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Timestamp: 2020-07-09 02:08:56+00:00

Document:
Lawbrary | URG - Bundesgesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte
Das Werk (2 - 5)
Urheber und Urheberin (6 - 8)
Verhältnis des Urhebers oder der Urheberin zum Werk (9 - 11)
Verhältnis der Urheberschaft zum Eigentum am Werkexemplar (12 - 15)
Rechtsübergang; Zwangsvollstreckung (16 - 18)
Schranken des Urheberrechts (19 - 28)
Schutzdauer (29 - 32)
Verwandte Schutzrechte (33 - 39)
Schutz von technischen Massnahmen und von Informationen für die Wahrnehmung von Rechten (39 - 39)
Der Bundesaufsicht unterstellte Verwertungsbereiche (40 - 40)
Bewilligung (41 - 43)
Pflichten der Verwertungsgesellschaften (44 - 50)
Auskunftspflicht gegenüber den Verwertungsgesellschaften (51 - 51)
Aufsicht über die Verwertungsgesellschaften
Aufsicht über die Geschäftsführung (52 - 54)
Aufsicht über die Tarife (55 - 60)
Zivilrechtlicher Schutz (61 - 66)
Strafbestimmungen (67 - 73)
Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (74 - 74)
Hilfeleistung der Zollverwaltung (75 - 77)
Vollzug und Aufhebung bisherigen Rechts (78 - 79)
Übergangsbestimmungen (80 - 83)
Referendum und Inkrafttreten (84 - 84)
vom 9. Oktober 1992 (Stand am 1. Januar 2017)
gestützt auf die Artikel 95 und 122 der Bundesverfassung1,2 nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 19. Juni 19893,
1Die­ses Ge­setz re­gelt:
den Schutz der Ur­he­ber und Ur­he­be­rin­nen von Wer­ken der Li­te­ra­tur und Kunst;
den Schutz der aus­üben­den Künst­ler und Künst­le­rin­nen, der Her­stel­ler und Her­stel­le­rin­nen von Ton- und Ton­bild­trä­gern so­wie der Sen­de­un­ter­neh­men;
die Bun­desauf­sicht über die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten.
2Völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge blei­ben vor­be­hal­ten.
1Wer­ke sind, un­ab­hän­gig von ih­rem Wert oder Zweck, geis­ti­ge Schöp­fun­gen der Li­te­ra­tur und Kunst, die in­di­vi­du­el­len Cha­rak­ter ha­ben.
2Da­zu ge­hö­ren ins­be­son­de­re:
li­te­ra­ri­sche, wis­sen­schaft­li­che und an­de­re Sprach­wer­ke;
Wer­ke der Mu­sik und an­de­re akus­ti­sche Wer­ke;
Wer­ke der bil­den­den Kunst, ins­be­son­de­re der Ma­le­rei, der Bild­haue­rei und der Gra­phik;
Wer­ke mit wis­sen­schaft­li­chem oder tech­ni­schem In­halt wie Zeich­nun­gen, Plä­ne, Kar­ten oder plas­ti­sche Dar­stel­lun­gen;
Wer­ke der Bau­kunst;
Wer­ke der an­ge­wand­ten Kunst;
fo­to­gra­fi­sche, fil­mi­sche und an­de­re vi­su­el­le oder au­dio­vi­su­el­le Wer­ke;
cho­reo­gra­phi­sche Wer­ke und Pan­to­mi­men.
3Als Wer­ke gel­ten auch Com­pu­ter­pro­gram­me.
4Eben­falls ge­schützt sind Ent­wür­fe, Ti­tel und Tei­le von Wer­ken, so­fern es sich um geis­ti­ge Schöp­fun­gen mit in­di­vi­du­el­lem Cha­rak­ter han­delt.
1Geis­ti­ge Schöp­fun­gen mit in­di­vi­du­el­lem Cha­rak­ter, die un­ter Ver­wen­dung be­ste­hen­der Wer­ke so ge­schaf­fen wer­den, dass die ver­wen­de­ten Wer­ke in ih­rem in­di­vi­du­el­len Cha­rak­ter er­kenn­bar blei­ben, sind Wer­ke zwei­ter Hand.
2Sol­che Wer­ke sind ins­be­son­de­re Über­set­zun­gen so­wie au­dio­vi­su­el­le und an­de­re Be­ar­bei­tun­gen.
3Wer­ke zwei­ter Hand sind selb­stän­dig ge­schützt.
4Der Schutz der ver­wen­de­ten Wer­ke bleibt vor­be­hal­ten.
1Samm­lun­gen sind selb­stän­dig ge­schützt, so­fern es sich be­züg­lich Aus­wahl oder An­ord­nung um geis­ti­ge Schöp­fun­gen mit in­di­vi­du­el­lem Cha­rak­ter han­delt.
2Der Schutz von in das Sam­mel­werk auf­ge­nom­me­nen Wer­ken bleibt vor­be­hal­ten.
1Durch das Ur­he­ber­recht nicht ge­schützt sind:
Ge­set­ze, Ver­ord­nun­gen, völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge und an­de­re amt­li­che Er­las­se;
Zah­lungs­mit­tel;
Ent­schei­dun­gen, Pro­to­kol­le und Be­rich­te von Be­hör­den und öf­fent­li­chen Ver­wal­tun­gen;
Pa­tent­schrif­ten und ver­öf­fent­lich­te Pa­tent­ge­su­che.
2Eben­falls nicht ge­schützt sind amt­li­che oder ge­setz­lich ge­for­der­te Samm­lun­gen und Über­set­zun­gen der Wer­ke nach Ab­satz 1.
2. Kapitel: Urheber und Urheberin
Art. 6 Begriff
Ur­he­ber oder Ur­he­be­rin ist die na­tür­li­che Per­son, die das Werk ge­schaf­fen hat.
Art. 7 Miturheberschaft
1Ha­ben meh­re­re Per­so­nen als Ur­he­ber oder Ur­he­be­rin­nen an der Schaf­fung ei­nes Werks mit­ge­wirkt, so steht ih­nen das Ur­he­ber­recht ge­mein­schaft­lich zu.
2Ha­ben sie nichts an­de­res ver­ein­bart, so kön­nen sie das Werk nur mit Zu­stim­mung al­ler ver­wen­den; die Zu­stim­mung darf nicht wi­der Treu und Glau­ben ver­wei­gert wer­den.
3Je­der Mit­ur­he­ber und je­de Mit­ur­he­be­rin kann Rechts­ver­let­zun­gen selb­stän­dig ver­fol­gen, je­doch nur Leis­tung an al­le for­dern.
4Las­sen sich die ein­zel­nen Bei­trä­ge tren­nen und ist nichts an­de­res ver­ein­bart, so darf je­der Mit­ur­he­ber und je­de Mit­ur­he­be­rin den ei­ge­nen Bei­trag selb­stän­dig ver­wen­den, wenn da­durch die Ver­wer­tung des ge­mein­sa­men Wer­kes nicht be­ein­träch­tigt wird.
1So­lan­ge nichts an­de­res nach­ge­wie­sen ist, gilt als Ur­he­ber oder als Ur­he­be­rin, wer auf den Wer­kexem­pla­ren oder bei der Ver­öf­fent­li­chung des Werks mit dem ei­ge­nen Na­men, ei­nem Pseud­onym oder ei­nem Kenn­zei­chen ge­nannt wird.
2So­lan­ge die Ur­he­ber­schaft un­ge­nannt oder bei ei­nem Pseud­onym oder ei­nem Kenn­zei­chen un­be­kannt bleibt, kann die­je­ni­ge Per­son das Ur­he­ber­recht aus­üben, die das Werk her­aus­gibt. Wird auch die­se Per­son nicht ge­nannt, so kann das Ur­he­ber­recht aus­üben, wer das Werk ver­öf­fent­licht hat.
1. Abschnitt: Verhältnis des Urhebers oder der Urheberin zum Werk
Art. 9 Anerkennung der Urheberschaft
1Der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin hat das aus­sch­liess­li­che Recht am ei­ge­nen Werk und das Recht auf An­er­ken­nung der Ur­he­ber­schaft.
2Der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin hat das aus­sch­liess­li­che Recht zu be­stim­men, ob, wann, wie und un­ter wel­cher Ur­he­ber­be­zeich­nung das ei­ge­ne Werk erst­mals ver­öf­fent­licht wer­den soll.
3Ein Werk ist ver­öf­fent­licht, wenn der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin es sel­ber erst­mals aus­ser­halb ei­nes pri­va­ten Krei­ses im Sin­ne von Ar­ti­kel 19 Ab­satz 1 Buch­sta­be a ei­ner grös­se­ren An­zahl Per­so­nen zu­gäng­lich ge­macht oder ei­ner sol­chen Ver­öf­fent­li­chung zu­ge­stimmt hat.
1Der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin hat das aus­sch­liess­li­che Recht zu be­stim­men, ob, wann und wie das Werk ver­wen­det wird.
2Der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin hat ins­be­son­de­re das Recht:
Wer­kexem­pla­re wie Drucker­zeug­nis­se, Ton-, Ton­bild- oder Da­ten­trä­ger her­zu­stel­len;
Wer­kexem­pla­re an­zu­bie­ten, zu ver­äus­sern oder sonst wie zu ver­brei­ten;
das Werk di­rekt oder mit ir­gend­wel­chen Mit­teln vor­zu­tra­gen, auf­zu­füh­ren, vor­zu­füh­ren, an­ders­wo wahr­nehm­bar oder so zu­gäng­lich zu ma­chen, dass Per­so­nen von Or­ten und zu Zei­ten ih­rer Wahl da­zu Zu­gang ha­ben;
das Werk durch Ra­dio, Fern­se­hen oder ähn­li­che Ein­rich­tun­gen, auch über Lei­tun­gen, zu sen­den;
ge­sen­de­te Wer­ke mit Hil­fe von tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen, de­ren Trä­ger nicht das ur­sprüng­li­che Sen­de­un­ter­neh­men ist, ins­be­son­de­re auch über Lei­tun­gen, wei­ter­zu­sen­den;
zu­gäng­lich ge­mach­te, ge­sen­de­te und wei­ter­ge­sen­de­te Wer­ke wahr­nehm­bar zu ma­chen.
3Der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin ei­nes Com­pu­ter­pro­gram­mes hat zu­dem das aus­sch­liess­li­che Recht, die­ses zu ver­mie­ten.
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2497; BBl 2006 3389).
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2497; BBl 2006 3389).
1Der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin hat das aus­sch­liess­li­che Recht zu be­stim­men;
ob, wann und wie das Werk ge­än­dert wer­den darf;
ob, wann und wie das Werk zur Schaf­fung ei­nes Werks zwei­ter Hand ver­wen­det oder in ein Sam­mel­werk auf­ge­nom­men wer­den darf.
2Selbst wenn ei­ne Dritt­per­son ver­trag­lich oder ge­setz­lich be­fugt ist, das Werk zu än­dern oder es zur Schaf­fung ei­nes Wer­kes zwei­ter Hand zu ver­wen­den, kann sich der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin je­der Ent­stel­lung des Werks wi­der­set­zen, die ihn oder sie in der Per­sön­lich­keit ver­letzt.
3Zu­läs­sig ist die Ver­wen­dung be­ste­hen­der Wer­ke zur Schaf­fung von Par­odi­en oder mit ih­nen ver­gleich­ba­ren Ab­wand­lun­gen des Werks.
2. Abschnitt: Verhältnis der Urheberschaft zum Eigentum am Werkexemplar
1Hat ein Ur­he­ber oder ei­ne Ur­he­be­rin ein Wer­kexem­plar ver­äus­sert oder der Ver­äus­se­rung zu­ge­stimmt, so darf die­ses wei­ter­ver­äus­sert oder sonst wie ver­brei­tet wer­den.
