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Timestamp: 2018-10-22 03:57:38+00:00

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Juni 2018 » FARR Wirtschaftsprüfung GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
1. Vorwort zum Jubiläums-Newsletter, WPK-Beiratswahl und wie merkt man sich Witze?
Sie erhalten heute den FARR-WP-Jubiläums-Newsletter Nr. 60.
Viel Spaß beim Lesen, natürlich auch bei den Witzen und Rätseln.
Bis zum Wahltag am 10. Juli 2018 wird der Beirat der WPK neu gewählt (vgl. WPK Magazin 2/2018, S. 18; IDW Life 06.2018, S. 589). Es gibt 8 Wahllisten mit je max. 45 Kandidaten. Für die Ziegler-Liste, die insb. für den WP-Mittelstand steht, tritt auch wieder Herr Dr. Farr an. Herzlichen Dank dafür, wenn Sie ihm Ihre Stimmen (max. drei Stimmen pro Kandidat) geben.
Ein Pfarrer, der schmuggelt
Eine Frau sitzt im Flugzeug neben einem Pfarrer. „Vater“, sagt sie, „darf ich sie um einen Gefallen bitten?“ Er: „Gerne, wenn ich kann, meine Tochter.“
„Das kann ich schon, meine Tochter, das Problem ist nur: Ich kann nicht lügen, aber geben Sie das Gerät her, es wird mir schon etwas einfallen!“
Naja, denkt sich die Frau, das wird schon klappen und gibt ihm den Rasierer.
„Vom Kopf bis zur Mitte nichts zu verzollen, mein Sohn!“ versichert der Pfarrer.
Etwas erstaunt fragt der Zollbeamte: „Und von der Mitte abwärts?“ „Da unten“ sagt der Pfarrer „habe ich ein Gerät für Damen, das noch nie benutzt wurde!“
Der Zollbeamte lacht schallend und ruft: „Der Nächste bitte....“
Treffen im Supermarkt (von Markus Hofmann)
Zwei Frauen im Supermarkt stoßen zusammen. Meint die eine völlig aufgelöst:
„Entschuldigen Sie, aber ich bin total durcheinander, ich suche meinen Mann!“
Darauf die andere: „Mir geht es auch so, seit zehn Minuten finde ich meinen Mann nicht mehr! Wie sieht Ihrer denn aus?“
„Meiner hat blonde Haare, ist 1,90 Meter groß, braun gebrannt, tolle Figur, Waschbrettbauch, ein Lächeln wie Brad Pitt, die Hände von André Rieu und wenn er nachdenklich ist, den Dackelblick von George Clooney. Wie sieht Ihrer denn aus?“
„Pfeiff drauf. Suchen wir Ihren!“
Witze einfach merken (von Markus Hofmann)
„Wie merkst du dir nun einen guten Witz, wenn du einen hörst? Ich selbst habe meine 100 besten Witze immer parat - mit einer einfachen Merktechnik: Die beste Art, sich Witze zu merken, ist die bildhafte Assoziation. Du verknüpfst den Hautdarsteller des Witzes, um den es in der Pointe geht, einfach mit einem Teil deines Körpers. Lass uns das doch mal an einem praktischen Beispiel ausprobieren. Nehmen wir z.B. den Witz mit dem Supermarkt (siehe oben).
Stelle dir nun den schönen Mann (oder die Frau) vor, wie er im Supermarkt einen Einkaufswagen vor sich herschiebt und dir versehentlich über deinen Fuß fährt. Da du von seinem Anblick noch immer hin und weg bist, bemerkst du den Schmerz - deine Zehen sind abgetrennt - zuerst gar nicht, sondern du himmelst ihn weiter an. (Als Mann stelle ich mir eine rassige Blondine vor, die mir über den Fuß fährt).
Wenn du das nächst Mal den Witz zum Besten geben willst, wirf einfach einen Blick auf deinen Fuß, und schon fällt dir die Situation im Supermarkt ein.
Die nächsten Witze, die du hörst, kannst du dann mit deinem Kniescheiben, Hüften, deinem Po oder anderen Körperteilen kreativ verknüpfen. Erzähle diese Witze mindestens fünf Personen. Das fördert deine rhetorischen Fähigkeiten und dein Gedächtnis.“
Fazit: Außerdem ist man als Witzeerzähler immer beliebt und gut unterwegs.
Zum Schluss noch was zum Knobeln (von Markus Hofmann)
Das nachfolgende Rätsel ging letztes Jahr herum. Angeblich schaffen es nur 3 % der Bevölkerung, es zu lösen. Gehören Sie dazu?
Wie lautet das Ergebnis der letzten Addition?
Die Lösung des Rechenrätsels steht auf Seite 4 unten.
a) PfQK müssen Ihre Aus- und Fortbildung der WPK nachweisen; Übergangsfrist bis 16.06.2019
Die Neuregistrierung als PfQK steht in § 57a Abs. 3 WPO n.F. Danach muss der PfQK auch als „gesetzlicher Abschlussprüfer“ bei der WPK registriert sein (Abs. 3 Satz 3) und eine zweitägige Ausbildungsveranstaltung zum PfQK
b) Unser Seminarangebot in 2018 zur Ausbildung als Voraussetzung für die Neuregistrierung zum PfQK
Das zweitägige Seminar richtet sich an Berufskollegen, die sich bei der WPK als PfQK neu registrieren lassen möchten. Es ist von der WPK als Ausbildungsveranstaltung mit 16 Einheiten á 45 Min. anerkannt (Schreiben der WPK vom 06.03.2018).
Termin und Ort: 26. und 27.09.2018 (Kurs-Nr. 579) in Frankfurt/M., Steigenberger Hotel Metropolitan (direkt am Hbf).
Lösung des Rechenrätsels von Seite 3
Man addiert stets das Ergebnis der vorherigen Gleichung:
Darstellung des Rechtsrahmens/Veränderungen des Systems der QK
Die Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) beim BAFA
=> Workshop 1: Neuerungen im QS-System der WP-Praxis
C. Das Qualitätssicherungssystem der Praxis als Prüfungsgegenstand der Qualitätskontrolle
=> Workshop 2: Vorbereitung und Planung der QK
D. Die Durchführung der Qualitätskontrolle und die Berichterstattung über die durchgeführte Qualitätskontrolle
Der überarbeitete IDW PS 140 n.F. (Stand: 09.06.2017)
=> Workshop 3: Durchführung der QK
E. Fallstudie mit Arbeitshilfen (=> 10 Prozessschritte)
=> Workshop 4: Ergebnisse der QK und Prüfungsurteil
c) Unser Seminarangebot in 2018 zur Spezialfortbildung für bereits registrierte PfQK
09.18 Hamburg, Kurs-Nr. 583
09.18 Frankfurt (am Hbf), Kurs-Nr. 582 (= 2. Tag von Kurs-Nr. 579, s. oben b))
Weitere Termine im Jan., April, Sept. bis Dez. 2019 (=> siehe unten TOP 20)
Gliederung des Seminars: Analog wie oben zu b), weniger Grundlagen, dafür mehr Aktuelles und praktische Hinweise
Das Qualitätssicherungssystem der Praxis als Prüfungsgegenstand der Qualitätskontrolle
Die Durchführung der Qualitätskontrolle und die Berichterstattung über die durchgeführte Qualitätskontrolle (einschl. umfangreicher Fallstudie)
3. WPK / IDW: Welche Beauftragte / Manager braucht eine „moderne“ WP- / vBP-Praxis (Zuständigkeitsmatrix)?
Bei einer externen Qualitätskontrolle (=> durch Peer) oder anlassunabhängigen Inspektion (=> durch Inspektor) wird man immer wieder nach dem Geldwäschebeauftragten, dem Datenschutzbeauftragten oder dem Nachschaubeauftragten gefragt.
Wie könnte eine Zuständigkeitsmatrix (Organigramm) bzgl. der Beauftragten aussehen?
Quelle: IDW Praxishandbuch 2017 / 2018, 11. Aufl., S. 7 f.
