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Timestamp: 2018-04-25 08:36:11+00:00

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KIRCHENRECHT DOKUMENTE SEXUELLER MISSBRAUCH: KRITIK AN RÖMISCHER GEHEIMHALTUNG IST VERFEHLT - Internetpfarrei im Sinne von Padre Alex - Mag. Mag. Dr. Alexander Pytlik
KIRCHENRECHT DOKUMENTE SEXUELLER MISSBRAUCH: KRITIK AN RÖMISCHER ...
Aufgenommen: Mär 02, 23:26
Aufgenommen: Mär 02, 23:41
Angesichts der berechtigterweise geführten Diskussionen um einen vermeidbaren Fall sexuellen Mißbrauchs auf dem Gebiet des Bistums Regensburg ist es notwendig und sehr hilfreich, die genau vor fünf Jahren erlassenen Leitlinien der katholischen Bischöfe De
Aufgenommen: Mär 03, 00:00
weltvermesser via Twitter
@Flachshaar: #Ratzinger #Vertuschung ist quatsch. anweisung bezog sich nur auf kirchenrechtl. verfahren gegen priester http://tiny.cc/uTevl
Weblog: weltvermesser
Aufgenommen: Mär 07, 17:53
Club_2 via Twitter
RT @padrealex: @CLUB_2 #Club2 #Missbrauch Da ist Uta Ranke-Heinemann mit und auf BBC hereingefallen, #Vatikan hat nicht vertuscht: http://tinyurl.com/yc3jvyq
Weblog: Club_2
Aufgenommen: Mär 10, 23:15
Aufgenommen: Mär 13, 13:33
Aufgenommen: Mär 20, 21:22
hollygomadly via Twitter
" I. DOKUMENT VOM 30. APRIL 2001: APOSTOLISCHES SCHREIBEN «SACRAMENTORUM SANCTITATIS TUTELA» (" http://bit.ly/crzHFk #Kirchenrecht
Weblog: hollygomadly
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Weblog: www.ruhrbarone.de
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Weblog: matthiasheil.de
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Heute ist auf der Ressourcenseite des Vatikans der offizielle kirchenrechtliche Leitfaden zur kirchenrechtlichen Verfolgung sexuellen Mißbrauchs Minderjähriger durch Kleriker erschienen. Derzeit stehen sie in englischer Sprache zum Abruf bereit, ich biete
Aufgenommen: Apr 12, 14:30
Aufgenommen: Jul 12, 10:22
Sämtliche der folgenden Texte übernehme ich von den heute publizierten Mitteilungen des Heiligen Stuhles. Soferne keine deutsche Übersetzung vorliegt, nehme ich sie selbst vor, wobei das eigentliche kirchenrechtliche Dokument erfreulicherweise bereits in
Aufgenommen: Jul 15, 14:10
Math. 7,12 Die Goldene Regel:
Auf das und nur auf das kommt es an und nicht auf irgendwelche Gesetzbücher.
Römer.13,8
#1 badhofer (Homepage) am 02.03.2010 21:54 (Antwort)
Jetzt ist auch noch die deutsche Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger auf den oben widerlegten schweren Irrtum hereingefallen, als ob rein kirchenrechtliche Bestimmungen jemals den Gang zur Staatsanwaltschaft verhindert hätten oder verbieten würden. Im Originalinterview unter http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1138913/ sagte sie am 08. März 2010:
"Wir haben jetzt die staatliche Schule, wir haben die Schulen in katholischer Trägerschaft, und ich denke, gerade diese Schweigemauer, die ist gerade bei den Schulen in katholischer Trägerschaft bestimmt auch mit darin zu sehen, daß es ja eine Direktive der katholischen Glaubenskongregation gibt von 2001, daß eben auch so schwere Mißbrauchsfälle zu allererst der päpstlichen Geheimhaltung unterliegen und eben nicht weitergegeben werden sollen außerhalb der Kirche, sondern man intern untersucht, aber dort auch nicht klar gemacht ist, möglichst frühzeitig die Staatsanwaltschaft einzuschalten."
Einer solchen verfehlten Einschätzung widersprachen im übrigen bereits im Vorjahr die katholischen Bischöfe Irlands. So verwies die Diözese Ferns darauf, daß die zehn Fälle, die sie seit 2001 an den Heiligen Stuhl weitergegeben hatte, allesamt auch den staatlichen Behörden mitgeteilt wurden, und das selbstverständlich ohne Einspruch der Kongregation für die Glaubenslehre.
