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Timestamp: 2017-11-25 01:41:50+00:00

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DGUV Vorschrift 6: Arbeitmedizinische Vorsorge, Titel
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DGUV Vorschrift 6
Arbeitmedizinische Vorsorge
(bisher VBG 100 bzw. BGV A4)
gültig ab 1. Oktober 1993
mit Durchführungsanweisungen * ) vom Oktober 1993
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Inhaltsverzeichnis
III. Besondere Bestimmungen für krebserzeugende Gefahrstoffe
IV. Besondere Bestimmungen für ionisierende Strahlung
Anhang 2: Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 100) "Auslöseschwelle für gefährliche Stoffe"
Anhang 3: Ärztliche Bescheinigung
Anhang 4: Ärztliche Bescheinigung bei nachgehenden Untersuchungen
Anhang 5: Vorsorgekartei
Anhang 6: Formblätter für die Mitteilung nach § 13
Anhang 7: Gesundheitsakte und Befund
Anhang 8: Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen für Gefahrstoffe oder gefährdende Tätigkeiten, für die in der Anlage 1 Vorsorgeuntersuchungen vorgeschrieben sind
Anhang 9: Bezugsquellenverzeichnis
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Durchführungsanweisungen
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 1: Geltungsbereich
Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge. DA
DA zu § 1 :
Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind in Rechtsvorschriften angeordnete gezielte Untersuchungen wegen besonderer Gefährdungen am Arbeitsplatz.
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 2: Begriffsbestimmungen
1. arbeitsmedizinische Erstuntersuchungen vor Aufnahme der Tätigkeit,
2. arbeitsmedizinische Nachuntersuchungen während dieser Tätigkeit,
3. arbeitsmedizinische nachgehende Untersuchungen nach Beendigung einer Tätigkeit.
(2) Als Vorsorgeuntersuchungen im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift gelten auch arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen auf Verlangen des Versicherten (§ 7 ).
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 3: Allgemeine Regelungen
 an deren Arbeitsplatz die Auslöseschwelle für die in Anlage 1 aufgeführten Gefahrstoffe überschritten wird
 an deren Arbeitsplatz die Auslöseschwelle bei Umgang mit solchen Gefahrstoffen überschritten wird, von denen aufgrund neuer gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft festgestellt hat, daß sie krebserzeugend sind, oder die der Hersteller oder Einführer als solche gekennzeichnet hat,
 bei denen die Auswahlkriterien für die in Anlage 1 aufgeführten gefährdenden Tätigkeiten erfüllt sind,
 für die eine Vorsorgeuntersuchung von der Berufsgenossenschaft im Einzelfall angeordnet worden ist, an diesem Arbeitsplatz oder mit dieser Tätigkeit nur beschäftigen, wenn sie fristgerecht Vorsorgeuntersuchungen durch einen ermächtigten Arzt unterzogen worden sind. DA
(2) Der Unternehmer hat die Vorsorgeuntersuchungen zu veranlassen und die Kosten zu tragen, soweit dies nicht von der Berufsgenossenschaft übernommen wird. DA
(3) Das Benutzen von persönlichen Schutzausrüstungen befreit nicht von der Verpflichtung nach Absatz 1. DA
(4) Der Unternehmer hat dem ermächtigten Arzt auf Verlangen die zur Durchführung der Vorsorgeuntersuchungen erforderlichen Auskünfte über die Arbeitsplatzverhältnisse zu erteilen und eine Besichtigung des Arbeitsplatzes zu ermöglichen. DA
(6) Solange der Unternehmer nicht selber dafür sorgt, daß die erforderlichen Untersuchungen von einem ermächtigten Arzt durchgeführt werden, kann die Berufsgenossenschaft diese Untersuchungen veranlassen. Der Unternehmer hat der Berufsgenossenschaft die hierfür erforderlichen Angaben zu übermitteln. Absatz 2 bleibt unberührt. DA
 im Falle des Umgangs mit Gefahrstoffen: die Überschreitung der Auslöseschwelle nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 100 "Auslöseschwelle für gefährliche Stoffe" (siehe Anhang 2 ) sowie TRGS 150 "Unmittelbarer Hautkontakt mit Gefahrstoffen" und TRGS 900 "MAK-Werte",
 im Falle gefährdender Tätigkeiten, arbeitsmedizinische Erfahrungen.
Untersuchungen außerhalb der Anlage 1 betreffen sonstige krebserzeugende Gefahrstoffe, die zwar in Anlage 1 noch nicht als Einzelsubstanzen aufgeführt sind, aber in Abschnitt III A 1 oder A 2 der jeweils gültigen TRGS 900 "MAK-Werte" aufgeführt oder vom Hersteller oder Einführer als krebserzeugend gekennzeichnet sind (siehe auch Anhang II Nr. 1.2.1 Gefahrstoffverordnung und TRGS 500 "Schutzmaßnahmen beim Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen, die nicht im Anhang II der Gefahrstoffverordnung aufgeführt sind; Zuordnung zu den Gefährdungsgruppen"). Weitere Hinweise zu krebserzeugenden Gefahrstoffen siehe Durchführungsanweisungen zu § 13 Abs. 1 .
Die Pflicht des Unternehmers, die Vorsorgeuntersuchungen zu veranlassen wie auch die Kosten zu tragen, kann von der Berufsgenossenschaft abgelöst werden.
Zu den Kosten gehören auch Fahrt- und Lohnausfallkosten im Zusammenhang mit der Untersuchung durch den ermächtigten Arzt, wenn der Versicherte einer entsprechenden Anweisung des Unternehmers gefolgt ist.
Hinsichtlich nachgehender Untersuchungen gilt:
 Bei nachgehenden Untersuchungen, die vom Unternehmer zu veranlassen sind, trägt dieser die Kosten.