Das IDW Praxishandbuch sieht im Kapitel A. eine Tabelle für „Nicht-mandatsspezifische Zuständigkeiten“ mit folgenden Verantwortungsbereichen vor:
Verantwortungsbereich Herr / Frau
Unabhängigkeitsbeauftragte/r:
Geldwäschebeauftragte/r:
Aus- und Fortbildungsbeauftragte/r:
Nachschaubeauftragte/r:
Wir haben diese Tabelle zu folgender Zuständigkeitsmatrix (Organigramm) weiterentwickelt (damit wären Sie optimal organisiert!). Die Tabelle könnte wie folgt aussehen und sollte Teil des Qualitätshandbuchs (oder eine Anlage hierzu) sein:
Verantwortlicher Geldwäschebeauftragter Datenschutzbeauftragter Unabhängigkeitsbeauftragter Risiko-Manager Beschwerde-Manager Qualitäts-Manager Nachschaubeauftragter
Zu 1.: Geldwäschebeauftragter (= GwB) => vgl. auch unten TOP 8
Hierzu hat die WPK eine Anordnung nach § 7 Abs. 3 Satz 1 GwG (Stand: 27.09.2017) herausgegeben (WPK Magazin 4/2017, S. 38 f.) Hiernach gilt Folgendes:
Pflicht zur Bestellung eines GwB (§ 6 Abs. 2 Nr. 2 i.V.m. § GwG => § 7 Abs. 1 GwG findet auf WP/vBP/StB keine Anwendungen => Die WPK kann dies aber anordnen, wenn sie einen GwB für angemessen erachtet (§ 7 Abs. 3 GwG)
a) Anordnung der WPK vom 27.09.2017: WP/vBP in eigener Praxis, in gemeins. Berufsausübung und Berufsgesellschaften sind verpflichtet, einen GwB und einen Stellvertreter zu bestellen, wenn in der berufl. Einheit mehr als insg. 30 WP/vBP oder Angehörige von Berufen, mit denen der Beruf des WP/vBP gemeinsam ausgeübt werden darf (z.B. StB, RA), tätig sind.
b) Verpflichtete, die Mutterunternehmen einer Gruppe i.S.d. § 1 Abs. 16 GwG sind, haben für alle gruppenangehörigen Unternehmen einen GwB sowie einen Stellvertreter zu bestellen, wenn in der Gruppe mehr als 30 Berufsträger tätig sind.
c) Aufgaben des GwB: Er ist für die Implementierung und Überwachung der Einhaltung der geldwäscherechtlichen Vorschriften zuständig. Er ist Ansprechpartner für (§ 7 Abs. 5 GwG):
die Strafverfolgungsbehörden und die für die Aufklärung, Verhütung und Beseitigung von Gefahren zuständigen Behörden
die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen
die WPK als Aufsichtsbehörde
d) Person des GwB: Mit Blick auf die Bedeutung seiner Aufgaben sollte er in der Hierarchie der Praxis hoch angesiedelt sein (z.B. Partner, Sozius, Leitungsorgan); keine Benachteiligung aus der Tätigkeit als GwB.
e) Freiwilliger GwB: Auch in kleineren Einheiten oder Gruppen sinnvoll, wenn mit Blick auf Geschäftsfeld oder Mandanten erkennbare Risiken der Geldwäsche bestehen.
f) Anzeige an die WPK: Die Bestellung des GwB und des Stellvertreters sowie auch ihre Entpflichtung sind jeweils namentlich vorab anzuzeigen (§ 7 Abs. 4 GwG).
Zu 2.: Datenschutzbeauftragter (= DSB) => vgl. auch unten TOP 5
Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist seit 25.05.2018 in Kraft und betrifft alle Unternehmen, die personenbezogene Daten verarbeiten, d.h. auch WP-und StB-Praxen. Für den DSB gilt hier Folgendes:
a) Pflicht zur Bestellung eines (betriebl.) DSB
Aufgrund der DS-GVO wird es ab 2018 erstmals eine europaweit geltende Pflicht zur Bestellung eines DSB geben (Art. 37 ff. DS-GVO, § 38 BDSG n.F.).
Diese ist bindend, sofern ein Unternehmer einer Tätigkeit nachgeht, die aus datenschutzrechtlicher Sicht einer besonderen Kontrolle bedarf.
38 BDSG n.F. (vergleichbar zu § 4f Abs. 1 Satz 4 BDSG a.F.) enthält die Pflicht, wenn mind. 10 Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbez. Daten beschäftigt sind. Wer zählt zu den „Personen“:
Sozien, Partner, angestellte WP/vBP, Sekretariat, sonstige Mitarbeiter
Teilzeitkräfte, Azubis, Praktikanten und freie Mitarbeiter
Auch unterhalb des Schwellenwerts (unter 10 Pers.) ist der Praxisinhaber verpflichtet, die datenschutzrechtlichen Vorschriften im Übrigen einzuhalten.
TIPP: Man sollte unabhängig von einer Bestellpflicht einen DSB (ggf. freiwillig) bestellen, um so die Umsetzung der DS-GVO effektiv voranzutreiben.
b) Anforderungen an den DSB
Voraussetzungen: Fachwissen, Fähigkeiten, keine Interessenkollision (Nicht: Kanzleiinhaber, IT-Mitarbeiter).
Rechte: Besonderer Kündigungsschutz, Zeugnisverweigerungsrecht, Beschlagnahmeverbot, Weisungsfreiheit.
Schriftliche Benennung des DSB mit Festlegung der Aufgaben und Berichterstattung an die oberste Leitung.
WICHTIG: Anders als bisher müssen die Kontaktdaten des DSB ab 25.05.2018 veröffentlicht und zudem der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde gemeldet werden.
c) Welche Kriterien muss ein DSB erfüllen?
37 Abs. 5 DSGVO fordert
a) eine gewisse berufliche Qualifikation
b) Fachwissen auf dem Gebiet des Datenschutzes / der Datenschutzpraxis
c) die Fähigkeiten zur Erfüllung der gesetzl. definierten Aufgaben.
Durch stetige Neuentwicklungen werden DSB ständig gefordert, sodass eine stete Weiterbildung im IT- und juristischen Bereich unerlässlich ist, um den immer komplexeren Fragestellungen gerecht werden zu können.
d) Interner oder externer DSB?
Die Position kann intern oder extern besetzt werden (Art. 37 Abs. 6 DSGVO).
Vorteile des externen bDSB: Man benötigt keine internen Ressourcen und kann von dem Fachwissen eines externen DSB profitieren (z.B. externer RA).
e) Welche Aufgaben und Pflichten hat ein DSB nach § 39 DS-GVO?
Überwachung der Einhaltung der DS-GVO und nationaler Sonderregelungen (BDSG n.F.).
Unterrichtung und Beratung des Verantwortlichen, des Auftragsverarbeiters und der Beschäftigten; Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter.
Beratung und Überwachung i.Z.m. der Datenschutz-Folgenabschätzung.
Zusammenarbeit mit und Anlaufstelle für die Aufsichtsbehörde.
f) Haftung des DSB
Auch wenn das Unternehmen (ob Verantwortlicher oder Auftragsverarbeiter) selbst für die Einhaltung des Art. 24 Abs. 1 DS-GVO verantwortlich ist, haftet der DSB in seinem Verantwortungsbereich für Datenschutzverletzungen.
g) Gewerbliche Tätigkeit als externer DSB (z.B. RA)?
Ein RA war auch als selbständiger, extern bestellter DSB tätig. In seiner Steuererklärung vertrat er die Auffassung, als DSB freiberuflich tätig zu sein. Das FA ordnete diese Tätigkeit als „gewerblich“ ein. Das FG München (Urt. vom 25.07.2017, 5 K 1403/16) folgte dieser Beurteilung. Der Steuerpflichtige übe keine im EStG aufgezählte freiberufliche Tätigkeit (Katalogberufe) aus. Folglich sei ein selbständiger DSB gewerblicher Unternehmer. Der BFH muss nun abschließend entscheiden.
Zu 3.: Unabhängigkeitsbeauftragter
Quelle: IDW QS 1, Tz. 40 ff.
Eine der wichtigsten Berufsgrundsätze ist die Beachtung der Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Vermeidung der Besorgnis der Befangenheit (§ 43 Abs. 1 S. 1 und 2 WPO; §§ 319 ff. HGB; §§ 28 ff. BS WP / vBP). Die Praxisleitung muss nach § 51 Nr. 1 BS WP / vBP Regelungen zur Unabhängigkeit etc. einführen. Die eingeführten Regelungen müssen u. a. gewährleisten, dass die Verantwortung für die Untersuchung und Lösung von Fragen i.Z.m. Unabhängigkeitsgefährdungen in der WP-Praxis festgelegt ist. Die hierfür zuständige Stelle ist der sog. „Unabhängigkeitsbeauftragte“. Dieser sollte in der Kanzlei namentlich bekannt sein (z. B. Hinweis im QS-Handbuch).
Zu 4.: Risikomanager
Quelle: IDW QS 1, Tz. 70 ff.
Der Risikomanager ist z. B. im Rahmen der Auftragsannahme bzw. -fortführung für die Beurteilung von Auftragsrisiken verantwortlich.
Zu 5.: Beschwerdemanager (und Hinweisgebersystem / Whistleblowing)
Quelle: IDW QS 1, Tz. 101 ff.
Nach § 40 BS WP / vBP sind WP / vBP verpflichtet, Beschwerden und Vorwürfen von Mitarbeitern, Mandanten oder Dritten nachzugehen. Hierzu müssen im kanzleiinternen QS-System auch ausdrückliche Regelungen eingeführt werden (§ 51 Nr. 11 BS WP / vBP). Die Praxisleitung hat dafür zu sorgen, dass Beschwerden von Mitarbeitern der Praxisleitung oder der von dieser benannten Person (sog. „Beschwerdemanager“)
- ohne Besorgnis vor persönlichen Nachteilen (z. B. anonym; „Kummerkasten“) - zur Kenntnis gebracht werden (vgl. IDW QS 1, Tz. 105).
