Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=SG%20Berlin&Datum=23.03.2015&Aktenzeichen=S%20197%20AS%20355/12
Timestamp: 2019-07-18 12:51:48+00:00

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SG Berlin, 23.03.2015 - S 197 AS 355/12 - dejure.org
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SG Berlin, 23.03.2015 - S 197 AS 355/12 (https://dejure.org/2015,5711)
SG Berlin, Entscheidung vom 23.03.2015 - S 197 AS 355/12 (https://dejure.org/2015,5711)
SG Berlin, Entscheidung vom 23. März 2015 - S 197 AS 355/12 (https://dejure.org/2015,5711)
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§ 7 Abs 1 S 1 SGB 2, § 7 Abs 2 SGB 2, § 7 Abs 3 Nr 3a SGB 2, § 7 Abs 3 Nr 4 SGB 2, § 9 Abs 1 SGB 2
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Einkommensberücksichtigung und -berechnung - Einkommensschwankungen - vorläufige Leistungsbewilligung - monatliches Durchschnittseinkommen - Berücksichtigung des tatsächlichen Einkommens bei der endgültigen Entscheidung - Absetzbeträge - Absetzung der Versicherungsbeiträge im Fälligkeitsmonat - Jahressonderzahlungen als einmalige Einnahmen - Verteilung von einmalige Einnahmen - Unterbrechung des Verteilzeitraums durch Wegfall der Hilfebedürftigkeit
Berücksichtigung von Kosten der Unterkunft und Heizung bei der Gewährung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts
Soweit vor Inkrafttreten des § 41a Abs. 4 SGB II (in der seit 01.08.2016 geltenden Fassung des Neunten Gesetzes zur Änderung des SGB II - Rechtsvereinfachung - vom 26.07.2016, BGBl. I S. 1824) in der Rechtsprechung der Sozialgerichte umstritten war, ob das geltende Recht die Bildung von Durchschnittseinkommen bei der endgültigen Bewilligung von Leistungen an Aufstocker, die in monatlich unterschiedlicher Höhe Arbeitsentgelt aus einer abhängigen Beschäftigung erzielten, zulässt, bzw. ob die damalige AlgII-V hierfür eine ausreichende Rechtsgrundlage bildete (pro: z.B. SG Rostock, Urteil vom 25.01.2016 - S 5 AS 620/13; SG Dortmund…, Urteil vom 13.07.2015 - S 31 AS 3733/13, Rn. 25 ff.; kontra: z.B. SG Altenburg, Urteil vom 25.11.2015 - S 24 AS 145/15; SG Berlin, Urteil vom 23.03.2015 - S 197 AS 355/12; SG Leipzig, Urteil vom 05.02.2015 - S 18 AS 2159/11, alle juris), hatten die Landessozialgerichte insoweit überwiegend keine Bedenken (z.B. Thüringer Landessozialgericht (LSG), Urteil vom 25.05.2016 - L 4 AS 1310/15; Sächsisches Landessozialgericht (SächsLSG)…, Urteil vom 05.03.2015 - L 7 AS 888/11, Rn. 35, …und Urteil vom 19.10.2009 - L 2 AS 99/08, Rn. 129 (anders wohl 8. Senat, Beschluss vom 03.04.2014 - L 8 1572/13 B PKH n.v.) BayLSG, Beschluss vom 28.01.2015 - L 7 AS 16/15 B ER, Rn 17; LSG Sachsen Anhalt, Urteil vom 30.01.2013 - L 5 AS 487/10, Rn 46; LSG für das Land Nordrhein-Westfalen…, Urteil vom 31.10.2012 - L 12 AS 691/11, Rn. 26).
Die Gegenmeinung (vgl. SG Nordhausen vom 12. September 2013 - S 22 AS 7699/11; SG Leipzig vom 5. Februar 2015 - S 18 AS 2159/11; SG Berlin vom 23. März 2015 - S 197 AS 355/12), wonach die beschriebenen Regelungen keine Rechtsgrundlage für eine abschließende Bewilligung nach Durchschnittswerten ergeben, kann nicht überzeugen.
Es ist daher nicht richtig, die aus verwaltungsökonomischen Gründen vorgenommene Beschränkung abweichender endgültiger Bewilligungen bei Geringfügigkeit als einzige Regelung zur endgültigen Bewilligung nach einer vorläufigen Bewilligung mit Durchschnittswerden zu sehen (a.A. z.B. SG Berlin vom 23. März 2015 - S 197 AS 355/12 - juris Rn. 63).
SG Dortmund, 13.07.2015 - S 31 AS 3733/13
Daraus läßt sich zur Auffassung der Kammer hinreichend entnehmen, daß bei der endgültigen Festsetzung stets (ohne Ausübung von Ermessen) ein Durchschnittseinkommen zu berücksichtigen ist, entweder das vorläufig angenommene oder das tatsächliche (…so auch Söhngen in Juris Praxiskommentar, § 11 SGB II Rdnr. 66, LSG NRW im Urteil L 12 AS 691/11 als obiter dictum, LSG Sachsen-Anhalt im Urteil L 5 AS 487/10; anderer Auffassung mit beachtlichen Argumenten SG Nordhausen im Urteil S 22 AS 7699/11, SG Leipzig im Urteil S 18 AS 2159/11, SG Berlin im Urteil S 197 AS 355/12).

References: § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 9
 § 41
 § 11