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Tacheles Rechtsprechungsticker KW 08/2015 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
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Auszubildenden, denen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben von der Bundesagentur für Arbeit in Gestalt einer dem Grunde nach förderungsfähigen Ausbildung erbracht werden, sind von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Recht der Grundsicherung für Arbeitsuchende ausgeschlossen ( BSG Urteil vom 6.8.2014 – B 4 AS 55/13 R ).
1. 2 BSG, Urteil vom 17.02.2015 – B 14 AS 1/14 R
Einkommensberücksichtigung – Erwerbseinkommen und Arbeitslosengeldbezug – Absetzung des Grundfreibetrages in Höhe von 100 Euro nur vom Erwerbseinkommen
2. Die Absetzung des Grundfreibetrags kommt nur bei Erwerbseinkommen in Betracht und eine Übertragung eines nicht „verbrauchten“ Rests auf andere Einkommensarten ist nicht zulässig ( BSG, Urteil vom 5.6.2014 – B 4 AS 49/13 R).
2. 1 BSG, Urteil vom 28.10.2014 – B 14 AS 36/13 R
Grundsicherung für Arbeitsuchende – Einkommens- oder Vermögensberücksichtigung – Zufluss von Überbrückungsgeld nach Haftentlassung vor Antragstellung – Rückwirkung des Antrags auf den Ersten des Monats – Berücksichtigung der Zweckbestimmung des § 51 Abs 1 StVollzG
3. 1 LSG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 22. Januar 2015 (Az.: L 6 AS 214/14 B ER):
3. 2 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 27.01.2015 – L 4 AS 969/13 NZB
Die Nahtlosigkeitsregelung – Weiterleistungspflicht des § 2 Abs. 3 Satz 1 SGB X ist auf Umzüge von SGB II-Leistungsberechtigten und damit verbundene Zuständigkeitswechsel nicht anwendbar.
Anmerkung: Vgl. dazu Beitrag von RA Kay Füßlein zu SG Berlin, Beschluss vom 11.09.2014 – S147 AS 20920/14 – Keine Einstellung der Leistung beim Wechsel der örtlichen Zuständigkeit.
3. 3 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 04.02.2015 – L 2 AS 14/15 B ER – rechtskräftig
1. Entscheidend für den Ausschluss von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II ist, dass es sich um eine Person handelt, die als Arbeitsuchende oder Arbeitsuchender Leistungen nach dem SGB II beantragt und bei der nicht ersichtlich ist, dass sich die das Aufenthaltsrecht vermittelnde Freizügigkeitsberechtigung aus anderen Gründen ergeben könnte, als aus § 2 Abs.1 Ziffer 1a FreizügG/EU (im Ergebnis ebenso LSG Hamburg, Beschluss vom 1. Dezember 2014 – L 4 AS 444/14 B ER; mit der Annahme einer ungeschriebenen Tatbestandsvoraussetzung: LSG Hessen, Beschluss vom 11. Dezember 2014 – L 7 AS 528/14 B ER; a. A. der 19. Senat des LSG NRW, Beschluss vom 5. Mai 2014 – L 19 AS 430/13 ).
2. Die Antragstellerin kann zur Deckung ihres menschenwürdigen Existenzminimums auch nicht auf Leistungen nach dem SGB XII zurückgreifen, denn nach § 23 Abs. 3 Satz 1 SGB XII ist ein Anspruch für die Gruppe gleichermaßen ausgeschlossen, wenn es dort heißt: „Ausländer, die eingereist sind, um Sozialhilfe zu erlangen oder deren Aufenthaltsrecht sich allein aus dem Zweck der Arbeitsuche ergibt, und ihre Familienangehörigen haben keinen Anspruch auf Sozialhilfe.“
Quelle: http://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=175616&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive=
3. 4 Landessozialgericht Hamburg, Urteil vom 04.02.2015 – L 4 AS 394/13
Grundsicherung für Arbeitsuchende – Einkommensberücksichtigung – Absetzbeträge – mit der Erzielung des Einkommens verbundene notwendige Ausgaben – Weiterbildungs- und Fortbildungskosten
Fortbildungskosten zur Osteopathin – Keine Berücksichtigung von erhöhten Werbungskosten im Rahmen der Einkommensbereinigung nach § 11 b Abs. 1 Nr. 5 SGB II
1. Im Einzelfall können auch Weiter- und Fortbildungskosten notwendige Ausgaben im Sinne von § 11 b Abs. 1 Nr. 5 SGB II sein (LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 27. 2.2014 – L 12 AS 4836/12).
