Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=27.01.2010&Aktenzeichen=B%2012%20KR%202%2F09%20R
Timestamp: 2019-05-26 00:21:20+00:00

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BSG, 27.01.2010 - B 12 KR 2/09 R - dejure.org
https://dejure.org/2010,2818
BSG, 27.01.2010 - B 12 KR 2/09 R (https://dejure.org/2010,2818)
BSG, Entscheidung vom 27.01.2010 - B 12 KR 2/09 R (https://dejure.org/2010,2818)
BSG, Entscheidung vom 27. Januar 2010 - B 12 KR 2/09 R (https://dejure.org/2010,2818)
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Krankenversicherung - keine Versicherungspflicht bei Anspruch auf Krankenhilfe nach § 40 SGB VIII
Krankenversicherung; keine Versicherungspflicht bei Anspruch auf Krankenhilfe nach § 40 SGB 8
§ 5 Abs 1 Nr 13 SGB 5 vom 26.03.2007, § 5 Abs 8a SGB 5 vom 26.03.2007, § 264 Abs 2 SGB 5, § 40 SGB 8
Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung bei Anspruch auf Krankenhilfe nach § 40 Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII)
NVwZ-RR 2010, 724
NZS 2010, 627
So hat der Senat, auch wenn hier andere Fragen zu beantworten waren, mit Urteil vom 27.1.2010 (B 12 KR 2/09 R - zur Veröffentlichung in SozR vorgesehen, in juris veröffentlicht) auch für Personen, die Leistungen der Jugendhilfe erhalten, deutlich gemacht, dass es für den Eintritt bzw Ausschluss der Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V darauf ankommt, ob Leistungen der Krankenhilfe nach § 40 SGB VIII beansprucht werden können.
Die Versicherungspflicht besteht dabei unabhängig von einem Beitritt kraft Gesetzes (vgl im Einzelnen Urteil des Senats vom 27.1.2010, aaO, juris RdNr 13) .
Aus dem Zusammenspiel der genannten Regelungen ergibt sich, dass die Versicherung nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V subsidiär ist und die ebenfalls nachrangigen (vgl § 2 SGB XII) laufenden Leistungen nach dem SGB XII diese Subsidiarität nicht einschränken (vgl - zu den nachrangigen Leistungen der Jugendhilfe nach dem SGB VIII - BSG Urteil vom 27.1.2010, aaO, juris RdNr 17) .
Eine Änderung dieser bestehenden Kostentragungspflicht und die finanzielle Belastung durch die mit Einführung einer Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V verbundene Beitragspflicht hätte einer eigenständigen Regelung bedurft (vgl Urteil des Senats vom 27.1.2010, aaO, juris RdNr 17) .
Der Senat braucht hier nicht zu entscheiden, ob es dem oben beschriebenen Konzept einer sog Auffang-Versicherungspflicht noch entspräche, wenn von ihr auch solche "Empfänger" laufender Leistungen nach dem 4. Kapitel des SGB XII ausgeschlossen würden, bei denen mit dem Anspruch auf laufende Leistungen ein solcher auf Hilfe bei Krankheit nach § 48 SGB XII bzw eine Übernahme der Krankenbehandlung nach § 264 Abs. 2 SGB V im Einzelfall nicht korrespondiert (vgl insoweit das Urteil des Senats vom 27.1.2010, aaO, juris RdNr 16, in dem darauf hingewiesen wird, dass Empfänger von laufenden Leistungen grundsätzlich einen Anspruch auf Leistungen im Krankheitsfall nach § 48 SGB XII iVm § 264 Abs. 2 SGB V haben) .
Zutreffend haben nach Auffassung des Senats die Beklagten bereits vor dem SG darauf hingewiesen, dass im Hinblick auf die Absicherung im Krankheitsfall nicht von einer Unterbrechung des Leistungsbezuges iS des § 5 Abs. 8a Satz 3 SGB V gesprochen werden kann, denn die Absicherung der Klägerin im Krankheitsfall ist während des Monats November 2010 über den zu diesem Zeitpunkt tatsächlich laufenden Bezug von Grundsicherungsleistungen unmittelbar sichergestellt gewesen (vgl BSG 27.01.2010, B 12 KR 2/09 R, SozR 4-2500 § 5 Nr. 10 Rn 16, in dem darauf hingewiesen wird, dass Empfänger von laufenden Leistungen einen Anspruch auf Leistungen im Krankheitsfall nach § 48 SGB XII iVm § 264 Abs. 2 SGB V haben).
Die Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V entsteht unabhängig von einem Beitritt oder einer Anzeige kraft Gesetzes (BSG, Urteil vom 12.01.2011 - B 12 KR 11/09 R - juris RdNr. 10; Urteil vom 06.10.2010 - B 12 KR 25/09 R - juris RdNr. 23; Urteil vom 27.01.2010 - B 12 KR 2/09 R - juris RdNr. 13).
