Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20186,%20345
Timestamp: 2019-08-20 10:54:46+00:00

Document:
BGH, 22.07.2010 - VII ZR 246/08 - dejure.org
https://dejure.org/2010,671
BGH, 22.07.2010 - VII ZR 246/08 (https://dejure.org/2010,671)
BGH, Entscheidung vom 22.07.2010 - VII ZR 246/08 (https://dejure.org/2010,671)
BGH, Entscheidung vom 22. Juli 2010 - VII ZR 246/08 (https://dejure.org/2010,671)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2010,671) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB §311 b Abs. 1 Satz 1
Beurkundungsbedürftigkeit eines Bauvertrages trotz Abschluss vor dem Grundstückskaufvertrag - Rücktrittsrecht steht rechtlicher Einheit nicht entgegen
Beurkundungsbedürftigkeit eines Bauvertrags nach § 311b Abs. 1 S. 1 BGB bei Bildung einer rechtlichen Einheit mit einem Vertrag über den Erwerb eines Grundstücks; Beurkundungsbedürftigkeit eines Bauvertrags ohne eine wechselseitige Abhängigkeit vom Grundstückskaufvertrag; Beurkundungsbedürftigkeit eines vor Abschluss des Grundstückkaufvertrags geschlossenen Bauvertrags bei fehlender Identität der Parteien
Beurkundungsbedürftigkeit des Bauvertrags in Zusammenhang mit dem Erwerb des zu bebauenden Grundstücks
Beurkundungsbedürftigkeit eines mit Grundstückskauf gekoppelten Bauvertrages; wechselseitige Abhängigkeit von Grundstückserwerb und Bauvertrag; fehlende Identität der Vertragsparteien; zeitlich vorgeschalteter Bauvertrag; Formzwang bei rechtlicher Einheit; Kopplung von Verträgen
Zur Beurkundungsbedürftigkeit eines Bauvertrags, der mit einem Vertrag über den Erwerb eines Grundstücks eine rechtliche Einheit bildet
Wann ist Bauvertrag beurkundungspflichtig?
Zur Frage, wann ein Bauvertrag mit einem Grundstückskaufvertrag eine rechtliche Einheit bildet und dadurch der Bauvertrag beurkundungsbedürftig wird
Grundstückserwerb und Bau: Muss auch Bauvertrag notariell beurkundet werden? (IBR 2010, 570)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.07.2010, Az.: VII ZR 246/08 (Beurkundungsbedürftigkeit eines Bauvertrages trotz Abschluss vor dem Grundstückskaufvertrag)" von RA/FASteuerR/Notar Dr. Klaus-R. Wagner, original erschienen in: NZBau 2011, 155 - 156.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.07.2010, Az.: VII ZR 246/08 (Beurkundungseinheit)" von Not. Dr. Roland Suppliet, original erschienen in: NotBZ 2010, 402 - 403.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.07.2010, Az.: VII ZR 246/08 (Beurkundungsbedürftigkeit des Bauvertrags in Zusammenhang mit dem Erwerb des zu bebauenden Grundstücks)" von Notar Prof. Dr. Maximilian Zimmer, original erschienen in: ZfIR 2011, 19 - 21.
LG Hildesheim, 09.04.2008 - 5 O 154/07
OLG Celle, 06.11.2008 - 6 U 67/08
BGHZ 186, 345
MDR 2010, 1313
DNotZ 2011, 196
NZBau 2011, 154
WM 2010, 1817
BauR 2010, 1754
ZfBR 2010, 776
Sind die Verträge allerdings nicht wechselseitig voneinander abhängig, kommt eine Ausdehnung des Formerfordernisses des § 311b Abs. 1 Satz 1 BGB auf den Bauvertrag nur in Betracht, wenn das Grundstücksgeschäft vom Bauvertrag abhängt (BGH, Urteile vom 13. Juni 2002 - VII ZR 321/00 -, BauR 2002, 1541 und vom 22. Juli 2010 - VII ZR 246/08 -, BGHZ 186, 345 ff.).
Die Frage der Formbedürftigkeit ist von der zeitlichen Abfolge der Verträge nicht abhängig und kann auch dann vorliegen, wenn beide Verträge nicht in einer Urkunde enthalten sind, sondern nacheinander geschlossen werden (BGH, Urteile vom 13. Juni 2002 - VII ZR 321/00 -, BauR 2002, 1541 und vom 22. Juli 2010 - VII ZR 246/08 -, BGHZ 186, 345 ff.).
