Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=2016-01-20&Aktenzeichen=8%20AZR%20194%2F14
Timestamp: 2017-10-18 00:26:49+00:00

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BAG, 20.01.2016 - 8 AZR 194/14 - dejure.org
§ 15 Abs. 2 AGG, § ... 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, § 15 Abs. 2 Satz 1 AGG, § 7 Abs. 1 AGG, § 22 AGG, § 95 Abs. 2 SGB IX, § 82 Satz 2 SGB IX, § 81 Abs. 1 Satz 2, § 82 Satz 1 SGB IX, § 15 Abs. 1 Satz 1 AGG, § 1 AGG, § 81 Abs. 2 Satz 1 SGB IX, § 81 Abs. 2 Satz 2 SGB IX, § 3 Abs. 1 Satz 1 AGG, § 15 Abs. 2 Satz 2 AGG, Richtlinie 2000/78/EG, § 611a BGB, § 15 Abs. 1 AGG, § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 286 Abs. 1 ZPO, § 82 Satz 3 SGB IX, § 2 Abs. 1 SGB IX, Art. 5 der Richtlinie 2000/78/EG, § 81 Abs. 1 Satz 4, § 95 Abs. 2 Satz 1 SGB IX, § 81 Abs. 1 Satz 4 SGB IX, § 99 Abs. 1 SGB IX, § 95 Abs. 1 Satz 1 SGB IX, § 81 Abs. 1 Satz 10 SGB IX, § 81 Abs. 1, Art. 33 Abs. 2 GG, § 81 SGB IX, § 81 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Satz 3 SGB IX, § 81 Abs. 2 SGB IX, § 97 Abs. 1 ZPO
§ 7 Abs 1 AGG, § 1 AGG, § 15 Abs 2 AGG, § 15 Abs 1 AGG, § 81 Abs 2 S 2 SGB 9
Entschädigung nach dem AGG; Unmittelbare Benachteiligung wegen der Behinderung; Bewerberauswahl durch öffentlichen Arbeitgeber; Schwerbehinderung; Widerlegung der Kausalitätsvermutung; Grundsatz der Bestenauslese
Entschädigung nach dem AGG - Unmittelbare Benachteiligung wegen d er Behinderung - Bewerberauswahl durch öffentlichen Arbeitgeber - Schwerbehinderung - Widerlegung der Kausalitätsvermutung - Grundsatz der Bestenauslese
Benachteiligung - Bewerberauswahl
Verweigertes Vorstellungsgespräch war keine Behindertendiskriminierung
Kein Anspruch auf Entschädigung bei Nichteinladung eines schwerbehinderten Bewerbers zum Vorstellungsgespräch aufgrund Überqualifizierung - Fehlende Einladung zum Vorstellungsgespräch sowie fehlende Unterrichtung der Schwerbehindertenvertretung sprechen für Diskriminierung
ArbG Saarbrücken, 09.08.2012 - 2 Ca 258/11
NZA 2016, 681
"Offensichtlich" fachlich nicht geeignet ist, wer "unzweifelhaft" insoweit nicht dem Anforderungsprofil der zu vergebenden Stelle entspricht (vgl. BAG 20. Januar 2016 - 8 AZR 194/14 - Rn. 32;… 22. Oktober 2015 - 8 AZR 384/14 - Rn. 27).
In beiden Fällen beschränkt sich die revisionsgerichtliche Kontrolle darauf, ob die Würdigung des Tatsachengerichts möglich und in sich widerspruchsfrei ist und nicht gegen Rechtssätze, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verstößt (BAG 20. Januar 2016 - 8 AZR 194/14 - Rn. 28;… 22. Oktober 2015 - 8 AZR 384/14 - Rn. 50).
Diese Einschränkung gilt allerdings nur für den Bereich des öffentlichen Dienstes und nicht für private Arbeitgeber (vgl. etwa BAG 20. Januar 2016 - 8 AZR 194/14 - Rn. 45 mwN).
a) Zwar befindet sich eine Person nach der bisherigen Rechtsprechung des Senats nur dann in einer vergleichbaren Situation, wenn sie für die ausgeschriebene Stelle "objektiv geeignet" ist (…vgl. etwa BAG 23. Januar 2014 - 8 AZR 118/13 - Rn. 18;… 14. November 2013 - 8 AZR 997/12 - Rn. 29;… 26. September 2013 - 8 AZR 650/12 - Rn. 20 ff.;… 21. Februar 2013 - 8 AZR 180/12 - Rn. 28, BAGE 144, 275;… 16. Februar 2012 - 8 AZR 697/10 - Rn. 35;… 13. Oktober 2011 - 8 AZR 608/10 - Rn. 26;… 7. April 2011 - 8 AZR 679/09 - Rn. 37; ausdrücklich offengelassen neuerdings von BAG 20. Januar 2016 - 8 AZR 194/14 - Rn. 19 ff.;… 22. Oktober 2015 - 8 AZR 384/14 - Rn. 21;… 26. Juni 2014 - 8 AZR 547/13 - Rn. 29).
aa) Wie der Senat bereits in seinen Urteilen vom 20. Januar 2016 (- 8 AZR 194/14 - Rn. 19 ff.) sowie vom 22. Oktober 2015 (…- 8 AZR 384/14 - Rn. 21 ff.) ausgeführt hat, spricht gegen das Erfordernis der "objektiven Eignung" schon der Umstand, dass § 15 Abs. 2 Satz 2 AGG den Entschädigungsanspruch für Personen, die "bei benachteiligungsfreier Auswahl nicht eingestellt worden" wären, nicht ausschließt, sondern lediglich der Höhe nach begrenzt.
