Source: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/09/12/ein-unverstndlicher-aber-richtiger-freispruch/
Timestamp: 2014-03-09 12:11:49+00:00

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Ein unverständlicher, aber richtiger Freispruch | law blog
12.9.2012	Ein Urteil des Landgerichts Essen sorgt für Unverständnis und Diskussionen. Die Richter haben einen Mann freigesprochen, der in Marl eine 15-Jährige vergewaltigt haben soll. Das Gericht vermochte den Vorwurf nicht zu bejahen. Die Vorsitzende der Strafkammer wird von der Lokalpresse mit den Worten zitiert, „wenn man etwas nicht will, muss man das deutlicher machen. Er wusste ja nicht, dass sie das gar nicht wollte“.
Der Angeklagte hat keine Gewalt angewendet. Er hat das Mädchen auch nicht mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben bedroht. Damit scheiden die beiden ersten Alternativen aus. Dass die 15-Jährige sagte, sie wolle das nicht, wird vom Gesetz gar nicht für wichtig gehalten. Das mag irritieren, ist aber so. Relevant wäre ihre Äußerung erst, wenn der Angeklagte darauf mit Gewalt oder erheblichen Drohungen reagiert hätte.
Bleibt nur die Variante Nr. 3, die schutzlose Lage. Hierzu soll die Richterin erklärt haben, das diese schutzlose Lage schon nach den Angaben des Mädchens nicht vorlag:
Es hätte weglaufen oder Hilfe rufen können, aber es hat alles über sich ergehen lassen. Das reicht nicht, um jemanden zu bestrafen.
Die Worte der Richterin klingen hart, sind im Ergebnis aber richtig. Jedes Gericht muss, so will es das Gesetz, bei einem Vergewaltigungsvorwurf prüfen, ob das mögliche Opfer die Möglichkeit hatte, sich den sexuellen Handlungen zu entziehen. Oder Hilfe herbeizurufen. Ebenso stellt sich die Frage, ob der mögliche Täter bei Gegenwehr vielleicht sogar abgelassen hätte.
Entschließt sich das mögliche Opfer dazu, sexuelle Handlungen einfach zu erdulden und liegt keine schutzlose Lage vor, ist dies im Ergebnis keine strafbare Vergewaltigung. Das mag man kritisch sehen, entspricht aber der aktuellen Gesetzeslage.
Wer eine Strafschärfung fordert, muss sich auch über die Konsequenzen im Klaren sein. Wenn man objektive Anzeichen für eine Vergewaltigung nicht mehr für nötig erachtet, stünde es künftig im Belieben jedes Beteiligten, bloß mit der eigenen (nachträglichen) Bewertung und entsprechenden Angaben bei der Polizei einvernehmlichen Sex in eine Straftat umzudeuten.
Ein Urteil des Landgerichts Essen sorgt für Unverständnis und Diskussionen. Die Richter haben einen Mann freigesprochen, der in Marl eine 15-Jährige vergewaltigt haben soll. Das Gericht vermochte den Vorwurf nicht...	525 Gedanken zu “Ein unverständlicher, aber richtiger Freispruch”	1	schnickschnack sagte am 12.9.2012 um 18:23 :
sonst stünde man als mann ja direkt mit einem halben bein im gefängnis.
Antworten	2	Pascal sagte am 12.9.2012 um 18:26 :
@schnickschnack: mit dem dritten.
Antworten	3	ed von schleck sagte am 12.9.2012 um 18:29 :
Und was ist mit §182 Absatz 3, zieht das hier nicht?
Antworten	4	Christian Skubich sagte am 12.9.2012 um 18:31 :
Der Paragraph zum Sexuellen Mißbrauch von Jugendlichen kann doch trotzdem angewendet werden, oder?
(http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__182.html
Wären immerhin bis zu 3 Jahre Haft.
Antworten	5	Marc sagte am 12.9.2012 um 18:31 :
Was sollte eine Frau also sagen und tun, wenn sie nicht will? Abgesehen davon, dass sie auch dafür einen Richter finden muss, der ihr das glaubt. War ja selten ein weiterer Zeuge dabei.
Antworten	6	Andreas sagte am 12.9.2012 um 18:33 :
Also ist eine erpresste Vergewaltigung mit “Wenn du nicht, dann verrate ich, dass du…” oder “Wenn du nicht, töte ich deinen Hamster” keine Vergewaltigung?
Antworten	7	Marc sagte am 12.9.2012 um 18:33 :
@ed von schleck und @Christian Skubich: Vermutlich war das nicht angeklagt, müsste man die Staatsanwaltschaft fragen.
Antworten	8	erforderlich sagte am 12.9.2012 um 18:33 :
Ich verstehe nicht ganz, warum der 3. Punkt nicht zutrifft. Bisher war ich im (Irr)Glauben, dass bei Minderjährigen grundsätzlich die Lage ausgenutzt wird, da sie auch sowieso kein Selbstbestimmungsrecht haben und besonders schützenswert sind? Ich würde davon ausgehen, dass die Lage, in der “das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist” durch das Ungleichgewicht im Machtverhältnis Erwachsener-Minderjährige zustande kommt, also sie durch den großen starken Mann einfach zu verängstigt hätte gewesen sein können, um sich zu trauen sich zu wehren, das hätte die Lage vielleicht verschlimmern können.
Antworten	9	thomas sagte am 12.9.2012 um 18:34 :
Ich kann der Argumentation nur teilweise folgen. Es handelt sich bei dem Angeklagten um einen bekanntermassen (so entnehme ich es den Artikeln)gewalttätigen Menschen. Muss das Opfer da wirklich ein Risiko eingehen? Juristisch mag das nachvollziehbar sein, aber ich halte es für falsch.
Antworten	10	Mithos sagte am 12.9.2012 um 18:34 :
Ich kann mir irgend wie nicht vorstellen, wie genau ein 15jähriges Mädchen vor einem 31jährigen Mann effektiv hätte weglaufen oder um Hilfe rufen können. Drogen waren anscheinend auch noch im Spiel. Insofern sehe ich da schon eine schutzlose Lage. Aber vielleicht (hoffentlich) hat das Gericht diesen Punkt ja noch etwas genauer betrachtet.
Antworten	11	ed von schleck sagte am 12.9.2012 um 18:34 :
Oder hebt ein “nein ich will das nicht” schon die “fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung” auf?
Antworten	12	A.t. sagte am 12.9.2012 um 18:34 :
wird der noch anders bestraft?
wird da auf dir Einsichtsfähigkeit des Opfers abgestellt?
meine 12 jährige Nachbarin ist so introvertiert die kriegt nie den Mund auf, auch wenn ihr nichts passt.
ich weiß Richter müssen sich an die genaue norm halten aber es gibt einfach Kinder die nie den Mund aufkriegen..da wäre so ein Urteil dann doch unfair…
Antworten	13	crack00r sagte am 12.9.2012 um 18:35 :
Das schlimme ist, das der Typ derzeit wegen schwerer Körperverletzung eine Haftstrafe absitzt…
Man stelle sich vor, sie hätte sich ernsthaft gewährt… Dann hätte er sie womöglich erst verprügelt und dann vergewaltigt… super alternative…
Antworten	14	A.t. sagte am 12.9.2012 um 18:36 :
@6 das ist eine drohung, sofern man mit dem leben droht. da hamster als sachen gelten, würde das wohl auh nicht bestraft werden.
Antworten	15	Chris sagte am 12.9.2012 um 18:37 :
Rechtlich sicherlich völlig korrekt, da die Vergewaltigungsbedingungen nicht erfüllt sind.
ABER: Die kleine war 15 Jahre alt. Ich dachte immer Geschlechtsverkehr als über 21-jähriger ist nur erlaubt, wenn der Partner über 16 ist? Oder wäre das nochmal eine andere Anklage?
Antworten	16	JSG sagte am 12.9.2012 um 18:40 :
Gut, dass es eine RichterIN war und diesbezügliche unwürdige Diskussion somit unterbleiben kann… ;-)
Ich frage mich aber, bei Unterstützung der oben geäußerten Auffassung unter Kenntnis nur der hier dargestellten Erkenntnisse, was für juristischen Rat das (doch nicht) “Opfer” eigentlich genossen hat… “Einfach hingenommen” ist schon ganz schön krass, wenn man zugleich aber eine Anzeige erstattet (so es nicht jemand anderes, etwa die Lebensgefährtin, war?). Wollte sie hier nun eine Verurteilung erreichen oder nicht? Ein so unumstritten nicht erheblichen Vergewaltigungsvorwurf hat wohl noch kein Gericht gesehen, so wie das hier klingt…
Antworten	17	JSG sagte am 12.9.2012 um 18:42 :
@Chris: Es ist etwas komplizierter… Und teilweise kaum nachvollziehbar, wie manch einer findet…
Antworten	18	dimitriT sagte am 12.9.2012 um 18:43 :
So oft ich U.V. und dessen kritischer Haltung gegenüber allzu leichtfertiger Strafverschärfung in diesem sehr emotionalen Thema zustimme, hier (so glaube ich) irrt er. Die Schutzlose Lage war nämlich meiner Meinung nach durchaus gegeben.
