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Timestamp: 2016-10-23 14:16:04+00:00

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6B_629/2015 (07.01.2016)
6B_629/2015 � � Urteil vom 7. Januar 2016
Qualifizierte Veruntreuung,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, Strafabteilung, 2. Strafkammer, vom 14. April 2015.
X.________ betreute im Zusammenhang mit dem Unfalltod von A.D.________ ein Mandat der Privatkl�ger B.D.________ (Mutter) und C.D.________ (Bruder) gegen�ber der Versicherung des Unfallverursachers. Die Privatkl�gerin bezahlte ihm am 16. Juli 2010 einen Anwaltskostenvorschuss von Fr. 12'000.--. Die Versicherung �berwies in der Folge zuhanden der Privatkl�ger Schadenersatz- und Genugtuungsleistungen auf das Klientengelderkonto von X.________, namentlich am 15. Februar 2011 Fr. 29'066.60 f�r Bestattungskosten, am 18. April 2011 Fr. 19'198.-- als Genugtuung f�r C.D.________, am 19. April 2011 Fr. 42'663.-- als Genugtuung f�r B.D.________ und am 6. Juni 2011 Fr. 6'000.-- f�r entstandene Anwaltskosten. X.________ leitete das erhaltene Geld und den Anwaltskostenvorschuss in der H�he von total Fr. 99'927.60 nicht an die Privatkl�ger weiter bzw. stattete es nicht zur�ck. Stattdessen verwendete er das Geld f�r private Zwecke, ohne dass er es jederzeit an seine Klienten h�tte weiterleiten bzw. zur�ckerstatten k�nnen.
Das Regionalgericht Oberland stellte am 9. September 2014 das Strafverfahren gegen X.________ wegen Widerhandlungen gegen das kantonale Anwaltsgesetz (von 9. Januar 2011 - 9. September 2011) infolge Verj�hrung ein. Es sprach ihn von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das kantonale Anwaltsgesetz (von 10. September 2011 - 22. August 2012) frei. Hingegen verurteilte es ihn wegen qualifizierter Veruntreuung zu einer unbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 28 Monaten. Es widerrief den bedingten Vollzug einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten aus dem Jahre 2008 und sprach ein Berufsverbot (betreffend Aus�bung einer selbst�ndigen T�tigkeit als F�rsprecher/Rechtsanwalt) f�r die Dauer von vier Jahren aus. Schliesslich stellte es fest, X.________ habe anerkannt, den Privatkl�gern insgesamt Fr. 99'927.60 Schadenersatz sowie Fr. 45'000.-- Genugtuung zuz�glich jeweils 5 % Zins seit dem 5. Mai 2011 zu schulden.
Auf Berufung von X.________ best�tigte das Obergericht des Kantons Bern am 14. April 2015 den erstinstanzlichen Schuldspruch, die Freiheitsstrafe und das Berufsverbot. Es sah von einem Widerruf des bedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe aus dem Jahre 2008 ab. Im �brigen stellte es die Rechtskraft des erstinstanzlichen Urteils fest.
X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen und subsidi�rer Verfassungsbeschwerde, es sei festzustellen, dass Ziff. III des Urteils des Obergerichts des Kantons Bern vom 14. April 2015 in Rechtskraft erwachsen ist (kein Widerruf). Im �brigen sei das Urteil aufzuheben und er sei wegen einfacher Veruntreuung zu einer Freiheitsstrafe von maximal 14 Monaten zu verurteilen. Der Vollzug sei aufzuschieben, bei einer Probezeit von 5 Jahren. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. X.________ ersucht um unentgeltliche Rechtspflege.
Das Obergericht des Kantons Bern beantragt die Abweisung der Beschwerde. Die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern hat sich nicht vernehmen lassen. X.________ verzichtet auf eine Replik.
Mit der Beschwerde in Strafsachen kann auch die Verletzung von Verfassungsrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). F�r die subsidi�re Verfassungsbeschwerde des Beschwerdef�hrers besteht daher kein Raum.
