Source: https://www.kopa-bb.de/faq-generalistische-pflegeausbildung/
Timestamp: 2020-08-10 03:02:32+00:00

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Im Rahmen der Über- bzw. Erarbeitung der landesseitigen Regelungen wird angestrebt, den erstmaligen Ausbildungsbeginn für die neue Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann auf den 1. April 2020 festzulegen. Derzeit befindet es sich noch in der Diskussion, ob eine Einführung von einheitlichen Startterminen auch für die kommenden Jahre geben wird. Oder ob, angelehnt an das bisherige Verfahren in der Altenpflegeausbildung, ein sogenannter “unterjähriger Beginn” erfolgen wird.
Kann man mit dem neuen Abschluss „Pflegefachmann“ bzw. „Pflegefachfrau“ in allen Bereichen der Pflege arbeiten?
Ist es möglich, Teile der Ausbildung auch in Brandenburg durchzuführen (sog. länderübergreifende Ausbildung)?
Ja. In Berlin und Brandenburg wird es keine Regelung geben, die eine länderübergreifende Ausbildung verhindert.
Bei der länderübergreifenden Ausbildung ist zu beachten, dass der Sitz der Schule entscheidend ist, welche landesrechtlichen Vorschriften einschlägig sind und diese sind sodann von allen an dieser Ausbildung Beteiligten, auch wenn sie in einem anderen Bundesland ihren Sitz haben, einzuhalten. Entsprechend ist im Fall des Sitzes der Schule in Brandenburg die Brandenburger Gesundheitsberufeschulverordnung und bei einem Sitz in Berlin, das Gesundheitsschulanerkennungsgesetz mit der Berliner Pflegeausbildungs- und Schulverordnung anzuwenden. Aus diesen Regelungen ergeben sich unter anderem auch landesrechtliche Spezifika hinsichtlich der Geeignetheit von praktischen Ausbildungsstätten, die anzuwenden sind.
Brandenburger Gesundheitsberufeschulverordnung
Berliner landesrechtliche Regelungen
Ausbildungsvertrag / Träger
In welcher Frist muss ich dem Landesamt für Gesundheit und Soziales melden, wenn ein Praxisanleiter wechselt?
Im Rahmen des Anerkennungsverfahrens der Pflegeschulen müssen diese eine ausreichende Anzahl an geeigneten Praxisplätzen nachweisen. Geeignet sind Praxisplätze unter anderem wenn eine entsprechend des Pflegeberufegesetzes (PflBG) qualifizierte Praxisanleiterin oder Praxisanleiter vorhanden ist.
Bei Veränderung der Anerkennungsvoraussetzungen haben die Schulen wiederum gegenüber dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) eine Informationspflicht. Entsprechend muss die Pflegeschule über Veränderungen informiert werden, so dass sie dieser nachkommen kann.
Die Einrichtungen melden aktuell selbst keinen Wechsel bzw. Weggang des Praxisanleiters oder der Praxisanleiterin an das LAGeSo.
Erhalte ich als Lehrkraft von der zuständigen Behörde eine neue Lehrbefähigung oder wie wird meine Einsetzbarkeit als anzurechnende Lehrkraft in einer Schule geprüft?
Die zuständige Behörde beziehungsweise die Schulaufsicht für die neue Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo). Lehrkräfte erhalten vom LAGeSo keine neuen Lehrbefähigungen für ihre Tätigkeit an einer Pflegeschule. Vielmehr wird im Rahmen der staatlichen Anerkennung einer Pflegeschule anhand vorhandener Nachweise (Hochschulabschlusszeugnisse o.ä.) geprüft, ob die von der Schule vorzuhaltende Lehrkraftquote mit Lehrkräften erfüllt wird, die die Voraussetzungen aus § 9 Absatz 1 Nummer 2 PflBG erfüllen. Sollten sich während des Betriebs der Schule Veränderungen des Lehrkraftpersonals ergeben, so hat die Schule dies anzuzeigen und die Qualifikation der Lehrkraft dem LAGeSo nachzuweisen.
Fällt eine Lehrkraft unter die Übergangsregelungen aus § 65 Absatz 4 PflBG, müssen gegebenenfalls auch bereits bestehende Lehrbefähigungen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in die Überprüfung einbezogen werden.
Wie verhält sich der Bestandsschutz für Lehrkräfte mit einer fächerbezogenen sogenannten beschränkten Lehrbefähigung von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie?
