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Timestamp: 2019-10-21 05:06:55+00:00

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Pflichtschulungen in der Apotheke - Dr. Effertz
Dr. Effertz Januar 26, 2019 Apothekenbetrieb Apothekenführung Pharmazeutische Gesetzeskunde 0
Pflicht­schu­lun­gen in der Apo­the­ke sind eine sich jähr­lich wie­der­ho­len­de Auf­ga­be. Der Gesetz­ge­ber schreibt hier­bei eini­ge The­men expli­zit und ande­re nur indi­rekt vor. Der Lern­text “Pflicht­schu­lun­gen in der Apo­the­ke” gibt Auf­schluss.
Pflicht­schu­lun­gen die­nen dem Schutz der Mit­ar­bei­ter und Drit­ten. Ins­be­son­de­re Unter­wei­sun­gen zur Arbeits­platz­si­cher­heit oder dem Daten­schutz müs­sen bran­chen­über­grei­fend erfol­gen.
Apo­the­ken­ty­pi­sche Schu­lun­gen
Apo­the­ken wer­den gesetz­lich Schu­lun­gen zur Her­stel­lung, Lage­rung und Prü­fung von Arz­nei­mit­teln vor­ge­schrie­ben. Hin­zu kom­men Unter­wei­sun­gen bzgl. der Hygie­ne­vor­schrif­ten.
Was sind eigent­lich Pflicht­schu­lun­gen?
Wofür der Auf­wand?
Apo­the­ken­spe­zi­fi­sche Schu­lun­gen
Inhalt der Pflicht­schu­lun­gen in Apo­the­ken
Inhalt­li­che Aus­ge­stal­tung der Grup­pen­schu­lun­gen
Der Gesetz­ge­ber legt Arbeit­ge­bern — somit auch Apo­the­ken­in­ha­bern — regel­mä­ßig die Pflicht auf, erfor­der­li­che Maß­nah­men zum Schutz Ihrer Beschäf­tig­ten oder Drit­ter in Form von Unter­wei­sun­gen bzw. Schu­lun­gen durch­zu­füh­ren. Dies ist bran­chen­über­grei­fend der Fall und grund­sätz­lich an die Erfor­der­lich­kei­ten am jewei­li­gen Arbeits­platz ange­lehnt.
Regel­mä­ßig erfor­der­lich sind somit Pflicht­schu­lun­gen nach ASR A 2.2, Art.32, 39 Abs. 1 lit. b DSGVO, und § 12 AGG sowie ggf. § 14 Abs. 2 Gef­StoffV (in Apo­the­ken immer).
Die gesetz­lich nor­mier­ten Pflicht­schu­lun­gen kön­nen im spe­zi­al­ge­werb­li­chen Bereich über die Anfor­de­run­gen des Arbeits­schut­zes hin­aus­ge­hen. So wer­den abhän­gig vom Gefähr­dungs­po­ten­zi­al für Drit­te regel­mä­ßig wei­te­re Schu­lun­gen erfor­der­lich. Im Bereich der Apo­the­ken geht es in ers­ter Linie um den Pati­en­ten­schutz.
Sinn und Zweck von Pflicht­un­ter­wei­sun­gen sind mul­ti­fak­to­ri­ell. So gewähr­leis­ten sys­te­ma­ti­sche Schu­lun­gen die mit­ar­bei­ter­über­grei­fene Infor­ma­ti­on, berei­ten die­se ggf. auf neue Arbeits­um­fel­der vor, rufen die not­wen­di­ge Schutz­maß­nah­men regel­mä­ßig in Erin­ne­rung und die­nen letzt­lich der kla­ren Haf­tungs­zu­wei­sung im Scha­dens­fall.
Die Ver­nach­läs­si­gung von Pflicht­schu­lun­gen kann regel­mä­ßig pro­ble­ma­tisch sein. Dies gilt ins­be­son­de­re im Scha­dens­fall. Hier wird sich der Arbeit­ge­ber (Apo­the­ken­in­ha­ber) regel­mä­ßig Haf­tungs­an­sprü­chen der Mit­ar­bei­ter, von Pati­en­ten oder Ver­si­che­run­gen erweh­ren müs­sen (vgl. Lern­text “Haf­tungs­grund­sät­ze in der Apo­the­ke”).
Im Bereich der Apo­the­ken haben gesetz­lich nor­mier­te Pflicht­schu­lun­gen eine beson­de­re Rele­vanz. Ihre Not­wen­dig­keit ergibt sich im Prin­zip aus der ste­ten Ent­wick­lung der recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen sowie dem phar­ma­zeu­tisch-medi­zi­ni­schen Fort­schritt.
Wäh­rend die berufs­recht­li­che Fort­bil­dungs­pflicht für Apo­the­ker (vgl. Lern­text “Fort­bil­dungs­pflicht in der Apo­the­ke”) die Pati­en­ten auf der einen Sei­te vor feh­ler­be­ding­ten Schä­den schüt­zen soll, so stützt sie im Scha­dens­fall sei­ne Haf­tungs­an­sprü­che (vgl. Arti­kel “Behand­lungs­feh­ler durch Apo­the­ker?!”).
