Source: http://www.naturschutzinformationen-nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/ST_078
Timestamp: 2013-05-23 00:27:41+00:00

Document:
Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW - Fachinformation - Gebietslisten - Naturschutzgebiete gesamt - NSG Koffituten
> NSG Koffituten
Inhalt:	Naturschutzgebiet Koffituten (ST-078)
Kennung: ST-078
23,53 ha
(1) Das in § 1 näher bezeichnete Gebiet wird als Naturschutzgebiet gemäß § 20 in Verbindung mit § 48 c Abs. 1 LG ausgewiesen.
(2) Die Unterschutzstellung erfolgt a) zur Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten,
insbesondere von Pflanzen und Pflanzengeseilschaften eines lebenden Hochmoores mit Beständen an Feucht- und Trockenheide, des offenen Wassers, des feuchten Grünlandes und der Moorwälder sowie von seltenen und z. T. stark gefährdeten landschaftsraumtypischen Pflanzen- und Tierarten u, a.
von seltenen, zum Teil gefährdeten Wat- und Wiesenvögeln, Amphibien, Reptilien und Wirbellosen;
b) zur Erhaltung und Entwicklung eines Moor- und Heidebereiches als regional bedeutsames Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche, z. T. stark gefährdete Vogelarten;
c) aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gründen sowie wegen der biogeographischen Bedeutung und der dort vorkommenden schutzwürdigen Böden: Böden mit extremen Wasser- und Nährstoffangeboten als natürlicher Lebensraum sowie regionaltypische oder besonders seltene Böden als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte;
d) wegen der Unersetzbarkeit, Seltenheit, besonderen Eigenart und der hervorragenden Schönheit des
Gebietes;
e) zur Sicherung des Naturhaushalts und zur Abwehr schädlicher Einwirkungen und negativer Veränderungen ökologischer Zusanunenhänge;
fl als Bestandteil eines Biotopverbundes von landes- und europaweiter Bedeutung, insbesondere als Teil des zu schaffenden europäischen ökologischen Netzes "Natura 2000";
g) zur Bewahrung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der natürlichen Lebens- räume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Art. 4 Abs.
4 i. V. m. Art. 2 der FFH-Richtlinie. Hierbei handelt es sich insbesondere um folgende natürliche Lebens- räume von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Anhang 1 der FFH-Richtlinie als maßgeblicher Bestand-
teil des Gebietes i, 5. des § 48 d Abs. 4 LG:
- Lebende Hochmoore (7110, Prioritärer Lebensraum)
- Moorwälder (91D0, Prioritärer Lebensraum)
h) Das Gebiet hat u. a. Bedeutung für folgende Arten der Flora und Fauna:
- Krähenbeere (Empetrum nigrum)
- Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium))
- Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum)
- Sparrige Binse (Juncus squarrosus)
- Wacholder (Juniperus communis)
- Kriechweide (Salix repens)
- Spieß-Torfmoos (Sphagnum cuspidatum)
- Mittleres Torfmoos (Sphagnum magellanicum)
- Moosbeere (Vaccinium oxycoccus)
- Rauschbeere (Vaccnium uliginosum)
i) Die über die Verordnungsdauer hinausgehende langfristige Zielsetzung für das Gebiet ist die Erhaltung, Sicherung und weitere Entwicklung einer charakteristischen, z. T. offenen Moorlandschaft mit einem typischen Mosaik aus Hoch- und Zwischenmoorstadien, feuchten Heidegebieten, Moorwäldern und Feuchtgrünland sowie die Sicherung eines stabilen, landschaftstypischen Wasser- und Nährstoffhaushaltes. Zum Schutz der nährstoffarmen, hochmoortypischen Lebensräume ist eine ausreichend große nährstoffarme Pufferzone durch
die Extensivierung des umliegenden Grünlandes mit entsprechender Vermeidung von Eutrophierung herzustellen
DE-3511-301
BK-3511-0005
Das landesweit bedeutsame Hochmoorgebiet NSG Koffituten liegt östlich der Ortslage Schale (Gemeinde Hopsten) im Kreis Steinfurt.
