Source: http://exploredoc.com/doc/9122861/steuer--identifikationsnummer
Timestamp: 2017-12-12 14:11:30+00:00

Document:
Alles Wissenswerte inkl. Kindergeldanspruch
Altbekannt – und doch wieder neu?...................................... 1
Ziel: Vereinfachung durch
Steuer-Identifikationsnummern............................................ 2
Zwei Arten von Identifikationsnummern.............................. 4
Die elektronische Lohnsteuerkarte....................................... 5
Die steuerliche Identifikation von Kindern........................... 7
Freistellungsaufträge nur noch
mit Steuer-ID wirksam.......................................................... 11
Erben, Betreuer und Bevollmächtigte................................. 12
zur Steuer-Identifikationsnummer...................................... 13
Noch nicht ganz wirtschaftlich identifiziert....................... 14
10. Gespeicherte Daten............................................................... 15
11. Die Datenlöschung................................................................ 17
1. Altbekannt – und doch wieder neu?
Die „allgemeine“ Steuer-Identifikationsnummer für jeden(!) Steuerbürger wurde bereits mit dem Steueränderungsgesetz 2003 beschlossen. In den folgenden Jahren wurden dann die Identifikationsnummern verteilt – was nicht immer ganz reibungslos verlief.
Nunmehr aber ist dieser Prozess weitgehend abgeschlossen – was
allerdings nicht daran hindert, dass es immer noch zu Missverständnissen kommt, so erst jüngst bei der Frage Kindergeld und
Die Steuer-Identifikationsnummer hat lediglich die früher für
die Einkommen- oder Körperschaftsteuer verwendete Steuernummer ersetzt. Sie gilt also nur für den Einkommen- und
Körperschaftsteuerbereich. Für weitere Steuerarten, wie beispielsweise Umsatzsteuer, Kraftfahrzeugsteuer, Erbschaftund Schenkungsteuer oder Grunderwerbsteuer werden auch
jetzt noch die bisherigen Steuernummern verwendet.
Wo finden Sie die Identifikationsnummern (IdNr.)? Falls Sie das
Schreiben Ihres Finanzamts, mit dem Sie Ende 2011 über die gespeicherten Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM)
informiert wurden, nicht (mehr) greifbar haben, können Sie für sich
persönlich Ihre Nummer entweder im Einkommensteuerbescheid
oder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung finden.
Sollten Sie Ihre IdNr. wider Erwarten nicht in den genannten Unterlagen finden, sollten Sie sich vertrauensvoll an Ihren
Steuerberater wenden. Oder Sie können Ihre IdNr. über ein
Eingabeformular des Bundeszentralamts für Steuern (BZSt)
erneut anfordern. Die Antwort werden Sie dann aus datenschutzrechtlichen Gründen brieflich erhalten.
Sie können Ihren steuerlichen Pflichten auch ohne IdNr. nachkommen. Das Finanzamt kennt im Zweifel Ihre IdNr. Heißt:
Es ist keine „Ausrede“ für eine nicht abgegebene Steuererklärung, dass Sie keine IdNr. hätten oder sie nicht auffinden
2. Ziel: Vereinfachung durch SteuerIdentifikationsnummern
Das bundeseinheitliche Identifikationsmerkmal für Besteuerungsverfahren soll – so die offizielle Stellungnahme seitens des Bundesfinanzministeriums – als Teil der so genannten „e-Government-Strategie“ der Bundesregierung, es Bürgern und Unternehmen erleichtern, ihre steuerlichen Angelegenheiten zu erledigen.
Die IdNr. soll helfen, dass es problemlos und eindeutig dem jeweiligen Steuerpflichtigen zuordenbar möglich ist, Steuererklärungen,
-anmeldungen und -voranmeldungen, vor allem auch im lohnsteuerlichen Bereich, elektronisch abzugeben.
