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Timestamp: 2019-12-08 17:51:31+00:00

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Rechtsprechung: NJW 2011, 615 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 26.10.2010
https://dejure.org/2010,209
BGH, 02.12.2010 - V ZB 84/10 (https://dejure.org/2010,209)
BGH, Entscheidung vom 02.12.2010 - V ZB 84/10 (https://dejure.org/2010,209)
BGH, Entscheidung vom 02. Dezember 2010 - V ZB 84/10 (https://dejure.org/2010,209)
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ZPO § 727 Abs. 1, § 750 Abs. 1; ZVG § 17 Abs. 1, § 146 Abs. 1; BGB § 899a, § 1148 Satz 1
§ 727 Abs 1 ZPO, § 750 Abs 1 ZPO, § 17 Abs 1 ZVG, § 146 Abs 1 ZVG, § 899a BGB
Grundstück einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts: Voraussetzungen der Anordnung der Zwangsverwaltung; Gesellschafterwechsel; erweiterter öffentlicher Glaube des Grundbuchs
ZPO §§ 727 Abs. 1, 750 Abs. 1; ZVG §§ 17 Abs. 1, 146 Abs. 1; BGB §§ 899a, 1148 S. 1
Anordnung der Zwangsverwaltung eines Grundstücks einer GbR nur, wenn deren sämtliche Gesellschafter aus dem Titel hervorgehen und mit eingetragenen Gesellschaftern übereinstimmen
Auflistung der Gesellschafter einer GbR in einem Titel als Voraussetzung der Anordnung der Zwangsverwaltung des Grundstücks der GbR; Nachweis von Veränderungen im Gesellschafterbestand durch eine Rechtsnachfolgeklausel im Falle der Anordnung der Zwangsverwaltung des ...
Zu den Voraussetzungen der Zwangsverwaltung des Grundstücks einer GbR
ZPO §§ 727, 750; ZVG §§ 17, 146; BGB §§ 899a, 1148
Zwangsverwaltung des Grundstücks einer GbR nur bei Nennung der mit Grundbucheintragung übereinstimmenden Gesellschafter im Titel bzw. Rechtsnachfolgeklausel
Voraussetzungen zur Anordnung der Zwangsverwaltung eines GbR-Grundstücks
Zu den Voraussetzungen der Anordnung der Zwangsverwaltung des Grundstücks einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts
Anordnung der Zwangsverwaltung des Grundstücks einer GbR
BGB § 1148 S. 1; ZPO § 727 Abs. 1; ZVG § 22 Abs. 1
Zwangsverwaltung des Grundstücks einer GbR
Zur Anordnung der Zwangsverwaltung über ein Grundstück einer GbR
ZPO §§ 750, 727; ZVG §§ 17, 146; BGB §§ 899a, 1148
Zwangsvollstreckung gegen GbR; Zwangsvollstreckung bei Gesellschafterwechsel; Zwangsverwaltung gegen GbR
Kurznachricht zu "Immobiliarvollstreckung gegen GbR(-Gesellschafter)" von Notarassessor PD Dr. Christoph Reymann, LL.M., original erschienen in: NJW 2011, 1412 - 1414.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 02.12.2010, Az.: V ZB 84/10 (Zwangsverwaltung des Grundstücks einer GbR)" von Prof. Dr. Carl-Heinz Witt, LL.M., original erschienen in: BB 2011, 399 - 400.
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 02.12.2010, Az.: V ZB 84/10 (Vollstreckung gegen eine GbR richtig vorbereiten)" von Redaktion FoVo, original erschienen in: FoVo 2011, 35 - 39.
Kurznachricht zu "Die Vollstreckung in den Grundbesitz einer GbR nach dem Tod eines Gesellschafters - Zugleich Besprechung von BGH, Beschluss vom 02.12.2010, Az.: V ZB 84/10, ZfIR 2011, 147" von Dipl-Rechtspfleger Horst Bestelmeyer, original erschienen in: ZfIR 2011, 117 - 126.
