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Timestamp: 2019-01-20 20:22:09+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein PugNatSchGV SH 2017 | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Pugumer See und Umgebung“ vom 21. Februar 2017 | gültig ab: 31.03.2017
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Pugumer See...
Anlage 2 - Erhaltungsziele für die im Naturschutzgebiet „Pugumer...
juris-Abkürzung: PugNatSchGV SH 2017
Fundstelle: GVOBl. 2017, 157
Gliederungs-Nr: 791-10-20
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Pugumer See und Umgebung“
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Pugumer See und Umgebung“ vom 21. Februar 2017 31.03.2017
§ 1 - Erklärung zum Naturschutzgebiet 31.03.2017
§ 2 - Geltungsbereich 31.03.2017
§ 3 - Schutzzweck, Erhaltungsziele 31.03.2017
§ 4 - Verbote 31.03.2017
§ 5 - Zulässige Handlungen 31.03.2017
§ 6 - Ausnahmen und Befreiungen 31.03.2017
§ 7 - Ordnungswidrigkeiten 31.03.2017
§ 8 - Inkrafttreten und Außerkrafttreten 31.03.2017
Anlage 1a 31.03.2017
Anlage 1b 31.03.2017
Anlage 1c 31.03.2017
Anlage 2 - Erhaltungsziele für die im Naturschutzgebiet „Pugumer See und Umgebung“ befindlichen Teilbereiche des als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung benannten Gebietes DE-1123-393 „Küstenbereiche Flensburger Förde von Flensburg bis Geltinger Birk“ 31.03.2017
Aufgrund des § 13 Absatz 1 Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) vom 24. Februar 2010 (GVOBl. Schl.-H. S. 301, ber. S. 486), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 27. Mai 2016 (GVOBl. Schl.-H. S. 162), in Verbindung mit § 32 Absatz 2 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), zuletzt geändert durch Artikel 19 des Gesetzes vom 13. Oktober 2016 (BGBl. I S. 2258), sowie aufgrund des § 38 Landesjagdgesetz (LJagdG) in der Fassung vom 13. Oktober 1999 (GVOBl. Schl.-H. S. 300, ber. 2008 S. 135), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 27. Mai 2016 (GVOBl. Schl.-H. S. 162), verordnet das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume:
(1) Der auf dem Gebiet der Stadt Glücksburg, Kreis Schleswig-Flensburg, gelegene Pugumer See mit angrenzenden Flächen sowie Teile des westlich angrenzenden Waldes „Friedeholz“ werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet ist zu großen Teilen Europäisches Vogelschutzgebiet im Sinne der Richtlinie 2009/147/EG1) und vollständig besonderes Schutzgebiet (FFH-Gebiet) im Sinne der Richtlinie 92/43/EWG2) .
Der überwiegende Teil der in das Naturschutzgebiet einbezogenen Waldflächen unterliegt als Naturwald den gesetzlichen Bestimmungen des § 14 Landeswaldgesetz (LWaldG) vom 5. Dezember 2004 (GVOBl. Schl.-H. S. 461), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 27. Mai 2016 (GVOBl. Schl.-H. S. 162). Die entsprechenden Verbote und Gebote bleiben unberührt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung „Pugumer See und Umgebung“ unter Nummer 88 in das bei der obersten Naturschutzbehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (Abl. L 20, S. 7), geändert durch Richtlinie 2013/17/EU des Rates am 13. Mai 2013 (Abl. L 158, S. 193).
Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Abl. L 206, S. 7), zuletzt geändert durch Richtlinie 2013/17/EU des Rates am 13. Mai 2013 (Abl. L 158, S. 193).
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 145 Hektar groß. Es umfasst einen großen Teil des östlichen Friedeholzes mit dem Pugumer See und angrenzende Flächen bis Schausende und Kobbellück sowie den Verlandungsbereich von Altpugum mit Teilflächen von Dreisacker.
