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Timestamp: 2020-01-17 16:06:37+00:00

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Preise ermitteln - 63716_004-neu.xml - wiwiweb.de
- Preise ermitteln
01. Was sind Kostenpreise?
02. Was sind Marktpreise?
03. Was ist ein administrierter Preis?
04. Wie kann eine Preiskalkulation für eine Kindertagesstätte durchgeführt werden?
88.789,64 €
34.731,34 €
05. Welche weiteren Informationen können mithilfe der Kalkulation gewonnen werden?
06. Wie können die Gebühren einer Kommune für ihren Rettungsdienst kalkuliert werden?
07. Wie wird das Entgelt für eine DRG-Fallpauschale berechnet?
08. Was ist der Bundesbasisfallwert?
09. Was sind die kurzfristigen und langfristigen Preisuntergrenzen (PUG)?
10. Welches Kalkulationsverfahren findet im Handel Anwendung?
11. Welches Kalkulationsverfahren kann in der Produktion angewandt werden?
12. Was sind Preisminderungen?
13. Wie wird Skonto gebucht?
14. Wann sind Rechnungen/Geldschulden zu zahlen?
15. Wie können Stundensätze für einen ambulanten Pflegedienst nach dem Pflegeneuausrichtungsgesetz (PNG) kalkuliert werden?
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Preise, die sich an den Kosten orientieren, haben einen grundlegenden Fehler: wenn das Unternehmen weiß, dass es seine Kosten immer auf die Kunden überwälzen kann, muss es sich nicht anstrengen, wirtschaftlicher zu produzieren.
Kostenpreise führen zu mangelndem Kostenbewusstsein, zu Verschwendung, zur Missachtung von Kundenwünschen und zu geringer Innovation. Wer als Betrieb seine Kosten auf die Bevölkerung in Form von Gebühren überwälzen kann, wird wenig tun, um besser oder billiger zu werden. Der Bürger zahlt sowieso immer. Dies ist z. B. bei allen Unternehmen, die keine oder sehr wenig Konkurrenz haben so, z. B. Krankenhäuser bis 1993, Behörden, Wasserwerke, Bundesbahn, Stadtwerke, früher die Bundespost.
Innovations- und Rationalisierungsdruck kommt hier nur von außen, wenn z. B. Steuereinnahmen wegbrechen oder der Haushalt eines Landes schrumpft, bzw. die Pensionslasten den Haushalt erdrücken.
Bei Kostenpreisen ist eine Kostendeckung vorgesehen. Ein Gewinn ist dann nicht geplant, G = 0. Gewinn kann, wie bei einer Vollkostenrechnung, nur durch eine Mengenausweitung über die kalkulierte Menge hinaus realisiert werden.
In einer funktionierenden Marktwirtschaft werden die Preise durch den Wettbewerb von Angebot und Nachfrage bestimmt. Es ist der Wettbewerb, der die Unternehmen auffordert, ihre Preise anzupassen. Wer seine Kosten nicht niedriger als den vom Wettbewerber gesetzten Preis hat, hat auf dem freien Markt keine Überlebenschance. Verkauft Sanitätshaus A seine Rolatoren zum Preis X, setzt es damit für alle Wettbewerber den Maßstab. Ist Sanitätshaus B teurer, wird es auf seinen Waren sitzenbleiben. Ist es billiger, werden die Kunden dort für hohe Umsätze sorgen.
Diese freie Preisgestaltung und der Markt funktionieren jedoch nur theoretisch einwandfrei, da keine vollständige Transparenz für Anbieter und Kunden herrscht.
Marktpreise enthalten entsprechende kalkulatorische Gewinne. Grundsätzlich wird ein Gewinn angestrebt.
Gerade im Gesundheits- und Sozialwesen herrschen staatliche Preisvorgaben vor. So ist das DRG-Entgelt ein staatlich festgelegtes Entgelt. Auch die Vergütung der Krankenkassen (Kopfpauschale) an die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und die Beiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind administrierte Preise. Ebenso die Gebührenordnungen für Ärzte und Zahnärzte (GOÄ, GOZ) und der DKG-NT (Deutsche Krankenhausgesellschaft Normaltarif) sowie die Gebühren für z. B. Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten. Als Beispiel können hier auch die Festpreise aus dem Arznei-, Heil- und Hilfsmittelkatalog des G-BA dienen.
