Source: https://ra.de/urteil/ovgnrw/6-a-17917-2019-01-15
Timestamp: 2019-10-14 20:16:59+00:00

Document:
Beschluss 6 A 179/17, Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen 15.01.2019 mit Referenzen
andere, Verwaltungsrecht, sonstiges, Körperverletzung, Strafrecht
ra.de / Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen / OVGNRW 6 A 179/17
Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen Beschluss 6 A 179/17, 15. Januar 2019
<h2>Tenor</h2> <p>Das angefochtene Urteil wird geändert.</p> <p>Das beklagte Land wird unter Aufhebung des Bescheides der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW vom 1. April 2015 und des Widerspruchsbescheides vom 2. November 2015 verpflichtet, die Klausur der Klägerin im Modul HS 1.1 (Delinquenz im öffentlichen Raum und sozialen Nahraum) vom 2. März 2015 unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu bewerten.</p> <p>Die Kosten des Verfahrens in beiden Instanzen tragen das beklagte Land und die Klägerin jeweils zur Hälfte.</p> <p>Der Beschluss ist wegen der Kosten vorläufig vollstreckbar. Der jeweilige Vollstreckungsschuldner darf die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung oder Hinterlegung in Höhe von 110 v.H. des beizutreibenden Betrages abwenden, wenn nicht der jeweilige Vollstreckungsgläubiger vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110 v.H. des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.</p> <p>Die Revision wird nicht zugelassen.</p> <p>Der Streitwert wird für das Berufungsverfahren auf 5.000 Euro festgesetzt.</p><br style="clear:both"> <h1><span style="text-decoration:underline">Gründe:</span></h1> <h1>I. </h1> <span class="absatzRechts" id="nr_1">1</span><p class="absatzLinks">Die Klägerin war Studierende an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW ‑ im Folgenden (FHöV NRW) ‑ im Studiengang "Polizeivollzugsdienst" des Einstellungsjahrgangs 2013. Am 2. März 2015 schrieb sie die Wiederholungsklausur in dem Modul 1.1 (Delinquenz im öffentlichen Raum und sozialen Nahraum). Die Klausuraufgabe beinhaltete einen strafrechtlichen sowie einen eingriffsrechtlichen Teil, wobei nach der angegebenen Gewichtung der Aufgabe zum Strafrecht ein Anteil von 40 v.H. und derjenigen zum Eingriffsrecht ein Anteil von 60 v.H. an der Gesamtklausur zukam. Der eingriffsrechtliche Teil der Klausur der Klägerin wurde von PD P. als Erst- und von KOR U. als Zweitprüfer, der strafrechtliche Teil von Herrn Q. als Erstprüfer und Frau I. als Zweitprüferin bewertet. Für die Leistung der Klägerin vergaben die Prüfer im eingriffsrechtlichen Teil 26 Punkte und im strafrechtlichen Teil 20 Punkte. Die Wiederholungsklausur wurde insgesamt mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet. Durch Bescheid vom 1. April 2015 teilte die FHöV NRW der Klägerin das endgültige Nichtbestehen der Bachelorprüfung mit.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_2">2</span><p class="absatzLinks">Gegen diesen Bescheid legte die Klägerin am 8. April 2015 Widerspruch ein. Mit Schreiben vom 26. Mai 2015 trug sie zu dessen Begründung unter anderem vor, die Klausurbewertung sei nicht plausibel, weil weder aus den Randanmerkungen noch aus den Korrekturanmerkungen der Prüfer hervorgehe, wie diese zu den vergebenen Punktzahlen gekommen seien. Es dränge sich der Eindruck auf, dass ihre - der Klägerin - Leistungen nicht vollständig zur Kenntnis genommen worden seien. In Ermangelung weiterer Randbemerkungen sei es auch nicht möglich, die Bewertung des eingriffsrechtlichen Teils näher zu überprüfen. Abgesehen davon hätten im Fach Eingriffsrecht bei der Dozentin Prof. Dr. L. Mängel in der Lehre vorgelegen, was ihr - der Klägerin - nicht zum Nachteil gereichen dürfe, zumal insoweit die Bedingungen für die Studierenden ungleich gewesen seien.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_3">3</span><p class="absatzLinks">Aufgrund des Widerspruchs forderte die FHöV NRW sowohl die Prüfer als auch Prof. Dr. L. zu Stellungnahmen auf. PD P. nahm unter dem 6. Juni 2015, Herr Q. mit E-Mail vom 28. August 2015 und Frau I. mit E-Mail vom 15. September 2015 Stellung; sie blieben jeweils bei ihrer Bewertung. Eine Stellungnahme von KOR U. befindet sich nicht bei den Verwaltungsvorgängen. Prof. Dr. L. wies die ihr gegenüber erhobenen Vorwürfe zurück.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_4">4</span><p class="absatzLinks">Die FHöV NRW wies den Widerspruch durch Bescheid vom 2. November 2015 zurück. Zur Begründung führte sie aus, für die Bewertung sei es nicht ausschlaggebend gewesen, ob die jeweils vergebene Punktzahl nachvollziehbar sei, da die Prüfungsleistung in Gänze eine Vielzahl von Fehlern aufweise, die eine bessere als die getroffene Bewertung nicht zulasse. Zudem ergebe sich die Bewertung der Prüfungsleistung aus den inhaltlichen Anmerkungen der Korrektoren sowohl in den Randbemerkungen als auch auf dem Deckblatt. Der Erstkorrektor zum strafrechtlichen Teil habe in seiner Stellungnahme darauf hingewiesen, dass seine Anmerkung zum schlechten Zeitmanagement nicht in die Bewertung eingeflossen sei, aber der Grund dafür sei, dass die Klägerin zu wenig zum strafrechtlichen Teil geschrieben und insbesondere die Ausführungen zu § 113 Abs. 2 Nr. 1 StGB und zu § 250 Abs. 1 Nr. 1 StGB nicht im geforderten Gutachtenstil erbracht habe. Die Randbemerkungen zum eingriffsrechtlichen Teil legten nachvollziehbar dar, an welcher Stelle es zu Defiziten gekommen sei. Der von der Klägerin dargelegte Eindruck, dass Teile ihrer Klausur nicht korrigiert worden seien, treffe für den Beginn der Lösung insofern zu, als eine nicht vertretbare Maßnahme geprüft worden sei, die nicht zu berücksichtigen gewesen sei. Der Einwand der fehlenden Vermittlung von Lehrinhalten im Grundstudium greife nicht durch.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_5">5</span><p class="absatzLinks">Die Klägerin hat am 30. November 2015 die vorliegende Klage erhoben.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_6">6</span><p class="absatzLinks">Sie hat ergänzend vorgetragen, aus der E-Mail des Prüfers im Strafrecht vom 28. August 2015 gehe hervor, dass ihre Klausur so schlecht bewertet worden sei, weil sie nicht genug geschrieben habe. Dies sei ein unzulässiger Prüfungsmaßstab. Zudem habe Herr P. in einem Gespräch nach der Bekanntgabe der Prüfungsnote ihr gegenüber in den Raum gestellt, dass für ihre Leistung mehr Punkte hätten vergeben werden können. Das zeige deutlich, dass die Bewertung nicht korrekt sei.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_7">7</span><p class="absatzLinks">Die Klägerin hat beantragt,</p> <span class="absatzRechts" id="nr_8">8</span><p class="absatzLinks">das beklagte Land unter Aufhebung des Bescheides vom 1. April 2015 und des Widerspruchsbescheides vom 2. November 2015 zu verpflichten, ihr die Möglichkeit zu geben, die Klausur im Modul HS 1.1 - Delinquenz im öffentlichen Raum und sozialen Nah-raum - zu wiederholen,</p> <span class="absatzRechts" id="nr_9">9</span><p class="absatzLinks">hilfsweise,</p> <span class="absatzRechts" id="nr_10">10</span><p class="absatzLinks">das beklagte Land unter Aufhebung des Bescheides vom 1. April 2015 und des Widerspruchsbescheides vom 2. November 2015 zu verpflichten, die Klausur im Modul HS 1.1 - Delinquenz im öffentlichen Raum und sozialen Nahraum - unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts erneut zu bewerten.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_11">11</span><p class="absatzLinks">Das beklagte Land hat beantragt,</p> <span class="absatzRechts" id="nr_12">12</span><p class="absatzLinks">die Klage abzuweisen.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_13">13</span><p class="absatzLinks">Zur Begründung hat es geltend gemacht, der Korrektor des strafrechtlichen Teils weise ausdrücklich darauf hin, dass nicht das zu wenig Geschriebene den Ausschlag für das "Nichtbestehen" gegeben habe. Vielmehr habe es unter anderem an den mangelhaften, nicht im Gutachtenstil erbrachten Ausführungen zu § 113 Abs. 2 Nr. 1 StGB und zu § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB gelegen. Das beklagte Land hat ferner eine Stellungnahme des PD P. vorgelegt, wonach dieser es für ausgeschlossen hält, eine Aussage zu einer möglichen höheren Bewertungsprozentzahl gemacht zu haben.