 Veranlaßt die Berufsgenossenschaft, nachdem der Versicherte aus dem Unternehmen ausgeschieden ist, nachgehende Untersuchungen, so trägt sie die Kosten.
 Besonderheiten gelten bei nachgehenden Untersuchungen, die von der Zentralen Erfassungsstelle für asbeststaubgefährdete Arbeitnehmer (ZAs) bei der Textil- und Bekleidungs-Berufsgenossenschaft, Oblatterwallstraße 18, 86153 Augsburg, veranlaßt werden. Die Erfassungsstelle veranlaßt nachgehende Untersuchungen bereits bei noch bestehendem Beschäftigungsverhältnis. Die Kosten trägt die Berufsgenossenschaft.
Zu den persönlichen Schutzausrüstungen gehören unter anderem Atemschutzgeräte, Gehörschutzmittel, Schutzhandschuhe und Schutzkleidung.
Der ermächtigte Arzt ist zu statistischen Angaben verpflichtet. Ist nach den Arbeitsplatzverhältnissen anzunehmen, daß Vorsorgeuntersuchungen erforderlich sind und liegt der Berufsgenossenschaft die Mitteilung über Vorsorgeuntersuchungen nicht vor, so wird die Berufsgenossenschaft ergänzende Informationen verlangen.
DA zu § 3 Abs. 6:
Die Übernahme der arbeitsmedizinischen Vorsorge nach dieser Vorschrift bedeutet nicht, daß sich die Unternehmen einem überbetrieblichen Dienst anschließen müssen (kein Anschlußzwang im Sinne des § 719a Reichsversicherungsordnung (RVO)).
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 4: Erstuntersuchung
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß die Erstuntersuchung vor Beginn der Tätigkeit durchgeführt wird. Die Erstuntersuchung darf nicht länger als 12 Wochen zurückliegen. DA
DA zu § 4 :
Eine Erstuntersuchung kann auch bei veränderten Arbeitsplatzbedingungen an demselben Arbeitsplatz oder bei Wechsel des Arbeitsplatzes innerhalb des Betriebes erforderlich sein.
Die 12-Wochenfrist dient dem Zweck, einen möglichst aktuellen Untersuchungsbefund für die Beurteilung zu gewährleisten.
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, §5: Nachuntersuchungen
(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Nachuntersuchungen innerhalb von 6 Wochen vor Ablauf der Nachuntersuchungsfrist durchgeführt werden. Die Frist für die Nachuntersuchung beginnt mit dem Zeitpunkt der letzten Vorsorgeuntersuchung. DA
(2) Ist für die Nachuntersuchung keine bestimmte Frist sondern eine Zeitspanne festgelegt, so ist die Nachuntersuchung spätestens zu dem Zeitpunkt durchzuführen, den der ermächtigte Arzt je nach Arbeitsbedingungen und Gesundheitszustand des Versicherten bestimmt hat.
1. eine Bescheinigung über eine Vorsorgeuntersuchung nach § 9 befristet oder unter einer entsprechenden Bedingung erteilt worden ist
2. eine Erkrankung oder eine körperliche Beeinträchtigung eine vorzeitige Nachuntersuchung angezeigt erscheinen läßt DA
3. der Versicherte, der einen ursächlichen Zusammenhang zwischen seiner Erkrankung und seiner Tätigkeit am Arbeitsplatz vermutet, eine Untersuchung wünscht.
Der Unternehmer soll den Versicherten so rechtzeitig beim ermächtigten Arzt zur Nachuntersuchung anmelden, daß der ermächtigte Arzt die Untersuchung fristgerecht durchführen kann. Die Nachuntersuchungsfristen sind in Anlage 1 aufgeführt.
DA zu § 5 Abs. 3 Nr. 2:
Ob eine vorzeitige Nachuntersuchung angezeigt ist, kann regelmäßig erst nach Beratung durch den ermächtigten Arzt entschieden werden.
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 6: Verkürzung oder Verlängerung der Fristen für Nachuntersuchungen
1. für Versicherte verkürzen, für die festgestellt worden ist, daß sie den Gefahrstoffen in besonders starkem Maße ausgesetzt sind oder die gefährdende Tätigkeit in besonderem Maße ausüben oder für die es der ermächtigte Arzt infolge ihres Gesundheitszustandes für notwendig hält,
2. für Versicherte verlängern, für die festgestellt worden ist, daß sie den Gefahrstoffen in besonders geringem Maße ausgesetzt sind oder die gefährdende Tätigkeit in besonders geringem Maße ausüben.
Ist eine Vorsorgeuntersuchung zugleich in einer staatlichen Rechtsvorschrift vorgeschrieben, so entscheidet über die Verkürzung oder Verlängerung der Nachuntersuchungsfristen die zuständige Behörde. DA
Die zuständige Behörde entscheidet bei Gefahrstoffen nach Anhang V Gefahrstoffverordnung. Diese Gefahrstoffe sind in Anlage 1 durch Kursivdruck hervorgehoben.
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 8: Ermächtigte Ärzte
1. von der Berufsgenossenschaft
2. wenn die Vorsorgeuntersuchungen zugleich in einer staatlichen Rechtsvorschrift vorgeschrieben sind, von der zuständigen Behörde hierzu ermächtigt sein. Die Ermächtigung soll im Einvernehmen zwischen der für den medizinischen Arbeitsschutz zuständigen Behörde und der Berufsgenossenschaft erfolgen.
1. zur Ausübung des ärztlichen Berufes berechtigt ist,
2. die erforderlichen besonderen Fachkenntnisse besitzt
3. über die notwendige Einrichtung und Ausstattung verfügt.
