Source: http://www.knaq-sh.de/leistungen/workshops/reinigung-und-desinfektion.html
Timestamp: 2018-07-16 04:19:42+00:00

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Praxisworkshop: Reinigung und Desinfektion in Aquakultur-Betrieben
Auch in der Forellenhaltung sind Desinfektion von Haltungswasser und Reinigung von Oberflächen der Haltungseinheiten und Verarbeitung für die Betriebssicherheit unerlässlich.
in Kooperation mit KESLA HYGIENE AG
www.deula.de/rendsburg/service-navigation/anfahrt.html
goo.gl/maps/CyGTuGwxpuN2
Die Anforderungen an Hygiene und Seuchenschutz in Aquakulturbetrieben sind hoch. Die Desinfektion von Haltungswasser in Anwesenheit von Speisefischen, die effiziente Reinigung und Desinfektion von Haltungsbecken, Arbeitsflächen und Transport-fahrzeugen, sowie die Mitarbeiterhygiene stellen besondere Anforderungen an die zum Einsatz kommenden Produkte und Verfahren. Im Rahmen dieses ein-tägigen Praxisworkshop erhalten die Teilnehmer eine fundierte fachliche Einführung in die rechtlichen, wissenschaftlichen und technischen Grundsätze der Betriebshygiene unter Einsatz von Peressigsäure (PES). Im Anschluss an die Theorie werden diese Verfahren im Praxisbetrieb demonstriert.
Die Veranstaltung ist als Fortbildungsveranstaltung für Tierärzt/Innen mit fünf (5) Stunden nach §10 ATF-Staturen anerkannt. Eine entsprechende Teilnahmebescheinigung wird vor Ort nach Kontrolle der Teilnahme ausgestellt. Wenn Sie eine Teilnehmabestätigung erhalten wollen, weisen Sie bei Ihrer Anmeldung hierauf bitte besonders hin.
Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung per Email an info@knaq-sh.de ist unbedingt erforderlich bis spätestens 10. April 2018.
...in Kooperation mit KESLA Hygiene AG
Firma KESLA Hygiene AG
Der Workshop wird angeboten vom Kompetenznetzwerk Aquakultur (KNAQ) in Kooperation mit der Firma KESLA HYGIENE AG. Die KESLA HYGIENE AG mit Firmensitz im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung von Desinfektionsmitteln und Körperpflegeprodukten. Die Leitmarken heißen Wofasteril (Desinfektion auf Basis von Peressigsäure-Spezialitäten), Wofasept (Desinfektion) und Wofacutan (Medizinalkosmetik). Zu den Alleinstellungsmerkmalen gehört seit Ende der 90er Jahre bei Wofasteril die Alkalisierbarkeit mit dem speziell hierfür entwickelten Reinigungs- und Pufferadditiv alcapur, einer tensidhaltigen Natronlauge. Durch die alkalisierte Peressigsäureanwendung der Wofasteril-Kombiverfahren werden Gerüche minimiert und die Materialschonung auch an Buntmetallen maximiert.
Weitere Informationen zu den Produkten für die Fischzucht finden Sie unter diesem LINK.
10.00 Eröffnung & Begrüßung Seminarraum DEULA
Dr. Stefan Meyer Grüner Kamp 13,
10.15 Biosicherheit in der Aquakultur – rechtliche Anforderungen an Reinigung und Desinfektion
Dr. Dirk W. Kleingeld, LAVES
10.45 Verlustreduzierung in Kreislaufanlage – Auf die Strategie kommt es an
Petra Bartschat, Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit Land Brandenburg
11.15 Hygienisierung mit Peressigsäure – Erfahrungen aus dem Labor
Dr. Thomas Meinelt, IGB
11.45 Wofasteril: Keimreduktion – Wo? Womit? Wie?
Martina Baumann, KESLA
Anschließend Abfahrt im eigenen PKW zu Fischzucht Reese (ca. 40 min Fahrtzeit)
14.30 Begrüßung & Betriebsführung Fischzucht Reese
Dr. Birgit Schmidt-Puckhaber, Gunnar Reese Papiermühle 4
15.00 Demonstration des PES-Einsatzes in verschiedenen Arbeitsbereichen:
-	Fischhaltung
-	Fahrzeug
17.00 Diskussion und kulinarischer Ausklang mit regionaler Räucherware
Zusammenfassung: Eröffnung
Am 17.04.2018 fand in den Räumlichkeiten der DEULA Schleswig-Holstein und des Fischzuchtbetriebes Reese in Sarlhusen ein Praxisworkshop zum Thema „Reinigung und Desinfektion in Aquakultur-Betrieben“ statt. Die Begrüßung der ca. 70 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet erfolgte durch die beiden Gastgeber, Frau Franziska Färber und Herrn Dr. Stefan Meyer vom Kompetenznetzwerk Aquakultur (KNAQ) des Landes SH. KNAQ ist ein Projekt der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, welches seit nunmehr sechs Jahren ein Netzwerk von mehr als 900 Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Bereichen des deutschsprachigen Aquakultur-Sektors zusammenbringt. Neben der Organisation von Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit widmet sich das KNAQ in Schleswig-Holstein intensiv der Betreuung von interessierten Neu- und Quereinsteigern in die Produktion von Fisch und Krustentieren in Aquakulturen. Dadurch unterstützt das KNAQ die Bemühungen des Landes SH, die nachhaltige Produktion weiter auszubauen und dadurch insbesondere die ressourcenschonende und regionale Lebensmittelproduktion zu unterstützen. Hierzu bieten die Mitarbeiter des KNAQ kostenlose Beratungsleistungen und fungieren als Lotsen bei der Standortentwicklung und Genehmigung. Im Laufe des Sommers 2018 werden das KNAQ und verschiedene Partner, z.B. die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, verschiedene weitere Veranstaltungen zum Thema „Nachhaltige Aquakultur“ anbieten, die den Teilnehmern kurz vorgestellt wurden.
