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Timestamp: 2020-07-09 02:33:42+00:00

Document:
Lawbrary | VKA - Verordnung über die Katastrophenhilfe im Ausland
Mittel für die Katastrophenhilfe im Ausland (7 - 9)
Verfahren (10 - 13)
Gemeinsame Bestimmungen (14 - 17)
Schlussbestimmungen (18 - 20)
1Die­se Ver­ord­nung re­gelt für die Ka­ta­stro­phen­hil­fe im Aus­land:
den Ein­satz und die Ko­or­di­na­ti­on der zi­vi­len und mi­li­tä­ri­schen Mit­tel des Bun­des;
die Ko­or­di­na­ti­on die­ser Mit­tel mit den Mit­teln der Kan­to­ne.1
2Sie gilt sinn­ge­mä­ss für Übun­gen im Rah­men der Ka­ta­stro­phen­hil­fe im Aus­land.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Nov. 2018 (AS 2018 3379).
Im Sin­ne die­ser Ver­ord­nung be­deu­tet:
Ka­ta­stro­phe: ein Na­tur­er­eig­nis oder ein zi­vi­li­sa­ti­ons­be­ding­tes Er­eig­nis, des­sen un­mit­tel­ba­re Aus­wir­kun­gen die be­trof­fe­ne Ge­mein­schaft nicht al­lein be­wäl­ti­gen kann.
Ka­ta­stro­phen­hil­fe: Leis­tun­gen zur Ka­ta­stro­phen­be­wäl­ti­gung und Ka­ta­stro­phen­vor­sor­ge;
grenz­na­hes Aus­land: an die Schweiz an­gren­zen­des Aus­land im Um­kreis von rund 30 km ab Lan­des­gren­ze;
Ein­satz­staat: der­je­ni­ge Staat, in dem die Hil­fe ge­leis­tet wird;
Mit­tel: die Ge­samt­heit der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Hilfs­mann­schaf­ten, Spe­zia­lis­tin­nen und Spe­zia­lis­ten, in­klu­si­ve Aus­rüs­tung, Hilfs­gü­ter, Ver­sor­gungs­gü­ter und Leis­tun­gen.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Nov. 2018 (AS 2018 3379).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Nov. 2018 (AS 2018 3379).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Nov. 2018 (AS 2018 3379).
1Ka­ta­stro­phen­hil­fe kann ge­leis­tet wer­den:
auf Er­su­chen der zu­stän­di­gen Be­hör­den des Ein­satz­staa­tes;
auf Er­su­chen ei­ner in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­ti­on;
wenn ein schwei­ze­ri­sches Hilfs­an­ge­bot an­ge­nom­men wird.
2Für die Ent­ge­gen­nah­me von Hil­feer­su­chen und für das An­ge­bot von Hil­fe­leis­tun­gen sind das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten (EDA) und für das grenz­na­he Aus­land1 auch die Kan­tons­re­gie­run­gen zu­stän­dig.
3Die zu­stän­di­gen Be­hör­den der Grenz­kan­to­ne in­for­mie­ren das EDA um­ge­hend über Hilfs­er­su­chen und -an­ge­bo­te so­wie über Hil­fe­leis­tun­gen der Kan­to­ne im grenz­na­hen Aus­land.
1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Nov. 2018 (AS 2018 3379). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
Die Ka­ta­stro­phen­hil­fe wird neu­tral, un­par­tei­lich und frei von po­li­ti­schen Über­le­gun­gen ge­leis­tet.
Die Ka­ta­stro­phen­hil­fe wird pri­mär mit zi­vi­len Mit­teln ge­leis­tet. Rei­chen die­se nicht aus, so kön­nen mit dem Ein­ver­ständ­nis der Be­hör­den des Ein­satz­staa­tes auch Ar­mee­mit­tel ein­ge­setzt wer­den.
