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Timestamp: 2019-08-24 06:37:35+00:00

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§ 627 BGB: Fristlose Kündigung bei Vertrauensstellung
BGH, URTEIL vom 4.4.2014, Az. IX ZR 147/12 9	b) Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist bei vorzeitiger Beendigung des Anwaltsvertrages aufgrund der Bestimmung des § 627 Abs. 1 BGB ein vereinbartes Pauschalhonorar nach § 628 Abs. 1 BGB auf den Teil herabzusetzen, welcher der bisherigen Tätigkeit des Rechtsanwalts entspricht (BGH, Urteil vom 27. Februar 1978 -AnwSt (R) 9/77, NJW 1978, 2304, 2305; vom 16. Oktober 1986 - III ZR 67/85, aaO; MünchKomm-BGB/Henssler, aaO Rn. 14).
BGH, URTEIL vom 4.4.2013, Az. IX ZR 204/11 Es ist deshalb anerkannt, dass das Kündigungsrecht nach § 627 Abs. 1 BGB nicht durch Allgemeine Geschäftsbedingungen ausgeschlossen werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 8. Oktober 2009 - Ill ZR 93/09, NJW 2010, 150 Rn. 19; vom 11. Februar 2010 - IX ZR 114/09, NJW 2010, 1520 Rn. 25 ff, jeweils mwN).
BGH, URTEIL vom 4.8.2011, Az. III ZR 95/11 Das von § 627 Abs. 1 BGB vorausgesetzte generelle persönliche Vertrauen kann auch dann vorliegen, wenn es sich bei dem Dienstverpflichteten - wie hier - um eine juristische Person handelt (Senatsurteil vom 8. Oktober 2009 - III ZR 93/09, NJW 2010, 150, 152 Rn. 19 mwN; vgl. auch Senatsurteil vom 9. Juni 2011 - Ill ZR 203/10, BeckRS 2011, 16921, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen).
BGH, URTEIL vom 4.8.2011, Az. III ZR 95/11 Dies entspricht der Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ 80, 29; 146, 116, 117), des Bundesgerichtshofs (s. etwa BGH, Urteile vom 31. März 1967 aaO S. 305 und vom 13. Januar 1993 -VIIIZR 112/92, NJW-RR 1993, 505) und des Bundesarbeitsgerichts (BAG, NJW 2006, 3453, 3454 Rn. 10) sowie der nahezu einhelligen Ansicht im Schrifttum (Bamber-ger/Roth/Fuchs, BGB, 2. Aufl., § 627 Rn. 5; Erman/Belling, BGB, 13. Aufl., §627 Rn. 5; s. auch MünchKommBGB/Henssler aaO Rn. 12 und Staudinger/ Preis, BGB [2002], § 627 Rn. 17, die freilich eine teleologische Reduktion des § 627 Abs. 1 BGB für bestimmte Fälle erwägen, in denen ein dauerndes Dienstverhältnis ohne feste Bezüge vereinbart worden ist).
LG Mönchengladbach, Urteil vom 4.6.2010, Az. 10 O 38/10 Es fehlt dann an der vom Gesetzgeber normierten Ausnahmesituation, in der allein eine Kündigung nach § 627 I BGB ausgeschlossen sein soll (BGH, aaO, juris. Rn. 12).
BGH, URTEIL vom 4.3.2010, Az. I ZR 197/07 Diese Verpflichtung des Verlages geht, wie die Revision mit Recht geltend macht, weit über die übliche Verpflichtung etwa eines Managers oder Promoters des Künstlers hinaus, der ein - nach § 627 Abs. 1 BGB jederzeit kündbarer - Dienstleistungsvertrag mit Geschäftsbesorgungscharakter zugrunde liegen kann (vgl. BGH, Urt. v. 28.10.1982 -1 ZR 134/80, NJW 1983, 1191, 1192 - Künstlerbetreuung).
BGH, URTEIL vom 4.1.2010, Az. IX ZR 114/09 Steuerberater leisten in der Regel Dienste höherer Art im Sinne des § 627 BGB, weil der Mandant ihnen Einblick in seine Berufs-, Einkommens- und Vermögensverhältnisse gewährt (BGHZ 54, 106, 108; BGH, Urt. v. 19. November 1992 -IXZR 77/92, NJW-RR 1993, 374; v. 11. Mai 2006 - IXZR 63/05, NJW-RR 2006, 1490, 1491 Rn. 9).
BGH, URTEIL vom 4.1.2010, Az. IX ZR 114/09 Der Sinn und Zweck der Vorschrift des § 627 Abs. 1 BGB, nur Personen des eigenen Vertrauens mit der steuerlichen Beratung befassen zu dürfen, würde nicht erreicht, wenn der Auftraggeber gezwungen wäre, den wegen entzogenen Vertrauens wirksam gekündigten Berater bestimmte Teilleistungen weiterhin erbringen zu lassen, zu demal wenn er ihm dann - wie hier - weiterhin und erneut Einblicke in vertrauliche Einzelheiten seiner Berufs-, Einkommens- und Vermögensverhältnisse gewähren müsste (vgl. BGH, Urt. v. 11. Mai 2006 aaO).
