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Timestamp: 2019-09-21 20:37:56+00:00

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BSG, 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R - dejure.org
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BSG, 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R (https://dejure.org/2015,14549)
BSG, Entscheidung vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R (https://dejure.org/2015,14549)
BSG, Entscheidung vom 23. Juni 2015 - B 1 KR 26/14 R (https://dejure.org/2015,14549)
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§ 39 Abs 1 S 2 SGB 5, § 275 Abs 1c S 1 SGB 5, § 275 Abs 1c S 2 SGB 5, § 275 Abs 1c S 3 SGB 5, § 301 Abs 1 S 1 Nr 3 SGB 5
Krankenversicherung - Vergütungsanspruch eines Krankenhauses gegen eine Krankenkasse - Voraussetzung eines Schlichtungsfehlschlags für eine Leistungsklage auf Krankenhausvergütung bis zu 2000 Euro nach Auffälligkeitsprüfung auch bei nicht förmlicher Anzeige der ...
KHG § 17c Abs. 4b S. 3
Schlichtungsverfahren für Krankenhausvergütung!
Neues zur Zwangsschlichtung
Krankenhäuser müssen bei Streit um Krankenkassenhonorare Schiedsstellen anrufen
aerztezeitung.de (Pressemeldung, 01.07.2015)
Klinik-Schlichtung: Richtungswechsel
Ab 1. September 2015 Schlichtung wieder zwingend bei Klagen bis zu 2 TEUR (§ 17c Abs. 4b S. 3 KHG)
medcontroller.de (Kurzinformation zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)
Schlichtungsverfahren für Krankenhausvergütung vor Klageerhebung erforderlich
Krankenhaus-Vergütungs-Streitigkeiten: Gesetz erhält praktische Wirksamkeit
BSGE 119, 150
Sie beginnt entsprechend § 45 Abs. 1 SGB I nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem der Anspruch entstanden ist (vgl BSGE 119, 150 = SozR 4-5560 § 17c Nr. 3, RdNr 44 mwN zur vierjährigen Verjährungsfrist auch im Anwendungsbereich des § 69 SGB V;… BSG SozR 4-2500 § 69 Nr. 10 RdNr 13 ff; unzutreffend 3. Kammer des SG Mainz, zB Urteil vom 11.1.2016 - S 3 KR 349/15 - Juris = KHE 2016/51, und 13. Kammer des SG Speyer, zB Urteil vom 16.2.2018 - S 13 KR 286/16 - Juris = MedR 2018, 832) .
Der Senat würde damit die Grenzen richterlicher Rechtsfortbildung verletzen (vgl zu den Grenzen zB BVerfG Beschluss vom 23.5.2016 - 1 BvR 2230/15 - NJW-RR 2016, 1366 = Juris RdNr 37 ff; BSGE 119, 150 = SozR 4-5560 § 17c Nr. 3, RdNr 21 f; Hauck in Grundlagen und Herausforderungen des Sozialstaats, Bundessozialgericht und Sozialstaatsforschung Bd 2, 2015, S 299, 300 ff, alle mwN).
Diese Voraussetzung waren nach den nicht mit Verfahrensrügen angreifbaren (vgl § 161 Abs. 4 SGG und hierzu BSG Urteil vom 23.6.2015 - B 1 KR 26/14 R - Juris RdNr 38, für BSGE und SozR 4-5560 § 17c Nr. 3 vorgesehen) , den Senat bindenden Feststellungen des SG (§ 163 SGG) nicht erfüllt.
Gleiches gilt für Erstattungsansprüche von Krankenkassen gegen Krankenhausträger (Fortführung von SG Mainz…, Urteil vom 04.06.2014 - S 3 KR 645/13 - Rn. 41 ff.; entgegen u.a. BSG, Urteil vom 12.05.2005 - B 3 KR 32/04 R; BSG…, Urteil vom 21.04.2015 - B 1 KR 11/15 R - Rn. 13; BSG, Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R - Rn. 44).
