Source: https://www.dawur.de/2020/01/27/fachwirt-wirtschaftspruefung-wpk-die-pruefungsinhalte/
Timestamp: 2020-02-29 07:05:43+00:00

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Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK) – Die Prüfungsinhalte - DAWUR |
Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK) – Die Prüfungsinhalte
Mittlerweile haben wir folgende Themen beleuchtet:
Teil 4: Prüfung.
Nun kommen wir zu dem Thema, welches sowohl für die Prüfungsausschüsse und den Auf­gabenerstellungsausschuss als auch – und vor allem – für die Kandidaten (also jene Personen aus der Zielgruppe, die sich für den „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ entscheiden haben) von besonderem Interesse sein sollte: die inhaltlichen Anforderungen (in) der Fortbildungs­prüfung. Aber nicht nur für diese Gruppen ist diese Thematik von Bedeutung. Auch für die Arbeitgeber, welche die „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ einstellen bzw. einsetzen sowie bestenfalls vorab ihre Mitarbeiter dazu motivieren, diese Qualifikation zu erlangen, ist diese Thematik von besonderer Relevanz. Nicht zuletzt sollten natürlich die Anbieter von Vorberei­tungskursen für den „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“, zu denen auch wir, die DAWUR GmbH, zählen, genau mit den inhaltlichen Komponenten vertraut sein.
Ziel und Handlungsbereiche im Überblick
Ein „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ soll gemäß § 1 Abs. 1 Prüfungsordnung (PO) mit der Prüfung „die auf einen beruflichen Aufstieg abzielende Erweiterung der beruflichen Handlungs­fähigkeit“ nachweisen. Eine solche Handlungsfähigkeit muss in vier sog. Handlungsberei­chen, über die sich die Prüfung zum „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ thematisch/inhaltlich erstreckt, erworben werden. Diese vier Handlungsbereiche sind gemäß § 3 PO:
gesetzliche und freiwillige Jahresabschlussprüfung (JAP) sowie Prüfung des Lageberichts,
sonstige betriebswirtschaftliche Prüfungen (§§ 2 und 129 WPO),
Diesen Handlungsbereichen, in denen ein Fachwirt in der Lage sein soll, qualifizierte berufs­spezifische Aufgaben zu bearbeiten, wird in den §§ 4 bis 7 der PO eine (etwas konkretere) Hülle gegeben, die wir nun näher vorstellen. Die in Rede stehenden Paragrafen sind von der Struktur her ähnlich: zuerst (jeweils in Absatz 1) wird erläutert, was der Prüfungskandidat im Rahmen des jeweiligen Handlungsbereichs nachzuweisen hat, dann (jeweils in einem Ab­schnitt 2) wird beispielhaft aufgezählt, welche Qualifikationsinhalte diesbezüglich geprüft werden können (aber nicht zwingend müssen).
Insgesamt werden hiermit zwar fast drei Seiten der PO gefüllt, beim Lesen dieser Normen wird einem jedoch nur ganz grob die Breite des erwarteten Könnens deutlich, denn es ist kaum einschätzbar, in welcher Tiefe die Inhalte im Rahmen der Prüfung abgefragt werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Mitglieder der Prüfungsausschüsse und des Aufgabenerstellungs­ausschusses ein gesundes Augenmaß walten lassen.
Handlungsbereich 1 „gesetzliche und freiwillige JAP sowie Prüfung des Lageberichts“
Dieser Handlungsbereich betrifft die Vorbehaltsaufgabe des Berufstandes, die Jahres­abschlussprüfung (JAP). So muss der „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ gemäß § 4 Abs. 1 PO vor allem in der Lage sein, eine gesetzliche oder freiwillige handelsrechtliche Jahres­abschlussprüfung sowie eine Prüfung des Lageberichts in allen wesentlichen Belangen selbstständig und in laufender Abstimmung mit dem verantwortlichen WP/vBP durchzuführen. Thematisiert werden kann hier der gesamte Prozess der Jahresabschlussprüfung, von der
Auftragsannahme und der Prüfungsplanung über die
Prüfungsdurchführung bis hin zu den Themen
Urteilsbildung und Dokumentation der Prüfung.
