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Timestamp: 2019-12-06 02:51:29+00:00

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BUNDESPATENTGERICHT (DEUTSCHLAND) - Information
Bundespatentgericht (Deutschland) Information
Deutschland Bundespatentgericht
— BPatG — p1
Beate Schmidt, [1] Präsidentin des Bundespatentgerichts
Das Bundespatentgericht (BPatG) ist das zweitgrößte deutsche Bundesgericht und hat seinen Sitz in München. Es wurde am 1. Juli 1961 gegründet. Aufgabe dieses Gerichts ist es, in bestimmten Rechtsstreitigkeiten über gewerbliche Schutzrechte (u. a. Patente und Marken) zu entscheiden.
Seit der Errichtung des Deutschen Patentamts im Jahre 1877 wurden dessen Entscheidungen in einem Beschwerdeverfahren durch besondere Stellen des Patentamts selbst überprüft. Diese Aufgabenteilung wurde auch nach 1949 unter der Geltung des Grundgesetzes (GG) zunächst beibehalten. Dadurch entstand das Problem, dass Art. 19 Abs. 4 GG bei jeder Verletzung von Rechten durch die öffentliche Gewalt den Rechtsweg zu unabhängigen Gerichten eröffnet. Den Streit, ob die Beschwerdeausschüsse des Patentamts solche unabhängigen Gerichte waren, entschied das Bundesverwaltungsgericht 1959 dahin, dass alle Entscheidungen des Patentamts der Kontrolle der Verwaltungsgerichtsbarkeit unterliegen. Daraufhin wurde 1961 das Grundgesetz durch Einfügung von Art. 96 GG ergänzt, wonach der Bund für Angelegenheiten des gewerblichen Rechtsschutzes ein Bundesgericht errichten kann, und das Bundespatentgericht noch im selben Jahr unter Nutzung der jetzt im Grundgesetz geschaffenen Ermächtigung ins Leben gerufen.
Gerichtsorganisation/Spruchkörper
Beim Bundespatentgericht wirken als Richter sowohl rechtskundige Mitglieder, die die Befähigung zum Richteramt haben müssen, als auch technische Mitglieder, die in einem Zweig der Technik sachverständig sein müssen (zumeist ehemalige Prüfer des Deutschen Patent- und Markenamts). Die Besetzung der Senate ist in § 67 PatG, § 67 Abs. 1 MarkenG, § 18 Abs. 3 GebrMG und § 34 Abs. 5 SortSchG geregelt. Demnach sind die technischen Beschwerdesenate und der Gebrauchsmustersenat mit drei technischen Richtern und einem Juristen, die Nichtigkeitssenate mit drei technischen Richtern und zwei Juristen, die Markensenate und der juristische Beschwerdesenat nur mit drei Juristen besetzt. Im Jahr 2017 waren 108 Richter am BPatG beschäftigt, davon waren 29 Richterinnen und 79 Richter. Dabei waren die Senate mit 59 technischen Richter, d. h. mit einer technisch-naturwissenschaftlichen Ausbildung, und 49 Richtern mit juristischer Ausbildung besetzt. [2]
Im Mai 2011 wurde Beate Schmidt als Präsidentin in ihr Amt eingeführt. [3] Vizepräsident ist seit Juli 2010 Klaus Strößner. [4]
Das Gericht nimmt teil am elektronischen Rechtsverkehr, weshalb dort elektronische Dokumente eingereicht werden können. Seit September 2007 können beim Bundespatentgericht und beim Bundesgerichtshof elektronische Dokumente u. a. in Form des ISO-zertifizierten OpenDocument-Formats eingereicht werden. [5]
Beim Bundespatentgericht bestehen (Stand 2017):
