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Timestamp: 2016-10-28 12:09:35+00:00

Document:
2A.637/2005 (14.02.2006)
2A.637/2005 /vje
Hans Ulrich W�rgler,
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich, 4. Abteilung, 4. Kammer, vom 21. September 2005.
1.1 X.________ (geb. 1966) stammt aus dem Senegal und verf�gt sei dem 5. November 1998 im Kanton Z�rich �ber eine Niederlassungsbewilligung. Am 22. Oktober 2003 ersuchte sie darum, ihren ausserehelichen Sohn Y.________ (geb. 1990) in die Schweiz nachziehen zu k�nnen, was die Direktion f�r Soziales und Sicherheit des Kantons Z�rich (Migrationsamt) am 19. Mai 2004 ablehnte. Die hiergegen beim Regierungsrat und Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich eingereichten Rechtsmittel blieben ohne Erfolg (Entscheide vom 12. April bzw. 21. September 2005).
1.2 X.________ beantragt vor Bundesgericht, ihrem Sohn Y.________ sei die Einreise zu erlauben und die Niederlassungsbewilligung zu erteilen. Das Verwaltungsgericht und der Regierungsrat des Kantons Z�rich sowie das Bundesamt f�r Migration widersetzen sich dem. Mit Verf�gung vom 6. Februar 2006 wies der Abteilungspr�sident das Gesuch von X.________ ab, das vorliegende Verfahren bis zum (Beschwerde-)Entscheid �ber eine allf�llige Einb�rgerung von Y.________ zu sistieren.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich als offensichtlich unbegr�ndet und kann im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG erledigt werden:
2.1 Die Verweigerung des Familiennachzugs ist im Rahmen von Art. 17 Abs. 2 ANAG (SR 142.20) bei Kindern von nicht zusammenlebenden Elternteilen zul�ssig, wenn die Trennung von den Betroffenen urspr�nglich selbst freiwillig herbeigef�hrt worden ist, f�r die �nderung der bisherigen Betreuungsverh�ltnisse - gerade zum gew�hlten Zeitpunkt - keine �berwiegenden famili�ren Interessen sprechen, der Wechsel sich nicht als notwendig erweist und die Pflege der bisherigen famili�ren Beziehungen nicht beh�rdlich verhindert wird (vgl. BGE 129 II 11 E. 3.1.3 S. 14 f. mit weiteren Hinweisen). Art. 13 BV bzw. Art. 8 EMRK r�umen grunds�tzlich nicht jenem Elternteil ein Recht auf Nachzug ein, der freiwillig ins Ausland gezogen ist und ein weniger enges Verh�ltnis zum Kind hat als der Elternteil oder die Verwandten, die f�r dieses in der Heimat sorgen (BGE 125 II 633 E. 3a S. 640; 122 II 385 E. 4b S. 392). Der Nachzug des Kindes muss sich zu dessen Betreuung aus stichhaltigen Gr�nden als erforderlich erweisen (vgl. BGE 124 II 361 E. 3a S. 366); dies ist regelm�ssig nicht der Fall, wenn im Heimatland alternative Pflegem�glichkeiten bestehen, die dem Kindeswohl besser entsprechen, beispielsweise weil dadurch vermieden werden kann, dass das Kind aus seiner bisherigen Umgebung und dem ihm vertrauten Beziehungsnetz gerissen wird (BGE 125 II 585 E. 2c S. 588 mit Hinweisen).
2.2.1 Die Beschwerdef�hrerin reiste am 26. August 1992 in die Schweiz ein und heiratete hier den Schweizer B�rger A.________. Ihren Sohn Y.________, der aus einer fr�heren ausserehelichen Beziehung stammt, liess sie in der Heimat zur�ck, wo er von den Grosseltern m�tterlicherseits und seit dem Tod der Grossmutter am 18. November 2001 vor�bergehend durch eine Grosstante und sp�ter erneut durch den Grossvater und eine Tante betreut wurde. Die Beschwerdef�hrerin nahm die Trennung von ihrem damals zweij�hrigen Sohn bewusst in Kauf und liess ihn w�hrend Jahren freiwillig in der Heimat - bei ihren Eltern sowie einer Schwester und deren Kindern, die alle am selben Ort wohnten - zur�ck. Seine vorrangige famili�re Beziehung besteht damit zur dortigen (Gross-)Familie, mit der er nunmehr seit �ber 13 Jahren zusammenlebt. Zur Beschwerdef�hrerin unterhielt er dagegen nur punktuelle Kontakte (Telefone und Besuche in der Heimat); bloss einmal soll er sich auch ferienhalber hier aufgehalten haben.
2.2.2 Der Einwand der Beschwerdef�hrerin, ein fr�herer Nachzug sei nicht m�glich gewesen, da ihre famili�re Situation dies nicht erlaubt habe, �berzeugt nicht: Die Beschwerdef�hrerin ist seit dem 17. November 1999 von A.________ geschieden, der sich - was sie aber nicht weiter zu belegen vermag - dem Nachzug widersetzt haben soll; bereits ab 1997 lebte sie von diesem getrennt und unterhielt sie eine Beziehung zu ihrem heutigen schweizerischen Gatten B.________. Seit dem 5. Januar 1998 verf�gte sie �ber die Niederlassungsbewilligung, was ihr mit Blick auf Art. 17 ANAG einen eigenst�ndigen Nachzug ihres Sohnes erm�glicht h�tte; dennoch stellte sie erst am 8. August 2002 ein entsprechendes Gesuch, das sie vorerst nicht weiter verfolgte. Sp�testens nach dem Tod ihrer Mutter, die sich in erster Linie um Y.________ gek�mmert haben soll, h�tte es mit Blick auf das angeblich gew�nschte famili�re Zusammenleben nahegelegen, dass sie sich zielstrebig um den Nachzug ihres Sohnes bem�hte, dennoch wartete sie fast knapp zwei Jahre mit einem (weiteren) Gesuch zu und beliess ihren Sohn in der Heimat. Es kann deshalb - entgegen ihren Vorbringen - nicht gesagt werden, dass die vorrangige famili�re Beziehung zu ihr besteht.