Das Gleiche gilt für das seit Mitte 2016 für den Bereich der Abschlussprüfungen nach § 316 HGB einzurichtende „Hinweisgebersystem“ (vgl. IDW QS 1, Tz. 104). Das Hinweisgebersystem hat nun auch den Bereich der Verhinderung von Geldwäsche mit zu umfassen.
Zu 6.: Qualitätsmanager
Der Qualitätsmanager ist z. B. für das QS-System bzw. -handbuch sowie dessen Einhaltung und Weiterentwicklung (Anpassung der kanzleiinternen Regelungen und Arbeitshilfen an neue Entwicklungen, Gesetze, etc.) zuständig. Er ist damit auch Ansprechpartner für den Prüfer für Qualitätskontrolle bzw. den Inspektor (APAS).
Zu 7.: Nachschaubeauftragter
Quelle: IDW QS 1, Tz. 205 ff.
Nach § 55b Abs. 3 WPO und § 49 BS WP/vBP haben WP / vBP jährlich bzw. regelmäßig eine (interne) Nachschau durchzuführen. Wer für die Nachschau verantwortlich sein soll, wird im IDW QS 1, Tz. 207 ff. konkretisiert: Danach liegt die Verantwortung für die Nachschau zunächst bei der Praxisleitung. Diese kann aber die Organisation und Durchführung der Nachschau einer Person übertragen, die über die erforderliche Erfahrung, Kompetenz und Autorität verfügt, um diese Aufgabe wahrnehmen zu können (sog. „Nachschaubeauftragter“).
Die eigentliche Durchführung der Nachschau kann durch fachlich und persönlich geeignete Personen erfolgen (z. B. niederlassungs- bzw. abteilungsfremde Personen, angestellte oder freie Mitarbeiter, externer WP). Die „Selbstvergewisserung“ durch den Praxisinhaber ist gem. § 49 Abs. 4 BS WP/vBP ausnahmsweise zulässig (wenn keine geeigneten Mitarbeiter dazu vorhanden), aber nur bei angemessenem zeitlichen Abstand (nicht zulässig bei § 319a HGB-Mandaten).
Wegen Einzelheiten vgl. die Veranstaltungsreihe „WP aktuell 1/2018“ (A. TOP 4 und 5); vgl. unten TOP 19.
4. Die richtige Unterzeichnung und Datierung von JA, LB, VE, BV und PB
a) Wie kann man unwirksamen Erklärungen durch ordnungsgemäße Unterschriften vorbeugen?
Darüber hinaus wird die Schriftform im täglichen Geschäftsverkehr vielfach freiwillig gewählt oder vereinbart, um eine sog. Privaturkunde zu schaffen, die im etwaigen gerichtlichen Streitfall die volle Beweiskraft für eine abgegebene Erklärung bietet.
Im Hinblick auf die gesetzlich angeordnete Schriftform ist das Vorliegen eines die Identität des Unterschreibenden ausreichend kennzeichnenden Schriftzugs erforderlich, der
Keine Unterschrift stellt hingegen die Verwendung eines Namenskürzels (Paraphe) oder eines Handzeichens dar.
Quelle: Gelhausen: Organisation der Abschlussprüfung, Unterzeichnung von Bestätigungsvermerken und berufsrechtl. Verantwortung, WPK Magazin 4/2007, S. 58.
„Der Jahresabschluss ist vom Kaufmann unter Angabe des Datums zu unterzeichnen. Sind mehrere persönlich haftende Gesellschafter vorhanden, so haben sie alle zu unterzeichnen.“ Wer ist jeweils der „Kaufmann“?
AG: Von allen Mitgliedern des Vorstands
245 Satz 1 HGB: „unter Angabe des Datums“
Datum der tatsächlichen Aufstellung des JA (z. B. 15.04.)
Datum der Feststellung des JA (z. B. 15.08.)
Datum des Abschlusses der Prüfung des (hierdurch geänderten) JA
(Datum des BV oder zeitnah vorher, z. B. 15.05.)
Beachtung der gesetzl. Aufstellungsfrist nach § 264 Abs. 1 Satz 2 HGB, d. h. der JA wird mit 31.03. datiert (Dokumentation der rechtzeitigen Aufstellung)
Doppeldatum: Aufstellungsfrist / Datum nach Prüfung (z.B. 31.03. / 15.05.)
Nach Gesetz keine Unterzeichnung verlangt, aber sinnvoll, um die Verantwortung der gesetzl. Vertreter für den LB zu dokumentieren
(6) Wie sind BV, PB und VE zu unterzeichnen und zu datieren?
Bestätigungsvermerk (= BV) Prüfungsbericht (= PB) Vollständigkeitserklärung (= VE)
- § 322 Abs. 7 Satz 1 HGB - § 321 Abs. 5 Satz 1 HGB - IDW PS 303 n.F., Tz. 29
- IDW PS 400 n.F., Tz. 72 ff. - IDW PS 450 n.F., Tz. 116
- APr hat den BV unter Angabe des Tages der Unterzeichnung eigenhändig zu unterzeichnen - APr hat den PB zu unterzeichnen - Unterzeichnung durch GF-Organ in vertretungsberechtigter Anzahl
- Datum: Tag, an dem die Prüfung materiell abgeschlossen ist und eine VE vorliegt - Dies hat analog zum BV unter Angabe von Ort und Datum zu erfolgen - „zeitnah“ zum Datum des BV (=> nicht nach dem Datum des BV!)
- grds. Übereinstimmung mit Datum des BV
(7) Digitaler PB und BV => vgl. dazu unten TOP 13
Wegen Einzelheiten verweisen wir auf die Veranstaltungsreihe „WP aktuell 2/2018“, C. TOP 3 und C. TOP 4; vgl. unten TOP 19.
5. DSGVO: Datenschutz in der WP/StB-Praxis - Erste Handlungsempfehlungen und das Problem der „Auftragsverarbeitung“
Bundessteuerberaterkammer: Antworten auf häufig gestellte Fragen zur DSGVO (Stand: 04.04.2018).
Ehmann/Selmayr: Datenschutz-Grundverordnung, Beck-Verlag 2017.
IDW: Fragen und Antworten zu der EU DS-GVO und dem neuen Bundesdatenschutzgesetz (Stand: 08.03.2018); www.idw.de.
IDW: Praxistipps IT: Datenschutz in der Praxis, IDW Verlag, Düsseldorf 2018.
Lang: Praxishinweis der WPK zum Datenschutz (Stand: 09.01.2018), WPK Magazin 1/2018, S. 21 ff.; www.wpk.de/mitglieder/praxishinweise/datenschutz.
Potthoff: Das neue Datenschutzrecht in der Steuerberaterkanzlei - Praxisleitfaden zur Umsetzung der DS-GVO, NWB Verlag, Herne 2018.
Schumm: Die Datenschutz-Grundverordnung im Unternehmen - Wesentlichste Neuerungen […], WP Praxis 4.2018, S. 177 ff.
a) Erste Handlungsempfehlungen zur DSGVO (vgl. BStBK, GM 006/2018:
Einrichtung eines Datenschutz-Leitfadens für die Kanzleiangehörigen (als Dokumentation der Datenschutzgrundsätze)
Erstellung eines Verarbeitungsverzeichnisses (z.B. Kontaktdaten des Verantwortlichen, Zwecke der Verarbeitung, Kategorien der Betroffenen, etc.)
Erstellung eines Aufbewahrungs- und Löschkonzepts
Einrichtung eines Meldesystems für Datenpannen (in 72 Std.)
Erstellung einer Arbeitsanweisung zur Wahrung der Betroffenenrechte (z.B. Ansprüche auf Information, Berichtigung, Löschung von Daten)
Bestellung eines Datenschutzbeauftragten und Datenschutz-Folgenabschätzung
Die Auftrags(daten)verarbeitungsverträge (z.B. Kanzleisoftware; DATEV) müssen an die neuen Vorschriften angepasst werden
Schulung der Kanzleiangehörigen, damit sie bei Anfragen von Betroffenen und Datenschutzbehörden richtig reagieren und das Berufsgeheimnis wahren
b) Zur Datenschutzerklärung auf der Kanzleiwebseite vgl. die Praxishilfen des IDW oder der StBK Berlin (hier: Muster-Datenschutzerklärung) => www.stbk-berlin.de.
c) Hinweis des FAR zur Datenschutznovelle 2018 (Stand: 07.06.2018): Nach Ansicht des FAR geben sich aus Art. 28 DSGVO keine Neuerungen in Bezug auf die Verarbeitung von personenbez. Daten durch WP im Rahmen von Prüfungs- und Beratungsaufträgen, da von WP eigenverantwortlich durchzuführende Prüfungs- und Beratungs- und sonstige Aufträge - von Ausnahmen abgesehen - i.d.R. nicht in den Anwendungsbereich des Art. 28 DSGVO fallen. Der Wirtschaftsprüfer ist damit regelmäßig kein Auftragsverarbeiter.
