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Timestamp: 2019-06-18 17:51:18+00:00

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﻿ ﻿ BAG – 9 AZR 51/13 | bag-urteil.com
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.12.2013, 9 AZR 51/13
Auf die Revision der Beklagten zu 1. und der Beklagten zu 2. wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg – Kammern Freiburg – vom 22. November 2012 – 11 Sa 84/12 – teilweise aufgehoben.
Die Berufung des Klägers gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Lörrach vom 24. April 2012 – 2 Ca 384/11 – wird insgesamt zurückgewiesen.
9 AZR 51/13 > Rn 1
9 AZR 51/13 > Rn 2
9 AZR 51/13 > Rn 3
9 AZR 51/13 > Rn 4
9 AZR 51/13 > Rn 5
9 AZR 51/13 > Rn 6
9 AZR 51/13 > Rn 7
9 AZR 51/13 > Rn 8
9 AZR 51/13 > Rn 9
9 AZR 51/13 > Rn 10
9 AZR 51/13 > Rn 11
9 AZR 51/13 > Rn 12
9 AZR 51/13 > Rn 13
9 AZR 51/13 > Rn 14
c) Die Richtlinie 2008/104/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. November 2008 über Leiharbeit (ABl. EU L 327 vom 5. Dezember 2008 S. 9, im Folgenden: Leiharbeitsrichtlinie) gebietet kein anderes Ergebnis (BAG 15. Mai 2013 – 7 AZR 494/11 – Rn. 25). Zwar geht diese Richtlinie in Art. 1 Abs. 1 sowie Art. 3 Abs. 1 Buchst. b bis e davon aus, dass Leiharbeitnehmer dem entleihenden Unternehmen überlassen werden, um dort „vorübergehend“ zu arbeiten. Den Mitgliedstaaten wurde in Art. 11 Abs. 1 Satz 1 der Leiharbeitsrichtlinie jedoch eine Umsetzungsfrist bis zum 5. Dezember 2011 eingeräumt. Eine zeitlich unbeschränkte Überlassung von Arbeitnehmern war daher jedenfalls bis zu diesem Zeitpunkt unionsrechtskonform.
9 AZR 51/13 > Rn 15
2. Auch dann, wenn der Kläger der Beklagten zu 1. von der Beklagten zu 2. nicht nur bis zum 31. Oktober 2011, sondern auch danach noch bis August 2012 als Leiharbeitnehmer zur Arbeitsleistung überlassen wurde, wofür die E-Mail-Korrespondenz zwischen dem damaligen Geschäftsführer der Beklagten zu 2. und Mitarbeitern der Beklagten zu 1. hinsichtlich des Einsatzes des Klägers bei der Beklagten zu 1. im Jahr 2012 spricht, muss nicht entschieden werden, ob bei einem solchen weiteren Einsatz des Klägers bei der Beklagten zu 1. eine noch oder eine nicht mehr vorübergehende Arbeitnehmerüberlassung iSv. § 1 Abs. 1 Satz 2 AÜG (zur möglichen Auslegung des Begriffs „vorübergehend“: vgl. BAG 10. Juli 2013 – 7 ABR 91/11 – Rn. 53 mwN) anzunehmen wäre.
