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Timestamp: 2019-09-18 08:00:37+00:00

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Rechtsprechung: FamRZ 2012, 93 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 26.10.2011
https://dejure.org/2010,139
BGH, 24.03.2010 - XII ZR 175/08 (https://dejure.org/2010,139)
BGH, Entscheidung vom 24.03.2010 - XII ZR 175/08 (https://dejure.org/2010,139)
BGH, Entscheidung vom 24. März 2010 - XII ZR 175/08 (https://dejure.org/2010,139)
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BGB § 1578 b
§ 1570 BGB, § 1573 Abs 2 BGB, § 1578b BGB
Nachehelicher Unterhalt: Verteilung der Darlegungs- und Beweislast für ehebedingte Nachteile im Rahmen der Unterhaltsherabsetzung oder -befristung
Unterhaltsrecht: Sekundäre Darlegungslast des Unterhaltsberechtigten hinsichtlich ehebedingter Nachteile
Darlegungs- und Beweislast i.R.e. Herabsetzung und zeitlichen Begrenzung des Unterhalts bzgl. einer Befristung; Sekundäre Darlegungslast nach den Regeln zum Beweis negativer Tatsachen hinsichtlich nicht entstandener ehebedingter Nachteile; Erforderliches substantiiertes ...
Unterhaltsherabsetzung - nachehelicher Unterhalt
Beweislastumkehr für ehebedingte Nachteile
Familienrecht - Darlegungslast ehebedingter Nachteile
Beweislast und Behauptungslast bei der Befristung nachehelichen Unterhalt
Familienrecht - Herabsetzung und Begrenzung des Unterhalts - Darlegungslast des Berechtigten
familienrecht-portal.net (Kurzinformation und Auszüge)
Darlegungs- und Beweislast beim nachehelichen Unterhalt
Beweislast bei der Kürzung von Unterhalt
Nachehelicher Unterhalt - Begrenzung und Befristung: Beweislast für ehebedingten Nachteil
Unterhalt drei Jahre nach der Scheidung
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 24.03.2010, Az.: XII ZR 175/08 (Darlegungs- und Beweislast im Rahmen der Herabsetzung oder Befristung von Unterhaltsansprüchen nach § 1578b BGB)" von VorsRiOLG Fritz Finke, original erschienen in: FamRZ 2010, 878 - 879.
Zusammenfassung von "Ehebedingter Nachteil und Beweislast - Kurswechsel durch die Hintertür?" von RA Dr. Winfried Born, original erschienen in: NJW 2010, 1793 - 1796.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 24.03.2010, Az.: XII ZR 175/08 (Darlegungs- und Beweislast bei der Begrenzung nachehelichen Unterhalts)" von RiOLG Dr. Regina Bömelburg, original erschienen in: FF 2010, 249 - 251.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 24.03.2010, Az.: XII ZR 175/08 (Ehegattenunterhalt/Unterhaltsbegrenzung/Ehebedingte Nachteile/Darlegungs- und Beweislast)" von Redaktion FuR, original erschienen in: FuR 2010, 400 - 401.
AG Essen, 31.01.2008 - 107 F 253/06
OLG Hamm, 01.09.2008 - 8 UF 42/08
BGHZ 185, 1
NJW 2010, 1813
MDR 2010, 749
FamRZ 2010, 875
FamRZ 2012, 93
JR 2011, 301
Erst wenn das Vorbringen des Unterhaltsberechtigten diesen Anforderungen genügt, müssen die vorgetragenen ehebedingten Nachteile vom Unterhaltspflichtigen widerlegt und dies bewiesen werden (Senatsurteil vom 24. März 2010 - XII ZR 175/08 - FamRZ 2010, 875 Tz. 18 ff.).
Erst wenn das Vorbringen des Unterhaltsberechtigten diesen Anforderungen genügt, müssen die vorgetragenen ehebedingten Nachteile vom Unterhaltspflichtigen widerlegt und dies bewiesen werden (Senatsurteil vom 24. März 2010 - XII ZR 175/08 - FamRZ 2010, 875 Rn. 18 ff.).
