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Timestamp: 2020-08-15 05:20:57+00:00

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Der neue Flugplatz - und die Planfeststellung | Rechtslupe
Der neue Flug­platz – und die Plan­fest­stel­lung
Nach § 6 Abs. 1 Satz 1 LuftVG dür­fen Flug­plät­ze (Flug­hä­fen, Lan­de­plät­ze und Segel­flug­ge­län­de) nur mit Geneh­mi­gung ange­legt oder betrie­ben wer­den. Zusätz­lich schreibt § 8 Abs. 1 Satz 1 LuftVG für Flug­hä­fen sowie Lan­de­plät­ze mit beschränk­tem Bau­schutz­be­reich vor, dass die­se nur ange­legt wer­den dür­fen, wenn der Plan nach § 10 LuftVG vor­her fest­ge­stellt ist.
Die Anle­gung neu­er Flug­hä­fen bedarf mit­hin sowohl der Geneh­mi­gung nach § 6 Abs. 1 Satz 1 LuftVG als auch der Plan­fest­stel­lung gemäß § 8 Abs. 1 Satz 1 LuftVG.
Nach § 8 Abs. 6 LuftVG in der Fas­sung seit dem Pla­nungs­ver­ein­fa­chungs­ge­setz vom 17.12 1993 [1] ist die Geneh­mi­gung nach § 6 LuftVG aber kei­ne Vor­aus­set­zung für ein Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren (mehr). Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat daher in Abkehr von sei­ner frü­he­ren Recht­spre­chung [2] bereits ent­schie­den, dass es für das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren nicht dar­auf ankommt, ob eine luft­ver­kehrs­recht­li­che Geneh­mi­gung über­haupt vor­liegt, ob sie gege­be­nen­falls wirk­sam oder unwirk­sam ist oder ob sie das mit der Plan­fest­stel­lung gere­gel­te Vor­ha­ben inhalt­lich abdeckt [3].
Die Geneh­mi­gung kann somit dem Plan­fest­stel­lungs­be­schluss nach­fol­gen. § 8 Abs. 4 Satz 1 LuftVG eröff­net zudem die Mög­lich­keit, betrieb­li­che Rege­lun­gen zum Gegen­stand der Plan­fest­stel­lung zu machen. In die­sem kann die Plan­fest­stel­lungs­be­hör­de im Rah­men der pla­ne­ri­schen Abwä­gung daher die­je­ni­gen betrieb­li­chen Rege­lun­gen fest­le­gen, die sie nicht einem nach­fol­gen­den Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren über­las­sen darf oder möch­te [4].
ämt­li­che betrieb­li­chen Rege­lun­gen, die nicht im Plan­fest­stel­lungs­be­schluss ent­hal­ten sind, müs­sen dann im nach­fol­gen­den Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren getrof­fen wer­den. Maß­stab für die Ver­tei­lung der betrieb­li­chen Rege­lun­gen auf Plan­fest­stel­lung und Geneh­mi­gung ist dabei das pla­nungs­recht­li­che Gebot der Kon­flikt­be­wäl­ti­gung [5]: Rege­lun­gen, die erfor­der­lich sind, um etwa wesent­li­che Nach­tei­le von Betrof­fe­nen durch die Anla­ge eines Flug­ha­fens abzu­hal­ten, müs­sen ent­we­der im Plan­fest­stel­lungs­be­schluss selbst fest­ge­legt oder in zuläs­si­ger Wei­se der Bestim­mung im nach­fol­gen­den Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren über­ant­wor­tet wer­den [6].
Für den Fall der (wesent­li­chen) Ände­rung von Flug­hä­fen sehen § 8 Abs. 1 Satz 1 und § 6 Abs. 4 Satz 2 LuftVG eben­falls Plan­fest­stel­lung und Ände­rungs­ge­neh­mi­gung vor.
Wie das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt jedoch bereits ent­schie­den hat, fin­det § 6 Abs. 4 Satz 2 LuftVG nur auf die Fäl­le Anwen­dung, in denen eine (erneu­te) Plan­fest­stel­lung kraft Geset­zes nicht vor­ge­se­hen ist [7]. Das gilt jeden­falls dann unein­ge­schränkt, wenn sich das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren auch auf jene mate­ri­el­len Fra­gen (betrieb­li­che Rege­lun­gen; vgl. § 8 Abs. 4 LuftVG) erstreckt oder erstre­cken muss, die Gegen­stand eines Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens sein wür­den [8].