Zusammenfassung von "Die Zwangsvollstreckung in Immobiliarvermögen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts - Besprechung von BGH-Beschluss vom 2. 12. 2010, Az.: V ZB 84/10, DB 2011 S. 103" von Notarassessor Stefan Heinze, original erschienen in: DB 2011, 460 - 462.
Kurznachricht zu "ZEV-Report Gesellschaftsrecht / Unternehmensnachfolge" von RA/FASteuerR/StB Dr. Frank Hannes und RA/FASteuerR/StB Dr. Wolfgang Ondernka und RA/FASteuerR Dr. Christian von Oertzen, original erschienen in: ZEV 2011, 303 - 306.
BGHZ 187, 344
NJW 2011, 615
ZIP 2011, 119
DNotZ 2011, 765
NZM 2011, 209
WM 2011, 239
BB 2011, 130
BB 2011, 396
DB 2011, 103
Rpfleger 2011, 285
NZG 2011, 180
Die Identifizierung der Gesellschaft erfolgt über die notwendige Benennung ihrer Gesellschafter (vgl. Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, NJW 2011, 615, 616 Rn. 10 [zur Veröff. in BGHZ vorgesehen] unter Bezugnahme auf die Beschlussempfehlung des Rechtsausschusses zum ERVGBG, BT-Drucks. 16/13437, S. 24 li. Sp.;… Beschluss vom 24. Februar 2011 - V ZB 253/10, WM 2011, 642, 644 Rn. 18).
Dass die GbR nach § 47 Abs. 2 GBO unter Angabe ihrer Gesellschafter einzutragen ist, ändert daran nichts (vgl. Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, BGHZ 187, 344, 348 Rn. 13).
§ 1148 Satz 1 BGB ist auf die eingetragenen Gesellschafter einer GbR auch dann entsprechend anwendbar, wenn einer davon verstorben ist (Bestätigung von Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010, V ZB 84/10, WM 2011, 239).
Einer Rechtsnachfolgeklausel analog § 727 ZPO bedarf es nicht, wenn die aus dem Titel ausgewiesenen Gesellschafter einer GbR bei Anordnung der Zwangsversteigerung mit den im Grundbuch eingetragenen übereinstimmen (Bestätigung von Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010, V ZB 84/10, WM 2011, 239).
Diese Entscheidung ist Gegenstand des Senatsbeschlusses vom 2. Dezember 2010 (V ZB 84/10, WM 2011, 239).
Das hat der Senat in seiner Entscheidung in dem parallelen Zwangsverwaltungsverfahren derselben Beteiligten im Einzelnen dargelegt (Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, WM 2011, 239, 240 Rn. 7-14).
Eine wirksame Zustellung an eine GbR wird aber auch erreicht, wenn die Zustellung nicht nur an einzelne, sondern - wie hier - an alle Gesellschafter und damit im Ergebnis auch an einen zur Geschäftsführung und Vertretung der Gesellschaft berufenen Gesellschafter erfolgt (Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, WM 2011, 239, 241 Rn. 17).
Für die Zustellung der Urkunde einer vollstreckbaren Grundschuld gilt das nach § 800 Abs. 2 ZPO aber nicht, wenn die Rechtsnachfolge, hier der Gesellschafterwechsel, im Grundbuch vollzogen ist (Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, WM 2011, 239, 241 Rn. 18).
Diese unwiderlegliche Fiktion (so: RGZ 94, 55, 57) wendet der Senat auf den hier vorliegenden Fall entsprechend an, dass die im Grundbuch eingetragenen Gesellschafter einer GbR in Wirklichkeit nicht mehr deren Gesellschafter sind (Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, aaO S. 241 Rn. 21).
cc) Im Übrigen wird das Erfordernis einer Rechtsnachfolgeklausel in entsprechender Anwendung des § 727 ZPO unter Bezugnahme auf eine Entscheidung des Senats (Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, BGHZ 187, 344 Rn. 9 ff.) für den Fall angenommen, dass das Recht der GbR im Grundbuch gemäß § 47 Abs. 2 Satz 1 GBO unter Benennung ihrer Gesellschafter eingetragen worden ist (…BeckOK ZPO/Ulrici, 18. Aufl., § 727 Rn. 17a;… HK-ZV/Giers, 3. Aufl., § 736 Rn. 2;… MüKoZPO/Heßler, 4. Aufl., § 736 Rn. 17;… MüKoZPO/Wolfsteiner, 4. Aufl., § 727 Rn. 17; Reymann, NJW 2011, 1412).
