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Timestamp: 2019-03-20 10:22:11+00:00

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Art. 3 Abs. 2 lit. c, Art. 226 Abs. 2 und Art. 232 StPO; Art. 29 Abs. 2 BV; Haftanordnung des Berufungsgerichts; Begründungsanforderungen.
Obwohl nach Art. 232 StPO die Verfahrensleitung, d.h. der Präsident des Berufungsgerichts zur Anordnung der Sicherheitshaft zuständig ist, kann darüber auch das Berufungsgericht in corpore entscheiden (E. 2.1).
Der Entscheid muss den Anforderungen des analog anwendbaren Art. 226 Abs. 2 StPO genügen. Für die Begründung sind die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO abgeleiteten Regeln massgebend (E. 2.2).
Mit diesen Anforderungen nicht vereinbar ist die Haftanordnung im Dispositiv eines Berufungsentscheids, dessen Begründung drei Wochen später zugestellt wird (E. 2.3).
Folgen der Verletzung der Begründungspflicht (E. 2.4).
Wird die Haft im Rahmen eines Berufungsentscheids angeordnet, der zunächst nur im Dispositiv eröffnet wird, so muss der Haftentscheid als separate schriftliche Verfügung mit zumindest kurzer Begründung ausgefertigt werden. Diese Verfügung ist innert kürzester Frist zu eröffnen (E. 2.5).
BGE: 135 I 71, 135 II 145, 134 I 83, 137 IV 118
Artikel: Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 232 StPO, Art. 226 Abs. 2 StPO, art. 3 al. 2 let mehr... , Art. 3 Abs. 2 lit. c, Art. 226 Abs. 2 und Art. 232 StPO, art. 112 al. 1 let. b LTF, art. 106 al. 1 LTF, art. 112 al. 1 LTF, art. 221 al. 1 let. a CPP, art. 112 al. 3 LTF

References: Art. 226
 Art. 232
 Art. 29
 Art. 232
 Art. 226
 Art. 29
 Art. 3
 Art. 29
 Art. 232
 Art. 226
 art. 3
 Art. 3
 Art. 226
 Art. 232
 art. 112
 art. 106
 art. 112
 art. 221
 art. 112