Source: https://www.grundeinkommen.ch/ethik-heute-geld-haben-um-zu-arbeiten/
Timestamp: 2019-07-23 05:37:48+00:00

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Ethik heute: Geld haben, um zu arbeiten - grundeinkommen
„Das unternehmen mitte und die Person Daniel Häni sind unmittelbar verbunden mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Das Kaffeehaus ist der Kristallisationspunkt des Engagements in der Schweiz. Häni und Enno Schmidt sind die Gründer der Schweizer Volksinitiative, die 2016 zur Abstimmung kommt. Eine der reichsten Volkswirtschaften der Welt entscheidet, ob die Menschen von der Wiege bis zur Bahre ein monatliches Grundeinkommen ohne Bedingungen erhalten sollen.
Häni richtet die Frage der Volksabstimmung auf den Einzelnen: „Bist du bereit, darauf zu verzichten zu bestimmen, was der andere zu seiner Existenzsicherung tun muss?“ Verantwortung tragen, selbst denken, Entscheidungen treffen – all das was, im unternehmen mitte gelebt wird und der Arbeit einen Sinn gebe, sei für andere eine Utopie. “Es geht darum, die Verschwörungstheorie, dass die Menschen nicht gerne arbeiten, auffliegen zu lassen.”“
7. April 2015 – AKTUELL / Daniel Häni / Medienecho / NEWS / unternehmen mitte
29. April 2015 - 16:42
# Es gibt kein minderwertiges Leben. #
Dies ist die zentrale Botschaft des bedingungslosen Grundeinkommens.
Im Kapitalismus steht das Kapital im Mittelpunkt. Im Kommunismus steht der Staat im Mittelpunkt. Beim Grundeinkommen steht der Mensch und die Natur im Mittelpunkt.
24. April 2015 - 11:27
Ich will Arbeiten, aber nicht für Menschen die für wenig Arbeit das Meiste davon haben.
Von daher bin ich für ein Grundeinkommen.
Denn ich Helfe schon immer Menschen dabei sich selbst zu verwirklichen.
Und nehme dafür kein Geld.
Für mich ist das einnehmen von Geld für „Hilfe“ einfach verwandt mit Egoismus.
Und diese Gesellschaft fördert es das man für Arbeit um einen Lohn feilschen muss.
Wenn man dann zu Hoch entlohnt wird, klopfen sich diese, welche die Einnahmen zu verzeichnen haben noch gegenseitig auf die Schultern und sagen „den haben wie aber toll abgezockt!“.
Es kann nicht sein das man durch das „bescheißen“ und „feilschen“ zu Anerkennung und Ruhm gelangt.
So wie die Musiker die Musik in Masse und Akkord Produzieren müssen, anstatt sich auf ein wirklich Schönes Werk in ruhe konzentrieren zu dürfen.
Jemand der sein ganzes Leben dafür benötigen würde um zu Lernen, um dann ein wirklich Grandioses vielleicht sogar Wissenschaftliches Weltbewegendes Werk zu verfassen, kann ohne ein Grundeinkommen nicht existieren.
9. April 2015 - 09:05
FÜHLEN, DENKEN, HANDELN, sind Grössen welche wir Menschenkinder noch nicht wirklich entdeckt haben. Wir lassen uns treiben und lassen uns nicht Zeit in Ruhe über z.B. ein Grundeinkommen nachzudenken. Wir lassen es uns nicht fühlen, wie es wäre, wenn wir für alle Menschen gleich aufkommen würden. Wir können es uns nicht denken, dass Eltern ihr Brutgeschäft zu zweit erledigen können, ohne Ängste der Finanzierbarkeit. Und doch, eines Tages werden es sich die Menschen überlegen, wie es weiter gehen soll mit uns und unserer Welt.
P.S. Als ich eine junge Frau war, arbeitete ich über 10 Stunden am Tag und konnte mir vielmals kaum Kleider kaufen, denn mein Lohn ging fürs Wohnen und Essen auf. Trotzdem habe ich sehr gerne gearbeitet, jedoch hätte ich mir schon gewünscht, dass ich mal ein Kleid mehr kaufen hätte können. Weil ich mir eine kleine Wohnung geleistet habe, was mir sehr viel bedeutete, musste ich täglich zu Fuss zur Arbeit rennen, was meiner Figur jedoch sehr zu Gute kam.-:) Echt interessant war es.
