Source: https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/472184/
Timestamp: 2020-07-10 07:19:29+00:00

Document:
Private Veräußerungsgeschäfte - NWB Datenbank
Dokument Private Veräußerungsgeschäfte
Grundlagen vom 11.01.2020
Marcel Detmering und Gunnar Tetzlaff
Spekulationsfrist bei Veräußerung von Ferienimmobilien, NWB 26/2017 S. 1939;
Bleschick, Keine Minderung des Veräußerungsverlusts i. S. des § 17 EStG oder des Verlusts aus privaten Veräußerungsgeschäften i. S. des § 23 EStG durch Schadensersatz, SteuerStud 8/2017 S. 467 ;
Deutschländer, Sonstige Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften, NWB 14/2014 S. 1019;
Grözinger, Die Ferienimmobilie im Ausland, - Wie erfolgt die steuerliche Behandlung bei Eigennutzung, Fremdvermietung und Veräußerung, NWB 26/2017 Beilage 2/2017 S. 3 ;
Hess, Veräußerung eines unentgeltlich bestellten Erbbaurechts ist kein privates Veräußerungsgeschäft, NWB 22/2018 S. 1597 ;
Jochum, Werbungskosten und nachträgliche Schuldzinsen bei privaten Veräußerungsgeschäften, SteuerStud 12/2011 S. 681;
Krauß/Blöchle, Einkommensteuerliche Behandlung von direkten und indirekten Investments in Kryptowährungen, DStR 2018 S. 1210;
Kuppe, Fremdwährungsanlagen im inländischen Privatvermögen - Besonderheiten und steuerliche Erfassung, NWB 28/2014 S. 2083 ;
Müller/Concas, Besteuerung von Währungsgewinnen für deutsche Privatanleger - Spekulationsfrist bei Fremdwährungsguthaben, NWB-EV 12/2016 S. 418 ;
Ottersbach, Privates Veräußerungsgeschäft bei einem Grundstück, KSR 1/2012 S. 2;
Reiter/Nolte, Bitcoin und Krypto-Assets – Ein Überblick zur steuerlichen Behandlung beim Privatanleger und Unternehmen, BB 2018 S. 1179;
Schießl, Private Veräußerungsgeschäfte: Zeitpunkt der Verlustberücksichtigung bei Ratenzahlung - Anm. zum BFH-Urteil vom 6.12.2016.- IX R 18/16, NWB 22/2017 S. 1644 ;
Schoor, Besteuerung privater Veräußerungsgeschäfte, SteuerStud 1/2013 S. 15;
Trossen, Veräußerung einer zu eigenen Wohnzwecken genutzten Zweitwohnung nicht als privates Veräußerungsgeschäft steuerbar, NWB 43/2017 S. 3256 ;
Trossen, Privates Veräußerungsgeschäft – Verkauf innerhalb der Zehnjahresfrist, NWB 17/2015 S. 1222;
Trossen, Privates Veräußerungsgeschäft auf Ebene der vermögensverwaltenden Personengesellschaft oder des Gesellschafters?, NWB 13/2014 S. 888 ;
Welzer, Steuerfreie Veräußerung von Grundstücken im Privatvermögen - Einseitige Absicherungen von Grundstücksgeschäften unter Vermeidung einer Steuerpflicht nach § 23 Abs. 1 EStG, NWB 47/2018 S. 3451 ;
Zengerle/Janssen, Alte § 23 EStG-Verluste noch vor Entwertung am Jahresende nutzen, NWB 37/2013 S. 2923;
Blümich, EStG, KStG, GewStG, Loseblatt-Kommentar, Vahlen München, 137. Aufl. 2017 (Stand: 08/2017);
Frotscher, Kommentar zum Einkommensteuergesetz, Haufe Lexware Freiburg;
Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz, Dr. Otto Schmidt Verlag Köln;
Kirchhoff/Söhn/Mellinghoff, Einkommensteuergesetz Kommentar, C. F. Müller Heidelberg;
Korn, Einkommensteuergesetz, Loseblatt-Kommentar, Stollfuß Bonn;
Lippross, Basiskommentar Steuerrecht, Dr. Otto Schmidt Köln;
Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Schäffer-Poeschel Stuttgart;
Schmidt, EStG, Kommentar, C. H. Beck München;
Bäuml in K/K/B, § 6b EStG;
Söffing/Thonemann, Gewerblicher Grundstückshandel und private Veräußerungsgeschäfte mit Grundstücken, NWB Verlag Herne, 5. Aufl. 2017.
