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Timestamp: 2019-06-19 23:55:47+00:00

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Ist es Schicksal, Zufall, Wille oder harte Arbeit? Das Geheimnis einer glücklichen Beziehung scheint unlösbar. Aber irgendwas müssen zufriedene Paare ja anders machen, dass sie auch nach Jahr und Tag noch Lust aufeinander haben.
Liebesexperten meinen: Glückliche Paare hatten nicht einfach nur Glück bei der Partnerwahl oder haben gewisse Verhaltensweisen einfach drauf. Nein, sie halten sich an ein paar Regeln und respektieren unausgesprochene Verbote – denn ein Verstoß gegen diese Liebesparagrafen kann saftige Strafen zur Folge haben. Von Lieblosigkeit bis Sexfrust und Seitensprüngen bis zur Trennung sind ziemlich viele Schäden dabei. Darum lassen es glückliche Paare erst gar nicht so weit kommen. Denn sie wissen: So fahren sie liebestechnisch viel besser.
Diese Paragrafen sollten Sie kennen:
10 Verbote, gegen die glückliche Paare niemals verstoßen
§ 1 Verboten: Streit immer vermeiden
Was sich liebt, das zankt sich nicht? Weit gefehlt! Selbst die schönsten Liebschaften sind nicht sicher vor Konflikten. Wer diese gewohnheitsmäßig unterdrückt, tut nichts Gutes. Denn Streitvermeidung um jeden Preis führt zu Verdrängung. Probleme werden so verlagert und nicht gelöst. Glückliche Paare streiten – aber respektvoll und sachlich, ohne den anderen zu beschimpfen und mit Vorwürfen zu überschütten. John Gottman weiß, wie richtiges Zoffen geht – der amerikanische Psychologe hat in seinem Liebeslabor jahrelang Paare beim Streiten beobachtet und konnte nicht nur sagen, was sie dabei falsch oder richtig machten. Sondern auch eine Prognose über den weiteren Beziehungsverlauf erstellen. Sein Fazit: Schlecht sieht es aus, wenn die Partner gleich mit Kritik ins Gespräch einsteigen und sich in Rage reden, ohne sich immer wieder ihre Zuneigung zu versichern. Wesentlich ist auch, wie viele negative und positive Bemerkungen die Partner in einem Konfliktgespräch fallen lassen. Dieses Verhältnis hat Gottman auf die 1:5-Formel gebracht. Sie besagt, dass eine Beziehung die fünffache Menge an guten Worten braucht – dann ist sie dauerhaft stabil und glücklich.
§ 2 Verboten: Sexleben einschlafen lassen
Wie viel Sex macht eigentlich glücklich? Sie müssen gemeinsam mit Ihrem Partner herausfinden, welches Maß an gelebter Erotik für Ihre Beziehung wichtig ist, einen Richtwert gibt es nicht. Aber wenn Sex tabu ist zwischen Ihnen, wenn sich der körperliche Kontakt auf Begrüßungsküsschen und Showhändchenhalten beschränkt und wenn Sie oder Ihr Partner damit unglücklich sind, dann stimmt etwas nicht. Sex, Erotik, Intimität – das sind Wasserstandsanzeiger für eine Liebe, meint Dr. Tobias Ruland. Liebe braucht Nähe und Nähe lebt von Intimität – ganz gleich, wie sich diese gestaltet. Intimität gelinge dann, wenn es zwei Menschen schaffen, trotz der unvermeidlichen Probleme und Verletzungen des Lebens den Respekt füreinander zu bewahren, sich einander authentisch zu offenbaren und jede sich bietende Gelegenheit zu nutzen, um sich auf Augenhöhe zu begegnen, schreibt er in Die Psychologie der Intimität. Sex ist dabei ein weites Feld. Es müsse nicht immer der Geschlechtsakt sein, es könne auch eine tiefe, körperlich empfundene Begegnung sein, die erotisch vereint. Paare, die ihr Sexleben ganz ad acta gelegt haben, verschenken ein hohes Glückspotenzial.