9. April 2015 - 07:47
Von der Ethik und Moral her, mit der die meisten Menschen erzogen wurden, auch ich, ist das BGE unakzeptabel.
Kein Pfennig Geld ohne dafür vorher gearbeitet zu haben. Einkommen ohne vorherige Leistung ist unanständig. So bin auch ich erzogen worden.
Aber diese Ethik und Moral, mit der unter anderem ich groß geworden bin, ist unzweckmäßig.
Inzwischen wurden weltweit mehrere Experimente mit BGE gemacht.
Über fast alle BGE-Experimente hinweg hat sich gezeigt, dass eine relativ große Minderheit der Empfänger das Geld *investiv* verwendet hat, zum Beispiel für Arbeitstiere oder Werkzeug.
Darunter viele, die vorher *dekapitalisiert* waren.
Deswegen wird das BGE revolutionäre Auswirkungen haben.
Anmerkung 1: *Muhammad Yunus* – bekannt durch die Mikrokredit-Organisation „Grameen“ und durch den Friedensnobelpreis, den er dafür bekommen hat, behauptet dass die Fähigkeit zur unternehmerischen Tätigkeit in jedem Menschen vorhanden sei. Und sie sei eine kreative Energie, und sei immer da wie die Sonnenenergie.
Auch ich stelle eine Behauptung auf: in der so genannten „Ersten Welt“ wurden die meisten Menschen zum Arbeiten auf Befehl erzogen und dadurch wurde ihnen besagte Fähigkeit *abtrainiert*. Durch das BGE wird bei einem Teil der Empfänger des BGE diese Fähigkeit wieder kommen.
Anmerkung 2: weil – wie ich glaube – Männer mehr zur konsumptiven Verwendung von Geld neigen und Frauen mehr zur investiven Verwendung von Geld, hat sich an Orten wo ein BGE-Experiment war, die Stellung der Frau verbessert.
8. April 2015 - 14:56
Natürlich kann man „Nichts“ tun. Probieren sie es einmal aus in ihren Ferien. Sie konsumieren nur noch: sie produzieren nichts mehr. Wenn man natürlich definiert, dass Bilder malen, sich Soundtracks anhören und Comics lesen auch „arbeiten“ ist, dann arbeitet man natürlich jeden Tag seines Lebens. Doch darum geht es nicht. Es geht um Güter und Dienstleistungen zu erstellen, die tatsächlich jemand will und darum bereit ist, mich für meinen Arbeitsaufwand zu entlohnen. Wenn dies nicht der Fall ist, geht die Firma Konkurs, mein Job wird aufgehoben und ich muss mir ’ne neue Arbeit suchen, ob ich will oder nicht.
Soweit zum Grundeinkommen, jetzt zum Kaffeehaus:
Ja, das Unternehmen Mitte ist natürlich toll. Man muss nichts konsumieren und kann trotzdem im Winter an der Wärme sitzen, wenn es noch Platz hat und sich ins WLAN einwählen.
Auf den zweiten Blick wird man jedoch stutzig: Lärmende Kinder, die von ihren Müttern oder Elternteilen nicht erzogen worden sind, rasen lärmend durch die Gänge. Alle Plätze mit Steckdosen sind besetzt, so dass ich zwar surfen könnte, aber nur, wenn ich eine separate Batterie dabei habe.
Es gibt übrigens auch eine Regelplaktette im Unternehmen Mitte. Dort wird einem gesagt bekommen, dass man nicht die Füsse hochlagern darf, und dass man keinerlei Verpflegung von draussen mitnehmen darf. Also doch nicht so bedingungslos…
Die Preise im Unternehmen Mitte haben es übrigens in sich, und sind von Studenten und AHV- und Sozialhilfebezügern kaum zu stellen. Vielleicht sieht man deshalb so wenig Alte im Unternehmen Mitte, da gegen sie unter der Hand diskriminiert wird. Man muss also nichts konsumieren, wenn man dann aber konsumiert, weil einem der Durst plagt, und die Wasserhähnen auf der Toilette absichtlich so eingestellt sind, dass man sich garantiert daran den Durst nicht stillen kann, dann bezahlt man reichlich.
Aha, an der „Mitte“ muss ich noch loben, dass man sich nicht mit Passwort ins WLAN einloggen muss. Das heisst, man kann in der Theorie anonym surfen und im Web tätig sein. Jedoch ist unklar, wie bei diesem System dann für die Internetkriminalität gehaftet wird, die von den anonymen Besuchern begangen wird. Wahrscheinlich wird man doch mit MAC-Adresse geloggt und dann hält man einfach z.B. nach einem Macbook Pro-Benutzer Ausschau, der öfters hier verkehrt und identifiziert ihn visuell.
