Source: http://post-und-telekommunikation.de/PuT/KEP_2009_2_April-Juni.php
Timestamp: 2017-04-30 16:41:55+00:00

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Post und Telekommunikation, KEP 2009, April bis Juni
Bei der Vorstellung des Jahresberichts 2008 der Bundesnetzagentur kündigte Präsident Matthias Kurth an, seine Behörde plane „zusätzliche Impulse für Innovationen” in allen ihren Regulierungsbereichen, also der Telekommunikation, Energie, Eisenbahnen und Post (Ausführungen zum Bereich Telekommunikation siehe dort).
„Auch im Bereich der Postdienstleistungen erleichtern Innovationen und neue Technologien die Arbeit”, so Kurth. „Den Unternehmen ist es dadurch möglich, ihre qualitativ hochwertigen Transport- und Logistikdienste, die der Wirtschaft eine arbeitsteilige wie termingerechte Produktion ermöglichen, in nationalen und internationalen Netzwerken zu optimieren und zu erweitern.” Er verwies auf die wichtige Rolle neuester Techniken im Bereich der Sendungsverfolgung, z.B. RFID (Radio Frequency Identification). RFID ist ein auf Transpondertechnik basierendes Verfahren zur Auszeichnung, Identifikation und Lokalisierung von Gegenständen.
Im Jahr 2008 ist der Postmarkt insgesamt um 3 Prozent auf weit über 25 Milliarden Euro gewachsen. „Hierzu hat die weit überdurchschnittliche Wachstumsrate im Kurier-, Express- und Paketmarkt beigetragen”, so Kurth. In der Definition der Bundesnetzagentur umfasst der Postmarkt den Briefmarkt und den KEP-Markt - Kurier-, Express- und Paketsendungen. Im KEP-Markt herrscht bereits funktionsfähiger Wettbewerb. „Es gibt 5 große Unternehmen und eine Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen.” Der Marktanteil der Wettbewerber der Deutschen Post AG liege bei über 60 Prozent. Im Gegensatz zum KEP-Markt stagniert der Briefmarkt, betonte Kurth.
Im Vergleich mit anderen Sektoren des Transportmarktes wird nach den Feststellungen der Bundesnetzagentur der wachsende Anteil der KEP-Branche erkennbar. Von 1995 bis 2007 wuchs das Sendungsvolumen im KEP-Markt um 66 Prozent.
Quelle:Geschäftsbericht 2008 Deutsche Post AG (Seite 60)
„Schnelle und termingenaue Postdienste sind ein unerlässlicher Produktivitäts- und Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft”, betonte Kurth. „Zudem beschäftigen sämtliche Postdienstleister mehr als 400.000 Arbeitnehmer.” Der Gesamtumsatz in den KEP-Unternehmen in Deutschland lag 2008 bei über 15 Milliarden Euro. Das Sendungsvolumen lag bei über 2,2 Milliarden Stück. Seit 2003 hat sich der KEP-Markt sehr dynamisch entwickelt. Bei den Sendungen legte er beispielsweise von 2005 auf 2006 rund 8,6 Prozent zu, im Jahr darauf noch einmal 5,6 Prozent.
Solche Zuwachsraten sind in den Zeiten der Finanz- und Wirtschaftkrise nicht zu erwarten. Nach den Schätzungen der Bundesnetzagentur lag die Zuwachsrate 2008 zwischen 2 und 3 Prozent. Für 2009 rechnet die KEP-Branche immerhin noch mit einer Zuwachsrate von bis zu 2 Prozent.
Marktliberalisierung und Universaldienst
Seit dem 1. Januar 2008 - so der Jahresbericht - ist die gesetzliche Verpflichtung der Deutschen Post AG zur Erbringung des Universaldienstes entfallen. Universaldienstleistungen sind im Wesentlichen die Beförderung von Briefsendungen, Paketen, Zeitungen und Zeitschriften, verbunden mit der Vorhaltung von stationären Einrichtungen (Filialen, Agenturen), in denen postalische Dienstleistungen angeboten werden. Die Vorgaben der Post-Universaldienstleistungsverordnung (PUDLV) beziehen sich nicht auf ein bestimmtes Unternehmen. Sie richten sich an die Gesamtheit aller Marktteilnehmer in den Postmärkten. Die Bundesnetzagentur stellt in ihrem Jahresbericht fest, der postalische Universaldienst sei ausreichend und angemessen erbracht worden. „Die Zahl der stationären Einrichtungen liegt bei 12.476 (Stand 15. Januar 2008) und damit nach wie vor über der in der PUDLV vorgeschriebenen Anzahl von 12.000.
Seit Anfang 2008 kann die Deutsche Post AG - wie andere Anbieter auch - selbst entscheiden, ob und welche Dienstleistungen von ihr erbracht werden. „Sie hat gleichwohl bekräftigt, sämtliche Post-Universaldienstleistungen weiterhin zu erbringen.” Der Anteil der Wettbewerber - so die Agentur - beschränkt sich in der Regel auf örtliche oder regionale Anbieter. „Im Paketmarkt wird der Universaldienst seit langer Zeit von mehreren Unternehmen erbracht.”
Marktbarrieren abbauen, Wettbewerb fördern
„Mit dem vollständigen Wegfall des Briefmonopols der Deutschen Post zum 31. Dezember 2007 ist die letzte bedeutsame postrechtliche Marktbarriere gefallen.” Wenn sich auch ein funktionsfähiger und chancengleicher Wettbewerb bislang noch nicht eingestellt habe, so hätten doch die schrittweise Reduzierung des Monopolbereichs sowie die Angebote von innovativen höherwertigen Dienstleistungen durch neue Marktteilnehmer in den vergangenen Jahren zu einem zwar langsamen, aber dennoch stetig steigenden Wettbewerb im Briefmarkt geführt.
Trotz hoher Substitutionsanfälligkeit des Briefmarkts durch elektronische Medien habe sich gezeigt, dass zunehmender Wettbewerb auch dem klassischen Briefgeschäft neue Impulse geben könne. „So haben die bisherigen Liberalisierungsschritte zu einem verbesserten Dienstleistungsangebot, sinkenden Preisen für Briefdienstleistungen und neuen Arbeitsplätzen geführt.”
Veränderungen des Regulierungsrahmens
Mit dem Ende der Exklusivlizenz der Deutschen Post AG hat die Bundesnetzagentur die Ex-ante-Preisregulierung auf Einzelbriefsendungen, die hauptsächlich von Privatkunden und Kleingewerbetreibenden nachgefragt werden, beschränkt. Entgelte für Massensendungen - Sendungsmengen ab einer Mindesteinlieferungsmenge von 50 Briefsendungen - unterliegen seit 1. Januar 2008 nicht mehr der ex-ante-Regulierung.
Mit dem Wegfall der Exklusivlizenz ist die Deutsche Post auch von der gesetzlichen Verpflichtung entbunden, Universaldienstleistungen entsprechend der PUDLV zu erbringen. Die auf Art. 87f GG basierende Konzeption des Postgesetzes (PostG) sieht vor, dass zur Erbringung des Universaldienstes die Gesamtheit aller am Markt tätigen Anbieter beiträgt. Die Sicherstellung des Universaldienstes ist seit 1. Januar 2008 Aufgabe der Bundesnetzagentur. Bei einem Universaldienstdefizit stehen der Bundesnetzagentur die im PostG beschriebenen Maßnahmen - Feststellung, Verpflichtung, Ausschreibung - zur Verfügung.
Die Vorgaben der PUDLV für die Briefbeförderung - so der Jahresbericht - werden derzeit schon allein durch das aktuelle Leistungsangebot der Deutschen Post erfüllt.
Der Postmarkt 2008 in Zahlen
Der deutsche Postmarkt ist auch im Jahr 2008 trotz stagnierender Entwicklungen im Briefbereich weiter gewachsen. Nach den Feststellungen der Bundesnetzagentur im Jahresbericht weist der Gesamtmarkt innerhalb von 2 Jahren einen Umsatzzuwachs von deutlich mehr als 1 Milliarde Euro auf 25 Milliarden Euro auf. Hiervon entfallen auf den KEP-Bereich mehr als 15 Milliarden Euro, auf den lizenzpflichtigen Briefbereich rund 9,7 Milliarden Euro.
Gemessen am Umfang hat die Deutsche Post im Briefbereich in 2008 ihren Marktanteil auf 89,3 Prozent vergrößert (2007: 88,7 Prozent). Beim Sendungsaufkommen ist ihr Anteil auf 91,6 Prozent gestiegen (2007: 91,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr beförderten die Wettbewerber der Deutschen Post mit 1,47 Milliarden Sendungen rund 65 Millionen Sendungen weniger. Sie erreichten Umsätze von ca. 1 Milliarde Euro (2007: 1,1 Milliarden Euro). Stark angestiegen ist 2008 der Anteil der konsolidierten und in die Briefzentren der Deutschen Post eingelieferten Mengen. „Somit hat sich der sogenannte Ende-zu-Ende-Wettbewerb - vom Einsammeln bis zur Zustellung - zwischen Deutscher Post und Wettbewerbern abgeschwächt”, so der Jahresbericht.
Die Beschäftigtenzahlen bei den Wettbewerbern sind 2008 gesunken. Infolge zahlreicher Marktaustritte und eines anhaltend starken Trends zur Verlagerung von Beförderungsleistungen auf Subunternehmen waren im (lizenzpflichtigen) Briefbereich 2008 bei den Wettbewerbern 29.000 Arbeitnehmer beschäftigt. Das sind rund 19.000 weniger als Anfang 2007.
Auch bei der Deutschen Post ging laut Jahresbericht die Zahl der Beschäftigten im Briefbereich zurück. 2008 waren einschließlich der Personalanteile des Verwaltungsbereichs rund 166.000 Arbeitnehmer beschäftigt (2007: 167.500).
Im gesamten Postmarkt (Brief- und KEP-Markt) ist hingegen gegenüber dem Vorjahr die Zahl der Beschäftigten weiter gestiegen auf über 400.000 Arbeitnehmer.
Im Vergleich zu 2007 haben sich die Betriebsergebnisse der Lizenznehmer in 2008 wesentlich verschlechtert. Lediglich 39 Prozent der Unternehmen erzielten Gewinne (2007: 48 Prozent), bei 23 Prozent war das Betriebsergebnis neutral (2007: 30 Prozent) und 38 Prozent arbeiteten mit Verlust (2007: 22 Prozent).
Seit Beginn der Liberalisierung des Briefmarkts im Jahr 1998 konnte das Preisniveau für Einzelbriefsendungen - z.B. Postkarte, Standardbrief, Kompaktbrief) insgesamt gesenkt bzw. stabil gehalten werden. Inflationsbereinigt ist das reale Preisniveau für Briefdienstleistungen von 1998 bis 2008 um mehr als 20 Prozent gesunken.
Das Preisniveau für Einzelbriefsendungen in Deutschland lag im Januar 2009 um 5 Prozent unter dem Preisniveau von 2002. Die Preise der Wettbewerber (mit Umsatzsteuer) liegen zum größten Teil unter den Preisen (ohne Umsatzsteuer) der Deutschen Post. Im Gegensatz zur Entwicklung in Deutschland ist das Preisniveau in den meisten europäischen Ländern seit 2002 deutlich angestiegen.
2008 gaben 84 Wettbewerber der Deutschen Post ihre Lizenz zurück. Rund 800 Lizenznehmer sind aktiv im Markt tätig. Seit 1998 hat die Bundesnetzagentur (bzw. Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post) 2.500 Unternehmen eine Erlaubnis für die Beförderung von Briefsendungen bis 1.000 Gramm erteilt. Hiervon sind bislang 1.047 Unternehmen wieder aus dem Markt ausgeschieden. Waren die Marktaustritte in den Jahren 2006 bis Mitte 2007 in erster Linie auf Aufkäufe im Rahmen einer Marktkonsolidierung zurückzuführen, waren nach den Feststellungen der Bundesnetzagentur die Gründe 2008 vornehmlich Insolvenzen oder Geschäftsaufgaben.
Zugang zum Netz und zur Infrastruktur des marktbeherrschenden Unternehmens
Um den Zutritt und die Entwicklung von Wettbewerb auf dem Briefmarkt zu fördern, hat das PostG den marktbeherrschenden Unternehmen die Verpflichtung auferlegt, Zugänge zu ihrem Netz und zu ihrer Infrastruktur zu gewähren. Seit dem Wegfall der Exklusivlizenz der Deutschen Post Ende 2007 ist der Teilleistungszugang auch den Wettbewerbern im Rahmen des § 28 PostG unbeschränkt geöffnet. 2008 hat die Deutsche Post zu den Teilleistungszugängen BZA (Briefzentrum Abgang) und BZE (Briefzentrum Eingang) 557 Neuverträge abgeschlossen.
Der Anteil der konsolidierten Mengen ist 2008 stark angestiegen: von 750 Millionen Sendungen im Jahr 2007 auf rund 1 Milliarde Sendungen. Außerdem hat die Deutsche Post je 14 Verträge über den Zugang zu Postfachanlagen und über den Zugang zu Informationen über Adressänderungen abgeschlossen.
Hinweis: Der vollständige Jahresbericht der Bundesnetzagentur ist abrufbar unter http://www.bundesnetzagentur.de oder hier.
„Deutsche Post bereitet Angebot für Royal-Mail-Anteil vor” / Am Ende kein Angebot
08.04./05.05.2009
Die Deutsche Post bereitete Anfang 2009 einem Pressebericht zufolge eine Offerte für den zum Verkauf stehenden Teil der britischen Royal Mail vor. Die Briefsparte des Unternehmens soll sich mit 500 Millionen Euro an dem Kaufangebot beteiligen, berichtete die „Welt” am 8. April 2009 unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die Deutsche Post wollte die Meldung aber nicht kommentieren. Das britische Wirtschaftsministerium will zunächst 30 Prozent an der Royal Mail ver-kaufen.
Am 5. Mai 2009 meldete die Süddeutsche Zeitung, die Deutsche Post steige nicht bei Royal Mail ein und habe kein Angebot abgegeben. Die Zeitung bezieht sich auf „mit dem Vorgang vertraute Personen”.
PIN verkauft die letzten beiden Töchter
Der Verkauf des seit Anfang 2008 insolventen Postdienstleisters PIN Group ist im Wesentlichen abgeschlossen. Am 7. April 2009 teilte der Insolvenzverwalter Bruno Kübler mit, auch für die beiden letzten noch aktiven PIN-Töchter habe er einen Käufer gefunden. Die beiden Unternehmen mit Sitz in Rostock übernahm eine Beteiligungsgesellschaft, hinter der die Verlagsgruppe der „Lübecker Nachrichten” stehe. Die 125 Arbeitsplätze bei den beiden Firmen bleiben erhalten, so Kübler.
Ursprünglich beschäftigte die PIN Group bei ihren Töchtern 11.350 Mitarbeiter. Durch den Verkauf der einzelnen Tochterfirmen seien 4.725 Stellen gesichert worden. Kübler sucht nun noch einen Käufer für die Ulmer Direktexpress Holding mit 730 Mitarbeitern, an der PIN Anteile besitzt.
Die militante linke Szene führt Krieg gegen die Deutsche Post
Die militante linke Szene in Berlin hat ein neues Ziel entdeckt: die Deutsche Post. Seit Januar 2009 brannten nach Angaben der Polizei 3 Fahrzeuge der Post-Tochter DHL, eine Postfiliale in der Kreuzberger Ritterstraße wurde im März 2009 großflächig mit grüner Farbe beschmiert, und viele Briefkästen wurden grün übermalt. Auf einer Internetseite der linken Szene wird die Deutsche Post als „herausragendes Beispiel für die Privatisierung der Kriegsführung” bezeichnet. Ein „Beweis” sei z.B. die Feldpost, denn die Deutsche Post sei für die Feldpost, also für die Versorgung der Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz mit Post zuständig. Außerdem befördere DHL Pakete zur Versorgung der militärischen und zivilen Dienststellen der Bundeswehr in Deutschland und im Ausland.
Auf den Kampagnen-Webseiten wird das DHL-Logo zu „Deutsche Heeres Logistik” verfremdet. Die Urheber werfen der Post auch logistische Leistungen für das US-Militär im Irak vor. Das Unternehmen sei damit „unmittelbarer Kriegs- und Besatzungshelfer”.
Die Deutsche Post kann diese Anfeindungen nicht nachvollziehen. „Die Bundeswehr ist ein Teil der Bundesrepublik Deutschland und für uns Kunde wie jeder andere auch”, sagte Postsprecher Uwe Bensien.
Die Aktionen der Gewalttäter gegen die Post beschränken sich nicht nur auf Berlin. In Hamburg brannten im März in einer Nacht 5 DHL-Kleintransporter aus. In Nürnberg wurde eine Packstation mit roter Farbe übergossen. Im Februar traf es eine Packstation in Wuppertal.
Hermes will sich aus österreichischem Markt zurückziehen
Der Paketdienst Hermes muss bei seiner europaweiten Expansion einen Rückschlag einstecken. Wie die Tochter des Versandhauses Otto am 14. April 2009 mitteilte, zieht sie sich Ende Mai 2009 weitgehend aus dem österreichischem Markt zurück. Damit unterhält Hermes in Österreich künftig keinen eigenen Zustelldienst mehr.
Hermes war erst 2007 in Österreich gestartet und hatte der Österreichischen Post AG mit Billigpreisen rund 40 Prozent Marktanteil abgenommen. Nach Insider-Informationen soll Hermes damit aber ca. 30 Millionen Euro verloren haben. Dies meldete die Financial Times Deutschland am 15. April 2009.
In Österreich wird Hermes nach Mitteilung der Zeitung seine Kunden - darunter Otto-Versand und Großversandhaus Quelle - offiziell behalten. Die 5 Verteilzentren sollen aber geschlossen werden. Die Zustellung der jährlich ca. 9 Millionen B2C-Pakete soll ab 1. Juni 2009 die Österreichische Post als Vertragspartnerin übernehmen. Das kleinere Geschäft mit Privatpaketen (C2C) geht an DPD, eine Tochter der französischen La Poste. Mit DPD möchte Hermes eine europäische Kooperation vereinbaren. Das Netz der Paketshops will Hermes aber weiter ausbauen: von derzeit 1.200 auf 1.600.
DHL Amerika verlagert Luftdrehkreuz von Wilmington nach Cincinnati
DHL setzt den Schlusspunkt unter ihr gescheitertes Amerika-Abenteuer und gibt den Flughafen und das Verteilzentrum in Wilmington/Ohio vollständig auf. DHL Express wird für den Umschlag und die Verteilung internationaler Sendungen stattdessen wieder die alten Einrichtungen am Flughafen Cincinnati/Northern Kentucky nutzen. Der Umzug soll bis zum Sommer abgeschossen sein, sagte eine Sprecherin des Post-Konzerns.
Erst 2005 hatte DHL den gesamten Umschlag von Cincinnati in das 60 Meilen entfernte Wilmington verlagert, weil die Anlagen in Cincinnati nicht mehr ausreichten, um auch den US-Inlandsmarkt zu bedienen. Damals hatte DHL jede Nacht rund 1 Million Sendungen umzuschlagen, jetzt sind es noch etwa 100.000.
