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Timestamp: 2019-02-21 16:31:47+00:00

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Bourquins Grammatik: Syntax
Zusammensetzung und Affixa
Theodor Bourquin.
III. Syntax oder Satzlehre § 511-578
1. Verhältnisse der Wörter im Satze § 511-570
Zum Nennwort § 511-543
Von den Kasus und tut § 511-548
Die reflexiv-Formen des Nennwortes mit Suffix § 529-539
Nennwörter mit Verbalbegriff § 540-543
Zum Zeitwort § 544-567
Beiordnung § 568-570
2. Zusammenhang des Satzes § 571-578
Wortstellung § 571-575
Verbindung gleichgestellter Satzteile § 576-578
Verzeichnis der Wörter § 579
§ 511-578.
Es sollen im folgenden nur kurze Bemerkungen zu verschiedenen Punkten gegeben werden. Für ein tieferes Studium der Syntax bietet Kleinschmidts Gram. von § 68 an eine weitere Fundgrube, aus der auch das Folgende zum grossen Teil, oft wörtlich, entnommen ist (wobei etwaige Beisp. in den Labr. Dialekt umgesetzt, auch die in unsrer Gram. üblichen Bezeichnungen gewählt sind).
Verhältnisse der Wörter im Satze.
§ 511-570.
A. Zum Nennwort.
§ 511-543.
I. Von den Kasus und tut.
§ 511-528.
Erstens: Vom esk. Transitiv und unserm deutschen Genitiv. (Klschm. § 72.)
§ 511-512.
§ 511.
Das Nötigste über den Trans. und Intransitiv ist § 36-39 gesagt. Der Trans. mit einem c. s. Nennwort drückt nach § 37 den Besitz und so unsern Genitiv aus. „Als Besitz eines Gegenstandes gelten im Esk. aber nicht nur solche Dinge, die auch bei uns durch mein, dein, sein, als Besitz bezeichnet werden (z. B. wirkliches Eigentum, Bestandteile, Eigenschaften, Blutsverwandte u. dgl.), sondern auch
„a) das Thatziel bei pass. Partizipien (sein Gesehenes &c. = was er gesehen hat).
„b) die Umgebungen, als zugehörige Räume betrachtet (sein Unteres u. dgl. Ortswörter § 113).
„c) verglichene Gegenstände (sein Grösseres = was grösser ist als er) u. dgl. mehr.
„Und so wie es viele Verba gibt, die immer ein Suffix haben (c. s.), so gibt’s auch viele Nennwörter, die selten oder nie ohne Suffix vorkommen. Dahin gehören ausser den Ortswörter § 113 namentlich noch die Benennungen der Teile eines Ganzen — (wo wir sagen: der Kopf, die Augen, die Rinde, der Mast, die Mitte u. dgl., da sagt man im Esk. durchgängig sein, dein &c. Kopf, seine Rinde &c.). — ferner die aktiven Partizipien (z. B. mein Retter, der mich rettet § 283), die Verwandtschaftsnamen (z. B. sein älterer Bruder) und einige Anhangswörter.“
Der Esk. liebt diese Ausdrucksart mit dem Suffix ungemein. Er sagt z. B. neben annore mehr fast noch annoringa sein (des Landes &c.) Wind, wir nur: der Wind; er sagt bei einem Geschwisterpaar: anninga ihr Bruder oder angutinga anginersauvoĸ ihr (des Mädchens) Mann ist grosser; wir: der Junge ist grösser. Beim Einkaufen sagt der Esk. (eben so oft wie: „für meine Frau“ auch) anânanganut für seine (nämlich des Kindes) Mutter, auch wenn er das Kind vorher gar nicht genannt.
Abschnittszahl fehlt
§ 512.
Nicht aber entspricht umgekehrt immer jedem deutschen Genitiv die obige Ausdrucksweise mit dem Transitiv und nachfolgendem c. s. Nennwort (vgl. Klschm. § 72 und Anh. S. 176. 177). „Nur wo der Gen. den Besitzer oder Besitz, den Thäter oder das Thatziel bezeichnet (§ 511), da entspricht ihm der Esk. Transitiv mit folgendem Suffix. Es sind solche Fälle, wo nach gemeiner Sprechweise auch bei uns Pronomina (sein, ihr &c.) gebraucht werden. Z. B.: Der Garten meines Vaters = meinem Vater sein Garten; die Spiele der Kinder (Kinderspiele) = der Kinder ihre Spiele; der Verfasser dieses Liedes = diesem Lied sein Verfasser.
„Alle andern Genitive müssen dagegen im Esk. auf andre Weise wieder­gegeben werden, immer entsprechend dem, was sie eigentlich ausdrücken (und das wird oft viel zu wenig beachtet). Im Deutschen nämlich brauchen wir unsern Gen. nicht nur zur Bezeichnung des Angehörigkeitsverhältnisses, sondern auch für anderes. So sagen wir z. B. Zeit der Not für: Zeit, in welcher Not herrscht; Gedanken des Friedens für: Gedanken, die auf Frieden gehn; Worte des Zorns für: aus Zorn entsprungene oder Zorn kundgebende Worte; Todesfurcht = Furcht vor dem Tod, ebenso Vaterlandsliebe, Menschenhass &c.; Reiche der Welt = Reiche in der Welt; Schiffszeichen = Zeichen für die Schiffe u. s. w.
Da das Gesagte überaus wichtig, so mögen mehr Beispiele folgen, weil in unserm Gebrauch und unsern Schriften sehr viel dagegen gefehlt wird. In der neuen Auflage des N. T. 1876/78 ist gesucht, auch nach dieser Richtung hin Verbesserung eintreten zu lassen. Ob genügend, ist freilich die Frage. Übrigens lassen sich grade da unendlich Beisp. finden. Z. B.
Kinder des Reichs nâlegauvingme ĸittorngaujut Mt. 8, 12; 13, 38. Kinder der Verheissung anersimaníkut ĸittorngaujut Röm. 9, 8.* Richthaus iglo kiglisiniarvik Mt. 27, 27. Busspredigt oĸâlaneĸ ĸaĸĸialerĸojijoĸ. Taufe zur Busse ähnlich: Mk. 1, 4. Ap. 19, 4. Wort des Lebens oĸauseĸ inôgutaujoĸ od. inôgutilik Joh. 6, 68. 1 Joh. 1, 1. Weg des Lebens apĸosineĸ inôgumut Ap. 2, 28 (nicht Ps. 16, 11). Auf den Tag meines Begräbnisses uvlormut illuvertauniksamnut Joh. 12, 7. Reichtum seiner Güte = sein Reichtum an Güte akluíninga pitsianiermik Röm. 2, 4. Eph. 1, 7. Fußstapfen des Glaubens Abrahams oĸperninga tupjarlugo Röm. 4, 12. Göttliche Traurigkeit, Tr. der Welt kiksarneĸ Gûdemit pijoĸ, kiksarneĸ sillaĸsûb illusingatut 2 Kor. 7, 10. Frucht des Geistes anernerub perorterningit oder perortitangit Gal. 5, 22. Ephes. 5, 9. Früchte des Glaubens okpernerub perorterningit od. perortitangit. Geist der Weisheit und Offenbarung anerneĸ illisimanartoĸ nellojungnaertitsijorlo Eph. 1, 17. Tag der Erlösung uvloĸ piulijauviksaĸ Eph. 4, 30. Friede Gottes Gûdemit pijoĸ Phil. 4, 7.
Ebenso noch: Gesetz der Freiheit perĸojat kivgaujungnaertitsijut Jak. 1, 25. Geruch des Lebens 2 Kor. 2, 16. Hoffnung eures Berufs Eph. 4, 4. Mass der Gabe 4, 7. Gemeinschaft des Geistes, Trost der Liebe Phil. 2, 1. Gott des Friedens 4, 9 (Ebr. 7, 2). Wort des Eides, Bekenntnis der Hoffnung, Mittler des N. T. Ebr. 7, 28. 10, 23. 12, 24. Und dann die ganze Stelle Eph. 6, 13-17 von der geistlichen Waffenrüstung: Krebs der Gerechtigkeit &c., wo freilich V. 11 „Harnisch Gottes“ wohl noch eine bessere Übersetzung finden kann; vgl. die Fussnote.
Ferner: Mt. 26, 17. 27, 8. Joh. 5, 29. Ap. 7, 8. Röm. 1, 5. 2 Kor. 2, 14. 3, 3. 6, 2. 7. 10, 3. Eph. 1, 17. 18. Phil. 2, 16. 17. 4, 3. Kol. 1, 9. 23. 2, 2. 2 Tim. 1, 7. 2, 19. Ebr. 3, 8. 4, 11. 16. 5, 13. 6, 17. 10, 29. 11, 26. Jak. 5, 15. 2 Petri 2, 2. 21. 1 Joh. 4, 6. Jud. 23 (?) Offb. 11, 6. 13, 1. 14, 8. 10. (?) 19. 19, 15. (?) 20, 15. 22, 1. 7. 9. und viele andre Stellen.
* Es wird aber grade bei diesem Ausdruck (Kind des —) so wie ähnlichen, die ein Bild enthalten, besonders solchen, die eine spezifisch biblische Anschauungs- und Ausdrucksweite in sich schliessen, gewiss auch an manchen Orten am Platz sein, den Trans. mit folgendem Suffix zu wählen, um eben jenen bildlichen Ausdruck des Originals wieder­zugeben. So Kinder des Lichts, der Finsternis, des Unglaubens ĸaumajub, târtub, okpinginerub ĸittorngangit. 1 Thess. 5, 5. Ephes. 5, 6. 9. 2, 2. 3. Kol. 3, 6; der Auferstehung Luk. 20, 36 vgl. Ap. 3, 25; des Verderbens 2 Thess. 2, 3. Vater des Lichts, der Lüge Jak. 1, 17. Joh. 8, 44. (Dagegen Vater der Barmherzigkeit auch atâta nâpkiniktoĸsoaĸ 2 Kor. 1, 3.) Ebenso (ob aber so das beste?) Luk. 11, 52 Schlüssel der Erkenntnis; Ap. 3, 15 Herr des Lebens; Eph. 1, 17 Vater der Herrlichkeit; Offenb. 17, 5 Mutter aller Hurerei.
Der Wichtigkeit des Gegenstandes wegen geben wir noch einige Winke Kleinschmidts, die deutsche Genitivbildung betreffend: „In ganz einzelnen fällen, wo das Bild eskimoisch verständlich ist oder leicht werden kann, kann man solche Gen.-Verbindungen durch eine Suffixverbindung (mit dem Trans.) wiedergeben, in der Regel müssen sie aber in ihre logischen Bestandteile zerlegt werden. Dabei kommen allerdings Fälle vor, wo versch. Auffassungsweisen in Frage kommen können; da muss man dann eben nach bestem Gewissen wählen. Auch das kann in Frage kommen, wie weit man das Bildliche eines solchen Ausdrucks unverändert wiedergeben kann oder nicht. So ajortub (Mt. 13, 38), ĸaumajub ĸitorngangit. (Die kühnen Bilder im Hiob, den Psalmen und sonst hat man hier in Grld. buchstäblich genommen, z. B. des Todes Erstgeborner: toĸup augajugdliliâ [Labr. lianga]; die Wimpern der Morgenröte; vgl. auch Hos. 4, 19. — Weiter: „Die Worte unsers Textes, dieses Buches.“ Hier, glaube ich, gehts mit einem Suffix [aglait tamakkua oĸausingit], obgleich das ja ursprünglich nicht esk. ist, aber der erweiterte Gesichtskreis erfordert auch erweiterte Ausdrucksweisen, nur keine widerhaarigen). Es gilt da namentlich zu wissen, was das Suffix an jedem einzelnen Wort bedeutet, worüber das labr. Wbch. freilich gar oft unrichtige Auskunft gibt. Ich führe einige solche an“: [Es folgt nun zum Teil das, was beim Anhang -ĸut (ĸot) Anm. besprochen, was dort nachzulesen. Dort wurde auch bemerkt, dass in Labr. das einfache Suffix doch in weiterem Umfang gebraucht zu werden scheint, als in Grld.] „aunga sein Blut, ist das in ihm, in seinem Körper enthaltene Blut, welches herausläuft, wenn man eine Wunde hineinmacht; angerutsib aunga Blut des Wundes, ebenso testamentitâb aunga wäre also gradezu Unsinn.“ [Bei solchem Ausdruck versichern freilich unsre Esk., durchaus keinen Anstoss zu finden, sondern die Sache richtig aufzufassen.] „Dagegen ist — —p pia [Labr. — —b pinga] richtig: was (irgendwie) dem angehört: wie denn z. B. auch diese Konstruktion oft unserm —isch —lich entspricht, z. B. ĸilaup pê [Labr. ĸilaub pingit] das Himmlische, nunab pingit das Irdische. Gûtip sákutũssutai [Labr. etwa Gûdib sakkungit?] Gottes Rüstung, wäre eine Rüstung, die Gott selber anhat; dagegen eine göttliche R. (Gott gehörige, von G. gegebene), mit der wir angethan werden sollen, kann füglich nicht anders sein als s. Gûtip pê [sakkut Gûdib pingit]. Da ist allerdings ein wesentlicher Unterschied. So auch Todesstaub Ps. 22, 15 (ivssup seĸungnere) toĸĸub pingit. Geheimnis des Glaubens, der Gottseligkeit — — okpernerub pinga, — — Gûdemut nâlengnerub pinga. Kampfpreis ajugaujub pijaksanga. Glaubenskampf gut durch okpernermigut aksorôtivoĸ zu geben. Kronikab aglangit kann der Esk. nicht anders verstehen als von einem Schriftsteller, der Kronika heisst.“ — Vgl. auch im Esk. Röm. 7, 24: vom Leib dieses Todes timemit, toĸĸub tamattoma pinganit.
So auch Todesstaub Ps. 22, 15
Zweitens: Von den fünf durch Appositionen gebildeten Kasus und tut.
(Kl. § 80-86) § 513-528.
§ 513.
Im allgemeinen ist vorauszubemerken, dass auch hier die esk. Anschauung nicht immer mit der deutschen stimmt, ebenso wie z. B. auch im Lateinischen und sonst manche Verba einen andern Kasus regieren als im Deutschen. So sagen wir z. B. ich verliess ihn dort, der Esk. dagegen: dorthin (Term.). Das Wbch. sollte dies überall angeben.
Wie der Eskimo überhaupt nicht liebt, sich mit abstrakten Begriffen auszudrücken (§ 420. Anm. 5), sondern lieber eine konkrete Ausdrucksweise wählt (welche die abstrakten Begriffe, Eigenschaften &c. gewissermassen sichtbar in Personen und Dingen auftreten lässt), — so auch hier, wo statt unsers Ausdrucks mit der Präposition (esk. Apposition) sehr häufig durch Verbalausdruck der Handelnde genannt wird; z. B. für: mit Lust und Liebe, mit Verdruss (esk. Term. grld. Mod.) auch: Lust und Liebe habend, verdriesslich seiend (Inf.); statt: zur Zeit des Königs Kores auch: als Kores König war, lebte. Zu allem Folgenden vgl. das eben § 40-48 von den Appositionen Gesagte und die Beispiele daselbst.
1. Der Lokalis (me, ne) dient zur Angabe (§ 514-516):
§ 514.
1) des Ortes, wo die Handlung stattfindet: in, an, bei; nunane tamaine in allen Ländern: kôngme in od. bei, an dem Flusse; âne im Süden. Vgl. auch die Ortswörter § 113 ff.
Man achte auch auf folgenden Gebrauch beim Nom. part. und ähnlichen, sowie bei dem Anhang vik, wo der Lok. oft am besten durch einen Satz mit wo wieder­gegeben wird. Z. B.
(mit od. ohne nane) perĸuteĸarvipsingne õmatise tagvanẽnivut an eurer Eigentumhabensstelle d. h. wo euer Schatz ist, da sind auch eure Herzen.
okperneĸartome naglingneĸarivoĸ in dem (Menschen od. Ort), der Glauben hat, hat es auch Liebe d. h. wo Glauben ist, da ist auch Liebe. Mit ganz gleichem Sinn pluralisch:
okperneĸartune naglingneĸarivoĸ in den (Menschen od. Örtern), die Glauben haben u. s. w.
tuksiartune ajornartoĸangilaĸ bei Betenden oder: wo man betet, ist nichts unmöglich.
issumangnarungnaitoĸartune (auch tome) ajortunit tagvane inôseĸarivoĸ pilloringnartoĸalarmelo wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit.
§ 515.
2) der Zeit, innerhalb der das Besagte stattfindet, doch nur:
„a) wenn entweder grade auf die Zeit ein besonderer Nachdruck gelegt wird“, z. B. aujame (od. aujautillugo) ajoĸsarnangilaĸ im Sommer (im Gegensatz zum Winter) leidet man keinen Mangel; unnuane ãniadlarpoĸ, uvlôlerangat ikublaumingavoĸ in der Nacht (in den Nächten) hat er Schmerzen, am Tage ist es wieder etwas erträglicher, ist er etwas besser.
b) Dabei auch insbesondere mit Betonung der Zeitdauer auf die Frage: wie lang? (wie auch der Mod. s. u. § 525, 8.) Z. B. uvlungne maggungue sinâliarpogut in zwei Tagen fuhren wir bis zur Seekante, zwei Tage brauchten wir bis dahin; uvlune (od. nik) pingasune (nik) = uvlut pingasut nâvlugit nerringilaĸ drei Tage lang ass er nichts.
c) „oder, wenn das zeitbestimmende Wort kein eigentlicher Zeitname ist, wie namentlich mit dem Anhang neĸ“ (ningane). z. B. aullarit ĸassûminganingane mach dich fort in seinem (d. h. des Wetters) Ruhiger-geworden-sein, d. h. während es nun wieder ruhiger ist; epugitse mãna sikkut aitauminingǽnne rudert jetzt in des Eises (eig.: der Eisstücken ihrem) Sich-etwas-aufthun, Sich-auseinander­schieben, d. h. während u. s. w.
§ 516.
NB. „Sonst stehen die eigentlichen Zeitnamen, wo sie zur Bezeichnung einer bestimmten Zeit dienen (wie Partikeln), ohne Apposition, d. h. im Intrans. wie bei uns der Akkusativ.“ Z. B.
unnuaĸ siningilanga die (letzte) Nacht habe ich nicht geschlafen.
aujaĸ aullarsimavoĸ den (letzten) Sommer ist er fortgezogen.
okkiaĸ sioramêlârpogut den (kommenden) Herbst werden wir auf Siorak sein.
uvlut ikkitut mattoma (taipsoma) sivorngagut wenige Tage vor diesem (vor jener Zeit), kurz: einige Tage vorher.
„Und für unbestimmt angegebne Zeit stehen sie im Vialis.“ S. § 518, 2.
2. Der Ablativ (mit, nit &c.) bezeichnet das Ausgangsverhältnis und steht daher:
§ 517.
1) Bei Verben, um den Ort des Ausgangs anzugeben, z. B.
tâpsomangat pivara von diesem habe ich es bekommen.
ĸaĸĸamit attersárput sie gingen, gehen vom Berg herunter.
illingnit tussarpara von dir höre, hörte ich es.
Auch von der Krankheitsursache:
ijiminit ãniavoĸ wörtlich: von seinem Auge her leidet er.
2) „auch bei andern Verben, um den geistigen Ausgangspunkt, nämlich den Grund oder die Ursache anzugeben“, z. B. vor Hitze, vom od. durch Regen. Dafür ist aber im Labr. dialekt sehr unregelmässiger Weise ganz und gar der Term. (mut &c.) üblich geworden, s. § 520.
3) „Zur Angabe der Zeit, seit wann . . . steht der Abl. besonders in Verbindung mit einem Term. Z. B.
„uvlâmit unnungmut vom Morgen bis Abend.“
So wird es auch sogar an Verbformen angehängt (nit): ovungalauramanit, tikkingmattanit von da an, als ich hieher kam, als sie kamen.
4) „Bei Vergleichungen. Auch wenn zwei Handlungen miteinander verglichen werden.“ Z. B.
ômangat* sillingnersauvoĸ von diesem (ausgegangen) ist es breiter, d. h. es ist breiter als dieses. Vgl. § 99, c.
ovanẽkuvit aullarnermit nakornersauvoĸ wenn du hier bist (bleibst), wird es vom Weggehn (ausgegangen) besser sein, d. h. es ist besser, wenn du bleibst, als wenn du fortgehst.
ĸâmiudjilune kalinermit merngortornanginersauvoĸ aufgeladen haben (auf dem Kajak) ist weniger ermüdend als bugsieren, d. h. wenn man u. s. w.
Anm. Bei dem Ausdruck: er arbeitet etwas aus dem und dem, macht etwas von (Holz, Lehm &c.) hüte man sich den Abl. (mit) zu setzen. S. darüber mehr § 458 Anm. 1.
* oder ômangamit, ômanganit. „Bei den Deutewörtern wird in dieser Bedeutung das Abl. zeichen verdoppelt“, nämlich an die Form ángat noch mit oder nit gehängt. § 49.
3. Im Vialis (kkut, gut, ûna),
dessen Grundbegriff das vorbeigehend Berühren ist, steht:
§ 518.
1) „bei Verben, die eine Bewegung besagen, der Weg oder die Gegenstände, über oder durch welche die Bewegung geht.“ Z. B.
nunakkut aivigivâ er ging zu, über Land zu ihm.
kôrukkut durch das Thal.
mauna hier durch oder herüber.
2) „die unbestimmte oder beiläufig angegebne Zeit, die wir meist durch den Gen. bezeichnen.“ Z. B.
uvlãkut aullarpogut wir reisten morgens ab.
ikpeksaĸ unukkut tikípunga gestern Abend bin ich gekommen.
operngãkut (auch operngâme) aput miklilisôngovoĸ des Frühjahrs, im Frühjahr pflegt sich der Schnee zu verringern. So auch:
mattoma sivorngagut vor diesem, vorher s. mehr § 125.
taipsoma kingorngagut nach jenem, nachher
3) „der Teil eines Ganzen, dem die auf das Ganze gerichtete Handlung zunächst widerfährt.“ Z. B.
aggangitigut tiguvâ er ergriff ihn bei seiner Hand.
niaĸungagut uvigarpara ich traf ihn an seinem Kopf.
4) „auch andre, körperliche oder geistige, mit der Handlung vorübergehend oder beiläufig in Berührung kommende Gegenstände. Z. B.
„tarnipkut najorpara durch meine Seele (= im Geist) bin ich bei ihm.
„õmatiptigut erĸarsautigivavut wir erwägen es in unserm Herzen.
„illikkut tussarpara durch dich hörte ich es, du warst die Mittelsperson, durch die ich die Nachricht überkam (illingnit direkt von dir).
„illikkut serngnigijauvunga durch dich wurde ich behütet, beschützt, = du warst das (mittelbare) Mittel zu meiner Behütung.“
NB. Was das letzte Beisp. betrifft, so kann es wie im Grld. so auch im Labr. dialekt gesagt werden, aber nur, wenn das „mittelbare Mittel“ stark betont wird, bes. wenn es eine selbständige Persönlichkeit ist, und zumal wenn die letzte bewirkende Ursache hinzugefügt wird. Z. B. Gûdemut illikkut serngnigijauvunga von Gott werde ich durch deine Vermittlung beschützt. Illingnut serngnigijauvunga heisst: durch dich, von dir wurde ich beschützt, das Du als letzte Ursache gedacht. Uvapkut unârsuk pairijauvoĸ Gûdemut kissiane durch mich wird dieser Kleine gepflegt, (im letzten Grunde) nur von Gott. Lies zur Ergänzung nach, was § 43 und § 520, 7 gesagt ist.
4. Der Terminalis (mut, nut &c.)
„ist seiner Grundbedeutung nach dem Abl. entgegengesetzt, und bezeichnet also (wie jener den Ausgang, so) das Ziel und zwar:
§ 519.
1) „das Ziel der Bewegung.“ Also öfters unserm Dativ entsprechend. Z. B.
aunga ingergavoĸ er reist nach Süden.
igalâmut illivara ich lege es in’s, auf’s Fenster.
inungnut tunivara ich gebe es den Menschen.
ĸaimgunut tachipoĸ er (ein gehender Mensch) verschwand in oder hinter dem (hohen) Strandeis, eig. in das Eis hinein.
ĸikertanut umiat tachiput die Böte verschwanden in, hinter den Inseln.
2) „das Ziel der Gedanken,“ meist mit „zu, für“ zu übersetzen*.
a) sunatuínarmut attorungnarpoĸ es kann zu verschiedenem gebraucht werden.
inungnut piksauvoĸ es ist für die Leute bestimmt.
illingnut kivgauvoĸ er ist für dich, dir ein Knecht = er ist dein Knecht.
b) daher manchmal das Objekt; s. mehr bei mik § 523, 2.
c) bei den Anhängen narpoĸ; ebenso -rĸovâ, típâ &c., bei welchen letzteren der Term. das Subjekt des damit Verbundenen Stammwortes (im folg. Beisp. „Sehens“) ausdrückt. Z. B.
uvamnut ĸollarnarpoĸ mir ist es zweifelhaft, ich zweifle.
pine inungnut takkorĸovait (od. takkojauĸovait) er befiehlt seine Sachen den Leuten zum Sehen, d. h. er heisst, er will, dass die Leute seine Sachen sehen.
d) bei gewissen pass. Partizipien mit Suffixen; ebenso einigen Nennwörtern, bes. solchen, die durch neĸ oder -ut und -ksaĸ von Zeitwörtern abgeleitet sind.“ Hier steht Grld. immer mik (Kl. § 86, 3. 4), und auch manchmal, doch viel seltner im Labr. dialekt; wobei es natürlich auf das Verb, mit dem sie im Satze verbunden sind, ankommt (wie o. bei Nr. b). Z. B.
nãmagijanganut, idluarijanganut, ĸuviagijanganut zu seiner Genüge, zu seinem Wohlgefallen, zu seiner Freude (z. B. leben wir).
pijomajanganut (od. nik) sennaniarpara ich werde es zu, nach seinem Wunsch arbeiten. Aber
nãmagijanganik (nicht nut) tunitsivigiuk gib ihm so, dass er genug hat, oder: was ihm genügt.
sappingitaptingnut, ajugaringitaptingnut (doch auch nik) nach unserm Vermögen, so gut wir können.
ĸuviasûtiksaptingnut, pilloringniksaptingnut zu unsrer Freude, Seligkeit.
erĸaumajauniksamnut zu meinem Gedächtnis.
issumaĸarpoĸ idluaĸutiksaptingnut (oder nik) er hat Gedanken zu unserm Besten. § 427.
akkinialauĸpose kiksautiksanganut ihr habt vergolten zu seiner Betrübnis.
oĸumaitut attorpait ôktortaujutiksaptingnut er bedient sich des Schweren zu unsrer Prüfung. Vgl. auch Mt. 24, 14. Ap. 2, 38.
Gûdib nertornautânut (seltner tiksanganut) zu Gottes Ehre.
pitsartutiksamnut zu meiner Stärkung.
3) „Seltner bezeichnet der Term. die Zeit, bis wohin, z. B. issuanut bis ans Ende. Gewöhnlicher aber braucht man den Inf. von tikípâ er kommt dahin, erreicht es,“ oder vom s. s. tikípoĸ mit mut. Z. B. aujaĸ tikidlugo den Sommer erreichend, d. h. bis zum Sommer; ebenso aujamut tikidlune, tikidluta u. s. w. er, wir bis zum Sommer kommend.
Anm. Oft vermischen die Esk. — was nicht nachzuahmen — die Ausdrucksweise mit der c. s. und s. s. Form, indem sie mut zum c. s. setzen, z. B. aujamut tikidlugo zum Sommer ihn erreichend. Ebenso uvlomemut tikidlugo statt entweder: uvlome tikidlugo oder uvlomemut tikidlune (luta &c.) So auch 1 Sam. 7, 12.
4) Beim Kaufen steht der Gegenstand, wofür man kauft, oft im Term., doch nur, wenn man wirklich mit diesem Gegenstande selbst bezahlt, nicht aber, wenn nur der Wert desselben gemeint ist. Dann ist das einen weiteren Sinn gebende tut „wie“ das Gebräuchliche. Beisp. s. dort § 527 Anm.
* Hier noch einige besondere Ausdrücke, wo mut eig. nicht zu billigen. Vielleicht waltet hier doch europäischer Einfluss. Besser oft mit dem Infinitiv.
1. Zu seinem Bilde. Wohl sagt der Esk. auch adsinganut. Eskimoischer ist es aber jedenfalls, mit einem Inf. zu sagen: pingortitaumavogut Gûde adsilivlugo od. adsiliorlugo (Gott ein Ebenbild machend), oder: Gûdib inuk pingortípâ ingminik adsilivlune (sich selbst ein E. machend). Vgl. Lit. 70, 3.
2. Salben zu: 1 Kön. 1, 34 gut mingoarliuk attaningortillugo (ihn zum König machend); ebenso 19, 15. 1 Sam. 10, 1. 15, 17. Dagegen 15, 1 attanermut!
3. Erwählen zu. Hier scheint der Eskimo wirklich ebensogern den Term. zu brauchen als eine andre Konstruktion; z. B. annerivavut attanermut oder attaniksaptingnut ebenso wie attaniotidlugo (ihn König sein machend); annerivakka nautsertoraksaptingnut ich erwähle sie (diese Worte) zu unserm Text, ebenso wie nautsertoromavlugit (sie betrachten wollend). Dagegen wird bei:
4. Verwandeln in — vom Esk. mut sogar scheint’s vorgezogen. Er verwandelte das Wasser in Blut: imeĸ ablatsângortípâ aungmut (mehr als etwa aungordlugo od. aungotidlugo).
§ 520-522.
„Weiter wird im Labr. dialekt, gewiss sonderbarerweise, der Terminalis auch zur Bezeichnung des Ausgangs und Artverhältnisses gebraucht, d. h. statt des Ablativ und Modalis, die doch beide übrigens im Besitz ihres Rechtes sind. Doch nicht immer, wie denn keine Regel dabei zu walten scheint.“
§ 520.
Dies in den folg. drei Fällen:
5) Beim Passiv steht der Term. (statt Abl.) um den Thäter zu bezeichnen, durch welchen oder von welchem etwas gethan wird. Auf die Frage: wodurch? = von wem?
ĸingminut kêjauvoĸ er wird, ward von den Hunden gebissen.
uvaptingnut (auch nit) tussartitauvut sie sind von uns hörend gemacht (benachrichtigt) worden.
uvaptingnut (auch nit) piungitomik piniarviolungilaĸ von uns wird er nicht schlecht behandelt.
illipsingnut (auch nit) ipperartaulungikuma wenn ich von euch nicht fahren gelassen werde.
6) Aber nicht nur beim Passiv, sondern überhaupt, um den Grund und Ursache anzugeben. Vgl. mit § 517, 2. Besonders viel auch bei den durch den Anhang neĸ gebildeten Wörtern. S. mehr Beisp. bei neĸ § 452 Anm. 1. Unser deutsches: durch, vor, aus, wegen. Auf die Frage: wodurch? = weswegen?
sillalungmut asserorpoĸ durch, vom Regen ist’s verdorben.
maujamut tikitsungnangilaĸ vor tiefem Schnee kann, konnte er nicht kommen.
mikkimut (od. mikkinermut) assiovoĸ vor Kleinheit ist’s verloren gegangen.
siningnermut (od. sinimut) kingoraivogut vor Schlaf sind wir zu spät gekommen.
Anm. Sehr oft wird auch in diesem Fall (neĸ mit mut), ganz wie in Grld. (wo freilich nur der richtigere Abl. mit steht) sogar der zum Stammwort (der Form mit nermut, -mut) gehörige Intrans. dazugesetzt. Z. B.
Intr. u. Stammw. sikkut akkulaiput das Eis (die Eisstücke) ist dicht. Davon sikkut akkulaimut apĸotiksaerutivogut vor Menge, Dichtigkeit des Eises wurden wir ohne Weg, konnten nicht weiter.
niugik nukkeĸangimut vor Kraftlosigkeit seiner Beine (von niugik nukkeĸangilak).
Ebenso, wenn der Intr. beim c. s. = unserm Objektsakkusativ:
iglut (igluit § 91) takkojomanermut od. takkojomamut pullârpagit vor Dein-Haus-sehen-wollen, d. h. vor Verlangen dein Haus zu sehn, besuche ich dich (von igluit takkojomavara).
igvit ĸaiblaromamut ĸaerĸovagit um dich zu ermahnen, lass ich dich kommen (ginge auch: igvit ĸaiblaromavlutit, oder s. s. illingnik ĸaiblaijomamut).
7) bezeichnet der Term. (statt des Mod. s. § 523, 1) „das Mittel, sowohl das körperliche als das geistige, durch welches oder mit welchem die Handlung unmittelbar verrichtet wird.“ Auf die Frage: wodurch? = womit?
Soll die Mittelbarkeit des Mittels mehr betont werden, so kann in den gleichen Fällen auch der Vialis -kkut stehn (s. o. § 518, 4), was besonders bei lebenden Personen oder selbständigen Vermittlern häufiger in Anwendung gebracht zu werden scheint, als bei leblosen Mitteln*. Z. B.
aggangmingnut tiguvâ er nimmt es mit seiner Hand.
ujarĸamut milorpâ er warf ihn mit einem Stein.
akkerautinut (= akkerautit attorlugit) aijaulerle es möge mit einer Trage geholt werden!
annautamut (oder takkut) sugiartauvoĸ er wird mit einem Prügel gezüchtigt.
ĸenuersârnermut piniarvigivait er behandelt sie mit Geduld.
sillatuniptingnut (oder tigut) tukkisijungnangilavut mit unsrer Weisheit können wir es nicht verstehn.
ĸaiblaijigêkta Paulusib oĸausinginut (auch singitigut) lasst uns einander mit Pauli Worten ermahnen!
Gûdib ĸaiblarpâtigut uvlub ôma erĸaumatitsininginut (auch ningitigut) Gott ermahnt uns durch die Erinnerungen, die dieser Tag weckt.
* So höchstens kann man sich ausdrücken. In der früheren Gram. wurde aufgestellt, dass -kkut gesetzt werden müsse, wenn jemand etwas thue durch etwas Selbständiges, das nicht durch den Thäter regiert oder fortbewegt werden muss. Aber das stimmt, wenn vielleicht auch meist, so doch auch nicht völlig mit dem Thatbestand. Denn einmal kann bei unselbständigen, leblosen Mitteln ja auch -kkut stehn, z. B. anautakkut sugiartauvoĸ s. o., andrerseits wird doch auch selbst bei selbständigen, lebenden Personen vom Esk. mut gebraucht, z. B. Gûdib inerterpâtigut Anernermut ajunginermut = durch den h. Geist.
Bei der pass. Konstruktion, wo der ursächliche Thäter schon mit mut gegeben ist, wird es sich ja allerdings vor allem nahe legen, das Mittel (u. besonders, wenn es ein persönlicher Vermittler ist,) durch -kkut zu geben, z. B. Gûdemut Anernikkut ajunginikkut innertertauvogut von Gott werden wir durch den h. Geist gewarnt.
§ 521.
Anm. 1. Der unleugbar nicht regelrechte Gebrauch des Terminalis, wie er in den drei letzten Nummern gegeben, kann unmöglich auf europ. Einfluss zurückgeführt werden, denn er ist viel zu sehr in Fleisch und Blut des Labr. dialekts bis ganz im Norden übergegangen.
Besonders bei Nr. 6 erscheint die Regelwidrigkeit, da hienach der Term., der ursprünglich also das Ziel (Nr. 1) ausdrückt, auch das grade entgegengesetzte Verhältnis d. h. den Ausgang von bezeichnet. Erklärlich kann dieser Gebrauch vielleicht werden, wenn man die Ausdrucksweise beim Passiv (Nr. 5) ins Auge fasst. Das obige Beisp. ĸingminut kêjauvoĸ heisst eig.: er ist für die Hunde, den Hunden ein Gebissener, woraus sich leicht der Sinn ergibt: er wird von den Hunden gebissen. Es wäre das dann eine ähnliche Erscheinung wie im Lateinischen, wo statt a mit dem Abl. auch der blosse Dativ vorkommt.
§ 522.
Anm. 2. Ebenso unleugbar ist, dass durch diesen ausgedehnten Gebrauch des Term. oft eine widerwärtige Unklarheit od. Ungenauigkeit des Sinnes eines betreffenden Ausdrucks entsteht. Oft macht der Zusammenhang alles klar, oft aber nicht. Und man sollte darum dann lieber, besonders wo es darauf ankommt, eine wenn auch etwas ausführlichere Ausdrucksweise wählen. Dies sei an einigen Beispielen gezeigt:
Einmal wird nicht klar zwischen dem Sinn von Nr. 6 und 7 unterschieden, z. B. ĸuviasumut kann sowohl heissen: vor Freuden als mit Freuden, was doch sehr verschieden ist. Für letzteres kann man, wie schon § 513 gesagt ist, klar mit dem Inf. sagen: ĸuviasuklune (luta) er sich (wir uns) freuend &c. Und für: vor Freuden, wenn’s drauf ankommt, etwa ĸuviasungnermut aulatauvlune durch Freude regiert, gelenkt, bewegt.
Ferner kann häufig Zweifel entstehen, ob ein Term. mit zu (Nr. 2 Ziel) oder mit durch (Nr. 7 Mittel) zu übersetzen sei. So kann z. B. tamattomunga sowohl dazu als dadurch bedeuten. In folg. zwei Beispielen gibt der Zusammenhang allerdings schon das Richtige: 1) idluartomik inôjuksauvogut; tamattomunga ikajorlitigut wir sollen gerecht leben: dazu helfe er uns! Dagegen 2) inuit illũnaita toĸĸotigivait; tamattomunga (hier aber auch Vial. tamattomûna möglich) ikajorlitigut uvaguttauĸ er ist für alle Menschen gestorben: dadurch helfe er auch uns! Im zweiten Beisp. gäbe der Vialis völlige Zweifellosigkeit; und im ersten könnte man für: dazu sagen: taimailingajungnarĸovluta „damit wir so sein können“ (dazu) helfe er uns! Und so wende man sich in ähnlicher Weise überall, wo der Zusammenhang nicht sofort die richtige Auffassung nahe legt.
Weiter: Sagt man sillaĸsoaĸ Kristusemut pingortisimavoĸ, so verbindet der Esk. wohl ausschliesslich den Sinn damit: die Welt ist von Christo, durch Christum geschaffen, nicht aber zuerst: die Welt ist für Christum geschaffen, was doch dem Wesen des Term. nach die erste Bedeutung sein sollte. Wollte man diesen Sinn dem Eskimo klar ausdrücken, so müsste man etwa sagen: Kristusemut illingajuksauvlune, perĸutaujuksauvlune mit Christo zusammenhängen sollend, Christo ein Eigentum sein sollend, d. h. für Christum. Vgl. Kol. 1, 16. Endlich Jes. 49. 16 aggamnut aglalauĸpagit. Der Esk. nimmt als ersten Sinn durchaus: durch meine, mit meiner Hand habe ich dich geschrieben, nicht aber: in meine Hand habe ich dich gezeichnet. Unzweifelhaft klar nur: ittimamnut in meine Handfläche.
5. Der Modalis (mik, nik &c.)
(§ 523-525)
„drückt Artverhältnisse aller Art aus. In seiner ersten und eigentlichen Bedeutung bezeichnet er:
§ 523.
1) „das Mittel sowohl das körperliche als geistige, durch welches oder mit welchem die Handlung verrichtet wird.“ Es wird aber in diesem Fall hier in Labr. meist (in einzelnen Fällen zwar nicht) der Term. gebraucht. Vgl. o. § 520, 7 und die dortigen Beisp. (bei denen in Grld. überall mik steht); auch die Beisp. § 45.
kiungilâ oĸautsemik (od. mut) attautsemiglõnêt (od. mullõnêt) Mt. 27, 14 er antwortete ihm auch nicht ein Wort, auch nicht mit einem Worte.
nerĸemik pajukpâtigut sie brachten oder sendeten uns Fleisch zum Geschenk; bedachten uns mit Fleisch.
savingmik (nicht mut) akkilerpânga er bezahlte mich mit einem Messer.
kênaujanik inuit tunitjivigivait er begabte die Leute mit Geld, oder er gab den Leuten Geld. Dasselbe in andrer Weise: kênaujat iungnut tunivait er gab das Geld (zu) den Leuten.
Hieran schliesst sich, dass der Modalis
2) unsern Akkusativ, das Objekt (auf die Frage wen oder was?) ausdrückt, aber nur bei s. s. Verben. Und zwar entspricht dann die c. s. Form mit dem Trans. „meist unserm bestimmten Artikel (bei dem Objekt), und die s. s. Form mit dem Modalis immer dem unbestimmten Artikel.“ § 30. 223. Z. B.
ujaraĸ tiguvâ (meist:) er nahm den Stein.
ujarĸamik tigusivoĸ (immer:) er nahm einen Stein.
pôĸ aivâ (meist:) er holt den Sack.
pôrmik aiklerpoĸ (immer:) er holt einen Sack*.
Bei einigen Zeitwörtern steht das Objekt zuweilen im Term. nach § 519, 2. Z. B. neben
naglingneĸ Gûdemik auch Gûdemut Liebe zu Gott, auf Gott hin.
tuksiarpoĸ ôminga bittet ihn, ômunga betet zu ihm.
issumaĸarpogut tarninganik wir bedenken seine Seele.
issumaĸarpogut Gûdemut wir haben Gedanken auf Gott hin (gerichtete).
Ebenso bei ĸillanârpoĸ verlangt, kivgartorpoĸ dient, besonders aber bei ungavoĸ ist anhänglich, bei welchem letzten mut sehr häufig. Der Gebrauch unter den Esk. selbst scheint aber doch auch schwankend.
„Infolge ähnlicher Auffassung steht:
3) „bei Zeitwörtern, die den Begriff eines Aussagens, Nennens in sich schliessen, der Gegenstand der Aussage im Modalis.“ Im Deutschen oft „von“ = in Betreff zu übersetzen, worauf der Anfänger bes. hinzuweisen ist, da er leicht den Abl. mit wählt.
puijinik oĸaĸatigêkput sie reden zusammen von Seehunden.
piniarnerijaminik unipkârpoĸ er erzählt von seinen Thaten oder seine Thaten.
illingnik tussarpunga ich höre von dir d. h. dich betreffend. (illingnit von dir — her, durch dich).
tussangilara tikisimaninganik ich habe ihn nicht gehört betreffend sein Ausgekommensein, d. h. habe nicht gehört, ob er angekommen ist, oder nicht.
tâpkua taivavut õkkanik (ôgarnik) diese nennen wir õkkat (ôgait) d. h. Dorsche.
nâlekamnik taivara ich nenne ihn meinen Herrn; wir sagen: ich nenne ihn Herr.
illingnik nâlekamnik taisivunga ich nenne dich Herr (meinen Herrn).