2.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung seines Anspruchs auf ein faires Verfahren im Sinne von Art. 6 Ziff. 3 lit. b EMRK. Weil die Vorinstanz sein Verschiebungsgesuch abgewiesen habe, habe er sich vor der Berufungsverhandlung nicht mit seiner Verteidigerin besprechen k�nnen. Ebensowenig sei er in der Lage gewesen, sich auf sein Parteiverh�r vorzubereiten. Damit habe ihm die Vorinstanz das Recht, ausreichend Zeit und Gelegenheit zur Vorbereitung seiner Verteidigung zu haben, in unzul�ssiger Weise verweigert. Sie habe seine Verteidigungsrechte ohne Not beschnitten; weder habe die Verj�hrung gedroht, noch habe die Gefahr bestanden, dass Zeugen nicht mehr zur Verf�gung st�nden (Beschwerde S. 3-5 Ziff. 5-9).
2.2.�Die Vorinstanz weist das Verschiebungsgesuch am 31. M�rz 2015 ab. Sie h�lt fest, der Verhandlungstermin vom 14. April 2015 sei dem Beschwerdef�hrer seit Ende Dezember 2014 bekannt. Es sei nicht einzusehen, weshalb er eine Operation, die gem�ss dem Neurologen seit Jahren indiziert sei, ausgerechnet kurz vor dem ihm seit langem bekannten Gerichtstermin vornehmen lasse. Abgesehen davon sei nicht dargetan, weshalb es wegen der am 23. M�rz 2015 erfolgten Handgelenkoperation nicht m�glich und zumutbar sei, sich so zu organisieren, dass seine Anwesenheit mehr als drei Wochen sp�ter zumindest f�r die Dauer der Parteiverhandlung m�glich sei, wodurch der Termin eingehalten werden k�nne (Verf�gung des Obergerichts, kantonale Akten pag. 451 f.).
2.3.�Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG), was in der Beschwerde darzulegen ist. Hierbei handelt es sich um unechte Noven. Echte Noven, d.h. Tatsachen, die sich zugetragen haben, nachdem vor der Vorinstanz keine neuen Tatsachen mehr vorgetragen werden durften, sind vor Bundesgericht unbeachtlich (BGE 139 III 120 E. 3.1.2; 135 I 221 E. 5.2.4; je mit Hinweisen). Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, Beweise abzunehmen und Tatsachen festzustellen, �ber die sich das kantonale Gericht nicht ausgesprochen hat (BGE 136 III 209 E. 6.1 mit Hinweisen).
2.4.�Die R�ge der Verletzung des Anspruchs auf ein faires Verfahren ist unbegr�ndet, soweit darauf einzutreten ist. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz zum Schluss gekommen ist, es liege kein hinreichender Verschiebungsgrund vor. Der Beschwerdef�hrer erkl�rt erst vor Bundesgericht, die Operation sei zwar seit Jahren indiziert gewesen, dies sei aber erstmals anl�sslich der neurologischen Untersuchungen im Januar 2015 festgestellt worden (Beschwerde S. 4 Ziff. 8). Im Verschiebungsgesuch vom 30. M�rz 2015 wies seine damalige Verteidigerin bloss darauf hin, die Indikation zur Operation bestehe gem�ss Neurologen schon seit Jahren; sie sei �berf�llig (kantonale Akten pag. 444). Die in diesem Zusammenhang erhobene R�ge der willk�rlichen Sachverhaltsfeststellung er�brigt sich damit (Beschwerde S. 8 f. Ziff. 20 f.). Sodann erw�hnten der Beschwerdef�hrer und seine Verteidigerin im vorinstanzlichen Verfahren auch nicht, dass er nach der �berweisung am ersten verf�gbaren Termin, n�mlich am 23. M�rz 2015 operiert wurde. Dies tr�gt er erstmals dem Bundesgericht vor, ohne es zu belegen oder darzulegen, dass erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gab (Beschwerde S. 3 Ziff. 7). Dies ist nicht zul�ssig. Gleich verh�lt es sich mit seinem Vorbringen, ihm sei dringend geraten worden, sich ohne Verzug einer chirurgischen Behandlung zu unterziehen, um nicht zu riskieren, die Funktion seiner H�nde g�nzlich zu verlieren (Beschwerde S. 3 Ziff. 6). Selbst wenn man den neuen Argumenten des Beschwerdef�hrers folgt, bleibt unklar, weshalb es fast zwei Monate dauerte, bis er diesen angeblich dringend indizierten chirurgischen Eingriff vornehmen konnte. Zudem ist nicht ersichtlich, inwiefern er sich trotz seiner Operation und seinem Klinikaufenthalt nicht hinreichend auf die Verhandlung vorbereiten oder sich mit seiner Verteidigerin absprechen konnte. Im vorinstanzlichen Verfahren war er noch amtlich verteidigt. Der Antrag an das Bundesgericht auf Befragung seiner damaligen Verteidigerin ist nicht zul�ssig (Beschwerde S. 5). Das Bundesgericht nimmt keine Beweise ab und ordnet keine Beweiserhebungen an (BGE 133 IV 293 E. 3.4.2). Schliesslich nahmen sowohl der Beschwerdef�hrer als auch seine Verteidigerin an der vorinstanzlichen Verhandlung teil. Die m�ndliche Urteilser�ffnung fand im Beisein der amtlichen Verteidigerin statt (kantonale Akten pag. 454-458). Der Beschwerdef�hrer war insgesamt ohne weiteres in der Lage, seine Verteidigungsrechte angemessen auszu�ben.