RollingUrs
10. April 2015 - 14:34
Ja, Sie haben Recht. Es müssen die notwendigen Güter und Dienstleistungen erstellt werden. Das Problem ist, dass die heutige Verknüpfung von Arbeit und Einkommen dieser Anforderung nicht mehr gerecht wird.
Erstens können wir die Grundversorgung dank Maschinenarbeit und Outsourcing längst mit einem Bruchteil der Erwerbstätigen sicherstellen. Damit auch ja alle ihr Einkommen mit Arbeit verdienen, versuchen wir, die weggefallenen Arbeitsplätze zu kompensieren mit staatlich subventionierten Arbeitsprogrammen, Überproduktion für den Export, kurzlebigen und unnötigen Produkten, die den Konsumenten mit massiver Werbung angedreht werden.
Zweitens werden viele notwendige Produkte und Dienstleistungen unbezahlt zur Verfügung gestellt, weil sie nicht „rentieren“ (z. B. Gemüse aus dem eigenen Garten, Kranken, Behinderten- und Altenpflege, Haushaltsarbeiten, Kinderbetreuung usw.). Unbezahlte Arbeit kann aber nur leisten, wer daneben einer Erwerbstätigkeit nachgeht, ein staatliches Ersatzeinkommen erhält oder Menschen an seiner Seite hat, die für seinen Lebensunterhalt sorgen (z. B. Ehepartner, Eltern).
Mit dem Grundeinkommen wäre auch unbezahlte Arbeit existenzsichernd. Es böte sich die Chance, die Arbeit sinnvoller zu verteilen und damit den Wachstumsdruck zu vermindern. Der Existenzdruck würde sinken und die Volksgesundheit steigen.
Und drittens werden viele Unternehmungen gar nicht erst gegründet, obwohl sie ein notwendiges Produkt herstellen würden, weil sie nicht schnell genug den nötigen Gewinn erwirtschaften um den Inhabenden und Mitarbeitenden die Existenz sichern zu können. Andere Unternehmen werden deswegen bei der ersten Krise geschlosssen.
Mit dem Grundeinkommen könnten solche Engpässe überbrückt werden und die Unternehmen könnten sich den Bedürfnissen der Konsumenten flexibler anpassen.
Um zu erkennen dass man nicht ohne Arbeit/Beschäftigung leben kann bedarf es nicht viel. Als Kind war mir nach 3-4 Wochen Sommerferien tot-Langweilig….
Ich denke bei der Angst vor dem Grundeinkommen spielen auch noch andere Faktoren als das „Faul-Argument“ eine Rolle. Betrachtet man einmal die Situation in der ein Mensch Verantwortung für sein Leben und Handeln übernimmt. In diesem Moment gewinnt er an Macht, da er nicht mehr reagiert sondern agiert. Eine solche Machtzunahme hat auch eine Machtabnahme bei anderen zur folge. Man stelle sich vor, dass sehr viele Menschen nicht nur Verantwortung über ihre Arbeit sondern auch über ihr Leben, Lebensumstände, Politik, Wirtschaft ergreifen. Das hätte auch einen Gesellschaftlichen Wandel zur Folge der in einem Machtverlust der Herrschenden Klasse führen würde. Das Will sicherlich niemand. Wo kähmen wir denn da hin wenn alle sich frei und Verantwortlich verhalten würden??
8. April 2015 - 09:46
Der Mensch kommt produktiv auf die Welt. Jedes Kind sprüht vor Tatendrang und wird Baumeister seiner Selbst. Woher kommt die Idee, dass Menschen unter Druck gesetzt werden müssen, um sich ihre Existenz zu erarbeiten? Wer würde, vorrausgesetzt er/sie könnte frei entscheiden, die 80, 90, Jahre seines Lebens unproduktiv verstreichen lassen?
Wie arm wäre ein Leben, wenn man nur unter Druck etwas täte, oder aus der Angst heraus, sonst nicht genug zum Leben zu haben.
Und wie reich wäre ein Leben, frei von Existenzangst? Zu wissen, dass für einen gesorgt ist, dass man genug haben wird, befreit zu mündigen Entscheidungen und echter Selbstverwirklichung.
