Source: http://www.verwaltung.uni-halle.de/KANZLER/ZGST/ABL/1999/99'1'05.HTM
Timestamp: 2018-01-23 16:01:32+00:00

Document:
9. Jahrgang, Nr. 1 vom 2. Februar 1999, S. 6
Habilitationsordnung der Landwirtschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
zur Erlangung des Grades eines "Dr.agr.habil."
§ 8 Schriftliche Habilitationsleistungen
§ 17 Ruhen der Lehrbefugnis
§ 18 Umhabilitierung
Aufgrund des § 24 Abs. 4 sowie der §§ 77 Absatz 3 Nr. 11 und 88 Absatz 2 Nr. 1 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt vom 07.10.1993 (GVBl. LSA S. 614) hat die Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg die folgende Habilitationsordnung als Satzung erlassen.
Alle in dieser Ordnung in der männlichen Form verwendeten Amts-, Status-, Funktions- und Berufsbezeichnungen gelten entsprechend in der weiblichen Form.
nachweist, daß er mindestens drei Jahre nach dem Erwerb des Doktorgrades in dem Wissenschaftsgebiet, für das er die Lehrbefähigung anstrebt, wissenschaftlich und in der Lehre tätig war.
Vorlage einer Habilitationsschrift in der Regel in deutscher Sprache;
einer erfolgreichen Verteidigung der Habilitationsschrift und
eines öffentlichen wissenschaftlichen Vortrages in der Regel in deutscher Sprache mit anschließender Diskussion.
(1) Das Gesuch um Zulassung zur Habilitation ist schriftlich beim Dekan der Fakultät einzureichen. In ihm ist das Fach oder Fachgebiet anzugeben, für welches der Bewerber die Anerkennung der Lehrbefähigung anstrebt. Dem Gesuch sind beizufügen:
Urkunden und Nachweise über die Voraussetzungen gemäß § 2,
eine Habilitationsschrift in fünf Exemplaren im A4-Format mit der Versicherung, daß der Bewerber diese Habilitationsleistung selbständig verfaßt und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt hat. Sie sollte nicht mehr als 150 Textseiten umfassen. Außerdem sind 70 Exemplare der Thesen (5-8 Seiten) abzugeben.
ein vollständiges Verzeichnis der wissenschaftlichen Veröffentlichungen des Bewerbers, nach Möglichkeit unter Beifügung von mindestens 5 Sonderdrucken,
Vorschläge für die Gutachter (§ 7),
drei Vorschläge für das Thema des zu haltenden Vortrages.
(5) Das Habilitationsverfahren soll am Ende des auf die Einreichung des Gesuches folgenden Semesters abgeschlossen sein.
(1) Wenn ein Habilitationsgesuch bei der Fakultät eingereicht und die Voraussetzungen eines ordnungsgemäßen Gesuchs erfüllt sind, wird ein Habilitationsausschuß vom Dekan der Fakultät einberufen.
(2) Der Habilitationsausschuß setzt sich aus den habilitierten Mitgiedern des Fakultätsrates zusammen. Alle weiteren Professoren, Hochschul- und Privatdozenten der Fakultät können dem Dekan der Fakultät gegenüber ihre Mitgliedschaft in dem Habilitationsausschuß erklären. Der Dekan ist Vorsitzender; er kann den Vorsitz an einen Professor delegieren.
(4) Der Habilitationsausschuß ist beschlußfähig, wenn die Sitzung ordnungsgemäß einberufen wurde und geleitet wird und mindestens die Hälfte seiner Mitglieder gemäß Abs. 2 Satz 1 anwesend ist. Der Habilitationsausschuß beschließt mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Dekans oder seines Vertreters.
(1) Wird die fachliche Zuständigkeit festgestellt, so wird vom Habilitationsausschuß zur weiteren Behandlung des Habilitationsgesuches eine Habilitationskommission gebildet. Der Habilitationskommission gehören mindestens vier Mitglieder des Habilitationsausschusses an, darunter der Dekan oder ein von ihm bestellter Vertreter als Vorsitzender sowie mindestens drei Berichterstatter.
(2) Zu Mitgliedern der Habilitationskommission können nur Professoren, Hochschul- und Privatdozenten bestellt werden. Wenn es der Habilitationsausschuß mit Rücksicht auf das Fach oder Fachgebiet des Bewerbers für erforderlich hält, können einer oder mehrere zusätzliche Berichterstatter aus einer anderen Fakultät der Martin-Luther-Universität oder aus einer anderen gleichgestellten Hochschule bestellt werden. § 5 Abs. 4 gilt entsprechend.
(2) Wird die Eröffnung des Habilitationsverfahrens beschlossen, so legt der Habilitationsausschuß gleichzeitig das Fach oder Fachgebiet fest, für welches die Lehrbefähigung festgestellt werden soll.
