Source: https://www.kpb-inso.de/kommentar/inso-k0039/
Timestamp: 2019-11-13 12:49:17+00:00

Document:
Preuß – 53. Lfg. 05.2013 – INSO § 39 – Nachrangige Insolvenzgläubiger
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG © RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG 978-3-8145-8700-4 Kübler/Prütting/Bork (Hrsg.), InsO: Kommentar zur Insolvenzordnung 2015 § 39 Nachrangige Insolvenzgläubiger
1.	die seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens laufenden Zinsen und Säumniszuschläge auf Forderungen der Insolvenzgläubiger;
2.	die Kosten, die den einzelnen Insolvenzgläubigern durch ihre Teilnahme am Verfahren erwachsen;
3.	Geldstrafen, Geldbußen, Ordnungsgelder und Zwangsgelder sowie solche Nebenfolgen einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit, die zu einer Geldzahlung verpflichten;
4.	Forderungen auf eine unentgeltliche Leistung des Schuldners;
5.	nach Maßgabe der Absätze 4 und 5 Forderungen auf Rückgewähr eines Gesellschafterdarlehens oder Forderungen aus Rechtshandlungen, die einem solchen Darlehen wirtschaftlich entsprechen.
Früheres Recht und Entwurfsregelungen: §§ 63, 226 Abs. 2, § 227 KO, § 46 RegE.
Literatur: Ahrens, Insolvenzanfechtung einer erfüllten Bewährungsauflage, NZI 2001, 456; Altmeppen, Zur Insolvenzanfechtung einer Gesellschaftersicherheit bei Doppelsicherung, ZIP 2011, 741; ders., Das neue Recht der Gesellschafterdarlehen in der Praxis, NJW 2008, 3601, ders., Die Auswirkungen des KonTraG auf die GmbH, ZGR 1999, 291; Azara, Das Eigenkapitalersatzrecht der GmbH nach dem Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG), Diss. Jena 2009; Bitter, Teufelskreis – ist das Sanierungsprivileg des § 39 Abs. 4 Satz 2 InsO zu sanieren?, ZIP 2013, 398; Bork, Abschaffung des EigenkapitalersatzEigenkapitalersatzrechtsrechts zugunsten des Insolvenzrechts?, ZGR 2007, 250, Breidenstein, Covenantgestützte Bankdarlehen in der Insolvenz, ZInsO 2010, 273; Buhmann/Woldrich, Einordnung von Verspätungszuschlägen nach § 152 AO als nachrangige Insolvenzforderungen gemäß § 39 Abs. 1 Nr. 3 InsO, ZInsO 2004, 1238; Buschmann, Finanzplankredit und MoMiG, NZG 2009, 91; Casper/Ullrich, Zur Reichweite des Sanierungsprivilegs in § 32a Abs. 3 S. 3 GmbHG, GmbHR 2000, 472; Dahl/Schmitz, Eigenkapitalersatz nach dem MoMiG aus insolvenzrechtlicher Sicht, NZG 2009, 325; Dauner-Lieb, Die Freistellung geringfügig beteiligter Gesellschafter von der Kapitalersatzhaftung, DStR 1998, 609; Eidenmüller, Gesellschafterdarlehen in der Insolvenz, in: Festschrift Canaris, Band II, 2007, S. 49; Ehricke, Insolvenz und Beihilfekontrolle – Neueste Entwicklungen, in: Breitenbücher/Ehricke (Hrsg.), Insolvenzrecht 2003, RWS-Forum 24, 2004, S. 117; ders., Auswirkungen des EG-Beihilferechts auf die Tätigkeit des Insolvenzverwalters, ZInsO 2002, 693; Ekkenga, Angewandte Rechtsmethodik am Beispiel der insolvenzrechtlichen Rangrückstufung von „Gesellschafter“-Darlehen, in: Festschrift Schapp, 2010, S. 125; Engert, Eigenkapitalersatzrecht nach dem MoMiG, 2010, zugl. Diss. Würzburg; Fedke, Konzerninnenfinanzierung nach dem MoMiG in insolvenznahen Szenarien, NZG 2009, 928; Freitag, Finanzverfassung und Finanzierung von GmbH und AG nach dem Regierungsentwurf des