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30/2008, 10. Juli 2008
Studienordnung für den Masterstudiengang Medien und Politische Kommunikation
Prüfungsordnung für den Masterstudiengang Medien und Politische Kommunikation
Studienordnung für den Masterstudiengang Sozial- und Kulturanthropologie
Prüfungsordnung für den Masterstudiengang Sozial- und Kulturanthropologie
Studienordnung für den Masterstudiengang Turkologie
Prüfungsordnung für den Masterstudiengang Turkologie
Studienordnung für den Weiterbildenden Master- studiengang Visual and Media Anthropology
Prüfungsordnung für den Weiterbildenden Master- studiengang Visual and Media Anthropology
FU-Mitteilungen 30/2008 vom 10.07.2008
FU-Mitteilungen
Aufgrund von § 14 Abs. 1 Nr. 2 Teilgrundordnung (Erpro- bungsmodell) der Freien Universität Berlin vom 27. Ok- tober 1998 (FU-Mitteilungen 24/1998) hat der Fachbe- reichsrat des Fachbereichs Politik- und Sozialwissen- schaften der Freien Universität Berlin am 16. April 2008 folgende Studienordnung erlassen:
§ 2 Studienziele und -inhalte
§ 4 Module
§ 5 Auslandsstudium
Anlage 1 (zu § 3 Abs. 2):
Anlage 2 (zu § 3 Abs. 3):
Studienver-
laufsplan
Diese Ordnung regelt Ziele, Inhalt und Aufbau des Mas- terstudiengangs Medien und Politische Kommunikation auf der Grundlage der Prüfungsordnung vom 16. April
(2) Der Masterstudiengang Medien und Politische Kommunikation vermittelt den Studentinnen und Studen- ten an aktuellen Forschungsfragen orientierte methodi- sche und analytische Kompetenzen zur eigenständigen Erforschung von Phänomenen und Problemen politi- scher Kommunikation in einer sich wandelnden Medien- gesellschaft. Ziele sind unter anderem die vertiefte Kenntnis der historischen Entwicklung und der kulturel- len Grundlagen politischer Kommunikation, ihrer struktu- rellen und regulierenden Faktoren sowie der professio-
nellen Felder Politischer Journalismus und Politisches Kommunikationsmanagement. Studentinnen und Stu- denten erwerben umfassende und vertiefte Kenntnis der Theorien politischer Kommunikation sowie der wesentli- chen Befunde internationaler politischer Kommunika- tionsforschung. Sie werden auch durch das Erlernen fortgeschrittener empirischer Forschungsmethoden in die Lage versetzt, eigenständig Forschungsfragen zu erken- nen, theoretisch einzuordnen und hieran durch eigene Forschungsleistungen selbstständig anzuknüpfen. Eine besondere Rolle spielen hierbei international verglei- chende theoretische und empirische Zugänge, die dem sozialen und medialen Wandel Rechung tragen: Die Stu- dentinnen und Studenten erwerben Fähigkeiten zur Ana- lyse von Geschlechterverhältnissen sowie geschlechts- spezifischen Implikationen und Medienstereotypen in der politischen Kommunikation. Darüber hinaus setzen sie sich mit der Bedeutung von demographischem Wan- del, Globalisierung und Medieninnovation für die politi- sche Kommunikation kritisch auseinander.
(1) Neben den sechs Modulen (§ 4) sind die Masterar- beit und deren Verteidigung zu absolvieren; der Besuch eines die Erstellung der Masterarbeit vorbereitenden und begleitenden Forschungskolloquiums wird dringend empfohlen.
(2) Über Inhalte und Qualifikationsziele, Lehr- und Lernformen, den zeitlichen Arbeitsaufwand, die Formen der aktiven Teilnahme, die Regeldauer und die Ange- botshäufigkeit informieren für jedes Modul die Modulbe- schreibungen (Anlage 1).
(3) Über den empfohlenen Verlauf des Studiums un- terrichtet der exemplarische Studienverlaufsplan (Anla- ge 2).
Studentinnen und Studenten des Masterstudiengangs Medien und Politische Kommunikation sollen in den drei ersten Fachsemestern die folgenden Module absolvie- ren:
1. Modul 1: Geschichte und Kultur der politischen Kom- munikation
2. Modul 2:
3. Modul 3: Methoden der politischen Kommunikations- forschung
4. Modul 4: Strukturen und Steuerung der politischen Kommunikation
6. Modul 6: Theorien und Befunde der politischen Kom- munikationsforschung
5. Modul 5:
(1) Den Studentinnen und Studenten wird ein Aus- landsstudienaufenthalt empfohlen. Im Rahmen des Aus- landsstudiums sollen Studien- und Prüfungsleistungen erbracht werden, die anrechenbar sind; eine Anrech- nung auf die Masterarbeit ist ausgeschlossen.
(2) Dem Auslandsstudium soll der Abschluss einer Vereinbarung zwischen der Studentin bzw. dem Studen- ten, der bzw. dem Vorsitzenden des für den Studiengang
zuständigen Prüfungsausschusses sowie der zuständi- gen Stelle an der Zielhochschule über die Dauer des Auslandsstudiums, über die im Rahmen des Auslands- studiums zu erbringenden Studien- und Prüfungsleistun- gen sowie die den Studien- und Prüfungsleistungen zu- geordneten Leistungspunkte vorausgehen. Vereinba- rungsgemäß erbrachte Studien- und Prüfungsleistungen werden angerechnet. Das Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft unterstützt die Studentin- nen und Studenten bei der Planung und Vorbereitung ei- nes Studienaufenthalts an einer Partnerhochschule.
(3) Als geeigneter Zeitpunkt für einen Auslandsaufent- halt wird das dritte Fachsemester des Masterstudien- gangs empfohlen.
Diese Ordnung tritt am Tage nach der Veröffentlichung in den Mitteilungen (Amtsblatt der Freien Universität Berlin) in Kraft.
Anlage 1 (zu § 3 Abs. 2): Modulbeschreibungen
Die folgenden Modulbeschreibungen benennen für je- des Modul des Masterstudiengangs Medien und Politi- sche Kommunikation
● die Bezeichnung des Moduls,
● Inhalte und Qualifikationsziele des Moduls,
● Lehr- und Lernformen des Moduls,
● den studentischen Arbeitsaufwand, der für die erfolg- reiche Absolvierung eines Moduls veranschlagt wird,
● Formen der aktiven Teilnahme,
● die Regeldauer des Moduls.
Die Angaben zum zeitlichen Arbeitsaufwand berücksich- tigen insbesondere
● die aktive Teilnahme im Rahmen der Präsenzstudien- zeit,
● den Arbeitszeitaufwand für die Erledigung kleinerer Aufgaben im Rahmen der Präsenzstudienzeit,
● die Zeit für eine eigenständige Vor- und Nachberei- tung,
● die unmittelbare Vorbereitungszeit für die Prüfungs- leistungen,
Die Zeitangaben zum Selbststudium (unter anderem Vor- und Nachbereitung, Prüfungsvorbereitung) stellen Richtwerte dar und sollen den Studentinnen und Studen- ten Hilfestellung für die zeitliche Organisation ihres mo- dulbezogenen Arbeitsaufwands liefern.
Die aktive Teilnahme ist neben der regelmäßigen Teil- nahme an den Lehr- und Lernformen und der erfolgrei- chen Absolvierung der Prüfungsleistungen eines Moduls Voraussetzung für den Erwerb der dem jeweiligen Modul zugeordneten Leistungspunkte.
Die Anzahl der Leistungspunkte sowie weitere prüfungs- bezogene Informationen zu jedem Modul sind der Anla- ge 1 der Prüfungsordnung für den Masterstudiengang Medien und Politische Kommunikation zu entnehmen.
Modul: Geschichte und Kultur der politischen Kommunikation
Um in der heutigen, durch den forcierten Einsatz von Medien geprägten Öffentlichkeit politisch verantwortungsvoll handeln zu können, bedarf es der kritischen Beschäftigung mit den geschichtlichen Formen und kulturellen Voraus- setzungen politischer Kommunikation. In der wissenschaftlich-theoretischen Auseinandersetzung mit historischen wie aktuellen Beispielen sollen die Studentinnen und Studenten Problembewusstsein entwickeln im Hinblick auf an- stehende gesellschaftliche Fragen und deren Lösungen im Medium politischer Kommunikation.
Es werden exemplarische Gegenstände aus Gegenwart und Geschichte politischer Kommunikation erarbeitet, die Auskunft geben über das Spannungsverhältnis und den funktionalen Zusammenhang von Politik, Kultur und Medien in der Moderne. Lektüre und Diskussion einschlägiger Texte zu den genannten Bereichen dienen der Vertiefung von handlungsorientierendem Wissen. Besonderes Gewicht soll darüber hinaus auf eine dezidierte Forschungsper- spektive gelegt werden: In den Seminaren geht es deshalb um eine theoretische Fundierung sowie historische Ver- ortung kommunikativen Handelns, das stets im Kontext von Gesellschaft und Kultur zu begreifen ist.
Seminardiskussion auf
der Grundlage von Pflichtlektüre, eigen- ständiger Quellenre- cherche und der Refe- rate, mündlich oder schriftlich zu erfüllende, individuelle bzw. Grup-
penarbeitsaufträge
Veranstaltungssprache: Deutsch (ggf. Fremdsprache)
Arbeitszeitaufwand/Stunden insgesamt: 450
Häufigkeit des Angebots: Mindestens jedes Wintersemester
Verwendbarkeit: Masterstudiengang Medien und Politische Kommunikation
Modul: Politischer Journalismus
Dieses Modul vermittelt angewandte Analysefähigkeiten in Bezug auf aktuelle Aspekte des politischen Journalis- mus. Die Studentinnen und Studenten lernen direkt in einem wissenschaftlichen Arbeitsprozess, wie Analysen zu politischem Journalismus systematisch geplant und durchgeführt werden. Dadurch werden die Studentinnen und Studenten einerseits in die Lage versetzt, wissenschaftlich, strukturiert und unter Rückgriff auf spezifische Methoden Themen im Spannungsfeld von Journalismus und Politik zu betrachten, andererseits erhalten sie über die For- schung bzw. deren Ergebnisse ein tieferes Verständnis vom Status quo des politischen Journalismus.
Die so erworbenen Planungs- und Analysefähigkeiten sowie das angewandte Methodenwissen sind u. a. für die Markt- und Medienforschung, die Medien- und Politikberatung wie auch für die universitäre Journalistik/Journalis- musforschung relevant.
Politischer Journalismus ist in vielfacher Hinsicht vom Medienwandel betroffen. Arbeitsprozesse werden aufgrund technologischer und struktureller Veränderungen umgestellt, und es kommt zu organisationalen Umstrukturierun- gen, die Journalistinnen und Journalisten in zum Teil unterschiedlicher Weise betreffen. Produkte und Darstellungs- weisen werden den Publikumserwartungen angepasst, um einem verstärkt zu beobachtenden Bedürfnis nach neu- en Bildern und unterhaltenden Formaten nachzukommen. Schließlich wird auch das Verhältnis von Politik und Jour- nalismus angesichts innovativer Publikationsmöglichkeiten und diverser Kommunikationsalternativen immer wieder neu austariert und hinterfragt.
