Source: https://ihrrecht.wordpress.com/2019/06/13/bgh-zur-einreichung-eines-schriftsatzes-per-mail/
Timestamp: 2019-11-22 03:54:27+00:00

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BGH zur Einreichung eines Schriftsatzes per Mail | Ihr-Recht-Blog
BGH zur Einreichung eines Schriftsatzes per Mail
Filed under: Zivilrecht/Verfahrensrecht — Schlagwörter: Anwalt, Beschwerde, Beschwerdefrist, Dokument, Einreichung, elektronisch, Frist, Gericht, Mail, Schriftsatz, Schultz, Signatur, Telefax, Telekopie, Unterschrift — ihrrecht @ 07:12
Eine im Original unterzeichnete Beschwerdebegründungsschrift, die eingescannt und im Anhang einer elektronischen Nachricht als PDF-Datei übermittelt wird, ist erst dann in schriftlicher Form bei Gericht eingereicht, sobald bei dem Gericht, dessen Beschluss angefochten wird, ein Ausdruck der den vollständigen Schriftsatz enthaltenden PDF-Datei vorliegt (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 18.03.2015 – XII ZB 424/14 – FamRZ 2015, 919 = IBRRS 2015, 1625).
Die zur Übersendung einer Telekopie ergangene Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass eine einzuhaltende Frist bereits durch den vollständigen Empfang der gesendeten Signale vom Telefax des Gerichts gewahrt ist, kann nicht auf die Übermittlung einer E-Mail mit einem eingescannten Schriftsatz, die die Voraussetzungen für ein elektronisches Dokument nach § 130a ZPO nicht erfüllt, übertragen werden.*)
Der BGH hat mit entsprechendem Beschluss vom 08.05.2019, Az. XII ZB 8/19 einmal mehr der einfachen Übersendung von Schriftsätzen per Mail an das Gericht eine Absage erteilt.
Grundsätzlich, so der BGH, können nach § 113 Abs. 1 Satz 2 FamFG i.V.m § 130 a Abs. 1 ZPO in Familienstreitsachen die Beteiligten Anträge und Erklärungen als elektronisches Dokument übermitteln. Dies gilt auch für die nach § 117 Abs. 1 Satz 1 FamFG erforderliche Beschwerdebegründung. Formgerecht eingereicht ist ein elektronisches Dokument jedoch nur, wenn es die in § 130 a Abs. 2 bis 4 ZPO aufgestellten Voraussetzungen erfüllt. Danach muss das elektronische Dokument für die Bearbeitung durch das Gericht geeignet sein (§ 130 a Abs. 2 Satz 1 ZPO). Anstelle der vom Urheber unterzeichneten Urkunde muss das elektronische Dokument entweder mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen oder von der verantwortenden Person signiert und auf einem sicheren Übermittlungsweg eingereicht worden sein (§ 130 a Abs. 3 ZPO).
Aktuell im Ihr-Recht-Blog: OLG Frankfurt: Radarkontrolle durch private Dienstleister unzulässig! ihrrecht.wordpress.com/2019/11/14/olg… via @ihrrecht 1 week ago

References: BGH 
 § 130
 BGH 
 § 113
 § 130
 § 117
 § 130