Unklar ist, was aus dem stillgelegten Flughafen Wilmington wird. DHL hatte ihn vor einigen Jahren gekauft und massiv zu einem von weltweit 3 DHL-Luftdrehkreuzen ausgebaut. Die beiden anderen DHL-Luftdrehkreuze sind Leipzig und Hongkong.
Verhandlungen über einen Pakt zwischen Deutsche Post/DHL und UPS geplatzt
Nach monatelangen Verhandlungen sind die Gespräche zwischen Deutsche Post/DHL und United Parcel Service (UPS) über eine Kooperation gescheitert. UPS sollte für DHL Pakete in den USA transportieren. Als Grund für das Scheitern nannte eine DHL-Sprecherin das deutlich gesunkene Volumen an Sendungen. Ursprünglich sei mit UPS über den Transport von einer halben Million Paketen pro Nacht verhandelt worden. Da DHL seit Ende Januar 2009 keine Sendungen innerhalb der USA mehr befördert, ist das geplante Volumen auf etwa 100.000 Sendungen zurückgegangen. Dies sei für beide Seiten nicht mehr interessant gewesen. DHL will die Pakete in den USA mit den bisherigen Partnern, den Cargo-Lines ABX Air und Astar transportieren.
Österreich: Streit um das geplante Postmarktgesetz
Streikdrohungen, Mahnwachen vor Postfilialen und populistische Schließungsverbote aus Politikerkreisen sind die Begleitmusik für die Beratungen des geplanten Postmarktgesetzes in Vorbereitung auf die vollständige Postmarktöffnung ab 2011 in Österreich. Die österreichische Regierung will mit dem neuen Gesetz die Folgen der Liberalisierung für die Österreichische Post AG abfedern. Am 20. April 2009 leitete das österreichische Bundesministerium für Infrastruktur den Ge-setzentwurf zur parlamentarischen Beratung weiter. Das Postmarktgesetz soll bereits Mitte 2009 in Kraft treten und die Regeln für den ab 2011 offenen Postmarkt festlegen.
Die Post-Konkurrenten protestierten schon im Vorfeld der Beratungen gegen die beabsichtigten Lohnvorgaben. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass jeder, der eine Konzession für das Geschäft mit Briefen unter 50 Gramm erhalten will, gewisse „arbeitsrechtliche Standards” einhalten muss. „Die Gehälter und Löhne der Post-Konkurrenten dürfen nicht niedriger, die Arbeitsbedingungen nicht schlechter sein als beim Universaldienstleister”, hieß es aus dem Infrastrukturministerium. Dies soll für einen Übergangszeitraum gelten, bis ein Branchen-Kollektivvertrag abgeschlossen ist. Derzeit liegen die durchschnittlichen Löhne und Gehälter der Österreichischen Post AG laut eines im Auftrag der Post erstellten Gutachtens des IHS um 30 bis 40 Prozent über denen der Konkurrenten. „Wir wollen keine Turnschuh-Zustellung”, hieß es aus dem Ministerium.
Das neue Gesetz soll auch den Ausgleich für den Universaldienst regeln. Nach dem Gesetzentwurf müssen private Anbieter mit einem Umsatz ab 500.000 Euro Beiträge in einen Fonds einzahlen, aus dem die flächendeckende Versorgung mit Postdiensten finanziert wird. Damit soll verhindert werden, dass die Österreichische Post AG die Kosten für den Universaldienst allein aufbringen muss, weil sich neue Wettbewerber nur aufs „Rosinenpicken” in Ballungsräumen verlegen.
Der Gesetzentwurf schreibt erstmals die Zahl der Postfilialen (posteigene und fremdbetriebene Filialen) mit 1.650 fest. Derzeit gibt es in Österreich 1.300 posteigene Filialen und rund 200 Partnerfilialen (in Deutschland: Postagenturen). Die Österreichische Post AG will 300 eigene Filialen schließen und durch 450 Partnerfilialen ersetzen. In Städten mit über 10.000 Einwohnern und in Bezirkshauptstädten muss in maximal 2.000 Metern eine Filiale erreichbar sein, in den übrigen Orten in maximal 10 km.
Die neuen Wettbewerber sollen - wie die Österreichische Post AG - auch zur Finanzierung der Hausbriefkästen herangezogen werden. Bisher mussten dafür die Hauseigentümer und Mieter einstehen. Dies hat der österreichische Verfassungsgerichtshof geändert.
Deutsche Post will Konkurrenten Red Parcel kaufen
Wie die „Welt” unter Berufung auf den Branchendienst „KEP-Meldungen” am 23. April 2009 berichtete, will DHL in den nächsten Monaten das System Red Parcel Post in einem umfangreichen Pilotversuch testen. Bei einem positiven Testergebnis könnte DHL die Firma von ihrem Alleineigentümer Walter Hellmich übernehmen. Weder die Deutsche Post noch Hellmich wollten dazu Stellung nehmen.
Red Parcel Post wurde 2004 vom früheren Postvorstand Dieter Seegers-Krückeberg gegründet. Mit der Nutzung von RFID-Funkchips wollte der Manager den Paketversand revolutionieren und die Produktionskosten um ein Drittel senken. 2007 übernahm Hellmich sämtliche Anteile. Der Bauunternehmer hofft nun angeblich auf Bauaufträge der Post.
EuGH bestätigt Mehrwertsteuerbefreiung für Universalpostdienst
Die Privatisierung von Postdiensten führt nicht automatisch zur Mehrwertsteuerpflicht. Nach dem am 23. April 2009 verkündeten Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) in Luxemburg zur britischen Royal Mail hängt die Steuerpflicht allein von Art und Umfang des Dienstes ab. Indirekt bestätigte der EuGH damit auch die Mehrwertsteuerbefreiung für das Universaldienstleistungsangebot der Deutschen Post (Az. C-357/07).
Nach der EU-Mehrwertsteuer-Richtlinie sind „öffentliche Posteinrichtungen” von der Mehrwertsteuer befreit. Die Royal Mail in Großbritannien ist aber schon vollständig privatisiert. TNT war daher der Meinung, die Mehrwertsteuerbefreiung sei nicht mehr zulässig und klagte beim EuGH. Die Mehrwertsteuer-Richtlinie ist aber - so der EuGH - in Verbindung mit der Postdienst-Richtlinie zu sehen. Beide hätten das Ziel, der Bevölkerung Postdienste „zu ermäßigten Kosten anzubieten”.
Mit „öffentlich” sei daher nicht staatlicher Besitz, sondern der allgemeine Zugang zu einem Postdienst gemeint, urteilte der EuGH. Mehrwertsteuerfrei sei daher der Universaldienst. Als Universaldienstleister gelten Dienstleister, die flächendeckend ein ausreichendes Angebot zu einheitlichen und tragbaren Preisen für alle Nutzer bieten. Auf Deutschland bezogen bedeutet dies, dass z.B. ein Brief aus dem Allgäu zur Insel Sylt trotz höherer Kosten nicht ein Vielfaches eines Briefes kosten darf, der innerhalb einer Großstadt wie Frankfurt zu befördern ist.
Ausgeschlossen ist nach dem Urteil des EuGH jedoch die Mehrwertsteuerbefreiung für Sendungen zu individuell ausgehandelten Preisen, wie ein Mengenrabatt für Großkunden.
GLS Germany baut neues Depot in Bornheim bei Köln
Mit dem symbolischen ersten Spatenstich begannen am 22. April 2009 die Bauarbeiten für den Neubau eines GLS-Depots in Bornheim. Das neue Umschlagzentrum entspricht sowohl den Anforderungen einer industrialisierten als auch einer nachhaltigen Paketlogistik. GLS investiert rund 13 Millionen Euro in Grundstück, Gebäude und Ausstattung.
Mit einer maximalen Tageskapazität von 55.000 Paketen baut GLS eines ihrer größten Depots in Deutschland. Das Depot entsteht auf einem Grundstück von 33.000 Quadratmetern. Die knapp 6.000 Quadratmeter große Umschlaghalle wird ausgestattet mit einer Vierstrang-Fördertechnik, aktueller Scan- und Sicherheitstechnik sowie 170 Ladetoren. Ein Ausbau auf 227 Tore und die Nutzung als regionaler Umschlagplatz sind bei Bedarf jederzeit möglich.
GLS berücksichtigt in Bornheim dieselben ökologischen Gesichtspunkte wie am kürzlich fertig gestellten Standort in Vaihingen-Enz: Durch eine Wärmepumpenheizung als primäre Heizquelle wird der CO2-Ausstoß gesenkt. Es gibt eine Vorrichtung zur Nutzung von Regenwasser und beim Bau wurden überwiegend vollständig recycelbare Stahl- und Sandwichpaneele verwendet.
Hintergrund: Die GLS Germany ist eine Tochtergesellschaft der General Logistics Systems B.V., Amsterdam (GLS). GLS bietet außer Paketdienstleistungen auch die Beförderung von Express-Sendungen und logistische Mehrwertleistungen. Über eigene Gesellschaften und Partner bietet das Unternehmen seine Dienstleistungen in 36 europäischen Staaten an und ist über vertraglich gesicherte Allianzen mit der ganzen Welt verbunden. Europaweit stehen der GLS 32 zentrale Umschlagplätze und 680 Depots zur Verfügung. 13.000 Mitarbeiter und 19.700 Fahrzeuge sind täglich für 220.000 Kunden im Einsatz. Im Geschäftsjahr 2007/08 wurden 335 Millionen Pakete befördert, der Umsatz betrug 1,75 Milliarden Euro.
Fast zeitgleich hat DHL Express im April 2009 in Asien 2 neue hochmoderne Verteilzentren eröffnet. Das Taipei Gateway am Taoyuan International Airport in Taiwan und das Incheon Gateway am Incheon International Airport in Südkorea sind mit modernster Technik ausgestattet. In den Bau des neuen DHL Taipei Gateway hat DHL rund 6,2 Millionen US-Dollar investiert. Auf einer Grundfläche von 13.500 Quadratmetern, etwa 4-mal größer als die bisherige Anlage, kann nun die Umschlagkapazität von 3.600 auf 11.000 Sendungen pro Stunde verdreifacht werden. Gleichzeitig handelt es sich um Taiwans einziges Express-Gateway, das über eine 24-stündige Sendungsannahme verfügt.
Mit dem Incheon Gateway setzt DHL ebenfalls neue Maßstäbe in der Branche: Das 20.000 Quadratmeter große Gebäude mit einer Investitionssumme von 50 Millionen US-Dollar verfügt über eine vollautomatische Sortieranlage für Pakete, mit der sich jetzt die 5-fache Sendungsmenge bewältigen lässt. Automatisierte Gewichtsmessungen und Röntgenanlagen stellen sicher, dass eine maximale Kapazität von 13.500 Sendungen pro Stunde erreicht wird. Dabei erfasst ein mit 6 Kameras ausgestattetes Sortiersystem Gewicht und Größe pro Sendung und ist direkt mit der Datenbank des Verteilzentrums verbunden. Gleichzeitig werden im Sortiersystem die Detailangaben der Luftfrachtbriefe aufgenommen. Von diesem südkoreanischen Knotenpunkt aus werden zum Beispiel die Märkte in der Mongolei, Nordchina und Ost-Russland bedient. Darüber hinaus hat er interkontinentale Verbindungen nach Europa und in die USA.
GLS: Erster Drive-in Paket Shop eröffnet
Bequem mit dem Auto vorfahren und das Paket durch das Fenster reichen: Am 25. April 2009 ist in Seevetal bei Hamburg der erste GLS-Paket Shop mit Drive-in-Schalter eröffnet worden.
GLS Germany: 1. Drive-in Paket-Shop in Seevetal bei Hamburg, eröffnet am 25.04.2009
Detlev Dose, Inhaber der STS Sprinter Transport Service GmbH und Betreiber des Drive-in Paket-Shops (li)und Sven Lameyer, Representative Parcel Shops der GLS Germany setzten die Idee gemeinsam um.
Die Halle mit dem Annahmetresen ist für Pkw und Transporter gleichermaßen gut zugänglich. So können sowohl Kunden als auch Zustellfahrer den Drive-in nutzen. „Keinen Parkplatz suchen, kein Paket tragen müssen - das wird vor allem Kleingewerbetreibende freuen, die mit mehreren Sendungen zum Shop kommen”, erklärt Klaus Conrad, Managing Director der GLS Germany.
Schlechtwetter-Konzept
Den Ausschlag für den Shop gab allerdings schlechtes Wetter: „Ich habe einen Kunden mit seinem Paket wortwörtlich im Regen stehen sehen. Da ist mir die Idee zum GLS Drive-in Paket Shop gekommen”, erklärt Detlev Dose, Inhaber der STS Sprinter Transport Service GmbH und seit 2004 Betreiber des GLS-Paket Shops im Seevetaler Warenhotel. „Durch den Neubau und Umzug in unsere neue Logistikanlage - und dank der engen Zusammenarbeit mit GLS - konnten wir die Idee schließlich realisieren.”
Zumwinkel packt schon wieder die Koffer
Dr. Klaus Zumwinkel zieht nach London um. Der frühere Chef der Deutschen Post, der im Februar 2008 wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung zurücktreten musste, wolle sich dort als Unternehmer und Investor niederlassen, meldete die Süddeutsche Zeitung am 28. April 2009 aus seinem Umfeld.
Zumwinkel war nach dem Ende des Strafverfahrens, das mit einer Bewährungsstrafe endete, im Februar 2009 von Köln auf sein Anwesen am Gardasee nach Italien gezogen. Seine Burg in Italien werde er privat weiter nutzen, hieß es nun.
Die Bewährungsstrafe zwingt ihn, Adressenänderungen der Behörde mitzuteilen. Sein Anwalt Hanns Feigen bestätigte der SZ die Umzugspläne von Zumwinkel.
Erst kürzlich waren Zumwinkels Kölner Villa und das Anwesen am Gardasee von Ermittlern durchsucht worden. Dabei ging es um die Spitzelaffäre der Deutschen Telekom. 8 Personen, darunter Zumwinkel stehen im Verdacht, gegen das Bundesdatenschutzgesetz und das Fernmeldegeheimnis verstoßen zu haben. Die Telekom hatte 2005 und 2006 - Zumwinkel war damals Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Telekom - die Telefonverbindungsdaten von Aufsichtsratsmitgliedern, Angehörigen des Betriebsrats, Journalisten und anderen Personen ausgespäht.
Briefpreis in Deutschland auch im europäischen Vergleich günstig / Neue Briefpreisstudie belegt inflationsbereinigt Senkung um 16 Prozent in 10 Jahren
Die deutschen Briefkunden profitieren wie in kaum einem anderen Land vom stabilen Preis für den Standardbrief. Das ist das Ergebnis der aktuellen europäischen Briefpreisstudie 2009 der Deutschen Post. Zusätzlich zum rein nominalen Vergleich der Preise, bei dem der deutsche Standardbrief mit 55 Cent im Mittelfeld liegt, wurden auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie die Arbeitskosten oder die Kaufkraftparitäten in den Vergleich einbezogen. Danach liegt der deutsche Briefpreis beim europäischen Vergleich im unteren Drittel. Unter Berücksichtigung der Inflation ist der reale Preis für den Standardbrief zwischen 1998 und 2008 sogar um 16 Prozent gesunken, während er sich in den anderen untersuchten Ländern im gleichen Zeitraum durchschnittlich um mehr als 30 Prozent verteuerte. Der Briefpreis in Deutschland wurde zuletzt 1997 erhöht und liegt nach einer Preissenkung in 2003 seitdem stabil bei 55 Cent.
Auch die Bundesnetzagentur hatte in ihrem kürzlich vorgelegten Jahresbericht festgestellt, dass im Gegensatz zur Entwicklung in Deutschland das Preisniveau in den meisten europäischen Ländern seit 2002 deutlich angestiegen sei.
Zur Briefpreisstudie 2009 geht's hier
Weltbild spart am Print-Katalog / 50 Prozent der Bestellungen per Internet
Geänderte Versandkonditionen und Billigangebote sollen neue Kunden zu Weltbild.de führen. So werden ab sofort alle Bestellungen im Internet, die mindestens ein Buch oder Hörbuch enthalten, portofrei ausgeliefert. Bislang verlangte Weltbild 3,99 Euro für den Versand einer Bestellung.
„Unser Geschäft verschiebt sich mehr und mehr vom klassischen Katalogversand ins Internet”, sagte Carel Halff, Vorsitzender der Weltbild-Geschäftsführung. Im Onlineshop erwirtschafte das Unternehmen inzwischen rund die Hälfte des Umsatzes. „Unsere Kunden nutzen die große Vielfalt, die Weltbild.de im Web mit mehreren 100.000 Büchern bietet, und bestellen viel mehr Buchtitel, als wir ihnen im Katalog präsentieren.” Weil durch diese Entwicklung Werbeaufwendungen im Katalogbereich eingespart werden könnten, verzichte Weltbild im Internet auf Versandkosten. Den Weltbild-Monatskatalog in Millionenauflage werde es aber nach wie vor geben, betonte Halff. Allerdings übernehme der Katalog mehr und mehr die Funktion des Impulsgebers für die anderen Vertriebskanäle.
Weltbild.de vertreibt nach eigenen Angaben mehr als 3 Millionen Produkte: Bücher, DVDs, CDs, Software & Games, Consumer Electronic, Musik-Downloads und Geschenkartikel.
Garantpost neuer GLS-Partner in Russland
Über eine Partnerschaft mit EMS Garantpost deckt die GLS-Gruppe seit Mai 2009 die Paketdistribution in der Russischen Föderation ab. Garantpost speist internationale Sendungen in das GLS-Europanetz ein. Die Verträge zur Zusammenarbeit wurden in der vergangenen Woche unterzeichnet.
„Das Engagement europäischer Unternehmen in der Russischen Föderation nimmt zu”, so Rico Back, CEO General Logistics Systems B.V., Amsterdam (GLS). „Durch die Partnerschaft mit Garantpost erhalten unsere Kunden die Möglichkeit, diesen Markt schnell und zuverlässig zu bedienen.”
Flächendeckung über 11 Zeitzonen
EMS Garantpost (Hauptsitz in Moskau) zählt mit einem Marktanteil von 25 Prozent am nationalen russischen Paket- und Expressversand zu den führenden Anbietern des Landes. Über 18 Logistikzentren, 68 Depots und angeschlossene regionale Unternehmen erzielt Garantpost eine flächendeckende Versorgung des Landes. Etwa 90 Prozent aller KEP-Importe nach Russland gehen in die Metropolregionen rund um Moskau und Sankt Petersburg. Dort liefert der Logistik-Dienstleister innerhalb von 24 beziehungsweise 48 Stunden nach Verzollung der Sendungen am Moskauer Flughafen Sheremetjevo. Allein in Moskau sind 450 qualifizierte Mitarbeiter und mehr als 200 Fahrzeuge für Garantpost im Einsatz. Das Logistikzentrum verfügt über eine Umschlagkapazität von 10.000 Paketen pro Tag.
