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Timestamp: 2020-01-28 01:26:14+00:00

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BGH, 30.04.2003 - V ZB 71/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,958
BGH, 30.04.2003 - V ZB 71/02 (https://dejure.org/2003,958)
BGH, Entscheidung vom 30.04.2003 - V ZB 71/02 (https://dejure.org/2003,958)
BGH, Entscheidung vom 30. April 2003 - V ZB 71/02 (https://dejure.org/2003,958)
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Wahlrecht des Berufungsbeklagten zwischen Anschließen an die der Berufung des Gegners oder der Einlegung einer eigenen Berufung; Wirkunglosigkeit der Anschlussberufung, wenn der Gegner diese zurücknimmt; Einlegung der Anschlussberufung innerhalb der offenen Frist zur ...
Selbständige Anschlußberufung
Verfahrensrecht - Selbstständige Anschlussberufung
LG Hanau, 17.06.2002 - 1 O 582/02
OLG Frankfurt, 28.11.2002 - 19 U 133/02
NJW 2003, 2388
MDR 2003, 947
FamRZ 2003, 1465
VersR 2004, 801
BB 2003, 1356
Die Auslegung des Beschwerdegerichts, der Kläger habe durch seine Erklärungen in der mündlichen Verhandlung vom 15. September 2004 einen Parteiwechsel auf Beklagtenseite bewirkt, kann der Senat in vollem Umfang überprüfen (vgl. nur Senatsbeschl. v. 30. April 2003, V ZB 71/02, NJW 2003, 2388).
Vielmehr ist stets davon auszugehen, dass sie mit ihrer Prozesshandlung das erreichen will, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und ihrer recht verstandenen Interessenlage entspricht (vgl. nur Senat, Beschl. v. 30. April 2003, aaO;… Urt. v. 2. Juli 2004, V ZR 290/03, NJW-RR 2005, 371, 372, sowie für den Parteiwechsel BGH, Urt. v. 27. Juni 1996, IX ZR 324/95, NJW 1996, 2799;… Urt. v. 16. Dezember 1997, VI ZR 279/96, NJW 1998, 1496, 1497).
BGH, 29.03.2011 - VIII ZB 25/10
Berufungsverfahren: Auslegung einer "Anschlussberufung"als eigenständige …
Zur Auslegung einer "Anschlussberufung", die die Anforderungen an die Zulässigkeit einer eigenständigen Berufung erfüllt (im Anschluss an BGH, Beschluss vom 30. April 2003, V ZB 71/02, NJW 2003, 2388).
Stellt das Berufungsgericht durch Beschluss die Wirkungslosigkeit einer "Anschlussberufung" nach § 524 Abs. 4 ZPO fest, so ist hiergegen die Rechtsbeschwerde statthaft, wenn keine Anschlussberufung, sondern eine eigenständige Berufung eingelegt worden ist und daher der Ausspruch des Berufungsgerichts einer Verwerfung der Berufung als unzulässig gleichkommt (im Anschluss an BGH, Beschluss vom 30. April 2003, V ZB 71/02, NJW 2003, 2388).
Dies gilt insbesondere dann, wenn keine Anschlussberufung im Sinne des § 524 ZPO, sondern eine selbständige Berufung eingelegt worden ist und daher die Feststellung der Wirkungslosigkeit der "Anschlussberufung" einer Verwerfung der Berufung als unzulässig gleichkommt (vgl. BGH, Beschluss vom 30. April 2003 - V ZB 71/02, NJW 2003, 2388).
Dies verletzt den verfassungsrechtlich verbürgten Anspruch der Kläger auf Gewährung wirkungsvollen Rechtsschutzes (Art. 2 GG i.V.m. dem Rechtsstaatsprinzip; vgl. dazu etwa Senatsbeschluss vom 27. September 2005 - VIII ZB 105/04, NJW 2005, 3775 unter II 1; BGH, Beschluss vom 30. April 2003 - V ZB 71/02, aaO unter II 1; jeweils mwN).
Bei der Auslegung dieser Prozesserklärung ist der Senat nicht an die Würdigung des Berufungsgerichts gebunden (BGH, Beschluss vom 30. April 2003 - V ZB 71/02, aaO unter II 2 mwN).
a) Bei der Auslegung der von den Klägern mit Anwaltsschriftsatz vom 21. Januar 2010 abgegebenen Erklärung ist - wie stets bei der Auslegung von Prozesserklärungen - der Grundsatz zu beachten, dass im Zweifel dasjenige gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der wohlverstandenen Interessenlage entspricht (vgl. BGH, Beschluss vom 30. April 2003 - V ZB 71/02, aaO unter II 2 b mwN;… Urteil vom 7. Dezember 2007 - V ZR 210/06, NJW 2008, 1953 Rn. 16).
Der gewählten Übersendungsart kommt allein vor dem Hintergrund einer selbständigen Berufung Bedeutung zu (vgl. zu diesem Gesichtspunkt auch BGH, Beschluss vom 30. April 2003 - V ZB 71/02, aaO unter II 2 b bb).
dd) Auch der Umstand, dass die Kläger angekündigt haben, ihre Anträge und die Begründung ihres Begehrens in einem späteren Schriftsatz nachzureichen, ist nur vor dem Hintergrund der Bestimmung des § 520 Abs. 2 ZPO verständlich (vgl. hierzu auch BGH, Beschluss vom 30. April 2003 - V ZB 71/02, aaO unter II 2 b cc).
