Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/3/3200.htm
Timestamp: 2018-11-19 22:46:10+00:00

Document:
3.200 Nacker Mühle
Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über das Naturschutzgebiet »Nacker Mühle« vom 10. März 1994 (GBl. v. 20.05.1994, S. 245).
Auf Grund von § § 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19. November 1991 (GBI. S. 701) sowie auf Grund von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) vom 20. Dezember 1978 (GBI. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Lottstetten, Landkreis Waldshut, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Nacker Mühle«.
(1) Das Naturschutzgebiet, bestehend aus zwei Teilgebieten mit einer Gesamtgröße von rund 30 ha, erstreckt sich auf eine Länge von rund 1,8 km östlich des Ortsteils Nack, Gemeinde Lottstetten, in nord - südlicher Richtung und umfaßt Teile der Niederterrassenkante, des Talbodens und angrenzender Schotterflächen.
Es umfaßt nach dem Stand vom 19. März 1992 auf Gemarkung Lottstetten die Grundstücke Flst.Nrn. 1407, 1408, 1419, 1421, 1424, 1426, 1503, 1504, 1516, 1517, 1529, 1530, 1532 bis 1536, 1536/ 1, 1537 bis 1542, 1546 bis 1548, 1550, 1556, 1575 bis 1577, 1579, 1580, 1582/1, 1583/1 bis 1583/3, 1584, 1584/1, 1585 bis 1588, 1589/1, 1589/2, 1590, 1591, 1592/1, 1592/2, 1593 sowie Teile der Grundstücke Flst.Nrn. 1418/1, 1422, 1423, 1430, 1509, 1526 bis 1528, 1549, 1551 bis 1554, 1554/1, 1555 und 3059.
(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 und in einer Karte im Maßstab 1:5000, Stand jeweils 21. Oktober 1992, rot eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Freiburg in Freiburg i. Br. und beim Landratsamt Waldshut in Waldshut- Tiengen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Schutzzweck der Verordnung ist die Erhaltung und Entwicklung der Terrassenkante und des Talbodens im Bereich der Nacker Mühle mit naturnahen, standortstypischen Laubwaldgesellschaften, Flachmooren, Seggenrieden, Röhrichten und Quellbereichen
· als Lebensraum zahlreicher seltener, zum Teil stark gefährdeter Tier - und Pflanzenarten,
· als naturgeschichtliches Dokument für umfangreiche Kalksinterbildungen im Bereich von Quellhorizonten und naturnahen Bachläufen,
· des auf nährstoffarmen Schotterterrassen stockenden standortstypischen Laubwaldes im Süden des Gebietes als Beispiel einer ehemals weitverbreiteten Bewaldungsform.
(1) Im Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.
8. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- , Wohn - oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
11. außerhalb von eingerichteten oder gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen;
13. Hunde frei laufen zu lassen;
14. das Schutzgebiet außerhalb der Wege zu betreten oder mit Fahrzeugen aller Art zu befahren;
15. Segelflugmodelle und motorgetriebene Spielmodelle zu betreiben;
16. Erholungseinrichtungen aller Art zu errichten.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß
a) in den Feuchtgebieten keine Wildfütterungsstellen, Kirrungen und Hochsitze angelegt werden dürfen sowie die Fallenjagd untersagt ist;
b) keine Wildäcker angelegt werden dürfen;
2. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in der bisherigen Intensität mit der Maßgabe, daß
a) naturnahe, aus standortstypischen einheimischen Laubbaumarten zusammengesetzte Bestände zu erhalten bzw. anzustreben sind;
b) Kahlhiebe die Fläche von 0,5 ha nicht überschreiten dürfen, wobei angrenzende Kulturflächen bis zum Stadium des Kronenschlusses anzurechnen sind;
c) die Bewirtschaftung des Eichen - Hainbuchenwaldes östlich des Gewannes Wiegelwiesen auf Grundstück Flst. Nr. 3059 mittelwaldartig erfolgt;
d) die Anlage bzw. der Ausbau von Wegen nur im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde zulässig ist;
e) auf die Standorte und Wohnstätten von Pflanzen und Tieren, insbesondere gefährdeter und geschützter Arten, größtmögliche Rücksicht zu nehmen ist;
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art, im bisherigen Umfang und in der bisherigen Intensität mit der Maßgabe, daß Ackernutzung, Düngung und Pestizideinsatz unzulässig sind.
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.
(1) Ordnungswidrig im Sinne von § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne von § 33 Abs. 2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet entgegen § 5 Nr. 1 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
FREIBURG I. BR., den 10. März 1994
DR.SCHROEDER

References: § 21
 § 64
 § 22
 § 33
 § 2
 § 64
 § 4
 § 33
 § 5