(1) Die Habilitationsschrift muß dem Fachgebiet entstammen, für welches der Bewerber die Anerkennung der Lehrbefähigung anstrebt. Die Habilitationsschrift muß selbständig erarbeitet sein, einen wesentlichen Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt darstellen und erkennen lassen, daß sich der Bewerber für wissenschaftliche Forschungstätigkeit qualifiziert hat.
(2) Über die Habilitationsschrift ist durch drei Angehörige der Gruppe der Professoren, von denen mindestens einer nicht der verleihenden Hochschule angehören darf, jeweils ein schriftliches Gutachten innerhalb von 3 Monaten zu erstellen, aus dem hervorgehen muß, ob die schriftliche Leistung den an eine Habilitation zu stellenden Anforderungen entspricht.
(3) Die Habilitationsschrift und die Gutachten liegen 14 Tage im Dekanat zur Einsichtnahme aus. Einsichtsberechtigt sind alle habilitierten Mitglieder der Fakultät. Sie werden vom Dekan darüber unterrichtet, daß die Unterlagen zur Einsichtnahme ausliegen. Jeder Einsichtsberechtigte kann binnen acht Tagen nach Ende dieser Frist schriftlich zur Habilitationsschrift und den Gutachten Stellung nehmen.
(4) Aufgrund der abgegebenen Gutachten und Stellungnahmen beschließt der Habilitationsausschuß über die Annahme der Habilitationsschrift und die Fortsetzung des Habilitationsverfahrens oder die Ablehnung der Arbeit.
(1) Die mündliche Prüfung besteht aus der Verteidigung der Habilitationsschrift und aus einem öffentlichen Vortrag mit anschließender Diskussion.
(2) In der Verteidigung hält der Kandidat über seine Habilitationsschrift einen 30minütigen Vortrag. Daran schließt sich eine etwa einstündige Disputation an.
(3) Nach Annahme der Habilitationsschrift wird vom Habilitationsausschuß aus drei Vorschlägen des Bewerbers das Thema für den Öffentlichen Vortrag ausgewählt. Der wissenschaftliche Vortrag soll ein Thema des Faches oder Fachgebietes behandeln, für das die Lehrbefähigung angestrebt wird. Der Habilitationsausschuß kann weitere Themenvorschläge vom Bewerber verlangen. Das ausgewählte Thema und der Termin sind dem Bewerber mindestens zwei Wochen vor der Verteidigung mitzuteilen.
(4) Der Dekan lädt alle Professoren, Hochschul- und Privatdozenten und habilitierte Mitglieder der Fakultät sowie die nicht der Fakultät angehörenden Mitglieder der Habilitationskommission zur mündlichen Prüfung ein. Verteidigung und Vortrag können auf Vorschlag des Habilitationsausschusses und mit Zustimmung des Habilitanden fakultäts- oder unversitätsöffentlich abgehalten werden.
(5) Der öffentliche wissenschaftliche Vortrag soll 45 Minuten dauern. Im Anschluß daran findet unter der Leitung des Dekans mit dem Bewerber eine Diskussion statt. Darin soll der Bewerber nachweisen, daß er die wissenschaftlichen Grundlagen seines Faches beherrscht. Fragerecht haben nur Professoren, Hochschul- und Privatdozenten und habilitierte Mitglieder.
(6) Unmittelbar nach dem Ende der mündlichen Prüfung stellen der Habilitationsausschuß und die Habilitationskommission unter Ausschluß der übrigen Zuhörer durch gemeinsamen Beschluß fest, ob die mündliche Habilitationsleistung unter fachlichen und didaktischen Gesichtspunkten den Erfordernissen genügt. § 5 Abs. 4 gilt entsprechend.
(7) Wird die mündliche Habilitationsleistung nach Abs. 4 als nicht den Anforderungen entsprechend bewertet, so ist das Habilitationsverfahren beendet. Der Dekan teilt dies dem Bewerber schriftlich mit. § 8 Abs. 5 Satz 3 gilt entsprechend.
(2) Mit der Habilitation wird der akademische Grad eines habilitierten Doktors in der Weise verliehen, daß dem bereits verliehenen Doktorgrad die Abkürzung "habil." angefügt wird. Weicht das Fach der Habilitation von dem der Promotion ab, so ist dies durch einen entsprechenden Zusatz kenntlich zu machen (z.B. Dr.rer.nat.agr.habil.).
(3) Mit der Verleihung des Grades Dr. agr. habil. wird die Lehrbefugnis zuerkannt.
Vorname und Name, Geburtstag und -ort, sowie Doktorgrad,
die Unterschrift des Dekans und des Rektors,
Veröffentlichen der Habilitationsschrift
(1) Von der ungekürzten Fassung der Habilitationsschrift sind innerhalb von 6 Wochen unentgeltlich mindestens 50 Exemplare (im Format A5) mit eingebundenen Thesen einzureichen. Sie müssen ein besonderes Titelblatt besitzen, aus dem Titel, Verfasser, die Namen der Gutachter, das Habilitationsdatum sowie der Name des Dekans, unter dessen Amtszeit das Habilitationsverfahren durchgeführt wurde, ersichtlich sind.