3. 5 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 17.02.2015 – L 12 AS 47/15 B ER – rechtskräftig
2. Der Senat hält an diesem Obersatz auch angesichts der in diesem Punkt geänderten Rechtsprechung des 6. Senats des LSG NRW (vgl. LSG NRW 6. Senat, Beschluss vom 29.01.2015 – L 6 AS 2085/14 B ER -) fest, wobei darauf hingewiesen wird, dass in eng begrenzten Ausnahmefällen auch nach der bisherigen Rechtsprechung des Senats ein Abwarten der Räumungsklage als nicht zumutbar angesehen wird.
Anmerkung: a. A. LSG NRW, Beschluss vom 29.01.2015 – L 6 AS 2085/14 B ER – und – L 6 AS 2086/14 B – rechtskräftig – wonach ein Abwarten der Räumungsklage als nicht zumutbar angesehen wird >>> http://tacheles-sozialhilfe.de/startseite/aktuelles/d/n/1783/
3. 6 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 13.02.2015 – L 6 AS 127/15 B ER – rechtskräftig
Quelle: http://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=175624&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive=
Anmerkung: ähnlich im Ergebnis für österreichischen Staatsbürger – LSG NRW, Beschluss vom 29.01.2015 – L 6 AS 2085/14 B ER – und – L 6 AS 2086/14 B, siehe dazu auch LSG NRW: Fristlose Wohnungskündigung löst Anordnungsgrund aus und vorläufige Leistungen bei EU-Bürgern, ein Beitrag von Lars Johann, Rechtsanwalt aus Wuppertal: http://tacheles-sozialhilfe.de/startseite/aktuelles/d/n/1783/
3. 7 Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 13.02.2015 – L 25 AS 38/15 B ER rechtskräftig
Einstweiliger Rechtsschutz – einstweilige Anordnung – Leistungsausschluss von EU-Ausländern – Arbeitsuche – Unionsbürger ohne materielles Aufenthaltsrecht – Folgenabwägung
Quelle: http://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=175579&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive=
4. 1 SG Berlin, Beschluss vom 19.01.2015 – S 142 AS 24179/14 ER
Bildungsgutschein – Geltungsdauer der EGV unter sechs Monaten – fehlendes Ermessen – Zeitablauf der Eingliederungsvereinbarung – aufschiebende Wirkung
Leitsätze (RA Kay Füßlein )
2. Der Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung erledigt sich nicht durch Zeitablauf der Eingliederungsvereinbarung (str. aA. z.B. LSG Bayern, Beschluss vom 14.11.2011 – L 7 AS 693/11; LSG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 04.10.2012 – L 5 AS 354/09).
Quelle: http://www.ra-fuesslein.de/wordpress/wp-content/uploads/2015/02/S142AS24719_14ER.pdf
Anmerkung: S. a. dazu Beitrag von RA Kay Füßlein: Kein Zwang zum Glück: http://www.ra-fuesslein.de/wordpress/?p=692
4. 2 SG Bremen, Beschluss vom 16.02.2015 – S 21 AS 151/15 ER
Leitsatz (Sozietät Beier & Beier )
Quelle: http://www.kanzleibeier.eu/?p=3078
4. 3 SG Duisburg, Beschluss vom 13.02.2015 – S 45 AS 768/14 – unveröffentlicht
Wiederholung des anfänglichen Fehlers, Anlass für die Änderung geben. Die Einkommenserzielung war also nur soweit wesentlich, wie sie nicht durch den Mehrbedarf „gedeckt“ war.
5. 1 Sozialgericht Karlsruhe, Urteil vom 27.01.2015 – S 17 AL 755/14
6. 1 Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 18.02.2015 – L 2 SO 3641/13 – nicht rechtskräftig
6. 2 LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 12. Februar 2015 (Az.: L 8 SO 264/14 B ER):
6. 3 Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 11.12.2014 – L 23 SO 82/13 – Die Revision wird zugelassen.
Bedarfsdeckung vor Kenntnis des Sozialhilfeträgers – laufender Sozialhilfebedarf
Quelle: http://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=175372&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive=
7. 1 Sozialgericht Dortmund, Urteil vom 13.01.2015 – S 62 SO 45/13
1. Wenn mehrere Personen in einer Wohnung leben, sind die Aufwendungen für die Unterkunft innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft regelmäßig nach dem Kopfteilprinzip zu verteilen; dass gilt auch bei Haushaltsgemeinschaften unter Verwandten ( vgl. BSG zum SGB II, Urteil vom 22.08.2013 – B 14 AS 85/12 R).