Im Rahmen der Herabsetzung und zeitlichen Begrenzung des Unterhalts ist der Unterhaltspflichtige für die Tatsachen darlegungs- und beweisbelastet, die für eine Befristung sprechen(Senatsurteil vom 24. März 2010 - XII ZR 175/08 - FamRZ 2010, 875 Tz. 18).
Dazu genügt es indessen, wenn dieser die Behauptung des Unterhaltspflichtigen, es seien keine ehebedingten Nachteile entstanden, substantiiert bestreitet und seinerseits darlegt, welche konkreten ehebedingten Nachteile entstanden sein sollen (Senatsurteil vom 24. März 2010 - XII ZR 175/08 - FamRZ 2010, 875 Tz. 20 ff.).
Das Familiengericht hat demnach zu prüfen, ob die fortdauernde unbeschränkte Unterhaltspflicht unbillig ist, nicht aber, ob der Befristung oder Herabsetzung Billigkeitsgründe entgegenstehen (vgl. - zur Befristung - Senatsurteil vom 24. März 2010 - XII ZR 175/08 - FamRZ 2010, 875 Tz. 22).
Soweit die Beklagte sich trotz der Obliegenheit zur Aufnahme einer vollschichtigen Erwerbstätigkeit im erlernten Beruf auf einen fortdauernden ehebedingten Nachteil beruft, hätte sie dazu im Rahmen ihrer sekundären Darlegungslast substantiiert vortragen müssen (Senatsurteile vom 20. Oktober 2010 - XII ZR 53/09 - FamRZ 2010, 2059 Rn. 32 ff. und BGHZ 185, 1 = FamRZ 2010, 875 Rn. 20 ff.).
Zur sekundären Darlegungslast des Unterhaltsberechtigten hinsichtlich ehebedingter Nachteile bei der Unterhaltsbegrenzung (im Anschluss an Senatsurteile, 24. März 2010, XII ZR 175/08, BGHZ 185, 1 = FamRZ 2010, 875, vom 20. Oktober 2010, XII ZR 53/09, FamRZ 2010, 2059 und vom 26. Oktober 2011, XII ZR 162/09, FamRZ 2012, 93).
Im Ausgangspunkt trägt der Kläger als Unterhaltsschuldner, der sich mit der Befristung auf eine prozessuale Einwendung beruft, die Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich der für eine Befristung sprechenden Tatsachen (Senatsurteil BGHZ 185, 1 = FamRZ 2010, 875 Rn. 18 mwN).
Erst wenn das Vorbringen des Unterhaltsberechtigten diesen Anforderungen genügt, müssen die vorgetragenen ehebedingten Nachteile vom Unterhaltspflichtigen widerlegt werden (Senatsurteile BGHZ 185, 1 = FamRZ 2010, 875 Rn. 23 …und vom 26. Oktober 2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93 Rn. 22 ff.).
BGH, 21.04.2010 - XII ZR 134/08
Nachehelicher Unterhaltsanspruch: Anspruch auf Betreuungsunterhalt aus …
aa) Die Darlegungs- und Beweislast für Umstände, die zu einer Befristung oder Beschränkung des nachehelichen Unterhalts führen können, trägt grundsätzlich der Unterhaltsverpflichtete, weil § 1578 b BGB als Ausnahmetatbestand konzipiert ist (Senatsurteile vom 24. März 2010 - XII ZR 175/08 - zur Veröffentlichung bestimmt und vom 14. Oktober 2009 - XII ZR 146/08 - FamRZ 2009, 1990 Tz. 18).
In die Darlegungs- und Beweislast des Unterhaltspflichtigen fällt grundsätzlich auch der Umstand, dass der Klägerin keine ehebedingten Nachteile im Sinne von § 1578 b BGB entstanden sind (Senatsurteil vom 24. März 2010 - XII ZR 175/08 - zur Veröffentlichung bestimmt, Klarstellung zu den Senatsurteilen vom 14. Oktober 2009 - XII ZR 146/08 - FamRZ 2009, 1990 Tz. 18; vom 16. April 2008 - XII ZR 107/06 - FamRZ 2008, 1325; vom 14. November 2007 - XII ZR 16/07 - FamRZ 2008, 134 und vom 28. März 1990 - XII ZR 64/89 - FamRZ 1990, 857).