(1) Das Habilitationsverfahren kann nur einmal, und zwar frühenstens ein Jahr nach der Ablehnung eines Habilitationsgesuches oder nach einem gescheiterten Habilitationsverfahren wiederholt werden. Die Zulassung zur Wiederholung bedarf eines Beschlusses, der mit Zweidrittelmehrheit der stimmberechtigten Mitglieder des neu einzusetzenden Habilitationsausschusses zu fassen ist.
(1) Die Habilitation wird aufgehoben, wenn sich herausstellt, daß sie mit unlauteren Mitteln erlangt worden ist. Die Entscheidung hierüber trifft der gemäß § 5 einzuberufende Habilitationsausschuß. Die Entscheidung erfolgt unter Beachtung des Verwaltungsverfahrensgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt vom 18.08.1993 (GVBl. LSA S. 412).
(2) Die Habilitation erlischt mit der Entziehung des ihr zugrunde liegenden Doktorgrades. Bei der Entziehung eines dem Doktorgrad gleichwertigen akademischen Grades einer ausländischen Hochschule kann die Habilitation aberkannt werden. Die Entscheidung hierfür trifft ein gemäß § 5 einzusetzender Habilitationsausschuß.
(1) Mit der Zuerkennung der Lehrbefugnis gemäß § 10 Abs. 3 ist das Recht zur Führung der Bezeichnung "Privatdozent" verbunden. Dies gilt nicht nach einer Umwandlung des Grades "Dr. der Wissenschaften" (Dr. sc.) in den Grad "doctor habilitatus" gemäß § 119 Hochschulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt vom 07.10.1993 (GVBl. LSA S. 614). Das Recht zur Führung der Bezeichnung "Privatdozent" kann in diesen Fällen nur nach einer Qualifikationsfeststellung verliehen werden.
(3) Privatdozenten sollen im Rahmen ihrer Lehrbefugnis eine Lehrtätigkeit von mindestens zwei Semesterwochenstunden ausüben. Über Ausnahmen entscheidet der Fakultätsrat.
(4) Auf Antrag können Privatdozenten vom Fakultätsrat von der Vorlesungsverpflichtung bis zu zwei Jahren beurlaubt werden; in besonders begründeten Fällen ist eine weitere Beurlaubung zulässig.
(1) Der Privatdozent kann beantragen, seine Lehrbefugnis auf weitere Fachgebiete, die in die Zuständigkeit der Fakultät fallen, zu erweitern.
(3) Der Habilitationsausschuß setzt entsprechend § 6 zur Entscheidung über den Antrag eine Habilitationskommission ein. Diese kann von Vortrag, Kolloquium und Antrittsvorlesung absehen.
(4) Der Dekan bestätigt die Erweiterung in einer Urkunde, die § 10 Abs. 5 entspricht.
(1) Beantragt ein Privatdozent, der an einer anderen wissenschaftlichen Hochschule habilitiert ist, seine Umhabilitation an die Landwirtschaftliche Fakultät der Martin-Luther-Universität, setzt der Habilitationsausschuß entsprechend § 6 eine Habilitationskommission ein.
(2) Sie entscheidet über die Anrechnung früher erbrachter Habilitationsleistungen. Unbeschadet des Erlasses einzelner oder aller Leistungen bleibt der Privatdozent verpflichtet, eine öffentliche Antrittsvorlesung gemäß § 15 Abs. 2 Satz 2 zu halten.
(3) Der Umhabilitierte erhält gemäß § 15 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 die Rechtsstellung eines Privatdozenten an der Landwirtschaftlichen Fakultät. Er verzichtet auf die bisherige Lehrbefugnis.
bei Widerruf der Mitgliedschaft zur Hochschule nach Verhängung einer Ordnungsmaßnahme. Mit dem Erlöschen der Lehrbefugnis erlischt das Recht zur Führung der Bezeichnung "Privatdozent".
Dem Habilitierten bzw. Privatdozenten steht innerhalb eines Jahres nach Abschluß des Verfahrens das Recht auf Akteneinsicht zu.
Die vorstehende Ordnung tritt nach Genehmigung durch den Minister für Wissenschaft und Forschung am Tage ihrer Veröffentlichung durch die Universität in Kraft.
Halle (Saale), den 10.06.1994
Prof.Dr.Dr. Gunnar Berg
Ausgefertigt aufgrund der Beschlüsse des Rates der Fakultät vom 17.05.1994 und des Senats der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg vom 08.06.1994 . Vom Kultusministeriumsdes Landes Sachsen-Anhalt am 27.07.1994 genehmigt.

References: § 8

§ 17

§ 18
 § 24
 § 2
 § 5
 § 5
 § 8
 § 5
 § 5
 § 10
 § 119
 § 6
 § 10
 § 6
 § 15
 § 15