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Timestamp: 2020-07-08 04:02:08+00:00

Document:
Lawbrary | VG - Bundesgesetz über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördemitglieder und Beamten
Geltungsbereich (1 - 2)
Die Haftung für Schaden (3 - 12)
Die strafrechtliche Verantwortlichkeit (13 - 16)
Die disziplinarische Verantwortlichkeit (17 - 18)
Die Verantwortlichkeit der mit Aufgaben des Bundes betrauten besonderen Organisationen und ihres Personals (19 - 19)
Haftung für Schäden im Zusammenhang mit dem Betrieb des Schengener Informationssystems (19 - 19)
Verjährung und Verwirkung (20 - 23)
Schluss- und Übergangsbestimmungen (24 - 27)
1Den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes un­ter­ste­hen al­le Per­so­nen, de­nen die Aus­übung ei­nes öf­fent­li­chen Am­tes des Bun­des über­tra­gen ist, näm­lich:
die Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes und der Bun­des­kanz­ler;
die Mit­glie­der und Er­satz­mit­glie­der der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te;
die Mit­glie­der der Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft;
die Mit­glie­der und Er­satz­män­ner von Be­hör­den und Kom­mis­sio­nen des Bun­des, die aus­ser­halb der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te und der Bun­des­ver­wal­tung ste­hen;
die Be­am­ten und üb­ri­gen Ar­beits­kräf­te des Bun­des;
al­le an­de­ren Per­so­nen, in­so­weit sie un­mit­tel­bar mit öf­fent­lichrecht­li­chen Auf­ga­ben des Bun­des be­traut sind.
2Aus­ge­nom­men sind die An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee mit Be­zug auf ih­re mi­li­tä­ri­sche Stel­lung und ih­re dienst­li­chen Pflich­ten.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 2 des Par­la­ments­ge­set­zes vom 13. Dez. 2002, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2003 (AS 2003 3543; BBl 2001 3467 5428).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
1So­weit die­ses Ge­setz nicht be­son­de­re Vor­schrif­ten ent­hält, gel­ten die Be­stim­mun­gen über die Be­am­ten auch für al­le üb­ri­gen in Ar­ti­kel 1 ge­nann­ten Per­so­nen.
2Für die in der Bun­des­ver­samm­lung oder in ih­ren Or­ga­nen ab­ge­ge­be­nen Vo­ten kön­nen die Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes und der Bun­des­kanz­ler recht­lich nicht zur Ver­ant­wor­tung ge­zo­gen wer­den.1
3Im üb­ri­gen blei­ben die Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 26. März 19342 über die po­li­ti­schen und po­li­zei­li­chen Ga­ran­ti­en zu­guns­ten der Eid­ge­nos­sen­schaft vor­be­hal­ten.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 2 des Par­la­ments­ge­set­zes vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Dez. 2003 (AS 2003 3543; BBl 2001 3467 5428).
2 [BS 1 152; AS 1962 773 Art. 60 Abs. 2, 1977 2249 I 121, 1987 226, 2000 273 An­hang Ziff. 1 414, 2003 2133 An­hang Ziff. 3. AS 2003 3543 An­hang Ziff. I 1]
1Für den Scha­den, den ein Be­am­ter in Aus­übung sei­ner amt­li­chen Tä­tig­keit Drit­ten wi­der­recht­lich zu­fügt, haf­tet der Bund oh­ne Rück­sicht auf das Ver­schul­den des Be­am­ten.
2Bei Tat­be­stän­den, wel­che un­ter die Haft­pflicht­be­stim­mun­gen an­de­rer Er­las­se fal­len, rich­tet sich die Haf­tung des Bun­des nach je­nen be­son­de­ren Be­stim­mun­gen.
3Ge­gen­über dem Fehl­ba­ren steht dem Ge­schä­dig­ten kein An­spruch zu.
4So­bald ein Drit­ter vom Bund Scha­den­er­satz be­gehrt, hat der Bund den Be­am­ten, ge­gen den ein Rück­griff in Fra­ge kom­men kann, so­fort zu be­nach­rich­ti­gen.