Es dürfte als offenes Geheimnis anzusehen sein, dass auch die
Verwaltung sowie die Außenprüfer und nicht zuletzt auch die
Steuerfahndung von den elektronischen Verfahren profitieren und mit den Steuernummern die Steuerpflichtigen besser
kontrollieren können. Die Befürchtungen, als Steuerbürger
„gläsern“ zu werden, sind durchaus berechtigt.
Rechtsgrundlage für die Steuer-Identifikationsnummern sind die
§§ 139a bis 139d Abgabenordnung (AO).
Sie regeln die Vergabe des Identifikationsmerkmals für jeden registrierten Bürger.
Nicht nur das Finanzamt, sondern auch andere, beispielsweise
die Sozialleistungsträger, also Rentenkassen, Krankenkassen, Arbeitsämter und auch die Familienkasse sind an Ihrer IdNr. und –
im Fall der Familienkasse auch der Ihres Kindes respektive Ihrer
Kinder – interessiert. Der Grund ist einfach: Diese Stellen sind, wie
übrigens auch die Arbeitgeber verpflichtet, den Finanzbehörden
steuerlich wichtige Daten mitzuteilen. Solche Daten sind beispielsweise Leistungen aus den Alterssicherungssystemen und Vorsorgeaufwendungen wie etwa Beiträge zur Alters-, Kranken- und Pflegevorsorge.
Diese Daten werden – damit es die Steuerverwaltung einfacher hat
und auch Sie als Bürger entlastet werden – elektronisch übermittelt. Für die Weiterleitung der Daten wird die IdNr. benötigt.
Niemand sollte zu großzügig mit seiner IdNr. umgehen. Ein
gewisses Misstrauen gegenüber Anforderungen, die IdNr.
mitzuteilen, darf angebracht sein. Von dieser Grundregel gibt
es aber Ausnahmen, nämlich das Finanzamt (weil das Ihre
Nummer ohnehin weiß), der Arbeitgeber, Ihr Steuerberater
und die Sozialleistungsträger. Diese Stellen sind sogar verpflichtet, Ihre IdNr. zu kennen und zu verwenden.
Auch Banken oder Geldinstitute benötigen Ihre IdNr., wenn
sie einen Freistellungsauftrag stellen oder einen bestehenden
Auftrag ändern wollen. Achtung: Bereits erteilte Freistellungsaufträge werden ab dem 01.01.2015 unwirksam, wenn Sie der
Bank Ihre IdNr. nicht mitteilen. Sie haben bis zum Ablauf des
laufenden Kalenderjahrs Zeit, Ihre IdNr. der Bank zu übermitteln. Dann ist sie berechtigt, Ihnen die einbehaltende Abgeltungsteuer (noch) auszuzahlen.
Wenn Sie diese Möglichkeit – aus welchen Gründen auch immer – versäumt haben, ist dies „kein Beinbruch“, denn Sie
können sich die Abgeltungsteuer im Rahmen einer Einkommensteuererklärung erstatten lassen. Sprechen Sie hier aber
unbedingt mit Ihrem Steuerberater.
3. Zwei Arten von Identifikationsnummern
Für das Besteuerungsverfahren gelten folgende Identifikationen:
 für natürliche Personen eine steuerliche Identifikationsnummer
nach § 139b AO (IdNr.),
 für wirtschaftlich tätige natürliche Personen, juristische Per-
sonen und Personenvereinigungen die steuerliche Wirtschafts-Identifikationsnummer nach § 139c AO (W-IdNr).
Nach vollendeter Geburt ist ein Mensch rechtsfähig (§ 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs/BGB). Damit kann also ein Mensch ab seiner Geburt Träger von Rechten und Pflichten sein. Dazu gehören
auch steuerliche Rechte und Pflichten.
 Natürliche Personen, die wirtschaftlich tätig sind, also beispiels-
weise Einzelkaufleute oder Selbstständige oder Freiberufler
 juristische Personen, also beispielsweise GmbHs oder Aktienge-
sellschaften und
 Personenvereinigungen wie beispielsweise Gesellschaften bür-
gerlichen Rechts, offene Handels- oder Kommanditgesellschaften
Um den betrieblichen Bereich „sauber“ von der Privatsphäre trennen zu können, erhalten die wirtschaftlich Tätigen neben ihrer
IdNr. zusätzlich eine W-IdNr.
4. Die elektronische Lohnsteuerkarte
Bereits mit dem Jahressteuergesetz 2008 wurde die elektronische
Lohnsteuerkarte eingeführt. Aber auch hier gab es bei der Umsetzung doch die eine oder andere Schwierigkeit, die aber zwischenzeitlich ebenfalls weitgehend beseitigt sind. Auf dieser elektronischen Lohnsteuerkarte (§ 39e des Einkommensteuergesetzes/
EStG) sind die für die Lohnsteuerberechnung steuerrelevanten
Daten, wie etwa Familienstand und gewählte Steuerklasse, Zahl
der Kinderfreibeträge, Religionszugehörigkeiten und Freibeträge
Bei Verheirateten oder in eingetragener Partnerschaft Lebende
wird auch die Identifikationsnummer des (Ehe-)Partners gespeichert und bei Elternteilen die des Kindes oder der Kinder sowie die
Identifikationsnummer des anderen Elternteils.
Da es noch nicht so lange her ist, dass gleichgeschlechtliche
Partner, die in einer eingetragenen Partnerschaft registriert
sind, auch einkommensteuerlich Verheirateten gleich gestellt
wurden, haben die Meldebehörden erst im November 2015 begonnen, die Informationen an das BZSt weiterzuleiten, konkret
also auch die IdNr. des Lebenspartners, die notwendig für die
Bildung der ELStAM bei Lebenspartnern sind. Zwar sollen die
Daten für die eingetragenen Lebenspartnerschaften, die vor
dem 01. November 2015 begründet wurden, „kurzfristig“ seitens der Meldebehörden an das BZSt übermittelt und dann dort
verarbeitet werden – allerdings kann sich „kurzfristig“ nach eigenen Angeben des BZSt bis Ende März 2016 hinziehen.
Sind die Daten zu eingetragenen Lebenspartnerschaften vollständig vorhanden, werden Sie ab dem 01.11.2015 für das Verfahren
ELStAM genutzt.
Eheleute oder eingetragene Lebenspartner, die beide unbeschränkt
steuerpflichtig sind, nicht dauernd getrennt leben und beide Ar5
beitslohn (= Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit) beziehen,
können ihren Lohnsteuerabzug frei wählen. Es muss aber „immer
acht“ dabei herauskommen. Die Steuerklassenkombination kann
also IV/IV sein, so wie sie auch vom Gesetz in § 39e EStG vorgesehen ist, oder sie kann III/V sein. Verdienen beide ungefähr gleich
viel, ist die Kombination IV/IV sinnvoll. Bestehen große Unterschiede in der Entgelthöhe, ist es auch steuerlicher Sicht sinnvoll,
wenn der Höherverdienende die Steuerklasse III wählt. Der weniger Verdienende in der Beziehung wird dann allerdings auch noch
mit einem höheren Steuerabzug „bestraft“. Ein Rechenexempel ist
es auch, ob sich die Kombination IV/IV mit Faktorverfahren „auszahlt“.
Daten über die Entgeltsituation des (Ehe-)Partners wurden
nicht auf der papierenen, und werden auch nicht auf der elektronischen Lohnsteuerkarte gespeichert werden.
