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Timestamp: 2020-05-26 18:00:25+00:00

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Corona-Prämie für Pflegekräfte: bis zu 1500€ Gehaltsbonus - alle Infos
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Wer zahlt was? Mehr Geld für Gesundheits- und Krankenpfleger, Altenpfleger und Co. während der Corona-Krise
10. April 2020 - 11:32 Uhr 15 Minuten 12 Kommentare
Auf eine zusätzliche Gehaltszahlung in Form einer steuerfreien Corona-Prämie von bis zu 1500€ können sich viele Pflegekräfte freuen, die z.B. als Gesundheits- und Krankenpfleger oder Altenpfleger während der Corona-Krise in deutschen Krankenhäusern, Altenheimen oder in der ambulanten Pflege tätig waren.
Hier erfährst du, wer Anrecht auf die Corona-Bonuszahlungen für Pflegekräfte hat, wie hoch diese ausfallen können und wie sie steuerlich zu bewerten sind.
Was ist die Corona-Prämie?
Als Corona-Prämie wird landläufig eine Bonuszahlung zum Gehalt bezeichnet, die vom Arbeitgeber gezahlt werden kann.
Für Zuschüsse und Sachbezüge von bis zu 1500 €, die zwischen 1. März und 31. Dezember 2020 an Arbeitnehmer (egal ob in der Pflege oder in anderen Berufen) ausgezahlt werden, fällt keine Lohnsteuer an. Auch werden keine Beiträge zur Sozialversicherung abgezogen.
Wie kam es zur Corona-Prämie?
Im Zuge der durch den Coronavirus SARS-CoV-2 im März 2020 in Deutschland nach und nach beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung rückten bestimmte Berufe und Berufsgruppen in den Fokus der Öffentlichkeit, die sonst viel weniger Beachtung fanden. So auch die Pflegeberufe, wie Gesundheits- und Krankenpfleger oder Altenpfleger, aber auch Kassierer.
Zwar gibt es auch noch viele weitere Berufsgruppen, die als „systemrelevant“ gelten und für die Aufrechterhaltung der Ordnung in Deutschland somit essentiell sind, jedoch sind es die Pflegekräfte und die Kassierer, die in der öffentlichen Wahrnehmung plötzlich ganz oben rangieren.
Mitglieder beider Berufsgruppen können in Ausübung ihres Berufes kaum enge menschliche Kontakte vermeiden, während zeitgleich alle anderen Bürger aufgrund behördlicher Anordnungen peinlichst darauf achten, genau diesen Kontakt zu vermeiden und so wenig Menschen wie möglich zu begegnen, um das Coronavirus SARS-CoV-2 nicht weiter zu verbreiten.
Das Ansteckungsrisiko ist für Krankenschwestern, Altenpflegerinnen oder Kassiererinnen daher wesentlich höher als für andere Berufsgruppen. Bei Gesundheits- und Krankenpflegern ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass sie mit an COVID-19 erkrankten Personen in Kontakt kommen. Auch das Arbeitspensum und die Arbeitssituation ist für Pflegekräfte in Zeiten der Corona-Krise noch anspruchsvoller, als sie es ohnehin schon ist. Ein Grund dafür sind auch unzureichend zur Verfügung stehende Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) – wie etwa FFP2 oder FFP 3 Masken, Gesichtsschilde oder Schutzanzüge.
Corona-Sonderprämie schnell von der Politik aufgegriffen
Als besondere Wertschätzung für den Einsatz im Kampf gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 hatten einige Arbeitgeber in Erwägung gezogen, diese in Form einer Bonuszahlung zum Lohn auszudrücken.
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) erklärte am 29.03.2020 gegenüber der Bild am Sonntag:
„Als Bundesfinanzminister werde ich am Montag die Anweisung erlassen, dass ein solcher Bonus bis 1500 Euro komplett steuerfrei sein wird”. Viele Arbeitnehmer sind täglich im Einsatz unter erschwerten Bedingungen, um uns zu versorgen – als Pflegekraft, an der Supermarktkasse, als Krankenhausarzt, hinterm Lkw-Lenkrad. Dieses Engagement sollten wir honorieren.”