Der 31-Jährige Täter war mehrmals wegen Gewaltverbrechen vorbestraft. Es geht leider nicht aus den mir bekannten Quellen hervor ob die 15-Jährige dies wusste. In jedem Fall hätte sich das Mädchen vermutlich einer erheblichen Gefahr für ihr Leben ausgesetzt, wenn sie sich gewehrt hätte. Ein “weglaufen” aus der Wohnung des Mannes wäre aller Wahrscheinlichkeit nach gegen seinen Willen nahezu unmöglich gewesen. Der 31-Jährige ist größer, stärker und schneller als sie. Erneut, alles bei einem 31-Jährigen alkoholisierten Mann, der bereits mehrmals gewaltätig geworden ist. Zu hoffen durch “erdulden” könnte man immerhin mit heilem Körper aus der Sache rauskommen ist für mich absolut nachvollziehbar. In dieser Situation ein Ausgeliefertsein nicht erkennen zu wollen ist für mich eine katastrophale Fehleinschätzung.
Antworten	19	PP sagte am 12.9.2012 um 18:43 :
Das verstehe ich ja noch irgendwie wobei sich mir da 2 Fragen stellen
1. wie das mit der “durchzechten Nacht”? Müsste da nicht Alkohol bzw Drogenkonsum und damit einhergehnde Verlust der Fähigkeit sich zu wehren mit einbezogen werden?
2. Das Alter: Er 31 Sie 15. Ist das nicht ein klarer Fall von Missbrauch? Ich dachte bislang dass sich eine Person die über 21 Jahre alt ist strafbar macht wenn sie mit einer Person unter 18 Jahren sexuelle Handlungen eingeht. Ausnahmen würde es natürlich im Einzelfall geben (vom Reifegrad abhängig und bei ausdrücklichem Einvernehmen).
Antworten	20	Christian sagte am 12.9.2012 um 18:43 :
Also ein “Nein ich will nicht” als nicht ausreichend für eine Vergewaltigung einzustufen empfinde ich als sehr grenzwertig. Was sonst sollte denn ein eingeschüchtertes Mädchen sagen? Die wird doch nicht anfangen, sich gegen ihren Vergewaltiger zu wehren. Und warum sollte ungewollter Geschlechtsverkehr nicht eine Gefahr für Leib und Leben sein? Das er ungewollt war steht ja angeblich nicht zu Disposition. Ich hoffe die Revision kassiert das Urteil.
Antworten	21	Sinnfrei sagte am 12.9.2012 um 18:43 :
@A.t.: 12 15.
@ed: Ja klar könnte man den Paragraphen anwenden – aber vermutlich hat die Richterin keine fehlende Selbstbestimmungsfähigkeit gesehen? Objektiv betrachtet, dürfte die auch nur bei den wenigsten Mädchen in dem Alter nicht vorhanden sein.
Und ansonsten: Was macht ein 15 Jahre altes Mädchen überhaupt zu so einer Stunde in so einer Gesellschaft? Vermutlich sollte man eher ihre Eltern verklagen?
Antworten	22	Sinnfrei sagte am 12.9.2012 um 18:45 :
@Sinnfrei: Eigentlich sollten zwischen 12 und 15 in meinem Post Zeichen für “ungleich” stehen. Leider gibt’s ja immer noch keine Editierfunktion.
Antworten	23	PaintedBadger sagte am 12.9.2012 um 18:45 :
stünde es künftig im Belieben jedes Beteiligten, bloß mit der eigenen (nachträglichen) Bewertung und entsprechenden Angaben bei der Polizei einvernehmlichen Sex in eine Straftat umzudeuten.
Wie es zwei Frauen in Schweden, wo anscheinend die eigene Bewertung reicht, aus Mr. Assanges Sicht, tun. Das Ergebnis ist bekannt, offen und unzufriedenstellend.
Antworten	24	Justus sagte am 12.9.2012 um 18:45 :
@Chris: Das Schutzalter in Deutschland ist 14. Das Alter des Partners ist unwichtig. Es spielt evtl. eine Rolle in der Strafbemessung, ob er vor ein Jugendgericht oder ein normales Gericht kommt. AFAIK IANAL.
Antworten	25	Chris sagte am 12.9.2012 um 18:45 :
@crack00r:
Das weißt du doch gar nicht. Sonst heißt es ja im Umkrehrschluss bei einem früheren Gewalttätigen oder einer der vielleicht nur gefährlich aussieht, dass es eine Vergewaltigung war. So jemand kann nie wieder Sex haben ohne mit einer Anklage zu rechnen, da sich die Frau ja nicht getraut haben könnte sich zu wehren.
Der springende Punkt ist für mich eher das Alter und evt die Umstände wie es dazu kam. Dafür geht er dann in den Knast.
Das ist ein sehr interessanter Einwand! Es heißt ja:
“durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder”
Wenn jetzt aber jemand einem Teenager droht, den Eltern von Alkohol-/Drogenkonsum oder sonstigen “Vergehen” zu erzählen, könnte ein ausreichender Leidensdruck aufgebaut werden, der dem Gesetz nach nicht strafbar wäre, oder?
Antworten	26	WPR_bei_WBS sagte am 12.9.2012 um 18:47 :
Ein wegschubsen wäre z. B. eine Möglichkeit gewesen.
Sofern das Mädchen es in *dem Augenblick* tatsächlich nicht wollte, so ist das schlimm für Sie. Aber das Urteil ist (nach dem, was man hier lesen kann) richtig.
In einem Rechtsstaat kann man jemanden schlecht für etwas bestrafen, wenn er garnicht weiß, dass er es tut. Und in diesem Fall (wie gesagt, nach der Faktenlage hier) wußte der Mann nicht (und hätte auch nicht wissen müssen), dass er da gerade jemanden zu Sex *zwingt* oder eine *hilflose Lage ausnutzt* – und das ist nun mal aus gutem Grund die Definition von Vergewaltigung.
Antworten	27	Andreas sagte am 12.9.2012 um 18:48 :
@A.t.:
Ja, aber in meinen beiden Sätzen geht es ja eben nicht um Leib/Leben des Vergewaltigungsopfers sondern um Sachen oder eben Geheimnisverrat.
Und gerade ein junges Mädchen dürfte doch wohl relativ viel über sich ergehen lassen, um sein Pferd/Hamster/Hund/Katze/Fahrrad zu schützen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das keine Vergewaltigung sein soll.
Antworten	28	Justus sagte am 12.9.2012 um 18:49 :
Vielleicht galt ihr “Nein ich will nicht”-Kommentar auch nur einer bestimmten Sexpraktik und sie war mit allen anderem einverstanden? Wir waren nicht dabei…
Antworten	29	WPR_bei_WBS sagte am 12.9.2012 um 18:49 :
@erforderlich:
Das gilt in dieser Absolutheit für *Kinder*, also bis 14 Jahren. Ab 14 hat man zwar immer noch strengere Anforderungen, aber es ist eben keine Absolutheit mehr.
Antworten	30	Torsten Gallus sagte am 12.9.2012 um 18:49 :
Das Urteil ist nachvollziehbar!
Jedoch wird es gewiss bei vielen Menschen missmutig aufgenommen, da die juristischen Erklärungsmodelle nicht weiter bekannt sind. Und ein klein wenig unwohl ist mir beim Alter der Sexualpartner. Mir scheint da doch ein größeres Autoritätsgefälle vorzuliegen, welches jedoch juristisch nur schwer fassbar ist.
Im schlimmsten Fall war es eine Vergewaltigung. Das muss man so sagen. Im besten Fall war es Saufsex, der anschließend einem Partner nicht mehr passte.
Antworten	31	Jeeves sagte am 12.9.2012 um 18:51 :
Erstaunlicherweise läßt U.V. einen Aspekt in seiner Darstellung weg: Dass der Mann als gewaltbereit bekannt war, Zitat:
“Immerhin gilt der Mann als äußerst gewaltbereit. Er sitzt derzeit eine Haftstrafe von über drei Jahren ab, weil er unter anderem eine Bekannte im Streit verprügelt hatte.”
“Über drei Jahre”, da war also was. Da würde ich mich auch nicht unbedingt wehren.
Antworten	32	Michael sagte am 12.9.2012 um 18:51 :
@Andreas: “Ich kann mir nicht vorstellen, dass das keine Vergewaltigung sein soll.”
Ihr Mangel an Vorstellungsvermögen ist glücklicherweise kein Argument für die Justiz.
Antworten	33	Torsten Gallus sagte am 12.9.2012 um 18:52 :
@thomas: Die junge Dame ist aber allein mit diesem Mann in der Wohnung geblieben und hat vorher mit ihm (und anderen) gefeiert. Dann wird sie eine mögliche aggressive Neigung des Mannes womöglich nicht weiter gestört haben.
Antworten	34	Torsten Gallus sagte am 12.9.2012 um 18:52 :
@ed von schleck: Das wäre Nötigung.