Soll ein Arbeitgeber – aus welchen Gründen auch immer – keinen
Hinweis darauf erhalten, dass der Arbeitnehmer eine Ehe geschlossen oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft begründet hat,
hat der Arbeitgeber jederzeit die Möglichkeit, eine für ihn im Vergleich zu den Kombinationen IV/IV oder III/V ungünstigere Steuerklasse zu beantragen (§ 38b Absatz 3 EStG). Diese Wahl kann er
auch schon treffen, bevor er die Ehe schließt oder die Lebenspartnerschaft eingeht. Damit wird die sonst automatische Bildung der
Steuerklasse IV/IV und die damit einhergehende Mitteilung an den
Arbeitgeber von vornherein unterbunden.
Beraten Sie sich hier mit Ihrem Steuerberater. Sie können
aber auch den Antrag auf Lohnsteuerklassenänderung selbst
direkt bei dem für Sie zuständigen Finanzamt stellen.
5. Die steuerliche Identifikation von Kindern
Nach dem Einkommensteuergesetz sind natürliche Personen, die
im Inland ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben,
bereits mit der Geburt einkommensteuerpflichtig, wenn sie denn
entsprechende Einkünfte, etwa aus Kapitalvermögen, das ihnen zur
Geburt geschenkt wird, haben. Deshalb erhält jeder Mensch, der
einkommensteuerpflichtig ist oder werden kann, bei seiner Geburt
bereits eine Identifikationsnummer. Diese „kindliche“ IdNr. wird
den Eltern an die aktuelle Meldeadresse des Kindes übermittelt.
Die Übersendung der Identifikationsnummer an eine abweichende
Anschrift eines Elternteils kann nur erfolgen, wenn dieser Elternteil
das Sorgerecht nachweist.
Obwohl die Bearbeitungsdauer bis zu vier Wochen betragen
kann, braucht niemand zu befürchten, dass sein Kind in dieser
Zeit rechtelos gestellt ist. So können z. B. die Finanzbehörden die Identifikationsnummer des Kindes selbst ermitteln,
falls sie sie benötigen. Auch die Krankenkassen haben die
Möglichkeit, die Identifikationsnummer in einem maschinellen Anfrageverfahren (MAV-Verfahren), selbst beim BZSt zu
Kinder im einkommensteuerlichen Sinn sind im ersten Grad mit
dem Steuerpflichtigen verwandte Kinder (§ 32 Abs. 1 EStG) und
Pflegekinder. Von Pflegekindern spricht man, wenn das Kind im
Haushalt der Pflegeeltern sein Zuhause hat, und wenn die Pflegeeltern zu dem Kind in einer familienähnlichen, auf längere Dauer
angelegten Beziehung wie zu einem eigenen Kind stehen (R 32.2
Einkommensteuerrichtlinie/EStR). Das Obhuts- und Pflegeverhältnis zu den leiblichen Eltern darf nicht mehr bestehen (§ 32 Abs. 1
Nr. 2 EStG). Das Pflegekind darf also, wenn es einkommensteuerlich berücksichtigt werden soll, nicht gegen Entgelt in den Haushalt aufgenommen worden sein.
Kindergeld ist, obwohl es in der Regel von den Familienkassen ausbezahlt wird, keine Sozialleistung. Kindergeld ist eine steuerliche
Ausgleichszahlung, mit der das verfassungsrechtlich garantierte
Existenzminimum des Kindes steuerfrei gestellt werden soll. Damit
ist klar, dass das Kindergeld nicht versteuert werden muss. Und
zwar auch dann nicht, wenn es nicht direkt an die Kinder (etwa
bei Volljährigen), sondern an die Eltern, wie bei Minderjährigen
üblich, ausbezahlt wird.
Das Kindergeld für ein minderjähriges Kind steht beiden Elternteilen je zur Hälfte zu.
Der Anspruch auf Kindergeld entsteht im Geburtsmonat des Kindes
und die Höhe richtet sich dabei nach der Anzahl der Kinder.
