Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/1/81160000093.htm
Timestamp: 2018-11-20 22:35:02+00:00

Document:
1.16.093 Kohlberg
Verordnung des Landratsamtes Esslingen über das Landschaftsschutzgebiet "Kohlberg" vom 24. Juli 1998 (Amtsbl. Kohlberg v. 07.08.1998).
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Kohlberg werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Koblberg"
(1) Das Landschaftsschutzgebiet besteht aus 2 Teilen (A, B) und hat insgesamt eine Größe von ca. 129 ha.
(2) Es umfaßt im wesentlichen die zur Gemarkung Kohlberg gehörenden nördlich der bebauten Ortslage von Kohlberg und östlich der Kreisstraße K 1240 (Kohlberg ‑ Tischardt) liegenden Obstbaumwiesen, Acker‑ und Waldflachen.
Das Landschaftsschutzgebiet besteht aus folgenden Teilen:
Teil A des Landschaftsschutzgebiets "Kohlberg" hat eine Größe von ca. 119 ha und umfasst das Gebiet der Gemarkung Kohlberg nördlich der Ortslage und der Landesstraße L 1210 (Kohlberg Neuffen) und östlich der Kreisstraße K 1240 (Kohlberg‑ Tischardt) bis zur nördlichen und östlichen Grenze des Gemeindegebiets. Ausgenommen sind der Friedhof im Gewann Buchenwald, die Sport- und Kleintierzuchtanlagen im Gewann Mittlerer Wasen sowie größtenteils die Ackerflachen im Gewann Niederes Feld.
Buchenwald, Mittlerer Wasen, Hörtinger Wald, Krummbach, Koppensteige, Hart, Lange Acker, Bernbold, Hungerhalde, Riemenwiesen, Grund und Niederes Feld.
Teil B des Landschaftsschutzgebiets " Kohlberg" hat eine Größe von ca. 10 ha und befindet sich nördlich von Kohlberg, abgetrennt vom übrigen Gemeindegebiet, umgeben von der Gemarkung Neuffen.
· Teil B umfaßt das Gewann Roggenacker vollständig.
(3) Die genauen Grenzen des Landschaftsschutzgebiets sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1 : 2 500 schwarz umgrenzt und grün angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Esslingen, Pulverwiesen 11, 73726 Esslingen und bei der Gemeinde Kohlberg, Metzinger Straße 1, 72664 Kohlberg zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.
Wesentlicher Schutzzweck des Landschaftsschutzgebiets ist der Erhalt der landschaftsprägenden, reich strukturierten Streuobstwiesen und ihrer wertvollen Zusatzstrukturen. Zu diesen Zusatzstrukturen zählen insbesondere Hangkanten, Gras‑ und Schotterwege, magere und trockene Raine, Brachen und kleine ungenutzte Teilflachen, Hecken, Feldgehölze sowie feuchte Quellbereiche. Schutzzweck ist auch der Erhalt der weitgehend naturnahen Fließgewässer Haldenbach und Krummbach mit ihren Zuflüssen und deren intakten Gehölzstrukturen.
Die Gemeinde ist durch ihre exponierte Lage weithin sichtbar. Ziel der Unterschutzstellung ist es deshalb auch, das Orts‑ und Landschaftsbild von Kohlberg langfristig zu erhalten. Dies soll durch den Schutz des Streuobstbestands in unmittelbarer Ortsnähe erreicht werden.
Schutzzweck ist auch die Erhaltung der für den Naturhaushalt des Gebiets sehr wichtigen naturnahen Laubmischwälder und deren Übergangsbereiche. Desweiteren soll eine Anbindung an bestehende Landschaftsschutzgebiete auf den Nachbargemarkungen erreicht werden.
Damit umfaßt das Schutzgebiet eine Vielfalt unterschiedlicher Biotope und landschaftlicher Strukturen. Ihre Erhaltung als Lebensraum für selten gewordene und bedrohte Tiere und Pflanzen ist von allgemeinem Interesse.