Zusammenfassung: Vortrag Kleingeld
Herr Dr. Dirk Willem KleingeldReinigung und Desinfektion vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) referierte über „Biosicherheit in der Aquakultur – Reinigung und Desinfektion“. Schwerpunkt des Vortrags war ein Rundumschlag durch die für die Aquakultur relevanten Rechtsvorschriften in Verbindung mit der Reinigung und Desinfektion. Die Biosicherheit umfasst Maßnahmen zur Verhinderung der Übertragung von Krankheitserregern auf Tiere, Menschen und die Umwelt wie z.B. Reinigung und Desinfektion. Aber auch Maßnahmen wie Zu- und Verkaufshygiene, Bildung epidemiologischer Einheiten, Optimierung der Haltungshygiene und das Vorhalten von Schutzvorrichtungen gegen Prädatoren dienen der Biosicherheit. Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen können die Risiken der Ein- und Verschleppung von Krankheitserregern, z.B. über mechanische Übertragung (z. B. Transportwasser, Geräte, Personenkontakt), Fischeier oder den Verarbeitungsbereich, deutlich herabsetzen. Eine gründliche Reinigung der zu reinigenden Flächen, Geräte, Räume bzw. Haltungseinheiten ist unerlässlich für die Wirksamkeit einer nachfolgenden Desinfektion. Die Desinfektion dient der gezielten Keimreduktion, um eine Übertragung von Infektionskrankheiten zu verhindern. Desinfektionsmaßnahmen können chemisch oder auch physikalisch (z. B. thermisch, UV) erfolgen. Sie sind sowohl im Routinebetrieb als auch bei Seuchen- bzw. Krankheitsgeschehen anzuwenden. Gemäß §3 des Tiergesundheitsgesetzes (TierGesG) ist jeder Tierhalter verpflichtet, Biosicherheitsmaßnahmen vorzuhalten. In weiteren Abschnitten des TierGesG wird die mögliche Anordnung von Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen im Seuchenfall geregelt. Die auf Grundlage des § 7 TierGesG erlassene Desinfektionsrichtlinie des BMEL (Version 11.11.09) umfasst Mittel und Verfahren, die bei einer tierseuchenrechtlich vorgeschriebenen Desinfektion verwendet werden dürfen. Die Fischseuchenverordnung (FischSeuchV) führt weitergehende Anforderungen an die Biosicherheit und an Reinigung und Desinfektion auf. So ist es für die Erteilung einer Betriebsgenehmigung erforderlich, nachzuweisen, dass Biosicherheitsmaßnahmen vorgehalten werden. Ferner sind Fahrzeuge und Geräte vor erneutem Transport zu reinigen und zu desinfizieren. Während Seuchenereignissen können weitergehende Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen angeordnet werden. Darüber hinaus ist gemäß § 28 Abs. 2 Nr. 2 FischSeuchV die Schlussdesinfektion Voraussetzung für die Aufhebung einer Seuchenfeststellung. Die Paragraphen 1 (Grundsatz) und 2 (Haltungsnorm) des Tierschutzgesetzes (TierSchG) implizieren insbesondere für intensive Tierhaltungen Maßnahmen der Reinigung und Desinfektion, um das Wohlbefinden der Fische zu schützen. Das „EU-Hygienepaket“ (Verordnungen (EG) Nr. 852/2004 und (EG) 853/2004), die Lebensmittelhygiene-Verordnung und Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung enthalten Hygienevorschriften für Lebensmittelunternehmer. In diesen Vorschriften wird auf Reinigung und Desinfektion und im Übrigen auch auf die mögliche nachteilige Beeinflussung von Lebensmitteln durch Biozidprodukte hingewiesen. Das Arbeitsschutzgesetz regelt, dass Arbeitgeber Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen haben. Eine chemische Gefährdung ist z. B. durch Desinfektionsmittel gegeben, die Gefahrstoffverordnung muss daher beachtet werden. Im Bereich der Aquakultur kann eine Gefährdung durch biologische Einwirkungen („Biostoffe“) nicht ausgeschlossen werden. Als Beispiele sind der Fischbandwurm, die Fischtuberkulose und bestimmte bewegliche Aeromonaden wie Aeromonas sobria zu nennen. Landwirtschaftliche Nutztierhaltungen, d. h. auch Aquakulturbetriebe, sind Gegenstand des Anwendungsbereiches der Biostoffverordnung (BioStoffV), die natürlich auch Hinweise auf Reinigung und Desinfektion enthält. Die Verordnung (EU) Nr. 528/2012 (Biozid-Verordnung) regelt den Verkauf und die Abgabe (Bereitstellung auf dem Markt) sowie die Verwendung von Biozidprodukten, zu denen u. a. Desinfektionsmittel zur Hygiene im Veterinärbereich oder für den Lebens- und Futtermittelbereich gehören. Desinfektionsmittel müssen als Biozidprodukt verkehrsfähig sein, d. h. sie müssen im Falle von Altwirkstoffen entweder gemeldet sein oder sich im Entscheidungsverfahren befinden bzw. als Biozidprodukt zugelassen sein. Die Verkehrsfähigkeit wird durch eine N-Nummer (gemeldet / Entscheidungsverfahren) oder DE-Nummer (zugelassen) bestätigt. Das Zulassungsverfahren ist zweistufig:
Die Wirkstoffgenehmigung ist z.B. für Peressigsäure und Dolomitbranntkalk bereits erfolgt. Formaldehyd und Chloramin-T befinden sich noch im Entscheidungsverfahren (Stand April 2018). In Bezug auf den Umgang mit chemischen Desinfektionsmitteln wird auf die Beachtung der Sicherheitsdatenblätter vor, während und nach der Anwendung hingewiesen. In dem Zusammenhang sind auch Vorschriften des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und des Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) zu beachten. Mit Blick auf das Arzneimittelgesetz (AMG) ist darauf hinzuweisen, dass Biozidprodukte gemäß § 2 Abs. 3 Nr. 3 AMG grundsätzlich keine Arzneimittel sind, wobei die Zweckbestimmung der Maßnahme (Desinfektion / „Hygienisierung“ der Haltungsumgebung) entscheidend ist. Hinsichtlich der Anwendung von Desinfektionsmitteln in der Aquakultur stehen Merkblätter, Leitfäden und Entscheidungshilfen zur Verfügung. Auf Behördenmerkblätter (diverse Quellen, aus Nachfrage bei KNAQ), Informationen im Tierseuchenbekämpfungshandbuch (nicht öffentlich zugänglich), die Desinfektionsrichtlinie des BMEL (Version 11.11.09), Herstellerinformationen und die Liste der DVG-geprüften Desinfektionsmittel (DVG-Liste Tierhaltung) wird beispielsweise verwiesen. Für die Umsetzung rechtlicher Anforderungen sind weiterhin das Betriebsmanagement, Dokumentation, Schulungen und Arbeitsanweisungen wichtig. Eiweiß- und Kältefehler sind unbedingt zu vermeiden. Abschließend muss noch angemerkt werden, dass die Desinfektion im aquatischen Milieu aufgrund der hohen Keimdichte eine besondere Herausforderung darstellt.
