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Timestamp: 2018-02-22 14:12:47+00:00

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Elektronische Marktplätze für Unternehmensbeteiligungsangebote und ... | Masterarbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit veröffentlichen
2. Elektronische Marktplätze für Unternehmensbeteiligungsangebote und -gesuche im Internet
2.1. Traditionelle Transaktionsstrukturen beim Handel in Unternehmensbeteiligungen mit Blick auf zu implementierende elektronische Marktplätze im Cyberspace
2.2. Grundlegende Überlegungen zur Wahl der Rechtsform und der daraus resultierenden Konsequenzen für die Handelbarkeit von Unternehmensbeteiligungen
2.2.1. Beteiligungsmöglichkeiten an Unternehmen in der Rechtsform einer Personengesellschaft
2.2.2. Beteiligungsmöglichkeiten an Unternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft
2.3. Grundlegendes zu elektronischen Marktplätzen für Unternehmensbeteiligungen im Internet
2.3.2. Implementierung der Märkte
2.3.3. Applikationstypen elektronischer Marktplätze für Unternehmensbeteiligungen
3. Analyse der Möglichkeiten und Grenzen elektronischer Marktplätze für Unternehmensbeteiligungen im Internet
3.1. Möglichkeiten der Segmentierung elektronischer Markplätze für Unternehmensbeteiligungen
3.2. Qualitätsbeurteilung der Marktplätze für fungible und nicht fungible Unternehmensbeteiligungen im Internet auf Basis einer Transaktionssequenzanalyse
3.2.1. Die Verbesserung der Durchführungsqualität in der Anbahnungsphase als Herausforderung für Marktplätze für Unternehmensbeteiligungen im Internet
3.2.2. Ansatzpunkte zur Verbesserung der Durchführung des Orderroutings
3.2.3. Möglichkeiten und Grenzen des Internet, die Qualität der Vereinbarungsphase zu verbessern
3.2.4. Die Durchführung der Abwicklungsphase auf Marktplätzen für Unternehmensbeteiligungen im Internet
3.3. Die Systemarchitektur als Grundlage für Fairneß und Gleichberechtigung auf elektronischen Marktplätzen für Unternehmensbeteiligungen
3.3.1. Systemarchitektur
3.3.2. Möglichkeiten und Grenzen des Internet zur Verbesserung der Marktzutrittsmöglichkeiten
3.3.3. Fairneß und Gleichberechtigung im Netzwerk
3.3.4. Sicherheit und Handelsüberwachung
3.4. Sonstige Qualitätsmerkmale für Marktplätze für Unternehmensbeteiligungen im Internet
4. Vergleichende Darstellung und Bewertung bereits vorliegender Konzepte
4.1. Untersuchungsansatz und Methodik der Analyse
4.2. Darstellung und Bewertung der untersuchten elektronischen Marktplätze im Internet
4.2.1. Das Internet Angebot der "Electronic Share Information Ltd." als Beispiel eines Marktplatzes für fungible Unternehmensbeteiligungen
4.2.2. "Consors" Discount-Broker als Beispiel für einen Versuch deutscher Banken, einen Marktplatz für fungible Unternehmensbeteiligungen aufzubauen
4.2.3. Das Börsenforum der "Internet2000" AG als Beispiel für ein privates Handelssystem für fungible Beteiligungspapiere unter gänzlicher Ausschaltung bisheriger Börseninstitutionen
4.2.4. Die Vermittlung von nicht fungiblen Unternehmensbeteiligungen auf "Unternehmensmarkt.de"
4.2.5. Ergänzende Vorstellung der Unternehmensbörsen des Deutschen Industrie- und Handelstages
ANLAGE: CD-R / Präsentation der Arbeitsergebnisse in HTML
Abb. 1: Phasen der Markttransaktion
Abb. 2: Many To Many Communication im Internet
Abb. 3: Applikationstypen elektronischer Marktsysteme
Abb. 4: Orderrouting auf klassischen Wegen und via Internet
Abb. 5: Auftretende Netzwerkdelays bei unterschiedlich positionierten Marktteilnehmern im Börsensaal und im Cyberspace
Seit Mitte der 90er Jahre vollzieht sich in den westlichen Industrieländern ein grundlegender Strukturwandel. Mit der kommerziellen Öffnung des ehemals ausschließlich militärisch genutzten Internet [1], wurden zukunftsweisende Formen von Koordination und Kommunikation einem breiten Publikum bereitgestellt und zugänglich gemacht. Nahezu zeitgleich entwickelten sich neue Methoden des Erwerbs und Vertriebs von Informationen durch die Nutzung des Netzes[2]. Es ist daher nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sich Finanzdienstleister, die in großem Maße informationsabhängig sind, die Eigenschaften des World Wide Web als Informationsressource zunutze machten.
Informationstechnische Vernetzung ermöglicht entscheidende Informationsvorsprünge und erhält somit einen besonderen Stellenwert auf dem Markt für Unternehmensbeteiligungen. Das Werkzeug Internet, von dem amerikanischen Senator Ron Wyden als "wirtschaftliche Infrastruktur des 21. Jahrhunderts"[3] bezeichnet, verhilft zur besseren Einschätzung des mit der Beteiligung an einem Unternehmen verbundenen unternehmerischen Risikos. Gleichzeitig bietet es aber auch die Voraussetzungen, Transaktionen in Unternehmensbeteiligungen elektronisch durchzuführen.
Ziel dieser Arbeit ist es, Marktplätze für Unternehmensbeteiligungsangebote und -gesuche im World Wide Web zu betrachten. In diesem Zusammenhang werden Möglichkeiten analysiert, in welcher Weise dieses junge und zukunftsweisende Kommunikationsmedium die Allokation von Angebot und Nachfrage nach Unternehmensbeteiligungen verbessern kann und die einzelnen Transaktionsphasen im elektronischen System des Internet umgesetzt werden können.
Marktplätze für Unternehmensbeteiligungen im WWW werden letztlich in Hinblick auf Ihre Qualität und Effektivität bewertet und verglichen.
Diesbezüglich werden im zweiten Kapitel die zur Behandlung des Themas notwendigen Grundlagen definiert und mögliche Ausprägungen und Handelbarkeiten von Unternehmensbeteiligungen erläutert. Ad hoc werden die Charakteristika von Märkten, Marktplätzen und Marktphasen sowie der Einfluß der zur Kommunikation unter den Marktteilnehmern verwendeten Kommunikationsinstrumente dargestellt.
Im dritten Kapitel findet eine Analyse der Möglichkeiten und Grenzen elektronischer Marktplätze für Unternehmensbeteiligungen im Internet statt, wobei der multimediale Teil des Internet, das World Wide Web, besondere Beachtung findet.[4] Anhand einer Transaktionssequenzanalyse werden die Unterstützungsmöglichkeiten, die elektronische Marktplätze beim Handel und der Übertragung von Unternehmensbeteiligungen leisten können, erörtert. Ergänzende Faktoren, die die Qualität eines idealtypischen Unternehmensbeteiligungsmarktplatzes beeinflussen, werden genannt. Diese Segmentierungskriterien und Qualitätsmerkmale für elektronische Handelssysteme sind die Grundlage, um die erweiterten Möglichkeiten der Online -Marktplätze für Unternehmensbeteiligungen im Gegensatz zu traditionellen Handelsformen herauszuarbeiten. Gleichzeitig werden aber auch Grenzen dieser Marktplätze aufgezeigt.
Der vierte Teil der Arbeit befaßt sich vornehmlich mit der vergleichenden Darstellung bereits vorhandener Konzepte im WWW. Die praktische Umsetzung des Handels und der Vermittlung von Unternehmensbeteiligungen im Internet wird anhand des im dritten Teil aufgestellten Anforderungs- und Kriterienkataloges bewertet.
Den Abschluß der Arbeit bildet das 5. Kapitel, das eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse enthält.
Zur Vervollständigung der Aufgabenstellung, enthält die beiliegende CD-R (Anlage) die Präsentation dieser Arbeit in HTML.
Spricht man von einem Markt für Unternehmensbeteiligungen, so muß differenziert werden zwischen einem Markt "im objektiven Sinne"[5] und dem "Markt" im Sinne eines Marktplatzes.
Ersterer faßt alle Käufer und Verkäufer, die sich dem Geschäft mit einer bestimmten Produktart widmen, zusammen.[6] Damit ist Markt definiert als das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage.[7] Der Marktplatz hingegen, ist im bildlichen Sinne ein räumlich begrenzter, physischer Ort bzw. eine Institution, auf bzw. in dem sich der Markt abspielt.[8] Der Markt findet in seiner Gesamtheit auf vielen unterschiedlichen Marktplätzen statt. Existiert nur ein Marktplatz, so konzentriert sich der Markt auf diesen Marktplatz, und beide sind identisch.[9] Der Markt i.S. eines Marktplatzes für Unternehmensbeteiligungen ist demzufolge derjenige Ort, an dem die Marktteilnehmer als Anbieter und Nachfrager körperlich oder auf elektronischem Wege als Datensatz zusammentreffen, um ihre Austauschprozesse zu tätigen.[10]
Die auf den Marktplätzen stattfindenden Marktveranstaltungen bilden den organisatorischen Rahmen für das Marktgeschehen der Marktparteien. Die Organisatoren der Marktveranstaltungen spielen nur eine Vermittlerrolle.[11]
Der Grad der Organisation erlaubt eine weitere Differenzierung von Marktveranstaltungen[12] in organisierte und unorganisierte Märkte. Erstere verfügen über besondere Einrichtungen, Regelungen oder Geschäfts- bzw. Handelsordnungen (z.B. Wertpapierbörsen) und zwingen Ihre Marktteilnehmer somit in ein mehr oder weniger strenges Korsett aus Vorschriften. Unorganisierte Märkte sind dagegen all die Märkte, die keine besonderen organisatorischen Formen entwickelt haben und z.T. auch chaotische Strukturen aufweisen.
In der ökonomischen Theorie wird davon ausgegangen, daß die Idealform eines Marktes der "vollkommene Markt"[13] ist und dieser nach Möglichkeit auch in der Umsetzung und Implementierung neuer Märkte das Leitbild sein sollte.[14] Die Anforderungen, die an vollkommene Märkte gestellt werden, machen deutlich, daß es sie in der Realität i.d.R. nicht geben kann. Typischerweise besteht Unvollkommenheit infolge mangelhafter Informationstransparenz in Bezug auf die aktuelle Marktsituation. Weitere Unsicherheitsfaktoren sind in unzureichenden Kommunikationskanälen zwischen den Interaktionspartnern und der Ungewißheit in Hinblick auf die zukünftige Entwicklung des Marktes zu suchen.[15] Folge ist ein Informationsungleichgewicht zwischen den Marktteilnehmern. Der daraus resultierende Informationsbedarf einzelner Marktteilnehmer führt zu Markttransaktionen[16] und Einschaltung von Intermediären, um die Bedürfnisse der Nachfrager nach Unternehmensbeteiligungen mit denen der Anbieter zu koordinieren. Die sich hieraus ergebenden Transaktionskosten und verzögerte Reaktionsgeschwindigkeit sind nicht unerheblich. "Sobald man nicht von vollkommenen Märkten ausgeht, ist die technisch-organisatorische Unterstützung von Marktprozessen von großer ökonomischer Tragweite"[17], denn die verfügbaren Informations- und Kommunikationssysteme bestimmen über ihren Einfluß auf die Transaktionskosten beim Handel in Unternehmensbeteiligungen wesentlich die Leistungsfähigkeit von Marktmechanismen.
