Source: http://www.beispielklagen.de/IFG044.html
Timestamp: 2016-05-28 13:39:41+00:00

Document:
IFG Anfrage 044
"Krabbelgruppen für Erwachsene"
§ 48 SGB III Maßnahmen der Eignungsfeststellung, Trainingsmaßnahmen Stand: 01.01.2005
III. Zweites Beispiel
"Sich bewegen - bewegt etwas"
Förderung von Gesundheit und Mobilität zur Verbesserung der eigenen Lebensqualität
Arbeit und Lernen gGmbH der Diakonie
Bereits die Teilnahme an Info-Veranstaltungen zu solchen "Krabbelgruppen" geschieht ausschließlicht unfreiwillig unter Existenzbedrohender Sanktionsankündigung.
"Wenn Sie ohne wichtigen Grund dieser Einladung nicht Folge leisten, wird Ihr Arbeitslosengeld II um 10 % der für Sie nach
§ 20 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) maßgebenden Regelleistung für die Dauer von drei Monaten abgesenkt. Die Absenkung wird in Höhe des genannten Prozentsatzes vorgenommen, weil bei der letzten Kürzung Ihrer Leistungen wegen der Verletzung von Meldepflichten (Bescheid vom: ) bereits eine Absenkung um % erfolgt ist und seitdem noch kein Jahr vergangen ist. Dies hat nach § 31 Abs. 3 Sätze 3 und 4 SGB II zur Folge, dass lhre Leistungen bei Nichtbefolgung dieser Einladung um weitere 10%, insgesamt um %
+ 10% = 10 %, abgesenkt werden. Falls Ihnen ein Zuschlag nach § 24 SGB II gewährt wird, entfällt auch dieser für den Absenkungszeitraum.
Beachten Sie bitte unbedingt auch die Rechtsfolgenbelehrnugg und die weiteren Hinweise auf Blatt 2.
Unter bestimmten Voraussetzungen können Reisekosten erstattet werden. Falls ein öffentliches Verkehrsmittel
benutzt wird, legen Sie bitte den Fahrschein vor. . .
Bitte bringen Sie auch Ihren Personalausweis oder Reisepass mit."
"Die Maßnahme dauerte 10 Monate. Außer Stress und Probleme hat sie für mich nicht das Geringste gebracht oder verbessert. Für mich war sie einfach sinnlos. Wie Du aus den Einladungen entnehmen kannst, war sie auch in keiner Weise gerichtet unsere berufliche Situation, Kenntnisse oder des Gleichen zu verbessern oder mindestens zu erfrischen. Wir haben während der 10 Monate alles mögliche gemacht vom Kochen über Rätsellösen bis Bildermalen nur nichts was uns beruflich helfen konnte.
Am Ende war ein Praktikum (3 Woche) vorgesehen, wo wir unentgeltlich Arbeiten dürften, daher auch der Artikel aus dem
Wochenkurier. Diese unentgeltlichen Praktika, die von Arbeitslosen durch die Arbeitsagentur bzw. das Jobcenter verlangt werden, sind jedoch nicht haltbar. Die Menschen sollen sich endlich gegen diese Ausbeutung wehren und die eindeutige gesetzliche Regelung diesbezüglich, durchsetzen.
ein anderer spottet:
"Heute lernen wir zu telefonieren, dann lösen wir einen Fahrschein und fahren zusammen mit dem Autobus und am Dienstag gehen wir ins Hallenbad."
ein dritter Teilnehmer wird ausführlicher:
"Wie viel amphibische Urscheiße hat derjenige in seinem Kopf, der diesen Lehrgang entwickelt und ins Leben gerufen hat? Voller Stolz bezeichnet er diese stinkende Masse als sein Gehirn. Halleluja!
