Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=24.05.2007&Aktenzeichen=VI%20R%2078/04
Timestamp: 2017-11-24 16:57:33+00:00

Document:
BFH, 24.05.2007 - VI R 78/04 - dejure.org
EStG § 9 Abs. 1 Satz 1, § 9 Abs. 5, § 12 Nr. 1
Werbegeschenke eines Arbeitnehmers beruflich veranlasst
Aufwendungen für die Bewirtung und Werbegeschenke eines Arbeitnehmers als Werbungskosten
Außendienstler kann den Fiskus mitbewirten lassen
EStG § 9 Abs. 1 S. 1 § 9 Abs. 5 § 12 Nr. 1
Anerkennung von Bewirtungskosten und Aufwendungen für Werbegeschenke eines im Außendienst beschäftigten Arbeitnehmers als Werbungskosten; Variable Entlohnung des Arbeitnehmers als gewichtiges Indiz für Aufwendungen eines Arbeitnehmers bei der Würdigung für die berufliche Veranlassung für Bewirtung und Werbegeschenke; Beruflicher Charakter von Aufwendungen eines Arbeitnehmers
Aufwendungen für Bewirtung und Werbegeschenke bei einem Arbeitnehmer
Aufwendungen eines Arbeitnehmers für Bewirtung und Werbegeschenke können auch ohne variable Vergütung als Werbungskosten abziehbar sein
Berufliche Veranlassung von Aufwendungen für Bewirtung und Werbegeschenke (hier im Hinblick auf Aufwendungen eines Arbeitnehmers)
FG Düsseldorf, 26.11.2002 - 14 K 657/00
BFHE 218, 177
NJW 2007, 2512
DB 2007, 1564
BStBl II 2007, 721
NZA-RR 2007, 646
Ein gewichtiges Indiz für die Zuordnung von Aufwendungen zum beruflichen Bereich kann auch der Umstand bilden, dass der Steuerpflichtige variable, vom Erfolg seiner Arbeit abhängige Entlohnung erhält (vgl. BFH-Urteile vom 18. Oktober 2007 VI R 43/04, BFH/NV 2008, 357, und in BFHE 218, 177, BStBl II 2007, 721).
Dabei muss die Frage, ob der Steuerpflichtige Aufwendungen aus beruflichem Anlass erbringt oder ob es sich um Aufwendungen für die Lebensführung i.S. von § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG handelt, anhand einer Würdigung aller Umstände des Einzelfalls entschieden werden (ständige Rechtsprechung, vgl. beispielsweise BFH-Urteile vom 1. Februar 2007 VI R 25/03, BFHE 216, 522, BStBl II 2007, 459; vom 11. Januar 2007 VI R 52/03, BFHE 216, 320, BStBl II 2007, 317; vom 24. Mai 2007 VI R 78/04, BFHE 218, 177, BStBl II 2007, 721;… vom 6. März 2008 VI R 68/06, BFH/NV 2008, 1316, …und vom 22. Juli 2008 VI R 2/07, BFH/NV 2008, 1837).
Dabei muss die Frage, ob der Steuerpflichtige Aufwendungen aus beruflichem Anlass erbringt oder ob es sich um Aufwendungen für die Lebensführung i.S. von § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG handelt, anhand einer Würdigung aller Umstände des Einzelfalls entschieden werden (ständige Rechtsprechung; vgl. zuletzt BFH-Urteile vom 1. Februar 2007 VI R 25/03, BFHE 216, 522, BStBl II 2007, 459; vom 11. Januar 2007 VI R 52/03, BFHE 216, 320, BStBl II 2007, 317; vom 24. Mai 2007 VI R 78/04, BStBl II 2007, 721).
Die gegenteilige Auffassung des FA ist mit dem Begriff der Veranlassung nicht zu vereinbaren (BFH-Urteil in BStBl II 2007, 721, m.w.N.).
Nach ständiger Rechtsprechung des BFH liegen Werbungskosten vor, wenn zwischen den Aufwendungen und den Einnahmen ein Veranlassungszusammenhang besteht (…vgl. z.B. BFH-Urteile vom 15. März 2007 VI R 14/04, BFH/NV 2007, 1561, und vom 24. Mai 2007 VI R 78/04, BStBl II 2007, 721).
In die erforderliche Gesamtwürdigung sind jedoch alle wesentlichen Umstände des Einzelfalls einzubeziehen und zu beurteilen (…vgl. z.B. BFH-Urteile in BFH/NV 2007, 1132; vom 12. April 2007 VI R 77/04, BFH/NV 2007, 1643, und in BStBl II 2007, 721, jeweils m.w.N.).
