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Timestamp: 2019-07-18 01:40:50+00:00

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BFH, 22.07.1997 - VIII R 13/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,494
BFH, 22.07.1997 - VIII R 13/96 (https://dejure.org/1997,494)
BFH, Entscheidung vom 22.07.1997 - VIII R 13/96 (https://dejure.org/1997,494)
BFH, Entscheidung vom 22. Juli 1997 - VIII R 13/96 (https://dejure.org/1997,494)
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EStG § 8 Abs. 1, § 11 Abs. 1 Satz 1, § 20 Abs. 1 Nrn. 4 und 7; AO 1977 § 39 Abs. 1, § 39 Abs. 2 Nr. 1, § 41 Abs. 1; BGB § 366 Abs. 1, § 705, § 812, § 814; HGB n.F. §§ 230 ff.; HGB § 335
Börsentermingeschäft - Bestimmung der Rechtsverhältnisse - Scheinrendite
Im sog. Schneeballsystem ausgezahlte ,,Gewinnanteile'' sind Kapitalertrag, nicht Kapitalrückzahlung. Zur Frage, unter welchen Voraussetzungen bestimmte Rechtsverhältnisse typische stille Gesellschaften i. S. von § 20 Abs. 1 Nr. 4 EStG darstellen
EStG § 20 Abs 1 Nr 4, EStG § 11 Abs 1
Kapitalnutzung; Rendite; Schneeballsystem; Treuhand; Zufluß
FG Münster, 09.11.1995 - 14 K 5090/94
BFHE 184, 46
BB 1997, 2361
DB 1997, 2357
BStBl II 1997, 767
Eine stille Gesellschaft setzt nach § 230 HGB den vertraglichen Zusammenschluss zwischen einem Unternehmensträger ("Inhaber eines Handelsgeschäfts") und einem anderen voraus, kraft dessen sich der andere ohne Bildung eines Gesellschaftsvermögens mit einer Einlage an dem Unternehmen beteiligt und eine Gewinnbeteiligung erhält (vgl. dazu ausführlich BFH-Urteile vom 22. Juli 1997 VIII R 57/95, BFHE 184, 21, BStBl II 1997, 755, unter II.1.a bis c der Gründe, VIII R 12/96, BFHE 184, 34, BStBl II 1997, 761, unter II.1.a bis c der Gründe, VIII R 13/96, BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II.1.a bis c der Gründe;… vom 19. Juni 2007 VIII R 63/03, BFH/NV 2008, 194;… ferner z.B. Dötsch, in: Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, § 20 Rz F 2).
Auch die Hingabe eines (gedeckten) Schecks führt zum Zufluss des entsprechenden Geldbetrages (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II.2.a der Gründe).
Für die Abgrenzung, ob eine Rückzahlung der Anlagesumme oder eine Zinsauszahlung vorliegt, ist einkommensteuerrechtlich allein an die Tilgungsbestimmung des Betreibers bei Auszahlung anzuknüpfen, selbst wenn diese Auszahlung zivilrechtlich mangels eines entstandenen Zinsauszahlungsanspruchs unwirksam sein sollte (vgl. aus der ständigen Rechtsprechung z.B. Senatsurteile vom 22. Juli 1997 VIII R 12/96, BFHE 184, 34, BStBl II 1997, 761; vom 22. Juli 1997 VIII R 13/96, BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767;… vom 10. Juli 2001 VIII R 31/97, BFH/NV 2001, 1554; vom 30. Oktober 2001 VIII R 15/01, BFHE 197, 126, BStBl II 2002, 138, m.w.N.).
BFH, 30.10.2001 - VIII R 15/01
Auch die Hingabe eines (gedeckten) Schecks führt zum Zufluss des entsprechenden Geldbetrages (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 22. Juli 1997 VIII R 13/96, BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II. 2. a).
Gelangt das FG danach zu dem Ergebnis, dass die Auszahlungen an den Kläger ganz oder teilweise nicht schon in einem früheren Veranlagungszeitraum als Einnahmen aus Kapitalvermögen zu erfassende "Renditen" betrafen, so liegen insofern unzweifelhaft Kapitaleinkünfte vor (vgl. Senatsurteil in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II. 2. a).
Woher die vom Schuldner zur Begleichung seiner (vermeintlichen) Verbindlichkeiten verwendeten, in seinem wirtschaftlichen Eigentum stehenden Geldmittel stammten, ob sie z.B. aus selbst erwirtschafteten Umsätzen oder Erträgen, Krediten, Schenkungen oder strafbaren Handlungen erlangt wurden, ist für die durch die Zahlung beim Empfänger eintretende objektive Bereicherung i.S. von § 8 Abs. 1 EStG grundsätzlich ohne Belang (vgl. z.B. Senatsurteil in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II. 2. b, m.w.N.; Dötsch, DStZ 1997, 837, 840, rechte Spalte f.).
