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Timestamp: 2018-03-18 15:45:40+00:00

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Gretchenfrage: Ist der Mensch Mittel oder Zweck? - grundeinkommen
Ein Essay von Götz Werner.
Der Beitrag erschien am 23. Dezember 2014 im Handelsblatt.
Zum Jahresende stapeln sich die Grußkarten aus den Unternehmen: Man verzichte auf teure Geschenke und spende für einen guten Zweck, heißt es dort unisono, als sei ein teures Geschenk per se kein guter Zweck – und als ginge es den Rest des Jahres nicht auch darum, einem guten Zweck zu dienen. Genau das aber gerät schnell in Vergessenheit. Wozu arbeiten wir? Und welchem Zweck dient unser eifriges Treiben und Handeln? Allzu oft finden sich in den Zielvereinbarungen der Mitarbeiter nichts als schnöde Zahlen. Da ist von Umsatzsteigerung und Gewinn die Rede oder von Profitabilität und Return on Investment.
Unternehmen gelten als erfolgreich, wenn sie schnell wachsen oder hohe Gewinne abwerfen.
Aber es ist ein Irrtum, zu glauben, dass ein Unternehmen erfolgreich ist, weil es wächst.
Den ersten dm-Markt eröffnete ich 1973 auf 180 Quadratmetern. Kein anderer dm-Markt hat je so viel Umsatz pro Quadratmeter und je so eine Rendite erzielt wie dieser erste Markt. Wer nur aufs Geld schielt, müsste sagen, dass es mit dm seither bergab ging. Zum Glück war ich als Unternehmer nie von der Einschätzung wild spekulierender Investoren abhängig; stattdessen habe ich geduldig versucht, mich mit den Menschen und der Welt vertraut zu machen. Meine eigene Zuversicht und mein Zutrauen gegenüber anderen Menschen ist das, was dabei gedeiht und zählt. Hätten mir in jungen Jahren die Menschen, mit denen ich zu tun hatte, nicht etwas zugetraut und hätte ich dieses Vertrauen nicht mit großer Gewissenhaftigkeit erwidert, ich wäre sehr schnell schuld am Ende meiner Unternehmung gewesen.
Als Unternehmer bin ich Schuldner und beständig auf der Suche nach Gläubigern – nach Kunden, die mir glauben und in meinem Unternehmen einkaufen; nach Mitarbeitern, die mir glauben, ihre Fähigkeiten und Lebenszeit einbringen und damit das Unternehmen zu ihrem machen; und nach Lieferanten, die uns glauben und unser Unternehmen zuverlässig beliefern. In einer arbeitsteiligen Gesellschaft glauben und vertrauen wir uns wechselseitig und stehen wechselseitig in der Schuld. Wenn wir morgens Brötchen holen, vertrauen wir darauf, dass der Bäcker schon lange vor uns aufgestanden ist und seine Arbeit bereits erledigt hat. Der Bäcker vertraut darauf, dass er nachts genug Mehl bekommt. Der Müller vertraut auf den Landwirt, dass er zuverlässig den Weizen liefert. Und dem Ofenbauer wird vertraut, dass er nicht nur den Kamin im Bauernhaus in Gang bringt, sondern auch den Ofen in der Backstube. Wir alle müssen uns entscheiden, welche Rolle wir in diesem System einnehmen wollen und welche wir dem anderen zugestehen. In unserer globalisierten Welt leistet jeder etwas mit anderen für andere – ob Politiker für Bürger, Ärzte für ihre Patienten oder Eltern für ihre Kinder. Wenn man zusammenleben will, muss man den anderen verstehen. Dafür muss man wissen, wie er in die Welt schaut. Bevor man Initiative ergreift, muss man sich mit den Verhältnissen und den Beteiligten vertraut machen. Bei jedem Zusammenkommen mit anderen für andere ist es heute wesentlich, die Belange seines Gegenübers wahrzunehmen, einander zu verstehen und wertzuschätzen. Wie hat George Bernard Shaw gesagt: „Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedes Mal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch.“
Indem wir uns für andere Menschen interessieren, beginnen wir Dinge zu machen, damit sie für andere Menschen einen Sinn ergeben – und zwar immer wieder aufs Neue. Ein Unternehmen ist erfolgreich, weil es sich verwandelt, weil es mit der Zeit geht, weil es sich entsprechend der Kundenbedürfnisse verändert. Wachstum ist die Folge gelungener Verwandlung. Jeder Mensch ist für die Folgen seiner Handlungen verantwortlich. So stellt sich die Sinnfrage: Warum und wozu mache ich etwas? Diese Frage muss man so beantworten, dass möglichst viele Menschen sich damit identifizieren können. Gläubiger findet man, indem man etwas unternimmt, was für sie sinnvoll ist. In der Wirtschaft geht es also vor allem um Sinnstiftung. Gerade in der Weihnachtszeit hört man die weitverbreitete Ansicht, es sei sinnvoll, wenn man das viele Geld, das man im Laufe seines Lebens gesammelt hat, für einen guten Zweck ausgibt. So mancher spendet am Lebensende einen Teil seines Vermögens für gemeinnützige Zwecke. Viele Unternehmer versuchen durch eine Stiftung gigantischen Ausmaßes ihr Lebenswerk zu krönen. Die Sinnhaftigkeit solch spendabler Gesten jedoch sollte man durchaus mal hinterfragen, zumindest wenn die Art und Weise, wie das Vermögen erwirtschaftet wurde, nicht dem Zwecke der Menschlichkeit, sondern allein der Gewinnmaximierung gedient hat.
Sonst könnte nach derselben Logik ein Bankräuber, der einen Teil seiner Beute einem Bettler schenkt, sich munter seiner Wohltätigkeit rühmen.
