Source: https://malkus.wordpress.com/2006/02/01/mundliches-examen/
Timestamp: 2018-01-18 09:49:01+00:00

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Mündliches Examen | blog.juratube.com
Seit Freitag, 20.1.06 ist es wieder soweit. Prüflinge in schönen Anzügen zittern die Knie, rauchen eine nach der anderen und murmeln Prüfungsschemata vor sich hin – das mündliche Examen hat begonnen.
Doch keine Angst, die Fragen sind grundsätzlich gar nicht so schwer. Das größte Problem ist, dass man nicht weiß, was aus der Fülle an Stoff dran kommt und man unter dem Streß der Prüfung vieles vergisst. Eigentlich genauso wie bei „Wer wird Millionär“, nur mit Punkten statt Tausender.
Hier eine Kurz-Mitschrift von der Prüfung am Freitag, 20.1.06
1. Prüfungsgebiet: ZivilR
Für jeden, der den prüfenden Prof. von Vorlesungen her kannte, was es keine Überraschung, dass er sein Lieblingsthema prüfte: „Deliktsrecht“, §§ 823 ff.
Fall: „Zündelndes Kind“
Der achtjährige S klettert auf einen Stuhl und entnimmt aus einem hohen Schrank Streichhölzer. Diese trägt er noch drei Tage in seiner Hosentasche mit herum. M, die verwitwete Mutter des S bemerkte von alldem nichts. Dann hat er eine zündende Idee. Er steckt die Scheune des Bauern B an. Welche Ansprüche hat B gegen M?
Wer § 832 richtig erkannt, geprüft und das Verhältnis zu § 823 erklären konnte hatte gute Karten.
2. Prüfungsgebiet: ÖffR
Der prüfende Richter hat einen Standard-Fall zum Allgemeinen Verwaltungsrecht abgefragt:
„Das Land Hessen beschließt die Handwerks-Meister, die sich selbstständig machen mit 5000 € zu fördern. Bedingung ist aber, dass zwischen Meisterprüfung und Antrag auf Förderung bei männlichen Bewerbern eine Frist von 2 Jahren nicht überschritten wird. Bei weiblichen Bewerbern dagegen muss eine Frist von 5 Jahren gewahrt sein. Handwerksmeister K beantragt 2 1/2 Jahre nach seiner Meisterprüfung das Förderungsgeld. Das Landesministerium lehnt seinen Antrag ab. Was kann K der sich gegenüber den weiblichen Antragsstellern benachteiligt fühlt unternehmen?“
3. Prüfungsgebiet: StrafR
„Der A verliert im Laden des Z seine Brieftasche. Bis auf den D beobachtet dies niemand. Der D denkt sich, dass sich in der Brieftasche sicherlich eine Menge Geld befindet, steckt diese in seine Jackentasche und stellt zu Hause enttäuscht fest, dass sich nur 20 € darin befinden. Strafbarkeit des D?“
§ 242 wichtig war, dass genau definiert und subsumiert wurde und das Problem des Gewahrsamsbruch (Gewahrsam des Ladeninhabers) erkannt wurde.
§ 248a – Geringwertigkeit der Sache, objektiv oder subjektiv zu bestimmen?
„Der D wird geschnappt und vor Gericht gestellt. Dort sagt Z, der nichts gesehen hatte, aus, dass er den D die ganze Zeit beobachtet habe und dieser keine Brieftasche mitgenommen habe. Strafbarkeit des Z?“
– Aussagedelikte
– §§ 263, 27 Beihilfe zum Prozessbetrug
(4. Prüfungsgebiet: Wahlpflichtfach)
Prüfungstermin 24.1.06 – 1. Prüfungsfach: Zivilrecht