GLS: Garantpost - neuer GLS-Partner in RusslandFoto: GLS Germany
In allen wichtigen Wirtschaftszentren Russlands ist die Zustellung am Folgetag möglich. Ziele in abgelegenen Regionen erreicht Garantpost in 2 bis 5 Tagen. Aufgrund der Größe des Landes, das 17 Millionen Quadratkilometer und 11 Zeitzonen umfasst, transportiert Garantpost im Fernverkehr zu 80 Prozent per Luftfracht. Der Anteil der Lkw-Transporte liegt bei 15 Prozent. Die übrigen 5 Prozent werden bis zur Feinverteilung per Bahn weiter geleitet, weil in manchen Regionen keine effizienten alternativen Transportmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Qualität in den Partner-Netzen
Mit einem eigenen Zoll-Terminal am Moskauer Flughafen sorgt das Unternehmen für die zügige Zollabwicklung aller internationalen Sendungen. „Die Zollkompetenz von Garantpost war für uns bei der Entscheidung für die Partnerschaft ein wichtiges Kriterium”, sagt Rico Back. „Ebenso die hohe Qualität der Leistung, die wie bei GLS durch Scannung aller Pakete an relevanten Punkten im Prozess überwacht wird. Wir haben zum IT-System von Garantpost eine Schnittstelle eingerichtet. So können unsere Kunden den Status ihrer Pakete über unser Track und Trace-System auch in Russland verfolgen.”
Auch Dimitry Zolkin, Deputy General Director EMS Garantpost, sieht ein großes Potenzial in der neuen Partnerschaft: „Da GLS in 36 Ländern Europas präsent ist, kann Garantpost künftig für ganz Europa einheitliche Produkte und Services anbieten. Das dichte Netz und die kurzen Regellaufzeiten der GLS werden sicher dazu beitragen, dass unser Export neue Impulse bekommt.”
Österreich soll der Deutschen Post eine Beteiligung an der Österreichischen Post angeboten haben
Die staatliche Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) soll der Deutschen Post eine Beteiligung an der Österreichischen Post AG angeboten haben. ÖIAG-Chef Peter Michaelis wolle mittelfristig 25 Prozent des Konzerns an die Deutsche Post AG verkaufen, berichtete das Nachrichtenmagazin „Profil” Anfang Mai 2009. Die ÖIAG hält 53 Prozent an der Österreichischen Post.
Die Deutsche Post kommentierte die Meldung nicht. Post-Chef Frank Appel hat mehrfach gesagt, die Zeit der großen Akquisitionen sei vorbei.
Brief- und Paketdienstleister spüren die Wirtschaftskrise
Die Wirtschaftskrise hinterlässt tiefe Spuren in den Bilanzen der Brief- und Paketdienstleister.
Deutsche Post DHL: Bei der Vorstellung des Berichts für das 1. Quartal 2009 gab Post-Chef Frank Appel am 6. Mai bekannt, infolge der globalen Wirtschaftskrise sei der Umsatz um 12,9 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro zurückgegangen. Das EBIT vor Einmaleffekten ging um 42,1 Prozent auf 312 Millionen Euro zurück. „Hauptgründe waren der beispiellose Nachfrageeinbruch über alle Regionen und Branchen hinweg sowie geringere Volumen und höhere Lohnkosten im Unternehmensbereich BRIEF.” Das berichtete EBIT auf Konzernebene belief sich auf 27 Millionen Euro nach 539 Millionen Euro im 1. Quartal 2008. „Wir müssen jetzt handeln, um unsere Profitabilität und damit Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Dabei darf es keine heiligen Kühe geben”, sagte Appel. „Wir konzentrieren uns darauf, unsere Kosten - vor allem bei BRIEF und EXPRESS - weiter zu senken.”
So ist eine Neuorganisation des Unternehmensbereiches EXPRESS geplant mit dem Ziel, das Expressgeschäft schlanker und schlagkräftiger zu machen. Dabei sollen Managementebenen entfallen. Aus 5 geografischen Regionen werden künftig 3. Zusätzlich wird es eine neue Führungsstruktur mit einem 6-köpfigen Managementteam geben.
Auch im Briefbereich plant der Konzern, die Effizienz zu steigern, „um vor dem Hintergrund sinkender Sendungsmengen das Geschäft fit für die Zukunft zu machen”. Mit den Sozialpartnern müsse über eine Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit und eine Verschiebung der geplanten Lohnerhöhungen gesprochen werden. Sendungen, die bisher über das Nachtluftpostnetz transportiert wurden, sollen künftig auf dem kostengünstigeren Landweg „ohne nennenswerte Qualitätseinbußen” transportiert werden.
Der Konzerngewinn nach Minderheiten stieg zwar im 1. Quartal 2009 von 383 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 944 Millionen Euro. Hauptgrund war aber die Bewertung der Verkaufsoptionen der Postbank-Aktien.
TNT: Beim niederländischen TNT-Konzern brachen Umsatz und Gewinn im 1. Quartal 2009 ebenfalls massiv ein. In der Expresssparte sank der Umsatz um 15 Prozent, das operative Ergebnis (EBIT) um über 81 Prozent. Der operative Konzerngewinn von TNT fiel um 44 Prozent auf 163 Millionen Euro. Der Umsatz sank um 10 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro. Im Briefbereich fiel der operative Gewinn bei nur leichten Umsatzrückgängen um über 23 Prozent. TNT-Chef Peter Bakker kündigte „weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen” an.
UPS: Auch United Parcel Service spürt die weltweite Krise. Im 1. Quartal 2009 fiel der Umsatz um 14 Prozent auf 10,9 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn brach sogar um 56 Prozent auf 401 Millionen US-Dollar ein. Im Durchschnitt beförderte UPS pro Tag 14,5 Millionen Pakete. Das waren 4 Prozent weniger als im 1. Quartal 2008. UPS-Finanzchef Kurt Kuehn erwartet erst im 2010 eine wirtschaftliche Erholung. Profitieren konnte UPS vom Rückzug der Deutsche Post-Tochter DHL aus dem inneramerikanischen Paketmarkt: UPS konnte sich nach eigenen Angaben die Hälfte der Paketsendungen von DHL sichern.
Deutsche Post: Briefzusteller sollen länger arbeiten
Konzern-Chef Frank Appel fordert von seinen 80.000 Briefzustellern längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich. Er begründet dies mit dem krisengeschwächten Geschäft. „Ohne Mehrarbeit drohen Entlassungen”, fügte Appel hinzu. Derzeit liegt die Wochenarbeitszeit bei 38,5 Stunden. Im Briefgeschäft ist der operative Gewinn im 1. Quartal 2009 um mehr als ein Viertel auf rund 400 Millionen Euro eingebrochen. Hauptgrund: Unternehmen versenden in der Krise weniger Geschäftspost und Werbung. Zur Konjunkturkrise kommt die wachsende Konkurrenz durch E-Mail.
Der derzeit gültige Tarifvertrag läuft bis 2010. Appel möchte mit den Sozialpartnern aber schon jetzt neue Konditionen aushandeln. Die Gewerkschaft ver.di wies die Forderungen zurück. Appel solle „die Kirche im Dorf lassen”, sagte die ver.di-Vize-Chefin Andrea Kocsis. Es gebe einen vor Jahresfrist vereinbarten Tarifvertrag zu Arbeitszeiten und Entgelten, der „nicht verhandelbar” sei. Der Tarifvertrag sieht u.a. eine Erhöhung der Arbeitsentgelte in 2 Schritten um 4 und 3 Prozent vor. Der 2. Schritt wird im Dezember 2009 fällig. Die Post möchte die Erhöhung verschieben. Beide Seiten hatten außerdem einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Juni 2011 ausgehandelt. Auch diese Leistung will die Post jetzt überprüfen.
Container bilden Fahrgemeinschaft: DHL entwickelt System zur Reduzierung des Güterverkehrs / Stärkung des Umweltschutzes
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten gewinnt die effiziente Steuerung von Warenströmen für viele Branchen noch weiter an Bedeutung. Einen wichtigen Beitrag könnte hier das von der Universität Bremen und DHL neu entwickelte System zur Reduzierung des Güterverkehrsaufkommens leisten. Durch den Einsatz moderner Technologien wird die Tourenplanung für Wechselbrücken verbessert. Eine sogenannte „Yellowbox”, eingebaut in die Wechselbrücke, dient dabei als Ortungs- und Kommunikationsmodul. Die Disposition der Container wird dadurch vereinfacht, die Auslastung erhöht - vergleichbar mit dem Prinzip bei der Bildung von Fahrgemeinschaften im privaten Personenverkehr. Erfreulicher Nebeneffekt: die Transportkosten sinken und überflüssige CO2-Emmisionen werden vermieden.
Das Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA) der Universität Bremen als wissenschaftlicher Treiber des Projekts und DHL als Anwendungspartner setzen auf einen Technologie-Mix aus Identifikations- und Ortungstechnologien. Mit Hilfe der Radio Frequency Identification (RFID) wird die Wechselbrücke identifiziert und ihr Standort über eine satellitengestützte Ortung per Global Positioning System (GPS) ermittelt. Darüber hinaus gehört zu dem System eine speziell entwickelte Software, die logistische Zielgrößen sowie die Reihenfolgeplanung und -steuerung der Stopps auf der jeweiligen Tour berücksichtigt. Sie wird mit der Tourenplanung verknüpft und bezieht Verkehrsinformationen mit ein.
„Wir waren auf der Suche nach einem System, mit dessen Hilfe Gütertransporte flexibel und effizient disponiert werden können. Gleichzeitig sind wir darauf bedacht, dass unsere Innovationen auch dem Umweltschutz dienen und den Verkehr auf Straße und Schiene reduzieren”, sagt Jörg Friedrichs, bei der Deutschen Post DHL verantwortlich für das Projekt.
Das System unterstützt Disponenten, indem es wertvolle Entscheidungshilfen zur Tourenplanung liefert. Für Kunden bedeutet dies eine flexiblere Verfügbarkeit von Transportkapazitäten und auch reduzierte Transportkosten. Konkret: An einem bestimmten Ort steht eine Wechselbrücke, nur halb beladen mit Waren für einen Kunden. Das Modul in der Wechselbrücke sendet Daten wie Auslastung, Bestimmungsort und derzeitiger Standort an einen Rechner in der Spedition. Dort werden diese Daten mit Bestandsdaten und der aktuellen Auftragslage abgeglichen. Jetzt kann es sich ergeben, dass in der Nähe eine 2. Wechselbrücke Waren für den gleichen Bestimmungsort führt und auf dem Weg dorthin sogar noch weitere Ladung aufgenommen werden kann. Statt den Weg zum Zielort halb beladen anzutreten, geht nun eine einzige Wechselbrücke über einige Zwischenstopps à la Fahrgemeinschaft gut ausgelastet auf ihre Fahrt: optimale Route, keine Leerfahrt, Kosten reduziert, Zeit gespart, Verkehr vermieden und Umwelt geschont.
Wechselbrücke/Foto Deutsche Post AG
Seit Anfang 2008 arbeiten die Experten der Universität Bremen und der Deutschen Post DHL gemeinsam mit der OHB Teledata GmbH und Micromata GmbH an diesem Projekt. INWEST - so der offizielle Projektname - wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) im Rahmen des Förderschwerpunktes „Intelligente Logistik” unterstützt.
Hintergrund Wechelbrücke:
Ein Wechselaufbau (auch: Wechselbehälter, Wechselaufbaubrücke, Wechselpritsche, WAB und Wechselkoffer) ist ein austauschbarer Ladungsträger, der sich von einem LKW-Aufbau oder einem Bahn-Containerwagen trennen lässt. Für die Nutzung im kombinierten Verkehr muss er mit Einrichtungen ausgerüstet sein, die einen Umschlag auf die Bahn ermöglichen. Dies wird durch Greifkanten ermöglicht, die sich an der Unterseite des Wechselaufbaus befinden. Kräne an den Containerterminals besitzen dafür spezielle Greifarme, mit denen die Wechselaufbauten seitlich umfasst und angehoben werden können. Die Wechselaufbauten werden mit dem für ihren Transport vorgesehenen LKW, Anhänger (Lafetten) oder Güterwaggon durch Zapfen (sogenannte Pilze) verbunden.
Man unterscheidet verschiedene Behälter-Klassen: Für Gliederzüge eignen sich besonders die C-Behälter mit 16 t Gesamtgewicht. Bei diesen Behältern werden 4 Stützbeine an den Seiten heruntergeklappt, danach kann das Fahrzeug - durch Entlüften der Bälge der Luftfederung - abgesenkt und unter dem abgestellten Aufbau herausgefahren werden. Diese Form wird häufig als Wechselbrücke bezeichnet.
Deutsche Post digitalisiert Briefpost für Bundesagentur für Arbeit
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat die Deutsche Post beauftragt, ihre Tagespost und Bestandsakten zu digitalisieren. Dies ist das bisher größte europäische Digitalisierungsprojekt für Post und Akten und gleichzeitig eines der größten e-Government-Projekte (Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung). „Wir werden unsere starke Marktposition als 'Die Post für Deutschland' weiter ausbauen, und die Digitalisierung der Kommunikation gehört dazu. Der Auftrag der Bundesagentur für Arbeit ist ein klarer Beleg dafür”, so Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Brief der Deutschen Post DHL. „Teil unserer Strategie 2015 ist es, unsere Kunden bei der zunehmenden Digitalisierung ihrer Kommunikation zu unterstützen. Dabei soll die Kommunikation in der elektronischen Welt genauso sicher, einfach und zuverlässig sein wie der traditionelle Brief.”
Jeden Tag erhält die Bundesagentur für Abeit über 260.000 Postsendungen. Das sind täglich rund 700.000 Blatt Papier, die von den Mitarbeitern eingesehen, bearbeitet und beantwortet werden müssen. Hinzu kommt eine große Anzahl von Bestandsakten, die bis zu 300 Millionen Seiten ausmachen. Die Deutsche Post hat nun die Aufgabe, mit Unterstützung ihrer auf Dokumentenmanagement spezialisierten Tochter Williams Lea, die Tagespost und die Bestandsakten schrittweise bei den 176 Arbeitsagenturen abzuholen, mit Hochleistungsscannern zu digitalisieren und anschließend der Bundesagentur für Arbeit wieder elektronisch zur Verfügung zu stellen. Die Briefsendungen enthalten häufig auch datenschutzrechtlich relevante Inhalte wie Vermögensverhältnisse oder Bankdaten von Hartz-IV-Empfängern. Eine Sprecherin der Bundesagentur versicherte, eine Einhaltung des Datenschutzes sei sowohl technisch als auch organisatorische vertraglich gesichert.
Die Digitalisierung der Tagespost ermöglicht es den BA-Mitarbeitern, eingehende Sendungen frühzeitig bearbeiten zu können. Auf Anfragen und Anträge kann zügig reagiert, und personelle Ressourcen können auf das Kerngeschäft konzentriert werden. Gleichzeitig ist der Zugriff auf bereits angelegte Akten wesentlich schneller und einfacher.
Die Bundesagentur für Arbeit ist mit rund 100.000 Mitarbeitern der größte Dienstleister am Arbeitsmarkt und erfüllt für die Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen und Institutionen umfassende Aufgaben für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Sie plant in einem umfangreichen Gesamtprojekt die agenturweite Einführung der elektronischen Akte. Damit soll eine entscheidende Voraussetzung für den schnellen Austausch von Daten, Informationen und Dokumenten zwischen den Verwaltungseinheiten und ihren Kunden geschaffen werden. Die Digitalisierung von Schriftgut der Bundesagentur für Arbeit ist innerhalb dieses Gesamtprojekts ein Teilprojekt.
Französische und Schweizerische Post setzen auf das eigene Bankgeschäft
Angesichts kontinuierlich sinkender Briefmengen gewinnt das eigene Bankgeschäft für staatliche Postgesellschaften mehr und mehr an Bedeutung. Diese Meinung vertraten der Präsident der französischen La Poste, Jean-Paul Bailly, und der Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Post, Dr. Claude Béglé, auf der World Mail & Express Conference Anfang Mai 2009 in München.
Bailly sagte, die französische Post bereite sich auf einen jährlichen Rückgang der Briefmenge um 5 Prozent in den nächsten Jahren vor. Die Antwort der staatlichen Post darauf sei eine Diversifizierungsstrategie. Wichtiger Wachstumstreiber für die französische Post ist laut Bailly die hauseigene Bank. Sie verzeichne in der Krise besonderen Zulauf.
Béglé bestätigte diesen Trend mit Zahlen der Schweizerischen Post. Dort habe das Finanzgeschäft 2008 etwa 50 Prozent zum Gewinn des Unternehmens beigetragen. In 2009 erwartet er bereits 75 Prozent. Wegen der Finanzkrise wechseln zahlreiche Anleger zur Schweizerischen Post, der sie offenbar mehr vertrauen als anderen Banken. Die Einlagen wuchsen in den ersten 3 Monaten 2009 um 9,9 Milliarden Euro, sagte Béglé.
EU genehmigt Fusion der dänischen und schwedischen Post / Norwegische Post in der Rolle des Wettbewerbers
„Wir begrüßen es, dass die EU-Kommission die Fusion von Posten AB und Post Danmark A/S schnell genehmigt hat”, erklärte Lars G. Nordström, Vorstandsvorsitzender der schwedischen Post, und sein Kollege Helge Israelsen von Post Danmark Anfang Mai 2009. „Mit dem neuen Konzern sind wir wettbewerbsfähiger, um künftige Herausforderungen auf dem Logistikmarkt zu meistern.” Die schwedische Post hat mit einer Reihe von Übernahmen im Logistikgeschäft diesen Geschäftszweig wesentlich ausgebaut.
Die norwegische Post hat sich an dem Fusionsprojekt nicht beteiligt. „Wir sehen uns in der Position des Herausforderers und werden dies durch unseren Service BringCitymail und die Logistikaktivitäten untermauern”, sagte Dag Mejdell, Vorsitzender der Geschäftsführung von Posten Norge. Als Reaktion auf die dänisch-schwedische Post-Ehe werde sein Unternehmen weiter kräftig in beiden Ländern investieren.
Posten Norge trat 2006 mit dem Briefdienst Citymail in den dänischen Markt ein. Nach der kompletten Übernahme der bisher mit der dänischen Firma Pan Nordic Logistics im September 2008 ist Posten Norge auch in der europäischen Logistik stärker vertreten.
Die schwedische Post hat zur Stärkung ihrer Stellung im Logistikmarkt schon 2008 das Unternehmen Tollpost Globe aus der dänischen DSV-Gruppe erworben. Ein Jahr zuvor - 2007 - kaufte der Konzern das finnische Logistikunternehmen Suomen Logistikkatalo Oy. Im selben Jahr etablierte der schwedische Konzern in Norwegen bei Lebensmittelgeschäften ein Netzwerk mit über 600 sogenannten MyPack Service Points. In Finnland errichtete die schwedische Post ebenfalls ein Verteilnetzwerk in Kooperation mit dem Reise- und Verkehrsunternehmen Matkahuolto.
Das fusionierte dänisch-schwedische Postunternehmen mit 50.000 Mitarbeitern wird auf einen Jahresumsatz von 4,1 Milliarden Euro kommen. Der schwedische Staat erhält 60 Prozent der Anteile, der dänische Staat 40 Prozent. Seinen Hauptsitz hat das neue Unternehmen in Solna in der Nähe von Stockholm.
Studie der Bundesnetzagentur: Nachfrage der Geschäftskunden nach Postdienstleistungen
Die Bundesnetzagentur hat im Rahmen eines Forschungsprojekts die Nachfrage nach Postdienstleistungen durch Geschäftskunden untersuchen lassen. Die WIK-Consult GmbH analysierte in Zusammenarbeit mit der TNS Infratest GmbH insbesondere die Struktur und das Nachfrageverhalten geschäftlicher Versender sowie die Wettbewerbsentwicklung. Dabei stand der Briefmarkt im Mittelpunkt der Erhebung von Primärdaten. Es wurden über 500 Unternehmen mit jeweils mehr als 49 Mitarbeitern befragt.
