig ist.
1Der Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen stellt für ei­ne oder meh­re­re kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen die Port­fo­lio­ver­wal­tung und das Risk­ma­na­ge­ment si­cher.
2Er kann im Rah­men die­ser Auf­ga­ben zu­sätz­lich ad­mi­nis­tra­ti­ve Tä­tig­kei­ten aus­füh­ren. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 31.
3Über­dies darf er ins­be­son­de­re fol­gen­de wei­te­re Dienst­leis­tun­gen er­brin­gen:
Fonds­ge­schäft für aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, so­fern ei­ne Ver­ein­ba­rung über Zu­sam­men­ar­beit und In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen der FIN­MA und den für das Fonds­ge­schäft re­le­van­ten aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den be­steht und das aus­län­di­sche Recht ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung ver­langt;
in­di­vi­du­el­le Ver­wal­tung ein­zel­ner Port­fo­li­os;
An­la­ge­be­ra­tung;
Ver­trieb kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen;
Ver­tre­tung aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen.
1Der Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen kann Auf­ga­ben de­le­gie­ren, so­weit dies im In­ter­es­se ei­ner sach­ge­rech­ten Ver­wal­tung liegt.
2Er be­auf­tragt aus­sch­liess­lich Per­so­nen, die für die ein­wand­freie Aus­füh­rung der Auf­ga­be qua­li­fi­ziert sind, und stellt de­ren In­struk­ti­on so­wie die Über­wa­chung und die Kon­trol­le der Durch­füh­rung des Auf­trags si­cher.
3An­la­ge­ent­schei­de darf er nur Ver­mö­gens­ver­wal­tern kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen de­le­gie­ren, die ei­ner an­er­kann­ten Auf­sicht un­ter­ste­hen.
4Ver­langt das aus­län­di­sche Recht ei­ne Ver­ein­ba­rung über Zu­sam­men­ar­beit und In­for­ma­ti­ons­aus­tausch mit den aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den, so darf er An­la­ge­ent­schei­de nur an einen Ver­mö­gens­ver­wal­ter im Aus­land de­le­gie­ren, wenn ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung zwi­schen der FIN­MA und den für die be­tref­fen­den An­la­ge­ent­schei­de re­le­van­ten aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den be­steht.
Der Wech­sel des Ver­mö­gens­ver­wal­ters kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen ist der FIN­MA vor­gän­gig zu mel­den.
1bisEin Fi­nan­zin­ter­me­di­är darf aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, die aus­sch­liess­lich an qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ver­trie­ben wer­den sol­len, nur ver­trei­ben, wenn er in der Schweiz oder im Sitz­staat an­ge­mes­sen be­auf­sich­tigt ist.2
2Der Bun­des­rat legt die Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen fest.
3Er kann die Be­wil­li­gung ins­be­son­de­re von aus­rei­chen­den fi­nan­zi­el­len und be­ruf­li­chen Ga­ran­ti­en der Ver­triebs­trä­ger ab­hän­gig ma­chen.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
1Die Be­wil­li­gungs­trä­ger und ih­re Be­auf­trag­ten er­fül­len ins­be­son­de­re die fol­gen­den Pflich­ten:1
Treue­pflicht: Sie han­deln un­ab­hän­gig und wah­ren aus­sch­liess­lich die In­ter­es­sen der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger;
Sorg­falts­pflicht: Sie tref­fen die or­ga­ni­sa­to­ri­schen Mass­nah­men, die für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäfts­füh­rung er­for­der­lich sind;
In­for­ma­ti­ons­pflicht: Sie ge­währ­leis­ten ei­ne trans­pa­ren­te Re­chen­schafts­ab­la­ge und in­for­mie­ren an­ge­mes­sen über die von ih­nen ver­wal­te­ten, ver­wahr­ten und ver­trie­be­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen; sie le­gen sämt­li­che den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern di­rekt oder in­di­rekt be­las­te­ten Ge­büh­ren und Kos­ten so­wie de­ren Ver­wen­dung of­fen; über Ent­schä­di­gun­gen für den Ver­trieb kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen in Form von Pro­vi­sio­nen, Cour­ta­gen und an­de­ren geld­wer­ten Vor­tei­len in­for­mie­ren sie die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger voll­stän­dig, wahr­heits­ge­treu und ver­ständ­lich.
2Die FIN­MA kann Ver­hal­tens­re­geln von Bran­chen­or­ga­ni­sa­tio­nen als Min­dest­stan­dards fest­le­gen.
3Die Be­wil­li­gungs­trä­ger tref­fen für ih­re ge­sam­te Ge­schäftstä­tig­keit al­le zur Er­fül­lung die­ser Pflich­ten not­wen­di­gen Mass­nah­men.3
1Die Be­wil­li­gungs­trä­ger und ih­re Be­auf­trag­ten be­fol­gen ei­ne An­la­ge­po­li­tik, die dau­ernd mit dem in den ent­spre­chen­den Do­ku­men­ten fest­ge­leg­ten An­la­ge­cha­rak­ter der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge über­ein­stimmt.
2Sie dür­fen im Zu­sam­men­hang mit dem Er­werb und der Ver­äus­se­rung von Sa­chen und Rech­ten für sich wie für Drit­te nur die Ver­gü­tun­gen ent­ge­gen­neh­men, die in den ent­spre­chen­den Do­ku­men­ten vor­ge­se­hen sind. Re­tro­zes­sio­nen und an­de­re Ver­mö­gens­vor­tei­le sind der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge gut­zu­schrei­ben.
3Sie dür­fen An­la­gen auf ei­ge­ne Rech­nung nur zum Markt­preis über­neh­men und An­la­gen aus ei­ge­nen Be­stän­den nur zum Markt­preis ab­tre­ten.
1Ge­gen­par­tei­en für Ef­fek­ten­han­dels­ge­schäf­te und sons­ti­ge Trans­ak­tio­nen sind sorg­fäl­tig aus­zu­wäh­len. Sie müs­sen Ge­währ für die best­mög­li­che Er­fül­lung der Trans­ak­tio­nen in preis­mäs­si­ger, zeit­li­cher und quan­ti­ta­ti­ver Hin­sicht bie­ten.
2Die Aus­wahl der Ge­gen­par­tei­en ist in re­gel­mäs­si­gen Ab­stän­den zu über­prü­fen.
3Ver­ein­ba­run­gen, wel­che die Ent­schei­dungs­frei­heit der Be­wil­li­gungs­trä­ger oder ih­rer Be­auf­trag­ten ein­schrän­ken, sind un­zu­läs­sig.
1Die mit den An­la­gen ver­bun­de­nen Mit­glied­schafts- und Gläu­bi­ger­rech­te sind un­ab­hän­gig und aus­sch­liess­lich im In­ter­es­se der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger aus­zuü­ben.
2Ar­ti­kel 685d Ab­satz 2 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 fin­det auf An­la­ge­fonds kei­ne An­wen­dung.
3Ver­wal­tet ei­ne Fonds­lei­tung meh­re­re An­la­ge­fonds, so wird die Hö­he der Be­tei­li­gung im Hin­blick auf die pro­zent­mäs­si­ge Be­gren­zung nach Ar­ti­kel 685d Ab­satz 1 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts für je­den An­la­ge­fonds ein­zeln be­rech­net.
4Ab­satz 3 gilt auch für je­des Teil­ver­mö­gen ei­ner of­fe­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge im Sin­ne von Ar­ti­kel 92 ff.
Art. 24 Weitere Verhaltensregeln
1Die Be­wil­li­gungs­trä­ger tref­fen die Vor­keh­run­gen, die not­wen­dig sind, um ei­ne se­ri­öse Ak­qui­si­ti­on und ob­jek­ti­ve Be­ra­tung der Kun­din­nen und Kun­den zu ge­währ­leis­ten.
2Zie­hen sie Drit­te zum Ver­trieb von An­tei­len an kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen bei, so schlies­sen sie mit die­sen Ver­triebs­ver­trä­ge ab.
3Die Be­wil­li­gungs­trä­ger und die zum Ver­trieb bei­ge­zo­ge­nen Drit­ten hal­ten die von ih­nen er­ho­be­nen Be­dürf­nis­se der Kun­din oder des Kun­den so­wie die Grün­de für je­de Emp­feh­lung für den Er­werb ei­ner be­stimm­ten kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge schrift­lich fest. Die­ses schrift­li­che Pro­to­koll wird der Kun­din oder dem Kun­den über­ge­ben.2
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
1Der ver­trag­li­che An­la­ge­fonds (An­la­ge­fonds) ba­siert auf ei­nem Kol­lek­ti­v­an­la­ge­ver­trag (Fonds­ver­trag), durch den sich die Fonds­lei­tung ver­pflich­tet:
die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger nach Mass­ga­be der von ih­nen er­wor­be­nen Fondsan­tei­le am An­la­ge­fonds zu be­tei­li­gen;
das Fonds­ver­mö­gen ge­mä­ss den Be­stim­mun­gen des Fonds­ver­trags selb­stän­dig und im ei­ge­nen Na­men zu ver­wal­ten.
2Die De­pot­bank nimmt nach Mass­ga­be der ihr durch Ge­setz und Fonds­ver­trag über­tra­ge­nen Auf­ga­ben am Fonds­ver­trag teil.
3Der An­la­ge­fonds weist ein Min­dest­ver­mö­gen auf. Der Bun­des­rat legt des­sen Hö­he fest und die Frist, in­ner­halb der es ge­äuf­net wer­den muss.
1Die Fonds­lei­tung stellt den Fonds­ver­trag auf und un­ter­brei­tet die­sen mit Zu­stim­mung der De­pot­bank der FIN­MA zur Ge­neh­mi­gung.
2Der Fonds­ver­trag um­schreibt die Rech­te und Pflich­ten der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger, der Fonds­lei­tung und der De­pot­bank.
3Der Bun­des­rat legt den Min­des­tin­halt fest.1
1Die Fonds­lei­tung hat Än­de­run­gen des Fonds­ver­trags mit Zu­stim­mung der De­pot­bank der FIN­MA zur Ge­neh­mi­gung ein­zu­rei­chen.
2Än­dert die Fonds­lei­tung den Fonds­ver­trag, so ver­öf­fent­licht sie ei­ne Zu­sam­men­fas­sung der we­sent­li­chen Än­de­run­gen im Vor­aus mit dem Hin­weis auf die Stel­len, wo die Ver­trags­än­de­run­gen im Wort­laut kos­ten­los be­zo­gen wer­den kön­nen.
3In den Pu­bli­ka­tio­nen sind die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger auf die Mög­lich­keit hin­zu­wei­sen, bei der FIN­MA in­nert 30 Ta­gen nach der Pu­bli­ka­ti­on Ein­wen­dun­gen zu er­he­ben. Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach dem Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz vom 20. De­zem­ber 19681 (VwVG). Die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger sind fer­ner dar­auf hin­zu­wei­sen, dass sie un­ter Be­ach­tung der ver­trag­li­chen oder re­gle­men­ta­ri­schen Frist die Aus­zah­lung ih­rer An­tei­le in bar ver­lan­gen kön­nen.2
4Die FIN­MA ver­öf­fent­licht ih­ren Ent­scheid in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen.
1Die Fonds­lei­tung muss ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft mit Sitz und Haupt­ver­wal­tung in der Schweiz sein.
