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Timestamp: 2020-01-21 16:50:42+00:00

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BGH, 05.05.1986 - III ZR 233/84 - dejure.org
https://dejure.org/1986,444
BGH, 05.05.1986 - III ZR 233/84 (https://dejure.org/1986,444)
BGH, Entscheidung vom 05.05.1986 - III ZR 233/84 (https://dejure.org/1986,444)
BGH, Entscheidung vom 05. Mai 1986 - III ZR 233/84 (https://dejure.org/1986,444)
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Schiedsrichteramt - Psychatrische Untersuchung eines Schiedsrichters
BGB § 823; GG Art. 1, 2; ZPO § 1025
BGHZ 98, 32
NJW 1986, 3077
MDR 1986, 1004
BB 1987, 298
Die angefochtene Entscheidung verletzt in entscheidungserheblicher Weise den Anspruch der Klägerin auf Gewährung rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG), da ihr Vorbringen nicht hinreichend gewürdigt wurde und das Berufungsgericht den Widerspruch zwischen den - sich durch die Klägerin zu eigen gemachten - Ausführungen der gerichtlich bestellten Sachverständigen und denjenigen des seitens der Beklagten herangezogenen Privatgutachters nicht aufgeklärt, sondern vielmehr dem - mittels Privatgutachtens urkundlich belegten (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 5. Mai 1986 - III ZR 233/84, BGHZ 98, 32, 40;… vom 14. Juli 2010 - VIII ZR 327/07, RdE 2010, 384 Rn. 19) - Parteivortrag der Beklagten ohne nachvollziehbare Begründung den Vorzug gegeben hat.
aa) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs handelt es sich bei einem Parteigutachten um substantiierten Parteivortrag (BGHZ 98, 32, 40;… Urt. v. 27. Mai 1982 - III ZR 201/80 = NJW 1982, 2874 unter I 1 b cc;… BGHR ZPO § 402 Privatgutachten 1;… Urt. v. 10. Dezember 1991 - VI ZR 234/90 = NJW 1992, 1459 unter II 2), mit dem sich der Tatrichter auseinanderzusetzen hat (…vgl. BGH, Urt. v. 28. April 1998 - VI ZR 403/96 = EBE/BGH 1998, BGH-Ls. 559/98).
Als Sachverständigengutachten im Sinne eines Beweismittels kann ein Privatgutachten nur mit Zustimmung beider Parteien herangezogen werden (vgl. BGH, Urteil vom 5. Mai 1986 - III ZR 233/84 - NJW 1986, 3077, 3079) [BGH 05.05.1986 - III ZR 233/84].
Nach ständiger Rechtsprechung handelt es sich bei einem Privatgutachten um substantiierten Parteivortrag (BGHZ 98, 32, 40 [BGH 05.05.1986 - III ZR 233/84]; BGH, Urteile vom 14. April 1981 - VI ZR 264/79 - VersR 1981, 576;… vom 27. Mai 1982 aaO.;… vom 9. November 1990 - V ZR 108/89 - BGHR ZPO § 402 Privatgutachten 1).
Zwar hatte die Beklagte der Verwertung dieses Gutachtens widersprochen; gleichwohl war es als substantiierter Parteivortrag zu beachten und zu würdigen (st. Rspr.; vgl. z.B. Senatsurteil BGHZ 98, 32, 40; BGH, Urteile vom 14. April 1981 - VI ZR 264/79 = VersR 1981, 576; vom 27. Mai 1982 - III ZR 201/80 = NJW 1982, 2874, 2875;… vom 5. November 1990 - V ZR 108/89 = BGHR ZPO § 402 Privatgutachten 1;… vom 10. Dezember 1991 - VI ZR 234/90 = BGHR ZPO § 286 Abs. 1 Sachverständigenbeweis 9).
Rechtlich ist ein solches Privatgutachten auch dann, wenn die Partei lediglich darauf Bezug nimmt, ohne den Inhalt mit eigenen Worten zu wiederholen, als besonders substantiierter, urkundlich belegter Parteivortrag einzuordnen (BGHZ 98, 32, 40; BGH, Urteile vom 10. Dezember 1991 - VI ZR 234/90 - VersR 1992, 722 unter II 2 m.w.N.; vom 27. Mai 1982 - III ZR 201/80 - NJW 1982, 2874, 2875 unter I 1 a und b, cc m.w.N.).
Das stellt einen durchgreifenden Verfahrensfehler dar, weil es sich bei dieser Stellungnahme des Privatgutachters, welche die Revision nunmehr vorlegt, der Sache nach um qualifizierten, urkundlich belegten Parteivortrag der Klägerin handelt, den das Berufungsgericht hätte berücksichtigen müssen (Senatsurteile vom 10. Dezember 1991 - VI ZR 234/90 - NJW 1992, 1459 f. und vom 9. Januar 1996 - VI ZR 70/95 - NJW 1996, 1597, 1599 jeweils m.w.N., ebenso BGHZ 98, 32, 40).
Hierbei handelt es sich aber nicht um ein Beweismittel im Sinne der §§ 371 ff. ZPO, sondern um urkundlich belegten Parteivortrag (vgl. Senatsurteile vom 11. Mai 1993 - VI ZR 243/92 - VersR 1993, 899, 900 und vom 22. April 1997 - VI ZR 198/96 - VersR 1997, 1158 ff.; BGH, Urteil vom 5. Mai 1986 - III ZR 233/84 - NJW 1986, 3077, 3079).
Das Gericht hätte daher dieses Gutachten nicht verwerten dürfen, nachdem der Gegner einer Verwertung als Sachverständigengutachten nicht zugestimmt hat (BGH Urteil vom 5. Mai 1986 - III ZR 233/84 - NJW 1986, 3077, 3079) [BGH 05.05.1986 - III ZR 233/84].
Soweit die Beklagte sich auf das Privatgutachten gemäß Anlage B 62 beruft, ist anzuführen, dass Privatgutachten grundsätzlich zwar nicht grundsätzlich unverwertbar sind; es handelt sich jedoch nicht um Sachverständigenbeweis, sondern um qualifizierten substantiierten urkundlich belegten Parteivortrag (BGHZ 98, 32, 40; BGH VersR 2009, 698).
Derartige Gutachten können jedoch nur im Wege des Urkundenbeweises in die Beweiswürdigung einbezogen werden, wenn beide Parteien damit einverstanden sind (BGHZ 98, 32, 40; BGH VersR 2009, 698).
Widerspricht eine Partei der Verwendung des Privatgutachtens ist die urkundenbeweisliche Verwertung verfahrensfehlerhaft (BGHZ 98, 32, 40; BGH NJW-RR 1994, 255, 256).
BGH, 05.05.1986 - III ZR 235/84
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References: § 823
 Art. 1
 § 1025
 § 402
 § 402
 § 402
 § 286
 BGH 
 BGH 
 BGH