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09.11.2005 12:00 | Preis: ***,00 € |
Ich habe meinen Führerschein im Oktober 1995 aufgrund Trunkenheit (1,63 Prom.) entzogen bekommen. Das Urteil lautete zwei Jahre Entzug (da ich den Führerschein z. zweitenmal abgenommen bekam, also Wiederholungstäter war)und der Auflage einen MPU zu machen.Da ich den Führerschein zum damaligen Zeitpunkt nicht benötigte, wollte ich diesen auch nicht mehr beantragen. Jetzt habe ich mich aber selbstständig gemacht, und da ich meine Frau nicht immer zumuten will mich zu fahren, habe ich mich entschlossen, den Führerschein wieder zu beantragen. Jetzt meine Frage:"Nach meinem Wissen verjähren die Strafen, bzw. die Eintragungen nach 10 Jahren(?)und wäre es dann möglich den Führerschein machen zu können ohne den MPU? Ich möchte mich erst `mal fachkundig beraten lassen und nicht gleich beim zuständigen Amt anfragen, um keine "schlafenden Hunde" zu wecken!
Gerd Guten Tag,
Ihre Auffassung hinsichtlich der Tilgung ist grundsätzlich richtig, hilft Ihnen aber im Zweifel wegen des Beginns der Tilgungsfristen nicht weiter.
§ 29 StVG, der die Eintragungslänge und die Tilgung regelt, hat folgenden Wortlaut:
"§ 29 Straßenverkehrsgesetz (StVG)
a) bei Entscheidungen wegen Straftaten mit Ausnahme von Entscheidungen wegen Straftaten nach § 315c Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a, den §§ 316 und 323a des Strafgesetzbuches und Entscheidungen, in denen die Entziehung der Fahrerlaubnis nach den §§ 69 und 69b des Strafgesetzbuchs oder eine Sperre nach § 69a Abs. 1 Satz 3 des Strafgesetzbuches angeordnet worden ist,
3. zehn Jahre
Eintragungen über Maßnahmen der Fahrerlaubnisbehörde nach § 2a Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 und 2 und § 4 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 und 2 werden getilgt, wenn dem Betroffenen die Fahrerlaubnis entzogen wird. Sonst erfolgt eine Tilgung bei den Maßnahmen nach § 2a ein Jahr nach Ablauf der Probezeit und bei Maßnahmen nach § 4 dann, wenn die letzte mit Punkten bewertete Eintragung wegen einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit getilgt ist. Verkürzungen der Tilgungsfristen nach Absatz 1 können durch Rechtsverordnung gemäß § 30c Abs. 1 Nr. 2 zugelassen werden, wenn die eingetragene Entscheidung auf körperlichen oder geistigen Mängeln oder fehlender Befähigung beruht.
3. Eintragungen, bei denen die zugrundeliegende Entscheidung aufgehoben wird oder bei denen nach näherer Bestimmung durch Rechtsverordnung gemäß § 30c Abs. 1 Nr. 2 eine Änderung der zugrundeliegenden Entscheidung Anlass gibt,
1. bei strafgerichtlichen Verurteilungen mit dem Tag des ersten Urteils und bei Strafbefehlen mit dem Tag der Unterzeichnung durch den Richter, wobei dieser Tag auch dann maßgebend bleibt, wenn eine Gesamtstrafe oder eine einheitliche Jugendstrafe gebildet oder nach § 30 Abs. 1 des Jugendgerichtsgesetzes auf Jugendstrafe erkannt wird oder eine Entscheidung im Wiederaufnahmeverfahren ergeht, die eine registerpflichtige Verurteilung enthält,
2. bei Entscheidungen der Gerichte nach den §§ 59, 60 des Strafgesetzbuchs und § 27 des Jugendgerichtsgesetzes mit dem Tag der Entscheidung,
(5) Bei der Versagung oder Entziehung der Fahrerlaubnis wegen mangelnder Eignung, der Anordnung einer Sperre nach § 69a Abs. 1 Satz 3 des Strafgesetzbuches oder bei einem Verzicht auf die Fahrerlaubnis beginnt die Tilgungsfrist erst mit der Erteilung oder Neuerteilung der Fahrerlaubnis, spätestens jedoch fünf Jahre nach der beschwerenden Entscheidung oder dem Verzicht. Bei von der Fahrerlaubnisbehörde verhängten Verboten oder Beschränkungen, ein fahrerlaubnisfreies Fahrzeug zu führen, beginnt die Tilgungsfrist fünf Jahre nach Ablauf oder Aufhebung des Verbots oder der Beschränkung.