Administrierte Preise können einen Leistungs- und Qualitätswettbewerb auslösen. Die Anbieter können sich nur auf der Kostenseite verbessern, da alle Leistungserbringer den gleichen Preis für eine allgemein festgelegte Leistung erhalten. Hier sind im Betrieb Prozessinnovation und Kostenreduktion bei gleicher oder besserer Qualität im Bezug zur Konkurrenz anzustreben. Eine Gewinnerzielung ist hier nur durch eine Mengenausweitung und Kostenrationalisierung möglich.
Grundsätzlich gehören zu den administrierten Preisen auch die Vergütungsvereinbarungen nach § 89 SGB XI, welche die Entgelte (Preise) für ambulante Leistungen von Pflegediensten festlegen. Ebenso zählt die Vergütung ambulanter Krankenhausleistungen nach § 120 SGB V hierzu.
Die Geschäftsleitung denkt über die Einrichtung eines Betriebskindergartens für die Gesundheitszentrum GmbH nach. Der Kindergarten könnte als Personalbindungsmaßnahme auch den Mitarbeitern mit Kindern einen attraktiveren Arbeitsplatz bieten.
Die Bedarfsanalyse hat einen geschätzten Bedarf von ca. 20 Kindern, von Mitarbeitern und 20 Kindern aus unserem Stadtteil ergeben (Kindergartengruppe für 3 - 7 Jahre).
Der Kindergarten (Elementargruppe) könnte in Räumen eingerichtet werden, die zurzeit nicht mehr genutzt werden: 3 Räume mit 20 m², 50 m² und 60 m². Weiterhin stehen zwei Toiletten/Bäder (2 x 15 m²) sowie ein Lagerraum mit 20 m² und eine 30 m² große Küche zur Verfügung. Um den Kindern genügend Spielraum zu geben, kann ein Gartenanteil von 500 m² genutzt werden. Diese Räume könnten auf dem freien Markt für 2.000 € kalt pro Monat vermietet werden.
Die Flächen sind nach Mindestbauverordnung für das Betreiben eines Kindergartens zulässig.
Die Räume müssten noch gestaltet und kindgerecht eingerichtet werden. Die Einrichtung ist von Montag bis Freitag, in der Zeit von 06:30 - 17:30 Uhr, an durchschnittlich 220 Tagen geöffnet. Dienstbeginn (Vorbereitung) ist 06:00 Uhr und Dienstende 18:00 Uhr (Nachbereitung).
Jeder belegte Platz wird durch die Kommune mit 868,28 € im Monat gefördert.
Personalbedarf (VK = Vollkraft)
1,0 VK Kindergartenleitung
3,3 VK Erzieher
3,3 VK Sozialpädagogische Assistenten
1,0 VK Reinigung
0,2 VK Heilpädagoge
Personalvergütung (je 1,0 VK mit 40 Std. Wochenarbeitszeit).
Bezahlung und Eingruppierung nach TVÖD Sozial- und Erziehungsdienst 2019
Kindergartenleitung TVÖD Entgeltgruppe S 13 Erfahrungsstufe 3
Vollstellen Erzieher TVÖD Entgeltgruppe S 8a Erfahrungsstufe 3
Soz. Päd. Assistent TVÖD Entgeltgruppe S 3 Erfahrungsstufe 2
Reinigung TVÖD Entgeltgruppe 2 Erfahrungsstufe 2 TVÖD VKA 2019
Heilpädagoge TVÖD Entgeltgruppe S 9 Erfahrungsstufe 3
Der Arbeitgeberanteil an der Sozialversicherung beträgt 25 % der monatlichen Bruttogehälter.
Für Jahressonderzahlungen (Weihnachts-, Urlaubsgeld) werden 80 % der monatlichen Bruttogehälter angesetzt.