1bisEx­em­pla­re von au­dio­vi­su­el­len Wer­ken dür­fen so lan­ge nicht wei­ter­ver­äus­sert oder ver­mie­tet wer­den, als der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin da­durch in der Aus­übung des Auf­füh­rungs­rechts (Art. 10 Abs. 2 Bst. c) be­ein­träch­tigt wird.1
2Hat ein Ur­he­ber oder ei­ne Ur­he­be­rin ein Com­pu­ter­pro­gramm ver­äus­sert oder der Ver­äus­se­rung zu­ge­stimmt, so darf die­ses ge­braucht oder wei­ter­ver­äus­sert wer­den.
3Aus­ge­führ­te Wer­ke der Bau­kunst dür­fen vom Ei­gen­tü­mer oder von der Ei­gen­tü­me­rin ge­än­dert wer­den; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 11 Ab­satz 2.
1 Ein­ge­fügt durch Art. 36 Ziff. 3 des Film­ge­set­zes vom 14. Dez. 2001 (AS 2002 1904; BBl 2000 5429). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 20. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. April 2004 (AS 2004 1385; BBl 2002 2022 5506).
1Wer Wer­kexem­pla­re der Li­te­ra­tur und Kunst ver­mie­tet oder sonst wie ge­gen Ent­gelt zur Ver­fü­gung stellt, schul­det dem Ur­he­ber oder der Ur­he­be­rin hie­für ei­ne Ver­gü­tung.
2Kei­ne Ver­gü­tungs­pflicht be­steht bei:
Wer­ken der Bau­kunst;
Wer­kexem­pla­ren der an­ge­wand­ten Kunst;
Wer­kexem­pla­ren, die für ei­ne ver­trag­lich ver­ein­bar­te Nut­zung von Ur­he­ber­rech­ten ver­mie­tet oder aus­ge­lie­hen wer­den.
3Die Ver­gü­tungs­an­sprü­che kön­nen nur von zu­ge­las­se­nen Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten (Art. 40 ff.) gel­tend ge­macht wer­den.
4Die­ser Ar­ti­kel fin­det kei­ne An­wen­dung auf Com­pu­ter­pro­gram­me. Das aus­sch­liess­li­che Recht nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 bleibt vor­be­hal­ten.
1Wer ein Wer­kexem­plar zu Ei­gen­tum hat oder be­sitzt, muss es dem Ur­he­ber oder der Ur­he­be­rin so weit zu­gäng­lich ma­chen, als dies zur Aus­übung des Ur­he­ber­rechts er­for­der­lich ist und kein be­rech­tig­tes ei­ge­nes In­ter­es­se ent­ge­gen­steht.
2Der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin kann die Über­las­sung ei­nes Wer­kexem­plars zur Aus­stel­lung im In­land ver­lan­gen, so­fern ein über­wie­gen­des In­ter­es­se nach­ge­wie­sen wird.
3Die Her­aus­ga­be kann von der Leis­tung ei­ner Si­cher­heit für die un­ver­sehr­te Rück­ga­be des Wer­kexem­plars ab­hän­gig ge­macht wer­den. Kann das Wer­kexem­plar nicht un­ver­sehrt zu­rück­ge­ge­ben wer­den, so haf­tet der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin auch oh­ne Ver­schul­den.
1Müs­sen Ei­gen­tü­mer und Ei­gen­tü­me­rin­nen von Ori­gi­nal­wer­ken, zu de­nen kei­ne wei­te­ren Wer­kexem­pla­re be­ste­hen, ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se des Ur­he­bers oder der Ur­he­be­rin an der Wer­ker­hal­tung an­neh­men, so dür­fen sie sol­che Wer­ke nicht zer­stö­ren, oh­ne dem Ur­he­ber oder der Ur­he­be­rin vor­her die Rück­nah­me an­zu­bie­ten. Sie dür­fen da­für nicht mehr als den Ma­te­ri­al­wert ver­lan­gen.
2Sie müs­sen dem Ur­he­ber oder der Ur­he­be­rin die Nach­bil­dung des Ori­gi­na­le­xem­plars in an­ge­mes­se­ner Wei­se er­mög­li­chen, wenn die Rück­nah­me nicht mög­lich ist.
3Bei Wer­ken der Bau­kunst hat der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin nur das Recht, das Werk zu fo­to­gra­fie­ren und auf ei­ge­ne Kos­ten Ko­pi­en der Plä­ne her­aus­zu­ver­lan­gen.
1Das Ur­he­ber­recht ist über­trag­bar und ver­erb­lich.
2Die Über­tra­gung ei­nes im Ur­he­ber­recht ent­hal­te­nen Rech­tes schliesst die Über­tra­gung an­de­rer Teil­rech­te nur mit ein, wenn dies ver­ein­bart ist.
3Die Über­tra­gung des Ei­gen­tums am Wer­kexem­plar schliesst ur­he­ber­recht­li­che Ver­wen­dungs­be­fug­nis­se selbst dann nicht ein, wenn es sich um das Ori­gi­nal­werk han­delt.
Wird in ei­nem Ar­beits­ver­hält­nis bei Aus­übung dienst­li­cher Tä­tig­kei­ten so­wie in Er­fül­lung ver­trag­li­cher Pflich­ten ein Com­pu­ter­pro­gramm ge­schaf­fen, so ist der Ar­beit­ge­ber oder die Ar­beit­ge­be­rin al­lein zur Aus­übung der aus­sch­liess­li­chen Ver­wen­dungs­be­fug­nis­se be­rech­tigt.
Der Zwangs­voll­stre­ckung un­ter­lie­gen die in Ar­ti­kel 10 Ab­sät­ze 2 und 3 so­wie in Ar­ti­kel 11 ge­nann­ten Rech­te, so­weit der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin sie be­reits aus­ge­übt hat und das Werk mit der Zu­stim­mung des Ur­he­bers oder der Ur­he­be­rin be­reits ver­öf­fent­licht wor­den ist.
Art. 19 Verwendung zum Eigengebrauch
1Ver­öf­fent­lich­te Wer­ke dür­fen zum Ei­gen­ge­brauch ver­wen­det wer­den. Als Ei­gen­ge­brauch gilt:
je­de Werk­ver­wen­dung im per­sön­li­chen Be­reich und im Kreis von Per­so­nen, die un­ter sich eng ver­bun­den sind, wie Ver­wand­te oder Freun­de;
je­de Werk­ver­wen­dung der Lehr­per­son für den Un­ter­richt in der Klas­se;
das Ver­viel­fäl­ti­gen von Wer­kexem­pla­ren in Be­trie­ben, öf­fent­li­chen Ver­wal­tun­gen, In­sti­tu­ten, Kom­mis­sio­nen und ähn­li­chen Ein­rich­tun­gen für die in­ter­ne In­for­ma­ti­on oder Do­ku­men­ta­ti­on.
2Wer zum Ei­gen­ge­brauch be­rech­tigt ist, darf un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 3 die da­zu er­for­der­li­chen Ver­viel­fäl­ti­gun­gen auch durch Drit­te her­stel­len las­sen; als Drit­te im Sin­ne die­ses Ab­sat­zes gel­ten auch Bi­blio­the­ken, an­de­re öf­fent­li­che In­sti­tu­tio­nen und Ge­schäfts­be­trie­be, die ih­ren Be­nüt­zern und Be­nüt­ze­rin­nen Ko­pier­ge­rä­te zur Ver­fü­gung stel­len.1
3Aus­ser­halb des pri­va­ten Krei­ses nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a sind nicht zu­läs­sig:2
die voll­stän­di­ge oder weit­ge­hend voll­stän­di­ge Ver­viel­fäl­ti­gung im Han­del er­hält­li­cher Wer­kexem­pla­re;
die Ver­viel­fäl­ti­gung von Wer­ken der bil­den­den Kunst;
die Ver­viel­fäl­ti­gung von gra­phi­schen Auf­zeich­nun­gen von Wer­ken der Mu­sik;
die Auf­nah­me von Vor­trä­gen, Auf­füh­run­gen oder Vor­füh­run­gen ei­nes Wer­kes auf Ton-, Ton­bild- oder Da­ten­trä­ger.
3bisVer­viel­fäl­ti­gun­gen, die beim Ab­ru­fen von er­laub­ter­wei­se zu­gäng­lich ge­mach­ten Wer­ken her­ge­stellt wer­den, sind von den in die­sem Ar­ti­kel ent­hal­te­nen Ein­schrän­kun­gen des Ei­gen­ge­brauchs so­wie von den Ver­gü­tungs­an­sprü­chen nach Ar­ti­kel 20 aus­ge­nom­men.3
4Die­ser Ar­ti­kel fin­det kei­ne An­wen­dung auf Com­pu­ter­pro­gram­me.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2421; BBl 2006 3389).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2421; BBl 2006 3389).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2421; BBl 2006 3389).
1Die Werk­ver­wen­dung im pri­va­ten Kreis ge­mä­ss Ar­ti­kel 19 Ab­satz 1 Buch­sta­be a ist un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 3 ver­gü­tungs­frei.
2Wer zum Ei­gen­ge­brauch nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 1 Buch­sta­be b oder Buch­sta­be c oder wer als Dritt­per­son nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2 Wer­ke auf ir­gend­wel­che Art ver­viel­fäl­tigt, schul­det dem Ur­he­ber oder der Ur­he­be­rin hie­für ei­ne Ver­gü­tung.
3Wer Leer­kas­set­ten und an­de­re zur Auf­nah­me von Wer­ken ge­eig­ne­te Ton- und Ton­bild­trä­ger her­stellt oder im­por­tiert, schul­det dem Ur­he­ber oder der Ur­he­be­rin für die Werk­ver­wen­dun­gen nach Ar­ti­kel 19 ei­ne Ver­gü­tung.
4Die Ver­gü­tungs­an­sprü­che kön­nen nur von zu­ge­las­se­nen Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten gel­tend ge­macht wer­den.
1Wer das Recht hat, ein Com­pu­ter­pro­gramm zu ge­brau­chen, darf sich die er­for­der­li­chen In­for­ma­tio­nen über Schnitt­stel­len zu un­ab­hän­gig ent­wi­ckel­ten Pro­gram­men durch Ent­schlüs­se­lung des Pro­gramm­co­des be­schaf­fen oder durch Dritt­per­so­nen be­schaf­fen las­sen.
2Die durch Ent­schlüs­se­lung des Pro­gramm­co­des ge­won­ne­nen Schnitt­stel­len­in­for­ma­tio­nen dür­fen nur zur Ent­wick­lung, War­tung so­wie zum Ge­brauch von in­te­r­ope­ra­blen Com­pu­ter­pro­gram­men ver­wen­det wer­den, so­weit da­durch we­der die nor­ma­le Aus­wer­tung des Pro­gramms noch die recht­mäs­si­gen In­ter­es­sen der Rechts­in­ha­ber und -in­ha­be­rin­nen un­zu­mut­bar be­ein­träch­tigt wer­den.
1Die Rech­te, ge­sen­de­te Wer­ke zeit­gleich und un­ver­än­dert wahr­nehm­bar zu ma­chen oder im Rah­men der Wei­ter­lei­tung ei­nes Sen­de­pro­gram­mes wei­ter­zu­sen­den, kön­nen nur über zu­ge­las­se­ne Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten gel­tend ge­macht wer­den.
2Die Wei­ter­sen­dung von Wer­ken über tech­ni­sche Ein­rich­tun­gen, die von vor­ne­he­rein auf ei­ne klei­ne Emp­fän­ger­zahl be­schränkt sind, wie An­la­gen ei­nes Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses oder ei­ner ge­schlos­se­nen Über­bau­ung, ist er­laubt.
3Die­ser Ar­ti­kel ist nicht an­wend­bar auf die Wei­ter­lei­tung von Pro­gram­men des Abon­ne­ments­fern­se­hens und von Pro­gram­men, die nir­gends in der Schweiz emp­fang­bar sind.
