Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=03.07.2000&Aktenzeichen=2%20BvG%201/96
Timestamp: 2019-10-14 02:36:04+00:00

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BVerfG, 03.07.2000 - 2 BvG 1/96 - dejure.org
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BVerfG, 03.07.2000 - 2 BvG 1/96 (https://dejure.org/2000,1018)
BVerfG, Entscheidung vom 03.07.2000 - 2 BvG 1/96 (https://dejure.org/2000,1018)
BVerfG, Entscheidung vom 03. Juli 2000 - 2 BvG 1/96 (https://dejure.org/2000,1018)
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Bundesstraßen-Abstufungskonzept
Art. 85 Abs. 3, 90 Abs. 2, 74 Abs. 1 Nr. 22 GG, § 2 Abs. 5 FStrG, gegenständliche Reichweite der Auftragsverwaltung im Fernstraßenrecht, Nahtstelle zwischen Bundes- und Landesstraßenrecht
Bund-Länder-Streit: Umfang und Grenzen des Weisungsrechts des Bundes gegenüber Ländern gem GG Art 85 Abs 3 bei Bundesauftragsverwaltung
Verwaltungszuständigkeit - Bundesautobahn - Bundesstraßen - Gesetzgebungskompetenz - Bundesauftragsverwaltung - Weisungsbefugnis
Kompetenzabgrenzung bei der Verwaltung von Bundesfernstraßen
Weisung zur Abstufung einer Straße verfassungswidrig
nomos.de , S. 32 (Leitsatz)
Art. 74 Abs. 1 Nr. 22, 85 Abs. 3, 90 Abs. 2, 93 Abs. 1 Nr. 3 GG; §§ 1 Abs. 1, 24 Abs. 4 FStrG
Fernstraßen/Abstufung einer Bundesstraße in eine Straße nach Landesrecht/Begrenzung der Weisungsbefugnis des Bundes im Rahmen der Bundesauftragsverwaltung
Weisung zur Abstufung einer Straße
Verfassungsrecht, Begrenzung der Verwaltungskompetenz des Bundes durch seine Gesetzgebungszuständigkeiten
BVerfGE 102, 167
NVwZ 2000, 1162
NJ 2000, 419 (Ls.)
DVBl 2000, 1282
DÖV 2000, 959
Die Auftragsverwaltung ist nach der genannten Verfassungsbestimmung umfassend geregelt und bezieht sich ihrem Gegenstand nach auf den gesamten Umfang der Bundesstraßenverwaltung, mithin sowohl auf die Hoheitsverwaltung als auch auf die Vermögensverwaltung der Bundesstraßen (BVerfG, Urteil vom 3. Juli 2000 - 2 BvG 1/96 - BVerfGE 102, 167 ; BVerwG, Urteil vom 26. Juni 1981 - BVerwG 4 C 5.78 - BVerwGE 62, 342 ).
Im Übrigen hat der Bund von der konkurrierenden Gesetzgebungszuständigkeit für die Fernstraßen des Bundes abschließend Gebrauch gemacht (Art. 72 Abs. 1 i.V.m. Art. 74 Abs. 1 Nr. 22 GG: "Landstraßen für den Fernverkehr", vgl. hierzu zuletzt BVerfG, Urteil vom 03.07.2000 - 2 BvG 1/96 - NVwZ 2000, 1162).
Wie das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil vom 3. Juli 2000 - 2 BvG 1/96 - (BVerfGE 102, 167 ) entschieden hat, reicht die Verwaltungszuständigkeit des Bundes für "Bundesautobahnen und sonstige Bundesstraßen des Fernverkehrs" im Sinne von Art. 90 Abs. 2 GG nicht weiter als die damit korrespondierende Gesetzgebungskompetenz nach Art. 74 Abs. 1 Nr. 22 GG.