Sachkosten in €
Telefon-Flatrate pro Monat 30,00
Reinigungsmittel je m² und Jahr 2,00
Schutzkleidung je Vollkraft und Jahr 10,00
Müllabfuhr pro Monat 338,47
Desinfektionsmittel je Kind und Jahr 10,00
Lebensmitteleinsatz Pauschale je Kind und Tag 4,50
Frischwasser 100 l pro Kind und Tag, Preis je m³ 2,00
Abwasser 100 l pro Kind und Tag, Preis je m³ 4,00
Betriebs- und Diensthaftpflicht für alle Mitarbeiter pro Jahr 2.000,00
Fachliteratur und Fortbildung je VK 500,00
Strom 2.000 Kw/h pro Kind und Jahr, Preis pro Kw/h 0,10
Pädagogischer Bedarf pro Kind und Monat 10,00
Bezogene Leistungen (Wartung der Heizung, Spielgeräte, Med. Geräte usw.) pro Jahr 850,00
Heizung, Kosten je m² 7,00
Verbrauchsmaterial pro Monat (Papier, Toner, Bleistift, Bürobedarf, Verwaltungsbedarf usw.) 480,00
Versicherungen (Glasbruch und Hausrat) pro Jahr 500,00
Abschreibung (AfA) für Einrichtung und Ausstattung (Stühle, Tische, Regale, Geschirr, Besteck, Schränke, Spielzeug, Kfz, PC) 4.000,00
Bei der AfA erfolgt ein durchschnittlicher Ansatz von sieben Jahren, da die Einrichtungsgegenstände im Schnitt solange halten und dann eine Ersatzbeschaffung erfolgt.
Kalkulatorische Kosten sind bei den Berechnungen nicht zu berücksichtigen.
Kinder: 40 an 220 Tagen
Mitarbeiter: 8,8 Vollkräfte
Insgesamt: 48,8 Personen und 210 m² Fläche
5,00 € je Kind und Tag
je Kind 100 Liter pro Tag Wäsche, Körperpflege usw. 5.280,00 €
je Kind 2.000 kwh p. a.; Licht, Kochen, Waschen 10.400,00 €
je m2 á 7 € pro Jahr; Heizung, Warmwasser 1.470,00 €
Pädagogisches Material 4.800,00 €
bezogene Leistungen 850,00 €
Fachlit., Fort- und Weiterbildung 4.400,00 €
Papier, Stifte, Toner usw. 5.760,00 €
Telefon 360,00 €
Reinigungsmaterial je m² p. a. 2 € 420,00 €
Desinfektionsmaterial je Kind 10 € M p. a. 400,00 €
Schutzkleidung je VK 10 € p. a. 88,00 €
Summe 908,00 €
Steuer/Abgaben/Versicherung
Betriebs-/Dienst-Haftpflicht 2.000,00 €
Müllabfuhr; 338,47 € monatlich 4.061,64 €
Summe 6.561,64 €
EuA AfA-Pauschale 4.000,00 €
Kalkulation der Personalkosten:
Personal Entgeltgruppe VKA Entgelt in € pro Monat Anzahl Monate Bruttoentgelt p.a. je VK Arbeitgeberanteil Sozialversicherung Personalkosten p.a. je VK VK Personalkosten p.a. gesamt durchschn. Personalkosten pro Monat gesamt
Leitung TVÖD S 13/3 3.771,57 € 12,80 48.276,10 € 12.069,02 € 60.345,12 € 1,0 60.345,12 € 5.028,76 €
Erzieher TVÖD S 8a/3 3.216,36 € 12,80 41.169,41 € 10.292,35 € 51.461,76 € 3,3 169.823,81 € 14.151,98 €
SozPäd Ass. TVÖD S 3/2 2.631,05 € 12,80 33.677,44 € 8.419,36 € 42.096,80 € 3,3 138.919,44 € 11.576,62 €
Heilpädagoge TVÖD S 9/3 3.317,55 € 12,80 42.464,64 € 10.616,16 € 53.080,80 € 0,2 10.616,16 € 884,68 €
Reinigung TVÖD VKA 2/2 2.316,97 € 12,80 29.657,22 € 7.414,30 € 37.071,52 € 1,0 37.071,52 € 3.089,29 €
Summe 8,8 416.776,05 €
Bei der Kalkulation ist es nicht nötig, nach Teilzeitstellen zu differenzieren. Wenn sich drei Mitarbeiter eine Vollkraftstelle teilen, so sind diese drei Köpfe rechnerisch eine Vollkraft.
