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Timestamp: 2016-10-23 08:01:17+00:00

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140 IV 19227. Auszug aus dem Urteil der Strafrechtlichen Abteilung i.S. X. gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Uri (Beschwerde in Strafsachen)
Art. 17 al. 1, art. 352 ss et 357 CPP; proc�dure devant les autorit�s p�nales comp�tentes en mati�re de contraventions. Lorsque des autorit�s administratives sont institu�es en vue de la poursuite et du jugement de contraventions au sens de l'art. 17 al. 1 CPP, la proc�dure est r�gie par analogie par les dispositions sur l'ordonnance p�nale (art. 357 al. 2 CPP). Les cantons ne peuvent pr�voir de dispositions de proc�dure contraires ou compl�mentaires. L'opposition � une ordonnance p�nale prononc�e par l'autorit� p�nale comp�tente en mati�re de contraventions doit �tre adress�e � cette autorit� (art. 354 al. 1 CPP). Une disposition de droit cantonal, qui permettrait d'attaquer les d�cisions p�nales de l'autorit� p�nale comp�tente en mati�re de contraventions aupr�s du minist�re public, est contraire au droit f�d�ral (consid. 1.2 et 1.3). Le minist�re public, � qui l'autorit� p�nale comp�tente en mati�re de contraventions transmet une opposition, n'est pas comp�tent pour statuer sur sa validit�. Seul l'est, en vertu de l'art. 356 al. 2 CPP, le tribunal de premi�re instance (consid. 1.4). Faits � partir de page 193
BGE 140 IV 192 S. 193
A. Die Sicherheitsdirektion des Kantons Uri verurteilte X. mit Strafbefehl vom 26. Juni 2013 wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz zu einer Busse von Fr. 400.- und auferlegte ihr die Verfahrenskosten von Fr. 150.-. Der Strafbefehl wurde X. am 9. Juli 2013 mit eingeschriebener Sendung zugestellt. Mit E-Mail an die Sicherheitsdirektion vom 12. bzw. 15. Juli 2013 erhob der von ihr in Deutschland beigezogene Rechtsvertreter Einsprache gegen den Strafbefehl. Die Sicherheitsdirektion �berwies die Einsprache am 30. Juli 2013 an die Staatsanwaltschaft des Kantons Uri. Die Staatsanwaltschaft trat am 27. August 2013 auf die Einsprache nicht ein.
B. Das Obergericht des Kantons Uri wies die gegen die Nichteintretensverf�gung gerichtete Beschwerde von X. am 16. Dezember 2013 ab.
C. X. erhebt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Staatsanwaltschaft anzuweisen, auf die Einsprache einzutreten; eventualiter sei die BGE 140 IV 192 S. 194Staatsanwaltschaft anzuweisen, die Akten zum Entscheid �ber die G�ltigkeit der Einsprache dem zust�ndigen Einzelrichter zu �berweisen. Zudem ersucht sie um aufschiebende Wirkung.
Das Obergericht des Kantons Uri beantragt sinngem�ss die Abweisung der Beschwerde. Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf die Einreichung einer Vernehmlassung.
1. 1.1 Die Strafprozessordnung regelt die Verfolgung und Beurteilung der Straftaten nach Bundesrecht durch die Strafbeh�rden des Bundes und der Kantone (Art. 1 Abs. 1 StPO). Abweichende oder erg�nzende Bestimmungen der Kantone sind nur so weit zul�ssig, als sie dazu ausdr�cklich erm�chtigt werden.
1.2 Bund und Kantone k�nnen die Verfolgung und Beurteilung von �bertretungen Verwaltungsbeh�rden �bertragen (Art. 17 Abs. 1 StPO).
Nach Art. 27 Abs. 1 der urnerischen Verordnung vom 14. Februar 1990 �ber den Strassenverkehr (RB 50.1311; nachfolgend: VSV) beurteilt die Sicherheitsdirektion �bertretungen im Strassenverkehr, bei denen in tats�chlicher und verschuldensm�ssiger Hinsicht einfache und leichte Verh�ltnisse vorliegen, keine Rechtsg�ter erheblich verletzt wurden und nur auf Busse erkannt wird. Die Sicherheitsdirektion ist damit �bertretungsstrafbeh�rde im Sinne von Art. 17 Abs. 1 StPO. Es kommen ihr die Befugnisse der Staatsanwaltschaft zu (vgl. Art. 357 Abs. 1 StPO) und sie ist insbesondere berechtigt, Strafbefehle zu erlassen (Art. 352 Abs. 1 StPO).
