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Timestamp: 2019-06-16 13:29:30+00:00

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Jacques Lacan Seminar XIX, … oder schlimmer (IV) Sitzung vom 19. Januar 1972 - Lacan entziffern
f N.D. Mazin: Day Zero, 24. Febru­ar 2018, online-comic, von hier
(IV) Sit­zung vom 19. Janu­ar 1972
Teil 4 von 16 Über­set­zun­gen. Etwa jeden Monat erscheint die Über­set­zung einer wei­te­ren Sit­zung.
In Mil­lers Ver­si­on des Semi­nars ist dies Kapi­tel IV, De la néces­sité à l’existence („Von der Not­wen­dig­keit zur Exis­tenz“), S. 49–61.
Sit­zung vom 19. Janu­ar 1972
Sitzung vom 19. Januar 1972
Die letz­te hal­be Stun­de die­ser Sit­zung fehlt auf der Ton­auf­nah­me.
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{49} An der Tafel
{50} Die Kunst, eine Dis­kurs­not­wen­dig­keit zu pro­du­zie­ren, das ist die For­mel, die ich beim letz­ten Mal eher habe ein­flie­ßen las­sen statt sie zu behaup­ten, eine For­mel dar­über, was Logik ist.
Ich habe Sie in dem Lärm ver­las­sen, als alle auf­stan­den und ich Sie dar­auf hin­wies, dass es nicht genügt, dass Freud als Merk­mal des Unbe­wuss­ten fest­hält, dass es den Satz vom Wider­spruch ver­nach­läs­sigt und ihm kei­ne beson­de­re Auf­merk­sam­keit schenkt, dass dies nicht dafür genügt, dass die Logik, wie eini­ge Psy­cho­ana­ly­ti­ker sich das vor­stel­len, mit der Auf­klä­rung des Unbe­wuss­ten nichts zu tun hat. Wenn es einen Dis­kurs gibt, der es ver­dient, durch die neue ana­ly­ti­sche Insti­tu­ti­on fixiert zu wer­den, dann ist, wie bei jedem ande­ren Dis­kurs, mehr als wahr­schein­lich, dass sei­ne Logik her­aus­ge­löst wer­den kann.
Am Ran­de möch­te ich dar­an erin­nern, dass der Dis­kurs – das ist das Min­des­te, was man sagen kann –, dass der Dis­kurs so ist, dass der Sinn ver­schlei­ert bleibt. Um es klar zu sagen, das, was ihn kon­sti­tu­iert, ist eben aus der Abwe­sen­heit von Sinn gemacht. Kein Dis­kurs, der sei­nen Sinn nicht von einem ande­ren Dis­kurs emp­fan­gen müss­te. Und wenn es stimmt, dass das Erschei­nen einer neu­en Dis­kurs­struk­tur Sinn annimmt, dann nicht nur von daher, ihn zu emp­fan­gen. Es ist auch so, dass der ana­ly­ti­sche Dis­kurs, wie ich ihn für Sie im letz­ten Jahr ver­or­tet habe, dass die­ser Dis­kurs, wenn er erscheint, das letz­te Glei­ten in einer Struk­tur reprä­sen­tiert, die tet­ra­disch ist, quadri­po­disch, wie ich das in einem anders­wo ver­öf­fent­lich­ten Text genannt habe. Durch das letz­te Glei­ten des­sen, was im Namen der Signi­fi­kanz arti­ku­liert wird, wird spür­bar, dass dadurch, dass der Kreis sich schließt, etwas Neu­ar­ti­ges pro­du­ziert wird.
Die Kunst, eine, wie ich gesagt habe, Dis­kurs­not­wen­dig­keit zu pro­du­zie­ren, ist etwas ande­res als die­se Not­wen­dig­keit selbst. Die logi­sche Not­wen­dig­keit – den­ken Sie dar­über nach, eine ande­re kann es nicht geben – ist die Frucht die­ser Pro­duk­ti­on. Die Not­wen­dig­keit, anan­kē, beginnt erst mit dem spre­chen­den Wesen, und eben­so ist all das, was dadurch, wie es scheint, pro­du­ziert wer­den konn­te, immer das Fak­tum eines Dis­kur­ses.
Wenn es dar­um in der Tra­gö­die geht, dann des­halb, weil die Tra­gö­die sich als Frucht einer Not­wen­dig­keit kon­kre­ti­siert, die kei­ne ande­re ist – das ist evi­dent, denn es han­delt sich hier nur um spre­chen­de Wesen –, die Frucht einer Not­wen­dig­keit, die, wie ich sage, kei­ne ande­re ist als die logi­sche. Nichts von dem, was wirk­lich zur anan­kē gehört, erscheint, so den­ke ich, anders­wo als beim spre­chen­den Wesen.
Und eben des­halb begriff Des­car­tes die Tie­re nur als Auto­ma­ten. Wobei es sich natür­lich um eine Illu­si­on han­delt, um eine Illu­si­on, deren Aus­wir­kung wir am Ran­de auf­zei­gen wer­den, bezo­gen |{51} auf das, was wir von der Kunst, eine Dis­kurs­not­wen­dig­keit zu pro­du­zie­ren, was wir – ich wer­de es ver­su­chen –, was wir ver­su­chen wer­den anzu­bah­nen.
Pro­du­zie­ren im dop­pel­ten Sin­ne, [ers­tens im Sin­ne von:] demons­trie­ren, [d.h.] etwas, das bereits da war, vor­wei­sen. Bereits hier­bei ist kei­nes­wegs sicher, dass nicht etwas einen Ansatz der Not­wen­dig­keit, um die es im Vor­gän­gi­gen der tie­ri­schen Exis­tenz geht, in sich reflek­tiert, in sich ent­hält. Fehlt jedoch die Demons­tra­ti­on, muss von dem, was zu pro­du­zie­ren ist, ange­nom­men wer­den, dass es zuvor inexis­tent war.
Die ande­re Bedeu­tung von pro­du­zie­ren, für die eine umfang­rei­che For­schung – her­vor­ge­gan­gen aus der Aus­ar­bei­tung eines bereits kon­sti­tu­ier­ten Dis­kur­ses, „Dis­kurs des Herrn“ genannt – bereits den fol­gen­den Aus­druck geprägt hat: durch eine Arbeit ver­wirk­li­chen. Dar­in besteht das, was sich von daher ergibt –; inso­fern ich selbst der Logi­ker bin, um den es geht – Pro­dukt der Emer­genz die­ses neu­en Dis­kur­ses –, kann die Pro­duk­ti­on im Sin­ne des Demons­trie­rens hier vor Ihnen ange­kün­digt wer­den.
Das, wovon ange­nom­men wer­den muss, bereits dage­we­sen zu sein – durch die Not­wen­dig­keit der Demons­tra­ti­on, Pro­dukt der Unter­stel­lung der immer schon bestehen­den Not­wen­dig­keit –, zeug­te jedoch auch von der nicht gerin­ge­ren Not­wen­dig­keit, es durch Arbeit zu aktua­li­sie­ren. In die­sem Moment des Auf­tau­chens lie­fert die­se Not­wen­dig­keit jedoch zugleich den Beweis, dass sie zunächst nur als Inexis­ten­tes ange­nom­men wer­den kann.
Was also ist die Not­wen­dig­keit? Nein – was gesagt wer­den muss, ist nicht was also, son­dern was ist, und zwar direkt, da die­ses was also zu viel an Sein mit sich führt. Das ist direkt Was ist die Not­wen­dig­keit?, so wie sie von daher, dass sie pro­du­ziert wird und solan­ge sie nicht pro­du­ziert wor­den ist, nur als inexis­tent ange­nom­men wer­den kann, das heißt als etwas, das im Dis­kurs gesetzt wird.
Es gibt eine Ant­wort auf die­se Fra­ge, wie auf jede Fra­ge, aus dem Grun­de, weil man sie wie jede Fra­ge nur des­halb stellt, weil man die Ant­wort bereits hat. Sie haben Sie also, auch wenn Sie es nicht wis­sen. Das, was auf die Fra­ge Was ist die Not­wen­dig­keit? ant­wor­tet, ist das, was Sie, auch wenn Sie es nicht wis­sen, in ihrem all­täg­li­chen Durch­wursch­teln logisch tun, in dem Durch­wursch­teln, das eine Rei­he von Ihnen mir anver­traut, da sie mit mir in Ana­ly­se sind – das sind eini­ge, natür­lich nicht alle [Geläch­ter] –, übri­gens ohne dass sie, bevor sie nicht einen bestimm­ten Schritt getan haben, ein Gefühl dafür bekom­men kön­nen, dass sie mir, wenn sie das tun und mich auf­su­chen, dass sie mir damit unter­stel­len, selbst die­ses Durch­wursch­teln zu sein.
Indem sie also die­ses Durch­wursch­teln betrei­ben, das heißt alle, selbst die­je­ni­gen, die es mir nicht anver­trau­en, ant­wor­ten sie bereits. Wie? Indem sie die­ses Durch­wursch­teln ganz ein­fach wie­der­ho­len, und zwar unab­läs­sig. Das ist das, was man auf einer bestimm­ten Ebe­ne als Sym­ptom bezeich­net, auf einer ande­ren als Wie­der­ho­lungs­zwang, als auto­ma­tis­me, was kein beson­ders geeig­ne­ter Aus­druck ist, der durch sei­ne Geschich­te jedoch erklär­lich ist.
{52} Inso­fern das Unbe­wuss­te exis­tiert, rea­li­sie­ren Sie in jedem Augen­blick die Demons­tra­ti­on, auf die sich die Inexis­tenz als Vor­aus­set­zung des Not­wen­di­gen grün­det. Das ist die Inexis­tenz des­sen, was Prin­zip des Sym­ptom ist, das ist das, was die Kon­sis­tenz besag­ten Sym­ptoms aus­macht, seit der Aus­druck, als er mit Marx auf­tauch­te, sei­nen Wert ange­nom­men hat, die Inexis­tenz des­sen also, was Prin­zip des Sym­ptoms ist, näm­lich die Inexis­tenz der Wahr­heit, die es unter­stellt, auch wenn es ihren Platz mar­kiert. Dies also zum Sym­ptom, inso­fern es sich mit der Wahr­heit ver­bin­det, die nicht mehr in Umlauf ist. Von daher kann man sagen, dass – wie jedem, der in der Moder­ne sein Aus­kom­men fin­det – nie­man­dem von Ihnen die­se Art Ant­wort fremd ist.
Was den zwei­ten Fall angeht, den erwähn­ten auto­ma­tis­me, so ist es die Inexis­tenz der Lust, die der soge­nann­te Wie­der­ho­lungs­zwang ans Licht kom­men lässt, in dem Insis­tie­ren, mit dem hier gegen die Tür getre­ten wird, die als Aus­gang zur Exis­tenz bezeich­net wird. Aller­dings erwar­tet Sie jen­seits kei­nes­wegs das, was man eine Exis­tenz nennt, viel­mehr ist es die Lust in der Art, wie sie als Dis­kurs­not­wen­dig­keit ope­riert, und sie ope­riert, wie Sie sehen, nur als Inexis­tenz.
Nur, wenn ich Sie an die alten Lie­der erin­ne­re, an die alten Schla­ger, dann tue ich das natür­lich in der Absicht, Sie zu beru­hi­gen, in der Absicht, Ihnen das Gefühl zu geben, dass ich hier nichts ande­res tun wer­de als spee­ches zu lie­fern über das –, wor­in –, im Namen des­sen, was eine gewis­se Sub­stanz hät­te, im Namen der Lust, wobei die Wahr­heit so wäre, wie sie bei Freud gerühmt wird. Aller­dings, wenn Sie sich dar­an hal­ten, kön­nen Sie sich nicht auf den Kno­chen der Struk­tur bezie­hen.
Was ist die Not­wen­dig­keit, so habe ich gefragt, die von einer Unter­stel­lung der Inexis­tenz her eta­bliert wird? Bei die­ser Fra­ge zählt nicht das, was inexis­tent ist, son­dern die Unter­stel­lung der Inexis­tenz, die nur eine Fol­ge der Pro­duk­ti­on der Not­wen­dig­keit ist.
Die Inexis­tenz wirft nur inso­fern eine Fra­ge auf, als sie bereits eine Ant­wort hat – die sicher­lich dop­pel­te Ant­wort der Lust und der Wahr­heit.
Sie inexis­tiert jedoch bereits. Die Inexis­tenz erhält ihren Sta­tus nicht durch die Lust und nicht durch die Wahr­heit, nicht von daher kann sie inexis­tie­ren, also zu dem Sym­bol kom­men, durch das sie als Inexis­tenz bezeich­net wird, und dies nicht in dem Sin­ne, kei­ne Exis­tenz zu haben, son­dern in dem Sin­ne, nur von dem Sym­bol her Exis­tenz zu sein, durch das sie inexis­tent gemacht wür­de und wel­ches selbst exis­tiert. Das ist eine Zahl, die, wie Sie wis­sen, im All­ge­mei­nen mit Null bezeich­net wird.
Das zeigt gut, dass die Inexis­tenz nicht das ist, was man glau­ben könn­te, näm­lich das Nichts. Denn was könn­te aus Nichts her­aus­kom­men außer dem Glau­ben, dem Glau­ben an sich, es gibt ja nicht zig Arten des Glau­bens. Gott hat die Welt aus dem Nichts gemacht – kei­nes­wegs erstaun­lich, dass das ein Dog­ma ist. Das ist der Glau­be an sich, das ist die Zurück­wei­sung der Logik, eine Zurück­wei­sung, die fol­gen­der­ma­ßen aus­ge­drückt wird |{53} – einer mei­ner Schü­ler hat das eines Tages ganz allein gefun­den –, die in der For­mel aus­ge­drückt wird, die er dafür gege­ben hat, ich dan­ke ihm: „Gewiss nicht, aber den­noch.“ Das kann uns kei­nes­wegs rei­chen.
Die Inexis­tenz ist nicht das Nichts. Sie ist, wie ich gera­de gesagt habe, eine Zahl, die zur Rei­he der gan­zen Zah­len gehört. Kei­ne Theo­rie der gan­zen Zah­len, wenn Sie nicht erklä­ren, was es mit der Null auf sich hat.
Das wur­de in einer Bestre­bung erfasst, bei der es kein Zufall ist, dass sie mit der For­schung von Freud zeit­ge­nös­sisch war, genau gesagt etwas frü­her. Das wur­de von einem gewis­sen Fre­ge auf den Weg gebracht, indem er frag­te, wel­chen Sta­tus, logisch gese­hen, die Zahl hat; acht Jah­re vor Freud gebo­ren und etwa vier­zehn Jah­re vor ihm gestor­ben. Das ist für unse­re Unter­su­chung von beträcht­li­cher Rele­vanz, für unse­re Unter­su­chung des­sen, wor­um es bei der logi­schen Not­wen­dig­keit des Dis­kur­ses der Ana­ly­se geht.
Das ist genau das, wor­auf ich als das ver­wie­sen habe, was Ihnen zu ent­ge­hen droh­te, bei dem Bezug, mit dem ich es soeben als Anwen­dung der Inexis­tenz illus­triert habe, anders gesagt als ihr funk­tio­na­ler Gebrauch. Das heißt, dass die Inexis­tenz nur nach­träg­lich aus etwas pro­du­ziert wird, wor­aus zunächst die Not­wen­dig­keit her­vor­geht, näm­lich aus einem Dis­kurs, in dem sie sich mani­fes­tiert, bevor, wie gesagt, der Logi­ker selbst in einer zwei­ten Schluss­fol­ge­rung dahin kommt, das heißt zugleich mit der Inexis­tenz. Ihr Ziel besteht dar­in, dort redu­ziert zu wer­den, wo sich, ihr vor­aus­ge­hend, die­se Not­wen­dig­keit mani­fes­tiert. Ich wie­der­ho­le es – wobei ich sie dies­mal, indem ich sie äuße­re, zugleich demons­trie­re –, die­se Not­wen­dig­keit ist die Wie­der­ho­lung selbst: an sich, durch sich und für sich, das heißt eben das, wodurch das Leben demons­triert, dass es nur Dis­kurs­not­wen­dig­keit ist, da es, um dem Tod zu wider­ste­hen – also sei­nem Lust­schick­sal –, nichts ande­res fin­det als einen Trick, den Rück­griff näm­lich auf eine Sache, die durch eine undurch­sich­ti­ge Pro­gram­mie­rung pro­du­ziert wird, die nun wirk­lich, ich habe das betont, etwas ande­res ist als die Lebens­kraft, die Lie­be oder ande­re Albern­hei­ten, also durch die­se grund­le­gen­de Pro­gram­mie­rung, die für uns aus ein wenig dem Dun­kel auf­zu­tau­chen beginnt, nur von dem her, was die Bio­lo­gen auf der Ebe­ne der Bak­te­rie machen, und deren Kon­se­quenz die Repro­duk­ti­on des Lebens ist.