Ermittlung der Gesamtkosten:
Kostenart Kosten p. a.
Personalkosten FK / VK
Leitung 60.345,12 € fix
Erzieher 169.823,81 € fix
SozPäd Ass. 138.919,44 € fix
Heilpädagoge 10.616,16 € fix
Raumpflege 37.071,52 € fix
Summe 416.776,05 € 868,28 € gefördert
Sach- und Investitionskosten
Lebensmittel 44.000,00 € var
WEB 17.150,00 € var
Päd. Material 4.800,00 € var
bezogene Leistungen 850,00 € var
Verwaltungsbedarf 10.520,00 € var
Wirtschaftsbedarf 908,00 € var
Steuer / Abgaben / Vers 6.561,64 € fix
EuA AfA-Pauschale 4.000,00 € fix
184,98 € nicht gefördert
Gesamtkosten 505.565,69 €
Kalkulation der Entgelte:
Durch einfache Division der gesamten Vollkosten durch die Anzahl der Belegungsmonate (40 Kinder • 12 Monate = 480) errechnen sich die Kosten pro Kind und Monat unter Vollkosten.
Die Division der Gesamtkosten durch die Berechnungstage (220 Tage • 40 Kinder) ergibt den Tagessatz, dieser geteilt durch 12 Stunden ergibt den Stundensatz bei 12-stündiger Betreuung.
Der Preis wird durch den 10 %-Aufschlag auf die Kosten ermittelt.
Der Geschäftsleitung können weitere Zahlen für eine bessere Entscheidungsgrundlage geliefert werden:
1. Ermitteln der Break-even-Belegung.
Die Break-even-Belegung ist bei der Menge an Kindern pro Monat, bei der der Gewinn gleich null ist. Dies wird mittels Gleichsetzung der Kosten und der Erlösfunktion errechnet.
505.565,69 € = 1.158,59 € • 12 Mon. • X
X = 505.565,69 € : 1.158,59 € : 12 Mon.
X = 36,36 rechnerisch
X = 37 effektiv Kinder pro Monat
40 = 100 %, 37 = 93 %
Bei 37 Kindern pro Monat oder 93 % Auslastung ist die Gewinnschwelle erreicht.
2. Ermitteln des Gewinns bei Vollbelegung.
Bei Vollbelegung wird ein Gewinn in Höhe des Gewinnzuschlages von 10 % erwirtschaftet.
$$G = Erlöse\; -\; KostenG = p\; *\; X\; -\; K$$
G = (1.158,59 € • 12 Mon. • 40 Kinder) - 505.565,69 €
G = 505.565,69 €
Der Gewinn beträgt 48.074,24 €, wenn die Kita ganzjährig vollbelegt ist.
3. Ermitteln der variablen Kosten je Kind und Öffnungstag bei Vollbelegung.
Wenn die Fixkosten 60 % der Gesamtkosten bei Vollbelegung betragen.
Die Stückvariablenkosten, d. h. die variablen Kosten je Kind und Tag errechnen sich wie folgt:
$$K = K_{f}\; +\; K_{v}$$
kv = Kv : X
100 % = 60 % + 40 %
Kv = 505.565,69 € • 40 %
Kv = 202.226,28 €
kv = Kv : 40 Kinder : 220 Öffnungstage
kv = 22,98 € variable Kosten je Kind und Tag
Die variablen Kosten je Kind und Tag betragen 21,85 €.
4. Deckungsbeitrag bei einer Belegung von 80 %.
Da die fixen Kosten in der Planperiode unveränderlich sind, müssen diese durch den Deckungsbeitrag gedeckt werden.
$$DB = E\; -\; K_{v}DB = p\; *\; X\; -\; k_{v}\; *\; X$$
DB = 1.158,59 € • (40 • 12 • 80 %) - (22,98 € • 40 • 220 • 80 %)
DB = 161.781,02 €
Der Fixkosten-Deckungsbeitrag bei 80 % Belegung beträgt 161.781,02 €.
