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Timestamp: 2019-11-11 23:00:52+00:00

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Real­tei­lung einer Sozie­tät – mit Ver­wer­tung in Nach­fol­ge­ge­sell­schaft | Rechtslupe
Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Finanz­ge­richts Köln 4 in der Vor­in­stanz sind weder die Vor­aus­set­zun­gen des § 16 Abs. 2 Satz 3 EStG noch des § 16 Abs. 3 Satz 5 EStG erfüllt, so dass die Tarif­be­güns­ti­gung des Auf­ga­be­ge­winns des GbR-Gesell­schaf­ters nicht bereits aus die­sem Grund aus­ge­schlos­sen ist.
Aber auch ein als lau­fen­der Gewinn gel­ten­der Auf­ga­be­ge­winn gemäß § 16 Abs. 3 Satz 5 EStG liegt nicht vor, denn die Rege­lung, die die Ver­äu­ße­rung von Wirt­schafts­gü­tern im Rah­men der Betriebs­auf­ga­be vor­aus­setzt, fin­det auf ech­te Real­tei­lun­gen kei­ne Anwen­dung 5. Die bei einer ech­ten Real­tei­lung erfol­gen­de Auf­lö­sung des bestehen­den "Mit­ei­gen­tums zur gesam­ten Hand" durch die Über­eig­nung der Wirt­schafts­gü­ter der Gesell­schaft an die ein­zel­nen Gesell­schaf­ter stellt kei­ne Ver­äu­ße­rung dar 6. Dies gilt auch, wenn ‑wie im Streit­fall- die Wirt­schafts­gü­ter in Erfül­lung der Abfin­dungs­an­sprü­che der Gesell­schaf­ter der auf­ge­lös­ten Sozie­tät unmit­tel­bar auf eine ande­re GbR, an der die Real­tei­ler zum Teil betei­ligt sind, über­tra­gen wer­den.
Dies ist im Fall der Ver­äu­ße­rung eines Betrie­bes oder Teil­be­trie­bes anzu­neh­men, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge die für die Aus­übung der selb­stän­di­gen Tätig­keit wesent­li­chen ver­mö­gens­mä­ßi­gen Grund­la­gen, zu denen ins­be­son­de­re die imma­te­ri­el­len Wirt­schafts­gü­ter der Pra­xis wie der Man­dan­ten­stamm bzw. Pra­xis­wert gehö­ren, ent­gelt­lich auf einen ande­ren Rechts­trä­ger über­trägt 9. Dar­über hin­aus muss er sei­ne frei­be­ruf­li­che Tätig­keit im bis­he­ri­gen ört­lich begrenz­ten Wir­kungs­kreis wenigs­tens für eine gewis­se Zeit ein­stel­len 10, da bei fort­dau­ern­der Tätig­keit des Frei­be­ruf­lers in sei­nem bis­he­ri­gen ört­li­chen Wir­kungs­kreis eine wei­te­re Nut­zung der per­sön­li­chen Bezie­hun­gen zu den frü­he­ren Man­dan­ten auf "eige­ne Rech­nung des Ver­äu­ße­rers" nahe liegt und es somit nicht zu einer defi­ni­ti­ven Über­tra­gung der wesent­li­chen Betriebs­grund­la­gen kommt 11.
Fort­ent­wick­lung des BFH, Urteils vom 21.08.2018 – VIII R 2/​15, BFHE 262, 380, BSt­Bl II 2019, 64[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 16.12 2015 – IV R 8/​12, BFHE 252, 141, BSt­Bl II 2017, 766; vgl. auch BFH, Urteil vom 01.07.2010 – IV R 34/​07, BFH/​NV 2010, 2246; vgl. auch BFH, Urteil in BFHE 257, 292, BSt­Bl II 2019, 24; BFH, Urteil vom 01.12 1992 – VIII R 57/​90, BFHE 170, 320, BSt­Bl II 1994, 607[↩]
z.B. Pupe­ter in Widmann/​Mayer, Umwand­lungs­recht, Anhang 10 Rz 854; vgl. auch Schmidt/​Wacker, EStG, 37. Aufl., § 34 Rz 26; BFH, Beschluss vom 07.02.2007 – IV B 102/​05, BFH/​NV 2007, 902; BFH, Urteil in BFHE 170, 320, BSt­Bl II 1994, 607[↩]
vgl. auch Groh, Der Betrieb 1996, 2356; Pupe­ter in Widmann/​Mayer, a.a.O., Anhang 10 Rz 867; BFH, Urteil vom 19.01.1982 – VIII R 21/​77, BFHE 135, 282, BSt­Bl II 1982, 456; Schmidt/​Wacker, a.a.O., § 16 Rz 551; auch Stahl in Korn, § 16 EStG Rz 222; a.A. wohl Rasche in Rödder/​Herlinghaus/​van Lishaut, UmwStG, 2. Aufl., Anhang 5 Rz 116; Kauffmann in Frot­scher, EStG, Frei­burg 2011, § 16 Rz 228[↩]
BFH, Beschluss vom 18.10.1999 – GrS 2/​98, BFHE 189, 465, BSt­Bl II 2000, 123, m.w.N.; BFH, Urtei­le in BFHE 249, 536, BSt­Bl II 2015, 797, jeweils m.w.N.; vom 05.02.2014 – X R 22/​12, BFHE 244, 49, BSt­Bl II 2014, 388[↩]
z.B. Pupe­ter in Widmann/​Mayer, a.a.O., Anhang 10 Rz 857; vgl. auch BFH, Beschluss in BFH/​NV 2007, 902; BFH, Urteil in BFHE 170, 320, BSt­Bl II 1994, 607[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 21.08.2018 – VIII R 2/​15, BFHE 262, 380, BSt­Bl II 2019, 64, m.w.N.[↩]
zu den Aus­nah­men: Fall einer gering­fü­gi­gen Fort­set­zung der Tätig­keit z.B. BFH, Beschluss vom 20.01.2009 – VIII B 58/​08, BFH/​NV 2009, 756; vgl. auch Brandt in Herrmann/​Heuer/​Raupach ‑HHR‑, § 18 EStG Rz 324, m.w.N.; Fall der Mit­ar­beit für den Pra­xis­er­wer­ber z.B. BFH, Urteil vom 18.05.1994 – I R 109/​93, BFHE 175, 249, BSt­Bl II 1994, 925; vgl. auch HHR/​Brandt, § 18 EStG Rz 322, m.w.N.[↩]
vgl. BFH, Urteil in BFHE 262, 380, BSt­Bl II 2019, 64, m.w.N.[↩]

References: § 16
 § 16
 § 16
 § 34
 § 16
 § 16
 § 16
 § 18
 § 18