Was der Dis­kurs macht – wenn er die Ebe­ne demons­triert, auf der sich etwas von einer logi­schen Not­wen­dig­keit nur in der Wie­der­ho­lung mani­fes­tiert –, scheint hier als Schein auf das zu tref­fen, was sich auf der Ebe­ne einer Bot­schaft voll­zieht, die sich nicht ohne Wei­te­res auf das, was wir unter die­sem Aus­druck ver­ste­hen, redu­zie­ren lässt, die viel­mehr zu einer Ord­nung gehört, die auf der Ebe­ne einer kur­zen Kom­bi­na­to­rik loka­li­siert ist, deren Modu­la­tio­nen so beschaf­fen sind, dass sie von der |{54} Des­oxy­ri­bo­nu­kle­in­säu­re zu dem füh­ren, was davon auf die Ebe­ne der Pro­te­ine über­mit­telt wird, mit dem guten Wil­len eini­ger Ver­mitt­ler, ins­be­son­de­re sol­cher, die als enzy­ma­tisch cha­rak­te­ri­siert wer­den oder als Kata­ly­sa­to­ren.
Dass hier das ist, was es uns ermög­licht, einen Bezug zur Wie­der­ho­lung her­zu­stel­len, das lässt sich nur von daher machen, dass man prä­zi­se her­aus­ar­bei­tet, was es mit der Fik­ti­on auf sich hat, durch die uns plötz­lich etwas einen Wider­hall zu geben scheint vom Grun­de des­sen her, wodurch das Lebe­we­sen eines Tages in die Lage ver­setzt wur­de zu spre­chen.
Unter allen Lebe­we­sen gibt es ja eines, das einer beson­ders sinn­lo­sen Lust nicht ent­kommt, einer Lust, die ich als lokal im Sin­ne des Akzi­den­tel­len bezeich­nen möch­te und wel­che die orga­ni­sche Form ist, die für die­ses Lebe­we­sen die sexu­el­le Lust ange­nom­men hat. Es färbt alle sei­ne ele­men­ta­ren Bedürf­nis­se mit Lust, Bedürf­nis­se, die bei den ande­ren Lebe­we­sen im Ver­hält­nis zur Lust nur Abdich­tun­gen sind. Wenn das Tier regel­mä­ßig frisst, dann ist klar, dass es das tut, um nicht die Lust des Hun­gers ken­nen zu ler­nen. Es färbt damit also – das Lebe­we­sen, das spricht, und das ist erstaun­lich, das ist die Ent­de­ckung von Freud –, es färbt damit all sei­ne Bedürf­nis­se, das heißt das, womit es sich dem Tode wider­setzt.
Des­halb darf man jedoch kei­nes­falls glau­ben, die sexu­el­le Lust sei das Leben. Wie ich Ihnen vor­hin gesagt habe, ist das eine loka­le, akzi­den­tel­le und orga­ni­sche Pro­duk­ti­on, die genau mit dem ver­bun­den ist, die auf das zen­triert ist, wor­um es beim männ­li­chen Organ geht. Was offen­kun­dig beson­ders gro­tesk ist. Die Detu­me­s­zenz beim Männ­chen hat die­sen Appell spe­zi­el­len Typs her­vor­ge­ru­fen, näm­lich die arti­ku­lier­te Spra­che, durch wel­che die Not­wen­dig­keit des Spre­chens in ihren Dimen­sio­nen ein­ge­führt wird. Dar­aus spritzt als Gram­ma­tik des Dis­kur­ses die logi­sche Not­wen­dig­keit her­vor.
Sie sehen, ob das mager ist. Dazu, dass dies wahr­ge­nom­men wur­de, hat es nicht weni­ger gebraucht als die Emer­genz des ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses.
La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus, ich habe mich dar­um geküm­mert, irgend­wo in mei­nen Schrif­ten die­se Äuße­rung unter­zu­brin­gen, die ich in Mün­chen vor­ge­bracht habe, irgend­wann vor 1960, lang ist’s her. Dar­un­ter habe ich auf Deutsch Die Bedeu­tung des Phal­lus* geschrie­ben. Dies nicht wegen des Ver­gnü­gens, Sie glau­ben zu machen, dass ich Deutsch kann – auch wenn das auf Deutsch ist, weil das in Mün­chen war und ich geglaubt hat­te, das vor­tra­gen zu müs­sen, wovon ich dort [in den Écrits] den rück­über­setz­ten Text ver­öf­fent­licht habe. Ich hielt es für ange­bracht, mit dem Aus­druck Bedeu­tung* das ein­zu­füh­ren, was ich, ange­sichts des kul­tu­rel­len Niveaus, das wir damals erreicht hat­ten, auf anstän­di­ge Wei­se nur mit signi­fi­ca­ti­on ins Fran­zö­si­sche über­set­zen konn­te.
Die Bedeu­tung des Phal­lus war bereits –; aber die Deut­schen, ange­sichts des­sen, dass sie Ana­ly­ti­ker waren – ich mar­kie­re den Abstand dazu durch eine klei­ne Anmer­kung, die zu Beginn die­ses Tex­tes wie­der­ge­ge­ben ist –, die Deut­schen hat­ten nicht – ich spre­che natür­lich von den Ana­ly­ti­kern, das war kurz nach Ende des |{55} Krie­ges und man kann nicht sagen, dass die Ana­ly­se wäh­rend­des­sen gro­ße Fort­schrit­te gemacht hät­te –, die Deut­schen haben dabei nur Bahn­hof ver­stan­den. All das erschien ihnen, wie ich mit dem letz­ten Wort die­ser Anmer­kung her­vor­he­be, nun wirk­lich uner­hört. Es ist übri­gens merk­wür­dig, dass die Lage sich so sehr geän­dert hat, dass das, was ich heu­te erzäh­le, für eini­ge von Ihnen zu Recht bereits gän­gi­ge Mün­ze gewor­den sein könn­te.
Die Bedeu­tung* bezog sich jedoch genau dar­auf, wie Fre­ge die­ses Wort ver­wen­det, wobei er es dem Aus­druck Sinn* gegen­über­zu­stellt, der exakt dem ent­spricht, wor­an ich glaub­te, Sie in mei­nen heu­ti­gen Aus­füh­run­gen erin­nern zu müs­sen, näm­lich dem Sinn einer Aus­sa­ge.
Man könn­te das, wor­um es bei der Not­wen­dig­keit geht, anders aus­drü­cken – bei der Not­wen­dig­keit, die zu der Kunst führt, sie als Dis­kurs­not­wen­dig­keit zu pro­du­zie­ren –, und Sie wer­den sehen, dass das nicht unver­ein­bar ist. Man könn­te das anders aus­drü­cken – was braucht es, damit ein Spre­chen etwas deno­tiert? Das ist der Sinn – Vor­sicht, jetzt begin­nen die klei­nen Aus­tausch­be­we­gun­gen –, das ist der Sinn, den Fre­ge dem Wort Bedeu­tung* gege­ben hat: die Deno­ta­ti­on.
Es wird Ihnen klar wer­den, wenn Sie bit­te das Buch mit dem Titel Die Grund­la­gen der Arith­me­tik öff­nen wol­len, das übri­gens eine gewis­se Clau­de Imbert ins Fran­zö­si­sche über­setzt hat – die, falls ich mich recht erin­ne­re, frü­her an mei­nem Semi­nar teil­ge­nom­men hat –, wodurch es nun wirk­lich in Ihrer Reich­wei­te ist, völ­lig zugäng­lich; es wird Ihnen, wie vor­her­seh­bar war, klar wer­den, dass es dafür, damit es auf jeden Fall Deno­ta­ti­on gibt, nicht schlecht wäre, sich zunächst ein­mal behut­sam dem Feld der Arith­me­tik zuzu­wen­den, wie es durch die gan­zen Zah­len defi­niert ist.
Es gab da einen gewis­sen Kron­ecker, der sich nicht dar­an hin­dern konn­te, zu sagen – der­ma­ßen groß ist das Glau­bens­be­dürf­nis –, die gan­zen Zah­len sei­en von Gott erschaf­fen wor­den, wes­halb der Mensch, so füg­te er hin­zu, alles ande­re zu machen habe. Und da er Mathe­ma­ti­ker war, war alles ande­re für ihn all das, was mit den ande­ren Zah­len zu tun hat.
Und weil nichts von die­ser Art sicher ist, näm­lich dass eine logi­sche Aus­ar­bei­tung zumin­dest ver­su­chen kann, die gan­zen Zah­len zu erfas­sen, rücke ich die Arbeit von Fre­ge in das Feld Ihrer Auf­merk­sam­keit.
Ich möch­te jedoch einen Augen­blick lang inne­hal­ten und sei es nur, um Sie zu ermun­tern, ihn wie­der­zu­le­sen, unter fol­gen­dem Aspekt: dass Sie bei der Äuße­rung, die ich unter dem Blick­win­kel der Bedeu­tung des Phal­lus pro­du­ziert habe, dass Sie dabei sehen wer­den, dass es an dem Punkt, an dem ich jetzt damit bin |{56} – das ist ein klei­nes Ver­dienst, des­sen ich mich rüh­me –, dass es da nichts gibt, das zurück­zu­neh­men wäre, obwohl damals, wie ich an Ort und Stel­le fest­stel­len konn­te, nie­mand wirk­lich etwas ver­stan­den hat.
Was ist mit La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus gemeint? Es lohnt sich, dabei inne­zu­hal­ten, denn bei einer Wort­ver­bin­dung mit einer sol­chen Bestim­mung muss man sich ja immer fra­gen, ob das ein soge­nann­ter objek­ti­ver oder sub­jek­ti­ver Geni­tiv ist, so, wie ich den Unter­schied durch die Gegen­über­stel­lung der bei­den Rich­tun­gen ver­an­schau­li­che, wobei die Rich­tung hier durch zwei klei­ne Pfei­le ange­ge­ben ist: Das Bild → der Frau, hier geht es um das Bild, auf dem eine Frau dar­ge­stellt ist, Geni­ti­vus objec­tivus. Das Bild ← der Frau, hier geht es um das Bild, das von einer Frau gemalt wur­de oder das ihr gehört, Geni­ti­vus sub­jec­tivus.
Sie kön­nen sich dar­in üben, das ist immer nütz­lich. La loi du tali­on, das Gesetz des Tali­on, was ich ohne wei­te­re Erläu­te­rung dar­un­ter geschrie­ben habe, das kann zwei Bedeu­tun­gen haben: das Gesetz, näm­lich das Tali­on, ich erlas­se es als Gesetz; oder das, was vom Tali­on als Gesetz arti­ku­liert wird, also „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Das ist nicht das­sel­be.
Wor­auf ich Sie auf­merk­sam machen möch­te, ist dies, dass La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus – und was ich aus­füh­ren möch­te, soll dazu die­nen, es Sie ent­de­cken zu las­sen, in dem Sinn, den ich soeben prä­zi­siert habe, also der klei­ne Pfeil –, dass La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus neu­tral ist. La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus, das hat die Raf­fi­nes­se, dass das, was vom Phal­lus deno­tiert wird, das Ver­mö­gen der signi­fi­ca­ti­on ist, das Ver­mö­gen der Bedeu­tung, der Bedeu­tungs­ge­bung.
Die­ses Φx ist also kei­ne Funk­ti­on vom gewöhn­li­chen Typ, es ist viel­mehr das, was bewirkt, dass, unter der Bedin­gung, sich sei­ner zu bedie­nen – um es hier als Argu­ment für etwas ein­zu­set­zen, was zunächst kei­nen Sinn haben muss –, nur unter der Bedin­gung, es mit einem Pros­dio­ris­mus zu ver­bin­den, mit „es exis­tiert“ oder mit „alle“, unter die­ser Bedin­gung, wonach nur der Pros­dio­ris­mus – der selbst ein Ergeb­nis der Erfor­schung der logi­schen Not­wen­dig­keit ist und nichts ande­res –, wonach nur das [Argu­ment], das von die­sem Pros­dio­ris­mus erfasst wird, die Bedeu­tung des Man­nes oder der Frau annimmt, je nach­dem, wel­cher Pros­dio­ris­mus gewählt wird, sei es das „es exis­tiert“ oder das „es exis­tiert nicht“ oder das „alle“ oder das „nicht alle“.
Den­noch ist klar, dass wir nicht unbe­rück­sich­tigt las­sen kön­nen, was durch eine logi­sche Not­wen­dig­keit in der Aus­ein­an­der­set­zung mit den gan­zen Zah­len pro­du­ziert wor­den ist, und dies aus dem Grund, von dem ich aus­ge­gan­gen bin, näm­lich dass die­se nach­träg­li­che Not­wen­dig­keit die Unter­stel­lung des­sen impli­ziert, was als sol­ches inexis­tiert. Nun ist bemer­kens­wert, dass Fre­ge bei der Unter­su­chung der gan­zen Zahl, bei dem Ver­such, ihre logi­sche Gene­se auf­zu­zei­gen, tat­säch­lich dazu gebracht wur­de, die Zahl 1 auf den Begriff der Inexis­tenz zu grün­den.
Man muss sagen, da er dahin gebracht wur­de, muss man wohl glau­ben, dass ihm das, was bis dahin im Umlauf war zur Fra­ge, wor­auf sich die 1 grün­det, dass ihm das kei­ne Befrie­di­gung ver­schaff­te, kei­ne Befrie­di­gung als Logi­ker. Klar ist, dass man sich eine gan­ze Zeit lang mit Weni­gem zufrie­den gab. Man hielt das für nicht so schwie­rig: Es gibt meh­re­re davon, es gibt |{57} vie­le davon – also zählt man sie. Das wirft natür­lich, was das Auf­tre­ten der gan­zen Zahl angeht, unlös­ba­re Pro­ble­me auf.
Denn wenn es nur dar­um geht, was man am bes­ten mit einem Zei­chen machen soll­te, um sie zu zäh­len – das gibt es ja. Man hat mir da so ein klei­nes Buch gebracht, um mir zu zei­gen, wie es –; dar­über es gibt es ein ara­bi­sches Gedicht, ein Gedicht, das in Ver­sen angibt, was man mit dem klei­nen Fin­ger tun muss, dann mit dem Zei­ge­fin­ger und mit dem Ring­fin­ger und mit eini­gen ande­ren, um das Zahl­zei­chen zu ver­brei­ten.
Aber genau des­halb, weil man Zei­chen geben muss, heißt das ja, dass die Zahl eine ande­re Art von Exis­tenz haben muss als die, dass man bei­spiels­wei­se jede der hier anwe­sen­den Per­so­nen ein­fach bezeich­net, und sei es jedes Mal mit einem Schrei.
Damit die­se Per­so­nen den Wert Eins haben, muss man sie – wie man immer schon bemerkt hat – all ihrer Qua­li­tä­ten berau­ben, ohne Aus­nah­me. Und was bleibt dann übrig?
Natür­lich hat es eini­ge Phi­lo­so­phen gege­ben, „Empi­ris­ten“ genannt, die sich, um das zu arti­ku­lie­ren, klei­ner Gegen­stän­de bedient haben, etwa klei­ner Kugeln; am bes­ten ist da natür­lich ein Rosen­kranz. Damit wird das Pro­blem der Emer­genz der 1 jedoch ganz und gar nicht gelöst.
Von einem gewis­sen Leib­niz wur­de das klar gese­hen; er glaub­te – wie das sich ja auf­drängt –, man müs­se von der Iden­ti­tät aus­ge­hen, und das heißt, man müs­se zunächst Fol­gen­des set­zen:
und glaub­te, das Pro­blem gelöst zu haben, indem er zeig­te, dass man, wenn man jede die­ser Defi­ni­tio­nen auf die vor­her­ge­hen­de redu­ziert, dass man dann bewei­sen kön­ne, dass 2 und 2 gleich 4 ist.
Unglück­li­cher­wei­se gibt es da ein klei­nes Hin­der­nis, das die Logi­ker des neun­zehn­ten Jahr­hun­derts schnell gese­hen haben, näm­lich dass sei­ne Beweis­füh­rung nur unter der Vor­aus­set­zung gül­tig ist, dass man die Klam­mer ver­nach­läs­sigt, mit wel­cher 2 = 1 + 1 not­wen­di­ger­wei­se ver­se­hen wer­den muss, also die Klam­mer, von der das (1 + 1) ein­ge­schlos­sen ist, und dass es not­wen­dig ist – was er über­sieht –, dass es not­wen­dig ist, das Axi­om auf­zu­stel­len, dass (a + b) + c = a + (b + c).
Es ist gewiss, dass die­ses Ver­säum­nis von­sei­ten eines Logi­kers wie Leib­niz, der nun wirk­lich ein Logi­ker war, durch­aus eine Erklä­rung ver­dient und dass es in bestimm­ter Hin­sicht durch etwas begrün­det ist. Wie auch immer, dass dies|{58} aus­ge­las­sen wur­de, ist vom Stand­punkt des Logi­kers aus hin­rei­chend, um die Leibniz’sche Gene­se zurück­wei­sen zu las­sen. Wobei hin­zu kommt, dass sie kei­ner­lei Grund­la­ge für das bie­tet, wor­um es bei der 0 geht.
Ich wei­se Sie hier nur dar­auf hin, von wel­cher Kon­zep­ti­on des Begriffs aus – des Begriffs, von dem ange­nom­men wird, dass er etwas deno­tiert –, von wel­cher Kon­zep­ti­on des Begriffs aus man sie [die Begrif­fe] wäh­len muss, damit das hin­haut. Man kann jedoch nicht sagen, die Deno­ta­ti­ons­kraft der von ihm gewähl­ten Begrif­fe – Satel­li­ten des Mars und des Jupi­ter – wäre nicht aus­rei­chend, um sagen zu kön­nen, mit jedem von ihnen sei eine Anzahl ver­bun­den.