Daher bedarf es fundierter Analysen der Bedingungen des politischen Journalismus, seiner Produkte und seines Status in der Gesellschaft, aber auch seines fortwährenden Wandels. In einem Hauptseminar werden zunächst Pro- blemlagen und aktuelle Veränderungen im politischen Journalismus (z. B. auf Basis von Literaturarbeit und Einzel- fallanalysen) identifiziert. Zur Sprache kommen dabei u. a. Aspekte der Globalisierung, Effekte durch Medieninnova- tionen oder demographischen Wandel, insbesondere unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Implikatio- nen. Auf dieser Basis wird ein Forschungsprojekt in seinen Grundzügen sowohl in Einzel- und in Teamarbeit geplant. In einer anschließenden Forschungsübung wird dieses Projekt umgesetzt.
Mündlich oder schriftlich zu erfüllende, individu- elle bzw. Gruppenar-
beitsaufträge, Seminar- diskussion auf der Grundlage von Aus- wahlliteratur und Ar- beitsaufträgen
Planungspapier/Hausarbeit
beitsaufträge, Seminar- diskussion auf der Grundlage von Arbeits- aufträgen
Planung und Durchführung Studie/ Analyse einschließlich Vor- und Nach- bereitung
Dauer des Moduls: Zwei Semester; das Hauptseminar im Wintersemester, die Übung im darauf folgenden Som- mersemester
Modul: Methoden der politischen Kommunikationsforschung
Die Studentinnen und Studenten lernen, Erhebungsverfahren der politischen Kommunikationsforschung für eigene Forschungszwecke zu nutzen und empirische Daten mit geeigneten Auswertungsverfahren zu analysieren. Sie er- werben Kenntnisse in kommunikator-, medien- und publikumszentrierten Erhebungsverfahren als Basis für eine an- gemessene Einschätzung und Verwendung vorliegender sowie die Planung und Durchführung eigener empirischer Studien. Komplementär dazu erwerben die Studentinnen und Studenten fortgeschrittene Kenntnisse im Bereich der Datenanalyse, um Primärerhebungen methodisch angemessen auswerten und statistisch komplexe Sekundärana- lysen durchführen zu können.
Im ersten Semester werden die Studentinnen und Studenten im Rahmen von zwei aufeinander aufbauenden Vorle- sungen in fortgeschrittene Verfahren der Datenerhebung und Datenanalyse in der auf politische Kommunikation be- zogenen Sozialforschung eingeführt. Die erste Vorlesung vermittelt allgemeine methodische Grundlagen der politi- schen Kommunikationsforschung: Stichprobentheorie und Stichprobenpraxis; Komparatistik; Methodik von Sekun- däranalysen; Inhaltsanalyse- und Befragungsverfahren; methodologische Reflexion der Umfrageforschung im Um- feld von Wahlen. Die zweite Vorlesung erläutert fortgeschrittene Verfahren der Datenanalyse, insbesondere strukturentdeckende und strukturprüfende Verfahren der multivariaten Statistik.
Im Folgesemester führen die Studentinnen und Studenten im Rahmen einer Fallstudie eigenständige Sekundärana- lysen durch, bei der sie alle Arbeitsschritte einer empirischen Studie – von der Hypothesenformulierung und Hypo- thesenbegründung über die Konzeption und Realisation der Datenanalyse bis zur Präsentation und Interpretation der Untersuchungsergebnisse – durchlaufen.
Mitarbeit in der Vorle- sung, Vor- und Nachbe- reitung der Vorlesung
Durchführung projekt- begleitender Arbeiten
Dauer des Moduls: Zwei Semester; die beiden Vorlesungen im Wintersemester, die Übung im darauf folgenden Sommersemester
Die Studentinnen und Studenten erwerben die Fähigkeit, aktuelle kommunikationspolitische Entwicklungen in ihren interdisziplinären Bezügen zu Marktentwicklung und technischer Innovation zu erkennen und auf der Basis solider und breiter Theoriekenntnisse zu beschreiben sowie vertiefend zu analysieren. Dabei lernen die Studentinnen und Studenten, theoretische Ansätze und empirische Befunde aus den Teildisziplinen Kommunikationspolitik, Medien- ökonomie und Medienethik zu integrieren und insbesondere durch den internationalen Vergleich zu validieren. Die Studentinnen und Studenten werden in die Lage versetzt, sich kritisch mit politischen Lösungsvorschlägen ausein- ander zu setzen und darüber hinaus selbstständig und im Team kommunikationstheoretisch fundierte Lösungsalter- nativen (auch im Sinne wissenschaftlicher Politikberatung) zu entwickeln sowie überzeugend zu begründen.
Aufgrund wirtschaftlicher (Globalisierung), technischer (Digitalisierung) und politisch-rechtlicher (Deregulierung) Veränderungen stehen die Medien politischer Kommunikation in einem Prozess strukturellen Wandels. Die sich hie- raus ergebenden Herausforderungen für die Kommunikations- und Medienpolitik stellen zugleich Probleme der kom- munikationswissenschaftlichen Forschung dar. In einem der Hauptseminare werden vertiefend und vergleichend kommunikationspolitische Theorien und Ansätze von Öffentlichkeit und öffentlicher Kommunikation (Publizistik) so- wie von Medienregulierung, -deregulierung und -selbstregulierung behandelt. In dem zweiten Hauptseminar werden forschungsnah, bezogen auf jeweils aktuelle Probleme und Tendenzen, international vergleichende Fallstudien und Prognosen durchgeführt.
Häufigkeit des Angebots: Mindestens jedes Sommersemester
Modul: Politisches Kommunikationsmanagement und Public Affairs
Die Studentinnen und Studenten erwerben die Qualifikation, aktuelle Entwicklungen im Berufsfeld des politischen Kommunikationsmanagements zu identifizieren, einzuordnen und zu reflektieren. Auf der Grundlage theoretischer Ansätze und zentraler Forschungsergebnisse zu Akteuren, Prozessen und Instrumenten der strategischen Politik- vermittlung lernen sie, politisches Kommunikationsmanagement sowohl unter normativer als auch unter funktionaler Perspektive darzustellen und zu analysieren. Die Studentinnen und Studenten werden dazu befähigt, Strategien der Politikvermittlung unter zeitgeschichtlichen, interdisziplinären und komparatistischen Perspektiven zu erfassen und zu bewerten. Sie werden in die Lage versetzt, sich selbstständig und kritisch mit verschiedenen Formen der Politik- vermittlung auseinander zu setzen und in Gruppen eigene Fallstudien durchzuführen.
Politikvermittlung durch politische Parteien und Institutionen geschieht heute überwiegend massen-medial vermit- telt; Verbände und Unternehmen bedienen sich zunehmend der Instrumente der medienvermittelten Public Affairs. Das Modul bietet Einsicht in die verschiedenen Formen des politischen Kommunikationsmanagements: Kampa- gnenkommunikation, Wahlkampfkommunikation, Lobbying und Public Affairs sowie Public Diplomacy. In dem Modul werden Berufs- und Geschlechterrollen sowie Prozesse der Professionalisierung und der Ausdifferenzierung der Politikvermittlung problematisiert. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Wechselspiel zwischen politischen Akteuren, poli- tischem Journalismus und politischem News Management. Das Hauptseminar vermittelt einen forschungsbasierten Überblick über Ansätze und Formen des politischen Kommunikationsmanagements. Die Übung konzentriert sich auf die Untersuchung einzelner Formen der Politikvermittlung und vertieft dabei mit Hilfe von Fallbeispielen das Pro- blembewusstsein.
Seminardiskussion auf der Grundlage von Pflichtlektüre, eigen- ständiger Quellenre-
cherche und der Refe- rate, mündlich oder schriftlich zu erfüllende, individuelle bzw. Grup- penarbeitsaufträge
Vorbereitung von Fall- studien auf der Grundla- ge von Lektüre, eigen- ständiger Quellenre-
cherche und Datener- hebung, mündlich oder schriftlich zu erfüllende, individuelle bzw. Grup- penarbeitsaufträge
Erarbeitung der Fallstudie (Bericht)
Modul: Theorien und Befunde der politischen Kommunikationsforschung
Die Studentinnen und Studenten werden in die Lage versetzt, die Strukturen und Funktionen politischer Kommuni- kation in sozialwissenschaftlichen Kategorien zu reflektieren und die Leistungen und Probleme der medialen Politik- vermittlung angemessen einzuschätzen. Sie lernen, sich in ausgewählten Feldern der politischen Kommunikations- forschung die Genese der Forschungsfrage, die Forschungstradition sowie den aktuellen Forschungsstand anzu- eignen, dieses Wissen zu reflektieren, auf neue Forschungsfelder zu beziehen und auf dieser Basis eigene For- schungsfragen zu entwickeln.
Die Vorlesung gibt einen Überblick über makroanalytische und mikroanalytische Fragestellungen, Theorien und Ergebnisse der sozialwissenschaftlichen Erforschung politischer Kommunikation. Schwerpunktthemen sind die normativen und empirischen Rahmenbedingungen politischer Kommunikation (unter anderem in Bezug auf das Pro- jekt einer europäischen Öffentlichkeit), die Interaktionen zwischen Politik, Medien und Zivilgesellschaft, die Formen und Inhalte des politischen Informationsangebots der Medien, dessen Reichweite, Nutzung und Rezeption und schließlich die – nicht nur auf Wahlkämpfe beschränkte – Frage nach den Wirkungen der Politikvermittlung durch die Medien. In den Hauptseminaren werden aus dem Spektrum der in der Vorlesung behandelten Themen einzelne Forschungsschwerpunkte aufgegriffen und auf der Grundlage der vorliegenden Forschungsliteratur vertiefend ana- lysiert.
Mitarbeit in der Vorle- sung
Seminardiskussion auf der Grundlage der Pflichtlektüre, eigen-
ständige Recherche und Auswertung theore- tischer und empirischer Forschungsliteratur
Referat/Thesenpapier/
Anlage 2 (zu § 3 Abs. 3): Exemplarischer Studienverlaufsplan
politischen Kommunika- tion (15 LP)
Politischer Journalismus (15 LP)
Methoden der politischen
Kommunikationsfor-
Struktuen und Steuerung
schung (15 LP)
der politischen Kommuni- kation (15 LP)
Politisches Kommunika-
tionsmanagement und Public Affairs (15 LP)
Theorien und Befunde der politischen Kommunika- tionsforschung (15 LP)
Masterarbeit (inkl. Kolloquium und Verteidigung)
Aufgrund von § 14 Abs. 1 Nr. 2 Teilgrundordnung (Erpro- bungsmodell) der Freien Universität Berlin vom 27. Ok- tober 1998 (FU-Mitteilungen 24/1998) hat der Fachbe- reichsrat des Fachbereichs Politik- und Sozialwissen- schaften der Freien Universität Berlin am 16. April 2008 folgende Prüfungsordnung erlassen:*
§ 4 Umfang der Prüfungs- und Studienleistungen
§ 5 Masterarbeit
§ 6 Studienabschluss
Anlage 1 (zu § 4 Abs. 2):
Prüfungsleistungen, Zugangs- voraussetzungen, Teilnahme- pflichten und Leistungspunkte
Anlage 2 (zu § 6 Abs. 3):
Anlage 3 (zu § 6 Abs. 3):
Diese Ordnung regelt in Ergänzung zur Satzung für All- gemeine Prüfungsangelegenheiten (SfAP) der Freien Universität Berlin Anforderungen und Verfahren der Leistungserbringung im Masterstudiengang Medien und Politische Kommunikation.
