Source: https://lohn-info.de/personengruppenschluessel_120.html
Timestamp: 2019-03-25 03:34:18+00:00

Document:
Personengruppenschlüssel 120 in den Meldungen nach der DEÜV - Versicherungspflichtige Altersvollrentner und Versorgungsbezieher wegen Alters
Neu eingeführter Personengruppenschlüssel - Notwendig durch das Flexirentengesetz
Mit dem Besprechungsergebnis der Spitzenorganisationen der Sozialversicherungsträger vom 08.03.2017 kam es zur Ergänzung der Personengruppen 120 und 150 um Bezieher einer Versorgung einer berufsständischen Versorgungseinrichtung oder einer Versorgung nach beamtenrechtlichen Vorschriften oder Grundsätzen.
Beschreibung der Personengruppe 120 - Versicherungspflichtige Altersvollrentner und Versorgungsbezieher wegen Alters in der Anlage 2 des gemeinsamen Rundschreibens "Meldeverfahren zur Sozialversicherung":
nach Erreichen der Regelaltersgrenze eine Vollrente wegen Alters aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder nach beamtenrechtlichen Vorschriften oder entsprechenden kirchenrechtlichen Regelungen oder nach den Regelungen einer berufsständischen Versorgungseinrichtung eine Versorgung wegen Erreichens einer Altersgrenze beziehen und auf die Rentenversicherungsfreiheit nach § 5 Absatz 4 Satz 2 SGB VI verzichten oder
vor Erreichen der Regelaltersgrenze eine Vollrente wegen Alters aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen und in einer vor dem 01.01.2017 aufgenommenen Beschäftigung auf die weiterbestehende Versicherungsfreiheit nach § 230 Absatz 9 Satz 2 SGB VI (Bestandsschutzregelung) verzichten.
Die Grenze ist der Ablauf des Kalendermonats, in dem der Arbeitnehmer das gesetzlich vorgesehene Rentenalter erreicht.
Die Zeitspanne bis zum Ablauf dieses Monats ist "vor Erreichen der Regelaltersgrenze".
Die Zeit nach dem Ablauf dieses Monats ist "nach Erreichen der Regelaltersgrenze".
Da die rentenversicherungsrechtlichen Änderungen zum 01.01.2017 in Kraft treten, die systemseitige Umsetzung der neuen Personengruppe 120 jedoch erst zum 01.07.2017 möglich ist, gibt es Übergangsregeln.
Auszug aus dem Besprechungsergebnis der Spitzenverbände der Krankenkassen vom 19.10.2016:
Aufnahme der Beschäftigung vor dem 01.01.2017
Sofern eine vor dem 01.01.2017 aufgenommene Beschäftigung eines Altersvollrentners mit PGR 119 über den 31.12.2016 hinaus fortgeführt wird, greift die Bestandsschutzregelung nach § 230 Abs. 9 Satz 1 SGB VI-E (Fortgeltung der Rentenversicherungsfreiheit); es sind bezogen auf die PGR keine melderechtlichen Veränderungen vorzunehmen.
Verzichtet der Beschäftigte auf die Versicherungsfreiheit nach der Bestandsschutzregelung, tritt Rentenversicherungspflicht ein und es ist mit dem Folgetag der Verzichtserklärung eine Abmeldung (PGR 119) - hilfsweise für die PGR 120 - und eine Anmeldung mit PGR 101 vorzunehmen. In diesen Fällen ist die PGR 101 bis zum 30.06.2017 auch für nachfolgende Entgeltmeldungen (z. B. Abmeldung) zu verwenden; dies gilt nicht für die Jahresmeldung 2016. Erreicht dieser Beschäftigte in der Zeit bis zum 30.06.2017 die Regelaltersgrenze, findet aufgrund der fortwährenden Wirkung der Verzichtserklärung die PGR 101 - hilfsweise für die PGR 120 - weiterhin Anwendung.
Sofern eine vor dem 01.01.2017 aufgenommene Beschäftigung eines Altersvollrentners mit PGR 119 über den 31.12.2016 hinaus fortgeführt wird, der Beschäftigte die Regelaltersgrenze bereits vor dem 01.01.2017 erreicht hat und auf die Rentenversicherungsfreiheit nach § 5 Abs. 4 Satz 2 SGB VI-E verzichtet, ist mit dem Folgetag der Verzichtserklärung eine Abmeldung (PGR 119) und - hilfsweise für die PGR 120 - eine Anmeldung mit PGR 101 vorzunehmen.
