Source: https://gymnasium-badwildungen.de/category/unsere-schule/profil-unsere-schule/
Timestamp: 2020-04-04 02:35:00+00:00

Document:
Vom 17.9. bis zum 20.9.2019 fand in Bad Hersfeld in der Jugendbildungsstätte am Frauenberg die Demokratiewerkstatt (DW) mit Schüler*innen hessischer UNESCO-Projektschulen statt. Der Titel der Veranstaltung lautete:
70 Jahre Grundgesetz – Eine Demokratiewerkstatt – In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der hessischen UNESCO-Projektschulen
Im Programmflyer zu der Veranstaltung wurde Inhalt und Ausrichtung der DW näher beschrieben:
In diesem Jahr wird das Grundgesetz 70 Jahre alt. Es ist die Grundlage unseres Staates, unseres Zusammenlebens –Was hat sich am Grundgesetz bewährt? Und kann es die notwendige Bindekraft für eine offene Gesellschaft entfalten? Welche Wegweisungen und Gestaltungsimpulse gehen vom Grundgesetz für eine starke Demokratie aus? In Workshops, im Projektlabor und im Gespräch mit politischen Gästen geht es um das, was eine lebendige Demokratie heute braucht und was junges Engagement noch wirkungsvoller macht.
Ziel der Veranstaltung war es, über die Bedeutung des Grundgesetzes (GG) als Basis unserer Demokratie nachzudenken und zu diskutieren. Auf die Frage, wie der demokratisch-freiheitliche Gedanke der Verfassung sich unter dem Eindruck aktueller gesellschaftlicher und politischer Ereignisse Rechtspopu-lismus und –terrorismus, Spaltung der Gesellschaft, Parteienverdrossenheit, Fridays For Future etc.) und auch in Zukunft behaupten kann sollten gemeinsam Antworten gefunden werden.
Den Auftakt der DW bildete quasi der hessische Demokratietag, der in diesem Jahr unter dem Motto: „Wir sind Demokratie“ im Engelsburg-Gymnasium Kassel stattfand. Einige der teilnehmenden Schüler*innen an der DW nahmen auch am Demokratietag teil. Am Abend des 17.09. begann dann mit einem festlichen Auftakt im Kasseler Rathaus die Fachtagung zur Demokratiebildung der UNESCO-Projektschulen Deutschland, mit Grußworten durch Kultusminister Alexander Lorz und der Kulturdezernentin der Stadt Kassel, Susanne Völker. Es schloss sich ein sehr interessantes Gespräch mit Roland Jahn, dem Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen an. Im Anschluss ging dann die Reise nach Bad Hersfeld zum Beginn der DW. Der Dienstagabend diente dazu, das Haus, einander und das Programm der DW näher kennenzulernen.
Am Mittwoch, den 18.9., fand nach Impulsen zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch über die Erwartungen und ersten Gedanken zur DW, mit einem kurzen Power Point Vortrag, anhand von Plakaten und Bildern und Ausschnitten aus Politiksendungen und Youtube-Videos eine Einführung in die Geschichte und Aktualität des Grundgesetzes (GG) statt. Exemplarisch entspann sich eine Diskussionsrunde darüber, welche Bedeutung der Art.1 für das GG und das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft hat. Im Anschluss daran wurden die Gesprächsimpulse in Workshops aufgenommen und vertieft. Die Schüler*innen konnten sich in einen Workshop einwählen und blieben in diesem bis zum Abendessen.
# Art. 1 Menschenwürde – Poetry Slam (eigene Texte zu Art. 1 und anderen Artikeln des GG verfassen
# Art. 2 Persönlichkeitsrechte Escaperoom zur Digitalen Demokratie (gemeinsam einen Escaperoom lösen und im anschl. Gespräch Themen zu digitalen Selbstbestimmung, Demokratie und Internet und Fake News aufnehmen
# Art 5:Presse – Meinungsfreiheit (Wie wichtig ist Meinungsfreiheit und eine freie Presse in einer Demokratie? Eine eigene Presseerklärung vorbereiten
# Art.5: Meinungsfreiheit – Menschenwürde : Hate-Speech (Wie begegne ich Hass im Netz? – Welche Gefährdung geht davon für die Demokratie aus? Wie stehen sich Art. 2 und Art. 5 gegenüber?
70 Jahre Grundgesetz – Trickfilme gestalten (Mit kreativen Methoden ausgewählte Inhalte des GG bearbeiten)
Der Abend sollte dann eigentlich unter dem Motto : „Unterwegs im Auftrag… ungewöhnliche Einblicke ins Grundgesetz“ stattfinden und Impulse vom Tag in einem Improvisationstheater aufnehmen. Leider erschien die Schauspielerin vom Improtheater nicht. Stattdessen wurde der Abend dann von den Schüler*innen gestaltet mit Einblicken aus den Poetry-Slam-, Hatspeech- und Trickfilmworkshops und beeindruckenden Gesangs- und Musikeinlagen seitens der Jugendlichen.
