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Timestamp: 2016-10-28 10:21:38+00:00

Document:
2C_856/2011 (18.01.2012)
2C_856/2011
2. aerosana Versicherungen AG,
3. Krankenkasse Agrisano,
4. AMB assurance-maladie et accidents,
5. Aquilana Versicherungen,
6. Arcosana AG,
7. Atupri Krankenkasse,
8. Auxilia Kranken-Versicherung AG,
9. avanex Versicherungen AG,
10. Avantis assureur maladie,
11. Avenir assurances,
12. Caisse-maladie de la fonction publique,
13. Caisse-maladie de Troistorrents,
14. Caisse-maladie et accidents de la soci�t� suisse des h�teliers,
15. Caisse-maladie suisse du Bois et du B�timent,
16. UNIVERSA Caisse-maladie,
17. Caisse maladie de la Vall�e d'Entremont,
18. Caisse-Maladie EOS,
19. Caisse-maladie HERMES,
20. carena schweiz,
21. Cassa da malsauns Lumneziana,
22. Compact Krankenversicherung,
23. CONCORDIA, Kranken- und Unfallversicherung,
24. CSS Kranken-Versicherung AG,
25. Die Eidgen�ssische Gesundheitskasse,
26. EASY SANA Krankenversicherung AG,
27. Fondation Natura Assurances.ch,
28. Galenos Kranken- und Unfallversicherung,
29. Helsana Versicherungen AG,
30. indivo Versicherungen AG,
31. Innova Versicherungen AG,
32. Innova Wallis AG,
33. INTRAS Assurance-maladie,
34. KLuG Krankenversicherung,
35. KMU-Krankenversicherung,
36. Kolping Krankenkasse,
37. KPT Krankenkasse AG,
38. Kranken- und Unfallkasse Einsiedeln,
39. Kranken- und Unfallversicherung St. Moritz,
40. Krankenkasse Birchmeier,
41. Krankenkasse Elm,
42. Krankenkasse Institut Ingenbohl,
43. Krankenkasse Luchsingen,
44. Krankenkasse Luzerner Hinterland,
45. Krankenkasse Malters AG (Agilia),
46. Krankenkasse Simplon,
47. Genossenschaft KRANKENKASSE SLKK,
48. Krankenkasse Steffisburg,
49. Krankenkasse Stoffel,
50. Krankenkasse Turbenthal,
51. Krankenkasse Visperterminen,
52. Stiftung Krankenkasse W�denswil,
53. Krankenkasse Zeneggen,
54. Krankenversicherung Flaachtal AG,
55. La Caisse Vaudoise,
56. maxi.ch Versicherungen AG,
57. Moove Sympany AG,
58. Groupe Mutuel Assurances,
59. �KK Kranken- und Unfallversicherungen AG,
60. Panorama Kranken- und Unfallversicherung,,
61. Philos caisse maladie-accident,
62. Progr�s Versicherungen AG,
63. PROVITA Assurance sant�,
64. Publisana Krankenversicherung,
65. rhenusana die rheintaler krankenkasse,
66. Sana24 AG,
67. Sanagate AG,
68. SanaTop Versicherungen AG,
69. sanavals Gesundheitskasse,
70. Sanitas Grundversicherungen AG,
71. sansan Versicherungen AG,
72. sodalis gesundheitsgruppe,
73. Sumiswalder Kranken- und Unfallkasse,
74. Supra Caisse-maladie,
75. SWICA Krankenversicherung AG,
76. Visana Versicherungen AG,
77. vita surselva,
78. vivacare,
79. Vivao Sympany AG,
80. Vivao Sympany Schweiz AG, B
81. Wincare Versicherungen,
82. Xundheit, �ffentliche Gesundheitskasse Schweiz,
Beschwerdef�hrer, alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Vincent Augustin,
1. Regierungsrat des Kantons Luzern, vertreten durch das Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern,
2. Stadt Luzern,
3. Betagtenzentrum Eichhof,
4. Betagtenzentrum Staffelnhof,
5. Betagtenzentrum Wesemlin,
6. Betagtenzentrum Rosenberg,
St�dtische Pflegewohnungen,
7. Betagtenzentrum Dreilinden,
Beschwerdegegner, alle handelnd durch den Stadtrat Luzern, und dieser vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Tomas Poledna,
vom 6. September 2011.
