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Timestamp: 2020-01-21 05:39:13+00:00

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Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren – und der im Straf­be­fehl fest­ge­stell­te Sach­ver­halt | Rechtslupe
Disziplinarverfahren - und der im Strafbefehl festgestellte Sachverhalt
Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren – und der im Straf­be­fehl fest­ge­stell­te Sach­ver­halt
Nach § 16 Abs. 1 Satz 1 ThürDG sind die tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen eines rechts­kräf­ti­gen Urteils im Straf­ver­fah­ren im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren, das den­sel­ben Sach­ver­halt zum Gegen­stand hat, für die Dis­zi­pli­nar­or­ga­ne bin­dend. Die­se Rege­lung ist bei einem Straf­be­fehl nicht anwend­bar, weil ein rechts­kräf­ti­ger Straf­be­fehl inso­weit einem rechts­kräf­ti­gen Urteil im Straf­ver­fah­ren nicht gleich­ge­stellt ist 1.
Nach § 16 Abs. 2 ThürDG sind die in einem ande­ren gesetz­lich geord­ne­ten Ver­fah­ren getrof­fe­nen tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen nicht bin­dend, kön­nen aber der Ent­schei­dung im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren ohne noch­ma­li­ge Prü­fung zugrun­de gelegt wer­den. Hier­mit wird dem Anlie­gen, diver­gie­ren­de Ent­schei­dun­gen von Straf- und Dis­zi­pli­nar­ge­rich­ten über die­sel­be Tat­sa­chen­grund­la­ge nach Mög­lich­keit zu ver­mei­den, Rech­nung getra­gen 2.
Wegen des im Wort­laut ange­leg­ten Regel-Aus­nah­me-Ver­hält­nis­ses und des sys­te­ma­ti­schen Zusam­men­hangs mit der gericht­li­chen Auf­klä­rungs­pflicht nach § 53 Abs. 1 Satz 1 und § 60 Abs. 2 Satz 1 ThürDG ist für die Anwen­dung des § 16 Abs. 2 ThürDG nur Raum, wenn die Rich­tig­keit der ander­wei­tig fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen vom Beam­ten im gericht­li­chen Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren nicht sub­stan­zi­iert ange­zwei­felt wird 3.
Das pau­scha­le Vor­brin­gen des Beam­ten, der fest­ge­stell­te Sach­ver­halt ent­spre­che nicht dem tat­säch­li­chen Gesche­hens­ab­lauf, reicht nicht aus. Erfor­der­lich ist eine von den gericht­lich getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen abwei­chen­de Schil­de­rung des Lebens­sach­ver­halts, die plau­si­bel und nicht von vorn­her­ein von der Hand zu wei­sen ist.
Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 30. Juni 2015 – 2 B 31.2014
Die Beur­tei­lung des drin­gen­den Tat­ver­dachts wäh­rend lau­fen­der… Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs 4 i.V.m. § 57 Abs. 1 Satz 1 BDG sind die tat­säch­li­chen…
Gericht­li­che Auf­klä­rungs­pflicht im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren… Die gericht­li­che Auf­klä­rungs­pflicht in Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren ist durch § 41 DiszG i.V.m. § 57 Abs. 1 Satz 1 BDG ein­ge­schränkt. Danach sind – sofern kein Lösungs­be­schluss…
BVerwG, Urteil vom 29.03.2012 – 2 A 11.10[↩]
BVerwG, Beschluss vom 15.03.2013 – 2 B 22.12, NVwZ-RR 2013, 557 Rn. 14[↩]
BVerwG, Urteil vom 29.03.2012 – 2 A 11.10 39 und Beschlüs­se vom 04.09.2008 – 2 B 61.07, Buch­holz 235.1 § 58 BDG Nr. 4 Rn. 8; vom 27.10.2008 – 2 B 48.08, Rn. 3 und zuletzt vom 26.09.2014 – 2 B 14.14, Rn. 10 m.w.N.[↩]
vgl. Beschlüs­se vom 05.02.2015 StB 1/​15, BGHR StPO § 304 Abs. 4 Haft­be­fehl 3 Rn. 5; vom 16.04.2013 StB 6/​13;…
Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren – und der im Straf­be­fehl… Nach § 16 Abs. 1 Satz 1 ThürDG sind die tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen eines rechts­kräf­ti­gen Urteils im Straf­ver­fah­ren im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren, das den­sel­ben Sach­ver­halt zum Gegen­stand hat,…
Gericht­li­che Auf­klä­rungs­pflich­ten im… Gemäß § 57 Abs. 1 Satz 1 LDG NRW erhebt das Gericht die erfor­der­li­chen Bewei­se. Dem­nach hat es grund­sätz­lich selbst die­je­ni­gen Tat­sa­chen fest­zu­stel­len, die für…
Ver­wal­tungs­ak­te über den Ver­lust der Besol­dung – und ihre… Bestands­kräf­ti­ge Beschei­de über den Ver­lust der Besol­dung bei schuld­haf­tem Fern­blei­ben vom Dienst ent­fal­ten die in § 14 Abs. 1 Satz des Lan­des­dis­zi­pli­nar­ge­set­zes Baden-Würt­te­m­berg von 2008…
Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren – und die Bin­dungs­wir­kung des… Nach § 41 Dis­zi­pli­nar­ge­setz des Lan­des Ber­lin (DiszG Be) ((vom 29.06.2004, GVBl. S. 263[↩]
DisziplinarverfahrenStrafbefehlStrafurteil

References: § 16
 § 16
 § 53
 § 60
 § 16
 § 57
 § 41
 § 57
 § 58
 § 304
 § 16
 § 57
 § 14
 § 41