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securitytreff.de • Thema anzeigen - Aus- bzw. Weiterbildungsstufen Master vs. GSSK
Aus- bzw. Weiterbildungsstufen Master vs. GSSK
von D_R » 21.01.2015 19:59
ich bin immer noch auf der Suche nach einer passenden Weiterbildung für mich. Doch leider kann ich nicht so ganz zuordnen, welcher "Abschluss" jetzt etwas bedeutet.
Kurz zu mir: Mein höchster Abschluss ist momentan ein Diplom in Informatik. Wenn ich es richtig verstehe, kann ich nun zwei staatlich anerkannte Ausbildungen bzw. Abschlüsse erlangen. Einmal wäre es die Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft oder Master Sicherheitsmanagement.
Ich frage mich momentan nur, ob der Master Sicherheitsmanagement quasi etwas über GSSK / FSS / Werkschutzfachkraft ist oder ob es jetzt etwas komplett anderes ist. Bzw. kann ich selbst auf einer Position arbeiten, auf der mind. eine GSSK verlangt wird?
Re: Aus- bzw. Weiterbildungsstufen Master vs. GSSK
von Nemere » 22.01.2015 13:24
Was heißt "ein Diplom in Informatik"? Hast Du eine abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich der IT-Berufe (Fachinformatiker usw.), hast Du ein Studium im IT-Bereich abgeschlossene oder hast ein Zertifikat über irgendeine Schulung im IT-Bereich?
GSSK ist eine reine Weiterbildung, die nicht zu einem Berufsabschluss führt. Voraussetzung ist entsprechende Berufserfahrung im Sicherheitsgewerbe.
Der Master Sicherheitsmanagement setzt ein Studium voraus, führt zu einem Studienabschluss, berechtigt aber nicht zum operativen Einsatz im Sicherheitsgewerbe gem. § 34 a! Ein Master Sicherheitsmanagement wird z.B. im Rahmen der Firmensicherheit oder in Führungspositionen bei grösseren Sicherheitsfirmen Verwendung finden.
von D_R » 22.01.2015 18:45
Nemere hat geschrieben: Was heißt "ein Diplom in Informatik"? Hast Du eine abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich der IT-Berufe (Fachinformatiker usw.), hast Du ein Studium im IT-Bereich abgeschlossene oder hast ein Zertifikat über irgendeine Schulung im IT-Bereich?
Das heißt, dass ich Diplom-Informatiker bin.
Nemere hat geschrieben: GSSK ist eine reine Weiterbildung, die nicht zu einem Berufsabschluss führt. Voraussetzung ist entsprechende Berufserfahrung im Sicherheitsgewerbe.
Wie kommst du denn darauf, dass eine GSSK eine Weiterbildung ist? Eine GSSK ist eine Prüfung, die aus mehreren Teilen besteht, die zu einer Zertifizierung führt.
Nemere hat geschrieben: Der Master Sicherheitsmanagement setzt ein Studium voraus, führt zu einem Studienabschluss, berechtigt aber nicht zum operativen Einsatz im Sicherheitsgewerbe gem. § 34 a! Ein Master Sicherheitsmanagement wird z.B. im Rahmen der Firmensicherheit oder in Führungspositionen bei grösseren Sicherheitsfirmen Verwendung finden.
Was hat denn das Eine jetzt mit dem Anderen zutun? Auch eine Fachkraft für Schutz uns Sicherheit muss die §34a Prüfung machen.
Bei meiner Frage ging es darum, dass es z.B. eine Stelle gibt, die den Einsatz einer GSSK oder einer FSS voraussetzt - es geht um eine Bewachung im Bereich der Kernenergie. Wahrscheinlich sind diese Vorgaben aber vom Kunden aus gesetzt. Kann ich jetzt als Chef meines Unternehmens mit dem Abschluss "Master Sicherheitsmanagement" mich da hinstellen oder nicht?
von plastus » 22.01.2015 20:10
diplom-informatiker heißt im klartext: du hast ein studium der informatik an einer hochschule/fachhochschule abgeschlossen, korrekt?
die gssk ist eine weiterbildungsprüfung die einer berufsausbildung vom level her etwa gleichgestellt ist und gewisse zulassungsvoraussetzungen erfordert, exakt so wie nemere es gesagt hatte.
nein, eine fachkraft für schutz und sicherheit benötigt keine gesonderte sachkundeprüfung oder unterrichtung nach §34a GewO und darf dennoch alles (operativ) tun, gilt dann auch für die GSSK näheres sagt dir die BewachV §§ 5 Abs. Nr. 1+2 (hier steht dann auch der Verweis aufs Berufsbildungsgesetz wo du dir das mit der Weiterbildungsprüfung aus Frage 2 anlesen kannst) und 5a
zur eingangsfrage: eine Stelle die eine GSSK foraussetzt erfordert eine GSSK, eine Servicekraft für Schutz und Sicherheit oder eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit, auch ein Meister darf das machen..
wird eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit verlangt mußt du Fachkraft oder Meister sein.