2Sie muss ein Min­dest­ka­pi­tal auf­wei­sen. Der Bun­des­rat legt des­sen Hö­he fest.
3Das Ak­ti­en­ka­pi­tal ist in Na­men­ak­ti­en auf­zu­tei­len.
4Die Fonds­lei­tung muss ei­ne für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben ge­eig­ne­te Or­ga­ni­sa­ti­on ha­ben. Sie legt die Auf­ga­ben und Kom­pe­ten­zen in den Sta­tu­ten und im Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment fest.
5Die ge­schäfts­füh­ren­den Per­so­nen der Fonds­lei­tung und der De­pot­bank müs­sen von der je­weils an­de­ren Ge­sell­schaft un­ab­hän­gig sein.
1Haupt­zweck der Fonds­lei­tung ist die Aus­übung des Fonds­ge­schäfts. Da­ne­ben darf sie na­ment­lich fol­gen­de wei­te­re Dienst­leis­tun­gen er­brin­gen:
Auf­be­wah­rung und tech­ni­sche Ver­wal­tung kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen.
2Für die Aus­übung des Fonds­ge­schäfts für aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen gilt Ar­ti­kel 18a Ab­satz 3 Buch­sta­be a.
Die Fonds­lei­tung ver­wal­tet den An­la­ge­fonds für Rech­nung der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger selb­stän­dig und in ei­ge­nem Na­men. Ins­be­son­de­re:
ent­schei­det sie über die Aus­ga­be von An­tei­len, die An­la­gen und de­ren Be­wer­tung;
be­rech­net sie den Net­to­in­ven­tar­wert;
setzt sie Aus­ga­be- und Rück­nah­me­prei­se so­wie Ge­win­naus­schüt­tun­gen fest;
macht sie al­le zum An­la­ge­fonds ge­hö­ren­den Rech­te gel­tend.
1Die Fonds­lei­tung kann die An­la­ge­ent­schei­de so­wie Tei­lauf­ga­ben de­le­gie­ren, so­weit dies im In­ter­es­se ei­ner sach­ge­rech­ten Ver­wal­tung liegt.
2Sie be­auf­tragt aus­sch­liess­lich Per­so­nen, die für die ein­wand­freie Aus­füh­rung der Auf­ga­be qua­li­fi­ziert sind, und stellt die In­struk­ti­on so­wie Über­wa­chung und Kon­trol­le der Durch­füh­rung des Auf­tra­ges si­cher.
3An­la­ge­ent­schei­de darf sie nur an Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen de­le­gie­ren, die ei­ner an­er­kann­ten Auf­sicht un­ter­ste­hen.1
4Ver­langt das aus­län­di­sche Recht ei­ne Ver­ein­ba­rung über Zu­sam­men­ar­beit und In­for­ma­ti­ons­aus­tausch mit den aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den, so darf sie An­la­ge­ent­schei­de nur an einen Ver­mö­gens­ver­wal­ter im Aus­land de­le­gie­ren, wenn ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung zwi­schen der FIN­MA und den für die be­tref­fen­den An­la­ge­ent­schei­de re­le­van­ten aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den be­steht.2
5Für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, die in der Eu­ro­päi­schen Uni­on auf­grund ei­nes Ab­kom­mens er­leich­tert ver­trie­ben wer­den, dür­fen die An­la­ge­ent­schei­de we­der an die De­pot­bank noch an an­de­re Un­ter­neh­men de­le­giert wer­den, de­ren In­ter­es­sen mit de­nen der Fonds­lei­tung oder der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger kol­li­die­ren kön­nen.3
6Für Hand­lun­gen der Be­auf­trag­ten haf­tet die Fonds­lei­tung wie für ei­ge­nes Han­deln.4
1Zwi­schen den ei­ge­nen Mit­teln der Fonds­lei­tung und dem Ge­samt­ver­mö­gen der von ihr ver­wal­te­ten kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen muss ein an­ge­mes­se­nes Ver­hält­nis be­ste­hen. Der Bun­des­rat re­gelt die­ses Ver­hält­nis.
2Die FIN­MA kann in be­son­de­ren Fäl­len Er­leich­te­run­gen ge­wäh­ren oder Ver­schär­fun­gen an­ord­nen.
3Die Fonds­lei­tung darf die vor­ge­schrie­be­nen ei­ge­nen Mit­tel we­der in Fondsan­tei­len an­le­gen, die sie sel­ber aus­ge­ge­ben hat, noch ih­ren Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­nären oder die­sen na­he ste­hen­den na­tür­li­chen und ju­ris­ti­schen Per­so­nen aus­lei­hen. Das Hal­ten flüs­si­ger Mit­tel bei der De­pot­bank gilt nicht als Aus­lei­he.
1Die Fonds­lei­tung hat An­spruch auf:
die im Fonds­ver­trag vor­ge­se­he­nen Ver­gü­tun­gen;
Be­frei­ung von den Ver­bind­lich­kei­ten, die sie in rich­ti­ger Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben ein­ge­gan­gen ist;
Er­satz der Auf­wen­dun­gen, die sie zur Er­fül­lung die­ser Ver­bind­lich­kei­ten ge­macht hat.
2Die­se An­sprü­che wer­den aus den Mit­teln des An­la­ge­fonds er­füllt. Die per­sön­li­che Haf­tung der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ist aus­ge­schlos­sen.
1Die Rech­te und Pflich­ten der Fonds­lei­tung kön­nen von ei­ner an­de­ren Fonds­lei­tung über­nom­men wer­den.
2Der Über­nah­me­ver­trag zwi­schen der bis­he­ri­gen und der neu­en Fonds­lei­tung be­darf zu sei­ner Gül­tig­keit der schrift­li­chen Form so­wie der Zu­stim­mung der De­pot­bank und der Ge­neh­mi­gung der FIN­MA.
3Die bis­he­ri­ge Fonds­lei­tung gibt den ge­plan­ten Wech­sel vor der Ge­neh­mi­gung durch die FIN­MA in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen be­kannt.1
4In den Pu­bli­ka­tio­nen sind die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger auf die Mög­lich­keit hin­zu­wei­sen, bei der FIN­MA in­nert 30 Ta­gen nach der Pu­bli­ka­ti­on Ein­wen­dun­gen zu er­he­ben. Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach dem VwVG2.3
5Die FIN­MA ge­neh­migt den Wech­sel der Fonds­lei­tung, wenn die ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten ein­ge­hal­ten sind und die Fort­füh­rung des An­la­ge­fonds im In­ter­es­se der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger liegt.
6Sie ver­öf­fent­licht den Ent­scheid in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen.
1Sa­chen und Rech­te, die zum An­la­ge­fonds ge­hö­ren, wer­den im Kon­kurs der Fonds­lei­tung zu­guns­ten der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ab­ge­son­dert. Vor­be­hal­ten blei­ben die An­sprü­che der Fonds­lei­tung nach Ar­ti­kel 33.1
2Schul­den der Fonds­lei­tung, die sich nicht aus dem Fonds­ver­trag er­ge­ben, kön­nen nicht mit For­de­run­gen, die zum An­la­ge­fonds ge­hö­ren, ver­rech­net wer­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 18. März 2011 (Si­che­rung der Ein­la­gen), in Kraft seit 1. Sept. 2011 (AS 2011 3919; BBl 2010 3993).
Art. 36 Begriff und Aufgaben
1Die SI­CAV ist ei­ne Ge­sell­schaft:
de­ren Ka­pi­tal und An­zahl Ak­ti­en nicht im Vor­aus be­stimmt sind;
de­ren Ka­pi­tal in Un­ter­neh­mer- und An­le­gerak­ti­en auf­ge­teilt ist;
für de­ren Ver­bind­lich­kei­ten nur das Ge­sell­schafts­ver­mö­gen haf­tet;
de­ren aus­sch­liess­li­cher Zweck die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge ist.
2Die SI­CAV weist ein Min­dest­ver­mö­gen auf. Der Bun­des­rat legt des­sen Hö­he fest und die Frist, in­ner­halb der die­ses ge­äuf­net wer­den muss.
3An­la­ge­ent­schei­de darf die SI­CAV nur an Ver­mö­gens­ver­wal­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen de­le­gie­ren, die ei­ner an­er­kann­ten Auf­sicht un­ter­ste­hen. Die Ar­ti­kel 30 und 31 Ab­sät­ze 1-5 gel­ten sinn­ge­mä­ss.2
1Die Grün­dung der SI­CAV rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes1 über die Grün­dung der Ak­ti­en­ge­sell­schaft; aus­ge­nom­men sind die Be­stim­mun­gen über die Sachein­la­gen, die Sach­über­nah­men und die be­son­de­ren Vor­tei­le.
2Der Bun­des­rat legt fest, wie hoch die Min­de­stein­la­ge im Zeit­punkt der Grün­dung ei­ner SI­CAV sein muss.2
1Die Fir­ma muss die Be­zeich­nung der Rechts­form oder de­ren Ab­kür­zung (SI­CAV) ent­hal­ten.
2Im Üb­ri­gen kom­men die Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes1 über die Fir­ma der Ak­ti­en­ge­sell­schaft zur An­wen­dung.
1Zwi­schen den Ein­la­gen der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre und dem Ge­samt­ver­mö­gen der SI­CAV muss ein an­ge­mes­se­nes Ver­hält­nis be­ste­hen. Der Bun­des­rat re­gelt die­ses Ver­hält­nis.
1Die Un­ter­neh­me­rak­ti­en lau­ten auf den Na­men.
2Die Un­ter­neh­mer- und die An­le­gerak­ti­en wei­sen kei­nen Nenn­wert auf und müs­sen voll­stän­dig in bar li­be­riert sein.
3Die Ak­ti­en sind frei über­trag­bar. Die Sta­tu­ten kön­nen den An­le­ger­kreis auf qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ein­schrän­ken, wenn die Ak­ti­en der SI­CAV nicht an ei­ner Bör­se ko­tiert sind. Ver­wei­gert die SI­CAV ih­re Zu­stim­mung zur Über­tra­gung der Ak­ti­en, so kommt Ar­ti­kel 82 zur An­wen­dung.
4Die Sta­tu­ten kön­nen ver­schie­de­ne Ka­te­go­ri­en von Ak­ti­en vor­se­hen, de­nen un­ter­schied­li­che Rech­te zu­kom­men.
5Die Aus­ga­be von Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­nen, Ge­nuss­schei­nen und Vor­zugs­ak­ti­en ist un­ter­sagt.
1Die Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre leis­ten die für die Grün­dung der SI­CAV er­for­der­li­che Min­de­stein­la­ge.
2Sie be­schlies­sen die Auf­lö­sung der SI­CAV und von de­ren Teil­ver­mö­gen nach Ar­ti­kel 96 Ab­sät­ze 2 und 3.1
3Im Üb­ri­gen fin­den die Be­stim­mun­gen über die Rech­te der Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre (Art. 46 ff.) An­wen­dung.
4Die Rech­te und Pflich­ten der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre ge­hen mit der Über­tra­gung der Ak­ti­en auf den Er­wer­ber über.
1So­weit Ge­setz und Sta­tu­ten nichts an­de­res vor­se­hen, kann die SI­CAV je­der­zeit zum Net­to­in­ven­tar­wert neue Ak­ti­en aus­ge­ben und muss, auf Er­su­chen ei­ner Ak­tio­nä­rin oder ei­nes Ak­tio­närs, aus­ge­ge­be­ne Ak­ti­en je­der­zeit zum Net­to­in­ven­tar­wert zu­rück­neh­men. Da­zu be­darf es we­der ei­ner Sta­tu­ten­än­de­rung noch ei­nes Han­dels­re­gis­te­r­ein­trags.
2Die SI­CAV darf we­der di­rekt noch in­di­rekt ei­ge­ne Ak­ti­en hal­ten.
3Die Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre ha­ben kei­nen An­spruch auf den Teil der neu aus­ge­ge­be­nen Ak­ti­en, der ih­rer bis­he­ri­gen Be­tei­li­gung ent­spricht. Im Fal­le von Im­mo­bi­li­en­fonds bleibt Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 vor­be­hal­ten.
