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Timestamp: 2019-05-21 22:12:37+00:00

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OVG Sachsen, 16.07.2012 - 3 A 663/10 - dejure.org
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OVG Sachsen, 16.07.2012 - 3 A 663/10 (https://dejure.org/2012,19978)
OVG Sachsen, Entscheidung vom 16.07.2012 - 3 A 663/10 (https://dejure.org/2012,19978)
OVG Sachsen, Entscheidung vom 16. Juli 2012 - 3 A 663/10 (https://dejure.org/2012,19978)
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SächsVwVfG (jetzt: SächsVwVfZG) § 2 Abs. 3; VwVfG § 53
VG Dresden, 22.07.2010 - 5 K 1333/07
Eine Behörde kann allerdings ihrer Beweispflicht hinsichtlich des Zugangs nach den Grundsätzen des ersten Anscheins genügen, wenn sie Tatsachen vorträgt, aus denen nach allgemeiner Lebenserfahrung geschlossen werden kann, dass der Empfänger einen Bescheid oder ein Schreiben tatsächlich erhalten haben muss (BFH, Urteil vom 12. August 1981 - I R 140/78, BFHE 134, 213, 215; SaarlOVG, NVwZ-RR 2012, 131; SächsOVG, Beschluss vom 16. Juli 2012 - 3 A 663/10, juris Rn. 7; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof…, Urteil vom 18. Februar 2016 - 11 BV 15.1164, juris Rn. 21 mwN).
Weiter kann die Besonderheit berücksichtigt werden, ob Schreiben oder Bescheide als unzustellbar an die Behörde zurückgelangt sind (vgl. SaarlOVG, NVwZ-RR 2012, 131; SächsOVG, Beschluss vom 16. Juli 2012 - 3 A 663/10, juris Rn. 7; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof…, Urteil vom 18. Februar 2016 - 11 BV 15.1164, ZfSch 2016, 297 Rn. 21).
Der Senat hat erwogen, diese Ausschlussregelung teleologisch dergestalt zu reduzieren, dass sie nur auf die inhaltliche - journalistische - Tätigkeit des Südwestrundfunks Anwendung findet, weil eine Anwendung des LVwVfG (nur) in diesem Tätigkeitsbereich mit der verfassungsrechtlich gewährleisteten Rundfunkfreiheit kollidieren würde (so zu der mit § 2 Abs. 1 des baden-württembergischen LVwVfG gleichlautenden Vorschrift des sächs. LVwVfG: SächsOVG, Beschluss vom 16.07.2012 - 3 A 663/10 -, juris; offengelassen für das hess. LVwVfG von Hess- VGH, Beschluss vom 05.01.2016 - 10 B 2411/15 -, NVwZ-RR 2017, 76 und für das LVwVfG Sachsen-Anhalt: OVG Sachsen-Anhalt…, Beschluss vom 11.08.2015 - 4 M 103/15 -, juris Rdnr. 9).
Weiter kann die Besonderheit berücksichtigt werden, ob Schreiben oder Bescheide als unzustellbar an die Behörde zurückgelangt sind (vgl. SaarlOVG, NVwZ-RR 2012, 131; SächsOVG, Beschluss vom 16. Juli 2012 - 3 A 663/10, juris Rn. 7; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof…, Urteil vom 18. Februar 2016 - 11 BV 15.1164, juris Rn. 21).
Eine Behörde kann ihrer Beweispflicht hinsichtlich des Zugangs jedoch auch nach den Grundsätzen des Beweises des ersten Anscheins genügen, wenn sie Tatsachen vorträgt, aus denen nach allgemeiner Lebenserfahrung geschlossen werden kann, dass der Empfänger einen Bescheid oder ein Schreiben tatsächlich erhalten haben muss (…vgl. BayVGH, B. v. 6.7.2007 - 7 CE 07.1151 - NVwZ-RR 2008, 252 - juris Rn. 8;… B. v. 11.5.2011 - 7 C 11.232 - juris Rn. 2; SächsOVG, B. v. 16.7.2012 - 3 A 663/10 - juris Rn. 7;… SaarlOVG, B. v. 7.11.2011 - 3 B 371/11 - NVwZ-RR 2012, 131 - juris Rn. 5;… VG Düsseldorf, U. v. 24.5.2012 - 6 K 8411/10 - juris Rn. 32).
Diese Rechtsprechung hat der Senat fortgeführt und die Auffassung vertreten, § 2 Abs. 3 SächsVwVfZG sei einschränkend dahingehend auszulegen, dass sich diese Regelung auf den Kernbereich der Rundfunkfreiheit beziehe, nicht aber auf Bereiche, in denen die Rundfunkanstalt - wie etwa bei der Gebührenerhebung - typische Verwaltungstätigkeit ausübe (Beschl. v. 16. Juli 2012 - 3 A 663/10 -, juris Rn. 11 f).
Diese Auffassung hat der Senat mit Beschluss vom 16. Juli 2012 (- 3 A 663/10 -, juris Rn. 11) und Beschluss vom 17. Juli 2015 (…- 3 B 146/15 -, juris Rn. 5) bekräftigt.
Für sie streitet im vorliegenden Zusammenhang schon der Grundsatz, dass Ausnahmevorschriften restriktiv auszulegen sind (SächsOVG, Beschl. v. 16. Juli 2012, a. a. O. Rn. 12).