Zusammenfassung: Vortrag Bartschat
Einen Erfahrungsbericht zum Thema „Verlustreduzierung – Auf die Strategie kommt es an“ präsentierte Frau Petra Bartschat vom Landesamt für Verbraucherschutz Brandenburg (LAVG). Nach einer kurzen Übersicht über die Gruppierung erregerbedingter Fischkrankheiten in 1. anzeigepflichtige Fischseuchen, 2. meldepflichtige Fischkrankheiten und 3. sonstige Krankheiten wurde über Erfahrungen aus der bisherigen Suche nach Verlustursachen in Forellenaquakulturbetrieben in ihrem Zuständigkeitsgebiet und einem daraus resultierenden Projekt zur Verlustreduzierung berichtet. Verschiedene Probleme erschweren ggf. die Diagnostik. So ist die rechtzeitige Anzeige eines Verlustgeschehens beim betreuenden Tierarzt oder dem qualifizierten Dienst ebenso wichtig wie die Art der Probenahme und Probenqualität. Regelmäßig werden fischpathogene Keime und Parasiten nachgewiesen. Die Laboruntersuchungen diagnostizierten oft Mischinfektionen. In Oberflächenwasser-gespeisten Anlagen muss mit dem ständigen Vorhandensein verschiedener Erreger gerechnet werden. Inwiefern dies zu Krankheiten führt hängt von der Kondition der Fische und auch von den Umweltparametern ab. Zunehmende Verluste bei steigenden Wassertemperaturen und geringerem Wasserangebot erfordern Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitssituation speziell in den Forellenbeständen. Gemeinsam mit dem IGB wurde 2016 ein Projekt zur anlagenspezifischen Entwicklung eines Hygienemodells durchgeführt. Ziel war es, durch regelmäßige Hygienisierung den Keimgehalt im Produktionswasser zu reduzieren und damit die Verluste zu minimieren. In Abhängigkeit der Wasserqualität und vor allem des Gesundheitsstatus wurde anfänglich einmal im Monat und später mit verringertem Intervall mit Peressigsäure (PES) hygienisiert. In der verlustakuten Phase im Juli und August erfolgte die Hygienisierung bis zu dreimal wöchentlich. Regelmäßige klinische Kontrollen, sowie histologische Untersuchungen der Kiemen und die Bestimmung des Keimgehalts vor und nach der Applikation von PES in das Anlagenwasser machten den positiven Einfluss der Hygienisierungsmaßnahmen auf die Fischgesundheit deutlich. In den Schlussfolgerungen wurde auf die Bedeutung der Anlagenhygiene hingewiesen. Neben regelmäßiger Hygienisierung des Wassers (Prophylaxe) ist die mechanische Reinigung und Desinfektion der Anlage, der Geräte und Fahrzeuge sowie die Hygiene des Betreuungspersonals unabdingbar. Die Bedeutung der Proliferativen Nierenkrankheit der Fische (engl. proliferative kidney disease, PKD; Wikipedia-Link) bzw. die Verbreitung des Erregers in den Aquakulturanlagen ist bisher evtl. unterschätzt worden. Inwieweit der Erreger mit PES zu bekämpfen ist blieb in diesem Projekt unberücksichtigt. Es besteht an dieser Stelle dringender Forschungsbedarf.