3.1.�Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Vorinstanz verletze seinen Anspruch auf rechtliches Geh�r, weil sie das rechtzeitig beantragte Parteiverh�r nicht zugelassen habe. Er habe neben seinen Beweggr�nden seine aktuelle Arbeits- und Lebenssituation darlegen und seine vormalige T�tigkeit sowie famili�re Situation ausleuchten wollen. Die Vorinstanz stelle diesbez�glich alleine auf den Leumundsbericht vom 29. M�rz 2015 ab, obwohl dieser fernm�ndlich entstanden sei und er ihn weder gesehen noch f�r richtig befunden habe (Beschwerde S. 5 Ziff. 10 und S. 9 Ziff. 22).
3.2.�Die R�gen des Beschwerdef�hrer sind unbegr�ndet, soweit darauf �berhaupt eingetreten werden kann (vgl. Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG). Entgegen seiner Behauptung beantragte er in seiner Berufungserkl�rung vom 17. November 2014 nicht ein "Parteiverh�r", sondern, dass eine m�ndliche Verhandlung durchgef�hrt werde (kantonale Akten pag. 408 f.), die in der Folge auch stattfand. Der Beschwerdef�hrer konnte sich in seiner Berufungserkl�rung (kantonale Akten pag. 408 f.), dem Pl�doyer und der Replik seiner Anw�ltin sowie pers�nlich in seinem Schlusswort �ussern (kantonale Akten pag. 455 ff.). Er zeigt nicht auf, welche konkreten, weiteren Vorbringen er noch h�tte darlegen wollen und inwieweit diese f�r den Ausgang des Verfahrens ausschlaggebend sein sollten.
In der Vorladung vom 24. Dezember 2014 teilte die Vorinstanz dem Beschwerdef�hrer mit, es werde ein aktueller Strafregisterauszug und Leumundsbericht �ber ihn eingeholt (kantonale Akten pag. 421, Ziff. 5). Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung schickte die Vorinstanz am 31. M�rz 2015 je eine Kopie davon an seine damalige Verteidigerin (kantonale Akten pag. 443). An der Berufungsverhandlung best�tigten die Parteien, den Leumundsbericht, inkl. Bericht �ber die wirtschaftlichen Verh�ltnisse, den Betreibungs- sowie den Strafregisterauszug erhalten zu haben (kantonale Akten pag. 454). Das Vorbringen des Beschwerdef�hrers, er habe den Leumundsbericht nie gesehen, erweist sich damit als unzutreffend. Sodann erhoben weder er noch seine Verteidigerin Einw�nde gegen den Inhalt dieses Berichts. Entgegen dem Vorwurf des Beschwerdef�hrers bestand f�r die Vorinstanz daher auch keine Veranlassung, an dessen Richtigkeit zu zweifeln (Beschwerde S. 9 Ziff. 22).
Den Einwand, er habe den Leumundsbericht nicht unterschrieben, erhebt der Beschwerdef�hrer erstmals im bundesgerichtlichen Verfahren (Beschwerde S. 5 Ziff. 10 und S. 9 Ziff. 22). Weshalb erst der vorinstanzliche Entscheid hierf�r Anlass gegeben haben soll, ist weder dargetan noch ersichtlich. Auf die R�ge ist nicht einzutreten.
