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Timestamp: 2020-08-05 17:03:27+00:00

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BGH, 07.07.1988 - III ZR 198/87 - dejure.org
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BGH, 07.07.1988 - III ZR 198/87 (https://dejure.org/1988,541)
BGH, Entscheidung vom 07.07.1988 - III ZR 198/87 (https://dejure.org/1988,541)
BGH, Entscheidung vom 07. Juli 1988 - III ZR 198/87 (https://dejure.org/1988,541)
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Investitionshilfegesetz II
Entschädigung - Vermögensnachteil - Verfassungswidriges Gesetz
NJW 1989, 101
MDR 1989, 46
VersR 1988, 1046
WM 1988, 1579
BB 1988, 1701
DB 1988, 1991
In dieser Beziehung hält es der Senat auch nach nochmaliger Überprüfung für zutreffend, dass den gesetzgebenden Organen - abgesehen von sogenannten Maßnahmen- oder Einzelfallgesetzen - Amtspflichten nur gegenüber der Allgemeinheit und nicht in Richtung auf bestimmte Personen oder Personenkreise obliegen (Senatsurteile BGHZ 56, 40, 46; 84, 292, 300; 87, 321, 335; 140, 30, 32; Urteil vom 7. Juli 1988 - III ZR 198/87 - NJW 1989, 101).
Nur in hier nicht vorliegenden - Ausnahmefällen, etwa bei sogenannten Maßnahme- oder Einzelfallgesetzen, kann etwas anderes in Betracht kommen und können Belange bestimmter einzelner unmittelbar berührt werden, so daß sie als "Dritte" im Sinne des § 839 BGB angesehen werden (st.Rspr., vgl. zuletzt Senatsurteil vom 7. Juni 1988 - III ZR 198/87 = BGHWarn 1988 Nr. 208 = NJW 1989, 101).
Nach den Grundsätzen des sog. legislativen Unrechts scheitern Amtshaftungsansprüche wegen fehlerhafter Rechtsetzungsakte regelmäßig daran, dass das jeweilige Gesetzgebungsorgan abstrakt-generelle Regeln erlässt, denen die Richtung auf bestimmte Personen oder Personenkreise und damit die Drittgerichtetheit fehlt (vgl. BGH, Urteile vom 7. Juli 1988, NJW 1989, S. 101 f.;… vom 24. Oktober 1996, NJW 1997, S. 123, 124 zum Unterlassen einer gebotenen Regelung;… vom 11. März 1993, DVBl. 1993, S. 718 ff. = NVwZ-RR 1993, S. 450 f. zu einer untergesetzlichen Regelung;… vom 29. März 1971 - III ZR 110/68 -, juris, Rn. 15 ff.;… vom 24. Juni 1982 - III ZR 169/80 -, juris, Rn. 23 ff.;… vom 10. Dezember 1987 - III ZR 220/86 -, juris, Rn. 29;… vom 27. Januar 1994 - III ZR 42/92 -, juris, Rn. 38;… BGH, EuGH-Vorlage vom 28. Januar 1993 - III ZR 127/91 -, juris, Rn. 6, stRspr.;… siehe auch Wöstmann, in: Staudinger, BGB 2013, § 839 Rn. 177 ff.).
Belange bestimmter Einzelner können daher nur ausnahmsweise - etwa bei sog. Maßnahme- oder Einzelfallgesetzen - unmittelbar berührt werden, so dass sie als Dritte im Sinne des § 839 Abs. 1 BGB anzusehen sind (vgl. BGH…, Urteil vom 11. März 1993 - III ZR 28/92 -, juris, Rn. 5 mit Verweis auf BGH, Urteil vom 7. Juli 1988 - III ZR 198/87 - = NJW 1989, 101 m.w.N.; OLG Frankfurt/M…, Urteil vom 14. Mai 2013 - 1 U 176/10 -, juris, Rn. 157 zu einer vom Börsenrat erlassenen und vom Verwaltungsgerichtshof Kassel beanstandeten Satzungsregelung des § 39k Abs. 4 lit. b und c BörsO 2005).
Soweit die Antragstellerin demgegenüber mit Verweis auf das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Kassel vom 29. August 2001 (…- 11 N 2497/00 -, juris, Rn. 249) zu einer außer Kraft getretenen Kampfhundeverordnung der Auffassung ist, dass die für legislatives Unrecht geltenden Einschränkungen nur für Parlamentsgesetze gelten, ist dafür den ohne nähere Ausführungen dazu vom Verwaltungsgerichtshof in Bezug genommenen Urteilen des Bundesgerichtshofs vom 7. Juli 1988 (- III ZR 198/87 -, juris, Rn. 7 f. zu dem für verfassungswidrig erklärten Investitionsgesetz vom 20. Dezember 1982) und des Bayerischen Obersten Landesgerichts (Urteil vom 14. Januar 1997 - 2Z RR 422/96 -, juris, 15 zu einer Änderungsverordnung) nichts zu entnehmen.