Im Regelfall denken die Menschen gar nicht darüber nach, wie und wozu sie ihr Geld „verdienen“. Die meisten meinen irrtümlicherweise, sie bekämen das Geld als Gegenleistung für ihre Arbeit und es gäbe ein vernünftiges Verhältnis zwischen ihrer Arbeitsleistung und dem Lohn. Wer genauer hin- sieht, wird schnell feststellen, dass die Sache sich nicht besonderes rational verhält. Warum sonst sollte jemand, der unbezahlt als Vater seine Kinder belehrt, Lohn bekommen, wenn er dasselbe als Lehrer tut? Warum be- kommt eine Pflegerin für ihre Arbeit an fremden Menschen im Krankenhaus Geld, für dieselbe Arbeit zuhause an ihrer Verwandtschaft dagegen nicht? Dass Menschen in unterschiedlichen Kontexten unterschiedliches Einkommen beziehen, entspringt dabei keineswegs der Rechenkunst irgendeines vermeintlichen Homo oeconomicus’. Es ist eine Bewusstseinsfrage:
Wenn ich zulasse, dass derjenige, der mein Auto pflegt, besser bezahlt wird als derjenige, der meine Mutter im Altersheim pflegt, dann ist das – anders als oftmals behauptet – keine Frage von Angebot und Nachfrage.
Im Gegenteil: Sehr viel mehr Schulabsolventen wollen Automechaniker oder Mechatroniker lernen als Altenpfleger.
Angebot und Nachfrage sind quasi diametral entgegengesetzt zu Arbeit und Bezahlung. Außerdem bräuchte unsere Gesellschaft Kindergärtner und Altenpfleger sehr viel dringender als Automechaniker. Aber unsere Gesellschaft billigt den Menschen, die diese Arbeit verrichten, weniger Bezahlung zu. Im Grunde reine Willkür, unbedachte Gewohnheit. Es fehlt die bewusste Wertschätzung. Deswegen gestehen die Menschen demjenigen, der ihr Bankkonto führt, ein höheres Einkommen zu als dem, der ihr Kind erzieht – eine reine Bewusstseinsfrage! „Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“, heißt ein berühmtes Zitat des Künstlers Francis Picabia. Wie wäre es mal mit diesem Richtungswechsel im Denken: Es ist nicht die Arbeit, die bezahlt wird, sondern der Mensch, damit er leben kann!
Indem wir jemandem Geld geben, ermöglichen wir ihm die Teilhabe an unserer arbeitsteiligen Gesellschaft und nur deswegen kann er für uns tätig werden.
Geld ist nicht der Lohn der Arbeit, sondern ihre Voraussetzung.
Wir arbeiten eben nicht für uns selbst, sondern um die Bedürfnisse und Wünsche anderer Menschen zu erfüllen. Den Wert der Arbeit kann man auf verschiedene Weise berechnen – Geld ist nur eine und noch nicht mal eine besonders gute Methode, um den Wert darzustellen. Vor allem eine irreführende: Denn denkt man in Kategorien von Verlust und Gewinn, dann meint der eine, es gibt etwas zu verteilen, und der andere meint, er müsste jetzt in Sack und Asche gehen, weil sein Bereich weniger Gewinn oder gar Verlust macht. Aber das ist irreführend! Es kann durchaus gewollt oder sogar notwendig sein, dass man in bestimmte Bereiche investiert und mehr hin- einsteckt, als man herausbekommt. Betrachtet man das Unternehmen als einen sozialen Organismus, sind Gewinn und Verlust zweitrangig. Der Unternehmer will ein gesellschaftliches Problem lösen, will für den Kunden einen Wert schaffen. Er braucht Mitstreiter – Kollegen –, die ihn dabei unterstützen. Sie alle müssen sich daran messen, wie viel Wert sie im Gesamtzusammenhang erstellen, welche Teamleistung sie bringen.
Es ist wie in einer arbeitsteilig funktionierenden Familie. Während der eine für die Entschuldung sorgt, indem er durch Arbeit für Einkommen sorgt, kann der andere für Nahrung sorgen, indem er Lebensmittel einkauft. Beide Arbeiten sind notwendig, sonst könnte die Familie nicht überleben. Die eine Arbeit trägt zur Verschuldung bei, die andere Arbeit zur Entschuldung. Beide Arbeiten sind unverzichtbar. Im angemessenen Rhythmus finden wir Möglichkeiten zur Entwicklung. Und das ist der eigentliche Sinn und Zweck all unseres Tuns. Wenn wir die aktuellen Verhältnisse an den weltweiten Finanzmärkten be- trachten, sollten wir die Chance erkennen, die in jeder Krise steckt. Krisen sind Bewusstseinskrisen. Am Finanzmarkt kann man derzeit gut erkennen, wohin es führt, wenn Menschen etwas inbrünstig wollen, was sie nicht denken können. Wir haben heute ein undurchdringliches Gewirr autonom gewordener Finanzmechanismen geschaffen, die niemand mehr mit Bewusst- sein durchdringen kann. Keiner versteht das Ausmaß dieser Krise, sondern nur Teilaspekte. Das hat schwerwiegende Folgen, denn was wir nicht verstehen, können wir nicht gestalten. Was man nicht denken kann, kann man nicht wollen und was man nicht will, kann man nicht tun. Ein solcher Irrtum: Die meisten Menschen denken, „Gewinn“ sei etwas Tolles. Davon könne man nicht genug haben. Unternehmen machen große Pressekonferenzen, in denen sie verkünden, um wieviel sie ihren Gewinn gesteigert haben. Ich sage:
Wenn wir am Ende eines Jahres viel „Gewinn“ gemacht haben, dann haben wir etwas falsch gemacht. Dann haben wir zu wenig investiert, also entweder zu wenig für den Kunden getan oder zu wenig für den Mitarbeiter.
Im Gegensatz zum Überfluss an Gütern erleben wir derzeit einen enormen Mangel im Sozialen – etwa in Erziehung, Bildung oder Pflege. Es geht darum, die „alte Arbeit“ an der Natur von der „neuen Arbeit“ am und für den Menschen bewusst zu unterscheiden. Bei der alten Arbeit geht es um Effizienz und Sparsamkeit. Hier ist die Aufgabe der Wirtschaft, Ressourcen einzusparen.