Gerichte dürfen wegen ihrer Funktion im Rechtsstaat über auf konkrete Verfahren bezogene Maßnahmen hinaus keinen Vertrauensschutz auf ihre Rechtsprechung oder auf die Rechtsprechung der ihnen übergeordneten Gerichte gewähren (entgegen u.a. BSG, Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R - Rn. 24).
Mit Beschluss vom 10.11.2014 hat das Gericht auf Antrag der Beteiligten erneut das Ruhen des Verfahren bis zum Abschluss des Revisionsverfahrens B 1 KR 26/14 vor dem BSG angeordnet.
Die Kammer weicht diesbezüglich von der Rechtsprechung des BSG ab, das im Falle von Vergütungsansprüchen von Krankenhäusern gegen Krankenkassen und umgekehrt bei Erstattungsforderungen von Krankenkassen gegen Krankenhäusern von einer vierjährigen Verjährungsfrist ausgeht (BSG, Urteil vom 12.05.2005 - B 3 KR 32/04 R; BSG, Urteil vom 28.02.2007 - B 3 KR 12/06 R; BSG, Urteil vom 17.12.2013 - B 1 KR 60/12 R; BSG…, Urteil vom 21.04.2015 - B 1 KR 11/15 R - Rn. 13; BSG, Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R - Rn. 44).
5.7 Der 1. Senat des BSG hat sich der Rechtsauffassung des 3. Senates angeschlossen und diese mit Urteil vom 23.06.2015 (B 1 KR 26/14 R) unter Aufhebung des Urteils der erkennenden Kammer vom 04.06.2014 (S 3 KR 645/13) aufrechterhalten.
Zur Begründung hat der Senat lediglich konstatiert, dass die "Überlegungen des SG (...) zu einer abweichenden Sicht keinen Anlass" gäben (BSG, Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R - Rn. 44vgl. auch Lakkis in: Herberger/Martinek/Rüßmann u.a., jurisPK-BGB, 7. Aufl. 2014, § 195 BGB, Rn. 19.2).
Hambüchen führt schließlich in einer Anmerkung zum Urteil des BSG vom 23.06.2015 (B 1 KR 26/14 R) aus:.
Ein bemerkenswertes Beispiel für die Gewährung von Vertrauensschutz durch Bundesgerichte liefert der 1. Senat des BSG im Urteil vom 23.06.2015 (B 1 KR 26/14 R - Rn. 24), mit dem eine - zu Recht - für falsch gehaltene Rechtsauffassung des 3. Senats des BSG (…Urteil vom 08.10.2014 - B 3 KR 7/14 - Rn. 18 ff.) nicht nur bis zur eigenen, abweichenden Entscheidung, sondern darüber hinaus für zwei Monate in die Zukunft aufrechterhalten werden sollte.
Zur Begründung schien es dem 1. Senat des BSG zu genügen - angesichts der sprachlich verunglückten Formulierung ist dies allerdings nicht ganz klar auszumachen -, dass sich die Rechtspraxis im Vertrauen auf die Entscheidungsgründe des Urteils des 3. Senats des BSG auf die Notwendigkeit der dort geforderten Anzeige verlassen und das Gesetz mangels Abgabe solcher Anzeigen insoweit nicht angewendet habe (BSG, Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R - Rn. 24).
Anders als die erkennende Kammer geht das BSG von der Geltung einer vierjährigen Verjährungsfrist für Erstattungsansprüche von Krankenkassen gegen Krankenhausträger aus (BSG, Urteil vom 28.02.2007 - B 3 KR 12/06 R; BSG, Urteil vom 17.12.2013 - B 1 KR 60/12 R; BSG, Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R).