1Die fol­gen­den Rech­te an Ar­chiv­wer­ken von Sen­de­un­ter­neh­men nach dem Bun­des­ge­setz vom 24. März 20062 über Ra­dio und Fern­se­hen kön­nen un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 3 nur über zu­ge­las­se­ne Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten gel­tend ge­macht wer­den:
das Recht, das Ar­chiv­werk un­ver­än­dert ganz oder als Aus­schnitt zu sen­den;
das Recht, das Ar­chiv­werk un­ver­än­dert ganz oder als Aus­schnitt so zu­gäng­lich zu ma­chen, dass Per­so­nen an Or­ten oder zu Zei­ten ih­rer Wahl da­zu Zu­gang ha­ben;
die für die Nut­zung nach den Buch­sta­ben a und b not­wen­di­gen Ver­viel­fäl­ti­gungs­rech­te.
2Als Ar­chiv­werk ei­nes Sen­de­un­ter­neh­mens gilt ein auf Ton- oder Ton­bild­trä­ger fest­ge­leg­tes Werk, das vom Sen­de­un­ter­neh­men selbst, un­ter ei­ge­ner re­dak­tio­nel­ler Ver­ant­wor­tung und mit ei­ge­nen Mit­teln oder aber in des­sen al­lei­ni­gem Auf­trag und auf des­sen Kos­ten von Drit­ten her­ge­stellt wur­de und des­sen ers­te Sen­dung min­des­tens zehn Jah­re zu­rück­liegt. Sind in ein Ar­chiv­werk an­de­re Wer­ke oder Werk­tei­le in­te­griert, so gilt Ab­satz 1 auch für die Gel­tend­ma­chung der Rech­te an die­sen Wer­ken oder Werk­tei­len, so­fern die­se nicht in er­heb­li­chem Mass die Ei­gen­art des Ar­chiv­werks be­stim­men.
3Wur­de über die Rech­te nach Ab­satz 1 und de­ren Ab­gel­tung vor der ers­ten Sen­dung oder in­ner­halb von zehn Jah­ren nach die­ser ei­ne ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung ge­schlos­sen, so gel­ten aus­sch­liess­lich de­ren Be­stim­mun­gen. Auf die Rech­te der Sen­de­un­ter­neh­men nach Ar­ti­kel 37 fin­det Ab­satz 1 kei­ne An­wen­dung. Die Sen­de­un­ter­neh­men und die Dritt­be­rech­tig­ten sind ge­gen­über der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft auf Ver­lan­gen zur Aus­kunft über die ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen ver­pflich­tet.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2421; BBl 2006 3389).
Art. 22b Nutzung von verwaisten Werken
1Die zur Ver­wer­tung von Ton- oder Ton­bild­trä­gern er­for­der­li­chen Rech­te kön­nen nur über zu­ge­las­se­ne Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten gel­tend ge­macht wer­den, wenn:
die Ver­wer­tung Be­stän­de öf­fent­lich zu­gäng­li­cher Ar­chi­ve oder von Ar­chi­ven der Sen­de­un­ter­neh­men be­trifft;
die Rechts­in­ha­ber oder -in­ha­be­rin­nen un­be­kannt oder un­auf­find­bar sind; und
die zu ver­wer­ten­den Ton- oder Ton­bild­trä­ger vor min­des­tens zehn Jah­ren in der Schweiz her­ge­stellt oder ver­viel­fäl­tigt wur­den.
2Die Nut­zer und Nut­ze­rin­nen sind ver­pflich­tet, den Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten die Ton- oder Ton­bild­trä­ger mit ver­wais­ten Wer­ken zu mel­den.
1Das Recht, in Ra­dio- und Fern­seh­sen­dun­gen ent­hal­te­ne nicht­thea­tra­li­sche Wer­ke der Mu­sik in Ver­bin­dung mit ih­rer Sen­dung zu­gäng­lich zu ma­chen, kann nur über zu­ge­las­se­ne Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten gel­tend ge­macht wer­den, wenn:
die Sen­dung über­wie­gend vom Sen­de­un­ter­neh­men sel­ber oder in sei­nem Auf­trag her­ge­stellt wur­de;
die Sen­dung ei­nem nicht­mu­si­ka­li­schen The­ma ge­wid­met war, das ge­gen­über der Mu­sik im Vor­der­grund stand und vor der Sen­dung in der üb­li­chen Art an­ge­kün­digt wur­de; und
durch das Zu­gäng­lich­ma­chen der Ab­satz von Mu­sik auf Ton­trä­gern oder durch On­li­ne-An­ge­bo­te Drit­ter nicht be­ein­träch­tigt wird.
2Un­ter den Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 1 kann auch das Recht auf Ver­viel­fäl­ti­gung zum Zwe­cke des Zu­gäng­lich­ma­chens nur von zu­ge­las­se­nen Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten gel­tend ge­macht wer­den.
1Ist ein Werk der Mu­sik mit oder oh­ne Text im In- oder Aus­land auf Ton­trä­ger auf­ge­nom­men und in die­ser Form mit der Zu­stim­mung des Ur­he­bers oder Ur­he­be­rin an­ge­bo­ten, ver­äus­sert oder sonst wie ver­brei­tet wor­den, so kön­nen al­le Her­stel­ler und Her­stel­le­rin­nen von Ton­trä­gern mit ei­ner ge­werb­li­chen Nie­der­las­sung im In­land vom In­ha­ber oder von der In­ha­be­rin des Ur­he­ber­rechts ge­gen Ent­gelt die glei­che Er­laub­nis für die Schweiz eben­falls be­an­spru­chen.
2Der Bun­des­rat kann die Be­din­gung der ge­werb­li­chen Nie­der­las­sung im In­land ge­gen­über den An­ge­hö­ri­gen von Län­dern, die Ge­gen­recht ge­wäh­ren, aus­ser Kraft set­zen.
1Um die Er­hal­tung des Werks si­cher­zu­stel­len, darf da­von ei­ne Ko­pie an­ge­fer­tigt wer­den. Ein Ex­em­plar muss in ei­nem der All­ge­mein­heit nicht zu­gäng­li­chen Ar­chiv auf­be­wahrt und als Ar­chi­ve­xem­plar ge­kenn­zeich­net wer­den.
1bisÖf­fent­lich zu­gäng­li­che Bi­blio­the­ken, Bil­dungs­ein­rich­tun­gen, Mu­se­en und Ar­chi­ve dür­fen die zur Si­che­rung und Er­hal­tung ih­rer Be­stän­de not­wen­di­gen Wer­kexem­pla­re her­stel­len, so­fern mit die­sen Ko­pi­en kein wirt­schaft­li­cher oder kom­mer­zi­el­ler Zweck ver­folgt wird.1
2Wer das Recht hat, ein Com­pu­ter­pro­gramm zu ge­brau­chen, darf da­von ei­ne Si­che­rungs­ko­pie her­stel­len; die­se Be­fug­nis kann nicht ver­trag­lich weg­be­dun­gen wer­den.
Die vor­über­ge­hen­de Ver­viel­fäl­ti­gung ei­nes Werks ist zu­läs­sig, wenn sie:
flüch­tig oder be­glei­tend ist;
einen in­te­gra­len und we­sent­li­chen Teil ei­nes tech­ni­schen Ver­fah­rens dar­stellt;
aus­sch­liess­lich der Über­tra­gung in ei­nem Netz zwi­schen Drit­ten durch einen Ver­mitt­ler oder ei­ner recht­mäs­si­gen Nut­zung dient; und
kei­ne ei­gen­stän­di­ge wirt­schaft­li­che Be­deu­tung hat.
Art. 24b Vervielfältigungen zu Sendezwecken
1Ge­gen­über den Sen­de­un­ter­neh­men, die dem Bun­des­ge­setz vom 24. März 20062 über Ra­dio und Fern­se­hen un­ter­ste­hen, kann das Ver­viel­fäl­ti­gungs­recht an nicht­thea­tra­li­schen Wer­ken der Mu­sik bei der Ver­wen­dung von im Han­del er­hält­li­chen Ton- und Ton­bild­trä­gern zum Zweck der Sen­dung nur über ei­ne zu­ge­las­se­ne Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft gel­tend ge­macht wer­den.
2Nach Ab­satz 1 her­ge­stell­te Ver­viel­fäl­ti­gun­gen dür­fen we­der ver­äus­sert noch sonst wie ver­brei­tet wer­den; sie müs­sen vom Sen­de­un­ter­neh­men mit ei­ge­nen Mit­teln her­ge­stellt wer­den. Sie sind wie­der zu lö­schen, wenn sie ih­ren Zweck er­füllt ha­ben. Ar­ti­kel 11 bleibt vor­be­hal­ten.
1Ein Werk darf in ei­ner für Men­schen mit Be­hin­de­run­gen zu­gäng­li­chen Form ver­viel­fäl­tigt wer­den, so­weit die­se das Werk in sei­ner be­reits ver­öf­fent­lich­ten Form nicht oder nur un­ter er­schwe­ren­den Be­din­gun­gen sinn­lich wahr­neh­men kön­nen.
2Sol­che Wer­kexem­pla­re dür­fen nur für den Ge­brauch durch Men­schen mit Be­hin­de­run­gen und oh­ne Ge­winn­zweck her­ge­stellt und in Ver­kehr ge­bracht wer­den.
3Für die Ver­viel­fäl­ti­gung und Ver­brei­tung sei­nes oder ih­res Werks in ei­ner für Men­schen mit Be­hin­de­run­gen zu­gäng­li­chen Form hat der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin An­spruch auf Ver­gü­tung, so­fern es sich nicht nur um die Her­stel­lung ein­zel­ner Wer­kexem­pla­re han­delt.
4Der Ver­gü­tungs­an­spruch kann nur von ei­ner zu­ge­las­se­nen Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft gel­tend ge­macht wer­den.
1Ver­öf­fent­lich­te Wer­ke dür­fen zi­tiert wer­den, wenn das Zi­tat zur Er­läu­te­rung, als Hin­weis oder zur Ver­an­schau­li­chung dient und der Um­fang des Zi­tats durch die­sen Zweck ge­recht­fer­tigt ist.
2Das Zi­tat als sol­ches und die Quel­le müs­sen be­zeich­net wer­den. Wird in der Quel­le auf die Ur­he­ber­schaft hin­ge­wie­sen, so ist die­se eben­falls an­zu­ge­ben.
Ein Werk, das sich in ei­ner öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Samm­lung be­fin­det, darf in ei­nem von der Ver­wal­tung der Samm­lung her­aus­ge­ge­be­nen Ka­ta­log ab­ge­bil­det wer­den; die glei­che Re­ge­lung gilt für die Her­aus­ga­be von Mes­se- und Auk­ti­ons­ka­ta­lo­gen.
1Ein Werk, das sich blei­bend an oder auf all­ge­mein zu­gäng­li­chem Grund be­fin­det, darf ab­ge­bil­det wer­den; die Ab­bil­dung darf an­ge­bo­ten, ver­äus­sert, ge­sen­det oder sonst wie ver­brei­tet wer­den.
2Die Ab­bil­dung darf nicht drei­di­men­sio­nal und auch nicht zum glei­chen Zweck wie das Ori­gi­nal ver­wend­bar sein.
1So­weit es für die Be­richt­er­stat­tung über ak­tu­el­le Er­eig­nis­se er­for­der­lich ist, dür­fen die da­bei wahr­ge­nom­me­nen Wer­ke auf­ge­zeich­net, ver­viel­fäl­tigt, vor­ge­führt, ge­sen­det, ver­brei­tet oder sonst wie wahr­nehm­bar ge­macht wer­den.
2Zum Zweck der In­for­ma­ti­on über ak­tu­el­le Fra­gen dür­fen kur­ze Aus­schnit­te aus Pres­se­ar­ti­keln so­wie aus Ra­dio- und Fern­seh­be­rich­ten ver­viel­fäl­tigt, ver­brei­tet und ge­sen­det oder wei­ter­ge­sen­det wer­den; der Aus­schnitt und die Quel­le müs­sen be­zeich­net wer­den. Wird in der Quel­le auf die Ur­he­ber­schaft hin­ge­wie­sen, so ist die­se eben­falls an­zu­ge­ben.