Durch die Steuerbefreiung der begünstigten Extra-Zahlungen während der Corona-Krise hat das Finanzministerium die Grundlage geschaffen, dass die Corona-Prämien in voller Höhe beim Arbeitnehmer ankommen. Gleichzeitig erhöht die Steuerbefreiung- bzw. die Sozialabgabenfreistellung auf Arbeitgeberseite die Bereitschaft, überhaupt Corona-Boni zu zahlen.
Ich habe gehört alle Pflegekräfte bekommen einen Corona-Bonus von 1500€ – stimmt das?
Leider stimmt diese pauschale Aussage, dass alle in der Pflege-Branche beschäftigten Arbeitnehmer eine Corona-Prämie von 1500€ erhalten, nicht!
Ursache für diese oft irrtümlich verbreitete Aussage sind mangelhafte Medienberichte. Im Zuge der Einigung zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) wurde in auffällig vielen Berichten diese Einigung pauschal auf alle Pflegekräfte übertragen. So waren Schlagzeilen zu lesen wie z.B.: „Pflegekräfte erhalten 1500 Euro Corona-Sonderprämie“ (Stern.de).
Doch diese Einigung gilt selbstverständlich nur für die Pflegekräfte in Unternehmen und Wohlfahrtsverbänden, die auch von der Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche vertreten werden. Dies sind nur etwa 500.000 Pflegekräfte. Den überwiegenden Teil der in Krankenhäusern und Kliniken tätige Pflegekräfte – allen voran Gesundheits- und Krankenpfleger – betrifft diese Einigung zu Corona-Prämien z.B. nicht.
Darf der Corona-Bonus für Pflegekräfte auch höher als 1500€ sein?
Theoretisch darf jeder Arbeitgeber seinen Pflegekräften auch mehr als 1500€ an zusätzlicher Corona-Prämie zahlen. Allerdings sind alle Beträge über der Freigrenze mit sämtlichen Steuern und sonstigen Abgaben belegt.
In den klassischen Pflegeberufen, wie Gesundheits- und Krankenpfleger, Altenpfleger, aber auch Heilerziehungspfleger, Erzieher und weitere, sind Corona-Prämien über 1500€ daher nicht zu erwarten.
Wird die Corona-Prämie so behandelt wie steuerfreie Nacht- und Feiertagszuschläge in der Pflege?
Ja, die zusätzlichen Zahlungen zum Gehalt aufgrund der Corona-Krise haben denselben Status, wie die steuerfreuin Zuschläge, die in Pflegeberufen bei Nacht- oder Feiertagsarbeit anfallen.
Wie sieht es mit den Auszahlungsmodalitäten der Corona-Prämie aus?
Die Corona-Prämie kann der Arbeitgeber auf einen Schlag oder aber in mehreren Abschlägen zusammen mit dem monatlichen Gehalt überweisen. Wann und in welcher Höhe der Arbeitgeber den Corona-Bonus überweist, ist ihm überlassen. Wichtig ist: für sämtliche steuerlich begünstigten Zuschläge im Zusammenhang mit der Corona-Krise gilt: die Auszahlung muss zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 erfolgen!
Wer in der Pflege hat ein Anrecht auf die steuerfreie Corona-Prämie?
Grundsätzlich ist jeder Arbeitnehmer in Deutschland berechtigt, eine Corona-Prämie bis zu 1500 € von seinem Arbeitgeber zu erhalten.
Gibt es ein Anrecht auf Zahlung von Corona-Prämien für Pflegekräfte?
Nein, kein Arbeitgeber, also auch kein Krankenhaus, kein ambulanter Pflegedienst und auch keine Zeitarbeitsfirma ist dazu verpflichtet, einen Corona-Bonus auszuzahlen. Wie jeder Bonus (falls nicht vertraglich vereinbart) stellt er eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers dar.
Kann die Corona-Prämie auch als Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld bezahlt werden?
