Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_19860219_OGH0002_0010OB00510_8600000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-11-22 05:57:24+00:00

Document:
RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 1Ob510/86 - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 1Ob67/74 7Ob547/76 6Ob5...
RS0043137
1Ob67/74; 7Ob547/76; 6Ob565/76; 3Ob611/76; 1Ob687/76; 7Ob505/79; 7Ob561/80; 3Ob544/80; 3Ob623/80; 5Ob784/80; 3Ob585/81; 1Ob523/82; 3Ob505/82; 3Ob603/84; 2Ob514/84; 3Ob540/85; 2Ob589/85; 7Ob615/85; 2Ob57/85; 1Ob510/86; 8Ob645/88; 7Ob631/89; 8Ob649/89; 8Ob669/89; 8Ob528/90; 1Ob643/90; 5Ob60/00k; 1Ob297/01k; 9Ob39/05h
08.05.1974
UeKindG ArtV Z5
ZPO §503 Z2 C1b
Die neuerliche Geltendmachung des schon vom Berufungsgericht für nicht zutreffend erkannten Verfahrensmangels im Revisionsverfahren ist bei Streitigkeiten über die Vaterschaft zu einem unehelichen Kind im Hinblick auf den dieses Verfahren beherrschenden Untersuchungsgrundsatz zulässig.
1 Ob 67/74
Entscheidungstext OGH 08.05.1974 1 Ob 67/74
7 Ob 547/76
Entscheidungstext OGH 04.03.1976 7 Ob 547/76
6 Ob 565/76
Entscheidungstext OGH 24.06.1976 6 Ob 565/76
3 Ob 611/76
Entscheidungstext OGH 24.09.1976 3 Ob 611/76
1 Ob 687/76
Entscheidungstext OGH 06.10.1976 1 Ob 687/76
7 Ob 505/79
Entscheidungstext OGH 15.03.1979 7 Ob 505/79
Veröff: ÖA 1981,82
7 Ob 561/80
Entscheidungstext OGH 10.04.1980 7 Ob 561/80
Beisatz: Offenbarer Verstoß des Erstgerichtes gegen Verfahrensvorschriften. (T1)
3 Ob 544/80
Entscheidungstext OGH 04.06.1980 3 Ob 544/80
5 Ob 784/80
Entscheidungstext OGH 11.03.1981 5 Ob 784/80
3 Ob 623/80
Entscheidungstext OGH 25.03.1981 3 Ob 623/80
3 Ob 585/81
Entscheidungstext OGH 04.11.1981 3 Ob 585/81
Beisatz: Bestreitung der ehelichen Geburt. (T2)
1 Ob 523/82
Entscheidungstext OGH 17.02.1982 1 Ob 523/82
3 Ob 505/82
Entscheidungstext OGH 24.02.1982 3 Ob 505/82
3 Ob 603/84
Entscheidungstext OGH 16.01.1985 3 Ob 603/84
2 Ob 514/84
Entscheidungstext OGH 29.01.1985 2 Ob 514/84
3 Ob 540/85
Entscheidungstext OGH 24.04.1985 3 Ob 540/85
Beisatz: Dies kommt auch im Aufhebungsverfahren wegen Wiederaufnahme einer Streitigkeit über die Vaterschaft zu einem unehelichen Kind zum Tragen und Stellungnahme zu Fasching LB RdZ 2041 und Kommentar IV 481. (T3) Veröff: ÖA 1987,113
2 Ob 589/85
Entscheidungstext OGH 18.06.1985 2 Ob 589/85
7 Ob 615/85
Entscheidungstext OGH 12.09.1985 7 Ob 615/85
2 Ob 57/85
Entscheidungstext OGH 10.12.1985 2 Ob 57/85
1 Ob 510/86
Entscheidungstext OGH 19.02.1986 1 Ob 510/86
8 Ob 645/88
Entscheidungstext OGH 06.10.1988 8 Ob 645/88
7 Ob 631/89
Entscheidungstext OGH 20.07.1989 7 Ob 631/89
8 Ob 649/89
Entscheidungstext OGH 19.10.1989 8 Ob 649/89
8 Ob 669/89
Entscheidungstext OGH 27.10.1989 8 Ob 669/89
8 Ob 528/90
Entscheidungstext OGH 15.02.1990 8 Ob 528/90
Veröff: RZ 1993/46 S 126
1 Ob 643/90
Entscheidungstext OGH 03.10.1990 1 Ob 643/90
Veröff: RZ 1991/11 S 72
5 Ob 60/00k
Entscheidungstext OGH 28.03.2000 5 Ob 60/00k
Auch; Beisatz: Dies ändert jedoch nichts am Rechtsmittelausschluss durch § 502 Abs 1 ZPO, wenn keine gravierende Verletzung verfahrensrechtlicher Grundsätze geltend gemacht wird. (T4)
1 Ob 297/01k
Entscheidungstext OGH 17.12.2001 1 Ob 297/01k
9 Ob 39/05h
Entscheidungstext OGH 30.09.2005 9 Ob 39/05h
Auch; Beis wie T4; Beisatz: Auch in vom Untersuchungsgrundsatz beherrschten Verfahren ist nicht jedem Beweisantrag stattzugeben. (T5)
ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0043137
JJR_19740508_OGH0002_0010OB00067_7400000_001
Rechtssatz für 6Ob565/76 1Ob687/76 8Ob...
