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Timestamp: 2020-04-05 19:12:53+00:00

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Konzernabschluss Issue 2015 - Digitale Landesbibliothek Berlin - Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Konzernabschluss Issue 2015
URN: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-8216492
Full text: Konzernabschluss Issue 2015
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-8216492
Konzernkennzahlen auf einen Blick
Mitarbeiter und Auszubildende (Stichtag)
2.389.938
3.381.979
4.145.386
4.204.659
davon: Energiegroßhandel
1.547.418
2.679.585
3.454.266
3.525.526
davon: Energievertrieb
davon: weitere Umsatzerlöse
EBIT adjustiert
523.129
521.720
789.298
Konzernkapitalflussrechnung 2
−38.001
−48.572
−40.058
−67.690
−86.418
−107.398
−70.634
einschließlich Rechnungsabgrenzungsposten und latente Steuern
ab 2014 Berechnung nach DRS 21, bis 2013 nach DRS 2
Umsatzerlöse + Bestandsveränderungen + aktivierte Eigenleistungen + sonstige betriebliche Erträge − Materialaufwendungen − Personalaufwendungen − sonstige betriebliche
EBITDA − Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle
Vermögensgegenstände + Abschreibungen auf Firmenwert
EBITA + Beteiligungsergebnis − Abschreibungen auf Firmenwert
Anlagevermögen ohne Firmenwert + Net Working Capital
EBIT + Abschreibungen auf Firmenwert
EBT (Ergebnis der
Geschäftstätigkeit)
EBIT + Zinserträge − Zinsaufwendungen
EBIT adjustiert / betriebliches Vermögen
EBT / Eigenkapital x 100
EBITDA / Umsatzerlöse x 100
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten + Darlehen
gegenüber LVV
EBIT / Umsatzerlöse x 100
Finanzschulden − liquide Mittel (Wertpapiere und Kasse)
Betrieblich gebundenes Vermögen (kurzfristige Vermögenswerte − liquide Mittel + aktiver Rechnungsabgrenzungsposten
+ aktive latente Steuern) − Finanzierung über unverzinsliches
Fremdkapital (kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten − kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten + passiver Rechnungsabgrenzungsposten + passive
latente Steuern)
Bericht des Aufsichtsrates der Stadtwerke Leipzig GmbH
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Konzernabschluss SW Leipzig
Im Geschäftsjahr 2015 hatte die Stadtwerke Leipzig GmbH einen Aufsichtsrat, der sich nach den Regelungen des Drittelbeteiligungsgesetzes richtet. Der Aufsichtsrat setzt sich aus 21 Mitgliedern zusammen, dabei wurden im Jahr 2015
13 Mandate durch die Anteilseignervertreter der Stadt Leipzig und der LVV Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH sowie sieben Mandate durch die Arbeitnehmervertreter der Stadtwerke Leipzig GmbH besetzt. Ein Mandat
auf Seiten der Anteilseignerin war im Jahr 2015 nicht besetzt. Der Aufsichtsratsvorsitzende ist Herr Dr. Norbert Menke.
Im Verlauf des Jahres 2015 gab es folgende Mandatsveränderungen: Auf der Anteilseignerseite wurden im ersten
Quartal Herr Oliver Beckel, Herr Achim Haas, Herr Tobias Keller, Frau Anett Ludwig und Herr Frank Tornau in den
Aufsichtsrat berufen. Ausgeschieden sind Herr Prof. Dr. Thomas Bruckner, Frau Ursula Grimm, Frau Heike König,
Herr Volkmar Müller sowie Frau Prof. Dr. Daniela Thrän.
Auf der Arbeitnehmerseite trat nach Wahl der Arbeitnehmervertreter im zweiten Quartal Frau Marissa Zorn ihr Mandat
im Aufsichtsrat an. Herr Eckhard Hölzel schied im Zuge dieser Wahl aus dem Aufsichtsrat aus.
Im Geschäftsjahr 2015 fanden vier ordentliche Aufsichtsratssitzungen statt. Darüber hinaus trat der Aufsichtsrat zu
drei außerordentlichen Sitzungen zusammen.
Ein Beschluss wurde im Jahr 2015 im Umlaufverfahren herbeigeführt.
Der Aufsichtsrat hat einen Personalausschuss gebildet. Dieser Ausschuss ist paritätisch besetzt und kam im Jahr 2015
zu zwei Sitzungen zusammen.
Der Aufsichtsrat ist von der Geschäftsführung in den Aufsichtsratssitzungen mit mündlichen und schriftlichen Berichten über den Gang der Geschäfte, über die Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie über grundsätzliche Fragen
der Geschäftspolitik umfassend unterrichtet worden und hat auf diese Weise die Geschäftsführung überwacht. Die Geschäftsvorfälle von wesentlicher Bedeutung waren Gegenstand eingehender Beratungen. Im Mittelpunkt standen dabei
unter anderem die Beschlussfassungen für die Abgabe eines Angebotes an die Stadt Leipzig im Rahmen der Ausschreibung des Konzessionsvertrages Strom für 19 Ortsteile Leipzigs für die Dauer von 20 Jahren und die Beteiligung an einer
Gesellschaft für erneuerbare Energien sowie der Wirtschafts-/Konzernwirtschaftsplan der Stadtwerke Leipzig GmbH
Den sich aus dem Gesellschafterbeschluss zur Umsetzung des Leipziger Corporate Governance Kodex vom 17. Februar 2014 resultierenden Verpflichtungen zur Umsetzung einzelner Regelungen wurde im Rahmen des Jahresabschlusses vollständig entsprochen.
Der von der Geschäftsführung aufgestellte Jahres- und Konzernabschluss sowie der Lagebericht und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015 sind von der durch die Gesellschafterversammlung als Abschlussprüfer gewählten
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk
Der Aufsichtsrat hat das Prüfungsergebnis zustimmend zur Kenntnis genommen und den aufgestellten Jahresabschluss
und Lagebericht geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung sind Einwendungen nicht zu erheben. Der
Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss gebilligt und der Gesellschafterversammlung empfohlen, den Jahresabschluss
festzustellen. Des Weiteren wurden der Konzernabschluss und Konzernlagebericht durch den Aufsichtsrat geprüft
und billigend zur Kenntnis genommen.
Der Aufsichtsrat dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Geschäftsführung für die vertrauensvolle
Zusammenarbeit und spricht allen Beteiligten seine Anerkennung für die erfolgreiche Tätigkeit aus.
Leipzig, 21. April 2016
1.1	Geschäftsmodell
Der Stadtwerke Leipzig Konzern (SW Leipzig Konzern) bündelt Kompetenzen in den Bereichen Energieversorgung und
Energiedienstleistung. In Leipzig ist die Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig (SW Leipzig) auf Basis effizienter und umweltfreundlicher Erzeugung Marktführer in einer wachsenden Stadt. Daneben sind die Tochterunternehmen Netz Leipzig
GmbH, Leipzig (Netz Leipzig), RETIS Leipzig GmbH, Leipzig (RETIS) sowie LAS GmbH, Leipzig (LAS) im Markt aktiv. Im
Rahmen des polnischen Engagements ist die Gdańskie Przedsiębiorstwo Energetyki Cieplnej Sp. z o.o., Gdańsk (GPEC)
Marktführer in der Wärmeversorgung der Region um die nordpolnische Stadt Gdańsk. Im Geschäftsfokus stehen die
Erzeugung von Strom und Wärme mit modernen Kraftwerkskapazitäten, die sichere Versorgung von Kunden mit Energie
und Energiedienstleistungen sowie die Bereit- und Sicherstellung der Netzinfrastruktur für die Strom-, Gas- und Fernwärmeversorgung der Stadt Leipzig. Das Portfolio an Produkten und Dienstleistungen umfasst den Vertrieb von Strom-,
Gas- und Wärmeprodukten, ein kundenorientiertes Spektrum an energienahen Dienstleistungen sowie Abrechnungslösungen, Portfoliomanagement und Kraftwerksvermarktung. Die SW Leipzig fokussieren neben Privat- und Geschäftskunden besonders auf den Mittelstand und die Immobilienwirtschaft. Die Basis bildet eine starke Präsenz in Leipzig, die
durch gezielte überregionale Aktivitäten ergänzt wird. Darüber hinaus ist die GPEC auf polnischen Märkten im Großraum
Trójmiasto mit den Zentren Gdańsk, Gdynia und Sopot – sowie in Jelenia Góra tätig.
Das Profil des SW Leipzig Konzerns wird wesentlich durch die Konzernmutter geprägt. In den Konzernabschluss sind
neben der SW Leipzig vier Tochterunternehmen (Vj.: vier), bei denen die SW Leipzig unmittelbar über die Mehrheit der
Stimmrechte verfügen, vollkonsolidiert einbezogen. Aufgrund untergeordneter Bedeutung gemäß § 296 Abs. 2 HGB wurden 12 verbundene Unternehmen (Vj.: 13) nicht in den Konzernabschluss einbezogen. Zwei Unternehmen (Vj.: zwei) wurden über die Equity-Methode konsolidiert. Eine weitere Beteiligung (Vj.: eine), an der die SW Leipzig unmittelbar Anteile
halten, die aus Sicht des SW Leipzig Konzerns für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Ertrags-, Finanzund Vermögenslage von untergeordneter Bedeutung ist, wird in der Konzernbilanz als Finanzanlage ausgewiesen.
