Source: http://palikanon.com/khuddaka/jataka/j419.htm
Timestamp: 2018-11-18 18:08:08+00:00

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﻿ 419 Sulasa-Jataka
419. Die Erzählung von Sulasa (Sulasa-Jātaka)
§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf eine Sklavin des Anāthapindika. Als diese nämlich an einem Festtage mit der Schar der Sklavinnen zusammen nach dem Parke gehen wollte, bat sie ihre Herrin, die edle Punnalakkhana [1], um einen Schmuck. Diese gab ihr ihren eigenen Schmuck, der hunderttausend wert war. Jene schmückte sich damit und machte sich mit der Schar der Sklavinnen nach dem Parke auf. Ein Dieb aber bekam Lust nach diesem Schmucke und dachte: „Ich werde sie töten und ihr den Schmuck abnehmen.“ Er knüpfte ein Gespräch mit ihr an, ging auch nach dem Parke und gab ihr Fischfleisch, Branntwein u. dgl. Diese dachte: „Er gibt es mir wohl aus sinnlicher Liebe, glaube ich“, nahm es an und ergötzte sich mit Spielen im Parke. Als sich dann zur Abendzeit die Schar der Sklavinnen, um sich auszuruhen, niedergelegt hatte, stand sie auf und ging zu jenem hin. Dieser sagte zu ihr: „Liebe, dieser Ort ist nicht versteckt; lasse uns ein wenig weiter gehen.“ Als dies die andere hörte, dachte sie: „An diesem Orte kann man doch etwas Geheimes tun [2]. Ohne Zweifel wird er mich töten und meine Schmuckgegenstände mir rauben wollen. Gut, ich werde ihn belehren!“ Und sie sagte zu ihm: „Gebieter, durch den Branntweinrausch ist mein Körper vertrocknet; gib mir jetzt Wasser zu trinken.“ Dabei führte sie ihn zu einem Brunnen und gab ihm einen Strick und einen Wassertopf. Der Dieb ließ den Strick in den Brunnen hinab. Als er sich aber hinunter bückte und Wasser schöpfte, packte ihn die sehr kräftige Sklavin fest mit beiden Händen, schleuderte ihn in den Brunnen und warf ihm mit den Worten: „Wirst du daran nicht sterben?“, einen großen Ziegelstein auf den Kopf. So musste jener hier sterben.
§B. Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, lebte dort eine Stadtschöne namens Sulasa, umgeben von fünfhundert Dirnen; für tausend Geldstücke gewährte sie eine Nacht. In dieser Stadt aber lebte auch ein Dieb namens Sattuka, der war stark wie ein Elefant. Zur Nachtzeit brach er in die Häuser der Herren ein und plünderte nach Gefallen. Die Stadtbewohner versammelten sich und klagten dies dem Könige. Der König ließ den Stadtwächter herbeirufen und sprach zu ihm: „Stelle allenthalben einen Hinterhalt auf, lasse den Dieb gefangen nehmen und schlage ihm das Haupt ab.“ Man führte ihn darauf, die Hände auf dem Rücken gebunden, zum Tode, indem man ihn in jedem Stadtviertel mit Peitschen schlug. In der ganzen Stadt geriet man in Aufregung, dass der Dieb gefangen war.
§D. in der Art, wie oben im Kanavera-Jātaka [Jātaka 318] angegeben,
Als sie nun so getan hatten und zu dem Berge hinkamen, sagte er: „Liebe, wenn die Baumgottheit die vielen Leute sieht, wird sie die Opfergabe nicht entgegennehmen; wir beide wollen allein hinaufsteigen und sie ihr geben!“ Nachdem Sulasa auch dazu ihre Zustimmung gegeben, ließ er sie die Schüssel mit der Opfergabe tragen; er selbst gürtete sich seine fünffachen Waffen [3a] um und stieg mit ihr auf die Spitze des Berges. Neben einem Abgrund, der so tief war wie hundert Mann, ließ er sie dann am Fuße eines Baumes, der dort wuchs, die Opfergabe niederstellen und sprach zu ihr: „Liebe, ich bin nicht um der Opferspende willen hierher gekommen, sondern ich kam hierher, um dich zu töten, dir deinen Schmuck zu rauben und damit fortzugehen. Ziehe deinen Schmuck aus und mache daraus ein Bündel!“
§1. „Hier diese Halskette aus Gold,
§2. „Zieh deinen Schmuck aus, schöne Maid,
§3. „Seitdem ich mich erinnern kann,
§4. O komme, ich will dich umarmen,
§5. „Nicht bei allen Gelegenheiten
§6. Nicht bei allen Gelegenheiten
§7. Mit Leichtigkeit fürwahr und rasch
§8. Wer einem plötzlichen Ereignis
nicht rasch im Geist gewachsen ist [4],
§9. Doch wer ein plötzliches Ereignis
§C. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen, verband er das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals waren diese beiden dieselben wie jetzt, die Gottheit aber war ich.“
[1] Die auch sonst als freigebige Gönnerin des Ordens erwähnte Frau des Anāthapindika.
[2] Auch ich lasse, wie Neil, das nicht in allen Handschriften stehende „na“ bei der Übersetzung weg.
[3a] Dies sind: Pfeil, Bogen, Schwert, Speer und Keule, siehe Jātaka 55.
[4] Die beiden ersten Zeilen von dieser und der nächsten Strophe finden sich auch im Jātaka 342 Strophen 3 und 4 und Jātaka 383 Strophen 6 und 7.

References: §1

§2

§3

§4

§5

§6

§7

§8

§9