Der Regierungsrat des Kantons Luzern beschloss am 1. Februar 2011 die Verordnung vom 30. November 2010 zum Pflegefinanzierungsgesetz (Pflegefinanzierungsverordnung [PFV/LU; SRL 867a]) wie folgt zu �ndern:
� 4 Absatz 5 (neu)
5 F�r die Erfassung des Pflegebedarfs bei der Krankenpflege im Pflegeheim k�nnen die Leistungserbringer unter folgenden Systemen w�hlen:
a. BESA 99 mit Leistungskatalog 2005: Die Umrechnung erfolgt mit 3,06 Minuten pro BESA-Punkt,
b. BESA Version 4.0 mit Leistungskatalog 2010,
c. RAI/RUG in der Version CH-Index 2011 (gem�ss Anhang).
Am 21. M�rz 2011 erhoben sant�suisse sowie alle ihr als Mitglieder angeschlossenen Krankenversicherer beim Verwaltungsgericht des Kantons Luzern Antrag auf Erlasspr�fung mit dem Rechtsbegehren, � 4 Abs. 5 lit. c (mitsamt Anhang) PFV/LU sei wegen Verfassungswidrigkeit bzw. Widerspruch zum �bergeordneten Recht (KVG) aufzuheben. Zudem beantragten sie Erteilung der aufschiebenden Wirkung.
Mit Urteil vom 6. September 2011 trat das Verwaltungsgericht, Abteilung f�r die Pr�fung von Erlassen, auf den Pr�fungsantrag nicht ein und schrieb das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung als gegenstandslos ab.
Sant�suisse und alle ihr als Mitglieder angeschlossenen Krankenversicherer erheben Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, unter Aufhebung des angefochtenen Urteils sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen mit dem Auftrag, auf den Pr�fungsantrag einzutreten und diesen materiell zu beurteilen. Zudem beantragen sie Erteilung der aufschiebenden Wirkung; subsidi�r sei mittels vorsorglichem Entscheid der Stadt Luzern bzw. den st�dtischen Pflegeheimen zu verbieten, Pflegeleistungen gem�ss dem System RAI/RUG in der sog. Version CH-Index 2011 abzurechnen und diese anzuweisen, gegebenenfalls Pflegeleistungen nur nach RAI/RUG Version 2007, alles gem�ss Anhang 3 des Vertrags zwischen Curaviva Zentralschweiz und sant�suisse vom 1. Oktober 2010, abzurechnen.
Die Stadt Luzern beantragt Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um aufschiebende Wirkung bzw. vorsorgliche Massnahmen. Der Regierungsrat des Kantons Luzern hat sich nicht vernehmen lassen.
Mit Verf�gung des Instruktionsrichters der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2011 wurde das Gesuch um aufschiebende Wirkung bzw. vorsorgliche Massnahmen abgewiesen.
Der angefochtene Nichteintretensentscheid ist ein kantonal letztinstanzlicher Endentscheid in einem abstrakten Normenkontrollverfahren; dagegen ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zul�ssig (Art. 82 lit. b, Art. 86 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit Art. 87 Abs. 2 sowie Art. 90 BGG). Die Beschwerdef�hrer haben ein schutzw�rdiges Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Nichteintretensentscheids und sind zur Beschwerde legitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG; zur Publikation vorgesehenes Urteil 2C_745/2010 vom 31. Mai 2011 E. 1.2 mit Hinweis).