In die­sem Fall ist gemäß § 6 Abs. 4 Satz 1 LuftVG nach Erge­hen des Plan­fest­stel­lungs­be­schlus­ses die Geneh­mi­gung nur noch ent­spre­chend dem Ergeb­nis des Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­rens zu ergän­zen oder zu ändern. Die­ser soge­nann­ten Anpas­sungs­ge­neh­mi­gung kommt kein eige­ner Ent­schei­dungs­ge­halt zu. Viel­mehr han­delt es sich hier­bei ledig­lich um eine gesetz­lich gebo­te­ne nach­voll­zie­hen­de Ände­rung der Geneh­mi­gungs­la­ge mit dem Ziel der Wah­rung der Ein­heit­lich­keit des „zwei­spu­ri­gen“ Zulas­sungs­vor­gangs [9], mit­hin um den rei­nen Voll­zug eines Geset­zes­be­fehls [10].
Folg­lich kann die nach § 6 Abs. 4 Satz 1 LuftVG ange­pass­te Geneh­mi­gung Drit­te nicht im Sin­ne von § 42 Abs. 2 VwGO (erst­ma­lig) in ihren Rech­ten ver­let­zen. Eine Ver­kür­zung des Rechts­schut­zes von Ände­rungs­vor­ha­ben Betrof­fe­ner ist damit nicht ver­bun­den. Sowohl Gemein­den als auch betrof­fe­nen Bür­gern wird gegen­über dem Plan­fest­stel­lungs­be­schluss effek­ti­ver und umfas­sen­der Rechts­schutz gewährt [11]. Das gilt auch, soweit der Plan­fest­stel­lungs­be­schluss vom Inhalt des Geneh­mi­gungs­be­scheids zum Nach­teil von Gemein­den oder Bür­gern abweicht [12].
BGBl. I S. 2123[↩]
vgl. BVerwG, Urteil vom 05.12 1986 – 4 C 13.85, BVerw­GE 75, 214, 221 m.w.N.[↩]
BVerwG, Beschluss vom 08.03.1995 – 4 A 2.95, Buch­holz 442.40 § 8 LuftVG Nr. 12 S. 1 14[↩]
Ram­sau­er, NVwZ 2004, 1041, 1047[↩]
vgl. Wysk, ZLW 2001, 173, 175 ff.; Deutsch, DVBl 2001, 1868, 1871; Giemul­la, UPR 2002, 373, 376[↩]
vgl. Ram­sau­er a.a.O. S. 1047[↩]
BVerwG, Urteil vom 05.12 1986 – 4 C 13.85, BVerw­GE 75, 214, 222[↩]
BVerwG, Urteil vom 05.12 1986 a.a.O.; vgl. auch Schil­ler, in: Grabherr/​Reidt/​Wysk, Luft­ver­kehrs­ge­setz, Stand Juli 2015, § 6 Rn. 81[↩]
BVerwG, Urteil vom 22.06.1979 – 4 C 40.75, Buch­holz 442.40 § 6 LuftVG Nr. 11 S. 28 33[↩]
Giemul­la, UPR 2002, 373, 375[↩]
BVerwG, Urtei­le vom 11.10.1968 – 4 C 55.66, Buch­holz 442.40 § 6 LuftVG Nr. 1; und vom 05.12 1986 a.a.O. S. 222; Beschluss vom 20.08.1990 – 4 B 146–148.89, Buch­holz 442.40 § 8 LuftVG Nr. 9; sie­he auch Urteil vom 31.07.2012 – 4 A 5000.10 u.a., BVerw­GE 144, 1 Rn. 48[↩]
BVerwG, Beschluss vom 05.12 1986 a.a.O.[↩]
Der neue Flug­platz – und die Plan­fest­stel­lung Nach § 6 Abs. 1 Satz 1 LuftVG dür­fen Flug­plät­ze (Flug­hä­fen, Lan­de­plät­ze und Segel­flug­ge­län­de) nur mit Geneh­mi­gung ange­legt oder betrie­ben wer­den. Zusätz­lich schreibt § 8…
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FlughafenPlanfeststellungsverfahren

References: § 6
 § 8
 § 10
 § 6
 § 8
 § 8
 § 6
 § 8
 § 8
 § 6
 § 6
 § 8
 § 6
 § 6
 § 42
 § 8
 § 6
 § 6
 § 6
 § 8
 § 6
 § 8
 § 29