Source: http://www.urantia.nyc/ger01/075.html
Timestamp: 2018-07-20 14:17:49+00:00

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DAS URANTIA BUCH, Schrift 75. Adams und Evas Verfehlung
DAS URANTIA BUCH - Schrift 75. Adams und Evas Verfehlung
Schrift 75. Adams und Evas Verfehlung
§ 1. Das Problem Urantias
§ 2. Das Komplott Caligastias
§ 3. Evas Versuchung
§ 4. Das Gewahrwerden der Verfehlung
§ 5. Auswirkungen der Verfehlung
§ 6. Adam und Eva verlassen den Garten
§ 7. Die Degradierung Adams und Evas
§ 8. Der sogenannte Sündenfall
75:0.1 (839.1) NACH mehr als hundert Jahren Anstrengungen konnte Adam auf Urantia außerhalb des Gartens nur sehr geringe Fortschritte feststellen; die Welt als Ganzes schien kaum Besserung zu zeigen. Die Verwirklichung einer Verbesserung der Rasse schien in weiter Ferne zu liegen, und die Situation erschien so verzweifelt, als verlange sie zur ihrer Entspannung irgendetwas, das in den ursprünglichen Plänen nicht vorgesehen war. Solche Gedanken waren es zumindest, die häufig durch Adams Kopf gingen, und er äußerte sich Eva gegenüber in diesem Sinne viele Male. Adam und seine Gefährtin waren loyal, aber sie waren von ihresgleichen abgeschnitten, und sie waren tief betrübt über den erbärmlichen Zustand ihrer Welt.
75:1.3 (839.4) Adam und Eva befanden sich auf einer für die Verkündigung der Bruderschaft unter den Menschen völlig unvorbereiteten Sphäre, auf einer in tiefer geistiger Finsternis herumtappenden Welt, auf welcher der Fluch einer Verwirrung lag, die durch das Scheitern der Sendung der vorausgehenden Verwaltung nur noch größer geworden war. Denken und Sittlichkeit befanden sich auf einem sehr niedrigen Stand, und anstatt sich an die Schaffung religiöser Einheit machen zu können, mussten sie mit dem Werk, die Bewohner zu den einfachsten Formen religiösen Glaubens zu bekehren, wieder ganz von vorne beginnen. Anstatt schon eine zur Übernahme geeignete Sprache vorzufinden, standen sie einem weltweiten Wirrwarr von Hunderten und Aberhunderten lokaler Dialekte gegenüber. Kein auf einem Planeten dienender Adam wurde je in einer schwierigeren Welt eingesetzt; die Hindernisse schienen unüberwindlich und die Probleme das Lösungsvermögen von Geschöpfen völlig zu übersteigen.
2. Das Komplott Caligastias
75:2.3 (840.5) Aber der gefallene Fürst war hartnäckig und entschlossen. Bald gab er es auf, Adam bearbeiten zu wollen, und entschied sich, es mit einem gerissenen Seitenangriff auf Eva zu versuchen. Der Teufel kam zu dem Schluss, dass die einzige Hoffnung auf Erfolg in der geschickten Einsetzung geeigneter Personen lag, die der Oberschicht der Noditengruppe angehörten, den Abkömmlingen seiner einstigen Mitarbeiter im körperlichen Stab. Und dementsprechend wurden Pläne geschmiedet, um die Mutter der violetten Rasse zu verführen.
75:2.5 (840.7) Die Gartenbewohner hatten seit den frühen Tagen Edens mit den Noditen in Kontakt gestanden. Sie hatten von diesen gemischten Nachfahren der pflichtvergessenen Stabsmitglieder Caligastias viel wertvolle Hilfe und Kooperationsbereitschaft empfangen, und gerade durch sie sollte jetzt der völlige Ruin und schließliche Untergang der edenischen Ordnung herbeigeführt werden.
3. Evas Versuchung
75:3.5 (841.5) Er traf sich mit Adam und Eva — insbesondere mit Eva — zu etlichen Besprechungen, und sie gingen viele Pläne zur Verbesserung ihrer Methoden durch. Eines Tages fiel es Serapatatia während eines Gesprächs mit Eva ein, dass es sehr hilfreich wäre, wenn während der Wartezeit, bis Angehörige der violetten Rasse in großer Zahl zur Verfügung stünden, etwas getan werden könnte, um die bedürftigen, wartenden Stämme unverzüglich voranzubringen. Serapatatia machte geltend, dass wenn die Noditen als fortschrittlichste und kooperationswilligste Rasse einen halb der violetten Rasse entstammenden Führer haben könnten, dies ein mächtiges Band darstellen würde, welches diese Völker enger an den Garten bände. Und all das wurde ganz nüchtern und ehrlich als etwas betrachtet, was der Welt zum Guten gereichen würde, da dieses Kind, einmal im Garten großgezogen und ausgebildet, einen mächtigen und wohltuenden Einfluss auf das Volk seines Vaters ausüben würde.