Quelle: Angelehnt an T. LANGENOHL, Systemarchitekturen, 1994, S. 19.
Von entscheidender Bedeutung ist, daß die in Abb. 1 dargestellten drei Phasen der Markttransaktion[18] in Form der Informations-, Vereinbarungs- und Abwicklungsphase durch die zur Verfügung stehenden Informations- und Kommunikationssysteme unterstützt werden. Ist dies geschehen, so sollten in der Informationsphase Anbahnungskosten[19] durch den Einsatz entsprechender Kommunikationssysteme reduziert werden.
Gleiches gilt für anfallende Vereinbarungskosten[20], die in der zweiten Phase der Markttransaktion auftreten. In der Abwicklungsphase sind nach Möglichkeit Kosten der Übertragungsabwicklung von Unternehmensbeteiligungen zu senken. Gleichermaßen ist die effektive und kostengünstige Abwicklung der Zahlungsleistung zu gewährleisten. Mit dem Internet steht nun ein interaktives und multimediales Kommunikationsinstrument zur Verfügung, das es erlaubt, die verschiedenen Transaktionsphasen auf verschiedenen Marktplätzen abzubilden um die geforderte Kostenreduzierung sowie eine Nutzensteigerung für die Marktteilnehmer zu erzielen.
Die vielfältigen möglichen Ausprägungsformen von Unternehmensbeteiligungen sind vor allem von der Art der Rechtsform des zu betrachtenden Unternehmens abhängig. Daher bietet es sich an, Beteiligungsvarianten in Anteile an Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften zu differenzieren. Ferner scheint es notwendig, auch die Handelbarkeit der Anteile (in fungible und nicht fungible) zu unterscheiden und grundlegende Überlegungen zur bisherigen Durchführung des Handels in Unternehmensbeteiligungen anzustellen.
Die Rechtsformen der Personengesellschaften, insbesondere die der Einzelunternehmung sowie der Offenen Handelsgesellschaft, sind in der Bundesrepublik weit verbreitet und werden insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen häufig gewählt. Um die Leistungen der Kapitalmärkte in Anspruch zu nehmen, sind sie aber, wie im Folgenden gezeigt wird, denkbar schlecht geeignet.[21]
Haupthindernis ist dabei, daß die Eigenkapitalausstattung von Personengesellschaften - mit Ausnahme der KG - i.d.R. dadurch charakterisiert ist, daß der jeweilige Unternehmer Teile seines Privatvermögens in die Unternehmung einbringt.[22] Hierdurch wird eine Differenzierung von Privat- und Firmenvermögen erschwert. Gleichzeitig haftet der Unternehmer - und mit ihm alle Gesellschafter - gesamtschuldnerisch mit seinem gesamten Vermögen. Übersteigt der Kapitalbedarf der Unternehmung die Finanzierungskraft des Unternehmers und der involvierten Gesellschafter, müssen Formen der Beteiligung Dritter an der Unternehmung gefunden werden.[23]
Die Stille Beteiligung stellt dabei eine Möglichkeit dar, sich Eigenkapital von Dritten, den sog. "Stillen Gesellschaftern", zu beschaffen. Die Stille Beteiligung kann, mit Ausnahme der gesetzlich vorgeschriebenen Gewinnbeteiligung, vertraglich exakt auf die Bedürfnisse des Kapitalgebers und der Unternehmung fixiert werden. Geschäftsführungsbefugnisse müssen den Kapitalgebern nicht eingeräumt werden und formelle Eintragungen im Handelsregister sind nicht erforderlich. Allerdings wird durch die individuelle Ausgestaltung der Beteiligungen eine Standardisierung der Geschäftsanteile, die für eine Handelbarkeit der Beteiligungsanteile am Kapitalmarkt notwendig ist, erheblich behindert und somit die Fungibilität der Anteile erschwert.[24]
Andere Beteiligungsformen an Personengesellschaften sind daneben nur möglich, wenn voll haftende Gesellschafter in die Unternehmung aufgenommen werden. Diese wiederum verlangen aufgrund ihres, durch die finanzielle Beteiligung übernommenen unternehmerischen Risikos, die Geschicke der Unternehmung mitbestimmen zu können. Ihnen müssen daher in den meisten Fällen Geschäftsführungsbefugnisse eingeräumt werden. Dieses Konstrukt kann u.U. ein erhebliches Konfliktpotential beinhalten.[25]
Die Kapitalaufbringung bei Unternehmungen in der Rechtsform der KG erfolgt unter anderen Voraussetzungen. Hier können neben dem unbeschränkt haftenden Komplementär, Kommanditisten[26] Eigenkapital in Form der Kommanditeinlage beisteuern. Die Kommanditeinlage ist generell formlos handelbar. Somit scheint die KG auf den ersten Blick für die Teilnahme am regulären Kapitalmarkt geeignet. Jedoch verhindert §162 HGB eine Fungibilisierung der Kommanditanteile, indem verlangt wird, daß Aus- und Eintritt eines Kommanditisten in das Handelsregister einzutragen sind.[27] Somit bedingt der Handel der Kommanditanteile laufend Umschreibungsformalitäten und -kosten. Diese lassen für eine Publikums-KG den Handel der Anteile ökonomisch nur in großen Stückelungen sinnvoll erscheinen.[28]
Die zwei großen Gruppen der Kapitalgesellschaften sind die Aktiengesellschaft (AG), und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). In ihrer Grundkonstruktion unterscheiden sie sich von der Personengesellschaft dadurch, daß sie nach §1 AktG bzw. §13 GmbHG eine eigene Rechtspersönlichkeit besitzen.
Aktiengesellschaften bringen ihr Eigenkapital durch die Ausgabe von Aktien[29] auf. Das Hauptcharakteristikum der AG in Bezug auf den Anteilshandel liegt somit in der Trennung von Kapital und Geschäftsführung. Hinzu kommt die Haftungsbeschränkung der Aktionäre.[30] Die Eigenschaft der Fungibilität von Aktien ermöglicht die Mobilisierbarkeit und einfache Veräußerbarkeit der Anteilscheine. Hierdurch kann die Abwicklung der Transaktionsphasen beim Handel in Aktienanteilen sich entweder ganz oder teilweise an staatlich organisierten Wertpapierbörsen oder außerbörslichen Einrichtungen vollziehen.[31]
Erstere kann definiert werden, als organisierte, staatlich genehmigte Umsatzstelle für Effekten, mit deren Hilfe Börsenteilnehmer regelmäßig und öffentlich Aktiengeschäfte zu standardisierten Geschäftsbedingungen abschließen können.[32] Diese Definition wird notwendig, da mit der Entwicklung von multimedialen Kommunikationssystemen wie dem Internet, zunehmend von der Vorstellung abgegangen wird, die physische Anwesenheit der Marktteilnehmer als zwingendes Merkmal einer Börse anzusehen. Durch den Einsatz moderner Kommunikationsmedien können die zugelassenen Börsenteilnehmer ihre Willenserklärungen vielmehr über elektronische Handelssysteme abgeben. Ferner wird das Netzwerk zunehmend selber Börse bzw. Trading Highway [33].
Ein Großteil der Transaktionen findet allerdings auf anderen Handelsplattformen als in staatlich organisierten Börsensystemen statt. In diesem Zusammenhang ist zu unterscheiden zwischen dem außerbörslichen Handel in Papieren, die an einer Börse zugelassen sind, und dem Handel in sogenannten OTC -Produkten.[34] Außerbörslicher Handel findet zunehmend auf organisierten Parallelmärkten statt. Hiermit sind Einrichtungen gemeint, in denen Transaktionen v.a. in börsenzugelassenen Aktien durchgeführt werden.[35] Aber auch Marktplätze, auf denen nicht börsenzugelassene Aktien gehandelt werden, sind anzutreffen
Der größte Anteil des Umsatzes in den angesprochenen Aktien ohne Börsenzulassung, fällt auf sog. Blocktransaktionen, die den Verkauf eines gesamten Unternehmens bzw. großen Aktienpaketen zum Ziel haben.[36] Motive für den außerbörslichen Aktienhandel in börsenzugelassenen Aktien liegen zudem in den befristeten Handelszeiten der herkömmlichen Börsen. Durch feste Handelszeiten ist es den Marktteilnehmern nicht möglich, nach Handelsschluß auf neue, kursbeeinflussende Faktoren zu reagieren.
Ebenso spricht die Vermeidung von unerwünschter Transparenz des Marktes gegen eine reguläre Plazierung eines Auftrages an einer Börse. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn befürchtet wird, daß sich die Publizität eines Großauftrages negativ auf den Börsenkurs des betreffenden Papiers auswirkt.[37]
Vergleicht man die beschriebenen Aktienbeteiligungen und deren Handhabung mit Anteilen an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, fällt auf, daß Anteile an einer GmbH nicht fungibel sind. So bedingt die Übertragung eines Anteils bzw. die Aufnahme neuer Gesellschafter einen in notarieller Form geschlossenen Vertrag (§15,III GmbHG). Diese Eigenschaften machen den Handel in GmbH-Anteilen sehr unpraktikabel. Durch die Einschaltung eines Notar wird die Übertragung einzelner Anteile zu einem umständlichen, zeit- und kostenintensiven Prozeß. Ein weiteres Erschwernis für die Mobilisierbarkeit der Anteile besteht durch den Mangel an Verbriefung und fehlender Standardisierung.[38]
Weitere formale und markttechnische Gründen für die schwierigere Handelbarkeit von GmbH-Anteilen gegenüber Aktien, liegen in der Satzungsautonomie der GmbH (§45,I GmbHG).[39] Fehlende Publikationsvorschriften und ein nicht vorhandener, organisierter und reglementierter Sekundärmarkt erschweren ferner die Informationsbeschaffung. Hinzu kommt, daß mangelnde Markttransparenz von Seiten der Anleger umfangreiche Recherchen erfordert, um sich bietende Beteiligungsangebote nach Risiko und Rendite vergleichen zu können.[40] Potentielle Anbieter von Geschäftsanteilen sind somit oftmals gezwungen, selbst durch persönliche Kontakte oder Zeitungs- bzw. Zeitschriftenannoncen, Investoren zu suchen.[41] Anfallende Informationskosten zur Auswahl der geeigneten Beteiligungsmöglichkeiten stellen dabei für die schlechter informierte Marktseite zusätzliche Transaktionskosten dar. Diese entstehenden Kosten können in Verbindung mit mangelnder Informationstransparenz das gesamte Engagement sowohl für die Kapitalangebots- als auch für die Nachfrageseite unrentabel werden lassen.[42] Hilfe bietet hier die Einschaltung professioneller Vermittler.[43]
Die dargestellte Problematik und umständliche Handhabung des Anteilhandels hat zur Folge, daß das Marktsegment des Handels in GmbH-Anteilen durch Einzelverhandlungen, lange Wartezeiten potentieller Käufer und Verkäufer auf einen Abschluß, sowie hohe Transaktionsrisiken und -kosten geprägt ist. Das Volumen der bislang jährlich in der Bundesrepublik umgesetzten GmbH-Anteile ist entsprechend gering.[44]
In der Literatur existiert z. Zt. keine einheitliche Definition eines "elektronischen Marktplatzes". Allerdings kann gesagt werden, daß elektronische Marktplätze für Unternehmensbeteiligungen im Internet vorliegen, wenn Angebot und Nachfrage nach Unternehmensbeteiligungen mit Hilfe informationstechnischer Systeme über das Internet koordiniert, unterstützt und abgewickelt werden.[45] Dabei ist es nicht notwendig, sämtliche Marktphasen elektronisch abzubilden. Vielmehr ist es bereits ausreichend, wenn die elektronische Unterstützung einzelner Marktphasen über das Internet ermöglicht wird.[46] Ausschlaggebend ist, daß durch geeignete Informations- und Kommunikationstechnologien markttransaktionsbezogene Informations- und Kommunikationsprozesse zwischen den Marktteilnehmern im Cyberspace stattfinden.[47]
Die Voraussetzungen, die das Internet als zukunftsorientierte Form der Schaffung und Darstellung von Marktplätzen für Unternehmensbeteiligungen bietet, sowie die unterstützenden Möglichkeiten und Funktionen des WWW für die Präsentation von Marktplätzen für Unternehmensbeteiligungen, besitzen eine Vielzahl an Facetten.
