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Timestamp: 2019-10-16 21:07:58+00:00

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BGH, 20.01.2005 - III ZR 251/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,308
BGH, 20.01.2005 - III ZR 251/04 (https://dejure.org/2005,308)
BGH, Entscheidung vom 20.01.2005 - III ZR 251/04 (https://dejure.org/2005,308)
BGH, Entscheidung vom 20. Januar 2005 - III ZR 251/04 (https://dejure.org/2005,308)
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AGBG: Ausschluss aller Beratungspflichten des Versicherungsmaklers
Vorzeitige Kündigung einer Lebensversicherung und deren Auswirkungen auf eine vom Kunden in Raten zu zahlende Abschlussprovision - Formularmäßiger Ausschluss aller Beratungspflichten des Versicherungsmaklers unter dem Aspekt einer Benachteiligung des Kunden nach dem ...
Anspruch des Maklers auf vom Kunden zu zahlende Abschlussprovision für Lebensversicherung mit Nettopolice auch bei vorzeitiger Versicherungskündigung
Provisionsanspruch des Versicherungsmaklers bei vorzeitiger Kündigung des Versicherungsvertrages
Courtage bei Nettopolicen; Ausschluss von Beratungspflichten
Zum Fortbestand des Provisionsanspruchs des Versicherungsmaklers bei einer Lebensversicherung mit Nettopolice im Falle einer vorzeitigen Kündigung der Versicherung
Zum Anspruch des Versicherungsmaklers auf die vereinbarte Abschlußprovision einer Lebensversicherung mit Nettopolice bei vorzeitiger Kündigung der Versicherung
BGB § 307 § 652; VVG § 165 § 178; AGBG § 9
Maklerprovision trotz Kündigung des Hauptvertrages
Abschlussprovision bei vorzeitiger Kündigung
Versicherungsmakler schuldet mehr als nur eine reine Vermittlungstätigkeit
Zur Frage der Wirksamkeit einer Provisionsvereinbarung zwischen Versicherungsmakler und Versicherungsnehmer; Beratungspflichten des Versicherungsmaklers
Provisionszahlung über das Ende des Versicherungsvertrags hinaus
Anspruch auf Maklerlohn aus einem vom Versicherungsvertrag
Zusammenfassung von "Looschelders und Götz geben Beraterhinweis zum Thema "Vermittlung von Versicherungsverträgen von Versicherungsmaklern" (zugleich Anmerkung zum Urteil des BGH vom 20.01.2005, Az.: III ZR 251/01)" von Prof. Dr. Dirk Looschelders und Wiss.Mit. Astrid ...
BGHZ 162, 67
NJW 2005, 1357
ZIP 2005, 581
VersR 2005, 406
WM 2005, 655
JR 2006, 62
c) Die Unwirksamkeit des Kündigungsausschlusses für die Kostenausgleichsvereinbarung steht nicht im Widerspruch zu den Entscheidungen des Bundesgerichthofs vom 20. Januar 2005 (III ZR 251/04, BGHZ 162, 67, 74 f.;… ferner Urteil vom 14. Juni 2007 - III ZR 269/06, VersR 2007, 1127 Rn. 7) sowie vom 12. Dezember 2013 (…III ZR 124/13, VersR 2014, 240 Rn. 9 ff.).
Kommt es aber zum Abschluss des Hauptvertrags, wird also dieser Wert realisiert, so wird allein durch die nachfolgende Kündigung der vermittelten Lebensversicherung weder (bei Wirksamkeit des Maklervertrags) die verdiente Provision in Frage gestellt (vgl. Senatsurteile vom 20. Januar 2005 - III ZR 251/04, BGHZ 162, 67, 72 ff;… zuletzt Urteil vom 14. Juni 2007 - III ZR 269/06, NJW-RR 2007, 1503 Rn. 12) noch (im Falle eines Widerrufs) die Höhe des Wertersatzanspruchs beeinflusst.
Auch ist in diesem Fall der "Schicksalsteilungsgrundsatz", wonach bei einer Bruttoversicherungspolice - bei der die Provision des Versicherungsmaklers in die Versicherungsprämie "eingepreist" ist - die Courtage des Versicherungsmaklers das Schicksal der Versicherungsprämie teilt, im Verhältnis der Maklervertragsparteien nicht anwendbar (grundlegend hierzu Senatsurteile vom 20. Januar 2005 - III ZR 251/04, BGHZ 162, 67, 72 ff sowie III ZR 207/04, VersR 2005, 404 ff; siehe auch Urteile vom 19. Mai 2005 - III ZR 240/04, VersR 2005, 1144, 1145; III ZR 309/04, NJW-RR 2005, 1425 f sowie III ZR 322/04, VersR 2005, 978, 979).
Der Versicherungsmakler ist Interessenvertreter des Versicherungsnehmers und daher zu einer umfassenden Betreuung aller Versicherungsinteressen seines Kunden und zu einer entsprechenden Beratung in Bezug auf den von ihm zu vermittelnden oder bereits vermittelten Versicherungsvertrag verpflichtet (Senatsurteile vom 20. Januar 2005 - III ZR 251/04 aaO S. 78;… vom 19. Mai 2005 - III ZR 309/04 aaO S. 1426;… vom 14. Juni 2007 - III ZR 269/06, NJW-RR 2007, 1503, 1504 Rn. 10 …und vom 16. Juli 2009 - III ZR 21/09, NJW-RR 2009, 1688 Rn. 8).