5. Ermitteln des Gewinns bei 80 % Belegung.
Da der Fixkosten-Deckungsbeitrag kleiner als die fixen Kosten ist, entsteht ein Verlust in Höhe der Differenz.
$$G = DB\; -\; K_{f}$$
$$G = E – K$$
DB = 161.781,02 € bei 80 %iger Auslastung
Kf = 505.565,69 € • 60 % = 303.339,41 €
Gewinn (Verlust) bei 80 % Belegung : - 465.120,43 €, da DB f
Auf Basis dieser Kalkulation kann die Geschäftsführung unter Berücksichtigung ihrer individuellen Risikoneigung und ihrer Planung für die Zukunft eine Entscheidung für oder gegen die Einrichtung der Kita treffen.
Am Beispiel der Gebührenrechnung für die Inanspruchnahme des Rettungsdienstes für das Jahr 2018 nach der SITZUNGSVORLAGE DER STADT NETTETAL Nr. 1465/2014-20 vom 25.01.2018.
Die prospektive Kalkulation basiert auf einer kaufmännischen Buchhaltung nach der Doppik.
Angenommen der krankenhausspezifische Basisfallwert beträgt 3.350 € und es wird die DRG-Fallpauschale C06Z mit dem Relativgewicht 0,875 abgerechnet. (Siehe hierzu den Auszug aus dem Fallpauschalenkatalog 2019.)
DRG Partition Bezeichnung Bewertungsrelation bei Hauptabteilung
C06Z O Komplexe Eingriffe bei Glaukom 0,875
Das DRG-Entgelt für diese Leistung des Krankenhauses wird wie folgt berechnet:
Preis der DRG-Fallpauschale in Euro = Bewertungsrelation der DRG in Punkten • Basisfallwert in Euro
Abrechenbares Entgelt: 3.350 € = 0,875 Punkte • 2.931,25 €
Dies gilt nur, solange die VD > UGVD und
Die Selbstverwaltungspartner auf Bundesebene vereinbaren jährlich den Bundesbasisfallwert (BBFW). Unter Berücksichtigung der Veränderungsrate der Grundlohnsumme werden für den Bundesbasisfallwert und die obere und untere Korridorgrenze für die Angleichung der Landesbasisfallwerte an den Bundesbasisfallwert jährlich neu errechnet:
Mit der Berechnung des BBFW und des Basisfallwertkorridors ist das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) beauftragt.
Grundlage der Berechnung sind die bis zum 31. Juli eines jeden Jahres von der jeweiligen Landeskrankenhausgesellschaft zur Verfügung gestellten Ergebnisparameter des aktuell gültigen Landesbasisfallwerts. Diese Parameter sind:
der Landesbasisfallwert
das Ausgabenvolumen
die Summe der effektiven Bewertungsrelationen.
Das Berechnungsergebnis bietet die Basis für die Vereinbarung auf Bundesebene, wobei das Vereinbarungsergebnis wiederum um die maßgebliche Veränderungsrate nach § 71 SGB V (Grundlohnsumme) zu erhöhen ist.
Die Basisfallwerte bilden die Grundlage für die Vergütung der Krankenhausleistungen.
Alles Wirtschaften im Betrieb dient der Überlebenssicherung und der Gewinnerzielung. Ist ein Unternehmen gezwungen, seine Preise zu senken, um den Absatz zu fördern, gibt es zum einen eine kurzfristige Preisuntergrenze, bei der dem Unternehmen Verluste in der Höhe der fixen Kosten entstehen. Dies kommt kostenrechnerisch einer Betriebsstillegung gleich. Der Preis wäre dann gleich den variablen Stückkosten.
$$kurzfristige\; PUG\; :\; p = k_{v}$$
Die kurzfristige PUG führt jedoch langfristig in die Insolvenz, da sich die Verluste anhäufen. Für einzelne Produkte kann dies jedoch eine Entscheidung sein, wenn diese für die gesamte Produktpalette von Nutzen oder eine Pflichtleistung sind.
Bei der langfristigen Preisuntergrenze entspricht der Preis den Stückkosten. Das Unternehmen erzielt also keinen Gewinn.
$$langfristige\; PUG\; :\; p = k$$
Wenn das Unternehmen über längere Zeit jedoch keine Gewinne realisiert, lebt es von der Substanz, es verdient seine Abschreibungen nicht und kann nicht investieren.