MoMiG, WM 2007, 1681; Führ/Wahl, Die Auswirkungen des MoMiG auf abgetretene Gesellschafterdarlehensforderungen, NZG 2010, 889; Gehrlein, Banken – vom Kreditgeber zum Gesellschafter – neue Haftungsfallen (Debt-Equity-Swap nach ESUG), NZI 2012, 257; ders., Anfechtung versus Sanierung – Anfechtungsgefahren für Sanierungszahlungen?, WM 2011, 577; ders., Das Eigenkapitalersatzrecht im Wandel seiner gesetzlichen Kodifikationen, BB 2011, 3; ders., Die Behandlung von Gesellschafterdarlehen durch das MoMiG, BB 2008, 846; Georg, Gesellschafterdarlehen in der Insolvenz, 2011, zugl. Diss. Augsburg 2010; Gundlach/Frenzel/Jahn, Die Absonderungsfähigkeit von Zinsforderungen, die nach Insolvenzeröffnung entstehen, ZInsO 2009, 467; Gundlach/Frenzel/Strandmann, Die Insolvenzverwaltung nach den Änderungen durch das MoMiG, NZI 2008, 647; Haas, Das neue Kapitalersatzrecht nach dem RegE-MoMiG, ZInsO 2007, 617; ders., Fragen zum Adressatenkreis des Kapitalersatzrechts, DZWIR 1999, 177; Haas/Vogel, Durchsetzung gesellschaftsrechtlicher und insolvenzrechtlicher Haftungsansprüche im internationalen Konzern, NZG 2011, 455; Habersack, Die Erstreckung des Rechts der Gesellschafterdarlehen auf Dritte, insbesondere im Unternehmensverbund, ZIP 2008, 2385; ders., Gesellschafterdarlehen nach MoMiG: Anwendungsbereich, Tatbestand und Rechtsfolgen der Neuregelung, ZIP 2007, 2145; Herrmann, Gutglaubenserwerb und Gesellschafterdarlehen bei Finanzinvestitionen – Vom Kapitalersatz zum Kapitalverkehrsschutz im neuen GmbH-Recht, DZWIR 2009, 565; Henckel, Die letzten Vorrechte im Insolvenzverfahren, in: Festschrift Uhlenbruck, 2000, S. 10; ders., Insolvenzanfechtung, in: Kölner Schrift, 2. Aufl., S. 813; Hirte, Die Neuregelung des Rechts der (früher: kapitalersetzenden) Gesellschafterdarlehen durch das „Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen“ (MoMiG), WM 2008, 1429; ders., Neuregelungen mit Bezug zum gesellschaftsrechtlichen Gläubigerschutz und im Insolvenzrecht durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen, ZInsO 2008, 689; Hirte/Knof, Das „neue“ Sanierungsprivileg nach § 39 Abs. 4 Satz 2 InsO, WM 2009, 1961; Holzer, Redaktionsversehen in der Insolvenzordnung?, NZI 1999, 44; Hölzle, Gibt es noch eine Finanzierungsfolgenverantwortung im MoMiG?, ZIP 2009, 1939; Huber, Gesellschafterdarlehen im GmbH- und Insolvenzrecht nach der MoMiG-Reform, ZIP 2010, Beilage 2, S. 7; ders., Finanzierungsfolgenverantwortung de lege lata und de lege ferenda, in: Festschrift Priester, 2007, S. 259; Huber/Habersack, GmbH-Reform: Zwölf Thesen zu einer möglichen Reform des Rechts der kapitalersetzenden Gesellschafterdarlehen, BB 2006, 1; dies., Zur Reform des Rechts der kapitalersetzenden Gesellschafterdarlehen, in: Lutter (Hrsg.), Das Kapital der Aktiengesellschaft in Europa, 2006, S. 371; Kampshoff, Behandlung von Bankdarlehen in der Krise der GmbH, GmbHR 2010, 897; Kebekus/Zenker, Verstrickung adieu – Auswirkungen von Beteiligungswechseln und Zessionen auf Nachrang und Anfechtbarkeit von „Gesellschafterdarlehen“, in: Festschrift Wellensiek, 2011, S. 475; Kiethe, Konflikte zwischen dem europäischen Beihilferecht (Art. 87, 88 EG) und dem nationalen Kapitalschutz- und Insolvenzrecht – neuere