Der Wortlaut fordert keine Versicherung, sondern lediglich eine Absicherung im Krankheitsfall (BSG, Urteil vom 27.01.2010 - B 12 KR 2/09 R - Rn. 14).
Dabei lässt der Senat die Streifrage offen, ob schon aufgrund des Zulassungsbeschlusses vom 6.2.2013 auch für das Revisionsgericht bindend (§ 161 Abs. 2 S 2 SGG) feststeht, dass die beim SG vorgelegte Zustimmungserklärung der Beklagten der erforderlichen Schriftform genügte (so BSG Urteil vom 27.1.2010 - B 12 KR 2/09 R - Juris RdNr 9 insoweit in SozR 4-2500 § 5 Nr. 10 nicht abgedruckt;… aA BSG Urteile vom 21.8.2008 - B 13 RJ 44/05 R - SozR 4-2600 § 96a Nr. 12 RdNr 10…, vom 22.4.1998 - B 9 SB 7/97 R - SozR 3-1500 § 161 Nr. 13 S 30, vom 12.3.1996 - 1 RK 13/95 - Juris RdNr 13 f …und vom 15.12.1993 - 11 RAr 99/92 - SozR 3-4100 § 249c Nr. 2;… Fichte in Breitkreuz/Fichte, 2. Aufl 2014, § 161 RdNr 13;… Krasney/Udsching, Handbuch des sozialgerichtlichen Verfahrens, 6. Aufl 2011, Kap IX RdNr 268;… Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, 11. Aufl 2014, § 161 RdNr 7b) .
17 Insoweit kommt es auch nicht entscheidend darauf an, ob die hier nach § 264 Abs. 2 Satz 1 SGB V durch die Krankenkasse sichergestellte Versorgung im Krankheitsfall (zur Rechtsqualität dieser sog. "Quasi-Versicherung" vgl. BSG…, Urteil vom 27. Mai 2014 - B 8 SO 26/12 R - juris Rn. 20 f.; BSG…, Urteil vom 6. Oktober 2010 - B 12 KR 25/09 R - juris Rn. 28; BSG, Urteil vom 27. Januar 2010 - B 12 KR 2/09 R - juris Rn. 16; BSG…, Urteil vom 28. September 2010 - B 1 KR 4/10 R - juris Rn. 19; BSG…, Urteil vom 17.06.2008 - B 1 KR 30/07 R - juris Rn. 11 ff.; offen gelassen durch BSG…, Urteil vom 28. Oktober 2008 - B 8 SO 23/07 R - juris Rn. 21) überhaupt eine Leistung nach dem Fünften Kapitel des SGB XII darstellt, weil die Krankenbehandlung der Leistungsberechtigten nicht durch die Beklagte, sondern durch deren Krankenkasse, die I. J., übernommen wird.
Ein (potentieller) Anspruch auf Krankenhilfe nach dem Fünften Kapitel des Zwölften Buches des Sozialgesetzbuches - Sozialhilfe (SGB XII) ist von vornherein kein "anderweitiger Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall" im Sinne von § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V. Dies ergibt sich aus § 5 Abs. 8a Satz 2 SGB V, der eine abschließende Konkretisierung des Merkmals der "anderweitigen Absicherung" in § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V für den Bereich des SGB XII darstellt (BSG, Urteile vom 27.01.2010 - B 12 KR 2/09 R Rn. 16 …und vom 6.10.2010 - B 12 KR 25/09 R Rn. 13 ff., juris; BSG…, Urteil vom 21.12.2011 - B 12 KR 13/10 R, SozR 4-2500 § 5 Nr. 15) und Hilfe zur Krankheit nach dem 5. Kapitel des SGB XII gerade nicht nennt.
Die Versicherungspflicht besteht unabhängig von einem Beitritt kraft Gesetzes (vgl. zu alledem BSG, Urteil vom 27.01.2010 - B 12 KR 2/09 R).
Damit sind gesetzliche Ansprüche auf Krankenhilfe mit umfasst (so überzeugend BSG, Urteil vom 27.01.2010 a. a. O.).
Die Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V entsteht unabhängig von einem Beitritt oder einer Anzeige kraft Gesetzes ( BSG , Urteil vom 12.01.2011 - B 12 KR 11/09 R - juris RdNr. 10; Urteil vom 06.10.2010 - B 12 KR 25/09 R - juris RdNr. 23; Urteil vom 27.01.2010 - B 12 KR 2/09 R - juris RdNr. 13).
Dies ergibt sich, wie das BSG inzwischen klar gestellt hat (vgl. Urteile vom 27.1.2010 - B 12 KR 2/09 R Rn. 16 …und vom 6.10.2010 - B 12 KR 25/09 R Rn. 13 ff.), daraus, dass § 13 Abs. 8a Satz 2 SGB V eine abschließende Konkretisierung des Merkmals der "anderweitigen Absicherung" in § 13 Abs. 1 Nr. 13 SGB V für den Bereich des SGB XII darstellt.

References: § 40
 § 40

§ 5
 § 5
 § 264
 § 40
 § 40
 § 5
 § 40
 § 5
 § 2
 § 5
 § 48
 § 264
 § 48
 § 264
 § 5
 § 5
 § 48
 § 264
 § 5
 § 5
 § 96
 § 161
 § 249
 § 161
 § 161
 § 264
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 13
 § 13