In den befragten Unternehmen entfallen laut Studie mehr als 80 Prozent der Ausgaben für Briefsendungen auf Geschäftsbriefe wie z. B. Rechnungen. Die restlichen Ausgaben verteilen sich auf adressierte Werbesendungen, Kataloge und Pressesendungen. „Mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen verschicken den überwiegenden Teil ihrer Briefsendungen überregional und bundesweit; nur knapp 30 Prozent versenden vorrangig regional adressierte Briefe”, erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, anlässlich der Veröffentlichung der Studie.
Abb. 20 aus der WIK-Studie „Nachfrage nach Postdienstleistungen von Geschäftskunden”im Auftrag der Bundesnetzagentur März 2009
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Der elektronische Datenaustausch (z. B. über E-Mail) zwischen Unternehmen hat zugenommen. Die Mehrheit der Befragten erwartet auch in Zukunft einen Anstieg dieser Versandform. Die Unternehmen begründen dies mit Kosteneinsparungen und Schnelligkeit. „Es ist nicht überraschend, dass die Unternehmen vor allem Qualitätskriterien wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und unbeschädigte Zustellung bei der Wahl ihres Briefdienstleisters in den Vordergrund stellen”, erläuterte Kurth ein Ergebnis der Studie. Mit den bisher beauftragten Postdienstleistern sei der weit überwiegende Teil der Befragten durchaus zufrieden. Mehr als die Hälfte habe Erfahrungen mit Wettbewerbern der Deutschen Post DHL gesammelt.
Der elektronische Versand von Briefen wird vor allem im B2B-Bereich genutzt. Bei über 50 Prozent der Geschäftskunden hat der elektronische Versand im letzten Jahr zugenommen und fast 60 Prozent erwarten für die kommenden Jahre eine weitere Zunahme. Als Gründe für die Nutzung dieser Versandform werden Schnelligkeit, Kosteneinsparung und Akzeptanz bei Kunden angegeben.
WIK-Studie „Nachfrage nach Postdienstleistungen von Geschäftskunden”
DHL erweitert Kapazitäten für Modeindustrie in China
DHL baut das Leistungsangebot für die Modeindustrie deutlich aus. Auf dem wichtigen asiatischen Markt investierte DHL Global Forwarding insgesamt rund 9,5 Millionen Euro in das neue DHL Fashion Competence Center sowie in eine Niederlassung in Kowloon, Hongkong. Am 13. Mai 2009 wurden beide Standorte offiziell eröffnet.
DHL investiert in einen der bedeutendsten Standorte im weltweiten ExportgeschäftFoto: Deutsche Post AG
Die neue Niederlassung von DHL Global Forwarding wird mit rund 800 Mitarbeitern als zentraler Standort für die Region Nordasien eine wichtige Rolle im DHL Netzwerk spielen. DHL Logistikvorstand Hermann Ude: „Wir sehen am Standort in Hongkong weiterhin hervorragende Wachstumschancen - gerade in der Modeindustrie. Mit unseren Investitionen erhöhen wir Leistungsfähigkeit und Kapazitäten für den gesamten asiatischen Markt.”
Hongkong gilt als zentraler Umschlagplatz für Mode- und Bekleidungsartikel in Asien und ist einer der bedeutendsten Standorte im internationalen Exportgeschäft. Der Markt für Textilien ist in Hongkong gleich nach der Elektronikindustrie der zweitgrößte. 14 Prozent des gesamten Exportvolumens entfiel 2008 auf diesen Sektor. Mehr als ein Drittel der Sendungen gehen in die Europäische Union.
Österreichs Post privatisiert Briefzustellung
Von Juni 2009 an will die Österreichische Post frei werdende Stellen in der Briefzustellung nicht mehr besetzen und stattdessen private Mitbewerber engagieren. Die Gründe sind offensichtlich: Die Personalkosten von privaten Dienstleistern sind in der Branche rund 30 Prozent niedriger. Hintergrund für den rigiden Sparkurs der Österreichischen Post sind zurückgehende Mengen im Briefbereich und die Rezession am Werbemarkt. So hat sich die Post erst vor wenigen Tagen eine Sachkostenreduktion von 30 Millionen Euro und eine 20-prozentige Investitionskürzung verordnet. Die Privatisierung der Briefzustellung soll nach Konzernangaben bis Jahresende 5 Prozent der rund 11.000 Mitarbeiter im Briefbereich betreffen.
„Die Verdrängung von Briefen durch elektronische Kommunikation, mittlerweile auch bei den ,Golden Agers' sowie die Rezession am Werbemarkt werden für uns immer stärker spürbar”, sagte der für den Briefbereich zuständige Vorstandsdirektor Walter Hitziger. „Unsere stärksten Konkurrenten sind E-Mail, SMS und Internet. Gleichzeitig steigen unsere Personalkosten überproportional an. Gerade in wirtschaftlich so unsicheren Zeiten wie jetzt müssen wir handeln, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.”
Für die Österreichische Post ist dies nicht der erste Schritt in Richtung Privatisierung. In den letzten Jahren wurden bereits private Dienstleister bei der Paketzustellung eingesetzt. Und auch im Filialnetz wurden durch die Einführung des Post-Partner-Modells private Unternehmer in das Postwesen integriert. „Die Zusammenarbeit mit privaten Firmen ist keine Erfindung von uns”, verteidigte sich Hitziger. „Die Wirtschaft, viele Gemeinden und öffentliche Stellen greifen immer stärker darauf zurück. Es ist also nur ein logischer nächster Schritt, dass wir auch im Zustellbereich neue Strukturen umsetzen, um einerseits flexibler und andererseits effektiver zu werden. Und das, ohne das seit 2003 gültige Brief-Porto zu erhöhen.”
Die Deutsche Post DHL hat wie vorgesehen die 1. Hälfte ihres Aktienpakets an der Deutschen Bank AG am Markt verkauft und hält nun nur noch 4 Prozent an dem Frankfurter Geldinstitut. Damit ist der Anteil an der Deutschen Bank unter die meldepflichtige Grenze von 5 Prozent gefallen. Der Verkauf von rund 25 Millionen Aktien konnte zu einem Preis realisiert werden, der zu einem zusätzlichen Mittelzufluss von rund 100 Millionen Euro gegenüber dem ursprünglich vereinbarten Preis geführt hat.
Die Deutsche Post DHL hatte im Zuge der Transaktion zum Verkauf ihres Anteils an der Deutschen Postbank AG 50 Millionen Aktien bzw. einen Anteil von rund 8 Prozent an der Deutschen Bank erhalten. Über die 1. Hälfte konnte die Deutsche Post DHL seit Ende April frei verfügen. Die andere Hälfte der Aktien ist vollständig gesichert und wird ab Juni 2009 verwertet. Wie schon bei dem Verkauf der 1. Tranche sind auch für die 2. Tranche marktschonende Mechanismen vereinbart worden.
„Wir sind sehr froh, dass wir diese Platzierung so erfolgreich über die Bühne gebracht haben”, sagte Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post DHL. „Mit diesem Verkauf kommen wir mit der Konzentration auf unser Brief- und Logistikgeschäft einen weiteren guten Schritt voran.”
Die im Januar vereinbarte Transaktion über den Verkauf von Postbank-Aktien an die Deutsche Bank wurde am 25. Februar 2009 wie geplant abgeschlossen. Die Deutsche Bank hatte für 50 Millionen eigene Aktien aus einer Kapitalerhöhung einen Anteil von 22,9 Prozent an der Postbank von der Deutschen Post DHL erhalten. Ein weiterer Anteil von 27,4 Prozent wird nach Ablauf von 3 Jahren mit Fälligkeit einer Pflichtumtauschanleihe auf Postbank-Aktien an die Deutsche Bank übertragen. Für den verbleibenden Anteil von 12,1 Prozent bestehen Kauf- und Verkaufoptionen, die zwischen dem 36. und 48. Monat nach Abschluss der Transaktion gezogen werden können.
BdKEP legt Verfassungsbeschwerde gegen Post-Mindestlohn ein
Der Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V. (BdKEP) hat im Mai 2009 Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gegen das Arbeitnehmer-Entsendegesetz eingelegt. Die Beschwerde ist jetzt erst möglich, da die Veröffentlichung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes im Bundesgesetzblatt lange auf sich warten ließ.
Die Beschwerde richtet sich gegen die im neuen Arbeitnehmer-Entsendegesetz verankerte Aufhebung der Tarifautonomie, teilte der Verband am 18. Mai 2009 in Hamburg mit. Mit dieser Aufhebung wird die durch die Rechtsverordnung zunächst verfügte Ausdehnung der Lohnuntergrenze auf die gesamte Brief-Branche festgeschrieben. Aufgenommen wurde unter anderem der Passus, dass der durch Rechtsverordnung für allgemeinverbindlich erklärte Tarifvertrag „auf alle unter diesen Geltungsbereich fallenden und nicht an ihn gebundenen Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen Anwendung findet”. Es handelt sich hierbei um die aus den bisherigen Rechtsverordnungen zu allgemeinverbindlichen Löhnen bekannte Formulierung, die bereits das Verwaltungsgericht und das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg für nichtig erklärt haben.
Diese Formulierung - so die Argumentation des BdKEP - ist eine Außerkraftsetzung des Artikel 9 Grundgesetz, der die Koalitionsfreiheit garantiert. Der BdKEP bezweifelt die Rechtmäßigkeit dieser Vorgehensweise, das Grundrecht auf den freien Abschluss von Tarifverträgen außer Kraft zu setzen. Das Bundesverfassungsgericht muss nun klären, „ob ausreichend gesellschaftliche Gründe vorliegen”, um einen Verfassungsgrundsatz durch politischen Mehrheitsbeschluss aufheben zu können.
Vorsorglich hat der BdKEP-Anwalt Axel G. Günther Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz angekündigt, „sollte es dem Bundesarbeitsminister einfallen, die bisherige Rechtsverordnung aufzuheben, um mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dem Arbeitgeberverband Postdienste (Deutsche Post) erneut einen Antrag auf einen allgemeinverbindlichen Briefdiensttarif auszukungeln”. ver.di hat dieses Vorgehen bereits angemahnt.
Der Briefdienst-Mindestlohn - zwischen 8,00 Euro und 9,80 Euro - war Ende 2007 zwischen dem von der Deutschen Post dominierten Arbeitgeberverband Postdienste und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ausgehandelt worden. Anschließend hatte das Bundesarbeitsministerium die Regelung für allgemeingültig erklärt. Dazu wurde die Post-Branche in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufgenommen. Der Mindestlohn der Konkurrenz lag zwischen 6,50 Euro und 7,50 Euro.
Entscheidung über Mehrwertsteuerprivileg für die Deutsche Post soll bis nach der Bundestagswahl verschoben werden
Die SPD-Bundestagsfraktion hat die weitere Beratung des Gesetzentwurfs über die Aufhebung des Mehrwertsteuerprivilegs für die Deutsche Post bei Sendungen von Geschäftskunden abgelehnt. Das laufende Gesetzgebungsverfahren soll auf die Zeit nach der Bundestagswahl im September 2009 verschoben werden.
Dagegen protestierten Wettbewerber der Deutschen Post und die hessische Landesregierung massiv. Post-Konkurrent TNT Post erklärte am 19. Mai 2009, das Steuerprivileg sei „eines der zentralen Wettbewerbshindernisse am deutschen Postmarkt” und reagierte „mit Empörung und Unverständnis” auf die SPD-Blockade. Der Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste e.V. (BIEK) und der Arbeitgeberverband Neue Brief- und Zustelldienste e.V. nannten das Vorgehen der SPD „skandalös”. Durch das Umsatzsteuerprivileg entgingen dem Fiskus Einnahmen in einer Höhe von jährlich 500 Millionen Euro. Wettbewerber dagegen müssten die volle Mehrwertsteuer zahlen.
Das Bundeskabinett hatte im September 2008 entschieden, die Post solle ab 2010 auf wesentliche Teile der Geschäftspost-Umsätze Mehrwertsteuer zahlen. Privatsendungen sollen weiter umsatzsteuerfrei bleiben.
Auch die Deutsche Post prüft die Auslagerung der Briefzustellung an Partnerunternehmen
Um Personalkosten zu senken, prüft die Deutsche Post die Auslagerung eines Teils der Briefzustellung an Partnerunternehmen. „Wir werden alles tun, um Arbeitsplätze im Konzern zu retten, egal ob sich die Gewerkschaft verweigert oder nicht. Wir wollen zwar keinen Alleingang. Wir sind aber für die Mitarbeiter verantwortlich und werden für sie kämpfen”, sagte Briefvorstand Jürgen Gerdes im Mai 2009 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sein wichtigstes Druckmittel ist die Drohung, einen Teil der Briefzustellung an Vertragspartner auszulagern. „Die Österreichische Post macht vor, wie es gehen könnte.”
Die Deutsche Post ist diesen Weg bisher nur im Paketgeschäft gegangen. 800 ihrer 7.000 Paketzustellbezirke lässt sie bisher von Fremdunternehmen bedienen. Weil die Fremdvergabe dort sehr gut funktioniere, hält Gerdes eine Ausweitung durchaus für möglich.
Gewerkschaften verurteilen Post-Liberalisierung
Die Liberalisierung des Postmarkts führt ohne Ausnahme zu erhöhter Arbeitslosigkeit, verschlechterten Arbeitsbedingungen und schlechterem Service für die Postkunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von UNI Global Union. UNI ist ein globaler Gewerkschaftsverband für Fach- und Dienstleistungsberufe. Er vertritt nach eigenen Angaben 900 Gewerkschaften und 20 Millionen Mitglieder weltweit.
UNI forderte die Europäische Union auf, sofort einen Aufschub der Implementierung der Dritten Postdienstleistungsrichtlinie einzuleiten und eine gründliche Debatte über dieses Thema zu starten. Wettbewerb ist laut UNI nicht im Sinne der Verbraucher, sondern erzeuge Sozialdumping und erhöhte Arbeitslosigkeit. Die Finanzkrise verschärfe diese Entwicklung. Die Studie untersuchte laut UNI Effekte der Liberalisierung auf die Beschäftigten und die Reaktionen der Gewerkschaften darauf.
Die Untersuchung fand nach Angabe von UNI heraus, dass ökonomische Theorien, die für Liberalisierung sprechen, im Postsektor versagen. Liberalisierte Postmärkte zeigten nur wenig Wettbewerb durch neue Postdienstleister. Diese erreichen laut UNI lediglich einen Marktanteil von 0,1 bis 10 Prozent.
B2C: Bestnoten für GLS
Private Empfänger sind sehr zufrieden mit dem GLS-Service - das ist das Ergebnis einer Privatempfänger-Studie, die der Paketdienstleister GLS Anfang zwischen dem 18. Februar und dem 3. März 2009 in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen durchführte.
Im Fokus der Studie standen unter anderem Lösungen für die „letzte Meile”. Das Ergebnis zeigt: Im Vergleich mit dem Wettbewerb schneidet GLS in Sachen Zufriedenheit bei den Empfängern sehr gut ab. „Aufgrund des zunehmenden Internethandels liefern wir mittlerweile jedes 5. Paket an eine Privatperson”, sagte Rico Back, CEO der GLS bei der Präsentation der Studie. „Das bringt neue Anforderungen mit sich.” Im Gegensatz zu Geschäftsleuten sind private Empfänger tagsüber oft nicht zu Hause - gerade Berufstätige auch nicht am Folgetag bei einem erneuten Zustellversuch. Bei der Auslieferung nutzt die GLS ihr dichtes Paket Shop-Netz. Seit vergangenem Jahr können in den bundesweit 5.000 GLS-Paket Shops nicht nur Sendungen aufgegeben, sondern auch abgeholt werden: Trifft der Fahrer den Adressaten oder einen Nachbarn nicht zu Hause an, dient der Paket Shop als alternative Zustelladresse.
Insgesamt wurden 10.000 Fragebögen unter den Empfängern verteilt: GLS-Mitarbeiter klebten in 12 zufällig ausgewählten Depots die Fragebögen mitsamt frankiertem Rückumschlag auf Pakete, die (soweit einschätzbar) an private Adressen gingen. Die Rücklaufquote war überdurchschnittlich: Rund 6 Prozent der verteilten Fragebögen kamen zurück. Das Ergebnis brachte GLS wichtige Erkenntnisse für die zukünftige Zustellung an Privatkunden. Darüber hinaus bekam GLS von den Teilnehmern der Studie beste Noten ausgestellt. Auf einer Skala von 1 („sehr zufrieden”) bis 5 („völlig unzufrieden”) erhielt GLS eine 1,4. Zusätzlich gaben 276 der Befragten eine frei formulierte Begründung für die gute Bewertung an. Dabei lobten die Teilnehmer vor allem die Lieferung innerhalb von 24 Stunden (26 Prozent), die „netten Zusteller” (22 Prozent), dass „alles in Ordnung” war (10 Prozent) und das unbeschädigte Paket (6 Prozent).
Auch im direkten Vergleich mit den Mitbewerbern schnitt GLS sehr gut ab. Gefragt nach der allgemeinen Zufriedenheit bei der Paketzustellung gaben die Privatempfänger GLS von den möglichen Bewertungen 1 („sehr gut”) bis 5 („sehr schlecht”) im Durchschnitt die Note 1,5. Damit liegt GLS - so das Unternehmen in seiner Pressemitteilung - an der Spitze noch vor DHL, Hermes, UPS und anderen.
Im letzten Jahr hat GLS nicht nur die alternative Zustellung im Paket Shop eingeführt, sondern auch den „ShopReturn-Service”, mit dem Versandhändler ihre Retouren über die Paket Shops abwickeln können.
Deutsche Post will montags einen Teil der Briefzentren schließen und die Briefzustellung konzentrieren
Die Deutsche Post sucht nach weiteren Einsparmöglichkeiten im Briefdienst. „Euro am Sonntag online” meldete am 31. Mai 2009, in den Ferienmonaten Juli und August sollen montags 15 bis 16 der 82 Briefzentren geschlossen bleiben. Von den Montagsschließungen sollen u.a. die Briefzentren Berlin Nord, Celle, Fulda, Trier, Darmstadt, Straubing, Amberg und Suhl sein. In einem Interview mit dem Bonner General-Anzeiger (3. Juni 2009) bestätigte dies Briefvorstand Jürgen Gerdes: „Wir werden im Sommer am jeweils schwächsten Tag der Woche, insgesamt an 9 Montagen, 15 Briefzentren in einer Schicht schließen und die Sendungen in benachbarten Zentren bearbeiten. Die Qualität wird darunter nicht leiden.”
Das Vorhaben gilt als Testlauf für eine mögliche Umstrukturierung des Post-Verteilnetzes in Deutschland, erfuhr das Magazin aus dem Post-Konzern. „Euro am Sonntag” zitierte aus einem internen Schreiben, das der Redaktion vorlag. Danach seien angesichts des „dramatischen Ergebniseinbruchs” im 1. Quartal 2009 „weitere Kostensenkungen und insbesondere auch flexible Anpassungen des Netzwerks zwingend erforderlich”.