Antworten	35	Andreas sagte am 12.9.2012 um 18:53 :
Ich glaube, die Gewaltbereitschaft müssen wir hier außen vor lassen. Aus den mir bekannten Texten geht nicht hervor, dass das Mädchen das auch wusste und sich deshalb nicht gewehrt hat
Antworten	36	WPR_bei_WBS sagte am 12.9.2012 um 18:53 :
Vergessen wir in ihrem Beispiel kurz mal das Alter (den bei einer 12-jährigen wäre es auf jeden Fall eine Straftat) und stellen nur auf das “kriegt den Mund nicht auf”: Mag sein, dass das unfair für das “Opfer” ist (aber jetzt mal ehrlich, wer keine psychische Störung hat und nüchtern ist wird sich bemerkbar machen, wenn er den Sex nicht will), aber es ist ja wohl offensichtlich noch viel unfairere gegenüber dem angeblichen “Täter”: Der muß ja auch irgendwie wissen können, dass das gegenüber nicht will.
Antworten	37	ed von schleck sagte am 12.9.2012 um 18:54 :
@Torsten Gallus: ich bezog mich da auf die Formulierung aus §182 (siehe @3).
Antworten	38	Andreas sagte am 12.9.2012 um 18:54 :
@Michael: Danke… wie wäre es mir Argumenten?
Antworten	39	Torsten Gallus sagte am 12.9.2012 um 18:54 :
@ed von schleck: Das “Nein, ich will nicht” kann aber auch jederzeit nachträglich hinzu kommen. Das würde für Missbrauch in Form einer Anzeige gegen den unliebsamen Ex Tür und Tor öffnen. Daher fragen Gerichte natürlich genauer nach, um zu verhindern, dass da nicht etwa einvernehmlicher Sex nachträglich umgedeutet wurde.
Antworten	40	Olli sagte am 12.9.2012 um 18:55 :
Kann man irgendwo das Urteil einsehen?
Antworten	41	Michael sagte am 12.9.2012 um 18:56 :
@Andreas: Bringen sie doch mal welche.
Antworten	42	Torsten Gallus sagte am 12.9.2012 um 18:58 :
@dimitriT: Das nehmen Sie an. Aber woher wollen Sie wissen, dass er das Mädchen nicht doch einfach hätte gehen lassen? Sie unterstellen ja ein gewisses Verhalten, welches quasi per Automatismus hätte erfolgen müssen. Das kann aber eben nicht angenommen werden, zumal der Mann wohl noch nie wegen eines Sexualdelikts auffällig wurde.
Prügeleien in der Kneipe müssen ja auch nicht bedeutetn, dass jemand auch Zuhause zuschlägt.
Antworten	43	Andreas sagte am 12.9.2012 um 18:58 :
@Michael: Ich habe Fragen gestellt, wozu sollte ich also Argumente liefern?
Antworten	44	Peter Kleissner sagte am 12.9.2012 um 18:58 :
Ein sehr grenzwertiger Fall, schwer zu beurteilen ohnen den genauen Ablauf zu kennen, z.B. warum das Maedchen ueberhaupt in die Wohnung kam.
Dass ein “ich will nicht” NICHT ueber eine Handlung steht sollte jedoch klar sein. Sonst kann mans ja umdrehen, dann sag ich nach jedem mal zu schnell fahren dem Polizist “ich wollts ja nicht”.
Antworten	45	zf.8 sagte am 12.9.2012 um 19:00 :
Das wäre ja fast so als würde man Körperverletzungen auch ohne eine Nötigungskomponente für strafbar erklären!
Antworten	46	bosequo sagte am 12.9.2012 um 19:01 :
Diese Unkenrufe nach “objektiver Feststellbarkeit” des Vorwurfes sind – auch aus dem Munde eines allseits respektierten liberalen Strafverteidigers – nur zum Teil nachvollziehbar. Eine “Drohung mit Gewalt” kann schließlich ebenfalls schlicht behauptet werden. Sie stellt aber eine weitere Hürde zur Verfolgung von entsprechenden Straftaten dar – und wir als eifrige Leser dieses blogs wissen, wie unprofessionell Verhörbeamte bisweilen ihre Arbeit tun. Meiner bescheidenen Meinung nach sind entsprechende Hürden in de gesellschaftlichen Verharmlosung und Verdrängung sexueller Gewalt und in den gerade bei solchen Themen sehr ausgeprägten Geschlechterklischees sowieso schon Übermaß vorhanden.
In den USA wird gerade zu Recht über diesen Punkt heftig diskutiert – dort wurde die Begauptung aufgestellt, nur bei der Anwendung von Gewalt läge ein “legitimate rape” vor. Nicht nur die Wortwahl ist widerlich und verräterisch, auch ist mir unverständlich, aus welchem Grund die sexuelle Selbstbestimmung nur bei gewaltvollem Geschlehtsverkehr beeinträchtigt sein sollte.
Die schwierige Abwägung zwischen hoher Beweissicherheit und niedriger Verfolgungsschwelle an der Möglichkeit des Mißbrauchs zu entscheiden, halte ich für zu kurz gegriffen.
Antworten	47	Jeeves sagte am 12.9.2012 um 19:02 :
@Andreas: Ein Gewaltbereitschaft – also was für’n Typ der Kerl ist – kann man bei einem Menschen erkennen, wenn man mit ihm bekannt ist und sogar mit ihm feiert.
Es sei denn, man will es nicht bemerken oder man ist blöd. Zugegeben: letzteres ist bei heutigen 15jährigen leider oft die Regel.
Antworten	48	Justus sagte am 12.9.2012 um 19:02 :
@Andreas: Sie können sich nicht vorstellen, dass es keine Vergewaltigung sein soll. Liefern sie dafür doch erst mal Argumente statt nur ihre empörte Meinung herauszuposaunen. Dann können wir weiterreden :3
Antworten	49	Torsten Gallus sagte am 12.9.2012 um 19:03 :
@PP: Es ist laut Gericht zu einvernehmlichen Sex gekommen. Der ist nur unter 14 strafbar (weil Kind).
Antworten	50	Michael sagte am 12.9.2012 um 19:03 :
@Andreas: Nicht mein Job.
Antworten	51	WPR_bei_WBS sagte am 12.9.2012 um 19:03 :
@dimitriT:
Ich verstehe ihren Gedankengang. Allerdings, komplett zu Ende gedacht, würde das bedeuten der Mann dürfte nie wieder Sex haben. Er kann ja nie Wissen, ob die Frau tatsächlich will oder nur Angst vor ihm hat.
Es macht nun mal Sinn (und ich sehe bei allen Problemen auch keine andere Möglichkeit), dass der Vergewaltiger schon wissen können muß, dass er gegen den Willen des anderen handelt. Ein geschrieenes “Nein, ich will das nicht” mit dem Versuch sich wegzudrehen ist das wohl. Ein zaghafte gesagtes “Nein ich will das nicht” dann eher doch nicht – dass kann auch Teil des Spiels o. ä. sein.
Außerdem ist Körperverletzung nicht gleich Körperverletzung – das kann ein Schlägertyp sein, der gerne Frauen verdrischt. Es kann aber auch der Typ sein, der sich gerne mit anderen Kerlen anlegt, aber niemals Frauen schlägt. Oder irgendwas anderes. Eine allgemeine Angst das Mädchens lag ja wohl auch nicht vor, sonst wäre sie mit ihm nicht zum saufen gegangen.
Einen Ansatzpunkt, wo mir hier die Beleuchtung fehlt, ist der Zustand des alkoholisiert sein (gerade in Verbindung mit der Minderjährigkeit). Das könnte durchaus die hilflose Situation erfüllen. Aber ich gehe davon aus, dass das Gericht das auch beleuchtet hat.
Antworten	52	WPR_bei_WBS sagte am 12.9.2012 um 19:09 :
@bosequo:
Es ist doch eigentlich ganz einfach: Ich kann mich (zumindest wenn man was von rechtsstaatlichen Prinzipien hält) einer Vergewaltigung nur schuldig machen, wenn ich den anderen zum Sex zwinge oder die hilfose Lage ausnutze. Und wenn der andere mich einfach machen läßt kann man schlecht von Zwang sprechen.
Antworten	53	A.t. sagte am 12.9.2012 um 19:14 :
ja habe es auch gemerkt. es gibt hier nur leider keine Möglichkeit die Kommentare zu löschen.
1. hat Sie gesagt Sie will das nicht. wenn ich das sogar zu meinem Freund sage wird das sofort akzeptiert. dann kann man das erst recht von jemandem mit dem altersunterschied verlangen.
und dann ist Sie noch so jung..
2. gibt es einfach Kinder die sich bei sowas nicht wehren würden. genauso wie leute die bei schocksituationen nicht schreien sondern nur doof gucken..
ich mein das kann man doch nicht ignorieren.
ih hatte als kleines mädchen super respekt vor autoritäten ka ob ich was gesagt hätte
Antworten	54	breakpoint sagte am 12.9.2012 um 19:16 :
Gutes, vernünftiges und durchaus nachvollziehbares Urteil!
Männer trauen sich sowieso kaum noch etwas.