Einbezogene verbundene
(Equity-Methode)
EVIL GmbH
Die Tätigkeitsbereiche des SW Leipzig Konzerns orientieren sich an den energiewirtschaftlichen Wertschöpfungsstufen:
Zur Erzeugung von Strom und Wärme werden Kraftwerke auf Basis konventioneller und regenerativer Energieträger betrieben. Ergänzend hierzu erfolgen im Energiegroßhandel die Beschaffung und das Portfoliomanagement von Strom, Gas,
Holz und CO 2 -Zertifikaten. Neben dem Verkauf von Strom, Gas und Wärme bündelt der Energievertrieb als Schnittstelle
zum Kunden die energienahen Dienstleistungen, die die Bereiche dezentrale Erzeugung, Photovoltaik, Energiemanagement, Energieeffizienz und Metering umfassen. Die LAS ergänzt das vertriebliche Portfolio und ist in den Geschäftsfeldern Abrechnung und Submetering tätig. Im Geschäftsfeld Abrechnung werden vorwiegend konzerninterne Dienstleistungen erbracht. Demgegenüber fokussiert das Geschäftsfeld Submetering mit einem umfassenden Leistungsspektrum auf
die Zielmärkte Energie- und Immobilienwirtschaft.
Das Geschäftsfeld Netze ist hinsichtlich des Netzeigentums sowie des Betriebs und der Betriebsführung des Strom-,
Gas- und Fernwärmenetzes differenziert organisiert. Neben den SW Leipzig, die selbst Eigentümer des Nieder- und
Mittelspannungsnetzes sind, sind in diesem Geschäftsfeld weitere 100%ige Tochterunternehmen – die RETIS als Eigentümerin des Gas- und Fernwärmenetzes sowie die Netz Leipzig als Eigentümerin des Hochspannungsnetzes – gebündelt. Die Netz Leipzig ist darüber hinaus Netzbetreiber in den Bereichen Strom und Gas sowie Betriebsführer für das
Neben der Wärmeversorgung lokaler Märkte erzeugt und vertreibt die GPEC-Gruppe Strom aus regenerativen Energien, insbesondere aus Wasserkraftanlagen, und bietet energienahe Dienstleistungen und Produkte an. Zur Stärkung
der Gruppe sind im Geschäftsjahr 2015 die Tochterunternehmen unter dem Dach der GPEC an den Außenauftritt der
Muttergesellschaft angeglichen worden.
Die Konzernstrategie fußt auf den strategischen Fundamenten der vollkonsolidiert einbezogenen Unternehmen. Dabei
verfolgen die SW Leipzig unter den Rahmenbedingungen der sich dynamisch verändernden Energiemärkte und bei sich
verschärfenden Regulierungsanforderungen das Ziel einer nachhaltigen Positionierung als moderner Energiedienstleister in Mitteldeutschland. Die SW Leipzig folgen dabei ihrem Auftrag, die Versorgungssicherheit in den betreuten Netzgebieten zu gewährleisten, in den verschiedenen Geschäftsfeldern unternehmerisch zu handeln und attraktiver Arbeitgeber
zu sein. Im Geschäftsfeld Netze steht dabei strategisch der Gewinn der Gas- und Stromkonzessionen für die Außenbezirke Leipzigs im Fokus. Im Vertrieb geht es vor allem um die Sicherung der Marktführerschaft in Leipzig, angemessenes
Wachstum bei Energiedienstleistungen und den Ausbau des Wärmegeschäfts.
Die GPEC hat die Umsetzung der strategischen Ausrichtung der GPEC-Gruppe fortgesetzt. Die Strategie konzentriert
sich auf Erzeugung und stabile Wärmeversorgung sowie auf Entwicklung neuer Dienstleistungen und Produkte durch
die Gesellschaften der GPEC-Gruppe. Der Wärmeabsatz wird durch gezielte Maßnahmen der Kundengewinnung gestärkt; strategische Initiativen und die Optimierung der Geschäftsprozesse unterstützen die strategische Umsetzung
zunächst bis 2020.
Das Geschäftsfeld Erzeugung konzentriert sich auf die Anpassung der bestehenden Erzeugungsanlagen an die veränderten Rahmenbedingungen sowie auf die Wachstumspotenziale im Bereich der erneuerbaren Energien. Der Energiehandel
ist zentrale Drehscheibe für die Optimierung der energiewirtschaftlichen Positionen und richtet sich auf die Nutzung von
Chancen im Bereich von Systemdienstleistungen aus.
Im Jahr 2015 wurde die Strategie der SW Leipzig weiter präzisiert. Zur Erreichung der genannten Ziele wurden Programme zur Steigerung der Kundenorientierung, zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit – insbesondere durch
Anpassung von Kostenstrukturen – sowie zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur begonnen.
Es konnten im Jahr 2015 verschiedene strategisch wichtige Meilensteine erreicht werden: Mit Vergabe der Gaskonzessionen für die eingemeindeten Stadtteile an die SW Leipzig konnte der erste Schritt zur Übernahme der Verantwortung für
zuverlässige Energienetze im gesamten Leipziger Stadtgebiet gemacht werden. Mit Inbetriebnahme der thermischen
Speicheranlage, deren Leistungsfähigkeit durch die Installation zweier Heißwassererzeuger ergänzt wurde, ist die Umsetzung des aktuellen Konzeptes zur Fernwärmebesicherung abgeschlossen. Darüber hinaus sind am Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD-KW Leipzig), der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage der SW Leipzig, weitere Betriebsoptimierungen vorgenommen worden, die der zunehmenden Bedeutung von Flexibilität konventioneller Kraftwerkskapazitäten
Rechnung tragen. Auch in der Weiterentwicklung der Kundenserviceprozesse hat es Fortschritte gegeben. Ein weiterer
Schwerpunkt im Jahr 2015 lag in der Entwicklung eines neuen Preissystems für Fernwärme. Dieses wurde im vierten
Quartal in den Markt eingeführt und bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Fortsetzung des Fernwärmegeschäfts.
Zur Stärkung der Marktposition will der SW Leipzig Konzern gezielt wachsen. Dazu zählt die Beteiligung der SW Leipzig an Erzeugungsanlagen beziehungsweise der Ausbau eigener Erzeugungskapazitäten im Bereich der erneuerbaren
Energien, mit dem Schwerpunkt bei Windprojekten. Hier konnten 2015 verschiedene Modelle und Potenziale identifiziert und konkretisiert werden.
2	Wirtschaftsbericht
Nach Einschätzungen führender Wirtschaftsforschungsinstitute ist das Bruttoinlandsprodukt 2015 im Vorjahresvergleich um 1,8 % gestiegen. Laut Statistischem Amt der Europäischen Union verzeichnete das Bruttoinlandsprodukt in
Polen ein Wachstum um 3,6 %.
Die intensiven politischen Diskussionen zur Zukunft der Energieversorgung in Deutschland und Europa sowie im Hinblick
auf den Klimaschutz sogar weltweit führen insgesamt zu weiterhin unsicheren Rahmenbedingungen. Auch im Jahr 2015
traten zahlreiche Neuregelungen innerhalb der Energiegesetzgebung in Kraft, die sich direkt oder indirekt auf die Geschäftsfelder der SW Leipzig auswirken.
Von besonderer Bedeutung ist dabei das Weißbuch für den Strommarkt, welches 2015 verabschiedet wurde. Mit dem
Weißbuch sollte eine umfangreiche energiepolitische Debatte zum Thema Strommarkt und Versorgungssicherheit abgeschlossen werden. Trotz außerordentlicher Bemühungen konnte die Branche eine Vielzahl von Forderungen nicht
durchsetzen. Insbesondere sieht das Weißbuch keinen vergüteten Kapazitätsmechanismus im Kraftwerksbereich vor.
Darüber hinausgehende Elemente, wie Bilanzkreistreue, Lastflexibilität, Aggregation von Lasten und Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik, werden branchenweit Einfluss auf die Entwicklung der Unternehmen haben. Für die
Branche von großer Bedeutung ist auch die Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes, welches der Bedeutung dieser Technologie in vielen Bereichen Rechnung trägt. Allerdings wurden nicht alle Anregungen der Branche
aufgenommen. Erhoffte positive Effekte im Hinblick auf die Positionierung des GuD-KW Leipzig sind nicht eingetreten.
Im Zusammenhang mit der Regulierung der Großhandelsmärkte ziehen sich Banken und andere Marktteilnehmer vom
Großhandelsmarkt für Strom und Gas zurück. Infolgedessen sinkt die Liquidität im Handelsgeschäft, vor allem im längerfristigen Terminmarkt. Die Verlagerung der Handelsvolumina in den Kurzfristbereich, im Wesentlichen aufgrund der
kontinuierlichen Zunahme an regenerativer Einspeisung, hält unvermindert an. Außerdem ist ein Rückgang der Preisausschläge, insbesondere im Terminbereich, zu verzeichnen. Regulatorische Vorgaben, die meist mit Meldepflichten
verbunden sind, führen zu einer Erhöhung der Prozesskosten.
Im Geschäftsfeld Netze stand im Geschäftsjahr 2015 besonders die Diskussion um die Novellierung der Anreizregulierungsverordnung (ARegV) im Fokus. Neben Vorschlägen zur Anpassung der ARegV, die im 2015 veröffentlichten Evaluierungsbericht zur Anreizregulierung der Bundesnetzagentur (BNetzA) enthalten sind, hat das Bundesministerium
für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein Eckpunktepapier veröffentlicht. Des Weiteren stand der Smart-Meter-Rollout
im Blickpunkt gesetzlicher Neuregelungen. So hat das Bundeskabinett am 4. November 2015 den Gesetzentwurf zur
Digitalisierung der Energiewende beschlossen. Von besonderer Bedeutung ist das darin enthaltene Messstellenbetriebsgesetz, in dem unter anderem der wirtschaftliche und zeitliche Rahmen für die Installation moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme geregelt ist. Das Gesetz wird voraussichtlich Mitte 2016 in Kraft treten,
wobei die erste Umsetzung des Rollouts bereits mit Jahresbeginn 2017 startet.
Für die GPEC galt der durch die polnische Regulierungsbehörde Urząd Regulacji Energetyki (URE) für den Zeitraum
März 2013 bis April 2016 festgelegte Wärmetarif unverändert fort. In diesem Zeitraum kann die GPEC die genehmigten Preise und Gebührensätze alle zwölf Monate an die sich ändernden Rahmenbedingungen anpassen. Im Jahr 2015
wurden keine Preisanpassungen vorgenommen.
