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Timestamp: 2020-04-01 21:53:46+00:00

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BVerwG, 19.01.1995 - 7 C 42.93 - dejure.org
https://dejure.org/1995,40
BVerwG, 19.01.1995 - 7 C 42.93 (https://dejure.org/1995,40)
BVerwG, Entscheidung vom 19.01.1995 - 7 C 42.93 (https://dejure.org/1995,40)
BVerwG, Entscheidung vom 19. Januar 1995 - 7 C 42.93 (https://dejure.org/1995,40)
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Vermögensrecht - Zivilrechtlicher Herausgabeanspruch - Redlicher Erwerb - Gezielte Beeinflußung des Erwerbsvorgangs
Kein vermögensrechtlich redlicher Erwerb eines DDR-Grundstücks bei Treuhandabrede mit dem Ausreisewilligen
Ausschlussgrund; Ausschließungsgrund; Restitutionsausschluss; Rückübertragungsausschluss; redlicher Erwerb; Zwangsverkauf; Ausreiseverkauf; treuhänderischer Erwerb
VermG § 1 Abs. 1 lit. c, § 1 Abs. 3, § 4 Abs. 2, 3
Vermögensgesetz; treuhänderischer Erwerb eines Grundstücks
Es soll einen sozial verträglichen Ausgleich zwischen den Interessen der Berechtigten an der Rückgabe ihrer in der DDR rechtsstaatswidrig entzogenen Vermögenswerte und dem Interesse von Bürgern der DDR herstellen, die daran in der Zwischenzeit Eigentum oder dingliche Nutzungsrechte redlich erworben haben (Urteil vom 19. Januar 1995 - BVerwG 7 C 42.93 - BVerwGE 97, 286 ; Urteil des erkennenden Senats vom 30. April 2003 - BVerwG 8 C 10.02 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 19).
In der Rechtsprechung vertreten der Bundesgerichtshof und das Bundesverwaltungsgericht einen im wesentlichen übereinstimmenden Standpunkt (vgl. BVerwGE 97, 286 ).
Dafür genügt nach der zweiten Voraussetzung des Regelbeispiels, dass er die Manipulation kannte oder hätte kennen müssen (Urteile vom 19. Januar 1995 a.a.O. und vom 17. Januar 2002 - BVerwG 7 C 15.01 - Buchholz 428 § 4 Abs. 3 VermG Nr. 16; stRspr).
Das folgt aus § 4 Abs. 3 Buchst. a VermG, wonach ein möglicherweise zu zivilrechtlicher Unwirksamkeit führender Rechtsverstoß für die Annahme der Unredlichkeit allein nicht genügt, vielmehr die Kenntnis bzw. fahrlässige Unkenntnis des Erwerbers hiervon und sein fehlendes Vertrauen in den Bestand der Eigentümerstellung hinzukommen muss (stRspr des BVerwG, Urteil vom 18. Januar 1996 - BVerwG 7 C 20.94 - Buchholz 428 § 4 VermG Nr. 25; Urteil vom 19. Januar 1995 - BVerwG 7 C 42.93 - Buchholz 428 § 4 VermG Nr. 12).
Ausgehend vom Schutzzweck der Regelung des § 4 Abs. 2 und Abs. 3 VermG, "einen sozialverträglichen Ausgleich zwischen dem Interesse der Berechtigten an der Rückgabe ihrer in der DDR rechtstaatswidrig entzogenen Vermögenswerte und dem Interesse von Bürgern der DDR herzustellen, die daran in der Zwischenzeit Eigentum oder dingliche Nutzungsrechte erworben hatten" (Urteil vom 19. Januar 1995 - BVerwG 7 C 42.93 - BVerwGE 97, 286 ) haben damit beide für das Vermögensrecht zuständigen Senate des Bundesverwaltungsgerichts eine sittlich anstößige Manipulation bei einer Schwarzgeldvereinbarung zwischen den genannten Personen verneint.
