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Timestamp: 2018-01-16 15:06:20+00:00

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Unternehmen: Bewertung für die Erbschaft- und Schenkungsteuer | Ruby & Schindler. Die Kanzlei für Erbrecht
Unternehmen: Bewertung für die Erbschaft- und Schenkungsteuer
1. Wo ist im Gesetz geregelt, wie ein Unternehmen für die Erbschaft- und Schenkungsteuer bewertet wird?
2. Wie werden börsennotierte Unternehmen für die Erbschaftsteuer bewertet?
3. Wie werden Unternehmen für die Erbschaftsteuer bewertet?
Die Aktiengesellschaften grundsätzlich nach den Aktienwerten. Komplizierter ist es für andere Unternehmensformen bzw. Beteiligungen daran, nämlich für
Anteile an einer Personengesellschaft
Anteile an einer Genossenchaft
andere nicht börsennotierte Anteile von Kapitalgesellschaften.
Hier ist der gemeine Wert maßgeblich, der abzuleiten ist aus folgender Stufenleiter, nämlich aus dem
Verkaufswert aus Verkaufsfall im letzten Jahr vor dem Bewertungszeitpunkt, liegt ein solcher nicht vor aus dem
Ertragswert , wenn dies nicht möglich ist aus
anderen Bewertungsmethoden, wobei der
Substanzwert die Untergrenze darstellt.
4. Wie ist ein 6 Millionen wertes Unternehmen für die Erbschaftsteuer zu bewerten, das der Erblasser 11 Monate vor seinem Tod für 1 Million gekauft hat?
Hier haben die Erben Glück gehabt. Der Erbfall wird nach dem Verkaufswert besteuert, also nach dem Kaufpreis, den der Erblasser für den Kauf des Unternehmens aufgewendet hat, wenn der für die Ermittlung der Besteuerungsgrundlage heranzuziehende Verkauf im Jahr vor dem Tod des Erblassers erfolgte. Wäre der Erblasser hingegen nach 13 Monten verstorben, wären die 6 Millionen Euro Besteuerungsgrundlage gewesen. § 11 BewG Wertpapiere und Anteile(1) …(2) Anteile an Kapitalgesellschaften, die nicht unter Absatz 1 fallen, sind mit dem gemeinen Wert anzusetzen. Lässt sich der gemeine Wert nicht aus Verkäufen unter fremden Dritten ableiten, die weniger als ein Jahr zurückliegen, so ist er unter Berücksichtigung der Ertragsaussichten der Kapitalgesellschaft oder einer anderen anerkannten, auch im gewöhnlichen Geschäftsverkehr für nichtsteuerliche Zwecke üblichen Methode zu ermitteln; dabei ist die Methode anzuwenden, die ein Erwerber der Bemessung des Kaufpreises zugrunde legen würde. Die Summe der gemeinen Werte der zum Betriebsvermögen gehörenden Wirtschaftsgüter und sonstigen aktiven Ansätze abzüglich der zum Betriebsvermögen gehörenden Schulden und sonstigen Abzüge (Substanzwert) der Gesellschaft darf nicht unterschritten werden; die §§ 99 und 103 sind anzuwenden. Die §§ 199 bis 203 sind zu berücksichtigen. § 109 BewG Bewertung (1) Das Betriebsvermögen von Gewerbebetrieben im Sinne des § 95 und das Betriebsvermögen von freiberuflich Tätigen im Sinne des § 96 ist jeweils mit dem gemeinen Wert anzusetzen. Für die Ermittlung des gemeinen Werts gilt § 11 Abs. 2 entsprechend. (2) Der Wert eines Anteils am Betriebsvermögen einer in § 97 genannten Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse ist mit dem gemeinen Wert anzusetzen. Für die Ermittlung des gemeinen Werts gilt § 11 Abs. 2 entsprechend. …
5. Wie wird der gemeine Wert von GmbH-Anteilen aus Verkäufen ermittelt?
Maßgebend sind die Verkäufe im letzten Jahr vor dem Erbfall.