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_14">14</span><p class="absatzLinks">Das Verwaltungsgericht hat die Klage durch Urteil vom 9. Dezember 2016 abgewiesen. Es hat - zusammengefasst - ausgeführt, der Bescheid der FHöV NRW vom 1. April 2015 und der Widerspruchsbescheid vom 2. November 2015 seien rechtmäßig. Die Klägerin habe weder einen Anspruch auf Wiederholung der Prüfungsleistung noch auf Neubewertung der Klausur. Die Begründung zum eingriffsrechtlichen Teil der Klausur sei nicht zu beanstanden. Die Prüfer hätten hinreichend und nachvollziehbar dargelegt, woraus sich die Bewertung mit 26 Punkten im Verhältnis zur Gesamtpunktzahl von 60 Punkten (= Prozent) ergebe. Die prozentuale Gewichtung der einzelnen Aufgaben lasse sich bereits der Aufgabenstellung entnehmen. Dass sich der Zweitprüfer der Beurteilung der Prüfungsleistung durch den Erstprüfer lediglich angeschlossen habe, begründe keinen Rechtsfehler. Der Klägerin könne auch nicht darin gefolgt werden, dass ihre Leistungen bei der Bearbeitung des eingriffsrechtlichen Teils nicht vollständig zur Kenntnis genommen worden seien. Der Erstprüfer habe nachvollziehbar ausgeführt, dass der Beginn der Lösung insofern nicht wirklich korrigiert worden sei, da die Klägerin eine nicht vertretbare Maßnahme geprüft habe, die nicht zu berücksichtigen gewesen sei. Auch die Rüge der Klägerin, dass der Prüfer bei der Bewertung des strafrechtlichen Teils einen unzulässigen Prüfungsmaßstab angewandt habe, greife nicht durch. Der Prüfer habe nachvollziehbar ausgeführt, dass nicht das Zeitmanagement und somit der Umfang der Bearbeitung für sich zu einem Punktabzug geführt habe, sondern insbesondere die nicht ausreichenden Ausführungen zu § 113 Abs. 2 Nr. 1 und § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB im geforderten Gutachtenstil.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_15">15</span><p class="absatzLinks">Die von der Klägerin gerügten Ausbildungsmängel führten ebenfalls nicht zum Erfolg der Klage. Ein Ausbildungsmangel könne bereits nicht erkannt werden. Zudem fehle ein Zusammenhang zwischen der behaupteten mangelhaften Ausbildung und der hier streitgegenständlichen Prüfungsleistung. Schließlich sei der Einwand prüfungsrechtlich unbeachtlich, weil die Klägerin diesen hätte früher anbringen müssen.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_16">16</span><p class="absatzLinks">Ob der Prüfer P. tatsächlich nach der Notenbekanntgabe in den Raum gestellt habe, dass für die Leistung der Klägerin mehr Punkte hätten vergeben werden können, könne offen bleiben. Denn diese könne aus diesem Umstand prüfungsrechtlich nichts für sich herleiten. Dementsprechend sei auch dem in der mündlichen Verhandlung gestellten Hilfsbeweisantrag, Herrn P. sowie die Schwester der Klägerin als Zeugen zu dem Gespräch in den Räumlichkeiten der Fachhochschule zu vernehmen, mangels Entscheidungserheblichkeit nicht nachzugehen gewesen. Dessen Befangenheit sei nicht zu erkennen.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_17">17</span><p class="absatzLinks">Wegen der weiteren Einzelheiten des erstinstanzlichen Sach- und Streitstands und des Urteils wird auf dieses verwiesen.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_18">18</span><p class="absatzLinks">Der Senat hat mit Beschluss vom 9. August 2018, den Beteiligten zugestellt am 14. August 2018, die Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 9. Dezember 2016 hinsichtlich des Hilfsantrags zugelassen und im Übrigen - hinsichtlich des Hauptantrags - den Antrag auf Zulassung der Berufung abgelehnt.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_19">19</span><p class="absatzLinks">Die Klägerin hat die Berufung am 13. September 2018 begründet. Sie macht im Wesentlichen geltend, sie habe einen Anspruch auf Neubewertung der streitbefangenen Klausur, weil Bewertungs- und Begründungsmängel vorlägen. Sowohl Erst- als auch Zweitkorrektur seien ungenügend. Die Begründung der Erstkorrektur des eingriffsrechtlichen Teils durch PD P. versetze sie, die Klägerin, nicht in die Lage, die Benotung mit 26 von 60 Punkten nachvollziehen zu können. Hierzu hat die Klägerin eine zusammenfassende Begründung des Erstprüfers wörtlich zitiert, zu der sie auf gerichtliche Nachfrage mit Schriftsatz vom 9. Januar 2018 mitgeteilt hat, es handele sich um ein Fehlzitat; wiedergegeben worden sei versehentlich die Begründung der Bewertung des Erstversuchs der Klausur. Zudem - so die Berufungsbegründung weiter - befänden sich im Prüfungsteil Eingriffsrecht auf 20 von 29 Seiten überhaupt keine Randbemerkungen. Das lasse nur den Schluss zu, dass der Erstprüfer jene Ausführungen nicht zur Kenntnis genommen habe. Jedenfalls liege aus diesem Grund keine ordnungsgemäße Bewertung der Prüfungsleistung vor. Dies sei auch die Auffassung von Prof. Dr. L. . Auch im Überdenkensverfahren habe PD P. nicht die Möglichkeit genutzt, seine überschaubaren Bemerkungen zu ergänzen. Da sich der Zweitkorrektor lediglich angeschlossen habe, sei auch dessen Begründung unzureichend.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_20">20</span><p class="absatzLinks">Die Klägerin beantragt,</p> <span class="absatzRechts" id="nr_21">21</span><p class="absatzLinks">unter Abänderung des angefochtenen Urteils den Bescheid der FHöV NRW vom 1. April 2015 in Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 2. November 2015 aufzuheben und das beklagte Land zu verpflichten, ihre Klausur im Modul HS 1.1 (Delinquenz im öffentlichen Raum und sozialen Nahraum) vom 2. März 2015 unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts erneut zu bewerten.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_22">22</span><p class="absatzLinks">Das beklagte Land beantragt,</p> <span class="absatzRechts" id="nr_23">23</span><p class="absatzLinks">die Berufung zurückzuweisen.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_24">24</span><p class="absatzLinks">Es verweist auf seinen vorausgegangenen Sachvortrag.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_25">25</span><p class="absatzLinks">Der Senat hat die Beteiligten zur Entscheidung nach § 130a VwGO angehört. Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstands und des Vorbringens der Beteiligten wird auf den Inhalt der Gerichtsakte und der beigezogenen Verwaltungsvorgänge Bezug genommen.</p> <h1><span style="text-decoration:underline">II.</span></h1> <span class="absatzRechts" id="nr_26">26</span><p class="absatzLinks">Der Senat entscheidet nach Anhörung der Beteiligten über die Berufung der Klägerin durch Beschluss nach § 130a VwGO, weil er sie einstimmig für begründet und die Durchführung einer mündlichen Verhandlung nicht für erforderlich hält.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_27">27</span><p class="absatzLinks">Die Berufung der Klägerin hat Erfolg. Gegenstand des Berufungsverfahrens ist nur noch der Antrag, das beklagte Land zu verpflichten, unter Aufhebung der entgegenstehenden Bescheide die Wiederholungsklausur der Klägerin im Modul HS 1.1. (Delinquenz im öffentlichen Raum und sozialen Nahraum) vom 2. März 2015 unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts erneut zu bewerten. Das Verwaltungsgericht hat die Klage insoweit zu Unrecht abgewiesen. Die Klägerin hat einen Anspruch darauf, dass ihre Prüfungsleistung unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu bewertet wird, § 113 Abs. 5 Satz 2 VwGO.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_28">28</span><p class="absatzLinks">Die gerichtliche Überprüfung der Bewertung schriftlicher Leistungen in berufsbezogenen Prüfungen ist eingeschränkt. Derartige Leistungsbewertungen obliegen ausschließlich den dafür bestimmten Prüfern, die diese Aufgabe eigenständig und unabhängig wahrzunehmen haben. Nur die Prüfer, nicht die Prüfungsbehörden üben den prüfungsrechtlichen Bewertungsspielraum aus. Die Prüfertätigkeit lässt sich aufgrund ihrer Komplexität weitgehend nicht durch allgemeingültige Regeln erfassen. Vielmehr nimmt der jeweilige Prüfer die Bewertung anhand von Maßstäben vor, die er in Bezug auf die konkrete Prüfungsaufgabe autonom erstellt. Sie beruhen auf einem Bezugssystem, das vor allem durch seine persönlichen Erfahrungen, Einschätzungen und Vorstellungen gebildet wird. Diese Maßstäbe muss der Prüfer aus Gründen der Chancengleichheit auf die Bewertung aller Bearbeitungen derselben Prüfungsaufgabe anwenden. Auf ihrer Grundlage trifft er eine Vielzahl fachlicher und prüfungsspezifischer Wertungen; diese Wertungen setzt er nach der Bedeutung, die er ihnen aufgabenbezogen beimisst, in ein Verhältnis zueinander. Aufgrund der Gewichtung der einzelnen Vorzüge und Nachteile der Prüfungsleistung und deren Vergleich mit anderen Bearbeitungen vergibt der Prüfer die Note, d.h. er ordnet die Prüfungsleistung in eine normativ vorgegebene Notenskala ein. Die Eigenart dieses Bewertungsvorgangs und die dabei zu beachtenden Anforderungen des Gebots der Chancengleichheit machen es notwendig, den Prüfern einen Bewertungsspielraum zuzuerkennen, dessen Wahrnehmung nur einer zurückgenommenen verwaltungsgerichtlichen Nachprüfung unterliegt. Der Bewertungsspielraum erstreckt sich jedoch nicht auf fachliche Wertungen des Prüfers, d.h. auf dessen Entscheidungen über die fachliche Richtigkeit konkreter Ausführungen des Prüfungsteilnehmers. Hierbei handelt es sich um Stellungnahmen zu Fachfragen, die einer fachwissenschaftlichen Erörterung zugänglich sind. Deren Bewertung hängt davon ab, ob die vom Prüfungsteilnehmer vertretene Auffassung nach dem Stand der Fachwissenschaft vertretbar ist. Die Verwaltungsgerichte haben nachzuprüfen, ob der Prüfer diesen