Grundsätzlich sollte über alle Produkte hinweg im gesamten Unternehmen ein positiver Gesamtdeckungsbeitrag erwirtschaftet werden.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sollte ein Unternehmen ein Produkt von Markt nehmen, wenn dessen Deckungsbeitrag negativ ist.
Im Handel, z. B. in Sanitätshäusern oder bei Pharmahändlern, wird in erster Linie das Zuschlagsverfahren angewendet. Ausgangsbasis ist der Listeneinkaufspreis der Ware. Abzuziehen sind Rabatte und Skonti, hinzuzurechnen sind die Bezugskosten, wie Verpackung, Fracht und Rollgelder.
Die Handelskalkulation kann auf drei Wegen genutzt werden:
Als erstes die Vorwärtskalkulation (= progressive Kalkulation). Diese geht vom Listeneinkaufspreis aus und ermittelt den Netto- bzw. Bruttoverkaufspreis, der den Kunden in Rechnung gestellt werden soll.
Zweitens die Rückwärtskalkulation (= retrograde Kalkulation). Diese errechnet vom gegebenen Verkaufspreis (= Marktpreis) aus und stellt fest, zu welchem Preis die Ware eingekauft werden muss, um die gewünschten Gewinne bzw. Bruttoverkaufspreise zu erzielen.
Drittens die Differenzkalkulation. Diese geht von einem gegebenen Verkaufspreis (= Marktpreis) und einem gegebenen Listeneinkaufspreis aus und ermittelt in einer Gegenrechnung, welcher Gewinn unter den geplanten Bedingungen noch zu realisieren ist.
Für die Handelskalkulation gilt folgendes Schema:
Bei produzierenden Unternehmen des Gesundheits- und Sozialwesens kann die Zuschlagskalkulation eingesetzt werden. Hierfür werden die Gemeinkosten nach Bereichen getrennt erfasst und durch Zuschlagssätze in der Kostenkalkulation verrechnet. Gemeinkosten sind immer solche Kosten, die nicht nur für eine Produktart entstehen.
Im Labor wären Reinigungsmittel Materialgemeinkosten für die Defektur oder Rezeptur.
Die Abschreibungen für die Pillenpresse wären Fertigungsgemeinkosten für Defektur oder Rezeptur. Die PTA, die nur die Pillenproduktion tätigt, zählt auch zu den Fertigungsgemeinkosten.
Produktion/ Fertigung Materialgemeinkosten (MGK) Materialeinzelkosten (MEK)
Fertigungsgemeinkosten (FGK) Fertigungseinzelkosten (FEK)
Verwaltung Verwaltungsgemeinkosten (VwGK) Herstellkosten des Umsatzes (HKU)
Vertrieb Vertriebsgemeinkosten (VtGK)
Die Zuschlagssätze werden nun folgendermaßen ermittelt:
$$MKGZ\; =\; \frac{MGK}{MEK}\; *\; 100$$
$$FKGZ\; =\; \frac{FGK}{FEK}\; *\; 100$$
$$VwKGZ\; =\; \frac{VwGK}{HKU}\; *\; 100$$
$$VtGKZ\; =\; \frac{VtGK}{HKU}\; *\; 100$$
Dabei gilt für die Ermittlung der Herstellkosten des Umsatzes und der Preiskalkulation folgendes Schema:
+ Materialgemeinkostenzuschlag (MEK • MEKZ)
+ Fertigungseinzelkosten (FEK)
+ Fertigungsgemeinkosten (FEK • FEKZ)
= Herstellkosten der Erzeugung (HKE = MK+ FK)
- Bestandsveränderungen (+ Minderbestand/- Mehrbestand)
= Herstellkosten des Umsatzes (HKU)
+ Verwaltungsgemeinkosten (HKU • VwKZ)
+ Vertriebsgemeinkosten (HKU • VwKZ)
+ Gewinnaufschlag (GA = SK • GA in % (von Hundert))
+ Vertreterprovision (VP, absolut oder als % -Aufschlag)
+ Skonto (in Hundert vom ZVP)
= Zielverkaufspreis (ZVP) (100 % Basis für Skonto, Rückwärtsrechnung!)