So ist nach den Informationen von „Euro am Sonntag” auch geplant, die Montags-Briefzustellung zu konzentrieren. Da weniger Sendungen zuzustellen seien, soll jeder 2. Briefzusteller an diesen Tagen „daheim bleiben”. Die Sendungen sollen auf die anderen Zusteller verteilt und damit montags die Zustellbezirke vergrößert werden.
„Post wird sich dramatisch verändern” / Neues Preisgefüge im Briefdienst angedacht / Flatrate für Briefe?
Post-Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes sieht den Bonner Konzern vor einem Wandel stehen, „der das Unternehmen dramatisch verändern wird”. Dies berichtete der Bonner General-Anzeiger am 3. Juni 2009. Hintergrund sei, dass Briefe zunehmend durch E-Mails ersetzt werden. „Das Unternehmen wird in wenigen Jahren nicht mehr so aussehen wie heute”, sagte Gerdes dem General-Anzeiger. Es dürfe keine Tabus geben, um das Unternehmen darauf vorzubereiten.
Um Arbeitsplätze zu sichern, wolle die Post die zum 1. Dezember 2009 vereinbarte Lohnerhöhung verschieben und die Arbeitszeiten verlängern, betonte Gerdes. Langfristig müsse über neue Preismodelle beim Porto nachgedacht werden. „Ein Brief, den ich von Bonn nach Sankt Augustin schicke, könnte billiger sein als ein Brief von Bonn ins Allgäu”.
Wie die „Wirtschaftswoche” in ihrer Ausgabe vom 8. Juni 2009 berichtet, denkt Gerdes auch über eine Flatrate für Briefe nach. Für einen jährlichen Fixbetrag sollen Bundesbürger unbegrenzt Briefe versenden können. Eine realistische Jahresgebühr könnte ein Betrag von 60 Euro sein. Unternehmen, die sehr viel Briefsendungen verschicken, zahlen entsprechend mehr.
Erfolgskurs der DHL Packstation: 2.000 Packstationen in Betrieb
Mittlerweile gehören sie in vielen deutschen Städten zum Straßenbild - die Packstationen von DHL. Standen den Kunden bis Ende 2008 deutschlandweit rund 1.500 Packstationen zur Verfügung, so sind bis Mitte 2009 nochmals 500 hinzugekommen. In mehr als 1.000 Städten und Gemeinden können nun rund um die Uhr und an 7 Tagen in der Woche Pakete abgeholt und verschickt werden. Bis Ende des Jahres werden die angekündigten 2.500 Automaten in Betrieb sein und fast 90 Prozent aller Bundesbürger erreichen dann innerhalb von rund 10 Minuten eine Packstation. Über 1 Million Kunden hatten sich bis Ende 2008 für diesen innovativen Service registriert. Seit Jahresbeginn gibt es bereits mehr als 100.000 Neuanmeldungen.
Wie eine Packstation funktioniert, zeigt ein Video-Clip der Deutschen Post AG.
Deutsche Post: 240 Patenterteilungen in einem Jahr
Vor ein paar Jahren hatte sie nur eine Handvoll Patente, heute verfügt die Deutsche Post DHL über rund 1.400 Patente weltweit. Urkunden aus den Vereinigten Staaten, aus Rumänien, Australien, Südafrika und Hongkong sichern dem Konzern heute weltweit die Schutzrechte auf eigene Erfindungen. Jährlich meldet die Deutsche Post DHL über 200 Patente an. Beispiel: Die Deutsche Post DHL hat bundesweit zurzeit ca. 2.000 Packstationen installiert. Auf die Technik dieser Packstationen hat der Konzern 22 Patente angemeldet.
Viel einfacher und vor allem gesundheitsschonender geht das Entladen der Palettenmit dieser vollkommen neuen Maschinengeneration.Ihre „Roboterzelle Light” hat die Deutsche Post DHL ebenfalls zum Patent angemeldet.Foto: Deutsche Post AG
Von der Idee bis zur geschützten Erfindung ist es jedoch ein langer Weg. Wie beispielsweise bei NiZA, dem neuen Navigationssystem, das dem Paketzusteller immer die kürzeste Route auf seiner Zustelltour berechnet und damit Arbeitskosten, Spritverbrauch und CO2-Emissionen senkt. Um diese Eigenentwicklung zu schützen, hat der Konzern sie unter dem Titel „Verfahren und Vorrichtung zum Befördern einer Vielzahl von physischen Objekten” patentieren lassen. Doch bis die Urkunde des Patent- und Markenamtes aus München vorlag, dauerte es 2 Jahre.
Um alle Erfindungen und das intern entwickelte Know-how besser zu schützen und zu verwerten, hat der Konzern 2002 ein zentrales Patentmanagement eingerichtet. Fast täglich gehen dort Hinweise auf neue Entwicklungen von Mitarbeitern ein. Doch um sich die Rechte schützen zu lassen, müssen die Erfindungen einen technischen Charakter haben und neu sein, vor der Anmeldung dürfen keine Informationen darüber öffentlich bekannt sein. Ist das Patentmanagement der Meinung, dass diese Voraussetzungen erfüllt sind, verfasst ein Anwalt die entsprechende Patentschrift. Mit dem Tag der Anmeldung in München ist die Erfindung geschützt. Bis die entsprechende Urkunde dann allerdings vorliegt, können bis zu 3 Jahre vergehen.
Neben der Anmeldung von neuen Entwicklungen achtet das Patentmanagement von Deutsche Post DHL auch darauf, dass die eigenen Patente nicht von Wettbewerbern verletzt werden oder umgekehrt der Konzern nicht gegen andere Patente verstößt. Im vergangenen Jahr erhielt das Unternehmen 240 Patente weltweit erteilt. Damit war Deutsche Post DHL der innovativste Dienstleister in Deutschland. Erstmals werden jetzt auch Ideen von Konzern-Mitarbeitern aus der ganzen Welt eingereicht.
Patente Beispiele
Packstation: Auf die Packstation, an der Pakete abgeholt und aufgegeben werden können, hat die Deutsche Post 22 Patente angemeldet. Die Innovation wurde auch an die Post in Norwegen und Österreich verkauft.
Transportbox: Eine der jüngsten Erfindungen: Eine Spezialbox schützt hängend transportierte Kleidungsstücke gegen Beschädigung und Verschmutzung. Die Größe der Box passt sich dem Transportgut an. Für den Rücktransport lässt sie sich klein zusammenlegen.
Roboterzelle Light: Dieser zum Patent angemeldete Automat erleichtert die Arbeit in Paketzentren und Lagern. Sein Job ist das „Depalettieren” genannte Entladen einer Palette mit Frachtstücken auf ein Förderband.
Die Welt im Jahr 2020 - Deutsche Post DHL präsentiert Zukunftsstudie „Delivering Tomorrow”: 10 Trends für die nächsten 10 Jahre
Die Deutsche Post DHL hat im Juni 2009 eine Delphistudie unter dem Namen „Delivering Tomorrow - Kundenerwartungen im Jahr 2020 und darüber hinaus” veröffentlicht. Vorstandsvorsitzender Dr. Frank Appel stellte die Zukunftsstudie am 4. Juni 2009 auf dem Globe Forum in Stockholm rund 500 Wissenschaftlern, Managern und Erfindern vor.
Die Delphistudie präsentiert Expertenmeinungen und Analysen zu Themengebieten wie Globalisierung, Wirtschaft, Technologie, Logistik, Umwelt und Gesellschaft. Die Studie zeigt die Trends in diesen Bereichen bis ins Jahr 2020 und darüber hinaus auf. Damit gibt der Logistikkonzern eine Orientierungshilfe für mögliche Zukunfts-Szenarien.
Postchef Frank Appel spricht auf dem Globe ForumFoto: Thomas Klockseth/Deutsche Post AG)
Die Deutsche Post DHL nutzte Erkenntnisse aus der Studie zur Entwicklung der ebenfalls vor Kurzem vorgestellten Unternehmensstrategie: „Die Untersuchungsergebnisse der Studie zeigen, dass Themen wie Nachhaltigkeit, Bildung und gesellschaftliche Verantwortung für Unternehmen immer wichtiger werden. Wir bereiten uns mit unseren Programmen GoGreen und Teach First Deutschland bereits heute auf die Herausforderungen der Zukunft vor und haben hier frühzeitig entscheidende Schwerpunkte gesetzt”, sagte Appel bei der offiziellen Präsentation der Studie auf dem Globe Forum in Stockholm.
Die Untersuchungen zur Studie „Delivering Tomorrow - Kundenerwartungen im Jahr 2020 und darüber hinaus” wurde von Juni 2008 bis Januar 2009 durchgeführt. 81 Zukunftsthesen wurden aufgestellt und diskutiert. Über 900 Personen aus aller Welt, darunter Vorstände renommierter internationaler Unternehmen, Wissenschaftler aus Ökonomie, Zukunftsforschung und Logistik sowie Experten ausgewählter Kunden unterschiedlicher Branchen wurde der umfassende Fragenkatalog zur Einschätzung vorgelegt.
Die Studie basiert auf der Delphi-Methode, die seit Anfang der 1950er-Jahre genutzt wird. Hierbei werden Experten in einem mehrstufigen Prozess mit verschiedenen Thesen konfrontiert und um ihre Einschätzung gebeten. Dadurch liefern Delphistudien oftmals genauere und stimmigere Zukunftsprognosen als allgemeine Umfragen. Wichtige Prognosen dieser Studie beschäftigen sich mit den Herausforderungen des Klimawandels, den Einflüssen zunehmender Onlinevernetzung und der zunehmenden Bedeutung der Logistikindustrie.
„Heute steht auf dem Etikett am Marmeladenglas eine Kalorienangabe. Im Jahr 2020 wird sehr wahrscheinlich auf jedem Etikett verzeichnet sein, wie viel CO2 bei Produktion und Logistik freigesetzt worden ist”, kommentierte Appel. Für ökologische Produkte und Dienstleistungen wird der Kunde bis zu einem gewissen Grad bereit sein, mehr Geld aus-zugeben. Andere Anbieter werden versuchen, diesen Wettbewerbsvorteil rasch aufzuholen, sodass durch das Kundenverhalten die Umweltstandards innerhalb der Wirtschaft ständig steigen werden.
Logistikunternehmen als Vorreiterbr>
Vorreiter und Vorbild für andere Wirtschaftszweige wird die Logistikwirtschaft sein. Wegen der hohen Energiekosten werden Logistikunternehmen noch stärker als bisher gemeinsame Netze errichten und betreiben. Dazu Appel: „Eine möglichst umweltschonende Logistik ist für uns eine strategische Zukunftsaufgabe. Wir bieten beispielsweise bereits heute einen CO2-neutralen Versand an. Und als erstes Logistikunternehmen haben wir uns ein eigenes Klimaschutzziel mit konkreten CO2-Einsparungen gesetzt. Wir sind also auf dem richtigen Weg. Allerdings sagt uns die Delphistudie auch, dass dies 2020 viele Nachahmer gefunden haben wird. Wir müssen daher weiter innovative Akzente setzen.”
Obwohl der Kunde des Jahres 2020 viel Wert auf Umweltaspekte legt, wird er bei der Geschwindigkeit einer Lieferung keine Abstriche machen. Alle Waren und Dienstleistungen sollen immer und sofort erhältlich sein. Daher werden Kunden von Anbietern Transparenz und umfassende Informationen in Echtzeit einfordern. Immer wichtiger wird hierbei das Internet werden: Im Jahr 2020 werden große Teile der Weltbevölkerung, vornehmlich in Industrie- und Schwellenländern, kontinuierlich online sein. 3 Milliarden Menschen werden dann alle Geschäftstransaktionen im Netz vornehmen. Die Geschwindigkeit wird aber nicht nur in der Wirtschaft, sondern in allen Bereichen des Lebens zunehmen. Die Anforderungen an Flexibilität und ständige Erreichbarkeit werden steigen.
Obwohl Terrorattacken und der Ausbruch gefährlicher Krankheiten auch zukünftig Gefahren bleiben, halten die befragten Experten solche Szenarien sowohl technisch als auch finanziell für beherrschbar. Das gilt auch für das Wachstum der Weltbevölkerung. Nur Experten aus Asien glauben an den Effekt staatlicher Bevölkerungspolitik und sind mehrheitlich davon überzeugt, dass sich die Weltbevölkerung zwischen 7 und 8 Milliarden Menschen einpendeln kann.
Die Meinungsbildner aus den anderen Regionen sind davon überzeugt, dass die Weltbevölkerung und damit auch der Ressourcenverbrauch weiter wachsen werden. Frank Appel: „Die Experten der Delphistudie sind grundsätzlich optimistisch, dass sich die vielen Herausforderungen, die auf uns alle zukommen werden, mit marktwirtschaftlichen Mitteln bewältigen lassen.”
10 Trends für die nächsten 10 Jahre
Globale Entwicklungen: Weltwirtschaft wächst
1. Der Klimawandel wird die zentrale Herausforderung und löst eine „grüne” Revolution bei Produkten und Dienstleistungen aus. Nachhaltige Energieerzeugung steht an der Schwelle zum Durchbruch.
2. Die soziale Schere geht weltweit weiter auseinander. Die Gefahr sozialer Konflikte wächst und führt zu stark steigenden Aufwendungen für Sicherheit.
3. China ist der unbestrittene Gewinner des wirtschaftlichen Wachstums und schließt zur technologischen Elite auf.
Veränderte Kunden:Neue Bedürfnisse, Erwartungen, Verhaltensweisen
4. Das Internet verändert weltweit Kundenerwartungen und -verhalten radikal. Im Fokus der Kunden stehen: Individualisierung, Transparenz, Verfügbarkeit, Geschwindigkeit.
5. Umweltgerechter und bewusster Konsum bestimmen zunehmend das Kaufverhalten.
6. Convenience, Komfort und Simplicity sind die zentralen Anforderungen.
7. Die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine kann die Kommunikation von Mensch zu Mensch nicht ersetzen.
Veränderte Logistik: Die neue Leitbranche
8. Die Logistikbranche wird zum Trendsetter und setzt neue Standards im Bereich von Kooperationen und „grünem” Business.
9. Offshoring und Outsourcing schaffen neue Möglichkeiten - die Wertschöpfungskette verlängert sich in alle Richtungen für Dienstleistungen rund um die Logistik.
10. Die Logistikanbieter entwickeln sich zunehmend zu Beratungsunternehmen, ihre Zusatzdienste bieten Mehrwert für die Kunden.
Prägnante Thesen der Delphistudie
Ihr T-Shirt hat ein Date mit Ihrer Jeans im Waschsalon - und Sie müssen noch nicht einmal fahren.
Seien Sie froh, dass sich ihre Kleidung selbstständig macht. Für gut 80 Prozent der Experten ist das „Internet der Dinge” im Jahr 2020 vorstellbare Realität. Die Produkte werden mit Sendern und Empfängern ausgestattet sein, die Maschinen im Waschsalon genauso wie Ihre Kleidung oder das vorbeifahrende Taxi. Sie alle sind miteinander vernetzt, kommunizieren ständig untereinander und werden sich gegenseitig navigieren - aber keine Angst, Sie behalten den Überblick und können den „Aufenthaltsort der Dinge” jederzeit abrufen.
Also, soll Ihr T-Shirt doch ruhig das Taxi rufen, wenn es so verschmutzt ist, dass es sich an Ihrer Haut unwohl fühlt. Es kennt den Weg zum Waschsalon. Und wenn das T-Shirt dann auch noch von Ihrer Jeans begleitet wird, umso besser. Für Sie wird es billiger und dem T-Shirt wird dann auch nichts passieren. Hauptsache Ihre Kleidung ist wieder zu Hause, bevor die Laternen angehen ...
Die Delphi-Studie im Wortlaut:
These 50:
In Zukunft sind im „Internet der Dinge” alle Produkte mit Sendern und Empfängern ausgestattet; sie kommunizieren und navigieren selbstständig, sind miteinander vernetzt und können jederzeit zurückverfolgt werden.
„In der Mehrheit halten die Experten die flächendeckende Nutzung von Anwendungen des 'Internets der Dinge' für eine mögliche oder wahrscheinliche Entwicklung. Einige Teilnehmer benötigen möglicherweise weitere Informationen für ein fundiertes Urteil. Vermutlich steht der eine oder andere auch der Einsetzbarkeit und vor allem Wirtschaftlichkeit von RFID-Etiketten skeptisch gegenüber.
Trotzdem wird die verbreitete Nutzung des ‚Internets der Dinge’ insgesamt als durchaus realistisch eingeschätzt. Die Anwendungen könnten den Logistikanbietern helfen, wachsende Flexibilitätsanforderungen besser zu erfüllen und bieten neue Dimensionen der Transparenz und Sicherheit.”
Resultate des Expertenvotums:
Tante Emma expandiert - und hat demnächst 3 Milliarden Kunden.
Mehr als 3 Milliarden Menschen wickeln bis 2020 ihre Geschäfte online ab.
Tante Emma weiß zwar nicht, dass sie das B ist, das 2C verkauft - aber verkaufen, das kann sie, das wird sie auch in 20 Jahren nicht verlernen. Das Internet hat bis dahin ihre Verkaufstheke deutlich verlängert. Weltweit mehr als 3 Milliarden Menschen wickeln dann ihre Geschäfte ausschließlich online ab. Das halten rund 3 Viertel der befragten Experten zumindest für möglich.
These 52: In Zukunft wickeln weltweit mehr als 3 Milliarden Menschen ihre Geschäfte ausschließlich online ab - dank der Vertriebsmöglichkeiten des Internets effizienter als je zuvor. 50 Prozent der B2C-Transaktionen erfolgen online.
„3 Viertel der Teilnehmer halten es zumindest für möglich, dass Unternehmen vollständig über das Internet agieren und das Web künftig zu einem noch bedeutenderen Marktplatz wird. Eine solche Entwicklung hätte weitreichende Konsequenzen für Logistikanbieter, denn schließlich wären sie für die Auslieferung der im Netz gehandelten Waren verantwortlich.
Da die Kundenmentalität zunehmend durch die Echtzeit-Erfahrung des Internets geprägt ist, wird erwartet, dass auch Logistiker ihre Dienste „Web-affin” anbieten - schnell, komfortabel und transparent. Da das „Internet der Dinge„ genau diese transparenten Logistikprozesse möglich macht, rechnen die Experten damit, dass entsprechende Anwendungen an Bedeutung gewinnen (These 50).
Dass eine solche Flexibilisierung gefragt ist, stimmt mit der Erwartung der Experten überein, dass künftig neue Strategien entwickelt werden, um die steigenden Flexibilitätsanforderungen in der internationalen Logistik zu erfüllen (vgl. These 40: „In Zukunft werden Logistikumschlagplätze für immer kürzere Zeiträume eingerichtet, um den ständig wachsenden Anforderungen an die Flexibilität gerecht zu werden.”).”
„Healthstyle”-Pillen
Alles haben wollen, aber nichts dafür tun. Schnell soll es gehen und bequem. Den Lebensstil dafür ändern, nein, das will man nicht. Und wer soll's richten? Der „Healthstyle” - mit leistungssteigernden, psychoaktiven Substanzen und Anti-Aging-Mitteln. Experten trauen diesem Konsumverhalten in den westlichen Gesellschaften einen regelrechten Boom zu. Knapp 90 Prozent halten es für wahrscheinlich, zumindest aber möglich, dass der Beschleunigung des Lebens nicht durch Anpassungen des Lebensstils begegnet wird, sondern dass die Folgen des Alterns und von Stress durch medizinisch-pharmazeutische Lösungen bekämpft wird.
