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Timestamp: 2013-06-19 17:25:38+00:00

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»Was taugt das Regelwerk bez�glich �
� der Getrennt- und Zusammenschreibung?«
Dieser Beitrag wurde am 15.04.2010 um 20.29 Uhr eingetragen.
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Zu "bekannt gab" (#6259):In der amtlichen Regelung von 2006 findet man zum einen folgende Bestimmungen:§ 34Partikeln, Adjektive, Substantive oder Verben können als Verbzusatz mit Verben trennbare Zusammensetzungen bilden. Man schreibt sie nur in den Infinitiven, den Partizipien sowie im Nebensatz bei Endstellung des Verbs zusammen.Dies betrifft[...](2) Zusammensetzungen mit einem adjektivischen ersten Bestandteil. Dabei sind folgende Fälle zu unterscheiden:(2.1) Es kann zusammen- wie auch getrennt geschrieben werden, wenn ein einfaches Adjektiv eine Eigenschaft als Resultat des Verbalvorgangs bezeichnet (sog. resultative Prädikative), [...](2.2) Es wird zusammengeschrieben, wenn der adjektivische Bestandteil zusammen mit dem verbalen Bestandteil eine neue, idiomatisierte Gesamtbedeutung bildet, die nicht auf der Basis der Bedeutungen der einzelnen Teile bestimmt werden kann, [...]E5: Lässt sich in einzelnen Fällen keine klare Entscheidung darüber treffen, ob eine idiomatisierte Gesamtbedeutung vorliegt, so bleibt es dem Schreibenden überlassen, getrennt oder zusammenzuschreiben.Zum anderen gibt es im Wörterverzeichnis folgenden Eintrag:bekannt [geben, bekanntgeben; machen, bekanntmachen (vorstellen; zur Kenntnis bringen); werden, bekanntwerden § 34 E5; sein § 35; das Bekanntmachen § 37(2)]Bei bekanntwerden ist der Verweis auf E5 gerechtfertigt, aber warum sollte auch bekanntgeben darunterfallen?
verschoben Dieser Beitrag wurde am 03.11.2008 um 21.52 Uhr eingetragen.
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Kommentar von Theodor Ickler, verfa�t am 01.11.2008 um 06.03 UhrBei Bl�ttern im Regelwerk f�llt mir wieder mal auf: ebenso lang usw. wird jetzt getrennt, aber ebensovielmal ist noch zul�ssig, neben neuem ebenso viel Mal. zuleid(e) kann man jetzt auch zu Leid(e) schrieben, aber zuliebe bleibt. Und das soll sich ein Sch�ler merken!
verschoben Dieser Beitrag wurde am 27.09.2008 um 22.30 Uhr eingetragen.
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Kommentar von Philip Köster, verfaßt am 25.09.2008 um 21.15 Uhr Lieber Herr Riemer,das Gebiet der GZS von Verben ist sicherlich ein sehr Spannendes, und es war mir in der Kürze meines Beitrags nicht möglich, weitere Regeln zu nennen. Ich weiß, wie schwer es ist, Schülern die GZS näherzubringen � wenn schon ein Mark Twain sie nicht verstanden hat, sollten wir auch mit unseren Schülern entspannter umgehen. Ich behaupte nicht, das Ei das Kolumbus gefunden zu haben, schon aber eine Handvoll Regeln, die achtundneunzig Prozent aller Fälle gut abdecken. Wenn dann zwei Prozent Herrn Konrad Dudens vor die Hunde gingen, wäre das aber immer noch bedeutend weniger als bei dem, was Herr Augst und Herr Eisenberg vorgelegt haben. nach oben
Dieser Beitrag wurde am 24.09.2008 um 18.10 Uhr eingetragen.
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Diese Betonungsregel finde ich auch gut, nur taugt sie haupts�chlich dann, wenn der zweite Teil betont wird, dann wird (fast immer?) auseinander geschrieben. Aber wenn der erste Teil betont wird, wei� man trotzdem nicht so genau.Ob bei der Handlung ein Resultat vorliegt, l��t sich m.E. sehr leicht sagen, dazu mu� man nicht gro� analysieren, sowas traue ich auch sprachlichen Laien wie mir zu.Und dann �berlege ich mir die Sache vor allem von der Bedeutung her. Beh�lt das Verb seine urspr�ngliche Bedeutung, dann besteht kein besonderer Grund, es zu ver�ndern (mit einem anderen Wort zusammenzusetzen). �ndert sich aber die Bedeutung, dann darf das auch ruhig durch ein neues (zusammengesetztes) Wort angezeigt werden. Alle drei Regeln sind m.E. sehr einfach. Manchmal gibt es Zweifelsf�lle, wo man mehrere Aspekte, also vielleicht alle drei Regeln beachten sollte. Ich bin also daf�r, nicht nur nach einer Regel zu schauen, sondern m�glichst alle vern�nftigen Gr�nde zu beachten. Diese drei scheinen mir wohl die wichtigsten zu sein.Und dann gibt es immer noch F�lle, wo eine unterschiedliche Schreibweise, je nach Sichtweise, m�glich ist.Wie schreibt man das zum Beispiel, wird etwas zusammen geschrieben oder zusammengeschrieben?Ich denke, genauso wie man zwei W�rter getrennt oder auseinander schreiben kann, kann man sie auch zusammen schreiben. Wenn man aber mehr den Akt der Zusammensetzung im Blick hat und damit das Resultat, dann hat man eben das zusammengeschriebene Wort. nach oben
Dieser Beitrag wurde am 23.09.2008 um 22.40 Uhr eingetragen.
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Kommentar von Philip Köster, verfaßt am 23.09.2008 um 20.25 UhrHerr Albert,Sie sprechen da einen wunden Punkt des Dudens an. Der alte Duden selig dekretierte: Resultativzuammenätze werden zusammengeschrieben: "kranklachen, sich", "schlappmachen, sich", "trockenlegen, einen Sumpf", "Macht kaputt, was euch kaputtmacht!"Die Regel ist nicht schlecht. Das Problem dieser Regel ist: sie verkennt das eigentliche Problem: ob nämlich etwas zusammengeschrieben wird oder nicht, diese Beurteilung sollte nicht der Wort- und Satzfunktionsanalyse vorenthalten bleiben, die höchstens noch Germanisten möglich ist � die Sprachteilhaber haben ein gutes Recht auf eine leicht zu erlernende Regel.Mein Deutschlehrer war da schlauer. Er brachte mir bei: Aus Betonung auf dem Erstglied folgt Zusammenschreibung. Ich bin mit dieser Regel bestens durchs Leben, durchs Abitur und durch die Uni gefahren. Natürlich gibt es hier Kollateralschäden: Warum man jmdm. etwas "auseinandersetzt", wenn man ihm etwas erklärt, Schüler aber "auseinander setzt", wenn sie sich nicht vertragen, diese Unterscheidung hat dann keine Bedeutung mehr � nach der Betonungsregel wird beides zusammengeschrieben.Ich halte die Betonungsregel noch immer für die beste Lösung zur Regelung der deutschen Getrennt- und Zusammenschreibung von Verben. Mein Deutschlehrer war nicht so doof. Kommentar von Kurt Albert, verfaßt am 23.09.2008 um 19.31 UhrAch ja, der "Duden"Wie war das noch mit "morgen früh"? In zwei neuen Ausgaben des Rechtschreibdudens (also 2006 erschienen und vor einigen Monaten nachgedruckt) fand ich unkommentiert die (österreichische) Nebenvariante "morgen Früh".Und kürzlich war im Kollegenkreis zu überlegen, wie "sich schlau machen" nach der Neuregelung zu schreiben sei.In der amtlichen Wörterliste (Anmerkungen unterlasse ich jetzt) findet sich lediglich "schlau". Unsere famosen Wörterbücher, Duden und Wahrig, schreiben zusammen: "sich schlaumachen". Warum eigentlich?Nach dem ministeriellen Regelwerk, wer es akzeptieren will, werden ja gemäß § 34 (2.1) die "resultativen Prädikate" getrennt geschrieben, fakultativ zusammen, die idiomatischen Wendungen nach § 34 (2.2) wie "sich kranklachen" zusammen.Wie behandeln wir also "sich schlau machen"? Mir scheint die Getrennschreibung treffender, Reform hin oder her (den "Ickler" hatte ich leider nicht zur Hand).Gab es zu diesem Punkt womöglich Separattreffen der Wörterbuchredaktionen mit dem Rechtschreibrat?
Dieser Beitrag wurde am 29.05.2008 um 23.00 Uhr eingetragen.
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Lieber Herr Ludwig,das liturgische bzw. akademische Jahr tickt ja links und rechts des Atlantik immer noch ziemlich �hnlich. Auch ich bin verstrickt in die von mir sehr ernst genommene Didaktik und die von mir fast t�glich verh�hnte hochschulische Gesch�ftlhuberei. Meine Verantwortung f�r die mir Anvertrauten nehme ich � im Rahmen des Gegebenen � so ernst ich kann und werde immer weniger genie�bar, wenn "man" mir da unbedarft dazwischenfunkt.Ihre �berraschungs- oder Verzweiflungs-exclamatio "Was es nicht alles als unterordnende Konjunktion gibt!" hat ja wohl ihren Grund oder gar ihre � willensau�en liegende � Ursache; sie ist also die gesunde Reaktion auf die teils uns�glichen Inhalte der leider heiliggesprochenen Duden-Grammatik.Eine Wortklasse der Konjunktionen ist nicht konstituierbar, weil in ihr v�llig disparate Elemente zusammenzufassen w�ren (ohne "Invariante" � wie es einst hie�). Man sollte daher � Silben wie Worte sparend � von Konjunktoren und Subjunktoren sprechen (so Ulrich Engel), die syntaktische Kennzeichen (mit oder ohne relationalen Nebenwert) f�r syndetische Parataxen bzw. Hypotaxen (Ulrich Engel unbekannt) sind. Zu den von Ihnen nach dem Duden zitierten syntaktischen "Analysen" m��te man das "Organ" eines Demothenes haben und eine Philippika halten, weil in ihnen so ziemlich alles durcheinandergeworfen wird, was sich l��t.F�r eine etwas genauere Scheidung von Anaphorika, Kataphorika, Biphorika, Wiederaufnahmen, Deiktika, Konjunktoren, Subjunktoren, Proadverbien bzw. Proadjektiven als zu explizierende Proattribute, Operatorpartikeln, Adjunktoren (letztens sogar im IdS angekommen) und weiteren Fismatenten br�uchte es einen mittelm��ig ausgedehnten Aufsatz. Einiges wurde von mir dazu einst irgendwo gebellt, ohne von den "f�hrenden Grammatikern" wahrgenommen zu werden. Heute bin ich es leid, die Tiefsch�rfungen der Duden-Grammatik betrachten zu m�ssen, und werde also nicht mit dem Messer in deren grammatische S�mpfe leuchten.An die "syntaktische Konstituentenkategorie" mu� man sich � wie Herr Konietzko vorschl�gt � dann halten, wenn es ohne diese nicht weitergeht. Harald Weinrichs "Textgrammatik" ist der beste Beleg daf�r, wo man hinger�t, wenn man leicht infantil nur mit W�rtern handelt und daher z.B. so da� und soda� f�r dasselbe h�lt bzw. f�r "Schreibvarianten". Aber da es Harald Weinrich gesagt hat, kann nicht dran ger�ttelt werden. Argumente (nicht im Sinne der griechischen Rhetorik!) z�hlen nicht, sondern Meriten! Mir f�llt gerade noch ein: Die Griechen hatten zu gewissen Zwecken und in gewissen Situationen ihre Gerontokratie (nie als Institution!).
Dieser Beitrag wurde am 27.05.2008 um 00.10 Uhr eingetragen.
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Liebster Herr Schatte, auch ich bin �berarbeitet (wir haben hier das Ende des akademischen Jahres), und statt hier in diesem Seitenthema f�r alle Zeiten G�ltiges zu suchen, sollte ich lieber bedr�ckt Langweiligeres genau durchsehen und abbuchen. Und so hatte ich die ganze Zeit schon an Sie gedacht, der Sie sich sowohl auf den feinsten �sten der Terminologie, wohin Ihnen gar nicht jeder nachsteigen m�chte, mit gro�er Sicherheit bewegen und mit den Problemen, die ein Fremdsprachler mit der Struktur des Deutschen hat, engstens vertraut sind � gut, da� Sie sich gemeldet haben; schon da� Sie von "Konjunktoren und Subjunktoren" sprechen, l��t mich einsichtig aufatmen. Beste Gr��e Ihnen also von einem an einem nationalen Feiertag in b�rokratischen Dornenhecken und anderem Verfangenen, der Pr�fungen und anderes korrigiert, wo selbst die Tochter in einem US-Konsulat in Deutschland ihren US-Feiertag hat, wo wir hier aber Pr�fungen geben, denn das Arbeitsjahr mu� Gott sei Dank zu Ende gehen. (Letzteres allen Mitstreitern hier, die die USA noch nicht ganz abgeschrieben haben: Wir arbeiten viel. Ob wir auch etwas leisten, ist eine andere Frage.)