Johannesemik atserarpât sie gaben ihm den Namen Johannes.
„Endlich steht in ähnlicher Weise:
4) „bei Zeitwörtern, die von Nennwörtern abgeleitet sind, ein das Stammwort (adjektivisch) näher bestimmendes Wort in der Regel im Modalis.“ So auch bei -lik (= -ĸartoĸ) versehen mit etwas.
igluvut inallukkanik (od. inallugarnik) igalâĸarpoĸ unser Haus hat Fenster von Därmen.
maggungnik igalâlik mit zwei Fenstern versehn.
ujarĸamik ikovraĸartisiuk (od. ikogriksiuk) unterlegt es mit einem Stein!
ittijunik kôrĸerpâ er hat tiefe Rinnen, Nuten in es hineingemacht (§ 439).
ĸetuktomik pôrlugo es in weiches hineinthun, es mit weichem Sack &c. umschliessen.
„Nur die durch -uvoĸ er ist § 497 und -́ngorpoĸ er wird § 458 von Nennwörtern abgeleiteten Verben haben ein solches Beiwort gewöhnlicher im Intransitiv bei sich (u. zwar nach sich, denn vorstehend würde es als Subjekt gelten).“ Dies ist jedenfalls das Ursprüngliche und Beste. In Labr. ist aber der Mod. mik daneben sehr in Gebrauch gekommen**.
mánna (od. una) ikomaksauvoĸ ajungitoĸ (od. ajungitomik) dies ist gutes Brennholz.
(Vorstehend: mánna ajungitoĸ ikomaksauvoĸ dies gute ist Brennholz.)
tâmnale uigarniovoĸ idluartoĸ das ist aber eine rechte Witwe. 1 Tim. 5, 5; s. auch 2 Tim. 2, 21. Joh. 10, 12.
uvinioniarpuk attautsemik (od. attausseĸ). Eph. 5, 31.
* Ein Beispiel, das sowohl unter Nr. 2 als 1 gesetzt werden könnte, ist: suanganẽnarmik inôvunga ĸittorngamnik ein Immer-meine-Kinder-schmälen lebe ich, d. h. mein Leben ist ein Schmälen meiner Kinder. (So die Witwe Mathilde.) Desgl. ĸujalinẽnarmik inôvoĸ er lebt steten Dank, er lebt mit stetem Dank = sein Leben ist ein steter Dank.
** Ebenso auch bei -givâ er hat ihn zum — beides möglich, wie das eine Beisp. unter § 404a zeigt („du bist mein starker Fels“).
§ 524. § 525.
„Weiter dient dann der Mod. sehr häufig dazu, die Art der Handlung beschaffen­heitsweise anzugeben, wie bei uns die Adverbien. Namentlich stehn so:
5) „Nominalpartizipien im Sing., die ganz unsern von Adjektiven gebildeten Adverbien entsprechen“ (in der und der Weise).
sukkaítomik ĸaivoĸ er kommt langsam.
idluartomik (= tammarlugane) taivait er nannte sie richtig.
akkulaítomik illingnik tussarpunga ich höre häufig von dir, über dich.
tukkisijaujungnangitomik naglikpâtigut er liebt uns unbegreiflich, in unbegreiflicher Weise.
6) „gewisse Nennwörter mit Suffixen und Deutewörter. Sie geben adverbialische Ausdrücke, die wir meist durch Präpositionen auflösen müssen.“ Z. B.
issumaminik er nach seinem (eignen) Belieben,
issumangnik auch deinem Belieben;
ingminik er von selbst, illingnik du von selbst,
uvaptingnik wir von selbst, nach unserm Gutdünken, ähnlich wie issumaptingnik. Siehe § 173.
Bei ähnlichen Ausdrücken ist aber in Labr. auch wieder mut für mik eingedrungen. S. o. § 519, 2d, wo aber doch auch mik noch bei manchen gebraucht.
idluartomik (= tammarlugane) taivait
idluartomik(= tammarlugane)taivait
§ 525.
7) Zahlwörter und ähnliche.
a) Die einfachen Zahlwörter und ähnliche im Mod. stehn öfters im Sinn von: so vielmal, ganz gleich dem wohl häufigeren -ertorpoĸ § 111. Z. B.
pingasunik siniktalauĸpunga dreimal habe ich anderwärts geschlafen.
unuktunik pâlakpunga ich fiel vielmals; s. auch Mark. 9, 22.
Aber kaum je für: ich sah sie einmal attautsemik (sondern nur attausiardlunga od. dlugit) takkolauĸpakka.
b) Zahlwörter mit Suffix (unsre Ordnungszahlen § 104) im Mod. bedeuten entweder: erstens, zweitens u. s. w. oder zum so vielten Male.
sivorlermik (od. seltner sivorlinganik) aipanganik, pingajuánnik erstens, zweitens, drittens, oder: zum ersten- &c. mal.
sivorlermik ânêlaurama als ich zum erstenmal im Süden war.
aipanganik tussarniarpat zum zweitenmal wirst du’s nun hören.
sittamangánik aivigivât sie gingen zum viertenmal zu ihm.
mãna pingajuánnik pôrmik aiklerpoĸ jetzt holt er zum drittenmal einen Sack.
8) dient der Mod. zur Zeitbestimmung auf die Frage: wie lang? ganz wie der Lokalis, s. o. § 515, b. Der Mod. wird von manchen dem Lokalis vorgezogen.
uvlunik (ne) pingasunik (ne) nerringilaĸ drei Tage lang ass er nicht. Vgl. Ap. 9, 9.
uvlunik tellimanik (neben dem wohl häufigeren uvlut tellimat tellimat § 516) mattoma sivorngagut fünf Tage früher, vor diesem.
6. Die Apposition tut wie
§ 526-528.
§ 526.
1) Die Grundbedeutung ist wie, gleichwie, nach Art von = sôrlo. Kann so manchmal auch mit: wie wenn, gleich als ob er wäre (ist aber nicht so) übersetzt werden.
kivgatut (= kivgaĸ sôrlo) nach Art eines Dieners, wie ein Diener (sich zu behaben pflegt, auch: als ob er ein Diener wäre).
ĸuviasuktotut annivoĸ er ging hinaus wie ein Vergnügter (ob er wirklich vergnügt war, bleibt dabei zweifelhaft); oder auch, wo die Umstände es klar machen: wie ein Vergnügter, und auch wirklich vergnügt seiend, d. h. als ein Vergnügter, dann dem korrekteren Inf. ĸuviasuklune ganz nahe kommend.
So kann unser deutsches „als, als wie“ öfters ganz gut durch tut gegeben werden, z. B. ist folg. Sätzen: Gott offenbart sich als ein eifriger Gott: wir müssen uns als Christen benehmen, als Sünder vor Gott erscheinen. Auch in folg. Satz: er herrscht als König, wenn die Meinung ist: nach Art eines Königs. Ist’s aber = König seiend, so ist allerdings der Inf. attaniovlune besser.
Zu bemerken ist, dass im Esk. bei tut häufig der Sing. steht, wo uns im Deutschen den Plural zu verwenden näher liegt. Z. B.
inôvogut kivgatitut, oder ebenso oft kivgatut wir leben wie Knechte (wie ein Knecht).
Beachte auch folg. Ausdrucksweisen:
pijuksaunipsitut wie euer Thun-müssen, d. h. wie ihr thun sollt (= sorlo pijuksaugapse).
illuserivaktamitut wie sein zur Gewohnheit zu haben Gepflegtes, so wie er’s zur Gewohnheit zu haben pflegt. Mk. 7, 19. Vgl. Mt. 26, 19. 28, 15.
Weitere Beisp. s. beim Reflexiv § 531.
Anm. 1. Dies tut dient nicht nur zur Vergleichung der Thäters mit einem andern Thäter, sondern „zur Vergleichung in allen Verhältnissen. Etwaige Zweideutigkeit wird nötigenfalls durch ein zugefügtes illivlune (illingavlune) s. s. oder illivdlugo (illingatidlugo) c. s. &c. völlig beseitigt.“ Vgl. zu illivlune Anm. 2 bei ĸanoĸ § 314. Z. B.
erniptut illivlunga s. s. naglikpagit ich liebe dich (handelnd) wie mein Sohn.
erniptut illivlutit c. s. naglikpagit ich liebe dich (dich behandelnd) wie meinen Sohn.
ernermitut illivlune s. s. naglikpânga er liebt mich (handelnd) wie sein Sohn.
ernermitut illivlunga c. s. naglikpânga er liebt mich (mich behandelnd) wie seinen Sohn.
Anm. 2. Das eigentlich nur an Nennwörter gehörige tut wird dann auch von vielen, ja jetzt wohl allgemein auch an Verbalformen gehängt, gleichbedeutend mit sôrlo. Manchmal auch mit sôrlo*, „ein keineswegs unschuldiger Pleonasmus“ (Klschm.). Z. B.
sôrlo idluarmat od. idluarmattut (od. sôrlo idluarmattut) so wie es gut, recht ist.
tinginajaruptatut (mit od. ohne sôrlo) Ps. 90, 10 als flögen wir davon.
sôrlo sillaĸsoarme sulle inônajarupsetut Kol. 2, 20 als lebtet ihr noch in der Welt; wo ebenso ganz einfach stehen könnte: sillaĸsoarme sulle inôjutitut (od. Sing. inôjotut). Vgl. u. „wie wenn“ § 553.
* Nach Erdmanns Angabe protestierte noch der Hebroner Philippus gegen diesen Gebrauch.
„ein keineswegs unschuldiger Pleonasmus“
Sadly, I couldn’t find the source for this phrase.
§ 527.
2) Beim Kaufen steht der Wert, den die Ware hat, mit tut. Auch manchmal, doch mit Einschränkung, mut s. o. § 519, 4 und unten die Anm. Vgl. die Anhänge tigivoĸ § 482 und tôrpoĸ § 485.
orĸssotut* tobâgemik für einen Speck (Schilling) Tabak (gib mir oder will ich).
ĸapsitût? maggotut für wieviel? für 2 (Schilling).
shillingetut tellimatut für 5 sh., oder 5 sh. teuer.
NB. Man achte darauf, wie hier überall, obwohl es Plural ist, nicht titut, sondern tut steht (ähnlich wie bei uns z. B. „fünf Fuss“), anders als im sonstigen Gebrauch, wo man z. B. sagt:
uigasuktitut tellimatitut sillaitutitut wie die fünf thörichten Jungfrauen.
Anm. Noch einige Beisp. mit versch. Verben, zugleich um zu zeigen, wie manchmal auch mut und mik angewendet werden kann. Dabei beachte man, dass, wo der Preis nicht bestimmt genannt wird, sondern nur allg. (wie: Geld) tut nicht gesetzt werden kann.
una shillingetut sitamatut akkitutigivoĸ dies kostet 4 sh.
una shillingetôrpoĸ sitamatut
una pissiarivara shillingitut 6itut dies kaufte ich für 6 sh.
una pissiarivara shillinginut 6inut auch:
una pissiarivara shillinginik 6inik
una pissiarivara kênaujanut unuktunut des kaufte ich für viel Geld.
(hier weder tut noch nik).
una akkilerpara shillingitut pingasutut dies bezahle ich mit 3 sh.
una akkilerpara shillinginik pingasunik
(bei akkilerpâ nirgends nut).
una akkilerpara kamiktut pingasutut dies bezahle ich mit 3 Paar Stiefeln.
una akkilerpara kamîngnik pingasuinik
Wenn tut gebraucht, wird nur der Wert von 3 Paar Stiefeln betont, ob man nun wirklich mit Stiefeln bezahlt, oder anderen Dingen.
una akkilerpara kênaujanik, kamingnik dies bezahle ich mit Geld, mit Stiefeln (nicht mit tut). S. § 523, 4.
* orĸssoĸ Speck; dann der (ehemalige) Wert des Speckes eines mittleren Netsek Seehundes von ca. ein viertel Zentner = 28 Pfund (— 32 Pfund) engl. Gewicht. Und danach die früher üblichen Bezeichnungen: ĸoppakotut für einen halben Speck d. h. 6 d., nappakotut für ein viertel Speck, nappangatut für ein achtel Speck. Daneben ĸissiktut für ein Fell (des Netsek) d. h. 6 d.
§ 528.
3) Endlich drückt tut unser „auf“ aus in Ausdrücken wie: englisch, auf englisch (eig.: „wie ein Engländer“ thut).
„Dies ist meist verständlich, da es nur mit nennen, reden u. dgl. vorkommt.“ Z. B.
kangerdluk imna inuktut Aiveĸtômik, Englisitut Eskimobayemik taijauvoĸ jene Bucht wird auf eskimoisch („wie ein Mensch d. h. Eskimo“ nennt) Aivektok auf englisch Eskimobay genannt.
Englisitut tussâguma oĸautinajarpara wenn ich wie ein Engländer hörte, verstünde, d. h. wenn ich englisch verstünde, würde ich zu ihm reden.
Ebrêeritut Gabbattemik taijaĸ Joh. 19, 13 auf ebräisch Gabbata genannt.
auf englisch Eskimobay genannt
Text ungeändert (ein Wort)
II. Die reflexiven Formen des Nennwortes mit Suffixen.
§ 529-539.
§ 529.
Die Hauptsache darüber ist schon § 75 gesagt. Die folg. Bemerkungen sind nur eine Ergänzung dazu. Man Halte streng fest, dass nur wenn eine Unterordnung unter und Rückbeziehung auf den Thäter (das Subjekt) des Satzes stattfindet, unser Fürwort „sein, ihr“ mit der refl. Form gegeben werden darf, (d. h. wo bei der § 75 NB. empfohlenen Umstellung in die erste Person das Fürwort „mein“ zu setzen ist). Vgl. Klschm. § 73-75. 103.
§ 530.
1. Daraus folgt, dass in einem einfachen Satze der Thäter, das Subjekt selbst, das ja in keinem Verhältnis der Unterordnung steht, nicht in die refl. Form gesetzt werden darf. Man wird in solchem Fall immer eine Übersetzung mit „desselben“ statt „sein“ möglich finden. Aus Gedankenlosigkeit wird aber von Esk. selbst dagegen gefehlt, besonders sehr oft, wenn von mehreren Subjekten eines Zeitwortes eines vorangestellt, und das andre nachgeholt wird. Z. B.
falsch: aullarpoĸ illanelo (refl.) er ging weg und seine Begleiter (gingen auch weg).
falsch: toĸovoĸ atâtanelo er ist gestorben und sein Vater (auch).
richtig: tâmnalo illangillo aullarput oder aullarpoĸ illane illagivlugit; ferner: toĸovoĸ atâtangalo oder atâtangalo tamarmik toĸovuk (er) und sein Vater sind beide gestorben.
In beiden Beisp. kann man die Probe mit „desselben“ s. o. machen: Er ging weg und die Begleiter desselben auch &c.
In Bezug auf das Subjekt in Nebensätzen s. u. § 538. 539.
2. Im besonderen erwähnen wir hier die Apposition tut wie, wenn sie an ein Suffix der dritten Person („sein“ &c.) tritt. Auch hier gilt die Hauptregel: Bei Rückbeziehung auf das Subjekt steht refl. Form; auch in Sätzen, wo bei Auflösung des „wie“ in einen vollständigen Satz ein andrer Thäter erscheint [z. B. er handelt, wie sein Vater handelt]. Man lasse sich da nicht irre machen. Die § 75 NB. angegebne Probe der Umsetzung in die erste Person (ich — mein) wird auch hier richtig leiten. Dabei halte man im Gemüt, was § 526 Anm. von einem etwaigen Hinzufügen von illivlune, illivlugo zum Behuf grösserer Klarheit gesagt ist. Z. B.
ungagivâ atâtamitut (auch mit illivlugo) er ist anhänglich an ihn wie an seinen (eignen) Vater. Probe: Ich bin anhänglich an ihn wie an meinen Vater. Dagegen:
ungagivâ atâtangatut (illivlugo) er ist anhänglich an ihn, wie an seinen (eines andern) Vater. Probe: Ich bin anhänglich an seinen Vater. Mache die gleiche Probe bei den zwei folg. Beispielen:
piniarpoĸ atâtamitut (auch mit illivlune) er handelt wie sein (des Handelnden) Vater. Dagegen:
piniarpoĸ atâtangatut er Handelt wie sein (eines andern) Vater.
tâmnatauĸ nagligivâ ĸitorngamititut illũnaititut auch diesen liebt er, wie (er) alle seine (eignen) Kinder (liebt).
ittervigivait illutsimitut (von illuseĸ) er geht zu ihnen hinein, wie seine Gewohnheit, d. h. nach seiner Gewohnheit.
illusingatut wie (es) seine Gewohnheit (ist, so sehn wir’s wieder, so handelt er wieder).
toĸĸomêtualaungilaĸ inuktitut assimititut er blieb nicht im Tode wie die (seine) anderen Menschen.
3. Bei Passivischer Ausdrucksweise können die betreffenden Suffixa entweder in der Reflexivform stehn oder auch nicht, welches letztere wohl das häufiger Vorkommende ist. Es liegt dies in der Natur des Passivs. Was 341 da der Form nach Subjekt ist (z. B. in „er wird beraubt“ das „Er“) ist hm Sinne nach durchaus nicht Thäter, sondern eigentlich Objekt (= man beraubt ihn). Wählt der Esk. die refl. Form, so geht er von der Form aus, wählt er die nicht refl. Form, so geht er von dem Sinn (dem „natürlichen Subjekt“) aus. In Grld. scheint bloss die nicht refl. Form üblich.
Ganz ähnlichen Einfluss des Passivs s. bei kissiat &c. § 152 und den refl. Formen des Konjunktivs § 558, und -rĸovlugo § 508 u. 536. Z. B.
aĸsârtauniarpoĸ pinganik (auch piminik) Mk. 4, 25 er wird seines Eigentums beraubt, oder man raubt, nimmt ihm sein Eigentum.
taikungarpoĸ, unêt illannârijanginut (jaminut) inertertaugalloardlune er ging dorthin, obwohl von seinen Freunden gewarnt.
kênangagut (namigut) ĸetserartauvoĸ atâtanganut (taminut) ihm wurde von seinem Vater ins Gesicht gespieen.
inukpak piulijaulungilaĸ pitsartunersoarminut (mehr als soanganut Ps. 33, 16) ein Riese wird nicht errettet durch seine grosse Kraft. Hier das Refl. vorgezogen, wohl weil die Thätigkeit des Riesen, das Sich-selbst-helfen-wollen, in den Vordergrund tritt.
sâlagijaulerangata ômigijinginut (jimingnut) so oft sie durch ihre Feinde besiegt wurden.
uvloĸsiorpakput piulijaunitik ômigijimingnit (mehr als jinginit) pitjutigivlugo sie pflegten Fest zu feiern ihrer Errettung von ihren Feinden wegen. Hier das Refl. von den Esk. vorgezogen, doch wohl, weil der Hauptthäter, die Festfeiernden, so ganz in den Vordergrund treten.
4. Beim Reflexiv (mit Appositionen) „steht häufig das Suffix im Sing., wo nach unsrer Redeweise die Mehrheit stehen sollte, namentlich wenn die Meinung ist: ein jeder . . . sein —“. S. schon § 170. Z. B.
illũnatik inniminẽput (oder innimingnẽput) sie sind alle an ihren Plätzen (ein jeder an seinem).
nunaminut (oder nunamingnut) aullarsimavut sie sind in ihre Heimat gereist (ein jeder in die seine).
Eine parallele Erscheinung ist der Sing. inuata in Mt. 15, 27 Seite 344 oben.
5. Die obige Hauptregel § 529 gilt natürlich nicht bloss für den Hauptsatz, sondern auch für den Nebensatz (im Konjunktiv oder Subjunktiv); ebenso, wenn statt eines solchen vollständigen Nebensatzes ein Infinitiv, Partizip oder Nennwortbildung mit dem Anhang neĸ steht. Bei Rückbeziehung auf das Subjekt (Thäter) eines solchen Nebensatzes hat also das Refl. zu stehn. Z. B.
iglominut itteromavlune (od. itteromagame) pâlakpoĸ in sein (eigen) Haus gehn wollend, als er wollte, fiel er.
tussarpogut iglominut ittermat wir hören, dass er in sein (eigen) Haus gegangen. Mit gleichem Sinn:
tussarpogut iglominut itterninganik wir hören sein in sein Haus Gegangensein, d. h. dass er &c.
tussarpogut iglominut ittilauĸtomik wir hören den in sein Haus Gegangenen, d. h. dass er &c.
tussarpogut nunaminut uttilauĸtub toĸunganik wir hören den Tod des auf sein Land Zurückgekehrten. — Probe nach § 75 NB.: Ich gehe in mein Haus: ich kehre auf mein Land zurück. — Vgl. auch § 537b.
6. Eine besondere Erwähnung verdienen solche zusammengesetzte Sätze, wo das Subjekt (Thäter) des Hauptsatzes in der dritten Person steht. Es scheinen da, je nach dem Verb des Hauptsatzes, auch im Esk. zwei Fälle unterschieden werden zu können:
Erstens: Das Verb des Hauptsatzes enthält den Begriff des Wahrnehmens (sehen, hören, denken, glauben, wissen &c.) oder des Sagens (erzählen, verkünden, versprechen &c.) oder einen ähnlichen, so dass also der ganze Nebensatz dem Hauptsatz als Objekt untergeordnet ist (Substantivsatz der deutschen Gram.). In diesem Fall müssen die Suffixa im Nebensatze refl. Form haben, nicht nur, wenn sie sich auf das Subjekt des Nebensatzes, sondern auch, wenn sie sich auf das des Hauptsatzes zurückbeziehen. Es kann bei einer solchen refl. Form also leicht Zweideutigkeit stattfinden, wenn diese nicht etwa durch den ganzen Zusammenhang oder auch durch klare Zusammenstellung der verschiedenen Satzteile gehoben wird.
