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Timestamp: 2020-08-06 14:04:06+00:00

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Die Bestim­mung im Gesell­schafts­ver­trag einer Publi­kums­per­so­nen­ge­sell­schaft, dass Aus­schüt­tun­gen von Liqui­di­täts­über­schüs­sen den Kom­man­di­tis­ten als unver­zins­li­che Dar­le­hen gewährt wer­den, sofern die Aus­schüt­tun­gen nicht durch Gut­ha­ben auf den Gesell­schaf­ter­kon­ten gedeckt sind, genügt den Anfor­de­run­gen an eine kla­re und unmiss­ver­ständ­li­che Rege­lung der Rück­zah­lungs­pflicht der Kom­man­di­tis­ten nicht, wenn unklar ist, ob und wie nach einem Beschluss der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung, Liqui­di­täts­über­schüs­se aus­zu­schüt­ten, ent­stan­de­ne Ent­nah­me­an­sprü­che der Kom­man­di­tis­ten auf den Gesell­schaf­ter­kon­ten gebucht wer­den müs­sen.
Ein Rück­zah­lungs­an­spruch ent­steht nicht schon dann, wenn an einen Kom­man­di­tis­ten auf der Grund­la­ge der gemäß den Bestim­mun­gen des Gesell­schafts­ver­trags gefass­ten Aus­schüt­tungs­be­schlüs­se von § 169 Abs. 1 HGB nicht gedeck­te Aus­zah­lun­gen zu Las­ten sei­nes Kapi­tal­an­teils geleis­tet wer­den. Der Kom­man­di­tist ist zur Rück­zah­lung viel­mehr nur dann ver­pflich­tet, wenn der Gesell­schafts­ver­trag dies vor­sieht.
Nach § 169 Abs. 1 Satz 2 HGB hat der Kom­man­di­tist nur einen Anspruch auf Aus­zah­lung des ihm zukom­men­den Gewinns. Er kann auch die Aus­zah­lung des Gewinns nicht for­dern, solan­ge sein Kapi­tal­an­teil durch Ver­lust unter den auf die bedun­ge­ne Ein­la­ge geleis­te­ten Betrag her­ab­ge­min­dert ist oder durch die Aus­zah­lung unter die­sen Betrag her­ab­ge­min­dert wer­den wür­de. Es ist aber all­ge­mein aner­kannt, dass auch über die Rege­lung des § 169 Abs. 1 HGB hin­aus Aus­schüt­tun­gen an die Kom­man­di­tis­ten zuläs­sig sind, wenn der Gesell­schafts­ver­trag dies – wie hier – als Aus­schüt­tung von Liqui­di­täts­über­schüs­sen als Alter­na­ti­ve zur Aus­schüt­tung von Gewin­nen vor­sieht oder die Aus­schüt­tung durch das Ein­ver­ständ­nis aller Gesell­schaf­ter gedeckt ist [1].
Wird eine Aus­zah­lung an den Kom­man­di­tis­ten ent­ge­gen § 169 Abs. 1 HGB auf der Grund­la­ge einer Ermäch­ti­gung im Gesell­schafts­ver­trag geleis­tet, führt dies selbst dann nicht zu einer Rück­zah­lungs­pflicht, wenn die Aus­zah­lung des­sen Kapi­tal­an­teil unter die bedun­ge­ne Ein­la­ge her­ab­min­dert oder eine bereits bestehen­de Belas­tung ver­tieft. Sol­che Zah­lun­gen kön­nen zwar zu einer Haf­tung nach § 172 Abs. 4, § 171 Abs. 1 HGB füh­ren. Die­se Vor­schrif­ten betref­fen aber aus­schließ­lich die Haf­tung des Kom­man­di­tis­ten gegen­über den Gesell­schafts­gläu­bi­gern im Außen­ver­hält­nis und nicht des­sen Ver­hält­nis zur Gesell­schaft [2].
Der Kom­man­di­tist ist im Innen­ver­hält­nis zur Kom­man­dit­ge­sell­schaft ver­pflich­tet, die ver­ein­bar­te Ein­la­ge zu erbrin­gen. Im Außen­ver­hält­nis haf­tet er den Gläu­bi­gern der Gesell­schaft bis zur Höhe sei­ner Ein­la­ge unmit­tel­bar (§ 171 Abs. 1 Halb­satz 1 HGB). Erbringt der Kom­man­di­tist sei­ne Ein­la­ge, erlischt im Innen­ver­hält­nis sei­ne Ein­la­ge­ver­pflich­tung gegen­über der Gesell­schaft. Sei­ne Haf­tung im Außen­ver­hält­nis ent­fällt gemäß § 171 Abs. 1 Halb­satz 2 HGB, wenn er einen der ein­ge­tra­ge­nen Haft­sum­me ent­spre­chen­den Wert in das Gesell­schafts­ver­mö­gen geleis­tet und ihn auch dort belas­sen hat. Wird dem Kom­man­di­tis­ten die Ein­la­ge ganz oder teil­wei­se zurück­be­zahlt, gilt sie gemäß § 172 Abs. 4 Satz 1 HGB den Gläu­bi­gern der Gesell­schaft gegen­über inso­weit als nicht geleis­tet, d.h. die Außen­haf­tung ent­steht wie­der. Das glei­che gilt nach § 172 Abs. 4 Satz 2 HGB, soweit ein Kom­man­di­tist Gewinn­an­tei­le ent­nimmt, obwohl sein Kapi­tal­an­teil durch Ver­lust unter den Betrag der geleis­te­ten Ein­la­ge her­ab­ge­min­dert ist oder durch die Ent­nah­me der Kapi­tal­an­teil unter den bezeich­ne­ten Betrag her­ab­ge­min­dert wird. Die in § 172 Abs. 4 HGB beschrie­be­ne Wir­kung tritt aber nur gegen­über den Gläu­bi­gern ein, d.h. das Innen­ver­hält­nis zur Gesell­schaft ist davon nicht berührt. Ein Rück­ge­währ­an­spruch der Gesell­schaft ent­steht bei einer Rück­zah­lung der Ein­la­ge somit nicht auto­ma­tisch, son­dern kann sich nur aus ande­ren Rechts­grün­den erge­ben, ins­be­son­de­re aus einer ent­spre­chen­den ver­trag­li­chen Abre­de [3].