(2) In der dieser Verordnung als Anlage 1a beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes als schwarze Linie dargestellt. In der dieser Verordnung als Anlage 1b beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 ist das FFH-Gebiet senkrecht und das Europäische Vogelschutzgebiet waagerecht schraffiert eingetragen. In der dieser Verordnung als Anlage 1c beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 ist der Naturwald schräg schraffiert dargestellt.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der Abgrenzungskarte 1a im Maßstab 1:5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. In der Abgrenzungskarte 1b im Maßstab 1:5.000 ist das FFH-Gebiet senkrecht und das Europäische Vogelschutzgebiet waagerecht schraffiert eingetragen. In der Abgrenzungskarte 1c im Maßstab 1:5.000 ist der Naturwald schräg schraffiert eingetragen. Die Ausfertigungen der Karten sind bei der obersten Naturschutzbehörde verwahrt. Diese Karten sind Bestandteile dieser Verordnung. Weitere Karten sind
bei der Landrätin oder dem Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg, untere Naturschutzbehörde, 24837 Schleswig,
bei der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister der Stadt Glücksburg, 24960 Glücksburg,
(1) Das Naturschutzgebiet dient der Sicherung, dem Schutz, der Erhaltung und der Entwicklung des naturraumtypischen Landschaftskomplexes einer Strandseeniederung mit umgebenden Waldflächen unterschiedlicher Standortverhältnisse als Lebensraum einer artenreichen Pflanzen- und Tierwelt, teilweise auch von europäischer Bedeutung. Es dient in Teilen der Entwicklung eines Wildnisgebietes. Durch die enge Verzahnung ausgeprägter Moränenbildungen mit ostseeküstennahen Niederungsbereichen kommen offene Strandseeflächen, Verlandungszonen mit Röhrichten und Sümpfen, Kleingewässer, Übergangsmoore und Quellbereiche mit ihren naturnahen Abläufen und ihren verschiedenen Entwicklungsstadien einschließlich der Bruch-, Moor-, Sumpf- und Auwälder, die umgebenden Buchenwälder der bodensauren bis reicheren mineralischen Standorte sowie naturnahes Grünland in vielfältigen Wechselbeziehungen vor.
die charakteristische Dynamik von ungestörten Wald-, Bruch-, Moor- und Sumpfflächen, Quellbereichen, Stillgewässern und ihren Verlandungszonen in ihren jeweiligen Ausprägungen und Wechselbeziehungen als spezielle Lebensräume mit langer Habitattradition,
ungestörte geologische Prozesse und Bodenbildungen sowie die Funktion des Strandsees und der naturnahen Rinnensysteme für einen naturnahen, landschaftstypischen Wasserhaushalt und zur Minderung von Nährstoffeinträgen in das Gewässersystem der Ostsee,
die besondere Funktion strukturreichen Grünlandes der mineralischen Randflächen einschließlich der Säume und Waldränder sowie der naturnah zu entwickelnden übrigen Waldflächen als charakteristische Lebensräume und als Übergangs- und Pufferzonen,
die für diese Landschaft charakteristischen und auf den jeweiligen Lebensraum spezialisierten Tier- und Pflanzenarten,
die besondere Schönheit und kleinräumige Vielfalt eines naturnahen Landschaftsausschnittes, das naturraumtypische Landschaftsbild sowie das Gebiet aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und heimatkundlichen Gründen,
das Gebiet als Teil des Verbundsystemes entlang der schleswig-holsteinischen Ostseeküste und zur Sicherung der Kohärenz von Natura 2000 (gemäß Artikel 10 der Richtlinie 92/43 EWG)
zu erhalten, zu schützen und zu entwickeln sowie
die nutzungsfreien Flächen in ihrer Bedeutung für langfristige, naturwissenschaftliche Forschungen zu sichern und
die in Anlage 2 Nummer 1 genannten Lebensraumtypen und Arten und die in Anlage 2 Nummer 2 bezeichneten Vogelarten sowie deren Lebensräume zu erhalten oder einen günstigen Erhaltungszustand wiederherzustellen.