1.3 Das Verfahren vor den �bertretungsstrafbeh�rden richtet sich sinngem�ss nach den Vorschriften �ber das Strafbefehlsverfahren (Art. 357 Abs. 2 StPO), f�r abweichende oder erg�nzende Verfahrensbestimmungen der Kantone verbleibt kein Raum.
Art. 27 Abs. 3 VSV sieht vor, dass Strafverf�gungen der Sicherheitsdirektion innert zehn Tagen seit der Zustellung bei der Staatsanwaltschaft angefochten werden k�nnen. Gest�tzt darauf ist die Staatsanwaltschaft auf die Einsprache der Beschwerdef�hrerin mit der Begr�ndung, diese sei formung�ltig und bei der falschen Beh�rde eingereicht worden, nicht eingetreten.
Die kantonalrechtliche Bestimmung von Art. 27 Abs. 3 VSV erweist sich als bundesrechtswidrig, da das Strafbefehlsverfahren in BGE 140 IV 192 S. 195Art. 354 ff. StPO abschliessend geregelt ist. Hat der Kanton eine �bertretungsstrafbeh�rde eingesetzt und erl�sst diese den Strafbefehl, tritt sie an die Stelle der Staatsanwaltschaft. Die Einsprache ist bei der �bertretungsstrafbeh�rde innert zehn Tagen schriftlich einzureichen (Art. 354 Abs. 1 StPO; in diesem Sinne auch die einhellige Lehre, vgl. GILLI�RON/KILLIAS, in: Commentaire romand, Code de proc�dure p�nale suisse, 2011, N. 8 ff. zu Art. 357 StPO; FRANZ RIKLIN, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2011, N. 4 zu Art. 357 StPO; MOREILLON/PAREIN-REYMOND, CPP, Code de proc�dure p�nale, 2013, N. 8 zu Art. 357 StPO; CHRISTIAN SCHWARZENEGGER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2010, N. 19 zu Art. 357 StPO; JEANNERET/KUHN, Pr�cis de proc�dure p�nale, 2013, N. 17042). Wird Einsprache erhoben, nimmt die �bertretungsstrafbeh�rde die weiteren Beweise ab, die zur Beurteilung erforderlich sind (Art. 355 Abs. 1 StPO). Sie entscheidet, ob sie am Strafbefehl festh�lt, das Verfahren einstellt, einen neuen Strafbefehl erl�sst oder Anklage beim Gericht erhebt (Art. 355 Abs. 3 StPO; GILLI�RON/KILLIAS, a.a.O., N. 10 zu Art. 357 StPO; RIKLIN, a.a.O., N. 5 und 12 zu Art. 357 StPO; SCHWARZENEGGER, a.a.O., N. 20 zu Art. 357 StPO; a.M. JEANNERET/KUHN, a.a.O., N. 17046, wonach die vierte M�glichkeit im Sinne von Art. 355 Abs. 3 lit. d StPO ausgeschlossen ist). Entschliesst sich die �bertretungsstrafbeh�rde, am Strafbefehl festzuhalten, �berweist sie die Akten dem erstinstanzlichen Gericht zur Durchf�hrung des Hauptverfahrens (Art. 356 Abs. 1 StPO). Ist die G�ltigkeit der Einsprache umstritten, entscheidet dar�ber nicht die Staatsanwaltschaft bzw. die �bertretungsstrafbeh�rde, sondern das erstinstanzliche Gericht (Art. 356 Abs. 2 StPO). Die Strafprozessordnung l�sst gegen den Strafbefehl nur den Rechtsbehelf der Einsprache zu; eine "Anfechtung" des von einer �bertretungsstrafbeh�rde erlassenen Strafbefehls bei der Staatsanwaltschaft ist nicht vorgesehen.
1.4 Die Staatsanwaltschaft war nicht befugt, �ber die G�ltigkeit der Einsprache zu entscheiden; daf�r ist allein das erstinstanzliche Gericht zust�ndig. Die Beschwerde ist gutzuheissen. Der Entscheid des Obergerichts des Kantons Uri vom 16. Dezember 2013 ist aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Diese wird der Sicherheitsdirektion die M�glichkeit einzur�umen haben, �ber das weitere Vorgehen im Sinne von Art. 355 Abs. 1 und 3 lit. a-d StPO zu entscheiden. H�lt diese am Strafbefehl nach Art. 355 Abs. 3 lit. a StPO fest, wird das erstinstanzliche BGE 140 IV 192 S. 196Gericht �ber die G�ltigkeit des Strafbefehls und der Einsprache zu befinden haben. Damit er�brigt es sich, auf die weiteren R�gen der Beschwerdef�hrerin einzutreten.
art. 352 ss et 357 CPP,
art. 354 al. 1 CPP suite... ,
Art. 27 Abs. 3 VSV,
Art. 354 ff. StPO,
Art. 355 Abs. 1 StPO,
Art. 355 Abs. 3 StPO,
Art. 355 Abs. 3 lit. d StPO,
Art. 355 Abs. 3 lit. a StPO

References: Art. 17
 art. 352

BGE 
 BGE 
 Art. 27
 Art. 17
 Art. 357

Art. 27
 Art. 27
 BGE 
 Art. 357
 Art. 357
 Art. 357
 Art. 357
 Art. 357
 Art. 357
 Art. 357
 Art. 355
 Art. 355
 Art. 355
 BGE 

art. 352

art. 354

Art. 27

Art. 354

Art. 355

Art. 355

Art. 355

Art. 355