Dgl. zusammengesetzte Sätze bilden auch besonders die Anhänge -rĸovâ er heisst ihn, típâ er macht, lässt ihn, -nasugivâ glaubt, dass er, nerarpâ sagt, dass er, tailivâ verhindert ihn, wie sie § 382 und 502 zusammengestellt sind. Dort ist ihre Eigentümlichkeit in Bezug auf das Reflexiv auch in § 505 schon erwähnt. Siehe die dortigen Beispiele, und hier die unter b).
Zu alle dem eben Gesagten vgl. aber die Fussnote*. Z. B.
a) Noa tussarpoĸ iglominut Joase ittermat (Joasib itterninganik) N. hört, dass J. in sein (entw. des J. oder aber auch des N.) Haus gegangen. — Probe nach § 75 NB.: Für den ersten Fall: Ich bin in mein Haus gegangen. Für den zweiten nur mit Zusammenfassung beider Zeitwörter: Ich höre, dass er in mein Haus gegangen.
Noab Joase oĸautigivâ nunaminut aullartoĸ Noa sagt von Joas, dass er nach seinem (des J. oder auch des N.) Lande gezogen sei.
Noab Joase oĸautigivâ atâtane ĸemangmago N. sagt von J., dass er seinen (des J. oder des N.) Vater verlassen habe.
b) Angajoĸâĸ Jêsusib itterninganik iglominut pijariaĸarasugiklingilaĸ der Hauptmann hielt Jesu Kommen in sein Haus nicht für nötig (des Hauptmannes oder Jesu Haus; der Zusammenhang führt auf das erstere).
Noab Joase takovâ perĸutiminik pêrsitillugo Noa sah den Joas, während er, Joas, seine (des J. oder auch des N.) Sachen wegnahm.
ernine perĸutiminik neksarasugivâ er glaubt, dass sein Sohn seine (des Vaters oder Sohnes) Sachen mitgenommen habe.
idluarsaijub uigarneĸ iglominit annerĸovâ der Richter hiess die Witwe aus seinem oder ihrem Hause gehn. Doch s. über iglunganit den Schluss der Fussn.* auf vor. S.
* Es ist aber zu sagen, dass die ganze obige Regel von den Esk. durchaus nicht scharf befolgt zu werden scheint. Oft werden auch die nicht refl. Formen gebraucht, und zwar herrscht da nicht nur bei verschiedenen Leuten untereinander Verschiedenheit, sondern ein und dieselben Leute bleiben sich selbst auch nicht gleich bei parallelen Beispielen. Es scheint wirklich, dass, je nachdem dem Redenden das Subjekt des Hauptverbs oder das des untergeordneten, sei es durch das Satzgefüge, oder auch zufällig mehr in den Vordergrund tritt, er dann öfters nur diesem die refl. Formen zuweist und dem andern dann die nicht reflexiven. Es ist bei solcher Verwirrung kaum möglich, klar darüber zu werden, ob hinter alle dem sich nicht doch bestimmtere Regeln aufstellen liessen. Und so lässt die Behandlung dieses ganzen Abschnittes — auch in den folg. §§ — noch viel leidige Lücken und ärgerliche Unbestimmtheiten übrig.
Mit Fleiss geben wir nicht viel Beisp. solcher Abweichungen, um die obige Regel desto klarer hervortreten zu lassen. Nur weniges. So wird in dem Satz atâtab nukapiaĸ ĸaĸialerĸovâ akkerartorninga pivlugo der Vater heisst den Knaben seines Widerstrebens wegen Busse thun — durchaus allgemein diese Form lieber gewollt, als die refl. akkerartornine. Man könnte dies hier nun wohl so rechtfertigen, dass bei wörtlicher Übersetzung das Subjekt bei pivlugo auch der Vater sein kann, nämlich: Er heisst ihn Busse thun, er (der Vater) sein Widerstreben bedenkend. Wählt man einen von ĸaĸialerpoĸ abhängigen Kasus so wird auch die refl. Form dem Esk. annehmbarer: atâtab ĸaĸialerĸovâ akkerartornerminit (aber doch auch ninganit). Vgl. § 505.
Dem entsprechend ziehn im letzten der obigen Beisp. (S. 343) die Eskimo auch iglunganit für „aus ihrem, der Witwe, Hause“ eigentlich vor.
Anm. Besondere Erwähnung verdient in diesem Zusammenhang -rĸovlugo damit er &c. (vgl. § 508). Da dies, esk. gedacht, immer zu übersetzen ist: ihn heissend, — wozu als Subjekt das Subjekt des Hauptverbs zu ergänzen ist: er ihn, du ihn heissend u. s. w. — so sollte der Regel nach bei Rückbeziehung auf dies Hauptsubjekt (wenn es in der dritten Person steht) auch die refl. Form der betreffenden Nennwörter stehn. Es lässt sich aber nicht leugnen, dass hier von den Esk. die Nichtreflexivform sehr viel (meist?) vorgezogen und gebraucht wird, wohl jemehr ihnen der „Heissende“ als Heissender in den Hintergrund tritt. Besonders scheint dies bei der pass. Konstruktion der Fall zu sein, s. u. das mittelste Beispiel. Wo bei den folg. Beisp. keine andre Form eingeklammert ist, wurde die refl. Form von mehreren Esk. übereinstimmend vorgezogen. Z. B.
Besonders scheint dies bei der pass. Konstruktion der Fall zu sein
der Fall bei der pass. Konstruktion der Fall
Engelit tillivait sorutsinik nagligijaminik kivgartorĸovlugit er schickt die Engel, damit sie den von ihm geliebten Kindern dienen (er sie seinen geliebten Kindern dienen heissend).
tuksiarvigivâ inûliklerĸovlugo ernerminik er bat ihn, dass er seinen (des Bittenden) Sohn heile.
tuksiarvigivâ ernine (viele aber lieber erninga) âĸiktauĸovlugo Joh. 4, 47 er bat ihn, dass sein (des Bittenden) Sohn geheilt werde.
Gûdib perĸojanga tamadja, ernerme (erningata) attinganut okperĸovluta 1 Joh. 3, 23 das ist Gottes Gebot, dass wir an den Namen seines Sohnes glauben.
piulivânga nâlegauvingmine (vingane) inôniarĸovlunga er hat mich erlöst, dass ich in seinem Reiche lebe.
In den 2 letzten Beisp. hatten unsre älteren Katechismusausgaben auch nur die richtigere Reflexivform.
7. Zweitens: In Nebensätzen aber, die bei andern als den in Nr. 6 genannten Hauptverben stehn, scheint dagegen regelmässig die refl. Form nur auf das Subjekt (Thäter) dieses Nebensatzes zu gehn, während die Beziehung auf das Subjekt des Hauptsatzes durch die nicht refl. Form gegeben wird. Z. B.
a) Noa ovungarniarpoĸ, Joase uttertitsilerpat erninganik Noa wird hieher kommen, wenn Joas seinen (des N.) Sohn zurückbringt (ernernimik des J. Sohn).
Noa aullaĸatauniarpoĸ, Joase aiklituarpat ĸajanganik N. wird mit fortziehn, sobald J. seinen (des Noa) Kajak holen wird (ĸajarminik des J. Kajak).
Noab Joase ĸemakpâ, taipsoma suangmago atâtanga N. verliess den J., weil der seinen (des N.) Vater schalt (atâtane des J. Vater).
b) So auch, wenn der Nebensatz verkürzt als Partizip u. s. w. (§ 534) erscheint.
Gûdib nâpkigivait illũnaita oĸausinganik (besser als serminik) tussaromajut Gott erbarmt sich aller, die sein Wort hören wollen.
ĸingmiarsuit nerrivut karnganerlukunik inuata (besser als inungme) nerrimârvinganit kataktunik die Hündlein essen von den Brosamen, die von ihres (ihrer § 533) Herren Tische fallen. Mt. 15, 27. Vgl. aber § 539 Fussn.
8. Bisher war nur von einer Rückbeziehung auf das Subjekt (sei es des Haupt- oder Nebensatzes) die Rede. Es bleibt noch der Fall übrig, dass das Subjekt (Thäter) des Nebensatzes selbst, als dem des Hauptsatzes zugehörig bezeichnet wird. In diesem Falle hat das Subjekt des Nebensatzes (wenigstens vorherrschend s. Anm.) nicht die refl. Form (was auch mit Klschm. § 74, 2 stimmt), selbst nach Verben, die ein Wahrnehmen und Sagen ausdrücken. Z. B.
ovungarpoĸ, ĸitorngangit ovungarĸârmatta er kommt, weil oder als seine Kinder vorher hieher gekommen waren (= tâpsoma ĸitorngangit die Kinder desselben).
sivôralerput, atâtangat (1 Mos. 50, 15 freilich gedruckt: atâtatik) toĸĸolaungmat sie fürchteten sich, da ihr Vater gestorben war.
issumaĸarpoĸ od. tussarpoĸ, ĸattangutingit (tine s. Anm. vgl. 1 Sam. 4, 19) tikingmatta er denkt od. hört, dass seine (des Denkenden) Geschwister gekommen sind.
unipkautivânga, nukanga (kane) tikisimangmat er erzählt mir, dass sein (des Erzählenden) jüngerer Bruder gekommen sei.
ĸaujimatsiarpoĸ, ômigijinga (jine) parngnaigêrmat er wusste, dass sein (des Wissenden) Feind schon bereit war.
utterame oĸarpoĸ illua ãniajoĸ als er zurückkehrte, sagte er, dass sein Inneres schmerze.
ikpigidlarput, ajorningit (nitik) takojaungmatta sie fühlen sehr, dass ihre Sünden gesehen werden.
Anm. Wie die oben eingeklammerten Formen zeigen, wird aber von manchen doch das Reflexiv unbedenklich angewendet, wie es auch in den älteren Drucken meist in solchen Fällen sich findet*. Man konnte nun fragen, ob hier etwa eine Regel zu Grunde liege, wie im Lateinischen in Bezug auf se, suus und ejus, wo, wenn der Nebensatz aus dem Sinn des Subjektes im regierenden Satz heraus gesprochen ist, [z. B. er kommt her, weil seine Kinder gekommen seien, — Gedanke des kommenden], das refl. Pronomen zu stehn hat, sonst nicht [z. B. er kommt her, weil seine Kinder gekommen waren, — einfache Thatsache, Bericht des Erzählenden]? Und ebenso könnte man diese Frage in Bezug auf Nr. 7 thun. Es scheint aber doch im Bewusstsein des Esk. ein solcher Unterschied nicht in dieser Weise vorhanden zu sein, und gemacht zu werden.
Was den Gebrauch des Refl. („der e-Form“) in zusammengesetzten Sätzen überhaupt betrifft, das sei zum Schluss noch bemerkt, so kann derselbe in Grld. und Labr. schon um deswillen sich nicht ganz decken, weil dem Labr. dialekt das „Verbalpartizip“ ganz fehlt. Vgl. Klschm. § 77.
* wie denn auch, wo der Konj. durch ein Nennwort auf neĸ ersetzt werden kann, dann in dem nun einfachen Satze Reflexiv erscheint. Vgl. z. B. mit oben: tussarpoĸ ĸattangutime (refl.) tikiningænik er hört das Gekommensein seiner, des Subjekts, Geschwister; ebenso unipkautivânga nukame (refl.) tikininganik er erzählt mir seines jüngeren Bruders Gekommensein. Vgl. den etwas andern Fall § 537b.
III. Nennwörter, die einen Verbalbegriff in sich schliessen, insbesondere die Partizipien (und unsre deutschen Relativsätze).
§ 540-543.
1. Wie von Verben verschiedene Kasus oder adverbiale Bestimmungen abhängig sind, so kann dies auch der Fall sein bei Nennwörtern, die einen Verbalbegriff, d. h. den Begriff einer Handlung in sich schliessen. „Dahin gehören vor allem die Partizipien, denen Partikeln und andre Wörter ganz ebenso untergeordnet sein können, wie den Verben, von welchen sie kommen. Ferner manche Wörter, die an Bedeutung einem Nominal- oder pass. Partizip gleich sind, wie sie durch die Anhangswörter -lik welcher hat, versehen damit § 442, -liaĸ ein gemachter § 440, siaĸ ein erhaltener § 473 und ähnliche gebildet werden.“ Z. B.
poĸtujunik ĸaĸĸalik welches hohe Berge hat.
ikpeksaĸ iklerviliara (od. liarijara, liarilauĸtara) mein (d. h. ein von mir) gestern gemachter Kasten.
niuvertemit saviksianga (siarijanga) sein vom Kaufmann erhaltenes, gekauftes Messer.
„Auch andre von Zeitwörtern abgeleitete Nennwörter (z. B. durch -useĸ, -ut, -seĸ) können zuweilen ein auf das Stammwort sich beziehendes Wort im betreffenden Kasus bei sich haben“, besonders die auf neĸ. Z. B.
avunga ingerganingane auf seiner Reise nach Norden.
oĸautsit Jêsusib toĸĸunganik die Worte von Jesu Tod.
ĸollêlikkanik ĸalloraut (od. Plur. rautit) Strömlingsschöpfer.
Unseen Collaborator helpfully looked this up:
Grimm’s dictionary identifies the Strömling (“Swedish Anchovy”) as Clupea harengus.
2. Die Partizipien, unsre Relativsätze ausdrückend. Vgl. Klschm. § 102, 1.
Auch hier § 569.
Unsre deutschen Relativsätze (mit welcher, auch wo) werden durch das Esk. Partizip, sowohl das Nominal-, als das aktive und pass. Part. ausgedrückt. Z. B. welcher liebt = der Liebende; welcher mich liebt = mein (d. h. der mich) Liebender; welcher geliebt wird = der Geliebte. Z. B.
inuk naglingneĸangitoĸ ein nicht Liebe habender Mensch, welcher nicht Liebe hat.
oĸautsinut tussartarnut durch deine (= die von dir) gehörten Worte, welche du gehört hast.
Paulusetut oĸartotut wie Paulus wie der sprechende, d. h. wie Paulus, welcher spricht.
Gûde ikajortiga Gott mein Helfer, welcher mir hilft.
oĸautigijat tukisingilara ich verstehe nicht dein zur Rede Gehabtes, d. h. was du sagst.
aglagvigilauĸtarma akkivânga mein zum Ort des Schreibens Gehabter, d. h. der, an den ich geschrieben habe, antwortet mir.
nerĸiksaĸarpunga ĸaujimangitapsingnik Joh. 4, 32 ich habe Speise eure nicht gewusste, d. h. von der ihr nicht wisst.
inuartoĸ Jêsusib kikiaktortauĸatinga der Mörder, Jesu Gekreuzigtwerdensgenosse, d. h. der mit Jesu gekreuzigt würde.
Wenn mit unserm pronomen relativum „welcher, der“ Präpositionen verbunden sind, also Bildungen entstehn wie: wo (= in, an welchem), worüber, über welches, womit, wodurch, weshalb, weswegen u. s. w. — so sind die Partizipien mancher Anhänge zu wählen, unter denen der Anfänger ganz besonders auf vigivâ § 499 und -utigivâ § 495 hinzuweisen ist, wo man auch die Beispiele vergleiche. Z. B.
nuna ĸuviasugvigilauĸtanga das Land, sein zur Freudestelle Gehabtes, d. h. wo er vergnügt war.
nuna aullarvigijara das Land, mein zur Fortziehensstelle Gehabtes, d. h. von dem ich fortgezogen bin, woher ich komme.
tagva ĸugviorutigijara das ist mein zur Weinensursache Gehabtes, d. h. das ist’s, weshalb oder worüber ich weine.
oĸautsinut nertordlerutigijaptingnut durch die Worte durch unsre zum Mittel des Lobens Gehabten, d. h. durch die Worte, womit wir loben.
Fortsetzung. Da dieser Gegenstand wichtig, mögen noch einige Beispiele folgen: oĸauseĸ oĸauserijara tâmnauvoĸ piulijaujutigijase das Wort, welches ich rede, das ist das, wodurch ihr gerettet werdet; angut ãĸilauĸtane ĸanimasinganit oĸarvigivâ er redete zu dem Manne, den er von seiner Krankheit geheilt hatte; uvlormik taisimalauĸpoĸ sillaĸsoarmiunik erĸartuijomârvingminik Ap. 17, 31 er hat einen Tag genannt, an dem er die Welt richten wird; illanginik taisivoĸ inutoĸab saĸĸijârutigijanginik er nennt einiges, wodurch od. worin der alte Mensch erscheint, sich zeigt; iglune nertordlertut nippinginik tussarviolungitune in den Häusern, in denen od. wo man nicht die Stimmen der Lobenden hört; apperivait uvloriamik ĸanga tækkotitomik Mt. 2, 7 er fragte sie, wann der Stern erschienen sei; katagvigijane serĸalliniarpâ 21, 44 auf welchen er fällt, den wird er zermalmen; imna Gûdib ingminik saĸĸertijutigijanga oĸautsemik taijauvoĸ jener, durch den Gott sich selbst offenbart, wird Wort genannt; nagliktuksauvotit ĸattangutingnik illingnik idluitulliveĸarasugijarnik aglât du sollst sogar deinen Bruder lieben, von dem du glaubst, dass er dir Unrecht thue; pitjuteĸadlarpoĸ sunatuínarnik Gûdib avilortarvigijanginik (od. avilortarutigijanginik) õmatiptingnut es gibt gar mancherlei Gelegenheiten, bei welchen (od. durch welche) Gott an unsre Herzen anklopft; inûb sangêninganut oĸautigerĸaujaptingnut durch die Schwachheit des Menschen, von der wir vorher sprachen. Auch Ap. 14, 26.
Für den Ausdruck des Genitivs: „dessen, deren“ folg. Beispiele: Elisab arnaĸ oĸarvigivâ ômartitame anânanga Elisa redete mit dem Weibe, dessen Sohn er hatte lebendig gemacht 2 Kön. 8, 1 u. ähnlich V. 5; — nukardlerijama ijûtigivânga atâtaĸartut nachoginajalauĸtamnik es lachen meiner, die jünger sind, denn ich, welcher Väter ich verachtet hätte. Hiob 30, 1.
Noch ein Beisp., wie deutsche Relativsätze im Esk. wieder­zugeben, sei folgendes: Der Gottlose, von dem wir wissen, dass er Gott nicht fürchtet, kann in Freuden leben, während der Fromme notleidet. Setze eskimoisch so: Der Gottlose kann . . . ., während der Fromme notleidet, obgleich, wie wir wissen, der Gottlose Gott nicht fürchtet.
Unseen Collaborator wrongly corrected “Elisa (redete)” to “Elias”. The passage refers to Elisha, not Elias.
Anm. Statt dieses Ausdrucks durch das Partizip kann man aber doch auch (s. Klschm. § 102) das pronomen relativum in das demonstrativum (dieser, und ebenso wo in da) verwandeln, wenn es auch eine gebrochene Redeweise ist. „Z. B. erĸaitiniarpâtit ipkuninga oĸautsiminik, tâpkua tussalauĸpattit (= tussalauĸtarnik) er wird dich an jene seine Worte erinnern, die hast du gehört, d. h. welche du gehört hast; avane niuverte, tâpsoma erninga achâne mânêlauĸpoĸ, inôjungnaertoĸ oĸautigivât der im Norden Kaufmann (ist), dessen Sohn war voriges Jahr hier, den besagten sie als gestorben, d. h. sie sagten, dass der Kaufmann im Norden, dessen Sohn hier war, gestorben sei; ikkerasamut illagivakka, tagvane mãnaĸameĸ naipilauĸpagit ich war mit ihnen bis in den Sund, dort habe ich dich neulich getroffen, d. h. wo ich dich neulich getroffen habe.“ „Dies Verfahren ist im gemeinen Leben zwar nicht grade häufig, kann aber im Notfall unbedenklich angewendet werden, wo durch die Partizipbildung (s. o.) der Satz an Einfachheit zu viel verlieren würde.“
B. Zum Zeitwort.
§ 544-567.
1. Ausdrücke mit Auslassung des Zeitworts.
§ 544.
a) Oft werden verschiedene Worte als Ausruf, Befehl, Frage allein gebraucht, wie bei uns, wobei das betreffende Verb leicht zu ergänzen ist. Z. B.
taikunga dorthin (gehe od. lasst uns gehn &c.)!
pôrmik einen Sack (her)!
machaĸ unâ? (ist) dies (von) Thon?