1.1 Die Beschwerdegegner werfen die Frage auf, ob der Rechtsvertreter der Beschwerdef�hrer gen�gend bevollm�chtigt ist. Er hat im Verfahren vor Bundesgericht eine von sant�suisse unterzeichnete Prozessvollmacht (Art. 40 Abs. 2 BGG) eingereicht. Sant�suisse wiederum verf�gt gem�ss Art. 17 ihrer Statuten vom 26. August 2009 bzw. Art. 16 der Statuten vom 24. Juni 2011 �ber eine Vertretungsvollmacht ihrer Mitglieder bei gerichtlicher Auseinandersetzung von Vertrags- oder Tarifdifferenzen, was nach st�ndiger Praxis des Bundesgerichts eine hinreichende Prozessvollmacht darstellt (vgl. BGE 127 V 281 E. 5d, 133 V 37 nicht publ. E. 3.3; Urteile 9C_649/2007 vom 23. Mai 2008 E. 4; 9C_393/2007 vom 8. Mai 2008 E. 4.1; ferner implizit statt vieler BGE 137 V 43, 136 V 415, 133 V 579). Auch vorliegend geht es in der Sache um eine Streitigkeit �ber Vertrags- und Tarifdifferenzen, so dass die statutarische Vollmacht Anwendung findet. Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.
2.1 Nach � 188 des luzernischen Gesetzes �ber die Verwaltungsrechtspflege vom 3. Juli 1972 (VRG/LU; SRL 40) unterliegen (u.a.) Verordnungen des Regierungsrates auf Antrag der �berpr�fung durch das Verwaltungsgericht. Dieses kantonale �berpr�fungsverfahren muss gem�ss Art. 87 Abs. 2 BGG durchgef�hrt werden, bevor der Erlass beim Bundesgericht angefochten werden kann. Den Pr�fungsantrag kann nach � 189 lit. a VRG/LU jedermann stellen, dessen schutzw�rdige Interessen in absehbarer Zeit durch die Anwendung der angefochtenen Rechtss�tze verletzt werden k�nnen. Das kantonale Recht darf die Legitimation nicht enger fassen als dies f�r die Beschwerde an das Bundesgericht gilt (Art. 111 Abs. 1 BGG). � 189 lit. a VRG/LU muss daher so ausgelegt werden, dass die Legitimation mindestens im gleichen Umfang wie nach Art. 89 BGG gew�hrleistet ist (auch dazu das bereits erw�hnte, zur Publikation vorgesehene Urteil 2C_745/2010 vom 31. Mai 2011 E. 4.1 mit Hinweis). Die Vorinstanz hat denn auch in der Umschreibung der Legitimationsvoraussetzungen in allgemeiner Hinsicht auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Legitimation bei der abstrakten Normenkontrolle abgestellt, wonach virtuelle Betroffenheit gen�gt, d.h., dass die Anforderungen erf�llt sind, wenn zumindest eine minimale Wahrscheinlichkeit besteht, dass die antragstellende Person durch den angefochtenen Erlass fr�her oder sp�ter einmal in ihren schutzw�rdigen Interessen betroffen sein k�nnte (BGE 135 II 243 E. 1.2; 133 I 206 E. 2.1).
2.2 F�r den konkreten Fall hat die Vorinstanz erwogen, es sei nicht ersichtlich, inwieweit sant�suisse durch die Verordnungsbestimmung einen pers�nlichen und unmittelbaren finanziellen Nachteil erleiden soll, zumal sich daraus keine eigene Leistungspflicht von sant�suisse ergebe. Das Interesse an einer Vermeidung der mit der Verordnungs�nderung verbundenen Erh�hung der Gesundheitskosten sei zudem nicht allein den Krankenversicherern eigen, da die Gesamtheit der Akteure im Krankenversicherungsbereich dazu tendiere, eine Explosion der Gesundheitskosten zu vermeiden. Auf eine Erm�chtigung zur ideellen Verbandsbeschwerde k�nne sich sant�suisse nicht berufen. Eine sog. egoistische Verbandsbeschwerde w�re nur zul�ssig, wenn auch die von sant�suisse vertretenen Krankenversicherer zur Antragstellung befugt w�ren. Das treffe aber nicht zu: Die Krankenversicherer seien privatrechtlich organisierte Tr�ger �ffentlicher Aufgaben; solche w�rden nur ausnahmsweise zur Beschwerde zugelassen, es sei denn, der Hoheitsakt beeintr�chtige ihre Existenz oder Autonomierechte. Bei Krankenversicherern dominiere in aller Regel das Sachziel das Gewinnziel. Sachziel der obligatorischen Krankenpflegeversicherung und ihrer Durchf�hrungsorgane sei eine qualitativ hochstehende und zweckm�ssige Gesundheitsversorgung zu m�glichst g�nstigen Kosten. An diesem Ziel h�tten sich alle Akteure im Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu orientieren. Dem Handeln der Krankenversicherer bei der Pr�fung der Kosten�bernahmepflicht k�nne damit weder eine �ber die richtige Gesetzesanwendung hinausgehende Bedeutung beigemessen werden, noch sei unter finanziellen Gesichtspunkten eine besondere N�he der Durchf�hrungsorgane zum Gegenstand der angefochtenen Verordnungsbestimmung auszumachen. Angesichts der gesetzlichen Ordnung verf�gten die Krankenversicherer nicht �ber eine �hnliche Autonomie und Gestaltungsfreiheit wie Private. Zudem erlange die Aufnahme eines neuen Pflegebedarfserfassungssystems erst f�r k�nftige Sachverhalte Bedeutung, wenn in einem konkreten Fall die Kosten vom jeweiligen Versicherer zu �bernehmen seien; es bestehe kein grunds�tzlicher Unterschied zu den weiteren von der Krankenversicherung zu �bernehmenden Kosten; die Betroffenheit der Krankenversicherer sowohl in finanzieller Hinsicht als auch bezogen auf das Sachziel sei somit nicht grunds�tzlich anders zu werten als im �brigen Leistungsbereich.
2.3 Die Beschwerdef�hrerinnen machen wie bereits vor der Vorinstanz geltend, sant�suisse habe mit Curaviva Zentralschweiz (dem Verband der Alters- und Pflegeheime der Zentralschweizer Kantone) einen Vertrag betreffend die Pflegeleistungen gem�ss KVG geschlossen, welcher auch das anzuwendende System f�r die Erfassung des Pflegebedarfs festlege. Das vom Kanton in der angefochtenen Verordnung festgelegte System RAI/RUG in der Version 2011 widerspreche dem Vertrag und der dort vorgesehenen Version RAI 2007. Damit werde sant�suisse in der Eigenschaft als Vertragspartei ber�hrt. Sodann habe die Festlegung des neuen Systems Mehrkosten f�r die Versicherer bzw. die Versicherten zur Folge. Deshalb seien die einzelnen Krankenversicherer sowie nach den Grunds�tzen der egoistischen Verbandsbeschwerde auch sant�suisse zur Anfechtung legitimiert.
2.4 Die Beschwerdegegnerin 2 ist der Ansicht, die Beschwerdef�hrer w�rden durch den angefochtenen Akt nicht pers�nlich und unmittelbar einen Nachteil erleiden. Zudem erg�ben sich die von ihnen geltend gemachten Nachteile nicht aus der angefochtenen Verordnung, sondern unmittelbar bereits aus der Revision des KVG und der KVV (Pflegefinanzierung). Die isolierte Betrachtung des Kantons Luzern und des Jahres 2011 sei nicht massgebend, da nur die gesamtschweizerische Betrachtungsweise massgebend sei und die Kostenneutralit�t nicht zwingend im ersten Jahr erreicht werden m�sse.