6. In einer solchen Konstellation kann es daher nicht auf die vertraglich vereinbarte Miete ankommen, sondern die Unterkunftskosten sind nach der Kopfteilmethode zu berechnen. Für die Anwendung dieser Grundsätze auch auf Haushaltsgemeinschaften unter Verwandten – unabhängig vom Bestehen einer Einstandsgemeinschaft – spricht darüber hinaus, dass ansonsten eine Missbrauchsgefahr bestände.
Quelle: http://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=175630&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive=
7. 2 Sozialgericht Karlsruhe, Urteil vom 27.01.2015 – S 4 SO 4416/12
Quelle: http://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=175573&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive=
7. 3 SG Heilbronn, Beschluss vom 12.02.2015 – S 11 SO 1505/13
Stadt Heilbronn muss nach verlorenem „Musterprozess“ höhere Miete von Sozialhilfeempfängerin zahlen.
9. BSG verneint Anspruch auf abstrakte Zustimmung des Sozialhilfeträgers zum Umzug – ein Beitrag von den Rechtsanwälten Fritz und Kollegen zu dem BSG, Urt. v. 17.12.2014 – B 8 SO 15/13 R.
Das Urteil ist – wie durch das Gesetz vorgegeben – unter Mitwirkung von ehrenamtlichen Richtern zustande gekommen. Dabei gilt für die Sozialhilfe und das AsylbLG die Besonderheit, dass beide ehrenamtlichen Richter von der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände vorgeschlagen werden (§ 46 Abs. 4 SGG). Die kommunalen Spitzenverbände sind u.a. Interessenvertreter der Sozialhilfeträger, die in Verfahren, die Leistungen der Sozialhilfe betreffen, in aller Regel beklagte Partei sind. Die beiden ehrenamtlichen Richter, die im vorliegenden Verfahren mitentschieden haben, sind beruflich tätig als Funktionäre des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und des Städte- und Gemeindebundes Sachsen-Anhalt. Diese Regelung dürfte sowohl grundsätzlich, als auch im konkreten Fall gegen den Grundsatz verstoßen, dass die Justiz „unabhängig und unparteiisch“ (Art. 6 Abs. 1 Satz 1 EMRK) sein muss. (rr)
Weiter: http://www.heise.de/tp/news/Wann-duerfen-Telefonnummern-von-Jobcenter-Mitarbeitern-veroeffentlicht-werden-2553191.html
Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit vom 19. Februar 2015: http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/Presse/Presseinformationen/index.htm
12. Anmerkung von Dr. Steffen Luik, RiLSG BWB zu BSG, Urt. v. 02.04.2014 – B 4 AS 29/13 R: Verhältnis zwischen Antrag auf Arbeitslosengeld nach dem SGB III und solchen nach dem SGB II.
Quelle Juris PR-SozR 4/2015 Anm. 1: http://www.juris.de/jportal/portal/t/17gv/page/homerl.psml?nid=jpr-NLSR000001815&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp
Nach dem neuen, am 1. März in Kraft tretenden AsylbLG werden nur die Personen mit § 25 Abs. 5 ins SGB II überführt, wenn die Entscheidung über die Aussetzung ihrer Abschiebung bereits 18 Monate zurück liegt. Dies gilt leider nicht für die Aufenthaltserlaubnisse nach § 23 Abs. 1 „wegen des Krieges“ sowie § 25 Abs. 4 Satz 1 – diese bleiben auch künftig dauerhaft im AsylbLG. Das ist zwar kaum nachvollziehbar, aber so beschlossen worden.
Das AsylbLG ab 1. März 2015 inkl. der neuen Regelbedarfsstufen (Gesetzestext): http://www.ggua-projekt.de/fileadmin/downloads/tabellen_und_uebersichten/asylblgnovember.pdf
Arbeitshilfe: AsylbLG oder SGB II? (März 2015): http://www.ggua-projekt.de/fileadmin/downloads/tabellen_und_uebersichten/asylblg_oder_sgb_ii.pdf

References: § 51
 § 2
 § 2
 § 23
 § 11
 § 11
 § 25
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 § 25