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Timestamp: 2019-07-23 04:08:06+00:00

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BFH, 30.01.1990 - VIII R 183/85 - dejure.org
https://dejure.org/1990,4722
BFH, 30.01.1990 - VIII R 183/85 (https://dejure.org/1990,4722)
BFH, Entscheidung vom 30.01.1990 - VIII R 183/85 (https://dejure.org/1990,4722)
BFH, Entscheidung vom 30. Januar 1990 - VIII R 183/85 (https://dejure.org/1990,4722)
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Zulässigkeit der Bildung einer Rückstellung für eine zu erwartende Ablösesumme in der Bilanz einer GmbH
BFH/NV 1990, 504
Die Bildung einer Rückstellung scheidet aus, soweit der nach den Verhältnissen des Bilanzstichtages 30. September 1989 --auf die ausschließlich abzustellen ist-- künftig zu erwartende Aufwand der Klägerin zur Auf- oder Umrüstung der Spänetrocknungsanlage als Herstellungsaufwand zu aktivieren war (BFH-Urteile vom 30. Januar 1990 VIII R 183/85, BFH/NV 1990, 504; vom 19. August 1998 XI R 8/96, BFHE 186, 417, BStBl II 1999, 18; vgl. auch § 5 Abs. 4 b EStG 1999).
Da bei ihr stets eine gesonderte Gewinnfeststellung durchzuführen ist, ist es geboten, im Feststellungsverfahren auch das der Mitunternehmerschaft zuzurechnende Einkommen der Organgesellschaft zu ermitteln und zu verteilen (vgl. BFH-Urteile vom 10. Februar 1982 I R 190/78, BFHE 135, 396, BStBl II 1982, 682;… vom 9. September 1986 VIII R 20/85, BFH/NV 1987, 442; vom 30. Januar 1990 VIII R 183/85, BFH/NV 1990, 504; vom 14. April 1992 VIII R 149/86, BFHE 168, 128, BStBl II 1992, 817).
Unabhängig davon, ob die Verpflichtung sich aus öffentlichem Recht ergibt, sind in der höchstrichterlichen Rechtsprechung bislang Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten in jedem Fall nur dann für zulässig erachtet worden, wenn die künftigen Aufwendungen zur Erfüllung der Verpflichtung steuerrechtlich sofort abziehbare Ausgaben darstellten, also ihrer Art nach nicht als Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert werden mußten (vgl. BFH-Urteile vom 1. April 1981 I R 27/79, BFHE 133, 386, BStBl II 1981, 660, unter III. 4. b; vom 30. Januar 1990 VIII R 183/85, BFH/NV 1990, 504; vom 23. März 1995 IV R 66/94, BFHE 177, 273, BStBl II 1995, 772).
Sowohl die Passivierung einer Verbindlichkeit i.S. des § 242 Abs. 1, § 246 Abs. 1 HGB als auch einer Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten i.S. des § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB setzen voraus, dass der zu ihrer Erfüllung anfallende Aufwand nicht als Anschaffungs- oder Herstellungsaufwand zu aktivieren ist (BFH-Urteile vom 30. Januar 1990 VIII R 183/85, BFH/NV 1990, 504; vom 19. August 1998 XI R 8/96, BFHE 186, 417, BStBl II 1999, 18; in BFHE 196, 216, BStBl II 2003, 121; vom 19. November 2003 I R 77/01, BFHE 204, 135; vgl. dazu auch § 5 Abs. 4 b EStG 1999).
Da bei einer Mitunternehmerschaft stets eine gesonderte Gewinnfeststellung durchzuführen ist, ist es geboten, in diesem Verfahren auch das nach § 7 a KStG 1969 der Mitunternehmerschaft zuzurechnende Einkommen der Organgesellschaft zu ermitteln und zu verteilen (vgl. für Kohleprämie BFH-Urteile vom 10. Februar 1982 I R 190/78, BFHE 135, 396, BStBl II 1982, 682, m. w. N.;… vom 9. September 1986 VIII R 20/85, BFH/NV 1987, 442, 444; vom 30. Januar 1990 VIII R 183/85, BFH/NV 1990, 504, unter 2.).
Die zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen künftig zu leistenden Zahlungen könnten zu den Herstellungskosten der Arzneimittel gehören, weil sie im Zusammenhang mit dem Antrag auf Nachzulassung der Arzneimittel angefallen sind und die Nachzulassung die Arzneimittel zu einer Ware mit anderer Verkehrsfähigkeit macht (…vgl. etwa Adler/Düring/Schmaltz, Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen, 5. Aufl., § 255 HGB Rdnr. 181, m. w. N.); die Klägerin durfte dann bereits aus diesem Grunde keine Rückstellung bilden (BFH-Urteile vom 4. Februar 1958 I 326/56 U, BFHE 66, 285, BStBl III 1958, 110, 112; vom 1. April 1981 I R 27/79, BFHE 133, 386, BStBl II 1981, 660, unter III. 4. b der Gründe; vom 30. Januar 1990 VIII R 183/85, BFH/NV 1990, 504;… zum Streitstand vgl. u. a. Lambrecht in Kirchhof/Söhn, Einkommensteuergesetz, § 5 Rdnr. D 65, und Schmidt/ Weber-Grellet, a.a.O., § 5 Rz. 369).
Dementsprechend kann Einwendungen gegen die Höhe des Einkommens der Klägerin bezüglich der hier streitigen aufwandswirksamen Passivierungen nur die Organträgerin im Rahmen ihrer einheitlich und gesonderten Gewinnfeststellung vorbringen (vgl. BFH-Urteile vom 14. April 1992 VIII R 149/86, BStBl II 1992, 817; und vom 30. Januar 1990 VIII R 183/85, BFH/NV 1990, 504, jeweils zum insoweit gleichlautenden § 7a KStG 1969 als Vorgängervorschrift des § 14 KStG 1977;… Olbing in Streck, Kommentar zum KStG, 6. Aufl. 2003, § 14 Anm. 99; Witt in Dötsch/Eversberg/Jost/Witt, Kommentar zum KStG, Oktober 2003, § 14 KStG Rdn 2; Danelsing in Blümich, Kommentar zum KStG, § 14 Rdn 30).
Auf der Grundlage der Rechtsprechung des BFH hat das bilanziell in der Weise zu geschehen, daß trotz rechtlich dem Grunde nach bestehender und (nur) der Höhe nach ungewisser Verbindlichkeit entgegen allgemeinen bilanziellen Regeln (vgl. § 249 Abs. 1 HGB , § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG ) keine Rückstellung passiviert wird (z.B. im Ergebnis: Urteil vom 30. Januar 1990 - VIII R 183/85, Sammlung amtlich nicht veröffentlichter Entscheidungen des Bundesfinanzhofs - BFH/NV - 1990, 504).

References: § 5
 § 242
 § 246
 § 249
 § 5
 § 7
 § 255
 § 5
 § 5
 § 7
 § 14
 § 14
 § 14
 § 14
 § 249
 § 5