RS0043368
6Ob565/76; 1Ob687/76; 8Ob572/76; 3Ob596/78; 6Ob667/78; 7Ob617/79; 1Ob520/81; 3Ob623/80; 5Ob508/82; 6Ob563/82; 5Ob576/82; 6Ob690/82; 6Ob718/83; 5Ob506/84; 4Ob515/84; 2Ob514/84; 3Ob540/85; 3Ob535/85; 7Ob615/85; 3Ob580/85; 1Ob510/86; 7Ob624/86; 2Ob681/87; 5Ob539/88; 7Ob591/88; 8Ob645/88; 7Ob634/89; 8Ob649/89; 8Ob670/89; 1Ob643/90; 8Ob1636/92; 1Ob589/93; 4Ob540/95; 1Ob2114/96f; 8Ob344/97i; 4Ob19/99v; 8Ob208/99t; 9Ob316/99g; 1Ob297/01k; 9Ob49/03a; 8Ob90/05a; 7Ob74/06t; 6Ob129/11f; 6Ob159/11t; 6Ob135/11p; 6Ob239/11g; 6Ob235/11v; 6Ob234/11x
24.06.1976
FamRAnglV §6 Abs1
ZPO §503 Z2 C3b
Auch bei Anlegung des gebotenen strengen Maßstabes (arg ".... vollständig aufgeklärt werden") geht der Untersuchungsgrundsatz nicht soweit, dass sämtliche erdenkliche Beweise aufgenommen werden müssten; die Anwendung des Untersuchungsgrundsatzes liegt vielmehr im pflichtgemäßen richterlichen Ermessen.
Die Durchführung von Beweiserhebungen, denen der Charakter eines Erkundungsbeweises zukommt, ist im Hinblick auf den Untersuchungsgrundsatz nicht schlechthin ausgeschlossen.
Veröff: EFSlg 26736
nur: Auch bei Anlegung des gebotenen strengen Maßstabes (arg ".... vollständig aufgeklärt werden") geht der Untersuchungsgrundsatz nicht soweit, dass sämtliche erdenkliche Beweise aufgenommen werden müssten; die Anwendung des Untersuchungsgrundsatzes liegt vielmehr im pflichtgemäßen richterlichen Ermessen. (T1)
8 Ob 572/76
Entscheidungstext OGH 22.12.1976 8 Ob 572/76
nur T1
3 Ob 596/78
Entscheidungstext OGH 07.06.1978 3 Ob 596/78
Vgl; Veröff: EvBl 1978/166 S 523
6 Ob 667/78
Entscheidungstext OGH 20.07.1978 6 Ob 667/78
nur: Auch bei Anlegung des gebotenen strengen Maßstabes (arg ".... vollständig aufgeklärt werden") geht der Untersuchungsgrundsatz nicht soweit, dass sämtliche erdenkliche Beweise aufgenommen werden müssten. (T2)
7 Ob 617/79
Entscheidungstext OGH 21.06.1979 7 Ob 617/79
nur T1; Veröff: EFSlg 34524
1 Ob 520/81
Entscheidungstext OGH 04.03.1981 1 Ob 520/81
Vgl auch; nur T2; Beisatz: Es ist Sache der freien Beweiswürdigung der Vorinstanzen, ob die Aussage der Mutter glaubwürdig ist oder ob Kontrollbeweise erforderlich sind. (T3)
Ähnlich; nur T2
5 Ob 508/82
Entscheidungstext OGH 23.02.1982 5 Ob 508/82
nur T2
6 Ob 563/82
Entscheidungstext OGH 10.03.1982 6 Ob 563/82
5 Ob 576/82
Entscheidungstext OGH 18.05.1982 5 Ob 576/82
6 Ob 690/82
Entscheidungstext OGH 07.07.1982 6 Ob 690/82
Auch; nur T2
6 Ob 718/83
Entscheidungstext OGH 08.09.1983 6 Ob 718/83
5 Ob 506/84
Entscheidungstext OGH 10.04.1984 5 Ob 506/84
nur T1; Beisatz: Werden die Grenzen pflichtgemäßen Ermessens verkannt, stellt die Unterlassung der Aufnahme weiterer Beweise einen - im Abstammungsverfahren auch vom Revisionsgericht zu beachtenden - Verfahrensmangel dar. (T4)
4 Ob 515/84
Entscheidungstext OGH 13.11.1984 4 Ob 515/84