Antworten	55	Diek Kaimann sagte am 12.9.2012 um 19:32 :
Völlig bescheuerte Welt:
Julian Assange soll wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung nach Schweden ausgeliefert werden. Sein Vergehen: Beim einvernehmlichen Sex mit einer erwachsenen Frau trotz mutmaßlicher Absprache mutmaßlich kein Kondom verwendet zu haben.
Und hier wird ein 31 jähriger Mann vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen, weil das 15 jährige, alkoholisierte Mädchen ‘nur’ laut “Nein, ich will das nicht!” gesagt hat und sich nicht physisch gewehrt hat.
Mein Vorschlag an alle Eltern: besorgt euren Kindern (ja, auch den Jungs) Pfefferspray und ignoriert an dieser Stelle mal das WaffG.
Hoffentlich wird das Urteil vom OLG aufgehoben.
Antworten	56	Björn sagte am 12.9.2012 um 19:45 :
@Diek Kaimann: Die junge Frau behauptet, “Nein, ich will das nicht!” gesagt zu haben. Ob sie das gesagt hat und ob sie damit die sexuellen Handlungen insgesamt oder evtl. nur eine Praktik, auf die der Angeklagte dann verzichtet hat gemaint hat bleibt unklar. Demzufolge ist ein Freispruch aufgrund des Mangels an Beweisen absolut richtig. Jedes andere Urteil wäre ein ausgewachsener Justizskandal gewesen.
Antworten	57	bosequo sagte am 12.9.2012 um 19:45 :
@ WPR_bei_WBS :
Naja, “eigentlich ganz einfach” ist es wohl eben nicht, jedenfalls sprechen der blogeintrag selbst und die massive Kommentierung eine andere Sprache.
Möglicherweise kann man ohne Gewaltanwendung nicht von (direktem) Zwang sprechen. Das tut aber nichts zur Sache, meine Überlegungen gingen ja gerade dahin, die “Ausnutzung einer Zwangslage” etc. _nicht_ zu einer Voraussetzung der Strafbarkeit zu machen, um entsprechende Sachverhalte nicht unnötig schematisch zu generalisieren. Wir leben in einem liberalen Rechtsstaat (oder dem was davon übrig ist), und ich sehe sehr wohl, dass man strafrechtliche Mißbrauchsgefahren eindämmen muss und dass man in das Sexualleben Fastvolljähriger nicht ohne Not eingreifen darf, auch nicht im Wege einer Strafandrohung, die im Hinblick auf ihre Voraussetzungen möglicherweise sehr beliebig gehandhabt werden kann. Daraus jedoch zu schließen, bei mangelnder Zwangslage läge nie ein Verstoß gegen die sexuelle Selbstbestimmung vor, ist logisch mangelhaft. Deswegen wird eine Strafnorm, die eine solche Zwangslage voraussetzt, ihrem Schutzzweck nicht gerecht.
Antworten	58	Ceres sagte am 12.9.2012 um 19:46 :
Ich kenne weder das Verfahren nicht, noch die genaueren Umstände. Allerdings kann ich mir nur sehr schwer Vorstellen, dass eine Richterin bei einem vorbestraften Gewalttäter nicht eingehend prüft, ob nicht doch eine Strafttat vorliegt. Gerade bei Sexualverbrechen sind die Nerven doch sehr sensibel.
Ich bitte auch zu beachten, dass selbst die Staatsanwaltschaft einen Freispruch verlangt hat.
Eventuell gab es auch am Anfang ein Missverständnis bezüglich des Alters des Mädchens und es wurde eine Vergewaltigung angeklagt und keinen Missbrauch Jugendlicher. Jetzt steht dem Missbrauchsverfahren natürlich nichts mehr im Wege. Vielleicht war das auch so beabsichtigt…
Generell möchte ich zu bedenken geben, dass es andere Länder gibt (wie Schweden zum Beispiel), die das ganze um einiges restriktiver Sehen und hier die “sexuelle Integrität” der Frau im Mittelpunkt sehen. Mit all den Konsequenzen, die wir bei Julian Assange beobachten können.
Antworten	59	Troja sagte am 12.9.2012 um 19:47 :
Der Freispruch ist berechtigt. Bleibt die Frage, ob die Jugendliche keine Eltern hat. Man kann vermuten, daß die Verhältnisse entsprechend sind. Desweiteren wird sich dieser Mann wegen Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen verantworten müssen. Dieser Straftatbestand bleibt bestehen. Verwahrlosung, Suff und Abschaum nehmen in Deutschland immer größere Ausmaße an. Man sollte sich also nicht wundern, wenn ein Klima entsteht, in welchem sich gerade solche Täter tummeln und wohlfühlen. Eher ein Fall für das Jugendamt.
Antworten	60	zf.8 sagte am 12.9.2012 um 19:51 :
@Troja: Bleibt die Frage, ob die Jugendliche keine Eltern hat. Man kann vermuten, daß die Verhältnisse entsprechend sind. Desweiteren wird sich dieser Mann wegen Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen verantworten müssen. Dieser Straftatbestand bleibt bestehen. Der Mann ist freigesprochen worden. In welcher Weise soll er sich denn jetzt wegen Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen verantworten?
Antworten	61	Toll sagte am 12.9.2012 um 20:00 :
Hätten die mit dem Freispruch nicht warten können bis die bei ARAG versichert ist?
Antworten	62	Chräcker Heller sagte am 12.9.2012 um 20:01 :
Ohne das Urteil oder gar noch genaueres zu kennen, und sicher nicht als Unterstellung gefragt: was wäre denn, wenn das Mädchen gar nicht “ich will nicht” gesagt hat? Die Richterin kann ja nicht würfeln, wem sie glaubt.
Antworten	63	Bernd sagte am 12.9.2012 um 20:01 :
*hust* Der BGH sieht das aber offenbar ein bisschen anders:
“Es sollen auch Fälle erfaßt werden, in denen das Opfer nur deshalb auf Widerstand verzichtet, weil es sich in einer hilflosen Lage befindet und Widerstand gegen den überlegenen Täter aussichtslos erscheint”
hrr-strafrecht.de/hrr/2/99/2-248-99.php3
Antworten	64	Stefan sagte am 12.9.2012 um 20:02 :
@Andreas: das wäre wahrscheinlich nötigung, aber keine vergewaltigung
Antworten	65	Menner sagte am 12.9.2012 um 20:07 :
zu deinem Punkt 2: Nein, du bringst da was durcheinander:
Ein über 21-jähriger kann Sex mit einer 16- und 17- jährigen haben, außer er nutzt eine Zwangslage aus oder zahlt Geld (grob gesagt). Einvernehmlicher Sex geht zwischen einem 45-jährgen und einer 16 jährigen – ist also völlig legal.
Antworten	66	Troja sagte am 12.9.2012 um 20:10 :
Es ist kürzlich ein Lehrer dafür verurteilt worden. Nein, nicht für Geschlechtsverkehr mit “Abhängigen”, sondern für den Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen. Ein Freispruch wegen Vergewaltigung ist eine Sache. Der Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen soll damit zu den Akten gelegt werden? Das ist ja eine feine Info für Kinderficker. In meinen Augen ist eine Fünfzehnjährige ein Kind, auch wenn man dann von einer Jugendlichen spricht. Ein Jahr Unterschied, eine Woche nach dem Geburtstag zuweilen, ist für mich kein Argument, einen Erwachsenen davonkommen zu lassen. Doch wenn die Gerichte kein Interesse mehr haben, schreibe ich hier gerne noch einen Gruß an Männer, die sich an Minderjährigen vergehen: Ich zeige Euch immer an. Verlasst Euch darauf.
Antworten	67	Troja sagte am 12.9.2012 um 20:13 :
@Menner
Das Kind ist fünfzehn Jahre alt, nicht sechszehn!
Antworten	68	zf.8 sagte am 12.9.2012 um 20:15 :
@Bernd: Kannst Du genauer erklären, wieso das Urteil der von Dir verlinkten Entscheidung widersprechen soll? Weil der Auszug alleine begründet m.E. nicht warum hier eine schutzlose Lage gegeben sein soll.
Antworten	69	zf.8 sagte am 12.9.2012 um 20:18 :
@Troja: Ein Freispruch wegen Vergewaltigung ist eine Sache. Der Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen soll damit zu den Akten gelegt werden? Ja. Weil man grundsätzlich wegen der gleichen Tat nur einmal angeklagt werden kann. Und die Tat in diesem Sinne ist der Beischlaf mit der 15-jährigen. Wenn sie da eine Strafbarkeit wegen “Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen” haben wollen, hätte man die schon in diesem Urteil machen müssen.
Antworten	70	Menner sagte am 12.9.2012 um 20:18 :
@ Torsten Gallus
Auch das ist nicht ganz richtig. Der einvernehmliche Sex ist eben nicht _nur_ unter 14 strafbar.