Art. 6 Arten von Hilfeleistungen
Die Schweiz leis­tet Ka­ta­stro­phen­hil­fe, in­dem sie ins­be­son­de­re:
ein­zel­ne Spe­zia­lis­tin­nen oder Spe­zia­lis­ten ent­sen­det, na­ment­lich für Ab­klä­rungs- und Be­ra­tungs­auf­ga­ben;
Hilfs­mann­schaf­ten ent­sen­det;
Hilfs­gü­ter und Ver­sor­gungs­gü­ter lie­fert;
Trans­port­mit­tel und Spe­zial­mit­tel zur Ver­fü­gung stellt oder ein­setzt;
Geld­leis­tun­gen er­bringt.
Art. 6a Völkerrechtliche Verträge
1Das EDA kann völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge im Be­reich der Ka­ta­stro­phen­hil­fe im Aus­land ab­sch­lies­sen.
2Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Ver­tei­di­gung, Be­völ­ke­rungs­schutz und Sport (VBS) kann für Ein­sät­ze nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 Buch­sta­be a völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge nach Ar­ti­kel 150a MG ab­sch­lies­sen.
3Un­ter Vor­be­halt der Kre­dit­be­wil­li­gung kön­nen die zu­stän­di­gen Bun­de­säm­ter völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge von be­schränk­ter Trag­wei­te so­wie pri­vat­recht­li­che oder öf­fent­lich-recht­li­che Ver­ein­ba­run­gen im Be­reich der Ka­ta­stro­phen­hil­fe im Aus­land ab­sch­lies­sen.
1Das zi­vi­le In­stru­ment des Bun­des für die Ka­ta­stro­phen­hil­fe im Aus­land ist der Be­reich Hu­ma­ni­täre Hil­fe und Schwei­ze­ri­sches Korps für hu­ma­ni­täre Hil­fe (SKH) der Di­rek­ti­on für Ent­wick­lung und Zu­sam­men­ar­beit. Der Be­reich leis­tet Ein­sät­ze selb­stän­dig und un­ter­stützt in­ter­na­tio­na­le und schwei­ze­ri­sche Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen. Er bie­tet sei­ne Hil­fe ter­ri­to­ri­al un­be­schränkt in den Be­rei­chen Prä­ven­ti­on, Ret­tung, Über­le­ben und Wie­der­auf­bau an.1
2Die De­le­gier­te für hu­ma­ni­täre Hil­fe und Chefin SKH oder der De­le­gier­te für hu­ma­ni­täre Hil­fe und Chef SKH (die oder der De­le­gier­te) ver­fügt über das SKH und wei­te­re be­son­de­re Mit­tel.2 Da­zu ge­hört na­ment­lich die Ret­tungs­ket­te Schweiz, wel­che im Fal­le von Zer­stö­run­gen in der Or­tung, Ret­tung und Erst­ver­sor­gung von Ver­schüt­te­ten spe­zia­li­siert ist.
3An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee kön­nen in der Ret­tungs­ket­te Schweiz als Frei­wil­li­ge ein­ge­setzt wer­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 30. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Aug. 2004 (AS 2004 3549).
Art. 8 Militärische Mittel
1Auf An­trag der oder des De­le­gier­ten kön­nen mi­li­tä­ri­sche Mit­tel für Ab­klä­rungs- und Be­ra­tungs­auf­ga­ben so­wie für Ret­tungs- und Über­le­bens­mass­nah­men ein­ge­setzt wer­den. Über wei­ter­ge­hen­de Mass­nah­men ent­schei­det der Bun­des­rat.
2An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, wel­che die Re­kru­ten­schu­le be­stan­den ha­ben, kön­nen durch das Kom­man­do Ope­ra­tio­nen (Kdo Op) in den Frei­wil­li­gen-Pool für hu­ma­ni­täre Hil­fe­leis­tun­gen der Ar­mee auf­ge­nom­men wer­den.