Diese Kulturarbeit lässt sich nicht messen. Wir müssen so viel wie möglich davon leisten. In einem Unternehmen gibt neueste Produktionstechnik den Mitarbeitern den Freiraum, sich im Kundenkontakt den Menschen zuzuwenden. In unserer Gesellschaft würde das bedingungslose Grundeinkommen solchen Freiraum eröffnen. Es ermöglicht dann jedem Bürger ein menschenwürdiges Leben, damit jeder einzelne die Arbeit ergreifen kann, die für ihn und seine Mitmenschen sinnstiftend ist. Ein Einkommen braucht der Mensch, um leben zu können. Arbeit braucht er, um sich entwickeln zu können. Nur in der Gemeinschaft kann er über sich hinauswachsen. Manche halten solche Gedanken für Firlefanz. Menschen wie Menschen zu behandeln, mag für viele nur der Spleen eines Verrückten sein. Ich bin der festen Überzeugung, dass Wirtschaft keinen anderen Zweck verfolgt: Miteinander füreinander tätig sein. Das ist für viele ein undenkbarer Gedanke.
Dummerweise fragen die Menschen im Alltag häufig nicht mehr nach dem Wozu, sondern nur noch nach dem Wie. Know-how statt Know-why. Während sie nach den neusten Tricks und Kniffen suchen, um mehr Gewinn zu machen, vergessen sie darüber nachzudenken, was sie mit dem Geld, das sie auf diese Weise anhäufen, eigentlich tun wollen. Einen Bonus bekommt, wer das Geld in den Mittelpunkt stellt. Aber arbeitet wirklich jemand nur für Geld? Wer einen Moment innehält, wird zugeben, dass Geld kein Selbstzweck sein kann, sondern nur ein Mittel, um damit etwas anderes zu ermöglichen, nämlich dass – auch wenn es in den Hochglanzbroschüren der Unternehmen zur Phrase verkommen ist – in Wahrheit der Mensch im Mittelpunkt steht. Bei dm wurde bereits 1982 ein Grundsatz formuliert, der bis heute verbindlich ist: „Wir wollen allen Mitarbeitern die Möglichkeit geben, gemeinsam voneinander zu lernen, einander als Menschen zu begegnen, die Individualität des anderen anzuerkennen, um die Voraussetzungen zu schaffen, sich selbst zu erkennen und entwickeln zu wollen und sich mit den gestellten Aufgaben verbinden zu können.“
Solche Worte sind leichter gesagt als umgesetzt, das dürfte klar sein. In welcher Unternehmensbroschüre stehen nicht vergleichbare Sätze? Der Unterschied ist, dass bei dm diese Formulierungen nicht von einer schicken Werbeagentur, sondern von den Mitarbeitern selbst erarbeitet wurden. Wort für Wort. Und dass wir diesen Text immer als Vertragsgrundlage unseres Handelns und Tuns genommen haben. Einander als Menschen begegnen. Wie geht das? Was heißt Menschsein? Die Individualität des anderen anerkennen. Wie schnell stößt das an Grenzen? Wollen wir die akzeptieren? Oder wollen wir sie überwinden? Sich selbst er- kennen und entwickeln. Was genau muss ich da tun? Will ich das? Kann ich das? Es ist eine ständige Herausforderung für jeden von uns, die Eigentümlichkeit jedes Menschen anzuerkennen und die individuellen Wesenszüge des anderen wertzuschätzen. Es ist genauso eine Herausforderung, ein Unternehmen so zu gestalten, dass die zusammenarbeitenden Menschen Entwicklungsmöglichkeiten erhalten und ein Unternehmen als Gemeinschaft vorbildlich in seinem Umfeld wirkt.
Egal wie viele oder wie wenige Menschen in Unternehmen zusammen kommen. Dahinter stecken immer wieder Du und Ich. Diesen Dialog auf Augenhöhe jeden Tag aufs Neue zu eröffnen, das muss jeder Mensch lernen und trainieren. Die Möglichkeit, mitzuwirken und teilzuhaben, macht Spaß, erfordert aber auch ein aktives Mitdenken und Mitmachen. Jeder Mitarbeiter trägt ein Stück Verantwortung. Er muss lernen zu fragen, nicht nur wie, sondern auch wozu er arbeitet. Es ist die Gretchenfrage unserer Gesellschaft: Ist der Mensch Mittel oder Zweck? Für mich ist klar: Nichts auf der Welt wird gemacht, ohne dass der Mensch das Ziel ist. Leider ist das eine wenig verbreitete Ansicht in unserer Gesellschaft heute: Egal ob Sie Geschäftsberichte oder Wirtschaftszeitung lesen – immer ist es genau andersherum: Der Mensch ist Mittel, nie Zweck.
Wird das Geld zum Zweck, entsteht menschliches Leid.
Deswegen haben wir die ganzen Verwerfungen! Wird dagegen der Mensch zum Zweck, hat das Kapital eine dienende Funktion. Aus solcher Perspektive ist Wirtschaft nicht kalt, sondern menschlich und erwärmend. Es scheint so banal, ist aber offenbar verdammt schwer zu denken. Es gab Zeiten, da war undenkbar, dass die Erde eine Kugel ist. Heute gilt als verrückt, wer meint, er lebe auf einer Scheibe. Wer weiß, wie wir morgen über Geld und Arbeit denken: Ist es wirklich so undenkbar, dass Geld dem Menschen dienen könnte? Dass wir Arbeit tun, weil wir sie tun wollen, nicht weil wir sie tun müssen? Und dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat?
30. Dezember 2014 – AKTUELL / Götz Werner / NEWS
12. Januar 2015 - 14:19
DER NATIONALSOZIALISTISCHE URSPRUNG
VON HARTZ IV!
1928 wurde das Hartz-IV-Gesetz von dem Nazi Gustav Hartz geschrieben. Es wurde 77 Jahre später – von einem Namenvetter – umgesetzt!
Gustav Hartz will bereits 1928: „Arbeitslosengeld und Sozialhilfe zusammenlegen“!
Die Betroffenen bezeichnet er als „Kunden“!
Von Hugenberg (Wirtschaftsinister im dritten Reich) stammt der Satz von 1932: „Sozial ist wer Arbeit schafft“.
(Quelle: Ralph Boes, Christoph Butterwege, historische Dokumente)
7. Januar 2015 - 11:28
Wenn das bedingungslose Grundeinkommen durch das Unternehmen DM getragen würde. Ok.