Der Inhalt dieses Lehrganges ist an geistigen Dünnschiss nicht zu überbieten und für viele freiwillig gezwungenen Teilnehmer eine exorbitante Beleidigung seiner Persönlichkeit und Intelligenz. Was soll man mit den einzelnen Projekten anfangen, außer wütend zu sein, zu verzweifeln und in eine nervliche Krise zu geraten.
Der einzelne Lehrgangsstoff, der auch in seiner Gesamtheit zeigt, welche Meinung von den Veranstaltern und auch der Öffentlichkeit über die Hartz 4 Empfänger besteht. Wir sind die Idioten, wir saufen alle, wir sind faul und zu blöd zum Arbeiten. Wir sind der letzte Dreck der Menschheit denen man zeigen muss, wie man richtig stramm pisst. Wir sollen so beschäftigt werden, dass wir nicht mehr darüber nachdenken, was wir sind und wer wir sind. Kein Politiker, Professor, Doktor, Geschäftsmann oder Bürger mit Arbeit würde so einen mit Gehirntripper belasteten Lehrgang freiwillig besuchen. Mit einer 45er am Kopf und nervösem Zeigefinger sieht das schon anders aus."
"Sich bewegen - bewegt etwas" - Der Lehrgang der ARGE und Diakonie (1. Entwurf, 7 Seiten)
Was wie der Tagesplan einer Kinderfreizeit klingt, war ein Projekt, dass mit einer Gruppe Erwachsener in Menden durchgeführt wurde. Alle waren älter als fünfzig Jahre und hatte zum Teil stattliche Erwerbsbiografien hinter sich, einige davon ich verantwortlicher Position . . .
Im Flyer klingt das so: "Durch verschiedene praktische Mobilitätstrainingsangebote möchten wir Ihnen Sicherheit im Straßenverkehr und beim alltäglichen Umgang mit Bus und Bahn vermitteln. Innerhalb dieser Module werden wir u.a. durch Exkursionen und Betriebsbesichtigungen den regionalen "
Hellweg 31 - 33
Telefon: (0 23 03) 25024 500
jnadolski-voigt@diakonie-ruhr-hellweg.de
IV. Drittes Beispiel
Aktivcenter (ab 25 Jahren mit gesundheitlichen Einschränkungen)
"Aktivcenter (ab 25 Jahren mit gesundheitlichen Einschränkungen)"
Vielleicht wäre ich nie auf diesen Bildungsträger aufmerksam geworden, wenn mich nicht die Nachricht erreicht hätte, dass ein Mitarbeiter von Nestor sogar per Hausbesuch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eines "Zwangsrekrutierten" hätte überprüfen wollen. "Sind Sie wirklich so krank wie Ihr Arzt behauptet?" - war der Tenor der Anfrage. Eine Frechheit! Welcher "Bildungsträger" einer Jobcentermaßnahme wagt es so dreist, eine ärztliche Attestierung in Zweifel zu ziehen.
Aber ich will es besser machen. Erst mal nachfragen. Vielleicht ist die Maßnahme ja auch gut für Betroffene. Per Mail wende ich mich direkt an den Träger und zeige mich interessiert:
Betr.: Angebote Aktivcenter
ich interessiere mich für ein Angebot für Erwerbsfähige: "Aktivcenter (ab 25 Jahren mit gesundheitlichen Einschränkungen" mit dem Sie in Ihrem Internetauftritt werben.
Ihr Angebot wirft für mich einige Fragen auf, um deren Beantwortung ich bitten möchte.
Bitte definieren Sie mir "gesundheitliche Einschränkungen" Eine Abgrenzung ist nicht ersichtlich. Geht es um körperliche Einschränkungen oder meinen Sie ausschließlich psychisch belastete Menschen?
Welche Qualifizierung für die Betreuung von Menschen mit Einschränkungen halten Sie und Ihre Mitarbeiter vor?
Sie tragen vor, dass ein laufender Einstieg möglich wäre und stellen einen nicht weiter definierten Abschluss in
Aussicht. Bitte übersenden Sie mir Ihren Rahmenlehrplan und ein Muster Ihres Abschlusszertifikates?
