Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht-aktuell_Gesetzesaenderungen_2009.html
Timestamp: 2016-12-06 14:04:25+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: Gesetzesänderungen zum Jahreswechsel 2008 / 2009
22.01.2009. Wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auch so tre­ten auch zu die­sem Jah­res­wech­sel ei­ni­ge ge­setz­li­chen Än­de­run­gen in den Be­rei­chen des Ar­beit- und So­zi­al­rechts in Kraft. Her­vor­zu­he­ben sind vor al­lem Än­de­run­gen der Be­trags­sät­ze zur ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und zu Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 09/002 So­zi­al­ver­si­che­rung und Lohn­steu­er) so­wie die Ver­län­ge­rung des Kurz­ar­bei­ter­gel­des. Auch die SV-Mel­dun­gen so­wie die lau­fen­den Bei­trags­mel­dun­gen wer­den ab Jah­res­an­fang kom­pli­zier­ter, da ab 2009 auch die be­rufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­wer­ke Mel­dun­gen er­hal­ten wol­len (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 09/003a SV-Mel­dun­gen für Mit­glie­der be­rufs­stän­di­scher Ver­sor­gungs­wer­ke).
Mit der Ver­ord­nung zur Fest­le­gung der Bei­tragssätze in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV-Bei­trags­satz­ver­ord­nung – GKV-BSV) vom 29.10.2008 wur­den die ab 01.01.2009 gel­ten­den ein­heit­li­chen Bei­tragssätze fest­ge­schrie­ben. Da­nach liegt der all­ge­mei­ne Bei­trags­satz ab dem 01.01.2009 bei 15,5 Pro­zent, wo­bei der pa­ritätisch fi­nan­zier­te, d.h. der hälf­tig vom Ar­beit­ge­ber und vom Ar­beit­neh­mer zu tra­gen­de An­teil bei 14,6 Pro­zent liegt und wei­te­re 0,9 Pro­zent vom Ar­beit­neh­mer al­lein zu tra­gen sind. Ergänzend zu die­ser deut­li­chen Erhöhung der Bei­tragssätze und prak­tisch un­be­merkt von der Öffent­lich­keit ha­ben die Kran­ken­kas­sen ih­re Bei­tragssätze für die Um­la­ge U1, die der Ab­si­che­rung von Lohn­er­satz­auf­wen­dun­gen im Krank­heits­fall dient, kräftig erhöht. Lag die Um­la­ge U1 bis­lang je nach­dem, wel­chen pro­zen­tua­len Er­stat­tungs­satz der Ar­beit­ge­ber wähl­te, bei et­wa 0,5 bis et­wa 1,0 Pro­zent des Brut­to­lohns, beträgt sie nun­mehr bei ei­ni­gen Kas­sen und ei­nem ho­hen Er­stat­tungs­satz mehr als 2 Pro­zent, teil­wei­se so­gar mehr als 3 (!) Pro­zent. Ei­ne ge­wis­se Er­leich­te­rung schafft ein im Ja­nu­ar 2009 im Rah­men des sog. zwei­ten Kon­junk­tur­pa­ke­tes von der Bun­des­re­gie­rung ge­fass­ter Be­schluss, dem zu­fol­ge der ge­ra­de erst erhöhten Bei­trags­satz zur Kran­ken­ver­si­che­rung wie­der auf 14,9 Pro­zent ge­senkt wer­den soll. Die­se Re­du­zie­rung soll vor­aus­sicht­lich ab Ju­li 2009 gel­ten.
Zum 01.01.2009 ist auch ein we­sent­li­cher Teil der im übri­gen be­reits zum 01.04.2007 in Kraft ge­tre­te­nen Ge­sund­heits­re­form um­ge­setzt wor­den, nämlich die Ein­rich­tung ei­nes Ge­sund­heits­fonds, den das Bun­des­ver­si­che­rungs­amt ver­wal­tet. In die­sen „ge­mein­sa­men Topf“ fließen künf­tig al­le Beiträge zur ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung. Die­se in­sti­tu­tio­nel­le Ände­rung ist für die bei­trags­pflich­ti­gen Ar­beit­ge­ber al­ler­dings vor­erst nicht zu be­mer­ken, da sie wei­ter­hin die mo­nat­li­chen Zah­lun­gen an die ein­zel­nen Kran­ken­kas­sen, bei de­nen ih­re Ar­beit­neh­mer ver­si­chert sind, leis­ten müssen. Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung
Der re­du­zier­te Bei­trags­satz von 2,8 Pro­zent gilt vorüber­ge­hend bis zum 30.06.2010 als kon­junk­tur­un­terstützen­de Maßnah­me. Da­mit wird der Bei­trags­satz zum 01.01.2009 im Er­geb­nis um 0,5 Pro­zent ab­ge­senkt. Lang­fris­tig soll ei­ne Bei­trags­ent­las­tung von 0,3 Pro­zent ein­grei­fen.