Dieser Beitrag wurde am 26.05.2008 um 22.16 Uhr eingetragen.
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Lieber Herr Ludwig und lieber Herr Konietzko,hab im Moment keine Zeit, n�her auf "Konjunktionen" etc. und gar satzgliedwertige einzugehen, und lasse Sie beide im Glauben ans Gesamt von Relativa, Konjunktoren und Subjunktoren, bis ich Genaueres zu bellen Zeit finde. Bis dahin w�nsche ich Ihnen und allen, die Sie lehren, durchzukommen durch die syntaktische(n) Hecke(n), ohne an Seele Schaden zu nehmen oder solchen gar der hinter derselben schlafenden Prinzessin anzutun. Ein wenig in Eile nur zu fl�chtigem �berfliegen angediehen.
Dieser Beitrag wurde am 26.05.2008 um 20.40 Uhr eingetragen.
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Ja, das (#3389) ist gut beobachtet. Was ist aber dann die subordinierende Konjunktion? Die finite Verbform steht ganz nat�rlich am Ende, und das tut sie, wenn wir am Anfang etwas mit der Funktion der unterordnenden Konjunktion haben, eben eine unterordnende Konjunktion, manchmal eine Form, die mehr als eine Satzteilfunktion tr�gt (z. B. Relativpronomen). Irgendwann m�ssen in obschon/soweit/obwohl/solange/sobald/sowie usw. die Teile eigentlich ja einer Wortgruppe mal so zusammengetreten sein, da� wir sie heute einer Wortart zuz�hlen. Der Ausdruck "syntaktische Konstituentenkategorie" ist mir nicht vertraut, aber ich verstehe ihn gleich und �bernehme ihn gern. Ich selbst h�tte nach dem Hinweis gleich von einem "unterordnenden Konjunktional" gesprochen. Aber hier ist mehr am Werken, als es � jedenfalls f�r mich � zun�chst den Anschein hat. W�hrend man bei bestimmten untergeordneten S�tzen die Konjunktion weglassen kann, wenn man im Nebensatz eine Hauptsatzwortstellung benutzt (Ich wei�, da� er heute abend kommt -> Ich wei�, er kommt heute abend [auch engl.: I know he is coming tonight]; Wenn ich Geld h�tte, ... -> H�tte ich Geld, ... [Had I money, ...]), k�nnen wir hier zwar die finite Verbform an den Anfang holen: So verzweifelt sie auch gek�mpft haben mag -> *Mag sie auch so verzweifelt gek�mpft haben, � [...], aber nichts f�llt eigentlich aus; im Gegenteil, wir verst�rken das "so" mit "noch": "Mag sie auch noch so verzweifelt gek�mpft haben, � [...]" Auch k�nnen wir nach dem Komma nicht mit der finiten Verbform des Hauptsatzes fortfahren; daher mein Gedankenstrich nach dem Komma! Wir k�nnen nat�rlich auch "so" allein als unterordnende Konjunktion ansehen, die bei der Umstellung ganz nat�rlich wegfiele: "Mag sie auch verzweifelt gek�mpft haben, � [...]" Aber ich sp�re, da� das doch etwas andres ist als "So verzweifelt sie auch gek�mpft haben mag, ..." Ersteres entspr�che eher einem "So sie auch verzweifelt gek�mpft haben mag, [...]" Was es nicht alles als unterordnende Konjunktion gibt! Mein alter Grammatik-Duden stellt "Nun ist die Stunde der Entscheidung da. Wir m�ssen tapfer sein" neben "Nun die Stunde der Entscheidung da ist, m�ssen wir tapfer sein." Das hei�t, das Adverb des ersten Satzes tr�gt hier auch die Funktion der unterordnenden Konjunktion. Diese syntaktische Konstituentenkategorie "so weit" hatte ich mit der Funktion der Unterordnung gesehen; ein Fehler, der auch dadurch bedingt war, da� auf "so" allein als unterordnende Konjunktion im Standarddeutsch nicht gerade viel hingewiesen wird. Das wichtigste war mir im Zusammenhang jedoch, da� die Aussprache sehr sch�n hilft, ob man den Ausdruck, um den es hier geht, zusammen oder getrennt schreibt.
Dieser Beitrag wurde am 26.05.2008 um 18.42 Uhr eingetragen.
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Herr Ludwig schreibt (in #3387): �Aber auch die Konjunktion �soweit / so weit� schreibe ich nicht immer zusammen: �Soweit ich wei�, [...]� und �So weit sie beruflich auch gekommen sein mag, � [...]��So schreibt man herk�mmlicherweise, aber das so weit im zweiten Beispiel w�rde ich nicht als Konjunktion bezeichnen.Der SatzSo weit sie beruflich auch gekommen sein mag, ...ist vergleichbar mitSo verzweifelt sie auch gek�mpft haben mag, ...Hierin ist so verzweifelt keine einzelne Wortform, sondern eine Wortgruppe und geh�rt deshalb keiner Wortart an (nur einer syntaktischen Konstituentenkategorie). Das gleiche gilt f�r so weit in Herrn Ludwigs zweitem Beispielsatz.
Dieser Beitrag wurde am 26.05.2008 um 16.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=39#3387
Das "Beispiel 'Musste es so weit kommen?'" � naja, Sie haben recht, geschickt gew�hlt zwar, aber eben nicht hilfreich f�r den Ratsuchenden. Zur Unterscheidungsschreibung w�re das Beispiel "Es ist [nun] soweit" (welches uns die Aussprache auch nahelegt) und "Es ist [doch/ja/nun] so weit" (welches uns die Aussprache ebenfalls nahelegt) hilfreicher. Ohnehin sollten diese Art B�cher nicht vorschreiben, sondern beraten, auch in der Schule. Und was wissen denn die Kultusminister �ber Rechtschreibung! Den "strengen unreformierten Duden" habe ich zu dieser Frage nie aufgeschlagen.Die unterschiedliche Aussprache und die daraus folgende Unterscheidungsschreibung haben wir auch mit folgendem "da�"-Satz: "Es ist [nun/jetzt] soweit, da� [...]" und "Es ist [doch/ja/jetzt] so weit, da� [...]." Der Unterschied scheint mir auch darin zu bestehen, da� wir temporal "Es ist soweit / Die Zeit ist da, da� [...])" haben und lokal "Es ist [doch/ja] so weit / Die Entfernung ist so gro�, da� [...]".Aber auch die Konjunktion "soweit / so weit" schreibe ich nicht immer zusammen: "Soweit ich wei�, [...]" und "So weit sie beruflich auch gekommen sein mag, � [...]" Alles gem�� dem, wie man spricht.
Dieser Beitrag wurde am 26.05.2008 um 13.25 Uhr eingetragen.
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Nachtrag: Unklar ist hier, ob der "Gummiparagraph" � 39 E3 ("In den folgenden F�llen bleibt es dem Schreibenden �berlassen, ob er sie als Zusammensetzung oder als Wortgruppe verstanden wissen will" � aus dieser Formulierung geht hervor, da� es einen Bedeutungsunterschied geben m��te, denn sonst w�re das "verstanden wissen will" sinnlos) greift, da unter den "F�gungen in adverbialer Verwendung" (� 39 E3 [1]) nur solche mit substantivischen Bestandteilen aufgef�hrt sind. Eine Beschr�nkung auf solche F�lle ist allerdings nicht explizit vermerkt, und unter � 39 E2 (2.1) hei�t es auch nur "F�gungen in adverbialer Verwendung", jedoch finden sich neben den substantivischen Beispielen (zu Ende [gehen, kommen], ...) noch folgende substantivfreie Ausdr�cke: dar�ber hinaus, nach wie vor, vor allem.Im Wahrig (2006) gibt es nur den Eintrag "soweit" als Konjunktion, zusammen mit einem Verweis auf den Eintrag "so", und dort findet sich bez�glich nicht als Konjunktion verwendetem "soweit" nur das Beispiel Musste es so weit kommen? � was geschickt gew�hlt ist, denn hier w�rde mir "soweit" befremdlich vorkommen; wie h�tte man das denn nach dem strengen unreformierten Duden geschrieben?
Dieser Beitrag wurde am 26.05.2008 um 08.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=39#3384
Vielen Dank f�r diese R�ckblende, lieber Herr Konietzko. Ich habe mir daraufhin die amtlichen Regeln angeschaut und festgestellt, da� die Getrenntschreibung nicht zu beanstanden ist – im Gegenteil: Nur die Konjunktion soweit mu� zusammengeschrieben werden (� 39 [2]), hingegen gilt nach � 39 E2 (2.4) f�r alle F�lle von "so, wie oder zu + Adjektiv, Adverb oder Pronomen" Getrenntschreibung ("zum Beispiel: [�] so [wie, zu] weit").Fazit: Das in herk�mmlicher Schreibung m�gliche Es ist soweit! ist reformiert nicht zul�ssig.
Dieser Beitrag wurde am 14.05.2008 um 21.58 Uhr eingetragen.
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Der Terminus "feste Zusammensetzung" scheint langsam einer sog. Umdeutung unterzogen zu werden, denn Klaus Achenbach mu�te lesen"Laut den Amtlichen Regeln ist "brustschwimmen" eine feste Zusammensetzung".Da die Partizipia brustschwimmend, brustgeschwommen regelm��ige Formen zu brustschwimmen sind, k�nnen die amtlichen Regulatoren von diesem und jenem nur gemeint haben, da� dieses Lexem / Lemma in seiner Schreibung aus Modus und T�tigkeit fest gef�gt ist wie einst Burgen. Dem ist so, es sollte aber anders bezeichnet werden, z.B. als feste Univerbierung im Gegensatz zu einer latenten. Mit dieser revolutionairen Terminologie wird der allgemeine Regelfitz im Malefiz der "Reform" noch gr��er, als er ohnehin schon ist.
verschoben Dieser Beitrag wurde am 14.05.2008 um 14.47 Uhr eingetragen.
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Kommentar von Klaus Achenbach, verfa�t am 12.05.2008 um 00.57 Uhr Das Wort "saptamitatpurusha" ist nun wirklich etwas entlegen.Um bei unserer Muttersprache zu bleiben, habe ich bei Google nach "gebrustschwimmt" in den "Seiten auf Deutsch" gesucht. Es gab nur eine Fundstelle. Merkw�rdigerweise gab es aber zwei Fundstellen, als ich im gesamten "Web" danach gesucht habe. Die zweite Fundstelle war ein �lterer Beitrag von mir in diesem Forum, in dem ich sagte, da� wohl kaum jemand "gebrustschwommen" oder "gebrustschwimmt" sagen w�rde. Ich lasse mich belehren.Weiterhin merkw�rdig ist, da� eine Suche nach "gebrustschwommen" immer zwei Ergebnisse bringt, gleich ob im "Web" oder in den "Seiten auf Deutsch", darunter wieder mein erw�hnter Beitrag.Soviel zur Zuverl�ssigkeit der Google-Suche.Noch zur Sache: Laut den Amtlichen Regeln ist "brustschwimmen" eine feste Zusammensetzung. Daher mu� zwingend der Perfekt entweder "gebrustschwommen" oder "gebrustschwimmt" lauten. Immerhin haben zwei Leute das erkannt. Alle Achtung!Kommentar von Wolfram Metz, verfa�t am 11.05.2008 um 21.49 Uhr Manchmal bilde ich � zum Spa� oder aus beruflichen Gr�nden � W�rter, oft Komposita, und schaue dann nach, was Google dazu sagt. Aus gegebenem Anla� habe ich das Spiel in der letzten Viertelstunde noch einmal gespielt. Nur einen Treffer ergeben danach: Diktatunterbrechung, Erstbetrug, erzs�chsisch, Sandkastenphobie, Schwarzwaldbegegnungen und Zornesbl�ue. Aber Herrn Ickler ging es wohl eher um W�rter, von deren Existenz (und Gebr�uchlichkeit) man aus anderen Quellen und Zusammenh�ngen wei�.Kommentar von Theodor Ickler, verfa�t am 11.05.2008 um 18.53 Uhr Heute ist es mir gelungen, bei Google ein Stichwort einzugeben, zu dem die Suchmaschine nur einen einzigen Beleg fand: saptamitatpurusha. Das ist gar nicht so einfach, weil man ja sonst meistens entweder gar keine oder mindestens 345.000 Stellen geliefert bekommt. nach oben
verschoben Dieser Beitrag wurde am 30.03.2008 um 18.06 Uhr eingetragen.
