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Timestamp: 2020-07-02 06:41:58+00:00

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Verwendung von Subventionen entgegen der Verwendungsbeschränkung | Rechtslupe
Verwendung von Subventionen entgegen der Verwendungsbeschränkung
Ver­wen­dung von Sub­ven­tio­nen ent­ge­gen der Ver­wen­dungs­be­schrän­kung
Der nach § 264 Abs. 1 Nr. 2 StGB (Sub­ven­ti­ons­be­trug) Straf­ba­re ist nicht ver­pflich­tet, sei­ne nach Erhalt der Sub­ven­tio­nen gefass­te Absicht der zweck­wid­ri­gen Ver­wen­dung oder die bereits erfolg­te zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dung anzu­zei­gen.
Nach § 264 Abs. 1 Nr. 2 StGB macht sich straf­bar, wer eine Geld­leis­tung, deren Ver­wen­dung durch den Sub­ven­ti­ons­ge­ber im Hin­blick auf eine Sub­ven­ti­on beschränkt ist, ent­ge­gen der Ver­wen­dungs­be­schrän­kung ver­wen­det.
Durch die Ver­stö­ße gegen § 264 Abs. 1 Nr. 2 StGB ergibt sich eine Scha­dens­er­satz­pflicht. Die­se Vor­schrift ist eben­so wie § 264 Abs. 1 Nr. 1 StGB [1] ein Schutz­ge­setz im Sin­ne des § 823 Abs. 2 BGB. Wenn – wie im Streit­fall – an ein Unter­neh­men aus­ge­zahl­te, nicht rück­zahl­ba­re Sub­ven­ti­ons­mit­tel ent­ge­gen einer Ver­wen­dungs­be­schrän­kung des Sub­ven­ti­ons­ge­bers ver­wandt wer­den, so erlei­det der betrof­fe­ne Ver­wal­tungs­trä­ger dadurch einen Ver­mö­gens­scha­den.
Dem steht nicht ent­ge­gen, dass die Sub­ven­ti­ons­mit­tel bereits vor dem haf­tungs­be­grün­den­den Schutz­ge­setz­ver­stoß aus dem Ver­mö­gen des betrof­fe­nen Ver­wal­tungs­trä­gers abge­flos­sen sind. Zwar sind Ver­mö­gens­schä­den im All­ge­mei­nen nach der Dif­fe­renz­me­tho­de zu ermit­teln durch einen rech­ne­ri­schen Ver­gleich der durch das schä­di­gen­de Ereig­nis ein­ge­tre­te­nen Ver­mö­gens­la­ge mit der­je­ni­gen, die sich ohne die­ses Ereig­nis erge­ben hät­te. Jedoch ent­hebt die Dif­fe­renz­me­tho­de als wert­neu­tra­le Rechen­ope­ra­ti­on nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nicht davon, am Schutz­zweck der Haf­tung und an der Aus­gleichs­funk­ti­on des Scha­dens­er­sat­zes die in die Dif­fe­renz­bi­lanz ein­zu­set­zen­den Rech­nungs­pos­ten wer­tend zu bestim­men [2]. Dabei ist zu berück­sich­ti­gen, dass Wesen und Bedeu­tung des Ver­mö­gens sich nicht in des­sen Bestand – dem "Haben" – erschöp­fen, son­dern dass sie auch die im Ver­mö­gen ver­kör­per­ten Mög­lich­kei­ten für den Ver­mö­gens­trä­ger umfas­sen, es zur Ver­wirk­li­chung sei­ner Zie­le zu nut­zen. Die­se funk­tio­na­le Zuwei­sung ist im ver­mö­gens­wer­ten Recht mit­ge­schützt [3]. Sie erfor­dert es, der durch eine Ver­wen­dungs­be­schrän­kung im Sin­ne des § 264 Abs. 1 Nr. 2 StGB abge­si­cher­ten Zweck­bin­dung von bereits aus­ge­zahl­ten Sub­ven­ti­ons­mit­teln einen Ver­mö­gens­wert bei­zu­mes­sen, der durch die zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dung der Mit­tel ent­fällt.
