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Timestamp: 2018-05-28 05:19:17+00:00

Document:
Molch gefunden - Frösche und andere Amphibien - Aquarium-Stammtisch
Wabenschilderwels - 27. Mai 2018, 22:42
fricke-frank 23. Dezember 2007, 18:17
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fricke-frank
Registriert: 6. Mai 2007
23. Dezember 2007, 18:17
kann mir jemand sagen was Molche fressen und ob Sie einen Winterschalf
machen, habe heute einen bei uns im Keller gefunden er saß mitten im Raum
auf den Fliesen.
Der Molch ist fast schwarz und hat einen orangen Bauch, von der Größe her könnte es ein Jungtier sein, ich tippe auf einen Kamm oder Bergmolch.
23. Dezember 2007, 21:44
die Molche verziehen sich im Herbst aus ihren Teichen und verkriechen sich über den Winter im Unteholz/Laub.
Ob es sinnvol ist, ihn bei diesen Temperaturen auszuwildern, weiß ich nicht. Ich denke, er ist besser in einem Aquarium aufgehoben. Idealer Weise mit Landteil (Erde, Laub) und recht kühl stehend - vielleicht auch im Keller.
Sie ernähren sich im Sommer von kleinen Lebewesen, die sie im Teich finden.
Ist es möglich, dass du ihm - sollte er sich im Wasser aufhalten - lebende Mückenlarven anbietest?
Es könnte übrigens auch ein Teichmolch-Männchen sein, die haben auch orange Bäuche.
Kammmolche haben einen fetten Kamm auf dem Rücken bis zum Schwanz.
Habe mein Gartenteich-Atlas zur Hand genomen...
Einige Molche leben auch im WInter im Teich. Du wirst jetzt aber keinen Teich finden, in den du ihn hinein setzen kannst ;-)
Also würde ich umso eher zum Aquarium tendieren.
Futter: auch Würmer und Schnecken werden gefressen. Aber beobachte dabei bitte, ob der Molch überhaupt Nahrung aufnimmt. Vielleicht zieht er eine Winterruhe vor und mag gar nichts essen.
Bitte decke das Becken ab, sonst könnte er nochmals im Keller umher wandern. Ob du ihn dann noch einmal findest, ist wahrscheinlich fraglich.
25. Dezember 2007, 18:20
Gibt's was neues über deinen Molch? Wo hast du ihn jetzt untergebracht?
Ich hab auch mal ein bissl gesucht. Im Internet wird erwähnt, dass der Bergmolch auch eine schwarze Rücken- und orangefarbene Bauchfärbung hat.
Dieser würde aber zur Zeit eigtl. Winterruhe halten.
25. Dezember 2007, 21:59
dem Molch geht es gut, habe Ihn in einem bauchigen Glas mit Laub
und zwei kleinen Wurzel untergebracht eine kleiner Deckel mit Wasser
ist auch mit drinn. Die öffnung habe ich mit Fliegengaze zugemacht, damit er
nicht auf Wohnungerkundung geht.
Hatte auch mal bei Googel geschaut ist entweder ein junger Kamm- oder
5. Januar 2008, 21:25
Als Futter kannst Du auch im Winter passende Heimchen geben und ggf. Regenwürmer.
Im Sommer am Besten beides anwechselnd.
Molche und Salamander habe ich mal 10 Jahre lang gezüchtet.
Es reicht eine Winterruhe bei niedrigen Temperaturen, eine NZ im Frühjahr klappt trotzdem, obwohl in der Natur überwinterte Tiere wesentlich mehr Eier produzieren.
Wenn das Tier an der Schwanzwurzel eine Verdickung hat, ist es ein Junge, sonst ist es ein Mädel!
Reptil02
Ich habe auch einen Bergmolch gefunden. Es ist eine sehr kleine (ca. 3 cm ohne Schwanz) Sie und hat ein dickeres Hinterbein mit kaum erkennbaren Zehen! Ich weiß nicht, ob sie das ein Leben lang behält, oder ob das Bein wieder so wird wie die anderen... aber bevor ich ihn freilasse, was frisst so ein KLEINER Molch? Und was mach ich mit ihm im Winter? Ich denke da gibt es Unterschiede beim Jungtier...
lg Reptil02
Tanja-F
9. Oktober 2009, 19:09
was frisst so ein KLEINER Molch? Und was mach ich mit ihm im Winter?
