Source: http://www.autounfall-koeln.de/unfall/begriffe.html
Timestamp: 2017-07-23 00:35:28+00:00

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Abschleppkosten - Ist nach einem Verkehrsunfall Ihr Fahrzeug nicht mehr fahrfähig und muss mit fremder Hilfe vom Unfallort entfernt werden, so sind die damit verbundenen Kosten vom Unfallgegner bzw. seiner Versicherung zu erstatten.Allerdings erhalten Sie grundsätzlich nur die Kosten erstattet, die für den Transport Ihres Wagens bis zur nächsten Vertragswerkstatt anfallen. Bedeutend höhere Kosten für das Abschleppen zu einer weiter entfernten Werkstatt oder bis nach Hause sind nur dann erstattungsfähig, wenn dort die Reparaturkosten entsprechend niedriger sind. Darüberhinaus bieten einige Automobilclubs einen kostengünstigen Rücktransport an.
Ausfallzeit - Bei Haftpflichtschäden kann, falls das eigene Fahrzeug benötigt wird, aber nicht mehr einsatzfähig ist, während der unfallbedingten Ausfallzeit ein Ersatzfahrzeug oder alternativ eine Nutzungsentschädigung beansprucht werden.Diese Ausfallzeit beginnt bei fahrfähigen und noch verkehrssicheren Fahrzeugen mit dem Beginn der Reparatur und endet mit dem Tag der Abholung vom Reparaturbetrieb. Bei nicht mehr fahrfähigen und nicht mehr verkehrssicheren Fahrzeugen diese Ausfallzeit bereits am Unfalltag. Bei Totalschaden erhalten Sie eine Wiederbeschaffungsdauer von max. 14 Kalendertagen.
Ausfallkosten/Gewinnentgang - Kosten für entgangenen Gewinn oder durch Ausfall eines Arbeitnehmers sind ersatzpflichtig, jedoch im Einzelfall nachzuweisen.Ein Ausgleich für entgangenen Urlaub oder sonstigen Zeitverlust ist regelmäßig nicht ersatzpflichtig.
Bagatellschaden - Als Bagatellschaden bezeichnet man einen Schaden mit Instandsetzungskosten von unter 500 €. In diesen Fällen kann die gegnerische Versicherung wegen der sog. Schadenminderungspflicht eine Erstattung der Kosten für das Gutachten ablehnen. Bei Bagatellschäden reicht ein Kostenvoranschlag einer KFZ-Werkstatt, besser wäre natürlich ein Kurzgutachten eines KFZ-Sachverständigen. Sprechen Sie auch in solchen Fällen mit einem KFZ-Sachverständigen ihres Vertrauens.
Befundaufnahme - Der Befund ist die Zusammenstellung der für die Begutachtung im Rahmen des Auftrages notwendigen, vom Sachverständigen selbst beobachteten Tatsachen. Im Normalfall wird gemäß Auftrag das Fahrzeug zur Beweissicherung und Feststellung der Schadenhöhe besichtigt.Einzelheiten über den Unfallhergang sind großteils nicht bekannt.Der Zustand des Fahrzeuges zum Besichtigungszeitpunkt (Haupt-Anstoßbereich, Kilometerleistung, Bereifung, Profiltiefe, Vorschäden etc.) wird protokolliert.Die Fahrzeugdaten werden dem Zulassungsschein entnommen und am Fahrzeug verglichen. Digitale Fotos werden angefertigt.