Nach inzwischen gefestigter Rechtsprechung des Senats, die überwiegend Zustimmung erfahren hat (s. Tropf, WM 1994, 89, 93 m.w.N.) und auch vom Bundesverwaltungsgericht geteilt wird (Urt. v. 19. Januar 1995, ZIP 1995, 415, 418), schließt der Restitutionstatbestand des § 1 Abs. 3 VermG zivilrechtlich auf die Innehabung der Rechtsstellung gestützte Ansprüche dann nicht aus, wenn das Rechtsgeschäft an einem zusätzlichen Mangel leidet, der unabhängig von der unlauteren Machenschaft nach dem maßgeblichen Recht der DDR zur Unwirksamkeit geführt hat.
Wie das Vermögensrecht allgemein als eine auf eigenen Wertungen beruhende Sonderrechtsordnung in verfassungsrechtlich unbedenklicher Weise (vgl. BVerfG, ZOV 1997, 26) sowohl parallele wie kollidierende zivilrechtliche Ansprüche verdrängt (vgl. BVerwGE 97, 286 ; BGHZ 130, 231 ), so schließt auch die Vorschrift des § 1 Abs. 2 VermG auf erbrechtliche Grundlagen gestützte Ansprüche nachberufener Erben aus.
Bei der Differenzierung nach Risikokreisen (s. auch Senatsentscheidungen BGHZ 120, 198 [BGH 12.11.1992 - V ZB 22/92] und 204; 121, 347; 122, 204; v. 7. Mai 1993, V ZR 99/92, WM 1993, 1291) sieht sich der Senat in grundsätzlicher Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Urt. v. 19. Januar 1995, ZIP 1995, 415, 418).
Eine derartige Feststellung kann als selbstständige Teilentscheidung im Rahmen eines vermögensrechtlichen Rückübertragungsverfahrens Bestand haben (Urteil vom 29. September 1993 - BVerwG 7 C 39.92 - BVerwGE 94, 195 ; Urteil vom 24. Februar 1994 - BVerwG 7 C 20.93 - BVerwGE 95, 155 ; Urteil vom 19. Januar 1995 - 7 C 42.93 - BVerwGE 97, 286 ).
Dementsprechend hat das Bundesverwaltungsgericht in dem Urteil vom 19. Januar 1995 - BVerwG 7 C 42.93 - (…a.a.O.) ausgeführt, der Erwerber müsse sich einen besonderen Vorteil "verschafft" haben.
Dies ist gemeinsames Merkmal der in § 4 Abs. 3 VermG beispielhaft genannten Fallgruppen (stRspr, vgl. u. a. Beschluss vom 2. April 1993 - BVerwG 7 B 22.93 - Buchholz 428 § 4 VermG Nr. 1 S. 1 und Urteil vom 19. Januar 1995 - BVerwG 7 C 42.93 - BVerwGE 97, 286 [290] = Buchholz 428 § 4 VermG Nr. 12 S. 21 [24 f.]).
Vielmehr muss der Verstoß bei objektiver Betrachtung die Absicht erkennen lassen, den Erwerbsvorgang gezielt zu beeinflussen (stRspr, vgl. u. a. Urteil vom 19. Januar 1995 - BVerwG 7 C 42.93 - a. a. O. sowie Beschluss vom 26. Mai 1999 - BVerwG 8 B 209.98 - n. v., amtl. Umdruck S. 3).
Das Auftreten eines nicht mit der Treuhandverwaltung beauftragten und vom verfügungsbefugten Verwalter auch nicht bevollmächtigten staatlichen Organs weist dann auf eine sittlich anstößige Manipulation hin, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Verwalter bewusst ausgeschaltet werden sollte, etwa weil sich die staatlichen Stellen seiner Mitwirkung an dem Rechtsgeschäft nicht sicher waren (vgl. Urteil vom 19. Januar 1995 - BVerwG 7 C 42.93 - BVerwGE 97, 286 [290 f.] = Buchholz 428 § 4 VermG Nr. 12 S. 21 [25]).
Die Abwendung von der Rechtsordnung der DDR muss die Absicht erkennen lassen, den Erwerbsvorgang gezielt zu beeinflussen (Urteil vom 19. Januar 1995 a.a.O.).