BGH, URTEIL vom 4.1.2010, Az. IX ZR 114/09 26	(2.1) Die herrschende Meinung in der Rechtsprechung und Literatur vertritt den Standpunkt, dass durch Allgemeine Geschäftsbedingungen das außerordentliche Kündigungsrecht des § 627 Abs. 1 BGB grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden kann (BGHZ 106, 341, 346; BGH, Urt. v. 5. November 1998 - Ill ZR 226/97, NJW 1999, 276, 278; v. 9. Juni 2005 - III ZR 436/04, WM 2005, 1667, 1669; MünchKomm-BGB/Henssler, aaO §627 Rn. 36, 38; Staudin-ger/Preis, aaO § 627 Rn. 8; Palandt/Weidenkaff, aaO § 627 Rn. 5; Lingemann in Prütting/Wegen/Weinreich, BGB 4. Aufl. § 627 Rn. 3; BGB-RGRK/Corts, aaO § 627 Rn. 13), und zwar auch im Verkehr mit Kaufleuten (OLG Koblenz, NJW 1990, 3153, 3154; BB 1993, 2183, 2184 jeweils zu dem Steuerberater; MünchKomm-BGB/Henssler, aaO Rn. 38).
BGH, URTEIL vom 4.1.2010, Az. IX ZR 114/09 Das benachteiligte den Mandanten unangemessen und ist mit den wesentlichen Grundgedanken des § 627 Abs. 1 BGB jedenfalls dann nicht mehr zu vereinbaren (vgl. OLG Koblenz je aaO), wenn die Umstände, die eine Beschränkung des Kündigungsrechts nach § 627 BGB möglicherweise rechtfertigen könnten, lediglich Teilleistungen des einheitlichen Steuerberatervertrages betreffen (vgl. BGH, Urt. v. 11. Mai 2006 aaO) und die anderen Teilleistungen - wie vom Berufungsgericht festgestellt - erheblich sind.
BGH, URTEIL vom 4.9.2009, Az. III ZR 93/09 19	Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 24. Juni 1987 - IVa ZR 99/86 - NJW 1987, 2808; BGHZ 106, 341, 345 ff; Urteil vom 29. Mai 1991 - IV ZR 187/90 - NJW 1991, 2763; Senat, Urteile vom 5. November 1998 - III ZR 226/97- NJW 1999, 276, 277; 19. Mai 2005 - III ZR 437/04- NJW 2005, 2543; 2. Juli 2009 - III ZR 303/08- FamRZ 2009, 1575, 1576 f, Rn. 10,15) unterfallen Verträge, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit einer Partnerschaftsvermittlung bzw. -anbahnung zu dem Gegenstand haben, dem § 627 BGB, wobei ein Ausschluss des Kündigungsrechtes durch Allgemeine Geschäftsbedingungen nach § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB unzulässig ist.
BGH, URTEIL vom 4.9.2009, Az. III ZR 93/09 Dies ändert angesichts des Charakters des Rechtsgeschäfts nichts an der Anwendbarkeit des § 627 BGB (siehe auch BGH, aaO).
BGH, URTEIL vom 4.6.2009, Az. III ZR 303/08 Hinzu tritt, dass es sich bei dem Partnervermittlungsvertrag um einen Dienstvertrag handelt, der, da 'Dienste höherer Art' zu leisten sind, ohne dass der zur Dienstleistung Verpflichtete in einem Dienstverhältnis mit festen Bezügen steht, jederzeit nach § 627 Abs. 1 BGB gekündigt werden kann (vgl. Senatsurteile vom 19. Mai 2005 - III ZR 437/04- NJW 2005, 2543; BGHZ 106, 341, 345 ff).
BGH, URTEIL vom 4.3.2009, Az. IX ZR 167/07 35	aa) Ein Anwaltsvertrag kann nach § 627 Abs. 1 BGB gekündigt werden, wenn der Rechtsanwalt das Mandat ungeachtet der Vertretung widerstreitender Interessen fortführt und den Mandanten nicht auf den bestehenden Interessenkonflikt hinweist (BGH, Urt. v. 7. Juni 1984 - III ZR 37/83, NJW 1985, 41).
BGH, URTEIL vom 4.5.2005, Az. III ZR 436/04 Dementsprechend vertritt die herrschende Meinung in der Rechtsprechung und der Fachliteratur den Standpunkt, daß durch Allgemeine Geschäftsbedingungen das außerordentliche Kündigungsrecht des § 627 Abs. 1 BGB grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden kann (BGHZ 106, 341, 346 f für Ehe- und Partnerschaftsvermittlungsverträge; Staudinger/Preis aaO; MünchKomm/BGB-Henssler 4. Aufl. § 627 Rn. 31; Palandt/Weidenkaff aaO § 627 Rn. 5; aA AG Göppingen NJW 1981, 1675f).
