Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4237.htm
Timestamp: 2018-12-15 03:00:49+00:00

Document:
4.237 Kälberberg-Hochberg
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Kälberberg-Hochberg« vom 1. Februar 1994 (GBl. v. 23.03.1994, S. 172).
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Münsingen, Landkreis Reutlingen, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Kälberberg‑Hochberg«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 60 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Dottingen, Rietheim und Münsingen im wesentlichen Teilbereiche der Gewanne Kälberberg, Hinterer Berg, Hochberg und Stürzel.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 27. September 1993 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und in der Grenzziehung rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Im Falle des Widerspruchs zwischen textlicher Beschreibung und der zeichnerischen Darstellungen gelten die in der Flurkarte getroffenen Festlegungen. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Reutlingen in Reutlingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· die Erhaltung der für die Mittlere Kuppenalb typischen Bergkuppen mit Halbtrockenrasen, Wacholderheide, Feldgehölzen, Hecken und Steinriegeln, Waldflächen sowie einzelner dazwischen liegender landwirtschaftlicher Grünland‑ und Ackerflächen,
· die Erhaltung, Pflege und Verbesserung großflächiger, als Schafweiden im freien Weidebetrieb genutzter, artenreicher Halbtrockenrasen mit zahlreichen seltenen und zum Teil stark gefährdeten Pflanzen‑ und Tierarten,
· die Sicherung und Pflege der freien Bergkuppen sowie angrenzender kleinstrukturierter und vielgestaltiger Randbereiche als Lebensraum einer artenreichen Pflanzen‑ und Tiergemeinschaft und als Rückzugsgebiet für zahlreiche Arten, insbesondere der Kleintierwelt, aus der umgebenden Agrarlandschaft,
· die Erhaltung eines weiträumigen Biotopverbunds von der Trailfinger Schlucht über den Schopflochberg, die Seetalhalde und den Galgenberg zu weiteren Halbtrockenrasenflächen im Münsinger Nordraum, bis einschließlich Höhnriß im Westen sowie Eckenlauh und Weißgerberberg im Osten.
(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können
1. die Jagd in der bisherigen Art und in bisherigem Umfang mit der Maßgabe auszuüben, daß neue jagdliche Einrichtungen nur in Form einfacher Ansitzleitern aus naturbelassenen Rundhölzern im unbedingt notwendigen Umfang landschaftsgerecht errichtet werden;
2.1. die Bestimmungen des § 4 Abs. 2 Nr. 1 bis 3, 14, 17 und 18 zu beachten sind. Die Verwendung von Düngemitteln (§ 4 Abs. 2 Nr. 18) auf Wirtschaftsgrünland und Ackerflächen sowie von Pflanzenschutzmitteln (§ 4 Abs. 2 Nr. 17) auf Ackerflächen bleibt unberührt;
7. Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle zur Erhaltung, Verbesserung oder Wiederherstellung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile veranlaßt werden, durchzuführen;
8. behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen anzubringen.
§ 6 Schutz‑ und Pflegemaßnahmen Verkündungshinweis:
(2) Im Bereich der Landwirtschaft (§ 5 Abs. 2 Nr. 2) sind auf bestehendem Wirtschaftsgrünland oder Ackerflächen extensive Nutzungsformen anzustreben. Hierzu sollten im Rahmen der haushaltsrechtlichen Ermächtigungen mit den Nutzungsberechtigten Vereinbarungen über Nutzungsbeschränkungen abgeschlossen werden.
(4) Schutz‑ und Pflegemaßnahmen werden, soweit sie Belange der Forstwirtschaft berühren im Einvernehmen mit dem zuständigen Forstamt, in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt.
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 Nr.2 bis 7 und Abs.2 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamts Reutlingen zum Schutz von Naturdenkmalen im Landkreis Reutlingen vom 19. Dezember 1979 in bezug auf das Naturdenkmal Nr. 415550 (Baumgruppe im Gewann Kälberberg, Flst. -Nr. 738/1, Gemarkung Dottingen) außer Kraft.

References: § 2
 § 4

§ 6
 § 64
 § 4
 § 5