These 73: In Zukunft prägt „Healthstyle” den privaten Konsum in den westlichen Gesellschaften. Infolgedessen erlebt der Markt für leistungssteigernde, psychoaktive Substanzen und Anti-Aging-Mittel einen anhaltenden Boom.
„‚Healthstyle’ wird eine entscheidende Rolle spielen und aus Sicht der Experten Kundenwünsche und -mentalität nachhaltig beeinflussen. Neue Märkte werden entstehen. Allerdings glauben die Befragten auch, dass dieser Trend sowohl an einem großen Teil der älteren Bevölkerung vorbeigehen wird, als auch an Bevölkerungsschichten, die durch soziale und kulturelle Barrieren ausgegrenzt sind (vgl. These 69).
Außerdem setzen die Verbraucher auf Convenience: Sie suchen komfortable Lösungen und medizinische Präparate bieten genau diese Bequemlichkeit und Convenience.”
Im neuen Designeranzug stehen Sie vor dem Spiegel. Aus dem Nichts kommend umschmeichelt eine sanfte Frauenstimme sinnlich Ihr Ohr: „Ein schöner Anzug, sehr elegant. Der Schnitt, ein Klassiker und dennoch voll im Trend. Und der Stoff erst, atmungsaktiv, knitterfrei, mit feinem seidenen Glanz.” Dann noch ein langer zarter Seufzer und das System stellt um auf Befehlston: „Ein wirklich edles Stück - aber nicht für Sie. Mode für Mollige: Untergeschoss. Bitte folgen Sie meinem Kollegen mit der roten Antenne.”
Maschinen als Modeberater - denkbar aber nicht immer wünschenswert? Auch die Experten sind sich uneinig, was in Zukunft die Vorliebe der Kunden für menschliche Ansprechpartner betrifft. Gut ein Drittel hält es für wahrscheinlich, fast genau ein Drittel für möglich und knapp ein Drittel für eher unwahrscheinlich, dass Roboter, Automaten oder Computerstimmen hier adäquaten Ersatz leisten können.
Letztendlich ist es wohl Geschmacksache, ob man sich lieber dem Raunen des Roboters oder dem ebenso erbarmungslosen wie aussagekräftigen Augenbrauenhochziehen eines Textilfachverkäufers stellt: Für die eigene Figur ist man wohl auch in Zukunft noch immer selbst verantwortlich - und das 3. Stück Torte musste ja auch nicht unbedingt sein!
These 61: In Zukunft bestehen Kunden auf einem menschlichen Ansprechpartner - sie lehnen Computerstimmen, Roboter und Automaten ab.
Erst recht, wenn sie komplexere Ansprüche haben, die über die Filterfunktion von „Smart Agents” hinausgehen, insbesondere Beschwerden, B2B oder individuelle Beratung. Auch beim Kleiderkaufen oder bei Luxusprodukten sind weiterhin gut geschulte und individuell beratende Verkäufer gefragt.
Der Mensch-Maschine-Kommunikation werden also klare Grenzen gesetzt. Wippermann hält dieses von der Mehrheit des Branchenkenner-Panels gezeichnete Bild allerdings für zu wenig pragmatisch: „Die Ersetzung menschlicher Ansprechpartner durch Maschinen ist eine Entwicklung, die kommen wird, ob Menschen wollen oder nicht. Menschliche Arbeitskräfte sind einfach unbezahlbar teuer und Maschinen immer billiger, also gibt es definitiv einen ökonomischen Grund, Menschen durch Maschinen zu ersetzen.”
Vertreten die Asiaten eine realistischere Sicht? Mit Avataren verbinden sich vor allem in Japan große Hoffnungen. Sie werden hier, genau wie Roboter, im Jahr 2020 stark in das Alltagsleben und die Kultur integriert. Dazu Hedrick-Wong: „Bei Industrierobotern ist Japan führend. Momentan setzt es sich mit Service-Robotern durch. In Japan haben die Menschen die wenigsten Vorbehalte gegen die Interaktion mit Maschinen. Das ist kulturell bedingt.”
Nach mehrheitlicher Einschätzung der Branchenkenner werden aber in Europa und Amerika ausschließlich in besonders zukunftsweisenden Branchen oder bei ganz einfachen Buchungs- oder Dienstleistungsprozessen Avatare eingesetzt. Hier gilt: Je „menschlicher” die Avatare wirken, je individueller sie auf die Wünsche der Kunden eingehen, umso höher ist ihre Akzeptanz.
Alle Thesen finden Sie in der Studie „Delivering Tomorrow”.
Die folgenden 2 Videos informieren über das Phänomen Logistik und über die Funktion von RFID.
Stand 2008: Phänomen Logistik:
Vorgestellt werden 8 Trends:
2008 © Deutsche Post AG
Und hier das Video „Wie funktioniert RFID?”
Siehe auch im Register „Das Stichwort” die Beiträge „Intelligente RFID-Systeme � Auf dem Weg zum Internet der Dinge” und „Was ist RFID?”
Aufbau der Studie „Delivering Tomorrow - Kundenerwartungen im Jahr 2020 und darüber hinaus”
Die Delphi-Methode wurde Anfang der 1950er-Jahre von der RAND Corporation (Research ANd Development) entwickelt. Dieser „US-Thinktank” setzte sie während des Kalten Krieges ein, um den Verlauf militärischer Entwicklungen einzuschätzen.
1964 machte die Delphi-Methodik von sich reden, als sie den Siegeszug des Computers erfolgreich voraussagte. Experten werden in einem mehrstufigen Prozess mit verschiedenen Thesen konfrontiert und um eine Einschätzung gebeten. Dadurch liefern Delphistudien oftmals genauere und stimmigere Zukunftsprognosen als allgemeine Umfragen.
Um Antworten auf die komplexe Fragestellung der Delphistudie „Delivering Tomorrow - Kundenerwartungen im Jahr 2020 und darüber hinaus” zu finden, mussten Fachleute aus Theorie und Praxis zusammenkommen. Daher wurde zunächst mit Theoretikern und Praktikern (darunter Vorstände renommierter internationaler Unternehmen und Wissenschaftler aus Ökonomie, Zukunftsforschung und Logistik), den sogenannten „Spezialisten”, mögliche Entwicklungen für das Jahr 2020 diskutiert.
Diese Entwicklungen wurden verdichtet und in einem umfassenden Fragenkatalog an 900 Industrieexperten (ausgewählte Kunden des Konzerns) zur Einschätzung vorgelegt. Das Panel der Industrieexperten umfasste Praktiker aus den unterschiedlichsten Industriezweigen und Branchen. Die Teilnehmer der Studie stammen aus aller Welt, was eine globale Perspektive auf die Themen sicherstellt. Die Mehrzahl lebt und arbeitet in Europa. Über 1 Viertel von ihnen ist in Vorstands- oder Geschäftsführungspositionen tätig. Somit basiert die Studie auf den Einschätzungen von Führungskräften mit langjähriger unternehmerischer Erfahrung und internationalem Hintergrund.
Zukunftsprognose in 4 Schritten
Gemäß der Delphi-Methodik wurde die Studie „Delivering Tomorrow - Kundenerwartungen im Jahr 2020 und darüber hinaus” in mehreren Schritten umgesetzt, um ein möglichst präzises und ausgewogenes Bild der Kundenbedürfnisse im Jahr 2020 zu erhalten.
Nach intensiven Gesprächen mit den Spezialisten im Juni bis August 2008 wurden die Ergebnisse zu insgesamt 81 Zukunftsthesen verdichtet (Schritt 1) und den Industrieexperten zur Bewertung vorgelegt (Schritt 2). Diese bewerteten im September und Oktober 2008 die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer bestimmten Entwicklung sowie den möglichen Zeitpunkt des Eintretens - entweder 2015, 2020 oder nach 2020.
In einer 2. Befragungsrunde, die im November 2008 durchgeführt wurde, wurden den teilnehmenden Industrieexperten nochmals 20 Thesen vorgelegt, deren Beurteilung in der 1. Abstimmungsrunde besonders kontrovers war (Schritt 3). Vor dem Hintergrund des allgemeinen und ihres individuellen Abstimmungsergebnisses konnten sie hier ihre Einschätzungen nochmals überdenken und gegebenenfalls verändern.
Die zusammengeführten Abstimmungsergebnisse der beiden Befragungsrunden wurden in einer finalen Runde im Januar 2009 ausgewählten Spezialisten zur vertieften Diskussion vorgelegt. Sie wurden in Interviews um ihre qualitative Bewertung des Zahlenmaterials gebeten (Schritt 4). Das Ergebnis dieser Diskussionen und Interviews floss dann in verschiedene Zukunftsszenarien ein.
Dieses mehrstufige Vorgehen ebenso wie die Expertise der Spezialisten und die Praxiserfahrung der Industrieexperten ermöglichen eine ausgewogene und umfassende Einschätzung zukünftiger Herausforderungen und Chancen. Die unterschiedlichen Expertenmeinungen addieren sich wie Mosaiksteine zu einem diversifizierten Bild globaler Entwicklungen, Kundenerwartungen und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in den nächsten 10 Jahren und darüber hinaus. In ihrer umfassenden Verknüpfung von Theorie- und Praxiswissen sowie in ihrer globalen Ausrichtung ist die vorliegende Studie wegweisend.
Hier ein Interview mit Post-Chef Frank Appel zur Delphistudie 2009 „Delivering Tomorrow”.
Ideenmanagment bei der Deutschen Post DHL: Milliarden gespart
Post-Mitarbeiter Jürgen Motz hatte die Idee: Wo sonst die Briefmarke klebt, wird ein per SMS gesendeter Code auf die Karte geschrieben.
Seit 1999 hat die Deutsche Post DHL durch Verbesserungsvorschläge ihrer Mitarbeiter rund 1,53 Milliarden Euro eingespart. Allein im Jahr 2008 wurden mehr als 220.000 Vorschläge mit einem Einsparpotenzial von 275 Millionen Euro eingereicht. Im Vergleich mit allen deutschen Unternehmen liegt die Deutsche Post DHL damit an der Spitze.
Einsparmöglichkeiten gibt es nicht nur bei internen Prozessen und in der weltweit tätigen Logistiksparte. Auch im nationalen Briefgeschäft gibt es Nischen für kreative Ideen. Wie beispielsweise das Handyporto, das seit Sommer 2008 angeboten wird. Mit diesem neuen und weltweit einzigartigen Service lassen sich Sendungen rund um die Uhr individuell frankieren. Das passende Porto kann via SMS in Form eines Zahlencodes gekauft werden und wird über die Handyrechnung abgerechnet. Die 12-stellige Zifferkombination wird einfach auf die Sendung geschrieben und bei der Bearbeitung im Briefzentrum als Porto gelesen. Von der ersten Idee bis zur Markteinführung vergingen gerade einmal 10 Monate.
Und so ganz nebenher rechnet sich ein Vorschlag auch für den Mitarbeiter. Denn für jeden umgesetzten Geistesblitz, der dem Unternehmen einen zählbaren Nutzen schafft, bekommt er neben der Anerkennung seines Vorgesetzten und der Wertschätzung seiner Kollegen auch eine Prämie. Bei großen Einsparungen können das schon einmal mehrere tausend Euro sein.
Auf rund 1,5 Milliarden Euro summieren sich innerhalb von 10 Jahrendie Einsparungen der Deutschen Post in Deutschland durch Ideen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.Grafik: Deutsche Post AG
Deutsche Post fährt Ausbildung zurück
Die Deutsche Post fährt offensichtlich die Ausbildung zurück. So berichtete die Badische Zeitung am 8. Juni 2009, die Zahl der Ausbildungsplätze in der Briefzustellung - zur „Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen” (F-KEP) - sei seit 2003 von 1.926 auf 1.065 zurückgegangen. Die Ausbildungsquote liege bei der Deutschen Post inzwischen bei 2,1 Prozent. Das geht aus einer Studie der Bundestagsfraktion „Bündnis 90/Die Grünen” hervor. Damit liege die Deutsche Post auf dem fünftletzten Platz unter den 30 DAX-Unternehmen. Durchschnitt sind 5,2 Prozent.
Arcandor-Pleite bedroht 4.000 Arbeitsplätze bei der Deutschen Post DHL
06./30.06.2009
Die Insolvenz von Arcandor - früher: KarstadtQuelle - bedroht auch viele andere Unternehmen, besonders die Deutsche Post DHL, wo 4.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Dies bestätigte ein Post-Sprecher dem Handelsblatt. Der Jahresumsatz der DHL-Logistik mit Arcandor wird auf gut 1 Milliarde Euro geschätzt, schrieb die Zeitung.
Durch die Insolvenz des Handelskonzerns Arcandor könnte nach Meinung von Branchen-Insidern der Wettbewerb im Paketmarkt angeheizt werden. Arcandor gilt mit seiner Versandhandelssparte Primondo („Quelle”) als größter Paketkunde von DHL. „Konkurrenten wie Hermes, DPD, TNT, GLS oder UPS machen sich bereits Hoffnung auf die Aufträge des zerfallenden Versandhandelsimperiums”, meinte der Hamburger Unternehmensberater Horst Manner-Romberg. Ein Insolvenzverwalter könnte die Verträge mit DHL kündigen und einen günstigeren Anbieter suchen. DHL stellt bisher täglich nach Schätzungen mehr als 100.000 Quelle-Pakete zu.
„Wir führen sehr intensive Gespräche, um Karstadt und Quelle zu helfen”, sagte ein Post-Sprecher. Ziel sei, ein Maximum der 4.000 DHL-Arbeitsplätze zu retten, die direkt vom Geschäft mit den Karstadt-Kaufhäusern und dem Versandhaus Quelle abhängen. Für die Deutsche Post stehen Umsätze von mehr als 1 Milliarde Euro pro Jahr auf dem Spiel. Die wahrscheinliche Schließung vieler Karstadt-Standorte im Zuge des Insolvenzverfahrens oder einer möglichen Fusion mit Kaufhof führt zwangsläufig zu einem Geschäftsrückgang bei DHL. Das Unternehmen hatte erst 2005 die Warenhauslogistik von KarstadtQuelle für 200 Millionen Euro pro Jahr übernommen und einen 10-Jahresvertrag mit Arcandor abgeschlossen. Diesen Vertrag dürfte der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg kündigen, um günstigere Konditionen auszuhandeln, womöglich mit anderen Logistikern.
Am 29. Juni 2009 einigten sich die Bundesregierung, die Länder Bayern und Sachsen und die Banken mit dem Insolvenzverwalter auf einen Massekredit von 50 Millionen Euro für Quelle. Mit diesem Kredit kann Quelle den in Druck befindlichen Katalog finanzieren. Quelle-Chef Konrad Hilbers sprach von einer Rettung in letzter Minute. „Am Wochenende hatten wir einen Auftragsrückgang von 30 Prozent.” Diese Tendenz im Quelle-Geschäft bestätigte die Deutsche Post DHL. Die Menge der Quelle-Pakete habe deutlich abgenommen, sagte ein Post-Sprecher. Zudem sei die Zahl der Aufträge in der Warenhauslogistik für die Arcandor-Tochter Karstadt gesunken. Für DHL sinken auch die Preise: Nach Informationen der Financial Times Deutschland aus dem Post-Konzern hat Arcandor Rabatte durchgesetzt, die sowohl die Paketbeförderung als auch die Warenhausbelieferung betreffen.
Ende Juni 2009 hat DHL nach Informationen der Rheinischen Post (01. Juli 2009) 3.000 Mitarbeitern vorsorglich gekündigt, die für die Karstadt- und Quelle-Logistik arbeiten. Hintergrund der Kündigung sei die Sorge, dass Arcandor das Insolvenzverfahren nutzen könnte, um den Logistikauftrag neu zu verhandeln oder sogar ganz neu auszuschreiben.
Clevercard floppt: Deutsche Post hat das Projekt eingestellt
Rückschlag für die Deutsche Post: Der Konzern hat sein crossmediales Vorzeigeprojekt Clevercard wieder vom Markt nehmen müssen. Offiziell werden dafür Probleme des beauftragten Technologiedienstleisters ins Feld geführt. Tatsächlich dürfte das Scheitern aber auch noch andere Gründe haben.
„Wir haben die Clevercard bereits im April eingestellt”, sagte ein Unternehmenssprecher. Der mit der Clevercard betraute Technologiedienstleister sei in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Um einen Image-Schaden zu vermeiden, habe man das Pilotprojekt lieber eingestellt. Dass es allein an den finanziellen Nöten eines Dienstleisters gelegen hat, bezweifelt der Mediendienst OnetoOne. „Ganz offenbar hat die Idee Clevercard bei den Kunden nicht gezündet. Und ganz offenbar muss die Post im Brief-Bereich bei schwindenden Sendungsmengen und Gewinneinbußen derzeit jeden Euro 2-mal umdrehen”, kommentiert der Dienst den Vorgang.
„Die Clevercard ist ein kleines Lesegerät, das kreditkartengroße Mailings erkennt, über ein USB-Kabel mit dem Rechner verbunden ist und den User direkt auf eine bestimmte Website führt. Ziel ist es, den Dialog in die Klassik zu integrieren. Anders ausgedrückt: Die Deutsche Post will ein größeres Stück vom Kuchen des Gesamtwerbemarktes”, hatte Ingo Bohlken, Bereichsvorstand Marketing Brief, im Mai 2008 im Gespräch mit ONEtoONE gesagt. „Wir setzen auf die Kombination mehrerer Medien, also auf crossmediale Angebote”, so Bohlken damals. „Dafür ist die Deutsche Post auch bereit, Geld in die Hand zu nehmen. Allein in die Entwicklung und Produktion der Clevercard haben wir einen Millionenbetrag investiert.”
Die Clevercard befand sich bereits seit September 2007 in der Pilot- und Testphase. Knapp 4.000 Verbraucher hatten das Lesegerät im Frühjahr 2008 erhalten. Mit im Boot waren Kunden wie Nestlé, Warner Music, Swarovski sowie Berge & Meer. Auf Agenturseite unterstützten Vistapark und Elephant Seven das Projekt. Mitte Juli 2008 verschickte die Deutsche Post ein Mailing an bis zu 7 Millionen Haushalte. Erklärtes Ziel war es, bis Ende August 2008 rund 500.000 Verbraucher mit den Lesegeräten auszustatten. Ob dies überhaupt umgesetzt wurde, war von der Post allerdings nicht zu erfahren.
Lagerlogistik: Otto muss Umbau verschieben
Die Otto Group muss ihre Pläne für die Umstrukturierung von Auslieferung und Retourenbearbeitung verschieben. Das Projekt „Neue marktorientierte Lagerlogistik” wird nicht schon in diesem Jahr angestoßen, sondern erst Mitte bis Ende 2010 umgesetzt. „Wir hätten das Projekt sicher gern auch früher auf den Weg gebracht”, sagte ein Konzernsprecher. Dennoch sei das Ziel erreicht worden, jährlich einen 2-stelligen Millionen-Euro-Betrag einsparen zu können. Der Konzern sieht sich unter Preisdruck. Neue Wettbewerber würden im Distanzhandel optimierte Serviceleistungen zu geringeren Kosten anbieten, so die Otto Group.