Problematisch kann es z.B. werden wenn ein 45 jähriger mit einer 14 oder 15 jährigen Sex hat und man dann feststellt, dass der 45 jährige die fehlende Selbstbestimmung der 14 oder 15 jährigen ausnutzt – dann wäre das auch strafbar (§ 182 Sexueller Mißbrauch von Jugendlichen)
Antworten	71	Menner sagte am 12.9.2012 um 20:20 :
Mir ist klar, dass das Mädel 15 ist. Darum ging es in meinem Beitrag aber auch nicht! PP hat gesagt, dass Sex mit minderjährigen _grundsätzlich_ nicht legal sei – das ist Quatsch!
Antworten	72	David sagte am 12.9.2012 um 20:24 :
Nach Schweizer Recht sind sexuelle Handlungen an Unter-16-Jährigen von Personen, die mehr als 3 Jahre älter sind, generell verboten. Da stellt sich die Frage der Vergewaltigung dann gar nicht, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass Unter-16-Jährige einen generellen Schutz bedürfen und sich unter Umständen gegenüber Personen mit einem Erfahrungs- und Wissensvorsprung nicht zu wehren wissen.
Antworten	73	Endolex sagte am 12.9.2012 um 20:25 :
Natürlich lag eine schutzlose Lage vor. Das Mädchen war allein mit einem bekannten Gewalttätigen! Eine schutzlose Lage nicht anzunehmen hieße zu sagen das Mädchen hätte sich, wenn sie nur gewollt hätte, in jedem Fall behaupten können gegen den Kerl. Boah, ich fass es echt nicht.
Antworten	74	JSG sagte am 12.9.2012 um 20:31 :
@Endolex: Gewalttätig? Nach Gerichtsauffassung gerade eben nicht.
Antworten	75	Troja sagte am 12.9.2012 um 20:32 :
Ein Umstand, den ich schon immer bemängelt habe. Keine Vergewaltigung, Freispruch, dann ist die “mindere” Tat gleich mit im Abfluß gelandet. Stinkt mir gewaltig, aber so ist die Rechtslage. Es ist trotzdem ein schmaler Grat, auf dem man sich bewegt. Ein übler Nachgeschmack, wie so oft.
Antworten	76	endolex sagte am 12.9.2012 um 20:37 :
@JSG: “Er sitzt derzeit eine Haftstrafe von über drei Jahren ab, weil er unter anderem eine Bekannte im Streit verprügelt hatte.” Das nenne ich bekannt gewaltbereit.
Antworten	77	WPR_bei_WBS sagte am 12.9.2012 um 20:38 :
@A.t.: 2. gibt es einfach Kinder die sich bei sowas nicht wehren würden.
Es geht hier nicht um Kinder. Bei Kindern ist es so oder so strafbar, da es keinen einvernehmlichen Sex mit Kindern gibt. Aus guten (u. a. den von ihnen ausgeführten) Gründen
genauso wie leute die bei schocksituationen nicht schreien sondern nur doof gucken..
Also noch mal, sie halten dies für richtig: Sie haben Sex mit jemandem (kein Kind), auch noch jemand mit dem sie vorher feucht-fröhlich Party gemacht haben. Alles läuft, der andere ist zwar eher der passive Typ, macht aber keinerlei anstalten sich dem Sex zu entziehen. Und ein paar Wochen später werden sie wegen Vergewaltigung verurteilt, weil der andere meint, er wollte es eigentlich nicht, und das sie ihn nicht gezwungen haben wäre nicht sein Problem.
Das halten sie für Wünschenswert?
Antworten	78	Jacob Schmalz sagte am 12.9.2012 um 20:40 :
Damit könnten Frauen Männer endlich für schlechten Sex bestrafen!
Antworten	79	WPR_bei_WBS sagte am 12.9.2012 um 20:42 :
@Diek Kaimann:
Wie, weil Schweden ein schlechtes Gesetz hat müssen wir das jetzt auch übernehmen? Wenn man schon so über die Grenzen argumentiert, dann würde ich eher sagen: DIe Schweden sollten sich mal ein Beispiel an dem Urteil nehmen.
Was ihren Vorschlag mit dem Pfefferspray angeht: Vollkommen d’acor. Nur hätte das (nach der uns vorliegenden Faktenlage) an diesem Fall nichts geändert, da sich das Mädchen ja nicht mal versucht hat wegzurollen, dem Mann zu entziehen, ihn (zumindest leicht) wegzustoßen o. ä.
Antworten	80	keiner sagte am 12.9.2012 um 20:50 :
Warum sollten die Schweden irgendwas ändern, die sehen SICH als den Fortschritt der Welt mit ihrer kranken Emanzengesetzgebung. Das Land ist einfach nur abartig.
Antworten	81	Alfred sagte am 12.9.2012 um 20:51 :
@WPR_bei_WBS: Da unterschlagen Sie allerdings, dass das Mädchen sagte, dass sie es nicht wolle.
Zum Urteil: Lässt sich natürlih ohne die Verhandlung verfolgt zu haben schlecht beurteilen, ob dass LG die Tat richtig gewürdigt hat.
Den geschilderten Umständen, kann man letztlich nicht entnehmen, wie dass Mädchen sich aus der Situation hätte entziehen sollen und weshalb hier keine schutzlose Lage i.S.d § 177 Abs. 1 Nr. 3 in Betracht kam.
Rechtspolitisch plädiere ich jedoch dazu, dass sexuelle Handlungen für Personen über 21 die an Personen unter 16 Jahren vorgenommen werden, generell und ohne Einschränkung strafbar sein sollte. Wie es auch in anderen Rechtsordnungen in ähnlicher Weise der Fall ist.
Antworten	82	WPR_bei_WBS sagte am 12.9.2012 um 20:56 :
@bosequo: Naja, “eigentlich ganz einfach” ist es wohl eben nicht, jedenfalls sprechen der blogeintrag selbst und die massive Kommentierung eine andere Sprache.
Naja, hier fordern auch immer wieder viele Einträge für Lynchjustiz, gegen in dubio pro reo, ds Recht auf einen Anwalt usw. Ist trotzdem alles recht einfach.
Möglicherweise kann man ohne Gewaltanwendung nicht von (direktem) Zwang sprechen. Das tut aber nichts zur Sache, meine Überlegungen gingen ja gerade dahin, die “Ausnutzung einer Zwangslage” etc. _nicht_ zu einer Voraussetzung der Strafbarkeit zu machen, um entsprechende Sachverhalte nicht unnötig schematisch zu generalisieren.
Und ich bleibe dabei, es ist ganz einfach: Wenn keine Zwangslage (bzw. Hilfslosigkeit) vorliegt handelt es sich offensichtlich um Einverständnis. Und noch viel elementarer: Wenn für den anderen eine Hilfslosigkeit (oder die Zwangslage) nicht erkennbar ist (und auch nicht sein müßte), kann man ihn in einem Rechtsstaat unmöglich verurteilen. Zu einer Verurteilung bedarf es immer eine Schuld, das heißt der “täter” muß überhaupt erst einaml wissen, was er da überhaupt tut.
Daraus jedoch zu schließen, bei mangelnder Zwangslage läge nie ein Verstoß gegen die sexuelle Selbstbestimmung vor, ist logisch mangelhaft.
Das einzige, was neben Zwangslage und Hilflosigkeit (die gehört immer dazu) noch fehlt, ist die nicht erkennbare Hilflosigkeit. Ja, da liegt ein Verstoß gegen die sexuelle Selbstbestimmung vor. Aber nein, das kann man den anderen rechtsstaatlich nicht verurteilen (s. o.).
Deswegen wird eine Strafnorm, die eine solche Zwangslage voraussetzt, ihrem Schutzzweck nicht gerecht.
Neben dem oben gesagten (Rechtsstaatlichkeit) würde eine Strafnorm wie SIe sie sich vorstellen nichts bringen (zumindest nicht was sie beabsichtigen). Die Strafnorm der Vergewaltigung soll verhindern, dass jemand an/mit einem anderen sexuelle Handlungen vornimmt, obwohl dieser andere das nicht will. Wenn ich aber nicht wissen kann, dass der andere es nicht will, kann ich mich ums verrecken nicht an diese Norm halten. Egal, ob ich dann verurteilt werden könnte oder nicht.
Antworten	83	WPR_bei_WBS sagte am 12.9.2012 um 21:00 :
Andere Situation: 1.) Es kam schon zu heftigen Gewaltsamen übergriffen
2.) Das Opfer war (durch diese Übergriffe) zu keiner Gegenwehr mehr fähig.
Im hier vorliegenden Fall dagegen kam, es aus einer normalen (naja, ok, mehr oder weniger, je nach Milieu) Feier-Situation heraus zu Sex.
