Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.03.1993&Aktenzeichen=XII%20ZB%2012%2F93
Timestamp: 2019-07-22 17:20:47+00:00

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BGH, 24.03.1993 - XII ZB 12/93 - dejure.org
https://dejure.org/1993,468
BGH, 24.03.1993 - XII ZB 12/93 (https://dejure.org/1993,468)
BGH, Entscheidung vom 24.03.1993 - XII ZB 12/93 (https://dejure.org/1993,468)
BGH, Entscheidung vom 24. März 1993 - XII ZB 12/93 (https://dejure.org/1993,468)
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Rechtsanwaltspflicht - Schriftsatzübermittlung mittels Telefax - Wirksame Ausgangskontrolle von Schriftsätze - Sendeberichtserstellung - Überprüfung des Faxgeräts
Berufsrecht; Kontrollpflicht bei Schriftsatzübermittlung per Telefax
AG Rosenheim - 2 F 89/90
NJW 1993, 1655
MDR 1993, 580
VersR 1994, 453
BB 1993, 966
DB 1993, 1236
Auf der anderen Seite findet sich in mehreren Entscheidungen des Bundesgerichtshofs die - zumeist eher beiläufige - Bemerkung, durch den Sendebericht werde die ordnungsgemäße Übermittlung belegt (BGH, Urteil vom 2. Oktober 1991 - IV ZR 68/91 = WM 1991, 2080 unter 2 c; Beschlüsse vom 28. September 1989 - VII ZB 9/89 = NJW 1990, 187 [BGH 28.09.1989 - VII ZB 9/89] unter II 2 b; vom 17. November 1992 - X ZB 20/92 = NJW 1993, 732 unter II 1; vom 24. März 1993 - XII ZB 12/93 = NJW 1993, 1655 unter II 2 b und vom 16. September 1993 - V ZB 33/93 = NJW 1993, 3140 unter II).
Anerkannt ist, daß auch ein bestimmender Schriftsatz, wie die Berufungsschrift, durch Telefax übermittelt werden kann, wenn - wie hier - die Telekopie ohne privaten Zwischenempfänger direkt dem zuständigen Gericht zugeleitet wird (BGH, Beschl. v. 6. Oktober 1988, VII ZB 17/88, NJW 1989, 589;… Urt. v. 11. Oktober 1989, IVa ZB 7/89, NJW 1990, 188;… Urt. v. 2. Oktober 1991, IV ZR 68/91, NJW 1992, 244; Beschl. v. 24. März 1993, XII ZB 12/93, NJW 1993, 1655).
Für die Übermittlung fristwahrender Schriftsätze per Telefax bedeutet dies, daß die Pflicht des Anwalts zur Endkontrolle erst dann endet, wenn feststeht, daß der Schriftsatz auch wirklich übermittelt worden ist (BGH, Beschlüsse v. 28. September 1989, VII ZB 9/89, NJW 1990, 187 [BGH 28.09.1989 - VII ZB 9/89]; v. 10. Oktober 1991, VII ZB 3/91, VersR 1992, 638; v. 17. November 1992, X ZB 20/92, NJW 1993, 732 und v. 24. März 1993, XII ZB 12/93, NJW 1993, 1655).
Bei der Übermittlung eines Schreibens durch Telefax darf deshalb der Übermittlungsvorgang erst dann als abgeschlossen angesehen werden, wenn sich der Absender durch einen Ausdruck des Geräts von der ordnungsgemäßen, insbesondere vollständigen Übermittlung überzeugt hat (BGH, Beschl. v. 24. März 1993, XII ZB 12/93, NJW 1993, 1655).
Wer sich zur Wahrung einer Rechtsmittelfrist moderner Kommunikationsmittel bedient, muß alle für eine sichere Informationsübertragung zur Verfügung stehenden Kontrollmöglichkeiten nutzen (BGH, Beschl. v. 24. März 1993, XII ZB 12/93, NJW 1993, 1655).
aa) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs müssen Prozessbevollmächtigte in ihrem Büro eine Ausgangskontrolle schaffen, durch die zuverlässig gewährleistet wird, dass fristwahrende Schriftsätze rechtzeitig abgesandt werden (vgl. Senatsbeschluss vom 24. März 1993 - XII ZB 12/93 - NJW 1993, 1655, 1656; BGH Beschluss vom 26. Januar 2006 - I ZB 64/05 - FamRZ 2006, 694, 695).
Bei der Übermittlung fristwahrender Schriftsätze per Telefax kommt der Rechtsanwalt seiner Verpflichtung, für eine wirksame Ausgangskontrolle zu sorgen, nur dann nach, wenn er seinen dafür zuständigen Mitarbeitern die Weisung erteilt, sich einen Einzelnachweis ausdrucken zu lassen, auf dieser Grundlage die Vollständigkeit der Übermittlung an den richtigen Adressaten zu prüfen und die Notfrist erst nach Kontrolle des Sendeberichts zu löschen (vgl. Senatsbeschlüsse vom 18. Juli 2007 - XII ZB 32/07 - FamRZ 2007, 1722, 1723 und vom 24. März 1993 - XII ZB 12/93 - NJW 1993, 1655, 1656; BGH Beschlüsse vom 8. Mai 2007 - VIII ZB 128/06 - veröffentlicht bei juris; vom 26. Januar 2006 - I ZB 64/05 - FamRZ 2006, 694, 695; vom 22. Juni 2004 - VI ZB 14/04 - NJW 2004, 3491 und vom 18. Mai 2004 - VI ZB 12/03 - FamRZ 2004, 1275, 1276).