Jurist-kann-auch-anders-sein
13. Januar 2015 - 20:40
Vielleicht informiert man sich mal über eine Idee, eine Ideologie und wie diese finanziert werden kann, bevor solche trivialen Bemerkungen gemacht werden. Hier geht es sicherlich auch um die Finanzierung, aber wenn genau geschaut wird, dann geht es hauptsächlich um Menschlichkeit. Dies mag an den juristischen Fakultäten vielleicht nicht gelehrt werden, aber wenn Mensch sich dafür neben dem Pauken von Gesetzen mal offen interessieren würde, dann wären wir der Menschlichkeit ein Stück näher gerückt.
4. Januar 2015 - 20:02
Dazu ein passendes Gegenbeispiel in der aktuellen ZEIT…als Kunde hat man die Wahl „wo“ und „was“ man einkauft und welche Arbeitsbedingungen man durch sein Kaufverhalten unterstützt oder gar auf Grund unterirdischer Preisvorstellungen mitgestaltet.
4. Januar 2015 - 12:46
„Der 2. Arbeitsmarkt wird der Misswirtschaft den Rest geben…“
Das ist auch so ein Unbegriff, der nur einem kranken System entspringen kann.
Leute, schreibt euch dies hinter die Ohren: es GIBT keinen zweiten Arbeitsmarkt. Das ist begrifflicher Unfug.
Es gibt nur Haar. Sei es, dass es Kopfhaar oder Bart- oder Schamhaar ist – sei es, dass es dicker oder dünner oder länger oder kürzer oder schuppiger oder weniger schuppig ausfällt – immer ist es dasselbe und kein zweites Haar. Kunsthaar ist im eigentlichen Sinne keins. Perücken sind Maske.
Man könnte sonst das Spiel ewig fortsetzen und auch noch einen dritten, vierten, fünften Arbeitsmarkt hinterherschieben. Ganz nach dem Vorbild des Sports, wo es in jeder Sportart sehr viele Ligen gibt – die aber dann im Prinzip auch gleich strukturiert sind. Vor allem auch ist es insofern mit keinem (Leistungs)Sport zu vergleichen, als aus dem Leistungssport kein allgemeinverbindliches Merkmal zur existenziellen Versorgung abgeleitet werden kann.
4. Januar 2015 - 12:26
„Eigenverantwortung ist wichtig. Und dass man für seine eigenen Entscheidungen Verantwortung trägt. Dies gilt speziell im Umgang mit Familie. Ich erachte es als selbstverständlich dass man für seine Eltern und Kinder Sorge trägt, ohne nach dem Staat zu rufen.“
Das ist alles eine Frage der Perspektive, lieber Holger. So wie man in der Tierwelt darwinistisch ordnend nach „Familien“ unterscheidet, steht es einem genausogut frei, die ganze Menschenwelt als eine Familie zu betrachten; ja sogar einschließlich der Tiere (wir sind biologisch geprägt und haben als letzte Überbleibsel auch noch die typischen organischen Formen primitiver Tiere am Großhirn angeschlossen). Jesus Christus hat zumindest Ersteres getan und die Wenigen, deren Bewusstsein zu dem Seinen mindesten nah aufgerückt sind bzw. waren!
Ein BGE könnte hierzu entscheidende Impulse setzen.
2. Januar 2015 - 18:52
Wenn man über das bedingungslose Grundeinkommen nachdenkt muß man die Funktion des Geldes verstehen. Geld ist nur ein Tauschmittel für Güter und Arbeit. Auf dem Markt tauscht man es gegen etwas ein, was einem einen Vorteil verspricht oder spart es um in Zukunft einen Vorteil zu haben. Jede Einschränkung oder des Marktes, sei es durch Regierungen oder Verbrechern, mindert die Vorteile, die wir alle aus dem Markt ziehen können. Dieser Utopismus Grundeinkommen ist auch so ein schöner Gedanke den einem die Mächtigen einreden. Ähnlich dem Kommunismus vermittelt er das Ansinnen, wenn erst einmal materielle Grundlagen geschaffen sind, wird es automatisch besser. Womit immer auch ein gewaltiger Staat legitimier wird. Oder wie Brecht es griffig formulierte und dem auch fast jeder zustimmt: „Erst kommt das Fressen und dann kommt die Moral.“ Nur leider ist die Rechnung ohne den Wirt gemacht. In der DDR beispielsweise, wurden genug Güter für alle erzeugt. Wenn dort in einem Laden Güter verfügbar waren, wurde gehamstert, es wurde mehr als für den eigenen Verbrauch erforderlich, gekauft, was woanders dann fehlte. Der Mensch sucht, wieder allen Erziehungsversuchen, seinen eigenen Vorteil und von der Regierung will ich erst gar nicht sprechen. Realistischer ist wohl der Christliche Ansatz, daß wir alle Sünder sind mit mit Moral ( und Jesus ) besser werden. Dazu gehört das Eigentum anderer zu respektieren, was einen Markt impliziert. Verwandelt das BGE Geld in nutzloses Papier? Wenn es einfach so da ist, warum soll man arbeiten und andererseits seine Güter dafür abgeben? Woher kommt das Geld für das BGE? Druckerpresse laufen lassen ( Geldentwertung )? Steuern? Schulden? Vor allem, wer legitimiert das BGE, was ist mit denen die mit ihm nicht einverstanden sind? Also der Staat mit seinen Zwangsmaßnahmen? Auch hier muß man feststellen, jede Marktverzerrung kostet Geld und Freiheit. Wenn es mit der Moral dadurch bergauf gehen würde, könnte man das alles ja noch hinnehmen. Ich fürchte nur das BGE erzeugt gerade hier seine größten Verheerungen. Schon die Altvorderen wußten: Müßiggang ist aller Laster Anfang. Wie Anspruchsdenken, Verantwortungslosigkeit, Sklavengesinnung, Verfall aller Werte. Ich kann mich nur Peter Sloterdijk anschließen: „Wenn der Mensch sich von Geburt an auf eine Alimentierung einstelle, komme seine Seele nicht darüber hinweg.“
2. Januar 2015 - 23:13
Ja, Sünder das sind wir. Moral das brauchen wir. Ich hoffe Sie bemühen sich aber auch um die anderen Inhalte der Bibel und geben es nicht als Beispiel um ihre Ansichten zu legitimieren damit Sie weiter davon profitieren können. Die Pharisäer wurden deswegen sehr kritisiert. Dazu vielleicht mal die Bergpredigt lesen….
