Source: http://dev.cms-schulze.de/wertmarkt/wertmarkt-node3.html
Timestamp: 2018-01-23 23:41:53+00:00

Document:
Herrschaft, Wert, Markt: 2. Der herrschaftliche Schatz als ein die ontologische Wirklichkeit materialen Reichtums garantierendes perfektes Seinssymbol
2. Der herrschaftliche Schatz als ein die ontologische Wirklichkeit materialen Reichtums garantierendes perfektes Seinssymbol
Um die Etablierung und allgemeine Anerkennung der herrschaftlichen Preziose als eines eigenen und mit Eigenwert ausgestatteten Reichtumssymbols zu begründen, bedarf es des Rekurses auf die Figur des ex improviso materialen Reichtums erscheinenden anderen Subjekts und auf die Entwirklichung und Entwertung, mit der das andere Subjekt den materialen Reichtum, der es auf den Plan ruft, konfrontiert.
Reduziert sich demnach der Sinn und soziale Wert der Edelmetalle darauf, ex negativo der in ihrer Produktion und Beschaffung ihres normalen Zwecks der Besorgung von Lebensnotwendigem überhobenen und in ein Mittel zur Erlangung von Nichtnotwendigem umfunktionierten Arbeit Reichtum, sprich, einen Zustand der dispensiert von Arbeit und ohne Rekurs auf sie perennierenden Fülle, zu ostentieren oder symbolisch nachzuweisen, so fragt sich allerdings, warum es einer solchen eigenen Ostentation, eines solchen Nachweises überhaupt bedarf. Die Frage drängt sich um so gebieterischer auf, als ja der Nachweis selbst sich einer veritablen contradictio in adjectum schuldig macht, indem er zwar der Entbehrlichkeit und Aufgehobenheit von Arbeit gilt, diese Entbehrlichkeit und Aufgehobenheit aber nur wiederum mittels Arbeit sichtbar machen, nur in der Form unter Beweis stellen kann, dass er die Arbeit sich durch sich selbst negieren, an die Stelle der als Tätigkeit für die Subsistenz entbehrlich gewordenen Arbeit eine andere Art von Arbeit, eine im Dienste der Produktion von Entbehrlichem, subsistenzunerheblich Preziösem, eben der Beschaffung von Edelmetall, geübte Tätigkeit treten lässt.
Warum, wenn das, was ostentiert, symbolisch nachgewiesen wird, der Reichtum, der von der Lebensnot befreiende Zustand der Fülle, doch eingetreten und in der ganzen Sinnenfälligkeit der in den Scheuern und Speichern der Herrschaft versammelten Subsistenzmittel und Konsumgüter gegeben ist, bedarf es solchen Nachweises überhaupt? Warum nicht einfach die vorhandene materiale Fülle auskosten und das aus ihr resultierende soziale Prestige genießen, statt die Fülle erst einmal mittels neuer, nur eben nicht der Fülle selbst, sondern ihrer symbolischen Repräsentanz in den Edelmetallen geltenden Mühe und Arbeit eigens zu ostentieren, um das soziale Prestige, das diese Ostentation beschwört, einzuheimsen?
Es könnte nahe liegen, die Antwort auf diese Frage in der empirischen Vergänglichkeit von Reichtum, der faktischen Unhaltbarkeit eines beständigen Zustands der Fülle zu suchen, mit anderen Worten darin zu sehen, dass auch der größte Überfluss, die gewaltigste Ansammlung von Subsistenzmitteln und Konsumgütern irgendwann aufgezehrt ist und einer Mangelsituation weicht, die abermals das zur Bekämpfung des Mangels und Bewältigung der Lebensnot erfundene Mittel und Patentrezept menschlicher Kraftanstrengung und Arbeit auf den Plan ruft, dass mithin Reichtum als ein die Lebensnot ein- für allemal überwindendes und die zu ihrer Bewältigung erfundene Arbeit ein- für allemal erübrigendes Phänomen etwas Imaginäres, den für seine Realität wesentlichen Anspruch auf Permanenz Lügen strafend Ephemeres bleibt und dass der einzige Weg, diesem imaginären, weil entgegen seinem Anspruch auf Dauer ephemeren Phänomen dennoch bleibende Präsenz und in solcher Präsenz eine Art von Realität zu sichern, darin besteht, das Phänomen selbst durch seine symbolische Vergegenwärtigung, durch seine kategoriale Ostentation zu ersetzen und auf sie als stellvertretende Instanz das soziale Prestige zu übertragen, das eigentlich dem Phänomen selbst gilt.
So betrachtet, wären also der qua Hervorbringung und Beschaffung von Edelmetallen geführte Nachweis des Reichtums, eines Überflusses an materiellen Gütern, und die Knüpfung sozialen Prestiges an eben diesen Nachweis beziehungsweise die ihm entspringenden Edelmetalle statt an den Reichtum selbst, den materiellen Überfluss als solchen, ein jedem Prestigesüchtigen, jedem, der nach herrschaftlichem Ansehen strebt, willkommenes Mittel, aus der Not der Vergänglichkeit auch des gewaltigsten Reichtums, der größten Güteransammlung, die Tugend der Beständigkeit einer als Reichtumssymbol von solchem Überfluss zeugenden Repräsentanz, der Unvergänglichkeit einer von solchem Zustand der Fülle, egal, ob gegeben oder vergangen, kündenden Trophäe zu machen. Wie sollte diese Ersetzung der konsumtiven Güter durch die demonstrativen Edelmetalle, des seriös-faktischen Reichtums durch seinen preziös-symbolischen Nachweis, der Sache selbst durch ihre bloße Ostentation dem nach Prestige strebenden theokratischen Herrn nicht willkommen sein, da sie ja durch die Befreiung des sozialen Prestiges aus der unmittelbaren Bindung an sein reales Fundament und durch die Dazwischenkunft eines stellvertretenden Prestigeobjekts dem Prestigebedürfnis allererst stetige Befriedigung sichert, indem sie diese relativ unabhängig werden lässt von den Wechselfällen der an vielerlei kontingente Bedingungen geknüpften Produktivität einer auf die Erzeugung von Lebensmitteln und konsumtiven Gütern gerichteten Arbeit.
Wohlgemerkt, nur relativ unabhängig lässt das stellvertretende Objekt die Befriedigung des Bedürfnisses nach Prestige werden, da ja die Bindung des letzteren an den Zustand materialer Fülle, die Verknüpfung gesellschaftlichen Ansehens mit in Reichtum sich niederschlagendem wirtschaftlichem Erfolg ein unaufhebbares Faktum und deshalb das mit dem Prestige befrachtete Objekt, das Edelmetall, bei aller Unmittelbarkeit und Eigenständigkeit, die es prätendiert, jedenfalls doch ein stellvertretender Faktor, ein die materiale Fülle bloß repräsentierender symbolischer Agent bleibt und es tatsächlich genügt, dass für längere Zeit jene materiale Fülle ausbleibt, jenes Realfundament des Prestiges entfällt und statt der Lebensmittel nichts weiter mehr als das Edelmetall, statt des nährenden Brotes nur noch bunte Steine zur Verfügung stehen, um die vermeintlich gediegene Substantialität der Reichtum verkörpernden Edelmetalle und bunten Steine als schiere Unwirklichkeit zu entlarven, den vorgeblichen Selbstwert des Prestigeobjekts seines Scheincharakters zu überführen.
So erstrebenswert, weil nützlich und kommode, die Verschiebung des an Reichtum geknüpften Prestiges auf die als Reichtumssymbol firmierenden Edelmetalle für diejenigen, die auf Prestige aus sind, aber auch immer sein mag – warum die Verschiebung statthat und das Erstrebenswerte Wirklichkeit wird, ist damit noch lange nicht erklärt. Mag aus Sicht der um gesellschaftliche Anerkennung auf der Basis materialer Fülle bemühten Akteure und Protagonisten noch so viel für die Verschiebung sprechen und ihr also, praktisch-psychologisch, höchste Dringlichkeit verleihen – solange sich nicht auch systematisch-ontologisch gute Gründe für sie geltend machen lassen, ist nicht einzusehen, warum die anderen, um deren Anerkennung es dabei ja geht, die als Publikum oder Chor firmierenden Adressaten, sie akzeptieren oder gar gutheißen sollten. Schließlich liegt die Verschiebung ganz und gar nicht im Interesse dieser Adressaten und können letztere eigentlich nur durch sie verlieren, da ja in der gesellschaftlichen Praxis die Zuerkennung von Prestige zumindest virtuell, zumeist aber auch habituell mit einer Teilhabe der die Anerkennung zollenden Subjekte an dem die Anerkennung findenden Zustand materialer Fülle einhergeht und also damit verknüpft ist, dass der Herr über Reichtum, der wegen seines Reichtums bei den anderen Prestige genießt, sich dafür durch eine mehr oder minder umfängliche Beteiligung der anderen an seinem Reichtum erkenntlich zeigt und auf diese Weise das einseitige Verhältnis neidischer Bewunderung, in das sich die anderen ihm gegenüber versetzt sehen, ins Lot einer im Sinne von Leistung und Gegenleistung augewogeneren Beziehung zurückbringt.
Kommt es nun zu einer verbindlichen Verschiebung des Prestige verleihenden Objekts, des Gegenstands der gesellschaftlichen Anerkennung von der realen Fülle auf die Edelmetalle, von den Subsistenzmitteln und Konsumgütern auf bunte Steine und Preziosen, so müssen die auf einer Gegenleistung für die Anerkennung, die sie dem Herrn des Reichtums zollen, hoffenden anderen Subjekte entweder damit rechnen, dass sie statt mit Brot mit Steinen, statt mit Lebensmitteln mit totem Tand abgefunden werden können, oder aber in Kauf nehmen, dass sie dem Herrn des Reichtums Anerkennung auch in Notzeiten schulden, in denen zwar seine Schatzkammern noch gefüllt sein mögen, der Mangel an wirklichem Reichtum, an Subsistenzmitteln und Konsumgütern, der in seinen Speichern und Scheunen herrscht, seine Prätention auf Prestige aber eigentlich ad absurdum führt.
Im Unterschied zu denen, die über Reichtum verfügen und daraus einen Anspruch auf Prestige herleiten, haben also diejenigen, die durch ihre Anerkennung den Prestigeanspruch befriedigen sollen und als Gegenleistung für ihre Anerkennung eine konsumtive Beteiligung an dem Reichtum erwarten, keinerlei praktisch-psychologisches Motiv, jene Verschiebung der Rolle des Prestigeobjekts von der Sache selbst, dem Reichtum, auf sein Symbol, die Edelmetalle, zu akzeptieren oder gar gutzuheißen. Damit sie dazu bereit sind, muss es, wie gesagt, gute systematisch-ontologische Gründe für die Verschiebung geben. Empirischer Beweis dafür, dass es diese Gründe gibt, ist die Tatsache, dass die Verschiebung seit alters in der menschlichen Geschichte statthat und dass die nach Anerkennung Strebenden ebenso wie die Anerkennung Gewährenden, diejenigen, die das Prestige genießen, wie auch die anderen, die dem Prestige huldigen, einhellig das Symbol des Reichtums als dessen Inbegriff, den sekundären Ausweis des an materiale Fülle geknüpften Prestiges als primäres Prestigeobjekt, kurz, das Edelmetall als verkörperten Überfluss gelten lassen. Wie aber sehen diese systematisch-ontologischen Gründe aus, wie ist diese objektive Rechtfertigung für die Verschiebung der Kategorie des Reichtums von der Sache selbst, der materialen Fülle, auf ihren symbolischen Ausweis, die Edelmetalle, beschaffen?
Um diesen objektiven Grund zu verstehen, müssen wir auf Überlegungen zurückgreifen, die wir in anderem Zusammenhang, nämlich zu Beginn unserer Studie über Reichtum und Religion, angestellt haben.1 Dreh- und Angelpunkt der damaligen Überlegungen ist die Einsicht, dass Reichtum als solcher in der Unmittelbarkeit seines Auftretens einen symbolischen Charakter an den Tag legt, ist die Erkenntnis, dass die materiale Fülle selbst im Augenblick, in dem sie erstmals in Erscheinung tritt, für eine andere, sie selbst zum Rang eines bloßen Repräsentanten und Stellvertreters degradierende Wirklichkeit einsteht. Als Beweis oder jedenfalls Indiz für diese spontan symbolische Natur des Reichtums, diese Bereitschaft der materialen Fülle, sich zum Repräsentanten einer anderen Realität zu entselbsten, gilt im Rahmen jener Überlegungen die empirisch sattsam belegte Neigung des Reichtums, nicht etwa den Subjekten zuzufallen und zu gehören, die ihn hervorgebracht haben und als quasi seine Existenzbedingungen ihm vorausgesetzt sind, sondern vielmehr einer anderen Subjektivität sich zuzuwenden und zu überantworten, die unversehens, ex improviso des Reichtums, aufzutauchen pflegt und sich durch einen radikalen Bruch mit den Produzenten des Reichtums und deren Lebensbedingungen, ihren Fertigkeiten, Gewohnheiten, Verfahrensweisen, Zielsetzungen, auszeichnet, sich also dadurch hervortut, dass sie den Entstehungs- und Existenzbedingungen der ihm zufallenden, sich ihm zuwendenden materialen Fülle, mithin aber in letzter Konsequenz auch der materialen Fülle selbst, mit ebenso viel Gleichgültigkeit wie Abstraktheit, mit ebenso unendlicher Indifferenz wie absoluter Negativität entgegentritt.
Diese paradoxe, um nicht zu sagen, absurde Wendung, die der Reichtum im Augenblick seines Auftretens kraft des seiner nicht achtenden, ihn mitsamt seinen Existenzbedingungen ignorierenden anderen Subjekts, das er auf den Plan ruft und dem er sich zueignet, nimmt, müsste wegen ihrer augenscheinlichen Widersinnigkeit und ihrer, was den Reichtum und seine Existenzbedingungen betrifft, selbstzerstörerischen Konsequenzen den Produzenten des Reichtums, den durch das andere Subjekt aus gleichermaßen ihrer Autorenfunktion und ihrer Adressatenrolle vertriebenen übrigen Subjekten eigentlich Anlass sein, sie, die absurde Wendung, ihrerseits zu ignorieren und das durch sie ins Spiel gebrachte andere Subjekt zum Teufel zu schicken. Das aber tun sie keineswegs, sondern sie zeigen sich im Gegenteil bereit, den unvermittelten Auftritt des als Deus ex machina des Reichtums erscheinenden anderen Subjekts als Fait accompli gelten zu lassen und sogar, der den Entstehungsbedingungen des Reichtums widerstreitenden und mit seinem kontinuierlichen Bestand schlechterdings unvereinbaren Unvermitteltheit und Abstraktheit des anderen Subjekts zum Trotz, den ihm vom Reichtum zugewiesenen Status eines alleinigen Herrn und Meisters des Reichtums unter der Voraussetzung gewisser, ihm, dem anderen Subjekt, abgeforderter perspektivischer Modifikationen und Verhaltensänderungen zu sanktionieren. Offenbar kommt also der Auftritt des anderen Subjekts ex improviso des Reichtums dessen Produzenten und Initiatoren keineswegs so widersinnig und absurd vor, wie er auf den ersten Blick anmuten könnte, und sie gewinnen ihm vielmehr hinlänglich syntaktische Bedeutung und strategischen Sinn ab, um ihn nicht nur als unabweisliches Datum zur Kenntnis zu nehmen, sondern mehr noch als richtungweisendes Faktum zu akzeptieren.
Syntaktische Bedeutung für die reichtumsproduzierenden Subjekte aber kann der Auftritt des anderen Subjekts ex improviso des Reichtums nur haben, wenn das andere Subjekt nicht, wie es der erste Augenschein will, als plötzliches Resultat und unvermittelter Endpunkt der im Reichtum kulminierenden produktiven Entwicklung auftaucht, sondern in Wahrheit als unmittelbares Prinzip und ursprünglicher Anfangspunkt eben jener Entwicklung erscheint, wenn mit anderen Worten der Reichtum nicht etwa ein Subjekt ins Spiel bringt, das die übrigen, ihm vorausgesetzten Subjekte ausgangs der Entwicklung umstandslos ersetzt, sondern ein Subjekt auf den Plan ruft, das die übrigen Subjekte als ein im Gegenteil ihnen vorausgesetztes Subjekt eingangs der Entwicklung kurzerhand substituiert haben. Tauchte das andere Subjekt tatsächlich erst am Ende des zum Reichtum führenden Prozesses als eine freihändig-wildwüchsige Laune der Natur eben dieses Reichtums auf, um sich zwischen die übrigen Subjekte und das Produkt der Arbeit ihrer Hände, den Reichtum, zu schieben und ihnen letzteren abspenstig zu machen, die ersteren hätten ebenso wenig Anlass, sich diese Behandlung bieten zu lassen, wie sie Grund hätten, ihr Arbeitsprodukt, das von ihnen geschaffene Objekt als ihr Eigentum zu behaupten, es als etwas, worauf eben ihre Arbeit ihnen das alleinige Anrecht sichert, worüber eben ihr Produzentenstatus ihnen die alleinige Verfügung verleiht, mit Zähnen und Klauen zu verteidigen.
Ist hingegen das andere Subjekt in Wahrheit ein Subjekt aus den Anfängen der Entwicklung, mithin eines, von dem die übrigen Subjekte selber herkommen und das sie im Verlauf der Entwicklung hinter sich gelassen und vergessen haben, nur um durch das Produkt der Entwicklung, den Reichtum, plötzlich wieder an es erinnert und mit ihm konfrontiert zu werden, so gewinnt die Sache ein ganz und gar anderes Ansehen: So gewiss das andere Subjekt ex improviso des Reichtums den übrigen Subjekten als ihre eigene Voraussetzung, ihr persönlicher Ursprung, als ein dem Entwicklungsprozess, den sie darstellen, zugrunde liegendes anfängliches Dasein erscheint, so gewiss es also zu ihnen ein identitätslogisch gegründetes Verhältnis, eine als personale Abstammung verbindliche subjektive Kontinuität geltend machen kann, so gewiss kann es nun auch durch sie hindurch einen Bezug zum Reichtum und kraft dieses Bezuges ein Anrecht auf ihn geltend machen.
Zwar, in der Indifferenz und Negativität, mit der das andere Subjekt ihnen, seinen prozessualen Mittelsleuten, seinen konkreten Bezugspersonen im Blick auf den Reichtum begegnet und die es demnach auch und in letzter Konsequenz dem ihm sich zuwendenden, auf ihn als sein wahres Subjekt rekurrierenden Reichtum selbst beweist – in dieser Gleichgültigkeit und Abstraktheit müssen sie es nicht akzeptieren und könnten sie es tatsächlich auch nur um den Preis gelten lassen, dass sich der ganze, im Reichtum kulminierende Entwicklungsprozess in diesem seinem als Kehrtwendung zum anderen Subjekt erscheinenden Resultat ad absurdum führte! Aber dass sie auf eine Berücksichtigung ihrer selbst als der conditio sine qua non allen Reichtums durch das andere Subjekt und das heißt zugleich, auf eine durch sie vermittelte Herstellung und Konkretisierung des Verhältnisses des anderen Subjekts zum Reichtum als solchem dringen müssen – das entbindet sie nicht davon, seinen im Prinzip gegebenen Bezug zum Reichtum und sein ab origine bestehendes Anrecht auf ihn gelten zu lassen; so sehr sie das andere Subjekt als ihre eigene Voraussetzung, als unabdingbares Moment ihrer Identität gelten lassen müssen, so wenig können sie es als Konkurrenten um den Reichtum oder, besser gesagt, als Mitaspiranten auf ihn, ignorieren oder in Abrede stellen; statt den Anspruch auf den Reichtum, den dieser durch seine Kehrtwendung für es erhebt, abzuweisen, können sie nichts weiter tun, als dem anderen Subjekt die Abstraktheit und Ausschließlichkeit, mit der es sich gegenüber dem Reichtum in Szene setzt oder vielmehr von letzterem setzen lässt, als unhaltbare, weil die ganze Konstellation ad absurdum führende Haltung zu verweisen.