Zusammenfassung: Vortrag Meinelt
Herr Dr. Thomas MeineltReinigung und Desinfektion vom Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) referierte zu „Hygienisierung mit Peressigsäure (PES) - Auf die Strategie kommt es an…“. Zu Beginn seiner Präsentation erläuterte er die Charakteristik der Peressigsäure (PES) und die Vorzüge der Verwendung in der Aquakultur. Der nächste Punkt widmete sich der Fragestellung wie sich die PES-Hygienisierung mit dem Fischwohl verträgt und wie Fische sich an eine PES-Hygienisierung adaptieren können. Vorgestellt wurden Forschungsergebnisse des VDFF-Preisträgers Herrn Dr. Dibo Liu (IGB). Dieser wies in seiner Dissertation u. a. nach, dass sich Fische an diese Hygienisierungsmaßnahmen adaptieren. Bereits nach der zweiten Applikation von PES waren keine Unterschiede in den Kortisolkonzentrationen zwischen den Gruppen nachweisbar. Kortisol ist einer der wichtigsten Stressparameter. Im weiteren Verlauf der Präsentation wurden Unterschiede zwischen den verschiedenen PES-Produkten aufgezeigt. Deren Charakteristika, insbesondere das Verhältnis von PES und Wasserstoffperoxid (H2O2) ist entscheidend für selektive Effekte gegen verschiedene Fischpathogene und muss bei der Produktauswahl Berücksichtigung finden. Produkte mit einem hohen Anteil an H2O2 sind z. B. effektiver gegen Flavobacterium columnare und Saprolegnia parasitica als Produkte mit einem höheren PES-Anteil. Dahingegen waren Produkte mit einem höheren PES-Anteil gegen Erreger wie Aeromonas salmonicida und Yersinia ruckeri effektiver. Ergebnisse aus verschiedenen Produktvergleichen, z. B. die therapeutischen Indizes verschiedener Produkte gegen Fischpathogene wurden präsentiert. Der dritte und wichtigste Teil seiner Präsentation widmete sich der Strategieentwicklung bei der Hygienisierung mit PES in der Aquakultur. Diese wurde am Beispiel der Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius multifiliis) in vitro und in situ, der Erbrütung von Fischeiern und der Hygienisierung in einer Regenbogenforellen-Kreislaufanlage dargestellt. Es wurde herausgearbeitet, dass die Ergebnisse aus einer bestimmten Hygienisierungssituation nicht 1:1 auf eine Andere übertragen werden können. Neben den verschiedenen Produktionssystemen spielen die chemisch-physikalischen Wasserparameter eine entscheidende Rolle. In einer Forellenteichwirtschaft die sehr weiches Produktionswasser nutzt führte die Applikation von 1 mg/l PES gegen Ichthyophthirius multifiliis zu Verlusten durch die Säurekrankheit. In einer Forellen-Kreislaufanlage mit hoher organischer Belastung und der Problematik der bakteriellen Kiemenerkrankung und hartem Wasser sind hingegen 2 mg/l PES zur effektiven Keimreduktion notwendig. Neben den chemisch-physikalischen Parametern (Wasserhärte, DOC, pH, Salzgehalt) spielen die Fischart, das Fischalter, die Keimbelastung und das zu reduzierende Fischpathogen bei der Entscheidungsfindung in Richtung PES-Produkt und PES-Konzentration eine wichtige Rolle. Jede Anlage und jedes Fischgesundheitsproblem erfordern die Entwicklung einer spezifischen Hygienisierungsstrategie. Obgleich eine Prophylaxe für die Fischgesundheit von herausragender Bedeutung ist, ersetzt sie jedoch nicht die gute fachliche Praxis in der Aquakultur!
Zusammenfassung: Vortrag Lucas
Der letzte Vortrag des Vormittags mit dem Titel „Wofasteril® Keimreduktion – Wo? Womit? Wie?“ wur-de von Herrn Sven Lucas von der KESLA HYGIENE AG präsentiert. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde entdeckt, dass Peressigsäure (PES) eine außerordentliche Desinfektionswirkung besitzt, die sich auch auf Pilze und Viren erstreckt. Dies führte dann bereits Mitte der 60er Jahre zur Entwicklung des Produktes Wofasteril® durch die heutige KESLA PHARMA WOLFEN GMBH mit Firmensitz im Chemiepark von Bitterfeld-Wolfen. Das Fachunternehmen für Peressigsäure-Spezialitäten beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung von Desinfektionsmitteln und Körperpflegeprodukten. Der zuverlässige Wirkmechanismus der PES beruht dabei auf der chemischen Besonderheit der vier miteinander im Gleichgewicht stehenden Komponenten der PES: Essigsäure (C2H4O2) und Wasserstoffperoxid (H2O2) bilden den eigentlichen Wirkstoff Acethylhydroperoxid (AHP = C2H4O3, umgangssprachlich als PES bezeichnet) und Wasser. AHP kann im Gegensatz zu reinem H2O2 problemlos die Katalaseschutzschicht der Zellmembran von Bakterien überwinden und seine starke Oxidationswirkung im Inneren des Bakteriums entfalten. Dadurch werden DNA, RNA und Enzyme des Bakteriums zerstört, ohne dass es zur Entwicklung von Resistenzen kommen kann. Dies ist ein wichtiger Vorteil der PES gegenüber anderen Wirkstoffen, denn durch diesen unspezifischen Wirkmechanismus können sich keine Resistenzen bilden. Das ist auch der Grund, warum PES als einziges Desinfektionsmittel uneingeschränkt geeignet ist, um über das gesamte Spektrum von Sporen, vegetativen Formen, Mykobakterien, gramnegativen Bakterien, Hefen, Schimmelpilzen und Viren zu wirken. Die Bestandteile der PES zerfallen in kurzer Zeit restlos in Sauerstoff, Wasser und Essigsäure, die von anderen Bakterien bereitwillig und unschädlich verwertet wird. Obwohl PES keinen Kältefehler besitzt, d.h. ohne Wirkverluste auch unter 0°C (bis zu -30°C) angewendet werden kann, sind - wie beim Einsatz von jedem marktgängigen Desinfektionsmittel - eine Reihe von Anwendungsgrundsätzen zu beachten. Zunächst sollten alle zu desinfizierenden Flächen vorweg gereinigt werden. Sowohl bei der Desinfektion im Krankheitsfall als auch im Regelbetrieb sollte systematisch und nach einem Hygiene-Plan vorgegangen werden, um bestimmte Fehlerquellen (z.B. falsche Dosierung oder zu kurze Einwirkzeit) zu vermeiden. Bei der Auswahl von geeigneten Desinfektionsmitteln helfen die einschlägigen Listen der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (DVG), des Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz (IHO) und des Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), letztere vor allem für den Bereich Ökolandbau und ökologische Verarbeitung. Bei der Bekämpfung von pathogenen Mikroorgansimen in Fischzuchten sind alle Bereiche und Arbeitsmaterialien, die mit infizierten Fischen in Kontakt kommen können oder anderweitig als Krankheitsüberträger in Frage kommen, zu berücksichtigen. Dazu gehören Transportfahrzeuge und Behälter von außerhalb ebenso, wie Netze, Kescher und Eimer, die sich über den Betrieb hinweg verteilen können und aus Hygienegründen ortstreu verwandt werden sollten. Im Regelbetrieb kommt der Prophylaxe, d.h. der Vorbeugung von Krankheitsausbrüchen bzw. der Eindämmung von Vermehrung und Ausbreitung potentieller Krankheitserreger, ein hoher Stellenwert zu. Durch eine systematische Prophylaxe, zu der die Reinigung und Hygienisierung von Oberflächen, Behältern und Wasser ebenso gehört, wie die gewissenhafte Dokumentation, lassen sich Fischverluste reduzieren, Aufzuchtergebnisse verbessern, Behandlungskosten sparen und die Handelsbeziehungen zu anderen Fischzuchtbetrieben und Kunden verbessern. Zu den Alleinstellungsmerkmalen der PES-Produkte der Firma KESLA PHARMA WOLFEN GMBH gehört seit Ende der 90er Jahre bei Wofasteril® die Alkalisierbarkeit mit dem speziell hierfür entwickelten Reinigungs- und Pufferadditiv alcapur®, einer auf den speziellen Peressigsäuretiter abgestimmten tensidhaltigen Natronlauge. Durch das sogenannte Wofasteril®-Kombiverfahren werden Gerüche minimiert und die Materialschonung auch an Buntmetallen maximiert. Dadurch lassen sich z.B. verschmutzte Wasser- und Rohrleitungen und Fahrzeuge problemlos desinfizieren. Die fertige Gebrauchslösung lässt sich mit Hilfe von einfachen Dosierhilfen (z.B. zum Anschluss an eine reguläre Wasserleitung) oder speziellen Applikationsautomaten (z.B. WOFA-MAT® Hochdruck-Schaumdesinfektionswagen von KESLA) stets in der richtigen Dosierung anwenden.
Zusammenfassung: Diskussion
Im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmer des Workshops Gelegenheit Ihre Fragen an die Referentin und Referenten des Vormittags zu richten. Dabei wurde unter anderem die aktuelle Auffassung zur „Hygienisierung“ des Haltungswassers in Anwesenheit von Fischen thematisiert. Diese Hygienisierungsmaßnahmen dienen der Keimdruckreduktion im Haltungswasser. Im Gegensatz zu vergleichbaren Verfahren zur Desinfektion von Ställen für Schwein und Geflügel und dem dortigen Übertragungsmedium Luft, birgt das Medium Wasser besondere Herausforderungen für die Fischzucht, denen mit den aktuellen gesetzlichen Regelungen nicht ausreichend Rechnung getragen werden. Darüber hinaus ist es nicht ohne weiteres möglich, Fische für die Dauer der Umgebungshygienisierung auszusperren. Daraus ergibt sich ein Konfliktpotential, insbesondere mit der Arzneimittelgesetzgebung. Dennoch ist es zur Sicherung der Tiergesundheit und daher aus Sicht des Tierschutzes unerlässlich, durch geeignete Desinfektionsmaßnahmen den Keimdruck in der Haltungsumgebung zu reduzieren. Dies findet durchaus im Einklang mit den aktuellen rechtlichen Anforderungen statt, da letztendlich das Wasser hygienisiert wird und keine direkte Behandlung am Fisch stattfindet. Als Beispiel ist die Weißpünktchenkrankheit zu nennen. Lediglich die Schwärmerstadien des Parasiten Ichthyophthirius multifiliis, die sich frei im Wasserkörper und nicht am Tier befinden, können mittels Desinfektionsmaßnamen eliminiert werden. Voraussetzung für den zweckgemäßen Einsatz solcher Vorbeugungsmaßnahmen sind jedoch die exakte und sichere Dosierung und Erfolgskontrollen. Hierbei besteht vor allem noch weiterer Forschungs- und Entwicklungsbedarf an präzisen Mess- und Regelverfahren, insbesondere zur wirkungsabhängigen Dosierung von PES.
Zusammenfassung: Demonstration im Praxisbetrieb Fischzucht Reese
Im Anschluss an die Diskussion und den gemeinsamen Mittagsimbiss begaben sich die Teilnehmer dann auf den Weg zum praktischen Teil des Workshops bei der Fischzucht Reese in Sarlhusen. Am Betrieb empfingen uns Frau Dr. Birgit Schmidt-Puckhaber und ihr Ehemann Herr Gunnar Reese. Zur Geschichte des Betriebes führte Herr Reese aus: 1738 beschloss Johann Christoph Richter bei Sarlhusen eine Papiermühle zu errichten und nutzte das Quellwasser für die Herstellung von hochwertigem Büttenpapier. 1872 kauft Marx H. Reese das Anwesen der 1864 abgebrannten Papiermühle und begann mit der Landwirtschaft. Seit 1885 werden auf der ehemaligen Papiermühle Forellen erzeugt, die Anfang des 20. Jahrhunderts auf der Überseelinie Hamburg- New York sogar „auf große Fahrt gingen“! Nach Marx H. Reese, Christian Reese und Hans Reese, führt nun Fischwirtschaftsmeister Gunnar Reese die Fischzucht – heute das größte Fischzucht- und Fischereiunternehmen in Schleswig-Holstein. Bei einem gemeinsamen Rundgang über den Betrieb konnten sich die Teilnehmer ein Bild vom Zusammenspiel der Betriebszweige machen: Fischfang, Fischzucht, Verarbeitung, Veredelung, Vertrieb und Transport in alle Richtungen. In verschiedenen Teichanlagen werden Fische gefüttert, aufgezogen und zusammen mit Fangfisch aus den Fischereien Ostholsteins verarbeitet, veredelt oder als Besatzfische verkauft. Vom Stichling bis zum Zander – vom Ei bis zum Speisefisch. In der Verarbeitung treffen wir erneut auf Tradition, denn geräuchert wird nach eigener Rezeptur im traditionellen Altonaer Ofen. Das Zusammenspiel verschiedener Betriebszweige ermöglicht der Fischzucht Reese beinahe alle Wünsche im Süßwasserfischgeschäft zu erfüllen. Jeder der Betriebszweige erfordert ein eigenständiges Hygienekonzept, auf das die dort arbeitenden Mitarbeiter entsprechend geschult werden. Hierbei konnten sich die Teilnehmer vor allem für die Bereiche der Fischhaltung in geschlossener Halle, den Lebendfischverkauf, die Schlachtung und Verarbeitung und die Transportlogistik mit dem eigenen Fisch-LKW ein Bild der Lage machen.