2.2	Geschäftsverlauf
Der SW Leipzig Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2015 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von
Mio. EUR 65,4, welches um Mio. EUR 10,9 über dem des Vorjahres liegt. Bezogen auf die für das Jahr 2015 getroffene Prognose bleibt das Ergebnis mit Mio. EUR 1,9 hinter den Erwartungen zurück. Wesentlich für das Ergebnis des
SW Leipzig Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit der SW Leipzig.
Rohmarge
−242,7
Hauptursache für die im Vorjahresvergleich positive Ergebnisentwicklung ist die in Leipzig festgestellte kühlere Witterung. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Gradtagszahl 7,8 % über dem Wert des Jahres 2014. Auf Grundlage dieser Entwicklung generierte der Energievertrieb der SW Leipzig Mehrabsatz insbesondere in den witterungsreagiblen Medien
Gas und Fernwärme, der sich positiv auf die Entwicklung der Umsatzerlöse auswirkte. Demgegenüber verzeichnet das
weniger witterungsabhängige Medium Strom eine rückläufige Entwicklungstendenz, im Wesentlichen aufgrund der
schwächeren Marktpositionierung im bundesweiten Geschäft.
Darüber hinaus wirkten sich geänderte Marktbedingungen für Handelsgeschäfte negativ auf das Ergebnis der SW Leipzig
aus. Der Ergebnisrückgang war insbesondere auf die gesunkenen Preise am Großhandelsmarkt sowie auf die verstärkte
Tendenz zum Kurzfristhandel zurückzuführen.
Das Ergebnis des GuD-KW Leipzig war auch im Jahr 2015 durch die Entwicklung am Stromgroßhandelsmarkt und der
damit einhergehenden negativen Spread-Entwicklung geprägt. Außerdem blieben die Biomasseanlagen aufgrund ungeplanter Arbeitsnichtverfügbarkeiten hinter der Vorjahresleistung zurück. Das Ergebnis der Windkraftanlagen liegt
infolge höheren Windaufkommens über dem des Vorjahres.
Die im SW Leipzig Konzern generierten Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2015 sind im Wesentlichen auf den Außenumsatz
der SW Leipzig (Mio. EUR 1.958,3), der GPEC (Mio. EUR 101,7) sowie der Netz Leipzig (Mio. EUR 83,4) zurückzuführen.
Im Geschäftsjahr 2015 tätigte der SW Leipzig Konzern Gesamtinvestitionen von Mio. EUR 73,0, deren Schwerpunkt mit
Mio. EUR 68,3 Investitionen in das Sachanlagevermögen bildeten. In der Prognose 2015 waren Erwerbe von Konzessionsgebieten unterstellt, mit denen nunmehr in späteren Geschäftsjahren gerechnet wird.
2.3	Ertragslage
Zwischen dem Einzel- und Konzernabschluss der SW Leipzig bestehen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede,
die zu einem veränderten Ergebnisausweis im SW Leipzig Konzern führen. Dabei handelt es sich um den Wegfall der in
den SW Leipzig ertragswirksamen Auflösung des Sonderpostens von Mio. EUR 2,0 gemäß § 4 Fördergebietsgesetz.
Betriebliche Materialaufwendungen
Betriebliche Personalaufwendungen
−254,2
−1.872,3
−2.134,3
Betriebsneutrales Ergebnis
Steuern vom Einkommen und Ertrag/sonstige Steuern
Aufwendungen aus Gewinnabführung
−122,1
−117,8
Die positive Entwicklung im Hinblick auf das Betriebsergebnis des SW Leipzig Konzerns ist insbesondere auf die witterungsbedingte Entwicklung der Rohmarge zurückzuführen, wodurch dieses im Vergleich zum Vorjahr von Mio. EUR 67,2
auf Mio. EUR 72,8 gestiegen ist. Für den im Vergleich zur Verringerung der betrieblichen Materialaufwendungen geringeren Rückgang der betrieblichen Umsatzerlöse ist die Umsatzentwicklung der SW Leipzig in Bezug auf den Energie­
großhandel infolge der Marktentwicklung des Großhandelspreises Strom ursächlich. Demgegenüber haben die übrigen
einbezogenen Gesellschaften ihre Umsatzerlöse gegenüber Dritten operativ gestärkt.
Das Finanzergebnis ist in seiner Entwicklung im Wesentlichen durch das Zinsergebnis geprägt, welches sich aufgrund
geringerer Zinsen und ähnlicher Aufwendungen verbessert hat. Die im Vorjahr noch vorhandenen Abschreibungen auf
Finanzanlagen von Mio. EUR 2,7 beeinflusst die Veränderung des Finanzergebnisses überdies. Darüber hinaus wirken
im Finanzergebnis höhere Erträge aus Beteiligungen, die aus nicht einbezogenen Tochterunternehmen der GPEC
Gemessen am Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat der SW Leipzig Konzern unter Hinzuziehung des außerordentlichen Ergebnisses einen Jahresüberschuss von Mio. EUR 0,5 erzielt, da die Gewinnabführung der SW Leipzig
das im Konzern erwirtschaftete Ergebnis entgegen dem Vorjahr nicht überstieg. Die positive Ergebnisentwicklung
im Geschäftsjahr 2015 hat nicht ausgereicht, den Konzernbilanzverlust zu reduzieren. Infolge des Verlustvortrages
aus dem Vorjahr sowie des dem anderen Gesellschafter zuzurechnenden Ergebnis ist ein Konzernbilanzverlust von
Mio. EUR 123,7 festzustellen.
2.4	Finanzlage
Im Rahmen der Kapitalflussrechnung wurde für 2015 ein Finanzmittelbestand in Höhe von Mio. EUR 55,1 ausgewiesen.
Im Vergleich zum Beginn des Geschäftsjahres hat sich dieser um Mio. EUR 5,3 erhöht.
Mittelzufluss aus Unternehmenstätigkeit
Veränderung des Working Capitals
Zahlungswirksame Veränderungen Finanzmittelbestand
Wechselkurs-, konsolidierungskreis-, bewertungs- sowie nicht
zahlungswirksame Änderungen des Finanzmittelbestandes
Die Kapitalflussrechnung weist einen Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit von Mio. EUR 49,0 aus, der gegenüber
dem Vorjahr um Mio. EUR 9,4 zurückgegangen ist. Des Weiteren enthält der Cash Flow aus Investitionstätigkeit die getätigten Investitionen in das Anlagevermögen sowie erhaltene Zinsen und durch Tochterunternehmen liquiditätswirksam
abgeführte Gewinne. Im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit sind gezahlte Zinsen und Nettokreditaufnahmen enthalten.
2.5	Vermögenslage
Zum Bilanzstichtag weist der SW Leipzig Konzern eine Bilanzsumme von Mio. EUR 685,6 aus. Demgemäß hat sich das
Vermögen des SW Leipzig Konzerns um Mio. EUR 3,3 reduziert. Geprägt wird die Vermögensstruktur durch langfristige
Vermögenswerte, insbesondere Sach- und Finanzanlagevermögen, sowie ein nahezu konstantes Konzerneigenkapital.
Forderungen gegen verbundene, nicht einbezogene Unternehmen
Sonstige kurzfristige Vermögensgegenstände
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen, nicht einbezogenen Unternehmen
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen, nicht einbezogenen Unternehmen
Im Vorjahresvergleich hat sich der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme um 1,2 % auf 76,3 % erhöht.
Ursächlich hierfür sind vor allem die Entwicklungen innerhalb des Sachanlagevermögens. Die im Geschäftsjahr
2015 getätigten Investitionen in das Sachanlagevermögen lagen über den hieraus resultierenden Abschreibungen.
Der SW Leipzig Konzern bilanzierte per 31. Dezember 2015 immaterielle Vermögensgegenstände von Mio. EUR 15,5
(Vj.: Mio. EUR 17,9), Sachanlagevermögen von Mio. EUR 479,9 (Vj.: Mio. EUR 473,7) sowie Finanzanlagevermögen von
Mio. EUR 27,8 (Vj.: Mio. EUR 25,6).
Auf Grundlage eines nahezu unveränderten Eigenkapitals sowie eines über dem Niveau des Vorjahres liegenden Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit steigt die Rentabilität des Eigenkapitals um 6,2 % auf 36,5 %. Darüber
hinaus festigt sich die Eigenkapitalquote bei 26,2 % (Vj.: 26,1 %). Die gegengleiche Entwicklung innerhalb kurz- und
langfristiger Passiva ist auf die Umgliederung einer bisher langfristig bilanzierten Rückstellung zurückzuführen.
Die langfristigen Verbindlichkeiten, sowohl gegenüber Kreditinstituten als auch gegenüber verbundenen, nicht einbezogenen Unternehmen, sind maßgeblich durch planmäßige Tilgungen sowie die Neuaufnahme auf Seiten der GPEC
Zum 31. Dezember 2015 waren im SW Leipzig Konzern 1.510 Mitarbeiter (Vj.: 1.529) beschäftigt.
Mitarbeiter ohne Auszubildende
3	Nachtragsbericht
Nach dem Schluss des Geschäftsjahres haben sich Vorgänge von besonderer Bedeutung nicht ergeben.
4.1	Risikomanagementsystem
Strategische Entscheidungen im Unternehmen erfolgen auf Grundlage betriebswirtschaftlich fundierter Informationen.
Eine fortlaufende Identifikation, Analyse und Bewertung von unternehmensweiten Risiken und deren Steuerung ist
Voraussetzung hierfür. Aus diesem Grund ist bei den SW Leipzig ein Risikomanagement in die betrieblichen Prozesse
integriert und durchgängig bis zur Geschäftsführung implementiert. Hierdurch erfolgen die Steuerung, Überwachung
und Limitierung der Risiken, das Vorhalten von Risikomessmethoden sowie das operative Risikocontrolling der Handels- und Portfoliomanagementtätigkeiten. Chancen werden in diese risikoorientierte Betrachtung nicht einbezogen.
