Source: http://club-unabhaengiger-liberaler.at/index.php/archiv/61-untersuchung-ueber-den-reichtum-der-nationen?limitstart=0
Timestamp: 2020-04-02 03:39:00+00:00

Document:
NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger zu Gast im CUL
Großbaustelle Justiz – was auf die neue Regierung zukommt
NEOS-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn spricht im CUL zum Thema Wird in Österreich der Wirtschaftsliberalismus entsorgt?
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka zu Gast im CUL
Kardinaltugenden und Katallaktik bei Hayek
§ 1 Arbeitshypothese
§ 2 Aufgaben, die sich aus der Hypothese ableiten
I. Teil: Übersicht über das /Viergespann der Kardinaltugenden
§ 3 Besonnenheit und Maß: Von den Griechen über Nietzsche zu Sedlmayr
§ 4 Klugheit: Von den Griechen über Thomas von Aquin zu Smith
§ 5 Gerechtigkeit: Von den Griechen über Luther, Leibniz, Locke, Kant, Bloch zu Kelsen
§ 6 Tapferkeit und Mut
§ 7 Zusammenfassung
§ 8 Zeittafel der Protagonisten
II. TEIL: KATALLAKTIK NACH FRIEDRICH AUGUST VON HAYEK
§ 9 Strukturverfassung von Freiheit und Marktwirtschaft
§ 10 Begriff der Gerechtigkeit nach Hayek
§ 11 Zusammenfassung
§ 12 Werke, die zum Vergleich herangezogen wurden
§ 1Arbeitshypothese
A dam SMITH hat das Allheilmittel des Freihandels nicht erfunden. Er hat ihn «nur» klug argumentierend, wahrheitsgetreu, mutig und maßvoll beschrieben. Die Strukturen des Klugen, Rechten, Mutigen und Guttemperierten waren ihm so geläufig wie an und für sich jede bürgerliche Tugend der Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Genauigkeit. Was einem so richtig ansteht wie eine maßgeschneiderte Tracht, darüber braucht man oft auch nicht viele Worte verlieren. Was einem so richtig in Fleisch und Blut übergegangen ist, wie eine zweite Natur, darüber braucht man sich auch keinen Kopf zu zerbrechen. Die Questiones disputandae drehen sich normalerweise um Sachen, die uns noch nicht oder nicht mehr angehen.
Die sogenannten Kardinaltugenden machen einen so selbstverständlichen Eindruck für jede wirtschaftliche Aktivität, wie auch überhaupt für den Aufbau einer jeden zivilisierten Gesellschaft, dass sie kaum einer Diskussion zu bedürfen scheinen. Das solide Werk (1776) von SMITH, der Professor der Moralwissenschaften an der Universität von Glasgow und auch tüchtiger Erzieher war, liefert uns die Beschreibung einer Gesellschaft in die Hand, die in tugendhafter Ordnung einfach gut funktionierte. Das lateinische Wort industria, industriosus, das die Runde um die ganze Welt machte, bezieht sich buchstabengetreu auf Arbeitsamkeit, Betriebsamkeit, Fleiß und Konzentrationsfähigkeit. Englands Industrielle Revolution machte sich somit auf den Weg der Arbeit anstelle des Blutvergießens. Nahezu gleichzeitig erschienen mit James WATTS (1769) Dampfmaschine KANTS kritische Schriften über die Vernunft, die Sitten und das Pflichtbewusstsein (1781). Zusammen mit der Promulgation der Verfassung der Vereinigten Staaten (1787) markieren diese Meilensteine den positiven Beginn eines neuen Zeitalters, an dessen Rand die reine Negativität der französischen Revolution (1789) und der napoleonischen Kriege geradezu einen beiläufigen und verlotterten Eindruck macht.
