Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Schleswig-Holstein&Datum=12.01.2011&Aktenzeichen=4%20MB%2056%2F10
Timestamp: 2019-05-27 08:49:58+00:00

Document:
OVG Schleswig-Holstein, 12.01.2011 - 4 MB 56/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,20650
OVG Schleswig-Holstein, 12.01.2011 - 4 MB 56/10 (https://dejure.org/2011,20650)
OVG Schleswig-Holstein, Entscheidung vom 12.01.2011 - 4 MB 56/10 (https://dejure.org/2011,20650)
OVG Schleswig-Holstein, Entscheidung vom 12. Januar 2011 - 4 MB 56/10 (https://dejure.org/2011,20650)
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§ 295 Abs 1b SGB 5, § 320 SGB 5, § 80 SGB 10, § 35 SGB 1, § 11 Abs 2 BDSG
BDSG § 3 Abs. 9; LDSG § 39 Abs. 2
Datenschutzrechtliche Aspekte bei der Einschaltung privater Stellen in die Abrechnung ärztlicher Leistungen im Rahmen der hausärztlichen Versorgung; Voraussetzungen für das Vorliegen eines Auftragsdatenverarbeitungsverhältnisses; Erforderlichkeit vollständiger Transparenz der durchzuführenden Datenverarbeitung im Verhältnis zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer
Datenschutzverstoß bei Hausarztvertrag
VG Schleswig, 01.10.2010 - 14 B 43/10
Ungeachtet des Wortlauts können aber Ausnahmen gerechtfertigt sein (noch offen gelassen vom Senat im Beschluss v. 12.01.2011 - 4 MB 56/10 -, NordÖR 2011, 501).
Insbesondere bei besonders sensiblen und sogar strafrechtlich geschützten Daten kann die Aufsichtsbehörde Anordnungen bereits treffen, wenn die unzulässige Datenverarbeitung durch ein Vertragswerk schon deutlich vorgezeichnet ist und dieses Vertragswerk in Kraft getreten ist (vgl. OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 12.01.2011 - 4 MB 56/10 -, juris).
§ 295 Abs. 1b Satz 5 bis 8 SGB V aF erlaubte danach allein die Beauftragung einer anderen Stelle im Sinne einer Auftragsdatenverarbeitung (vgl OVG Schleswig-Holstein Beschluss vom 12.1.2011 - 4 MB 56/10 - CR 2011, 359) .
Da bereits aus diesem Grunde die Anordnung der Deaktivierung der Fanpage rechtswidrig ist, bedarf es keiner Entscheidung zum Verhältnis der Eingriffsermächtigungen des § 38 Abs. 5 Satz 1 und Satz 2 BDSG zueinander (offengelassen, ob ein abgestuftes Verfahren vorgesehen ist: OVG Schleswig, Beschluss vom 12.01.2011 - 4 MB 56/10 -, juris;… Annahme eines abgestuften Verfahrens: Gola u. a., BDSG, München 2010, Rnr. 26 zu § 38 BDSG und Schaffland/ Wiltfang, BDSG, 2005, Rnr. 26 zu § 38 BDSG).
Die von der Rechtsprechung offen gelassene Frage (OVG Schleswig, B. v. 12.01.2011 - 4 MB 56/10 - NordÖR 2011 Rdnr. 35), ist vom erkennenden Gericht nicht zu entscheiden, weil die angefochtenen Verfügungen weder nach § 38 Abs. 5 Satz 1 noch nach Satz 2 BDSG Bestand haben können.
Es trifft zwar zu, dass bei Vertragsschluss die Geltung des § 295 Abs. 1b S. 5-8 SGB V nach § 320 SGB V (eingefügt durch das Gesetz zur Änderung krankenversicherungsrechtlicher und anderer Vorschriften vom 29. Juli 2010, BGBl. I S. 983), die als einzige Vorschrift eine Sozialdatenverarbeitung durch die Antragstellerin hätte rechtfertigen können (auch dies stellen die Antragsgegnerinnen unter Berufung auf eine Entscheidung des OVG Schleswig-Holstein vom 12.01.2011 - 4 MB 56/10 in Frage), bis zum 30. Juni 2011 befristet war.
Es trifft zwar zu, dass bei Vertragsschluss die Geltung des § 295 Abs. 1b S. 5-8 SGB V nach § 320 SGB V (eingefügt durch das Gesetz zur Änderung krankenversicherungsrechtlicher und anderer Vorschriften vom 29. Juli 2010, BGBl. I S. 983), die als einzige Vorschrift eine Sozialdatenverarbeitung durch die Antragstellerin hätte rechtfertigen können (auch dies stellt die Antragsgegnerin unter Berufung auf eine Entscheidung des OVG Schleswig-Holstein vom 12.01.2011 - 4 MB 56/10 in Frage), bis zum 30. Juni 2011 befristet war.

References: § 295
 § 320
 § 80
 § 35
 § 11
 § 3
 § 39

§ 295
 § 38
 § 38
 § 38
 § 38
 § 295
 § 320
 § 295
 § 320