Die Berichterstattung über alle relevanten Risiken, die den Fortbestand oder das wirtschaftliche Ergebnis der Unternehmensgruppe der SW Leipzig beeinflussen könnten, erfolgt ausgehend vom Risk Owner in aggregierter Form an
die Geschäftsführung der SW Leipzig sowie die Geschäftsführung der LVV Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH, Leipzig (LVV). Berichtsgegenstand und Berichtsfrequenz richten sich nach den analysebezogenen Vorgaben
des Risikoportfolios, welches in Risikoinventuren regelmäßig aktualisiert wird.
Als Baustein des Risikomanagements und Leitfaden zur Risikosteuerung wird in einem Handbuch der grundsätzliche
Umgang mit Risiken beschrieben. Die jährlich durchgeführte Risikoinventur umfasst unter anderem die Klassifizierung
der definierten Risiken, auf Basis der möglichen Schadenshöhe unter Berücksichtigung risikosteuernder Maßnahmen
und der Gewichtung mit der Eintrittswahrscheinlichkeit, sowie die Ausprägung der Risikolimitierung, auf der Grundlage
einheitlich vorgegebener Ermittlungsschritte zur Ableitung risikospezifischer Frühwarnindikatoren und Messverfahren.
Darüber hinaus prüft die interne Revision das implementierte interne Kontrollsystem des Unternehmens regelmäßig.
Zur Risikosteuerung sind bei den SW Leipzig kontinuierlich tagende Gremien installiert, denen die Risikosituation des
Unternehmens beziehungsweise der jeweiligen Geschäftsbereiche regelmäßig vorgestellt wird. Das Risikokomitee ist
ein Instrument der Geschäftsführung, welches die Sicherstellung einer geschlossenen Umsetzung der vorgegebenen
Strategie und Risikopolitik zur Aufgabe hat. Dies umfasst unter anderem die Beschlussfassung zu den Risikostrategien
von Geschäftsbereichen und eventuelle Strategieänderungen, die Genehmigung eines generellen Gestaltungsrahmens
(Limitierung und Risikosteuerung), die Diskussion strategischer Themen sowie die Initiierung des Eintritts in neue Märkte.
Aufgrund der Komplexität des Energiehandels und der daraus ableitbaren Risiken kommen zur risikoorientierten
Steuerung für den Energiegroßhandel spezifische Methoden und Instrumente zum Einsatz.
4.2	Risikobericht
Umfeld- und Branchenrisiken: Auch im Jahr 2016 stellen sich die SW Leipzig auf Veränderungen im wirtschaftlichen,
politischen und rechtlichen Umfeld ein. Dabei wird der Begleitung der energiepolitischen Rahmenbedingungen eine
besondere Bedeutung beigemessen. Die sich hieraus ergebenden Risiken bestehen hauptsächlich in der Beurteilung
der künftigen politischen, technologischen und marktbezogenen Entwicklungen sowie in den Reaktionen des Unternehmens auf diese Veränderungen. Diesen Risiken wird mit intensiven Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen sowie
regelmäßigen Strategieklausuren entgegengewirkt.
Die regulatorischen Risiken werden in den Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes, in den Verordnungen, insbesondere der Anreizregulierungsverordnung und den Netzentgeltverordnungen, sowie in den Festlegungen und Bescheiden der Regulierungsbehörden und den daraus resultierenden Absenkungspfaden der Erlösobergrenzen für Netzentgelte gesehen. Darüber hinaus können sich durch neue, zum Zeitpunkt der Basisjahre für die Entgeltgenehmigungen
nicht bekannte Aufgaben und die damit verbundenen Kosten sowie durch unvorhersehbare Änderungen des Rechtsrahmens weitere Risiken ergeben. Sie haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Ergebnissituation der Netz Leipzig.
Aus diesem Grund sind eine kontinuierliche Beobachtung der energierechtlichen Rahmenbedingungen und die aktive
Mitarbeit in den energiewirtschaftlichen Branchenverbänden unablässig.
Netzbetreiber sind angehalten, leistungsfähige Energienetze im Rahmen der Umsetzung der von der Bundesregierung
beschlossenen energiepolitischen Ziele durch eine darauf ausgerichtete Investitionsstrategie zu schaffen. Der momentane, auf kurzfristige Effekte ausgerichtete Regulierungsrahmen, widerspricht dem wirtschaftlichen Betrieb langlebiger Netzinfrastruktur und ist nicht geeignet, die Herausforderungen der Energiewende zu meistern. Insbesondere der
zeitlich verzögerte Kapitalrückfluss bei Investitionen, renditemindernde Faktoren wie zum Beispiel Partialbenchmarks
im Rahmen der Kostenprüfung, die Nichtberücksichtigung von Mehrkosten durch gesetzliche Vorgaben außerhalb der
Regulierungsperiode sowie unerreichbare netzwirtschaftliche Produktivitätsvorgaben stellen regulierungsinhärente
Risiken für die Netzbetreiber dar und erschweren die Umsetzung der Energiewende.
In der GPEC gehören Risiken hinsichtlich des Bezuges und der Lieferung von Wärme zu den definierten und überwachten Hauptrisiken. Diese mit dem Hauptgeschäft verbundenen Risiken werden durch langfristige Verträge und Investitionsprogramme minimiert.
Leistungswirtschaftliche Risiken: Dem weiterhin als hoch eingeschätzten Marktpreisrisiko aus fallenden Spreads für
konventionelle Erzeugungsanlagen wird durch die rollierende Optimierung des Anlageneinsatzes, die Vermarktung am
Terminmarkt und die Vermarktung von Systemdienstleistungen entgegengewirkt. Für die Biomasse- und Windkraftanlagen bestehen die Risiken in steigenden Brennstoffpreisen beziehungsweise in zu geringem Windaufkommen.
Das Betreiben komplexer Erzeugungsanlagen führt zu Risiken aus Betriebsstörungen, Produktionsausfällen und Versorgungsunterbrechungen. Durch regelmäßige Instandhaltung sowie Versicherungen für wesentliche Auswirkungen
potenzieller Schadenseintritte werden diese Risiken begrenzt und daraufhin als gering eingeschätzt.
Die Auswirkungen der Energiewende auf den Energiehandel spiegeln sich zum Beispiel in den erhöhten Anforderungen an das Bilanzkreismanagement sowie in dem stärkeren Einfluss der erneuerbaren Energien auf die Preisbildung
wider. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine hohe Viertelstunden-Prognosegenauigkeit zur Vermeidung von Mehrkosten an Bedeutung. Risiken bestehen aufgrund der seitens der BNetzA und des BMWi geplanten Verschärfung der
Regelungen zum Führen von Bilanzkreisen, welche zu höheren Prozesskosten, aber auch zusätzlichen Kosten durch
geplante Pönalisierungen führen können.
Der wirtschaftliche Erfolg des Energievertriebs hängt wesentlich von der Marktpositionierung und der Effektivität der
Vertriebsaktivitäten ab. Ein aktiver und andauernder Wettbewerbsdruck, der mit teils stark wahrnehmbaren Preisund Werbeaktivitäten der Wettbewerber einhergeht, beeinflusst das Vertriebsgeschäft nachhaltig.
Finanzwirtschaftliche Risiken: Die Finanzierungsrisiken setzen sich im Wesentlichen aus dem Finanzierungskostenrisiko, dem Risiko der Reduzierung platzierbarer Volumina im Hinblick auf eine Bonitätsverschlechterung sowie
dem Prolongationsrisiko für Kredite zusammen. Die Finanzierungsfähigkeit der SW Leipzig ist von der Bonität und der
Finanzierungsfähigkeit der LVV abhängig.
Zur Begrenzung des Adressausfallrisikos wird bei Handelspartnern und Großkunden grundsätzlich vor Aufnahme
von Vertragsverhandlungen und vor Abgabe eines verbindlichen Angebotes eine Bonitätsanalyse durchgeführt. Das
Risikomanagement bedient sich dafür externer und interner Ratinganalysen.
Die sich aus dem im Jahr 2014 bei der LVV aufgenommenen Gesellschafterdarlehen mit variabler Zinsstruktur ergebenden Zinsänderungsrisiken werden, wie für einen wesentlichen Teil des Gesamtportfolios, durch bestehende Zinsswaps
Wechselkursrisiken, die die jährlichen Dividendenzahlungen der GPEC implizieren, begegnen die SW Leipzig mit
laufender Beobachtung der Kursentwicklung zwischen Euro und Złoty. Sind Höhe und Zeitpunkt der Ausschüttung
bekannt, erfolgt grundsätzlich die Absicherung mittels eines Devisentermingeschäftes.
Bei Finanzderivaten mit positiven Marktwerten bestehen gegenüber den Kontrahenten Ausfallrisiken in entsprechender Höhe. Gegen diese Risiken sichern sich die SW Leipzig durch den Abschluss von Derivategeschäften mit mehreren
ausgewählten europäischen Finanzinstituten ab.
Bei der GPEC erfolgt auf Basis der Bewertung der Kreditwürdigkeit, für alle Kunden, die einen bestimmten Betrag
übersteigenden Kredit in Anspruch nehmen wollen, die laufende Überwachung des Kreditrisikos.
Sonstige Risiken: Gegen den Ausfall von IT-Systemen sichern sich die SW Leipzig ab, indem sie mit dem Betreiber der
IT-Systeme Vereinbarungen zur Verfügbarkeit schließen. Personenbezogene Daten verlangen angemessene technische
und organisatorische Schutzmaßnahmen, die regelmäßig überprüft werden. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden auch
auf mobile Geräte ausgeweitet. Laufende Sicherheitsanalysen und Notfallübungen tragen dazu bei, den hohen Stand
hinsichtlich der IT-Sicherheit zu halten und auszubauen. So wurden mehrfach Security-Penetration-Tests für unterschiedliche IT-Systeme der SW Leipzig durchgeführt, um die Angreifbarkeit der IT-Systeme von außen zu überprüfen.
