Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/der-erstinstanzlich-nicht-entschiedene-feststellungsantrag-390576
Timestamp: 2020-07-16 16:39:27+00:00

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Der erstinstanzlich nicht entschiedene Feststellungsantrag | Rechtslupe
Hat das Erst­ge­richt über einen vom Klä­ger gestell­ten Fest­stel­lungs­an­trag nicht ent­schie­den und die­sen Antrag auch nicht in den Tat­be­stand sei­nes (unvoll­stän­di­gen) Urteils auf­ge­nom­men und hat der Klä­ger weder Tat­be­stands­be­rich­ti­gung noch Urteils­er­gän­zung bean­tragt, ist die Rechts­hän­gig­keit der Kla­ge, soweit sie Gegen­stand des über­gan­ge­nen Antrags gewe­sen ist, mit dem Ablauf der Antrags­frist des § 321 Abs. 2 ZPO ent­fal­len. Hat der Klä­ger den vom Erst­ge­richt über­gan­ge­nen Fest­stel­lungs­an­trag in der Beru­fungs­in­stanz erneut gestellt und damit sein Fest­stel­lungs­be­geh­ren durch zuläs­si­ge Kla­ge­er­wei­te­rung wie­der in den Pro­zess ein­ge­führt, kann über die­sen Antrag in der Sache nur das Beru­fungs­ge­richt selbst ent­schei­den.
Das erst­in­stanz­li­che Gericht hat, indem es über den in ers­ter Instanz aus­weis­lich des Pro­to­kolls der münd­li­chen Ver­hand­lung gestell­ten Fest­stel­lungs­an­trag des Klä­gers nicht ent­schie­den hat, kein Teil­ur­teil erlas­sen; denn die­ser Antrag wird im Tat­be­stand des land­ge­richt­li­chen Urteils nicht wie­der­ge­ge­ben.
Hat ein Gericht – wie vor­lie­gend – über einen gestell­ten Antrag nicht ent­schie­den und ihn auch nicht in den Tat­be­stand sei­nes (unvoll­stän­di­gen) Urteils auf­ge­nom­men, muss einer etwai­gen Urteils­er­gän­zung nach § 321 ZPO eine Berich­ti­gung des Tat­be­stands nach § 320 ZPO vor­an­ge­hen [1]. Zur Begrün­dung des Antrags auf Tat­be­stands­be­rich­ti­gung hät­te der Klä­ger vor­lie­gend das Sit­zungs­pro­to­koll her­an­zie­hen kön­nen (§ 314 Satz 2 ZPO).
Unter Berück­sich­ti­gung des berich­tig­ten Tat­be­stands hät­te er dann inner­halb der Frist des § 321 Abs. 2 ZPO Urteils­er­gän­zung bean­tra­gen müs­sen.
Da der Klä­ger dies ver­säumt hat, ist die Rechts­hän­gig­keit der Kla­ge, soweit sie Gegen­stand des über­gan­ge­nen Antrags gewe­sen ist, mit dem Ablauf der Antrags­frist des § 321 Abs. 2 ZPO ent­fal­len [2].
Hat der Klä­ger in der Fol­ge den erst­in­stanz­lich über­gan­ge­nen Fest­stel­lungs­an­trag in der Beru­fungs­in­stanz erneut gestellt und damit sein Fest­stel­lungs­be­geh­ren durch zuläs­si­ge Kla­ge­er­wei­te­rung [3] wie­der in den Pro­zess ein­ge­führt, kann über die­sen Antrag in der Sache nur das Beru­fungs­ge­richt selbst ent­schei­den.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 20. Janu­ar 2015 – VI ZR 209/​14
BGH, Ver­säum­nis­ur­teil vom 16.02.2005 – VIII ZR 133/​04, NJW-RR 2005, 790, 791[↩]
vgl. BGH, Ver­säum­nis­ur­teil vom 16.02.2005 – VIII ZR 133/​04, aaO und Beschluss vom 09.11.2006 – VII ZR 176/​05, BauR 2007, 431, 432[↩]
vgl. BGH, Ver­säum­nis­ur­teil vom 16.02.2005 – VIII ZR 133/​04, aaO mwN[↩]
Der im Urteil über­gan­ge­ne Teil­an­spruch – und sei­ne erneu­te… Hat das erst­in­stanz­li­che Gericht ver­se­hent­lich die­sen Teil des Kla­ge­an­spruchs über­gan­gen, obliegt es dem Klä­ger, Urteils­be­rich­ti­gung gemäß § 321 ZPO zu bean­tra­gen ((Zöller/​Vollkommer, ZPO, 25. Aufl.,…
BerufungFeststellungsantragRechtshängigkeitTatbestandsberichtigungUrteilsergänzungZivilprozess

References: § 321
 § 321
 § 320
 § 321
 § 321
 § 321