8. April 2015 - 12:11
Gute Frage ! „Woher kommt die Idee, unter Druck gesetzt zu werden… ?“ :/
Zitat: „Wie arm wäre ein Leben, wenn man nur unter Druck etwas täte, oder aus der Angst heraus, sonst nicht genug zum Leben zu haben.“
Ihre dekadente Einschätzung trifft ziemlich genau, die Problemlage des Grundeinkommens: Alle, die jeden Tag arbeiten gehen, weil sie das müssen sind dumme Tölpel, die der Pflicht arbeiten gehen zu müssen erliegen und nicht einfach Sozialhilfe oder Hartz IV beziehen und dann ein BGE für alle fordern.
Tut mir leid, mit Ihrer Analyse kann ich nichts anfangen. Für mich sind alle die Helden, die trotz erschwerter Arbeitsbedingungen, trotz Alter, trotz Krankheit, trotz schlechter konjunktureller Lage, trotz keinem Top-Gehalt jeden Tag aufstehen und sich zur Arbeit bewegen! Sie sind der wahre Motor des Wirtschaftslebens! Zu sagen, dass diese naiven Realitätsmenschen einfach noch nicht wissen, wie toll das Nichtstun ist, grenzt an harten Zynismus. Natürlich könnten sich plötzlich alle Immigranten und alle Tieflöhner hinsetzen und sagen: „Ich gehe nicht mehr zur Arbeit.“ Es wäre das einfachste. Nicht alle Menschen haben zum Glück diese Anspruchshaltung vom Staat versorgt zu werden und ein BGE zu beziehen. Wir sehen es dann ja an der Abstimmung 2016, wie viele wie Sie denken, und wie viele wie ich denken. Meine Prognose: Meine Position, und die Position der Landesregierung gewinnt haushoch.
Was die Einzelfällt betrifft, die nicht mehr arbeiten wollen und sich bei der ALV oder beim Jobcenter für ALG-I anmelden: Man wird erst einmal gefragt, warum man arbeitslos ist; ist die Arbeitslosigkeit selbst verschuldet werden einem die Bezüge gekürzt. Der Gesetzgeber sagt also: „Man kann nicht einfach kündigen, wie man das will.“ Es gibt eine Pflicht sich selbst zu erhalten, so weit es irgendwie möglich ist. Erst wenn man begründeterweise darlegen kann, dass man nicht KANN, wird man unterstützt.
Sie reden frei zu sein von Existenzangst. Tut mir leid, aber wer würde dann noch arbeiten gehen, wenn vermeintlich für alle genug da wäre? Ich sage „vermeintlich“ bewusst, da das Angebot an Güter und Dienstleistungen, das wir heute haben, innerhalb kürzester Zeit sich massiv verringern würde aufgrund des Grundeinkommens. Es wäre ein schöner Traum endlich keine Knappheit mehr zu haben, es ist ein alter Traum. Wie uns die Ökonomie lehrt, gibt es aber verzweifelte Knappheit in allen Volkswirschaften.
Brot ist heute in der Schweiz vermeintlich nicht knapp. Das ist so, weil genügend Brote hergestellt und importiert werden, so dass die Nachfrage gerade gestillt wird. Die Produzenten und Importeure erhalten also für Ihre Arbeit einen Lohn vom Konsumenten. Was würde nun aber geschehen, wenn es Grundeinkommen gäbe? Der Bäcker hat nun schon 2500 CHF im Monat auf sicher und würde nur noch für weitere 500 CHF Brote anbieten. Da das sehr viele machen würden, würde sich die hergestellte und importierte Menge Brot massiv verknappen. Die Preise werden steigen und bald werden sich nur noch die Reichen Brot leisten können (die, die noch da sind und nicht das Land in Steuerflucht verlassen haben, vgl. Gérard Dépardieu, und all die Reichen, die in der Schweiz sind aufgrund der tiefen Steuern). Brot wird plötzlich knapp, und es kann nun nicht mehr davon die Rede sein, dass man von allem genug hat. Jeder hat dann zwar 2500 CHF monatlich, doch die Inflation grassiert in der Schweiz und macht die Einkommen klein, wobei keinesfalls gesagt wäre, dass der Bäcker nicht immer noch für insgesamt 3000 CHF Brote herstellen könnte – er könnte! nur hat er eben keinen Anreiz mehr genau dies zu tun (jedenfalls so lange bis sich keine Schwarzmärkte gebildet haben, die die vorgeschlagene Konsumsteuer umgehen).