Hallo Reptil02 !
- du brauchst ihn nicht zu füttern - er ist Selbstversorger
- wg. Winter brauchst du dir auch keine Sorgen machen
Es gibt nur 1 Sache (!), die du unbedingt und vor allem umgehend tun musst:
entlasse den Molch am Fundort noch heute wieder in die Freiheit!
alles weitere - was sein Leben & Überleben betrifft - wird auch er ganz hervorragend selbst managen - wenn man ihn nur lässt!
Nun ist Herbst und hier ist unsere heimische Amphibienwelt auf den Beinen und begibt sich in die Winterquartiere. Dorthin muss nun auch der von dir Gefundene. Seine Zeit läuft - nur jeden Tag, den er länger unfreiwillig gefangen gehalten wird, kommt er später los! - stell dir vor, du bist auf dem Weg zu deinem Flugzeug, welches dich eigentlich gleich in den verdienten Sommerurlaub befördern soll ... und dann wirst du plötzlich mit einem Mal einfach unterwegs gekidnappt und verschleppt :
Der Stoffwechsel unserer europäischen Amphibien ist darauf ausgelegt,
im Winter eine Winterruhe zu halten. Diese Winterruhe ist für diese Tiere ein überlebenswichtiger und entscheidender Bestandteil in ihrem Leben. Sie wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit und die Lebenserwartung (die immerhin bei zw. 10 u. 20 Jahren liegt!) dieser Tierart aus, sondern ist in erster Linie Voraussetzung für deren Fortpflanzungsfähigkeit.
Die Aussage von Frank (alias Getula), dass eine Fortpflanzung auch nach einer Winterruhe bei nur niedrigen Temperaturen gesichert sei, halte ich für eine sehr gewagte, gefährliche, nicht vertretbare und vor allem unverantwortliche Behauptung! Zwar ist korrekt, dass es Molcharten gibt, die sich nach nur kurzer und im niedrigen Temperaturbereich abgehaltener Winterruhe fortpflanzen, aber das entscheidende ist, dass dies in keinster Weise auf unsere hier heimischen Arten zutrifft und generell schon überhaupt nicht verallgemeinert werden darf!!! Oft trifft solch eine Aussage noch nicht mal auf alle Vertreter von allein nur einer Art zu. Bestes Beispiel der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris)! Diese Art teilt sich in dieverse Unterarten u. Unterunterarten od. Populaionen auf, welche untereinander alle wiederum die denkbar unterschiedlichsten Lebensbedingungen haben.
Da es in diesem Beitrag aber um den bei uns heimischen Bergmolch geht, gelten auch die auf diesen zutreffenden Lebensbedingungen! Laut DGHT "benötigt die bei uns heimische Bergmolch-Population unbedingt eine Überwinterungsphase bei stark abgesenkten Temperaturen, sonst klappt's nicht mit dem Nachwuchs!". Unsere Amphibien sind gefährdet genug, als dass hier irgendwelche Experimente angebracht od. gar zu empfehlen sind.
Abgesehen davon weise ich auf das Bundesnaturschutzgesetz hin, wonach ALLE unsere heimischen AMPHIBIEN unter Schutz stehen und in keiner Form (nicht als Laich, Larve, Kaulquappe, Adult) aus der Natur entnommen und auch nicht (nichtmal vorübergehend) gehalten werden dürfen! somit macht sich strafbar, wer eine amphib. Art aus der Natur (wenn auch gut gemeint) aufnimmt.
Leider hast du nichts zum Fundort geschrieben... solltest du ihn im Keller gefunden haben, dann setz ihn in das nächste Gebüsch/Hecke nahe eures Hauses (Kellertüren/-fenster vorher schließen; Todesfallen wie Kellerschächte, Wasserablaufrinnen u. allg. unter Gittern, die ein "durchfallen" und nicht wieder herauskommen zur Folge haben könnten, im Herbst immer kontrollieren bzw. absichern). War der Fundort auf der Straße, dann überlege wo sich das nächste Waldstück befindet und setze ihn nach der letzten - auf den Weg dahin zu überquerenden - vielbefahrenen Straße ab. Wenn der Fundort der Garten war: im Garten, wenn im Park: im Park usw. - generell sagt man: direkt am Fundort - ansonsten eben abseits des am Fundort drohenden Gefahrenbereichs.
also, gib dem Kleinen sein Leben zurück und entlass ihn in die Freiheit.