Kindergeld in Euro
Wechselt das Kind den Haushalt im Laufe eines Monats, kann
der neue Berechtigte das Kindergeld erst ab dem Folgemonat beanspruchen. In den Fällen, in denen das Kind nicht das
ganze Jahr berücksichtigt werden kann (Geburt, Wegfall der
Anspruchsvoraussetzungen), ermäßigt sich der Jahreskinderfreibetrag um je ein Zwölftel (§ 32 Absatz 6 Satz 5 EStG).
Der Anspruch auf Kindergeld entsteht automatisch, allerdings muss
ein schriftlicher Antrag gestellt werden. Dazu müssen der Familienkasse die eigene Steuer-Identifikationsnummer und die des Kindes
angegeben werden. So soll sichergestellt werden, dass es nicht zu
Doppelzahlungen kommt.
Der Kindergeldanspruch entsteht im Geburtsmonat des Kindes und
 bis zum 18. Lebensjahr
 bis zum 25. Lebensjahr, wenn sich das Kind noch in Ausbildung
oder Studium befindet
 auch über das 25. Lebensjahr hinaus, wenn das Kind behindert
ist und außerstande, sich selbst zu unterhalten
Wer Kindergeld neu beantragt, dessen Antrag muss die Steuer-Identifikationsnummern enthalten.
Wer bereits Kindergeld bezieht und bereits sowohl seine eigene als
auch die IdNr. seines oder seiner Kinder angeben hat, der braucht
jetzt rein gar nichts zu tun, weil er bereits alles Notwendige getan
Wer aber bereits Kindergeld für Kinder, die vor dem 01.01.2016
geboren wurden, bezieht und die Steuer-Identifikationsnummern
noch nicht angegeben haben, der sollte der Familienkasse baldmöglichst die Steuer-Identifikationsnummern nachreichen.
Niemand muss befürchten, dass die Kindergeldzahlungen gestoppt werden, wenn er bis zum 01.01.2016 der Familienkasse die Steuer-Identifikationsnummern nicht mitgeteilt hat. Es
genügt, wenn er die Angaben im Laufe des Jahres 2016 nachreicht. Wer die IdNrn. dann allerdings nicht bis spätestens
Ende 2016 meldet, der riskiert, dass die Kindergeldzahlungen
(rückwirkend) zum 01.01.2016 aufgehoben werden. Dazu ist
die Familienkasse gesetzlich verpflichtet. Und dann muss er
natürlich das seit Januar 2016 gezahlte Kindergeld zurückerstatten.
Eile bei dem Antrag auf Kindergeld bringt keinen Vorteil. Zwar
kann der Antrag auf Kindergeld für ein neugeborenes Kind bereits
gestellt werden, bevor dem Kind vom Bundeszentralamt für Steuern eine Identifikationsnummer mitgeteilt wurde. Allerdings ruht
der Antrag so lange bei der Familienkasse, bis die IdNr. vorliegt.
Wessen Kind im Ausland lebt und keine deutsche Identifikationsnummer hat, der muss – wenn überhaupt der Anspruch
auf Kindergeld besteht – die Identität des Kindes oder der Kinder auf andere geeignete Weise nachweisen. Dies geschieht in
aller Regel mittels der in den jeweiligen Ländern gebräuchlichen Personenidentifikationsmerkmale und Dokumente.
6. Freistellungsaufträge nur noch mit Steuer-ID
Wer Kapitalgewinne vor dem – zumindest vorübergehenden – Zugriff des Fiskus bewahren will, sollte seine Freistellungsaufträge
überprüfen. Ab dem 01. Januar 2016 sind Freistellungsaufträge
nur noch wirksam, wenn die Steuer-Identifikationsnummer des
Sparers vorliegt. Bereits seit dem 01. Januar 2011 können Freistellungsaufträge nur unter Angabe der Steuer-Identifikationsnummer
des Auftraggebers und gegebenenfalls des Ehepartners geändert
oder neu erteilt werden. Seitdem gilt aber eine Übergangsfrist. Innerhalb dieses Zeitraums gelten die bei Banken vor 2011 erteilten
Freistellungsaufträge auch ohne Steuer-ID noch weiter. Diese Frist
läuft aber Ende 2015 aus.
