Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=RGZ%2072,%20290
Timestamp: 2019-12-09 07:04:03+00:00

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RG, 15.12.1903 - Rep. I. 252/09 - dejure.org
RG, 15.12.1903 - Rep. I. 252/09
https://dejure.org/1903,101
RG, 15.12.1903 - Rep. I. 252/09 (https://dejure.org/1903,101)
RG, Entscheidung vom 15.12.1903 - Rep. I. 252/09 (https://dejure.org/1903,101)
RG, Entscheidung vom 15. Dezember 1903 - Rep. I. 252/09 (https://dejure.org/1903,101)
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Namensaktien. Einlage. Betrugseinrede.
RG, 15.12.1909 - I 252/09
RGZ 72, 290
Erst nachdem alle (Gegen-)Beweise zur Echtheit einer Urkunde erhoben worden sind, darf bei der abschließenden (freien) Beweiswürdigung auch berücksichtigt werden, dass dem Vorbringen des Gegners des Beweisführers nichts zu entnehmen ist, das an der Echtheit der Urkunde zweifeln lässt (RG, 15. Dezember 1909, I 252/09, RGZ 72, 290, 292).
Das Reichsgericht hat zwar entschieden, dass die Echtheit einer Urkunde nicht stets durch Sachverständigengutachten nachgewiesen werden muss und dass der Tatrichter zu der Überzeugung von der Echtheit einer Urkunde gelangen kann, wenn Art und Erscheinungsbild der Urkunde und dem Vorbringen des Gegners des Beweisführers nichts zu entnehmen ist, das ihn an der Echtheit zweifeln lässt (RGZ 72, 290, 292).
Das RG hat in Abkehr von früheren Entscheidungen (RGZ 54, 128, 132; 62, 29, 30; 72, 290, 293 f.), auf die sich die Beklagte stützt, seit 1909 (RGZ 71, 97, 99 ff.) danach differenziert, ob der Aktionär seine Beteiligung durch Zeichnung oder Übernahme des ursprünglichen oder des erhöhten Grundkapitals erworben hat - dann komme ein Anspruch des Aktionärs gegen die Gesellschaft wegen des Vorrangs der Kapitalerhaltung nicht in Betracht - oder ob er infolge eines auf den Erwerb des Wertobjektes Aktie gegen Entgelt gerichteten "Umsatzvertrages" Aktionär geworden sei - dann könne er die Gesellschaft in Anspruch nehmen (ebenso RGZ 88, 187, 188; 271, 272).
Maßgebend ist daher § 286 ZPO (RG, Urt. v. 15.12.1909, RGZ 72, 290, 292), wobei der Beweis der Echtheit einer Unterschrift u.a. dann entbehrlich ist, wenn die Echtheit nur unsubstantiiert bestritten wird (…vgl. RG, a.a.O.;… Zöller/Geimer, ZPO, 28. Aufl., § 440 Rn. 2).
Diese können sich jedoch nicht auf Entscheidungen des RG (RGZ 72, 290, 292), OLG Köln (ZIP 1982, 1424, 1427), LG Koblenz (ZIP 1982, 165, 166) und LG Nürnberg-Fürth (ZIP 1982, 164) beziehen.
Gesetzliche Vorschriften über die Beweiskraft der Handelsbücher, wie sie Art. 34, 35 ADHGB (BGBl 1869, 404 [410]) enthielten, bestehen jedoch nicht mehr, vielmehr hat der Richter ihren Beweiswert nach § 286 ZPO frei zu beurteilen (RGZ 72, 290 [292]; Staub HGB 14, Aufl. Anhang zu § 47 Anm. 3;… Düringer-Hachenburg HGB 3. Aufl. § 38 Anm. 25;… Gessler-Hefermehl HGB 2. Aufl. § 45 Anm. 1;… RGRK HGB 2. Aufl. § 45 Anm. 6;… Baumbach-Duden HGB 10. Aufl. vor § 38 Anm. 4).

References: § 286
 § 440
 Art. 34
 § 286
 § 47
 § 38
 § 45
 § 45
 § 38