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Timestamp: 2017-09-21 15:44:37+00:00

Document:
Strahlenschutzkontrolle bei Beschäftigung in fremden Anlagen und Einrichtungen
Wiederkehrende Prüfung von Röntgengeräten
Besondere Vorkommnisse - Verhalten bei sicherheitstechnisch bedeutsamen Ereignissen
Innerbetrieblicher Transport von radioaktiven Stoffen oder Instrumenten
Aufbewahrungsfristen nach StrlschV und RöV
Die Strahlenschutzverordnung nach § 60 bzw. Röntgenverordnung nach § 37 verpflichtet die beruflich strahlenexponierte Personen, sich regelmäßig vom ermächtigten Arzt untersuchen zu lassen. Da der Umgang mit ionisierender Strahlung ohne ärztliche Untersuchung untersagt ist, haben dies die betreffenden Personen zu dulden (§ 111(4) StrlSchV / § 37(6) RöV).
Die zuständige Behörde kann weitere Anordnungen erlassen.
Ermächtigte Ärzte des Betriebsärztlichen Dienstes
Frau Ulrike Jendrezok
Tel.: 557 4488
Frau Dr. Octavia Buchspies
Tel.: 557 1946
E-Mail: octavia.buchspies@medizin.uni-halle.de
Verfahrensweise an der Martin-Luther-Universität:
Zum Zwecke der arbeitsmedizinischen Vorsorge sind beruflich strahlenexponierte Personen durch die/den Strahlenschutzbeauftragte(n) einer Kategorie zuzuordnen (§ 54 StrlSchV; § 31 RöV).
Erstuntersuchung: Bevor eine Person Tätigkeiten mit ionisierenden Strahlen aufnimmt, muss diese eine Strahlenschutzuntersuchung nachweisen.
Dazu ist ein Termin mit dem Betriebsarzt zu vereinbaren und ein Expositionsbogen durch die/den zuständigen Strahlenschutzbeauftragte(n) auszufüllen. Nach der Untersuchung wird eine ärztliche Bescheinigung erstellt, aus der hervorgehen muss, dass keine gesundheitlichen Bedenken vorliegen. Erst dann kann die Tätigkeit aufgenommen werden.
Wiederholungsuntersuchung: Der Betriebsärztliche Dienst bietet für alle strahlenexponierten Personen (Kategorie B) arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen im regelmäßigen Abstand von zwei Jahren an. Alle beruflich strahlenexponierten Personen der Kategorie A haben jedoch die jährliche Untersuchungsfrist einzuhalten (§ 60 StrlSchV; § 37 RöV).
Nach Terminvereinbarung ist ein aktueller Expositionsbogen durch die/den zuständige(n) Strahlenschutzbeauftragte(n) zu erstellen, der dem Betriebsarzt durch die strahlenexponierte Person vorgelegt wird.
Abschlussuntersuchung: Beendet eine Person das Dienstverhältnis hat sie die Möglichkeit eine Abschlussuntersuchung zu erhalten.
Zur Ermittlung der Körperdosis sind gemäß § 41 StrlschV bzw. § 35 RöV amtlich zugelassene Dosimeter zu verwenden, die unter folgender Adresse zu beziehen sind und zur Auswertung termingerecht zurückgesandt werden müssen:
LPS- Landesanstalt für Personendosimetrie und Strahlenschutzausbildung
Die Organisation der Personendosimetrie obliegt den Strahlenschutzbeauftragten.
In nach § 36 StrlSchV bzw. § 19 RöV ausgewiesenen Kontrollbereichen muss die Körperdosis ermittelt werden (§ 40 StrlSchV, § 35 RöV).
Dosimeter sind personengebunden.