Sinn und Bedeutung erhält also das ex improviso des Reichtums auftauchende andere Subjekt für die Produzenten des Reichtums, weil und insofern es kein unvermitteltes Resultat der im Reichtum kulminierenden Entwicklung, kein contre coeur aller Prozesslogik auftauchendes abstrakt neues Subjekt, sondern das unmittelbare Prinzip der Entwicklung, das de profundis einer veritablen Ursprungslogik wiederkehrende radikal anfängliche Subjekt ist. Jene Ursprungslogik indes, die dem Auftauchen des anderen Subjekts Sinn und damit zugleich dem auf relative Anerkennung des anderen Subjekts und modifikative Bestätigung seines privilegierten Verhältnisses zum Reichtum abgestellten Verhalten der als Reichtumsproduzenten durch das andere Subjekt düpierten übrigen Subjekte Plausibilität, um nicht zu sagen, Rationalität verleiht – jene Ursprungslogik ist bei genauerem Hinsehen beileibe nicht die Patentlösung und alles erhellende Erklärung, als die sich auf den ersten Blick darbietet. Tatsächlich erscheint der Sinn, den sie in die Sache hineinbringt, die Auflösung, die sie liefert, durch neuen Widersinn, den sie mit sich führt, durch neue Rätsel, vor die sie stellt, teuer erkauft.
Da ist erstens das objektlogische Problem, welch eigenes Verhältnis zum Reichtum ein solches, de profundis der Entwicklung, die im Reichtum kulminiert, auftauchendes und einfach nur als das uranfängliche Dasein, als die ursprüngliche Identität der Subjekte, die den Reichtum produzieren und die Entwicklung tragen, figurierendes anderes Subjekt soll haben können. Ist die oben konstatierte Abstraktheit und Gleichgültigkeit, mit der das andere Subjekt dem Reichtum, der es auf den Plan ruft, gegenübersteht, nicht in Wahrheit nur Ausdruck seiner prinzipiellen, naturgegebenen Verhältnislosigkeit zum Reichtum? Welchen Bezug soll das durch eine entwicklungsgeschichtliche Totalreduktion der übrigen Subjekte wieder ins Spiel gebrachte uranfänglich andere Subjekt zum Produkt eben jener Entwicklungsgeschichte denn wohl haben, da doch jegliche produktive Spezifik und progressive Konkretion mit den übrigen Subjekten nolens volens verschwunden ist und vom Produkt der Entwicklung nichts bleibt als höchstens nur eine der Konkretisierung harrende Intentionalität abstraktester Form, eine sämtlicher Spezifizierung entbehrende Verhaltenheit allgemeinsten Charakters? Welches Objekt soll das in actu seines Erscheinens die gesamte Entwicklung suspendierende oder vielmehr zurücknehmende andere Subjekt wohl ins Auge fassen können, da ja sämtliche als Reichtum organisierte Objektivität allererst jenem Prozess sich verdankt, dessen restlose Zurücknahme conditio sine qua non des Erscheinens des anderen Subjektes ist?
Und indem wir so aber das empirisch-objektlogische Problem formulieren, mit dem die ursprungslogische Erklärung des ex improviso des Reichtums erscheinenden anderen Subjekts uns konfrontiert, bringt uns die Formulierung das zweite, mit dem ersten unmittelbar verknüpfte und womöglich noch gravierendere, historisch-ontologische Problem zu Bewusstsein, vor das jene ursprungslogische Erklärung uns stellt. Wenn nämlich wirklich das andere Subjekt nichts weiter ist als der mittels der übrigen Subjekte ausgeführte erste Anfang, die in den übrigen Subjekten entfaltete ursprüngliche Identität, wenn es also wirklich nur initiales Prinzip einer Entwicklung ist, deren prozessuale Träger und reale Gestalter die übrigen Subjekte sind, dann geht das eine Problem, dass sich nicht einsehen lässt, wie das mit den übrigen Subjekten um den Reichtum konkurrierende andere Subjekt gegen die letzteren ein eigenes und eigentümliches Verhältnis zum Reichtum behaupten und geltend machen kann, Hand in Hand mit dem anderen Problem, dass völlig unklar ist, wie das andere Subjekt als dieser Konkurrent der übrigen Subjekte ex improviso des Reichtums überhaupt soll in Erscheinung treten können. So wenig das als der erste Anfang und die ursprüngliche Identität der übrigen Subjekte figurierende andere Subjekt ein eigenes Verhältnis zum Produkt der von den letzteren getragenen Entwicklung behaupten und also mehr und anderes geltend machen kann, als was die übrigen Subjekte durch die prozessuale Ausführung jenes ersten Anfangs, die reale Entfaltung jener ursprünglichen Identität hervorgebracht haben, so wenig kann es eigentlich auch ein im Vergleich mit den übrigen Subjekten eigenständiges Dasein reklamieren und nämlich mehr und anderes unter Beweis stellen, als was aus dem ersten Anfang seine prozessuale Ausführung hat werden, aus der ursprünglichen Identität ihre reale Entfaltung hat entstehen lassen und was in Gestalt der diese Ausführung und Entfaltung vollziehenden und vielmehr darstellenden übrigen Subjekte nunmehr präsent und existent ist.
Schließlich sind ja nicht nur sachlich, sondern auch faktisch, nicht nur funktionell-inhaltlich, sondern auch existenziell-wirklich die übrigen Subjekte an die Stelle jenes ersten Anfangs, jener ursprünglichen Identität getreten, das heißt, die übrigen Subjekte haben das andere Subjekt nicht nur in ihre Gestalt überführt und zur empiriologisch in ihnen bestehenden Gegenwart entfaltet, sondern es damit auch und zugleich als solches negiert und zur chronologisch durch sie ersetzten Vergangenheit werden lassen, und von daher ist tatsächlich nicht nur empirisch-objektlogisch schwer einsehbar, wie das andere Subjekt einen über das Verhältnis der übrigen Subjekte zum Reichtum hinausgehenden beziehungsweise zu diesem Verhältnis alternativen Reichtumsbezug soll haben können, sondern mehr noch historisch-ontologisch geradezu unvorstellbar, wie es überhaupt gleichzeitig mit den übrigen Subjekten und neben ihnen erscheinen soll, um einen solchen Reichtumsbezug geltend machen zu können. Und damit scheint denn die Paradoxie in der Tat komplett und jeder Versuch, die Existenz und Stellung des ex improviso des Reichtums auftauchenden anderen Subjekts zu erklären, gründlich gescheitert: Erklären lassen sich das Auftauchen des anderen Subjekts ex improviso des Reichtums und die Haltung, die die übrigen Subjekte dazu einnehmen, nur durch die ursprungslogische Annahme, dass es sich beim anderen Subjekt um den ersten Anfang, die ursprüngliche Identität der übrigen Subjekte selbst handelt; aber eben diese Annahme scheint historisch-ontologisch das Auftauchen des anderen Subjekts ex improviso des Reichtums und das heißt, coram populo der übrigen Subjekte und gleichzeitig mit ihnen, unerklärlich werden zu lassen, weil letzteres ja im eklatanten Widerspruch zu der in ersterer implizierten chronologischen Ordnung steht, der historischen Abfolge von Vergangenheit und Gegenwart, Gewesenem und Seiendem, dem, was war und nicht mehr ist, und dem was daraus wurde und nunmehr ist, ins Gesicht schlägt.
Genau das ist aber auch der Punkt, an dem die hier referierten Überlegungen allererst der ganzen Bedeutungsschwere und fatalen Bedrohlichkeit inne werden, die das ex improviso ihres eigenen Produkts, des Reichtums, erscheinende andere Subjekt für die übrigen Subjekte hat oder gewinnt und die wir in Rechnung stellen müssen, wollen wir die eine Anerkennung seines Anspruchs auf den Reichtum mit der Forderung nach einer Revision seiner Einstellung zum Reichtum kombinierende Verhandlungsposition verstehen, die die übrigen Subjekte gegenüber dem anderen Subjekt, ihrem unvermittelt aufgetauchten Konkurrenten, beziehen. Es gibt nämlich durchaus eine rationale Auflösung und logische Erklärung für solch ein historisch-ontologisch unerklärliches Auftauchen des Vergangenen als eines Gegenwärtigen, solches dem Anschein nach unauflöslich widersprüchliche Hereinplatzen des entwickelten und durch die Entwicklung aufgehobenen Anfangs in medias res eben dessen, wozu es sich entwickelt und worin es sich aufgehoben hat – aber diese Erklärung beinhaltet einen veritablen ontologischen Sprung. Das heißt, sie impliziert, dass jene Entwicklung des Anfangs nicht in einem modalen Kontinuum mit dem Anfang selbst steht, dass sie nicht an der Realität des letzteren teilhat, dass sie mit anderen Worten keine wirkliche Entwicklung des Anfangs, sondern nur dessen Scheinentwicklung, nicht seine prozessuale Ausführung, sondern nur ein eingebildeter Prozess, nicht seine realisatorische Bestimmung, sondern nur eine phantasmagorische Verirrung ist.
Kurz, die Auflösung impliziert, dass sich Anfang und Durchführung wie Sein und Schein zu einander verhalten, dass also die Entwicklung des Anfangs nichts weiter vollbringt, als ein im Anfang bestehendes Realfundament um eines Hirngespinsts willen preiszugeben und zu verspielen, anders gesagt, dass der Fortgang vom Anfang auf nichts weiter hinausläuft als auf die Aufgabe und den Verlust der als Anfang gegebenen aktuellen Existenz zugunsten einer bloß imaginierten, bloß als existent vorgestellten Potentialität. So gesehen, gewinnt nämlich nun das Erscheinen des anderen Subjekts coram populo der übrigen Subjekte, sprich, das Auftauchen des Anfangs am Ende des von ihm seinen Ausgang nehmenden Prozesses, den guten oder vielmehr bösen Sinn eines mit der Metapher vom Erwachen aus einem Traum annähernd zu beschreibenden Sprungs aus einer die anfängliche Wirklichkeit aus dem Auge verlierenden und hinter sich verschwinden lassenden, bloß eingebildeten, rein phantasmagorischen Entwicklung zurück in eben jene, die imaginäre Entwicklung ineins als schiere Unwirklichkeit entlarvende und für nichts erklärende, anfängliche Wirklichkeit. Das aus seinem anfänglichen Wachleben ausgeschiedene und in eine geträumte Entwicklung beziehungsweise einen Entwicklungstraum verlorene Subjekt, als das das andere Subjekt demnach erscheint, erwacht am Ende des Traumes wieder und wechselt im Erwachen die Realitätsebene, kehrt aus seiner Traumzeit in die Wahrzeit, aus dem Schein ins Sein zurück.
Metapher bleibt die Rede vom Erwachen aus einem Traum und nur annähernd bezeichnet sie, was beim reichtumsentsprungenen Subjekt der Fall ist, weil das Subjekt, das aus dem Traum erwacht und aus dessen Perspektive die ganze Sache wahrgenommen wird, aller modallogischen Diskretheit und Verschiedenheit der Zustände des Träumens und Wachens, zwischen denen es wechselt, zum Trotz, doch immerhin diese Kontinuität und Identität behauptet, die diskreten Zustände durch seine biologische Existenz oder individuallogische Sichselbstgleichheit in eine Abfolge miteinander zu bringen und in der Tat als Zustände ein- und desselben Subjekts realzeitlich zu verknüpfen, wohingegen beim reichtumsentsprungenen Subjekt die maßgebende Perspektive ja die der übrigen Subjekte ist, die nun aber in der Position des träumenden Subjekts sind, das durch den Eintritt des im Pochen auf biologische Kontinuität oder individuallogische Identität als Wachsubjekt sich behauptenden anderen Subjekts, durchs "Erwachen" mithin, als solches, als reales Subjekt, widerlegt und zu bestenfalls einem Abbild, einer Projektion eben jenes Wachsubjekts degradiert erscheint. Anders als der unbestimmt modallogische Sprung vom Träumen zum Wachen, der zwar einen radikalen Zustandswechsel bedeutet, diesen Zustandswechsel aber doch zugleich dem einen, als Substanz perennierenden, will heißen, für das Traumsubjekt ebenso wie für sich selbst biologisch oder individuallogisch grundlegenden Wachsubjekt zuschreibt, findet im Falle des reichtumsentsprungenen Subjekts ein ontologischer Sprung statt, bei dem diejenigen, die sich bis dahin für biologisch oder individuallogisch fundierte Wachsubjekte hielten, vielmehr durch das ex improviso des Reichtums auftauchende eigentliche Wachsubjekt als Traumsubjekte enlarvt und damit in ihrer vermeintlichen Selbständigkeit vernichtet, will heißen, zum bloßen Akzidens oder zur bloßen zuständlichen Projektion jener ex improviso des Reichtums ausgewiesenen wahren Substanz und Wirklichkeit entwirklicht und entwertet erscheinen.
Und diese Entwirklichung und Entwertung ereilt dann nicht etwa nur die durch das Auftauchen des anderen Subjekts zu Traumsubjekten, Subjektprojektionen, degradierten übrigen Subjekte, sondern auch und mehr noch den Gegenstand, in dem die Entwicklung der übrigen Subjekte kulminiert, das, was die übrigen Subjekte in der Konsequenz ihres prozessualen Erscheinens hervorgebracht und in die Welt gesetzt haben und ex improviso dessen nun aber das andere Subjekt als im Vergleich mit den übrigen Subjekten wahres Subjekt auftaucht, eben den Reichtum.
Wenn das andere Subjekt als das die übrigen Subjekte zum Traumsubjekt entwirklichendes, zu Abbildern, Projektionen seiner selbst entwertendes ursprüngliches Wachsubjekt wieder auftaucht, so geschieht das zwar unversehens, aber nicht von ungefähr, passiert zwar im Widerspruch zu aller chronologischen und topologischen Kontinuität, aber nicht irgendwann und irgendwo, sondern im Augenblick der Entstehung von Reichtum, jäh aus dem Überflusstopos heraus. Als ein das Ende der Traumsequenz markierendes und in den Wachzustand zurückverweisendes Ergebnis, als ein Produkt, das die zu ihm führende imaginäre Entwicklung, den auf es hinauslaufenden halluzinatorischen Prozess besiegelt und zugunsten eines Rekurses auf die durch den halluzinatorischen Prozess verspielte ursprüngliche Existenz und eigentliche Realität abschließt, steht der Reichtum und Überfluss jenem anfänglichen Sein prozessual zwar am fernsten, kommt ihm real aber am nächsten. In der falschen Entwicklung und Scheinprogression nimmt er die Position eines Resultats im Wortsinne ein und spielt nämlich die Rolle eines Etwas, das durch sein Gegebensein, seine Beschaffenheit so sehr an das durch die falsche Entwicklung vergessene wirkliche Sein erinnert und so sehr die hinter der Scheinprogression verborgene wahre Wirklichkeit wieder zum Vorschein kommen lässt, dass sein Eintreten in der Tat einer Revokation der halluzinatorischen Entwicklung, einer Zurücknahme der Scheinprogression nahe kommt und insofern die Bedeutung einer Wiederstellung des ursprünglichen Seins vor aller halluzinatorischen Entwicklung und eines Rücksprungs in den wirklichen Anfang vor jeder Scheinprogression gewinnt. Wie, wenn nicht kraft dieser seiner erinnerungsträchtigen Affinität zum ursprünglichen Sein, dieser seiner den wirklichen Anfang zum Vorschein kommen lassenden Ostentation sollte der Reichtum denn auch imstande sein, das diesem ursprünglichen Sein zugehörige andere Subjekt auf den Plan zu rufen, die in jenem wirklichen Anfang daseiende wahre Identität ex improviso seiner resultativen Gegebenheit auftauchen zu lassen?
Mehr als erinnerungsträchtige Affinität zum ursprünglichen Sein und eine den wirklichen Anfang zum Vorschein bringende Ostentation freilich lässt sich dabei dem Reichtum nicht konzedieren. So sehr er am Ende der vom ursprünglichen Sein abfallenden falschen Entwicklung, der den wirklichen Anfang halluzinatorisch im Stich lassenden und verspielenden Scheinprogression, eine Rückbesinnung auf eben jenes ursprüngliche Sein, eine Wiederaufnahme eben jenes wirklichen Anfangs ist, so sehr bleibt er doch zugleich Ende der falschen Entwicklung, Resultat der Scheinprogression und insofern dem ursprünglichen Sein radikal entrückt, vom wirklichen Anfang fundamental verschieden. Verhielte sich das nicht so und wäre der Reichtum vielmehr Resultat im absoluten Sinne einer gleichzeitigen Revokation seines resultativen Charakters, Rücksprung in der perfekten Bedeutung einer Zurücknahme auch und gerade des Sprunges selbst, wäre mit anderen Worten der Reichtum das rest- und spurlos wiederhergestellte ursprüngliche Sein, besser gesagt, das als der wirkliche Anfang restituierte Sein vor allem Ursprung, die zu ihm führende halluzinatorisch falsche Entwicklung und den Anfang gleichermaßen verfehlende und verspielende Scheinprogression müsste sich ebenso sehr vor ihm verschwunden und zunichte gemacht, zu nichts geworden erweisen, wie die als Traumagenten diese halluzinatorische Entwicklung tragenden, diese Scheinprogression vollziehenden übrigen Subjekte sich unvermittelt in das ex improviso des Reichtums als Wachinstanz auftauchende andere Subjekt zurückversetzt und mit ihm bruchlos identifiziert finden müssten.
Davon indes kann keine Rede sein. In der Tat ist ja gerade dies das im Sinne eines veritablen ontologischen Sprungs virulente Problem der übrigen Subjekte, dass sie sich mit dem ex improviso des Reichtums auftauchenden anderen Subjekt keineswegs bruchlos identifizieren, sich keineswegs umstandslos in es zurückversetzen können, sondern dass es ihnen im Gegenteil wie das Wachsubjekt dem Traumsubjekt, wie Wirkliches dem Imaginären, wie Sein dem Schein gegenübertritt und sie in der unüberbrückbaren Differenz dieser ihrer Unwirklichkeit und Scheinhaftigkeit ineins verhält und zurücklässt. Und so sehr sie, die Träger der vom anderen Subjekt als Abfall von seiner wirklichen Anfänglichkeit entlarvten halluzinatorischen Entwicklung, sich mitsamt dieser ihrer Entwicklung durch die Restitution des anderen Subjekts entwirklicht und entwertet, aus allem Sein verbannt und zum schieren Schein erklärt finden, so sehr gilt das Gleiche natürlich auch vom Resultat der von ihnen getragenen Entwicklung, dem Reichtum: Als dasjenige, was die übrigen Subjekte im Zuge ihrer halluzinatorischen Entwicklung hervor und zustande gebracht haben, kann der Reichtum nicht mehr Sein haben und nicht mehr Wirklichkeit geltend machen als die mitsamt den übrigen Subjekten, ihren Autoren und Trägern, als Schein entlarvte Entwicklung selbst. Der Reichtum ist als Resultat der von den übrigen Subjekten entwickelten Scheinsphäre unverbrüchlicher Bestandteil des Scheins und vom Sein im ontologischen Sprung unterschieden – allerdings so, dass er im Rahmen der Scheinsphäre, der er unentrinnbar zugehört, auf das vor und außerhalb allen Scheins gelegene ursprüngliche Sein verweist, an den wirklichen Anfang erinnert, der durch die zu ihm, dem Reichtum, führende Entwicklung preisgegeben und verspielt wurde. Der Reichtum ist, wenn man so will, das ursprüngliche Sein und der wirkliche Anfang des als Wachsubjekt firmierenden anderen Subjekts, doch nur in der ontologischen Brechung und grundlegenden oder vielmehr abgründigen Entstellung, die der Preis der halluzinatorischen Entwicklung der vom anderen Subjekt abgefallenen und ihm als Traumsubjekt in die Sphäre des Scheins entsprungenen übrigen Subjekte ist.