Zur Durchführung der Vorsorgeuntersuchungen werden von den Berufsgenossenschaften in Abstimmung mit der für den Arbeitsschutz zuständigen Behörde auf Antrag Ärzte ermächtigt. Die Ermächtigungen werden für jeden Gefahrstoff und für jede gefährdende Tätigkeit gesondert ausgesprochen. Ermächtigungsvoraussetzung ist unter anderem, daß der Arzt sich verpflichtet, Untersuchungen nach den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen sowie die Anerkennung der Gebühren nach Leitnummer 71 Abs. 2 nach Punktwert und den Betrag zur formularmäßigen Berichterstattung des Abkommens zwischen Ärzten und Unfallversicherungsträgern ("Ärzteabkommen"). Zugleich verpflichtet sich der Arzt, Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten bezüglich des Untersuchungsergebnisses einzuhalten, an Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen, die Meldepflichten einzuhalten und die notwendige Statistik zu erstellen. Die Ermächtigung von Ärzten nach der Strahlenschutzverordnung oder der Röntgenverordnung obliegt ausschließlich der staatlichen Behörde.
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 9: Ärztliche Bescheinigung
1. den Untersuchungsbefund schriftlich festzuhalten
den Versicherten über den Untersuchungsbefund zu unterrichten,
2. den Untersuchungsbefund, soweit es sich um die Konzentration eines Stoffes oder seines Umwandlungsproduktes im Körper oder die dadurch ausgelöste Abweichung eines biologischen Indikators von seiner Norm handelt,
a) der für den medizinischen Arbeitsschutz zuständigen staatlichen Stelle auf Verlangen der zuständigen staatlichen Behörde
b) der Berufsgenossenschaft auf deren Verlangen vorzulegen,
b) den Versicherten in schriftlicher Form medizinisch zu beraten. DA
(2) Der ermächtigte Arzt ist ferner zu verpflichten,
1. dem Unternehmer und dem Versicherten eine Bescheinigung über das Untersuchungsergebnis auszustellen,
2. der Bescheinigung nach Nummer 1 etwaige Empfehlungen nach Absatz 1 Nr. 3 Buchstabe a) beizufügen,
3. in der Bescheinigung auf die Rechte nach § 10 hinzuweisen
4. der Berufsgenossenschaft jährlich statistische Angaben über Anzahl und Ergebnis der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen zu erstatten. DA
(3) Der Unternehmer hat den ermächtigten Arzt zu verpflichten, der Berufsgenossenschaft im Falle der Bescheinigung gesundheitlicher Bedenken Mitteilung zu machen, wenn die Gefahr des Entstehens, Wiederauflebens oder der Verschlimmerung einer Berufskrankheit besteht, soweit Gründe der ärztlichen Schweigepflicht dieser Mitteilung nicht entgegenstehen. Dieser Mitteilung sind Vorschläge für Maßnahmen der Prävention beizufügen. DA
DA zu § 9 Abs. 1 Nr. 3:
Der erm¨chtigte Arzt kann seine gesundheitlichen Bedenken zurückstellen ("keine gesundheitlichen Bedenken unter bestimmten Voraussetzungen"; siehe Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen), insbesondere wenn auf den Einzelfall bezogen
1. die Nachuntersuchungsfristen verkürzt,
2. Maßnahmen des technischen Arbeitsschutzes getroffen
3. persönliche Schutzausrüstungen verwendet werden.
Auch für diese Fälle gilt die Mitteilungspflicht des Unternehmers gegenüber dem Betriebs- oder Personalrat (§ 12 Abs. 3 ).
Schriftliche Beratungen bei gesundheitlichen Bedenken im Bezug auf die Tätigkeit, die Anlaß zur Untersuchung war, können sein:
 ärztliche Verhaltensempfehlungen,
 Empfehlungen bestimmter medizinischer Maßnahmen
 Aufforderung, einen niedergelassenen Arzt aufzusuchen.
DA zu § 9 Abs. 2:
Die Bescheinigung über das Untersuchungsergebnis darf sich nur auf die medizinischen Befunde beziehen, die in Zusammenhang mit der Gefahrstoffexposition oder der gefährdenden Tätigkeit erhoben wurden, wegen der die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung durchgeführt wurde (siehe hierzu insbesondere die arbeitsmedizinischen Kriterien der Berufsgenossenschaftlichen Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen).
Weitere Befunde, die ebenfalls eine Beschäftigung an diesem Arbeitsplatz in Frage stellen, sind dem Versicherten mitzuteilen und mit ihm zu erörtern. Sie dürfen nicht in die Bescheinigung nach § 9 einfließen. Eine Unterrichtung des Unternehmers über diese Bedenken darf nur mit Zustimmung des Versicherten erfolgen.
Die Bescheinigung über das Untersuchungsergebnis schließt nicht Untersuchungsbefunde oder Diagnosen ein. Die Bescheinigung beschränkt sich auf die Feststellung, ob gesundheitliche Bedenken gegen eine Beschäftigung an einem bestimmten Arbeitsplatz bestehen oder nicht sowie auf ergänzend hierzu ausgesprochene Bedingungen oder Empfehlungen im Sinne von Absatz 1 Nr. 3 Buchstabe a). Untersuchungsbefunde und Diagnosen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht und dürfen nur dem Versicherten bekanntgegeben werden. Das gilt auch für eine Beratung im Sinne von Absatz 1 Nr. 3 Buchstabe b).
Ein Muster der ärztlichen Bescheinigung ist als Anhang 3 beigefügt.