Nein, in der Regel nicht. Die bis zu 1500€ steuerfreuen Sonderzuwendungen müssen zusätzlich zum normalen Lohn ausbezahlt werden. Sind Weihnachtsgeld, ein 13. Monatsgehalt oder Urlaubsgeld vertraglich oder Tarifvertraglich vereinbart, zählen diese Bezüge zum regulären Gehalt und unterliegen somit sämtlichen anfallenden Steuern.
Wie hoch kann die Corona-Prämie für geringfügig Beschäftigte mit 450€ Job, Teilzeitkräfte oder Auszubildende sein?
Auch wenn man keinem Vollzeit-Job in der Pflege nachgeht, sondern als Teilzeitpflegekraft, als geringfügig beschäftigt (450-Euro-Job) oder in der Ausbildung ist, kann der Arbeitgeber theoretisch auch die vollen 1500€ Corona-Prämie ausbezahlen. In der Praxis dürften die meisten Pflegerinnen und Pfleger jedoch bei Arbeitsverhältnissen mit geringerer Arbeitszeit oder in Ausbildung auch einen geringeren Bonus erhalten.
Gibt es auch für Auszubildende in der Pflege eine Corona-Prämie?
Ja, auch Auszubildende können eine Corona-Prämie erhalten – egal ob im Krankenhaus, im Altenheim oder in der Stationären Pflege.
Warum erhalten Pflegekräfte in Krankenhäusern oft geringere Corona-Prämien?
Das Lohnniveau für Pflegekräfte in Krankenhäusern – allen voran Fachkrankenpfleger (z.B. für Anästhesie und Intensivpflege) – liegt meist deutlich über dem von Pflegekräften in Alten- oder Pflegeheimen sowie in der ambulanten oder häuslichen Pflege.
Besonders Pflegekräfte in der außerklinische Pflege (ausgenommen außerklinische Intensivpflege / Beatmungs-Wohngemeinschaften) haben noch mehr Verantwortung in der Corona-Krise als sonst. Einerseits haben sie es mit Hochrisikogruppen zu tun, gleichzeitig ist ihr Zugang zu persönlicher Schutzausrüstung meist jedoch noch schlechter als in den Krankenhäusern.
Zusätzlich haben Pflegekräfte außerhalb von Krankenhäusern sogar während der Corona-Pandemie – und dem damit einhergehenden hohen medialen Präsenz des Themas Pflege – einen verhältnismäßig kleinen Anteil an der Berichterstattung. Es gibt also mehrere Gründe warum in puncto Corona-Prämie die außerklinische Pflege ausnahmsweise einmal ganz geringfügig im Vorteil ist.
Wer zahlt welchen Corona-Bonus in der Pflege?
Folgende Übersicht hilft dir als Pflegekraft oder Pflegefachkraft einzuschätzen, ob und wieviel Corona-Prämie dir dein Arbeitgeber zahlt.
Corona-Bonus-Regelungen deutschlandweit
Das Bundeskabinett hat am 29. April 2020 den Entwurf zum zweiten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite verabschiedet. In diesem werden Bonuszahlungen von bis zu 1000 Euro für bestimmte Pflegekräfte (auch auszubildende, Zeitarbeiter und weitere) während der Corona-Krise geregelt.
Zweites Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite
Sonderleistung während der Coronavirus SARS-CoV-2-Pandemie
1) Die zugelassenen Pflegeeinrichtungen werden verpflichtet, ihren Beschäftig-ten im Jahr 2020 zum Zweck der Wertschätzung für die besonderen Anforderungen während der Coronavirus SARS-CoV-2-Pandemie eine für jeden Beschäftigten einma-lige Sonderleistung nach Maßgabe der Absätze 2 bis 6 und 8 zu zahlen (Corona-Prä-mie). Gleiches gilt für Arbeitgeber, deren Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer in Ein-richtungen nach Satz 1 im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung oder eines Werk- oder Dienstleistungsvertrags eingesetzt werden.