Und auf die Frage, ob die an verschiedenen und weltanschaulich unterschiedlich ausgerichteten Schulen aufgeflogenen sexuellen Mißbrauchsfälle nicht "ein bißchen Spiegelbild dessen, daß Mißbrauch in der Familie ebenfalls mit derselben Problematik konfrontiert wird, sich nicht zu melden" sei, antwortete sie nochmals mit dem absurden Hinweis auf die von mir oben angebotenen römischen Dokumente aus dem Jahr 2001:
"Etwas spiegelt das wider, obwohl man wirklich auf die Besonderheiten jeweils achten muß. Deshalb habe ich ja auch gerade auf diese Besonderheit der Richtlinie und der Direktiven der Glaubenskongregation der Katholischen Kirche hingewiesen. Aber wir müssen einfach die Augen aufmachen und sehen: es gibt weit verbreitet Gewalt, gerade auch in Familien, in familiären Beziehungen, und eben Mißbrauch. Und jemand, der einmal Opfer von Mißbrauch geworden ist, dem wird ja seine ganze persönliche Entwicklung, vielleicht auch so wird ihm die berufliche Entwicklung genommen, oder ein Stück weit ganz nachteilig beeinträchtigt, und deshalb muß das sachlich, nüchtern, ohne irgendjemand an den Pranger zu stellen, aber an die Öffentlichkeit und aufgearbeitet werden, auch für verjährte Fälle."
Eben diese Sachlichkeit ist von der Bundesjustizministerin in bezug auf pauschale Vorwürfe gegen das katholische Kirchenrecht einzufordern. Nicht all zu viele Lehrer und Schüler werden sich jemals mit den - allen regierenden Hirten der Katholischen Kirche zugesandten - Informationen über die oben übersetzten Strafbestimmungen beschäftigt haben, wenn sie darüber überhaupt Bescheid gewußt hätten. Hier als Justizministerin einen Vorwurf zu äußern und ausgerechnet den verschärfenden kirchenrechtlichen Bestimmungen aus dem Jahr 2001 eine Mitschuld dafür zu geben, daß Opfer sich nicht rechtzeitig gemeldet hätten, ist - ich wiederhole - völlig absurd und daher zutiefst ungerecht. Die Dokumente behandeln in Wirklichkeit verschiedene Straftaten nach Maßgabe des Kirchenrechtes in Verbindung mit der katholischen Glaubens- und Sittenlehre, wobei einige davon den Staat überhaupt nicht interessieren.
#2 Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik (Homepage) am 09.03.2010 09:25 (Antwort)
Sie sprechen von Widerlegung und schwerem Irrtum und angeblicher Zusammenarbeit der RKK mit den Strafverfolgungsbehörden. Beispiel Ferns, Irland: da steht in
http://en.wikipedia.org/wiki/Roman_Catholic_Diocese_of_Ferns
genau das Gegenteil davon, der Bischof dort hat versagt und wohl nicht kollaboriert.
Die geleugnete Geheimhaltung ist hier geregelt, ich zitiere aus obigem Blogeintrag:
"Alle Gerichte der lateinischen Kirche und der katholischen Ostkirchen sind verpflichtet, die Canones ihres jeweiligen Gesetzbuches zu den Straftaten und Strafen sowie zum Strafverfahren einzuhalten gemeinsam mit den Spezialbestimmungen, die von der Kongregation für die Glaubenslehre für jeden Einzelfall mit dem Auftrag der vollständigen Durchführung übermittelt werden. Fälle dieser Art unterliegen dem päpstlichen Geheimnis (...)
§1. Fälle dieser Art unterliegen dem päpstlichen Geheimnis. (Anm. 31: STAATSSEKRETARIAT, Reskript von der Audienz des Heiligen Vaters 'Il 4 febbraio 1992', durch das die Allgemeine Ordnung der Römischen Kurie in Kraft gesetzt wird, 30. April 1999; 'Regolamento Generale della Curia Romana', 30. April 1999, Art. 36 § 2, in AAS 91 [1999] 646: 'Mit besonderer Sorgfalt muß das päpstliche Geheimnis beachtet werden, nach der Vorschrift der Instruktion Secreta continere vom 4. Februar 1974.' PÄPSTLICHES STAATSSEKRETARIAT, Reskript von einer Audienz, die Instruktion Secreta continere betreffend das päpstliche Geheimnis, 4. Februar 1974, in AAS 66 [1974] 89 - 92: 'Art. 1. Unter das päpstliche Geheimnis fallen: … 4. Außergerichtliche Anklagen, die betreffend Straftaten gegen den Glauben und gegen die Sitten eingegangen sind, und Anklagen, die gegen das Sakrament der Buße begangene Straftaten beinhalten. Gleichermaßen der Prozeß und die Entscheidung, welche diese Anklagen betreffen, wobei immer das Recht dessen zu wahren ist, der bei den Behörden angezeigt wurde, von der Anzeige zu erfahren, wenn solches Wissen für seine eigene Verteidigung notwendig ist. Aber es ist nur dann zulässig, den Namen des Anzeigenden bekanntzumachen, wenn die Behörden es als opportun ansehen, daß der Beschuldigte und der Anzeigende persönlich zusammentreffen; …' [Seite 90])
§2. Wer immer das Geheimnis verletzt hat, sei es ex dolo oder durch grobe Fahrlässigkeit, und dem Beschuldigten oder den Zeugen irgendeinen Schaden zufügt, soll auf Antrag der betroffenen Partei vom höheren Turnus oder auch ex officio mit einer angemessenen Strafe belegt werden."