Im Fall von Großschadensereignissen greifen die SW Leipzig auf das implementierte Krisenmanagementsystem zurück, welches jährlich auf Aktualität und Ergänzungsbedarf hin überprüft und entsprechend angepasst wird.
4.3	Chancenbericht
Markt- und Einsatzchancen liegen im Energiemarktdesign sowie in vertraglichen und regulatorischen Marktentwicklungen. Durch die im GuD-KW Leipzig in den Vorjahren vorgenommene Modernisierung und die Betriebsoptimierung
im Jahr 2015 bestehen mittlere Chancen aus der Vermarktung der Regelenergieleistung sowie bei einem steigenden
Strom/Gas/CO 2 -Spread in der Stromerzeugung.
In Richtung des Kraftwerksgasvertrages besteht die Chance einer Preisentwicklung, die den vertraglichen Gaspreis,
in Abhängigkeit von den Entscheidungen des Schiedsgerichtes, unter den Planansatz sinken lässt. Für den umgekehrten Fall resultiert daraus ein Risiko.
Für die Biomasse- und Windkraftanlagen bestehen im Vergleich zur Prognose mittlere Chancen aus fallenden Holzpreisen beziehungsweise höherem Windaufkommen. Das witterungsabhängige Wärmegeschäft kann aufgrund von Temperaturschwankungen gleichermaßen in beide Richtungen beeinflusst werden.
Mit der Anpassung der strategischen Ausrichtung der SW Leipzig fokussiert sich der Energiegroßhandel auf die Erbringung von Systemdienstleistungen für Kunden und nutzt die damit verbundenen Chancen in einem sich ändernden Markt.
Resultierend aus den im Weißbuch formulierten Anforderungen, die sich mit dem Strommarkt für die Energiewende
auseinandersetzen, ergeben sich Chancen auf eine Vergrößerung des Marktes für Regelleistung. Die geforderte Verbesserung der Transparenz über Strommarktdaten ermöglicht dem Energiehandel ein besseres und schnelleres Reagieren
auf Preisschwankungen.
Weitere Chancen bestehen in der Erweiterung des KWK- und Erneuerbare-Energien-Portfolios. Für den Aufbau des
Dienstleistungsgeschäftes und zur Kostendegression wird die Nutzung von Kooperationen angestrebt.
Die künftige Entwicklung der Netz Leipzig wird im Wesentlichen durch die Anreizregulierung sowie die Festlegungen
der Regulierungsbehörden bestimmt. Mit Inkrafttreten der ARegV wurden zunächst relativ stabile Rahmenbedingungen
auf der Erlösseite geschaffen. Entsprechend ist den Netzbetreibern der Erlösabsenkungspfad bekannt und gegensteuernde Maßnahmen sind mittel- und langfristig planbar. Die Netz Leipzig erzielte beim zweiten Effizienzvergleich für das
Medium Strom Werte in Größenordnung über denen des Bundesdurchschnitts, sodass über die zweite Regulierungsperiode hinweg relativ konstante Erlöse erwirtschaftet werden können.
Innerhalb der GPEC-Gruppe können sich Chancen aus der Verbesserung von internen und gruppenübergreifenden Pro­
zessen, der Erweiterung und Verbesserung des Service- und Stromgeschäftes sowie der Akquisition und Beteiligung
an Kraftwerksprojekten in der Region Pommern ergeben.
Der SW Leipzig Konzern prognostiziert auf Basis der Wirtschaftsplanung für das Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von Mio. EUR 56,0. Das EBIT wird voraussichtlich Mio. EUR 72,6 betragen. Ausgehend
von politisch-regulatorischen und wettbewerblichen Rahmenbedingungen entwickeln sich die operativen Umsatzerlöse
im kommenden Jahr tendenziell rückläufig (Mio. EUR 2.142,8).
Wesentliche Faktoren werden eine deutlich zunehmende Volatilität der Erzeugung einerseits und größere Möglichkeiten der Verbrauchssteuerung andererseits sein. Grundlegende Elemente sind die energiepolitische Fokussierung der
sukzessiven Dekarbonisierung, die Digitalisierung und die weiter zunehmende Dezentralität der Erzeugung. Insbesondere vor dem Hintergrund der Debatte zum Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende stehen mit Themen wie
Datenhoheit und Rollendefinition gänzlich neue Aspekte im Mittelpunkt.
Im Zusammenhang mit der Neueinführung des Fernwärmeproduktes Leipziger wärme.komfort senken die SW Leipzig
die Preise in diesem Segment um durchschnittlich 6,3 %. In den Bereichen Strom und Gas werden die Preise der Grundrespektive Basisversorgung stabil gehalten. Auf Basis der preislichen Entwicklungen liegt der Fokus im Energievertrieb
auf der Fortsetzung erfolgversprechender Vertriebsaktivitäten.
Die anhaltend niedrigen Strompreise am Großhandelsmarkt führen trotz sinkender Gaspreise auch zukünftig zu einer
negativen Differenz zwischen dem erlösten Strompreis und den eingesetzten Brennstoffkosten (Spark Spread) im GuDKW Leipzig. Insbesondere bei Windenergieanlagen werden mittelfristig steigende Ergebnisbeiträge im Zusammenhang
mit der Umsetzung der projektbezogenen Zubaustrategie erwartet. Darüber hinaus erschließen die SW Leipzig zunehmend Regelenergiemärkte zur Erbringung von Systemdienstleistungen.
In Bezug auf die im Geschäftsjahr 2015 beschlossene, aber noch nicht vollständig getätigte Sacheinlage der Stadt
Gdańsk wird sich die Anteilsquote der SW Leipzig an der GPEC bei 82,69 % festigen.
Für das Jahr 2016 sind bilanzwirksame Investitionen in das Anlagevermögen von Mio. EUR 101,2 geplant. Davon entfallen Mio. EUR 80,2 auf Investitionen in das Sachanlagevermögen. Die Investitionen in das Finanzanlagevermögen von
Mio. EUR 15,6 beinhalten im Schwerpunkt den Erwerb und die Entwicklung von Windenergieanlagen.
Leipzig, den 22. März 2016
1.	 Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
1.	 Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich
3.	 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
III.	 Finanzanlagen
1.	 Anteile an verbundenen, nicht einbezogenen Unternehmen
2.	 Ausleihungen an verbundene, nicht einbezogene Unternehmen
3.	 Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
5.	 Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
2.	 Forderungen gegen verbundene, nicht einbezogene Unternehmen
3.	 Geleistete Anzahlungen
3.	 Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
IV.	 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks
D.	 Latente Steuern
IV.	 Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
−123.742
−122.120
V.	 Konzernbilanzverlust
VI.	 Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter
1.	 Sonderposten für Investitionszulagen zum Anlagevermögen
2.	 Sonderposten für Baukostenzuschüsse
1.	 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
4.	 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen, nicht einbezogenen Unternehmen
davon aus Steuern: TEUR 8.234 (Vj.: TEUR 10.631)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: TEUR 34 (Vj.: TEUR 148)
F.	 Latente Steuern
2.	 Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen
−1.848.374
−2.110.856
5.	Materialaufwand
a)	 Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren
b)	 Aufwendungen für bezogene Leistungen
−25.480
−22.753
−1.873.854
−2.133.609
a)	 Löhne und Gehälter
−69.304
−68.447
b)	 Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung
−14.024
davon für Altersversorgung: TEUR 1.500 (Vj.: TEUR 1.805)
−83.410
−82.471
−44.445
−101.600
−14.869
16.	Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
17.	 Außerordentliche Aufwendungen
18.	Außerordentliches Ergebnis
19.	 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
davon aus verbundenen, nicht einbezogenen Unternehmen: TEUR 3.649 (Vj.: TEUR 2.407)
10.	Erträge aus assoziierten Unternehmen
11.	 Erträge aus Gewinnabführungsverträgen
davon aus verbundenen, nicht einbezogenen Unternehmen: TEUR 9 (Vj.: TEUR 9)
12.	Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
davon aus verbundenen, nicht einbezogenen Unternehmen: TEUR 0 (Vj.: TEUR 0)
13.	Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen, nicht einbezogenen Unternehmen: TEUR 49 (Vj.: TEUR 138)
14.	Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
15.	Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon an verbundene, nicht einbezogene Unternehmen: TEUR 2.661 (Vj.: TEUR 1.216)
20.	Sonstige Steuern
21.	Aufwendungen aus Gewinnabführung
22.	Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag
23.	Anderen Gesellschaftern zuzurechnendes Ergebnis
−54.372
−54.703
24.	Konzernverlustvortrag
−117.830
25.	Konzernbilanzverlust
Angaben zur Form und Darstellung von Konzernbilanz sowie
Der Konzernabschluss der Stadtwerke Leipzig GmbH, Leipzig (SW Leipzig) zum 31. Dezember 2015 wurde nach den
Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den einschlägigen Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) und des Gesetzes über die Eröffnungsbilanz in Deutscher Mark und
die Kapitalneufestsetzung (DMBilG) aufgestellt.
Die SW Leipzig werden in den befreienden Konzernabschluss der LVV Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH, Leipzig (LVV) einbezogen, der im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wird. Insoweit handelt
es sich um einen freiwilligen Konzernabschluss.
In der Konzernbilanz sowie der Konzerngewinn- und -verlustrechnung werden einzelne Posten zusammengefasst,
um die Klarheit der Darstellung zu verbessern. Diese werden im Anhang erläutert.
Konzernabschlussstichtag und Konsolidierungskreis
Der Konzernabschluss wurde auf der Grundlage der geprüften Einzelabschlüsse der einbezogenen Unternehmen
erstellt. Als Konsolidierungsstichtag wurde der 31. Dezember 2015 gewählt. Die Jahresabschlüsse der einbezogenen
Unternehmen sind auf den Stichtag der Muttergesellschaft aufgestellt.