Auch wenn sich danach von der Verwaltung ermitteln lässt, wer im Einzelfall zu der Pferdesteuer herangezogen werden kann, ist der Personenkreis nicht ausreichend überschaubar und individuell begrenzt, wie es der Bundesgerichtshof als Voraussetzung für eine Amtshaftung für sog. normatives Unrecht für erforderlich hält (BGH, Urteil vom 7. Juli 1988 - III ZR 198/87 -, juris, Rn. 8).
Es fehlt damit eine besondere räumliche oder sachliche Individualisierung der Rechtsadressaten, die eine besondere Beziehung zwischen dem Rechtsetzungsakt und den geschützten Interessen bestimmter Betroffener hätte schaffen können und eine auferlegte Pflicht zur Abwägung von erheblichen Individualbelangen im Normsetzungsprozess, wie sie zur Begründung einer Amtshaftung vom Bundesgerichtshof etwa für Bebauungspläne (vgl. § 1 Abs. 6 BauGB) wegen ihrer Ähnlichkeit mit einem Maßnahmegesetz angenommen wurde (vgl. BGH…, Urteil vom 24. Juni 1982 - III ZR 169/80 -, juris, Rn. 23 ff. mwN;… Urteil vom 28. Juni 1984 - III ZR 35/83 -, juris, Rn. 44;… Urteil vom 26. Januar 1989 - III ZR 194/87 -, juris Rn. 31 ff.; Urteil vom 7. Juli 1989 - III ZR 198/87 -, juris, Rn. 7; OLG Frankfurt/M…, Urteil vom 14. Mai 2013 - 1 U 176/10 -, juris, Rn. 159 zu einer vom Börsenrat erlassenen und vom Verwaltungsgerichtshof Kassel beanstandeten Satzungsregelung des § 39k Abs. 4 lit. b und c BörsO 2005).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. nur Urteil vom 7. Juli 1988 - III ZR 198/87 -, juris, Rn. 9 ff. zu Eingriffen in Art. 2 Abs. 1 GG und Art. 12 Abs. 1 GG;… Wöstmann, in: Staudinger, BGB 2012, § 839 Rn. 178) folgte eine Drittgerichtetheit, unterstellt die Gemeindevertreter der Antragsgegnerin hätten beim Erlass der Pferdesteuersatzung eine Amtspflicht verletzt, auch nicht aus einem etwaigen Verstoß beim Satzungserlass gegen Grundrechte der Antragstellerin.
Das wäre umso weniger tragbar, als dass sich der Verstoß gegen die allgemeine Handlungsfreiheit des Art. 2 Abs. 1 GG gerade aus der Verletzung von Vorschriften ergeben kann, die ausschließlich im Allgemeininteresse erlassen worden sind (BGH, Urteil vom 7. Juli 1988 - III ZR 198/87 -, juris, Rn. 10), wie dies vorliegend der Fall gewesen ist.
Ausnahmsweise können Amtshaftungsansprüche bestehen, wenn es sich um ein Maßnahme- oder Einzelfallgesetz handelt, das die Belange Dritter unmittelbar berührt (BGH NJW 1989, 101 mNw.).
Art. 34 GG leitet diese unverändert an die Amtspflichtverletzung des einzelnen Beamten anknüpfende Amtshaftung lediglich auf den Staat über, ohne die Haftung auszudehnen (BGH NJW 1989, 101;… Papier in Maunz/Dürig, Art. 34 GG Rdn. 10, 11).
Diese Ansicht hat der Bundesgerichtshof jedoch bereits ausdrücklich zurückgewiesen (BGH NJW 1989, 101); er nimmt in diesem Zusammenhang an, dass nicht jede Grundrechtsverletzung zugleich der Verletzung einer drittgerichteten Amtspflicht entspricht.
Bisher hat die Rechtsprechung einen Anspruch auf Ersatz für Aufwendungen, die im Hinblick auf die angenommene Wirksamkeit einer Rechtsnorm erfolgten, nicht anerkannt (BGH NJW 89, 101; BGHZ 84, 292).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs scheitern Amtshaftungsansprüche wegen rechtswidriger Akte der Parlamentsgesetzgebung regelmäßig daran, dass die beteiligten Mitglieder des jeweiligen Gesetzgebungsorgans (also des Bundestages oder eines Landesparlaments) ausschließlich Aufgaben der Allgemeinheit wahrnehmen, denen die Richtung auf bestimmte Personen oder Personenkreise, also die Drittgerichtetheit, mangelt (BGHZ 56, 40; 87, 321; BGH NJW 1989, 101; vgl. auch BGHZ 134, 30).
Nur ausnahmsweise - etwa bei sogenannten Maßnahme- oder Einzelfallgesetzen - kann etwas anderes in Betracht kommen und können die Belange bestimmter einzelner Personen unmittelbar berührt werden, so dass sie als "Dritte" im Sinne des § 839 BGB angesehen werden können (BGH NJW 1989, 101 [BGH 07.07.1988 - III ZR 198/87] ).
LG Berlin, 12.05.2005 - 13 O 20/04
Amtshaftung wegen verspäteter Bearbeitung von Kostenfestsetzungsanträgen auf …

References: § 839
 § 839
 § 839
 § 39
 § 1
 § 39
 Art. 2
 Art. 12
 § 839
 Art. 2

Art. 34
 Art. 34
 BGH 
 § 839