nur T2; Beisatz: Die Nichtaufnahme weiterer Beweise ist nur dann ein Verfahrensmangel, wenn die Grenzen des pflichtgemäßen Ermessens verkannt werden. (T5)
nur: die Anwendung des Untersuchungsgrundsatzes liegt vielmehr im pflichtgemäßen richterlichen Ermessen. (T6); Beis wie T5
nur T1; Beisatz: Wenn die Ergänzung der serologischen Untersuchung ergeben hat, dass von einem Ausschluss der Vaterschaft zum Kind keine Rede ist, sondern sich statistisch gesehen sogar ein sehr hoher Wahrscheinlichkeitsgrad für die Vaterschaft ergibt, der mit einem Wert von 99,75 Prozent auszudrücken ist, muss die Beurteilung, ob auch noch die anthropologisch - erbbiologische Ähnlichkeitsuntersuchung angeordnet wird, dem Bereich der Beweiswürdigung zugeordnet werden, ohne dass in der Antwort ein Verfahrensverstoß liegen kann. (T6a); Bem: Änderung der versehentlich ein zweites Mal vergebenen T-Nummer "T6" auf (T6a) - Mai 2013 (T6b)
Veröff: ÖA 1987,113
3 Ob 535/85
Entscheidungstext OGH 12.06.1985 3 Ob 535/85
nur T1; Beis wie T5; Beisatz: Auch bei der Entscheidung, ob eine Zwangsmaßnahme, insbesondere eine zwangsweise Vorführung nach § 7 FamRAnglV angewendet werden soll, hat sich das Gericht von seinem pflichtgemäßen Ermessen leiten zu lassen. (T7)
3 Ob 580/85
Entscheidungstext OGH 13.11.1985 3 Ob 580/85
nur T2; Beis wie T5
7 Ob 624/86
Entscheidungstext OGH 30.07.1986 7 Ob 624/86
Beis wie T4; Beisatz: Indirekte Genotypenbestimmung mittels Familienuntersuchung. (T8)
2 Ob 681/87
Entscheidungstext OGH 26.01.1988 2 Ob 681/87
5 Ob 539/88
Entscheidungstext OGH 10.05.1988 5 Ob 539/88
7 Ob 591/88
Entscheidungstext OGH 14.07.1988 7 Ob 591/88
nur T1; Beis wie T5
7 Ob 634/89
Entscheidungstext OGH 20.07.1989 7 Ob 634/89
8 Ob 670/89
Entscheidungstext OGH 27.10.1989 8 Ob 670/89
nur T2; Veröff: RZ 1991/11 S 72
8 Ob 1636/92
Entscheidungstext OGH 08.10.1992 8 Ob 1636/92
1 Ob 589/93
Entscheidungstext OGH 21.12.1993 1 Ob 589/93
nur T6; nur T2; Beis wie T4; Beisatz: Die Ermessensübung des Gerichtes ist vor allem dann einer besonders strengen Prüfung zu unterziehen, wenn der mit der in § 163 Abs 1 ABGB verankerten Vaterschaftsvermutung belastete Beklagte weitere Beweise zu deren Entkräftung beantragt, weil das serologische Gutachten seinen Ausschluss von der Vaterschaft nicht erbrachte. (T9)
Veröff: EvBl 1994/85 S 424
4 Ob 540/95
Entscheidungstext OGH 27.06.1995 4 Ob 540/95
Vgl; Beisatz: Die Verpflichtung, alle für die Entscheidung wichtigen Tatumstände aufzuklären, ist regelmäßig nicht erfüllt, solange die durch die Wissenschaft gebotenen Möglichkeiten der Aufklärung der Abstammung nicht genützt sind. Erst dann sind alle Tatumstände geklärt; zu den für die Entscheidung wesentlichen Tatumständen gehört nämlich auch der Umstand, ob derjenige, der die Vaterschaft anerkannt hat, aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen als Vater ausgeschlossen oder nicht ausgeschlossen ist. (T10)