6. Kapitel: Schutzdauer
Art. 29 Im Allgemeinen
1Ein Werk ist ur­he­ber­recht­lich ge­schützt, so­bald es ge­schaf­fen ist, un­ab­hän­gig da­von, ob es auf ei­nem Trä­ger fest­ge­hal­ten ist oder nicht.
2Der Schutz er­lischt:
50 Jah­re nach dem Tod des Ur­he­bers oder der Ur­he­be­rin für Com­pu­ter­pro­gram­me;
70 Jah­re nach dem Tod des Ur­he­bers oder der Ur­he­be­rin für al­le an­de­ren Wer­ke.
3Muss an­ge­nom­men wer­den, der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin sei seit mehr als 50 be­zie­hungs­wei­se 70 Jah­ren1 tot, so be­steht kein Schutz mehr.
1Ha­ben meh­re­re Per­so­nen an der Schaf­fung ei­nes Werks mit­ge­wirkt (Art. 7), so er­lischt der Schutz:
50 Jah­re nach dem Tod der zu­letzt ver­stor­be­nen Per­son für Com­pu­ter­pro­gram­me1;
70 Jah­re nach dem Tod der zu­letzt ver­stor­be­nen Per­son für al­le an­de­ren Wer­ke2.
2Las­sen sich die ein­zel­nen Bei­trä­ge tren­nen, so er­lischt der Schutz der selb­stän­dig ver­wend­ba­ren Bei­trä­ge 50 be­zie­hungs­wei­se 70 Jah­re3 nach dem Tod des je­wei­li­gen Ur­he­bers oder der je­wei­li­gen Ur­he­be­rin.
3Bei Fil­men und an­de­ren au­dio­vi­su­el­len Wer­ken fällt für die Be­rech­nung der Schutz­dau­er nur der Re­gis­seur oder die Re­gis­seu­rin in Be­tracht.
2 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 58 Abs. 1 ParlG; SR 171.10).
3 Be­rich­tigt von der Re­dak­ti­ons­kom­mis­si­on der BVers (Art. 58 Abs. 1 ParlG; SR 171.10).
1Ist der Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin ei­nes Werks un­be­kannt, so er­lischt des­sen Schutz 70 Jah­re nach der Ver­öf­fent­li­chung oder, wenn das Werk in Lie­fe­run­gen ver­öf­fent­licht wur­de, 70 Jah­re nach der letz­ten Lie­fe­rung.
2Wird vor Ab­lauf die­ser Schutz­frist all­ge­mein be­kannt, wel­che Per­son1 das Werk ge­schaf­fen hat, so er­lischt der Schutz:
50 Jah­re nach ih­rem Tod für Com­pu­ter­pro­gram­me2;
70 Jah­re nach ih­rem Tod für al­le an­de­ren Wer­ke3.
Die Schutz­dau­er wird vom 31. De­zem­ber des­je­ni­gen Jah­res an be­rech­net, in dem das für die Be­rech­nung mass­ge­ben­de Er­eig­nis ein­ge­tre­ten ist.
1Aus­üben­de Künst­ler und Künst­le­rin­nen sind na­tür­li­che Per­so­nen, die ein Werk oder ei­ne Aus­drucks­form der Volks­kunst dar­bie­ten oder an ei­ner sol­chen Dar­bie­tung künst­le­risch mit­wir­ken.1
2Die aus­üben­den Künst­ler und Künst­le­rin­nen ha­ben das aus­sch­liess­li­che Recht, ih­re Dar­bie­tung oder de­ren Fest­le­gung:2
di­rekt oder mit ir­gend­wel­chen Mit­teln an­ders­wo wahr­nehm­bar oder so zu­gäng­lich zu ma­chen, dass Per­so­nen von Or­ten und zu Zei­ten ih­rer Wahl da­zu Zu­gang ha­ben;
durch Ra­dio, Fern­se­hen oder ähn­li­che Ver­fah­ren, auch über Lei­tun­gen, zu sen­den, so­wie die ge­sen­de­te Dar­bie­tung mit Hil­fe von tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen, de­ren Trä­ger nicht das ur­sprüng­li­che Sen­de­un­ter­neh­men ist, wei­ter­zu­sen­den;
auf Ton-, Ton­bild- oder Da­ten­trä­ger auf­zu­neh­men und sol­che Auf­nah­men zu ver­viel­fäl­ti­gen;
als Ver­viel­fäl­ti­gungs­exem­pla­re an­zu­bie­ten, zu ver­äus­sern oder sonst wie zu ver­brei­ten;
wahr­nehm­bar zu ma­chen, wenn sie ge­sen­det, wei­ter­ge­sen­det oder zu­gäng­lich ge­macht wird.
3 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2497; BBl 2006 3389).
4 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2497; BBl 2006 3389).
1Die aus­üben­den Künst­ler und Künst­le­rin­nen ha­ben das Recht auf An­er­ken­nung der In­ter­pre­te­nei­gen­schaft an ih­ren Dar­bie­tun­gen.
2Der Schutz der aus­üben­den Künst­ler und Künst­le­rin­nen vor Be­ein­träch­ti­gun­gen ih­rer Dar­bie­tun­gen rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 28-28l des Zi­vil­ge­setz­bu­ches2.
1 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2497; BBl 2006 3389).
1Ha­ben meh­re­re Per­so­nen an ei­ner Dar­bie­tung künst­le­risch mit­ge­wirkt, so ste­hen ih­nen die ver­wand­ten Schutz­rech­te nach den Re­geln von Ar­ti­kel 7 ge­mein­schaft­lich zu.
2Tre­ten aus­üben­de Künst­ler und Künst­le­rin­nen als Grup­pe un­ter ei­nem ge­mein­sa­men Na­men auf, so ist die von der Künstler­grup­pe be­zeich­ne­te Ver­tre­tung be­fugt, die Rech­te der Mit­glie­der gel­tend zu ma­chen. So­lan­ge die Grup­pe kei­ne Ver­tre­tung be­zeich­net hat, ist zur Gel­tend­ma­chung der Rech­te be­fugt, wer die Dar­bie­tung ver­an­stal­tet, sie auf Ton-, Ton­bild- oder Da­ten­trä­ger auf­ge­nom­men oder sie ge­sen­det hat.
3Bei ei­ner Chor-, Or­che­s­ter- oder Büh­nen­auf­füh­rung ist für ei­ne Ver­wen­dung der Dar­bie­tung nach Ar­ti­kel 33 die Zu­stim­mung fol­gen­der Per­so­nen er­for­der­lich:
der So­lis­ten und So­lis­tin­nen;
des Di­ri­gen­ten oder der Di­ri­gen­tin;
des Re­gis­seurs oder der Re­gis­seu­rin;
der Ver­tre­tung der Künstler­grup­pe nach Ab­satz 2.
4Wer das Recht hat, ei­ne Dar­bie­tung auf Ton­bild­trä­gern zu ver­wer­ten, gilt als be­fugt, Drit­ten zu er­lau­ben, die auf­ge­nom­me­ne Dar­bie­tung so zu­gäng­lich zu ma­chen, dass Per­so­nen von Or­ten und zu Zei­ten ih­rer Wahl da­zu Zu­gang ha­ben.
5Feh­len ent­spre­chen­de sta­tu­ta­ri­sche oder ver­trag­li­che Be­stim­mun­gen, so fin­den auf das Ver­hält­nis zwi­schen den nach den Ab­sät­zen 2 und 4 be­fug­ten Per­so­nen und den von ih­nen ver­tre­te­nen Künst­lern und Künst­le­rin­nen die Re­geln über die Ge­schäfts­füh­rung oh­ne Auf­trag An­wen­dung.
Art. 35 Vergütungsanspruch für die Verwendung von Ton- und Tonbildträgern
1Wer­den im Han­del er­hält­li­che Ton- oder Ton­bild­trä­ger zum Zweck der Sen­dung, der Wei­ter­sen­dung, des öf­fent­li­chen Emp­fangs (Art. 33 Abs. 2 Bst. e) oder der Auf­füh­rung ver­wen­det, so ha­ben aus­üben­de Künst­ler und Künst­le­rin­nen An­spruch auf Ver­gü­tung.
2Der Her­stel­ler oder die Her­stel­le­rin des be­nutz­ten Trä­gers ist an der Ver­gü­tung für die aus­üben­den Künst­ler und Künst­le­rin­nen an­ge­mes­sen zu be­tei­li­gen.
3Die Ver­gü­tungs­an­sprü­che kön­nen nur von zu­ge­las­se­nen Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten gel­tend ge­macht wer­den.
4Aus­län­di­schen aus­üben­den Künst­lern und Künst­le­rin­nen, die ih­ren ge­wöhn­li­chen Auf­ent­halt nicht in der Schweiz ha­ben, steht ein An­spruch auf Ver­gü­tung nur zu, wenn der Staat, dem sie an­ge­hö­ren, den schwei­ze­ri­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen ein ent­spre­chen­des Recht ge­währt.
Der Her­stel­ler oder die Her­stel­le­rin von Ton- oder Ton­bild­trä­gern hat das aus­sch­liess­li­che Recht, die Auf­nah­men:
zu ver­viel­fäl­ti­gen und die Ver­viel­fäl­ti­gungs­exem­pla­re an­zu­bie­ten, zu ver­äus­sern oder sonst wie zu ver­brei­ten;
mit ir­gend­wel­chen Mit­teln so zu­gäng­lich zu ma­chen, dass Per­so­nen von Or­ten und zu Zei­ten ih­rer Wahl da­zu Zu­gang ha­ben.
Das Sen­de­un­ter­neh­men hat das aus­sch­liess­li­che Recht:
sei­ne Sen­dung wei­ter­zu­sen­den;
sei­ne Sen­dung wahr­nehm­bar zu ma­chen;
sei­ne Sen­dung auf Ton-, Ton­bild- oder Da­ten­trä­ger auf­zu­neh­men und sol­che Auf­nah­men zu ver­viel­fäl­ti­gen;
die Ver­viel­fäl­ti­gungs­exem­pla­re sei­ner Sen­dung an­zu­bie­ten, zu ver­äus­sern oder sonst wie zu ver­brei­ten;
sei­ne Sen­dung mit ir­gend­wel­chen Mit­teln so zu­gäng­lich zu ma­chen, dass Per­so­nen von Or­ten und zu Zei­ten ih­rer Wahl da­zu Zu­gang ha­ben.
Die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 12 Ab­satz 1 und Ar­ti­kel 13 so­wie das 4. und 5. Ka­pi­tel des zwei­ten Ti­tels die­ses Ge­set­zes fin­den sinn­ge­mä­ss An­wen­dung auf die Rech­te, die den aus­üben­den Künst­lern und Künst­le­rin­nen so­wie den Her­stel­lern und Her­stel­le­rin­nen von Ton- oder Ton­bild­trä­gern und dem Sen­de­un­ter­neh­men zu­ste­hen.
1Der Schutz be­ginnt mit der Dar­bie­tung des Werks oder der Aus­drucks­form der Volks­kunst durch die aus­üben­den Künst­ler und Künst­le­rin­nen, mit der Ver­öf­fent­li­chung des Ton- oder Ton­bild­trä­gers oder mit sei­ner Her­stel­lung, wenn kei­ne Ver­öf­fent­li­chung er­folgt, so­wie mit der Aus­strah­lung der Sen­dung; er er­lischt nach 50 Jah­ren.1
1bisDas Recht auf An­er­ken­nung der In­ter­pre­te­nei­gen­schaft nach Ar­ti­kel 33a Ab­satz 1 er­lischt mit dem Tod des aus­üben­den Künst­lers oder der aus­üben­den Künst­le­rin, je­doch nicht vor dem Ab­lauf der Schutz­frist nach Ab­satz 1.2
2Die Schutz­dau­er wird vom 31. De­zem­ber des­je­ni­gen Jah­res an be­rech­net, in dem das für die Be­rech­nung mass­ge­ben­de Er­eig­nis ein­ge­tre­ten ist.
2 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2497; BBl 2006 3389).
3a. Titel: Schutz von technischen Massnahmen und von Informationen für die Wahrnehmung von Rechten
1Wirk­sa­me tech­ni­sche Mass­nah­men zum Schutz von Wer­ken und an­de­ren Schut­z­ob­jek­ten dür­fen nicht um­gan­gen wer­den.