Betriebsgefahr - Gemäß § 7 STVG (Straßenverkehrsgesetz) haften Fahrer und Halter eines Kraftfahrzeuges für Gefahren, die sich aus dessen Betrieb ergeben, auch ohne eigenes Verschulden. Man begründet dies damit, dass ein Kraftfahrzeug eine gefährliche Sache ist, die in Verkehr gebracht wird und auch ohne Verschulden des Fahrers Schäden verursachen kann.Daraus ergibt sich, dass grundsätzlich jeder Fahrzeugbesitzer für Schäden durch den Betrieb seines Fahrzeuges haften muss. Diese Haftung auf Grund der sog. “Betriebsgefahr” tritt nur dann in den Hintergrund, wenn das Verschulden eines weiteren Unfallbeteiligten gravierend überwiegt oder der Verkehrsunfall für den Fahrer des Fahrzeuges auch bei größter Vorsicht nicht zu vermeiden war (unvermeidbares Ereignis).Die Betriebsgefahr kann bereits zu einer Mithaftung führen, wenn der Nachweis der Unvermeidbarkeit nicht erbracht werden kann, d. h. wenn nicht zu belegen ist, dass selbst ein “perfekter” Fahrer bei größter Umsicht den Unfall nicht vermeiden hätte können. Beispiel: Fahrradfahrer oder Fussgänger (unmotoriesierte Verkehrsteilnehmer).
Betriebsschaden - In der Fahrzeugversicherung (Kasko) sind Schäden nicht gedeckt, die beim normalen Betrieb des Fahrzeuges entstehen. Dies bedeutet, dass die Fahrzeugversicherung nicht aufkommt für Schäden, die ohne Einwirkung von aussen während der Fahrt oder des normalen Fahrzeugeinsatzes entsehen.
Grobe Fahrlässigkeit - Der Begriff “Grobe Fahrlässigkeit” ist in den Versicherungsbedingungen (AKB) der meisten Versicherungen als Ausschlussgrund angegeben. Der Versicherer kann insbesondere bei grober Verletzung der im Straßenverkehr erforderlichen Sorgfaltspflicht seine Leistungen in der Fahrzeugversicherung verweigern.Hinweis: Einige Versicherer verzichten in ihren AKB auf den sog. “Einwand der groben Fahrlässigkeit”. Hier lohnt sich ein Vergleich (siehe auch Versicherungsvergleich)
Haftpflichtschaden - Im Haftpflichtschadensfall ist der Unfallverursacher verpflichtet, dem Unfallopfer gemäß § 249 BGB den Schaden zu ersetzen, den er unfallbedingt erlitten hat. Der Unfallgeschädigte ist so zu stellen, wie er stehen würde, wenn der Unfall nicht eingetreten wäre. Im Haftpflichtschadenfall tritt Kraft Gesetzes an die Stelle des Schädigers die Haftpflichtversicherung des Unfallbeteiligten (§ 3 Pflichtversicherungsgesetz). Beim Haftpflichtschadensfall werden Schadenersatzansprüche geltend gemacht. Hiervon klar zu unterscheiden, sind vertragliche Ansprüche aus der eigenen Kaskoversicherung.
Haftungsquote - Wurde ein Verkehrsunfall nicht durch alleinige Schuld eines Unfallbeteiligten verursacht, so kommt es zu einer Aufteilung der Haftung.Eine Haftungsquote von 25 % für den Unfallbeteiligten A bedeutet, dass der Unfallbeteiligte B 75 % des bei A entstandenen Schadens auszugleichen hat, B erhält dagegen 25 % des entstandenen Schadens von A.
Kalkulation - Die Schadenkalkulation wird entweder unter Zugrundelegung der Eurotax/Schwacke Kalkulations- und Lackierwerte oder nach dem Audatex-System erstellt. Die ausgewiesenen Arbeitswerte, einschließlich zugehöriger Verbundzeiten für die zu ersetzenden Fahrzeugteile entsprechen den Empfehlungen des Herstellers. Die Arbeitswerte für Ausbeul- und Richtarbeiten werden vorgegeben. Die Kalkulation umfaßt bei der Fahrzeugbesichtigung erkennbare Schäden, sowie solche, die aus dem Schadenbild zwingend zu folgern sind. Der vorgegebene Reparaturweg gewährleistet die kostengünstigste Instandsetzung unter vertretbaren wirtschaftlichen Gesichtspunkten und technischen Voraussetzungen. Die Ersatzteilpreise entsprechen den unverbindlichen Preisempfehlungen des Herstellers oder Importeurs. Bei gegebenenfalls vorkommenden Abweichungen werden die tatsächlichen Preise berücksichtigt. Der Stundensatz der Reparaturwerkstätte wird der Kalkulation zugrunde gelegt.