9. Oktober 2009, 20:31
Hallo Reptil 02,
ich hatte im letzten Herbst einen Frosch im Zimmer.
Du kannst hier nachlesen, was ich angestellt habe.
Letzendlich habe ich ihn nach dem Lesen einiger Threads in Frosch- und Amphibienforen trotz der Kälte frei gelassen.
In der Wohnung hätte er kaum eine Chance gehabt, draußen schon eher. Es ist die Natur dieser Tiere, im Herbst unter Laub zu kriechen und dort zu überwintern.
Was für uns unvorstellbar ist, ist für diese Tiere das Beste. Mit einer geheizten Stube tun wir ihnen keinen Gefallen.
Und auch heute wüsste ich gern, was aus "meinem" Frosch geworden ist. Ich werde es leider nie erfahren...
Hi Casa Carota
...oh ja, das kenn ich auch ...
ich wurde Ende letzten Jahres auch von einem Freund zur Hilfe gerufen, weil er wusste, dass ich seit Jahren selbst Molche halte und zumind. etwas Ahnung von diesen Tierchen habe. Sein Problem war, dass er sich ein Immob.Objekt mit großem Grundstück und riesigem Pool gekauft hatte, in welchem sich eine gewisse Höhe Regenwasser angesammelt hatte, welche kurz vor dem Zugefrieren stand...
Zufällig sind ihm darin unzählige "komische Tierchen", welche er zuvor nur bei mir schonmal gesehen hatte, aufgefallen, und rief mich daraufhin an und wollte wissen, was es damit aufsich hat und ob die denn den Winter unter einer Eisschicht auch wirklich unbeschadet überstehen könnten.
Da es Anfang November war wollte ich seine Story erst gar nicht glauben und ahnte schon, dass irgendwas nicht stimmen kann.
Am nä.Tag fuhr ich mir die Sache anschauen ... und es war schrecklich... - es waren unmengen von Molche, teilweise an den seitl. Wänden hängend - teilweise im Wasser - welche keine Chance hatten, diesen verdammten Pool zu verlassen.
Die Wände waren zu hoch bzw. der Wasserstand einfach zu gering, um da herauszukommen (er war wirklich sehr tief - ich fand beim Herumkeschern sogar eine tote Katze (!) - noch nichtmal die kam dort wieder lebend heraus).
Mein nächster Gedanke war, dass es, selbst wenn sie ihrem Gefängnis jetzt noch entkommen könnten, von der Jahreszeit her kaum noch möglich sein wird, das alles zu überleben... Ich begann mit gemischten Gefühlen so viele wie möglich einzusammeln und herauszukeschern.
Zunächst sammelte ich sie in einer Box - es waren am Ende um die 150 hauptsächl. Berg-, aber auch Teichmolche. Viele waren völlig abgemagert und wahrscheinlich schon entkräftet von zahlreichen Fluchtversuchen. Ich fragte mich, ob diese stundenlang andauernde Rettungsaktion letztendlich überhaupt noch eine Rettung für sie ist. Der Boden war bereits gefroren - eine Woche später hatten sie dort droben (er wohnt in höherer Region) reichlich Schnee. Hin- und hergerissen, ob es tatsächlich richtig sein kann, diese Tiere jetzt noch in der Natur zurückzulassen, kam ich dennoch zu dem Entschluss, sie sich selbst zu überlassen. Ich brachte sie ins Gebüsch und sammelte einen dicken Berg von Laub und Unterholz usw. und überlies sie ihrem Schicksal.
Letztendlich wären sie zu 100% dem Tode geweiht gewesen, wenn ich sie nicht aus ihrer misslichen Lage befreit hätte. Selbst wenn es nur ein Bruchteil geschafft hat den Winter zu überstehen, waren es immerhin noch mehr, als hätte man sie nicht mehr rechtzeitig gefunden - traurig, aber so ist es nun mal
Wieviele es tatsächlich von ihnen geschafft haben, hätte mich auch nur allzu sehr interessiert. ...seitdem sehe ich Pools auch mit etwas anderen Augen. Ich versuchs mir erst gar nicht vorzustellen, wieviele Tiere auf unbewohnten Grundstücken wg. unserem Freizeitvergnügen jährlich ihr Leben lassen müssen...