(3) Soweit es zum Schutz dieses Gebietes und seiner Bestandteile, insbesondere zur Erhaltung oder Entwicklung bestimmter gefährdeter Pflanzen- und Tierarten und ihrer Lebensräume erforderlich ist, können entsprechende Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen vorbehaltlich der Bestimmungen des § 14 LWaldG durchgeführt werden.
Gewässer gemäß der §§ 67 und 68 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 4. August 2016 (BGBl. I S. 1972), auszubauen oder Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserstand oder den Wasserabfluss oder die Fließgeschwindigkeit erheblich verändern, oder Stoffe einzubringen, einzuleiten, zu entnehmen oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachteilig zu verändern,
Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit es sich nicht um Tafeln zur Kennzeichnung des Naturschutzgebietes im Sinne von § 12a Absatz 6 LNatSchG sowie Hinweis-, Informations- und Warntafeln aufgrund anderer Rechtsvorschriften handelt,
gentechnisch veränderte Organismen freizusetzen oder anzubauen,
Zelte oder Wohnwagen aufzustellen, Gegenstände jeder Art zu lagern, Feuer zu machen oder Hunde nicht angeleint mitzuführen, als angeleint gelten Hunde dabei nur an der Kurzleine, Schlepp- und Langleinen sind unzulässig,
die der guten fachlichen Praxis entsprechende landwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 5 Absatz 2 des BNatSchG der als
Acker genutzten, in der Übersichtskarte 1a und in der Abgrenzungskarte 1a kariert dargestellten Flächen,
Grünland genutzten, in der Übersichtskarte 1a und in der Abgrenzungskarte 1a waagerecht schraffiert dargestellten Flächen; dabei ist es jedoch unzulässig, die Flächen mehr als bisher zu entwässern, in Ackerland umzuwandeln oder die Grasnarbe durch Umbruch zu erneuern;
die die gute fachliche Praxis berücksichtigende, naturnahe forstwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne von § 5 Absatz 1 und 2 LWaldG unter Beachtung der Bestimmungen des § 30 BNatSchG in Verbindung mit § 21 LNatSchG der in der Übersichtskarte 1a von links unten nach rechts oben schräg schraffiert dargestellten Flächen sowie in der Abgrenzungskarte 1a von links unten nach rechts oben grün schräg schraffiert dargestellten Flächen;
in diesen Flächen sind in den über 100-jährigen Beständen Biotopbäume in einer Mindestzahl von zehn Stück je Hektar von mindestens 40 cm Brusthöhendurchmesser auszuwählen, dauerhaft zu markieren und zu erhalten;
auf den in der Übersichtskarte 1a von links unten nach rechts oben gestrichelt dargestellten Flächen sowie in der Abgrenzungskarte 1a von links unten nach rechts oben grün gestrichelt dargestellten Flächen ist ausschließlich die Nadelholzentnahme bis zum 31. Dezember 2020 im Zeitraum vom 1. August bis zum 31. Januar eines jeden Jahres zulässig;
die wissenschaftliche Naturwaldforschung auf der in der Übersichtskarte 1c und der Abgrenzungskarte 1c dargestellten Naturwaldforschungsfläche Friedeholz;
die notwendigen Maßnahmen zur Verkehrssicherung;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 Bundesjagdgesetz (BJagdG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 29. September 1976 (BGBl. I S. 2849), zuletzt geändert durch Gesetz vom 1. November 2016 (BGBl. I S. 2451), auf Schalen- und Raubwild, dabei ist es jedoch unzulässig,
Hochsitze zu errichten, die mehr als 10 m3 umbauten Raum umfassen (Ständer und Kanzel), Wild zu füttern oder Wildäcker anzulegen;
das Naturschutzgebiet im Rahmen der Jagdausübung außerhalb der Wege und Rückegassen zu befahren;
