Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_19950327_OGH0002_0010OB00646_9400000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-11-22 09:36:56+00:00

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RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 1Ob646/94(1Ob647/94) - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 2Ob335/56 3Ob96/58 2Ob5...
RS0030326
2Ob335/56; 3Ob96/58; 2Ob53/60; 2Ob10/61; 2Ob252/61; 7Ob294/64; 6Ob35/67; 2Ob116/67; 2Ob75/69; 1Ob39/70; 1Ob244/70; 2Ob337/70; 8Ob147/71; 8Ob214/71; 4Ob646/71; 1Ob17/72; 5Ob95/72 (5Ob96/72); 2Ob102/72; 6Ob211/74; 5Ob2/75; 4Ob619/75; 1Ob563/76; 5Ob598/76; 2Ob10/79; 2Ob60/79; 6Ob630/79; 5Ob738/79; 6Ob782/79; 3Ob556/79; 8Ob157/80; 8Ob192/80; 2Ob197/80; 7Ob557/81; 3Ob534/81; 2Ob206/81; 6Ob562/83; 8Ob90/83; 1Ob646/94 (1Ob647/94); 1Ob2351/96h; 7Ob19/19y
ABGB §1320 A
1. Das Erfordernis der Beaufsichtigung eines Tieres darf nicht überspannt werden; der Tierhalter hat das vorzukehren, was von ihm unter Berücksichtigung des bisherigen Verhaltens des Tieres billigerweise erwartet werden kann. Zu einer ausdehnenden Auslegung des § 1320 ABGB besteht kein Anlaß. 2. Überläßt der Tierhalter die Verwahrung des Tieres einem anderen, ohne aus der Person des Verwahrers oder der Eigenart des Tieres Zweifel gegen deren ordentlicher Durchführung hegen zu müssen, so hat er seiner aus § 1320 ABGB sich ergebenden Verpflichtungen entsprochen.
2 Ob 335/56
Entscheidungstext OGH 24.10.1956 2 Ob 335/56
Veröff: ZVR 1957/155 S 153
3 Ob 96/58
Entscheidungstext OGH 11.03.1958 3 Ob 96/58
nur: 1. Das Erfordernis der Beaufsichtigung eines Tieres darf nicht überspannt werden; der Tierhalter hat das vorzukehren, was von ihm unter Berücksichtigung des bisherigen Verhaltens des Tieres billigerweise erwartet werden kann. Zu einer ausdehnenden Auslegung des § 1320 ABGB besteht kein Anlaß. (T1)
2 Ob 53/60
Entscheidungstext OGH 27.04.1960 2 Ob 53/60
Veröff: ZVR 1961/14 S 14
2 Ob 10/61
Entscheidungstext OGH 13.01.1961 2 Ob 10/61
nur T1; Beisatz: Betrifft Gänse auf der Straße. (T2) Veröff: ZVR 1961/249 S 208
2 Ob 252/61
Entscheidungstext OGH 23.06.1961 2 Ob 252/61
nur: 2. Überläßt der Tierhalter die Verwahrung des Tieres einem anderen, ohne aus der Person des Verwahrers oder der Eigenart des Tieres Zweifel gegen deren ordentlicher Durchführung hegen zu müssen, so hat er seiner aus § 1320 ABGB sich ergebenden Verpflichtungen entsprochen. (T3)
7 Ob 294/64
Entscheidungstext OGH 02.12.1964 7 Ob 294/64
6 Ob 35/67
Entscheidungstext OGH 22.02.1967 6 Ob 35/67
nur: 1. Das Erfordernis der Beaufsichtigung eines Tieres darf nicht überspannt werden; der Tierhalter hat das vorzukehren, was von ihm unter Berücksichtigung des bisherigen Verhaltens des Tieres billigerweise erwartet werden kann. (T4)
2 Ob 116/67
Entscheidungstext OGH 13.04.1967 2 Ob 116/67
Veröff: ZVR 1968/91 S 197 = JBl 1968,36 = LwBetr 1968,61
2 Ob 75/69
Entscheidungstext OGH 26.03.1969 2 Ob 75/69
nur T4; Veröff: ZVR 1969/295 S 268
1 Ob 39/70
Entscheidungstext OGH 12.03.1970 1 Ob 39/70
Beisatz: Überlassung der Führung eines großen Schäferhundes auf der Straße an einen elfjährigen Knaben keine ausreichende Verwahrung. (T5)
1 Ob 244/70
Entscheidungstext OGH 29.10.1970 1 Ob 244/70
2 Ob 337/70
Entscheidungstext OGH 22.04.1971 2 Ob 337/70
nur T4; Veröff: ZVR 1972/33 S 54
8 Ob 147/71
Entscheidungstext OGH 08.06.1971 8 Ob 147/71
nur T4; Veröff: JBl 1971,631
8 Ob 214/71
Entscheidungstext OGH 07.09.1971 8 Ob 214/71
4 Ob 646/71
Entscheidungstext OGH 23.11.1971 4 Ob 646/71
1 Ob 17/72
Entscheidungstext OGH 01.03.1972 1 Ob 17/72
2 Ob 102/72
Entscheidungstext OGH 14.09.1972 2 Ob 102/72
nur T4; Beisatz: Kettenhund läuft auf die Straße. (T6) Veröff: ZVR 1973/156 S 216
4 Ob 619/75
Entscheidungstext OGH 18.11.1975 4 Ob 619/75
nur T4; Beisatz: Jagdhund und Wachhund. (T7)
1 Ob 563/76
Entscheidungstext OGH 24.03.1976 1 Ob 563/76
5 Ob 598/76
Entscheidungstext OGH 01.06.1976 5 Ob 598/76
2 Ob 10/79
Entscheidungstext OGH 27.02.1979 2 Ob 10/79
nur: Das Erfordernis der Beaufsichtigung eines Tieres darf nicht überspannt werden. (T8) nur T3
nur T8; Veröff: SZ 52/86
6 Ob 630/79
Entscheidungstext OGH 27.06.1979 6 Ob 630/79
nur T4; Beisatz: Maßgebend muß dabei sein, inwiefern das Tier eine Gefahrenquelle für seine Umgebung darstellt. (T9) Veröff: EvBl 1980/49 S 179
nur T3; Beis wie T9
6 Ob 782/79
Entscheidungstext OGH 06.02.1980 6 Ob 782/79
3 Ob 556/79
Entscheidungstext OGH 30.04.1980 3 Ob 556/79
8 Ob 157/80
Entscheidungstext OGH 30.10.1980 8 Ob 157/80
nur T4; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Sturz eines beinamputierten Mopedfahrers. (T10) Veröff: ZVR 1981/191 S 245
8 Ob 192/80
Entscheidungstext OGH 20.11.1980 8 Ob 192/80
2 Ob 197/80
Entscheidungstext OGH 10.02.1981 2 Ob 197/80
3 Ob 534/81
Entscheidungstext OGH 20.05.1981 3 Ob 534/81
2 Ob 206/81
Entscheidungstext OGH 26.01.1982 2 Ob 206/81
nur T4; Beisatz: Hund gelangte durch Fenster ins Freie. (T11) Veröff: ZVR 1982/327 S 277
6 Ob 562/83
Entscheidungstext OGH 09.06.1983 6 Ob 562/83
8 Ob 90/83
Entscheidungstext OGH 23.06.1983 8 Ob 90/83
nur T8; Veröff: ZVR 1984/234 S 237
nur T8; nur T3
1 Ob 2351/96h
Entscheidungstext OGH 26.11.1996 1 Ob 2351/96h
ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0030326
JJR_19561024_OGH0002_0020OB00335_5600000_002
Rechtssatz für 2Ob205/58 2Ob519/58 2Ob...
RS0028797
2Ob205/58; 2Ob519/58; 2Ob252/61; 5Ob55/62; 8Ob158/71; 2Ob216/74; 1Ob56/75; 8Ob45/79; 5Ob738/79; 3Ob514/80; 7Ob644/80; 8Ob530/81; 4Ob515/85; 1Ob646/94 (1Ob647/94)
ABGB §1313a IIIe
ABGB §1315 IIe
ABGB §1320 B1
Der Halter eines Hundes wird der Haftung nach § 1320 ABGB ledig, wenn er die Beaufsichtigung des Hundes einer an sich verläßlichen Person anvertraut; für deren allfälliges Verschulden haftet er der Allgemeinheit gegenüber nicht nach § 1313 a ABGB, sondern nur unter den Voraussetzungen des § 1315 ABGB.
2 Ob 205/58
Entscheidungstext OGH 21.01.1959 2 Ob 205/58
Veröff: EvBl 1959/126 S 212 = JBl 1959,235
2 Ob 519/58
Entscheidungstext OGH 18.02.1959 2 Ob 519/58
Beisatz: Betrifft Rindvieh (T1)
5 Ob 55/62
Entscheidungstext OGH 11.04.1962 5 Ob 55/62
Veröff: SZ 35/45
8 Ob 158/71
Entscheidungstext OGH 06.07.1971 8 Ob 158/71
Veröff: ZVR 1973/33 S 47
Veröff: ZVR 1975/62 S 82
1 Ob 56/75
Entscheidungstext OGH 30.04.1975 1 Ob 56/75
8 Ob 45/79
Entscheidungstext OGH 10.05.1979 8 Ob 45/79
nur: Der Halter eines Hundes wird der Haftung nach § 1320 ABGB ledig, wenn er die Beaufsichtigung des Hundes einer an sich verläßlichen Person anvertraut. (T2) Beisatz: Tierhalter (T3) Veröff: ZVR 1980/278 S 283
Beisatz: Pferd auf Alm. (T4)
nur T2; Beisatz: Wenn er beweist, daß er eine geeignete Person für die Verwahrung ausgewählt (§ 1315 ABGB), diese über die Eigenheiten des Tieres aufgeklärt und die nötigen Anleitungen und Überwachungen vorgenommen hat (Reitpferd). (T5)
7 Ob 644/80
Entscheidungstext OGH 09.10.1980 7 Ob 644/80
Beisatz: Mindestens konkludent. (T6)
nur T2; Beis wie T5; Veröff: ZVR 1982/266 S 236 = JBl 1983,255
4 Ob 515/85
Entscheidungstext OGH 04.06.1985 4 Ob 515/85
Vgl auch; Beisatz: Ablehnung einer Analogie aus § 19 Abs 2 EKHG; Auseinandersetzung mit JBl 1982,150 und Koziol. (T7) Veröff: JBl 1986,181 = EvBl 1985/157 S 724
ECLI:AT:OGH0002:1959:RS0028797
JJR_19590121_OGH0002_0020OB00205_5800000_001
Rechtssatz für 2Ob53/60 6Ob35/67 2Ob11...