Dass der Reichtum als Ergebnis und Schlusspunkt der vom ursprünglichen Sein abfallenden und es verspielenden Entwicklung auf das ursprüngliche Sein zurückweist, bildet seine Affinität zu diesem und ermöglicht ihm dank dieser Affinität, das andere Subjekt als das des ursprünglichen Seins ex improviso seiner Resultativität erscheinen zu lassen. Dass er nur als Ergebnis und Kulminationspunkt jener in die Irre führenden Entwicklung und scheinbaren Progression auf das ursprüngliche Sein zurückweist, konstituiert dagegen seine ontologische Differenz zu letzterem und zwingt ihn kraft dieser Differenz, das ex improviso seiner Resultativität auftauchende andere Subjekt als eine Instanz erscheinen zu lassen, die mit der falschen Entwicklung und den sie tragenden übrigen Subjekten auch und gerade ihn, den als Resultat firmierenden Reichtum selbst, für null und nichtig erklärt. Der Reichtum ist Reproduktion des als der wahre Inhalt ursprünglichen Seins, sie aber unentrinnbar gebannt in die falsche Form ihres prozessualen Entstehens. Vom anfänglichen Wachsubjekt abfallend und sich in ihre traumsequenziell-phantasmagorische Entwicklung verlierend, geben die als Traumsubjekt agierenden übrigen Subjekte allen in der anfänglichen Wirklichkeit des Wachsubjekts bestehenden objektiven Grund auf und büßen allen qua ursprüngliches Sein dem Wachsubjekt gewährten bleibenden Halt ein. Wollen sie den objektiven Grund und bleibenden Halt wiedergewinnen, so müssen sie ihn aus eigenen Stücken hervorbringen, müssen ihn sich in eigener Regie schaffen. Eben diesem Zweck, den ex principio des Abfalls vom anderen Subjekt preisgegebenen objektiven Grund wiederherzustellen, dient die ganze von ihnen angestrengte Entwicklung, eben dieser Absicht, den potentia ihrer phantasmagorischen Verirrung verlorenen bleibenden Halt wiederzugewinnen, gehorcht der gesamte, von ihnen verfolgte Progress.
Und in der Tat gelingt ihnen das am Ende der in Reichtum resultierenden Entwicklung ja auch: Sie setzten es als den Überfluss, in dem ihr Progress resultiert, ins Werk. Als kraft ihrer Fülle wie von selbst sich ergebende Subsistenz, als dank ihrer Unerschöpflichkeit quasi sich selbst entquellende, dem eigenen Fundus kontinuierlich entspringende Ressource ist der Reichtum der objektive, will heißen, ohne subjektives Zutun rein aus sich selbst gegebene Grund, der eingangs der Entwicklung preisgegeben wurde, ist der Überfluss der bleibende, sprich, ohne erkennbaren Schwund sich erhaltende und in diesem Sinne unvergängliche Halt, der anfangs verloren ging. Allerdings – und eben hierin liegt die Tücke der im Reichtum kulminierenden halluzinatorischen Entwicklung und Scheinprogression – ist der Reichtum jener ursprünglich preisgegebene objektive Grund und anfänglich verlorene bleibende Halt partout nicht für die jene Entwicklung tragenden und ihn dabei hervorbringenden, die jene Progression durchlaufenden und ihn dabei schaffenden übrigen Subjekte. Sie sind vielmehr vollauf damit beschäftigt, ihn in dieser seiner Beschaffenheit eines wie von selbst sich gebenden und also objektiven Subsistenzgrunds hervorzubringen, haben alle Hände voll damit zu tun, ihn mit dieser Bewandtnis eines quasi unerschöpflichen und insofern bleibenden Halts zu erzeugen.
Ihn als in dieser Eigenschaft eines ohne subjektives Zutun gegebenen objektiven Grundes, als in dieser Bedeutung eines ohne erkennbaren Schwund kontinuierlich bleibenden Halts zu erfahren, geschweige denn zu genießen, ist ihnen deshalb prinzipiell verwehrt, systematisch unmöglich. Wenn er für jemanden in dieser Eigenschaft existiert, in dieser Bedeutung sich darbietet, dann nicht für sie, die ihn allererst produzierenden, ihn überhaupt nur schaffenden übrigen Subjekte, sondern für das von ihm ursprünglich – will heißen, vor aller phantasmagorischen Entwicklung – vorgefundene und mit ihm anfänglich – will heißen, vor aller Scheinprogression – versehene andere Subjekt. In der Tat ist genau dies ja der Grund, warum ex improviso des von den übrigen Subjekten geschaffenen Reichtums das andere Subjekt als dessen wahrer Adressat und Nutznießer auftaucht, warum nicht sie, die den Reichtum mittels Entwicklung setzenden, ihn prozessual schaffenden übrigen Subjekte am Ende als die Instanz erscheinen, für die der Reichtum da ist und denen er zufällt, sondern er, die den Reichtum kurzerhand voraussetzende ursprüngliche Existenz, die ihn unmittelbar vorfindende anfängliche Identität.
Freilich – und dies verleiht erst der Situation aus Sicht der übrigen Subjekte ihre existenzielle Abgründigkeit und verzweifelte Perspektivlosigkeit, setzt erst der Tücke des von den übrigen Subjekten durch ihre Entwicklung und Progression hervorgetriebenen Objekts die Krone auf! – fällt der Reichtum damit einer Existenz zu, gibt er sich einer Identität zu eigen, die von ihm gar nichts weiß und mit ihm gar nichts anfangen kann. Jenen objektiven, von selbst sich gebenden Subsistenzgrund und jenen bleibenden, als unerschöpfliche Ressource vorausgesetzten Fundus, als der sich der Reichtum nicht zwar den ihn schaffenden übrigen Subjekten, wohl aber dem von ihm unversehens auf den Plan gerufenen anderen Subjekt suggeriert und darbietet – ihn braucht das andere Subjekt ja gar nicht, auf ihn kann es ohne Not verzichten, weil es ihn vielmehr je schon hat, mit ihm ursprünglich gesegnet, in ihm von Anfang an zu Hause ist. Eben das unterscheidet ja die die phantasmagorische Entwicklung und Scheinprogression tragenden übrigen Subjekte von dem im ursprünglichen Sein verharrenden, in der anfänglichen Wirklichkeit verhaltenen anderen Subjekt, dass sie jene ursprüngliche Existenz ursprünglich verraten, jene anfängliche Wirklichkeit anfänglich preisgeben, und sie deshalb im Zuge ihrer Entwicklung aus eigenen Stücken neu hervorbringen, progressiv in eigener Regie erst schaffen müssen.
Zwar gelingt ihnen dies in gewisser Weise und ist das Ergebnis ihrer Entwicklung, der Reichtum, in der Tat eine Art von Wiederherstellung des ursprünglichen Seins und Reproduktion der anfänglichen Wirklichkeit – wovon ja maßgeblich die für die übrigen Subjekte äußerst schmerzliche Tatsache zeugt, dass der Reichtum nicht sie als ebenso sehr seine Nutznießer wie seine Erzeuger gelten lässt, sondern als seinen wahren Adressaten das andere Subjekt auf den Plan ruft, sich letzterem zuwendet und als sein Objekt zueignet, statt sich ersteren zu ergeben und als ihnen gehöriges Produkt zu präsentieren. Aber gleichzeitig gelingt ihnen im Reichtum das ursprüngliche Sein und die anfängliche Wirklichkeit nur in gewisser Weise oder nicht eigentlich, nicht wirklich, zu reproduzieren, weil die Reproduktion ja nolens volens Produkt und Bestandteil der von ihnen getragenen phantasmagorischen Entwicklung ist, im Rahmen ihrer vom Zustand der ursprünglichen Identität wegführenden Scheinprogression erscheint und insofern zwar für sie, die übrigen Subjekte, auf jene ursprüngliche Identität des anderen Subjekts verweist oder vielmehr sie zum Vorschein bringt und sich ihr anheim gibt, für das andere Subjekt aber, das solcher Reproduktion gar nicht bedarf, weil es das ursprüngliche Sein ja unmittelbar hat und über die anfängliche Wirklichkeit jenseits aller von den übrigen Subjekten verfolgten Entwicklung und Progression verfügt, ebenso irrelevant und in der Tat nichtexistent bleibt wie die ganze zu ihr führende Entwicklung selbst, die gesamte in ihr kulminierende Progression als solche.
Wie mit anderen Worten die als Reichtum erscheinende Reproduktion des ursprünglichen Seins für die übrigen Subjekte diese eigentümliche Authentizität beweist, das andere Subjekt als seinen wahren Nutznießer und Adressaten auf den Plan zu rufen, so bleibt für dies auf den Plan gerufene andere Subjekt die Reproduktion hingegen untrennbarer Teil der Scheinentwicklung, in die sich die von der ursprünglichen Identität und anfänglichen Realität des anderen Subjekts abgefallenen übrigen Subjekte verlaufen, und erweist sich für ihn als ebenso bedeutungslos, offenbart sich vor ihm als ebenso nichtig wie die ganze, in ihr kulminierende Scheinentwicklung selbst. Genau diese Bedeutungslosigkeit und Nichtigkeit, in der sich der aus der Scheinprogression der übrigen Subjekte hervorgehende Reichtum, aller ihm von den übrigen Subjekten vielmehr attestierten evokativen Energie und restitutiven Evidenz zum Trotz, darbietet, kommt in der Indifferenz und Negativität zum Ausdruck, mit der das andere Subjekt diesem es als den wahren Anfang evozierenden, als die wirkliche Identität restituierenden Reichtum begegnet.
Und genau jene, durch die Gleichgültigkeit und unendliche Negation des anderen Subjekts bezeugte Bedeutungslosigkeit und Nichtigkeit des Reichtums ist es, die seinen unglücklichen Schöpfern, den durch die unverhoffte Wendung, die er nimmt, die unvermittelte Reflexion, die er vollzieht, bereits hinlänglich frustrierten übrigen Subjekten, den Rest gibt. Bezöge sich das ex improviso des Reichtums auftauchende andere Subjekt affirmativ auf letzteren als auf sein sich ihm ebenso sehr zu eigen gebendes wie zuwendendes wahres Sein, erkennte es im Reichtum definitiv die ihm kraft seiner anfänglichen Existenz und ursprünglichen Identität ebenso sehr zustehende wie zufallende gediegene Wirklichkeit, bei all ihrer logischen Unmöglichkeit, die darin läge, dass das am Anfang der Entwicklung stehende und in ihr vergangene Subjekt am Ende der Entwicklung wieder erschiene und Gegenwart würde, um das objektive Resultat der Entwicklung als sein Erbteil in Besitz zu nehmen – bei all dieser chronologischen Widersinnigkeit also könnte die Situation den als Trägern der Entwicklung fungierenden übrigen Subjekten doch immerhin noch psychologisch erträglich erscheinen. Zwar müssten sie sich übel um den Lohn ihrer Arbeit, den Preis der von ihnen getragenen Entwicklung, geprellt vorkommen, aber sie könnten doch immerhin den objektiven Stolz des Schöpfers empfinden, der, was anderen zufällt und zugute kommt, ersonnen und geschaffen hat.
Was der Situation des vor dem Resultat der Entwicklung, dem Reichtum, als dessen wahrer Herr und Eigner auftauchenden anfänglichen Subjekts und ursprünglichen Prinzips ihre logische Möglichkeit verleiht, dass nämlich zwischen jenem ursprünglichen Prinzip und der im Reichtum resultierenden Entwicklung gar keine chronologische Kontinuität besteht, dass sich vielmehr die von den übrigen Subjekten getragene Entwicklung mitsamt ihrem Resultat einem Abfall vom ursprünglichen Prinzip verdankt, von dessen eigener Chronologie und generischer Realität absolut verschieden ist und sich zu dieser, metaphorisch gesprochen, wie Traum zur Wirklichkeit oder Schein zum Sein verhält – eben das lässt nun die Situation für die übrigen Subjekte zur kruzifikatorischen Prüfung und in der Tat unerträglichen Belastung werden. Es bedeutet nämlich, dass dem historisch-ontologischen Sprung, der das ex improviso des Reichtums auftauchende andere Subjekt von den übrigen Subjekten und ihrer Entwicklung trennt, eine nicht minder unüberbrückbare empirisch-objektlogische Kluft korrespondiert, die das Sein des anderen Subjekts von dem Reichtum trennt, in dem die Entwicklung der übrigen Subjekte kulminiert und vor dem das andere Subjekt auftaucht.
Weit entfernt davon, dass das Auftauchen des anderen Subjekts vor dem Reichtum diesen als dessen wahres Erbteil und wirkliches Objekt ausweist und also Beleg dafür ist, dass der Reichtum ein Kontaktmittel und Verbindungsglied darstellt, das, wie es einerseits negativ die phantasmagorische Entwicklung und Scheinprogression der übrigen Subjekt an ihr Ende bringt, so andererseits aber auch positiv das wahre Sein des anderen Subjekts reproduziert und als die in seiner Gestalt resultierende ursprüngliche Wirklichkeit erweist – weit entfernt von solch affirmativer Verknüpfungsfunktion ist der Reichtum bloß ex negativo oder für die übrigen Subjekte Reproduktion des wahren Seins, während er für den Herrn des wahren Seins, den er kraft seiner seinsreproduktiven Bedeutung aus Sicht der übrigen Subjekte zur Erscheinung bringt, ganz und gar auf die Seite der ihre phantasmagorische Entwicklung verfolgenden, scheinproduzierenden übrigen Subjekte selbst fällt und ebenso nichtexistent, ebenso nichtig ist wie sie und ihre ganze Entwicklung. Der Reliquie vergleichbar, ist der Reichtum Ende und Revokation des Falschen und Scheins, ohne doch deshalb im mindesten Repristination oder Restitution des Wahren und Wirklichen zu sein, ist er mit anderen Worten Erinnerung an das ursprüngliche Sein, sprich, dessen Repräsentation oder Symbol, und dabei aber doch durch seinen bloßen Erinnerungscharakter vom ursprünglichen Sein unendlich verschieden, durch seine bloß repräsentative Natur, seine bloß symbolische Beschaffenheit, von der Wirklichkeit, die er repräsentiert, die er symbolisch bedeutet, unüberbrückbar und im regelrechten Ausschlussverhältnis getrennt.
Das also ist die kruzifikatorische Kränkung, der das ex improviso des Reichtums erscheinende andere Subjekt die übrigen Subjekte aussetzt, dass es ebenso gewiss, wie es im historisch-ontologischen Sprung sie und ihre Entwicklung entwirklicht und als vor seinem Sein verschwindenden Schein entlarvt, das Resultat ihrer Entwicklung, den zu ihm, dem anderen Subjekt, als Wende- oder Umschlagspunkt, als Trope, wegweisenden Reichtum, im empirisch-objektlogischen Bruch entwertet und, all seinem aus ihrer Sicht symbolischen Verweischarakter zum Trotz, in seinen Augen als ein Nichts bloßstellt. Was Wunder, dass die übrigen Subjekte nun alles daransetzen, diese in Gestalt des anderen Subjekts ex improviso des Reichtums okkurrierende absolute ontologische Entwirklichung und objektlogische Entwertung ihres gesamten Tuns und Treibens und seines Resultats, eben des Reichtums selbst, zu verhindern beziehungsweise rückgängig zu machen und in dieser Absicht die Indifferenz und Negativität, mit der das andere Subjekt dem Reichtum und den Aktivitäten seiner Schöpfer begegnet, in eine wie auch immer archaische und kursorische Engagiertheit und Affirmation umzufunktionieren?
In diesem Sinne, nämlich als Bemühen, die ursprüngliche Indifferenz und anfängliche Negativität, mit der ex improviso des Reichtums das andere Subjekt erscheint, in eine die Produktion von Reichtum betreffende konstitutive Rolle und den Reichtum selbst angehende affirmative Haltung zu verkehren, werden nun also im Zuge der oben erwähnten Überlegungen die aus aller Welt bekannten und uns ebenso sehr aus der überlieferten Mythologie der Alten wie aus Volksmärchen und ethnologischen Zusammenhängen vertrauten Heroen- und Stiftungsmythen der Frühzeit sowie die toten- und opferkultlichen religiösen Vorstellungen und Praktiken vorstaatlicher Herrschaften und der ersten staatlich organisierten Zivilisationen interpretiert und verstanden. Keine Frage, dass diese in Mythen, Totenkulten und Opferreligionen ihren Niederschlag findenden Bemühungen um eine Integration des ex improviso des Reichtums auftauchenden anderen Subjekts in eben die Reichtumsbildungsperspektive, in der es auftaucht und die es ad hoc zu revozieren und für null und nichtig zu erklären scheint, von Erfolg gekrönt ist!
Sei's in der mythologischen Form, dass das andere Subjekt sich als archaisch-kursorischer Produzent und Konsument materialen Überflusses vereinnahmen, als originärer Herr des Reichtums dingfest machen lässt, sei's in der totenkultlichen Form, dass es sich in die jenseitige Sphäre, in die es durch Tod entwichen ist, Reichtum nachschicken und den Reichtum dort als sein angestammtes Hab und Gut, seine Heim- und Wohnstatt zuordnen lässt, sei's in der opferkultlichen Form, dass das zu Göttern abstrahierte und neutralisierte andere Subjekt einem als theokratischer Herr firmierenden Stellvertreter Vollmacht über seinen Reichtum verleiht und sich nur gelegentlich im Opferkult seinen Eigentumsanspruch auf den Reichtum bestätigen lässt – so oder so ist es weit entfernt davon, dem von den übrigen Subjekten geschaffenen Reichtum mit der anfänglichen Indifferenz und Negativität seines ursprungsmythischen Pochens auf ein ontologisch anderes Sein und eine objektlogisch wahre Wirklichkeit zu begegnen, und im Gegenteil bereit, diesen Reichtum als sein Hab und Gut, sein Ein und Alles, seine existenzielle Basis und alleinige Wirklichkeit zu akzeptieren.
Der Schatz als Ergebnis eines sekundären, explizit ad usum delphini angestrengten Arbeitsprozesses unterscheidet sich vom materialen Reichtum, dem Resultat des primären Arbeitsprozesses, dadurch, dass er das voraussetzungslos wahre Sein und unmittelbar wirkliche Haben des anderen Subjekts perfekter und adäquater symbolisiert als der materiale Reichtum selbst.