Möchte nicht über Religion im BGE reden, Aber….
Das zehnte Gebot sagt du sollst nicht deines Nächsten Eigentum begehren.
Das Liebes Gebot von Jesus sagt auch das wir dem nächsten helfen sollen die Gebote zu halten.
Wenn wir dem nächsten das geben was er zum Leben braucht denke ich haben wir hier ein bisschen geholfen.
Bin kein Theologo ist halt einfach meine Meinung.
Ich möchte aber die Leute nicht mit Religion überzeugen.
Ich denke das ist das was was wir brauchen um unsere Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln.
Zum Thema der Staatsabbhängikeit möcht ich noch sagen das die europäischen Gesellschaften gar nicht funktionieren würden ohne auch die USA.
Der amerikanische Mittelstand der 50er entwickelten sich nur dank dem New Deal was auch einem zum Teil ein Sozialprogramm war, genau das brauchen wir heute einen New Deal namens BGE. Und zum Thema Dekadenz so schlimm sind die normalen Leute nicht. Die jetzige Wirtschaft verroht die Menschen nicht das BGE
3. Januar 2015 - 00:44
@Peter Grosse-Streuer
Sie reden vom Staat, aber wissen Sie überhaupt was ein Staat ist?
Die Frage stellen, heisst sie beantworten:
Der Staat ist der oberste Souverän, d.h. Wir das Volk!
Und was ist denn dann die Regierung?
Die Regierung sind die vom Volk gewählten Volksvertreter!
Da wir jetzt verstanden haben was die beiden Begriffe „Staat“ und „Regierung“ eigentlich bedeuten, können wir jetzt ja weiter lesen!
Hauptaufgaben des Staates:
1. Garantieren der Rechts- und Vertragssicherheit
2. Bereitstellung der öffentlichen Infrastruktur
3. Schutz der Bevölkerung
4. Geldversorgung
Die Herstellung und die „zinsfreie“ Versorgung des Staates mit Geld ist daher einzig die Aufgabe des Staates, dessen Regierung die Menge nach Bevölkerungszahl reguliert!
Das Recht Kredite zu vergeben sowie das Recht Steuern, Abgaben und Gebüren zu erheben muss allein dem „organischen“ Staat vorbehalten sein! Daher sind alle Erträge aus Steuern, Abgaben und Gebühren Eigentum des Volkes und müssen von der Regierung verwaltet und zur Finanzierung der öffentlichen Diensten verwendet werden. Die Erhebung der Steuern erfolgt durch eine einzige „organische“ Verbrauchersteuer auf das Endprodukt an der Kasse.
Das „bedingungslose Grundeinkommen“ ist keine „Sozialhilfeleistung“ wie von den Gegnern fälschlicherweise immer wieder behauptet sondern lediglich der monatlich zum voraus ausbezahlte „Steuerfreibetrag“ dieser zukünftigen einzigen „Verbrauchersteuer“!
Dazu sind aber fundamentale Veränderungen des gegenwärtigen Banking- und Steuersystems eine absolute Notwendigkeit!
Verstaatlichung der gesamten „Finanzwirtschaft“, d.h. keine selbstdienenden „parasitischen“ privaten Banken mehr!
Die Herstellung und die Versorgung des Staates mit Geld sowie das Vergeben von Krediten und das Erheben von Zinsen, Abgaben und Gebühren durch private Institutionen zu selbstdienenden „parasitischen“ Zwecken wird verboten!
Der „Kapitalmarkt“ (Handel mit Geld und Schulden) wird verboten!
Private Geldleiher, Anlagen und alle Börsenspekulationen werden verboten!
Das Anhorten von grossen Geldbeträgen wird dann sinnlos!
Jedoch bleiben alle realwirtschaftlichen „organischen“ Unternehmen in privaten Händen und bleiben dem redlichen Wettbewerb des freien Marktes unterstellt, welcher die Preise für Waren und Dienstleistungen bestimmt!
Kredite für die „organische“ Realwirtschaft sowie Leasingverträge (z.B. für Autos) werden allein von der einzigen Bank (Neue Staatsbank) ausgestellt und werden weiterhin für alle privaten- sowie juristische Personen jederzeit erhältlich sein!
Geld hingegen ist kein Gut und hat daher auch kein Preis der vom freien Markt bestimmt werden kann!
Geld darf nur ein „MEDIUM OF EXCHANGE“ sein und muss eine global geeichte Masseinheit bilden!
Geld darf keine „ZINSTRAGENDE STAATSSCHULD“ und somit ein „MEDIUM DER MACHT“ für private Banksters sein!
Deshalb muss jetzt ein fundamentaler Paradigmenwechsel im Banking- und Steuerwesen erfolgen!
Dazu gehört die umgehende Abschaffung der „parasitischen“ Einkommenssteuer und die Einführung einer einzigen „organischen“ Verbrauchersteuer sowie die Einführung des „bedingungslosen Grundeinkommens für Alle“!
Diese fundamentalen Veränderungen im Finanzwesen (Banking- und Steuersystem) sind eine absolute Notwendigkeit für die Errichtung einer neuen, gerechten und sozialen Wirtschaftsordnung der Zukunft!
Das Resultat wird eine florierende „organische“ reale Wirtschaft sein und ein fliessender Geldumlauf im Dienste aller bringen!
3. Januar 2015 - 14:28
Hier lese ich leider einmal mehr einen Sklaven des Kapitalismus….sonst nichts…
3. Januar 2015 - 14:29
Hier lese ich leider einmal mehr nur einen Sklaven des Kapitalismus….sonst nichts…
4. Januar 2015 - 15:39
@Felix Julius
Leider haben viele Gegner des „bedingungslosen Grundeinkommens“ die wahre Bedeutung des Begriffs „KAPITALISMUS“ noch immer nicht verstanden, sie glauben deshalb das BGE sei eine zeitgemäss präsentierte „Wiedergeburt“ eines Lenin oder Marx und sei lediglich eine neue Form von Kommunismus oder staatlicher Umverteilung!
