Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=03.04.2014&Aktenzeichen=B%202%20U%2026/12%20R
Timestamp: 2019-07-22 11:02:02+00:00

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BSG, 03.04.2014 - B 2 U 26/12 R - dejure.org
https://dejure.org/2014,5742
BSG, 03.04.2014 - B 2 U 26/12 R (https://dejure.org/2014,5742)
BSG, Entscheidung vom 03.04.2014 - B 2 U 26/12 R (https://dejure.org/2014,5742)
BSG, Entscheidung vom 03. April 2014 - B 2 U 26/12 R (https://dejure.org/2014,5742)
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Gesetzliche Unfallversicherung; höhere Verletztenrente; Jahresarbeitsverdienst; Allein-Gesellschafter; Formalversicherung; Beschäftigung; Wie-Beschäftigung; freiwillige Unternehmerversicherung; Korrektur des JAV; Satzungsregelung; reformatio in peius
§ 2 Abs 1 Nr 1 SGB 7, § 2 Abs 2 S 1 SGB 7, § 81 SGB 7, § 82 Abs 1 S 1 SGB 7, § 83 S 1 SGB 7
Fingierte Formalversicherung - Alleingesellschafter und Geschäftsführer einer GmbH - einmaliger Beitragseinzug - Mindest-Jahresarbeitsverdienst kraft Satzung
In derartigen Fällen fehlt die das versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis wesentlich kennzeichnende persönliche Abhängigkeit (vgl. BSG 3. April 2014 - B 2 U 26/12 R - Rn. 16) .
Der Senat hat bereits erhebliche Zweifel daran, dass der Kläger zur Zeit seiner Reise nach I. als Beschäftigter nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII i. V. m. § 7 Abs. 1 SGB IV (vgl. BSG, Urteil vom 3. April 2014 - B 2 U 26/12 R -, SozR 4-2700 § 87 Nr. 3, Rz. 16) dem Grunde nach bei der Beklagten gesetzlich unfallversichert war.
Der Status als Selbstständiger ist dann nach der Rechtsprechung des BSG anzuerkennen, wenn der im Unternehmen Tätige Gesellschaftsanteile an der Kapitalgesellschaft hält, mit denen zugleich eine entsprechende Einflussmöglichkeit auf den Inhalt von Gesellschafterbeschlüssen verbunden ist, und der Betroffene damit rechtlich über die Möglichkeit verfügt, ihm nicht genehme Weisungen hinsichtlich seiner Tätigkeit abzuwehren (…vgl. BSG, Urteil v. 11.11.2015, B 12 KR 10/14 R, Rn. 28; BSG…, Urteil vom 29.08.2012 - B 12 KR 25/10 R - Rn. 25; BSG, Urteil v. 03.04.2014 - B 2 U 26/12 R - Rn. 16, jeweils m.w.N.;… BAG, Beschluss v. 17.09.2014 - 10 AZB 43/14 - Rn. 22 ff., juris).
Wenn dennoch nicht versicherte Personen ohne Erläuterung in der Meldung aufgeführt werden, so kann dieser Irrtum über die Versicherungspflicht allein eine Versicherung nicht erzeugen (vgl. BSG, Urteil vom 3. April 2014, B 2 U 26/12 R).
Das Bundessozialgericht (BSG) hat mit Urteil vom 3. April 2014, B 2 U 26/12 R, die Revision zurückgewiesen und dabei die Entscheidung des Landessozialgerichts bestätigt.
Soweit im anschließenden Urteil des Bundessozialgerichts vom 3. April 2014, B 2 U 26/12 R, noch diskutiert wird, ob aufgrund einer Entscheidung der Beklagten eine formale freiwillige Unternehmerversicherung begründet worden sein könnte, führt das zu keiner anderen Beurteilung.
Der Irrtum über die Versicherungspflicht allein kann eine Versicherung nicht erzeugen (vgl. BSG, Urteil vom 03.04.2014, B 2 U 26/12 R, juris-Rn. 17/18).
In diesen Fällen erkennt die höchstrichterliche Rechtsprechung seit jeher nur dann den Status als Selbständiger an, wenn der im Unternehmen Tätige Gesellschaftsanteile an einer Kapitalgesellschaft hält, mit denen zugleich eine entsprechende Einflussmöglichkeit auf den Inhalt von Gesellschafterbeschlüssen verbunden ist und der Betroffene damit rechtlich über die Möglichkeit verfügt, ihm nicht genehme Weisungen hinsichtlich seiner Tätigkeit abzuwehren (…vgl. BSG, Urteile vom 29. August 2012, a.a.O., Rn. 25…, vom 30. April 2013, a.a.O., Rn. 16 und vom 3. April 2014 - B 2 U 26/12 R - Rn. 16 jeweils m.w.N.; s.a. Bundesarbeitsgericht…, Beschluss vom 17. September 2014 - 10 AZB 43/14 - Rn. 22 ff., alle juris).
Auch liegt die Voraussetzung einer mehrjähren Beitragserhebung für die Klägerin als nichtversichertes Mitglied hier nicht vor (vgl. BSG, Urteil vom 3. April 2014 - B 2 U 26/12 R - in SozR 2700 § 87 Nr. 3 und in juris).
Sie war damit zu diesem Zeitpunkt als Beschäftigte nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII i. V. m. § 7 Abs. 1 SGB IV (vgl. BSG, Urteil vom 3. April 2014 - B 2 U 26/12 R, SozR 4-2700 § 87 Nr. 3, Rn. 16) dem Grunde nach bei der Beklagten gesetzlich unfallversichert.

References: § 2
 § 2
 § 81
 § 82
 § 83
 § 2
 § 7
 § 87
 § 87
 § 2
 § 7
 § 87