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Timestamp: 2019-03-24 15:09:09+00:00

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DAS URANTIA BUCH, Schrift 115. Das Supreme Wesen
DAS URANTIA BUCH - Schrift 115. Das Supreme Wesen
Schrift 115. Das Supreme Wesen
§ 1. Relativität konzeptueller Rahmen
§ 2. Die absolute Grundlage der Suprematie
§ 3. Ursprüngliches, Wirkliches und Potentielles
§ 4. Quellen Supremer Realität
§ 5. Die Beziehung des Supremen zu der Paradies-Trinität
§ 6. Die Beziehung des Supremen zu den Trioditäten
§ 7. Die Natur des Supremen
115:0.1 (1260.1) DIE große Beziehung mit Gott dem Vater ist die Sohnschaft. Mit Gott dem Supremen ist Vollbringen die Voraussetzung zum Status — man muss ebenso sehr etwas tun, wie etwas sein.
115:1.1 (1260.2) Partielle, unvollständige und sich entwickelnde Intellekte wären im Alluniversum hilflos, außerstande, das geringste rationale Gedankenmodell zu bilden, besäße nicht aller Verstand, ob hoher oder niedriger, die angeborene Fähigkeit, einen Universumsrahmen zu schaffen, in dem er denken kann. Wenn der Verstand zu keinen Schlüssen gelangen, zu keinen wahren Ursprüngen vordringen kann, wird er unweigerlich Schlüsse postulieren und Ursprünge erfinden, um innerhalb des Rahmens dieser von seinem Verstand erschaffenen Postulate eine Möglichkeit zu logischem Denken zu haben. Und obwohl solche gedankliche Universumsrahmen der Geschöpfe für rationelle intellektuelle Operationen unerlässlich sind, sind sie doch ausnahmslos mehr oder weniger falsch.
115:2.3 (1261.3) Der ganze Plan universeller Schöpfung und Evolution auf sämtlichen Erfahrungsebenen ist offenbar eine Angelegenheit der Überführung von Potentialitäten in Wirklichkeiten; und diese Umwandlung betrifft in gleicher Weise die Reiche der Raumpotenz, Verstandespotenz und Geistpotenz.
115:3.1 (1261.5) Der absolute Kosmos ist vorstellungsmäßig ohne Grenzen; Ausdehnung und Wesen dieser Urrealität bestimmen zu wollen, heißt soviel wie die Unendlichkeit einzuschränken und das reine Konzept der Ewigkeit abzuschwächen. Die Idee des Unendlich-Ewigen, des Ewig-Unendlichen ist schrankenlos in der Ausdehnung und tatsächlich absolut. Es gibt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Urantias keine Sprache, um die Realität der Unendlichkeit oder die Unendlichkeit der Realität adäquat auszudrücken. Der Mensch, ein endliches Geschöpf in einem unendlichen Kosmos, muss sich mit verzerrten Spiegelungen und abgeschwächten Vorstellungen von dieser grenzenlosen, schrankenlosen, nie beginnenden und nie endenden Existenz zufrieden geben, deren Verständnis wirklich jenseits seiner Fähigkeiten liegt.
115:3.3 (1261.7) Die Ur-Stase der Unendlichkeit ruft nach einer Segmentierung, die den menschlichen Bemühungen um Verständnis vorangehen muss. Es gibt in der Unendlichkeit eine Einheit, die in diesen Schriften mit dem ICH BIN ausgedrückt worden ist — dem ersten Postulat des Geschöpfesverstandes. Aber nie kann ein Geschöpf verstehen, wie es kommt, dass solch eine Einheit zu einer Dualität, Triunität und Vielfalt werden und trotzdem eine uneingeschränkte Einheit bleiben kann. Der Mensch begegnet einem ähnlichen Problem, wenn er innehält, um die ungeteilte Gottheit der Trinität neben der mehrfachen Personifikation Gottes zu betrachten.
115:3.7 (1262.4) 2. Das Wirkliche. Die Vereinigung der drei Absoluten der Wirklichkeit: des Zweiten und Dritten Zentralen Ursprungs und desjenigen des Paradieses. Diese Triodität aus Ewigem Sohn, Unendlichem Geist und Paradies Insel bildet die Wirklichkeit gewordene Offenbarung der Uranfänglichkeit des Ersten Zentralen Ursprungs.
