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Timestamp: 2016-10-28 00:32:58+00:00

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I 138/06 (21.12.2006)
B.________, geboren 1960, meldete sich am 16. April 2003 unter Hinweis auf eine Ersch�pfungsdepression und verminderte Leistungsf�higkeit, bestehend seit 4. Oktober 2001, bei der Invalidenversicherung zum Rentenbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Z�rich f�hrte erwerbliche Abkl�rungen durch und holte Berichte des Hausarztes Dr. med. H.________, FMH f�r Allgemeine Medizin, vom 8./9. Mai 2003 (dem ein Bericht des Psychiatriezentrums X.________ vom 25. September 2002 beilag) und 8. M�rz 2004 sowie des Psychiatriezentrums X.________ vom 29. April 2003 ein. Ausserdem veranlasste sie eine Begutachtung bei Dr. med. L.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 2. Dezember 2004 und holte Stellungnahmen ihres Regionalen �rztlichen Dienstes (RAD) vom 6. Februar und 7. Oktober 2004 sowie vom 6. Januar 2005 ein. Am 7. Januar 2005 verf�gte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens, da kein bleibender Gesundheitsschaden vorliege. Mit Einspracheentscheid vom 24. M�rz 2005 best�tigte die IV-Stelle ihre Verf�gung.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wies die hiegegen erhobene Beschwerde des B.________ am 15. Dezember 2005 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt B.________ sinngem�ss die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die Zusprechung einer Invalidenrente.
Der angefochtene Entscheid betrifft Leistungen der Invalidenversicherung. Nach Art. 132 Abs. 1 OG in der Fassung gem�ss Ziff. III des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 �ber die �nderung des IVG (in Kraft seit 1. Juli 2006) kann das Eidgen�ssische Versicherungsgericht in Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen in Abweichung von den Art. 104 und 105 OG auch die Unangemessenheit der angefochtenen Verf�gung beurteilen und ist an die vorinstanzliche Feststellung des Sachverhalts nicht gebunden.
Gem�ss Art. 132 Abs. 2 OG gelten diese Abweichungen nicht, wenn der angefochtene Entscheid Leistungen der Invalidenversicherung betrifft. Nach Ziff. II lit. c des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 ist indessen auf die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der �nderung beim Eidgen�ssischen Versicherungsgericht h�ngigen Beschwerden bisheriges Recht anwendbar. Da die hier zu beurteilende Beschwerde am 1. Juli 2006 beim Eidgen�ssischen Versicherungsgericht h�ngig war, richtet sich dessen Kognition noch nach der bis Ende Juni 2006 g�ltigen Fassung von Art. 132 OG, welche dem neuen Abs. 1 entspricht.
2.1 Streitig und zu pr�fen ist, ob der Versicherte an einer invalidisierenden Gesundheitssch�digung leidet, die Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung gibt.
2.2 Zur Annahme der Invalidit�t nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkrankungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-) �rztlicherseits schl�ssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit wesentlich beeintr�chtigt. Je st�rker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts�ngste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgepr�gter muss eine fach�rztlich festgestellte psychische St�rung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeintr�chtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herr�hren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszust�nden klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstst�ndigte psychische St�rungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsf�higkeit sind unabdingbar, damit �berhaupt von Invalidit�t gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umst�nden ihre hinreichende Erkl�rung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 299 Erw. 5a mit Hinweis auf AHI 2000 S. 153 Erw. 3).
2.3 Die �rztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotential bilden unabdingbare Grundlage f�r die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die �berwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist (vgl. BGE 127 V 298 Erw. 4c mit Hinweisen). Im Rahmen der freien Beweisw�rdigung (Art. 40 BZP in Verbindung mit Art. 19 VwVG; Art. 95 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG; AHI 2001 S. 113 Erw. 3a) darf sich die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder �ber die (den beweisrechtlichen Anforderungen gen�genden; hiezu BGE 125 V 352 Erw. 3a) medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die �rztlichen Einsch�tzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsf�higkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die rechtsanwendenden Beh�rden haben sorgf�ltig zu pr�fen, ob die �rztliche Einsch�tzung der Arbeitsunf�higkeit auch invalidit�tsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mit ber�cksichtigt, welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (Erw. 2.2 hievor; BGE 130 V 353 ff.).
