Source: https://www.szymanski-rechtsanwaelte.de/fachanwalt-familienrecht-scheidung-unterhalt.html
Timestamp: 2019-02-18 06:13:19+00:00

Document:
Das Hauptbetätigungsfeld in der anwaltlichen Praxis ist die Scheidung und die damit verbundenen Themen, wie beispielsweise Trennungsunterhalt, nachehelicher Unterhalt, Unterhaltsverzicht, Kindesunterhalt, Vermögensauseinandersetzung sowie Sorgerecht und Umgangsrecht. Szymanski und Kollegen Rechtsanwälte sind seit über 40 Jahren im Bereich Familienrecht tätig. Im Rahmen eines persönlich geführten Beratungsgespräches wird ein Fachanwalt für Familienrecht gemeinsam mit Ihnen Ihre Vorstellungen und Ziele erörtern und Lösungsvorschläge ausarbeiten.
Was kostet eine einvernehmliche Scheidung - und wie lange dauert das Verfahren?
Eine einvernehmliche Scheidung geht nicht nur schnell, sie spart auch Kosten. Denn in der Regel reicht bei der einvernehmlichen Scheidung ein Anwalt. Nach deutschem Scheidungsrecht besteht für den Scheidungsantrag Anwaltszwang. Das bedeutet, dass der Scheidungsantrag durch einen Anwalt beim zuständigen Familiengericht eingereicht werden muss.
Es müssen aber nicht beide Ehegatten von einem Anwalt vertreten werden.
- Beide Ehegatten müssen zumindest im Zeitpunkt des Scheidungstermins mindestens ein Jahr voneinander getrennt leben.
- Es muss Einigkeit über den Zugewinnausgleich, Trennungs- und Nachehelichenunterhalt, das gemeinsame Sorgerecht, die Höhe des Kindesunterhalts, den weiteren Verlauf der Ehewohnung und den ehebedingten Hausrat bestehen.
Sind diese Bedingungen erfüllt, kann der andere Ehegatte auf die Beauftragung eines eigenen Anwalts verzichten. Er muss dann vor dem Scheidungsgericht nur dem Scheidungsantrag zustimmen.
Die Kosten des Scheidungsverfahrens können dadurch deutlich gesenkt werden.
Die Vergütung des Rechtsanwaltes orientiert sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. In der Regel belaufen sich die Anwaltsgebühren in einem Bereich von ca. 2.000 €.
Diese Kosten können sich die Ehegatten bei einer einvernehmlichen Scheidung teilen.
Die Gerichtskosten orientieren sich nach dem Verfahrenswert. Dieser setzt sich aus dem 3-fachen Nettogehalt beider Ehegatten zuzüglich 10 % je erworbener Rentenanwartschaft zusammen. In der Regel belaufen sich die Gerichtskosten in einem Bereich zwischen 600-800 €.
Die Gerichtskosten werden nach Abschluss des Scheidungsverfahren halbiert, entsprechend von beiden Ehegatten getragen.
Dies bedeutet, dass sich die Kosten für jeden Ehegatten bei einer einvernehmlichen Scheidung auf zirka 1.200-1.400 € belaufen.
Bei einer streitigen Scheidung können sich diese Kosten schnell um ein vielfaches erhöhen.
Sollten im streitigen Scheidungsverfahren zusätzlich noch Gutachten (Beispiele: Wertgutachten, Gutachten zur Erziehungsfähigkeit) eingeholt werden müssen, können sich die Kosten für jeden Ehegatten schnell über 5.000 € bewegen.
Bei einer streitigen Scheidung ergeben sich aber nicht nur Nachteile durch erhöhte Kosten, sondern auch im Hinblick auf die Dauer des Scheidungsverfahrens.
Bei einer einvernehmlichen Scheidung ohne Versorgungsausgleich, kann von einer Ansetzung des Scheidungstermins schon 2-3 Monate nach Antragstellung ausgegangen werden. Dagegen kann die Verfahrensdauer bei einer streitigen Scheidung ohne weiteres 2-3 Jahre betragen.
Sollten Sie die Scheidung Ihrer Ehe schnell und möglichst kostengünstig beabsichtigen, stehe ich Ihnen gerne im Rahmen eines Besprechungstermins zur Verfügung.
Themen: Scheidung, Kosten, Verfahrensdauer
Fotoquelle: © snyGGG/Fotolia
Zugewinn: Nachträgliche Auskunft bei verfrühtem Scheidungsantrag?
Reicht der andere Ehegatte vor Ablauf des Trennungsjahres Scheidungsantrag bei Gericht ein, kann der andere Ehegatte unter Umständen auch nach Zustellung des Scheidungsantrags Auskunft zum Stichtag verlangen.