Der Bestandsschutz aus § 65 Absatz 4 des Pflegeberufegesetzes gilt vollumfänglich auch für Lehrkräfte mit einer fächerbezogenen sogenannten beschränkten Lehrbefähigung. Da Lehrkräfte mit einer, wenn auch mit nur einer auf bestimmte Fächer bezogenenen, Lehrbefähigung ihre pädagogische Eignung bereits bewiesen haben, können diese zukünftig in den Pflegeschulen uneingeschränkt eingesetzt werden. Es obliegt dabei der Schulleitung, die Einsetzbarkeit der Lehrkräfte entsprechend der individuellen Fähigkeiten bei der Unterrichtsplanung zu beachten.
Sind Praxisanleiter mit Bestandsschutz verpflichtet die 24-stündige Fortbildung nach der neuen PflAPrV vollumfänglich nachzuweisen?
Ja, der Bestandsschutz bezieht sich ausschließlich auf die Grundqualifizierung (300-stündige Fortbildung) der Praxisanleiterin bzw. des Praxisanleiters.
Haben Personen, die bereits Praxisanleitung ausüben einen Bestandsschutz und wie ist dieser konkret ausgestaltet?
Der Bestandsschutz ist in § 4 Absatz 3 der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung geregelt. Danach müssen Personen, die die Voraussetzungen nach § 2 Absatz 2 des Altenpflegegesetzes oder § 2 Absatz 2 des Krankenpflegegesetzes erfüllen, keine berufspädagogische Zuatzqualifikation im Umfang von mindestens 300 Stunden nachweisen. Vom Bestandsschutz nicht umfasst ist jedoch die Vorgabe, dass zukünftig alle Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter jährlich eine 24-stündige Fortbildungsverpflichtung haben. Somit müssen auch die Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter, die vom Bestandsschutz profitieren, ab 2020 diese jährliche Fortbildungsverpflichgtung erfüllen.
Muss ich die vollen 24 Stunden Fortbildung nachweisen, wenn ich erst z.B. zum 3. Quartal des Jahres die Tätigkeit als Praxisanleiter aufnehme oder berechnet sich das dann entsprechend anteilig auf das Jahr?
Eine anteilige Anrechnung findet nicht statt. Die Praxisanleiterin bzw. der Praxisanleiter hat, egal zu welchem Zeitpunkt die Tätigkeit der Praxisanleitung aufgenommen wird, die vollen 24 Stunden im Jahr nachzuweisen. In dem Jahr, in dem die Praxisanleiterin bzw. der Praxisanleiter die Grundqualifizierung mit einer 300-stündigen Fortbildung erhalten hat, muss keine weitere 24-stündige Fortbildung absolviert werden. Diese ist erst ab dem Folgejahr erforderlich.
Wem muss ich die Fortbildung nachweisen?
Die Fortbildungsnachweise sind zum einen dem Arbeitgeber und zum anderen ggf. der Pflegeschule, mit der ein Kooperationsvertrag besteht, nachzuweisen.
Des Weiteren wird im Rahmen der staatlichen Prüfung durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) überprüft, ob die Praxisanleiterin oder der Praxisanleiter, die oder der die praktische Prüfung abnimmt, die erforderlichen Qualifikationen erfüllt.
Im Rahmen der Erarbeitung der Ausführungsverordnung zum Gesundheitsschulanerkennungsgesetz werden weitere neue Regelungen bezüglich des Nachweises der Fortbildung getroffen. Diese werden nach Verkündung der Verordnung entsprechend veröffentlicht.
Gibt es Vorgaben, wie die berufspädagogische Zusatzqualifikation von mindestens 300 Stunden und die berufspädagogische Fortbildung von mindestens 24 Stunden pro Jahr gestaltet sein müssen?
Die im Land Berlin geltende Handreichung über die “Berufspädagogische Zusatzqualifikation von Gesundheits- und (Kinder-)KrankenpflegerInnen sowie AltenpflegerInnen” wurde für den Bereich der Ausbildung zur Pflegefachkraft unter Beteiligung einer Arbeitsgruppe aktualisiert. Die Handreichung wurde an die rechtlichen Anforderungen des Pflegeberufegesetzes (PflBG) und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV) angepasst.
Die Handreichung über die Berufspädagogische Zusatzqualifikation und jährliche Fortbildung von Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern für die Pflegeberufe wird ab dem 1. Januar 2020 im Land Berlin Anwendung finden.
