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Timestamp: 2019-07-16 17:47:41+00:00

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OLG Köln, 12.12.2014 - I-6 U 28/14 - dejure.org
OLG Köln, 12.12.2014 - I-6 U 28/14
https://dejure.org/2014,54423
OLG Köln, 12.12.2014 - I-6 U 28/14 (https://dejure.org/2014,54423)
OLG Köln, Entscheidung vom 12.12.2014 - I-6 U 28/14 (https://dejure.org/2014,54423)
OLG Köln, Entscheidung vom 12. Dezember 2014 - I-6 U 28/14 (https://dejure.org/2014,54423)
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Zur Produktnachahmung eines diätetischen Lebensmittels
Unlautere Produktnachahmung eines diätischen Lebensmittels
Produktnachahmung eines Diät-Lebensmittels
Unlautere Nachahmung durch Klonen einer Werbefigur
Nachschaffende Leistungsübernahme nur bei deutlicher Ähnlichkeit
Der Zwilling der "Almased-Frau" - unlautere Herkunftstäuschung trotz anderer Produktbezeichnung
Zum Schutz von Produktgestaltungen und kompletten Werbeauftritten
LG Köln, 16.01.2014 - 81 O 92/13
GRUR-RR 2015, 441
Hat der Kläger dies schlüssig dargelegt, so trägt der Beklagte die Darlegungs- und Beweislast für die Tatsachen, die das Entstehen einer an sich gegebenen wettbewerblichen Eigenart hindern oder deren Schwächung oder Wegfall, z. B. durch Auftreten ähnlicher Erzeugnisse auf dem Markt begründen (BGH, GRUR 1998, 477 - Trachtenjanker; OLG Köln, GRUR-RR 2015, 441;… Köhler in: Köhler/Bornkamm/Feddersen, aaO, § 4 UWG Rn. 3.78).
Für eine schlüssige Darlegung genügt vielmehr regelmäßig bereits die Vorlage des Produkts (OLG Köln, GRUR-RR 2015, 441; Köhler in;… Köhler/Bornkamm/Feddersen, aaO, § 4 UWG Rn. 3.78), mithin übertragen auf den vorliegenden Fall die Darstellung des Konzepts, für das Nachahmungsschutz begehrt wird, weil der Senat infolge seiner Sachkunde auf dieser Grundlage feststellen kann, ob es nach der maßgeblichen Verkehrsauffassung über wettbewerbliche Eigenart verfügt.
Zudem ist es grundsätzlich Sache des Anspruchsgegners, darzutun und gegebenenfalls zu beweisen, dass die in Rede stehenden Merkmale einzeln oder auch in der fraglichen Verbindung bereits vorbekannt gewesen oder inzwischen üblich geworden sind (BGH, GRUR 1998, 477 - Trachtenjanker; OLG Köln, GRUR-RR 2015, 441).
Insbesondere muss er dabei die Marktbedeutung von Produkten darlegen, mit denen er die wettbewerbliche Eigenart des nachgeahmten Produkts in Frage stellen will (BGH, GRUR 2005, 600 - Handtuchklemmen; OLG Köln, GRUR-RR 2015, 441 m. w. N.).
Daher genügt es nicht, nur einzelne Gestaltungsmerkmale zu vergleichen, um den Grad der Ähnlichkeit zu bestimmen (OLG Köln GRUR-RR 2015, 441; Senat, Urteil vom 03.03.2016, I-15 U 30/15, BeckRS 2016, 11379).
Geringfügige Abweichungen vom Original sind unerheblich, solange das Original als Vorbild erkennbar bleibt (OLG Köln, GRUR-RR 2015, 441;… Köhler in: Köhler/Bornkamm/Feddersen, aaO, § 4 UWG Rn. 3.37).