Antworten	84	dimitriT sagte am 12.9.2012 um 21:05 :
Diesen Gedankengang halte ich, obwohl ich deine Meinung prinzipiell respektiere, für äußerst gefährlich. Wenn nicht gerade ein explizites Rollenspiel mit vereinbartem Non-word etc. durchgeführt wird dann kann ein “ich will nicht” nie, niemals als “Teil des Spiels” angenommen werden und eine solche Annahme kann ebenfalls niemals, unter gar keinen Umständen einen Sexuellen Übergriff rechtfertigen. “Nein” heißt “Nein” und da sind die Umstände prinzipiell egal. Wer eine sexuelle Handlung vornimmt (zumal unter den Bedingungen dieses Falles) hat sich der expliziten Zustimmung des Partners zu versichern. Erfolgt diese nicht eindeutig hat man es verdammt nochmal zu lassen. Klar ist das unter Umständen blöd, wenn man dann nach erfolgten Abschleppen keinen Sex haben kann. Es ist aber, so glaube ich, unter den gegebenen Umständen der einzige Weg. Wie ich aus zahlreichen Gesprächen weiß findet Sex gegen den Willen einer Frau sehr viel öfter statt als man(n) denkt. Eben weil es Menschen gibt die der Meinung sind dass ein zu zaghaftes “Nein” ein Zeichen von Zustimmung sein könnten. (ich betone hier noch einmal dass ich dir, WPR_bei_WBS, damit auf keinem Fall einen Vorwurf machen oder irgendetwas unterstellen will. Ich versuche lediglich dich darauf hinzuweisen dass ich deine Position für Gefährlich halte).
Das verzichten auf die oben von mir skizzierte Zustimmung macht einen Mann noch nicht zu einem Vergewaltiger (auch wenn es bei der Frau durchaus das Gefühl hinterlassen kann vergewaltigt worden zu sein).
Ist die Zustimmung des Partners allerdings so zweifelhaft wie in diesem Fall (Altersunterschied, Alkoholeinfluß) und erfolgt sogar eine Ablehnung (die nur eben nicht geschrien sondern gesprochen war) dann, ja, ist der Mann ein Vergewaltiger. Mag sein dass er das nicht wollte. Aber er hat sich wie einer verhalten.
Antworten	85	creezy sagte am 12.9.2012 um 21:05 :
Ich verstehe das nicht. Ein 15-jähriges (!) Mädchen sagt einmal „Nein” zu einem 31-jährigen. Da liegt schon aufgrund des Altersverhältnisses ein ganz klarer Gesetzverstoß vor, nein?
Fünfzehn Jahre ist doch eine andere Hausnummer als 16 Jahre, oder? Ich kann von einem Kind doch nicht verlangen, es soll sich einem Erwachsenen gegenüber „angemessen” gegenüber wehren können. Insbesondere, wenn jemand offensichtlich als gewalttätig eingestuft wird, so dass sich ihm nicht einmal Erwachsene gegenüber widersetzen.
Antworten	86	WPR_bei_WBS sagte am 12.9.2012 um 21:09 :
@Troja: Das ist ja eine feine Info für Kinderficker.
Es handelte sich nicht um ein Kind
In meinen Augen ist eine Fünfzehnjährige ein Kind,
Schön, und in anderen Leute Augen ist eine neunzehnjährige noch ein Kind. Nur legen sie das eben nicht alleine fest, man hat sich in Deutschland auf 14 Jahre als Grenze festgelegt.
Ein Jahr Unterschied, eine Woche nach dem Geburtstag zuweilen, ist für mich kein Argument,
Was denn jetzt, ein Jahr oder eine Woche? Im vorliegenden Fall ist es *mindestens* ein Jahr,maximal sogar ein Jahr und 364 Tage.
Aber selbst wenn es nur ein Tag wäre: SO ist das nun mal, wie wollen sie sonst sinnvoll Grenzen ziehen / Nutzen? Dann ist die Grenze halt z. B. bei 21. Dann hat man Sex mit einer 21-jährigen einen Tag nach ihrem Geburtstag und dann kommt jemand wie sie und sagt “Ja ne halt mal, ist ja nur ein Tag, das geht nicht, ab in den Knast”.
Klar ist das gefühlt unsinnig (ähnlich wie bei der 17 Meter Entscheidung wegen der Fahrkarte), weil man sich nicht von einer Sekunde auf die andere verändert. Aber so ist das nun mal mit Grenzen.
Doch wenn die Gerichte kein Interesse mehr haben, schreibe ich hier gerne noch einen Gruß an Männer, die sich an Minderjährigen vergehen: Ich zeige Euch immer an. Verlasst Euch darauf
Na dann mal los, auch ich hatte als 18-jähriger schon Sex mit einer 17-jährigen. GLeich mal den StAw anrufen!
Antworten	87	zf.8 sagte am 12.9.2012 um 21:11 :
@Troja: Keine Vergewaltigung, Freispruch, dann ist die “mindere” Tat gleich mit im Abfluß gelandet.
Nein. Auch wenn in der Anklageschrift nur die sexuelle Nötigung/Vergewaltigung genannt wird, kann trotzdem wegen einese anderen Delikts verurteilt werden, nachdem das Gericht in der Hauptverhandlung einen entsprechenden Hinweis gegeben hat.
Möglicherweise hat der Angeklagte aber tatsächlich nichts strafrechtlich relevantes getan, denn der Geschlechtsverkehr von Erwachsenen mit Jugendlichen ist nur unter bestimmten Umständen mit Strafe bedroht.
Antworten	88	WPR_bei_WBS sagte am 12.9.2012 um 21:13 :
@David: Damit haben die Schweizer dann eine andere Grenze bzgl. der Nichteinwilligungsfähigkeit. Deutschland sieht die bei 14, die Schweiz bei 16. Gibt für beides wohl gute Gründe (wenn ich an meine Zeit in dem ALter zurück denke hätte ich allerdings über die 16-Grenze geflucht).
Allerdings begrüße ich die von den Schweizern eingebaute Relativierung (ob man jetzt drei Jahre oder eine andere nimmt ist wieder was anderes). So verhindert man nämlich, dass der 14+1 Tag jährige sich strafbar macht, wenn er mit seiner 13,5-jährigen Freundin schläft.
Antworten	89	Avantgarde sagte am 12.9.2012 um 21:15 :
“Es kam zum Sex zwischen dem kräftigen Mann und dem Mädchen. Die Schülerin soll gesagt haben „Nein, ich will das nicht“, doch er habe einfach weitergemacht.
Wenn das so war, dann ist das eine Vergewaltigung. Punktum. Nein ist Nein.
Antworten	90	Torsten Gallus sagte am 12.9.2012 um 21:15 :
@Menner: Dabei müssen dann die Zeichen eines Misssbrauchs vorhanden sichtbar sein. Ansonsten ist es einvernehmlicher Sex, der nicht strafbar ist.
Antworten	91	Torsten Gallus sagte am 12.9.2012 um 21:16 :
@Troja: Welches Auffangdelikt wollen Sie denn schaffen?
Antworten	92	Mithos sagte am 12.9.2012 um 21:17 :
Nochmal darüber nachgedacht:
Wenn ein Jurist sagt, dass das Urteil so ausfallen musste, dann stimmt etwas mit den Juristen nicht – und dem Gesetz.
Antworten	93	Torsten Gallus sagte am 12.9.2012 um 21:18 :
Nur um etwas wieder ins Gedächnis zu rufen: Es geht um VerGEWALTigung.
Antworten	94	Teresa sagte am 12.9.2012 um 21:20 :
Zu dem Ergebnis, es habe keine Gefahr bestanden und das Mädchen habe sich entziehen können, kann jemand nur im höchsten Stadium der Ignoranz und des Augenverschließens kommen. Der kleine Trick, sich in die Haut eines minderjährigen Mädchen zu versetzen, dem ein wesentlich stärkerer Mann gegenüber steht, kann Wunder bewirken. Die Argumentation ist mit Verlaub intellektuell disqualifizierend. So wenig Empathie, so wenig Vorstellungskraft kann, und sollte niemand, vor allem nicht ein Jurist oder eine Juristin besitzen. Diese Fakten sind durch allein eine Brille verzerrt: die der Unmenschlichkeit.
Antworten	95	A.t. sagte am 12.9.2012 um 21:35 :
12 oder 15 das ist mir wurscht
ferner hat sie doch gesagt sie will das nicht!
Antworten	96	A.t. sagte am 12.9.2012 um 21:37 :
und damit meine ich nicht dass 12 und 15 vor dem Gesetz gleich sind sondern dass das Mädchen in meinem Beispiel auch 15 sein könnte.
Antworten	97	Senficon sagte am 12.9.2012 um 21:41 :
All denjenigen, die hier sagen, wenn sich die Frau nicht wehrt, könne man ja gar nicht wissen, ob sie vielleicht nicht will, gebe ich jetzt mal einen ganz heißen Tipp: Man kann sie fragen.
Antworten	98	zf.8 sagte am 12.9.2012 um 21:46 :
Entschließt sich das mögliche Opfer dazu, sexuelle Handlungen einfach zu erdulden und liegt keine schutzlose Lage vor, ist dies im Ergebnis keine strafbare Vergewaltigung. Das ist übrigens falsch.
Wenn ich jemanden mit der Keule eins überziehe und dann sexuelle Handlungen an dieser Person vornehme, ist das nach § 177 StGB strafbar auch wenn sie sich wegen dem Keulenschlag nicht mehr wehren kann.
Antworten	99	Troja sagte am 12.9.2012 um 21:48 :
@zf.8 meint: (12.9.2012 um 21:11)
Ich hatte schon geschrieben, die Kinderficker freuen sich. Sie werden sich in ihren Blogs die Hände reiben. Und nicht nur die Hände.
Antworten	100	Chaos sagte am 12.9.2012 um 21:54 :
@zf.8: dann hat sich das Opfer aber nicht entschlossen sexuelle Handlungen zu erdulden, da es vorher bewusstlos geschalgen wurde…
Antworten	101	tr sagte am 12.9.2012 um 22:07 :
Antworten	102	zf.8 sagte am 12.9.2012 um 22:09 :
Ja, und? Willensbrechende Gewalt, und das beinhaltet auch Gewaltanwendungen die präventiv erfolgen, damit überhaupt keine Willensbildung stattfinden kann, genügt nach ständiger Rechtsprechung bei Nötigungsdelikten.
Antworten	103	Mynnia sagte am 12.9.2012 um 22:12 :
“Nein, ich will das nicht” IST Ausdruck des Willens.
Betrunken zu Sex genötigt werden IST “unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist”, VOR ALLEM wenn vorher andere Menschen rausgeschickt werden.
Tolles Rechtsverständnis, wo es A-OK ist, dass ein für Gewalt bekannter Mann mit einer 15-jährigen gegen ihren ausdrücklichen Willen “schläft” und das nicht Vergewaltigung.
An die Männer, die so etwas sagen wie “dann wäre man mit 1 Bein im Gefängnis”:
Ganz sicher nicht. Man fragt ja wohl normalerweise vorher nach.
Und auch wenn man so reif nicht ist:
Nein heißt nein. Ganz einfach. Wenn jemand nein sagt und man macht weiter, es ist trotzdem Vergewaltigung. Man macht etwas mit dem Körper eines anderen gegen seinen/ihren Willen – > Gewalt. Man macht das mit sexueller Intention oder Sexualität als Gewaltinstrument -> Vergewaltigung.
Ob Deutschland jetzt ein Vergewaltigungsparadies wird oder nicht macht euch nicht zu anständigeren Menschen.
Antworten	104	Kand.in.Sky sagte am 12.9.2012 um 22:19 :
Wenn man was nicht will muss man weglaufen – genau! Danke für die Binsenweisheit, Fr.Richterin. Sollte ihnen nachts im Park jemand ein Messer an die Kehle halten während er sich an ihnen vergeht oder sie nötigt dabei zuzuschauen wie an ihren Kndern vergangen wird, können sie sich mit diesen ihren Worten trösten.
Darum sind die Zwangsprostituierten aus Osteuropa auch keine, die laufen nämlich nicht weg! Oder Opfer von Gewalttaten, z.B. durch Neonazis. Die waren nicht weg also waren sie damit einverstanden.
Und die Formulierung “unverständlich aber richtig” hat auch einen gewissen Unterhaltungswert.
zwei Links die das verdeutlichen sollen
lawblog.de/index.php/arch.../01/14/ubergriffigkeiten/
lawblog.de/index.php/archives/2010/09/21/ju-ju/
Antworten	105	Boo sagte am 12.9.2012 um 22:22 :
Lass spazieren gehen Schatz
*handnehmen+loslaufen*
War dann ja eine Entführung oder?
CALL 0-0-0-Vetter now!
Antworten	106	Gambit sagte am 12.9.2012 um 22:23 :
@tr: Äh, die Staatsanwältin hat selbst den Freispruch gefordert. Vielleicht auch mal den verlinkten Artikel lesen.
Dazu kommt, dass die Staatsanwälting _nach_ der nicht öffentlichen Befragung des Mädchens auf Freispruch plädierte (und nachdem die Staatsanwaltschaft ja ursprünglich mal einen ausreichenden Tatverdacht sah, um Anklage zu erheben). Daher die wichtigste Frage: Wo ist denn der Beweis, dass das Mädchen damals tatsächlich “nein ich will nicht” gesagt hat? Es ist zum Glück immer noch so, dass nicht der Angeklagte seine Unschuld beweisen muss, sondern man ihm die Tat zweifelsfrei nachweisen muss für eine Verurteilung. Wer was anderes fordert öffnet Willkür Haus und Hof.
Vielleicht sollte der virtuelle Lynchmob einfach mal wieder die Mistgabeln und Fakeln einpacken und erst mal das Hirn einschalten.
Antworten	107	Reiner sagte am 12.9.2012 um 22:24 :
Hey! Wollen die Herren Geschlechtsgenossen echt gerade herausfinden, was sie alles tun und lassen können? Womit sie davonkommen können? Die öffentliche Diskussion dieses Urteils ist jedenfalls nicht relevant genug für so viele Kommentare und wird auch nicht mal empathisch geführt.
Denn wie steht die junge Frau da? …an deren Beispiel in sinnlosen Fallstudien Grauzonen mit mächtig Swagger männlich-dominant zurecht gelotet werden? Holt das Popcoen raus, heute stellen wir uns alle mal Sex als Vergewaltigung und umgekehrt vor! (…)
Das gilt natürlich nicht für alles hier Geschriebene. Aber der Umfang der Leserbriefzusendungen ist schon besonders hoch heute… Habt ihr alle Angst um eure (ungeborenen) Töchter oder argumentiert ihr aus der Perspektive eurer Frau? Warum schreiben hier so wenige Frauen mit? (…)
Antworten	108	Der Steuerzahler sagte am 12.9.2012 um 22:26 :
Deshalb kann langfristik nur der Umstieg auf eine Sexlose Gesellschaft helfen. Kinder werden nur noch im Reagenzglas gemacht. Die Fortflanzungsorgane gentechnisch so verändert, das keine direkte Paarung mehr möglich ist. Bis dahin sollten alle Sexualkontakte mit U28 Jährigen Grundsätzlich mit mindesten 10 jahren Haft geahndet werden, über Ü28 sollen dies nur dann Straffrei beleiben, wenn Sie in ein Vidioüberwachten Zimmer unter Aufsicht der Rechtsorgane stattfindet, nachdem zuvor beide vor eine Notar Ihren Willen dazu unter mindesten dem Beisein von 4 Zeugen erklärt haben.
Nur so kann den Ansprüchen von Alice-Schwarzer und alle Deutsche Betfrauen Rechnung getragen werden.
Antworten	109	Gambit sagte am 12.9.2012 um 22:27 :
@Mynnia: Und wo ist der Beweis, ob das Mädchen die Äußerung überhaupt getätigt hat? Vielleicht war es ja auch so, dass das Gericht und die Staatsanwaltschaft bei der Prüfung der Glaubwürdigkeit der Aussage des Mädchens nicht zu einer zweifelsfreien Beurteilung kamen, womit der Angeklagte sowieso freizusprechen wäre.
Antworten	110	Zero the Hero sagte am 12.9.2012 um 22:35 :
Andere Gerichte haben es schon anders gesehen.
Irgendwo in D ist mal wer wegen Vergewaltigung verknackt worden, obwohl das Opfer Nichtzustimmung weder verbal noch körperlich äußerte (“aus Angst in Duldungsstarre verfallen”).
Im hiesigen Fall hätte man zur Meinungsbildung im Gericht sitzen müssen, dann würde das Urteil wohl verständlicher werden. Ich gehe mal davon aus, daß eine Richterin liebend gerne einen Typen, der eine Minderjährige zwangsbegattet, dafür einlochen würde. Nur sie konnte es wahrscheinlich nicht wasserfest rechtssicher begründen.
Das wäre übrigens ein nettes Thema zur Genderforschung:
Durchschnittliche Strafhöhe nach Geschlecht von Richter und Angeklagten (Richter männlich, Angeklagte weiblich; Richter weiblich, Angeklagte weiblich; Richter weiblich, Angeklagter männlich und Richter/Angeklagter männlich).
Antworten	111	zf.8 sagte am 12.9.2012 um 22:36 :
Ob das Opfer Nichtzustimmung nach außen erklärt ist ja auch nicht Bestandteil des Tatbestandes.
Antworten	112	Ja-Sager sagte am 12.9.2012 um 22:37 :
@Torsten Gallus:
Dann wird sie eine mögliche aggressive Neigung des Mannes womöglich nicht weiter gestört haben.
Schade, dass dich nicht mal das gleiche Schicksal (egal, ob als Junge oder Mädchen) ereilt hat. Dann würdest Du evtl. nicht solchen Schwachfug schreiben.
Er hat seine Lebensgefährtin und eine weitere Frau aus der Wohnung geschmissen, damit er mit dem Mädchen rummachen konnte. Vorher war er wohl im Beisein des Mädchens noch nicht aggresiv, ab dem Zeitpunkt dann schon.
Und mal ganz ehrlich: Es soll auch Leute geben, die jemanden dermaßen einschüchtern können, dass sie vor Gericht alles sagen, was der Täter hören will. Bei solch einem gewalttätigen Kriminellen würde ich an Stelle des Mädchens auch berechtigte Angst um Leib und Leben haben, wenn ich gegen den aussagen müsste.