Maßstab beachtet, d.h. eine fachlich richtige oder doch vertretbare Bemerkung nicht als falsch bewertet hat. Ein derartiger genereller Maßstab fehlt jedoch bei den Wertungen, die sich damit befassen, wie der Prüfungsteilnehmer die Anforderungen der konkreten Prüfungsaufgabe bewältigt hat. Sie beruhen auf dem autonomen Bezugssystem des jeweiligen Prüfers. Solche prüfungsspezifischen Wertungen sind die Bestimmung des Schwierigkeitsgrades der Aufgabe sowie die Bewertung der Überzeugungskraft der Argumente, des Aufbaus der Darstellung und der Folgerichtigkeit des Begründungsgangs. Prüfungsspezifisch sind auch die Gewichtungen der einzelnen fachlichen und prüfungsspezifischen Wertungen, d.h. die Bestimmung ihrer Bedeutung für die Notenvergabe. Hierfür muss sich der Prüfer darüber klar werden, welche durchschnittlichen Anforderungen er an eine Prüfungsleistung stellt. In Bezug auf prüfungsspezifische Wertungen sind die Verwaltungsgerichte darauf beschränkt nachzuprüfen, ob der Prüfer die Prüfungsleistung vollständig und richtig zur Kenntnis genommen hat, sachwidrige Erwägungen in die Bewertung hat einfließen lassen, seine autonomen Bewertungsmaßstäbe einheitlich angewandt und allgemeingültige Bewertungsgrundsätze beachtet hat. Schließlich müssen die prüfungsspezifischen Wertungen und Gewichtungen nachvollziehbar sein; sie dürfen insbesondere keine inhaltlichen Widersprüche enthalten</p> <span class="absatzRechts" id="nr_29">29</span><p class="absatzLinks">BVerwG, Beschluss vom 5. März 2018 - 6 B 71.17 - u.a., NJW 2018, 2142 = juris Rn. 8 ff.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_30">30</span><p class="absatzLinks">1. Ein zu einem Anspruch auf Neubewertung führende Bewertungsfehler ergibt sich danach nicht aus dem Vorbringen der Klägerin, der Erstprüfer des eingriffsrechtlichen Teils der Klausur, PD P. , habe ihr und ihrer Schwester gegenüber erklärt, "dass noch (gemeint wohl: mehr) Punkte hätten vergeben können oder müssen". Die Behauptung, der Prüfer habe gesagt, es hätten mehr Punkte vergeben werden <em>müssen</em>, ist bereits nicht glaubhaft. Sie ist im Zulassungsverfahren erstmals aufgestellt worden, ohne dass sie aber in irgendeiner Weise erläutert worden wäre. Mit der Berufungsbegründung ist sie nicht mehr aufgegriffen worden. Es kann angesichts dessen nicht davon ausgegangen werden, dass die Aussage überhaupt gefallen ist.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_31">31</span><p class="absatzLinks">Soweit die Klägerin mit dem Antrag auf Zulassung der Berufung - entgegen der Darstellung des Prüfers - die Behauptung aufrechterhalten hat, dieser habe erklärt, dass mehr Punkte hätten vergeben <em>können</em>, stellt dies weder eine Zusicherung dar noch ergibt sich daraus eine Befangenheit des Prüfers. Insoweit kann auf die Ausführungen des Verwaltungsgerichts verwiesen werden. Entgegen der Auffassung der Klägerin folgt aus einer solchen Bemerkung - sollte sie tatsächlich gefallen sein - auch nicht zwingend, dass die vorgenommene Bewertung unrichtig oder nicht ordnungsgemäß wäre. Der prüfungsrechtliche Bewertungsspielraum bringt es mit sich, dass es bei einer Prüfungsleistung eine allein "richtige" Bewertung nicht gibt, sondern bei Anlegung eines milderen Maßstabs in aller Regel eine günstigere Punktevergabe möglich ist.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_32">32</span><p class="absatzLinks">Vgl. näher etwa BVerwG, Beschluss vom 5. März 2018 - 6 B 71.17 -, a.a.O. Rn. 8 ff.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_33">33</span><p class="absatzLinks">2. a) Allerdings beanstandet die Klägerin zu Recht die Bewertung des Prüfungsteils "Eingriffsrecht". Sowohl die Erst- als auch die Zweitbewertung verfehlen die insoweit zu stellenden Anforderungen an die Begründung der Bewertung von schriftlichen Prüfungsleistungen. Der Senat hat hierzu bereits im Zulassungsbeschluss ausgeführt:</p> <span class="absatzRechts" id="nr_34">34</span><p class="absatzLinks">"Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts gilt insoweit Folgendes: Der Prüfer hat bei schriftlichen Prüfungsarbeiten die tragenden Erwägungen darzulegen, die zur Bewertung der Prüfungsleistung geführt haben. Die Begründung muss so beschaffen sein, dass der Prüfling die die Bewertung tragenden Gründe der Prüfer in den Grundzügen nachvollziehen kann, d.h. die Kriterien erfährt, die für die Benotung maßgeblich waren, und verstehen kann, wie die Anwendung dieser Kriterien in wesentlichen Punkten zu dem Bewertungsergebnis geführt hat. Es muss zwar nicht in allen Einzelheiten, aber doch in den für das Ergebnis ausschlaggebenden Punkten erkennbar sein, welchen Sachverhalt sowie welche allgemeinen und besonderen Bewertungsmaßstäbe der Prüfer zugrunde gelegt hat und auf welcher wissenschaftlich-fachlichen Annahme des Prüfers die Benotung beruht. Dies schließt nicht aus, dass die Begründung nur kurz ausfällt, vorausgesetzt, die vorstehend dargestellten Kriterien für ein mögliches Nachvollziehen der grundlegenden Gedankengänge der Prüfer sind erfüllt.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_35">35</span><p class="absatzLinks">Die Begründung muss zudem ihrer Zweckbestimmung gerecht werden, dem Prüfling die effektive Wahrnehmung des zum Schutz seiner Grundrechte durch Art. 19 Abs. 4 GG gewährleisteten Rechtsschutzes zu ermöglichen. Die Begründung muss daher so beschaffen sein, dass das Recht des Prüflings, im Rahmen eines verwaltungsinternen Überdenkensverfahrens Einwände gegen die Bewertung wirksam vorzubringen, ebenso gewährleistet ist wie sein Recht auf wirksame gerichtliche Kontrolle des Prüfungsverfahrens. Im Verwaltungsstreitverfahren muss die Einhaltung des Bewertungsspielraums überprüft werden können, der dem Prüfer im Bereich der prüfungsspezifischen Wertungen verbleibt; dies kann regelmäßig nur anhand der Begründung der Prüfungsbewertung festgestellt werden. Da das verwaltungsinterne Überdenkensverfahren anders als das Verwaltungsstreitverfahren - gerade auch zum Ausgleich der dort insoweit bestehenden Kontrollbeschränkungen - auch den Bereich der prüfungsspezifischen Wertungen einschließt, dürfen auch diese - wenn sie auch an Grenzen der Objektivierbarkeit stoßen - von der Begründung der Prüfungsbewertung nicht gänzlich ausgespart werden. Überdies ist mit der Begründungspflicht auch eine Garantie- und Klarstellungsfunktion für den Prüfer verbunden, dessen Selbstkontrolle sie in besonderem Maße fördert; dies ist bei Bestimmung von Inhalt und Umfang der gebotenen Begründung im Einzelfall gleichfalls zu berücksichtigen.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_36">36</span><p class="absatzLinks">Zum Ganzen BVerwG, Beschluss vom 8. März 2012 - 6 B 36.11 -, NJW 2012, 2054 = juris Rn. 8 f. m. w. N., sowie Urteil vom 9. Dezember 1992 - 6 C 3.92 -, BVerwGE 91, 262 = juris Rn. 24 ff., insb. 27 ff.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_37">37</span><p class="absatzLinks">Diesen Maßgaben, die insbesondere bei der Bewertung als nicht ausreichend Bedeutung erlangen, wird die Bewertung des Prüfungsteils "Eingriffsrecht" nicht gerecht. Diese ermöglicht es weder dem Prüfling noch dem Gericht, die sie tragenden Gründe in den Grundzügen nachzuvollziehen und zu verstehen, wie die Anwendung dieser Kriterien in wesentlichen Punkten zu dem Bewertungsergebnis geführt hat.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_38">38</span><p class="absatzLinks">Dies gilt zunächst für die Erstbewertung. Der Prüfungsteil "Eingriffsrecht" umfasst etwas über 28 der insgesamt 38 Seiten der Prüfungsarbeit. Für ihn hat der Erstprüfer PD P. 26 von insgesamt 60 möglichen Punkten vergeben. Er hat dabei davon abgesehen, diese präzise gefasste Bewertung in einem eigenständigen ausformulierten und die Leistung zusammenfassend würdigenden Votum zu begründen; vielmehr hat er sich hierfür ausschließlich auf Randbemerkungen beschränkt. Es handelt sich dabei um eine eingehende Anmerkung in mehreren Sätzen auf Seite 1 der Klausur und darüber hinaus um insgesamt 16 stichwortartige Bemerkungen, im Einzelnen: "Freiheit der Person + RTS" ?, "?" (Seite 2); "§ 163b I StPO" (Seite 13); "Gutachten", "§ 58 II PolG ?" (Seite 19); "Frucht!" ?, "Festhalten/ Transport?", "FuV/ Ermessen/ ÜV?", "Freiheit" (Seite 20); "Gutachten?" (Seite 24); "Feststellung von Tatsachen!" (Seite 26); "A", "Begründung unzureichend!", "?" (Seite 28); "Gutachten?" (Seite 29). Hieraus ergibt sich zugleich, dass nicht weniger als 20 von 29 Seiten der Bearbeitung ohne jede Prüferbemerkung geblieben sind. Dies betrifft nicht lediglich die auf die Aufgabe 1 entfallenden Darlegungen, bei denen die Klägerin nach Ansicht des Prüfers bereits einen verfehlten Ansatz gewählt hat, sondern auch fünf der rund neun Seiten, die auf Aufgabe 2 entfallen und die - jedenfalls ist das der Begründung nicht zu entnehmen - nicht an einem derartigen Mangel leiden.