Source: https://www.werk-vertrag.ch/internationales-privatrecht-ipr
Timestamp: 2018-12-11 16:58:07+00:00

Document:
Internationales Privatrecht (IPR) › Werkvertrag
Bei der internationalen bzw. grenzüberschreitenden Werkherstellung resp. Werklieferung sind folgende Kautelen zu beachten:
Anwendbares Recht / Charakteristische Leistung
Bewegliche Werke (zB Maschine)
Ohne Rechtswahl untersteht der Werkvertrag dem Recht des Staates, mit dem der engste Sachzusammenhang besteht (vgl. IPRG 117 Abs. 1)
Als charakteristische Leistung gilt beim Werkvertrag der Ort der Leistungserbringung durch den Unternehmer (vgl. IPRG 117 Abs. 3 lit. c)
Unbewegliche Werke (zB Gebäude)
Ortsgebundener Herstellungsvorgang
Anwendung des Rechts am Ort der gelegenen Sache
Bloss im Ergebnis eine Verbindung zur unbeweglichen Sache
Anwendung des Sachstatuts
Werkleistung als blosse Nebenpflicht (zB Einbau eines ortsunabhängigen Gegenstande oder Montage- oder ähnliche Arbeiten
Anwendung des Vertragsstatuts
Wo Abgrenzungsschwierigkeiten der Anwendbarkeit des Rechts am Ort der Unternehmer-Niederlassung und dem Ort der gelegenen Sache
Rat: Abrede einer klaren Rechtswahl
Anknüpfungszeitpunkt
Zeitpunkt des Vertragsschlusses (weil kein Dauerschuldverhältnis)
Erfüllungs- und Untersuchungsmodalitäten
Die Erfüllungs- und Untersuchungsmodalitäten unterstehen dem Recht des Staates, in dem sie erfolgen (vgl. IPRG 125)
Gerichtsstand für Werkvertragsklagen in LugÜ-Staaten
Siehe Box / Literatur
Recht am Ort der gelegenen Sache
Beim Werklieferungsvertrag, wo der Unternehmer den Stoff zur Verfügung stellt, bestimmt sich das anwendbare Recht nach IPRG 118 (siehe Box)
Gemäss Art. 1 Abs. 1 lit. b WKR (Wiener Kaufrecht) ist das Übereinkommen bei internationalen Werklieferverträgen zwischen Vertragsparteien, die ihre Niederlassung in verschiedenen Staaten haben, anwendbar, wenn die Regeln des internationalen Privatrechts zur Anwendung des Rechts eines Vertragsstaates führen
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Art. 118 IPRG
a. Kauf beweglicher körperlicher Sachen
1 Für den Kauf beweglicher körperlicher Sachen gilt das Haager Übereinkommen vom 15. Juni 1955 betreffend das auf internationale Kaufverträge über bewegliche körperliche Sachen anzuwendende Recht.
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Art. 125 IPRG
c. Erfüllungs- und Untersuchungsmodalitäten
SCHNYDER ANTON K. / DOSS ANDREA, BSK IPRG, 2. Auflage, Zürich 2012, N 19 zu IPRG 117
KELLER MAX / KREN KOSTKIEWICZ JOLANTA, ZK IPRG, 2. ergänzte und verbesserte Auflage, Zürich 2004, N 30 + 39 zu IPRG 117
KELLER MAX / KREN KOSTKIEWICZ JOLANTA, ZK zum IPRG, 2., ergänzte und verbesserte Auflage, Zürich 2004, N 89 f. zu IPRG 117, wonach der Architekten-, der Ingenieur-, der Generalunternehmer- und der Engineeringvertrag als Dienstleistungserbringungsverträge dem Recht des gewöhnlichen Aufenthalts oder der Niederlassung des Leistungserbringers unterstehen würden
GIRSBERGE DANIEL / KELLER MAX, ZK zum IPRG, 2., ergänzte und verbesserte Auflage, N 34 zu IPRG 125
BÜHLER THEODOR, Kommentar zum schweizerischen Zivilrecht (Zürcher Kommentar), Bd. V/2d, Der Werkvertrag, Art. 363-379 OR, N 9 ff. (IPR) und N 48 ff. (LugÜ) zu Vorbemerkungen zu Art. 363-379 OR
KOLLER ALFRED, Berner Kommentar, Bd. VI/2/3/1, Der Werkvertrag, Art. 363-366 OR, Bern 1998, N 11 ff. (Allgemein) und N 33 ff. (Wiener Kaufrecht (WKR) + IPR)
DASSER FELIX / OBERHAMMER PAUL, SHK zum Lugano-Übereinkommen (LugÜ), 2. Auflage, Bern 2011, N 40 zu LugÜ 5
Verfahrensrechtliche Aspekte des Bauprozesses
ACOCELLA, Der Bauzivilprozess im Überblick, in: Koller: Bauprozessrecht, S. 265 ff.
ROHRER, Aspekte des Bauzivilprozesses, in: Lendi / Nef / Trümpy, S. 403 ff.
BERTI STEPHEN V., Die Zwangsvollstreckung von Werklohn und Honorar sowie der vertragstypischen Leistungen des Architekten, Ingenieurs und Unternehmers, S. 415 ff.
KARRER, Internationale Bauverträge; Streitvermeidung und Schiedsgerichtsbarkeit, S. 391 ff.
BGE 72 II 418

References: Art. 1

Art. 118

Art. 125
 Art. 363
 Art. 363
 Art. 363

BGE