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Timestamp: 2019-05-26 04:23:51+00:00

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BGH, 27.11.1974 - VIII ZR 9/73 - dejure.org
https://dejure.org/1974,142
BGH, 27.11.1974 - VIII ZR 9/73 (https://dejure.org/1974,142)
BGH, Entscheidung vom 27.11.1974 - VIII ZR 9/73 (https://dejure.org/1974,142)
BGH, Entscheidung vom 27. November 1974 - VIII ZR 9/73 (https://dejure.org/1974,142)
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Geltendmachung von Schadensersatz wegen entgangenen Gewinns - Anforderungen an die Rechtmäßigkeit allgemeiner Geschäftsbedingungen - Voraussetzungen für die Anrechnung einer Vertragsstrafe
BGHZ 63, 256
NJW 1975, 163
MDR 1975, 223
WM 1975, 51
DB 1975, 96
c) Nach dieser Maßgabe bedarf es keiner Entscheidung, ob die Vertragsstrafenklausel auch deshalb gemäß § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB unwirksam ist, weil eine Klausel, die eine kumulative Geltendmachung der Ansprüche auf Vertragsstrafe und pauschalierten Schadensersatz ermöglicht, gegen das Anrechnungsgebot des § 340 Abs. 2 BGB verstößt und deshalb wegen unangemessener Benachteiligung des Vertragspartners auch im Verhältnis unter Kaufleuten unwirksam ist (…BGH, Urteile vom 24. Juni 2009 - VIII ZR 332/07, NJW-RR 2009, 1404 Rn. 12; vom 21. November 1991 - I ZR 87/90, NJW 1992, 1096 unter II 2; vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82, NJW 1985, 53 unter II 2 g; vom 27. November 1974 - VIII ZR 9/73, aaO S. 258 ff.;… Dammann in Wolf/Lindacher/Pfeiffer, AGB-Recht, 6. Aufl., § 309 Nr. 6 BGB Rn. 64, 104) und die hier verwendete Formularbestimmung zudem ausdrücklich auf jeden Auftrag "unter Ausschluss des Fortsetzungszusammenhangs" abstellt (…vgl. BGH, Urteile vom 3. April 1998 - V ZR 6/97, aaO unter II 3 c aa; vom 10. Dezember 1992 - I ZR 186/90, BGHZ 121, 13, 18 f.; vom 28. Januar 1993 - I ZR 294/90, NJW 1993, 1786 unter III 3; vom 17. Juli 2008 - I ZR 168/05, NJW 2009, 1882;… vom 9. Juli 2015 - I ZR 224/13, GRUR 2015, 1021 Rn. 29;… Palandt/Grüneberg, aaO, § 339 Rn. 18;… Dammann in Wolf/Lindacher/Pfeiffer, aaO Rn. 73).
Eine Vertragsstrafe soll als Druckmittel zur ordnungsgemäßen Leistung anhalten oder einen Schadensersatzanspruch pauschalieren (BGH, Urteil vom 23. Juni 1988 - VII ZR 117/87, BGHZ 105, 24, 27; Urteil vom 18. November 1982 - VII ZR 305/81, BGHZ 85, 305, 312 f.; Urteil vom 27. November 1974 - VIII ZR 9/73, BGHZ 63, 256, 259 f.).
Zum anderen eröffnet sie dem Gläubiger im Verletzungsfall die Möglichkeit einer erleichterten Schadloshaltung ohne Einzelnachweis (BGHZ 63, 256, 259 f; 72, 222, 228; 85, 305, 313).
Dieser trotz materieller Erledigung aufrechterhaltene Hauptantrag kann keinen Erfolg haben; die Leistungsklage muß deshalb auf die Revision abgewiesen werden (BGH, Urteil vom 24. November 1974 - VIII ZR 9/73 - NJW 1975, 163, 164).
Sie ist zum einen ein Druckmittel zur ordnungsgemäßen Vertragserfüllung und zum anderen eine erleichterte Möglichkeit zur Schadloshaltung (BGHZ 63, 256 ; BGH NJW 1983, 385; NJW 1975, 163 , NJW 1961, 115 ).
Eine Klausel, die eine kumulative Geltendmachung der Ansprüche auf Vertragsstrafe und pauschalierten Schadensersatz ermöglicht, verstößt gegen das Anrechnungsgebot des § 340 Abs. 2 BGB (BGHZ 63, 256, 258) und ist wegen unangemessener Benachteiligung des Vertragspartners auch im Verhältnis unter Kaufleuten unwirksam (Senatsurteil vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82, NJW 1985, 53, unter II 2 g).
Zum anderen soll sie dem Gläubiger im Verletzungsfall die Möglichkeit einer erleichterten Schadloshaltung ohne Einzelnachweis eröffnen (BGHZ 63, 256, 259 [BGH 27.11.1974 - VIII ZR 9/73] /260 m.w.N.; 72, 222, 228; BGH NJW 1981, 1509).
Außerdem ist zu berücksichtigen, daß Gewerbetreibende, wie die Beklagte, in Fällen wie hier erfahrungsgemäß bereit sind, auch eine Vertragsstrafe zu akzeptieren, die den im Fall der Titulierung voraussichtlich drohenden Ordnungsmittelbetrag übersteigt, und zwar deshalb, weil der Schuldner mit dem geringen Mehr an Risiko nicht nur die sonst drohenden Prozeßkosten sicher - nämlich unter gänzlicher Vermeidung von Streit über die Angemessenheit des Betrags zur Beseitigung der Wiederholungsgefahr - ausschließen kann, sondern weil er außerdem mit einer Vertragsstrafezahlung auch gleichzeitig einen durch die Zuwiderhandlung verursachten Schaden des Gläubigers ganz oder teilweise abgilt, den er im Falle einer Ordnungsmittelbeitreibung in vollem Umfang zusätzlich ersetzen müßte (vgl. zu dieser zweiten Funktion der Vertragsstrafe BGHZ 33, 163, 165 - Krankenwagen II; BGHZ 63, 256, 259) [BGH 27.11.1974 - VIII ZR 9/73].
Zum anderen soll sie dem Gläubiger im Verletzungsfall die Möglichkeit einer erleichterten Schadensdurchsetzung ohne Einzelnachweis eröffnen (BGHZ 63, 256, 259 = NJW 75, 163 = LM Allg. Geschäftsbedingungen Nr. 58; BGHZ 85, 305, 312 = NJW 83, 385 = LM § 341 BGB Nr. 9; BGHZ 105, 24, 27 = NJW 88, 2536 = LM § 9 (Bf) AGBG).
Entsprechen Vorschriften des dispositiven Rechts nicht nur Zweckmäßigkeitserwägungen, sondern einem sich aus der Natur der Sache ergebenden Gerechtigkeitsgebot, so bedarf es gewichtiger Gründe, um eine abweichende Regelung durch Allgemeine Geschäftsbedingungen als noch mit Recht und Billigkeit vereinbar erscheinen zu lassen (vgl. BGHZ 63, 256, 259 [BGH 27.11.1974 - VIII ZR 9/73]; 72, 222, jeweils mit weiteren Nachweisen).
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References: § 307
 § 340
 § 309
 § 339
 BGH 
 § 340
 BGH 
 § 341
 § 9