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Beitrag von Thomas Hartwig (Den Haag) vom 30.03.2008, 12.28 UhrWas mir nicht einleuchten will: Warum wird der zur GZS vorgeschriebene Unsinn nicht vollständig ignoriert? Was hat es mit der Rechtschreibung zu tun, wenn Wörter aus dem Wortschatz getilgt werden? Das ist doch keine Änderung der Schreibung mehr. Also nicht Zuständigkeitsbereich einer wie auch immer gearteten Reform der Schreibung.Müßte die "Rechtschreibreform" in diesem Zusammenhang nicht besser "Sprachdiktatur" o. ä. heißen?�- Wie lange müssen wir diesen Unfug noch ertragen? Es kostet mich Mühe, immer wieder frische Geduldsreserven aufzubringen.
Dieser Beitrag wurde am 06.02.2008 um 15.58 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=39#2925
Ich bin offenbar nicht der einzige, dem die Schaefer-Schattesche Unterscheidungsschreibung nicht bekannt ist. Hier einige Ausschnitte aus Beitr�gen von Theodor Ickler auf der Seite www.rechtschreibung.com (Hervorhebungen von mir):�Nun, ich glaube, da� die Fremdw�rter sehr oft eine Barriere (Schranke) aufrichten zwischen denen, die es k�nnen oder zu k�nnen glauben, und dem Rest der Bev�lkerung, die sich in dieser hochgestochenen, pseudo-weltl�ufigen Sprache nicht mehr zu Hause f�hlt.� (14.7.2000)�[...] es freut mich, da� Sie wieder zuhause sind.� (6.7.2001, siehe hier)�Man kann sich auch aus tiefster �berzeugung etwas einbilden, sich bei einem Wort was gar Wunderbarliches vorstellen, und das ist vielleicht sogar unvermeidlich, wenn man in einer Sprache zu Hause sein will.� (3.10.2001, siehe hier)�Das w�re interessant, denn auch in Deutschland gibt es nirgendwo st�rkere Reformkritik als in Siegen, wo Augst und Schaeder zu Hause sind.� (15.2.2004, siehe hier)�Suhrkamp behauptet auf seiner Homepage, in der �Lindenstrasse� zu Hause zu sein.� (11.3.2004, siehe hier)�Wer hier zu Hause ist, wei�, welche guten Sitten gemeint sind.� (2.6.2004, siehe hier)Und auf �Schrift & Rede�:�[...] dieses Wort ist bezeichenderweise anderswo zu Hause.� (31.3.2006, siehe hier)�kratzbaum hat ja schon mehrmals durchblicken lassen, da� er in der Schweiz zu Hause ist; [...]� (2.7.2006, siehe hier)�brigens wurde der Zweifelsfall zu Hause / zuhause schon im Jahre 2002 auf www.rechtschreibung.com besprochen, ohne da� eine Unterscheidungsschreibung erw�hnt worden w�re:�Das �Haus� in zuhause und nachhause ist �verbla�ter�, als es zun�chst erscheinen mag.Schon das stehengebliebene Dativ-e signalisiert ja die Formelhaftigkeit des Ausdrucks. Hinzu kommt die Substantivierung (�hnlich der �Nachhauseweg�), und man bedenke, da� man sich auch z. B. auf dem Fu�ballplatz zuhause f�hlen kann. Von einem Haus ist da (l�ngst) nicht (mehr) die Rede.� (Reinhard Markner am 10.4.2002, siehe hier)�Zwingend ist die Klein- und Zusammenschreibung in all diesen F�llen nicht, sie ist nur das Ergebnis einer noch nicht abgeschlossenen historischen Entwicklung.� (Reinhard Markner am 10.4.2002, siehe hier)�Bei im Grunde steckt noch ein verschmolzener Artikel drin, daher ist das Dativ-e noch m�glich. Auch ein Adjektiv gen�gt. Man kann daher sagen aus dem Holze oder auch aus bestem Holze, aber nicht aus Holze. Insofern ist zu Hause ein Archaismus, nach heutiger Grammatik nicht mehr konstruierbar, und das ist ein Zeichen des Verblassens.� (Theodor Ickler am 10.4.2002, siehe hier)Im Grimmschen W�rterbuch wird zu + Hause unter Haus, zu und zuhause behandelt (1870, 1914 bzw. 1924), ohne ein einziges Wort �ber eine Unterscheidungsschreibung, obwohl im Eintrag Haus beide Bedeutungen genannt und belegt werden. Unter Haus und zu findet man die Schreibweise zuhause �berhaupt nicht, ebensowenig unter zuhause die Schreibung zu Hause (oder in der Grimmschen Kleinschreibung zu hause).
Dieser Beitrag wurde am 05.02.2008 um 01.33 Uhr eingetragen.
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�Die Statistik beider Schreibungen besagt nichts, solange die Belege nicht hinsichtlich des Gemeinten (zu)geordnet werden.� � Genau das habe ich doch getan! Hier noch einmal meine Ergebnisse:zu + Hause in der Bedeutung �daheim, in der eigenen Wohnung, im eigenen Haus, pers�nlich anwesend�: 378mal (also in 90 % der F�lle) getrennt, 42mal (also in 10 % der F�lle) zusammengeschriebenzu + Hause in der Bedeutung �heimisch, angesiedelt, �berwiegend anzutreffen�: 75mal (also in 89,3 % der F�lle) getrennt, 9mal (also in 10,7 % der F�lle) zusammengeschriebenDie Abweichungen in den H�ufigkeiten der beiden Schreibungen um jeweils 0,7 Prozentpunkte sind ersichtlich nicht signifikant.Meiner Untersuchung lag der Zeitraum 1950�59 zugrunde. Da Sie, Herr Schatte, nun die Jahre 1856 bis 1956 ins Spiel bringen, habe ich die gleiche Ausz�hlung (im DWDS-Kerncorpus) noch einmal f�r den Zeitraum 1900�09 durchgef�hrt. Ergebnis:zu + Hause in der Bedeutung �daheim, in der eigenen Wohnung, im eigenen Haus, pers�nlich anwesend�: 456mal (98,5 %) getrennt, 7mal (1,5 %) zusammengeschriebenzu + Hause in der Bedeutung �heimisch, angesiedelt, �berwiegend anzutreffen�: 33mal (94,3 %) getrennt, 2mal (5,7 %) zusammengeschriebenAuch hier sind die Abweichungen wohl nicht signifikant; die Unterscheidungsschreibung kann nicht aus der Schreibwirklichkeit gewonnen werden.(�brigens ist im Urduden von 1880 weder zu Hause noch zuhause lemmatisiert; auch unter Haus und zu findet man nichts Einschl�giges. Offenbar dachte Konrad Duden �berhaupt nicht daran, da� man zu Hause auch zusammenschreiben k�nnte.)Wenn andere Sprachen f�r die beiden Bedeutungen von zu Hause verschiedene Lexeme haben, so folgt daraus nicht die Notwendigkeit einer entsprechenden orthographischen Unterscheidung im Deutschen.Zur Konstruierbarkeit von zu Hause schrieb Theodor Ickler am 30.12.2002 auf www.rechtschreibung.com: �Aus der Pr�position zu und dem Substantiv Haus kann man nicht einfach die syntaktische Gruppe zu Hause bilden, ohne Artikel. Man sagt ja auch nicht vor Hause usw.� (siehe hier) Das gilt auch f�r zu Tisch[e] und zu Bett[e] (wobei es hier immerhin noch um einen Tisch bzw. ein Bett geht, der Grad der �Verbla�theit�, wie der nichtreformierte Duden sich ausdr�ckte, also geringer ist als bei zu Hause). Da� sich die Schreibung danach nicht richten mu�, habe ich ja schon gesagt.Wie bereits erw�hnt, habe ich auch nicht �in (der arg zuf�lligen) Teilmenge der digital zug�nglichen Texte� gesucht, sondern im DWDS-Kerncorpus, das Sie selbst einmal �f�r H�ufigkeitsermittlungen bestens geeignet� nannten (siehe hier). Texte aus Wikipedia und �Foren �ber �Red Bull�, Celebrities, Nasenringe o.�.� sind darin bestimmt nicht enthalten.
Dieser Beitrag wurde am 05.02.2008 um 00.15 Uhr eingetragen.
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Warum nicht zutisch(e) in aller politischen Korrektniß:Herr Konietzko meint "Aus grammatischen Gründen müßte man zu + Hause `eigentlich´ immer zusammenschreiben, denn als Wortgruppe läßt es sich nicht mehr konstruieren, [...]".Die auf uns überkommene Dativendung (das Dativ"suffix") in Hause ist nicht kriterial. Die Reformer hätten füglich den Schülerlein und Beamten auch zutisch(e) oktroyieren müssen. Oder bringt jeder Deformer dieses und jenes Lexem und Nicht-Lexem (Syntagma) seines Idiolekts graphemisch in den Hohen Rat? Und falls eins der Wörter Glück hat, wird es in der einen Sitzung des Hohen Sprachgerichts nicht gebeutelt, dafür in der nächsten umso mehr, evtl. bis zur Unkenntlichkeit (s. das den Bankerott nur dünn kaschierende leidtun).Dieses selbstherrliche Inquisitorium nennt seine jeder Verantwortung bare Geschäftehuberei zu allem Überdruß "systematisch". Der Grammatik spotten die sich immer hübsch bedeckt haltenden Schrift-Inquisitoren ohnehin von Anfang an im Stolze ihres allein rechten Glaubens. Am anderen Ufer (des Jordan – ein Fluß fern von Mannheim!) liegt das Wissen.Im Falle von zu Tisch(e) gibt es allerdings keine (in anderen Sprachen mit speziellen Lexemen erfaßte) differente Bedeutung, die eine analoge Schreibung wie zuhause zustandebrächte. Nun kann man auch dazu in (der arg zufälligen) Teilmenge der digital zugänglichen Texte suchen und wird wegen der geringen Frequenz dieses als stink-bourgeois, d.h. politisch nicht korrekt geltenden Ausdrucks wenig fündig werden.In der "Wikipedia" und in Foren über "Red Bull", Celebrities, Nasenringe o.ä. stehen Schreibungen, die teils dem Vollrausch entsprungen scheinen. Diese sollten also nicht in die "Zählung" fallen (Statistik ist etwas anderes), so politisch korrekt sie auch sein mögen.
Dieser Beitrag wurde am 04.02.2008 um 22.40 Uhr eingetragen.