In den Entscheidungsgründen zum Urteil des BSG vom 23.06.2015 (B 1 KR 26/14 R) wurde kein Sachargument gegen diese Bedenken vorgebracht.
aa) Krankenhausbehandlungsbedürftigkeit ist ein Krankheitszustand, dessen Behandlung den Einsatz der besonderen Mittel eines Krankenhauses erforderlich macht (…stRspr, vgl BSGE 102, 181 = SozR 4-2500 § 109 Nr. 15, RdNr 18 ff;… BSGE 94, 161 = SozR 4-2500 § 39 Nr. 4, RdNr 14; BSG Urteil vom 23.6.2015 - B 1 KR 26/14 R - Juris RdNr 35 - für BSGE und SozR 4-5560 § 17c Nr. 3 vorgesehen).
Gleiches gilt für Erstattungsansprüche von Krankenkassen gegen Krankenhausträger (Anschluss an SG Mainz vom 4.6.2014 - S 3 KR 645/13 = juris RdNr 41 ff; SG Mainz vom 11.1.2016 - S 3 KR 349/15 = juris RdNr 26 ff; SG Speyer vom 23.1.2017 - S 19 KR 521/16 = juris RdNr 24 ff;… entgegen ua BSG vom 12.5.2005 - B 3 KR 32/04 R = SozR 4-2500 § 69 Nr. 1;… BSG vom 21.4.2015 - B 1 KR 11/15 R = SozR 4-2500 § 69 Nr. 10 RdNr 13; BSG vom 23.6.2015 - B 1 KR 26/14 R = BSGE 119, 150 = SozR 4-5560 § 17c Nr. 3 RdNr 44).
Hinsichtlich der Frage der Verjährung verweist die Beklagte auf die BSG-Entscheidungen vom 23.06.2015 (B 1 KR 26/14 R) und vom 21.04.2015 (B 1 KR 11/15 R).
Die Kammer weicht diesbezüglich von der Rechtsprechung des BSG ab, das im Falle von Vergütungsansprüchen von Krankenhäusern gegen Krankenkassen und umgekehrt bei Erstattungsforderungen von Krankenkassen gegen Krankenhäusern von einer vierjährigen Verjährungsfrist ausgeht (BSG, Urteil vom 12.05.2005 - B 3 KR 32/04 R; BSG, Urteil vom 28.02.2007 - B 3 KR 12/06 R; BSG, Urteil vom 17.12.2013 - B 1 KR 60/12 R; BSG…, Urteil vom 21.04.2015 - B 1 KR 11/15 R -, Rn. 13; BSG, Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R -, Rn. 44).
5.7 Der 1. Senat des BSG hat sich der Rechtsauffassung des 3. Senates angeschlossen und diese mit Urteil vom 23.06.2015 (B 1 KR 26/14 R) unter Aufhebung des Urteils des SG Mainz vom 04.06.2014 (S 3 KR 645/13) aufrechterhalten.
Zur Begründung hat der Senat lediglich konstatiert, dass die "Überlegungen des SG (...) zu einer abweichenden Sicht keinen Anlass" gäben (BSG, Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R -, Rn. 44vgl. auch Lakkis in: Herberger/Martinek/Rüßmann u.a., jurisPK-BGB, 7. Aufl. 2014, § 195 BGB, Rn. 19.2 und SG Speyer…, Urteil vom 23.01.2017 - S 19 KR 521/16 -, Rn. 30).
Hierfür reicht es beispielsweise aus, dass das Krankenhaus - ggf nach erfolgloser fakultativer oder obligatorischer Schlichtung nach § 17c Abs. 4, Abs. 4b S 3 Krankenhausfinanzierungsgesetz (vgl dazu BSG Urteil vom selben Tag - B 1 KR 26/14 R - RdNr 19 ff, zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen) - die Zahlung des von der KK vorenthaltenen Restbetrages nicht gerichtlich verfolgt oder einer nachträglichen Aufrechnung nicht gerichtlich entgegentritt, oder in einem nachfolgenden Rechtsstreit insoweit unterliegt, als es zu irgendeiner Rechnungsminderung, und sei sie noch so geringfügig, kommt.