Die Anwendung von PES zur Fahrzeugdesinfektion demonstrierte Herr Andreas Thiemann von der Stöfen Landhandel GmbH aus Wesselburen „live“ mit Hilfe eines WOFA-MAT® klein von KESLA, dem zweirädrigen und handlichen Hochdruck-Schaumdesinfektionsgerät mit integrierter 600 l/h-Pumpe und bis zu 1.500 m²-Flächenleistung/h. Er ist ein für Schleswig-Holstein zuständige KESLA-Händler, der seinen Kunden nicht nur für den Verkauf und die Beratung zur Verfügung steht, sondern auch für eine Produktdemonstration und testweisen Bereitstellung der automatisierten Dosier- und Ausbringtechnik. Beim Einschäumen der Mercedes Sprinter Pritsche mit aufgestellten Fischtransporttanks wies er darauf hin, dass der hier eingesetzte PES-Schaum durch die automatische Dosiereinheit am Hochdruckgerät immer in der richtigen Konzentration pro Fläche aufgetragen wird. Als visuelle Kontrolle dient dabei die auf den Oberflächen verbleibende Schaumschicht, die es dem Betriebsleiter auch im Vorbeigehen auf den ersten Blick ermöglicht zu erkennen, ob der Mitarbeiter irgendwo eine Stelle vergessen hat. Überdies verlängert der Schaum auch die Einwirkzeit vorteilhaft. Neben der Desinfektion mit PES kommt in den Bereichen der Schlachtung/Verarbeitung und Lebendfischhälterung vor allem auch heißes Wasser als wichtigstes Reinigungsmittel zum Einsatz. Mit entsprechend dimensionierten Durchlauferhitzern und Schlauchspritzen stellt dies eine weitere sehr umwelt- und fischfreundliche Methode zur Vorreinigung der betroffenen Arbeitsbereiche dar. Bei der Mitarbeiterhygiene und persönlichen Schutzausrüstung wird klar zwischen den verschiedenen Bereichen unterschieden, was sich für die Teilnehmer leicht an der unterschiedlichen Farbe der Gummistiefel erkennen lässt: weiße Stiefel und Kleidung für die Verarbeitung, grüne Gummistiefel und Kleidung für die Lebendfischbereiche. Solch einfache visuelle Hilfestellungen machen es allen im Betrieb tätigen Mitarbeitern und Gästen einfach zu erkennen, wie sie sich angemessen zu verhalten haben.
Zusammenfassung: Abschluss
Beim gemeinsamen Abschlussimbiss am Fisch-Spezialitäten-Buffet konnten die Teilnehmer sich dann noch weiter in die Thematik vertiefen und austauschen.
Das Kompetenznetzwerk Aquakultur (KNAQ) bedankt sich sehr herzlich bei allen Referentinnen und Referenten für die Vorträge, bei der Fischzucht Reese für die Gastfreundschaft und bei der Firma KESLA HYGIENE AG für die gemeinsame Organisation dieser Veranstaltung. Alle Vortragsfolien, Begleitliteratur und Bilder der Veranstaltung finden Sie auf der Internetseite des KNAQ unter www.knaq-sh.de
Kleingeld: Biosicherheit in der Aquakultur
Biosicherheit in der Aquakultur
- Rechtliche Anforderungen an Reinigung und Desinfektion
Dr. Dirk Willem Kleingeld
Task-Force Veterinärwesen (Standort Hannover), Eintrachtweg 19, 30173 Hannover
dirk.kleingeld@laves.niedersachsen.de
Seit Inkrafttreten des Tiergesundheitsgesetzes (TierGesG) im Jahr 2014 ist jeder Tierhalter verpflichtet, in seinem Bestand Biosicherheitsmaßnahmen zu etablieren. Wer Fische hält, hat gemäß § 3 Nr. 1 TierGesG demnach dafür Sorge zu tragen, dass Tierseuchen weder in seinen Bestand eingeschleppt noch aus seinem Bestand verschleppt werden.
Wer in einem Aquakulturbetrieb Fische hält, bedarf dafür außerdem der Genehmigung durch die zuständige Behörde. Gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a der Fischseuchenverordnung (FischSeuchV) erteilt die zuständige Behörde die Genehmigung auf Antrag, soweit sichergestellt ist, dass durch geeignete Maßnahmen keine Seuchenerreger übertragen werden können, d. h. nachweislich Biosicherheitsmaßnahmen vorgehalten werden. Für Transportvorrichtungen gilt ferner, dass diese gemäß § 18 Abs. 3 FischSeuchV vor erneuter Benutzung gereinigt und desinfiziert werden müssen.
