Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Oldenburg&Datum=22.12.2011&Aktenzeichen=10%20W%2011/11
Timestamp: 2019-09-20 15:22:25+00:00

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OLG Oldenburg, 22.12.2011 - 10 W 11/11 - dejure.org
https://dejure.org/2011,30472
OLG Oldenburg, 22.12.2011 - 10 W 11/11 (https://dejure.org/2011,30472)
OLG Oldenburg, Entscheidung vom 22.12.2011 - 10 W 11/11 (https://dejure.org/2011,30472)
OLG Oldenburg, Entscheidung vom 22. Dezember 2011 - 10 W 11/11 (https://dejure.org/2011,30472)
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Beschwerdefristversäumnis im Landwirtschaftsverfahren: Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand bei fehlerhafter Angabe der Rechtsmittelfrist; Widerlegung der Verschuldensvermutung
FamFG § 17 Abs. 2; HöfeO § 17; HöfeVfO § 15
FamRZ 2012, 1829
Ob die fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung des Familiengerichts hier auch bei anwaltlicher Vertretung des möglichen Beteiligten zu einer erfolgreichen Wiedereinsetzung in die Fristversäumung hätte führen können (vgl. dazu: OLG Oldenburg, FamRZ 2012, 1829ff, bei juris Langtext Rn 11ff), kann hier im Ergebnis offen bleiben.
Der Senat hat daher seit Inkrafttreten des FamFG bei fehlerhafter Rechtsmittelbelehrung stets Wiedereinsetzung gewährt (…vgl. Senatsbeschluss vom 13. Januar 2014 - 7 W 81/13 (L) -, juris, Rn. 8; vgl. auch OLG Oldenburg, Beschluss vom 22. Dezember 2011 - 10 W 11/11 -, juris, Rn. 7 ff.).
(2) Nach diesem Maßstab ist die Rechtsmittelbelehrung in dem angefochtenen Beschluss nicht offenkundig fehlerhaft, denn die dort angegebene Frist von einem Monat entspricht der in Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit geltenden Regelfrist (…vgl. OLG Frankfurt, Beschuss vom 23.05.2016 - 20 WLw 5/15 - juris Rn. 19; OLG Oldenburg, Beschluss vom 22.12.2011 - 10 W 11/11 -, RdL 2012, 101/102).
Die Vermutung des § 17 Abs. 2 FamFG ist daher nicht widerlegt (im Ergebnis ebenso OLG Oldenburg [Oldenburg], Beschluss vom 22. Dezember 2011 - 10 W 11/11, juris Rn. 20 ff.).
Diese Rechtsprechung ist auch im Anwendungsbereich des § 81 FamFG maßgeblich, der die Ausübung billigen Ermessens zum tragenden Grundsatz der Kostenentscheidung erhoben hat (OLG Celle, JAmt 2012, 40; OLG Hamm, FamRZ 2012, 1829).
Dies gilt uneingeschränkt in den Fällen einer gesetzlich vorgeschriebenen, aber fehlenden bzw. unvollständigen Rechtsbehelfsbelehrung (…BGH, NJW-RR 2012, 1025 Rn. 9; OLG Oldenburg, FamRZ 2012, 1829).
Ob eine vom erstinstanzlichen Gericht vorgenommene Ermessensentscheidung vom Beschwerdegericht nur eingeschränkt auf Ermessensfehler überprüft werden darf (so BGH, FamRZ 2007, 893; ständige Rechtsprechung des Senats, vgl. nur NJOZ 2016, 1026; OLG Schleswig, FamRZ 2014, 963; OLG Hamm, FamRZ 2012, 1829;… Keidel/ Zimmermann, FamFG, 19. Aufl., § 81, Rn. 81a;… Prütting/Helms/Feskorn, FamFG, 3. Aufl., § 81, Rn. 36) oder ob dem Beschwerdegericht als zweiter Tatsacheninstanz eine eigene Ermessensausübung obliegt (so jetzt BGH, NJW-RR 2016, 1478;… FamRZ 2013, 1876, Rn. 23;… NJW 2011, 3654, Rn. 26 ff.), kann hier dahinstehen.

References: § 17
 § 17
 § 15
 § 17
 § 81
 § 81
 § 81