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Timestamp: 2019-04-23 15:07:16+00:00

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OLG Brandenburg, 04.11.2010 - 12 U 53/10 - dejure.org
OLG Brandenburg, 04.11.2010 - 12 U 53/10
Kostenerstattung wegen der Beseitigung einer Ölspur auf der Bundesautobahn: Zur Frage der Verdrängung zivilrechtlicher Schadenersatzansprüche durch konkurrierenden öffentlich-rechtliche Kostenerstattungsanspruch
Bei Verunreinigung einer Autobahn durch auslaufendes Öl stehen öffentlich-rechtliche Erstattungsansprüche neben zivilrechtlichen Ersatzansprüchen
LG Neuruppin, 14.01.2010 - 1 O 54/09
NJW-RR 2011, 962
Dagegen ist rechtlich auch nichts zu erinnern (…vgl. hierzu Senatsurteil vom 6. November 2007 - VI ZR 220/06, VersR 2008, 230 Rn. 8; BGH…, Urteil vom 20. Dezember 2006 - IV ZR 325/05, VersR 2007, 200 Rn. 10; OLG Brandenburg, Urteil vom 4. November 2010 - 12 U 53/10, juris Rn. 4).
Die zur Reinigung und Wiederherstellung der gefahrlosen Benutzbarkeit der Straße erforderlichen Aufwendungen sind daher grundsätzlich vom Schädiger nach § 7 Abs. 1 StVG, § 249 Abs. 2 BGB zu ersetzen (…vgl. Senatsurteil vom 6. November 2007 - VI ZR 220/06, aaO Rn. 7; OLG Brandenburg, Urteil vom 4. November 2010 - 12 U 53/10, juris Rn. 4).
b) Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts und anderer Instanzgerichte (vgl. allgemein zur Erstattung von Straßenreinigungskosten OLG Koblenz, GewArch 1978, 351 f.; zur Beseitigung von Ölspuren vgl. LG Bielefeld…, Urteil vom 23. Oktober 2009 - 1 O 486/08, juris Rn. 18; LG Bochum…, Urteil vom 23. November 2009 - 8 O 647/08, juris Rn. 25; AG Euskirchen…, Urteil vom 6. August 2009 - 4 C 401/08, juris Rn. 20;… allgemein zu Brauchbarkeitsbeeinträchtigungen Schneider, aaO) schließt die Möglichkeit des Kostenersatzes nach § 41 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 FSHG NW nicht von vornherein zivilrechtliche Schadensersatzansprüche nach § 7 StVG aus (vgl. OLG Brandenburg, Urteil vom 4. November 2010 - 12 U 53/10, juris Rn. 5 f.; LG Bonn…, Urteil vom 11. Januar 2011 - 2 O 329/08, juris Rn. 36).
(2) Dieser zivilrechtliche Schadensersatzanspruch ist nicht durch die Regelung in § 41 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 FSHG NW ausgeschlossen (vgl. auch OLG Brandenburg, Urteil vom 4. November 2010 - 12 U 53/10, juris Rn. 5 f.; LG Bonn…, Urteil vom 11. Januar 2011 - 2 O 329/08, juris Rn. 36).
Diese Erwägungen beanspruchen in gleichem Maße für das Verhältnis von Kostenersatzansprüchen nach Art. 16 Halbsatz 2 BayStrWG zu zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen Geltung (vgl. auch Edhofer/Willmitzer;… aaO Art. 16 Erl. 2.3, 1.1;… Kodal/Herber, Straßenrecht, 7. Aufl., Kap. 42 Rn. 197.6; OLG Brandenburg, NJW-RR 2011, 962, 963 f. zu § 7 Abs. 3 FStrG).
Auch die im Streitfall einschlägige Vorschrift des § 7 Abs. 3 FStrG schließt zivilrechtliche Schadensersatzansprüche nicht aus (vgl. OLG Brandenburg, NJW-RR 2011, 962, 963 f.; gegen einen Ausschluss zivilrechtlicher Schadensersatzansprüche auch OLG Oldenburg…, Urteil vom 16. Januar 2013 - 4 U 40/11, juris Rn. 16, 21, zu § 26 NBrandSchG; Edhofer/Willmitzer;… aaO Art. 16 Erl. 2.3, 1.1;… Kodal/Herber, Straßenrecht, 7. Aufl., Kap. 42 Rn. 197.6).
a) Es bedarf keiner Entscheidung, ob auch das Land Baden-Württemberg im Wege der verfassungsunmittelbaren Prozessstandschaft für die Bundesrepublik Ansprüche der hier gegebenen Art im eigenen Namen geltend machen und Leistung an sich verlangen könnte, wovon die Kammer ausgeht (vgl. BGH…, Urteil vom 14.11.1978 - VI ZR 133/77 -, juris, Rn. 11 ff.; Brandenburgisches Oberlandesgericht, Urteil vom 04.11.2010 - 12 U 53/10 -, juris, Rn. 3; BVerwG, NVwZ 1983, 471).