2Als wirk­sa­me tech­ni­sche Mass­nah­men im Sin­ne von Ab­satz 1 gel­ten Tech­no­lo­gi­en und Vor­rich­tun­gen wie Zu­gangs- und Ko­pier­kon­trol­len, Ver­schlüs­se­lungs-, Ver­zer­rungs- und an­de­re Um­wand­lungs­me­cha­nis­men, die da­zu be­stimmt und ge­eig­net sind, un­er­laub­te Ver­wen­dun­gen von Wer­ken und an­de­ren Schut­z­ob­jek­ten zu ver­hin­dern oder ein­zu­schrän­ken.
3Ver­bo­ten sind das Her­stel­len, Ein­füh­ren, An­bie­ten, Ver­äus­sern oder das sons­ti­ge Ver­brei­ten, Ver­mie­ten, Über­las­sen zum Ge­brauch, die Wer­bung für und der Be­sitz zu Er­werbs­zwe­cken von Vor­rich­tun­gen, Er­zeug­nis­sen oder Be­stand­tei­len so­wie das Er­brin­gen von Dienst­leis­tun­gen, die:
Ge­gen­stand ei­ner Ver­kaufs­för­de­rung, Wer­bung oder Ver­mark­tung mit dem Ziel der Um­ge­hung wirk­sa­mer tech­ni­scher Mass­nah­men sind;
ab­ge­se­hen von der Um­ge­hung wirk­sa­mer tech­ni­scher Mass­nah­men nur einen be­grenz­ten wirt­schaft­li­chen Zweck oder Nut­zen ha­ben; oder
haupt­säch­lich ent­wor­fen, her­ge­stellt, an­ge­passt oder er­bracht wer­den, um die Um­ge­hung wirk­sa­mer tech­ni­scher Mass­nah­men zu er­mög­li­chen oder zu er­leich­tern.
4Das Um­ge­hungs­ver­bot kann ge­gen­über den­je­ni­gen Per­so­nen nicht gel­tend ge­macht wer­den, wel­che die Um­ge­hung aus­sch­liess­lich zum Zweck ei­ner ge­setz­lich er­laub­ten Ver­wen­dung vor­neh­men.
1Der Bun­des­rat setzt ei­ne Fach­stel­le ein, die:
die Aus­wir­kun­gen der tech­ni­schen Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 39a Ab­satz 2 auf die in den Ar­ti­keln 19-28 ge­re­gel­ten Schran­ken des Ur­he­ber­rechts be­ob­ach­tet und dar­über Be­richt er­stat­tet;
als Ver­bin­dungs­stel­le zwi­schen den Nut­zer- und Kon­su­men­ten­krei­sen und den An­wen­dern und An­wen­de­rin­nen tech­ni­scher Mass­nah­men dient und part­ner­schaft­li­che Lö­sun­gen för­dert.
2Der Bun­des­rat re­gelt die Auf­ga­ben und die Or­ga­ni­sa­ti­on der Fach­stel­le im Ein­zel­nen. Wenn das durch die Schran­ken des Ur­he­ber­rechts ge­schütz­te öf­fent­li­che In­ter­es­se es er­for­dert, kann er vor­se­hen, dass die Fach­stel­le Mass­nah­men ver­fü­gen kann.
1In­for­ma­tio­nen für die Wahr­neh­mung von Ur­he­ber- und ver­wand­ten Schutz­rech­ten dür­fen nicht ent­fernt oder ge­än­dert wer­den.
2Ge­schützt sind elek­tro­ni­sche In­for­ma­tio­nen zur Iden­ti­fi­zie­rung von Wer­ken und an­de­ren Schut­z­ob­jek­ten oder über Mo­da­li­tä­ten und Be­din­gun­gen zu de­ren Ver­wen­dung so­wie Zah­len oder Co­des, die der­ar­ti­ge In­for­ma­tio­nen dar­stel­len, wenn ein sol­ches In­for­ma­ti­ons­ele­ment:
an ei­nem Ton-, Ton­bild- oder Da­ten­trä­ger an­ge­bracht ist; oder
im Zu­sam­men­hang mit ei­ner un­kör­per­li­chen Wie­der­ga­be ei­nes Wer­kes oder ei­nes an­de­ren Schut­z­ob­jekts er­scheint.
3Wer­ke oder an­de­re Schut­z­ob­jek­te, an de­nen In­for­ma­tio­nen für die Wahr­neh­mung von Ur­he­ber- und ver­wand­ten Schutz­rech­ten ent­fernt oder ge­än­dert wur­den, dür­fen in die­ser Form we­der ver­viel­fäl­tigt, ein­ge­führt, an­ge­bo­ten, ver­äus­sert oder sonst­wie ver­brei­tet noch ge­sen­det, wahr­nehm­bar oder zu­gäng­lich ge­macht wer­den.
1. Kapitel: Der Bundesaufsicht unterstellte Verwertungsbereiche
1Der Bun­desauf­sicht sind un­ter­stellt:
die Ver­wer­tung der aus­sch­liess­li­chen Rech­te zur Auf­füh­rung und Sen­dung nicht­thea­tra­li­scher Wer­ke der Mu­sik und zur Her­stel­lung von Ton­trä­gern oder Ton­bild­trä­gern sol­cher Wer­ke;
das Gel­tend­ma­chen von aus­sch­liess­li­chen Rech­ten nach den Ar­ti­keln 22, 22a-22c und 24b;
das Gel­tend­ma­chen der in die­sem Ge­setz vor­ge­se­he­nen Ver­gü­tungs­an­sprü­che nach den Ar­ti­keln 13, 20, 24c und 35.
2Der Bun­des­rat kann wei­te­re Ver­wer­tungs­be­rei­che der Bun­desauf­sicht un­ter­stel­len, wenn es das öf­fent­li­che In­ter­es­se er­for­dert.
3Die per­sön­li­che Ver­wer­tung der aus­sch­liess­li­chen Rech­te nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a durch den Ur­he­ber oder die Ur­he­be­rin oder de­ren Er­ben ist nicht der Bun­desauf­sicht un­ter­stellt.
Wer Rech­te ver­wer­tet, die der Bun­desauf­sicht un­ter­stellt sind, braucht ei­ne Be­wil­li­gung des In­sti­tuts für geis­ti­ges Ei­gen­tum (IGE)1.
1 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533). Die Änd. wur­de im gan­zen Text be­rück­sich­tigt.
1Be­wil­li­gun­gen er­hal­ten nur Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten, die:
nach schwei­ze­ri­schem Recht ge­grün­det wur­den, ih­ren Sitz in der Schweiz ha­ben und ih­re Ge­schäf­te von der Schweiz aus füh­ren;
die Ver­wer­tung von Ur­he­ber­rech­ten oder ver­wand­ten Schutz­rech­ten zum Haupt­zweck ha­ben;
al­len Rechts­in­ha­bern und -in­ha­be­rin­nen of­fen ste­hen;
den Ur­he­bern und Ur­he­be­rin­nen und den aus­üben­den Künst­lern und Künst­le­rin­nen ein an­ge­mes­se­nes Mit­be­stim­mungs­recht ein­räu­men;
für die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten, ins­be­son­de­re auf­grund ih­rer Sta­tu­ten, Ge­währ bie­ten;
ei­ne wirk­sa­me und wirt­schaft­li­che Ver­wer­tung er­war­ten las­sen.
2In der Re­gel wird pro Werk­ka­te­go­rie und für die ver­wand­ten Schutz­rech­te je nur ei­ner Ge­sell­schaft ei­ne Be­wil­li­gung er­teilt.
1Die Be­wil­li­gung wird für fünf Jah­re er­teilt; sie kann je­weils für wei­te­re fünf Jah­re er­neu­ert wer­den.
2Er­tei­lung, Er­neue­rung, Än­de­rung, Ent­zug und Nich­ter­neue­rung der Be­wil­li­gung wer­den ver­öf­fent­licht.
3. Kapitel: Pflichten der Verwertungsgesellschaften
Art. 44 Verwertungspflicht
Die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten sind ge­gen­über den Rechts­in­ha­bern und -in­ha­be­rin­nen ver­pflich­tet, die zu ih­rem Tä­tig­keits­ge­biet ge­hö­ren­den Rech­te wahr­zu­neh­men.
1Die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten müs­sen ih­re Ge­schäf­te nach den Grund­sät­zen ei­ner ge­ord­ne­ten und wirt­schaft­li­chen Ver­wal­tung füh­ren.
2Sie müs­sen die Ver­wer­tung nach fes­ten Re­geln und nach dem Ge­bot der Gleich­be­hand­lung be­sor­gen.
3Sie dür­fen kei­nen ei­ge­nen Ge­winn an­stre­ben.
4Sie schlies­sen nach Mög­lich­keit mit aus­län­di­schen Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten Ge­gen­sei­tig­keits­ver­trä­ge ab.
1Die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten stel­len für die von ih­nen ge­for­der­ten Ver­gü­tun­gen Ta­ri­fe auf.
2Sie ver­han­deln über die Ge­stal­tung der ein­zel­nen Ta­ri­fe mit den mass­ge­ben­den Nut­zer­ver­bän­den.
3Sie le­gen die Ta­ri­fe der Schieds­kom­mis­si­on (Art. 55) zur Ge­neh­mi­gung vor und ver­öf­fent­li­chen die ge­neh­mig­ten Ta­ri­fe.
1Sind meh­re­re Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten im glei­chen Nut­zungs­be­reich tä­tig, so stel­len sie für die glei­che Ver­wen­dung von Wer­ken oder Dar­bie­tun­gen einen ge­mein­sa­men Ta­rif nach ein­heit­li­chen Grund­sät­zen auf und be­zeich­nen ei­ne un­ter ih­nen als ge­mein­sa­me Zahl­stel­le.
2Der Bun­des­rat kann wei­te­re Vor­schrif­ten über ih­re Zu­sam­men­ar­beit er­las­sen.
Art. 48 Grundlagen der Verteilung
1Die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten sind ver­pflich­tet, ein Ver­tei­lungs­re­gle­ment auf­zu­stel­len und es der Auf­sichts­be­hör­de (Art. 52 Abs. 1) zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten.
2Mit Zu­stim­mung des obers­ten Or­gans der Ge­sell­schaft kön­nen Tei­le des Ver­wer­tungs­er­lö­ses zum Zweck der So­zi­al­vor­sor­ge und ei­ner an­ge­mes­se­nen Kul­tur­för­de­rung ver­wen­det wer­den.
1Die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten müs­sen den Ver­wer­tungs­er­lös nach Mass­ga­be des Er­trags der ein­zel­nen Wer­ke und Dar­bie­tun­gen ver­tei­len. Sie ha­ben zur Fest­stel­lung der Be­rech­tig­ten al­le ih­nen zu­mut­ba­ren An­stren­gun­gen zu un­ter­neh­men.
2Ist die­se Ver­tei­lung mit ei­nem un­zu­mut­ba­ren Auf­wand ver­bun­den, so dür­fen die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten das Aus­mass des Er­trags schät­zen; die Schät­zun­gen müs­sen auf über­prüf­ba­ren und sach­ge­rech­ten Ge­sichts­punk­ten be­ru­hen.
3Der Er­lös soll zwi­schen den ur­sprüng­li­chen Rechts­in­ha­bern und -in­ha­be­rin­nen und an­dern Be­rech­tig­ten so auf­ge­teilt wer­den, dass den Ur­he­bern und Ur­he­be­rin­nen und den aus­üben­den Künst­lern und Künst­le­rin­nen in der Re­gel ein an­ge­mes­se­ner An­teil ver­bleibt. Ei­ne an­de­re Ver­tei­lung ist zu­läs­sig, wenn der Auf­wand un­zu­mut­bar wä­re.
4Das Ver­tei­lungs­re­gle­ment hebt ver­trag­li­che Ab­ma­chun­gen der ur­sprüng­li­chen Rechts­in­ha­ber und -in­ha­be­rin­nen mit Drit­ten nicht auf.
Die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten müs­sen der Auf­sichts­be­hör­de al­le Aus­künf­te er­tei­len und al­le Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung stel­len, die für die Durch­füh­rung der Auf­sicht er­for­der­lich sind, so­wie jähr­lich in ei­nem Ge­schäfts­be­richt Re­chen­schaft über ih­re Tä­tig­keit ab­le­gen.