(2) Die Corona-Prämie ist für Vollzeitbeschäftigte, die in dem Zeitraum vom 1. März 2020 bis einschließlich zum 31. Oktober 2020 (Bemessungszeitraum) mindes-tens drei Monate in einer Pflegeeinrichtung tätig waren, in folgender Höhe auszuzahlen:
in Höhe von 1 000 Euro für Beschäftigte, die in einer oder für eine zugelassene Pflegeeinrichtung Leistungen nach diesem Buch oder im ambulanten Bereich nach dem Fünften Buch durch die direkte Pflege und Betreuung von Pflegebedürftigen erbringen,
in Höhe von 667 Euro für andere Beschäftigte einer zugelassenen Pflegeeinrich-tung, die in einem Umfang von mindestens 25 Prozent ihrer Arbeitszeit gemeinsam mit Pflegebedürftigen tagesstrukturierend, aktivierend, betreuend oder pflegend tätig sind,
in Höhe von 334 Euro für alle übrigen Beschäftigten einer zugelassenen Pflege-einrichtung.
Freiwillige im Sinne des § 2 des Bundesfreiwilligendienstgesetzes und Freiwillige im Sinne des § 2 Jugendfreiwilligendienstgesetzes im freiwilligen sozialen Jahr erhalten eine Corona-Prämie in Höhe von 100 Euro.
(3) Den folgenden Auszubildenden, die mit einer zugelassenen Pflegeeinrichtung einen Ausbildungsvertrag geschlossen haben oder im Bemessungszeitraum mindestens drei Monate in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung zur Durchführung der prak-tischen Ausbildung tätig waren, ist eine Corona-Prämie in Höhe von 600 Euro zu zahlen:
Auszubildenden zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder zum Gesund-heits- und Kinderkrankenpfleger nach § 58 Absatz 1 des Pflegeberufegesetzes,
Auszubildenden zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder zum Gesund-heits- und Kinderkrankenpfleger nach § 66 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 des Pflege-berufegesetzes oder
Auszubildenden zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflege-berufegesetz.
(4) An Beschäftigte, die im Bemessungszeitraum mindestens drei Monate in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung tätig waren und in dieser Zeit ganz oder teilweise in Teilzeit gearbeitet haben, ist die Corona-Prämie anteilig im Verhältnis zu den in Absatz 2 Satz 1 genannten Höhen zu zahlen. Der jeweilige Anteil entspricht dem Anteil der von ihnen wöchentlich durchschnittlich in dem Bemessungszeitraum tatsächlich geleis-teten Stunden im Verhältnis zur regelmäßigen Wochenarbeitszeit der bei derselben Pflegeeinrichtung Vollzeitbeschäftigten; mindestens jedoch dem Anteil der mit ihnen vertraglich vereinbarten durchschnittlichen Wochenarbeitszeit im Verhältnis zur regel-mäßigen Wochenarbeitszeit der bei der Pflegeeinrichtung Vollzeitbeschäftigen. Abwei-chend von Satz 1 ist die Corona-Prämie nach Absatz 2 ungekürzt an Teilzeitbeschäf-tigte zu zahlen, wenn sie im Bemessungszeitraum mindestens drei Monate in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung tätig waren und ihre
wöchenliche tatsächliche oder vertragliche Arbeitszeit in diesem Zeitraum 35 Stunden oder mehr betrug.
(5) Die folgenden Unterbrechungen der Tätigkeit im Bemessungszeitraum sind für die Berechnung des dreimonatigen Zeitraums, in dem die Beschäftigten im Bemes-sungszeitraum mindestens in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung tätig sein müssen, unbeachtlich:
Unterbrechungen aufgrund einer COVID-19-Erkrankung,
Unterbrechungen aufgrund von Quarantänemaßnahmen,
Unterbrechungen aufgrund eines Arbeitsunfalls oder
(6) Soweit Beschäftigte einer Pflegeeinrichtung im Bemessungszeitraum ganz o-der teilweise in Kurzarbeit gearbeitet haben, sind für die Bemessung der diesen Be-schäftigten jeweils zustehenden Corona-Prämie die von ihnen wöchentlich durch-schnittlich im Bemessungszeitraum tatsächlich geleisteten Stunden maßgeblich. Ab-satz 4 gilt im Übrigen entsprechend.