Ein weiteres Ziel der Unterschutzstellung ist es, ein wichtiges Naherholungsgebiet am Rand des Ballungsgebiets mittlerer Neckarraum zu erhalten und der fortschreitenden Beeinträchtigung dieses Landschaftsraumes durch Kleinbauten und Einfriedigungen Einhalt zu gebieten.
Im Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere, wenn dadurch:
3. eine im Sinne des § 3 geschützte Flächennutzung geändert wird (z.B. Umwandlung von Streuobstgrundstücken in Intensivobstanlagen);
1. wesentliche Landschaftsbestandteile, wie z.B. Bäume, Hecken Gebüsche, Feld‑ und Ufergehölze, Bachläufe, Schilf‑ und Röhrichtbestände, zu beseitigen, zu zerstören oder zu ändern;
4. Stätten für Sport und Spiel, einschließlich Motorsportanlagen, anzulegen oder zu verändern;
5. Anlage oder Veränderung von Flugplätzen, von Geländen für das Starten und Landen von Luftsportgeräten (z.B. Hängegleiter, Gleitflugzeuge, Gleitfallschirme), von Geländen für den Aufstieg von Flugmodellen, die der luftverkehrsrechtlichen Erlaubnis bedürfen sowie die Inbetriebnahme von Luftfahrzeugen, insbesondere Luftsportgeräte und Flugmodelle;
8. die Bodengestalt zu verändern, insbesondere durch Auffüllungen und Abgrabungen oder durch Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen;
9. neu aufzuforsten oder Christbaum‑ und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen, Wald umzuwandeln, Kleingärten anzulegen, standortfremde Gehölze anzupflanzen sowie die Bodennutzung auf andere Weis wesentlich zu ändern;
13. Motorsport (auch motorgetriebene Schlitten) zu betreiben;
14. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen oder Verkaufsstände aufzustellen sowie mehrtägiges Abstellen von Kraftfahrzeugen;
15. Gegenstande zu lagern, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;
16. Einfriedigungen zu errichten;
17. Abfälle zu lagern;
18. Obstbäume zu beseitigen;
19. 19. Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 1 ha;
20. Errichtung von intensiv bewirtschafteten Obstanlagen (z. B. Nieder‑, Halbstammanlagen, Obsthecken):
Tafeläpfel ab 10 ar Fläche
Kirschen, Zwetschgen und Pflaumen ab 4 ar Fläche
Für Streuobstgebiete und andere geschützte Flachen im Sinne von § 3 der Verordnung gilt das Verbot gemäß § 4 Ziffer 3.
1. für die im Sinne des Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung, die den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet, Gewässerrandstreifen und Ufer, oberirdische Gewässer und Grundwasser nicht in ihrer chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wildlebenden Tieren und Pflanzen ausreichenden Lebensraum erhält. Dies gilt insbesondere mit der Maßgabe, daß
c) wesentliche Landschaftsbestandteile, wie landschaftsprägende Bäume, Streuobstbestände, Hecken, Gebüsche, Feld‑ und Ufergehölze, Schilf‑ und Röhrrichtbestande, Felsen, Böschungen, nicht beseitigt, zerstört oder geändert werden
2. für die im Sinne des Landeswaldgesetzes ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung, soweit diese unter Beachtung des Schutzzwecks nach § 3 der Verordnung ausgeführt wird;
3. für die im Sinne des Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße Ausübung der Jagd, soweit diese unter Beachtung des Schutzzwecks nach § 3 der Verordnung ausgeführt wird;
4. für die Beseitigung von einzelnen absterbenden Obstbäumen, wenn anstelle des alten Baumes auf dem Grundstück ein junger Obstbaum (Halb‑ oder Hochstamm) gepflanzt wird;
5. für die rechtmäßig ausgeübte Nutzung der Verkehrswege durch die Deutsche TELEKOM AG im Rahmen des Telekommunikationsgesetzes (TKG) i.d.F. vom 25.07.1996 (BGBl. I, S. 1120 ff).
Esslingen am Neckar, den 24.07.1998

References: § 2
 § 3
 § 3
 § 4
 § 3
 § 3