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Timestamp: 2020-02-25 10:40:11+00:00

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OLG Celle, 21.01.2011 - 10 WF 6/11 - dejure.org
https://dejure.org/2011,4648
OLG Celle, 21.01.2011 - 10 WF 6/11 (https://dejure.org/2011,4648)
OLG Celle, Entscheidung vom 21.01.2011 - 10 WF 6/11 (https://dejure.org/2011,4648)
OLG Celle, Entscheidung vom 21. Januar 2011 - 10 WF 6/11 (https://dejure.org/2011,4648)
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§ 48 Abs. 1 RVG
Mehrvergleich; Festsetzung gegen die Landeskasse
Vergütungsanspruch des im Gewaltschutzverfahren beigeordneten Prozesskostenhilfeanwalts bei Mitvergleich nicht rechtshängiger Ansprüche
"Mehrvergleich" - Verfahrensgebühr + 1,2 Terminsgebühr + 1,5 Vergleichsgebühr fallen aus dem vollen Gegenstandswert an.
Mehrvergleich vor Gericht // Welche Gebühren fallen an, wenn man sich im Termin über Dinge einigt, über die noch nicht gerichtlich gestritten wurde?
AG Hannover, 12.12.2010 - 622 F 3168/10
OLG Celle, 05.04.2011 - 10 WF 6/11
NJW 2011, 1296
MDR 2011, 324
FamRZ 2011, 835
Eine derartige Einigung würde aber weniger das Ergebnis gegenseitigen Nachgebens wiedergeben als vielmehr eine bloße Feststellung beinhalten (vgl. OLG Celle FamRZ 2011, 835, 836).
Außerhalb des Anwendungsbereichs des § 48 Abs. 3 RVG erfasst die Bewilligung von PKH/VKH auch für den Abschluss eines Mehrvergleichs ohne ausdrückliche dahingehende gerichtliche Anordnung nicht die auf den höheren Vergleichswert entfallende Verfahrensdifferenz- und Terminsgebühr des beigeordneten Rechtsanwalts (Fortführung von OLG Celle, Beschluss vom 21. Januar 2011, 10 WF 6/11, MDR 2011, 324; Anschluss an OLG Koblenz, Beschluss vom 19. Mai 2014 - 13 WF 369/14, NJW-RR 2015, 61; OLG Dresden, Beschluss vom 7. Februar 2014 - 23 WF 1209/13, MDR 2014, 686; OLG Köln, Beschluss vom 2. Oktober 2014 - 12 WF 130/14; entgegen OLG Celle, Beschluss vom 8. Mai 2014 - 15 UF 166/13, FamRZ 2014, 1878).
Der Senat hat bereits entschieden, dass der im Rahmen von Verfahrenskostenhilfe beigeordnete Rechtsanwalt bei Abschluss eines sog. Mehrvergleichs in der Regel nur die Einigungsgebühr, nicht aber auch die Verfahrens- und die Terminsgebühr auf den erhöhten Gegenstandswert erhält (Beschluss vom 21. Januar 2011, 10 WF 6/11, MDR 2011, 324; vom 12. Juni 2014 - 10 WF 167/14, nv).
In dieser allgemeinen Formulierung kann der Beschluss nur einschränkend dahingehend verstanden werden, dass die Verfahrenskostenhilfe nur für die Einigungsgebühr gewährt wird (vgl. Senatsbeschluss vom 21. Januar 2011, aaO;… OLG Koblenz, aaO).
Denn insoweit kann Prozesskostenhilfe regelmäßig nicht bewilligt werden (OLG Bamberg, Beschluss vom 07.11.2007, 2 WF 54/07, juris; OLG Celle, Beschluss vom 21.01.2011, 10 WF 6/11, juris; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 09.09.2008, 10 WF 23/08, juris; OLG München…, Beschluss vom 18.03.2009, 11 WF 812/09, juris Rn. 8;… Müller-Rabe in Gerold/Schmidt u.a., RVG, 19. Aufl., § 48 Rn. 119a ff).
Danach liegt seit der Neufassung des § 48 Abs. 3 RVG außerhalb dessen Regelungsbereichs nicht mehr die Auslegung nahe, dass mit der Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe alle mit dem Mehrvergleichsabschluss im Zusammenhang stehenden Gebühren von dem Bewilligungsbeschluss umfasst seien (Anschluss an: OLG Köln (12. ZivS) MDR 2012, 1293 und OLG Celle FamRZ 2011, 835; entgegen: OLG Koblenz (14. ZivS) FamRZ 2006, 1691 und OLG Köln (25. ZivS) AGS 2013, 350).
Nach Ansicht des Senats kann aus diesem Umstand nicht (mehr) hergeleitet werden, dass dann regelmäßig eine Auslegung dahingehend nahe liege, dass mit der Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe alle mit dem Mehrvergleichsabschluss im Zusammenhang stehenden Gebühren von dem Bewilligungsbeschluss umfasst seien (vgl. z.B.: OLG Köln (12. ZivS.) MDR 2012, 1293 und OLG Celle FamRZ 2011, 835; a.A. z.B.: OLG Koblenz (14. ZivS.) FamRZ 2006, 1691 und OLG Köln (25. ZivS.) AGS 2013, 350).
c) Die erkennende Kammer folgt der Auffassung des OLG Bamberg (…Beschluss v. 21.03.2011 - 4 W 42/10, aaO; so schon: OLG Oldenburg v. 27.10.2009 - 13 W 46/09, FamRZ 2010, 400 und OLG Celle v. 21.01.2011 - 10 WF 6/11, MDR 2011, 324 = NJW 2011, 1296).
Anderenfalls würde die nach § 114 ZPO für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe erforderliche Prüfung der Erfolgsaussicht der Rechtsverfolgung umgangen werden können (OLG Celle v. 21.01.2011 - 10 WF 6/11, aaO).
c) Das Argument, im Falle der Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe "für den Vergleich" und deren Erstreckung auf allen anfallenden Gebühren bestehe die Gefahr der Umgehung der im Bewilligungsverfahren notwendigen Prüfung der Erfolgsaussichten (so: OLG Celle B. v. 21.01.2011 - 10 WF 6/11 = FamRZ 2011, 835; OLG Oldenburg B. v. 27.10.2009 - 13 W 46/09 = FamRZ 2010, 400) hat Gewicht zumal dann, wenn - wie in Familiensachen häufig - beide Seiten Verfahrenskostenhilfe begehren.
bb) Für die Höhe und den Umfang des Vergütungsanspruchs ist in sämtlichen Verfahrensordnungen nach § 48 Abs. 1 RVG in erster Linie der Bestellungsakt selbst maßgeblich (…vgl. nur BeckOK-RVG/Sommerfeld/Sommerfeld, 18. Ed., § 48 Rn. 4;… Ebert in Mayer/Kroiß, 5. Aufl., RVG § 48 Rn. 2; OLG Brandenburg, MDR 2009 175; OLG Celle, MDR 2011, 324).
Diese ist nur insoweit zu ergänzen, dass sich das OLG Bamberg in der genannten Entscheidung sowie das OLG Celle (NJW 2011, 1296 f.) der Auffassung angeschlossen haben, dass die hier streitigen Mehrgebühren nicht erstattungsfähig sind, während das OLG Nürnberg - allerdings gestützt auf den hier nicht einschlägigen § 48 Abs. 3 RVG - die Erstattungsfähigkeit bejaht.
KG, 29.11.2016 - 25 WF 76/16

References: § 48
 § 48
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 § 114
 § 48
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