4. Kapitel: Auskunftspflicht gegenüber den Verwertungsgesellschaften
1So­weit es ih­nen zu­zu­mu­ten ist, müs­sen die Wer­knut­zer und -nut­ze­rin­nen den Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten al­le Aus­künf­te er­tei­len, wel­che die­se für die Ge­stal­tung und die An­wen­dung der Ta­ri­fe so­wie die Ver­tei­lung des Er­lö­ses be­nö­ti­gen.
2Die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten sind ver­pflich­tet, Ge­schäfts­ge­heim­nis­se zu wah­ren.
5. Kapitel: Aufsicht über die Verwertungsgesellschaften
1. Abschnitt: Aufsicht über die Geschäftsführung
1Das IGE (Auf­sichts­be­hör­de) be­auf­sich­tigt die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2421; BBl 2006 3389).
1Die Auf­sichts­be­hör­de über­wacht die Ge­schäfts­füh­rung der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten und sorgt da­für, dass sie ih­ren Pflich­ten nach­kom­men. Sie prüft und ge­neh­migt den Ge­schäfts­be­richt.
2Sie kann über die Aus­kunfts­pflicht (Art. 50) Wei­sun­gen er­las­sen.
3Zur Aus­übung ih­rer Be­fug­nis­se kann sie auch nicht zur Bun­des­ver­wal­tung ge­hö­ren­de Be­auf­trag­te bei­zie­hen; die­se un­ter­ste­hen der Schwei­ge­pflicht.
1Kommt ei­ne Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft ih­ren Pflich­ten nicht nach, so setzt die Auf­sichts­be­hör­de ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist zur Her­stel­lung des recht­mäs­si­gen Zu­stan­des; wird die Frist nicht ein­ge­hal­ten, so er­greift sie die not­wen­di­gen Mass­nah­men.
2Bei Un­ge­hor­sam ge­gen Ver­fü­gun­gen kann die Auf­sichts­be­hör­de nach ent­spre­chen­der An­dro­hung die Be­wil­li­gung ein­schrän­ken oder ent­zie­hen.
3Die Auf­sichts­be­hör­de kann rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gun­gen auf Kos­ten der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft ver­öf­fent­li­chen.
Art. 55 Eidgenössische Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten
1Die Eid­ge­nös­si­sche Schieds­kom­mis­si­on für die Ver­wer­tung von Ur­he­ber­rech­ten und ver­wand­ten Schutz­rech­ten (Schieds­kom­mis­si­on) ist zu­stän­dig für die Ge­neh­mi­gung der Ta­ri­fe der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten (Art. 46).
2Der Bun­des­rat wählt die Mit­glie­der. Er re­gelt Or­ga­ni­sa­ti­on und Ver­fah­ren der Schieds­kom­mis­si­on im Rah­men des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19681.
3Die Schieds­kom­mis­si­on nimmt für ih­re Ent­schei­dun­gen kei­ne Wei­sun­gen ent­ge­gen; das Per­so­nal des Kom­mis­si­ons­se­kre­ta­ria­tes un­ter­steht für die­se Tä­tig­keit dem Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten be­zie­hungs­wei­se der Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin.
1Die Schieds­kom­mis­si­on be­steht aus dem Prä­si­den­ten be­zie­hungs­wei­se der Prä­si­den­tin, zwei bei­sit­zen­den Mit­glie­dern, zwei Er­satz­leu­ten so­wie wei­te­ren Mit­glie­dern.
2Die wei­te­ren Mit­glie­der wer­den von den Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten und den mass­ge­ben­den Nut­zer­ver­bän­den von Wer­ken und Dar­bie­tun­gen vor­ge­schla­gen.
1Die Schieds­kom­mis­si­on ent­schei­det mit fünf Mit­glie­dern: dem Prä­si­den­ten be­zie­hungs­wei­se der Prä­si­den­tin, zwei bei­sit­zen­den Mit­glie­dern und zwei wei­te­ren Mit­glie­dern.
2Der Prä­si­dent be­zie­hungs­wei­se die Prä­si­den­tin be­zeich­net für je­des Ge­schäft die zwei wei­te­ren Mit­glie­der, die sach­kun­dig sein müs­sen. Da­bei ist je­weils ein auf Vor­schlag der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten und ein auf Vor­schlag der Nut­zer­ver­bän­de ge­wähl­tes Mit­glied zu be­rück­sich­ti­gen.
3Die Zu­ge­hö­rig­keit ei­nes der sach­kun­di­gen Mit­glie­der zu ei­ner Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft oder ei­nem Nut­zer­ver­band ist für sich al­lein kein Aus­stands­grund.
1Das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment ist ad­mi­nis­tra­ti­ve Auf­sichts­be­hör­de der Schieds­kom­mis­si­on.
2Die Schieds­kom­mis­si­on er­stat­tet dem De­par­te­ment all­jähr­lich Be­richt über ih­re Ge­schäfts­füh­rung.
1Die Schieds­kom­mis­si­on ge­neh­migt einen ihr vor­ge­leg­ten Ta­rif, wenn er in sei­nem Auf­bau und in den ein­zel­nen Be­stim­mun­gen an­ge­mes­sen ist.
2Sie kann nach An­hö­rung der am Ver­fah­ren be­tei­lig­ten Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft und der Nut­zer­ver­bän­de (Art. 46 Abs. 2) Än­de­run­gen vor­neh­men.
3Rechts­kräf­tig ge­neh­mig­te Ta­ri­fe sind für die Ge­rich­te ver­bind­lich.
1Bei der Fest­le­gung der Ent­schä­di­gung sind zu be­rück­sich­ti­gen:
der aus der Nut­zung des Werks, der Dar­bie­tung, des Ton- oder Ton­bild­trä­gers oder der Sen­dung er­ziel­te Er­trag oder hilfs­wei­se der mit der Nut­zung ver­bun­de­ne Auf­wand;
die Art und An­zahl der be­nutz­ten Wer­ke, Dar­bie­tun­gen, Ton- oder Ton­bild­trä­ger oder Sen­dun­gen;
das Ver­hält­nis ge­schütz­ter zu un­ge­schütz­ten Wer­ken, Dar­bie­tun­gen, Ton-oder Ton­bild­trä­ger oder Sen­dun­gen so­wie zu an­de­ren Leis­tun­gen.
2Die Ent­schä­di­gung be­trägt in der Re­gel höchs­tens zehn Pro­zent des Nut­zungs­er­trags oder -auf­wands für die Ur­he­ber­rech­te und höchs­tens drei Pro­zent für die ver­wand­ten Schutz­rech­te; sie ist je­doch so fest­zu­set­zen, dass die Be­rech­tig­ten bei ei­ner wirt­schaft­li­chen Ver­wal­tung ein an­ge­mes­se­nes Ent­gelt er­hal­ten.
3Die Werk­ver­wen­dun­gen nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 1 Buch­sta­be b sind ta­rif­lich zu be­güns­ti­gen.
Wer ein recht­li­ches In­ter­es­se nach­weist, kann ge­richt­lich fest­stel­len las­sen, ob ein Recht oder Rechts­ver­hält­nis nach die­sem Ge­setz vor­han­den ist oder fehlt.
1Wer in sei­nem Ur­he­ber- oder ver­wand­ten Schutz­recht ver­letzt oder ge­fähr­det wird, kann vom Ge­richt ver­lan­gen:
die be­klag­te Par­tei zu ver­pflich­ten, Her­kunft und Men­ge der in ih­rem Be­sitz be­find­li­chen Ge­gen­stän­de, die wi­der­recht­lich her­ge­stellt oder in Ver­kehr ge­bracht wor­den sind, an­zu­ge­ben und Adres­sa­ten so­wie Aus­mass ei­ner Wei­ter­ga­be an ge­werb­li­che Ab­neh­mer und Ab­neh­me­rin­nen zu nen­nen.
1bisEi­ne Ge­fähr­dung von Ur­he­ber- oder ver­wand­ten Schutz­rech­ten liegt ins­be­son­de­re vor bei Hand­lun­gen nach den Ar­ti­keln 39a Ab­sät­ze 1 und 3 so­wie 39c Ab­sät­ze 1 und 3.2
2Vor­be­hal­ten blei­ben die Kla­gen nach dem Ob­li­ga­tio­nen­recht3 auf Scha­den­er­satz, auf Ge­nug­tu­ung so­wie auf Her­aus­ga­be ei­nes Ge­winns ent­spre­chend den Be­stim­mun­gen über die Ge­schäfts­füh­rung oh­ne Auf­trag.
3Wer über ei­ne aus­sch­liess­li­che Li­zenz ver­fügt, ist selb­stän­dig zur Kla­ge be­rech­tigt, so­fern dies im Li­zenz­ver­trag nicht aus­drück­lich aus­ge­schlos­sen wor­den ist. Al­le Li­zenz­neh­mer und Li­zenz­neh­me­rin­nen kön­nen ei­ner Ver­let­zungs­kla­ge bei­tre­ten, um ih­ren ei­ge­nen Scha­den gel­tend zu ma­chen.4
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
1Das Ge­richt kann die Ein­zie­hung und Ver­wer­tung oder Ver­nich­tung der wi­der­recht­lich her­ge­stell­ten Ge­gen­stän­de oder der vor­wie­gend zu ih­rer Her­stel­lung die­nen­den Ein­rich­tun­gen, Ge­rä­te und sons­ti­gen Mit­tel an­ord­nen.1
2Aus­ge­nom­men sind aus­ge­führ­te Wer­ke der Bau­kunst.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang I Ziff. II 9 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
Er­sucht ei­ne Per­son um die An­ord­nung vor­sorg­li­cher Mass­nah­men, so kann sie ins­be­son­de­re ver­lan­gen, dass das Ge­richt Mass­nah­men an­ord­net:
zur Be­weis­si­che­rung;
zur Er­mitt­lung der Her­kunft wi­der­recht­lich her­ge­stell­ter oder in Ver­kehr ge­brach­ter Ge­gen­stän­de;
zur Wah­rung des be­ste­hen­den Zu­stan­des; oder
zur vor­läu­fi­gen Voll­stre­ckung von Un­ter­las­sungs- und Be­sei­ti­gungs­an­sprü­chen.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 9 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
Das Ge­richt kann auf An­trag der ob­sie­gen­den Par­tei an­ord­nen, dass das Ur­teil auf Kos­ten der an­de­ren Par­tei ver­öf­fent­licht wird. Es be­stimmt Art und Um­fang der Ver­öf­fent­li­chung.
Art. 66a Mitteilung von Urteilen
Die Ge­rich­te stel­len rechts­kräf­ti­ge Ur­tei­le dem IGE in voll­stän­di­ger Aus­fer­ti­gung un­ent­gelt­lich zu.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
Art. 67 Urheberrechtsverletzung
1Auf An­trag der in ih­ren Rech­ten ver­letz­ten Per­son wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder Geld­stra­fe be­straft, wer vor­sätz­lich und un­recht­mäs­sig:1
ein Werk un­ter ei­ner falschen oder ei­ner an­dern als der vom Ur­he­ber oder von der Ur­he­be­rin be­stimm­ten Be­zeich­nung ver­wen­det;