Im Rahmen der Prüfungsplanung kann z. B. das Erkennen von wirtschaftlichen Zusammen­hängen, Rahmenbedingungen und Prozessen thematisiert werden, um hieraus Schluss­folge­rungen zu ziehen sowie wesentliche Fehlerrisiken zu identifizieren und zu beurteilen. Darauf aufbauend müssen die Kandidaten in der Lage sein, eine entsprechende Prüfungs­strategie zu erarbeiten, welche die Herleitung der Wesentlichkeit(en) sowie die Personal­einsatz- und die Prüfungszeitplanung umfassen. Im Rahmen der eigentlichen Prüfungsdurchführung sind die Teilbereiche „Systemprüfungen“, „analytischen Prüfungshandlungen“ und „Einzelfallprüfungen“ relevant, wobei auch (IT-gestützte) Datenanalysen zu beherrschen sind. Die dabei gewonnene Prüfungsnachweise und -ergebnisse sind zu beurteilen und in ein Gesamturteil zu überführen, das sich in Bestätigungs- oder Versagungsvermerk niederschlägt. Neben dieser Urteilsbildung muss der Kandidat eine Dokumentation über die durchgeführten Prüfungshandlungen und über deren Ergebnisse zur Abnahme durch den verantwortlichen WP erstellen können.
In diesem Zusammenhang werden gemäß PO vorausgesetzt
vertiefte HGB-bezogene Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Rechnungs­legung, insb. in den Bereichen „Buchführung“, „Inventar“, „Jahresabschluss“ (Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisvorschriften) sowohl im Sinne des „lex generalis“ als auch des
„lex specialis“, „Lagebericht“ sowie „Offenlegung inkl. diesbezüglicher Sanktionsvorschriften“ (§ 4 Abs. 2 Nr. 1 PO).
vertiefte Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Prüfung von HGB-Rechnungs­legungsinstrumenten auf Basis der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Ab­schlussprüfung (GoA), insb. im Hinblick auf die Prüfungspflicht, den Prüfungsgegenstand, den Prüfungsumfang und die Prüfungsziele (§ 4 Abs. 2 Nr. 2 PO).
grundlegende wirtschaftsrechtliche (Bürgerliches Recht, Handelsrecht, Gesellschafts­recht) und steuerrechtliche (Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer) Aspekte, soweit diese für die Rechnungslegung und die JAP einschlägig sind (§ 4 Abs. 2 Nr. 3 PO).
grundlegende betriebswirtschaftliche Aspekte (insb. Jahresabschlussanalyse, Kosten- und Leistungsrechnung, Finanzierung, Investitionsrechnung sowie statistische Methoden­lehre), soweit diese für die Rechnungslegung und die JAP einschlägig sind (§ 4 Abs. 2 Nr. 4 PO).
Zu beachten ist dabei die Differenzierung zwischen den Bereichen, in denen vertiefte Kennt­nisse und Fähigkeiten verlangt werden, und jenen Bereichen, in denen in der Prüfung grund­legende Aspekte thematisiert werden können. In letzteren Bereichen sollen wiederum nur Inhalte geprüft werden, die eine Relevanz für die Rechnungslegung und/oder die Jahres­abschlussprüfung haben. Diesbezüglich gibt es naturgemäß Grauzonen für die Prüfungsaus­schüsse und den Aufgabenerstellungsausschuss einerseits sowie die Kandidaten andererseits. Während den Kandidaten zu raten ist, hier eine nicht zu strenge Auslegung vorzunehmen, solange keine Erfahrungswerte aus mehreren Prüfungsdurchgängen vorliegen, ist im Hinblick auf die Prüfungsausschüsse und den Aufgabenerstellungsausschuss ein sinnvolles Augenmaß zu erwarten, wobei die Anforderungen der Praxis an die in Rede stehende Qualifikationsstufe erst ausgelotet werden müssen.