Zum 31. Dezember 2015 waren die SW Leipzig mit folgenden Unternehmen mittelbar oder unmittelbar zu mindestens
20,0 % verbunden beziehungsweise an ihnen beteiligt:
Sp. z o.o., Gdańsk, Polen 6
LAS GmbH, Leipzig 1
Infolge einer durch die Stadt Gdańsk getätigten Sacheinlage hat sich die Anteilsquote der SW Leipzig auf 82,86 %
(zuvor: 83,66 %) reduziert.
Nicht einbezogene verbundene Unternehmen
GPEC Serwis Sp. z o.o., Gdańsk, Polen
GPEC Energia Sp. z o.o., Jelenia Góra, Polen 3, 6
(vormals ENDICO Sp. z o.o.)
GPEC Ekspert Sp. z o.o., Gdańsk, Polen 3, 6
SWL-B
GPEC Matarnia Sp. z o.o., Gdańsk, Polen
(vormals Przedsiebiorstwo Uslug Energetycznych I
Kommunalnych UNIKOM Sp. z o.o.)
SWL Beteiligungs GmbH, Leipzig
Innvo Innovationsgesellschaft-Management mbH,
Leipzig 3, 4, 8
Natur21 GmbH, Leipzig 1, 3
GPEC Tczew Sp. z o.o., Tczew, Polen 3, 6
(vormals Zaklad Energetyki Cieplnej Sp. z o.o.)
GPEC Starogard Sp. z o.o., Starogard Gdanksi, Polen
(vormals Zaklad Energetyki Cieplnej
"STAR-PEC" Sp. z o.o.)
Innvo mbH
ELG Leipzig GmbH, Leipzig
Orchis Energia Sopot Sp. z o.o., Polen 3, 6
PROMETHEUS - Gesellschaft für
Erdgasanwendungsanlagen mbH, Leipzig 3, 5
Assoziierte Unternehmen 9
Erdgasversorgung Industriepark Leipzig Nord GmbH,
WEO GmbH & Co. KG, Nürnberg 5
Meter1 GmbH & Co. KG, Halle 2, 5
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag vor Gewinnabführung 2015
Nichteinbeziehung assoziierter Unternehmen gemäß § 311 Abs. 2 HGB aufgrund untergeordneter Bedeutung
Nichteinbeziehung verbundener Unternehmen gemäß § 296 Abs. 2 HGB aufgrund untergeordneter Bedeutung
Jahresabschluss 2015 vorläufig
Umrechnungskurs Bilanz zum Stichtag, Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnitt
nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustausgleich der Kommanditisten von TEUR 4.328
Zum 31.12.2015 erfolgte die Anwachsung der Innvo Innovationsgesellschaft mbH & Co. KG auf die Innvo Innovationsgesellschaft-Management mbH.
Die Anteile am gezeichneten Kapital entsprechen den Stimmrechten.
1.3	Konsolidierungsgrundsätze
Für den Konzernabschluss werden konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde gelegt,
die in der Konzern-Bilanzierungsrichtlinie dokumentiert sind.
Für alle einbezogenen verbundenen Unternehmen erfolgt die Vollkonsolidierung.
Bei der Umrechnung von Jahresabschlussposten ausländischer Tochtergesellschaften werden für die Bilanzposten
die Stichtagskurse (Devisenkassamittelkurs) beziehungsweise für das Eigenkapital die historischen Kurse sowie für
die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung die Durchschnittskurse zugrunde gelegt.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt für Tochterunternehmen, die bereits vor dem 1. Januar 2010 konsolidiert wurden, nach
der Buchwertmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen Eigenkapital des jeweiligen Tochter­
unternehmens. Dies gilt auch für die Änderung der Beteiligungsquote bei diesen Unternehmen.
Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Erträge und Aufwendungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden verrechnet.
Für den erfolgten Verkauf von Anlagevermögen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen
wurde auf eine Eliminierung der Zwischenergebnisse entsprechend § 304 Abs. 2 HGB verzichtet.
Latente Steuern werden für zeitliche, sich in der Zukunft voraussichtlich umkehrende Differenzen zwischen den handelsund steuerrechtlichen Bilanzansätzen in Anwendung von § 274 HGB gebildet.
Erläuterungen zu den Posten von Konzernbilanz sowie KonzernGewinn- und Verlustrechnung bezüglich Ausweis, Bilanzierung und
Die Einzelabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Von der einheitlichen Bewertung gemäß § 308 HGB wurde bei den
ausländischen Tochtergesellschaften in Einzelfällen mit untergeordneter Bedeutung in der Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns abgewichen.
2.1.1	Anlagevermögen
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen und Zuschreibungen bewertet.
In den Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der Gemeinkosten berücksichtigt.
Grundstückszugänge gemäß Vermögenszuordnungsgesetz sind mit einem pauschalen Bodenwert bilanziert. Unentgeltlich übernommene Anlagegegenstände wurden zum Zeitpunkt der Übertragung mit ihrem Verkehrswert angesetzt.
Planmäßige Abschreibungen erfolgen überwiegend linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und unter Berücksichtigung steuerrechtlich zulässiger Höchstsätze.
Im Geschäftsjahr 2015 wurde von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von EUR 150,00 bis EUR 410,00 netto im Sinne des § 6 Abs. 2 EStG im Zugangsjahr voll abzuschreiben und als
Abgang darzustellen.
Anteile an nicht einbezogenen verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten angesetzt.
Für Anteile an ausländischen Unternehmen erfolgt die Umrechnung zum Tageskurs des Transaktionszeitpunktes. Soweit erforderlich, wurden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag vorgenommen.
2.1.2	Umlaufvermögen
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden grundsätzlich zu durchschnittlichen Einstandspreisen, unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips, angesetzt. Bei der GPEC findet eine Bewertung nach der FiFo-Methode statt. Auf eine
Umbewertung wurde aufgrund der untergeordneten Bedeutung verzichtet.
Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden unter den Vorräten zum Erinnerungswert angesetzt, entgeltlich
erworbene werden in den Vorräten sowie in den sonstigen Vermögensgegenständen zu Anschaffungskosten bilanziert.
Soweit erforderlich, wurden Abwertungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag vorgenommen.
Unfertige Leistungen sind verlustfrei zu Herstellungskosten bewertet.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bewertet. Erkennbare Risiken werden durch
angemessene Abwertungen berücksichtigt. Für allgemeine Ausfallrisiken werden pauschalierte Wertberichtigungen
nach der Altersstruktur der Forderungen gebildet. Ergänzend dazu erfolgt für allgemeine Kreditrisiken eine Pauschalwertberichtigung. Innerhalb der Forderungen aus Strom-, Gas- und Fernwärmelieferungen sind erhaltene Abschlagszahlungen auf den abgegrenzten, noch nicht abgelesenen Verbrauch der Kunden verrechnet.
Sofern Netting-Vereinbarungen mit Großhandelspartnern bestehen, werden die jeweils existierenden Forderungen
und Verbindlichkeiten saldiert.
Wenn es sich bei den sonstigen Vermögensgegenständen um Zweckvermögen zur Absicherung von Altersteilzeitverpflichtungen handelt, erfolgt gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB eine Saldierung mit den Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen.
Flüssige Mittel (Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks) werden zum Nennwert bewertet.
2.1.3	Eigenkapital
Der Posten Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung im Konzern resultiert aus der Abweichung der Bewertung
der Bilanz- sowie der GuV-Posten zum Stichtags- beziehungsweise Durchschnittskurs gegenüber der Bewertung des
Eigenkapitals zum historischen Kurs bei den konsolidierten ausländischen Unternehmen.
2.1.4	Sonderposten
Investitionszuschüsse werden als Sonderposten zum Anlagevermögen passiviert. Investitionszuschüsse werden über
die Nutzungsdauer der Anlagegegenstände aufgelöst.
Die jährliche Auflösung des Sonderpostens für erhaltene Baukostenzuschüsse beträgt 5,0 % bis zum 31. Dezember 2002.
Für erhaltene Baukostenzuschüsse ab dem 1. Januar 2003 erfolgt die Auflösung über die Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögensgegenstände. Die im Sonderposten für unentgeltlich ausgegebene Emissionsberechtigungen ausgewiesenen Rechte wurden zum Erinnerungswert bilanziert.
2.1.5	Rückstellungen
Ausgewählte Personalrückstellungen sowie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen inländischer
Gesellschaften werden auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten unter Zugrundelegung der Richttafeln 2005 G
von Prof. Dr. Klaus Heubeck, die eine generationsabhängige Lebenserwartung berücksichtigen, nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) gebildet. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung dieser
Rückstellungen beläuft sich gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB zum 31. Dezember 2015 auf 3,89 %.
Bei der GPEC werden Rückstellungen für Altersgelder auf der Grundlage versicherungsmathematischer Gutachten, in
Anlehnung an IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) bei einem Rechnungszins von 3,0 % gebildet.
Für die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden künftige Gehalts- und Rentenanpassungen beziehungsweise Aufwandssteigerungen von bis zu 5,0 % unterstellt.
Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von
Altersteilzeitverpflichtungen dienen, sind gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert mit den entsprechenden Verpflichtungen ausgewiesen.
In den sonstigen Rückstellungen werden die unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikate zur Erfüllung der Rückgabeverpflichtung zum Erinnerungswert erfasst.
Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wird den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten
Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgt zum Erfüllungsbetrag.
2.1.6	Verbindlichkeiten
2.2.1	Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres in der Übersicht „Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2015“ dargestellt.
Unter den Finanzanlagen werden die Anteile und Ausleihungen der nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie sonstige Ausleihungen an fremde Dritte und Mitarbeiter ausgewiesen.
Der Beteiligungsbuchwert der EVIL wurde unter der Berücksichtigung des Jahresergebnisses 2015 und getätigter
Dividendenausschüttungen fortgeschrieben.