+ Rabatt (in Hundert! vom LVP)
= Listenverkaufspreis (LVP) (100 % Basis für Rabatt, Rückwärtsrechnung!)
+ Umsatzsteuer (UST = LVP • USt in % (von Hundert!)
Sind keine Bestandsveränderungen zu berücksichtigen – sind also alle in der Periode hergestellten Erzeugnisse verkauft worden – so gilt: HKE = HKU.
Gemeinkosten 23.903 142.700 60.610 18.183
Einzelkosten 217.300 170.000 - -
Herstellkosten der Erzeugung 553.903
Bestandsveränderungen -190.243
Zuschlagssätze 23.903 142.700 60.610 18.183
: 217.300 : 170.000 : 363.660 : 363.660
• 100 • 100 • 100 • 100
11,00 % 83,94 % 16,67 % 5,00 %
Bei den Preisen des Handels und der Produktion sind Rabatte, Skonti und Boni einkalkuliert.
Rabatt ist eine Preisminderung, die z. B. aufgrund von Mengen, Jahreszeiten (Schlussverkauf) oder persönlichen Gründen gewährt wird.
Naturalrabatt ist eine Besonderheit. Wenn ein Krankenhaus z. B. 1.000 Infusionslösungen pro Auftrag bestellt, werden 50 Infusionslösungen also natural 5 % Rabatt dazugelegt. Hierdurch vermindert sich rechnerisch der Einkaufspreis pro Stück.
Skonto oder Barzahlungsrabatt wird gewährt, wenn der Kunde seine Verbindlichkeiten (Rechnung) vor der Fälligkeit ausgleicht. Die Skonto-Bedingung kann z. B. „Zahlung innerhalb von 10 Tagen mit 2 % Skonto, sonst netto innerhalb von 30 Tagen“ sein.
Der Kunde hat nun zu entscheiden, ob er innerhalb von 10 Tagen, also 20 Tage vor Fälligkeit, oder innerhalb von 30 Tagen zahlt. Die 2 % Skonto für 20 Tage (30 Tage - 10 Tage) entsprechen auf Jahressicht einer Verzinsung von 36,5 % p. a. Der Skonto-Abzug lohnt für den Kunden immer, solange die Zinsen für den Dispositionskredit nicht höher als die Skontozinsen p. a. sind und die Forderungen und Verbindlichkeiten regelmäßig für Liquidität sorgen.
Bonus wird Kunden in der Regel bei der Abnahme von bestimmten Jahresmengen gewährt. Beispiel: 10 % Bonus, wenn eine Menge von 1.000 Stück p. a. überschritten wird.
Allen Anschaffungspreisminderungen ist gemein, dass sie von den zu aktivierenden Anschaffungs- und Herstellungskosten gem. § 255 HGB abgesetzt werden müssen.
Die Anschaffungspreisminderung durch Skonto wird erst bei der Zahlung der Verbindlichkeiten realisiert. Daher sind entsprechende Buchungen vorzunehmen.
Verkauf von 10 Rollatoren durch ein Sanitätshaus für 600 € zzgl. USt. am 01.06.2017 an ein Krankenhaus. Zahlung am 10.06.2017 mit 3 % Skonto.
Buchungen Rechnungseingang bei nicht vorsteuerabzugsberechtigtem Krankenhaus am 01.06.2017:
Medizingeräte 714 € an Verbindlichkeiten 714 €
Buchung Zahlung am 10.06.2017 mit Skonto:
Verbindlichkeiten 714 € an Bank 692,58 € und Skontoertrag 21,42 €
Die 21,42 € Skontoertrag beinhalten einerseits eine Minderung der AHK für die Waren und anderseits eine Minderung der Vorsteuer, beides muss bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen ausgeglichen werden:
Buchung Ausgleich des Skontoertrags
Skontoertrag 21,42 € an Waren 18 € und Vorsteuer 3,42 €
Die Vorsteuerkorrektur gilt nur für umsatzsteuerpflichtige Betriebe, also z. B. nicht für die nach der Abgabenordnung befreiten Krankenhäuser (gem. § 67 AO) oder Pflegeeinrichtungen (gem. § 66 AO).
