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Timestamp: 2020-01-27 21:05:52+00:00

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Körperschaftssteuererklärung 2014
Steuerbilanz oder detaillierter Korrekturposten: Betriebsprüfung vermeiden
Begrenzung des Wertaufhellungszeitraums für Jahresabschluss
Verdeckte Gewinnausschüttung angeben, Schenkungssteuer anfechten
Nichtabziehbare Aufwendungen laut Anlage A Körperschaftsteuer
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Körperschaftsteuer: Infos, Tipps und Tricks zur Körperschaftsteuererklärung 2014
Bei vielen kleinen Kapitalgesellschaften steht bis zum 31. Mai die Körperschaftsteuer auf dem Plan. Dabei gibt es einige Tücken im Detail: Für die Körperschaftsteuererklärung 2014 gibt es zahlreiche anhängige Verfahren und Urteile, die für die Einkommensermittlung relevant sind. Auch die Sachbearbeiter in den Finanzämtern kommen hier schon mal ins Schleudern – und setzen das zu versteuernde Einkommen höher an als gerechtfertigt. In diesem Beitrag lesen Sie, welche Fallstricke es gibt und worauf Sie bei der Körperschaftsteuererklärung 2014 achten sollten.
Normalerweise erwarten die Finanzämter die Körperschaftsteuererklärung 2014 bis zum 31. Mai 2015. Diese Frist verlängert sich automatisch auf den 31. Dezember 2015, wenn im Finanzamts-Computer gespeichert ist, dass die Körperschaftsteuersteuererklärung 2014 von einem Steuerberater erstellt wird (siehe dazu die Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder v. 2.1.2012; BStBl I S. 64).
Tipp: Jahresabschluss und Körperschaftsteuererklärung gemeinsam erstellen
Zwar fallen der handelsrechtliche Aufstellungszeitpunkt des Jahresabschlusses 2014 (zum 30.6.2014) und die Abgabefrist für die Körperschaftsteuererklärung 2014 (zum 31.12.2015) weit auseinander. Dennoch kann es sinnvoll sein, die Körperschaftsteuererklärung 2014 bereits bis Anfang Juni beim Finanzamt einzureichen, und zwar in folgenden Situationen:
Die Körperschaftsteuervorauszahlungen 2/2015 sollen herabgesetzt werden. Ein unschlagbares Argument für gesunkene Gewinne ist der fertige Jahresabschluss 2014 samt Körperschaftsteuererklärung 2014.
Die GmbH benötigt einen Kredit, und die Bank fordert aussagekräftige Daten zur Gewinnsituation der GmbH. Ein bestandskräftiger Steuerbescheid für 2014 wirkt für den Bankberater fast wie ein Testat.
In der Körperschaftsteuererklärung 2014 wird nur der steuerliche Gewinn in die Einkommensermittlung einbezogen. Hierzu erstellt die GmbH eine von der Handelsbilanz abweichende Steuerbilanz. Alternativ kann anstelle der Steuerbilanz ein Korrekturposten (= Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz) ermittelt und dem Handelsbilanzgewinn in Zeile 22 (s. Abb. 1) der Körperschaftsteuererklärung 2014 hinzugerechnet werden. Bei diesem Korrekturposten nach § 60 EStDV sind jedoch Rückfragen und schlimmstenfalls eine Betriebsprüfung des Finanzamts programmiert.
Abb. 1: Korrekturposten in der Körperschaftsteuererklärung
Hintergrund: Seit einiger Zeit verwenden die Finanzämter aller Bundesländer ein einheitliches Schema für Betriebsprüfungsberichte. Diese Berichte machen es erforderlich, die Korrekturposten nach § 60 EStDV aufzuschlüsseln. Dabei wurde festgestellt, dass die meisten Körperschaftsteuererklärungen in diesem Punkt fehlerhaft waren.