Allerdings – und damit sind wir denn endlich bei der Nutzanwendung unseres retrospektiven Exkurses auf das uns hier eigentlich beschäftigende Problem der allgemeinen, Herrn und Knechte, Prestigegenießer und Prestigegewährer gleichermaßen umfassenden Anerkennung der an sich bloß als Symbol des Prestigeobjekts Reichtum firmierenden Edelmetalle in der Rolle vielmehr eines Prestigeobjekts sui generis, einer der materialen Fülle, für die sie steht, ebenbürtigen, um nicht zu sagen äquivalenten, und insofern mit ihr natürlicherweise austauschbaren Gegebenheit! – geht bei aller mythologisch und religionskultlich durchgesetzten Reaffirmation des Reichtums in der Stellung der auch und gerade für das andere Subjekt maßgebenden Wirklichkeit und verbindlichen Objektivität die vom anderen Subjekt dem Reichtum ursprünglich drohende Entwirklichung zum bloßen Seinssymbol oder Entwertung zu einer das wahre Objekt, für das sie einsteht, ebenso sehr verstellenden wie vorstellenden und ebenso sehr verdrängenden wie repräsentierenden Projektion doch nicht spurlos an ihm vorüber. So sehr sich das andere Subjekt – sei's in der Figur des kursorisch wiederkehrenden Ahns, sei's in der Position des im Totenreich residierenden reichen Toten, sei's in der Gestalt des von seinem Stellvertreter auf Erden Opfer empfangenden olympischen Gottes – auf den von den übrigen Subjekten geschaffenen materialen Reichtum fixiert findet, so sehr weist doch jetzt dieser materiale Reichtum dank der von Indifferenz und Negativität geprägten ursprünglichen Intentionalität des anderen Subjekts eine Doppelbödigkeit und in der Tat Abgründigkeit auf, die ihn selbst zum Mahnmal und Schibboleth eben dessen werden zu lassen droht, was er doch eigentlich zum Verschwinden bringen und aus der Welt schaffen soll: nämlich dass er in der Unmittelbarkeit, in der er sich dem anderen Subjekt darstellt, nicht schon die ganze Wahrheit, nicht bereits alle Wirklichkeit ist und vielmehr kraft der ihm ursprünglich vindizierten Reflexivität auf etwas verweist, das über ihn hinausgeht, ihn transzendiert, etwas durchscheinen lässt, das dazu angetan ist, ihn als bloßen Vorschein, bloße Repräsentanz eines ultimativen Seins, einer alternativen Präsenz zu erweisen.
So sehr mit anderen Worten der Reichtum dank mythologischer oder religiöser Veranstaltungen dazu dient, das andere Subjekt identifikatorisch zu fixieren und als an sein vorgesehenes Objekt oder angestammtes Eigentum zu binden, so sehr tendiert er doch aber zugleich auch dazu, kraft der in ihm fortlebenden, mit ihm perennierenden Erinnerung an ein vor aller mythologischen oder religiösen Veranstaltung vom anderen Subjekt gewahrtes und von ihm, dem Reichtum, damals bloß symbolisch vertretenes beziehungsweise platzhalterisch verdrängtes wahres Sein diese seine objektive Zueignungs- und Bindefunktion selber zu durchkreuzen und das auf ihn fixierte und in den Herrn des Reichtums umfunktionierte, kurz, identisch gemachte andere Subjekt an eben das zu gemahnen oder gar mit eben dem zu konfrontieren, was er ihm doch eigentlich zu verschlagen und vorzuenthalten bestimmt ist. Um diese im Reichtum implizierte spontane Reminiszenz oder wilde Repräsentanz zu unterbinden oder jedenfalls unter Kontrolle zu bringen und also den Reichtum für das zu ihm bekehrte und seiner Objektivität überführte andere Subjekt wirklich zu einem bindenden Anhalt und tragenden Fundament zu machen, bedarf es einer Integration jenes vom Reichtum unwillkürlich repräsentierten anderen Seins in die Reichtumsperspektive selbst, einer Vermittlung jener aus dem hohlen Bauch des materialen Überflusses reminiszierten wahren Wirklichkeit mit den für das Überflusscorpus als solches grundlegenden Entstehungs- und Existenzbedingungen.
Auch wenn es mythologisch oder rituallogisch gelingt, das ex improviso des Reichtums auftauchende andere Subjekt dem von ihm gewahrten und durch den Reichtum bloß symbolisch vertretenen ursprünglichen Sein zu entziehen und dem Reichtum als einem auch für es verbindlichen Realfundament zuzuwenden, erweist sich der Reichtum selbst doch allemal noch als spontanes Mahnzeichen, als symptomatisches Memento jenes ursprünglichen Seins, das in seiner erscheinenden Unmittelbarkeit stets Miene macht, im ontologisch-radikalen Bruch mit dem Reichtum diesen als haltbare Wirklichkeit, als seinshafte Objektivität ad absurdum zu führen und zum nur symbolischen Ausdruck, zu einem das wahre Sein ebenso sehr verdrängenden wie vertretenden bloßen Vorschein zu degradieren und zu entrealisieren. Und deshalb bleibt den Produzenten des Reichtums und Trägern der Reichtumsperspektive, den empirischen Subjekten, gar nichts anderes übrig, als dies ursprüngliche Sein nun von sich aus aufzugreifen und aber dergestalt zu thematisieren, dass es sich, statt im unmittelbar ontologischen Bruch mit dem Reichtum und seinen Bedingungen, vielmehr als eine mit dem Reichtum seinsmäßig vermittelte Existenz konstituiert, sprich, sich als eine bei aller Diskretheit zum Reichtum, in der es erscheinen mag, doch aber in der Kontinuität der Reichtumsperspektive stehende Konsequenz aus den gleichen Entstehungsbedingungen ergibt, aus denen der Reichtum selbst hervorgeht.
In der Tat liegt ja, wie gesehen, das entscheidende Moment von ontologischem Bruch eben darin, dass der Reichtum, indem er ex improviso seines Eintritts das andere Subjekt als seinen wahren Herrn und Eigner auf den Plan ruft, zugleich doch in actu dieses anderen Subjekts sich selbst Lügen straft und nämlich zum bloß resultativen Symbol und verschwindenden Ausdruck eines vom anderen Subjekt in Wahrheit intendierten oder vielmehr reklamierten initiativen Seins und bleibenden Corpus erklärt, mit anderen Worten in actu des anderen Subjekts sich selbst als haltbare Wirklichkeit widerlegt und auf seine nicht etwa nur als chronologische Rückführung, sondern mehr und schlimmer noch als ontologische Zurücknahme wohlverstandene, restlose Ersetzung dringt. Das heißt, es ist das besondere, mit dem Erscheinen des anderen Subjekts ex improviso des Reichtums einhergehende Skandalon, dass, weit entfernt davon, sich für das, was das andere Subjekt in Wahrheit intendiert und als sein Eigen beansprucht, als Voraussetzung oder Grundlage zu erweisen und also für jenes ursprüngliche Sein die Geltung eines richtungweisenden Resultats oder vermittelnden Durchgangsmoments zu behalten, der Reichtum vielmehr uno actu der Wiedereinsetzung jenes ursprünglichen Seins sich selber als Mittel jener Wiedereinsetzung zugleich außer Kraft setzt, für null und nichtig erklärt, ungeschehen macht und also Resultat in dem untypisch radikalen Sinne ist, dass der Rücksprung, den er vermittelt und darstellt, vollkommen genug ist, um zugunsten der repristinierten Unmittelbarkeit und restituierten Unversehrtheit jenes ursprünglichen Seins den echolosen Widerruf der Vermittlungsleistung, die spurlose Tilgung des in ihm, dem Reichtum, verkörperten resultativen Akts mit einzuschließen.
Reminisziert nun aber der mit Mitteln der Mythologie und der Religion dem anderen Subjekt erfolgreich als sein verbindliches Objekt und grundlegendes Eigentum vindizierte Reichtum quasi spontan jenes ursprüngliche Sein, das diese seine Verbindlichkeit und Grundlegungsfunktion Lügen zu strafen droht, und zwingt er deshalb dazu, das ursprüngliche Sein mit seiner Objektperspektive zu vermitteln und in seinen eigentümlichen Konstitutionsrahmen zu integrieren, so liegt auf der Hand, dass vordringliche Aufgabe solcher Vermittlung und Integration die Entschärfung jenes als ontologischer Bruch erscheinenden Skandalons einer Entwirklichung des das ursprüngliche Sein ostentierenden Reichtums zum in der Ostentation verschwindenden Schein, die Neutralisierung jenes alles erschütternden Widerfahrnisses einer Entwertung des auf den wahren Anfang zurückkommenden Resultats zum im Resultieren sich revozierenden und als absolut vergänglich erweisenden Übergangsobjekt sein muss. Die vordringliche Aufgabe der Eingliederung des vom Reichtum in rücksichtsloser Selbstverleugnung oder vielmehr absoluter Selbstzurücknahme zum Vorschein gebrachten wahren Seins in die Reichtumsperspektive selbst muss mit anderen Worten darin bestehen, dies wahre Sein nicht als ein den Reichtum pauschal ersetzendes, zum Irrtum und Schein erklärendes, verschwinden machendes Etwas gelten zu lassen, sondern es vielmehr als den Reichtum spezifisch voraussetzendes und aber diese seine Voraussetzung ebenso wohl überschreitendes, sie hinter sich lassendes und zu seiner Existenz aufhebendes Objekt in Szene zu setzen.
In der klassischen Manier einer Überführung abstrakt-unendlicher Negativität in ein konkret-kritisches, bestimmt-negatives Verhältnis gilt es nachzuweisen, dass entgegen dem unmittelbaren Anschein das vom Reichtum spontan reminiszierte und ihn zum bloßen Symbol seiner unvergleichlichen Wirklichkeit zu entwerten neigende wahre Sein im Prinzip oder in genere auf dem gleichen Boden entsteht und gedeiht wie der Reichtum selbst, dass es allerdings im Resultat oder in specie des als unmittelbares Produkt aus den gemeinsamen Entstehungsbedingungen hervorgegangenen Reichtums diesen zugleich als solchen negiert, ihn in seiner Unmittelbarkeit verwirft, um ihn mit der Konsequenz seiner weiteren Vervollkommnung über sich selbst hinauszutreiben, ihn im Sinne seiner schließlichen Vollendung als solchen aufzuheben. Weit entfernt davon, dass das ursprüngliche Sein den Reichtum mitsamt seinen Entstehungsbedingungen kurzerhand absetzt und revoziert, setzt es dies alles in die Länge und Breite des von den übrigen Subjekten getragenen Reichtumsentstehungsprozesses vielmehr voraus und reaffirmiert es, um dann unter solcher Voraussetzung aus den im Prinzip gleichen Entstehungsbedingungen wie der Reichtum selbst als eine im Effekt des Reichtums perfektere Version seiner Wirklichkeit, eine vollkommenere Gestalt seines unmittelbaren Daseins, eben als das ihn in sich reflektierende, ihn zu sich aufhebende wahre Sein hervorzugehen und in Erscheinung zu treten.
Die im Prinzip oder in genere gleichen Entstehungsbedingungen wie der Reichtum hat also das diesen ebenso sehr aufhebende wie übertrumpfende wahre Sein, weil und insofern es dem gleichen von den übrigen Subjekten getragenen und absolvierten Arbeitsprozess entspringt wie der Reichtum selbst, weil und insofern es nicht anders als der letztere dem körperlichen und geistigen Einsatz der übrigen Subjekte, ihrer handgreiflichen und intellektuellen Auseinandersetzung und Beschäftigung mit der äußeren nichtmenschlichen Natur, ihrer Entfaltung und Ausbildung natürlicher Gegebenheiten zu einer durch Menschenhand vermittelten und für menschliches Bedürfnis hergerichteten Objektivität entspringt. Eine im Resultat oder in specie des Reichtums andere Bewandtnis aber hat es mit jenem im Prinzip gleichen, nur eben jetzt als Entstehungsbedingung für das wahre Sein firmierenden Arbeitsprozess, weil und insofern das Resultat oder die Spezies des Reichtums das ex improviso seiner auftauchende und mit mythologischen oder rituellen Mitteln als Herr und Eigner auf ihn vereidigte andere Subjekt ist, unter dessen Auspizien und in dessen Perspektive der Arbeitsprozess nun voll und ganz steht.
Statt zum Reichtum zu führen und ex improviso des Reichtums das andere Subjekt hervorzutreiben beziehungsweise als reichtumsspezifisches Phänomen zu erhalten, nimmt mit anderen Worten der Arbeitsprozess dies in specie des Reichtums auftauchende, als die Spezies des Reichtums in Szene gesetzte andere Subjekt selbst mit seinen spezifischen Bedürfnissen zum Dreh- und Angelpunkt, quasi zum Transzendental, seines Procedere, um eine diesem seinem A und O, seinem Ausgangs- und Zielpunkt, gemäße Objektivität hervorzubringen. Statt gleichermaßen den Grund für die Existenz des anderen Subjekts zu legen und seinem Dasein den Bestand zu sichern – dieser Grund und Bestand ist mit dem Reichtum ja bereits geschaffen, mit dem Überfluss an leiblich-seelischen Befriedigungsmitteln je schon vorausgesetzt –, dient jetzt vielmehr der Arbeitsprozess dazu, auf der Basis solcher existenziellen und bestandssichernden Voraussetzung für das andere Subjekt eine ihm als dem Herrn des Reichtums spezifisch korrespondierende, auf ihn als den im Überfluss Lebenden eigens gemünzte und eben deshalb als sein wahres Sein firmierende Wirklichkeit zu kreieren.
Dabei liegt der auf das andere Subjekt als solches gemünzte spezifische Charakter, das Herrengutförmige, kurz, die Wahrhaftigkeit jenes dem Arbeitsprozess ab initio und sub specie des anderen Subjekts entspringenden wahren Seins nicht etwa, wie auf den ersten Blick vermutet werden könnte, in einer qualitativ besonderen, eigentümlich herrschaftlichen Natur der Bedürfnisse, die es befriedigt. Sowenig sich der Reichtum, in dessen Kreation die wachsende Produktion von Subsistenzmitteln kulminiert, von den letzteren qualitativ oder der bedürfnisbezogenen Beschaffenheit nach unterscheidet, sosehr es im Prinzip dieselben Bedürfnisbefriedungsmittel und materiellen Güter sind, die von den übrigen Subjekten in Gestalt von Subsistenzmitteln und in der Form von Reichtum hervorgebracht werden, sowenig besteht nun auch zwischen dem wahren Sein, das auf Basis des vorhandenen Reichtums der Arbeitsprozess hervorzubringen dient, und dem Reichtum selbst eine qualitative Differenz, sosehr sind es die im Prinzip gleichen und nämlich dem anderen mit den übrigen Subjekten gemeinsamen beziehungsweise zwischen ihnen austauschbaren Bedürfnisse, die das auf rein quantitativem Wege in die Maßbestimmung des Reichtums übergehende und vielmehr umschlagende Subsistenzmittelrepertoire und das dem Arbeitsprozess auf der Basis vorhandenen Reichtums entspringende und spezifisch dem Herrn des Reichtums vorbehaltene wahre Sein zu befriedigen dienen.
Mögen auch, oberflächlich betrachtet, die Bedürfnisbefriedigungsmittel, die als durch das A und O der herrschaftlichen Existenz bestimmtes und in diesem Sinne wahres Sein jenem sekundären, auf der Voraussetzung bereits vorhandenen Reichtums fußenden Arbeitsprozess entspringen, den Eindruck besonderer, auf spezifisch herrschaftliche Bedürfnisse gemünzter und insofern qualitativ von den übrigen Subsistenzmitteln und Gebrauchsgütern unterschiedener, exklusiv ad usum delphini geschaffener Objekte erwecken – diese den Produkten des sekundären Arbeitsprozesses anhaftende Suggestion einer auf exklusiv herrschaftliche Bedürfnisse abgestellten Objektivität verdankt sich eher dem Zwang, das wahre Sein als solches sinnenfällig werden zu lassen, es vom normalen Reichtum, dem aus dem primären Arbeitsprozess hervorgehenden Überfluss an leiblich-seelischen Befriedigungsmitteln, unterscheidbar zu machen, als dass sie tatsächlich Ausweis und Realisierung von nur der Herrschaft eigenen, ihr allein vorbehaltenen Bedürfnissen wäre. Mag, was der sekundäre Arbeitsprozess, der mit seinen Produkten die Erzeugnisse des primären Arbeitsprozesses, den Reichtum, übertrumpft und zum wahren Sein eines nicht nur unwillkürlich in der Existenz des Herrn resultierenden, sondern sie mehr noch gezielt in sich reflektierenden Herrenguts vollendet – mag also, was dieser sekundäre Arbeitsprozess hervorbringt, im Vergleich zum normalen Reichtum, den im Überfluss vorhandenen Subsistenzmitteln und Konsumgütern, aparter, raffinierter, sublimer, ästhetischer sein, mag es weniger sinnliche, greifbare, triebhafte Gelüste stillen und feinsinnigeren, beschaulicheren, empfindsameren Vergnügen dienen, im Prinzip bleiben diese ästhetisch-sublimeren, spirituell-obliqueren Freuden jenes spezifisch als Herrengut hervorgebrachten, explizit ad usum delphini bestimmten wahren Seins nicht weniger als die sinnlich-gröberen, materiell-direkteren Befriedigungen der in Reichtum kulminierenden Subsistenzmittel und Konsumgüter allen Subjekten unterschiedslos zugänglich und können Gegenstand ihres wenn nicht aktuellen, so doch potenziellen Bedürfnisses sein. Ihre enge Assoziation mit der herrschaftlichen Sphäre verdanken diese Produkte des sekundären Arbeitsprozesses also nicht einer entsprechend aparten, qualitativ eigentümlichen herrschaftlichen Bedürfnisstruktur, sondern, wie gesagt, bloß dem Erfordernis, das von ihnen verkörperte wahre Sein als eine von den Subsistenzmitteln und Konsumgütern, die den normalen Reichtum bilden, unterschiedene Objektivität augenfällig werden zu lassen.
Im Sinne eines eigens auf den Herrn des Reichtums gemünzten wahren Seins, einer nicht bloß blind in ihm resultierenden, sondern ihn bewusst reflektierenden Objektivität wesentlich von den Erzeugnissen des primären Arbeitsprozesses unterschieden sind die Produkte des sekundären Arbeitsprozesses nicht durch die qualitativen Bedürfnisse, die sie zu befriedigen dienen, sondern durch ein vergleichsweise quantitatives Moment, nämlich durch die Dauer und Nachhaltigkeit, die Beständigkeit und Endgültigkeit, mit der die Bedürfnisse, die sie zu befriedigen dienen, von ihnen befriedigt werden. Tatsächlich ist das Besondere der die herrschaftliche Existenz als solche reflektierenden und insofern als das wahre Sein der Herrschaft firmierenden Produkte des sekundären Arbeitsprozesses nicht, dass sie exklusiv herrschaftliche Bedürfnisse befriedigen, sondern dass sie Bedürfnisse, die aktuell oder potenziell jedermanns Bedürfnisse sind, in einer exklusiv herrschaftlichen Manier befriedigen, nämlich so, dass mit der Befriedigung das Versprechen zeitloser Dauer und unverbrüchlichen Bestands verknüpft ist, weil sie, die Produkte selbst, von unverwüstlicher Haltbarkeit, wie für die Ewigkeit gemacht, erscheinen. Was mit anderen Worten die Produkte des sekundären Arbeitsprozesses von den als unmittelbarer Reichtum erscheinenden Produkten des primären Arbeitsprozesses wesentlich unterscheidet und was ihnen ihre, die unmittelbare Fülle materialen Reichtums gleichermaßen übertrumpfende und vollendende Wahrhaftigkeit als herrschaftskonformes Sein, Herrengut sans phrase, verleiht, ist dies, dass sie, einmal geschaffen, dem Bedürfnis unbegrenzt zur Verfügung stehen, seinem konsumtiven Zugriff, seinem Verzehr, standhalten, statt von ihm weggeschafft, nämlich aufgebraucht und zum Verschwinden gebracht zu werden, dass sie also Befriedigung gewähren, ohne dass diese Befriedigung sie verzehrt und deshalb ihre Ersetzung durch andere und weitere Produkte ihrer Art, mithin aber auch neue, auf ihre Substitution gemünzte sekundäre Arbeitsprozesse, unbedingt erforderlich werden lässt.
