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Timestamp: 2020-08-15 02:11:30+00:00

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Bauabzugsteuer - Lexikon - Bauprofessor
Der Steuerabzug für Bauleistungen (Bauabzugsteuer) ist nach den Regelungen des § 48 bis § 48 d im Einkommensteuergesetz (EstG) vorzunehmen. Ausgangspunkt dafür war das Ziel, illegale Betätigung im Baugewerbe einzudämmen.
Durch den Auftraggeber prüfen und vorsehen:
(A) kein Steuerabzug bzw. Leistungsempfänger vom Steuerabzug befreit, wenn
eine Freistellungsbescheinigung des Finanzamtes für den Leistenden vorliegt
die Gegenleistung 5.000 € bzw. bei Vermietung 15.000 € im laufenden Jahr nicht überschreitet
(B) Steuerabzug in Höhe von 15 % des Bruttorechnungsbetrages durch den Leistungsempfänger (im Beispiel 15.000 €)
Anmeldung bis zum 10. Tag nach Ablauf des Monats, in dem die Bauleistung erbracht wurde (steht einer Steueranmeldung gleich),
fällig bis 10. Tag nach Ablauf des Anmeldezeitraums,
Abführung an das für den Leistenden zuständige Finanzamt für Rechnung des Leistenden,
Abzugsbetrag wird angerechnet auf die zu zahlenden Steuern des Leistenden.
Folgende Aspekte sind maßgebend:
Inhalt Bauleistungen bei Bauabzugsteuer
Grundlage sind ausschließlich Bauleistungen, die an einen Unternehmer oder an eine juristische Person des öffentlichen Rechts als Leistungsempfänger erbracht werden. Dabei gelten als Bauleistungen alle Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen.
Die Definition entspricht der Aussage in der Baubetriebe-Verordnung in Verbindung mit § 211 Abs. 2, Satz 2 im Sozialgesetzbuch (SGB) III, und zwar im Sinne der Vorschriften über die Förderung der ganzjährigen Beschäftigung in der Bauwirtschaft.
Zu den Bauleistungen bei der Bauabzugsteuer gehören weiterhin auch
künstlerische Leistungen an Bauwerken, die sich unmittelbar auf die Substanz auswirken,
Einbau von Fenstern, Türen, Lichtwerbeanlage, Dachbegrünung u. a., wenn sie mit einem Gebäude fest verbunden sind.
Keine Bauleistungen sind
ausschließlich planerische Leistungen, z. B. von Statikern, Vermessungsingenieuren wie auch
reine Leistungen zur Bauüberwachung, zur Prüfung von Bauabrechnungen u. a.
Materiallieferungen, z. B. durch Baustoffhändler, Baumärkte,
Anliefern von Beton (ohne anschließendes Verarbeiten) und Stellung der Betonpumpe,
Zurverfügungstellen von Baugeräten (ohne Bedienungspersonal),
Aufstellen von Messeständen, Gerüstbau,
Anlegen von Bepflanzungen (ohne Dachbegrünung) und deren Pflege,
reine Wartungsarbeiten an Bauwerken oder Teilen von Bauwerken.
Leistender bei Bauabzugsteuer
Als Leistender gilt der Auftragnehmer, der über eine Leistung abrechnet, auch dann, wenn er die Leistung nicht selbst erbracht hat. Folglich ist z. B. auch der Nachunternehmer Leistender gegenüber dem Haupt- bzw. Generalunternehmer. Unwichtig ist dabei auch, ob der Leistende im Inland oder Ausland ansässig ist.
Leistender kann auch eine Bau-Arbeitsgemeinschaft (ARGE) sein. Demgegenüber stellt die Abrechnung einer Wohnungseigentümergemeinschaft mit den Eigentümern keine Abrechnung im obigen Sinn dar.
Wegfall Bauabzugsteuer
Der Steuerabzug entfällt, wenn einer der Leistenden dem Leistungsempfänger eine gültige Freistellungsbescheinigung vorlegt. Hierfür genügt eine Kopie. Die Gültigkeit kann ggf. durch elektronische Abfrage über die beim Bundesamt für Finanzen gespeicherten Freistellungsbescheinigungen geprüft werden.
