Source: https://www.pflege-durch-angehoerige.de/pflegesachleistungen/
Timestamp: 2017-08-19 05:30:08+00:00

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Was Sie über Pflegesachleistungen wissen sollten › Pflege durch Angehörige
Viele pflegende Angehörige nehmen zur Unterstützung in der Pflege noch die Leistungen eines Pflegedienstes in Anspruch. Das hat den Vorteil, dass die Pflegenden zum einen entlastet werden, aber auch Pflegehandlungen abgeben können, die ihnen nicht so liegen oder mit denen sie einfach überfordert wären.
So ist es zum Beispiel für viele Angehörige eine große Entlastung, wenn das Duschen oder Baden durch das Personal eines Pflegedienstes durchgeführt wird.
Für die Pflege durch einen Pflegedienst steht dem pflegebedürftigen Menschen ein Pflegesachleistungs-Budget von der Pflegeversicherung zur Verfügung.
Was ist der Unterschied zwischen Pflegesachleistungen und Pflegegeld
Wann bekommt man die Pflegesachleistungen
Wo und wie werden die Pflegesachleistungen beantragt
Gibt es Pflegesachleistungen zusätzlich zum Pflegegeld
Wie hoch sind die Pflegesachleistungen
Wie werden die Pflegesachleistungen abgerechnet
Ab wann werden die Sachleistungen der Pflegeversicherung bezahlt
Wie hoch ist der Eigenanteil an den Pflegesachleistungen
Warum ist die Pflegesachleistung höher als die Geldleistung
Was tun, wenn die Pflegesachleistungen nicht ausreichen
Wer darf Pflegesachleistungen erbringen
Welche Leistungen erbringt ein Pflegedienst
Können Pflegesachleistungen mit einer Tages- und Nachtpflege kombiniert werden
Pflegesachleistungen mit Entlastungsbetrag kombinieren
Was passiert mit den Pflegesachleistungen bei einem Krankenhausaufenthalt
Gibt es auch Pflegesachleistungen ohne Pflegegrad
Was passiert, wenn Pflegesachleistungen nicht in Anspruch genommen werden
Wie lange werden Pflegesachleistungen im Sterbemonat bezahlt (Tod)
Können mit den Pflegesachleistungen auch polnische Pflegekräfte bezahlt werden
Erhält man auch im Betreuten Wohnen Pflegesachleistungen
Kann man im Pflegeheim auch Pflegesachleistungen erhalten
Bekommt man im Ausland auch Pflegesachleistungen bezahlt
Poolen von Pflegesachleistungsansprüchen
Müssen Pflegesachleistungen versteuert werden
Rechtliche Regelung zur Pflegesachleistung
Pflegebedürftige Menschen sollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden von den Angehörigen gepflegt werden können – so der Wunsch des Deutschen Bundesgesundheitsministeriums. Erst wenn es sich nicht mehr anders einrichten lässt, soll der Pflegebedürftige in eine stationäre Pflegeeinrichtung kommen.
Pflegesachleistungen (nach § 36 SGB XI Sozialgesetzbuch) sind keine klassischen Sachen oder Dinge. Hier handelt es sich um die Dienstleistungen, die von den Mitarbeitern des ambulanten Pflegedienstes erbracht und dem Pflegebedürftigen über die Pflegekasse in Rechnung gestellt werden. Man spricht also von Pflegesachleistungen, wenn eine pflegebedürftige Person im häuslichen Umfeld von den Mitarbeitern eines ambulanten Pflegedienstes gepflegt wird.
Erhalten Sie also für den Monat August eine Rechnung vom Pflegedienst über 690 Euro, so haben Sie Pflegesachleistungen in Höhe von 690 Euro erhalten.
Mit den Pflegesachleistungen wird der Pflegedienst bezahlt – wie bereits oben beschrieben – und ist somit ein Sachgeld.
Das Pflegegeld hingegen erhält der Pflegebedürftige für die Bezahlung von selbst beschafftem Pflegepersonal. Das Pflegegeld erhält der Pflegebedürftige zur freien Verfügung und ist eine reine Geldleistung.
Bei vielen Pflegebedürftigen ist es so, dass Sie das Pflegegeld den Angehörigen geben die sie pflegen.
Mehr über das Pflegegeld lesen Sie bitte in meinem Beitrag „Pflegegeld – Was Sie wissen und beachten sollten“.
Um Pflegesachleistungen zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden.
Es darf keine häusliche Krankenpflege über die gesetzliche Krankenkasse erfolgen.
Die Pflegesachleistung muss beantragt und ein genehmigter Pflegegrad 2 bis 5 vorliegen.
Die Pflege muss im häuslichen Bereich stattfinden. Zum „häuslichen Bereich“ gehört jedoch auch zum Beispiel die Wohnung der Tochter, eines anderen Verwandten oder eines Bekannten, aber auch ein Betreutes Wohnen.
Anmerkung: Pflegebedürftige Menschen mit Pflegegrad 1 erhalten KEINE Pflegesachleistungen. Allerdings ist es möglich, dass beim Pflegegrad 1 der Entlastungsbetrag für die Leistungen eines Pflegedienstes für die Grundpflege herangezogen werden kann.
Mehr über den Pflegegrad 1 lesen Sie bitte in meinem Beitrag „Pflegegrad 1 – Chance für finanzielle Unterstützung bei geringer Pflegebedürftigkeit“.
Welche Möglichkeiten Sie mit den Entlastungsleistungen haben lesen Sie bitte in meinem Beitrag „PSG II verstehen: Das bringt der Entlastungsbetrag ab 2017“.
Für die Pflegekasse ist wichtig zu wissen, welche Leistungen Sie bei der häuslichen Pflege selbst erbringen und welche Leistungen (wie zum Beispiel Kurzzeitpflege, Tagespflege, Pflegesachleistungen usw.) Sie quasi dazukaufen. Diese Frage möchte die Pflegekasse meist schon beim Antrag auf Pflegeleistungen geklärt haben.
Beim Beantragen eines Pflegegrades (bis 31.12.2016: Pflegestufe) geben Sie im Normalfall schon an, wo die Pflege stattfinden wird, also ob zu Hause oder in einem Pflegeheim. Weiterhin geben Sie beim Antrag auf Pflegeleistung an, ob die Pflege
alleine durchgeführt und somit nur Pflegegeld beantragt wird, oder
nur durch einen Pflegedienst ausgeführt und somit Pflegesachleistungen beantragt werden oder
von den Angehörigen UND dem Pflegedienst durchgeführt und dementsprechend eine Kombinationsleistung beantragt wird.
Daraus ergibt sich auch, dass die Pflegesachleistungen bei Ihrer zuständigen Pflegekasse beantragt werden müssen.
Wenn absehbar ist, dass Sie die Pflegesachleistungen nicht in vollem Umfang ausschöpfen, haben Sie die Möglichkeit, zusätzlich noch Pflegegeld zu beantragen. Man spricht dann von einer Kombinationspflege.
Sehr häufig kommt es vor, dass die Pflegenden die häusliche Pflege nicht alleine durchführen und einen Pflegedienst in Anspruch nehmen. Sie erhalten dann ein anteiliges Pflegegeld für die häusliche Pflege und Pflegesachleistungen für die Leistungen des Pflegedienstes. Man spricht von der Kombinationspflege.
Anteiliges Pflegegeld über die Kombipflege gibt es aber nur, wenn die Pflegesachleistungen nicht in vollem Umfang in Anspruch genommen werden.
Die Berechnung der Kombinationsleistung ist etwas umständlich.
Kurz auf den Nenner gebracht ist es so:
icon-money Wenn Sie 70 % von den Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen, erhalten Sie nur noch anteilig 30 % aus dem Pflegegeld.
Gerne können Sie sich Ihren Pflegegeldanteil über meinen kostenlosen Pflegegeldrechner berechnen lassen.
Mehr über die Kombinationspflege erfahren Sie auch in meinem Beitrag „Kombinationspflege: Pflegegeld und Pflegesachleistung als Kombinationsleistung beantragen“
Um einen kurzen Überblick zu erhalten, wieviel Pflegegeld Ihnen mit welchem Pflegegrad zusteht, hier noch eine kurze Auflistung über das Pflegegeld, Stand Januar 2017 / Pflegestärkungsgesetz 2 (PSG II).