Hat der Ge­schä­dig­te in die schä­di­gen­de Hand­lung ein­ge­wil­ligt oder ha­ben Um­stän­de, für die er ein­ste­hen muss, auf die Ent­ste­hung oder Ver­schlim­me­rung des Scha­dens ein­ge­wirkt, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de die Er­satz­pflicht er­mäs­si­gen oder gänz­lich von ihr ent­bin­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V vom 3. Fe­br. 1993 über Vor­in­stan­zen des Bun­des­ge­richts und des Eid­ge­nös­si­schen Ver­si­che­rungs­ge­richts, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1993 901).
1Im Fal­le der Tö­tung ei­nes Men­schen sind die ent­stan­de­nen Kos­ten, ins­be­son­de­re die­je­ni­gen der Be­stat­tung, zu er­set­zen. Ist der Tod nicht so­fort ein­ge­tre­ten, so muss na­ment­lich auch für die Kos­ten der ver­such­ten Hei­lung und für die Nach­tei­le der Ar­beits­un­fä­hig­keit Er­satz ge­leis­tet wer­den. Ha­ben an­de­re Per­so­nen durch die Tö­tung ih­ren Ver­sor­ger ver­lo­ren, so ist auch für die­sen Scha­den Er­satz zu leis­ten.
2Kör­per­ver­let­zung gibt dem Ver­letz­ten An­spruch auf Er­satz der Kos­ten so­wie auf Ent­schä­di­gung für die Nach­tei­le gänz­li­cher oder teil­wei­ser Ar­beits­un­fä­hig­keit, un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Er­schwe­rung des wirt­schaft­li­chen Fort­kom­mens.
3Sind im Zeit­punkt des Ent­schei­des die Fol­gen der Ver­let­zung nicht mit hin­rei­chen­der Si­cher­heit fest­zu­stel­len, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de bis auf zwei Jah­re, vom Ta­ge des Ent­schei­des an ge­rech­net, ei­ne Än­de­rung vor­be­hal­ten.1
1Bei Tö­tung ei­nes Men­schen oder Kör­per­ver­let­zung kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de un­ter Wür­di­gung der be­son­de­ren Um­stän­de, so­fern den Be­am­ten ein Ver­schul­den trifft, dem Ver­letz­ten oder den An­ge­hö­ri­gen des Ge­tö­te­ten ei­ne an­ge­mes­se­ne Geld­sum­me als Ge­nug­tu­ung zu­spre­chen.1
2Wer in sei­ner Per­sön­lich­keit wi­der­recht­lich ver­letzt wird, hat bei Ver­schul­den des Be­am­ten An­spruch auf Leis­tung ei­ner Geld­sum­me als Ge­nug­tu­ung, so­fern die Schwe­re der Ver­let­zung es recht­fer­tigt und die­se nicht an­ders wie­der­gut­ge­macht wor­den ist.2
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 2 des BG vom 16. Dez. 1983, in Kraft seit 1. Ju­li 1985 (AS 1984 778; BBl 1982 II 636).
Hat der Bund Er­satz ge­leis­tet, so steht ihm der Rück­griff auf den Be­am­ten zu, der den Scha­den vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig ver­schul­det hat, und zwar auch nach Auf­lö­sung des Dienst­ver­hält­nis­ses.
Der Be­am­te haf­tet dem Bund für den Scha­den, den er ihm durch vor­sätz­li­che oder grob­fahr­läs­si­ge Ver­let­zung sei­ner Dienst­pflicht un­mit­tel­bar zu­fügt.
1Auf die An­sprü­che des Bun­des ge­mä­ss den Ar­ti­keln 7 und 8 sind im Üb­ri­gen die Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 über die Ent­ste­hung von Ob­li­ga­tio­nen durch un­er­laub­te Hand­lun­gen ent­spre­chend an­wend­bar.
2Ha­ben meh­re­re Be­am­te den Scha­den ge­mein­sam ver­schul­det, so haf­ten sie dem Bund in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 50 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts le­dig­lich an­teil­mäs­sig nach der Grös­se des Ver­schul­dens.