§ 48 b im EStG regelt die Freistellung. Antrag ist durch den Leistenden bei dem für ihn zuständigen Finanzamt zu stellen, bei einer ARGE und Personengesellschaft beim Finanzamt, das für die Umsatzsteuer zuständig ist.
Eine Freistellung ist zu gewähren, wenn der zu sichernde Steueranspruch nicht gefährdet erscheint. Die Bescheinigung wird auf amtlichen Vordruck erteilt.
Liegt keine Freistellungsbescheinigung vor, ist für den Zeitpunkt des Steuerabzugs maßgebend, dass die Gegenleistung erbracht ist und beim Leistungsempfänger als Bezahlung abfließt. Das gilt auch für Voraus- und Abschlagszahlungen, Zahlungen gestundeter Beträge sowie bei Zahlung aus der rechtwirksamen Aufrechnung von Gegenforderungen. Bei einer Abtretung einer Forderung an einen Dritten kommt es auf die Zahlung an den Zessionar und nicht auf den Zeitpunkt der Abtretung an.
Erfolgt Steuerabzug, so hat der Leistungsempfänger die Pflicht zur Anmeldung und Abführung an das für den Leistenden zuständige Finanzamt nach § 48 a im EStG.
Der Leistungsempfänger hat auch mit dem Leistenden über den Steuerabzug abzurechnen.
Der Leistungsempfänger haftet für einen nicht oder zu niedrig abgeführten Abzugsbetrag, jedoch nicht, wenn ihm im Zeitpunkt der Gegenleistung eine Freistellungsbescheinigung vorgelegen hat, auf deren Rechtmäßigkeit er vertrauen konnte. Das ist dann nicht mehr der Fall, wenn ihm z. B. bekannt war, dass die Bescheinigung durch unlautere Mittel oder falsche Angaben erwirkt wurde.
Der Steuerabzug ist in der Baupraxis nur noch selten. Fast alle Leistenden erhielten eine Freistellungsbescheinigung (laut statistischer Aussage über 99 % aller Bauunternehmen). Sehr hoch ist der Aufwand für den Leistungsempfänger im Steuerabzugsfall auf Grund der formellen Anforderungen von Anmeldung, Abführung u. a. (geschätzt auf ca. 50 € je Fall).
Die Freistellung hat sich zum Standardverfahren entwickelt. Die meisten Leistungsempfänger vergeben grundsätzlich keine Aufträge an Bauunternehmen bzw. General-Bauunternehmer an Nachunternehmer, die nicht über eine Freistellungsbescheinigung verfügen. Aber auch bei Freistellung des Abzugs bedarf es einer laufenden baukaufmännischen Kontrolle, so zum Vorliegen der Bescheinigungen, Nachprüfungen mittels elektronischer Abfragen u. a.
Beispiel: Verfahrensweise Bauabzugsteuer
Leistender der Bauleistung Leistungsempfänger bzw. Investor
Brutto = 100.000 €
Kein Steuerabzug bzw. Leistungsempfänger vom Steuerabzug befreit, wenn
die Gegenleistung 5.000 € bzw. bei Vermietung 15.000 € im lautenden Jahr nicht überschreitet.
Steuerabzug in Höhe von 15 % des Brutto-Rechnungsbetrages durch den Leistungsempfänger (im Beispiel 15.000 €)
Anmeldung bis zum 10. Tag nach Ablauf des Monats, in dem die Bauleistung erbracht wurde (steht einer Steueranmeldung gleich)
fällig bis 10. Tag nach Ablauf des Anmeldezeitraums
Abführung an das für den Leistenden zuständige Finanzamt für Rechnung des Leistenden
Eine Freistellungsbescheinigung ist in Verbindung mit der Bauabzugsteuer nach den Regelungen des § 48 bis 48d im Einkommensteuergesetz (EStG) zu betrachten. Bei Rechnungen über Bauleistungen ist die Bauabzugsteuer (15 % vom Bruttorechnungsbetrag) dur...
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 § 211

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