Mehrwertsteuer - Nach neuer Rechtslage wird bei Abrechnung auf der Basis eines Gutachtens (fiktiver Abrechnung) die Mehrwertsteuer für Schäden an Fahrzeugen im Privatbesitz nicht erstattet. Befindet sich das Fahrzeug im Betriebsvermögen, wird die Mehrwertsteuer nicht ersetzt, da diese als Vorsteuer bei der Umsatzsteuerabrechnung geltend gemacht werden kann.
Mithaftung - Ist ein Unfallhergang bezüglich der Schuldfrage nicht eindeutig, so kommt es zur Mithaftung beider oder mehrerer Unfallverursacher. In diesem Fall wird der Schadenersatz entsprechend der Haftungsquote aufgeteilt.
Nutzungsausfall - Der Geschädigte, der kein Ersatzfahrzeug anmietet, hat grundsätzlich Anspruch auf Geldentschädigung im Sinne von § 249 Abs. 2 BGB für die Entziehung der Nutzungsmöglichkeit seines beschädigten Pkw`s. Die Höhe der Nutzungsausfallentschädigung bemisst sich u. a. nach der Reparaturdauer. Der konkrete Tagessatz kann bspw. der Nutzungsausfallentschädigungstabelle "Sanden, Dannen, Küppersbusch" entnommen werden.
Quotenvorrecht - Bei Unfällen mit eigenem Mithaftungsanteil,kann im Einzelfall eine Erhöhung der Entschädigung erreicht werden, wenn eine kombinierte Abrechnung zwischen der eigenen Vollkaskoversicherung und der gegnerischen Haftpflichtversicherung gewählt wird: Die sogenannte Abrechnung nach Quotenvorrecht. Dabei werden Reparaturkosten oder Wiederbeschaffungswert von der eigenen Fahrzeugversicherung (Kasko) voll ersetzt. Nebenkosten wie Sachverständigenkosten, Wertminderung und Abschleppkosten ersetzt voll die gegnerische Haftpflichtversicherung, soweit der Gesamtbetrag den Betrag nicht übersteigt, den die Versicherung aufgrund des Haftungsanteils zahlen müsste. Nicht in den quotenbevorrechtigten Anteil der Schadenskosten fallen allerdings Positionen wie Schmerzensgeld, Mietwagenkosten oder sonstige Nebenkosten, die nicht direkt den reinen Fahrzeugschaden betreffen. Wegen der rechtlich komplizierten Zusammenhänge wird hier anwaltliche Beratung empfohlen.
Rechtsberatung - Nach aktueller Rechtslage darf ausschließlich ein zugelassener Rechtsanwalt oder Rechtsberater im Einzelfall beratend tätig werden oder in Vertretung eines Unfallgeschädigten dessen Forderungen geltend machen. Die Abwicklung von Unfallschäden von anderen Personen, beispielsweise durch den Reparaturbetrieb oder einen Versicherungsagenten, ist im Haftpflichtschadenfall rechtlich nicht zulässig.
Reparaturbestätigung - Viele Versicherer verlangen vor Ersatz der Kosten für Mietwagen oder Nutzungsausfallentschädigung den Nachweis der Reparatur. Als Reparaturnachweis kann eine Rechnung des Reparaturbetriebes dienen. Erfolgt eine Abrechnung auf der Grundlage eines Gutachtens, kann die Reparatur auch durch eine Bestätigung des Sachverständigen nachgewiesen werden. Lag ein wirtschaftlicher Totalschaden vor (Reparaturkosten bis 130 % des Wiederbeschaffungswertes), dann wird von der Rechtsprechung für den Ausgleich der vollen Reparaturkosten meist eine detaillierte Reparaturbestätigung gefordert. Hierzu hat der Sachverständige zu prüfen, ob die Reparatur vollständig und fachgerecht erfolgt ist. Kann dies nicht nachgewiesen werden, so wird regelmäßig auf Totalschadenbasis (Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert) abgerechnet.