A und B schließen einen notariellen Kaufvertrag über einen Teil eines landwirtschaftlichen Grundstückes des A ab. Der B plant auf diesem Grundstück ein Haus zu errichten. Der Notar vermerkt im Kaufvertrag, dass die Gültigkeit des Vertrages von einer behördlichen Genehmigung abhängt. Diese wird verweigert. Bevor A und B von der Verweigerung der Genehmigung Kenntnis erlangen, bezahlt B den Kaufpreis von 8000 € an A. Dieser gibt sogleich 6000 € aus um seine Schulden zu tilgen und 2000 € für einen Mallorca-Urlaub, den er sich ohne das Geld aus dem Kauf nie geleistet hätte. Der B lässt sich vom Gärtner 3 Tannen auf das Grundstück pflanzen.
Nachdem B Kenntnis von der nicht erteilten Genehmigung erlangen hatte, forderte er von A die 8000 € zurück und 300 € als Wertersatz für die Tannen.
Thema ist also das Bereicherungsrecht.
§ 134 als gesetzliches Verbot war zu erkennen.
§ 812 ff. waren ausgiebig zu untersuchen.
http://www.jura.uni-duesseldorf.de/lehre/studium/faq/
http://www.f27.parsimony.net/forum66480/messages/234.htm am Ende
← Repetitorium – Ja, aber welches?
In den Ferien schon was vor? →
3 Kommentare zu “Mündliches Examen”
Januar 25, 2006 um 10:58 am
1. Prüfung – ZivilR
Handelsrecht mit aktuellem Bezug: Der Fall Kirch – Breuer
– GmbH und Co KG – Wer und was ist Komplementär, Kommanditist?
– § 823 I Verletzung des Allgem. Persönlichkeitsrechts
– § 823 I Verletzung des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebes
– Schadensersatz aus eigenem und abgeleiteten Recht
2. Prüfung – StrafR
– Abgrenzung Raub (§ 249), Räuberische Erpressung (§§ 252, 255)
– Schwerer Raub, § 250 (P) Scheinwaffenproblematik
– Gewaltbegriff der Nötigung
– Körperverletzung durch psychische Gewalt?
– § 123 Hausfriedensbruch durch Überfall?
Januar 27, 2006 um 5:07 pm
Examenstermin, Fr. 27.1.06
1. Prüfung: StrafR
Problematik der Sterbehilfe
2. Prüfung: ZivilR
– Sachmangel
– Minderung, § 437 Nr. 2
– Selbstvornahme
Januar 30, 2006 um 5:24 pm
Examenstermin, Mo. 30.1.06
1. Prüfung – ZivilR:
A verkauft Antiquitäten auf dem Flohmarkt. Er möchte eine Kaffeepause machen und bittet B ihn so lange zu vertreten. Seine schönste Kommode dürfe für mind. 200 € verkauft werden. Das sagte er, meinte aber eigentlich mind. 300 €.
C kauft die Kommode vom B für 250 €. Als A dies erfährt, fordert er von C die Kommode zurück. Dieser sei nur dann dazu bereit, wenn er Wertersatz iHv 80 € für eine Tischdecke die er extra für die Kommode gekauft hat, erhalte. Kann C dies verlangen?
(P) Anfechtung der schon ausgeübten Innenvollmacht:
Der Fall findet sich in der JuS 2004.
vgl. auch Malkus, Anfechtung einer Vollmacht (aus Hausarbeit, Übung für Anfänger, Langenbucher, SS 2005)
FamR, ErbR, GesellschaftsR,
KartellR: „Springer und Pro7Sat.1 – Fusion“
– Zuständigkeit: EU oder BRD?
– Einteilung in Märkte
3. Prüfung – StrafR
X gibt A 25.000 € damit dieser für ihn Falschgeld besorge.
Dieser zahlt das Geld auf das Sparbuch, das auf den Mädchennamen seiner Frau B läuft. Falschgeld wollte er von Anfang an nicht besorgen.
– § 246 Unterschlagung
– § 246 II Veruntreunde Unterschlagung
– § 266 Untreue
(P) Schutzwürdigkeit von Ganovengeschäften?
zu den eigentlich interessanten Thematiken
– Beihilfe bei veruntreuender Unterschlagung?
kamen die Kandidaten leider nicht mehr.

References: § 832
 § 823

§ 242

§ 248

§ 134

§ 812
 § 823
 § 823
 § 250
 § 123
 § 437
 § 246
 § 246
 § 266