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Casa Carota ( 10. Oktober 2009, 00:59 ) aus folgendem Grund: paar mal ENTER eingefügt ;-)
unwissend versuchen immer wieder Personen, gefundene Tiere selber zu überwintern.
Meines Wissens greift da aber auch schon das Tierschutzgesetz, welches die Entnahme von Amphibien aus ihrem natürlichen Lebensraum untersagt
Ich unterstütze die Aussage von Tanja und empfehle das zurücksetzen des Tieres in der Nähe des Fundortes oder einem ähnlichen Lebensraumes.
Notfalls tut es aber auch der Gartenteich des Nachbarn, von wo aus der Geselle sich seinen Weg suchen wird.
10. Oktober 2009, 00:54
Ich habe den Frosch nirgends entnommen, schon gar nicht aus der Natur. Ich fand ihn am einem Sonntagmorgen am Fensterrahmen in meinem Skype-Zimmer
10. Oktober 2009, 03:53
... zu deinem Beitrag Jens-Olaf möchte ich gleich was anmerken:
zunächst: es ist das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) - hier ein kleiner Auszug davon:
§ 41 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen
(2) .... Verfälschung der Tier- oder Pflanzenwelt ... durch Ansiedlung und Ausbreitung von Tieren und Pflanzen gebietsfremder Arten...
1. wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören ...
1. entgegen § 42 Abs. 1 Nr. 1 wild lebenden Tieren nachstellt, sie fängt, verletzt oder tötet oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur entnimmt, beschädigt oder zerstört,
2. entgegen § 42 Abs. 1 Nr. 2 wild lebende Tiere erheblich stört,
3. entgegen § 42 Abs. 1 Nr. 3 Fortpflanzungs- oder Ruhestätten aus der Natur entnimmt, beschädigt oder zerstört oder
4. entgegen § 42 Abs. 1 Nr. 4 wild lebende Pflanzen oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur entnimmt, sie oder ihre Standorte beschädigt oder zerstört.
(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine in § 65 Abs. 1 Nr. 1, 3 oder Nr. 4, Abs. 2 Nr. 4, Abs. 3 Nr. 1 oder Nr. 3 oder Abs. 4 bezeichnete vorsätzliche Handlung begeht, die sich auf Tiere oder Pflanzen einer streng geschützten Art bezieht
und hieraus wird auch gleich die zweite, viel entscheidendere Sache ersichtlich, auf die ich noch eingehen wollte:
es ist unwahrscheinlich wichtig, dass die Tiere direkt am Fundort wieder in die Freiheit entlassen werden!
zum einen, weil sie erst gar nicht hätten aus der Natur entnommen werden dürfen, aber noch aus ganz vielen anderen wichtigen Aspekten:
wir Menschen haben es geschafft, große Teile amphibischer Lebensräume zu zerstören. Aus diesem Grund haben sich an den Stellen, an denen sie noch überleben können, quasi Populationen gebildet. Alle innerhalb dieser Population "lebensfähigen" Kreaturen haben es also geschafft, mit den exakt dort herrschenden Umständen klarzukommen. Dies kann bei ein und der selben Tierart innerhalb einer anderen Population (also an anderer Stelle) wieder völlig anders aussehen. Immer wieder übersehen wird, dass es wenn es um Amphibien geht, um eine sehr gefährdete, vom Aussterben bedrohte Tierart geht. Und genau deshalb besteht bereits keinerlei Spielraum mehr dafür, dass mit den eigentlich überlebensfähigen (Rest-)Beständen irgendwelche Experimente gemacht werden, welche schlimmstenfalls die Ausrottung einer ganzen Population nach sich ziehen könnte. - Das ganze ist sehr schwer zu erklaren, weil dabei so viele Faktoren eine Rolle spielen, an die man so kaum glauben mag. Daher ist es nicht nur gesetzlich verboten ein Tier der Natur zu entnehmen, sondern auch ein irgendwo der Natur entnommenes Tier wieder irgendwo anders in die Natur zu entlassen. Denn dann besteht immer die Gefahr der Verfälschung - und diese kann sich unglaublich auswirken.