Es beherbergt ein gut ausgebildetes, lebendes Hochmoor. Ebenfalls zum Schutzgebiet gehören umliegende Moorwälder, Birken-Eichenwälder, Kiefernforste und Grünlandflächen.
Wertbestimmend ist der vor ca. 5.000 Jahren entstandene bis zu 2m mächtige Moorkörper sowie Moorwälder und seggen- und binsenreiches Nassgrünland.
Als gefährdete Pflanzenarten finden sich u.a. Wollgras, Sonnentau, Rosmarinheide und Weißes Schnabelried.
Das NSG Koffituten ist ein wichtiger Refugialraum für gefärdete Pflanzen und Tiere, und es ist eine herausragende Teilfläche für den landesweiten Biotopverbund und Erhalt der Hochmoore. Aufgrund des guten Erhaltungszustandes der vorhandenen FFH-Lebensraumtypen lebendes Hochmoor und Moorwälder ist das NSG Koffituten auch als FFH-Gebiet gemeldet (DE-3511-301).
Primäre Entwicklungsziel ist der Erhalt und die Optimierung des Hochmoorkomplexes und der Moorwälder. Auch der Erhalt bzw. die Entwicklung und extensive Nutzung der umgebenden Grünlandflächen sind von zentraler Bedeutung.
Lebende Hochmoore <7110> (0,41 ha)
Moorwaelder <91D0> (0,93 ha)
Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (2,20 ha)
Schutzwuerdige und gefaehrdete Gehoelzstrukturen <NB00-ung.> (NaN ha)
Schutzwuerdige und gefaehrdete Heideflaechen <ND00-ung.> (0,02 ha)
Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (0,30 ha)
Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Magergruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NED0> (9,49 ha)
Bruch- und Sumpfwaelder (0,93 ha)
Moore (0,41 ha)
Seggen- und binsenreiche Nasswiesen (0,30 ha)
Zwergstrauch-, Ginster-, Wacholderheiden (0,02 ha)
Eichen-Buchenmischwald <AA1> (0,20 ha)
Eichen-Birkenmischwald <AD1> (2,00 ha)
Nadelbaum-Birkenmischwald <AD3> (NaN ha)
Feldgehoelz aus einheimischen Baumarten <BA1> (0,15 ha)
Hecke <BD0> (NaN ha)
Fettwiese, Neueinsaat <EA3> (NaN ha)
Magergruenland <ED0> (9,49 ha)
Gruenlandbrache <EE0> (NaN ha)
stehendes Kleingewaesser <FD0> (0,05 ha)
Bach <FM0> (NaN ha)
Feuchtheide <yDB0> (0,02 ha)
Nass- und Feuchtwiese <yEC1> (0,14 ha)
Flutrasen <yEC5> (0,15 ha)
Birken-Moorwald <zAD5> (0,93 ha)
Hochmoor, Uebergangsmoor <zCA0> (0,41 ha)
Artengruppe Gewoehnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos agg.)
Mittleres Torfmoos (Sphagnum magellanicum)
Spiess-Torfmoos (Sphagnum cuspidatum)
Schutzziel des Gebietes ist die Erhaltung und Optimierung eines Vegetationskomplexes aus einem kleinflächigem Hochmoor mit randlichen Moorwäldern sowie die umgebenden Birken-Eichenwälder und das Feucht- und Nassgrünland.
Isolation von Lebensgemeinschaften
Entnahme nicht bodenst. Gehoelze im Rahmen der forstl. Nutzung
© Geobasisdaten Bezirksregierung Köln Abteilung GEObasis.nrw, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (www.bkg.bund.de)
Weitere NRW-Kartendienste:
Karte zu Naturschutzinformationen (IT.NRW)

References: § 1
 § 20
 § 48
 Art. 4
 Art. 2
 § 48