115:3.10 (1262.7) In der Verbindung von Gottheit-, Universalem und Eigenschaftslosem Absoluten ist die Potentialität absolut, während die Wirklichkeit gerade erwacht; in der Verbindung der drei Zentralen Ursprünge — des Zweiten, des Dritten und des Paradieses — ist die Wirklichkeit absolut, während die Potentialität gerade erwacht; in der Uranfänglichkeit des Ersten Zentralen Ursprungs können wir weder von der Wirklichkeit noch von der Potentialität sagen, sie seien existent oder erwachend — der Vater ist.
115:3.11 (1262.8) Vom Standpunkt der Zeit aus ist das Wirkliche das, was war und ist; das Potentielle ist das, was im Werden ist und sein wird; das Ursprüngliche ist das, was ist. Vom Standpunkt der Ewigkeit aus sind die Unterschiede zwischen dem Ursprünglichen, dem Wirklichen und dem Potentiellen nicht so offensichtlich. Diese dreieinigen Erscheinungsformen heben sich auf den Paradies-Ewigkeits-Ebenen nicht in dieser Weise voneinander ab. In der Ewigkeit ist alles — nur ist noch nicht alles in Zeit und Raum offenbart worden.
115:3.13 (1262.10) Die drei Absoluten der Potentialität wirken auf der rein ewigen Ebene des Kosmos, funktionieren als solche also nie auf unterabsoluten Ebenen. Auf den absteigenden Realitätsebenen manifestiert sich die Triodität der Potentialität mit dem Ultimen und auf dem Supremen. Das Potentielle mag in Bezug auf einen Teil auf irgendeiner unterabsoluten Ebene dabei scheitern, sich in der Zeit zu verwirklichen, aber nie hinsichtlich des Ganzen. Der Wille Gottes gewinnt schließlich die Oberhand — nicht immer, was das Einzelwesen, aber unfehlbar, was das Ganze anbelangt.
115:3.14 (1263.1) In der Triodität der Wirklichkeit hat alles im Kosmos Existierende sein Zentrum; ob Geist, Verstand oder Energie, alles hat sein Zentrum in dieser Verbindung des Sohnes, des Geistes und des Paradieses. Die Persönlichkeit des geistigen Sohnes ist das Urmuster für jede Persönlichkeit in allen Universen. Die Substanz der Paradies- Insel ist das Urmuster, wovon Havona eine vollkommene und die Superuniversen eine sich vervollkommnende Offenbarung sind. Der Mit-Vollzieher ist derjenige, der zugleich die kosmische Energie mental aktiviert, geistige Vorhaben in Konzepte übersetzt und die mathematischen Ursachen und Wirkungen der materiellen Ebenen und die willensmäßigen Vorhaben und Beweggründe der geistigen Ebene zu einem Ganzen zusammenfasst. In einem endlichen Universum und ihm gegenüber wirken der Sohn, der Geist und das Paradies im und auf den Ultimen, wie er im Supremen bedingt und eingeschränkt ist.
115:3.16 (1263.3) Die finale Dynamik des Kosmos hängt mit der beständigen Realitäts-Überführung von Potentialität in Wirklichkeit zusammen. In der Theorie mag diese Metamorphose ein Ende nehmen, aber tatsächlich ist so etwas unmöglich, da beide, das Potentielle und das Wirkliche, im Ursprünglichen (dem ICH BIN) zusammengeschaltet sind, und diese Identifikation macht es für immer unmöglich, der fortschreitenden Entwicklung des Universums eine Grenze zu setzen. Was immer sich mit dem ICH BIN identifiziert, kann nie aufhören sich fortzuentwickeln, da die Wirklichkeit der potentiellen Realitäten des ICH BIN absolut ist und die Potentialität der Wirklichkeiten des ICH BIN ebenfalls absolut ist. Immer werden verwirklichte Realitäten neue Bahnen für die Verwirklichung bisher unmöglicher Potentiale eröffnen — jede menschliche Entscheidung ruft nicht nur eine neue Wirklichkeit menschlicher Erfahrung ins Dasein, sondern schafft auch eine neue Fähigkeit zu menschlichem Wachstum. In jedem Kind lebt ein erwachsener Mensch, und im reifen Menschen, der Gott kennt, wohnt bereits der morontielle Aufsteiger.