Im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall lies sich dem Gesell­schafts­ver­trag der Fonds­ge­sell­schaft bei der gebo­te­nen objek­ti­ven Aus­le­gung nach Wort­laut, Zusam­men­hang und Zweck aus der Sicht eines ver­stän­di­gen Publi­kums­per­so­nen­ge­sell­schaf­ters nicht klar und unmiss­ver­ständ­lich ent­neh­men, dass die Liqui­di­täts­über­schüs­se, die auf der Grund­la­ge der gesell­schafts­ver­trag­li­chen Bestim­mug­nen gefass­ten Gesell­schaf­ter­be­schlüs­se aus­ge­schüt­tet wur­den, den Kom­man­di­tis­ten als Dar­le­hen zur Ver­fü­gung gestellt wor­den sind. Der hier gel­tend gemach­te Dar­le­hens­rück­zah­lungs­an­spruch besteht daher nicht.
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs unter­lie­gen die Rege­lun­gen in Gesell­schafts­ver­trä­gen von Publi­kums­ge­sell­schaf­ten unab­hän­gig davon, ob die Bereichs­aus­nah­me des § 23 Abs. 1 AGBG bzw. § 310 Abs. 4 BGB nF ein­greift, einer ähn­li­chen Aus­le­gung und Inhalts­kon­trol­le wie All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen [4]. Hier­aus folgt in Anleh­nung an § 305c Abs. 2 BGB, dass Zwei­fel bei der Aus­le­gung zu Las­ten des Ver­wen­ders gehen [5].
Für den einer Publi­kums­per­so­nen­ge­sell­schaft bei­tre­ten­den Gesell­schaf­ter müs­sen sich die mit dem Bei­tritt ver­bun­de­nen, nicht unmit­tel­bar aus dem Gesetz fol­gen­den Rech­te und Pflich­ten aus dem Gesell­schafts­ver­trag klar erge­ben [6]. Denn die erst nach Abschluss des Gesell­schafts­ver­trags bei­tre­ten­den Kom­man­di­tis­ten müs­sen sich dar­auf ver­las­sen kön­nen, nur sol­che Leis­tun­gen erbrin­gen zu müs­sen, die dem Ver­trags­text unmiss­ver­ständ­lich zu ent­neh­men sind [7].
Die Aus­le­gung des Gesell­schafts­ver­trags führt vor­lie­gend hin­sicht­lich der Aus­schüt­tun­gen aus Liqui­di­täts­über­schüs­sen zu kei­nem kla­ren und unmiss­ver­ständ­li­chen Ergeb­nis. Ins­be­son­de­re lässt sich der Bestim­mung des § 13 Nr. 7 in Ver­bin­dung mit den übri­gen die Beschluss­fas­sung und die Kon­ten­füh­rung in der Gesell­schaft regeln­den Bestim­mun­gen nicht mit der gebo­te­nen Klar­heit ent­neh­men, dass und gege­be­nen­falls unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen aus Liqui­di­täts­über­schüs­sen vor­ge­nom­me­ne Aus­schüt­tun­gen den Kom­man­di­tis­ten (nur) als Dar­le­hen gewährt wer­den. Aus der Sicht eines ver­stän­di­gen Publi­kums­per­so­nen­ge­sell­schaf­ters ist die durch den Wort­laut von § 13 Nr. 7 ers­ter Halb­satz nahe­ge­leg­te Aus­le­gung, die Aus­schüt­tun­gen wür­den den Kom­man­di­tis­ten als Dar­le­hen gewährt, nicht ein­deu­tig, weil der zwei­te Halb­satz des § 13 Nr. 7 des Gesell­schafts­ver­trags der Publi­kums-KG unter Berück­sich­ti­gung der übri­gen Rege­lun­gen des Gesell­schafts­ver­trags dahin ver­stan­den wer­den kann, dass nach dem Beschluss der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung, Liqui­di­täts­über­schüs­se aus­zu­schüt­ten, eine ent­spre­chen­de For­de­rung der Kom­man­di­tis­ten gegen die Gesell­schaft als Gut­ha­ben auf ihrem „Gesell­schaf­ter­kon­to“ gebucht wird, und damit die Rege­lung des § 13 Nr. 7 ins­ge­samt dahin ver­stan­den wer­den kann, dass die Aus­schüt­tun­gen nicht als Dar­le­hen gewährt wer­den.
Soweit im ers­ten Halb­satz des § 13 Nr. 7 bestimmt ist, dass Aus­schüt­tun­gen aus Liqui­di­täts­über­schüs­sen den Kom­man­di­tis­ten vor­be­halt­lich der im zwei­ten Halb­satz ent­hal­te­nen Ein­schrän­kung als unver­zins­li­che Dar­le­hen gewährt wer­den, spricht die Ver­wen­dung des Begriffs „Dar­le­hen“ zwar für ein Dar­le­hen im Rechts­sin­ne. Der Rechts­be­griff des Dar­le­hens ist auch juris­tisch nicht vor­ge­bil­de­ten Anle­gern all­ge­mein bekannt und hat den Inhalt, dass ein Geld­be­trag zur Ver­fü­gung gestellt wird, der spä­ter zurück­ge­zahlt wer­den muss. Nach der gesetz­li­chen Rege­lung in § 488 Abs. 1 Satz 2 BGB ist die Ver­pflich­tung des Dar­le­hens­neh­mers zur Zah­lung eines Zin­ses der gesetz­li­che Regel­fall. Hier­von weicht § 13 Nr. 7 des Gesell­schafts­ver­trags aus­drück­lich ab. Auch dar­in kommt zum Aus­druck, dass begriff­lich ein Dar­le­hen im Rechts­sin­ne bezeich­net wird, das eine vom Gesetz abwei­chen­de Son­der­re­ge­lung erfah­ren soll. Den in § 13 Nr. 6 bis 8 des Gesell­schafts­ver­trags sowie in § 8 Nr. 8 e)) ver­wen­de­ten Begrif­fen der Aus­schüt­tung, der Aus­zah­lung und der Ent­nah­me las­sen sich dage­gen kei­ne Anhalts­punk­te dafür ent­neh­men, dass die Aus­schüt­tun­gen den Kom­man­di­tis­ten als Dar­le­hen gewährt sein sol­len [8].