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_39">39</span><p class="absatzLinks">Diese wenigen Bemerkungen ermöglichen es auch dann nicht, die Bewertung auch nur in ihren Grundzügen nachvollziehen, wenn - was gleichfalls fraglich ist - zugrunde gelegt wird, dass sie trotz ihres Stichwortcharakters aus sich heraus verständlich sind. Denn der überwiegende Teil der Bearbeitung bleibt gänzlich ohne bewertende Anmerkung, und die vorhandenen Randbemerkungen sind mit Ausnahme der ersten äußerst knapp gehalten. Der Erstprüfer hat auch das Überdenkensverfahren nicht zu der - sich aufdrängenden - Möglichkeit genutzt, seine reduzierten Bemerkungen zu erläutern und anzureichern. Er hat es in seiner Stellungnahme vom 6. Juni 2015 auf den Widerspruch der Klägerin vielmehr dabei bewenden lassen, sich auf den (unzutreffenden) Standpunkt zu stellen, seine Randbemerkungen seien "auch wegen der Strukturbezogenheit völlig ausreichend, um Defizite zu erkennen und Punkt-/Prozentverluste nachvollziehen zu können", und die Richtigkeit seiner Randbemerkungen zu bestätigen. Damit hat er den Begründungsmangel vertieft, statt ihn zu beheben. Die einzige - ansatzweise - inhaltliche Anreicherung seiner Bewertung liegt in dem Hinweis auf die "Strukturbezogenheit". Der Bedeutungsgehalt dieses Hinweises erschließt sich indessen nicht. Unklar ist sowohl, welche Struktur, auf die die Randbemerkungen bezogen sein sollen, gemeint ist, als auch, auf welche Bemerkungen das zutreffen soll. Der überwiegende Teil der Randbemerkungen - so etwa "Freiheit der Person", "§ 163b I StPO", § 58 II PolG?" - bezieht sich, soweit nachvollziehbar, lediglich auf Mängel in den konkret kommentierten Ausführungen der Klägerin und offenbart damit aus sich heraus keine strukturellen Defizite der Bearbeitung.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_40">40</span><p class="absatzLinks">Die Zweitkorrektur ist, da sich der Zweitprüfer (nach Angabe des beklagten Landes KOR U. ) darauf beschränkt hat, sich der Erstkorrektur "vollumfänglich" anzuschließen, aus den gleichen Gründen unzureichend wie die Erstkorrektur. Grundsätzlich ist es aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden, wenn sich der Zweitprüfer der Beurteilung der Prüfungsleistung durch einen anderen Prüfer mit einer kurzen Bemerkung anschließt; einer weiteren, umfangreichen Erläuterung der Gründe der gleichen Bewertung "mit anderen Worten" bedarf es dann nicht. Dies gilt aber nicht, wenn - wie hier - bereits die Bewertung des Erstprüfers den Anforderungen nicht genügt. Es ist zudem nicht einmal erkennbar, dass der Zweitprüfer seine Bewertung überhaupt überdacht hat; eine entsprechende Stellungnahme findet sich im Verwaltungsvorgang nicht. Hierin liegt ein zusätzlicher, mit dem Antrag auf Zulassung der Berufung allerdings nicht gerügter Mangel des Prüfungsverfahrens.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_41">41</span><p class="absatzLinks">Der weiteren, der Zulassungsbegründung (noch) zu entnehmenden Beanstandung, ein erheblicher Teil der Klausur sei gar nicht berücksichtigt worden, muss angesichts dessen nicht nachgegangen werden. Angemerkt sei allerdings, dass es zwar grundsätzlich innerhalb des Bewertungsspielraums des Prüfers liegt, wie Folgefehler bewertet werden. Es ist indessen in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts geklärt, dass der Prüfer seine Bewertung nicht schon dann abbrechen darf, wenn die Bearbeitung nach einer - seiner Meinung nach - falschen Weichenstellung in eine nicht vorgesehene Richtung verläuft. In solchen Fällen wird sich regelmäßig die Frage stellen, ob die weiteren Ausführungen des Prüflings zumindest folgerichtig sind oder sonst Anhalt dafür geben, dass gewisse Kenntnisse im geprüften Sachgebiet vorhanden sind.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_42">42</span><p class="absatzLinks">BVerwG, Beschluss vom 8. August 1994 - 6 B 87.93 -, NVwZ-RR 1995, 146 = juris Rn. 9; Niehues/Fischer/</p> <span class="absatzRechts" id="nr_43">43</span><p class="absatzLinks">Jeremies, a. a. O. (gemeint: 6. Auflage 2014), Rn. 531</p> <span class="absatzRechts" id="nr_44">44</span><p class="absatzLinks">m. w. N.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_45">45</span><p class="absatzLinks">Namentlich bei Ausführungen zu einem verfehlten Ansatz, die wie hier einen erheblichen Teil der Gesamtleistung erfassen, liegt es nahe, dass diese Darlegungen zumindest darauf untersucht werden, ob ihnen ungeachtet des verfehlten Ansatzes noch Brauchbares zu entnehmen ist.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_46">46</span><p class="absatzLinks">Folge des festzustellenden Fehlers ist die Aufhebung der Prüfungsentscheidung und die Verpflichtung zur Neubewertung unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts. Ein Verfahrensfehler führt dann zur Aufhebung der Prüfungsentscheidung, wenn er wesentlich und sein Einfluss auf das Prüfungsergebnis nicht ausgeschlossen ist. Ist die Bewertung einer Aufsichtsarbeit wegen der fehlenden Begründung fehlerhaft, so ist regelmäßig davon auszugehen, dass sich dieser Mangel auch auf die Gesamtbewertung auswirkt.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_47">47</span><p class="absatzLinks">BVerwG, Urteil vom 9. Dezember 1992 - 6 C 3.92 -, a. a. O. Rn. 33.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_48">48</span><p class="absatzLinks">Abweichendes ist hier nicht anzunehmen. Der Mangel ist auch im gerichtlichen Verfahren nicht behoben worden."</p> <span class="absatzRechts" id="nr_49">49</span><p class="absatzLinks">An diesen Feststellungen, denen das beklagte Land im Berufungsverfahren auch nichts entgegengesetzt hat, ist festzuhalten. Soweit die Prozessbevollmächtigten der Klägerin mit der Berufungsbegründung ein zusammenfassendes Votum als Begründung des eingriffsrechtlichen Teils der Klausur wörtlich wiedergegeben haben, haben sie mit Schriftsatz vom 9. Januar 2019 klargestellt, es handele sich um ein Fehlzitat; zitiert worden sei versehentlich die Begründung der ersten Klausur der Klägerin, nicht der streitgegenständlichen Wiederholungsklausur. Es ist daher weiterhin zugrunde zu legen, dass sich die Begründung der Bewertung des eingriffsrechtlichen Teils der Klausur in den oben wiedergegebenen unzureichenden Randbemerkungen erschöpft.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_50">50</span><p class="absatzLinks">b) Die Begründung der Bewertung des strafrechtlichen Teils der Klausur hält hingegen der Rechtskontrolle Stand. Der Erstkorrektor hat hier mit der zusammenfassenden Begründung, die er auf dem Deckblatt für die Prüfungsarbeit niedergelegt hat, in Zusammenschau mit seinen vergleichsweise zahlreichen und teils in vollständigen Sätzen gehaltenen Randbemerkungen hinlänglich die Erwägungen verdeutlicht, die für seine Bewertung des strafrechtlichen Teils maßgeblich waren. Den Hinweis auf das schlechte Zeitmanagement hat er in seiner Stellungnahme per E-Mail vom 28. August 2015 dahin erläutert, das Zeitmanagement an sich führe nicht zu Punktabzügen, sei aber der Grund dafür, dass die Klägerin zu wenig zum strafrechtlichen Teil der Klausur geschrieben und insbesondere die Ausführungen zu § 113 Abs. 2 Nr. 1 und zu § 250 Abs. 1 Nr. 1 StGB nicht im geforderten Gutachtenstil ausformuliert habe. So verstanden als unzureichende Befassung mit den genannten Klausurproblemen unterliegt das Monitum keinen Rechtsbedenken. Ebenso wenig ist zu beanstanden, dass die Zweitprüferin sich der Erstkorrektur lediglich angeschlossen hat.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_51">51</span><p class="absatzLinks">Niehues/Fischer/Jeremias, Prüfungsrecht, 7. Auflage 2018, Rn. 711 m. w. N.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_52">52</span><p class="absatzLinks">3. Die von der Klägerin geltend gemachten Ausbildungsmängel sind von Vornherein ungeeignet, einen Anspruch auf Neubewertung einer Prüfungsleistung zu begründen.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_53">53</span><p class="absatzLinks">Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 155 Abs. 1 Satz 1, 154 Abs. 1 und 2 VwGO.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_54">54</span><p class="absatzLinks">Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit beruht auf § 167 VwGO i.V.m. §§ 708 Nr. 10, 711 ZPO.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_55">55</span><p class="absatzLinks">Die Revision ist nicht zuzulassen, weil die Voraussetzungen des § 132 Abs. 2 VwGO nicht vorliegen.</p> <span class="absatzRechts" id="nr_56">56</span><p class="absatzLinks">Die Streitwertfestsetzung beruht auf den §§ 40, 47 Abs. 1 GKG i.V.m. § 52 Abs.1 und 2 GKG.</p>
Das beklagte Land wird unter Aufhebung des Bescheides der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW vom 1. April 2015 und des Widerspruchsbescheides vom 2. November 2015 verpflichtet, die Klausur der Klägerin im Modul HS 1.1 (Delinquenz im öffentlichen Raum und sozialen Nahraum) vom 2. März 2015 unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu bewerten.