Pflegegeld nach § 37 SGB XI für selbst beschaffte Pflegehilfen
Pflegegeld bei Pflegegrad 1 0 Euro
Pflegegeld bei Pflegegrad 2 316 Euro
Pflegegeld bei Pflegegrad 3 545 Euro
Pflegegeld bei Pflegegrad 4 728 Euro
Pflegegeld bei Pflegegrad 5 901 Euro
Die Höhe der Sachleistungen durch die gesetzliche Pflegekasse ist abhängig vom Pflegegrad. Stand Januar 2017 erhalten Sie folgende Beträge:
Die Sachleistungen werden von der Pflegekasse bezahlt. Im Prinzip ist es so, dass Ihre Krankenkasse gleichzeitig die Pflegekasse ist.
Wenn Sie nur Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen und kein Pflegegeld, bezahlt die Pflegekasse die Leistungen bis zum Höchstbetrag des jeweiligen Pflegegrades. Die Pflegekasse rechnet direkt mit dem Pflegedienst ab. Alles was den Höchstbetrag überschreitet, müssen Sie selbst bezahlen.
Wenn Sie Pflegesachleistungen und Pflegegeld in Anspruch nehmen, rechnet der Pflegedienst ebenfalls direkt mit der Pflegekasse ab. Hier dauert es meist etwas länger, bis der Pflegedienst mit der Kasse abgerechnet hat. Auf Basis der Pflegedienst-Rechnung errechnet die Pflegekasse den Ihnen zustehenden Betrag für das Pflegegeld, das Ihnen dann entsprechend ausbezahlt wird.
Die Pflegesachleistungen werden rückwirkend ab dem Tag der Antragstellung bezahlt, vorausgesetzt, die Pflegebedürftigkeit wurde anerkannt und damit ein Pflegegrad erteilt.
Allerdings müssen die entstandenen Kosten zwischen dem Tag der Antragstellung auf Pflegebedürftigkeit und der endgültigen Genehmigung des Pflegegrad zuerst selbst getragen werden. Wurde der Pflegegrad abgelehnt und Sie hatten bereits Pflegesachleistungen in Anspruch genommen, müssen Sie diese selbst bezahlen. Allerdings haben Sie die Möglichkeit, einen Widerspruch einzulegen. Es wird dann erneut geprüft, ob ein Pflegegrad erteilt wird.
Die Pflegesachleistung ist eine Pflegekassenleistung. Die entstandenen Kosten werden von der Pflegekasse bis zum Höchstbetrag des jeweiligen Pflegegrades bezahlt.
Wird der Höchstbetrag überschritten, müssen die zusätzlich entstandenen Kosten selbst bezahlt werden.
Ein weiterer Posten der von Ihnen unter Umständen getragen werden muss (abhängig vom Bundesland) sind die Investitionskosten.
Erklärung Investkosten
Die Pflegekasse bezahlt lediglich die Pflegevergütung an den Pflegedienst. Trotzdem haben die Pflegedienste die Möglichkeit, Ihnen als pflegebedürftiger Person die betriebsnotwendigen Investitionskosten nach § 82 Absatz SGB XI (wie z.B. Büromiete, Leasingkosten, Abschreibungen auf Inventargegenstände, Instandhaltungs- und Reparaturkosten usw.) zusätzlich in Rechnung zu stellen.
Die Investitionskosten sind von Pflegedienst zu Pflegedienst unterschiedlich.
Ausnahmeregelung Investkosten
Wer Hilfe zur Pflege bezieht, für den werden die Investitionskosten vom Sozialamt übernommen. Wer durch die zusätzlichen Investitionskosten hilfebedürftig wird, muss einen Antrag beim Sozialamt auf Kostenübernahme (Antrag auf “Hilfe zur Pflege”) stellen.
Wie Sie an den obigen Tabellen für Pflegegeld und Pflegesachleistung sehen können, erhalten Sie wesentlich weniger Pflegegeld als Sachleistungen. Warum ist da so?
Zu diesem Thema bin ich in dem Beitrag „Pflegegeld – Was Sie wissen und beachten sollten“ unter dem Kapitel „Warum ist das Pflegegeld geringer als Pflegesachleistung“ recht ausführlich eingegangen.