Mit Blick auf eine 6-monatige Schulung stellt sich außerdem die Frage der Kostenübernahme. Wie hoch wären die Kosten für einen privaten Kunden? Oder, ist die Maßnahme nur ausschließlich für Jobcenter-Kunden entwickelt worden?
Mit Blick auf die z.T. in den Medien dargestellten Trainingsmaßnahmen bitte ich um Auskunft über die konkrete Verbesserung der Vermittlungschancen durch Ihre Maßnahme. Haben Sie möglicherweise bereits Referenzen erworben, die Ihre Arbeit weiterempfehlen?
Die Antwort enttäuscht erwartungsgemäß.
"Sehr geehrter XXX XXX,
vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Aktivcenter.
Diese Maßnahme ist jedoch eine reine Jobcentermaßnahme. Interessenten können ausschließlich vom persönlichen Ansprechpartner im Jobcenter zugewiesen werden. Selbstzahler sind nicht möglich. Wenn Sie Leistungen vom Jobcenter erhalten und einen persönlichen Ansprechpartner haben, dann können sie sich gern mit Im in Verbindung setzen.
Eine Chance bekommen sie noch:
danke erst einmal für Ihre schnelle Rückmeldung.
Leider beantworten Sie mir nur eine einzige Frage, und die nur zur Hälfte.
Bevor ich mich mit weitergehenden Fragen an das Jobcenter direkt wende, bitte ich darum, dass Sie mir meine Fragen zu Ihrem Angebot einzeln beantworten.
Es gehört zu den üblichen Formen des Arbeitsmarktes, dass Anbieter von Dienstleistungen sich zu IhrenAngeboten sachlich positionieren. Nur so können potenzielle Kunden den persönlichen Nutzwert für sichselbst prüfen und erkennen und so die für sie selbst geeignetste Bildungsmaßnahme erwählen.
Ich wiederhole meine Fragen und bitte um sachdienliche Beantwortung:
1.Bitte definieren Sie mir "gesundheitliche Einschränkungen" Eine Abgrenzung ist nicht ersichtlich. Geht es um körperliche Einschränkungen oder meinen Sie ausschließlich psychisch belastete Menschen?
2.Welche Qualifizierung für die Betreuung von Menschen mit Einschränkungen halten Sie und Ihre Mitarbeiter vor?
3.Sie tragen vor, dass ein laufender Einstieg möglich wäre und stellen einen nicht weiter definierten Abschluss in Aussicht. Bitte übersenden Sie mir Ihren Rahmenlehrplan und ein Muster Ihres Abschlusszertifikates?
4.Mit Blick auf eine 6-monatige Schulung stellt sich außerdem die Frage der Kostenübernahme. Wie hoch wären die Kosten für einen privaten Kunden? Oder, ist die Maßnahme nur ausschließlich für Jobcenter-Kunden entwickelt worden? 5. Mit Blick auf die z.T. in den Medien dargestellten Trainingsmaßnahmen bitte ich um Auskunft über die konkrete Verbesserung der Vermittlungschancen durch Ihre Maßnahme. Haben Sie möglicherweise bereits Referenzen erworben, die Ihre Arbeit weiterempfehlen?
Die Frage nach den Teilnehmer-Kosten pro Person bleibt bestehen. Da Privatfinanzierungen nach Ihrer Aussage ausgeschlossen bleiben, geht es vielmehr um solche vom Steuerzahler zu tragenden Leistungen.
Ist es richtig, dass Privatfinanzierungen auch aus dem Grund ausgeschlossen bleiben, weil der Arbeitsmarkt wenig oder gar kein Interesse an den Absolventen der Bildungsmaßnahme bekundet? (Frage 5) Wenn Sie schreiben: "Interessenten können ausschließlich vom persönlichen Ansprechpartner im Jobcenter zugewiesen werden", so ist die Aussage für mich zunächst mehrdeutig. "Interessente" sind Freiwillige, die bezuschusst werden. "Vom Jobcenter zugewiesene" sind zwangsrekrutierte, denen es möglicherweise an der persönlichen Motivation fehlen könnte. Was bitte meinen Sie konkret?