Den­noch, der Bestand der Zahl lässt sich nur sichern, wenn man von der Gleich­zah­lig­keit der Gegen­stän­de aus­geht, die unter einen Begriff fal­len.
Die Abfol­ge der Zah­len kann hier­nach nur durch einen Kniff gelie­fert wer­den, der dar­in besteht, dass man ent­ge­gen­ge­setzt wie Leib­niz vor­geht, näm­lich so, dass man von jeder Zahl 1 abzieht und dann sagt, dies sei der Vor­gän­ger, der Begriff der Anzahl, her­vor­ge­gan­gen aus dem Begriff. Die Vor­gän­ger­an­zahl, das ist die, wel­che – abge­se­hen von einem Gegen­stand, der dem Begriff einer bestimm­ten Anzahl als Stüt­ze dient –, das ist der Begriff, der, abge­se­hen von die­sem Gegen­stand, mit einer Anzahl iden­tisch ist, die eben dadurch cha­rak­te­ri­siert ist, dass sie mit der vor­her­ge­hen­den nicht iden­tisch ist, sagen wir mit Aus­nah­me von 1.
Auf die­se Wei­se schrei­tet Fre­ge zurück bis zur Kon­zep­ti­on des Begriffs als einer Lee­re, die kei­nen Gegen­stand ent­hält, was nicht etwa der Begriff des Nichts ist – da er Begriff ist –, son­dern des Inexis­tie­ren­den, und dass dies eben als das auf­zu­fas­sen ist, was er für das Nichts hält, also der Begriff, des­sen Anzahl gleich 0 wäre, und den er glaubt, durch die For­mu­lie­rung des fol­gen­den Argu­ments defi­nie­ren zu kön­nen:
x ungleich x, x ≠ x
das heißt: ungleich mit sich selbst, das heißt etwas, das eine sicher­lich äußerst pro­ble­ma­ti­sche Deno­ta­ti­on ist. Denn was errei­chen wir damit? Wenn es stimmt, dass das Sym­bo­li­sche das ist, was ich dar­über sage, näm­lich ganz und gar im Spre­chen, dass es kei­ne Meta­spra­che gibt – von wo aus kann man dann in der Spra­che einen Gegen­stand bezeich­nen, für den gesi­chert wäre, dass er mit sich selbst nicht ungleich wäre?
Nichts­des­to­we­ni­ger baut Fre­ge auf die­ser Hypo­the­se die Kon­zep­ti­on auf, dass dem Begriff „gleich 0“ eine ande­re Anzahl zukommt [näm­lich die Anzahl 1] – ent­spre­chend der For­mel, die er zunächst als die der Vor­gän­ger­zahl ange­ge­ben hat­te –, dass ihm eine Anzahl zukommt, die sich von der defi­nier­ten Anzahl 0 unter­schei­det, die er mehr oder weni­ger für das Nichts hält, also die­je­ni­ge Anzahl, der nicht die Gleich­heit mit 0 zukommt, son­dern die Anzahl 0.
Von daher bezieht sich das dar­auf, dass der Begriff, dem die Anzahl Null zukommt, dar­auf beruht, dass es sich um das han­delt, was mit 0 iden­tisch und zugleich nicht iden­tisch ist, und dass der Begriff, der ganz ein­fach mit Null iden­tisch ist, als ihr Nach­fol­ger auf­ge­fasst wird und als sol­cher gleich 1 ist.
Die Sache grün­det sich auf den Aus­gangs­punkt der bereits erwähn­ten Gleich­zah­lig­keit. Es ist klar, dass die Gleich­zah­lig­keit des Begriffs, unter den qua Inexis­tenz kein Gegen­stand fällt, stets mit sich selbst gleich ist. Zwi­schen 0 und 0 – kei­ne Dif­fe­renz. Auf die­ses kei­ne Dif­fe­renz ver­sucht Fre­ge auf sol­che Wei­se die 1 zu grün­den.
{59} Und dies, die­se Errun­gen­schaft, bleibt für uns in jeder Wei­se wert­voll, inso­fern sie uns die 1 als das lie­fert, was wesent­lich – hören Sie gut auf das, was ich sage –, was wesent­lich der Signi­fi­kant der Inexis­tenz ist.
Aller­dings, ist denn gewiss, dass die 1 sich dar­auf grün­den kann?
Sicher­lich könn­te die Dis­kus­si­on auf rein Frege’schen Wegen fort­ge­setzt wer­den. Ich habe jedoch geglaubt, zu Ihrer Erhel­lung etwas repro­du­zie­ren zu müs­sen, wovon man sagen kann, dass es in kei­nem Ver­hält­nis zur [Begrün­dung der] gan­zen Zahl steht, näm­lich das arith­me­ti­sche Drei­eck.
Arith­me­ti­sches Drei­eck
Das arith­me­ti­sche Drei­eck ist fol­gen­der­ma­ßen orga­ni­siert. Es geht, als Gege­ben­heit, von der Fol­ge der gan­zen Zah­len aus.
Arith­me­ti­sches Drei­eck mit Addi­ti­ons­li­nie
Jeder Term, der geschrie­ben wer­den soll, wird ohne wei­te­ren Kom­men­tar gebil­det, es geht um das, was unter dem Strich steht, näm­lich durch Addi­ti­on – Sie wer­den bemer­ken, dass ich noch nie von der Addi­ti­on gespro­chen habe, nicht mehr als Fre­ge –, durch Addi­ti­on der fol­gen­den bei­den Zif­fern: der­je­ni­gen, die unmit­tel­bar links davon steht, und der­je­ni­gen, die links und dar­über steht.
Sie wer­den leicht fest­stel­len kön­nen, dass es hier um etwas geht, wodurch uns Fol­gen­des gelie­fert wird, bei­spiels­wei­se wenn wir eine gan­ze Zahl von Punk­ten haben, die wir „Mona­den“ nen­nen wol­len, die uns auto­ma­tisch das lie­fert, wor­um es geht, wenn eine gewis­se Zahl die­ser Punk­te gege­ben ist, näm­lich die Zahl der Unter­men­gen, die in der Men­ge, die all die­se Punk­te umfasst, aus­ge­hend von einer belie­bi­gen Zahl gebil­det wer­den kön­nen, die so gewählt wird, dass sie unter der gan­zen Zahl steht, um die es geht.
Das ist bei­spiels­wei­se so, das Sie, wenn Sie hier die Linie der Dya­de neh­men:
wenn Sie auf eine Dya­de tref­fen, erhal­ten Sie unmit­tel­bar, dass es in der Dya­de zwei Mona­den gibt.
[Pri­ce fügt hier in sei­ner eng­li­schen Über­set­zung Fol­gen­des ein (d.h. er bezieht sich auf die Spal­te):
Es ist nicht schwer, sich eine Dya­de vor­zu­stel­len, das ist ein Strich mit zwei Enden, einem Anfang und einem Ende.
{60} Und dann, wenn Sie fra­gen, wor­um es – neh­men wir etwas Unter­halt­sa­me­res –, wor­um es bei der Tet­ra­de geht. Sie erhal­ten eine Tet­ra­de
0, 1, 5, 15 …
und Sie erhal­ten vier Mög­lich­kei­ten von Tria­den, anders gesagt, um es für Sie zu ver­bild­li­chen, vier Flä­chen des Tetra­eders:
0, 1, 4, 10, 20 …
Dann erhal­ten Sie sechs Dya­den, näm­lich die sechs Kan­ten des Tetra­eders:
0, 1, 3, 6, 10, 15 …
und Sie erhal­ten die vier Ecken einer Mona­de:
[Pri­ce fügt hier ein:
Dies um zu stüt­zen, was nur in der Begriff­lich­keit von Unter­men­gen aus­ge­drückt wer­den muss.
Es ist klar, dass Sie sehen, dass in dem Maße, in dem die gan­ze Zahl grö­ßer wird, die Zahl der Unter­men­gen, die sich dar­in her­stel­len kön­nen, sehr schnell die gan­ze Zahl selbst bei wei­tem über­schrei­tet:
Das ist jedoch nicht das, was uns inter­es­siert. Son­dern ein­fach dies, dass es, um durch die­ses Ver­fah­ren von der Fol­ge der gan­zen Zah­len Rechen­schaft able­gen zu kön­nen, not­wen­dig war, dass ich von dem |{61} aus­ge­he, was genau am Ursprung des­sen liegt, was Fre­ge gemacht hat, Fre­ge der dazu kommt, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die Anzahl, die Anzahl der Gegen­stän­de, die unter einen Begriff fal­len – als Begriff der Anzahl, näm­lich der Zahl N –, von sich her das sein wird, wodurch die Nach­fol­ger­zahl gebil­det wird. Anders gesagt, wenn sie von Null aus zäh­len:
0, 1, 2, 3, 4, 5, 6 …
wird das immer das erge­ben, was hier ist, näm­lich 7 – und zwar 7 von was? 7 von dem, was ich inexis­tent genannt habe, da es die Grund­la­ge der Wie­der­ho­lung ist.
Um den Regeln die­ses Drei­ecks zu genü­gen, ist außer­dem not­wen­dig, dass die 1, die sich hier wie­der­holt, von irgend­wo­her auf­taucht.
Und da wir die­ses Drei­eck über­all mit 0 ein­ge­rahmt haben:
0, 1, 1, 1, 1, 1 …
gibt es also hier einen Punkt, einen Punkt, der auf der Ebe­ne der Linie der 0 zu ver­or­ten ist, einen Punkt, der 1 ist und der was arti­ku­liert? Etwas, das bei der Gene­se der 1 unbe­dingt unter­schie­den wer­den muss, näm­lich genau die Unter­schei­dung des kei­ne Dif­fe­renz zwi­schen all die­sen Nul­len, aus­ge­hend von der Gene­se des­sen, was sich wie­der­holt, was sich jedoch als inexis­tent wie­der­holt:
0, 1, 0, 0, 0, 0 …
Fre­ge lie­fert also eine Begrün­dung nicht für die Fol­ge der gan­zen Zah­len, son­dern für die Mög­lich­keit der Wie­der­ho­lung. Die Wie­der­ho­lung wird zuerst gesetzt als Wie­der­ho­lung der 1, qua 1 der Inexis­tenz.
Gibt es nicht – ich kann hier nur die Fra­ge auf­wer­fen –, gibt es nicht etwas, das nahe­legt, dass wir aus dem Grun­de, weil es nicht nur eine 1 gibt, son­dern einer­seits die 1, die sich wie­der­holt, und ande­rer­seits die 1, die in der Fol­ge der gan­zen Zah­len gesetzt wird, dass wir des­halb in die­ser Kluft etwas fin­den müs­sen, das in den Bereich des­sen gehört, was wir befragt haben, als wir, als not­wen­di­ges Kor­re­lat zur Fra­ge der logi­schen Not­wen­dig­keit, die Grund­la­ge der Inexis­tenz pos­tu­liert haben?
{49}[1] An der Tafel
{50} L’art, l’art de pro­du­i­re une néces­sité de dis­cours, tel­le est la der­niè­re fois la for­mu­le que j’ai glis­sée, plu­tôt que pro­po­sée, de ce que c’est que la logi­que.
Die Kunst, eine Dis­kurs­not­wen­dig­keit zu pro­du­zie­ren, das ist die For­mel, die ich beim letz­ten Mal eher habe ein­flie­ßen las­sen statt sie zu behaup­ten, eine For­mel dar­über, was Logik ist.3
Je vous ai quit­tés dans le bro­u­ha­ha de tout un cha­cun qui se levait, pour vous fai­re remar­quer qu’il ne suf­fi­sait pas que Freud ait noté com­me carac­tè­re de l’inconscient, qu’il nég­li­ge, qu’il fait bon mar­ché du princi­pe de con­tra­dic­tion pour que – com­me se l’imaginent quel­ques psy­chana­lys­tes – la logi­que n’ait rien à fai­re dans son éluci­da­ti­on.
Ich habe Sie in dem Lärm ver­las­sen, als alle auf­stan­den und ich Sie dar­auf hin­wies, dass es nicht genügt, dass Freud als Merk­mal des Unbe­wuss­ten fest­hält, dass es den Satz vom Wider­spruch ver­nach­läs­sigt und ihm kei­ne beson­de­re Auf­merk­sam­keit schenkt, dass dies nicht dafür genügt, dass die Logik, wie eini­ge Psy­cho­ana­ly­ti­ker sich das vor­stel­len, mit der Auf­klä­rung des Unbe­wuss­ten nichts zu tun hat.
S’il y a dis­cours, dis­cours qui méri­te de s’épingler de la |[2] nou­vel­le insti­tu­ti­on ana­ly­tique, il est plus que pro­bable que, com­me pour tout aut­re dis­cours, sa logi­que doi­ve se déga­ger.
Wenn es einen Dis­kurs gibt, der es ver­dient, durch die neue ana­ly­ti­sche Insti­tu­ti­on fixiert zu wer­den, dann ist, wie bei jedem ande­ren Dis­kurs, mehr als wahr­schein­lich, dass sei­ne Logik her­aus­ge­löst wer­den kann.
Je rap­pel­le au pas­sa­ge que le dis­cours, c’est ce dont le moins qu’on puis­se dire est que le sens res­te voi­lé.
Am Ran­de möch­te ich dar­an erin­nern, dass der Dis­kurs – das ist das Min­des­te, was man sagen kann –, dass der Dis­kurs so ist, dass der Sinn ver­schlei­ert bleibt.
À vrai dire, ce qui le con­sti­tue est très pré­cis­é­ment fait de l’absence de sens.
Um es klar zu sagen, das, was ihn kon­sti­tu­iert, ist eben aus der Abwe­sen­heit von Sinn gemacht.
Aucun dis­cours qui ne doi­ve rece­voir son sens d’un aut­re.
Kein Dis­kurs, der sei­nen Sinn nicht von einem ande­ren Dis­kurs emp­fan­gen müss­te.
Et s’il est vrai que l’apparition d’une nou­vel­le struc­tu­re de dis­cours prend sens, ce n’est pas seu­le­ment de le rece­voir.
Und wenn es stimmt, dass das Erschei­nen einer neu­en Dis­kurs­struk­tur Sinn annimmt, dann nicht nur von daher, ihn zu emp­fan­gen.
C’est aus­si bien s’il appa­raît que ce dis­cours ana­ly­tique, tel que je vous l’ai situé l’année der­niè­re, repré­sen­te le der­nier glis­se­ment sur une struc­tu­re tétra­di­que, quadri­po­de, com­me je l’ai appe­lé dans un tex­te publié ail­leurs.
Es ist auch so, dass der ana­ly­ti­sche Dis­kurs, wie ich ihn für Sie im letz­ten Jahr ver­or­tet habe, dass die­ser Dis­kurs, wenn er erscheint, das letz­te Glei­ten in einer Struk­tur reprä­sen­tiert, die tet­ra­disch ist, quadri­po­disch, wie ich das in einem anders­wo ver­öf­fent­lich­ten Text genannt habe.4
Par le der­nier glis­se­ment de ce qui s’articule au nom de la signi­fi­an­ce il devi­ent sen­si­ble que quel­que cho­se d’original se pro­du­it de ce cer­cle qui se fer­me.
Durch das letz­te Glei­ten des­sen, was im Namen der Signi­fi­kanz arti­ku­liert wird, wird spür­bar, dass dadurch, dass der Kreis sich schließt, etwas Neu­ar­ti­ges pro­du­ziert wird.
L’art de pro­du­i­re – ai-je dit – une néces­sité de dis­cours, c’est aut­re cho­se que cet­te néces­sité elle-même.
Die Kunst, eine, wie ich gesagt habe, Dis­kurs­not­wen­dig­keit zu pro­du­zie­ren, ist etwas ande­res als die­se Not­wen­dig­keit selbst.
La néces­sité logi­que – réflé­chis­sez-y, il ne sau­rait y en avoir d’autre – est le fruit de cet­te pro­duc­tion.
Die logi­sche Not­wen­dig­keit – den­ken Sie dar­über nach, eine ande­re kann es nicht geben – ist die Frucht die­ser Pro­duk­ti­on.
La néces­sité, anan­kē, ne com­mence qu’à l’être par­lant, et aus­si bien tout ce qui a pu en appa­raît­re s’en pro­du­i­re, est tou­jours le fait d’un dis­cours.
Die Not­wen­dig­keit, anan­kē, beginnt erst mit dem spre­chen­den Wesen, und eben­so ist all das, was dadurch, wie es scheint, pro­du­ziert wer­den konn­te, immer das Fak­tum eines Dis­kur­ses.5
Si c’est bien ce dont il s’agit dans la tra­gé­die, c’est bien pour autant que la tra­gé­die se con­cré­ti­se com­me le fruit d’une néces­sité qui n’est point aut­re – c’est évi­dent, car il ne s’y agit que d’êtres par­lants – d’une néces­sité, dis-je, que logi­que.