1 Einkunftsart
Die Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften nach § 23 EStG bilden keine eigene Einkunftsart, sondern gehören im System der sieben Einkunftsarten zu den sonstigen Einkünften (§ 22 Nr. 2 EStG). Sie erfassen steuerlich die Wertsteigerungen oder Wertverluste bestimmter Wirtschaftsgüter des Privatvermögens, soweit sie durch Veräußerung oder Beendigung eines Rechts realisiert werden. Wie bei allen anderen sonstigen Einkünften gehören auch die privaten Veräußerungsgeschäfte zu den Überschusseinkunftsarten. Entscheidend ist somit immer, ob der Steuerpflichtige mit Einkünfteerzielungsabsicht gehandelt hat.
2 Frist
3 Von der Vorschrift des § 23 EStG werden nur die Veräußerung von Wirtschaftsgütern des Privatvermögens erfasst sowie die Beendigung eines Rechts, das nicht dem betrieblichen Bereich zuzuordnen ist. Sie kommt nur zur Anwendung, wenn der entsprechende Sachverhalt nicht unter eine andere Überschusseinkunftsart fällt. Die Nachrangigkeit folgt bereits aus der Zugehörigkeit der privaten Veräußerungsgeschäfte zu den sonstigen Einkünften des § 22 EStG, die nachrangig gegenüber allen anderen Einkunftsarten sind, wie sich schon aus Satz 1 des § 22 Nr. 1 EStG ergibt. Ausdrücklich enthalten ist die Subsidiaritätsklausel in § 23 Abs. 2 EStG.
Der Vorrang des § 17 EStG gegenüber § 23 EStG ist ab VZ 2009 entfallen, da die Besteuerung von Wertpapieren seitdem nicht mehr unter § 23 EStG, sondern unter § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG fällt. Soweit jedoch noch Wertpapiergeschäfte unter § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG a. F. fallen, geht § 23 EStG auch weiterhin § 17 EStG vor.
4 Private Vermögensverwaltung/gewerblicher Grundstückshandel
Eine Besonderheit besteht jedoch im Verhältnis zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb, da auch die Veräußerung von Wirtschaftsgütern des Privatvermögens zu einer gewerblichen Tätigkeit führen kann, wenn der Rahmen der privaten Vermögensverwaltung überschritten wird. Dieser Rahmen gilt regelmäßig als überschritten, wenn der Veräußerung ein planmäßiges Verhalten des Steuerpflichtigen mit Gewinnerzielungsabsicht zugrunde liegt.
Bei einer Veräußerung von Grundstücken aus dem Privatvermögen muss somit eine Abgrenzung zum gewerblichen Grundstückshandel vorgenommen werden. Falls die Voraussetzungen des gewerblichen Grundstückshandels erfüllt sind, führt dies zu einer Gewerblichkeit der erzielten Veräußerungsgewinne. Durch die Verlängerung der Haltefrist von § 23 EStG von zwei auf zehn Jahre hat sich die Bedeutung des gewerblichen Grundstückshandels jedoch vermindert.
Zu diesem Thema vgl. Söffing, Gewerblicher Grundstückshandel, Grundlagen, NWB QAAAE-35129.
Die Wertpapiergeschäfte, die bis einschließlich Veranlagungszeitraum 2008 unter § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG a. F. fielen, sind selbst bei erheblichem Umfang im Allgemeinen noch zur privaten Vermögensverwaltung zu rechnen. Um doch zur Gewerblichkeit zu gelangen, müssen besondere Umstände vorliegen, wie etwa erhebliche Fremdfinanzierung, ungewöhnlicher Umfang und händlerähnliches Verhalten, das sich dadurch auszeichnet, dass das Tätigwerden für andere und für fremde Rechnung im Vordergrund steht. Es ist dabei immer das Gesamtbild der Verhältnisse zu würdigen.
5 Die Überschneidung zwischen den Einkünften aus Kapitalvermögen und den Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften, die nach der alten Rechtslage möglich war, spielt nach der Änderung durch das Unternehmensteuerreformgesetz keine Rolle mehr, da von § 20 EStG nun sowohl die Erträge aus dem Entgelt für die Nutzungsüberlassung von Kapital erfasst werden als auch die Wertsteigerung der Kapitalanlage selbst.

References: § 17
 § 23
 § 23
 § 23
 § 6
 § 23
 § 23
 § 22
 § 22
 § 23
 § 17
 § 23
 § 23
 § 20
 § 23
 § 23
 § 17
 § 23
 § 23
 § 20