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Timestamp: 2019-01-24 05:24:09+00:00

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BGH, 23.10.1951 - I ZR 31/51 - dejure.org
BGH, 23.10.1951 - I ZR 31/51
Schleusenpersonal
§ 823 BGB, Schadenszurechnung, Theorie von der adäquaten Bedingung
Universität des Saarlandes (Volltext und Kurzanmerkung)
Die Untauglichkeit der Adäquanzformel
BGHZ 3, 261
Das steht in adäquatem Zusammenhang (siehe dazu nur BGHZ 3, 261, 267 ; 57, 25, 27 f. ;… Deutsch/Ahrens, Deliktsrecht, 4. Aufl., Rdn. 52 ff.) mit der von dem Kläger verübten verbotenen Eigenmacht.
Für die Frage der Adäquanz der Kausalität ist nicht die subjektive Vorhersehbarkeit durch den Handelnden entscheidend, sondern die Frage, ob auf Grundlage aller einem "optimalen Beobachter" erkennbaren Umstände unter Heranziehung des gesamten im Zeitpunkt der Beurteilung zur Verfügung stehenden Erfahrungswissens die objektive Möglichkeit des Erfolges bestand (BGH, Urteil vom 23.10.1951, I ZR 31/51).
Hat sich aus dieser Sicht im Zweiteingriff nicht mehr das Schadensrisiko des Ersteingriffs verwirklicht, war dieses Risiko vielmehr schon gänzlich abgeklungen und besteht deshalb zwischen beiden Eingriffen bei wertender Betrachtung nur ein "äußerlicher", gleichsam "zufälliger" Zusammenhang, dann kann vom Erstschädiger billigerweise nicht verlangt werden, dem Geschädigten auch für die Folgen des Zweiteingriffs einstehen zu müssen (vgl. BGHZ 3, 261, 267 ff;… weitere Nachweise bei BGB -RGRK, 12. Aufl., § 823 Rdn. 475 ff; Stoll, Kausalzusammenhang und Normzweck im Deliktsrecht (1968), S. 14 ff, insbesondere 25 ff).
Ein adäquater Zusammenhang besteht, wenn eine Tatsache im allgemeinen und nicht nur unter besonders eigenartigen, ganz unwahrscheinlichen und nach dem regelmäßigen Verlauf der Dinge außer Betracht zu lassenden Umständen zur Herbeiführung eines Erfolges geeignet war (vgl. BGHZ 3, 261, 266 ff; 7, 198, 204).
Meckelsches Divertikel - § 823 BGB, Folgeschaden, Zurechnung, Adäquanz
Das Berufungsgericht bezieht sich für seine Ansicht insbesondere auf das Urteil BGHZ 3, 261, nach dessen (zweitem) Rechtssatz der Unfallverursacher grundsätzlich auch für spätere fehlerhafte Eingriffe Dritter als adäquate Unfallfolge einzustehen hat, wenn das Eingreifen dieser Personen durch den Unfall verursacht worden ist.
Diese Frage war, wie die Revision unter Hinweis auf BGHZ 2, 138 und einzelnes Schrifttum zutreffend bemerkt und auch der erkennende Senat zuletzt in seinem Urteil vom 28. Mai 1957 (VI ZR 272/56) hervorgehoben hat, vor der gedanklich später liegenden Frage zu untersuchen, ob das als Unfallursache in Betracht kommende verkehrswidrige Verhalten des Beklagten eine adäquate Erfolgsbedingung war, d.h. nach der Lebenserfahrung die objektive Möglichkeit eines Erfolgs von der Art des eingetretenen in nicht unerheblicher Weise erhöhte und deshalb dem Beklagten unter dem Gesichtspunkt der Haftung für diesen Erfolg zurechenbar ist (vgl. RGZ 97, 13 [14 ff]; BGHZ 3, 261 [265 bis 267]).
Damit indes eine solche Komplikation, mag sie nun von selbst oder infolge menschlichen Verschuldens eintreten (vgl. BGHZ 3, 261 [268]), im Rechtssinne dem Schädiger zugerechnet werden kann, darf sie nicht ausserhalb jeden inneren Zusammenhangs mit der Unfallverletzung stehen und im Verlauf einer Behandlung eintreten, die nicht durch den Unfall, sondern durch ein unabhängig von diesem bestehendes Leiden erforderlich geworden ist.
Ebenso wie die von der Rechtsprechung anerkannte Zurechenbarkeit von Eingriffen Dritter (BGHZ 3, 261 [268]) vorausgesetzt, daß das Eingreifen dieser Personen durch die den Haftungsgrund bildende Tatsache , nicht durch ein davon völlig verschiedenes Ereignis ausgelöst worden ist, muß bei einer Sachgestaltung wie der vorliegenden verlangt weisen, daß ein im Anschluß an den Unfall vorgenommener operativer Eingriff seiner Art nach durch die Unfallverletzung, nicht durch andere gesundheitliche Beschwerden notwendig geworden ist.
Er kann nur für "adäquate" Folgen verantwortlich gemacht werden (BGHZ 3, 261).
Die ungewöhnliche Folge liege außerhalb des normalen Gefahrenkreises (BGHZ 3, 261, 270).
Dabei ist von der Sicht eines optimalen Beobachters in der Lage des Täters auszugehen, außerdem - was hier aber ausscheidet - von dem Täter etwa darüber hinaus bekannten Umständen (BGHZ 3, 261, 267).
Anders aber als in dem Fall, wo die Schadensfolgen bei dem unmittelbar geschützten Rechtsgut infolge unvorhergesehener Umstände ungewöhnlich schwer sind (Schulfall: Schlag auf die abnorm dünne Schädeldecke), gilt es bei der mittelbaren Schädigung eines anderen Rechtsguts (hier der Gesundheit durch Vermittlung der durch eine Ehrverletzung verursachten Erregung) regelmäßig die Verantwortlichkeit des Täters da zu begrenzen, wo solche mittelbaren Folgen weder für ihn noch für einen optimalen Beobachter in seiner Lage (BGHZ 3, 261) nach den Gesamtumständen zu berücksichtigen waren.
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References: § 823
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 § 33
 § 839
 § 823
 § 15