Wenn es dar­um in der Tra­gö­die geht, dann des­halb, weil die Tra­gö­die sich als Frucht einer Not­wen­dig­keit kon­kre­ti­siert, die kei­ne ande­re ist – das ist evi­dent, denn es han­delt sich hier nur um spre­chen­de Wesen –, die Frucht einer Not­wen­dig­keit, die, wie ich sage, kei­ne ande­re ist als die logi­sche.
Rien – il me sem­ble – n’apparaît ail­leurs que chez l’être par­lant de ce qui est pro­pre­ment de anan­kē.
Nichts von dem, was wirk­lich zur anan­kē gehört, erscheint, so den­ke ich, anders­wo als beim spre­chen­den Wesen.
C’est aus­si bien pour cela que Des­car­tes ne fai­sait des ani­maux que des auto­ma­tes.
Und eben des­halb begriff Des­car­tes die Tie­re nur als Auto­ma­ten.6
En quoi sûre­ment il s’agit d’une illu­si­on, illu­si­on dont nous mon­tre­rons l’incidence au pas­sa­ge, à |{51} pro­pos de ce que nous allons – de cet art de pro­du­i­re une néces­sité de dis­cours – de ce que nous allons – je vais l’essayer – essay­er de fray­er.
Wobei es sich natür­lich um eine Illu­si­on han­delt, um eine Illu­si­on, deren Aus­wir­kung wir am Ran­de auf­zei­gen wer­den, bezo­gen auf das, was wir von der Kunst, eine Dis­kurs­not­wen­dig­keit zu pro­du­zie­ren, was wir – ich wer­de es ver­su­chen –, was wir ver­su­chen wer­den anzu­bah­nen.
« Pro­du­i­re », au dou­ble sens : de démon­trer ce qui était là avant.
Pro­du­zie­ren im dop­pel­ten Sin­ne, [ers­tens im Sin­ne von:] demons­trie­ren, [d.h.] etwas, das bereits da war, vor­wei­sen. 7,
C’est bien en cela déjà qu’il n’est point sûr que quel­que cho­se ne se reflè­te, ne con­ti­en­ne l’amorce de la néces­sité dont il s’agit dans le préal­ab­le, dans le préal­ab­le de l’existence ani­ma­le.
Bereits hier­bei ist kei­nes­wegs sicher, dass nicht etwas einen Ansatz der Not­wen­dig­keit, um die es im Vor­gän­gi­gen der tie­ri­schen Exis­tenz geht, in sich reflek­tiert, in sich ent­hält.
Mais fau­te de démons­tra­ti­on, ce qui est à pro­du­i­re doit en effet être tenu pour être avant inexi­s­tant.
Fehlt jedoch die Demons­tra­ti­on, muss von dem, was zu pro­du­zie­ren ist, ange­nom­men wer­den, dass es zuvor inexis­tent war.
Aut­re sens, sens de pro­du­i­re, celui sur lequel tou­te une recher­che issue de l’élaboration d’un dis­cours déjà con­sti­tué – dit le dis­cours du Maît­re – a déjà avan­cé sous le ter­me de : réa­li­ser par un tra­vail.
Die ande­re Bedeu­tung von pro­du­zie­ren, für die eine umfang­rei­che For­schung – her­vor­ge­gan­gen aus der Aus­ar­bei­tung eines bereits kon­sti­tu­ier­ten Dis­kur­ses, „Dis­kurs des Herrn“ genannt – bereits den fol­gen­den Aus­druck geprägt hat: durch eine Arbeit ver­wirk­li­chen.8
C’est bien en quoi con­sis­te ce qui se fait de… pour autant que je suis moi-même le logi­ci­en en ques­ti­on, le pro­du­it de l’émergence de ce nou­veau |[3] dis­cours, que la pro­duc­tion au sens de démons­tra­ti­on peut être devant vous ici annon­cée.
Dar­in besteht das, was sich von daher ergibt –; inso­fern ich selbst der Logi­ker bin, um den es geht – Pro­dukt der Emer­genz die­ses neu­en Dis­kur­ses –, kann die Pro­duk­ti­on im Sin­ne des Demons­trie­rens hier vor Ihnen ange­kün­digt wer­den.
Ce qui doit être sup­po­sé avoir été déjà là, par la néces­sité de la démons­tra­ti­on, pro­du­it de la sup­po­si­ti­on de la néces­sité de tou­jours, mais aus­si jus­tement témoi­gnait de la – pas moind­re – néces­sité du tra­vail, de l’actualiser.
Das, wovon ange­nom­men wer­den muss, bereits dage­we­sen zu sein – durch die Not­wen­dig­keit der Demons­tra­ti­on, Pro­dukt der Unter­stel­lung der immer schon bestehen­den Not­wen­dig­keit –, zeug­te jedoch auch von der nicht gerin­ge­ren Not­wen­dig­keit, es durch Arbeit zu aktua­li­sie­ren.
Mais dans ce moment d’émergence, cet­te néces­sité don­ne du même coup la preuve qu’elle ne peut être d’abord sup­po­sée qu’au tit­re de l’inexi­s­tant.
In die­sem Moment des Auf­tau­chens lie­fert die­se Not­wen­dig­keit jedoch zugleich den Beweis, dass sie zunächst nur als Inexis­ten­tes ange­nom­men wer­den kann.
Qu’est-ce donc la néces­sité ?
Was also ist die Not­wen­dig­keit?
Non, ce qu’il faut dire ce n’est pas ce donc mais qu’est et direc­te­ment, ce ce donc com­portant en soi trop d’être.
Nein – was gesagt wer­den muss, ist nicht was also, son­dern was ist, und zwar direkt, da die­ses was also zu viel an Sein mit sich führt.
C’est direc­te­ment Qu’est la néces­sité ? tel­le que du fait même de la pro­du­i­re elle ne puis­se, avant d’être pro­du­i­te, qu’être sup­po­sée inexi­s­tan­te, ce qui veut dire posée com­me tel­le dans le dis­cours.
Das ist direkt Was ist die Not­wen­dig­keit?, so wie sie von daher, dass sie pro­du­ziert wird und solan­ge sie nicht pro­du­ziert wor­den ist, nur als inexis­tent ange­nom­men wer­den kann, das heißt als etwas, das im Dis­kurs gesetzt wird.
Il y a répon­se à cet­te ques­ti­on com­me à tou­te, à tou­te ques­ti­on, pour la rai­son qu’on ne la pose, com­me tou­te ques­ti­on, qu’à avoir déjà la répon­se.
Es gibt eine Ant­wort auf die­se Fra­ge, wie auf jede Fra­ge, aus dem Grun­de, weil man sie wie jede Fra­ge nur des­halb stellt, weil man die Ant­wort bereits hat.
Vous l’avez donc, même si vous ne le savez pas.
Sie haben Sie also, auch wenn Sie es nicht wis­sen.
Ce qui répond à cet­te ques­ti­on Qu’est la néces­sité ? c’est ce qu’à fai­re logi­que­ment, même si vous ne le savez pas, dans vot­re bri­co­la­ge de tous les jours, ce bri­co­la­ge qu’un cer­tain nombre ici – d’être avec moi en ana­ly­se, il y en a quel­ques uns, bien sûr pas tous [Geläch­ter] – vien­nent me con­fier sans pou­voir prend­re d’ailleurs, avant un cer­tain pas fran­chi, le sen­ti­ment de ce qu’à le fai­re, de venir me voir, ils me sup­po­sent être moi-même – ce bri­co­la­ge.
Das, was auf die Fra­ge Was ist die Not­wen­dig­keit? ant­wor­tet, ist das, was Sie, auch wenn Sie es nicht wis­sen, in ihrem all­täg­li­chen Durch­wursch­teln logisch tun, in dem Durch­wursch­teln, das eine Rei­he von Ihnen mir anver­traut, da sie mit mir in Ana­ly­se sind – das sind eini­ge, natür­lich nicht alle [Geläch­ter] –, übri­gens ohne dass sie, bevor sie nicht einen bestimm­ten Schritt getan haben, ein Gefühl dafür bekom­men kön­nen, dass sie mir, wenn sie das tun und mich auf­su­chen, dass sie mir damit unter­stel­len, selbst die­ses Durch­wursch­teln zu sein.
À le fai­re donc, c’est-à-dire tous, même ceux qui ne me le con­fi­ent pas, ils répon­dent déjà.
Indem sie also die­ses Durch­wursch­teln betrei­ben, das heißt alle, selbst die­je­ni­gen, die es mir nicht anver­trau­en, ant­wor­ten sie bereits.
À le répé­ter tout sim­ple­ment, ce bri­co­la­ge, de façon inlas­sa­ble.
Indem sie die­ses Durch­wursch­teln ganz ein­fach wie­der­ho­len, und zwar unab­läs­sig.
C’est ce qu’on appel­le : le sym­ptô­me à un cer­tain niveau, à un aut­re : l’automatisme, ter­me peu prop­re mais dont l’histoire peut rend­re comp­te.
Das ist das, was man auf einer bestimm­ten Ebe­ne als Sym­ptom bezeich­net, auf einer ande­ren als Wie­der­ho­lungs­zwang9, als auto­ma­tis­me, was kein beson­ders geeig­ne­ter Aus­druck ist, der durch sei­ne Geschich­te jedoch erklär­lich ist.10
{52} Vous réa­li­sez à chaque instant – pour autant que l’inconscient exis­te – la démons­tra­ti­on dont se fon­de l’inexistence com­me préal­ab­le du néces­saire.
Inso­fern das Unbe­wuss­te exis­tiert, rea­li­sie­ren Sie in jedem Augen­blick die Demons­tra­ti­on, auf die sich die Inexis­tenz als Vor­aus­set­zung des Not­wen­di­gen grün­det.
C’est l’inexistence de ce qui est au princi­pe du sym­ptô­me, c’est sa con­si­s­tan­ce même au dit sym­ptô­me, depuis que le ter­me, d’avoir émer­gé avec Marx, a pris sa val­eur, ce qui est au princi­pe du sym­ptô­me c’est à savoir l’inexistence de la vérité qu’il sup­po­se, quoiqu’il en mar­que la place.
Das ist die Inexis­tenz des­sen, was Prin­zip des Sym­ptom ist, das ist das, was die Kon­sis­tenz besag­ten Sym­ptoms aus­macht, seit der Aus­druck, als er mit Marx auf­tauch­te, sei­nen Wert ange­nom­men hat, die Inexis­tenz des­sen also, was Prin­zip des Sym­ptoms ist, näm­lich die Inexis­tenz der Wahr­heit, die es unter­stellt, auch wenn es ihren Platz mar­kiert.
Voi­là pour le sym­ptô­me en tant qu’il se rat­ta­che à la vérité qui n’a plus cours.
Dies also zum Sym­ptom, inso­fern es sich mit der Wahr­heit ver­bin­det, die nicht mehr in Umlauf ist.
À ce tit­re l’on peut dire que com­me n’importe qui qui sub­sis­te dans l’âge moder­ne, aucun de vous n’est étran­ger à ce mode de la répon­se.
Von daher kann man sagen, dass – wie jedem, der in der Moder­ne sein Aus­kom­men fin­det – nie­man­dem von Ihnen die­se Art Ant­wort fremd ist.
Dans le second cas, le dit auto­ma­tis­me, c’est l’inexistence de la jouis­sance que l’automatisme dit « de répé­ti­ti­on » fait venir au jour, de |[4] l’insistance de ce pié­ti­ne­ment à la por­te qui se dési­gne com­me sor­tie vers l’existence.
Was den zwei­ten Fall angeht, den erwähn­ten auto­ma­tis­me, so ist es die Inexis­tenz der Lust, die der soge­nann­te Wie­der­ho­lungs­zwang ans Licht kom­men lässt, in dem Insis­tie­ren, mit dem hier gegen die Tür getre­ten wird, die als Aus­gang zur Exis­tenz bezeich­net wird.
Seu­le­ment, au-delà, ce n’est pas tout à fait ce qu’on appel­le une exis­tence qui vous attend, c’est la jouis­sance tel­le qu’elle opè­re com­me néces­sité de dis­cours et elle n’opère, vous le voy­ez, que com­me inexis­tence.
Aller­dings erwar­tet Sie jen­seits kei­nes­wegs das, was man eine Exis­tenz nennt, viel­mehr ist es die Lust in der Art, wie sie als Dis­kurs­not­wen­dig­keit ope­riert, und sie ope­riert, wie Sie sehen, nur als Inexis­tenz.
Seu­le­ment voi­là, à vous rap­pe­ler ces ritour­nel­les, ces ren­gai­nes que je fais bien sûr dans le des­sein de vous ras­su­rer, de vous don­ner le sen­ti­ment que je ne ferai là qu’apporter des spee­ches sur ce dans quoi… au nom de ceci qui aurait cer­tai­ne sub­s­tan­ce, la jouis­sance, la vérité en l’occasion tel­le qu’elle serait prô­née dans Freud.
Nur, wenn ich Sie an die alten Lie­der erin­ne­re, an die alten Schla­ger, dann tue ich das natür­lich in der Absicht, Sie zu beru­hi­gen, in der Absicht, Ihnen das Gefühl zu geben, dass ich hier nichts ande­res tun wer­de als spee­ches zu lie­fern über das –, wor­in –, im Namen des­sen, was eine gewis­se Sub­stanz hät­te, im Namen der Lust, wobei die Wahr­heit so wäre, wie sie bei Freud gerühmt wird.
Il n’en res­te pas moins qu’à vous en tenir là, ce n’est pas à l’os de la struc­tu­re que vous pou­vez vous réfé­rer.
Aller­dings, wenn Sie sich dar­an hal­ten, kön­nen Sie sich nicht auf den Kno­chen der Struk­tur bezie­hen.
Qu’est la néces­sité – ai-je dit – qui s’instaure d’une sup­po­si­ti­on d’inexistence ?
Was ist die Not­wen­dig­keit, so habe ich gefragt, die von einer Unter­stel­lung der Inexis­tenz her eta­bliert wird?
Dans cet­te ques­ti­on, ce n’est pas ce qui est inexi­s­tant qui comp­te, c’est jus­tement la sup­po­si­ti­on d’inexistence, laquel­le n’est que con­séquence de la pro­duc­tion de la néces­sité.
Bei die­ser Fra­ge zählt nicht das, was inexis­tent ist, son­dern die Unter­stel­lung der Inexis­tenz, die nur eine Fol­ge der Pro­duk­ti­on der Not­wen­dig­keit ist.
L’inexistence ne fait ques­ti­on que d’avoir déjà répon­se – dou­ble cer­tes – de la jouis­sance et de la vérité.
Mais elle inexis­te déjà.
Sie inexis­tiert jedoch bereits.
Ce n’est pas par la jouis­sance ni par la vérité que l’inexistence prend sta­tut, qu’elle peut inexis­ter, c’est-à-dire venir au sym­bo­le qui la dési­gne com­me inexis­tence, non pas au sens de ne pas avoir d’existence, mais de n’être exis­tence que du sym­bo­le qui la ferait inexi­s­tan­te, et qui lui exis­te.
Die Inexis­tenz erhält ihren Sta­tus nicht durch die Lust und nicht durch die Wahr­heit, nicht von daher kann sie inexis­tie­ren, also zu dem Sym­bol kom­men, durch das sie als Inexis­tenz bezeich­net wird, und dies nicht in dem Sin­ne, kei­ne Exis­tenz zu haben, son­dern in dem Sin­ne, nur von dem Sym­bol her Exis­tenz zu sein, durch das sie inexis­tent gemacht wür­de und wel­ches selbst exis­tiert.
C’est un nombre, com­me vous le savez géné­ra­le­ment dési­gné par zéro.
Das ist eine Zahl, die, wie Sie wis­sen, im All­ge­mei­nen mit Null bezeich­net wird.
Ce qui mont­re bien que l’inexistence n’est pas ce qu’on pour­rait cro­i­re : le néant.
Das zeigt gut, dass die Inexis­tenz nicht das ist, was man glau­ben könn­te, näm­lich das Nichts.
Car qu’en pour­rait-il sor­tir, hors la croyan­ce, la croyan­ce en soi, il n’y en a pas 36 de croyan­ces.
Denn was könn­te aus Nichts her­aus­kom­men außer dem Glau­ben, dem Glau­ben an sich, es gibt ja nicht zig Arten des Glau­bens.
Dieu a fait le mon­de du néant, pas éton­nant que ce soit un dog­me.
Gott hat die Welt aus dem Nichts gemacht – kei­nes­wegs erstaun­lich, dass das ein Dog­ma ist.11
C’est la croyan­ce en elle-même, c’est ce rejet de la logi­que qui s’exprime |{53} – il y a un de mes élè­ves qui a un jour trou­vé ça tout seul – et qui s’exprime selon la for­mu­le qu’il en a don­née, je le remer­cie : « Sûre­ment pas, mais tout de même ».
Das ist der Glau­be an sich, das ist die Zurück­wei­sung der Logik, eine Zurück­wei­sung, die fol­gen­der­ma­ßen aus­ge­drückt wird – einer mei­ner Schü­ler hat das eines Tages ganz allein gefun­den –, die in der For­mel aus­ge­drückt wird, die er dafür gege­ben hat, ich dan­ke ihm: „Gewiss nicht, aber den­noch.“12
Ça ne peut aucu­nement nous suf­fire.