Denn ebenso wie die übrigen Investoren hatte der Kläger seine Kapitaleinlagen an die Anlagegesellschaften mit der Maßgabe geleistet, dass die entsprechenden Geldbeträge nicht nur in das zivilrechtliche, sondern auch in das wirtschaftliche Eigentum der Anlagegesellschaften übergehen sollten (vgl. auch Senatsurteil in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II. 2. b, betreffend die vergleichbare Lage bei den Ambros-Anlegern).
Für die Zurechnung der in dieser Weise zugeflossenen Gewinnanteile zu den Kapitaleinkünften i.S. von § 20 Abs. 1 Nr. 4 1. Alternative EStG ist überdies ohne Belang, ob die Anlagegesellschaften die an den Kläger ausgezahlten "Renditen" tatsächlich erwirtschaftet hatten und ob der Kläger einen zivilrechtlich durchsetzbaren Anspruch auf diese Gewinnanteile besaß (näher dazu Senatsurteil in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter 2. c, bb, m.w.N., betreffend die insoweit vergleichbaren Ambros-Fälle).
bb) Für die Zuordnung der zugeflossenen Beträge zu den Einkünften i.S. von § 2 Abs. 1 Nr. 5 i.V.m. § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG ist ohne Belang, ob die Beträge tatsächlich erwirtschaftet waren und ob die Anleger einen zivilrechtlich durchsetzbaren Anspruch besaßen (vgl. BFH-Urteil vom 22. Juli 1997 VIII R 13/96, BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II.2.c bb der Gründe zu § 20 Abs. 1 Nr. 4 EStG).
BFH, 20.03.2001 - IX R 97/97
a) Einnahmen sind zugeflossen, sobald der Empfänger wirtschaftlich über sie verfügen kann oder verfügt hat (ständige Rechtsprechung; BFH-Urteile vom 30. Oktober 1980 IV R 97/78, BFHE 132, 410, BStBl II 1981, 305; vom 22. Juli 1997 VIII R 13/96, BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, m.w.N.).
Diese Voraussetzung ist bei Zahlungen durch Scheck grundsätzlich im Zeitpunkt der Übergabe des Schecks erfüllt (BFH-Urteile in BFHE 132, 410, BStBl II 1981, 305;… vom 18. September 1986 VI R 185/81, BFH/NV 1987, 162; vom 8. Dezember 1993 XI R 81/90, BFHE 173, 252, BStBl II 1994, 338; in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767; ferner zum Abfluss gemäß § 11 Abs. 2 EStG BFH-Urteil vom 24. September 1985 IX R 2/80, BFHE 145, 507, BStBl II 1986, 284).
Entscheidend für die Besteuerung ist allein die wirtschaftliche Gestaltung, wie sie die Beteiligten unter sich gelten lassen (§ 41 Abs. 1 der Abgabenordnung --AO 1977--; BFH-Urteil in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767 unter II. 2. c bb, m.w.N.).
Selbst wenn wegen der Nichtigkeit der Vereinbarungen die Bestechungsgelder später zurückgezahlt werden sollten, hätte dies für den ursprünglichen Zufluss keine Bedeutung; die Regelung des § 11 Abs. 1 Satz 1 EStG setzt nicht voraus, dass der Steuerpflichtige die Leistung (endgültig) behalten darf (BFH-Urteil in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767 unter II. 2. c bb, m.w.N.; vgl. auch zur Rückzahlung von Bestechungsgeldern BFH-Urteil vom 26. Januar 2000 IX R 87/95, BFHE 191, 274, BStBl II 2000, 396;… speziell für Schmiergelder bereits Becker, Die Grundlagen der Einkommensteuer, 1940, S. 63).
c) Das FA beruft sich auch zu Unrecht auf die BFH-Urteile vom 22. Juli 1997 VIII R 57/95 (BFHE 184, 21, BStBl II 1997, 755), vom 22. Juli 1997 VIII R 12/96 (BFHE 184, 34, BStBl II 1997, 761) und vom 22. Juli 1997 VIII R 13/96 (BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767).
Zur ausführlichen Begründung verweist der erkennende Senat auf seine Urteile vom 22. Juli 1997 VIII R 57/95 (BFHE 184, 21, BStBl II 1997, 755, unter II. 1. a bis c der Gründe), VIII R 12/96 (BFHE 184, 34, BStBl II 1997, 761, unter II. 1. a bis c der Gründe) und VIII R 13/96 (BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II. 1. a bis c der Gründe).
Dann kann aber an einem Zufluss von Einnahmen i.S. von § 11 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 EStG kein Zweifel bestehen (vgl. schon Senatsurteil in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II. 2. a der Gründe).