Falsch! Hier geht es doch nicht um „linke“ oder „rechte“ Ideologie, hier geht es tatsächlich um das „von unten nach oben“! Hier manifestiert sich das Erwachen der Menschen in ein neues höheres Bewusstsein!
Was im früheren Ostblock (UDSSR, DDR usw.) unter „sozialistischer Demokratie“ oder „real existierendem Sozialismus“ praktiziert wurde, war doch nichts anderes als die reine „marxistisch-faschistische“ Diktatur einer kleinen Minderheit von „Kapitalisten“ über die grosse Mehrheit des Volkes (die heilige Familie und das Kapital).
ZENTRALISIERTER KAPITALISMUS!
Und das, was wir als „westliche Demokratie“ oder hier in der Schweiz als „Direkte Demokratie“ wahrzunehmen glauben, ist doch aber in Wahrheit auch nichts anderes als lediglich eine andere Form dieser „marxistisch-faschistischen“ Diktatur einer kleinen Minderheit von „Kapitalisten“ über die grosse Mehrheit des Volkes (das Kapital und die heilige Familie).
Dass nennt man:
DEZENTRALISIERTER KAPITALISMUS!
Diese beiden Systeme sind aber doch in Wirklichkeit ein und dasselbe und sind doch die wahre und einzige Ursache aller Kriege und der grosen Armut auf der Welt und aller grossen Finanzkrisen! Es ist nicht die Diktatur der „Class Politique“, es ist in Wahrheit die „Diktatur des Kapitals“!
Um aber die wahre und echte „soziale Demokratie“ zu erreichen, wo jeder einzelne Mensch frei sein Leben selber bestimmen kann und sein Land und sein „organischer“ Staat mitgestalten kann, muss auch das „Kapital“ in den Händen der Menschen sein!
Das geht aber nur mit einer „radikalen Reform“ des gegenwärtigen „parasitischen“ Banking- und Steuersystems“ und mit der Einführung des „bedingungslosen Grundeinkommens für Alle“!
2. Januar 2015 - 12:22
Ich finde dieses Schreiben echt Super,Herr Goetz Werner hat echt was Grosses ins Leben gerufen,momentan ist der Arbeitsmarkt so ausbeuterisch,viele Arbeitgeber unterdruecken und versuchen mit Angst der austauschbarkeit den Arbeitnehmer zu drücken,keine Wertschätzung, ich kenne viele Arbeiter die durch Zeitfirmen eingestellt werden auf 1 Jahresfrist, das ist echt traurig ,ich motiviere diese Arbeiter ständig,so viel Unzufriedenheit kann kein gewissenhaftes Ergebnisse bringen, wie Herr Goetz Werner schon schreibt,wenn Mann sich damit identifizieren kann ,kann das Ergebnis s nur gut werden,,mehr miteinander statt gegeneinander!“zueinander statt voneinander weg!! Hin zu statt weg von!
Manuela Pusker
1. Januar 2015 - 08:39
Welch kluger Mann und welch kluge Sätze. Es ist so wohltuend diese Sätze zu lesen, weil dabei die Wahrheit spricht. Gerade im Bereich der Wirtschaft wird Wahrheit gerne verdreht, weil man irgendwen überzeugen muss. Jemand der sich frei dazu äußert und die Grundlagen des „normalen“ Lebens auf die Wirtschaft überträgt, löst damit diesen Knoten. Ich danke für diese Worte.
31. Dezember 2014 - 11:08
Wieder einmal versucht uns der Drogist weis zu machen, dass es auch ohne Arbeit geht. Glauben Sie mir: Für ihn geht es ohne Arbeit. Götz Werner ist nämlich Multi-Milliardär und einer der reichsten Deutschen der Gegenwart. Er hat gut reden. Wenn ich so reich wäre, dann würde ich auch ein bedingungsloses Grundeinkommen fordern!
Tut mir leid. Der Rest von uns ist nämlich bei der Arbeit während Götz Werner durch Drei-Länder kurvt und überall seinen Unsinn verbreitet. Wir haben gar keine Zeit an diesen Vorträgen teil zu nehmen und über die Muse und das süsse Nichtstun nachzudenken.
Es gibt Menschen, die lieber in die Wolken starren und sich wünschen dafür entschädigt zu werden. Die restlichen 99% sind bei der harten Arbeit und müssen sich jeden Cent hart verdienen. Das Götz Werner zu den oberen 1% gehört ist ja klar. Er kann es sich leisten das BGE zu fordern und den sozialen Unfrieden zu fördern.
Wer verdammt hart für sein Geld arbeiten muss, hat gar keine Zeit über eine bedingungslose Entschädigung zu verlangen. Die Arbeit macht sich nicht von selbst und Drückeberger sollen nicht noch fürs Nichtstun alimentiert werden!
Harte Arbeit ist gut! Harte Arbeit brauchen wir! Wir wollen arbeiten! Wir wollen früh aufstehen und spät nach Hause kommen! Wir wollen kein Grundeinkommen!
31. Dezember 2014 - 12:51
@ Herr Fenner
In 2 Jahren Stimmen wir über ein BGE ab, realistisch gesehen wird die Initiative nicht angenommen. Seien sie sich aber bewusst die Wirtschaft wird sich in den nächsten 20 Jahren so verändern das ein BGE unausweichlich ist. Ich hoffe daher das ihre Ablehnung nicht ideologisch ist sondern praktisch. Es ist nunmal die Quintessenz des Kapitalismus die Rationalisierungen ins Absurdum zu führen, so das die Regale voll sein werden aber die Leute kein Geld haben werden etwas zu kaufen. Zum obigen Artikel auch sie als Ultraliberaler könnten von diesem Artikel etwas postives gewinnen, was Götz Werner sagt ist Unternehmertum in Reinkultur “ Menschen zu dienen“. Ich wünsche Ihnen ein Arbeitsreiches und gutes Jahre.