§ 3 Verboten: Vergleiche mit anderen machen
Petra und Ulf sind viel glücklicher als wir, so was würde mein Mann nie für mich tun, Carla sieht viel besser aus als meine Freundin – wer seine eigene Beziehung mit anderen vergleicht, vermiest sich selbst das Liebesleben. Es wird immer eine Partnerschaft geben, die auf irgendeiner Ebene besser funktioniert als Ihre. Wenn Sie das zum Thema machen, schneiden Sie unter Garantie schlechter ab. John Gottman hält deswegen derartige negative Vergleiche für einen gefährlichen Liebeskiller. Wenn Sie Ihre eigene Beziehung ständig an anderen messen und zu einem unbefriedigenden Ergebnis kommen, entwickeln Sie mit der Zeit womöglich eine Art Kaufreue, schreibt er in Die Vermessung der Liebe. Dann bereuen Sie insgeheim, diesen Partner gewählt zu haben und katapultieren sich selbst in den Frust. Glückliche Paare vergewissern sich der Stärken ihrer Beziehung und werten diese nicht ab, indem sie erforschen, was bei anderen besser sein könnte.
§ 4 Verboten: den Partner nicht ändern
»Der ist halt so!« Weit verbreitet ist die Ansicht, man könnte und dürfte den Partner nicht ändern – man muss ihn so nehmen, wie er ist. Störende Eigenschaften oder nervige Verhaltensweisen müssen Liebende halt ertragen. Wenn&apos;s zu schlimm wird, gibt es Vorwürfe, Kritik und Beziehungsgespräche. Dadurch bleibt in der Regel alles beim Alten – und die Liebe wird oft lieblos, weil beide Partner in einer Spirale der Negativität gefangen sind. Glückliche Paare bescheiden sich nicht mit dem, was sie in Ihrer Beziehung bekommen. Sie tun etwas dafür, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Christian Thiel sagt, wer seinen Partner wirklich liebe, der ändere ihn. Aber nicht mit den bekannten Strategien, sondern mit Positivität. In Liebe ist, den anderen nicht so zu nehmen, wie er ist erklärt der Beziehungsexperte, wie Paare durch Belohnen wünschenswerten Verhaltens, klare Ansagen in Bezug auf Bedürfnisse und Wünsche und eine Kultivierung der Sympathie glücklich(er) werden können. Er ist überzeugt: Glückliche Paare nutzen die Kraft der Positivität, um den Partner zu ändern – aber niemals in Bezug auf seinen Charakter. Sie konzentrieren sich auf das, was veränderbar ist: der Umgang miteinander, die Kommunikation und das Erotikleben etwa.
§ 5 Verboten: Freundschaften opfern
Wenn Paare zusammenkommen, wächst manchmal nicht alles zusammen, was scheinbar zusammengehört. Freunde etwa werden vom Partner nicht immer automatisch adoptiert, gerade Frauen stehen den Kumpels des Mannes oft kritisch gegenüber. Darum neigen statistisch gesehen Männer auch dazu, enge Freundschaften auf Sparflamme laufen zu lassen, wenn sie eine feste Partnerin haben. Das kann sich fatal auswirken – auf die Partnerschaft. Wie Freundschaften die Zufriedenheiit Ihrer Beziehung steigern können, weiß Dr. Wolfgang Krüger. In seinem Buch Freundschaft: beginnen, verbessern, gestalten, erklärt er, was enge Beziehungen zu Freunden wichtig macht und warum Freundschaften eine große Glücksquelle sind. Beziehungen außerhalb der Partnerschaft erden unsere Beziehung, entlasten sie und geben neue Impulse, meint Krüger. Außerdem seien Freundschaften auch ein Quell für die gegenseitige Attraktivität. Wenn Ihr Partner auch mal etwas mit Kumpels unternimmt, Anderes, Neues erlebt, ist das eine Bereicherung für Sie. Denn damit entsteht laut Krüger eine wohltuende Distanz, die nötig ist, damit Ihr Partner langfristig anziehend für Sie bleibt. Wer gute und intensive Freundschaften für die Beziehung opfert, riskiert, irgendwann alleine da zu stehen.
