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Timestamp: 2018-02-20 22:04:22+00:00

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Raphael Kühner, Bernhard Gerth, Ausführliche Grammatik der griechischen Sprache, part 3, Zweites Kapitel: B. Unterordnung., section 3, subsection 1, chapter 544
Οὖν war ursprünglich ein konfirmatives Adverb = jedenfalls, s. § 507; aus der versichernden Bedeutung dieses Adverbs hat sich später der syllogistische Gebrauch von οὖν als Konjunktion (also, daher, igitur, ergo, itaque) entwickelt, indem die aus dem Vorhergehenden gezogene Folgerung als eine jedenfalls stattfindende ausgesprochen wird. Als syllogistische Konjunktion nimmt οὖν in der Regel seine Stelle gleich zu Anfang des Satzes nach dem ersten Worte ein. Dass das syllogistische οὖν dem Homer und den älteren Schriftstellern noch unbekannt war, ist § 507, 1 bemerkt worden. Erst bei Herodot und den Attikern tritt der syllogistische Gebrauch deutlich hervor.
Der Unterschied zwischen οὖν und ἄρα scheint im allgemeinen derselbe zu sein wie der zwischen itaque und igitur, d. h. οὖν, itaque, wird von einer objektiven, aus Thatsachen hervorgehenden, ἄρα, igitur, hingegen von einer logischen, aus dem inneren Zusammenhange der Gedanken geschlossenen Folge gebraucht. Den Übergang von dem adverbiellen zu dem konjunktionellen Gebrauche bilden die Beispiele, in denen οὖν dazu dient, den Übergang von einem Gedanken zu einem neuen anzuzeigen, wie X. Comm. 1. 1, 17. 1. 2, 17. 19. 52 u. oft. Pl. ap. 19, a. b. 20, c u. s. w. Beispiele des konklusiven Gebrauchs finden sich bei Herodot und den Attikern überall. Hdt. 1.36 τοῦτον (τὸν ὗν) προθυμεόμενοι ἑλεῖν οὐ δυνάμεθα: νῦν ὦν προσδεόμεθά σευ τὸν παῖδα καὶ λογάδας νεηνίας καὶ κύνας συμπέμψαι ἡμῖν. Vgl. Th. 1. 9, 4. X. C. 1.6.43 extr. Comm. 1. 1, 16 am Schlusse einer Erörterung. 1. 1, 20. P. Prot. 322b. Eur. Or. 1089 καὶ ξυγκατέκτανον γάρ, οὐκ ἀρνήσομαι, | καὶ πάντ᾽ ἐβούλευσ᾽ ὧν σὺ νῦν τίνεις δίκας: | καὶ συνθανεῖν οὖν δεῖ με σοὶ καὶ τῇδ᾽ ὁμοῦ. Nicht selten steht οὖν im Nachsatze, wo es jedoch wohl in seiner adverbialen Bedeutung aufzufassen ist, um den Nachsatz zu bekräftigen. Hdt. 9.26 ἐπεὶ . . ἐκβοηθήσαντες ἐς τὸν Ἰσθμὸν ἱζόμεθα ἀντίοι τοῖσι κατιοῦσι, τότε ὦν λόγος Ὕλλον ἀγορεύσασθαι, ὡς χρεὸν εἴη κτλ., tum vero fama est Hyllum edixisse. 