115:3.17 (1263.4) Nie kann im gesamten Kosmos ein Wachstumsstillstand eintreten, da die Grundlage des Wachstums — die absoluten Wirklichkeiten — in keiner Weise bedingt ist, und da die Wachstumsmöglichkeiten — die absoluten Potentiale — unbegrenzt sind. Von einem praktischen Gesichtspunkt aus sind die Universumsphilosophen zum Schluss gelangt, dass es so etwas wie ein Ende nicht gibt.
115:3.18 (1263.5) Aus einer begrenzten Sicht gibt es in der Tat viele Enden, viele Abschlüsse von Aktivitäten, aber aus einem umfassenderen Blickwinkel einer höheren Universumsebene gibt es kein Aufhören, sondern nur Übergänge von einer Entwicklungsphase zur nächsten. Die große Zeiteinteilung des Alluniversums befasst sich mit mehreren Universumszeitaltern, den Zeitaltern Havonas, der Superuniversen und der äußeren Universen. Aber selbst diese grundlegenden Einteilungen sequenzartiger Beziehungen können nicht mehr darstellen als relative Marksteine auf der unendlichen Straße der Ewigkeit.
115:4.1 (1263.7) Jede Betrachtung der Ursprünge des Supremen Gottes muss mit der Paradies-Trinität beginnen, denn die Trinität ist die ursprüngliche Gottheit, während der Supreme eine abgeleitete Gottheit ist. Jede Betrachtung des Wachstums des Supremen muss den existentiellen Trioditäten Beachtung schenken, denn sie umfassen alle absolute Wirklichkeit und alle unendliche Potentialität (in Verbindung mit dem Ersten Zentralen Ursprung). Und der evolutionäre Supreme ist der Gipfelpunkt und mit persönlichem Willen begabte Brennpunkt der Umwandlung — der Überführung — potentieller in wirkliche Realitäten in und auf der endlichen Existenzebene. Die beiden Trioditäten, die wirkliche und die potentielle, beinhalten die Totalität der Wechselbeziehungen des Wachstums in den Universen.
115:4.2 (1264.1) Der Ursprung des Supremen liegt in der Paradies-Trinität — der ewigen, wirklichen und ungeteilten Gottheit. Der Supreme ist zu allererst eine geistige Person, und diese geistige Person entstammt der Trinität. Aber der Supreme ist in zweiter Linie eine Gottheit des Wachstums — evolutionären Wachstums — und dieses Wachstum kommt aus den beiden Trioditäten, der wirklichen und der potentiellen.
115:4.4 (1264.3) Es fällt weniger schwer zu verstehen, dass das Unendliche das Endliche enthält, als zu erfassen, wie sich dieses Unendliche tatsächlich dem Endlichen bekunden kann. Aber die den sterblichen Menschen innewohnenden Gedankenjustierer sind einer der ewigen Beweise, dass selbst der absolute Gott (als absolute Realität) auch mit den niedrigsten und demütigsten aller Willensgeschöpfe des Universums in direkten Kontakt treten kann und es auch tut.
115:4.7 (1264.6) Das Wachstum der Suprematie entstammt den Trioditäten; die geistige Person des Supremen entstammt der Trinität; aber die Machtprärogativen des Allmächtigen gründen auf den sukzessiven Göttlichkeitsstufen des Siebenfachen Gottes, während die Vereinigung der Machtprärogativen des Allmächtigen Supremen mit der geistigen Person des Supremen Gottes dank dem Wirken des Mit-Vollziehers stattfindet, der den supremen Verstand als den diese evolutionäre Gottheit zusammenbindenden Faktor beisteuerte.
5. Die Beziehung des Supremen zu der Paradies-Trinität
115:5.2 (1265.1) Die Funktion der Trinität ist mit der Funktion des Supremen verbunden, denn die Trinität funktioniert auf allen (sämtlichen) Ebenen, die Funktionsebene der Suprematie inbegriffen. Aber in dem Maße, wie das Zeitalter Havonas dem Zeitalter der Superuniversen weicht, weicht das erkennbare Handeln der Trinität als unmittelbarer Schöpferin den schöpferischen Akten der Kinder der Paradies-Gottheiten.