Perspektivisch ist vorgesehen, die Qualifizierung der Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter im Wege einer Rechtsverordnung unter inhaltlicher Beteiligung der Fachöffentlichkeit zu regeln. Die vorliegende Handreichung findet für den Übergangszeitraum ab dem 1. Januar 2020 bis zum Erlass der entsprechenden Verordnung Anwendung.
Für die Regelung der hochschulischen Ausbildung ist die Senatskanzlei, Bereich Wissenschft und Forschung, zuständig.
Gelten die Vorbehaltsaufgaben aus § 4 PflBG auch für Pflegekräfte, die ihre Ausbildung nach dem KrPflG bzw. AltPflG absolviert haben?
Teilzeit / Fördermöglichkeiten
Kann ich auch berufsbegleitend die neue Pflegeausbildung absolvieren?
Eine berufsbegleitende Ausbildung, wie sie bisher in der Altenpflegeausbildung ausgeübt wurde, ist aufgrund der neuen besonderen Strukturierung der Pflegeausbildung nicht mehr möglich. Für Pflegehilfskräfte, die sich ohne Gehaltseinbußen weiterqualifizieren wollen, steht eine durch die Bundesagentur für Arbeit geförderte Pflegeausbildung (= BA-geförderte Pflegeausbildung) aufgrund des Qualifizierungschancengesetz zur Verfügung.
Wie muss unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben eine Teilzeitausbildung aussehen?
Bei der Ausgestaltung der Teilzeitausbildung sind zwingend die Voraussetzungen aus dem Pflegeberufegesetz (PflBG) und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV) zu beachten.
Des Weiteren müssen die jeweiligen Pflichteinsätze in den allgemeinen und speziellen Bereichen der Pflege, einen Vertiefungseinsatz sowie weitere Einsätze (Anlage 7 der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – PflAPrV) im Einklang mit der schulischen Ausbildung absolviert werden.
weitere Informationen zur Teilzeitausbildung
Können Auszubildende oder Arbeitsgeber die Fördergelder bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen?
Den Antrag kann nur der Arbeitgeber stellen. Die Auszahlung erfolgt ebenfalls an den Arbeitgeber.
In welchen Bereichen kann ich eine Teilzeitausbildung absolvieren?
Die Teilzeitausbildung ist in allen Pflegesettings möglich.
Wird weiterhin die Ausbildungsvergütung gezahlt, wenn die Einsätze nicht bei dem praktischen Ausbildungsträger absolviert werden?
Die Ausbildungsvergütung ist durchgängig vom Träger der Ausbildung auf der Grundlage des mit ihm abgeschlossenen Ausbildungsvertrages zu zahlen. Es spielt keine Rolle, in welcher Station sich der Auszubildende befindet.
Wer ist für die Organisation der Einsätze zuständig?
Grundsätzlich ist der Träger der praktischen Ausbildung dafür zuständig (§ 8 Absatz 3 PflBG). Er kann diese Organisation unter bestimmten Voraussetzungen gemäß § 8 Absatz 4 PflBG auch auf eine Pflegeschule übertragen.
Ist die Ausbildungszeit in der Schule – Lernort Theorie – vergütete Ausbildungszeit?
Während der Ausbildung erhält der Auszubildende ein Ausbildungsgehalt unabhängig davon in welcher Station er sich befindet bzw. ob er sich gerade in der schulischen oder praktischen Ausbildung befindet. Entsprechend sind die Stunden der schulischen Ausbildung zu den im Ausbildungsvertrag vereinbarten Wochenstunden anzurechnen.
Eine Verknüpfung mit der Arbeitszeit aufgrund eines Arbeitsvertrages findet nicht statt. Entsprechend kann die schulische Anwesenheitszeit auch nicht auf die Arbeitszeit aus einem Arbeitsvertrag angerechnet werden.
Kann bei der Ausbildung in Teilzeit auch eine Spezialisierung gewählt werden?
Ja, die Wahl der Spezialisierung ist unabhängig von der im Ausbildungsvertrag vereinbarten Wochenstundenanzahl.
Ist eine Umschulung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann möglich?
Eine Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz kann auch im Rahmen einer beruflichen Weiterbildung (sog. Umschulung) erfolgen. Im Rahmen der Umschulung durchlaufen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine reguläre Pflegeausbildung.
weitere Informationen zur Umschulung erhalten Sie auf dem Portal zur Pflegeausbildung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

References: § 9
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