Aus der Sicht eines ver­stän­di­gen Publi­kums­per­so­nen­ge­sell­schaf­ters ist die durch den Wort­laut von § 13 Nr. 7 ers­ter Halb­satz nahe­ge­leg­te Aus­le­gung, die Aus­schüt­tun­gen wür­den den Kom­man­di­tis­ten als Dar­le­hen gewährt, aber nicht ein­deu­tig. Nach § 13 Nr. 7 zwei­ter Halb­satz des Gesell­schafts­ver­trags wer­den Aus­schüt­tun­gen von Liqui­di­täts­über­schüs­sen den Kom­man­di­tis­ten nur dann als unver­zins­li­che Dar­le­hen gewährt, „sofern die Aus­schüt­tun­gen nicht durch Gut­ha­ben auf den Gesell­schaf­ter­kon­ten gedeckt sind“. Auf­grund die­ser Ein­schrän­kung ist für den Anle­ger nicht hin­rei­chend klar zu erken­nen, ob ihm zuge­flos­se­ne Aus­schüt­tun­gen als Dar­le­hen mit der Fol­ge gewährt wer­den, dass der Gesell­schaft grund­sätz­lich ein Anspruch auf Rück­zah­lung zuste­hen soll. Der zwei­te Halb­satz des § 13 Nr. 7 des Gesell­schafts­ver­trags der Publi­kums-KG kann viel­mehr unter Berück­sich­ti­gung der übri­gen Rege­lun­gen des Gesell­schafts­ver­trags der Publi­kums-KG dahin ver­stan­den wer­den, dass nach dem Beschluss der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung, Liqui­di­täts­über­schüs­se aus­zu­schüt­ten, eine ent­spre­chen­de For­de­rung der Kom­man­di­tis­ten gegen die Gesell­schaft auf ihrem „Gesell­schaf­ter­kon­to“ gebucht wird. Inso­weit sind die auf der Grund­la­ge eines Gesell­schaf­ter­be­schlus­ses nach § 8 Nr. 8 e)), § 9 Nr. 2 aus­ge­schüt­te­ten Liqui­di­täts­über­schüs­se im Sin­ne des § 13 Nr. 7 zwei­ter Halb­satz durch ein ent­spre­chen­des „Gut­ha­ben auf den Gesell­schaf­ter­kon­ten gedeckt“.
Mit der Bezeich­nung „Gesell­schaf­ter­kon­ten“ in § 13 Nr. 6 und 7 des Gesell­schafts­ver­trags sind (nur) die Gesell­schaf­ter­kon­ten im Sin­ne des § 11 Nr. 4 des Gesell­schafts­ver­trags und nicht auch die wei­te­ren in § 11 Nr. 1 bis 3 des Gesell­schafts­ver­trags auf­ge­führ­ten Kon­ten (Kapi­tal­kon­ten I und II, Ver­lust­son­der­kon­ten) gemeint. § 11 des Gesell­schafts­ver­trags regelt die ver­schie­de­nen Kon­ten zwar unter der Über­schrift „Gesell­schaf­ter­kon­ten“. Damit soll indes ledig­lich zum Aus­druck gebracht wer­den, dass die im Fol­gen­den unter­schied­lich bezeich­ne­ten Kon­ten alle­samt für die Gesell­schaf­ter geführt wer­den. In § 11 Nr. 4 ist mit der Bezeich­nung der dort gere­gel­ten, von den Kapi­tal­kon­ten nach den Num­mern 1 und 2 und dem Ver­lust­son­der­kon­to nach Num­mer 3 ver­schie­de­nen Kon­ten als „Gesell­schaf­ter­kon­ten“ nicht die all­ge­mei­ne, alle Kon­ten umfas­sen­de Umschrei­bung in der Über­schrift des § 11 gemeint, son­dern der Begriff soll an die­ser Stel­le allein die hier gere­gel­ten Kon­ten umfas­sen, um sie auch in der Bezeich­nung von den anders bezeich­ne­ten Kon­ten der Num­mern 1 bis 3 zu unter­schei­den. Die Ver­wen­dung des Plu­rals („Gesell­schaf­ter­kon­ten“) in § 13 Nr. 7 des Gesell­schafts­ver­trags erklärt sich wie auch in § 11 Nr. 4 und § 13 Nr. 6 sowie in § 11 Nr. 3 für die Ver­lust­son­der­kon­ten dar­aus, dass auch die Gesell­schaf­ter, für die die Kon­ten geführt wer­den („Kom­man­di­tis­ten“) im Plu­ral benannt wer­den.
Die in § 11 des Gesell­schafts­ver­trags vor­ge­nom­me­ne Ein­tei­lung der Gesell­schaf­ter­kon­ten ent­spricht einer gebräuch­li­chen Gestal­tung der Kon­ten­füh­rung in Per­so­nen­han­dels­ge­sell­schaf­ten. Dabei wird neben einem fes­ten Kapi­tal­kon­to, auf dem die ver­ein­bar­te Ein­la­ge ver­bucht wird, regel­mä­ßig ein wei­te­res, varia­bles Kon­to (gewöhn­lich als Kapi­tal­kon­to II bezeich­net) geführt, auf dem Gewinn­an­tei­le, Ver­lus­te und Ent­nah­men gebucht wer­den. Da bei die­ser Form des Kapi­tal­kon­tos II ste­hen gelas­se­ne Gewin­ne mit spä­te­ren Ver­lus­ten ver­rech­net wer­den, wird ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die gesetz­li­che Rege­lung der Ver­lust­ver­tei­lung beim Kom­man­di­tis­ten (§ 167 Abs. 2 und 3 HGB) häu­fig ein wei­te­res varia­bles Kon­to geführt, so dass sich ein soge­nann­tes Drei­kon­ten­mo­dell ergibt. Auf die­sem drit­ten Kon­to wer­den ent­nah­me­fä­hi­ge Gewin­ne, sons­ti­ge Ein­la­gen und Ent­nah­men gebucht. Die­ses häu­fig als Pri­vat­kon­to bezeich­ne­te varia­ble Kon­to stellt ein For­de­rungs­kon­to dar, das, wenn es nicht über­zo­gen wird, eine For­de­rung des Gesell­schaf­ters gegen die Gesell­schaft aus­weist. Das Kapi­tal­kon­to II erfasst dann nur noch die nicht ent­nah­me­fä­hi­gen Gewin­ne sowie die Ver­lus­te [9].