Antworten	113	Autolykos sagte am 12.9.2012 um 22:39 :
Guter Artikel. Alle anderen, die ich bisher gesehen habe, schimpfen mit Schaum vor dem Mund auf die Richterin und sind kurz davor, zu Lynchjustiz aufzurufen. Dabei ist der Fall alles andere als eindeutig, wenn man mal etwas Distanz dazu nimmt und kurz nachdenkt.
Nicht nur, dass es Aussage gegen Aussage steht, noch nicht einmal in der Version des Opfers ist das eine Vergewaltigung. Was soll da anderes bei rauskommen, als ein Freispruch?
Davon mal abgesehen ist der Tip, sich zu wehren, ein Guter. Die Täter wollen sich ja nicht prügeln (das könnten sie auch billiger haben), und ein Opfer das sich wehrt, verdirbt ihnen den ganzen Spaß. Wenn man über Waffen zur Selbstverteidigung nachdenkt, würde ich statt Pfefferspray allerdings ein Messer empfehlen. Auf diese Distanz gibt es nichts Effektiveres (rudimentäres Training vorausgesetzt – aber das braucht man mit jeder Waffe).
Antworten	114	Skreee sagte am 12.9.2012 um 22:44 :
@Gambit: “Der virtuelle Lynchmob?” Wo wird denn hier von irgendjemandem in irgendeiner Form Gewalt am Ex-Angeklagten gefordert?
Antworten	115	nickers sagte am 12.9.2012 um 22:45 :
Irgendwie nehmen die wenigsten zur Kenntniss und berücksichtigen, dass wir viel zu wenig über den Fall wissen und darum annehmen müssen, dass die Richterin mit dem Wissen das sie uns voraus hat gewichtige Gründe fand, um eine Vergewaltigung als nicht bewiesen anzusehen.
Das einzige worüber wir streiten können ist doch die unglückliche Formulierung “frau muss sich wehren”. Den ganzen Rest kennen wir nicht. Möglicherweise ergibt aber diese Formulierung im Gesamtkontext dann einen ganz anderen Sinn?
Antworten	116	Sinnfrei sagte am 12.9.2012 um 22:52 :
@Mynnia: Tatsache ist auf jeden Fall, dass “nein” nicht immer “nein” heißt (das kommt auch schon ein bisschen auf den Tonfall an). Außerdem weiß man gar nicht, wie laut sie es gesagt haben soll – ein Angetrunkener kann einen leise dahin gesagten Satz schnell mal überhören. Ein lautes Schreien, dass es auch vielleicht die Nachbarn hören, hätte vielleicht schon gereicht, um ihn zu erreichen, oder für eine spätere Verurteilung. Und in dem Fall hier scheint offensichtlich keine Nötigung vorzuliegen (sonst wäre der Mann ja verurteilt worden). Und es steht ja auch nirgendwo wer da eigentlich die Nacht durchzecht hat – Betrunken scheint das Mädel allem Anschein nach auch wohl nicht gewesen zu sein.
Antworten	117	joanna sagte am 12.9.2012 um 22:55 :
Die Frage zu dem Alter des Mädchens habe ich mir auch gestellt, aber Wikipedia klärt auf: de.wikipedia.org/wiki/Sch...lter#Schutzalter_16_Jahre
Wäre sie 14 Jahre gewesen, sähe es anders aus.
Antworten	118	Skreee sagte am 12.9.2012 um 22:56 :
Es wäre wirklich herzallerliebst, wenn sich manche mal informieren würden, wessen Julian Assange beschuldigt wird: u.a. Penetration in einer hilflosen Lage (im Schlaf), und Penetration gegen die körperliche Gegenwehr der Frau, also Taten, die meinem Verständnis nach auch in Deutschland als Vergewaltigung angesehen werden können. Wieso das jemand als “kranke Emanzengesetzgebung” ansieht, will ich, ganz ehrlich, nicht im Detail wissen.
Antworten	119	Sinnfrei sagte am 12.9.2012 um 22:56 :
Ach, und noch ein nicht unwichtiger Punkt: Die beiden Frauen sind gegangen – wenn das Mädel Angst gehabt hätte, hätte sie ja wohl versucht mit denen mit zu gehen? Also kann man wohl davon ausgehen, dass sie eher doch “ein bisschen rummachen” wollte, und es ihr nur dann irgendwann zu weit ging.
Antworten	120	Einervonvielen sagte am 12.9.2012 um 22:59 :
Ein Gewaltbereitschaft – also was für’n Typ der Kerl ist – kann man bei einem Menschen erkennen, wenn man mit ihm bekannt ist und sogar mit ihm feiert
Die junge Dame wird ihre Gründ gehabt haben, dass Sie die Nacht in der Wohnung bei diesem Typen verbringt. Vermutlich wollte sie mit ihm über die Sicherheit der Renten diskutieren. Oder sich bei den Hausaufgaben helfen lassen.
Antworten	121	wonko sagte am 12.9.2012 um 23:20 :
@Einervonvielen: Die junge Dame wird ihre Gründ gehabt haben, dass Sie die Nacht in der Wohnung bei diesem Typen verbringt.
Genau. Die hatte bestimmt auch einen kurzen Rock an. Die wollte das doch.
Antworten	122	Olli sagte am 12.9.2012 um 23:28 :
@A.t.: Tja un dich hatte schon mal Sex mit meiner Freundin obwohl ich auch mal vorher nein gesagt habe. Sagt nur genau so wenig was zu diesem einen Fall.
Antworten	123	A.t. sagte am 12.9.2012 um 23:41 :
das war geschmacklos…
Antworten	124	Ralf sagte am 12.9.2012 um 23:45 :
Puhh,starker Tobak,erstens frage ich mich,wie kann eine 15 jährige ohne entsprechende Begleitung die Nacht einfach so durchmachen und dann im Bett eines wahrscheinlich angetrunkenen zu landen…
Nächste Frage wäre,wer hat die Anzeige gestellt?Das Mädchen selber oder die entrüsteten Eltern.
Was mich auch stört ist,daß das Gericht einer 15jährigen vorwirft kein gewisses Verhalten,wie vom Gesetz gefordert an den Tag legen muß,damit Tatbestandsmerkmale erfüllt werden,dieses “Nein, das will ich nicht”,hätte für mich ausgereicht,das war eine eindeutige Willenserklärung die auch von dem Beschuldigten hätte erkannt werden können,müssen.
Wenn Täter bis zum 21.Lebensjahr nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden können,muß man so einem jungen Menschen auch gewisse Freiheiten in Bezug auf Verhalten und Artikulation zubilligen.
Es mag zwar nach den Buchstaben des Gesetzes geurteilt haben,es bleibt allerdings ein mehr als bitterer Nachgeschmack
Antworten	125	Marina sagte am 12.9.2012 um 23:45 :
Als Frau und Mutter einer erwachsenen Tochter habe ich mit dem Urteil, der Begründung dazu, aber auch mit der ganzen Situation (im Artikel nur kurz beschrieben) erhebliche Probleme:
15jährige, angetrunken? oder zum trinken verführt? von Mann, 31, bekannt(?) gewalttätig, folgt ihm in die Wohnung (?), in der noch zwei andere Frauen waren (fühlt sich deshalb sicher?), alle vielleicht enthemmt durch Alkohol/drogenkonsum.
Mann schickt (hörige?) ältere Frauen raus, um mit Teenager allein zu sein, verführt sie, sie widerspricht zaghaft.
In meinen Augen, trotz wenig Information, hat dieser Mann dennoch falsch gehandelt. Sich strafbar gemacht, wenn er eine Minderjährige alkoholisiert und zu Sex verführt.
Und dabei ist es m.E. unwichtig, ob sie Gegenwehr leistet.
Antworten	126	Stadler sagte am 12.9.2012 um 23:45 :
Glaube, dass der Zeitungsartikel diese Schlussfolgerung nicht unbedingt zulässt. Denn § 177 Abs. 1 Nr. 3 StGB soll gerade die Fälle erfassen, in denen jemand starr vor Schreck ist und sich deshalb nicht wehrt. Außerdem haben wir hier auch noch § 182 StGB.
Die Schilderung in dem Zeitungsartikel schließt eine Strafbarkeit nicht zwingend aus. Aber ich bin aus Erfahrung sehr vorsichtig, was Zeitungsberichte von Gerichtsverhandlungen betrifft. Leider hat keiner von uns die Beweisaufnahme verfolgt, weshalb sich der Sachverhalt nicht wirklich abschließend beurteilen lässt.
Antworten	127	wonko sagte am 12.9.2012 um 23:45 :
@A.t.: nein, nur dumm
Antworten	128	Marina sagte am 12.9.2012 um 23:53 :
@Sinnfrei: “”ein bisschen rummachen” wollte, und es ihr nur dann irgendwann zu weit ging.”
Als es ihr zu weit ging, sagte sie Nein. Das muss ein Mann akzeptieren. Auch wenn er besoffen ist. Nein = Nein. Trotzdem weitermachen ist Vergewaltigung.
Antworten	129	Chris sagte am 13.9.2012 um 00:16 :
Allein mit ihr in seiner Wohnung versetzte er der Geschädigten aus Ärger über

References: §182
 §182
 BGH 
 § 177
in dubio
 § 177
 § 177
 § 182