Source: https://www.elektrofachkraft.de/pruefung/ueberpruefung-ortsveraenderlicher-betriebsmittel-791
Timestamp: 2018-01-18 19:34:34+00:00

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Überprüfung ortsveränderlicher Betriebsmittel 4.4 5 9
16.10.2014 16:07 (Kommentare: 7)
Wie viele Geräte muss die Elektrofachkraft in einer Stunde prüfen? (Bildquelle: sinemaslow/iStock/Thinkstock)
Leider findet mein Arbeitgeber (Verwaltung öffentlicher Dienst) die Überprüfung der Betriebsmittel sinnlos. Eine Inventur der elektrischen Betriebsmittel hat bisher nicht stattgefunden und eine Gefährdungsbeurteilung ist ein Fremdwort. Ich hab es in den letzten 4 Jahren geschafft ein bissl Ordnung ins System zu bringen und bin jetzt bei ca. 3.500 Geräten angekommen, die jährlich zu prüfen sind. Meinen Vorgesetzten ist der Aufwand zu groß und sie suchen jetzt einen Grund mich loszuwerden. Ich muss extra Listen ausfüllen und seperate Auswertungen der Prüfungen machen, damit ermittelt werden kann, wie viele Geräte ich pro Stunde prüfe. Man verlangt von mir 10 Geräte pro Stunde. Ich bin nur allein unterwegs, da ich der einzige Elektriker in der Verwaltung bin. Von den Hausmeistern erhalte ich auch kaum Hilfe.
Jetzt könnte man spitzfindig behaupten, der Behördenleiter wäre kein Unternehmer. Hier holt ihn aber das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und diesem nachgeordnet die BetrSichV ein. Nach § 2 Ab. 3 des Arbeitsschutzgesetzes ist Arbeitgeber, wer Personen nach § 2 Abs. 2 (ArbSchG) beschäftigt. Hier wird bewusst nicht auf Arbeitnehmer sondern auf Beschäftigte abgestellt und hier sind die üblichen im öffentlichen Dienst vertretenen Beschäftigtengruppen genannt: Nr. 1 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Nr. 4 Beamtinnen und Beamte. Weiterhin nennt § 2 Abs. 5 des Arbeitsschutzgesetzes explizit den Bereich des öffentlichen Dienstes und in Absatz 4 besagte Unfallverhütungsvorschriften. Selbst wenn man die UVV als nicht anwendbar begründet bekommt, so ergibt sich die Prüfpflicht eben aus § 10 Abs. 1 Satz 2 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).
Hinsichtlich des Aufwands (dies betrifft den Aspekt des „Wie“) kann man durchaus einen Königsweg finden. Hier kommt die Gefährdungsbeurteilung ins Spiel. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, die ihrerseits auch eine gesetzliche Pflicht aus § 5 des Arbeitsschutzgesetzes sowie § 3 der Betriebssicherheitsverordnung ist, hat der Arbeitgeber Prüfart, Prüffrist und Prüfumfang zu ermitteln (§ 3 Abs. 3 BetrSichV). Hier kann nun der gesunde Menschen- und Sicherheitsverstand walten. Nicht jedes Arbeitsmittel muss pauschal und in Stein gemeißelt jährlich geprüft werden. Man denke an die Reserve-Kaffeemaschine im Schrank. Durch die Gefährdungsbeurteilung werden die Prüffristen orientiert an der Gemengelage - will sagen: Beanspruchung, Niveau der Anwender, Ausrüstungsgrad des Arbeitsmittels etc. - festgelegt. Größere Prüfzyklen als ein Jahr sind durchaus denkbar.

References: § 2
 § 2
 § 2
 § 10
 § 5
 § 3