6. Die Beziehung des Supremen zu den Trioditäten
115:6.1 (1265.2) Die Triodität der Wirklichkeit fährt in den Nach-Havona-Epochen fort, direkt zu funktionieren; die Gravitation des Paradieses zieht die Basiseinheiten der materiellen Existenz an sich, die geistige Gravitation des Ewigen Sohnes wirkt direkt auf die fundamentalen Werte der geistigen Existenz, und die Verstandesgravitation des Mit-Vollziehers erfasst unfehlbar alle wesentlichen Bedeutungen intellektueller Existenz.
115:6.2 (1265.3) Aber während die schöpferische Aktivität mit jedem ihrer Stadien immer weiter in den unerforschten Raum hinaus vorstößt, funktioniert und existiert sie immer weiter weg vom direkten Handeln der schöpferischen Kräfte und göttlichen Persönlichkeiten der zentralen Stätte — der absoluten Paradies-Insel und der sie bewohnenden unendlichen Gottheiten. Diese sukzessiven Ebenen kosmischer Existenz werden deshalb immer abhängiger von Entwicklungen innerhalb der drei Absoluten unendlicher Potentialität.
115:6.8 (1266.1) Obwohl wir dessen nicht sicher sind, glauben wir, dass der Supreme als ein endlicher Widerhall der Paradies-Gottheit sich in einer ewigen Ausweitung in den Äußeren Raum hinaus befindet; dass aber dieses Supreme Wesen als ein bedingter Ausdruck der drei potentiellen Absoluten des Äußeren Raumes ewig die Kohärenz des Paradieses anstrebt. Und diese Doppelbewegung scheint die meisten der Grundaktivitäten in den gegenwärtig organisierten Universen zu erklären.
115:7.1 (1266.2) In der Gottheit des Supremen hat sich das Vater-ICH BIN relativ vollständig von den Begrenzungen befreit, die im Wesen der Unendlichkeit des Status, der Ewigkeit des Seins und der Absolutheit der Natur liegen. Aber der Supreme Gott wurde von allen existentiellen Begrenzungen nur dadurch befreit, dass er erfahrungsmäßigen Bedingungen universaler Funktion unterworfen wurde. Dadurch, dass der endliche Gott die Fähigkeit zur Erfahrung gewinnt, wird er auch der Notwendigkeit der Erfahrung unterworfen; indem sich der Allmächtige von der Ewigkeit befreit, trifft er auf die Schranken der Zeit; und der Supreme konnte Wachstum und Entwicklung nur aufgrund partieller Existenz und der Unvollständigkeit der Natur kennen — aufgrund der Nicht-Absolutheit des Seins.
115:7.3 (1266.4) Der Supreme und sogar der Ultime inbegriffen, ist alle Realität außer den eigenschaftslosen Werten der sieben Absoluten relativ. Die Tatsache der Suprematie gründet auf der Macht des Paradieses, auf der Persönlichkeit des Sohnes und dem Handeln des Mit-Vollziehers, aber das Wachstum des Supremen steht im Zusammenhang mit dem Gottheits-Absoluten, Eigenschaftslosen Absoluten und Universalen Absoluten. Und diese zur Synthese drängende, einigende Gottheit — der Supreme Gott — ist die Personifizierung des endlichen Schattens, den die unendliche Einheit der unerforschlichen Natur des Paradies-Vaters, des Ersten Zentralen Ursprungs, quer durch das Große Universum wirft.
115:7.5 (1266.6) Die Paradies-Trinität gilt als die absolute Unvermeidlichkeit; die Sieben Hauptgeiste sind offenbar die Unvermeidlichkeit der Trinität; die Verwirklichung der Macht-Verstand-Geist-Persönlichkeit des Supremen muss die evolutionäre Unvermeidlichkeit sein.
115:7.8 (1267.2) Durch den Prozess der Summierung evolutionärer Erfahrung verbindet der Supreme das Endliche mit dem Absoniten, gerade so wie der Verstand des Mit-Vollziehers die göttliche Geistigkeit des persönlichen Sohnes mit den unveränderlichen Energien des Paradies Urmusters verwebt und wie die Gegenwart des Universalen Absoluten das aktivierende Gottheit-Absolute mit der Reaktivität des Eigenschaftslosen Absoluten eint. Diese Einheit muss eine Offenbarung des nicht wahrgenommenen Wirkens der ursprünglichen Einheit der Ersten Vater-Ursache und Urmuster-Quelle aller Dinge und aller Wesen sein.

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7