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Ja, Herr Konietzko, besagter Deutschlehrer hat au�erhalb des schon damals leicht verpilzten (Ost- und West-)Duden-Korsetts unbefugt aus dem ihm offenbar bekannten Schrifttum geschlossen, ohne beamteter oder "Schreibgeschehens"verfolger mit Sal�r zu sein.Ein Blick in das Schifttum von 1856 bis 1956 zeigt, da� er in seiner Zeit stand und �ber der Schlafm�tzigkeit der Sprachverweser vom Duden. Ein ungenannt bleibender Lehrer (vor Bio, �ko, Emanzo, Multi, Kulti, Techno, Hiphop und anderen Heimsuchungen). Augst indessen wird dank seiner un�bersehbaren Leistung lange im Ged�chtnis bleiben, wie auch immer (Modalangabe?).Die Statistik beider Schreibungen besagt nichts, solange die Belege nicht hinsichtlich des Gemeinten (zu)geordnet werden.Entsprechungen in anderen Sprachen f�r zu Hause sein / schlafen / putzen / meckern, ... und f�r zuhause sein seien besser verschwiegen, um den Graphemie-Souverainen des Deutschen nicht zu nahe (der Flu� hei�t "Nahe") zu treten: Die Lekt�re nach 1950 gedruckter deutscher �bersetzungen z.B. franz�sischer kritischer Realisten wie ihrer Vorl�ufer und Nachkommen w�re f�r Graphemo-Reformatoren heilsamer Balsam.Von all diesem Cymes indes mu� ein ministerial heut zu diesem und morgen zu jenem Bestellter (Bestallter � Augst wohl: Best�llter) nicht den geringsten Schimmer haben. In Deutschland werden Lehrer in alter preu�ischer Tradition von ihren Oberhirten als Vollzugs-Subjekte der jeweils herrschenden Ideologie behandelt (denen nur im Falle von der Beamtenphantasie nicht zug�nglichen Extremf�llen Gehirn"benutzung" zugestanden wird). In dieser Profession steht amtlich nicht zugelassener bzw. nicht dienstnotwendiger Gebrauch des (unterhalb der Sch�deldecke sitzenden) staatseigenen Organs unter Strafe; Festungshaft ist vorl�ufig ausgesetzt.Da es letztens demokratisch stark l�ndet, steht zu erwarten, da� es diesen oder jenen Duodezf�rsten gel�stet, in irgendeinem Semester / Halbjahr eine neue Orthogaphie(reformstufe) zu seinen Ehren zelebrieren zu lassen � eine "linke", "rechte", "bio-�ko-light-gelevelte", "multi-kulti boreale / subtropikale", "lautgerechte", "volksnahe" oder auch eine in kultischer Eklektik von Indi- und Exogenem. F�r Historiker w�re dies eine ertr�umte Speise, weil so noch nach 1000 Jahren durch Fragen peinlich bedr�ngte human(istisch)e oder german(istisch)e Adepten dank spatiotemporal graphemisch eindeutiger Eigenschaften des Textes anatomiegenau schneiden k�nnen nach Teilreich / Halbjahr in Retro-Gro�germanien, in dem das gegebene Epos, Werklein oder Gebrabbel geschriftet wurde. nach oben
Dieser Beitrag wurde am 02.02.2008 um 18.11 Uhr eingetragen.
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Herrn Schattes Grundschullehrer hat sich offenbar �ber die damalige amtliche Norm hinweggesetzt (was ja kein Fehler sein mu�). Der West-Duden von 1954 und der Einheitsduden von 1991 lassen nur zu Hause zu, ebenso Lutz Mackensens Deutsches W�rterbuch (1986) und das �W�rterbuch der deutschen Gegenwartssprache� (WDG, 1961�77), das sich in der Rechtschreibung nach dem Ost-Duden von 1957 richtet.Das WDG nennt als Anwendungsbeispiele unter anderem: �[...] sie ist in Ungarn zu Hause (Ungarn ist ihr Heimatland); [...] /�bertr./ umg. in der Lausitz sind noch heute viele alte Br�uche zu Hause (�blich); in einem Fach, einer Sache zu Hause sein (sich in einem Fach auskennen, in einer Sache Bescheid wissen); [...]� (im Eintrag Haus, 1, c, zitiert nach www.dwds.de).In Theodor Icklers �Normaler deutscher Rechtschreibung� sind zu Hause und zuhause ohne Bedeutungsunterscheidung aufgef�hrt.Im DWDS-Kerncorpus gibt es 5342 Belege f�r zu Hause (94,9 %) und 290 f�r zuhause (5,1 %). Hier und hier gibt es Graphiken �ber die H�ufigkeit der beiden Schreibweisen in den einzelnen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Von den 51 anzeigbaren Belegen f�r zuhause aus den 50er Jahren entsprechen 9 (17,6 %) der Schaefer-Schatteschen Regel. Von den 453 anzeigbaren Belegen f�r zu Hause aus den 50er Jahren weichen 75 (16,6 %) von der Regel ab. Mit anderen Worten: In den untersuchten Textstellen ist das Gebilde zu + Hause in der Bedeutung �daheim, in der eigenen Wohnung, im eigenen Haus, pers�nlich anwesend� (so Herrn Schaefers Umschreibung in #2445) in 378 F�llen (90 %) getrennt und in 42 F�llen (10 %) zusammen-, in der Bedeutung �heimisch, angesiedelt, �berwiegend anzutreffen� in 75 F�llen (89,3 %) getrennt und in 9 F�llen (10,7 %) zusammengeschrieben. Die von Herrn Schaefer und Herrn Schatte gew�nschte Unterscheidung l��t sich also nicht empirisch nachweisen.Aus grammatischen Gr�nden m��te man zu + Hause �eigentlich� immer zusammenschreiben, denn als Wortgruppe l��t es sich nicht mehr konstruieren, schon wegen des Dativ-e: ein Tisch kann aus dunklem Holze oder aus dunklem Holz bestehen, aber nicht *aus Holze. (Bei Goethe ging das noch: �Nach Golde dr�ngt, / Am Golde h�ngt / Doch alles. Ach wir Armen!� [Gretchen in Faust I, V. 2802 ff.].) Au�erdem ist ja nicht von einem Haus die Rede, wenn man sagt: Ich bin in Hessen zu Hause. Da jedoch die geschriebene Sprache konservativer ist als die gesprochene, werden einige Wortgruppen, die nach grammatischen oder semantischen Gesichtspunkten schon univerbiert sind, stets oder manchmal noch getrennt geschrieben (zum Beispiel ein und desselben).
Dieser Beitrag wurde am 02.02.2008 um 12.02 Uhr eingetragen.
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Das Wort st�ckweit ist sicher pers�nliches Eigentum des Duisburger Kopernikus-Gymnasiums.Frau van Thiel stellt fest "Die Handvoll ist auseinandergerissen worden". Ja, also als Wort nicht mehr vorhanden. M�glich w�re eine Hand voll und eine Handvoll unterscheidend zu verwenden, was den auf Primitivierung versessenen Deformern mi�f�llt. Analog dazu gibt / gab es den unterscheidenden Gebrauch von zu Hause (sitzen, spielen, schlafen) und zuhause sein, an den sich Chr. Schaefer (39#2445) h�lt. Diese Unterscheidung ist uns 1957 in der 5. Klasse der Grundschule mit ganz �hnlichen Beispielen wie die von Chr. Sch�fer angef�hrten klargemacht worden. Irgendjemanden scheint sie aber schwer zu irritieren. Sie bleibt sinnvoll, auch wenn weitere Horden von Schreibreformern �ber das Deutsche herfallen.
R�ttenbach
Dieser Beitrag wurde am 02.02.2008 um 11.17 Uhr eingetragen.
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Die "Handvoll" ist auseinandergerissen worden, Spiegel online fügt kreativ etwas zusammen:"Das Kopernikus-Gymnasium in Duisburg hat die klassischen Hausaufgaben ein stückweit abgeschafft"Hier scheint noch nicht einmal die "Regel" zu gelten, nach der alles, was einen Artikel hat, groß geschrieben werden muß.
Dieser Beitrag wurde am 01.02.2008 um 15.56 Uhr eingetragen.
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Auf folgenden Kommentar von Herrn Ickler im Rechtschreibtagebuch ist auch von dieser Rubrik aus hinzuweisen:Heute lese ich "Leck schlagen" � ein weiterer Fall von Substantivose, auch Morbus Gallmann. Die Reform hat hier ursprünglich nichts geändert, es blieb bei der alten Dudenvorschrift "leckschlagen" (während ich natürlich nur fakultative Zusammenschreibung vorsah, wie es der Schreibwirklichkeit entsprach). Erst in der letzten Fassung des amtlichen Wörterverzeichnisses taucht plötzlich "leck schlagen" als neue Variante auf. Duden und Wahrig verzeichnen es, empfehlen aber weiterhin Zusammenschreibung.Die Großschreibung "Leck schlagen" entspricht der von Gallmann und Sitta entwickelte Logik laienhafter Herleitung (aus "ein Leck schlagen", wie "in die Pleite gehen" usw.). Solche verkehrten Gedanken zeugen sich fort und gebären immer wieder neue Leibesfrüchte.
verschoben Dieser Beitrag wurde am 29.10.2007 um 15.43 Uhr eingetragen.
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Kommentar von Germanist, verfaßt am 29.10.2007 um 10.20 UhrEs ist ein großer Fortschritt, daß Österreicher und Schweizer, die in Deutschland leben, wenigstens in diesem Punkt nicht mehr gezwungen werden, ihre Rechtschreibung auf "bundesdeutsch" zu ändern (abgesehen davon, daß bundesdeutsche Schreibmaschinen ein ß haben). Es gibt nämlich gar keine deutsche Einheitssprache.
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Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 29.10.2007 um 03.15 UhrIch habe es mit "zu Hause"/"zuhause" immer so gehalten (und damit eine Möglichkeit zur Unterscheidungsschreibung genutzt):– zu Hause = daheim, in der eigenen Wohnung, im eigenen Haus, persönlich anwesend– zuhause = heimisch, angesiedelt, überwiegend anzutreffen. Gerade bei Tier- und Pflanzenarten wäre es meines Erachtens wenig sinnvoll zu schreiben, sie seien in gewissen Gegenden oder Umgebungen "zu Hause".Vorschreiben sollte man eine solche Unterscheidung freilich nicht, aber die Möglichkeit, sie anzuwenden, wäre äußerst begrüßenswert, und Stil-Lehren könnten darauf aufmerksam machen.
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Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 28.10.2007 um 21.32 UhrMit allem einverstanden, lieber Herr Achenbach, nur: Das Verbot von "zuhause", das war einer ihrer ganz wenigen gescheiten Einfälle, hatten die Reformer doch gerade aufgehoben. Trotzdem schreiben gemäß dem auf der Ebene von Regelwissen einzig erlernbaren einschlägigen Reformgebot "Erkenne Wortbestandteile und mache diese durch Spatien kenntlich" inzwischen auch diejenigen "zu Hause", die vorher "zuhause" schrieben. Wo "zu Hause" grammatisch aufstößt, liest man seitdem zum Beispiel "Wir schenken Ihnen Wellness für Zuhause" � auch nicht besser. Für mich ist das eines der ungelösten Rätsel der Reform.
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Kommentar von Klaus Achenbach, verfa�t am 28.10.2007 um 18.49 Uhr Die Schreibung "zurecht" scheint mir einer allgemeinen Tendenz zur ZS bei gewissen artikellosen F�gungen mit "zu" zu entsprechen: zuwege, zustande, zuhause. Diese F�gungen sind anscheinend veraltet und deshalb grammatisch nur noch schwer zu analysieren.Das trifft aber nicht auf F�gungen mit "zum", "zur", usw. zu, erst recht nicht f�r andere Pr�positionen wie "mit".Mich hatte schon immer das Dudenverbot von "zuhause" gest�rt. Zu den ersten Dingen, die dann meine Zweifel an der RSR erregten, war das fortbestehende Verbot von "zuhause" im Gegensatz zu der mir v�llig �berfl�ssig erscheinenden vorgeschriebenen ZS von "zurzeit". Genausowenig habe ich jemals ein Bed�rfnis gesp�rt, "mithilfe" zusammenzuschreiben.
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Kommentar von Germanist, verfaßt am 27.10.2007 um 12.38 UhrWenn man das "zu" durch "mit" ersetzen könnte, ist "zu Recht" richtig.
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 27.10.2007 um 12.08 UhrAlles richtig, lieber Herr Wrase. Nur die Schreibwirklichkeit sah immer schon ein bißchen anders aus. Man könnte zu Ihren Beispielen auch eine Gegenrechnung aufmachen, aber ich denke, es lohnt nicht. Mein Wörterbuch, das Ihnen soviel (so viel) verdankt, ist ja ganz in Ihrem Sinne etwas strenger.
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Kommentar von Wolfgang Wrase, verfa�t am 27.10.2007 um 04.34 UhrDie Schreibung zurecht anstelle von zu Recht nur als vermeintlichen Fehler anzusehen kommt mir zu liberal vor. Der h�ufige Verbzusatz zurecht bedeutet etwas anderes als zu Recht im Sinne von mit Recht. Die Unterscheidungsschreibung ist hilfreich. Zudem pa�t zu Recht systematisch viel besser zu Ausdr�cken wie zu Unrecht, mit Recht, zur Not, zum Gl�ck. Das allgemeine Prinzip der Unterscheidungsschreibung ist ja: Man bleibt normalerweise bei der Getrenntschreibung, wenn sie das Gemeinte unzweideutig vermittelt. Man greift dann zur Zusammenschreibung, wenn etwas anderes gemeint ist. Genau dies ist bei es tat es zu Recht vs. er legte es sich zurecht der Fall. Den Sprachpflegern ist also in diesem Fall zuzustimmen. Ich habe den Eindruck, da� die Schreiber einfach aus Gewohnheit zum h�ufigeren zurecht greifen, wenn sie zu Recht meinen. Diese Ungeschicklichkeit zu vermeiden geh�rt zu einer leserfreundlichen, kultivierten Rechtschreibung. Schon die Neuschreibung zurzeit geht mir gegen den Strich, obwohl hier keine Verwechslungsm�glichkeit vorliegt; die Unregelm��igkeit zurzeit, zur Not, zur Strafe irritiert, und zwar nicht erst bei einer theoretischen Betrachtung. zur Zeit ist einer der h�ufigsten "Fehler", die ich korrigieren mu�. Die Schreiber tendieren von sich aus zu systematischen Schreibungen.