BGH, 09.02.2011 - V ZB 86/10
Möglichkeit der Vollstreckung in das Gesellschaftsvermögen auch aufgrund eines …
Die Vollstreckung in das Gesellschaftsvermögen ist nämlich auch auf Grund eines Titels gegen die Gesellschafter und damit auch auf Grund einer durch sie persönlich erklärten Unterwerfung unter die Zwangsvollstreckung in das Gesellschaftsvermögen möglich (BGH, Beschluss vom 16. Juli 2004 - IXa ZB 288/03, NJW 2004, 3632, 3633; Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, DB 2011, 103, 104 Rn. 6).
Das hat der Senat in der Entscheidung in einem parallelen Verfahren derselben Beteiligten im Einzelnen dargelegt (Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, aaO, S. 104 f. Rn. 7 - 14).
Eine wirksame Zustellung an eine GbR wird aber auch erreicht, wenn die Zustellung wie hier - nicht nur an einzelne, sondern an alle Gesellschafter und damit im Ergebnis auch an einen zur Geschäftsführung berufenen Gesellschafter erfolgt (Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, aaO, S. 105 Rn. 17).
Für die Zustellung der Urkunde einer vollstreckbaren Grundschuld gilt das aber nach § 800 Abs. 2 ZPO nicht, wenn die Rechtsnachfolge, hier der Gesellschafterwechsel, im Grundbuch vollzogen ist (Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, aaO, S. 105 Rn. 18).
Das führte nach der Vorschrift des § 1148 Satz 1 i. V. m. § 1192 Abs. 1 BGB, die auf die Eintragung der Gesellschafter einer GbR entsprechend anzuwenden ist (Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, aaO S. 105 Rn. 21), dazu, dass für die Gläubigerin die (noch) eingetragenen (bisherigen) Gesellschafter als Gesellschafter der Schuldnerin galten.
Diese ist ungeachtet des § 22 Abs. 1 Satz 2 ZVG positiv festzustellen (Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, DB 2011, 140, 106 Rn. 24).
Denn er bezieht sich nach § 899a BGB nur auf die Namen und die Anzahl der Gesellschafter (Beschlussempfehlung zum ERVGBG in BT-Drucks 16/13437 S. 24), nicht aber darauf, ob sie zur Geschäftsführung befugt sind (Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, DB 2011, 140, 106 Rn. 28).
Denn dessen Erbe wäre kraft Gesetzes und mit derselben Berechtigung wie der Verstorbene Gesellschafter der GbR und, wenn dieser alleiniger geschäftsführender Gesellschafter gewesen sein sollte, auch in diese Rechtsstellung eingerückt (vgl. Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, DB 2011, 104, 106 Rn. 30).
Die Vollstreckung in das Gesellschaftsvermögen ist auch auf Grund einer durch diese persönlich erklärten Unterwerfung unter die Zwangsvollstreckung in das Gesellschaftsvermögen möglich (näher Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, BGHZ 187, 344 Rn. 6 mwN).
Einer Rechtsnachfolgeklausel analog § 727 ZPO bedarf es nicht, wenn die in dem Titel aufgeführten Gesellschafter der GbR bei Anordnung der Zwangsversteigerung mit den im Grundbuch eingetragenen Gesellschaftern übereinstimmen (näher zum Ganzen Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, BGHZ 187, 344 Rn. 21;… Beschluss vom 24. Februar 2011 - V ZB 253/10, NJW 2011, 1449 Rn. 14 ff.).