Erst wenn das Vorbringen des Unterhaltsberechtigten diesen Anforderungen genügt, müssen die vorgetragenen ehebedingten Nachteile vom Unterhaltspflichtigen widerlegt werden (Senatsurteil vom 24. März 2010 - XII ZR 175/08 - zur Veröffentlichung bestimmt).
Er muss die Behauptung, es seien keine ehebedingten Nachteile entstanden, substantiiert bestreiten und seinerseits darlegen, welche konkreten ehebedingten Nachteile entstanden sein sollen (Senatsurteil vom 24. März 2010 - XII ZR 175/08 - FamRZ 2010, 875 Rn. 23).
Erst wenn das Vorbringen des Unterhaltsberechtigten diesen Anforderungen genügt, müssen die vorgetragenen ehebedingten Nachteile vom Unterhaltspflichtigen widerlegt werden (Senatsurteil vom 24. März 2010 - XII ZR 175/08 - FamRZ 2010, 875 Rn. 23).
Das Familiengericht hat demnach zu prüfen, ob die fortdauernde Unterhaltspflicht unbillig ist, nicht aber, ob der Befristung Billigkeitsgründe entgegenstehen (vgl. Senatsurteil vom 24. März 2010 - XII ZR 175/08 - zur Veröffentlichung bestimmt - Tz. 22).
aa) Das vom Unterhaltsberechtigten aufgrund der aktuellen Gegebenheiten erzielbare Einkommen ist bereits im Rahmen der Bedürftigkeit zu überprüfen, welche vom Unterhaltsberechtigten darzulegen und zu beweisen ist (Senatsurteile BGHZ 185, 1 = FamRZ 2010, 875 Rn. 25;… vom 27. Januar 2010 - XII ZR 100/08 - FamRZ 2010, 538 Rn. 42 …und vom 27. Mai 2009 - XII ZR 78/08 - FamRZ 2009, 1300 Rn. 62).
OLG Brandenburg, 21.02.2012 - 10 UF 253/11
Nachehelicher Unterhalt: Bedeutung ehebedingter Nachteile und nachehelicher …
35 Dabei ist davon auszugehen, dass den Antragsteller als Unterhaltsschuldner, der sich mit der Befristung auf eine prozessuale Einwendung beruft, die Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich der für eine Befristung sprechenden Tatsachen trägt (vgl. hierzu z.B. BGH, FamRZ 2012, 93; FamRZ 2010, 875).
Entsprechend der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Beweis negativer Tatsachen trifft den Unterhaltsberechtigten eine sogenannte sekundäre Darlegungslast (vgl. hierzu BGH, FamRZ 2012, 93, FamRZ 2010, 875).
Erst wenn das Vorbringen des Unterhaltsberechtigten diesen Anforderungen genügt, müssen die vorgetragenen ehebedingten Nachteile vom Unterhaltspflichtigen widerlegt werden (vgl. hierzu BGH, FamRZ 2012, 93; FamRZ 2010, 875 und 2059).
Diese kann gerade dann auf unsicherer Tatsachengrundlage stehen, wenn der Unterhaltsberechtigte - wie hier - bei Eheschließung noch am Beginn seiner beruflichen Entwicklung stand und die Ehe lange gedauert hat (vgl. hierzu BGH, FamRZ 2012, 93).
Diesbezügliche Schwierigkeiten sind jedoch im Rahmen der an die sekundäre Darlegungslast zu stellenden Anforderungen zu bewältigen, welche nicht überspannt werden dürfen (vgl. hierzu BGH, FamRZ 2012, 93; FamRZ 2010, 2059) und den Besonderheiten des Einzelfalls Rechnung tragen müssen.