Wie bereits angeführt, bezahlen die Pflegekassen je Pflegegrad einen Höchstbetrag an Pflegevergütung für die Sachleistungen. Es gibt aber Fälle, da reicht dieser Vergütungssatz nicht aus.
Wer nicht über ausreichend Kapital verfügt um die Pflege selbst zu bezahlen, kann dann über das Sozialamt „Hilfe zur Pflege“ beantragen.
Eine vorausschauende, weitere Möglichkeit für den Ernstfall „PFLEGE“ wäre eine Pflegezusatzversicherung. Je nach Vertrag übernimmt die private Pflegeversicherung dann weitere Kosten bis zum vereinbarten Betrag. Dies muss jedoch jeder nach eigenem Ermessen entscheiden.
Pflegesachleistungen können nur von anerkannten Einzelpersonen oder anerkannten Pflegediensten erbracht werden. Folgende Voraussetzungen sind notwendig:
Es muss sich um einen ambulanten Pflegedienst handeln, der von der Pflegekasse zugelassen ist und dann auch mit der Pflegekasse abrechnen kann.
Es muss sich um eine Einzelperson handeln, die von der Pflegekasse zugelassen ist. (Im Normalfall sind das selbstständig tätige Pflegekräfte).
Das bedeutet im Umkehrschluß, dass Pflegesachleistungen nicht von Privatpersonen oder Angehörigen des Pflegebedürftigen ausgeführt und abgerechnet werden können.
Bei der Auswahl eines Pflegedienstes müssen Sie darauf achten, dass dieser von der Pflegekasse anerkannt ist.
Die Pflegekassen können Ihnen bei Bedarf ihre Vertragspartner benennen. Außerdem können Sie auch gleich eine Preisliste über die einzelnen Pflegeleistungen bei der Pflegekasse anfordern.
Achtung Sollten Sie einen Pflegedienst wählen, der keinen Vertrag mit der Pflegekasse abgeschlossen hat, sollten Sie sich unbedingt bei Ihrer Pflegekasse erkundigen, in welchem Umfang diese eine Erstattung der Ihnen entstandenen Kosten übernimmt oder besser einen Pflegedienst aussuchen, der mit der Pflegeversicherung abrechnen kann.
Jeder pflegebedürftige Mensch mit einem Pflegegrad 2 bis 5 hat (nach § 14 Absatz 2 SGB XI) bei häuslicher Pflege Anspruch auf körperbezogene Pflegemaßnahmen und pflegerische Betreuungsmaßnahmen sowie auf Hilfen bei der Haushaltsführung (häusliche Pflegehilfe). Dies umfaßt somit Leistungen der Grundpflege und Leistungen für die hauswirtschaftliche Betreuung.
Zu den von einem Pflegedienst zu erbringenden Pflegesachleistungen gehören unter anderem:
Einfache bis umfangreiche Hilfe bei der Nahrungsaufnahme
Beratung und Schulung zu Pflegeverrichtungen
Die Mitarbeiter des Pflegedienstes leiten die Angehörigen an, wie Sie Pflegeverrichtungen durchführen können und geben auch Tipps rund um das Thema Pflege.
Hilfe und Unterstützung bei der Antragstellung auf einen Pflegegrad
Pflegende Angehörige sind oft überfordert mit der Antragstellung für einen Pflegegrad. Die Mitarbeiter des Pflegedienstes können ganz gut einschätzen, ob eine Einstufung in einen Pflegegrad bzw. eine Höherstufung gerechtfertigt ist. Sie sind dann bereit, bei der Antragsstellung auf Pflegeleistungen zu helfen und sind auf Wunsch meist auch bei der Begutachtung des Pflegebedürftigen durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkasse) dabei.
Wie Sie aus dieser Auflistung ersehen können, ist es auch möglich, dass Sie mit den Pflegesachleistungen auch die hauswirtschaftliche Versorgung teilweise mit abdecken können.
Anmerkung Es gibt unterschiedliche Leistungskataloge der Pflegedienste. Nicht jeder Pflegedienst erbringt unbedingt alle Leistungen.
