Source: http://www.chemie-schule.de/KnowHow/2,5-Dimethoxy-4-ethylphenylethylamin
Timestamp: 2017-08-23 02:34:34+00:00

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2,5-Dimethoxy-4-ethylphenylethylamin – Chemie-Schule
CAS-Nummer 71539-34-9
2,5-Dimethoxy-4-ethylphenethylamin (abgekürzt auch 2C-E) ist ein Psychedelikum und gehört strukturell zur Gruppe der Phenylethylamine. Es ist auch unter dem Szenenamen Aquarust bekannt. Es wurde erstmals von Alexander Shulgin synthetisiert. 2C-E wird meist in seiner Form als Hydrochlorid verwendet.
Kapseln, gefüllt mit 20mg 2C-E
200mg gehäuftes 2C-E
Es wird vermutet, dass sich 2C-E, wie die meisten klassischen Halluzinogene, an die 5-HT2A-Rezeptoren anbindet und so die psychedelischen Effekte erzeugt.[3][4] Regelmäßiger hochdosierter Konsum kann zu einer HPPD führen.
2C-E wird peroral oder nasal eingenommen. Der nasale Konsum wird allerdings als sehr schmerzhaft und unangenehm beschrieben. Die Wirkung setzt sehr rasch nach der nasalen Einnahme ein (1-10 min.), die orale setzt hingegen verzögert ein (20-90 min.).[5] Shulgin gibt die oral wirksame Dosis im Bereich von 10–25 mg an, die Wirkdauer mit 8–12 Stunden.[1]
Die Einnahme eines SSRIs verringert für gewöhnlich die Intensität und die Länge der Wirkung. Der Mischkonsum von serotonergen Substanzen, welche einen Großteil der Rauschmittel bzw. psychotropen Stoffe, insbesondere der Psychedelika, aber auch Antidepressiva wie SSRI und MAOI umfassen, birgt allerdings grundsätzlich die Gefahr der Nebenwirkungen des gefährlichen und oft tödlichen Serotonin-Syndroms.
Konsumenten beschreiben die Wirkungen von 2C-E als ähnlich denen anderer psychedelischer Phenylethylamine, allerdings weitaus stärker.[1] Im Vergleich zu ähnlichen Dimethoxyphenylethylaminen wie 2C-I und 2C-B erzeugt 2C-E eher stärkere Synästhesien, Klangverzerrungen, erweiterte Wahrnehmung von Musik und visuelle Erscheinungen. Alexander Shulgin klassifiziert 2C-E in seinem Buch PiHKAL (Phenethlyamines I Have Known And Loved) als Mitglied des "magischen halben Dutzend".
Wie viele andere psychoaktive Substanzen birgt auch 2C-E die Gefahr der Auslösung einer latenten Psychose. 2C-E ist eine Forschungschemikalie, die keine therapeutische Anwendung findet, da derzeit nicht genügend über Nebenwirkungen, langfristige Schäden, Suchtpotential, usw. bekannt ist.
In Deutschland unterliegt 2C-E nicht dem BtMG. Es fällt aber unter die Definition von § 2 Abs. 1 des AMG, sobald es für die Anwendung an Mensch oder Tier bestimmt ist. Somit ist Herstellung und Verkauf einer Substanz nach dem AMG reguliert, unabhängig davon in welcher Form die Substanz vorliegt, wenn sie in Bestimmung § 2 Abs. 1 erfüllt.[6][7] Der Verkauf und die Herstellung von Arzneimitteln ohne Genehmigung ist strafbar nach AMG § 2 Abs. 1 Nr. 5 a. F., § 2 Abs. 1 Nr. 2a n. F., § 5, § 95 Abs. 1 Nr. 1, StPO § 354a. Dies wurde in einem Urteil des Bundesgerichtshofs zu der frei verfügbaren Chemikalie γ-Butyrolacton (GBL) bestätigt, welche nach dem AMG als Arzneimittel eingestuft wird, sobald sie für den Konsum bzw. Gebrauch an Mensch oder Tier bestimmt ist.[8][9]
In Österreich war 2C-E nicht in der Suchtgiftverordnung SV aufgeführt und somit legal.[10] Seit dem 1. Februar 2012 unterliegt 2C-E jedoch dem "Bundesgesetz über den Schutz vor Gesundheitsgefahren im Zusammenhang mit Neuen Psychoaktiven Substanzen" (Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz, NPSG). Ähnlich dem Suchtmittelgesetz, ist der Umgang mit “Neuen Psychoaktiven Substanzen” (“Legal Highs” bzw. Research Chemicals) strafrechtlich untersagt. Genauer ist die Erzeugung, die Ein- und Ausfuhr sowie die Überlassung und Verschaffung (Weitergabe) solcher Substanzen, um daraus einen Vorteil zu ziehen, verboten, wenn dies zum Zweck des menschlichen Konsum geschieht.[11]
In der Schweiz wird 2C-E mit Inkrafttreten der revidierten Betäubungsmittelverordnung von Swissmedic am 1. Dezember 2011 dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt und ist somit ab diesem Zeitpunkt illegal. Einfuhr, Besitz, Vertrieb etc. werden nach dem Betäubungsmittelgesetz geahndet. [12]
In den USA gehört 2C-E zu keiner Schedule. Da es allerdings ähnlich wie 2C-B und 2C-T-7 ist, kann der Besitz, Verkauf etc. nach dem Grundsatz des "Controlled Substances Analogue Enforcement Act" strafrechtlich verfolgt werden.[13]
↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 PiHKAL #24 2C-E
↑ 2C-E Dose by Erowid
↑ Suchtgiftverordnung - SV http://www.apotheker.at/internet/OEAK/NewsPresse_1_0_0a.nsf/agentEmergency!OpenAgent&p=32B730F46360B06BC1256CAA004C5B4A&fsn=fsStartHomeFachinfo&iif=0
↑ Neue-Psychoaktive Substanzen-Gesetz - NPSG http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/I/I_01518/index.shtml
↑ BetmVV-EDI.2011.11.21 http://www.admin.ch/dokumentation/gesetz/00068/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDeHx2gWym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--
↑ http://psychotropicon.info/2c-e-25-dimethoxy-4-ethylphenethylamin/
Theobald, Maurer - Uni Saarland: Studie zum Metabolismus und toxikologischen Nachweis der Designer-Droge 2C-E (PDF, engl.)
Österreichisches Parlament: Bundesgesetz über den Schutz vor Gesundheitsgefahren im Zusammenhang mit Neuen Psychoaktiven Substanzen (Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz, NPSG)
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References: § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 5
 § 95
 § 354