Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20234,%20164
Timestamp: 2019-09-23 14:24:44+00:00

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BFH, 09.06.2011 - VI R 55/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,1091
BFH, 09.06.2011 - VI R 55/10 (https://dejure.org/2011,1091)
BFH, Entscheidung vom 09.06.2011 - VI R 55/10 (https://dejure.org/2011,1091)
BFH, Entscheidung vom 09. Juni 2011 - VI R 55/10 (https://dejure.org/2011,1091)
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§ 6 Abs 1 Nr 4 S 2 EStG 2002, § 8 Abs 2 S 2 ff EStG 2002, § 9 Abs 1 S 3 Nr 4 EStG 2002, § 19 Abs 1 S 1 Nr 1 EStG 2002, § 8 Abs 2 S 2 EStG 2002
Zulässigkeit des Innehabens von mehr als einer regelmäßigen Arbeitsstätte durch einen Arbeitnehmer; Kriterien zur Bestimmung des ortsgebundenen Mittelpunktes einer dauerhaft angelegten beruflichen Tätigkeit; Zeitlich regelmäßiges Aufsuchen einer Tätigkeitsstätte durch ...
Regelmäßige Arbeitsstätte - Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit entscheidend
Rechtsprechungsänderung: Arbeitnehmer kann nicht mehr als eine regelmäßige Arbeitsstätte innehaben
Höchstens eine regelmäßige Arbeitsstätte eines Arbeitnehmers
Folgen der neuen Urteile für Arbeitnehmer mit mehreren Einsatzorten
Anwendung der Entfernungspauschale bei den anderen Einkunftsarten
Kurznachricht zu "Neue BFH-Urteile zur regelmäßigen Arbeitsstätte: Ende der 46 Tage-Regel?" von StBin/Dipl-Finw. Susanne Weber, original erschienen in: BBK 2011, 859 - 863.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 09.06.2011, Az.: VI R 55/10 (Regelmäßige Arbeitsstätte bei mehreren Tätigkeiten)" von StB/Dipl.-Kfm. Sven Rindelaub, original erschienen in: BB 2011, 2661 - 2663.
Kurznachricht zu "Neuausrichtung des steuerlichen Reisekostenrechts" von Stb Michael Seifert, original erschienen in: StuB 2012, 466 - 470.
FG Münster, 19.01.2010 - 1 K 4306/07
BFHE 234, 164
NJW 2011, 3392
NZA 2011, 1332
BB 2011, 2661
BStBl II 2012, 38
NZA-RR 2011, 537
Auch ein Rettungsassistent kann nicht mehrere regelmäßige Arbeitsstätten nebeneinander innehaben (Anschluss an Senatsentscheidungen vom 9. Juni 2011 VI R 36/10, BFHE 234, 160, BStBl II 2012, 36, und VI R 55/10, BFHE 234, 164, BStBl II 2012, 38;… gegen BFH-Urteil vom 14. September 2005 VI R 93/04, BFH/NV 2006, 53).
Diese Rechtsprechung hat der Senat jedoch zwischenzeitlich aufgegeben (Urteile vom 9. Juni 2011 VI R 36/10, BFHE 234, 160, BStBl II 2012, 36; VI R 55/10, BFHE 234, 164, BStBl II 2012, 38; s. dazu Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 15. Dezember 2011 IV C 5 - S 2353/11/10010).
Dazu hat das FG festzustellen, ob und welcher betrieblichen Einrichtung seines Arbeitgebers der Kläger zugeordnet war, welche Tätigkeit er an den verschiedenen Arbeitsstätten im Einzelnen wahrnahm oder wahrzunehmen hatte und welches Gewicht dieser Tätigkeit jeweils zukam (BFH-Urteil in BFHE 234, 164, BStBl II 2012, 38).
Eine regelmäßige Tätigkeitsstätte i.S. des § 9 Abs. 3, § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG liegt daher vor, wenn das vermietete Objekt der (ortsgebundene) Mittelpunkt der dauerhaft und auf Überschusserzielung angelegten Vermietungstätigkeit des Steuerpflichtigen ist (vgl. BFH-Urteile vom 9. Juni 2011 VI R 55/10, BFHE 234, 164, BStBl II 2012, 38, unter II.1.c; VI R 36/10, BFHE 234, 160, BStBl II 2012, 36, unter II.2.a, m.w.N.).
Nachdem das FG diese Klage mit Urteil vom 19. Januar 2010 1 K 4306/07 E (Entscheidungen der Finanzgerichte --EFG-- 2010, 1986) abgewiesen hatte, hob der Bundesfinanzhof (BFH) die Vorentscheidung auf und verwies die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zurück (Urteil vom 9. Juni 2011 VI R 55/10, BFHE 234, 164, BStBl II 2012, 38).
Danach war für die ertragsteuerrechtliche Beurteilung u.a. die Einordnung des Kellerraums als Betriebsstätte entscheidungserheblich, weshalb das FG auch weitere Feststellungen dazu zu treffen hatte, ob der Kellerraum in die häusliche Sphäre des Klägers eingebunden war (BFH-Urteil in BFHE 234, 164, BStBl II 2012, 38, Rz 17).
Überdies sei der am Wohnsitz des Klägers befindliche Kellerraum --unter Zugrundelegung der in dem zur Einkommensteuer ergangenen Urteil in BFHE 234, 164, BStBl II 2012, 38 in Rz 16 genannten Abgrenzungskriterien-- keine Betriebsstätte der GmbH, sondern ein häusliches Arbeitszimmer gewesen.
Dort liegt die eine regelmäßige Arbeitsstätte, die ein Arbeitnehmer nur haben kann (vgl. Senatsurteil vom 9. Juni 2011 VI R 55/10, BFHE 234, 164, www.bundesfinanzhof.de).
Der BFH hat aus diesem Befund - ebenfalls mit einer verfassungsrechtlichen Argumentation - geschlossen, dass die rechtfertigungsbedürftige Ausnahmevorschrift des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG eng auszulegen ist (vgl. BFH-Urteile vom 9. Juni 2011 VI R 36/10, BStBl II 2012, 36; VI R 55/10, BStBl II 2012, 38).
Hieran hält der erkennende Senat jedoch nicht länger fest (s.a. Senatsentscheidung vom 9. Juni 2011 VI R 55/10, BFHE 234, 164, www.bundesfinanzhof.de).
FG Niedersachsen, 24.04.2012 - 8 K 258/09

References: § 6
 § 8
 § 9
 § 19
 § 8
 § 9
 § 9
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