Source: http://institut-psychoanalyse.de/2649-2/
Timestamp: 2017-05-22 15:32:39+00:00

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Start → Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie für Kinder und Jugendliche Analytische Kinder- u. Jugendlichenpsychotherapie
Ausbildungsordnung TPF Ausbildungskosten Aus- und Weiterbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Schwerpunkt tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten (KJP) orientiert sich an den „Vereinbarten Grundanforderungen“ der „Sektion Ausbildung des VAKJP“, ehemals „Ständige Konferenz der Ausbildungsstätten für analytische Kinder und Jugendlichen-Psychotherapeuten in der Bundesrepublik Deutschland.“ Sie erfüllt die Bedingungen des § 8 des Psychotherapeutengesetzes vom 16. Juni 1998 (BGBl. I, S. 1311) und erbringt die Grundlage für die Approbation als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut.
1. ZulassungDie Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten setzt ein abgeschlossenes Hochschulstudium als PädagogIn, SozialpädagogIn, PsychologIn gemäß §5 des PsychThG oder als Arzt/Ärztin voraus. Außerdem wird eine in der Regel dreijährige berufliche Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gefordert.
Vgl. § 3.1 der Grundanforderungen der Sektion Ausbildung der Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in Deutschland (VAKJP). Das abgeschlossene Fachhochschulstudium bzw. Hochschulstudium als Sozialpädagoge grad., Diplomsozialpädagoge oder Diplompädagoge, Diplom-Psychologe mit dem Schwerpunkt „Klinische Psychologie“ entsprechen dieser Anforderung. Zur Zeit werden in Hessen auch Bachelor-Abschlüsse in Pädagogik zugelassen. Wünschenswert und zukünftig wohl die Regel ist allerdings der Master-Abschluss. Das Kasseler Institut erkennt neben dem Master den staatlich anerkannten Sozialpädagogen an.
2. Praktische TätigkeitDie Praktische Tätigkeit nach § 2 Abs. 2 Ziffer 1 KJPsychTh-APrV (PTI) dient dem Kennenlernen von Störungen mit Krankheitswert und deren Behandlung und umfasst:
3. Wissenschaftlich-theoretische Ausbildung Teil A A. Grundkenntnisse 260 Stunden
Entwicklungs- und Persönlichkeitstheorien
Theorie und Praxis der Diagnostik insbesondere Anamnese, Indikationsstellung und Prognose,
Einführung in Lerntheorien, Kommunikationstheorien und Verhaltenstherapie sowie autogenes Training. Als „Zweitverfahren“: Psychodrama, Familientherapie, Hypnose und Ähnliches. Kooperation mit Ärzten, Dipl.-Psychologen im Rahmen der kassen- und vertragsärztlichen Versorgung einschließlich Antragsstellung, Gutachterverfahren und Abrechnung.
4. Wissenschaftlich-praktische AusbildungIm Verlauf der Praktischen Tätigkeit oder im Anschluss daran ist der Kandidat zur Erhebung von tiefenpsychologischen Anamnesen unter Supervision verpflichtet. Vorausgesetzt wird dafür die Teilnahme an den Übungen in tiefenpsychologischer Diagnostik und Anamnesenerhebung. Nach Anfertigung von 8 schriftlich vorgelegten tiefenpsychologischen Anamnesen (davon können 2 bei Erwachsenen (bis zum Alter von 21 Jahren) erhoben sein; mindestens zwei Zweitsichter sind erforderlich) entscheidet der Ausbildungsausschuss auf Antrag über die Zulassung zur weiteren Anamnesenerhebung. Der Bewerber richtet seinen schriftlichen Antrag an den Vorsitzenden des Ausbildungsausschusses KJP und gibt ihm die Namen des Selbsterfahrungsleiters und der Psychotherapeuten bzw. KJP an, denen er in einer Zweitsicht seine untersuchten Patienten vorgestellt hat. Bei positiver Entscheidung wird der Antragsteller Praktikant.
selbständige erfolgreiche Erhebung von mindestens 15 tiefenpsychologischen Anamnesen, die zur Zweitsicht schriftlich vorzulegen sind.
Bei positiver Entscheidung wird der Weiterbildungsteilnehmer zu weiteren Behandlungen in der Ambulanz des Instituts zugelassen.Insgesamt mindestens 6 Patienten sind tiefenpsychologisch fundiert zu behandeln.
Die Supervisionen werden von analytisch / tiefenpsychologisch fundiert ausgebildeten Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen und analytisch / tiefenpsychologisch fundiert ausgebildeten PsychotherapeutInnen, die Kinder und Jugendliche behandeln, durchgeführt. Die SupervisorInnen sind durch das zuständige Organ der Aus- und Weiterbildungsstätte gemäß Psychotherapierichtlinien und Psychotherapievereinbarungen auf der Grundlage der KJPsychTh-APrV, §4 Abs. (3), Satz 1 oder Abs. 4 anerkannt. Die von den KandidatInnen durchgeführten Behandlungen werden bei mindestens drei SupervisorInnen kontrolliert. Bei Gruppensupervisionen soll die Gruppe aus maximal 4 TeilnehmerInnen bestehen.