Ich fürchte, der Garten Eden, den sich die Befürworter des Grundeinkommens vorstellen gibt es nicht. Die reale Grundeinkommensgesellschaft würde vielmehr, wie das heutige Griechenland oder ein failed state in Afrika aussehen: Nur noch 60% der Leute arbeiten, oder noch tiefere Quoten, die Auslandsverschuldung nimmt massiv zu, der Schweizer Franken wertet sich massiv ab, FDI und Portfolio-Investitonen nehmen massiv ab. Die Schweiz muss sich bei der EU verschulden und im Gegenzug das Grundeinkommen wieder abschaffen, damit die Hilfsgelder fliessen!
Ich frage Sie: Wollen wir nicht von Anfang an, das richtige tun, und uns gar nicht erst auf den Unsinn einlassen?
10. April 2015 - 14:56
Wer arbeiten darf ist kein Tölpel sondern privilegiert. Er sieht einen Sinn im Leben, kommt mit Menschen zusammen und wird respektiert. Ich war 2 Jahre arbeitslos, ich weiss wovon ich rede.
8. April 2015 - 08:39
ist ja alles schon und gut. ausser dass wir dann zu einem diskriminierenden bundesstaat werden müssen, sonst finanzierten wir innert kürze halb europa und das projekt würde pleite gehen. hab ihr euch dazu auch schon was überlegt?
8. April 2015 - 08:00
Ich bin der Meinung: „Man kann nicht „Nix“ tun! 😉
9. April 2015 - 09:08
Und ob, fangen Sie mal an. Sie werden staunen, was da alles in Bewegung kommt. Viel Mut wünsche ich Ihnen und allen die es auch versuchen wollen. Würde mich freuen über eine Rückmeldung.
Kyra. A. Richiger Bonderer
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7. April 2015 - 20:30
Menschen definieren sich durch das was sie tun. Man muss etwas tun um jemand zu sein.
Nehmen wir mal an ein BGE Empfänger setzt sich mit Chips und Bier auf die Couch und schaut den ganzen Tag TV. Tut also nix, diese Person wäre dann allerdings auch ein niemand, ohne eigene Identität und Anerkennung durch andere.
Menschen müssen tätig sein um sich eine Identität zu verdienen, dies geht nur über die Anerkennung durch andere und eben diese Anerkennung die muss man sich verdienen indem man etwas dafür leistet das es wert ist von anderen anerkannt zu werden. Also auch mit BGE müssten Menschen Leistungen erbringen um wer zu sein, nur ist dies mit BGE sicherlich deutlich einfacher und auf qualitativ höherwertigerem Niveau möglich als ohne. Leistungswille wird aber dennoch Grundlage unserer Identität bleiben, alles andere wäre unlogisch und zuwider des menschlichen Strebens nach Identität und Anerkennung welches uns natürlich angeboren ist.
9. April 2015 - 15:39
Guten Tag leed hacker
Ihre These über Identität und beruflicher Tätigkeit ist durchaus interessant. Nur frage ich mich: Haben Sie irgendwelche Beweise für diese These? Wo genau fliesst diese Identitätsbildung in die Nutzenfunktion des Individuums ein? Ich meine Top-Manager wie die Albrecht Brüder in Deutschland oder Ingvar Kamprad in der Schweiz leben sehr zurückgezogene Leben. Die wollen nicht im Rampenlicht stehen und arbeiten immer noch sehr hart jeden Tag.
Andererseits gibt es viele Hatz IV-Empfänger in Deutschland und Sozialfälle in der Schweiz, die gerne den ganzen Tag auf der Couch sitzen mit Bier und Chips auf dem Couchtisch. Auch diese Menschen brauchen eine öffentliche Identität wie Fische ein Fahrrad brauchen.
Ihre These ging vielleicht einmal früher auf, als die Menschen noch auf sich gegenseitig angewiesen waren: In einem kleinen Dorf war der gute Ruf, den man hatte sein Leben. Wenn einer immer aushalf und Zeit und Mühen für die Allgemeinheit aufbrachte, wurde er dafür entschädigt, materiell. Wenn aber einer nicht helfen wollte, konnte man ihn von dem Konsum der Ernten auschliessen. Heute in den anonymen Grossstädten, wo jeder Schweizer und Einwanderer Sozialhilfe beanspruchen kann, gibt es diese Reputationseffekte nicht mehr. Man kann nicht mehr separieren zwischen richtig hilfsbedürftigen Armen, die nicht können und arbeitsscheuen falschen Armen, die nicht wollen. Der richtige Arme bekommt keinen Franken mehr, als der, der die Sozialhilfe ausnutzt.