RS0029999
2Ob53/60; 6Ob35/67; 2Ob116/67; 6Ob4/69; 1Ob46/69; 2Ob149/69; 6Ob285/69; 1Ob244/70; 8Ob134/72; 2Ob211/72; 5Ob238/72; 2Ob171/72; 2Ob10/73; 8Ob102/73; 5Ob251/74; 5Ob203/74; 6Ob211/74; 4Ob619/75; 3Ob278/75; 8Ob18/76; 5Ob598/76; 3Ob639/76; 7Ob671/77 (7Ob672/77); 1Ob713/78; 6Ob763/78; 8Ob201/79 (8Ob202/79); 5Ob738/79; 3Ob556/79; 8Ob84/80 (8Ob85/80); 2Ob197/80; 5Ob509/81; 7Ob557/81; 8Ob266/81; 2Ob75/82; 8Ob236/81; 8Ob113/82; 6Ob600/81; 2Ob624/84; 1Ob513/86; 1Ob694/88; 6Ob742/88; 6Ob577/89; 6Ob519/91; 2Ob540/91; 1Ob646/94 (1Ob647/94); 1Ob2351/96h; 4Ob174/99p; 1Ob57/02t; 8Ob125/03w; 6Ob104/04v; 6Ob227/05h; 2Ob128/07y; 6Ob79/08y; 5Ob224/11v; 5Ob5/13s; 1Ob35/13y; 2Ob167/12s; 8Ob6/15p; 6Ob64/18g
Eine Haftung gemäß dem zweiten Satz des § 1320 ABGB tritt nur ein, wenn der Tierhalter die nach den ihm bekannten oder doch erkennbaren Eigenschaften des Tieres erforderliche und nach der Verkehrsauffassung von ihm vernünftigerweise zu erwartende Verwahrungspflicht vernachlässigt hat. Die Anforderungen an die Verwahrungspflicht und Beaufsichtigungspflicht dürfen in diesem Zusammenhang nicht in einem solchem Maße überspannt werden, dass dadurch das Halten von an und für sich ungefährlichen Haustieren unmöglich gemacht wird.
Veröff: EvBl 1967/451 S 658
6 Ob 4/69
Entscheidungstext OGH 22.01.1969 6 Ob 4/69
1 Ob 46/69
Entscheidungstext OGH 07.03.1969 1 Ob 46/69
2 Ob 149/69
Entscheidungstext OGH 04.06.1969 2 Ob 149/69
Veröff: ZVR 1970/6 S 14
6 Ob 285/69
Entscheidungstext OGH 26.11.1969 6 Ob 285/69
nur: Die Anforderungen an die Verwahrungspflicht und Beaufsichtigungspflicht dürfen in diesem Zusammenhang nicht in einem solchem Masse überspannt werden, dass dadurch das Halten von an und für sich ungefährlichen Haustieren unmöglich gemacht wird. (T1)
8 Ob 134/72
Entscheidungstext OGH 11.07.1972 8 Ob 134/72
nur: Eine Haftung gemäß dem zweiten Satz des § 1320 ABGB tritt nur ein, wenn der Tierhalter die nach den ihm bekannten oder doch erkennbaren Eigenschaften des Tieres erforderliche und nach der Verkehrsauffassung von ihm vernünftigerweise zu erwartende Verwahrungspflicht vernachlässigt hat. (T2)
Veröff: ZVR 1973/174 S 234
2 Ob 211/72
Entscheidungstext OGH 23.11.1972 2 Ob 211/72
nur T1; Veröff: SZ 45/126 = ZVR 1974/65 S 110
5 Ob 238/72
Entscheidungstext OGH 19.12.1972 5 Ob 238/72
2 Ob 171/72
Entscheidungstext OGH 29.12.1972 2 Ob 171/72
Veröff: ZVR 1974/18 S 19
2 Ob 10/73
Entscheidungstext OGH 25.01.1973 2 Ob 10/73
Veröff: ZVR 1974/40 S 51
8 Ob 102/73
Entscheidungstext OGH 26.06.1973 8 Ob 102/73
Veröff: ZVR 1974/140 S 214
5 Ob 251/74
Entscheidungstext OGH 27.11.1974 5 Ob 251/74
5 Ob 203/74
Entscheidungstext OGH 04.12.1974 5 Ob 203/74
nur T2; Beisatz: Hier: Pferd auf der Alm (Stubnerkogel). (T3)
Beisatz: Jagdhund und Wachhund. (T4)
3 Ob 278/75
Entscheidungstext OGH 12.01.1976 3 Ob 278/75
8 Ob 18/76
Entscheidungstext OGH 04.02.1976 8 Ob 18/76
3 Ob 639/76
Entscheidungstext OGH 25.01.1977 3 Ob 639/76
nur T2; Beisatz: Freßneidiger Hund. (T5)
Veröff: RZ 1977/132 S 260
7 Ob 671/77
Entscheidungstext OGH 10.11.1977 7 Ob 671/77
1 Ob 713/78
Entscheidungstext OGH 18.10.1978 1 Ob 713/78
6 Ob 763/78
Entscheidungstext OGH 14.12.1978 6 Ob 763/78
8 Ob 201/79
Entscheidungstext OGH 08.11.1979 8 Ob 201/79
Beisatz: Viehherde im Alpgebiet (so schon JBl 1961, 90). (T6)
Beisatz: Pferd auf Alm. (T7)
5 Ob 509/81
Entscheidungstext OGH 10.03.1981 5 Ob 509/81
8 Ob 266/81
Entscheidungstext OGH 14.01.1982 8 Ob 266/81
nur T2; Beisatz: Kalb auf Weide. (T8)
2 Ob 75/82
Entscheidungstext OGH 27.04.1982 2 Ob 75/82
Beisatz: Hier: Pferd. (T9)
Veröff: ZVR 1983/279 S 311
nur T2; Veröff: SZ 55/62 = RZ 1983/19 S 69 = ZVR 1983/277 S 309
8 Ob 113/82
Entscheidungstext OGH 02.12.1982 8 Ob 113/82
nur T2; Veröff: ZVR 1984/19 S 19
6 Ob 600/81
Entscheidungstext OGH 09.03.1983 6 Ob 600/81
Ähnlich; Beisatz: Hier: Gutmütiger, wohl abgerichteter vierjähriger Schäferhund, der unangeleint vor Geschäftslokal auf der Kurpromenade liegt, bei Ansichtigwerden des Beklagten aufspringt, eine Drehbewegung ausführt und dabei promenierenden Kurgast umstößt. (Haftung bejaht). (T10)
Veröff: RZ 1984/4 S 17
2 Ob 624/84
Entscheidungstext OGH 09.10.1984 2 Ob 624/84
nur T1; Veröff: RZ 1985/28 S 89
1 Ob 513/86
Entscheidungstext OGH 15.01.1986 1 Ob 513/86
1 Ob 694/88
Entscheidungstext OGH 15.01.1986 1 Ob 694/88
nur T2; Veröff: EvBl 1986/111 S 402
6 Ob 742/88
Entscheidungstext OGH 16.03.1989 6 Ob 742/88
6 Ob 577/89
Entscheidungstext OGH 31.05.1989 6 Ob 577/89
6 Ob 519/91
Entscheidungstext OGH 11.04.1991 6 Ob 519/91
2 Ob 540/91
Entscheidungstext OGH 18.09.1991 2 Ob 540/91
4 Ob 174/99p
Entscheidungstext OGH 13.07.1999 4 Ob 174/99p
Auch; nur: Die Anforderungen an die Verwahrungspflicht und Beaufsichtigungspflicht dürfen in diesem Zusammenhang nicht in einem solchem Maße überspannt werden. (T11); Veröff: SZ 72/119
1 Ob 57/02t
Entscheidungstext OGH 30.04.2002 1 Ob 57/02t
Auch; Beisatz: Lassen Hundehalter ihre an sich gutmütigen Hunde im gegenseitigen Einverständnis frei laufen, um ihnen einerseits den Auslauf und andererseits das Umhertollen miteinander zu ermöglichen, so kann dem einen Halter keine Vernachlässigung seiner Verwahrungspflicht und Beaufsichtigungspflicht vorgeworfen werden, wenn sich der andere bei einem Zusammenstoß mit den spielenden Hunden verletzt. (T12)
Beisatz: Jeder einzelne Hundehalter gibt dem (oder den) anderen gegenüber zu erkennen, dass er sich auf die mit dem gemeinsamen Umhertollen von Hunden üblicherweise verbundenen Gefahren einlässt, wenn er seinen eigenen Hund frei laufen lässt und auch erkennbar (wenn vielleicht auch nur stillschweigend) sein Einverständnis damit zum Ausdruck bringt, dass auch andere Hunde frei laufen und miteinander umhertollen. (T13)
8 Ob 125/03w
Entscheidungstext OGH 25.11.2003 8 Ob 125/03w
Vgl auch; Beisatz: Die Tierhalterhaftung ist keine Erfolgshaftung und darf nicht überspannt werden. Hier: Der Hund der Beklagten war ein noch junger, relativ großer (30 kg schwerer) Hund mit den Eigenschaften lebhaft, verspielt und ungestüm. Schon daraus ergibt sich eine das Normalmaß übersteigende Sorgfaltspflicht. (T14)
2 Ob 128/07y
Entscheidungstext OGH 28.06.2007 2 Ob 128/07y
6 Ob 79/08y
Entscheidungstext OGH 08.05.2008 6 Ob 79/08y
Auch; nur auch T11
1 Ob 35/13y
Entscheidungstext OGH 14.03.2013 1 Ob 35/13y
2 Ob 167/12s
Entscheidungstext OGH 29.05.2013 2 Ob 167/12s
8 Ob 6/15p
Entscheidungstext OGH 23.01.2015 8 Ob 6/15p
Auch; Beisatz: Hier: Rund 9 Monate junger, 20 bis 25 kg schwerer und nur lose angeleinter Hund
auf einem Hundeabrichteplatz (Junghundekurs). (T15)
6 Ob 64/18g
Entscheidungstext OGH 24.05.2018 6 Ob 64/18g
ECLI:AT:OGH0002:1960:RS0029999
JJR_19600427_OGH0002_0020OB00053_6000000_001
Rechtssatz für 2Ob102/72 6Ob211/74 5Ob...