Ihr Vortrag ist also nachweislich falsch. Es wurden wegen der o. g. Geheimhaltungspflicht die staatl. Behörden gerade nicht informiert! Daran können Ihre Behauptungen wie:
"... Märchen der 'Geheimschreiben' irrt. Vom katholischen Kirchenrecht her ist überhaupt keine Vertuschung ausgegangen, und es gab niemals einen römischen Befehl zu einer systematischen Vertuschung, sondern in Wirklichkeit ist sowohl das funktionierende Strafrecht als auch das Schadensersatzrecht der Kirche völlig klar und müßte lediglich (auch präventiv) mehr bekannt gemacht und noch mehr eingesetzt werden ... Diese bösartige Unterstellung kommt aus einer schweren Ebenenverwechslung, die auch übersieht, daß nicht etwaige Geheimgesetze oder das Kirchenrecht als solches an den bisher aufgeflogenen Vertuschungen schuld waren und sind - ganz im Gegenteil - sondern eine bestimmte Kultur des Wegschauens, die gar nicht (nur) durch neue Gesetze geheilt werden könnte"
keinesfalls hinwegtäuschen. Sie verwechseln hier die Ebenen. Im übrigen halte ich Ihr oben zitiertes römisches Strafrecht für einen Witz, weil es durch diese Geheimhaltung das weltliche Strafrecht be- und verhindert,und weil es parteiisch ist. Ein Versuch, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Hoffnungslos und zutiefst ungerecht.
#2.1 Werner am 18.04.2010 03:38 (Antwort)
Sie begehen nur einen einzigen wesentlichen logischen Fehler: das päpstliche Geheimnis ist lediglich formal das verbindlichste natürliche Ermittlungsgeheimnis innerhalb der Kirche, es ist kein Beichtgeheimnis. Nirgendwo gibt es auch nur eine einzige Bestimmung im Kirchenrecht, welche explizit die Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden im Falle des Verdachtes auf Verbrechen behinderte oder behindert. Deshalb liege ich mit meiner Verteidigung des Kirchenrechtes richtig.
Und was das Beispiel aus Irland betrifft, was ich nicht überprüfen kann. Auch dieses unterstützt meine Argumentation, daß es nämlich um die Anwendung des geltenden Kirchenrechtes zum Schutz der Opfer geht. Daß das geltende Recht leider nachlässig angewendet wurde, beklagt zu Recht der Heilige Vater im äußerst klaren Hirtenbrief an die Iren und bei seinem Tadel gegenüber den katholischen Bischöfen Irlands.
#2.1.1 Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik (Homepage) am 13.07.2010 11:14 (Antwort)
Eine gute Übersetzung. So gut diese aber auch sein mag, ändert sie nichts an der Tatsache, daß für den Papst die Katholische Kirche als solche über jede Kritik erhaben ist. Wirkliche Strukturprobleme sieht er nicht.
Eine solche Sichtweise kann man nur haben, wenn man sich einbildet, die einzig wahre Vertretung Gottes auf Erden zu sein.
Das ist die Hauptkrankheit der Katholischen Kirche.
#3 Dr. Regisseur am 31.03.2010 06:08 (Antwort)
Was den Alleinseligmachigkeitsanspruch bzw. Alleinvertretungsanspruch (Gottes auf Erden) angeht, haben Sie vollkommen Recht. Was leider in dieser Diskussion unterzugehen droht, sind die nachweislich falschen Behauptungen zur angeblichen Zusammenarbeit der RKK, des Vatikan mit staatlichen Behörden bei starkem Verdacht auf auf Kindes/Jugendlichen-Mißbrauch. Die Fälle, welche seit 2002 obligat zentral nach Rom gemeldet werden müssen ("nahezu erwiesene" Fälle) werden aufgrund des Papstgeheimnisses eben nicht den staatlichen Behörden gemeldet (und dürfen nicht).