4Im Üb­ri­gen rich­ten sich die Aus­ga­be und die Rück­nah­me der Ak­ti­en nach den Ar­ti­keln 78-82.
die Fir­ma und den Sitz;
die Min­de­stein­la­ge;
die Ein­be­ru­fung der Ge­ne­ral­ver­samm­lung;
die Or­ga­ne;
die Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­ne.
2Zu ih­rer Ver­bind­lich­keit be­dür­fen der Auf­nah­me in die Sta­tu­ten Be­stim­mun­gen über:
die Dau­er;
die Ein­schrän­kung des Ak­tio­när­s­krei­ses auf qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger und die da­mit ver­bun­de­ne Be­schrän­kung der Über­trag­bar­keit der Ak­ti­en (Art. 40 Abs. 3);
die Ka­te­go­ri­en von Ak­ti­en und die da­mit ver­bun­de­nen Rech­te;
die De­le­ga­ti­on der Ge­schäfts­füh­rung und der Ver­tre­tung so­wie de­ren Mo­da­li­tä­ten (Art. 51);
die Ab­stim­mung auf dem Kor­re­spon­den­z­weg.
Die SI­CAV stellt ein An­la­ge­re­gle­ment auf. Sein In­halt rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen über den Fonds­ver­trag, so­weit die­ses Ge­setz und die Sta­tu­ten nichts an­de­res vor­se­hen.
Art. 44a Depotbank
1Die SI­CAV muss ei­ne De­pot­bank nach den Ar­ti­keln 72-74 bei­zie­hen.
2Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Fäl­len Aus­nah­men von die­ser Pflicht be­wil­li­gen, so­fern:
die SI­CAV aus­sch­liess­lich qua­li­fi­zier­ten An­le­ge­rin­nen und An­le­gern of­fen­steht;
ein oder meh­re­re In­sti­tu­te, wel­che ei­ner gleich­wer­ti­gen Auf­sicht un­ter­ste­hen, die mit der Ab­wick­lung ver­bun­de­nen Trans­ak­tio­nen vor­neh­men und für sol­che Trans­ak­tio­nen spe­zia­li­siert sind («Pri­me Bro­ker»); und
si­cher­ge­stellt ist, dass die «Pri­me Bro­ker» oder die zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den der «Pri­me Bro­ker» der FIN­MA al­le Aus­künf­te und Un­ter­la­gen er­tei­len, die die­se zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­be be­nö­tigt.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
Art. 45 Verhältnis zum Finanzmarktinfrastrukturgesetz
Die Be­stim­mun­gen über öf­fent­li­che Kau­f­an­ge­bo­te (Art. 125‒141 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 20152) sind auf die SI­CAV nicht an­wend­bar.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 9 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
1Die Mit­glied­schafts­rech­te aus­üben kann, wer von der SI­CAV als Ak­tio­nä­rin oder als Ak­tio­när an­er­kannt ist.
2Die Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre kön­nen ih­re Ak­ti­en in der Ge­ne­ral­ver­samm­lung selbst ver­tre­ten oder durch einen Drit­ten ver­tre­ten las­sen. So­fern die Sta­tu­ten nichts an­de­res vor­se­hen, brau­chen die­se nicht Ak­tio­nä­rin­nen oder Ak­tio­näre zu sein.
3Die SI­CAV führt ein Ak­ti­en­buch, in wel­ches die Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und Un­ter­neh­me­rak­tio­näre mit Na­men und Adres­sen ein­ge­tra­gen wer­den. Sie führt zu­dem nach Ar­ti­kel 697l des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 ein Ver­zeich­nis der Per­so­nen, die an den Ak­ti­en der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­nären wirt­schaft­lich be­rech­tigt sind.2
4Die Sta­tu­ten kön­nen vor­se­hen, dass die Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre so­wie die An­le­gerak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre so­wohl bei der selbst- als auch bei der fremd­ver­wal­te­ten SI­CAV einen An­spruch auf min­des­tens je einen Ver­wal­tungs­rats­sitz ha­ben.3
2 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I 6 des BG vom 12. Dez. 2014 zur Um­set­zung der 2012 re­vi­dier­ten Emp­feh­lun­gen der Grou­pe d'ac­ti­on fi­nan­ciè­re, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1389; BBl2014 605).
1Die Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre, de­ren Ak­ti­en nicht an ei­ner Bör­se ko­tiert sind, un­ter­ste­hen der Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 697j des Ob­li­ga­tio­nen­rechts2.
2Die Fol­gen der Nicht­ein­hal­tung der Mel­de­pflicht be­stim­men sich nach Ar­ti­kel 697m des Ob­li­ga­tio­nen­rechts.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 6 des BG vom 12. Dez. 2014 zur Um­set­zung der 2012 re­vi­dier­ten Emp­feh­lun­gen der Grou­pe d'ac­ti­on fi­nan­ciè­re, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1389; BBl2014 605).
Art. 47 Stimmrechte
1Je­de Ak­tie ent­spricht ei­ner Stim­me.
2Der Bun­des­rat kann die FIN­MA er­mäch­ti­gen, die Zer­le­gung oder die Zu­sam­men­le­gung von Ak­ti­en ei­ner Ak­ti­en­ka­te­go­rie an­zu­ord­nen.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829).
Die Kon­troll­rech­te rich­ten sich nach den Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes1 über die Kon­troll­rech­te der Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre, so­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht.
Im Üb­ri­gen kom­men die Ar­ti­kel 78 ff. zur An­wen­dung.
1Obers­tes Or­gan der SI­CAV ist die Ge­ne­ral­ver­samm­lung der Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre.
2Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung fin­det jähr­lich in­ner­halb von vier Mo­na­ten nach Ab­schluss des Ge­schäfts­jah­res statt.
3So­fern der Bun­des­rat nichts an­de­res vor­sieht, kom­men im Üb­ri­gen die Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 über die Ge­ne­ral­ver­samm­lung der Ak­ti­en­ge­sell­schaft zur An­wen­dung.2
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829).
1Der Ver­wal­tungs­rat be­steht aus min­des­tens drei und höchs­tens sie­ben Mit­glie­dern.
2Die Sta­tu­ten kön­nen den Ver­wal­tungs­rat er­mäch­ti­gen, die Ge­schäfts­füh­rung und die Ver­tre­tung nach Mass­ga­be des Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ments ganz oder teil­wei­se an ein­zel­ne Mit­glie­der oder Drit­te zu über­tra­gen.
3Die ge­schäfts­füh­ren­den Per­so­nen der SI­CAV und der De­pot­bank müs­sen von der je­weils an­de­ren Ge­sell­schaft un­ab­hän­gig sein.
4Der Ver­wal­tungs­rat er­stellt den Pro­spekt so­wie die We­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger oder den ver­ein­fach­ten Pro­spekt.1
5Die Ad­mi­nis­tra­ti­on der SI­CAV darf nur an ei­ne be­wil­lig­te Fonds­lei­tung nach Ar­ti­kel 28 ff. de­le­giert wer­den.
6So­fern der Bun­des­rat nichts an­de­res vor­sieht, kom­men im Üb­ri­gen die Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rechts2 über den Ver­wal­tungs­rat der Ak­ti­en­ge­sell­schaft zur An­wen­dung.3
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 14 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829).
Die SI­CAV be­zeich­net ei­ne Prüf­ge­sell­schaft (Art. 126 ff.).
Ef­fek­ten­fonds sind of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, die ih­re Mit­tel in Ef­fek­ten an­le­gen und dem Recht der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaf­ten ent­spre­chen.
1Für Ef­fek­ten­fonds zu­läs­sig sind An­la­gen in mas­sen­wei­se aus­ge­ge­be­ne Wert­pa­pie­re und in nicht ver­ur­kun­de­te Rech­te mit glei­cher Funk­ti­on (Wert­rech­te), die an ei­ner Bör­se oder an ei­nem an­dern ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den, so­wie in an­de­re li­qui­de Fi­nanz­an­la­gen.
2In be­grenz­tem Um­fang sind auch an­de­re An­la­gen so­wie das Hal­ten an­ge­mes­se­ner flüs­si­ger Mit­tel zu­läs­sig.
1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV dür­fen im Rah­men der ef­fi­zi­en­ten Ver­wal­tung fol­gen­de An­la­ge­tech­ni­ken ein­set­zen:
Ef­fek­ten­lei­he;
Pen­si­ons­ge­schäft;
Kre­dit­auf­nah­me, je­doch nur vor­über­ge­hend und bis zu ei­nem be­stimm­ten Pro­zent­satz;
Ver­pfän­dung oder Si­che­rungs­über­eig­nung, je­doch nur bis zu ei­nem be­stimm­ten Pro­zent­satz.
2Der Bun­des­rat kann wei­te­re An­la­ge­tech­ni­ken wie Leer­ver­käu­fe und Kre­dit­ge­wäh­rung zu­las­sen.
3Er legt die Pro­zent­sät­ze fest. Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV dür­fen Ge­schäf­te mit De­ri­va­ten tä­ti­gen, so­fern:
die­se Ge­schäf­te nicht zu ei­ner Ver­än­de­rung des An­la­ge­cha­rak­ters des Ef­fek­ten­fonds füh­ren;
sie über ei­ne ge­eig­ne­te Or­ga­ni­sa­ti­on und ein ad­äqua­tes Ri­si­ko­ma­na­ge­ment ver­fü­gen;
die mit der Ab­wick­lung und der Über­wa­chung be­trau­ten Per­so­nen qua­li­fi­ziert sind und die Wir­kungs­wei­se der ein­ge­setz­ten De­ri­va­te je­der­zeit ver­ste­hen und nach­voll­zie­hen kön­nen.
2Das Ge­sam­ten­ga­ge­ment aus Ge­schäf­ten mit De­ri­va­ten darf einen be­stimm­ten Pro­zent­satz des Net­to­fonds­ver­mö­gens nicht über­stei­gen. En­ga­ge­ments aus Ge­schäf­ten mit De­ri­va­ten sind auf die ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen Höchst­li­mi­ten, na­ment­lich auf die Ri­si­ko­ver­tei­lung, an­zu­rech­nen.
3Der Bun­des­rat legt den Pro­zent­satz fest. Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV müs­sen bei ih­ren An­la­gen die Grund­sät­ze der Ri­si­ko­ver­tei­lung ein­hal­ten. Sie dür­fen in der Re­gel nur einen be­stimm­ten Pro­zent­satz des Fonds­ver­mö­gens beim glei­chen Schuld­ner oder Un­ter­neh­men an­le­gen.
2Die mit den Wert­pa­pie­ren oder Wert­rech­ten er­wor­be­nen Stimm­rech­te bei ei­nem Schuld­ner oder Un­ter­neh­men dür­fen einen be­stimm­ten Pro­zent­satz nicht über­schrei­ten.
3Der Bun­des­rat legt die Pro­zent­sät­ze fest. Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
Im­mo­bi­li­en­fonds sind of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, die ih­re Mit­tel in Im­mo­bi­li­en­wer­ten an­le­gen.
1Für Im­mo­bi­li­en­fonds zu­läs­sig sind An­la­gen in:
Grund­stücke ein­sch­liess­lich Zu­ge­hör;