Spätestens an diesem Punkt unserer Überlegungen dürfte klar sein, woran wir in specie denken, wenn wir generalisierend von sekundären Arbeitsprodukten reden, die den Zweck erfüllen, das wahre Sein des ex improviso des Reichtums auftauchenden anderen Subjekts, das als vom Reichtum symbolisierte Wirklichkeit diesen ja eigentlich absolut negiert, sprich, ontologisch zurücknimmt, vielmehr in die Reichtumsperspektive zu integrieren und als mit der Reichtumsproduktion nicht nur vereinbare, sondern mehr noch aus ihr konsequierende Objektivität sichtbar und darstellbar werden zu lassen. Spätestens an diesem Punkt dürfte klar sein, dass mit der Rede von sekundären Arbeitsprodukten nichts anderes als jene Preziosen oder Edelmetalle, jene geschmiedeten und gemünzten, geprägten und gefassten Juwelen oder Gold- und Silberschätze gemeint sind, die wir oben bereits als typisches Herrengut, als herrschaftliches Sozialprestige verleihende, weil für das, was den Herrn macht, für materialen Reichtum, Überfluss an Subsistenzmitteln und Konsumgütern, einstehende Erzeugnisse identifiziert haben.
Tatsächlich ist ja genau das, was wir zu einem den exklusiven Bezug zur Herrschaft konstituierenden wesentlichen Merkmal der Produkte des sekundären Arbeitsprozesses erklärt haben, ihre Unverwüstlichkeit, ihre dem konsumtiven Verzehr trotzende Beständigkeit, auch und gerade auszeichnendes Charakteristikum jener Preziosen und Edelmetalle. Was die Herrschaft an Preziosen und Geschmeide, an Juwelen, Gold und Silber in gefasster, geschmiedeter, geprägter oder gemünzter Form erwirbt und ihrer Schatzkammer einverleibt, zeichnet sich durch seine vergleichsweise untilgbare Wirklichkeit aus, durch seinen relativ bleibenden Wert, dadurch, dass es die Sinne erfreut und die mittels ihrer geltend gemachten Bedürfnisse befriedigt, ohne doch in der Erfüllung der Befriedigungsaufgabe sich selbst zu verzehren und zugrunde zu richten, ohne also jenem konsumtiven Verhängnis zu erliegen, dem die Produkte des primären Prozesses, die normalen Subsistenzmittel und Konsumgüter, unterworfen sind – dem Verhängnis, Bedürfnisse nur um den Preis des eigenen Verschwindens und der daraus konsequierenden Notwendigkeit neuer Arbeitsanstrengungen und Produktionsprozesse zur Ersetzung des Verschwundenen, zur Wiederbeschaffung des Verzehrten befriedigen zu können. Anders als die Erzeugnisse der primären Arbeitsprozesse kann der Herr des Reichtums die Produkte der sekundären Arbeitsprozesse, die Preziosen und Edelmetalle, immer wieder aus der Schatzkammer holen und sich an ihnen erfreuen, seinen ästhetischen oder sonstigen sublimen Genuss an ihnen haben, ohne dass sie sich unter der Hand dieses Genusses rasch oder auch nur allmählich, jedenfalls aber unaufhaltsam, abnutzen, auflösen, verbrauchen. Anders als die normalen Subsistenzmittel und Konsumgüter sind die dem herrschaftlichen Schatz zuzurechnenden Artikel, zumindest nach menschlichen Maßstäben gebrauchswertbeständig, unbegrenzt haltbar, durch ihren Konsum nicht aus der Welt zu schaffen, und entbinden insofern von der Notwendigkeit, sie durch immer neue Verausgabungen von Arbeitskraft immer neu hervorzubringen, immer neu in die Welt zu setzen.
So sehr aber diese Gebrauchswertbeständigkeit die Preziosen von den normalen Subsistenzmitteln und Konsumgütern unterscheiden mag, so wenig scheint sie doch auf den ersten Blick geeignet, ein klar erkennbares Unterscheidungskriterium zu bilden, wenn die normalen Lebens- und Bedürfnisbefriedigungsmittel nicht als unmittelbar solche, sondern per medium des besonderen Aggregatszustandes auftreten, der sie, wie einerseits zum Schauplatz der Epiphanie des anderen Subjekts, so andererseits zu dessen ostentativem Gegenstand und exklusivem Eigentum macht, wenn sie mit anderen Worten als partout herrschaftliches Phänomen, als Reichtum, Fülle erscheinen. Schließlich ist ja genau dies als auszeichnendes Charakteristikum des Reichtums oben konstatiert worden, dass er im Unterschied zu den normalen, nicht schon in seiner Maßlosigkeit aufgegangenen, in ihm als neuer Maßbestimmung aufgehobenen Subsistenzmitteln dem Verzehr trotzt, dem Verbrauch standhält, dass er als Reichtum, als schiere Fülle genügend Haltbarkeit, hinlängliche Immunität gegen den Schwund beweist, um nicht länger mehr wie die Subsistenzmittel bloß Mittel zur Regeneration der Arbeitskraft, bloß die je verschwindende Mitte sich wiederholender Arbeitsprozesse, bloß der Dreh- und Angelpunkt eines in unabschließbarer Folge fortlaufenden Zirkels sich zu ihm verausgabender und aus ihm wieder erholender Aktivität zu sein, sondern vielmehr als der endgültige Zweck eben jener in ihm als Tätigkeit sistierten, in seinem resultativen Sein als Prozess suspendierten Anstrengung und Arbeit zu erscheinen. Von daher scheint auf den ersten Blick das, was den Produkten des sekundären Arbeitsprozesses hier als auszeichnendes Charakteristikum attestiert wird, ihre weiterer Arbeit überhebende, weil dem Schwund trotzende Unerschöpflichkeit und quasi unmittelbare Gegebenheit, eher etwas zu sein, was sie mit den Erzeugnissen des primären Arbeitsganges verbindet, als dass es sie von ihnen trennte.
Bei aller generischen Identität, die demnach die als preziöser Schatz figurierenden Produkte des sekundären Arbeitsprozesses und die als voluminöser Reichtum firmierenden Erzeugnisse des primären Arbeitsganges eint, bleibt allerdings eine spezifische Differenz zwischen beiden zu konstatieren – und auf sie kommt es am Ende an! Anders als beim speziell ad usum delphini intendierten Schatz ist beim generell als Herrengut definierten Reichtum die konsumtive Haltbarkeit oder Gebrauchswertbeständigkeit keine qualitative, die Natur und Beschaffenheit der einzelnen Objekte prägende Eigenschaft, sondern eine quantitative, das Verhalten und die Bewandtnis der Objektivität insgesamt determinierende Disposition. Das heißt, die Haltbarkeit und Beständigkeit ist beim Reichtum nicht wie beim Schatz der Tatsache geschuldet, dass jedes einzelne Objekt dank seiner materiellen Realität und individuellen Gediegenheit dem Verzehr trotzt und eine vom Schwund unbetroffene Sichselbstgleichheit an den Tag legt, sondern bloß dem Umstand geschuldet, dass die Masse der dem Verzehr durchaus erliegenden, gegen Schwund ohne weiteres anfälligen Objekte oder vielmehr Exemplare groß genug ist, um für jedes durch seinen Konsum verschwundene Exemplar Ersatz bereitzuhalten und so denn, aufs Ganze der Befriedigungsmittel, auf sie als Gattung, gesehen, in der Tat eine Art von Unverwüstlichkeit, von unerschöpflicher Verfügbarkeit unter Beweis zu stellen. Anders als beim Schatz und den preziösen Artikeln, aus denen er besteht, ist es mit anderen Worten nicht die innere Konstitution oder qualitative Natur, was der als Reichtum firmierenden normalen Fülle an Subsistenzmitteln und Konsumgütern ihren Anschein von aus aller Lebensnot befreiender Dauer und jeden Mangels überhebendem Bestand verleiht, sondern bloß die äußere Konstellation oder quantitative Häufung, in der sie auftreten und dem Bedürfnis zur Verfügung stehen.
Und entsprechend different ist demnach auch die Art und Weise, wie in den beiden Erscheinungsformen einer der künftigen Arbeit und Anstrengung überhebenden Fülle, eines die weitere Verausgabung von Kraft erübrigenden, weil als Füllhorn funktionierenden Quells von Kraft, kurz, im Reichtum und im Schatz, die Negation und Aufhebung jener in der einfachen Reproduktion des menschlichen Lebens der Erholung ebenso sehr vorangehenden wie folgenden Verausgabung, jener im Normalfall kollektiver Subsistenz für die Kräftigung und Befriedigung ebenso sehr vorausgesetzten, wie sie zur Voraussetzung habenden Anstrengung und Arbeit sich darstellt. Im Reichtum ist die Arbeit bloß abgeschafft und eliminiert, das heißt, sie ist aufgehoben in dem unspezifischen Sinne, dass sie ad infinitum der quantitativen Fülle oder des positiven Bestands, als der sich der Reichtum in toto seiner Exemplare erweist, entbehrlich ist und sich erübrigt. Im Schatz hingegen ist die Arbeit regelrecht widerlegt und als entbehrlich vorgestellt, das heißt, sie ist aufgehoben in der pointierten Bedeutung, dass sie sich ad finem der qualitativen Vollkommenheit oder definitiven Beständigkeit, die der Schatz in jedem seiner Artikel beweist, als erledigt und ad acta gelegt präsentiert.
Zwar ist der modus perfectus des Ad-acta-legens dem Reichtum und dem Schatz im modalen Prinzip gemeinsam und unterscheidet beide vom Subsistenzmittel und dem imperfekten Modus, dem letzteres entspringt. Während die Arbeit oder Aktivität, die zum Subsistenzmittel führt, von diesem bloß vorübergehend ersetzt oder zeitweilig abgelöst wird, während hier mit anderen Worten das Sein der Subsistenz das Tun ihrer Produktion bloß topologisch überlagert oder chronologisch verdrängt, ohne dass dabei ein wirklicher Perspektivenwechsel stattfände, ohne dass in der Konsequenz des Tuns dessen Sphäre transzendiert und in die neue Seinserfahrung übersetzt würde, ohne dass im Resultat der Arbeit deren Standpunkt oder besser Verlaufsform aufgegeben und aus Sicht der erreichten Subsistenz grundlegend revidiert würde, findet bei der Arbeit oder Aktivität, die in Reichtum einmündet oder in der Schatzbildung resultiert, eben solch ein Perspektivenwechsel statt: Das Imperfekt des "war", dessen Erinnerung vielmehr je schon Wiederholung und das in der Tat lebendiges Geschehenes, gelebte Vergangenheit ist, weil es genug Dringlichkeit und Präsenz beweist, um mit seinem Eintreten die Gegenwart, in die es vormals überging, zurückzunehmen und als um seiner Wiederholbarkeit, um seiner Existenz als lebendiger Vergangenheit willen ungeschehen Gemachtes zu setzen und in der Unmittelbarkeit eines erneut zu realisierenden Projekts und abermals zu erreichenden Ziels zu reproduzieren – dies imperfekte, unabgeschlossene "war" weicht nun beim Reichtum oder Schatz dem Perfekt des "ist gewesen", wo die vergangene Aktivität oder Arbeit in der Tat als durch ihre eigene Hervorbringung unwiederbringlich gesetzter Vorgang, als durch ihr Ergebnis unwiederholbar gemachtes Geschehen erscheint, weil dies Ergebnis, die aus der vergangenen Aktivität oder Arbeit hervorgegangene lebendige Gegenwart, das "ist", beständig und beherrschend, kurz, präsent genug ist, um die zu ihr führende Vergangenheit als fortdauernden Modus, als eigenständige Voraussetzung, als außerhalb bleibende Ursache zurückzunehmen und in ihm, dem Ergebnis, ein- für allemal verschwunden sein zu lassen, weil mit anderen Worten das dem vergangenen Tun entsprungene gegenwärtige Sein aus unmittelbar eigener Kraft so dauerhaft sich behauptet, aus akut eigenem Bestand so beständig sich zeigt, dass es das vergangene Tun als in seinem beständigen Präsens unwiderruflich absentierte, als seinem Seinsbestand unauflöslich inkorporierte Modalität darbietet und, wenn überhaupt, jene an sich äußere Ursache seines Eintretens höchstens noch als innere Bedingung seiner fürsichseienden Existenz, jene vormals eigenständige Voraussetzung seines Entstehens einzig und allein noch als einen sein Bestehen untermauernden Bestandteil, als Konstitutiv, kurz, jenes chronische Werden von etwas, das durch sein Sein nichts als immer wieder Werden ermöglicht, äußerstenfalls noch als "gewesen", als Wesenszug, als zeitloses Moment von etwas, das in solchem Moment nichts als immer nur sich selbst realisiert, zur Geltung kommen und in Erscheinung treten lässt.
Genau in diesem "höchstens noch", diesem "einzig und allein noch", diesem "äußerstenfalls noch" liegt nun aber die entscheidende Differenz zwischen Schatz und Reichtum. So sehr im modalen Prinzip den Gütern des primären und des sekundären Arbeitsprozesses herrschaftlicher Bestimmung, dem Reichtum und dem Schatz, dieser Perspektivenwechsel von einem Tun, das sich mittels des Seins, das es aus sich heraussetzt, immer nur als solches reproduziert, zu einem Sein, das jenes Tun als ein- für allemal abgetan in sich zurücknimmt und so als seine Voraussetzung unwiederholbar zum Verschwinden bringt – so sehr also im modalen Prinzip dem Reichtum in genere, der Güterfülle, und dem Reichtum in specie, dem Schatz, dieser perfekte Modus gemeinsam ist, so sehr zeigen sich doch aber in der realen Ausführung des modalen Prinzips die beiden voneinander unterschieden.
Während sich nämlich beim Reichtum als materialer Fülle das Perfektsein des Tuns, das Erledigtsein der Arbeit, darin erschöpft, dass das vergangene Tun im gegenwärtigen Sein, die vollbrachte Arbeit im erzielten Ergebnis schlicht zugrunde gegangen und verschwunden ist, das Imperfekt sich im Präsens unwiederbringlich verloren, unauffindbar vertan hat, während also beim Reichtum sans phrase die vorausgesetzte Aktivität und Arbeit in der bloßen Masse, dem quantitativen Bestand, der unerschöpflich äußeren Gegebenheit dessen, was sie zutage gefördert hat, einfach nur untergegangen und verschwunden, kurz, unter der Leibesfülle ihres Produkts begraben oder in ihr vergessen ist, verschafft sich beim Schatz als preziöser Vollkommenheit jenes Perfekt- und Erledigtsein der Arbeit mehr noch eine eigene Ausdrücklichkeit und Präsenz, indem sich das Verschwundene als Verschwundenes in der schieren Gediegenheit, der qualitativen Beständigkeit, der unauflöslich inneren Beschaffenheit des Arbeitsergebnisses sinnenfällig kundtut, indem das Vergessene als Vergessenes in der körperlichen Haltbarkeit und realen Beharrlichkeit des regalen Artikels zugleich doch zum Vorschein kommt, sich als durch die Leibesfülle Vernichtetes ebenso wohl leibhaftig gesetzt, als das ein- für allemal Vergessene ebenso wohl in nicht minder bleibende Erinnerung gebracht erweist.
Während sich mit anderen Worten das zum materialen Reichtum evolvierte Subsistenzmittel damit bescheidet, mit seiner heteronomen Voraussetzung, der Arbeit, die den Reichtum geschaffen hat, in einfacher Verneinung oder refutativer Elimination seinerseits nichts mehr zu schaffen zu haben und sie in dem toto coelo anderen oder allgegenwärtig neuen Sein, das es kraft seiner qua Reichtum aller heteronomen Voraussetzung überhobenen Sichselbstgleichheit nunmehr ist, unwiederholbar verschwunden sein zu lassen und einem unwiderruflichen Vergessen zu überantworten, legt es das zum preziösen Schatz elaborierte Subsistenzmittel mehr noch darauf an, im unendlichen Urteil oder in reflexiver Revokation diese vom Reichtum dem Vergessen überantwortete Voraussetzung, die Arbeit, aus der Versenkung des Reichtums wieder hervorzuholen, sie dem Vergessen noch einmal zu entreißen, um sie vielmehr in seiner durch unvergängliche Beständigkeit ausgezeichneten Faktizität als das ein- für allemal aus der Welt Geschaffte explizit und erkennbar zu machen, sie in seiner von untilgbarer Gediegenheit zeugenden Gestalt als eine in deren Präsens für nichts erklärte Modalität, ein ex negativo einer zeitlosen Vergangenheit gesetztes Perfekt, einen zur Fehlanzeige seiner selbst geratenden Wesenszug erinnerlich und gegenwärtig werden zu lassen.
Im Unterschied zum materialen Reichtum selbst bringt also der preziöse Schatz eben das, was den materialen Reichtum zum bloßen Symbol eines im anderen Subjekt, das ex improviso seiner auftaucht, ostentierten anderen Seins und wahren Habens werden lässt, auf den in der preziösen Gestalt und Faktizität dingfest und sinnenfällig gemachten entscheidenden Punkt voraussetzungslosen Gegebenseins und unmittelbaren Bestehens und erweist sich insofern als die exaktere Reproduktion oder der vollkommenere Repräsentant, kurz, als das wirklichkeitsgetreuere Symbol jener anderen Wirklichkeit. Schließlich ist ja, wie gesehen, entscheidendes Merkmal jener vom anderen Subjekt, das der Reichtum auftauchen lässt, im ontologischen Sprung reklamierten anderen Wirklichkeit, dass sie sämtliche für den Reichtum grundlegende Entstehungsbedingungen, sprich, den ganzen zum Reichtum führenden Produktionsprozess nicht nur wie der eben deshalb auch bloß als ihr Symbol figurierende Reichtum aposteriori revoziert, im Resultat für ein- für allemal abgetan und erledigt erklärt, sondern mehr noch apriori ignoriert, im Prinzip und in alle Ewigkeit gar nicht erst vorsieht, überhaupt nicht kennt, dass sie also nicht bloß durch ihr Dasein Voraussetzungslosigkeit suggeriert und prätendiert, sondern mehr noch das voraussetzungslose Dasein ist und bleibt, nicht bloß Unmittelbarkeit als präsent verkörpert und darstellt, sondern mehr noch sich als das unmittelbare Präsens präsentiert und beweist.
Und von daher gesehen, ist der elaboriert preziöse Schatz, der im Unterschied zum simplen materialen Reichtum dies Nichts an Entstehungsprozess oder voraussetzungslose Gegebensein, dies Abwesen aller Arbeit und Anstrengung oder unmittelbare Bestehen, das jene andere Wirklichkeit auszeichnet, nicht einfach nur durch quantitative Fülle oder faktischen Bestand, also durch ein generelles Quod est, durch Masse und Trägheit, vorführt und darstellt, sondern mehr noch durch qualitative Vollkommenheit oder exemplarische Beständigkeit, kurz, durch sein spezielles Quid est, seine Form und Beharrlichkeit, nachweist und demonstriert, der mit anderen Worten die ihm vorausgesetzte Entstehung und Arbeit nicht nur in der einfachen Negation einer durch sein pauschales Anderssein, seine generelle Differenz über sie verhängten dezidierten Verdikts vergessen macht und aus der Welt schafft, sondern sie mehr noch im unendlichen Urteil einer durch sein reales Selbstsein, seine spezielle Identität erstatteten Fehlanzeige als das dem Vergessen Überantwortete und aus der Welt Geschaffte in Erinnerung ruft und sinnenfällig unter Beweis stellt – von daher gesehen und aus der Perspektive dessen also betrachtet, was den Reichtum, all seiner Materialität und Handgreiflichkeit ungeachtet, zum bloßen Symbol eines toto coelo anderen Seins und voranfänglich wahren Wirklichen werden lässt, ist der elaboriert preziöse Schatz in der Tat das vollkommenere, weil den ein voraussetzungsloses Dasein suggerierenden oder ein unmittelbares Bestehen repräsentierenden symbolischen Wert, den der Reichtum aufweist, expliziter zum Ausdruck bringende und adäquater verkörpernde Symbol.