Tendenzen in Rechtsprechung und Gesetzgebung, ZIP 2007, 1248; Kilger, Der Konkurs des Konkurses, KTS 1975, 142; Klein, EU-Beihilferecht und deutsches Insolvenzverfahren, DZWIR 2003, 89; Krolop, Zur Anwendung der MoMiG-Regelungen zu Gesellschafterdarlehen auf gesellschaftsfremde Dritte – Von der Finanzierungsfolgenverantwortung des Gesellschafters zur Risikoübernahmeverantwortung des Risikokapitalgebers?, GmbHR 2009, 397; Livonius, Passivierung von Forderungen mit Rangrücktritt im Überschuldungsstatus nach der Insolvenzordnung, ZInsO 1998, 309; von der Lühe/Lösler, Rückforderung gemeinschaftswidriger Beihilfen und Eigenkapitalersatzrecht, ZIP 2002, 1752; Lüneborg, Das neue Recht der Gesellschafterdarlehen, 2010, zugl. Diss. Passau 2009; Mitlehner, Säumniszuschläge im Insolvenzverfahren, NZI 2003, 189; Mülbert, Neuordnung des Kapitalrechts, WM 2006, 1977; Noack, Der Regierungsentwurf des MoMiG – Die Reform des GmbH-Rechts geht in die Endrunde, DB 2007, 1395; ders., Kapitalersatz bei verbundenen Unternehmen, GmbHR 1996, 153; Paulus, Grundlagen des neuen Insolvenzrechts – Schuldner, Gläubiger und Insolvenzverwalter, DStR 2003, 31; Pentz, Zwischenbilanz zu Kleinbeteiligtenschwelle und Sanierungsprivileg, GmbHR 2004, 529; Plagemann, Sozialversicherungsbeiträge in der Insolvenz, NZS 2000, 525; Rapp/Bauer, Die Rückforderung gemeinschaftsrechtswidrig gewährter Beihilfen im Insolvenzverfahren, KTS 2001, 1; Römermann, Insolvenzrecht im MoMiG, NZI 2008, 641; Schäfer, Zum Begriff des „Gesellschafterdarlehens“ i. S. d. § 39 Abs. 1 Nr. 5 InsO und dessen Begrenzung durch eine analoge Anwendung des § 135 Abs. 1 Nr. 2, MDR 2012, 262; ders., Eigenkapitalersatz nach „MoMiG“ – was bleibt von der Finanzierungsfolgenverantwortung?, ZInsO 2010, 1311; Schlößer/Klüber, Auseinanderfallen von Gesellschafter- und Gläubigerstellung bei Gesellschafterdarlehen nach dem MoMiG, BB 2009, 1594; Karsten Schmidt, Gesellschafterdarlehen im GmbH- und Insolvenzrecht nach der MoMiG-Reform – eine alternative Sicht, ZIP 2010, Beilage 2, S. 15; ders., Normzwecke und Zurechnungsfragen im Recht der Gesellschafter-Fremdfinanzierung, Grundfragen zur Neufassung der §§ 39, 135 InsO durch das MoMiG, GmbHR 2009, 1009; Schönfelder, Gesellschafterdarlehen in der Insolvenz – auch ohne Krise in die Krise?, WM 2009, 1401; Schroeder, Vernünftige Investition oder Beihilfe? – Gemeinschaftsrechtliche Optionen zur Finanzierung öffentlicher Unternehmen, ZHR 161 (1997), 805; J. Schröder, Die Reform des Eigenkapitalersatzrechts durch das MoMiG, 2012, zugl. Diss. Hamburg 2011/2012; Seibert, GmbH-Reform: Der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen – MoMiG, ZIP 2006, 1157; ders., Der Bundestag greift in die Diskussion zum Eigenkapitalersatz ein, GmbHR 1998, 309, 310; Smid, Rückführung staatlicher Beihilfen und Insolvenz, in: Festschrift Uhlenbruck, 2000, S. 405; Spliedt, MoMiG in der Insolvenz – ein Sanierungsversuch, ZIP 2009, 149; Sternal, Neuregelungen zum Unternehmensinsolvenzrecht – Die geplanten Neuregelungen im Entwurf eines Gesetzes zur Vereinfachung des Insolvenzverfahrens vom 8.2.2006, NZI 2006, 185; Sutter/Fiedler, Rechtliche Einordnung der Rangrücktrittsvereinbarung als Teil der Gläubigervereinbarung (Intercreditor Agreement), ZInsO 2011, 552; Tettinger, Gesellschafterdarlehen in der Insolvenz – Maßgeblicher Beurteilungszeitpunkt für das Kleinbeteiligtenprivileg, NZI 2010, 248; Thole, Umgehung der Anfechtung nach § 135 InsO durch Abtretung?, ZInsO 2012, 661; ders., Nachrang und Anfechtung bei Gesellschafterdarlehen – zwei Seiten einer Medaille?, ZHR 176 (2012), 513; ders., Gläubigerschutz durch Insolvenzrecht, 2010, Uhlenbruck, Zur Krise des Insolvenzrechts, NJW 1975, 897; Ulbrich, Die Abschaffung des Eigenkapitalersatzrechts der GmbH, 2011, zugl. Diss. Köln 2010; Verse/Wurmnest, Rückforderung EG-rechtswidriger Beihilfen und Unternehmenskauf, ZHR 167 (2003), 403; Viertelhausen, Das Finanzamt als Gläubiger im Insolvenzverfahren, InVo 2002, 45; Wälzholz, Die insolvenzrechtliche Behandlung haftungsbeschränkter Gesellschaften nach dem MoMiG, DStR 2007, 1914; H. P. Westermann, Die gesetzlichen Neuregelungen im Kapitalersatzrecht, DZWIR 2000, 1; Wittig, Das Sanierungsprivileg für Gesellschafterdarlehen im neuen § 39 Abs. 4 Satz 2 InsO, in: Festschrift Karsten Schmidt, 2009, S. 1743; ders., Rangrücktritt – Antworten und offene Fragen nach dem Urteil des BGH vom 8.1.2001, NZI 2001, 169; Zahrte, § 39 Abs. 1 Nr. 5 InsO – Auf seine Art inspirierend?, ZInsO 2009, 223; Zeitler, Behandlung der Geldstrafe und der Verfahrenskosten im Insolvenzverfahren, Rpfleger 2001, 337; Zimmermann, Säumniszuschläge der Krankenkassen im Insolvenzverfahren, ZInsO 2001, 495.
I.	Normentwicklung und Normzweck 1.	Abschaffung der Konkursvorrechte in der InsO 2.	Nachrangige Insolvenzforderungen II.	Verfahrensrechtliche Besonderheiten III.	Die Rangfolge IV.	Nachrangige Forderungen (§ 39 Abs. 1 Nr. 1 bis 4) 1.	Zinsen und Säumniszuschläge (Abs. 1 Nr. 1) 2.	Kosten durch die Teilnahme am Verfahren (Abs. 1 Nr. 2) 3.	Geldstrafen und ähnliche Forderungen (Abs. 1 Nr. 3) 4.	Unentgeltliche Leistung (Abs. 1 Nr. 4) V.	Vereinbarter Nachrang (Abs. 2) VI.	Zinsen und Kosten nachrangiger Gläubiger (Abs. 3) VII.	Gesellschafterdarlehen (Abs. 1 Nr. 5) 1.	Normentwicklung und Normzweck a)	Reform durch das MoMiG b)	Legitimationsgrund nach Wegfall des Tatbestandsmerkmals „Krise“ aa)	Höchstrichterliche Rechtsprechung bb)	Literatur (1)	„Unwiderlegliche Vermutung der Krisenfinanzierung“ (2)	„Inanspruchnahme der Haftungsbeschränkung“ und „Finanzierungszuständigkeit“ 2.	Betroffene Gesellschaften (Abs. 4 Satz 1) 3.	Gesellschafter als Darlehensgeber a)	Kleinbeteiligungsprivileg (Abs. 5) aa)	Merkmal „Beteiligungsumfang“ bb)	Merkmal „Geschäftsführung“ cc)	Zeitpunkt b)	Sanierungsprivileg (Abs. 4 Satz 2) aa)	Privilegierte Gesellschafter bb)	Sanierungszweck c)	Ausgeschiedener Gesellschafter, Gesellschafterwechsel d)	Zession der Forderung 4.	Nachrangige Drittdarlehen („wirtschaftlich entsprechende Rechtshandlung“) a)	Gesellschafterähnliche Stellung eines Dritten b)	Drittdarlehen aus Mitteln oder für Rechnung des Gesellschafters c)	Verbundene Unternehmen 5.	Darlehen und Rechtshandlungen, die einem Darlehen wirtschaftlich entsprechen 6.	Rückforderung von Beihilfen nach europäischem Beihilferecht

References: § 39
 § 39
 § 227
 § 46
 § 39
 § 152
 § 39
 § 32
 § 39
de lege lata
de lege ferenda
 § 39
 § 135
 § 135
 § 39
 BGH 
 § 39