Zwar verzichte das BSG, soweit sich die beklagte Krankenkasse gegenüber einer Klage auf Zahlung einer Vergütung ausschließlich im Rahmen der Primäraufrechnung mit einer Gegenforderung verteidige, bezüglich des (unstreitigen) Bestehens der Hauptforderung auf eine nähere Prüfung (vgl. BSG, Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R -, Rn. 32; BSG…, Urteil vom 21.04.2015 - B 1 KR 8/15 R -, Rn. 8 jeweils m.w.N.).
So ist in der Rspr des Senats insbesondere geklärt, unter welchen Voraussetzungen sich ein Krankenhaus gegenüber einer Erstattungsforderung der KK auf Verwirkung berufen kann: Danach passt das Rechtsinstitut der Verwirkung als Ausprägung des Grundsatzes von Treu und Glauben (§ 242 BGB ) innerhalb der kurzen vierjährigen Verjährungsfrist grundsätzlich nicht und findet deshalb nur in besonderen, engen Ausnahmekonstellationen Anwendung (…vgl BSG SozR 4-2500 § 264 Nr. 4 RdNr 15;… BSGE 112, 141 = SozR 4-2500 § 275 Nr. 8, RdNr 37 mwN;… BSG SozR 4-2500 § 69 Nr. 10 RdNr 23; BSGE 119, 150 = SozR 4-5560 § 17c Nr. 3, RdNr 45).
Der bloße Zeitablauf stellt kein die Verwirkung begründendes Verhalten dar (vgl BSGE 119, 150 = SozR 4-5560 § 17c Nr. 3, RdNr 48;… BSG SozR 4-2500 § 69 Nr. 10 RdNr 25;… BSG SozR 4-7610 § 242 Nr. 8 RdNr 19).
Nichtstun, also Unterlassen, kann ein schutzwürdiges Vertrauen in Ausnahmefällen allenfalls dann begründen und zur Verwirkung des Rechts führen, wenn der Schuldner dieses als bewusst und planmäßig erachten darf (vgl BSGE 119, 150 = SozR 4-5560 § 17c Nr. 3, RdNr 48;… BSG SozR 4-2500 § 69 Nr. 10 RdNr 25 mwN).
Solche, die Verwirkung auslösenden "besonderen Umstände" liegen vor, wenn der Verpflichtete infolge eines bestimmten Verhaltens des Berechtigten (Verwirkungsverhalten) darauf vertrauen durfte, dass dieser das Recht nicht mehr geltend machen werde (Vertrauensgrundlage) und der Verpflichtete tatsächlich darauf vertraut hat, dass das Recht nicht mehr ausgeübt wird (Vertrauenstatbestand) und sich infolgedessen in seinen Vorkehrungen und Maßnahmen so eingerichtet hat (Vertrauensverhalten), dass ihm durch die verspätete Durchsetzung des Rechts ein unzumutbarer Nachteil entstehen würde (stRspr; vgl zB BSGE 119, 150 = SozR 4-5560 § 17c Nr. 3, RdNr 46;… BSGE 112, 141 = SozR 4-2500 § 275 Nr. 8, RdNr 37).
LSG Rheinland-Pfalz, 15.02.2018 - L 5 KR 251/17
Rückforderungsanspruch wegen Aufwandspauschale nicht verwirkt
LSG Baden-Württemberg, 02.09.2019 - L 10 KO 2552/19
Angelegenheiten nach dem SGB IIRVG
LSG Rheinland-Pfalz, 15.07.2015 - L 5 KR 90/15
LSG Hamburg, 25.04.2017 - L 3 R 101/15

References: § 39
 § 275
 § 275
 § 275
 § 301
 § 17
 § 45
 § 17
 § 69
 § 69
 § 17
 § 161
 § 17
 § 195
 § 109
 § 39
 § 17
 § 69
 § 69
 § 17
 § 195
 § 17
 § 264
 § 275
 § 69
 § 17
 § 17
 § 69
 § 242
 § 17
 § 69
 § 17
 § 275