Das kann uns kei­nes­wegs rei­chen.
L’inexistence n’est pas le néant.
Die Inexis­tenz ist nicht das Nichts.
C’est, com­me je viens de vous le dire, un nombre qui fait par­tie de la série des nom­bres ent­iers.
Sie ist, wie ich gera­de gesagt habe, eine Zahl, die zur Rei­he der gan­zen Zah­len gehört.
Pas de théo­rie des nom­bres ent­iers si vous ne ren­dez pas comp­te de ce qu’il en est du zéro.
Kei­ne Theo­rie der gan­zen Zah­len, wenn Sie nicht erklä­ren, was es mit der Null auf sich hat.
C’est ce dont on s’est aper­çu, dans un effort dont ce n’est pas hasard qu’il est pré­cis­é­ment con­tem­porain, un peu anté­ri­eur cer­tes de la recher­che de Freud.
Das wur­de in einer Bestre­bung erfasst, bei der es kein Zufall ist, dass sie mit der For­schung von Freud zeit­ge­nös­sisch war, genau gesagt etwas frü­her.
C’est celui qu’a inau­gu­ré, à inter­ro­ger logi­que­ment ce qu’il en est du sta­tut du nombre, un nom­mé Fre­ge, né huit ans avant lui et mort quel­que qua­tor­ze ans avant.
Das wur­de von einem gewis­sen Fre­ge auf den Weg gebracht, indem er frag­te, wel­chen Sta­tus, logisch gese­hen, die Zahl hat; acht Jah­re vor Freud gebo­ren und etwa vier­zehn Jah­re vor ihm gestor­ben.13
[5] Ceci est gran­de­ment desti­né dans not­re inter­ro­ga­ti­on de ce qu’il en est de la néces­sité logi­que du dis­cours de l’analyse.
Das ist für unse­re Unter­su­chung von beträcht­li­cher Rele­vanz, für unse­re Unter­su­chung des­sen, wor­um es bei der logi­schen Not­wen­dig­keit des Dis­kur­ses der Ana­ly­se geht.
C’est très pré­cis­é­ment ce que je poin­ta­is de ce qui ris­quait de vous éch­ap­per de la réfé­rence dont à l’instant je l’illustrais com­me app­li­ca­ti­on – autre­ment dit usa­ge fonc­tion­nel – de l’inexistence.
Das ist genau das, wor­auf ich als das ver­wie­sen habe, was Ihnen zu ent­ge­hen droh­te, bei dem Bezug, mit dem ich es soeben als Anwen­dung der Inexis­tenz illus­triert habe, anders gesagt als ihr funk­tio­na­ler Gebrauch.
C’est-à-dire qu’elle ne se pro­dui­se que dans l’après-coup dont sur­git d’abord la néces­sité, à savoir d’un dis­cours où elle se mani­fes­te avant que le logi­ci­en, je vous l’ai dit, y advi­en­ne lui-même com­me con­séquence secon­de, c’est-à-dire du même temps que l’inexistence elle-même.
Das heißt, dass die Inexis­tenz nur nach­träg­lich aus etwas pro­du­ziert wird, wor­aus zunächst die Not­wen­dig­keit her­vor­geht, näm­lich aus einem Dis­kurs, in dem sie sich mani­fes­tiert, bevor, wie gesagt, der Logi­ker selbst in einer zwei­ten Schluss­fol­ge­rung dahin kommt, das heißt zugleich mit der Inexis­tenz.
C’est sa fin que de se rédu­i­re où elle se mani­fes­te d’avant lui, cet­te néces­sité.
Ihr Ziel besteht dar­in, dort redu­ziert zu wer­den, wo sich, ihr vor­aus­ge­hend, die­se Not­wen­dig­keit mani­fes­tiert.
Je le répè­te, la démon­trant cet­te fois en même temps que je l’énonce, cet­te néces­sité c’est la répé­ti­ti­on elle-même : en elle-même, par elle-même, pour elle-même, c’est-à-dire ce par quoi la vie se démont­re elle-même n’être que néces­sité de dis­cours puisqu’elle ne trouve pas pour résis­ter à la mort – c’est-à-dire à son lot de jouis­sance – rien d’autre qu’un truc, à savoir le recours à cet­te même cho­se que pro­du­it une opa­que pro­gram­ma­ti­on, qui est bien aut­re cho­se, je l’ai souli­gné, que la puis­sance de la vie, l’amour, ou autres bali­ver­nes, qui est cet­te pro­gram­ma­ti­on radi­ca­le qui ne com­mence pour nous, un peu, à se désen­té­né­brer qu’à ce que font les bio­lo­gis­tes au niveau de la bac­té­rie et dont c’est la con­séquence pré­cis­é­ment que la repro­duc­tion de la vie.
Ich wie­der­ho­le es – wobei ich sie dies­mal, indem ich sie äuße­re, zugleich demons­trie­re –, die­se Not­wen­dig­keit ist die Wie­der­ho­lung selbst: an sich, durch sich und für sich, das heißt eben das, wodurch das Leben demons­triert, dass es nur Dis­kurs­not­wen­dig­keit ist, da es, um dem Tod zu wider­ste­hen – also sei­nem Lust­schick­sal –, nichts ande­res fin­det als einen Trick, den Rück­griff näm­lich auf eine Sache, die durch eine undurch­sich­ti­ge Pro­gram­mie­rung pro­du­ziert wird, die nun wirk­lich, ich habe das betont, etwas ande­res ist als die Lebens­kraft, die Lie­be oder ande­re Albern­hei­ten, also durch die­se grund­le­gen­de Pro­gram­mie­rung, die für uns ein wenig aus dem Dun­kel auf­zu­tau­chen beginnt, nur von dem her, was die Bio­lo­gen auf der Ebe­ne der Bak­te­rie machen, und deren Kon­se­quenz die Repro­duk­ti­on des Lebens ist.14
Ce que le dis­cours fait, à démon­trer ce niveau où rien d’une néces­sité logi­que ne se mani­fes­te que dans la répé­ti­ti­on, paraît ici rejoind­re com­me un sem­blant ce qui s’effectue au niveau d’un mes­sa­ge qu’il n’est nullement faci­le de rédu­i­re à ce que de ce ter­me nous con­nais­sons et qui est de l’ordre de ce qui se situe au niveau d’une com­bi­na­toire cour­te dont les modu­la­ti­ons sont cel­les qui pas­sent de l’acide |{54} dés­oxy­ri­bonu­cléi­que à ce qui s’en trans­met­t­ra au niveau des pro­téi­nes avec la bon­ne volon­té de quel­ques inter­mé­di­ai­res qua­li­fiés notam­ment d’enzymatiques, ou de cata­ly­se­urs.
Was der Dis­kurs macht – wenn er die Ebe­ne demons­triert, auf der sich etwas von einer logi­schen Not­wen­dig­keit nur in der Wie­der­ho­lung mani­fes­tiert –, scheint hier als Schein auf das zu tref­fen, was sich auf der Ebe­ne einer Bot­schaft voll­zieht, die sich nicht ohne Wei­te­res auf das, was wir unter die­sem Aus­druck ver­ste­hen, redu­zie­ren lässt, die viel­mehr zu einer Ord­nung gehört, die auf der Ebe­ne einer kur­zen Kom­bi­na­to­rik loka­li­siert ist, deren Modu­la­tio­nen so beschaf­fen sind, dass sie von der Des­oxy­ri­bo­nu­kle­in­säu­re zu dem füh­ren, was davon auf die Ebe­ne der Pro­te­ine über­mit­telt wird, mit dem guten Wil­len eini­ger Ver­mitt­ler, ins­be­son­de­re sol­cher, die als enzy­ma­tisch cha­rak­te­ri­siert wer­den oder als Kata­ly­sa­to­ren.
Que ce soit là ce qui nous per­met de réfé­rer ce qu’il en est de la répé­ti­ti­on, ceci ne peut se fai­re qu’à éla­bo­rer pré­cis­é­ment ce qu’il en est de la fic­tion par quoi quel­que cho­se nous paraît sou­dain se réper­cu­ter du fond même de ce qui a fait un jour l’être vivant capa­ble de par­ler.
Il y en a en effet un ent­re tous qui n’échappe pas à une jouis­sance par­ti­cu­liè­re­ment insen­sée et que je dirai loca­le au sens d’accidentelle, et qui est la for­me orga­ni­que qu’a pri­se pour lui la jouis­sance |[6] sexu­el­le.
Unter allen Lebe­we­sen gibt es ja eines, das einer beson­ders sinn­lo­sen Lust nicht ent­kommt, einer Lust, die ich als lokal im Sin­ne des Akzi­den­tel­len bezeich­nen möch­te und wel­che die orga­ni­sche Form ist, die für die­ses Lebe­we­sen die sexu­el­le Lust ange­nom­men hat.
Il en colo­re de jouis­sance tous ses besoins élé­men­taires, qui ne sont chez les autres êtres vivants que col­ma­ta­ges au regard de la jouis­sance.
Es färbt alle sei­ne ele­men­ta­ren Bedürf­nis­se mit Lust, Bedürf­nis­se, die bei den ande­ren Lebe­we­sen im Ver­hält­nis zur Lust nur Abdich­tun­gen sind.
Si l’animal bouf­fe régu­liè­re­ment, il est bien clair que c’est pour ne pas con­naît­re la jouis­sance de la faim.
Wenn das Tier regel­mä­ßig frisst, dann ist klar, dass es das tut, um nicht die Lust des Hun­gers ken­nen zu ler­nen.
Il en colo­re donc – celui qui par­le – et c’est frap­pant, c’est la décou­ver­te de Freud …tous ses besoins c’est-à-dire ce par quoi il se défend cont­re la mort.
Es färbt damit also – das Lebe­we­sen, das spricht, und das ist erstaun­lich, das ist die Ent­de­ckung von Freud –, es färbt damit all sei­ne Bedürf­nis­se, das heißt das, womit es sich dem Tode wider­setzt.
Faut pas cro­i­re du tout pour­tant pour ça que la jouis­sance sexu­el­le, c’est la vie.
Des­halb darf man jedoch kei­nes­falls glau­ben, die sexu­el­le Lust sei das Leben.
Com­me je vous l’ai dit tout à l’heure, c’est une pro­duc­tion loca­le, acci­den­tel­le, orga­ni­que, et très exac­te­ment liée, cen­trée, sur ce qu’il en est de l’organe mâle.
Wie ich Ihnen vor­hin gesagt habe, ist das eine loka­le, akzi­den­tel­le und orga­ni­sche Pro­duk­ti­on, die genau mit dem ver­bun­den ist, die auf das zen­triert ist, wor­um es beim männ­li­chen Organ geht.
Ce qui est évi­dem­ment par­ti­cu­liè­re­ment gro­tes­que.
Was offen­kun­dig beson­ders gro­tesk ist.
La détu­me­scence chez le mâle a engend­ré cet appel de type spé­ci­al qui est le lan­ga­ge arti­cu­lé grâce à quoi s’introduit, dans ses dimen­si­ons, la néces­sité de par­ler.
Die Detu­me­s­zenz beim Männ­chen hat die­sen Appell spe­zi­el­len Typs her­vor­ge­ru­fen, näm­lich die arti­ku­lier­te Spra­che, durch wel­che die Not­wen­dig­keit des Spre­chens in ihren Dimen­sio­nen ein­ge­führt wird.
C’est de là que rejail­lit la néces­sité logi­que com­me gram­mai­re du dis­cours.
Dar­aus spritzt als Gram­ma­tik des Dis­kur­ses die logi­sche Not­wen­dig­keit her­vor.
Vous voy­ez si c’est min­ce !
Sie sehen, ob das mager ist.
Il a fal­lu, pour s’en aper­ce­voir, rien de moins que l’émergence du dis­cours ana­ly­tique.
Dazu, dass dies wahr­ge­nom­men wur­de, hat es nicht weni­ger gebraucht als die Emer­genz des ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses.
« La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus », dans mes Écrits quel­que part, j’ai pris soin de loger cet­te énon­cia­ti­on que j’avais fai­te, très pré­cis­é­ment à Munich, quel­que part avant 1960 : il y a une paye !
La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus, ich habe mich dar­um geküm­mert, irgend­wo in mei­nen Schrif­ten die­se Äuße­rung unter­zu­brin­gen, die ich in Mün­chen vor­ge­bracht habe, irgend­wann vor 1960, lang ist’s her.15
J’ai écrit des­sous « die Bedeu­tung des Phal­lus ».
Dar­un­ter habe ich auf Deutsch Die Bedeu­tung des Phal­lus* geschrie­ben.
C’est pas pour le plai­sir de vous fai­re cro­i­re que je sais l’allemand – encore, encore que ce soit en alle­mand, puis­que c’était à Munich, que j’ai cru devoir arti­cu­ler ce dont j’ai don­né là le tex­te ret­ra­du­it.
Dies nicht wegen des Ver­gnü­gens, Sie glau­ben zu machen, dass ich Deutsch kann – auch wenn das auf Deutsch ist, weil das in Mün­chen war und ich geglaubt hat­te, das vor­tra­gen zu müs­sen, wovon ich dort [in den Écrits] den rück­über­setz­ten Text ver­öf­fent­licht habe.
Il m’avait sem­blé oppor­tun d’introduire sous le ter­me de Bedeu­tung ce qu’en français, vu le degré de cul­tu­re où nous éti­ons à l’époque par­ve­nus, je ne pou­vais décem­ment tra­du­i­re que par la signi­fi­ca­ti­on.
Ich hielt es für ange­bracht, mit dem Aus­druck Bedeu­tung* das ein­zu­füh­ren, was ich, ange­sichts des kul­tu­rel­len Niveaus, das wir damals erreicht hat­ten, auf anstän­di­ge Wei­se nur mit signi­fi­ca­ti­on ins Fran­zö­si­sche über­set­zen konn­te.
« Die Bedeu­tung des Phal­lus » c’était déjà, mais les Alle­mands eux-mêmes, étant don­né qu’ils étai­ent ana­lys­tes – j’en mar­que la distan­ce par une peti­te note qui est, au début de ce tex­te, repro­du­i­te – les Alle­mands n’avaient… bien enten­du je par­le des ana­lys­tes, on était au sor­tir de la |{55} guer­re et on ne peut pas dire que l’analyse avait fait – pen­dant – beau­coup de pro­grès …les Alle­mands n’y ont ent­ra­vé que pouic.
Die Bedeu­tung des Phal­lus war bereits –; aber die Deut­schen, ange­sichts des­sen, dass sie Ana­ly­ti­ker waren – ich mar­kie­re den Abstand dazu durch eine klei­ne Anmer­kung, die zu Beginn die­ses Tex­tes wie­der­ge­ge­ben ist –, die Deut­schen hat­ten nicht – ich spre­che natür­lich von den Ana­ly­ti­kern, das war kurz nach Ende des Krie­ges und man kann nicht sagen, dass die Ana­ly­se wäh­rend­des­sen gro­ße Fort­schrit­te gemacht hät­te –, die Deut­schen haben dabei nur Bahn­hof ver­stan­den.
Tout ça leur a sem­blé, com­me je le souli­gne au der­nier ter­me de cet­te note, à pro­pre­ment par­ler inouï.
All das erschien ihnen, wie ich mit dem letz­ten Wort die­ser Anmer­kung her­vor­he­be, nun wirk­lich uner­hört.16
C’est curieux d’ailleurs que les cho­ses ont chan­gé au point que ce que je racon­te aujourd’hui peut être deve­nu pour un cer­tain nombre d’entre vous déjà, à jus­te tit­re, mon­naie cou­ran­te.
Es ist übri­gens merk­wür­dig, dass die Lage sich so sehr geän­dert hat, dass das, was ich heu­te erzäh­le, für eini­ge von Ihnen zu Recht bereits gän­gi­ge Mün­ze gewor­den sein könn­te.
Die Bedeu­tung, pour­tant, était bien réfé­ré à l’usage, à l’usage que Fre­ge fait de ce mot pour l’opposer au ter­me de Sinn, lequel |[7] répond très exac­te­ment à ce que j’ai cru devoir vous rap­pe­ler au niveau de mon énon­cé d’aujourd’hui, à savoir le sens, le sens d’une pro­po­si­ti­on.
Die Bedeu­tung* bezog sich jedoch genau dar­auf, wie Fre­ge die­ses Wort ver­wen­det, wobei er es dem Aus­druck Sinn* gegen­über­zu­stellt, der exakt dem ent­spricht, wor­an ich glaub­te, Sie in mei­nen heu­ti­gen Aus­füh­run­gen erin­nern zu müs­sen, näm­lich dem Sinn einer Aus­sa­ge.17
On pour­rait expri­mer autre­ment, et vous ver­rez que ce n’est pas incom­pa­ti­ble, ce qu’il en est de la néces­sité qui con­du­it à cet art de la pro­du­i­re com­me néces­sité de dis­cours.
Man könn­te das, wor­um es bei der Not­wen­dig­keit geht, anders aus­drü­cken – bei der Not­wen­dig­keit, die zu der Kunst führt, sie als Dis­kurs­not­wen­dig­keit zu pro­du­zie­ren –, und Sie wer­den sehen, dass das nicht unver­ein­bar ist.