cc) Die Kammer ist der Auffassung, dass auch der Bund berechtigt ist, an seinem Eigentum entstandene Schäden im eigenen Namen geltend zu machen (so wohl auch Brandenburgisches Oberlandesgericht, Urteil vom 04.11.2010 - 12 U 53/10 -, juris, Rn. 3).
a) Eine Subsidiarität von zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen gegenüber öffentlich-rechtlichen Kostenerstattungsansprüchen ist nicht anzunehmen (BGH…, Urteil vom 15.10.2013, a.a.O., Rn. 16 m.w.N.; Urteil vom 15.10.2013 - VI ZR 471/12 -, juris; Brandenburgisches Oberlandesgericht, Urteil vom 04.11.2010, a.a.O., Rn. 5 f.; OLG Oldenburg…, Urteil vom 16.01.2013, a.a.O., Rn. 16 ff.).
In dem Auslaufen von Öl liegt sowohl eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung der bestimmungsgemäßen Verwendung der Autobahn als auch eine Eigentums- und Substanzverletzung gem. § 823 Abs. 1 BGB, § 7 Abs. 1 StVG (vgl. Brandenburgisches Oberlandesgericht, Urteil vom 04.11.2010, a.a.O., Rn. 4 m.w.N.).
e) Soweit die Beklagten schließlich die Ausführungen im Ersturteil bzgl. der Problematik der Kosten des Feuerwehreinsatzes beanstanden, lässt die Berufungsbegründung eine Auseinandersetzung mit den im Ersturteil zutreffend zitierten Urteilen des OLG Brandenburg vom 04.11.2010, Az.: 12 U 53/10.
BeckRS 2010, 27863, und des BGH vom 15.10.2013, Az.: VI ZR 471/12, NJOZ 2014, 976, vermissen.
Zivilrechtliche Ansprüche aus Gefährdungs- bzw. Deliktshaftung sollen nicht durch öffentlich-rechtliche Erstattungsansprüche ausgeschlossen sein (vgl. OLG Brandenburg ZfS 2011, 379, 380).
Dies stellt eine verfassungsrechtlich begründete Prozessstandschaft der gemäß Art. 90 Abs. 2 GG übertragenen Aufgaben dar (vgl. BGH NJW 1979, 864; OLG Brandenburg, NJW-RR 2011, 962 ff.).
Zugunsten des klagenden Landes greifen die Darlegungs- und Beweislasterleichterung des § 287 Abs. 1 ZPO und die damit verbundenen geringeren Anforderungen an die richterliche Überzeugungsbildung (z. B. OLG Düsseldorf, VRS 125, 193; OLG Brandenburg, VRS 120, 3), da es hier um den haftungsausfüllenden Tatbestand geht.
Zum Zeitpunkt des Schadensvorfalls bestand für das klagende Land kein Verhandlungs- und Entscheidungsspielraum mehr, was die Auswahl der zu beauftragenden Reinigungsfirma und die konkreten Preisansätze für die Reinigungsarbeiten und die Erdreichsanierung anbelangte, denn an die Ölwehr als seine Vertragspartnerin und die mit dieser ausgehandelten Preise hatte sich das klagende Land nämlich bereits mit Zuschlagserteilung und Abschluss eines Rahmenvertrages schon vor dem eigentlichen Schadensvorfall vertraglich gebunden (z. B. OLG Oldenburg, Urteil vom 16. Januar 2013, 4 U 40/11 zitiert nach Juris; OLG Brandenburg VRS 120, 3 ff; OLG Karlsruhe OLGR 2009, 355; OLG Naumburg, Urteil vom 23. Oktober 2013, 5 U 99/13).
Zwar richtet sich der geltend gemachte Kostenerstattungsanspruch der Klägerin aus § 40 Abs. 1 LStrG nur gegen den Schadensverursacher, hier den Beklagten zu 1), nicht aber gegen den Haftpflichtversicherer, hier die Beklagte zu 2) (vgl. OLG Brandenburg, Beschluss vom 4. November 2010 - 12 U 53/10 -, NJW-RR 2011, 962).
LG Dessau-Roßlau, 21.11.2012 - 2 O 145/09
Schadenersatz aus Verkehrsunfall: Anspruch auf Ersatz der Reinigungskosten für …

References: § 7
 § 249
 § 41
 § 7
 § 41
 Art. 16
 Art. 16
 § 7
 § 7
 § 26
 Art. 16
 § 823
 § 7
 BGH 
 Art. 90
 BGH 
 § 287
 § 40