Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82150000052.htm
Timestamp: 2018-11-20 16:28:54+00:00

Document:
2.15.052 Um die Großwiese
Verordnung des Landratsamtes Karlsruhe als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Um die Großwiese" vom 19. Oktober 1990 (Mitteilungsbl. Bad Schönborn vom 15.11.1990).
Auf Grund von § 22 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 19. März 1985, (GBl. S. 71), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Schönborn, Landkreis Karlsruhe, wird zum Landschaftsschutzgebiet mit der Bezeichnung "Um die Großwiese" erklärt.
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 250 ha. Es umfaßt auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Schönborn folgende Gewanne und Waldteile ganz oder teilweise. (In Klammern: Umbenennung im Flurbereinigungsverfahren).
1. Gemarkung Bad Langenbrücken
Zwischenbach (Zwischen den Bächen), Grohäcker, Herrenwiese, Boppelsloch, Grohwingert, Bergwiese, Lautermilch, Rohrwiese, Holderwiese, Großwiese, Stumpenwiese, Mauerwiesen, Maueräcker, Götteläcker, Bleielswiesen, Metzenloch, Knoblauchäcker, Waldwiese, Kissenwiesen, Doppelried, Seitenhecke, Goldknöpfle, Wagnersbrunnen, Dochberg, Käsberg, Alter Berg, Ozipfe, Kellerbrunnen, Allmend, Hummelswiese, Untere Zeil, Allmend, Hummelswiese, Mittlere Zeil, Judenberg, Am Neuweg, Doppelrot, Katzenwingert, Obere Schmalert, Untere Schmalert, Benzenwiese (Binsenwiese) sowie der Walddistrikt Großer Wald.
2. Gemarkung Mingolsheim
Krugswiesen, Pfarrwald.
(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 sowie in 1 Detailkarte im Maßstab 1 : 5 000 grün eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Karlsruhe sowie beim Bürgermeisteramt Bad Schönborn zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
Wesentlicher Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes I ist:
1. die Erhaltung eines großräumigen und geschlossenen Wiesengebietes mit Feuchtwiesen, Streuobst und Bachgehölzen;
2. die Erhaltung einer aus Grünland, Reben und Wald bestehenden und zu hoher landschaftlicher Schönheit und Vielfalt vereinten Flur in der Vorbergzone des Kraichgaus;
3. die Erhaltung eines für die Nah- und Kurerholung besonders wertvollen Gebietes;
4. die Förderung des Grünlandes;
5. Erhaltung des Traubeneichen-Hainbuchen-Waldes insbesondere in dessen Funktion als Erholungswald.
Wesentlicher Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes II ist die Erhaltung eines Rebengebietes als Teilgebiet der schützenswerten Vorbergzone.
In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere
(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere folgende Handlungen im Landschaftsschutzgebiet I:
8. Anlage oder Veränderung von Flugplätzen, einschließlich Modellflugplätzen;
10. Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen außerhalb der zugelassenen Plätze und nicht nur vorübergehendes Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;
12. Verankern von Wohnbooten, Bojen und anderen schwimmenden Anlagen und die Errichtung (von Stegen)*;
15. Umwandlung von Dauergrünland in Ackerflächen oder Umwandlung von Weinbergwiesen in Rasenflächen;
16. Beseitigen oder Ändern von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Streuobstbestände, Obstbestände, Feldgehölze, Hecken, Ufergehölze und Uferstauden, Fluren sowie Hohlwegen;
17. Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 3 ha. Im Landschaftsschutzgebiet II bedürfen die in § 2 Abs. 1 Ziff. 1-6 genannten Handlungen der Erlaubnis.
* Einfügung LfU
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen, unter Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen, wenn dadurch solche Wirkungen auf ein mit dem Schutzzweck vereinbares Maß gemildert werden.
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke mit der Maßgabe, daß § 5 Abs. 2 Ziff. 14-16 beachtet werden;
2. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke mit der Maßgabe, daß § 5 Abs. 2 Ziff. 17 zu beachten ist;
2. entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis oder Befreiung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können.
Die Verordnung mit den Karten liegt während der Dienststunden im Zimmer 6a auf.
Karlsruhe, den 19. Oktober 1990

References: § 22
 § 2
 § 2
 § 4
 § 5
 § 5
 § 5