Source: https://www.akademie-sge.de/service/Primaerpraevention-20SGBV/
Timestamp: 2019-12-15 05:38:31+00:00

Document:
ASGE - Primärprävention nach § 20 SGBV
Warum wurde der § 20 ins Leben gerufen?
Nach statistischen Erhebungen existiert ein signifikanter Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit, d.h., finanziell schwächer gestellte und minder gebildete Bevölkerungsgruppen betreiben statistisch betrachtet weniger Sport und weisen einen höheren Genussmittelkonsum auf. Die gesetzlichen Krankenkassen und der Staat fördern daher die Durchführung von Präventionskursen nach § 20 SGB V, um einer sozial bedingten Ungleichheit bei den Chancen auf eine gesunde Lebensführung entgegenzuwirken.
Was bedeutet der § 20 SGB V Primäre Prävention und Gesundheitsförderung?
Dieser Paragraph ist im Sozialgesetzbuch (Fünftes Buch, Gesetzliche Krankenversicherung) verankert und verpflichtet die gesetzlichen Krankenkassen 80-100 % der anfallenden Kosten für einen Präventionskurs zu übernehmen. Die entsprechenden Leistungen sind von jeder Krankenkasse in ihrer Satzung verankert.
Welche Ziele verfolgt der § 20?
Erkrankungsrisiko Diabetes mellitus Typ 2 senken
Erkrankte so schnell wie möglich erkennen und behandeln
Sterblichkeitsrate durch Brustkrebs minimieren
Reduktion von Tabakkonsum
Gesundheitlich relevantes Wissen vermitteln
Gesundheit im Alter steigern
Reduktion von Alkoholkonsum
Hand­lungs­felder und Präven­ti­ons­prin­zi­pien der individuellen verhaltensbezogenen Primärprävention
Welche Voraussetzungen muss der Kursleiter eines Präventionskurses erfüllen?
Gemäß § 20 SGB V ist es nur möglich die entsprechenden Präventionskure anzubieten, wenn der jeweilige Kursleiter spezielle Grund- und Zusatzqualifikationen vorweisen kann. Diese Voraussetzungen sind sehr unterschiedlich, abhängig von den Handlungsfeldern in denen sich der entsprechende Kurs bewegt, und werden im "GKV-Leitfaden Prävention" (Stand 2018) geregelt und beschrieben.
Welche Voraussetzungen muss ein bezuschusster § 20 Kurs erfüllen?
Jeder Kurs muss im Vorfeld bei der Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) eingereicht, genehmigt und zertifiziert werden. Für eine Zertifizierung gilt es einige vom GKV-Spitzenverband vorgegebene Kriterien zu berücksichtigen. Ein kurzer Überblick:
Nachweis der entsprechenden Grundqualifikation
Nachweis der entsprechenden Zusatzqualifikation
Detailierte Kursbeschreibung aller Unterrichtseinheiten
Kursleitermanual und Teilnehmermaterial
Die Durchführung von Präventionskurse ist in den verschiedensten Einrichtungen möglich. Die verantwortliche Person ist hierbei aber nicht die Einrichtung selbst, diese stellt lediglich die Räumlichkeiten zur Verfügung, sondern nur der Kursleiter.
Erstattung der Kursgebühren
Im Vorfeld der Maßnahme muss der Kursleiter von den Teilnehmern die Kursgebühr einfordern. Diese treten in Vorlage und beantragen im Nachgang bei ihrer Krankenkasse eine Rückerstattung der Gebühr. Dieser kann nur zugestimmt werden, wenn der Kursleiter und der von ihm/ihr angebotene Kurs eine Zertifizierung und Zulassung für den angebotenen Präventionskurs vorweisen kann.

References: § 20
 § 20
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