4.1.�Der Beschwerdef�hrer bestreitet nicht, den Grundtatbestand der Veruntreuung erf�llt zu haben. Er r�gt aber eine Verletzung von Art. 138 Ziff. 2 StGB. Eine beh�rdliche Bewilligung im Sinne dieser Bestimmung setze voraus, dass eine bewilligungspflichtige T�tigkeit vorliege und dass der Bewilligungstr�ger einer staatlichen Aufsicht unterstellt werde. Er sei nicht forensisch t�tig gewesen und habe auch nicht gegen anwaltsrechtliche Bestimmungen verstossen. Er habe eine T�tigkeit ausge�bt, der jedermann nachgehen k�nne und die keiner beh�rdlichen Bewilligung bed�rfe. Mithin habe er weder eine bewilligungspflichtige T�tigkeit ausge�bt, noch sei er im Besitz einer beh�rdlichen Bewilligung. Ohne Eintrag im Anwaltsregister liege noch keine beh�rdliche Bewilligung im Sinne von Art. 138 Ziff. 2 StGB vor. Ohne Registereintrag unterstehe der Tr�ger des Anwaltstitels keiner staatlichen Aufsicht oder spezifischen Anwaltsgesetzen (Beschwerde S. 6-8 Ziff. 11-18).
4.2.�Die Vorinstanz erachtet den qualifizierten Tatbestand als erf�llt. Das Urteil des Bundesgerichts 6B_415/2011 vom 13. Oktober 2011 (E. 2.2 f.) sei einschl�gig. Danach habe auch der Anwalt, der nach Abwicklung des Verkaufs einer B�ckerei einem befreundeten Ehepaar empfohlen habe, den Verkaufserl�s von Fr. 1.7 Mio. anzulegen und das entgegen genommene Geld dann zweckentfremdet habe, in Aus�bung seines Berufes gehandelt. Bez�glich der Aus�bung des Anwaltsberufes im Kanton Bern gelte folgendes: Das Anwaltspatent berechtige zur F�hrung der Berufsbezeichnung "Anwalt", "Rechtsanwalt" und "avocat". Zugelassen sei auch die Berufsbezeichnung "F�rsprecher" (Art. 1 Abs. 2 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. M�rz 2006). Der Beschwerdef�hrer sei berechtigt, den Titel "Rechtsanwalt" oder "F�rsprecher" zu tragen. Er habe das Studium der Rechtswissenschaften an der Universit�t Bern absolviert und seine Ausbildung mit dem Bestehen des Staatsexamens als F�rsprecher abgeschlossen. Das Obergericht habe ihm den Titel "F�rsprecher" nach damals geltendem Recht verliehen. Er habe seine Berufst�tigkeit demnach aufgrund einer beh�rdlichen Erm�chtigung ausge�bt. Hingegen sei der Beschwerdef�hrer in keinem kantonalen Anwaltsregister eingetragen. F�r die nicht forensische Anwaltst�tigkeit sei auch kein Eintrag im Anwaltsregister erforderlich. Er sei berechtigt gewesen, ausserhalb des Monopolbereichs anwaltlich t�tig zu sein. Er habe sich gegen�ber den Privatkl�gern und der Versicherungsgesellschaft wie ein "normaler" Anwalt verhalten. So habe er das Vollmachtsformular des bernischen Anwaltsverbands benutzt. Mit diesem Formular habe er bei seinen Klienten zus�tzliches Vertrauen geschaffen. Im Rahmen des Mandats habe er Verhandlungen mit der Versicherung des Unfallverursachers gef�hrt und mit ihr Zahlungen an die Privatkl�ger vereinbart. Eine solche T�tigkeit geh�re zur Kernt�tigkeit eines Anwalts. Daran verm�ge die Tatsache, dass sie ausserhalb des Monopolbereichs ausgef�hrt worden sei, nichts zu �ndern. Ein weiteres Indiz, dass die T�tigkeit f�r die Privatkl�ger im Rahmen der Anwaltst�tigkeit des Beschwerdef�hrers erfolgt und von den �brigen Beteiligten auch so wahrgenommen worden sei, finde sich in der Korrespondenz mit der Versicherung. Diese habe ihre Briefe immer an "Advokatur X.________, Herr X.________, F�rsprecher" gerichtet. Auch der Beschwerdef�hrer sei davon ausgegangen, seine T�tigkeit f�r die Privatkl�ger sei eine anwaltliche. Andernfalls h�tte er sich bei der ersten polizeilichen Befragung nicht danach erkundigt, ob eine Entbindung vom Anwaltsgeheimnis vorliege. Zudem spreche er selber von Mandat und habe immer sein offizielles Briefpapier verwendet. Der als Anwalt auftretende Beschwerdef�hrer habe Klientengelder nicht zu Gunsten der Klienten verwendet bzw. nicht an diese weitergeleitet. Dabei habe er in Aus�bung seines Berufes gehandelt, weshalb er wegen qualifizierter Veruntreuung schuldig zu sprechen sei (Urteil S. 11-14 E. III.5).