Der Handlungsbereich 1 (hier im Überblick) ist gemäß § 9 Abs. 2 PO in den ersten zwei Klausuren zu themati­sieren. Darüber hinaus ist dieser Handlungsbereich gemäß § 10 Abs. 2 PO einer von vier Handlungsbereichen, der auch im mündlichen Prüfungsteil thematisiert wird. Berücksichtigt man, dass die Gewichtung einer Klausur und die des mündlichen Prüfungsteils bei jeweils 25 % im Hinblick auf die Gesamtpunktzahl der Prüfung zum „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ liegt, und geht man bezüglich der Bedeutung der vier Handlungsbereiche im mündlichen Prüfungsteil vereinfachend von einer Gleichverteilung aus, hat der Handlungsbereich „gesetz­liche und freiwillige JAP sowie Prüfung des Lageberichts“ ein inhaltliches Gesamtgewicht von 56,25 %. Dieser sollte also bezüglich der Prüfungsvorbereitung den Schwerpunkt dar­stellen.
Handlungsbereich 2 „sonstige betriebswirtschaftliche Prüfungen (§§ 2 und 129 WPO)“
Dieser Handlungsbereich betrifft gemäß § 5 Abs. 1 PO vor allem folgende Prüfungen:
Prüfung des Konzernabschlusses und des diesbezüglichen Lageberichts,
prüferische Durchsichten,
Prüfung von Finanzaufstellungen und von Finanzinformationen sowie
vereinbarte Untersuchungshandlungen.
Diesbezüglich können gemäß § 5 Abs. 2 PO grundlegende Aspekte zur Erstellung (insb. Konsolidierungskreis, Währungsumrechnung, Konsolidierung, Steuerlatenzierung) und zur Prüfung von Konzernabschluss und -lagebericht sowie deren Umsetzung thematisiert werden. Im Hinblick auf die weiteren prüferischen Tätigkeiten, also die prüferischen Durch­sichten, die Prüfung von Finanzaufstellungen und -informationen sowie die vereinbarten Unter­suchungshandlungen, in der Praxis auch als „agreed-upon procedures“ bezeichnet, sind Kenntnisse der Besonderheiten bezüglich der Auftragsannahme, Planung, Durchführung, Dokumentation und Berichterstattung gefordert.
Auf die tendenzielle Gewichtung dieses Handlungsbereichs im Hinblick auf die gesamte Prüfung zum „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ gehen wir am Ende der Ausführungen zum Handlungsbereich 3 ein. Die Kandidaten sollten allerdings in Bezug auf die Vorbereitung zum Handlungsbereich 2 auf die Formulierung von § 5 Abs. 2 Satz 1 PO achten. Dort heißt es: „In diesem Handlungsbereich [2] können zusätzlich zu den in § 4 genannten [hier wird also auf den Handlungsbereich 1 verwiesen] insbesondere die folgenden Qualifikationsinhalte geprüft werden“. Vor diesem Hintergrund kann überall dort, wo im Hinblick auf die Prüfungsinhalte der Handlungsbereich 2 einschlägig ist, auch der Handlungsbereich 1 „abgefragt“ werden, was die Bedeutung des Handlungsbereichs 1 in der Gesamtgewichtung nochmals erhöht.
Handlungsbereich 3 „berufsrechtliche Anforderungen in der wirtschaftsprüfenden Praxis“
Während es in den Handlungsbereichen 1 und 2 um die funktionalen Aspekte der Wirtschafts­prüfung geht, thematisiert Handlungsbereich 3 jene Sachverhalte, die gemeinhin als institutio­nelle Aspekte des wirtschaftlichen Prüfungswesens bezeichnet werden. Die Kandidaten sollen gemäß § 6 PO nachweisen, dass sie in der Lage sind, die jeweilige Praxisleitung bei der Einhaltung von branchenspezifischen Rechten und Pflichten zu unterstützen. Insofern werden hier grundlegende Kenntnisse der einschlägigen Paragraphen der WPO (§§ 43 bis 46) sowie der Inhalte der Berufssatzung erwartet. So können die Anforderungen an die Quali­tätssicherung, wie Unabhängigkeit, Unparteilichkeit, die Vermeidung der Besorgnis der Befangenheit, Auftragsabwicklung etc., in ihrer praktischen Umsetzung thematisiert werden.