3Grenz­über­schrei­ten­de Spon­t­an­hil­fe mit mi­li­tä­ri­schen Mit­teln kann nur vom VBS im Ein­ver­neh­men mit dem EDA an­ge­ord­net wer­den.
4Das Kdo Op ent­schei­det über die Aus­rüs­tung der An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee. Die­se sind grund­sätz­lich un­be­waff­net.
1Die zi­vi­len Mit­tel der Grenz­kan­to­ne oder ih­rer Ge­mein­den kön­nen auf Er­su­chen der zu­stän­di­gen Be­hör­den des Ein­satz­staa­tes und nach Mass­ga­be des kan­to­na­len Rechts und der zwi­schen der Schweiz und ih­ren Nach­barn ge­trof­fe­nen Ka­ta­stro­phen­hil­fe­ab­kom­men im grenz­na­hen Aus­land ein­ge­setzt wer­den.
2Mit­tel des Zi­vil­schut­zes kön­nen im Aus­land für Ret­tungs-, Schutz-, Hil­fe- und Be­treu­ungs­mass­nah­men im grenz­na­hen Aus­land ein­ge­setzt wer­den.1
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 2018, mit Wir­kung seit 1. Nov. 2018 (AS 2018 3379).
Art. 10 Einsatzentscheid
1Die oder der De­le­gier­te ent­schei­det über Ka­ta­stro­phen­hil­fe­e­in­sät­ze des Bun­des. Sie oder er kann bei Bun­des­be­hör­den den Ein­satz ver­füg­ba­rer Mit­tel be­an­tra­gen.
2Über Ein­sät­ze von An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee ent­schei­det:
das VBS auf An­trag des EDA: bei dring­li­chen Ein­sät­zen von bis zu 100 un­be­waff­ne­ten An­ge­hö­ri­gen der Ar­mee; das VBS in­for­miert nach­träg­lich den Bun­des­rat;
der Bun­des­rat auf An­trag des VBS und des EDA: in al­len üb­ri­gen Fäl­len.
3Für Ein­sät­ze mit der Ret­tungs­ket­te Schweiz stellt das Kdo Op der oder dem De­le­gier­ten die ver­füg­ba­ren mi­li­tä­ri­schen Mit­tel di­rekt zur Ver­fü­gung. Es ord­net die Pi­kett­stel­lung an und ent­schei­det über das Auf­ge­bot zu Ein­sät­zen.
1Die oder der De­le­gier­te1 be­zeich­net ei­ne Ein­satz­lei­te­rin oder einen Ein­satz­lei­ter. Die Ein­satz­lei­te­rin oder der Ein­satz­lei­ter lei­tet und ko­or­di­niert al­le schwei­ze­ri­schen Hilfs­mann­schaf­ten vor Ort.
2Das Kdo Op be­zeich­net die Kom­man­dan­tin mi­li­tä­ri­sche Ka­ta­stro­phen­hil­fe oder den Kom­man­dan­ten mi­li­tä­ri­sche Ka­ta­stro­phen­hil­fe. Die­se oder die­ser so­wie die Lei­te­rin oder der Lei­ter der Zi­vil­schutz­for­ma­tio­nen wer­den der Ein­satz­lei­te­rin oder dem Ein­satz­lei­ter zur Zu­sam­men­ar­beit vor Ort zu­ge­wie­sen. Sie tra­gen die Ver­ant­wor­tung für die Füh­rung der Trup­pe be­zie­hungs­wei­se der Zi­vil­schutz­for­ma­tio­nen.2
3Wer­den im grenz­na­hen Aus­land nur Mit­tel der Grenz­kan­to­ne und ih­rer Ge­mein­den ein­ge­setzt, lei­ten und ko­or­di­nie­ren die kan­to­na­len Be­hör­den oder ei­ne von ih­nen be­zeich­ne­te Ein­satz­lei­te­rin bzw. von ih­nen be­zeich­ne­ter Ein­satz­lei­ter die Hil­fe­leis­tung.
