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Timestamp: 2020-04-06 14:12:30+00:00

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Steuerabzug für Bauleistungen? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
Steuerabzug für Bauleistungen?
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Zur Eindämmung von illegaler Beschäftigung enthält das Einkommensteuergesetz Rechte und Pflichten von Leistendem und Leistungsempfänger im Bauhandwerk. Erbringt danach gemäß § 48 EStG jemand im Inland eine Bauleistung an einen Unternehmer oder an eine juristische Person des öffentlichen Rechts, so sind diese Personen grundsätzlich verpflichtet, von der Gegenleistung einen Steuerabzug in Höhe von 15 % für Rechnung des Leistenden vorzunehmen. Der Steuerabzug muss jedoch nicht angemeldet und abgeführt werden, wenn Kleinvermietungen vorliegen, Freigrenzen eingehalten werden oder der Leistende dem Leistungsempfänger eine im Zeitpunkt der Gegenleistung gültige Freistellungsbescheinigung nach § 48 b EStG vorlegt.
Anspruch auf Freistellungsbescheinigung?
Wer als Leistender einen Anspruch auf eine Freistellungsbescheinigung besitzt, ergibt sich aus § 48 b EStG. Danach hat auf Antrag des Leistenden das für ihn zuständige Finanzamt, wenn der zu sichernde Steueranspruch nicht gefährdet erscheint und ein inländischer Empfangsbevollmächtigter bestellt ist, eine Bescheinigung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck zu erteilen, die den Leistungsempfänger von der Pflicht zum Steuerabzug befreit. Eine Gefährdung kommt insbesondere dann in Betracht, wenn der Leistende erstens: Anzeigepflichten nach § 138 der Abgabenordnung nicht erfüllt, zweitens: seiner Auskunft- und Mitwirkungspflicht nach § 90 der Abgabenordnung nicht nachkommt und drittens: den Nachweis der steuerlichen Ansässigkeit durch Bescheinigung der zuständigen ausländischen Steuerbehörde nicht erbringt. Eine Bescheinigung soll jedoch erteilt werden, wenn der Leistende glaubhaft macht, dass keine zu sichernden Steueransprüche bestehen. Eine wirksame Freistellungsbescheinigung muss beinhalten, erstens: den Namen, die Anschrift und die Steuernummer des Leistenden, zweitens: die aktuelle Geltungsdauer der Bescheinigung, drittens: den Umfang der Freistellung sowie der Leistungsempfänger, wenn sie nur für bestimmte Bauleistungen gilt und letztlich das erteilte FA.
Haftung des Leistungsempfängers?
Um sich über die Zuverlässigkeit des Leistenden Gewissheit zu verschaffen, um eigene Arbeit zu ersparen und um einer Haftung zu entgehen, sollte jeder Leistungsempfänger zu Beginn der Vertragsverhandlungen den Leistenden um eine gültige Freistellungsbescheinigung bitten. Ist diese fehlerhaft, so haftet der Leistungsempfänger grundsätzlich gemäß § 48 a EStG für einen nicht abgeführten Abzugsbetrag. Dies gilt jedoch nicht, wenn ihm im Zeitpunkt der Gegenleistung eine Bescheinigung vorgelegen hat, auf deren Rechtmäßigkeit er vertrauen konnte. Der Leistungsempfänger hat zwar grundsätzlich die Möglichkeit beim BZA für Steuern Auskünfte einzuholen, aber dies ist nicht Pflicht. Wird der Leistungsempfänger in Anspruch genommen, so geschieht dies durch Haftungsbescheid. Dagegen ist zunächst der Einspruch gegeben.

References: § 48
 § 48
 § 48
 § 138
 § 90
 § 48