So ist eine der wichtigsten Eigenschaften des Internet Multimedialität. Durch den gezielten Einsatz von Texten, Einzelbildern oder Videosequenzen sowie der tabellarischen und akustischen Informationsdarstellung[48] kann der Internet auftritt eines Marktplatzes für Unternehmensbeteiligungen anschaulich zum Leben erweckt werden.[49] Angesichts der vielfältigen Möglichkeiten für den Einsatz multimedialer Elemente im Rahmen der Informationspräsentation, kann gesagt werden, daß diese Eigenschaft die Darstellung komplexer Sachverhalte erleichtert und anschaulich macht.[50]
Ein zweiter, wichtiger Eigenschaftskomplex des WWW ist seine Interaktivität. Durch diese wird ein direkter Informationsaustausch "online" zwischen den beteiligten Kommunikationspartnern erst möglich.[51] Im Gegensatz zu herkömmlichen Massenmedien, die durch einseitige Kommunikationsbeziehung gekennzeichnet sind, ist das Internet ein Massenmedium, das den direkten Kontakt zwischen verschiedenen Nachfragern und Anbietern ermöglicht.
Diese "many to many marketing communication"[52] ist eine der Grundvoraussetzungen dafür, daß über das Internet überhaupt Geschäfte jeglicher Art abgewickelt werden können. Es besteht hierdurch die Möglichkeit, nicht mehr nur ausschließlich Informationen anzubieten, sondern diese aufgrund der digitalen Darstellung auszutauschen, zu speichern und weiterzuverarbeiten.[53] Das WWW unterstützt hierbei durch Formulare und Java-Applets [54] die direkte Erfassung von Kundenorders.[55] Kundenwünsche und -aufträge können durch sie zielgenau erfaßt und schnellstmöglich bearbeitet werden.[56]
Ergänzend können externe Datenbanken und Online -Systeme[57] in die eigene Web -Präsentation einbezogen werden.[58] Die Verknüpfung unterschiedlicher Inhalte und Datenbestände auf räumlich getrennten Servern erfolgt hierbei durch Hypertext-Links.[59] Das WWW ermöglicht durch Vernetzung und Nutzung verschiedenster Informationsquellen eine schnelle Verbreitung von Informationen, Daten und Programmen.[60] Der Faktor Zeit kann In Bezug auf die Übertragungsgeschwindigkeit wenig zeitkritischer Daten dabei nahezu vernachlässigt werden. Von größerer Bedeutung ist vielmehr, zu welchem Zeitpunkt welchen Marktteilnehmern welche Informationen wie zur Verfügung gestellt werden. Wichtigstes Kommunikationsmedium bei der Bereitstellung von Nachrichten und der direkten Ansprache von Kunden ist dabei in erster Linie die Nutzung und Versendung von elektronischer Post, den sog. Emails, sowie die Einrichtung von Newsgroups innerhalb des "Usenet"[61] in Verbindung mit der regelmäßigen Aktualisierung des Informationsangebots auf der Homepage.
Der Einsatz globaler Datennetze wie des WWW führt zu einer "Aufhebung des Raums".[62] Dadurch werden Angebot & Nachfrage als "ortslose Informationsobjekte" für räumlich verteilte Anleger und kapitalsuchende Unternehmen simultan nutzbar.[63] Eine Folgeerscheinung davon ist, daß die Transaktionsreichweite beider Marktseiten enorm zunimmt[64] und theoretisch die globale Gewinnung von potentiellen Investoren möglich erscheint.[65]
Bereits durch einfaches Bereitstellen eines Homepage angebotes[66] auf einem an das Internet angeschlossenen Server (der entweder selber betrieben wird oder auf dem Speicherplatz angemietet ist), kann ein Markt implementiert werden. Durch die kostengünstige Möglichkeit der Marktimplementierung stellt das Internet somit ein Medium dar, das eine überregionale Zielgruppe mit einem Minimum an finanziellem Einsatz erreichbar macht.
Allerdings ist als Grundvoraussetzung für die Implementierung eines globalen Netzwerkes und Marktplatzes eine Vereinheitlichung der Kommunikationsprotokolle erforderlich. Aus diesem Grunde kommunizieren die verschiedenen an das Netz angeschlossenen Computer durch das hard- und software kompatible Kommunikations-protokoll[67] TCP/IP miteinander. Dieses ist interoperabel und ermöglicht die Offenheit[68] des WWW.[69] Durch diese grundlegenden technischen Eigenschaften wird dem Nachfrager ein offener und leichter Zugang zum Netz geboten.[70]
Um die Database-Services [71] gewährleisten zu können, muß der Marktplatzbetreiber den Marktteilnehmern ein flexibles Netzwerksystem zur Verfügung stellen. Dieses wird i.d.R. aus einem modular aufgebauten Client-Server System bestehen. Bei der Einrichtung dieses Systems fallen für den Marktplatzbetreiber - sofern er den Server selber betreibt - Kosten für den Kauf von Hardware und für die Entwicklung der Software des Internet angebots an.[72] Zusätzlich müssen geeignete Räumlichkeiten vorhanden sein, die teilweise mit besonders aufwendigen Klima- und Schutzeinrichtungen[73] ausgestattet sein müssen. Als laufende Kosten treten v.a. Raum- und EDV -Leitungskosten auf,[74] sowie Aufwendung für ein ausreichend qualifiziertes Personal.
Die Tatsache, daß zumindest in den westlichen Industrieländern der WWW -Zugang über "Discount"- Provider [75] technisch flächendeckend mit für den Nachfrager vertretbaren Kostenaufwand möglich ist,[76] reduziert die Kosten der externen Marktteilnehmer auf die Anschaffung der technischen Infrastruktur sowie Kommunikationskosten. Im einfachsten Fall kann die Nutzung des Informationsangebotes des Netzes schon mit einem handelsüblichen PC und Internet zugang über Modem erfolgen. Hinzu kommt ebenfalls die Bereitstellung geeigneter Räumlichkeiten und natürlich die personelle Qualifikation. Laufende Aufwendungen entstehen durch anfallende Telefongebühren bzw. Leitungskosten.
In Bezug auf die Applikationstypen, können Marktplätze für Unternehmens-beteiligungen im Internet, ähnlich wie reale Marktplätze, in zwei große Gruppen eingeteilt werden.
Zum ersten erfolgt die Unterteilung in einseitig fixierte Marktplätze. Bei diesen wird ein verbindliches Gebot von einer Marktseite gesetzt, welches vom Marktpartner akzeptiert oder abgelehnt werden kann (sog. "Hit and Take"-Systeme). Im Handelsbereich ist diese Form eines Marktplatzes typisch für Bestell- und Shopping systeme. Sie kann aber durchaus auch für den Handel in Unternehmensbeteiligungen zur Anwendung kommen, da sich der geforderte Preis für die Beteiligung letztlich nach Angebot und Nachfrage richtet. Zum zweiten besteht die Möglichkeit, nicht fixierte Marktplätze, sog. Handelssysteme, aufzubauen. Diese ermöglichen einen direkten Handel zwischen Beteiligungsanbieter und Nachfrager. Zwischen den Marktpartnern werden dabei Beteiligungsverträge ohne eine von einer Seite vorab festgelegte Preisfindung bilateral ausgehandelt.
Quelle: Nach T. LANGENOHL, Kommunikationsmodelle, 1994, S. 111.
Ferner besteht in der zweiten Ausprägungsform dieser Handelssysteme die Möglichkeit, den Abgleich der Geschäfte über eine neutrale, übergeordnete Instanz durchführen zu lassen. Somit ist dies die typische Organisationsform für börsenmäßig organisierte Märkte. Ihre Anwendung finden diese "intermediären Systeme" in Börsen, Auktionen und sog. "Dealersystemen".[77] Hier findet der Handel zwischen den agierenden Marktteilnehmern indirekt über Dritte statt.[78]
Das WWW bietet aufgrund der dargestellten Merkmale die Funktionalität, Daten, Informationen und Dokumente zwischen Nutzer und Datenbereitsteller in kürzester Zeit auszutauschen. Somit schafft es die Voraussetzungen für einen interaktiven, zeitlich synchronen und multimedialen Kommunikationsprozeß, so daß die räumliche Distanz zwischen Investor und Handelsplattform während der Transaktionsdurchführung quasi nicht besteht.[79]
Die Entwicklung von Marktplätzen für Unternehmensbeteiligungen im Internet bewirkt folglich eine Veränderung eingefahrener Vertriebsstrukturen von Börsen und Intermediären, da diese sich aus den bislang zur Verfügung stehenden Informations- und Kommunikationssystemen entwickelt haben.[80] Die Durchführung der einzelnen Transaktionsphasen ist durch historisch gewachsene stabile Strukturen geprägt, die sich durch die neue Kommunikationstechnik "Internet" im Umbruch befinden und erhebliche Konkurrenz bekommen.[81] Im folgenden wird nun gezeigt, wie etablierte Börsen- und Handelsstrukturen für Unternehmensbeteiligungen auf das elektronische System des WWW umgesetzt und angewendet werden können, und welche Grenzen dabei einzuhalten sind.
Um die verschiedenen Möglichkeiten von Markplätzen für Unternehmensbeteiligungen analysieren zu können, ist es zweckmäßig, zuerst einen Kriterienkatalog für die Analyse aufzustellen.
Grundsätzlich muß unterschieden werden in Marktplätze für nicht fungible Unternehmensbeteiligungen in denen v.a. die Informations- und Anbahnungsphase unterstützt werden und Marktplätze für mobilisierbare fungible Beteiligungen, die sämtliche abzuwickelnde Marktphasen in das elektronische System einbeziehen können.
