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Timestamp: 2019-08-20 03:28:41+00:00

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V. Versicherungsabschnitte – Meldeverfahren / 13 Geringfügige Beschäftigung | TVöD Office Professional | Öffentlicher Dienst | Haufe
Seit dem 1.1.2003 sind auch geringfügig Beschäftigte i. S. § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV in der Zusatzversorgung zu versichern. Dies gilt nicht für sog. kurzfristig Beschäftigte i.S. § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV (vgl. Teil II 4.1.2).
Im Rahmen der steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Behandlung ist danach zu unterscheiden, ob es sich bei der geringfügigen Beschäftigung um ein erstes Beschäftigungsverhältnis handelt oder um eine weitere Beschäftigung (neben einer ersten).
Handelt es sich bei der geringfügigen Beschäftigung nicht um das erste Dienstverhältnis, können Umlagen nicht nach § 3 Nr. 56 EStG steuerfrei gestellt und nicht nach § 40 b EStG pauschal versteuert werden. Beiträge sind nicht nach § 3 Nr. 63 EStG steuer- und sozialabgabenfrei. Somit sind Umlagen und Beiträge individuell zu versteuern.
Ist die geringfügige Beschäftigung zwar nicht das erste Dienstverhältnis, aber der erste Minijob, so können das Arbeitsentgelt, die Umlagen und Zusatzbeiträge mit Pauschalabgaben (2 % Pauschalsteuer, 13 % Krankenversicherung und 15 % Rentenversicherung) nach § 40 a Abs. 2 EStG belegt werden, sofern die Summe aus Arbeitsentgelt und Umlagen und Beiträge die monatliche Grenze von 450,00 EUR nicht übersteigt.
Nach § 19 Abs. 1 Nr. 3 EStG gelten Umlagen und Zusatzbeiträge einkommensteuerrechtlich als steuerpflichtiger Arbeitslohn, die nur in einem ersten Dienstverhältnis (Stkl. I-V) nach § 40 b EStG pauschal versteuert (Umlagen) bzw. nach § 3 Nr. 56 EStG (Umlagen) oder § 3 Nr. 63 EStG (Beiträge) steuerfrei gestellt werden dürfen. Handelt es sich steuerrechtlich also um ein zweites oder weiteres Dienstverhältnis, so können die Aufwendungen weder pauschal versteuert oder steuerfrei gestellt werden, mit der Folge, dass es sich um steuerpflichtigen Arbeitslohn handelt. Steuerpflichtiger Arbeitslohn gilt generell auch als sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn, mit der Folge, dass für die Prüfung, ob ein geringfügiges Arbeitsverhältnis vorliegt, bei steuerrechtlich zweiten oder weiteren Arbeitsverhältnissen die Summe aus Arbeitslohn, Umlagen und Zusatzbeiträgen zu ermitteln ist.
Die folgenden Beispiele zeigen die Besonderheiten auf:
Beispiel 1 Einziges Arbeitsverhältnis als geringfügige Beschäftigung
Sachverhalt Ein Beschäftigter übt nur eine geringfügige Beschäftigung aus.
Lösung Die Umlagen aus dem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis werden nach § 3 Nr. 56 EStG steuerfrei gezahlt, der Zusatzbeitrag ist nach § 3 Nr. 63 EStG steuer- und sozialversicherungsfrei. Dem steuerpflichtigen und dem sozialversicherungspflichtigen Bruttoentgelt sind keine Beträge hinzuzurechnen.
Monatlicher Verdienst 325,00 EUR
steuerrechtliche Behandlung der Umlage (3,75 %)
325,00 EUR × 3,75 % = 12,19 EUR
Die Umlage kann komplett steuerfrei gezahlt werden, da der Grenzbetrag nach § 3 Nr. 56 EStG (2019: 1.608,00 EUR) nicht ausgeschöpft ist.
sozialversicherungsrechtliche Behandlung der Umlage (3,75 %)
Die Summe aus steuerfreien und pauschal versteuerten Umlagen, höchstens jedoch 100,00 EUR, ist durch den Umlagesatz zu teilen. Aus diesem Betrag sind 2,5 % nach der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) zu ermitteln. Das Ergebnis ist um 13,30 EUR zu vermindern.
Steuerfreie Umlage : 12,19 EUR
Pauschal versteuerte Umlage: 0,00 EUR
Summe 12,19 EUR (max. 100,00 EUR)
12,19 EUR : 3,75 % = 325,00 EUR
325,00 EUR × 2,5 % = 8,13 EUR
8,13 EUR ./. 13,30 EUR = 0,00 EUR = Hinzurechnungsbetrag
1.1.2018 31.12.2018 01 10 11 3.900,00 146,25
1.1.2018 31.12.2018 01 20 01 3.900,00 156,00
Beispiel 2 Eine geringfügige Beschäftigung neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung; Arbeitsentgelt + Umlagen und Beiträge < 450,00 EUR monatlich
Sachverhalt Ein Beschäftigter übt neben einer Hauptbeschäftigung eine geringfügige Beschäftigung aus.
Lösung Da es sich bei dem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis nicht um das erste Dienstverhältnis handelt, können die Umlagen aus dem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis nicht nach § 3 Nr. 56 EStG steuerfrei gestellt und nicht pauschal nach § 40 b EStG versteuert werden. Der Zusatzbeitrag kann ebenfalls nicht nach § 3 Nr. 63 EStG steuer- und sozialversicherungsfrei gestellt werden. Da es sich aber um den ersten geringfügigen Minijob handelt, können das Arbeitsentgelt und die Umlagen und Beiträge mit Pauschalabgaben (2 % Pauschalsteuer, 13 % Krankenversicherung und 15 % Rentenversicherung) nach § 40 a Abs. 2 EStG belegt werden, sofern die Summe aus Arbeitsentgelt und Umlagen und Beiträge die monatliche Grenze von 450,00 EUR nicht übersteigt.
z. B. monatlicher Verdienst 325,00 EUR
Daraus Umlagen und Beiträge (3,75 % + 4 %) 25,19 EUR
Summe: 325,00 EUR + 25,19 EUR = 350,19 EUR
Die Summe 350,19 EUR liegt unter 450,00 EUR monatlich.

References: § 8
 § 8
 § 3
 § 40
 § 3
 § 40
 § 19
 § 40
 § 3
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 § 40
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