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Timestamp: 2019-08-18 06:53:00+00:00

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Der Streit um die Vorlagepflicht an den EuGH | Rechtslupe
Ein Verstoß gegen das Recht auf den gesetz­li­chen Richter wegen einer Verletzung der uni­ons­recht­li­chen Vorlagepflicht nach Art. 267 Abs. 3 AEUV 1 schei­det aus, wenn der Fall kei­ne Fragen auf­wirft, die die Gültigkeit oder Auslegung des Unionsrechts betref­fen und eine Vorlage an den EuGH daher nicht in Betracht kommt.
Gemäß Art. 288 Abs. 3 AEUV sind die Mitgliedstaaten Adressat einer Richtlinie 2. Ihnen obliegt es, das in der Richtlinie vor­ge­se­he­ne Ziel frist­ge­mäß, voll­stän­dig und über­ein­stim­mend mit ihren inhalt­li­chen Vorgaben in der natio­na­len Rechtsordnung umzu­set­zen 3. Verstößt ein Mitgliedstaat gegen sei­ne aus Art. 288 Abs. 3 AEUV fol­gen­de Verpflichtung, alle erfor­der­li­chen Maßnahmen zur Erreichung des durch eine Richtlinie vor­ge­schrie­be­nen Ziels zu erlas­sen, kann dies unter bestimm­ten Voraussetzungen einen uni­ons­recht­li­chen Staatshaftungsanspruch begrün­den 4.
Demgegenüber sind die Mitgliedstaaten nicht ver­pflich­tet, Unionsrecht jen­seits des Integrationsprogramms einer Richtlinie zur Anwendung zu brin­gen. Für die Begründung eines uni­ons­recht­li­chen Staatshaftungsanspruchs ist in einer sol­chen Konstellation kein Raum, da hier kei­ne gegen das Unionsrecht ver­sto­ßen­den Handlungen oder Unterlassungen eines Mitgliedstaates in Rede ste­hen kön­nen.
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 7. Dezember 2017 – 2 BvR 444/​17
Nichtzulassungsbeschwerde – und die Grundsatzbeschwerde Nach § 92a Satz 1 iVm. § 92 Abs. 1 Satz 2, § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG kann eine Nichtzulassungsbeschwerde dar­auf gestützt wer­den, dass eine ent­schei­dungs­er­heb­li­che Rechtsfrage grund­sätz­li­che…
Vorlagepflicht an den EuGH – und kein Rechtsmittel bei Nichtvorlage Es besteht kei­ne Pflicht, einen Verstoß gegen Art. 267 AEUV umfas­send und damit über den vom Bundesverfassungsgericht im Rahmen der Prüfung des Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG ange­leg­ten…
vgl. Ruffert, in: Calliess/​Ruffert, EUV/​AEUV, 5. Aufl.2016, Art. 288 Rn. 23; Nettesheim, in: Grabitz/​Hilf/​Nettesheim, Das Recht der Europäischen Union, Bd. III, 62. Ergänzungslieferung Juli 2017, Art. 288 AEUV Rn. 109; Gundel, in: Pechstein/​Nowak/​Häde, Frankfurter Kommentar EUV GRC AEUV, Bd. IV, 2017, Art. 288 AEUV Rn. 18↩
vgl. EuGH, Urteil vom 19.11.1991, Francovich u.a., – C‑6/​90 und – C‑9/​90, EU:C:1991:428, Rn. 39; Urteil vom 18.12 1997, Inter-Environnement Wallonie, – C‑129/​96, EU:C:1997:628, Rn. 40; Urteil vom 25.02.1999, Carbonari u.a., – C‑131/​97, EU:C:1999:98, Rn. 43↩
vgl. EuGH, Urteil vom 19.11.1991, Francovich u.a., – C‑6/​90 und – C‑9/​90, EU:C:1991:428, Rn. 38 ff.; Urteil vom 05.03.1996, Brasserie du Pêcheur, – C‑46/​93, EU:C:1996:79, Rn. 37 ff.↩

References: EuGH 
 Art. 267
 EuGH 
 Art. 288
 Art. 288
 § 92
 § 92
 § 72
 EuGH 
 Art. 267
 Art. 101
 Art. 288
 Art. 288
 Art. 288