Zitat aus obigem Blogeintrag:
"Alle Gerichte der lateinischen Kirche und der katholischen Ostkirchen sind verpflichtet, die Canones ihres jeweiligen Gesetzbuches zu den Straftaten und Strafen sowie zum Strafverfahren einzuhalten gemeinsam mit den Spezialbestimmungen, die von der Kongregation für die Glaubenslehre für jeden Einzelfall mit dem Auftrag der vollständigen Durchführung übermittelt werden. Fälle dieser Art unterliegen dem päpstlichen Geheimnis ...
§1. Fälle dieser Art unterliegen dem päpstlichen Geheimnis ... §2. Wer immer das Geheimnis verletzt hat, sei es ex dolo oder durch grobe Fahrlässigkeit, und dem Beschuldigten oder den Zeugen irgendeinen Schaden zufügt, soll auf Antrag der betroffenen Partei vom höheren Turnus oder auch ex officio mit einer angemessenen Strafe belegt werden."
Die oben zitierten katholischen Kirchengesetze sprechen doch eine deutliche Sprache und widerlegen die Mär von der angeblichen Zusammenarbeit der Glaubenskongregation in Rom - wo "erwiesene" Fälle seit 2002 zentral erfaßt werden - mit staatlichen Strafverfolgungsbehörden. Man sammelt in Rom harte Daten und wartet aufgrund des Papstgeheimnisses also einfach ab, bis die Verjährung dieser Straftaten eintritt und versucht vielleicht per "Selbstjustiz" (z. B. Versetzung in eine andere Pfarrei, irgendwelche, nutzlosen medizinischen Behandlungen, etc.) was zu machen und faßt das Übel eben nicht an der Wurzel, sondern verschlimmert es noch, indem neue Opfer dieser Pädophilie/Päderasten-Priester kreiert werden.
#3.1 Werner am 13.07.2010 09:44 (Antwort)
#3.1.1 Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik (Homepage) am 13.07.2010 11:15 (Antwort)
Da Sie leider konstruktive Kritik an Ihrem salbungsvollen Unsinn, den Sie von sich geben, nicht vertragen (vgl. meine beiden Beiträge, die Sie nicht freischalteten bzw. beantworten wollten, weil Ihre Lügen aufgedeckt wurden) veröffentlichen bzw. keine Antwort darauf haben, würde ich Ihnen raten, 'mal in der REALITÄT anzukommen und sich das hier
und zur rechtlichen Situation
http://www.lto.de/de/html/nachrichten/401/Das-Kirchenrecht-als-taugliche-Grundlage-angemessener-Sanktionierung/
zu Gemüte zu führen. Vielleicht wachen Sie auch mal auf, Pater Alex.
Ihr Dr. Werner Thurner
(meinen Doktor habe ich nicht in Kirchenrecht [was für ein Anspruch!] sondern in Medizin gemacht.)
#3.1.1.1 Werner Thurner am 15.07.2010 11:36 (Antwort)
Beiträge ohne gültige Mailadresse werden von meinem System nie freigeschaltet. Ich mußte diesen Spamschutz leider einbauen, weil andernfalls die Löschungsarbeit gegen irgendwelche Werbeeinträge zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Dafür bitte ich Sie um Verständnis.