b) Besonders häufig stehen das Nom. Part. und das pass. Part. ganz statt des Indikativs oder Interrogativs. S. schon § 282. 289. 290. Nach Klschm. § 70 besonders, „wenn man nicht mit völliger Ruhe, sondern in einer gewissen Gemütsbewegung spricht“. In Labr. aber noch allgemeiner. Z. B.
ãniajoĸ ein Leidender (ist er), ganz = ãniavoĸ er leidet, hat Schmerzen.
piulilârtakka meine (die von mir) errettet, aufgehoben werden Werdenden (sind sie) = piulilârpakka ich werde sie erretten, aufheben.
sennajungnangitât? dein nicht arbeiten Gekonntes (ist es)? d. h. kannst du es nicht arbeiten (= sennajungnangilât = jungnangipiûk)?
2. Stellvertretende oder ersetzende Verbformen.
§ 545.
Es steht öfters
a) der Interrogativ als Ausdruck eines Ausrufs „mit lebhafter Gemütsbewegung“, besonders in folg. Verbindungen mit -ĸarpoĸ (vgl. mehr Klschm. § 71, 1):
nakudlartoĸarĸâ? hat es etwas Dankenswertes?! = o wie dankenswert nakudlarmêk!
nakudlârsukullukêt? bist du sehr hübsch dankenswert?! = wie muss ich dir danken!
kappianadlartoĸarĸâ? hat’s etwas Schreckliches?! — das ist ja schrecklich, gewaltig, wunderbar kappianadlarmêk! s. auch § 338, 86.
b) Der Infinitiv oder auch Optativ statt des Interrogativs. Z. B.
neksarlugo? (soll ich) es mitnehmen? § 250.
ĸailangâ? ich möge kommen? = soll ich kommen? § 258.
c) Der Infinitiv statt des Imperativ, „was überhaupt in jugendlichen Sprachen etwas Gewöhnliches ist.“ Besonders bei verneinenden Zeitwörtern, auch bei ĸanoĸtôĸ. Siehe mehr schon § 250 und 270, 3. 4. Z. B.
nikovidlutit du (sollst) aufstehn = steh auf!
una aktornago (thue od. thut) dies nicht anrühren!
kipilugo (thut ihr od. manchmal auch: lasst uns) es abschneiden!
d) Statt des Imperativs wird ferner gebraucht: tuksauvoĸ, -juksauvoĸ, (§ 294) er soll, oder einer der das Futur ausdrückenden Anhänge niarpoĸ, -lârpoĸ, omârpoĸ (s. schon § 270, 4). Also z. B. du sollst, wirst das thun statt: thue das!
e) Statt des Konjunktivs öfters das Nom. part. u. der Infinitiv nach Verben, die ein „Wahrnehmen“ und „Sagen“ ausdrücken. Davon gleich § 547.
f) Statt des Indikativs sehr oft das Partizip. S. schon § 282 und 289 f. und eben § 544.
3. Konjunktiv und Subjunktiv.
§ 546-555.
„Der Konjunktiv steht für Geschehenes oder Gewisses, der Subjunktiv für Ungeschehenes oder Ungewisses. Der Grundbedeutung des Konj. entspricht daher ganz unser: dieweil (u. dessen Stellvertreter als, da, weil) und der des Subjunktiv: wenn.“ Klschm. § 88.
1) Es ist aber zu bemerken, dass der Labr. dialekt (dem das Verbalpartizip des Grönländischen verloren gegangen) den Konj. auch für unsre Sätze mit dass braucht; nicht bloss da, wo dass mit weil vertauscht werden kann (z. B. ich freue mich, dass od. weil du da bist), sondern überhaupt. Dabei kann das Hauptverb, von dem das dass abhängig ist, sowohl s. s. Form haben, was wohl das Ursprüngliche ist, oder auch c. s. Form (worin ein „es“ enthalten, das den ganzen Nebensatz vertritt). Z. B.
nellungilanga (s. s.) takkojomârapse ich weiss dass ich euch sehn werde.
nellungilara (c. s.) takkojomârapse ich weiss es
Hier sei gleich bemerkt, dass für solche Sätze mit „dass, als“ nach Verben, die ein Wahrnehmen (sehen, hören, denken, glauben, wissen &c.) und Sagen (erzählen, verkünden &c.), auch ein Antreffen &c. ausdrücken, oft auch das Nominalpartizip (auch der Infinitiv, sowie manchmal auch ein Nennwort auf neĸ) steht*. Vgl. Klschm. § 76. Z. B.
nakornersauĸôrtomik (neben ĸôrmat) oĸalauĸpoĸ er hat gesagt, dass jener besser zu sein schiene (eig. den besser zu sein Scheinenden).
ĸilangmit pijoĸ (od. pingmat) oĸautigiguptigo wenn wir sie vom Himmel kommend sagen, d. h. wenn wir von ihr sagen, dass sie vom Himmel kommt. Mk. 11, 31.
illitarivagit sivôranartotit (od. naravit) ich kenne dich, der du oder dass du zu fürchten bist. Mt. 25, 24.
illitarivarma sivôranartunga (od. narama) du weisst (mich), dass ich zu fürchten bin. Ganz ähnlich Mt. 25, 26.
ningartotit oĸautigijauvotit (od. ningaravit) du wirst beredet der du zürnest, d. h. man sagt, dass du zornig bist od. warst.
tussarpâse nerĸiksaĸangitose (od. ĸanginapse) od. tussarput nerĸiksâĸanginipsingnik sie hören (euch), dass ihr nichts zu essen habt.
inutoĸaujunga (od. ĸaunimnik od. ĸaulerama aber nicht ĸauvlunga) missigilerpunga ich merke, dass ich alt werde, mein Altwerden.
ĸaijomavlutik (od. ĸaijomagamik) oĸarput sie sagten kommen zu wollen, dass sie kommen wollten.
tunnitsivigijomavlugit (od. jomagamigit) oĸarpoĸ er sagt, ihnen geben zu wollen, dass er ihnen geben will.
ĸeajoĸ (od. ĸeatillugo od. ĸeangmat) naipipara ich traf ihn weinend an, als er weinte.
anguvara inôjoĸ (od. inôtillugo) sulle ich holte ihn noch lebend ein, bekam ihn noch lebend.
* Zuweilen wird auch der eigentlich abhängige Daßsatz nur einfach „im Ind. daneben gestellt, zumal wenn das Hauptverb kein Suffix hat (s. s.) und dessen Subjekt erste Person ist, z. B. tussarpunga, ĸingmib kêvâtit (neben Konj. kêngmattit) ganz wie bei uns: ich höre, es hat dich ein Hund gebissen.“ Klschm. § 78.
Anm. Auf dass, damit und so dass.
Mit dem Konj. aber darf unser deutscher dass nicht ausgedrückt werden, einmal, wenn es = auf dass, damit ist, die Absicht ausdrückend. Dies ist durch -rĸovlugo (= ihn heissend) § 506. 507 zu geben.
Zweitens ist besonders davor zu warnen, unser dass durch den Konj. zu übersetzen, wenn es = so dass ist, die Folge ausdrückend; denn es wird allzuhäufig dagegen gefehlt, selbst auch wohl von Eskimos. Unsre Übersetzungen, leider auch die neuesten, bieten dazu viele Belege. So z. B. Jos. 5, 12. 6, 27. 8, 17. 22. Richt. 7, 1. 3. 10, 9. 15, 14. 20, 35. 1 Sam. 4, 10. 5, 12. 14, 15. 17, 49, 18, 30. 19, 8. 22, 18. 30, 17. 2 Sam. 2, 31. 3, 22. 4, 7. 8, 2. 18, 7. 2 Kön. 10, 21. 2 Chron. 21, 17. Psalm 77, 5. und andre mehr.
Wäre dieser Gebrauch richtig, so müsste man die Sätze:
Ich schlage ihn, weil er schreit und:
Ich schlage ihn so dass er schreit
im Esk. ganz gleich übersetzen können. Der Konj. drückt den Grund aus (weil). Die Folge einer Handlung (so dass) ist das grade Gegenteil davon. Sollten Eskimos den Konj. auch wirklich in letzterer Weise brauchen (wie ja der Gebrauch des mut etwas ganz Ähnliches aufzeigt s. o. § 521), so sollte man diese unlogische und nur die Unklarheit befördernde Ausdrucksweise nimmermehr nachahmen. Deshalb seien hier noch einige Winke gegeben in Bezug auf die richtige Wiedergabe des Deutschen so dass:
a) das Nächstliegende ist, den die Folge enthaltenden So-dass-satz im Esk. als Hauptsatz hinzustellen, unsern deutschen Hauptsatz dagegen in den esk. Konj. als Nebensatz — also im Esk. grade umgekehrt all im Deutschen. Also obiges Beispiel:
Ich schlage ihn, so dass er schreit — im Esk. weil ich ihn schlage, schreit er.
Oder für: es hatte grosse Kälte, so dass er erfror,
nicht: itjeĸadlarpoĸ ĸeungmat sondern: itjeĸadlarmat ĸeuvoĸ.
In dieser Weise ist (schon in der alten Ausgabe) Gal. 5, 17 gut wieder­gegeben.
b) Oder man schiebt statt dieses Konj. (weil) ein deshalb (taimaimat oder tamanna pivlugo) ein. So:
Ich schlug ihn, deshalb schrie er (= so dass er schrie).
So ist z. B. Mt. 15, 31 gegeben.
c) Oder aber man kann oft den So-dass-Satz ganz einfach als Hauptsatz folgen lassen, ihn durch „und“ mit dem ersten verknüpfend. Z. B.
1 Sam. 17, 49 er traf ihn, dass der Stein in seine Stirne fuhr.
Dafür: er traf ihn und der Stein fuhr in seine Stirn.
2 Sam. 4, 7 sie stachen ihn tot (toĸolermat = so dass er starb).
Dafür: sie stachen ihn und töteten ihn. Vgl. d.
2 Kön. 10, 21 liess alle kommen, dass niemand übrig war.
Dafür: liess alle kommen und niemand war übrig.
Mark. 9, 28 ist z. B. gut in dieser Weise übersetzt, schon in der alten Ausgabe; auch Jes. 8, 15.
Es ist diese Ausdrucksweise mit „und“ der Sprache eines einfachen Naturvolkes ganz angemessen, und so auch ganz im Ebräischen vorhanden; so dass, wenn man jene oben im Anfang der Anm. angeführten alttestamentlichen Stellen in dieser Weise gegeben hätte, man auch das ebr. Original ganz getreu wieder­gegeben haben würde. Vgl. die Bibelübersetzung de Wettes, wo fast in all jenen Stellen ein einfaches und erscheint. Luther hat in berechtigter Übersetzersfreiheit das dem Deutschen naheliegende dass gewählt.
d) Oder man kann auch öfters den Infinitiv (bisweilen mit típâ) statt des So-dass-Satzes setzen. Z. B. obige Sätze auch so:
Ich schlug ihn, ihn schreien machend ĸeatidlugo.
2 Sam, 4, 7 auch: sie schlugen ihn, ihn tötend toĸĸodlugo.
So ist z. B. gegeben Off. 13, 13: er thut grosse Zeichen, (so dass =) auch Feuer vom Himmel fallen machend.
Joh. 3, 16 dass er seinen eingebornen Sohn gab ernituane tunivlugo.
Weiteres vom Konjunktiv und Subjunktiv:
2) Der Konjunktiv wird im Esk. viel häufiger gebraucht als bei uns, in Fällen wie z. B. wenn wir sagen: Es läutet, lasst uns zur Kirche gehn. Übersetze: sivannermat (weil es läutet) kattimaviliarta. Ebenso: Ich verstehe es nicht, lass mich’s noch einmal hören tukkisinginapkit (weil ich dich nicht verstehe) tussalaungmilanga. Doch vgl. § 547 Fussn.
„Dann wird der Konjunktiv sehr häufig allein, ohne Hauptzeitwort gebraucht, nämlich um den Grund dessen anzugeben, was vor den Augen des Angeredeten eben stattfindet und also keiner Beschreibung bedarf.“ Im Deutschen steht hier der Indikativ. Z. B.
pôksaĸanginama ich habe keinen Sack, kein Gefäss es hineinzuthun! eig. weil ich keinen Sack habe (weiss ich nicht, wie es fortbringen).
kingoraigapta da kommen wir zu spät! eig. weil wir zu spät kommen (haben wir es nicht gesehen od. sind leer ausgegangen).
sillaĸidlarmat weil’s sehr schönes Wetter ist (sind wir vergnügt)!
ajornarmat weil’s unmöglich ist (ergebe ich mich drein)!
„Auch als Frage, d. h. wenn das weggelassene Hauptverb Interrogativ sein würde.“ Z. B.
ajornarmât? weil’s unmöglich ist (thust du so)?
nâlenginavît? (etwa: wirst du bestraft) weil du nicht folgtest?
sugavît? weil du was thust? d. h. warum (z. B. weinst du, wirst du gerufen &c.)?
Vgl. zu diesem Konj. von suvoĸ § 313 Anm. und § 211.
3) „Manchmal steht ein Konjunktiv oder Subjunktiv wie ein Adjektiv bei einem Nennwort (das einen Zeitwortbegriff in sich schliesst)“. Z. B.
„atâtama aullalaurame oĸausingit puigungilakka meines Vaters als-er-abreiste-Worte (d. h. was mein Vater sagte, als er abreiste) habe ich nicht vergessen.
„avungalâruma umiaksara nautsertorĸiûk? hast du mein wenn-ich-nach-Norden reisen werde-Boot untersucht (d. h. das Boot, das ich brauchen soll, wenn ich nach Norden reisen werde)?“
Ähnlich ist’s
4) „wenn ein grundangebender Konjunktiv, wie sonst auf ein Zeitwort, so vermittelst einer Kopula (tagva das ist § 576. 577) auf ein Nennwort sich bezieht.“ Z. B.
„aujaĸ nenorajamik pilaurama, tagva (tagga) tauĸtiksanga weil ich diesen Sommer ein Stück Eisbärfell (von dir) erhielt, das (was ich hier habe oder dir jetzt bringe) ist seine Tauschbezahlung = dies (Stück Fell) hier ist für das Stück Fell, das ich im Sommer erhielt.
„nâlenginavit, tagva (tagga) akkinga weil du nicht gehorchtest, das, (was dir jetzt widerfuhr, widerfährt, widerfahren wird) ist seine (nämlich des Ungehorsams) Vergeltung = das hast du davon, dass du nicht hören wolltest, das ist für deinen Ungehorsam.“
5) Wie der Subjunktiv (mit -najarpoĸ im Hauptsatz) bei unwahren Bedingungssätzen (wenn . . ., so wäre, hätte) gebraucht wird, darüber s. -najarpoĸ § 449 Anm. Z. B.
unungaruvit, angunajarpotit wenn du seewärts (zur See) gingest, würdest du erwerben.
Ferner bei ĸanoĸtôĸ § 326. Siehe dort auch die Anm., wo gezeigt ist, wie bei einem auf die Vergangenheit gehenden Wunsch (z. B. o dass ich da gelebt hätte!) der Subjunktiv — ohne oder mit -najarpoĸ — angewendet werden kann.
6) Wie wenn. Auch im Esk. ist hier der Subjunktiv anzuwenden. Man unterscheide folg. zwei Fälle:
a) wie (dann, od. in dem Falle), wenn (das und das ist, geschieht). Das wie und wenn gehören nicht so eng zusammen. Hier einfach sôrlo und nachfolgender Subjunktiv. Z. B.
ĸuviasugomârpose sôrlo nipjausijartut ailerpatta ihr werdet euch freuen, wie wenn man mit der Pfeife gehet. Jes. 30, 29.
b) wie wenn (enger zusammengehörend) = als ob oder: wie wenn (das und das wäre, geschähe, es ist aber nicht so). Hier entweder sôrlo mit nachfolgendem oder vorstehendem Subjunktiv, aber mit dem Anhang -najarpoĸ, oder aber ganz einfach nur durch tut zu geben. Vgl. das § 526 Anm. 2 von tut Gesagte und die Beispiele daselbst. Z. B.
Gûde oĸautauĸattarpoĸ inuktut illinganeĸarajarpat sôrlo oder: inuktut illinganeĸartotut (sôrlo) von Gott wird öfters geredet, als ob er wie ein Mensch sich verhalte.
7) Endlich ist davor zu warnen, ein gewisses deutsches wenn, das nicht etwas „Ungeschehenes oder Ungewisses“ aussagt, sondern etwa = „da, da nun, da so, indem“ ist, durch den Subjunktiv zu übersetzen. Hier ist der Konjunktiv zu wählen.
Z. B. Wenn Paulus den Römern schreibt = da Paulus den Römern schreibt. Ebenso: Wenn so (= da so) alle Wesen Gott loben, sollen wir es nicht auch thun? Ebenso: Wenn so (= da so) unser Text uns keinen Zweifel gelassen hat u. s. w.
Anm. Der eigene Gedanke einiger Hoffenthaler Esk., den Subjunktiv nur für „Ungewisses“ zu brauchen, nicht aber auch für „Ungeschehenes“, sobald dieses als gewiss eintretend gewusst werde (weshalb sie z. B. von der Wiederkunft des Herrn, da diese etwas Gewisses sei, nicht tikitsomârpat brauchen wollten), — entbehrt der Begründung, da der Gebrauch bis nach Grld. hin durchaus ein weiterer ist (ganz der genauen Fassung Kleinschmidts für „Ungeschehenes oder Ungewisses“ gemäss § 546). Man denke nur an den alltäglichen Gebrauch von ĸaupat morgen (= wenn es tagt), ĸetterarpat zu Mittag, wenn es Mittag ist, sein wird, — wo keinem einfallen wird, das Eintreten des morgenden Tages und des Mittages als etwas Zweifelhaftes, Ungewisses sich zu denken.
4. Die Reflexivformen des Konjunktiv und Subjunktiv
(ame, une neben mat, pat &c.).
§ 556-560.
1) Wie es beim Nennwort reflexive (s. zurückbeziehende) Formen gibt (s. § 75), so findet eine ganz ähnliche Erscheinung bei der dritten Person des Konjunktivs und Subjunktivs des Zeitwortes statt. S. die Tabelle § 260 und § 244.
Neben mat, mago &c. — pat, pago &c.
auch ame, amiuk &c. — une, uniuk &c.
Die letzteren Formen nennen wir auch hier die Reflexivformen*. Die einfache Regel in Bezug auf sie ist: Wenn das Subjekt (Thäter) des (durch den Konjunktiv oder Subjunktiv gebildeten) Nebensatzes dasselbe ist wie das des Hauptsatzes, so steht die Reflexivform. Wenn aber diese Sätze verschiedene Subjekte haben, stehen die andern Formen. Z. B.
sinisilerpoĸ, uerngalerame er schlief ein, weil (od. denn) er anfing schläfrig zu werden.
aularune, neksarniarpâtigut wenn er weggeht, wird er uns mitnehmen.
tikínamik, oĸautilauĸpâse als sie kamen, haben sie euch gesagt. Und dann mit Vergleichung von § 272-275:
ĸollalerpoĸ, inôniarmangârme er fängt an zu zweifeln, ob er (der Zweifelnde) leben wird.
ĸuviasukput, takkolerangamigit sie freuen sich, so oft als sie (die Freuenden) sie sehen.
In folgenden ähnlichen Sätzen sind die Thäter verschiedene, darum keine Reflexivform:
uerngalermat, annivogut als od. weil er schläfrig wurde, gingen wir hinaus.
aularpat, mallingniarpavut wenn er fortzieht, werden wir ihm folgen.
tikingmatta, oĸautilauĸpavut als sie kamen, haben wir ihnen gesagt.
ĸollalerpoĸ, inôniarmangât er fängt an zu zweifeln, ob er (ein andrer) leben wird.
ĸuviasukput, ĸitorngangita (s. § 538) aivigilerangagit sie freuen sich, so oft ihre Kinder zu ihnen kommen.
* Wir nennen sie so, obwohl dieser Ausdruck etwas Unbefriedigendes hat und nicht ganz genau ist (wie beim Nennwort), da streng genommen keine „Rückbeziehung“ stattfindet, wenn das Subjekt im Nebensatz dasselbe ist, wie im Hauptsatz. Auch trotzdem, dass wir daneben auch (wie im Deutschen und sonst) von einem refl. Verb im allg. sprechen, wo sich die Handlung auf den Thäter zurückbezieht, z. B. piulivoĸ er rettet sich. § 226.
In unsrer früheren Gram. wurden die in Rede stehenden Formen das Reciprok genannt, wie auch früher das lateinische se, suus &c. so bezeichnet wurde. Da aber jetzt allgemeiner für die Rückbeziehung nur „reflexiv“ gebraucht wird, „reciprok“ dagegen für die Wechselbeziehung („einander“), haben auch wir hier den Ausdruck „reciprok“ aufgegeben. Klschm. nennt die Reflexivform die „e-Form“, die andre die „a-Form“. S. Klschm. § 54.
2) „Auch wenn das Subjekt des einen Zeitworts aus mehreren Gegenständen dritter Person besteht, und einer Subjekt des andern Zeitworts ist,“ steht ebenso die Reflexivform. Z. B.
tikikkamik toĸĸolerpoĸ als sie ankamen, starb er (einer der Angekommenen).
3) Hat eins der zwei Verben (im Haupt- oder Nebensatz) Passivform, so tritt dieselbe Doppel-Möglichkeit ein, wie bei den Reflexivformen des Nennworts schon auseinander­gesetzt ist. Vgl. dort § 532. Zu bemerken ist, dass hier wohl noch mehr als dort das im Sinne liegende Subjekt, der wirkliche Thäter, ins Auge gefasst wird (wonach sich dann zwei verschiedene Thäter ergeben, also die nicht refl. Form gewählt wird). Z. B.