Sollte das Dosimeter aufgrund einer Beschädigung, Verlust o.ä. nicht auswertbar sein, ist der/die zuständige Strahlenschutzbeauftragte verpflichtet, für den betreffenden Überwachungszeitraum eine Ersatzdosis (theoretischer Messwert) zu bestimmen. In diesem Fall sollte umgehend Kontakt mit der Strahlenschutzbevollmächtigten Frau Dr. M. Köck aufgenommen werden. Wird dieser Pflicht durch den SSB nicht nachgekommen, setzt die Aufsichtsbehörde eine Ersatzdosis fest, die kostenpflichtig ist.
Ganzkörperdosis:
Mit Ganzkörperdosimetern kann die "Tiefen-Personendosis" HP(10) gemessen werden.
Die Personendosis eines amtlichen Ganzkörperdosimeters ist eine ausreichend genaue Abschätzung für die Körperdosis ("effektive Dosis"). In den genehmigten Anlagen der Universität wird die Personendosis mit dem Filmdosimeter (reine Photonenfelder oder gemischte Photonen- und Betafelder) ermittelt. Als repräsentativer Messort zur Ermittlung der Personendosis gilt, falls keine arbeitstechnischen Gründe oder besondere Expositionsbedingungen dagegen sprechen, eine Stelle an der Rumpfvorderseite (z.B. Brusthöhe).
Teilkörperdosis:
Das Fingerringdosimeter wird bei Arbeiten an Röntgeneinrichtungen im Durchleuchtungsbetrieb oder beim direkten Umgang mit radioaktiven Stoffen eingesetzt. Dieses Messsystem wird hauptsächlich zur Ermittlung der Teilkörperdosis durch Röntgen-, Gamma- und harte Betastrahlung verwendet.
Aufgrund der geringen mittleren Beta-Energien ist das Dosimeter zur Ermittlung der Hautdosis für die Isotope H-3, C-14, P-33, S-35, Ni-63 u.a. nicht geeignet. Hier sind porenfreie Schutzhandschuhe von mindestens 25 mg/cm² als Strahlenschutz für die Hände ausreichend.
Kooperationen der Universität mit anderen Einrichtungen in Forschung und Ausbildung machen es erforderlich, dass Angehörige der Universität in Kontrollbereichen eines Kooperationspartners Tätigkeiten mit ionisierender Strahlung ausüben.
Grundlage für die Aufnahme solcher Tätigkeiten bildet die vorhandene Genehmigung der Universität zu Tätigkeiten in fremden Anlagen und Einrichtungen (§ 15 StrlSchV). Zwischen den Strahlenschutzverantwortlichen der Universität und der fremden Anlage bzw. Einrichtung ist ein Abgrenzungsvertrag zu schließen. Aus diesem Grunde müssen Institute, Bereiche oder Arbeitsgruppen die geplanten Tätigkeiten rechtzeitig mit der Strahlenschutzbevollmächtigten absprechen. Frau Dr. Köck beantragt für die betroffenen Mitarbeiter Strahlenpässe bei der Aufsichtsbehörde und organisiert den nicht-anlagenbezogenen Strahlenschutz.
Der Strahlenpass einer beruflich strahlenexponierten Person dient der Bilanzierung der Strahlenexposition im Berufsleben. Der Strahlenpass ist Eigentum der strahlenexponierten Person. Der Genehmigungsinhaber (die Universität) sorgt dafür, (i) dass die unter seiner Aufsicht stehende Person im Kontrollbereich der fremden Anlage nur tätig wird, wenn ein vollständig geführter, bei der zuständigen Stelle registrierter Strahlenpass vorliegt und (ii) dass die Körperdosen mit amtlichen Dosimetern bestimmt werden.
Ni-63-Detektor in Gaschromatographen:
Gaschromatographen können mit Detektoren betrieben werden, in deren Messzellen sich mit Ni-63-beschichtete Folien befinden. Bei Ni-63 handelt es sich um ein radioaktives Isotop. Die auf den beschichteten Folien üblicherweise verwendete Ni-63-Aktivität beträgt bis 555 MBq. Die Verwendung ist damit genehmigungsbedürftig.
