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Timestamp: 2016-10-26 04:06:46+00:00

Document:
2C_648/2014 (06.07.2015)
2C_648/2014 � � Urteil vom 6. Juli 2015
beide vertreten durch F�rsprecherin D.________,
Abweichung von den Zulassungsvoraussetzungen
vom 4. Juni 2014.
�A.A.________ (geb. 1981) stammt aus dem Kosovo. Sie heiratete dort am 25. Juli 2001 einen in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Landsmann. Die Bem�hungen der Ehegatten um einen Familiennachzug scheiterten, worauf A.A.________ am 5. August 2007 illegal in die Schweiz einreiste. Am 14. September 2008 ging aus der Beziehung der gemeinsame Sohn B.A.________ hervor.
Am 19. November 2009 lehnte der Migrationsdienst des Kantons Bern ein weiteres Nachzugsgesuch ab und wies A.A.________ und B.A.________ weg. Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern best�tigte diesen Entscheid am 18. Oktober 2011.
Das Ehepaar lebte ab dem 12. August 2009 getrennt (im Nachgang zu Vorw�rfen von h�uslicher Gewalt); am 22. Juni 2011 wurde die Ehe geschieden.
Das Obergericht des Kantons Bern verurteilte A.A.________ am 5. M�rz 2012 wegen Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (ANAG) zu einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagess�tzen � Fr. 30.-- und einer Verbindungsbusse von Fr. 150.--.
Im August 2012 ist dem Vater von B.A.________ die Niederlassungsbewilligung erteilt worden.
�A.A.________ und B.A.________ ersuchten am 1. Dezember 2011 wiedererw�gungsweise darum, ihnen eine H�rtefallbewilligung zu erteilen (Art. 30 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 �ber die Ausl�nderinnen und Ausl�nder [AuG; SR 142.20]). Der Migrationsdienst des Kantons Bern erkl�rte sich hierzu grunds�tzlich bereit, doch verweigerte das Bundesamt f�r Migration (BFM) am 6. Juni 2012 seine Zustimmung. Am 4. Juni 2014 wies das Bundesverwaltungsgericht die hiergegen gerichtete Beschwerde von A.A.________ und B.A.________ ab. Es ging davon aus, dass aufgrund der rund sechsj�hrigen Aufenthaltsdauer, dem bestehenden Integrationsdefizit, der fehlenden wirtschaftlichen Integration (Sozialhilfebezug), der famili�ren Situation im Heimatland, der bloss sporadischen Treffen des Sohns mit dem Vater, den medizinischen Pflegem�glichkeiten im Kosovo sowie den dortigen Auskommensverh�ltnissen (Unterhaltszahlungen des Vaters f�r den Sohn von Fr. 550.-- bei einem Durchschnittseinkommen im Kosovo von 350.-- bis 400.-- EUR) die Voraussetzungen f�r einen H�rtefall nicht gegeben seien. Hinsichtlich der Vater-Kind-Beziehung stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass diese in wirtschaftlicher Hinsicht als intensiv gelten k�nne, affektiv habe sie sich inzwischen ebenfalls verst�rkt. Ob die Beziehung als aussergew�hnlich im Sinne der Rechtsprechung zu gelten habe, liess es offen, da sich der Sohn noch in einem anpassungsf�higen Alter befinde, das Besuchsrecht des Vaters dem Aufenthalt im Ausland angepasst werden k�nne und die Mutter sich nicht �berdurchschnittlich gut integriert habe (Sozialhilfeabh�ngigkeit).
�A.A.________ und B.A.________ beantragen vor Bundesgericht, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aufzuheben und ihnen im Rahmen von Art. 8 EMRK - gest�tzt auf die Beziehung des hier niederlassungsberechtigten Vaters zum Sohn und dessen Beziehung zur Mutter - eine H�rtefallbewilligung zu erteilen: "Bei der limitierenden Praxis des Bundesgerichts" dr�nge sich eine Weiterentwicklung auf; die �berlegungen der Vorinstanz, welche sich an der bisherigen Praxis orientiere und festhalte, dass den Anforderungen von Art. 8 EMRK Gen�ge getan sei, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von "Kurzaufenthalten" und "unpers�nlichen Kontakten" ausge�bt werden k�nne, verdienten "im Lichte des Kindsinteresses eine Absage". A.A.________ und B.A.________ ersuchen um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung. Mit Verf�gung vom 15. Juli 2014 legte der Abteilungspr�sident der Eingabe antragsgem�ss aufschiebende Wirkung bei.
