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Timestamp: 2016-10-24 12:27:40+00:00

Document:
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Wilfried Caviezel, Masanserstrasse 35, Postfach 414, 7001 Chur,
3. April 1989) und T.________ (geb. 2. M�rz 1991) hervor.
B.-Nachdem das Scheidungsverfahren am 18. November 1998 eingeleitet worden war, wies der Bezirksgerichtspr�sident Unterlandquart am 3. Februar 2000 die Kinder f�r die Dauer des Verfahrens zur Pflege und Erziehung Y.________ zu und stellte sie unter deren alleinige Obhut. X.________ r�umte er ein Besuchsrecht ein und verpflichtete ihn zu Unterhaltsbeitr�gen f�r seine Kinder. Die gegen diese Verf�gung erhobene Beschwerde von X.________ wies der Bezirksgerichtsausschuss Unterlandquart mit Beiurteil vom 3. Mai 2000 ab.
C.- X.________ f�hrt staatsrechtliche Beschwerde unter anderem wegen Verletzung von Art. 9 BV mit dem Antrag, das angefochtene Beiurteil aufzuheben.
1.- Gegen das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses steht kein Rechtsmittel an das Kantonsgericht von Graub�nden offen (Art. 237 ZPO/GR; vgl. PKG 1978 Nr. 21 S. 74). Im Lichte von Art. 86 Abs. 1 OG ist demnach auf die staatsrechtliche Beschwerde einzutreten.
3.- In Bezug auf die Zuteilung der Obhut r�gt der Beschwerdef�hrer als willk�rlich, dass weder im Sinne von Art. 144 ZGB eine Befragung der Kinder durchgef�hrt, noch ein Bericht des regionalen Sozialdienstes oder ein Gutachten des kinder- und jugendpsychiatrischen Dienstes Graub�nden eingeholt worden sei.
Der Bezirksgerichtsausschuss holte weder einen Bericht noch Gutachten ein und begr�ndete seinen Entscheid einerseits mit der urspr�nglich ablehnenden Haltung der Parteien, anderseits mit dem Hinweis, die Beschwerdegegnerin erscheine aufgrund der Umst�nde der Parteien als zweifellos geeignetere Person f�r die Obhut. Die Kinder h�rte er nicht pers�nlich an. Dieser Punkt kam in der Vernehmlassung des Bezirksgerichtsausschusses bzw. der Beschwerdegegnerin nicht zur Sprache.
4.- a) Nach Art. 144 Abs. 1 ZGB sind die Eltern pers�nlich anzuh�ren, wenn Anordnungen �ber die Kinder zu treffen sind. Abs. 2 der genannten Bestimmung sieht vor, dass die Kinder in geeigneter Weise durch das Gericht oder durch eine beauftragte Drittperson pers�nlich anzuh�ren sind, soweit nicht ihr Alter oder andere wichtige Gr�nde dagegen sprechen.
b) Aus dem Wortlaut von Abs. 1 des Art. 144 ZGB in Verbindung mit Abs. 2 der Bestimmung l�sst sich folgern, dass auch eine pers�nliche Anh�rung der Kinder vorgeschrieben ist, wenn sie betreffende Anordnungen getroffen werden; daraus ergibt sich, dass es sich bereits im Massnahmeverfahren nach Art. 137 ZGB von Gesetzes wegen aufdr�ngt, die Kinder pers�nlich anzuh�ren, sofern die im Gesetz umschriebenen Massnahmen verf�gt werden. Die hier vertretene Auslegung rechtfertigt sich denn auch im Lichte von Art. 12 Abs. 2 des �bereinkommens vom 20. November 1989 �ber die Rechte des Kindes (SR 0.107); diese Bestimmung gebietet grunds�tzlich eine Anh�rung der Kinder, wenn ein Gerichts- oder Verwaltungsverfahren ihre Angelegenheiten betrifft (vgl. dazu auch: BGE 124 III 90). In der Literatur wird eine Anh�rung bereits im Massnahmeverfahren nach Art. 137 ZGB unter anderem aus den vorgenannten Gr�nden bef�rwortet (vgl. insbes. Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, Z�rich 1999, N. 6 zu Art. 144 ZGB; Sp�hler, Neues Scheidungsverfahren, Z�rich 1999, S. 30; Rumo-Jungo, Die Anh�rung des Kindes unter besonderer Ber�cksichtigung verfahrensrechtlicher Fragen, AJP 1999 S. 1587, VII. 2.; etwas nuancierter: Schweighauser, in Schwenzer [Herausg. ], Praxiskommentar zum Scheidungsrecht, Basel 2000, N. 18 zu Art. 144 ZGB, wonach sich die Anh�rung lediglich aufdr�ngt, wenn die Frage der Zuteilung der Obhut oder des Besuchsrechts strittig ist).
c) Im vorliegenden Fall sind keine Gr�nde ersichtlich, die im Sinne von Art. 144 Abs. 2 ZGB gegen eine solche Anh�rung sprechen w�rden. Dies gilt bez�glich des Alters der Kinder; dabei wird keineswegs �bersehen, dass das J�ngste derzeit erst ca. 9 1/2 Jahre alt ist. In dem in BGE 124 III 93/94 beschriebenen Fall wurde ein 6-j�hriges Kind vor allem wegen des bis dahin fehlenden Kontaktes zum Vater, aber auch wegen anderer wichtiger Gr�nde nicht pers�nlich angeh�rt (vgl.
hiezu auch Rumo-Jungo, a.a.O., S. 1581/1582). Ferner besteht auch keine Dringlichkeit, bei der eine Anh�rung im Verfahren der vorsorglichen Massnahmen allenfalls unterbleiben k�nnte (Rumo-Jungo, a.a.O., S. 1587 Anm. 129).
d) Verst�sst mithin das Beiurteil des Bezirksgerichtsausschusses in krasser Weise gegen Art. 144 ZGB, so ist es als willk�rlich aufzuheben (Art. 9 BV).
5.- Damit kann offen bleiben, ob der Beizug eines Berichtes oder eines Gutachtens zur Frage der Zuteilung der Obhut in verfassungswidriger Weise abgelehnt worden ist; ob eines dieser Beweismittel einzuholen ist, wird der Bezirksgerichtsausschuss nach Anh�rung der Kinder neu zu entscheiden haben. Entsprechendes gilt f�r die anderen im Massnahmeverfahren zwischen den Parteien strittigen Fragen, da deren Beantwortung von der Regelung der Obhut �ber die Kinder abh�ngt.
6.- Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).
2.-Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 1'500.-- wird der Beschwerdegegnerin auferlegt.
3.-Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'500.-- zu entsch�digen.

References: Art. 9
 Art. 86
 Art. 144
 Art. 144
 Art. 144
 Art. 137
 Art. 12
 BGE 
 Art. 137
 Art. 144
 Art. 144
 Art. 144
 BGE 
 Art. 144
 Art. 159