Ni-63 kann bei unsachgemäßer Handhabung des Detektors oder durch bestimmte chemische Inhaltsstoffe im Analysegas aus dem Detektor in die Umgebung gelangen. Deshalb sind Prüfungen der Dichtheit und Unversehrtheit des Detektors in regelmäßigen Abständen, je nach den Bestimmungen der erteilten Genehmigung, aber mindestens jährlich, durchzuführen und zu dokumentieren.
Umschlossene Quellen, Prüfstrahler sowie Schulstrahlenquellen in bauartzugelassenen Vorrichtungen:
Diese radioaktiven Stoffe sind von einer festen, inaktiven Hülle umschlossen oder in festen inaktiven Stoffen ständig so eingebettet, dass bei üblicher betriebsgemäßer Beanspruchung ein Austritt radioaktiver Stoffe verhindert wird.
Die Strahlenschutzbeauftragten haben die Vorgaben der Genehmigungsbehörde zu befolgen, die in den Nebenbestimmungen der Genehmigungen bzw. in den Anzeigebestätigungen ausgeführt sind, und die Angaben enthalten, ob und in welchen Abständen Dichtheitsprüfungen durch Sachverständige vorzunehmen sind.
Eine Röntgeneinrichtung ist in Zeitabständen von längstens fünf Jahren durch einen Sachverständi­gen nach § 4a RöV nach dem Stand der Technik insbesondere auf sicherheitstechnische Funktion, Sicherheit und Strahlenschutz zu überprüfen (§ 18 RöV Abs. 1 Nr. 5). Prüfungen sind ebenfalls nach wesentlichen Änderungen notwendig (z.B. Ortswechsel, Austausch des Röntgenstrahlers, Schaltgerätes oder Generators). Der Prüfbericht ist der Aufsichtsbehörde zu übersenden, sowie an der Röntgeneinrichtung selbst und bei der Strahlenschutzbevollmächtigten (Strahlenschutzverant­wortlicher) aufzubewahren. Die Organisation der Prüfungen wird zwischen den SSB und der StrlSchBevollmächtigten abgestimmt.
Bei sicherheitstechnischen bedeutsamen Ereignissen sind der/die betreffende Strahlenschutzbeauftragte und, wenn dies nicht möglich ist, die Strahlenschutzbevollmächtigte unverzüglich zu informieren.
Dazu zählen insbesondere die nachstehenden Ereignisse:
Schwere Körperverletzung oder Tod von Personen (bei Beteiligung ionisierender Strahlung)
Erhebliche Strahlenexposition von Personen
Mögliche oder tatsächliche Inkorporation radioaktiver Stoffe
Überschreitung von Grenzwerten der Körperdosis
Abhandenkommen (Verlust, Diebstahl) radioaktiver Stoffe
Emission radioaktiver Stoffe oberhalb zulässiger Werte (§ 47 StrlSchV)
Einwirkungen von außen (z. B. Brand, Wasserschäden)
Mängel oder Versagen sicherheitstechnisch bedeutsamer Funktionen oder Einrichtungen
Mängel an Röntgeneinrichtungen, die den Strahlenschutz beeinträchtigen können
Besteht bei einer Person der Verdacht der Inkorporation, so ist eine Inkorporationskontrolle (Aktivitätsbestimmungen) durchführen zu lassen, die die betroffene Person zu dulden hat (§ 111 der StrlSchV).
Die Universität hat die Vorgehensweise zur Unterrichtung der Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde über besondere Vorkommnisse in einer Melderegelung festgelegt.
Die radioaktiven Reststoffe werden in den Einrichtungen in Spezialbehältern gesammelt. Die Entsorgung von radioaktiven Abfällen / Reststoffen der Martin-Luther-Universität und der Medizinischen Fakultät ist zentral geregelt und erfolgt ausschließlich über den Stab Arbeits- und Umweltschutz, Sachgebiet Umweltschutz:
Entsorgung von Abfällen aus dem Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen
Entsorgung von umschlossenen Strahlenquellen
Entsorgung von uranhaltigen Abfällen (Uranylacetat u.a.)