On pour­rait l’exprimer autre­ment : que faut-il pour qu’une paro­le déno­te quel­que cho­se ?
Man könn­te das anders aus­drü­cken – was braucht es, damit ein Spre­chen etwas deno­tiert?
Tel est le sens – fai­tes atten­ti­on, les menus éch­an­ges com­men­cent – tel est le sens que Fre­ge don­ne à Bedeu­tung : la déno­ta­ti­on.
Das ist der Sinn – Vor­sicht, jetzt begin­nen die klei­nen Aus­tausch­be­we­gun­gen –, das ist der Sinn, den Fre­ge dem Wort Bedeu­tung* gege­ben hat: die Deno­ta­ti­on.
Il vous appa­raî­tra clair, si vous vou­lez bien ouvrir ce liv­re qui s’appelle « Les fon­de­m­ents de l’arithmétique » et qu’une cer­tai­ne Clau­de Imbert, qui aut­re­fois, si mon sou­ve­nir est bon, fréquen­ta mon sémin­aire, a tra­du­it, ce qui le laisse là pour vous à la por­tée de vot­re main ent­iè­re­ment acces­si­ble …il vous appa­raî­tra clair, com­me c’était pré­vi­si­ble, que pour qu’il y ait à coup sûr déno­ta­ti­on, ce ne soit pas mal de s’adresser d’abord, tim­ide­ment, au champ de l’arithmétique tel qu’il est défi­ni par les nom­bres ent­iers.
Es wird Ihnen klar wer­den, wenn Sie bit­te das Buch mit dem Titel Die Grund­la­gen der Arith­me­tik öff­nen wol­len, das übri­gens eine gewis­se Clau­de Imbert ins Fran­zö­si­sche über­setzt hat18 – die, falls ich mich recht erin­ne­re, frü­her an mei­nem Semi­nar teil­ge­nom­men hat –, wodurch es nun wirk­lich in Ihrer Reich­wei­te ist, völ­lig zugäng­lich; es wird Ihnen, wie vor­her­seh­bar war, klar wer­den, dass es dafür, damit es auf jeden Fall Deno­ta­ti­on gibt, nicht schlecht wäre, sich zunächst ein­mal behut­sam dem Feld der Arith­me­tik zuzu­wen­den, wie es durch die gan­zen Zah­len defi­niert ist.19
Il y a un nom­mé Kron­ecker qui n’a pas pu s’empêcher, tel­lement est grand le besoin de la croyan­ce, de dire que « les nom­bres ent­iers, c’est Dieu qui les avait créés », moy­ennant quoi, ajou­te-t-il, l’homme a à fai­re tout le res­te.
Es gab da einen gewis­sen Kron­ecker20, der sich nicht dar­an hin­dern konn­te, zu sagen – der­ma­ßen groß ist das Glau­bens­be­dürf­nis –, die gan­zen Zah­len sei­en von Gott erschaf­fen wor­den, wes­halb der Mensch, so füg­te er hin­zu, alles ande­re zu machen habe.21
Et com­me c’était un mathé­ma­ti­ci­en, le res­te c’était pour lui tout ce qu’il en est du res­te du nombre.
Und da er Mathe­ma­ti­ker war, war alles ande­re für ihn all das, was mit den ande­ren Zah­len zu tun hat.
C’est jus­tement pour autant que rien n’est sûr qui soit de cet­te espè­ce, à savoir qu’un effort logi­que peut au moins ten­ter de rend­re comp­te des nom­bres ent­iers, que j’amène dans le champ de vot­re con­sidé­ra­ti­on le tra­vail de Fre­ge.
Néan­moins, je vou­d­rais m’arrêter un instant, ne serait-ce que pour vous inci­ter à le reli­re, sur ceci que cet­te énon­cia­ti­on que j’ai pro­du­i­te sous l’angle de la signi­fi­ca­ti­on du phal­lus, dont vous ver­rez qu’au point où j’en suis |{56} – enfin c’est un petit méri­te dont je me tar­gue – il n’y a rien à reprend­re, bien qu’à cet­te épo­que per­son­ne vrai­ment n’y enten­dît rien : j’ai pu le con­sta­ter sur place.
Ich möch­te jedoch einen Augen­blick lang inne­hal­ten und sei es nur, um Sie zu ermun­tern, ihn wie­der­zu­le­sen, unter fol­gen­dem Aspekt: dass Sie bei der Äuße­rung, die ich unter dem Blick­win­kel der Bedeu­tung des Phal­lus pro­du­ziert habe, dass Sie dabei sehen wer­den, dass es an dem Punkt, an dem ich jetzt damit bin – das ist ein klei­nes Ver­dienst, des­sen ich mich rüh­me –, dass es da nichts gibt, das zurück­zu­neh­men wäre, obwohl damals, wie ich an Ort und Stel­le fest­stel­len konn­te, nie­mand wirk­lich etwas ver­stan­den hat.
Qu’est-ce que veut dire La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus ?
Was ist mit La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus gemeint?
Ceci méri­te qu’on s’y arrête, car après tout une liai­son ain­si déter­mi­na­ti­ve, il faut tou­jours se deman­der si c’est un géni­tif dit objec­tif ou sub­jec­tif, tel que j’en illus­tre la dif­fé­rence par le rappro­che­ment des deux sens, ici le sens mar­qué par deux peti­tes flè­ches :
– un désir → d’enfant, c’est un enfant qu’on dési­re : objec­tif
– un désir ← d’enfant, c’est un enfant qui dési­re : sub­jec­tif.
Es lohnt sich, dabei inne­zu­hal­ten, denn bei einer Wort­ver­bin­dung mit einer sol­chen Bestim­mung muss man sich ja immer fra­gen, ob das ein soge­nann­ter objek­ti­ver oder sub­jek­ti­ver Geni­tiv ist, so, wie ich den Unter­schied durch die Gegen­über­stel­lung der bei­den Rich­tun­gen ver­an­schau­li­che, wobei die Rich­tung hier durch zwei klei­ne Pfei­le ange­ge­ben ist: Das Bild → der Frau, hier geht es um das Bild, auf dem eine Frau dar­ge­stellt ist, Geni­ti­vus objec­tivus. Das Bild ← der Frau, hier geht es um das Bild, das von einer Frau gemalt wur­de oder das ihr gehört, Geni­ti­vus sub­jec­tivus.
[8] Vous pou­vez vous exer­cer, c’est tou­jours très uti­le.
Sie kön­nen sich dar­in üben, das ist immer nütz­lich.
La loi du tali­on que j’ai écrit au-des­sous sans y ajou­ter de com­men­taires, ça peut avoir deux sens : la loi qu’est le tali­on, je l’instaure com­me loi, ou ce que le tali­on arti­cu­le com­me loi, c’est-à-dire « œil pour œil, dent pour dent ».
La loi du tali­on, das Gesetz des Tali­on, was ich ohne wei­te­re Erläu­te­rung dar­un­ter geschrie­ben habe, das kann zwei Bedeu­tun­gen haben: das Gesetz, näm­lich das Tali­on, ich erlas­se es als Gesetz; oder das, was vom Tali­on als Gesetz arti­ku­liert wird, also „Auge um Auge, Zahn um Zahn“.
Ça n’est pas la même cho­se.
Das ist nicht das­sel­be.
Ce que je vou­d­rais vous fai­re remar­quer, c’est que La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus… et ce que je déve­lop­pe­rai sera fait pour vous le fai­re décou­vrir au sens que je viens de pré­ciser du mot sens, c’est-à-dire la peti­te flè­che …c’est neut­re.
Wor­auf ich Sie auf­merk­sam machen möch­te, ist dies, dass La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus – und was ich aus­füh­ren möch­te, soll dazu die­nen, es Sie ent­de­cken zu las­sen, in dem Sinn, den ich soeben prä­zi­siert habe, also der klei­ne Pfeil –, dass La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus neu­tral ist.
La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus, ça a ceci d’astucieux que ce que le phal­lus déno­te, c’est le pou­voir de signi­fi­ca­ti­on.
La signi­fi­ca­ti­on du phal­lus, das hat die Raf­fi­nes­se, dass das, was vom Phal­lus deno­tiert wird, das Ver­mö­gen der signi­fi­ca­ti­on ist, das Ver­mö­gen der Bedeu­tung, der Bedeu­tungs­ge­bung. ##G##
Ce n’est donc pas – ce Φx – une fonc­tion du type ordinaire, c’est ce qui fait qu’à con­di­ti­on de se ser­vir, pour l’y pla­cer com­me argu­ment de quel­que cho­se qui n’a besoin d’avoir d’abord aucun sens, à cet­te seu­le con­di­ti­on de l’articuler d’un pros­dio­ris­me : « il exis­te » ou bien « tout », à cet­te con­di­ti­on, selon seu­le­ment le pros­dio­ris­me – pro­du­it lui-même de la recher­che de la néces­sité logi­que et rien d’autre – ce qui s’épinglera de ce pros­dio­ris­me pren­dra signi­fi­ca­ti­on d’homme ou de femme, selon le pros­dio­ris­me choi­si, c’est-à-dire : soit l’« il exis­te », soit l’« il n’existe pas », soit le « tout », soit le « pas tout ».
Die­ses Φx ist also kei­ne Funk­ti­on vom gewöhn­li­chen Typ, es ist viel­mehr das, was bewirkt, dass, unter der Bedin­gung, sich sei­ner zu bedie­nen – um es hier als Argu­ment für etwas ein­zu­set­zen, was zunächst kei­nen Sinn haben muss –, nur unter der Bedin­gung, es mit einem Pros­dio­ris­mus zu ver­bin­den, mit „es exis­tiert“ oder mit „alle“, unter die­ser Bedin­gung, wonach nur der Pros­dio­ris­mus – der selbst ein Ergeb­nis der Erfor­schung der logi­schen Not­wen­dig­keit ist und nichts ande­res –, wonach nur das [Argu­ment], das von die­sem Pros­dio­ris­mus erfasst wird, die Bedeu­tung des Man­nes oder der Frau annimmt, je nach­dem, wel­cher Pros­dio­ris­mus gewählt wird, sei es das „es exis­tiert“ oder das „es exis­tiert nicht“ oder das „alle“ oder das „nicht alle“.22
Néan­moins il est clair que nous ne pou­vons pas ne pas tenir comp­te de ce qui s’est pro­du­it d’une néces­sité logi­que, à l’affronter aux nom­bres ent­iers, pour la rai­son qui est cel­le dont je suis par­ti, que cet­te néces­sité d’après-coup impli­que la sup­po­si­ti­on de ce qui inexis­te com­me tel.
Den­noch ist klar, dass wir nicht unbe­rück­sich­tigt las­sen kön­nen, was durch eine logi­sche Not­wen­dig­keit in der Aus­ein­an­der­set­zung mit den gan­zen Zah­len pro­du­ziert wor­den ist, und dies aus dem Grund, von dem ich aus­ge­gan­gen bin, näm­lich dass die­se nach­träg­li­che Not­wen­dig­keit die Unter­stel­lung des­sen impli­ziert, was als sol­ches inexis­tiert.
Or il est remar­quable que ce soit à inter­ro­ger le nombre ent­ier, à en avoir ten­té la genè­se logi­que, que Fre­ge n’ait été con­du­it à rien d’autre qu’à fon­der le nombre 1 sur le con­cept de l’inexistence.
Nun ist bemer­kens­wert, dass Fre­ge bei der Unter­su­chung der gan­zen Zahl, bei dem Ver­such, ihre logi­sche Gene­se auf­zu­zei­gen, tat­säch­lich dazu gebracht wur­de, die Zahl 1 auf den Begriff der Inexis­tenz zu grün­den.23
Il faut dire que pour avoir été con­du­it là, il faut bien cro­i­re que ce qui jus­que là cou­rait sur ce qui le fon­de le 1, ne lui don­nait pas satis­fac­tion, satis­fac­tion de logi­ci­en.
Man muss sagen, da er dahin gebracht wur­de, muss man wohl glau­ben, dass ihm das, was bis dahin im Umlauf war zur Fra­ge, wor­auf sich die 1 grün­det, dass ihm das kei­ne Befrie­di­gung ver­schaff­te, kei­ne Befrie­di­gung als Logi­ker.
Il est cer­tain que pen­dant un bout de temps on s’est con­ten­té de peu.
Klar ist, dass man sich eine gan­ze Zeit lang mit Weni­gem zufrie­den gab.
On croyait que ce n’était pas dif­fi­ci­le : il y en a plu­sieurs, il y en a |{57} beau­coup… ben on les comp­te.
Man hielt das für nicht so schwie­rig: Es gibt meh­re­re davon, es gibt vie­le davon – also zählt man sie.
Ça pose bien sûr, pour l’avènement du nombre ent­ier, d’insolubles pro­blè­mes.
Das wirft natür­lich, was das Auf­tre­ten der gan­zen Zahl angeht, unlös­ba­re Pro­ble­me auf.
Car s’il ne s’agit que de ce qu’il est con­ve­nu de fai­re d’un signe pour les comp­ter, ça exis­te.
Denn wenn es nur dar­um geht, was man am bes­ten mit einem Zei­chen machen soll­te, um sie zu zäh­len – das gibt es ja.
On vient de m’apporter com­me ça un petit bou­quin pour me mon­trer com­ment le… il y a un poè­me ara­be là-des­sus, un poè­me qui indi­que com­me ça, en vers, ce qu’il faut fai­re avec le petit doigt, puis |[9] avec l’index, et avec l’annulaire et quel­ques autres pour fai­re pas­ser le signe du nombre.
Man hat mir da so ein klei­nes Buch gebracht, um mir zu zei­gen, wie es –; dar­über es gibt es ein ara­bi­sches Gedicht, ein Gedicht, das in Ver­sen angibt, was man mit dem klei­nen Fin­ger tun muss, dann mit dem Zei­ge­fin­ger und mit dem Ring­fin­ger und mit eini­gen ande­ren, um das Zahl­zei­chen zu ver­brei­ten.
Mais jus­tement, puisqu’il faut fai­re signe, c’est que le nombre doit avoir une aut­re espè­ce d’existence que sim­ple­ment de dési­gner – fût-ce à chaque fois avec un abo­ie­ment – cha­cu­ne par exemp­le des per­son­nes ici pré­sen­tes.
Aber genau des­halb, weil man Zei­chen geben muss, heißt das ja, dass die Zahl eine ande­re Art von Exis­tenz haben muss als die, dass man bei­spiels­wei­se jede der hier anwe­sen­den Per­so­nen ein­fach bezeich­net, und sei es jedes Mal mit einem Schrei.24
Pour qu’elles aient val­eur de 1 il faut – com­me on l’a remar­qué depuis tou­jours – qu’on les dépouil­le de tou­tes leurs qua­lités sans excep­ti­on.
Damit die­se Per­so­nen den Wert Eins haben, muss man sie – wie man immer schon bemerkt hat – all ihrer Qua­li­tä­ten berau­ben, ohne Aus­nah­me.25
Alors qu’est-ce qui res­te ?
Bien sûr, il y a eu quel­ques phi­lo­so­phes dits « empi­ris­tes » pour arti­cu­ler ça en se ser­vant de menus objets com­me de peti­tes boules : un cha­pelet bien sûr, c’est ce qu’il y a de meilleur.
Natür­lich hat es eini­ge Phi­lo­so­phen gege­ben, „Empi­ris­ten“ genannt, die sich, um das zu arti­ku­lie­ren, klei­ner Gegen­stän­de bedient haben, etwa klei­ner Kugeln; am bes­ten ist da natür­lich ein Rosen­kranz.26
Mais ça ne rés­out pas du tout la ques­ti­on de l’émergence com­me tel­le du 1.
Damit wird das Pro­blem der Emer­genz der 1 jedoch ganz und gar nicht gelöst.
C’est ce qu’avait bien vu un nom­mé Leib­niz qui a cru devoir par­tir – com­me il s’imposait – de l’identité, à savoir de poser d’abord :
et de cro­i­re avoir réso­lu le pro­blè­me en mon­trant qu’à rédu­i­re cha­cu­ne de ces défi­ni­ti­ons à la pré­cé­den­te, on pou­vait démon­trer que 2 et 2 font 4.
und glaub­te, das Pro­blem gelöst zu haben, indem er zeig­te, dass man, wenn man jede die­ser Defi­ni­tio­nen auf die vor­her­ge­hen­de redu­ziert, dass man dann bewei­sen kön­ne, dass 2 und 2 gleich 4 ist.27
Il y a mal­heu­re­u­se­ment un petit obsta­cle dont les logi­ci­ens du dix-neu­viè­me siè­cle se sont rapi­de­ment aper­çus, c’est que sa démons­tra­ti­on n’est val­ab­le qu’à con­di­ti­on de nég­li­ger la paren­t­hè­se tout à fait néces­saire à mett­re sur 2 = 1+1, à savoir la paren­t­hè­se enser­rant le (1 + 1), et qu’il est néces­saire – ce qu’il nég­li­ge – qu’il est néces­saire de poser l’axiome que : (a + b) + c = a + (b + c).
