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Timestamp: 2019-01-23 04:54:53+00:00

Document:
Landesrecht BW SFP-VO | Landesnorm Baden-Württemberg | Gesamtausgabe | Verordnung der Landesregierung zum gebäudeindividuellen energetischen Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg (Sanierungsfahrplan-Verordnung - SFP-VO) vom 28. Juli 2015 | gültig ab: 01.07.2015
Ausfertigungsdatum: 28.07.2015
Fundstelle: GBl. 2015, 749
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: § 4 geändert durch Verordnung vom 8. Mai 2018 (GBl. S. 154)
Verordnung der Landesregierung zum gebäudeindividuellen energetischen Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg (Sanierungsfahrplan-Verordnung - SFP-VO) vom 28. Juli 2015 01.07.2015
§ 1 - Ziele 01.07.2015
§ 2 - Begriffsbestimmungen 01.07.2015
§ 3 - Allgemeine Anforderungen 01.07.2015
§ 4 - Inhalte des Sanierungsfahrplans 23.05.2018
§ 5 - Portfolio-Sanierungsfahrplan, Sanierungsfahrplan bei Gebäudekomplexen 01.07.2015
§ 6 - Ausstellungsberechtigung 01.07.2015
§ 7 - Inkrafttreten 01.07.2015
Anlage 1 - Handlungsfelder 01.07.2015
Anlage 2 - Mindestanforderungen an die Durchführung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie deren Eingangsvoraussetzungen 01.07.2015
Anlage 3 01.07.2015
Anlage 4 01.07.2015
(2) Ambitionierte Einzelmaßnahmen im Sinne dieser Verordnung sind Maßnahmen an der Gebäudehülle, die die Anforderungen der Anlage 3 Tabelle 1 der Energieeinsparverordnung in der am 1. Mai 2014 geltenden Fassung um mindestens 20 Prozent unterschreiten oder Maßnahmen an der Anlagentechnik, die die Ziele von § 1 Absatz 2 verfolgen, mit denen für die Wärmebereitstellung weniger Primärenergie als Erzeugernutzwärme benötigt wird und die den Qualitätsanforderungen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes entsprechen.
Eine kurze Einführung in die Themenkomplexe »Klimaschutz« und »energieeffiziente Sanierung und Modernisierung«, gegebenenfalls an den örtlichen Gegebenheiten orientiert, sowie die Darstellung des individuellen Nutzens der Sanierung für den Beratungsempfänger,
eine Gegenüberstellung des ermittelten Energieverbrauchs und des berechneten Energiebedarfs im Ist-Zustand, wobei
für die Berechnung des Energiebedarfs von Wohngebäuden die Anlage 1 der Energieeinsparverordnung oder ein gleichwertiges anderes Berechnungsverfahren zugrunde zu legen ist,
für die Berechnung des Energiebedarfs von Nichtwohngebäuden das in Anlage 2 Nummer 2 und 3 der Energieeinsparverordnung genannte oder ein gleichwertiges anderes Berechnungsverfahren zugrunde zu legen ist und die nutzungsspezifischen und lokalen klimatischen Randbedingungen zu berücksichtigen sind, und
für die Ermittlung des Verbrauchs aus den letzten 3 Jahren, soweit diese Daten vorhanden sind, § 19 EnEV maßgeblich ist,
eine Darstellung der energetischen Qualität des Gebäudes im Ist-Zustand unter Berücksichtigung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Lüftung und Trinkwarmwasser, der dadurch bedingten CO2 -Emissionen, sowie bei Nichtwohngebäuden zusätzlich für Kühlung und Beleuchtung; hierbei sollen nach Möglichkeit aussagekräftige quantitative Bezugsgrößen verwendet werden; es können zusammenfassende Kenngrößen für die Berücksichtigung mehrerer Kriterien verwendet werden,
die Angabe der Energiekosten im Ist-Zustand auf Basis des berechneten Bedarfs und - soweit vorhandenunter Berücksichtigung des ermittelten Verbrauchs,
eine Darstellung des Sanierungsfahrplans: Der Sanierungsfahrplan enthält ein Konzept für eine schrittweise Sanierung, wobei die jeweiligen Sanierungsschritte die Bedürfnisse der Beratungsempfänger mit den langfristigen Zielen zu vereinen haben. Die erforderlichen Maßnahmen der Sanierung sind in aufeinander aufbauenden Schritten und Maßnahmenpakten zu beschreiben. Der Sanierungsfahrplan kann beim Wohngebäude auch eine Sanierung in einem Zug darstellen, wenn dies kompatibel mit den Anforderungen des Gebäudes und der Eigentümer ist. Für Wohngebäude ist der Sanierungsfahrplan grafisch übersichtlich darzustellen. Für Nichtwohngebäude enthält der Sanierungsfahrplan mindestens zwei Sanierungsvarianten, zum einen die Sanierung »in einem Zug« und zum anderen die »schrittweise Sanierung«. In Abstimmung mit dem Beratungsempfänger können davon abweichend auch zwei unterschiedlich ambitionierte Sanierungsvarianten untersucht werden, wobei eine Variante mindestens die Anforderung nach § 3 Absatz 3 einhalten muss.