Ich versuchs so zu erklären: in gewissen Gebieten haben sich nur gewisse Arten durchgesetzt und angesiedelt. Dafür sprachen dann irgendwelche gewisse Faktoren, welche zu diesem Umstand führten. Es ist generell davon auszugehen, dass nur Unwissende und daher auf dem Gebiet der Amphibien völlig ahnungslose solch einen Fehler begehen würden. Es ist ihm auch nicht zu verübeln, aber hieraus können eben undenkbare Probleme eintreten. Für einen Laien ist ein Molch ein Molch und ein Frosch ein Frosch. Geht er nun her und nimmt irgendwo 2 - ? Molche mit und entlässt diese 20-30 km weiter an einer Stelle wieder in die Natur, kann das durchaus zu großen Problemen führen. Zum einen können Krankheiten in die andere Population eigeschleppt werden, mit denen zwar die Ausgesetzten vielleicht aus Gründen der Anpassung gut leben können, aber für die ursprüngl. autochtone Population in der Gegend, könnte das das Aus bedeuten. Ein weiteres Problem sind die unterschiedlichen Arten u. Unterarten. Es genügt in die Gegend, in der vielleicht zufälligerweise eine nur dort vorkommende Art lebt, eine Art, die hier zuvor nicht angesiedelt war, einzubringen, um eventuell den ganzen ursprünglichen Bestand verschwinden zu lassen. Oder man nehme den Fadenmolch. Der Fadenmolch kommt innerhalb Deutschlands nur stellenweise vor, wie z.B. u.a. nur im südlichen Teil Niedersachsens od. nur an vereinzelten Stellen in NRW usw.. Das nennt sich dann inselartiges Vorkommen - und so ein Vorkommen kann relativ schnell Vergangenheit sein. Aber sogar innerhalb einer Art können Verdrängungen stattfinden: aktueller Fall aus Österrreich - hier geht es um den Triturus vulgaris cf. graecus feat. Triturus vulgaris vulgaris - sprich Unterart gg. Nominatform:
Ein Kuriosum stellt das Vorkommen von Triturus vulgaris cf. graecus in unmittelbarer Nachbarschaft des Salamanderlands dar. Es handelt sich um eine offenbar freigesetzte individuenstarke Population auf der Fläche von etwa 2 km2, die seit den 1980er Jahren nachweisbar ist und sich offenbar gegen die autochton vorkommenden Bestände der Nominatform restlos durchsetzen konnte und möglicherweise Ausbreitungspotential besitzt. Künftig wird das weitere Geschehen monitorisiert werden, um eventuell nötige Gegenmaßnahmen einzuleiten.
quelle: salamanderland.at/Artenliste/T…US.VULGARIS.CF.GRAECUS.ht
Da es gar nicht möglich ist eine Regelung zu erlassen, wann wer wohin jemand einen Molch zurück in die Natur entlassen kann - zumal es eigentlich gar keine zurück in die Natur zu entlassenden Amphibien geben kann, weil sie der Natur nicht entnommen werden dürfen -, kann generell nur der ursprüngliche Fundort als Richtlinie gelten.
Und um nochmal auf dein Beispiel mit Nachbars Teich zurückzukommen: angenommen, ich finde in meinem Garten einen Molch, dann ist auch in diesem Fall daran festzuhalten, dass ich ihn nirgendwo hinbringen muss od. gar zurückbringen, denn der Molch wird schon seinen Grund haben, warum er gerade an Ort und Stelle des Fundorts war. Fazit: dann im eigenen Garten belassen. Viele denken auch oft, dass Molche im Teich leben und sich vielleicht verlaufen haben - dies ist aber ein Trugschluss. In der Regel suchen sie ausschließlich zur Paarung und somit zum Ablaichen die Gewässer auf. Den Rest über leben sie hauptsächlich an Land. Entweder könnte der gefundene Molch gerade auf Futtersuche sein oder die Laichzeit ist beendet und er kommt vielleicht aus Nachbars Garten um sich wieder in seinen eigentlichen Lebensraum zurückzubegeben. Jedenfalls würdest du dem Molch keinen Gefallen tun, wenn du ihn in den Teich des Nachbarn setzt, denn für den Molch könnte das "zurück zum Ausgangspunkt und das Ganze nochmal" bedeuten, zumal es auch ein fataler Fehler sein, wenn der Molch in Landtracht ist (außerhalb der Laichzeit) - kann er dem Wasser nämlich nicht umgehend wieder entkommen, wird er ertrinken.