Vielen Dank für Ihre beiden angegeben Linkhinweise, die sehr wertvoll zu lesen sind. Ich kann aber in keinem der beiden Artikel erkennen, warum meine Argumentation falsch wäre. Die Kirche als ganze und von Rom her behindert jedenfalls die rechtzeitige Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden überhaupt nicht. Der Pressesprecher des Heiligen Stuhles sagte daher bei der Vorstellung der aktualisierten Normen für die schwerwiegenderen Straftaten: "Das bedeutet, daß es nach der von der Kongregation für die Glaubenslehre vorgesehenen Praxis nötig ist, frühzeitig den Anordnungen der in den verschiedenen Ländern geltenden Gesetze zu genügen und nicht erst im Verlaufe des kirchenrechtlichen Verfahrens oder erst nach diesem." Wie schon bisher darf daher nicht von der weiterhin zum Schutz der Würde aller beteiligten Personen vorgeschriebenen vertraulichen Diskretion der kirchenrechtlichen Prozesse irrtümlich auf eine angebliche Nicht-Zusammenarbeit der Kirche mit staatlichen Strafverfolgungsbehörden geschlossen werden. Einen Sonderfall stellt dabei natürlich immer die absolute Wahrung des Beichtgeheimnisses dar. Ich empfehle Ihnen daher die Lektüre der geltenden römischen Leitlinien
und meinen neuesten Blogeintrag zum eben erwähnten Update des Vatikan zu sämtlichen Bestimmungen gegen den Mißbrauch von Sakramenten und gegen sexuellen Mißbrauch:
http://www.internetpfarre.de/blog/archives/252-VATIKAN-MISSBRAUCH-UPDATE-NORMAE-DE-GRAVIORIBUS-DELICTIS-UND-SACRAMENTORUM-SANCTITATIS-TUTELA.html
http://tinyurl.com/ce6oyw2
Außerdem empfehle ich Ihnen das aktuelle Buch von anstead.de über einen konkreten Fall sexuellen Mißbrauchs, der schon vor der in Deutschland angestoßenen Diskussion schadensersatzmäßig über die kirchengerichtliche Ebene behandelt werden konnte und bei dem ich auch mithelfen durfte.
#3.1.1.1.1 Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik (Homepage) am 16.07.2010 08:46 (Antwort)
"Die Kirche als ganze und von Rom her behindert jedenfalls die rechtzeitige Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden überhaupt nicht."
Und genau das ist falsch und gelogen, weil über diese Fälle das Papstgeheimnis gestülpt wird (vgl. Ihren langen Sermon bzw. die Bestimmungen von 2001) und somit keine Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden stattfindet.
Im übrigen ist es sinnlos, den Sexualtrieb (insbesondere bei Männern) zu unterdrücken. Wie auch immer man herumschwafelt.
Der Sexualtrieb der Männer ist das Natürlichste der Welt, und er sucht sich bei Fehlgeleiteten und bei mental Verkrüppelten Kinder und Jugendliche als Ziel der Begierde.
#3.1.1.1.1.1 Thurner am 15.07.2011 11:48 (Antwort)
S. g. Herr Dr. Thurner!
Besten Dank für Ihren Diskussionsbeitrag! Ich nehme an, daß Sie sich auf die neuesten Meldungen aus Irland und somit auf einen weiteren "Mißbrauchsreport" betreffend eine Diözese beziehen:
http://www.kath.net/detail.php?id=32337
Ich bleibe bei meiner These, daß es JETZT so ist, wie ich geschrieben hatte. Ich werde allerdings versuchen, den gesamten Report
durchzulesen und zu analysieren. Schon zu Beginn heißt es darin allerdings - und dies bestätigt meine Sicht der Dinge: "The Commission acknowledges that the standards which were adopted by the Church are high standards which, if fully implemented, would afford proper protection to children." Nach der vollständigen Lektüre werde ich gerne nochmals auf Ihre Stellungnahme eingehen, wobei ich noch zu Ihrem zweiten Kritikteil anmerke, daß die Kirche nie die "Unterdrückung" des Sexualtriebes erwartete, sondern die der Vernunft und dem Gewissen entsprechende Einordnung ins Ganze der menschlichen Existenz lehrt, damit der Mensch mit Leib und Seele sein Glück finden könne. Auch wenn etwas das Natürlichste sei, dann entbindet dies noch nicht von der sittlichen Verantwortung bei jenen, die sich einer durchschnittlichen Gesundheit erfreuen.
Einen gesegneten Sonntag schon heute für Sie! Padre Alex
#3.1.1.1.1.1.1 Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik (Homepage) am 16.07.2011 11:18 (Antwort)
S. g. Padre Alex,
Mir ging es nicht um spezielle Mißbrauchsfälle in Irland oder sonstwo, sondern um eine allgemeine Aussage zum männlichen Geschlechts/Sexualtrieb und dessen Möglichkeiten der Triebbefriedigung, welcher insbesondere bei katholischen Priestern durch zig Verbote (Zölibat, Masturbation, etc.) sytematisch verformt wird. Nur wenige Priester halten dies aus.
Aber dies ist meine höchstpersönliche Ansicht als Arzt und Mensch mit Lebenserfahrung, welche allerdings durch die mindestens achtmal höheren sexuellen Mißbräuche durch katholische Kleriker im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung bestätigt wird.
Es geht hier um das Thema "KIRCHENRECHT DOKUMENTE SEXUELLER MISSBRAUCH: KRITIK AN RÖMISCHER GEHEIMHALTUNG IST VERFEHLT" .