Er kam keine Antwort mehr. - Das redet laut genug.
Ein Berichterstatter wandte sich am 01.12.2012 mit einer
abgeordnetenwatch.de an den Landesarbeitsminister von NRW Guntram Schneider. Er fragt:
warum unterstützen Sie sinnlose Maßnahmen vom Jobcenter, die nichts bewirken und nur Steuergelder kosten?
warum arbeiten Mitarbeiter im Jobcenter an der Bewilligung von Maßnahmen, wenn ihnen offensichtlich die Sachkenntnis und Sachverstand fehlen?
oder muß ich von der Bestechlichkeit ausgehen?
Zu einem konkreten Fall der das verdeutlicht.
Ich gehe in eine Maßnahme vom Jobcenter Iserlohn in die Maßnahme vom Aktivcenter Nestor, Iserlohn.
Der Alltag besteht zum großen Teil aus frühstücken, spaziergehen und rumgammeln. Das kann ich auch zu Hause. Der sinnvolle teil der Maßnahme ließe sich wenn man es großzügig sieht in einem Vormittag erledigen, so wird das Ganze aufgeblasen auf 6 Monate.
Wer das bewilligt und unterstützt, dem kann nur Sachverstand und Kompetenz fehlen oder er ist bestochen worden.
Guntram Schneider: "Den von Ihnen beschriebenen Sachverhalt halte ich für ein Unding."
Telefon 02351 9856790
Fax 02351 98567919
luedenscheid-verwaltung@nestor-bildung.de
V. Viertes Beispiel
"alleinerziehende Mütter"
Wenn sich Betroffene finden, die selber reden, darf der Moderator schweigen. Eindrücke, Stimmungen und Fakten aus erster Hand:
"Mh, wo fange ich denn mal an. Hier ist in den drei Monaten so viel passiert.
Der Start hier war holpriger als eine Buckelpiste, weder die Küche noch der Werkraum waren einsatzbereit und die linke Hand wusste nicht was die rechte machen soll. Also wurde der ganze Spaß hier mit kleinen Kennenlernspielen gestartet. "So, meine Damen. Wir stellen uns im Kreis auf und werfen uns einen Ball zu. Bitte nennen Sie den Namen der Frau, die den Ball fangen soll." - Sind wir im Kindergarten, oder was?
Nach kollektiver Gruppenverweigerung solcher Spielchen wurde dann Theaterspielen auf´s Programm gebracht, aber auch das hat nicht funktioniert. Grübel, grübel ...wie kann man die überforderten Mutti´s denn knacken??? Ahhhhh, mit Gesang. Das große Scheitern Teil drei war die Folge.
Zu dumm aber auch dass man sich an uns die Zähne ausbeißt. Oder wie die große Chefin sagt: "Die Frauen verweigern sich ständig. Die wollen leiden, die möchten einfach nicht, dass es ihnen besser geht."
Wir wollen glücklich sein, gebt uns einfach etwas SINNVOLLES in die Hand oder nen Job der mit Kind umsetzbar ist. Das kann doch so schwer nicht sein.
Die Krone des Ganzen ist ein psychologischer Fragenbogen der uns aufzeigen soll, wo wir im Leben stehen und welche Fehler wir gemacht haben. Wir sollen unser Leben überdenken und um das zu tun sollen wir Fragen über unsere Großeltern, Eltern, Geschwister, (Ex)Ehemann, Kindheit, Jugend, usw. beantworten. Fehlt doch nur noch die Frage nach dem "ersten Mal" !!! Kann mir mal jemand verraten wie das beim Wiedereinstieg ins Berufsleben helfen soll??