9 AZR 51/13 > Rn 16
9 AZR 51/13 > Rn 17
9 AZR 51/13 > Rn 18
aa) Freilich soll nach einer in Rechtsprechung und Literatur vertretenen Auffassung angesichts der Neuregelungen des Missbrauchsverhinderungsgesetzes bei einer nicht nur vorübergehenden Arbeitnehmerüberlassung iSv. § 1 Abs. 1 Satz 2 AÜG in unmittelbarer, analoger oder richtlinienkonformer Anwendung des § 10 AÜG ein Arbeitsverhältnis zwischen dem Leiharbeitnehmer und dem Entleiher zustande kommen (vgl. LAG Berlin-Brandenburg 9. Januar 2013 – 15 Sa 1635/12 – LAGE AÜG § 10 Nr. 8; Brors AuR 2013, 108, 113; Schaub/Koch ArbR-Hdb. 15. Aufl. § 120 Rn. 12c; Ulber/J. Ulber AÜG 4. Aufl. § 1 Rn. 231d; ErfK/Wank 14. Aufl. § 1 AÜG Rn. 37d; wohl auch Zimmer AuR 2012, 422, 425). Zu Recht ist jedoch ein anderer Teil der Rechtsprechung und des Schrifttums der Ansicht, dass eine nicht vorübergehende Arbeitnehmerüberlassung iSv. § 1 Abs. 1 Satz 2 AÜG nicht zur Begründung eines Arbeitsverhältnisses zwischen dem Entleiher und dem Leiharbeitnehmer führt (LAG Düsseldorf 21. Juni 2013 – 10 Sa 1747/12 -; LAG Berlin-Brandenburg 16. April 2013 – 16 Sa 1637/12 – sowie 16. Oktober 2012 – 7 Sa 1182/12 -; Bissels jurisPR-ArbR 32/2013 Anm. 3; Boemke/Lembke AÜG 3. Aufl. § 1 Rn. 115; Giesen FA 2012, 66, 68; Hamann RdA 2011, 321, 327; ders. jurisPR-ArbR 10/2013 Anm. 1; Kielkowski/Krannich jurisPR-ArbR 46/2013 Anm. 2; Krannich/Simon BB 2012, 1414, 1418).
9 AZR 51/13 > Rn 19
9 AZR 51/13 > Rn 20
9 AZR 51/13 > Rn 21
9 AZR 51/13 > Rn 22
9 AZR 51/13 > Rn 23
9 AZR 51/13 > Rn 24
9 AZR 51/13 > Rn 25
9 AZR 51/13 > Rn 26
9 AZR 51/13 > Rn 27
9 AZR 51/13 > Rn 28
9 AZR 51/13 > Rn 29
9 AZR 51/13 > Rn 30
9 AZR 51/13 > Rn 31
9 AZR 51/13 > Rn 32
9 AZR 51/13 > Rn 33
9 AZR 51/13 > Rn 34
9 AZR 51/13 > Rn 35
ee) Die Gesellschafterstellung des Landkreises L führt zu keinem anderen Ergebnis. Zwar kann sich der Einzelne in Fällen, in denen die Bestimmungen einer Richtlinie inhaltlich unbedingt und hinreichend konkret sind, vor nationalen Gerichten gegenüber einem öffentlichen Arbeitgeber auf diese Bestimmungen berufen, wenn die Richtlinie nicht fristgemäß oder nur unzulänglich in das nationale Recht umgesetzt wurde (vgl. EuGH 5. Oktober 2004 – C-397/01 bis C-403/01 – [Pfeiffer ua.] Rn. 103, Slg. 2004, I-8835). Es kann dahingestellt bleiben, ob die Beklagte zu 1. und die Beklagte zu 2. als öffentliche Arbeitgeber im Sinne dieser Rechtsprechung anzusehen sind (vgl. dazu EuGH 24. Januar 2012 – C-282/10 – [Dominguez] Rn. 38 f. mwN). Denn die Leiharbeitsrichtlinie gibt die Begründung eines Arbeitsverhältnisses zwischen Entleiher und Leiharbeitnehmer als Rechtsfolge eines Verstoßes gegen das Verbot eines nicht nur vorübergehenden Einsatzes eines Leiharbeitnehmers bei einem Entleiher nicht vor.
9 AZR 51/13 > Rn 36
9 AZR 51/13 > Rn 37
9 AZR 51/13 > Rn 38
9 AZR 51/13 > Rn 39
Das Urteil BAG – 9 AZR 51/13 wird zitiert in:
> BAG, 03.06.2014 – 9 AZR 111/13

References: Art. 1
 Art. 3
 Art. 11
 § 1
 § 1
 § 10
 § 10
 § 120
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 EuGH 
 EuGH