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Timestamp: 2017-07-28 12:48:22+00:00

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StartRecht & SteuernEinkunftsarten Einkommensteuer
Einkunftsarten im Einkommensteuergesetz
Wer als natürliche Person im Inland einen Wohnsitz (§ 8 AO) oder gewöhnlichen Aufenthalt (§ 9 AO) hat, ist für Zecke der Einkommensteuer unbeschränkt steuerpflichtig (siehe § 1 EStG). Bei der Ermittlung der Einkünfte sind nur solche Einnahmen zu berücksichtigen, die im Rahmen einer der folgenden sieben Einkunftsarten des EStG angefallen sind. Dabei bleiben steuerfreie Einnahmen außer Ansatz. So werden im Einkommensteuerrecht nach § 3 EStG (Steuerfreie Einnahmen) auf rund 70 Ziffern diverse Einnahmen von der Einkommensteuer befreit. Die nachstehende Aufzählung ist abschließend. Umkehrschluss: Nur Einnahmen, die in eine der folgenden Einkunftsarten fallen, können auch der Einkommensteuer unterliegen. Damit unterliegt nicht jede Einnahme der Einkommensteuer, sondern nur Einnahmen, die in eine der 7 Einkunftsarten fallen. Beispiel: Ein Lottogewinn, erst recht ein Sechser im Lotto, ist ohne Zweifel eine "dicke" Einnahme. Der Lottogewinn ist aber kein Fall für die Einkommensteuer, denn er fällt in keine Einkunftsart. Der Einkommensteuer unterliegen nach § 2 Abs. 1 EStG Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Einkünfte aus Gewerbebetrieb, Einkünfte aus selbständiger Arbeit, Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Einkünfte aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Sonstige Einkünfte im Sinne des § 22, die der Steuerpflichtige während seiner unbeschränkten Einkommensteuerpflicht oder als inländische Einkünfte während seiner beschränkten Einkommensteuerpflicht erzielt. Nachstehend wird ein kurzer Überblick zu den 7 Einkunftsarten des § 2 Einkommensteuergesetz gegeben: Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§ 13 - § 14 EStG) Land- und Forstwirtschaft ist die planmäßige Nutzung der natürlichen Kräfte des Grund und Bodens zur Erzeugung von Pflanzen und Tieren und die Verwertung der dadurch gewonnenen Erzeugnisse. Hierzu gehören auch Einkünfte aus Weinbau, Gartenbau und sonstigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen sowie Einkünfte aus der Jagd im Rahmen eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft. Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 - § 17 EStG) Zu den Einkünften aus einem Gewerbebetrieb zählen zum Beispiel die Einkünfte aus Handels- und Handwerksbetrieben, aber auch die Gewinnanteile der Gesellschafter einer Offenen Handelsgesellschaft, einer Kommanditgesellschaft oder einer anderen Mitunternehmerschaft. Zu den Einkünften des Mitunternehmers gehören auch Vergütungen für seine Tätigkeit im Dienst der Gesellschaft oder für die zeitweise Überlassung von Wirtschaftsgütern. Kapital ist insoweit auch ein Wirtschaftsgut. Daher zählen auch Zinserträge aus Darlehen, die er der Gesellschaft gewährt hat, zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb. Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (§ 18 EStG) Einkünfte aus selbstständiger Arbeit sind vornehmlich die Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. So zum Beispiel die selbstständige Berufstätigkeit der Ärzte, Heilpraktiker, Architekten, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Anwälte und Journalisten. Dazu gehören auch Einkünfte aus sonstiger selbständiger Arbeit, zum Beispiel Vergütungen für die Vollstreckung von Testamenten, für die Vermögensverwaltung und für die Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied. Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (§ 19 EStG) Zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit gehören alle Einnahmen, die einem Arbeitnehmer aus einem Dienstverhältnis zufließen. Arbeitnehmer sind Personen, die in öffentlichem oder privatem Dienst angestellt oder beschäftigt sind oder waren und die aus diesem Dienstverhältnis oder einem früheren Dienstverhältnis Arbeitslohn beziehen. Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit beziehen deshalb auch ehemalige Arbeitnehmer, die nun Alters- oder Invaliditätsbezüge aus ihrem früheren Dienstverhältnis erhalten, sowie Hinterbliebene, denen Versorgungsbezüge aus dem Dienstverhältnis des Verstorbenen zustehen. Von den Versorgungsbezügen werden die Freibeträge für Versorgungsbezüge (Versorgungsfreibetrag und Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag) abgezogen. Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind aber keine Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Lohnersatzleistungen, wie zum Beispiel das Arbeitslosengeld I, sind steuerfrei. Sie werden aber bei der Ermittlung des Steuersatzes berücksichtigt (so genannter Progressionsvorbehalt gemäß § 32b EStG). Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG) Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören u. a. Zinsen aus Forderungen (z. B. aus Sparguthaben, Darlehen, Anleihen, Investmentfonds), Dividenden aus Aktien, Gewinnanteile aus einer GmbH oder Genossenschaft. Seit dem 1. Januar 2009 werden die Kapitalerträge pauschal mit einem einheitlichen Steuersatz von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Wegen der abgeltenden Wirkung nennt man sie deshalb Abgeltungsteuer auf Kapitaleinkünfte. Rechtstechnisch wird diese Steuer jedoch als Kapitalertragsteuer bezeichnet. Die Abgeltungsteuer bzw. Kapitalertragsteuer fällt allerdings nur dann an, wenn der Sparerpauschbetrag von 801 Euro für Ledige bzw. 1.602 Euro für Verheiratete (siehe Freistellungsauftrag bei Kapitalvermögen) überstiegen wird oder wenn keine Nichtveranlagungsbescheinigung vorgelegt wird. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG) Zu versteuern sind die Einkünfte aus der Vermietung oder Verpachtung von Grundstücken oder Grundstücksteilen. Sie werden ermittelt, indem die Miet- oder Pachteinnahmen für ein Haus, eine Wohnung, Geschäftsräume, Lagerflächen usw. um die zugehörigen Werbungskosten, wie Abschreibung, Darlehenszinsen oder Betriebskosten vermindert werden. Dagegen zählen die Einnahmen aus der Vermietung beweglicher Sachen, zum Beispiel die Einnahmen eines Autovermieters, nicht zu dieser Einkunftsart. Der Nutzungswert der eigenen Wohnung wird nicht besteuert. Sonstige Einkünfte (§ 22 EStG und § 23 EStG) Zu den sonstigen Einkünften gehören u. a. Einkünfte aus bestimmten wiederkehrenden Bezügen, Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, sonstige – insbesondere private – Leibrenten, Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen (zum Beispiel Riester-Rente), Einkünfte aus Unterhaltsleistungen (soweit der Geber sie steuerlich absetzen kann, siehe Realsplitting), die Diäten der Abgeordneten und Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften. Seit dem Jahr 2005 hat sich die Besteuerung der Renten aus den gesetzlichen Rentenversicherungen, den landwirtschaftlichen Alterskassen und den berufsständischen Versorgungseinrichtungen geändert. Diese Renten werden mit einem vom Jahr des Rentenbeginns abhängigen Besteuerungsanteil steuerlich erfasst. Der Besteuerungsanteil beträgt bei Rentenbeginn in 2005 oder früher 50% und steigt bis zum Jahr 2020 jährlich um zwei Prozentpunkte und von da an bis zum Jahr 2040 jährlich um einen Prozentpunkt auf 100% an. Insbesondere Leibrenten aus privaten Versicherungen und Renten aus der betrieblichen Altersversorgung, bei denen die Beiträge individuell oder pauschal versteuert wurden, werden mit dem Ertragsanteil (siehe Tabelle in § 22 EStG) erfasst. Die Höhe des steuerpflichtigen Ertragsanteils richtet sich nach dem Lebensalter des Rentenberechtigten zu Beginn des Rentenbezugs. Hat der Rentenberechtigte zum Beispiel bei Beginn der Rente das 60. Lebensjahr vollendet, dann beträgt der Ertragsanteil 22%. Leistungen aus einem zertifizierten Altersvorsorgevertrag oder einer betrieblichen Altersversorgung werden hingegen in vollem Umfang besteuert. So ist zum Beispiel die private Rentenversicherung im Vergleich deutlich attraktiver geworden.
Sonderfall "Liebhaberei"Eine Liebhaberei liegt vor, wenn nach den Gesamtumständen des Einzelfalls - betrachtet auf lange Sicht - ein Gewinn oder Überschuss nicht erstrebt wird. Beispiele: Atelier des Hobby-Malers, Reitstall des Pferde-Liebhabers, private Yacht an der Ostsee, die mehr oder minder nur auf Papier zu chartern ist. Das bedeutet, auch wenn Gewinne und Verluste aus einer Tätigkeit stammen, die ihrer Art nach unter eine der sieben Einkunftsarten fallen, bleiben sie für Zwecke der Einkommensteuer außer Betracht, wenn es sich bei dieser Tätigkeit um eine so genannte Liebhaberei handelt.

References: § 1
 § 3
 § 2
 § 22
 § 2
 § 14
 § 17
 § 32
 § 23
 § 22