Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=115
Timestamp: 2019-02-18 04:22:08+00:00

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nicht hinter den oren trocken wären. Sie nenne-
ten dise gelbschnäbel. Bei iren zusammenkünften,
auch Reichstagen, wurde der rang nach dem al-
ter eingerichtet; jedoch haben neuerer zeit der sitzun-
gen halber verschidene streitigkeiten sich eräuget,
R. A. 1570 § 160 fg. 1654 § 196 fg. Auf uni-
versitäten genüssen auch unterschidene prinzen, und
grafen, nach dem alter, den vorgang.
Zehentes Haubtstück
von den rechten des körpers.
Die gesundheit ist eine freie ungehinderte aus-die gesundheit,
des todes wer-
den beschriben.
übung aller sowohl leibes-als auch gemüts-
verrichtungen, welche von dem richtigen, und or-
dentlichen umlaufe des geblütes, auch der guten
beschaffenheit des ab- und aussonderungs-werkes
unterhalten werden. Darzu gehören besonders
die bewegungen, die luft, das essen, und trinken,
die ruhe, das schlafen, wachen, und die gemüts-
ruhe. Die gesundheit ist zweierlei, teils eine ab-
solute, teils eine hypotetische. Jene ist durch den
leidigen sündenfall verloren gegangen; mithin ist
nur die lezte noch übrig. Wenn es an diser ge-
bricht, eräuget sich eine krankheit, bald am leibe,
bald am gemüte, bald an beiden zugleich, das ist
ein feler an der maschine des menschlichen körpers.
Die krankheit ist entweder eine tödtliche, oder nicht
tödtliche, auch leidliche. Jene ist: wenn der kör-
per in gefar stehet, daß ihn die sele verlasse; und
dises geschihet, wenn der schlag des herzens, und
das aufsteigen des nervensaftes in das gehirn auf-
höret. Denn dessen mangel oder hemmung ver-
ursachet den tod; sintemal das leben als eine im-
nicht hinter den oren trocken waͤren. Sie nenne-
ten diſe gelbſchnaͤbel. Bei iren zuſammenkuͤnften,
ter eingerichtet; jedoch haben neuerer zeit der ſitzun-
gen halber verſchidene ſtreitigkeiten ſich eraͤuget,
verſitaͤten genuͤſſen auch unterſchidene prinzen, und
Zehentes Haubtſtuͤck
von den rechten des koͤrpers.
Die geſundheit iſt eine freie ungehinderte aus-die geſundheit,
die urſachen
den beſchriben.
uͤbung aller ſowohl leibes-als auch gemuͤts-
dentlichen umlaufe des gebluͤtes, auch der guten
beſchaffenheit des ab- und ausſonderungs-werkes
unterhalten werden. Darzu gehoͤren beſonders
die bewegungen, die luft, das eſſen, und trinken,
die ruhe, das ſchlafen, wachen, und die gemuͤts-
ruhe. Die geſundheit iſt zweierlei, teils eine ab-
ſolute, teils eine hypotetiſche. Jene iſt durch den
leidigen ſuͤndenfall verloren gegangen; mithin iſt
nur die lezte noch uͤbrig. Wenn es an diſer ge-
bricht, eraͤuget ſich eine krankheit, bald am leibe,
bald am gemuͤte, bald an beiden zugleich, das iſt
ein feler an der maſchine des menſchlichen koͤrpers.
Die krankheit iſt entweder eine toͤdtliche, oder nicht
toͤdtliche, auch leidliche. Jene iſt: wenn der koͤr-
per in gefar ſtehet, daß ihn die ſele verlaſſe; und
diſes geſchihet, wenn der ſchlag des herzens, und
das aufſteigen des nervenſaftes in das gehirn auf-
hoͤret. Denn deſſen mangel oder hemmung ver-
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[91/0115] der alten. nicht hinter den oren trocken waͤren. Sie nenne- ten diſe gelbſchnaͤbel. Bei iren zuſammenkuͤnften, auch Reichstagen, wurde der rang nach dem al- ter eingerichtet; jedoch haben neuerer zeit der ſitzun- gen halber verſchidene ſtreitigkeiten ſich eraͤuget, R. A. 1570 § 160 fg. 1654 § 196 fg. Auf uni- verſitaͤten genuͤſſen auch unterſchidene prinzen, und grafen, nach dem alter, den vorgang. Zehentes Haubtſtuͤck von den rechten des koͤrpers. § 69 Die geſundheit iſt eine freie ungehinderte aus- uͤbung aller ſowohl leibes-als auch gemuͤts- verrichtungen, welche von dem richtigen, und or- dentlichen umlaufe des gebluͤtes, auch der guten beſchaffenheit des ab- und ausſonderungs-werkes unterhalten werden. Darzu gehoͤren beſonders die bewegungen, die luft, das eſſen, und trinken, die ruhe, das ſchlafen, wachen, und die gemuͤts- ruhe. Die geſundheit iſt zweierlei, teils eine ab- ſolute, teils eine hypotetiſche. Jene iſt durch den leidigen ſuͤndenfall verloren gegangen; mithin iſt nur die lezte noch uͤbrig. Wenn es an diſer ge- bricht, eraͤuget ſich eine krankheit, bald am leibe, bald am gemuͤte, bald an beiden zugleich, das iſt ein feler an der maſchine des menſchlichen koͤrpers. Die krankheit iſt entweder eine toͤdtliche, oder nicht toͤdtliche, auch leidliche. Jene iſt: wenn der koͤr- per in gefar ſtehet, daß ihn die ſele verlaſſe; und diſes geſchihet, wenn der ſchlag des herzens, und das aufſteigen des nervenſaftes in das gehirn auf- hoͤret. Denn deſſen mangel oder hemmung ver- urſachet den tod; ſintemal das leben als eine im- mer- die geſundheit, krankheit, und die urſachen des todes wer- den beſchriben.
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 91. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/115>, abgerufen am 18.02.2019.

References: § 160
 § 196
 § 160
 § 196

§ 69
 § 160
 § 196
 § 69