48 καὶ ἢν μὲν δοκέῃ καὶ τοὺς ἄλλους μάχεσθαι, οἱ δ̓ ὦν μετέπειτα μαχέσθων ὕστεροι, so mögen diese immerhin später kämpfen. Sehr häufig wird οὖν wie das lat. igitur, ergo und das deutsche also gebraucht, um die unterbrochene Rede wieder aufzunehmen, daher auch nach Parenthesen. Hdt. 1.69 ὦ Λακεδαιμόνιοι, χρήσαντος τοῦ θεοῦ τὸν Ἕλληνα φίλον προσθέσθαι (ὑμέας γὰρ πυνθάνομαι προεστάναι τῆς Ἑλλάδος), ὑμέας ὦν κατὰ τὸ χρηστήριον προσκαλέομαι. Vgl. 1, 144. Th. 3. 95, 1. 6. 64, 1. X. A. 1.5.14 ὁ δὲ Πρόξενος (ἔτυχε γὰρ ὕστερος . .,) εὐθὺς οὖν . . ἔθετο τὰ ὅπλα, s. das. Kühners Bmrk. Dem. 18.261 ἐπειδὴ δ̓ εἰς τοὺς δημότας ἐνεγράφης ὁπωσδήποτε (ἐῶ γὰρ τοῦτό γε), ἐπειδὴ δ̓ οὖν ἐνεγράφης κτλ., ubi v. Dissen. Ebenso δ̓ οὖν Th. 1. 3, 4, ubi v. SPoppotahl, u. sonst. P. Lys. 223b, ubi v. Stallb. X. A. 4.3.6 mit Kühners Bmrk. Cy. 3. 3, 9.(Smyth 2955)
Τοίνυν (zusammengesetzt aus der Lokativform des Demonstrativs τό, s. § 506, A. 2, und dem leise folgernden νύν § 498, 4), das bei den Klassikern nicht an der Spitze, sondern nur zu Anfang des Satzes seine Stelle hat1), drückt eine schwache Folgerung aus = so nun, so denn2), erst nachhom., s. § 498, 4. Pind. O. 6, 27 χρὴ τοίνυν πύλας ὕμνων ἀναπιτνάμεν. X. C. 1.1.2 πάσας τοίνυν τὰς ἀγέλας ταύτας ἐδοκοῦμεν ὁρᾶν μᾶλλον ἐθελούσας πείθεσθαι τοῖς νομεῦσιν η τοὺς ἀνθρώπους τοῖς ἄρχουσι. Καὶ τοίνυν, ἔτι τοίνυν bei Aufzählungen von Gedanken oder Übergängen zu Gedanken, die mit dem Vorangehenden in genauer Verbindung stehen und daraus gefolgert werden: ferner nun, so ferner nun. X. C. 1.1.2 καὶ τοῖς καρποῖς τοίνυν τοῖς γιγνομένοις ἐξ αὐτῶν ἐῶσι τοὺς νομέας χρῆσθαι, ubi v. Born. 2. 2, 24. 5. 1, 4 καὶ τοίνυν ὁμοίαν ταῖς δούλαις εἶχε τὴν ἐσθῆτα. Oec. 5. 2 πρῶτον μὲν γὰρ ἀφ᾽ ὧν ζῶσιν οἱ ἄνθρωποι, ταῦτα ἡ γῆ φέρει ἐργαζομένοις, καὶ ἀφ᾽ ὧν τοίνυν ἡδυπαθοῦσι προσεπιφέρει, wo τοίνυν in den Nebensatz gezogen ist. An. 5. 1, 10 ἔτι τοίνυν τάδε ὁρᾶτε. Vgl. Cy. 1. 1, 2. Pl. civ. 491, c ibiq. Schneider. 493, a. Crit. 52, c. Phaed. 109, a. Aber auch sonst wird τοίνυν auf gleiche Weise sehr häufig bei Übergängen gebraucht. P. Phaedr. 231e εἰ τοίνυν, wenn nun ferner. X. M. 2.1.10 πρῶτον μὲν τοίνυν κτλ. Vgl. 3. 6, 9. Isocr. 