ein Werk ver­öf­fent­licht;
ein Werk än­dert;
ein Werk zur Schaf­fung ei­nes Werks zwei­ter Hand ver­wen­det;
auf ir­gend­ei­ne Wei­se Wer­kexem­pla­re her­stellt;
Wer­kexem­pla­re an­bie­tet, ver­äus­sert oder sonst wie ver­brei­tet;
ein Werk di­rekt oder mit Hil­fe ir­gend­wel­cher Mit­tel vor­trägt, auf­führt, vor­führt oder an­ders­wo wahr­nehm­bar macht;
ein Werk mit ir­gend­wel­chen Mit­teln so zu­gäng­lich macht, dass Per­so­nen von Or­ten und zu Zei­ten ih­rer Wahl da­zu Zu­gang ha­ben;
ein Werk durch Ra­dio, Fern­se­hen oder ähn­li­che Ver­fah­ren, auch über Lei­tun­gen, sen­det oder ein ge­sen­de­tes Werk mit­tels tech­ni­scher Ein­rich­tun­gen, de­ren Trä­ger nicht das ur­sprüng­li­che Sen­de­un­ter­neh­men ist, wei­ter­sen­det;
ein zu­gäng­lich ge­mach­tes, ge­sen­de­tes oder wei­ter­ge­sen­de­tes Werk wahr­nehm­bar macht;
sich wei­gert, der zu­stän­di­gen Be­hör­de Her­kunft und Men­ge der in sei­nem Be­sitz be­find­li­chen Ge­gen­stän­de, die wi­der­recht­lich her­ge­stellt oder in Ver­kehr ge­bracht wor­den sind, an­zu­ge­ben und Adres­sa­ten so­wie Aus­mass ei­ner Wei­ter­ga­be an ge­werb­li­che Ab­neh­mer und Ab­neh­me­rin­nen zu nen­nen;
ein Com­pu­ter­pro­gramm ver­mie­tet.
2Wer ei­ne Tat nach Ab­satz 1 ge­werbs­mäs­sig be­gan­gen hat, wird von Am­tes we­gen ver­folgt. Die Stra­fe ist Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe. Mit der Frei­heits­s­tra­fe ist ei­ne Geld­stra­fe zu ver­bin­den.5
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
5 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2497; BBl 2006 3389).
Wer es vor­sätz­lich un­ter­lässt, in den ge­setz­lich vor­ge­se­he­nen Fäl­len (Art. 25 und 28) die be­nütz­te Quel­le und, falls er in ihr ge­nannt ist, den Ur­he­ber an­zu­ge­ben, wird auf An­trag der in ih­ren Rech­ten ver­letz­ten Per­son mit Bus­se be­straft.
ei­ne Werkd­ar­bie­tung durch Ra­dio, Fern­se­hen oder ähn­li­che Ver­fah­ren, auch über Lei­tun­gen, sen­det;
ei­ne Werkd­ar­bie­tung auf Ton-, Ton­bild- oder Da­ten­trä­ger auf­nimmt;
Ver­viel­fäl­ti­gungs­exem­pla­re ei­ner Werkd­ar­bie­tung an­bie­tet, ver­äus­sert oder sonst wie ver­brei­tet;
ei­ne ge­sen­de­te Werkd­ar­bie­tung mit­tels tech­ni­scher Ein­rich­tun­gen, de­ren Trä­ger nicht das ur­sprüng­li­che Sen­de­un­ter­neh­men ist, wei­ter­sen­det;
ei­ne zu­gäng­lich ge­mach­te, ge­sen­de­te oder wei­ter­ge­sen­de­te Werkd­ar­bie­tung wahr­nehm­bar macht;
ei­ne Werkd­ar­bie­tung un­ter ei­nem falschen oder ei­nem an­de­ren als dem vom aus­üben­den Künst­ler oder von der aus­üben­den Künst­le­rin be­stimm­ten Künst­ler­na­men ver­wen­det;
ei­ne Werkd­ar­bie­tung, einen Ton- oder Ton­bild­trä­ger oder ei­ne Sen­dung mit ir­gend­wel­chen Mit­teln so zu­gäng­lich macht, dass Per­so­nen von Or­ten und zu Zei­ten ih­rer Wahl da­zu Zu­gang ha­ben;
einen Ton- oder Ton­bild­trä­ger ver­viel­fäl­tigt, die Ver­viel­fäl­ti­gungs­exem­pla­re an­bie­tet, ver­äus­sert oder sonst wie ver­brei­tet;
ei­ne Sen­dung wei­ter­sen­det;
ei­ne Sen­dung auf Ton-, Ton­bild- oder Da­ten­trä­ger auf­nimmt;
ei­ne auf Ton-, Ton­bild- oder Da­ten­trä­ger fest­ge­leg­te Sen­dung ver­viel­fäl­tigt oder sol­che Ver­viel­fäl­ti­gungs­exem­pla­re ver­brei­tet;
sich wei­gert, der zu­stän­di­gen Be­hör­de Her­kunft und Men­ge der in sei­nem Be­sitz be­find­li­chen Trä­ger ei­ner nach Ar­ti­kel 33, 36 oder 37 ge­schütz­ten Leis­tung, die wi­der­recht­lich her­ge­stellt oder in Ver­kehr ge­bracht wor­den sind, an­zu­ge­ben und Adres­sa­ten so­wie Aus­mass ei­ner Wei­ter­ga­be an ge­werb­li­che Ab­neh­mer und Ab­neh­me­rin­nen zu nen­nen.
2Wer ei­ne Tat nach Ab­satz 1 ge­werbs­mäs­sig be­gan­gen hat, wird von Am­tes we­gen ver­folgt. Die Stra­fe ist Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe. Mit der Frei­heits­s­tra­fe ist ei­ne Geld­stra­fe zu ver­bin­den.6
3 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2497; BBl 2006 3389).
4 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2497; BBl 2006 3389).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
6 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2497; BBl 2006 3389).
Art. 69a Verletzung des Schutzes von technischen Massnahmen und von Informationen für die Wahrnehmung von Rechten
1Auf An­trag der in ih­rem Schutz ver­letz­ten Per­son wird mit Bus­se be­straft, wer vor­sätz­lich und un­recht­mäs­sig:
wirk­sa­me tech­ni­sche Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 39a Ab­satz 2 mit der Ab­sicht um­geht, ei­ne ge­setz­lich un­er­laub­te Ver­wen­dung von Wer­ken oder an­de­ren Schut­z­ob­jek­ten vor­zu­neh­men;
Vor­rich­tun­gen, Er­zeug­nis­se oder Be­stand­tei­le her­stellt, ein­führt, an­bie­tet, ver­äus­sert oder sonst wie ver­brei­tet, ver­mie­tet, zum Ge­brauch über­lässt, da­für wirbt oder zu Er­werbs­zwe­cken be­sitzt oder Dienst­leis­tun­gen er­bringt, die:
Ge­gen­stand ei­ner Ver­kaufs­för­de­rung, Wer­bung oder Ver­mark­tung mit dem Ziel der Um­ge­hung wirk­sa­mer tech­ni­scher Mass­nah­men sind,
ab­ge­se­hen von der Um­ge­hung wirk­sa­mer tech­ni­scher Mass­nah­men nur einen be­grenz­ten wirt­schaft­li­chen Zweck oder Nut­zen ha­ben, oder
haupt­säch­lich ent­wor­fen, her­ge­stellt, an­ge­passt oder er­bracht wer­den, um die Um­ge­hung wirk­sa­mer tech­ni­scher Mass­nah­men zu er­mög­li­chen oder zu er­leich­tern;
elek­tro­ni­sche In­for­ma­tio­nen zur Wahr­neh­mung der Ur­he­ber- und ver­wand­ten Schutz­rech­te nach Ar­ti­kel 39c Ab­satz 2 ent­fernt oder än­dert;
Wer­ke oder an­de­re Schut­z­ob­jek­te, an de­nen In­for­ma­tio­nen über die Wahr­neh­mung von Rech­ten nach Ar­ti­kel 39c Ab­satz 2 ent­fernt oder ge­än­dert wur­den, ver­viel­fäl­tigt, ein­führt, an­bie­tet, ver­äus­sert oder sonst­wie ver­brei­tet, sen­det, wahr­nehm­bar oder zu­gäng­lich macht.
2Wer ei­ne Tat nach Ab­satz 1 ge­werbs­mäs­sig be­gan­gen hat, wird von Am­tes we­gen ver­folgt. Die Stra­fe ist Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder Geld­stra­fe.
3Hand­lun­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben c und d sind nur straf­bar, wenn sie von ei­ner Per­son vor­ge­nom­men wer­den, der be­kannt ist oder den Um­stän­den nach be­kannt sein muss, dass sie da­mit die Ver­let­zung ei­nes Ur­he­ber- oder ver­wand­ten Schutz­rechts ver­an­lasst, er­mög­licht, er­leich­tert oder ver­schlei­ert.
Wer oh­ne er­for­der­li­che Be­wil­li­gung (Art. 41) Ur­he­ber- oder ver­wand­te Schutz­rech­te gel­tend macht, de­ren Ver­wer­tung der Bun­desauf­sicht un­ter­stellt ist (Art. 40), wird mit Bus­se be­straft.
Für Wi­der­hand­lun­gen in Ge­schäfts­be­trie­ben, durch Be­auf­trag­te und der­glei­chen sind die Ar­ti­kel 6 und 7 des Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­set­zes vom 22. März 19741 an­wend­bar.
Aus­ge­führ­te Wer­ke der Bau­kunst kön­nen nicht nach Ar­ti­kel 69 des Straf­ge­setz­bu­ches2 ein­ge­zo­gen wer­den.
2Wi­der­hand­lun­gen nach Ar­ti­kel 70 wer­den vom IGE nach dem Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­setz vom 22. März 19741 ver­folgt und be­ur­teilt.
3. Kapitel: Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht
1Ge­gen Ver­fü­gun­gen der Auf­sichts­be­hör­de und der Schieds­kom­mis­si­on kann beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den.
2Be­schwer­den ge­gen Ver­fü­gun­gen der Schieds­kom­mis­si­on ha­ben nur auf­schie­ben­de Wir­kung, wenn der In­struk­ti­ons­rich­ter des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts dies von Am­tes we­gen oder auf An­trag ei­ner Par­tei an­ord­net.
4. Kapitel: Hilfeleistung der Zollverwaltung
Art. 75 Anzeige verdächtiger Waren
1Die Zoll­ver­wal­tung ist er­mäch­tigt, die In­ha­ber oder In­ha­be­rin­nen der Ur­he­ber- oder der ver­wand­ten Schutz­rech­te so­wie die zu­ge­las­se­nen Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten zu be­nach­rich­ti­gen, wenn der Ver­dacht be­steht, dass das Ver­brin­gen ins schwei­ze­ri­sche Zoll­ge­biet oder aus dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet von Wa­ren be­vor­steht, de­ren Ver­brei­tung ge­gen die in der Schweiz gel­ten­de Ge­setz­ge­bung über das Ur­he­ber­recht oder die ver­wand­ten Schutz­rech­te ver­stösst.2
2In die­sem Fall ist die Zoll­ver­wal­tung er­mäch­tigt, die Wa­ren wäh­rend drei Werk­ta­gen zu­rück­zu­be­hal­ten, da­mit die an­trags­be­rech­tig­ten Per­so­nen einen An­trag nach Ar­ti­kel 76 Ab­satz 1 stel­len kön­nen.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
1Ha­ben In­ha­ber oder In­ha­be­rin­nen be­zie­hungs­wei­se kla­ge­be­rech­tig­te Li­zenz­neh­mer oder Li­zenz­neh­me­rin­nen von Ur­he­ber- oder von ver­wand­ten Schutz­rech­ten oder ei­ne zu­ge­las­se­ne Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft kon­kre­te An­halts­punk­te da­für, dass das Ver­brin­gen ins schwei­ze­ri­sche Zoll­ge­biet oder aus dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet von Wa­ren be­vor­steht, de­ren Ver­brei­tung ge­gen die in der Schweiz gel­ten­de Ge­setz­ge­bung über das Ur­he­ber­recht oder die ver­wand­ten Schutz­rech­te ver­stösst, so kön­nen sie bei der Zoll­ver­wal­tung schrift­lich be­an­tra­gen, die Frei­ga­be der Wa­ren zu ver­wei­gern.1