Somit kann ich jedem nur empfehlen, sich ausschließlich an einer Begegnung mit einem Molch zu erfreuen und ansonsten ihm damit zu helfen, indem man nichts für ihn tut (also nicht persönlich - 1000x besser wäre ihnen geholfen, wenn wir unsere Grundstücke "amphibiensicherer" gestalten würden)
in diesem Sinne - schönen Abend noch!
10. Oktober 2009, 06:07
@Marlis:
Meine Aussage bezog sich nicht auf Dich, sondern allgemein darauf, Tiere aus ihrem Lebensraum einzusammeln und mitzunehmen.
ich bin auch der Meinung, daß die Tier schon ihren eigenen Weg finden.
Am letzten Wochenende konnte ich das erste Mal einen Feuersalamander in einer Höhle sehen.
Ich habe mich riesig gefreut und ihn natürlich dort gelassen.
29. Oktober 2009, 18:57
Naja es ist halt immer das Problem dem kleinen Molch das nackte Überleben zu zutrauen. Aber wenn ihr euch sicher seit, dann lass ich ihn wider frei.
Ich hab ihn übrigens im Lichtschacht gefunden...
Aber damit ich den Tieren auch anders helfen möchte, bau ich einen Gartenteich für Molche
29. Oktober 2009, 19:04
da kannst Du dann aber nur sehr bedingt Fische einsetzen. Fressfeinde.
pseudoclimber
Molchfutter
Mein Molch habe ich jetzt seit 6 Monaten nichts essen sehen...
Ich füttere ihn zwar wie meinen Frosch mit roten Mückenlarven aber gefressen hat er davon noch nichts...
Ist das schlimm? Isst er vielleicht nochwas anderes?
7. Januar 2010, 11:25
Hallo pseudoclimber,
mach am Besten einen eigenen Beitrag dazu auf.
Ist der Molch (und auch der Frosch) aus der Natur entnommen, oder eine NZ?
Was für eine Art Molch ist es, dass er jetzt im Winter keinen Winterschlaf macht?
Edit: Achja - die Haltungsparameter wären auch Interessant.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Danny-Sahne ( 7. Januar 2010, 11:29 ) aus folgendem Grund: Ergänzung
6. August 2010, 08:08
Tanja-F schrieb:
Immer diese "Hobby Juristen"...
WENN wir als Menschen überhaupt etwas gelernt haben sollten, dann wohl das man mit Gesetzen weder Tierschutz noch sonst was richtig "schützen" geschweige denn bewegen können.
Recht ist nicht Gerechtigkeit, Gesetze sind Machtinstrumente und werden ebenso angestrebt wie benutzt in unserer "Gesellschaft".
Letztlich hat Tierschutz viel mehr mit "Moral" zu tun, ist also eher Moralsache und sollte daher eben auch vor jenem entsprechenden Hintergrund bewertet werden.
Daher würde es mir nicht im Traum einfallen jemanden an den Pranger zu stellen und ihn mit Gesetzestexten zu bombardieren bloss weil er vorschlägt einen Molch in Nachbars Teich freizulassen - wo das Tier trotzdem zumindest seiner Natur 1000 mal näher ist als in der Stube.
Selbst wenn das Tier dort verendet ist die "unglückliche" Handlung des Menschen trotzdem moralisch wertvoller als bei Leuten die sich für ihre natürliche Umwelt gar nicht interessieren und für die der Begriff "Biozönose" beim Innenleben ihres Aktenkoffers endet (falls überhaupt bekannt).
Denn in Wahrheit braucht die Natur uns und unsere Gesetze gar nicht - wir aber brauchen die Natur...
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von cfish ( 6. August 2010, 08:14 )

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