In der Literatur werden bereits mehrere Kriterien für die Beurteilung der Qualität von Handelssystemen aufgezeigt. Als zentrale Funktion von Börsensystemen gilt dabei die Bereitstellung eines leistungsfähigen Sekundärmarktes. Die Qualität dieses Sekundärmarktes wird u.a. an der Etablierung und Durchführung einer fairen und kosteneffizienten Marktveranstaltung und der damit verbundenen richtigen Preisbildung gemessen.[82]
Der Markttransaktionsprozeß auf der Marktveranstaltung bedient sich mehrerer synchron und asynchron ablaufender Subprozesse. Die Markttransaktion selbst besteht dabei aus einer endlichen Summe von Interaktionsprozessen zwischen den Marktteilnehmern,[83] welche es auf das Internet abzubilden gilt. Interaktionsprozesse sollten aus Sicht der Investoren mit einem hohen Maß an Sicherheit, Transparenz, Liquidität und hoher Schnelligkeit bei geringen Kosten abgewickelt werden.[84] Es erscheint daher sinnvoll, die unterstützende Funktion von Marktplätzen für den Handel in fungible und nicht fungible Unternehmensbeteiligungen im Internet anhand der einzelnen Prozeßphasen der Markttransaktion aufzuzeigen.
Der erste Schritt bei der Abwicklung einer Transaktion liegt in der Beschaffung von Informationen über den zu betrachtenden Markt. Beschaffung von Informationen verursacht Systemzugangskosten,[85] Kosten der direkten Kontaktaufnahme und der Verarbeitung von Informationen über die aktuelle Marktlage.[86] Da es im Interesse der Marktteilnehmer liegt, möglichst geringe Informationskosten zu unterliegen, gilt es diese zu reduzieren. Aus diesem Grunde muß es Hauptaufgabe eines elektronischen Marktplatzes für Unternehmensbeteiligungen im Internet sein, eine effiziente und vertrauenswürdige[87] Infrastruktur bereitzustellen, die eine adäquate Verteilung der Marktinformationen garantiert.[88]
Um einen Marktplatz in Bezug auf die bereitgestellten Informationen qualitativ beurteilen zu können, müssen als Qualitätselemente die von den Anlegern gewünschte Transparenz und Informationssymmetrie des Marktes, sowie die unterschiedlichen Handelsmotive untersucht werden.[89] Ein zentraler Aspekt in dieser Phase ist der Informationsaustausch unter den Marktteilnehmern.[90]
Transparenz bezeichnet in diesem Zusammenhang Ausmaß und Geschwindigkeit, mit der marktbeeinflussende Faktoren den Marktteilnehmern und evtl. der Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden.[91] Prinzipiell kann davon ausgegangen werden, daß durch gesteigerte Transparenz die Effizienz von Marktplätzen erhöht wird und sich Informationsvorsprünge einzelner Marktteilnehmer innerhalb kürzester Zeit minimieren.[92] Voraussetzung für diesen offenen Markt ist, - neben einem für alle Marktteilnehmer frei einsehbaren Orderbuch - daß innerhalb einer festgelegten Zeit Volumen und Preise von Transaktionen veröffentlicht werden.[93] Probleme entstehen allerdings bei der Ausführung von Blocktransaktionen. Hierbei können durch vermutete Informationsvorsprünge der agierenden Marktteilnehmer adverse Preiseffekte entstehen.[94] Das Kriterium der Transparenz ist also ein eher zweischneidiges Schwert.[95] Für die Marktteilnehmer ist Transparenz oft nur dann von Wert, wenn selbst ein Handelspartner gesucht oder Informationen über den Markt benötigt werden. In Bezug auf Konkurrenten am Markt, ist Markttransparenz eher als lästig anzusehen und für die eigene Position von Nachteil. Schließlich sollen Dritte nichts über eigene Transaktionen und Positionen erfahren.[96]
Generelle Verbesserungsmöglichkeit der Transparenz auf Märkten für fungible wie nicht fungible Unternehmensbeteiligungen durch den Einsatz des Internet besteht v.a. darin, daß verschiedene Märkte durch synchrone Datenbankabfragen verknüpft werden können.[97] Auf diese Weise kann das Marktgeschehen auf vielen horizontal verteilten Marktplätzen durch elektronische Agenten[98] autonom und vollautomatisch beobachtet und schnell auf sich ändernde Marktgegebenheiten reagiert werden.
Gleichzeitig verdient der Punkt der sicherzustellenden Informationssymmetrie besondere Beachtung. Mit ihm wird das Kriterium der Fairneß eines Netzwerkes angesprochen.[99] Für einen Marktplatz bedeuten starke Informationsassymetrien einen Abfluß von Liquidität und einen Verlust an Markttiefe. Daher liegt es auch im Interesse der Marktbetreiber, darauf zu achten, daß Informationen so gerecht wie möglich verteilt werden.[100] Sie haben v.a. dafür Sorge zu tragen, daß sämtlichen Marktteilnehmern Informationen gleicher Breite und Tiefe mit gleicher Schnelligkeit bereitgestellt werden. Zudem muß die Informationseffizienz[101] und -symmetrie sichergestellt werden, indem alle Marktteilnehmer die Möglichkeit haben, auf sämtliche Informationsmengen und Informationsinhalte in gleicher Art und Weise zugreifen zu können.[102] Die hierdurch verbundene Senkung des Informationsrisikos[103] dient der Verhinderung falscher Transaktionsentscheidungen[104] aufgrund fehlender, falscher oder unvollkommener Informationen.[105] Somit erfolgt eine Senkung der Kosten jedes Marktteilnehmers bzgl. der Sicherung gegen Transaktionsrisiken.[106]
Wie in Kapitel zwei bereits deutlich gemacht wurde, liegt eine der Hauptstärken des Internet in seiner Schnelligkeit. Diese Eigenschaft des Netzes kann sich ein Marktplatzbetreiber für Unternehmensbeteiligungen zur Sicherstellung der Informationssymmetrie und Transparenz zunutze machen, indem er die schnelle Bereitstellung gleicher Informationen an eine Vielzahl von Empfängern gewährleistet.
So können in Mailinglists, in denen aktuelle, marktrelevante Daten und Preisinformationen von Seiten der Marktplatzbetreiber per Email bereitgestellt werden, nahezu zeitgleich Mitteilungen an sämtliche Marktteilnehmer gepostet werden.[107] Zudem kann Informationssymmetrie und -transparenz durch die Einrichtung einer nur für die Marktteilnehmer zugänglichen Newsgroup, in der ein aktiver Erfahrungs- und Informationsaustausch stattfindet, sichergestellt werden. Ergänzend ist die Bereitstellung einer Link- Sammlung sinnvoll, welche die Marktteilnehmer in die Lage versetzt, selbständig nach für sie relevanten Themen recherchieren zu können.[108] Durch Umsetzung der genannten Maßnahmen wird ein hoher Grad an Markttransparenz gewährleistet.[109]
Besitzt der Marktteilnehmer letztlich sämtliche gewünschte Informationen und möchte auf dem gewählten Markt tätig werden, muß er diesen Wunsch durch seine Ordereingabe in das Netzwerk formalisieren. Dies erfolgt in Internet- gestützten-Systemen über eine Formularseite im Internet angebot des Marktplatzes. Diese Formularseite muß so gestaltet sein, daß als wichtigstes Kriterium die Identität der Marktteilnehmer zweifelsfrei geklärt wird.[110] Generell müssen bei der Ordereingabe allerdings ein hoher Grad an Anonymität,[111] sowie unterschiedliche Handelsstrategien der Anleger berücksichtigt werden.[112] So sollte beim Handel in fungiblen Unternehmensbeteiligungen die Möglichkeit bestehen, limitierte und unlimitierte Aufträge zu setzen sowie unterschiedliche Transaktionsumfänge auf einfache, intuitive Art und Weise einzugeben (ease of transection execution).[113]
Wird der Marktteilnehmer auf einem Marktplatz für nicht fungible Unternehmens-beteiligungen tätig, besteht die Ordereingabe i.d.R. darin, eine erste Kontaktaufnahme mit dem Marktplatzbetreiber herzustellen. Da Angebot und Nachfrage nicht wie beim fungiblen Anteilhandel, automatisch gematcht werden können, muß der Marktplatzbetreiber, um die Seriosität seines Internet angebotes zu wahren, sämtliche Kapitalgesuche und -angebote genau prüfen und die Identität seiner Klientel und der Offerten sicherstellen. Dies wird i.d.R. nicht elektronisch geschehen sondern "offline" durch direkte Kontaktaufnahme.[114] Mit der Ordereingabe schließt die Phase der Informationsbeschaffung ab.[115]
Eine der Hauptaufgaben eines Marktplatzes für Unternehmensbeteiligungen besteht darin, Käufer und Verkäufer von Unternehmensbeteiligungen zusammenzubringen, damit diese miteinander Handel treiben können. Dazu braucht es ein Verteilungssystem (Order-Routing-System).
Einerseits müssen die Aufträge von den Börsenhändlern an die Börse übermittelt werden, andererseits nach dem Zustandekommen eines Abschlusses detaillierte Informationen darüber aus dem Börsensystem in die Abwicklungssysteme gelangen.[116] Vorstellbar ist durch den Einsatz des WWW, daß die Intermediäre Bank und Kursmakler gänzlich aus dem Routing prozeß ausgeschlossen werden, und so die Kosten der Auftragsannahme und Weiterleitung sowie des Geschäftsabschlusses gesenkt werden können. Möglich wird dies, indem der Investor direkt per Internet mit den entsprechenden Händlern Kontakt aufnimmt bzw. seine Order schnittstellenfrei in das Orderbuch[117] eingibt.[118]
Dieses Vorgehen ist wünschenswert, da auf diese Weise der Time-Lag, die Zeitspanne zwischen Abgabe der Order vom Investor und Eingang der Order beim Händler, erheblich reduziert werden kann. Gleichzeitig verringert sich auch die Zeitspanne, in der die Bestätigung des Handelsabschlusses den Investor erreicht. Dies erfolgt nun, sobald die Order im Orderbuch ausgeführt ist. Somit verringert sich insgesamt die Zeitspanne von der Abgabe der Order bis zur Ausführungsbestätigung erheblich.[119]
Als Grundvoraussetzung für einen elektronischen Marktplatz in Form einer Börse im Internet, spielt der Automatisierungsgrad eine entscheidende Rolle. Die Weitergabe und Integration der eingegebenen Order ins Orderbuch soll vollautomatisch erfolgen.[120]
[1] Nach BIRKELBACH ist das Internet ein weltweit verbundenes Computernetzwerk, das auf dem gemeinsamen Übertragungsprotokoll TCP/IP basiert. Das Internet, ursprünglich zu militärischen Zwecken entwickelt, wird zunehmend zu einem kommerziellen Netzwerk. Nach KREUZER handelt es sich beim Internet um einen losen Verbund vieler Rechnernetzwerke. Die Benutzer, die sog. User des Internet, sind sowohl Anbieter als auch Nachfrager von Informationen. Dem User stehen für die Nutzung der im Internet angebotenen Informationen verschiedene Dienste, wie z.B. die elektronische Post (Email), Diskussionsforen innerhalb des Usenet, sowie das World Wide Web zur Verfügung. Letzteres steht als Synonym für das Internet. Das WWW vereint die verschiedenen Dienste des Internets, so daß sie attraktiv und einfach genutzt werden können. Vgl. J. BIRKELBACH, Cyber Finance, 1998, S. 259 und M. KREUZER, Elektronische Bankfiliale, 1996, S. 71-74.
[2] Ebenfalls nach BIRKELBACH ist das "Netz" (oder "Net") eine gebräuchliche Abkürzung für das I nternet. Vgl. J. BIRKELBACH, Cyber Finance, 1998, S. 260.
[3] O.V., Chancen des Internet, 1998, S. 327. In: "Die Bank". Köln 1998, Heft Nr. 6, S. 327.