Entgegen der Ansicht der Gläubigerin bezieht sich der öffentliche Glaube des Grundbuchs gemäß § 899a BGB nicht auf die Geschäftsführungsbefugnis der dort vermerkten Gesellschafter der GbR (vgl. zum Ganzen Senat, Beschluss vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, BGHZ 187, 344 Rn. 28 mwN).
Auch mit einem Titel gegen alle einzelnen Gesellschafter, der im Hinblick auf ihre persönliche Mithaftung ergangen ist, kann in das Gesellschaftsvermögen vollstreckt werden (BGH, Beschluss vom 16. Juli 2004 - IXa ZB 288/03, WM 2004, 1827, 1829 f; vom 2. Dezember 2010 - V ZB 84/10, BGHZ 187, 344 Rn. 6;… Urteil vom 22. März 2011 - II ZR 249/09, WM 2011, 1036 Rn. 11).
Grundbuchsache: Vorlage des Gesellschaftsvertrags bei Grundbuchberichtigung nach …
OLG Frankfurt, 19.10.2015 - 20 W 302/15
OLG Hamm, 17.03.2011 - 15 W 706/10
Zulässigkeit der Beschwerde des Vollstreckungsgerichts gegen eine die Ablehnung …
OVG Sachsen, 16.05.2011 - 1 A 266/09
GbR, Zustellung, gesetzlicher Vertreter, Unterbrechung, Tod der Partei, …
KG, 30.10.2012 - 1 W 46/12
Grundbuchverfahren: Wirksamwerden einer notariell beglaubigten …
LAG Berlin-Brandenburg, 17.07.2012 - 10 Ta 1367/12
Deklaratorische Wirkung der Tenorierung der vorläufigen Vollstreckbarkeit bei …
OLG Jena, 26.06.2014 - 3 W 258/14
Zwangssicherunghypothek, Gesellschaft bürgelichen Rechts
https://dejure.org/2010,1556
BGH, 26.10.2010 - VI ZB 74/08 (https://dejure.org/2010,1556)
BGH, Entscheidung vom 26.10.2010 - VI ZB 74/08 (https://dejure.org/2010,1556)
BGH, Entscheidung vom 26. Januar 2010 - VI ZB 74/08 (https://dejure.org/2010,1556)
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§ 511 Abs 2 Nr 1 ZPO, § 511 Abs 4 S 1 Nr 1 ZPO
Berufung im Verkehrsunfallprozess: Berücksichtigung ergänzenden Parteivortrags für die Bestimmung des Werts des Beschwerdegegenstands; berufungsgerichtliche Entscheidung über die Zulassung der Berufung
Zur Berücksichtigung eines ergänzenden Parteivortrags für die Bestimmung des Werts des Beschwerdegegenstands für die Berufungsinstanz
Berücksichtigung von bei in erster Instanz nicht feststehender Reparaturkosten durch das Berufungsgericht; Bestimmung des Werts des Beschwerdegegenstandes unter Berücksichtigung des ergänzenden Vortrags der Parteien zu diesem Wert; Nachholen der Entscheidung über das ...
Verfahrensrecht - Bestimmung des Beschwerdegegenstands der Berufung
Die Berufung und der Streitwert eines Feststellungsantrags
AG Berlin-Mitte, 13.02.2008 - 101 C 3055/07
LG Berlin, 03.09.2008 - 58 S 90/08
NZV 2011, 130
VersR 2011, 646
Ein Feststellungsantrag erfasst den gesamten dem Kläger entstandenen Schaden, auch solche Positionen, die - aus welchem Grund auch immer - nicht mit der Leistungsklage geltend gemacht und auch nicht zur Begründung des Feststellungsantrags konkretisiert wurden (vgl. Senat, Beschlüsse vom 26. Oktober 2010 - VI ZB 74/08, NJW 2011, 615 Rn. 8;… vom 16. April 2013 - VI ZB 50/12, NJW-RR 2013, 1077 Rn. 9).