RS0030365
2Ob102/72; 6Ob211/74; 5Ob2/75; 4Ob619/75; 2Ob121/76; 8Ob257/76; 6Ob604/77; 7Ob761/77 (7Ob672/77); 2Ob89/78; 2Ob128/78; 6Ob763/78; 2Ob10/79; 2Ob60/79; 6Ob630/79; 2Ob122/79; 5Ob738/79; 5Ob593/80; 8Ob157/80; 5Ob509/81; 8Ob174/81; 6Ob583/81 (6Ob793/81); 2Ob206/81; 6Ob501/82; 7Ob592/82; 2Ob15/82; 6Ob562/83; 7Ob649/83; 6Ob742/88; 3Ob626/89; 6Ob519/91; 2Ob18/93; 1Ob646/94 (1Ob647/94); 6Ob264/98m; 1Ob25/02m; 5Ob224/11v; 1Ob35/13y; 2Ob167/12s; 8Ob6/15p; 2Ob70/16g; 4Ob20/18x; 7Ob19/19y
Veröff: ZVR 1973/156 S 216
Auch; Beisatz: Hier: Hirsch in Schaugehege. (T1)
Beisatz: Jagdhund und Wachhund. (T2)
2 Ob 121/76
Entscheidungstext OGH 11.06.1976 2 Ob 121/76
nur: Das Erfordernis einer ordnungsgemäßen Verwahrung darf nicht überspannt werden. (T3)
Beisatz: Maßgebend ist, inwieferne das Tier eine Gefahrenquelle für seine Umgebung darstellt. (T4)
Veröff: ZVR 1977/44 S 53
8 Ob 257/76
Entscheidungstext OGH 26.01.1977 8 Ob 257/76
6 Ob 604/77
Entscheidungstext OGH 28.04.1977 6 Ob 604/77
7 Ob 761/77
Entscheidungstext OGH 10.11.1977 7 Ob 761/77
2 Ob 89/78
Entscheidungstext OGH 22.06.1978 2 Ob 89/78
nur T3; Veröff: ZVR 1979/100 S 113
2 Ob 128/78
Entscheidungstext OGH 07.09.1978 2 Ob 128/78
nur T3; Veröff: ZVR 1979/130 S 142
nur T3; Veröff: SZ 52/86
nur T3; Veröff: EvBl 1980/49 S 179
2 Ob 122/79
Entscheidungstext OGH 03.07.1979 2 Ob 122/79
nur T3; Veröff: ZVR 1979/307 S 370
nur T3; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Sturz eines beinamputierten Mopedfahrers. (T5)
Veröff: ZVR 1981/192 S 245
8 Ob 174/81
Entscheidungstext OGH 10.09.1981 8 Ob 174/81
nur T3; Beis wie T4; Veröff: ZVR 1982/325 S 276
6 Ob 583/81
Entscheidungstext OGH 04.11.1981 6 Ob 583/81
nur T3; Beisatz: Hund gelangte durch Fenster ins Freie. (T6)
Veröff: ZVR 1982/327 S 277
6 Ob 501/82
Entscheidungstext OGH 27.01.1982 6 Ob 501/82
nur T3; Veröff: RZ 1983/27 S 100
2 Ob 15/82
Entscheidungstext OGH 22.02.1983 2 Ob 15/82
nur: Es müssen jene Vorkehrungen als genügend angesehen werden, die vom Tierhalter unter Berücksichtigung des bisherigen Verhaltens des Tieres billigerweise erwartet werden können. (T7)
Beis wie T4; Beis wie T5 nur: Hier: Sturz eines Mopedfahrers. (T8)
Veröff: RZ 1984/14 S 43 = ZVR 1984/123 S 117
7 Ob 649/83
Entscheidungstext OGH 23.06.1983 7 Ob 649/83
nur T3; nur T7
3 Ob 626/89
Entscheidungstext OGH 27.06.1990 3 Ob 626/89
2 Ob 18/93
Entscheidungstext OGH 30.06.1994 2 Ob 18/93
6 Ob 264/98m
Entscheidungstext OGH 18.12.1998 6 Ob 264/98m
Vgl; Beisatz: Unter ordnungsgemäßer Verwahrung sind die Maßnahmen zu verstehen, die nach der Verkehrsauffassung vernünftigerweise geboten erscheinen. (T9)
Beisatz: Kein genereller Linienzwang (T10)
1 Ob 25/02m
Entscheidungstext OGH 13.12.2002 1 Ob 25/02m
Vgl; Beis wie T9; Beisatz: Katzen sind grundsätzlich nicht als gefährliche Tiere einzustufen. (T11)
Beisatz: Hier: Errichtung einer Absperrung zum Nachbarbalkon nicht geboten. (T12)
Auch; nur auch T3
2 Ob 70/16g
Entscheidungstext OGH 25.05.2016 2 Ob 70/16g
Vgl aber; Beis wie T8; Beisatz: Aufgrund des unberechenbaren Verhaltens von Pferden als Fluchttieren können Pferde (auch angesichts ihrer Größe und des dadurch gegebenen Risikos eines Schadens) nicht als ungefährliche Haustiere angesehen werden. (T13)
Beisatz: Hier: Führen eines Pferdes mit Halfter und Führstrick auf nicht eingezäunter Wiese neben Straße mit Anrainerverkehr; Haftung des Tierhalters bei Kollision mit Vespafahrer nach Erschrecken und Ausbrechen des Pferdes. (T14)
ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0030365
JJR_19720914_OGH0002_0020OB00102_7200000_001
Rechtssatz für 5Ob238/72 8Ob102/73 2Ob...
RS0030058
5Ob238/72; 8Ob102/73; 2Ob17/74; 1Ob53/74; 8Ob204/75; 4Ob619/75; 8Ob18/76; 2Ob121/76; 2Ob143/76; 2Ob245/76; 3Ob639/76; 8Ob257/76; 6Ob604/77; 7Ob671/77 (7Ob672/77); 7Ob660/78; 2Ob10/79; 8Ob64/79; 6Ob630/79; 2Ob122/79; 6Ob782/79; 1Ob514/80; 3Ob556/79; 5Ob593/80; 8Ob192/80; 7Ob557/81; 7Ob647/81; 8Ob174/81; 6Ob583/81 (6Ob793/81); 8Ob266/81; 2Ob206/81; 8Ob236/81; 7Ob796/82; 2Ob15/82; 4Ob528/82; 6Ob562/83; 8Ob90/83; 2Ob624/84; 6Ob577/89; 1Ob646/94 (1Ob647/94); 1Ob2351/96h; 4Ob174/99p; 2Ob334/01h; 1Ob57/02t; 2Ob278/02z; 8Ob125/03w; 6Ob227/05h; 5Ob224/11v; 1Ob35/13y; 2Ob196/12f; 2Ob167/12s; 2Ob66/14s; 8Ob6/15p; 8Ob110/15g; 4Ob20/18x; 7Ob19/19y
Der Tierhalter haftet gemäß § 1320 ABGB nach ständiger Rechtsprechung für die Unterlassung der nach den Umständen gebotenen Vorkehrungen zur Verwahrung oder Beaufsichtigung des Tieres. Welche Maßnahmen dabei im einzelnen notwendig sind, richtet sich nach den dem Tierhalter bekannten oder erkennbaren Eigenschaften des Tieres und den jeweiligen Umständen.
Veröff: ZVR 1974/266 S 378
1 Ob 53/74
Entscheidungstext OGH 12.06.1974 1 Ob 53/74
Beisatz: Verkehrsunfall durch Polizeihund. (T1)
Veröff: ZVR 1975/78 S 115
Veröff: ZVR 1977/59 S 80
Beisatz: Maßgebend ist, inwieferne das Tier eine Gefahrenquelle für seine Umgebung darstellt. (T3)
2 Ob 143/76
Entscheidungstext OGH 25.06.1976 2 Ob 143/76
Veröff: R 1976/367 S 381
2 Ob 245/76
Entscheidungstext OGH 16.12.1976 2 Ob 245/76
Beisatz: Ortsübliche Verwahrung muß nicht entschuldigen. (T4)
Beisatz: Freßneidiger Hund. (T5)
Veröff: ZVR 1977/296 S 369
Beisatz: Auf Einbrecher dressierte Hunde im versperrten Gastgarten. (T6)
Beisatz: Ein Tier kann auch durch sein unkontrolliertes Umherlaufen im Verkehr eine Gefahrenquelle darstellen. (T7)
7 Ob 660/78
Entscheidungstext OGH 07.09.1978 7 Ob 660/78
Veröff: ZVR 1979/229 S 279
8 Ob 64/79
Entscheidungstext OGH 25.05.1979 8 Ob 64/79
Ähnlich; Veröff: EvBl 1980/31 S 108 = ZVR 1980/158 S 159
Veröff: EvBl 1980/49 S 179
Beis wie T7; Veröff: ZVR 1979/307 S 370
Auch; nur: Welche Maßnahmen dabei im einzelnen notwendig sind, richtet sich nach den dem Tierhalter bekannten oder erkennbaren Eigenschaften des Tieres und den jeweiligen Umständen. (T8)
Entscheidungstext OGH 09.07.1981 7 Ob 647/81
Beis wie T3; Veröff: ZVR 1982/325 S 276
Beisatz: Kalb gelangt von Weide auf Straße. (T9)
Auch; Veröff: SZ 55/62 = ZVR 1983/277 S 309
7 Ob 796/82
Entscheidungstext OGH 17.02.1983 7 Ob 796/82
Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T7; Veröff: RZ 1984/14 S 43 = ZVR 1984/123 S 117
Auch; Beisatz: Hier: Unruhe eines Hundes bei geschlachteten oder erlegten Tieren. (T10)
Auch; nur T8; Beis wie T3
Veröff: ZVR 1984/234 S 237
Auch; Beis wie T7; Veröff: RZ 1985/28 S 89
Auch; Beis wie T3; Beis wie T7; Beisatz: Bei den Eigenschaften des Tieres ist zu berücksichtigen, ob es sich um ein bissiges, nervöses, unberechenbares, junges unabgerichtetes oder unfolgsames Tier handelt. (T11)
Vgl auch; Veröff: SZ 72/119
2 Ob 334/01h
Entscheidungstext OGH 28.01.2002 2 Ob 334/01h
Auch; Beisatz: Hier: Schottische Hochlandrinder. (T12)
Auch; Beisatz: Hier: Hundehalter, die ihre an sich gutmütigen Hunde im gegenseitigen Einverständnis frei laufen lassen. (T13)
2 Ob 278/02z
Entscheidungstext OGH 21.11.2002 2 Ob 278/02z
Auch; Beisatz: Hier: Der Hund der Beklagten war ein noch junger, relativ großer (30 kg schwerer) Hund mit den Eigenschaften lebhaft, verspielt und ungestüm. Schon daraus ergibt sich eine das Normalmaß übersteigende Sorgfaltspflicht; Tierhalterhaftung § 1330 ABGB. (T14)
2 Ob 196/12f
Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 196/12f
2 Ob 66/14s
Entscheidungstext OGH 12.06.2014 2 Ob 66/14s
nur T8; Beisatz: Hier: „Hyperaktiver“ etwa 23 kg schwerer Hund (Malinois), der bekanntermaßen bereits einen Skateboardfahrer „gezwickt“ hatte. (T15)
Beis ähnlich wie T11; Beisatz: Hier: Rund 9 Monate junger, 20 bis 25 kg schwerer und nur lose angeleinter Hund
auf einem Hundeabrichteplatz (Junghundekurs). (T16)
8 Ob 110/15g
Entscheidungstext OGH 25.11.2015 8 Ob 110/15g
ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0030058
JJR_19721219_OGH0002_0050OB00238_7200000_001
Rechtssatz für 5Ob540/78 7Ob577/79 6Ob...
RS0023039
5Ob540/78; 7Ob577/79; 6Ob744/79; 7Ob656/81; 8Ob530/81; 6Ob703/82; 6Ob546/82; 2Ob68/82; 7Ob553/84; 6Ob589/84; 1Ob606/87; 5Ob578/87; 6Ob674/88; 2Ob12/89; 7Ob674/90; 9Ob1604/94; 1Ob646/94 (1Ob647/94); 2Ob42/95; 2Ob2255/96y; 2Ob149/97v; 1Ob157/97p; 2Ob338/98i; 9Ob60/01s; 7Ob251/01i; 3Ob221/02z; 6Ob220/04b; 7Ob233/04x; 6Ob76/05b; 8Ob26/06s; 3Ob91/06p; 7Ob157/06y; 3Ob81/06t; 3Ob57/07i; 10Ob15/08s; 7Ob59/16a
Insoweit Gefährdungen der körperlichen Sicherheit und Körperverletzungen bei der Ausübung des Sports nicht durch eine Vergrößerung des in der Natur der betreffenden Sportart gelegenen Risikos herbeigeführt werden, können die sie verursachenden Handlungen und Unterlassungen von Sportausübenden wegen ihrer Sozialadäquanz auch nicht als rechtswidrig angesehen werden. Die allgemeinen Rechtswidrigkeitsvoraussetzungen, wie sie sonst bei Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit und bei Körperverletzungen von Menschen gefordert werden, sind für den sportlichen Bereich reduziert.