Der Ehemann hatte bei dem zu Grunde liegenden Fall vor Ablauf des Trennungsjahres Scheidungsantrag zu Gericht aufgegeben, da er in der späteren Trennungsphase einen erheblichen Vermögenszuwachs erfuhr. Er wollte insoweit umgehen, dass seine Frau über den ehebedingten Zugewinnausgleich an dieser Vermögenssteigerung beteiligt wird.
Der BGH hat nun klargestellt, dass in dieser Konstellation die Ehefrau ausnahmsweise Auskunft zu dem Zeitpunkt verlangen kann, an dem nach Ablauf des Trennungsjahres erstmals Scheidungsantrag hätte gestellt werden können, BGH, 13.12.2017, AZ.: XII ZB 488/16.
"Liegen konkrete Anhaltspunkte vor, dass ein Ehegatte mit seinem verfrühten Scheidungsantrag in illoyaler Weise bezweckt, dass der andere an einer für ihn konkret absehbaren und erheblichen Vermögensmehrung nicht mehr teilhat, kann der betroffene Ehegatte ausnahmsweise von dem gesetzlich geregelten Stichtag abweichen und Auskunft zu einem späteren Zeitpunkt verlangen."
Nach den Paragraphen 1375, 1379 BGB ist beim ehebedingten Zugewinn grundsätzlich der Tag der Zustellung des Scheidungsantrags Stichtag für das Endvermögen.
Der BGH lässt nun zu Recht eine Ausnahme vom gesetzlichen Stichtag zu, um eine grob unbillige Vermögensauseinandersetzungen der Ehegatten zu verhindern.
Sollte über den Trennungszeitpunkt Streit bestehen und/oder der andere Ehegatte verfrüht das Scheidungsverfahren einleiten, stimmen Sie nicht ohne weiteres dem Trennungstag des anderen Ehegatten zu. Dies kann unter Umständen zu erheblichen Vermögensnachteilen führen.
Ich helfe Ihnen gerne, sollten Sie sich solch einer Situation ausgesetzt sehen.
Fotoquelle: © Andrey Popov/Fotolia
Stichwörter: Verfrühter Scheidungsantrag, Trennungsjahr, Zugewinn, Stichtag
Kostenbeteiligung für Kinderbetreuung (hier: Tagesmutter)
Streitig ist immer wieder, an welchen Kosten sich der andere Elternteil nach der Trennung zu beteiligen hat. Hier hatte sich der BGH mit der Frage zu beschäftigen, ob die Kosten für eine Tagesmutter auch anteilig vom anderen Elternteil zu bezahlen sind.
Der BGH hat mit Beschluss vom 04.10.2017, Az.: XII ZB 55/17, klargestellt, dass die Kosten des berufstätigen Elternteils für die Betreuung des Kindes keinen Mehrbedarf darstellen.
Die Eltern stritten über einen Beitrag von € 150 monatlich für die Kosten einer von der Kindesmutter beschäftigten Tagesmutter. Die Kindesmutter hat die Tagesmutter nachmittags engagiert, um ihrer eigenen beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können. Vormittags waren die Kinder in der Schule. Die Tagesmutter beaufsichtigte die Kinder und nahm leichte Hausarbeiten wahr. Sie verlangte vom Kindesvater eine Beteiligung in Höhe der Hälfte der anfallenden Kosten.
Der BGH hat entschieden, dass dahingehend keine Zahlungsverpflichtung des Kindesvaters besteht.
Kosten der Kindesmutter, die für die Betreuung des gemeinsamen Kinder alleine wegen der gewünschten Lebensführung der Kindesmutter anfallen, sind nicht anteilig vom Kindesvater zu tragen. Grundsätzlich ist es die Aufgabe des betreuenden Elternteils, die Kinder nach der Schule zu versorgen und zu beaufsichtigen. Wenn diese Aufgabe aus in der Person des betreuenden Elternteils liegenden Gründen oder Ansichten nicht wahrgenommen wird und dadurch Kosten entstehen, sind diese nicht vom Kindesvater finanziell mitzutragen.
Anders sieht der BGH die Situation, wenn eine gesonderte Betreuung aus pädagogischen oder erzieherischen Gründen heraus geboten ist (z.B. Nachhilfeunterricht, Sprachförderung etc.).
Für weitere Fragen rund um das Familienrecht stehe ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.
Themen: Familienrecht, Kinderbetreunung, Mehrbedarf
Fotoquelle: © benjaminnolte/Fotolia

References: BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH