Source: https://www.webshoprecht.de/IRModule/Telefonangabe.php
Timestamp: 2017-10-23 20:43:40+00:00

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Ob im Impressum eines Onlineshops oder auf dessen Internetseite eine Telefonverbindung angegeben werden muss, war in der Vergangenheit unter den Gerichten in Deutschland strittig.
Mit der Umsetzung des reformierten Verbraucherrechts ist die Angabe einer Telefonnummer eine Pflichtinformation, siehe Art. 246a § 1 Abs. 1 Nr. 2 EGBGB:
Angabe im Impressum oder auf der Webseite
Angabe in der Widerrufsbelehrung
Notwendigkeit schneller Kommunikation
Verwendung von verwechslungsgeeigneter Servicenummer
Werbung für Telefon- und Datendienste
Telefon / Mithören / Verwertungsverbot
Servicenummern - Sondernummern - Kosten
BGH v. 26.04.2007:
Vorlagefragen an den EuGH zur Notwendigkeit, Endverbrauchern gegenüber auf der Website eines Direktanbieters eine Telefonnummer anzubieten
EuGH v. 16.10.2008:
Angabe der Telefonnummer im Impressum oder auf der Webseite:
OLG Hamm v. 17.03.2004:
Ein Versicherer, der Kunden ausschließlich über das Internet akquiriert, muss nicht notwendig auf seiner Internetseite eine Telefonnummer angeben.
OLG Oldenburg v. 12.05.2006:
Ein gewerblicher Verkäufer, der im Internet über die Verkaufsplattform „eBay“ Waren anbietet, hat nach §§ 2 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 5 TDG, 6 Nr. 2 TDG unter anderem Angaben zu machen, die eine unmittelbare Kommunikation ermöglichen. Dies erfordert die Angabe einer Telefonnummer, unter der der Verkäufer erreichbar ist.
LG Leipzig v. 03.03.2008:
Es ist nicht zwingend erforderlich, im Impressum neben der E-Mail-Adresse auch noch eine Telefonnummer anzugeben, auch wenn man der Auffassung ist, dass es neben dem E-Mail-Verkehr noch eine zweite Kommunikationsmöglichkeit geben müsse; hierzu genügt z. B. auch eine Telefax-Nummer.
Aus § 5 Abs. 1 Nr. 2 TMG ergibt sich, dass die Angabe einer e-mail-Adresse allein nicht ausreichend ist, sondern dem Verbraucher darüber hinaus weitere Informationen zur Verfügung zu stellen sind, durch die eine schnelle und unmittelbare Kommunikation mit dem Unternehmer ermöglicht wird. Diese Informationen müssen nicht zwingend eine Telefonnummer umfassen, sondern können auch eine elektronische Anfragemaske betreffen, über die sich der Nutzer des Dienstes im Internet direkt an den Unternehmer wenden kann.
OLG Köln v. 08.07.2016:
Art. 246a § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EGBGB ist im Licht von Art. 6 Abs. 1 RL 2011/83 EU über die Rechte der Verbraucher richtlinienkonform dahingehend auszulegen, dass der Unternehmer gehalten ist, dem Verbraucher Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, die ihm eine schnelle Kontaktaufnahme und effiziente Kommunikation mit dem Unternehmer erlauben. Ist dies der Fall (beispielsweise durch eine Rückrufoption, E-Mail, Chatmöglichkeiten), ist die zusätzliche Angabe einer Telefon- oder Telefaxnummer nicht erforderlich.
Angabe der Telefonnummer in der Widerrufsbelehrung:
Die Widerrufsbelehrung im Onlinehandel
OLG Frankfurt am Main v. 17.06.2004:
Die Angabe einer Telefonnummer in der Widerrufsbelehrung geht über die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben hinaus und ist unzulässig, weil sie beim Verbraucher den Eindruck wecken kann, dass auch ein telefonischer Widerruf wirksam wäre.
KG Berlin v. v. 07.09.2007:
Die Angabe einer Telefonnummer in einer Widerrufsbelehrung kann die Gefahr bergen, dass der Verbraucher den Inhalt der Widerrufsbelehrung irrtümlich dahin versteht, er könne sein Widerrufsrecht auch telefonisch ausüben, was das Gesetz gerade nicht erlaubt. Die Angabe der Telefonnummer ist dann geeignet, den Leser von dem zutreffenden Inhalt der Widerrufsbelehrung abzulenken und sie verletzt deshalb das Deutlichkeitsgebot des § 355 Abs. 2 Satz 1 BGB. Wird die Telefonnummer allerdings in Verbindung mit allein einem Rückgaberecht angegeben, besteht diese Gefahr nicht ohne weiteres.
Stellt der Verkäufer vorab klar, dass der Widerruf nur in Textform erklärt werden kann, ist die Angabe einer Telefonnummer in der Widerrufsbelehrung nicht wettbewerbswidrig. Jedem Verbraucher ist klar, dass die Angabe der Telefonnummer nicht zur Ausübung des Rückgaberechtes selbst verhelfen, sondern nur zu Rückfragen zu Durchführung der Rücksendung der Waren erleichtern soll.
OLG Hamm v. 02.07.2009:
Ist in den AGB eines Online-Händlers im Internet bei der Information, an wen der Widerruf zu richten ist, auch eine Telefonnummer angegeben, stellt dies einen Wettbewerbsverstoß dar. Bei dem Verbraucher wird dadurch der falsche Eindruck erweckt, er könne den Widerruf entgegen den gesetzlichen Vorschriften auch telefonisch und nicht nur in Textform erklären.
LG Bochum v. 06.08.2014:
Eine vollständige und richtige Widerrufsbelehrung gebietet die Nennung von Telefonnummer, Telefaxnummer und E-Mail-Adresse, sofern diese verfügbar sind. Aus dem Umstand, dass in der Muster-Widerrufsbelehrung von "verfügbar" und nicht von "vorhanden" die Rede ist, kann nicht darauf geschlossen werden, dass es im Belieben des Unternehmers stehe, die Angaben zu machen. Vielmehr sind nach Auffassung des Gerichts im Regelfall Telefonnummer, Telefaxnummer und E-Mail-Adresse zu nennen, sofern diese existieren.
OLG Hamm v. 03.03.2015:
Ein Unternehmer erfüllt seine Informationspflicht nicht in der durch Art. 246a § 1 Abs. 2 Satz 2 EGBGB eröffneten Möglichkeit, wenn er seine geschäftlich genutzte Telefonnummer nicht an der vorgesehenen Stelle in die Muster-Widerrufsbelehrung einträgt.
OLG Hamm v. 24.03.2015:
Der Unternehmer erfüllt seine Informationspflicht nicht in der durch Art. 246a § 1 Abs. 2 Satz 2 EGBGB eröffneten Möglichkeit, wenn er seine geschäftlich genutzte Telefonnummer nicht an der vorgesehenen Stelle in die von ihm verwendete Muster-Widerrufsbelehrung einträgt.
LG Hamburg v. 03.11.2015:
Die Angabe einer kostenpflichtigen 0180-5er Nummer in der Widerrufsbelehrung, über die der Verbraucher sein Widerrufsrecht telefonisch ausüben kann, ist zulässig, wenn der Unternehmer dem Verbraucher nicht mehr als die reinen Kosten des Kommunikationsdienstes berechnet. Anrufkosten von maximal 42 Cent/Min über Mobilfunk bzw. 14 Cent/Min über Festnetz halten einen Verbraucher nicht von der Ausübung des Widerrufsrechts ab.
