Source: http://www.tsv-oberensingen.de/verein/gruendungsgeschichte.html
Timestamp: 2018-10-16 01:32:24+00:00

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Gründungsgeschichte: TSV Oberensingen
Turnen und Sport im Verein sind in diesem Jahr (1999) 100 Jahre alt. Die Nachbarvereine Unterensingen und Neckarhausen feierten bereits 1998 ihr 100jähriges Vereinsjubiläum. Einige Jahrzehnte älter ist die Turngemeinde Nürtingen, die schon um die vergangene Jahrhundertwende in der Stadt Nürtingen auf sportlichem, kulturellem und gesellschaftlichem Gebiet eine wichtige Rolle spielte.
Die Gründung eines Turnvereins in Oberensingen war deshalb zwangsläufig eine Notwendigkeit, denn eine wahre Gründerwelle von Turnvereinen überschwemmte zum Ausgang des Jahrhunderts das Land. Selbst kleine Gemeinden wurden davon erfasst.
Das 19. Jahrhundert neigte sich dem Ende zu. Die Menschen dieser Zeit blickten auch mit mehr Bangen als mit Zuversicht ins neue Jahrhundert, genauso wie wir heute. Die Problemlösungen der Welt werden immer schwieriger und leider gibt es immer noch Kriege mit all Jahren schrecklichen Folgen.
Die Oberensinger, meist junge aufgeschlossene Männer, die von der Turneridee beseelt waren, hatten auch begriffen, daß es falsch ist, wenn man sich Ungerechtigkeit gefallen lässt. Hunger, oft erbärmliche Lebensverhältnisse und teilweise auch Gewalt wollten besonders die jungen Menschen nicht mehr tatenlos hinnehmen. Sie sahen und erlebten auch, daß andere in großem Reichtum lebten, ohne dafür arbeiten oder schwer kämpfen zu müssen.
Heute im Jahr 1999, wird immer wieder das geltende soziale System in Frage gestellt. Es müsse umgebaut werden, so hört man allerseits.
Auch im Jahre 1899 gab es selbstverständlich schon dieses Problem, wie die folgenden Reime in aller Deutlichkeit und Offenheit darlegen. (Siehe Nürtinger Zeitung vom 21.07.1899).
Die Menschen in der damaligen Zeit hatten gelernt, daß nur eines gegen Ungerechtigkeiten helfen kann: Der Zusammenschluss Gleichgesinnter in einem Verein. Daraus sprießt Wärme, Kraft und Entschlossenheit. Es lohnt sich auch für andere einzustehen, besonders für die ganz Schwachen.
Leider ist kein Protokoll von der Gründungsversammlung der Oberensinger Turner vorhanden. Die beiden Anzeigen in der Nürtinger Zeitung beweisen jedoch, daß schon im Jahre 1899 der Turnverein Oberensingen existierte. Die beiden Anzeigen in der Nürtinger Zeitung machen dies deutlich:
Nürtinger Zeitung vom 21.10.1899
Turnverein Oberensingen
Sonntag nachmittag halb 2 Uhr
Im Lokal, die Mitglieder werden vollzählig eingeladen wegen
wichtiger Tagesordnung.
Auf vielseitiges Verlangen erlaubt sich der Verein eine Weihnachts-Feier
zu veranstalten und ladet Freunde und Gönner der Turnsache auf nächsten
Sonntag den 31. Dezember 1899, abends 6 Uhr in das Gasthaus zum Lamm
höflichst ein
Zu seinen Lebzeiten sagte auch der damalige Vorstand Karl Schmid, daß er sich noch an den Abend erinnern könne, an dem er mit Gleichgesinnten beim Kronenwirt Ernst[1] war. Dieser gab den Anstoß zur Gründung des Turnvereins Oberensingen. Es sollen auch Gustav Bauhof[2] und Karl Christe[3] dabei gewesen sein. Die Turner stellten ihre Geräte, die sie nach und nach anschafften, in den ersten Jahren an dem Hügel auf, auf dem später das Wasserreservoir gebaut wurde.
Nürtinger Zeitung vom 05.02.1921
Amtgericht Nürtingen
In das Vereinsregister wurde heute eingetragen:
Tunverein Oberensingen in Obereningen.
Die Satzung ist am 1. Februar 1921 errichtet.
Vorstand: Carl Schmid[4] und Gottlob Geißler[5], beide Maurer in Oberensingen.
Den 5. Februar 1921 Votteler Oberamtsrichter.