Die Kosten des Verfahrens in beiden Instanzen tragen das beklagte Land und die Klägerin jeweils zur Hälfte.
Der Beschluss ist wegen der Kosten vorläufig vollstreckbar. Der jeweilige Vollstreckungsschuldner darf die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung oder Hinterlegung in Höhe von 110 v.H. des beizutreibenden Betrages abwenden, wenn nicht der jeweilige Vollstreckungsgläubiger vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110 v.H. des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.
Die Klägerin war Studierende an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW ‑ im Folgenden (FHöV NRW) ‑ im Studiengang "Polizeivollzugsdienst" des Einstellungsjahrgangs 2013. Am 2. März 2015 schrieb sie die Wiederholungsklausur in dem Modul 1.1 (Delinquenz im öffentlichen Raum und sozialen Nahraum). Die Klausuraufgabe beinhaltete einen strafrechtlichen sowie einen eingriffsrechtlichen Teil, wobei nach der angegebenen Gewichtung der Aufgabe zum Strafrecht ein Anteil von 40 v.H. und derjenigen zum Eingriffsrecht ein Anteil von 60 v.H. an der Gesamtklausur zukam. Der eingriffsrechtliche Teil der Klausur der Klägerin wurde von PD P. als Erst- und von KOR U. als Zweitprüfer, der strafrechtliche Teil von Herrn Q. als Erstprüfer und Frau I. als Zweitprüferin bewertet. Für die Leistung der Klägerin vergaben die Prüfer im eingriffsrechtlichen Teil 26 Punkte und im strafrechtlichen Teil 20 Punkte. Die Wiederholungsklausur wurde insgesamt mit "nicht ausreichend" (5,0) bewertet. Durch Bescheid vom 1. April 2015 teilte die FHöV NRW der Klägerin das endgültige Nichtbestehen der Bachelorprüfung mit.
Gegen diesen Bescheid legte die Klägerin am 8. April 2015 Widerspruch ein. Mit Schreiben vom 26. Mai 2015 trug sie zu dessen Begründung unter anderem vor, die Klausurbewertung sei nicht plausibel, weil weder aus den Randanmerkungen noch aus den Korrekturanmerkungen der Prüfer hervorgehe, wie diese zu den vergebenen Punktzahlen gekommen seien. Es dränge sich der Eindruck auf, dass ihre - der Klägerin - Leistungen nicht vollständig zur Kenntnis genommen worden seien. In Ermangelung weiterer Randbemerkungen sei es auch nicht möglich, die Bewertung des eingriffsrechtlichen Teils näher zu überprüfen. Abgesehen davon hätten im Fach Eingriffsrecht bei der Dozentin Prof. Dr. L. Mängel in der Lehre vorgelegen, was ihr - der Klägerin - nicht zum Nachteil gereichen dürfe, zumal insoweit die Bedingungen für die Studierenden ungleich gewesen seien.
Aufgrund des Widerspruchs forderte die FHöV NRW sowohl die Prüfer als auch Prof. Dr. L. zu Stellungnahmen auf. PD P. nahm unter dem 6. Juni 2015, Herr Q. mit E-Mail vom 28. August 2015 und Frau I. mit E-Mail vom 15. September 2015 Stellung; sie blieben jeweils bei ihrer Bewertung. Eine Stellungnahme von KOR U. befindet sich nicht bei den Verwaltungsvorgängen. Prof. Dr. L. wies die ihr gegenüber erhobenen Vorwürfe zurück.
Die FHöV NRW wies den Widerspruch durch Bescheid vom 2. November 2015 zurück. Zur Begründung führte sie aus, für die Bewertung sei es nicht ausschlaggebend gewesen, ob die jeweils vergebene Punktzahl nachvollziehbar sei, da die Prüfungsleistung in Gänze eine Vielzahl von Fehlern aufweise, die eine bessere als die getroffene Bewertung nicht zulasse. Zudem ergebe sich die Bewertung der Prüfungsleistung aus den inhaltlichen Anmerkungen der Korrektoren sowohl in den Randbemerkungen als auch auf dem Deckblatt. Der Erstkorrektor zum strafrechtlichen Teil habe in seiner Stellungnahme darauf hingewiesen, dass seine Anmerkung zum schlechten Zeitmanagement nicht in die Bewertung eingeflossen sei, aber der Grund dafür sei, dass die Klägerin zu wenig zum strafrechtlichen Teil geschrieben und insbesondere die Ausführungen zu § 113 Abs. 2 Nr. 1 StGB
§ 113 Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte § 113 Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte , Abs. 2
und zu § 250 Abs. 1 Nr. 1 StGB
§ 250 Schwerer Raub § 250 Schwerer Raub , Abs. 1
nicht im geforderten Gutachtenstil erbracht habe. Die Randbemerkungen zum eingriffsrechtlichen Teil legten nachvollziehbar dar, an welcher Stelle es zu Defiziten gekommen sei. Der von der Klägerin dargelegte Eindruck, dass Teile ihrer Klausur nicht korrigiert worden seien, treffe für den Beginn der Lösung insofern zu, als eine nicht vertretbare Maßnahme geprüft worden sei, die nicht zu berücksichtigen gewesen sei. Der Einwand der fehlenden Vermittlung von Lehrinhalten im Grundstudium greife nicht durch.
Die Klägerin hat am 30. November 2015 die vorliegende Klage erhoben.
Sie hat ergänzend vorgetragen, aus der E-Mail des Prüfers im Strafrecht vom 28. August 2015 gehe hervor, dass ihre Klausur so schlecht bewertet worden sei, weil sie nicht genug geschrieben habe. Dies sei ein unzulässiger Prüfungsmaßstab. Zudem habe Herr P. in einem Gespräch nach der Bekanntgabe der Prüfungsnote ihr gegenüber in den Raum gestellt, dass für ihre Leistung mehr Punkte hätten vergeben werden können. Das zeige deutlich, dass die Bewertung nicht korrekt sei.
das beklagte Land unter Aufhebung des Bescheides vom 1. April 2015 und des Widerspruchsbescheides vom 2. November 2015 zu verpflichten, ihr die Möglichkeit zu geben, die Klausur im Modul HS 1.1 - Delinquenz im öffentlichen Raum und sozialen Nah-raum - zu wiederholen,
das beklagte Land unter Aufhebung des Bescheides vom 1. April 2015 und des Widerspruchsbescheides vom 2. November 2015 zu verpflichten, die Klausur im Modul HS 1.1 - Delinquenz im öffentlichen Raum und sozialen Nahraum - unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts erneut zu bewerten.
Zur Begründung hat es geltend gemacht, der Korrektor des strafrechtlichen Teils weise ausdrücklich darauf hin, dass nicht das zu wenig Geschriebene den Ausschlag für das "Nichtbestehen" gegeben habe. Vielmehr habe es unter anderem an den mangelhaften, nicht im Gutachtenstil erbrachten Ausführungen zu § 113 Abs. 2 Nr. 1 StGB
und zu § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB
§ 250 Schwerer Raub § 250 Schwerer Raub , Abs. 2
gelegen. Das beklagte Land hat ferner eine Stellungnahme des PD P. vorgelegt, wonach dieser es für ausgeschlossen hält, eine Aussage zu einer möglichen höheren Bewertungsprozentzahl gemacht zu haben.
