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Timestamp: 2020-01-19 08:23:53+00:00

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SG Trier, 14.12.2011 - S 4 AS 449/11 ER - dejure.org
SG Trier, 14.12.2011 - S 4 AS 449/11 ER
https://dejure.org/2011,9169
SG Trier, 14.12.2011 - S 4 AS 449/11 ER (https://dejure.org/2011,9169)
SG Trier, Entscheidung vom 14.12.2011 - S 4 AS 449/11 ER (https://dejure.org/2011,9169)
SG Trier, Entscheidung vom 14. Dezember 2011 - S 4 AS 449/11 ER (https://dejure.org/2011,9169)
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§ 86b Abs 2 S 2 SGG, § 86b Abs 1 S 1 Nr 2 SGG, § 31 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB 2 vom 13.05.2011, § 31a SGB 2 vom 13.05.2011, § 31b Abs 1 SGB 2 vom 13.05.2011
Einstweiliger Rechtsschutz - fehlender Anordnungsanspruch - keine Anordnung der aufschiebenden Wirkung - Grundsicherung für Arbeitsuchende - Sanktion wegen wiederholter Pflichtverletzungen - bestandskräftige Feststellungsbescheide - Minderung des Auszahlungsanspruchs ...
Minderung des "Auszahlungsanspruchs" aufgrund des Feststellungsbescheides nach § 31 b Abs. 1 SGB II kraft Gesetzes; Unabhängigkeit des Leistungsanspruchs auf Leistungen nach dem SGB II durch eine Minderung des Auszahlungsanspruchs
Hingegen ist die Terminologie des § 31b Abs. 1 Satz 1 SGB II nach Auffassung des Senats weder Ausdruck eines Selbstvollzuges der Sanktion in leistungsrechtlicher Hinsicht (so aber SG Trier vom 14. Dezember 2011 - S 4 AS 449/11 ER;… Burkiczak in: Rolfs/ Giesen/Kreikebohm /Udsching, Beck-Online-Kommentar SGB II, Stand Dezember 2014, § 31b Rdnr. 11a;… Groth in: Groth/Luik/Siebel-Huffmann, Das neue Grundsicherungsrecht - 2011, § 13 Rdnr. 421;… zum Begriff des Selbstvollzuges des Gesetzes: Steinwedel in: Kasseler Kommentar, SGB X, Stand August 2012, § 48, Rdnr. 9 m. w. N.), noch handelt es sich um eine dem § 48 SGB X vorgehende Spezialregelung, die eine gesonderte Aufhebungsentscheidung entbehrlich machen würde (so aber: LSG Bayern vom 30. Januar 2014 - L 7 AS 85/13).
Daran hat der ab 1. April 2011 gültige § 31b Abs. 1 Satz 1 SGB II, der nicht mehr eine Absenkung erwähnt, sondern auf den "Auszahlungsanspruch" abstellt, nichts geändert (…a.A.: Lauterbach in: Gagel, SGB II, Stand 1/2012, § 31b Rdnr. 2;… Groth/Luik/Siebel-Hufmann, Das neue Grundsicherungsrecht, 2011, Rdnr. 421; SG Trier, 14. Dezember 2011 - S 4 AS 449/11 ER -).
Es entspreche der Rechtauffassung des Sozialgerichts Trier (Beschluss vom 14.12.2011, S 4 AS 449/11 ER) und der Rechtsauffassung der Landessozialgerichte (LSG Bayern, Urteil vom 30.1.2014, L 7 AS 84/13), dass die Aufhebung des ursprünglichen Bewilligungsbescheides bei Erlass einer Sanktionsentscheidung nicht erforderlich sei.
Die Kammer hält an ihrer Rechtsauffassung fest, wonach es im Rahmen des Normgefüges der §§ 31, 31a, 31b SGB II neben dem Bescheid, der die Minderung des Auszahlungsanspruches anordnet, keines gesonderten Aufhebungsbescheides nach Maßgabe des § 48 SGB X bedarf (SG Trier, Beschluss vom 14. Dezember 2011 - S 4 AS 449/11 ER -, juris).
"Der Erforderlichkeit der Aufhebung eines Bewilligungsbescheides ist auch nicht mit dem Argument zu begegnen, dass die Minderung des Anspruchs nach der Neufassung des § 31b Abs. 1 Satz 1 SGB II kraft Gesetzes eintrete (so aber SG Trier, Beschluss vom 14.12.2011, a.a.O.).
Diese verweist zunächst darauf, dass der Wortlaut des § 31b Abs. 1 Satz 1 SGB II nunmehr ausdrücklich an die Begrifflichkeit des "Auszahlungsanspruchs" anknüpft (Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 30.01.2014, L 7 AS 85/13 - juris (Rdnr.27); SG Trier, Beschluss vom 14.12.2011, S 4 AS 449/11 ER - juris (Rdnr.34)).
Der Erforderlichkeit der Aufhebung eines Bewilligungsbescheides ist auch nicht mit dem Argument zu begegnen, dass die Minderung des Anspruchs nach der Neufassung des § 31b Abs. 1 Satz 1 SGB II kraft Gesetzes eintrete (so aber SG Trier, Beschluss vom 14.12.2011, a.a.O.).
Soweit der zum 1. April 2011 in Kraft getretene § 31b SGB II nunmehr auf den "Auszahlungsanspruch" abstellt, ändert dies nichts daran, dass es bei bereits bewilligten Leistungen nach dem SGB II weiterhin einer Aufhebungsentscheidung nach § 48 SGB X bedarf (S. Knickrehm/Hahn s.o.; a. M. SG Trier, Beschluss vom 14. Dezember 2011 - S 4 AS 449/11 ER - Berlit in: LPK-SGB II, 5. Aufl. 2013, § 31b Rdnr. 2, wonach sich durch die Sanktionsentscheidung lediglich der Auszahlungsanspruch mindere, der Leistungsanspruch dagegen durch die Minderung unberührt bleibe).
Folgt man der Auffassung, dass eine Aufhebung des Bewilligungsbescheides nicht erforderlich ist, weil der Wortlaut der zum 01.04.2012 in Kraft getretenen Neuregelung des § 31b Abs. 1 Satz 1 SGB II (Minderung des "Auszahlungsanspruchs") dafür spricht, dass die Bewilligung dem Grunde nach bestehen bleibt und lediglich die Auszahlung betroffen ist, so dass die Minderung kraft Gesetzes eintritt (Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 30.01.2014 - L 7 AS 85/13, juris RdNr. 25 ff.; SG Trier, Beschluss vom 14.12.2011 - S 4 AS 449/11 ER - juris RdNr. 36 ff.; Berlit in LPK-SGB 11, 5. Aufl., § 31b RdNr. 2), ergibt sich daraus zwar, dass der Eilantrag als Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung zulässig ist, weil in der Hauptsache gegen den Sanktionsbescheid allein eine isolierte Anfechtungsklage statthaft wäre.
Die Minderung trete vielmehr kraft Gesetzes ein (Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 30.01.2014 - L 7 AS 85/13, juris RdNr. 25 ff.; SG Trier, Beschluss vom 14.12.2011 - S 4 AS 449/11 ER - juris RdNr. 36 ff.; Berlit in LPK-SGB 11, 5. Aufl., § 31b RdNr. 2).
Zulässigkeit eines Widerspruchs gegen einen Bewilligungsbescheid bei Umsetzung …

References: § 86
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 § 31
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 § 13
 § 48
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