Aufschluss über den Beginn eines Vereines kann auch die Eintragung in das Vereinsregister beim zuständigen Amtsgericht geben. Die erste Eintragung fand jedoch erst am 3. Februar 1921 statt. Für die damaligen Turnvereine waren die Vereinsfahnen ein wichtiges Symbol. Das erste Bild datiert vom 28. Mai 1905 und zeigt die Fahnenweihe. Leider ist gerade die Fahne sehr schlecht zu erkennen.
1905 Turnordnung – Vereinssatzung
Auch die Statuten und die Turnordnung waren für die Vereinsmitglieder von großer Bedeutung. Alles war streng reglementiert. Der Turnwart und sie Vorturner hatten große Befugnisse und der Turner oder gar die Zöglinge waren verpflichtet, diesen zu gehorchen.
Der § 19 der Statuten vermeldete folgendes:
Wer die monatlichen Versammlungen unentschuldigt versäumt, zu spät kommt, zu früh verlässt oder sich unanständig aufführt wird bestraft.
Auch der § 4 hatte es in sich:
Die erste Bedingung für die Aufnahme in den Verein ist ein unbescholtener Ruf.
Der Kassier hatte eine wichtige Funktion im Verein. Akribisch genau wurden von ihm im Jahre 1911 die Ausgaben für Verlosung aufgelistet. Auch die Rechenschaft über die Pferdskasse war damals sicher eine wichtige Sache, heute können wir darüber nur schmunzeln.
Ein Höhepunkt im Vereinsleben war das Gauturnfest im Jahr 1912. Die stolzen Sieger waren: Fritz Schmid, Fritz Christe, Karl Eschenbächer, Karl Bauhof, Gottlieb Maier, Karl Schmid, Hermann Heller, Albert Maier, Josef Feldmaier, Adolf Geiger, Albert Bauhof, Otto Vohrer, Christian Feldmaier.
Die Oberensinger Turner besuchten in dieser Zeit die anstehenden Gauturnfeste und auch andere turnerische Veranstaltungen und schitten mit guten Platzierungen ab.
1919 war das Turnfest in Oberensingen, ich war damals Festdame. Wir trugen weiße Kleider, eine rote Schärpe und ein Blumenkränzchen im Harr. Mit meinem schönen langen Haar ließ ich mir „gesteckte Locken“ machen. Ich war die Einzige, die diese hübsche Frisur zu diesem Anlass trug.
Die Festdamen gingen den Turnergruppen der anderen Ortschaften entgegen, begrüßten sie, und es wurde der Festzug zusammengestellt: die Musiker, die Festdamen, die Turner. Nach dem sportlichen Wettbewerb wurde den Siegern von den Festdamen ein Kranz aufs Haupt gelegt.Zum Schluß der Feier bildeten die Festdamen einen Reigen und boten den Zuschauern eine tänzerische Darbietung, die wir vorher einstudiert hatten.
Gretel Knauss.
Der erste Weltkrieg unterbrach leider vier Jahre fast alle turnerischen Aktivitäten. Auf den Schlachtfeldern verloren natürlich auch Turner unseres Vereins ihr junges Leben.
Im Jahr 1920 hat sich der Turnverein Oberensingen in zwei Vereine gespalten. In Oberensingen gab es jetzt auch noch eine freie Turnerschaft.
In einer außerordentlichen Generalversammlung am 26. September 1920 im Lokal zum Grünen Baum wurde über die Statuten beraten: Mit der Freien Turnerschft sollen Verhandlungen geführt werden und der Turnverein soll weiterhin Mitglied des Hohenneuffen-Neckaturngau bleiben.
Der § 1 des bis dahin einzigen Vereins lautete:
Der Turnverein bildet sich von Männern und Jünglingen jeden Standes, welche den Zweck haben, durch Übung den Körper kräftig und ausdauernd zu machen, einen wackren deutschen Sinn und Reinheit der Sitten zu erstreben, zu bewahren und zu verbreiten.
Der neue § 1 hieß nun:
Der Turnverein Oberensingen hat den Zweck durch eifrige Pflege des Turnens zur Erziehung und Ausbildung der Mitglieder und Zöglinge, sowohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht, beizutragen. Politik treiben von Mitgliedern und Zöglingen innerhalb des Vereins ist unzulässig und muß nach § 6 ausgeschlossen werden. Der Verein hat den Sitz in Oberensingen und soll unter dem Namen „Turnverein Oberensingen“ in das Vereinsregister eingetragen werden. Im § 3 wurde festgelegt, daß ein Mitglied keinem zweiten Verein in Oberensingen angehören darf, welcher die gleichen körperlichen Übungen pflegt. Des weitern beschließt die Monats- bzw. die Generalversammlung über die Aufnahme durch einfache Stimmenmehrheit.