Das Verwaltungsgericht hat die Klage durch Urteil vom 9. Dezember 2016 abgewiesen. Es hat - zusammengefasst - ausgeführt, der Bescheid der FHöV NRW vom 1. April 2015 und der Widerspruchsbescheid vom 2. November 2015 seien rechtmäßig. Die Klägerin habe weder einen Anspruch auf Wiederholung der Prüfungsleistung noch auf Neubewertung der Klausur. Die Begründung zum eingriffsrechtlichen Teil der Klausur sei nicht zu beanstanden. Die Prüfer hätten hinreichend und nachvollziehbar dargelegt, woraus sich die Bewertung mit 26 Punkten im Verhältnis zur Gesamtpunktzahl von 60 Punkten (= Prozent) ergebe. Die prozentuale Gewichtung der einzelnen Aufgaben lasse sich bereits der Aufgabenstellung entnehmen. Dass sich der Zweitprüfer der Beurteilung der Prüfungsleistung durch den Erstprüfer lediglich angeschlossen habe, begründe keinen Rechtsfehler. Der Klägerin könne auch nicht darin gefolgt werden, dass ihre Leistungen bei der Bearbeitung des eingriffsrechtlichen Teils nicht vollständig zur Kenntnis genommen worden seien. Der Erstprüfer habe nachvollziehbar ausgeführt, dass der Beginn der Lösung insofern nicht wirklich korrigiert worden sei, da die Klägerin eine nicht vertretbare Maßnahme geprüft habe, die nicht zu berücksichtigen gewesen sei. Auch die Rüge der Klägerin, dass der Prüfer bei der Bewertung des strafrechtlichen Teils einen unzulässigen Prüfungsmaßstab angewandt habe, greife nicht durch. Der Prüfer habe nachvollziehbar ausgeführt, dass nicht das Zeitmanagement und somit der Umfang der Bearbeitung für sich zu einem Punktabzug geführt habe, sondern insbesondere die nicht ausreichenden Ausführungen zu § 113 Abs. 2 Nr. 1
und § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB
im geforderten Gutachtenstil.
Die von der Klägerin gerügten Ausbildungsmängel führten ebenfalls nicht zum Erfolg der Klage. Ein Ausbildungsmangel könne bereits nicht erkannt werden. Zudem fehle ein Zusammenhang zwischen der behaupteten mangelhaften Ausbildung und der hier streitgegenständlichen Prüfungsleistung. Schließlich sei der Einwand prüfungsrechtlich unbeachtlich, weil die Klägerin diesen hätte früher anbringen müssen.
Ob der Prüfer P. tatsächlich nach der Notenbekanntgabe in den Raum gestellt habe, dass für die Leistung der Klägerin mehr Punkte hätten vergeben werden können, könne offen bleiben. Denn diese könne aus diesem Umstand prüfungsrechtlich nichts für sich herleiten. Dementsprechend sei auch dem in der mündlichen Verhandlung gestellten Hilfsbeweisantrag, Herrn P. sowie die Schwester der Klägerin als Zeugen zu dem Gespräch in den Räumlichkeiten der Fachhochschule zu vernehmen, mangels Entscheidungserheblichkeit nicht nachzugehen gewesen. Dessen Befangenheit sei nicht zu erkennen.
Wegen der weiteren Einzelheiten des erstinstanzlichen Sach- und Streitstands und des Urteils wird auf dieses verwiesen.
Der Senat hat mit Beschluss vom 9. August 2018, den Beteiligten zugestellt am 14. August 2018, die Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 9. Dezember 2016 hinsichtlich des Hilfsantrags zugelassen und im Übrigen - hinsichtlich des Hauptantrags - den Antrag auf Zulassung der Berufung abgelehnt.
Die Klägerin hat die Berufung am 13. September 2018 begründet. Sie macht im Wesentlichen geltend, sie habe einen Anspruch auf Neubewertung der streitbefangenen Klausur, weil Bewertungs- und Begründungsmängel vorlägen. Sowohl Erst- als auch Zweitkorrektur seien ungenügend. Die Begründung der Erstkorrektur des eingriffsrechtlichen Teils durch PD P. versetze sie, die Klägerin, nicht in die Lage, die Benotung mit 26 von 60 Punkten nachvollziehen zu können. Hierzu hat die Klägerin eine zusammenfassende Begründung des Erstprüfers wörtlich zitiert, zu der sie auf gerichtliche Nachfrage mit Schriftsatz vom 9. Januar 2018 mitgeteilt hat, es handele sich um ein Fehlzitat; wiedergegeben worden sei versehentlich die Begründung der Bewertung des Erstversuchs der Klausur. Zudem - so die Berufungsbegründung weiter - befänden sich im Prüfungsteil Eingriffsrecht auf 20 von 29 Seiten überhaupt keine Randbemerkungen. Das lasse nur den Schluss zu, dass der Erstprüfer jene Ausführungen nicht zur Kenntnis genommen habe. Jedenfalls liege aus diesem Grund keine ordnungsgemäße Bewertung der Prüfungsleistung vor. Dies sei auch die Auffassung von Prof. Dr. L. . Auch im Überdenkensverfahren habe PD P. nicht die Möglichkeit genutzt, seine überschaubaren Bemerkungen zu ergänzen. Da sich der Zweitkorrektor lediglich angeschlossen habe, sei auch dessen Begründung unzureichend.
unter Abänderung des angefochtenen Urteils den Bescheid der FHöV NRW vom 1. April 2015 in Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 2. November 2015 aufzuheben und das beklagte Land zu verpflichten, ihre Klausur im Modul HS 1.1 (Delinquenz im öffentlichen Raum und sozialen Nahraum) vom 2. März 2015 unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts erneut zu bewerten.
Es verweist auf seinen vorausgegangenen Sachvortrag.
Der Senat hat die Beteiligten zur Entscheidung nach § 130a VwGO
angehört. Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstands und des Vorbringens der Beteiligten wird auf den Inhalt der Gerichtsakte und der beigezogenen Verwaltungsvorgänge Bezug genommen.
Der Senat entscheidet nach Anhörung der Beteiligten über die Berufung der Klägerin durch Beschluss nach § 130a VwGO
, weil er sie einstimmig für begründet und die Durchführung einer mündlichen Verhandlung nicht für erforderlich hält.
Die Berufung der Klägerin hat Erfolg. Gegenstand des Berufungsverfahrens ist nur noch der Antrag, das beklagte Land zu verpflichten, unter Aufhebung der entgegenstehenden Bescheide die Wiederholungsklausur der Klägerin im Modul HS 1.1. (Delinquenz im öffentlichen Raum und sozialen Nahraum) vom 2. März 2015 unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts erneut zu bewerten. Das Verwaltungsgericht hat die Klage insoweit zu Unrecht abgewiesen. Die Klägerin hat einen Anspruch darauf, dass ihre Prüfungsleistung unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu bewertet wird, § 113 Abs. 5 Satz 2 VwGO
§ 113 § 113 , Abs. 5
Die gerichtliche Überprüfung der Bewertung schriftlicher Leistungen in berufsbezogenen Prüfungen ist eingeschränkt. Derartige Leistungsbewertungen obliegen ausschließlich den dafür bestimmten Prüfern, die diese Aufgabe eigenständig und unabhängig wahrzunehmen haben. Nur die Prüfer, nicht die Prüfungsbehörden üben den prüfungsrechtlichen Bewertungsspielraum aus. Die Prüfertätigkeit lässt sich aufgrund ihrer Komplexität weitgehend nicht durch allgemeingültige Regeln erfassen. Vielmehr nimmt der jeweilige Prüfer die Bewertung anhand von Maßstäben vor, die er in Bezug auf die konkrete Prüfungsaufgabe autonom erstellt. Sie beruhen auf einem Bezugssystem, das vor allem durch seine persönlichen Erfahrungen, Einschätzungen und Vorstellungen gebildet wird. Diese Maßstäbe muss der Prüfer aus Gründen der Chancengleichheit auf die Bewertung aller Bearbeitungen derselben Prüfungsaufgabe anwenden. Auf ihrer Grundlage trifft er eine Vielzahl fachlicher und prüfungsspezifischer Wertungen; diese Wertungen setzt er nach der Bedeutung, die er ihnen aufgabenbezogen beimisst, in ein Verhältnis zueinander. Aufgrund der Gewichtung der einzelnen Vorzüge und Nachteile der Prüfungsleistung und deren Vergleich mit anderen Bearbeitungen vergibt der Prüfer die Note, d.h. er ordnet die Prüfungsleistung in eine normativ vorgegebene Notenskala ein. Die Eigenart dieses Bewertungsvorgangs und die dabei zu beachtenden Anforderungen des Gebots der Chancengleichheit machen es notwendig, den Prüfern einen Bewertungsspielraum zuzuerkennen, dessen Wahrnehmung nur einer zurückgenommenen verwaltungsgerichtlichen Nachprüfung unterliegt. Der Bewertungsspielraum erstreckt sich jedoch nicht auf fachliche Wertungen des Prüfers, d.h. auf dessen Entscheidungen über die fachliche Richtigkeit konkreter Ausführungen des Prüfungsteilnehmers. Hierbei handelt es sich um Stellungnahmen zu Fachfragen, die einer fachwissenschaftlichen Erörterung zugänglich sind. Deren Bewertung hängt davon ab, ob die vom Prüfungsteilnehmer vertretene Auffassung nach dem Stand der Fachwissenschaft vertretbar ist. Die Verwaltungsgerichte haben nachzuprüfen, ob der Prüfer diesen Maßstab beachtet, d.h. eine fachlich richtige oder doch vertretbare Bemerkung nicht als falsch bewertet hat. Ein derartiger genereller Maßstab fehlt jedoch bei den Wertungen, die sich damit befassen, wie der Prüfungsteilnehmer die Anforderungen der konkreten Prüfungsaufgabe bewältigt hat. Sie beruhen auf dem autonomen Bezugssystem des jeweiligen Prüfers. Solche prüfungsspezifischen Wertungen sind die Bestimmung des Schwierigkeitsgrades der Aufgabe sowie die Bewertung der Überzeugungskraft der Argumente, des Aufbaus der Darstellung und der Folgerichtigkeit des Begründungsgangs. Prüfungsspezifisch sind auch die Gewichtungen der einzelnen fachlichen und prüfungsspezifischen Wertungen, d.h. die Bestimmung ihrer Bedeutung für die Notenvergabe. Hierfür muss sich der Prüfer darüber klar werden, welche durchschnittlichen Anforderungen er an eine Prüfungsleistung stellt. In Bezug auf prüfungsspezifische Wertungen sind die Verwaltungsgerichte darauf beschränkt nachzuprüfen, ob der Prüfer die Prüfungsleistung vollständig und richtig zur Kenntnis genommen hat, sachwidrige Erwägungen in die Bewertung hat einfließen lassen, seine autonomen Bewertungsmaßstäbe einheitlich angewandt und allgemeingültige Bewertungsgrundsätze beachtet hat. Schließlich müssen die prüfungsspezifischen Wertungen und Gewichtungen nachvollziehbar sein; sie dürfen insbesondere keine inhaltlichen Widersprüche enthalten
1. Ein zu einem Anspruch auf Neubewertung führende Bewertungsfehler ergibt sich danach nicht aus dem Vorbringen der Klägerin, der Erstprüfer des eingriffsrechtlichen Teils der Klausur, PD P. , habe ihr und ihrer Schwester gegenüber erklärt, "dass noch (gemeint wohl: mehr) Punkte hätten vergeben können oder müssen". Die Behauptung, der Prüfer habe gesagt, es hätten mehr Punkte vergeben werden müssen, ist bereits nicht glaubhaft. Sie ist im Zulassungsverfahren erstmals aufgestellt worden, ohne dass sie aber in irgendeiner Weise erläutert worden wäre. Mit der Berufungsbegründung ist sie nicht mehr aufgegriffen worden. Es kann angesichts dessen nicht davon ausgegangen werden, dass die Aussage überhaupt gefallen ist.
