Source: http://www.bc-verlag.de/UVVen/62/9.HTM
Timestamp: 2019-03-22 16:49:53+00:00

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BGV B 7: Sauerstoff, § 9: Rohrleitungen
(1) Rohrleitungen, einschließlich ihrer Ausrüstungen und Verbindungen müssen nach Bauart und Werkstoff für Sauerstoff sowie die vorgesehenen Drücke und Temperaturen geeignet sein. DA
(2) In Sauerstoffanlagen dürfen Rohre mit Betriebsüberdrücken von mehr als 1 bar nur verwendet sein, wenn sie auf Dichtheit geprüft sind. DA
(3) In Krankenhäusern, ärztlichen Praxen und in sonstigen Bereichen medizinischer Anwendung dürfen nur nahtlose Kupferrohre verwendet sein.
(4) Schweißarbeiten an Rohrleitungen dürfen nur von geprüften Schweißern ausgeführt worden sein. DA
Dichtwerkstoffe für Rohrleitungen siehe § 8.
Zu den Rohren gehören auch Wendel- und Gelenkrohre.
Geeignete Werkstoffe für Rohrleitungen sind auf Grund bisher vorliegender Untersuchungsergebnisse die metallischen Werkstoffe Kupfer, Kupferlegierungen mit einem Masseanteil an Kupfer von mindestens 55 % und austenitische nichtrostende Cr-Ni-Stähle mit einem Masseanteil an Chrom und Nickel von zusammen mindestens 22 %.
Unter bestimmten Einschränkungen kann unlegierter und niedriglegierter Stahl verwendet werden; siehe hierzu auch § 10.
Aluminium und Aluminiumlegierungen können bis zu einer Betriebstemperatur von 80 °C und bis zu Betriebsüberdrücken von 63 bar als Werkstoff für Leitungen mit gasförmigem Sauerstoff im Bereich von Tieftemperaturanlagen verwendet werden, weil dort mit aluminothermischen Reaktionen nicht zu rechnen ist. Aluminium und Aluminiumlegierungen können auch als Werkstoffe für Leitungen mit flüssigem Sauerstoff im Bereich von Tieftemperaturanlagen verwendet werden.
Die vorbezeichneten Werkstoffe sind insbesondere in folgenden DIN-Normen bzw. AD-Merkblättern genannt:
1. Kupfer oder Kupfer-Knetlegierungen:
DIN 17 671 "Rohre aus Kupfer und Kupfer-Knetlegierungen".
2. Austenitischer nichtrostender Cr-Ni-Stahl:
DIN 17 455 "Geschweißte kreisförmige Rohre aus nichtrostenden Stählen für allgemeine Anforderungen; Technische Lieferbedingungen",
DIN 17 456 "Nahtlose kreisförmige Rohre aus nichtrostenden Stählen für allgemeine Anforderungen; Technische Lieferbedingungen",
DIN 17 457 "Geschweißte kreisförmige Rohre aus austenitischen nichtrostenden Stählen für besondere Anforderungen; Technische Lieferbedingungen",
DIN 17 458 "Nahtlose kreisförmige Rohre aus austenitischen nichtrostenden Stählen für besondere Anforderungen; Technische Lieferbedingungen'.
3. Stähle für tiefe Temperaturen (Betriebstemperatur unter minus 10 °C):
AD-Merkblatt W 10 "Werkstoffe für tiefe Temperaturen; Eisenwerkstoffe".
4. Aluminium und Aluminiumlegierungen:
DIN 1746 "Rohre aus Aluminium und Aluminium-Knetlegierungen", AD-Merkblatt W 6/1 "Aluminium und Aluminiumlegierungen; Knetwerkstoffe".
Rohre, deren Normung eine Dichtheitsprüfung durch den Hersteller vorsieht, werden zweckmäßigerweise mit Dichtheitsprüfung bestellt.
Die Prüfung wird in der Regel als Wirbelstromprüfung oder hydraulisch nach der betreffenden Rohrnorm vom Hersteller durchgeführt.
Siehe auch Durchführungsanweisungen zu § 47 Abs. 1.
DA zu § 9 Abs. 4:
Als geprüfte Schweißer gelten z. B. solche Schweißer, die über ein gültiges Prüfzeugnis nach DIN EN 287-1 "Prüfung von Schweißern" bzw. E DIN 8561 "Prüfung von NE-Metallschweißern" verfügen; siehe auch § 6.

References: § 9
 § 8
 § 10
 § 47
 § 9
 § 6