6. Der neue Prüfungsbericht 2018/19 - Auswirkungen des neuen langen Bestätigungsvermerks
IDW PS 450 n.F.: Grundsätze ordnungsmäßiger Erstellung von Prüfungsberichten (Stand: 15.09.2017), IDW Life 01.2018, S. 145 ff.; WPg 02.2018, S. 61; IDW visuell, WPg 02.2018, S. 83 ff.
FARR-Checkliste Nr. 10: Checkliste für die Anfertigung und Qualitätskontrolle von Prüfungsberichten, 7. aktual. Aufl. (Stand: 01.05.2017), IDW Verlag 2017.
Farr: Neuerungen beim Prüfungsbericht - Aufgrund von BilRUG, EU-Abschlussprüfer-Verordnung, AReG und IDW EPS 450 n.F., WPg 15.2017, S. 865 ff.
Philipps: Inhaltliche Neuerungen beim Prüfungsbericht (IDW EPS 450 n.F.), WP Praxis 7/2017, S. 168 ff.
WP-Handbuch 2017: Aufl., IDW Verlag 2017, M 128 ff.
a) Einführung und Inkrafttreten des IDW PS 450 n.F.
Der IDW PS 450 (Stand: 01.03.2012) wurde überarbeitet. Der neue IDW PS 450 n.F. (Stand: 15.09.2017) berücksichtigt zahlreiche Neuerungen, insb. für PIE-Prüfer aufgrund des APAReG.
Für die Non-PIE-Prüfer gibt es aber auch einige Neuerungen, die im Musterbericht 2018/19 und in den konkreten Prüfungsberichten zu beachten sind. Im Folgenden wird nur auf PIE-Prüfungen
Inkrafttreten: Der IDW PS 450 n.F. gilt für die Prüfung von Abschlüssen für Berichtszeiträume, die am oder nach dem 15.12.2017 beginnen, mit der Ausnahme von Rumpf-GJ, die vor dem 31.12.2018 enden (=> i.d.R. GJ 2018); eine frühere Anwendung ist zulässig.
b) Was ist neu im IDW PS 450 n.F.?
Für Non-PIE-Prüfungen haben sich folgende Neuerungen ergeben (chronologisch nach Textziffern):
Tz. 12: Wiedergabe des BV im PB (=> siehe dazu unten c)).
Tz. 15: Der PB ist so abzufassen, dass er von den Adressaten verstanden wird (z.B. mittels graphischer Darstellungen).
Tz. 21: Der PB ist wie der BV jetzt immer zu adressieren, d.h. ausdrücklich an das geprüfte Unternehmen zu richten.
Tz. 25: Bei der „Deckblatt-Lösung“ müssen best. Angaben im Abschn. „Gegenstand Art und Umfang der Prüfung“ ergänzt werden.
Tz. 26: Die „Vorwegstellungnahme“ ist wegen der Aufmerksamkeit der Adressaten an den Beginn des PB zu stellen.
Tz. 52a: Hinweis im PB auf die Erklärung zur Unternehmensführung (ob sie im LB gemacht wurde).
Tz. 52b: Hinweis im PB auf die nichtfinanzielle Berichterstattung im LB (ob sie vorgelegt wurde).
Tz. 52c: Hinweis im PB, dass der dem LB als Anlage beizufügende Entgeltbericht nach § 22 Abs. 4 EntgeltTranspG nicht Gegenstand der Abschlussprüfung ist.
Tz. 53: Hinweis im PB, dass die gesetzl. Vertreter u.a. die Verantwortung für die eingerichteten internen Kontrollen (IKS) tragen.
Tz. 56: Hinweis im PB, dass die Prüfung sich nicht darauf zu erstrecken hat, „ob der Fortbestand des geprüften Unternehmens oder die Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung zugesichert werden kann“ (§ 321 Abs. 4a HGB i.d.F. des AReG; ab GJ 2017).
Tz. 69a: Darstellung im PB bzgl. den Besonderheiten bei Kleinst-KapGes.
Tz. 71: Im Rahmen der Berichterstattung zur Gesetzeskonformität des LB ist gem. § 317 Abs. 2 Satz 1 HGB (nur noch) Folgendes festzustellen: Der LB entspricht in allen wesentl. Belangen den gesetzl. Vorschriften
Tz. 77: Im Falle der Versagung des BV oder der Nichtabgabe des Prüfungsurteils im BV sind im PB - anders als bisher - keine weiteren Erläuterungen mehr erforderlich (denn die Versagungsgründe stehen unmittelbar im Versagungsvermerk).
Tz. 109, 114, 115, 117: Neuerungen bei div. Formalien zur Unterzeichnung, etc.
c) Auswirkungen des neuen langen BV auf den PB
Hier sind drei Auswirkungen festzustellen:
(1) Aufbau des PB und Einordnung des BV
(2) Verkürzung der Texte im PB
(3) Original-BV als Testatsexemplar oder als Anlage im PB
Zu (1) Aufbau des PB und Einordnung des BV
Der PB kann entsprechend den aufgeführten Abschnitten und Bezeichnungen im IDW PS 450 n.F. z.B. wie folgt gegliedert werden:
Prüfungsauftrag (oder Deckblatt des PB)
Feststellungen zum Risikofrüherkennungssystem (ggf.)
Feststellungen aus Erweiterungen des Prüfungsauftrags (ggf.)
Wiedergabe des Bestätigungsvermerks (NEU)
Neu in Tz. 12.: Die Wiedergabe des BV (§ 322 Abs. 7 HGB) kann auch an anderer Stelle, z.B. innerhalb des 2. Berichtsabschnitts „Grundsätzliche Feststellungen“
oder daran anschließend als 3. Berichtsabschnitt eingefügt werden.
Neu in Tz. 12, Fn. 17: Eine derartige Verlagerung des BV kann dabei unterstützen, dass Angaben, die bereits im BV enthalten sind, ggf. nicht nochmals im PB wiederholt werden müssen und in den nachfolgenden Berichtsabschnitten auf diese Angaben verwiesen werden kann.
Zu (2) Verkürzung der Texte im PB
Aufgrund der längeren Ausführungen im BV zur „Verantwortung des APr für die Prüfung des JA und des LB“ sollte es möglich sein, Ausführungen im Abschnitt „Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung“ im PB zu kürzen und stattdessen auf den (im PB wiederzugebenden) Text des BV zu verweisen.
Zu (3) Original-BV als Testatsexemplar oder als Anlage im PB
Hierzu gibt es den IDW PH 9.450.2 „Zur Wiedergabe des Vermerks über die Abschlussprüfung im Prüfungsbericht“ (Stand: 08.03.2006) => 2
Zwei Alternativen werden dort unterschieden:
1) BV als Testatsexemplar 2) BV als Anlage im PB (hier: Anlage 5)
- Deckblatt 1. Bilanz 5. BV (Unterschrift, Siegel)
- BV (Unterschrift, Siegel) 2. GuV 6. Weitere Anlagen (ggf.)
- Bilanz, GuV, Anhang, LB 3. Anhang 7. AAB
- AAB (ggf.) 4. LB
Fazit: In der Praxis kommen beide Varianten ungefähr gleich oft vor. Bei der Auswahl sollte neben evtl. Mandantenwünschen auch der unterschiedliche Papierverbrauch (aufgrund des langen BV) berücksichtigt werden.
Wegen Einzelheiten vgl. die Veranstaltungsreihe „WP aktuell 1/2018“ (B. TOP 4); vgl. unten TOP 19.
7. Neues aus dem WPK Magazin 2/2018 (Mai 2018)
a) Seite 12: Konkrete Absicht zur Durchführung gesetzl. Abschlussprüfungen als Eintragungsvoraussetzung => dies ist nun regelmäßig alle drei Jahre nachzuweisen
b) Seite 12: Handlungsempfehlung für die Registrierung als PfQK angepasst => PfQK haben der WPK als Nachweis einer Tätigkeit im Bereich gesetzl. Abschlussprüfung eine Bestätigung zu übersenden
c) Seite 12: Qualitätskontrolle und Geldwäschegesetz => Die Prüfung der Pflichten nach dem GwG sind auch Gegenstand der QK (=> vgl. unten TOP 8)
d) Seite 14: Merkblatt und Musterschreiben für die Anzeige der Aufnahme der Tätigkeit als gesetzl. Abschlussprüfer aktualisiert
e) Seite 18: So wählen Sie den Beirat der WPK für die Amtszeit 2018 bis 2022
=> Die 8 Arbeitsschritte der Wahl
f) Seite 19: Bericht über die Arbeit des gemeinsamen Ausschusses des Vorstandes und des Beirates „kleine und mittlere Praxen“ (KMP)
g) Seite 23: Modernisierung des Berufsbildes, z.B. Wiederbestellung als WP oder vom vBP zum WP
h) Seite 26: WPO Kommentar erscheint in dritter Auflage => Berufsrecht aktuell nach EU-Reform, APAReG, neuer Berufssatzung und Satzung für Qualitätskontrolle, GwG und DSGVO (hrsg. von Ziegler/Gelhausen)
i) Seite 28: Kurzdarstellung der Pflichtenlage nach dem Geldwäschegesetz => vgl. unten TOP 8
j) Seite 28 f.: Schwerpunkte der Abschlussdurchsicht 2018 der WPK => Überprüfung der durch das BilRUG neu eingeführten oder geänderten Regelungen zum Bestätigungsvermerk und zur Rechnungslegung (insb. GuV, Anhang)
k) Seite 29: Inanspruchnahme von Dienstleistungen im Ausland - Auslegungshilfe des IDW => Cloud-Lösungen innerhalb der EU wegen vergleichbaren Datenschutzniveaus möglich
l) Seite 30: BMWi-Kompass zur IT-Verschlüsselung
8. WPK: Anforderungen an die WP/StB-Praxen aufgrund des Geldwäschegesetzes
WPK: Geldwäschegesetz bringt veränderte Pflichten auch für WP/ vBP, WPK Magazin 3/2017, S. 30 ff.