4.28. Pl. civ. 564, e ἄλλο τοίνυν τοιόνδε ἀποκρίνεται, ubi v. Stallb. So auch wenn der Schriftsteller, nachdem er einen Gedanken im allgemeinen ausgesprochen hat, nun zu besonderen Beispielen, durch welche derselbe bestätigt werden soll, übergeht. Vgl. X. M. 1.2.29 mit Kühners Bmrk. p. 90^{2}. Ag. 1, 10. 4, 5 ibiq. Breitenb. 7, 5. Bisweilen im Übergange zu einer Steigerung. X. A. 7.6.19 συνεπόμνυμι μηδὲ ἃ οἱ ἄλλοι στρατηγοὶ ἔλαβον εἰληφέναι, μὴ τοίνυν μηδὲ ὅσα τῶν λοχαγῶν ἔνιοι, ja nicht einmal so viel, als. P. Prot. 319d δῆλον γάρ, ὅτι οὐχ ἡγοῦνται διδακτὸν εἶναι: μὴ τοίνυν ὅτι τὸ κοινὸν τῆς πόλεως οὕτως ἔχει, ἀλλ᾽ ἰδίᾳ ἡμῖν οἱ σοφώτατοι . . ταύτην τὴν ἀρετήν, ἣν ἔχουσιν, οὐχ οἷοί τε ἄλλοις παραδιδόναι. Auch da, wo τοίνυν adversativ zu stehen scheint, dient es nur dazu, einen Übergang zu bezeichnen; es knüpft hier nicht an das unmittelbar Vorhergehende an, sondern an den Hauptgedanken der ganzen Darlegung. Lys. 19.57 ὁ τοίνυν ἐμὸς πατὴρ ἄρχειν μὲν οὐδεπώποτε ἐπεθύμησε nicht: “mein Vater dagegen”, sondern: “mein Vater nun hat (wie oben schon angedeutet) zwar nie nach Ämtern gestrebt, trotzdem aber” u. s. w. So auch namentlich οὐ τοίνυν. Dem. 18.23 εἰ τὸ κωλῦσαι τὴν τῶν Ἑλλήνων κοινωνίαν ἐπεπράκειν ἐγὼ Φιλίππῳ, σοὶ τὸ μὴ σιγῆσαι λοιπὸν ἦν, ἀλλὰ . . δηλοῦν τουτοισί: οὐ τοίνυν ἐποίησας οὐδαμοῦ τοῦτο, nirgends nun (wie gesagt) hast du das gethan3). Nach einer Anrede zeigt es an, dass der Redende zufolge einer vorausgehenden Aufforderung oder aus Anlass der vorliegenden Situation zu der Rede selbst schreiten will (also, igitur). X. C. 6.2.14 ἄνδρες ξύμμαχοι, ἐγὼ τοίνυν ὑμᾶς συνεκάλεσα, ubi v. Born. Vgl. 6. 3, 19. An. 5. 1, 2 mit Kühners Bmrk. Oec. 10, 2. 11, 14. P. Prot. 318a. Euthyphr. 5, d Socr. λέγε δή, τί φῂς εἶναι τὸ ὅσιον καὶ τὸ ἀνόσιον; E. λέγω τοίνυν, ὅτι τὸ μὲν ὅσιόν ἐστιν, ὅπερ ἐγὼ νῦν ποιῶ κτλ. Öfters wird τοίνυν auch gebraucht, wenn einer eines andern Rede aufnimmt und dieselbe beantwortet. X. M. 1.2.34 Ἐγὼ τοίνυν, ἔφη, παρεσκεύασμαι μὲν πείθεσθαι τοῖς νόμοις, gut! ich bin also bereit, s. das. Kühners Bmrk. p. 96^{2}. Vgl. 35. 1. 4, 3. 6, 9. Sowie οὖν, so wird auch τοίνυν zuweilen gebraucht, um vorher Gesagtes wiederaufzunehmen oder kurz zusammenzufassen. Pl. Euthyphr. 12, c τὸ τοιοῦτον τοίνυν καὶ ἐκεῖ λέγων ἠρώτων κτλ.