In der häuslichen Pflege ist es oft hilfreich, wenn zur Pflege durch die Angehörigen auch eine teilstationäre Tages- oder Nachtpflege (nach § 41 SGB XI Sozialgesetzbuch) zur Unterstützung hinzugenommen wird. Dadurch werden zum einen die Angehörigen die zu Hause pflegen entlastet, aber auch der pflegebedürftige Mensch durch spezielle Maßnahmen und Programme gefördert.
Wer die Tagespflege oder Nachtpflege in einer Pflegeeinrichtung in Anspruch nimmt, erhält in vollem Umfang Pflegegeld. Somit sind folgende Kombinationen möglich:
icon-money Kompletter Anspruch auf Tages- und Nachtpflege UND zusätzlich Pflegegeld (ohne Kürzung des Pflegegeldes) oder:
Kompletter Anspruch auf Tages- und Nachtpflege UND zusätzlich Pflegesachleistung (ohne Kürzung der Pflegesachleistung) oder:
Kompletter Anspruch Tages- und Nachtpflege UND zusätzlich Kombinationsleistung (ohne Kürzung der Kombileistung).
Diese Regelung, dass die Pflegesachleistungen bzw. das Pflegegeld kürzungsfrei mit der Tages- und Nachtpflege kombiniert werden können, besteht seit 01.01.2015.
Folgende Beträge erhalten Sie für die Tages- und Nachtpflege pro Monat:
Tages- und Nachtpflege / Pflegegrad 1 0 Euro
Tages- und Nachtpflege / Pflegegrad 2 689 Euro
Tages- und Nachtpflege / Pflegegrad 3 1.298 Euro
Tages- und Nachtpflege / Pflegegrad 4 1.612 Euro
Tages- und Nachtpflege / Pflegegrad 5 1.995 Euro
Seit dem 01.01.2015 haben Pflegebedürftige einen Umwandlungsanspruch (auch Umwidmungsanspruch oder Umwidmungsmöglichkeit genannt) aus dem ambulanten Sachleistungsbetrag.
40 % der zustehenden Sachleistungsbeträge gemäß § 36 SGB XI können umgewandelt werden und können dann für Betreuungs- und Entlastungsleistungen (Unterstützungsleistungen) verwendet werden – und zwar zusätzlich zu dem Entlastungsbetrag von 125 Euro. Das ist auch interessant für Menschen mit Demenz, die weniger einen Pflegedienst als Betreuung benötigen. Sie können damit die Betreuungsleistungen wesentlich erhöhen.
Mehr über die „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ und den Entlastungsbetrag und was Sie damit machen können, lesen Sie bitte in meinem Beitrag „PSG II verstehen: Das bringt der Entlastungsbetrag ab 2017“.
Achtung Wie wird das Putzen der Wohnung durch den Pflegedienst am besten abgerechnet?
Pflegedienste übernehmen auch Haushaltsarbeiten (Putzen, waschen, bügeln, einkaufen, Gartenarbeiten usw). Doch Vorsicht bei der Abrechnung:
Wenn der Pflegedienst das Putzen oder die Haushaltsführung übernimmt, sollten Sie sich gut überlegen, ob diese Leistungen über die Pflegesachleistungen ODER über den Entlastungsbetrag abgerechnet werden sollen? Denn:
icon-money Wird das Putzen über die Pflegesachleistungen abgerechnet, wird das Pflegegeld gekürzt (siehe Kombinationsleistung)!
Wird das Putzen über den Entlastungsbetrag (125 Euro monatlich) abgerechnet, wird das Pflegegeld NICHT gekürzt!
Hier lohnt sich ein Vergleich. Mittlerweile gibt es Anbieter, die die Reinigungsarbeiten (Angebote zur Unterstützung im Alltag) über den Entlastungsbetrag direkt mit der Pflegekasse abrechnen.
Wenn die pflegebedürftige Person vollstationär im Krankenhaus ist, wird für diese Zeit kein Pflegedienst benötigt und somit fallen auch keine Pflegesachleistungen an. Wer jedoch Pflegesachleistungen und Pflegegeld (also Kombileistung) bekommt, erhält das anteilige Pflegegeld für maximal 4 Wochen weiter bezahlt.
Unter Umständen kann das anteilige Pflegegeld jetzt um einiges höher sein, da ja keine Kosten für den Pflegedienst anfallen.
Pflegesachleistungen sind Leistungen der Pflegeversicherung. Ohne Pflegegrad deshalb auch keine Pflegesachleistungen.