eine Untersuchung und Beschreibung von mindestens den in Anlage 1 genannten Handlungsfeldern mit den jeweiligen Unterpunkten,
der Energie- und CO2 -Einsparung im Zielzustand,
der jeweils abgeschätzten erforderlichen Gesamtinvestitionen und der abgeschätzten energetisch bedingten Mehrkosten zur Erreichung des Zielzustands nach zum Zeitpunkt der Erstellung des Sanierungsfahrplans aktuellen Maßstäben,
die Energiekosten und Energiekosteneinsparungen im Zielzustand, auch einschließlich Energiekostensteigerungen nach zum Zeitpunkt der Erstellung des Sanierungsfahrplans aktuellen Maßstäben,
der energetischen Qualität nach Maßgabe von Nummer 3 im Zielzustand und jeweils nach Durchführung der einzelnen Sanierungsschritte,
von Hinweisen auf vorbereitende Maßnahmen für spätere Sanierungsschritte und auf weitere, bei schrittweiser Sanierung zu beachtende Aspekte,
inwieweit bei Wohngebäuden vorgeschlagene Maßnahmen die Anforderungen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes erfüllen können,
öffentlicher Fördermittel zum Zeitpunkt der Erstellung des Sanierungsfahrplans und
bei Nichtwohngebäuden der grundsätzlichen Eignung der Maßnahmen für Energiedienstleistungen, Contracting oder öffentlich-private Partnerschaften,
und einen Anhang mit Dokumentation der den Berechnungen zugrunde liegenden Eingabedaten und Annahmen, insbesondere
Skizze des angenommenen beheizten Volumens,
Annahmen im Falle nicht gesicherter Datengrundlagen oder bei Abweichung von Randbedingungen der Energieeinsparverordnung,
Berechnungsgrundlagen einschließlich Volumen- und Flächenberechnungen und bei Nichtwohngebäuden die zugrundegelegte Nutzungsintensität,
U-Wert-Angabe der Bauteile für den Ist-Zustand,
Beschreibung der Anlagentechnik im Ist-Zustand,
Berechnung des Wärmeenergiebedarfs im Ist-Zustand,
Berechnung der Anlagenverluste im Ist-Zustand,
Dokumentation der Energieverbrauchsabrechnungen soweit vorhanden,
U-Wert- Angabe der Bauteile zu den vorgeschlagenen Maßnahmen,
Beschreibung der Anlagentechnik für die Alternativen,
Berechnung des Energiebedarfs bei Durchführung der empfohlenen Maßnahmenkombinationen und
angenommene Energiepreise.
(3) Eine Vor-Ort-Beratung gemäß der Richtlinie über die Förderung der Beratung zur sparsamen und rationellen Energieverwendung in Wohngebäuden vom 19. September 2009 (BAnz AT 25. September 2009) sowie gemäß der Richtlinien über die Förderung der Energieberatung in Wohngebäuden vor Ort vom 11. Juni 2012 (BAnz AT 25. Juni 2012 B1) und vom 29. Oktober 2014 (BAnz AT 12. November 2014 B2) sowie der Richtlinie über die Förderung der Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan) vom 11. Oktober 2017 (BAnz AT 7. November 2017 B2) gilt für Wohngebäude als Erfüllung der Anforderungen an einen Sanierungsfahrplan im Sinne dieser Verordnung.
(1) Für mehrere Wohngebäude eines Gebäudekomplexes im Sinne von § 3 Nummer 12 EWärmeG oder für mehrere Gebäude, die im Eigentum der gleichen Person stehen und die jeweils in Art und Beschaffenheit vergleichbar sind, insbesondere hinsichtlich des Baujahres, der Geometrie und Kubatur, des energetischen Zustands, der Art der Wärmeversorgung und der Sanierungserfordernisse sowie beim Nichtwohngebäude darüber hinaus hinsichtlich der Art der Nutzung, der Raumkonditionierung (Heizung, Kühlung, Befeuchtung) und der raumlufttechnischen Anlagen, gilt ein Portfolio-Sanierungsfahrplan als Sanierungsfahrplan im Sinne dieser Verordnung. Dafür wird ein Sanierungsfahrplan für ein in Baden-Württemberg belegenes Gebäude erstellt, das für die erfassten Gebäude typisch ist (Typgebäude). Dieser Sanierungsfahrplan kann auf die jeweils anderen Gebäude gleichen Typs nach Satz 1 übertragen werden (Portfolio-Sanierungsfahrplan). Der Portfolio-Sanierungsfahrplan gilt für alle Gebäude, die einem Typgebäude zugeordnet wurden. Neben den allgemeinen Anforderungen aus § 3 muss der Portfolio-Sanierungsfahrplan Folgendes beinhalten:
Eine Darstellung des Energieverbrauchs des Gesamtbestandes der Gebäude, die mit dem Portfolio-Sanierungsfahrplan erfasst werden sollen, auf Basis der vorliegenden Verbrauchsinformationen sowie durch Umrechnung des für das Typgebäude ermittelten Energiebedarfs,
die Zuordnung aller vom Portfolio-Sanierungsfahrplan erfassten Gebäude zu Typgebäuden und
die Erstellung eines Sanierungsfahrplans für die Typgebäude nach § 4 Absatz 1.
(2) Bei einem Gebäudekomplex von Wohngebäuden im Sinne von § 3 Nummer 12 EWärmeG gilt ein für den gesamten Komplex erstellter Sanierungsfahrplan als Sanierungsfahrplan im Sinne dieser Verordnung, wenn die nach § 4 Absatz 1 geforderten Angaben auch für die Einzelgebäude ausgewiesen sind. Ein Sanierungsfahrplan für ein Einzelgebäude eines Gebäudekomplexes von Wohngebäuden kann als Sanierungsfahrplan für ein anderes Einzelgebäude dieses Gebäudekomplexes herangezogen werden, wenn die Gebäude vergleichbar im Sinne von Absatz 1 Satz 1 sind.
als Grundqualifikation die Voraussetzungen für die Ausstellung von Energieausweisen nach § 21 EnEV erfüllen und
eine Weiterbildungsmaßnahme erfolgreich absolviert haben, deren Eingangsvoraussetzung und Mindestinhalt den in Anlage 2 festgelegten Anforderungen entsprechen und deren Abschluss nicht länger als zwei Jahre zurückliegt. Liegt der Abschluss länger als zwei Jahre zurück, muss entweder
innerhalb der letzten zwei Jahre eine Energieberatung durchgeführt und dokumentiert worden sein, die den Anforderungen an den Sanierungsfahrplan nach § 4 entspricht, oder
innerhalb der letzten zwei Jahre eine Fortbildung in den in Anlage 2 genannten Themenbereichen im Umfang von mindestens 16 Unterrichtseinheiten absolviert worden sein.
(2) Ausstellungsberechtigt für Nichtwohngebäude sind Personen, die als Grundqualifikation die Voraussetzungen für die Ausstellung von Energieausweisen für Nichtwohngebäude nach § 21 EnEV erfüllen und
innerhalb der letzten zwei Jahre eine Energieberatung durchgeführt und dokumentiert haben, die den Anforderungen an den gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplan für Nichtwohngebäude nach § 4 entspricht, oder
innerhalb der letzten zwei Jahre eine Fortbildung im Bereich der Energieberatung von Nichtwohngebäuden im Umfang von mindestens 16 Unterrichtseinheiten absolviert haben.
Maßnahmen zur Verringerung des Heiz- und Kühlenergiebedarfs
Maßnahmen zur Optimierung der thermisch wirksamen Speichermasse
Maßnahmen zur Minimierung der Kühllasten, Sonnenschutz
Effizienzsteigerungen des Heizungssystems
Objektübergreifende Wärmeversorgung (Wärmenetz) und gegebenenfalls Abwärmenutzung
Minimierung der Vorlauftemperatur
Regelung der Wärme- und Kältebereitstellung
Optimierung des Verteilsystems (Dämmung von Rohrleitungen und Armaturen, hydraulischer Abgleich, Verbesserung der Stromeffizienz von Umwälz- und Zirkulationspumpen)
(Ab-)Wärme- und Kälterückgewinnung einschließlich der Nutzung durch Dritte
Einsatz von Lüftungsanlagen und Senkung der Lüftungsverluste
Geringinvestive Maßnahmen zur Energieeinsparung, die mit den vorgeschlagenen Sanierungsschritten kompatibel sind
Erhöhung der Effizienz einer Lüftungsanlage (Wärmerückgewinnung, Einsatz hocheffizienter Ventilatoren)
Optimierung von Auslegung und Betriebsweise
Optimierung des Verteilsystems (Dämmung und Optimierung von Rohrleitungen und Armaturen, Stromeffizienz, Minimierung von Kanalverlusten)
Natürliche/freie und adiabate Kühlung
Erhöhung der Effizienz von Klima- und Kälteanlagen
Effiziente Beleuchtungstechnik (Innen- und Außenbeleuchtung)
Tageslicht- und präsenzabhängige Steuerung
Monitoring, Energiemanagement, Gebäudeautomatisierung, Regelung und Visualisierung
Anreize zur Nutzungsoptimierung
Nutzerschulung, Feedback-, Hinweissysteme
Einsatz von energieeffizienten Querschnittstechnologien in Herstellungsprozessen (beispielsweise Druckluft, Fördertechnik, Prozesswärme)
Energieeffizienz bei Informations- und Kommunikationstechnik

References: § 4

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§ 2

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§ 4

§ 5

§ 6

§ 7
 § 1
 § 19
 § 3
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 § 4
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 § 21
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