3.1 Nach der Rechtsprechung ist die allgemeine Beschwerdelegitimation gem�ss Art. 89 Abs. 1 BGG zwar prim�r auf den Schutz Privater zugeschnitten (BGE 136 II 383 E. 2.3 S. 386; 135 II 12 E. 1.2.1 S. 15) und d�rfen �ffentliche Gemeinwesen, gest�tzt auf die allgemeine Legitimationsklausel, jedenfalls nur restriktiv zur Beschwerdef�hrung zugelassen werden (BGE 136 II 383 E. 2.4 S. 387; 135 I 43 E. 1.3 S. 47 zu einem Fall der abstrakten Normenkontrolle). Das blosse, allen Tr�gern staatlicher Aufgaben eigene Interesse an richtiger Rechtsanwendung reicht f�r sich allein nicht zur Beschwerdeberechtigung aus (BGE 136 II 274 E. 4.2; 135 II 12 E. 1.2.1 S. 15). Dar�berhinaus kann die (allgemeine) Legitimation durchaus auch den Gemeinwesen und anderen Tr�gern �ffentlicher Aufgaben zustehen. Dies ist praxisgem�ss der Fall, soweit das Gemeinwesen einerseits durch einen angefochtenen Entscheid (oder hier: Erlass) gleich oder �hnlich wie eine Privatperson betroffen ist. Soweit es um hoheitliche Interessen geht, kann sich das schutzw�rdige Interesse im Sinn von Art. 89 Abs. 1 BGG anderseits daraus ergeben, dass das Gemeinwesen im Bereich seiner spezifischen eigenen Sachanliegen in qualifizierter Weise betroffen ist (vgl. namentlich BGE 136 II 383 E. 2.3 und 2.4 S. 385 ff.; 136 I 265 E. 1.4, 135 II 156 E. 3.1). Dies kann namentlich bei wichtigen verm�gensrechtlichen Interessen der Fall sein (BGE 136 II 383 E. 2.4 S. 386; 136 V 351 E. 2.3; 136 V 346 E. 3.3; 135 I 43 E. 1.3; 134 II 45 E. 2.2.1 S. 47; 133 V 188 E. 5). Diese Legitimationsordnung gilt nicht nur f�r das Gemeinwesen selbst, sondern auch f�r andere Tr�ger �ffentlicher Aufgaben, seien sie als selbst�ndige �ffentlich-rechtliche oder als privatrechtliche Personen organisiert. Nicht ausschlaggebend ist mithin, ob der Tr�ger einer �ffentlichen Aufgabe �ber organisationsrechtliche Autonomie verf�gt.
3.2 Was die Rechtsprechung zur Beschwerdeberechtigung von Tr�gern der sozialen Krankenversicherung anbelangt, ergibt sich allerdings kein einheitliches Bild:
3.2.1 In BGE 124 V 393, auf den sich die Vorinstanz beruft, hatte das BSV einem Krankenversicherer die Bewilligung f�r die Durchf�hrung der sozialen Krankenversicherung teilweise entzogen; drei andere Versicherer wollten sich als Partei an diesem Verfahren beteiligen. Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht anerkannte, dass die Gesch�ftst�tigkeit dieser drei Versicherer beeinflusst werde dadurch, dass Versicherte aus der betreffenden Krankenkasse aus- und bei ihnen eintreten, doch w�rden sie dadurch nicht in ihrem Autonomiebereich beeintr�chtigt, weshalb sie keine Parteistellung h�tten (E. 2c S. 398 f.). Im Fall BGE 127 V 80 hatten sich Krankenkassen sowie das Konkordat der schweizerischen Krankenversicherer gegen die Aufnahme eines Medikaments in die Spezialit�tenliste (Art. 52 Abs. 1 lit. b KVG) gewehrt. Das EVG verneinte die Legitimation mit dem Argument, dem Handeln der Krankenversicherer bei der Pr�fung der Kosten�bernahmepflicht im Einzelfall k�nne keine �ber die richtige Gesetzesanwendung hinausgehende Bedeutung beigemessen werden, und es sei unter finanziellem Gesichtswinkel keine besondere N�he der Durchf�hrungsorgane zum Gegenstand der angefochtenen Verf�gung auszumachen (E. 3c/aa S. 85). Mit einer �hnlichen Argumentation und unter Hinweis auf diesen Entscheid wurde im Urteil K 112/06 vom 30. Mai 2007 E. 6.2.1 die Legitimation von Krankenversicherern verneint, sich gegen die Zulassung von �rzten gem�ss Art. 55a KVG zu wehren.
