Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamm&Datum=20.02.2017&Aktenzeichen=3%20U%20138/15
Timestamp: 2020-07-09 02:47:44+00:00

Document:
OLG Hamm, 20.02.2017 - 3 U 138/15 - dejure.org
https://dejure.org/2017,17330
OLG Hamm, 20.02.2017 - 3 U 138/15 (https://dejure.org/2017,17330)
OLG Hamm, Entscheidung vom 20.02.2017 - 3 U 138/15 (https://dejure.org/2017,17330)
OLG Hamm, Entscheidung vom 20. Februar 2017 - 3 U 138/15 (https://dejure.org/2017,17330)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2017,17330) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Veröffentlichung, intimes Foto, Schmerzensgeld, Geldentschädigung, Gesundheitsverletzung, Verletzung des Rechts am eigenen Bild, Streitgegenstand
7.000 Euro Schmerzensgeld für ein Nacktfoto
Ansprüche wegen Veröffentlichung eines intimen Fotos im Internet
Sexfoto von der Ex veröffentlicht - 7000 Euro Schmerzensgeld
7.000 EURO Schmerzensgeld für unerlaubte Veröffentlichung intimer Fotos der Ex-Freundin im Internet
Urheberrecht - Intimes Foto unerlaubt im Internet veröffentlicht - 7.000 Euro Schmerzensgeld
Ansprüche wegen Veröffentlichung eines intimen Fotos im Internet; Begriff des Streitgegenstandes
Privates Sexfoto ins Internet gestellt - Ein junger Mann muss seiner Ex-Freundin 7.000 Euro Schmerzensgeld zahlen
Intimfoto unerlaubt im Internet veröffentlicht - 7000 Euro Schmerzensgeld
Reduzierter Schadensersatz-Anspruch wegen Online-Veröffentlichung intimer Nacktfotos
7.000 EUR Schmerzensgeld für im Internet veröffentlichtes Sexfoto
Wer unerlaubt ein intimes Foto im Internet veröffentlicht muss Schmerzensgeld an den Abgebildeten zahlen
Liebesbeziehung missbraucht
NJW-RR 2017, 1124
MMR 2018, 634
aa) Zwar ist zutreffend, dass die vorgebrachten psychischen Beeinträchtigungen der Klägerin für den Anspruch auf Geldentschädigung weniger relevant sind als für etwaige Schadensersatzansprüche wegen Gesundheitsverletzung (vgl. dazu etwa OLG Hamm v. 20.02.2017 - 3 U 138/15, GRUR-RS 2017, 111832), doch fehlt ohnehin jedweder Vortrag zu einem echten Krankheitswert dieser Beeinträchtigungen.
Auch ist der vorliegende Fall wertungsmäßig ersichtlich nicht vergleichbar mit der Veröffentlichung nur eines einzigen zu Zeiten einer Liebesbeziehung angefertigten Nacktbildes nach Beziehungsende im Internet (OLG Hamm v. 20.02.2017 - 3 U 138/15, GRUR-RS 2017, 111832: 7000 EUR) und erst recht nicht mit der Veröffentlichung von Schwangerschaftsbildern einer Schauspielerin, wie sie der beklagtenseits zitierten Entscheidung des Senats v. 10.11.2015 - 15 U 97/15, ZUM 2016, 443 zugrunde lagen.
Der Anspruch auf Zahlung einer Geldentschädigung wegen Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts gemäß § 823 BGB in Verbindung mit Art. 1, 2 GG einerseits und derjenige auf Zahlung eines Schmerzensgeldes gemäß § 253 Abs. 2 BGB andererseits stellen vorliegend keine verschiedenen und das Gericht bindenden Streitgegenstände dar, sondern es geht lediglich um unterschiedliche rechtliche Bewertungen desselben Streitgegenstandes, auch wenn verschiedene Anspruchsgrundlagen mit nicht deckungsgleichen Voraussetzungen betroffen sind (vgl. hierzu OLG Hamm NJW-RR 2017, 1124, juris Rdn. 41;… Palandt/Grüneberg, BGB, 77. Aufl., § 253 Rdn. 10 und Palandt/Sprau, a.a.O., § 823 Rdn. 130, jew. m.w.N.):.
Unabhängig von der Frage, ob derartige Ansprüche aus einer analogen Anwendung von § 253 Abs. 2 BGB (früher § 847 BGB a.F.) oder unmittelbar aus § 823 Abs. 1 BGB in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1, 2 Abs. 1 GG folgen können (vgl. OLG Hamm NJW-RR 2017, 1124, 1129 Rd.102;… Fechner, Medienrecht, 12.Aufl. 2010, Rd.146;… Palandt/Grüneberg, BGB, 77.Aufl. 2018, § 253 Rd.10 m.w.N. zum Streitstand), fehlt es an dem für einen derartigen Anspruch unabwendbaren Bedürfnis, dem Kläger für die Verletzung seines Allgemeinen Persönlichkeitsrechts einen billigen Ausgleich in Geld zu gewähren.

References: § 823
 Art. 1
 § 253
 § 253
 § 823
 § 253
 § 847
 § 823
 Art. 1
 § 253