2.2.3 Die Beschwerdef�hrerin vermag auch keine stichhaltigen Gr�nde darzutun, welche eine Ver�nderung der Betreuungsverh�ltnisse gebieten w�rden; solche sind praxisgem�ss nicht leichthin anzunehmen. An den Nachweis der fehlenden Betreuungsm�glichkeit in der Heimat sind umso h�here Anforderungen zu stellen, je �lter das Kind ist bzw. je gr�sser sich die ihm in der Schweiz drohenden Integrationsschwierigkeiten erweisen (BGE 129 II 11 E. 3.3.2 mit Hinweisen). Die Beschwerdef�hrerin macht zwar geltend, ihr 73-j�hriger Vater leide an "Altersdemenz" und sei nicht mehr in der Lage, sich um seinen Enkel zu k�mmern. Obwohl in den verschiedenen Verfahren wiederholt entsprechende Best�tigungen in Aussicht gestellt wurden, liegen bis heute indessen keine solchen vor. Gewisse altersbedingte Betreuungsprobleme nimmt der emigrierende Elternteil, der sein Kind - trotz der voraussehbaren zeitlichen Schranken der L�sung - w�hrend Jahren der Obhut der Grosseltern anvertraut, zudem regelm�ssig in Kauf (BGE 129 II 11 E. 3.4). Der Grossvater von Y.________ lebt offenbar inzwischen mit seiner zweiten Ehefrau zusammen, womit nicht ersichtlich ist, warum eine altersgerechte Betreuung des 15-j�hrigen Sohns der Beschwerdef�hrerin, der keiner intensiven Pflege mehr bedarf, in der Heimat nicht weiterhin m�glich sein sollte. Bereits w�hrend der Krankheit der Grossmutter k�mmerte sich die Schwester der Beschwerdef�hrerin um den Haushalt der Grosseltern und damit auch um Y.________ (vgl. S. 4 der Beschwerde vom 18. Mai 2005 an das Verwaltungsgericht: "Es ist zutreffend, dass Y.________ am selben Ort wie seine Tante wohnt und dass diese den Haushalt der Grossfamilie f�hrt"); es ist nicht dargetan, dass und inwiefern unter diesen Umst�nden ein Wechsel der Betreuungsverh�ltnisse erforderlich w�re bzw. welche stichhaltigen Gr�nde hierf�r sprechen w�rden. Die Beschwerdef�hrerin wendet zwar neu ein, dass der Grossvater und die Tante von Y.________ die Grossfamilie aufl�sten, da die Wohnung, in der sie lebten, verkauft werden m�sse; diese Ver�nderung des Sachverhalts kann im vorliegenden Verfahren indessen nicht ber�cksichtigt werden, da sie erst nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts eingetreten ist (vgl. Art. 105 Abs. 2 OG; BGE 125 II 217 E. 3a S. 221; 121 II 97 E. 1c S. 99 f.).
2.2.4 Y.________ ist ausschliesslich im heimatlichen Umfeld verankert und hat dort seine vorrangigen Beziehungen. Ein Nachzug in die Schweiz w�re f�r ihn mit einer weitgehenden Entwurzelung sprachlicher und kultureller Natur verbunden, selbst wenn er - wie geltend gemacht wird - hier eine franz�sischsprachige Privatschule besuchen w�rde, da die Beschwerdef�hrerin mit ihrem Gatten und dem gemeinsamen Sohn bzw. ihrer Tochter aus erster Ehe in der Deutschschweiz lebt. Es entspricht nicht dem Zweck des Familiennachzugs und ist aus integrationspolitischer Sicht unerw�nscht, dass Jugendliche nach gewollter bzw. jahrelang in Kauf genommener Sozialisierung im Heimatland im Wesentlichen allein im Hinblick auf eine k�nftige selbst�ndige Anwesenheit als Erwachsene zur Verschaffung besserer Zukunftsaussichten in die Schweiz geholt werden (vgl. BGE 129 II 11 E. 3.3.2 S. 16; 126 II 329 E. 3b S. 333). Die Beschwerdef�hrerin kann die famili�re Beziehung zu ihrem Sohn - wie bis anhin - telefonisch und im Rahmen von gegenseitigen Besuchsaufenthalten leben; der angefochtene Entscheid entspricht somit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und verletzt kein Bundesrecht.
3.1 Die Beschwerde ist unbegr�ndet und deshalb abzuweisen. F�r alles Weitere wird auf die zutreffenden Ausf�hrungen im angefochtenen Entscheid und im Beschluss des Regierungsrats vom 12. April 2005 verwiesen (Art. 36a Abs. 3 OG).
3.2 Dem Verfahrensausgang entsprechend wird die unterliegende Beschwerdef�hrerin kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 153 und Art. 153a OG). Parteientsch�digungen sind nicht geschuldet (vgl. Art. 159 OG).

References: Art. 36
 Art. 17
 BGE 
 Art. 13
 Art. 8
 BGE 
 Art. 17
 Art. 105
 BGE 
 BGE 
 Art. 153
 Art. 153
 Art. 159