1 Ob 2114/96f
Entscheidungstext OGH 22.08.1996 1 Ob 2114/96f
Auch; nur T1; Beis wie T4; Beisatz: Die Gerichte sind aber durch den Untersuchungsgrundsatz weder in ihrer freien Beweiswürdigung beschränkt noch verpflichtet, unnötige Beweise aufzunehmen. (T11)
8 Ob 344/97i
Entscheidungstext OGH 13.11.1997 8 Ob 344/97i
nur T1; Beis wie T3; Beis wie T5
4 Ob 19/99v
Entscheidungstext OGH 04.02.1999 4 Ob 19/99v
Vgl; Beis wie T11
8 Ob 208/99t
Entscheidungstext OGH 27.01.2000 8 Ob 208/99t
Vgl auch; nur T1; Beis wie T11
9 Ob 316/99g
Entscheidungstext OGH 16.02.2000 9 Ob 316/99g
Auch; nur T1; Beis wie T9; Beis wie T10 nur: Die Verpflichtung, alle für die Entscheidung wichtigen Tatumstände aufzuklären, ist regelmäßig nicht erfüllt, solange die durch die Wissenschaft gebotenen Möglichkeiten der Aufklärung der Abstammung nicht genützt sind. (T12)
Beisatz: Die Forderung nach einem Maximum und Optimum richterlicher Ermittlungstätigkeit wird im Regelfall nicht erfüllt, wenn sich das Verfahren auf die Vernehmung von Zeugen und Parteien beschränkt. Für die Feststellung der Vaterschaft stehen naturwissenschaftliche Methoden zur Verfügung deren Ergebnis schon seiner Objektivität wegen nicht durch Aussagen ersetzt werden kann. (T13)
Beisatz: Die Abwägung der für und gegen ein serologisches Gutachten (und allenfalls auch weitere naturwissenschaftliche Untersuchungen) sprechenden Interessen, muss in Anbetracht des Prozesszieles, den wirklichen biologischen Vater zu ermitteln, zugunsten des klagenden Kindes ausschlagen. Ein Verzicht auf ein Abstammungsgutachten berührt die legitimen Interessen des klagenden Kindes wesentlich empfindlicher als jene des Beklagten im Falle der Einholung des genannten Gutachtens. (T14)
Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T11; Beis wie T12
9 Ob 49/03a
Entscheidungstext OGH 27.08.2003 9 Ob 49/03a
Auch; nur T1; Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T11 nur: Die Gerichte sind aber durch den Untersuchungsgrundsatz weder in ihrer freien Beweiswürdigung beschränkt. (T15)
8 Ob 90/05a
Entscheidungstext OGH 08.09.2005 8 Ob 90/05a
Vgl auch; nur T1; Beis wie T4; Beis wie T11
7 Ob 74/06t
Entscheidungstext OGH 26.04.2006 7 Ob 74/06t
Auch; nur T1
6 Ob 129/11f
Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 129/11f
Vgl auch; Veröff: SZ 2011/94
6 Ob 159/11t
Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 159/11t
6 Ob 135/11p
Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 135/11p
6 Ob 239/11g
Entscheidungstext OGH 24.11.2011 6 Ob 239/11g
6 Ob 235/11v
Entscheidungstext OGH 21.12.2011 6 Ob 235/11v
6 Ob 234/11x
Entscheidungstext OGH 21.12.2011 6 Ob 234/11x
ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0043368
JJR_19760624_OGH0002_0060OB00565_7600000_002
Rechtssatz für 1Ob583/78 7Ob505/79 7Ob...
