Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211969
Timestamp: 2019-09-22 18:52:49+00:00

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(GVBl.II/03, [Nr. 01], S.2)
25. Juni 1992 (GVBl. I S. 208), zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 10. Juli 2002 (GVBl. I S. 62), verordnet der Minister für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Oberhavel wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Gehron-See“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 213 Hektar. Es umfasst Flächen in den Gemarkungen:
Gransee Gransee 1, 2, 6, 10;
Schönermark Schönermark 3.
Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das einen Flachwassersee mit einem schwimmenden Moor und einen großen, geschlossenen Schilfgürtel mit angrenzenden Bruchwäldern und Feuchtwiesen umfasst, ist
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes, insbesondere
als Standort seltener, in ihrem Bestand bedrohter wild wachsender Pflanzengesellschaften, insbesondere von Röhrichten, Großseggenrieden, Schwimmblattgesellschaften, Mädesüßuferfluren, nährstoffreichen Nasswiesen, Weidengebüschen feuchter Standorte, Streuobstwiesen, Ruderalvegetation und Hochstaudenfluren,
als Lebensraum bestandsbedrohter Tierarten, insbesondere als Brut- und Nahrungsgebiet für Vogelarten (zum Beispiel Wasser-, Greif- und Großvögel) sowie als Rückzugsgebiet für an aquatische Lebensräume gebundene Säuger, Amphibien und Reptilien,
als Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum der nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützten Tierarten, wie beispielsweise Fischotter (Lutra lutra), Biber (Castor fiber), Große Rohrdommel (Botaurus stellaris), Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus), Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger), Eisvogel (Alcedo atthis) und Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis);
zur langfristigen Sicherung der Wasserflächen als Rastplatz von Wildgänsen und anderen Zugvogelarten,
als Bestandteil des überregionalen Biotopverbundes in der naturräumlichen Einheit der Granseer Platte des nordbrandenburgischen Platten- und Hügellandes,
die Erhaltung des Gebietes wegen seiner besonderen Eigenart als weitgehend ungestörter Bereich in unmittelbarer Stadtnähe.
Wasserfahrzeuge aller Art einschließlich Surfbretter oder Luftmatratzen mit Ausnahme muskelbetriebener Boote zu benutzen. Das Einsetzen der Boote ist nur vom Flurstück 194 der Flur 10 der Gemarkung Gransee zulässig. Der Standort ist in der topografischen Karte eingetragen. Bei der Bootsbenutzung ist ein Mindestabstand von zehn Metern zur Uferlinie, zu Röhrrichten oder Schwimmblattgesellschaften einzuhalten;
die im Sinne des § 11 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass § 4 Abs. 2 Nr. 24 gilt;
die im Sinne des § 11 Abs. 3 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass bei der Wiederaufforstung Baumarten der potenziell natürlichen Vegetation verwendet werden;
die rechtmäßige Ausübung der Angelfischerei vom Boot aus sowie das Angeln innerhalb des in der topografischen Karte dargestellten Bereichs (Gemarkung Gransee, Flur 10, Flurstück 194) vom Ufer aus. § 4 Abs. 2 Nr. 13 gilt weiterhin;
die Errichtung ortsunveränderlicher jagdlicher Einrichtungen mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde. Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird. Transportable und mobile Ansitzeinrichtungen sind der unteren Naturschutzbehörde vor der Aufstellung anzuzeigen. Die untere Naturschutzbehörde kann in begründeten Einzelfällen das Aufstellen verbieten. Die Entscheidung hierüber soll unverzüglich erfolgen,
das Wasserdargebot am Großen und Kleinen Gehron-See soll zur Stabilisierung der hydrologischen Verhältnisse durch geeignete Maßnahmen erhalten beziehungsweise verbessert werden;
zur Erhaltung beziehungsweise Wiederherstellung artenreicher Grünlandbestände sollen die Grünlandflächen extensiv bewirtschaftet werden;
es wird angestrebt, das Erdstofflager am Nordufer des Gehron-Sees zu renaturieren und gegebenenfalls zurückzubauen.
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Gehron-See“ vom 6. Dezember 2002
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 213 Hektar. Es umfasst folgende Flächen:
Gransee 1 318 (anteilig), 344-350;
Gransee 2 1, 2/1, 2/2, 3/1, 3/2, 4/1, 4/2, 5/1-5/3, 6, 7/1-7/3, 8-18, 19/1-19/3, 20, 20/3, 21/1-21/3, 22-24, 25/1, 25/2, 26, 30/2-30/4;
Gransee 6 1, 2, 3, 4/2, 29-35, 37, 42 (anteilig), 61/5 (anteilig), 66/2, 66/3, 67 (anteilig), 68/2, 68/3, 69 (anteilig), 70, 71, 72/1, 74/1-74/3, 75/1-75/3, 76/1-76/3, 77/1-77/3, 78/1-78/3, 79/1-79/3, 80, 81, 82, 83/1-83/3, 84/1, 86 anteilig, 87, 88 (anteilig), 90-93 (anteilig), 95-98 (anteilig), 100 (anteilig), 102/3 (anteilig), 107/1 (anteilig), 108-112, 114, 115, 116/1, 118 (anteilig), 119/1, 119/2, 133 (anteilig), 134-140, 144 (anteilig), 153 (anteilig), 157 (anteilig), 158 (anteilig), 160/2 (anteilig), 161, 171 (anteilig), 174, 176, 177-179, 180-194;
Gransee 10 1/2 (anteilig), 2/2 (anteilig), 5/2 (anteilig), 6, 7/2, 7/3, 9/3, 9/4, 9/5, 9/12, 9/13, 9/20 (anteilig), 9/24, 10/1, 10/2, 11, 12/3, 12/8, 13-16, 17/1, 17/2, 18/1, 18/2, 19, 20/1, 20/2, 21, 22/2 (anteilig), 24/3, 25/1, 26/1, 30/6, 30/7, 31/2-31/4, 32/1 (anteilig), 32/9, 32/10, 32/12, 32/14, 32/30, 32/31, 32/35-32/39, 34-36;
Schönermark 3 98, 99/2, 100 (anteilig), 101/17 (anteilig).

References: § 2
 § 10
 § 11
 § 4
 § 11
 § 4