3.2.2 Umgekehrt hat die Rechtsprechung in zahlreichen Konstellationen den Krankenversicherern die Legitimation zuerkannt, um sich gegen Entscheide zu wehren, die zu Mehrkosten zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) f�hren oder f�hren k�nnten. Dies gilt nicht nur dort, wo das Gesetz den Krankenversicherern oder ihren Verb�nden ausdr�cklich eine Verfahrensbeteiligung einr�umt (so Art. 59 Abs. 2, Art. 87, Art. 89 Abs. 1 und 3 KVG), sondern auch gest�tzt auf die allgemeinen Legitimationsklauseln von Art. 89 Abs. 1 BGG (bzw. Art. 103 aOG) oder Art. 48 Abs. 1 VwVG. So sind die Krankenversicherer selbstverst�ndlich legitimiert, um Entscheide anzufechten, die sie zu einer Zahlung an ihre Versicherten verpflichten (Urteil 9C_697/2010 vom 4. Januar 2011 E. 1, nicht publ. in: BGE 137 V 31), ebenso im Streit um die Differenzzahlungspflicht des Wohnkantons (Art. 41 Abs. 3 KVG), wenn der Krankenversicherer gem�ss Vereinbarung mit dem Spital die gesamte Verg�tung schuldet oder wenn er als Garant dem Leistungserbringer die Rechnung bezahlt hat (BGE 123 V 290 E. 4 S. 298 f.; Urteil 9C_835/2010 vom 11. November 2010 E. 1, in: SVR 2011 KV Nr. 4), ebenso im Streit �ber die Leistungspflicht der Kantone nach Art. 49 KVG (BGE 130 V 479; 127 V 422; Urteil K 94/05 vom 7. M�rz 2006, in: RKUV 2006 Nr. KV 364). In all diesen Fragen steht den Krankenversicherern keinerlei Autonomie zu, was aber f�r die Frage der Legitimation keine Rolle spielt (dazu E. 3.1 hievor). Legitimiert sind die Krankenkassen auch zur Beschwerde gegen sie betreffende aufsichtsrechtliche Anordnungen (BGE 130 V 196 E. 3; 125 V 80 E. 2; Urteil K 133/03 vom 7. Mai 2004 E. 1, in: SVR 2004 KV Nr. 22). Sant�suisse ist sodann legitimiert zur Beschwerde, wenn es um die Zuteilung von ZSR-Nummern geht (BGE 135 V 237; vgl. zur �ffentlich-rechtlichen Natur dieser Aufgabe BGE 132 V 303 E. 4). Weiter wurden die Krankenkassen oder Krankenkassenverb�nde nach der st�ndigen Rechtsprechung des bis Ende 2006 daf�r zust�ndigen Bundesrates wie zun�chst auch des ab 2007 daf�r zust�ndigen Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Art. 53 KVG und Art. 90a Abs. 2 KVG) als legitimiert betrachtet, Entscheide der Kantonsregierungen im Bereich der Spitalplanung (Art. 39 KVG), der Tarifgenehmigung (Art. 46 Abs. 4 KVG) oder der ersatzweisen Tariffestlegung (Art. 47 KVG) anzufechten (VPB 59.19 E. 2; 64.14 E. 1.3; 66.72 E. 1.3 in fine; 66.77 E. 1.2; 68.136 E. II.1.2; weitere Hinweise in BVGE 2010/51 E. 6.6; BVGE 2009/24 [Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6570/2007 vom 29. Mai 2009] E. 1.3; vgl. auch VPB 66.68 sowie den Sachverhalt von BGE 132 V 299). Mit solchen Beschwerden streben die Krankenkassen regelm�ssig an, Mehrkosten f�r die OKP zu vermeiden, die sich infolge zus�tzlicher Leistungserbringer oder h�herer Tarife ergeben k�nnen. Mithin erhellt, dass Tr�ger der sozialen Krankenversicherung bereits aufgrund dessen zur Beschwerde legitimiert sind, dass sie zu Leistungen verpflichtet werden. Eine qualifizierte Betroffenheit, wie sie bei Eingriffen in spezifische eigene Sachanliegen des Gemeinwesens �blicherweise verlangt wird (dazu u.a. BGE 136 II 383 E. 2.4 S. 386), ist hier entbehrlich.
