Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/feuerbach_recht_1801?p=404
Timestamp: 2019-03-24 03:09:02+00:00

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II. Buch. II. Theil II. Titel. II. Abschnitt.
Verbrechens unbestimmt, so ist auch die
Strafe der Cal. willkührlich. *) Dem falschen
Ankläger ist derjenige gleich, der ihn ange-
stellt hat, **) denn dieser ist auctor intellectua-
Anm. Mündlich von der Tergiversation.
D. Concussion ***) besteht in der Er-
pressung eines Vortheils von einem andern durch
den Vorwand oder den Misbrauch eines Rechts.
Unter dem Vortheil ist nicht blos ein Geldvor-
theil zu verstehen: sogar die Erpressung eines
Kaufs oder Verkaufs gehört hieher. Sie kann
begangen werden sowohl von Privatperso-
(es sey dolose oder culpose) "Schmach" (Injurie)
oder "Schaden" zugefugt hat. Da stehen denn
jene Worte ganz an ihrer rechten Stelle und schlie-
ssen die öffentliche Strafe, (die Carl aus dem ge-
meinen Recht voraussetzt) ganz und gar nicht aus.
Die Strafe der Talion beym falschen Ankläger ist
ganz dem Art. 48. u 107. gemäss, wo auch den
falschen Zeugen in Criminalsac[h]en diese Strafe an-
gedroht ist. Derselbe Grund, der hier dem Gesetz
zum Grunde liegt, tritt auch dort ein, jener ist so-
gar noch strafbarer cf Boehmer ad Carpzov
Q. 106. obs. 3. idem ad Art. 12. §. 5. und 6.
*) L. 3. D eod.
**) L. 1. §. 13. D eod.
***) Dass die Concussion eine Art des Falsi sey, ist kei-
nem Zweifel unterworfen. 1) Alle Haupt erkmale
des Falsi überhaupt sind hier vorhanden. Wer
fälschlich ein Recht zum Nachtheil der Befugnisse
II. Buch. II. Theil II. Titel. II. Abſchnitt.
Verbrechens unbeſtimmt, ſo iſt auch die
Strafe der Cal. willkührlich. *) Dem falſchen
Ankläger iſt derjenige gleich, der ihn ange-
ſtellt hat, **) denn dieſer iſt auctor intellectua-
Anm. Mündlich von der Tergiverſation.
D. Concuſſion ***) beſteht in der Er-
preſſung eines Vortheils von einem andern durch
Unter dem Vortheil iſt nicht blos ein Geldvor-
theil zu verſtehen: ſogar die Erpreſſung eines
begangen werden ſowohl von Privatperſo-
(es ſey doloſe oder culpoſe) „Schmach“ (Injurie)
oder „Schaden“ zugefugt hat. Da ſtehen denn
jene Worte ganz an ihrer rechten Stelle und ſchlie-
ſsen die öffentliche Strafe, (die Carl aus dem ge-
meinen Recht vorausſetzt) ganz und gar nicht aus.
Die Strafe der Talion beym falſchen Ankläger iſt
ganz dem Art. 48. u 107. gemäſs, wo auch den
falſchen Zeugen in Criminalſac[h]en dieſe Strafe an-
gedroht iſt. Derſelbe Grund, der hier dem Geſetz
zum Grunde liegt, tritt auch dort ein, jener iſt ſo-
gar noch ſtrafbarer cf Boehmer ad Carpzov
Q. 106. obſ. 3. idem ad Art. 12. §. 5. und 6.
***) Daſs die Concuſſion eine Art des Falſi ſey, iſt kei-
des Falſi überhaupt ſind hier vorhanden. Wer
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[376/0404] II. Buch. II. Theil II. Titel. II. Abſchnitt. Verbrechens unbeſtimmt, ſo iſt auch die Strafe der Cal. willkührlich. *) Dem falſchen Ankläger iſt derjenige gleich, der ihn ange- ſtellt hat, **) denn dieſer iſt auctor intellectua- lis. Anm. Mündlich von der Tergiverſation. §. 464. D. Concuſſion ***) beſteht in der Er- preſſung eines Vortheils von einem andern durch den Vorwand oder den Misbrauch eines Rechts. Unter dem Vortheil iſt nicht blos ein Geldvor- theil zu verſtehen: ſogar die Erpreſſung eines Kaufs oder Verkaufs gehört hieher. Sie kann begangen werden ſowohl von Privatperſo- nen, ***) *) L. 3. D eod. **) L. 1. §. 13. D eod. ***) Daſs die Concuſſion eine Art des Falſi ſey, iſt kei- nem Zweifel unterworfen. 1) Alle Haupt erkmale des Falſi überhaupt ſind hier vorhanden. Wer fälſchlich ein Recht zum Nachtheil der Befugniſſe des ***) (es ſey doloſe oder culpoſe) „Schmach“ (Injurie) oder „Schaden“ zugefugt hat. Da ſtehen denn jene Worte ganz an ihrer rechten Stelle und ſchlie- ſsen die öffentliche Strafe, (die Carl aus dem ge- meinen Recht vorausſetzt) ganz und gar nicht aus. Die Strafe der Talion beym falſchen Ankläger iſt ganz dem Art. 48. u 107. gemäſs, wo auch den falſchen Zeugen in Criminalſachen dieſe Strafe an- gedroht iſt. Derſelbe Grund, der hier dem Geſetz zum Grunde liegt, tritt auch dort ein, jener iſt ſo- gar noch ſtrafbarer cf Boehmer ad Carpzov Q. 106. obſ. 3. idem ad Art. 12. §. 5. und 6.
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Zitationshilfe: Feuerbach, Paul Johann Anselm von: Lehrbuch des gemeinen in Deutschland geltenden Peinlichen Rechts. Giessen, 1801, S. 376. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/feuerbach_recht_1801/404>, abgerufen am 24.03.2019.

References: Art. 48
 Art. 12
 Art. 48
 Art. 12
 Art. 48
 Art. 12
 Art. 48
 Art. 12