Der negative Equity-Wert der WEO (TEUR 1.639), der auf einem Übersteigen der Jahresfehlbeträge gegenüber dem bereits in den Vorjahren auf null fortgeschriebenen Beteiligungswert basiert, wird in einer Nebenrechnung fortgeführt.
Auf assoziierte Unternehmen entfällt ein passiver Unterschiedsbetrag von TEUR 20, der in einer Nebenrechnung fortgeführt wird.
2.2.2	Vorräte
Die Vorräte enthalten zum Bilanzstichtag unentgeltlich zugeteilte rückgabepflichtige Emissionsberechtigungen zum
Ausstoß von CO 2, die mit einem Erinnerungswert pro Anlage von EUR 1,00 angesetzt wurden (Marktwert zum 31. Dezember 2015: TEUR 4.483).
2.2.3	 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene, nicht einbezogene Unternehmen betreffen im Wesentlichen Forderungen gegen
den Gesellschafter LVV von TEUR 37.171 (Vj.: TEUR 40.665).
Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen unter anderem Forderungen für die noch nicht abzugsfähige Vorsteuer
von TEUR 2.773 (Vj.: TEUR 3.506) sowie langfristige Forderungen für Ansprüche, die an Dritte verpfändet wurden, von
TEUR 2.216 (Vj.: TEUR 1.773). Alle übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind kurzfristig fällig.
2.2.4	Rückstellungen
Die Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung werden mit den Altersteilzeitverpflichtungen nach § 246 Abs. 2
Satz 2 HGB verrechnet. Der beizulegende Zeitwert des verrechneten Vermögensgegenstandes, der den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, beträgt TEUR 2.472. Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden umfasst
TEUR 3.626. Der Zinsaufwand aus der Altersteilzeitverpflichtung (TEUR 115) wurde mit dem Zinsertrag aus der Rückdeckungsversicherung (TEUR 32) verrechnet.
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten insbesondere Rückstellungen für drohende Verluste (TEUR 36.696), personalbezogene Rückstellungen (TEUR 29.368) sowie Rückstellungen für Verpflichtungen aus Rechtsstreitigkeiten und
Prozesskosten (TEUR 21.934).
In den sonstigen Rückstellungen sind Aufwandsrückstellungen von TEUR 9.638 enthalten, für die das Beibehaltungswahlrecht nach Art. 67 Abs. 3 Satz 1 EGHGB in Anspruch genommen wurde.
Der Betrag der Überdeckung gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 4 EGHGB beläuft sich, für aufgrund von Art. 67 Abs. 1 Satz 2
EGHGB beibehaltene Rückstellungen, auf TEUR 37.
2.2.5	Verbindlichkeiten
4.	 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen,
nicht einbezogenen Unternehmen
Für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Besicherungen von TEUR 13.172 durch Negativerklärungen und
Forderungsabtretung erfolgt.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen, nicht einbezogenen Unternehmen entfallen mit TEUR 664 (Vj.: TEUR 321)
auf Lieferungen und Leistungen und mit TEUR 148.756 (Vj.: TEUR 154.249) auf sonstige Verbindlichkeiten, davon im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Darlehen (TEUR 132.858, Vj.: TEUR 140.000). Die Gesellschafterdarlehen wurden mit
einer Negativerklärung ausgestattet.
2.3.1	Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse stellen sich wie folgt dar:
−19.292
−19.302
Energievertrieb Strom (netto)
Energievertrieb Gas (brutto)
Energievertrieb Strom (brutto)
Energievertrieb Gas (netto)
Energievertrieb Fernwärme
1.779.760
Energiegroßhandel Strom (netto)
Energiegroßhandel Gas (brutto)
Energiegroßhandel Strom (brutto)
Energiegroßhandel Gas (netto)
Weitere Umsatzerlöse
Von den Umsatzerlösen wurden TEUR 2.045.485 (Vj.: TEUR 2.294.268) in Deutschland und TEUR 101.694 (Vj.: TEUR 95.670)
in Polen erwirtschaftet.
In den weiteren Umsatzerlösen sind periodenfremde Umsätze von TEUR 311 (Vj.: TEUR −11.105) enthalten. Diese betreffen
im Wesentlichen die Korrektur der im Vorjahr aufgrund der rollierenden Verbrauchsabrechnung geschätzten Umsätze.
2.3.2	 Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge von insgesamt TEUR 19.837 (Vj.: TEUR 26.936).
Diese betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie Erträge aus der Auflösung von
Wertberichtigungen auf Forderungen.
2.3.3	Materialaufwand
Der Materialaufwand beinhaltet periodenfremde Energieeinkäufe von TEUR 1.551 (Vj.: TEUR −696).
2.3.4	Abschreibungen
Im Geschäftsjahr 2015 wurden außerplanmäßige Abschreibungen von TEUR 456 (Vj.: TEUR 171) auf das Anlagevermögen vorgenommen.
2.3.5	 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen von TEUR 4.873 (Vj.: TEUR 3.894).
Diese beinhalten im Wesentlichen sonstige betriebliche Aufwendungen der GPEC und Verluste aus Anlagenabgängen.
2.3.6	Zinsergebnis
Im Zinsergebnis werden gemäß § 277 Abs. 5 HGB Erträge von TEUR 330 (Vj.: TEUR 44) und Aufwendungen von
TEUR 1.250 (Vj.: TEUR 1.075) aus der Auf- und Abzinsung von Rückstellungen ausgewiesen.
2.3.7	 Außerordentliches Ergebnis
Im außerordentlichen Ergebnis sind für Restrukturierungsmaßnahmen Rückstellungen von TEUR 5.981 enthalten.
2.3.8	 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Steuern enthalten den laufenden Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag des Geschäftsjahres 2015
sowie Aufwendungen aus der Veränderung der latenten Steuern von TEUR 305 (Vj.: TEUR 227).
Die latenten Steuern betreffen aktive latente Steuern von TEUR 2.606 und passive latente Steuern von TEUR 2.827 der
GPEC. Es wurde ein Steuersatz von 19,0 % angewandt.
Dabei resultieren aktive latente Steuern insbesondere aus handels- und steuerrechtlich abweichenden Wertansätzen bei Sachanlagen, Forderungen, Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen. Passive latente Steuern
resultieren im Wesentlichen aus Sachanlagen.
Steuerlich relevante Verlustvorträge existierten zum 31. Dezember 2015 innerhalb des Konzernkreises nicht.
Das Konzernergebnis beträgt TEUR 511 (Vj.: TEUR −2.419).
Zum 31. Dezember 2015 bestanden Verpflichtungen aus operativem Leasing von TEUR 116.901. Aus drei abgeschlossenen Leasingverträgen ergeben sich Verpflichtungen jeweils bis zum Jahr 2021, 2022 und 2024. Bei zwei Leasingverträgen enthalten zukünftige Zahlungen einen variablen Zinsanteil, der auf Basis des Drei-Monats-EURIBOR berechnet
wird. Zinsanteile werden in den ausgewiesenen Verpflichtungen aus operativem Leasing für alle drei Verträge nicht
dargestellt. Das operative Leasing dient der Finanzierung der bestehenden Biomassekraftwerke sowie des Gas- und
Darüber hinaus ergeben sich aus Miet- und Pachtverträgen sowie aus Investitionen sonstige finanzielle Verpflichtungen
von TEUR 47.200.
Weiterhin bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen aus der Gewährung von Darlehen beziehungsweise Bürgschaften, aus noch nicht geforderten Kapitaleinlagen sowie noch nicht eingeforderter Einlagen auf GmbH-Anteile und
aus möglichen Verpflichtungen bestehender Ergebnisabführungsverträge in Höhe von TEUR 17.036, davon gegenüber
verbundenen, nicht einbezogenen Unternehmen von TEUR 8.678.
Bezüglich der Verpflichtungen aus Energiebeschaffung wird auf den Gliederungspunkt 4.2 verwiesen.
Zur Begrenzung von Zins- und Währungsrisiken werden Zins- und Devisenderivate abgeschlossen. Die Absicherung
gegen Preisrisiken aus dem Energiebereich erfolgt durch den Einsatz von Commodity-Derivaten.
Zum Bilanzstichtag stellen sich Nominalvolumina, beizulegende Zeitwerte und Buchwerte der unter den sonstigen
Vermögensgegenständen ausgewiesenen Finanzderivate wie folgt dar:
−23.585
1.962.455
233 2
400 2
Gasoptionen
Zinsderivate (Zinsswaps)
Grund- und Sicherungsinstrumente in Bewertungseinheiten
ineffektiver Teil der Sicherungsbeziehung
Zinsderivate: Die Payer Swaps sind als Sicherungsinstrumente Bestandteil einer Bewertungseinheit (Portfolio-Hedge),
die zur Absicherung von Zinsrisiken mit einem Sicherungshorizont bis zum 31. Dezember 2018 gebildet worden ist. Die
Grundgeschäfte sind variabel verzinsliche Leasingverträge und Darlehen.
Die Messung der retrospektiven Effektivität erfolgt kumulativ auf Basis der Änderung des Marktwertes der hypothetischen Derivate zum Bilanzstichtag gegenüber dem Designationszeitpunkt entsprechend der kumulierten DollarOffset-Methode.
Zur Messung der prospektiven Effektivität wurde die Marktdaten-Shift-Methode angewendet. Hierbei handelt es sich
um eine quantitative Sensitivitätsanalyse, bei der die Sensitivität von Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten
für den Fall einer hypothetischen Änderung der Basisvariablen ermittelt wird.
Der Wertänderung der bestehenden Sicherungsgeschäfte wird die Wertänderung hypothetischer und ausstattungsgleicher Derivate gegenübergestellt, welche die Wertänderung der Grundgeschäfte repräsentieren sollen, die ausschließlich aus der Änderung des Risikofaktors Zinskurve resultieren.