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. Urteil in BStBl II 2007, 721) kann zwar bei der Würdigung, ob Aufwendungen beruflich veranlasst sind, der Umstand, dass der Arbeitnehmer eine variable, vom Erfolg seiner Arbeit abhängige Entlohnung erhält, ein gewichtiges Indiz sein.
c) Nach der neueren Rechtsprechung des BFH muss die Frage, ob der Steuerpflichtige Aufwendungen aus beruflichem Anlass erbringt oder ob es sich um Aufwendungen für die Lebensführung i.S. von § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG handelt, dagegen anhand einer Würdigung aller Umstände des Einzelfalls, entschieden werden (ständige Rechtsprechung;… vgl. z.B. BFH-Urteile vom 1. Februar 2007 VI R 25/03, a.a.O.;… vom 12. April 2007 VI R 77/04, BFH/NV 2007, 1643 ; vom 24. Mai 2007 VI R 78/04, BFHE 218, 177 , BStBl II 2007, 721 , vom 22. Juni 2006 VI R 61/02 BFHE 213, 566 , BStBl II 2006, 782 ;… vom 26. Januar 2005 VI R 71/03, BFHE 208, 572 , BstBStBl II 2005, 349;… vom 19. Dezember 2005 VI R 65/04, BFH/NV 2006, 1075 , und VI R 63/01, BFH/NV 2006, 728 ).
Ein gewichtiges Indiz für die Zuordnung von Aufwendungen zum beruflichen Bereich kann auch der Umstand bilden, dass der Steuerpflichtige variable, vom Erfolg seiner Arbeit abhängige Entlohnung erhalte (…vgl. BFH-Urteile vom 18. Oktober 2007 VI R 43/04, BFH/NV 2008, 357 , und vom 24. Mai 2007 VI R 78/04, a.a.O.).
Zwar ergingen die angeführten BFH-Entscheidungen zu Bewirtungskosten (…vgl. z.B. BFH-Urteil vom 01. Februar 2007 VI R 25/03, a.a.O.) bzw. zur Abzugsfähigkeit von Werbegeschenken (vgl. BFH-Urteil vom 24. Mai 2007 VI R 78/04, BFHE 218, 177 , BStBl II 2007, 721 ), die im Streitjahr 2007 beim hiesigen Kläger nicht vorliegen.
Für diese Wertung des erkennenden Senats spricht im Übrigen der Umstand, dass der BFH in den fraglichen Entscheidungen, in denen es eigentlich nur um die Frage des Abzugs von Bewirtungskosten ging, und darum, wie die dargestellten Indizien und Kriterien im Rahmen der Gesamtwürdigung aller Umstände zu werten und zu gewichten sind, letztlich über die Frage des Abzugs von Bewirtungskosten hinaus allgemein folgende Vorgabe gemacht hat: Ob der Steuerpflichtige Aufwendungen aus beruflichem Anlass erbringt oder ob es sich um Aufwendungen für die Lebensführung i.S. von § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG handelt, sei anhand einer Würdigung aller Umstände des Einzelfalls, zu entscheiden (ständige Rechtsprechung;… vgl. z.B. BFH-Urteile vom 1. Februar 2007 VI R 25/03, a.a.O.;… vom 12. April 2007 VI R 77/04, BFH/NV 2007, 1643 ; vom 24. Mai 2007 VI R 78/04, BFHE 218, 177 , BStBl II 2007, 721 ).
Zur Begründung beziehen Sie sich auf ihre Einspruchsbegründung und tragen weiter vor, dass in der Begründung des Urteils des BFH VI R 78/04 betont worden sei, dass sich der Erwerbsbezug von Repräsentationsaufwendungen auch aus anderen Umständen ergeben könne.
Das Gericht hat das Verfahren durch Beschluss vom 14.07.2005 bis zur Entscheidung des beim BFH anhängigen Revisionsverfahrens VI R 78/04 ausgesetzt und nach der Entscheidung des Verfahrens am 19.07.2007 wieder aufgenommen.
Die Abgrenzung, ob die Aufwendungen der beruflichen Sphäre oder aber der Lebensführung im Sinne des § 12 Nr. 1 S. 2 EStG zuzuordnen sind, ist vom Finanzgericht an Hand aller Umstände des Einzelfalles vorzunehmen (vgl. BFH-Urteile vom 11.01.2007 VI R 52/03, BFHE 216, 320, BStBl. II 2007, 317;vom 24.05.2007 VI R 78/04, BStBl. II 2007, 721, DStR 2007, 1250).
Die erfolgsabhängige Entlohnung stellt allerdings ein gewichtiges Indiz für die berufliche Veranlassung der Aufwendungen dar, da der Arbeitnehmer durch seine Aufwendungen unter Umständen die Höhe seiner Bezüge beeinflussen kann; der berufliche Bezug der Aufwendungen kann sich aber auch aus anderen Umständen ergeben (vgl. BFH-Urteil vom 24.05.2007 VI R 78/04 a.a.O.).
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) liegen Werbungskosten vor, wenn zwischen den Aufwendungen und den steuerpflichtigen Einnahmen ein (objektiver) Veranlassungszusammenhang besteht (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 15. März 2007 VI R 14/04, BFHE 217, 450, BStBl II 2007, 814, und vom 24. Mai 2007 VI R 78/04, BStBl II 2007, 721).
FG Düsseldorf, 17.01.2008 - 14 K 2620/07
Berücksichtigung von Aufwendungen für Bewirtungen und Geschenke eines …

References: § 9
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 § 12
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