Die Berufsgenossenschaft ist auch in den Fällen zu unterrichten, bei denen die Gefahr des Entstehens, Wiederauflebens oder der Verschlimmerung einer Berufskrankheit besteht. Dieser Unterrichtung muß der Versicherte zustimmen, Dem ermächtigten Arzt steht zur Mitteilung das Formblatt "Vorschlag für Mitteilung nach § 3 BeKV" zur Verfügung. Folgende Maßnahmen der Prävention können in Betracht kommen:
 technische und organisatorische Maßnahmen, z.B. Absaugvorrichtungen, Kapselung von Maschinen, räumliche Absonderung gefährdeter Bereiche;
 persönliche Schutzmaßnahmen, z.B. Gehörschutz, Hautschutz;
 vorbeugende Heilbehandlung
Neben einer Behandlung expositionsverursachter Befunde, die noch keine Berufskrankheit darstellen, kommt auch eine Behandlung anderer Befunde in Betracht, wenn durch sie bei weiterer Exposition die Gefahr des Entstehens einer Berufskrankheit besteht.
 Maßnahmen der Berufshilfe, die von Hilfen zur Erlangung eines neuen Arbeitsplatzes bis hin zur beruflichen Anpassung, Fortbildung, Ausbildung und Umschulung reichen können.
Bei Gefahrstoffen nach Anhang V Gefahrstoffverordnung ist auch die zuständige Behörde zu unterrichten. Diese Gefahrstoffe sind in Anlage 1 durch Kursivdruck hervorgehoben.
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 10: Entscheidung der Berufsgenossenschaft
(1) Hält der Unternehmer oder der untersuchte Versicherte die vom ermächtigten Arzt ausgestellte Bescheinigung nach § 9 , für unzutreffend, so kann er die Entscheidung der Berufsgenossenschaft beantragen.
(2) Die Berufsgenossenschaft kann vor ihrer Entscheidung ein ärztliches Gutachten einholen. Die Kosten des ärztlichen Gutachtens trägt der Unternehmer, soweit diese Kosten nicht von der Berufsgenossenschaft übernommen werden.
(4) Ist eine Vorsorgeuntersuchung zugleich in einer staatlichen Rechtsvorschrift vorgeschrieben, so entscheidet die zuständige Behörde darüber, ob die Bescheinigung zutreffend ist. DA
Der Unternehmer oder der Versicherte kann bei Untersuchungen, die nach Anlage 1 in der Gefahrstoffverordnung vorgeschrieben sind, eine Entscheidung der zuständigen Behörde nach § 32 Gefahrstoffverordnung herbeiführen. Die zuständige Behörde entscheidet bei Gefahrstoffen nach Anhang V Gefahrstoffverordnung. Diese Gefahrstoffe sind in Anlage 1 durch Kursivdruck hervorgehoben.
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 12: Maßnahmen nach einer Erst- oder Nachuntersuchung
(1) Hat der ermächtigte Arzt eine Bescheinigung mit einer Empfehlung nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe a) erteilt, darf der Unternehmer den Untersuchten an seinem Arbeitsplatz nur beschäftigen oder weiterbeschäftigen, wenn die Wirksamkeit der Maßnahmen nach § 2 UVV "Allgemeine Vorschriften" (VBG 1) überprüft worden ist und für den Untersuchten gesundheitliche Bedenken nicht mehr bestehen. Auf dem Arbeitsplatz dürfen andere Versicherte nur beschäftigt werden, wenn feststeht, daß sie durch Maßnahmen nach § 2 UVV "Allgemeine Vorschriften" (VBG 1) ausreichend geschützt werden können. DA
Der ermächtigte Arzt bescheinigt das Untersuchungsergebnis nach den in den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen verwendeten Kriterien:
 keine gesundheitlichen Bedenken,
 keine gesundheitlichen Bedenken unter bestimmten Voraussetzungen,
 befristete gesundheitliche Bedenken,
 gesundheitliche Bedenken.
Die Weiterbeschäftigung des Versicherten auf seinem bisherigen, ihn gefährdenden Arbeitsplatz ist erst dann in Frage gestellt, wenn alle zumutbaren technischen oder organisatorischen Maßnahmen geprüft worden sind und die Bedenken auch durch medizinische Maßnahmen nicht ausgeräumt werden können.
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 13: Mitteilung
2. Angaben zu den krebserzeugenden Gefahrstoffen,
3. Art, Beginn und Ende der Tätigkeit mit diesen Gefahrstoffen,
4. Angaben zur arbeitsmedizinischen Vorsorge,
5. Rentenversicherungsnummer.
Die Mitteilung ist nicht erforderlich, wenn die Tätigkeit im Sinne des Satzes 1 weniger als 3 Monate ausgeübt worden ist. DA
Für die Mitteilung des Unternehmers stehen Formblätter nach dem Muster des Anhanges 6 zur Verfügung. Die Mitteilung kann auch auf einem entsprechenden maschinenlesbaren Datenträger erfolgen, sofern er im Satzaufbau den Vorgaben des Organisationsdienstes für nachgehende Untersuchungen (ODlN) bei der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie, Kurfürsten-Anlage 62, 69115 Heidelberg, entspricht.
 "Auswahlkriterien für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge nach den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen" (ZH 1/600),
 TRK-Werte von vergleichbaren krebserzeugenden Gefahrstoffen,
 ausländische Grenzwerte (z.B. TLV-Wert, USA), auch wenn diese nicht die Zielsetzung von TRK-Werten haben.