4.3.1.�Der Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB macht sich strafbar, wer ihm anvertraute Verm�genswerte unrechtm�ssig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet. Wer die Tat als Mitglied einer Beh�rde, als Beamter, Vormund, Beistand, berufsm�ssiger Verm�gensverwalter oder bei Aus�bung eines Berufes, Gewerbes oder Handelsgesch�ftes, zu der er durch eine Beh�rde erm�chtigt ist, begeht, unterliegt einer qualifizierten Strafdrohung (Art. 138 Ziff. 2 StGB).
Der qualifizierte Tatbestand von Art. 138 Ziff. 2 StGB soll T�tergruppen erfassen, die ein erh�htes Vertrauen geniessen (BGE 120 IV 182 E. 1b S. 184 mit Hinweis zum gleichlautenden aArt. 140 Ziff. 2 StGB). Er ist allerdings nur erf�llt, wenn der T�ter die Tat "bei Aus�bung eines Berufes" begeht. Der T�ter muss die Verm�genswerte, die er veruntreut, im Rahmen seiner beh�rdlich bewilligten beruflichen T�tigkeit anvertraut erhalten haben. Nicht erforderlich ist aber, dass die Verrichtungen - wie beim berufsm�ssigen Verm�gensverwalter - zu einem wesentlichen Teil in der Verwaltung fremder Verm�genswerte bestehen und gerade dies eine beh�rdliche Erm�chtigung voraussetzt. Es gen�gt, dass die Entgegennahme fremder Verm�genswerte zur bestimmungsgem�ssen Verwendung f�r den Beruf nicht untypisch ist und der T�ter aufgrund seines Berufs sowie der hief�r erforderlichen Bewilligung ein erh�htes Vertrauen geniesst (Urteile 6B_415/2011 vom 13. Oktober 2011 E. 2.2. und 6P.180/2006 bzw. 6S.410/2006 vom 1. Februar 2007 E. 5.2).
Nach der Rechtsprechung f�llt der Anwalt unter den Anwendungsbereich von Art. 138 Ziff. 2 StGB, sofern er die Verm�gensverwaltung im Zusammenhang mit einer anwaltstypischen T�tigkeit betreibt. Die Aus�bung des Anwaltsberufs bedarf der beh�rdlichen Erm�chtigung. Der Anwalt erf�hrt aufgrund der ihm erteilten Bewilligung in der �ffentlichkeit nicht nur in Bezug auf sein juristisches Fachwissen, sondern auch hinsichtlich seiner Seriosit�t ein erh�htes Vertrauen (Urteile 6B_415/2011 vom 13. Oktober 2011 E. 2.2 mit Hinweisen und 6P.180/2006 bzw. 6S.410/2006 vom 1. Februar 2007 E. 5.2; gl.M. NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Band II, 3. Aufl. 2013, N. 197 zu Art. 138 StGB).