Wie der Senat in seinen Urteilen vom 20. Januar 2016 (- 8 AZR 194/14 - Rn. 19 ff.) sowie vom 22. Oktober 2015 (…- 8 AZR 384/14 - Rn. 21 ff.) ebenfalls ausgeführt hat, kann die Frage, ob eine "vergleichbare Situation" bzw. eine "vergleichbare Lage" iSv. § 3 Abs. 1 und Abs. 2 AGG vorliegt, nicht ohne Vergleichsbetrachtung beantwortet werden.
In diesem Fall würde der Prozess in der Regel mit einer aufwändigen Tatsachenfeststellung und Klärung der Eignung oder Nichteignung der anderen Bewerber/innen, jedenfalls aber des/der ausgewählten Bewerbers/Bewerberin belastet, ohne dass sich in den Bestimmungen des AGG und den unionsrechtlichen Vorgaben, insbesondere in denen der Richtlinie 2000/78/EG für die Zulässigkeit einer solchen Verengung des Vergleichsmaßstabs hinreichende Anhaltspunkte finden (vgl. BAG 20. Januar 2016 - 8 AZR 194/14 - Rn. 21;… 22. Oktober 2015 - 8 AZR 384/14 - Rn. 23).
Unterlässt es der Arbeitgeber entgegen dieser Bestimmung, die Schwerbehindertenvertretung zu beteiligen, ist dies ein Indiz iSd. § 22 AGG, das mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf schließen lässt, dass der schwerbehinderte Arbeitnehmer wegen der Behinderung benachteiligt wurde (BAG 20. Januar 2016 - 8 AZR 194/14 - Rn. 40; 22. August 2013 - 8 AZR 574/12 - Rn. 35) .
dass in ihrem Motivbündel das Alter weder als negatives noch als positives Kriterium enthalten war (zu dieser Anforderung vgl. etwa BAG 20. Januar 2016 - 8 AZR 194/14 - Rn. 27 mwN; 26. Juni 2014 - 8 AZR 547/13 - Rn. 35 mwN) .
Soweit die Beklagte sich darauf beruft, sie habe den Kläger allein wegen seiner "Überqualifizierung" nicht berücksichtigt, geht es ihr dabei nicht um eine Überqualifizierung durch eine höhere formale Berufsqualifikation als sie für die Ausübung der Tätigkeit erforderlich ist (im Hinblick auf Universitätsabschlüsse bei Bewerbungen für Stellen des "gehobenen" öffentlichen Dienstes vgl. BAG 20. Januar 2016 - 8 AZR 194/14 - Rn. 46 f.) , sondern ausschließlich um die aus ihrer Sicht zu umfangreiche Berufserfahrung des Klägers.
dass in ihrem Motivbündel das Alter weder als negatives noch als positives Kriterium enthalten war (zu dieser Anforderung: vgl. etwa BAG 11. August 2016 - 8 AZR 4/15 - Rn. 88 ff.; 19. Mai 2016 - 8 AZR 470/14 - Rn. 86 ff., BAGE 155, 149; 20. Januar 2016 - 8 AZR 194/14 - Rn. 27 mwN) .
Zwar befindet sich eine Person nach der bisherigen Rechtsprechung des Senats nur dann in einer vergleichbaren Situation iSv. § 3 Abs. 1 AGG, wenn sie für die ausgeschriebene Stelle "objektiv geeignet" ist (…vgl. etwa BAG 23. Januar 2014 - 8 AZR 118/13 - Rn. 18;… 14. November 2013 - 8 AZR 997/12 - Rn. 29;… 26. September 2013 - 8 AZR 650/12 - Rn. 20 ff.;… 21. Februar 2013 - 8 AZR 180/12 - Rn. 28, BAGE 144, 275;… 16. Februar 2012 - 8 AZR 697/10 - Rn. 35;… 13. Oktober 2011 - 8 AZR 608/10 - Rn. 26;… 7. April 2011 - 8 AZR 679/09 - Rn. 37; ausdrücklich offengelassen neuerdings von BAG 20. Januar 2016 - 8 AZR 194/14 - Rn. 19 ff.;… 22. Oktober 2015 - 8 AZR 384/14 - Rn. 21;… 26. Juni 2014 - 8 AZR 547/13 - Rn. 29).
a) Wie der Senat bereits in seinen Urteilen vom 20. Januar 2016 (- 8 AZR 194/14 - Rn. 19 ff.) sowie vom 22. Oktober 2015 (…- 8 AZR 384/14 - Rn. 21 ff.) ausgeführt hat, spricht gegen das Erfordernis der "objektiven Eignung" bereits der Umstand, dass § 15 Abs. 2 Satz 2 AGG den Entschädigungsanspruch für Personen, die "bei benachteiligungsfreier Auswahl nicht eingestellt worden" wären, nicht ausschließt, sondern lediglich der Höhe nach begrenzt.
Wie der Senat in seinen Urteilen vom 20. Januar 2016 (- 8 AZR 194/14 - Rn. 19 ff.) sowie vom 22. Oktober 2015 (…- 8 AZR 384/14 - Rn. 21 ff.) ebenfalls ausgeführt hat, kann die Frage, ob eine "vergleichbare Situation" iSv. § 3 Abs. 1 AGG vorliegt, nicht ohne Vergleichsbetrachtung beantwortet werden.

References: § 15
 § 15
 § 7
 § 22
 § 95
 § 82
 § 81
 § 82
 § 15
 § 1
 § 81
 § 81
 § 3
 § 15
 § 611
 § 15
 § 286
 § 286
 § 82
 § 2
 Art. 5
 § 81
 § 95
 § 81
 § 99
 § 95
 § 81
 § 81
 Art. 33
 § 81
 § 81
 § 81
 § 97

§ 7
 § 1
 § 15
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 § 81
 § 15
 § 3
 § 22
 § 3
 § 15
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