Und als dies treffendere Symbol des als die wahre Wirklichkeit voranfänglichen Seins, das der Reichtum im Reflexiv des ex improviso seiner erscheinenden anderen Subjekts beschwört und repräsentiert, ist nun also der preziöse Schatz, weit entfernt davon, bloßes Symbol des materialen Reichtums, bloßes Wahrzeichen der im materialen Reichtum bestehenden Fülle an Subsistenzmitteln und Konsumgütern zu sein, vielmehr ein im Vergleich mit dem materialen Reichtum beständigerer und insofern gediegenerer Seinsmodus, eine im Verhältnis zur konsumtiven Fülle vollkommenere und insofern erfülltere Verwirklichungsform. Weil die Produkte des primären und des sekundären Arbeitsprozesses, der materiale Reichtum und der preziöse Schatz, hierin übereinkommen, symbolische Repräsentanten eines aller prozessualen Entstehung apriori überhobenen voranfänglichen Seins, einer von jeglicher vorausgesetzten Arbeit absolut freien unmittelbaren Wirklichkeit zu sein, und weil der Symbolwert von Reichtum und Schatz eben darin besteht, dass sie dieses des Werdens und Entstehens überhobene, weil apriori seiende Sein, diese der Arbeit unbedürftige, weil unmittelbar gegebene Wirklichkeit nachstellen oder simulieren, ist klar, dass allen Beteiligten, den dienenden Produzenten nicht weniger als den herrschaftlichen Eignern von Reichtum und Schatz, der letztere in dem Maße als der bessere Reichtum beziehungsweise als eine reichtumsunabhängige Kostbarkeit eigener Provenienz und Art gelten und erscheinen muss, wie er sich dank seiner den unabsehbaren Bestand zum Anspruch absehbarer Beständigkeit steigernden, die quantitativ-generische Fülle in der Suggestion qualitativ-exemplarischer Vollkommenheit kulminieren lassenden und damit den vorausgesetzten Entstehungsprozess nicht nur als unwiederholbar vergangen setzenden, sondern mehr noch als dies unwiederholbar Vergangene gegenwärtig haltenden, die zugrunde liegende Arbeit und Verausgabung nicht nur ein- für allemal vergessen machenden, sondern mehr noch als dies Objekt unwiderruflichen Vergessens ein- für allemal in Erinnerung rufenden Gediegenheit und Unerschöpflichkeit als der, wie man will, perfektere Simulant oder authentischere Repräsentant jenes im Apriori und ontologischen Voraus aller reichtumsbezüglichen Prozessualität und Arbeit voraussetzungslos gegebenen wahren Seins und unmittelbar bleibenden wirklichen Habens präsentiert.
So sehr sich indes der preziöse Schatz, weil er seine Entstehungsbedingungen, den Arbeitsprozess, nicht nur durch seine quantitative Masse, sein generalisiertes Volumen negiert und abweist, sondern als das Negierte durch seine qualitative Beschaffenheit oder artikulierte Gestalt noch einmal eigens nachweist und affirmiert, im Blick auf das kraft dieser Negation von beiden symbolisierte wahre Sein und wirkliche Haben als der authentischere, wirklichkeitsgetreuere Reichtum und mithin als eine seinem Pendant, dem materialen Reichtum, nicht nur ebenbürtige, sondern mehr noch überlegene Kreation erweist, so sehr bleibt er doch, bezogen auf letzteren und im direkten Vergleich mit ihm, ein nicht nur in dessen Perspektive einbegriffenes und verhaltenes, sondern ihm darin mehr noch nachgeordnetes und von ihm abhängiges Phänomen.
Wie die obige Rede vom primären und vom sekundären Arbeitsprozess anzeigt, setzen die Ergebnisse beider Prozesse, der preziöse Schatz nicht weniger als der materiale Reichtum, ein- und dieselbe Aktivität, die Arbeit, als ihre Entstehungsbedingung voraus. Und mögen beide diese ihre Entstehungsbedingung noch so erfolgreich überflüssig machen und als fortan entbehrlich erweisen, mögen sie in einfacher Negation oder im unendlichen Urteil ihre Voraussetzung noch so entschieden für erledigt und aufgehoben erklären, mögen sie, kurz, die Arbeit noch so effektiv als einen im resultativen Präsens auf seine Wiederholung drängenden imperfekten Modus abgedankt und ins Perfekt eines im präsenten Resultat verschwundenen und vergessenen und höchstens noch als dies Verschwundene und Vergessene erinnerlichen Moments überführt darbieten – um ihre Entstehungsbedingung solchermaßen für erledigt erklären und ad acta legen zu können, müssen beide sie hinter sich gebracht haben, um die Arbeit modo perfecto, das heißt, als im Präsens verschwindendes Moment präsentieren zu können, müssen beide ihr als vormals perennierender Vergangenheit, als wiederholbar imperfektem Modus im Doppelsinn von Hervorgehen und Entrinnen entsprungen sein.
Eben das macht sie ja beide zum bloßen Symbol eines voranfänglich wahren Seins und unmittelbar wirklichen Habens, dass sie sich zwar durch die Negation und Abschaffung des Entstehungsprinzips, aus dem sie hervorgehen, jenem voranfänglichen Sein nähern, dass sie sich durch die Revokation und Aufhebung der Arbeit, die ihre Voraussetzung bildet, jenem unmittelbaren Haben anähneln, dass aber dies ihr Entstehungsprinzip, weil sie von ihm ihren Ausgang genommen haben und in seiner Konsequenz liegen, dass dieser ihr Arbeitsprozess, weil sie von ihm gezeitigt sind und seiner Perspektive entstammen, als ein mit jenem voranfänglichen Sein absolut unvereinbarer Anfang und von jenem unmittelbaren Haben ontologisch differierender Vorgang sie von ihm, dem wahren Sein und wirklichen Haben, so unüberbrückbar verschieden sein lässt wie den Schein von dem, was in ihm widerscheint, das Abbild von dem, was es simuliert, kurz, das Symbol von dem, was es vorstellt. Mögen materialer Reichtum und preziöser Schatz durch die in ihnen Gestalt gewordene Tilgung der zu ihnen führenden Voraussetzung, die in ihnen präsente Aufhebung des sie zeitigenden Vermittlungsprozesses, jenem absolut voraussetzungslosen Sein und a priori unmittelbaren Haben, das sie symbolisieren, phänomenologisch oder nach Maßgabe ihrer empirischen Installation noch so nahe kommen und vergleichbar sein – ontologisch oder ihrer systematischen Konstitution nach bleiben sie doch immer eine Konsequenz dieser mit ihnen getilgten Voraussetzung und ein Resultat dieser in ihnen aufgehobenen Vermittlung und sind insofern ebenso unüberbrückbar weit von jenem wahren Sein entfernt und ebenso absolut von jenem wirklichen Haben verschieden wie diese ihre als ontologische Disqualifizierung jenes voraussetzungslos wahren Seins und phantasmagorische Entrealisierung jenes unmittelbar wirklichen Habens sich in Szene setzende Voraussetzung und Vermittlung selbst.
Und das gilt vom preziösen Schatz – all seinem Anspruch auf größere symbolische Sachhaltigkeit, auf eine wirklichkeitsgetreuere Simulation jenes voraussetzungslos wahren Seins und unmittelbar wirklichen Habens zum Trotz – um kein Jota weniger als vom materialen Reichtum! Tatsächlich gilt es für ihn in gewisser Hinsicht sogar noch mehr, da ja die in seiner qualitativ-exemplarischen Gediegenheit und Haltbarkeit bestehende entschiedenere Erledigung oder Revokation seiner vorausgesetzten Entstehungsbedingung, die als unendliches Urteil in ihm Gestalt gewordene perfektere Negation seiner Vermittlung durch Arbeit ihr vielsagendes Gegenstück in der Explizitheit und Nachdrücklichkeit hat, mit der er diese Entstehungsbedingung oder Arbeit, die der simple Reichtum doch bereits durch seine quantitative Fülle, seinen erdrückenden Bestand erledigt und ad acta gelegt erweist, eigens noch einmal bemühen und aus der Versenkung holen muss, in der sie der Reichtum hat verschwinden lassen, rekrutieren und dem Vergessen entreißen muss, dem der Reichtum sie überantwortet hat, um sie auf seine preziöse Weise noch einmal perfekter, weil in seiner, des Schatzes, qualitativen Beständigkeit nachgewiesenermaßen oder in ihrer, der Preziose, gediegenen Gestalt allzeit erinnerlich aus der Welt schaffen zu können.
Tatsächlich ist es ja nicht nur die im Sinne substanzieller Gleichartigkeit oder struktureller Synchronie selbe Arbeit, die in dem für die Schaffung von Reichtum nötigen primären und dem zur Schatzbildung erforderlichen sekundären Arbeitsprozess zum Tragen kommt und beide gleichermaßen betreibt und speist, sondern diese Arbeit wird als dieselbe, als identische, noch einmal eigens dadurch akzentuiert, dass sie, wie die Rede von einem primären und einem sekundären Arbeitsprozess ja bereits impliziert, zuerst oder primär im Zuge ihrer Bemühungen um die Subsistenz zu nichts als zu materialem Reichtum führt und dann erst oder sekundär, das heißt, in konditioneller Abhängigkeit vom oder funktioneller Diachronie zum fait accompli jenes durch sie primär in die Welt gesetzten materialen Reichtums sich mit der Aufgabe konfrontiert findet, den preziösen Schatz zu kreieren. So gewiss der Schatz nur marginale, nicht den Zentralbereich der Reproduktion menschlichen Lebens betreffende Bedürfnisse befriedigt, so gewiss er höchstens ästhetische, dem Kitzel der Sinne, ihrer rezeptiven Reizbarkeit, nicht ihrem Hunger, ihrem absorptiven Appetit entspringende Begierden und Gelüste stillt und so gewiss die eigentliche Bedürfnisbefriedigung, der er dient, nicht leiblich-individueller Natur ist, sondern im sozial-kollektiven Bereich zu suchen ist und nämlich in der bloßen Bekräftigung und Vertiefung der Sonder- und Vorrangstellung liegt, die nicht erst der preziöse Schatz selbst, sondern bereits und entscheidend der materiale Reichtum demjenigen verleiht, der über ihn verfügen kann, so gewiss geht die Produktion des materialen Reichtums der des preziösen Schatzes voraus und ist ersterer, wenn auch nicht unbedingt im historisch-chronologischen Sinne, so jedenfalls doch im systematisch-hierarchischen Verstand die Faktizität und Basis, auf der letzterer allererst entsteht und einzig und allein gedeiht.
Und das wiederum bedeutet aber, dass die Arbeit, die demnach primär und wesentlich reichtumsproduzierende Arbeit ist, die mit anderen Worten wesentlich der Erzeugung von Subsistenzmitteln und der Überführung der Subsistenzmittel in den neuen, qualitativ differenten oder pleromatisch eigenen Aggregatszustand dient, der als materialer Reichtum firmiert, und die sich per definitionem oder vielmehr ad infinitum des materialen Reichtums, zu dem sie führt, als dessen Voraussetzung vielmehr revoziert und ad acta gelegt findet – dass diese primär reichtumsproduzierende Arbeit also zwecks Produktion des preziösen Schatzes aus der Versenkung, in die der materiale Reichtum sie hat verschwinden lassen, noch einmal eigens hervorgeholt, dem Vergessen, dem sie der Überfluss an Subsistenzmitteln überantwortet hat, noch einmal mit Absicht entrissen und neu in Gang gesetzt, über den Punkt ihrer per Reichtum erwiesenen Überflüssigkeit und Entbehrlichkeit hinaus in Kraft und Geltung erhalten wird.
Zwar wird, wie gesehen, die reichtumsproduzierende Arbeit nur noch einmal hervorgeholt und erneut ins Spiel gebracht, um sie im preziösen Schatz, dessen Produktion sie nunmehr dient, gründlicher noch als schon im materialen Reichtum verschwinden zu lassen, wird sie dem Vergessen, in das der materiale Reichtum sie hat geraten lassen, nur noch einmal entrissen, um sie in der gediegenen Vollendetheit, der unverwüstlichen Endgültigkeit der Preziose als die ein- für allemal zu vergessende Voraussetzung, die definitiv ad acta gelegte Entstehungsbedingung demonstrativ und für jedermann sichtbar in Erinnerung zu rufen. Ob aber dieses per Schatz geleistete pointierte Nachvollziehen oder gezielte Nacharbeiten der im Reichtum als solchem bereits vollbrachten Aufhebung der Arbeit die Mühe und den Aufwand lohnt, will auf den ersten Blick unseres neuen Gesichtspunkts doch eher zweifelhaft scheinen.
Absicht und Zweck der aus der Überflüssigkeit und Entbehrlichkeit, in die der Reichtum sie versetzt, neu rekrutierten und der Schatzbildung zugewendeten Arbeit ist, wie gesagt, eine bessere und nämlich treffendere, adäquatere symbolische Wiedergabe jenes voraussetzungslos gegebenen Seins und apriori bestehenden Habens, das der materiale Reichtum im ontologischen Flucht- und Umschlagspunkt des ex improviso seiner auftauchenden anderen Subjekts zum Vorschein bringt und als dessen symbolische Darstellung oder mimetische Repräsentanz er sich in dem Maße zu verstehen gibt, wie er seine eigenen Entstehungsbedingungen, den Vermittlungsprozess, der die Arbeit ist, durch seine quantitativ überwältigende Fülle, seinen unabsehbar vorrätigen Bestand als ein- für allemal abgetan suggeriert und wie er sich selbst kraft dieser aposteriorischen Revokation oder resultativen Aufhebung des zu ihm führenden Arbeitsprozesses als quasi voraussetzungslos gegeben prätendiert, quasi unmittelbar vorhanden simuliert. Und das Bessere und Treffendere der symbolischen Darstellung, die, verglichen mit dem materialen Reichtum, der preziöse Schatz von jenem apriorischen Sein und voranfänglichen Haben bietet, die im Blick auf jenes Sein und Haben größere adaequatio rei der qua Schatz hervorgebrachten symbolischen Wiedergabe, besteht, wie ebenfalls ausgeführt, darin, dass die Prätention der Voraussetzungslosigkeit in der unverwüstlichen Gediegenheit der Preziose sicht- beziehungsweise greifbare Evidenz gewinnt, dass die Simulation von Unmittelbarkeit in ihrer allem konsumtiven Verzehr, allem Verbrauch trotzenden Haltbarkeit und dauernden Gegenwart eine dinglich überzeugende Gestalt annimmt, dass, mit anderen Worten, die quantitative Fülle und der unerschöpfliche Bestand, kraft deren der materiale Reichtum die ihm vorausgesetzte Arbeit abgetan und vergessen sein lässt, in jenen Charakter qualitativer Vollkommenheit und unverwüstlicher Beständigkeit überführt erscheint, durch den der preziöse Schatz die abgetane Voraussetzung als abgetane eigens und ausdrücklich unter Beweis stellt, die dem Vergessen überantwortete Arbeit als zu Recht dem Vergessen überantwortete in demonstrativer Leibhaftigkeit permanent erinnerlich macht.
Tatsache aber ist, wie gesehen, dass diese qua Schatz erwirkte adäquatere Wiedergabe oder perfektere Simulation des voraussetzungslos wahren Seins und unmittelbar wirklichen Habens, das der Reichtum nur symbolisiert, erkauft ist durch eine praktische Reaffirmation und faktische Rehabilitation eben der Voraussetzung und Arbeit, auf deren nachdrücklichere Negation und beweiskräftigere Außerkraftsetzung der Schatz doch gerade seinen Anspruch auf größere Adäquation und bessere Simulation gründet! Tatsache ist, dass, um die Voraussetzung demonstrativer negieren, die Arbeit ersichtlicher aufheben zu können, der preziöse Schatz sie der Negation und Aufhebung, die ihr der materiale Reichtum bereits hat widerfahren lassen, eigens noch einmal entreißen, sie aus der Versenkung, in der letztere sie hat verschwinden lassen, eigens noch einmal aufs Tapet bringen muss! Tatsache ist, dass die Kreation des Schatzes an dem unvermeidlichen praktischen Widerspruch krankt, dank ihrer sei's chronologisch-konsekutiven, sei's systematisch-konsequenziellen Abhängigkeit von der Reichtumsproduktion eben das noch einmal ins Spiel und zur Geltung bringen zu müssen, was sie doch gerade vollkommener und beständiger, perfekter und endgültiger, als schon die Reichtumsproduktion dies tat, als überflüssig zu erweisen und aus der Welt zu schaffen dient!
Haben wir nun aber angesichts dieses augenscheinlichen Widerspruchs einer zum Zwecke der Schatzbildung nötigen praktischen Reaffirmation eben der Arbeit, die mittels Schatzbildung doch gerade systematisch revoziert werden soll, nicht wahrhaftig allen Grund, am Sinn und Nutzen solchen qua Schatzbildung getriebenen Arbeitsaufwands zu zweifeln? Weit entfernt davon, den materialen Reichtum als solchen zu ersetzen, setzt ihn der preziöse Schatz vielmehr je schon voraus, ist er keine paradigmatische Alternative zum materialen Reichtum, keine ihm vorgehaltene Neufassung seiner, sondern einzig und allein eine korollarische Ergänzung zu ihm, ein ihm beigefügter Zusatzartikel. Nicht, mit anderen Worten, den actus oder das Dass des als Symbol eines voraussetzungslos wahren Seins und unmittelbar wirklichen Habens erscheinenden materialen Reichtums, kurz, nicht das vorgestellte symbolische Faktum selbst kann der preziöse Schatz in anderer und neuer Gestalt reproduzieren, sondern bloß den Modus oder das Wie des qua Reichtum erscheinenden Symbols, kurz, den darstellerischen Duktus des symbolischen Faktums kann er in revidierter oder modifizierter Form repräsentieren.
Tatsächlich ist das einzige, was der preziöse Schatz dem materialen Reichtum voraus hat, dies bereits sattsam Explizierte, dass er exemplarisch und nämlich in Gestalt eines ebenso marginalen wie exquisiten, eines nach dem Umfang des Bedürfnisses, das es befriedigt, ebenso unerheblichen wie in der Befriedigungsleistung selbst unvergleichlichen Stückes materialen Reichtums das voraussetzungslos wahre Sein und unmittelbar wirkliche Haben treffender repräsentiert, adäquater widerspiegelt als der materiale Reichtum insgesamt und als ganzer. Bringt ihn dies auszeichnende Charakteristikum jenem wahren Sein und wirklichen Haben aber auch nur um ein Jota näher? Ermöglicht dem preziösen Schatz, dass er das wahre Sein und wirkliche Haben exakter reflektiert, getreuer symbolisiert, auch nur im geringsten, mehr als eine Widerspiegelung zu sein, sprich, über den bloßen Symbolstatus hinauszugelangen, gestattet es ihm im mindesten, die bereits vom materialen Reichtum okkupierte Position eines Repräsentanten oder Abbilds jenes voraussetzungslosen Seins und unmittelbaren Habens zu transzendieren und im Unterschied zu ersterem die Bedeutung einer tatsächlichen Reproduktion und eines realen Ebenbilds des letzteren zu gewinnen?