1.1.1.�Auf dem Gebiet des Ausl�nderrechts ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ausgeschlossen gegen Entscheide, welche Bewilligungen betreffen, auf die weder das Bundesrecht noch das V�lkerrecht einen Anspruch einr�umen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG). Ob und wieweit in Anwendung von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG von den allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen abzuweichen ist, kann das Bundesgericht nicht pr�fen, da sich seine Zust�ndigkeit auf�
Anspruchsbewilligungen beschr�nkt (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 und 5 BGG sowie Art. 96 AuG; vgl. BGE 137 II 345 E. 3.2.1).
1.1.2.�Anders verh�lt es sich, wenn - wie hier - in vertretbarer Weise geltend gemacht wird, es bestehe gest�tzt auf den Schutz des Privat- und Familienlebens (Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV) ein potenzieller Bewilligungsanspruch: In diesem Fall bildet die Frage, ob die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind, Gegenstand der materiellen Beurteilung (BGE 137 I 305 E. 2.5 S. 315; 136 II 177 E. 1.1 S. 179 f., 497 E. 3.3 S. 500 f.). Die Beschwerdef�hrer berufen sich auf Art. 8 EMRK (bzw. Art. 13 BV) und machen geltend, dass der Sohn gest�tzt auf das (inzwischen) gefestigte Aufenthaltsrecht des Vaters (Niederlassung) einen Aufenthaltsanspruch habe, was wiederum bedinge, dass auch die sorge- und obhutsberechtigte Mutter im Land verbleiben k�nne (Anwesenheitsrecht zur Erleichterung des Besuchsrecht des niedergelassenen Elternteils). �ber die entsprechende materielle Frage ist in einem Sachurteil zu befinden (vgl. das Urteil 2C_75/2011 vom 6. April 2011 E. 1).
1.2.1.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, wie die Vorinstanz ihn festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann diesen - soweit entscheidrelevant - berichtigen oder erg�nzen, wenn er offensichtlich unrichtig oder in Verletzung wesentlicher Verfahrensrechte ermittelt worden ist (Art. 105 Abs. 2 BGG). Die betroffene Person muss rechtsgen�gend dartun, dass und inwiefern der Sachverhalt bzw. die beanstandete Beweisw�rdigung klar und eindeutig mangelhaft - mit anderen Worten willk�rlich - erscheint (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.3; 133 III 350 E. 1.3). Die Verletzung von Grundrechten sowie von kantonalem und interkantonalem Recht kann nur insoweit gepr�ft werden, als entsprechende R�gen verfassungsrechtlich pr�zisiert und begr�ndet wurden (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 139 I 229 E. 2.2 S. 232). Die beschwerdef�hrende Person muss sich mit den Darlegungen im angefochtenen Entscheid sachbezogen auseinandersetzen, andernfalls tritt das Bundesgericht auf ihre Eingabe nicht ein (Art. 42 BGG). Im vorliegenden Fall ist dem bundesgerichtlichen Urteil der Sachverhalt zugrunde zu legen, wie ihn das Bundesverwaltungsgericht festgestellt hat, da die Beschwerdef�hrer diesen unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten nicht rechtsgen�gend beanstanden (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG; "qualifizierte R�ge- und Substanziierungspflicht": BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254). Nicht Streitgegenstand bildet die Frage, ob im kantonalen Verfahren Wiedererw�gungsgr�nde bestanden haben oder nicht, da der Kanton bereit war, eine Bewilligung zu erteilen, das Bundesamt es jedoch abgelehnt hat, dem zuzustimmen.
1.2.2.�Die Beschwerdef�hrer bestreiten nicht, dass die Vorinstanz die bundesgerichtliche Rechtsprechung korrekt wiedergegeben hat; sie verlangen indessen eine Praxiserweiterung und eine st�rkere Gewichtung der Tragweite von Art. 3 des �bereinkommens vom 20. November 1989 �ber die Rechte des Kindes (KRK; SR 0.107); danach ist bei allen Massnahmen, die Kinder betreffen, deren Wohl vorrangig zu ber�cksichtigen. Mit der vom Bundesverwaltungsgericht zutreffend zusammengefassten h�chstrichterlichen Rechtsprechung f�r einen Aufenthalt zur Wahrnehmung eines Besuchsrechts setzen sie sich nur am Rande auseinander; ihre Vorbringen ersch�pfen sich weitestgehend im Hinweis darauf, dass die Praxis grossz�giger sein sollte.
