Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.12.1991&Aktenzeichen=II%20ZR%2058%2F91
Timestamp: 2019-12-10 21:07:51+00:00

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BGH, 16.12.1991 - II ZR 58/91 - dejure.org
https://dejure.org/1991,42
BGH, 16.12.1991 - II ZR 58/91 (https://dejure.org/1991,42)
BGH, Entscheidung vom 16.12.1991 - II ZR 58/91 (https://dejure.org/1991,42)
BGH, Entscheidung vom 16. Dezember 1991 - II ZR 58/91 (https://dejure.org/1991,42)
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BGB §§ 133, 138; AktG 1965 §§ 243, 246; GmbHG § 34 Abs. 2
Zur Regelung der Abfindung ausscheidender GmbH-Gesellschafter
Gesellschaftsvertrag - Abfindung der Gesellschaft - Nachprüfung durch das Revisionsgericht - Abfluß von Gesellschaftskapital - Sicherung des Fortbestandes der Gesellschaft - Gleichberechtigungsgrundsatz - Gleichbehandlung - Abfindungsklausel - GmbH - Vertrag - ...
Wirksamkeit der Abfindungsregelung einer GmbH nach dem Nennwert und der Dauer der Gesellschaftszugehörigkeit
Zu den inhaltlichen Grenzen von Buchwertklauseln
Abfindung, Abfindungsbeschränkung, Auslegung Gesellschaftsvertrag, Einziehung, Errichtung GmbH, Gesellschaftsvertrag/Satzung, Gleichbehandlung, Gründung, Individualrechtliche Regelungen, Körperschaftsrechtlicher Charakter, Mitgliedschaftsrechte, wichtiger Grund, ...
Gesellschaftsrecht; Abfindungsregelung im Gesellschaftsvertrag
Dieser muß durch Einholung eines Sachverständigengutachtens ermittelt werden (BGHZ 116, 359 (370f.) = NJW 1992, 892 = LM H. 6/1992 § 34 GmbHG Nr. 15 m.w.Nachw.), wobei es Sache des Tatrichters ist zu entscheiden, welche Berechnungs- und Bewertungsmethode der Ermittlung des Unternehmenswertes zugrunde zu legen ist (zu den Einzelheiten vgl. BGHZ 116, 359 (371) = NJW 1992, 892 = LM H. 6/1992 § 34 GmbHG Nr. 15; Senat, NJW 1993, 2113 = ZIP 1993, 1160 (1162)).
So kann der Abfindungsanspruch in der Satzung beschränkt werden, soweit dadurch nicht von vornherein ein grobes Missverhältnis zu dem wahren Wert der Gesellschaftsbeteiligung entsteht (BGHZ 116, 359, 375 f.;… Urt. v. 9. Januar 1989 - II ZR 83/88, ZIP 1989, 770, 771 f.).
Eine sittenwidrige Abfindungsklausel im Gesellschaftsvertrag ist entsprechend § 241 Nr. 4 AktG nichtig, weil sie inhaltlich gegen die guten Sitten verstößt (BGH, Urteil vom 16. Dezember 1991 - II ZR 58/91, BGHZ 116, 359, 368).
Eine Beschränkung oder ein Ausschluss der Abfindung soll in der Regel dem Bestandsschutz der Gesellschaft dienen (BGH, Urteil vom 16. Dezember 1991 - II ZR 58/91, BGHZ 116, 359, 368) und hat keinen Vertragsstrafen-charakter.
Das entspricht der bisherigen Rechtsprechung des Senats (…vgl. Urt. v. 24. September 1984 - II ZR 256/83, WM 1984, 1506 und v. 17. April 1989 - II ZR 258/88, ZIP 1989, 768; ferner - für das GmbH-Recht - BGHZ 116, 359, 369).
Die entsprechende Anwendung dieser Vorschrift führte nicht zur Abfindung nach dem Verkehrswert (§ 738 BGB), sondern zu einer "angemessenen" Abfindung, "deren Bemessung unter Berücksichtigung der von den Beteiligten mit der Abfindungsregelung verfolgten Zwecke und der zwischenzeitlich eingetretenen Änderung der Verhältnisse ... zu erfolgen hat" (BGHZ 116, 359, 371;… Sen.Urt. v. 24. September 1984 aaO).
Die Vereinbarung des Rückkaufs und der Rückabtretung bei Wegfall der Geschäftsführerstellung verstößt auch nicht gegen den gesellschaftsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz (BGHZ 116, 359, 372; 142, 304, 307).
Gegenstand der Auslegung sind dabei nicht nur die vertraglichen Bestimmungen; ergänzend kann auch die Handelsregisteranmeldung einschließlich der mit ihr eingereichten Unterlagen herangezogen werden (BGHZ 116, 359, 366;… Kraft in KK z. AktG, 2. Aufl., § 23 Rdn. 93 ff., insbesondere 102).
Deshalb sind gesellschaftsvertragliche Abfindungsbeschränkungen, die im allgemeinen den Bestand des Unternehmens durch Einschränkung des Kapitalabflusses sichern und die Berechnung des Abfindungsanspruchs vereinfachen sollen, grundsätzlich zulässig (BGHZ 116, 359, 368).
Der Senat hat sich mit den sich daraus ergebenden rechtlichen Problemen unter anderem im Hinblick darauf befaßt, daß eine allzu weitgehende Beschneidung des Abfindungsanspruchs das Kündigungsrecht des Gesellschafters nach § 723 Abs. 3 BGB in unzulässiger Weise einengen kann (…vgl. Sen.Urt. v. 24. September 1984 - II ZR 256/83, WM 1984, 1506; für das GmbH-Recht BGHZ 116, 359, 369 m.w.N.).
Bei der Schätzung des Werts des Gesellschaftsvermögens nach § 738 Abs. 2 BGB ist der Tatrichter trotz der seit längerem eindeutig vorherrschenden Berechnungsweise auf der Grundlage des Ertragswerts (vgl. die Nachweise in BGHZ 116, 359, 370 f. sowie bei Ulmer, FS Quack, 1991, S. 477, 479) nicht an eine bestimmte Wertermittlungsmethode gebunden (…vgl. BGH, Urt. v. 24. Oktober 1990 - XII ZR 101/89, NJW 1991, 1547, 1548, zur Bewertung einer Arztpraxis).
Nach dem Inhalt des Gesellschaftsvertrags, den der Senat selbst auslegen kann (st. Rspr., siehe nur BGH, Urteil vom 16. Dezember 1991 - II ZR 58/91, BGHZ 116, 359, 364;… Urteil vom 19. März 2007 - II ZR 73/06, ZIP 2007, 812 Rn. 18, jeweils mwN), und unter Berücksichtigung des Treuhandvertrags und der Beitrittserklärung des Klägers handelt es sich bei dem Rechtsverhältnis zwischen einerseits der Treuhandkommanditistin und der Beklagten und andererseits dem Kläger als Treugeber nicht um ein einfaches Treuhandverhältnis, sondern um eine von gesellschaftsrechtlichen Bindungen überlagerte Treuhandbeziehung.
KG, 13.03.2008 - 23 U 106/07
Zur Abweisung einer Klage wegen nicht Belegbarkeit des Anspruchs mit den im …
OLG Celle, 15.10.2003 - 9 U 124/03

References: § 34
 § 34
 § 34
 § 241
 § 23
 § 723
 § 738