Der Turnverein hat 1921 78 Mitglieder und 15 Zöglinge. Das Inventurvermögen betrug 2100,00 Mark und Bargeld von 400,00 Mark war in der Kasse.
Im Protokoll der Hauptversammlung am 4. Februar 1923 wurde festgehalten, daß der Verein ein ruhmvolles Jahr hinter sich gebracht habe. Es sei auch bemerkenswert, wie positiv der Verein die Sitten und die geistige und körperliche Leibesertüchtigung bei der Jugend beeinflusst habe. Mit Freude nahmen die Mitglieder die Nachricht auf, daß dem Verein von der Stadt ein neuer Turn- und Spielplatz zugewiesen wurde.
Die Mitgliederzahlen stiegen stetig. 1924 wurde laut Beschluss festgelegt, ein 25jähriges Jubiläum zu feiern. An der Grötzinger Straße (Grubwasen) bauten die Vereinsmitglieder in Eigenarbeit eine Turnhalle von 12 Metern Länge und 9 Metern Breite. Die Einweihung derselben fand am 16. Mai 1926 statt. Jedes Vereinsmitglied musste zur Bestreitung der Kosten für ein Jahr pro Monat MAark 1,00 zusätzlich zahlen.
In der Turnhalle und auf dem davorliegenden Sportplatz mit einer Weitsprunggrube tummelten sich fast jeden Abend die turn- und sportbegeisterten Oberensinger. In der Halle waren die Turner und im Freien die Leichtathleten. Für die damalige Zeit herrschten nun ideale Übungsmöglichkeiten. Trainigseifer und gute Anleitung. Trainingseifer und gute Anleitung durch die Turnwarte und Übungsleiter wirkten sich natürlich positiv bei den Gauturnfesten und den nun beginnenden leichtathletischen Vergleichen mit anderen Vereinen aus.
Auch die Oberensinger Turner, die in der Freien Turnerschaft ihre sportliche Heimat gefunden hatten, konnten ihrem Verband beachtliche Erfolge erzielen. Gleich nach der Abspaltung und der neugegründeten Freien Turnerschaft tendierten die Vereinsmitglieder des Turnvereins Oberensingen zum Fußballsport, der zu dieser Zeit überall in den Vereinen die Jugend begeisterte. Das Mannschaftsspiel wurde bei den Aktiven und Zuschauern von Tag zu Tag beliebter.
Ab dem Jahre 1921 wurde bei der Freien Turnerschaft Handball gespielt. Im Turnverein bildete sich bald eine Abteilung Fußball. So wurde oft auf der Schreibere, dem gefürchteten Kiesplatz neben der städtischen Turnhalle, abwechselnd Handball und Fußball gespielt.
Turnverein Oberensingen E. V.
Der Verein begeht voraussichtliche am
Sonntag, den 29. Juni 1924 sein
Wir bitten die verehrl. Nachbarvereine, uns diesen Tag frei zu lassen.
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde sofort die Freie Turnerschaft, die dem Arbeitersportbund angegliedert war, verboten. Alle Geräte und das gesamte Vermögen wurde beschlagnahmt. Die Turner und Sportler fanden sich w2ieder zwangsweise in einem Verein. In den Protokollen der Generalversammlungen 1934, 1935, 1936 und 1938 ist diese neue Zeit zu ersehen. Der damalige zweite Vorstand und aktive Turner, der im vergangenen Jahr zum Ehrenmitglied ernannt wurde, legte sein Amt nieder. Ein Jahr später lehnte auch der seitherige Vorstand wegen Geschäftsüberhäufung sein Amt unter allen Umständen ab. Die Versammlung bedauerte dies sehr lebhaft. In dieser Not habe sich der Ehrenvorstand Karl Schmid erweichen lassen, wenigstens für ein Jahr den Vorsitz zu übernehmen. Alle hätten erleichtert aufgeatmet.
Am 29. Januar 1938 fand im Gasthaus zum Hirsch die letzte Generalversammlung vor Beginn des Zweiten Weltkrieges statt. Auf den Schlachtfeldern der ganzen Welt mussten die deutschen Soldaten in einem sinnlosen Krieg ihr Leben lassen. Viele Oberensinger Sportler kehrten nach Kriegsende nicht mehr in ihre Heimat zurück.