(7) Die zugelassenen Pflegeeinrichtungen erhalten im Wege der Vorauszahlung von der sozialen Pflegeversicherung den Betrag, den sie für die Auszahlung der in den Absätzen 2 bis 4 und 6 genannten Corona-Prämien benötigen, erstattet. Gleiches gilt für Arbeitgeber nach Absatz 1 Satz 2. Die in den Absätzen 2 bis 4 und 6 genannten Corona-Prämien sowie weitere von den zugelassenen Pflegeeinrichtungen an ihre Be-schäftigten gezahlte, vergleichbare Sonderleistungen können nicht nach § 150 Absatz 2 erstattet werden und dürfen auch nicht zu finanziellen Belastungen der Pflegebedürf-tigen führen. Bei ambulanten Pflegeeinrichtungen tragen die gesetzlichen Krankenkas-sen und die soziale Pflegeversicherung die nach Satz 1 entstehenden Erstattungen entsprechend dem Verhältnis, das dem Verhältnis zwischen den Ausgaben der Kran-kenkassen für die häusliche Krankenpflege und den Ausgaben der sozialen Pflegever-sicherung für Pflegesachleistungen im vorangegangenen Kalenderjahr entspricht. Zur Finanzierung der den Krankenkassen nach Satz 4 entstehenden Kosten erhebt der Spitzenverband Bund der Krankenkassen von den Krankenkassen eine Umlage ge-mäß dem Anteil der Versicherten der Krankenkassen an der Gesamtzahl der Versi-cherten aller Krankenkassen. Das Nähere zum Umlageverfahren und zur Zahlung an die Pflegeversicherung bestimmt der Spitzenverband Bund der Krankenkassen. Die Pflegekassen stellen sicher, dass alle Pflegeeinrichtungen und alle Arbeitgeber im Sinne von Absatz 1 Satz 2 den Betrag, den sie für die Auszahlung der in den Absätzen 2 bis 4 und 6 genannten Corona-Prämien benötigen und den sie an die Pflegekassen gemeldet haben, von der sozialen Pflegeversicherung zu den folgenden Zeitpunkten erhalten:
Die Pflegeeinrichtungen und die Arbeitgeber im Sinne von Absatz 1 Satz 2 haben den Pflegekassen bis spätestens 15. Februar 2021 die tatsächliche Auszahlung der Corona-Prämien anzuzeigen. Der Spitzenverband Bund der Pflegekassen legt im Benehmen mit den Bundesvereinigungen der Träger stationärer und ambulanter Pflege-einrichtungen und geeigneten Verbänden der Arbeitgeber nach Absatz 1 Satz 2 auf Bundesebene unverzüglich das Nähere für das Verfahren einschließlich der Informa-tion der Beschäftigten und Arbeitnehmer nach Absatz 1 Satz 2 über ihren Anspruch fest. Die Verfahrensregelungen bedürfen der Zustimmung des Bundesministeriums für Gesundheit.
(8) Die Auszahlung der jeweiligen Corona-Prämie durch die jeweilige zugelas-sene Pflegeeinrichtung oder die Arbeitgeber nach Absatz 1 Satz 2 an ihre Beschäftig-ten hat unverzüglich nach Erhalt der Vorauszahlung nach Absatz 7, spätestens mit der nächstmöglichen regelmäßigen Entgeltauszahlung zu erfolgen. Sie ist den Beschäftig-ten in der gesamten ihnen nach den Absätzen 2 bis 4 und 6 zustehenden Höhe in Geld über das Arbeitsentgelt und sonstige Bezüge hinaus auszuzahlen. Eine Aufrechnung mit Ansprüchen der Pflegeeinrichtung oder der Arbeitgeber nach Absatz 1 Satz 2 ge-gen den Beschäftigten oder Arbeitnehmer nach Absatz 1 Satz 2 ist ausgeschlossen. Die Corona-Prämie ist unpfändbar. Die Sätze 1 bis 4 gelten entsprechend für die Aus-bildungsvergütung sowie für das Taschengeld für Freiwillige im Sinne des § 2 des Bun-desfreiwilligendienstgesetzes und für Freiwillige im Sinne des § 2 im Sinne des § 2 Jugendfreiwilligendienstgesetzes im freiwilligen sozialen Jahr.