Angenommen, das Stammkapitla der GmbH beträgt 500.000 und der Erblasser hatte Anteile am Stammkapital von 50.000 Euro, also 10 Prozent. Wurden im letzten Jahr vor dem Erbfall von anderen Teilhabern Anteile verkauft, zum Beispiel einmal Anteile von 25.000 Euro für 40.000 Euro und dann Anteile von 40.000 Euro für 90.000 Euro, so wurden Anteile am Stammkapital von 65.000 Euro für 130.000 verkauft. Der gemeine Wert für einen Stammanteil von 100 Euro beträgt somit 200 Euro, also 200 Prozent. Das gilt auch für die Anteile des Erblassers, so dass seine Anteile am Stammkapital von 50.000 Euro einen gemeinen Wert von 100.000 Euro besitzen.
6. Wie errechnet man den Ertragswert eines Unternehmens?
7. Welches ist der maßgebliche Wert bei der Unternehmensnachfolge?
8. Was ist der “Substanzwert” eines Unternehmens?
Der Mindestwert eines Unternehmens bei der Erbschaft- oder Schenkungsteuer. Er ist die Summe der Werte aller Wirtschaftsgüter und Schulden, die zum Betriebsvermögen gehören. Hierzu zählt nach R.B 11.3 seit 2011 auch der Firmenwert.
Der Substanzwert ist als Mindestwert nur anzusetzen, wenn der gemeine Wert nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren (§§ 199 bis 203 BewG) oder mit einem Gutachtenwert (Ertragswertverfahren oder andere im gewöhnlichen Geschäftsverkehr für nichtsteuerliche Zwecke übliche Methode) ermittelt wird und der gemeine Wert unter dem Substanzwert liegt. Wird der gemeine Wert aus tatsächlichen Verkäufen unter fremden Dritten im gewöhnlichen Geschäftsverkehr abgeleitet, ist der Ansatz des Substanzwerts als Mindestwert ausgeschlossen.
8.1 Wie werden Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens bewertet?
Bei der Bewertung sind nach R B 11.3 Abs. 7 Wirtschaftsgüter des beweglichen abnutzbaren Anlagevermögens mit dem gemeinen Wert anzusetzen. Als gemeiner Wert kann dabei aus Vereinfachugnsgründen ein angemessener Restwert in Höhe von mindestens 30 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten berücksichtigt werden, sofern dies nicht zu unzutreffenden Ergebnissen führt.
Beispiel: Bei einem Anschaffungswert von 100.000 Euro für eine Maschine können aus Vereinfachungsgründen 30.000 Euro angesetzt werden, sofern dies nicht offensichtlich unzutreffend ist. Bei einem höheren Buchwert vom z.B. 60.000 Euro wird das Finanzamt sicherlich den höheren Buchwert ansetzen, weil es die 30.000 Euro für offensichtlich unzutreffend halten wird. Hier werden im Streitfall nur Gutachten helfen.
8.2 Wie wird Umlaufvermögen bewertet?
8.3 Was ist die retrograde Bewertungsmethode?
Die retrograde Bewertung ist ein Bewertungsverfahren im Rechnungswesen, mit dem sich die Anschaffungskosten rückwärts aus dem Verkaufspreis errechnen lassen. Sie ist dann anzuwenden wenn ein Wiederbeschaffungswert oder Wiederherstellungskosten für bestimmte Gegenstände des Umlaufvermögens nicht vorliegen.
8.4. Erbschaftsteuer: Muss beim Tod eines Personengesellschafters eine Zwischenbilanz für den Substanzwert erstellt werden?
Nein. Stimmen der Bewertungsstichtag (z.B. Todestag 14.09.2013) und der Abschlusszeitpunkt des Wirtschaftsjahres überein (31.12.2012) und erstellt die Personengesellschaft keine Zwischenbilanz auf den Todestag, kann aus Vereinfachungsgründen der Wert des Vermögens der Personengesellschaft zum Bewertungsstichtag aus der letzten Bilanz vor dem Todestag abgeleitet werden.