In § 11 des Gesell­schafts­ver­trags der Publi­kums-KG wur­de ein modi­fi­zier­tes Drei­kon­ten­mo­dell umge­setzt. Die Pflicht­ein­la­ge wird als Fest­ein­la­ge auf ein Kapi­tal­kon­to I gebucht (§ 11 Nr. 1). Ein Ver­lust­son­der­kon­to (§ 11 Nr. 3) erfasst die nicht ent­nah­me­fä­hi­gen Gewin­ne sowie die Ver­lus­te, ent­spricht also dem Kapi­tal­kon­to II des Drei­kon­ten­mo­dells. Dane­ben fin­det sich in § 11 Nr. 2 des Gesell­schafts­ver­trags ein Kon­to zur Buchung des Agi­os, das im Drei­kon­ten­mo­dell kei­ne Ent­spre­chung hat. Anhalts­punk­te dafür, dass die Kom­man­di­tis­ten von den genann­ten Kon­ten gemäß § 11 Nr. 1 bis 3 Aus­zah­lun­gen nach § 13 Nr. 6 des Gesell­schafts­ver­trags ver­lan­gen könn­ten bzw. nach § 13 Nr. 7 des Gesell­schafts­ver­trags zu Las­ten die­ser Kon­ten Aus­schüt­tun­gen von Liqui­di­täts­über­schüs­sen gewährt wer­den könn­ten, deren recht­li­che Qua­li­fi­zie­rung vom Vor­han­den­sein eines Gut­ha­bens abhän­gen soll, ent­hält der Gesell­schafts­ver­trag nicht. Die für die Pflicht­ein­la­ge ver­wen­de­te Bezeich­nung „Fest­ein­la­ge“ spricht gegen eine Belast­bar­keit des Kapi­tal­kon­tos I. Auf dem Ver­lust­son­der­kon­to kann ein Gut­ha­ben nicht ent­ste­hen, weil dort nur Ver­lust­an­tei­le und Gewinn­an­tei­le gebucht wer­den und Gewinn­an­tei­le dem Ver­lust­son­der­kon­to nur so lan­ge gut­zu­schrei­ben sind, bis die­ses aus­ge­gli­chen ist.
Dem­ge­gen­über sind von dem als Gesell­schaf­ter­kon­to bezeich­ne­ten varia­blen Kon­to gemäß § 11 Nr. 4 des Gesell­schafts­ver­trags, das dem varia­blen, häu­fig als Pri­vat­kon­to bezeich­ne­ten Kon­to des Drei­kon­ten­mo­dells ent­spricht, Aus­zah­lun­gen mög­lich und kann die­ses auch Gut­ha­ben aus­wei­sen. Auf die­sem Kon­to sol­len unter ande­rem Gewinn­an­tei­le, soweit sie nicht auf Ver­lust­son­der­kon­ten zu buchen sind, gebucht wer­den. Es kann auf die­sem Kon­to daher ein Gut­ha­ben ent­ste­hen, das in § 11 Nr. 4 Satz 2 des Gesell­schafts­ver­trags auch aus­drück­lich benannt und einer Rege­lung unter­wor­fen wird, näm­lich dahin, dass Gut­ha­ben auf den Gesell­schaf­ter­kon­ten nicht ver­zinst wer­den. Da auf dem Gesell­schaf­ter­kon­to der gesam­te übri­ge Zah­lungs­ver­kehr zwi­schen Gesell­schaft und Gesell­schaf­tern gebucht wird, kön­nen zu Las­ten die­ses Kon­tos auch Aus­zah­lun­gen erfol­gen.
Die Rege­lun­gen des Gesell­schafts­ver­trags der Publi­kums-KG kön­nen dahin ver­stan­den wer­den, dass nach einem Beschluss der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung, nach § 8 Nr. 8 e)), § 9 Nr. 2 Liqui­di­täts­über­schüs­se aus­zu­schüt­ten, unmit­tel­bar ein ent­spre­chen­der Anspruch der Kom­man­di­tis­ten gegen die Gesell­schaft auf Ent­nah­me ent­steht, des­sen Durch­set­zung von der wei­te­ren Vor­aus­set­zung einer von der Geschäfts­lei­tung zu prü­fen­den, in § 13 Nr. 6 des Gesell­schafts­ver­trags näher bestimm­ten Liqui­di­täts­la­ge der Gesell­schaft abhän­gig ist.
Gemäß § 18 Nr. 2 a)) des Gesell­schafts­ver­trags sol­len in der Liqui­da­ti­on nach Befrie­di­gung der Gläu­bi­ger vor­ran­gig beschlos­se­ne und nicht ent­nom­me­ne Aus­schüt­tun­gen an die Kom­man­di­tis­ten aus­ge­zahlt wer­den. Nach § 18 Nr. 3 des Gesell­schafts­ver­trags erfol­gen auch bei nicht aus­rei­chen­dem Liqui­da­ti­ons­er­lös Aus­zah­lun­gen vor­ran­gig auf die Beträ­ge, die bis zur Liqui­da­ti­on trotz Vor­lie­gens der Aus­zah­lungs­vor­aus­set­zun­gen nicht ent­nom­men wur­den. Wenn der Kom­man­di­tist sein Ent­nah­me­recht nach § 13 Nr. 8 des Gesell­schafts­ver­trags aus den dort genann­ten oder hier­von unab­hän­gi­gen Grün­den nicht aus­übt, geht ihm die­ses Recht also nicht ver­lo­ren, son­dern bleibt ihm bis in das Liqui­da­ti­ons­sta­di­um erhal­ten. Der Gesell­schafts­ver­trag sieht in § 18 Nr. 3 iVm Nr. 2 a)) sogar vor, dass der dort als Anspruchs­be­rech­tig­ter bezeich­ne­te Kom­man­di­tist auf über den Liqui­da­ti­ons­er­lös hin­aus­ge­hen­de Ansprü­che ver­zich­tet, soweit sie auf die Aus­zah­lung beschlos­se­ner und nicht ent­nom­me­ner Aus­schüt­tun­gen an die Kom­man­di­tis­ten gerich­tet sind. Die Rege­lung eines Ver­zichts auf Ansprü­che wäre nicht erfor­der­lich, wenn dem Kom­man­di­tis­ten schon kein Ent­nah­me­an­spruch ent­stan­den und erhal­ten geblie­ben wäre.