Dem Kläger stand es grundsätzlich frei, in der Berufungsbegründung zur Darlegung einer 600 EUR übersteigenden Beschwer weitere Tatsachen vorzutragen und seinen in der ersten Instanz gehaltenen Vortrag zu ergänzen (BGH, Beschluss vom 26. Oktober 2010 - VI ZB 74/08, NJW 2011, 615 Rn. 8;… Beschluss vom 16. April 2013 - VI ZB 50/12, NJW-RR 2013, 1077 Rn. 9;… Ball in Musielak/Voit, ZPO, 12. Aufl., § 511 Rn. 39).
Diese Pflicht besteht, wenn - wie hier - das erstinstanzliche Gericht keine Veranlassung gesehen hat, die Berufung nach § 511 Abs. 4 ZPO zuzulassen, weil es den Streitwert auf über 600 EUR festgesetzt hat, und das Berufungsgericht diesen Wert für nicht erreicht hält (BGH…, Urteil vom 14. November 2007 - VIII ZR 340/06, NJW 2008, 218, 219 Rn. 12; Beschluss vom 26. Oktober 2010 - VI ZB 74/08, NJW 2011, 615).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs muss allerdings das Berufungsgericht die Entscheidung über die Zulassung der Berufung nachholen, wenn das erstinstanzliche Gericht hierzu keine Veranlassung gesehen hat, weil es den Streitwert auf über 600 EUR festgesetzt hat und deswegen von einem entsprechenden Wert der Beschwer der unterlegenen Partei ausgegangen ist, aber das Gericht des zweiten Rechtszugs diesen Wert nicht für erreicht hält (BGH, Beschlüsse vom 26. Oktober 2010 - VI ZB 74/08, MDR 2011, 124;… vom 27. April 2010 - VIII ZB 91/09, NJW-RR 2010, 1582 Rn. 3;… vom 16. Juni 2008 - VIII ZB 87/06, WuM 2008, 615 Rn. 13;… vom 3. Juni 2008 - VIII ZB 101/07, WuM 2008, 614 Rn. 5 …und Urteil vom 14. November 2007 aaO Rn. 12).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs muss allerdings das Berufungsgericht die Entscheidung über die Zulassung der Berufung nachholen, wenn das erstinstanzliche Gericht hierzu keine Veranlassung gesehen hat, weil es den Streitwert auf über 600 EUR festgesetzt hat und deswegen von einem entsprechenden Wert der Beschwer der unterlegenen Partei ausgegangen ist, aber das Gericht des zweiten Rechtszugs diesen Wert nicht für erreicht hält (s. nur BGH, Beschluss vom 26. Oktober 2010 - VI ZB 74/08, NJW 2011, 615 Rn. 12;… Beschluss vom 23. März 2011 - XII ZB 436/10, juris Rn. 14, jew.m.w.N.).
Bei der Bestimmung des Werts des Beschwerdegegenstandes gemäß § 511 Abs. 2 Nr. 1 ZPO hat das Berufungsgericht ergänzenden Vortrag der Parteien zu diesem Wert in Erwägung zu ziehen (Bestätigung des Senatsbeschlusses vom 26. Oktober 2010, VI ZB 74/08, VersR 2011, 646).
Der Wert der Beschwer ist vielmehr nach dem Umfang des gesamten Schadens zu bemessen, wie er sich dem Berufungsgericht aufgrund des Klägervortrags darstellt (vgl. Senat, Beschluss vom 26. Oktober 2010 - VI ZB 74/08, VersR 2011, 646 Rn. 8).
Hat das Erstgericht die auf Schadensersatz nach einem Verkehrsunfall gerichtete Klage - wie hier auch - hinsichtlich eines Feststellungsantrags abgewiesen, kann der Wert des Beschwerdegegenstandes auch durch ausreichend konkret dargelegte Schadenspositionen bestimmt sein, die erstinstanzlich nicht in Ansatz gebracht wurden oder im Raum standen, sofern im Fall einer Verurteilung die Haftung der Beklagten auch für diese Positionen festgestellt würde (Senatsbeschluss vom 26. Oktober 2010 - VI ZB 74/08, aaO).