1Über strei­ti­ge An­sprü­che des Bun­des oder ge­gen den Bund er­lässt die zu­stän­di­ge Be­hör­de ei­ne Ver­fü­gung. Das Be­schwer­de­ver­fah­ren rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.2
2Über strei­ti­ge An­sprü­che auf Scha­den­er­satz und Ge­nug­tu­ung aus der Amt­stä­tig­keit von Per­so­nen im Sin­ne von Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a-cbis ur­teilt das Bun­des­ge­richt als ein­zi­ge In­stanz im Sin­ne von Ar­ti­kel 120 des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20053.4 Die Kla­ge ge­gen den Bund kann beim Bun­des­ge­richt er­ho­ben wer­den, wenn die zu­stän­di­ge Be­hör­de zum An­spruch in­nert drei­er Mo­na­te seit sei­ner Gel­tend­ma­chung nicht oder ab­leh­nend Stel­lung ge­nom­men hat.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1992 288 337 Art. 2 Abs. 1; BBl 1991 II 465).
2 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
1So­weit der Bund als Sub­jekt des Zi­vil­rechts auf­tritt, haf­tet er nach des­sen Be­stim­mun­gen.
2Auch in die­sen Fäl­len steht dem Ge­schä­dig­ten kein An­spruch ge­gen­über dem fehl­ba­ren Be­am­ten zu.
3Der Rück­griff des Bun­des rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 7 und 9.
Die Recht­mäs­sig­keit for­mell rechts­kräf­ti­ger Ver­fü­gun­gen, Ent­schei­de und Ur­tei­le kann nicht in ei­nem Ver­ant­wort­lich­keits­ver­fah­ren über­prüft wer­den.
1Für die straf­recht­li­che Ver­fol­gung von Be­am­ten we­gen Ver­bre­chen und Ver­ge­hen, die sie in ih­rer amt­li­chen Stel­lung ver­übt ha­ben, gel­ten die be­son­de­ren bun­des­recht­li­chen Vor­schrif­ten.
2Auf Be­am­te, die der Mi­li­tär­ge­richts­bar­keit un­ter­ste­hen, sind die Be­stim­mun­gen des Mi­li­tär­straf­ge­set­zes vom 13. Ju­ni 19271 und der Mi­li­tär­straf­ge­richts­ord­nung vom 28. Ju­ni 18892 an­zu­wen­den.
2 [BS 3 456; AS 1951 437 Ziff. II, 1968 212 Ziff. III. AS 1979 1059 Art. 216]. Sie­he heu­te: den Mi­li­tär­straf­pro­zess vom 23. März 1979 (SR 322.1).
1Die Straf­ver­fol­gung von durch die Bun­des­ver­samm­lung ge­wähl­ten Be­hör­de­mit­glie­dern und Ma­gis­trats­per­so­nen we­gen straf­ba­rer Hand­lun­gen, die sich un­mit­tel­bar auf ih­re amt­li­che Tä­tig­keit oder Stel­lung be­zie­hen, be­darf ei­ner Er­mäch­ti­gung der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen der eid­ge­nös­si­schen Rä­te. Das Ge­schäfts­re­gle­ment je­des Ra­tes be­zeich­net die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on.
2Die Rats­prä­si­den­tin­nen oder Rats­prä­si­den­ten be­stim­men nach Ar­ti­kel 84 des Par­la­ments­ge­set­zes vom 13. De­zem­ber 20022 (ParlG) den­je­ni­gen Rat, des­sen Kom­mis­si­on das Ge­such um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät zu­erst be­han­delt.
3Die Ar­ti­kel 17 Ab­sät­ze 2-4 so­wie 17a Ab­sät­ze 2, 3, 5 und 6 ParlG gel­ten sinn­ge­mä­ss.
4Die Kom­mis­sio­nen ge­ben dem Be­schul­dig­ten Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me.
