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Timestamp: 2020-02-22 17:26:23+00:00

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Gürsching/Stenger, Bewertungsrecht, BewG § 125 Land- und ... / a) Nutzungsteil Gemüse-, Blumen- und Zierpflanzenbau | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Gürsching/Stenger, Bewertungsrecht, BewG § 125 Land- und ... / a) Nutzungsteil Gemüse-, Blumen- und Zierpflanzenbau
Die Fläche des Nutzungsteils Gemüse-, Blumen und Zierpflanzenanbau ist für die Ermittlung des Ersatzvergleichswerts zu untergliedern. Dabei sind für den Gemüsebau genutzte Flächen nach Freilandflächen (einschließlich Flächen unter Niederglas und Folie) sowie nach nicht heizbaren und heizbaren Nutzungsflächen unter Glas und Kunststoffplatten zu unterscheiden. Bei den für Blumen- und Zierpflanzenbau genutzten Flächen ist eine Aufteilung nach Freilandflächen (einschließlich Flächen unter Niederglas und Folie) sowie heizbaren und nicht heizbaren Nutzungsflächen unter Glas und Kunststoffplatten zu differenzieren.
Zur Fläche des Nutzungsteils gehören auch die Flächenanteile, die den Pflanzenbeständen nicht unmittelbar als Standraum dienen, wie Zwischenflächen, Vorgewende und für die Bearbeitung notwendige Wege, außerdem auch dem Verkauf dienende Flächen, sowie Komposthaufen und dergleichen.
Zum Gemüsebau gehört auch der Anbau von Tee, Gewürz- und Heilkräutern, soweit er nicht nach landwirtschaftlicher Anbaumethode im Rahmen der landwirtschaftlichen Fruchtfolge als Hauptkultur durchgeführt wird. Flächen zur Gewinnung von Schmuckreisig und Bindegrün, das überwiegend zum Verkauf bestimmt ist, sind dem Nutzungsteil Gemüse-, Blumen- und Zierpflanzenbau zuzurechnen und entsprechend zu bewerten.
Flächen, die der Gemüsesamenvermehrung dienen, sind entsprechend den Anweisungen für die Bewertung des Gemüsebaus zu bewerten. Flächen, die der Vermehrung von Blumensamen, Blumenzwiebeln und dergleichen dienen, sind nach den Anweisungen für die Bewertung des Blumen- und Zierpflanzenbaus zu bewerten.
Nicht zur gärtnerischen Nutzung zählt der Anbau von Kopfkohl, Pflückerbsen und Pflückbohnen nach landwirtschaftlicher Anbaumethode im Rahmen der landwirtschaftlichen Fruchtfolge als Hauptkultur. Dieser Anbau ist der landwirtschaftlichen Nutzung zuzurechnen und entsprechend zu bewerten. Sind die Voraussetzungen der landwirtschaftlichen Anbaumethode im Rahmen der landwirtschaftlichen Fruchtfolge als Hauptkultur nicht gegeben, so rechnet der Anbau von Kopfkohl, Pflückerbsen und Pflückbohnen zur gärtnerischen Nutzung.
Für Nutzungsflächen unter Glas und Kunststoffplatten sind die Vergleichszahlen nach § 125 Abs. 6 Nr. 3 BewG um ein Mehrfaches zu erhöhen, d.h. die um ein Mehrfaches erhöhten Vergleichszahlen werden den Vergleichszahlen für die Freiflächen hinzugerechnet.
Der Flächeninhalt der Nutzungsflächen unter Glas und Kunststoffplatten bemisst sich dabei nach dem Flächeninhalt der überdachten Fläche einschließlich der Umfassungswände, d.h. von Außenkante zu Außenkante des aufsteigenden Mauerwerks bzw. der Glasstehwände gemessen.
Die durch Anbau von Gemüse-, Blumen- und Zierpflanzen genutzte Betriebsfläche wird abweichend von § 35 Abs. 1 BewG nach den Verhältnissen vom 30.6.1990 bestimmt, das gilt auch für die Verteilung der Flächen auf Gemüsebau einerseits, auf Blumen- und Zierpflanzenbau andererseits. Sind zwischen dem 30.1.1990 und dem 1.1.1991 Flächen hinzugekommen, so sind sie für die Ermittlung des Ersatzvergleichswerts auf den 1.1.1991 zu berücksichtigen. Ihre Zurechnung zum Gemüsebau bzw. zum Blumen- und Zierpflanzenbau richtet sich nach der vorgesehenen Nutzung. In diesem Zeitraum abgegangene Flächen sind bei der Ermittlung des Ersatzvergleichswerts auf den 1.1.1991 nicht mehr anzusetzen.
Der Ersatzvergleichswert ergibt sich durch Multiplikation der nach § 125 Abs. 6 Nr. 3a und 3d BewG ermittelten Gartenbauvergleichszahlen (GVZ) mit dem gesetzlichen Ertragswert des § 40 Abs. 2 BewG und der Division durch 100. Selbständige Kleingärten, wie Schrebergärten und Laubenkolonien, werden wie Freiland-Gemüsebau bewertet. Die Gartenbauvergleichszahl beträgt entsprechend 50.
Rz. 195–197

References: § 125
 § 125
 § 125
 § 35
 § 125
 § 40