Tipp: Um Rückfragen oder gar die Klärung der Korrekturposten im Rahmen einer Betriebsprüfung zu vermeiden, empfiehlt es sich, die einzelnen Korrekturen detailliert aufzuführen und zu erläutern. Insbesondere nach vorangegangen Betriebsprüfungen setzt sich der Korrekturposten zum Handelsbilanzgewinn aus einer Vielzahl von Einzelkorrekturen zusammen, deren korrekte Fortentwicklung nur durch eine detaillierte Aufschlüsselung möglich ist.
Beispiel: Die XY-GmbH hat keine Steuerbilanz aufgestellt, sondern entscheidet sich für die Ermittlung des Korrekturpostens nach § 60 EStDV. In einer Anlage zur Körperschaftsteuererklärung 2014 wird der Steuerbilanzgewinn folgendermaßen ermittelt:
Handelsbilanzgewinn 2014
41.230 EUR
Nach § 60 EStDV (Rückstellungen, Abschreibungen, etc.)
- 68.721 EUR
Steuerbilanzverlust 2014
- 27.491 EUR
Da das Finanzamt nicht erkennen kann, wie genau sich der Korrekturposten ermittelt, wird es nachhaken oder eine Betriebsprüfung anordnen. Je höher der Korrekturbetrag den Steuerbilanzgewinn mindert, desto wahrscheinlicher sind weitere Überprüfungen des Finanzamts.
Alternative: Die XY-GmbH schlüsselt den Korrekturposten nach § 60 EStDV folgendermaßen auf:
Nach § 60 EStDV (Rückstellungen,
Abschreibungen, etc.):
Steuerlich nicht zulässige Drohverlustrückstellung
Abschreibungen der bei der letzten Betriebsprüfung
nachaktivierten Wirtschaftsgüter
Bisher nicht anerkannte Rückstellung
(Garantiefall)
- 8.721 EUR
Abweichungen gesamt
- 68.721 EUR - 68.721 EUR
In die Körperschaftsteuererklärung 2014 muss der Steuerbilanzgewinn 2014 der GmbH eingetragen werden. Bei der Gewinnermittlung gibt es ein Problem, dass selbst von Steuerberatern allzu gerne ignoriert wird. Die Rede ist von Teilwertabschreibungen auf Immobilien, Forderungen oder Anlagegegenstände, von denen erst nach dem Bilanzstichtag Kenntnis erlangt wurde (sog. Wertaufhellende Tatsache). Das Problem dabei: Erfolgte die Erkenntnis nach der handelsrechtlichen Frist für die Aufstellung des Jahresabschlusses, ist diese Erkenntnis im Jahresabschluss nicht mehr als Wertaufhellende Tatsache zu berücksichtigen (BFH, Urteil v. 12.12.2012, Az. IB 27712).
Kleine Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH)
Handelsrechtliche Frist
zur Aufstellung des Jahresabschlusses
im Folgejahr Innerhalb von 6 Monaten
Beispiel: Die XY-GmbH ist nach Handelsrecht eine kleine GmbH. Der handelsrechtliche Jahresabschluss 2014 wird verspätet erst im August 2015 aufgestellt. Im Juli 2015 erfährt die XY-GmbH, dass der Schuldner eines Darlehens insolvent ist.
Folge: Da diese Erkenntnis nach dem 30.6. erfolgte – also nach der gesetzlichen Frist zur Aufstellung des handelsrechtlichen Jahresabschlusses –, darf in dem Jahresabschluss 2014 keine Teilwertabschreibung mehr auf das Darlehen vorgenommen werden. Stößt der Sachbearbeiter im Finanzamt auf Teilwertabschreibungen, wird er nachhaken, wann die Erkenntnis für diese Gewinnminderungen erlangt wurde. Liegt wie im Beispielsfall keine werterhellende Tatsache mehr vor, wird der Steuerbilanzgewinn um die vorgenommenen Berichtigungen erhöht.
Stellen Sie im Jahr 2014 das Vorliegen einer verdeckten Gewinnausschüttung fest oder ergibt sich die verdeckte Gewinnausschüttung als Folgefeststellung aus einer vorangegangenen Betriebsprüfung, müssen Sie das in Zeile 27 (s. Abb. 2) der Körperschaftsteuererklärung 2014 eintragen.
