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Timestamp: 2019-11-18 00:37:47+00:00

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2.1. Normales Ausfuhrverfahren
2.1.1. Verfahren im österreichischen Anwendungsgebiet
In der Ausfuhr gelten Postsendungen, die nicht ausfuhrabgabepflichtig sind, mit der Übernahme durch die Post bereits als gestellt und zur Ausfuhr angemeldet (Art. 237 Abs. 1 litera B und Abs. 3 litera b ZK-DVO). Diese Bestimmung ist zwar gem. Art. 238 erster Anstrich ZK-DVO für Postsendungen mit zu kommerziellen Zwecken bestimmten Waren, deren Wert die statistische Wertgrenze von 1.000 Euro überschreitet, nicht anzuwenden, allerdings kann eine höhere Wertgrenze vorgesehen werden. Eine derartige Erhöhung der Wertgrenze ist in § 11 ZollR-DV erfolgt, wonach die Wertgrenze für andere Waren als solche, die Einfuhrabgaben unterliegen - somit u. a. auch für Waren in der Ausfuhr - mit 100.000 Euro festgesetzt ist.
Um eine Kontrolle von Postsendungen in der Ausfuhr durch die Zollbehörde zu gewährleisten, legt die Post alle zur Ausfuhr in Drittländer übernommene Sendungen, die nicht bereits bei einer Zollstelle zur Ausfuhr abgefertigt worden sind und einen über der handelsstatistischen Grenze von 1.000 Euro liegenden Wert aufweisen, mit den beiliegenden Unterlagen der Postzollstelle vor, obwohl sie bereits mit der Übernahme durch die Post als gestellt und angemeldet gelten. Die Anmeldungsfiktion für Waren bis zu einer Wertgrenze von 100.000 Euro bleibt aufrecht, weshalb eine zollrechtliche Ausfuhranmeldung grundsätzlich nicht erforderlich ist. Im Zuge der Vorlage entnimmt das Zollorgan jenes Exemplar des Postformulars, das als Anmeldung nach dem Handelsstatistischen Gesetz bestimmt ist; die Weiterleitung an das Österreichische Statistische Zentralamt erfolgt durch die Post.
Entdeckt die Zollstelle bei einer Warenkontrolle Unregelmäßigkeiten - zB dass im Paket eine andere Ware enthalten ist, als in dem beiliegenden Postformular angegeben, oder dass die Ware offensichtlich nicht den angegebenen Wert aufweist, kopiert der Zollbeamte die beiliegenden Unterlagen (Postformular) und übermittelt diese Kopie mit einer Meldung (Formular Za 141) an den jeweiligen Koordinator für Betrugsbekämpfung, der in weiterer Folge das zuständige Finanzamt mittels Kontrollmitteilung informiert. Dem Ausgang der - bereits als zur Ausfuhr überlassen geltenden - Ware steht die Zollstelle diesfalls jedoch nicht entgegen.
Bei Waren, für die im konkreten Fall eine Regelung betreffend ein Ausfuhrverbot bzw. -beschränkung (auch im außenhandelsrechtlichen Sinn) anzuwenden ist und entweder die erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind (zB Vorliegen aller notwendigen Unterlagen), oder von der Zollbehörde eine weitere Handlung zu setzen wäre (d. h. eine besondere Förmlichkeit), ist unabhängig vom Wert der Waren die Regelung des Art. 237 ZK-DVO nicht anzuwenden und daher eine förmliche Zollanmeldung erforderlich (Art. 238 vierter Anstrich ZK-DVO i. V. m. Art. 235 ZK-DVO). Ein förmliches Ausfuhrverfahren ist außerdem für zu kommerziellen Zwecken bestimmte Waren mit einem Wert von mehr als 100.000 Euro durchzuführen. In diesen Fällen hat der Versender bei jener Zollstelle, die entweder für seinen Wohnsitz bzw. Sitz zuständig ist oder aber für den Ort, an dem die Ware zur Ausfuhr verpackt wird, als Ausfuhrzollstelle im Sinn des Art. 161 Abs. 5 ZK unter Gestellung der Waren und Vorlage der erforderlichen Unterlagen eine Zollanmeldung abzugeben. Die Ausfuhrzollstelle kennzeichnet die Sendung durch Anbringen des Klebezettels Za 75 "zollamtlich abgefertigt".