Zuständig für die Organisation der Prüfungen und die übrigen in § 2 SfAP genannten Aufgaben ist der für den Studiengang eingesetzte Prüfungsausschuss.
* Die vorliegende Ordnung ist von der für Hochschulen zuständigen
Senatsverwaltung befristet bis zum 30. September 2010 bestätigt wor- den.
Umfang der Prüfungs- und Studienleistungen
(1) Es sind insgesamt Prüfungs- und Studienleistun- gen im Umfang von 120 Leistungspunkten nachzuwei- sen, davon 30 Leistungspunkte für die Masterarbeit und die Verteidigung der Masterarbeit.
(2) Die in den Modulen zu erbringenden studienbe- gleitenden Prüfungsleistungen, die Zugangsvorausset- zungen für die einzelnen Module, Angaben über die Pflicht zu regelmäßiger Teilnahme an den Lehr- und Lernformen sowie die den Modulen jeweils zugeordne- ten Leistungspunkte sind der Anlage 1 zu entnehmen.
(1) Die Masterarbeit soll zeigen, dass die Studentin oder der Student in der Lage ist, eine Fragestellung auf dem Gebiet der politischen Kommunikation auf fortge- schrittenem wissenschaftlichen Niveau selbstständig zu bearbeiten und die Ergebnisse angemessen darzustel- len, wissenschaftlich einzuordnen, im Diskurs zu vertei- digen und zu dokumentieren.
1. im Masterstudiengang Medien und Politische Kommu- nikation zuletzt an der Freien Universität Berlin imma- trikuliert gewesen sind und
2. Module gemäß § 4 der Studienordnung im Umfang von mindestens 60 Leistungspunkten erfolgreich absol- viert haben.
(3) Dem Antrag auf Zulassung zur Masterarbeit sind Nachweise über das Vorliegen der Voraussetzungen ge- mäß Abs. 2 beizufügen, ferner die Bescheinigung einer prüfungsberechtigten Lehrkraft über die Bereitschaft zur Übernahme der Betreuung der Masterarbeit. Der zustän- dige Prüfungsausschuss entscheidet über den Antrag; wird eine Bescheinigung über die Übernahme der Be- treuung der Masterarbeit gemäß Satz 1 nicht vorgelegt, so setzt der Prüfungsausschuss eine Betreuerin oder ei- nen Betreuer ein. Die Studentinnen und Studenten er-
halten Gelegenheit, eigene Themenvorschläge zu ma- chen; ein Anspruch auf deren Umsetzung besteht nicht.
(4) Der Prüfungsausschuss gibt in Abstimmung mit der Betreuerin bzw. dem Betreuer das Thema der Mas- terarbeit aus. Thema und Aufgabenstellung müssen so beschaffen sein, dass die Bearbeitung innerhalb der Be- arbeitungsfrist abgeschlossen werden kann. Ausgabe und Fristeinhaltung sind aktenkundig zu machen.
(5) Die Bearbeitungszeit für die Masterarbeit beträgt 18 Wochen.
(6) Die Masterarbeit soll 60 bis 70 Seiten mit 18 000 bis 21 000 Wörtern umfassen.
(7) Als Beginn der Bearbeitungszeit gilt das Datum der Ausgabe des Themas durch den Prüfungsausschuss.
Das Thema kann einmalig innerhalb der ersten drei Wo- chen zurückgegeben werden und gilt dann als nicht aus- gegeben. Bei der Abgabe hat die Studentin bzw. der Stu- dent schriftlich zu versichern, dass sie bzw. er die Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die ange- gebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt hat.
(8) Die Masterarbeit ist von zwei Prüfungsberechtig- ten zu bewerten, die vom Prüfungsausschuss bestellt werden und von denen eine bzw. einer die Betreuerin bzw. der Betreuer der Masterarbeit sein soll.
(9) Die Ergebnisse der Masterarbeit werden in einer mündlichen Prüfung verteidigt. Voraussetzung für die Zulassung zur Verteidigung der Masterarbeit ist deren erfolgreiche Absolvierung. Die Verteidigung schließt sich so bald wie möglich der Masterarbeit an. Der Termin für die Verteidigung wird der Studentin bzw. dem Studenten rechtzeitig bekannt gegeben.
(10) Die Verteidigung dauert etwa 45 Minuten und be- steht aus einer maximal 15 Minuten umfassenden Prä- sentation von Thesen zur Masterarbeit und einer an- schließenden wissenschaftlichen Aussprache darüber.
(11) Die Verteidigung wird von zwei Prüfungsberech- tigten abgenommen. Sie sollen mit den Prüferinnen oder Prüfern der Masterarbeit identisch sein.
(12) Die Note für die Masterarbeit fließt mit fünf Sechsteln, die Note für die Verteidigung mit einem Sechstel in die zusammengefasste Note für die Master- arbeit und die Verteidigung ein.
(13) Die Masterarbeit einschließlich ihrer Verteidigung ist bestanden, wenn die zusammengefasste Note ge- mäß Abs. 12 mindestens „ausreichend“ (4,0) ist; andern- falls darf die Prüfung einmal wiederholt werden.
(14) Die Studentinnen und Studenten präsentieren und erörtern Planung und Zwischenergebnisse der Mas- terarbeit in einem Kolloquium. Die Teilnahme wird emp- fohlen.
(1) Voraussetzung für den Studienabschluss ist, dass die gemäß § 4 Abs. 1 dieser Ordnung und §§ 3 und 4 der Studienordnung geforderten Leistungen erbracht wor- den sind. Der Studienabschluss ist ausgeschlossen, so- weit die Studentin oder der Student an einer anderen Hochschule im Geltungsbereich des Grundgesetzes im gleichen Studiengang oder in einem Modul, welches mit einem der im Masterstudiengang Medien und Politische Kommunikation zu absolvierenden und bei der Ermitt- lung der Gesamtnote zu berücksichtigenden Module identisch oder vergleichbar ist, Leistungen endgültig nicht erbracht oder Prüfungsleistungen endgültig nicht bestanden hat oder sich in einem schwebenden Prü- fungsverfahren befindet.
(2) Dem Antrag auf Feststellung des Studienabschlus- ses sind Nachweise über das Vorliegen der Vorausset- zungen gemäß Abs. 1 Satz 1 und eine Versicherung bei- zufügen, dass für die Person der Antragstellerin bzw. des Antragstellers keiner der Fälle gemäß Abs. 1 Satz 2 vorliegt. Über den Antrag entscheidet der zuständige Prüfungsausschuss.
(3) Aufgrund der bestandenen Prüfung erhalten die Studentinnen und Studenten ein Zeugnis und eine Ur- kunde (Anlage 2 und 3) sowie ein Diploma Supplement (englische und deutsche Version). Darüber hinaus wird eine Zeugnisergänzung mit Angaben zu den einzelnen Modulen und ihren Bestandteilen (Transkript) erstellt.
Anlage 1 (zu § 4 Abs. 2): Prüfungsleistungen, Zu- gangsvoraussetzungen, Teilnahmepflichten und Leistungspunkte
Im Folgenden werden für jedes Modul des Masterstu- diengangs Medien und Politische Kommunikation Anga- ben gemacht über:
● die Prüfungsformen,
● die Pflicht zu regelmäßiger Teilnahme und
● die den Modulen zugeordneten Leistungspunkte.
Soweit im Folgenden für die jeweiligen Lehr- und Lern- formen die Pflicht zu regelmäßiger Teilnahme festgelegt ist, ist sie neben der aktiven Teilnahme an den Lehr- und Lernformen und der erfolgreichen Absolvierung der Prü- fungsleistungen eines Moduls Voraussetzung für den Er- werb der dem jeweiligen Modul zugeordneten Leistungs- punkte. Eine regelmäßige Teilnahme liegt vor, wenn min- destens 85 % der in den Lehr- und Lernformen eines Mo- duls vorgesehenen Präsenzstudienzeit besucht wurden. Besteht keine Pflicht zu regelmäßiger Teilnahme an ei-
ner Lehr- und Lernform eines Moduls, so wird sie den- noch dringend empfohlen.
Maßgeblich für die einem Modul zugeordneten Leis- tungspunkte ist der in Stunden bemessene studentische Arbeitsaufwand, der für die erfolgreiche Absolvierung des Moduls veranschlagt wird. Dabei sind sowohl Prä- senzzeiten als auch Phasen des Selbststudiums (Vor- und Nachbereitung, Prüfungsvorbereitung etc.) berück- sichtigt. Ein Leistungspunkt entspricht etwa 30 Stunden.
Je Modul muss eine Modulprüfung absolviert werden; statt einer Modulprüfung kann vorgesehen sein, dass mehrere Modulteilprüfungen absolviert werden müssen.
Leistungspunkte werden ausschließlich mit der erfolgrei- chen Absolvierung des ganzen Moduls – also nach re- gelmäßiger und aktiver Teilnahme an den Lehr- und Lernformen und erfolgreicher Ablegung der Modulprü- fung bzw. aller Modulteilprüfungen des Moduls – zu- gunsten der Studentinnen und Studenten verbucht.
Inhalte und Qualifikationsziele, Lehr- und Lernformen des Moduls, der studentische Arbeitsaufwand, der für die erfolgreiche Absolvierung eines Moduls veranschlagt wird, Formen der aktiven Teilnahme, die Regeldauer des Moduls sowie die Häufigkeit, mit der das Modul angebo- ten wird, sind der Studienordnung für den Masterstu- diengang Medien und Politische Kommunikation zu ent- nehmen.
(Gewich-
tung/LP)
Etwa 30-minütiges Referat mit Thesen- papier
schriftliche Hausarbeit (etwa 20 Seiten,
Die Modulteilprüfung ist bestanden, wenn die Note für die Modulteilprüfung mindestens „ausreichend“ (4,0) ist.