Unklar ist, ob und wie ein ent­stan­de­ner Ent­nah­me­an­spruch gebucht wer­den muss. Aus der Sicht eines ver­stän­di­gen Publi­kums­per­so­nen­ge­sell­schaf­ters kann der Gesell­schafts­ver­trag der Publi­kums-KG dahin ver­stan­den wer­den, dass die nach einem Beschluss der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung, nach § 8 Nr. 8 e)), § 9 Nr. 2 Liqui­di­täts­über­schüs­se aus­zu­schüt­ten, ent­stan­de­nen For­de­run­gen der Kom­man­di­tis­ten gegen die Gesell­schaft auf ihren Gesell­schaf­ter­kon­ten zu buchen sind.
Der einer Publi­kums­ge­sell­schaft bei­tre­ten­de Kom­man­di­tist hat die berech­tig­te Erwar­tungs­hal­tung, dass ihm nach dem Gesell­schafts­ver­trag zuste­hen­de Ansprü­che gegen die Gesell­schaft voll­stän­dig buch­hal­te­risch erfasst wer­den. Dies kann auf unter­schied­li­che Arten gesche­hen. Da die Ver­bu­chung der Rechts­be­zie­hun­gen zwi­schen Gesell­schaft und Gesell­schaf­tern das Innen­ver­hält­nis betrifft, besteht inso­weit Ver­trags­frei­heit [10]. Wenn der Gesell­schafts­ver­trag, wie vor­lie­gend, ein dif­fe­ren­zier­tes Sys­tem von Gesell­schaf­ter­kon­ten zur Ver­fü­gung stellt, ist es nahe­lie­gend, dass die­ses Kon­ten­sys­tem für die Ver­bu­chung sämt­li­cher Ansprü­che des Kom­man­di­tis­ten gegen die Gesell­schaft genutzt wird, sofern dem Gesell­schafts­ver­trag nichts ande­res zu ent­neh­men ist.
Nach dem Gesell­schafts­ver­trag der Publi­kums-KG wer­den Gewinn­an­tei­le bis zur Aus­zah­lung nach § 11 Nr. 4 des Gesell­schafts­ver­trags auf den Gesell­schaf­ter­kon­ten der Kom­man­di­tis­ten gebucht, soweit sie nicht auf Ver­lust­son­der­kon­ten zu buchen sind. Über die Buchung des Anspruchs des Gesell­schaf­ters auf die Ent­nah­me beschlos­se­ner Aus­schüt­tun­gen von Liqui­di­täts­über­schüs­sen ent­hält der Gesell­schafts­ver­trag kei­ne aus­drück­li­che Rege­lung. Da die Kapi­tal­kon­ten I und II aus­schließ­lich zur Buchung der Pflicht­ein­la­gen und des Agi­os bestimmt sind und die Ver­lust­son­der­kon­ten ledig­lich der Buchung von Ver­lust­an­tei­len und von Gewinn­an­tei­len, soweit sie zum Ver­lust­aus­gleich erfor­der­lich sind, die­nen, kom­men nur die in § 11 Nr. 4 des Gesell­schafts­ver­trags als Gesell­schaf­ter­kon­ten bezeich­ne­ten Pri­vat­kon­ten der Kom­man­di­tis­ten in Betracht. Die­se die­nen neben der Buchung der Gewinn­an­tei­le der Gesell­schaf­ter, die nicht auf den Ver­lust­son­der­kon­ten gebucht wer­den müs­sen, zur Auf­nah­me des gesam­ten übri­gen Zah­lungs­ver­kehrs zwi­schen Gesell­schaft und Gesell­schaf­tern. Allein sie sind zur Buchung der Ansprü­che der Gesell­schaf­ter auf Ent­nah­me der beschlos­se­nen Aus­schüt­tun­gen der Liqui­di­täts­über­schüs­se geeig­net.
Eine Aus­schüt­tung, hin­sicht­lich wel­cher der Kom­man­di­tist (bis­lang) von sei­nem Ent­nah­me­recht kei­nen Gebrauch gemacht hat (§ 13 Nr. 8), kann auf einem Pri­vat­kon­to, das ent­nah­me­fä­hi­ge Zuwei­sun­gen an den Kom­man­di­tis­ten und des­sen Ent­nah­men aus­weist, so gebucht wer­den, dass die­ses Kon­to nach der Buchung der gemäß § 8 Nr. 8 e)), § 9 Nr. 2 beschlos­se­nen Aus­schüt­tung im Haben eine ent­spre­chen­de For­de­rung des Kom­man­di­tis­ten gegen die Gesell­schaft aus­weist, die erlischt, wenn der aus­ge­schüt­te­te Betrag an den Kom­man­di­tis­ten gezahlt und die­se Zah­lung als Ent­nah­me im Soll gebucht wird [11].
Den sons­ti­gen Rege­lun­gen des Gesell­schafts­ver­trags, in dem die Gesell­schaf­ter im Rah­men der inso­weit gel­ten­den Ver­trags­frei­heit frei bestim­men kön­nen, wel­che Kon­ten zur Buchung wel­cher Vor­gän­ge ein­ge­rich­tet wer­den, lässt sich nicht ent­neh­men, dass die nach einem Beschluss der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung, nach § 8 Nr. 8 e)), § 9 Nr. 2 Liqui­di­täts­über­schüs­se aus­zu­schüt­ten, ent­stan­de­nen For­de­run­gen der Kom­man­di­tis­ten gegen die Gesell­schaft nicht auf ihren Gesell­schaf­ter­kon­ten gebucht wer­den dür­fen.