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 15: Nachgehende Untersuchungen
1. nach dem 1. Oktober 1984 eine Tätigkeit beendet haben, bei der die Auslöseschwelle für krebserzeugende Gefahrstoffe überschritten war,
2. diese Tätigkeit so lange ausgeübt haben, daß mindestens eine Nachuntersuchung zu veranlassen war, oder, bei Umgang mit Asbest, diese Tätigkeit mindestens 3 Monate ausgeübt haben. DA
(2) Die Berufsgenossenschaft kann abweichend von Absatz 1 nachgehende Untersuchungen anordnen. Der Unternehmer hat in diesen Fällen der Berufsgenossenschaft die zur Veranlassung der nachgehenden Untersuchungen erforderlichen Daten auf Verlangen zur Verfügung zu stellen. DA
(3) Nachgehende Untersuchungen hat bei bestehendem Beschäftigungsverhältnis der Unternehmer zu veranlassen. Ist der Versicherte aus dem Unternehmen ausgeschieden, in dem diese Tätigkeit ausgeübt wurde, veranlaßt die Berufsgenossenschaft die nachgehenden Untersuchungen. DA
(4) Nachgehende Untersuchungen sind nach den gesicherten arbeitsmedizinisch-toxikologischen Erkenntnissen über die Wirkungsweise des jeweiligen Gefahrstoffes innerhalb einer Zeitspanne von längstens 5 Jahren durchzuführen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt der letzten Nachuntersuchung. DA
Nachgehende Untersuchungen sind wegen der langen Latenzzeit erforderlich, wenn ein Versicherter nicht mehr Tätigkeiten an einem Arbeitsplatz mit Überschreiten der Auslöseschwelle für krebserzeugende Gefahrstoffe ausübt. Dies gilt auch für die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen oder dem Berufsleben.
Auf die einschlägigen Berufsgenossenschaftlichen Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (z.B. G 1.2, G 4, G 8, G 15, G 16, G 32, G 33, G 36, G 38, G 40, G 44) wird hingewiesen.
Die nachgehenden Untersuchungen werden ebenso wie die Erstuntersuchung und Nachuntersuchungen in der Vorsorgekartei erfaßt (siehe § 11 ).
Aus arbeitsmedizinischen oder versicherungsrechtlichen Gründen kann es erforderlich werden, nachgehende Untersuchungen auch für Versicherte anzuordnen, die ausschließlich in Zeiträumen der Vergangenheit (vor dem 1. Oktober 1984 oder vor dem Zeitpunkt der Herabsetzung einer Auslöseschwelle) mit krebserzeugenden Gefahrstoffen umgegangen sind. Der Unternehmer hat in diesen Fällen der Berufsgenossenschaft die zur Organisation der nachgehenden Untersuchungen erforderlichen Angaben zu machen, soweit sie ihm vorliegen. In der Regel wird es sich um die Angaben nach § 13 handeln.
Das besondere Verfahren der Zentralen Erfassungsstelle asbeststaubgefährdeter Arbeitnehmer (ZAs), Augsburg, bleibt unberührt. Die Zentrale Erfassungsstelle veranlaßt die nachgehende Untersuchung, wenn ihr eine Abmeldung vorliegt, auch wenn der Versicherte noch nicht aus dem Unternehmen ausgeschieden ist.
Die gemeinsamen Bestimmungen des Abschnitts II gelten sinngemäß auch für nachgehende Untersuchungen (§§ 6 , 8 bis 12 ). Da der Versicherte bei nachgehenden Untersuchungen nicht mehr Tätigkeiten an einem Arbeitsplatz ausübt, an denen die Auslöseschwelle für krebserzeugende Gefahrstoffe überschritten ist, kann die ärztliche Bescheinigung sich auf die Nachweise beschränken, daß eine Untersuchung stattgefunden hat und zu welchem Datum die nächste nachgehende Untersuchung stattfinden soll.
Der ermächtigte Arzt ist nicht gehindert, dem Versicherten Empfehlungen zu erteilen, wenn Bedenken aus der aktuellen Arbeitsplatzsituation erwachsen oder wenn der Gesundheitszustand des Versicherten dies erfordert.
Ein Muster der ärztlichen Bescheinigung bei nachgehender Untersuchung ist als Anhang 4 beigefügt.
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 16: Verfahrensweise für strahlenexponierte Personen
Die Berufsgenossenschaft kann nachgehende Untersuchungen für strahlenexponierte Personen der Kategorie A (Anlage X Tabelle X 1 Spalte 2) der Strahlenschutzverordnung oder Kategorie A (Anlage IV Tabelle 1 Spalte 2) der Röntgenverordnung anordnen. Die §§ 13 , 14 und 15 gelten entsprechend.
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 17: Ordnungswidrigkeiten
§ 3 Abs. 1 oder Abs. 5 Satz 1 ,
§ 9 Abs. 3 ,
§ 11 Abs. 1 , Abs. 2 Satz 1 oder Absatz 4 ,
§ 12 Abs. 1 oder Absatz 3 ,
§ 13 Abs. 1 Satz 1 oder 2 , Absatz 2 ,
§ 14 Abs. 1 Satz 1 oder Absatz 2 ,
§ 15 Abs. 1 in Verbindung mit Absatz 3 Satz 1 ,
§ 13 Abs. 1 Satz 1 oder 2 ,
§ 13 Abs. 2 ,
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 18: Inkrafttreten
Diese Unfallverhütungsvorschrift tritt am 1. Oktober 1993 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Unfallverhütungsvorschrift "Arbeitsmedizinische Vorsorge" vom 1. Oktober 1984 in der Fassung vom 1. April 1991 außer Kraft.
Dieser Nachtrag tritt am 1. Januar 1997 in Kraft.