Portfolio aus etwa 30-minütigem Refe- rat mit Präsentation und Thesenpapier sowie etwa 40-minütiger Diskussions- moderation
Planungspapier Studie und Präsenta- tion
Portfolio aus etwa 30-minütigem For- schungsreferat mit Thesenpapier
Abschlussbericht (etwa 15 Seiten,
Abschlussbericht (etwa 10 Seiten,
Portfolio aus etwa 30-minütigem Refe- rat, Präsentation, Thesenpapier und etwa 40-minütiger Diskussionsmodera- tion
Portfolio aus Präsentation, Thesen- papier und Diskussionsmoderation
Referat mit Thesenpapier/Präsentation
Anlage 2 (zu § 6 Abs. 3): Zeugnis (Muster)
Fa c h b e r e i c h
Fr e i e
Po l i t i k -
auf der Grundlage der Prüfungsordnung vom [Tag/Monat/Jahr] (Fu-Mitteilungen [XX]/Jahr mit der
Berlin, den [Tag/Monat/Jahr]
Notenskala: 1,0–1,5 sehr gut; 1,6–2,5 gut; 2,6–3,5 befriedigend; 3,6–4,0 ausreichend; 4,1–5,0 nicht ausreichend Ergänzend zum Zeugnis werden ein Diploma Supplement und ein Transkript ausgehändigt
Anlage 3 (zu § 7 Abs. 5): Urkunde (Muster)
Gemäß der Prüfungsordnung vom [Tag/Monat/ Jahr] (FU-Mitteilungen [XX]/Jahr)
Aufgrund von § 14 Abs. 1 Nr. 2 Teilgrundordnung (Erpro- bungsmodell) der Freien Universität Berlin vom 27. Ok- tober 1998 (FU-Mitteilungen 24/1998) hat der Fachbe- reichsrat des Fachbereichs Politik- und Sozialwissen- schaften der Freien Universität Berlin am 16. April 2008 folgende Studienordnung für den Masterstudiengang Sozial- und Kulturanthropologie erlassen:
§ 2 Qualifikationsziele und Studieninhalte
§ 3 Aufbau und Gliederung des Studiengangs
§ 4 Kernstudienbereich
§ 5 Profilstudienbereich
Diese Ordnung regelt Ziele, Inhalte und Aufbau des Masterstudiengangs Sozial- und Kulturanthropologie der Freien Universität Berlin auf der Grundlage der Prü- fungsordnung vom 16. April 2008.
(2) Der disziplinäre, konsekutive Masterstudiengang Sozial- und Kulturanthropologie ist stärker forschungs- orientiert und ermöglicht Absolventinnen und Absolven- ten des Bachelorstudiengangs Sozial- und Kulturanthro- pologie oder eines gleichwertigen Hochschulabschlus- ses eine Vertiefung der fachlichen Kenntnisse sowie eine Spezialisierung in bedeutenden Teilbereichen des Fachs. Zur Wahl stehen dabei folgende Schwerpunktset- zungen:
● Profilbereich A stellt die Anthropologie der Religion der globalisierten Gegenwart in den Mittelpunkt.
● Profilbereich B konzentriert sich auf Gesundheit, Krankheit und Heilung als kulturell konstruierte Kon- zepte bzw. Systeme.
● Profilbereich C behandelt die Beziehungen Natur – Umwelt – Mensch sowie Probleme der Prävention und der Bewältigung von Naturkatastrophen.
● Profilbereich D stellt audiovisuelle Repräsentations- formen und mediale Kulturtechniken in den Mittel- punkt.
(3) Das Qualifikationsziel ist die Fähigkeit zur differen- zierten Analyse von komplexen sozialen Konfigurationen und Prozessen aus unterschiedlichen Perspektiven. Die- ser Studiengang befähigt zu wissenschaftlicher Arbeit, zu fundierten Analysen mit politischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder gesamtgesellschaftlichen Zielrichtun- gen, und zu qualifizierten Tätigkeiten in einer Anzahl ge-
genwärtig und zukünftig relevanter Berufsfelder. Diese sind:
● Bildung: Universitäten und weitere Hochschulen/For- schungsinstitute
● Entwicklungszusammenarbeit
● Internationale Beziehungen: Regierungsinstitutionen/ Nichtregierungsorganisationen/Internationale Institu-
● Soziale Bereiche: Migrations-, Integrations-, Flücht- lingsarbeit/Interkulturelle Bereiche
● Umwelt-Risikomanagement und Vulnerabilität/Inter- nationale Klimaschutzprogramme
● Katastrophenhilfe in Entwicklungs- und Schwellenlän- dern
● Medizinische Bereiche/Interkulturelle und internatio- nale Gesundheitsarbeit
● Verlage/Bibliothekswesen
● Beratende und analytische Tätigkeiten: Wirtschaftsun- ternehmen/Stiftungen/Verbände
● Kultur: Museen/Kulturaustausch
● Erwachsenenbildung: Interkulturelle Kompetenzver- mittlung
● Presse und Medien
1. dem Kernstudienbereich (§ 4) und
2. dem Profilstudienbereich (§ 5)
(2) Über Inhalte und Qualifikationsziele, Lehr- und Lernformen, den zeitlichen Arbeitsaufwand, Formen ak- tiver Teilnahme, Regeldauer und Angebotshäufigkeit in- formieren für jedes Modul die Modulbeschreibungen (Anlage 1).
Im Rahmen des Kernstudienbereichs sind die folgenden Module zu absolvieren:
Theorien der Sozial- und Kulturanthropo- logie
Symbolische Konstruktion von Wirklich- keit
Kernmodul III: Sozialstrukturen
Kernmodul IV: Regionale Ethnographien
Kernmodul V:
Kernmodul VI: Auswertung des Forschungsprojekts
Profilstudienbereich
Im Rahmen des Profilstudienbereichs sind zwei der fol- genden Module zu wählen:
Profilstudienbereich A: Anthropologie der Religionen
Profilstudienbereich B: Medizin und Heilung
Profilstudienbereich C: Natur/Umwelt/Mensch
Profilstudienbereich D: Medien- und Visuelle Anthropo- logie
Es sind folgende Lehr- und Lernformen vorgesehen:
1. Die Seminare des Kernstudienbereichs vertiefen die Kenntnisse von Theorien, Problemstellungen und so- zialen Konfigurationen aus unterschiedlichen analyti- schen Perspektiven.
2. Die Seminare des Profilstudienbereichs bieten eine in- tensive Auseinandersetzung mit je einem zentralen Teilbereich der Sozial- und Kulturanthropologie.
3. Kolloquien dienen der Begleitung selbstständiger theoretischer, analytischer und empirischer Arbeit der Studentinnen und Studenten im Rahmen des Kern- moduls Forschungsprojekt sowie der Masterarbeit.
4. E-Learning-Einheiten ergänzen das Präsenzangebot aller Lehrveranstaltungen, insbesondere die Betreu- ung während des Projektsemesters.
5. Lektüre
(1) Den Studentinnen und Studenten wird ein Aus- landsstudienaufenthalt empfohlen. Im Rahmen des Aus- landsstudiums sollen Studien- und Prüfungsleistungen erbracht werden, die anrechenbar sind auf diejenigen Module, die während des gleichen Zeitraums an der Freien Universität Berlin zu absolvieren wären. Die An- rechnung auf die Masterarbeit ist ausgeschlossen.
(2) Dem Auslandsstudium soll der Abschluss einer Vereinbarung zwischen der Studentin bzw. dem Studen- ten, der bzw. dem Vorsitzenden des für den Studiengang zuständigen Prüfungsausschusses sowie der zuständi- gen Stelle an der Zielhochschule über die Dauer des Auslandsstudiums, über die im Rahmen des Auslands- studiums zu erbringenden Studien- und Prüfungsleistun- gen sowie über die den Studien- und Prüfungsleistungen zugeordneten Leistungspunkte vorausgehen. Vereinba- rungsgemäß erbrachte Studien- und Prüfungsleistungen werden angerechnet. Das Institut für Ethnologie unter-
stützt die Studentinnen und Studenten bei der Planung und Vorbereitung des Auslandsstudiums.
(3) Als geeigneter Zeitpunkt für einen Auslandsaufent- halt wird das dritte Fachsemester empfohlen.
Diese Ordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in den Mitteilungen (Amtsblatt der Freien Universität Ber- lin) in Kraft.
Die folgenden Modulbeschreibungen benennen für je- des Modul des Masterstudiengangs
● den studentischen Arbeitsaufwand, der für die erfolg- reiche Absolvierung des Moduls veranschlagt wird,
● die Dauer des Moduls,
● die Häufigkeit des Angebots des Moduls.
Die Zeitangaben zum Selbststudium stellen Richtwerte für die zeitliche Organisation des modulbezogenen Ar- beitsaufwands dar. Die Angaben korrespondieren mit der Anzahl der dem jeweiligen Modul zugeordneten Leistungspunkte, die für die erfolgreiche Absolvierung des Moduls veranschlagt werden. Die regelmäßige und aktive Teilnahme und die erfolgreiche Absolvierung der Prüfungsleistungen eines Moduls sind Voraussetzungen für den Erwerb der entsprechenden Leistungspunkte. Die Anzahl der Leistungspunkte und detaillierte Informa- tionen zu Leistungs- und Prüfungsformen eines jeden Moduls sind Anlage 1b zu entnehmen.
Modul: Kernmodul I: Theorien der Sozial- und Kulturanthropologie
Die Studentinnen und Studenten erwerben umfassende theoretische Kenntnisse und ein vertieftes Verständnis der analytischen Voraussetzungen und Problemstellungen der Sozial- und Kulturanthropologie. Sie verfügen über die Grundlage für die spätere Konzentration auf gesellschaftliche Teilaspekte, um deren Hintergründe und Komplexität auf der Basis fundierter Kenntnisse von sozialen und konzeptionellen Zusammenhängen einordnen zu können. Die Studentinnen und Studenten vertiefen klassische und rezente Theoriebildung in der Ethnologie.
Die Studentinnen und Studenten werden in diesem Kernmodul auf eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten vor- bereitet. Dies schließt die Fähigkeiten ein, aus dem empirisch Gegebenen spezifische ordnende und handlungsan- leitende soziale Strukturen und Konzepte herauszuarbeiten. Des Weiteren beinhaltet das Modul die vertiefende Kontextualisierung von Sachverhalten sowie das Einüben der Distanzierung vom eigenkulturellen Verständnis sozialer Gegebenheiten.
Vermittelt wird ein Überblick über die Entwicklung und Ausdifferenzierung des Fachs sowie seine historische und wissenschaftspolitische Kontextualisierung. Die Vermittlung fachspezifischer Identität einerseits und Offenheit für neue Fragen und Themenkonstellationen andererseits gehören zu den übergreifenden Zielen von Kernmodul I.
Die Vermittlung klassischer Ansätze ethnologischer Theoriebildung seit der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum letz- ten Drittel des 20. Jahrhunderts bildet wichtige Debatten des Fachs ab, wie z. B. die Auseinandersetzung mit dem Fremden, der Entwurf verschiedener Theorien von Kultur, der Vergleich unterschiedlicher Sozialstrukturen und Ver- wandtschaftssysteme, Formen politischer Organisation sowie Debatten über Weltbilder und Weltverständnis. Ne- ben der Ethnologie der Aufklärung werden Evolutionismus, Funktionalismus und Strukturalismus behandelt. Inhalt des Moduls ist außerdem die Auseinandersetzung mit einem nichteurozentrischen Begriff der Moderne. Dies impli- ziert die Dekonstruktion klassischer Theorien der Moderne sowie die Analyse neuerer Ansätze, wie der Anderen, Multiplen oder der Verwobenen Modernen. Dieser Paradigmenwechsel, der die Moderne nicht mehr als unilinearen Prozess europäischer Geistes- und Sozialgeschichte begreift, sondern den Beitrag und die fruchtbare Auseinander- setzung zwischen westlichen und nicht-westlichen Gesellschaften betont, greift die Kritik postkolonialer Studien auf. Im Mittelpunkt stehen Texte nichtwestlicher Intellektueller, die Fragen von Nationalismus, Identität und Geschichts- deutung diskutieren, sowie Studien, die strukturelle Probleme geschlechtsspezifischer Diskriminierungen im Kon- text von ethnischer bzw. Klassen- und Schichtzugehörigkeit verordnen.