Die Handlungsbereiche 2 und 3 sind gemäß § 9 Abs. 2 PO in der dritten Klausur zu themati­sieren. Darüber hinaus handelt es sich bei den Handlungsbereichen 2 und 3 gemäß § 10 Abs. 2 PO jeweils um einen von vier Handlungsbereichen, die im mündlichen Prüfungsteil themati­siert werden. Berücksichtigt man wiederum, dass die Gewichtung einer Klausur und die des mündlichen Prüfungsteils bei jeweils 25 % im Hinblick auf die Gesamtpunktzahl der Prüfung zum „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ liegt, und geht man bezüglich der Bedeutung beiden Handlungsbereiche bei der dritten Klausur sowie der vier Handlungsbereiche im mündlichen Prüfungsteil vereinfachend jeweils von einer Gleichverteilung aus, haben die Handlungs­bereiche 2 und 3 ein inhaltliches Gesamtgewicht von jeweils 18,75 %.
Handlungsbereich 4 „Kommunikation, Zusammenarbeit und Führung“
Im Unterschied zu den Handlungsbereichen 1 bis 3 ist beim Handlungsbereich 4 die inhaltliche Vorbereitung, aber auch eine eindeutige Thematisierung in der Prüfung, weniger möglich, denn schließlich geht es hier gemäß § 7 Abs. 1 PO für die Kandidaten darum, nachzuweisen, dass sie in der Lage sind, mit den Berufsträger, den Teammitgliedern und dem Mandanten „wert­schätzend und unter Wahrung der kritischen Grundhaltung zu kommunizieren und ihre Arbeits­ergebnisse verständlich zu präsentieren.“ Gemäß § 7 Abs. 2 PO können dabei thematisiert werden:
das situationsgerechte Kommunizieren,
das Präsentieren und Vertreten von Arbeitsergebnissen,
das zielgerichtete Einsetzen von Präsentations- und Moderationstechniken,
die Anwendung situationsgerechter Führungsmethoden beim Leiten von Prüfungsteams sowie
der Einsatz von Methoden des Zeit- und Selbstmanagements.
Beim Handlungsbereich 4 handelt es sich gemäß § 10 Abs. 2 PO um einen von vier Handlungsbereichen, der im mündlichen Prüfungsteil thematisiert wird. Berücksichtigt man wiederum, dass das Gewicht des mündlichen Prüfungsteils bei 25 % im Hinblick auf die Gesamtpunktzahl der Prüfung zum „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“ liegt, und geht man bezüglich der Bedeutung der vier Handlungsbereiche im mündlichen Prüfungsteil verein­fachend jeweils von einer Gleichverteilung aus, hat der Handlungsbereiche 4 ein inhaltliches Gesamtgewicht von 6,25 %. Gleichwohl ist zu berücksichtigen, dass dieser Handlungsbereich bei den Klausuren nicht unbedeutend ist, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Schließlich müssen die Kandidaten im schriftlichen Prüfungsteil ebenfalls nachweisen, dass sie strukturiert kommunizieren können, denn die Beantwortung der Aufgaben/Fragen der Klau­suren ist auch eine Art der Kommunikation, ihre Ergebnisse (argumentativ) vertreten können und dabei sinnvolle Präsentationsmethoden (z. B. übersichtliches Schriftbild und anschauliche Skizzen) einsetzen. Zudem spielt das Zeit- und Selbstmanagement nicht nur bei der begrenzt zur Verfügung stehenden Klausurbearbeitungszeit eine Rolle, sondern auch in der Vorbereitung auf die gesamte Prüfung neben der beruflichen Tätigkeit.
Die Bedeutung eines Handlungsbereichs ist natürlich von den Klausuraufgaben, vom Thema der Präsentation innerhalb des mündlichen Prüfungsteils sowie von den Fragen und der Ent­wicklung des Fachgesprächs abhängig. Darüber hinaus ist vor allem für den mündlichen Be­reich bedeutend, wie die einzelnen Bereiche bei der Bewertung gewichtet werden. Insofern können die einzelnen Handlungsbereiche je nach Prüfungs- und Aufgabenerstellungs­ausschuss eine andere Gewichtung erfahren. Gleichwohl ermöglichen die vorab errechneten Gewichte der einzelnen Handlungsbereiche im Hinblick auf die Gesamtpunkte einen groben Fingerzeig auf die Relevanz der einzelnen Handlungsbereiche in der Prüfung und somit auch in der Vorbereitung (siehe Grafik).
Gern informieren wir Sie demnächst auch noch über die Kosten sowie die mögliche Vorbereitung. Falls Sie bis hierhin konkrete Fragen haben, nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf: info@dawur.de
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