WPK: Geldwäschegesetz (GwG) - Interne Sicherungsmaßnahmen - Anordnung nach § 6 Abs. 9 GwG (Stand: 27.09.2017), WPK Magazin 4/2017, S. 36 ff.
WPK: Geldwäschegesetz (GwG) - Bestellung eines Geldwäschebeauftragten - Anordnung nach § 7 Abs. 3 Satz 1 GwG (Stand: 27.09.2017), WPK Magazin 4/2017, S. 38 f.
WPK: Hinweisgeberstelle GwG bei der WPK, WPK Magazin 4/2017, S. 41 f.
WPK: Auslegungs- und Anwendungshinweise der WPK zum Geldwäschegesetz (beschlossen am 29.01.2018), WPK Magazin 1/2018, S. 25.
WPK: Kurzdarstellung: Pflichten für WP/vBP-Praxen nach dem Geldwäschegesetz (Stand: Feb. 2018), WPK Magazin 2/2018, S. 28; abrufbar unter: www.wpk.de/mitglieder/bekaempfung-der-geldwaesche/praxis/#C11377.
IDW Praxishinweis 2/2012: Empfehlungen für die Ausgestaltung interner Sicherungsmaßnahmen zur Geldwäscheprävention in der WP-Praxis (Stand: 06.09. 2012 => nicht mehr aktuell) mit:
(1) Gliederung einer Gefährdungsanalyse
(2) Erscheinungsformen der Geldwäsche.
Drahten/Moelgen: Das neue Geldwäschegesetz, WPg 16.2017, S. 955 ff.
Schumm: Das neue Geldwäschegesetz für WP und vBP, WP Praxis 1/2017, 1 ff.
a) Der WP/vBP als „Verpflichteter“ des GwG
Am 26.06.2017 ist das Gesetz zur Umsetzung der 4. EU-Geldwäscherichtlinie v. 20.05.2015 (BGBl. 2017 I, S. 1822) in Kraft getreten.
Nach dem neuen § 2 Abs. 1 Nr. 12 GwG (bisher § 2 Abs. 1 Nr. 8) sind WP, vBP, StB und Steuerbevollmächtigte sog. „Verpflichtete“, also Normadressaten des Geldwäschegesetzes (= GwG).
Daher hat die WPK am 29.01.2018 neue umfangreiche Auslegungs- und Anwendungshinweise hierzu beschlossen (ebenso die BStBK).
Kernstück des neuen GwG ist auch die Einführung eines zentralen elektronischen Registers über die wirtschaftlich Berechtigten von Unternehmen („Transparenzregister“ = TR).
b) Kurzdarstellung der WPK der Pflichten für WP/vBP
Da die neuen Anforderungen des GwG an die Berufsangehörigen sehr umfangreich sind, hat die WPK - neben den detaillierten Auslegungs- und Anwendungshinweisen - auch eine Kurzdarstellung (Pflichten für WP/vBP-Praxen nach dem Geldwäschegesetz) herausgebracht, die die Pflichten in drei Praxisgrößen einteilt:
Praxen mit mehr als 10 WP/vBP (einschl. RA, StB)
Praxen mit mehr als 30 WP/vBP (einschl. RA, StB)
Hier ist die Gliederung der 11-seitigen Kurzdarstellung mit zwei Erhebungsbögen zur Identifizierung der Vertragspartner (natürl. und jur. Personen/Personengesellschaften), WPK Magazin 2/2018, S. 28:
A. Pflichten für ALLE WP/vBP-Praxen
Dokumentierte Risikoanalyse
Was sind die allgemeinen Sorgfaltspflichten?
Identifizierung des Mandanten etc.
Klären des Hintergrunds der Geschäftsbeziehung
Mandant oder wirtschaftlich Berechtigter ist PEP (= politisch exponierte Person)
Durchführung der allgemeinen Sorgfaltspflicht durch Dritte
Zeitpunkt der Erfüllung der allgemeinen Sorgfaltspflichten
Pflicht zur Verdachtsmeldung?
Vorkehrungen zur Beantwortung von Auskunftsanfragen der FIU oder anderer zuständiger Behörden
B. (Zusätzliche) Pflichten für Praxen und Gruppen mit mehr als 10 WP/vBP (oder Angehörigen sozietätsfähiger Berufe)
=> Alle internen Sicherungsmaßnahmen
C. (Zusätzliche) Pflichten für Praxen und Gruppen mit mehr als 30 WP/vBP (oder Angehörigen sozietätsfähiger Berufe)
=> Bestellung eines Geldwäschebeauftragten
Wegen Einzelheiten vgl. die Veranstaltungsreihe „WP aktuell 1/2018“ (A. TOP 4); vgl. unten TOP 19.
9. WPK/IDW: Überlegungen zur Einführung eines Syndikus-WP
WPK: Öffnung des Berufsbildes: Überlegungen des Vorstandes der WPK zur Einführung eines Syndikus-WP/vBP, WPK Magazin 1/2018, S. 14.
IDW: IDW unterstützt die Einführung eines Syndikus-WP, IDW News exklusiv vom 29.03.2018 (mit IDW Schreiben vom 03.04.2018 an die WPK und ein Eckpunktepapier des IDW vom Januar 2017); vgl. IDW Life 05.2018, S. 520.
Die Einführung eines Syndikus-WP/vBP wird im Berufsstand seit langem diskutiert. Die WPK und das IDW sprechen sich für die Zulassung des Syndikus-WP/vBP und damit für eine dahingehende Änderung der WPO aus. Auch das für die WP‘s zuständige BMWi hat sich dazu bei der WPK-Versammlung am 20.04.2018 in Berlin positiv geäußert.
b) Gründe für eine Neuregelung
Zunehmende Verzichtserklärungen nach Ablauf einer Beurlaubung (z.B. wegen GF-Position in einem Unternehmen)
Die (verwandten) Berufsrechte der RA und der StB lassen eine Tätigkeit als Syndikus bereits zu
c) Die zehn Eckpunkte der WPK für eine Neuregelung
Dem Syndikus-WP ist die Durchführung von betriebswirtschaftlicher Prüfungen (§ 2 Abs. 1 WPO) sowie die Tätigkeit als Gutachter (§ 2 Abs. 3 Nr. 1 WPO) untersagt. Die Innenrevision ist als interne Unterstützungsleistung dagegen zulässig.
Grundsätzlich verboten ist ferner die werbende Tätigkeit für den Arbeitgeber am Markt.
Im Übrigen dürfen WP/vBP ihren Beruf auch als gesetzl. Vertreter, Mitglieder des zur gesetzl. Vertretung berufenen Organs oder als Angestellte anderer als der in § 43a Abs. 1 WPO bereits genannten Arbeitgeber, also insb. gewerbl. Arbeitgeber, ausüben.
Diese Tätigkeit als Syndikus-WP/vBP überwindet das Verbot der gewerbl. Tätigkeit sowie das Verbot der Eingehung außerberuflicher Anstellungsverhältnisse (§ 43a Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 und 2 WPO).
Der Syndikus-WP/vBP darf max. 5 % der Anteile an seinem Arbeitgeber halten.
Die Tätigkeit als Syndikus-WP/vBP ist originäre berufliche Tätigkeit (Aufnahme in den Katalog des § 43a Abs. 1 WPO). Deswegen soll auch kein Genehmigungserfordernis, sondern nur eine Anzeigepflicht zum Berufsregister vorgesehen werden (einschl. Angaben zum Arbeitgeber).
Der Syndikus-WP/vBP hat im berufl. Verkehr die Berufsbezeichnung mit dem Zusatz „Syndikus“ zu führen.
Andere originäre Tätigkeiten, insb. in eigener Praxis oder WPG/BPG, sind neben der Tätigkeit als Syndikus zulässig, aber nicht erforderlich.