Betroffen sind also Bankkunden, die vor dem Jahr 2011 einen unbefristeten Freistellungsauftrag erteilt haben und diesen seitdem
nicht mehr erneuert haben.
Bankkunden sollten also prüfen, ob sie für alle Freistellungsaufträge ihre Steuer-ID nachgereicht haben. Ehepaare müssen bei gemeinsam gestellten Anträgen die IDs beider Eheleute angeben.
Bei Kapitalerträgen in Form von Zinsen, Dividenden oder Kursgewinnen steht dem Finanzamt Abgeltungsteuer zu – allerdings
erst ab einem gewissen Betrag. Kapitalerträge bis zu 801 Euro im
Jahr sind für Alleinstehende steuerfrei, bei Verheirateten sind es
1602 Euro. Wenn Sparer verhindern wollen, dass der Fiskus auf
diese eigentlich steuerfreien Erträge dennoch zugreift, müssen sie
jedem Kreditinstitut, bei dem sie Geld angelegt haben, einen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilen.
Allerdings gilt der Freibetrag selbstverständlich auch, wenn keine
Freistellungsaufträge erteilt wurden – oder wenn die Steuer-ID bis
2016 nicht an die Bank übermittelt wurde. Dann können Sparer die
einbehaltene Kapitalertragsteuer über die Einkommensteuererklärung zurückfordern.
7. Erben, Betreuer und Bevollmächtigte
Wer als Erbe die Identifikationsnummer des Verstorbenen vom
BZSt erfragen will, der muss einen Nachweis über die Gesamtrechtsnachfolge (§ 45 AO) erbringen. Dieser Nachweis kann beispielsweise über einen Erbschein erbracht werden.
Als Erbe oder Vermächtnisnehmer sollten Sie sich mit Ihrem
und dem Steuerberater der verstorbenen Person in Verbindung setzen, um hier mögliche offene Fragen um die IdNr.
und den Nachweis Ihrer Stellung zu klären.
Wer als Betreuer die Identifikationsnummer eines Betreuten mitgeteilt haben will, der muss seine Bestellung als Betreuer, z. B. durch
eine gerichtliche Bestellungsurkunde nachweisen können. Auch
der Umfang seiner Betreuungsrechte ist nachzuweisen.
Dies gilt im Grundsatz ebenso für Bevollmächtigte, weil die Mitteilung einer Identifikationsnummer an Dritte aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich ist. Der Datenschutz verbietet es sogar
einem Dritten mitzuteilen, ob einer betreffenden Person überhaupt
eine IdNr. zugeteilt wurde.
Wer also im Auftrag einer Person solche Auskünfte einholen will,
der muss dem BZSt die erteilte Vertretungsvollmacht sowie eine
Kopie des Personalausweises des Auftraggebers übermitteln.
In allen Fällen hilft eine gewisse Geduld, denn nach eigenen
Angaben des BZSt kann die Bearbeitung dieser Anträge bis zu
vier Wochen dauern.
8. Technische Einzelheiten zur SteuerIdentifikationsnummer
Basis für die IdNr. sind die Daten der Meldebehörden, bei denen
alle Einwohner Deutschlands – zunächst gleichgültig, ob in irgendeiner Weise steuerpflichtig oder nicht – registriert sind.
Jeder Einwohner darf nur eine einzige IdNr. erhalten.
Die IdNr. ist numerisch aufgebaut. Sie besteht aus elf Ziffern. Diese
Ziffern sind „willkürlich“. Sie können also nicht aus anderen Daten
gebildet oder abgeleitet werden. Die IdNr. ist also beispielsweise
weder aus Geburtsdatum noch Geburts-, Wohn- oder Arbeitsort
(Postleitzahl) herleitbar. Die elfte Ziffer ist eine Prüfziffer.