Präsenzzeit Vorlesung
● Vorbereitende Lektü- re
Vor- und Nachbereitung Vorlesung
● Aktive Teilnahme/
Präsenzzeit Seminar
Vor- und Nachbereitung Seminar
● Arbeitsgruppen
Arbeitszeitaufwand/Stunden insgesamt: 300
Häufigkeit des Angebots: Einmal pro Jahr, Wintersemester
Verwendbarkeit: Masterstudiengang Sozial- und Kulturanthropologie
Modul: Kernmodul II: Symbolische Konstruktion von Wirklichkeit
Die Studentinnen und Studenten erlangen fundierte Kenntnisse über grundlegende Unterschiede in den symboli- schen Konstruktionen von Wirklichkeit in westlichen und nichtwestlichen Gesellschaften. Im Mittelpunkt stehen un- terschiedliche Entwürfe von Welt, die sich sowohl auf das Verhältnis Mensch-Natur-Kosmologie als auch auf die Auseinandersetzung der Menschen mit sich selbst beziehen. Ideologiekonstruktionen und Sinnsysteme im Kontext politischer und ökonomischer Verhältnisse werden ebenso diskutiert wie Phasen gesellschaftlicher Umbrüche und sich daraus entwickelnde neue Menschenbilder. Inwieweit Konzepte von Person und Gender kulturspezifische Sichtweisen auf Welt/Wirklichkeit vermitteln, gehört ebenso zu den Lernzielen wie das Spezifische ihrer Konstruk- tion im Hinblick auf die Konzeptualisierung von Natur/Kultur. Ziel ist eine konsequente Dekonstruktion europäischer Vorstellungen und Begriffswelten, die Ambivalenzen und Ambiguitäten ebenso hervorhebt, wie die Dynamisierung und Pluralisierung dieser Vorstellungen, die in Beziehungen von Macht und Ungleichheit eingebettet sind.
Im Mittelpunkt steht die Sensibilisierung der Studentinnen und Studenten für den Konstruktionscharakter von Wirk- lichkeit, deren performative Darstellung sowie die Einübung in etymologische und metaphorische Begründungszu- sammenhänge.
Das Modul diskutiert symbolische Konstruktionen von Wirklichkeit im Hinblick auf religiöse und nichtreligiöse Berei- che menschlichen Handelns und Denkens. Religion ist als ein zentrales Phänomen sozialer Sinnkonstruktion und Modell exemplarischen sozialen Handelns in vielfacher Weise mit soziostrukturellen, politischen und ökonomischen Formen verknüpft, die wiederum auf die Konstruktion religiöser Welt- und Naturbilder zurückwirken. Aufgabe des Moduls ist einerseits die Beschreibung und Analyse dieser Kosmologien im Hinblick auf das Verhältnis von Mensch- Natur-Gott sowie auf die Veränderungen unter den Bedingungen der Moderne(n), wie Pluralisierung, Säkularisie- rung und Prozesse der Wiederverzauberung. Andererseits steht die Analyse von Ritualen im Mittelpunkt, die der Bewältigung sozialer Konflikte (Übergangsriten) dienen sowie der Prävention und Interpretation von Krisen und Na- turkatastrophen.
Neben grundlegenden Theorien und Debatten der sozialanthropologischen Untersuchung von Religion und Natur liegt ein weiterer Schwerpunkt des Moduls auf der Vermittlung von Sinnsystemen jenseits des im engeren Sinne Religiösen. Damit wird der Blick erweitert auf säkulare und ideologische Sinnzusammenhänge, deren symbolische Aufladung und Ritualcharakter sowie die mit ihnen verknüpften Wertideen bzw. Wertsysteme. Symbolische Kon- struktionen von Wirklichkeit werden auf entscheidende Weise von den jeweils vorherrschenden Menschenbildern in einer Gesellschaft bestimmt, die durch Vorstellungen über Begriffe wie Person, Körper und Gender geprägt sind und die im Wechselspiel von Affekt und Moral unterschiedliche Bedeutungen annehmen. Das Modul beschäftigt sich auch mit neueren Theorien zur Anthropologie der Emotion, wie z. B. Forschungen zum Verständnis menschlicher Affektivität durch die Analyse kulturell unterschiedlich geprägter Symbolisierungsgewohnheiten und Werte. Inwie- weit sich diese Werte und Gewohnheiten in den Körperbildern und Körpervorstellungen widerspiegeln, gehört zu den weiteren Inhalten des Moduls. Rezente Theorien über den Körper haben eine Vielfalt neuer Forschungsfelder eröffnet, die von Fragen der Identität bis zur intensiven Beschäftigung mit Emotionen reichen. Während Emotionen in der Ethnologie bis vor kurzem eine eher untergeordnete Rolle spielten, haben sie sowohl durch die Neurowissen- schaften, die von großem Interesse für die kognitive Ethnologie sind, als auch durch ihre Strukturierung sozialen Handelns an Bedeutung für die ethnologische Theoriebildung gewonnen.
Präsenzzeit Hauptseminar I
Vor- und Nachbereitung Hauptsemi-
● Kurzreferate
Präsenzzeit Hauptseminar II
Vor- und Nachbereitung Hauptsemi- nar II
Prüfungsvorbereitung und -bearbeitung
Modul: Kernmodul III: Sozialstrukturen
Die Studentinnen und Studenten verfügen über fundierte Kenntnisse der Vielfalt alternativer gesellschaftlicher Ord- nungsmuster und Wertideen und erwerben die Fähigkeit, Veränderungsprozesse zu analysieren, die sich durch Glo- balisierung, Hybridisierung und Migrationsprozesse ergeben. Eines der wichtigsten Lernziele des Moduls ist das Verstehen von Gesellschaftsstrukturen, in denen sich westliche Begriffe wie Individualismus, individuelle Autonomie oder individuelle Mobilität nicht in jener allumfassenden Weise durchgesetzt haben wie dies für hochdifferenzierte und bürokratische Gesellschaften des Westens der Fall ist. Kenntnisse über soziale Organisationsformen wie Ver- wandtschaftsverbände, Solidar- und Klientelbeziehungen, stehen daher ebenso im Mittelpunkt wie alternative For- men der Organisation von Macht und Herrschaft.
In diesem Modul soll ein Überblick über die Vielfalt von Verwandtschaftssystemen erlangt werden, die im Kontext verschiedener Gesellschaften durch Altersklassensysteme, Kastenzugehörigkeit oder Klientelbeziehungen ergänzt werden. Klassische Theorien von Allianz- und Lineage-Systemen werden ebenso diskutiert wie unterschiedliche Formen hierarchischer Beziehungen im Kontext von Großfamilien, „moieties“ oder der „big man-Systeme“ von Pa- pua Neuguinea. Verwandtschaftsbeziehungen sind immer auch Teil von politischen Ordnungen und werden durch wirtschaftliches Handeln bestimmt und verändert. Die Analyse von Verwandtschaft ist daher einzubetten in verschie- dene Wirtschaftskreisläufe wie Gabentausch, Moral- und Marktökonomien. Neben diesen klassischen Themen wer- den neuere Forschungsansätze zum Thema Konsum aufgegriffen, die insbesondere die Generierung von (lokalen) Identitäten zum Gegenstand haben und darauf verweisen, dass gerade durch unterschiedliche ästhetische und kul- turelle Kategorien die gefürchtete Homogenisierung im Kontext des globalisierten Warentransfers ausgeblieben ist.
Es werden einerseits der Zusammenhang von Politik, Macht und Herrschaft am Beispiel heterogener Gesellschaften diskutiert, andererseits die unterschiedlichen kulturellen Konstruktionen untersucht, die sich mit diesen Begriffen verbinden. Zum Verstehen rezenter Themen wie „global governance“ oder des Problems von „failed states“ ist eine solche interkulturell vergleichende Analyse von Macht und Herrschaft unabdingbar.
Verknüpft mit diesen Dekodierungsprozessen soll der Blick für kulturell unterschiedliches politisches Handeln ge- schärft werden, dessen Rationalität auch die Anwendung von Hexerei und Magie – wie in vielen afrikanischen Ge- sellschaften – mit einbeziehen kann. Wie im Fall von Verwandtschaft und Wirtschaft wird religiöses Handeln als Teil des politischen Prozesses begriffen und im Hinblick auf die Fundierung von Autorität und Macht untersucht. Die Einbeziehung solch anders strukturierter politischer Systeme in Formen des Nationalstaates/von Demokratie und die sich daraus ergebenden sozialen und politischen Spannungen erschließen eine weitere Dimension politischen Handelns. Begriffe wie Tribalismus, Ethnizität, Genozid sind ebenso zu behandeln wie unterschiedliche Formen von Rebellion, Widerstand und Gewalt.
● Lektüre
Vor- und Nachbereitung Hauptsemi- nar I
● Kurzessays
Modul: Kernmodul IV: Regionale Ethnographien
Die Studentinnen und Studenten kennen die klassische und neuere ethnographische Forschungsliteratur zu Asien und Afrika. Sie haben vertiefte Kenntnisse über unterschiedliche gesellschaftliche Ordnungsmuster afrikanischer und asiatischer Gesellschaften und kennen die wissenschaftlichen Diskurse über Transformationsprozesse durch Kolonialisierung und Entkolonialisierung. Sie haben Kenntnisse erworben zu lokalem Gewohnheitsrecht (adat), Ga- ben- und Tauschökonomien sowie Marktmodellen und Warenwirtschaft und sind in der Lage, wissenschaftliche Ein- schätzungen zu geben, inwieweit sich diese durch die Einbettung in überregionale, globale Kreisläufe verändert ha- ben, resistent sind oder noch verändern werden. Darüber hinaus erwerben die Studentinnen und Studenten Kennt- nisse zu wirtschaftsanthropologischen Prozessen wie z. B. der asiatischen und afrikanischen Filmindustrie.
Der Forschungsbereich Asien umfasst mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung, sowohl den Kernraum des Islam als auch das Gebiet der Hindu-Gesellschaften. Durch die Lektüre klassischer und rezenter Texte soll ein Einblick in die Vielfalt gesellschaftlicher Ordnungsmuster vermittelt werden, die neben unterschiedlichen akephalen Gesellschaf- ten hierarchische Ordnungen mit sehr alter Herrschaftslegitimität umfassen. Hinzu kommen eine alte multikulturelle Urbanität, Pilger- und Fernhandelszentren mit den dazugehörenden dichten und weitreichenden sozialen Netzwer- ken sowie die Metropolen der Gegenwart.