Dies entbindet allerdings nicht von der Darlegung konkreter beruflicher Entwicklungsmöglichkeiten und bei behauptetem beruflichen Aufstieg zudem der entsprechenden Bereitschaft und Eignung des Unterhaltsberechtigten (vgl. hierzu BGH, FamRZ 2012, 93; FamRZ 2010, 2059).
Die Darlegungen müssen so konkret sein, dass die für den Unterhaltsberechtigten seinerzeit vorhandenen beruflichen Entwicklungschancen und seine persönlichen Fähigkeiten - etwa auch anhand vergleichbarer Karrieren - vom Gericht auf ihre Plausibilität überprüft werden können und der Widerlegung durch den Unterhaltspflichtigen zugänglich sind (vgl. hierzu BGH, FamRZ 2012, 93; FamRZ 2010, 875 und 2059).
Dabei sprechen für die Antragsgegnerin und ihre "normalen" beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten nach Aufnahme der Berufsausbildung zur Gärtnerin am 1.9.1978 auch die vorliegend einzubeziehenden Erfahrungssätze (vgl. hierzu BGH, FamRZ 2012, 93;… Palandt/Brudermüller, BGB, 71. Aufl., § 1578 b, Rn. 19).
Das Maß der Solidarität bestimmt sich neben der Ehedauer vor allem durch die wirtschaftliche Verflechtung, die durch die Aufgabe einer eigenen Berufsausbildung wegen der Betreuung gemeinsamer Kinder oder die Haushaltsführung eingetreten ist, und nicht zuletzt durch die von der Unterhaltsberechtigten erbrachten Lebensleistung (vgl. hierzu BGH, FamRZ 2012, 93; FamRZ 2010, 1414 und 1971).
BGH, 29.11.2016 - X ZR 122/14
Vergabeverfahren: Versendung von zwei Hauptangeboten auf elektronischem Weg im …
BGH, 20.06.2017 - VI ZR 505/16
Unberechtigte Schutzrechtsverwarnung: Sekundäre Darlegungslast des Verwarnenden
BGH, 20.02.2013 - XII ZR 148/10
Nachehelicher Unterhaltsanspruch: Aufgabe des Arbeitsplatzes wegen vorehelicher …
OLG Brandenburg, 07.08.2014 - 9 UF 159/13
Nachehelichenunterhalt: Anrechnung eines fiktiven Einkommens bei einem Anspruch …
OLG Hamm, 17.10.2013 - 4 UF 161/11
Konkreter Bedarf; Sittenwidrigkeit eines Ehevertrages; Altersvorsorge im Alter
OLG Düsseldorf, 23.10.2018 - 24 U 166/17
Haftung des Prozessbevollmächtigten in einem familienrechtlichen …
OLG Koblenz, 03.01.2014 - 5 U 1310/13
Zweifel an Bewehrungsstärke: Kein Aufbrechen der Wände!