Wird neben der Tätigkeit als Syndikus-WP/vBP der Beruf noch anderweitig ausgeübt, besteht in diesem Rahmen ein Tätigkeitsverbot gegenüber dem Arbeitgeber (analog wie für den Syndikus-StB nach § 58 Satz 2 Nr. 5a StBerG). Mandanten sind auf die Tätigkeit als Syndikus hinzuweisen.
Der Syndikus-WP/vBP ist als solcher Pflichtmitglied der WPK, er unterliegt auch den allg. Berufspflichten und der Berufsaufsicht der WPK.
d) Das Eckpunktepapier des IDW (Januar 2017)
In dem Papier wird auf folgende Punkte eingegangen:
Mögliche Ausgestaltungen einer berufsrechtl. Erweiterung
Status eines Syndikus-WP: Berufsbezeichnung, Praxis, Fortbildung, Aufsicht
Etwaige Rückkehr in die freiberufliche Praxis
10. KfQK: Tätigkeitsbericht für das Jahr 2017 und Hinweis zur Dokumentation von Prüfungsfeststellungen
Quelle: Tätigkeitsbericht der KfQK für 2017 vom 06.03.2018; www.wpk.de/qk.
Die Kommission für Qualitätskontrolle (KfQK) berichtet jährlich über ihre Tätigkeit. Der Tätigkeitsbericht für das Jahr 2017 wurde am 06.03.2017 verabschiedet und von der APAS mit Schreiben vom 09.04.2018 gebilligt. Hier die wesentlichen Inhalte:
a) Stand des QK-Verfahrens (31.12.2017)
Von insg. 12.236 WP-Praxen (VJ: 12.485) waren 3.417 Praxen (VJ: 3.699) zur Durchführung gesetzl. Abschlussprüfungen befugt (Þ 27,9 %; VJ: 29,6)
In den befugten Praxen sind 70 % der WP und 19 % der vBP tätig (62 % der WP/vBP)
b) Ergebnisse der Auswertungen von QK-Berichten
In 2017 sind 851 QK-Berichte eingegangen
Die KfQK wertete in 2017 insgesamt 589 Berichte aus (davon 215 Praxen mit Mängeln, das sind 36,5 %)
Diese Mängel betreffen die Auftragsabwicklung (bei 158 Praxen), die Praxisorganisation (bei 81 Praxen) und die Nachschau (bei 82 Praxen)
Auftragsabwicklung: Die Mängel betreffen hier insb.:
54 % bei der Nichteinhaltung gesetzl. Vorschriften
(§§ 321, 322 HGB; § 51b WPO)
17 % bei der Dokumentation der Auftragsabwicklung
17 % bei der auftragsbezogenen Qualitätssicherung (Berichtskritik)
Praxisorganisation: Hier sind insb. Regelungen zur Auftragsannahme und zur Prüfung von Ausschlussgründen bei Schnittstellen zu anderen berufl. Einheiten am häufigsten betroffen
Nachschau: Hier geht es um fehlende Regelungen für eine anlassbezogene Nachschau, den Nachschauturnus und die sog. Selbstvergewisserung
c) Maßnahmen zur Beseitigung von Mängeln des QSS
Bei 44 Praxen (7,5 % der 589 QK-Berichte; VJ: 18 %) wurden Maßnahmen zur Mängelbeseitigung beschlossen
25 mal Auflage
13 mal Auflage mit Sonderprüfung
4 mal Sonderprüfung
Die KfQK beschloss nach zwei QK die Löschung der Eintragung als APr aus dem Berufsregister (Grund: unwirksames QSS)
d) Anordnung von QK
Die KfQK fertigt für jede WP/vBP-Praxis eine individuelle Risikoanalyse an, i.d.R. bei Abschluss der Auswertung des QK-Berichts oder nach Aufnahme der Tätigkeit als gesetzl. APr
138 QK wurden nach der Aufnahme der Tätigkeit angeordnet
Bei 61 Existenzgründern
QK nach 3 J. (bei 1 bis 7 Abschlussprüfungen)
QK bereits nach 2 J. (bei 8 und mehr Abschlussprüfungen)
e) Verfahren der Prüferauswahl
In 2017 gab es insgesamt 854 Prüfervorschläge, davon wurden 18 Vorschläge beraten wegen evtl. Besorgnis der Befangenheit, davon wurden 4 Vorschläge abgelehnt (die jedoch nur 2 PfQK betrafen)
f) Registrierung von PfQK
12.2017: 2.381 (VJ: 2.494) PfQK
In 2016/17 haben nur 260 PfQK eine QK durchgeführt und nur 20 PfQK hatten in 2016/17 mehr als 10 QK-Fälle abgewickelt
g) Teilnahme der KfQK an QK und Aufsicht der KfQK über PfQK
Die KfQK hat an 12 QK teilgenommen (i.d.R. Schlussbesprechung; 1 mal bei Eröffnungsgespräch)
Die KfQK hat 7 Aufsichten bei PfQK mit vielen QK durchgeführt (2 Mitglieder der KfQK zzgl. Mitarbeiter der WPK; i.d.R. zwei Arbeitstage)
Hinweis der KfQK zur Dokumentation und Würdigung von Prüfungsfeststellungen während der Prüfung von Aufträgen in einer QK (Stand: 28.05.2018)
Die KfQK empfiehlt sämtliche Feststellungen in einem Arbeitspapier zu sammeln. Dieses bildet die Brücke zwischen dem jeweiligen QK-Bericht und den Arbeitspapieren und erleichtert dem PfQK „auf einen Blick“ auch die Würdigung der Feststellungen als Mangel oder Einzelfeststellung (von erheblicher bzw. nicht erheblicher Bedeutung). Die berichtspflichtigen Feststellungen (Mängel des QSS und Einzelfeststellungen von erheblicher Bedeutung) sind im QK-Bericht darzustellen.
Dieses Arbeitspapier ermöglicht dem PfQK auch, seine Feststellungen und seine Würdigung der KfQK als sachverständigem Dritten im Rahmen der Aufsicht über PfQK darzulegen. Dazu gibt es auch eine Arbeitshilfe (Excel).
11. IDW Verlautbarungen in IDW Life 04.2018 bis 06.2018
a) IDW Life 04.2018
IDW EPS 840 n.F.: Prüfung von Finanzanlagenvermittlern i.S.d. § 34f Abs. 1 Satz 1 GewO nach § 24 Abs. 1 Satz 1 FinVermV (Stand: 09.03.2018), IDW Life 04.2018, S. 483 ff.
b) IDW Life 05.2018
IDW RS HFA 50: IFRS-Modulverlautbarung, Modellentwürfe IFRS 3-M1 und M2 (Stand: 02.03.2018), IDW Life 05.2018, S. 539 ff.
IDW PH 9.970.33: Besonderheiten der Prüfung nach § 30 Abs. 1 Nr. 9 KWKG der Abrechnungen eines Netzbetreibers für das Kalenderjahr 2017 (Stand: 19.03.2018), IDW Life 05.2018, S. 557 ff.
HFA: Ausgewählte Aspekte und Einzelfragen zur Entgeltberichterstattung nach §§ 21f. und 25 EntgTranspG, IDW Life 05.2018, S. 569 f.
c) IDW Life 06.2018
IDW PS 860: IT-Prüfung außerhalb der Abschlussprüfung, IDW Life 06.2018 (Stand 02.03.2018), S. 607 ff.; ferner dazu S. 587.
HFA: Ergänzende Prüfung des nichtfinanziellen Berichts gemäß § 317 Abs. 2 Satz 5 Halbsatz 2 HGB, IDW Life 06.2016, S. 635.
12. IDW: Die unmittelbare Anwendung der ISA in Deutschland beginnt wohl im Jahr 2020
Quelle: Gewehr/Moser: Zur künftigen Anwendung der ISA in Deutschland, WPg 04.2018, S. 193 ff.
Die gesetzl. Abschlussprüfungen werden derzeit bereits unter mittelbarer Anwendung der ISA durchgeführt, da deren Anforderungen in den IDW Prüfungsstandards berücksichtigt sind (sog. „Transformationsmodell“).
Künftig werden die ISA grundsätzlich nicht mehr in IDW Prüfungsstandards transformiert, sondern sie werden transparent - unter Berücksichtigung abweichender oder ergänzender gesetzl. Vorschriften - in das Modell der vom IDW festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung (GoA) integriert (sog. „Integrationsmodell“).
Es kommt somit demnächst zu einem Modellwechsel vom „Transformationsmodell“ zum „Integrationsmodell“. Die ISA werden auf deutsch übersetzt und die spezifischen gesetzl. Regelungen in Deutschland werden berücksichtigt, indem sog. „D-Textziffern“ an den entspr. Stellen eingefügt werden. Dabei kann es sich um zusätzliche gesetzl. Anforderungen („Add-ons“) handeln oder bestehende Anforderungen der ISA, denen in Deutschland nicht entsprochen werden darf, die dann als nicht anwendbar erklärt werden („Carve-outs“). Diese Besonderheiten werden in einem laufend aktualisierten sog. „Omnibus-Standard“ gesammelt und mit den Standardentwürfen zu den ISA (DE) veröffentlicht.