1.2.3.�Eine Praxis�nderung muss sich auf ernsthafte sachliche Gr�nde st�tzen, die - vor allem im Interesse der Rechtssicherheit - umso gewichtiger zu sein haben, je l�nger die als falsch oder nicht mehr zeitgem�ss erachtete Rechtsanwendung bestand (BGE 139 IV 62 E. 1.5.2). Dies setzt voraus, dass in der Beschwerdeschrift dargelegt wird, inwiefern�
diese Voraussetzungenerf�llt sind. Es gen�gt nicht, einfach einzuwenden, die bisherige Praxis sei falsch und deshalb zu korrigieren, wie die Beschwerdef�hrer dies tun. Ob die vorliegende Eingabe den Anforderungen von Art. 42 bzw. 106 BGG entspricht (vgl. oben E. 1.2.1), erscheint zweifelhaft, braucht aber gest�tzt auf die nachstehenden materiellen Ausf�hrungen (E. 2 u. 3) nicht abschliessend entschieden zu werden.
1.3.1.�Mit Eingabe vom 18. August 2014 hat C.A.________, der Vater von B.A.________, darum ersucht, zum bundesgerichtlichen Verfahren beigeladen zu werden. Dies er�brigt sich: C.A.________ hat sich an den vorinstanzlichen Verfahren nicht beteiligt, weshalb ihm keine Parteistellung zukommt (vgl. Art. 89 Abs. 1 lit. a BGG). Ein Einbezug als weiterer Beteiligter (vgl. Art. 102 Abs. 1 BGG) ist nicht erforderlich, da die Beschwerdef�hrer sich ihrerseits auf die Beziehung zu ihm berufen, wobei sich die zivil- bzw. besuchsrechtliche Situation hinreichend klar aus den Akten ergibt. Es liegt zudem bereits eine Stellungnahme von C.A.________ vom 20. September 2013 vor, worin er sich zu den Beziehungen zu seinem Sohn �ussert und darauf hinweist, dass das Sorgerecht der Mutter �bertragen wurde und die Scheidungsvereinbarung vorsieht, dass er den Beschwerdef�hrer 2 jedes zweite Wochenende von Freitag 18 Uhr bis Sonntag 18 Uhr zu sich nehme. Sein Sohn k�nne inzwischen auch selber telefonieren und rufe ihn mehrmals in der Woche an, um ihm zu erz�hlen, was er alles erlebt habe.
1.3.2.�Die Beschwerdef�hrer reichen vor Bundesgericht den Bericht einer Fach�rztin f�r Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie vom 7. Juli 2014 nach, worin die Situation von B.A.________ dargestellt und darauf hingewiesen wird, dass es "dringend n�tig" sei, dass dessen Recht auf Beziehung zu beiden Elternteilen respektiert und durchgesetzt werde. Das entsprechende Dokument bildet ein unzul�ssiges Novum, weshalb es im Folgenden nicht ber�cksichtigt werden kann (vgl. Art. 99 BGG; Urteil 2C_293/2014 vom 29. September 2014 E. 2.3; BGE 139 III 120 E. 3.1.2 S. 123; 136 III 123 E. 4.4.3 S. 128 f.; 133 IV 342 E. 2.1 S. 344).
2.1.�Der Vater des Beschwerdef�hrers verf�gt seit August 2012 �ber eine Niederlassungsbewilligung und damit ein gefestigtes Anwesenheitsrecht, das es ihm bzw. seinen von ihm getrennt lebenden Angeh�rigen erlaubt, sich bei einem Eingriff in eine intakte gelebte famili�re Beziehung auf den Schutz des Familienlebens zu berufen. Art. 8 EMRK begr�ndet praxisgem�ss indessen keinen absoluten Anspruch auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen besonderen Aufenthaltstitel. Er hindert die Konventionsstaaten nicht daran, die Anwesenheit auf ihrem Staatsgebiet zu regeln und den Aufenthalt ausl�ndischer Personen unter Beachtung �berwiegender Interessen des Familien- und Privatlebens gegebenenfalls auch wieder zu beenden (BGE 140 I 145 E. 3.1; 139 I 330 E. 2.1 S. 335 f.; 138 I 246 E. 3.2.1 S. 250 ff. mit Hinweisen; vgl. EGMR-Urteil�
Jeunesse gegen Niederlande�vom 3. Oktober 2014 [Nr. 12738/10] Ziff. 100, 107 [bez�glich erstmaliger Bewilligungserteilung]). Das in Art. 8 EMRK bzw. in Art. 13 BV gesch�tzte Recht auf Privat- und Familienleben ist ber�hrt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tats�chlich gelebte famili�re Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeintr�chtigt, ohne dass es dieser ohne weiteres m�glich bzw. zumutbar w�re, ihr Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 139 I 330 E. 2.1 S. 336; 137 I 247 E. 4.1.2 S. 249 f.; j�ngst best�tigt: in den Urteilen 2C_547/2014 vom 5. Januar 2015 E. 3.1; 2C_613/2014 vom 8. Januar 2015 E. 3.1).