3.2.3 Daran �ndert nichts, dass das Bundesverwaltungsgericht im Grundsatzurteil vom 8. September 2010 (BVGE 2010/51) die Legitimation von sant�suisse zur Beschwerde gegen Spitalplanungsentscheide wiederum verneinte. Denn dabei ist die Krankenkasse gar nicht Adressat der Verf�gung und zum Vornherein bloss indirekt betroffen. Anders ist es jedoch bei Streitigkeiten, in denen es um Vertr�ge geht, die gem�ss gesetzlichen Bestimmungen zwischen den Krankenversicherern oder ihren Verb�nden und den Leistungserbringern geschlossen werden (Art. 25a Abs. 2, Art. 42, Art. 43 Abs. 4 und 5, Art. 46 Abs. 1 KVG, Art. 49 KVG). Das Gesetz gew�hrt insoweit den Versicherern und Leistungserbringern eine Vertragsautonomie, so dass die Legitimation selbst dann zu bejahen ist, wenn man mit BGE 124 V 393 und 127 V 80 sowie der Vorinstanz davon ausgehen wollte, dass die Beschwerdelegitimation entscheidend vom Umfang der Autonomie abh�ngt (siehe hierzu aber E. 3.1 hievor). Auch das Bundesverwaltungsgericht bejaht denn weiterhin die Legitimation von Krankenkassenverb�nden zur Beschwerde betreffend Tariffestsetzung (in BVGE 2010/62 nicht publ. E. 1.2.1 des Urteils C-7967/2008 vom 13. Dezember 2010). Vorliegend ist die Beschwerdef�hrerin 1 Vertragspartei des zwischen ihr und Curaviva abgeschlossenen Vertrags. Darin wurde f�r die Pflegebedarfserfassung u.a. das System RAI Version 2007 festgelegt. In der angefochtenen Verordnungs�nderung wird demgegen�ber ein anderes System festgelegt, n�mlich das System RAI/RUG Version CH-Index 2011. Die in der Verordnung festgelegte Regelung weicht damit von der vertraglich vereinbarten ab. Die Beschwerdef�hrerin 1 wird dadurch direkt und unmittelbar in ihrer rechtlichen Stellung als Vertragspartei dieses Vertrags ber�hrt und hat ein schutzw�rdiges Interesse an einer gerichtlichen Beurteilung, ob die Verordnungsbestimmung mit dem Bundesrecht vereinbar ist.
3.3 Hinzu kommt, dass die Rechtsprechungslinie, welche f�r die Legitimation der Krankenkassen auf den Umfang von deren Autonomie abstellt (E. 3.2.1, siehe aber E. 3.1), nicht im Einklang steht mit der sonstigen Rechtsprechung, wonach Gemeinwesen und andere Tr�ger �ffentlicher Aufgaben auch ohne Vorliegen einer Autonomie zur Beschwerde legitimiert sein k�nnen, wenn es um die spezifische Wahrnehmung der �ffentlichen Aufgabe geht und sie hierbei in qualifizierter Weise betroffen sind (vorne E. 3.1 und 3.2.2). Die Beschwerdef�hrerinnen machen geltend, die streitige Verordnungs�nderung w�rde f�r die Krankenversicherungen zu Mehrausgaben gegen�ber derjenigen Regelung f�hren, die sie vertraglich mit den Beschwerdegegnern vereinbart haben, und sie wehren sich gegen diese Mehrausgaben. Insoweit hat die Vorinstanz mit Recht erwogen, dass die Betroffenheit der Krankenversicherer gleich zu beurteilen ist wie im sonstigen Leistungsbereich; das f�hrt aber entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht zur Verneinung der Legitimation, begr�ndet doch nach st�ndiger Praxis die Verpflichtung, bestimmte finanzielle Leistungen zu erbringen, die Beschwerdebefugnis der Krankenkassen (vorne E. 3.2.2). Auch handelt es sich bei den geltend gemachten Interessen nicht bloss um das allen Akteuren des Gesundheitswesens gemeinsame Interesse an einer qualitativ hochstehenden und zweckm�ssigen Gesundheitsversorgung zu m�glichst g�nstigen Kosten und damit