Über die sechs Kriegsjahre gibt es keine schriftlichen Aufzeichnungen oder Eintragungen beim Amtsgericht. Wie überall in Deutschland, so kam auch in Oberensingen fast das ganze Vereinsleben zum Stillstand.
Am 8. Mai war der Zweite Weltkrieg zu Ende. Auch viele Oberensinger Sportler mussten ihr Leben lassen….
Die Entwicklung von Turnen und Sport nach dem Zweiten Weltkrieg ist zum einen dadurch gekennzeichnet, daß schon kurz nach Kriegsende in den Städten und Dörfern wieder turnerische und sportliche Aktivitäten stattfanden. Es bildeten sich bald wieder Fußballmannschaften. Bereits am 16. September 1945 spielte eine Oberensinger Mannschaft in Raidwangen und schon einen Tag päter zu Hause gegen Aich. Zweitens waren ebenfalls schon früh nach Kriegsende starke Bemühungen zu verzeichnen, Vereine zu gründen, wiederzugründen oder neu aufzubauen.
Im September 1945 wurde Vom Alliierten Kontrollrat die Kontrollratsdirektive 23 erlassen. Sie trug den Titel: Beschränkung und Entmilitarisierung des Sportwesens in Deutschland. Die Besatzungsmächte verboten darin allen vor der Kapitulation bestehenden sportlichen, militärischen oder para-militärischen Organisationen jede Betätigung. Dieselbe Direktive erlaubte jedoch, daß indes alle Turn- und Sportvereine neu gegründet und von den Militärbehörden kontrolliert und genehmigt werden mussten.
Ein Sportausschuß der kurz nach dem Krieg aktiv wurde, lud alle Oberensinger Turn- und Sportfreunde zu einer Versammlung ein. Am 17. November 1945 begann dann die zweite Geburt für den Turnverein Oberensingen. Einstimmig wurde entschieden, daß ein neuer Verein gegründet wird und den Namen Turn- und Sportvereinigung Oberensingen führen wird.
Das Originalprotokoll hat folgenden Wortlaut:
„Gründungs – Versammlung des Vereins
Heute am 17.11.45 hat der bestehende Sportausschuß von der Militärregierung die Genehmigung erhalten, einen Sportverein zu gründen. Daraufhin wurden sämtliche Mitglieder des alten Turnvereins, sowie diejenige, des 1933 verbotenen Arbeiter - Turn u. Sportvereins ins Gasthaus zur Germania geladen.
Oberensingens Jugend und auch ältere Mannen haben durch ihr zahlreiches Erscheinen bewiesen, daß sie gewillt sind …(?) das Sportleben wieder aufzubauen u. sich wieder aktiv am Sport zu beteiligen.
Um 20.00 Uhr ergriff Karl Feldmaier das Wort u. hieß alle Anwesenden herzlich willkommen. Er bat die Anwesenden sich von den Plätzen zu erheben um den Toten zu gedenken, die der grässlichste aller Kriege gefordert hat.
Dann schilderte er das Sportleben in groben Zügen von 1900 bis zur jetzigen Zeit. Vergaß dabei nicht die Fehler aufzuzählen, die gemacht wurden. Der Vereinsmaierei gab er die Hauptschuld, die diese Zersplitterung und den Vereinshaß zu Wege brachte. Dann hat er die Mitglieder des alten Turnvereins aufgefordert, sich zu entscheiden, ob das Vermögen des Vereins dem jetzt gegründeten Verein zur Verfügung gestellt werden soll. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.
Auf Punkt 3 der Tagesordnung waren Wahlen des Vorstandes u. des Ausschusses. Der Vorschlag Karl Feldmaier als Vorstand, wurde einstimmig angenommen. Als sein Vertreter u. technischer Leiter des Vereins wurde Karl Balz als Kassier, Eugen Gräber, als Schriftleiter Gustav Döbler, als Beisitzer im Ausschuß, Albert Thumm, Karl Metzger, Christian Keuerleber, Hermann Früh gewählt Sportwart wurde Christian Keuerleber u. Gustav Hertfelder. Als nächster Punkt war die Benennung des Vereins. Man einigte sich auf den Namen Turn – u. Sportvereinigung Oberensingen. Letzter Punkt war Allgemeines. Der Vorstand gab Bericht über die Sportplatzfrage, da ja auf Ansuchen des Sportausschusses von der Stadt Nürtingen ein Platz zur Ausübung des Sports an der Straße Nürtingen – Oberensingen wird. Jeder der Anwesenden hat dann noch einen Eintrittszettel ausgefüllt. In seiner Schlußansprache gab der Vorstand noch darüber Ausdruck, daß der Verein auf rein demokratischer Grundlage aufgebaut ist, u. dementsprechend werden die Handlungen sein. Andersgesinnte Vereine sind von der Militärregierung nicht zugelassen. Angeschlossen ist der Verein dem Bund für Sport und Körperpflege in Stuttgart.