Beisatz: Von einer sportlichen Betätigung in diesem Sinne kann jedoch nur die Rede sein, wenn diese nach sportlichen Regeln ausgeübt wird und sämtliche Teilnehmer klar die Absicht der Abführung eines sportlichen Wettkampfes erkennen. (T1)
Veröff: EvBl 1979/169 S 461
6 Ob 744/79
Entscheidungstext OGH 12.12.1979 6 Ob 744/79
Vgl auch; Beisatz: Tischtennisspiel (T2)
Veröff: SZ 54/133 = JBl 1983,101
Vgl; Beisatz: Reitsport (T3)
6 Ob 703/82
Entscheidungstext OGH 01.09.1982 6 Ob 703/82
nur: Insoweit Gefährdungen der körperlichen Sicherheit und Körperverletzungen bei der Ausübung des Sports nicht durch eine Vergrößerung des in der Natur der betreffenden Sportart gelegenen Risikos herbeigeführt werden, können die sie verursachenden Handlungen und Unterlassungen von Sportausübenden wegen ihrer Sozialadäquanz auch nicht als rechtswidrig angesehen werden. (T4)
Beisatz: Mit einer rücksichtsvollen Spielweise darf insbesondere dann gerechnet werden, wenn genaue Spielregeln nicht festgelegt sind und das Spiel von Jugendlichen in der Freizeit zum Vergnügen ausgeübt wird. (T5)
Veröff: EvBl 1983/118 S 443
6 Ob 546/82
Entscheidungstext OGH 13.10.1982 6 Ob 546/82
Auch; Beisatz: "Hineinrutschen" beim Fußballspiel. (T6)
2 Ob 68/82
Entscheidungstext OGH 22.03.1983 2 Ob 68/82
Auch; Beisatz: Hier: Regelwidriges Überholen bei Autorennen, wodurch ein Streckenposten getötet wurde. (T7)
Veröff: RZ 1984/32 S 97 = ZVR 1984/92 S 89
nur T4; Beisatz: Diese Rechtsprechung beruht auf dem Gedanken des Handelns auf eigene Gefahr. Bei gegeneinander ausgeübter sportlicher Betätigung ist eine Verhaltensweise, die sonst nur als leichter Verstoß gegen die objektive Sorgfaltspflicht aufzufassen wäre, nicht rechtswidrig. (T8)
6 Ob 589/84
Entscheidungstext OGH 07.06.1984 6 Ob 589/84
nur T4; Veröff: RZ 1984/76 S 235
1 Ob 606/87
Entscheidungstext OGH 15.07.1987 1 Ob 606/87
nur T4; Beis wie T8 nur: Bei gegeneinander ausgeübter sportlicher Betätigung ist eine Verhaltensweise, die sonst nur als leichter Verstoß gegen die objektive Sorgfaltspflicht aufzufassen wäre, nicht rechtswidrig. (T9)
Beisatz: Auch im Freizeitsport, bei dem nicht nach kodifizierten Regel gekämpft wird, wird ein vom Typ der Sportart und vom Grundkonsens der Beteiligten gedeckter kämpferischer Einsatz hingenommen. (T10)
Veröff: JBl 1988,114
Veröff: SZ 60/176
Auch; Beisatz: Hier: Squash - Spiel (T11)
Auch; Beisatz: Ist mit einem regelwidrigen Verhalten eine Vergrößerung des in der Natur der betreffenden Sportart gelegenen Risikos verbunden, ist die Rechtswidrigkeit dieses Verhaltens zu bejahen. (T12)
Veröff: RZ 1989/80 S 219 = JBl 1989,450
Auch; nur T4; Veröff: JBl 1992,44
9 Ob 1604/94
Entscheidungstext OGH 28.10.1994 9 Ob 1604/94
Auch; Beisatz: Das gilt nicht nur für Kampfsportarten, sondern für alle sonstigen ausgeübten Sportarten, bei denen es wegen des notwendigen Naheverhältnisses der Teilnehmer zueinander oder zu den dabei verwendeten Sportgeräten zu Gefährdungen oder zu Verletzungen von Teilnehmern kommen kann. (T13)
Auch; nur T4; Beisatz: Übliche leichte oder im Wettstreit oft unvermeidliche, typische Regelverstöße begründen in der Regel keinen Sorgfaltsverstoß. (T14)
2 Ob 2255/96y
Entscheidungstext OGH 19.09.1996 2 Ob 2255/96y
Auch; Beisatz: Hier: Autorennen. (T15)
1 Ob 157/97p
Entscheidungstext OGH 27.08.1997 1 Ob 157/97p
Auch; nur T4; Beisatz: Der durch sein Verhalten das in der Natur der betreffenden Sportart gelegene Risiko vergrößert, handelt rechtswidrig. (T16)
Beisatz: Hier: Ein Abweichen des in einem öffentlichen Schwimmbad das Trampolin benützenden Beklagten von der geraden Sprungrichtung um fast 40 Grad in den Eintauchbereich des Sprungturms. (T17)
Auch; nur T4; Beis wie T13; Beis wie T8 nur: Diese Rechtsprechung beruht auf dem Gedanken des Handelns auf eigene Gefahr. (T18)
Vgl auch; Beisatz: Der mit der Sportausübung verbundenen Gefährdung fehlt die Rechtswidrigkeit, wenn die der betreffenden Sportart eigenen Regeln eingehalten werden. Diese Beurteilung ist Tatfrage und nicht Rechtsfrage. (T19)
Auch; nur T4; Beis wie T8; Beisatz: Ob diese Grundsätze generell ohne weiteres auf Verletzung bei Rollenspielen im Rahmen von Selbsterfahrungsseminaren anzuwenden sind, wurde offengelassen, die Anwendung im vorliegenden Fall jedoch bejaht. (T20)
Auch; Beis wie T8; Beis wie T18; Beis wie T1; Beisatz: Für die Qualifizierung des Gerangels auf dem Badesteg als "sportähnliche" Betätigung kommt es nicht darauf an, ob dem Kampf irgendein sportlicher oder sozialer Wert beizumessen ist oder nur grober Unfug vorliegt. Die Frage nach dem erlaubten Sportrisiko beziehungsweise Spielrisiko ist danach zu entscheiden, ob das Einverständnis der Beteiligten über eine sportähnliche Betätigung mit einem gewissen Mindestmaß an Regeln und die Kenntnis und das damit verbundene Risiko vorliegt. (T21)
Vgl aber; Beis ähnlich T13; Beisatz: Diese Grundsätze sind nicht ohne Weiteres anwendbar, wenn der Verletzte im Zeitpunkt seines vom Schädiger ausgelösten Sturzes nicht an einem Wettkampf oder wettkampfähnlichen Spiel oder einer gegeneinander oder auch nur gemeinsam ausgeführten Sportart teilnahm. (T22)
Beisatz: Der Verletzte hatte das Eislaufen unterbrochen und befand sich in einer Ruheposition. (T23)
Auch; Beis wie T13; Beis wie T18
Beis wie T9; Beisatz: Auch eine Sorgfaltspflicht gegenüber den Mannschaftskameraden ist zu bejahen. Sie ist aber reduziert, soweit es um typische Gefahren der ausgeübten Sportart geht. (T24)
Beisatz: Emotionen als Ursache von Sportunfällen lösen keineswegs generell schon eine Haftung aus, insbesondere nicht bei Kampfsportarten. (T25)
Vgl; Beis wie T13; Beis ähnlich wie T22; Beisatz: Die Verletzte befand sich nur deshalb auf dem Spielfeld des „Paintballmatches", weil sie von den Teilnehmern gebeten worden war, Fotos vom Spiel zu machen. (T26)
Auch; Beis wie T6; Beis wie T10; Beisatz: Das „Hineinrutschen" mit gestrecktem Bein „in einen Gegner", um den gegnerischen Spieler vom Ball zu trennen, ist unabhängig von der Wertung als Regelverstoß noch als spieltypisch und in der Natur dieses Sports gelegen zu bezeichnen, was dem Verhalten die Rechtswidrigkeit nimmt. (T27)
Vgl auch; Beisatz: Der für die Prüfung des Außer-Acht-Lassens der üblichen Sorgfalt beim Eingriff in ein absolut geschütztes Rechtsgut des Geschädigten im Rahmen der Sportausübung heranzuziehende erhöhte Gefährdungsmaßstab ist nicht für Schädigung von am Geschehen unbeteiligten Dritten heranzuziehen. (T28)
Beisatz: Hier: Verletzte stand mit dem Rücken zur (improvisierten) Tanzfläche und wurde durch Tänzer zu Sturz gebracht. (T29)
Vgl; Beis wie T8; Beis wie T18; Beisatz: Die für die Sportausübung geltenden Grundsätze lassen sich auch auf die Teilnahme des Publikums am Freilauf der Krampusse in der Art, wie er im Anlassfall zu beurteilen ist, übertragen. (T30)
Vgl; Beis wie T8; Beisatz: Hier: Sabrieren einer Champagnerflasche. (T31)
ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0023039
JJR_19780613_OGH0002_0050OB00540_7800000_001
Rechtssatz für 8Ob201/79 (8Ob202/79) 5O...
