Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=OLGR%20Hamburg%202007,%20343
Timestamp: 2020-03-29 22:43:48+00:00

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OLG Hamburg, 12.01.2006 - 3 U 93/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,7359
OLG Hamburg, 12.01.2006 - 3 U 93/05 (https://dejure.org/2006,7359)
OLG Hamburg, Entscheidung vom 12.01.2006 - 3 U 93/05 (https://dejure.org/2006,7359)
OLG Hamburg, Entscheidung vom 12. Januar 2006 - 3 U 93/05 (https://dejure.org/2006,7359)
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Haftung eines Tochterunternehmens für die Internetwerbung der Pharmakonzern-Muttergesellschaft ; Vertreibung des beworbenen Arzneimittels durch die Tochtergesellschaft; Folgen der Unterlassung des wörtlichen Zitats einer Arzneimittel-Werbeaussage in einem ...
LG Hamburg, 07.04.2005 - 327 O 695/04
GRUR-RR 2007, 296 (Ls.)
OLG-Report Hamburg 2007, 343
Das ist nur der Fall, wenn ihm das an die Partei selbst zugestellte - also das nämliche - Schriftstück zugeleitet wird (Festhaltung an: OLG Hamburg, PharmaR 2007, 50, 54).
Demgegenüber wird die Ansicht vertreten, dass der Zugang eines inhaltsgleichen Dokuments (als Fotokopie per Telefax oder per E-Mail) nicht ausreichend ist, sondern dass Wesentliches und unverzichtbares Erfordernis einer Heilung ist, dass der Adressat der einstweiligen Verfügung das Dokument auch tatsächlich erhält, mithin "es in die Hand bekommt" " (…BGH, 15.03.2007, 5 StR 536/06, NJW 2007, 1605, 1606, juris Rn. 14;… BFH, 06.05.2014, GrS 2/13, NJW 2014, 2524, Rn. 68;… BGH, NJW-RR 2011, 1011, Rn. 11;… OLG München, WRP 2017, 1538, Rn. 34; OLG Jena, MD 2011, 755; OLG Hamburg, PharmaR 2007, 50, 54; OLG Zweibrücken, FamRZ 2006, 128; OLG Karlsruhe, DGVZ 2014, 127, 129; OLG Karlsruhe, BeckRS 2004, 09651; BayObLGZ 1995, 61, 72 und OLG Hamm, OLGZ 1991, 450 f.;… Zöller/Schultzky, ZPO, 32. Auflage, 2018, § 189 Rn. 4;… Stein/Jonas/ Roth, ZPO, 22. Auflage, 2005, § 189 Rn. 7;… MüKo/Schlingloff, UWG, 2. Auflage, 2014, § 12 Rn. 514).
Es ist aber gerade nicht so, dass hierfür § 8 Abs. 2 UWG oder jedenfalls dessen Maßstäbe gelten, wie etwa der Umstand erhellt, dass über § 8 Abs. 2 UWG bei Konzernen die Haftung der Konzernmutter für Wettbewerbsverletzungen eines Tochterunternehmens begründet werden kann, nicht aber umgekehrt (Senat, Urteil vom 24.02.2011 unter II. 2. c) bb) (1) der Gründe, Urteilsumdruck S. 21; OLG Hamburg GRUR-RR 2007, 296 = OLGR 2007, 343, Rnrn.
Dies erfolgt bei Unterlassungs-Beschlussverfügungen durch die Zustellung an den Schuldner im Parteibetrieb, §§ 922 Abs. 2, 936 ZPO; damit werden sie wirksam und zugleich so vollzogen (HansOLG, Urt. v. 12.01.2006 - 3 U 93/05 - zitiert nach juris, Tz. 66;… HansOLG, Urt. v. 31.01.2002 - 3 U 83/01 = OLGR Hamburg 2002, 407 - zitiert nach juris, Tz. 54;… BGH, Urt. v. 22.10.1992 - IX ZR 36/92 = GRUR 1993, 415 - Straßenverengung, zitiert nach juris, Tz. 21).
Schon im Hinblick auf § 945 ZPO muss für jeden Schuldner die eindeutige Gewissheit bestehen, ob die Verfügung vollzogen werden soll (HansOLG, Urt. v. 12.01.2006 - 3 U 93/05 - zitiert nach juris, Tz. 76;… BGH, a. a. O. Tz 24).
Abgesehen davon sind auf der Grundlage wettbewerbsrechtlicher Rechtsprechung vgl. hierzu u. a. BGH, Urteil vom 7. April 2005 I ZR 221/02 -, juris, OLG Hamburg, Urteil vom 12. Januar 2006 - 3 U 93/05 - juris; LG Köln, Urteil vom 9. Juli 2009 - 31 O 559/08 -, juris Rdnr. 34 u. 35, beherrschende Muttergesellschaften für das wettbewerbswidrige Tun ihrer abhängigen Tochterunternehmen (auch oder nur) als Verantwortliche i. S. d. § 8 Abs. 1 oder Abs. 2 UWG anzusehen.
Gegen eine solche Lösung sprechen zudem entscheidend Gründe der Rechtssicherheit (vgl. OLGR Hamburg 2007, 343 juris-Rn. 71-76).
Zudem ist in dem Verfügungsverfahren (Landgericht Hamburg 327 O 695/04 = OLG Hamburg 3 U 93/05) die einstweilige Verfügung gegen die hiesige Beklagte aufgehoben worden und das Hauptsacheverfahren (Landgericht Hamburg 327 O 379/05 = OLG Hamburg 3 U 16/06) wurde in der Berufungsinstanz mit einer zwischen den Parteien vereinbarten Kostenentscheidung gemäß § 91 a ZPO beendet.

References: § 189
 § 189
 § 12
 § 8
 § 8
 § 945
 § 8
 § 91