Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=FG%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=06.04.2006&Aktenzeichen=8%20K%2057/03
Timestamp: 2019-08-18 18:27:57+00:00

Document:
FG Baden-Württemberg, 06.04.2006 - 8 K 57/03 - dejure.org
https://dejure.org/2006,7183
FG Baden-Württemberg, 06.04.2006 - 8 K 57/03 (https://dejure.org/2006,7183)
FG Baden-Württemberg, Entscheidung vom 06.04.2006 - 8 K 57/03 (https://dejure.org/2006,7183)
FG Baden-Württemberg, Entscheidung vom 06. April 2006 - 8 K 57/03 (https://dejure.org/2006,7183)
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Zulässigkeit einer primär auf die Beseitigung einer grundsätzlichen Steuerungerechtigkeit gerichteten Klage - Hochschule als Ersatzschule im Sinne von § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG - Familienleistungsausgleich - Kürzung der auf den Ausbildungsfreibetrag anzurechnenden Einkünfte um Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung
Steuerliche Abzugsfähigkeit des Schulgeldes für den Besuch einer privaten Kunsthochschule als Sonderausgaben; Qualifizierung einer Kunsthochschule als Ersatzschulen im Sinne des § 10 Abs. 1 Nr. 9 Einkommenssteuergesetz (EStG) 2001; Möglichkeit der Gewährung eines doppelten Familienlastenausgleichs durch Gewährung des Kindergeldes und der Kinderfreibeträge; Verfassungsmäßigkeit der steuerrechtliche Differenzierung von zusammen veranlagten Ehegatten mit und ohne Kinder; Verfassungsmäßigkeit des § 33a Abs. 2 EStG 2001 hinsichtlich der Höhe des Ausbildungsfreibetrags unter Berücksichtigung der anzurechnenden eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes; Anforderungen an die Zulässigkeit der Klage nach § 40 Abs. 2 Finanzgerichtsordnung (FGO)
EFG 2006, 976
Die Regelung des § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG gilt auch für Hochschulen und Fachholschulen (vgl. FG Baden-Württemberg, Urteil vom 06.04.2006 8 K 57/03, EFG 2006, 976).
Der BFH hat allerdings ausdrücklich eine Genehmigung durch die Kultusbehörden als Ersatzschule gefordert; dabei beinhaltet die staatliche Anerkennung einer Hochschule nicht ohne weiteres die staatliche Genehmigung oder Erlaubnis als Ersatzschule (s. auch FG Baden-Württemberg, Urteil vom 6. April 2006 8 K 57/03, EFG 2006, 976; Hessisches FG, Urteil vom 3. April 2007 1 K 2767/05, [...]Datenbank).
Dem in Artikel 20 Abs. 1 GG verankerten Sozialstaatsprinzip i.V.m. der besonderen Stellung von Ehe und Familie nach Artikel 6 Abs. 1 GG ist kein Gebot zu entnehmen, Sozialleistungen in einer bestimmten Weise und einem bestimmten Umfang zu gewähren und jegliche, die Familie treffende Belastungen auszugleichen (vgl. BFH-Urteile vom 26. Februar 2002, VIII R 92/98, BStBl. II 2002, 596 m.w.N.;…vom 13. August 2002, VIII R 80/97, BFH/NV 2002, 1456, FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 4. Mai 2005, 1 K 2189/03, DStRE 2005, 952 sowie FG Baden-Württemberg, Urteil vom 6. April 2006, 8 K 57/03, EFG 2006, 976).
Dem in Art. 20 Abs. 1 GG verankerten Sozialstaatsprinzip in Verbindung mit der besonderen Stellung von Ehe und Familie nach Art. 6 ist kein Gebot zu entnehmen, Sozialleistungen in einer bestimmten Weise und einem bestimmten Umfang zu gewähren und jegliche die Familien treffende Belastung auszugleichen (vgl. BFH-Urteile vom 26. Februar 2002 -VIII R 92/98-, BFHE 198, 201, Bundessteuerblatt Teil II -BStBl II- 2002, 596 m.w.N.;… vom 13. August 2002 -VIII R 80/97-, BFH/NV 2002, 1456; Finanzgericht Baden-Württemberg vom 06. April 2006 -VIII K 57/03-, EFG 2006, 976).

References: § 10
 § 10
 § 33
 § 40
 § 10
 Art. 20
 Art. 6