BGH, URTEIL vom 4.1.2005, Az. III ZR 268/04 Ein solcher Vertrag ist für den Auftraggeber nach § 627 Abs. 1 BGB jederzeit kündbar (vgl. BGH, Urteil vom 29. Mai 1991 - IV ZR 187/90 - WM 1991, 1642 <zu dem Partnerschafts-anbahnungsdienstvertrag>), weil Inkassoaufträge aufgrund besonderen Vertrauens erteilt zu werden pflegen (vgl. Senatsurteil aaO).
LG Krefeld, Urteil vom 2.3.2003, Az. 12 O 146/02 Die überwiegende Rechtsprechung nimmt hingegen an, daß § 627 BGB besonderes persönliches Vertrauen voraussetzt, also gerichtet auf eine bestimmte natürliche Person (BGH LM § 627 BGB Nr. 6; OLG Celle in NJW 1981, 2762 und NJW-RR 1995, 1465).
BGH, URTEIL vom 4.10.1998, Az. III ZR 226/97 Wird dieses besondere Kündigungsrecht nach § 627 BGB in den AGB eines Eheanbahnungs- oder Partnerschaftsvermittlungsinstituts ausgeschlossen, so ist eine solche Klausel nach § 9 Abs. 2 Nr. 1 AGBG unwirksam, weil sich die Rechtsstellung der Vertragspartner des Verwenders in nicht mehr hinnehmbarer Weise verschlechtern würde, wenn sie auf das Kündigungsrecht aus § 626 BGB angewiesen wären (BGHZ 106, 341, 347).
BGH, URTEIL vom 4.1.1995, Az. IX ZR 42/94 Aus diesem Grund sieht § 627 BGB auch für den Anwaltsvertrag grundsätzlich eine gegenüber § 626 BGB erleichterte Kündigungsmöglichkeit vor (vgl. BGH, ürt. v. 16. Oktober 1986 - III ZR 67/85, LM BGB § 627 Nr. 8 = NJW 1987, 315).
BGH, URTEIL vom 4.1.1995, Az. IX ZR 42/94 Sie scheidet aus, wenn der Anwalt zu dem Mandanten in einem dauernden Dienstverhältnis mit festen Bezügen steht; ferner, wenn die Möglichkeit der Kündigung nach § 627 BGB vertraglich ausgeschlossen ist (zu dieser Möglichkeit vgl. BGH, Urt. v. 13. Dezember 1990 - Ill ZR 333/89, LM BGB § 627 Nr. 11 = WM 1991, 604, 606).
BGH, URTEIL vom 4.1.1995, Az. IX ZR 42/94 Eine Kündigung nach § 627 BGB scheidet schon deshalb aus, weil der Beklagte aufgrund des Beratervertrages Dienste höherer Art zu leisten hatte, die aufgrund besonderen Vertrauens übertragen zu werden pflegen, und daß er zu der Klägerin insoweit in einem dauernden Dienstverhältnis mit festen Bezügen stand (vgl. BGH, Urt. v. 19. November 1992 - IX ZR 77/92, LM BGB § 627 Nr. 13 = WM 1993, 515 f).
BGH, Urteil vom 3.0.1993, Az. VIII ZR 112/92 Einkünfte, deren (Mindest-) Höhe nicht im voraus feststeht und die demgemäß schwanken und im ungünstigsten Falle sogar ganz aus-bleiben können, sind demnach keine festen Bezüge im Sinne des § 627 Abs. 1 BGB (BGH, Urteil vom 19. November 1992 aaO).
BGH, URTEIL vom 3.4.1991, Az. IV ZR 187/90 Mit Recht haben die Vorinstanzen den Formularvertrag als Partnerschaftsanbahnungsdienstvertrag ausgelegt, der gemäß § 627 BGB jederzeit kündbar gewesen sei., weil er die Leistung höherer Dienste zu dem Gegenstand gehabt halbe (Senatsurteil vom 24.6.1987 - IVa ZR 99/86 - NJW 1987, 2808; BGHZ 106, 341).
BGH, URTEIL vom 4.11.1990, Az. III ZR 333/89 Die Erwägungen des Berufungsgerichts, wonach die Parteien die Kündigungsmöglichkeit nach § 627 BGB wirksam abbedungen haben (vgl. zu den Einschränkungen bei formularmäßigem Ausschluß: BGHZ 106, 341), geben aber keinen Anlaß zu rechtlichen Bedenken.
BGH, Urteil vom 3.1.1989, Az. IVa ZR 354/87 Ob aus diesem Grunde AGB-Klauseln, die das Kündigungsrecht aus § 627 BGB einschränken oder ausschließen, schlechthin unzulässig sind (vgl. dazu Schlosser NJW 1980, 273, 274 unter Ziffer V; Neumann bei Staudinger BGB § 627 Rdn. 20), braucht im Rahmen des vorliegenden Rechtsstreits
BGH, URTEIL vom 4.10.1964, Az. VII ZR 11/63 Schließlich ist die Möglichkeit der freien, den Honoraranspruch für noch nicht erbrachte Leistungen beseitigenden Kündigung durch den Bauherrn, wie ihn das Dienstvertragsrecht vorsieht (§ 627 BGB), bei dem nur die Bauführung umfassenden Architektenvertrag ebenso unangemessen wie beim Gesamtarchitektenvertrag (BGHZ 31, 224, 228).

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