Commodity-Derivate: Die Absicherung gegen Preisrisiken aus dem Energiebereich erfolgt durch den Einsatz von
Commodity-Derivaten in Form von Optionen, Forwards und Futures.
Entsprechend § 285 Satz 1 Nr. 19 HGB werden unter den Commodity-Derivaten alle zu Handels- und Eigenbedarfszwecken erworbenen Finanzderivate im Anhang angegeben. Das Nominalvolumen entspricht dem additiven Wert aller
geschlossenen Kauf- (Mio. EUR 979,4) und Verkaufsverträge (Mio. EUR 983,1) für zukünftige Lieferperioden bis einschließlich 2018 in den Commodities Strom, Gas und CO 2 -Emissionszertifikate. Die zu Handelszwecken geschlossenen Kauf- und Verkaufskontrakte wurden in Anlehnung an die Vorgaben des Risikomanagements nach Lieferperioden
und Commodities getrennt zu Portfolios zusammengefasst und entsprechend § 254 HGB bewertet. Die Ermittlung der
beizulegenden Zeitwerte erfolgte mit Marktpreisen zum Bilanzstichtag, basierend auf extern anerkannten Quellen, zum
Beispiel den amtlichen Schlusskursen an der European Energy Exchange AG, Leipzig (EEX).
Für das Eigenhandelsportfolio Strom war im Jahr 2015 eine Rückstellung aus Bewertungseinheiten von TEUR 233
Im Bereich des Energiegroßhandels wurde für den Lieferzeitraum 2015 bis 2016 eine Gas-Option über die Lieferung
von 215 GWh Gas abgeschlossen. Für das Geschäft war eine Drohverlustrückstellung von TEUR 400 zu bilden.
Im Bereich des Energievertriebs werden für die Commodities Strom und Gas Vertriebsportfolien gebildet. Die Portfolien
umfassen derzeit die, jeweils für die Jahresscheiben 2016, 2017 und 2018, abgeschlossenen beziehungsweise erwarteten
Absatz- und Beschaffungsgeschäfte. Die Absatzgeschäfte umfassen verbindliche Absatzverträge mit Kunden, den mit
hoher Wahrscheinlichkeit noch zu erwartenden Kundenabsatz sowie kontrahierte Börsen- beziehungsweise OTC (Over
the Counter)-Absatzgeschäfte. Die Beschaffungsgeschäfte umfassen kontrahierte Börsen- beziehungsweise OTC-Beschaffungsgeschäfte, deren Wert sich zum 31. Dezember 2015 auf Mio. EUR 191,4 beläuft. Zum 31. Dezember 2015 war keine
Drohverlustrückstellung erforderlich, da sich auf Portfoliobasis im Erfüllungsjahr kein Verlust abzeichnete.
Bei der Bilanzierung der Bewertungseinheiten wurde jeweils die Einfrierungsmethode angewandt.
•• Dr. Johannes Kleinsorg, Sprecher der Geschäftsführung und
•• Karsten Rogall, kaufmännischer Geschäftsführer.
Gewährte Leistungen an die aktuellen Mitglieder der Geschäftsführung im Geschäftsjahr 2015:
Vergü­
Dr. Johannes Kleinsorg 2
Karsten Rogall 2
(Abfindungen)
Alters- versorgung
versor- (Beitrags-)
2015 gezahlte
Vorjahresangabe (in Klammern) für den Zeitraum 1. September 2014 bis 31. Dezember 2014
Die Bezüge an frühere Mitglieder der Geschäftsführung betrugen TEUR 507 (Vj.: TEUR 742). Für laufende Pensionen
an ehemalige Geschäftsführer sind TEUR 5.396 (Vj.: TEUR 5.539) zurückgestellt.
Der Aufsichtsrat bestand aus folgenden Mitgliedern:
selbstständiger Betriebsingenieur
(ab dem 23. März 2015)
Hanwah Q Cells GmbH
(bis zum 23. März 2015)
ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Bezirk Leipzig-Nordsachsen
(ab dem 5. Mai 2015)
Eckhard Hölzel
(bis zum 4. Mai 2015)
Der Aufsichtsrat erhielt für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2015 folgende Vergütungen:
Das von dem Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beträgt
TEUR 287. Davon entfallen auf Abschlussprüfungsleistungen TEUR 188, auf andere Bestätigungsleistungen TEUR 12,
auf Steuerberatungsleistungen TEUR 38 und auf sonstige Leistungen TEUR 50. Im Gesamthonorar sind Leistungen
für Vorjahre mit TEUR 30 enthalten.
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt (§ 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB)
Umbu­
1.	 Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
2.	 Geschäfts- oder Firmenwert
(aktiver Unterschiedsbetrag)
−23.780
1.170.006
1.	 Anteile an verbundenen, nicht einbezogenen
2.	 Ausleihungen an verbundene, nicht einbezogene
5.	 Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein
1.388.925
865.796
Konzerneigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2015
Gezeich­
Eigenkapitaldifferenz aus
−32.958
Veränderung des Konsolidierungskreises bzw. der
Beteiligungsquote und Kapitalerhöhung
−37.248
−38.871
Abschreibungen (+)/Zuschreibungen (−) Sachanlagen/immaterielle Vermögensgegenstände
Abschreibungen (+)/Zuschreibungen (−) Finanzanlagen
Zunahme (+)/Abnahme (−) Pensionsrückstellungen
Zunahme (+)/Abnahme (−) sonstige langfristige Rückstellungen
Zunahme (+)/Abnahme (−) Sonderposten
Erhöhung (−)/Verringerung (+) at-equity Bewertung
Sonstige zahlungswirksame Aufwendungen (+)/Erträge (−)
Gewinn (−)/Verlust (+) aus Anlagenabgängen
Ertragssteueraufwand (+)/-ertrag (−)
Aufwendungen (−)/Erträge (+) aus außerordentlichen Posten
Zinsaufwendungen (+)/Zinserträge (−)
Zinsen aus operativer Geschäftstätigkeit
−29.726
−5.192
Beteiligungserträge (−)
Zunahme (−)/Abnahme (+) Vorräte inklusive Abschreibungen auf Umlaufvermögen
Zunahme (−)/Abnahme (+) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Zunahme (−)/Abnahme (+) Forderungen gegen verbundene Unternehmen
Zunahme (−)/Abnahme (+) Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Zunahme (−)/Abnahme (+) sonstige Vermögensgegenstände
Zunahme (−)/Abnahme (+) aktiver Rechnungsabgrenzungsposten
Zunahme (+)/Abnahme (−) Steuerrückstellungen
Zunahme (+)/Abnahme (−) sonstige kurzfristige Rückstellungen
−18.446
Zunahme (+)/Abnahme (−) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Zunahme (+)/Abnahme (−) erhaltene Anzahlungen
Zunahme (+)/Abnahme (−) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
Zunahme (+)/Abnahme (−) sonstige Verbindlichkeiten
Zunahme (+)/Abnahme (−) passiver Rechnungsabgrenzungsposten
Einzahlungen aus Abgängen des immateriellen Anlagevermögens
Einzahlungen aus Abgängen des Finanzanlagevermögens
−65.247
−40.627
Einzahlungen aus dem Abgang von Deckungsvermögen
Auszahlungen aus dem Abgang von Deckungsvermögen
Ausschüttung an Mehrheitsgesellschafter
Ausschüttung an Minderheitsgesellschafter/Kapitalentnahme
Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter
Kreditaufnahme bei Banken
Aufnahme Gesellschafterdarlehen
Einzahlungen aus Kreditaufnahmen sowie aus sonstiger Finanzierungstätigkeit
Tilgung bei Banken
−182.855
−17.253
Auszahlung aus Kredittilgung sowie aus sonstiger Finanzierungstätigkeit
−200.108
−47.300
Wechselkurs-, konsolidierungskreis- und bewertungs- sowie standardbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes
Cash-Pool-Bestand
GPEC TCZEW SP. Z O.O., Tczew, Polen
Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Leipzig
Gesetz über die Eröffnungsbilanz in Deutscher Mark
und die Kapitalneufestsetzung (D-Markbilanzgesetz)
International Accounting Standard (Leistungen an
LAS GmbH, Leipzig
LVV Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH, Leipzig
European Interbank Offered Rate (durchschnittlicher Zinssatz, zudem viele europäische Banken
einander Anleihen in Euro gewähren)
Erdgasversorgung Industriepark Leipzig Nord
Natur21 GmbH, Leipzig
First in First out (zuerst erworbene oder hergestellte Gegenstände werden zuerst verbraucht
oder veräußert)
ORCHIS ENERGIA SOPOT SP. Z O.O., Polen
Over The Counter (außerbörslicher Handel)
PROMETHEUS – Gesellschaft für Erdgasanwendungsanlagen mbH, Leipzig
sp. z o.o., Gdańsk, Polen
GPECGruppe
GPEC inklusive aller polnischen Tochtergesellschaften
Return on Capital Employed (Verzinsung des eingesetzten Kapitals beziehungsweise betrieblichen
Stadtwerke Leipzig Konzern
GPEC ENERGIA SP. Z O.O., Jelenia Góra, Polen
GPEC EKSPERT SP. Z O.O., Gdańsk, Polen
Urząd Regulacji Energetyki (polnische Regulierungsbehörde)
WEO GmbH & Co. KG, Nürnberg
GPEC STAROGARD SP. Z O.O., Starogard Gdanksi,
STAROGARD Polen (vormals Zaklad Energetyki Cieplnej "STARPEC" Sp. z o.o.)
D-04006 Leipzig
Tel.: 0341 121-30­
Barbara Hurt, Jens Kabisch,
Sylvia Peterle, Kerstin Tauchnitz
www.centralgestalt.de
www.L.de/geschaeftsbericht

References: § 296
 § 4
 § 311
 § 296
 § 304
 § 274
 § 308
 § 6
 § 246
 § 253
 § 246
 § 246
 Art. 67
 Art. 67
 Art. 67
 § 277
 § 285
 § 254