Kaum zu glauben aber war, es gibt auch etwas Positives. Meine Bewerbung und der Lebenslauf sind mal wieder auf dem aktuellen Stand, anwaltliche Hilfe und einige gute Adresse in anderen Lebensbereichen gibt es hier auch .... na wenigsten etwas.
Das ist so der erste Zwischenbericht den ich geben kann, weitere werden mit Sicherheit folgen."
VI. Fünftes Beispiel
EURO-Schulen (ESO)
Als Billiganbieter der neuesten Generation haben die EURO-Schulen ihre Mitbewerber vorübergehend vom Markt verdrängt. Da das geforderte Niveau der Maßnahmen gegen Null tendiert
und der Schwerpunkt nur auf der Kooperation zur Sanktionierung Erwerbsloser und der Verfälschung der Erwerbslosenstatistik zu liegen scheint, können die ESO-Schulen alles mögliche anbieten.
Das Angebot reicht von Beschäftigungstherapie für Aufstocker -
Flyer EMgB als "Eingliederungsmaßnahme für geringfügig Beschäftigte",
über Kurse wie
und Anfänger-Computerkurse ohne jeden beruflichen Nutzwert für über 50jährige
Aber auch vor Führerscheinen für Gabelstapler der einfachsten Klasse schreckt der Bildungsträger nicht zurück.
Wir freuen uns schon auf die ersten Berichte von Teilnehmern dieser Maßnahmen.
Förderzentrum . Flyer: Förderzentrum
Nicht Fisch und nicht Fleisch. Kein Konzept. Keine Rahmenlehrpläne. Keine Prüfungen. Keine Resultate.
Bezifferbar sind lediglich die Kosten für den Steuerzahler. Diese werden aber nicht öffentlich gemacht.
FTEC (ESO)
Diese Maßnahme verspricht ein Feuerwerk an Kompetenz zu sein:
FTEC � Feststellungs-, Trainings- und Erprobungscenter Das Jobcenter Märkischer Kreis bewirbt einen 12-Wochen-Turbo-Chrashkurs für bis zu 25 Personen in einem Raum:
Durchführungsort: Erich-Nörrenberg-Straße 7
Also Trockenbau, Malerarbeiten, Gartenbau und Küchenausbildung in einem Raum! - Das klingt Vielversprechend.
Gewerblich-technisch: Holz, Elektro, Farbe/Trockenausbau;
Lager/ Logistik, Pflege
HoGa: Empfang, Küche, Service
Verkauf, kaufmännisch
Die Arbeitgeber werden Schlange stehen, um die so neu für den ersten Arbeitsmarkt fit Gemachten in Ihre Firmen zu integrieren.
Schließlich werden Hotelfachkräfte mit Trockenbauerfahrung händeringend gesucht und die erweiterten Kenntnisse im Garten- und Landschaftsbau kommen jedem Hotelier zugute.
Auch die Eigendarstellung der ESO-Schulen garantiert den Teilnehmern nicht weniger als die
"Eingliederung in den Arbeitsmarkt" . wa
Euro-Schulen Iserlohn
Tel.: 02371/7726876
Fax.: 02371/7726880
E-Mail: info(at)es.iserlohn.eso.de
http://www.eso.de/iserlohn/
Team Iserlohn VII. Sechstes Beispiel
"Aktivcenter" - Maßnahme zur Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
Die Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt bei der Generation 50+ ist eine Herausforderung, der sich das Berufsbildungszentrum stellt.
Flyer PraxisCenter (PraxisC) Iserlohn 01.09.2014 bis 28.02.2015
Nach der Ausstrahlung der Reportage des "Team Wallraff" über die Missstände in Jobcentern war vor allem die Trainingsmaßnahme zur Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt mit den Sparziergängen mit Lamas in aller Munde. Was für ein Schwachsinn.