In der Rechtsprechung zu vergleichbaren Regelungen in den Verwaltungsverfahrensgesetzen anderer Bundesländer wird teilweise die Ansicht vertreten, die einschlägige Ausschlussregelung betreffe nur die journalistische Tätigkeit der Landesrundfunkanstalt und schließe eine Anwendbarkeit der Regelungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes (des jeweiligen Landes) auf die Tätigkeit der Beitrags- oder -gebührenerhebung nicht aus, wobei teilweise eine Anwendung des allgemeinen Rechtsgrundsatzes der Bekanntgabefiktion des § 41 Abs. 2 AsylVfG oder die Anwendung der in dieser Vorschrift enthaltenen Grundsätze des Beweises des ersten Anscheins befürwortet wird (vgl. OVG Sachsen-Anhalt…, Beschluss vom 11. August 2015 - 4 M 103/15 -, juris-Ausdruck, Rn. 5, m.w.N.; Sächs. OVG, Beschluss vom 16. Juli 2012 - 3 A 663/10 -, juris-Ausdruck, Rn. 11 ff.; gegen eine - auch entsprechende - Anwendung der vergleichbaren Regelung: VGH Baden-Württemberg…, Beschluss vom 19. Juni 2008 - 2 S 1431/08 -, ESVGH 59, 23, Rn. 5 juris-Ausdruck).
Eine Anwendbarkeit des § 1 Abs. 1 Satz 1 VwVfG LSA i.V.m. § 41 Abs. 2 VwVfG wird durch § 2 Abs. 1 Satz 2 VwVfG LSA nicht ausgeschlossen, wobei offen bleiben kann, ob sich diese Ausnahmeregelung nach ihrem Sinn und Zweck nur auf die inhaltliche Tätigkeit des Rundfunks bezieht (vgl. OVG Sachsen, Beschl. v. 16. Juli 2012 - 3 A 663/10 -, zit. nach JURIS;… Stelkens/Bonk/Sachs, VwVfG, 8. A., § 1 Rdnr. 22;… wohl auch OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 29. April 2008 - 9 A 1863/06 -, zit. nach JURIS;… Bauer/Heckmann/Gruber/Schallbruch, Verwaltungsverfahrensgesetz, 2012, § 2 Rdnr. 12;… a.M. : OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 25. April 2013 - 16 A 1873/12 -, zit. nach JURIS; VGH Baden-Württemberg, Beschl. v. 19. Juni 2008 - 2 S 1431/08 -, NVwZ-RR 2008, 750, 751;… Knack/Henneke, VwVfG, 10. A., § 2 Rdnr. 10; vgl. auch Gesetzentwurf des VwVfG LSA in LT-DrS 1/2578, Begründung S. 5) oder ob die Bekanntgabefiktion des § 41 Abs. 2 VwVfG einen allgemeinen Rechtsgrundsatz des Verwaltungsverfahrens darstellt (… a.M. : Kopp/Ramsauer, VwVfG, 15. A., § 41 Rdnr. 4, m.w.N.) oder ob jedenfalls zugunsten des Beigeladenen die in § 41 Abs. 2 VwVfG enthaltenen Grundsätze des Beweises des ersten Anscheins Anwendung finden (vgl. OVG Sachsen, Beschl. v. 16. Juli 2012, a.a.O.; OVG Saarland, Beschl. v. 7. November 2011 - 3 B 371/11 -, VGH Bayern, Beschl. v. 6. Juli 2007, jeweils zit. nach JURIS).
OVG Sachsen, 12.08.2014 - 3 B 498/13
Einstweiliger Rechtsschutz gegen die Aufforderung zur Abgabe einer …
Diese Grundsätze sind auch für die Erhebung von Rundfunkgebühren anerkannt (vgl. SächsOVG, Beschl. v. 16. Juli 2012 - 3 A 663/10 -, juris Rn. 7 m. w. N.).
OVG Sachsen, 06.03.2015 - 3 B 305/14
Heranziehung meherer Beitragsschuldner als Gesamtschuldner, Auswahlermessen
Auch wenn gemäß § 2 Abs. 3 SächsVwVfZG für die Tätigkeit des Antragsgegners das Verwaltungsverfahrensgesetz nicht gilt, richten sich die Anforderungen an den Inhalt eines Beitragsbescheids gemäß den in Bund und Ländern übereinstimmenden Grundsätzen des allgemeinen Verwaltungsverfahrensrechts nach § 37 VwVfG (…Tucholke a. a. O. Rn. 35, 37 m. w. N.; vgl. SächsOVG, Beschl. v. 16. Juli 2012 - 3 A 663/10 -, juris Rn. 7).
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 25.08.2009 - 8 E 42/09 -, unter Bezugnahme auf BayVGH, Beschlüsse vom 06.07.2007 - 7 CE 07.1151 -, NVwZ-RR 2008, 252 und 24.10.2007 - 7 CE 07.2317 - NVwZ-RR 2008, 220; Sächsisches Oberverwaltungsgericht, Beschluss vom 16.07.2012 - 3 A 663/10 -, Rn. 7, juris.
Übermittlung eines schriftlichen Verwaltungsakts per Post an die Adresse des …
VGH Hessen, 21.10.2015 - 10 D 754/15

References: § 2
 § 53
 § 2
 § 2
 § 41
 § 1
 § 41
 § 2
 § 1
 § 2
 § 2
 § 41
 § 41
 § 41
 § 2
 § 37