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Timestamp: 2020-07-06 07:01:00+00:00

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Bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG 1988 sind die Vorschriften für Entnahmen und Einlagen entsprechend dem VermögensvergleichBetriebsvermögensvergleich heranzuziehen. Die Einlage von Umlaufvermögen ist als Betriebsausgabe auszuweisen, eingelegtes Anlagevermögen ist grundsätzlich zu aktivieren.
6.12.1 Anschaffung bzw. Herstellung der Wirtschaftsgüter vor mehr als zehn oder einem Jahr(en)
Es ist der Teilwert im Zeitpunkt der Einlage anzusetzen. Dies gilt auch dann, wenn die Anschaffung oder- Herstellungskosten höher wären. Abschreibungen (AfA, Sonderabschreibungen), die vor der Einlage geltend gemacht wurden, sind nicht zu berücksichtigen.
Am 23.6.2001 wird ein Teppich um 30.000 S angeschafft. Der Steuerpflichtige legt diesen Teppich am 14.8.2002 (Teilwert: 32.000 S) in den Betrieb ein. Einlagewert: 32.000 S.
Anschaffung Grundstück am 10.5.2001 um 1,2 Mio. S, Einlage 4. 9. 2015; Teilwert im Zeitpunkt der Einlage
- 1,5 Mio., Einlage daher zu 1,5 Mio. S.
- 900.000, Einlage daher zu 900.000 S.
6.12.2 Anschaffung bzw. Herstellung der Wirtschaftsgüter innerhalb von zehn bzw. einem Jahr(en)
Werden Wirtschaftsgüter eingelegt, die innerhalb von zehn Jahren (Grundstücke) oder innerhalb des letzten Jahres (sonstige Wirtschaftsgüter) angeschafft oder hergestellt wurden, sind als Einlagewert höchstens die Anschaffungs- oder Herstellungskosten anzusetzen. Im Fall hergestellter Wirtschaftgüter beginnt die einjährige Frist jedenfalls nicht später als in jenem Zeitpunkt zu laufen, in welchem das in der Folge in den Betrieb eingelegt sonstige (bewegliche) Wirtschaftgut im Wesentlichen hergestellt ist, sodass es bereits geeignet ist, zum Gegenstand des wirtschaftlichen Verkehrs gemacht zu werden (VwGH 23. 9. 2005, 2003/15/0105).
Ein Gebäude wird im Jahre 01 um 1,380.000 S angeschafft und ausschließlich privat verwendet. Im Jahre 07 wird das Gebäude in den Betrieb eingelegt (Teilwert 1,500.000 S). Es sind die seinerzeitigen Anschaffungskosten in Höhe von 1,380.000 S anzusetzen. Wäre der Teilwert des Gebäudes auf 1,300.000 S gesunken, so wäre dieser Betrag anzusetzen.
Im Jahre 01 wird ein Gebäude um 1,700.000 S angeschafft und um 500.000 S assaniert. In der Zeit von 2003 bis 2008 wird es vermietet. An Absetzungen für Abnutzung werden insgesamt 153.000 S, an Sonderabschreibungen gemäß § 28 Abs. 3 EStG 1988 300.000 S geltend gemacht. 2009 wird das Gebäude dem Betriebsvermögen zugeführt (Teilwert: 1,980.000 S). Es sind die um die AfA und die Sonderabschreibung gekürzten Herstellungskosten anzusetzen:
Assanierungsaufwand
Im Jahre 2003 wurde ein Gebäude um S 29.000 Euro für den Betrieb X des Steuerpflichtigen angeschafft. Der Betrieb wurde 2007 aufgegeben. Der gemeine Wert des Gebäudes betrug im Aufgabezeitpunkt 109.000 Euro. Im Jahre 09 wird das Gebäude (Teilwert 105.000 Euro), das nach Aufgabe des Betriebes X ausschließlich privat genutzt wurde, in den Betrieb Y des Steuerpflichtigen eingelegt. Einlagewert: höchstens 105.000 Euro. Würde der Teilwert hingegen 116.000 Euro betragen, so wären 109.000 Euro anzusetzen.
