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Timestamp: 2020-03-30 08:05:46+00:00

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Gewerbs­mä­ßi­ge Urkun­den­fäl­schung | Rechtslupe
Gewerbsmäßige Urkundenfälschung
Gewerbs­mä­ßi­ge Urkun­den­fäl­schung
Beim Regel­fall der schwe­ren Urkun­den­fäl­schung nach § 267 Abs. 3 Nr. 1 StGB ist es für das gewerbs­mä­ßi­ge Han­deln nicht erfor­der­lich, dass der Täter sei­ne Ein­nah­men unmit­tel­bar aus der Urkun­den­fäl­schung selbst erzie­len muss. Aus­rei­chend ist die Absicht, mit den gefälsch­ten Urkun­den Betrug­s­ta­ten zu bege­hen und aus die­sem ande­ren Delikt Erlö­se zu erzie­len.
Es reicht viel­mehr aus, wenn die Urkun­den­fäl­schun­gen dazu die­nen sol­len, durch ande­re vom Täter oder Drit­ten beab­sich­tig­te Straf­ta­ten Gewinn zu erzie­len 1.
In der Recht­spre­chung ist aner­kannt, dass zur Begrün­dung von Gewerbs­mä­ßig­keit ein mit­tel­ba­rer Vor­teil des Täters aus­reicht, wenn er ohne wei­te­res dar­auf zugrei­fen kann oder sich selbst geld­wer­te Vor­tei­le aus den Taten über Drit­te ver­spricht 2. Einen mit­tel­ba­ren Vor­teil erlangt der Täter auch dann aus der Tat, wenn die­se nicht selbst direkt zu einer Ein­nah­me führt, aber not­wen­di­ge Zwi­schen­stu­fe für eine Hand­lung ist, aus der Ein­nah­men erzielt wer­den. Es kommt des­halb nicht dar­auf an, ob die Urkun­den­fäl­schung selbst unmit­tel­bar der Gewinn­erzie­lung dient, etwa bei der Her­stel­lung einer unech­ten Urkun­de oder der Ver­fäl­schung einer ech­ten Urkun­de gegen Bezah­lung. Etwas ande­res ergibt sich auch nicht dar­aus, dass das Schutz­gut der Urkun­den­fäl­schung die Sicher­heit des Rechts­ver­kehrs ist. Der Gesetz­ge­ber hat das Regel­bei­spiel der Gewerbs­mä­ßig­keit, das in ver­schie­de­nen Tat­be­stän­den Ein­gang gefun­den hat, nicht an die unmit­tel­ba­re Ver­let­zung des jewei­li­gen Geset­zes­zwecks geknüpft, son­dern an das Han­deln des Täters. Wür­de man eine unmit­tel­ba­re Ver­knüp­fung des spe­zi­fi­schen Merk­mals der Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht mit dem Schutz­zweck des jewei­li­gen Tat­be­stands ver­lan­gen, lie­fen Tat­be­stän­de, die kei­ne Ver­mö­gens­de­lik­te sind, wie etwa § 335 Abs. 2 Nr. 3 StGB weit­hin ins Lee­re 3.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Juni 2015 – 4 StR 190/​15
Der in der Haupt­ver­hand­lung als Zeu­ge ver­nom­me­ne Staats­an­walt Dass ein Staats­an­walt umfas­send den Schluss­vor­trag gehal­ten und in die­sem Rah­men das Beweis­ergeb­nis gewür­digt hat, obwohl er zuvor von der Straf­kam­mer als Zeu­ge zur staats­an­walt­schaft­li­chen…
BTM-Deli­k­­te – und die Urteils­fest­stel­lun­gen zum… Auf kon­kre­te Fest­stel­lun­gen zum (vor­ge­stell­ten) Wirk­stoff­ge­halt kann bei Ver­ur­tei­lung von Ver­bre­chen nach dem Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz regel­mä­ßig nicht ver­zich­tet wer­den. Denn der Wirk­stoff­ge­halt wirkt sich ent­schei­dend ins­be­son­de­re…
Kraft­fahr­zeu­ge mit Arbeits­funk­ti­on – und die Betriebs­ge­fahr… Ein Scha­den ist dann gem. § 7 Abs. 1 StVG "bei dem Betrieb" eines Kraft­fahr­zeu­ges ent­stan­den, wenn sich in ihm die von dem Kraft­fahr­zeug aus­ge­hen­den…
Gewerbs­mä­ßi­ge Urkun­den­fäl­schung Beim Regel­fall der schwe­ren Urkun­den­fäl­schung nach § 267 Abs. 3 Nr. 1 StGB ist es für das gewerbs­mä­ßi­ge Han­deln nicht erfor­der­lich, dass der Täter sei­ne…
Betrug – und der gewerbs­mä­ßig han­deln­de Ange­stell­te Zwar reicht ein mit­tel­ba­rer Vor­teil des Täters zur Begrün­dung der Gewerbs­mä­ßig­keit nur aus, wenn er ohne Wei­te­res dar­auf zugrei­fen kann oder sich selbst geld­wer­te Vor­tei­le…
Der mehr­fach gebrauch­te gefälsch­te Arbeits­ver­trag Wird eine gefälsch­te Urkun­de dem ursprüng­li­chen Tat­plan ent­spre­chend mehr­fach gebraucht, liegt nur eine Urkun­den­fäl­schung vor ((vgl. BGH, Beschluss vom 07.05.2014 – 4 StR 95/​14, wis­tra…
BGH, Urteil vom 02.11.2010 – 1 StR 579/​09 57; Urteil vom 21.06.2007 – 5 StR 532/​06; Beschluss vom 17.09.1999 – 2 StR 301/​99, wis­tra 1999, 465; Schönke/​Schröder/​Heine/​Schuster, StGB, 29. Aufl., § 267 Rn. 104; Fischer, StGB, 62. Aufl., vor § 52 Rn. 62[↩]
BGH, Beschluss vom 01.06.2015 – 4 StR 21/​15, Rn. 11 mwN[↩]
BGH, Beschluss vom 17.09.1999 aaO[↩]
BetrugUrkundenfälschung

References: § 267
 § 335
 § 7
 § 267
 § 267
 § 52