Knackpunkt ist hier, daß Sie auf das über allen Mißbrauchsfällen ruhende "päpstliche Geheimnis", mithin die Geheimhaltung dieser zentral in Rom gesammelten Fälle vor Strafverfolgungsbehörden n i c h t eingehen. Durch dieses päpstliche Geheimnis darf und kann es zu keiner Zusammenarbeit mit staatlichen Strafverfolgungs Behörden bei sexuellem Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester kommen, oder liege ich da falsch?
Die entsprechenden Paragraphen aus Art. 25 hatte ich ja bereits benannt.
Auch für Sie Padre Alex einen schönen Sonntag.
#3.1.1.1.1.1.1.1 Thurner am 16.07.2011 22:23 (Antwort)
Ja, darauf wollte ich auch noch eingehen, aber das ist eben das klassische Mißverständnis, möglicherweise sogar bei manchen früher regierenden Bischöfen (gewesen): das päpstliche Geheimnis bedeutet doch nichts anderes als das gewöhnliche kirchliche Amts- und Verfahrensgeheimnis, nur mit der höchsten "formalen" Stufe. Wenn die Gesetzgebung jedoch die in einem Staat vorgesehene oder verpflichtende Anzeige bei den staatlichen Behörden nicht verboten hatte oder nicht verbietet, so war das kirchliche Amtsgeheimnis überhaupt kein Grund oder eine Entschuldigung, keine Anzeige einzubringen. Denn beim päpstlichen Geheimnis geht es doch nur um das überall übliche Verfahrensgeheimnis, was das kirchliche Strafverfahren in all seinen Schritten betrifft. Das päpstliche Geheimnis schützt(e) daher nicht die / den Täter, egal welchen kirchlichen Standes. Das ist eben das Mißverständnis, das offenbar nur schwer aus den Köpfen herauszubringen ist. Es handelt sich um eine Ebenenverwechslung, weshalb eben gerade in den letzten Monaten die Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden vom Heiligen Stuhl her ganz klar eingeschärft worden ist, nicht zuletzt durch den Papst selbst in dem historisch bedeutsamen Hirtenbrief an die Katholische Kirche in Irland.
Einen schönen Abend von Padre Alex
#3.1.1.1.1.1.1.1.1 Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik (Homepage) am 17.07.2011 21:19 (Antwort)
"Denn beim päpstlichen Geheimnis geht es doch nur um das überall übliche Verfahrensgeheimnis, was das kirchliche Strafverfahren in all seinen Schritten betrifft. Das päpstliche Geheimnis schützt(e) daher nicht die / den Täter, egal welchen kirchlichen Standes. Das ist eben das Mißverständnis, das offenbar nur schwer aus den Köpfen herauszubringen ist."
In der Praxis arbeitet die RKK aber nicht mit Strafverfolgungsbehörden zusammen. Leider (!) gehört der Verdacht oder auch das Wissen um die Straftat sexueller Mißbrauch von Kindern oder Jugendlichen nicht zu den ogligatorisch (strafbewehrten) anzuzeigenden Straftatbeständen.
Insofern besteht tatsächlich keine Verpflichtung der Glaubenskongregation, die ihr vorliegenden (dort für die Weltpriesterschaft gesammelten, so gut wie erwiesenen Fälle) an die staatlichen Stellen zu melden.
Ermitteln diese staatlichen Stellen (z. B. auf die leider seltenen Hinweise der Opfer bzw. von deren Eltern), dann tritt das päpstliche Geheimnis bezüglich dieses Falles in Kraft, und aus Rom (aus der Glaubenskongregation) kommt nichts, nada, null.
Der Spiegel schrieb unter http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,775615,00.html -> "Abgehoben, elitär und narzißtisch." Irlands Premier Enda Kenny schimpft im Zusammenhang mit einem neuen Report auf den Vatikan. Dieser habe Kindesmißbrauch gezielt verharmlost und offizielle Untersuchungen behindert.
So geht es aus (8 x höhere Delinquenz bei sexuellem Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen bei katholischen Klerikern im Vergleich zu Männern der Allgemeinbevölkerung), wenn man den (natürlichen) Sexualtrieb von Männern glaubt, negieren und unterdrücken zu können. Auch hat der Vatikan die katholischen Priester so besser im (Abhängigkeits-)Griff. Und leider wird das so bleiben, weil sich nichts ändert am Denken des Vatikans, der alten Herren dort, auch bezüglich der Sexualität des Menschen und des Zölibats. Wenn es noch eines Beweises für Verharmlosung und Täterschutz, bzw. für Abblocken von staatlicher Strafverfolgung bedurft hätte, hier ist er erneut.
