Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=19.02.2015&Aktenzeichen=7%20C%2010.12
Timestamp: 2019-08-22 21:20:19+00:00

Document:
BVerwG, 19.02.2015 - 7 C 10.12, 7 C 11.12 - dejure.org
BVerwG, 19.02.2015 - 7 C 10.12, 7 C 11.12
https://dejure.org/2015,2108
BVerwG, 19.02.2015 - 7 C 10.12, 7 C 11.12 (https://dejure.org/2015,2108)
BVerwG, Entscheidung vom 19.02.2015 - 7 C 10.12, 7 C 11.12 (https://dejure.org/2015,2108)
BVerwG, Entscheidung vom 19. Februar 2015 - 7 C 10.12, 7 C 11.12 (https://dejure.org/2015,2108)
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§ 73 Abs 4 S 3 VwVfG NW 1999, § 74 Abs 5 S 3 VwVfG NW 1999, § 75 Abs 1 S 1 VwVfG NW 1999, § 78 Abs 1 VwVfG NW 1999, § 74 Abs 1 S 2 VwGO
VwVfG § 73 Abs. 4 S. 3; WHG § 31 Abs. 2 S. 1
Godorfer Hafenausbau - wasserrechtliche Planfeststellung oder Bebauungsplan?
Hafenerweiterung für Köln-Godorf gekippt - Wasserrechtliche Planfeststellung rechtswidrig
Planfeststellung für Hafen Köln-Godorf aufgehoben (keine wasserrechtl. Planfeststellung eines Hafens als funktionale Gesamtheit von wasser- und landseitigen Betriebsanlagen)
Planfeststellung für Ausbau des Hafens Köln-Godorf aufgehoben
Hafen besteht nicht nur aus Wasser
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BVerwG vom 19.02.2015 - 7 C 10.12 und 7 C 11.12" von RA/Notar Prof. Dr. Bernhard Stüer, original erschienen in: DVBl 4/2015, 492 - 496.
Kurznachricht zu "Planfeststellung einer Hafenerweiterung - Anmerkung zum Urteil des BVerwG vom 19.02.2015" von RA Dr. Caspar David Hermanns, original erschienen in: NVwZ 2015, 1077 - 1078.
NVwZ 2015, 1077
DVBl 2015, 492
Die von § 75 Abs. 1a Satz 1 VwVfG geforderte Ergebnisrelevanz liegt vor, wenn nach den Umständen des Falles die konkrete Möglichkeit besteht, dass ohne den Abwägungsmangel eine andere Entscheidung getroffen worden wäre; eine nur abstrakte Möglichkeit einer anderen Entscheidung genügt nicht (stRspr, vgl. BVerwG, Urteile vom 21. März 1996 - 4 C 19.94 - BVerwGE 100, 370 und vom 19. Februar 2015 - 7 C 10.12 - juris Rn. 44).
Eine weitergehende bzw. objektive Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses können sie nicht verlangen (stRspr, vgl. BVerwG, Urteile vom 19. Februar 2015 - 7 C 10.12 [ECLI:DE:BVerwG:2015:190215U7C10.12.0] - juris Rn. 43 und schon vom 14. Februar 1975 - 4 C 21.74 - BVerwGE 48, 56 ).
Insoweit unterliegt der Begriff der notwendigen Folgemaßnahme räumlichen und sachlichen Beschränkungen; solche Maßnahmen dürfen über Anschluss und Anpassung nicht wesentlich hinausgehen (vgl. BVerwG, Urteil vom 19.02.2015 - 7 C 10.12 -, juris).
Im ergänzenden Verfahren nicht behoben werden können hingegen Mängel bei der Abwägung, die von solcher Art und Schwere sind, dass sie die Planung als Ganzes von vornherein in Frage stellen (vgl. BVerwG, Urteil vom 19.02.2015, a. a. O.).
Der Rechtsfehler ergreift dann den gesamten Planfeststellungsbeschluss mit der Folge, dass ein Kläger die Aufhebung des ihn als untrennbare Gesamtregelung in seinen Rechten verletzenden Verwaltungsaktes beanspruchen kann (vgl. BVerwG, Urteil vom 19.02.2015, a. a. O.; Beschluss vom 07.12.1988 - 7 B 98.88 -, juris; Beschluss vom 05.12.1991 - 7 B 118.91 -, juris; Urteil vom 21.02.1992 - 7 C 11.91 -, juris).