Be­tei­li­gun­gen an und For­de­run­gen ge­gen Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten, de­ren Zweck ein­zig der Er­werb und Ver­kauf oder die Ver­mie­tung und Ver­pach­tung ei­ge­ner Grund­stücke ist, so­fern min­des­tens zwei Drit­tel ih­res Ka­pi­tals und der Stim­men im Im­mo­bi­li­en­fonds ver­ei­nigt sind;
An­tei­le an an­de­ren Im­mo­bi­li­en­fonds und bör­sen­ko­tier­ten Im­mo­bi­lie­nin­vest­ment­ge­sell­schaf­ten bis höchs­tens 25 Pro­zent des Ge­samt­fonds­ver­mö­gens;
aus­län­di­sche Im­mo­bi­li­en­wer­te, de­ren Wert hin­rei­chend be­ur­teilt wer­den kann.
2Mit­ei­gen­tum an Grund­stücken ist nur zu­läs­sig, so­fern die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV einen be­herr­schen­den Ein­fluss aus­üben kann.
Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV müs­sen zur Si­cher­stel­lung der Ver­bind­lich­kei­ten einen an­ge­mes­se­nen Teil des Fonds­ver­mö­gens in kurz­fris­ti­gen fest­ver­zins­li­chen Ef­fek­ten oder in an­de­ren kurz­fris­tig ver­füg­ba­ren Mit­teln hal­ten.
Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV dür­fen Ge­schäf­te mit De­ri­va­ten tä­ti­gen, so­fern sie mit der An­la­ge­po­li­tik ver­ein­bar sind. Die Be­stim­mun­gen über den Ein­satz von De­ri­va­ten bei Ef­fek­ten­fonds (Art. 56) sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
Die An­la­gen sind nach Ob­jek­ten, de­ren Nut­zungs­art, Al­ter, Bau­sub­stanz und La­ge zu ver­tei­len.
1Die Fonds­lei­tung haf­tet den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern da­für, dass die Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten, die zum Im­mo­bi­li­en­fonds ge­hö­ren, die Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes und des Fonds­re­gle­men­tes ein­hal­ten.
2Die Fonds­lei­tung, die De­pot­bank so­wie de­ren Be­auf­trag­te und die ih­nen na­he ste­hen­den na­tür­li­chen und ju­ris­ti­schen Per­so­nen dür­fen von Im­mo­bi­li­en­fonds kei­ne Im­mo­bi­li­en­wer­te über­neh­men oder ih­nen ab­tre­ten.
3Die SI­CAV darf von den Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­nären, von ih­ren Be­auf­trag­ten so­wie den ihr na­he ste­hen­den na­tür­li­chen oder ju­ris­ti­schen Per­so­nen kei­ne Im­mo­bi­li­en­wer­te über­neh­men oder ih­nen ab­tre­ten.
4Im In­ter­es­se der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger kann die FIN­MA in be­grün­de­ten Ein­zel­fäl­len Aus­nah­men vom Ver­bot von Ge­schäf­ten mit na­he ste­hen­den Per­so­nen im Sin­ne der Ab­sät­ze 2 und 3 ge­wäh­ren. Der Bun­des­rat re­gelt die Aus­nah­me­kri­te­ri­en.1
Art. 64 Schätzungsexpertinnen und Schätzungsexperten
1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV be­auf­tra­gen min­des­tens zwei na­tür­li­che Per­so­nen oder ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son als Schät­zungs­ex­per­tin­nen oder Schät­zungs­ex­per­ten. Der Auf­trag be­darf der Ge­neh­mi­gung der FIN­MA.2
2Die Ge­neh­mi­gung wird er­teilt, wenn die Schät­zungs­ex­per­tin­nen und Schät­zungs­ex­per­ten:3
die er­for­der­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen auf­wei­sen;
un­ab­hän­gig sind;
3Die Schät­zungs­ex­per­tin­nen und Schät­zungs­ex­per­ten ha­ben die Schät­zun­gen mit der Sorg­falt ei­ner or­dent­li­chen und sach­kun­di­gen Schät­zungs­ex­per­tin oder ei­nes or­dent­li­chen und sach­kun­di­gen Schät­zungs­ex­per­ten durch­zu­füh­ren.5
4Die FIN­MA kann die Ge­neh­mi­gung vom Ab­schluss ei­ner Be­rufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung oder vom Nach­weis fi­nan­zi­el­ler Ga­ran­ti­en ab­hän­gig ma­chen.6
5Sie kann wei­te­re An­for­de­run­gen an die Schät­zungs­ex­per­tin­nen und Schät­zungs­ex­per­ten fest­le­gen und die Schät­zungs­me­tho­den um­schrei­ben.7
4 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, mit Wir­kung seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV dür­fen Bau­ten er­stel­len las­sen, so­fern das Fonds­re­gle­ment aus­drück­lich den Er­werb von Bau­land und die Durch­füh­rung von Bau­vor­ha­ben vor­sieht.
2Sie dür­fen Grund­stücke ver­pfän­den und die Pfand­rech­te zur Si­che­rung über­eig­nen; die Be­las­tung darf je­doch im Durch­schnitt al­ler Grund­stücke einen be­stimm­ten Pro­zent­satz des Ver­kehrs­wer­tes nicht über­stei­gen.
3Der Bun­des­rat be­stimmt den Pro­zent­satz. Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV müs­sen neue An­tei­le zu­erst den bis­he­ri­gen An­le­ge­rin­nen und An­le­gern an­bie­ten.
2Die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger kön­nen je­weils auf das En­de ei­nes Rech­nungs­jah­res un­ter Ein­hal­tung ei­ner Frist von zwölf Mo­na­ten die Rück­nah­me ih­rer An­tei­le ver­lan­gen.
Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV stel­len über ei­ne Bank oder einen Ef­fek­ten­händ­ler einen re­gel­mäs­si­gen börs­li­chen oder aus­ser­börs­li­chen Han­del von Im­mo­bi­li­en­fondsan­tei­len si­cher.
Üb­ri­ge Fonds für tra­di­tio­nel­le und für al­ter­na­ti­ve An­la­gen sind of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, die we­der Ef­fek­ten­fonds noch Im­mo­bi­li­en­fonds sind.
1Für üb­ri­ge Fonds für tra­di­tio­nel­le und al­ter­na­ti­ve An­la­gen zu­läs­sig sind ins­be­son­de­re An­la­gen in Ef­fek­ten, Edel­me­tal­len, Im­mo­bi­li­en, Mas­sen­wa­ren (Com­mo­di­ties), De­ri­va­ten, An­tei­len an­de­rer kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen so­wie in an­de­ren Sa­chen und Rech­ten.
2Für die­se Fonds kön­nen ins­be­son­de­re An­la­gen ge­tä­tigt wer­den:
die nur be­schränkt markt­gän­gig sind;
die ho­hen Kurs­schwan­kun­gen un­ter­lie­gen;
die ei­ne be­grenz­te Ri­si­ko­ver­tei­lung auf­wei­sen;
de­ren Be­wer­tung er­schwert ist.
1Als üb­ri­ge Fonds für tra­di­tio­nel­le An­la­gen gel­ten of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, die bei ih­ren An­la­gen, An­la­ge­tech­ni­ken und -be­schrän­kun­gen ein für tra­di­tio­nel­le An­la­gen ty­pi­sches Ri­si­ko­pro­fil auf­wei­sen.
2Auf üb­ri­ge Fonds für tra­di­tio­nel­le An­la­gen sind die Be­stim­mun­gen über den Ein­satz von An­la­ge­tech­ni­ken und De­ri­va­ten für Ef­fek­ten­fonds sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
1Als üb­ri­ge Fonds für al­ter­na­ti­ve An­la­gen gel­ten of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, de­ren An­la­gen, Struk­tur, An­la­ge­tech­ni­ken (Leer­ver­käu­fe, Kre­dit­auf­nah­me etc.) und -be­schrän­kun­gen ein für al­ter­na­ti­ve An­la­gen ty­pi­sches Ri­si­ko­pro­fil auf­wei­sen.
2Die He­bel­wir­kung ist nur bis zu ei­nem be­stimm­ten Pro­zent­satz des Net­to­fonds­ver­mö­gens er­laubt. Der Bun­des­rat legt den Pro­zent­satz fest. Die FIN­MA re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
3Auf die be­son­de­ren Ri­si­ken, die mit al­ter­na­ti­ven An­la­gen ver­bun­den sind, ist in Ver­bin­dung mit der Be­zeich­nung, im Pro­spekt und in der Wer­bung hin­zu­wei­sen.
4Der Pro­spekt muss in­ter­es­sier­ten Per­so­nen vor Ver­trags­ab­schluss be­zie­hungs­wei­se vor der Zeich­nung kos­ten­los an­ge­bo­ten wer­den.
5Die FIN­MA kann ge­stat­ten, dass die mit der Ab­wick­lung der Trans­ak­tio­nen ver­bun­de­nen Dienst­leis­tun­gen ei­nes di­rekt an­le­gen­den üb­ri­gen Fonds für al­ter­na­ti­ve An­la­gen durch ein be­auf­sich­tig­tes In­sti­tut, das für sol­che Trans­ak­tio­nen spe­zia­li­siert ist («Pri­me Bro­ker»), er­bracht wer­den. Sie kann fest­le­gen, wel­che Kon­trol­l­auf­ga­ben die Fonds­lei­tung und die SI­CAV wahr­neh­men müs­sen.
1Die De­pot­bank muss ei­ne Bank im Sin­ne des BankG1 sein und über ei­ne für ih­re Tä­tig­keit als De­pot­bank von kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen an­ge­mes­se­ne Or­ga­ni­sa­ti­on ver­fü­gen.2
2Ne­ben den mit der Ge­schäfts­füh­rung be­trau­ten Per­so­nen müs­sen auch die mit den Auf­ga­ben der De­pot­bank­tä­tig­keit be­trau­ten Per­so­nen die An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 Buch­sta­be a er­fül­len.
1Die De­pot­bank be­wahrt das Fonds­ver­mö­gen auf, be­sorgt die Aus­ga­be und Rück­nah­me der An­tei­le und den Zah­lungs­ver­kehr.
2Sie kann die Auf­be­wah­rung des Fonds­ver­mö­gens Dritt- und Sam­mel­ver­wah­rern im In- oder Aus­land über­tra­gen, so­weit dies im In­ter­es­se ei­ner sach­ge­rech­ten Ver­wah­rung liegt. Die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger sind über die Ri­si­ken, die mit ei­ner sol­chen Über­tra­gung ver­bun­den sind, im Pro­spekt zu in­for­mie­ren.1
2bisFür Fi­nan­z­in­stru­men­te darf die Über­tra­gung nach Ab­satz 2 nur an be­auf­sich­tig­te Dritt- oder Sam­mel­ver­wah­rer er­fol­gen. Da­von aus­ge­nom­men ist die zwin­gen­de Ver­wah­rung an ei­nem Ort, an dem die Über­tra­gung an be­auf­sich­tig­te Dritt- oder Sam­mel­ver­wah­rer nicht mög­lich ist, wie ins­be­son­de­re auf­grund zwin­gen­der Rechts­vor­schrif­ten oder der Mo­da­li­tä­ten des An­la­ge­pro­dukts. Die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger sind in der Pro­duk­te­do­ku­men­ta­ti­on über die Auf­be­wah­rung durch nicht be­auf­sich­tig­te Dritt- oder Sam­mel­ver­wah­rer zu in­for­mie­ren.2
3Die De­pot­bank sorgt da­für, dass die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV das Ge­setz und das Fonds­re­gle­ment be­ach­ten. Sie prüft ob:3
die Be­rech­nung des Net­to­in­ven­tar­wer­tes und der Aus­ga­be- und Rück­nah­me­prei­se der An­tei­le Ge­setz und Fonds­re­gle­ment ent­spre­chen;
die An­la­ge­ent­schei­de Ge­setz und Fonds­re­gle­ment ent­spre­chen;
der Er­folg nach Mass­ga­be des Fonds­re­gle­ments ver­wen­det wird.
4Der Bun­des­rat re­gelt die An­for­de­run­gen für die Tä­tig­kei­ten der De­pot­bank und kann Vor­ga­ben zum Schutz der Wert­pa­pier­an­la­gen ein­füh­ren.4
1Für den Wech­sel der De­pot­bank gel­ten bei An­la­ge­fonds die Be­stim­mun­gen über den Wech­sel der Fonds­lei­tung (Art. 34) sinn­ge­mä­ss.