RS0030157
8Ob201/79 (8Ob202/79); 5Ob510/81; 6Ob658/81; 8Ob266/81; 2Ob206/81; 6Ob501/82; 1Ob670/82; 1Ob683/82; 7Ob592/82; 7Ob796/82; 6Ob562/83; 7Ob649/83; 2Ob624/84; 3Ob626/89; 8Ob592/92; 2Ob18/93; 1Ob646/94 (1Ob647/94); 1Ob2351/96h; 6Ob264/98m; 7Ob61/99t; 6Ob47/01g; 2Ob13/01b; 8Ob91/02v; 1Ob25/02m; 1Ob221/03m; 8Ob125/03w; 9Ob132/04h; 2Ob128/07y; 5Ob224/11v; 2Ob85/11f; 5Ob5/13s; 1Ob35/13y; 2Ob196/12f; 2Ob167/12s; 2Ob66/14s; 8Ob6/15p; 2Ob25/15p; 8Ob110/15g; 4Ob20/18x; 6Ob64/18g; 7Ob19/19y
Welche Verwahrung und Beaufsichtigung durch den Tierhalter im Einzelfall erforderlich ist, hängt von den Umständen des Falles ab. Die Vorkehrungen müssen dem Tierhalter zumutbar sein. (hier: Viehweide im Alpgebiet)
5 Ob 510/81
Entscheidungstext OGH 20.10.1981 5 Ob 510/81
nur: Welche Verwahrung und Beaufsichtigung durch den Tierhalter im Einzelfall erforderlich ist, hängt von den Umständen des Falles ab. (T1)
6 Ob 658/81
Entscheidungstext OGH 20.01.1982 6 Ob 658/81
Veröff: JBl 1982,494
Beisatz: Kalb auf Weide. (T2)
nur T1; Veröff: ZVR 1982/327 S 277
Veröff: RZ 1981/27 S 100
1 Ob 670/82
Entscheidungstext OGH 07.07.1982 1 Ob 670/82
1 Ob 683/82
Entscheidungstext OGH 15.09.1982 1 Ob 683/82
Veröff: SZ 65/106
Entscheidungstext OGH 23.01.1983 7 Ob 649/83
nur: Welche Verwahrung und Beaufsichtigung durch den Tierhalter im Einzelfall erforderlich ist, hängt von den Umständen des Falles ab. Die Vorkehrungen müssen dem Tierhalter zumutbar sein. (T3) Veröff: RZ 1985/28 S 89
8 Ob 592/92
Entscheidungstext OGH 09.07.1992 8 Ob 592/92
Auch; Beisatz: Bedeutsam ist, welche Verwahrungsmaßnahmen noch zumutbar sind, da bei übertriebenen Sorgfaltsanforderungen unter Umständen ein Tier nicht entsprechend verwendet werden kann. (T4)
Auch; nur T1; Beis wie T4; Beisatz: Das Maß der erforderlichen Aufsicht und Verwahrung ist in elastischer und den Umständen des Einzelfalls Rechnung tragender Weise zu bestimmen. (T5)
Auch; nur T1; Beisatz: Kein genereller Linienzwang (T6)
6 Ob 47/01g
Entscheidungstext OGH 29.03.2001 6 Ob 47/01g
nur T1; Beisatz: Es muss dem Halter möglich sein, das Verhalten seines Tiers im Bedarfsfall wirkungsvoll zu beeinflussen. (T7)
2 Ob 13/01b
Entscheidungstext OGH 06.09.2001 2 Ob 13/01b
8 Ob 91/02v
Entscheidungstext OGH 13.06.2002 8 Ob 91/02v
Auch; Beisatz: Eine Abzäunung eines Weges auf einer Almweide ist weder üblich noch zumutbar. Sollten auf der Weide aggressive Tiere gehalten werden, sind sie allerdings gesondert zu verwahren, sodass sie sich dem Weg nicht nähern können. Es besteht infolgedessen auch keine besondere Pflicht der Agrargemeinde oder des einzelnen Tierhalters, Wanderer vor dem Betreten eines Weges zu warnen, der über eine Weide führt, auf der Tiere gehalten werden, die als nicht aggressiv bekannt sind. (T8)
1 Ob 221/03m
Entscheidungstext OGH 17.10.2003 1 Ob 221/03m
9 Ob 132/04h
Entscheidungstext OGH 06.06.2005 9 Ob 132/04h
Beisatz: Kälber. (T9)
Beisatz: Ob dem Halter des Tieres nach den jeweiligen Gegebenheiten der Nachweis gelungen ist, die objektiv gebotene und zumutbare Sorgfalt eingehalten zu haben, ist eine im Beurteilungsspielraum des Berufungsgerichtes gelegene Einzelfallbeurteilung, der keine erhebliche Bedeutung iS des § 502 Abs 1 ZPO zukommt. (T10)
nur T3; Beis ähnlich wie T5; Beisatz: Hier: „Hyperaktiver“ etwa 23 kg schwerer Hund (Malinois), der bekanntermaßen bereits einen Skateboardfahrer „gezwickt“ hatte. (T11)
2 Ob 25/15p
Entscheidungstext OGH 18.02.2015 2 Ob 25/15p
ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0030157
JJR_19791108_OGH0002_0080OB00201_7900000_001
Rechtssatz für 3Ob514/80 6Ob600/81 5Ob...
RS0030175
3Ob514/80; 6Ob600/81; 5Ob513/92; 1Ob609/94; 1Ob646/94 (1Ob647/94); 6Ob227/05h; 2Ob66/14s
Objektiv gefährliche Eigenschaften (wie nervöse Reaktionen, unberechenbares Verhalten, Unfolgsamkeit) müssen keineswegs Ausdruck einer bestimmten Bösartigkeit des Tieres sein; auch gutmütige Tiere können durch ihr Verhalten eine Gefahrenquelle bieten, die, soweit dies zumutbare Maßnahmen ermöglichen, auszuschalten ist.
Ähnlich; Beisatz: Hier: Gutmütiger, wohl abgerichteter vierjähriger Schäferhund, der unangeleint vor Geschäftslokal auf der Kurpromenade liegt, bei Ansichtigwerden des Beklagten aufspringt, eine Drehbewegung ausführt und dabei promenierenden Kurgast umstößt. (T1) Veröff: RZ 1984/4 S 17
5 Ob 513/92
Entscheidungstext OGH 26.05.1992 5 Ob 513/92
Beisatz: Gutmütige Hunde können auch allein durch ihren Spieltrieb eine Gefahr für Menschen darstellen, was insbesondere dann der Fall sein wird, wenn es sich um noch junge, aber doch schon kräftige, schwere, mangels entsprechender Abrichtung noch verspielte Tiere handelt. (T2) Veröff: ZVR 1993/123 S 277
1 Ob 609/94
Entscheidungstext OGH 11.10.1994 1 Ob 609/94
Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Daß auch sonst gutmütige Hunde für Menschen gefährlich werden können, trifft auch auf bereits ältere Rüden zu, wenn sie sich triebhaft Hündinnen nähern, die von arglosen Passanten geführt werden, deren begreifliches Bemühen, ihre Hunde zu schützen, als Angriff deuten und dann trotz ihrer bisher bekundeten Gutmütigkeit zubeißen. (T3)
Vgl; Beisatz: Die Bösartigkeit eines Tiers ist keine Voraussetzung für das Entstehen von Verwahrungspflichten. (T4)
Vgl auch; Beisatz: Wegen der Unberechenbarkeit der Tiere darf ihnen auf öffentlichen Verkehrsflächen nicht die volle Bewegungsfreiheit gewährt werden, weil die Gefahr besteht, dass sie durch instinktive Bewegungen Menschen angehen und dabei zu Sturz bringen. Hier: Der Hund der Beklagten war ein noch junger, relativ großer (30 kg schwerer) Hund mit den Eigenschaften lebhaft, verspielt und ungestüm. Schon daraus ergibt sich eine das Normalmaß übersteigende Sorgfaltspflicht. (T5)
ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0030175
JJR_19800423_OGH0002_0030OB00514_8000000_003
Rechtssatz für 3Ob514/80 8Ob521/90 1Ob...
RS0030472
3Ob514/80; 8Ob521/90; 1Ob646/94 (1Ob647/94); 5Ob224/11v; 7Ob94/12t; 1Ob35/13y; 2Ob66/14s; 8Ob6/15p; 7Ob195/15z; 7Ob19/19y
Sind dem Tierhalter Eigenschaften eines Tieres bekannt oder hätten sie ihm bei gehöriger Aufmerksamkeit bekannt sein müssen, die zu einer Gefahrenquelle werden können, wie etwa nervöse Reaktionen (Ausschlagen eines sonst gutmütigen Pferdes), unberechenbares Verhalten, Unfolgsamkeit und dergleichen wird er auch für die Unterlassung der in Anbetracht dieser besonderen Eigenschaften erforderlichen und nach der Verkehrsauffassung vernünftigerweise zu erwartenden Vorkehrungen einzustehen haben.
8 Ob 521/90
Entscheidungstext OGH 25.01.1990 8 Ob 521/90
Auch; Beisatz: Hier: Langhaardackel (T1)
Beisatz: Hier: Rotwildattacke (Zwölfender) zufolge „Futterdressur“ trotz Fütterungsverbots in einem Tierpark. (T2)
Beisatz: Hier: „Hyperaktiver“ etwa 23 kg schwerer Hund (Malinois), der bekanntermaßen bereits einen Skateboardfahrer „gezwickt“ hatte. (T3)
Auch; Beisatz: Hier: Rund 9 Monate junger, 20 bis 25 kg schwerer und nur lose angeleinter Hund auf einem Hundeabrichteplatz (Junghundekurs).(T4)
Beisatz: Die Möglichkeit, dass ein junger, relativ großer und schwerer, noch nicht abgerichteter Hund jemandem in spielerischem Übermut einen Stoß versetzt, liegt ebensowenig außerhalb der Lebenserfahrung wie die Gefahr, dass diese Person dadurch das Gleichgewicht verliert, zu Sturz kommt und sich verletzt. (T5)
ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0030472
JJR_19800423_OGH0002_0030OB00514_8000000_004
Rechtssatz für 5Ob510/81 1Ob670/82 1Ob...
RS0030081
5Ob510/81; 1Ob670/82; 1Ob683/82; 7Ob796/82; 7Ob649/83; 5Ob648/83; 5Ob559/85; 1Ob513/86; 1Ob694/85; 3Ob1530/86; 8Ob564/87; 1Ob564/89; 2Ob89/89; 8Ob521/90; 6Ob519/91; 2Ob540/91; 8Ob592/92; 2Ob19/93; 2Ob65/94; 1Ob646/94 (1Ob647/94); 7Ob2008/96m; 3Ob2229/96g; 1Ob2351/96h; 5Ob207/98x; 1Ob23/99k; 2Ob334/01h; 1Ob25/02m; 1Ob221/03m; 2Ob308/03p; 9Ob132/04h; 6Ob227/05h; 3Ob110/07h; 6Ob79/08y; 5Ob224/11v; 2Ob85/11f; 5Ob5/13s; 1Ob35/13y; 2Ob196/12f; 8Ob6/15p; 2Ob70/16g; 4Ob206/16x
Bei der Bestimmung des Maßes der erforderlichen Beaufsichtigung und Verwahrung eines Tieres spielen insbesondere folgende Momente eine Rolle: a) Die Gefährlichkeit des Tieres nach seiner Art und Individualität: Je größer die Gefährlichkeit, desto größere Sorgfalt ist aufzuwenden. b) Die Möglichkeit der Schädigung durch das spezifische Tierverhalten: Je größer die Schadensmöglichkeit, umso strengere Anforderungen müssen gestellt werden. Dabei spielt es eine wesentliche Rolle, in welchen besonderen Verhältnissen sich das Tier befindet, insbesondere etwa, ob es mit vielen Menschen in Kontakt kommt oder kommen kann und ob sich darunter auch Kinder befinden, die durch ihre eigene Unberechenbarkeit und mangelnde Einsicht in die von einem Tier ausgehende typische Gefahr diese noch zusätzlich vergrößern. c) Abwägung der Interessen: Stellt ein Tier eine Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit von Menschen, dem anerkannt höchsten Gut, dar, so muss die geforderte Verwahrung des Tieres durch Einzäunen, Anketten, Anlegen eines Maulkorbes oder Führen an der Leine als eine durchaus zumutbare und keine gravierenden Interessen beeinträchtigende Maßnahme anerkannt werden, die jedenfalls in keinem Verhältnis zu der andernfalls bestehenden Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit von Menschen steht.