Dann hat er die Versammlung mit dem Wunsch geschlossen, daß alle Mitglieder gewillt seien, den Verein tatkräftig zu unterstützen, den Sportlern auf dem Sportplatz einen Rückhalt geben u. diese Leute, u. diesen Leuten, die heute vom Sport noch nichts wissen wollen zeigen, was ein Verein fertig bringt. Den Spielern hat er besonders die Kameradschaft ans Herz gelegt. Mit der Aufforderung zu einer freiwilligen Spende, als Eintrittsgeld hat der Vorstand die Versammlung um 21.30 Uhr geschlossen“.
Am 15. März 1946 fand im Gasthaus zum Hirsch die erste ordentliche Mitgliederversammlung nach Kriegsende statt. Der Tagesordnung 1: Sportplatzfrage. Die Sportplatzfrage müsse in Bälde geklärt werden… Nach reger Diskussion wurde beschlossen, daß ein Sportplatz nicht völlig in Eigenarbeit hergestellt werden könne, so daß Bauunternehmer Bosch um sein Urteil gebeten werden soll. Bereits wenige Tage später konnte der erste Vorsitzende Karl Feldmaier seinen Ausschussmitgliedern von seinem Gespräch mit Herrn Bosch berichten. Der Kostenvoranschlag betrage minimal RM 25.000. Protokoll: „man konnte lauter lange Gesichter sehen. So schön der Traum von dem Sportplatz auch war, die Zahl erregte die Toten“.
Die Mitgliederversammlung am 16. Mai 1947 diskutierte wieder mit Vehemenz die „Sportplatzfrage“. Von der Versammlung bekam die Vereinsleitung den Auftrag, nun alle
Mittel zur Anwendung zu bringen, damit baldmöglichst mit dem Sportplatzbau im Steinbruch begonnen werden könne. Des weiteren wurde von der Stadt gefordert, daß die Schreibere wieder tadellos instand gesetzt wird. „Diese Zusicherung soll uns die Stadt protokollmäßig übergeben“, so im Protokoll.
Einziger Tagesordnungspunkt der Ausschusssitzung am 20.12.1947 war Sportplatz. Der Kostenvoranschlag der Firma Härle lag nun vor. Der Vorstand verlas das Schreiben und „die Gesichter der Ausschussmitglieder wurden immer länger“. Die Baukosten ließen den bis dahin vorherrschenden Optimismus auf den Nullpunkt sinken. Es würden 40.000 Kilogramm Dieselkraftstoff, 400 KG Schmierfett, 54 KG Schmieröl und eine Pauschalsumme von 51.000 RM anfallen, so der Kostenvoranschlag. Protokoll dazu: „Da ja im Kreis jede kleine Ortschaft einen Sportplatz hat, soll un der Herr Bürgermeister und seine getreuen sich entschließen, was wir machen sollen.
In den beiden folgenden Jahren 1948 und 1949 befaßte sich die Vorstandschaft weiterhin mit der „Sportplatzfrage“. Der bis dahin favorisierte Standort „Steinbruch“ wurde zwischenzeitlich als nicht realisierbar aufgegeben.
[1] Anmerkung von Werner Föhl: Carl Gustav Heim verkaufte die "Krone" 1898 an den Gastwirt Albert Ernst aus Cannstatt. Dieser veräußerte sie im Oktober 1900 an den stark verschuldeten Karl Haag, Kirchheim. Kurze Zeit später, in der Nacht zum 7. November 1900 brach in der "Krone“ Feuer aus.
[2] Carl Gustav Bauhof *16.09.1857, gest. 22.06.1946 (hatte ein steifes Bein).
[3] Karl Albert Christe, Polierer, Schreiner *26.10.1877 gest. 06.02.1955.
[4] Karl Friedrich Schmid, Maurer, *15.06.1881 gest. 08.01.1960.
[5] Gottlob Geißler, Maurer, Packer *13.06.1885 gest. 31.10.1947.

References: § 19
 § 4
 § 1
 § 1
 § 6
 § 3