Änderungen in der gesetzlichen Unfallversicherung
Mit dem Ge­setz zur Mo­der­ni­sie­rung der ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung (Un­fall­ver­si­che­rungs­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz - UVMG) vom 30.10.2008 wird die Struk­tur der Un­fall­ver­si­che­rung neu or­ga­ni­siert mit dem Ziel der Ef­fek­ti­vitäts­stei­ge­rung der Un­fall­ver­si­che­rung. Ins­be­son­de­re soll die Zahl der Un­fall­ver­si­che­rungs­träger re­du­ziert wer­den. An­ders als bis­her wird künf­tig die Ren­ten­ver­si­che­rung in die Er­fas­sung der Un­fall­ver­si­che­rungs­da­ten ein­be­zo­gen. Zu die­sem Zweck hat der Ar­beit­ge­ber ab dem 01.01.2009 bei den ge­genüber den Kran­ken­kas­sen zu erklären­den (und über die Kran­ken­kas­sen auch der Ren­ten­ver­si­che­rung zur Verfügung ste­hen­den) so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Jah­res­mel­dun­gen un­fall­ver­si­che­rungs­recht­li­che An­ga­ben zu ma­chen, al­so et­wa zur Ge­fahr­klas­se des Be­triebs und zu der An­zahl der im ver­gan­ge­nen Jahr ge­leis­te­ten Ar­beits­stun­den.
Im Zu­ge der so­eben erwähn­ten Re­form der Un­fall­ver­si­che­rung wird die In­sol­venz­geld­um­la­ge künf­tig durch die Kran­ken­kas­sen zu­sam­men mit dem Ge­samt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag, d.h. mo­nat­lich ein­ge­zo­gen und an die Bun­des­agen­tur für Ar­beit ab­geführt. Der Um­la­ge­satz, der per Rechts­ver­ord­nung jähr­lich durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les un­ter Zu­stim­mung des Bun­des­ra­tes fest­ge­legt wird, rich­tet sich künf­tig nicht mehr nach der Be­mes­sungs­grund­la­ge der Un­fall­ver­si­che­rung, son­dern nach der der Ren­ten­ver­si­che­rung. Der Um­la­ge­satz für 2009 wur­de mit Be­schluss der Bun­des­ra­tes vom 19.12.2008 über die Ver­ord­nung zur Fest­set­zung des Um­la­ge­sat­zes für das In­sol­venz­geld für das Ka­len­der­jahr 2009 auf 0,1 Pro­zent fest­ge­legt.
Pflicht zur Verschlüsselung der Lohnsteuerbescheinigungen
Eben­so wie die Mel­dun­gen zur So­zi­al­ver­si­che­rung sind künf­tig auch die Lohn­steu­er­be­schei­ni­gun­gen zwin­gend zu ver­schlüsseln, was die Ver­wen­dung ei­nes ent­spre­chen­den Ver­schlüsse­lungs­codes bei der Be­nut­zung des bei der Über­mitt­lung der Da­ten an das Fi­nanz­amt zu ver­wen­den­den Pro­gramms ELS­TER be­dingt. Lohn­steu­er­be­schei­ni­gun­gen von Ar­beitslöhnen für das Ka­len­der­jahr 2008 sind da­von al­ler­dings nicht be­trof­fen.
SV-Meldungen für Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke
Ab dem 01.01.2009 ha­ben Ar­beit­ge­ber für Ar­beit­neh­mer, die in be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­wer­ken ren­ten­ver­si­chert sind, gemäß § 28a Abs. 10 Satz 1 Vier­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IV) die sta­tus­be­zo­ge­nen Mel­dun­gen, ins­be­son­de­re al­so An­mel­dun­gen, Ab­mel­dun­gen, Ände­rungs­mel­dun­gen und Jah­res­mel­dun­gen, nicht nur an die Kran­ken­kas­se des Beschäftig­ten, son­dern zusätz­lich an die neu ge­schaf­fe­ne Da­ten­an­nah­me­stel­le der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­wer­ke (DASBV) zu er­stat­ten. Das be­deu­tet, dass Ar­beit­ge­ber ab 2009 zu Mel­dun­gen "in zwei Rich­tun­gen hin" ver­pflich­tet sind: Zum ei­nem ist der Kran­ken­kas­se Mel­dung zu ma­chen, zum an­de­ren der DASBV. Außer­dem be­steht ei­ne Pflicht zur mo­nat­li­chen Bei­trags­mel­dung gemäß § 28a Abs. 11 SGB IV. Während die nor­ma­le Bei­trags­mel­dung als Sam­mel­mel­dung kei­ne An­ga­ben zur Per­son der Beschäftig­ten und kei­ne An­ga­ben zum ver­si­cher­ten Brut­to­lohn enthält, müssen die mo­nat­li­chen Bei­trags­mel­dun­gen für Ver­sor­gungs-werk­mit­glie­der An­ga­ben zur Per­son des Beschäftig­ten und zum Brut­to­lohn ent­hal­ten.