2Der Wech­sel der De­pot­bank bei der SI­CAV be­darf ei­nes schrift­li­chen Ver­tra­ges und der vor­gän­gi­gen Ge­neh­mi­gung der FIN­MA.
3Die FIN­MA ver­öf­fent­licht den Ent­scheid in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen.
2. Abschnitt: Prospekt, Wesentliche Informationen für die Anlegerinnen und Anleger und vereinfachter Prospekt
1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV ver­öf­fent­li­chen für je­de of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge einen Pro­spekt.
2Der Pro­spekt ent­hält das Fonds­re­gle­ment, so­fern den in­ter­es­sier­ten Per­so­nen nicht mit­ge­teilt wird, wo die­ses vor Ver­trags­ab­schluss be­zie­hungs­wei­se vor der Zeich­nung se­pa­rat be­zo­gen wer­den kann. Der Bun­des­rat legt fest, wel­che wei­te­ren An­ga­ben im Pro­spekt auf­ge­führt wer­den müs­sen.
3Der Pro­spekt muss in­ter­es­sier­ten Per­so­nen auf Ver­lan­gen vor Ver­trags­ab­schluss be­zie­hungs­wei­se vor der Zeich­nung kos­ten­los zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den.
Art. 76 Wesentliche Informationen für die Anlegerinnen und Anleger und vereinfachter Prospekt
1Für Ef­fek­ten­fonds und üb­ri­ge Fonds für tra­di­tio­nel­le An­la­gen ist ein Do­ku­ment mit den We­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger, für Im­mo­bi­li­en­fonds ist ein ver­ein­fach­ter Pro­spekt zu ver­öf­fent­li­chen.
2Die We­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ent­hal­ten sach­ge­rech­te An­ga­ben zu den we­sent­li­chen Merk­ma­len der be­tref­fen­den kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge. Sie sind so dar­zu­stel­len, dass An­le­ge­rin­nen und An­le­ger Art und Ri­si­ken der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ver­ste­hen und auf de­ren Grund­la­ge fun­dier­te An­la­ge­ent­schei­de tref­fen kön­nen.
3Der ver­ein­fach­te Pro­spekt ent­hält ei­ne Zu­sam­men­fas­sung der we­sent­li­chen An­ga­ben des Pro­spekts. Er muss leicht ver­ständ­lich sein.
4Der Bun­des­rat legt die we­sent­li­chen Merk­ma­le und An­ga­ben fest. Die FIN­MA kann die we­sent­li­chen An­ga­ben un­ter Be­rück­sich­ti­gung der in­ter­na­tio­na­len Ent­wick­lun­gen kon­kre­ti­sie­ren.
5Die We­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger und der ver­ein­fach­te Pro­spekt sind je­der in­ter­es­sier­ten Per­son vor der Zeich­nung des Pro­dukts und vor Ab­schluss des Ver­trags über den Er­werb des Pro­dukts kos­ten­los zur Ver­fü­gung zu stel­len.
Art. 77 Gemeinsame Bestimmungen
1In je­der Wer­bung ist auf den Pro­spekt und die We­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger oder den ver­ein­fach­ten Pro­spekt zu ver­wei­sen und an­zu­ge­ben, wo die­se er­hält­lich sind.
2Der Pro­spekt, die We­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger oder der ver­ein­fach­te Pro­spekt und je­de Än­de­rung die­ser Do­ku­men­te sind un­ver­züg­lich der FIN­MA ein­zu­rei­chen.
1Die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger er­wer­ben mit Ver­trags­ab­schluss be­zie­hungs­wei­se mit der Zeich­nung und der Ein­zah­lung in bar:
beim An­la­ge­fonds nach Mass­ga­be der von ih­nen er­wor­be­nen Fondsan­tei­le ei­ne For­de­rung ge­gen die Fonds­lei­tung auf Be­tei­li­gung am Ver­mö­gen und am Er­trag des An­la­ge­fonds;
bei der SI­CAV nach Mass­ga­be der von ih­nen er­wor­be­nen Ak­ti­en ei­ne Be­tei­li­gung an der Ge­sell­schaft und an de­ren Bi­lanz­ge­winn.
2Sie sind grund­sätz­lich je­der­zeit be­rech­tigt, die Rück­nah­me ih­rer An­tei­le und de­ren Aus­zah­lung in bar zu ver­lan­gen. An­teil­schei­ne sind zur Ver­nich­tung zu­rück­zu­ge­ben.
3Bei kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit ver­schie­de­nen An­teils­klas­sen re­gelt der Bun­des­rat die Ein­zel­hei­ten.
4Die FIN­MA kann Ab­wei­chun­gen von der Pflicht zur Ein- und Aus­zah­lung in bar ge­stat­ten.
5Bei kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit Teil­ver­mö­gen rich­ten sich die Ver­mö­gens­rech­te nach den Ar­ti­keln 93 Ab­satz 2 und 94 Ab­satz 2.
1Der Bun­des­rat kann nach Mass­ga­be der An­la­ge­vor­schrif­ten (Art. 54 ff., 59 ff. und Art. 69 ff.) bei kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit er­schwer­ter Be­wer­tung oder be­schränk­ter Markt­gän­gig­keit Aus­nah­men vom Recht auf je­der­zei­ti­ge Rück­ga­be vor­se­hen.
2Er darf das Recht auf je­der­zei­ti­ge Rück­ga­be je­doch höchs­tens fünf Jah­re aus­set­zen.
Der Aus­ga­be- und der Rück­nah­me­preis der An­tei­le be­stim­men sich nach dem Net­to­in­ven­tar­wert pro An­teil am Be­wer­tungs­tag, zu­züg­lich be­zie­hungs­wei­se ab­züg­lich all­fäl­li­ger Kom­mis­sio­nen und Kos­ten.
1Der Bun­des­rat be­stimmt, in wel­chen Fäl­len das Fonds­re­gle­ment im In­ter­es­se der Ge­samt­heit der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger einen be­fris­te­ten Auf­schub für die Rück­zah­lung der An­tei­le vor­se­hen kann.
2Die FIN­MA kann in aus­ser­or­dent­li­chen Fäl­len im In­ter­es­se der Ge­samt­heit der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger einen be­fris­te­ten Auf­schub für die Rück­zah­lung der An­tei­le ge­wäh­ren.
Der Bun­des­rat schreibt den Zwangs­rück­kauf vor, wenn:
dies zur Wah­rung des Ru­fes des Fi­nanz­plat­zes, na­ment­lich zur Be­kämp­fung der Geld­wä­sche­rei, er­for­der­lich ist;
die An­le­ge­rin oder der An­le­ger die ge­setz­li­chen, re­gle­men­ta­ri­schen, ver­trag­li­chen oder sta­tu­ta­ri­schen Vor­aus­set­zun­gen zur Teil­nah­me an ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge nicht mehr er­fül­len.
1Der Net­to­in­ven­tar­wert der of­fe­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge wird zum Ver­kehrs­wert am En­de des Rech­nungs­jah­res so­wie für je­den Tag be­rech­net, an dem An­tei­le aus­ge­ge­ben oder zu­rück­ge­nom­men wer­den.
2Der Net­to­in­ven­tar­wert pro An­teil er­gibt sich aus dem Ver­kehrs­wert der An­la­gen, ver­min­dert um all­fäl­li­ge Ver­bind­lich­kei­ten, di­vi­diert durch die An­zahl der im Um­lauf be­find­li­chen An­tei­le.
3Die FIN­MA kann ei­ne von Ab­satz 2 ab­wei­chen­de Me­tho­de zur Be­rech­nung des Net­to­in­ven­tar­wer­tes oder der Net­to­in­ven­tar­wer­te zu­las­sen, so­weit die­se in­ter­na­tio­na­len Stan­dards ent­spricht und der Schutz­zweck des Ge­set­zes da­durch nicht ge­fähr­det wird.
4Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV ver­öf­fent­li­chen die Net­to­in­ven­tar­wer­te in re­gel­mäs­si­gen Ab­stän­den.
1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV er­tei­len An­le­ge­rin­nen und An­le­gern auf Ver­lan­gen Aus­kunft über die Grund­la­gen für die Be­rech­nung des Net­to­in­ven­tar­wer­tes pro An­teil.
2Ma­chen An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ein In­ter­es­se an nä­he­ren An­ga­ben über ein­zel­ne Ge­schäf­te der Fonds­lei­tung oder der SI­CAV wie die Aus­übung von Mit­glied­schafts- und Gläu­bi­ger­rech­ten oder über das Risk­ma­na­ge­ment gel­tend, so er­tei­len die­se ih­nen auch dar­über je­der­zeit Aus­kunft.1
3Die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger kön­nen beim Ge­richt am Sitz der Fonds­lei­tung oder der SI­CAV ver­lan­gen, dass die Prüf­ge­sell­schaft oder ei­ne an­de­re sach­ver­stän­di­ge Per­son den ab­klä­rungs­be­dürf­ti­gen Sach­ver­halt un­ter­sucht und ih­nen dar­über Be­richt er­stat­tet.
Wer­den der of­fe­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge wi­der­recht­lich Ver­mö­gens­rech­te ent­zo­gen oder Ver­mö­gens­vor­tei­le vor­ent­hal­ten, so kön­nen die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger auf Leis­tung an die be­trof­fe­ne of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge kla­gen.
1Die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger kön­nen vom Ge­richt die Er­nen­nung ei­ner Ver­tre­tung ver­lan­gen, wenn sie An­sprü­che auf Leis­tung an die of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge glaub­haft ma­chen.
2Das Ge­richt ver­öf­fent­licht die Er­nen­nung in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen der of­fe­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge.
3Die Per­son, wel­che die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ver­tritt, hat die­sel­ben Rech­te wie die­se.
4Klagt sie auf Leis­tung an die of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge, so kön­nen die ein­zel­nen An­le­ge­rin­nen und An­le­ger die­ses Kla­ge­recht nicht mehr aus­üben.
5Die Kos­ten der Ver­tre­tung ge­hen zu­las­ten des Fonds­ver­mö­gens, so­fern sie nicht durch das Ur­teil an­ders ver­teilt wer­den.
Für je­de of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge muss ge­son­dert Buch ge­führt wer­den. So­weit die­ses Ge­setz oder die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen nichts an­de­res vor­se­hen, kom­men die Ar­ti­kel 662 ff. des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes1 zur An­wen­dung.
1 SR 220. Heu­te: Art. 957 ff. OR.
1An­la­gen, die an ei­ner Bör­se ko­tiert sind oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den, sind zu den Kur­sen zu be­wer­ten, die am Haupt­markt be­zahlt wer­den.
2An­de­re An­la­gen, für die kei­ne ak­tu­el­len Kur­se ver­füg­bar sind, sind zu dem Preis zu be­wer­ten, der bei sorg­fäl­ti­gem Ver­kauf im Zeit­punkt der Schät­zung wahr­schein­lich er­zielt wür­de.
1Für je­de of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge wird in­ner­halb von vier Mo­na­ten nach Ab­schluss des Ge­schäfts­jah­res ein Jah­res­be­richt ver­öf­fent­licht; die­ser ent­hält na­ment­lich:
die Jah­res­rech­nung, be­ste­hend aus der Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se der Bi­lanz und der Er­folgs­rech­nung, so­wie die An­ga­ben über die Ver­wen­dung des Er­fol­ges und die Of­fen­le­gung der Kos­ten;