Unglück­li­cher­wei­se gibt es da ein klei­nes Hin­der­nis, das die Logi­ker des neun­zehn­ten Jahr­hun­derts schnell gese­hen haben, näm­lich dass sei­ne Beweis­füh­rung nur unter der Vor­aus­set­zung gül­tig ist, dass man die Klam­mer ver­nach­läs­sigt, mit wel­cher 2 = 1 + 1 not­wen­di­ger­wei­se ver­se­hen wer­den muss, also die Klam­mer, von der das (1 + 1) ein­ge­schlos­sen ist, und dass es not­wen­dig ist – was er über­sieht –, dass es not­wen­dig ist, das Axi­om auf­zu­stel­len, dass (a + b) + c = a + (b + c).28
Il est cer­tain que cet­te nég­li­gence de la part d’un logi­ci­en aus­si vrai­ment logi­ci­en qu’était Leib­niz, méri­te sûre­ment d’être expli­quée, et que par quel­que côté quel­que cho­se la jus­ti­fie.
Es ist gewiss, dass die­ses Ver­säum­nis von­sei­ten eines Logi­kers wie Leib­niz, der nun wirk­lich ein Logi­ker war, durch­aus eine Erklä­rung ver­dient und dass es in bestimm­ter Hin­sicht durch etwas begrün­det ist.
Quoiqu’il en soit, qu’elle soit |{58} omi­se suf­fit, du point de vue du logi­ci­en, à fai­re reje­ter la genè­se leib­nizi­en­ne.
Wie auch immer, dass dies aus­ge­las­sen wur­de, ist vom Stand­punkt des Logi­kers aus hin­rei­chend, um die Leibniz’sche Gene­se zurück­wei­sen zu las­sen.
Out­re qu’elle nég­li­ge tout fon­de­ment de ce qu’il en est du 0.
Wobei hin­zu kommt, dass sie kei­ner­lei Grund­la­ge für das bie­tet, wor­um es bei der 0 geht.
Je ne fais ici que vous indi­quer à par­tir de quel­le noti­on du con­cept, du con­cept sup­po­sé dénoter quel­que cho­se, il faut les choi­sir pour que ça col­le.
Ich wei­se Sie hier nur dar­auf hin, von wel­cher Kon­zep­ti­on des Begriffs aus – des Begriffs, von dem ange­nom­men wird, dass er etwas deno­tiert –, von wel­cher Kon­zep­ti­on des Begriffs aus man sie [die Begrif­fe] wäh­len muss, damit das hin­haut.29
Mais après tout on ne peut pas dire que les con­cepts, ceux qu’il choi­sit : satel­li­tes de Mars voi­re de Jupi­ter, n’aient pas cet­te por­tée de déno­ta­ti­on suf­fi­san­te pour qu’on ne puis­se dire qu’un nombre soit à cha­cun d’eux asso­cié.
Man kann jedoch nicht sagen, die Deno­ta­ti­ons­kraft der von ihm gewähl­ten Begrif­fe – Satel­li­ten des Mars und des Jupi­ter – wäre nicht aus­rei­chend, um sagen zu kön­nen, mit jedem von ihnen sei eine Anzahl ver­bun­den.30
Néan­moins, la sub­si­s­tan­ce du nombre ne peut s’assurer qu’à par­tir de l’équinuméricité des objets que sub­su­me un con­cept.
Den­noch, der Bestand der Anzahl lässt sich nur sichern, wenn man von der Gleich­zah­lig­keit der Gegen­stän­de aus­geht, die unter einen Begriff fal­len.31
L’ordre |[10] des nom­bres ne peut dès lors être don­né que par cet­te astuce qui con­sis­te à pro­cé­der exac­te­ment en sens con­trai­re de ce qu’a fait Leib­niz, à reti­rer 1 de chaque nombre, de dire que le prédé­ces­seur c’est celui, le con­cept de nombre, issu du con­cept.
Die Abfol­ge der Zah­len kann hier­nach nur durch einen Kniff gelie­fert wer­den, der dar­in besteht, dass man ent­ge­gen­ge­setzt wie Leib­niz vor­geht, näm­lich so, dass man von jeder Zahl 1 abzieht und dann sagt, dies sei der Vor­gän­ger, der Begriff der Anzahl, her­vor­ge­gan­gen aus dem Begriff.
Le nombre prédé­ces­seur c’est celui qui… mis à part tel objet qui ser­vait d’appui dans le con­cept d’un cer­tain nombre …c’est le con­cept qui – mis à part cet objet – se trouve iden­tique à un nombre qui est très pré­cis­é­ment carac­té­ri­sé de ne pas être iden­tique au pré­cé­dent, disons à 1 près.
Die Vor­gän­ger­an­zahl, das ist die, wel­che – abge­se­hen von einem Gegen­stand, der dem Begriff einer bestimm­ten Anzahl als Stüt­ze dient –, das ist der Begriff, der, abge­se­hen von die­sem Gegen­stand, mit einer Anzahl iden­tisch ist, die eben dadurch cha­rak­te­ri­siert ist, dass sie mit der vor­her­ge­hen­den nicht iden­tisch ist, sagen wir mit Aus­nah­me von 1.
C’est ain­si que Fre­ge régres­se jusqu’à la con­cep­ti­on du con­cept en tant que vide, qui ne com­por­te aucun objet, qui est celui, non du néant puisqu’il est con­cept, mais de l’inexistant et que c’est jus­tement à con­sidé­rer ce qu’il croit être le néant, à savoir le con­cept dont le nombre serait égal à 0, qu’il croit pou­voir défi­nir de la for­mu­la­ti­on d’argument :
x dif­fé­rent de x, x ≠ x
c’est-à-dire dif­fé­rent de lui-même, c’est-à-dire ce qui est une déno­ta­ti­on assu­ré­ment extrê­me­ment pro­b­lé­ma­tique.
das heißt: ungleich mit sich selbst, das heißt etwas, das eine sicher­lich äußerst pro­ble­ma­ti­sche Deno­ta­ti­on ist.32
Car qu’atteignons-nous ?
Denn was errei­chen wir damit?
S’il est vrai que le sym­bo­li­que soit ce que j’en dis, à savoir tout ent­ier dans la paro­le, qu’il n’y ait pas de métal­an­ga­ge, d’où peut-on dési­gner dans le lan­ga­ge un objet dont il soit assu­ré qu’il ne soit pas dif­fé­rent de lui-même ?
Wenn es stimmt, dass das Sym­bo­li­sche das ist, was ich dar­über sage, näm­lich ganz und gar im Spre­chen, dass es kei­ne Meta­spra­che gibt – von wo aus kann man dann in der Spra­che einen Gegen­stand bezeich­nen, für den gesi­chert wäre, dass er mit sich selbst nicht ungleich wäre?
Néan­moins c’est sur cet­te hypo­thè­se que Fre­ge con­sti­tue la noti­on que le con­cept « égal à 0 » don­ne un nombre dif­fé­rent – selon la for­mu­le qu’il a don­née d’abord pour cel­le qui est du nombre prédé­ces­seur – don­ne un nombre dif­fé­rent de ce qu’il en est du 0 défi­ni, tenu – et bel et bien – pour le néant, c’est-à-dire de celui auquel con­vi­ent non pas l’égalité à 0, mais le nombre 0.
Dès lors c’est en réfé­rence avec ceci : que le con­cept auquel con­vi­ent le nombre 0 repo­se sur ceci qu’il s’agit de l’iden­tique à 0, mais non iden­tique à 0, que celui qui est tout sim­ple­ment iden­tique à 0 est tenu pour son suc­ces­seur et com­me tel éga­lé à 1.
Von daher bezieht sich das dar­auf, dass der Begriff, dem die Anzahl Null zukommt, dar­auf beruht, dass es sich um das han­delt, was mit 0 iden­tisch und zugleich nicht iden­tisch ist, und dass der Begriff, der ganz ein­fach mit Null iden­tisch ist, als ihr Nach­fol­ger auf­ge­fasst wird und als sol­cher gleich 1 ist.34
La cho­se se fon­de, se fon­de sur ceci qui est le départ dit de l’équinuméricité.
Die Sache grün­det sich auf den Aus­gangs­punkt der bereits erwähn­ten Gleich­zah­lig­keit.
Il est clair que l’équinuméricité du con­cept sous lequel ne tom­be aucun objet au tit­re de l’inexistence est tou­jours égal à lui-même.
Es ist klar, dass die Gleich­zah­lig­keit des Begriffs, unter den qua Inexis­tenz kein Gegen­stand fällt, stets mit sich selbst gleich ist.
Ent­re 0 et 0, pas de dif­fé­rence.
Zwi­schen 0 und 0 – kei­ne Dif­fe­renz.
C’est le pas de dif­fé­rence dont – par ce biais – Fre­ge entend fon­der le 1.
Auf die­ses kei­ne Dif­fe­renz ver­sucht Fre­ge auf sol­che Wei­se die 1 zu grün­den.
{59} Et ceci de tou­te façon, cet­te con­quête nous res­te pré­cieu­se pour autant qu’elle nous don­ne le 1 pour être essen­ti­el­lement – enten­dez bien ce que je dis – le signi­fi­ant de l’inexistence.
Und dies, die­se Errun­gen­schaft, bleibt für uns in jeder Wei­se wert­voll, inso­fern sie uns die 1 als das lie­fert, was wesent­lich – hören Sie gut auf das, was ich sage –, was wesent­lich der Signi­fi­kant der Inexis­tenz ist.
Néan­moins est-il sûr que le 1 puis­se s’en fon­der ?
Assu­ré­ment la dis­cus­sion pour­rait se pour­suiv­re par les voies pure­ment fre­gei­en­nes.
Sicher­lich könn­te die Dis­kus­si­on auf rein Frege’schen Wegen fort­ge­setzt wer­den.
[11] Néan­moins, pour vot­re éclair­cis­se­ment, j’ai cru devoir repro­du­i­re ce qui peut être dit n’avoir pas de rap­port avec le nombre ent­ier, à savoir le tri­ang­le arith­mé­tique.
Ich habe jedoch geglaubt, zu Ihrer Erhel­lung etwas repro­du­zie­ren zu müs­sen, wovon man sagen kann, dass es in kei­nem Ver­hält­nis zur [Begrün­dung der] gan­zen Zahl steht, näm­lich das arith­me­ti­sche Drei­eck.
Le tri­ang­le arith­mé­tique s’organise de la façon sui­v­an­te.
Das arith­me­ti­sche Drei­eck ist fol­gen­der­ma­ßen orga­ni­siert.
Il part, com­me don­née, de la sui­te des nom­bres ent­iers.
Es geht, als Gege­ben­heit, von der Fol­ge der gan­zen Zah­len aus.35
Chaque ter­me à s’inscrire est con­sti­tué sans aut­re com­men­taire, il s’agit de ce qui est au-des­sous de la bar­re, par l’addition – vous remar­que­rez que je n’ai par­lé encore jamais d’addition, non plus que Fre­ge – par l’addition des deux chif­fres : celui qui est immé­dia­te­ment à sa gau­che, et celui qui est à sa gau­che et au-des­sus.
Vous véri­fie­rez aisé­ment qu’il s’agit ici de quel­que cho­se qui nous don­ne… par exemp­le quand nous avons un nombre ent­ier de points que nous appel­le­rons mona­des qui nous don­ne auto­ma­ti­que­ment ce qu’il en est, étant don­né un nombre de ces points, du nombre de sous-ensem­bles qui peu­vent, dans l’ensemble qui com­prend tous ces points, se for­mer d’un nombre quel­con­que, choi­si com­me étant au-des­sous du nombre ent­ier dont il s’agit.
Sie wer­den leicht fest­stel­len kön­nen, dass es hier um etwas geht, wodurch uns Fol­gen­des gelie­fert wird, bei­spiels­wei­se wenn wir eine gan­ze Zahl von Punk­ten haben, die wir „Mona­den“ nen­nen wol­len, die uns auto­ma­tisch das lie­fert, wor­um es geht, wenn eine gewis­se Zahl die­ser Punk­te gege­ben ist, näm­lich die Zahl der Unter­men­gen, die in der Men­ge, die all die­se Punk­te umfasst, aus­ge­hend von einer belie­bi­gen Zahl gebil­det wer­den kön­nen, die so gewählt wird, dass sie unter der gan­zen Zahl steht, um die es geht.36
C’est ain­si par exemp­le que si vous pre­nez ici la ligne qui est cel­le de la dya­de :
0, 1, 3, 6, 10, 15, 21…
à ren­con­trer une dya­de, vous obte­nez immé­dia­te­ment qu’il y aura dans la dya­de deux mona­des.
Pri­ce fügt hier Fol­gen­des ein (d.h. er bezieht sich auf eine Spal­te)
Pri­ce fügt hier ein (d.h. er bezieht sich auf die Spal­te)
Une dya­de, c’est pas dif­fi­ci­le à ima­gi­ner : c’est un trait avec deux ter­mes, un com­men­ce­ment et une fin.
{60} Et que si vous inter­ro­gez ce qu’il en est – pre­nons quel­que cho­se de plus amusant – de la tétra­de.
Und dann, wenn Sie fra­gen, wor­um es – neh­men wir etwas Unter­halt­sa­me­res –, wor­um es bei der Tet­ra­de geht.
Vous obte­nez une tétra­de :
0, 1, 5, 15, 35 …
vous obte­nez quel­que cho­se qui est quat­re pos­si­bi­lités de tria­des, autre­ment dit pour vous l’imager, quat­re faces du tétraèd­re :
Sie erhal­ten eine Tet­ra­de:
Vous obte­nez ensui­te six dya­des, c’est-à-dire les six côtés du tétraèd­re :
|[12] et vous obte­nez les quat­re som­mets d’une mona­de :
0, 1, 3, 6, 10, 16 …
Pri­ce fügt hier ein:
Ceci pour don­ner sup­port à ce qui n’a à s’exprimer qu’en ter­mes de sous-ensem­bles.
Il est clair que vous voy­ez qu’à mes­u­re que le nombre ent­ier aug­men­te, le nombre des sous-ensem­bles qui peu­vent se pro­du­i­re en son sein dépas­se de beau­coup et très vite le nombre ent­ier lui-même :
Es ist klar, dass Sie sehen, dass in dem Maße, in dem die gan­ze Zahl wird, die Zahl der Unter­men­gen, die sich dar­in her­stel­len kön­nen, sehr schnell die gan­ze Zahl selbst bei wei­tem über­schrei­tet:
Ceci n’est pas ce qui nous intéres­se.
Das ist jedoch nicht das, was uns inter­es­siert.
Mais sim­ple­ment qu’il ait fal­lu, pour que je puis­se rend­re comp­te du même pro­cédé, de la série des nom­bres ent­iers, que je par­te |{61} de ce qui est très pré­cis­é­ment à l’origine de ce qu’a fait Fre­ge. Fre­ge qui en vient à dési­gner ceci que le nombre, le nombre des objets qui con­vi­en­nent à un con­cept en tant que con­cept du nombre, du nombre N nom­mé­ment, sera de par lui-même ce qui con­sti­tue le nombre suc­ces­seur.
Son­dern ein­fach dies, dass es, um durch die­ses Ver­fah­ren von der Fol­ge der gan­zen Zah­len Rechen­schaft able­gen zu kön­nen, not­wen­dig war, dass ich von dem aus­ge­he, was genau am Ursprung des­sen liegt, was Fre­ge gemacht hat, Fre­ge der dazu kommt, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die Anzahl, die Anzahl der Gegen­stän­de, die unter einen Begriff fal­len – als Begriff der Anzahl, näm­lich der Zahl N –, von sich her das sein wird, wodurch die Nach­fol­ger­zahl gebil­det wird.
Autre­ment dit, si vous comp­tez à par­tir de 0 :
ça fera tou­jours ce qui est là, à savoir 7 – 7 quoi ? – 7 de ce quel­que cho­se que j’ai appe­lé inexi­s­tant, d’être le fon­de­ment de la répé­ti­ti­on.
Anders gesagt, wenn sie von Null aus zäh­len:
Encore faut-il, pour que soit satis­fait aux règles de ce tri­ang­le, que ce 1 qui se répè­te ici, sur­gis­se de quel­que part.
Et puis­que par­tout nous avons enca­dré de 0 ce tri­ang­le,
0, 1, 1, 1, 1, 1…
il y a donc ici un point, un point à situ­er au niveau de la ligne des 0, un point qui est 1 et qui arti­cu­le quoi ?
gibt es also hier einen Punkt, einen Punkt, der auf der Ebe­ne der Linie der 0 zu ver­or­ten ist, einen Punkt, der 1 ist und der was arti­ku­liert?
Ce qu’il impor­te de dis­tin­guer dans la genè­se du 1, à savoir la dis­tinc­tion pré­cis­é­ment du pas de dif­fé­rence ent­re tous ces 0, à par­tir de la genè­se de ce qui se répè­te, mais se répè­te com­me inexi­s­tant:
Etwas, das bei der Gene­se der 1 unbe­dingt unter­schie­den wer­den muss, näm­lich genau die Unter­schei­dung des kei­ne Dif­fe­renz zwi­schen all die­sen Nul­len, aus­ge­hend von der Gene­se des­sen, was sich wie­der­holt, was sich jedoch als inexis­tent wie­der­holt:
Fre­ge ne rend donc pas comp­te de la sui­te des nom­bres ent­iers, mais de la pos­si­bi­lité de la répé­ti­ti­on.