2.2.�Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte ausl�ndische Elternteil kann die famili�re Beziehung mit seinem Kind von vornherein nur in beschr�nktem Rahmen pflegen, n�mlich durch Aus�bung des ihm einger�umten Besuchsrechts. Um dieses wahrnehmen zu k�nnen, ist es in der Regel nicht erforderlich, dass der ausl�ndische Elternteil dauerhaft im selben Land wie das Kind lebt und dort �ber ein Anwesenheitsrecht verf�gt. Unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf Familienleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie Art. 13 Abs. 1 BV) gen�gt es grunds�tzlich, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausge�bt werden kann, wobei allenfalls dessen Modalit�ten entsprechend anzupassen sind. Gem�ss der st�ndigen bisherigen Rechtsprechung kann ein weitergehender Anspruch nur dann in Betracht fallen, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung zum Kind besteht, diese Beziehung wegen der Distanz zum Heimatland des Ausl�nders praktisch nicht aufrecht erhalten werden k�nnte und das bisherige Verhalten des Ausl�nders in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat (sog. tadelloses Verhalten; BGE 139 I 315 E. 2.2 S. 319; 120 Ib 1 E. 3c S. 5, 22 E. 4 S. 24 ff.; Urteile 2C_1231/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 3.3; 2C_858/2012 vom 8. November 2012 E. 2.2; 2C_751/2012 vom 16. August 2012 E. 2.3). Mit noch gr�sserer Zur�ckhaltung ist auf eine Pflicht zu schliessen, eine Bewilligung zu erteilen, wenn nicht der besuchsberechtigte Ausl�nder selber im Hinblick auf die Aus�bung seines Besuchsrechts um die Bewilligung nachsucht, sondern der obhutsberechtigte Elternteil diese einzig zur Erleichterung der Aus�bung des Besuchsrechts zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil erh�ltlich machen will; dies ist nur bei Vorliegen besonderer Umst�nde m�glich (BGE 137 I 247 E. 4.2.3 S. 251; Urteil 2C_1228/2012 vom 20. Juni 2013 E. 6.2).
2.3.�Aus Art. 3 KRK ergibt sich - entgegen der nicht weiter begr�ndeten Auffassung der Beschwerdef�hrer - kein direkter Leistungsanspruch auf die Erteilung einer ausl�nderrechtlichen Bewilligung (BGE 124 II 361 E. 3b S. 367; 126 II 377 E. 5d S. 391 f.; vgl. Stefanie Schmahl, Kinderrechtskonvention mit Zusatzprotokollen, Handkommentar, Baden-Baden 2013, N. 1, 3 f. und 7 zu Art. 3 KRK; Caroni/ Grasdorf-Meyer/Ott/Scheiber, Migrationsrecht, 3. Aufl. 2014, S. 55; Peter Uebersax, Das AuG von 2005: zwischen Erwartungen und Erfahrungen, in: Achermann et al. [Hrsg.] Jahrbuch f�r Migrationsrecht 2011/2012, 2012, S. 3 ff. dort S. 34; Achermann/Caroni, � 6 Einfluss der v�lkerrechtlichen Praxis auf das schweizerische Migrationsrecht, N. 6.41; in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausl�nderrecht, 2. Aufl. 2009). Bei der vorrangigen Ber�cksichtigung des Kindeswohls handelt es sich praxisgem�ss um einen Leitgedanken bzw. eine Interpretationsmaxime, die bei Erlass wie Auslegung des Gesetzes zu beachten sind. Das Bundesgericht tr�gt Art. 3, 9 (grunds�tzlich keine Trennung gegen den Willen der Eltern) bzw. 10 KRK (wohlwollende, humanit�re und beschleunigte Pr�fung von Bewilligungsgesuchen; vgl. Stefanie Schmahl, a.a.O., N. 4, 8 und 10 ff. zu Art. 10 KRK) im migrationsrechtlichen Zusammenhang im Rahmen der Interessenabw�gung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK als einem Element unter anderen Rechnung (so ausdr�cklich auch das EGMR-Urteil�
Jeunesse gegen Niederlande�vom 3. Oktober 2014 [Nr. 12738/10] Ziff. 108 in fine und 117). Weder aus der Kinderrechtekonvention noch aus Art. 11 BV ergibt sich ein unmittelbarer Anspruch auf Familienzusammenf�hrung (Urteile 2C_613/2014 vom 8. Januar 2015 E. 3.5 und 2A.195/2006 vom 7. Februar 2007 E. 3). F�r den Umstand, dass sich aus Art. 3 KRK kein allgemeiner Anspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ableiten l�sst, sprechen auch Art. 9 Abs. 3 und Art. 10 Abs. 2 KRK, wonach die Vertragsstaaten das Recht des Kindes, das von einem oder beiden Elternteilen getrennt ist, zu achten haben, "regelm�ssige pers�nliche Beziehungen und unmittelbare Kontakte" zu beiden Elternteilen pflegen zu k�nnen, soweit dies seinem Wohl entspricht bzw. keine aussergew�hnlichen Umst�nde vorliegen; hierf�r ist nicht in allen F�llen der Aufenthalt im selben Land erforderlich; Kurzaufenthalte gen�gen. Wird die Trennung - wie hier - von den Eltern selber herbeigef�hrt, ist nicht erforderlich, dass der Staat gest�tzt auf Art. 8 EMRK bzw. Art. 3 und 10 KRK wegen eines Besuchsrechts voraussetzungslos eine weitere Anwesenheit aller Familienmitglieder (sorge- und obhutsberechtigter ausl�ndischer Elternteil und ausl�ndisches Kind) gestattet. Es besteht entgegen der Kritik der Beschwerdef�hrer im vorliegenden Fall deshalb keine Veranlassung, die in BGE 139 I 315 ff. und BGE 140 I 145 ff. hinsichtlich anderer Konstellationen relativierte Rechtsprechung im vorliegenden Fall, in dem es um die erstmalige Erteilung einer Bewilligung geht und keine besonderen Umst�nde ("exceptional circumstances") im Sinne des EGMR-Urteils�
Jeunesse�(Nr. 12738/10) vorliegen, die ausnahmsweise einen Bewilligungsanspruch zu begr�nden verm�chten, zu �ndern oder fortzubilden.
3.1.�Gem�ss dem vom Bundesverwaltungsgericht verbindlich festgestellten Sachverhalt verf�gt der Vater des Beschwerdef�hrers 2 lediglich �ber ein (beschr�nktes) Besuchsrecht. Zwar ist er inzwischen in der Schweiz niedergelassen, doch ist ihm - mit Blick darauf, dass er hier eine neue Familie begr�ndet hat - zumutbar, sein Besuchsrecht zum Sohn aus der fr�heren Ehe �ber die Landesgrenzen hinweg zu pflegen. Um dieses wahrnehmen zu k�nnen, ist nicht erforderlich, dass sich sein Sohn aus der fr�heren Beziehung und �ber ihn auch seine�
illegal eingereiste und bereits weggewiesene Mutter�weiter im Land aufhalten k�nnen, zumal beide hier Sozialhilfe beziehen und entgegen den Einw�nden der Beschwerdef�hrerin 1 nicht sichergestellt erscheint, dass sie in absehbarer Zeit nicht mehr auf die Unterst�tzung durch die �ffentliche Hand angewiesen sein werden (vgl. den Widerrufsgrund von Art. 62 lit. e AuG).
3.2.�Das Kind ist in die Familie des Obhuts- und Sorgeberechtigten eingebunden und teilt grunds�tzlich dessen Lebensschicksal, d.h. es hat ihm gegebenenfalls auch ins Ausland zu folgen (vgl. BGE 139 II 393 E. 5.1). Der Beschwerdef�hrer 2 steht unter dem Sorgerecht und der Obhut seiner Mutter, welche illegal hier verblieben ist; weder er noch die Beschwerdef�hrerin 1 haben je �ber eine Anwesenheitsberechtigung verf�gt. Die Beschwerdef�hrerin 1 hat die Beh�rden trotz rechtskr�ftiger Ablehnung der Nachzugsgesuche vor vollendete Tatsachen gestellt, was - neben dem Sozialhilfebezug - zu ihren Ungunsten ins Gewicht f�llt (vgl. das EGMR-Urteil�
Jeunesse gegen Niederlande�vom 3. Oktober 2014 [Nr. 12738/10] Ziff. 102 f. mit zahlreichen weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung des EGMR).