3.1 Der Versicherte stand in den letzten Jahren mehrfach unter teilweise massivem Druck. Auf diese Stresssituationen reagierte er jeweils mit gesundheitlichen Problemen. So litt er etwa in Zusammenhang mit grossen Spannungen zwischen ihm und einem Mitarbeiter seiner damaligen Firma im Fr�hjahr 2001 an Schmerzen in der rechten Gesichtsh�lfte. Auch als im Zuge des Swissair-Groundings vom Oktober 2001 in seiner Firma eine Unterbesch�ftigungssituation eintrat, als deren Folge er zwei seiner Angestellten entlassen musste, traten massive Gesichtsschmerzen auf. Nachdem die finanziellen Spannungen wie auch Probleme mit seiner Tochter und seiner Ehefrau weiter zugenommen hatten, erlitt er am 11. April 2002 in der Praxis seines Hausarztes einen Zusammenbruch und wurde vom 11. April bis 8. Mai 2002 im Psychiatriezentrum X.________ hospitalisiert. Die dortigen �rzte diagnostizierten eine depressive Episode mit k�rperlichen Symptomen (ICD-10 F32.01) bei finanzieller Belastung durch nicht gut laufende Kleinunternehmung (Austrittsbericht vom 25. September 2002), attestierten vom 11. April bis 3. Juli 2002 bzw. vom 11. April bis 8. Mai 2002 eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit und f�hrten aus, der Versicherte sei bei der Entlassung wach und voll orientiert bei normaler kognitiver Leistung gewesen, leide weder an formalen oder inhaltlichen Denkst�rungen noch an Sinnest�uschungen. Selbst- und Fremdgef�hrdung bestehe nicht, Schlafst�rungen w�rden verneint (Bericht vom 29. April 2003).
3.2 In seinem Bericht vom 8./9. Mai 2003 �bernahm Dr. med. H.________ die Diagnose der �rzte am Psychiatriezentrum X.________ und gab an, vom 11. April 2002 bis 31. Januar 2003 habe eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit bestanden, ab 1. Februar bis 31. M�rz 2003 sei der Beschwerdef�hrer im Umfang von 20 % arbeitsf�hig gewesen, vom 1. April bis 31. Mai 2003 zu 40 %. Am 8. M�rz 2004 f�hrte Dr. med. H.________ aus, der Zustand habe sich leicht gebessert. Bis 10. August 2003 habe eine 40%ige Arbeitsf�higkeit bestanden, vom 11. bis 31. August eine solche von 20 % und seit 1. September 2003 sei der Versicherte zu 50 % arbeitsf�hig, wobei die letzte Arbeitsf�higkeit durch die behandelnde Psychiaterin Dr. med. Y.________ festgesetzt worden sei.
3.3 Der Gutachter Dr. med. L.________ diagnostizierte eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) im Rahmen einer persistierenden psychosozialen Konflikthaftigkeit, wobei die Symptome nicht besonders ausgepr�gt seien. F�r unselbstst�ndige T�tigkeiten in nicht verantwortungsvoller Position und ohne grossen zeitlichen Druck sei der Versicherte seit Fr�hjahr 2003 im Umfang von 50 % arbeitsf�hig. Von einer Steigerung der Arbeitsf�higkeit sei auszugehen, wenn sich die missliche eheliche Situation verbessert habe.
4.1 Die Spannungen finanzieller und famili�rer Natur, unter denen der Versicherte litt, waren unbestrittenermassen betr�chtlich. Dass er angesichts der H�ufung von finanziellen und famili�ren Problemen zeitweilig nicht mehr in der Lage war, einer Erwerbst�tigkeit nachzugehen, ist nachvollziehbar und deckt sich mit der Definition leichter depressiver Episoden. Diese bestimmt, dass die erkrankte Person Schwierigkeiten hat, ihre normale Berufst�tigkeit und ihre sozialen Aktivit�ten fortzusetzen (indessen die allt�glichen Aktivit�ten nicht vollst�ndig aufgibt; Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer St�rungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische Leitlinien, 5. A., Bern etc. 2005, S. 141 f.).