(9) Die Corona-Prämie kann durch die Länder oder die zugelassenen Pflegeein-richtungen unter Berücksichtigung der Bemessungsgrundlagen der Absätze 1 bis 6 über die dort genannten Höchstbeträge hinaus auf folgende Beträge erhöht werden:
auf bis zu 1000 Euro Vollzeit-, Teilzeit- oder in Kurzarbeit Beschäftige, die die in Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 genannten Voraussetzungen erfüllen,
Gleiches gilt für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach Absatz 1 Satz 2. Die Länder regeln das Verfahren. Sie können sich dabei an den Verfahrensregelungen dieser Vorschrift, insbesondere an den genannten Fristen, orientieren.“
Alle Pflegekräfte in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Alten-, Pflege- und Behindertenheimen (etwa 252.000 Beschäftige) in Bayern erhalten 500 € Corona-Prämie. (Je nach Krisenverlauf stellte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auch die Möglichkeit von zusätzlichen Corona-Prämienzahlungen in Aussicht.)
Corona-Bonus für Pflegekräfte der Bundesvereinigung Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP)
Der BVAP sind nach eigenen angaben mehr als 250 Unternehmen oder Sozialverbände angeschlossen. Darunter :
der Diakonischen Dienstgeber in Niedersachsen
Für alle Pflegekräfte, deren Arbeitgeber im BVAP organisiert sind, gilt folgende Corona-Sonderprämien-Regelung:
Corona-Prämie für Vollzeit-Pflegekräfte: 1500€
Corona-Prämie für Teilzeit-Beschäftigte: anteilig nach tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden
Corona-Prämie für Auszubildende: 900 €
Auszahlungstermin der Corona-Prämie: vollständig mit dem Juli-Gehalt
Corona-Bonus für Pflegekräfte in der Zeitarbeit
Für Pflegekräfte in der Zeitarbeit gibt es keine einheitliche Regelung zu Corona-Prämien. Uns sind sowohl Personalleasing-Unternehmen bekannt, die gar keine Corona-Prämie auszubezahlen gedenken (meist mit dem nicht ganz unberechtigten Verweis auf das an sich oft deutlich höhere Grundeinkommen von Gesundheits- und Krankenpflegern oder Altenpflegern in Leiharbeitsverhältnissen), aber auch einige die planen, den vollen Corona-Bonus von 1500€ an ihre Mitarbeiter auszubezahlen.
Du hast weitere Informationen zur Corona-Prämie?
Du bist selbst Pflegekraft und hast Informationen zur Corona-Prämie in bisher nicht aufgeführten Bundesländern, Tarifverbänden oder privatwirtschaftlich organisierten Firmen in der Pflege?
Dann freuen wir uns auf deinen Kommentar (oder deine Nachricht per E-Mail). Wir bitten aber um Verständnis, dass wir Einzelnennungen von privatwirtschaftlichen Unternehmen nur veröffentlichen werden, wenn diese eine kritische Masse von Pflegekräften umfassen.
Weitere interessante Pflegethemen findest du in Kittel & Kasack – unserem Fachblog für Pflege- & Heilberufe
Gehalt & Vorteile, Kittel & Kasack
Altenpfleger, Corona-Prämie, Coronavirus, Gehalt, Gesundheits- und Krankenpfleger, Krankenhaus, Krankenpflege, Pflegekräfte
Martin Marzel
Wir kriegen keine Corona Prämie. Ich arbeite beim ****** (Hinweis: Name redaktionell entfernt) als Altenpflegerin.
Das ist eine große Betrug!
vielen lieben Dank, dass du diese Information mit uns teilst.
Es tut uns sehr Leid für dich, dass du in einem Hause tätig bist, in dem offenbar Corona-Bonuszahlungen nicht geleistet werden. Wir bitten jedoch um Verständnis deinerseits, dass wir die konkrete Nennung in deinem Beitrag ‘geschwärzt’ haben.