4.3.2.�Die Regelungen �ber die staatlichen Berufsbewilligungen finden sich in zahlreichen Erlassen des Bundes und der Kantone. Die Methoden und Formen, mit welchen die Berufsbewilligungen erteilt werden, sind ebenso vielf�ltig wie die Instanzen, welche sie zu erteilen haben. Daraus folgt, dass der Begriff der beh�rdlichen Erm�chtigung nicht eng und in einem bestimmten juristisch-technischen Sinn verstanden werden soll. Entscheidend ist, ob die Erlaubnis, einen Beruf, ein Gewerbe usw. auszu�ben, der amtlichen oder staatlichen Bewilligung bedarf. Der Grund des h�heren Strafschutzes liegt darin, dass der Staat mit der Erteilung einer solchen Bewilligung das Zutrauen der �ffentlichkeit in Personen, die einen solchen Beruf oder ein derartiges Gewerbe oder Handelsgesch�ft betreiben, erh�ht (BGE 103 IV 18 S. 20 mit Hinweis, auch auf das Berufsverbot nach aArt. 54 StGB, der ebenfalls von einer "beh�rdlichen Bewilligung" sprach).
Beim Anwaltspatent handelt es sich um eine kantonale Polizeibewilligung (Urteil 2P.159/2005 vom 30. Juni 2006 E. 3.2; WALTER FELLMANN, Anwaltsrecht, 2010, N. 672). Die Beschr�nkung des Zugangs zum Beruf des Rechtsanwalts auf vertrauensw�rdige Kandidaten dient sowohl dem Schutz des rechtssuchenden Publikums als auch der Rechtspflege und liegt im �ffentlichen Interesse (vgl. BGE 98 Ia 596 E. 1a).
4.3.3.�Gem�ss Art. 3 des inzwischen aufgehobenen Gesetzes vom 6. Februar 1984 �ber die F�rsprecher des Kantons Bern (FG) erteilte das Obergericht des Kantons Bern das bernische F�rsprecherpatent. Dieses berechtigte ohne weiteres - d.h. ohne besondere Bewilligung oder weitere Vorkehren, wie z.B. die Eintragung in ein Register - zur Prozessvertretung gem�ss Art. 1 FG (MARTIN STERCHI, Kommentar zum bernischen F�rsprecher-Gesetz, 1992, N. 1 zu Art. 3 des Gesetzes). Die Anwaltskammer �bte unter anderem die Disziplinaraufsicht �ber die praktizierenden F�rsprecher aus (Art. 18 Abs. 1 FG).
Am 1. Juni 2002 trat das Bundesgesetz vom 23. Juni 2000 �ber die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) in Kraft. Dieses regelt neben den Berufspflichten (Art. 12 BGFA) insbesondere auch das Disziplinarrecht (Art. 17 ff. BGFA) abschliessend. Die Zust�ndigkeit, die Voraussetzungen f�r den Erwerb des Rechtsanwaltspatents festzulegen, liegt weiterhin bei den Kantonen (Art. 3 Abs. 1 BGFA). In den �bergangs- und Schlussbestimmungen sieht das Anwaltsgesetz des Kantons Bern vom 28. M�rz 2006 (KAG; BSG 168.11) vor, wer zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes das bernische F�rsprecherpatent besitzt, ist auch zur F�hrung der Berufsbezeichnung "Anw�ltin" bzw. "Anwalt" oder "Rechtsanw�ltin" bzw. "Rechtsanwalt" berechtigt (Art. 45 KAG). Nach Art. 7 Abs. 1 KAG ist zur Parteivertretung vor Zivil- und Strafgerichten sowie vor Verwaltungsjustizbeh�rden berechtigt, wer im Anwaltsregister des Kantons Bern eingetragen ist oder Freiz�gigkeit nach dem BGFA geniesst. F�r die zur Parteivertretung berechtigten Anw�ltinnen und Anw�lte gelten die Berufsregeln und das Berufsgeheimnis nach dem BGFA (Art. 9 KAG). Gem�ss Art. 31 KAG sind sie der Aufsicht der Anwaltsaufsichtsbeh�rde unterstellt.