Aufnahme der Beschäftigung in der Zeit vom 01.01.2017 - 30.06.2017
Bezieht der Beschäftigte eine Vollrente wegen Alters vor Erreichen der Regelaltersgrenze, ist in der Anmeldung und den ggf. folgenden Entgeltmeldungen bis zum 30.06.2017 die PGR 101 - hilfsweise für die PGR 120 - zu verwenden. Erreicht dieser Beschäftigte in der Zeit bis zum 30.06.2017 in dieser Beschäftigung die Regelaltersgrenze, ist eine Abmeldung (PGR 101) und eine Anmeldung (PGR 119) vorzunehmen. Verzichtet der Beschäftigte auf die eintretende Rentenversicherungsfreiheit nach § 5 Abs. 4 Satz 2 SGB VI-E, findet die PGR 101 - hilfsweise für die PGR 120 - bei Entgeltmeldungen bis zum 30.06.2017 weiterhin Anwendung. Sofern der Altersvollrentner bereits zu Beginn der Beschäftigung die Regelaltersgrenze erreicht hat, ist in der Anmeldung und in den folgenden Entgeltmeldungen - wie bislang - die PGR 119 anzugeben. Verzichtet der Beschäftigte auf die Rentenversicherungsfreiheit nach § 5 Abs. 4 Satz 2 SGB VI-E, ist in der Anmeldung und in den folgenden Entgeltmeldungen - hilfsweise für die PGR 120 - die PGR 101 anzugeben. Wird die Verzichtserklärung erst nach Beschäftigungsbeginn abgegeben, sind zum Folgetag der Verzichtserklärung eine Abmeldung (PGR 119) und eine Anmeldung (PGR 101) vorzunehmen.
Nach dem 30.06.2017 sind alle Meldungen mit der hilfsweise verwendeten PGR 101 zu stornieren und mit der PGR 120 abzugeben. Bei allen vorgenannten Ab- und Anmeldungen finden grundsätzlich die Abgabegründe 32 und 12 Anwendung. Die Übergangsregelungen gelten für das Meldeverfahren für Seeleute (PGR 150) mit der Maßgabe, dass hilfsweise die PGR 140 zu verwenden ist.
Der Personengruppenschlüssel 120 ist erst für Meldezeiträume ab 01.01.2017 zulässig.
Dieser Personengruppenschlüssel wurde schon einmal anders verwendet.
Beitragszeiten für Personen, bei denen eine Beschäftigung im Sinne des §7 Abs. 4 SGB IV vermutet wurde, waren mit dem Personengruppenschlüssel 120 zu melden. Aufgrund der Änderung des §7 Abs. 4 SGB IV ist der Personengruppenschlüssel 120 für Meldezeiträume ab 01.01.2003 weggefallen. Zum 01.01.2003 wurde die Vermutungsregelung (Scheinselbstständigkeitsparagraph) aus dem Gesetz gestrichen.
Analog zur neuen Personengruppe 120 wird für das Meldeverfahren für Seeleute die neue Personengruppe 150 eingeführt.
Mögliche Beitragsgruppenschlüssel bei Angabe des Personengruppenschlüssel 120
9 Firmenzahler 1 voller Beitrag 0 kein Beitrag
Beispiele für Beitragsgruppenschlüssel bei Angabe des Personengruppenschlüssel 120
Vollrente wegen Alters nach Vollendung der Regelaltersgrenze
(Pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung; Arbeitnehmer verzichtet auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung) 3 1 0 1 Pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung ohne Anspruch auf Krankengeld (ermäßigter Beitragssatz). Versicherungsfreiheit in der Arbeitslosenversicherung. In der Pflegeversicherung besteht Versicherungspflicht.
Arbeitnehmer verzichtet auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung
Besonderheit in der Arbeitslosenversicherung:
Beitragsgruppenschlüssel ab 01.01.2022: 3 1 2 1
Vollrente wegen Alters vor Vollendung der Regelaltersgrenze
(Pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung) 3 1 1 1 Pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung ohne Anspruch auf Krankengeld (ermäßigter Beitragssatz). Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung. In der Pflegeversicherung besteht Versicherungspflicht.
Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Mit dem vom Bundesrat am 25.11.2016 beschlossenen Flexirentengesetz gibt es ab 01.01.2017 die Rentenversicherungspflicht für Vollrentner vor Erreichen der Regelaltersgrenze.
Bis Ende 2016 waren Bezieher einer Vollrente versicherungsfrei, selbst wenn sie die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben. Der Arbeitgeber hatte aber seinen Beitragsanteil leisten.
(Private Krankenversicherung; Arbeitnehmer verzichtet auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung) 0 1 0 0 Arbeitnehmer ist privat krankenversichert. Versicherungsfreiheit in der Arbeitslosenversicherung.
Beitragsgruppenschlüssel ab 01.01.2022: 0 1 2 0
(Private Krankenversicherung) 0 1 1 0 Arbeitnehmer ist privat krankenversichert. Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung.

References: § 5
 § 230
 § 230
 § 5
 § 5
 § 5
 §7
 §7