#3.1.1.1.1.1.1.1.1.1 Thurner am 21.07.2011 00:35 (Antwort)
In der Praxis arbeitet die Katholische Kirche sehr wohl mit den staatlichen Strafverfolgungsbehörden zusammen. Dies wurde insbesondere seit dem letzten Jahr häufig wiederholt, und diese Kooperationsverpflichtung trifft nicht die römische Glaubenskongregation als solche, sondern direkt die jeweiligen Diözesanbischöfe für ihre Bistümer in den entsprechenden Staaten. Staatliche Stellen werden überhaupt keine kirchenrechtlichen Dokumente benötigen, sondern müssen nach ihren Methoden ermitteln, was vom Heiligen Stuhl oder von Einrichtungen der Katholischen Kirche eben nicht behindert wird und auch nicht verhindert werden könnte. In der letzten Äußerung des Heiligen Stuhles
http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20110503_abuso-minori_ge.html
vom 3. Mai 2011 heißt es zur Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden weiterhin eindeutig:
"Der sexuelle Mißbrauch Minderjähriger ist nicht nur eine Straftat nach kanonischem Recht, sondern stellt auch ein Verbrechen dar, das staatlicherseits verfolgt wird. Wenngleich sich die Beziehungen zu staatlichen Behörden in den einzelnen Ländern unterschiedlich gestalten, ist es doch wichtig, mit den zuständigen Stellen unter Beachtung der jeweiligen Kompetenzen zusammenzuarbeiten. Insbesondere sind die staatlichen Rechtsvorschriften bezüglich einer Anzeigepflicht für solche Verbrechen immer zu beachten, freilich ohne das Forum internum des Bußsakraments zu verletzten. Selbstverständlich beschränkt sich diese Zusammenarbeit nicht nur auf die von Klerikern begangenen Mißbrauchstaten, sondern erfolgt auch bei Delikten, die Ordensleute oder in kirchlichen Einrichtungen tätige Laien betreffen."
( Vgl. auch meine Blogeintrag http://www.internetpfarre.de/blog/archives/280-EXKLUSIV-IN-DEUTSCH-LOMBARDI-SEXUELLER-MISSBRAUCH-RUNDSCHREIBEN-GLAUBENSKONGREGATION-LEITLINIEN.html )
Ich habe die Ansprache des irischen Premiers im übrigen gelesen und auch vollständig angehört. So sehr es menschlich verständlich ist, daß nicht wenige Opfer klerikalen sexuellen Mißbrauchs diese Rede als historisch einstuften oder sich erleichtert zeigten, so strotzt dieselbe aber vor Unsachlichkeiten und Ebenenverwechslungen, sodaß der Apostolische Nuntius mit Recht zu Konsultationen ins Päpstliche Staatssekretariat zurückgerufen wurde, damit die Vorwürfe geprüft und beantwortet werden können. Ich habe dazu einen Blogeintrag begonnen:
http://www.internetpfarre.de/blog/archives/283-IRISCHER-MISSBRAUCH-REPORT-ZEIGT-PAPST-UND-BISCHOEFE-LIEGEN-MIT-PRAEVENTION-RICHTIG.html
#3.1.1.1.1.1.1.1.1.1.1 Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik (Homepage) am 27.07.2011 00:17 (Antwort)
Die Erfindung der pauschalen Verurteilung:
„Außerhalb der katholischen Kirche kann man kein Heil erlangen.“
Die älteste, umfangreichste und härteste pauschale Verurteilung aller Zeiten.
Die umfangreichste und härteste deswegen, weil es viele Milliarden Menschen ohne Ansehen der Person zur härtesten Strafe, der ewigen Verdammnis, verurteilt. Da ändert auch der Zusatz, den man in jüngster Zeit eingefügt hat, nichts daran, das ist ein zu kleiner Tropfen auf einem zu heißen Stein.
„Mit dem Maßstab, mit dem man mißt, wird man selbst gemessen werden.“
Der Erfinder der pauschalen Verurteilung wird nun selbst pauschal verurteilt. Gott funktioniert manchmal langsam, aber dafür sicher.