weitere jagdliche Einrichtungen wie Schussschneisen, Salzlecken, Malbäume, Kirrungen u.Ä. anzulegen;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdschutzes im Sinne des Abschnittes VI und des § 22a des BJagdG sowie der §§ 21 und 22 LJagdG bleibt zulässig;
im Falle der Ansiedlung weiterer störungsempfindlicher, vor allem besonders geschützter Arten von gemeinschaftlichen Interesse und europäischer Vogelarten im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 und 12 des BNatSchG kann die untere Jagdbehörde im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde weitere Einschränkungen der Jagdausübung anordnen;
aufgrund einer Anordnung oder Verordnung nach § 42 Absatz 1 WHG in Verbindung mit § 49 Absatz 1 und 2 Landeswassergesetz (LWG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. Februar 2008 (GVOBl. Schl.-H. S. 91), zuletzt geändert durch Gesetz vom 1. August 2016 (GVOBl. Schl.-H. S. 680);
die erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Wege, Plätze oder sonstiger Verkehrsflächen; dabei ist es unzulässig, wassergefährdende, auswasch- oder auslaugbare Materialien zu verwenden;
der jeweiligen Grundstücke einschließlich der Gewässer durch die Grundstückseigentümerinnen oder Grundstückseigentümer oder Grundstücksbesitzerinnen oder Grundstücksbesitzer oder deren Beauftragte zur Wahrnehmung berechtigter Interessen; im Rahmen der Jagdausübung darf das Naturschutzgebiet gemäß Nummer 3 Buchstabe b nur auf den Wegen und Rückegassen befahren werden;
Maßnahmen zur Erforschung, zum Schutz oder zur Pflege aller nach dem Denkmalschutzgesetz in der Fassung vom 30. Dezember 2014 (GVOBl. Schl.-H. 2015 S. 2) erfassten Kulturdenkmale, die die Denkmalschutzbehörden im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde durchführen oder durchführen lassen;
Untersuchungen und Maßnahmen zur Pflege oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die Naturschutzbehörden durchführen oder durchführen lassen oder die im Einvernehmen mit ihnen von Dritten durchgeführt werden unter Beachtung des § 14 LWaldG; bei Maßnahmen im Bereich der Kulturdenkmale unter Beachtung des § 27 Absatz 3 LNatSchG.
die erforderlichen Maßnahmen zur Gefährdungsabschätzung und Untersuchung nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz vom 17. März 1998 (BGBl. I S. 502), zuletzt geändert durch Artikel 101 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474), sowie die erforderlichen Maßnahmen zur Sanierung der festgestellten schädlichen Bodenveränderungen oder Altlasten auf der Grundlage des Bundes-Bodenschutzgesetzes und des Landesbodenschutz- und Altlastengesetzes vom 14. März 2002 (GVOBl. Schl.-H. S. 60), zuletzt geändert durch Artikel 11 des Gesetzes vom 12. Dezember 2008 (GVOBl. Schl.-H. S. 791), die Entnahme von Boden-, Wasser-, Bodenluft- und Aufwuchsproben und die Einrichtung und den Betrieb von Messstellen,
die Inanspruchnahme von Flächen für die Ablagerung von Bodenbestandteilen im Rahmen der Gewässerunterhaltung nach § 39 WHG und § 38 LWG, eine Ausnahme ist nicht erforderlich, sofern eine Ablagerung von Bodenbestandteilen in einem Gewässerpflegeplan oder in einer Anordnung oder Verordnung der Wasserbehörde gemäß § 5 Absatz 1 Nummer 4 vorgesehen ist,
den Einsatz unbemannter Luftfahrtsysteme zu wissenschaftlichen Zwecken.
(2) Die Jagdbehörde kann im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde Ausnahmen von den Verboten des § 4 Absatz 1 Satz 2 Nummer 13 und den einschränkenden Regelungen des § 5 Absatz 1 Nummer 3 im Einzelfall zulassen, wenn dies dem Schutzzweck nicht entgegensteht.