Τοιγάρ (zusammengesetzt aus der Lokativform des Demonstrativs τό, s. § 506, Anm. 2, und aus dem einen Gedanken als Ergebnis der Situation hervorhebenden γάρ, s. § 545, 2), das an der Spitze des Satzes seine Stellung hat, drückt die Folge ungleich entschiedener und stärker aus als τοίνυν, wird aber nur in der epischen Sprache, bei den Tragikern und anderen Dichtern und bei Hdt. gebraucht, nicht in der attischen Prosa. Bei Homer wird es gebraucht, wenn jemand nach vorausgegangener Aufforderung sich zu einer Rede oder Handlung anschickt. *a, 76 ὦ Ἀχιλεῦ, κέλεαί με . . μυθήσασθαι . . Τοιγὰρ ἐγὼν ἐρέω, so will ich denn reden. Vgl. *k, 413. α, 179 u. sonst oft. d, 612 τοιγὰρ ἐγώ τοι ταῦτα μεταστήσω, so will ich denn (nach deinem Wunsche) die Geschenke umtauschen. Vgl. h, 28. θ, 402. Aesch. Ch. 894 φιλεῖς τὸν ἄνδρα; τοιγὰρ ἐν ταὐτῷ τάφῳ | κείσῃ, so wirst du also . . liegen. S. Ai. 666 τοιγὰρ τὸ λοιπὸν εἰσόμεσθα μὲν θεοῖς εἴκειν, drum werd' ich künftig wissen. Hdt. 3.3 εἰπεῖν Καμβύσεα: Τοιγάρ τοι, ὦ μῆτερ, ἐπεὰν ἐγὼ γένωμαι ἀνήρ, Αἰγύπτου τὰ μὲν ἄνω κάτω θήσω. 8, 114 τοιγάρ σφι Μαρδόνιος ἵδε δίκας δώσει.
Τοιγάρτοι (zusammengesetzt aus τοιγάρ, s. Nr. 4 und dem enklitischen versichernden τοί, s. § 506, A. 2), das gleichfalls an der Spitze des Satzes seine Stelle hat, stimmt in der Bdtg. mit τοιγάρ überein, nur dass es die Folge stärker ausdrückt: aus dem Grunde gerade fürwahr. Es findet sich noch nicht bei Homer; zuerst hat es Aeschylus gebraucht Suppl. 655 τοιγάρτοι καθαροῖσι βωμοῖς θεοὺς ἀρέσονται. Vgl. Ar. Ach. 643. P. Symp. 179d. Civ. 409, b. Phaed. 82, d. Gorg. 471, c. 494, d.
Τοιγαροῦν (zusammengesetzt aus τοιγάρ, s. Nr. 4, und dem konfirmativen οὖν, s. § 507), das gleichfalls an der Spitze des Satzes seine Stelle hat, drückt die Folgerung unter den angegebenen Konjunktionen am stärksten aus: darum jedenfalls. Der Gebrauch desselben gehört der attischen Sprache an. S. Ph. 341 ὀρθῶς ἔλεξας: τοιγαροῦν τὸ σὸν φράσον | αὖθις πάλιν μοι πρᾶγμ̓, ὅτῳ ς᾿ ἐνύβρισαν. Ai. 490. X. A. 2.6.20 τοιγαροῦν αὐτῷ οἱ μὲν καλοί τε κἀγαθοὶ τῶν συνόντων εὖνοι ἦσαν, οἱ δὲ ἄδικοι ἐπεβούλευον. Vgl. Pl. leg. 695, d. 790, b. Soph. 234, e.
Anmerk. Über das folgernde νύν s. § 498, 4. (Smyth 2987)
1 Erst bei sehr späten Schriftstellern findet sich τοίνυν auch an der Spitze des Satzes, s. Lobeck ad Phryn. 342, der aber mit Unrecht auch Ar. Ach. 904 anführt, da hier jetzt richtig gelesen wird: ἐγᾦδα τοίνυν: συκοφάντην ἔξαγε.
2 Vgl. Hartung II. S. 348 ff. Hoogeveen p. 754 sqq. ed. Schütz. Bäumlein Griech. Part. S. 251 ff.
3 Über τοίνυν bei den Rednern s. Rosenberg in den Jahrb. f. Philol. u. Päd. Bd. 109 (1874) S. 109—121.

References: § 507
 § 507
 § 506
 § 498
 § 498
 § 506
 § 545
 § 506
 § 507
 § 498