Die IdNr. wird in dreistelligen Kolonnen dargestellt. Die „Dreier-Gruppen“ werden von hinten gebildet, so dass vorne lediglich
zwei Ziffern stehen. Die Schreibweise verzichtet auf Trennstriche.
Beispiele für eine IdNr. wären: 12 345 678 901 oder 78 532 710 493.
Die IdNr. bleibt lebenslang – und sogar darüber hinaus – unverändert. Es ist also gleichgültig, ob Sie umziehen oder den Arbeitgeber
wechseln. Auch wenn ein Unternehmen seinen Sitz verlegt, bleibt
dessen W-IdNr unverändert.
9. Noch nicht ganz wirtschaftlich identifiziert
Die Wirtschafts-Identifikationsnummer (W-IdNr; § 139c AO) ergänzt die persönliche IdNr. von Einzelunternehmern, Freiberuflern, OHG oder KG-Gesellschaftern oder Anteilseignern von Kapitalgesellschaften.
Schon die Einführung der persönlichen Steuer-Identifikationsnummern verlief weder reibungslos noch im gesetzten Zeitrahmen. So wird es niemanden wundern, dass auch die Einführung der W-IdNrn geraume Zeit in Anspruch nehmen wird.
So sieht es auch das BZSt selbst. Es ist also kein Grund, jetzt
bereits nervös zu reagieren, wenn ein Gesetz, wie beispielsweise § 20 Abs. 1 Nr. 1 Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG),
die Angabe der Wirtschafts-Identifikationsnummer vorsieht.
Diese Anforderung können Sie als wirtschaftlich Tätiger jetzt
ganz einfach noch nicht erfüllen, sondern erst dann, wenn
die W-IdNr mitgeteilt worden sind. Halten Sie hier Kontakt zu
Ihrem Steuerberater und bewahren Sie sicherheitshalber die
„alten“ Steuernummern nach wie vor gut auf.
Die W-IdNr soll die Funktion der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) übernehmen (§§ 27a, 18e Umsatzsteuergesetz/
UStG). Deshalb ist die W-IdNr auch genau so aufgebaut wie die
USt-IdNr. Das heißt, sie besteht aus zwei den vorangestellten „DE“
und nachfolgend aus neun Ziffern.
Eine W-IdNr könnte
DE 123 456 789.
Weil die W-IdNr aufgebaut ist wie die USt-IdNr., können bereits
vergebene USt-IdNrn. als W-IdNrn weiter verwendet werden.
Sie als wirtschaftlich Tätiger müssen keinen Antrag auf Vergabe einer W-IdNr stellen. Das für Sie zuständige Finanzamt
wird die Nummer, wenn benötigt – etwa, weil Sie mangels
internationaler Geschäfte keine USt-IdNr. beantragt hatten –
beim BZSt anfordern. Hat das BZSt dann die Nummer vergeben, werden Sie benachrichtigt und die Nummer wird Ihnen
10.Gespeicherte Daten
Beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) werden neben den Daten, die für die Identifikation eines Steuerbürgers erforderlich sind,
auch die Daten der zuständige Finanzbehörde gespeichert.
Welche Daten zur Identifikation eines Steuerbürgers notwendig
sind, regelt § 139b Abs. 3 AO abschließend. Das heißt: Außer der
Identifikationsnummer, der (möglichen) Wirtschafts-Identifikationsnummern, dem Familiennamen, den früheren Namen, den Vornamen, dem (möglichen) Doktorgrad, dem Tag und Ort der Geburt,
dem Geschlecht, dem gegenwärtigen oder der letzten bekannten
Anschrift, der zuständigen Finanzbehörden, den (möglichen) Auskunftssperren nach dem Bundesmeldegesetz, dem Sterbetag und
dem Tag des Ein- und Auszugs darf nach der aktuellen Gesetzeslage nichts gespeichert werden.