§ 6 Verboten: Bei anderen ablästern
Mal richtig Dampf ablassen bei der Freundin, dem Kumpel das Herz ausschütten – ab und an verspürt jeder mal das Bedürfnis, mit einem vertrauten Dritten über die eigene Beziehung zu sprechen. Das ist auch in Ordnung, sofern es Grenzen hat. Lästern kann gut tun, rächt sich aber vielleicht. Denn damit reden Sie sich Ihren Partner auf lange Sicht schlecht und machen selbst Stimmung gegen Ihre Beziehung. Shirley P. Glass sieht in zu engem Kontakt zu Freunden auch eine Bedrohung für Beziehungen. In Die Psychologie der Untreue schreibt sie, Vertrauen und Offenheit auf einer sehr intimen Basis sollten ausschließlich der Partnerschaft vorbehalten sein. Je öfter Sie regelmäßig Vertrauliches mit Freund oder Freundin bequatschen, je offener Sie dieser Person intime Details anvertrauen, umso größer wird die Bindung zwischen Ihnen – und der Abstand zu Ihrem Partner. Wenn Sie etwa schimpfen und meckern bei anderen, sich beschweren und rummaulen, dann weihen Sie diesen nicht nur unbotmäßig in Ihre Beziehung ein, meint Glass. Sie laufen sogar Gefahr, in eine Affäre hineinzurutschen, wenn Sie etwa als Frau einen Mann zum besten Freund haben.
§ 7 Verboten: Sich rächen
Das kommt in den besten Beziehungen vor: Ein Partner tut oder sagt etwas, das den anderen kränkt. Aber das kommt in glücklichen Beziehungen eher nicht vor: Der verletzte Partner setzt zum Rachefeldzug an. Es gibt diese kleinen, feinen Vergeltungsakte in Partnerschaften, mit denen die Gerechtigkeit wiederhergestellt werden soll. Im Beziehungsalltag gibt es viele Anlässe, bei denen man geneigt ist, dem anderen als unrechtmäßig empfundenes Verhalten heimzuzahlen. Das mag zunächst gut tun, ist aber keine feine Art, geschweige denn eine Lösung. »Kränkungen verkleinern unser Ich. Wutgefühle und Rachegefühle vergrößern unser Ich aber verkleinern den anderen. Ich fühle mich wieder mächtig und das gleicht die Kränkung innerlich ein wenig aus,« sagt Wolfgang Krüger. Der Berliner Paartherapeut sagt aber, Rache lohne sich nicht. Gerade die kleinen Boshaftigkeiten, die den anderen treffen sollen, sorgen für schlechte Stimmung in einer Beziehung. Denn nach dem Motto »wie Du mir, so ich Dir«, bewirken Rachefeldzüge eine Gegenreaktion – und das kann zu einem Dauerkampfzustand führen.
§ 8 Verboten: Beziehung über alles stellen
»Nur Du allein machst mich glücklich!« So etwas hört man zu Beginn einer Beziehung gerne. Da kann der andere auch das Allerwichtigste sein. Aber mit der Zeit ist es an der Zeit für eine gesunde Distanz – um für den anderen begehrenswert zu bleiben. Wer seine Beziehung an oberste Stelle seiner Lebensziele setzt, setzt damit alles auf eine Karte und überlastet sie. Auch wenn die Liebe und die Beziehung einen enorm hohen Stellenwert in Ihrem Leben hat, muss noch Platz für anderes sein. Sonst wird die Liebe überfrachtet. Christian Thiel etwa hält die Ansicht, Paare müssten viel gemeinsam unternehmen, um ihre Partnerschaft zu stärken, für einen großen Beziehungsirrtum. In Warum Frauen immer Sex wollen und Männer immer Kopfschmerzen haben, schreibt er, eine langfristig stabile Beziehung sei keine Freizeitgestaltungsgemeinschaft, bei der beide Partner alles im Leben zusammen tun müssen. Im Gegenteil sei der Anspruch, man müsse den Großteil der frei zu Verfügung stehenden Zeit mit der besseren Hälfte verbringen, kontraproduktiv. Für viel wichtiger hält Thiel das Gespräch. Aber nicht nur irgendeines, sondern das über den Tag. Glückliche Paare haben ein Leben neben der Beziehung – lassen den anderen aber durch intensive Gespräche über ihre Erlebnisse daran teilhaben.
