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Timestamp: 2019-06-18 13:39:17+00:00

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Dt. Steuerrecht - Teil 05 - Begriff und Ermittlung
2.3 Begriff und Ermittlung des Einkommens
Bei der Ermittlung des Einkommens ist insbesondere entscheidend unter welcher Einkunftsart das Einkommen einzuordnen ist.
2.3.1 Einkunftsarten, steuerfreie Einnahmen
Die der ESt unterliegenden Einkünfte werden in § 2 Abs. 1 EStG abschließend aufgezählt. Dabei handelt es sich um:
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft §§ 13 f. EStG,
Einkünfte aus Gewerbebetrieb §§ 15 ff. EStG,
Einkünfte aus selbständiger Arbeit § 18 EStG,
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit § 19 EStG,
Einkünfte aus Kapitalvermögen § 20 EStG,
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung § 21 EStG sowie
sonstige Einkünfte §§ 22 f. EStG.
Dazu gehören nicht nur die Einkünfte aus laufenden Aktivitäten sondern ebenfalls Aufwendungen, die in wirtschaftlichem Zusammenhang mit künftigen Aktivitäten stehen sowie Einnahmen und Aufwendungen, die durch in der Vergangenheit entfaltete Aktivitäten veranlasst sind.
Allerdings hält der Gesetzgeber es nicht für gerechtfertigt, sämtliche innerhalb dieser Einkunftsarten anfallenden Einnahmen tatsächlich zu besteuern. Er hat deswegen im Rahmen der Einzelvorschriften verschiedentlich Freigrenzen und Freibeträge vorgesehen.
Überdies enthält § 3 EStG einen recht umfangreichen Katalog von Einnahmen, die unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise steuerfrei zu belassen sind. Dies hat zur Folge, dass die mit den steuerfrei zu belassenden Einnahmen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehenden Aufwendungen bei der Ermittlung der Einkünfte nicht oder nicht in vollem Umfang abgezogen werden dürfen.
Der Steuerpflichtige A unterhält einen laufenden Betrieb mit dem Handel von Landmaschinen. Sein Gewinn beläuft sich bei 1 Mio. EUR. In seinem Privatvermögen hält er Anteile an einer inländischen Kapitalgesellschaft, die seinem Bruder gehört. Die Dividendenerträge von 5.500 EUR werden Mitte des Jahres auf sein Konto gezahlt.
Die gewerblichen Einkünfte aus dem laufenden Betrieb sind für A als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu erfassen.
Die Dividendenerträge hingegen sind als Einkünfte aus Kapitalvermögen zu erfassen, da sie von A in seinem Privatvermögen gehalten werden. Würden diese Anteile in seinem laufenden Betrieb stecken, also Betriebsvermögen sein, so wären diese Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu qualifizieren.
2.3.2 Grundlagen der Ermittlung des Einkommens
Bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieb und aus selbständiger Arbeit wird der Gewinn besteuert.
Für den Regelfall ist der Gewinn für jeden Betrieb gesondert auf der Grundlage von Bilanzen, nach dem sogenannten Betriebsvermögensvergleich zu ermitteln.
Der Gewinn aus selbständiger Arbeit, aus kleineren Gewerbebetrieben sowie aus kleineren land- und forstwirtschaftlichen Betrieben kann durch Gegenüberstellung der Betriebseinnahmen mit den Betriebsausgaben, nach der Einnahme-Überschussrechnung ermittelt werden. Überdies ist für kleine landwirtschaftliche Betriebe die Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen gemäß § 13a EStG zulässig.
Die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, aus Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung und die sonstigen Einkünfte unterliegen mit dem Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten der Besteuerung.
Bei der Ermittlung der Einkünfte sind als Betriebsausgaben beziehungsweise Werbungskosten nur die Aufwendungen abziehbar, die mit der Erzielung dieser Einkünfte in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen. Kann der Aufwand nicht damit gerechtfertigt werden, ist er bei der Ermittlung der Einkünfte nicht abziehbar.
Zwei Bauunternehmer schließen sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, um einen öffentlichen Großauftrag zu erhalten. Den Auftrag erhält jedoch die starke Konkurrenz.
Sämtliche Kosten der Arbeitsgemeinschaft sind Betriebsausgaben.
Sie haben zwar keine Einkünfte erzielt, jedoch steht die Gründung der Arbeitsgemeinschaft mit dem Ziel des Erhalts eines Großauftrags im wirtschaftlichen Zusammenhang.
In den Fällen der Zusammenveranlagung von Ehegatten und Lebenspartnern sind die Einkünfte und die Summen/Salden der Einkünfte aus den einzelnen Einkunftsarten für beide Ehegatten beziehungsweise Lebenspartner getrennt zu ermitteln und etwaige Verluste auszugleichen.
Die sich ergebende positive Summe der Einkünfte entspricht dem Gesamtbetrag der Einkünfte, sofern nicht
der Abzug eines Altersentlastungsbetrags,
eines Entlastungsbetrags für Alleinerziehende und/oder
eines Freibetrags für Land- und Forstwirte
etwaiger Verluste aus anderen Veranlagungszeiträumen,
von Sonderausgaben,
außergewöhnlicher Belastungen und
verbleibt das Einkommen, das nach Kürzung um etwaige Kinderfreibeträge das zu versteuernde Einkommen ergibt, auf das die Tarifvorschriften anzuwenden sind.
2.3.3 Verlustabzug
Verluste die nicht mit positiven Einkünften desselben Veranlagungszeitraums ausgeglichen werden, können auf Antrag nach Maßgabe des § 10d EStG von den positiven Einkünften des vorangegangenen Veranlagungszeitraums (Verlustrücktrag) bis zur Höhe von 1 Mio. EUR, bei zusammen zu veranlagenden Ehegatten beziehungsweise Lebenspartnern bis zur Höhe von 2 Mio. EUR, abgezogen werden.
Der Verlustvortrag ist auf 1 Mio. EUR zuzüglich 60 % des 1 Mio. EUR übersteigenden Verlustes beschränkt.
Der im Rahmen dieses Höchstbetrags mögliche Abzug ist zeitlich nicht begrenzt.
Im Fall der Zusammenveranlagung von Ehegatten beziehungsweise Lebenspartnern verdoppeln sich die jeweiligen Höchstbeträge.
Normen: § 2 Abs. 1 EStG

References: § 2
 § 18
 § 19
 § 20
 § 21
 § 3
 § 13
 § 10
 § 2