Zwar greift die verfahrensrechtliche Regelung des § 2 Abs. 6 FStrG bezogen auf die in einer Umstufung (Abstufung) als Teilregelung enthaltene Entscheidung über die Einstufung der entbehrlich gewordenen Bundesstraße in eine Straßenklasse nach Landesrecht in die Gesetzgebungszuständigkeit der Länder ein, soweit sie bestimmt, welche Landesbehörde insoweit zuständig ist und indem sie das bundesfernstraßenrechtliche Planfeststellungsverfahren hierfür öffnet (vgl. BVerfG, Urteil vom 3. Juli 2000 a.a.O. S. 174).
Da die Gesetzgebungskompetenz des Bundes die äußerste Grenze für seine Verwaltungsbefugnisse bezeichnet (siehe BVerfG, Urteile vom 28. Februar 1961 - 2 BvG 1/60 u.a. - BVerfGE 12, 205 und vom 3. Juli 2000 - 2 BvG 1/96 - BVerfGE 102, 167 ; BVerwG, Urteil vom 30. November 1990 - BVerwG 7 C 4.90 - BVerwGE 87, 181 = Buchholz 442.21 BinSchAufG Nr. 1), müssen sich die Aufgaben, die dem Bund durch das Seeaufgabengesetz zugewiesen sind, im Rahmen der dem Bund durch Art. 74 Abs. 1 Nr. 21 GG für die Hochsee- und Küstenschifffahrt eingeräumten konkurrierenden Gesetzgebungszuständigkeit halten.
Zur Auftragsverwaltung nach Art. 90 Abs. 2 GG zählt insbesondere auch die Planung des Neu- und Umbaus von Bundesfernstraßen (BVerfG, Urteil vom 3. Juli 2000 - 2 BvG 1/96 - BVerfGE 102, 167 ).
Dem Bund stünde lediglich die Möglichkeit offen, eine als Bundesfernstraße entbehrlich gewordene Straße in Ausübung seines Weisungsrechts zu entwidmen und dem Land nach Vereinbarung zur Übernahme zu überlassen (vgl. BVerfG, Urteil vom 3.7.2000 - 2 BvG 1/96 -, BVerfGE 102, 167, 174 f.).
Aus der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ergibt sich zum einen, dass die Auftragsverwaltung nach Art. 90 Abs. 2 GG die gesamte Bundesstraßenverwaltung, also sowohl die Hoheitsverwaltung als auch die Vermögensverwaltung der Bundesfernstraßen umfasst (BVerfG, U.v. 3.7.2000 - 2 BvG 1/96 - NVwZ 2000, 1162; verfahrensgegenständlich war die Weisung zur Abstufung einer Bundesstraße in eine Landesstraße).
11 2. Die Rüge, das Berufungsurteil weiche von der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 3. Juli 2000 - 2 BvG 1/96 (BVerfGE 102, 167 ff.) und des Bundesverwaltungsgerichts vom 3. Mai 1988 - BVerwG 4 C 26.84 - (NVwZ 1989, 149 ff.) ab, führt nicht zur Zulassung der Revision gemäß § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO.
Vor dem Bundesverfassungsgericht ist ein Verfahren anhängig, das denselben Sachverhalt betrifft (Verfahren 2 BvG 1/96).
- siehe Urteil vom 3. Juli 2000 - 2 BvG 1/96 -, BVerfGE 102, 167, zur Weisungsbefugnis im Rahmen der Bundesauftragsverwaltung - darauf hin, dass der Entwurf der Maßnahmenliste "sofort" bzw. "später" abzustufender Bundesstraßenabschnitte noch einer abschließenden Abstimmung bedarf.
BVerwG, 23.10.2002 - 4 B 50.02
Abgrenzung zwischen "einem weiträumigen Verkehr dienen" und "oder zu dienen …

References: Art. 85
 § 2

Art. 74
 Art. 74
 Art. 90
 Art. 74
 § 2
 Art. 74
 Art. 90
 Art. 90
 § 132