Reparaturdauer - Die zu erwartende Reparaturdauer wird bei Haftpflichtschäden vom Sachverständigen beurteilt und festgelegt. Die im Gutachten genannte Reparaturdauer ist Grundlage für die Dauer des, vom Geschädigten angemieteten Ersatzwagens. Eine reparaturbedingte Überschreitung dieser vorab geschätzten Ausfallzeit kann auftreten bei unerwarteten Verzögerungen, wie durch Lieferschwierigkeiten von Ersatzteilen oder Standzeiten bei der Lackierung. Die Reparaturdauer wird im Gutachten in Arbeitstagen angegeben , dazwischen liegende Feiertage oder Wochenenden sind zusätzlich zu berücksichtigen.
Reparaturkosten - In welcher Höhe werden sie gezahlt?Grundsätzlich hat die Versicherung die tatsächlich entstandenen Reparaturkosten zu übernehmen. Sie können die Reparaturkosten aber auch fiktiv abrechnen, in dem Sie der Versicherung ein Gutachten von einem KFZ-Sachverständigen vorlegen. Rechnen Sie fiktiv ab, erstattet die Versicherung nicht die Kosten, die in einer Vertragswerkstatt für die Reparatur anfallen würden. Bei den Lohnkosten ist dann ein Durchschnittswert der jeweiligen Region zugrundezulegen.Reparaturkosten - Wann werden sie gezahlt?Die Versicherung hat Reparaturkosten für die Beschädigung des Fahrzeugs grundsätzlich in der tatsächlich anfallenden oder durch ein Gutachten zu ermittelnden Höhe zu zahlen. Denn der Geschädigte kann grundsätzlich verlangen, dass sein Fahrzeug wieder in den Zustand versetzt wird, in dem es sich vor dem Unfall befand. Die Versicherung muss allerdings dann die Reparaturkosten nicht mehr zahlen, wenn das Fahrzeug durch den Unfall einen Totalschaden erlitten hat. Ausnahme: 130%, d.h., wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert um nicht mehr als 30% übersteigen und Sie das Fahrzeug tatsächlich reparieren lassen und das durch Vorlage einer Reparaturrechnung nachweisen. Dann bekommen Sie auch in diesem Fall die vollen Reparaturkosten erstattet. Bitte beachten Sie aber, daß die absolute Obergrenze für diese Regelung nach der Rechtsprechung bei 130% des Wiederbeschaffungswertes liegt.
Restwert - Zur Definition des Restwertes hat der BGH bereits am 04.06.1993 entschieden, dass der Geschädigte bei Ausübung der Ersetzungsbefugnis des § 249 Abs. 2 BGB sein beschädigtes Kraftfahrzeug grundsätzlich zu demjenigen Preis verkaufen darf, den ein von ihm eingeschalteter unabhängiger Sachverständiger als Wert auf dem allgemeinen Markt ermittelt hat. Auf höhere Ankaufpreise spezieller Restwertaufkäufer muss der Geschädigte sich in aller Regel nicht verweisen lassen. Den Restwert ermittelt demnach ein unabhängiger Sachverständiger unter Berücksichtigung des konkreten Schadenbildes und regionaler Marktgegebenheiten. Hinweis: Bei Kaskoschäden sollte man vor Verkauf des Unfallfahrzeuges mit der Versicherung Kontakt aufnehmen, da von diesem ein Angebot auch eines überregionalen Aufkäufers (Restwertbörse) vorgelegt werden kann. Dieses Angebot kann auch dann der Abrechnung zugrundegelegt werden, wenn das Fahrzeug tatsächlich billiger verkauft wurde!
Sachverständigenkosten - Grundsätzlich sollten Sie nach einem Unfall den an Ihrem Fahrzeug entstandenen Schaden von einem KFZ-Sachverständigen begutachten lassen. Die hierfür anfallenden Kosten muss der Unfallverursacher tragen. Handelt es sich um einen anerkannten Sachverständigen, dürfen Sie sich darauf verlassen, daß sein Gutachten richtig ist. Die Kosten sind dann auch zu erstatten, wenn sich nachträglich herausstellt, dass das Gutachten unrichtig ist, es sei denn, Sie selbst haben den Sachverständigen falsch informiert und deshalb ist auch sein Gutachten falsch.Nicht bei geringfügigem SchadenWenn absehbar ist, dass es sich um einen geringfügigen Schaden handelt, dürfen Sie keinen Sachverständigen mit der Begutachtung beauftragen, denn dann wäre es unverhältnismässig, Gutachterkosten zu verursachen. In diesem Falle sollten Sie der Versicherung den Kostenvoranschlag einer KFZ-Werkstatt vorlegen. Als geringfügig wird jeder Schaden unter 750,00 € angesehen.Ist man sich über die evtl. Schadenhöhe nicht sicher, sollte man das beschädigte Fahrzeuge einem KFZ-Sachverständigen vorstellen.Hinweis: Es gibt immer wieder Versicherungen, die diese Grenze höher ansetzten obwohl dieses NICHT Rechtens ist. Trotzdem kann es sein, dass Sie auch bei einem Schaden unter 750,00 € noch den Ersatz der Sachverständigengebühren verlangen können.Hat Ihr Fahrzeug z.B. einen Totalschaden erlitten, dann wäre es über einen Kostenvoranschlag einer Werkstatt nicht möglich, den Wiederbeschaffungs- und den Restwert zu ermitteln. In diesem Falle bleibt nichts anderes übrig, als einen Gutachter zu beauftragen.
Sachverständigenverfahren - Können sich Versicherungsnehmer und Kaskoversicherer nicht über die Höhe der zu leistenden Entschädigung einigen, so ist diese nach AKB in einem Sachverständigenverfahren festzulegen. Die Vorgehensweise ist hierbei in § 14 AKB geregelt. Es wird dazu vom Versicherer und vom Versicherungsnehmer jeweils ein dritter Sachverständiger benannt. Entweder von diesen Sachverständigen oder vom zuständigen Amtsgericht wird ein Obmann festgelegt, der bei nicht zustande gekommener Einigung der Sachverständigen eine Entscheidung herbeizuführen hat. Die Kosten des Sachverständigenverfahrens werden je nach Ausgang des Verfahrens aufgeteilt. Wird die Forderung des Versicherungsnehmers bestätigt, so trägt z.B. der Versicherer die vollen Kosten des Verfahrens.
Schadenminderungspflicht - Grundsätzlich ist jeder Geschädigte oder Versicherungsnehmer verpflichtet, alles zumutbare zu unternehmen, um den entstandenen Schaden so gering wie möglich zu halten. Manche Versicherer versuchen, unter Berufung auf die Schadenminderungspflicht des Geschädigten, die Zahlung berechtigter Schadenersatzforderungen zu verweigern. Das Recht des Geschädigten auf Einschaltung eines Anwaltes und KFZ-Sachverständigen oder die freie Auswahl z.B. eines Reparaturbetriebes oder Mietwagenunternehmens werden durch die Schadenminderungspflicht nicht berührt. Auch der Verkauf eines unfallbeschädigten Fahrzeuges im Haftpflichtschadenfall auf der Grundlage eines vom Sachverständigen festgelegten Restwertes ohne Rücksprache mit dem zahlungspflichtigen Versicherer stellt keinen Verstoss gegen die Schadenminderungspflicht dar. Dagegen sollte bei Kaskoschäden vor Verkauf des Unfallfahrzeuges oder Einleitung der Reparatur Kontakt mit dem Versicherer aufgenommen werden.