OLG Brandenburg, 30.01.2017 - 13 UF 244/14
Darlegungslast des freiberuflichen Unterhaltsschuldners hinsichtlich bestrittener …
OLG Düsseldorf, 27.06.2012 - 8 UF 19/12
Befristung des nachehelichen Unterhalts trotz fortbestehender ehebedingter …
OLG Brandenburg, 22.03.2011 - 10 UF 85/09
Nachehelicher Unterhalt: Befristung von Krankheitsunterhalt; …
OLG Hamm, 07.09.2018 - 7 UF 9/18
OLG Hamm, 28.05.2014 - 11 U 105/13
OLG Saarbrücken, 02.03.2011 - 9 UF 89/10
Umfang der Erwerbsobliegenheit des unterhaltsberechtigten Ehegatten; Herabsetzung …
OLG Saarbrücken, 22.07.2010 - 6 UF 16/10
Zulässigkeit eines Teilurteils über die Zahlung von Unterhalt in einem …
OLG Hamm, 10.12.2012 - 8 UF 284/11
OLG Brandenburg, 31.08.2010 - 9 WF 242/09
Prozesskostenhilfe für eine Klage auf Nachehelichenunterhalt: Anforderungen an …
OLG Düsseldorf, 17.12.2015 - 9 U 161/14
Rückabwicklung der Übertragung von Grundstücken auf den Sohn der früheren …
KG, 02.07.2010 - 13 UF 17/10
Nachehelicher Unterhalt: Ehebedingte Nachteile bei einer freiberuflich tätigen …
OLG Schleswig, 14.07.2011 - 13 UF 148/10
Vorliegen eines ehebedingten Nachteils bei der Einkommensentwicklung eines …
https://dejure.org/2011,415
BGH, 26.10.2011 - XII ZR 162/09 (https://dejure.org/2011,415)
BGH, Entscheidung vom 26.10.2011 - XII ZR 162/09 (https://dejure.org/2011,415)
BGH, Entscheidung vom 26. Januar 2011 - XII ZR 162/09 (https://dejure.org/2011,415)
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Nachehelicher Unterhalt: Sekundäre Darlegungslast des Unterhaltsberechtigten hinsichtlich ehebedingter Nachteile im Rahmen der Unterhaltsherabsetzung und -befristung
Sekundäre Darlegungslast des Unterhaltsberechtigten hinsichtlich ehebedingter Nachteile bei der Unterhaltsherabsetzung und Unterhaltsbefristung
Familienrecht - Darlegungslast des Unterhaltsberechtigten
Familienrecht - Unterhaltsbefristung und sekundäre Darlegungslast des Unterhaltsberechtigten
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 26.10.2011, Az.: XII ZR 162/09 (Sekundäre Darlegungslast des Berechtigten für ehebedingte Nachteile bei Befristung des nachehelichen Unterhalts)" von RA Dr. Winfried Born, original erschienen in: NJW 2012, 74 - 77.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 26.10.2011, Az.: XII ZR 162/09 (Zur sekundären Darlegungslast des Unterhaltsberechtigten)" von RiAG Dr. Wolfram Viefhues, original erschienen in: FamRZ 2012, 96 - 97.
AG Coesfeld, 10.02.2009 - 5 F 226/08
OLG Hamm, 19.08.2009 - 8 UF 33/09
NJW 2012, 74
MDR 2012, 31
NJ 2012, 247
AnwBl 2012, 49
Erst wenn das Vorbringen des Unterhaltsberechtigten diesen Anforderungen genügt, müssen die vorgetragenen ehebedingten Nachteile vom Unterhaltspflichtigen widerlegt werden (…Senatsurteile BGHZ 185, 1 = FamRZ 2010, 875 Rn. 23 und vom 26. Oktober 2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93 Rn. 22 ff.).
Soweit dafür regelmäßig eine hypothetische Betrachtung angestellt werden muss und diese gerade dann auf unsicherer Tatsachengrundlage steht, wenn der Unterhaltsberechtigte bei Eheschließung noch am Beginn seiner beruflichen Entwicklung stand und die Ehe lange gedauert hat, sind diesbezügliche Schwierigkeiten im Rahmen der an die sekundäre Darlegungslast zu stellenden Anforderungen zu bewältigen, welche nicht überspannt werden dürfen und den Besonderheiten des Einzelfalls Rechnung tragen müssen (Senatsurteil vom 26. Oktober 2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93 Rn. 24).
Zwar kann sich der Unterhaltsberechtigte im Rahmen der sekundären Darlegungslast auch des Hinweises auf vergleichbare Karriereverläufe bedienen, um sein Vorbringen zu den seinerzeit vorhandenen beruflichen Entwicklungschancen plausibel zu machen (vgl. Senatsurteil vom 26. Oktober 2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93 Rn. 24).
Auf den Umstand, dass die Beklagte tatsächlich nur 25 Wochenstunden arbeitet und deshalb lediglich Teilzeiteinkünfte erzielt, käme es in diesem Zusammenhang nur dann an, wenn die Gründe, die der Ausübung einer Vollzeittätigkeit entgegenstehen, ihrerseits ehebedingte Ursachen haben (vgl. Senatsurteile vom 26. Oktober 2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93 Rn. 27 …und vom 29. Juni 2011 - XII ZR 157/09 - FamRZ 2011, 1721 Rn. 31).