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anlage 1
Gefahrstoffe und gefährdende Tätigkeiten Nachuntersuchungsfristen
(in Monaten) Nachgehende Untersuchungen (in Monaten)
untersuchung weitere Nach-
Acrylamid ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Acrylnitril 12-24 12-24 ≤ 60
o-Aminoazotoluol ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
4-Aminobiphenyl 6-9 6-12 ≤ 60
Salze von 4-Aminobiphenyl 6-9 6-12 ≤ 60
2-Amino-4-Nitrotoluol 6-9 6-12 ≤ 60
Antifouling Farben 6 12 ≤ 60
Antimontrioxid 2) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
aromatische Nitro- und Aminoverbindungen 6-9 6-12 -
Arsenpentoxid, arsenige Säure, Arsensäure und deren Salze, (Arsenite, Arsenate) 2) 6 12 ≤ 60
Arsentrioxid siehe Diarsentrioxid
Asbest 2) 12-36 12-36 ≤ 60
Chrysotil, Amphibol-Asbeste (Aktinolith, Amosit, Anthophyllit, Krokydolith, Tremolit)
Tragen von ATEMSCHUTZGERÄTEN 9)
Personen bis 50 Jahre 36 36 -
- Gerätegewicht bis 5 kg 24 24 -
- Gerätegewicht über 5 kg 12 12 -
unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen 24-36 24-36 -
Auramin, techn. ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Azofarbstoffe, mit krebserzeugender Aminkomponente ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Benzidin (4,4'-Diaminobiphenyl) 6-9 6-12 ≤ 60
Salze von Benzidin 6-9 6-12 ≤ 60
Benzol 2 3-6 ≤ 60
Benzo(a)pyren 4) 24-36 24-36 ≤ 60
Beryllium 2) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Berylliumverbindungen 2) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Arbeiten im Bereich der BIOTECHNOLOGIE 12 12 -
Bis(chlormethyl)ether ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Blei oder seine Verbindungen (ausgenommen sind Bleitetraethyl, Bleitetramethyl) ärzt-
liche biolo-
gische ärzt-
- Bleikonzentration in der Luft über 75 µg/m3 oder Bleikonzentration im Blut zwischen 50 und 60 µg/100 ml 12 6 12 6
- Bleikonzentration in der Luft zwischen 75 und 100 µg/m 3 und Bleikonzentration im Blut bis zu 50 µg/100 ml 12 12 12 12
- Bleikonzentration im Blut über 60 µg/100 ml bis 70 µg/100 ml unver-
züglich 5) 6 12 6
Bleialkyle:
- Bleitetraethyl
- Bleitetramethyl 3-6 12-24 -
Buchenholzstaub ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
1,3-Butadien ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
2,4-Butansulton ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Cadmium und seine Verbindungen 10) 12-18 12-24 ≤ 60
Cadmiumchlorid 2) 12-18 12-24 ≤ 60
Cadmiumoxid 10) 12-18 12-24 ≤ 60
Cadmiumsulfat10) 12-18 12-24 ≤ 60
Calciumchromat 2) 6-9 12-24 ≤ 60
Chlordimethylether siehe Chlormethyl-methylether
p-Chloranilin 10) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
1-Chlor-2,3-epoxypropan (Epichlorhydrin) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Chlorfluormethan ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Chlorformylmorpholin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Chlormethyl-methylether
(Chlordimethylether) 1) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
4-Chlor-o-toluidin 6-9 6-12 ≤ 60
Chrom(III)-Chromate 2) 6-9 12-24 ≤ 60
Chrom(VI)-Verbindungen, ausgenommen: Calciumchromat, Chrom(III)-Chromate, Strontium-
chromat, Zinkchromat 6-9 12-24 ≤ 60
Cobalt und seine Verbindungen 10) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Cobalt2 3 (als Cobaltmetall,Cobaltoxid und Cobaltsulfid) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
2,4-Diaminoanisol ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
4,4'-Diaminobiphenyl siehe Benzidin
4,4'-Diaminodiphenylmethan und
-dihydrochlorid ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
2,4-Diaminotoluol (2,4-Toluylendiamin) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
o-Dianisidin siehe 3,3'-Dimethoxybenzidin
Diarsentrioxid (Arsentrioxid) 6 12 ≤ 60
Diazomethan ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
1,2-Dibrom-3-chlorpropan ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
1,2-Dibromethan (Ethylendibromid) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Dichloracetylen ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
3,3'-Dichlorbenzidin 6-9 6-12 ≤ 60
Salze von 3,3'-Dichlorbenzidin 6-9 6-12 ≤ 60
1,4-Dichlorbuten-2 ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
2,2'-Dichlordiethylsulfid ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
1,2-Dichlorethan (Ethylenchlorid) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
2,2'-Dichlor-4,4'-methylendianilin [4,4'-Methylen-bis(2-Chloranilin)] 6-9 6-12 ≤ 60
Salze von 2,2'-Dichlor-4,4'-methylendianilin [Salze von 4,4'-Methylen-bis(2-chloranilin)] 6-9 6-12 ≤ 60
1,3-Dichlor-2-propanol10) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
1,3-Dichlorpropen (cis- und trans-) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Dieselmotor-Emissionen ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Diethylsulfat ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
3,3'-Dimethoxybenzidin (o-Dianisidin) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Salze von 3,3'-Dimethoxybenzidin (Salze von o-Dianisidin) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
3,3'-Dimethylbenzidin (o-Tolidin) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Salze von 3,3'-Dimethylbenzidin (Salze von o-Tolidin) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Dimethylcarbamoylchlorid ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan 6-9 6-12 ≤ 60
N,N-Dimethylhydrazin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
1,2-Dimethylhydrazin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Dimethylnitrosamin (N-Nitrosodimethylamin) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Dimethylsulfamoylchlorid ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Dimethylsulfat ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
2,6-Dinitrotoluol 6-9 9-12 ≤ 60
Eichenholzstaub ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Epichlorhydrin siehe 1-Chlor-2,3-epoxipropan
1,2-Epoxybutan10) (1,2-Butylenoxid) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
1,2-Epoxypropan (1,2-Propylenoxid) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Ethylcarbamat ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Ethylendibromid siehe 1,2-Dibromethan
Ethylenchlorid siehe 1,2-Dichlorethan
Ethylenimin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Ethylenoxid ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Fluor und seine anorganischen Verbindungen 12 12 -
Hexamethylphosphorsäuretriamid ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Personen bis 50 Jahre 60 60 -
Personen über 50 Jahre 24 24 -
Hydrazin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Tätigkeiten mit INFEKTIONSGEFÄHRDUNG 12 36 -
Iodmethan (Methyliodid) ≤ 60 ≤ 60 -
IONISIERENDE STRAHLUNG Nachgehende Untersuchun-
Berufsgenos-
Isocyanate 3-6 12-24 -
Temperaturen -25 °C bis -45 °C 6 12 -
Temperaturen kälter als -45 °C 3 6 -
Kohlenmonoxid Nachuntersuchungen sind nur in den Fällen des § 5 Abs. 3 notwendig
Tätigkeiten im LÄRM 7)9)
90 dB > LAr ³ 85 dB 12 60 -
LAr ³ 90 dB 12 36 -
Kohlenmonoxid Die Durchführung des audiometrischen Siebtests als Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung kann außer vom ermächtigten Arzt auch von hierfür besonders ausgebildeten Hilfskräften unter Leitung und Aufsicht des ermächtigten Arztes vorgenommen werden.