Fre­ge lie­fert also eine Begrün­dung nicht für die Fol­ge der gan­zen Zah­len, son­dern für die Mög­lich­keit der Wie­der­ho­lung.
La répé­ti­ti­on se pose d’abord com­me répé­ti­ti­on du 1, en tant que 1 de l’inexistence.
Die Wie­der­ho­lung wird zuerst gesetzt als Wie­der­ho­lung der 1, qua 1 der Inexis­tenz.
Est-ce qu’il n’y a pas – je ne peux ici qu’en avan­cer la ques­ti­on – quel­que cho­se qui sug­gè­re qu’à ce fait, qu’il n’y ait pas un seul 1 mais : l’1 qui se répè­te, et l’1 qui se pose dans la sui­te des nom­bres ent­iers, dans cet­te béan­ce nous avons à trou­ver quel­que cho­se qui est de l’ordre de ce que nous avons inter­ro­gé en posant, com­me cor­ré­lat néces­saire de la ques­ti­on de la néces­sité logi­que, le fon­de­ment de l’inexistence ?
Kom­men­tar zu Lacans Vor­trag „Über Struk­tur als Ein­mi­schen einer Anders­heit“ (zu Fre­ge)
In der Sit­zung vom 12. Janu­ar 1972 hat­te Lacan gesagt: „Ich wür­de, wenn es nötig wäre, vor­schla­gen – wenn ich hier nicht ein­fach eine Leer­stel­le las­sen könn­te, aber das tue ich nicht –, ich schla­ge vor [den Gegen­stand der Logik so zu bestim­men]: das, was an Not­wen­dig­keit eines Dis­kur­ses pro­du­ziert wird.“ (Vgl. Ver­si­on Mil­ler S. 40; Ste­no­ty­pie ELP S. 3)
Lacan zufol­ge beru­hen die vier von ihm iso­lier­ten Dis­kur­se auf vier Plät­zen, auf den vier Ter­me rotie­ren (vgl. Semi­nar 17 von 1969/70, Die Kehr­sei­te der Psy­cho­ana­ly­se):
Den Aus­druck quadri­po­de (Vier­füß­ler) hat­te er zuerst in Semi­nar 17 ver­wen­det, Die Kehr­sei­te der Psy­cho­ana­ly­se, in der Sit­zung vom 26. Novem­ber 1969 (vgl. Ver­si­on Mil­ler S. 15), ver­öf­fent­licht hat­te er ihn dann in Allo­cu­ti­on sur l’enseignement. In: Sci­li­cet, Heft 2/3, 1970, S. 391–399 (wie­der abge­druckt in: J. Lacan: Autres écrits. Seuil, Paris 2001, S. 297–305; quadri­po­de fin­det man dort auf den Sei­ten 298, 300 und 301).
Auf die Anan­ke (Not­wen­dig­keit) bezieht sich Freud in Das Unbe­ha­gen in der Kul­tur (1930) (In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 9. Fischer Taschen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 191–270). „Eros und Anan­ke sind auch die Eltern der mensch­li­chen Kul­tur gewor­den.“ (A.a.O., S. 230) „Wir kön­nen uns also erst bei der Aus­sa­ge beru­hi­gen, der Kul­tur­pro­zeß sei jene Modi­fi­ka­ti­on des Lebens­pro­zes­ses, die er unter dem Ein­fluß einer vom Eros gestell­ten, von der Anan­ke, der rea­len Not ange­reg­ten Auf­ga­be erfährt, und die­se Auf­ga­be ist die Ver­ei­ni­gung ver­ein­zel­ter Men­schen zu einer unter sich libi­di­nös ver­bun­de­nen Gemein­schaft.“ (A.a.O., S. 265)
Vgl. René Des­car­tes, Dis­cours de la métho­de (1637), Fünf­tes Kapi­tel.
Pro­du­i­re meint auch, (eine Urkun­de, einen Aus­weis) „vor­le­gen“, „vor­wei­sen“, (Bewei­se) „erbrin­gen“.
Gemeint ist hier die Phi­lo­so­phie, die, Lacan zufol­ge, auf dem „Dis­kurs des Herrn“ beruht.
Das Kon­zept des Wie­der­ho­lungs­zwangs ent­wi­ckelt Freud in Jen­seits des Lust­prin­zips (1920). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 3. Fischer Taschen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 213–272.
Freuds Ter­mi­nus des Wie­der­ho­lungs­zwangs wur­de mit auto­ma­tis­me de répé­ti­ti­on (und mit com­pul­si­on de répé­ti­ti­on) ins Fran­zö­si­sche über­setzt.
Crea­tio ex nihi­lo, eine Leh­re der christ­li­chen Theo­lo­gie, die sich gegen das Prin­zip ex nihi­lo nihil fit wen­det (aus nichts wird nichts).
Anspie­lung auf einen Auf­satz von Octa­ve Man­no­ni: „Je sais bien, mais quand même…“. La croyan­ce. In : Les temps moder­nes, 19. Jg., Heft 212 (Janu­ar 1964), S. 1262–1286. Wie­der abge­druckt in: Ders. : Clefs pour l’Imaginaire ou l’Autre scè­ne. Seuil, Paris 1969.
Gott­lob Fre­ge, 1848–1925. Lacan bezieht sich hier und im Fol­gen­den auf: Gott­lob Fre­ge: Grund­la­gen der Arith­me­tik. Eine logisch-mathe­ma­ti­sche Unter­su­chung über den Begriff der Zahl (1884). Reclam, Stutt­gart 2019.
Lacan bezieht sich an die­ser Stel­le ver­mut­lich auf François Jacob: La Logi­que du vivant, une his­toire de l’hérédité. Gal­li­mard, Paris 1970 (dt.: Die Logik des Leben­den. Von der Urzeu­gung zum gene­ti­schen Code. Fischer, Frank­furt am Main 1972).
Vgl. J. Lacan: Die Bedeu­tung des Phal­lus (1958). In: Ders.: Schrif­ten. Band II. Voll­stän­di­ger Text. Über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Turia und Kant, Wien 2015, S. 192–204.
Die Anmer­kung lau­tet: „Wir geben hier ohne text­li­che Abän­de­rung den Vor­trag wie­der, den wir am 9. Mai 1958 am Münch­ner Max-Planck-Insti­tut [für Psych­ia­trie] auf Deutsch gehal­ten haben, wo zu spre­chen Pro­fes­sor Paul Matus­sek uns ein­ge­la­den hat­te.
Man wird dar­an unter der Bedin­gung, dass man über gewis­se Anhalts­punk­te hin­sicht­lich der geis­ti­gen Moden ver­fügt, wel­che die nicht gera­de unkun­di­gen Milieus zu der Zeit regier­ten, die Art und Wei­se ermes­sen, wie die Ter­mi­ni, die wir die ers­ten waren, die sie Freud ent­nom­men hat­ten – ‚der ande­re Schau­platz‘, um einen davon auf­zu­grei­fen, der hier zitiert wird – dar­in wider­hal­len konn­ten.
Soll­te die Nach­träg­lich­keit [l’après-coup] (Nach­trag*) – um einen wei­te­ren die­ser Ter­mi­ni aus dem Bereich des Schön­geis­ti­gen wie­der auf­zu­grei­fen, in dem sie jetzt in Umlauf sind – die­se Anstren­gung undurch­führ­bar machen, so ler­ne man dar­aus: Sie waren damals uner­hört.“ (A.a.O., S. 192)
Vgl. Gott­lob Fre­ge: Über Sinn und Bedeu­tung (1892). In: Ders.: Funk­ti­on, Begriff, Bedeu­tung. Fünf logi­sche Stu­di­en. Her­aus­ge­ge­ben und ein­ge­lei­tet von Gün­ther Pat­zig. Van­den­hoeck und Ruprecht, Göt­tin­gen 1962, S. 38–63.
Vgl. Gott­lob Fre­ge: Les Fon­de­m­ents de l’arithmétique: Recher­che logi­co-mathé­ma­tique sur le con­cept de nombre. Über­setzt und ein­ge­lei­tet von Clau­de Imbert. Le Seuil, Paris 1970.
Fre­ge spricht meist von „Anzahl“; in der heu­te übli­chen Ter­mi­no­lo­gie: er bezieht sich auf Kar­di­nal­zah­len, nicht auf Ordi­nal­zah­len.
Leo­pold Kron­ecker, 1823–1891, deut­scher Mathe­ma­ti­ker.
Das genaue Zitat lau­tet: „Die gan­zen Zah­len hat der lie­be Gott gemacht, alles ande­re ist Men­schen­werk.“ (Vor­trag bei der Ber­li­ner Natur­for­scher-Ver­samm­lung 1886) Vgl. H. Weber: Leo­pold Kron­ecker. In: Jah­res­be­rich­te der Deut­schen Mathe­ma­ti­ker-Ver­ei­ni­gung, 1891/92, S. 5–31, hier: S. 19, im Inter­net hier.
Das x im Aus­druck Φx ist das Argu­ment. Das x hat zunächst kei­nen Sinn, es meint nicht von vorn­her­ein „ein Mann“ oder „eine Frau“. Erst dadurch, dass der Aus­druck mit einem Pros­dio­ris­mus ver­se­hen wird (bzw. mit einem Quan­tor), bekommt das x die Bedeu­tung „ein Mann“ oder „eine Frau“, abhän­gig davon, wel­cher der vier mög­li­chen Pros­dio­ris­men bzw. Quan­to­ren gewählt wur­de.
Mit dem „Begriff der Inexis­tenz“ ist die Null gemeint – Fre­ge begrün­det die Zahl 1 durch die Zahl 0. Den Ter­mi­nus „Inexis­tenz“ fin­det man nicht bei Fre­ge, wohl aber den der Exis­tenz. Mög­li­cher­wei­se bezieht Lacan sich hier indi­rekt auf fol­gen­den Satz von Fre­ge: „Es ist ja Beja­hung der Exis­tenz nichts Ande­res als Ver­nei­nung der Null­zahl.“ (Grund­la­gen, § 53: „Unter­schied zwi­schen Merk­ma­len und Eigen­schaf­ten eines Begrif­fes. Exis­tenz und Zahl“) Dem­nach ist Ver­nei­nung der Exis­tenz (also Inexis­tenz) nichts ande­res als Beja­hung der Null­zahl.
Die Zahl ist nicht redu­zier­bar auf das Abzäh­len durch Zei­gen oder mit­hil­fe von Zahl­zei­chen.
Eine Theo­rie der gan­zen Zah­len muss die Fra­ge beant­wor­ten, was ist Ein im Sin­ne von „je einer“, im Unter­schied zur Eins in der Rei­he der gan­zen Zah­len.
Lacan spielt hier auf eine Bemer­kung von Fre­ge an: „Was soll man nun dazu sagen, statt die­se Arbeit [der Klä­rung des Begriffs der Anzahl], wo sie noch nicht voll­endet scheint, fort­zu­set­zen, sie für nichts ach­tet, in die Kin­der­stu­be geht und sich in [die] ältes­ten erdenk­ba­ren Ent­wick­lungs­stu­fen der Mensch­heit zurück­ver­setzt, um dort wie J. St. Mill etwa eine Pfef­fer­ku­chen- oder Kie­sel­steina­rith­me­tik zu ent­de­cken!“ (Grund­la­gen, Ein­lei­tung, a.a.O., S. 21)
„Von der Iden­ti­tät aus­ge­hen“ meint hier: von Glei­chun­gen aus­ge­hen (statt vom Abzäh­len).
Lacan refe­riert hier Fre­ge, Grund­la­gen, § 6. Fre­ge wie­der­um ver­weist auf Leib­niz: Nou­veaux essais sur l’entendement humain, Buch IV, Kapi­tel VII, § 10, hg. v. Johann Edu­ard Erd­mann 1840, S. 363.
Fre­ge arbei­tet mit fol­gen­der Ter­mi­no­lo­gie:
– Begriff: wird durch eine Defi­ni­ti­on bestimmt (z.B. „Jupi­ter­mond“ = Satel­lit des Jupi­ter)
– Gegen­stän­de: fal­len unter einen Begriff (unter den Begriff „Jupi­ter­mond“ fal­len die Jupi­ter­mon­de)
– Anzahl: ist die Anzahl der Gegen­stän­de, die unter einen Begriff fal­len (es gibt vier Jupi­ter­mon­de)
— „Dem Begriff kommt die Zahl N zu“ meint dann: Es gibt N Gegen­stän­de, die unter den Begriff fal­len.
„Dem Begriff ‚Jupi­ter­mond‘ kommt die Zahl 4 zu“ meint also: Unter den Begriff ‚Jupi­ter­mond‘ fal­len vier Jupi­ter­mon­de.
Vgl. Fre­ge, Grund­la­gen, § 54.
Auf die Mon­de des Jupi­ter, des Mars und der Venus bezieht Fre­ge sich in § 32 der Grund­la­gen, auf die Mon­de des Jupi­ter in den §§ 54 und 57.
Zur Gleich­zah­lig­keit vgl. Fre­ge, Grund­la­gen, § 70–73.
Vgl. Fre­ge, Grund­la­gen, § 74.
Zu Fre­ges Begrün­dung der 1 durch die 0 hat­te Jac­ques-Alain Mil­ler in Lacans Semi­nar 12, Schlüs­sel­pro­ble­me für die Psy­cho­ana­ly­se, 1964/65, einen Vor­trag gehal­ten (Sit­zung vom 24. Febru­ar 1965). Eine über­ar­bei­te­te Fas­sung die­ses Tex­tes wur­de im Jahr dar­auf ver­öf­fent­licht: Jac­ques-Alain Mil­ler: La suture (Élé­ments der de la logi­que du signi­fi­ant). In: Cahiers pour l’Analyse, Bd 1, Febru­ar 1966, im Inter­net hier.
Vgl. Fre­ge, Grund­la­gen, § 77.
Vgl. die drit­te Zei­le in der Abbil­dung.
Die fol­gen­den Bemer­kun­gen von Lacan zum arith­me­ti­schen Drei­eck sind ver­wir­rend; ich habe sie nicht ganz ver­stan­den. Klar ist mir so viel:
Das arith­me­ti­sche Drei­eck kann so auf­ge­fasst wer­den, dass es Fol­gen von figu­rier­ten Zah­len dar­stellt. Figu­rier­te Zah­len sind Zah­len, die als geo­me­tri­sche Figu­ren aus Punk­ten oder Spiel­stei­nen dar­ge­stellt wer­den. Lacan bezeich­net die Punk­te oder Spiel­stei­ne als „Mona­den“. Bei­spiels­wei­se lässt sich die Zahl drei durch drei Spiel­stei­ne dar­stel­len, die im Drei­eck ange­ord­net sind, also durch ein Drei­eck. Die­se Figu­ren wer­den dann schritt­wei­se pro­por­ti­al ver­grö­ßert, wodurch sich die Anzahl der Spiel­stei­ne ver­grö­ßert. Ein Drei­eck besteht bei­spiels­wei­se aus 3 Ele­men­ten, aus 6 Ele­men­ten, aus 10 Ele­men­ten, aus 15 Ele­men­ten usw.; das ergibt, wenn man die 1 hin­zu­nimmt, die Fol­ge 1, 3, 6, 10, 15 …, also die vier­te Zei­le des arith­me­ti­schen Drei­ecks in der Abbil­dung oben.
Drei­ecks­zah­len (Quel­le: Wiki­pe­dia, Ste­fan Fried­rich Bir­kner)
Der Begriff „Unter­men­ge“ bezieht sich auf die Eigen­schaf­ten der Figu­ren: Figu­ren, Ecken, Kan­ten und Flä­chen; bei­spiels­wei­se hat ein Drei­eck 1 Figur, 3 Ecken, 3 Kan­ten und 1 Flä­che. Das ergibt die Fol­ge 1, 3, 3, 1, die man in der sechs­ten Spal­te der Abbil­dung fin­det.
Die fünf­te Zei­le zeigt die Fol­ge 1, 4, 10, 20, dies ist die Fol­ge der Tetra­eder­zah­len; man wech­selt hier also in den drei­di­men­sio­na­len Raum und lässt ein Tetra­eder, dar­ge­stellt durch Spiel­stei­ne, schritt­wei­se wach­sen. Ein Tetra­eder besteht aus 1 Figur, 4 Ecken, 6 Kan­ten, 4 Flä­chen; das ergibt die Zah­len­fol­ge 1, 4, 6, 4, die man in der sieb­ten Spal­te fin­det.
Die Zei­le und die Spal­te für die Drei­ecks­zah­len schnei­den sich in der 3. Die Zei­le und die Spal­te für die Tetra­eder­zah­len schnei­den sich in der 4; offen­bar muss man so vor­ge­hen, dass man in der Zei­le den Wert aus­wählt, der die Figur cha­rak­te­ri­siert und kommt von hier aus zu der Spal­te, die die „Unter­men­ge“ beschreibt.
Der Sinn der Aus­drü­cke „Dya­de“, „Tria­de“ usw. ist mir nicht klar. Ist damit viel­leicht gemeint: zwei­di­men­sio­na­le Figu­ren, drei­di­men­sio­na­le Figu­ren usw.?

References: § 53
 § 6
 § 10
 § 54
 § 32
 § 70
 § 74
 § 77