Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=906
Timestamp: 2019-02-22 21:32:12+00:00

Document:
wo die pack-
werke gute
dinste tun?
Bei steilen parallel-ufern tun die pack-werke
gute dinste. Die sturzen der faschinen werden
dem strome zugekeret, um dessen macht zu zerstreuen.
Ausgebogene, das ist, in den strom eintrettende
ufer werden auch durch pack-werke gebändiget.
Wider das eiß sezet man pfäle ein. Beim steilen
einwärts gebogenen ufer, wenn der strom schon
eingerissen hat, so muß diser riß gebauet und eine
zunge vorgeleget werden.
packwerke
Die pack-werke bei steilen ufern sind pfal-werke
und mauern. Jene bestehen aus einer reihe von
pfälen und faschinen, die verankert und hinder-
wärts mit brettern beschlagen werden, um das
herabschüßende erdreich abzuhalten. Die abbil-
dung davon erblicket man in der 6ten tafel des
37ten kupferstiches beim Silberschlage. Wie
die mauern einzurichten seynd, solches ergibet der-
selbe § 53. Nach dem beispile der Schweizer und
Tiroler muß man keine sandsteine darzu nemen.
Der kütt ist entweder warmer oder kalter. Di-
ser hält in jenem wasser, und jener in einem andern
flusse. Die durch blei eingegossene klammern hal-
ten überall.
die bunen
oder zungen
werden be-
Die bunen, oder zungen sind werke, die vom
ufer aus in dem strom gefüret werden. Sie be-
stehen aus einem recht winkelligten triangel. One
entdeckung der direction des strom-schusses, und
der angefochtenen stelle, kan man nicht zu werke
gehen. Bemerke also nur den eigentlichen strich
im wasser, schlage einen pfal daselbst ein, an wel-
chem eine mit einem stricke angebundene latte
hänget. Dise bemerket den ort, wo zu bauen ist.
dinſte tun?
Bei ſteilen parallel-ufern tun die pack-werke
gute dinſte. Die ſturzen der faſchinen werden
dem ſtrome zugekeret, um deſſen macht zu zerſtreuen.
Ausgebogene, das iſt, in den ſtrom eintrettende
ufer werden auch durch pack-werke gebaͤndiget.
Wider das eiß ſezet man pfaͤle ein. Beim ſteilen
einwaͤrts gebogenen ufer, wenn der ſtrom ſchon
eingeriſſen hat, ſo muß diſer riß gebauet und eine
Die pack-werke bei ſteilen ufern ſind pfal-werke
und mauern. Jene beſtehen aus einer reihe von
pfaͤlen und faſchinen, die verankert und hinder-
waͤrts mit brettern beſchlagen werden, um das
herabſchuͤßende erdreich abzuhalten. Die abbil-
37ten kupferſtiches beim Silberſchlage. Wie
die mauern einzurichten ſeynd, ſolches ergibet der-
ſelbe § 53. Nach dem beiſpile der Schweizer und
Tiroler muß man keine ſandſteine darzu nemen.
Der kuͤtt iſt entweder warmer oder kalter. Di-
ſer haͤlt in jenem waſſer, und jener in einem andern
fluſſe. Die durch blei eingegoſſene klammern hal-
ten uͤberall.
Die bunen, oder zungen ſind werke, die vom
ufer aus in dem ſtrom gefuͤret werden. Sie be-
ſtehen aus einem recht winkelligten triangel. One
entdeckung der direction des ſtrom-ſchuſſes, und
der angefochtenen ſtelle, kan man nicht zu werke
gehen. Bemerke alſo nur den eigentlichen ſtrich
im waſſer, ſchlage einen pfal daſelbſt ein, an wel-
chem eine mit einem ſtricke angebundene latte
haͤnget. Diſe bemerket den ort, wo zu bauen iſt.