Auch hier gilt, dass die Vorschriften des § 87a Abs. 2 und des § 92 Abs. 4 HGB lediglich den Risikoausgleich zwischen dem Handels- beziehungsweise Versicherungsvertreter und dem Unternehmer im Auge haben (vgl. Senatsurteil vom 20. Januar 2005 - III ZR 251/04 aaO S. 76 f) und nicht das Rechtsverhältnis zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Versicherungsvermittler betreffen.
Unter dem insoweit maßgeblichen Aspekt einer Erschwerung des dem Versicherungsnehmer unabdingbar eingeräumten Rechts zur vorzeitigen Kündigung der abgeschlossenen Lebensversicherung macht es keinen wesentlichen Unterschied, ob die Provisionsabrede mit einem Versicherungsmakler (s. dazu nur Senatsurteil vom 20. Januar 2005 - III ZR 251/04 aaO S. 72 ff) oder einem Versicherungsvertreter abgeschlossen wird.
Ob die Klauseln nach § 9 AGBG unwirksam wären, wenn sie ihrem Inhalt nach die hier verletzte Offenbarungspflicht ausschlössen, wofür spricht, daß es sich um eine Kardinalpflicht handelt (vgl. Senatsurteil vom 20. Januar 2005 - III ZR 251/04 - NJW 2005, 1357, 1360 a.E.), kann auf sich beruhen.
Die Kündigung des Versicherungsvertrags stellt daher nicht nur bei Wirksamkeit des Maklervertrags die verdiente Provision nicht in Frage (vgl. dazu nur Senatsurteile vom 14. Dezember 2000 - III ZR 3/00, NJW 2001, 966, 967 und 20. Januar 2005 - III ZR 251/04, BGHZ 162, 67, 74 f), sondern beeinflusst grundsätzlich auch nicht im Fall des Widerrufs die Höhe des Wertersatzanspruchs (…vgl. Senatsurteil vom 1. März 2012, aaO Rn. 19).
Das Berufungsgericht hält zutreffend im Anschluss an die Senatsurteile BGHZ 162, 67 und Urteil vom 19. Mai 2005 (III ZR 309/04 - NJW-RR 2005, 1425) die Vereinbarung einer unmittelbar vom Kunden zu zahlenden Maklerprovision bei der Vermittlung eines Lebensversicherungsvertrags mit Nettopolice für wirksam.
Als Versicherungsmaklerin sei die Klägerin verpflichtet gewesen, den Beklagten umfassend zu beraten (Hinweis auf BGHZ 94, 356 und BGHZ 162, 67).
Wegen dieser umfassenden Pflichten kann der Versicherungsmakler für den Bereich des Versicherungsverhältnisses des von ihm betreuten Versicherungsnehmers als dessen treuhänderischer Sachwalter bezeichnet und insoweit mit sonstigen Beratern verglichen werden (BGHZ 94, 356, 358 f.; Senatsurteil BGHZ 162, 67, 78;… ebenso Gruber in Berliner Kommentar zum VVG, Anhang zu § 48 Rn. 6 ff.;… Prölss/Martin/Kollhosser, VVG, 27. Aufl., nach § 48 VVG Rn. 5, 9 m.w.N.).
Daran ändert der von der Revision hervorgehobene Umstand nichts, dass der Versicherungsmakler im Bereich des Versicherungsverhältnisses als treuhänderischer Sachwalter des von ihm betreuten Versicherungsnehmers in dessen Lager steht und dessen Interessen wahrzunehmen hat (…vgl. Senatsurteil vom 26. März 2014 - IV ZR 422/12, VersR 2014, 625 Rn. 25;… BGH, Urteile vom 12. Dezember 2013 - III ZR 124/13, BGHZ 199, 216 Rn. 13; vom 20. Januar 2005 - III ZR 251/04, BGHZ 162, 67, 78; jeweils m.w.N.).
Das Berufungsgericht befindet sich bei dieser Beurteilung im Einklang mit der zwischenzeitlich erfolgten Rechtsprechung des erkennenden Senats (Urteile vom 20. Januar 2005 - III ZR 251/04 - NJW 2005, 1357 = VersR 2005, 406 für BGHZ bestimmt, und III ZR 207/04 - VersR 2005, 404).
Die Bestimmung widerspricht zwar den insgesamt umfassenden Betreuungspflichten eines Versicherungsmaklers und ist deswegen jedenfalls insoweit, als sie sich auf den vermittelten Vertrag bezieht, nach § 9 AGBG unwirksam (Senatsurteil vom 20. Januar 2005 - III ZR 251/04 aaO).
AG Kitzingen, 20.11.2009 - 3 C 235/09
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References: § 307
 § 652
 § 165
 § 178
 § 9
 BGH 
 § 87
 § 92
 § 9
 § 48
 § 48
 § 9