Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4267.htm
Timestamp: 2018-12-10 13:44:57+00:00

Document:
4.267 Steinberg-Dürrenfeld
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Steinberg-Dürrenfeld« vom 10. Mai 1996 (GBl. v. 28.06.1996, S 422).
Auf Grund von §§ 21 und 58 Abs.2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29.März 1995 (GBl. S. 385) und § 22 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes in der Fassung vom 12. Februar 1996 (GBl. S. 95) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Hohenstein, Gemarkung Oberstetten, Landkreis Reutlingen, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Steinberg‑Dürrenfeld«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 92,2 ha. Es umfaßt auf Gemarkung
Oberstetten ganz oder teilweise die Gewanne Steinberg, Täle, Vorderer Steinberg, Birkäcker, Hinterer Steinberg, Gammertinger Tal, Tintenloch, Burgstall, Milchberg und Dürrenfeld.
(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 2. Februar 1996 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und in der Grenzziehung rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Im Falle des Widerspruchs zwischen textlicher Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Flurkarte getroffenen Festlegungen. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Reutlingen in Reutlingen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· die Erhaltung, Pflege und Verbesserung eines für die Mittlere Kuppenalb charakteristischen Biotopmosaiks aus Wacholderheiden unterschiedlicher Ausprägung, Wald‑, Wiesen‑ und Ackerflächen sowie Hecken und Feldgehölzen;
· die Erhaltung, Pflege und Verbesserung dieses Biotopmosaiks als Lebensraum zahlreicher gefährdeter Tier‑ und Pflanzenarten;
· die Erhaltung der auf Grund dieses Biotopmosaiks vorhandenen landschaftsprägenden besonderen Schönheit und Eigenart des Gebietes;
· die Sicherung und Verbesserung eines großräumigen Biotopverbundes aus Wacholderheiden auf dem Gebiet der Gemeinde Hohenstein.
10. Luftfahrzeuge oder Flugmodelle aller Art zu betreiben;
17. Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen, Wildkräutern und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen oder Tieren beeinflussen können, anzuwenden;
19. außerhalb von Straßen und Wegen zu reiten oder mit Fahrzeugen aller Art, ausgenommen Krankenfahrstühlen, zu fahren.
1. die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in bisheriger Intensität mit der Maßgabe fortzusetzen, daß
1.1 die Bestimmungen des § 4 Abs. 2 Nr. 1‑3, 14, 17 und 18 zu beachten sind. Die Verwendung von Düngemitteln (§ 4 Abs. 2 Nr. 18) auf Wirtschaftsgrünland und Ackerflächen sowie von Pflanzenschutzmitteln (§ 4 Abs. 2 Nr. 17) auf Ackerflächen bleibt erlaubt;
1.2 die landwirtschaftliche Nutzung im vorgenannten Umfang wieder aufgenommen werden darf, die auf Grund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs- oder Stillegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben worden war;
2. die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang fortzusetzen, wobei § 4 Abs. 2 Nr. 15 zu beachten ist;
3. die Jagd in der bisherigen Art und in bisherigem Umfang ordnungsgemäß mit der Maßgabe auszuüben, daß neue jagdliche Einrichtungen nur in Form von einfachen Ansitzleitern aus naturbelassenen Rundhölzern im unbedingt notwendigen Umfang und in unmittelbarem Anschluß an vorhandene hochwüchsige Gehölze landschaftsgerecht errichtet werden;
4. die sonstige bisher rechtmäßig ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Wege sowie der rechtmäßig bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung fortzusetzen mit der Maßgabe, daß § 4 Abs. 2 Nr. 3 und 17 zu beachten ist;
5. die bestimmungsgemäße Nutzung, Unterhaltung und Instandsetzung der öffentlichen Straßen und Wege, sonstiger Ver‑ oder Entsorgungsanlagen sowie Fernmeldeanlagen fortzusetzen, wobei § 4 Abs. 2 Nr. 17 zu beachten ist. Die Verwendung von Streusalz auf öffentlichen Straßen bleibt erlaubt;
7. behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen anzubringen oder zu unterhalten.
(2) Die zulässigen Handlungen sind so auszuüben, daß sie den Schutzzweck (§ 3) mit größtmöglicher Rücksicht beachten und im Rahmen der Möglichkeiten fördern. Errichtungs‑, Unterhaltungs‑ und Instandsetzungsarbeiten sollen nicht in der Vogelbrutzeit vom 1 März bis 31. Juli ausgeführt werden.
Schutz‑ und Pflegemaßnahmen werden, soweit sie Belange der Forstwirtschaft berühren, im Einvernehmen mit dem zuständigen Forstamt in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 und § 5 Abs. 1 Nr. 3 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung treten die Verordnungen des Landratsamts Münsingen vom 31. Mai 1955 über die Landschaftsschutzgebiete »Steinberg«, »Hinterer Steinberg« und »Burgstall-Milchberg« für den Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft.
TÜBINGEN, den 10. Mai 1996

References: § 22
 § 2
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 33
 § 4
 § 5