3.3.�Der Vater des Beschwerdef�hrers 2 ist zwar regelm�ssig seinen Unterhaltspflichten nachgekommen; er nahm das Besuchsrecht indessen lange Zeit nicht wahr: Von Oktober 2009 bis Februar 2011 lebte der Beschwerdef�hrer 2 mit seiner Mutter im Frauenhaus Bern; w�hrend dieser Periode bestanden �berhaupt keine Kontakte. Diese wurden ab August 2011 mit begleiteten Treffen in vierzehnt�gigem Abstand wieder hergestellt. Inzwischen sollen sich Vater und Sohn regelm�ssiger, d.h. jedes Wochenende, sehen (abwechslungsweise ein Wochenende am Samstag von 11 Uhr morgens bis 19 Uhr abends und ein Wochenende von Samstag 11 Uhr bis Sonntag 19 Uhr). Damit besteht ein etwa normales Besuchsrecht, indessen keine besondere, �ber ein solches hinausgehende qualifiziert gelebte affektive Beziehung im Sinne der Rechtsprechung, wie sie f�r die erstmalige Bewilligungserteilung erforderlich w�re.
3.4.�Der Beschwerdef�hrer 2 ist f�nf Jahre alt und befindet sich noch in einem anpassungsf�higen Alter; wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, sind seine Beziehungen in erster Linie noch auf das Zusammenleben mit der sorge- und obhutsberechtigten Mutter ausgerichtet. Bei einer R�ckkehr mit dieser in den Kosovo wird die Wahrnehmung des Besuchsrechts f�r den Vater zwar erschwert, indessen nicht verunm�glicht, k�nnen die Modalit�ten des Rechts doch den entsprechenden Gegebenheiten angepasst werden (Ferienaufenthalte, verl�ngerte Wochenenden usw.), zumal der Vater selber aus dem Kosovo stammt und dort weitere Bindungen unterh�lt. Zu Recht weist das Bundesverwaltungsgericht daraufhin hin, dass selbst auf Distanz t�gliche Kontakte gepflegt werden k�nnen (Internet, Telefon, E-Mail usw.), weshalb die Wahrnehmung der famili�ren Beziehung des Beschwerdef�hrers 2 zu seinem Vater bei geeigneter Ausgestaltung und Aus�bung des Besuchsrechts durch die umstrittene Bewilligungsverweigerung nicht verunm�glicht wird. Die Trennung der Eltern und der jeweilige Aufbau neuer Kernfamilien begr�nden in F�llen wie dem vorliegenden die faktische Beeintr�chtigung der fr�heren famili�ren Bindungen und nicht die einwanderungsrechtliche staatliche Weigerung, bei illegaler Einreise und (illegalem) Aufenthalt eine Bewilligung an ein - w�hrend des nicht bewilligten Aufenthalts - gezeugtes Kind und dessen Mutter zu erteilen, um dem gesichert in der Schweiz anwesenden Vater nach der Scheidung zu erlauben, sein Besuchsrecht unmittelbarer aus�ben zu k�nnen.
4.1.�Der angefochtene Entscheid verletzt - auch mit Blick auf die neuere Praxis des Bundesgerichts (BGE 139 I 315 ff.; 140 I 145 ff.) - kein Bundesrecht; die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird.
4.2.�Aufgrund der zitierten Rechtsprechung hatte die Eingabe in der vorliegenden Form (Antrag auf Praxis�nderung) keine ernsthaften Erfolgsaussichten, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung abzuweisen ist (Art. 64 BGG). Es kann indessen darauf verzichtet werden, f�r das vorliegende Verfahren Geb�hren zu erheben (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG). Parteientsch�digungen sind nicht geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).
2.2.�Es werden keine Kosten erhoben.

References: Art. 8
 Art. 8
 Art. 30
 Art. 83
 Art. 96
 BGE 
 Art. 13
 Art. 8
 Art. 13
 BGE 
 BGE 
 Art. 106
 BGE 
 Art. 3
 Art. 42
 Art. 89
 Art. 102
 Art. 99
 BGE 
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 13
 Art. 13
 BGE 
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 10
 Art. 8
in fine
 Art. 11
 Art. 3
 Art. 9
 Art. 10
 Art. 8
 Art. 3
 BGE 
 BGE 
 Art. 62
 BGE