1Für den Ein­satz der Mit­tel des Bun­des so­wie für den gleich­zei­ti­gen Ein­satz von Bun­des­mit­teln und kan­to­na­len Mit­teln ist die oder der De­le­gier­te ver­ant­wort­lich.
2Wer­den nur Mit­tel der Grenz­kan­to­ne oder de­ren Ge­mein­den ein­ge­setzt, so sind die für den Ent­scheid und das Auf­ge­bot zu­stän­di­gen Be­hör­den für den Ein­satz ver­ant­wort­lich.
1Die schwei­ze­ri­schen Hil­fe­leis­tun­gen er­fol­gen un­ter der Ge­samt­lei­tung der Be­hör­den des Ein­satz­staa­tes oder der sie un­ter­stüt­zen­den in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen.
2Die schwei­ze­ri­schen Hil­fe­leis­tun­gen wer­den mit den Hil­fe­leis­tun­gen des Ein­satz­staa­tes und der ihn un­ter­stüt­zen­den in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen so­wie mit den­je­ni­gen an­de­rer un­ter­stüt­zen­der Staa­ten ko­or­di­niert.
Art. 14 Status
Die Hilfs­mann­schaf­ten sind für die Dau­er des Ein­sat­zes der Ge­setz­ge­bung des Tran­sit- oder Ein­satz­staa­tes un­ter­stellt. Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen an­wend­ba­rer völ­ker­recht­li­cher Ver­trä­ge2.
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Nov. 2018 (AS 2018 3379). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
Bund und Kan­to­ne sor­gen da­für, dass Aus­bil­dung, Leis­tungs­ver­mö­gen und Spe­zi­al­ge­rä­te ih­rer Hilfs­mann­schaf­ten den in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten Stan­dards ent­spre­chen.
1Die Ka­ta­stro­phen­hil­fe wird un­ent­gelt­lich ge­leis­tet. Vor­be­hal­ten blei­ben Re­ge­lun­gen völ­ker­recht­li­cher Ver­trä­ge.
2Die Kos­ten für die schwei­ze­ri­sche Ka­ta­stro­phen­hil­fe im Aus­land wer­den vom auf­bie­ten­den Ge­mein­we­sen ge­tra­gen.
3Die De­par­te­men­te des Bun­des tra­gen die Kos­ten für den Ein­satz ih­rer Mit­tel. Das EDA trägt zu­dem die üb­ri­gen mit dem Aus­land­ein­satz zu­sam­men­hän­gen­den Ne­ben­kos­ten, ins­be­son­de­re für:
die Trans­por­te von Per­so­nal ins Ein­satz­ge­biet und zu­rück;
die Un­ter­kunft und die Ver­pfle­gung vor Ort;
das Zu­satz­ma­te­ri­al.1
Art. 17 Schadenersatz
So­weit sich aus den völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­gen nichts an­de­res er­gibt, haf­tet der Bund für Schä­den, die An­ge­hö­ri­ge des SKH, des Zi­vil­schut­zes oder der Ar­mee Drit­ten zu­fü­gen, nach den Be­stim­mun­gen des Ver­ant­wort­lich­keits­ge­set­zes vom 14. März 19582, des Be­völ­ke­rungs- und Zi­vil­schutz­ge­set­zes vom 4. Ok­to­ber 2002 oder des Mi­li­tär­ge­set­zes.
Die an der Ka­ta­stro­phen­hil­fe im Aus­land be­tei­lig­ten De­par­te­men­te des Bun­des voll­zie­hen die­se Ver­ord­nung.
Die Ver­ord­nung vom 2. De­zem­ber 19851 über den Ein­satz An­ge­hö­ri­ger der Luft­schutz­trup­pen für die Ka­ta­stro­phen­hil­fe im Aus­land wird auf­ge­ho­ben.
Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. No­vem­ber 2001 in Kraft.

References: Art. 6

Art. 6

Art. 8

Art. 10

Art. 14

Art. 17