Ziel des Moduls ist es zudem, das stereotype Afrika-Bild, das in den Medien vermittelt wird, grundlegend zu hinterfra- gen. Dabei sollen einerseits die Vielfalt afrikanischer Gesellschaften und Kulturen vermittelt sowie andererseits die Auswirkungen von Kolonialismus und Globalisierung diskutiert werden. Grundlegende Probleme wie Armut, Unter- entwicklung und die Aids-Epidemie werden im Kontext struktureller Ungleichheit und historisch gewachsener Ab- hängigkeiten behandelt. Betont wird das kreative Potential, mit dem afrikanische Gesellschaften ihre Probleme an- gehen und neue Lösungen im sozialen und religiösen Bereich finden. Tradition und Moderne schließen sich keines- wegs aus, sondern befruchten sich gegenseitig und generieren neue soziale Formen und Strukturen. Der Beitrag christlich-fundamentalistischer Kirchen spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Aneignung der Moderne durch Besessenheitskulte oder die Verarbeitung gesellschaftlicher Konflikte mit Hilfe von Hexerei. Das „neue Afrika“ ist geprägt durch die Revolution der Medien, die neue kulturelle Formen im Bereich der Populärkultur hervorbringen, aber zugleich als Informationsträger wichtige Aufgaben bei der Bewältigung des Alltags wahrnehmen. Inwieweit sie im Zusammenhang mit Globalisierung und Tourismus lokale Kulturen aufsprengen und wie diese darauf reagieren, gehört ebenfalls zu den Teilzielen dieses Moduls.
● Aktive Teilnahme auf der Grundlage der Unterrichtsmittel und von vorzubereitender
Lektüre im Seminar und Diskussions- forum
● Vorbereitende Lektü- re der thematisierten Texte
Prüfungsvorbereitung und -bearbeitung (insgesamt)
● Referate
Häufigkeit des Angebots: Einmal pro Jahr, Sommersemester
Modul: Kernmodul V: Vorbereitung und Durchführung eines Forschungsprojekts
Die Studentinnen und Studenten verfügen über Kenntnisse und Fähigkeiten für das eigenständige Erarbeiten eines Forschungsthemas und für die Durchführung einer ethnologischen Feldforschung im In- oder Ausland. Sie werden durch die Konzeptionalisierung und Durchführung eines Forschungsprojektes auf die spätere Berufspraxis als Eth- nologinnen und Ethnologen vorbereitet und sammeln im Rahmen der Studienschwerpunktsetzung umfassende Kenntnisse im Anwendungsbereich der empirischen Sozial- und Kulturforschung. Vermittelt werden sowohl vertie- fende Methodenkenntnisse als auch wissenschaftspraktische Fähigkeiten.
Dieses ein Semester umfassende Kernmodul dient der Vertiefung eines theoretischen Schwerpunkts aus dem bis- herigen Studium anhand einer empirischen Feldforschung. Alternativ hierzu kann ein Auslandssemester mit studi- enspezifischen Schwerpunktsetzungen (d. h. in enger Verbindung zu den Profilstudienbereichen) durchgeführt wer- den. Aufbauend auf die gewählten Profilstudienbereiche behandelt das Modul die Entwicklung geeigneter For- schungsfragen, deren thematische Eingrenzung und theoretische Fundierung sowie die Auswahl von spezifischen Methoden für die Durchführung des Feldforschungsprojekts. Regional kann sich das gewählte Forschungsprojekt sowohl auf die regionalen Forschungsschwerpunkte am Institut für Ethnologie beziehen als auch auf die durch die Profilstudienbereiche thematisierten Forschungsschwerpunkte im europäischen Raum. Inhaltlich ist das For- schungsvorhaben an die Profilstudienbereiche anzulehnen.
● Vorstellung des For-
schungsprojektes
● Beteiligung am Dis- kussionsboard der E-Learning Plattform
E-Learning und Diskussionsboard
E-Kolloquium
Vor- und Nachbereitung Online-Kollo- quium
und im virtuellen Seminarraum
Durchführung des Forschungspro- jekts
● Kurzbericht
Modul: Kernmodul VI: Auswertung des Forschungsprojekts
Ziel dieses Kernmoduls ist es, ein selbstständig durchgeführtes Forschungsprojekt auszuwerten und einen For- schungsbericht zu erstellen. Vermittelt werden Qualifikationen in der Analyse sozialwissenschaftlicher Forschungs- daten, wobei ein Schwerpunkt auf die Besonderheiten ethnographischen Arbeitens gelegt wird. Des Weiteren wer- den die Studentinnen und Studenten in die Lage versetzt, theoretische und empirische Zusammenhänge eigenstän- dig zusammenzuführen und darauf aufbauend eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen.
Im Vordergrund dieses Moduls steht die Auswertung der Forschungsdaten, die im Rahmen des ethnologischen For- schungsprojekts erhoben wurden. Im Hinblick auf die spezifischen Erfahrungen, die die Studentinnen und Studenten bei der Anwendung unterschiedlicher Forschungsmethoden gemacht haben, werden deren jeweilige Stärken und Grenzen diskutiert. Aufbauend auf den theoretischen und methodologischen Diskussionen im begleitenden Auswer- tungsseminar wird die Struktur des Forschungsberichts eigenständig erarbeitet und der abschließende Forschungs- bericht wird verfasst.
● Kurzbericht und Dis- kussion im virtuellen Seminarraum
Online-Kolloqui-
Vor- und Nachbearbeitung Hauptse- minar
● Zwischenbericht der Feldforschung im Online-Forum ab- geben
Zeit im virtuellen Seminarraum und Diskussionsboard
Modul: Profilstudienbereich A: Anthropologie der Religionen
Die Studentinnen und Studenten kennen die gesellschaftliche Bedeutung von Religion, die Entwicklung religiöser Vielfalt in kolonialen und postkolonialen Gesellschaften sowie die Verschiebungen von Machtverhältnissen, die sich auf die Rekonfiguration religiöser Ideen und Praktiken in diesem Zusammenhang auswirken. Erarbeitet werden spe- zifische Theorien und Methoden unter Hinzuziehung der Geschichte bzw. des Geschichtsverständnisses der unter- suchten Gemeinschaften.
Fragen nach der Entstehung von Religion, der emischen Interpretation von Weltbildern und der Analyse von Kosmo- logien sind klassische Felder der Ethnologie. Im Zuge von Säkularisierungs- und Globalisierungsprozessen haben sich diese früheren Fragestellungen, die die Analyse einzelner Religionen, ihrer Ritual- und Glaubenssysteme in den Mittelpunkt stellten, grundlegend verschoben. Neben den Prozessen von Pluralisierung und Säkularisierung steht der Islam im Zentrum. Seine besondere Berücksichtigung resultiert sowohl aus der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Relevanz dieser Religion als auch aus seiner Bedeutung für viele europäische Gesellschaften im Kontext von Migration und Diasporabildung.
Während Modernisierungstheoretiker und Religionssoziologen Säkularisierungsprozesse und den damit einherge- henden Rückzug von Religion aus dem gesellschaftlich-politischen Leben sowohl als Kennzeichen als auch als not- wendige Bedingung der Moderne beschrieben haben, ist weltweit ein Anwachsen und eine Pluralisierung religiöser Praxis zu verzeichnen. Das Modul beleuchtet verschiedene Aspekte, die für eine ethnologische Analyse der teilwei- se widersprüchlichen Rolle von Religion im Kontext der Globalisierung notwendig sind und die eine Neubetrachtung der Einschreibung religiöser und sinnstiftender Praxen in die gesellschaftliche Organisation und den öffentlichen Raum in der Moderne erforderlich machen. Kennzeichnend für den Pluralismus der Religionen ist einerseits ihre Hybridisierung und evt. Privatisierung sowie andererseits die weltweite Verbreitung ehemals lokaler Religionen, ihre Einbettung in globale Machtbeziehungen sowie ihr Beitrag zu Konstruktionsprozessen von Identität und „Belonging“. Zu untersuchen ist weiterhin der Beitrag von Religion zur Politik, zur Gründung und Legitimierung religiös definierter Staaten sowie die Durchsetzung einer als einzig wahr empfundenen Religion als Herrschafts- und Gesellschaftsmo- dell.
Das Modul gibt außerdem Einblick in die Heterogenität islamischer Lebenswelten, die nicht nur durch religiöse Un- terschiede in Bezug auf die Auslegung des Islam geprägt sind, sondern auch durch unterschiedliche gesellschaftli- che und kulturelle Ordnungen. Zu fragen ist dabei u. a., in welchem Verhältnis der Islam zu den weiterhin bestehen- den Lokalreligionen steht und in welcher Weise sich islamisches und lokales Recht (adat) zueinander verhalten. Zu behandeln sind nicht nur die klassischen Kernländer des Islam, sondern auch seine eher rezente Ausdehnung auf Europa im Zuge von Migrationprozessen. Um diese Form der Expansion und zugleich die politische Wirkmächtigkeit zu verstehen, wird besonderer Wert auf die Geschichte des Islam und seine Transformationsprozesse gelegt. Isla- mische Reformbewegungen innerhalb verschiedener Nationalstaaten, das andauernde Ringen um die Auseinan- dersetzung mit der westlichen Moderne sowie die zahlreichen feministischen Gruppierungen, die sich um die Re- form der Familienpolitik und damit einhergehend um eine Verbesserung der Rechte der Frauen bemühen, belegen die Wandlungsfähigkeit des Islam. Das Verhältnis von Islam und Politik gehört zweifelsohne zu einem der Kernpro- bleme gegenwärtiger Islam-Analysen, hinterfragen politische Radikalisten doch grundlegend die politische Verfasst- heit ihrer Staaten sowie der westlichen Moderne. Angesichts stereotyper und homogenisierender Einordnungen des politischen Islam sollen vergleichende Analysen helfen, die Komplexität und Kontextbezogenheit politisch-religiösen Handelns zu verstehen und analytisch aufzuarbeiten.
● Vorbereitende und begleitende Lektüre
● Seminaraufgaben (einzeln oder in Grup- pen)
● Aktive Mitarbeit/Dis-
kussionsforum
Modul: Profilstudienbereich B: Medizin und Heilung
Die Studentinnen und Studenten kennen die sozialen, kulturellen und politischen Konstruktionen von Krankheit und Gesundheit in einer globalisierten Welt. Sie verfügen über fundierte Kenntnis der Theorienbildung in der Medizineth- nologie und wissen um die historische Bedingtheit von Biomedizin in westlichen ebenso wie in kolonialen und post- kolonialen Zusammenhängen. Das Modul befasst sich des Weiteren mit der Interaktion zwischen biomedizinischen, „traditionellen“ und religiösen Behandlungs- und Heilungsformen, die den Umgang mit Krankheit und Gesundheit im Kontext von Globalisierungsprozessen weltweit kennzeichnen.
Im ersten Teil des Moduls wird ein Bewusstsein geschaffen für die verschiedenen wissenschaftstheoretischen Tradi- tionen und analytischen Instrumente, mit denen Krankheit und Gesundheit im weltweiten Vergleich auf der Basis sozial- und kulturanthropologischer Theorie untersucht werden. Im Zentrum stehen Begriffsbestimmungen und ge- genseitige Abgrenzungen zwischen den Wissenschaftsfeldern „Medizinethnologie“, „Medizinanthropologie“ und „Ethnomedizin“. In gleicher Weise werden die Entstehung der Biomedizin in europäischen Gesellschaften und ihre Etablierung bzw. Aufnahme im Kontext von Kolonialismus und Missionierung diskutiert. Von Interesse sind der ritu- elle und religiöse Umgang mit Krankheit und Heilung sowie die Unterscheidung zwischen disease/illness/sickness und die Diskussion über medizinischen Pluralismus. Schließlich werden Fragen von Reproduktion, Körper und Ge- schlecht diskutiert, ebenso wie Ansätze des social suffering, die einen erweiterten Blick auf die institutionellen Wur- zeln von Krankheit und Leiden und die körperlichen bzw. seelischen Folgen von Hunger, Katastrophen und Krieg bieten.