Die Arbeitnehmervertreter aus dem Konzernbetriebsrat und der Gewerkschaft ver.di haben durchgesetzt, dass es keine Komplettschließung einzelner Standorte in Deutschland geben wird. Außerdem hatte der Konzern ursprünglich eine umfangreiche Verlagerung der Lagerlogistik in das angrenzende osteuropäische Ausland mit niedrigeren Lohnkosten geplant, sich von diesen Vorstellungen in den Verhandlungen aber wieder verabschiedet.
Dennoch führt der Umbau der Lagerlogistik zu Stellenabbau und zur Verlagerung von Arbeitsplätzen. Im Februar 2009 sollten den alten Plänen zufolge von diesen Maßnahmen noch 990 Arbeitsplätze betroffen sein; nun sind es etwa 750. Die Auslieferung der kleinvolumigen Sortimente wird künftig in ausgebauten Betrieben in Haldensleben und Burgkunstadt gebündelt. Die Auslieferung in Hamburg und das Modelager in Rottendorf bei Würzburg werden geschlossen. Die Abwicklung retournierter Waren soll nach Konzernangaben künftig in einem erweiterten Retourenstandort in Hamburg sowie in einem verkleinerten Betrieb in Hanau erfolgen.
Auf der Diskussionsveranstaltung „Diesel aus erneuerbaren Rohstoffen - Ein Schritt zum emissionsfreien Transport?” in Berlin haben am 9. Juni 2009 die Daimler AG, Deutsche Post DHL, der Energiekonzern OMV, die Stuttgarter Straßenbahnen AG sowie der finnische Mineralölkonzern Neste Oil erste Ergebnisse eines gemeinsamen Pilotversuchs mit Kraftstoff aus nachhaltiger Produktion vorgestellt. Seit Mitte 2008 sind in Deutschland 14 Mercedes-Benz Serien-Lkw und Busse im Einsatz, die ausschließlich mit dem nachhaltig produzierten Dieselkraftstoff NExBTL fahren und bereits über 1 Million Kilometer zurückgelegt haben. Der Feldtest zeigt, dass bei der Verbrennung des aus hydrierten Pflanzenölen (HVO) hergestellten Dieselkraftstoffs im Motor deutlich weniger Schadstoffe ausgestoßen werden. So sinken zum Beispiel die Stickstoffemissionen um bis zu 15 Prozent. Positiv ist insbesondere die CO2-Gesamtbilanz: Vom nachhaltigen Anbau des im Pilotversuch verwendeten Rohstoffs Palmöl über dessen Verarbeitung bis zum Einsatz im Fahrzeug sinken die CO2-Emissionen um mehr als 60 Prozent im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen.
Das gemeinsame Projekt ist für 3 Jahre bis 2011 ausgelegt und verfolgt das Ziel, die Anwendbarkeit eines neuen Dieselkraftstoffs aus erneuerbaren Rohstoffen zu testen und zu zeigen, welche CO2-Einsparungen in der Praxis mit Serienfahrzeugen möglich sind. Im Laufe des Feldversuchs sollen die Nutzfahrzeuge der Marke Mercedes-Benz insgesamt 3,3 Millionen Kilometer fahren und dabei über 2.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen.
Während dieser Zeit sind insgesamt 10 Mercedes-Benz Lkw bei der Deutschen Post DHL im Raum Nürnberg unterwegs: 5 mittelschwere Lkw vom Typ Atego und 5 schwere Lkw vom Typ Actros. Bei der Stuttgarter Straßenbahnen AG fahren zudem 4 Mercedes-Benz Citaro Stadtbusse ausschließlich mit NExBTL, dem Dieselkraftstoff aus erneuerbaren Rohstoffen. Produzent des Biokraftstoffs ist Neste Oil, während die OMV für die Belieferung der Projektpartner verantwortlich ist.
Durch die Kooperation der Unternehmen aus verschiedenen Branchen ist es möglich, jeden Schritt in der Wertschöpfungskette einzubeziehen und zu untersuchen - von der Herstellung des Biokraftstoffs bis zu dessen Anwendung im Stadt-, Überland- und Fernverkehr. „Die Ergebnisse nach einem Jahr Testbetrieb zeigen, dass der eingesetzte Kraftstoff einwandfrei in Mercedes-Benz Lkw und Bussen funktioniert und sich sehr gut mit den Motoren verträgt”, sagte Dr. Manfred Schuckert, Konzernstratege bei der Daimler AG. „Das ist sehr wichtig für unsere Kunden, denn bisher verwendeter Biodiesel der 1. Generation führt oft zu kürzeren Wartungsintervallen und somit höheren Kosten für die Fahrzeugbetreiber.”
Als weltweit führender Nutzfahrzeughersteller setzen Daimler Trucks und Daimler Buses auf eine spürbare Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs sowie der CO2- und Abgasemissionen. Mit Hilfe des Pilotversuchs sollen nicht nur Erkenntnisse über den reibungslosen Einsatz von Biokraftstoff aus hydrierten Pflanzenölen (HVO) in Nutzfahrzeugen gewonnen werden. Ebenso wichtig ist, den CO2-Ausstoß im Straßenverkehr deutlich zu senken und die Umwelt unmittelbar zu entlasten.” Als weltweit führendes Logistikunternehmen und großer Flottenbetreiber wollen wir die Erforschung von Biokraftstoffen aus erneuerbaren Ressourcen aktiv unterstützen, denn wir sehen in Biokraftstoffen der 2. und 3. Generation großes Potenzial, unseren CO2-Ausstoß deutlich zu verringern”, sagt Steffen Frankenberg, Konzernstratege bei der Deutschen Post DHL und verantwortlich für das Klimaschutzprogramm GoGreen des Konzerns.
Die Deutsche Post DHL hat sich als erstes Unternehmen seiner Branche ein konkretes Klimaschutzziel gesetzt und will die CO2-Effizienz im gesamten Unternehmen bis 2020 um 30 Prozent verbessern.
Damit der Einsatz von Biokraftstoff technisch wie wirtschaftlich sinnvoll und gleichzeitig ökologisch vertretbar ist, sind verbindliche Standards und Vorschriften auf europäischer und internationaler Ebene notwendig. Für Biokraftstoffe aus nachhaltiger Produktion fehlen aber solche international gültigen Standards, die beispielsweise die Verträglichkeit in Motoren festlegen.
Dies ist für Kraftstoffproduzenten, Vertreiber und Fahrzeughersteller durchaus problematisch, müssen sie doch die Qualität ihrer Produkte gewährleisten. Walter Böhme, Leiter OMV Forschung und Entwicklung: „Mit diesem neuen Diesel aus erneuerbaren Rohstoffen können wir unseren Kunden schon heute eine umweltfreundliche Lösung anbieten, die auch langfristig zukunftsfähig ist. Das heißt, dass man damit einerseits hohe Biokraftstoffquoten erreichen kann, andererseits aber auch zukünftige Anforderungen der Motor- und Fahrzeughersteller erfüllt.”
Genauso wie technische Fragen muss geklärt sein, wie die verwendeten Rohstoffe für Biosprit produziert werden. Auf der in Berlin ausgerichteten Diskussionsveranstaltung „Diesel aus erneuerbaren Rohstoffen - Ein Schritt zum emissionsfreien Transport?” sagte Martina Fleckenstein vom World Wildlife Fund For Nature (WWF): „Wir brauchen ein international gültiges Zertifizierungssystem für die Produktion von Biokraftstoffen. Dabei ist es jedoch wichtig, dass alle derzeit in Vorbereitung befindlichen oder bereits bestehende Systeme strengen Regeln der Nachhaltigkeit folgen, und zwar ökologisch, sozial und ökonomisch.”
Einig sind sich alle Beteiligten, dass der aktuelle Feldtest nur ein erster, aber Erfolg versprechender Schritt auf dem Weg zu einem wirksamen und dauerhaft nachhaltigen Biokraftstoff ist. Damit der verwendete Dieselkraftstoff NExBTL die hohen ökologischen Anforderungen erfüllt, hat der finnische Ölkonzern Neste Oil sehr strenge Regeln für die Produktion der Rohstoffe aufgesetzt. „Wir wissen genau, wo unsere Rohstoffe herkommen, wie sie produziert werden und lassen dies ständig von unabhängigen Instituten überprüfen”, sagt Simo Honkanen, Senior Vice President Sustainability and HSSE bei Neste Oil. „Unsere Lieferanten sind vertraglich zu nachhaltiger Produktion verpflichtet. Genauso garantieren wir unseren Kunden, dass der Kraftstoff zu 100 Prozent nachhaltig produziert ist. Zudem hat sich Neste Oil dazu verpflichtet, bis spätestens Ende 2015 ausschließlich zertifiziertes Palmöl zu verwenden, wenn es in ausreichenden Mengen verfügbar ist.” Gemeinsam mit 23 Instituten und Universitäten auf der ganzen Welt engagiert sich Neste Oil in der Forschung und Entwicklung von gänzlich neuen Rohstoffen für die Produktion von alternativen Kraftstoffen. Geforscht wird zum Beispiel mit Algen, Mikroben und Holzabfällen.
Hermes: Geschäftsjahr 2008/09 mit Rekordergebnis
Die Hermes Logistik GmbH & Co. KG (HLG) hat ihren Wachstumskurs in Deutschland auch im Geschäftsjahr 2008/09 fortgesetzt. Das Unternehmen erreichte in seinem Kerngeschäft mit dem Paket-, Brief- und Info-, Möbel- und Großstückservice sowie der Transportlogistik einen Umsatz von 1.018 Millionen Euro, was eine Steigerung von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (979 Millionen Euro) bedeutet.
Mit insgesamt 252 Millionen Sendungen wurden auch 3,1 Prozent mehr als im Geschäftsjahr 2007/08 (244,5 Millionen) bewegt. Seit dem 1. Mai 2009 agieren die Hermes Logistik Gruppe Deutschland GmbH sowie die auf Speditionsgeschäfte spezialisierte Hermes Transport Logistics GmbH als eigenständige Unternehmen am Markt. Die in Gründung befindliche Hermes Europa wird künftig alle Aktivitäten der europäischen Hermes Gesellschaften und Beteiligungen koordinieren.
„Wir haben uns im abgeschlossenen Geschäftsjahr trotz der sich ab dem 2. Quartal verschlechternden wirtschaftlichen Lage, hoher Dieselpreise und eines harten Wettbewerbs auf dem deutschen Paketmarkt sehr gut behauptet und sowohl im Umsatz als auch bei der Sendungsanzahl erneut ein Rekordergebnis erzielt. In einigen Zustellgebieten halten wir heute bereits mehr als 50 Prozent der Sendungsanteile und sind insgesamt stärker als der Markt gewachsen”, sagt Hartmut Ilek, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hermes Logistik Gruppe Deutschland (HLGD).
Gute Perspektiven für erfolgreiches Wachstum auch im Geschäftsjahr 2009
2009/10 soll die erfolgreiche Unternehmensentwicklung fortgesetzt werden. Dafür wird auch in die Optimierung der logistischen Infrastruktur investiert, um regionale Wachstumspotenziale effizienter erschließen zu können. Während der Bau einer Hauptumschlagbasis in Hannover bereits in Planung ist, wird die Errichtung eines zusätzlichen Verteilzentrums im Südwesten Deutschlands noch geprüft.
Als wichtiger Bestandteil des europäischen Hermes-Netzwerkes will die deutsche Landesgesellschaft auch die Zusammenarbeit mit den Schwesterunternehmen in England, Österreich und Italien intensivieren, um ihren Anteil an den grenzüberschreitenden Paketmengen auszubauen.
Sendungsmengen bei Privat- und Geschäftskunden ausgebaut
Für Geschäftskunden (B2C), z. B. Versandhäuser und große Online-Händler, sowie den Privatpaketservice (C2C) übernahm die HLGD insgesamt 252 Millionen Sendungen für die Zustellung an Endkunden und konnte so das Vorjahresergebnis um 3,1 Prozent steigern.
Die HLGD verfügt im europäischen Vergleich über das größte nationale Netzwerk von Annahmestellen für den Paketversand. Die Anzahl der bundesweit im Einzelhandel etablierten Hermes PaketShops, in denen Pakete für den nationalen und internationalen Versand in über 20 EU-Länder aufgegeben werden können, wurde auf mehr als 14.000 ausgebaut. Ab dem Sommer ist via Hermes auch der Versand von Privatpaketen in die Schweiz möglich. Die durchschnittliche Wegstrecke bis zum nächstgelegenen PaketShop liegt mittlerweile landesweit unter 1 Kilometer, in Großstädten wie Berlin oder Hamburg sogar unterhalb von 600 Metern.
Der im 5. Jahr in Folge verbesserte Jahresabschluss wirkt sich auch positiv auf die Belegschaftsgröße aus: 2008/09 konnte Hermes 273 neue Stellen am deutschen Arbeitsmarkt anbieten, 217 davon in der Anfang 2009 in Betrieb genommenen Hauptumschlagbasis im hessischen Friedewald. Dort werden jährlich bis zu 60 Millionen Sendungen verarbeitet. Insgesamt 41 Auszubildende fanden zudem eine Lehrstelle bei Hermes, sodass am Ende des Geschäftsjahres 3.468 fest angestellte Mitarbeiter für die HLGD arbeiteten. Im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 sollen weitere 60 neue Vollzeit-Arbeitsplätze im Unternehmen geschaffen werden. Bei den Vertriebspartnern werden analog zum Vorjahr durchschnittlich 12.500 Arbeitnehmer damit beschäftigt sein, Hermes-Pakete an die Endkunden zuzustellen.
E-Commerce bleibt Wachstumstreiber im Paketgeschäft
„Das Internet wird in den nächsten Jahren zum wichtigsten Bestellweg im Distanzhandel. Große wie kleine Versender haben deshalb in ihre Online-Shops investiert. Davon profitieren wir gleich mehrfach. Schließlich muss die bestellte Ware nicht nur zum Endkunden transportiert, sondern der Online-Händler auch in die Lage versetzt werden, seinen Versand zu organisieren”, erklärte Ilek.
Umweltschutz und CO2-Reduzierung im Fokus
Bis 2020 will die HLGD ihre CO2-Emissionen im Vergleich zum Jahr 2007 um 50 Prozent senken. Dabei soll der Energieverbrauch jährlich an allen Standorten um 3 Prozent, im Bereich Transport um 2 Prozent gesenkt werden. Entsprechend soll die eigene rund 2.000 Fahrzeuge zählende Flotte, die zu 90 Prozent aus Transportern und Lieferwagen der Euro-Schadstoff-Norm 4 oder besser besteht, konstant modernisiert werden und im Durchschnitt nicht älter als 18 Monate sein. „An unseren Umweltschutzbemühungen halten wir auch in schwierigen Zeiten fest, denn nur nachhaltiges, ökologisch sinnvolles Wirtschaften ist auf Dauer erfolgreich”, versicherte Ilek.
Bundesverwaltungsgericht bestätigt Auskunftsverlangen der Bundesnetzagentur gegenüber der Deutschen Post
Das Bundesverwaltungsgericht hat nunmehr letztinstanzlich die Rechtmäßigkeit einer Auskunftsanordnung der Bundesnetzagentur an die Deutsche Post AG bestätigt. Damit ist die Deutsche Post nun zweifelsfrei verpflichtet, der Bundesnetzagentur alle streitigen Typen von Teilleistungsverträgen, die sie mit Kunden oder Wettbewerbern schließt, vorzulegen. Diese Entscheidung hat abschließende Klarheit in einem seit Jahren andauernden Rechtsstreit zwischen Bundesnetzagentur und Deutscher Post über den Umfang der Vorlagepflicht gebracht.
„Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts trägt wesentlich zur Erhöhung der Transparenz auf dem Postmarkt bei. Durch die nun gerichtlich bestätigte Verpflichtung zur Vorlage der Teilleistungsverträge sollen diskriminierende Regelungen bereits im Vorfeld ausgeschlossen werden”, erklärte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.
Die gesetzliche Vorlagepflicht der Deutschen Post ergibt sich aus ihrer marktbeherrschenden Stellung im Briefsektor. Das Unternehmen hatte sich aber bei einer Vielzahl von Vertragstypen geweigert, der Bundesnetzagentur die Verträge vorzulegen, weil diese Verträge keinen Bezug zu einer Beförderungsleistung aufwiesen. Um die gesetzlich vorgesehene Markttransparenz zu erhalten, wurde das Unternehmen im Wege einer Anordnung zur Auskunft über die Vertragsinhalte aufgefordert. Dieses Vorgehen ist nun vom Bundesverwaltungsgericht als rechtmäßig bestätigt worden. „Der Entscheidung kommt für die Auslegung des postgesetzlichen Beförderungsbegriffs, an dem die Regulierung maßgeblich anknüpft, eine grundsätzliche Bedeutung zu. Sie stellt klar, dass eine Postdienstleistung in ihrer Gesamtheit als Beförderungsleistung zu werten ist und nicht etwa nur auf den physischen Transportanteil reduziert werden darf”, betonte Kurth.
Teilleistungsverträge werden für Briefbeförderungsleistungen abgeschlossen, bei denen der Kunde oder ein Wettbewerber der Deutschen Post bestimmte Arbeitsschritte als Vorleistung selbst erledigt, z. B. das Vorsortieren nach Postleitzahlen oder das Herstellen der Maschinenlesbarkeit der Sendungen. Der Postdienstleister übernimmt anschließend die restlichen Beförderungsschritte, die die eigentliche Teilleistung ausmachen. Regelmäßig setzen solche Teilleistungen die Einlieferung größerer Sendungsmengen voraus. Im Gegenzug gibt es entsprechende Ermäßigungen auf die Grundentgelte. Dadurch stellen Teilleistungen ein wichtiges Angebotssegment mit hoher wettbewerblicher Bedeutung für den Briefmarkt dar.
Deutsche Post will Nachtluftpostnetz zum 1. Juli 2009 einstellen
Um Kosten im Briefdienst einzusparen, will die Deutsche Post ihr Nachtluftpostnetz zum 1. Juli 2009 vollkommen einstellen. Post-Sprecher Uwe Bensien bestätigte dies der Zeitung „Euro am Sonntag”. Die Briefsendungen aus der bisherigen Nachtluftpost sollen dann über die Straße transportiert werden. Wie die Zeitung aus Konzernkreisen erfahren haben will, spart die Deutsche Post damit 40 bis 60 Millionen Euro jährlich ein. Bensien wollte dies jedoch nicht bestätigen.
Das Nachtluftpostnetz war in den vergangenen Jahren mehrfach restrukturiert und ausgedünnt worden. Derzeit gibt es pro Nacht 10 Flüge, u.a. auf den Strecken Hamburg - München und Frankfurt - Berlin-Tegel. Die geplante Umstellung habe doch „kaum einen negativen Effekt für die Kunden”, versicherte Bensien. Derzeit erreichen „96 Prozent aller Sendungen” ihren Empfänger einen Tag nach der Einlieferung. Mit dem Wegfall des Nachtluftpostnetzes könnte sich diese Quote um „1 bis 2 Prozentpunkte verschlechtern”. Damit liege man aber „immer noch weit über der gesetzlichen Vorgabe von 80 Prozent”.