Vor­lie­gend sind die in Rede ste­hen­den Bestim­mun­gen des Gesell­schafts­ver­trags nicht ein­deu­tig (nur) dahin aus­zu­le­gen, dass auf den Gesell­schaf­ter­kon­ten ledig­lich der Zah­lungs­ver­kehr zwi­schen der Gesell­schaft und den Gesell­schaf­tern gebucht wer­den soll, und dem­nach nur tat­säch­li­che Zah­lun­gen und kei­ne Ansprü­che gebucht wer­den. Die gesell­schafts­ver­trag­li­chen Rege­lun­gen kön­nen bei objek­ti­ver Aus­le­gung aus der Sicht des Anle­gers viel­mehr dahin ver­stan­den wer­den, dass die Gesell­schaf­ter­kon­ten auch der Buchung von Ansprü­chen der Gesell­schaf­ter gegen die Gesell­schaft die­nen. Die Buchung von Ansprü­chen auf die Ent­nah­me von Liqui­di­täts­über­schüs­sen, deren Aus­schüt­tung beschlos­sen wur­de, ist daher nicht aus­ge­schlos­sen.
Nach § 11 Nr. 4 des Gesell­schafts­ver­trags wer­den auf Gesell­schaf­ter­kon­ten Gewinn­an­tei­le, soweit sie nicht auf Ver­lust­son­der­kon­ten zu buchen sind, und der gesam­te übri­ge Zah­lungs­ver­kehr zwi­schen Gesell­schaft und Gesell­schaf­tern gebucht. Die Gesell­schaf­ter­kon­ten die­nen damit aus­drück­lich der Buchung von Gewinn­an­tei­len, das heißt von Ansprü­chen auf die Ent­nah­me von Gewin­nen, deren Aus­schüt­tung beschlos­sen wur­de. Dane­ben wird der „übri­ge“, in der Bedeu­tung von „ver­blei­ben­de“ oder „rest­li­che“ „Zah­lungs­ver­kehr“ auf die­sem Kon­to gebucht. Mit­hin sind die auf den Gesell­schaf­ter­kon­ten zu buchen­den Ansprü­che auf die Ent­nah­me von Gewin­nen nach all­ge­mei­nem Wort­ver­ständ­nis ein Teil der von dem Ober­be­griff des „Zah­lungs­ver­kehrs“ erfass­ten Rechts­be­zie­hun­gen zwi­schen Gesell­schaft und Gesell­schaf­tern. Der „Zah­lungs­ver­kehr“ im Sin­ne des § 11 Nr. 4 des Gesell­schafts­ver­trags kann daher auch For­de­run­gen der Gesell­schaf­ter auf die Ent­nah­me von Liqui­di­täts­über­schüs­sen nach beschlos­se­ner Aus­schüt­tung umfas­sen. Die aus­drück­li­che Benen­nung der Gewinn­an­tei­le in § 11 Nr. 4 des Gesell­schafts­ver­trags der Publi­kums-KG erscheint in ers­ter Linie des­halb erfor­der­lich, weil Gewinn­an­tei­le auf ver­schie­de­nen Kon­ten gebucht wer­den, je nach­dem, ob sie zur Ver­lust­de­ckung benö­tigt wer­den oder nicht. Jeden­falls kann aus der aus­drück­li­chen Erwäh­nung der Gewinn­an­tei­le in § 11 Nr. 4 des Gesell­schafts­ver­trags nicht geschlos­sen wer­den, die Ansprü­che auf Ent­nah­me von Liqui­di­täts­über­schüs­sen nach beschlos­se­ner Aus­schüt­tung dürf­ten auf den Gesell­schaf­ter­kon­ten nicht gebucht wer­den.
Hier­ge­gen wird ohne Erfolg ein­ge­wen­det, dass bei die­ser Aus­le­gung für den zwei­ten Halb­satz des § 13 Nr. 7 des Gesell­schafts­ver­trags, „sofern die Aus­schüt­tun­gen nicht durch Gut­ha­ben auf den Gesell­schaf­ter­kon­ten gedeckt sind“, kein Anwen­dungs­be­reich blie­be, weil nach § 13 Nr. 6 des Gesell­schafts­ver­trags Aus­zah­lun­gen nur zuläs­sig sei­en, wenn ein Gesell­schaf­ter­be­schluss nach § 8 Nr. 8 e)), § 9 Nr. 2 des Gesell­schafts­ver­trags gefasst wer­de, oder jeden­falls das Regel-Aus­nah­me-Ver­hält­nis des § 13 Nr. 7 des Gesell­schafts­ver­trags ad absur­dum geführt wür­de.
Zum einen ver­bleibt ein Anwen­dungs­be­reich des § 13 Nr. 7 in dem Fall, dass Aus­schüt­tun­gen aus der Liqui­di­tät ohne vor­her­ge­hen­den Gesell­schaf­ter­be­schluss nach § 8 Nr. 8 e)), § 9 Nr. 2 des Gesell­schafts­ver­trags erfol­gen, da es in die­sem Fall an einem buch­ba­ren Ent­nah­me­an­spruch und inso­weit an einem Gut­ha­ben auf dem Gesell­schaf­ter­kon­to fehlt. Vor allem führt aber der Umstand, dass der Anwen­dungs­be­reich des § 13 Nr. 7 bei einem sol­chen Ver­ständ­nis klein ist, nicht dazu, dass des­halb für den ver­stän­di­gen Publi­kums­per­so­nen­ge­sell­schaf­ter aus dem Gesell­schafts­ver­trag klar und ein­deu­tig her­vor­geht, wann ihm die beschlos­se­nen Aus­schüt­tun­gen als Dar­le­hen gewährt wer­den und wann nicht.
Hier­ge­gen wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Aus­zah­lung über­schüs­si­ger Liqui­di­tät, der kein Gewinn gegen­über ste­he, dazu füh­re, dass die Haft­ein­la­ge zurück­ge­zahlt wer­de. Wür­de nun auf dem Kon­to nach § 11 Nr. 4 des Gesell­schafts­ver­trags zunächst der Aus­schüt­tungs­be­schluss im Sin­ne einer For­de­rung des Kom­man­di­tis­ten gebucht und anschlie­ßend dann die kor­re­spon­die­ren­de Aus­zah­lung, wäre der Sal­do vor und nach die­sen Buchun­gen iden­tisch und buch­hal­te­risch wäre auf den vier Gesell­schaf­ter­kon­ten nicht erkenn­bar, dass Ein­la­gen zurück­ge­zahlt wor­den sei­en.