BGH, 13.06.1996 - VII ZB 13/96
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 29. April 1994 - V ZR 62/93 = NJW 1994, 1879, Beschlüsse vom 24. März 1993 - XII ZB 12/93 = NJW 1993, 1655 und vom 17. November 1992 - X ZB 20/92 = NJW 1993, 732) ist ein Rechtsanwalt gehalten, durch entsprechende organisatorische Maßnahmen Fehlerquellen bei der Behandlung von Fristsachen in größtmöglichem Umfang auszuschließen.
Nach ständiger Rechtsprechung gehört hierzu im Falle der Übermittlung fristwahrender Schriftsätze per Telefax, für eine geeignete Ausgangskontrolle zu sorgen (etwa BGH, Beschl. v. 24.3.1993 - XII ZB 12/93, NJW 1993, 1655).
BSG, 19.05.2005 - B 10 EG 3/05 B
Sorgfaltspflicht des Rechtsanwalts, wirksame Ausgangskontrolle bei der …
Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung (vgl zB BGH NJW 1993, 1655 [BGH 24.03.1993 - XII ZB 12/93] mwN) ist ein Rechtsanwalt verpflichtet, durch organisatorische Maßnahmen Fehlerquellen bei der Behandlung von Fristsachen in größtmöglichem Umfang auszuschließen; dazu gehört insbesondere eine wirksame Ausgangskontrolle, durch die gewährleistet wird, dass fristwahrende Schriftsätze auch tatsächlich rechtzeitig hinausgehen.
Zwar mag im Einzelfall von der Erstellung eines derartigen Protokolls abgesehen werden können, wenn der gesamte Übermittlungsvorgang - wie hier - von einer zuverlässigen Bürokraft anhand von Anzeigen am Faxgerät (Display) überwacht wird (vgl dazu einerseits BSG, Beschluss vom 26. August 1994 - 13 RJ 11/94 - in USK 9485; andererseits BGH NJW 1993, 1655 [BGH 24.03.1993 - XII ZB 12/93]).
LAG Hessen, 22.03.2000 - 13 Sa 47/00
Widereinsetzung in den vorherigen Stand wegen Versäumung der Berufungsfrist; …
Er muss daher durch entsprechende Anweisung an sein Büropersonal sicherstellen, dass bei der Telefaxübermittlung ein Sendebericht erstellt, dieser auf etwaige Übermittlungsfehler überprüft und die Notfrist erst nach Kontrolle des Sendeberichts gelöscht wird (ständige Rspr. des BGH, vgl. nur: BGH NJW 1993, 1655 f.; 1994, 1879 f.; VersR 1996, 1298;… BGHReport 2001, 809 f.; NJW 2004, 3490 f.; BGH NJW 2006, 1519 f.;… BGHReport 2007, 26 f.).
BGH, 07.05.2001 - II ZB 16/00
Er hat durch eine entsprechende Büroorganisation sicherzustellen, daß bei Übermittlung solcher Schriftsätze per Telefax ein Sendebericht erstellt und auf etwaige Übermittlungsfehler überprüft wird (BGH, Beschl. v. 24. März 1993 - XII ZB 12/93, NJW 1993, 1655).
BGH, 03.04.2001 - XI ZB 2/01
BGH, 06.03.2007 - VIII ZB 102/06
Anforderungen an die Büroorganisation bei Übermittlung von fristwahrenden …
BGH, 16.06.1998 - XI ZB 13/98
Versäumung der Berufungsbegründungsfrist; Zurückweisung eines …
BGH, 04.07.1996 - V ZB 15/96
Beschwerde gegen die Zurückweisung eines Wiedereinsetzungsantrags - Verschulden …
BGH, 21.03.1995 - VI ZB 5/95
BGH, 01.04.1998 - XII ZB 26/98
BGH, 18.12.1997 - X ZB 16/97
Beauftragung einer Büroangestellten mit der Übermittlung eines fristgebundenen …
BFH, 22.12.1994 - X R 236/93
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei fehlerhafter Übermittlung von …
BGH, 09.02.1995 - V ZB 26/94
BSG, 26.08.1994 - 13 RJ 11/94
Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand - Unzulässigkeit der Berufung - …
BGH, 08.12.1993 - VIII ZB 40/93
OLG Bremen, 24.11.2006 - 3 U 45/06
OLG Hamburg, 08.12.2005 - 1 U 117/05
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand: Pflicht zur sofortigen Ausgangskontrolle …
VGH Baden-Württemberg, 02.12.1993 - A 16 S 2083/93
Rechtsmitteleinlegung: Fristversäumnis aufgrund eines Fehlers im Telefaxgerät des …
BGH, 28.09.1999 - XI ZB 9/99
BGH, 27.01.1998 - X ZB 28/97
BGH, 01.02.1994 - VI ZB 47/93
Sofortige Beschwerde - Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Versäumung der …
BGH, 16.06.1993 - XII ZB 83/93
Anwaltshaftung - Verschulden des Prozessbevollmächtigten - Unvollständige …
OLG Brandenburg, 10.02.1998 - 10 UF 106/97
Versäumung der Berufungsbegründungsfrist durch mangelhafte Büroorganisation des …
BGH, 25.05.1993 - XI ZR 51/93
BVerwG, 05.01.1998 - 7 B 382.97
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei durch den Prozessbevollmächtigten …

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