Und ist es nicht vielmehr so, dass er nicht nur ebenso wenig wie der materiale Reichtum über den bloßen Symbolstatus im Blick auf das wahre Sein und wirkliche Haben hinausgelangt, nicht nur kein bisschen an diesbezüglicher Aktualität und Faktizität hinzugewinnt, sondern den Gewinn an adäquatem Wiedergabemodus und repräsentativem Darstellungsduktus, den er im Vergleich mit dem materialen Reichtum, ihre gemeinsame Symbolisierungsfunktion betreffend, immerhin verbuchen kann, sogar noch mit einer Einbuße an reichtumsbezüglicher Aktualität und Faktizität bezahlen muss, die ihn in der Tat als bloßen Anhang, bloße Zugabe zum materialen Reichtum, als letzteren voraussetzendes und von ihm ebenso abhängiges wie ihm nachgeordnetes Beiwerk, ausweist? Und verlohnt denn aber – ein letztes Mal und mit allem rhetorischen Überdruss gefragt! – dieser durch keine aktuelle Angleichung an das wahre Sein, keine faktische Annäherung an das wirkliche Haben substantiierte, rein symbolische Triumph, den der Reichtum in specie, der preziöse Schatz, über den Reichtum in genere, den materialen Überfluss, erringt und aufgrund dessen er sich als das adäquatere Abbild des voraussetzungslos wahren Seins aufdrängt und in Szene setzt oder kraft dessen er den materialen Überfluss in der Rolle des perfekteren Repräsentanten des unmittelbar wirklichen Habens aussticht und verdrängt – lohnt also dieser bloß symbolische Triumph den ganzen Aufwand, lohnt er die Mühe und Anstrengung einer sei's chronologischen Wiederaufnahme, sei's systematischen Wiederauflage jenes Arbeits- und Entstehungsprozesses, den doch der materiale Überfluss bereits als überflüssig erweist und ad acta legt und den der preziöse Schatz einzig zu dem Zweck neu initiiert und wiederholt, ihn durch Gediegenheit und Unverwüstlichkeit, durch qualitative Beständigkeit und exemplarische Unvergänglichkeit noch ein bisschen pointierter aus der Welt zu schaffen, noch ein wenig nachhaltiger für erledigt zu erklären?
Weil der preziöse Schatz die Symbolfunktion im Blick auf das wahre Sein des anderen Subjekts perfekter wahrnimmt als der materiale Reichtum, entlastet er letzteren von ihr und schützt ihn damit vor der mit der Symbolfunktion einhergehenden Entwirklichungs- und Entwertungsdrohung.
Indem wir so aber in der Absicht, Zweifel am Sinn und Nutzen des qua Schatzbildung im chronologischen Anschluss an die Reichtumsproduktion beziehungsweise in systematischer Abhängigkeit von ihr getriebenen Arbeitsaufwands zu wecken, dem preziösen Schatz zu Recht alle über die bloß symbolische Darstellung des apriori wahren Seins und unmittelbar wirklichen Habens aktuelle Reproduktion des letzteren und faktische Annäherung an es bestreiten und seinen Gewinn rein nur darein setzen, dass er im Punkte dieser symbolischen Repräsentation des wahren Seins und wirklichen Habens den materialen Reichtum, zu dem er als Korollar hinzutritt, an modaler Repräsentativität übertrumpft beziehungsweise an Adäquation des Darstellungsduktus aussticht, öffnet uns diese pejorativ-denunziatorische Beschränkung des preziösen Schatzes auf sein immanentes Verhältnis zum materialen Reichtum, diese seine Reduktion darauf, dass er die haargenau gleiche Symbolfunktion wahrnimmt, die auch der materiale Reichtum erfüllt, und dass er sie einzig und allein im Repräsentationsmodus oder Darstellungsduktus besser oder treffender als jener wahrnimmt, sprich, höchstens und nur sich als das im Vergleich mit dem materialen Reichtum originalgetreuere Abbild oder sachgemäßere Symbol zu erkennen gibt – öffnet uns dieses abwertend gemeinte Verdikt über den preziösen Schatz und seine Rolle als Beiwerk zum materialen Reichtum unvermittelt den Blick für die eigentliche Leistung, die er in dieser seiner Beiwerksrolle vollbringt.
Mag der preziöse Schatz nämlich durch seine im modalen Sinne oder in darstellerischer Hinsicht treffendere symbolische Wiedergabe des voraussetzungslos wahren Seins und unmittelbar wirklichen Habens objektiv, will heißen, in Ansehung einer aktuellen Reproduktion oder faktischen Vergegenwärtigung solchen wahren Seins und wirklichen Habens noch so wenig erreichen, relativ, das heißt, bezogen auf die auch und ebenso sehr vom materialen Reichtum erfüllte Symbolfunktion, bewirkt er mit seiner adäquateren Wahrnehmung der Funktion durchaus etwas: Indem er als Symbol des wahren Seins und wirklichen Habens den materialen Reichtum in dieser Eigenschaft übertrumpft und aussticht, kommt das einer Entlastung und Entbindung des letzteren von eben jener Symbolfunktion gleich. Und wenn wir bedenken, wie schwer tatsächlich die Bürde jener Symbolfunktion auf dem materialen Reichtum lastet, wird uns klar, dass diese Entbindung, dieser Dispens, kein geringer Gewinn ist.
Im Eifer des argumentativen Gefechts und im Bemühen, dem preziösen Schatz nachzuweisen, dass er im Blick auf das Wahre und Wirkliche, das er symbolisiert, ebenso wenig über die Stellung eines bloßen Abbilds oder Repräsentanten hinausgelangt wie der materiale Reichtum, in dessen chronologischem Nachhinein oder systematischem Gefolge er produziert wird – im Bemühen um diese Reaffirmation der symbolischen Stellvertretung als des für den preziösen Schatz nicht weniger als für den materialen Reichtum verbindlichen Non plus ultra haben wir ja fast aus dem Auge verloren, dass solch symbolische Stellvertretung von Haus aus alles andere als eine erwünschte und zur einfachen Hinnahme einladende oder gar zur Affirmation motivierende Funktion des materialen Reichtums ist. Wir haben fast vergessen, dass die Wahrnehmung jener Symbolfunktion vielmehr gleichbedeutend ist mit einer kapitalen Krise der Reichtumserzeugung, einer den materialen Reichtum heimsuchenden abgründigen Entwirklichung und Entwertung. Wenn ex improviso des als Reichtum und Überfluss erscheinenden fait accompli des gesellschaftlichen Arbeitsprozesses ein anderes und neues Subjekt auftaucht, das, wiewohl vom Reichtum offenbar als sein wahrer Eigner und wirklicher Herr initiiert, doch aber durch die absolute Negativität und unbedingte Indifferenz, mit der es dem Reichtum und dem zu ihm führenden Arbeitsprozess begegnet, deutlich macht, dass sein Sinnen und Trachten nicht dem ihm sich präsentierenden Reichtum und Überfluss selbst, sondern einem von diesem bloß repräsentierten, bloß suggestiv vorgestellten voraussetzungslos apriorischen Sein und zeitlos unmittelbaren Haben gilt, und wenn so also das vom Reichtum unverhofft auf den Plan gerufene andere Subjekt diesen ihm sich zuwendenden materialen Reichtum vielmehr gar nicht vorsieht und als bloßes Abbild, bloßes Surrogat eben des Seins und Habens übersieht und ignoriert, das ihm in Wahrheit vor Augen steht und auf das es sich in Wirklichkeit richtet, so stellt diese Symbolfunktion, die der Reichtum kraft des anderen Subjekts vindiziert bekommt, ja nicht etwa eine Bereicherung, eine Steigerung seines Werts und seiner Wirklichkeit dar, sondern sie muss im Gegenteil aus Sicht derer, die den Reichtum hervorgebracht haben und ihn als die Frucht und Erfüllung ihrer Arbeit und Mühe in Anspruch nehmen, als Depotenzierung seiner Realität und Aushöhlung seines Werts erscheinen.
Und tatsächlich reagieren ja auch, wie gezeigt, die Produzenten des Reichtums auf diese ex cathedra des anderen Subjekts eintretende und als veritabler ontologischer Sprung begreifliche symbolfunktionelle Wendung, die ihnen das vermeintlich solide Objekt und reale Resultat ihrer Arbeit und Mühe als bloßen Vor- oder besser Widerschein einer auch nicht durch noch so viel Mühe und Arbeit zu erreichenden voraussetzungslos wahren Substanz oder unmittelbar wirklichen Subsistenz vorführt – tatsächlich also reagieren hierauf die Produzenten auf die geschilderte Weise, dass sie mit allen Mitteln einer heroenkultlichen Stiftungsmythologie und später dann einer gottesdienstlichen Opferreligion das andere Subjekt auf den materialen Reichtum als auf sein angestammtes Erbteil und eigentliches Objekt zu vereidigen und in der Rolle sei's des persönlichen Herrn und Eigners des Reichtums, sei's des realen Repräsentanten der die Herrschaft und den Eigentumstitel pro forma reklamierenden Götter an die durch sie, die Produzenten, geschaffene Faktizität und Realität zu binden und von allem ontologisch wahren Sein und modallogisch wirklichen Haben, das diese Faktizität und Realität zum bloßen Symbol seiner selbst, zum ephemeren Sinnbild seines unvergänglichen Bestehens degradieren könnte, ein- für allemal abzubringen bestrebt sind.
Und wenn nun aber, nachdem das andere Subjekt als Herr des Reichtums erfolgreich auf ihn eingeschworen und in seine Perspektive integriert ist, dieser materiale Reichtum immer wieder einmal die unbezwingliche Neigung beweist, das voraussetzungslos wahre Sein und unmittelbar wirkliche Haben, für das er aus Sicht des ex cathedra seiner auftauchenden anderen Subjekts ursprünglich einsteht und das er aber in der Konsequenz der mit mythologischen oder religiösen Mitteln vollbrachten Fixierung des anderen Subjekts auf ihn als ausschließliche Wahrheit und einzige Wirklichkeit nunmehr verdrängt und verdeckt, in Form spontaner Reminiszenzen zu thematisieren und als das unwillkürlich wiederkehrende Verdrängte zum Vorschein kommen zu lassen, so ist natürlich auch diese reminiszierende Wiederaufnahme der Symbolfunktion nichts Erfreuliches, nichts, was den Beifall der Betroffenen fände, die Begeisterung sei's der knechtischen Produzenten des Reichtums, sei's seines herrschaftlichen Eigners weckte, sondern vielmehr ein Ereignis, das nach Maßgabe der Entwirklichung und Entwertung, die es dem Reichtum widerfahren lässt, alle Beteiligten vor den Kopf stößt und das in ihrer aller Interesse liegt, möglichst rasch wieder vergessen zu machen, sich möglichst nachdrücklich wieder aus dem Sinn zu schlagen.
Indem wir uns nun aber diese von Grund auf negative Bedeutung und pejorative Wirkung der den materialen Reichtum heimsuchenden Symbolfunktion noch einmal in Erinnerung rufen und klar zu Bewusstsein bringen, wird uns mit einem Schlage deutlich, wie sehr unser an den preziösen Schatz als im Modus prägnantere Abbildung oder im Darstellungsduktus perfektere Repräsentation des wahren Seins und wirklichen Habens adressierter Vorwurf einer aller modalen Prägnanz und darstellerischen Perfektion zum Trotz um kein Jota wahrhaftigeren Reproduktion und wirklichkeitsgetreueren Wiederholung jenes Seins und Habens an der Sache vorbeigeht und ins Leere eines grundlegenden Missverständnisses zielt. Wir erkennen mit einem Male, wie wenig im Rahmen der negativen Implikationen und pejorativen Folgen, die für alle Beteiligten, für Herrn und Knechte gleichermaßen, die auf ein wahres Sein und wirkliches Haben bezügliche Symbolfunktion als solche hat, jener adäquateren und perfekteren Wahrnehmung der Funktion, die der preziöse Schatz ins Werk zu setzen beansprucht, überhaupt ein – für sich genommen – positiver Sinn und eine – absolut gefasst – affirmative Intention innewohnen kann. Und wir begreifen, dass sub conditione der prinzipiellen Irritation und Ablehnung, der bei allen Beteiligten die Symbolfunktion begegnet, deren treffendere und repräsentativere Wahrnehmung durch den preziösen Schatz eine positive Bedeutung nur insoweit haben und eine affirmative Rolle nur insofern spielen kann, als dadurch die Symbolfunktion vom preziösen Schatz vorzugsweise übernommen und der materiale Reichtum von ihr dementsprechend entlastet wird.
Weit entfernt davon, dass die Verbesserung der Symbolfunktion, die mit dem preziösen Schatz erreicht wird, dem objektiven, das wahre Sein und wirkliche Haben betreffenden Zweck diente, dies Sein und Haben mittels symbolischer Repräsentation größere Präsenz und mehr Wirklichkeit gewinnen zu lassen, als der materiale Reichtum dies tut, erfüllt sie vielmehr nur die relative, auf den materialen Reichtum selbst bezügliche Aufgabe, diesen als symbolfunktionellen Konkurrenten zu übertrumpfen und auszustechen, um ihn so als Träger der Symbolfunktion zu disqualifizieren, sprich, ihm die Qualität einer aus ihrer signifikativen Beziehung zum wahren Sein und wirklichen Haben vertriebenen und hiernach nichts mehr als sich selbst bedeutenden Realität zu revindizieren. Weit entfernt davon, als die bessere symbolfunktionelle Alternative zum materialen Reichtum, als im Vergleich zu ihm adäquatere Abbildungsfunktion ins Spiel einer das symbolisierte Objekt, das voraussetzungslose Sein und unmittelbare Haben des anderen Subjekts, positiv besetzenden Vergegenwärtigungsanstrengung und affirmativ beschwörenden Wiederholungshandlung gebracht zu werden, entsteht der preziöse Schatz vielmehr im Kontext einer die symbolfunktionelle Rekrutierung des materialen Reichtums, seine unverhoffte Substitution durch das voraussetzungslose Sein und unmittelbare Haben des anderen Subjekts als radikalen Wirklichkeitsverlust und krassen Wertverfall erfahrenden Abwehrhaltung und Verdrängungsbemühung und hat von daher nichts weiter zum Zweck, als durch seine bessere Wahrnehmung der Symbolisierungsfunktion diese dem materialen Reichtum abzunehmen und sie so adäquat selber mit Beschlag zu belegen, sie so perfekt selber zu erfüllen, dass jeder Anlass entfällt und gar kein Bedürfnis mehr aufkommt, ihn, den materialen Reichtum, mit ihr in Verbindung zu bringen, ihn als von ihr heimgesucht sich vorzustellen.
Jene schwärende Wunde eines voraussetzungslos wahren Seins und unmittelbar wirklichen Habens, die kraft spontanen Reminiszierens im Fleisch des materialen Reichtums immer wieder aufbricht – von ihr befreit der preziöse Schatz den letzteren, indem er sie gezielt zum Gegenstand seines Ausdrucksverhaltens, zum Inhalt seiner Darstellung macht und sich so als der pointierte Finger erweist, der sich auf die Wunde legt und sie schließt oder unter sich begräbt, besser gesagt, als die ossifizierte Hülle, die die Wunde einkapselt und sie in sich birgt und verwahrt. Vom preziösen Schatz vereinnahmt und verschlossen, ist die Wunde kein Teil des Reichtums mehr, ist sie aus ihm extrahiert und entfernt und ist er mithin in der opaken Gediegenheit materiellen Überflusses oder substanzieller Fülle wiedergestellt, in der er vor seiner Improvisation des anderen Subjekts und seiner sub specie des letzteren unabweislichen symbolfunktionellen Rekrutierung erscheint.
Wohl also ist der preziöse Schatz offenbares Symbol des vom anderen Subjekt gewahrten wahren Seins und wirklichen Habens und muss deshalb allen Beteiligten, den Reichtum produzierenden Knechten ebenso wie dem das andere Subjekt kraft herrschaftlicher Position auf den Reichtum fixierenden Herrn, als ein in dieser symbolfunktionellen Hinsicht dem materialen Reichtum ebenbürtiges und ihm gegenüber sich als eigenständige Art von Reichtum, als Fülle sui generis, behauptendes Phänomen erscheinen beziehungsweise muss, weil er ja jenes voraussetzungslose Sein und unmittelbare Haben kraft seiner Beständigkeit und Vollkommenheit treffender darstellt, adäquater abbildet als der materiale Reichtum, diesem in besagter Hinsicht sogar überlegen scheinen. Eben deshalb aber, weil er jenes wahre Sein und wirkliche Haben zutreffender repräsentiert, macht er nun dem Reichtum die Symbolfunktion streitig, kauft sie ihm ab, entbindet ihn von ihr, und wird insofern ebenso wohl zum Symbol des Reichtums als solchen, steht durch seine Gegenwart dafür ein, dass der materiale Reichtum einfach nur er selbst, nichts als zum eigenen Bestehen genügender und in diesem Sinne voraussetzungsloser Bestand, nichts als sich selbst bedeutende und insofern unmittelbare Fülle ist.
So gewiss der Herr des materialen Reichtums über einen preziösen Schatz verfügt, so gewiss findet er in letzterem die Beziehung auf das von ersterem symbolisierte wahre Haben und wirkliche Sein des anderen Subjekts aus einer spontanen Reminiszenz und unberechenbaren Ausfallbewegung in eine gezielte Erinnerung und planmäßige Dokumentationsleistung überführt, findet er mithin diese Beziehung des Charakters eines den materialen Reichtum ebenso sehr mit Irrealisierung bedrohenden wie in dessen selbstbezügliche Kontinuität disruptiv einbrechenden akzidentiellen Ereignisses entkleidet und in der ihr ebenso sehr Bestand verleihenden wie ihre Realität bezeugenden Form des preziösen Schatzes als essenzielles Merkmal oder bleibende Erinnerung wohlverwahrt und kann deshalb den materialen Reichtum als von solcher symbolfunktionellen Beziehung nach Maßgabe ihrer authentischen Wahrnehmung durch den Schatz entlastete in sich ruhende Totalität oder substanzielle Gegebenheit gelten lassen.
Von daher kann nun die zur Produktion des preziösen Schatzes aufgewendete Arbeit in der Tat als sinnvolle und gelungene Investition erscheinen: Wie anfänglich behauptet, dient sie dazu, als für die subsistenzielle Reproduktion überflüssig und entbehrlich gewordene und deshalb für die Erzeugung von anderem als der Subsistenz verfügbare Kraftanstrengung ex negativo dieses ihres Einsatzes für einen anderen als den subsistenziellen Zweck das Sein und die Wirklichkeit eben dessen, was sie entbehrlich und überflüssig macht, sprich, die Existenz und Realität einer als Reichtum firmierenden materialen Fülle und substanziellen Beständigkeit, unter Beweis zu stellen. Nur dass wir zu Anfang diesen Beweis der Gegebenheit und Präsenz des materialen Reichtums in dem rein negativen Umstand und abstrakt quantitativen Verhältnis der qua Arbeitsaufwand für die Erzeugung des nichtsubsistenziell preziösen Schatzes erwiesenen Überflüssigkeit und Entbehrlichkeit der Arbeit für Zwecke einer subsistenziellen Produktion erblickten, während wir nun erkannt haben, dass dieser mittels Erzeugung des preziösen Schatzes geführte Beweis durchaus seine positive Dimension, seinen qualitativ konkreten Aspekt besitzt, weil nämlich die für Zwecke einer subsistenziellen Produktion überflüssige und entbehrliche Arbeit mit ihrer Erzeugung des nichtsubsistenziell preziösen Schatzes vielmehr dazu dient, ein gezieltes Gegenmittel und wirksames Antidot gegen eine dem materialen Reichtum, der sie, die Arbeit, für überflüssig erklärt und als entbehrlich setzt, ex improviso seiner refutativ voraussetzungslosen Fülle und seines ostentativ unmittelbaren Bestands drohende Irrealisierung und Disqualifizierung zu schaffen.