1 Juristischer Beschwerdesenat und Nichtigkeitssenat (7. Senat),
6 Marken-Beschwerdesenate (25.–30. Senat),
6 Nichtigkeitssenate (1.–6. Senat),
12 Technische Beschwerdesenate (8.–12., 14., 15., 17.–20. und 23. Senat).
1 Ulrich Weiss 1. Juli 1961 30. Nov. 1966
2 Werner Jungbluth 19. Juni 1967 31. Mai 1971
3 Rudolf Neumar 18. Juli 1971 15. April 1972
4 Ernst Karl Pakuscher 18. Okt. 1972 August 1986
5 Elisabeth Steup 1. Sept. 1986 31. Mai 1992
6 Antje Sedemund-Treiber 1. Juni 1992 31. März 2001
7 Hans-Georg Landfermann 1. Juli 2001 28. April 2006
8 Raimund Lutz 2. Mai 2006 31. Dez. 2010
9 Beate Schmidt 1. Mai 2011
1 Karl Kaiser 1. Juli 1961 30. Juni 1965
2 Adolf Brösamle 29. Juli 1966 31. Juli 1969
3 Hermann Köttgen August 1969 31. Dezember 1974
4 Erich Gast Januar 1975 30. April 1978
5 Karl-Heinz Leise Mai 1978 31. Januar 1984
6 Gerhard Bühler 1. Februar 1984 30. April 1987
7 Hans Engelhardt Mai 1987 31. Mai 1991
8 Norbert Haugg Juni 1991 31. Juli 1995
9 Hansjörg Schnegg 22. Dezember 1995 30. Januar 2004
10 Bernd Tödte 5. Mai 2004 30. September 2009
11 Klaus Strößner Juli 2010
Die Amtstracht für die Richter und die Urkundsbeamten am Bundespatentgericht wurde mit der Anordnung des Bundespräsidenten über die Amtstracht bei dem Bundespatentgericht [6] festgelegt.
Die Amtstracht besteht aus einer Amts robe und einem Barett. Zur schwarzen Amtsrobe wird eine breite weiße Halsbinde mit herabhängenden Enden getragen, ausgenommen Urkundsbeamte, welche eine einfache weiße Halsbinde tragen. Der Besatz an der Amtsrobe und am Barett ist abhängig von der Funktion. Für Richter ist der Besatz aus stahlblauem Samt und für das Urkundspersonal ist der Besatz aus stahlblauem Wollstoff. Am Barett trägt der Präsident des Bundespatentgericht zwei Schnüre in Gold. Der Vizepräsident und die Senatspräsidenten tragen eine Schnur in Gold.
Achim Bender (Hrsg.), Klaus Schülke (Hrsg.), Volker Winterfeldt (Hrsg.): 50 Jahre Bundespatentgericht: Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des Bundespatentgerichts am 1. Juli 2011. Heymanns, Köln 2011, ISBN 3-45-227526-4
↑ Bundespatentgericht Jahresbericht 2017. (PDF) In: bundespatentgericht.de. Die Präsidentin des Bundespatentgerichts, März 2018, abgerufen am 15. Januar 2019 (deutsch, englisch).
↑ Stabwechsel beim Bundespatentgericht. Beate Schmidt folgt Raimund Lutz. Bundespatentgericht, 3. Mai 2011, abgerufen am 10. Juli 2014 (Pressemitteilung): „Mit einem Festakt in München hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger heute den bisherigen Präsidenten des Bundespatentgerichts Raimund Lutz verabschiedet und Beate Schmidt als neue Präsidentin in ihr Amt eingeführt.“
↑ Dr. Klaus Strößner neuer Vizepräsident des Bundespatentgerichts. Bundespatentgericht, 29. September 2010, abgerufen am 10. Juli 2014 (Pressemitteilung): „Der promovierte Physiker Klaus Strößner ist am 29. September 2010 in das Amt des Vizepräsidenten des Bundespatentgerichts eingeführt worden.“
↑ Elektronische Poststelle. Bundespatentgericht, abgerufen am 10. Juli 2014.
↑ Anordnung des Bundespräsidenten über die Amtstracht bei dem Bundespatentgericht. (pdf) In: Gesetze im Internet. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, juris GmbH, abgerufen am 10. Juli 2014.
Zuständigkeit der Landgerichte ( Memento vom 28. November 2015 im Webarchiv archive.today)
Normdaten (Körperschaft): GND: 35186-6 ( OGND, AKS) | LCCN: no2013065538 | VIAF: 143793041
Abgerufen von „ https://de.wikipedia.org/?title=Bundespatentgericht_(Deutschland)&oldid=194105993“
Bauwerk im Fasangarten

References: Art. 19
 Art. 96
 § 67
 § 67
 § 18
 § 34