OLG Frankfurt am Main v. 04.02.2016:
Eine Widerrufsbelehrung wird den gesetzlichen Anforderungen insoweit nicht gerecht, als hierin die Telefonnummer des Händlers nicht angegeben ist, obwohl er einen Telefonanschluss unterhält (vgl. OLG Hamm, Beschluss vom 24.3.2015 - 4 U 30/15, juris). Durch den Verstoß werden die Interessen der Verbraucher spürbar beeinträchtigt (§ 3a UWG), weil ihnen die durch das Gesetz eröffnete Möglichkeit des telefonischen Widerrufs erschwert wird.
Notwendigkeit schneller Kommunikation:
LG Bamberg v. 28.11.2012:
Verwendung von verwechslungsgeeigneter Servicenummer:
OLG Frankfurt am Main v. 11.09.2008:
Die Wahl einer Telefonnummer durch einen Anbieter von Telekommunikationsleistungen, die mit der Service-Nummer eines Mitbewerbers mit Ausnahme einer Ziffer übereinstimmt, stellt eine gezielte Behinderung (§ 4 Nr. 10 UWG) dar, wenn nach Herstellung der Verbindung nicht sofort klar erkennbar wird, dass Inhaber des Anschlusses nicht der Mitbewerber ist.
Mehrwertdienstenummern:
Telefon-Hotline - Servicenummern - Mehrwertdienstenummern
Werbung für Telefon- und Datendienste:
LG Hamburg v. 27.08.2008:
Die Werbung eines Telekommunikationsunternehmen für einen Tarif mit der Behauptung "Freier Internetzugang mit unbegrenzter Datenflatrate" ist irreführend, wenn die Übertragungsgeschwindigkeit des Internetzugangs ab einem bestimmten Volumen beschränkt wird.
BGH v. 07.10.2009:
Bietet die Deutsche Telekom ihren Festnetzkunden eine Rufumleitung an, durch die Anrufe aus dem Festnetz nicht zu der gewählten Mobilfunknummer des Kunden, sondern unmittelbar zu seinem Festnetzanschluss geschaltet werden, liegt eine gezielte Behinderung des Mobilfunkunternehmens i.S. von § 4 Nr. 10 UWG vor, wenn dem Anrufer das erhöhte Verbindungsentgelt für den - tatsächlich nicht getätigten - Anruf in das Mobilfunknetz in Rechnung gestellt wird und das Mobilfunkunternehmen kein Entgelt für die Bereithaltung des Mobilfunknetzes erhält (Rufumleitung).
Telefon / Mithören / Verwertungsverbot:
OLG Köln v. 08.01.2010:
Wird bei einer Rufnummernaktvierung von einem Telekommunikationsanbieter eine zuvor eingestellt Preselection-Option für einen konkurrierenden Anbieter gelöscht, kann ein wettbewerbswidriger Organisationmangel vorliegen.
BGH v. 16.03.2006:
Der Inhaber eines Telefonanschlusses wird aus den im Wege der Nutzung seines Netzzugangs durch Dritte geschlossenen Telekommunikationsdienstleistungsverträgen - über die Grundsätze der Duldungs- und Anscheinsvollmacht hinausgehend - verpflichtet, wenn er die Inanspruchnahme des Anschlusses zu vertreten hat (§ 16 Abs. 3 Satz 3 TKV). Den Inhaber eines Telefonanschlusses trifft keine Obliegenheit, durch technische Vorkehrungen die Entgegennahme von R-Gesprächen durch Dritte über seinen Netzzugang zu verhindern. Dies mag sich ändern, wenn er die Möglichkeit erhält, sich durch Aufnahme in eine bei der Regulierungsbehörde geführte Sperrliste, die R-Gesprächsanbietern zur Verfügung steht, vor diesem Dienst zu schützen.

References: Art. 246
 § 1

BGH 
 EuGH 

EuGH 
 § 5

Art. 246
 § 1
 Art. 6
 § 355
 Art. 246
 § 1
 Art. 246
 § 1

BGH 
 § 4

BGH