Für die Gefahr einer Täuschung über die betriebliche Herkunft genügt es nämlich - wie im Markenrecht (vgl. BGH GRUR 2000, 608 (609) [BGH 20.10.1999 - I ZR 110/97] - ARD-1) -, wenn der Verkehr bei der Produktnachahmung oder der nachgeahmten Kennzeichnung annimmt, es handle sich um eine neue Serie oder um eine Zweitmarke des Originalherstellers (OLG Köln GRUR-RR 2015, 441, 445) oder es bestünden lizenz- oder gesellschaftsvertragliche Beziehungen zwischen den beteiligten Unternehmen (BGH GRUR 1998, 477 (480) [BGH 06.11.1997 - I ZR 102/95] - Trachtenjanker; BGH GRUR 2001, 251 (254) [BGH 15.06.2000 - I ZR 90/98] - Messerkennzeichnung; BGH GRUR 2001, 443 (445) [BGH 19.10.2000 - I ZR 225/98] - Viennetta;… BGH GRUR 2009, 1069 [BGH 02.04.2009 - I ZR 144/06] Rn. 15 - Knoblauchwürste;… BGH GRUR 2009, 1073 [BGH 02.04.2009 - I ZR 199/06] Rn. 15 - Ausbeinmesser).
Soweit es die wettbewerbliche Eigenart des Produkts betrifft, wird häufig dessen Vorlage ausreichen (OLG Köln GRUR-RR 2015, 441, 443;… Köhler/Bornkamm, UWG, 35. Aufl. 2017, § 4 Rn. 3.78).
Hat der Anspruchsteller insoweit seiner Darlegungs- und Beweislast genügt, so trifft den Anspruchsgegner die Darlegungs- und Beweislast für die Tatsachen, die das Entstehen einer an sich gegebenen wettbewerblichen Eigenart, u.a. vorbekannte Gestaltungen bei Modeerzeugnissen, hindern oder deren Schwächung oder Wegfall begründen (BGH GRUR 1998, 477, 479 [BGH 06.11.1997 - I ZR 102/95] - Trachtenjanker; OLG Köln GRUR-RR 2014, 210, 212; OLG Köln GRUR-RR 2015, 441, 443;… Köhler/Bornkamm, a.a.O., § 4 Rn. 3.78).
Dabei kommt es darauf an, ob gerade die übernommenen Gestaltungsmittel die wettbewerbliche Eigenart des nachgeahmten Produkts begründen (…BGH GRUR 2007, 795 Rnr. 32 - Handtaschen;… BGH GRUR 2010, 1125 Rnr. 25 - Femur-Teil; OLG Köln GRUR-RR 2015, 441 (444)).
Hier hat die insoweit darlegungsbelastete Klägerin (…vgl. OLG Frankfurt GRUR-RR 2015, 595, Rdnr. 44; OLG Köln, GRUR-RR 2015, 441, 443;… Köhler a.a.O., § 4 Rdnr. 3.78) keine Umstände dargetan, die die Annahme begründen, dass eine eindeutige Herstellerkennzeichnung ungeeignet wäre, eine Herkunftstäuschung auszuschließen.
In einem solchen Fall obliegt es dann dem Anspruchsgegner darzulegen, dass die für die Eigenart relevanten Gestaltungsmerkmale schon vorbekannt waren oder im Verletzungszeitpunkt am Markt bekannt waren, was zu einer Schwächung oder dem Wegfall der Eigenart führen kann (vgl. BGH GRUR 1998, 477, 479 - Trachtenjanker; OLG Köln GRUR-RR 2015, 441, 442 - VITASED;… Köhler/Bornkamm, UWG, 34. Aufl., Rn. 3.78 zu § 4 UWG).
Da dem Produkt der Antragstellerin aufgrund der oben genannten Merkmale allerdings von Haus aus eine wettbewerbliche Eigenart zukommt, obläge es der Antragsgegnerin, darzulegen und zu beweisen, dass die Gestaltung sich im Hinblick auf die anderen Produkte des Marktumfeldes gleichwohl als Allgemeingut darstellt, weswegen eine wettbewerbliche Eigenart von vornherein verhindert worden oder nachträglich entfallen sei (vgl. OLG Köln, GRUR-RR 2015, 441, 443;… Köhler/Bornkamm/Feddersen, UWG, 36. Aufl., § 4 Rn. 3.78, je m.w.N.).

References: § 4
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 BGH 
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