Entsorgung von Röntgenröhren
Entsorgung (Verschrottung) von Röntgenanlagen
Als zuständiger Ansprechpartner für die organisatorische Abwicklung steht Ihnen dort zur Verfügung:
Herr Dr. Ingo Paleschke
Tel.: 5521348
E-Mail: ingo.paleschke@verwaltung.uni-halle.de
Die Entsorgungstermine werden den Strahlenschutzbeauftragten rechtzeitig bzw. bei regelmäßigem Turnus zu Jahresbeginn mitgeteilt.
Der Entsorgungsbedarf ist auf dem zur Verfügung gestellten Formular zu vermerken. Es sind Angaben gemäß Anlage X StrlSchV (Verarbeitungszustand, Bezeichnung, Behandlung) beizufügen.
Der Transport radioaktiver Stoffe im öffentlichen oder der Öffentlichkeit zugänglichen Verkehrsräumen bedarf der Genehmigung (§ 16 StrlSchV). Von dieser Genehmigungspflicht befreit sind Transporte von Versandstücken, die nach den Vorschriften des ADR (Internationales Abkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße) befördert werden und die freigestellt sind (§ 17 Abs. 1 Nr. 2 StrlSchV).
Sollte ein innerbetrieblicher Transport oder auch die Abgabe von radioaktiven Stoffen oder Instrumenten an einen betriebsfremden Empfänger notwendig sein, ist vom Strahlenschutzbeauftragten zu prüfen, welche allgemeinen Vorschriften der StrlSchV bzw. des ADR bezüglich des Transportes anzuwenden sind.
Die Begleitscheine zur Beförderung können über die Strahlenschutzbevollmächtigte bezogen werden, die auch bei eventuellen Rückfragen zur Verfügung steht.
Die Strahlenschutzverordnung und die Röntgenverordnung schreiben Fristen zur Aufbewahrung von Strahlenschutzunterlagen und Dokumentationen im medizinischen Bereich vor. Die folgende Übersicht stellt die wesentlichen Aufbewahrungsfristen für die Radionuklidlabore und die technische Anwendung von Röntgenstrahlung dar. Grundsätzlich ist es erlaubt, die Aufzeichnungen in elektronischer Form aufzubewahren. Dann muss allerdings sichergestellt werden, dass die gespeicherte Information innerhalb der Aufbewahrungsfrist in angemessener Zeit wieder lesbar gemacht werden kann.
Unterweisung von Personen, die nicht im Kontrollbereich tätig sind 1 Jahr
Unterweisung von Personen, die im Kontrollbereich tätig sind 5 Jahre
Protokolle zur Überprüfung und Wartung von Strahlenmessgeräten 10 Jahre
Buchführung über den Bezug und die Abgabe radioaktiver Stoffe 30 Jahre
Protokollierung über die Freigabe und Freimessungen nach §29 StrlSchV 30 Jahre
Aufzeichnungen der Personendosis durch die amtliche Messstelle 30 Jahre
Körperdosis 30 Jahre nach Beschäftigungsende
Gesundheitsakte beim ermächtigten Arzt 30 Jahre nach Beschäftigungsende
* mind. aber bis zum 75 Lebensjahr, aber nicht länger als bis zum 95 Lebensjahr
Umfassende Informationen zu den Aufbewahrungspflichten von Unterlagen sind auf der Internetseite des Landesamtes für Verbraucherschutz zu finden:
[ http://www.verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/arbeitsschutz/technischer-arbeitsschutz/strahlenschutz/ ]
Anforderungen gemäß Strahlenschutzverordnung
Anforderungen gemäß Röntgenverordnung

References: § 60
 § 37
 § 37
 § 31
 § 37
 § 41
 § 35
 § 36
 § 19
 § 35
 § 4
 §29