Vgl. § 4.5.5 und 4.5.4 der Grundanforderungen
5. SelbsterfahrungDie Selbsterfahrung ist Grundlage und zentraler Bestandteil der Aus- und Weiterbildung. Die Selbsterfahrung begleitet die Ausbildung in tiefenpsychologisch fundierter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie kontinuierlich und soll in einer Frequenz von ein bis zwei Stunden wöchentlich durchgeführt werden. Die Wahl des Verfahrens und die Sitzungsfrequenz, in der sie erfolgt, werden durch Absprache zwischen den Ausbildungsteilnehmerinnen und den SelbsterfahrungsleiterInnen nach Maßgabe der Ausbildungs- und Entwicklungserfordernisse der AusbildungsteilnehmerInnen getroffen.
Die von der Ausbildungsstätte anerkannten SelbsterfahrungsleiterInnen sind als SupervisorInnen nach § 4 Abs. 3 Satz 1 oder Abs. 4 anerkannt.
Die Wahl des Selbsterfahrungsleiters steht dem Ausbildungsteilnehmer / der Ausbildungs-teilnehmerin frei.
Zwischen dem Selbsterfahrungsleiter und dem Ausbildungskandidaten dürfen keine verwandtschaftlichen Beziehungen und keine wirtschaftlichen und dienstlichen Abhängigkeiten bestehen. Die SelbsterfahrungsleiterInnen müssen der Aus- und Weiterbildungsstätte gegenüber die Verschwiegenheit wahren. Sie dürfen nicht an Besprechungen und Entscheidungen über den Fortgang der Aus- und Weiterbildung ihrer Analysanden beteiligt sein.
Die Teilnahme an Selbsterfahrungsgruppen ist durch Beschlüsse der zuständigen Organe der Aus- und Weiterbildungsstätten zu regeln.
6. Beendigung der AusbildungDie Ausbildung wird in der Regel mit zwei Prüfungen abgeschlossen.
Abschlusscolloquium am Institut
Mit dem Bestehen der staatlichen Prüfung (schriftlich und mündlich) endet die Ausbildung (nach dem Psychotherapeutengesetz).
Der Zugang zu den psychoanalytischen Fachgesellschaften (VAKJP, Institut für Psychoanalyse) setzt in der Regel einen institutsinternen Abschluss voraus. Mit dem Antrag auf Zulassung zum institutsinternen Abschluss müssen folgende Unterlagen eingereicht werden:
Nachweis über die mit Erfolg abgelegte staatliche Abschlussprüfung bzw. für Mediziner, die die staatliche Abschlussprüfung nicht absolvieren müssen: Vorlage der unter Punkt a) aufgeführten Nachweise
eine ausführliche Falldarstellung ergänzt um einen theoretischen Schwerpunkt oder eine wissenschaftliche Ausarbeitung über ein Thema der Psychoanalyse
Die Falldarstellung bzw. die wissenschaftliche Ausarbeitung ist Gegenstand des Abschluss-colloquiums am Institut.
Das Prüfungsgremium besteht aus Mitgliedern des Ausbildungsausschusses des Instituts und/oder aus Prüfern, die vom Ausbildungsausschuss ernannt werden. Die Prüfung wird dokumentiert. Das Prüfungsergebnis wird dem/der Studierenden unmittelbar im Anschluss an die Prüfung mündlich mitgeteilt und später schriftlich bestätigt.
Nach bestandener Prüfung erhält der/die Studierende ein Zertifikat über die erfolgreiche Beendigung der institutsinternen Ausbildung und kann damit einen Antrag auf die Mitgliedschaft am Institut stellen.
7. SchweigepflichtDie Ausbildungsteilnehmer stehen hinsichtlich aller Inhalte, die Patienten betreffen, unter gesetzlicher Schweigepflicht, die auch nach Beendigung der Ausbildung andauert. Die Schweigepflicht wird durch Unterschreiben einer Verpflichtungserklärung anerkannt. Diese Erklärung wird mit der Ausgabe des Studienbuches verschickt und ist binnen vier Wochen dem Leiter des Ausbildungsausschusses zurückzusenden.
Schlussbemerkung: Es handelt sich bei diesem Papier zum großen Teil um eine Zusammenfassung und Kommentierung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJPsychTh-APrV). Im Zweifelsfall gilt der dort nieder-geschriebene Wortlaut (nachzulesen z.B. unter www.juris.de). Dort offengehaltene Formulierungen sind für die Fachkunden und die hiesigen Bedingungen inhaltlich konkretisiert worden. Des Weiteren werden die Besonderheiten der Institutsprüfung beschrieben.

References: § 8
 §5
 § 3
 § 2
 §4
 § 4
 § 4