Soweit die Klägerin mit dem Antrag auf Zulassung der Berufung - entgegen der Darstellung des Prüfers - die Behauptung aufrechterhalten hat, dieser habe erklärt, dass mehr Punkte hätten vergeben können, stellt dies weder eine Zusicherung dar noch ergibt sich daraus eine Befangenheit des Prüfers. Insoweit kann auf die Ausführungen des Verwaltungsgerichts verwiesen werden. Entgegen der Auffassung der Klägerin folgt aus einer solchen Bemerkung - sollte sie tatsächlich gefallen sein - auch nicht zwingend, dass die vorgenommene Bewertung unrichtig oder nicht ordnungsgemäß wäre. Der prüfungsrechtliche Bewertungsspielraum bringt es mit sich, dass es bei einer Prüfungsleistung eine allein "richtige" Bewertung nicht gibt, sondern bei Anlegung eines milderen Maßstabs in aller Regel eine günstigere Punktevergabe möglich ist.
2. a) Allerdings beanstandet die Klägerin zu Recht die Bewertung des Prüfungsteils "Eingriffsrecht". Sowohl die Erst- als auch die Zweitbewertung verfehlen die insoweit zu stellenden Anforderungen an die Begründung der Bewertung von schriftlichen Prüfungsleistungen. Der Senat hat hierzu bereits im Zulassungsbeschluss ausgeführt:
"Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts gilt insoweit Folgendes: Der Prüfer hat bei schriftlichen Prüfungsarbeiten die tragenden Erwägungen darzulegen, die zur Bewertung der Prüfungsleistung geführt haben. Die Begründung muss so beschaffen sein, dass der Prüfling die die Bewertung tragenden Gründe der Prüfer in den Grundzügen nachvollziehen kann, d.h. die Kriterien erfährt, die für die Benotung maßgeblich waren, und verstehen kann, wie die Anwendung dieser Kriterien in wesentlichen Punkten zu dem Bewertungsergebnis geführt hat. Es muss zwar nicht in allen Einzelheiten, aber doch in den für das Ergebnis ausschlaggebenden Punkten erkennbar sein, welchen Sachverhalt sowie welche allgemeinen und besonderen Bewertungsmaßstäbe der Prüfer zugrunde gelegt hat und auf welcher wissenschaftlich-fachlichen Annahme des Prüfers die Benotung beruht. Dies schließt nicht aus, dass die Begründung nur kurz ausfällt, vorausgesetzt, die vorstehend dargestellten Kriterien für ein mögliches Nachvollziehen der grundlegenden Gedankengänge der Prüfer sind erfüllt.
Die Begründung muss zudem ihrer Zweckbestimmung gerecht werden, dem Prüfling die effektive Wahrnehmung des zum Schutz seiner Grundrechte durch Art. 19 Abs. 4 GG gewährleisteten Rechtsschutzes zu ermöglichen. Die Begründung muss daher so beschaffen sein, dass das Recht des Prüflings, im Rahmen eines verwaltungsinternen Überdenkensverfahrens Einwände gegen die Bewertung wirksam vorzubringen, ebenso gewährleistet ist wie sein Recht auf wirksame gerichtliche Kontrolle des Prüfungsverfahrens. Im Verwaltungsstreitverfahren muss die Einhaltung des Bewertungsspielraums überprüft werden können, der dem Prüfer im Bereich der prüfungsspezifischen Wertungen verbleibt; dies kann regelmäßig nur anhand der Begründung der Prüfungsbewertung festgestellt werden. Da das verwaltungsinterne Überdenkensverfahren anders als das Verwaltungsstreitverfahren - gerade auch zum Ausgleich der dort insoweit bestehenden Kontrollbeschränkungen - auch den Bereich der prüfungsspezifischen Wertungen einschließt, dürfen auch diese - wenn sie auch an Grenzen der Objektivierbarkeit stoßen - von der Begründung der Prüfungsbewertung nicht gänzlich ausgespart werden. Überdies ist mit der Begründungspflicht auch eine Garantie- und Klarstellungsfunktion für den Prüfer verbunden, dessen Selbstkontrolle sie in besonderem Maße fördert; dies ist bei Bestimmung von Inhalt und Umfang der gebotenen Begründung im Einzelfall gleichfalls zu berücksichtigen.
Zum Ganzen BVerwG, Beschluss vom 8. März 2012 - 6 B 36.11 -, NJW 2012, 2054 = juris Rn. 8 f. m. w. N., sowie Urteil vom 9. Dezember 1992 - 6 C 3.92 -, BVerwGE 91, 262 = juris Rn. 24 ff., insb. 27 ff.
Diesen Maßgaben, die insbesondere bei der Bewertung als nicht ausreichend Bedeutung erlangen, wird die Bewertung des Prüfungsteils "Eingriffsrecht" nicht gerecht. Diese ermöglicht es weder dem Prüfling noch dem Gericht, die sie tragenden Gründe in den Grundzügen nachzuvollziehen und zu verstehen, wie die Anwendung dieser Kriterien in wesentlichen Punkten zu dem Bewertungsergebnis geführt hat.
Dies gilt zunächst für die Erstbewertung. Der Prüfungsteil "Eingriffsrecht" umfasst etwas über 28 der insgesamt 38 Seiten der Prüfungsarbeit. Für ihn hat der Erstprüfer PD P. 26 von insgesamt 60 möglichen Punkten vergeben. Er hat dabei davon abgesehen, diese präzise gefasste Bewertung in einem eigenständigen ausformulierten und die Leistung zusammenfassend würdigenden Votum zu begründen; vielmehr hat er sich hierfür ausschließlich auf Randbemerkungen beschränkt. Es handelt sich dabei um eine eingehende Anmerkung in mehreren Sätzen auf Seite 1 der Klausur und darüber hinaus um insgesamt 16 stichwortartige Bemerkungen, im Einzelnen: "Freiheit der Person + RTS" ?, "?" (Seite 2); "§ 163b I StPO" (Seite 13); "Gutachten", "§ 58 II PolG ?" (Seite 19); "Frucht!" ?, "Festhalten/ Transport?", "FuV/ Ermessen/ ÜV?", "Freiheit" (Seite 20); "Gutachten?" (Seite 24); "Feststellung von Tatsachen!" (Seite 26); "A", "Begründung unzureichend!", "?" (Seite 28); "Gutachten?" (Seite 29). Hieraus ergibt sich zugleich, dass nicht weniger als 20 von 29 Seiten der Bearbeitung ohne jede Prüferbemerkung geblieben sind. Dies betrifft nicht lediglich die auf die Aufgabe 1 entfallenden Darlegungen, bei denen die Klägerin nach Ansicht des Prüfers bereits einen verfehlten Ansatz gewählt hat, sondern auch fünf der rund neun Seiten, die auf Aufgabe 2 entfallen und die - jedenfalls ist das der Begründung nicht zu entnehmen - nicht an einem derartigen Mangel leiden.