Reinigung und Desinfektion von Haltungseinrichtungen, Geräten, Transportvorrichtungen, Verarbeitungsbereichen, befruchteten Eiern und Arbeitskleidung stellen eine wichtige Säule der Biosicherheitsmaßnahmen in der Aquakultur dar. Eine wirksame Desinfektion setzt zunächst eine gute Reinigung der Oberflächen voraus. Wichtig ist, dass nur Desinfektionsmittel zum Einsatz kommen, die über ein gesichertes Wirkungsspektrum gegen die jeweiligen Erreger verfügen. Daher sollten für die Geräte- und Flächendesinfektion nur geprüfte Desinfektionsmittel verwendet werden, die in der DVG-Liste (Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft) aufgeführt sind. Kälte- und ggf. auch Eiweißfehler sind zu beachten. Gemäß der Verordnung (EU) Nr. 528/2012 (Biozid-Verordnung) dürfen nur für den jeweiligen Anwendungsbereich zugelassene bzw. verkehrsfähige Biozidprodukte zur Desinfektion verwendet werden.
Im Seuchenfall regelt die FischSeuchV, dass eine anzeigepflichtige Fischseuche nur dann als erloschen gilt, wenn u. a. die Desinfektion des Betriebes oder einzelner in sich abgeschlossener Teile des Betriebes nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde durchgeführt worden ist. Hinsichtlich der Desinfektionsmaßnahmen im Seuchenfall ist die Richtlinie über Mittel und Verfahren für die Durchführung der Desinfektion bei anzeigepflichtigen Tierseuchen des BMEL (Desinfektionsrichtlinie, Stand: November 2009) zu beachten, die derzeit aktualisiert wird.
Studium und Promotion: Studium der Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Aquakultur in den Niederlanden (Abschluss 1984), Promotion an der Georg-August-Universität in Göttingen (2010)
- 1984 - 1990: Mitarbeiter in der Abteilung Aquakultur der Georg-August-Universität Göttingen
- 1991 - 2001: Mitarbeiter beim Staatlichen Fischseuchenbekämpfungsdienst Niedersachsen und Fischgesundheitsdienst (Bezirksregierung Hannover)
- Seit 2001: Mitarbeiter im Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im Fachdezernat Task-Force Veterinärwesen am Standort Hannover
Zuständig (beratend) für die Bereiche „Fischseuchenbekämpfung“, „Tierschutz bei Fischen und aquatischen Invertebraten“ und „Fischsterben“. Vorsitz von und Mitglied in mehreren Arbeitsgruppen und wissenschaftlichen Beiräten.
Ehrenamtliche Tätigkeit: Vorsitzender der deutschen Sektion der European Association of Fish Pathologists (EAFP)
Bartschat: Verlustreduzierung in Kreislaufanlage
Verlustreduzierung in Kreislaufanlagen –
Dipl. Fischereiing. Petra Bartschat
Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit, Land Brandenburg
petra.bartschat@lavg.brandenburg.de
Krankheitsbedingte Fischverluste in Aquakulturanlagen stellen Fischwirte und Fischgesundheitsdienste vor besondere Herausforderungen. Die Reduzierung der Verluste setzt Kenntnisse über die Verlustursachen in Verbindung mit den jeweils in den Anlagen herrschenden Umwelt- und Haltungsbedingungen voraus. Die Wasserverfügbarkeit in Qualität und Quantität ist ein Faktor, der in besonderem Maße die Aufzucht von Fischen in Aquakulturanlagen beeinflusst. Prävention durch Betriebs- und Anlagenhygiene bilden eine wesentliche Säule zur Verbesserung der Gesundheitssituation in Aquakulturanlagen. Untersuchungen unter Brandenburger Praxisbedingungen haben gezeigt, dass die Erstellung eines anlagenspezifischen Hygienemanagements zum gewünschten Erfolg führen kann. Erkenntnisse aus den bisherigen Untersuchungen und erste Lösungsansätze werden vorgestellt.
Petra Bartschat hat nach der Ausbildung zum Fischwirt ihre Diplomarbeit 1991 zu Konditionsuntersuchungen bei Satzkarpfen an der Humboldt-Universität zu Berlin verteidigt. Sie ist als Mitarbeiterin im Dezernat Tierseuchenüberwachung, Tiergesundheit, Tierschutz und Tierarzneimittelüberwachung des LAVG zuständig für das Fachgebiet Fischseuchen und Fischgesundheit. Zu ihren Aufgaben gehören die Überwachung der Aquakulturbetriebe hinsichtlich Fischseuchen gemäß Fischseuchen VO im Land Brandenburg, sowie die Unterstützung der Sanierung im Falle des Ausbruchs einer Fischseuche.
Meinelt: Hygienisierung mit Peressigsäure
Hygienisierung mit Peressigsäure -
Erfahrungen aus dem Labor
Dr. Thomas Meinelt, et al.,
Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Abteilung Ökophysiologie und Aquakultur
Aufgrund fehlender zugelassener Therapeutika gegen Fischkrankheiten kommt der Keimreduktion zur Prävention von Fischkrankheiten wachsende Bedeutung zu. Eine wirksame Substanz ist Peressigsäure (PES). Beginnend mit in-vitro Untersuchungen wurde im IGB die Wirksamkeit von PES gegen verschiedenste Fischpathogene (Bakterien, Pilze, Protozoen, Metazoen) untersucht. In vergleichenden Untersuchungen wurde der Einfluss chemisch-physikalischer Parameter auf die Wirksamkeit und Fischtoxizität verschiedenster PES-Produkte geprüft. In Zusammenarbeit mit verschiedenen nationalen und internationalen Institutionen sowie Praxisbetrieben wurde die Wirksamkeit von PES in-situ geprüft und Applikationsanleitungen für die aquakulturelle Praxis abgeleitet. Es werden ausgewählte Applikationsstrategien vorgestellt und diskutiert.