Schadenmeldung - Sind aus einem Verkehrsunfall Ansprüche gegen die eigene Haftpflichtversicherung zu erwarten oder werden Forderungen gegen die eigene Fahrzeugversicherung (Kasko) gestellt, so besteht eine Verpflichtung aus dem Versicherungsvertrag den Schaden innerhalb einer Woche an den zuständigen Versicherer zu melden. Diese Schadenmeldung kann telefonisch, über eine Versicherungsagentur, schriftlich an den Versicherer oder bei manchen Gesellschaften auch digital über Internet erfolgen. Bei klarer Haftungslage und fremd verursachten Unfällen ist dagegen eine Meldung des Unfallgeschädigten an die eigene Kfz-Versicherung nicht erforderlich.
Schmerzensgeld - Wer beim Verkehrsunfall verletzt wird, hat grundsätzlich Anspruch auf ein Schmerzensgeld. Nur bei geringfügigen Verletzungen, bei denen das körperliche Wohlbefinden praktisch gar nicht oder nur bedingt beeinträchtigt wird, sprechen die Gerichte diesen Anspruch nicht zu.
Sicherungs-Abtretungserklärung - Da ein Autounfall kostenintensiv ist und der Fahrzeughalter die Kosten für den KFZ-Sachverständigen, nicht immer aus eigener Tasche vorauslegen möchten, hat der Fahrzeughalter die Möglichkeit diese Kosten abtreten zu lassen. Zu beachten ist hierbei, das diese Abtretung grundsätzlich lediglich einen Sicherungszweck erfüllt. Natürlich ist grundsätzlich jeder Geschädigte verpflichtet, seine Ansprüche gegenüber der Versicherung selbst durchzusetzen. Im Regelfall führt das Vorliegen einer Sicherungsabtretung jedoch dazu, dass die gegnerische Versicherung die Kosten für einen KFZ-Sachverständigen jeweils direkt an dem Rechnungssteller ausgleicht. Hinweis: Bei Mithaftung des Geschädigten muss dieser einen Teil der Rechnungsbeträge aus eigener Tasche zahlen.
Totalschaden - Von einem Totalschaden spricht man, wenn die Wiederherstellung des beschädigten Fahrzeuges entweder nicht möglich (technischer Totalschaden) unwirtschaftlich ist (wirtschaftlicher Totalschaden).Der Anspruch auf Wiederherstellung verwandelt sich dann in ein Anspruch aus Geldersatz. Technischer Totalschaden liegt vor bei völliger Zerstörung des Fahrzeugs oder bei Unmöglichkeit der Reparatur aus technischen Gründen. Der wirtschaftliche Totalschaden liegt vor, wenn unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht mehr von Reparaturwürdigkeit gesprochen werden kann. Von einem unechten Totalschaden spricht man, wenn dem Geschädigten die Reparatur nicht zugemutet werden kann, obwohl die Summe aus Minderwert und Reparaturkosten geringer ist als die Differenz zwischen Wiederbeschaffung und Restwert.
Umbaukosten - Schaffen Sie nach dem Unfall für das beschädigte Fahrzeug ein anderes an und bauen Sie Hifi-Anlage, Anhängerkupplung o.ä vom alten Fahrzeug in das neue um oder lassen Sie den Umbau durch eine Firma vornehmen, dann müssen auch diese Umbaukosten nach der ständigen Rechtsprechung von der gegnerischen Versicherung übernommen werden, allerdings nur gegen Nachweis, also gegen Vorlage entsprechender Rechnungen. Anfallende Umbaukosten werden auch vom KFZ-Sachverständigen vorgegeben.
Unkostenpauschale - Im Haftpflichtschadenfall kann der Geschädigte auch Ersatz der ihm durch den Unfall entstandenen Nebenkosten verlangen. Hierzu zählen auch Kosten für Telefonate, Porto und sonstigen Ausgaben. Da diese Kosten meist nicht im Einzelfall nachgewiesen werden können, wird von der Rechtsprechung regelmässig ein Pauschalbetrag als Ausgleich zugestanden. Dieser Betrag liegt aktuell im Bereich von 15,00 € bis 25,00 € und kann ohne weiteren Nachweis eingefordert werden. Entstehen höhere Kosten, so sind diese im Einzelfall nachzuweisen.