Wir hoffen, dass sich das Heim, für welches du tätig bist, eventuell noch später dazu durchringen kann, eine Prämie als Anerkennung für deiner Arbeit in dieser Corona-Ausnahmesituation zu leisten.
Deine BlueShirtJobs Redaktion
Ich aus der Zeitarbeit bin genau so gefärdet wie eine Festangestellte Pflegekraft.Daher finde ich es bösartig wenn wir keinen Coronabonus bekommen. Auch wenn ich einen höheren Stundenlohn habe, so bin ich es der einspringt und Flexibel ist. Ich werde auch oft 3 Std. vorher angerufen weil not ist und nehme den Einsatz auch 30 km von zu Hause weg. Darum bin ich der Meinung das wir auch ein Recht auf den Coronabonus haben.
Hallo Tina, Vielen Dank für deinen Kommentar und deinen Blick auf die Dinge. Wir sind uns ja sicher alle einig, dass jeder, dem die Krise ganz besonders schwierige Arbeitsbedingungen abverlangt zumindest einen Teil der Corona-Prämie erhalten sollte. Uns sind auch einige Zeitarbeitsfirmen im pflegerischen Bereich bekannt, die bereits beschlossen haben, Corona-Prämien auszuzahlen. Aber immer dran denken: Wir haben noch früh im Jahr und sehr viele Unternehmen haben durch die Corona bedingten Veränderungen viele organisatorische Zusatzaufgaben zu bewältigen, die erst einmal (aus unternehmerischer Sicht) vorrangig behandelt werden müssen. Gerade bei Corona-Verdachtsfällen innerhalb der Betriebe sind viele zeitraubende bürokratische und kommunikative Tätigkeiten… Weiterlesen »
Wie sieht es aus wenn man sich gerade in einer Insolvenz befindet? Darf das Geld ausgezahlt werden oder wird es anteilig ausgezahlt?
Hallo Stefan hier können wir dir leider aktuell keine verbindliche Antwort zu geben, da rechtliche Anpassungen aufgrund der Corona-Sonderbedingungen aktuell keine Seltenheit sind. Die folgende Aussage stellt überdies keine Rechtsberatung dar. Laut bisheriger Lesart zählt der Corona-Bonus zu den Einkünften. Folglich müssten Verdienste über der individuellen Pfändungsfreigrenze abgeführt werden. Es gab zwar in der Vergangenheit einige Wortmeldungen und Forderungen, dass der Corona-Bonus allgemein nicht mit anderen Leistungen verrechnet werden sollte, jedoch halten wir es aktuell für eher unwahrscheinlich, dass der Corona-Bonus pfändungsfrei gestellt werden könnte. Es handelt sich in diesem Fall ja um Geld, welches von Rechtswegen den Gläubigern zustünde.… Weiterlesen »
Hallo, ich arbeite in der Außerklinischen Intensivpflege und uns ist noch unklar ob uns diese Prämie ausgezahlt wird. Mir ist jetzt noch unklar von we die Kosten übernommen werden, also wenn ich richtig verstanden haben weigern sich die Kranken- und Pflegekassen diese zu zahlen, muss das dann der Arbeitgeber freiwillig übernehmen? Also ausgeschlossen wir sind nicht im BVAP, ansonsten zahlen die das?
so sie es aktuell ausschaut müsste dein Arbeitgeber wahrscheinlich freiwillig eine Prämie zahlen.
BlueShirtJobs Redaktion
wie sieht es denn bei pflegenden Familienmitgliedern aus?
von der Corona-Prämie spricht man ausschließlich im Kontext der beruflichen Ausübung.
14 Minuten zuvor
Wie ist es, wenn man den Arbeitgeber wechselt mit dem Bonus
das ist eine sehr gute Frage, allerdings leider auch keine, wo wir uns aktuell eine Antwort zutrauen.
Möglicherweise sind hier – insofern überhaupt Prämienberechtigt – anteilige Zahlungen denkbar.

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 § 58
 § 66
 § 150
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