[4] Daneben werden aber auch das Usenet und der Email-Dienst, der es ermöglicht, elektronische Post von einem User zu einem anderen zu verschicken, in der Untersuchung berücksichtigt.
[5] Vgl. A. SCHARF und B. SCHUBERT, Marketing,1997, S. 7.
[6] Hierzu gehört z.B. auch der Handel in Aktien und anderen Unternehmensbeteiligungen.
[7] Vgl. G. WÖHE, Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre.1986, S. 553.
[8] Dabei erfüllt der Marktplatz Funktionen der Transaktionsabwicklung, Preisbildung, Meinungsbildung und Kommunikation und muß allen denkbaren sonstigen Marktprozessen gerecht werden. Vgl. J. FELTEN, Elektronische Marktplätze, 1997, (http://www.uni-konstanz.de/ZE/Bib/dipl/f/felten/4. htm) und J. W. STEUCK Geschäftserfolg, 1998, S. 17.
[9] Als Beispiele für Marktplätze können Börsen oder Wochenmärkte genannt werden. Aber auch virtuelle Zusammenkünfte auf interaktiven Handelsplattformen im Internet bieten im Zeitalter des Information-Highway eine zukunftsorientierte Möglichkeit der Etablierung neuer Formen der Durchführung des Handels. Zum Begriff des Information-Highway. Vgl. A. GORE, Netzwerke aller Netzwerke, 1995. In: Wirtschaftswoche. Düsseldorf 1995, Ausgabe vom 23.3.1995.
[10] Beim Handel mit Unternehmensbeteiligungen und der Durchführung der Transaktionsprozesse verpflichtet sich der Verkäufer, dem Käufer die sich aus der Beteiligung ergebenden Rechte und Pflichten zu übertragen. Der Käufer ist verpflichtet, den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen. Der Erwerber will i.d.R. nicht das Unternehmen als solches erwerben, sondern sich durch Hingabe von Kapital an der Gesellschaft beteiligen und an ihrem wirtschaftlichen Erfolg teilhaben. Vgl. J. A. LUGINBÜHL, Leistungsstörungen, 1993, S. 43 und A. SCHARF und B. SCHUBERT, Marketing, 1997, S. 7.
[11] Dies schließt nicht aus, daß die Organisatoren der Marktveranstaltung auch gleichzeitig Marktteilnehmer sein können. Vgl. H. KNOBLICH, Absatzwirtschaft, 1991, S. 116.
[12] Vgl. H. KNOBLICH, Absatzwirtschaft, 1991, S. 115.
[13] Vgl. J. SCHUMANN, Mikroökonomie, 1992, S. 24.
[14] Merkmale des vollkommenen Marktes sind, daß allen Marktteilnehmern zeitgleich alle Preise und sämtliche andere Marktteilnehmer bekannt sind. Es herrscht völlige Markttransparenz. Ferner existieren keine Präferenzen zwischen den einzelnen Marktteilnehmern, und Transaktionskosten fallen nicht an, bzw. sind zu vernachlässigen. Es herrscht eine unendlich große Reaktionsgeschwindigkeit und sämtliche gehandelte Beteiligungsformen sind vergleichbar. Für den Markt für Unternehmensbeteiligungen bedeutet dies insbesondere eine vollkommene Information der Marktteilnehmer über den Markt der Unternehmensbeteiligungen.
[15] Vgl. P. REUS und M. PRINZ, Banken und elektronische Märkte, 1996, S.9.
[16] "Eine Markttransaktion entspricht einer endlichen Summe von Interaktionsprozessen zwischen" Marktteilnehmern, "die in einem zeitlich begrenzten Rahmen die Erwartungen und Interessen der beteiligten Marktpartner aufeinander abstimmen. Ziel ist die vertragliche Vereinbarung und Abwicklung des Austausches von Gütern und/oder Dienstleistungen." T. LANGENOHL, Systemarchitekturen, 1994, S.18.
[17] P. REUS und M. PRINZ, Banken und elektronische Märkte, 1996, S.9.
[18] SCHMID und ZBORNIK unterscheiden sogar fünf Transaktionsphasen: Marktinformation, Partnersuche, Partnerinformationsbeschaffung, Vertragsaushandlung und Transaktionsabwicklung. Diese werden jedoch oft nicht alle oder nur iterativ durchlaufen. Hier soll die Drei-Phasen-Darstellung genügen. Vgl. M. SCHMID und S. ZBORNIK, Kommunikationsmodelle, 1991, S. 42ff..
[19] Unter Anbahnungskosten sind Kosten zu verstehen, die im Rahmen der Beschaffung und Auswertung aktueller, transaktionsrelevanter Informationen anfallen, Vgl. P. REUS und M. PRINZ, Banken und elektronische Märkte, 1996, S.17.
[20] Vereinbarungskosten sind besonders bei Blocktransaktionen, bzw. individuell gestalteten Unternehmensbeteiligungen und bei Anwendung direkter, individueller Kommunikation zwischen den Handelspartnern zu berücksichtigen. Hierunter fällt z.B. die Übernahme von GmbH-Anteilen. Sie setzen sich zusammen aus Aufwendungen, die den Anbietern und Nachfragern nach Unternehmensbeteiligungen aus der Intensität und dem zeitlichen Rahmen von Verhandlungen entstehen. Ferner sind hierunter Kosten zu verstehen, die mit der Abgabe entsprechender Absichtserklärungen anfallen. Vgl. Kap. 2.2. sowie P. REUS und M. PRINZ, Banken und elektronische Märkte, 1996, S.17.
[21] Vgl. W. GERKE et al., Probleme mittelständischer Unternehmen, 1996, S. 39.
[22] Beteiligungsfinanzierung ist in diesem Sinne gleichzusetzen mit Selbstfinanzierung.
[23] Dies kann z.B. im Rahmen einer Geschäftsausweitung der Fall sein. Als externe Eigenkapitalinvestoren kommen insbesondere Kapitalbeteiligungsgesellschaften, Versicherungen und private Investoren in Betracht. Allerdings ist deren Interesse an einer Beteiligung i.d.R. nicht langfristig, sondern oft auf fünf bis sieben Jahre begrenzt. Vgl. J. HONERT, Management Buyout, 1995, S. 29-30.
[24] Vgl. W. GERKE et al., Probleme mittelständischer Unternehmen, 1996, S. 38.
[25] Konfliktpotential besteht v.a. in der nicht immer erwünschten Geschäftsführungsbefugnis der Neugesellschafter bei einer OHG. Diese kann zu einem erheblichen Machtverlust der Altgesellschafter führen. Ferner sind potentielle Kapitalgeber, z.B. durch fehlende Qualifikation, oft nicht zur Geschäftsführung fähig. Aus diesem Grunde hat eine OHG in der Praxis meist nur zwei bis vier Gesellschafter. Vgl. L.PERRIDON und M. STEINER, Finanzwirtschaft, 1997, S. 351.
[26] Kommanditisten haben keine Geschäftsführungsbefugnis und haften nur mit ihrer Einlage.
[27] Vgl. W. GERKE et al., Probleme mittelständischer Unternehmen, 1996, S. 39.
[28] SCHALEK nennt in diesem Zusammenhang einen Betrag von ca. DM 10.000. Vgl. E. SCHALEK, Eigenkapitalbeschaffung, 1988, S.225-227.
[29] Aktien sind fungible Wertpapiere und verbriefen Mitgliedschaftsrechte und Pflichten des Aktionärs. Durch sie wird das Eigenkapital der Gesellschaft in viele gleiche Teile zerstückelt, und der Eigentümer einer Aktie ist mit dem Nennwert bzw. einem prozentualen Anteil (bei Stückaktien) dieser Aktie am Grundkapital der Gesellschaft beteiligt. Vgl. §8, Abs. 1, AktG sowie W. GRILL und H. PERCZYNSKI, Wirtschaftslehre, 1990, S. 381.
[30] §54, Abs. 1, AktG beschränkt die Verpflichtungen der Aktionäre auf den Nennbetrag bzw. den höheren Ausgabebetrag der Aktien.
[31] Börsen haben dabei die Funktion, die Allokation von Kapital, Risiken und Kontrollrechten, sowie die Produktion von Informationen und die Bildung von Preisen zu gewährleisten. Um diese Marktfunktionen in ausreichender Weise erfüllen zu können, sind liquide Märkte Voraussetzung. Daher muß es das Ziel moderner Börsen sein, einen liquiden Handel zu ermöglichen und einen funktionsfähigen Sekundärmarkt heranzubilden. Zur Erreichung dieses Ziels sind als Nebenbedingungen Transparenz und Chancengleichheit der Marktteilnehmer, sowie eine hohe Effizienz von Information, Bewertung, Preisbildung, Kosten und Abwicklung zu nennen. "Der Sekundärmarkt gibt den Gesellschaftern" (...) "und Anlegern die Möglichkeit," (...) "Beteiligungen zu kaufen bzw. zu verkaufen." Auf den Sekundärmärkten handeln Anleger untereinander. Handelsintermediäre treten als Mittler zwischen den Investoren auf. Dabei besteht der Kreis der an Wertpapierbörsen handelbaren Aktien aus homogenen Titeln, die durch die Bildung von Qualitätsklassen "vertretbar" gemacht worden sind. Die Marktpartner können sich daher ohne die physische Präsenz der Papiere eindeutig über sie verständigen. Nach bisheriger Auffassung ist die Effektenbörse ein Ort, an dem zu bestimmten Zeiten ein regelmäßiger, staatlich genehmigter, öffentlicher und standardisierter Handel zwischen Kaufleuten stattfindet. Hinzu kommt, daß Börsen eine Kreuzung von Informationsströmen darstellen, und damit eine weitere Aufgabe in der Aufbereitung und Weiterleitung von Informationen liegt. Börsen sind insofern als sog "information hubs" anzusehen. Allerdings erfordert die vertrauensvolle Stellung, die Börsen innerhalb des Transaktionsprozesses einnehmen, gleichzeitig ihre Reglementierung durch eine Vielzahl von Aufsichtsbehörden, Verordnungen und Gesetzen. Dank dieser wird eine sichere und manipulationsfreie Durchführung der Börsengeschäfte sichergestellt. T. BAUMS, Mittelständische Unternehmen, 1996, (http://www.jura.uni-osnabrück.de/institut/hwr/docs/a0196.htm). Vgl. ferner C. STOLZ und V. SCHMITZ-ESSER, Cybermarket, 1997, S. 298, In: "Die Bank". Köln 1997, Heft Nr.5, 1997, S. 297-299, sowie H. KNOBLICH, Absatzwirtschaft, 1991, S. 118, S. STENZEL, Außerbörslicher Aktienhandel, 1995, S. 20, E. SCHALEK, Eigenkapitalbeschaffung, 1988, S.64-66 und MERSCH ONLINE, Wertpapierhandel, 1996, (http://www.mersch.de/research/xchange/cybtrade. htm).
[32] Hierunter fallen demzufolge auch solche Geschäfte, die über Telekommunikationseinrichtungen abgeschlossen werden, sofern diese Einrichtungen staatlicherseits als Börse anerkannt sind. Wo der Computer physisch aufgestellt ist, kann nahezu vernachlässigt werden. "Die Börse ist ein Computer, der meinetwegen in den Ardennen steht. Wo, das brauchen die Marktteilnehmer gar nicht zu wissen." R.-E. BREUER, Händler im Netz, 1996, S. 127. In: Manager Magazin. Hamburg 1996, 126. Jg., Heft Nr. 1, S. 122-127. Vgl. S. STENZEL, Außerbörslicher Aktienhandel, 1995, S. 26.