BGH, 07.07.1995 - V ZR 243/94
Konkurrenz von vermögensrechtlichen Restitutionsansprüchen und zivilrechtlichen …
BVerwG, 18.01.1996 - 7 C 20.94
Offene Vermögensfragen: Zivilrechtliche Wirksamkeit des Erwerbs als Voraussetzung …
VG Leipzig, 10.11.1994 - 1 K 877/93
Verweisung einer Eigentumsfeststellungsklage an das zuständige Gericht; …
VG Berlin, 08.03.2001 - 29 A 140.96
Rückübertragung eines Grundstücks ; Erwerb von Eigentum in redlicher Weise; Kauf …
BGH, 12.01.1996 - V ZR 176/94
Verletzung eines anläßlich der Ausreise aus der ehemaligen DDR geschlossenen …
BVerwG, 01.12.1995 - 7 C 13.94
Vermögensfragen - Mehrere Geschädigte - Zweitgeschädigter - …
BVerwG, 23.06.1995 - 7 C 13.94
Person des redlichen Erwerbers
BVerwG, 16.07.1998 - 7 C 24.97
Offene Vermögensfragen - Unlautere Machenschaften durch Bestellung eines …
BVerwG, 19.03.1996 - 7 C 30.94
Offene Vermögensfragen: Berechtigung zur Grundstücksrückforderung nach …
BVerwG, 10.12.1998 - 7 C 42.97
Enteignung nach dem Aufbaugesetz; redlicher Erwerb; Rechtsverstoß; Konzentration …
BVerwG, 10.11.1999 - 7 B 111.99
BVerwG, 23.06.1995 - 7 PKH 2.94
Rückübertragungsanspruch infolge redlichen Erwerbs
BVerwG, 13.03.2000 - 8 B 14.00
Annahme der Unredlichkeit einer Entscheidung bei Abweichungen von anderen …
VG Leipzig, 19.04.1996 - 1 K 441/95
VG Frankfurt/Oder, 04.06.2008 - 3 K 362/03
Offene Vermögensfragen: Rückübertragung bei unentgeltlicher Verfügung
BVerwG, 20.02.2003 - 7 B 77.02
Bestandskraft; Eigentumsanteil; Eigentümergemeinschaft; Erlöschen; Erlöschen; …
BVerwG, 27.06.2002 - 8 B 30.02
Anforderungen an die Redlichkeit im Sinne des § 4 Abs. 2 und Abs. 3 VermG …
BVerwG, 07.12.1999 - 8 B 344.99
VG Berlin, 08.03.2013 - 4 K 389.12
Berechtigtenfeststellung bei Unternehmensschädigung
OVG Sachsen, 25.08.2000 - 2 B 381/00
Bei mangelnder Verwirklichung des Regelbeispiels die Anwendung der Generalklausel …
BVerwG, 05.05.1998 - 7 B 387.97
Darlegung der grundsätzlichen Bedeutung als Zulassungsgrund der Revision - …
BVerwG, 21.11.2000 - 8 B 185.00
Nichtzulassungsbeschwerde - Grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache - Fehlen der …
BVerwG, 11.03.2002 - 7 B 28.02
Rückübertragung eines mit einem Eigenheim bebauten Grundstücks nach dem …
Berufung der selbst nicht-zuteilungsberechtigten Ehefrau oder des Erben auf die …
OVG Nordrhein-Westfalen, 24.05.2016 - 9 A 1021/14
BVerwG, 19.04.2004 - 7 B 53.04
Rückübertragung eines mit einem Einfamilienhaus bebauten Grundstücks nach dem …
BVerwG, 11.08.1999 - 8 B 162.99
Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision - Klärungsfähige und …
BVerwG, 23.10.1997 - 7 B 322.97
Divergenzrüge im Revisionsverfahren - Rechtsgrundsätzlichkeit der Frage der …
BVerwG, 25.08.1995 - 7 B 154.95
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Zuordnung eines Grundstücks als kommunales Verwaltungs- oder Finanzvermögen oder …
BVerwG, 12.05.1997 - 7 B 46.97
BVerwG, 19.07.1996 - 7 B 213.96

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