In Fäl­len, in denen Sub­ven­ti­ons­mit­tel unter Miss­ach­tung der Vor­aus­set­zun­gen für die Mit­tel­ver­ga­be aus­ge­zahlt wer­den, ent­steht nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ein Scha­den im Staats­ver­mö­gen, weil die haus­halts­recht­lich gebun­de­nen Mit­tel ver­rin­gert wer­den, ohne dass der erstreb­te Zweck erreicht wird [4]. Die Sub­ven­ti­ons­ge­wäh­rung begrün­det ein Aus­tausch­ver­hält­nis, bei dem zur Fest­stel­lung eines Ver­mö­gens­scha­dens Leis­tung und Gegen­leis­tung zu sal­die­ren sind. Der Sub­ven­ti­ons­neh­mer schul­det dem Sub­ven­ti­ons­ge­ber als "Gegen­leis­tung" für die Sub­ven­ti­ons­ge­wäh­rung die zweck­ge­rich­te­te Ver­wen­dung der Sub­ven­ti­ons­gel­der. Die­se Gegen­sei­tig­keits­be­zie­hung wird gestört, wenn die Mit­tel­ver­wen­dung nicht dem Sub­ven­ti­ons­zweck ent­spricht [5].
Anders als in den Fäl­len der unter der Miss­ach­tung der Ver­ga­be­vor­aus­set­zun­gen erreich­ten Her­ga­be von Sub­ven­tio­nen wird die Gegen­sei­tig­keits­be­zie­hung in den Fäl­len des § 264 Abs. 1 Nr. 2 StGB erst nach der Sub­ven­ti­ons­ge­wäh­rung gestört. Die bei dem betrof­fe­nen Ver­wal­tungs­trä­ger durch den Abfluss der haus­halts­recht­lich gebun­de­nen Mit­tel bewirk­te Ver­mö­gens­min­de­rung wird zunächst dadurch kom­pen­siert, dass durch eine Ver­wen­dungs­be­schrän­kung die Errei­chung des erstreb­ten Zwe­ckes recht­lich abge­si­chert wird. Die­se Absi­che­rung wird durch den untreu­e­ähn­li­chen Straf­tat­be­stand des § 264 Abs. 1 Nr. 2 StGB ver­stärkt, der an die Ver­fü­gungs­macht über den Zuwen­dungs­ge­gen­stand eine beson­de­re Treue­pflicht knüpft [6]. Wer­den die aus­ge­zahl­ten Sub­ven­ti­ons­mit­tel unter Beach­tung die­ser Pflicht gemäß der Ver­wen­dungs­be­schrän­kung ver­wandt, ver­bleibt es bei der Kom­pen­sa­ti­on der Ver­mö­gens­min­de­rung, weil dann der erstreb­te Zweck erreicht wird. Wer­den die Mit­tel statt­des­sen ent­ge­gen der Ver­wen­dungs­be­schrän­kung ver­wandt, so wird dadurch die Zweck­bin­dung auf­ge­ho­ben und der betrof­fe­ne Ver­wal­tungs­trä­ger erlei­det nun­mehr einen Ver­mö­gens­scha­den. Sei­ne Ver­mö­gens­la­ge ist dann nicht anders zu beur­tei­len, als wenn er die Ver­wirk­li­chung des geför­der­ten Vor­ha­bens selbst über­nom­men und als wenn sein zustän­di­ger Bediens­te­ter die dafür vor­ge­se­he­nen Mit­tel ver­un­treut hät­te.
Da der Ver­mö­gens­scha­den dem­nach bereits mit der zweck­wid­ri­gen Ver­wen­dung der Sub­ven­ti­ons­mit­tel ein­tritt, ist die Scha­dens­ent­ste­hung nicht davon abhän­gig, dass der Zuwen­dungs­be­scheid wirk­sam wider­ru­fen wird. Soweit der betrof­fe­ne Ver­wal­tungs­trä­ger den durch einen Wider­ruf begrün­de­ten öffent­lich­recht­li­chen Erstat­tungs­an­spruch (§ 49a Abs. 1 Satz 1 VwVfG NRW) rea­li­sie­ren kann, führt dies viel­mehr nur zu einem Aus­gleich des bereits ent­stan­de­nen Scha­dens.