RS0048742
1Ob583/78; 7Ob505/79; 7Ob617/79; 2Ob586/79; 3Ob585/81; 5Ob508/82; 6Ob535/83; 6Ob718/83; 5Ob506/84; 4Ob515/84; 3Ob540/85; 3Ob535/85; 1Ob510/86; 2Ob595/86; 7Ob631/89; 8Ob649/89; 8Ob528/90
26.04.1978
ABGB §163 H5
Die Einholung eines erbbiologisch - anthropologischen Gutachtens kann nicht allein deswegen abgelehnt werden, weil schon ein vorliegendes Blutgutachten eine hohe positive Vaterschaftswahrscheinlichkeit ergeben hat. Ein erbbiologisches Gutachten, welches vom Blutgutachten abweicht, kann nämlich Anlaß zu dessen Überprüfung geben und damit eine Fehlbegutachtung aufdecken.
1 Ob 583/78
Entscheidungstext OGH 26.04.1978 1 Ob 583/78
Auch; Veröff: ÖA 1981,82
Vgl aber; Beisatz: Keine erbbiologisch - anthropologische Untersuchung, wenn serologisch ein Vaterschafts - Wahrscheinlichkeitswert von über 99,50 Prozent besteht. (T1) Veröff: EFSlg 34525
2 Ob 586/79
Entscheidungstext OGH 06.11.1979 2 Ob 586/79
Veröff: EFSlg 33577
Vgl aber; Beis wie T1
Auch; Beis wie T1
6 Ob 535/83
Entscheidungstext OGH 03.02.1983 6 Ob 535/83
Vgl aber; Beisatz: Hier: Vaterschaftswahrscheinlichkeit von 99,7 Prozent. (T2)
Vgl aber; Beisatz: Hier: Keine erbbioligisch - anthropologische Untersuchung, wenn serologisch ein Vaterschaftsausschlußsicherheitswert von über 99,73 Prozent besteht. (T3)
Vgl; Beisatz: Wenn die Ergänzung der serologischen Untersuchung ergeben hat, daß von einem Ausschluß der Vaterschaft zum Kind keine Rede ist, sondern sich statistisch gesehen sogar ein sehr hoher Wahrscheinlichkeitsgrad für die Vaterschaft ergibt, der mit einem Wert von 99,75 Prozent auszudrücken ist, muß die Beurteilung, ob auch noch die anthropologisch - erbbiologische Ähnlichkeitsuntersuchung angeordnet wird, dem Bereich der Beweiswürdigung zugeordnet werden, ohne daß in der Antwort ein Verfahrensverstoß liegen kann. (T4) Veröff: ÖA 1987,113
Vgl; Beis wie T1
2 Ob 595/86
Entscheidungstext OGH 10.03.1987 2 Ob 595/86
Vgl aber; Beis wie T1; Beis wie T4
Vgl; Beis wie T1; Veröff: RZ 1993/46 S 126
ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0048742
JJR_19780426_OGH0002_0010OB00583_7800000_001
Rechtssatz für 6Ob730/82 2Ob589/85 1Ob...
RS0048419
6Ob730/82; 2Ob589/85; 1Ob510/86; 5Ob529/88
ABGB §163 K
ZPO §503 Z4 E1
Auch im Verfahren über die Vaterschaft zu einem unehelichen Kind kann die Beweiswürdigung mit Revision nicht angefochten werden. Die Ansicht, die Beiwohnung sei nicht erwiesen, ist mit den Gesetzen der Logik und der Erfahrung vereinbar, auch wenn die Vaterschaft nach den Sachverständigengutachten sehr wahrscheinlich ist.
6 Ob 730/82
Entscheidungstext OGH 01.09.1982 6 Ob 730/82
nur: Auch im Verfahren über die Vaterschaft zu einem unehelichen Kind kann die Beweiswürdigung mit Revision nicht angefochten werden. (T1)
5 Ob 529/88
Entscheidungstext OGH 13.09.1988 5 Ob 529/88
ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0048419
JJR_19820901_OGH0002_0060OB00730_8200000_001
Rechtssatz für 6Ob718/83 5Ob506/84 3Ob...
RS0048428
6Ob718/83; 5Ob506/84; 3Ob540/85; 1Ob645/85; 1Ob510/86; 2Ob595/86; 8Ob605/89; 8Ob649/89; 8Ob528/90; 1Ob643/90
08.09.1983
ABGB §163 E
ABGB §163 H4a
Mit einer Vaterschaftswahrscheinlichkeit von 99,7 Prozent nach dem serologischen Gutachten ist die Vaterschaft praktisch erwiesen, sodaß die Ablehnung weiterer Beweisanbote trotz des das Verfahren beherrschenden Untersuchungsgrundsatzes zu billigen ist.
