Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211912
Timestamp: 2018-09-23 17:38:20+00:00

Document:
Verordnung über das Naturschutzgebiet „Mögeliner Luch“
vom 5. Februar 1998
(GVBl.II/98, [Nr. 07], S.177)
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen in der Gemeinde Mögelin (Landkreis Havelland) werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Mögeliner Luch".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 82 Hektar. Es umfaßt Erlenbrüche, Torfstiche und Feuchtgrünländereien auf Niedermoor zwischen den Orten Mögelin und Rathenow. Das Naturschutzgebiet beinhaltet folgende Flächen in der Gemarkung Mögelin
Flur 1 Flurstücke 446/1 anteilig (nur Grünland und Ödland), 447 anteilig (nur Ödland), 445/3 anteilig;
Flur 4 Flurstücke 2, 51 anteilig (nur Grünland), 53/1 anteilig (Grünland sowie Verbindung Nutzungsartengrenze Flurstück 51 zur Grenze zwischen Flurstück 62/1 und Flurstück 57), 54 anteilig, 62/1, 63, 64, 65 anteilig (bis auf den Grabenteil entlang Flurstück 100), 66, 67, 71/1 anteilig (nur Unlandanteil), 72, 73 anteilig (westlich Hälfte bis zur Nutzungsartengrenze Grünland - Acker), 74-76 jeweils anteilig (nur Grünland), 78/1 anteilig (nur Grünland und Graben), 79, 82 anteilig (nur Grünland), 83 anteilig, 84-86, 87 anteilig (nur Grünland), 88, 89, 97/2 anteilig (nur Erlenbruchwald), 97/3-97/5, 98 anteilig, 100 anteilig (nur Grünland und Graben), 102, 105, 106-108, 109 anteilig.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in Flurkarten und in topographischen Karten im Maßstab 1:10.000 mit ununterbrochener Linie eingetragen. Als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die Karten können beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie bei dem Landkreis Havelland, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
als Standort seltener, in ihrem Bestand gefährdeter Pflanzengesellschaften, insbesondere von Feuchtwiesen, Röhrichten, Niedermooren, Seggensümpfen, Schwimmblattgesellschaften und Erlenbruchwäldern;
als Lebensraum seltener und bestandsbedrohter Tierarten, insbesondere für eine artenreiche Vogelwelt (z.B. Sing- und Großvögel) sowie für Lurche und Kriechtiere;
aus ökologischen und wissenschaftlichen Gründen, insbesondere zur Erhaltung der Torfstiche, Erlenbrüche und Feuchtgrünländereien, vor allem im Hinblick auf den Schutz und die naturnahe Entwicklung dieser Lebensräume und gebietstypischen Landschaftsstrukturen;
wegen seiner besonderen Bedeutung als ursprünglich glazial geformte und vom Menschen geprägte Kulturlandschaft mit ihrer typischen Vielfalt und Eigenart, die sich im Rahmen einer extensiven Landnutzung ausgebildet hat;
als wichtiges Bindeglied zwischen dem unteren Haveltal südlich Rathenow und dem Havelländischen Luch.
zu lagern, zu baden, zu tauchen, Feuer zu verursachen, zu zelten oder Wohnwagen aufzustellen;
Schmutzwasser, Gülle, Dünger, Gärfutter oder Klärschlämme auszubringen, einzuleiten, zu lagern oder abzulagern; die §§ 4, 5 der Klärschlammverordnung bleiben unberührt;
Erdsilos anzulegen.
die Bewirtschaftung des Grünlandes vom 1. März bis 15. Juni eines Jahres verboten ist,
das Mähen von Grünland von außen nach innen der Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde bedarf,
die Beweidung von Grünland mit einer Besatzstärke von höchstens 1,5 Großvieheinheiten pro Hektar Gesamtweidefläche erfolgt,
Flächen, deren Biomasse nicht zu Futterzwecken verwendet wird, erst ab dem 15. August eines Jahres zu mähen sind. Im übrigen gelten § 4 Abs. 2 Nr. 19, 20, 22, 23 und 26;
die im Sinne von § 11 Abs. 3 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung auf den bisher dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, daß
bei der Wiederaufforstung keine fremdländischen Baumarten zu verwenden sind,
eine Waldentwicklung mit natürlicher Bestockung zu entwickeln und ein Totholzanteil von 3% sowie ein Altholzanteil von 10% zu gewährleisten ist,
die Verbote des § 4 Abs. 2 Nr. 23 gelten,
die Bewirtschaftung der Erlenbruchwälder kahlschlagslos und nur in den Monaten Dezember bis Februar erfolgt;
die Anlage von Kirrungen, Ansaatwildwiesen und Wildäckern verboten ist,
die Jagd in der Zeit vom 1. März bis 30. Juni eines Jahres ausschließlich vom Ansitz aus erfolgt,
die Jagd auf Fuchs und Schwarzwild intensiv erfolgt,
die Jagd auf Enten zwischen dem 15. November und dem Ende der gesetzlichen Jagdzeit erfolgt;
die Änderung von Art oder Umfang der Nutzung zur Verwirklichung der Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen nach § 6 dieser Verordnung.
zur Sicherung und Entwicklung eines naturnahen Wasserstandes sollen nach Maßgabe wasserrechtlicher Ausbauverfahren noch vorhandene Meliorationssysteme rückgebaut werden;
das Grünland soll durch extensive Bewirtschaftung in seinem Zustand erhalten werden;
(2) Die Einzelheiten der in Absatz 1 festgelegten Maßnahmen werden in der Behandlungsrichtlinie nach § 9 dieser Verordnung festgelegt.
(2) Ordnungswidrigkeiten nach Absatz 1 können gemäß § 74 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes mit einer Geldbuße bis zu hunderttausend Deutschen Mark geahndet werden.
(1) Der Erlaß von Behandlungsrichtlinien zur Ausführung der in dieser Verordnung festgelegten Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen und zur Verwirklichung des Schutzzwecks und die Duldung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege richten sich nach den §§ 29, 68 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes.
Potsdam, den 5. Februar 1998
Anm.: Die Anlage wurde nicht aufgenommen

References: § 2
 § 4
 § 11
 § 4
 § 6
 § 9
 § 74