Der Ver­mö­gens­wert der durch die Ver­wen­dungs­be­schrän­kung im Sub­ven­ti­ons­be­scheid abge­si­cher­ten Zweck­bin­dung der Sub­ven­ti­ons­mit­tel ist durch die ein­zel­nen Zah­lun­gen des Sub­ven­ti­ons­emp­fän­gers nur inso­weit gemin­dert wor­den, als die Zah­lun­gen zweck­wid­rig erfolg­ten. Denn nur inso­weit hat der Sub­ven­ti­ons­emp­fän­ger die ihm auf Grund des Sub­ven­ti­ons­ver­hält­nis­ses oblie­gen­de "Gegen­leis­tung" zur zweck­ent­spre­chen­den Ver­wen­dung der Sub­ven­ti­ons­gel­der nicht erbracht [7]. Soweit hin­ge­gen die Sub­ven­ti­ons­mit­tel inner­halb der Zweck­bin­dung ver­wandt wor­den waren, kön­nen die Zah­lun­gen nicht auf Grund der spä­te­ren Schutz­ge­setz­ver­stö­ße rück­schau­end als scha­dens­be­grün­dend gewer­tet wer­den. Für die Beur­tei­lung, ob ein Nach­teil durch eine Zweck­ver­feh­lung einer Zah­lung in Betracht kommt, darf näm­lich nicht auf eine expost­Be­trach­tung abge­stellt wer­den [8]. Soweit schließ­lich der Sub­ven­ti­ons­emp­fän­ger die Sub­ven­ti­ons­mit­tel zum Zeit­punkt der ein­zel­nen Schutz­ge­setz­ver­stö­ße noch nicht aus­ge­ge­ben hat­te, ist ein Ver­mö­gens­scha­den eben­falls nicht ein­ge­tre­ten. Denn inso­weit ist die Zweck­bin­dung nicht auf­ge­ho­ben wor­den; die in Rede ste­hen­den Mit­tel befan­den sich wei­ter­hin im Ver­mö­gen des Sub­ven­ti­ons­emp­fän­gers, der wei­ter­hin an die Ver­wen­dungs­be­schrän­kung im Sub­ven­ti­ons­be­scheid gebun­den war.
Uner­heb­lich ist, ob durch die miss­bräuch­li­chen Zah­lun­gen Erwar­tun­gen des die Sub­ven­ti­on gewäh­ren­den Bun­des­lan­des ent­täuscht wor­den sind, die über die im Zuwen­dungs­be­scheid fest­ge­leg­te Mit­tel­ver­wen­dung hin­aus­gin­gen. Denn sol­che Erwar­tun­gen sind von dem scha­dens­recht­li­chen Ver­mö­gens­schutz nicht umfasst. Die­ser beschränkt sich auf die im Sub­ven­ti­ons­ver­hält­nis kon­kret bezeich­ne­te Gegen­leis­tung des Sub­ven­ti­ons­emp­fän­gers [9]. Eine ande­re Sicht­wei­se wür­de dar­auf hin­aus­lau­fen, den Scha­dens­er­satz an unkon­trol­lier­ba­ren sub­jek­ti­ven Wert­schät­zun­gen des Geschä­dig­ten fest­zu­ma­chen, was durch § 253 Abs. 1 BGB ver­hin­dert wer­den soll [10].
Ein wei­ter­ge­hen­der Scha­dens­er­satz­an­spruch kann auch nicht mit der Erwä­gung begrün­det wer­den, dass die Sub­ven­ti­on ins­ge­samt nicht gewährt wor­den wäre, wenn die zweck­wid­ri­ge Mit­tel­ver­wen­dung vor­ab bekannt gewe­sen wäre. Denn die zum Ersatz ver­pflich­ten­den zweck­wid­ri­gen Zah­lun­gen folg­ten der Sub­ven­ti­ons­ge­wäh­rung zeit­lich nach. Er muss des­halb den Geschä­dig­ten gemäß § 249 Abs. 1 BGB nicht so stel­len, als sei die Sub­ven­ti­on nicht gewährt wor­den, son­dern muss nur den Zustand her­stel­len, der bestehen wür­de, wenn es nicht zu den zweck­wid­ri­gen Zah­lun­gen gekom­men wäre. Der Streit­fall liegt inso­weit anders als der Sach­ver­halt, der dem vom Beru­fungs­ge­richt her­an­ge­zo­ge­nen BGH, Urteil vom 21.12.2004 – VI ZR 306/​03, [11] zugrun­de lag. In die­sem Urteil hat der Bun­des­ge­richts­hof eine ver­trag­li­che Belas­tung als Scha­den auf­ge­fasst, die auf dem haf­tungs­be­grün­den­den Ver­hal­ten beruh­te.
