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Timestamp: 2019-09-22 13:06:46+00:00

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BGH, 01.03.1999 - II ZR 305/97 - dejure.org
https://dejure.org/1999,872
BGH, 01.03.1999 - II ZR 305/97 (https://dejure.org/1999,872)
BGH, Entscheidung vom 01.03.1999 - II ZR 305/97 (https://dejure.org/1999,872)
BGH, Entscheidung vom 01. März 1999 - II ZR 305/97 (https://dejure.org/1999,872)
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Unzulässigkeit eines Teilurteils - Anfechtung eines Hauptversammlungsbeschlusses
Kein Teilurteil bei Nichtigkeits- und Anfechtungsklagen gegen einen Hauptversammlungsbeschluss (Klarstellung von BGH ZIP 1997, 732, 733)
AktG §§ 248, 249; ZPO §§ 61, 62, 301
Aktienrecht, Anfechtungsklage, Beschlussmängel, Gesellschaftsrecht, Nichtigkeitsfeststellungsklage
Unzulässigkeit des Teilurteils bei aktienrechtlicher Nichtigkeits- und Anfechtungsklage
NJW 1999, 1638
ZIP 1999, 580
MDR 1999, 686
WM 1999, 730
DB 1999, 890
NZG 1999, 496
Dies folgt daraus, dass zwischen mehreren Anfechtungsklägern eine notwendige Streitgenossenschaft i.S. des § 62 Abs. 1 Alt. 1 ZPO besteht, weil gemäß § 248 Abs. 1 AktG ein Urteil, durch das ein Hauptversammlungsbeschluss für nichtig erklärt wird, für und gegen alle Aktionäre der verklagten Gesellschaft wirkt und deshalb die Entscheidung gegenüber mehreren Anfechtungsklägern einheitlich ergehen muss (…Senat aaO m.w.Nachw.; vgl. auch Sen. Urt. v. 1. März 1999 - II ZR 305/97, ZIP 1999, 580;… Zöller/Vollkommer, ZPO 27. Aufl. § 62 Rdn. 4).
Sie schließt auch ein Teilurteil hinsichtlich einzelner Streitgenossen aus( BGH, Urt. v. 1. März 1999, II ZR 305/97, NJW 1999, 1638, 1639).
BGH, 18.06.2007 - II ZB 23/06
Niederlage für sog. "Berufsaktionäre": Grundsatz der Kostenparallelität gilt …
b) Diese Kostengrundsätze finden jedoch - wie die Rechtsbeschwerde zu Recht beanstandet - im Streitfall keine Anwendung, weil es sich wegen der durch §§ 248, 249 AktG angeordneten Rechtskrafterstreckung (Sen.Urt. v. 1. März 1999 - II ZR 305/97, ZIP 1999, 580 f.) um eine streitgenössische Nebenintervention (§ 69 ZPO) handelt und mithin nicht § 101 Abs. 1, sondern § 101 Abs. 2 ZPO einschlägig ist, so dass über die außergerichtlichen Kosten der Partei und ihres streitgenössischen Nebenintervenienten eine jeweils eigenständige Entscheidung zu ergehen hat.
Ausgangspunkt für die Bestimmung des Streitgegenstandes der Nichtigkeits- und Anfechtungsklage ist das mit der Klage verfolgte prozessuale Ziel, die richterliche Klärung der Nichtigkeit des Hauptversammlungsbeschlusses herbeizuführen (BGHZ 134, 364, 366 f.; Sen.Urt. v. 1. März 1999 - II ZR 305/97, ZIP 1999, 580).
Zwar muss gegenüber einfachen Streitgenossen - wie hier einem Gesellschafter und mehreren Nichtgesellschaftern - grundsätzlich keine einheitliche Entscheidung getroffen werden (Sen.Urt. v. 1. März 1999 - II ZR 305/97, ZIP 1999, 580).
Zwar haben Nichtigkeits- und Anfechtungsklagen gegen einen Hauptversammlungsbeschluss ein einheitliches Rechtsschutzziel, so dass ein Teilurteil über die Anfechtungs- oder die Nichtigkeitsgründe ausscheidet, wenn diesen ein einheitlicher Lebenssachverhalt zugrunde liegt (BGH, Urt. v. 1. März 1999 - II ZR 305/97, ZIP 1999, 580; BGHZ 152, 1, 5 f.).
Ein Teilurteil darf nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nur erlassen werden, wenn es von der Entscheidung über den Rest des Anspruchs unabhängig ist, wenn also die Gefahr widersprechender Entscheidungen, auch infolge abweichender Beurteilung durch das Rechtsmittelgericht, ausgeschlossen ist (vgl. BGHZ 107, 236, 242; 120, 376, 380;… BGH, Urt. v. 5.2.1997 - VIII ZR 14/96, NJW 1997, 2184;… Urt. v. 12.1.1999 - VI ZR 77/98, NJW 1999, 1035; Urt. v. 1.3.1999 - II ZR 305/97, NJW 1999, 1638).
Wegen der durch §§ 248, 249 AktG angeordneten Rechtskrafterstreckung (BGH ZIP 1999, 580) handelt es sich um streitgenössische Nebeninterventionen (§ 69 ZPO), womit nicht § 101 Abs. 1 ZPO, sondern § 101 Abs. 2 ZPO einschlägig ist.
Das gilt auch für die Berufung der in der mündlichen Verhandlung trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht erschienenen Streithelferin zu 2. Da bei aktienrechtlichen Anfechtungs- und Nichtigkeitsklagen im Hinblick auf die Wirkungen des § 248 ZPO die Streithelfer als Streitgenossen gelten (§ 69 ZPO) und die Streitgenossenschaft eine notwendige ist (BGH NJW 1999, 1638, 1639; OLG Stuttgart NZG 2001, 522), ist die säumige Streithelferin zu 2 als durch die übrigen Streitgenossen vertreten anzusehen (§ 62 Abs. 1 ZPO).
Nichtigkeits- und Anfechtungsklage verfolgen dasselbe materielle Ziel, nämlich die richterliche Klärung der Nichtigkeit des Gesellschafterbeschlusses herbeizuführen (vgl. BGHZ 134, 364, 366 = NJW 1997, 823; BGH, NJW 2004, 3561, 3562; vgl. a. BGH, NJW 1999, 1638; NJW 2002, 3465, 3466; OLG München, GmbHR 2004, 584 = OLGR 2004, 202).
OLG Düsseldorf, 01.09.2006 - 16 U 90/05
OLG Düsseldorf, 05.04.2001 - 6 U 91/00
LG Leipzig, 24.03.2004 - 6 HKO 3413/03

References: BGH 
 § 62
 § 248
 § 62
 § 101
 § 101
 § 101
 § 101
 § 248