In einem solchen Fall ist das Verfahrensgrundrecht auf wirkungsvollen Rechtsschutz aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip verletzt, weil einer Partei der Zugang zu dem von der Verfahrensordnung eingeräumten Instanzenzug in unzumutbarer, aus Sachgründen nicht zu rechtfertigender Weise erschwert wird (vgl. BGH…, Beschluss vom 9. Juni 2016 - IX ZB 92/15, NJW-RR 2016, 955 Rn. 9;… Beschluss vom 29. Juli 2014 - IV ZB 37/13 Rn. 4;… Beschluss vom 13. Februar 2014 - VII ZB 39/13, BGHZ 200, 145 Rn. 13; Beschluss vom 30. April 2003 - V ZB 71/02, NJW 2003, 2388, juris Rn. 4;… BVerfG, NJW 2003, 281, juris Rn. 9).
Wenn - wie hier - im erstinstanzlichen Urteil die Berufung zugelassen (vgl. § 124a Abs. 1 Satz 1 VwGO) und vom Prozessgegner eingelegt worden ist, hat der Berufungsbeklagte unter Wahrung der dafür vorgeschriebenen Formen und Fristen die freie Wahl, ob er Rechtsschutz im Wege der selbständigen Berufung oder im Wege der Anschlussberufung anstrebt (zu den parallelen Vorschriften der ZPO vgl. BGH, Beschluss vom 30. April 2003 - V ZB 71/02 - NJW 2003, 2388).
Die Anschlussberufung ist zwar innerhalb der mit Verfügung des Vorsitzenden vom 09.07.2013 (Bl. 110) gesetzten Frist zur Berufungserwiderung und damit gemäß § 524 Abs. 2 S. 2 ZPO fristgemäß eingereicht und - wie nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH NJW 2003, 2388, 2389) für ihre Zulässigkeit erforderlich - in der Anschlussschrift selbst begründet worden (§ 524 Abs. 3 S. 1 ZPO).
BGH, 15.11.2012 - V ZB 99/12
Bestellung einer Vormerkung zur Sicherung eines Anspruchs auf Verschaffung eines …
Dabei ist auch der Grundsatz zu beachten, dass mit einer Verfahrenshandlung im Zweifel dasjenige gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht (Senat, Beschluss vom 30. April 2003 - V ZB 71/02, NJW 2003, 2388; Urteil vom 25. Juli 2004 - V ZR 290/09, NJW-RR 2005, 371;… Demharter, aaO, § 13 Rn. 16).
BAG, 12.12.2006 - 3 AZR 716/05
Berechnung der vorgezogenen Betriebsrente eines vorzeitig Ausgeschiedenen
Prozesserklärungen sind im Zweifel so auszulegen, dass dasjenige gewollt ist, was aus der Sicht der Prozesspartei nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und der recht verstandenen Interessenlage entspricht (vgl. BGH 30. April 2003 - V ZB 71/02 - NJW 2003, 2388, zu II 2 b der Gründe).
aa) Bei Auslegung einer Prozesserklärung darf eine Partei nicht am buchstäblichen Sinn ihrer Wortwahl festgehalten werden, sondern es ist davon auszugehen, dass sie mit ihrer Prozesshandlung das erreichen will, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und ihrer recht verstandenen Interessenlage entspricht (vgl. BGH, Urteile vom 24. November 1999 - XII ZR 94/98, NJW-RR 2000, 1446, vom 17. Mai 2000 - VIII ZR 210/99, WM 2000, 1512, 1514 und vom 16. September 2008 - VI ZR 244/07, NJW 2009, 751, Tz. 11; Beschlüsse vom 30. April 2003 - V ZB 71/02, NJW 2003, 2388, vom 2. Juli 2004 - V ZR 290/03, NJW-RR 2005, 371, 372 und vom 24. März 2009 - VI ZB 89/08, MDR 2009, 760).
BGH, 17.05.2004 - II ZB 22/03
Versäumung von Fristen aufgrund überlanger Telefaxübermittlung oder …
BGH, 14.02.2007 - XII ZB 150/05
BGH, 23.06.2004 - IV ZB 9/04
Versäumung der Berufungsbegründungsfrist wegen Verlustes des Schriftsatzes im …
OLG Köln, 24.04.2019 - 11 U 113/18
BGH, 17.10.2014 - V ZB 152/14
Berufungsgerichtlicher Ordnungsgeldbeschluss: Auslegung einer sofortigen …
OLG Bremen, 12.06.2019 - 1 EK 4/18
Zur Auslegung einer Prozesserklärung als Verzögerungsrüge i.S.d. § 198 Abs. 3 S. …
BGH, 10.10.2013 - V ZB 132/13
Vorliegen eines Verstosses gegen den Auslegungsgrundsatz i. R. der Auslegung …
LAG Hamm, 11.05.2006 - 16 Sa 1623/05
Anschlussberufung
OLG Dresden, 20.09.2012 - 4 U 381/12
Zulässigkeit der Verlängerung der Frist zur Begründung der Anschlussberufung

References: § 524
 § 524
 § 520
 Art. 2
 § 124
 § 524
 § 13
 BGH 
 § 198