5Stim­men bei­de Kom­mis­sio­nen dar­in über­ein, dass die Er­mäch­ti­gung zu er­tei­len ist, so kön­nen sie in ge­mein­sa­mer Sit­zung als Kom­mis­si­on der Ver­ei­nig­ten Bun­des­ver­samm­lung die­ser die vor­läu­fi­ge Ein­stel­lung im Am­te be­an­tra­gen. Die Zu­sam­men­set­zung die­ser Kom­mis­si­on rich­tet sich nach Ar­ti­kel 39 Ab­satz 4 ParlG. Ent­spricht die Kom­mis­si­on ei­nes Ra­tes die­ser Zu­sam­men­set­zung nicht, so er­gänzt oder re­du­ziert das Bü­ro die­ses Ra­tes die Mit­glie­der­zahl ent­spre­chend.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
1Ei­ne Er­mäch­ti­gung ist ins­be­son­de­re er­for­der­lich, wenn zur Ver­fol­gung oder Ver­hin­de­rung ei­ner straf­ba­ren Hand­lung das Post- oder das Fern­mel­de­ge­heim­nis nach Ar­ti­kel 321ter des Straf­ge­setz­bu­ches2 ge­gen­über ei­ner der in Ar­ti­kel 14 ge­nann­ten Per­so­nen auf­ge­ho­ben wer­den soll.3 Die Er­mäch­ti­gung ist stets er­for­der­lich, wenn mit Mass­nah­men ge­gen ei­ne die­ser Per­so­nen ein Drit­ter über­wacht wer­den soll, mit dem sie auf Grund ih­res Am­tes in Be­zie­hung steht.
2Über Er­tei­lung oder Ver­wei­ge­rung der Er­mäch­ti­gung ent­schei­det in die­sen Fäl­len ei­ne Kom­mis­si­on, die aus den Prä­si­den­ten und den Vi­ze­prä­si­den­ten bei­der Rä­te be­steht. Stim­men nicht min­des­tens fünf Kom­mis­si­ons­mit­glie­der zu, so ist die Er­mäch­ti­gung ver­wei­gert.4
3Die Ver­hand­lun­gen und Be­schlüs­se der Kom­mis­si­on sind ge­heim.
4Die vor­ste­hen­den Be­stim­mun­gen sind eben­falls an­wend­bar, wenn für ei­ne ers­te Ab­klä­rung des Sach­ver­halts oder zur Be­weis­si­che­rung an­de­re Mass­nah­men der Er­mitt­lung oder Stra­fun­ter­su­chung ge­gen ei­ne der in Ar­ti­kel 14 ge­nann­ten Per­so­nen not­wen­dig sind. So­bald die von der Kom­mis­si­on be­wil­lig­ten Mass­nah­men durch­ge­führt sind, ist nach Ar­ti­kel 14 die Er­mäch­ti­gung der zu­stän­di­gen Kom­mis­sio­nen der eid­ge­nös­si­schen Rä­te zur Straf­ver­fol­gung ein­zu­ho­len, es sei denn, das Ver­fah­ren wer­de ein­ge­stellt. Ei­ne Ver­haf­tung oh­ne die­se Er­mäch­ti­gung ist un­zu­läs­sig.5
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1972 über die Än­de­rung von Be­stim­mun­gen be­tref­fend das Post-, Te­le­fon- und Te­le­gra­fen­ge­heim­nis und die Im­mu­ni­tät, in Kraft seit 1. Ju­li 1973 (AS 1973 925; BBl 1971 II 369 481).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des Post­ge­set­zes vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2452; BBl 1996 III 1249).
4 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
5 Fas­sung des zwei­ten und drit­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
Ist strei­tig, ob die Er­mäch­ti­gung er­for­der­lich sei, so ent­schei­den die Kom­mis­sio­nen, die für die Er­mäch­ti­gung zu­stän­dig sind.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 6. Okt. 1972 über die Än­de­rung von Be­stim­mun­gen be­tref­fend das Post-, Te­le­fon- und Te­le­gra­fen­ge­heim­nis und die Im­mu­ni­tät (AS 1973 925; BBl 1971 II 369 481). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), in Kraft seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).