Am Donnerstag, dem 19.09., wurden nach kurzen Rückblicken und – meldungen aus den Workshops 10 Lernstationen zum Grundgesetz mit dem Zitat von Bundesverfassungsrichter Peter Müller „Das Demokratiemodell des Grundgesetzes ist ein Mitmachmodell, kein Zuschauermodell“ vorgestellt.
Lernstationen waren zum Beispiel: „Was bedeutet das Grundgesetz für mich? Ein Acrostychon mit dem Wort Grundgesetz gestalten“ – „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen… Wo hört freie Meinungsäußerung auf und fängt das Recht auf Unversehrtheit der Person an?“ – „Wo könnt ihr aktuell mitbestimmen? Wahl ab 16? Was wünscht Du Dir an Mitbestimmungsregelungen?“ – „Spielerisch: Was fördert Demokratie, wo lauern Gefahren für die Demokratie?“ – „Ich habe ein Recht auf… – Eine Fotoaktion zum GG“.
Eine Podiumsdiskussion widmete sich am Nachmittag der Frage: 70 Jahre Grundgesetz – Für welche Demokratie sind wir unterwegs? Verschiedene Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft stellten sich den Fragen einiger Jugendlicher und diskutierten mit Ihnen u.a. engagiert zu den Themen „Welche Gefahren gehen für unsere Demokratie von Rechtspopulismus und –radikalismus und Antisemitismus aus?“ – „Wie umgehen mit „Anti-Demokraten“, Hate-speech im Internet und verfassungsfeindlichen Angriffen auf der Straße? Was heißt das für Zivilcourage?“ „Wie viel zivilen Ungehorsam verträgt eine Demokratie?“ – „Kann das GG für aktuelle Fragen und Probleme angemessene Weisungen geben?“. Am Abend stand dann die Teilnahme am kulturellen Fest der Fachtagung zur Demokratie-Bildung der UNESCO-Projektschulen in der Jugendkulturkirche Kassel auf dem Programm.
Die Tagung endete am Freitag, den 20.09., mit einer Stadtführung durch Bad Hersfeld auf den Spuren von zivilgesellschaftlichem und demokratischem Engagement und mit einer ausführlichen Feedbackrunde. Fazit: Viele Schüler*innen bemerkten, das sie viel dazugelernt, neue Einblicke bekommen und Mut für das eigene Engagement bekommen hätten. Dem GG merke man seine 70 Jahre nicht an, es müsse aber auch ernst genommen und dürfe nicht verwässert werden, meinten die Schüler*innen. Eine Gefahr sahen sie im Rechtspopulismus, aber auch bei anderen Parteien als der AfD, dass das GG nur als Feigenblatt diene, aber in vielen Belangen nicht ernst genommen würde. (In Fragen des Asyls zum Beispiel oder aktuell im Umgang mit Fridays for Future). Gerade bei den teilnehmenden Jugendlichen, die erst seit einigen Jahren oder kurzer Zeit hier leben herrschte die Anerkennung dafür vor, dass sich die Bundesrepublik Deutschland eine solche Verfassung gegeben habe, die auch heute noch so wichtig und wirksam sei. Insgesamt fiel allen das sehr gute und respektvolle Miteinander auf …ein Stück gelebter Demokratie.
Hier geht es zu den Videos, die im Rahmen der Demokratiewerkstatt entstanden sind: http://www.punktmagazin.de/themen/demokratie.html
Text: Uwe Jakubczyk
Fotos: Sabine Weiss
Zum diesjährigen Internationalen Tag der Menschenrechte hatte sich die UNESCO-AG des Gustav-Stresemann-Gymnasiums eine ganz besondere Aktion ausgedacht. Um auf die in vielen Regionen der Welt zu beklagenden Rückschritte in der Menschenrechtspolitik aufmerksam zu machen, planten und realisierten die 28 Schülerinnen und Schüler unter der Leitung ihres Lehrers Herrn Dr. Salzig das Projekt „Menschenrechte – mit Füßen getreten“: sie schnitten
aus buntem Papier zahlreiche übergroße Fußabdrücke aus, die sie anschließend mit Schlagworten zum Thema Menschenrechte versahen. Dazu hatten die Jugendlichen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zurate gezogen, aus der sie Begriffe wie „Freiheit“, „Solidarität“, „Folterverbot“, „Asylrecht“ oder „Recht auf Bildung“ herausarbeiteten.
Die beschrifteten Fußabdrücke befestigten die AG-Teilnehmer anschließend auf dem Boden des Eingangsbereichs und auf den Stufen des Treppenhauses der Schule, also in einem Bereich, der tagtäglich von besonders vielen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern durchschritten wird. Die Fußspuren führten zu verschiedenen Informationstafeln mit vielfältigem Material zum Thema Menschenrechte. So hatten z. B. die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8c im PoWi-Unterricht auf kreisrunden Karten ihnen besonders wichtige Menschenrechte notiert und dazu individuell Stellung bezogen; weiterhin waren die komplette Allgemeine Erklärung der Menschenrechte auf einem großen Plakat abgebildet und Leporellos mit Argumenten gegen Folter und für eine humane Flüchtlingspolitik zu sehen.

References: Art.1
 Art. 1
 Art. 1
 Art. 2
 Art.5
 Art. 2
 Art. 5