Beim BZSt dürfen unter der IdNr. keine Daten, beispielsweise über
Einkünfte, wie etwa Lohn und Gehalt, Rente, Miet- und Zinseinkünfte oder säumiges Zahlen respektive Steuerschulden gespeichert werden.
Für welche Zwecke speichert das BZSt die erlaubten Daten (§ 139b
Abs. 4 AO? Es soll mit der Speicherung sichergestellt werden, dass
 eine Person nur eine Identifikationsnummer erhält und eine
Identifikationsnummer nicht mehrfach vergeben wird,
 die Identifikationsnummer eines Steuerpflichtigen soll festge-
stellt werden können,
 es soll erkannt werden können, welche Finanzbehörden für ei-
nen Steuerpflichtigen zuständig sind,
 die Daten, die auf Grund eines Gesetzes oder nach über- und
zwischenstaatlichem Recht entgegenzunehmen sind, sollen an
die zuständigen Stellen weitergeleitet werden können und
 den Finanzbehörden soll es ermöglicht werden, ihre gesetzli-
chen Aufgaben zu erfüllen.
Alle anderen Zwecke sind „tabu“.
Auch wenn beim BZSt außer den zur Identifikation eines Steuerbürgers notwendigen Daten und dem zuständigen Finanzamt keine Daten gespeichert werden, bedeutet das natürlich
nicht, dass das zuständige Finanzamt keine weiteren Daten
über den Steuerbürger speichert. Es hängt also von der Qualität des Datenschutzes ab, inwieweit an dezentralen Orten
gespeicherte Daten – auch widerrechtlich – zusammengeführt werden könnten oder nicht. Die Daten, die beim BZSt
gespeichert sind, dürfen außer für steuerliche zu keinen anderen Zwecken benutzt werden (§ 139b Abs. 5 AO). Wer die
Identifikationsmerkmale zweckwidrig verwendet, begeht eine
Ordnungswidrigkeit (§ 383a AO) und muss mit einer Geldbuße bis zu 10.000 Euro rechnen.
11.Die Datenlöschung
Alle Daten, die unter der IdNr. gespeichert werden, müssen dann
gelöscht werden, wenn sie nicht mehr benötigt werden, das heißt
dann, wenn die Finanzbehörden ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen konnten.
Da dieser Zeitrahmen durchaus „interpretationsfähig“ sein könnte,
wurde eine Höchstgrenze festgelegt: Spätestens 20 Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Steuerpflichtige verstorben ist,
müssen die Daten gelöscht werden.
Der Grund für die recht lange erscheinende Löschungsfrist ist folgender: Bei den Daten, die beim BZSt gesammelt werden, handelt es sich um so genannte Stammdaten. Diese sind nicht nur für
einen Besteuerungszeitraum oder Besteuerungszeitpunkt von Bedeutung.
Ein Steuerbürger muss so lange eindeutig identifiziert werden können, wie die Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis noch theoretisch bestehen könnten (§ 47 AO).
Dieser Grund stützt die späte Löschung der Daten. So können auch
noch Jahre nach dem Tod eines Steuerpflichtigen Daten nachgehalten werden, die notwendig sind, um das Besteuerungsverfahren
gegenüber den Erben oder Gesamtrechtsnachfolgern fortsetzen
und abschließen zu können. Es könnte darüber gestritten werden,
ob diese „späte“ Löschung unbedingt einen 20-Jahre-Zeitraum
umfassen muss. Die grundsätzlichen Probleme der Datensicherheit
respektive des potenziellen Datenmissbrauchs wären aber auch bei
einer Löschfrist von 15, 18 oder 25 Jahren die gleichen.
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DATEV-Artikelnummer: 19539
Mitteilung Ihrer steuerlichen Identifikationsnummer (IdNr.)
Einführung der Steuer-Identifikationsnummer beim Kindergeld (PDF
Entwurf Pressemitteilung L - Bundeszentralamt für Steuern
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