1Die Straf­ver­fol­gung von Be­am­ten we­gen straf­ba­rer Hand­lun­gen, die sich auf ih­re amt­li­che Tä­tig­keit oder Stel­lung be­zie­hen, aus­ge­nom­men we­gen Wi­der­hand­lun­gen im Stras­sen­ver­kehr, be­darf ei­ner Er­mäch­ti­gung des Eid­ge­nös­si­schen Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ments. Die­se Er­mäch­ti­gung er­teilt:
die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on der Bun­des­ver­samm­lung für das Per­so­nal der Par­la­ments­diens­te;
die Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on des je­wei­li­gen Ge­richts für das Per­so­nal des Bun­des­ge­richts, des Bun­dess­traf­ge­richts und des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts;
die Auf­sichts­be­hör­de über die Bun­des­an­walt­schaft für das Per­so­nal ih­res Se­kre­ta­ri­ats;
der Bun­des­an­walt oder die Bun­des­an­wäl­tin für das von ihm oder ihr ge­wähl­te Per­so­nal der Bun­des­an­walt­schaft.3
2Kan­to­na­le Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den, bei de­nen sol­che Fäl­le an­ge­zeigt wer­den, ha­ben un­ver­züg­lich um die­se Er­mäch­ti­gung nach­zu­su­chen und dring­li­che si­chern­de Mass­nah­men zu tref­fen.
3Er­schei­nen ein Straf­tat­be­stand und die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der Straf­ver­fol­gung als er­füllt, so darf die Er­mäch­ti­gung nur in leich­ten Fäl­len ver­wei­gert wer­den und so­fern die Tat nach al­len Um­stän­den durch ei­ne dis­zi­pli­na­ri­sche Mass­nah­me4 des Fehl­ba­ren als ge­nü­gend ge­ahn­det er­scheint.
4Der Ent­scheid, durch den die Er­mäch­ti­gung er­teilt wird, ist end­gül­tig.
5Ge­gen die Ver­wei­ge­rung der Er­mäch­ti­gung durch das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment oder die Ver­wal­tungs­de­le­ga­ti­on der Bun­des­ver­samm­lung ist die Be­schwer­de an das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zu­läs­sig. Ent­schei­de der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te über die Er­mäch­ti­gung sind end­gül­tig.5
5bisDie Staats­an­walt­schaft, die um die Er­mäch­ti­gung nach­ge­sucht hat, ist zur Be­schwer­de be­rech­tigt.6
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 1 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
4 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. 1 des An­hangs zum BG vom 19. Dez. 1986, in Kraft seit 1. Ju­li 1987 (AS 1987 932; BBl 1986 II 313). Die­se Än­de­rung ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
6 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 8. Okt. 1999 (AS 2000 273; BBl 1999 4809 5979). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
7 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 2 der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).
1Be­geht ein Be­am­ter ei­ne straf­ba­re Hand­lung ge­gen die Amts­pflicht, so ist er dem schwei­ze­ri­schen Ge­setz auch dann un­ter­wor­fen, wenn die Tat im Aus­land be­gan­gen wird.
2Be­geht ein Be­am­ter im Aus­land ei­ne an­de­re straf­ba­re Hand­lung die sich auf sei­ne amt­li­che Tä­tig­keit oder Stel­lung be­zieht, so ist er, wenn die Tat auch am Be­ge­hungs­or­te straf­bar ist, dem schwei­ze­ri­schen Ge­setz un­ter­wor­fen; in die­sem Fal­le fin­det je­doch Ar­ti­kel 6 Zif­fer 2 des Straf­ge­setz­bu­ches1 ent­spre­chen­de An­wen­dung.
3Ar­ti­kel 4 des Straf­ge­setz­bu­ches bleibt vor­be­hal­ten.
1 SR 311.0. Sie­he heu­te: Art. 7.
Die dis­zi­pli­na­ri­sche Ver­ant­wort­lich­keit der die­sem Ge­setz un­ter­stell­ten Per­so­nen rich­tet sich nach den für sie gel­ten­den be­son­dern Be­stim­mun­gen.
1Die Haf­tung für Scha­den und die straf­recht­li­che Ver­ant­wort­lich­keit wer­den durch ei­ne dis­zi­pli­na­ri­sche Mass­nah­me nicht be­rührt.