Sofortmeldung in von Schwarzarbeit betroffenen Branchen
Das Zwei­te Ge­setz zur Ände­rung des Vier­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch und an­de­rer Ge­set­ze vom 21.12.2008 schreibt ei­ne sog. So­fort­mel­dung neu ein­ge­stell­ter Ar­beit­neh­mer vor, d.h. mit Auf­nah­me ei­ner Beschäfti­gung ist die­se dem Ren­ten­ver­si­che­rungs­träger zu mel­den. Be­schränkt wird die Mel­de­pflicht al­ler­dings auf Bran­chen, in de­nen ein erhöhtes Ri­si­ko von Schwarz­ar­beit und il­le­ga­ler Beschäfti­gung be­steht. Für die Beschäftig­ten die­ser Bran­chen gilt die Mitführungs­pflicht ei­nes Per­so­nal­do­ku­ments zur zwei­fels­frei­en Iden­ti­fi­zie­rung an­stel­le des fälschungs­anfälli­gen So­zi­al­ver­si­che­rungs­aus­wei­ses. Wir be­rich­te­ten darüber in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 08/072 Ak­ti­ons­pro­gramm zur Bekämp­fung von Schwarz­ar­beit: Ent­wurf ei­nes zwei­ten Ge­set­zes zur Ände­rung des Vier­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch und an­de­rer Ge­set­ze.
Betriebsrenten Mit Be­ginn des Jah­res 2009 tre­ten we­sent­li­che In­hal­te des Ge­set­zes zur Förde­rung der zusätz­li­chen Al­ters­vor­sor­ge und zur Ände­rung des Drit­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch vom 10.12.2007 in Kraft.Dies be­trifft zunächst die Ab­sen­kung des im Be­triebs­ren­ten­ge­setz (Be­trAVG) ge­re­gel­ten Min­dest­al­ters für das Ent­ste­hen ei­ner un­ver­fall­ba­ren Be­triebs­ren­ten­an­wart­schaft von bis­lang 30 auf nun­mehr 25 Jah­re. § 1b Abs. 1 Satz 1 Be­trAVG be­sagt in sei­ner ab dem 01.01.2009 gel­ten­den Fas­sung, dass ei­nem Ar­beit­neh­mer, dem Leis­tun­gen aus der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung zu­ge­sagt wor­den sind, die An­wart­schaft er­hal­ten bleibt, wenn das Ar­beits­verhält­nis vor Ein­tritt des Ver­sor­gungs­falls, je­doch nach Voll­endung des 25. Le­bens­jah­res en­det und die Ver­sor­gungs­zu­sa­ge zu die­sem Zeit­punkt min­des­tens fünf Jah­re be­stan­den hat (un­ver­fall­ba­re An­wart­schaft). Ei­ne Über­g­angs­re­ge­lung zu­guns­ten der auf die al­te Rechts­la­ge ver­trau­en­den Ar­beit­ge­ber enthält § 30f Abs. 2 Be­trAVG für Ver­sor­gungs­zu­sa­gen, die in der Zeit vom 01.01.2001 bis zum 31.12.2008 zu­ge­sagt wur­den. Für sie gilt nach wie vor die bis­he­ri­ge Al­ters­gren­ze von 30 Jah­ren für den Ein­tritt der Un­ver­fall­bar­keit.
Neuregelungen der flexiblen Arbeitszeitkonten
Für Wert­gut­ha­ben aus Ar­beits­zeit­kon­ten gel­ten ab dem 01.01.2009 neue ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen, falls es sich da­bei um sog. Lang­zeit­kon­ten han­delt, die dem An­spa­ren von Geld für länge­re Frei­stel­lungs­pha­sen die­nen. Nicht er­fasst von der Ände­rung sind Wert­gut­ha­ben aus Al­ters­teil­zeit­ver­ein­ba­run­gen so­wie aus Gleit­zeit­kon­ten, die dem Aus­gleich tägli­cher Ar­beits­zeit­schwan­kun­gen die­nen. Ge­setz­li­che Grund­la­ge ist das Ge­setz zur Ver­bes­se­rung der Rah­men­be­din­gun­gen für die Ab­si­che­rung fle­xi­bler Al­ters­teil­zeit­re­ge­lun­gen und zur Ände­rung an­de­rer Ge­set­ze vom 21.12.2008.