die Zahl der im Be­richts­jahr zu­rück­ge­nom­me­nen und der neu aus­ge­ge­be­nen An­tei­le so­wie den Schluss­be­stand der aus­ge­ge­be­nen An­tei­le;
das In­ven­tar des Fonds­ver­mö­gens zu Ver­kehrs­wer­ten und den dar­aus er­rech­ne­ten Wert (Net­to­in­ven­tar­wert) ei­nes An­teils auf den letz­ten Tag des Rech­nungs­jah­res;
die Grund­sät­ze für die Be­wer­tung so­wie für die Be­rech­nung des Net­to­in­ven­tar­wer­tes;
ei­ne Auf­stel­lung der Käu­fe und Ver­käu­fe;
den Na­men oder die Fir­ma der Per­so­nen, an die Auf­ga­ben de­le­giert sind;
An­ga­ben über An­ge­le­gen­hei­ten von be­son­de­rer wirt­schaft­li­cher oder recht­li­cher Be­deu­tung, ins­be­son­de­re über:
Än­de­run­gen des Fonds­re­gle­ments,
we­sent­li­che Fra­gen der Aus­le­gung von Ge­setz und Fonds­re­gle­ment,
den Wech­sel von Fonds­lei­tung und De­pot­bank,
Än­de­run­gen der ge­schäfts­füh­ren­den Per­so­nen der Fonds­lei­tung, der SI­CAV oder des Ver­mö­gens­ver­wal­ters kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen,
Rechtss­trei­tig­kei­ten;
das Er­geb­nis der of­fe­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge (Per­for­man­ce), al­len­falls im Ver­gleich zu ähn­li­chen An­la­gen (Bench­mark);
einen Kurz­be­richt der Prüf­ge­sell­schaft zu den vor­ste­hen­den An­ga­ben, bei Im­mo­bi­li­en­fonds eben­falls zu den An­ga­ben nach Ar­ti­kel 90.
2Die Ver­mö­gens­rech­nung des An­la­ge­fonds und die Bi­lanz der SI­CAV sind zu Ver­kehrs­wer­ten zu er­stel­len.
3In­ner­halb von zwei Mo­na­ten nach Ab­lauf der ers­ten Hälf­te des Rech­nungs­jah­res ist ein Halb­jah­res­be­richt zu ver­öf­fent­li­chen. Die­ser ent­hält ei­ne un­ge­prüf­te Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se ei­ne un­ge­prüf­te Bi­lanz und ei­ne Er­folgs­rech­nung so­wie An­ga­ben nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b, c und e.
4Die Jah­res- und Halb­jah­res­be­rich­te wer­den der FIN­MA spä­tes­tens gleich­zei­tig mit der Ver­öf­fent­li­chung ein­ge­reicht.
5Sie sind wäh­rend zehn Jah­ren in­ter­es­sier­ten Per­so­nen kos­ten­los zur Ein­sicht zur Ver­fü­gung zu hal­ten.
1Die Jah­res­rech­nung für Im­mo­bi­li­en­fonds be­steht aus ei­ner kon­so­li­dier­ten Rech­nung von Ver­mö­gen be­zie­hungs­wei­se Bi­lanz und Er­folg des Im­mo­bi­li­en­fonds und des­sen Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten. Ar­ti­kel 89 kommt sinn­ge­mä­ss zur An­wen­dung.
2Die Grund­stücke sind in der Ver­mö­gens­rech­nung zu den Ver­kehrs­wer­ten ein­zu­stel­len.
3Im In­ven­tar des Fonds­ver­mö­gens sind die Ge­ste­hungs­kos­ten und die ge­schätz­ten Ver­kehrs­wer­te der ein­zel­nen Grund­stücke auf­zu­füh­ren.
4Der Jah­res­be­richt und die Jah­res­rech­nung ent­hal­ten ne­ben den An­ga­ben nach Ar­ti­kel 89 An­ga­ben über die Schät­zungs­ex­per­ten, die Schät­zungs­me­tho­den und über die an­ge­wand­ten Ka­pi­ta­li­sie­rungs- und Dis­kon­tie­rungs­sät­ze.
Die FIN­MA er­lässt die wei­te­ren Vor­schrif­ten über die Buch­füh­rungs­pflicht, die Be­wer­tung, die Re­chen­schafts­ab­la­ge und die Pu­bli­ka­ti­ons­pflicht.
Bei ei­ner of­fe­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge mit Teil­ver­mö­gen (Um­brel­la-Fonds) stellt je­des Teil­ver­mö­gen ei­ne ei­ge­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge dar und weist einen ei­ge­nen Net­to­in­ven­tar­wert auf.
1Beim An­la­ge­fonds mit Teil­ver­mö­gen sind die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger nur am Ver­mö­gen und am Er­trag des­je­ni­gen Teil­ver­mö­gens be­rech­tigt, an dem sie be­tei­ligt sind.
2Je­des Teil­ver­mö­gen haf­tet nur für ei­ge­ne Ver­bind­lich­kei­ten.
1Die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger sind nur am Ver­mö­gen und am Er­trag des­je­ni­gen Teil­ver­mö­gens be­tei­ligt, des­sen Ak­ti­en sie hal­ten.
2Je­des Teil­ver­mö­gen haf­tet nur für ei­ge­ne Ver­bind­lich­kei­ten. In Ver­trä­gen mit Drit­ten muss die SI­CAV die Be­schrän­kung der Haf­tung auf ein Teil­ver­mö­gen of­fen le­gen. Wird die Be­schrän­kung nicht of­fen ge­legt, so haf­tet die SI­CAV mit ih­rem ge­sam­ten Ver­mö­gen. Vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 55 und 100 Ab­satz 1 des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes1.
Art. 95 Umstrukturierung
1Fol­gen­de Um­struk­tu­rie­run­gen von of­fe­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen sind zu­läs­sig:
die Ver­ei­ni­gung durch Über­tra­gung der Ver­mö­gens­wer­te und Ver­bind­lich­kei­ten;
die Um­wand­lung in ei­ne an­de­re Rechts­form ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge;
für die SI­CAV: die Ver­mö­gens­über­tra­gung nach den Ar­ti­keln 69-77 des Fu­si­ons­ge­set­zes vom 3. Ok­to­ber 20032.
2Ei­ne Um­struk­tu­rie­rung nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b und c darf erst ins Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wer­den, nach­dem sie von der FIN­MA nach Ar­ti­kel 15 ge­neh­migt wor­den ist.
1Der An­la­ge­fonds wird auf­ge­löst:
bei un­be­stimm­ter Lauf­zeit durch Kün­di­gung der Fonds­lei­tung oder der De­pot­bank;
bei be­stimm­ter Lauf­zeit durch Zeita­blauf;
durch Ver­fü­gung der FIN­MA:
bei be­stimm­ter Lauf­zeit vor­zei­tig aus wich­ti­gem Grund und auf An­trag der Fonds­lei­tung und der De­pot­bank,
bei Un­ter­schrei­ten des Min­dest­ver­mö­gens,
in den Fäl­len nach Ar­ti­kel 133 ff.
2Die SI­CAV wird auf­ge­löst:
bei un­be­stimm­ter Lauf­zeit durch Be­schluss der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre, so­fern er min­des­tens zwei Drit­tel der aus­ge­ge­be­nen Un­ter­neh­me­rak­ti­en auf sich ver­ei­nigt;
bei be­stimm­ter Lauf­zeit vor­zei­tig aus wich­ti­gem Grund und auf An­trag der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre, so­fern er min­des­tens zwei Drit­tel der aus­ge­ge­be­nen Un­ter­neh­me­rak­ti­en auf sich ver­ei­nigt,
in den Fäl­len nach Ar­ti­kel 133 ff.;
in den üb­ri­gen vom Ge­setz vor­ge­se­he­nen Fäl­len.
3Für die Auf­lö­sung von Teil­ver­mö­gen kom­men die Ab­sät­ze 1 und 2 sinn­ge­mä­ss zur An­wen­dung.
4Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV ge­ben der FIN­MA die Auf­lö­sung un­ver­züg­lich be­kannt und ver­öf­fent­li­chen sie in den Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen.
1Nach der Auf­lö­sung des An­la­ge­fonds be­zie­hungs­wei­se der SI­CAV dür­fen An­tei­le we­der neu aus­ge­ge­ben noch zu­rück­ge­nom­men wer­den.
2Die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ha­ben beim An­la­ge­fonds An­spruch auf einen ver­hält­nis­mäs­si­gen An­teil des Li­qui­da­ti­ons­er­lö­ses.
3Bei der SI­CAV ha­ben die An­le­gerak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre ein Recht auf einen ver­hält­nis­mäs­si­gen An­teil am Er­geb­nis der Li­qui­da­ti­on. Die Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre wer­den nach­ran­gig be­frie­digt. Im Üb­ri­gen kom­men die Ar­ti­kel 737 ff. des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes1 zur An­wen­dung.
1Die Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ist ei­ne Ge­sell­schaft, de­ren aus­sch­liess­li­cher Zweck die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge ist. We­nigs­tens ein Mit­glied haf­tet un­be­schränkt (Kom­ple­men­tär), die an­de­ren Mit­glie­der (Kom­man­di­tä­rin­nen und Kom­man­di­täre) haf­ten nur bis zu ei­ner be­stimm­ten Ver­mö­gen­sein­la­ge (der Kom­man­dit­sum­me).
2Kom­ple­men­tä­re müs­sen Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten mit Sitz in der Schweiz sein. Sie dür­fen nur in ei­ner ein­zi­gen Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen als Kom­ple­men­tär tä­tig sein.
2bisFür die Kom­ple­men­tä­re gel­ten die Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 14 sinn­ge­mä­ss.1
3Kom­man­di­tä­rin­nen und Kom­man­di­täre müs­sen qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 sein.
So­fern die­ses Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht, kom­men die Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes1 über die Kom­man­dit­ge­sell­schaft zur An­wen­dung.
1Die Ge­sell­schaft ent­steht durch die Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gis­ter.
2Die An­mel­dung der ein­zu­tra­gen­den Tat­sa­chen oder ih­re Än­de­rung müs­sen von al­len Kom­ple­men­tä­ren beim Han­dels­re­gis­ter un­ter­zeich­net oder schrift­lich mit be­glau­big­ten Un­ter­schrif­ten ein­ge­reicht wer­den.
Art. 101 Firma
Die Fir­ma der Ge­sell­schaft muss die Be­zeich­nung der Rechts­form oder de­ren Ab­kür­zung KmGK ent­hal­ten.
1Der Ge­sell­schafts­ver­trag muss Be­stim­mun­gen ent­hal­ten über:
die Fir­ma und den Sitz der Kom­ple­men­tä­re;
den Be­trag der ge­sam­ten Kom­man­dit­sum­me;
die Be­din­gun­gen über den Ein- und Aus­tritt der Kom­man­di­tä­rin­nen und Kom­man­di­täre;
die Füh­rung ei­nes Re­gis­ters der Kom­man­di­tä­rin­nen und Kom­man­di­täre;
die An­la­gen, die An­la­ge­po­li­tik, die An­la­ge­be­schrän­kun­gen, die Ri­si­ko­ver­tei­lung, die mit der An­la­ge ver­bun­de­nen Ri­si­ken so­wie die An­la­ge­tech­ni­ken;
die De­le­ga­ti­on der Ge­schäfts­füh­rung so­wie der Ver­tre­tung;
den Bei­zug ei­ner De­pot- und ei­ner Zahl­stel­le.
2Der Ge­sell­schafts­ver­trag be­darf der Schrift­form.
3Der Pro­spekt kon­kre­ti­siert na­ment­lich die im Ge­sell­schafts­ver­trag ent­hal­te­nen An­ga­ben ge­mä­ss Ab­satz 1 Buch­sta­be h.
1Die Ge­sell­schaft tä­tigt An­la­gen in Ri­si­ko­ka­pi­tal.
2Der Bun­des­rat kann auch an­de­re An­la­gen zu­las­sen.
1Die Kom­man­di­tä­rin­nen und Kom­man­di­täre sind oh­ne Zu­stim­mung der Kom­ple­men­tä­re be­rech­tigt, für ei­ge­ne und für frem­de Rech­nung an­de­re Ge­schäf­te zu be­trei­ben und sich an an­de­ren Un­ter­neh­men zu be­tei­li­gen.