Generell gem. § 286 Abs. 3 BGB gilt: „Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet…“.
Es ist grundsätzlich keine Mahnung mehr notwendig, wenn die Fälligkeit nach dem Kalender bestimmt ist. 30 Tage nach Fälligkeit können sofort Verzugszinsen nach § 288 BGB gefordert werden.
Im Allgemeinen hat sich die kaufmännische Gepflogenheit erhalten, Mahnungen zu verschicken und so langfristige Geschäftsbeziehungen zu pflegen.
Basis für die Kalkulation nach Siessegger ist die Ermittlung der Einsatzzeiten bzw. C-Zeiten für eine Pflegekraft. Diese werden aus den Daten des Vorjahres ermittelt.
A ist die Bruttojahresarbeitszeit auf Basis einer Vollkraft mit 40 Wochenstunden in 49,5 Wochen (52 Wochen zu 5 Tagen abzgl. Wochenfeiertage) gleich 1.980 Stunden p. a.
B wird berechnet in dem von der Bruttozeit die Abwesenheit aufgrund von Krankheit und Urlaub abgezogen wird, dies ist die NJAZ (Nettojahresarbeitszeit) von 1.548 Stunden je Vollkraft p. a.
C ist die Zeit, die die Pflegekräfte für die Kunden brutto aufwenden können. Werden die Koordinations- und Organisationszeiten für Planung und Dokumentation abgezogen, so bleiben 1.468 Stunden als Einsatzzeit.
D ist das Zeitkontingent, das durchschnittlich je Pflegekraft für die tatsächliche Pflege am Kunden aufgewendet werden kann. Dies wird ermittelt, indem von der C-Zeit noch die Fahr- und Wegezeiten abgesetzt werden, so bleiben als Nettopflegezeit 947 Stunden oder 61 % der NJAZ.
Zusammensetzung der Jahresarbeitsstunden
Beispielzahlen, pro Jahr
Umrechnung auf eine Vollzeitstelle
(mit den Stunden der Mischkalkulation)
ausgehend von 1.980 Std. pro Jahr
Die C-Zeit wird nun für weitere Kalkulationen verwendet, wenn den Kunden die Fahr- und Wegezeiten nicht extra in Rechnung gestellt werden, also ohne Hausbesuchspauschale.
Overheadkosten sind jene Gemeinkosten, die nicht direkt der Pflege zugeordnet werden können also z. B. Kosten der Geschäftsführung, Werbung und Repräsentation, Personal- und Rechnungswesen, IT-Infrastruktur.
Kalkulationsmodell für alle Einsatzstunden (C)
= Grundlage für Vergütungsverhandlungen zur Berechnung der Preise für neue Stundensätze (ohne Hausbesuchspauschale)
differenziert für verschiedene Mitarbeitergruppen
Die Investitionskosten werden im Rahmen der dualen Finanzierung der Pflegeversicherung nicht über die Pflegesätze bzw. Stundensätze nach dem PNG finanziert. Die Investitionskosten nach § 82 Abs. 2 SGB XI müssen gesondert ausgewiesen und finanziert werden. Sie gehören nicht in die Stundensätze! Selbstzahler zahlen sie jedoch über Pflegesätze für private Leistungen nach SGB V oder SGB XII.
Daraus ergeben sich folgende Berechnungen: Die Kosten einer Einsatz-Stunde (C)
Anmerkung: Rautezeichen in der Tabelle bedeuten Auslassung d) und e).
Die Durchschnittskosten für eine Einsatzstunde von 37,97 € sind der Festpreis für eine Einsatzstunde, der in der Pflegesatzverhandlung festgelegt werden sollte. Das bedeutet, für eine Einsatzminute sind dies 37,97 € durch 60 Minuten gleich 62,28 Cent die Minute.
Dauerte ein Hausbesuch im Durchschnitt des letzten Kalkulationszeitraums 8,2 Minuten, so wird für die Hausbesuchspauschale ein Preis von 8,5 Minuten mal 62,28 Cent gleich 5,29 € ermittelt. Dies ist sowohl ein Festpreis als auch eine Preisuntergrenze.

References: § 89
 § 120
 § 71
 § 255
 § 67
 § 66
 § 286
 § 288
 § 82