Source: http://www.internet-strafrecht.com/cybercrime_thema/erpressung/
Timestamp: 2017-03-23 08:14:16+00:00

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Erpressung | Cybercrime & IT-Strafrecht | IT-Strafrecht & Cybercrime: Rechtsanwalt Ferner zum Internet-Strafrecht
Schlagwort: Erpressung	Veröffentlicht am 25. Februar 2017Digitale Erpressung	Die digitale Erpressung ist nur ein technisierter Begriff, der strafrechtlich auf eine hergebrachte Erpressung entsprechend §253 StGB hinaus läuft. Typisch ist hierbei der Einsatz von Ransomware um Benutzer blockierter Systeme zur Zahlung von Geld zu verleiten. Da die Erpressung in einem besonders schweren Fall bereits mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr, etwa bei gewerbsmäßiger Begehung, bewehrt ist, sollte dieses Verhalten nicht unterschätzt werden.
Veröffentlicht am 25. Februar 2017Schadsoftware – Malware	Ganz allgemein ausgedrückt ist von Schadsoftware (Schadprogramm oder auch Malware dann die Rede, wenn es um Computerprogramme geht, die mit der (primören) Zielrichtung entwickelt wurden, um schädliche oder zumindest unerwünschte Funktionen auf einem System auszuführen.
Veröffentlicht am 19. Februar 2016Virus: Trojaner Locky	Für immer mehr Unsicherheit sorgt der Trojaner “Locky”, der nach einiger Wartezeit Dateien auf dem eigenen Rechner verschlüsselt und zur Zahlung auffordert, um eine Entschlüsselung zu erreichen.Bei dem Verhalten handelt es sich um ein offenkundig strafbares Verhalten: Zum einen liegt mindestens eine versuchte Erpressung vor (§253 StGB) aber auch eine strafbare Datenveränderung die bereits im Verschlüsseln der Dateien zu erkennen ist (§303a Abs.1 StGB). Da von einem koordinierten Handeln auszugehen ist, wird jedenfalls das Merkmal der gewerbsmäßigkeit kein Problem darstellen, so dass eine Freiheitsstrafe von mindestens 1 Jahr im Raum steht.Es gibt angesichts solcher Bedrohungen, die in Zukunft zunehmen dürften, vor allem einen Rat: Sauber getrennte und laufend aktuell gehaltene Backups auf externen Datenträgern. Unternehmen die gehackt wurden finden einen speziellen Beitrag von mir dazu; grundsätzlich sei ohnehin geraten, von Zahlungen Abstand zu nehmen. Es bleibt insbesondere abzuwarten, ob sich nicht nach einer gewissen Wartezeit ein Tool ergibt, dass die Verschlüsselung wieder rückgängig machen kann, dies wäre nicht das erste Mal in einem solchen Fall.Links dazu:Bericht bei HeiseBericht bei SPONBericht bei SüdkurierBericht des BSI
Veröffentlicht am 24. September 20129. Oktober 2015Entwenden von Mobiltelefon alleine zum Löschen von Daten kein Raub	Der Bundesgerichtshof (3 StR 392/11) hatte sich mit dem widerrechtlichen Entwenden eines Handys zu beschäftigen. Jemand hatte einem Dritten das Handy gegen dessen Willen abgenommen, alleine getragen von dem Willen, sich darauf befindliche Fotos kopieren zu können. Das Landgericht hatte hier ursprünglich einen Raub (§249 I StGB) erkannt, was vom BGH aufgehoben wurde.Hintergrund ist, dass der Tatbestand des Raubes erfordert, eine fremde bewegliche Sache (hier: das Handy) wegzunehmen, “um die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen”. Das Problem hier ist die Frage, ob tatsächlich eine “Zueignung” vorliegt. Das ist gerade deswegen fraglich, weil derjenige der sich hier das Handy zweitweise aneignet, dies nur tut, um Zugriff auf die Daten zu erlangen. Um das Handy selbst geht es ihn gar nicht. Beim BGH liest sich das dann so:Es fehlt an dem für eine Aneignung erforderlichen Willen des Täters, den Bestand seines Vermögens oder den eines Dritten zu ändern, wenn er das Nötigungsmittel nur zur Erzwingung einer Gebrauchsanmaßung einsetzt (Fischer, StGB, 59. Aufl., § 249 Rn. 19a) oder wenn er die fremde Sa- che nur wegnimmt, um sie “zu zerstören”, “zu vernichten”, “preiszugeben”, “wegzuwerfen”, “beiseite zu schaffen”, “zu beschädigen”, sie als Druckmittel zur Durchsetzung einer Forderung zu benutzen oder um den Eigentümer durch bloßen Sachentzug zu ärgern […]Auch eine räuberische Erpressung scheidet letztlich mit dem BGH zu Recht aus, da keine Bereicherung(sabsicht) zu erkennen ist.Das Ergebnis ist gleichwohl keine straflosigkeit, sondern vielmehr eine Strafbarkeit wegen Nötigung (§240 I StGB). Die Unterscheidung ist nicht ohne Belang, handelt es sich hierbei doch um vollkommen unterschiedliche Strafrahmen, so dass im Ergebnis für ein solches Verhalten eine angemessene Strafe im unteren Bereich zu erkennen sein wird.Hinweis: Hier ging es um das widerrechtliche Wegnehmen eines Handys. Konkret hat jemand Fotos gesucht als “Beweis” für eine Beziehung zwischen seiner Schwester und einem Dritten. Die Frage der Strafbarkeit wird dann anders zu bewerten sein, wenn jemand ein Handy an sich nimmt um mit berechtigtem Interesse darin nach Inhalten zu suchen! Wer etwa wirklich widerrechtlich Fotografiert wurde und Sorge haben muss, das bis zur Durchsetzung des Löschungsanspruchs das Foto längst im Internet verteilt wurde, kann sich u.a. auf §229 BGB berufen. Wenn er dies erfolgreich tut, wäre er rechtfertigt und die Frage nach der Strafbarkeit würde sich auf diesem Wege lösen. Allerdings wird dies immer eine sehr schwierige Gratwanderung sein, gerade bei der Frage der Widerrechtlichkeit der Aufnahme. Hier kommt dem Betroffenen §17 StGB zu Gute, der bei einer Unvermeidbarkeit des Irrtums eine Straflosigkeit normiert.

References: §253
 BGH 
 BGH 
 § 249
 BGH 
 §229
 §17