[33] Vgl. MERSCH ONLINE, Added Value, 1996, (http://www.mersch.de/research/xchange/cybadval. htm).
[34] Over the Counter Papiere besitzen keine Zulassung an einer staatlich anerkannten Börse und müssen daher i.allg. außerbörslich gehandelt werden. Charakteristisch für nicht-börsennotierte Gesellschaften ist, daß sie eine kleine Aktionärsbasis haben, bzw. sich mehrheitlich oder ganz im Besitz einer Muttergesellschaft befinden. Je geringer aber die Anzahl der Aktionäre einer Gesellschaft ist, desto geringer ist c.p. die Wahrscheinlichkeit, daß sich Kauf- und Verkaufsgesuche in einem engen Markt herausbilden. Dies hat zur Folge, daß bei OTC -Produkten i.allg. nur ein rudimentärer Sekundärmarkt vorhanden ist. Hierdurch wird die Transaktion in diesen Positionen erheblich erschwert. Ferner ist es Börsenmitgliedern untersagt, die Einrichtung einer staatlich zugelassenen Börse für Transaktionen in Aktien zu nutzen, die über keine Zulassung an dieser Börse verfügen. Besitzer von Aktien ohne jegliche Börsenzulassung können demnach ausschließlich auf außerbörsliche Transaktionsarten zurückgreifen. Vgl. R. v. ROSEN, Börsen und Börsenhandel, 1995, S.335. In: Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens. Hrsg. v. GERKE, W. und STEINER, M.. Stuttgart 1995.
[35] Die Einbeziehung ausschließlich börsenzugelassener Titel in den Handel des Parallelmarktes, hat für den Marktbetreiber den Vorteil, daß er davon ausgehen kann, daß die bei ihm handelbaren Papiere die strengen Zulassungsbedingungen der staatlichen Aufsichtsbehörden erfüllen und somit ein wichtiges Qualitätskriterium für seinen Marktplatz besteht. Er selbst muß keine Zulassungsvoraussetzungen mehr aufstellen und hat aufgrund der fehlenden Kontrollkosten einen Kostenvorteil gegenüber zugelassenen Börsen. Marktteilnehmer müssen sich allerdings der Tatsache bewußt sein, daß die Sicherheit, nach bekannten und garantierten Börsenregeln zu handeln, mit der Teilnahme an einem Parallelmarktsystem aufgeweicht wird. Allerdings verfügen Parallelmärkte i.allg. über ein hohes Maß an Selbstregulierung und eine ausgebildete Organisationsstruktur. Private Investoren haben regelmäßig keinen Zugang zu solchen Systemen. Die Hauptzielgruppe für Parallelmärkte sind bislang vielmehr Banken oder Wertpapierhäuser bzw. Makler oder Broker, die bereits Mitglied an einer Börse sind. Als weitere Möglichkeit des außerbörslichen Handels kann die direkte Kontaktaufnahme mit potentiellen Handelspartnern genannt werden. Diese Form der Geschäftsanbahnung kommt v.a. in Betracht, wenn Geschäfte abgewickelt werden, die nicht im Rahmen der üblicherweise börsenmäßig gehandelten Kontraktgrößen liegen. Hierunter fallen Block- und Kleinsttransaktionen. Aber auch Standardtransaktionen können über die direkte Kontaktaufnahme mit potentiellen Handelspartnern abgewickelt werden. Um die Suche nach den passenden Handelspartnern zu erleichtern, bieten einige Banken und Wertpapierhandelshäuser einen Vermittlungs- und Market-Maker -Service an. Allerdings ist dieser kostenpflichtig, und das Auffinden eines Kontrahenten bedingt somit steigende Informations- und Suchkosten. Eine weitere Variante außerbörslichen Handels besteht in der Teilnahme an einem hausinternen Ausgleich. Hierbei werden die einem Intermediär vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträge gegeneinander kompensiert. Der Kunde des Intermediär wird der internen Abwicklung i.d.R. nicht gewahr. Für den Kunden ist es i.allg. nur von Interesse, den Marktpreis für seine Papiere zu erhalten bzw. zu zahlen. Um dies zu gewährleisten, wird zur Sicherung des Kunden ein entsprechender, marktnaher Kurs einer Bezugsbörse für das Abwicklungsgeschäft zugrunde gelegt. Vgl. S. STENZEL, Außerbörslicher Aktienhandel, 1995, S. 34, 44 und 52 sowie R. v. ROSEN, Börsen und Börsenhandel, 1995, S.335. In: Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens. Hrsg. v. GERKE, W. und STEINER, M.. Stuttgart 1995.
[36] Dabei ist bei vielen Transaktionen ein Kreditinstitut vermittelnd zwischen die Vertragsparteien geschaltet. Der außergewöhnlich große Umfang von Blocktransaktionen bewirkt, daß, selbst wenn diese Papiere eine Börsenzulassung besäßen, sie nicht ohne weiteres an normalen Börsensystemen gehandelt werden könnten. Zu groß wäre u.U. ihre Marktbeeinflussung. Aus diesem Grund wird versucht, Blocktransaktionen in börsenzugelassenen Papieren ebenfalls außerhalb der Börse abzuwickeln. Vgl. S. STENZEL , Außerbörslicher Aktienhandel, 1995, S. 54.
[37] Eine Eigenschaft von Börsen ist es, daß ein hohes Maß an Markttransparenz aufgrund der laufenden und unverzüglichen Publikation der Notierungen erzielt wird. Vgl. R. v. ROSEN, Börsen und Börsenhandel, 1995, S.334. In: Handwörterbuch des Bank- und Finanzwesens. Hrsg. v. GERKE, W. und STEINER, M.. Stuttgart 1995.
[38] GERKE vertritt allerdings die Ansicht, daß dieser Aufwand durchaus tolerabel ist. Seinen Angaben nach betragen die Kosten der Übertragung beispielsweise bei einem angenommenen Anteilswert von einer Million DM nur ca. DM 3.000 (=3‰). Mittels eines Abtretungsvertrages ist es weiterhin möglich, die notarielle Umschreibung der Geschäftsanteile unter Zuhilfenahme von Bevollmächtigten ohne Präsenz der Geschäftsführer durchführen zu lassen. Somit sind alle Vorteile der notariellen Beurkundung für den Rechtsverkehr gewährleistet. Vgl. W. GERKE et al., Probleme mittelständischer Unternehmen, 1996, S. 41-42.
[39] Durch Satzungsautonomie und freie Ausgestaltung der Gesellschafterverträge wird jede Unternehmung in der Rechtsform einer GmbH zu einer individuellen Organisation, die nicht ohne weiteres mit anderen Unternehmen der gleichen Rechtsform verglichen werden kann. Die Unterschiede in der Ausgestaltung des Gesellschaftervertrages liegen dabei in der Festlegung der Aufgabenverteilung zwischen den Gesellschaftern sowie ihrer Ausübungsmöglichkeiten des Stimmrechts. Weitere Unterschiede bestehen bei der Gestaltung der Organisationsform, sowie der damit verbundenen Besetzung und Schaffung von Führungspositionen. Insofern macht die Satzungsautonomie der GmbH eine genaue und korrekte Information eines potentiellen Investors über die Unternehmung erforderlich.
[40] Das Problem eines Nachfragers bzw. Anbieters besteht darin, die Existenz eines Anbieters und den jeweils geforderten Preis der Beteiligung zu ermitteln. Die Entscheidung sollte zugunsten der günstigsten und rentabelsten Beteiligung erfolgen. Dadurch entstehen den Marktteilnehmern u.U. sehr hohe Transaktionskosten, wenn sie sich beispielsweise wieder von ihren Beteiligungen trennen wollen. Vgl. A. HIMBERGER, Der elektronische Markt, 1994, S. 49.
[41] Für den Investor kann dabei leicht der Überblick verloren gehen. Vgl. J.-P. KECKER, Fungibilisierung, 1990, S. 75 und H. KNOBLICH, Absatzwirtschaft,1991, S. 116.
[42] Vgl. W. GERKE et al., Probleme mittelständischer Unternehmen, 1996, S. 108.
[43] Die Aufgabe dieser "Unternehmensmakler" besteht in der vollständigen Erfassung des Marktes und dem Zusammenführen von Angebot und Nachfrage nach Beteiligungen an Unternehmen. Kommerzielle Vermittlungsdienste bieten einige Banken diverse Wirtschaftsprüfer, Steuer- und Unternehmensberater an. Vgl. J.-P. KECKER, Fungibilisierung, 1990, S. 75 und S. 79-80.
[44] Mitte der 80er Jahre wurden nach KECKER schätzungsweise nur ca. 74 Ganz-oder-Teil-GmbH-Übernahmen im alten Bundesgebiet pro Jahr durchgeführt. Hieraus ist ersichtlich, daß ein klassischer spekulativer Handel in GmbH-Anteilen in der Bundesrepublik nicht stattfindet. Vgl. J.-P. KECKER, Fungibilisierung, 1990, S. 75. und 80. Vgl. ergänzend W. GERKE et al., Probleme mittelständischer Unternehmen, 1996, S. 108.
[45] Die Marktteilnehmer sind dabei über Telekommunikationswege miteinander verbunden und auf einer informationstechnologischen Plattform vereint. Vgl. J. W. STEUCK, Geschäftserfolg, 1998, S. 20 und B. SCHMID, Elektronische Märkte,1993, S. 465-480. In: "Wirtschaftsinformatik". Wiesbaden, Jg. 35, 1993, Heft Nr. 5, S. 465-480.
[46] Dies macht deutlich, daß der Übergang von herkömmlichen Marktplätzen zu Marktplätzen für Unternehmensbeteiligungen im Internet fließend ist. Vgl. R. ASSFALG und U. GOEBELS und H. WELTER, Datenbanken, 1997, S. 326.
[47] Das Marktgeschehen spielt sich also auf virtuellen Marktplätzen ab. Transaktionen werden über diese Institutionen ebenfalls virtualisiert. Vgl. P. REUS und M. PRINZ, Banken und elektronische Märkte, 1996, S.17-18 und R. ASSFALG und U. GOEBELS und H. WELTER, Datenbanken, 1997, S. 326.
[48] Vgl. M. ROEMER und U. BUHL, Das World Wide Web, 1996, S. 570. In: "Wirtschaftsinformatik". Wiesbaden, Jg. 38, 1996, Heft Nr. 6, S. 565-577.
[49] Es können z.B. Videosequenzen gezielt eingesetzt werden, um kleine, nicht börsennotierte Unternehmen vorzustellen. Chartgraphiken ermöglichen die Darstellung von Aktienkursen. Tabellarisch und graphisch aufgearbeitete fundamentale Unternehmensdaten erleichtern die Analyse der wirtschaftlichen Lage einer Unternehmung. Des weiteren besteht die Möglichkeit, z.B. die Markttransparenz und -liquidität durch Bereitstellung von graphisch dargestellten Börsenumsatzzahlen anschaulich zu gestalten.
[50] Vgl. M. ROEMER und U. BUHL, Das World Wide Web, 1996, S. 570. In: "Wirtschaftsinformatik". Wiesbaden, Jg. 38, 1996, Heft Nr. 6, S. 565-577.