Weit entfernt davon, dass die in die Produktion des preziösen Schatzes investierte Arbeit ihren Sinn darin erschöpfte, ex negativo ihrer mittels preziösen Schatzes erwiesenen Entbehrlichkeit für subsistenzielle Zwecke den vollzogenen Übergang der Subsistenz in Reichtum und also die simple Gegebenheit des letzteren, ihn als planes fait accompli zu demonstrieren, und dass demnach der preziöse Schatz Symbol des materialen Reichtums ganz und gar nicht von sich aus oder aus qualitativ eigenen Stücken, sondern einzig und allein modo obliquo oder von Gnaden eben jenes an ihn verschwendeten, weil durch den Reichtum freigesetzten Arbeitsquantums wäre, wird mit dem preziösen Schatz vielmehr etwas geschaffen, das Symbol des Reichtums in qualitativ bestimmter Bedeutung ist und nämlich dem materialen Reichtum seine Existenz insofern spezifisch attestiert und pointiert nachweist, als es durch seine eigene Beschaffenheit, sprich, seine im Vergleich mit dem materialen Reichtum ausgemachtere Beständigkeit und Vollkommenheit, den letzteren als Symbol eines kraft anderen Subjekts beschworenen wahren Seins und wirklichen Habens übertrumpft und aussticht, ihn aus der Zwangslage dieser seiner, ihn mit Entwirklichung und Entwertung bedrohenden Symbolfunktion befreit und ihm die Substanzialität und Sichselbstgleicheit eines nichts als sich selbst demonstrierenden Faktums revindiziert. Die für die Schaffung des preziösen Schatzes aufgewendete Arbeit ist mit anderen Worten alles andere als ein abstrakter, hinsichtlich dessen, was sie hervorbringt, irrelevanter und einzig und allein durch sich als reine Tätigkeit schlüssiger, negativ-indirekter Beweis für das Vorhandensein materialen Reichtums, sondern im Gegenteil die konkrete und qualitativ bestimmte, will heißen, positiv-direkt durch das, was sie hervorbringt, wirksame Bedingung dafür, dass der vorhandene Reichtum er selbst sein, sich als reelle Fülle oder als substanzieller Bestand präsentieren kann, statt sich zum bloßen Repräsentanten und schemenhaften Abbild jenes wahren Seins und wirklichen Habens degradiert zu finden, das um den Preis einer entsprechenden Entwirklichung und Entwertung des materialen Reichtums selbst das ex improviso des letzteren auftauchende andere Subjekt reklamiert.
Damit aber ist nun endlich geklärt, aus welchem Grund und auf welche Weise der preziöse Schatz Symbol materialen Reichtums nicht nur im Sinne eines generellen Wahrzeichens, sondern mehr noch eines speziellen Merkmals des letzteren, nicht nur in der Bedeutung eines durch sein Dasein auf Reichtum verweisenden Indikativs, sondern mehr noch im Verstand eines durch sein Sosein für Reichtum einstehenden Konstitutivs sein kann. Geklärt ist damit endlich auch, aus welchem Grund und auf welche Weise der preziöse Schatz als demonstrativer Ausweis und leibhaftige Bestätigung materialen Reichtums sogar in Geltung bleiben und Bestand haben kann, wenn es am ausgewiesenen Reichtum selbst fehlt, an der materialen Fülle faktisch mangelt. Weil und insofern der materiale Reichtum selbst in spontaner Reminiszenz und im unberechenbar konkursiven Reflex jene symbolfunktionelle, auf das wahre Sein und wirkliche Haben des anderen Subjekts gemünzte Seite hervorkehrt, die ihm seine eigene Wirklichkeit, seinen Wert als factum verum zu verschlagen droht, und weil und insofern der preziöse Schatz jene Symbolfunktion so viel adäquater wahrnimmt und perfekter erfüllt, dass er den materialen Reichtum aus dieser Rolle überhaupt verdrängt und ihm so seine kategoriale Eindeutigkeit, seine reale Sichselbstgleichheit wiedergibt, ist der Schatz Reichtumssymbol in dem nicht einfach relativ-signifiziellen, sondern mehr noch repräsentativ-faktorellen Sinne einer über alle bloße Ostentation des Reichtums, alles bloße Bedeuten seines Daseins hinausgehenden Reaffirmation des Soseins des Ostentierten oder Gewährleistung der Identität des Bedeuteten.
Nicht zwar, dass materialer Reichtum vorhanden und Faktum ist, dient der preziöse Schatz zu garantieren, wohl aber, dass, wenn er vorhanden ist, er es auch wirklich ist und als vor aller symbolischen Abgründigkeit geschütztes Faktum Wahrheit hat. Wer über einen Schatz verfügt, beweist damit zwar nicht unbedingt, dass er aktuell Reichtum besitzt, hinlänglich im Überfluss lebt, um vormals subsistenzielle Arbeit an die nicht der Subsistenz dienliche Schatzbildung verschwenden zu können, wohl aber erweist er sich als potenzieller Reichtumsbesitzer, als geeigneter Kandidat für das Leben im Überfluss, weil der Schatz, an dessen Bildung er unter Bedingungen eines zuvor vorhandenen Reichtums Arbeit mitnichten bloß in demonstrativer Quantität verschwendet, sondern durchaus in qualitativer Distinktion gewendet hat, ihm die Potenz verleiht und gestattet, Reichtum, wann immer er ihn besitzt, im Zustand einer vor allen symbolfunktionellen Heimsuchungen, allen spontanen Reminiszenzen, die mit ontologischer Irrealisierung und modallogischer Disqualifizierung drohen, geschützten substanziellen Unmittelbarkeit und gediegenen Materialität zu behaupten und zu genießen.
Und in diesem Sinne eines für das scheinlose Sein des Reichtums selbst, für die gediegene Wirklichkeit der materialen Fülle als solcher einstehenden Faktors oder konstitutiven Moments ist der preziöse Schatz in der Tat mehr als ein bloßes Reichtumssymbol, mehr als äußerlicher Index der Fülle, und behauptet er vielmehr einen Wert und Bestand, den er auch behält, wenn er auf keinen aktuellen Reichtum zu verweisen vermag. Weil er sich nicht darauf beschränkt, durch sein abstraktes Dasein aktuellen Reichtum, vorhandene Fülle anzuzeigen, sondern vielmehr durch seine konkrete Beschaffenheit dazu disponiert ist, jedem potenziellen Reichtum seine Faktizität zu garantieren, jeder künftigen Fülle Wirklichkeit zu vindizieren, beweist er eine reflexive Bedeutung, um nicht zu sagen, eine Beschwörungskraft, die ihn in der Tat zu einer eigenen Art von Reichtum, zu einer Reichtumserscheinung sui generis werden lässt. Als konstitutiver Faktor und effektiver Garant nicht zwar des ständigen Vorhandenseins oder der permanenten Aktualität materialen Reichtums, wohl aber der von keiner symbolischen Vermittlungsleistung beeinträchtigten Unmittelbarkeit jeglichen potenziellen Reichtums und der jeder selbstlosen Abbildfunktion überhobenen Wirklichkeit aller künftigen Fülle vertritt der preziöse Schatz diesen als unmittelbares Faktum reaffirmierten potenziellen Reichtum, verkörpert er diese als gediegene Wirklichkeit garantierte künftige Fülle und ist kraft dessen, was er solchermaßen vertritt und verkörpert, selber ansichseiender Reichtum, von sich aus Inbegriff der Fülle.
Was Wunder dann aber, dass der preziöse Schatz, weit entfernt davon, auf die Rolle eines bloß äußeren Indikators materialen Reichtums und funktionellen Verweises auf letzteren beschränkt zu sein, vielmehr von sich aus oder aus der Innerlichkeit des Reichtumspotenzials, das er verkörpert, das gleiche herrschaftliche Gepräge aufweist wie der materiale Reichtum selbst und dem, der über ihn verfügt, das gleiche soziale Prestige verleiht wie letzterer beziehungsweise dass er gegebenenfalls, sprich für den Fall, dass der materiale Reichtum, auf dessen Basis er, der preziöse Schatz, entstand, verschwunden ist und keine Aktualität mehr besitzt, diesen sogar als herrschaftliches Prestigeobjekt vertreten oder vorübergehend ersetzen kann?
Unsere oben aufgeworfene doppelte Frage, warum es nötig ist, zusätzlich zum soziales Prestige verleihenden Faktum materialen Reichtums einen ostentativen Vorweis des Faktums, ein in Edelmetallen oder Preziosen bestehendes Reichtumssymbol ins Spiel zu bringen, und wie es möglich ist, dass dieses als Schatz firmierende Reichtumssymbol zu einem dem, was es symbolisiert, ebenbürtigen, wo nicht gegebenenfalls gar den Rang ablaufenden Prestigeobjekt sui generis werden kann – diese doppelte Frage haben unsere eingeschalteten Überlegungen zur symbolfunktionellen Rolle, die der materiale Reichtum selbst sub specie des von ihm auf den Plan gerufenen anderen Subjekts zu übernehmen tendiert, in der Tat beantwortet. Nötig ist der Schatz als Reichtumssymbol, weil er die Existenz materialen Reichtums leibhaftig affirmiert, durch sein eigenes Dasein garantiert. Und dies nicht nur in dem ebenso negativen wie quantitativen Sinne, dass er als Arbeitsprodukt die Entbehrlichkeit und Überflüssigkeit der Arbeit für subsistenzielle Zwecke unter Beweis stellt und somit als factum brutum einsteht dafür, dass an die Stelle der einfachen subsistenziellen Reproduktion die alle weitere Produktion erübrigende Fülle, an die Stelle des bloßen Lebensmittels der schiere Reichtum getreten ist, sondern vielmehr in der ebenso positiven wie qualitativen Bedeutung, dass er durch seine spezifische, reichtumsähnliche Beschaffenheit, durch die Art und Weise, wie er in seiner Vollkommenheit und Beständigkeit, in seiner Unverwüstlichkeit und Gediegenheit selber zu einem seine Entstehungsbedingungen revozierenden, den Arbeitsprozess, der zu ihm führt, für abgetan erklärenden Reichtumsphänomen, sprich, zu einem Symbol des vom anderen Subjekt ostentierten voraussetzungslos wahren Seins und unmittelbar wirklichen Habens wird – dass er also durch diese ihm eigene und der Symbolfunktion des materialen Reichtums ebenbürtige oder vielmehr überlegene symbolfunktionelle Rolle dem Reichtum den Rang abläuft, ihn als Repräsentanten und Abbild jenes wahren Seins und wirklichen Habens ausbootet und ihm damit die Einfachheit und Gesammeltheit einer nichts als sich selbst bedeutenden Fülle, einer in sich ruhenden Materialität, eines Reichtums sans phrase revindiziert beziehungsweise garantiert.
Nötig ist der Schatz mit anderen Worten, weil er als fait accompli oder perfekte Wahrnehmung eben der aufs wahre Sein und wirkliche Haben des anderen Subjekts gemünzten Symbolfunktion, die den materialen Reichtum als spontan in ihm wiederkehrende Reminiszenz zu irrealisieren und zu disqualifizieren droht, dazu taugt, via obliqua der eigenen Repräsentativität und Symbolik den letzteren als von keiner symbolischen Überfrachtung heimgesuchte, von keiner reflexiven Bezugnahme angekränkelte unmittelbare Materialität und schiere Fülle zu reaffirmieren. Und als dem materialen Reichtum ebenbürtiges, wo nicht gar überlegenes herrschaftliches Prestigeobjekt möglich ist demnach der preziöse Schatz, weil er durch diese seine das Sein und die Wirklichkeit materialen Überflusses reetablierende beziehungsweise reaffirmierende und insofern denn aber als dessen jenseits aller bloßen Vorzeige- oder Verweisbedeutung wesentliches Moment oder konstitutiver Faktor sich zu erkennen gebende Funktion eine eigene Art von Reichtum, eine Reichtumserscheinung sui generis darstellt: Nicht genug damit, dass er als wirkkräftiges Apotropäon vorhandenen, aktuellen Überfluss davor schützt, der geschilderten, durch das Auftauchen des anderen Subjekts und dessen ontologisch-sprunghafte Blickrichtung verschuldeten symbolfunktionellen Irrealisierung und Disqualifizierung zu verfallen, und vielmehr im Status quo eines mit sich identischen Daseins, einer sichselbstgleichen Gegebenheit zu erhalten dient – er vollbringt das Gleiche auch und ebenso sehr in Ansehung allen potenziellen, künftigen Überflusses und ist kraft dieses von ihm in epiphanischer Alleinvertretung verkörperten potenziellen Überflusses oder Reichtums überhaupt eine Reichtumserscheinung, die sich dem materialiter vorhandenen oder aktuell verfügbaren Überfluss in der Rolle des soziale Macht verleihenden Faktums oder herrschaftlichen Prestigeobjekts ohne weiteres an die Seite stellen oder ihm gar den Rang ablaufen kann.
Und als dies eine eigene Art von Reichtum darstellende herrschaftliche Prestigeobjekt gilt nun der preziöse Schatz nicht etwa nur dem über ihn verfügenden Herrn des materialen Reichtums, sondern auch und kaum weniger den Knechten, die das eine wie das andere, den preziösen Schatz wie den materialen Reichtum, für den Herrn produzieren. Weil für die Erhebung der als Reichtumssymbol fungierenden Edelmetalle zum als preziöser Schatz firmierenden Reichtum sui generis oder herrschaftlichen Prestigeobjekt keineswegs nur und nicht einmal primär die oben genannten praktischen Erwägungen einer der Herrschaft damit verschafften größeren Kontinuität von Belang, sondern auch und vor allem die eben angeführten systematischen Gründe einer dem herrschaftlichen Reichtum als solchem dadurch gesicherten ontologischen Identität oder modallogischen Beständigkeit maßgebend sind, haben in der Tat die Knechte ebenso viel Motivation wie der Herr, dies herrschaftliche Prestigeobjekt gelten zu lassen und hochzuhalten.
Schließlich haben sie ja der Herrschaft des ex improviso des gesellschaftlichen Reichtums auftauchenden anderen Subjekts nur zugestimmt oder haben, besser gesagt, die Etablierung des anderen Subjekts als des auf den Reichtum fixierten und in ihm gleichermaßen seinen wesentlichen Gegenstand und seine persönliche Bestimmung findenden Herrn und Meisters des gesellschaftlichen Produktionsprozesses nur betrieben, um den Reichtum als solchen zu retten, ihn vor der ontologischen Entwirklichung und modallogischen Entwertung zu bewahren, die ihm von Seiten eines nicht schon auf ihn vereidigten, sondern vielmehr einem wahren Sein im apriorischen Vorhinein allen materialen Reichtums, einem wirklichen Haben im zeitlosen Jenseits aller realen Fülle zugewandten anderen Subjekts her droht. Nur um den Reichtum vor dem ihm mit dem anderen Subjekt und dessen Perspektive drohenden Schicksal einer symbolfunktionellen Preisgabe und Entäußerung an ein Sein, das ihn als Schein entlarvt, eine Wirklichkeit, die ihn zur Halluzination degradiert, zu bewahren, haben sie ja alles darangesetzt, dem anderen Subjekt eben diesen Reichtum als seine ureigene Domäne nahe zu legen, ihn mit der Herrschaft über die von ihnen produzierte materiale Fülle zu ködern und so denn jene vom anderen Subjekt unmittelbar an den Tag gelegte und von absoluter Negativität gegenüber dem Reichtum bestimmte, von unbedingter Indifferenz gegenüber der Fülle geprägte Sicht auf ein in ontologischer Differenz zum Reichtum seiendes Sein, ein in unendlicher Diskretion zur Fülle perennierendes Pleroma zu verdrängen und aus der Welt zu schaffen.
Wenn nun aber der das andere Subjekt als seinen Herrn verhaftende und integrierende materiale Reichtum jenes in actu seiner herrschaftlichen Besetzung und Aneignung durch das andere Subjekt verdrängte a priori wahre Sein und zeitlos wirkliche Haben quasi spontan wieder zum Vorschein zu bringen und als frei flottierenden Pfahl im Fleische seiner scheinbaren Gesetztheit und Gediegenheit unwillkürlich zu reminiszieren droht und wenn zugleich eine als sekundärer Produktionsprozess der primären Reichtumserzeugung aufgesetzte Arbeitsanstrengung die Möglichkeit eröffnet, mit dem als spezifisches Herrengut, als res ad usum delphini firmierenden preziösen Schatz etwas zu schaffen, das eben jene vom materialen Reichtum spontan ins Spiel zurückgebrachte oder unwillkürlich reminiszierte symbolfunktionelle Orientierung und Ostentation als seine besondere Qualität, sein nicht bloß unwillkürlich reminisziertes, sondern vielmehr mustergültig demonstriertes Erbteil herauskehrt und damit aber den materialen Reichtum von ihr entlastet und freispricht und ihn wieder als Reichtum sans phrase, als aller symbolischen Überfrachtung ledige pleromatische Sichselbstgleichheit wahrzunehmen erlaubt – ist es da verwunderlich, dass die den Reichtum produzierenden Knechte nicht weniger als der über den Reichtum verfügende Herr diesen preziösen Schatz als den dank der adäquaten Abbildungsleistung und perfekten Repräsentativität, die er im Blick auf das wahre Sein und wirkliche Haben des anderen Subjekts beweist, apotropäisch-wirksamen Retter in der Not der dem materialen Reichtum drohenden symbolfunktionellen Entwirklichung und Entwertung hochhalten und in ihm eine nach Maßgabe der konstitutiven Bedeutung, die er demnach für das Sein und die Wirklichkeit nicht nur des jeweils vorhandenen, aktuellen Reichtums, sondern mehr noch allen künftigen, potenziellen Reichtums gewinnt, dem letzteren ebenbürtige, wo nicht gar gleichartige Erscheinung, eine eigene Art von Reichtum, Reichtum sui generis, und folglich auch ein in Ansehung des sozialen Prestiges, das materialer Reichtum gewährt, diesen zu vertreten oder gar zu ersetzen befähigtes Objekt erkennen?
So gewiss die Rettung und Erhaltung des für sich stehenden Seins und der durch keine Reflexion angekränkelten Wirklichkeit des von ihnen erzeugten Reichtums das treibende Motiv der von den Knechten selbst ins Werk gesetzten Herrschaft des anderen Subjekts ist, so gewiss lässt nun die im Blick auf den herrschaftlichen Reichtum seinssichernde, wirklichkeitsverbürgende Bedeutung, die der von den Knechten im chronologischen oder systematischen Anschluss an die Erzeugung materialen Reichtums produzierte preziöse Schatz unter Bedingungen etablierter Herrschaft hervorkehrt, ihnen diesen preziösen Schatz ebenso sehr als kostbares Gut, als dem materialen Reichtum an realem Wert und sozialem Prestige ebenbürtige, wo nicht gar überlegene Objektivität erscheinen wie dem über beides, über das generelle Herrschaftsmittel des Reichtums und das spezielle Herrengut des Schatzes, verfügenden Herrn selbst.
... haben. 1
Siehe Reichtum und Religion, 1. Buch: Der Mythos vom Heros, und 2. Buch: Der religiöse Kult, Freiburg (Ça ira Verlag) 1990 und 1991.

References: sui generis
sui generis
sui generis
sui generis
sui generis
sui generis
sui generis