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Timestamp: 2020-05-26 23:18:13+00:00

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Widerrufsinformation bei Grundschulddarlehen | BankenBote
8. Mai 2020 VerbraucherBote Kredit
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist der Ver­weis in der Wider­rufs­in­for­ma­ti­on auf § 492 Abs. 2 BGB in Kom­bi­na­ti­on mit der bei­spiel­haf­ten Auf­zäh­lung von Pflicht­an­ga­ben nach den Maß­stä­ben des natio­na­len Rechts (Art. 247 § 6 Abs. 1 EGBGB) klar und ver­ständ­lich 1.
Der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on hat mit Urteil vom 26.03.2020 2 ent­schie­den, dass Art. 10 Abs. 2 Buchst. p der Ver­brau­cher­kre­dit­richt­li­nie 2008/​48 3 dahin aus­zu­le­gen ist, dass er dem ent­ge­gen­steht, dass ein Kre­dit­ver­trag hin­sicht­lich der in Art. 10 die­ser Richt­li­nie genann­ten Anga­ben auf eine natio­na­le Vor­schrift ver­weist, die selbst auf wei­te­re Rechts­vor­schrif­ten des betref­fen­den Mit­glied­staa­tes ver­weist.
Die­se Ent­schei­dung ist für den vor­lie­gen­den Fall nicht ein­schlä­gig, da es hier um einen Grund­pfand­rechtlich besi­cher­ten Immo­bi­li­ar­dar­le­hens­ver­trag geht, auf den die Ver­brau­cher­kre­dit­richt­li­nie nach ihrem Art. 2 Abs. 2 Buchst. a und c kei­ne Anwen­dung fin­det 4. Wie natio­na­le Vor­schrif­ten aus­zu­le­gen sind, die nicht in den Anwen­dungs­be­reich des Uni­ons­rechts fal­len, und ob ihre Aus­le­gung durch das vor­le­gen­de Gericht rich­tig ist, fällt in die aus­schließ­li­che Zustän­dig­keit der natio­na­len Gerich­te 5. Ent­ge­gen der Ansicht des vor­le­gen­den Land­ge­richts Saar­brü­cken 6 hat der deut­sche Gesetz­ge­ber die Ver­brau­cher­kre­dit­richt­li­nie nicht für Immo­bi­li­ar­dar­le­hen als maß­geb­lich erach­tet. Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land hat in ihrer Stel­lung­nah­me zur Vor­la­ge durch das Land­ge­richt Saar­brü­cken die Zustän­dig­keit des EuGH gerügt, weil der deut­sche Gesetz­ge­ber trotz der ihm vom Uni­ons­ge­setz­ge­ber ein­ge­räum­ten Befug­nis kei­ne Ent­schei­dung getrof­fen hat, die in der Richt­li­nie vor­ge­se­he­ne Rege­lung auf nicht in ihren Gel­tungs­be­reich fal­len­de Berei­che wie den Bereich der Grund­pfand­rechtlich gesi­cher­ten Ver­brau­cher­kre­dit­ver­trä­ge anzu­wen­den 7. Das deut­sche Recht hat auch schon vor der Ver­ab­schie­dung der Ver­brau­cher­kre­dit­richt­li­nie eine Rege­lung für sol­che Ver­trä­ge vor­ge­se­hen. Da die­se Rege­lung als richt­li­ni­en­kom­pa­ti­bel ange­se­hen wor­den ist, hat der deut­sche Gesetz­ge­ber es ledig­lich für sach­ge­recht gehal­ten, die Vor­schrif­ten für den Ver­brau­cher­kre­dit und für Grund­pfand­rechtlich gesi­cher­te Dar­le­hen zusam­men­zu­fas­sen 8.

References: § 492
 § 6
 Art. 10
 Art. 10
 Art. 2
 EuGH