[51] Vgl. M. ROEMER und U. BUHL, Das World Wide Web, 1996, S. 570. In: "Wirtschaftsinformatik". Wiesbaden, Jg. 38, 1996, Heft Nr. 6, S. 565-577.
[52] Das Internet zeichnet sich durch eine beidseitige Kommunikationsbeziehung aus. Vgl. HOFFMANN und L. DONNA, Commercial Scenarios for the Web, 1995, S. 3. In: Journal of Computer-Mediated Communication, Special Issue on Electronic Commerce. O.O., Vol.1 no.3, S. 1-20 vom 26.10.1995.
[53] Eine denkbare Einsatzmöglichkeit i.R. von Marktplätzen für Unternehmensbeteiligungen besteht u.a. im Rahmen des Routing & Matching von Börsentransaktionen. Vgl. M. ROEMER und U. BUHL, Das World Wide Web, 1996, S. 570. In: "Wirtschaftsinformatik". Wiesbaden , Jg. 38, 1996, Heft Nr. 6, S. 565-577.
[54] Grundlegendes und Anwendungsbeispiele zur Programmiersprache Java findet man z.B. bei H. UBBEN, Javakurs, 1998, (http://wiwi.uni-goettingen.de/javakurs) sowie bei SUN-Microsystems unter (http://www.sun.com). Vgl. ferner R. HEESEN, Effiziente Handhabung, 1996, S. 104.
[55] Vgl. M. ROEMER und U. BUHL, Das World Wide Web, 1996, S. 571. In: "Wirtschaftsinformatik". Wiesbaden, Jg. 38, 1996, Heft Nr. 6, S. 565-577.
[56] Vgl. J. W. STEUCK, Geschäftserfolg, 1998, S. 22.
[57] Zu nennen sind hier z.B. externe Anbieter von Realtime -Kursen.
[58] Vgl. M. ROEMER und U. BUHL, Das World Wide Web, 1996, S. 571. In: "Wirtschaftsinformatik". Wiesbaden , Jg. 38, 1996, Heft Nr. 6, S. 565-577.
[59] Links sind die Grundlage für die Vernetzung der im Internet vorhandenen Informationen und ermöglichen den Aufruf von Inhalten auf anderen Internet seiten. Die Verknüpfung verschiedener Internet präsentationen kann hierbei nicht nur inhaltlich sondern auch geographisch immer weiter führen. Verlinkung von Rechnern in verschiedenen Ländern bzw. Kontinenten ist ohne Probleme möglich und sogar gewünscht. Die räumliche Distanz bleibt dabei vom User unbemerkt. Hyperlinks verweisen auf URL s (= Unified Ressource Locator), die eine Kurzbezeichnung für eine Internet adresse darstellen. Vgl. P. REUS und M. PRINZ, Banken und elektronische Märkte, 1996, S. 9.
[60] Hierdurch werden z.B. Information-Broker in die Lage versetzt, Daten und Kurse "realtime" im Internet zur Verfügung zu stellen, und es wird Nachfragern ermöglicht, schnell auf diese bereitgestellten Daten zuzugreifen. Vgl. M. ROEMER und U. BUHL, Das World Wide Web, 1996, S. 570. In: "Wirtschaftsinformatik". Wiesbaden , Jg. 38, 1996, Heft Nr. 6, S. 565-577.
[61] Das Usenet kann vom Prinzip her mit einer großen Zeitung verglichen werden, die nur aus Leserbriefen besteht - eingeteilt in verschiedene Rubriken, die Newsgroups oder News gruppen genannt werden. Vgl. o.V., Net News, 1997, (http://www.chemie.fu-berlin.de/outerspace/netnews- overview.html).
[62] Vgl. B. SCHMID, Electronic Mall,1995, S.18.
[63] Vgl. B. SCHMID, Electronic Mall,1995, S.19.
[64] Regionalität und Standort von Markt- und Börsenplätzen, insbesondere von regionalen und nationalen Präsenzbörsen und Marktplätzen, verlieren durch die Aufhebung des Raums an Bedeutung. Vgl. B. SCHMID, Electronic Banking, 1994, S.49.
[65] Vgl. N. KRÄHENMANN, Gestaltungsanforderungen, 1994, S. 133.
[66] Nach BIRKELBACH nennt man die Einstiegsseite einer Internet präsenz "Homepage". Im allgemeinen Sprachgebrauch wird aber der gesamte Umfang der dargebotenen Informationen gemeint. Die Homepage ist dabei in der Programmiersprache HTML erstellt und eventuell durch integrierte Java-Applets, CGI-Scripts usw. ergänzt. Vgl. J. BIRKELBACH, Cyber Finance, 1998, S. 258.
[67] Dies ist insofern bedeutungsvoll, da es in der Evolution vernetzter Computer über 30 Jahre gedauert hat, ein einheitliches Kommunikationsprotokoll zu entwickeln. Anfangs arbeiteten alle Rechnerwelten mit sog. inkompatiblen "Insellösungen". Betriebsübergreifende Standards existierten nicht. Vgl. o.V., Managen, 1997, S. 135. In: "Manager Magazin". Hamburg, 27. Jg., 1997, Heft Nr. 3, S. 118-135.
[68] Dabei kann ein elektronischer Markt als organisatorisch offen bezeichnet werden, wenn das System die Anzahl der Marktteilnehmer beliebig erweitert oder verringert und/oder die zeitliche Verfügbarkeit des Marktes variiert werden kann. Vgl. P. REUS und M. PRINZ, Banken und elektronische Märkte, 1996, S.18 und. M. ROEMER und U. BUHL, Das World Wide Web, 1996, S. 570. In: "Wirtschaftsinformatik". Wiesbaden, Jg. 38, 1996, Heft Nr. 6, S. 565-577. Vgl. auch die breit gestützte Definition des INSTITUT OF ELECTRICAL and ELECTRONIC ENGINEERS (IEEE), POSIX, S. 1003: "An open system is a system that sufficient open specifications (...) for interfaces, services, and supporting formats to enable properly engineered applications software to be ported across a wide range of systems with minimal changes, to interoperate with other applications on local and remote systems, and to interact with users in a style wich facilitates user portability."
[69] TCP/IP befähigt somit das WWW, auf möglichst vielen Hard - und Software komponenten eingesetzt werden zu können. Ferner liefert der flächendeckende Einsatz von TCP/IP die Basis dafür, neue Technologien bei der zukünftigen Weiterentwicklung des Kommunikationsprotokolls zu integrieren, wodurch die Abhängigkeit gegenüber neuen Entwicklungen reduziert wird. Vgl. A. GUT, a.a.O., S. 79.
[70] Vgl. M. ROEMER und U. BUHL, Das World Wide Web, 1996, S. 570. In: "Wirtschaftsinformatik". Wiesbaden, Jg. 38, 1996, Heft Nr. 6, S. 565-577.
[71] Zu den Database-Services zählen u.a. die Bereitstellung zentraler Applikationen wie Clearing & Settlement, Kontrolle, Überwachung Routing und Speicherung aller Daten. Vgl. A. GUT, a.a.O., S. 27.
[72] Dies ist deshalb von besonderer Relevanz, da zum derzeitigen Stand der Technik sich z.B. die Prozessorleistungen sprunghaft weiterentwickelt und ständige Investitionen in die Hard - und Software ausstattung schon bei der Implementierung des Marktes zu berücksichtigen sind.
[73] C. WEICHSLER, Struktur und Funktionsweise, 1994, S.40.
[74] HEESEN geht hier von einer monatlichen Kostenbelastung für das Bereitstellen eines Internet angebotes auf einem eigenen Server von ca. DM 19.000 und einer einmaligen Investition für Hard - und Software anschaffungen von ca. DM 215.000 aus. Diese Summen sind allerdings zum einen dadurch zu senken, daß der Betrieb eines eigenen Servers z.B. für Marktplätze für nicht fungible Unternehmensbeteiligungen nicht zwingend notwendig ist. Speicherplatz kann für diese Anwendungen bei zuverlässigen, externen Anbietern angemietet werden. Zweitens dürften die Preise allgemein durch den fortschreitenden Konkurrenzkampf der Telekommunikationsanbieter und der sich weiterentwickelnden technischen Entwicklung im Hardware sektor deutlich niedriger liegen, als in diesem Beispiel aus dem Jahre 1996. Vgl. R. HEESEN, Effiziente Handhabung, 1996, S. 93.
[75] Discount-Provider sind z.B. T-Online, AOL.
[76] Vgl. M. ROEMER und U. BUHL, Das World Wide Web, 1996, S. 570. a.a.O.
[77] Vgl. T. LANGENOHL, Systemarchitekturen, 1994, S. 111-112 und S. 195.
[78] Diese außenstehende Partei kann z.B. in Form eines Brokers oder Dealers auftreten.
[79] Vgl. M. ROEMER und U. BUHL, Das World Wide Web, 1996, S. 571. In: "Wirtschaftsinformatik". Wiesbaden , Jg. 38, 1996, Heft Nr. 6, S. 565-577.
[80] Als Beispiele können überregionale Print medien für den Handel in GmbH-Anteilen genannt werden.
[81] Vgl. P. REUS und M. PRINZ, Banken und elektronische Märkte, 1996, S.38-39.
[82] Vgl. N. SCHENK, Informationstechnologie, 1996, S. 16.
[83] Vgl. N. SCHENK, Informationstechnologie, 1996, S. 16-17.
[84] Vgl. W. P. PETERHOFF, Neupositionierung, 1998, S.46. In: Die Börse der Zukunft. Märkte - Plätze - Netze. Hrsg. v. Gerke, W.. S. 43-54. Erlangen und Nürnberg 1997.
[85] Zu den Systemzugangskosten zählen u.a. Börsenmitgliedschafts- oder Abonnementsgebühren.
[86] Vgl. S. STENZEL, Außerbörslicher Aktienhandel, 1995, S. 103.
[87] BIRKELBACH ist der Auffassung, das Grundlage vieler Dinge des geschäftlichen Lebens Vertrauen ist, welches in höchstem Maße auf persönlichen Kontakten basiert. Dieses Vertrauen wird sich ­ - insbesondere im finanziellen Bereich - jedoch kaum durch den Handshake zweier Modems aufbauen. Vgl. J. BIRKELBACH, Cyber Finance, 1998, S. 249.
[88] Vgl. A. GUT , Fairness, 1997, S. 23.
[89] Vgl. W. GERKE , Börse der Zukunft, 1998,Vorwort S. V. In: Die Börse der Zukunft. Märkte - Plätze - Netze. Hrsg. v. GERKE, W.. Erlangen / Nürnberg 1997.
[90] Vgl. T. LANGENOHL, Systemarchitekturen, 1994, S. 19.
[91] Transparenz kann sich dabei auf Preis- oder Volumendaten, die Angabe der Zeit des Geschäftsabschlusses und die Offenlegung der Identität der Handelspartner beziehen. Als Kriterium für die Qualität eines Marktplatzes ist die Bereitstellung einer hohen Markttransparenz und die Sicherstellung der Informationssymmetrie für Marktplätze für fungible wie nicht fungible Unternehmensbeteiligungen im Internet anzusehen. Da Markttransparenz auf alternativen Märkten z.Zt. so gut wie nicht vorhanden ist, muß ihr bei Aufbau und Entwicklung von neuen, zukunftsfähigen Marktplätzen für nicht fungible Unternehmensbeteiligungen im Internet ein besonderer Stellenwert beigemessen werden. Vgl. S. STENZEL, Außerbörslicher Aktienhandel, 1995, S. 156.