§ 4 Absatz 1 Satz 2 Nummer 14 gentechnisch veränderte Organismen freisetzt oder anbaut,
§ 4 Absatz 1 Satz 2 Nummer 17 in den Gewässern badet, mit Tauchgeräten taucht oder auf den Gewässern Schiffsmodelle fahren lässt,
§ 4 Absatz 1 Satz 2 Nummer 19 das Naturschutzgebiet außerhalb der Wege betritt oder im Naturschutzgebiet außerhalb der dafür bestimmten Wege, Straßen oder Plätze fährt.
(2) Ordnungswidrig nach § 37 Absatz 1 Nummer 23 LJagdG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig, ohne dass eine Ausnahme zugelassen wurde, entgegen § 5 Absatz 1 Nummer 3
Buchstabe a Hochsitze errichtet, die mehr als 10 m3 umbauten Raum umfassen (Ständer und Kanzel), Wild füttert oder Wildäcker anlegt;
Buchstabe b das Naturschutzgebiet im Rahmen der Jagdausübung außerhalb der Wege und Rückegassen befährt;
Buchstabe c weitere jagdliche Einrichtungen wie Schussschneisen, Salzlecken, Malbäume, Kirrungen u.Ä. anlegt.
Gleichzeitig tritt die Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Pugumer See und Umgebung“ vom 5. Januar 1978 (GVOBl. Schl.-H. S. 13)3), zuletzt geändert durch Artikel 2 Nummer 2 der Verordnung vom 20. Oktober 2008 (GVOBl. Schl.-H. S. 540), außer Kraft.
Kiel, 21. Februar 2017
GS Schl.-H. II, Gl.Nr. 791-4-17
Zu § 3 Absatz 2 Nummer 8
Erhaltungsziele für die im Naturschutzgebiet „Pugumer See und Umgebung“ befindlichen Teilbereiche des als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung benannten Gebietes DE-1123-393 „Küstenbereiche Flensburger Förde von Flensburg bis Geltinger Birk“
Das Gebiet ist für die Erhaltung oder gegebenenfalls Wiederherstellung folgen der Lebensraumtypen des Anhangs I und Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie
Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinum betuli)
Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior
Erhaltung repräsentativer Küstenlebensräume mit weitgehend natürlicher Küstendynamik einschließlich der offenen Wasserflächen der Förde sowie Übergängen von Land- zu Wasserlebensräumen.
Erhaltung oder gegebenenfalls Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter 1.1.a genannten Lebensraumtypen und Arten. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen: Aspekte zu berücksichtigen
der vom Meer beeinflussten ausdauernd oder zeitweise vorhandenen Gewässer und deren Verbindungen zur Ostsee,
der weitgehend störungsfreien Küstenabschnitte,
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen v.a. der ökologischen Wechselwirkungen mit amphibischen Kontaktlebensräumen wie Salzwiesen, Stränden, Hochstaudenfluren, Röhrichten, Pioniergesellschaften und Mündungsbereichen.
Sicherung eines dem Gewässertyp entsprechenden Nährstoff- und Lichthaushaltes und sonstiger lebensraumtypischer Strukturen und Funktionen,
der natürlichen Entwicklungsdynamik wie Seenverlandung, Altwasserentstehung und - vermoorung,
die den LRT prägenden hydrologischen Bedingungen in der Umgebung der Gewässer, insbesondere der Zuläufe, bei Altwässern der zugehörigen Fließgewässer,
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen, u.a. der nährstoffarmen Bedingungen,
der weitgehend unbeeinträchtigten Bereiche,
standorttypischer Kontaktlebensräume (z.B. Gewässer und ihre Ufer) und charakteristischer Wechselbeziehungen.
