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Timestamp: 2019-04-24 00:07:33+00:00

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FG Düsseldorf Urteil vom 03.11.2016 - 16 K 3383/10 F | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
FG Düsseldorf Urteil vom 03.11.2016 - 16 K 3383/10 F
Erträge aus intransparenten („schwarzen”) Fonds – Pauschale Ermittlung gemäß § 6 InvStG, Nachweis der tatsächlichen Höhe der Einkünfte, Mindestanforderungen des BMF-Schreibens vom 28.7.2015, Möglichkeit der individuellen Schätzung der Erträge, Ermittlungspflichten des FA, Verfassungsmäßigkeit des § 6 InvStG. - Revision eingelegt (Aktenzeichen des BFH: VIII R 31/16)
Werden die für den Nachweis der tatsächlichen Höhe der Einkünfte aus intransparenten („schwarzen”) Fonds aufgestellten Mindestanforderungen des BMF-Schreibens vom 28.7.2015, BStBl I 2015, 610, nicht erfüllt, sind die Erträge nach Maßgabe des § 6 InvStG anzusetzen (vgl. BFH-Urteil vom 17.11.2015 VIII R 27/12, BStBl II 2016, 539).
Dies schließt eine dem Anleger günstigere individuelle Schätzung der Erträge aus.
Die Ersetzung dieser Mindestanforderungen durch innerstaatliche Ermittlungen oder die Inanspruchnahme der Amtshilfe ausländischer Behörden kommt nicht in Betracht.
Verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Ausgestaltung der Regelung des § 6 InvStG bestehen nicht (vgl. BFH-Urteil vom 28.7.2015 VIII R 2/09, BStBl II 2016, 447).
InvStG § 2 Abs. 1 S. 1 1. Halbsatz, § 5 Abs. 1, § 6 S. 1; EStG § 20 Abs. 1 Nr. 1
Die Klägerin zu 1. ist Alleinerbin ihres im August 2002 verstorbenen Ehemannes. Der aus Belgien stammende verstorbene Ehemann hatte Anteile an ausländischen Investmentfonds erworben und diese in einem Depot bei der A-Bank Belgien gehalten. Nachdem der gemeinsame Sohn (Kläger zu 2.) seinen Pflichtteilsanspruch geltend machte, übertrug die Klägerin zur Erfüllung des Pflichtteilsanspruchs im Jahre 2003 das Depot zur Hälfte auf den Kläger zu 2. Dementsprechend wurden die Erträge aus den (fortgeführten) Kapitalanlagen ab 2003 einheitlich und gesondert festgestellt und den Klägern hälftig zugerechnet.
Die Kläger erzielten in den (verbliebenen) Streitjahren 2004 bis 2008 Zinsen in geringer Höhe sowie Erträge aus Investmentanteilen („Fondserträge”). Streitig ist, wie die Fondserträge zu berechnen sind.
Bezogen auf die Streitjahre bis 2006 handelte es sich bei sämtlichen Investmentanteilen unstreitig um Anteile an sog. intransparenten („schwarzen”) Fonds, deren Besteuerung ab dem Jahre 2004 im Investmentsteuergesetz (InvStG) geregelt war. Die Kläger erklärten die „nicht veröffentlichten Fondserträge” für die Streitjahre bis 2006 ausnahmslos im Schätzungswege. Gleiches galt für die Streitjahre 2007 und 2008 bezogen auf die Anteile an 3 von insges. 6 Fonds; für die Anteile an den übrigen 3 Fonds erfolgte ein Ansatz „lt. beiliegenden Listen” bzw. „lt. Börsenzeitung”. Die „Fondserträge” wurden danach wie folgt erklärt (Beträge in €):
Ermittlung/Schätzung (s. „Anlagen zur Anlage KAP”)
8.435,43
= 1,7% der Depotwerte per 31.12.2003 von insges. 496.201,78
10.500,94
= 2% der Depotwerte per 31.12.2004 von insges. 525.046,85
12.318,18
= 2% der Depotwerte per 31.12.2005 von insges. 615.909,17
13.263,04
= 2% der Depotwerte per 31.12.2006 von insges. 663.151,98
12.672,46
Für 3 Fonds Ansatz Erträge „lt. beiliegenden Listen” i.H. von insges. 2.923,86; für 3 Fonds mit Depotwerten per 31.12.2006 von insges. 487.430,09 Ansatz mit 2% = 9.748,60
14.272,88
Für 3 Fonds Ansatz Erträge „lt. Börsenzeitung” i.H. von insges. 3.406,50); für 3 Fonds mit Depotwerten per 31.12.2008 von insges. 362.212,81 Ansatz mit 3% = 10.866,39
Der Beklagte (das Finanzamt --FA--) setzte die „Fondserträge” demgegenüber wie folgt an (Beträge in €):
Ermittlung (s. Bescheidsanlagen)
38.503,53
Schätzung in Anlehnung an
(s. BMF-Schreiben in BStBl I 2009, 770)
32.691,41
63.603,62
49.463,21
37.045,03
(auch für die 3 Fonds nicht wie erklärt Ansatz Erträge „lt. beiliegenden Listen” i.H. von insges. 2.923,86, sondern höhere Beträge nach
(unter Berücksichtigung der Depotwerte per 31.12.2007))
Fondserträge für 3 Fonds wie erklärt insges. 3.406,50. Für 3 Fonds mit Depotwerten per 31.12.2008 von insges. 362.212,81 Ansatz nach
mit 6% = 21.732,77.
Die Kläger machten nach erfolglosem Einspruchsverfahren im Klageverfahren u.a. geltend, dass die für Jahre ab 2004 geltende Regelung in § 6 InvStG gemeinschaftsrechtswidrig sei.
Daraufhin wurde die Frage der Gemeinschaftsrechtswidrigkeit des InvStG dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Entscheidung vorgelegt. Auf den (Vorlage-) Beschluss vom 3.5.2012 hin hat der EuGH mit Urteil vom 9.10.2014 C-326/12 (veröffentlicht u.a. in Sammlung amtlich nicht veröffentlichter Entscheidungen des Bundesfinanzhofs -BFH/NV- 2014, 2029) entschieden, dass § 6 InvStG europarechtskonform so zu verstehen sei, dass es dem Steuerpflichtigen auch bei sog. intra...

References: § 6
 § 6
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 § 2
 § 5
 § 6
 § 20
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 EuGH 
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