Es besteht sodann kein Zweifel, dass die depressiven Episoden durch psychosoziale Probleme ausgel�st und durch diese auch unterhalten wurden. K�rperliche Erkrankungen konnten ausgeschlossen werden; die wiederholt aufgetretenen starken Gesichtsschmerzen erachteten die �rzte als somatische Symptome im Rahmen der depressiven Episoden. Dass eine Entsch�rfung der finanziellen und famili�ren Probleme eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bewirkte (wie dies Dr. med. L.________ ausf�hrte), best�tigt der Beschwerdef�hrer selbst, indem er nach dem Verkauf seiner Firma und dem gem�ss seinen eigenen Angaben nunmehr guten Verh�ltnis zur Tochter (vgl. Gutachten des Dr. med. L.________ vom 3. Dezember 2004) im letztinstanzlichen Verfahren erkl�rt, er hoffe, "bis Ende Jahr" (somit bis Ende 2006) wieder uneingeschr�nkt arbeitsf�hig zu sein.
4.2 In Anbetracht der dominierenden Rolle der psychosozialen Faktoren k�nnte nur eine ausgepr�gte psychische St�rung von Krankheitswert eine Invalidit�t begr�nden (Erw. 2.2 hievor). Eine solche liegt aber nicht vor. Sowohl die �rzte am Psychiatriezentrum X.________ als auch Hausarzt Dr. med. H.________ und Gutachter Dr. med. L.________ diagnostizierten lediglich leichte depressive Episoden (F32.0 bzw. F32.01). Solche sind definitionsgem�ss vor�bergehender Natur (sie dauern im Minimum zwei Wochen, im Mittel etwa sechs Monate und selten l�nger als ein Jahr, l�nger dauernde St�rungen sind unter F33 [rezidivierende depressive St�rung] oder F34 [anhaltende affektive St�rung] zu subsumieren; vgl. Dilling/Mambour/Schmidt, a.a.O., S. 142 ff.). Labile psychische Leiden sind aber nur ausnahmsweise invalidisierend (vgl. Urteil D. vom 2. November 2006, I 293/06). Im Verbund mit der Dominanz psychosozialer Probleme reichen die leichten depressiven Episoden des Versicherten nicht aus, um einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu bewirken.
4.3 Dass Hausarzt Dr. med. H.________ seit 11. April 2002 eine Arbeitsunf�higkeit zwischen 60 und 80 % bzw. (gest�tzt auf die behandelnde Psychiaterin Dr. med. Y.________) eine solche von 50 % ab 1. September 2003 bescheinigte und auch Dr. med. L.________ eine h�lftige Arbeitsunf�higkeit ab Fr�hjahr 2003 attestierte (letzter mit Steigerungspotenzial), f�hrt zu keinem anderen Schluss. Diese Einsch�tzungen ber�cksichtigen invalidit�tsfremde psychosoziale Belastungsfaktoren, welche ausser Acht bleiben m�ssen (Erw. 2.2 hievor). Nichts anderes ergibt sich aus den letztinstanzlich eingereichten Schreiben zweier Arbeitgeber, die beide bescheinigen, der Versicherte sei nicht in der Lage, ganzt�gig mit voller Leistungsf�higkeit zu arbeiten, zumal die Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit medizinischen Fachpersonen vorbehalten bleiben muss (vgl. Erw. 2.2 hievor). Schliesslich besteht keine Veranlassung, weitere �rztliche Berichte, insbesondere zur Pers�nlichkeitsstruktur des Versicherten, einzuholen, da mit Ausnahme einer wenig pr�zisen Andeutung im Schreiben der behandelnden Psychiaterin vom 10. April 2006 keiner der mit dem Beschwerdef�hrer befassten �rzte den Verdacht auf eine krankhafte Pers�nlichkeit �usserte.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich, der Ausgleichskasse des Kantons Z�rich, der Rentenanstalt Swiss Life, Z�rich, und dem Bundesamt f�r Sozialversicherungen zugestellt.

References: Art. 132
 Art. 104
 Art. 132
 Art. 132
 Art. 8
 BGE 
 Art. 19
 Art. 95
 Art. 113
 BGE 
 BGE