naturnaher Buchen-, Eichen und Eichen-Hainbuchenwälder in unterschiedlichen Altersphasen und Entwicklungsstufen und ihrer standortypischen Variationsbreite im Gebiet,
der Sonderstandorte und Randstrukturen z.B. Findlinge, Bachschluchten, nasse Senken, Steilhänge, Dünen, sowie der für den Lebensraumtyp charakteristischen Habitatstrukturen und -funktionen,
weitgehend ungestörter Kontaktlebensräume wie z.B. Brüche, Kleingewässer und eingestreute Flächen z.B. mit Vegetation der Heiden, Trockenrasen,
eines hinreichenden Anteils an Stechpalme und Eibe im Gebiet,
der weitgehend natürlichen lebensraumtypischen hydrologischen Bedingungen (insbesondere Wasserstand, Basengehalt),
regionaltypischer Ausprägungen (Kratts).
naturnaher Birken- und Kiefernmoorwälder in unterschiedlichen Altersphasen und Entwicklungsstufen und ihrer standortypischen Variationsbreite im Gebiet,
des weitehend ungestörten Wasserhaushaltes mit hohem Grundwasserspiegel und Nährstoffarmut,
naturnaher Weiden-, Eschen- und Erlenwälder in unterschiedlichen Altersphasen und Entwicklungsstufen und ihrer standortypischen Variationsbreite im Gebiet,
natürlicher standortheimischer Baum- und Strauchartenzusammensetzung an Fließgewässern und in ihren Quellbereichen,
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen, u.a. Sandbänke, Flutrinnen, Altwässer, Kolke, Uferabbrüche,
geeigneter Sommerlebensräume (extensiv genutztes Grünland, natürliche Bodenstrukturen, Brachflächen, Gehölze, u.ä.),
weitgehend ungestörter hydrologischer Verhältnisse, insbesondere möglichst gleichmäßig hoher Grundwasserstände,
Erhaltungsziele für den im Naturschutzgebiet „Pugumer See und Umgebung“ befindlichen Teilbereich des EG-Vogelschutzgebietes DE 1123-491 „Flensburger Förde“
Uhu (Bubo bubo) (B)
Seeadler (Haliaeetus albicilla) (B)
Erhaltung der Flensburger Förde als störungsarmes Rast- und Überwinterungsgebiet mit Flachgründen, Sandbänken und Windwattbereichen, ungestörten Meeresbuchten und störungsarmen Strand- und Binnenseen in Küstennähe, insbesondere für überwinternde Meeresenten und Singschwäne sowie die Erhaltung einer guten Wasserqualität der Ostsee. Die Vernetzung der Lebensräume an der Flensburger Förde sollte gesichert und wo möglich weiter ausgebaut werden.
Dabei ist die Erhaltung von möglichst ungestörten Beziehungen zwischen den einzelnen Teilhabitaten innerhalb des Gebietes wie Nahrungsgebieten und Schlafplätzen, insbesondere ohne vertikale Fremdstrukturen (z.B. Windkraftanlagen und Hochspannungsleitungen), von besonderer Bedeutung.
Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter 1. genannten Arten und ihrer Lebensräume. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen.
Arten der Laub-, Misch und Bruchwälder, wie Seeadler und Uhu
von störungsarmen Altholzbeständen,
von fischreichen Gewässern und vogelreichen Feuchtgebieten (Seeadler),
geeigneter Horstbäume, insbesondere alter, starkastiger Eichen und Buchen,
von reich gegliederten Kulturlandschaften,
der bekannten Brutplätze von Seeadler und Uhu,
eines weitgehend störungsfreien Brutplatzes (Uhu: 31. Januar bis 31. Juli Seeadler: 15. Februar bis 31. August),
von Räumen im Umfeld der Bruthabitate, die weitgehend frei von vertikalen Fremdstrukturen (z.B. Stromleitungen, Windkrafträder) sind.

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8
 § 13
 § 32
 § 38
 § 14
 § 14
 § 12
 § 5
 § 5
 § 30
 § 21
 § 1
 § 22
 § 7
 § 42
 § 49
 § 14
 § 27
 § 39
 § 38
 § 5
 § 4
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 § 37
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