2So­fern der Ge­sell­schafts­ver­trag nichts an­de­res vor­sieht, dür­fen die Kom­ple­men­tä­re oh­ne Zu­stim­mung der Kom­man­di­tä­rin­nen und Kom­man­di­täre für ei­ge­ne und für frem­de Rech­nung an­de­re Ge­schäf­te be­trei­ben und sich an an­de­ren Un­ter­neh­men be­tei­li­gen, so­fern dies of­fen ge­legt wird und die In­ter­es­sen der Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen da­durch nicht be­ein­träch­tigt wer­den.
1So­fern dies der Ge­sell­schafts­ver­trag vor­sieht, kann der Kom­ple­men­tär über den Ein- und Aus­tritt von Kom­man­di­tä­rin­nen und Kom­man­di­tär­en be­schlies­sen.
2Die Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes1 über den Aus­schluss von Ge­sell­schaf­tern der Kom­man­dit­ge­sell­schaft blei­ben vor­be­hal­ten.
3Der Bun­des­rat kann den Zwangs­aus­schluss vor­schrei­ben. Die­ser rich­tet sich nach Ar­ti­kel 82.
1Die Kom­man­di­tä­rin­nen und Kom­man­di­täre sind be­rech­tigt, je­der­zeit Ein­sicht in die Ge­schäfts­bü­cher der Ge­sell­schaft zu neh­men. Ge­schäfts­ge­heim­nis­se der Ge­sell­schaf­ten, in die die Kom­man­dit­ge­sell­schaft in­ves­tiert, blei­ben ge­wahrt.
2Die Kom­man­di­tä­rin­nen und Kom­man­di­täre ha­ben min­des­tens ein­mal vier­tel­jähr­lich An­spruch auf Aus­kunft über den Ge­schäfts­gang der Ge­sell­schaft.
Die Ge­sell­schaft be­zeich­net ei­ne Prüf­ge­sell­schaft (Art. 126 ff.).
1Für die Re­chen­schafts­ab­la­ge der Ge­sell­schaft und die Be­wer­tung des Ver­mö­gens gel­ten die Ar­ti­kel 88 ff. sinn­ge­mä­ss.
2In­ter­na­tio­nal an­er­kann­te Stan­dards sind zu be­rück­sich­ti­gen.
Die Ge­sell­schaft wird auf­ge­löst:
durch Ge­sell­schaf­ter­be­schluss;
aus den in Ge­setz und Ge­sell­schafts­ver­trag vor­ge­se­he­nen Grün­den;
durch Ver­fü­gung der FIN­MA in den Fäl­len nach Ar­ti­kel 133 ff.
1 Die SI­CAF ist ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft im Sin­ne des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 (Art. 620 ff. OR):
de­ren aus­sch­liess­li­cher Zweck die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge ist;
de­ren Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre nicht qua­li­fi­ziert im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 sein müs­sen; und
die nicht an ei­ner Schwei­zer Bör­se ko­tiert ist.
2Zwi­schen den ei­ge­nen Mit­teln der SI­CAF und de­ren Ge­samt­ver­mö­gen muss ein an­ge­mes­se­nes Ver­hält­nis be­ste­hen. Der Bun­des­rat re­gelt die­ses Ver­hält­nis.2
1Die Fir­ma der Ge­sell­schaft muss die Be­zeich­nung der Rechts­form oder de­ren Ab­kür­zung (SI­CAF) ent­hal­ten.
So­fern die­ses Ge­setz nichts an­de­res vor­sieht, kom­men die Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rech­tes1 über die Ak­ti­en­ge­sell­schaft zur An­wen­dung.
1Die Ak­ti­en sind voll­stän­dig li­be­riert.
2Die Aus­ga­be von Stimm­rechts­ak­ti­en, Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­nen, Ge­nuss­schei­nen und Vor­zugs­ak­ti­en ist un­ter­sagt.
3Der Bun­des­rat kann den Zwangs­rück­kauf vor­schrei­ben. Die­ser rich­tet sich nach Ar­ti­kel 82.
Art. 114 Depotbank
Die SI­CAF muss ei­ne De­pot­bank nach den Ar­ti­keln 72-74 bei­zie­hen.
1Die SI­CAF re­gelt die An­la­gen, die An­la­ge­po­li­tik, die An­la­ge­be­schrän­kun­gen, die Ri­si­ko­ver­tei­lung so­wie die mit den An­la­gen ver­bun­de­nen Ri­si­ken in den Sta­tu­ten und im An­la­ge­re­gle­ment.
2Für die An­la­gen gel­ten Ar­ti­kel 69 und sinn­ge­mä­ss die Ar­ti­kel 64, 70 und 71.
3Über Än­de­run­gen des An­la­ge­re­gle­ments ent­schei­det die Ge­ne­ral­ver­samm­lung mit der Mehr­heit der ver­tre­te­nen Ak­ti­en­stim­men.
Die SI­CAF er­stellt einen Pro­spekt. Für die­sen gel­ten die Ar­ti­kel 75 und 77 sinn­ge­mä­ss.
Für die Re­chen­schafts­ab­la­ge kom­men ne­ben den ak­ti­en­recht­li­chen Be­stim­mun­gen über die Rech­nungs­le­gung die Ar­ti­kel 89 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und c-i, Ab­sät­ze 2-4 so­wie Ar­ti­kel 90 sinn­ge­mä­ss zur An­wen­dung.
Die SI­CAF be­zeich­net ei­ne Prüf­ge­sell­schaft (Art. 126 ff.).
1Als aus­län­di­sche of­fe­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen gel­ten:
Ver­mö­gen, die auf­grund ei­nes Fonds­ver­trags oder ei­nes an­dern Ver­trags mit ähn­li­cher Wir­kung zum Zweck der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ge­äuf­net wur­den und von ei­ner Fonds­lei­tung mit Sitz und Haupt­ver­wal­tung im Aus­land ver­wal­tet wer­den;
Ge­sell­schaf­ten und ähn­li­che Ver­mö­gen mit Sitz und Haupt­ver­wal­tung im Aus­land, de­ren Zweck die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge ist und bei de­nen die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ge­gen­über der Ge­sell­schaft selbst oder ei­ner ihr na­he ste­hen­den Ge­sell­schaft einen Rechts­an­spruch auf Rück­zah­lung ih­rer An­tei­le zum Net­to­in­ven­tar­wert ha­ben.
2Als aus­län­di­sche ge­schlos­se­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen gel­ten Ge­sell­schaf­ten und ähn­li­che Ver­mö­gen mit Sitz und Haupt­ver­wal­tung im Aus­land, de­ren Zweck die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge ist und bei de­nen die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ge­gen­über der Ge­sell­schaft selbst oder ei­ner ihr na­he ste­hen­den Ge­sell­schaft kei­nen Rechts­an­spruch auf Rück­zah­lung ih­rer An­tei­le zum Net­to­in­ven­tar­wert ha­ben.
1Der Ver­trieb aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen in der Schweiz oder von der Schweiz aus an nicht qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger be­darf vor des­sen Auf­nah­me ei­ner Ge­neh­mi­gung der FIN­MA. Der Ver­tre­ter legt der FIN­MA die ent­spre­chen­den mass­ge­ben­den Do­ku­men­te wie Ver­kaufspro­spekt, Sta­tu­ten oder Fonds­ver­trag vor.1
2Die Ge­neh­mi­gung wird er­teilt, wenn:
die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge, die Fonds­lei­tung oder die Ge­sell­schaft, der Ver­mö­gens­ver­wal­ter der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge und die Ver­wahr­stel­le ei­ner dem An­le­ger­schutz die­nen­den öf­fent­li­chen Auf­sicht un­ter­ste­hen;
die Fonds­lei­tung oder die Ge­sell­schaft so­wie die Ver­wahr­stel­le hin­sicht­lich Or­ga­ni­sa­ti­on, An­le­ger­rech­te und An­la­ge­po­li­tik ei­ner Re­ge­lung un­ter­ste­hen, die den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes gleich­wer­tig ist;
die Be­zeich­nung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge nicht zu Täu­schung oder Ver­wechs­lung An­lass gibt;
für die in der Schweiz ver­trie­be­nen An­tei­le ein Ver­tre­ter und ei­ne Zahl­stel­le be­zeich­net sind;
ei­ne Ver­ein­ba­rung über Zu­sam­men­ar­beit und In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen der FIN­MA und den für den Ver­trieb re­le­van­ten aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den be­steht.
2bisDer Ver­tre­ter und die Zahl­stel­le dür­fen nur mit vor­gän­gi­ger Ge­neh­mi­gung der FIN­MA ihr Man­dat be­en­den.5
3Der Bun­des­rat kann für aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve An­la­gen ein ver­ein­fach­tes und be­schleu­nig­tes Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren vor­se­hen, so­fern sol­che An­la­gen be­reits von ei­ner aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­de ge­neh­migt wur­den und das Ge­gen­recht ge­währ­leis­tet ist.
4Aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, die ein­zig an qua­li­fi­zier­te An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ver­trie­ben wer­den, be­dür­fen kei­ner Ge­neh­mi­gung, ha­ben aber die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben c und d je­der­zeit zu er­fül­len.6
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).
1Als Zahl­stel­le ist ei­ne Bank im Sin­ne des BankG1 vor­zu­se­hen.
2Die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger kön­nen die Aus­ga­be und Rück­nah­me der An­tei­le bei der Zahl­stel­le ver­lan­gen.
Der Bun­des­rat ist be­fugt, auf der Grund­la­ge ge­gen­sei­ti­ger An­er­ken­nung gleich­wer­ti­ger Re­ge­lun­gen und Mass­nah­men Staats­ver­trä­ge ab­zu­sch­lies­sen, die für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen aus den Ver­trags­staa­ten an­stel­le der Ge­neh­mi­gungs­pflicht ei­ne blos­se Mel­de­pflicht vor­se­hen.
1Aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen dür­fen in der Schweiz oder von der Schweiz aus nur ver­trie­ben wer­den, so­fern die Fonds­lei­tung oder die Ge­sell­schaft vor­gän­gig einen Ver­tre­ter mit der Wahr­neh­mung der Pflich­ten nach Ar­ti­kel 124 be­auf­tragt hat. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 122.1
2Die Fonds­lei­tung und die Ge­sell­schaft ver­pflich­ten sich, dem Ver­tre­ter al­le In­for­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung zu stel­len, die er zur Wahr­neh­mung sei­ner Auf­ga­ben braucht.
1Der Ver­tre­ter ver­tritt die aus­län­di­sche kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge ge­gen­über An­le­ge­rin­nen und An­le­gern und der FIN­MA. Sei­ne Ver­tre­tungs­be­fug­nis darf nicht be­schränkt wer­den.
2Er hält die ge­setz­li­chen Mel­de-, Pu­bli­ka­ti­ons- und In­for­ma­ti­ons­pflich­ten so­wie die Ver­hal­tens­re­geln von Bran­chen­or­ga­ni­sa­tio­nen ein, die von der FIN­MA zum Min­dest­stan­dard er­klärt wor­den sind. Sei­ne Iden­ti­tät ist in je­der Pu­bli­ka­ti­on zu nen­nen.
1Der Er­fül­lungs­ort für die in der Schweiz ver­trie­be­nen An­tei­le der aus­län­di­schen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge liegt am Sitz des Ver­tre­ters.
2Er be­steht nach ei­nem Be­wil­li­gungs­ent­zug oder nach der Auf­lö­sung der aus­län­di­schen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge am Sitz des Ver­tre­ters wei­ter.