§ 9 Verboten: Unrealistische Erwartungen haben
Schön muss sie sein, aber auch häuslich. Intelligent und in jedem Fall witzig. Und er soll die Familie versorgen können, aber auch im Haushalt vollen Einsatz bringen. Glückliche Paare halten sich fern von allzu fantasievollen Vorstellungen. Sie pfropfen dem Partner nicht alle Wünsche auf und fordern, dass er sie wahr macht. Sie messen ihre Erwartungen an der Realität. Und das ist gut. Keine Beziehung sei perfekt, schreibt Hermann Meyer in Jeder hat die Partnerschaft, die er verdient. Der Schicksalsforscher meint, die Tatsache, dass wir an den anderen so viele unerfüllbare Erwartungen haben, sei unserem Unbewussten geschuldet. Denn das sucht unseren Partner aus, es steuert ohne unser Wissen, an wen wir unser Herz verlieren. Das Bewusstsein dagegen fährt eine ganze Armada an Erwartungen auf, allen voran die, dass der andere einen glücklich machen MUSS. Das ist sein Job, denken viele. Und stellen sich damit selbst ein Bein. Denn der Partner ist keineswegs dazu da, uns glücklich zu machen. Seine Anwesenheit kann dazu führen, dass wir uns wohl fühlen. Sein Verhalten uns Freude bereiten – aber für unser Glück sind wir schon ganz allein zuständig.
§ 10 Verboten: Ärger runterschlucken
Auch glückliche Paare finden den anderen nicht immer toll und akzeptieren uneingeschränkt alles. In jeder Beziehung gibt es Dinge, die dem Partner übel aufstoßen. Doch zufriedene Paare opfern nicht Wutgefühle der Harmonie – sie lassen solche Emotionen zu. Mehr noch: Sie handeln nicht pauschal nach dem Grundsatz vergeben und vergessen. Sie nehmen auch unangenehme Phasen in Kauf. Das machen sie richtig. Werner Bartens etwa warnt vor dem allzu verständnisvollen Partner. In Was Paare zusammenhält schreibt er, neue Erkenntnisse der Wissenschaft würden zeigen, dass Vergeben und Verzeihen nicht immer die beste Reaktion für ein gutes Miteinander sei. Lang- und mittelfristig könne es viel besser sein, Ärger rauszulassen und den anderen nicht gleich wieder mit offenen Armen zu empfangen, wenn er einen verletzt hat. Wer sofort alles verzeiht, unterdrückt seine Gefühle – die sich dann zu einem Wust an Frust auftürmen können. Unglückliche Paare schlucken ihren Ärger gerne mal runter, um ihm dem Partner dann bei Gelegenheit wieder aufs Brot zu schmieren. So manövrieren sie sich oft in eine Patt-Situation, in der Verletzungen gegeneinander aufgerechnet werden – damit kommen sie nicht weiter, sondern nur weiter auseinander. Hier sind glückliche Paare klüger: Sie können über Dinge uneins sein, ohne diese Differenz dem anderen als Fehler anzulasten. Und. Sie sind ehrlich zueinander und konfrontieren den Partner mit seinem Verhalten, wenn sie es für unangemessen oder kränkend halten.
Fazit: Schreiben Sie Ihr eigenes Liebesgesetzbuch!
Und was ist mit dem Bemühen um gutes Aussehen, dem alltäglichen Teamplay und der Verwandtschaft? Auch das sind Beziehungsbereiche, in denen Sie sich an Ge- und vor allem Verbote halten sollten. Unsere Paragrafenliste ließe sich noch endlos fortsetzen – machen Sie das doch mal ganz individuell für Ihre Partnerschaft. Hilfreich können Ihnen dabei neben der intensiven Kommunikation mit Ihrem Partner diese Fragen sein:
Wo liegt Ihre Schmerzgrenze: Was können Sie überhaupt nicht akzeptieren, wo lassen sich Abstriche machen?
Was ist Ihnen in dieser Beziehung besonders wichtig?
Was tun Sie, um Ihren Partner glücklich zu machen?
Beziehungskrisen – woher sie kommen, wohin sie führen

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10