Der zweite Teil des Moduls behandelt die gesellschaftliche Konstruktion von Medizin, Krankheit und Gesundheit im Kontext der Globalisierung. Im Vordergrund stehen rezente Ansätze der Medizinethnologie, die die Verbreitung me- dizinischer Konzepte, Technologien und Substanzen über regionale, kulturelle und soziale Grenzen hinweg analy- sieren. Beleuchtet wird zum einen der Zusammenhang zwischen Migration und Gesundheit und die erhöhte Mobili- tät von Patienten und Gesundheitsfachkräften im Zuge globaler und transnationaler Verflechtungen. Zum anderen behandelt dieses Modul die Anthropology of Pharmaceuticals, die nicht nur im Hinblick auf die Rolle von Selbstmedi- kation, sondern auch in Bezug auf den wachsenden Schwarzmarkt von Medikamenten in den Ländern der Dritten Welt untersucht wird. Schließlich werden in diesem Teil die globale Verbreitung neuer medizinischer Technologien sowie der lokale, nationale und internationale Umgang mit neuen bzw. alten Epidemien wie HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose analysiert. In letzterem Zusammenhang spielen Fragen nach der Konfiguration von Biopolitik und Health Governance im Kontext transnationaler und globaler Verflechtung eine zentrale Rolle.
Vorbereitende und be-
gleitende Lektüre/Semi-
naraufgaben (einzeln oder in Gruppen)/aktive
Mitarbeit/Diskussions-
Begleitende Lektüre/ Seminaraufgaben (ein-
zeln oder in Gruppen)/ aktive Mitarbeit/Diskus- sionsforum
Modul: Profilstudienbereich C: Natur/Umwelt/Mensch
Die Studentinnen und Studenten haben vertiefte Kenntnisse über verschiedene Kulturtechniken der Konstruktion von Weltbildern und der Schaffung kognitiver sowie symbolischer Ordnungssysteme, in denen Natur die Rolle einer Parallel- oder Gegenwelt einnimmt. Sie kennen die Debatte um Natur, Klima, Landschaft und Nationalparks als dis- kursive Felder und können die vielfältigen Konstrukte, die von Natur kontextuell entstehen, analysieren und in Hin- blick auf ihre Bedeutung für das soziale Gefüge hinsichtlich der Konstruktion von Identitäten, Hierarchien und Natio- nalismus einordnen. Zentrale Qualifikationsziele sind außerdem das Verständnis der globalen Komplexität der kultu- rellen Bedeutung von Naturgefahren und Klimawandel sowie die Analyse kulturell divergierender Strategien der Prä- vention, der Interpretation und der Gefahren- und Katastrophenbewältigung. Das Modul qualifiziert sowohl für die Mitarbeit an internationalen Klimaschutzprogrammen und im Katastrophenmanagement mit dem Schwerpunkt auf Entwicklungs- und Schwellenländern als auch für die Forschung im Bereich der Naturwahrnehmung sowie für Klima- und Naturgefahrenforschung in sozialanthropologischer Perspektive.
Das Wissen über Natur, die technischen Voraussetzungen ihrer Aneignung und Verwertung wie auch die moralisch- philosophische Deutung von Natur unterliegen beständigen Veränderungsprozessen. Dabei spielen kulturell ge- wachsene Vorstellungen von Place und Space sowie Wildnis, Landschaft und heilige Orte eine bedeutende Rolle. Im Zentrum des Moduls stehen Forschungsfelder neuerer sozialanthropologischer und philosophischer Untersuchun- gen, die sich mit der kulturellen Konstruktion und Imagination von Natur befassen. Die Beschäftigung mit Natur nimmt angesichts wachsender Umweltproblematik in Lehre und Forschung der Sozialanthropologie einen wichtigen Stellenwert ein. In diesem Modul werden Fragen der Nachhaltigkeit im Umgang mit Natur ebenso thematisiert wie die kritische Auseinandersetzung mit Naturschutz am Beispiel von Nationalparks und Tourismus. Die europäische Idee der Förderung von Nationalparks als Element des Naturschutzes wie des wachsenden Tourismus wurde von vielen postkolonialen Regierungen in afrikanischen und asiatischen Ländern übernommen und meistens ohne nen- nenswerte Änderungen in Bezug auf die Rechte der lokalen Bevölkerung umgesetzt. Die Einbettung des Natur- schutzes wird daher insbesondere im Hinblick auf lokale wie internationale Machtbeziehungen behandelt und in Be- zug auf Lösungen für besser angepasste Projekte diskutiert. Hier ergeben sich enge Beziehungen zur Praxis und Ideologie von Entwicklungshilfeorganisationen und Naturschutzverbänden, die auf eine geschichtliche Entwicklung der konzeptionellen und praktischen Trennung von Natur- und Kulturraum zurückblicken.
Das Profilmodul befasst sich darüber hinaus mit dem historischen Vergleich kulturell unterschiedlicher Wahrneh- mungsmuster von Naturgefahren in europäischen und nichteuropäischen Gesellschaften. Zu fragen ist, inwieweit der Klimawandel in lokalen Gesellschaften bemerkt und interpretiert wird und welche Lösungsstrategien in diesem Zusammenhang existieren. Inwieweit hängen solche Maßnahmen mit Vorstellungen über die Endlichkeit/Unendlich- keit von Naturressourcen zusammen? Welche Rolle spielen religiöse und moralische Ordnungsvorstellungen, um daraus resultierende negative Folgen zu erklären? Ein zweiter Schwerpunkt des Moduls ist die Wahrnehmung und Bewertung von Klimakrisen und Naturkatastrophen in Beziehung zu sozio-ökonomischen Maßnahmen (Umsied- lung, Wiederaufbau, Regionalplanung), lokalen politischen Aktivitäten und Aktionen der internationalen Geberge- meinschaft. Die Auswirkungen von Ungleichheit und dadurch entstehende Konflikte im nationalen und internationa- len Kontext auf Planungs- und Entscheidungsprozesse bei Maßnahmen der Rehabilitation und des Wiederaufbaus werden ebenso thematisiert wie der Gestaltungsspielraum der lokalen Bevölkerung im Hinblick auf internationale Klimaschutzprogramme und Maßnahmen zur Katastrophenrisikoreduzierung.
● Aktive Mitarbeit im
Modul: Profilstudienbereich D: Medien- und Visuelle Anthropologie
Qualifikationsziele sind grundlegende Kenntnisse der Forschung zu Themen und Theorien aus den Bereichen der medialen, insbesondere der audiovisuellen Repräsentation und Perzeption. Die Studentinnen und Studenten sind in der Lage, sozialanthropologische Medienanalysen durchzuführen, die zum Verstehen kultureller Kontexte dienen. Die Absolventinnen und Absolventen des Moduls haben vertieftes Wissen über die Bedeutung von Film, Video und Fotografie als historisch gewachsene Methoden zur Auseinandersetzung mit dem „kulturell Fremden“ und als Quelle ethnologischer Daten in der ethnographischen Forschungspraxis. Die Studentinnen und Studenten werden in die Lage versetzt, Analysen von Bilder- und Textwelten sowie performativer medialer Repräsentationsformen mit Be- rücksichtigung der Perspektive der jeweiligen Produzenten und Rezipienten durchzuführen. Lernziel des Moduls ist es, ikonographisch historische Transformationsprozesse zu rekonstruieren, zeitgenössische stilistische Ausformun- gen zu interpretieren sowie Hypothesen und Prognosen zu zukünftigen populärkulturellen Entwicklungen formulie- ren zu können.
Dieser Profilstudienbereich befasst sich mit der globalen sozialanthropologischen sowie gesellschaftspolitischen Analyse existierender Mediensysteme und Netzwerke. Der Einfluss globaler Ikonen auf lokale Vorstellungswelten und die Produktion von lokalen Gegenbildern werden im Rahmen der Debatte über Fremd- und Eigenbilder und der Forschungsansätze über die Bildproduktion als Strategien von Empowerment beleuchtet. Im Themenschwerpunkt Populärkultur werden afrikanische, asiatische und europäische Repräsentationsformen aus dem Feld der Populär- kultur, wie beispielsweise bildliche Souvenirkunst, Literatur, Poster, Cartoons, (Werbe)Plakate/-Tafeln, aber auch Tanz, Musik, Theater und Film, behandelt und auf neuere Theoriedebatten um Globalisierung, Transkulturalität und Medien bezogen. Die Herausforderung aus der Perspektive einer medienanthropologischen Wirkungs- und Nut- zungsforschung liegt im Versuch, direkte Korrelationen zur Gestaltung individueller/kollektiver Lebenswelten herzu- stellen. Das betrifft die Konstruktion der Wirklichkeit, die intrapersonelle (Re-)Konstruktion von Vorstellungsbildern und die jeweilige mediale Kommunikationslandschaft (einschließlich der informellen elektronischen Imaginations- räume und Schnittstellen, die zunehmend um das Internet entstehen).
Die Visuelle Anthropologie thematisiert bildliche Repräsentationsformen, koloniale und postkoloniale Fotografie so- wie beispielsweise die bildliche Auseinandersetzung mit dem kulturell und „landschaftlich Anderen“ in digitalen Bil- derwelten. Schwerpunktmäßig werden neuere sozialanthropologische Debatten der visuellen Anthropologie zum indigenen und transregionalen Foto- und Filmschaffen und Theorien zum Iconic Turn behandelt. Visualisierungsfor- men haben innerhalb der Geschichte des Umgangs europäischer Gesellschaften mit nichteuropäischen Gesell- schaften eine besondere Rolle gespielt. Jede Form der Repräsentation strukturiert, organisiert und wählt die Ele- mente aus, die vermittelt werden sollen, und jede Übermittlung folgt dabei impliziten Strukturen, die durch ihren je- weiligen kulturellen Kontext Sinnhaftigkeit konstruieren, wobei Wort- oder Bildwahl und Form implizite Deutung und Bewertung transportieren. Damit hebt sich die vormalige Unterscheidung in Sachübermittlung („faktisch“) und Fik- tion auf. Dadurch rücken die sozial verankerten impliziten Grundannahmen „hinter“ den Botschaften und die narrati- ven Konstruktionsprinzipien und Verfahren ebenso in den Blick wie der konnotative Wertgehalt von Begrifflichkeiten, Sprachkonventionen und Metaphorik. Botschaften und ihre Übermittlungsweisen, wie u. a. von Mythen, Oral History, Fernsehberichten oder einem Werbeslogan, werden aus sozialanthropologischer Perspektive untersucht und um- fassend sozial, historisch und medial kontextualisiert.