5. Titel: Prüfung und Aufsicht
1Fol­gen­de Per­so­nen müs­sen ei­ne von der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de nach Ar­ti­kel 9a Ab­satz 1 des Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 20051 zu­ge­las­se­ne Prüf­ge­sell­schaft mit ei­ner Prü­fung nach Ar­ti­kel 24 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20072 (FIN­MAG) be­auf­tra­gen:3
die Fonds­lei­tung für sich selbst und für die von ihr ver­wal­te­ten An­la­ge­fonds;
3Von der glei­chen Prüf­ge­sell­schaft zu prü­fen sind:
die Fonds­lei­tung und die von ihr ver­wal­te­ten An­la­ge­fonds;
die SI­CAV und die ge­ge­be­nen­falls von ihr nach Ar­ti­kel 51 Ab­satz 5 be­auf­trag­te Fonds­lei­tung.
4Die FIN­MA kann in den Fäl­len von Ab­satz 3 Buch­sta­be b Aus­nah­men ge­stat­ten.
5Die in Ab­satz 1 ge­nann­ten Per­so­nen, ver­wal­te­te An­la­ge­fonds so­wie je­de zu den Im­mo­bi­li­en­fonds oder zu den Im­mo­bi­lie­nin­vest­ment­ge­sell­schaf­ten ge­hö­ren­den Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten müs­sen ih­re Jah­res­rech­nung und ge­ge­be­nen­falls Kon­zern­rech­nung von ei­nem staat­lich be­auf­sich­tig­ten Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men nach den Grund­sät­zen der or­dent­li­chen Re­vi­si­on des Ob­li­ga­tio­nen­rechts6 prü­fen las­sen.7
6Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten. Er kann die FIN­MA er­mäch­ti­gen, in Be­lan­gen von be­schränk­ter Trag­wei­te, na­ment­lich in vor­wie­gend tech­ni­schen An­ge­le­gen­hei­ten, Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu er­las­sen.8
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
5 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 14 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829).
7 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
8 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
Art. 130 Auskunftspflichten
1Die Schät­zungs­ex­per­ten so­wie die Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten, die zur kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ge­hö­ren, ge­wäh­ren der Prüf­ge­sell­schaft Ein­sicht in die Bü­cher, die Be­le­ge und in die Schät­zungs­be­rich­te; sie er­tei­len ihr zu­dem al­le Aus­künf­te, die sie zur Er­fül­lung der Prü­fungs­pflicht be­nö­tigt.
2Die Prüf­ge­sell­schaft der De­pot­bank und die Prüf­ge­sell­schaft der üb­ri­gen Be­wil­li­gungs­trä­ger ar­bei­ten zu­sam­men.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 14 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207 5205; BBl 2006 2829).
Art. 132 Aufsicht
1Die FIN­MA er­teilt die nach die­sem Ge­setz er­for­der­li­chen Be­wil­li­gun­gen und Ge­neh­mi­gun­gen und über­wacht die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen, ver­trag­li­chen, sta­tu­ta­ri­schen und re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen.
2Sie über­prüft die ge­schäfts­po­li­ti­sche Zweck­mäs­sig­keit der Ent­schei­de der Be­wil­li­gungs­trä­ger nicht.
1Für Ver­let­zun­gen der ver­trag­li­chen, sta­tu­ta­ri­schen und re­gle­men­ta­ri­schen Be­stim­mun­gen sind die Auf­sichts­in­stru­men­te nach den Ar­ti­keln 30-37 des FIN­MAG2 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.3
2Ar­ti­kel 37 des FIN­MAG gilt sinn­ge­mä­ss auch für die Ge­neh­mi­gung nach die­sem Ge­setz.
3Er­schei­nen die Rech­te der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ge­fähr­det, so kann die FIN­MA die Be­wil­li­gungs­trä­ger zu Si­cher­heits­leis­tun­gen ver­pflich­ten.
4Wird ei­ne voll­streck­ba­re Ver­fü­gung der FIN­MA nach vor­gän­gi­ger Mah­nung in­nert der an­ge­setz­ten Frist nicht be­folgt, so kann die FIN­MA auf Kos­ten der säu­mi­gen Par­tei die an­ge­ord­ne­te Hand­lung sel­ber vor­neh­men.
Be­wil­li­gungs­trä­ger, de­nen die Be­wil­li­gung ent­zo­gen wur­de, oder kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, de­nen die Ge­neh­mi­gung ent­zo­gen wur­de, kön­nen von der FIN­MA li­qui­diert wer­den. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
1Ge­gen Per­so­nen, die oh­ne Be­wil­li­gung be­zie­hungs­wei­se Ge­neh­mi­gung der FIN­MA tä­tig wer­den, kann die FIN­MA die Auf­lö­sung ver­fü­gen.
2Zur Wah­rung der In­ter­es­sen der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger kann die FIN­MA die Über­füh­rung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge in ei­ne ge­setz­mäs­si­ge Form vor­schrei­ben.
1In be­grün­de­ten Fäl­len kann die FIN­MA für die Schät­zung der An­la­gen von Im­mo­bi­li­en­fonds oder Im­mo­bi­lie­nin­vest­ment­ge­sell­schaf­ten Schät­zungs­ex­per­ten nach Ar­ti­kel 64 ein­set­zen.
2Sie kann die vom Im­mo­bi­li­en­fonds oder von der Im­mo­bi­lie­nin­vest­ment­ge­sell­schaft ein­ge­setz­ten Schät­zungs­ex­per­ten ab­be­ru­fen.
Art. 137 Konkurseröffnung
1Be­steht be­grün­de­te Be­sorg­nis, dass ein Be­wil­li­gungs­trä­ger nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a-d oder f über­schul­det ist oder ernst­haf­te Li­qui­di­täts­pro­ble­me hat, und be­steht kei­ne Aus­sicht auf Sa­nie­rung oder ist die­se ge­schei­tert, so ent­zieht die FIN­MA dem Be­wil­li­gungs­trä­ger die Be­wil­li­gung, er­öff­net den Kon­kurs und macht die­sen öf­fent­lich be­kannt.2
2Die Be­stim­mun­gen über das Nach­lass­ver­fah­ren (Art. 293-336 des BG vom 11. April 18893 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs, SchKG), über das ak­ti­en­recht­li­che Mo­ra­to­ri­um (Art. 725 und 725a des Ob­li­ga­tio­nen­rechts4) und über die Be­nach­rich­ti­gung des Ge­richts (Art. 728c Abs. 3 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts) sind auf die von Ab­satz 1 er­fass­ten Be­wil­li­gungs­trä­ger nicht an­wend­bar.
3Die FIN­MA er­nennt ei­ne oder meh­re­re Kon­kurs­li­qui­da­to­rin­nen oder einen oder meh­re­re Kon­kurs­li­qui­da­to­ren. Die­se un­ter­ste­hen der Auf­sicht der FIN­MA und er­stat­ten ihr auf Ver­lan­gen Be­richt.5
Art. 138 Durchführung des Konkurses
2Der Kon­kurs ist un­ter Vor­be­halt der Ar­ti­kel 138a-138c nach den Ar­ti­keln 221-270 SchKG durch­zu­füh­ren.
Art. 138a Gläubigerversammlung und Gläubigerausschuss
1Die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin oder der Kon­kurs­li­qui­da­tor kann der FIN­MA be­an­tra­gen:
ei­ne Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ein­zu­set­zen und de­ren Kom­pe­ten­zen so­wie die für die Be­schluss­fas­sung not­wen­di­gen Prä­senz- und Stimm­quo­ren fest­zu­le­gen;
2Bei ei­ner SI­CAV mit Teil­ver­mö­gen nach Ar­ti­kel 94 kann für je­des Teil­ver­mö­gen ei­ne Gläu­bi­ger­ver­samm­lung oder ein Gläu­bi­ge­raus­schuss ein­ge­setzt wer­den.
3Die FIN­MA ist nicht an die An­trä­ge der Kon­kurs­li­qui­da­to­rin oder des Kon­kurs­li­qui­da­tors ge­bun­den.
Art. 138b Verteilung und Schluss des Verfahrens
2Nach der Ver­tei­lung le­gen die Kon­kurs­li­qui­da­to­rin­nen oder Kon­kurs­li­qui­da­to­ren der FIN­MA einen Schluss­be­richt vor.
Art. 138c Ausländische Insolvenzverfahren
Für die An­er­ken­nung aus­län­di­scher Kon­kurs­de­kre­te und In­sol­venz­mass­nah­men so­wie für die Ko­or­di­na­ti­on mit aus­län­di­schen In­sol­venz­ver­fah­ren gel­ten die Ar­ti­kel 37f und 37g des BankG2 sinn­ge­mä­ss.
1Im Kon­kurs­ver­fah­ren kön­nen die Gläu­bi­ger und Eig­ner ei­nes von Ar­ti­kel 137 Ab­satz 1 er­fass­ten Be­wil­li­gungs­trä­gers le­dig­lich ge­gen Ver­wer­tungs­hand­lun­gen Be­schwer­de füh­ren. Die Be­schwer­de nach Ar­ti­kel 17 SchKG2 ist aus­ge­schlos­sen.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 9 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
Art. 139 Auskunftspflicht
1 Per­so­nen, die ei­ne Funk­ti­on im Rah­men die­ses Ge­set­zes aus­üben, müs­sen der FIN­MA al­le Aus­künf­te und Un­ter­la­gen er­tei­len, die die­se zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­be be­nö­tigt.
2Die FIN­MA kann Be­wil­li­gungs­trä­ger ver­pflich­ten, ihr die In­for­ma­tio­nen zu lie­fern, die sie zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­be be­nö­tigt.2
Die kan­to­na­len Zi­vil­ge­rich­te und das Bun­des­ge­richt stel­len der FIN­MA die Ur­tei­le, die sie in Strei­tig­kei­ten zwi­schen ei­ner dem Ge­setz un­ter­stell­ten Per­son oder Ge­sell­schaft und An­le­ge­rin­nen und An­le­gern fäl­len, in voll­stän­di­ger Aus­fer­ti­gung kos­ten­los zu.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 9 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
Art. 144 Erhebung und Meldung von Daten
1Die FIN­MA ist be­fugt, von den Be­wil­li­gungs­trä­gern die Da­ten über ih­re Ge­schäftstä­tig­keit und über die Ent­wick­lung der von ih­nen ver­wal­te­ten oder ver­tre­te­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen zu er­he­ben, die sie be­nö­tigt, um die Trans­pa­renz im Markt der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen zu ge­währ­leis­ten oder ih­re Auf­sichtstä­tig­keit aus­zuü­ben. Sie kann die­se Da­ten durch Drit­te er­he­ben las­sen oder die Be­wil­li­gungs­trä­ger ver­pflich­ten, ihr die­se zu mel­den.2
2Be­auf­trag­te Drit­te ha­ben über die er­ho­be­nen Da­ten das Ge­heim­nis zu be­wah­ren.
3Die sta­tis­ti­schen Mel­de­pflich­ten ge­gen­über der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank, die das Na­tio­nal­bank­ge­setz vom 3. Ok­to­ber 20033 vor­schreibt, so­wie die Be­fug­nis der FIN­MA und der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank, Da­ten aus­zut­au­schen, blei­ben vor­be­hal­ten.
MStG Militärstrafges

References: Art. 110

Art. 24

Art. 36

Art. 44

Art. 45

Art. 47

Art. 64

Art. 76

Art. 77
 Art. 69
 Art. 957

Art. 95

Art. 101

Art. 114

Art. 130

Art. 132

Art. 137

Art. 138

Art. 138

Art. 138

Art. 138

Art. 139

Art. 144