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Timestamp: 2017-09-22 17:06:49+00:00

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Lexikon Steuer: Innergemeinschaftliche Versendungslieferungen
> Innergemeinschaftliche Versendungslieferungen
Eine besondere Regelung (sog. Versandhandelsregelung) ist für Versendungslieferungen innerhalb der EG-Staaten getroffen worden, bei denen Gegenstände vom liefernden Unternehmer aus dem Gebiet eines Mitgliedstaates insbesondere an private Abnehmer in das Gebiet eines anderen Mitgliedstaates befördert oder versendet werden. Diese Lieferungen gelten als dort ausgeführt, wo die Beförderung oder Versendung endet. Sie sind deshalb durch den Versendungslieferer im Bestimmungsland zu versteuern.
Die besondere Vorschrift des § 3c UStG gilt grundsätzlich für alle Lieferungen, nicht jedoch für die Lieferung von neuen Fahrzeugen.
Ist Gegenstand der Lieferung eine Werklieferung gilt die Sonderregelung nur, wenn das fertige Werk befördert bzw. versendet wird. Sind noch Montage, Installationsarbeiten oder sonstige Leistungen nach Beförderung oder Versendung am Bestimmungsort erforderlich (sog. Montagelieferungen), wird das Werk erst zu diesem Zeitpunkt fertig gestellt. Das hat zur Folge, dass keine Beförderung oder Versendung des Liefergegenstandes vorliegt und daher der Ort der Lieferung nach § 3 Abs. 7 UStG im Mitgliedstaat der Montage liegt.
Werden gebrauchte Gegenstände geliefert, die der Differenzbesteuerung unterliegen, kommt die Sonderregelung des § 3c UStG nicht zur Anwendung ( § 25a Abs. 7 Nr. 3 UStG ).
Beförderung oder Versendung durch den liefernden Unternehmer
Im Gegensatz zu anderen Vorschriften spielt es hier eine Rolle, wer die Beförderung oder Versendung vornimmt. Es ist erforderlich, dass der Lieferer den Gegenstand selbst befördert oder in seinem Auftrag versendet. Das bedeutet, dass bei Beauftragung einer Spedition der Lieferer und nicht der Abnehmer den Auftrag zur Versendung erteilen muss. Wird der Gegenstand durch den Abnehmer abgeholt, ist § 3c UStG nicht anwendbar, sodass eine Versteuerung im Ursprungsland erfolgen muss.
Der Gegenstand muss von einem in einen anderen Mitgliedstaat geliefert werden
Die Warenbewegung muss so gestaltet sein, dass der Liefergegenstand von einem Mitgliedstaat in das Gebiet eines anderen Mitgliedstaates gelangt. Unschädlich ist auch eine vorangehende Einfuhr in das Gemeinschaftsgebiet durch den Lieferer , wenn er den Gegenstand in einem anderen als dem Mitgliedstaat des Abnehmers zum freien Verkehr abfertigen lässt.
Das Versandhandelsunternehmen B in Belgien, das die Lieferschwelle in Deutschland überschreitet, versendet von Australien Gegenstände an private Abnehmer in Deutschland. Die Gegenstände werden zunächst nach Rotterdam (Niederlande) befördert und dort zum freien Verkehr abgefertigt.
Grundsätzlich gelten die Lieferungen nach § 3 Abs. 8 UStG als in den Niederlanden ausgeführt, da der Lieferer oder sein Beauftragter Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer ist. Nach § 3c UStG wir der Ort der Lieferung jedoch nach Deutschland verlagert, sodass hier die Versteuerung vorzunehmen ist.
Lieferung an bestimmte Abnehmer
Überschreiten der Lieferschwelle
Aus praktischen Gründen unterliegen nur die innergemeinschaftlichen Versendungslieferungen eines Unternehmers der Umsatzbesteuerung im Empfänger- oder Bestimmungsland, die nach Überschreiten der Lieferschwelle im jeweiligen Mitgliedstaat erfolgen oder innergemeinschaftliche Versendungslieferungen für den Fall, dass der Unternehmer auf die Anwendung der Lieferschwelle verzichtet hat. Mit dieser Regelung soll vermieden werden, dass Unternehmer, die nur in geringem Umfang Lieferungen im Sinne der Versandhandelsregelung tätigen, in einem anderen Mitgliedstaat der Umsatzbesteuerung unterliegen.
Die innergemeinschaftlichen Versendungslieferungen sind ohne Ausnahme im Bestimmungsland zu versteuern, wenn es sich um die Lieferung Verbrauchssteuerpflichtiger Waren an private Abnehmer handelt (z.B. Mineralöl, Alkohol, Tabakwaren etc.).

References: § 3
 § 3
 § 3
 § 25
 § 3
 § 3
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