Woher die vom Schuldner zur Begleichung seiner (vermeintlichen) Verbindlichkeiten verwendeten, in seinem wirtschaftlichen Eigentum stehenden Geldmittel stammten, ist für die durch die Zahlung beim Empfänger eintretende objektive Bereicherung grundsätzlich ohne Belang (näher dazu Senatsurteil in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II. 2. b der Gründe, m.w.N.).
ddd) Die in Rede stehenden Renditen flossen den Eheleuten im Streitjahr auch als Einnahmen im Rahmen der Einkünfte aus Kapitalvermögen i.S. von § 20 Abs. 1 Nr. 4, 1. Alternative EStG zu und bildeten nicht etwa nicht steuerbare Kapitalrückzahlungen (zur näheren Begründung vgl. Senatsurteil in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II. 2. c der Gründe).
Dabei leistete die A diese Auszahlungen an die gutgläubigen Eheleute in bewusster Kenntnis ihrer Nichtschuld mit der Folge, dass einem Rückforderungsanspruch der A § 814 BGB entgegengestanden hätte (vgl. auch schon Senatsurteil in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II. 2. c, bb der Gründe).
Angesichts dieser in bewusster Täuschung der Anleger erfolgten Vorgehensweise der A wäre es dieser nicht möglich gewesen, die Einlagekonten der Klägerin und ihres Ehemannes im Nachhinein für Zeiträume bis 30. September 1990 mit Verlustanteilen zu belasten, weil dies (der Wertung des) § 814 BGB zuwider gelaufen wäre (vgl. schon Senatsurteil in BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II. 2. c, bb, letzter Absatz der Gründe;… zum Rechtsgedanken des § 814, erste Alternative BGB als Ausprägung des allgemeinen Grundsatzes der Unzulässigkeit widersprüchlichen Verhaltens --§ 242 BGB-- vgl. z.B. Palandt/Thomas, Bürgerliches Gesetzbuch, Kommentar, 60. Aufl., § 814 Rz. 1;… Lieb in Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, 3. Aufl., § 814 Rz. 2, m.w.N.).
BFH, 08.04.2008 - VIII R 3/05
Kapitalvermögen; Abgrenzung zwischen stiller Gesellschaft und …
Eine stille Gesellschaft setzt nach § 230 des Handelsgesetzbuchs (HGB) den vertraglichen Zusammenschluss zwischen einem Unternehmensträger ("Inhaber eines Handelsgeschäfts") und einem anderen voraus, kraft dessen sich der andere ohne Bildung eines Gesellschaftsvermögens mit einer Einlage an dem Unternehmen beteiligt und eine Gewinnbeteiligung erhält (vgl. dazu ausführlich Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 22. Juli 1997 VIII R 57/95, BFHE 184, 21, BStBl II 1997, 755, unter II.1.a bis c der Gründe; VIII R 12/96, BFHE 184, 34, BStBl II 1997, 761, unter II.1.a bis c der Gründe; VIII R 13/96, BFHE 184, 46, BStBl II 1997, 767, unter II.1.a bis c der Gründe;… vom 19. Juni 2007 VIII R 63/03, BFH/NV 2008, 194;… ferner z.B. Dötsch, in: Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, § 20 Rz F 2).
BFH, 03.04.2000 - VIII B 99/99
BFH, 17.04.2008 - III R 100/06
Abgrenzung des Handels vom verarbeitenden Gewerbe
BFH, 10.12.1998 - VIII B 56/98
BFH, 08.12.1998 - VIII B 66/98
FG Brandenburg, 03.11.2000 - 1 K 1027/98
Zufluss von Kapitaleinkünften bei Gutschrift
BFH, 11.05.1999 - VIII R 70/95
BFH, 15.10.1998 - VIII B 33/98
BFH, 08.12.1998 - VIII B 64/98
BFH, 03.12.1997 - VIII B 38/97
Anforderungen an die Zulässigkeit einer Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung …
FG Niedersachsen, 30.09.2004 - 11 K 19/04
Aufhebung von Kapitalertragsteuer-Anmeldung nach Untersagungsverfügung des …
FG München, 25.09.2001 - 4 V 2158/01
Scheeballerträge als Zuwendung i. S. des § 7 ErbStG; Aussetzung der Vollziehung; …
FG München, 11.12.2012 - 12 K 2218/10
Einnahmensplitting
FG Sachsen-Anhalt, 14.01.2003 - 2 K 133/99
Steuerbarkeit von Scheinrenditen; Einkommensteuer 1991

References: § 8
 § 11
 § 20
 § 39
 § 39
 § 41
 § 366
 § 705
 § 812
 § 814
 § 335
 § 20
 § 20
 § 11
 § 230
 § 20
 § 8
 § 20
 § 2
 § 20
 § 20
 § 11
 § 11
 § 11
 § 8
 § 20
 § 814
 § 814
 § 814
 § 814
 § 814
 § 230
 § 20
 § 7