Veröff: EvBl 1982/43 S 154 = JBl 1982,150 (zustimmend Koziol)
Auch; nur: c) Abwägung der Interessen: Stellt ein Tier eine Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit von Menschen, dem anerkannt höchsten Gut, dar, so muss die geforderte Verwahrung des Tieres durch Einzäunen, Anketten, Anlegen eines Maulkorbes oder Führen an der Leine als eine durchaus zumutbare und keine gravierenden Interessen beeinträchtigende Maßnahme anerkannt werden, die jedenfalls in keinem Verhältnis zu der andernfalls bestehenden Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit von Menschen steht. (T1); Beisatz: Hier: Pferd. (T2)
5 Ob 648/83
Entscheidungstext OGH 04.10.1983 5 Ob 648/83
nur: Bei der Bestimmung des Maßes der erforderlichen Beaufsichtigung und Verwahrung eines Tieres spielen insbesondere folgende Momente eine Rolle: a) Die Gefährlichkeit des Tieres nach seiner Art und Individualität: Je größer die Gefährlichkeit, desto größere Sorgfalt ist aufzuwenden. b) Die Möglichkeit der Schädigung durch das spezifische Tierverhalten: Je größer die Schadensmöglichkeit, umso strengere Anforderungen müssen gestellt werden. (T3); Beisatz: Hier: Der Hund hatte mehrmals die körperliche Unversehrtheit von Menschen bedroht und auch zugebissen. (T4)
5 Ob 559/85
Entscheidungstext OGH 04.06.1985 5 Ob 559/85
1 Ob 694/85
Entscheidungstext OGH 15.01.1986 1 Ob 694/85
Auch; Beisatz: Gegenüber der durch ein Tier drohenden Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit von Menschen hat das Interesse der Allgemeinheit oder einzelner Personengruppen an der abwechslungsreichen Gestaltung von Faschingsumzügen zurückzutreten. (T5)
8 Ob 564/87
Entscheidungstext OGH 27.08.1987 8 Ob 564/87
1 Ob 564/89
Entscheidungstext OGH 14.06.1989 1 Ob 564/89
2 Ob 89/89
Entscheidungstext OGH 05.07.1989 2 Ob 89/89
nur: Bei der Bestimmung des Maßes der erforderlichen Beaufsichtigung und Verwahrung eines Tieres spielen insbesondere folgende Momente eine Rolle:
a) Die Gefährlichkeit des Tieres nach seiner Art und Individualität: Je größer die Gefährlichkeit, desto größere Sorgfalt ist aufzuwenden. (T6)
2 Ob 19/93
Entscheidungstext OGH 13.05.1993 2 Ob 19/93
Veröff: ZVR 1993/162 S 364
2 Ob 65/94
Entscheidungstext OGH 27.10.1994 2 Ob 65/94
Auch; Beisatz: Bei besonderer Gefährlichkeit des Tieres ist besondere Sorgfalt geboten. (T7)
7 Ob 2008/96m
Entscheidungstext OGH 27.03.1996 7 Ob 2008/96m
Auch; Beisatz: Es muss zwar nicht jede denkbare Möglichkeit einer Schädigung ausgeschlossen (vgl. Reischauer in Rummel ABGB2 § 1320 Rz 12, 20 ff mwN), aber doch das Risiko nach der Wahrscheinlichkeit seiner Verwirklichung bedacht werden. (T8)
3 Ob 2229/96g
Entscheidungstext OGH 10.07.1996 3 Ob 2229/96g
nur T3; nur: c) Abwägung der Interessen (T9)
Beisatz: Es ist nicht nur das bisherige Verhalten des Tieres, sondern auch die Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit einer Schadenszufügung durch das Tier zu prüfen (so schon RZ 1983/27). (T10)
Veröff: SZ 69/162
Auch; nur T6; Beisatz: Je gefährlicher ein Tier ist, desto sorgfältiger ist es zu verwahren (JBl 1982, 150). (T11)
1 Ob 23/99k
Entscheidungstext OGH 23.02.1999 1 Ob 23/99k
Beisatz: Katzen sind grundsätzlich nicht als gefährliche Tiere einzustufen. (T12)
Beisatz: Hier: Errichtung einer Absperrung zum Nachbarbalkon nicht geboten. (T13)
Auch; Beisatz: Hier: Angebundenes Ponny auf einer nicht eingezäunten Weide. (T14)
2 Ob 308/03p
Entscheidungstext OGH 15.01.2004 2 Ob 308/03p
Auch; Beis wie T10; Beisatz: Stehen mehrere Verwahrungsorte zur Verfügung, so ist die Verwahrung an jenem Ort erforderlich, an dem die Gefahr der Verursachung eines Schadens möglichst gering ist. (T15)
nur: Bei der Bestimmung des Maßes der erforderlichen Beaufsichtigung und Verwahrung eines Tieres spielen insbesondere folgende Momente eine Rolle: a) Die Gefährlichkeit des Tieres, b) die Möglichkeit der Schädigung durch das spezifische Tierverhalten und c) Abwägung der Interessen. (T16)
Beis wie T10; Beisatz: Hier: Deckwidder unter Schafherde. (T17)
Vgl auch; Beisatz: Der Hund der Beklagten war ein noch junger, relativ großer (30 kg schwerer) Hund mit den Eigenschaften lebhaft, verspielt und ungestüm. Schon daraus ergibt sich eine das Normalmaß übersteigende Sorgfaltspflicht. (T18)
Auch; Beisatz: Bei der Interessenabwägung kommt der Unversehrtheit von Menschen ein besonders hoher Stellenwert zu. (T19) Beisatz: Hier: Mutterkühe greifen Wanderer mit Hund an. (T20)
Auch; nur ähnlich T16
nur: b) Die Möglichkeit der Schädigung durch das spezifische Tierverhalten: Je größer die Schadensmöglichkeit, umso strengere Anforderungen müssen gestellt werden. (T21)
Beisatz: Besondere Umstände können im Einzelfall zu einer Anhebung der Sorgfaltsanforderungen führen. (T22)
Auch; Beisatz: Hier: a) und b). (T23)
Auch; nur T16; Beisatz: Hier: Rund 9 Monate junger, 20 bis 25 kg schwerer und nur lose angeleinter Hund
auf einem Hundeabrichteplatz (Junghundekurs). (T24)
Vgl; Beisatz: Aufgrund des unberechenbaren Verhaltens von Pferden als Fluchttieren können Pferde (auch angesichts ihrer Größe und des dadurch gegebenen Risikos eines Schadens) nicht als ungefährliche Haustiere angesehen werden. (T25)
Beisatz: Hier: Beis: Hier: Führen eines Pferdes mit Halfter und Führstrick auf nicht eingezäunter Wiese neben Straße mit Anrainerverkehr; Haftung des Tierhalters bei Kollision mit Vespafahrer nach Erschrecken und Ausbrechen des Pferdes. (T26)
ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0030081
JJR_19811020_OGH0002_0050OB00510_8100000_001
Rechtssatz für 6Ob501/82 6Ob562/83 2Ob...
RS0030391
6Ob501/82; 6Ob562/83; 2Ob624/84; 1Ob564/89; 7Ob674/90; 6Ob519/91; 1Ob646/94 (1Ob647/94); 6Ob264/98m; 6Ob227/05h; 6Ob79/08y
Fehlt es an der Rechtswidrigkeit, liegt damit eine für eine Haftung nach § 1320 ABGB erforderliche Voraussetzung nicht vor und zwar unabhängig davon, ob man diese als Verschuldenshaftung oder Gefährdungshaftung mit umgekehrter Beweislast ansieht.
Veröff: RZ 1985/28 S 89
Auch; Veröff: JBl 1992,44
Vgl auch; Beisatz: Bei Spaziergängen im freien Gelände (einem Stadtwäldchen) wurde eine Verkehrsübung anerkannt, dass die Hundehalter ihre nicht bösartigen, folgsamen Hunde frei umherlaufen lassen. Eine Haftung des Tierhalters kommt dann nur bei Erkennbarkeit einer Gefährdung von Personen in Frage. (T1); Beisatz: Hier: Das gegenseitige Einverständnis der Hundehalter wird aus einem schlüssigen Verhalten abgeleitet, was voraussetzt, dass der Hundehalter, dessen Einverständnis angenommen werden soll, zumindest Kenntnis von der Anwesenheit des anderen Hundehalters und des Freilaufs dessen Hundes hat; Tierhalterhaftung § 1330 ABGB. (T2)
Vgl; nur T1; Beisatz: Es entspricht der Verkehrsübung, nicht bösartige und folgsame Hunde im freien Gelände ohne Leine laufen zu lassen. (T3)
ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0030391
JJR_19820127_OGH0002_0060OB00501_8200000_002
Rechtssatz für 5Ob559/85 1Ob513/86 8Ob...
RS0030199
5Ob559/85; 1Ob513/86; 8Ob564/87; 8Ob521/90; 5Ob513/92; 1Ob609/94; 1Ob646/94 (1Ob647/94); 7Ob2008/96m; 4Ob2155/96g; 3Ob507/96; 6Ob227/05h
Die besondere Tiergefahr, die zur Normierung der strengeren Haftung Anlass gab, liegt daran, dass - auch gutmütige - Tiere durch ihre von Trieben und Instinkten gelenkten Bewegungen, die nicht durch Vernunft kontrolliert werden, Schaden stiften können.
Auch; Beisatz: In der Nähe von kleinen Kindern ist auch bezüglich gutmütiger Hunde für den Halter besondere Vorsicht geboten. (T1)
Veröff: ZVR 1993/123 S 277
Auch; Beisatz: Schadensursache ist zwar bei Hunden nicht selbst deren Bösartigkeit, vor allem Beißwütigkeit, doch erschöpfen sich auch die von gutmütigen Tieren ausgehenden Gefahren keineswegs darin, dass sie unbeaufsichtigt, aber unfähig, sich verkehrsgerecht zu verhalten, plötzlich auf öffentlichen Straßen auftauchen. (T2)
4 Ob 2155/96g
Entscheidungstext OGH 09.07.1996 4 Ob 2155/96g
Beisatz: Dass Tiere durch ihre von Trieben und Instinkten gelenkten Bewegungen, die nicht durch Vernunft kontrolliert werden, Schaden stiften können, ist nicht nur der Grundgedanke für die Tierhalterhaftung nach § 1320 ABGB, sondern allgemeines Erfahrungswissen der Menschen. (T3)
Beisatz: Wegen der Unberechenbarkeit der Tiere darf ihnen auf öffentlichen Verkehrsflächen nicht die volle Bewegungsfreiheit gewährt werden, weil die Gefahr besteht, dass sie durch instinktive Bewegungen Menschen angehen und dabei zu Sturz bringen. Hier: Der Hund der Beklagten war ein noch junger, relativ großer (30 kg schwerer) Hund mit den Eigenschaften lebhaft, verspielt und ungestüm. Schon daraus ergibt sich eine das Normalmaß übersteigende Sorgfaltspflicht. (T4)
ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0030199
JJR_19850604_OGH0002_0050OB00559_8500000_001
Rechtssatz für 1Ob646/94 (1Ob647/94) 8O...