um das allgemeine Interesse an richtiger Rechtsanwendung: Im Gesundheitswesen sind bekanntlich zahlreiche Akteure mit teilweise gegenl�ufigen Interessen t�tig. Wenn die Krankenversicherer sich gegen Regelungen wehren, welche (behaupteterweise) Mehrkosten f�r die obligatorische Krankenpflegeversicherung und damit auch f�r die Pr�mienzahler zur Folge haben, dann wahren sie eines dieser gegenl�ufigen Interessen gegen�ber anderen Interessen, die nicht zwangsl�ufig ein Ansteigen der Gesundheitskosten vermeiden wollen. Dass das neue Pflegebedarfserfassungssystem erst f�r eine m�gliche Vielzahl k�nftiger Sachverhalte Bedeutung erlangt, schadet im Rahmen einer abstrakten Normenkontrolle nicht, da hier ein virtuelles Betroffensein bereits gen�gt (E. 2.1). Die beschwerdef�hrenden Krankenkassen werden mit hinreichender Wahrscheinlichkeit fr�her oder sp�ter einmal diese (behaupteten) Mehrkosten zu tragen haben, sind damit in ihren schutzw�rdigen Interessen im Sinne von Art. 89 Abs. 1 BGG virtuell betroffen und deshalb zur Anfechtung legitimiert. Sind sie zur Anfechtung von Entscheiden berechtigt, von denen die H�he ihrer Leistungspflicht abh�ngt, m�ssen sie gleichermassen legitimiert sein zur abstrakten Normenkontrolle gegen Erlasse, welche f�r sie zu Mehrleistungen f�hren. Die Legitimationsvoraussetzungen entsprechen sich in beiden F�llen, wobei bei der Anfechtung eines Entscheides ein aktuelles Interesse erforderlich ist, w�hrend im Fall der abstrakten Normenkontrolle schon eine virtuelle Betroffenheit ausreicht.
3.4 Sind die einzelnen Krankenversicherer zur Anfechtung legitimiert, so ist dies auch sant�suisse nach den Grunds�tzen der sog. egoistischen Verbandsbeschwerde (BGE 136 II 539 E. 1.1), nebst der bereits aus ihrer Stellung als Vertragspartei herr�hrenden Legitimation (E. 3.2.3). Mithin ergibt sich die bestrittene Legitimation von sant�suisse aus zwei Rechtsgr�nden.
3.5 Die von der Beschwerdegegnerin 2 vorgetragenen Ausf�hrungen, wonach die Kostenanstiege sich bereits aus dem Bundesrecht erg�ben und weder isoliert f�r den Kanton Luzern noch f�r das Jahr 2011 zu betrachten seien, betreffen nicht die Legitimation, sondern die materielle Begr�ndetheit der Vorbringen der Beschwerdef�hrerinnen. Dies wird die Vorinstanz zu pr�fen haben.
Die Sache ist daher in Gutheissung der Beschwerde an die Vorinstanz zur materiellen Beurteilung zur�ckzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens tr�gt die Beschwerdegegnerin 2, um deren Verm�gensinteressen es geht, die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdef�hrerinnen haben keinen Anspruch auf Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 3 BGG; BGE 126 V 145 E. 4a S. 150; 137 V 31 nicht publ E. 3).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 6. September 2011 wird aufgehoben und die Sache zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.- werden der Stadt Luzern auferlegt.
3. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, vom 18. Januar 2012

References: Art. 86
 Art. 87
 Art. 90
 Art. 17
 Art. 16
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 Art. 89
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 Art. 42
 Art. 43
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 Art. 49
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 Art. 89
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