Im Jahre 2001 wird ein Gebäude um 1.000.000 S angeschafft. Vom Jahr 2004 bis 2009 wurde es zu 10% betrieblich genutzt (AfA 3%). Im Jahre 2010 wird das gesamte Gebäude eingelegt (Teilwert 1,200.000 S)
Ein Unternehmer kauft im Jahre 2000 ein bebautes Grundstück (Anschaffungskosten Grund und Boden 500.000 S, Gebäude 1,000.000 S) und nutzt es ausschließlich für seinen Betrieb A (Gewinnermittlung gemäß § 4 Abs. 1 EStG 1988). Im Jahre 2003 erfolgt eine Entnahme (Teilwert des Gebäudes: 1.300.000 S; Teilwert Grund und Boden 1,500.000 S). Das Gebäude wird zunächst für eigene Wohnzwecke genutzt, seit 2005 jedoch wird es zu 90% vermietet (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung). Seit 2006 werden die restlichen 10% des Gebäudes wieder für den Betrieb A des Unternehmers verwendet (AfA 3%). Zu Beginn des Jahres 2009 bringt der Unternehmer das gesamte Gebäude in seinen Betrieb B ein (Teilwert: Grund und Boden 700.000 S, Gebäude 1,350.000 S).
- AfA bei V+V 2005 bis 2008 (1,5%)
- AfA für untergeordnete betr. Nutzung 06-08 (3%)
Hätte der Unternehmer das Grundstück außerhalb der Zehnjahresfrist angeschafft, so wäre als Einlagewert im Jahre 2009 der Teilwert von Grund und Boden (700.000 S) und Gebäude (1.350.000 S) im Einlagezeitpunkt anzusetzen.
6.12.3 Unentgeltlicher Erwerb
Beim unentgeltlichen Erwerb ist von der Höhe der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des Rechtvorgängers auszugehen. Bei mehreren unmittelbar folgenden unentgeltlichen Erwerben ist auf die Höhe der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des letzten entgeltlichen Erwerbes abzustellen. Wurden die Wirtschaftsgüter vom Rechtsvorgänger betrieblich verwendet, so tritt an die Stelle der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Teilwert im Zeitpunkt der Entnahme aus dem Betriebsvermögen oder der gemeine Wert im Zeitpunkt der Betriebsaufgabe. Von diesen Werten ausgehend sind ggf. auch Abschreibungen, die der Rechtsvorgänger vorgenommen hat, zu berücksichtigen. Im Übrigen gilt das zu Rz 2486 ff Ausgeführte gleichermaßen.
A schafft im ersten Halbjahr 2003 eine Eigentumswohnung um 58.000 Euro (Gebäudeanteil) an, die er zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung verwendet. Die jährliche AfA beträgt 1,5%. Im zweiten Halbjahr 2005 schenkt er die Wohnung seinem Sohn B, der sie zunächst privat nutzt. Im Jahre 2009 legt B die Wohnung (Teilwert 69.000 Euro) in seinen Betrieb ein.
AfA 2003 bis 2005
Diese Beteiligungen sind gemäß § 6 Z 5 letzter Satz EStG 1988 stets mit den Anschaffungskosten zu bewerten. Dies gilt nur in Fällen, in denen der Teilwert höher als die Anschaffungskosten sind. Zur Vermeidung der Verlagerung eines außerbetrieblichen Wertverlustes in den Betrieb sind jedoch Beteiligungen, deren Teilwert unter den Anschaffungskosten liegt, mit dem niedrigeren Teilwert anzusetzen. (VwGH 23.9.2005, 2002/15/0028, teleologische Reduktion des § 6 Z 5 EStG 1988 letzter Satz).