RS0044112
1Ob646/94 (1Ob647/94); 8Ob371/97k; 7Ob94/12t
ABGB §1320 B3
Es kommt immer wieder vor, daß Pferde auch von erfahrenen Reitern nicht unverzüglich unter Kontrolle gebracht werden können, sodaß gefährliche Berührungen zwischen Reitern und Pferden grundsätzlich zum Wesen des Reitsports gehören.
8 Ob 371/97k
Entscheidungstext OGH 27.11.1997 8 Ob 371/97k
Vgl auch; Beisatz: Der Kläger hat die mit dem Reitsport verbundenen typischen Gefahren selbst zu tragen. (T1)
ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0044112
JJR_19950327_OGH0002_0010OB00646_9400000_001
Entscheidungstext 1Ob646/94(1Ob647/94)
1Ob646/94(1Ob647/94)
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Schlosser als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Schiemer, Dr.Gerstenecker, Dr.Rohrer und Dr.Zechner als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Ilse R*****, vertreten durch Dr.Erich Haase, Rechtsanwalt in Wien, wider die beklagten Parteien 1. Beatrix H*****, vertreten durch Dr.Gustav Dirnberger, Rechtsanwalt in Wien, und 2. Johannes H*****, vertreten durch Dr.Johannes Hock sen. und Dr.Johannes Hock jun., Rechtsanwälte in Wien, wegen S 376.000,-- sA und Feststellung (Streitwert S 61.000,--), infolge Revision (Revisionsstreitwert S 377.000,--) der klagenden Partei gegen das Teilurteil und infolge deren Rekurses (Rekursstreitwert S 377.000,--) gegen den Beschluß des Oberlandesgerichtes Wien als Berufungsgerichtes vom 26.Mai 1994, GZ 11 R 129/93-70, womit infolge der Berufungen aller Parteien das Urteil des Landesgerichtes für Zivilrechtssachen Wien vom 24.November 1992, GZ 29 Cg 241/89-59, teils bestätigt, teils abgeändert und teils aufgehoben wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den
Die klagende Partei ist schuldig, der zweitbeklagten Partei binnen 14 Tagen die mit S 16.785,-- (darin enthalten S 2.797,50 USt.) bestimmten Kosten der Revisionsbeantwortung zu ersetzen.
Die Entscheidung über die Kosten des Rekursverfahrens bleibt vorbehalten.
Am 24.9.1988 unternahmen die Klägerin, die Erstbeklagte und drei weitere Reiterinnen einen gemeinsamen Wanderausritt. Die Klägerin ritt auf einem Wallachen, die Erstbeklagte auf einem dem Zweitbeklagten gehörigen Hengst. Gegen Ende des etwa vierstündigen Geländeritts erlitt die Klägerin Bißwunden im Bereich des rechten Ober- und Unterarms, die von dem von der Erstbeklagten gerittenen Hengst verursacht wurden.
Aufgrund dieser Verletzungen begehrte die Klägerin ein Schmerzengeld im Betrage von S 360.000,--, Schadenersatz für die Aufnahme einer Haushaltshilfe (S 16.000,--) und die Feststellung, daß die Beklagten zur ungeteilten Hand für sämtliche Ansprüche haften, die sich als Folge des Reitunfalls vom 24.9.1988 nach dem 20.7.1989 ergeben. Sie brachte vor, daß beiden Beklagten die Aggressivität, Bissigkeit und Reizbarkeit des Hengstes bekannt gewesen sei. Dennoch habe der Zweitbeklagte das Tier am Unfallstag der Erstbeklagten zu einem Ausritt überlassen. Diese sei aufgrund ihres Reitkönnens und ihrer physischen Kräfte nicht geeignet gewesen, den Hengst ordnungsgemäß zu reiten und ihn in einer kritischen Situation richtig zu führen. Obwohl bei einem gemeinsamen Ausritt mit Wallachen und Hengsten letztere an der Spitze einer Reitergruppe zu bewegen wären, sei die Erstbeklagte mit dem Hengst am Schluß der Reitergruppe geritten. Sie sei "am langen Zügel" von schräg hinten an die Klägerin herangeritten, und habe der Hengst die Klägerin in den Oberarm gebissen und vom Pferd gerissen. Er habe die Erstbeklagte, die nicht in der Lage gewesen sei, ihn zu beherrschen, abgeworfen. Dann habe er die Klägerin mehrfach in den Arm gebissen.
Die Beklagten wendeten ein, es habe sich beim damals siebenjährigen Hengst um ein ruhiges, verträgliches und keineswegs aggressives Tier gehandelt. Es habe nie auf einen Menschen hingebissen. Die Erstbeklagte sei eine versierte Reiterin und zum Ausritt mit dem ihr anvertrauten Hengst ausreichend qualifiziert. Sie habe das Tier schon seit langem gekannt und geritten. Aufgrund der gutmütigen Eigenschaften und des bisherigen Verhaltens habe kein Anlaß bestanden, den Hengst besonders zu verwahren. Die Klägerin, die seit etwa 20 Jahren den Reitsport ausübe, habe mit der Erstbeklagten schon mehrfach gemeinsame Ausritte unternommen, wobei diese stets den Hengst verwendet habe. Hiebei habe sich das Tier nie aggressiv oder reizbar verhalten. Selbst die Klägerin sei schon einmal auf dem Hengst geritten. Bei dem Vorfall seien die Klägerin und die Erstbeklagte am Schluß der Reitergruppe nebeneinander im Schritt geritten. Der Hengst habe plötzlich und unvermutet auf das neben ihm von der Klägerin gerittene Pferd hingeschnappt. Dieses habe gescheut und die Klägerin abgeworfen. Der Hengst sei der Klägerin nachgesprungen, er habe die Erstbeklagte abgeworfen, sich über die am Boden liegende Klägerin gekniet und sie in den rechten Arm gebissen. Kein noch so qualifizierter Reiter wäre in der Lage gewesen, diesen Unfall zu verhüten. Es gebe keinen Grundsatz dahin, daß ein Hengst bei einem Ausritt gemeinsam mit Wallachen an der Spitze der Reitergruppe geführt werden müsse.
Die Beklagten wendeten schließlich weiters ein, daß die Klägerin das überwiegende Verschulden am Zustandekommen des Unfalls treffe (im Verhältnis 9 : 1), weil sie sich mit der Erstbeklagten und dem ihr bekannten Hengst auf einen Ausritt begeben habe.
Das Erstgericht verurteilte die Beklagten zur ungeteilten Hand zur Zahlung von S 316.000,-- sA, gab dem Feststellungsbegehren statt und wies das Mehrbegehren im Betrag von S 60.000,-- sA ab. Der Hengst sei weder bösartig, noch aggressiv, sondern eher verträglich. Er sei als "angeritten" zu betrachten. Am Gelände "ziehe er ein bißchen", lasse sich aber sowohl von der Erstbeklagten wie auch von einer gelegentlich auf ihm reitenden Person zurückhalten. Beim Ritt in einer Gruppe zwicke er manchmal auf andere Pferde hin, verhalte sich aber nicht auffällig aggressiv. In erster Linie sei der Hengst zur Verwendung im Geländeritt vorgesehen, auf eine Dressurausbildung sei kein Wert gelegt worden. Die Ausbildung des Pferdes sei durch die Beklagten gemeinsam erfolgt. Der Zweitbeklagte weise eine 23jährige Reiterfahrung auf. Er habe früher eine Reiterlizenz besessen, Reitprüfungen aber nicht abgelegt. Er könne ein ausgebildetes Pferd der Klasse M in der Dressur vorstellen, sein theoretisches Wissen sei aber mangelhaft. Das Können der Erstbeklagten entspreche etwa dem Reiterpaßniveau. Sie sei nicht in der Lage, ein Pferd auszubilden. Ursprünglich habe der Zweitbeklagte beim Hengst ein englisches Zaumzeug mit Sperriemen verwendet. Diesen Sperriemen habe er späterhin - so auch am 24.9.1988 - weggelassen. Die Klägerin und die Erstbeklagte, letztere auf dem Hengst und erstere auf einem Wallachen, seien vor dem Unfall schon oft gemeinsam ausgeritten. Die Erstbeklagte habe beim Ausritt am 24.9.1988 darauf geachtet, einen großen Abstand zu den Mitgliedern der Reitergruppe zu halten und sei entweder an der Spitze oder am Schluß der Gruppe geritten. Etwa 500 m vor Erreichen des Reitstalls habe die Erstbeklagte immer näher zur Klägerin aufgeschlossen und schließlich den "Mindestabstand" zur Klägerin unterschritten. Dadurch sei es möglich geworden, daß der Hengst entweder auf das Pferd der Klägerin oder auf diese selbst hinbiß. Der Hengst habe sich den "Hilfen" entzogen, was durch das Fehlen eines Sperriemens erleichtert worden wäre. Von der Klägerin habe er sich erst abbringen lassen, als ihn die Erstbeklagte mit der Peitsche vertrieb. Zukünftige gesundheitliche Schäden seien bei der Klägerin nicht auszuschließen, beim Unfall wurde sie schwer verletzt. Aufgrund der Verletzungsfolgen habe sie einer Haushaltshilfe bedurft.
Diesen Sachverhalt beurteilte das Erstgericht dahin, daß die Erstbeklagte den Hengst nicht ordnungsgemäß verwahrt habe, weil sie zu knapp auf die Klägerin aufgeritten sei. Sie habe durch Nichteinhalten des erforderlichen Sicherheitsabstandes zum Pferd der Klägerin gegen die allgemein anerkannten Regeln des Reitsports verstoßen. Überdies hätte ihr bewußt sein müssen, daß die Zäumung ohne Sperriemen für ein nicht ausgebildetes Reitpferd nicht ausreichend sei. Den Zweitbeklagten treffe ein Verschulden, weil er gemeinsam mit der hiezu nicht befähigten Erstbeklagten den Hengst ausgebildet und als Halter und Eigentümer des Pferdes dessen Zaumzeug nicht mit einem Sperriemen versehen habe. Der Klägerin sei ein Mitverschulden nicht anzulasten, weil sie den Ausbildungsstand des Pferdes und den der Erstbeklagten als Reiterin nicht habe beurteilen können.