Für die Bestim­mung des ent­stan­de­nen Scha­dens kommt es auch nicht auf die mög­li­chen ver­wal­tungs­recht­li­chen Fol­gen der zweck­wid­ri­gen Zah­lun­gen an. Zwar kann nach § 49 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 VwVfG NRW die zustän­di­ge Behör­de nach ihrem Ermes­sen einen Zuwen­dungs­be­scheid mit Wir­kung für die Ver­gan­gen­heit auch dann ins­ge­samt wider­ru­fen, wenn die gewähr­te Leis­tung nur zum Teil nicht für den im Ver­wal­tungs­akt bestimm­ten Zweck ver­wen­det wird [12]. Die bei der Prü­fung eines sol­chen Gesamt­wi­der­rufs anzu­stel­len­den Ermes­sens­er­wä­gun­gen [13] und die Bestim­mung des durch die Zweck­ver­feh­lung ent­stan­de­nen Ver­mö­gens­scha­dens ste­hen jedoch in kei­nem direk­ten Zusam­men­hang. So ist es für die Ermes­sens­ver­wal­tung kenn­zeich­nend, dass einer Behör­de durch Rechts­vor­schrift die Ent­schei­dungs­frei­heit ein­ge­räumt wird, von meh­re­ren recht­lich zuläs­si­gen Ent­schei­dun­gen aus Zweck­mä­ßig­keits­grün­den unter Abwä­gung der öffent­li­chen Belan­ge und der Inter­es­sen des Ein­zel­nen die sach­ge­rech­te zu wäh­len [14]. Die Höhe eines Ver­mö­gens­scha­dens ist dem­ge­gen­über nicht von Zweck­mä­ßig­keits­er­wä­gun­gen, erst recht nicht von sol­chen des Geschä­dig­ten, abhän­gig, son­dern ist – auf Grund­la­ge eines fest­ste­hen­den Sach­ver­hal­tes – recht­lich ein­deu­tig bestimm­bar.
Schließ­lich ist es uner­heb­lich, ob neben dem staat­li­chen Ver­mö­gen auch die staat­li­che Pla­nungs- und Dis­po­si­ti­ons­frei­heit als von § 264 StGB geschütz­tes eigen­stän­di­ges Rechts­gut anzu­er­ken­nen ist [15]. Denn für den gel­tend gemach­ten mate­ri­el­len Scha­dens­er­satz­an­spruch kann nur der Ver­mö­gens­schutz maß­geb­lich sein.
Ein Scha­dens­er­satz­an­spruch in Höhe des Gesamt­be­trags der am bewil­lig­ten Zuwen­dung ergibt sich auch nicht aus § 823 Abs. 2 BGB in Ver­bin­dung mit § 264 Abs. 1 Nr. 3 StGB. Nach die­ser Vor­schrift wird bestraft, wer den Sub­ven­ti­ons­ge­ber ent­ge­gen den Rechts­vor­schrif­ten über die Sub­ven­ti­ons­ver­ga­be über sub­ven­ti­ons­er­heb­li­che Tat­sa­chen in Unkennt­nis lässt. Dage­gen hat der Sub­ven­ti­ons­emp­fän­ger – bzw. im vor­lie­gen­den der gemäß § 14 Abs. 1 Nr. 1 StGB für die Sub­ven­ti­ons­emp­fän­ge­rin als Geschäfts­füh­rer han­deln­de Beklag­te – weder dadurch ver­sto­ßen, dass er die Absicht, die Sub­ven­ti­ons­mit­tel ent­ge­gen der Ver­wen­dungs­be­schrän­kung zu ver­wen­den, nicht recht­zei­tig vor deren Ver­wen­dung ange­zeigt hat, noch dadurch, dass er es unter­las­sen hat, die zweck­wid­ri­gen Zah­lun­gen nach­träg­lich anzu­zei­gen.