Die Pflegesachleistungen sind mit dem Pflegegeld gekoppelt. Das bedeutet:
Sie erhalten entweder Pflegegeld – oder Pflegesachleistungen – oder Kombinationsleistungen.
Wenn Sie keine Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen, dann erhalten Sie das Pflegegeld in voller Höhe, vorausgesetzt, Sie haben das Pflegegeld beantragt.
Das Pflegegeld wird im Sterbemonat komplett ausbezahlt. Das heißt, wenn der Pflegesachleistungsempfänger am 5. März verstarb, wird das Pflegegeld für den ganzen Monat ausbezahlt, ohne dass eine anteilige Rückforderung erfolgt.
Die Pflegesachleistungen werden auch im Sterbemonat bis zum Höchstbetrag für die in Anspruch genommenen Leistungen bezahlt. Verstirbt der Pflegebedürftige am Anfang des Monats, wurden in der Regel hier ja aber wesentlich weniger Pflegesachleistungen benötigt.
Nur anerkannte Pflegedienste können über die Sachleistungen beauftragt werden. Die Pflegesachleistungen werden zur Bezahlung der Leistungen des Pflegedienstes direkt zwischen der Pflegekasse und dem Pflegedienst verrechnet. Die Pflegesachleistungen werden dem Pflegebedürftigen nicht als Geldleistung ausbezahlt.
Eine Verrechnung der Pflegesachleistungen mit den Leistungen von 24-Stunden-Pflegekräften ist NICHT möglich. Die 24h-Pflegekräfte müssen Sie privat bezahlen. Allerdings steht es Ihnen frei, das (anteilige) Pflegegeld dafür zu nehmen. Mehr über die Finanzierung von osteuropäischen Pflegehilfen lesen Sie in meinem Beitrag: “Finanzierung einer Pflegekraft aus Osteuropa“.
Das „Betreute Wohnen“ in einer Senioreneinrichtung zählt zum häuslichen Umfeld.
Das bedeutet: Im Betreuten Wohnen können Sie – wie bei der Pflege in den eigenen vier Wänden –
Pflegesachleistungen oder
beantragen und erhalten.
Nein, im Pflegeheim (stationäre Pflegeeinrichtung) erhalten Sie keine Pflegesachleistungen. Die Pflegeversicherung bezahlt die Pflegeleistungen des Heims bis zu einem bestimmten Höchstbetrag je Pflegegrad.
Das ist leider überhaupt nicht einfach zu beantworten. Verschiedene Voraussetzungen müssen beachtet werden und in einigen Ländern ist es gar nicht möglich.
Grundsätzlich ist es jedoch so, dass bei einem vorübergehenden Auslandsaufenthalt die Sachleistungen bis zu 6 Wochen weiterbezahlt werden. Allerdings ist Voraussetzung, dass die Pflege durch die Pflegekraft durchgeführt wird, welche auch zuhause die Pflege übernimmt.
Fragen Sie dazu unbedingt bei Ihrer Pflegeversicherung nach.
Leben mehrere pflegebedürftige Menschen in räumlicher Nähe beieinander (zum Beispiel in einer Pflege-Wohngemeinschaft / Pflege-WG), dann besteht die Möglichkeit, dass die Leistungsansprüche gepoolt werden, also gemeinsam abgerufen werden.
Ein Beispiel dafür könnte sein: In einer Pflege-WG bereitet die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes das Essen für mehrere Personen zu. Dann werden nicht Pflegesachleistungen pro Person für die Essenszubereitung berechnet, sondern für die Gesamtgruppe.
Mit dieser Verrechnung entstehen Kosten- als auch Zeiteinsparungen. Damit wiederum können dann die Pflegebedürftigen insgesamt mehr Leistungen ausschöpfen.
Pflegesachleistungen sind Sachleistungen und keine Barleistungen. Sie erhalten kein Geld, sondern der Pflegedienst. Deshalb müssen Sie auch keine Steuer für die Pflegesachleistungen entrichten.
Die Pflegesachleistungen sind im Sozialgesetzbuch Paragraph 36 SGB XI geregelt.

References: § 36
 § 37
 § 82
 § 14
 § 41
 § 36