Nach ständiger Rechtsprechung des Senats bemisst sich der angemessene Lebensbedarf, der nach § 1578 b Abs. 1 BGB regelmäßig die Grenze für die Herabsetzung des nachehelichen Unterhalts bildet, im Grundsatz nach dem Einkommen, das der unterhaltsberechtigte Ehegatte ohne Ehe und Kindererziehung aus eigenen Einkünften zur Verfügung hätte; dabei muss es sich grundsätzlich um einen Bedarf handeln, der das Existenzminimum wenigstens erreicht (vgl. zuletzt Senatsurteile vom 26. Oktober 2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93 Rn. 27 …und vom 29. Juni 2011 - XII ZR 157/09 - FamRZ 2011, 1721 Rn. 27 f.).
a) Der Anspruch auf Aufstockungsunterhalt setzt nach der Rechtsprechung des Senats voraus, dass der Unterhalt begehrende geschiedene Ehegatte eine angemessene Erwerbstätigkeit ausübt oder ausüben kann (…Senatsurteile vom 10. November 2010 - XII ZR 197/08 - FamRZ 2011, 192 Rn. 16; vom 26. Oktober 2011 - XII ZR 162/09 - vom 7. Dezember 2011 - XII ZR 159/09 - jeweils zur Veröffentlichung bestimmt und vom 16. Dezember 1987 - IVb ZR 102/86 - FamRZ 1988, 265, 266).
Zudem sind die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien einzubeziehen sowie die Dauer und Höhe des bereits geleisteten Unterhalts (Senatsurteil vom 26. Oktober 2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93 Rn. 35).
Mit diesem Vortrag hat die Antragsgegnerin ihrer sekundären Darlegungslast genügt (vgl. BGH, Urteil vom 20.10.2010 - XII ZR 53/09 - FamRZ 2010, 2059; BGH, Urteil vom 24.3.2010 - XII ZR 175/08 - FamRZ 2010, 875; BGH, Urteil vom 20.10.2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93).
Die im Rahmen des § 1578 b BGB vorzunehmende Billigkeitsabwägung beschränkt sich nicht nur auf den Ausgleich ehebedingter Nachteile, sondern hat darüber hinaus die vom Gesetz geforderte nacheheliche Solidarität zu berücksichtigen (BGH, Urteil vom 26.10.2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93).
BGH, 13.03.2013 - XII ZB 650/11
Nachehelicher Unterhalt: Arbeitsplatzwechsel als ehebedingter Nachteil
Dabei kann sich der Unterhaltsberechtigte im Rahmen der sekundären Darlegungslast auch des Hinweises auf vergleichbare Karriereverläufe bedienen, um sein Vorbringen zu den seinerzeit vorhandenen beruflichen Entwicklungschancen plausibel zu machen (…Senatsurteil vom 11. Juli 2012 - XII ZR 72/10 - FamRZ 2012, 1483 Rn. 42; vgl. auch Senatsurteil vom 26. Oktober 2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93 Rn. 24).
Daneben wird sich das Oberlandesgericht im Zusammenhang mit der Frage, ob die Beklagte durch die Nichtaufnahme eines Lehramtsstudiums - wie vom Amtsgericht bejaht - ehebedingte Nachteile erlitten hat, mit der Senatsrechtsprechung zur sekundären Darlegungslast des Unterhaltsberechtigten auseinanderzusetzen haben, wonach u. a. die hieran zu stellenden Anforderungen nicht überspannt werden dürfen (Senatsurteile vom 26. Oktober 2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93 Rn. 23 f. …und vom 20. Oktober 2010 - XII ZR 53/09 - FamRZ 2010, 2059 Rn. 32 f.).