Für den Fall, dass wie hier der Bauvertrag vor dem Grundstückskaufvertrag geschlossen wird, hat der Bundesgerichtshof die nachfolgenden weiteren Grundsätze aufgestellt (BGH, Urteil vom 22. Juli 2010 - VII ZR 246/08 -, BGHZ 186, 345 ff.):.
Auch dies erhellt, dass die Klägerin als Bauunternehmerin vermittelt durch den Zeugen P mit der Reservierung des Grundstücks in O mit der Flurstücknummer 7105 auf den Namen des Zeugen "maßgeblichen Einfluss auf die Durchführung des Kaufvertrages" gehabt hätte (vgl. BGH, Urteil vom 22. Juli 2010 - VII ZR 246/08 -, juris, Rn. 11), hätten die Beklagten keinen "Rückzieher" gemacht.
Sind die Verträge allerdings nicht wechselseitig voneinander abhängig, kommt eine Ausdehnung des Formerfordernisses des § 311b Abs. 1 Satz 1 BGB auf den Bauvertrag nur in Betracht, wenn das Grundstücksgeschäft vom Bauvertrag abhängt (BGH, Urteil vom 13. Juni 2002 - VII ZR 321/00 - BauR 2002, 1541 = NZBau 2002, 502 = ZfBR 2002, 777 BGH, Urteil vom 22. Juli 2010 - VII ZR 246/08 - BGHZ 186, 345 ff.).
Die Frage der Formbedürftigkeit ist von der zeitlichen Abfolge der Verträge nicht abhängig und kann auch dann vorliegen, wenn beide Verträge nicht in einer Urkunde enthalten sind, sondern nacheinander geschlossen werden (BGH, Urteil vom 13. Juni 2002 - VII ZR 321/00 - BauR 2002, 1541 = NZBau 2002, 502 = ZfBR 2002, 777 ; BGH, Urteil vom 22. Juli 2010 - VII ZR 246/08 - BGHZ 186, 345 ff.).
bb) Für den Fall, dass wie hier der Bauvertrag vor dem Grundstückskaufvertrag geschlossen wird, hat der Bundesgerichtshof die nachfolgenden weiteren Grundsätze aufgestellt (BGH, Urteil vom 22. Juli 2010 - VII ZR 246/08 - BGHZ 186, 345 ff.):.
(vergleiche BGH, Urteil vom 22. Juli 2010 - VII ZR 246/08 -, BGHZ 186, 345-350).
Das Landgericht habe sich weiter nicht hinreichend mit der Formbedürftigkeit des angeblichen Schuldbeitritts gem. § 311 b Abs. 1 S. 1 BGB auseinandergesetzt, obwohl nach einem Urteil des BGH vom 22.07.2010 (VII ZR 246/08) eine Beurkundungspflicht für grundsätzlich formfreie Geschäfte dann bestehe, wenn sie mit dem Erwerb eines Grundstücks eine rechtliche Einheit bildeten.
Eine notarielle Beurkundung eines an sich formlos gültigen Rechtsgeschäfts erfordernder Zusammenhang mit einem Grundstückskaufvertrag liegt vor, wenn die Vereinbarungen nach dem Willen der Parteien derart voneinander abhängig sind, dass sie miteinander "stehen und fallen" sollen (BGH vom 22.07.2010, VII ZR 246/08;… Palandt/Grüneberg, BGB, 71. Aufl. 2012, § 311 b Rn 32 m.w.N.).
Ein hinreichender Grund, die weitere Vereinbarung zum Gegenstand der notariellen Aufklärung, der Beratung und des Urkundsbeweises zu machen, besteht deshalb nicht (BGH vom 26.11.1999, V ZR 251/98; BGH vom 13.06.2002, VII ZR 321/00; BGH vom 22.07.2010, VII ZR 246/08).
Ein weiteres Indiz für einen Verknüpfungswillen der Parteien kann auch daraus folgen, dass der Bauunternehmer eine Einflussmöglichkeit auf die Durchführung des Kaufvertrages hat, im umgekehrten Fall spricht dies eher gegen einen entsprechenden Willen (BGHZ 186, 345).

References: §311
 § 311
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 311
 § 311
 § 311
 BGH 
 § 311
 BGH 
 BGH