2Die An­trag­stel­ler ha­ben al­le ih­nen greif­ba­ren zweck­dien­li­chen An­ga­ben zu ma­chen, wel­che die Zoll­ver­wal­tung be­nö­tigt, um über den An­trag ent­schei­den zu kön­nen. Sie über­ge­ben ihr na­ment­lich ei­ne ge­naue Be­schrei­bung der Wa­ren.
3Die Zoll­ver­wal­tung ent­schei­det end­gül­tig über den An­trag. Sie kann ei­ne Ge­bühr zur De­ckung der Ver­wal­tungs­kos­ten er­he­ben.2
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
1Hat die Zoll­ver­wal­tung auf­grund ei­nes An­trags nach Ar­ti­kel 76 Ab­satz 1 den be­grün­de­ten Ver­dacht, dass das Ver­brin­gen ins schwei­ze­ri­sche Zoll­ge­biet oder aus dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet von Wa­ren ge­gen die in der Schweiz gel­ten­de Ge­setz­ge­bung über das Ur­he­ber­recht oder die ver­wand­ten Schutz­rech­te ver­stösst, so teilt sie dies ei­ner­seits dem An­trag­stel­ler oder der An­trag­stel­le­rin und an­de­rer­seits dem An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer be­zie­hungs­wei­se der An­mel­de­rin, Be­sit­ze­rin oder Ei­gen­tü­me­rin der Wa­re mit.2
2Die Zoll­ver­wal­tung be­hält die Wa­re bis höchs­tens zehn Werk­ta­ge vom Zeit­punkt der Mit­tei­lung nach Ab­satz 1 an zu­rück, da­mit der An­trag­stel­ler oder die An­trag­stel­le­rin vor­sorg­li­che Mass­nah­men er­wir­ken kann.
3In be­grün­de­ten Fäl­len kann sie die Wa­re wäh­rend höchs­tens zehn wei­te­ren Werk­ta­gen zu­rück­be­hal­ten.
1Wäh­rend des Zu­rück­be­hal­tens der Wa­re ist die Zoll­ver­wal­tung er­mäch­tigt, dem An­trag­stel­ler oder der An­trag­stel­le­rin auf An­trag Pro­ben oder Mus­ter zur Prü­fung zu über­ge­ben oder zu­zu­sen­den oder ihm oder ihr die Be­sich­ti­gung der zu­rück­be­hal­te­nen Wa­re zu ge­stat­ten.
2Die Pro­ben oder Mus­ter wer­den auf Kos­ten des An­trag­stel­lers oder der An­trag­stel­le­rin ent­nom­men und ver­sandt.
3Sie müs­sen nach er­folg­ter Prü­fung, so­weit sinn­voll, zu­rück­ge­ge­ben wer­den. Ver­blei­ben Pro­ben oder Mus­ter beim An­trag­stel­ler oder bei der An­trag­stel­le­rin, so un­ter­lie­gen sie den Be­stim­mun­gen der Zoll­ge­setz­ge­bung.
1Gleich­zei­tig mit der Be­nach­rich­ti­gung nach Ar­ti­kel 77 Ab­satz 1 in­for­miert die Zoll­ver­wal­tung den An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer be­zie­hungs­wei­se die An­mel­de­rin, Be­sit­ze­rin oder Ei­gen­tü­me­rin der Wa­re über die mög­li­che Über­ga­be von Pro­ben oder Mus­tern be­zie­hungs­wei­se die Be­sich­ti­gungs­mög­lich­keit nach Ar­ti­kel 77a Ab­satz 1.
2Der An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer be­zie­hungs­wei­se die An­mel­de­rin, Be­sit­ze­rin oder Ei­gen­tü­me­rin kann ver­lan­gen, zur Wah­rung sei­ner be­zie­hungs­wei­se ih­rer Fa­bri­ka­ti­ons- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­se bei der Be­sich­ti­gung an­we­send zu sein.
3Die Zoll­ver­wal­tung kann auf be­grün­de­ten An­trag des An­mel­ders, Be­sit­zers oder Ei­gen­tü­mers be­zie­hungs­wei­se der An­mel­de­rin, Be­sit­ze­rin oder Ei­gen­tü­me­rin die Über­ga­be von Pro­ben oder Mus­tern ver­wei­gern.
1Zu­sam­men mit dem An­trag nach Ar­ti­kel 76 Ab­satz 1 kann der An­trag­stel­ler oder die An­trag­stel­le­rin der Zoll­ver­wal­tung schrift­lich be­an­tra­gen, die Wa­re zu ver­nich­ten.
2Wird ein An­trag auf Ver­nich­tung ge­stellt, so teilt die Zoll­ver­wal­tung dies dem An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer be­zie­hungs­wei­se der An­mel­de­rin, Be­sit­ze­rin oder Ei­gen­tü­me­rin der Wa­re im Rah­men der Mit­tei­lung nach Ar­ti­kel 77 Ab­satz 1 mit.
3Der An­trag auf Ver­nich­tung führt nicht da­zu, dass die Fris­ten nach Ar­ti­kel 77 Ab­sät­ze 2 und 3 zur Er­wir­kung vor­sorg­li­cher Mass­nah­men ver­län­gert wer­den.
1Für die Ver­nich­tung der Wa­re ist die Zu­stim­mung des An­mel­ders, Be­sit­zers oder Ei­gen­tü­mers be­zie­hungs­wei­se der An­mel­de­rin, Be­sit­ze­rin oder Ei­gen­tü­me­rin er­for­der­lich.
2Die Zu­stim­mung gilt als er­teilt, wenn der An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer be­zie­hungs­wei­se die An­mel­de­rin, Be­sit­ze­rin oder Ei­gen­tü­me­rin die Ver­nich­tung nicht in­ner­halb der Fris­ten nach Ar­ti­kel 77 Ab­sät­ze 2 und 3 aus­drück­lich ab­lehnt.
Vor der Ver­nich­tung der Wa­re ent­nimmt die Zoll­ver­wal­tung Pro­ben oder Mus­ter und be­wahrt sie als Be­weis­mit­tel auf für all­fäl­li­ge Kla­gen auf Scha­den­er­satz.
1Er­weist sich die Ver­nich­tung der Wa­re als un­be­grün­det, so haf­tet aus­sch­liess­lich der An­trag­stel­ler oder die An­trag­stel­le­rin für den ent­stan­de­nen Scha­den.
2Hat der An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer be­zie­hungs­wei­se die An­mel­de­rin, Be­sit­ze­rin oder Ei­gen­tü­me­rin der Ver­nich­tung schrift­lich zu­ge­stimmt, so ent­ste­hen ge­gen­über dem An­trag­stel­ler oder der An­trag­stel­le­rin auch dann kei­ne An­sprü­che auf Scha­den­er­satz, wenn sich die Ver­nich­tung spä­ter als un­be­grün­det er­weist.
1Die Ver­nich­tung der Wa­re er­folgt auf Kos­ten des An­trag­stel­lers oder der An­trag­stel­le­rin.
2Über die Kos­ten für die Ent­nah­me und Auf­be­wah­rung von Pro­ben oder Mus­tern nach Ar­ti­kel 77e ent­schei­det das Ge­richt im Zu­sam­men­hang mit der Be­ur­tei­lung der Scha­den­er­satz­an­sprü­che nach Ar­ti­kel 77f Ab­satz 1.
Art. 77h Haftungserklärung und Schadenersatz
1Ist durch das Zu­rück­be­hal­ten der Wa­re ein Scha­den zu be­fürch­ten, so kann die Zoll­ver­wal­tung das Zu­rück­be­hal­ten da­von ab­hän­gig ma­chen, dass der An­trag­stel­ler oder die An­trag­stel­le­rin ihr ei­ne Haf­tungs­er­klä­rung ab­gibt. An de­ren Stel­le kann die Zoll­ver­wal­tung vom An­trag­stel­ler oder von der An­trag­stel­le­rin in be­grün­de­ten Fäl­len ei­ne an­ge­mes­se­ne Si­cher­heits­leis­tung ver­lan­gen.
2Der An­trag­stel­ler oder die An­trag­stel­le­rin muss den Scha­den, der durch das Zu­rück­be­hal­ten der Wa­re und die Ent­nah­me von Pro­ben oder Mus­tern ent­stan­den ist, er­set­zen, wenn vor­sorg­li­che Mass­nah­men nicht an­ge­ord­net wer­den oder sich als un­be­grün­det er­wei­sen.
das Bun­des­ge­setz vom 7. De­zem­ber 19221 be­tref­fend das Ur­he­ber­recht an Wer­ken der Li­te­ra­tur und Kunst;
das Bun­des­ge­setz vom 25. Sep­tem­ber 19402 be­tref­fend die Ver­wer­tung von Ur­he­ber­rech­ten.
1 [BS 2 817; AS 1955 855]
2 [BS 2 834]
Art. 80 Bestehende Schutzobjekte
1Die­ses Ge­setz gilt auch für Wer­ke, Dar­bie­tun­gen, Ton- und Ton­bild­trä­ger so­wie Sen­dun­gen, die vor sei­nem In­kraft­tre­ten ge­schaf­fen wa­ren.
2War die Ver­wen­dung ei­nes Wer­kes, ei­ner Dar­bie­tung, ei­nes Ton- und Ton­bild­trä­gers oder ei­ner Sen­dung, die nach die­sem Ge­setz wi­der­recht­lich wä­re, bis­her er­laubt, so darf sie vollen­det wer­den, wenn sie vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes be­gon­nen wur­de.
1Vor In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ab­ge­schlos­se­ne Ver­trä­ge über Ur­he­ber- oder ver­wand­te Schutz­rech­te und auf­grund sol­cher Ver­trä­ge ge­trof­fe­ne Ver­fü­gun­gen blei­ben nach dem bis­he­ri­gen Recht wirk­sam.
2So­weit nichts an­de­res ver­ein­bart ist, sind die­se Ver­trä­ge nicht an­wend­bar auf Rech­te, die erst durch die­ses Ge­setz ge­schaf­fen wer­den.
Art. 81a Klagebefugnis von Lizenznehmern
Die Ar­ti­kel 62 Ab­satz 3 und 65 Ab­satz 5 sind nur auf Li­zenz­ver­trä­ge an­wend­bar, die nach In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 22. Ju­ni 2007 die­ses Ge­set­zes ab­ge­schlos­sen oder be­stä­tigt wor­den sind.
Die nach dem Bun­des­ge­setz vom 25. Sep­tem­ber 19401 be­tref­fend die Ver­wer­tung von Ur­he­ber­rech­ten zu­ge­las­se­nen Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten müs­sen in­nert sechs Mo­na­ten nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes um ei­ne neue Be­wil­li­gung (Art. 41) nach­su­chen.
1 [BS 2 834]
1Nach al­tem Recht ge­neh­mig­te Ta­ri­fe der kon­zes­sio­nier­ten Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten blei­ben bis zum Ab­lauf ih­rer Gül­tig­keits­dau­er in Kraft.
2Ver­gü­tun­gen nach den Ar­ti­keln 13, 20 und 35 sind ab In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ge­schul­det; sie kön­nen ab Ge­neh­mi­gung des ent­spre­chen­den Ta­ri­fes gel­tend ge­macht wer­den.
OELP Ordo

References: Art. 6

Art. 7

Art. 9
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 36

Art. 19

Art. 22

Art. 24

Art. 29
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2

Art. 35
 Art. 2

Art. 44

Art. 48

Art. 55

Art. 66

Art. 67
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2

Art. 69

Art. 75

Art. 77

Art. 80

Art. 81