Methanol 12-18 12-24 -
2-Methylaziridin (Propylenimin) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Methyl-bis(2-chlorethyl)amin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Methylchlorid siehe Monochlormethan
4,4'-Methylen-bis(2-chloranilin) siehe 2,2'-Dichlor-4,4'-methylendianilin
4,4'-Methyl-bis(N,N-dimethylanilin) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Monochlormethan (Methylchlorid) 3-6 12-18 -
2-Naphthylamin 6-9 6-12 ≤ 60
Salze von 2-Naphthylamin 6-9 6-12 ≤ 60
Nickel 2) 3) (als Nickelmetall, Nickelsulfid und sulfidische Erze, Nickeloxid und Nickelcarbonat)
sowie 36-60 36-60 ≤ 60
Nickelverbindungen in Form atembarer Tröpfchen 12-24 12-24 ≤ 60
Nickeltetracarbonyl 12-24 12-60 ≤ 60
5-Nitroacenaphthen 6-9 6-12 ≤ 60
4-Nitrodiphenyl ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Nitroglycerin oder Nitroglykol 3-6 6-18 -
2-Nitronaphthalin 6-9 6-12 ≤ 60
2-Nitropropan ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Nitrosodiethanolamin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Nitrosodiethylamin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Nitrosodimethylamin siehe Dimethylnitrosamin
N-Nitrosodi-i-propylamin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Nitrosodi-n-butylamin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Nitrosodi-n-propylamin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Nitrosoethylphenylamin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Nitrosomethylethylamin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Nitrosomethylphenylamin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Nitrosomorpholin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Nitrosopiperidin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
N-Nitrosopyrrolidin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Oberflächenbehandlung in Räumen und Behältern Fristen werden vom ermächtigten Arzt festgelegt
4,4'-Oxidianilin (ODA) 6-9 6-12 ≤ 60
Peche siehe Benzo(a)pyren
Pentachlorethan) 3-6 6 -
Pentachlorphenol 10) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Perchlorethylen siehe Tetrachlorethen
Phosphor, weißer 6-9 12-18 -
3-Propanolid (1,3-Propiolacton) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
1,3-Propansulton ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
1,3-Propiolacton siehe 3-Propanolid
Propylenimin siehe 2-Methylaziridin
1,2-Propylenoxid siehe 1,2-Epoxypropan
- Alkyl-Quecksilberverbindungen 3-6 6-12 -
- Quecksilbermetall und sonstige Quecksilberverbindungen 6-9 6-12
RÖNTGENSTRAHLUNG siehe IONISIERENDE STRAHLUNG
Schwefelkohlenstoff 3-6 6-18 -
Schwefelwasserstoff 6-12 12-24 -
SCHWEISSRAUCHE 36 36 -
Silikogener Staub 36 36 -
Strahlmittel 36 36 -
Strontiumchromat 2) 6-9 12-24 ≤ 60
TAUCHERARBEITEN 12 12 -
2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-dioxin ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Tetrachlorethan 3-6 6 -
Tetrachlorethen (Tetrachlorethylen, Perchlorethylen) 12-18 12-24 -
Tetrachlorethylen siehe Tetrachlorethen
Tetrachlorkohlenstoff 3-6 6 -
Tetrachlormethan siehe Tetrachlorkohlenstoff
4,4'-Thiodianilin (THDA) 6-9 6-12 ≤ 60
Thomasphosphat 2 2. und 3.
Nachuntersu-
weitere Nach-
o-Tolidin siehe 3,3'-Dimethylbenzidin
o-Toluidin 6-9 6-12 ≤ 60
Toluol 8) 12-18 12-24 -
2,4-Toluylendiamin siehe 2,4-Diaminotoluol
2,3,4-Trichlorbuten-1 ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Trichlorethen (Trichlorethylen) 12-18 12-24 -
Trichlorethylen siehe Trichlorethen
2,4,5-Trimethylanilin 6-9 6-12 ≤ 60
Vinylchlorid 6-12 12-24 ≤ 60
4-Vinyl-1,2-cyclohexendiepoxid ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
Xylole 12-18 12-24 -
Zinkchromate (einschl. Zinkkalium-chromat) 2) 6-9 12-24 ≤ 60
Sonstige krebserzeugende Gefahrstoffe 6) ≤ 60 ≤ 60 ≤ 60
1) Die Einstufung bezieht sich auf den technischen Chlormethyl-methylether, der nach vorliegenden Erfahrungen bis zu 7 vom Hundert Bis(chlormethyl)ether als Verunreinigung enthalten kann.
3) Legierungen sind hierbei nicht erfasst.
5) Die ärztliche Untersuchung kann so lange zurückgestellt werden, bis sich im Anschluss an eine erneute Bestimmung des Blutbleispiegels, die innerhalb eines Monats erfolgt, zeigt, dass der Wert von 60 µg/100 ml Blut weiterhin überschritten wird.
