Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%202010,%20268
Timestamp: 2019-03-26 13:45:40+00:00

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BGH, 17.11.2009 - VI ZR 64/08 - dejure.org
Keine Anrechnung der einfachen Betriebsgefahr bei der Haftung des schuldlosen Fahrzeugsführer
Zusammenfassung von "Anmerkung zu den Urteilen des BGH vom 17.11.2009, Az.: VI ZR 64/08 und VI ZR 58/08 (Fahrerhaftung; Schadensminderungspflicht)" von Prof. Dr. Dirk Looschelders, original erschienen in: VersR 2010, 272 - 274.
LG Koblenz, 16.01.2006 - 5 O 465/02
OLG Koblenz, 25.02.2008 - 12 U 170/06
NJW 2010, 930
MDR 2010, 320
NZV 2010, 192
VersR 2010, 268
Dementsprechend ist es anerkannt, dass sich der Tatrichter in Ermangelung konkreter Anhaltspunkte für eine abweichende Beurteilung im Rahmen der Schadensschätzung gesetzlich geregelter oder in anerkannten Tabellen enthaltener Erfahrungswerte bedienen kann (vgl. Senatsurteile vom 23. November 2004 - VI ZR 357/03, BGHZ 161, 151, 154; vom 17. November 2009 - VI ZR 64/08, VersR 2010, 268 Rn. 20;… vom 18. Dezember 2012 - VI ZR 316/11, VersR 2013, 330 Rn. 10, jeweils mwN; vgl. auch BGH…, Urteil vom 21. Mai 2015 - I ZR 62/14, AfP 2016, 35 Rn. 27;… Beschlüsse vom 10. März 2010 - IV ZR 255/08, FamRZ 2010, 891 Rn. 6; vom 21. August 2014 - VII ZR 144/13, NJW-RR 2014, 1319).
Die Revision der Beklagten beruft sich auch ohne Erfolg auf das Senatsurteil vom 17. November 2009 (VI ZR 64/08, VersR 2010, 268 Rn. 19).
Sie ist vom Revisionsgericht nur darauf zu überprüfen, ob die Festsetzung Rechtsfehler enthält (st. Rspr.; vgl. Senatsurteil vom 11. Dezember 1973 - VI ZR 189/72, VersR 1974, 489, 490; vom 19. September 1995 - VI ZR 226/94, VersR 1996, 380), insbesondere ob das Gericht sich mit allen für die Bemessung des Schmerzensgeldes maßgeblichen Umständen ausreichend auseinandergesetzt und sich um eine angemessene Beziehung der Entschädigung zu Art und Dauer der Verletzungen bemüht hat (vgl. Senatsurteile vom 12. Mai 1998 - VI ZR 182/97, BGHZ 138, 388, 391; vom 24. Mai 1988 - VI ZR 159/87, VersR 1988, 943; vom 15. Januar 1991 - VI ZR 163/90, VersR 1991, 350, 351; vom 12. Juli 2005 - VI ZR 83/04, VersR 2005, 1559, 1562 [insoweit in BGHZ 163, 351 nicht abgedruckt] und vom 17. November 2009 - VI ZR 64/08, VersR 2010, 268 Rn. 16).
Der Ansatz von 0, 25 EUR pro Fahrtkilometer für die Fahrtkosten unter Berufung auf § 5 Abs. 1 Nr. 1 JVEG begegnet keinen Bedenken und entspricht der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats (BGH NJW 2010, 930 = MDR 2010, 320 ).
Mit Erfolg wendet sich die Berufung allerdings gegen die Feststellung des Landgerichts, dass dem Kläger bei der Haftungsabwägung nach § 254 Abs. 1 BGB außer der Betriebsgefahr des von ihm gehaltenen und zum Unfallzeitpunkt gefahrenen Motorrads (zur Anrechnung der Betriebsgefahr im Rahmen der deliktischen Haftung: vgl. BGH, Urt. v. 17.11.2009 - VI ZR 64/08, VersR 2010, 268 ff.)kein Mitverschulden angelastet werden könne: Das Landgericht hat hinsichtlich des Nachweises eines Verstoßes gegen die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h (§ 41 Abs. 2 Nr. 7 StVO) die Beweisanforderungen des § 286 ZPO überspannt:.
Nach ständiger Rechtsprechung des Senats sind diese Kosten entsprechend § 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 JVEG mit 0, 25 EUR für jeden gefahrenen Kilometer abzugelten (§ 287 Abs. 1 ZPO; vgl. BGH NJW 2010, 930, 931).
Somit ist dem Kläger für schadensbedingt entstandene Fahrtkosten eine an den Bestimmungen über die Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen orientierte Kilometerpauschale von 0, 25 Euro gemäß § 5 Abs. 2 Nr. 1 JVEG zuzuerkennen (vgl. BGH NJW 2010, 930).
a) Fahrtkosten, die in der Person des Geschädigten selbst entstehen, sind zu ersetzen, so z.B. Krankentransportkosten oder Fahrten zu ambulanten Arztbesuchen (BGH VersR 2010, 268; BGH VersR 1982, 441).
Unter Berücksichtigung eines Kilometersatzes von 0, 25 Euro (BGH VersR 2010, 268) ergibt sich ein Betrag von 98, 90 Euro.
Ein Fahrzeuginsasse, der weder Fahrer noch selbst Halter ist, muss sich die Betriebsgefahr des Fahrzeugs nicht zurechnen lassen (vgl. BGH Urt. v. 17.11.2009 - VI ZR 64/08, r+s 2010, 76; OLG Nürnberg, Beschl. v. 26.1.2012 - 4 U 2222/11, r+s 2012, 408).
Denn die Anwendung des § 254 BGB setzt stets einen haftungsbegründenden Tatbestand auf der Seite des Geschädigten voraus (BGH, Urt. v. 17.11.2009 - VI ZR 64/08, r+s 2010, 76).
AG Krefeld, 18.11.2014 - 6 C 244/14
Schadensersatzbegehren in Form restlicher Sachverständigenkosten wegen eines …

References: BGH 
 § 5
 § 254
 § 286
 § 5
 BGH 
 § 5
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 254