Der Chef mit dem Master in Sicherheitsmanagement versteht zwar vermutlich ne Ecke mehr von Sicherheitsmanagement, Basiswissen auf operativer Ebene traut ihm der Gesetzgeber aber offensichtlich nicht zu.. Du darfst dort also NICHT stehen.
von D_R » 22.01.2015 21:40
zu 1. Ja, ich habe das Studium an einer deutschen Universität abgeschlossen, genauer gesagt, ich habe die Diplom-Prüfung abgelegt und mir wurde der Titel Diplom-Informatiker verliehen. Deshalb habe ich ja die Möglichkeit den Master im Sicherheitsmanagement zu machen.
Worin ist denn geregelt, welche Aufgaben jetzt wer machen darf? Okay, eine Regelung findet sich in der § 34 a Abs. 1 Satz 5 GewO. Da ich die Sachkunde-Prüfung habe, habe ich da alle Auflagen erfüllt. Wer sagt denn aber, dass für eine Position der GSSK erforderlich ist?
von plastus » 23.01.2015 00:04
ganz klares "kommt drauf an"!
bei ner kerntechnischen anlage zb sagt dir der staat welche qualifikationen dein personal haben muß..
bei nem kunden der das entsprechend verlangt ist das in der regel vertraglich vereinbart also vom kunden gewollt
und wenn du zb selbst behauptest bestimmte standards zu erfüllen (ich sag nur 77200) dann bist du es selber der dir die auflage macht..
ich vermute mal du redest die ganze zeit von einer konkreten situation/frage/kunde/job/aufgabe... daher wäre es wohl für dich am einfachsten hier konkreter -wenn du konkrete antworten willst- zu werden, oder selber nachzusehen..
von plastus » 23.01.2015 00:32
wobei mir ehrlich gesagt deine eingangsfrage etwas unklar ist.. ich meine du vergleichst auf der einen seite eine weiterbildungsprüfung die jemand der ein universitätsstudium hinbekommen hat problemlos in 3 wochen selbststudium mit nem brauchbaren buch bestehen müßte (es geht ja primär um theoretisches wissen), vorausgesetzt du wirst zugelassen...
und andererseits stellst du dem nen master gegenüber der egal wie du ihn machst zwangsläufig 3semester aufwärts, also anderthalb jahre zeit frisst... also so ungefähr das 48fache...
und dann zwei bereiche die nichtmal das gleiche abdecken (siehe die bisherigen antworten).. was genau willst du eigentlcih wissen/hören?
von guardian_bw » 23.01.2015 00:38
plastus hat geschrieben: bei ner kerntechnischen anlage zb sagt dir der staat welche qualifikationen dein personal haben muß..
Genauer gesagt in der Verwaltungsvorschrift
Anforderungen an den Objektsicherungsdienst in kerntechnischen Anlagen und Einrichtungen
Da steht zwar was von "eine diesen Prüfungen mindestens gleichwertige anerkannte Qualifikation mit öffentlich-rechtlichem Abschluss auf dem Gebiet „Schutz und Sicherheit",
aber da der Studienabschluss des Master im Sicherheitsmanagement tatsächlich nicht einmal berechtigt, ohne zusätzliche Unterrichtung nach 34a Gewo Bewachungstätigkeiten durchzuführen gehe ich stark davon aus, dass dieser Abschluss hier nicht gilt - streng genommen geht es dabei, wie der Name auch schon sagt, nicht um operative Dinge, sondern um Management.
von D_R » 23.01.2015 09:18
guardian_bw hat geschrieben: streng genommen geht es dabei, wie der Name auch schon sagt, nicht um operative Dinge, sondern um Management.
Ich sehe momentan sehr gut den Unterschied in der Arbeitsweise der Mitarbeiter und auch des Chefs, wenn der Chef sich selbst mal für ein paar Schichten hinstellt. Aber ich werde mal bei der IHK nachfragen, ob die Master Prüfung nicht mindestens gleichwertig ist.
Ich möchte wissen, welche Möglichkeiten ich habe, um mich weiter auf dem Gebiet "Sicherheit" zu bilden, bzw. was mir diese Möglichkeiten später im Leben bringen werden. Und wie ich es sehe, ist es einmal das Studium "Sicherheitsmanagement" und einmal die GSSK. Nur macht es meiner Meinung nach kein Sinn, mich erst einmal für die GSSK Prüfung vorzubereiten, wenn das Studium mir anschließend die gleichen Möglichkeiten bringt.