Diese wenigen Bemerkungen ermöglichen es auch dann nicht, die Bewertung auch nur in ihren Grundzügen nachvollziehen, wenn - was gleichfalls fraglich ist - zugrunde gelegt wird, dass sie trotz ihres Stichwortcharakters aus sich heraus verständlich sind. Denn der überwiegende Teil der Bearbeitung bleibt gänzlich ohne bewertende Anmerkung, und die vorhandenen Randbemerkungen sind mit Ausnahme der ersten äußerst knapp gehalten. Der Erstprüfer hat auch das Überdenkensverfahren nicht zu der - sich aufdrängenden - Möglichkeit genutzt, seine reduzierten Bemerkungen zu erläutern und anzureichern. Er hat es in seiner Stellungnahme vom 6. Juni 2015 auf den Widerspruch der Klägerin vielmehr dabei bewenden lassen, sich auf den (unzutreffenden) Standpunkt zu stellen, seine Randbemerkungen seien "auch wegen der Strukturbezogenheit völlig ausreichend, um Defizite zu erkennen und Punkt-/Prozentverluste nachvollziehen zu können", und die Richtigkeit seiner Randbemerkungen zu bestätigen. Damit hat er den Begründungsmangel vertieft, statt ihn zu beheben. Die einzige - ansatzweise - inhaltliche Anreicherung seiner Bewertung liegt in dem Hinweis auf die "Strukturbezogenheit". Der Bedeutungsgehalt dieses Hinweises erschließt sich indessen nicht. Unklar ist sowohl, welche Struktur, auf die die Randbemerkungen bezogen sein sollen, gemeint ist, als auch, auf welche Bemerkungen das zutreffen soll. Der überwiegende Teil der Randbemerkungen - so etwa "Freiheit der Person", "§ 163b I StPO", § 58 II PolG?" - bezieht sich, soweit nachvollziehbar, lediglich auf Mängel in den konkret kommentierten Ausführungen der Klägerin und offenbart damit aus sich heraus keine strukturellen Defizite der Bearbeitung.
Die Zweitkorrektur ist, da sich der Zweitprüfer (nach Angabe des beklagten Landes KOR U. ) darauf beschränkt hat, sich der Erstkorrektur "vollumfänglich" anzuschließen, aus den gleichen Gründen unzureichend wie die Erstkorrektur. Grundsätzlich ist es aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden, wenn sich der Zweitprüfer der Beurteilung der Prüfungsleistung durch einen anderen Prüfer mit einer kurzen Bemerkung anschließt; einer weiteren, umfangreichen Erläuterung der Gründe der gleichen Bewertung "mit anderen Worten" bedarf es dann nicht. Dies gilt aber nicht, wenn - wie hier - bereits die Bewertung des Erstprüfers den Anforderungen nicht genügt. Es ist zudem nicht einmal erkennbar, dass der Zweitprüfer seine Bewertung überhaupt überdacht hat; eine entsprechende Stellungnahme findet sich im Verwaltungsvorgang nicht. Hierin liegt ein zusätzlicher, mit dem Antrag auf Zulassung der Berufung allerdings nicht gerügter Mangel des Prüfungsverfahrens.
Der weiteren, der Zulassungsbegründung (noch) zu entnehmenden Beanstandung, ein erheblicher Teil der Klausur sei gar nicht berücksichtigt worden, muss angesichts dessen nicht nachgegangen werden. Angemerkt sei allerdings, dass es zwar grundsätzlich innerhalb des Bewertungsspielraums des Prüfers liegt, wie Folgefehler bewertet werden. Es ist indessen in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts geklärt, dass der Prüfer seine Bewertung nicht schon dann abbrechen darf, wenn die Bearbeitung nach einer - seiner Meinung nach - falschen Weichenstellung in eine nicht vorgesehene Richtung verläuft. In solchen Fällen wird sich regelmäßig die Frage stellen, ob die weiteren Ausführungen des Prüflings zumindest folgerichtig sind oder sonst Anhalt dafür geben, dass gewisse Kenntnisse im geprüften Sachgebiet vorhanden sind.
BVerwG, Beschluss vom 8. August 1994 - 6 B 87.93 -, NVwZ-RR 1995, 146 = juris Rn. 9; Niehues/Fischer/
Jeremies, a. a. O. (gemeint: 6. Auflage 2014), Rn. 531
Namentlich bei Ausführungen zu einem verfehlten Ansatz, die wie hier einen erheblichen Teil der Gesamtleistung erfassen, liegt es nahe, dass diese Darlegungen zumindest darauf untersucht werden, ob ihnen ungeachtet des verfehlten Ansatzes noch Brauchbares zu entnehmen ist.
Folge des festzustellenden Fehlers ist die Aufhebung der Prüfungsentscheidung und die Verpflichtung zur Neubewertung unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts. Ein Verfahrensfehler führt dann zur Aufhebung der Prüfungsentscheidung, wenn er wesentlich und sein Einfluss auf das Prüfungsergebnis nicht ausgeschlossen ist. Ist die Bewertung einer Aufsichtsarbeit wegen der fehlenden Begründung fehlerhaft, so ist regelmäßig davon auszugehen, dass sich dieser Mangel auch auf die Gesamtbewertung auswirkt.
BVerwG, Urteil vom 9. Dezember 1992 - 6 C 3.92 -, a. a. O. Rn. 33.
Abweichendes ist hier nicht anzunehmen. Der Mangel ist auch im gerichtlichen Verfahren nicht behoben worden."
An diesen Feststellungen, denen das beklagte Land im Berufungsverfahren auch nichts entgegengesetzt hat, ist festzuhalten. Soweit die Prozessbevollmächtigten der Klägerin mit der Berufungsbegründung ein zusammenfassendes Votum als Begründung des eingriffsrechtlichen Teils der Klausur wörtlich wiedergegeben haben, haben sie mit Schriftsatz vom 9. Januar 2019 klargestellt, es handele sich um ein Fehlzitat; zitiert worden sei versehentlich die Begründung der ersten Klausur der Klägerin, nicht der streitgegenständlichen Wiederholungsklausur. Es ist daher weiterhin zugrunde zu legen, dass sich die Begründung der Bewertung des eingriffsrechtlichen Teils der Klausur in den oben wiedergegebenen unzureichenden Randbemerkungen erschöpft.
b) Die Begründung der Bewertung des strafrechtlichen Teils der Klausur hält hingegen der Rechtskontrolle Stand. Der Erstkorrektor hat hier mit der zusammenfassenden Begründung, die er auf dem Deckblatt für die Prüfungsarbeit niedergelegt hat, in Zusammenschau mit seinen vergleichsweise zahlreichen und teils in vollständigen Sätzen gehaltenen Randbemerkungen hinlänglich die Erwägungen verdeutlicht, die für seine Bewertung des strafrechtlichen Teils maßgeblich waren. Den Hinweis auf das schlechte Zeitmanagement hat er in seiner Stellungnahme per E-Mail vom 28. August 2015 dahin erläutert, das Zeitmanagement an sich führe nicht zu Punktabzügen, sei aber der Grund dafür, dass die Klägerin zu wenig zum strafrechtlichen Teil der Klausur geschrieben und insbesondere die Ausführungen zu § 113 Abs. 2 Nr. 1 und zu § 250 Abs. 1 Nr. 1 StGB
nicht im geforderten Gutachtenstil ausformuliert habe. So verstanden als unzureichende Befassung mit den genannten Klausurproblemen unterliegt das Monitum keinen Rechtsbedenken. Ebenso wenig ist zu beanstanden, dass die Zweitprüferin sich der Erstkorrektur lediglich angeschlossen hat.
Niehues/Fischer/Jeremias, Prüfungsrecht, 7. Auflage 2018, Rn. 711 m. w. N.
3. Die von der Klägerin geltend gemachten Ausbildungsmängel sind von Vornherein ungeeignet, einen Anspruch auf Neubewertung einer Prüfungsleistung zu begründen.
Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 155 Abs. 1 Satz 1, 154 Abs. 1 und 2 VwGO
Die Streitwertfestsetzung beruht auf den §§ 40
, 47 Abs. 1 GKG
i.V.m. § 52
§ 52 Verfahren vor Gerichten der Verwaltungs-, Finanz- und Sozialgerichtsbarkeit § 52 Verfahren vor Gerichten der Verwaltungs-, Finanz- und Sozialgerichtsbarkeit
Abs.1 und 2 GKG
§ 2 Kostenfreiheit § 2 Kostenfreiheit
§ 113 Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte§ 113 Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Abs. 2
§ 250 Schwerer Raub§ 250 Schwerer Raub, Abs. 1
§ 250 Schwerer Raub§ 250 Schwerer Raub, Abs. 2
§ 52 Verfahren vor Gerichten der Verwaltungs-, Finanz- und Sozialgerichtsbarkeit§ 52 Verfahren vor Gerichten der Verwaltungs-, Finanz- und Sozialgerichtsbarkeit
§ 2 Kostenfreiheit§ 2 Kostenfreiheit

References: § 113
 § 250
 § 113
 § 250
 § 113
 § 250
 § 130
 § 130
 § 113
 Art. 19
 § 58
 § 113
 § 250
 § 167
 § 132
 § 52
 § 113

§ 113
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 § 250

§ 250
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 § 250
 § 113
 § 250
 § 130
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 § 113

§ 113
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 Art. 19
 § 58
 § 113
 § 250
 § 52

§ 52
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§ 2
 § 2

§ 113

§ 250

§ 250

§ 52

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