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 26.10.2007 um 17.40 UhrDie Zusammenschreibung "zurecht", wo es laut Duden "zu Recht" heißen müßte, ist nach meiner Beobachtung schon sehr alt, und die Sprachratgeber bemühen sich spätestens seit 100 Jahren, den Leuten diesen vermeintlichen Fehler auszutreiben. Eine trotzige Reaktion auf die Reform kann ich also hier nicht erkennen.
verschoben Dieser Beitrag wurde am 29.10.2007 um 15.32 Uhr eingetragen.
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Kommentar von Karin Pfeiffer-Stolz, verfa�t am 26.10.2007 um 14.11 Uhr"Im Zweifel getrennt" ...Im Zweifel aber auch zusammen, was auseinander und gro� geschrieben werden mu�. Der folgende Fehler taucht neuerdings h�ufig auf, mit Vorliebe in Texten mit klassischer oder gem��igter Reformschreibung, die ein Bem�hen des Autors um Vermeidung falscher Formen erkennen lassen. �Tats�chlich stellt der Autor v�llig zurecht nur die Frage nach ...�"zurecht" wird statt "zu Recht" benutzt. In dieser Woche schon viermal gefunden.Darin kann man die bewu�te Ablehnung der Gro�schreibung von "Recht haben" erkennen; offensichtlich erscheint dem Schreiber "zu recht" seltsam, und das Auseinanderrei�en erscheint ihm ohnehin t�richt. Und schon ist die Entscheidung f�r "zurecht" gefallen. nach oben
Dieser Beitrag wurde am 31.08.2007 um 12.43 Uhr eingetragen.
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Der Ausdruck "�bertragene Bedeutung" ist bis heute linguistisch ohne hinl�ngliche Definition geblieben. Warum das so sein mu�, kann man schon bei Stephen Ullmann nachlesen.Es mag Wasserv�gel geben, die ihre Beute tief greifen. Und es gibt sicher Gr��en, die tiefgreifend sind.Um Bedeutungs"�bertragung" geht es im zweiten Falle nicht, sondern um die mit Univerbierung hergestellte Begfrifflichkeit der Eigenschaft des Tiefgreifens. Die Rede von �bertragung o.�. verstellt nach wie vor die Einsicht, da� die im Deutschen m�gliche und prosodisch markierte Univerbierung erlaubt, essentielle Eigenschaften zu kennzeichnen und sie von akzident(i)ellen* graphemisch analog zu scheiden.Der syn�sthetisch oder zuweilen sogar poly�sthetisch hergestellte Bezug von Adjektiven und Adverbien ist �brigens Voraussetzung f�r manngifaltige Spezifikationen in der Darstellung au�ersprachlicher Sachverhalte und ihrer ebenfalls sprachlich fixierten Gr��en.Die "�bertragene Bedeutung" wird vorzugsweise nur an Nomina exemplifiziert und dann exerziert. Das ist sprachlich bedingt, d.h. nicht vom unbewu�ten Gustus der Linguisten.*Ihr Gustus lie� die Deformer essentiell zu essenziell verbiegen. Das Adjektiv akzident(i)ell indessen lie�en sie vorerst durchschl�pfen. Sie hatten offenbar kein r�ckl�ufiges W�rterbuch zur Hand.
verschoben Dieser Beitrag wurde am 30.08.2007 um 19.30 Uhr eingetragen.
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Kommentar von Germanist, verfaßt am 30.08.2007 um 15.35 Uhr@ Kai Lindner:Die Schreibweisen "tief, tiefer, am tiefsten greifend" sind als wörtlich gemeinte Fachausdrücke für Bagger und andere Tiefbaugeräte notwendig und wichtig, vielleicht auch für Fischreiher und verwandte Arten.Hier paßt mal die Faustregel, daß bei "übertragener" Bedeutung zusammengeschrieben und der ganze Ausdruck am Wortende gesteigert wird, "tiefgreifender, am tiefgreifendsten".
verschoben Dieser Beitrag wurde am 30.08.2007 um 13.31 Uhr eingetragen.
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Kommentar von Kai Lindner, verfaßt am 30.08.2007 um 09.54 UhrEine ganz andere Frage an das Forum (weil hier gerade so wenig los ist und mich vielleicht jemand in meiner Unwissenheit erhellen kann ;-) ...Immer wieder stolpere ich in meiner Tageszeitung über die "tief greifenden" Veränderungen � scheinbar leben wir ja in solchen Zeiten in denen Veränderungen immer tiefgreifend sein müssen.Mit welchem Recht der NRS wird das Wort zerrissen? Man kann es nicht steigern, denn "tiefer greifend" gibt es (mit knapp 600 Google-Treffern) nicht. Und "greifend tief" ist auch sinnlos.Nun will ich hier keine Diskussion zum Thema "erkläre mir die Unlogik der neuen Rechtschreibung" lostreten. Aber trotzdem, wo steckt denn hier die Logik.Mein Duden (die allerletzte Auflage habe ich mir gespart) bestätigt diese Schreibung � Google zeigt sich aber konservativ und stellt "tiefgreifend" mit 250k über "tief greifend" mit 50k an Treffern.
Dieser Beitrag wurde am 01.07.2007 um 19.38 Uhr eingetragen.
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Den Ablativ für die Motivation von Zusammenschreibungen usw. zu bemühen scheint etwas gewagt und unter systematischem Aspekt auch kaum korrekt. Das Deutsche hat diesen Kasus nicht und schaut auch beim Werkeln nicht aufs Latein bzw. MA, weder in der Grammatik noch in der Orthographie. Die mit der Univerbierung vollzogene Integration kennt das Latein nicht. Die durch Univerbierung integrierten Nomina beziehen sich hauptsächlich auf Agens (Auctor), Patiens, Instrument, Mittel, Dimension bzw. Bereich, was sich ohne weiteres unterscheiden läßt. Die Leistungen des fast omnipotenten Ablativs (s. abl. abs.) sind freilich ähnlich differenzierbar. Damit ist aber kaum zu begründen, daß der Ablativ als Erklärungskrücke für das Deutsche operabel bzw. sinnvoll ist.
Dieser Beitrag wurde am 23.06.2007 um 14.00 Uhr eingetragen.
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Kommentar von Germanist, verfaßt am 23.06.2007 um 10.07 UhrDer artikellose Gebrauch von Substantiven, die einen Artikel brauchen, ist in allen Fällen, auch grammatischen, ein Grammatikfehler. Deshalb benutze ich die süddeutsche und österreiche Schreibweise "zuhaus(e)".Kommentar von Germanist, verfaßt am 23.06.2007 um 00.50 UhrWeil es für den "Ablativ" ja keine Artikelform gibt, kann er natürlich nur mit Wörtern gebildet werden, die bei dieser Anwendung keinen Artikel brauchen. Mit Wörtern, die einen Artikel brauchen, kann er nicht gebildet werden, die haben einfach keinen "Ablativ". Da bleibt es ein Grammatikfehler. Oder es bildet sich vielleicht auch noch ein "Artikel-Ablativ".Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 22.06.2007 um 23.18 UhrAn Germanist: Die von Ihnen genannten Fälle habe ich nicht erwähnt, weil ich sie für selbstverständlich hielt ("Ich esse gerne Gemüse; Lärm behagt mir nicht; Ich mag Kinder). Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß Leute slawischer Muttersprache, mit denen ich bekannt bin, mir sagten, daß die Frage, wann im Deutschen der Artikel zu setzen ist, sie vor große Schwierigkeiten stelle.Ich habe meine HAAR STRÄUBENDEN Beispiele nur gebracht, weil sie ja nun nicht zu einem gedachten Ablativ passen und die Sprache genauso verunstalten wie die schon erwähnten (Reet gedeckt usw.).Kommentar von Philip Köster, verfaßt am 22.06.2007 um 22.47 UhrEine kleine Ergänzung noch: Werden mit fremdsprachigen Wendungen deutsche Komposita gebildet, koppele ich pedantisch durch: »Rock-'n'-Roll-Star«, »Jefferson-Airplane-Gitarrist«, »Hot-dog-Stand«.Kommentar von Philip Köster, verfaßt am 22.06.2007 um 22.37 UhrBei »Science-fiction« habe ich schon im alten Duden nicht verstanden, warum da bei uns im Deutschen plötzlich ein Bindestrich stehen soll, den es im Englischen überhaupt nicht gibt. Bei mir wird aus �science fiction� im deutschen Satz »Science fiction«, aus �scifi� entsprechend »Scifi«, mit Großschreibung zur Kennzeichnung eines substantivischen Begriffs, ganz wie »Corned beef«, »Dolce vita«, »Hot dog«, »Soft drink«, »Standing ovations«, »Raison d'être«, »Sex appeal« -- einfacher geht's doch gar nicht. So brauche ich jedenfalls nicht nachzudenken, ob es »Hot dog«, »Hot Dog«, »Hot-Dog«, »Hotdog« oder gar »HotDog« oder wie auch immer zu heißen habe. Ein Schreiber hat hoffentlich Wichtigeres zu tun, als sich an solch müßigen Betrachtungen festzubeißen. Der englische �Rock 'n' Roll� bleibt bei mir auch deutsch der »Rock 'n' Roll«, wobei die Großschreibung für Eigennamen erhalten bleibt.Kommentar von Germanist, verfaßt am 22.06.2007 um 22.31 UhrSubstantive, die nur einen Singular haben (Regen usw.), und alle übrigen in der Pluralform benötigen nicht zwingend einen Artikel. Das wird einem erst richtig bewußt, wenn man sie ins Französische übersetzt, wo immer mindestens ein unbestimmter Artikel nötig ist. Kommentar von Rominte van Thiel, verfaßt am 22.06.2007 um 21.48 UhrAber was ist mit den genauso bewundernswerten Formen wie "Laub werfende Bäume", "Tier fangende Pflanzen", "Frosch fressende Fledermaus" (Beispiele aus einem im Kosmos-Verlag erschienenen Buch)??? Ist das die Vorstufe eines artikellosen Akkusativs, den unsere Sprache im Zuge der so segensreichen und allgemein akzeptierten (lt. Vors. Z.) Rechtschreibreform entwickelt, so daß ich in Zukunft Sätze bilden könnte wie "Morgen grabe ich Gemüsebeet um; Ich lese gern Buch; Mir juckt Fuß"? Kommentar von Germanist, verfaßt am 22.06.2007 um 18.29 UhrWenn sich nun "Stroh gedeckt", "Wut entbrannt" usw. einbürgern und von der Mehrheit übernommen werden? Als grammatischer Kasus ist diese Form nicht identifizierbar, außer als neuer endungs- und präpositionsloser Ablativ, denn wenn man in einer Lateingrammatik nachsieht, entspricht die Anwendung genau dem lateinischen Ablativ:Ablativus instrumentalis, modi, originis, qualitatis, causae
Dieser Beitrag wurde am 26.11.2006 um 19.25 Uhr eingetragen.
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reformw�rts oder entgegenw�rtsDie Reform der Reform der Zusammenschreibung von (Direktional-)Adverbien auf -w�rts mit dem Verb ist zweifellos hirnrissig. Die Reformer rennen von Wand zu Wand und haben wahrscheinlich schon blutige K�pfe. In eben diesen scheinen sich daher nicht einmal mehr Restbest�nde grammatikalischen Wissens zu befinden.
Dieser Beitrag wurde am 25.11.2006 um 10.45 Uhr eingetragen.
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G�nter Kunert las am 21.11.06 im Kieler Literaturhaus, unter anderem aus seinem neuen Gedichtband �Der alte Mann spricht mit seiner Seele".In einem der Gedichte �berlegt der alte Mann, nachdem er die Grabsteine auf dem Friedhof studiert hat, was auf seinem stehen k�nnte. � Doch / es f�llt ihm nichts ein. / Blo�: Er war einmal. Wie / nichtssagend, denn das waren ja alle. � �Reformiert� m��te dies geschrieben werden � Er war einmal. Wie nichts sagend �� und das bedeutet doch wohl etwas ganz anderes.