75:3.6 (841.6) Es sollte einmal mehr unterstrichen werden, dass Serapatatia in allem, was er vorschlug, durch und durch ehrlich und aufrichtig war. Er ahnte nie, dass er Caligastia und Daligastia in die Hände arbeitete. Serapatatia hielt in aller Treue an dem Plan fest, der den Aufbau einer starken Reserve der violetten Rasse vorsah, bevor an eine weltweite Höherstufung der durcheinandergebrachten Völker Urantias gedacht werden konnte. Aber dazu waren Hunderte von Jahren erforderlich, und er war ungeduldig; er wollte sofortige Resultate sehen — irgendetwas schon zu seinen Lebzeiten. Er machte Eva klar, dass Adam wegen des Wenigen, das zur Verbesserung der Welt geschehen war, oft entmutigt war.
75:3.8 (842.1) Die schicksalhafte Begegnung fand in der Dämmerstunde eines Herbstabends unweit von Adams Heim statt. Eva war dem schönen und enthusiastischen Kano nie zuvor begegnet — in ihm überlebte auf prachtvolle Weise der edle Körperbau und überragende Intellekt seiner fernen Vorfahren vom fürstlichen Stab. Und auch Kano glaubte voll und ganz an die Redlichkeit des Projektes Serapatatias. (Außerhalb des Gartens war geschlechtlicher Verkehr mit mehreren Partnern gängige Praxis.)
75:5.3 (843.5) Als sie erfuhren, was mit Eva geschehen war, waren die erzürnten Bewohner des Gartens nicht mehr zu halten, und sie erklärten der benachbarten noditischen Niederlassung den Krieg. Sie stürzten sich aus den Toren Edens, fielen über diese unvorbereiteten Menschen her und brachten sie alle um — kein einziger, weder Mann, Frau noch Kind, wurde verschont. Und auch Kano, der Vater des ungeborenen Kain, kam um.
75:6.4 (844.6) Es war eine traurige, sehr traurige Karawane, die sich zur Weiterreise anschickte. Kann man sich eine größere Tragik vorstellen! Mit so hohen Erwartungen auf eine Welt gekommen und so verheißungsvoll empfangen worden zu sein, um dann in Ungnade aus Eden ausziehen zu müssen und sogar noch vor dem Finden einer neuen Bleibe über drei Viertel seiner Kinder zu verlieren!
7. Die Degradierung Adams und Evas
75:7.2 (845.2) Bei allen auf ihnen lastenden Schuldgefühlen bereitete ihnen doch die Ankündigung große Freude, dass ihre Richter auf Salvington sie von allen Anklagen, „die Universumsregierung zu missachten“, freigesprochen hatten. Sie waren nicht der Rebellion für schuldig befunden worden.
75:7.4 (845.4) Lange bevor Adam und Eva Jerusem verließen, hatten ihre Lehrmeister ihnen die Folgen jeder wesentlichen Abweichung von den göttlichen Plänen gründlich erklärt. Ich hatte sie persönlich vor und nach ihrer Ankunft auf Urantia wiederholt gewarnt, dass eine Reduzierung auf den Status eines Sterblichen das gewisse Resultat, die mit Sicherheit zu erwartende Strafe wäre, die zwangsläufig mit einer Verfehlung bei der Ausübung ihrer planetarischen Sendung einherginge. Aber den Unsterblichkeitsstatus der materiellen Sohnesordnung zu verstehen ist wesentlich, um die Folgen der Verfehlung Adams und Evas klar zu begreifen.
75:7.5 (845.5) 1. Wie ihresgleichen auf Jerusem unterhielten Adam und Eva ihren Unsterblichkeitsstatus durch intellektuelle Einbindung in den Verstandesgravitationskreis des Geistes. Wenn diese lebenswichtige Stütze durch mentale Abkoppelung wegfällt, geht der Immortalitätsstatus verloren, welches auch immer die geistige Ebene der Geschöpfesexistenz ist. Der Status Sterblicher, gefolgt von physischer Auflösung, war die unvermeidliche Folge der intellektuellen Verfehlung Adams und Evas.
75:8.7 (846.6) Wenn dies ein mechanistisches Universum wäre, wenn der Erste Zentrale Ursprung nur eine Kraft und nicht auch eine Persönlichkeit wäre, wenn die ganze Schöpfung eine gewaltige Ansammlung physischer Materie wäre, beherrscht von genauen Gesetzen, die durch unveränderliche Energieaktionen charakterisiert würden, dann könnte Vollkommenheit herrschen, sogar trotz des unvollständigen Universumsstatus. Es gäbe keine Meinungsverschiedenheit; es gäbe keine Reibung. Aber in unserem sich entwickelnden Universum relativer Vollkommenheit und Unvollkommenheit freuen wir uns darüber, dass Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse möglich sind, denn sie sind der Beweis für die Tatsache und das Handeln der Persönlichkeit im Universum. Und wenn unsere Schöpfung eine durch die Persönlichkeit beherrschte Existenz ist, dann könnt ihr der Möglichkeiten des Fortlebens, des Fortschritts und der Vollendung der Persönlichkeit sicher sein; wir können Vertrauen haben in das Wachstum, die Erfahrung und das Abenteuer der Persönlichkeit. Was für ein herrliches Universum, da es persönlich und im Fortschritt begriffen ist und nicht nur mechanisch oder gar auf passive Art vollkommen!

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8