manigortauniarput, pijariaĸarmatta (seltner ĸaramik) sie werden getröstet werden (= man wird sie trösten), weil sie’s nötig haben.
pilloridlarput kiksartut, manigortaujomârmatta (seltner jomâramik) selig sind die Betrübten, denn sie sollen getröstet werden (= man wird sie trösten).
Vgl. überhaupt die ersten instruktiven Sätze der Bergpredigt. Mt. 5, 3-10.
4) Dass beim Anhang narpoĸ vorherrschend die nichtreflexive Form steht, ist dort schon gesagt. § 450 Anm. 4.
5) -́ngíkune (-galloarune) vielleicht, etwa.
Die refl. Form des Subjunktiv auf une (unik Plur.) mit dem Negativ -́ngilaĸ (§ 268), eigentlich: „wenn er, es nicht —“, oder auch in der an alle möglichen Wortformen zu setzenden Form: -úngikune (mit -uvoĸ er ist zusammengesetzt) eigentlich: „wenn er, es etwa nicht ist“ — wird oft gebraucht, wo wir „vielleicht, wohl, etwa, ob nicht doch“ übersetzen können. Es kommt auch im Positiv (der bejahenden Form) vor, aber wohl nur mit dem Anhang -galloarpoĸ zwar § 396, und drückt dann mehr den Zweifel aus. Z. B.
ĸaupat sillalulãngíkune wenn’s morgen (etwa) nicht regnen wird = ob’s nicht doch regnen wird, vielleicht wird’s regnen (ich könnte mir’s denken).
Auf die Frage ĸainiarĸâ wird er kommen?
ĸainiángíkune wenn er nicht (etwa) kommen wird = vielleicht wird er kommen (es ist wohl möglich).
ĸainiaralloarune wenn er wohl oder ob er wohl kommen wird? vielleicht wird er kommen (doch ist’s noch fraglich). Das Letztere drückt mehr den Zweifel aus, als das Vorige.
ĸapsinik pijomavêt? wieviel willst du?
tellimaniúngíkune vielleicht, etwa fünf, eig.: wenn’s nicht ist: fünf (tellimanik).
ĸapsiovât? wieviel sind’s?
tellimaúngíkunik wenn sie nicht fünf (tellimat) sind, d. h. vielleicht, etwa, wohl fünf.
avungaúngíkune, Nainemuúngíkune wenn’s nicht etwa ist nach Norden (avunga), nach Nain (Nainemut), d. h. vielleicht nach Norden, nach Nain.
taimaikasãngíkune, (auch kasángíkune) so mag’s (allenfalls, etwa) gehn! eigentlich: wenn’s, ob’s nicht fast so ist (wie’s sein soll).
Ebenso in der ersten und zweiten Person:
ainiángíkuma vielleicht werde ich gehen.
5. Der Infinitiv (lune, lugo &c.)
§ 561-567.
§ 561.
Vgl. zuerst, was vom Inf. § 218 und 245 &c. gesagt ist. „Er zeichnet sich dadurch aus, dass ihm auch die letzte Spur von Selbständigkeit abgeht.“ Mit welcher Bedeutung er aber doch allein stehen kann, s. o. § 545b.c. (wozu auch gleich e verglichen werde). Diese Unselb­ständigkeit des Inf. zeigt sich in mancher Weise, wie aus dem Folgenden zu sehn. In der Übersetzung entspricht dem esk. Inf. unser Partizip auf —end. Davon gehe man immer aus.
§ 562.
1) Der Inf. (lune, lugo &c.) hat nie ein eigenes Subjekt, sondern das Subjekt des Hauptverbs im Satz gilt auch ihm. Z. B.
kiovlune oĸautivâ er antwortend sagte ihm.
kiovlugo oĸautivâ er ihm antwortend sagte ihm.
pisukluta aullarpogut zu Fuss gehend reisten wir ab.
piniaromagalloardlutit puigorpat zwar (du) thun wollend vergassest du es.
sæglovlutik oĸarput (sie) lügend reden sie.
sægloĸidlunga oĸarput (sie) mich belügend reden sie.
kiksarlunga tikipapse ich betrübt seiend komme zu euch.
§ 563.
Anm. lune und tillugo. Vgl. mehr § 506. 507.
Da ein solcher Inf., unser deutsches —end, auch durch einen Satz mit indem (= als) gegeben werden kann, u. tillugo zum Schluss ähnlich mit indem (= während) übersetzt wird, so macht der Anfänger leicht Fehler in der Anwendung. Nur wenn im deutschen Satz (mit indem) der gleiche Thäter wie im Hauptsatz ist, darf der einfache Inf. lune &c. stehn, sonst nicht, wo dann tillugo an seinem Platz ist. Drum habe man bei tillugo immer den ursprünglichen Sinn im Gemüt: ihn lassend = während er. Z. B.
ningardlune annivoĸ zürnend, indem er (A) zürnte, ging er (A) hinaus.
ningartillugo annivoĸ während, indem er (B) zürnte, ging er (A) hinaus. Bei der wörtlichen Übersetzung zeigt es sich, wie auch in diesem Fall, esk. gedacht, der Thäter bei beiden Verben nach § 562 derselbe ist: Er (A) ging hinaus, er (A) ihn (B) zürnen lassend.
aivigingilâ mânêgalloardlune er (A) ging nicht zu ihm (B), zwar hier seiend d. h. obwohl er (A) hier war.
aivigingilâ mânêgalloartillugo er (A) ging nicht zu ihm (B), obwohl er (B) hier war, eig. er (A) ihn (B) hier sein lassend.
unuktunik takkunârteĸarlune tattamnartulivoĸ indem er viele Zuschauer (ihm Zuschauende) hatte oder habend, that er Wunder.
unuktunik takkunârtoĸartillugo tattamnartullivoĸ während, indem es viele Zuschauer hatte, gab (es haben lassend), that er Wunder.
Über den Unterschied von takkunârte und toĸ in den letzten Beisp. s. § 287.
2) Steht ein Inf. mit einem einen passiven Sinn habenden Zeitwort (sei das pass. nun ausführlicher ausgedrückt oder in der Weise der refl. Verben § 226. 228) so beachte man das § 532 und 558 von dem formellen und dem im Sinn liegenden wirklichen („natürlichen“) Subjekt Gesagte auch hier. Anschliessend an das formelle Subjekt kann der Inf. eines s. s. Verb hinzutreten; anschliessend an das natürliche, im Sinn liegende dagegen der Inf. eines c. s. Verbs (dessen Objekt dann, wenn kein andrer Gegenstand genannt ist, das formelle Subjekt des pass. Hauptverbs ist). Klschm. § 91.
a) siniklune toĸĸotauvoĸ schlafend wurde er getötet.
peĸadlaralloardlune tunitsiviovoĸ zwar viel habend wurde er (mit noch mehr) begabt.
saviksoarmut ullimârtauvlune toĸĸotauvoĸ mit dem Schwert geschlagen werdend, würde er getötet.
Vergleiche damit nun:
b) siniktillugo toĸĸotauvoĸ ihn schlafen lassend, d. h. während er schlief, wurde er getötet (die ihn töteten, liessen ihn schlafen, d. h. warteten die Zeit ab, da er schlief).
peĸadlaralloartillugo tunitsiviovoĸ ihn zwar viel haben lassend, d. h. obwohl er viel hatte, gab man ihm, würde er begabt.
tunitsiviovoĸ peĸaluarĸovlugo er wurde begabt, d. h. man gab ihm, ihn mehr haben heissend, d. h. damit er mehr habe. Vgl. § 508.
saviksoarmut ullimârdlugo toĸĸotauvoĸ ihn mit dem Schwerte schlagend, wurde er getötet, d. h. tötete man ihn.
tukerdlugo mattuerpoĸ es mit dem Fusse stossend (einmal) wurde es geöffnet (für: öffnete es sich), d. h. mit einem Fusstritt deckte man es auf. Ebenso
túkkardlugo upkuerpoĸ sie mit dem Fusse stossend (mehreremal), wurde die Thüre geöffnet, d. h. mit einigen Fusstritten öffnete man die Thüre.
3) Nicht bloss (a) der Modus des Hauptverbs, Indik. Konj. &c., sondern auch (b) die Anhänge des Hauptverbs, die den Stand des Handlung angeben (unvollendete, vollendete, zukünftige Handlung § 219), erstrecken sich auf den mit ihm verbundenen Inf., ohne bei diesem, wenigstens für gewöhnlich, ausgedrückt zu werden. „Dies tritt besonders deutlich hervor, wenn dem Inf. die Partikel lo und angehängt ist, was ganz unserm verbinden der Verba durch und entspricht.“ Z. B.
a) angergarlunelo annivoĸ (Ind.) er ging hinaus und kehrte heim.
angergarlunelo anningmat (Konj.) weil er hinausging und (weil er) heimkehrte.
manigorlugolo pairilugolo ãĸikpâ er tröstete, pflegte u. heilte ihn.
b) takkovlugolo tussaromârpat du wirst es hören und (wirst es) sehen.
kitilugillo ingmigôlingatilauĸpakka und sie zählend habe ich, d. h. ich habe sie für sich gethan und (habe sie) gezählt.
In diesen Fällen können auch die wieder­holungsformen (-larme, -lât § 271) gebraucht werden.
4) Endlich ist die Folge der Unselb­ständigkeit des Inf. noch die, „dass bei einem verneinenden Hauptverb die Verneinung sogar vorzugsweise dem Inf. gilt, was dann weiter zur Folge hat, dass wenn auch der Inf. verneinend ist, beide Verneinungen einander bis zu einem gewissen Grade aufheben. Z. B.
„uvlôtillugo ajornangilaĸ es Tag sein lassend, d. h. bei Tag ist es nicht schwer (aber bei Nacht).
„ĸaerĸojaunanga aiviginiangilara nicht gerufen seiend, d. h. ungerufen werde ich nicht zu ihm gehen (wohl aber, wenn er mich ruft).
„Die Partikel lo wirkt hier trennend, indem dann die Verneinung am Hauptverb sich nicht auf den Inf. erstreckt. Z. B.
„tunulerdlugolu kiungilâ er gab ihm keine Antwort und kehrte ihm den Rücken (s. aber d. Anm.).
„tuppeĸaratiglo umiaĸangilat sie haben kein Boot u. auch kein Zelt“ (s. aber Anm.).
Anm. Gewiss hat diese Regel guten Grund. Noch ein Beispiel:
a. takkunârnago kiungilâ ohne ihn anzusehn ihm antworten, dass thut er nicht (wohl aber, indem er ihn ansieht).
b. takkunârnagolo kiungilâ er antwortet ihm nicht und sieht ihn nicht an.
c. takkunârlugo kiungilâ ihn ansehend ihm antworten, das thut er nicht (wohl aber, ohne ihn anzusehn).
d. takkunârlugolo kiungilâ er antwortet ihm nicht und sieht ihn an.
Indessen muss bemerkt werden, dass bei den hiesigen Esk. zwar in Fall b und d (mit lo) unzweifelhaft das Obengesagte gilt, dagegen bei Fall a und c (ohne lo) neben der oben angegebenen Auffassung doch ebenso (u. vielleicht noch mehr) eine andre ganz in Geltung erscheint, wonach der Inf. für sich d. h. nicht unter dem Einfluss der Negation des Hauptverbs stehend auftritt, und so Fall a = b, Fall c = d wird. Also takkunârnago kiungilâ danach (ganz wie mit lo): ihn nicht ansehend, antwortet er ihm nicht, d. h. er sieht ihn nicht an und antwortet ihm nicht. Ebenso oben: tunnulerdlugo kiungilâ, tuppeĸaratik umiaĸangilat ganz in demselben Sinn, als ob lo gesetzt wäre (§ 566). — Jedenfalls wird man danach, wenn der Inf. nicht unter dem Einfluss der Negation des Hauptverbs stehen soll, lieber das unzweifelhaft Klare, Sichere wählen, d. h. den Inf. mit lo anknüpfen, u. andrerseits in den entgegengesetzten Fällen (a und c) auch im Esk. einen ähnlichen erklärenden Zusatz hinzufügen, wie der oben in den Klammern stehende ist.
5) Zum Schluss sei nur gesagt, dass der Inf. sehr mannigfache Anwendung hat, und zumal auch in Verbindung mit gewissen Anhängen, manche unsrer Konjunktionen und aus Präpositionen ausdrückt.
So wird durch tillugo, -rĸovlugo u. s. w. unser: während, indem, auf das, damit, um zu, bis, ehe ausgedrückt, wovon ausführlich § 506. 507 die Rede.
Der einfache neg. Inf. kann oft durch ohne gegeben werden, z. B.
ajaupiaĸarnanga pisugungnangilanga keinen Stab habend d. h. ohne Stab kann ich nicht gehen.
oĸarane tiguvâ nicht redend, d. h. ohne was zu sagen, nahm er’s.
„Einige Inf. werden auch fast wie Adverbien gebraucht, ähnlich wie der Modalis § 524. Z. B.
„tuavidlutik utterput sie kehrten eilig (schnell seiend) um.
„Der Inf. von pivâ (er thut es) in der Bedeutung: es beachten, bedenken, berücksichtigen — entspricht unsrer Präposition wegen“, in Beziehung auf, in Rücksicht auf. Z. B.
sillaluk pivlugo aullarniangilagut den Regen bedenkend, d. h. wegen des Regens werden wir nicht fortgehen.
uvanga pivlunga um meinetwillen, in Rücksicht auf mich (für mich).
Auf tikidlune, tikidlugo kommend, es erreichend für: bis ist oben § 519, 3 schon hingewiesen.
C. Beiordnung.
§ 568-570. Klschm. § 94-96.
1. Subjekt und Zeitwort
müssen so miteinander übereinstimmen, dass die Person und Zahl (Numerus) des Subjekts auch in der Endung des Zeitworts erscheint. Wo gleiche Formen für den Sing. und Plur. bestehen, müssen Zusätze oder der Zusammenhang zeigen, was gemeint ist. Z. B.
ĸingmib (miub § 57) kêvânga ein Hund biss mich.
ĸingmit kêvânga Hunde haben mich gebissen.
ĸingmivit kêvânga dein Hund hat, oder deine Hunde haben mich gebissen.
Wörter, welche Mehrheitsform mit (scheinbarer) Einheitsbedeutung haben (§ 31 Anm.) werden immer als Mehrheit behandelt. Z. B.
umiat tikíput das Boot (mit Leuten darin sind d. h.) ist angekommen.
illagêt ĸuviasukput die Gemeine freut sich, die Gemeinschaft Habenden freuen sich.
Dass zu den Personwörtern wie kissima meine Alleinheit = ich allein das Verb nicht in der dritten Person tritt, darüber s. o. ausführliche § 141, 4.
2. Wörtern, die als Substantiv und Adjektiv
einander beigeordnet sind, gehört gleiche Zahl (Numerus) und Kasus (Apposition). Dies bezieht sich auch auf die Apposition tut wie (s. o. schon § 47). Man achte hier auch auf unsre durch das Esk. Partizip ausgedrückten deutschen Relativsätze (mit welcher &c.). Denn der Anfänger fehlt hiebei häufig, indem er unbesehens den Kasus, der im deutschen Relativsatz steht, nimmt, und z. B. sagt für: Er geht zu seinem Vater (atâtaminut aivoĸ), welcher im Hause war: iglomẽtoĸ falsch statt: iglomẽtomut. Um solche Fehler zu vermeiden, setze man auch im Deutschen den Relativsatz zuerst um ins Partizip, also sage man in dem vorliegenden Beispiel: er geht zu seinem Vater, dem im Haus seienden. — Beispiele:
ernera angajukleĸ mein ältester Sohn.
ernerma angajukliub iglunga meines ältesten Sohnes Haus.
inungmit ipsomangat takkojarnit von jenem deinem gesehenen Menschen, d. h. von jenem Menschen, den du gesehn.
inungnit ipkunangat takkojarnit von jenen deinen gesehenen Menschen, d. h. von jenen Menschen, die du gesehen.
oĸauseĸarpoĸ ânanaujârtunik, unuktut ĸuviagijanginik er hat schön scheinende Worte, vieler zum Wohlgefallen gehabte, d. h. welche viele zum Wohlgefallen haben.
tulugaĸ ikpeksaĸ ĸukkertaumajoĸ der gestern geschossene Rabe.
iglunut kôb sinânẽtunut zu den am Rand des Bachs seienden Häusern, zu den Häusern (die) am Bach (sind).
Gûdib inuk piniarvigingilâ ujarĸatut ômalungitotut issumaĸangitotullo (mit oder ohne illivlugo § 314 Anm. und 526 Anm.) Gott behandelt den Menschen nicht wie einen Stein, der seine Gedanken hat.
Andere passende Beispiele s. bei den Relativsätzen § 541.
3. Frage und Antwort.
Auch der Frage muss die Antwort entsprechen, was Kasus oder Modus betrifft. Z. B.
namut pijomavêt? wohin willst du? killinut zu denen im Westen (Term.)
ĸanoetunik kameĸarĸêt? was für Stiefeln hast du? nutaungitunik nicht neue (Mod.).
kia tukkovaûk? wer hat’s gesehn? ôma dieser (Trans.)
nanêlauravît? weil du wo warst (z. B. kannst du nicht § 549)? aulasalaurama weil ich angelte (Conj.).
Zusammenhang des Satzes.
§ 571-578.
I. Wortstellung.
§ 571-575.
Wir nehmen das Folgende ganz aus der Kleinschm. Gram. § 97 u. s. w. nur mit Umbildung der Beisp. in den Labr. dialekt, — überzeugt, dass diese Regeln auch für Labr. völlige Geltung haben, wenn auch unsern Eskimos vielfach das feinere Gefühl für genaue Unterschiedungen geschwunden sein mag.
„Wo nur ein Wort mit dem Verb verbunden ist, und also der Satz aus zwei Wörtern besteht, ist es ziemlich gleichgültig, welches zuerst oder zuletzt steht. Dagegen, wenn mehrere Wörter zu einem Satz verbunden werden, ist auch die richtige Stellung derselben eine wesentliche Bedingung der Klarheit des Satzes, und zwar um so mehr, je zusammengesetzter derselbe ist.“
1. Der einfache Satz.
„In einem einfachen, d. h. nur ein Zeitwort enthaltenden Satz hat auf die Stellung der Wörter verschiedenes seinen Einfluss:
1) „Infolge ihres natürlichen Ranges stehn die selbständigen Satzteile an den Enden des Satzes, nämlich das Subjekt zuerst und das Verb zuletzt; jedes derselben hat dann die ihm untergeordneten Wörter zunächst 359 bei sich. Also folgt auf des Subjekt zuerst das etwaige Thatziel, Objekt (wenn der Satz trans. ist), dann die im casus obliquus (untergeordnetem Verhältnis) stehenden Wörter und auf diese das Zeitwort*; ferner steht das Substantiv vor seinem Adjektiv und der Besitzer immer unmittelbar vor seinem Besitz**.
2) „Wenn irgend ein Wort des Satzes mit besonderem Nachdruck hervorgehoben werden soll, so ändert sich die obige natürliche Wortstellung dadurch, dass ein solch benachdrucktes Wort
„entweder den Satzteil, zu dem es zunächst gehört, überspringt und also auf die andre Seite desselben zu stehen kommt. — so steht namentlich oft das Thatziel vor dem Thäter oder nach dem Verb (da es sowohl zu dem einen, dem Thäter, als zu dem andern, dem Verb, gerechnet werden kann); —
„oder ganz zu Anfang des Satzes gestellt wird. Dies ist das Gewöhnliche bei Gegenstands­wörtern (d. h. Nenn- und Deutewörtern) im casus obliquus, auf die ein besonderer Nachdruck gelegt wird. Von Adjektiven stehn die persönlichen Deutewörter zuweilen vor ihrem Substantiv, aber nie (?) kann der Besitz vor seinem Besitzer stehn***. S. Nr. 1) Schluss.
3) „Wenn der (nach Nr. 1) vor das Zeitwort zu setzenden Wörter so viele sind, dass dieses, das doch dem Satz erst Zusammenhalt geben muss, zu lange ausbleiben würde, so wird es aus diesem Grunde vorwärts gesetzt, entweder vor die ihm etwa untergeordneten Gegenstands­wörter (im casus obliquus), oder, wenn die Beschreibung des Thatzieles sehr lang ist, auch vor dieses; da es dann, wenn das Subjekt erste oder zweite Person ist, den Satz anfängt.“
Hieher gehören auch Sätze, wie Tit. 3, 5. 6. und Ap. Gesch. 3, 21.
4) „Oft steht auch ein Wort nur darum nicht an seinem natürlichen Ort, weil man es erst vergessen oder für unnötig gehalten hatte, und dann nach dem Zeitwort noch nachholt. Dgl. nachgeholte Wörter erkennt man als solche an der Pause zwischen ihnen und dem Zeitwort. Z. B.
„orĸssoĸ tingiutivâ, tulukkab er flog mit dem Speck fort, der Nabe;
„tûkamik tunitjivigivânga, ânanâmik er gab mir eine Harpune, eine schöne.