Der geschil­der­te Umstand beant­wor­tet indes nicht die Fra­ge, ob sich dem Gesell­schafts­ver­trag der Publi­kums-KG klar und unmiss­ver­ständ­lich ent­neh­men lässt, dass die Liqui­di­täts­über­schüs­se, die auf der Grund­la­ge von § 8 Nr. 8 e)), § 9 Nr. 2 des Gesell­schafts­ver­trags gefass­ten Aus­schüt­tungs­be­schlüs­sen an die Kom­man­di­tis­ten der Publi­kums-KG aus­ge­zahlt wer­den, der Rück­for­de­rung unter­lie­gen. Das ist nicht der Fall. Die Art der Ver­bu­chung auf den Gesell­schaf­ter­kon­ten einer Per­so­nen­han­dels­ge­sell­schaft betrifft die Rechts­be­zie­hun­gen zwi­schen Gesell­schaft und Gesell­schaf­tern, also das Innen­ver­hält­nis. Es gibt kei­nen Rechts­satz des Inhalts, dass eine Kom­man­dit­ge­sell­schaft die Ver­bu­chung so regeln muss, dass den Gesell­schaf­ter­kon­ten zu ent­neh­men sein muss, ob und in wel­chem Umfang Ein­la­gen zurück­ge­führt wor­den sind. Ob sol­che Buchun­gen auf Gesell­schaf­ter­kon­ten üblich sind, kann dahin­ste­hen, weil sich dar­aus allen­falls ein Indiz für ein Ver­ständ­nis der gesell­schafts­ver­trag­li­chen Rege­lun­gen ergä­be, das der im vor­lie­gen­den Fall dar­ge­leg­ten, sich auf­grund der übri­gen Aus­le­gungs­mit­tel erge­ben­den Aus­le­gung des Gesell­schafts­ver­trags der Publi­kums-KG aber nicht ent­ge­gen­stün­de und damit die Unklar­heit der Rege­lung des § 13 Nr. 7 nicht besei­tig­te.
Lässt sich somit durch Aus­le­gung der gesell­schafts­ver­trag­li­chen Bestim­mun­gen schon nicht mit der gebo­te­nen Klar­heit fest­stel­len, dass den Kom­man­di­tis­ten Aus­schüt­tun­gen aus Liqui­di­täts­über­schüs­sen (nur) als Dar­le­hen gewährt wer­den, so fehlt es außer­dem an einer Rege­lung der Vor­aus­set­zun­gen, unter denen ein gege­be­nen­falls nur als Dar­le­hen aus­ge­zahl­ter Aus­schüt­tungs­be­trag vom Kom­man­di­tis­ten zurück­ge­zahlt wer­den muss. Das Feh­len einer Rege­lung der Rück­zah­lungs­vor­aus­set­zun­gen ver­stärkt noch zusätz­lich die nach dem Gesell­schafts­ver­trag bestehen­de Unklar­heit, ob von der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung beschlos­se­ne Aus­schüt­tun­gen aus Liqui­di­täts­über­schüs­sen als Dar­le­hen gewährt wer­den.
Wenn auf der Grund­la­ge von gemäß § 8 Nr. 8 e)), § 9 Nr. 2 des Gesell­schafts­ver­trags gefass­ten Aus­schüt­tungs­be­schlüs­sen ent­nom­me­ne Beträ­ge Kom­man­di­tis­ten (nur) als Dar­le­hen gewährt sein soll­ten dann wäre es nahe­lie­gend gewe­sen, im Gesell­schafts­ver­trag der Publi­kums-KG die Vor­aus­set­zun­gen zu regeln, unter denen die Kom­man­di­tis­ten zur Rück­zah­lung an die Gesell­schaft ver­pflich­tet sein soll­ten. Das Recht der Per­so­nen­han­dels­ge­sell­schaf­ten gewährt kei­nen gesetz­li­chen Anspruch auf Rück­zah­lung von (ver­trag­lich ermög­lich­ten) Aus­schüt­tun­gen, auf den man­gels ver­trag­li­cher Rege­lun­gen zurück­ge­grif­fen wer­den könn­te. Ein Rück­griff auf gesetz­li­che Rege­lun­gen des bür­ger­lich­recht­li­chen Dar­le­hens­rechts (§ 488 Abs. 3 BGB) wür­de dem im Gesell­schafts­ver­trag zum Aus­druck kom­men­den Wil­len der Gesell­schaf­ter nicht gerecht. Es wäre in sich nicht schlüs­sig, wenn die Gesell­schaf­ter, wie dies § 8 Nr. 8 e)), § 9 Nr. 2 des Gesell­schafts­ver­trags vor­sieht, die Mög­lich­keit hät­ten, regel­mä­ßig aus Liqui­di­täts­über­schüs­sen Aus­zah­lun­gen zu ihren Guns­ten zu beschlie­ßen, ihnen die­se mög­li­cher­wei­se über erheb­li­che Zeit­räu­me hin­weg geleis­te­ten Zah­lun­gen aber bin­nen einer Frist von drei Mona­ten wie­der ent­zo­gen wer­den könn­ten [12].
Es wäre zudem ein gewis­ser Gleich­lauf der Rege­lungs­dich­te zu erwar­ten, der hier fehlt. Die Aus­schüt­tung als sol­che bedarf gemäß § 8 Nr. 8 e)), § 9 Nr. 2 des Gesell­schafts­ver­trags einer qua­li­fi­zier­ten Mehr­heit von 75 % der abge­ge­be­nen Stim­men der Gesell­schaf­ter sowie in den ers­ten acht Jah­ren seit Infahrt­set­zung des Schif­fes der Zustim­mung der per­sön­lich haf­ten­den Gesell­schaf­te­rin. Zwar ist der Ansicht Recht zu geben, dass das Erfor­der­nis eines Gesell­schaf­ter­be­schlus­ses für die Aus­schüt­tun­gen aus der Liqui­di­tät im Hin­blick auf § 169 Abs. 1 HGB der Schaf­fung einer recht­li­chen Grund­la­ge für die Aus­schüt­tung oder Ent­nah­me die­nen kann [13]. Es wäre gleich­wohl nahe­lie­gend gewe­sen, eine Rück­for­de­rung eben­falls dem Votum der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung zu unter­stel­len. Wei­ter macht der Gesell­schafts­ver­trag die Aus­zah­lung von exakt defi­nier­ten Liqui­di­täts­vor­aus­set­zun­gen abhän­gig. Für eine Rück­for­de­rung ent­hält der Gesell­schafts­ver­trag dem­ge­gen­über kei­ne Vor­aus­set­zun­gen, wie etwa das Vor­lie­gen wirt­schaft­li­cher Schwie­rig­kei­ten der Gesell­schaft und einen dar­aus resul­tie­ren­den Liqui­di­täts­be­darf. Der Gesell­schafts­ver­trag stell­te, das von der Publi­kums-KG ange­streb­te Aus­le­gungs­er­geb­nis zugrun­de gelegt, eine Rück­for­de­rung in das Belie­ben der Kom­ple­men­tä­rin der Publi­kums-KG.