4.4.�Der vorinstanzliche Schuldspruch verletzt kein Bundesrecht. Die Aus�bung des Anwaltsberufs bedarf der beh�rdlichen Erm�chtigung. Dem Beschwerdef�hrer erteilte das Obergericht des Kantons Bern das F�rsprecherpatent. Der Umstand, dass er nicht in einem Anwaltsregister eingetragen ist, �ndert nichts daran, dass ihm als Inhaber des Patents das F�hren des Anwalts- bzw. F�rsprechertitels erlaubt war und er deshalb erh�htes Vertrauen genoss. Zur Anwaltst�tigkeit geh�rt nicht nur die Vertretung von Parteien vor Gericht, sondern auch die Rechtsberatung; das T�tigkeitsgebiet des Anwalts kann sich dar�ber hinaus auf andere Bereiche erstrecken (wirtschaftliche Dienstleistungen, Aus�bung von Verwaltungsratsmandaten usw.) (BGE 130 II 87 E. 3; vgl. NATER/ZINDEL, in: Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 121 f. zu Art. 13 BGFA). Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers f�llt nicht nur der forensisch t�tige Rechtsanwalt in den Anwendungsbereich von Art. 138 Ziff. 2 StGB, auch wenn es sich beim Zugang zum Beruf des Rechtsanwalts als Prozessvertreter (ebenfalls) um eine bewilligungspflichtige T�tigkeit handelt (hierzu BGE 130 II 87 E. 3 mit Hinweisen). Als nicht im kantonalen Anwaltsregister eingetragener und nicht forensisch t�tiger Rechtsanwalt ist der Beschwerdef�hrer zwar weder den Berufsregeln nach Art. 12 BGFA noch der Disziplinaraufsicht nach Art. 14 ff. BGFA (vgl. Art. 2 BGFA; WALTER FELLMANN, a.a.O., N. 70 und N. 701 ff.; KASPAR SCHILLER, Schweizerisches Anwaltsrecht, 2009, N. 299; HANS NATER, in: Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 3 und N. 6 ff. zu Art. 2 BGFA sowie N. 8 f. zu Art. 3 BGFA) und auch nicht dem Anwaltsgesetz des Kantons Bern unterstellt (KASPAR SCHILLER, a.a.O., N. 312). Gleichwohl geniesst er, indem er als F�rsprecher/Rechtsanwalt auftritt, in der �ffentlichkeit ein besonderes, sch�tzenswertes Vertrauen. Dass in der Schweiz grunds�tzlich jedermann ohne Bewilligung Rechtsberatungen erbringen kann (KASPAR SCHILLER, a.a.O., N. 124 ff. und N. 314), hat keinen Einfluss darauf, dass der Beschwerdef�hrer als (patentierter) F�rsprecher auftrat und ihm die Verm�genswerte im Zusammenhang mit einer anwaltstypischen T�tigkeit anvertraut wurden.
Soweit der Beschwerdef�hrer die Strafzumessung kritisiert (Beschwerde S. 8 Ziff. 19 und S. 9 f. Ziff. 23 ff.), �ussert er sich einzig im Zusammenhang mit dem beantragten Freispruch oder st�tzt seine R�ge auf Behauptungen, die von den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz abweichen. Dabei legt er aber nicht dar, dass und inwiefern die vorinstanzlichen Feststellungen offensichtlich unhaltbar sein sollen bzw. erst der angefochtene Entscheid dazu Anlass gab (vgl. E. 2.3). Darauf ist nicht einzutreten.
Der Beschwerdef�hrer ficht das ihm auferlegte Berufsverbot pro memoria an (Beschwerde S. 10 Ziff. 25). Darauf kann nicht eingetreten werden, denn er setzt sich nicht mit den diesbez�glichen Erw�gungen der Vorinstanz auseinander (Urteil S. 24 f. E. 6) und gen�gt damit den Begr�ndungsanforderungen nicht (Art. 42 Abs. 2 Satz 1 BGG; BGE 136 I 65 E. 1.3.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der Beschwerdef�hrer wird grunds�tzlich kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist gutzuheissen, da von seiner Bed�rftigkeit auszugehen ist und seine Rechtsbegehren nicht von vornherein aussichtslos waren. Es sind keine Kosten zu erheben.

References: Art. 6
 Art. 42
 Art. 106
 Art. 138
 Art. 138
 Art. 138
 Art. 138
 Art. 138
 Art. 138
 BGE 
 Art. 3
 Art. 1
 Art. 3
 Art. 7
 Art. 31
 Art. 13
 Art. 138
 BGE 
 Art. 12
 Art. 14
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 3
 BGE