Zwar han­delt es sich bei den Zah­lun­gen selbst um sub­ven­ti­ons­er­heb­li­che Tat­sa­chen. Auch war der Sub­en­ven­ti­ons­emp­fän­ger nach § 3 Abs. 1 Satz 1 Sub­vG ver­pflich­tet, dem Sub­ven­ti­ons­ge­ber unver­züg­lich alle Tat­sa­chen mit­zu­tei­len, die für die Rück­for­de­rung der Sub­ven­ti­on erheb­lich waren. Die­se Vor­schrift ist jedoch ein­schrän­kend dahin aus­zu­le­gen, dass sie den nach § 264 Abs. 1 Nr. 2 StGB Straf­ba­ren nicht ver­pflich­tet, sei­ne nach Erhalt der Sub­ven­tio­nen gefass­te Absicht der zweck­wid­ri­gen Ver­wen­dung oder die bereits erfolg­te zweck­wid­ri­ge Ver­wen­dung anzu­zei­gen [16]. Bei­de Ver­hal­tens­wei­sen wer­den, wie die Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Vor­schrift zeigt, von deren Anwen­dungs­be­reich nicht erfasst.
Aus den Geset­zes­ma­te­ria­li­en ergibt sich, dass der Gesetz­ge­ber bei Erlass des Sub­ven­ti­ons­ge­set­zes und Ein­fü­gung des heu­ti­gen § 264 Abs. 1 Nr. 3 StGB durch das Ers­te Gesetz zur Bekämp­fung der Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät vom 29.07.1976 [17] gera­de kei­ne Pflicht zur Selbst­an­zei­ge schaf­fen woll­te. Er hat aus­drück­lich dar­auf abge­stellt, dass der Ver­stoß gegen die Ver­wen­dungs­be­schrän­kung selbst sei­ner­zeit noch straf­los blieb [18]. § 264 Abs. 1 Nr. 2 StGB ist erst nach­träg­lich durch das EGFi­nanz­schutz­ge­setz vom 10.09.1998 [19] ein­ge­fügt wor­den. Dabei hat­te der Gesetz­ge­ber bestimm­te Sub­ven­tio­nen im Blick, die von § 3 Sub­vG und damit auch von dem heu­ti­gen § 264 Abs. 1 Nr. 3 StGB nicht erfasst wer­den. Zwar hat der Gesetz­ge­ber den neu geschaf­fe­nen Straf­tat­be­stand des § 264 Abs. 1 Nr. 2 StGB bewusst nicht auf die­se Sub­ven­tio­nen beschränkt. Aus den Geset­zes­ma­te­ria­li­en erge­ben sich aber kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass er eine par­al­le­le Anwend­bar­keit die­ser Vor­schrift und des § 264 Abs. 1 Nr. 3 StGB in Betracht gezo­gen hat und dass er ent­ge­gen sei­nem aus­drück­lich bekun­de­ten frü­he­ren Wil­len § 264 Abs. 1 Nr. 3 StGB nun­mehr eine Pflicht zur Selbst­an­zei­ge unter­le­gen woll­te [20]. Im Ein­klang damit steht es, dass nach all­ge­mei­ner Auf­fas­sung im straf­recht­li­chen Schrift­tum § 264 Abs. 1 Nr. 2 und Nr. 3 StGB nicht neben­ein­an­der anwend­bar sind [21].
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Juli 2013 – VI ZR 442/​12
dazu BGH, Urteil vom 13.12.1988 – VI ZR 235/​87, BGHZ 106, 204, 206 ff.[↩]
BGH, Gro­ßer Senat für Zivil­sa­chen, Beschluss vom 09.07.1986 – GSZ 1/​86, BGHZ 98, 212, 217; BGH, Urteil vom 21.12.2004 – VI ZR 306/​03, BGHZ 161, 361, 366 f. mwN[↩]
BGH, Gro­ßer Senat für Zivil­sa­chen, Beschluss vom 09.07.1986 – GSZ 1/​86, aaO, 218; BGH, Urteil vom 21.12.2004 – VI ZR 306/​03, aaO, 369[↩]