Die neue Welt ist nicht auf den Barrikaden von Paris oder auf dem Russlandfeldzug Napoleons auf die Welt gekommen, sondern in der Grafschaft von Lancashire und im viel beschimpften Manchester-Liberalismus mit dem maschinellen Webstuhl, der in den privilegierten Städten des Kontinents, in der Schweiz und Leiden noch auf den organisierten Widerstand der Zünfte – der Gewerkschaften von anno dazumal – stoßen musste. Während die französische Guillotine noch Köpfe trennte, räumte die Glorious Revolution auf der anderen Seite des Kanals bereits 100 Jahre (1689) zuvor mit der Praxis königlicher Charten und Monopole auf. England hat sich den Weg zur industriellen Anwendung der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und zur zeitgemäßen Regierungsform der parlamentarischen Monarchie freigelegt.
Damit das Zeitalter der Moderne in der Tat beginnen könne, war die Entdeckung der Welt durch die iberische Schifffahrt eine Voraussetzung. Nicht nur auf die eigentliche Konstruktion, es kam noch mehr auf die Verbindung WATTS mit dem Fabrikanten BOULTON an: «d. h. allgemeiner ausgedrückt auf die Verbindung der wissenschaftlichen Arbeit mit dem unternehmerischen Interesse und dem notwendigen Kapital zu einer weltverwandelnden Einheit. Im demselben Jahre taucht auch erstmals der Name Technik in seiner spezifischen und eingegrenzten heutigen Bedeutung auf» . Griechisch tecnh/techná, tecniko/technikós, lat. ars, artifex, artificialis, zu Deutsch Kunst, Könner, gekonnt bedeutete bis zu diesem Zeitpunkt noch das vollendete Können auf jeglichem Gebiet:
DER Verfasser, geb. 1942 in Budapest, kannte den «Weg zur Knechtschaft» in den Nachkriegsjahren am eigenen Leib bereits als Kind. Stammt aus einer liberal und katholisch gesinnten Familie. Als Flüchtlingskind nach der «Gloriosen Revolution» in Ungarn (1956) wurde er von Alfons Plankensteiner, Professor der Philosophie, Inns-bruck, in seine Familie aufgenommen. Als Mittelschüler konnte er das Freiheitsdenken der Tiroler assimilieren. In Wien erwarb er kaufmännische Praxis im eigenen Handelsunternehmen. Als Dipl. Ing. der Bodenkultur, Wien, hat er sich im Denkstil der «Großen Gesellschaft» von heute geübt. Als leitender Angestellte der dänischen Zuckerindustrie kannte er die Zwangswirtschaft des Ostens aus Laboratoriumsnähe. Er promovierte bei den Professoren Kurt Holzer und Manfried Welan im Institut für Wirtschaft, Recht und Politik, über Ideologiekritik im engen Zusammenhang mit Hayekschen und Popperschen Ideen. Im selben Institut begann seine akademische Laufbahn (1980) als Universitätsassistent. Seit 22 Jahren ist er o. Univ. Professor an der Schwelle der Dritten zur Zweiten Welt (San Salvador de Jujuy 1982, Mendoza 1988, Argentinien). Zur Zeit auf Forschungsjahr in Öste-rreich. Der Vortrag verbleibt am Wind der Liberalität, vom großen Erbe der freien griechischen Polis «katallagh/katallagá»bis zum «Katallaktik-Begriff» Hayeks, dem Modell der Offenen Gesellschaft verpflichtet. Im Besonderen wird danach gefragt, warum funktioniert dieses Modell ungenügend, in der soziologischen Kategorie der «Randkulturen» (R. GIRTLER), wie Argentinien, Ostdeutschland, im Völkerteppich des Kaukasus, oder vor den Toren Wiens am tiefen Balkan? Anschrift: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
2 Mirgeler, Albert. 1971. Revision der europäischen Geschichte. Alber Freiburg/München. Nachdruck: Europa in der Weltgeschichte. Eine kritische Bilanz seiner Geschichte am Vorabend sei-ner späten politischen Einigung. Herder-Buch 477. 255
Thursday the 2nd. Joomla 2.5 templates.

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 1