● Virtueller Seminar- raum
Theorien der Sozial- und Kulturanthropologie (10 LP)
Vorbereitung und Durch- führung eines Forschungs- projekts (15 LP)
Symbolische Konstruktion von Wirklichkeit (10 LP)
Auswertung des For- schungsprojekts (15 LP)
Masterarbeit und beglei- tendes Kolloquium, mündli- che Prüfung
Regionale Ethnographien (10 LP)
Aufgrund von § 14 Abs.1 Nr. 2 Teilgrundordnung (Erpro- bungsmodell) der Freien Universität Berlin vom 27. Ok- tober 1998 (FU-Mitteilungen 24/1998) hat der Fachbe- reichsrat des Fachbereichs Politik- und Sozialwissen- schaften der Freien Universität Berlin am 16. April 2008 folgende Prüfungsordnung erlassen:*
Diese Ordnung regelt in Ergänzung zur Satzung für All- gemeine Prüfungsangelegenheiten (SfAP) der Freien Universität Berlin Anforderungen und Verfahren der Leistungserbringung im Masterstudiengang Sozial- und Kulturanthropologie.
(1) Es sind insgesamt Prüfungs- und Studienleistun- gen im Umfang von 120 Leistungspunkten nachzuwei- sen, davon
1. 70 Leistungspunkte im Kernstudienbereich gemäß § 4 der Studienordnung,
2. 20 Leistungspunkte im Profilstudienbereich gemäß § 5 der Studienordnung und
3. 30 Leistungspunkte in der Abschlussphase mit Mas- terarbeit, mündlicher Prüfung und begleitendem Kollo- quium.
(1) Die Masterarbeit soll zeigen, dass die Studentin oder der Student in der Lage ist, Forschungsfragen aus dem Bereich der Sozial- und Kulturanthropologie selbst- ständig zu entwickeln, mit wissenschaftlichen Methoden und unter Berücksichtigung des Stands der Forschung zu bearbeiten, die Ergebnisse angemessen darzustellen und in aktuelle Forschungsdebatten einzuordnen.
1. im Masterstudiengang Sozial- und Kulturanthropologie zuletzt an der Freien Universität Berlin immatrikuliert gewesen sind und
2. die sechs Pflichtmodule (§ 4 der Studienordnung) so- wie die beiden frei zu wählenden Profilbereiche (§ 5 der Studienordnung) erfolgreich absolviert haben.
(3) Dem Antrag auf Zulassung zur Masterarbeit sind Nachweise über das Vorliegen der Voraussetzungen ge- mäß Abs. 2 beizufügen. Über den Antrag entscheidet
der zuständige Prüfungsausschuss. Mit dem Antrag soll die Bescheinigung einer prüfungsberechtigten Lehrkraft über die Bereitschaft zur Übernahme der Betreuung der Masterarbeit vorgelegt werden; anderenfalls setzt der Prüfungsausschuss eine Betreuerin oder einen Betreuer ein. Die Studentinnen und Studenten erhalten Gelegen- heit, eigene Themenvorschläge zu machen; ein An- spruch auf deren Umsetzung besteht nicht.
(4) Begleitend zur Abfassung der Masterarbeit neh- men die Studentinnen und Studenten obligatorisch an ei- nem Abschlusskolloquium teil, das zwei Semesterwo- chenstunden umfasst. Das Abschlusskolloquium muss bei der Betreuerin bzw. dem Betreuer der Masterarbeit besucht werden. Die Erstellung eines Exposés zur Mas- terarbeit und dessen Präsentation im Rahmen des Ab-
schlusskolloquiums sind Voraussetzung für die Annah- me der Masterarbeit zur Bewertung.
(5) Der Prüfungsausschuss gibt in Abstimmung mit der Betreuerin bzw. dem Betreuer das Thema der Mas- terarbeit aus. Thema und Aufgabenstellung müssen so beschaffen sein, dass die Bearbeitung innerhalb der Be- arbeitungsfrist abgeschlossen werden kann. Ausgabe und Fristeinhaltung sind aktenkundig zu machen.
(6) Die Masterarbeit soll etwa 60 Seiten mit etwa 18 000 Wörtern umfassen. Sie kann in deutscher oder englischer Sprache abgefasst werden. Die Abfassung in einer anderen Fremdsprache bedarf der vorherigen Zu- stimmung des Prüfungsausschusses.
(7) Die Bearbeitungszeit für die Masterarbeit beträgt 120 Tage.
(8) Als Beginn der Bearbeitungszeit gilt das Datum der Ausgabe des Themas durch den Prüfungsausschuss. Das Thema kann einmalig innerhalb der ersten drei Wo- chen zurückgegeben werden und gilt dann als nicht aus- gegeben. Bei der Abgabe hat die Studentin bzw. der Stu- dent schriftlich zu versichern, dass sie bzw. er die Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die ange- gebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt hat.
(9) Die Masterarbeit ist von zwei Prüfungsberechtig- ten zu bewerten, die vom Prüfungsausschuss bestellt werden und von denen eine bzw. einer die Betreuerin bzw. der Betreuer der Masterarbeit sein soll.
(10) Die Ergebnisse der Masterarbeit werden in einer mündlichen Prüfung verteidigt. Voraussetzung für die Zulassung zur mündlichen Prüfung ist die Benotung der Masterarbeit mit mindestens „ausreichend“ (4,0). Die mündliche Prüfung schließt sich so bald wie möglich an die Masterarbeit an. Der Termin für die mündliche Prü- fung wird der Studentin bzw. dem Studenten rechtzeitig bekannt gegeben.
(11) Die mündliche Prüfung dauert etwa 45 Minuten und besteht aus der Verteidigung der Masterarbeit und der Darstellung und Diskussion eines davon unabhängi- gen Themas.
(12) Die mündliche Prüfung wird in der Regel von der Betreuerin bzw. dem Betreuer der Masterarbeit abge- nommen und von einer Beisitzerin bzw. einem Beisitzer protokolliert.
(13) Die Note für die Masterarbeit fließt mit fünf Sechsteln, die Note für die Verteidigung mit einem Sechstel in die zusammengefasste Note für Masterarbeit und mündliche Prüfung ein.
(14) Die Masterarbeit einschließlich der mündlichen Prüfung ist bestanden, wenn die zusammengefasste No-
te gemäß Abs. 13 mindestens „ausreichend“ (4,0) ist; an- derenfalls darf die Prüfung einmal wiederholt werden.
(1) Voraussetzung für den Studienabschluss ist, dass die gemäß § 4 Abs. 1 geforderten Leistungen nachge- wiesen sind. Dem Antrag auf Zulassung zum Studienab- schluss sind entsprechende Nachweise beizufügen. Über den Antrag entscheidet der zuständige Prüfungs- ausschuss.
(2) Der Studienabschluss ist ausgeschlossen, soweit die Studentin oder der Student an einer anderen Hoch- schule im Geltungsbereich des Grundgesetzes im glei- chen Studiengang oder in einem Modul, welches mit ei- nem der im Masterstudiengang Sozial- und Kulturanthro- pologie zu absolvierenden und bei der Ermittlung der Gesamtnote zu berücksichtigenden Module identisch oder vergleichbar ist, Leistungen endgültig nicht erbracht oder Prüfungsleistungen endgültig nicht bestanden hat oder sich in einem schwebenden Prüfungsverfahren be- findet. Die Studentin bzw. der Student hat dem Antrag auf Feststellung des Studienabschlusses eine Versiche- rung beizufügen, dass für ihre bzw. seine Person keiner dieser Fälle vorliegt.
(3) Soweit mehr als die geforderten Module gemäß § 3 Abs. 1 der Studienordnung absolviert wurden, wer- den für die Ermittlung der Gesamtnote nach Maßgabe von § 4 Abs. 1 der vorliegenden Ordnung in Verbindung mit §§ 4 und 5 der Studienordnung die Module mit den besten Modulnoten herangezogen. Prüfungsleistungen, die mit „ausreichend“ (4,0) oder besser bewertet wurden, dürfen nicht wiederholt werden. Dies gilt sowohl für die Masterarbeit und die mündliche Prüfung als auch für die Modulprüfungen.
(4) Aufgrund der bestandenen Prüfung erhalten die Studentinnen und Studenten ein Zeugnis und eine Ur- kunde (Anlagen 2 und 3). Darüber hinaus wird eine Zeugnisergänzung mit Angaben zu den einzelnen Modu- len und ihren Bestandteilen (Transkript) erstellt. Auf An- trag werden ergänzend englische Versionen von Zeug- nis und Urkunde ausgehändigt.
Im Folgenden werden für die Module des Masterstudien- gangs Sozial- und Kulturanthropologie Angaben ge- macht über
Soweit im Folgenden für die jeweilige Lehr- und Lern- form die Pflicht zu regelmäßiger Teilnahme festgelegt ist, ist sie neben der aktiven Teilnahme an den Lehr- und Lernformen und der erfolgreichen Absolvierung der Prü- fungsleistungen eines Moduls Voraussetzung für den Er- werb der dem jeweiligen Modul zugeordneten Leistungs- punkte. Eine regelmäßige Teilnahme liegt vor, wenn min-
destens 85 % der in den Lehr- und Lernformen eines Mo- duls vorgesehenen Präsenzstudienzeit besucht wurden.
Je Modul muss eine Modulprüfung absolviert werden. Leistungspunkte werden ausschließlich mit der erfolgrei- chen Absolvierung des ganzen Moduls – also nach re- gelmäßiger und aktiver Teilnahme an den Lehr- und Lernformen und erfolgreicher Ablegung der Modulprü- fung des Moduls – zugunsten der Studentinnen und Stu- denten verbucht.
Inhalte und Qualifikationsziele, Lehr- und Lernformen des Moduls, der studentische Arbeitsaufwand, der für die erfolgreiche Absolvierung eines Moduls veranschlagt wird, Formen der aktiven Teilnahme, die Regeldauer des Moduls sowie die Häufigkeit, mit der das Modul angebo- ten wird, sind der Studienordnung für den Masterstudi- engang Sozial- und Kulturanthropologie zu entnehmen.
Referat (bis zu 15 Minuten) und Klausur (90 Minu- ten)
Die Modulprüfung ist bestanden, wenn die Modul- note mindestens „ausreichend“ (4,0) ist.
Zwei Gruppenpräsentationen (jeweils bis zu 20 Mi- nuten), drei Essays à 5 Seiten
Referat (bis zu 15 Minuten) und schriftliche Haus- arbeit (15 bis 20 Seiten)
Referat (bis zu 15 Minuten)/Exposé (6 bis 8 Sei- ten), Kurzbericht aus dem Feld (8 bis 10 Seiten)
Referat (bis zu 20 Minuten), Kurzbericht der abge- schlossenen Forschung (6 bis 8 Seiten), For- schungsbericht
Modul: Profilstudienbereich C Natur/Umwelt/Mensch
Zwei Gruppenpräsentationen (jeweils bis zu 20 Mi- nuten und schriftliche Hausarbeit (15 bis 20 Seiten)
Mediengestützte Arbeit (Film/Fotografie)
Anlage 2 (zu § 6 Abs. 4): Zeugnis (Muster)

References: § 14

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 § 3
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 § 7
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