Thomas Meinelt hat seine Diplomarbeit 1987 in Fischkrankheiten und seinen Ph.D. 1990 in Fischtoxikologie an der Humboldt-Universität zu Berlin verteidigt. Er ist leitender Wissenschaftler der AG Fischpathologie und stellvertretender Leiter der Abteilung für Ökophysiologie und Aquakultur am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin. Seine aktuellen Forschungsgebiete sind die Fischtoxizität von Abwässern der Kalibergbauindustrie sowie alternative Behandlungsmethoden in der nachhaltigen Aquakultur.
Baumann: Wofasteril Keimreduktion
Wofasteril: Keimreduktion –
Wo? Womit? Wie?
Martina.Baumann@kesla.de
Peressigsäure ist ein Wirkstoff mit einem einzigartigen Wirkungsspektrum. Deshalb reicht sein Einsatz von der Hygienisierung des Wasserkörpers über die Desinfektion von Flächen wie Hälterungen, Becken, Ausrüstungsgegenständen und Arbeitsgeräten bis hin zur Fahrzeugdesinfektion. Prophylaktische Maßnahmen im Bereich Reinigung & Desinfektion sind ausschlaggebender Bestandteil einer gesunden Fischwirtschaft. Dabei bildet unter vielen allgemeinen und individuellen Maßnahmen die Einhaltung von Hygienerichtlinien eine vordergründige Rolle, um eine Erregerverschleppung zu vermeiden oder Infektionsketten unterbrechen zu können.
Für die exakte Dosierung von Desinfektionsmitteln ist es empfehlenswert, Dosierhilfen oder
Dosiergeräte zu benutzen. Natürlich ist auch der Einsatz von Applikationstechnik, wie Hochdruckschaumgeräte, Sprühwagen etc. bei einer Flächendesinfektion erfolgsfördernd. Hier ist die Benetzung der Flächen mit Desinfektionsschaum (z.B. leere Aufzuchtbecken etc.) besonders optimal. Durch
beste Haftung des Schaumes an den Flächen ist damit eine optimale Einhaltung der Einwirkzeit des Desinfektionsmittels gesichert.
Die konsequente Durchsetzung einer Reinigung und Desinfektionen bildet die Grundlage einer erfolgreichen Tierhaltung. Nur durch gezielte und kontinuierliche Einhaltung aller notwendigen Hygienemaßnahmen, ist ein Erfolg auch langfristig zu erreichen. Dabei spielt das Verstehen dieser Problematik und das Engagement aller Mitarbeiter eines Betriebes die ausschlaggebende Rolle.
Seit 3/ 2008 Kundenbetreuerin/ Anwendungsberaterin im Außendienst für Land Brandenburg KESLA HYGIENE AG/ Firmensitz in Bitterfeld-Wolfen
1996 – 2008 Mitarbeiterin TA-Praxis für Groß- und Kleintiere
1991 – 1996 Elternzeit
2014 Hygienemanager
2012 Geprüfter Desinfektor
1987 – 1990 Dipl.- Ing. (FH)/ Technologie der Fleischverarbeitung, Studium an der Agraringenieurschule für Tierproduktion und Fleischwirtschaft in Oranienburg
Praxisbetrieb: Fischzucht Reese
Demonstration des PES-Einsatzes in verschiedenen Arbeitsbereichen
Papiermühle 4, 24616 Sarlhusen
1738 beschloss Johann Christoph Richter bei Sarlhusen eine Papiermühle zu errichten und nutzte das Quellwasser für die Herstellung von hochwertigem Büttenpapier. 1872 kauft Marx H. Reese das Anwesen der 1864 abgebrannten Papiermühle und begann mit der Landwirtschaft. Seit 1885 werden auf der ehemaligen Papiermühle Forellen erzeugt, die Anfang des 20. Jahrhunderts auf der Überseelinie Hamburg- New York sogar „auf große Fahrt gingen“! Nach Marx H. Reese, Christian Reese und Hans Reese, führt nun Fischwirtschaftsmeister Gunnar Reese die Fischzucht – heute das größte Fischzucht- und Fischereiunternehmen in Schleswig-Holstein.
Auf der Papiermühle in Sarlhusen laufen alle Fäden zusammen: Fischfang, Fischzucht, Verarbeitung, Veredelung, Vertrieb und Transport in alle Richtungen. In verschiedenen Teichanlagen werden Fische gefüttert, aufgezogen und zusammen mit Fangfisch aus den Fischereien Ostholsteins verarbeitet, veredelt oder als Besatzfische verkauft. Vom Stichling bis zum Zander – vom Ei bis zum Speisefisch.
In der Verarbeitung treffen wir erneut auf Tradition, denn geräuchert wird nach eigener Rezeptur im traditionellen Altonaer Ofen.
Das Zusammenspiel verschiedener Betriebszweige ermöglicht der Fischzucht Reese beinahe alle Wünsche im Süßwasserfischgeschäft zu erfüllen. Die Schaltzentrale in Sarlhusen, genauer „das Reese-Büroteam“, arbeitet unermüdlich an einer reibungslosen Abwicklung von Bestellung und Transporten.
Vorträge und Referent/Innen:
Zusammenfassung des KNAQ-WorkshopIn diesem PDF finden Sie die vollständige Zusammenfassung des KNAQ-Workshop: "Reinigung und Desinfektion in Aquakultur-Betrieben" inklusive der Links zu den Vortragsfolien der Referent/Innen.

References: §10
 §3
 § 7
 § 28
 § 2
 § 3
 § 4
 § 18