Spontan erklärten sich mehrere Iserlohner Teilnehmer einer solchen Maßnahme des Jobcenter Märkischer Kreis bereit über ihre persönlichen Erfahrungen einer solchen Maßnahme zu berichten. Das Ergebnis des mehrstündigen Interview wurde mit anschaulichen Bildern abgerundet liegt jetzt unter dem Titel
Iserlohner Lamas - Trainingsmassnahmen beim Jobcenter Märkischer Kreis vor.
Die Kosten dieser 6-9 Monate dauernden Maßnahme pro Person müssen noch ermittelt werden. Die Bundesagentur für Arbeit lässt sich diese Form der Statistikmanipulation einige Millarden kosten. Für die Träger ein lukratives Geschäft, für die Betroffenen meist nutzlos bis schädlich.
Wer Interesse hat seine Erfahrungen mit dem Jobcenter MK mitzuteilen, darf sich gern bei mir melden.
Märkischer Kreis e.V. (bbz)
Handwerkerstraße 2 und Kalkofen 2
58638 lserlohn Sekretariat
Mchthild Muesse
Tel. 02371 9744-12 E-Mail m.muesse@kh-mk.de
VIII. Siebtes Beispiel
Unter dem Titel "Wir im Finale" (Neudeutsch besser: "Wir sind das Letzte") begannen 20 Personen verschiedenen Alters am 03.02.2014 mit der Teilnahme an einer neuen Maßnahme des Jobccenters Märkischer Kreis in Verbindung mit der
Projektfabrik gemeinnützige GmbH und der
ESO-Schule Iserlohn.
Die Zusammensetzung der Gruppe geschah nicht ganz freiwillig, sondern zum Teil unter Androhung von Sanktionen tief unter das Existenzminimum. Sanktionen aber bringen gar nichts:
"Die Teilnehmer, die zur Teilnahme "genötigt" wurden, haben sich zum größten Teil durch Krankheit der Maßnahme entzogen."
Der Teilnahmevertrag definiert Art und Inhalt der Tätigkeit unter § 2:
"Vom 03.02.2014 bis 04.07.2014 wird gemeinsam ein Theaterstück erarbeitet. Dabei werden das Auftreten und das Arbeiten im Team geschult. Parallel sucht sich der/die Teilnehmerin unter Anleitung des Projektteams eine Praktikumsstelle für den Zeitraum 04.08.2014 - 24.11.2014."
"Als Teilnehmer kann ich nur sagen, dass die Leute eine Menge an Selbstbewusstsein und Kommunikationsfähigkeit hinzugelernt haben.
In wie weit dies auch z. Bsp. bei Gesprächen mit Jobcenter Mitarbeitern ☺ eingesetzt wird, bleibt abzuwarten.
Auch in punkto Bewerbungsmanagement konnten einige Teilnehmer etwas hinzulernen. Wenn man bedenkt, dass ca. 70 % der Teilnehmer keinen schriftlichen Lebenslauf hatten, stellt sich die Frage, wie haben die sich bisher beworben? Ob diese neuen Erkenntnisse auch im realen Leben umgesetzt werden, wird sich zeigen."
"Gewinner ist auf jeden Fall die Projektfabrik. Die mit minimalem Aufwand eine ansehnliche Summe einstreichen konnte."
Letztlich bleibt die Frage: Ist dieser hohe finanzielle Aufwand gerechtfertigt?
Die Maßnahmekosten werden mit 8,18 Euro pro Unterrichtseinheit und Teilnehmer beziffert. Bei 20 Teilnehmern und einer 30-Stunden-Woche entspricht das wöchentlichen Gebühren in Höhe von 4.908,00 Euro, oder 25.194,40 Euro im Monat fürs Theaterspielen. Das Jobcenter-Theater selbst hatte eine Laufzeit von 5 Monaten als Vorbereitung für zwei öffentliche Auftritte, die am Donnerstag und Freitag, den 10.+11.07.2014 im Grohe Forum im Sauerlandpark in Hemer vor ca. 120 und 25 Zuschauern aufgeführt wurden. (Gesamtkosten bisher: 125.972,00 Euro).