[92] Hierdurch werden die Informationsdefizite anderer Marktteilnehmer gemindert und die Markt effizienz gesteigert. Das Marktgeschehen wird offengelegt und dem Anleger so eine Beurteilung möglich, ob erteilte Orders entsprechend den aktuellen Marktbedingungen ausgeführt wurden.
[93] WEICHSLER nennt z.B. eine Zeit von ca. 90 Sekunden, innerhalb derer die Ausführungsbestätigung im elektronischen Orderbuch erscheinen sollte. Allerdings besteht lt. STENZEL noch weitestgehend Uneinigkeit über das Ausmaß der Zeitverzögerung zwischen Geschäftsabschluß und Umsatzveröffentlichung. Vgl. C. WEICHSLER, Struktur und Funktionsweise, 1994, S.53 und S. STENZEL, Außerbörslicher Aktienhandel, 1995, S. 67.
[94] Die anderen Marktteilnehmer interpretieren u.U. falsche Informationen in die Gründe für diese Transaktion hinein und können sich in ihrem Handeln der Blocktransaktion anschließen, indem ebenfalls entsprechende Papiere ge- bzw. verkauft werden.
[95] Für weitere Vor- und Nachtteile von Handelstransparenz vgl. B. RUDOLPH, Markttransparenz, 1993, S.427-428. In: "Die Betriebswirtschaft". Stuttgart, 53. Jg, 1993, S. 426-430.
[96] Dementsprechend sind Systeme gewünscht, die diskrete und anonyme Verhandlungen zulassen. Vgl. R. v. ROSEN, Private Handelssysteme, 1994, S. 24. In: "Kreditwesen". Baden Baden 1994, Heft Nr. 24, S. 23-27.
[97] Hier ist für offene Schnittstellen zu anderen Handelssystemen zu sorgen. Vgl. A. GUT, a.a.O., S. 24.
[98] Elektronische Agenten sind Software programme, die programmiert sind, "vordefinierte Ziele autonom zu verfolgen, auf unterschiedliche Zustände (zu) reagieren und Informationen an den Nutzer zu liefern." Dieses Vorgehen ermöglicht es, mehrere Sekundärmärkte nach Transaktionspartnern zu durchsuchen. Die horizontale Marktaufspaltung kann hierdurch verringert werden. F. MATTES, Management, 1997, S. 237. Vgl. M. ROEMER und U. BUHL, Das World Wide Web, 1996, S. 571. In: "Wirtschaftsinformatik". Wiesbaden, Jg. 38, 1996, Heft Nr. 6, S. 565-577. Ein eingängiges Beispiel für Agenten gibt auch W. KÖNIG in seinem Vortrag "Märkte auf Netzen", 1995 unter (http://caladan.wiwi.uni-frankfurt.de/IWI/papers/vortrag/mug1113.html).
[99] Die Fairneß ist im Rahmen der Informationsgewinnung deswegen von Bedeutung, da Investoren in dem Moment Geld verlieren bzw. erhöhten Kosten ausgesetzt sind, wenn sie mit Teilnehmern handeln, die Informationsvorsprünge besitzen. Anbieter und Nachfrager haben folglich ein großes Interesse an einer kostengünstigen und möglichst umfassenden Informationsversorgung. Das Kriterium der Fairneß wird ausführlich in Kapitel 3.3.3. behandelt. Vgl. J. W. STEUCK, Geschäftserfolg, 1998, S. 16 und N. SCHENK, Informationstechnologie, 1996, S. 113.
[100] Vgl. N. SCHENK, Informationstechnologie, 1996, S. 113.
[101] Vgl. W. GERKE, Gutachten, 1991, S. 5-9.
[102] Vgl. N. SCHENK, Informationstechnologie, 1996, S. 113.
[103] Vgl. O. OESTERHELWEG, Anlegerorientiertes Handelsverfahren, 1998, S. 24. In: Schriftenreihe des Instituts für Geld- und Kapitalverkehr der Universität Hamburg. Hrsg. v. Schmidt, H., Bd. 16, Hamburg 1998.
[104] SCHMIDT spricht bei Transaktionsentscheidungen aufgrund fehlerhafter oder falscher Informationen von einem "Nachweisrisiko". Vgl. H. SCHMIDT, Zirkulationsmarkt, 1977.
[105] In diesem Zusammenhang sind die unterschiedlichen Handelsmotive der Anleger zu berücksichtigen. In Bezug auf die Informationsausstattung ist v.a. die Trennung von informierten bzw. uninformierten Anlegern zu beachten. Der Qualitätsfaktor der Informationsausstattung spielt für informierte Anleger eine nicht so bedeutende Rolle wie für uninformierte. Anleger können daneben noch in wertmotivierte, chartmotivierte oder indexorientierte Anleger sowie arbitragemotivierte Anlegerschichten unterschieden werden, für welche die Vernetzung unterschiedlicher Handelsplattformen von Interesse ist. Vgl. O. OESTERHELWEG, a.a.O., S. 11-15. In: Schriftenreihe des Instituts für Geld- und Kapitalverkehr der Universität Hamburg. Hrsg. v. Schmidt, H., Bd. 16. Hamburg 1998.
[106] Vgl. W. GERKE, Gutachten, 1991, S. 5-9.
[107] Allerdings sollten die Marktteilnehmer die Möglichkeit haben, per Email -Abonnement Einfluß auf die ihnen zukommenden Nachrichten zu nehmen.[107] Zugriffsmöglichkeiten auf frühere Nachrichten sollte durch Ablage der Nachrichten in eine für die Marktteilnehmer zugänglichen und frei recherchierbaren Datenbank bestehen. Die Einflußnahme auf Informationen ist notwendig, da nicht alles und jedes, was das Internet an neuen Mitteilungen hervorbringt, zwangsläufig auch von hohem Informationsgehalt für die eigene Anlageentscheidung ist, und eine gezielte Selektion notwendig wird. Ein frei wählbares Abonnement erlaubt somit dem Nutzer der Informationsüberflutung zu entgehen, indem selbst entschieden werden kann, welche Informationen genutzt werden sollen. Als Anwendungsbeispiel können hier auch aktuelle §15 WpHg-Mitteilungen gepostet werden, indem Unternehmen die Möglichkeit angeboten wird, diese über das "Mail Routing" -System des Marktplatzes zu verbreiten. Im übrigen sollten sämtliche von Seiten der Marktplatzbetreiber veröffentlichte Informationen aus Gründen der Authentizität mit einem Datum und einer Quellenangabe versehen sein. Dieses erscheint notwendig, da eine negative Eigenschaft von im Netz verbreiteten Informationen regelmäßig die ist, daß Wahrheitsgehalt und Absender einer Nachricht dem Empfänger niemals hundertprozentig bekannt sind. Durch die Angabe der Quelle ist eine Nachprüfbarkeit zumindest annähernd gewährleistet. Vgl. J. W. STEUCK, Geschäftserfolg, 1998, S. 43 und 154.
[108] Diese kann z.B. realisiert werden, indem zu Informationen über ein bestimmtes Unternehmen gleichzeitig eine URL -Verknüpfung zu diesem angeboten wird.
[109] In diesem Zusammenhang ist auch auf Mißbrauchsmöglichkeiten hinzuweisen, die durch gezielte oder irrtümliche Falschinformationen z.B. durch Newsgroup teilnehmer entstehen können. Um diese zu minimieren sollten in den Gruppen nur registrierte Marktteilnehmer ihre Meinung abgeben können. Vgl. J. W. STEUCK, a.a.O., S. 140 und D. BARTMANN und G. WÖRNER, Erfolgsfaktoren, 1997, S. 222. In: "Die Bank". Köln 1997, Heft Nr. 4, S. 222-226.
[110] In Anlehnung an Identifikationsverfahren im klassischen Homebanking -Bereich sollte die Identifikation der Marktteilnehmer mittels sog. persönlicher Transaktions- und Idenfikationsnummern (TANs und PINs) erfolgen. Allerdings wird bei der Übertragung dieser Daten Mißbrauch niemals 100%ig ausgeschlossen werden. Vgl. Kap. 3.3.4., Sicherheit.
[111] So sind besonders große institutionelle Investoren stark daran interessiert, daß beim Handel in großen Volumen ein hohes Maß an Diskretion herrscht und die Möglichkeit besteht, Aufträge anonym ins Orderbuch einzustellen. Vgl. N. SCHENK, Informationstechnologie, 1996, S. 31.
[112] Vgl. O. OESTERHELWEG, Anlegerorientiertes Handelsverfahren, 1998, S. 16-23. In: Schriftenreihe des Instituts für Geld- und Kapitalverkehr der Universität Hamburg. Hrsg. v. Schmidt, H., Bd. 16. Hamburg 1998.
[113] Zu denken ist v.a. an Durchführungsmöglichkeiten für Kleinst-, Standard-, Groß- und Blocktransaktionen sowie deren Änderung und Löschung.
[114] Die Identität der Anbieter und Nachfrager nach Beteiligungen auf den jeweiligen Marktplätzen meist nicht veröffentlicht. Somit wird Anonymität und Diskretion gewahrt.
[115] Vgl. T. LANGENOHL, Systemarchitekturen, 1994, S. 19.
[116] Bislang erfolgte die Abwicklung per telefonischem Kontakt des Investors mit seiner Bank. Nicht börsenzugelassene Banken mußten den Auftrag an zugelassene Marktteilnehmer weitergeben, bis die Order schließlich den Börsenhändler zur Ausführung erreichte. Dadurch ist der Investor Kursänderungsrisiken ausgesetzt. In bisherigen Orderrouting-Systems sind diese Verbindungswege teilweise sehr langsam und somit verbesserungsfähig. Vgl. A. GUT, Fairness,1997, S. 44 und T. BAUMS, Mittelständische Unternehmen, 1996, (http://www.jura.uni-osnabrück.de/institut/hwr/ docs/a0196.htm).
[117] Das Orderbuch ist der Ort, wo die formalisierten Transaktionswünsche der Marktteilnehmer gesammelt werden. Anhand der eingehenden Orderaufträge wird dem Markt Angebot und Nachfrage nach Liquidität signalisiert.
[118] Problematisch wird allerdings die Identifizierung des Investors durch den Händler. Um eine einwandfreie Identifizierung und damit auch eine reibungslose Transaktion der Anteile und monetären Mittel zu gewährleisten, müssen z.B. PINs und TANs zur Identifikations- und Autorisationsprüfung vergeben werden.
[119] Vgl. A. GUT, Fairness,1997, S. 45.
[120] Die Computerisierung des Handels ersetzt zu großen Teilen die Kernaufgabe von Börsenmaklern, die in der Vermittlung von Wertpapiergeschäften besteht. Vgl. C.-J. DIEDERICH, Rolle der Börsenmakler, 1998, S. 63. In: Die Börse der Zukunft. Hrsg. v. W. GERKE. S. 55-64. Erlangen / Nürnberg 1997.
Oliver Weiß (Autor)
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9783867462853
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Oliver Weiß (Autor), 1998, Elektronische Marktplätze für Unternehmensbeteiligungsangebote und -gesuche im Internet , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185355

References: §162
 §1
 §13
 §8
 §54
 §15