Hermes und DPD rücken zusammen
Die seit Monaten angekündigte Kooperation des Paketdienstes Hermes mit dem Wettbewerber DPD nimmt Konturen an. Beide Unternehmen planen den Bau eines Verteilzentrums im Südwesten Deutschlands. Dies bestätigte Hartmut Ilek, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hermes Logistik Gruppe Deutschland, am 9. Juni 2009 gegenüber der Presse. Auch die Paket-Shops der beiden Unternehmen wollen die neuen Partner gemeinsam nutzen.
Die Paketdienste sind offenbar die Gewinner auf dem deutschen Markt für Postdienstleistungen. Dies ist - wie „Welt-online” am 14. April 2009 meldete - eines der wichtigsten Ergebnisse einer Marktstudie im Auftrag der Bundesnetzagentur. Danach ist der gesamte Markt für Kurier-, Express- und Paketversender 2008 mit 3,6 Prozent deutlich stärker gewachsen als das Bruttoinlandsprodukt (1,6 Prozent). Auch für 2009 überwiegt in der Branche eine positive Grundstimmung. 60 Prozent der befragten Firmen gehen davon aus, dass ihre Geschäftsentwicklung „besser” oder zumindest „gleichbleibend” verlaufen wird.
Laut der von der Hamburger Marktforschungsfirma MRU erstellten Grundlagen-Studie ist der Umsatz im Kurier-, Express- und Paketmarkt (KEP-Markt) seit 1999 pro Jahr um durchschnittlich 6,8 Prozent gewachsen. Für die gesamte Branche kommt die Studie auf einen Umsatz von 17,4 Milliarden Euro. Branchenriesen sind laut Studie Unternehmen wie DHL, UPS, DPD und GLS. Insgesamt ist die Branche aber stark zersplittert und umfasst 14.000 Firmen. Die 20 größten Branchenunternehmen dominieren den Markt mit einem Umsatzanteil von 75 Prozent und einem Sendungsanteil von 92 Pro-zent.
Der Paketmarkt in Deutschland ist mit einem Umsatz von 6,76 Milliarden Euro im Jahr 2007 zum Wachstumsträger der Branche geworden. Im Expressmarkt - in 2007 mit einem Umsatz von 6,44 Milliarden Euro - macht die Studie 2 gegenläufige Entwicklungen aus: Zum einen geraten die Expressdienstleister durch immer leistungsfähigere und schnellere Paketdienste unter Druck. Zum anderen profitieren Expressdienste von der internationalen wirtschaftlichen Verflechtung und der dadurch ausgelösten Nachfrage nach Sendungen, die zu einem festgelegten Zeitpunkt zugestellt werden müssen.
Elektronische Briefzustellung: Swiss Post wird digital
In Zeiten abnehmender Sendungsmengen bietet nun auch die Swiss Post die Digitalisierung von Briefen an - für Privatkunden monatlich schon ab 14 Euro.
Das neue Angebot nennt sich Swiss Post Box und richtet sich an Privat- und an Geschäftskunden. Adressierte Sendungen können an eine neue Korrespondenzadresse geschickt werden. Swiss Post erfasst in einem Scanning-Center die geschlossenen Umschläge elektronisch und stellt die Couvertansicht den Nutzern via E-Mail zu. Diese entscheiden dann, was mit der Sendung weiter geschehen soll. Auf Wunsch wird die Sendung geöffnet und als PDF zugänglich gemacht. Auch eine physische Weiterleitung an eine beliebige Adresse ist möglich. Die Sendungen können elektronisch in der Swiss Post Box archiviert werden. Für die Verwaltung der Sendungen im elektronischen Briefkasten benötigt man lediglich einen Internetzugang. Die persönliche Swiss Post Box ist passwortgeschützt. Der Sicherheitsstandard ist nach Unternehmensangaben vergleichbar mit demjenigen von Online-Banking. Swiss Post Box untersteht dabei dem Postgeheimnis.
TNT Post schmiedet ein Bündnis mit Holtzbrinck
Der niederländische Briefdienstleister TNT Post und die Postunternehmen der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck verbrüdern sich. Die strategische Partnerschaft tritt an, um der Deutschen Post Paroli zu bieten. Beide Unternehmen, die auch bisher schon miteinander kooperiert haben, kommen nach eigener Darstellung nun zusammen auf eine Haushaltsabdeckung von mehr als 40 Prozent.
TNT erwirbt 2 Beteiligungen in Berlin und Brandenburg in Höhe von 50 Prozent sowie Minderheitsbeteiligungen in Höhe von 25,1 Prozent in den Regionen um Saarbrücken, Freiburg, Konstanz, Trier, Cottbus und Würzburg. Gemeinsam kommen die beiden Partner auf einen Umsatz von 370 Millionen Euro im Jahr. Die Deutsche Post erzielt knapp 15 Milliarden Euro Umsatz im Briefgeschäft.
„Damit wird unsere Position als wichtigster bundesweiter Anbieter von Briefdienstleistungen neben der Deutschen Post AG weiter gestärkt”, sagte Mario Frusch, CEO von TNT Post Deutschland. Auch Marc Zeimetz von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck deutete an, wohin die Reise geht: „Wir bündeln unsere Stärken und steigern unsere Leistungsfähigkeit. Gemeinsam wollen wir den deutschen Postmarkt in Zukunft aktiv weiter gestalten.”
Ex-Telekom-Manager wird neuer Chef der Österreichischen Post
Georg Pötzl, Vorsitzender der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland, wird ab Oktober 2009 Chef der Österreichischen Post AG. Der Vertrag des 52-Jährigen läuft bis Ende September 2014. Pötzl muss die Österreichische Post wegen der Liberalisierung des europäischen Postmarkts, die 2011 in Kraft tritt, umbauen. Sein Vorgänger Anton Wais ist im Februar 2009 nach heftigem Streit mit der österreichischen Regierung vorzeitig aus seinem Amt ausgeschieden.
GLS investiert trotz gedämpfter Erwartung
Der europaweit tätige Paket-, Express- und Logistikdienstleister General Logistics Systems B.V., Amsterdam (GLS), veröffentlichte am 22. Juni 2009 das Ergebnis des Geschäftsjahres 2008/2009. Trotz des wirtschaftlichen Abschwungs in allen Märkten im 2. Halbjahr 2008 wächst die GLS-Gruppe weiter und investiert in ihr Europanetz.
Der Umsatz der GLS-Gruppe hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro erhöht, die Anzahl der transportierten Pakete ist auf 350 Millionen gestiegen. Im Vergleich profitierte das Unternehmen im gesamten Betrachtungszeitraum - April 2008 bis März 2009 - von den positiven Bedingungen der 1. Jahreshälfte. Dagegen wurden als Folge der weltweiten Wirtschaftskrise im 2. Halbjahr sowohl bei den Preisen als auch bei den Mengen erhebliche Einschnitte verzeichnet. Dies belastete das operative Ergebnis (EBIT), das um 7,5 Prozent auf 149 Millionen Euro zurückging.
Pakete schneiden besser ab als Fracht und Express
„Sowohl Menge als auch Umsatz und Gewinn blieben hinter unseren Erwartungen zurück”, so Rico Back, CEO der GLS-Gruppe. „Angesichts des besonders schwierigen wirtschaftlichen Umfelds ist das Gesamtergebnis dennoch zufriedenstellend. Als Logistik-Dienstleister für nahezu alle Branchen kann sich GLS nicht von der Krise abkoppeln. Die Ergebnisse zeigen aber die Stärke und Belastbarkeit des straßengeführten GLS-Europanetzes.”
Der Standard-Paketversand ist das Kerngeschäft von GLS. In diesem Bereich waren die konjunkturbedingten Mengeneinbrüche weniger ausgeprägt als in anderen Logistiksparten wie etwa Fracht oder Express. „In Krisenzeiten versenden Unternehmen vermehrt kleinteilige Sendungen statt größerer Mengen”, sagt Back. „Viele verzichten außerdem zugunsten preiswerterer Standard-Produkte auf Premium-Services. Das starke straßengeführte europäische Paketnetzwerk der GLS ist bestens geeignet, um aus diesem Trend zusätzliche Volumina zu gewinnen.”
Gezielte Investitionen trotz gedämpfter Erwartungen
Die GLS-Gruppe hat im vergangenen Jahr 66 Millionen Euro investiert, um Qualität, Struktur und Dichte ihrer Netze weiter zu stärken. „In den letzten Monaten haben wir unsere Kapazitäten den Paketmengen angepasst”, sagt Back. „Allerdings werden wir auch in Zukunft in die Qualität und Stärke des GLS-Netzes investieren. Unser Unternehmen ist umsatzstark und schuldenfrei.”
Marktstudie Dialogmarketing
Die Deutsche Post hat ihren neuen Dialogmarketing Monitor veröffentlicht. Laut der Studie haben deutsche Unternehmen im Jahr 2008 29,9 Milliarden Euro für Werbung mit Dialogmarketing-Medien ausgegeben. Insgesamt seien für das Dialogmarketing rund 51 Milliarden Euro und damit rund 2 Drittel aller Werbeausgaben aufgewendet worden.
Damit ist Werbung, bei der ein Dialog mit den Kunden im Fokus steht, wie zum Beispiel bei adressierten Werbesendungen oder Telefonmarketing, weiterhin die populärste Werbeform.
„Die meisten Werbe-Euros fließen nach wie vor in Anzeigen, volladressierte Werbesendungen und Messen. Der Dialog mit dem Kunden steht in der deutschen Werbung eindeutig im Vordergrund,” sagte Ingo Bohlken, Chief Marketing Officer BRIEF Deutschland der Deutschen Post.
Quelle: Direktmarketing Monitor 2009 © Deutsche Post AGvergrößern
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz mit Dialogmarketing über Medien jedoch mit 5 Prozent überdurchschnittlich stark zurück gegangen. Die Gesamtaufwendungen für Werbung sind demgegenüber zwar auch erstmalig gesunken, jedoch „nur” um 2,8 Prozent von 83,2 Milliarden Euro auf 80,9 Milliarden Euro.
Der Anteil der Dialogmarketing-Anwender blieb konstant zum Vorjahr: 3 von 4 Unternehmen nutzen nach wie vor die entsprechenden Medien. Die durchschnittlichen Aufwendungen pro Unternehmen seien jedoch leicht zurück gegangen. Die durch die Wirtschaftskrise sinkende Anzahl an Unternehmen in Deutschland führe zu einer spürbaren Reduzierung des Marktvolumens.
Im Allgemeinen ziehen die Werbesendungen, und hier insbesondere die volladressierten Sendungen, den weitaus größten Anteil der Gesamtaufwendungen auf sich (50 Prozent). Die herausragende Stellung der Werbesendungen findet sich insbesondere im Handel, der über 60 Prozent der Aufwendungen für Dialog Marketing in diese Werbeform investiert.
Die volladressierten Werbesendungen konnten dem allgemeinen Abwärtstrend mit kontinuierlichen Nutzer- und Aufwendungsanteilen trotzen. Aktuelle Bestrebungen, die Weiternutzung von personenbezogenen Daten durch eine Datenschutznovelle zu erschweren, werden aber ihren Einfluss haben.
Zugewinne konnte noch das Online-Marketing verzeichnen. Erstmals hat die Post Affiliate-Marketing und Online-PR mit in ihre Erhebung mit einbezogen. Die Nutzerzahlen im Bereich der traditionellen Dialogmedien wie Werbesendungen oder Telefonmarketing seien demgegenüber konstant bis rückläufig.
Für den Dialogmarketing Monitor 2009 hat das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest 19 werbeintensive Unternehmen direkt und 3.318 Unternehmen telefonisch befragt. Die Untersuchung wurde gemeinsam mit der Marktforschungsabteilung der Post ausgearbeitet.
Hier finden Sie den Direktmarketing Monitor 2009
AeroLogic geht mit umweltfreundlicher Flugzeugflotte an den Start: Gemeinsame Frachtfluggesellschaft von DHL Express und Lufthansa Cargo nimmt Flugbetrieb auf
19./29.06.2009
Die AeroLogic GmbH, die gemeinsame Frachtfluggesellschaft von DHL Express und Lufthansa Cargo, nahm am 19. Juni 2009 offiziell den Flugbetrieb auf. AeroLogic wird für die Kunden der beiden Muttergesellschaften Luftfracht auf neuen Flugrouten zwischen Europa und Asien befördern. Die erste von insgesamt 8 fabrikneuen Boeing 777F-Frachtmaschinen ist bereits an AeroLogic übergeben worden. Das Luftfahrtbundesamt (LBA) hat die Betriebsgenehmigung für das erste Flugzeug dieses Typs, das in Deutschland registriert wurde, kürzlich erteilt.
AeroLogic Frachtflugzeug Boeing 777F vor dem DHL-Hangar am Flughafen Leipzig/Halle Foto: AeroLogic GmbH
AeroLogic wird bis Ende des Jahres die geleaste Flugzeugflotte auf 4 Maschinen aufstocken und Ende 2010 voraussichtlich insgesamt 8 Boeing 777F-Frachtmaschinen im Einsatz haben. Die B777F ist aufgrund ihrer fortschrittlichen und Treibstoff sparenden sowie umweltfreundlichen Antriebs- und Tragflächentechnologie die derzeit modernste Großraumfrachtmaschine für Langstreckenflüge. Bei einer Reichweite von über 9.000 Kilometern beträgt ihre maximale Nutzlast 103 Tonnen. AeroLogic kann somit Direktflüge zwischen dem Heimatflughafen Leipzig/Halle und den asiatischen Wachstumsmärkten anbieten, wodurch sich die Laufzeiten für die beförderte Fracht deutlich verkürzen werden.
„Die Gründung der neuen Airline demonstriert die Bereitschaft beider Muttergesellschaften, das Leistungsangebot für die Kunden nochmals zu verbessern, und unsere Zuversicht, ein neues, starkes Unternehmen auf dem Weltmarkt etablieren zu können”, so Wolfgang Mayrhuber, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG. „Der globale Logistikmarkt wird sich schnell erholen, sobald die ersten Zeichen eines wirtschaftlichen Aufschwungs sich ankündigen. Mit den modernsten am Markt verfügbaren Frachtmaschinen bieten wir unseren Kunden kostenbewusste Expressservices und demonstrieren erneut unser Engagement für den Klimaschutz”, sagte Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post DHL. „Die verbrauchsarmen Flugzeuge unterstützen uns beim Erreichen des in unserer GoGreen-Initiative formulierten Ziels, die CO2-Effizienz der Deutschen Post DHL bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent zu verbessern.”
Beide Muttergesellschaften vermarkten die Kapazitäten von AeroLogic eigenständig. Da AeroLogic an Wochenenden auch Zielgebiete in Nordamerika anfliegt, kann Lufthansa Cargo ihren Kunden zusätzlich zu den europäisch-asiatischen Strecken auch Frachtraum auf der Transatlantik-Route anbieten. Der kommerzielle Erstflug der AeroLogic fand am 29. Juni statt.
DHL hat am 30. Juni 2009 in Shanghai offiziell das neue DHL Eastern China Domestic Transportation Hub in Betrieb genommen. Das 25.000 qm große Verteilzentrum ist Teil einer 25 Millionen US-Dollar Investition und unterstützt den Ausbau des inländischen Gütertransport- und Distributionsnetzwerks von DHL. Die Deutsche Post DHL will hierdurch noch stärker am Wachstum des innerchinesischen Straßengüterverkehrs teilhaben und die eigene Marktposition in China stärken.
„Die Eröffnung des neuen DHL Verteilzentrums in Shanghai verdeutlicht unser anhaltendes Vertrauen in den chinesischen Markt und unseren Anspruch, der führende Anbieter integrierter Logistiklösungen zu sein”, sagte Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Post DHL. „Wir sind überzeugt, dass uns dieses Umschlagzentrum zusätzliche Wettbewerbsvorteile bei inländischen Transport- und Distributionsleistungen sichert und wir hierdurch die Erwartungen unserer Kunden dauerhaft erfüllen werden.”
Die Kaufkraft der lokalen Bevölkerung steigt in China kontinuierlich an und sorgt so für ein dynamisches Wachstum des chinesischen Binnenmarktes. Der Gesamtumsatz des innerchinesischen Straßengüterverkehrs erhöhte sich zwischen 1998 und 2007 um 66 Prozent von 15 auf 25 Milliarden US-Dollar. Bis 2013 soll das Marktvolumen bei einem geschätzten jährlichen Wachstum von 7,1 Prozent rund 36 Milliarden US-Dollar erreichen. Zusätzlich gab die chinesische Regierung vor Kurzem Pläne bekannt, Shanghai zu einem Zentrum der internationalen Schifffahrt zu entwickeln. Das dürfte die Nachfrage nach inländischen Transportdienstleistungen zusätzlich ankurbeln, da Güter aus inländischen Produktionsstandorten an die Häfen und Flughäfen geliefert und importierte Endprodukte an Endkunden in den chinesischen Städten weitergeleitet werden müssen.
Der im Kangqiao Industrial Park, dem Herzen der Wachstumsregion Pudong, gelegene DHL Eastern China Domestic Transportation Hub ist eines von 5 regionalen Umschlagzentren (in Peking, Guangzhou, Shanghai, Tianjin und Wuhan) von DHL Supply Chain auf dem chinesischen Festland. Zusammen mit den 15 regionalen Sub-Hubs des Unternehmens deckt das inländische Transportnetz von DHL Supply Chain jetzt mehr als 400 chinesische Städte ab.
„An 7 Montagen keine Fernbriefe mehr”
Am Samstag eingeworfene Briefsendungen erreichen Empfänger außerhalb der eigenen Postleitzahl-Leitregion erst am Dienstag.
Briefsendungen, die an den Samstagen 4. Juli bis 15. August 2009 in die Briefkästen geworfen werden, erreichen den Empfänger erst am Dienstag der folgenden Woche, wenn die Sendung über die eigene Postleitzahl-Leitregion (die ersten beiden Stellen der Postleitzahl), also über den Bereich des Einlieferungs-Briefzentrums hinausgehen. Dies erfuhr die Passauer Neue Presse von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Ein Postsprecher sagte dazu, wegen der rückläufigen Zahl an Briefsendungen müsse die Post gerade in der Ferienzeit sparen. „Einzelne Maßnahmen werde ich aber nicht kommentieren.” ver.di zufolge werden ab 5. Juli 2009 für 7 Sonntage alle 82 Briefzentren geschlossen. Von den am Samstag eingelieferten Sendungen werden von Sonntag auf Montag nur noch die bearbeitet, die im Versorgungsbereich des Briefzentrums, also in der Leitregion verbleiben. Nur diese Sendungen erreichen die Briefzustellung am Montag. „Ein Brief von 94037 Passau nach 94315 Straubing erreicht also die Montagszustellung. Dagegen ist ein Brief von 94037 Passau nach 84347 Pfarrkirchen erst am Dienstag beim Empfänger”, so ver.di.
Die 2. Sparmaßnahme während der Sommermonate Juli und August 2009 ist die Schließung von 15 der 82 Briefzentren an den Montagen. Laut ver.di ist davon aber der Brieflauf nicht betroffen. Die Sendungsmengen der 15 geschlossenen Briefzentren übernehmen die benachbarten Briefzentren.

References: Art. 87
 § 28

EuGH 
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