Sieht man dem­ge­gen­über einen Anwen­dungs­be­reich für die in § 13 Nr. 7 zwei­ter Halb­satz des Gesell­schafts­ver­trags for­mu­lier­te Vor­aus­set­zung bei einer nicht von einem Gesell­schaf­ter­be­schluss nach § 8 Nr. 8 e)), § 9 Nr. 2 des Gesell­schafts­ver­trags gedeck­ten und damit ohne zuvor gebuch­tem Ent­nah­me­an­spruch von der Geschäfts­lei­tung ver­an­lass­ten Aus­zah­lung von einem gut­ha­ben­frei­en Gesell­schaf­ter­kon­to eröff­net, wäre ein Rück­griff auf die gesetz­li­chen Rück­zah­lungs­re­ge­lun­gen des bür­ger­lich­recht­li­chen Dar­le­hens­rechts (§ 488 Abs. 3 BGB) nicht unan­ge­mes­sen.
Ob die Rege­lung des § 13 Nr. 7 des Gesell­schafts­ver­trags für den Fall, dass sich ihr durch Aus­le­gung mit hin­rei­chen­der Klar­heit ent­neh­men lie­ße, dass Aus­schüt­tun­gen von Liqui­di­täts­über­schüs­sen den Kom­man­di­tis­ten als Dar­le­hen im Rechts­sin­ne gewährt wer­den, über­ra­schend wäre und wel­che Rechts­fol­gen sich dar­an knüpf­ten, bedarf kei­ner Ent­schei­dung.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Febru­ar 2016 – II ZR 348/​14
BGH, Urteil vom 12.03.2013 – II ZR 73/​11, ZIP 2013, 1222 Rn. 9; Urteil vom 05.04.1979 – II ZR 98/​76, WM 1979, 803, 804; Urteil vom 07.11.1977 – II ZR 43/​76, WM 1977, 1446, 1447[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.03.2013 – II ZR 73/​11, ZIP 2013, 1222 Rn. 10; Urteil vom 20.06.2005 – II ZR 252/​03, ZIP 2005, 1552, 1553; Urteil vom 03.07.1978 – II ZR 110/​77, WM 1978, 1228, 1229 f.; Urteil vom 07.11.1977 – II ZR 43/​76, WM 1977, 1446, 1447[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.03.2013 – II ZR 73/​11, ZIP 2013, 1222 Rn. 11; Urteil vom 20.06.2005 – II ZR 252/​03, ZIP 2005, 1552, 1553[↩]
BGH, Urteil vom 12.03.2013 – II ZR 73/​11, ZIP 2013, 1222 Rn. 14; Urteil vom 23.04.2012 – II ZR 75/​10, ZIP 2012, 1342 Rn. 32 f.; Beschluss vom 13.12 2011 – II ZB 6/​09, ZIP 2012, 117 Rn. 50; Urteil vom 27.11.2000 – II ZR 218/​00, ZIP 2001, 243, 244[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.03.2013 – II ZR 73/​11, ZIP 2013, 1222 Rn. 14[↩]
BGH, Urteil vom 30.04.1979 – II ZR 57/​78, NJW 1979, 2102[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.03.2013 – II ZR 73/​11, ZIP 2013, 1222 Rn. 17 mwN[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.03.2013 – II ZR 73/​11, ZIP 2013, 1222 Rn.20; BFH, Urteil vom 16.10.2008 – IV R 98/​06, BFHE 223, 149, 155[↩]
v. Falkenhausen/​H. C. Schnei­der in MünchHdb. KG, 4. Aufl., § 22 Rn. 32; Ehri­cke in Ebenroth/​Boujong/​Joost/​Strohn, HGB, 3. Aufl., § 120 Rn. 69; Wei­pert in Ebenroth/​Boujong/​Joost/​Strohn, HGB, 3. Aufl., § 167 Rn.20; Münch­Komm-HGB/­Pries­ter, 3. Aufl., § 120 Rn. 100[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.03.2013 – II ZR 73/​11, ZIP 2013, 1222 Rn. 21[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.03.2013 – II ZR 73/​11, ZIP 2013, 1222 Rn. 23[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.03.2013 – II ZR 73/​11, ZIP 2013, 1222 Rn. 9[↩]
FondsgesellschaftGesellschafterdarlehenLiquiditätsüberschussPublikumsgesellschaftPublikumspersonengesellschaft

References: § 169
 § 169
 § 169
 § 169
 § 172
 § 171
 § 171
 § 172
 § 172
 § 172
 § 23
 § 310
 § 305
 § 13
 § 13
 § 13
 § 13
 § 13
 § 488
 § 13
 § 13
 § 8
 § 13
 § 13
 § 13
 § 8
 § 9
 § 13
 § 13
 § 11
 § 11
 § 11
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 § 11
 § 13
 § 13
 § 11
 § 11
 § 8
 § 9
 § 13
 § 18
 § 18
 § 13
 § 18
 § 8
 § 9
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 § 9
 § 8
 § 9
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 § 13
 § 8
 § 9
 § 13
 § 11
 § 8
 § 9
 § 13
 § 8
 § 9
 § 8
 § 9
 § 8
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 § 169
 § 13
 § 8
 § 9
 § 13
 § 22
 § 120
 § 167
 § 120