Wenn ich aber tatsächlich für den operativen Dienst die GSSK brauche, dann wird es auch kein großes Problem, sich auf die Prüfung mal vorzubereiten.
Mir geht es auch insgesamt darum zu verstehen, was wer jetzt genau machen darf. Wie gesagt, die Auflagen aus § 34a sind mir klar. Aber immer noch unklar ist, wozu der Meister für Schutz und Sicherheit gut ist.
von Nemere » 23.01.2015 13:05
D_R hat geschrieben: Wie kommst du denn darauf, dass eine GSSK eine Weiterbildung ist? Eine GSSK ist eine Prüfung, die aus mehreren Teilen besteht, die zu einer Zertifizierung führt.
Wie Plastus oben schon schrieb - die GSSK ist KEINE Berufsausbildung! Eine anerkannter Ausbildungsberuf erfordert eine vom zuständigen Fachministerium erlassene Ausbildungsordnung gem. § 4 Berufsbildungsgesetz. Eine Ausbildungsordnung für die GSSK gibt es aber nicht.
Zum anderen - erfüllst Du den die erforderlichen Voraussetzungen für die Prüfung zur GSSK - Berufserfahrung etc.?
von Fump » 23.01.2015 13:08
und ganz nebenbei gänzlich unterschiedliche Karrierewege.... / Führungsstufen (wobei man bei GSSK eigentlich perSe nicht von Führung sprechen kann....
von plastus » 23.01.2015 13:17
wenn du mal auf dem motorrad verunglückst, muß es dann ein gefäßchirurg sein, der neben dem op-tisch steht, oder tuts nicht auch ein metzgergeselle!? Stell die Frage doch andersrum: wann braucht man nen Meister, wann nicht..?!
frag gerne die ihk, aber ich gebe dir auch gerne hier und jetzt Brief und Siegel: ein Master in Sicherheitsmanagement ist NICHT mit einer GSSK gleichzusetzen, wenn diese konkret gefordert ist.
als studiertem sollte dir eigentlich bekannt sein, daß ein Studienabschluß (MBA,M.A., whatever) keinen Abschluß einer Berufsausbildung darstellt (Fachkraft/Servicekraft für Schutz und Sicherheit) oder eine entsprechende Tätigkeiten eröffnende Weiterbildung gleicher Ebene wie die GSSK.
und da du mit einem Master in Sicherheitsmanagement ohne Unterrichtung nach §34a nichtmal Sonntags an der Pforte sitzen und in Ruhe die Zeitung vom Vortag lesen darfst ist es wohl auch nicht sooooo schwer zu erkennen, daß du damit auch keine GSSK zugesprochen bekämst (denn die darf dort sitzen und dabei Kaffeeschlürfen, das steht dann halt wieder explizit in der BewachV).
Da du ein Studium hast, wäre evtl auch eine Anfrage nach ner Weiterbildung zur Sicherheitsfachkraft eine interessante Idee (Achtung: das ist jetzt wieder was ganz anderes und woanders sehr konkret geregelt!), aber nach dem was ich von dir bisher gelesen habe glaube ich, das wäre wohl nichts für dich.. und uns...
Aber mal ganz nebenbei: Seit wann arbeitest du denn (nachweisbar) und voll (!) in der Bewachung!? Dein eigenes Bewachungsgewerbe hast du seit nem halben Jahr... hast du vorher Zeit bei ner anderen Firma die du nachweisen kannst? Wieviel?
von guardian_bw » 23.01.2015 17:34
plastus hat geschrieben: ... daß du damit auch keine GSSK zugesprochen bekämst (denn die darf dort sitzen und dabei Kaffeeschlürfen, das steht dann halt wieder explizit in der BewachV).
Dass die GSSK Kaffee schlürfen darf steht explizit in der BewachV?
von plastus » 23.01.2015 18:52
ok.. hast ja recht...!!
von Behrchen » 17.10.2016 22:00
Long Story short: studier Sicherheitsmanagement auf M.Sc, wenn du interessante abwechslungsreiche leitende Arbeit machen möchtest und nebenbei mal locker 4-6k im Monat verdienen möchtest.
Studier GSSK wenn du jeden Tag das gleiche, langweilige Prozedere machen möchtest für eine lausige Entlohnung.
Um ehrlich zu sein, finde ich es, sagen wir "überraschend", das die GSSK in Betracht gezogen wird, wenn die Möglichkeit besteht den M.Sc SecMan zu machen. Die Fachhochschule Brandenburg bietet einen sehr sehr guten Studiengang mit extrem kompetenten einflussreichen Dozenten und Proffs an.
Prof. Sachar Paulus ist eine der schlauesten Köpfe im Sicherheitsmanagement.

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