Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/feuerbach_recht_1801?p=237
Timestamp: 2020-02-22 15:34:26+00:00

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mit dem Verbrecher in elterlichem Verhältniss
gedacht werden *).
Bey dem Elternmord kommt es so wenig
auf Legitimität oder Illegitimität der Ver-
wandschaft an **), als es darauf ankommt,
ob die Verwandschaft blos erdichtet oder na-
türlich ist ***). Auch an Adoptiv-Eltern wird
dieses Verbrechen begangen. Aber der Mord
von dem Hurenkind (vulgo quaesitus) an sei-
nem vermeintlichen Vater ist kein parrici-
Unter hohen trefflichen Personen sind Mini-
ster des Landesherrn oder Personen des hohen
Adels, die nicht zugleich Landesherrn sind,
Personen begriffen seyen, wie sich denn schon aus
P. G. O. Art. 117. ergiebt, und obgleich das röm. R.
ausdrücklich auch unter Verschwägerten ein parri-
cidium annimmt, so will es doch das Ende des 137
Art. nicht auf diese Personen gezogen wissen. Vergl.
Meister pr. de caede affinis acerbtus punienda. Gött.
*) Es ist ganz gegen alle Regeln einer richtigen Me-
thode, wenn man, wie Grolman a a O § 432.
annimmt, dass es auf die in den Gesetzen benann-
ten Personen nicht mehr ankomme.
**) Solorzani l. c. L. II. C. 3. pag. 1155. Boeh-
mer ad art. 131. §. 2.
***) Matthaeus decrim. L. XLVIII. tit. 6. C. 1. Nr. 3.
mit dem Verbrecher in elterlichem Verhältniſs
Bey dem Elternmord kommt es ſo wenig
wandſchaft an **), als es darauf ankommt,
ob die Verwandſchaft blos erdichtet oder na-
türlich iſt ***). Auch an Adoptiv-Eltern wird
dieſes Verbrechen begangen. Aber der Mord
von dem Hurenkind (vulgo quaeſitus) an ſei-
nem vermeintlichen Vater iſt kein parrici-
Unter hohen trefflichen Perſonen ſind Mini-
ſter des Landesherrn oder Perſonen des hohen
Adels, die nicht zugleich Landesherrn ſind,
Perſonen begriffen ſeyen, wie ſich denn ſchon aus
ausdrücklich auch unter Verſchwägerten ein parri-
cidium annimmt, ſo will es doch das Ende des 137
Art. nicht auf dieſe Perſonen gezogen wiſſen. Vergl.
Meiſter pr. de caede affinis acerbtus punienda. Gött.
*) Es iſt ganz gegen alle Regeln einer richtigen Me-
annimmt, daſs es auf die in den Geſetzen benann-
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[209/0237] V. d. qualificirten Mord od. d. Parricidium. mit dem Verbrecher in elterlichem Verhältniſs gedacht werden *). §. 268. Bey dem Elternmord kommt es ſo wenig auf Legitimität oder Illegitimität der Ver- wandſchaft an **), als es darauf ankommt, ob die Verwandſchaft blos erdichtet oder na- türlich iſt ***). Auch an Adoptiv-Eltern wird dieſes Verbrechen begangen. Aber der Mord von dem Hurenkind (vulgo quaeſitus) an ſei- nem vermeintlichen Vater iſt kein parrici- dium. §. 269. Unter hohen trefflichen Perſonen ſind Mini- ſter des Landesherrn oder Perſonen des hohen Adels, die nicht zugleich Landesherrn ſind, zu ***) *) Es iſt ganz gegen alle Regeln einer richtigen Me- thode, wenn man, wie Grolman a a O § 432. annimmt, daſs es auf die in den Geſetzen benann- ten Perſonen nicht mehr ankomme. **) Solorzani l. c. L. II. C. 3. pag. 1155. Boeh- mer ad art. 131. §. 2. ***) Matthaeus decrim. L. XLVIII. tit. 6. C. 1. Nr. 3. ***) Perſonen begriffen ſeyen, wie ſich denn ſchon aus P. G. O. Art. 117. ergiebt, und obgleich das röm. R. ausdrücklich auch unter Verſchwägerten ein parri- cidium annimmt, ſo will es doch das Ende des 137 Art. nicht auf dieſe Perſonen gezogen wiſſen. Vergl. Meiſter pr. de caede affinis acerbtus punienda. Gött. 1778. O
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Zitationshilfe: Feuerbach, Paul Johann Anselm von: Lehrbuch des gemeinen in Deutschland geltenden Peinlichen Rechts. Giessen, 1801, S. 209. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/feuerbach_recht_1801/237>, abgerufen am 22.02.2020.

References: Art. 117
 § 432
 art. 131
 § 432
 Art. 117
 § 432
 art. 131
 Art. 117