Mir drängt sich der Verdacht auf, dass Menschen sogenannte „bounded rational satisficers“ sind, das heisst Individuen, die normalerweise rational nach Mehr streben, wenn aber ein gewisses Mass einmal erreicht ist, sich zurücklehnen und nichts mehr tun. Was das für ein Niveau ist, bei dem man sich ausruht ist bei jedem wieder anders und hängt von seinen individuellen Präferenzen ab; viele werden schon mit 2500 CHF in der Schweiz oder 1050 Euro in Deutschland genug haben, um sich zu sagen: „da stehe ich doch nicht morgens auf dafür“. Meine empirische Evidenz dafür sind die vielen Sozialhilfebezüger in der Schweiz und die vielen Hartz IV-Bezüger in Deutschland, die bei weniger als der Hälfte des vorgeschlagenen BGEs schon die Hände in den Schoss legen.
Es kommt für den homo oeconomicus übrigens nicht darauf an, von WO das Geld kommt, das er zum Leben braucht. Wenn es einfach genug gemacht wird, wird der homo oeconomicus Sozialhilfe-Betrug begehen oder eine Bank ausrauben, um an Geld zu kommen. Wenn die Anreizlage schlecht genug ist, holt er sich das Geld einfach bei den anderen; klar ist ja auch das Einfachste. Wir sehen also, wie wichtig es ist, die Anreize richtig zu setzen, dass niemand auf die Idee kommt, nicht mehr zu arbeiten oder andere zu berauben.
Sie sagen, dass uns Streben nach ehrenvoller Anerkennung angeboren ist. Wenn es nur so wäre! Die Beispiele, die ich beobachten kann, zeigen aber eher, dass es angeboren ist, nichts tun zu wollen und dafür jetzt auf einer spätkapitalistischen Stufe nun bedingungslos entschädigt zu werden. Niemand der arbeiten will, profitiert von so einem Grundeinkommen. Wer profitieren wird, sind die, die nicht WOLLEN, denn die werden jetzt ohne Bedingungen und ohne Arbeitszwang vom Staat alimentiert und müssen sich für ihren Müssiggang nicht mehr rechtfertigen.
Meine These geht dann auch in die Richtung, dass Argumente erfunden werden, um das Grundeinkommen zu stützen, und das dahinter ein Gefühl steckt: Das Gefühl frei von Arbeitszwang sein zu wollen und selbstbestimmt, auch ohne Arbeit durch das Leben zu gehen.
Ich fasse es kurz nochmals auf eine Formel zusammen:
– Ich, Markus Fenner, will natürlich arbeiten und lehne daher das Grundeinkommen ab, weil ich nicht will, das andere nicht arbeiten, während ich für sie arbeiten muss.
– Ich, Markus Fenner, will natürlich nicht arbeiten, da Arbeit mit Arbeitsleid verbunden ist, und bin gegen ein Grundeinkommen, da ich fürchte, dass damit die Leistungsgesellschaft zusammenbrechen wird und schlimme Folgen die Einführung des BGE’s begleiten werden.
Wie ich somit gezeigt habe, spielt es nicht die geringste Rolle, was ich selbst für ein Menschenbild habe, da in beiden Fällen, mein Selbstbild nicht relevant dafür ist, das BGE abzulehnen. Zudem spielt meine persönliche Meinung eh keine Rolle, da eine einzelne Stimme noch nie den Ausgang einer nationalen Schweizerischen Volksabstimmung entschieden hat.
Das BGE ist und bleibt ein Traumbild, von dem sich zu distanzieren, die Aufgabe und Pfilcht jeden pfichtbewussten Bürgers ist.
Rolling Urs
-Sie wollen arbeiten, ärgern sich aber, weil sie müssen?
– Arbeitsleid gibt es nur bei Arbeitszwang, oder was ist ihr Arbeitsleid?
– Sie sind kein Einzelkämpfer. Die meisten sind gegen BGE, weil sie es falsch verstehen. BGE ist kein Freipass für Faulheit sondern eine Motivation für Selbstverantwortung.
– Es werden auch Argumente erfunden, um das BGE zu verunglimpfen.
– Es gibt in einem demokratischen Land keine Pflicht, sich vom Grundeinkommen zu distanzieren. Das entscheide ich freier Bürger immer noch selber.

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