Im Fall der Abgabe einer förmlichen Ausfuhranmeldung bei einer Ausfuhrzollstelle gelten von der Post im Rahmen eines durchgehenden Beförderungsvertrages zur Beförderung in ein Drittland übernommene Gemeinschaftswaren mit der Aufgabe beim Aufgabepostamt als bei der Ausgangszollstelle gestellt; die Anbringung des Dienststempels des Aufgabepostamtes auf dem Exemplar Nr. 3 der Ausfuhranmeldung gilt als Bestätigung des Ausganges der Ware (§ 12 ZollR-DV). Die Vorlage bei einer Postzollstelle erfolgt diesfalls nicht.
Übernimmt die Post (noch keinem förmlichen Ausfuhrverfahren unterzogene) Waren zur Ausfuhr, deren Wert zwar unter der statistischen Wertgrenze von 1.000 Euro liegt, für die aber eine Verbots- bzw. Beschränkungsmaßnahme in der Ausfuhr bestehen könnte, so wären auch diese Sendungen der Zollbehörde vorzulegen.
Stellt die Zollbehörde bei einer ihr vorgelegten Sendung fest, dass tatsächlich ein Verstoß gegen ein Verbot oder eine Beschränkung hinsichtlich des Besitzes oder der Verbringung über die Grenze des Anwendungsgebietes vorliegt, ist zur Verhinderung einer unzulässigen Verfügung bei Gefahr in Verzug die Ware von der Zollbehörde zu beschlagnahmen (§ 29 Abs. 3 ZollR-DG). Gefahr in Verzug ist dann anzunehmen, wenn ansonsten der Gegenstand dem erforderlichen Zugriff der Behörde entzogen wird. Eine Beschlagnahme ist daher dann vorzunehmen, wenn nicht bloß die Ausfuhr (ohne entsprechende Genehmigung) unzulässig ist, sondern auch der Besitz oder die Verwendung der Ware. Eine erfolgte Beschlagnahme ist von der Zollbehörde jener Stelle, die für diese Verletzung der Verkehrsbeschränkung zuständig ist, zu melden. Besteht für die Zollbehörde keine zollrechtliche Handhabe für eine Beschlagnahme, so hat sie die vorliegenden Unterlagen zu kopieren und - sofern nicht vorweg finanzstrafrechtliche Maßnahmen wie eine Beschlagnahme vorzunehmen sind - die zuständige Abteilung für Strafsachen zu informieren. Die Sendung und bei Paketen auch die dazu gehörige Paketkarte werden von der Zollbehörde mit dem Aufkleber Za 262 "Retour an den Versender (förmliche Zollanmeldung erforderlich)" gekennzeichnet und an die Post zurückgestellt, damit diese die Verständigung des Versenders vornimmt.
2.1.2. Ausfuhrabfertigung in einem anderen Mitgliedstaat
Erfolgt die Ausfuhrabfertigung in einem anderen Mitgliedstaat der Gemeinschaft, so gilt als Ausgangszollstelle diejenige Zollstelle, die für den Ort zuständig ist, an dem die Waren von der Postverwaltung des betreffenden Mitgliedstaates im Rahmen eines durchgehenden Beförderungsvertrages mit Bestimmung in ein Drittland übernommen werden (Art. 793 Abs. 2 litera a ZK-DVO). Die (vorverlagerte) Ausgangszollstelle bescheinigt den Ausgang der Waren durch einen Vermerk auf der Rückseite des Exemplars Nr. 3 und bringt auf dem Beförderungspapier einen roten Stempelabdruck "Export" an (Art. 793 Abs. 5 ZK-DVO). Dieser rote Stempelabdruck "Export" auf dem Beförderungspapier dient bei einer späteren Kontrolle durch eine österreichische Zollbehörde als Nachweis, dass ein Ausfuhrverfahren und eine Gestellung bei der (vorverlagerten) Ausgangszollstelle stattgefunden hat.
Gelten Briefe und Postpakete bereits mit der Übernahme durch die Post eines anderen Mitgliedstaates der Gemeinschaft als zur Ausfuhr angemeldet (nichtkommerzielle Waren und kommerzielle Waren bis zur statistischen Wertschwelle bzw. bis zur von der jeweiligen Zollverwaltung festgesetzten Wertgrenze, Art. 237 Abs. 1 B litera a ZK-DVO und Art. 238 erster Anstrich ZK-DVO), so bringt die (vorverlagerte) Ausgangszollstelle wiederum den roten Stempelabdruck "Export" auf dem Beförderungspapier an.
Findok-Nr: 33191.1, aufgenommen am: 21.02.2008 11:36:09, Dokument-ID: f0712c0d-ac17-48ce-b79e-56d0f16279ef, Segment-ID: ff5a04b7-f21c-4e12-bfca-ec9c500a2bb2

References: Art. 238
 § 11
 Art. 237
 Art. 235
 Art. 161
 Art. 237
 Art. 238