Danach ist der Kläger, soweit das angefochtene Urteil von seinen Anträgen abweicht, beschwert (BGH, NJW 2011, S. 615 [Tz. 5] mwN.).
b) Nur wenn das erstinstanzliche Gericht deshalb keine Veranlassung gesehen hat, die Berufung nach § 511 Abs. 4 Satz 1 ZPO zuzulassen, weil es aufgrund seiner Streitwertfestsetzung eine Beschwer von mehr als 600 EUR angenommen hat, muss das Berufungsgericht, sofern es diesen Wert für nicht erreicht hält, die Entscheidung darüber nachholen, ob die Berufung nach § 511 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 ZPO zuzulassen ist (Senatsbeschluss vom 26. Oktober 2010 - VI ZB 74/08, NJW 2011, 615 Rn. 12).
Hat das erstinstanzliche Gericht keine Veranlassung gesehen, die Berufung nach § 511 Abs. 4 Satz 1 ZPO zuzulassen, weil es von einer Beschwer der unterlegenen Partei ausgegangen ist, die 600 EUR übersteigt, muss das Berufungsgericht, wenn es von einer geringeren Beschwer ausgeht, die Entscheidung darüber nachholen, ob die Voraussetzungen für die Zulassung der Berufung nach § 511 Abs. 4 Satz 1 ZPO erfüllt sind (vgl. Senatsbeschlüsse vom 26. Oktober 2010 - VI ZB 74/08, NJW 2011, 615 Rn. 12; vom 5. April 2011 - VI ZB 61/10, z.V.b.; BGH…, Urteil vom 14. November 2007 - VIII ZR 340/06, NJW 2008, 218 Rn. 12;… Beschlüsse vom 3. Juni 2008 - VIII ZB 101/07, WuM 2008, 614 Rn. 4 f.;… vom 21. April 2010 - XII ZB 128/09, NJW-RR 2010, 934 Rn. 18).
Berufungsverfahren: Verwerfung der Berufung wegen Nichterreichens der …
Hat das erstinstanzliche Gericht nur deshalb nicht über die Zulassung der Berufung entschieden, weil es rechtsirrtümlich davon ausgegangen ist, dass sein Urteil ohnehin aufgrund einer ausreichenden Beschwer der unterlegenen Partei mit der Berufung anfechtbar ist, so muss das Berufungsgericht die Entscheidung darüber nachholen, ob die Voraussetzungen für die Zulassung der Berufung erfüllt sind (…vgl. Senatsbeschluss vom 9. November 2011 - IV ZB 23/10, ZEV 2012, 149 Rn. 15;… BGH, Beschlüsse vom 21. Januar 2016 - V ZB 66/15, NJW-RR 2016, 509 Rn. 15;… vom 23. März 2011 - XII ZB 436/10, NJW-RR 2011, 998 Rn. 14-16; vom 26. Oktober 2010 - VI ZB 74/08, VersR 2011, 646 Rn. 12;… vom 27. April 2010 - VIII ZB 91/09, NJW-RR 2010, 1582 Rn. 3).
BGH, 19.05.2011 - V ZB 250/10
Zulassung der Berufung: Bemessung der Beschwer beim Anspruch auf Beseitigung …
OLG Naumburg, 05.04.2012 - 10 U 23/11
Gutgläubiger Erwerb von abhanden gekommenen Sachen: Rechtliche Einordnung von …

References: § 727
 § 750
 § 17
 § 146
 § 899
 § 1148

§ 727
 § 750
 § 17
 § 146
 § 899
 § 1148
 § 727
 § 22
 BGH 
 BGH 
 § 47

§ 1148
 § 727
 § 800
 § 727
 § 47
 § 727
 § 736
 § 736
 § 727
 § 800
 § 1148
 § 1192
 § 22
 § 899
 § 727
 § 899

§ 511
 § 511
 § 511
 § 511
 § 511
 § 511
 § 511
 § 511
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