„Dass in einem trans. Satz beide, Thäter und Thatziel, nach dem Zeitwort stehen, kann ausnahmsweise stattfinden; gewöhnlich ist es nicht.“
* „Ebenso, wenn durch Partizipbildung aus dem Zeitwort ein Adjektiv wird, wie in dem zweit- und drittletztem Beisp. in § 569 (tulugaĸ &c. iglunut &c.) wo Substantiv und Adjektiv sich als Subjekt und Verb zu einander verhalten.“
** Wenn der Besitz aber durch ein Part. ausgedrückt wird (§ 511. a), so kann doch noch eine adverbiale Bestimmung unmittelbar davortreten. Z. B. ernerma uviome angujangit ânanauvut meines Sohnes heut erbeuteten (Seehunde), die er heut erbeutet hat, sind schön. Doch wird auch gesagt (wohl weniger gut s. § 573) ernerma angujangit uviome ânanauvut. Vgl. übrigens auch die nächstfolgende Fussnote.
*** Das „nie“ des letzten Satzes kann doch wohl kaum so unbedingt ausgesprochen werden. Kleinschmidt, dessen Gram. von 1851 ist, schreibt später 1867, grld. Übersetsungsproben gebend, also: „Röm. 11, 33. ata itíssusia, Gûtip ilisimangarnerata ilisarssineratalo — — dies gibt den Vers gut wieder. Namentlich ist auch der nachstehende Subjektiv (= Trans. labr.), an sich nicht gewöhnlich, hier der Kraft des Ausdrucks durchaus angemessen.“
2. Der zusammengesetzte Satz.
„In einem solchen, d. h. einem Satze, der mehr als ein Zeitwort enthält, macht sich die natürliche Wortstellung (§ 572, 1) durchaus geltend, da 360 in einem solchen Satz alles was von Gegenstands­wörtern nach dem einen Zeitwort steht, als zum folgenden Zeitwort gehörig angesehen wird (das s. Anm.), wie folg. Beisp. zeigen:
1. „nukanga tikingmat toĸĸolerpoĸ als sein jüngerer Bruder ankam, starb er (der ältere Br.).
„tikingmat nukanga toĸĸolerpoĸ als er (der ältere Br.) ankam, starb sein jüngerer Bruder.
2. „mattominga tunitjivigigumga, annorâksamik akkilerniarpagit wenn du mir dies gibst, werde ich dich mit was zu einem Kleide bezahlen.
„annorâksamik tunitsivigigumga, mattominga akkilerniarpagit wenn du mir was zu einem Kleide gibst, werde ich dich hiemit bezahlen.
3. a) „ânẽtut aujaĸ tussarpakka von denen, die im Süden sind, habe ich im Sommer gehört.
b) „aujaĸ ânẽtut tussarpakka von denen, die im Sommer im Süden waren, habe ich gehört.
c) „aujaĸ tussarpakka ânẽtut (oder ânêngmatta) ich habe im Sommer (von ihnen) gehört, dass sie im Süden sind.
d) „tussarpakka aujaĸ ânẽtut (oder ânêngmatta) ich habe (von ihnen) gehört, dass sie im Sommer im Süden waren.
„Es versteht sich von selbst, dass das letzte Zeitwort zu ihm gehörige Wörter auch nach sich haben kann, denn da ihm kein anderes folgt, so können solche auch zu keinem anderen gerechnet werden.
„Aus dem letzten der obigen Beisp. (Nr. 3) sieht man zugleich die verschiedene Auffassung des Nom. part. (hier ânẽtut) als Nennwort und als Verbalform (hier = ânêngmatta § 547), je nachdem es vor oder nach seinem Hauptzeitwort steht. Zwar kann es, auch wenn es voransteht, Zeitwortbedeutung haben — (und also die Stellung a dasselbe besagen als c, b dasselbe als d) — gewöhnlicher aber wird es dann als Nennwort aufgefasst, wohl darum, weil oft das Subjekt durch ein Nom. part. bezeichnet wird; soll es daher unzweifelhaft Zeitwortbedeutung haben, so muss man es nachsetzen.
§ 574.
Anm. „Also untergeordnete (im casus obliquus stehende) Wörter zwischen zwei Verben in demselben Satz werden immer zum folgenden Verbum gerechnet.“ Das halte man als zu befolgende und Klarheit schaffende Regel fest, wenn sich allerdings nicht leugnen lässt, dass unsre Labr. Eskimos bei solchen kürzeren Satzbildungen doch auch ein solches in der Mitte stehendes Wort ohne Bedenken auf das vorangehende Verb beziehen, z. B. für: auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, unbedenklich sagen [statt illũnatik tâpsomunga okpertut assiorĸonnagit]: illũnatik okpertut tâpsomunga* assiorĸonnagit, was eigentlich heissen würde: dass alle Glaubenden ihm, für ihn nicht verloren werden. Was nun grade dies Beisp. betrifft, so ist okperpoĸ mit dem Term. so häufig vorkommend, was mit assiovoĸ nicht so der Fall ist, dass sich die Beziehung des tâpsomunga auf okpertut vor allem nahe legt. Aber selbst, wenn statt des assiovoĸ ein andres Verb steht, neben dem der Term. ganz gebräuchlich, findet solcher, eigentlich nicht genauer Gebrauch statt. Z. B. illũnatik ômunga okpertut piulijauĸovlugit auf das alle, die an ihn glauben, gerettet werden. Ferner: illũnatik okpertut ômunga piulijauĸovlugit 361 eigentlich genau nur: auf dass alle Glaubenden durch ihn gerettet werden. Da aber unsre Eskimos dieses zweite ganz wie das erste auffallen können, könnte man hier, und ebenso in andern Fällen, durch Nachsetzung des ômunga ganz zuletzt hin, hinter das zweite Verb, allen Zweifel lösen: piulijauĸovlugit ômunga.
Ebenso: nuname sangêmut pijauĸattarnivut ĸunnujutigivlugo piniarata dass wir auf Erden öfter durch Schwachheit heimgesucht werden, darüber lasst uns nicht unwillig sein! Dagegen nuname pijauĸattarnivut sangêmut ĸunnujutigivlugo piniarata [oder statt des, wie der Eskimo noch lieber will, um allen Zweifel auszuschliessen ĸunnujutigivlugo sangêmut piniarata] dass wir auf Erden öfters (durch allerhand) betroffen werden, darüber lasst uns nicht aus Schwachheit unwillig sein!
Bei dem folg. Beisp., wo der Anhang -lik den Verbalbegriff: haben (= welcher hat, versehen mit) in sich schliesst, sind unter den verschiedenen Möglichkeiten der Aufeinanderfolge folgende zwei Fassungen wohl unzweideutig, und kein Zweifel bleibt, auf was man das „schön“ zu beziehen habe, ob auf Flasche oder auf deren Inhalt:
publaujamik ânanâmik ĸaitsivigivânga imalingmik er bringt, reicht mir eine schöne (und zwar) gefüllte Flasche. Dagegen
publaujamik ĸaitsivigivânga ânanâmik imalingmik er bringt mir eine mit schönem Inhalt gefüllte Flasche.
* Im Reden und Lesen kann man ja auch durch eine kleine Pause (hier nach tâpsomunga) die Rückbeziehung auf das erste Verb (hier okpertut) andeuten. Dem Gedruckten kann man das aber nicht ansehn.
3. Mehrgliedrige Sätze.
1) „In solchen d. h. mehr als zwei Verba enthaltenden Sätzen müssen aus demselben Grunde die Verba so aufeinander folgen, wie sie einander untergeordnet sind. Z. B.
„nerĸiksaĸarungnaerame aullarniarpoĸ weil er (A) nichts mehr zu essen hat, wird er (A) abreisen.
„aullarniartoĸ tussarpâ ihn (A), welcher (= dass er) abreisen wird, hat er (B) gehört.
„tussaramiuk tunitjivigingilâ als er (B) ihn gehört hatte, gab er (B) ihm nichts.
„tunitjivigingimago idluaringilât weil er (B) ihm nichts gab, billigten sie (C) ihn nicht.
„Hier sind vier zweigliedrige Sätze, wo immer das selbständige Glied (der Indik.) des einen — unselbständiges Glied des folgenden ist. Streicht man nun von den selbständigen Gliedern die so als untergeordnet wieder­holten (die ersten drei), so dass nur das letzte, nicht weiter untergeordnete als Hauptverb des Satzes stehen bleibt, so wird daraus:
„nerĸiksaĸarungnaerame aullarniartoĸ tussaramiuk tunitsivigingimago, idluaringilât (von hinten nach vorn:) sie billigten ihn (es) nicht, weil (dass) er ihm nichts gab, als er gehört hatte, dass er abreisen würde, weil er nichts mehr hatte.
„Die erforderlichen Gegenstands­wörter und Partikeln stehen dann immer zunächst vor dem Verb, dem sie angehören; auch Infinitive können auf dieselbe Art adverbienartig angebracht werden. Also
„imna aullalauĸtoĸ nerĸiksaĸarungnaerame aullarniartoĸ (od. mat) ningaungata tussaramiuk, mânêrĸojomavlugo ajortanginik (od. ajuluartanginik) tunitjivigingimago, nunaĸatingita idluaringilât — (wir müssen die Worte anders stellen und verbinden:) dass der Schwager (oder Schwiegersohn) jenes Abgereisten ihm nicht, um ihn zum Hierbleiben zu bewegen, gab, 362 woran es ihm mangelte, da er gehört hatte, dass er abreisen würde, weil er nichts mehr zu essen hatte, billigten dessen Landsleute nicht.
„(Es muss jedoch bemerkt werden, dass ein so vielfach zusammengesetzter Satz, wie dieser ist, im gemeinen Leben kaum je vorkommen wird.) Dies ist der Zusammenhang aller derartigen Sätze, und jede etwa auffallend scheinende Form muss durch solche Zerlegung des Satzes in zweigliedrige Teile vollkommen deutlich werden, wenn sie nicht gradezu falsch ist.
2) „Wenn in einem solchen Satz das Hauptverb zuerst steht, was besonders aus dem Grund § 572, 3 zuweilen geschieht, so ist die Ordnung der Zeitwörter umgekehrt, aber der Platz der Gegenstands­wörter und Partikeln bleibt derselbe: vor dem Zeitwort, zu dem sie gehören. Z. B.
„illane oĸautigivait ukiaĸ takpaungalârtut (oder matta), mánna kângnaluadlarĸôrmagôĸ er sagte von seinen Verwandten, dass sie den (kommenden) Herbst hinauf (westwärts) ziehen würden, weil dieses (Land, wo sie jetzt sind) zu sehr zum Hungern wäre, hätten sie gesagt.“
II. Verbindung gleichgestellter Satzteile.
§ 576-578.
1. Kopula zwischen Gegenstands­wörtern (d. h. Nenn- und Deutewörtern § 28).
„Gleichstellung zweier übrigens voneinander unabhängiger Satzabteilungen findet zuerst in der Art statt, dass zwei Benennungen oder Beschreibungen eines Gegenstandes als Satzhälften miteinander verbunden werden. Dies wird in unsern Sprachen bewerkstelligt durch ein sog. verbum substantivum; es ist . . ., im Esk., wo es ein solches selbständiges Wort nicht gibt
a) „entweder durch ein gleichbedeutendes Anhängewort: -uvoĸ es ist ein . . ., ípoĸ es ist (bei, in od. wie), -givâ oder -rivâ er hat es zum . . . d. h. es ist sein . . .;
b) „oder durch blosse Nebeneinandersetzung der Benennungen oder Beschreibungen, wodurch der Satz einem Ausrufssatz völlig gleich wird. Dieses geschieht zuweilen im Fall bedingter Gleichstellung. Z. B.
„nunavut ĸaĸĸaliksoaĸ unser Land (ist) voller Berge.
„siggua sôrlo tingmiab siggua seine Schnauze (ist) wie eines Vogels Schnabel.
c) „oder endlich durch eine Kopula (Verbindungsglied), als welche in Labr. die drei Deutewörter tagga, tagva, tamadja (in der Bedeutung: das ist . . ., das hier ist . . .) dienen. Dies geschieht im Fall unbedingter Gleichstellung, wenn das sonst hier anzuwendende -givâ, -rivâ entw. nicht passt, (da es den Gegenstand als Besitz eines andern bezeichnet,) oder man es überhaupt nicht anwenden will; denn die Kopula gibt einen lebendigeren und schärferen Ausdruck, und ist deshalb oft vorzuziehen. Z. B.
„nektoralik tagva tingmitjat nunaptingnẽtut anginerpângat der Adler das ist der Vögel, die in unserem Lande sind, (ihr) grösster d. h. der A. ist der grösste V. in unserem Lande.
„[Hier kann man, da die eine Beschreibung den Gegenstand als Besitz des andern bezeichnet (— ihr grösster —), auch -givâ anwenden, also:
„nektoralik tingmitjat nunaptingnẽtut anginerpârivât den Adler haben die Vögel im unserm Lande zum grössten.
„Dagegen, wo dies nicht der Fall und doch die Gleichstellung unbedingt ist, muss die Kopula angewendet werden z. B. Mt. 13, 38 &c.: perorsêvik tagva sillaĸsoaĸ.]
„Öfters ist die eine Beschreibung durch ein Zeitwort eingeleitet, z. B.
„takkoĸattalauĸpattit Nanortalingme imnab kiglingane inuksuit tellimat, tagva (oder tamadja) arverniartut (oder arverniariat)* itsaĸ inuksuliangit du hast sie öfters gesehen, bei Nanortalik, am Rande des steilen Abhangs, 5 Warten: das sind der Walfischfänger vor alters gebaute Warten, d. h. die haben die Walf. vor alters gebaut.
* Eigentümlicherweise ziehen Nainer Esk. arvaniartut, arvaniariat durchaus vor, jedenfalls fälschlich, da arveĸ zu Grunde liegt.
2. Kopula zwischen Zeitwörtern.
„Durch eine solche Kopula kann ferner
a) „ein Verb einem Nennwort (oder mehreren) an Bedeutung gleichgesetzt und mit ihm als erste oder zweite Satzhälfte verbunden werden. Ein solches Verb steht dann
„entweder im Inf. Z. B.
Nâlegaĸ sivôragivlugo tagva illisimanerub pigiarninga den Herrn fürchten (d. h. die Furcht des Herrn) das ist der Weisheit Anfang,
„oder, wenn es ein bestimmtes Subjekt haben soll im Indikativ. Z. B.
„perĸojara tagva: aviutijuksaungilase mein Wille, Gebot da ist es: ihr sollt euch nicht voneinander trennen (= das ist mein Wille, Gebot, dass ihr euch nicht trennen sollt).
„Oder auch mit Bezug auf eine längere oder kürzere Rede:
„tagva (oder tagga, tamadja) oĸausiksakka das war’s, was ich zu sagen hatte“ — rückweisend. Aber in Labr. auch vorausweisend: das ist’s, was ich (nun) zu sagen habe.
„uvanga tagva (tagga, tamadja) issumaga das ist meine Meinung (so, wie ich jetzt gesagt habe“, oder auch: wie ich jetzt sagen tritt).
b) „Ebenso, wenn zwei ganze Sätze, d. h. Beschreibungen zweier verschiedener Begebenheiten, als gleichbedeutend dargestellt werden sollen (was freilich im gewöhnlichen Leben nicht so leicht vorkommen wird), so kann dies nicht besser als durch dieselbige Kopula geschehen, welche dann die beiden Sätze als Satzhälften miteinander verbindet. So z. B. Dan. 4, 20-22.“ Hier enthält V. 20 die erste Satzhälfte, die der zweiten Satzhälfte V. 22 gleichgestellt wird durch die hier freilich ausführlicher ausgedrückte Kopula V. 21 (tamánna oder tagva oder tagga oder tamadja tukkinga u. s. w.). Wenn hier statt V. 21 auch nur das einzige Wort tagva stünde, so wäre die Verbindung dennoch vollkommen genügend.
„Sonst ist in ähnlichen Fällen, nämlich wenn Gesagtes noch weiter oder deutlicher auseinander­gesetzt werden soll, ein gewöhnliches Verbindungsglied: tagva imaipoĸ eig. „das ist, so ist es“ d. h. das ist so zu verstehn (wie jetzt gesagt werden soll).“ Oder dafür auch bloss imaipoĸ oder bloss tagva. Z. B.
aglangne sâlaĸarĸojauvose, tagva imaipoĸ (oder bloss imaipoĸ oder tagva): piungitomut illupsingnẽtomut ajugaujuksauvose in der Schrift wird euch befohlen zu siegen d. h. ihr sollt das Böse in euch überwinden. Andre Beisp. s. § 194.
Anm. Dass tamadja (nicht aber tagva) auch mit -uvoĸ verbunden wird u. ebenso wie tâmnauvoĸ, tâpkuangovut, -tamannauvoĸ, tamakkuangovut, -taimnauvoĸ &c. als Verbindungsglied gebraucht wird, darüber s. mehr schon § 195, b. Überhaupt ist in Bezug auf tagga, tagva u. tamadja (auch imaipoĸ) das in § 192-195 Gesagte u. die dortigen Beisp. zu vergleichen.
Anhang zu § 13.
Verzeichnis der hauptsächlichsten Wörter in Bezug auf die Schreibung mit ĸ (r) oder k.
Dem Wörterbuche folgend, dessen Seitenzahlen links angegeben sind, stellen wir das Folgende auf, ohne damit eine gründliche Revision des Wbchs., was die Bedeutung der Wörter &c. betrifft, geben zu wollen. Nur wo sich ungesucht eine Abweichung vom Wbch., bezw. Berichtigung oder Ergänzung schon früher ergeben hatte oder noch ergab, sowohl in Bezug auf Bedeutung als Schreibung, ist dies durch ein * bezeichnet. Im allg. folgen wir der Schreibung des Wbchs., so wie sie eben ist (s. Vorwort).
Die Endung ek im Wbch. ist immer eĸ, ik immer ik, ok immer oĸ, uk immer uk; und danach ist zu schreiben, wenn etwa ein Wort des Wbchs. sich nicht im folg. Verzeichnisse findet. Am Anfang der Wörter dagegen ist im Wbch. öfters ek und ok geschrieben, wo es nicht eĸ (er) und oĸ (or) ist, sondern ek (= ak) und uk, wie z. B. neksarpâ = naksarpâ, okperpoĸ = ukperpoĸ, okioĸ = ukioĸ. — Sind im folgenden etwa Wörter auf ak endend nicht aufgeführt, so sind es nur solche, die man aĸ, nicht ak zu schreiben hat. — In den Dualendungen ist der Laut überall k, nicht ĸ.
ĸ allein klingt, tief in der Kehle gesprochen, etwas an unser ch an,* z. B. in oĸarpoĸ, peĸarpoĸ, maĸivoĸ, vgl. Wbch. bei naĸipoĸ; ĸĸ (= rĸ), also mit vorhergehender geschärfter Silbe, wie in ĸáĸĸaĸ, perĸârpoĸ, klingt nicht so (§ 12. § 3 Schluss), wonach in vielen Wörtern statt des ĸĸ besser nur ĸ zu schreiben wäre.
Leider sind die Angaben der Esk. in Bezug auf ĸ und k durchaus nicht übereinstimmend. Es ist nach bestem Vermögen versucht worden, den Thatbestand zu geben, auch mit Vergleichung des Grönländischen. Diese zeigt übrigens oft eine überraschende Gleichheit** der Wörter in beiden Dialekten (wenn auch die Bedeutungen öfters nicht ganz gleich sind), eine Gleichheit, die noch mehr hervortreten würde, wenn die Orthographie eine gleiche wäre (wie denn z. B. labr. ĸollâ und grld. ĸulâ genau denselben Laut wiedergibt).
Alle einem Worte verwandten und abgeleiteten Wörter sind natürlich nicht mit aufgeführt: ebenso ist die Bedeutung meist nur kurz angegeben, weshalb in dieser Beziehung das Wbch. stets zu vergleichen ist.
* d. h. also nur, wenn die Silbe vorher nicht scharf (§ 15. 16.) ist. Ist die Silbe scharf u. der Laut klar unser ch, nur noch tiefer als dieses, so ist in Labr. meist ch geschrieben worden = grld. rr (§. 5. 6. z. B. machaĸ, nachovoĸ, tachâne). In einzelnen Fällen ist es schwer, dahinterzukommen, ob der Eskimo das erstere spricht (z. B. ob aĸâne) oder ob das zweite mit geschärfter Silbe (ob achâne, was grld. geschrieben arrâne wäre)? Siehe auch § 309 Anm.
** gibt auch manchmal interessante Aufschlusse wie z. B. über das labr. pergâĸ, opinnarane.
I have omitted this section (about 40 pages), since it is only meaningful if you are studying Erdmann’s Dictionary.