Auch; Beisatz: Hier: Serologischer Vaterschaftsausschlußsicherheitswert von über 99,73 Prozent im Abstammungsverfahren. (T1)
Auch; Veröff: ÖA 1987,113
1 Ob 645/85
Entscheidungstext OGH 16.09.1985 1 Ob 645/85
8 Ob 605/89
Entscheidungstext OGH 29.06.1989 8 Ob 605/89
Auch; Beisatz: Im Verfahren über die Feststellung der Vaterschaft bedarf es keiner weiteren anthropologisch - erbbiologischen Begutachtung mehr, wenn ein serologisches Gutachten schlüssig eine Vaterschaftswahrscheinlichkeit von mehr als 99,99 Prozent ergibt. (T2)
Vgl aber; Beisatz: Oberstes Ziel des Vaterschaftsprozesses ist die Ermittlung und Feststellung des wirklichen biologischen Vaters; dies rechtfertigt die Ausdehnung der serologischen Untersuchung auf das HLA - System, selbst wenn die bisherigen serologischen Untersuchungen eine biostatische Vaterschaftswahrscheinlichkeit von 99,89 Prozent ergeben haben. (T3) Veröff: RZ 1991/11 S 72
ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0048428
JJR_19830908_OGH0002_0060OB00718_8300000_001
Entscheidungstext 1Ob510/86
1Ob510/86
19.02.1986
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Schragel als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Schubert, Dr. Gamerith, Dr. Hofmann und Dr. Schlosser als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei mj. Johann F***, geb. am 19. April 1982 in Wels, 4076 St. Marienkirchen Nr. 186, vertreten durch die Bezirkshauptmannschaft Eferding, Jugendamt, diese vertreten durch Dr. Josef Broinger, Rechtsanwalt in Eferding, wider die beklagte Partei Johann P***, geb. am 4. März 1947 in St. Marienkirchen, Gastwirt, 4076 St. Marienkirchen Nr. 6, vertreten durch Dr. Hans-Peter Just, Rechtsanwalt in Eferding, wegen Feststellung der außerehelichen Vaterschaft und Leistung des Unterhaltes infolge Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Kreisgerichtes Wels als Berufungsgerichtes vom 10. Juni 1985, GZ. R 691/83-57, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Bezirksgerichtes Eferding vom 18. Mai 1983, GZ. C 1010/82-27, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:
Der Revision wird nicht Folge gegeben.
Der Beklagte ist schuldig, dem Kläger die mit S 2.719,20 bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens (davon S 247,20 Umsatzsteuer) binnen 14 Tagen bei Exekution zu bezahlen.
Das Erstgericht stellte den Beklagten als Vater des am 19. April 1982 von Ernestine F*** unehelich geborenen Klägers fest und verpflichtete den Beklagten zu monatlichen Unterhaltsleistungen von S 1.300,--.
Das Erstgericht nahm als erwiesen an, daß der Beklagte mit der Mutter innerhalb der Vermutungsfrist des § 163 Abs. 1 ABGB (21. Juni bis 21. Oktober 1981) in der zweiten Julihälfte 1981 dreimal geschlechtlich verkehrt habe. Daß die Mutter in der gesetzlichen Vermutungsfrist auch mit anderen Männern geschlechtlich verkehrt habe, könne nicht festgestellt werden. Auf Grund der vererbbaren Blutmerkmale sei der Beklagte von der Vaterschaft zum Kläger nicht auszuschließen. Vielmehr betrage die Vaterschaftswahrscheinlichkeit (bei einer Ausschlußchance von 99,999 %) 99,996 %, so daß die Vaterschaft (nach der Formel Essen-Möller) "praktisch erwiesen" sei. Der Beklagte habe damit den Ausschlußbeweis des § 163 ABGB nicht erbringen können.
Das Berufungsgericht ergänzte das Beweisverfahren zum neuen Vorbringen des Beklagten, daß er zeugungsunfähig sei, und bestätigte das Ersturteil. Es gelangte auf Grund eines gerichtsmedizinischen und eines urologischen Gutachtens zum Ergebnis, daß eine Zeugungsunfähigkeit des Beklagten für die Zeit der gesetzlichen Vermutungsfrist nicht feststellbar sei.