Vorläufige Deckung - Nach Ausgabe einer Doppelkarte durch die Versicherung besteht sofortiger Versicherungsschutz ab Zulassung des Fahrzeuges bzw. bereits vorher für die Fahrt zur Zulassungsstelle oder Kfz-Prüfstelle. In der Kaskoversicherung besteht nach den gängigen Versicherungsbedingungen ein gültiger Versicherungsvertrag erst nach Einlösung der Versicherungsprämie durch den Versicherungsnehmer. Da jedoch eine Zahlung der Versicherungsprämie regelmässig erst nach Übersendung des Versicherungsscheins und der Rechnung erfolgt, ist dies häufig erst Wochen nach Zulassung des Fahrzeuges der Fall. Kommt es in der Zwischenzeit zu einem selbst verschuldeten Unfall, dann kann der Fahrzeugversicherer einen Ausgleich des Fahrzeugschadens ablehnen.
Wertminderung (merkantile Wertminerung) - Trotz technisch fehlerfreier Reparatur des Pkw. kann dessen Wert durch den Unfall gemindert sein, da es sich ab diesem Zeitpunkt um ein Unfallfahrzeug handelt.Diese Wertminderung realisiert sich beim Weiterverkauf des PKW unter den Voraussetzungen, daß der reparierte PKW nicht älter als etwa 5 Jahre ist, dessen Fahrleistung nicht mehr als 100.000 Kilometer beträgt.
Weisungsrecht - Bei Kaskoschäden hat der Versicherungsnehmer entsprechend den Bestimmungen der AKB oder des Versicherungsvertragsgesetzes vor Einleitung der Reparatur oder vor Verkauf des Fahrzeuges die Weisungen des Versicherers einzuholen. Übersteigt z.B. die Summe der zu erwartenden Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges, so wird der Versicherer die Kosten hierfür im Gegensatz Haftpflichtschäden zu Restwert eines unfallbeschädigten Fahrzeuges können im Kaskoschadenfall finanzielle Nachteile bei Verkauf des Fahrzeuges vor Kontaktaufnahme mit dem Versicherer entstehen. Im Gegensatz dazu kann das Unfallfahrzeug nach einem unverschuldeten Unfall auf der Grundlage des Gutachtens eines neutralen Sachverständigen nach höchstrichterlicher Rechtsprechung sofort und ohne Rückfrage beim Versicherer verkauft werden.
Wiederbeschaffungswert - Der Wiederbeschaffungswert (oder Händler-Verkaufspreis) ist der Preis, den der Käufer aufwenden muss, um ein gleichwertiges und gleichartiges Ersatzfahrzeug bei einem seriösen Händler zu erwerben. Es sind nachstehende Einflussgrößen maßgebend: Neupreis, Sonderausstattung u. Zubehör, Bereifung, Typen u. Konstruktionsänderung, Alter, Marktgängigkeit u. Marktlage, Betriebsleistung, Erhaltungszustand, Besitzverhältnisse, Einsatzart, werterhöhende Instandsetzungsaufwendungen, Altschäden, notwendige Instandsetzungen u. Aufwendungen, Minderwert.
Wiederbeschaffungsdauer - Die zu erwartende Wiederbeschaffungsdauer eines vergleichbaren Ersatzwagens ist bei Abrechnung eines Unfallschadens auf Totalschadenbasis vom KFZ-Sachverständigen in seinem Gutachten festzulegen. Die tatsächliche Ausfallzeit kann insgesamt über oder unter der vom Sachverständigen angesetzten Wiederbeschaffungsdauer liegen. Die Wiederbeschaffungsdauer wird im Regelfall für 14 Kalendertage angegeben.

References: § 7
 § 249
 § 249
 BGH 
 § 249
 § 14