Wie hoch die Kosten am Ende tatsächlich sein werden, ist nicht bekannt. Bereits nach relativ kurzer Zeit schieden die ersten Teilnehmer aus, so dass zum Zeitpunkt der Aufführung nur noch 10 aktive Teilnehmer mitwirkten.
Die Uraufführung des Stücks war mit ca 120 Besuchern und viel Prominenz besucht. Vertreter der Führungsebene des Jobcenters Märkischer Kreis, der Leiter der Euro-Schule Iserlohn und auch der Projektleiter der Projektfabrik sprachen Grußworte. Außerdem waren etliche Jobcenter-Mitarbeiter vor Ort.
Vor der Vorstellung sammelten sich die Teilnehmer am Hintereingang. Ein gewisses Lampenfieber war deutlich erkennbar, aber die Vorstellungen selbst verliefen flüssig und für das Publikum waren keine Aussetzer erkennbar. Den Akteuren wäre sicherlich ein größeres Publikum zu wünschen gewesen.
Als besonders zynisch wirkt die "Danksagung" in den Einladungsprospekten:
DANKE an die Mitarbeiter des Jobcenters MK, die an uns glauben und uns ermöglicht haben, hier teilzunehmen!
DANKE an die Mitarbeiter der ESO Iserlohn für deren zusätzliche Hilfe rund ums Bewerbungsmanagement!
DANKE den Betrieben, die uns die Möglichkeit zum Praktikum geben und den Betrieben, die uns eine Arbeit oder Ausbildung in Aussicht stellen!
DANKE an Karin Peters und der CGH e. V. für die freundliche Leihgabe der Kostüme!
DANKE an Paula.
. . . was für ein Schwachsinn!
In eigens angefertigten Bewerbungsflyern . zeigt sich die Vermittlungskompetenz beim Jobcenter Märkischer Kreis. So ist dem Lebenslauf in einer Bewerbung zu entnehmen, dass der Mann 18 Jahre als Galvaniseur bei einer Firma gearbeitet hat, anschließend 13 Jahre als Drahtzieher in einer anderen. Nach dreijähriger Erwerbslosigkeit folgte ein 1-€-Job als Umzugshelfer beim Werkhof / Iserlohn. Anfang 2013 erfolgte dann eine "Umschulung zum Galvaniseur" beim BBZ, Iserlohn in dem Beruf, in dem er 18 Jahre gearbeitet hatte.
In einer eigenen Pressemeldung bejubelt sich die Projektfabrik selbst:
JobAct to connect Märkischer Kreis begeistert mit vorgezogenem WM-Finale .
Weitere Kosten entstehen für den Steuerzahler in den vier Folgemonaten bis Ende November 2014, in denen die verbliebenen Teilnehmer als 0-€-Praktikanten angeboten werden. Potenzielle Arbeitgeber, können über die Kandidaten bis zu 38,5 Stunde in der Woche unentgeltlich verfügen, und müssen am Ende lediglich eine kurze Bewertung schreiben.
"0-Euro-Jobs" dürfen nicht länger als 4 Wochen dauern . . . . .
Praktikumsvertrag JobAct
Tel.: 02302 - 914 55 0
Fax: 02302 - 914 55 29
schloemer.eva.christina@es.iserlohn.eso.de
"Ich bin zu einem Casting zu "JobAct to connect" mit den üblichen Androhungen eingeladen worden. Ich habe sowas schon mal im Fernsehen gesehen und finde es grauenhaft,
dass man Menschen mit solchen, aus meiner Sicht fragwürdigen Maßnahmen belastet. Hat jemand damit Erfahrungen und darf man sowas ablehnen? Ehrlich gesagt,
ich finde es für mich absolut peinlich, so einen Scheiß zu machen. Ich musste in den letzten 3 Jahren jedes Jahr einen Teil meiner Heizkosten einklagen und habe immer Recht bekommen,
und andererseits wird das Geld mit vollen Händen für so einen Mist verschwendet."