31. Dezember 2014 - 18:11
„…so das die Regale voll sein werden aber die Leute kein Geld haben werden etwas zu kaufen…“
warum werden? Es ist derzeit bereits durchaus schon so.
Zur Realität eines bGE: nach meinem Kenntnisstand, will man in Holland einen Versuch eines bGE regional in 2015 starten.
Utopien sind doch nur so lange utopisch, bis es einen gibt der sie realisiert.
1. Januar 2015 - 19:24
„Harte Arbeit ist gut! Harte Arbeit brauchen wir!“
Das Schlusslied über die gute harte Arbeit widerspricht zu tiefst ihrer Frustration in den 4/5 ihres vorigen Textes. Sie klingen nicht wirklich glücklich, wenn sie sich darüber beschweren, dass sie sich jeden Cent hart erarbeiten müssen. Am Ende besingen sie ihre Unfreiheit? Das ist eigentümlich.
Ich will nicht zur Arbeit gezwungen sein. Ich möchte, dass alle, auch Sie, die Arbeit machen, mit der sie zufrieden sind.
2. Januar 2015 - 09:46
Ein BGE sagt doch nichts über Arbeit aus, sondern lediglich etwas darüber, wie wir mit den Menschen in unserer Gesellschaft umgehen, für die es keine Arbeit mehr gibt. Kein Mensch ist in einer Gesellschaft jemals unnütz oder ‚Schmarotzer‘, wie Sie das hier anklingen lassen. Es geht hier um die Würde derjenigen, die in dieser Turbogesellschaft schlicht nicht mithalten können. Geld ist genug vorhanden und wird auch weiterhin ausreichend erwirtschaftet, aber wie Sie Ihren Kommentar beendet haben, so könnte man denken es fehle nur noch das ‚Arbeit macht frei‘.
Mit Verlaub, aber bitte sprechen Sie von sich und nicht für die Allgemeinheit. Sie wollen kein Grundeinkommen, nicht ‚wir‘. Vielleicht liegt es daran, daß in Ihren Zeilen der unterschwellige Ton des Neides durchschimmert, aber dies wiederum ist allein Ihr Problem, nicht das einer Gesellschaft.
2. Januar 2015 - 10:51
@Markus Fenner
Sie tun mir wirklich leid Herr Fenner, wenn man Ihren Artikel so durchliest muss man sich ernsthaft fragen, was denn wohl in Ihrem Leben alles so falsch gelaufen ist und warum Sie so unglaublich traurig sind? Ihr Menschenbild ist ja furchtbar!
Sie strotzen nur so vor Neid und Missgunst!
Da müssten Sie nämlich viel früher aufstehen wenn Sie mit Götz Werner mithalten wollen!
Ich wünschte mir es würde mehr solche echten und wahren Menschen geben wie Professor Götz Werner und Enno Schmidt.
Wie es scheint Herr Fenner, haben Sie den grossartigen Film: GRUNDEINKOMMEN – EIN KULTURIMPULS noch nie angeschaut? Dann sollten Sie das unbedingt tun, da wird Ihnen diese grandiose Idee des „bedingungslosen Grundeinkommens“ wirklich plausibel erklärt!
Danach können Sie weiter reden! Okay?
http://grundeinkommen.tv/grundeinkommen-ein-kulturimpuls-2
2. Januar 2015 - 14:07
Es ist ganz offensichtlich, dass Sie, Herr Fenner, das BGE noch nicht einmal im Ansatz verstanden haben. Schade, aber änderbar. Noch einmal lesen wäre ein Versuch wert.
Das BGE ermöglicht jedem Menschen individuell zu entscheiden, ob- und wenn ja wie viel Erwerbsarbeit er leisten will. Milliarden von Stunden (bisher) unbezahlter
Haus-, Erziehungs- und Pflegearbeit würde honoriert.
Das Leben würde wieder menschlicher werden, weil die Absicherung durch das BGE den Eltern, Kindern, Großältern wieder mehr Zeit füreinander gäbe.
Abgesehen davon, würde die vorhandene Erwerbsarbeit (Jobs) besser verteilt und die Arbeitnehmer wären nicht mehr erpressbar, jeden schlecht bezahlten Job und unbezahlte Überstunden oder all-in-Verträge zu akzeptieren.
Mit dem BGE entfallen unendliche Verwaltungs-Reglementarien bei der Zahlung der Transferleistungen, wie wir sie heute kennen.
Last not least fließt auch ein großer Teil dieses BGE-Geldes wieder in die Wirtschaft zurück.
Den letzte Absatz Ihres verhärteten Statements kann ich leider nicht ernst nehmen. Der ist nur dumm.
Toc99
2. Januar 2015 - 20:39
„Wieder einmal versucht uns der Drogist weis zu machen, dass es auch ohne Arbeit geht.“
Stimmt doch garnicht. Er schreibt vielmehr, wir bräuchten Arbeit, um uns zu entwickeln. Der Mensch wächst nur im machen. Und wachsen muss man ja, man kann ja kein Baby bleiben. Wobei wachsen leider oft falsch verstanden wird, nämlich als höher, schneller, weiter, geiler.
Als Befürworter des BGE denke ich: In die Wolken starren? Könnte man schon mal machen, an einem schönen Frühlingsmorgen. Aber wenn ich frei wäre, meine Zeit einzuteilen, dann könnte ich endlich mal richtig produktiv sein und konsequent das machen, was ich jetzt immer zu wenig mache, weil es sich gesellschaftlich so eingespielt hat, dass das kaum Geld wert ist.
In Ihrem letzten Absatz geraten Sie dann aber stark unter Trollverdacht, Herr Fenner. 🙂
13. Januar 2015 - 22:39
Haben Sie sich jemals mit dem BGE intellektuell auseinandergesetzt? Wissen Sie überhaupt, worum es geht? Ich befürchte fast, dass Sie vor lauter Arbeiterei keine Zeit mehr finden, sich mit diesen Dingen auseinander zu setzen. Ich, mit Verlaub, würde auch mit einem BGE jeden morgen aufstehen und arbeiten, aber ich würde mir einen Beruf aussuchen, in dem ich nicht nur und ausschließlich dafür arbeite, um das Geld zu verdienen, damit meine Familie ein Dach über den Kopf und was zu essen hat. Müßiggang gäbe es auch bei einem BGE nicht; nicht für mich und erst recht nicht für die Armada derer, die knapp über dem Hartz IV Satz in einem Beschäftigungsverhältnis ausgebeutet werden. Viele müssen dann trotzdem noch zum Amt und ihren Lohn aufstocken. Dass Sie so fleißig sind und von morgens bis abends für Ihren Chef und/oder die eigene Tasche Geld scheffeln, dass mag Sie in Ihren Augen ehren. Leider hat nicht jeder von uns einen gut bezahlten und befriedigenden Job, für den es sich lohnt, auf jeglichen Freizeitspaß zu verzichten. Es gibt genug Menschen, die zwei/drei Jobs haben und sich wünschten, sie könnten mal die Beine hochlegen. Es wäre schon wünschenswert, mal über das Große und Ganze nachzudenken. Und nein, ich brauche keine harte Arbeit und nein, ich möchte nicht von morgens bis abends arbeiten. Und ja, ich freue mich darüber über BGE zu lesen, egal wer darüber schreibt. Sich einfach mal inspirieren lassen, was es neben dem gewohnten noch so gibt, das erfreut mich. Und bevor Sie jetzt denken, ich sei ein „Müßiggängerin“: Ich arbeite 36 Std/Woche als Angestellte, um mein Geld zu verdienen, welches ich zum Leben brauche, ich bin ehrenamtlich tätig, weil ich denke, wenn es mir gut geht, dann sollte ich anderen das Leben auch ein bißchen schöner machen (leider viel zu wenig und zu selten) und ich bin Selbstständig, aber leider verdiene ich damit nicht so gut wie in meinem Angestelltenverhältnis. Hätte ich ein BEG würde ich mein soziales Engagement erweitern und mich in das reinknien, was ich leidenschaftlich gut kann und wirklich tun will. Mein Arbeitgeber erhielte die Kündigung. Und stellen Sie sich vor, es gibt eine Menge Menschen, die meinen Arbeitsplatz gerne hätten – auch mit BGE.
31. Dezember 2014 - 09:41
„Warum sonst sollte jemand, der unbezahlt als Vater seine Kinder belehrt, Lohn bekommen, wenn er dasselbe als Lehrer tut?“
Wirklich? Der Zusammenhang ist nicht klar? Dann erkläre ich es mal. Im ersten Fall tut er es ungefragt in seiner Rolle als Vater. Es ist wünschenswert, zweifellos, aber nicht notwendig und viele Eltern lehren ihre Kinder wenig bis gar nicht. Im zweiten Fall ist er für diese Aufgabe vom Staat speziell beauftragt.
Und hierin liegt eigentlich in sehr vielen Beispielen der unterschiedlichen Bezahlung zwischen öffentlichen Bereich und privatem der Grund. Im öffentlichen Beruf wird man *von jemand anderem* beauftragt. Der Auftrag gebende bezahlt.
Im privaten Bereich erteilt man sich dagegen oft selbst den Auftrag (Eltern kümmern sich um ihre Kinder). Der Logik nach sollte man sich also selbst bezahlen – erwartet es aber dann wie im Artikel dargestellt von jemand anderem. Da ruft man dann gerne nach dem Staat. Aber warum der Staat? Könnte man nicht genauso gut den Nachbarn fragen oder den Kollegen im Beruf fragen? Wenn ich mit meinem Kind lerne – soll mir mein Nachbar dafür Geld geben – ob dieser will oder nicht. Die Idee ist natürlich absurd – aber darum geht es ja genau.
Eigenverantwortung ist wichtig. Und dass man für seine eigenen Entscheidungen Verantwortung trägt. Dies gilt speziell im Umgang mit Familie. Ich erachte es als selbstverständlich dass man für seine Eltern und Kinder Sorge trägt, ohne nach dem Staat zu rufen.
Es ist nicht die Aufgabe der anderen für sie zu Sorgen. Es ist meine! Ich bin Stolz darauf. Es gibt meinem Leben Sinn.
31. Dezember 2014 - 23:33
Wie können sich Eltern um ihre Kinder kümmern, wenn beide aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen sind 100% zu arbeiten? Der Lehrer soll danach den Entwicklungsrückstand der Kinder ausgleichen, was natürlich nie ganz gelingen kann. Es ist im Interesse der Gesellschaft dass die Eltern Zeit die Möglichkeit haben sich Zeit für die nächste Generation zu nehmen.
Arbeitsverweigerer
31. Dezember 2014 - 01:01
Im Kapitalismus ist der Mensch nur Mittel, ein Produktionsmittel sonst nix. Einen anderen Zweck als Arbeiten und Konsumieren erfüllt er nicht, da das zweckökonomische Denken quasi totalitär die ganze Gesellschaft beherrscht kann man also sagen das der Mensch im Kapitalismus nichts weiter als ein sprechendes Werkzeug ist das nach belieben zur Profit Erwirtschaftung heran gezogen werden kann.
Freiheit gibt es also erst da wo der Mensch nicht mehr der Arbeit dient, die Arbeit aufgehoben ist.
31. Dezember 2014 - 00:18
Der 2.Arbeitsmarkt wir der Misswirtschaft den Rest geben dafür sorgen die Sozialfirmen die immer mehr werdenden Arbeitslosen in Massnahmen versklaven ,während die IV Invalidenversicherung als NEU Eingliederungsfirma Menschen in Sozialfirmen Arbeitslagern zuweisen und diese noch subventioniert während die Opfer keinen Lohn erhalten statt dessen noch deren Rente die unter dem Existenzminimum liegt gekürzt oder ganz gestrichen bekommen.Der SVP und SP sollte klar sein das dieser Weg keine Lösung sein wird und das System abgeschafft werden muss denn es werden immer mehr Klagen zurande kommen.Das System verstösst gegen die Bundesverfassung obwohl immer mehr Lücken geschaffen wurden um die Gesetze aus zu Hebeln.
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