Die zweite Instanz war der Ansicht, daß die festgestellte Vaterschaftswahrscheinlichkeit von 99,996 % eine eindeutige und sichere Entscheidung über die Abstammung des Kindes gewährleiste; es sei daher nicht erforderlich, das vom Beklagten beantragte erbbiologisch-anthropologische Gutachten einzuholen. Solche Gutachten lieferten Hinweise auf die Vaterschaft und nicht einen Nachweis der Nichtvaterschaft und seien daher, insbesondere bei einer Vaterschaftswahrscheinlichkeit von über 99,9 %, nicht geeignet, blutgruppenserologische Gutachten zu widerlegen. Es bilde auch keinen Verfahrensmangel, daß der vom Vater als weiterer Konkubent bezeichnete August H*** nicht in das serologische Gutachten einbezogen worden sei, da ein Geschlechtsverkehr dieses Mannes mit der Mutter nicht festgestellt werden konnte. Die gegen das Urteil des Berufungsgerichtes wegen Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens und unrichtiger rechtlicher Beurteilung erhobene Revision des Beklagten ist nicht berechtigt.
Die Wiederholung der vom Beklagten schon in zweiter Instanz erhobenen Mängelrüge, die er auf die Unterlassung der Einholung eines erbbiologisch-anthropologischen Gutachtens und auf die Nichteinbeziehung des August H*** in die serologische Begutachtung stützte, ist zwar in der vorliegenden Vaterschaftsstreitigkeit, die gemäß Art. V Z 5 UeKindG der Offizialmaxime unterliegt, zulässig; der Untersuchungsgrundsatz geht aber nicht so weit, daß sämtliche erdenklichen Beweise aufgenommen werden müßten (EFSlg. 43.308, 41.779, 34.524; 3 Ob540/85; 4 Ob 515/84 ua.). Die Nichtaufnahme weiterer Beweise ist nur dann ein Verfahrensmangel, wenn die Grenzen des pflichtgemäßen richterlichen Ermessens verkannt wurden (EFSlg. 43.308, 41.777, 36.779, 34.525 ua; Fasching IV 311). Gewiß kann auch mit Hilfe der erbbiologischen Begutachtung der Beweis erbracht werden, daß der Beklagte nicht Vater des klagenden Kindes ist (EFSlg. 43.306, 34.525; 4 Ob 515/84), doch kommt diesem Beweismittel erfahrungsgemäß nicht der gleiche Beweiswert wie dem serologischen Ausschluß zu (EFSlg. 43.307, 34.525 ua.; 6 Ob 535/83; 6 Ob 718/83; 4 Ob 515/84; Herbich, Der Vaterschaftsprozeß, RZ 1975, 131; derselbe, Aus der Praxis der Vaterschaftsbegutachtung, RZ 1978, 124). Erreicht ein Mann bei einer speziellen Ausschlußchance von mehr als 95 % einen Wahrscheinlichkeitswert für die Vaterschaft von über 99,5 %, so ist eine sichere Unterscheidung zwischen Vater und Nichtvätern gegeben (EFSlg. 43.307, 41.779 mwN, EFSlg. 34.525; 1 Ob 645/85).
Die Ausschlußchance des Beklagten beträgt bei der vorliegenden Konstellation der Bluteigenschaften von Mutter und Kind 99,999 %, seine Vaterschaft ist mit 99,996 bis 99,9965 % "praktisch erwiesen", so daß die Ablehnung der Durchführung weiterer Beweise durch das Berufungsgericht trotz des Untersuchungsgrundsatzes zu billigen ist (1 Ob 645/85; 3 Ob 540/85; 5 Ob 506/84; EFSlg. 43.307, 41.779, 34.525), auch wenn gewisse, aber trotz Einholung von zwei einschlägigen fachärztlichen Gutachten durch die zweite Instanz nicht verifizierbare Indizien für eine Zeugungsunfähigkeit des Beklagten vorlagen. Eine Bekämpfung der Beweiswürdigung durch die Vorinstanzen ist auch im Vaterschaftsprozeß unzulässig. Der Revision ist daher ein Erfolg zu versagen.
Die Kostenentscheidung stützt sich auf die §§ 41, 50 ZPO.
E07605
ECLI:AT:OGH0002:1986:0010OB00510.86.0219.000
JJT_19860219_OGH0002_0010OB00510_8600000_000

References: §503
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