2014-04-23 wochenkurier.de Mit Theater zum Job? .
VII. Sechstes Beispiel
Urteile zum Thema: Trainingsmaßnahmen
2014-10-01 SG Berlin
S 147 AS 21183/14 ER . .
Infos zum Thema: Trainingsmaßnahmen
2003-12-24 Gesetz § 16e Förderung von Arbeitsverhältnissen . 2015-12-23 Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) Förderung von Arbeitsverhältnissen (FAV): Bundesrechnungshof und Süddeutsche Zeitung . 2015-11-13 Bundesrechnungshof Abschließende Mitteilung an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales über die Prüfung der Förderung von Arbeitsverhältnissen nach § 16e SGB II . ebook, 35 S., 186 kb
2012-04 Bundesagentur für Arbeit SGB II Fachliche Hinweise Förderung von Arbeitsverhältnissen (FAV) nach § 16e SGB II Stand: April 2012 . 2013-02 Akkreditierung und Zulassung ab 01.04.2012
2009 Bernd Obergassel -
Märchen vom mündigen Bürger . ebook, 125 S.
2002 Report Mainz - Die sinnlose Milliarden-Schlacht (nicht mehr verfügbar) Gegen gefälschte Statistiken in den Arbeitsämtern . 12 S.
Fragwürdige Maßnahmen für Hartz
Hartz IV Projekt: Korbflechten für Männer
2012-02- Die Hartz-Maschine - Geschäfte mit der Arbeitslosigkeit
2012-08-12 Ausschreibung: Perspektive 50plus .
2012-08-12 Bedingungen und Vereinbarungen für die Vergabe und die Durchführung von Arbeitsmarktdienstleistungen .
2012-03-30 Öffentliche Ausschreibung .
2012-02-20 Maßnahme für Menschen mit Migrationshintergrund .
Formulare zum Thema: 50+ - Maßnahmen
2015-04-25 Ausschreibung vom : -
REZ NRW 45FTEC (301-15-45FTEC-50087 Jobcenter Märkischer Kreis)
§ 16 Abs. 1 SGB II i.V.m. § 45 SGB III - Feststellungs-, Trainings- und Erprobungscenter für 22 Teilnehmer (Beginn: 01.07.2015 Ende: 30.06.2016 ) . .
2013-04-25 Drucksache 17/13298 -
Antwort auf eine kleine Anfrage Schlussfolgerungen aus der Evaluation der zweiten Programmphase des
Bundesprogramms "Perspektive 50plus" � Beschäftigungspakte in den Regionen .
Maßnahmen auf der Rechtsgrundlage SGB III/SGB II in der Fassung bis 31.03.2012
Maßnahmen auf der Rechtsgrundlage SGB III/SGB II in der Fassung ab 01.04.2012
Flyer zum Thema: 50+ - Maßnahmen
2012-06-18 Arbeitnehmer 50+
Presseartikel zum Thema: Trainingsmaßnahmen
2011-08-28 come-on Nestor setzt Akzent auf die Wertschätzung des Kunden .
2013-05-13 politik-im-spiegel.de �Kaufmannsladen spielen� als Hartz IV Maßnahme .
2013-05-12 gegen-hartz.de Kaufmannsladen spielen als Hartz IV Maßnahme .
Es ist das größte Kaufmannsladenspiel Deutschlands - und das teuerste, organisiert vom TÜV Nord, bezahlt vom "Team Arbeit Hamburg".
- Kosten: 800 € pro Person und Monat
2010-08-24 Spiegel Training für Hartz-IV-Empfänger: Arbeitslose spielen Kaufmannsladen .

References: § 48

§ 20
 § 31
 § 24
 § 2
 § 16
 § 16
 § 16

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 § 45