Dieser Beitrag wurde am 15.10.2006 um 22.39 Uhr eingetragen.
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Der Duden 2006 empfiehlt bei Verbindungen mit Partizipien in den allermeisten Fällen die Getrenntschreibung, so auch bei "ein weit gereister Mann".Diese Schreibung erweckt bei mir starkes grammatisches Unbehagen. Kann man sie überhaupt als grammatisch korrekt ansehen? Müßte es bei Getrenntschreibung, also bei verbal aufgefaßter (Partizipial-)Konstruktion nicht eigentlich "ein weit gereist seiender Mann" heißen, so scheußlich das auch klingt?
Dieser Beitrag wurde am 05.10.2006 um 18.53 Uhr eingetragen.
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In den "Erl�uterungen" zu den Regeln von 2006 hei�t es zu den sog. "resultativen Pr�dikativen":Da weder der Sprachgebrauch (in 60% der F�lle wurde zusammen- und in 40% getrennt geschrieben) noch der Sprachbau (vgl. die Neuregelung) einengangbaren Ansatz bieten, ist Freigabe die einzig angemessene L�sung.Wei� jemand, woher diese statistische Angabe kommt und was sie eigentlich genau bedeuten soll? Soll sie bedeuten, da� von allen denkbaren Kombinationen 60% zusammengeschrieben werden? Oder soll sie bedeuten, da� jeweils eine bestimmte Kombination zu 60% zusammen und zu 40% getrennt geschrieben wird? Oder irgend etwas dazwischen? In jedem Fall ist die Aussage schon deshalb dubios, weil eine solche scheingenaue Zahlenangabe voraussetzt, da� man schon wei�, welche F�lle f�r eine denkbare Zusammenschreibung �berhaupt in Frage kommen. Das ist die Krux jeder "Freigabe". Kann man keine pr�zise Regel angeben, also bei sog. "Zweifelsf�llen", liegt die "Freigabe" zwar nahe, aber dann stellt sich das Problem, ein Regel f�r die Zweifelsf�lle zu finden, So landet man in einem infiniten Regre�: Zweifelsf�lle, zweifelhafte Zweifelsf�lle, zweifelhafte zweifelhafte Zweifelsf�lle,....Egal was gemeint ist, die Schlu�folgerung ist jedenfalls ganz und gar nicht schl�ssig. Genausogut k�nnte man auch schlie�en, m. E. auch �berzeugender, da� "die einzige angemessene L�sung" die R�ckkehr zu der Einzelfallbehandlung des alten Duden ist. Schlie�lich wei� jeder, da� es F�lle gibt, wo fast nur zusammengeschrieben wird (fertigstellen), und solche, wo jedenfalls bisher fast nur getrennt geschrieben wurde (prall f�llen), und solche, wo ein klarer Bedeutungsunterschied vorliegt. Diese ganz verschiedenen F�lle in den einen Topf der "Freigabe" zu schmei�en, erscheint mir im Gegenteil ganz und gar unangemessen.Im �brigen desavouieren die Autoren selbst die "einzig angemessene L�sung" etwas sp�ter, in den "Handreichungen", durch die Sonderregel zu fest, tot, und voll.
Dieser Beitrag wurde am 22.09.2006 um 15.59 Uhr eingetragen.
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Rat für Rechtschreibung für Festhalten an SchreibvariantenMünchen (dpa/lby) - Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat sich bei der Getrennt- oder Zusammenschreibung für ein Festhalten an den zugelassenen Varianten ausgesprochen. In manchen Fällen müsse das wegen des unterschiedlichen Sinnes offenbleiben, sagte der Ratsvorsitzende Hans Zehetmair am Freitag nach einer Sitzung des Gremiums in München. Als Beispiele nannte er «eine Suppe kalt stellen» im Gegensatz zu «einen Politiker kaltstellen» sowie «in der Schule sitzenbleiben» gegenüber «auf einem Stuhl sitzen bleiben». (Coburger Tageblatt, 22. 9. 2006)
Gerd-Peter Kossler
Dieser Beitrag wurde am 25.08.2006 um 13.27 Uhr eingetragen.
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Kann jemand noch einmal kurz umreißen, wo die gelben Duden-Empfehlungen zu den Schreibvarianten den Beschlüssen des Rechtschreibrats widersprechen? Die Suche in der Masse der E-mails ist ziemlich zeitaufwendig.
Dieser Beitrag wurde am 18.07.2006 um 11.49 Uhr eingetragen.
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Vor einiger Zeit hatte ich mir mal als unklare F�lle notiert:immergr�nhartherziggutwilligselbstst�ndiggro�artigtollpatschigwohlbehaltenRein formal kann man sie als Zusammensetzung einzeln existierender W�rter auffassen (immer, hart, gut, ...; gr�n, herzig, willig, ...; selbst|st�ndig und toll|patschig erst wegen der reformbedingten �nderungen), so da� ihre Zusammenschreibung formal zu rechtfertigen w�re. Ich bin leider noch nicht dazu gekommen, das mit den 2006er GZS-Regeln abzugleichen; wer w�rde sich dessen annehmen?
Dieser Beitrag wurde am 10.06.2006 um 20.08 Uhr eingetragen.
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Kommentar verfa�t von Germanist am 10.06.2006 um 19:33 UhrGibt es �alte� Varianten bei als Adjektiv oder Substantiv benutzten Partizipien mit Akkusativobjekt? Prof. Icklers Beispiel: Dienst haben, der diensthabende Arzt (neu: dienst habende), der Diensthabende (neu: der Dienst Habende). nach oben
Dieser Beitrag wurde am 14.04.2006 um 03.13 Uhr eingetragen.
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Die obligatorische Getrenntschreibung wie viel hätte wohl mehr Aufmerksamkeit verdient. Schon bei Lessing trifft man auf wieviel vor einem Plural: »Man denke sich einmal alles das, was er [Voltaire] in seiner Merope vorgehen läßt, an einem Tage geschehen, und sage, wieviel Ungereimtheiten man sich dabei denken muß.« (Hamburgische Dramaturgie 45, 1767) Vor einem Singular steht die Getrenntschreibung: »Alles dieses nun zusammengenommen, wie viel Wahrscheinlichkeit bleibet dem Addison noch übrig?« (Laokoon VII) Zu überprüfen wäre, ob diese Differenzierung so bereits in den Erstdrucken zu finden ist. Das ist durchaus denkbar, vgl. »Die Streitigkeit zwischen dem Königl. Amte Fehrbellin wider die adelichen Unterthanen und Freysassen in den benachbarten adelichen Dörfern Tornow, Hackenberg, Dechtow, über die Frage: wieviel Schaafe adeliche Unterthanen, oder die in Aemtern belegenen Freygüter, sie seyen schriftsässig, oder haben die adelichen Gerechtsame hergebracht, zu halten befugt sind, entscheidet das Cammergericht«, in: Annalen der Gesetzgebung und Rechtsgelehrsamkeit 1794, 12. Bd., S. 319 f.
Dieser Beitrag wurde am 14.04.2006 um 00.03 Uhr eingetragen.
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Schon im Wörterverzeichnis der Regeln von 2006 ist einiges auf uns zu gekommen (zugekommen?), z.B. daß "sich satt essen" nur getrennt, aber "sich sattsehen" nur zusammengeschrieben werden kann.
Dieser Beitrag wurde am 13.04.2006 um 15.00 Uhr eingetragen.
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Was wird wohl in den neuen W�rterb�chern alles auf uns zu kommen? Mir fallen gerade ein paar Stichproben ein:� (jemanden) auflaufen lassen/auflaufenlassen: Bei �bertragener Bedeutung ist f�r Verb + lassen auch Zusammenschreibung m�glich.� (etwas) perfekt machen/perfektmachen: Bislang ist allein die Getrenntschreibung �blich, aber wegen der �idiomatisierten Gesamtbedeutung� k�nnte es passieren, da� nur noch die Zusammenschreibung als regelkonform angesehen wird. Eine Getrenntschreibung gilt ja nur f�r �sog. resultative Pr�dikative�, aber ist perfekt hier resultativ? Wohl kaum.
Dieser Beitrag wurde am 07.04.2006 um 21.20 Uhr eingetragen.
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Zusammenschreibung mit abwärts, aufwärts, abseitsDie dpa-Meldung in http://www.fds-sprachforschung.de/index.php?show=news&id=449 hebt u.a. besonders hervor, daß abwärtsfahren wieder zusammengeschrieben werden soll. In der Tat werden in der Wörterliste der Neufassung der "Amtlichen Regeln" nur die Zusammenschreibungen abwährtsfahren und abwärtsgehen aufgeführt.Das ist recht erstaunlich, denn abwärts ist gerade ein Fall, wo mir die Zusammenschreibung durchaus zweifelhaft erscheint. Der alte Duden hatte noch erkannt, daß hier ein Zweifelsfall vorliegt. Allerdings hatte er hier wieder die Unterscheidung zwischen wörtlicher und übertragener Bedeutung gemacht - m.E. fälschlicherweise.Gegen die Zusammenschreibung - auch in angeblich "übertragener" Bedeutung - spricht das Wortstellungskriterium. Man sagt durchaus "es geht abwärts mit ihm" oder "es ist abwärts mit ihm gegangen". Entsprechendes gilt für aufwärts.Ich vermute, daß hier Getrennt- oder Zusammenschreibung davon abhängen, ob dem Schreibenden mehr der Ablauf oder das Ergebnis der Handlung vorschwebt. Es kann eben mal abwärts und dann wieder aufwärts gehen, es kann aber auch im endgültigen Ruin enden.Die Wörterliste führt auch nur die Zusammenschreibungen abseitsstehen und abseitssitzen auf. Das erscheint mir besonders unplausibel. Als Beschreibung eines andauernden Zustands fehlt hier jegliche resultative Bedeutung.Die Umschwünge der Geschichte sind schon erstaunlich. Wollten die Reformer noch die Zusammenschreibung "zurückdrängen", verfügt der Rechtschreibrat nun noch mehr Zusammenschreibung als der alte Duden.
Dieser Beitrag wurde am 04.11.2005 um 00.25 Uhr eingetragen.
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Zur Negation von AdjektivenZur Frage der Zusammen- oder Getrenntschreibung bei der Verneinung von Adjektiven (nicht öffentlich/nichtöffentlich) ist den Rechtschreibreformern nichts besseres eingefallen, als die Schreibung einfach freizugeben (§36 E2 der Amtlichen Regeln). Allerdings wird diese Frage dadurch besonders hervorgehoben, daß in §36 E2 die Alternative nicht öffentlich/nichtöffentlich als einziges Beispiel dafür gegeben wird, daß sich angeblich �keine klare Entscheidung für Getrennt- oder Zusammenschreibung treffen� läßt.Auch dem Rechtschreibrat ist in seinen Empfehlungen zur GZS zu dieser Frage nichts besseres eingefallen. Im Kapitel zu den Adjektiven stellt er in einer ganzen Reihe von Fällen die Getrennt- oder Zusammenschreibung ausdrücklich frei, darunter in Ziffer (2.3) auch die Verneinung der Adjektive. Diesen Fall behandelt er zwar etwas ausführlicher als die Amtlichen Regeln, aber nicht gerade erhellender:�(2.3) Verbindungen von nicht mit Adjektiven, zum Beispiel:eine nicht öffentliche/nichtöffentliche Sitzung, nicht operativ/nichtoperativ behandelnE5: Bezieht sich nicht auf größere Einheiten, wie zum Beispiel auf den ganzen Satz, so wird es getrennt vom Adjektiv geschrieben, vgl. Die Sitzung findet nicht öffentlich statt.�Leider läßt diese Formulierung nicht das geringste Verständnis für die hier auftretenden Bedeutungsunterschiede erkennen. Dabei werden diese durch die angeführten Beispiele gerade sehr gut illustriert. Der Satz �Der Patient wurde nicht operativ behandelt.� läßt offen, ob der Patient überhaupt behandelt wurde; beim Satz �Der Patient wurde nichtoperativ behandelt.� ist klar, daß der Patient behandelt wurde. Auch bei �Die Sitzung findet nicht öffentlich statt.� könnte zweifelhaft sein, ob die Sitzung überhaupt stattfindet, nicht dagegen bei �Die Sitzung findet nichtöffentlich statt.�Die Erläuterung E5 verblüfft zunächst. Daß die Zusammenschreibung nur dann in Frage kommt, wenn das Wörtchen �nicht� sich auf das Adjektiv und nicht auf irgend etwas anderes bezieht, erscheint doch derart selbstverständlich, daß sich eine ausdrückliche Erwähnung an sich erübrigt. Allerdings ist die Ziffer (2.3) ja sehr unklar formuliert. Was heißt denn �Verbindungen von nicht mit Adjektiven�? Wenn das bloße Nebeneinanderstehen schon eine �Verbindung� ist, dann ist eine Klarstellung im Sinne der Ergänzung E5 vielleicht wirklich notwendig.Im übrigen ist diese Ergänzung aber auch ein wunderschönes Beispiel dafür, wie die Rechtschreibung nur aus der Sicht des Schreibenden dargestellt wird. Im nachfolgenden Beispiel kann der Leser ja gerade nicht erkennen, ob sich das �nicht� auf das Adjektiv oder den ganzen Satz beziehen soll.