2Wird ne­ben der Dis­zi­pli­nar­un­ter­su­chung we­gen der näm­li­chen Tat­sa­che ein Straf­ver­fah­ren durch­ge­führt, so ist in der Re­gel der Ent­scheid über die dis­zi­pli­na­ri­sche Mass­nah­me bis nach Be­en­di­gung des Straf­ver­fah­rens aus­zu­set­zen.
1Fügt ein Or­gan oder ein An­ge­stell­ter ei­ner mit öf­fent­lichrecht­li­chen Auf­ga­ben des Bun­des be­trau­ten und aus­ser­halb der or­dent­li­chen Bun­des­ver­wal­tung ste­hen­den Or­ga­ni­sa­ti­on in Aus­übung der mit die­sen Auf­ga­ben ver­bun­de­nen Tä­tig­keit Drit­ten oder dem Bund wi­der­recht­lich Scha­den zu, so sind fol­gen­de Be­stim­mun­gen an­wend­bar:
Für den ei­nem Drit­ten zu­ge­füg­ten Scha­den haf­tet dem Ge­schä­dig­ten die Or­ga­ni­sa­ti­on nach den Ar­ti­keln 3-6. So­weit die Or­ga­ni­sa­ti­on die ge­schul­de­te Ent­schä­di­gung nicht zu leis­ten ver­mag, haf­tet der Bund dem Ge­schä­dig­ten für den un­ge­deck­ten Be­trag. Der Rück­griff des Bun­des und der Or­ga­ni­sa­ti­on ge­gen­über dem fehl­ba­ren Or­gan oder An­ge­stell­ten rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 7 und 9.
Für den dem Bund zu­ge­füg­ten Scha­den haf­ten pri­mär die fehl­ba­ren Or­ga­ne oder An­ge­stell­ten und sub­si­di­är die Or­ga­ni­sa­ti­on. Ar­ti­kel 8 und 9 sind an­wend­bar.
2Auf die straf­recht­li­che Ver­ant­wort­lich­keit fin­den die Ar­ti­kel 13 ff. ent­spre­chend An­wen­dung. Dies gilt nicht für An­ge­stell­te und Be­auf­trag­te kon­zes­sio­nier­ter Trans­port­un­ter­neh­men.1
3Über strei­ti­ge An­sprü­che von Drit­ten oder des Bun­des ge­gen die Or­ga­ni­sa­ti­on so­wie der Or­ga­ni­sa­ti­on ge­gen fehl­ba­re Or­ga­ne oder An­ge­stell­te er­lässt die Or­ga­ni­sa­ti­on ei­ne Ver­fü­gung. Das Be­schwer­de­ver­fah­ren rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.2
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 1 des BG über die Bahn­re­form 2 vom 20. März 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 5597; BBl 2005 2415, 2007 2681).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 4. Okt. 1991 (AS 1992 288; BBl 1991 II 465). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
Va. Abschnitt: Haftung für Schäden im Zusammenhang mit dem Betrieb des Schengener Informationssystems
1Für den Scha­den, den ei­ne Per­son, die im Diens­te des Bun­des oder ei­nes Kan­tons steht, beim Be­trieb des Schen­ge­ner In­for­ma­ti­ons­sys­tems ei­ner Dritt­per­son wi­der­recht­lich zu­fügt, haf­tet der Bund.
2Hat der Bund Er­satz ge­leis­tet, so steht ihm der Rück­griff auf den Kan­ton zu, in des­sen Dienst die Per­son steht, die den Scha­den ver­ur­sacht hat.
Der Bund haf­tet ge­gen­über ge­schä­dig­ten Dritt­per­so­nen oh­ne Nach­weis ei­ner Wi­der­recht­lich­keit, wenn:
die Be­hör­de ei­nes an­de­ren Staa­tes, der durch ei­nes der Schen­gen-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men1 ge­bun­den ist, beim Be­trieb des Schen­ge­ner In­for­ma­ti­ons­sys­tems Da­ten un­rich­tig ein­ge­ge­ben oder un­recht­mäs­sig ge­spei­chert hat; und
auf Grund die­ser Aus­schrei­bung ei­ne Per­son im Diens­te des Bun­des oder ei­nes Kan­tons in Aus­übung ih­rer amt­li­chen Tä­tig­keit den Scha­den ver­ur­sacht hat.