Dies darf aber nicht zu unangemessenen Ergebnissen führen. Für solche Fälle (z.B. Grundstückswerte, Beteiligungen an anderen GmbHs oder AGs) ist eine besondere Ermittlung des Substanzwertes auf den Bewertungsstichtag vorzunehmen. Dabei ist zunächst der Saldo der gemeinen Werte für die Wirtschaftsgüter, sonstigen aktiven Ansätze, Schulden und sonstigen Abzüge am Abschlusszeitpunkt zu bilden, die bei der Ermittlung des Substanzwertes der Kapitalgesellschaft anzusehen sind (Ausgangswert).
Aus dem Ausgangswert ist der Wert des Vermögens der Kapitalgesellschaft auf den Bewertungsstichtag unter vereinfachter Berücksichtigung der im Vermögend der Kapitalgesellschaft bis zum Bewertungsstichtag eingetretenen Veränderungen abzuleiten.
Als Korrekturen kommen in Betracht:
1. Hinzurechnung des Gewinns und der Einlagen sowie Abrechnung des Verlustes und der Entnahmen, die auf den Zeitraum vom letzten Bilanzstichtag vor dem Bewertungsstichtag bis zum Bewertungsstichtag entfallen. Auszugehen ist dabei vom Gewinn laut Steuerbilanz. Der Gewinn oder Verlust ist zu korrigieren, soweit darin Abschreibungen (Normal-AfA, erhöhte AfA, Sonderabschreibungen, Teilwertabschreibungen) oder Aufwendungen auf betrieblichen Grundbesitz (Grund und Boden, Betriebsgebäude, Außenanlagen, sonstige wesentliche Bestandteile und Zubehör) enthalten sind, die das Ergebnis gemindert haben, mit dem Wertansatz der Betriebsgrundstücke aber abgegolten sind; für Teilwertzuschreibungen gilt dies entsprechend. R B 11.4 Absatz 3 Nummer 1 Satz 4 gilt entsprechend. Gewinn oder Verlust und Abschreibungen oder andere Aufwendungen bis zum Bewertungsstichtag sind, soweit dies nicht im Einzelfall zu unangemessenen Ergebnissen führt, zeitanteilig aus den entsprechenden Jahresbeträgen zu berechnen;
2. Berücksichtigung von Vermögensänderungen infolge Veräußerung oder Erwerb von Anlagevermögen, insbesondere von Betriebsgrundstücken, Wertpapieren, Anteilen und Genussscheinen von Kapitalgesellschaften und Beteiligungen an Personengesellschaften, soweit sie sich nicht bereits nach Nummer 1 ausgewirkt haben.
9. Was ist bei der Unternehmensbewertung der Unterschied zwischen Substanzwert und Liquidationswert?
Der Substanzwert ist ein Fortführungswert. Bei seiner Ermittlung wird davon ausgegangen, dass das Unternehmen fortgeführt wird.
Der Liquidationswert ist als Untergrenze bei der Unternehmensbewertung anzusetzen, wenn feststeht, dass das Unrternehmen nicht fortgeführt werden wird. Der Liquidationswert ist der Substanzwert abzüglich der Liquidationskosten (also abzüglich der Kosten für
Arbeitnehmerabfindungen,
Abrisskosten,
Vorfälligkeitsentschädigungen für Unternehmenskredite,
Provisionen und Gebühren, die bei der Veräußerung anfallen,
Ertragsteuern, die durch die Veräußerung ausgelöst werden).
Die Gesetzesbegründung in Drucksache 16/7918 führt dazu auf Seite 38 zu § 11 Abs. 2BewG aus:
Untergrenze ist stets der Substanzwert als Mindestwert, den
ein Steuerpflichtiger am Markt erzielen könnte. Steht fest,
dass die Gesellschaft nicht weiter betrieben werden soll, ist
der Liquidationswert als besondere Ausprägung des Substanzwerts die Untergrenze. Die Definition des Substanzwerts entspricht inhaltlich den Grundsätzen der bisherigen
§§ 98a und 103 BewG
10. Was ist ein Paketzuschlag bei Kapitalgesellschaften?
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References: § 11
 § 109
 § 95
 § 96
 § 11
 § 97
 § 11
 § 11