J�rg Metes
Dieser Beitrag wurde am 13.10.2005 um 09.53 Uhr eingetragen.
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Die Tendenz zur Kleinschreibung eine handvoll k�nnte auch daher kommen, da� es die Kleinschreibung ein bi�chen gibt.
Dieser Beitrag wurde am 13.10.2005 um 09.38 Uhr eingetragen.
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Beitrag geschrieben von R. H. am 13.10.2005 um 03:19 Uhr: [Gerade sehe ich, dass ich die Art der Eliminierung von "Handvoll" als bekannt voraussetze. Angeblich aber schauen gelegentlich auch Uneingeweihte (oder gar "Gegner") hier vorbei, was ich allerdings kaum glauben kann. An jene also: Verschwunden ist das Substantiv nicht etwa durch verordnete Kleinschreibung (wie die Klammerbemerkung in Abschnitt 7 glauben machen k�nnte), sondern mittels Auseinanderreissen in "Hand" und "voll" - und weg war die "Handvoll". - Ich bitte um Nachsicht.]Beitrag geschrieben von Roger Herter (Schweiz) am 13.10.2005 um 01:18 Uhr:Hier ein kleiner Beleg (samt unerwarteter Begr�ndung) f�r die Tendenz, das Substantiv "Handvoll" klein zu schreiben, die Herr Ickler beobachtet. (Intuitiv analog zu "paar" i. S. v. "einige", denke ich.)Eben habe ich online in B�cherkatalogen gest�bert und bin auf den Band "Eine handvoll Briefe" (H. Hesse, 1951) gestossen - in dieser Schreibung angeboten von einem Z�rcher und einem Basler Antiquar. Ein Versehen?Ich erkundigte mich telefonisch bei einem der beiden und erhielt die Auskunft, das sei wohl schon richtig. "Eine Handvoll Briefe" wirke doch gar plump, Hesse h�tte das gewiss nicht geduldet. Aber der freundliche Mann ging nachschauen - da war der Titel ausschliesslich in Majuskeln gesetzt, aussen und innen!"Eine kleine handvoll Sorgen hat selbst der Gl�cklichste." - "Zwei gute fingerhoch lag Staub." Ginge das? Man m�sste es durchspielen; vermutlich taugt dieses Muster nicht in jedem Fall. (Und �brigens: Wo genau liegt der Unterschied zu "ein kleines bisschen"?)Seltsam ist nun - so leicht sich f�r mich die genannte 'antiquarische' Schreibung liest, so unm�glich erscheint sie mir bei der alemannischen Entsprechung "e Hampfle". Vielleicht, weil der (etymologisch naive) Sprecher darin weder 'Hand' noch 'voll' sieht, sondern allein die damit bezeichnete Menge (etwa wie bei "Haufen"). Daher: Wie stark empfinden eigentlich Menschen (hoch-)deutscher Muttersprache "eine Handvoll" als substantivisch?Ebenso deutlich ein Substantiv ist das Wort "M�mpfeli" ('Mundv�llchen'), h�ufig in der Form "Bettm�mpfeli" (= Betthupferl). Die genannten W�rter sind hierzulande jedem gel�ufig, nat�rlich auch den Schweizer Komplizen der Sprachzerst�rer.Haben sich Gallmann & Co. je dazu ge�ussert, warum sie der "Handvoll" den eindeutigen Status als Substantiv abgesprochen haben? (Ob aus diesem je ein verblasstes in Kleinschreibung wird, ist eine andere Frage, siehe oben, die sie er�rtern, untersuchen, mutmassend beantworten, aber keinesfalls gewaltsam entscheiden d�rfen, vielmehr d�rften, sofern sie Wissenschaftler w�ren.)Haben sie nur auf Weisung von oben gehandelt, unter Druck und Drohung? Waren sie allenfalls kleine Mitl�ufer, die nicht wirklich mitbekamen, was da lief? Waren sie lediglich deshalb dabei, um Schlimmeres zu verhindern? Was kostet ein R�ckgrat?Die Gallm�nner wissen, was sie tun, dessen bin ich mir sicher; und es versteht sich, dass die Eliminierung des einen W�rtchens hier pars pro toto steht.Jemandem absichtlich Falsches f�r Echtes zu verkaufen, ist Betrug; hundert Millionen Menschen in derselben Weise �ber den Tisch zu ziehen, ist keine Straftat, sondern eine "Rechtschreibreform". Beitrag geschrieben von Theodor Ickler am 11.10.2005 um 05:27 Uhr (hier):(...) Noch eine Beobachtung: Bei "Handvoll" gab und gibt es eine Tendenz zur Kleinschreibung ("handvoll"), also noch mal das Gegenteil der reformierten Schreibweise.
Dieser Beitrag wurde am 22.08.2005 um 06.09 Uhr eingetragen.
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Noch zu "eine Handvoll Kirschen" und "ein Schälchen voll Kirschen" (Ickler, Achenbach, Bolz, Calva): "Schälchen" hat klar eine Pluralform; die von "Handvoll" wäre schon schwieriger zu bestimmen. Essen wir doch einfach mal statt der einen Handvoll Kirschen die doppelte Menge. Müßten wir dazu zwei Hände voll Kirschen haben? Oder anders gefragt: Könnte auch ein Einarmiger eigenhändig "anderthalb Handvoll Kirschen" essen? Bei "Schälchen" sieht die Pluralform gleich aus; essen wir daher also die Kirschen mal in größerer Menge. Beginnen wir *"mit zwei Schale voll Kirschen" oder mit "zwei Schalen voll Kirschen"? Und wenn die alle sind, dann fragt doch bestimmt einer: "Was? Nur diese paar Handvoll? Das war alles?" Wenn's also auch nicht viel war, � zum Plural von "Handvoll" reicht's.Zum Unterschied zwischen "ein Schälchen voll Kirschen" und "ein Schälchen Kirschen": Das ist wohl eine Stilfrage. Ich bekomme hin und wieder ein Schälchen Kirschen vorgesetzt. Aber ehrlich, ich hätte da doch oft gern ein Schälchen voll Kirschen gehabt...Noch zu Achenbachs "ein paar Leute": Die Schreibung von "paar" hier ist die Ausnahme, nicht ein Beispiel für ein Muster. Eigentlich ist "paar" ja in einigen Fällen eine Substantivform, nicht wahr, wir haben mit "ein" eine Singularform und in "Leute" eine Pluralform, genau wie bei "ein Paar Schuhe". Allerdings beklagen wir uns auch über "die paar Kirschen" in besagtem Schälchen, und der Ober sagt uns erregten Auges, daß er allen so viele serviert und sich nur ein bebrillter Philologe so akribisch beklagen könnte; und wir sehen hier ebenfalls erregt klar, daß dieses "paar" doch weit weg ist vom ursprünglichen Substantiv, daß es eben hier (nach bestimmten besonderen Adjektiven und auch nach "ein" in anderen Fällen [was die Reformer nicht haben sehen können]) schon ziemlich rein ein Adjektiv geworden ist; denn unser Ober ist "mit ein paar Kirschen" (und nicht "mit einem Paar Schuhen") gekommen, und es waren ja drei Kirschen und "mit" hat den Dativ!Auf jeden Fall ist es gar nicht so schlecht, daß wir den Unterschied zwischen "Paar" und "paar" auch schriftlich ausdrücken können; im Gegenteil, es ist sogar höchst willkommen, und ich danke der Schreibtradition, daß sie uns diese Möglichkeit geschaffen hat. Englisch "and a couple of yards" beim *Football* hat mich jedenfalls einige Zeit, also eine Zeitlang, ganz schön verwirrt kucken lassen. Wer rät als Ausländer schon gleich, daß in diesem Fall "a couple" "zwei" bedeutet? (Es gibt keine *"zwei Zeitlang"; aber bei mir dauert so manches zu verstehen mindestens so lange. So verstehe ich immer noch nicht, weshalb unsere Jugend regierungsverordnet mögliche Unterscheidungen im geschriebenen Deutsch aufgeben soll, wo die doch sehr gut klarer Mitteilung dienen. Sind unsre offenbar nur sehr wenig schreibenden Kultusminister daran interessiert, daß man sich wenigstens schriftlich nicht mehr so klar wie Gott sei Dank möglich ausdrücken kann? 1984 mit halt einiger Verspätung und nur nicht gleich ganz so deutlich?)
rr bth
Dieser Beitrag wurde am 21.08.2005 um 19.57 Uhr eingetragen.
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Zum �...-lernen� sagt der Zweifelsf�lle-Duden von 1972:�Aber man schreibt zusammen: kennenlernen, liebenlernen und sch�tzenlernen.�Erkl�rt wird das auf S. 761 f so:�Zusammen schreibt man, wenn ein neuer Begriff entsteht: Das gilt vor allem f�r Verbindungen mit einem Verb als zweitem Glied. [...] Bei einigen Verbindungen von zwei Verben ist die Zusammenschreibung �blich geworden, weil sie als Einheit empfunden werden, obwohl kein neuer Begriff entsteht, so bei kennenlernen, spazierengehen, -fahren, -reiten.�
Dieser Beitrag wurde am 19.08.2005 um 11.17 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=39#236
Nun, ich denke, bei sich kennen- und verstehenlernen geht es nicht ohne Zusammenschreibung, selbst wenn man üblicherweise wohl verstehen lernen getrennt schreiben würde. Denn sich kennen- und verstehen lernen verstößt doch gegen die Konvention zum Einsatz des Bindestrichs bei der Einsparung von Wortteilen. Bei verstehen lernen liegt mit lernen ja kein Wortteil mehr vor sondern ein ganzes Wort. Da es meiner Meinung nach in dieser Formulierung eine gute Begründung zur Zusammenschreibung gibt, sollte man sie wohl auch so gutheißen.
Dieser Beitrag wurde am 18.08.2005 um 18.50 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=39#235
Wie sieht es eigentlich mit der Zusammen- oder Getrenntschreibung von verstehen_lernen aus? Das ist ja, genau wie kennenlernen, ganz verschieden von schwimmen lernen und dergleichen. Ich bin darauf in genau dem Zusammenhang gestoßen: sich gegenseitig kennen- und verstehenlernen. Andererseits habe ich das beim Suchen im Netz nur als Substantiv gefunden (gegenseitiges Kennen- und Verstehenlernen). Ich bin mir gar nicht sicher, was die übliche herkömmliche Schreibweise des Verbs war. Kennt sich jemand damit aus?
Dieser Beitrag wurde am 25.07.2005 um 16.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=39#203
Was ist denn von �sog.� zu halten? Ich zitiere aus dem �Informationsbrief zur Einf�hrung einer Eigenbeteiligung f�r die Beschaffung von Schulb�chern ab dem Schuljahr 2005/06 gem�� Art. 21 des Bayerischen Schulfinanzierungsgesetzes�, den meine Kinder heute aus der Schule mitgebracht haben:�Sehr geehrte Eltern, [...] der bayerische Landtag hat� die �Einf�hrung eines sog. �B�chergelds� beschlossen.�Dr�ckt sich da jemand, der �sogenannt� � auch wenn der 2004er � 36 E2(2) das inzwischen zul��t (genauso allerdings wie �so genannt�) � zwar besser findet als �so genannt�, aber �sogenannt� nicht schreiben mag, weil er vorher immer �so genannt� schreiben mu�te?
Dieser Beitrag wurde am 25.07.2005 um 15.25 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=39#202
Der Ausdruck "Handvoll" scheint mir als eigenständiger Mengenbegriff doch weit gängiger zu sein als "Schälchen voll". Und würde man nicht eher sagen "ein Schälchen Kirschen essen" oder "einen Teller Bohnen", d.h. ohne Zusatz von "voll" ? Umgekehrt aber doch wohl nicht eine "Hand Kirschen" ?