Zu Nutzungseinlagen kommt es insbesondere dann, wenn ein im Privatvermögen befindliches Gebäude untergeordnet (weniger als 20%) betrieblich genutzt wird. Anzusetzen sind die anteiligen - dem Umfang der betrieblichen Nutzung entsprechenden - Kosten. Zu den anteiligen Aufwendungen zählen nicht nur die auf den betrieblich genutzten Anteil entfallende AfA, sondern auch die anteiligen Finanzierungskosten. Als Bewertungsgrundlage für die Nutzungseinlage ist nicht der Mietwert anzusetzen (VwGH 18.2.1999, 98/15/0192). Die Bewertungsvorschriften des § 6 Z 5 EStG 1988 (Bewertungsmaßstab, Fristenberechnung) sind heranzuziehen.
Anschaffung eines Gebäudes im Jahre 2001 (Wert des Gebäudes 2,500.000 S; Grund und Boden 500.000 S). Das gesamte Gebäude wird von 2001 - 2004 vermietet. Ab dem Jahr 2005 eigenbetriebliche Nutzung 10%, AfA gemäß § 8 Abs. 1 EStG 1988 3%. 90% des Gebäudes werden weiter fremdvermietet (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung).
Betriebskosten des gesamten Gebäudes: 100.000 S/Jahr. Zinsen für Gebäudekredit: 300.000 S/Jahr. Teilwert des Gebäudes im Zeitpunkt der Einlage: 2,700.000 S)
3% AfA von 235.000 S
6.12.7 Fristenberechnung
Für die Fristenberechnung von zehn oder einem Jahr(en) gilt das Stichtagsprinzip (Zeitpunkt der Anschaffung, Ende der Herstellung). Die kleinste Einheit für die Fristenberechnung ist das einzelne Wirtschaftsgut. Auch wenn auf ein angeschafftes oder hergestelltes Wirtschaftsgut später (weitere) Herstellungskosten getätigt wurden, ist die Frist durchgängig von der seinerzeitigen Anschaffung oder Herstellung zu rechnen. Bei bebauten Grundstücken ist das Grundstück samt Gebäude die maßgebliche. Bei der Einlage von Grundstücken, auf denen ein Gebäude errichtet wurde, ist bei allen Gewinnermittlungsarten vom Anschaffungszeitpunkt des Grundstückes auszugehen. Spätere Anschaffungs- oder Herstellungsaufwendungen bleiben für die Fristenberechnung außer Betracht.
Im Jahr 2001 wird ein Grundstück erworben; in den Jahren 2012 und 2013 wird auf diesem Grundstück ein Gebäude errichtet. Im Jahr 2015 werden Grundstück und Gebäude dem Betrieb zugeführt. Relevanter Anschaffungszeitpunkt: 2001
Beim unentgeltlichen Erwerb von Wirtschaftsgütern ist hinsichtlich des Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunktes auf den Anschaffungs- bzw. Herstellungszeitpunkt des Rechtsvorgängers abzustellen. Bei mehreren unmittelbar folgenden unentgeltlichen Erwerben ist auf den Anschaffungs- bzw. Herstellungszeitpunkt des letzten entgeltlichen Erwerbes abzustellen. Für die Anwendung der Fristen gelten die vorstehend dargestellten Grundsätze sinngemäß.
Im Jahre 2025 wird ein Grundstück (Teilwert 2,000.000 S) eingelegt, das der Steuerpflichtige im Jahr 2022 durch Erbanfall erhalten hat. Der Erblasser hat das Grundstück im Jahr 2001 um 500.000 S erworben. Relevanter Anschaffungszeitpunkt: 2001.
UmgrStR 2002, Umgründungssteuerrichtlinien 2002 Rz 270
UmgrStR 2002, Umgründungssteuerrichtlinien 2002 Rz 1134
Findok-Nr: 19973.2, aufgenommen am: 15.05.2006 17:24:49, Dokument-ID: 7efbb85c-f8b1-47e1-a533-40a5a63da915, Segment-ID: 066fd717-c23a-4ca5-a9ce-9c4632e86b27

References: § 4
 § 28
 § 4
 § 6
 § 6
 § 6
 § 8