<pb facs="#f0906" n="894"/>
<head>§ 2216</head><lb/>
<note place="left">wo die pack-<lb/>
werke gute<lb/>
din&#x017F;te tun?</note>
<p>Bei &#x017F;teilen parallel-ufern tun die pack-werke<lb/>
gute din&#x017F;te. Die &#x017F;turzen der fa&#x017F;chinen werden<lb/>
dem &#x017F;trome zugekeret, um de&#x017F;&#x017F;en macht zu zer&#x017F;treuen.<lb/>
Ausgebogene, das i&#x017F;t, in den &#x017F;trom eintrettende<lb/>
ufer werden auch durch pack-werke geba&#x0364;ndiget.<lb/>
Wider das eiß &#x017F;ezet man pfa&#x0364;le ein. Beim &#x017F;teilen<lb/>
einwa&#x0364;rts gebogenen ufer, wenn der &#x017F;trom &#x017F;chon<lb/>
eingeri&#x017F;&#x017F;en hat, &#x017F;o muß di&#x017F;er riß gebauet und eine<lb/>
zunge vorgeleget werden.</p>
<head>§ 2217</head><lb/>
packwerke<lb/>
<p>Die pack-werke bei &#x017F;teilen ufern &#x017F;ind pfal-werke<lb/>
und mauern. Jene be&#x017F;tehen aus einer reihe von<lb/>
pfa&#x0364;len und fa&#x017F;chinen, die verankert und hinder-<lb/>
wa&#x0364;rts mit brettern be&#x017F;chlagen werden, um das<lb/>
herab&#x017F;chu&#x0364;ßende erdreich abzuhalten. Die abbil-<lb/>
dung davon erblicket man in der 6ten tafel des<lb/>
37ten kupfer&#x017F;tiches beim <hi rendition="#fr">Silber&#x017F;chlage</hi>. Wie<lb/>
die mauern einzurichten &#x017F;eynd, &#x017F;olches ergibet der-<lb/>
&#x017F;elbe § 53. Nach dem bei&#x017F;pile der Schweizer und<lb/>
Tiroler muß man keine &#x017F;and&#x017F;teine darzu nemen.<lb/>
Der ku&#x0364;tt i&#x017F;t entweder warmer oder kalter. Di-<lb/>
&#x017F;er ha&#x0364;lt in jenem wa&#x017F;&#x017F;er, und jener in einem andern<lb/>
flu&#x017F;&#x017F;e. Die durch blei eingego&#x017F;&#x017F;ene klammern hal-<lb/>
ten u&#x0364;berall.</p>
<head>§ 2218</head><lb/>
<note place="left">die bunen<lb/>
oder zungen<lb/>
werden be-<lb/>
<p>Die bunen, oder zungen &#x017F;ind werke, die vom<lb/>
ufer aus in dem &#x017F;trom gefu&#x0364;ret werden. Sie be-<lb/>
&#x017F;tehen aus einem recht winkelligten triangel. One<lb/>
entdeckung der direction des &#x017F;trom-&#x017F;chu&#x017F;&#x017F;es, und<lb/>
der angefochtenen &#x017F;telle, kan man nicht zu werke<lb/>
gehen. Bemerke al&#x017F;o nur den eigentlichen &#x017F;trich<lb/>
im wa&#x017F;&#x017F;er, &#x017F;chlage einen pfal da&#x017F;elb&#x017F;t ein, an wel-<lb/>
chem eine mit einem &#x017F;tricke angebundene latte<lb/>
ha&#x0364;nget. Di&#x017F;e bemerket den ort, wo zu bauen i&#x017F;t.<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Allda</fw><lb/></p>
[894/0906] LVI haubtſtuͤck § 2216 Bei ſteilen parallel-ufern tun die pack-werke gute dinſte. Die ſturzen der faſchinen werden dem ſtrome zugekeret, um deſſen macht zu zerſtreuen. Ausgebogene, das iſt, in den ſtrom eintrettende ufer werden auch durch pack-werke gebaͤndiget. Wider das eiß ſezet man pfaͤle ein. Beim ſteilen einwaͤrts gebogenen ufer, wenn der ſtrom ſchon eingeriſſen hat, ſo muß diſer riß gebauet und eine zunge vorgeleget werden. § 2217 Die pack-werke bei ſteilen ufern ſind pfal-werke und mauern. Jene beſtehen aus einer reihe von pfaͤlen und faſchinen, die verankert und hinder- waͤrts mit brettern beſchlagen werden, um das herabſchuͤßende erdreich abzuhalten. Die abbil- dung davon erblicket man in der 6ten tafel des 37ten kupferſtiches beim Silberſchlage. Wie die mauern einzurichten ſeynd, ſolches ergibet der- ſelbe § 53. Nach dem beiſpile der Schweizer und Tiroler muß man keine ſandſteine darzu nemen. Der kuͤtt iſt entweder warmer oder kalter. Di- ſer haͤlt in jenem waſſer, und jener in einem andern fluſſe. Die durch blei eingegoſſene klammern hal- ten uͤberall. § 2218 Die bunen, oder zungen ſind werke, die vom ufer aus in dem ſtrom gefuͤret werden. Sie be- ſtehen aus einem recht winkelligten triangel. One entdeckung der direction des ſtrom-ſchuſſes, und der angefochtenen ſtelle, kan man nicht zu werke gehen. Bemerke alſo nur den eigentlichen ſtrich im waſſer, ſchlage einen pfal daſelbſt ein, an wel- chem eine mit einem ſtricke angebundene latte haͤnget. Diſe bemerket den ort, wo zu bauen iſt. Allda
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/906
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 894. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/906>, abgerufen am 22.02.2019.

References: § 53
 § 53
 § 53
 § 2216
 § 2217
 § 53
 § 2218