(6) Sind im Register mehrere Entscheidungen nach § 28 Abs. 3 Nr. 1 bis 9 über eine Person eingetragen, so ist die Tilgung einer Eintragung vorbehaltlich der Regelungen in den Sätzen 2 bis 6 erst zulässig, wenn für alle betreffenden Eintragungen die Voraussetzungen der Tilgung vorliegen. Eine Ablaufhemmung tritt auch ein, wenn eine neue Tat vor dem Ablauf der Tilgungsfrist nach Absatz 1 begangen wird und bis zum Ablauf der Überliegefrist (Absatz 7) zu einer Eintragung führt. Eintragungen von Entscheidungen wegen Ordnungswidrigkeiten hindern nur die Tilgung von Entscheidungen wegen anderer Ordnungswidrigkeiten. Die Eintragung einer Entscheidung wegen einer Ordnungswidrigkeit – mit Ausnahme von Entscheidungen wegen einer Ordnungswidrigkeit nach § 24a – wird spätestens nach Ablauf von fünf Jahren getilgt. Die Tilgung einer Eintragung einer Entscheidung wegen einer Ordnungswidrigkeit unterbleibt in jedem Falle so lange, wie der Betroffene im Zentralen Fahrerlaubnisregister als Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe gespeichert ist. Wird eine Eintragung getilgt, so sind auch die Eintragungen zu tilgen, deren Tilgung nur durch die betreffende Eintragung gehemmt war.
(8) Ist eine Eintragung über eine gerichtliche Entscheidung im Verkehrszentralregister getilgt, so dürfen die Tat und die Entscheidung dem Betroffenen für die Zwecke des § 28 Abs. 2 nicht mehr vorgehalten und nicht zu seinem Nachteil verwertet werden. Unterliegen diese Eintragungen einer zehnjährigen Tilgungsfrist, dürfen sie nach Ablauf eines Zeitraums, der einer fünfjährigen Tilgungsfrist nach den Vorschriften dieses Paragraphen entspricht, nur noch für ein Verfahren übermittelt und verwertet werden, das die Erteilung oder Entziehung einer Fahrerlaubnis zum Gegenstand hat. Außerdem dürfen für die Prüfung der Berechtigung zum Führen von Kraftfahrzeugen Entscheidungen der Gerichte nach den §§ 69 bis 69b Strafgesetzbuch übermittelt und verwertet werden."
Hieraus folgt zunächst eine zehnjährige Tilgungfrist für die Eintragung der Verurteilung, des Entzuges der Fahrlaubnis, der Sperrfrist und der Auflage für die Neuerteilung einer Fahrerlaubnis.
Allerdings beginnt nach Abs. 5 des Paragraphen die Tilgungsfrist hinsichtlich des Entzuges der Fahrerlaubnis und der Sperrfrist erst mit Erteilung bzw. Neuerteilung der Fahrerlaubnis, spätestens nach fünf Jahren. Dies bedeutet für Sie, da noch keine Fahrerlaubnis neu beantragt ist, daß -die Rechtskraft der ursprünglichen Entscheidung im Oktober 1995 unterstellt, daß die Tilgungsfrist erst im Oktober 2000 begann und damit auch erst im Oktober 2010 eine Tilgung eintritt.
Bei einer Beantragung vor diesem Datum erkennt die Verkehrsbehörde aufgrund der übermittelten Daten aus dem Verkehrszentralregister, daß ein Entzug der Fahrerlaubnis mit den entsprechenden Auflagen vorlag. Sie kommen also leider um die Ablegung einer MPU bei dem derzeitigen Verfahrenssstand nicht herum.
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References: § 29
 § 315
 § 69
 § 2
 § 4
 § 2
 § 4
 § 30
 § 30
 § 30
 § 27
 § 69
 § 28
 § 24
 § 28