Dieser Beitrag wurde am 25.07.2005 um 14.02 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=39#201
Herrn Achenbachs Einwurf zu Handvoll und Fingerbreit sehe ich als richtig an. Meine Anmerkung zu §36 bezüglich handvoll ziehe ich damit zurück.Da das Wörterverzeichnis bezüglich der GZS nun vollkommen in der Luft hängt, stellt sich die Frage, was überhaupt gelten soll: Die "Überregel" §37 (2), nach der "mehrteilige Substantivierungen" gebildet werden können oder das löchrige Wörterverzeichnis, das in der aktuellen Version (ohne das berühmt-berüchtigte Sternchen) keinen Hinweis mehr gibt, welche Wörter es über die spärlichen Einträge hinaus noch geben kann? Bei all der Widersprüchlichkeit würde ich die "Überregel" gelten lassen wollen, was letztendlich auf die bisher übliche Praxis hinausläuft, das Sprachgefühl entscheiden zu lassen.Herrn Achenbachs Meinung zu eine Hand voll Kirschen essen teile ich nicht. Wenn ich ein Schälchen voll Kirschen esse, esse ich das Schälchen doch auch nicht mit, oder?
Dieser Beitrag wurde am 24.07.2005 um 21.54 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=39#199
Leider mu� ich die Hoffnungen, da� Handvoll und Fingerbreit wieder zugelassen w�rden, etwas d�mpfen. � 36 befa�t sich nur mit Adjektiven, also mit Wendungen wie ein fingerbreites Kabel. Allenfalls k�nnte man Handvoll gem�� � 37 als eine "mehrteilige Substantivierung" (was immer das auch hei�en mag), vergleichbar mit Kehraus, auffassen.Zu welcher Wortart Handvoll geh�rt, ist f�r den Laien - vielleicht auch f�r den Fachmann - nicht so leicht zu sagen, da� es sich aber nicht um ein Adjektiv handelt, ist wohl ziemlich klar. Der alte Duden hat es gro� geschrieben, also offenbar als Substantiv aufgefa�t. Auch Prof. Ickler behandelt es ausdr�cklich als Substantiv (Kritischer Kommentar). Nicht ganz einleuchtend ist mir aber, da� man ein paar Leute klein, aber eine Handvoll Leute gro� schreiben sollte. F�r mein Empfinden w�re daher auch die Keinschreibung eine handvoll zumindest vertretbar.Auch die Amtlichen Regeln behandeln Hand voll nicht im Regelteil, sondern nur in der W�rterliste. Dabei wird die Getrenntschreibung mit einem Verweis auf � 39 E2(1) begr�ndet. � 39 befa�t sich mit Adverbien, Konjunktionen, Pr�positionen und Pronomen. Wie man getrennt geschriebene F�gungen wie Hand voll einer bestimmte Wortart zunordnen kann, ist mir allerdings ziemlich schleierhaft.In den Amtlichen Regeln wird fingerbreit �berhaupt nur als Adjektiv behandelt. Wie man den Ausdruck keinen Fingerbreit von seiner Meinung abweichen grammatisch auffassen soll, bleibt dunkel.All das zeigt, wie unsinnig es ist, irgendwelche "Regeln" zu beschlie�en, wenn man nicht vorher die Auswirkungen auf die W�rterliste genau gepr�ft hat. Leider scheint der Rechtschreibrat alle Fehler der Reformer wiederholen zu wollen.Ausnahmsweise kann ich Prof. Ickler �brigens nicht zustimmen, wenn er im Kritischen Kommentar sagt, man k�nne auch sagen eine Hand voll Kirschen essen. Das w�rde f�r mich bedeuten, da� man nicht nur die Kirschen, sondern auch die Hand i�t.
Dieser Beitrag wurde am 24.07.2005 um 19.29 Uhr eingetragen.
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Noch als Anmerkung: Paradoxerweise stehen Substantive wie "Handvoll", "Zeitlang" usw. nirgendwo auch nur als Beispiel in den neuen ��33�39, als wolle man diesen W�rtern immer noch den Garaus machen. Es h�tte nat�rlich etwas f�r sich, wenn zwei oder drei Beispiele dort noch eingef�gt w�rden, um ihren Weiterbestand ein f�r allemal zu dokumentieren.
Dieser Beitrag wurde am 24.07.2005 um 19.15 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=39#197
Nun ja, so ganz sauber ist der neue Entwurf wirklich nicht.§33 lautet jetzt unter E: danksagen / Dank sagen (er sagt Dank), gewährleisten / Gewähr leisten (sie leistet Gewähr) usw. In der alten Fassung war noch er danksagt, sie gewährleistet usw. enthalten. Warum wurde das gestrichen? Schreiben darf man es doch wohl immer noch so, oder?Hauptkritikpunkt im neuen §34 dürfte sein, daß dieser Paragraph offen läßt, ob nun darin sitzen u. ä. nur getrennt zulässig ist oder nicht (E2). Ebenfalls in diesem Paragraphen sind nun in Stein gemeißelt nottun und das reformiert dümmliche leidtun. Mag man beide Schreibungen optional gutheißen, obligatorisch dürfen sie nicht sein. Letztlich sollte das Beispiel kennen lernen / kennenlernen aus E7 getilgt werden. (Eigentlich ist die gesamte Erläuterung E7 überflüssig.)§35 gehört gestrichen, warum sollte das Wort "sein" bei der Zusammenschreibung eine Ausnahme bilden? (Ich will bei diesem Spiel auch dabeisein.) §35 erinnert stark an die nun verblichene -ig, -lich, -isch-Regel und sollte wohl nur stehenbleiben, um die Numerierung nicht durcheinander zu bringen.Zu "2 Adjektiv": Was bedeutet der Bindestrich in der Zeile vor dem §36? Soll hier noch ein (noch unbekannter) Text eingefügt werden?§36 führt ansonsten in die richtige Richtung: fingerbreit, jahrelang, meterhoch lassen die Vermutung zu, daß auch handvoll usw. wieder zulässig ist. Die in diesem Paragraphen angeführten Listen sind alle offen, verbieten also nichts. Auch die von Herrn Ickler kritisierten Präfixbildungen mit ur- bzw. erz- kann ich als Laie als "bedeutungsverstärkende Zusammensetzungen" durchgehen lassen (alt -> uralt, konservativ -> erzkonservativ), auch wenn der Fachmann darin sicher eine andere Konstruktion sieht.Zu "3 Substantiv": Was bedeutet der Bindestrich in der Zeile vor dem §37? Soll hier noch ein (noch unbekannter) Text eingefügt werden?§37 beschreibt in meinen Augen ansonsten Trivialitäten, wie Substantive aufgebaut sein können. Er enthält m. E. nichts, was dem bisherigen Sprachusus zuwiderläuft.Zu §38, §39: Wie bereits von Herrn Achenbach angemerkt wurde, ist die Frage berechtigt, was in dem Satz " verbleiben nach Vorschlag des Rats für deutsche Rechtschreibunggrundsätzlich in der Fassung von 2004" das Wort "grundsätzlich" bedeutet.Für das (Verzeihung!) "Sprachvolk" ist es wichtig zu erkennen, daß die unsägliche Regel "Es wird vermehrt auseinandergeschrieben" nun auch "offiziell" nicht mehr gilt und daß weitere schwerwiegende Änderungen folgen.
Dieser Beitrag wurde am 22.07.2005 um 22.37 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=39#195
Hurra! Die vollständigen Empfehlungen des Rates zur GZS sind nun endlich da, und zwar veröffentlicht auf der Internetseite des Rates.Die Änderungen gegenüber früheren Varianten erscheinen auf den ersten Blick marginal. Warum man gut drei Wochen brauchte, um diese Ergebnisse zu veröffentlichen, ist umso rätselhafter.Auffällig - schon wegen des Fettdrucks - ist, daß in der Empfehlung, die Paragraphen 38 und 39 in der Fassung von 2004 unverändert zu lassen, das Wort "grundsätzlich" eingefügt wurde. Was will der Rat wohl damit sagen?
Dieser Beitrag wurde am 22.07.2005 um 18.19 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=39#193
Sowohl im 1996er wie im 2004er Wörterverzeichnis findet sich der Eintrag »vornherein; von vorn[e]herein«. Auf einer Kunstpostkarte las ich aber einmal �von vorn herein� (�Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorn herein ausgeschlossen erschien�), und ich fragte mich, ob das � rein theoretisch � mit dem Regelwerk vereinbar wäre.Nach § 39 schreibt man �mehrteilige Adverbien, Konjunktionen, Präpositionen und Pronomen zusammen, wenn die Wortart, die Wortform oder die Bedeutung der einzelnen Bestandteile nicht mehr deutlich erkennbar sind�. Von den sich anschließenden vier Zusammenschreibungsfällen kommt nur der erste in Frage:�(1) Adverbien, zum Beispiel: bergab, bergauf; kopfüber; landaus, landein; stromabwärts, stromaufwärts; tagsüber; zweifelsohne�Diese Beispiele deuten m.E. darauf hin, daß bei dieser Regelung letztlich ähnliche Kriterien eine Rolle spielen wie bei der Zusammenschreibung mit Partizipien als zweitem Bestandteil nach § 36 (1): �Zusammensetzungen, bei denen der erste Bestandteil für eine Wortgruppe steht [...] Mit Fugenelement [...]� Wie mir scheint, ist das bei �von vorn_herein� alles nicht zwingend, so daß die Getrenntschreibung im Bereich des Möglichen liegt. Hinzu kommt die Regel § 39 E2(2.1) zur Getrenntschreibung:�(2) Fälle, bei denen die Wortart, die Wortform oder die Bedeutung der einzelnen Bestandteile deutlich erkennbar ist, und zwar(2.1) Fügungen in adverbialer Verwendung, zum Beispiel:zu Ende [gehen, kommen], zu Fuß [gehen], zu Hause [bleiben, sein] (österreichisch und schweizerisch auch: zuhause bleiben, sein), zu Hilfe [kommen], zu Lande, zu Wasser und zu Lande, zu Schaden [kommen] darüber hinaus, nach wie vor, vor allem�Was spräche � rein theoretisch � gegen diese Einordnung von �von vorn_herein�? Falls das möglich ist � was wäre von einem solchen Regelwerk zu halten?
Dieser Beitrag wurde am 19.07.2005 um 11.46 Uhr eingetragen.
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Beitrag geschrieben von Glasreiniger am 19.07.2005 um 11:30 Uhr:"Zurzeit" mag durchgehen. Dagegen spricht allerdings, da� man es auf der zweiten Silbe betont, im Gegensatz zu "derzeit". Diese Neuschreibung wird, sollte sie sich durchsetzen, �ber kurz oder lang auch die gesprochene Sprache ver�ndern. Beitrag geschrieben von J�rgen Kern am 19.07.2005 um 11:23 Uhr:Sehr geehrter Herr Stock,f�r die Schreibung "zurzeit" bin ich nur aus dem Grund, um es von "zur Zeit" zu unterscheiden. "Ich bin leider zurzeit nicht erreichbar." "Zur Zeit Ottos des Gro�en ..."Mit dieser Schreibung k�nnte ich leben, ich mu� sie aber nicht haben... Beitrag geschrieben von Jens Stock am 18.07.2005 um 19:15 Uhr:Im gro�en und ganzen stimme ich Ihnen zu, Herr Kern. Das �Me�ergebnis� ist mir auch viel lieber als das �Messergebnis� (Messer...). Wof�r man aber die Schreibweise �zurzeit� braucht, leuchtet mir �berhaupt nicht ein. Ich schreibe weder �immoment� noch �imaugenblick�. Wof�r also brauche ich �zurzeit�? Beitrag geschrieben von J�rgen Kern am 18.07.2005 um 15:50 Uhr:(...) Das Ziel mu� aber lauten: V�llige R�cknahme, einige Ausnahmen k�nnen inbegriffen sein. So bin ich sehr wohl f�r die Schreibungen "zurzeit", "mithilfe" und "zulasten". Auch kann ich mich mit der "s|t"-Trennung abfinden. Der Rest mu� aber verschwinden, sowohl die Gro�- und Kleinschreibung, als die greuliche "St�ngel"-Schreibung.Mein gr��ter Wunsch, der aber leider unerf�llbar scheint, ist die Wiedereinf�hrung der "alten" �-Regel.Doch wenn man sich so umh�rt, ist ausgerechnet das die Regel, die wohl nie zu Fall gebracht werden kann. (...)(verschoben von hier)

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 Art. 21
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