Der Zeitplan für die ISA-Integration sieht wie folgt aus:
Q 1/2018
Entwicklung der „Add-ons“ und „Carve-Outs“
ISA 720 (rev.) (E-DE)
Q 3/2018
Verabschiedung des Entwurfs ISA (Entwurf-DE) durch
den HFA
Freiw. Anwendung auf Prüfungen von Abschlüssen des GJ 2017
Q 4/2018
Verabschiedung des finalen ISA (DE) durch den HFA
Freiw. Anwendung auf Prüfungen von Abschlüssen des GJ 2018
Pflicht zur Anwendung der „neuen“ GoA für Prüfungen von Abschlüssen des GJ 2019
Aufhebung der abzulösenden IDW PS
Wegen weiterer Einzelheiten verweisen wir auf die Veranstaltungsreihe „WP aktuell 2/2018“, A. TOP 3; vgl. unten TOP 19.
13. IDW: Digitaler Prüfungsbericht und Bestätigungsvermerk - Datum der Signatur?
Quelle: IDW Arbeitsgruppe „Digitaler Prüfungsbericht und Bestätigungsvermerk“: Fragen und Antworten (Stand: 02.05.2018); IDW Life 06.2018, S. 586 f.
Die Erstellung von originär digitalen Bestätigungsvermerken und Prüfungsberichten in Dateiform (als PDF-Datei) - einschl. der Verwendung von elektron. Berufssiegeln (§ 20 BS WP/vBP) - ist jetzt zulässig. Dies wirft eine Reihe von Fragen auf. Diese entstehen dadurch, dass ausschließlich Dateien erzeugt werden, folglich keine handschriftlich unterzeichneten Papierexemplare mehr existieren und es durch den Einsatz von qualifizierten elektron. Signaturen technologiebedingt zwingend zu einer Dokumentation des Zeitpunkts der elektron. Unterzeichnung des BV und des PB kommt.
Vor diesem Hintergrund hat sich die IDW Arbeitsgruppe „Digitaler Prüfungsbericht und Bestätigungsvermerk“ mit folgenden Auslegungsfragen auseinandergesetzt:
Frage 1: Kann das Datum der (elektron.) Signierung des BV von dem Datum des BV und damit von dem Zeitpunkt des Endes der materiellen Prüfung abweichen?
Ja. Eine Datumsgleichheit der Unterzeichnung (= Datum der elektron. Signatur) und dem Datum des BV ist gesetzlich nicht gefordert. So kann es aufgrund noch notwendiger Fertigstellungsarbeiten des elektron. PB und des elektron. BV zu Abweichungen zwischen dem Datum der Signatur des BV bzw. des PB und des BV kommen.
Frage 2: Ich habe als Abschlussprüfer zum Datum X die materielle Prüfung beendet. Aufgrund noch notwendig gewordenen Fertigstellungsarbeiten konnte die PDF-Datei des BV erst drei Tage später von mir signiert werden. Verlängert sich dadurch das Datum des Endes der materiellen Prüfungshandlungen?
Nein. Die materielle Prüfung wurde zum Datum X beendet. Durch die nachgelagerte Signatur der PDF-Datei verlängert sich nicht das Ende der materiellen Prüfungshandlungen. I.d.R. fallen diese Daten aber zusammen.
Frage 3: Wenn aus der signierten PDF-Datei des BV ersichtlich wird, dass das Datum des Endes der materiellen Prüfung und das Datum der Signatur des BV abweichen, welches Datum ist dann für die Adressaten relevant?
(a) Maßgeblicher Zeitpunkt für das Datum des BV ist das Ende der materiellen Prüfungshandlungen, das in der PDF-Datei drucktechnisch anzugeben ist (vgl. IDW PS 400 n.F., Tz. 74). Nach dem Datum des BV gelten die verringerten Prüfungspflichten nach IDW PS 203 n.F., Tz. 17ff.
(b) Das Datum der Unterzeichnung hat dagegen zivilrechtliche Bedeutung und markiert den Zeitpunkt, ab dem der BV als solcher rechtlich existent ist.
Frage 4: Ist es zulässig, dass die Signatur des elektronischen PB erst nach dem Datum der Signatur des elektronischen BV erfolgt?
In Ausnahmen ja, im Grundsatz gilt aber: Die Angaben, unter denen die Unterzeichnung des PB zu erfolgen hat, nämlich Ort und Datum, müssen mit jenen unter dem BV übereinstimmen (IDW PS 450, Tz. 116: „grundsätzlich“).
14. Haben Sie Ihre Auftragsdatei (§ 51c WPO) stets auf dem aktuellen Stand?
Quellen: Bruckner, Auftragsdatei und Siegelliste - bitte nicht verwechseln, WPK Magazin 4/2016, S. 25 f.; IDW Praxishandbauch 2017/2018, 11. Aufl., Arbeitshilfe A-4.7.(3).
Mit dem APAReG (in Kraft seit 17.06.2016) wurde auch die WPO und die BS WP/vBP geändert. Hierbei wurde die „Auftragsdatei“ neu eingeführt und wie folgt geregelt:
a) § 51c WPO: Auftragsdatei
Berufsangehörige müssen für gesetzlich vorgeschriebene Abschlussprüfungen nach § 316 HGB eine Auftragsdatei führen, die für jeden ihrer Auftraggeber folgende Angaben enthält:
Name, Anschrift und Ort,
bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften die Namen der jeweils verantwortlichen Prüfungspartner und
b) § 45 BS WP/vBP: Auftragsdatei
Die Auftragsdatei nach § 51c WPO ist spätestens mit Annahme des Prüfungsvertrags anzulegen.
Die Auftragsdatei kann elektronisch geführt werden
51c WPO normiert eine (neue) Berufspflicht zur Führung einer Auftragsdatei über Auftraggeber, bei denen eine gesetzliche Abschlussprüfung nach § 316 HGB durchgeführt wird. Die Datei muss zu jedem Mandanten die vorgegebenen Informationen enthalten. Sie kann elektronisch oder auch in Papierform etwa in der Handakte abgelegt oder an einem separaten Ort aufbewahrt werden.
c) Auftragsdatei darf nicht mit der Siegelliste verwechselt werden
Vgl. dazu den Aufsatz von Bruckner (s.o.)
Von der Auftragsdatei zu unterscheiden ist die (bisherige) „Siegelliste“, die dem PfQK für die Planung einer QK zur Verfügung gestellt wurde (diese Liste ist nicht mehr nötig, da Siegelaufträge nicht mehr die Grundgesamtheit darstellen).
WP‘s können hierzu bestehende EDV-Systeme (z.B. DATEV) so nutzen, dass die Auftragsdatei hieraus generiert wird.
Ansonsten müssten für die Auftragsdatei die nötigen Datensätze ein weiteres Mal erfasst werden.
d) IDW Praxishandbuch 2017 / 2018 (11. Aufl.)
Die Arbeitshilfe A-4.7.(3) „Auftragsdatei“ hat folgende 15 Spalten:
Mandant (Name, Anschrift, Ort und Rechtsform)
Unternehmen von öffentlichem Interesse?
Engagement-Nr.
Geschäftsjahr / Stichtag
Grundgesamtheit der QK
Risikoreicher Auftrag (Risikoklasse)?
Erstprüfung?
Verantwortliche Prüfungspartner / Unterzeichner
Datum der Berichterstattung
abgerechnete Std.
in Rechnung gestelltes Honorar
15. Was gibt es für Neuerungen vom DRSC?
a) DRÄS 8 ändert den DRS 20 („Konzernlagebericht“)
Inkrafttreten am 04.12.2017 => gilt für GJ 2017
Im BAnz. vom 04.12.2017 ist der Deutsche Rechnungslegungs Änderungsstandard Nr. 8 (= DRÄS 8) durch das BMJ gem. § 342 Abs. 2 HGB bekannt gemacht geworden => damit gilt die GoB-Vermutung
Mit DRÄS 8 (vom 22.09.2017) wird vorrangig DRS 20 („Konzernlagebericht“) an die geänderten gesetzl. Anforderungen aufgrund des CSR-RLUG angepasst, sowie redakt. Anpassungen (z.B. Verschiebung von § 315a HGB a.F. zu § 315e HGB n.F.)
Die neuen Vorschriften sind erstmals zu beachten für das nach dem 31.12.2016 beginnende GJ (=> d.R. GJ 2017)
Materielle Änderungen von DRS 20 ergeben sich in folgenden zwei Abschnitten:
„Konzernerklärung zur Unternehmensführung“ bzgl. der Erweiterung um das Diversitätskonzept (DRS 20.K 231d bis K231l) und
„Nichtfinanzielle Konzernerklärung“ (DRS 20.232 bis 305)
Sachliche Anwendung => Wer muss den DRS 20 beachten?