Die Darlegung muss dabei so konkret sein, dass die Entwicklungsmöglichkeiten und persönlichen Fähigkeiten vom Gericht auf Plausibilität überprüft werden können und der Widerlegung durch den Pflichtigen zugänglich sind (BGH, Urteil vom 26.10.2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93; BGH, Urteil vom 11.07.2012 - XII ZR 72/10 - FamRZ 2012, 1483;… W. Maier in: Erman BGB, Kommentar, § 1578b BGB, Rn. 24).
Falls der Unterhaltsberechtigte bei Eheschließung - wie hier die Antragstellerin - noch am Beginn seiner beruflichen Entwicklung stand, trifft diesen zwar für seine berufliche Entwicklungsmöglichkeit die sekundäre Darlegungslast (BGH, Urteil vom 26.10.2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93).
a) Nach der Rechtsprechung des Senats setzt der Anspruch auf Aufstockungsunterhalt voraus, dass der Unterhalt begehrende geschiedene Ehegatte eine vollschichtige angemessene Erwerbstätigkeit ausübt oder aber ausüben kann (…Senatsurteile vom 10. November 2010 - XII ZR 197/08 - FamRZ 2011, 192 Rn. 16; vom 26. Oktober 2011 - XII ZR 162/09 - zur Veröffentlichung bestimmt - und vom 16. Dezember 1987 - IVb ZR 102/86 - FamRZ 1988, 265, 266).
Zwar kann sich der Unterhaltsberechtigte im Rahmen der sekundären Darlegungslast auch des Hinweises auf vergleichbare Karriereverläufe bedienen, um sein Vorbringen zu den seinerzeit vorhandenen beruflichen Entwicklungschancen plausibel zu machen (Senatsurteile vom 26. Oktober 2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93 Rn. 24 …und vom 11. Juli 2012 - XII ZR 72/10 - FamRZ 2012, 1483 Rn. 41), was aber schon im Ausgangspunkt voraussetzt, dass die Erwerbsbiographien der Vergleichspersonen überhaupt genügend Berührungspunkte aufweisen (…vgl. Senatsurteil vom 11. Juli 2012 - XII ZR 72/10 - FamRZ 2012, 1483 Rn. 41).
bedingten Nachteile vom Unterhaltspflichtigen widerlegt werden (BGH, Urteil vom 24.3.2010 - XII ZR 175/08 - BGHZ 185, 1; BGH, Urteil vom 20.10.2010 - XII ZR 53/09 - FamRZ 2010, 2059; BGH, Urteil vom 20.10.2011 - XII ZR 162/09 - BeckRS 2011, 27105; BGH…, Urteil vom 20.2.2013 - XII ZR 148/10 - MDR 2013, 524, Rdn. 26).
Die Darlegungen müssen so konkret sein, dass die für den Unterhaltsberechtigten seinerseits vorhandenen beruflichen Entwicklungschancen und seine persönlichen Fähigkeiten, etwa auch anhand vergleichbarer Karrieren, vom Familiengericht auf ihre Plausibilität überprüft werden können und der Widerlegung durch den Unterhaltspflichtigen zugänglich sind (BGH, Urteil vom 26.10.2011 - XII ZR 162/09 - FamRZ 2012, 93, 95).
LG Saarbrücken, 06.03.2015 - 10 S 125/14
OLG Düsseldorf, 29.01.2014 - 8 UF 180/13
OLG Hamm, 13.03.2017 - 13 UF 190/16
Umfang des nachehelichen Unterhaltsanspruchs
OLG Hamm, 29.03.2012 - 2 UF 215/11
Berücksichtigung von Überstundenvergütung bei der Bemessung des nachehelichen …
LG München II, 10.06.2016 - 11 O 3478/14
Ausführung eines widerrufenen Überweisungsauftrages
AG Wesel, 03.11.2017 - 17 F 135/12
Verwirkung des Anspruchs von nachehelichen Ehegattenunterhalt

References: § 1578

§ 1570
 § 1573
 § 1578
 BGH 
 § 1578
 BGH 
 BGH 
 § 1578
 § 1578
 § 1578
 BGH 
 BGH 
 § 1578
 § 1578
 § 1578