6) Der Begriff "sonstige Krebs erzeugende Gefahrstoffe" (mit einer einheitlichen Nachuntersuchungsfrist von ≤ 60 Monaten) steht im Anhang V der Gefahrstoffverordnung stellvertretend für alle Krebs erzeugenden Gefahrstoffe des Anhang II, die in Anhang V nicht als Einzelsubstanz genannt werden.
7) Bei der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung lautet bei einem Beurteilungspegel LAr ≥ 85 dB die Frist für alle weiteren Nachuntersuchungen: 36 Monate
8) Bei der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung lauten die Fristen für die erste, zweite und dritte Nachuntersuchung jeweils: 12 Monate, für alle weiteren Nachuntersuchungen 12 - 24 Monate.
10) Nach Anlage 1 zur TRGS 500 "Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Krebs erzeugenden Gefahrstoffen, die nicht in Anhang II der GefStoffV aufgeführt sind – Zuordnung zu den Gefährdungsgruppen –".
Kursiver Fettdruck = krebserzeugende Gefahrstoffe, die in Anhang II Nr. 1.1 (Abs. 1 und 2) Gefahrstoffverordnung aufgeführt sind
Fettdruck = krebserzeugende Gefahrstoffe, die in Anhang V und in Anhang II Nr. 1.1 (Abs. 1 und 2) Gefahrstoffverordnung aufgeführt sind
Über die in Anlage 1 genannten Gefahrstoffe und gefährdenden Tätigkeiten hinaus sind spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen in folgenden Rechtsvorschriften vorgeschrieben:
Gefahrstoffe oder Tätigkeiten Rechtsgrundlagen Nachuntersuchungsfristen
(Zahlenangaben in Monaten)
erste Nachuntersuchung weitere Nachuntersuchungen
Arbeiten im Bergbau Gesundheitsschutz-Bergverordnung (GesBergV) vom 31. Juli 1991 siehe Anhang 1.1
Klimaenwirkungen im Bergbau § 12 Bergverordnung zum Schutz der Gesundheit gegen Klimaeinwirkungen vom 09.06.1983 12-24 12-24
Arbeiten in der Biotechnologie § 30 (2) Nr. 9 des Gesetzes zur Regelung von Fragen der Gentechnik (Gentechikgesetz) vom 20. Juni 1990 12 12
Druckluftarbeiten §§ 10, 12 Druckluft-Verordnung vom 04.10.1972, geändert 12.04.1976 12 12
Frauen auf Fahrzeugen § 2 Verordnung über die Beschäfti-gung von Frauen auf Fahrzeugen vom 02.12.1971 18 18
Binnenschiffer § 14.03 Vierte Verordnung zur Änderung der Verordnung zur Rhein-schiffs-Untersuchungsordnung Nach vollendung des 65. Lebensjahres Nach vollendung des 65. Lebensjahres
Jugendlich unter 18 Jahren §§ 32, 34 Jugendarbeitsschutzgesetz vom 12.04.1976 12 12 (freiwillig)
Land- und Forstwirtschaft bestimmte Arbeiten § 1 UVV 4.3/GUV 1.13
§ 1 UVV 4.5 der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften vom 01.01.1981 je nach Bedarf
Seeleute §§ 6 bis 9 Verordnung über die See-diensttauglichkeit vom 19.08.1970 geändert 09.09.1975 12 24
bei Jugendlichen und bei Personen, die Speisen und Getränke zubereiten
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 1.1
Nachuntersuchungsfristen im Geltungsbereich der Gesundheitsschutz-Bergverordnung (GesBergV) vom 31. Juli 1991
(Jahr[e])
1 Nachuntersuchungen für Beschäftigte, die mit oder durch den technischen Betrieb gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt sind
2.5 Personen der Gruppen 2.2 und 2.4 nach Krankheiten und Unfällen, - die eine wesentliche gesundheitliche Beeinträchtigung zur Folge haben können unverzüglich
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 3
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 4
Ärztliche Bescheinigung bei nachgehenden Untersuchungen
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 5
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 6
Formblätter für die Mitteilung nach § 13
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 7
Gesundheitsakte und Befund
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 8
Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen für Gefahrstoffe oder gefährdende Tätigkeiten, für die in der Anlage 1 Vorsorgeuntersuchungen vorgeschrieben sind:
G 1.1 Gesundheitsgefährlicher mineralischer Staub,
Teil 1: Silikogener Staub
G 1.2 Gesundheitsgefährlicher mineralischer Staub,
Teil 2: Asbesthaltiger Staub
G 5 Nitroglyzerin oder Nitroglykol
G 6 Schwefelkohlenstoff
G 28 Monochlormethan
G 42 Infektionskrankheiten
Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, die keine Entsprechung in der Anlage 1 haben:
G 4 Arbeitsstoffe, die Hautkrebs oder zur Krebsbildung neigende Hautveränderungen hervorrufen
G 37 Bildschirm-Arbeitsplätze
DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 9: Bezugsquellenverzeichnis
3. Berufsgenossenschaftliche Schriften
4. Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
A. W. Gentner Verlag
Forststraße 131, 70193 Stuttgart.
Webcode: M1451-1

References: § 13
 § 1
 § 1
 § 2
 § 3
 § 13
 § 3
 § 719
 § 4
 § 4
 §5
 § 9
 § 5
 § 6
 § 8
 § 9
 § 10
 § 9
 § 9
 § 9
 § 3
 § 10
 § 9
 § 32
 § 12
 § 9
 § 2
 § 2
 § 13
 § 15
 § 11
 § 13
 § 16
 § 17

§ 3

§ 9

§ 11

§ 12

§ 13

§ 14

§ 15

§ 13

§ 13
 § 18
 § 5
 § 12
 § 30
 § 2
 § 14
 § 1

§ 1
 § 13