Konzern-Lagebericht (= KLB) Einzel-Lagebericht (= LB)
DRSC DRS 20.1: Konkretisiert die
Anforderungen an den KLB DRS 20.2: Entsprechende Anwendung auf den LB wird empfohlen
IDW PS 350 n.F., Tz. 5:
GoB werden vermutet (§ 342 Abs. 2 HGB)
IDW PS 350 n.F., Tz. 5 und A2:
Werden gesetzl. Anforderungen an den LB durch DRS 20 konkretisiert und handelt es sich dabei um Auslegungen der allg. gesetzl. Grundsätze zur Lageberichterstattung, haben diese auch Bedeutung für den LB
Gelangt der APr zu dem Urteil, dass solche Auslegungen nicht beachtet worden sind, muss er beurteilen, ob sich daraus Konsequenzen für die Berichterstattung bis hin zum BV ergeben (vgl. IDW PS 201, Tz. 12)
Fazit DRS 20 hat Bindungswirkung für den KLB (eingeschränkte Verbindlichkeit) DRS 20 hat Ausstrahlungswirkung für den LB (wie fundierte Literaturmeinung)
b) DRS 25 zur Währungsumrechnung im Konzernabschluss
Verabschiedet am 08.02.2018; pwc, HGB direkt, Ausg. 4 (Feb. 2018)
Im BAnz. am 03.05.2018 gem. § 342 Abs. 2 HGB bekannt gemacht und damit in Kraft getreten (=> GoB-Vermutung)
DRS 25 konkretisiert die Grundsätze zur Fremdwährungsumrechnung nach § 308a HGB sowie zur Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung in HB II und im JA
Erstmalige Anwendung für GJ 2019; frühere vollumfängliche Anwendung wird empfohlen
c) E-DRS 34 zu assoziierten Unternehmen
Veröffentlicht am 12.02.2018; pwc, HGB direkt, Ausg. 5 (Feb. 2018)
E-DRS 34 konkretisiert die Vorschriften zur Behandlung assoziierter Unternehmen gem. §§ 311, 312 HGB
Wird künftig DRS 8 (Bilanzierung von Anteilen an assoziierten Unternehmen im Konzernabschluss) ersetzen
d) E-DRS 35 zur anteilmäßigen Konsolidierung
Veröffentlicht am 12.02.2018; pwc, HGB direkt, Ausg. 6. (Feb. 2018)
Wird künftig DRS 9 (Bilanzierung von Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen im Konzernabschluss) ersetzen
Wegen Einzelheiten vgl. die Veranstaltungsreihen „WP aktuell 1/2018“ (B. TOP 2) und „WP aktuell 2/2018“ (A. TOP 1); vgl. unten TOP 19.
16. BFH: Kann bei Ehegatten mit Minijob ein Dienstwagen steuerlich berück-sichtigt werden?
Quellen: BFH: Beschluss vom 21.12.2017 (III B 27/17); tax-news vom 28.03.2018.
a) Die Entscheidung des FG Köln vom 27.09.2017
Das FG Köln hat mit einer Pressemitteilung vom 15.03.2018 eine Entscheidung zur Überlassung eines Dienstwagens an die Ehefrau des Unternehmers veröffentlicht, die bei ihrem Ehemann einen Minijob ausübt.
Das FG kam in seiner Entscheidung (117 RZ vom 27.09.2017, 3 K 2547/16) zu dem Ergebnis, dass die Überlassung eines Dienstwagens auch im Rahmen eines Minijobs steuerlich zu berücksichtigen sei. Das FG hat in seiner Entscheidung die Revision zugelassen. Die Revision ist nun beim BFH anhängig (Az: XR 44/17).
b) Der Beschluss des BFH vom 21.12.2017
Bei der Beratung von Mandanten ist Vorsicht geboten, denn es ist der o.g. Beschluss des BFH vom 21.12.2017 zu beachten. Darin hat der BFH bereits ausgeführt, dass ein Arbeitgeber einem familienfremden geringfügig Beschäftigten regelmäßig kein Fahrzeug überlassen würde.
Der BFH begründet seine Rechtsauffassung damit, dass der Arbeitnehmer durch eine umfangreiche Privatnutzung des PKW die Vergütung für die Arbeitsleistung in erhebliche - für den Arbeitgeber unkalkulierbare - Höhen steigern könnte.
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Nr. Kurztitel Stand per 01.07.2018 bereits eingearbeitete IDW Standards Änderungsbedarf aufgrund Gesetz, IDW Standards Neuauflage geplant für
2 Konzernanhang 01.11.2016 CSR-RLUG (19.04.2017) Herbst 2018?
4 Lagebericht 01.11.2016 IDW EPS 350 n.F. (13.01.2016 IDW PS 350 n.F. (12.12. 2017), DRS 20 n.F., EntgTranspG, CSR-RLUG Sommer / Herbst 2018
10 Prüfungsbericht 01.05.2017 IDW EPS 450 n.F. (14.12.2016) IDW PS 450 n.F. (15.09. 2017)
13 FinVermV 01.10.2015 IDW PS 840 (05.03.2015) IDW EPS 840 n.F. (09.03.2018) Herbst 2018
14 MaBV 01.10.2015 IDW PS 830 (11.06.2011) IDW EPS 830 n.F. (19.01.2018) Herbst 2018
16 Anhang IFRS (mit Prof. v. Keitz) 01.04.2016 Regelmäßig alle 2 Jahre Herbst 2018?
17 Konzern-PB 01.05.2017 IDW EPS 450 n.F. (14.12. 2016) IDW PS 450 n.F. (15.09. 2017)
19. Die Veranstaltungsreihe „WP aktuell 1/2018“ läuft noch bis zum 27.07.2018. „WP aktuell 2/2018“ läuft vom 16.10. bis zum 20.12.2018 (in Zusammenarbeit mit der IDW Akademie) - Hier die geplanten Themen und Termine
a) Die restlichen Termine im Juni/Juli 2018 für „WP aktuell 1/2018“ sind
28.06.2018 Stuttgart Nr. 1 12.07.2018 Münster
29.06.2018 Karlsruhe 17.07.2018 Stuttgart Nr. 2
03.07.2018 Düsseldorf Nr. 2 18.07.2018 Freiburg
04.07.2018 Bielefeld 19.07.2018 Mannheim
10.07.2018 Köln Nr. 2 25.07.2018 München Nr. 2
11.07.2018 Dortmund 27.07.2018 Augsburg
b) Die Themen für „WP aktuell 1/2018“ sind:
Hinweispflichten des StB auf drohende Insolvenz (BGH v. 26.01.2017)
Beurteilung der Unternehmensfortführung (IDW EPS 270 n.F.; IDW RS HFA 17)
Sanierungskonzepte für den Mittelstand (IDW ES 6 n.F.)
Neue Vorgaben für WP aus Geldwäschegesetz und Transparenzregister
Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung und der Datenschutzbeauftragte
Neues von der WPK (WPK Magazin 4/2017 und 1/2018) und der Bestätigungsvermerk-Generator
Neues vom IDW (IDW Life 10/2017 bis 04/2018) und der neue IDW PS 350 n.F.
Der endgültige neue Bestätigungsvermerk (IDW PS 400er-Reihe vom 30.11.2017)
Der neue Prüfungsbericht (IDW PS 450 n.F.; IDW PS 470 n.F.)
Die „kleine“ jährliche Nachschau (§ 55b Abs. 3 WPO) - Unterschiede zur umfassenden Nachschau
c) Die 30 Termine für „WP aktuell 2/2018“ sind
Neuerungen bei MaBV-Prüfungen und Prüfungen von Finanzanlagenvermittlern
(IDW EPS 830 n.F., 840 n.F.)
(1) Spezialfortbildung für Prüfer für Qualitätskontrolle bzw. Ausbildung als
Voraussetzung zur Registrierung als PfQK (=> siehe auch oben TOP 2)
Fallstudie zu den 10 Prozessschritten der QK (Þ anhand neuer Arbeitshilfen)
18.09.18 Hamburg 583 17.08.18
26.09.18 Frankfurt (am Hbf) 582 18.09.18
30.11.18 München (am Hbf) 584 23.11.18 (verlegt)
07.12.18 Berlin 586 31.08.18
25.01.19 Düsseldorf 585 14.12.18 (verlegt)
25./26.09.18 Frankfurt (am Hbf) 579 18.09.18
13.09.18 Köln (am Hbf) 561 10.08.18

References: § 57
 § 7
 § 7
 § 1
 § 38
 § 4
 § 39
 Art. 24
 § 51
 § 40
 § 316
 § 55
 § 49
 § 49
 § 319
 § 264
 § 322
 § 321
 Art. 28
 Art. 28
 § 22
 § 317
 § 6
 § 7
 § 2
 § 2
 § 43
 § 43
 § 58
 § 51
 § 34
 § 24
 § 30
 § 317
 § 51
 § 316
 § 45
 § 51
 § 316
 § 342
 § 315
 § 315
 § 342
 § 308