Abb. 2: Angaben zur verdeckten Gewinnausschüttung in der Körperschaftsteuer
Eintragungen in Zeile 27 lösen jedoch nicht nur eine Einkommenserhöhung bei der GmbH aus. Der für die GmbH zuständige Sachbearbeiter im Finanzamt informiert vielmehr das Finanzamt des Empfängers der verdeckten Gewinnausschüttung. Die verdeckte Gewinnausschüttung führt bei ihm nicht nur zur Versteuerung von Kapitalerträgen; das Finanzamt unterstellt auch eine Schenkung (Gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder v. 14.3.2012, BStBl 2012 I S. 331).
Beispiel: A und B sind zu je 25.000 EUR an der AB-GmbH beteiligt. Gesellschafter A kauft der GmbH mit Duldung des Gesellschafters B ein Grundstück ab und bezahlt dafür 100.000 EUR zu wenig. Das hat steuerlich folgende Konsequenzen:
Einkommenserhöhung bei der GmbH um 100.000 EUR.
Kapitalerträge des Gesellschafters A in Höhe von 100.000 EUR.
Steuerpflichtige Schenkung in Höhe von 50.000 EUR – zu versteuern von A (Beteiligungsquote 50% von 100.000 EUR).
Tipp: Mit der Auffassung, dass eine verdeckte Gewinnausschüttung quotal auch zu einer steuerpflichtigen Schenkung führen kann, steht die Finanzverwaltung ziemlich allein. Sollte ein Schenkungssteuerbescheid aufgrund der Erklärung einer verdeckten Gewinnausschüttung in Zeile 27 der Erklärung zur Körperschaftsteuer 2014 ergehen, sollte dieser unbedingt mit einem Einspruch und dem Hinweis auf ein BFH-Urteil, das eben keine Schenkung in einer verdeckten Gewinnausschüttung sieht (BFH, Urteil v. 30.1.2013, Az. II R 6/2), angefochten werden. Die Finanzbehörden ignorieren dieses bisher nicht veröffentlichte Urteil hartnäckig. Im Zweifel sollten Sie die übergeordnete Behörde (Oberfinanzdirektion oder Finanzministerium) um eine Stellungnahme bitten.
In der Anlage A der Erklärung zur Körperschaftsteuer muss die GmbH angeben, welche bisher im Steuerbilanzgewinn abgezogenen Aufwendungen außerbilanzmäßig wieder hinzuzurechnen sind. Die Summe der nicht abziehbaren Aufwendungen aus der Anlage A sind in Zeile 29 der Körperschaftsteuererklärung 2014 zu übertragen (s.u.).
Abb. 3: Nicht abziehbare Aufwendungen
Hier lohnt sich vor allem bei einem Zurechnungsposten Gegenwehr in Form eines Einspruchs: Die Rede ist von der Hinzurechnung der Pauschalsteuer nach § 37b EStG für Geschenke an Kunden und Geschäftsfreunde. Die Finanzverwaltung unterstellt hier, dass diese Pauschalsteuer das Schicksal der Geschenkaufwendungen teilt. Mit anderen Worten: Sind die Geschenkaufwendungen an Kunden und Geschäftspartner – aus welchen Gründen auch immer – nicht abziehbar, gilt die Nichtabziehbarkeit auch für die Pauschalsteuer nach § 37b EStG.
Tipp: Da diese fiskalische Auffassung des Finanzamts weder im Einkommensteuergesetz noch im Gesetz zur Körperschaftsteuer zu finden ist, prüft der Bundesfinanzhof derzeit in einem Revisionsverfahren, ob die Pauschalsteuer generell abziehbar ist oder nicht (BFH, Az. IV R 13714). Bis zur endgültigen Entscheidung helfen vorerst nur ein Einspruch gegen den Bescheid zur Körperschaftsteuer und ein Antrag auf Ruhen des Einspruchsverfahrens.

References: § 60
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 § 37
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