Das Gericht zweiter Instanz wies das gegen den Zweitbeklagten gerichtete Klagebegehren ab, soweit es nicht schon vom Erstgericht abgewiesen worden war, und hob das erstinstanzliche Urteil in dem dem Klagebegehren gegen die Erstbeklagte stattgebenden Umfang auf; es sprach aus, daß die ordentliche Revision bzw. der Rekurs an den Obersten Gerichtshof zulässig seien. Die Klägerin habe durch die Teilnahme am gemeinsamen Wanderritt bewußt die mit dieser Sportart typischen Gefahren in Kauf genommen. Ein Sorgfaltsverstoß der Erstbeklagten sei dann nicht rechtswidrig, wenn er über die üblicherweise mit der Ausübung dieser Sportart verbundenen Risken nicht hinausgehe. Könne kein Verschulden der Erstbeklagten am Verhalten des von ihr gerittenen Pferdes festgestellt werden, dann habe die Klägerin die Folgen des Reitunfalls selbst zu tragen. Um einen allfälligen Verstoß gegen eine allgemein anerkannte Regel des gemeinsamen Ausreitens beurteilen zu können, bedürfe es einer genauen Feststellung der Position des Hengstes unmittelbar vor dem Unfall. Das Erstgericht habe festgestellt, daß die Erstbeklagte den eine Pferdelänge betragenden Sicherheitsabstand nicht eingehalten und zur Klägerin aufgeschlossen habe. Diese Feststellungen fänden in den Beweisergebnissen keine Deckung. Das Erstgericht habe sich mit der klägerischen Aussage vor der Gendarmerie überhaupt nicht auseinandergesetzt. Dieser Umstand stelle einen Begründungsmangel dar; das Erstgericht werde eine entsprechende Begründung nachzuholen bzw unter Beiziehung eines Sachverständigen zu erörtern haben, ob der Erstbeklagten tatsächlich ein Verstoß gegen die allgemein anerkannten Grundsätze des gemeinsamen Wanderrittes anzulasten sei. Schließlich sei der Mitschuldeinwand der Beklagten zu prüfen, denn nach den Feststellungen habe die Klägerin bereits mehrere gemeinsame Ausritte mit der Erstbeklagten (und dem Hengst) unternommen, sodaß das Verhalten des Tiers der Klägerin nicht unbekannt gewesen sein könne.
Eine Haftung des Zweitbeklagten gemäß § 1320 ABGB sei zu verneinen, zumal feststehe, daß der Hengst weder bösartig noch bissig oder aggressiv gewesen sei und das reiterliche Niveau der Erstbeklagten etwa dem Reiterpaßniveau entsprochen habe. Unter Bedachtnahme auf dieses Reitkönnen und die festgestellte Verhaltensweise des Tiers sei die Erstbeklagte geeignet gewesen, an gemeinsamen Wanderritten teilzunehmen. In der Überlassung des Hengstes an die Erstbeklagte könne daher eine Verletzung der Verwahrungspflicht nicht erkannt werden. Unter Berücksichtigung des festgestellten Charakters des Hengstes habe auch keine Verpflichtung bestanden, ein besonderes das Beißen verhinderndes Zaumzeug zu verwenden.
Die Revision und der Rekurs sind unzulässig.
A. Zur Unzulässigkeit der Revision:
Worin die erforderliche Verwahrung und Beaufsichtigung eines Tieres besteht, kann nicht in eine allgemeine Formel gebracht werden. Die Art und der Grad der nötigen Verwahrung hängt vielmehr von vielerlei Umständen ab. Maßgeblich sind vor allem die Eigenschaften des Tiers, insbesondere, ob es ein bissiges, nervöses, unberechenbares, junges unabgerichtetes oder unfolgsames Tier ist oder sonst eine Gefahrenquelle darstellt. Die Bösartigkeit eines Tiers wird von der Rechtsprechung als Voraussetzung für das Entstehen von Verwahrungspflichten zu Recht abgelehnt, da ein Tier nicht nur durch seine Bösartigkeit eine Gefahrenquelle sein kann, sondern zB auch durch unkontrolliertes Umherlaufen im Verkehr oder durch unberechenbares Verhalten gegenüber Kindern. Bedeutsam ist, welche Verwahrungsmaßnahmen noch zumutbar sind, da bei übertriebenen Sorgfaltsanforderungen unter Umständen ein Tier nicht entsprechend verwendet werden kann (Koziol, Österreichisches Haftpflichtrecht II2 407). Die der Bestimmung des § 1320 ABGB zugrundeliegende besondere Tiergefahr besteht grundsätzlich darin, daß Tiere durch ihre von Trieben und Instinkten gelenkten Bewegungen, die nicht durch Vernunft kontrolliert werden, Schaden stiften können (JBl 1993, 315). Das Maß der erforderlichen Aufsicht und Verwahrung ist in elastischer und den Umständen des Einzelfalls Rechnung tragender Weise zu bestimmen; die Gefährlichkeit des Tiers, die Möglichkeit der Schädigung durch das spezifische Tierverhalten und gegebenenfalls auch eine Abwägung der Interessen spielen dabei eine Rolle. Der Tierhalter haftet bei Unterlassung der nach den bekannten oder erkennbaren Eigenschaften eines Tiers erforderlichen und nach der Auffassung des Verkehrs vernünftigerweise zu erwartenden Vorkehrungen. Bei besonderer Gefährlichkeit ist besondere Sorgfalt geboten (JBl 1993, 315; ÖJZ 1986/111; 1 Ob 670/82). Ob ein Tierhalter für die erforderliche Verwahrung gesorgt hat, ist nach objektiven Kriterien zu beurteilen. Welche Verwahrung und Beaufsichtigung durch den Tierhalter im Einzelfall erforderlich ist, hängt von den Umständen des Falles ab. Die Vorkehrungen müssen dem Tierhalter zumutbar sein, die Anforderungen an die Verwahrungs- und Beaufsichtigungspflicht des Tierhalters dürfen nicht überspannt werden (JBl 1982, 494). Der Tierhalter ist dann von der Haftung nach § 1320 ABGB frei, wenn er beweist, daß er eine geeignete Person für die Verwahrung ausgewählt und, soweit erforderlich, diese über die Eigenheiten des Tieres aufgeklärt und die nötigen Anleitungen und Überwachungen vorgenommen hat (JBl 1983, 255; 3 Ob 514/80). Sind dem Tierhalter Eigenschaften eines Tieres, die zu einer Gefahrenquelle werden könnten, nicht bekannt und nicht erkennbar, dann kann es nicht als Verletzung der den Tierhalter treffenden Verwahrungs- bzw Beaufsichtigungspflicht angesehen werden, wenn er das Tier einer geeigneten Person zum "Gebrauch" bzw zur Verwahrung übergibt (JBl 1982, 494; 3 Ob 514/80). Dabei ist das bisherige Verhalten eines Tieres in der Regel ein nicht unwesentlicher Umstand für die Beurteilung des Ausmaßes der Verwahrungs- und Beaufsichtigungspflicht (3 Ob 514/80).
Von diesen Grundsätzen ist das Berufungsgericht ausgegangen. Es bestanden aufgrund der Feststellungen der Vorinstanzen keine Bedenken gegen die Eignung der Erstbeklagten zur gehörigen Verwahrung und Beaufsichtigung des Hengstes und erübrigten sich Aufklärungen über die Eigenart des Tieres bzw Weisungen und Überwachungsmaßnahmen seitens des Zweitbeklagten, weil das Tier der Erstbeklagten bestens bekannt war und diese über hinreichende Kenntnisse (Reiterpaßniveau) verfügte, die ihr eine ordnungsgemäße Überwachung und Beaufsichtigung des Pferdes ermöglichten (vgl JBl 1983, 255). Hat aber der Zweitbeklagte die für die Verwahrung und Beaufsichtigung des Pferdes nach den Umständen und nach der Verkehrsauffassung vernünftigerweise zu erwartenden Maßnahmen getroffen (vgl JBl 1982, 150), kann er gemäß § 1320 ABGB nicht zur Verantwortung gezogen werden. Es bestand aufgrund des bisher unauffälligen Verhaltens des Hengstes (mehrere Jahre hindurch) auch kein Anlaß zum Anlegen eines besonderen Zaumzeugs, denn mit dem Fehlverhalten des Hengstes mußte der Tierhalter den getroffenen Feststellungen nach nicht rechnen.
Soweit das Berufungsgericht, ohne von den in der Judikatur des Obersten Gerichtshofs entwickelten Grundsätzen abzuweichen, den Umständen des vorliegenden Einzelfalls Rechnung trug und eine Haftung des Zweitbeklagten als Tierhalter verneinte, dann kommt dessen Entscheidung keine über den Rechtsstreit hinausgehende Bedeutung zu, weshalb die Revision als unzulässig zurückzuweisen ist.
Die Entscheidung über die Kosten der Revisionsbeantwortung beruht auf den §§ 41, 50 ZPO. Die Revisionsbeantwortung ist rechtzeitig, weil erst durch den vom Berufungsgericht gefaßten Berichtigungsbeschluß Klarheit geschaffen wurde, ob das von der Klägerin eingebrachte Rechtsmittel als ordentliches oder als außerordentliches anzusehen ist.
B. Zur Unzulässigkeit des Rekurses:
Das Berufungsgericht ist davon ausgegangen, daß Handlungen oder Unterlassungen im Zuge einer Sportausübung, durch die ein anderer Teilnehmer in seiner körperlichen Sicherheit gefährdet oder am Körper verletzt wird, insoweit nicht rechtswidrig sind, als sie nicht das in der Natur der betreffenden Sportart gelegene Risiko vergrößern. Das gelte nicht nur für Kampfsportarten, sondern für alle sonstigen ausgeübten Sportarten, bei denen es wegen des notwendigen Naheverhältnisses der Teilnehmer zueinander oder zu den dabei verwendeten Sportgeräten zu Gefährdungen oder zu Verletzungen von Teilnehmern kommen kann. Auch im Rahmen der Haftung für Tiere habe der Halter nur für rechtswidriges Handeln oder Unterlassen einzustehen. Der jeweilige Sportteilnehmer setze sich den ihm bekannten oder zumindest erkennbaren, also den typischen Gefahren, welche die Ausübung dieses Sports mit sich bringt, aus (JBl 1992, 44; SZ 60/176; JBl 1983, 255; SZ 54/133). Es komme immer wieder vor, daß Pferde auch von erfahrenen Reitern nicht unverzüglich unter Kontrolle gebracht werden können, sodaß gefährliche Berührungen zwischen Reitern und Pferden grundsätzlich zum Wesen des Reitsports gehören (vgl JBl 1992, 44).
Das Berufungsgericht hat nun nicht - wie die Rekurswerberin meint - die Feststellungen des Erstgerichtes übernommen und sohin zu seinen eigenen gemacht, sondern es hat nur auf diese Feststellungen "verwiesen" (S.6 des Berufungsurteils). Es geht aus der vom Berufungsgericht vorgenommenen Begründung eindeutig hervor, daß es die Feststellungen über den Hergang des Reitunfalls nicht übernehmen wollte, weil es gerade in diesem Umfang das erstinstanzliche Verfahren für ergänzungsbedürftig hielt. Es vertrat die Auffassung, daß sich das Erstgericht nicht mit allen relevanten Beweisergebnissen auseinandergesetzt habe; dezidiert verwies es insbesondere auf mehrere Aussagen, insbesondere auch auf die Angaben der Klägerin vor der Gendarmerie (S.17 f des Berufungsurteils); tatsächlich hat das Erstgericht diese Aussagen auch nicht erörtert.
Der Oberste Gerichtshof, der nicht Tatsacheninstanz ist, kann solchen Aufträgen des Berufungsgerichtes zur näheren Aufklärung des entscheidungswesentlichen Sachverhalts nicht entgegentreten. Zumal grundsätzlich von einer richtigen, durch oberstgerichtliche Judikatur gedeckten Rechtsansicht ausgegangen wurde, liegt keine Rechtsfrage von erheblicher Bedeutung vor, die den vom Berufungsgericht zugelassenen Rekurs als zulässig erscheinen ließe.
E38634
ECLI:AT:OGH0002:1995:0010OB00646.94.0327.000
JJT_19950327_OGH0002_0010OB00646_9400000_000

References: §1320
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