Source: http://m.hensche.de/Abfindung_gemaess_1a_KSchG_und_Sozialplanabfindung_LAG_Berlin-Bbg_8Sa531-15.html
Timestamp: 2017-01-22 08:06:01+00:00

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Wie verhält sich der Abfindungsanspruch aus einer Kündigung gemäß § 1a KSchG zu einer Sozialplanabfindung?
§ 1a KSchG ermöglicht dem Ar­beit­ge­ber bei Kündi­gun­gen fol­gen­des Vor­ge­hen: Kündigt er aus be­triebs­be­ding­ten Gründen und stellt dem Ar­beit­neh­mer im Kündi­gungs­schrei­ben ei­ne Ab­fin­dung in Aus­sicht für den Fall, dass der Ar­beit­neh­mer in­ner­halb der dreiwöchi­gen Kla­ge­frist kei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge er­hebt, dann hat der Ar­beit­neh­mer ei­nen Ab­fin­dungs­an­spruch in ge­setz­lich fest­ge­leg­ter Höhe, nämlich in Höhe ei­nes hal­ben Mo­nats­ge­halts pro Beschäfti­gungs­jahr.
Im Streit: Arbeitnehmer erhält 86.300,00 EUR Abfindung gemäß einem Interessenausgleich und klagt später auf weitere 86.300,00 EUR Abfindung aus einer § 1a-Kündigung
In dem vom LAG Ber­lin-Bran­den­burg ent­schie­de­nen Fall hat­ten Ar­beit­ge­ber und Be­triebs­rat we­gen ei­ner be­triebs­be­ding­ten Ent­las­sungs­wel­le ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich ver­ein­bart, der zu­gleich auch Ab­fin­dungs­zah­lun­gen zu­guns­ten der Ar­beit­neh­mer vor­sah. Ob­wohl Ab­fin­dungs­ansprüche im ge­setz­li­chen Re­gel­fall nicht in ei­nem In­ter­es­sen­aus­gleich, son­dern in ei­nem So­zi­al­plan ver­ein­bart wer­den, ent­hielt der In­ter­es­sen­aus­gleich (was recht­lich zulässig ist) hier im Streit­fall Ab­fin­dungs­ansprüche zu­guns­ten der be­triebs­be­dingt gekündig­ten Ar­beit­neh­mer, und zwar in Höhe der Re­gel­ab­fin­dung von ei­nem hal­ben Mo­nats­lohn pro Beschäfti­gungs­jahr, wie dies auch in § 1a Abs.2 KSchG vor­ge­se­hen ist.
LAG Berlin-Brandenburg: Der Abfindungsanspruch aus einer Kündigung gemäß § 1a KSchG ist nur auf eine Sozialplanabfindung anzurechnen, wenn der Sozialplan die Anrechnung vorsieht
Auch das LAG Ber­lin-Bran­den­burg ent­schied pro Ar­beit­neh­mer, ließ al­ler­dings die Re­vi­si­on zum Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) zu. Von die­ser Möglich­keit hat der Ar­beit­ge­ber mitt­ler­wei­le Ge­brauch ge­macht (Ak­ten­zei­chen des BAG: 2 AZR 536/15). Zur Be­gründung sei­ner Ent­schei­dung be­ruft sich das LAG auf ein BAG-Ur­teil aus dem Jah­re 2007, in dem das BAG klar­ge­stellt hat­te, dass die Par­tei­en ei­nes So­zi­al­plans nicht die Re­ge­lungs­macht ha­ben, ei­nen dem Ar­beit­neh­mer gemäß § 1a KSchG zu­ste­hen­den Ab­fin­dungs­an­spruch we­gen ei­ner So­zi­al­plan­ab­fin­dung zu kürzen, d.h. ei­ne So­zi­al­plan­ab­fin­dung auf ei­ne § 1a-Ab­fin­dung an­zu­rech­nen. Wol­len Be­triebs­rat und Ar­beit­ge­ber Dop­pel­ansprüche ver­mei­den, müssen sie um­ge­kehrt fest­le­gen, dass ei­ne § 1a-Ab­fin­dung auf den So­zi­al­plan-Ab­fin­dungs­an­spruch an­zu­rech­nen ist, d.h. dass die­ser zu kürzen ist (BAG, Ur­teil vom 19.06.2007, 1 AZR 340/06, Rand­num­mer 34).

References: § 1

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