BGH, Urtei­le vom 13.12.1988 – VI ZR 235/​87, BGHZ 106, 204, 209 und vom 21.12.2004 – VI ZR 306/​03, 161, 361, 368 f.; BGH, Beschluss vom 18.07.1963 – 1 StR 130/​63, BGHSt 19, 37, 44 f.; Urtei­le vom 30.06.1982 – 1 StR 757/​81, BGHSt 31, 93, 95; vom 04.11.1997 – 1 StR 273/​97, BGHSt 43, 293, 297 f.; vom 14.12.2000 – 5 StR 123/​00, NJW 2001, 2411, 2414; Beschluss vom 26.01.2006 – 5 StR 334/​05, NStZ 2006, 624 Rn. 2[↩]
BGH, Beschluss vom 26.01.2006 – 5 StR 334/​05, aaO[↩]
vgl. Fischer, StGB, 60. Aufl., § 264 Rn. 25a; Tie­de­mann in Leip­zi­ger Kom­men­tar, StGB, 12. Aufl., § 264 Rn. 106[↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 26.01.2006 – 5 StR 334/​05, NStZ 2006, 624 Rn. 4 ff.[↩]
BGH, Urteil vom 14.12.2000 – 5 StR 123/​00, NJW 2001, 2411, 2414[↩]
Ger­hold, Zweck­ver­feh­lung und Ver­mö­gens­scha­den, S. 41 ff. und 45 ff. und Hack, Pro­ble­me des Tat­be­stands Sub­ven­ti­ons­be­trug, S. 51 ff.[↩]
vgl. BGH, Gro­ßer Senat für Zivil­sa­chen, Beschluss vom 09.07.1986 – GSZ 1/​86, BGHZ 98, 212, 222[↩]
BGHZ 161, 361[↩]
vgl. BayVGH, BayVBl 2005, 50, 51; Sachs in Stelkens/​Bonk/​Sachs, VwVfG, 7. Aufl., § 49 Rn. 97, 100[↩]
vgl. VG Düs­sel­dorf, Urteil vom 18.05.2005 – 15 K 6813/​02, für den Fall eines ermes­sens­feh­ler­haf­ten Gesamt­wi­der­rufs[↩]
Sachs, aaO, § 40 Rn. 13, 15[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 13.12.1988 – VI ZR 235/​87, BGHZ 106, 204, 207[↩]
vgl. Fischer, StGB, 60. Aufl., § 264 Rn. 27[↩]
BT-Drucks. 7/​3441, S. 43 f.[↩]
BGBl. II S. 2322[↩]
BT-Drucks. 13/​10425, S. 6 f.[↩]
für einen Vor­rang der Nr. 2: Fischer, StGB, 60. Aufl., § 264 Rn. 27; Per­ron in Schönke/​Schröder, StGB, 28. Aufl., § 264 Rn. 86; Hoyer in Sys­te­ma­ti­scher Kom­men­tar, StGB, 8. Aufl., § 264 Rn. 107; Woh­lers in Mün­che­ner Kom­men­tar, StGB, § 264 Rn. 122; für einen Vor­rang der Nr. 3 Hell­mann in Nomos­Kom­men­tar, StGB, 4. Aufl., § 264 Rn. 120[↩]
Ver­wen­dung von Sub­ven­tio­nen ent­ge­gen der… Der nach § 264 Abs. 1 Nr. 2 StGB (Sub­ven­ti­ons­be­trug) Straf­ba­re ist nicht ver­pflich­tet, sei­ne nach Erhalt der Sub­ven­tio­nen gefass­te Absicht der zweck­wid­ri­gen Ver­wen­dung oder…
Das unzu­tref­fen­de Datum auf dem Emp­fangs­be­kennt­nis Zwar bringt ein Emp­fangs­be­kennt­nis als Pri­vat­ur­kun­de nach § 416 ZPO grund­sätz­lich Beweis nicht nur für die Ent­ge­gen­nah­me des dar­in bezeich­ne­ten Schrift­stücks, son­dern auch für den…
Sub­ven­ti­ons­be­trug – und sei­ne Ver­jäh­rung Die für das Ver­ge­hen des Sub­ven­ti­ons­be­trugs gemäß § 264 Abs. 1 StGB maß­geb­li­che Ver­jäh­rungs­frist von fünf Jah­ren (§ 78 Abs. 3 Nr. 4, Abs. 4…
SicherungsübereignungSubventionSubventionsbetrug

References: § 264
 § 264
 § 264
 § 264
 § 823
 § 264
 § 264
 § 264
 § 253
 § 249
 § 49
 § 264
 § 823
 § 264
 § 14
 § 3
 § 264
 § 264
 § 264
 § 3
 § 264
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 § 264
 § 264
 § 264
 § 264
 § 264
 § 49
 § 40
 § 264
 § 264
 § 264
 § 264
 § 264
 § 264
 § 264
 § 416
 § 264