Das Bundesverwaltungsgericht hat in dem Revisionsverfahren (vgl. BVerwG, Urteil vom 19.02.2015, a. a. O.) zur Frage der Teilbarkeit von Planungsentscheidungen jedoch keine neuen Anforderungen entwickelt, sondern hat lediglich auf seine bereits vorhandene - auch von dem Verwaltungsgericht in Bezug genommene - Rechtsprechung zurückgegriffen und eine Teilbarkeit im konkreten Fall verneint.
Unter Zugrundelegung der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zur Teilbarkeit, Teilrechtswidrigkeit und damit auch Teilaufhebbarkeit von Planungsentscheidungen, vgl. etwa BVerwG, Urteile vom 19. Februar 2015 - 7 C 11.12 -, BVerwGE 151, 213 = juris, Rn. 47, und - 7 C 10.12 -, IR 2015, 188 = juris, Rn. 46, sowie Beschlüsse vom 5. Dezember 1991 - 7 B 118.91 -, Buchholz 316 § 74 VwVfG Nr. 12 = juris, Rn. 5, und vom 7. Dezember 1988 - 7 B 98.88 -, Buchholz 451.22 AbfG Nr. 28 = juris, Rn. 9; vgl. auch OVG NRW, Urteile vom 13. Mai 2015 - 11 D 7/12.AK -, juris, Rn. 87, und vom 2. September 2009 - 11 D 32/08.AK -, juris, Rn. 74, dürfte der angefochtene Planfeststellungsbeschluss vielmehr in tatsächlicher und in rechtlicher Hinsicht in zwei planfestgestellte Straßenbauvorhaben teilbar sein, namentlich den Neubau der K 76n und den Neubau eines Wirtschaftswegs.
Unter Zugrundelegung der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zur Teilbarkeit, Teilrechtswidrigkeit und damit auch Teilaufhebbarkeit von Planungsentscheidungen, vgl. etwa BVerwG, Urteile vom 19. Februar 2015 - 7 C 11.12 -, BVerwGE 151, 213 = juris, Rn. 47, und - 7 C 10.12 -, IR 2015, 188 = juris, Rn. 46, sowie Beschlüsse vom 5. Dezember 1991 - 7 B 118.91 -, Buchholz 316 § 74 VwVfG Nr. 12 = juris, Rn. 5, und vom 7. Dezember 1988 - 7 B 98.88 -, Buchholz 451.22 AbfG Nr. 28 = juris, Rn. 9; vgl. auch OVG NRW, Urteile vom 13. Mai 2015 - 11 D 7/12.AK -, juris, Rn. 87, und vom 2. September 2009 - 11 D 32/08.AK -, juris, Rn. 74, dürfte der angefochtene Planfeststellungsbeschluss vielmehr in tatsächlicher und in rechtlicher Hinsicht in zwei planfestgestellte Straßenbauvorhaben teilbar sein, namentlich den Neubau der L1.76n und den Neubau eines Wirtschaftswegs.
Von daher kann auch keine Divergenz zum Rechtssatz des Bundesverwaltungsgerichts bestehen, nach der - bereits aus dem Wortlaut von Art. 2 Abs. 2 UVP-Richtlinie folgend - eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht notwendig in einem einzigen Genehmigungs- oder Zulassungsverfahren durchgeführt werden muss, sondern diese auch in einer Mehrzahl von Verfahren möglich ist (BVerwG, Urteil vom 19. Februar 2015 - 7 C 10.12 - juris Rn. 28).
An das Gewässer angrenzende Landflächen sind unabhängig von ihrer Nutzung nicht in die Planfeststellung einzubeziehen (…vgl. OVG NRW, Urt. v. 15.3.2011 - 20 A 2148/09 -, juris Rn. 98 ff. = DVBl. 2011, 767; bestätigt von BVerwG, Urt. v. 19.2.2015 - 7 C 10.12 und 7 C 11.12 -, Pressemitteilung).
Sachlich beschränkt sich der Fachplanungsvorbehalt auf den Gewässerausbau; er erfasst nicht die außerhalb des Hafenbeckens und seiner Ufer vorgesehenen Anlagen (vgl. BVerwG, Urt. v. 19.2.2015 - 7 C 10.12 und 7 C 11.12 -, Pressemitteilung).

References: § 73
 § 74
 § 75
 § 78
 § 74
 § 73
 § 31
 § 75
 § 74
 § 74
 Art. 2