1 Abk. vom 26. Okt. 2004 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft, der Eu­ro­päi­schen Uni­on und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft über die As­so­zi­ie­rung die­ses Staa­tes bei der Um­set­zung, An­wen­dung und Ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands (SR0.362.31); Abk. vom 28. April 2005 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und dem Kö­nig­reich Dä­ne­mark über die Be­grün­dung von Rech­ten und Pflich­ten zwi­schen die­sen bei­den Staa­ten hin­sicht­lich der Schen­ge­ner Zu­sam­men­ar­beit (SR 0.362.33); Über­eink. vom 17. Dez. 2004 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft, der Re­pu­blik Is­land und dem Kö­nig­reich Nor­we­gen über die Um­set­zung, An­wen­dung und Ent­wick­lung des Schen­gen-Be­sitz­stands und über die Kri­te­ri­en und Ver­fah­ren zur Be­stim­mung des zu­stän­di­gen Staa­tes für die Prü­fung ei­nes in der Schweiz, in Is­land oder in Nor­we­gen ge­stell­ten Asy­lan­trags (SR 0.362.32).
Über strei­ti­ge An­sprü­che von Dritt­per­so­nen ge­gen­über dem Bund oder des Bun­des ge­gen­über ei­nem Kan­ton er­lässt die zu­stän­di­ge Be­hör­de des Bun­des ei­ne Ver­fü­gung. Ar­ti­kel 10 Ab­satz 1 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
1Die Haf­tung des Bun­des (Art. 3 ff.) er­lischt, wenn der Ge­schä­dig­te sein Be­geh­ren auf Scha­den­er­satz oder Ge­nug­tu­ung nicht in­nert ei­nes Jah­res seit Kennt­nis des Scha­dens ein­reicht, auf al­le Fäl­le nach zehn Jah­ren seit dem Ta­ge der schä­di­gen­den Hand­lung des Be­am­ten.
2Das Be­geh­ren ist dem Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment1 ein­zu­rei­chen.
3Be­strei­tet in den Fäl­len nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 der Bund den An­spruch oder er­hält der Ge­schä­dig­te in­nert drei­er Mo­na­te kei­ne Stel­lung­nah­me, so hat die­ser in­nert wei­te­rer sechs Mo­na­te bei Fol­ge der Ver­wir­kung Kla­ge ein­zu­rei­chen.2
1 Be­zeich­nung ge­mä­ss Art. 1 des nicht ver­öf­fent­lich­ten BRB vom 23. April 1980 über die An­pas­sung von bun­des­recht­li­chen Er­las­sen an die neu­en Be­zeich­nun­gen der De­par­te­men­te und Äm­ter.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1992 288 337 Art. 2 Abs. 1; BBl 1991 II 465).
Der Rück­griffs­an­spruch des Bun­des ge­gen einen Be­am­ten ver­jährt in­nert ei­nes Jah­res seit der An­er­ken­nung oder der rechts­kräf­ti­gen Fest­stel­lung der Scha­den­er­satz­pflicht des Bun­des, auf al­le Fäl­le nach zehn Jah­ren seit dem Ta­ge der schä­di­gen­den Hand­lung des Be­am­ten.
1Die Ver­jäh­rung der straf­recht­li­chen Ver­fol­gung rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen des Straf­rechts.
2Die dis­zi­pli­na­ri­sche Ver­ant­wort­lich­keit ei­nes Be­am­ten ver­jährt nach den spe­zi­el­len Dis­zi­pli­nar­be­stim­mun­gen, je­doch längs­tens ein Jahr nach Ent­de­ckung des dis­zi­plin­wid­ri­gen Ver­hal­tens, auf al­le Fäl­le drei Jah­re nach der letz­ten Ver­let­zung der Dienst­pflicht.
3Die Ver­jäh­rung ruht, so­lan­ge we­gen des näm­li­chen Tat­be­stan­des ein Straf­ver­fah­ren durch­ge­führt wird oder so­lan­ge über Rechts­mit­tel noch nicht ent­schie­den ist, die im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren er­grif­fen wur­den.