Um Kündi­gun­gen zu ver­mei­den, nut­zen Ar­beit­ge­ber im Fal­le ei­nes an­hal­ten­den Auf­trags­man­gels häufig die Möglich­keit, Ar­beits­zeit und da­mit ein­her­ge­hend die Vergütung ih­rer Beschäftig­ten her­ab­zu­set­zen (Kurz­ar­beit). Ein Recht zur ein­sei­ti­gen An­ord­nung von Kurz­ar­beit ist den Ar­beit­ge­bern meis­tens we­der ein­zel­ver­trag­lich noch ta­rif­lich ein­geräumt, so dass sie sich um ein dies­bezügli­ches Ein­verständ­nis der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer bemühen müssen. Die­ses muss nicht un­be­dingt aus­drück­lich oder gar schrift­lich erklärt wer­den, son­dern kann auch durch schlüssi­ges Ver­hal­ten („still­schwei­gend“), d.h. et­wa durch Leis­tung der zeit­lich re­du­zier­ten Ar­beit und An­nah­me von Kurz­ar­bei­ter­geld zum Aus­druck ge­bracht wer­den. In mit­be­stimm­ten Be­trie­ben ist zusätz­lich zum Ein­verständ­nis der Ar­beit­neh­mer die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats ein­zu­ho­len, da er in die­sen Fällen ein Mit­be­stim­mungs­recht hat (§ 87 Abs. 1 Nr. 3 Be­trVG).
Die Ar­beit­neh­mer, die Kurz­ar­beit leis­ten müssen, ha­ben un­ter be­stimm­ten, ge­setz­lich de­fi­nier­ten Vor­aus­set­zun­gen An­spruch dar­auf, dass die Agen­tur für Ar­beit ei­nen Teil des Vergütungs­aus­falls aus­gleicht. Im ein­zel­nen ist dies in §§ 169 bis 178 Drit­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB III) ge­re­gelt. In § 177 Abs. 1 SGB III war bis­her fest­ge­legt, dass die Höchst­be­zugs­dau­er des Kurz­ar­bei­ter­gel­des sechs Mo­na­te beträgt. Durch die Ver­ord­nung über die Be­zugs­frist für das Kurz­ar­bei­ter­geld vom 26.11.2008 ist die Be­zugs­frist ab 01.01.2009 für Ar­beit­neh­mer, de­ren An­spruch auf Kurz­ar­bei­ter­geld bis zum 31.12.2009 ent­stan­den ist, auf 18 Mo­na­te verlängert.
Die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung (KSV) ist ein Be­stand­teil der ge­setz­li­chen So­zi­al­ver­si­che­rung. Ih­re Grund­la­ge ist das Ge­setz über die So­zi­al­ver­si­che­rung der selbständi­gen Künst­ler und Pu­bli­zis­ten (Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­setz - KSVG) vom 27.07.1981. Sie be­zieht selbständig ar­bei­ten­de Künst­ler und Pu­bli­zis­ten in die ge­setz­li­che Kran­ken-, Pfle­ge- und Ren­ten­ver­si­che­rung ein. Un­ter­neh­men, die frei­be­ruf­lich er­brach­te Leis­tun­gen von Künst­lern und Pu­bli­zis­ten häufig in An­spruch neh­men, sind kraft ent­spre­chen­der An­ord­nung im KSVG zur Zah­lung ei­ner Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be ver­pflich­tet. Die­se fließt der Künst­ler­so­zi­al­kas­se zu und steht zur (Mit-)Fi­nan­zie­rung von So­zi­al­leis­tun­gen zur Verfügung, die selbständi­ge Künst­ler und Pu­bli­zis­ten in An­spruch neh­men können.
Die Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be wird nach ei­nem jähr­lich ak­tua­li­sier­ten Pro­zent­satz der sog. Be­mes­sungs­grund­la­ge be­rech­net. Be­mes­sungs-grund­la­ge sind da­bei die vom ab­ga­be­pflich­ti­gen Un­ter­neh­men im Jahr an Künst­ler und Pu­bli­zis­ten ge­zahl­ten Ho­no­ra­re (oh­ne Um­satz­steu­er), § 25 Abs. 1 KSVG. Der auf die­se Be­mes­sungs­grund­la­ge be­zo­ge­ne Pro­zent­satz wird ein­mal pro Jahr vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Fi­nan­zen durch Rechts­ver­ord­nung fest­ge­legt, und zwar je­weils bis zum 30.09. für das fol­gen­de Ka­len­der­jahr auf­grund von Schätzun­gen des Be­darfs, § 26 Abs. 5 KSVG. Im Jah­re 2006 be­trug der Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be­satz 5,5 Pro­zent, im Jah­re 2007 5,1 Pro­zent und im Jahr 2008 4,9 Pro­zent.

References: § 28
 § 28
 § 1
 § 30
 § 177
 § 25
 § 26