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Timestamp: 2020-01-21 23:40:05+00:00

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BFH, 12.12.1990 - I R 153/86 - dejure.org
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BFH, 12.12.1990 - I R 153/86 (https://dejure.org/1990,159)
BFH, Entscheidung vom 12.12.1990 - I R 153/86 (https://dejure.org/1990,159)
BFH, Entscheidung vom 12. Dezember 1990 - I R 153/86 (https://dejure.org/1990,159)
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GewStG § 7; KStG 1977 § 8 Abs. 1; EStG § 5 Abs. 1, Abs. 4 Satz 1 Nr. 2; AktG 1965 § 152 Abs. 8 Satz 1, Abs. 9; HGB n.F. §§ 242 Abs. 1 Satz 1, 246 Abs. 1, 249 Abs. 1
Bausparer - Vertragsabschluß - Einlage - Darlehnsverzicht - Rückzahlung - Verrechnung mit Abschlußgebühr - Rückstellung wegen ungewisser Verbindlichkeiten - Bewertung der Rückstellung
Bilanzsteuerrechtliche Behandlung einer bedingt rückzahlbaren "Einlage" bei Bausparkassen
aa) Jede Verbindlichkeit - auch eine ungewisse - setzt eine Verpflichtung gegenüber einem anderen, also einen Gläubiger aus dem Schuldverhältnis voraus (§ 241 des Bürgerlichen Gesetzbuches - BGB - vgl. auch BFH in BFHE 163, 146, BStBl II 1991, 479, unter 2. a).
Dies ist der Fall, wenn der Auszahlungsbetrag sich mit dem Rückzahlungsbetrag tatsächlich deckt (BFH-Urteil in BFHE 163, 146, BStBl II 1991, 479).
Das ist beispielsweise der Fall, wenn mit einer Geltendmachung der Forderung durch den Gläubiger mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu rechnen ist (so grundlegend BFH-Urteil vom 22. November 1988 VIII R 62/85, BFHE 155, 322, BStBl II 1989, 359; ebenso BFH-Urteile vom 12. Dezember 1990 I R 153/86, BFHE 163, 146, BStBl II 1991, 479, und I R 27/88, BFH/NV 1992, 8;… vom 3. Juni 1992 X R 50/91, BFH/NV 1992, 741; vom 9. Februar 1993 VIII R 21/92, BFHE 170, 540, BStBl II 1993, 543;… vom 24. Februar 1994 IV R 103/92, BFH/NV 1994, 779; vom 30. März 1993 IV R 57/91, BFHE 170, 449, BStBl II 1993, 502; zustimmend z. B. Bordewin, Rechts- und Wirtschaftspraxis 1989/1181, SG 1.3, 2938; Mathiak, Deutsches Steuerrecht 1989, 661; erl, BBK Fach 17, 1389; Kempermann in Kirchhof/Söhn, Einkommensteuergesetz, § 5 B 95;… Weber-Grellet in Schmidt, Einkommensteuergesetz, 14. Aufl., § 5 Rdnr. 312).
Insbesondere macht auch die Entscheidung des erkennenden Senats (BFHE 163, 146, BStBl II 1991, 479) deutlich, daß ein pauschales Bewertungsverfahren gleichartiger Forderungen auch dann zulässig und geboten sein kann, wenn die Gläubiger namentlich bekannt sind und die Einzelverbindlichkeit mehr als 5 DM beträgt (vgl. zu den unbewegten Konten auch Anmerkung zur Entscheidung des VIII. Senats in Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung 1989, 357).
Liegt allerdings ein gegenseitiger Vertrag vor, der von der zur Sach- oder Dienstleistung verpflichteten Partei noch nicht voll erfüllt ist (schwebendes Geschäft), sind auch ungewisse Verbindlichkeiten nicht zu bilanzieren; das ist ausnahmsweise nur dann anders, wenn aus diesem Geschäft Verluste drohen oder das Gleichgewicht der Vertragsbeziehung durch schuldrechtliche Vorleistungen oder Erfüllungsrückstände gestört ist (vgl. z. B. BFH-Urteil vom 12. Dezember 1990 I R 153/86, BFHE 163, 146, BStBl II 1991, 479, unter A 4. m. w. N.).
Das gilt auch für Dauerschuldverhältnisse (BFH-Urteile vom 3. Juli 1980 IV R 138/76, BFHE 131, 57, BStBl II 1980, 648; vom 27. Juli 1988 I R 133/84, BFHE 154, 121, BStBl II 1988, 999, m. w. N.; in BFHE 163, 146, BStBl II 1991, 479).
c) Jede Verbindlichkeit --auch eine ungewisse-- setzt eine Verpflichtung gegenüber einem anderen, also einem Gläubiger aus dem Schuldverhältnis voraus (§ 241 des Bürgerlichen Gesetzbuchs --BGB--; BFH-Urteil vom 12. Dezember 1990 I R 153/86, BFHE 163, 146, BStBl II 1991, 479).
Der auch in der Steuerbilanz zu beachtende Grundsatz der Einzelbewertung hat insoweit hinter der Forderung nach einem zutreffenden Ausweis der Vermögensverhältnisse des Kaufmannes zurückzutreten (vgl. Senatsurteile vom 12. Dezember 1990 I R 153/86, BFHE 163, 146, BStBl II 1991, 479; in BFHE 180, 155, BStBl II 1996, 470).
a) Verbindlichkeiten sind Verpflichtungen des Unternehmens gegenüber Dritten, die nach Grund und Höhe feststehen (Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 22. November 1988 VIII R 62/85, BFHE 155, 322, BStBl II 1989, 359; vom 12. Dezember 1990 I R 153/86, BFHE 163, 146, BStBl II 1991, 479;… vgl. auch Clemm/Nonnenmacher in Beck'scher Bilanzkommentar, 2. Aufl., § 247 HGB Rz. 203).
Die Verbindlichkeit muß eindeutig quantifizierbar sein (BFH in BFHE 163, 146, 149, BStBl II 1991, 479).
Die Verpflichtung war damit von künftigen Willensentscheidungen des Sparers abhängig, die bei Vertragsabschluß noch nicht festlagen (vgl. BFH in BFHE 163, 146, BStBl II 1991, 479).
Die gleiche Überlegung gilt auch für das Urteil vom 12. Dezember 1990 I R 153/86 (BFHE 163, 146, BStBl II 1991, 479), in dem eine Rückstellung für die - ungewisse - Verpflichtung zur Rückzahlung einer "Einlage" des Bausparers bejaht wurde, die das Bilanzvermögen einer Bausparkasse erhöht hatte.
BFH, 10.12.1997 - II R 25/95
Verpflichtung zur Rückzahlung von vereinnahmten unverzinslichen Einlagen als …
FG München, 28.03.2006 - 6 K 509/04

References: § 7
 § 8
 § 5
 § 152
 § 5
 § 5
 § 247