Die­se Schutz­wir­kung der Fort­bil­dungs­pflicht wird über die Vor­schrif­ten §§ 2 und 3 ApBe­trO auf das Apo­the­ken­per­so­nal aus­ge­wei­tet, da der Apo­the­ker zur regel­mä­ßi­gen Schu­lung sei­ner Mit­ar­bei­ter ver­pflich­tet wird (Pflicht­schu­lun­gen in der Apo­the­ke).
Was jeder machen muss
The­ma­tisch schei­nen die Pflicht­schu­lun­gen in der Apo­the­ke gesetz­ge­be­risch zunächst auf The­men der Her­stel­lung, Prü­fung und Lage­rung von Arz­nei­mit­teln begrenzt (vgl. § 3 Abs. 1 S. 2 ApBe­trO). Dabei han­delt es sich um die „klas­si­schen“ Pflicht­schu­lun­gen nach § 3 ApBe­trO:
Ergänzt wer­den die­se Pflicht­schu­lung durch wei­te­re apo­the­ken­spe­zi­fi­sche Pflicht­un­ter­wei­sun­gen nach § 4a ApBe­trO (Hygie­ne) und § 14 Bio­StoffV, da
i. d. R. Blut­un­ter­su­chun­gen wie Blut­zu­cker­mes­sun­gen ange­bo­ten wer­den:
Ggf. kom­men je nach Ver­sor­gungs­rea­li­tät der Apo­the­ke wei­te­re Schu­lungs­in­hal­te hin­zu (vgl. hier­zu “Spe­zi­al­un­ter­wei­sun­gen in der Apo­the­ke”).
Pflicht­schu­lun­gen in der Apo­the­ke soll­ten sys­te­ma­tisch geplant wer­den. Ande­ren­falls kann schnell der Über­blick ver­lo­ren gehen. Dabei bie­tet sich eine Unter­schei­dung zwi­schen Schu­lun­gen für die gesam­te Beleg­schaft – z. B. die arbeits­recht­lich vor­ge­schrie­be­nen Unter­wei­sun­gen – und tätig­keits­be­zo­ge­nen Grup­pen­un­ter­wei­sun­gen an.
Inhalt­lich kann und soll­te daher der Unter­wei­sungs­be­darf tätig­keits­spe­zi­fisch unter­schie­den wer­den. Denn nicht jede Schu­lung ist für jeden Mit­ar­bei­ter inter­es­sant und rele­vant. Ganz grund­sätz­lich bie­tet sich die gro­be Unter­schei­dung zwi­schen phar­ma­zeu­ti­schem und nicht-phar­ma­zeu­ti­schen Per­so­nal an (vgl. Lern­text “Apo­the­ken­per­so­nal”).
Arbeits­hil­fen der BAK
Phar­ma­zeu­ti­sches Per­so­nal
Nicht-phar­ma­zeu­ti­sches Per­so­nal
Das inter­ne Schu­lungs­sys­tem gehört in der Fol­ge im QMS der Apo­the­ke nach § 2a ApBe­trO fest­ge­hal­ten und soll­te stets auf den indi­vi­du­el­len Schu­lungs­be­darf in der Apo­the­ke ange­passt wer­den. Im Ergeb­nis liegt dann ein indi­vi­du­el­ler und an der Ver­sor­gungs­rea­li­tät der Apo­the­ke ori­en­tier­ter Kata­log der Pflicht­schu­lun­gen in Apo­the­ken vor des­sen kon­se­quen­te Umset­zung und Wei­ter­ent­wick­lung zu gewähr­leis­ten ist.
Eine kon­kre­te For­de­rung, dass die Pflicht­schu­lun­gen gemäß § 3 Abs. 1 ApBe­trO zu doku­men­tie­ren sind, exis­tiert für die­se Schu­lun­gen nicht aus­drück­lich. Den­noch ergibt sie sich indi­rekt aus den Vor­ga­ben zum QMS nach § 2a Abs. 3 ApBe­trO. Der Apo­the­ken­lei­ter ist dem­nach dafür ver­ant­wort­lich, dass die Über­prü­fun­gen und die Selbst­in­spek­tio­nen – wozu als Qua­li­täts­maß­nah­me auch die Unterweisungen/Schulungen gehö­ren — sowie die dar­auf­hin erfor­der­li­chen­falls ergrif­fe­nen Maß­nah­men doku­men­tiert wer­den. Nur so kön­nen Sinn und Zweck eines Qua­li­täts­ma­nage­ments erfüllt wer­den. Ande­re Pflicht­schu­lun­gen schrei­ben die Doku­men­ta­ti­on expli­zit vor, so dass jede Schu­lung doku­men­tiert wer­den soll­te. Dies erspart Dis­kus­si­ons- und Recher­che­auf­wand im Ansatz.
Der Auf­wand der Doku­men­ta­ti­on kann gering gehal­ten wer­den. Man­gels vor­ge­schrie­be­ner Form genügt ein Kurz­pro­to­koll. Der Inhalt kann sich i. d. R. auf die Teil­neh­mer, die The­men und gege­be­nen­falls zu ergrei­fen­de Maß­nah­men wie die Anpas­sung von Arbeits­ab­läu­fen beschrän­ken
Apothekenbetriebsordnung Pflichtschulungen QMS
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References: Art.32
 § 12
 § 14
 § 3
 § 3
 § 4
 § 14
 § 2
 § 3
 § 2