References: § 511
 § 511
 § 511
 § 511
 § 529
 § 540
 § 544
 § 568
 § 571
 § 571
 § 576
 § 579

§ 511
 § 68

§ 511

§ 511

§ 511
 § 72

§ 511

§ 511
 § 36
 § 37
 § 113
 § 113
 § 283

§ 512
 § 72
 § 80
 § 513

§ 513
 § 40

§ 514
 § 113

§ 515
 § 525

§ 516
 § 518

§ 517
 § 520
 § 99
 § 458
 § 49

§ 518
 § 125
 § 43
 § 520

§ 519
 § 523
 § 86
 § 427
 § 527

§ 520

§ 520
 § 517
 § 452
 § 91
 § 523
 § 518

§ 521

§ 522
 § 513

§ 523
 § 520
 § 45
 § 30
 § 519
 § 497
 § 458
 § 404

§ 524
 § 525
 § 173
 § 519

§ 525
 § 111
 § 104
 § 515
 § 516

§ 526

§ 526
 § 531
 § 314
 § 553

§ 527
 § 519
 § 482
 § 485
 § 523

§ 528

§ 529

§ 529
 § 75
 § 75
 § 73

§ 530
 § 538
 § 75
 § 526
 § 152
 § 558
 § 508
 § 170
 § 529
 § 75
 § 537
 § 382
 § 505
 § 75
 § 505
 § 508
 § 533
 § 539
 § 74
 § 77
 § 537

§ 540
 § 442
 § 440
 § 473
 § 102
 § 569
 § 499
 § 495
 § 102

§ 544

§ 544
 § 282
 § 70

§ 545
 § 71
 § 338
 § 250
 § 258
 § 250
 § 270
 § 547
 § 282
 § 544

§ 546
 § 88
 § 76
 § 78
 § 506
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 § 547
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 § 211
 § 576
 § 449
 § 326
 § 526
 § 546

§ 556
 § 75
 § 260
 § 244
 § 272
 § 538
 § 226
 § 54
 § 532
 § 450
 § 396

§ 561

§ 561
 § 218
 § 545

§ 562

§ 563
 § 506
 § 562
 § 287
 § 226
 § 532
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 § 219
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§ 571

§ 571
 § 97
 § 569
 § 573
 § 547

§ 574
 § 572

§ 576
 § 28
 § 194
 § 195
 § 192
 § 13
 § 3
 § 309