1Der Scha­den­er­satz­an­spruch des Bun­des ge­gen­über ei­nem Be­am­ten aus Amts­pflicht­ver­let­zung (Art. 8 und 19) ver­jährt in­nert ei­nes Jah­res, nach­dem die zur Gel­tend­ma­chung des An­spru­ches zu­stän­di­ge Dienst­stel­le oder Be­hör­de vom Scha­den Kennt­nis er­hal­ten hat, je­den­falls in fünf Jah­ren seit dem Ta­ge der schä­di­gen­den Hand­lung des Be­am­ten.
2Wird je­doch der Scha­den­er­satz­an­spruch aus ei­ner straf­ba­ren Hand­lung her­ge­lei­tet, für die das Straf­recht ei­ne län­ge­re Ver­jäh­rung vor­schreibt, so gilt die­se auch für ihn.
2Er ord­net ins­be­son­de­re die Zu­stän­dig­keit der De­par­te­men­te und der Ab­tei­lun­gen zur end­gül­ti­gen An­er­ken­nung oder Be­strei­tung von An­sprü­chen, die ge­gen­über dem Bund er­ho­ben wer­den, so­wie zur Gel­tend­ma­chung von Scha­den­er­satz- und Rück­griffs­an­sprü­chen ge­gen­über Be­am­ten und zur Durch­füh­rung der er­for­der­li­chen Pro­zes­se (Art. 3, 10 Abs. 2 und Art. 11; Art. 7, 8, 19 und 20).
1Beim In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes an­hän­gi­ge Ge­su­che um Er­mäch­ti­gung zur Straf­ver­fol­gung ei­nes Be­am­ten wer­den nach bis­he­ri­gem Recht be­han­delt.
2Die Haf­tung des Bun­des nach den Ar­ti­keln 3 ff. be­steht auch für Scha­den, der vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ent­stan­den ist, so­fern we­der Ver­jäh­rung noch Ver­wir­kung ge­mä­ss Ar­ti­kel 20 ein­ge­tre­ten ist.
3An­hän­gi­ge Ge­su­che um Er­mäch­ti­gung zur An­he­bung ei­ner Zi­vil­kla­ge ge­gen einen Be­am­ten sind als Ge­su­che um Stel­lung­nah­me zum An­spruch im Sin­ne von Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 zu be­han­deln; sie sind von Am­tes we­gen der zu­stän­di­gen Stel­le zu über­mit­teln.
4Ist je­doch über ein sol­ches Er­mäch­ti­gungs­ge­such schon ent­schie­den, so ist der Fall nach al­tem Recht zu er­le­di­gen.
5Im Üb­ri­gen gilt für die Ver­ant­wort­lich­keit der Be­am­ten und für den Rück­griff des Bun­des auf Fehl­ba­re aus­sch­liess­lich das neue Ge­setz.
Auf den Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ses Ge­set­zes wer­den al­le wi­der­spre­chen­den Be­stim­mun­gen auf­ge­ho­ben, so ins­be­son­de­re:
das Bun­des­ge­setz vom 9. De­zem­ber 18501 über die Ver­ant­wort­lich­keit der eid­ge­nös­si­schen Be­hör­den und Be­am­ten;
Ar­ti­kel 91 des Bun­des­ge­set­zes vom 5. April 19102 be­tref­fend das schwei­ze­ri­sche Post­we­sen;
die Ar­ti­kel 29, 35 und 36 des Bun­des­ge­set­zes vom 30. Ju­ni 19273 über das Dienst­ver­hält­nis der Bun­des­be­am­ten.
3 [BS 1 489; AS 1958 1413 Art. 27 Bst. c, 1997 2465 An­hang Ziff. 4, 2000 411 Ziff. II 1853, 2001 894 Art. 39 Abs. 1 2197 Art. 2 3292 Art. 2. AS 2008 3437 Ziff. I 1]

References: Art. 60
 Art. 2
 Art. 216
 Art. 7
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 11
 Art. 7
 Art. 27
 Art. 39
 Art. 2
 Art. 2