#4 badhofer (Homepage) am 09.04.2010 08:02 (Antwort)
S. g. Herr Badhofer!
Die universale Katholische Kirche hat diesen Satz nie exklusiv verstanden und eine Auslegung wie die von Ihnen verstandene sogar verurteilt, und das gilt für immer. Denn der Heilswille des allmächtigen Gottes ist universal auf alle Menschen ausgerichtet. Nur der Mensch selbst kann sich dagegen stellen. Hinzu kommt, daß bei fehlender Information über die Wirklichkeit und Wahrheit Gottes als Dreifaltigkeit und über das Kommen des Erlösers Jesus Christus als Gott-Mensch keine Schuld vorliegt und somit die außerordentliche Möglichkeit des ewigen Heils gegeben ist, wenn nämlich solche Menschen nach bestem Wissen und Gewissen handeln.
Wer also den von Ihnen in die Diskussion eingebrachten Glaubenssatz exklusiv und somit falsch versteht, ist nicht katholisch. Mit diesem Satz gemeinsam muß wenigstens immer auch der heilige Paulus zitiert werden: "Gott will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen." (1 Tim 2,4) Das letzte XXI. Ökumenische Konzil hat die geltende Lehre und das diesbezüglich richtige Verständnis wiederum vorgelegt, und zwar ohne Irrtum:
Mit besten Ostergrüßen! Padre Alex
#4.1 Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik (Homepage) am 09.04.2010 10:06 (Antwort)
Natürlich hat die katholische Kirche diesen Satz nie exklusiv verstanden, und es wurden auch im Laufe der Jahre oder Jahrhunderte einige Male Zusätze eingebracht, welche die Interpretation einer Exklusivität eindeutig ausschließen. Aber, was ändert das an der Grundaussage? Auch innerhalb der katholischen Kirche ist das ewige Heil an gewisse Voraussetzungen gebunden. Es ist ja nicht so, daß jeder, der katholisch ist, aufgrund seiner Mitgliedschaft in der katholischen Kirche automatisch das ewige Heil erlangt.
"Unter bestimmten Vorraussetzungen ist sowohl innerhalb als auch außerhalb der katholischen Kirche das ewige Heil zu erlangen".
Diese Formulierung ist der Wirklichkeit wesentlich näher, wobei der Zusatz zulässig wäre: „Die Vorraussetzungen innerhalb der katholischen Kirche weichen von den Vorraussetzungen außerhalb der katholischen Kirche in vielen Bereichen ab. Man kann das ungefähr mit einer Patentschrift vergleichen: in einer Patentschrift gibt es stets einen oder mehrere durchnummerierte Sätze, die mit "Patentansprüche" überschrieben sind. Der erste Satz ist der wichtigste.
Folglich hat der erste Satz, wie schon vorher erwähnt, folgendermaßen zu lauten:
Satz 1) "Unter bestimmten Vorraussetzungen ist sowohl innerhalb als auch außerhalb der katholischen Kirche das ewige Heil zu erlangen“. Satz 2) . . . Satz 3) . . . usw.
Solange dies nicht geschieht, kann man von einer Pauschalverurteilung ausgehen, welche sich als Maßstab früher oder später gegen sich selbst richtet. Daß das so ist, wäre zu mühselig, darüber zu diskutieren, ist aber auch nicht nötig, die nächsten, ich würde 'mal sagen, zwei Jahre, werden es zeigen - oder auch nicht, werden Sie jetzt sicher sagen, aber, warten wir es einfach ab. Wir haben ja Zeit genug.
#4.1.1 badhofer (Homepage) am 10.04.2010 01:00 (Antwort)
Antwort zu [ Ursprung ]#1: badhofer am 02.03.2010 21:54 #2: Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik am 09.03.2010 09:25 #2.1: Werner am 18.04.2010 03:38 #2.1.1: Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik am 13.07.2010 11:14 #3: Dr. Regisseur am 31.03.2010 06:08 #3.1: Werner am 13.07.2010 09:44 #3.1.1: Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik am 13.07.2010 11:15 #3.1.1.1: Werner Thurner am 15.07.2010 11:36 #3.1.1.1.1: Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik am 16.07.2010 08:46 #3.1.1.1.1.1: Thurner am 15.07.2011 11:48 #3.1.1.1.1.1.1: Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik am 16.07.2011 11:18 #3.1.1.1.1.1.1.1: Thurner am 16.07.2011 22:23 #3.1.1.1.1.1.1.1.1: Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik am 17.07.2011 21:19 #3.1.1.1.1.1.1.1.1.1: Thurner am 21.07.2011 00:35 #3.1.1.1.1.1.1.1.1.1.1: Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik am 27.07.2011 00:17 #4: badhofer am 09.04.2010 08:02 #4.1: Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik am 09.04.2010 10:06 #4.1.1: badhofer am 10.04.2010 01:00

References: §1
 Art. 36
 § 2

§2

§1
 §2
 Art. 25