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Timestamp: 2017-06-26 10:52:33+00:00

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Einzelunternehmen nach HGB §§1-104 - businessplan-experte	Businessplan Vorlage Businessplan Muster Selbstständig Existenzgründung - businessplan-experte.de
Einzelunternehmen nach HGB §§1-104	Businessplan GRATIS erstellenGlossarEinzelunternehmen nach HGB §§1-104	Das Einzelunternehmen nach HGB §§1-104 ist laut Statistiken die beliebteste Rechtsform. Jeder Gründer hat natürlich bei seiner Existenzgründung die Wahl und sollte sich auch gut überlegen, welche Rechtsform er wählt, da ein Wechsel zwischen den Rechtsformen später schwierig wird. Aber jetzt erst mal im Detail zum Einzelunternehmen.
Einzelunternehmen - Was ist das?
Jeder Unternehmensgründer ist erst mal Selbständig, egal ob er Geschäftsführer in einer GmbH, OHG, KG, GbR oder Vorstand in einer AG ist. Bei der Existenzgründung unterscheidet man einfach unterschiedliche Rechtsformen:
Kapitalgesellschaften (AG, GmbH, UG/ Mini GmbH, Ltd.)
Der Hintergrund der Unterscheidung ist ganz einfach. Das eine Kriterium für die Rechtsform ist schlicht die Anzahl der Gründer und Verantwortlichen im neuen Unternehmen. Da nicht jeder Existenzgründer alleine gründet (Einzelunternehmen) sondern auch mit einem Kumpel gleichberechtigt loslegen kann (GbR, OHG), brauchte man eine andere Rechtsform. Wenn man jetzt als Existenzgründer das Risiko begrenzen möchte kann man auch alleine eine GmbH oder AG gründen, oder auch zusammen mit seinem Kumpel in einer GmbH starten, wo dann beide bspw. 50% der Anteile halten und beide oder nur einer Geschäftsführer sein kann. Mitarbeiter können Sie natürlich bei jeder Rechtsform - also auch als Einzelunternehmen beschäftigen. Bitte lesen Sie in jedem Fall meinen Artikel zur Rechtsform. Also nochmal zusammengefasst zum Einzelunternehmen:
Ein Einzelunternehmen ist laut Wikipedia im weiteren
Sinne jede selbständige Betätigung einer einzelnen
natürlichen Person als Landwirt, Gewerbetreibender
oder Freiberufler, unabhängig davon, ob die Person
Arbeitnehmer beschäftigt, im engeren Sinne das
Unternehmen eines voll haftenden Einzelkaufmanns im
Sinne des Handelsgesetzbuchs (HGB).
Wer also alleine ohne Beteiligung anderer Personen (als Gesellschafter) selbständig tätig ist und für seine Tätigkeit auch keine Kapitalgesellschaft (z. B. Ein-Mann-GmbH) gründet, ist damit bei der Existenzgründung automatisch Einzelunternehmen. Seit dem 1. Juli 1998 ist im Handelsgesetzbuch (HGB) Unterscheidung zwischen dem "Musskaufmann", dem "Sollkaufmann" und dem "Minderkaufmann" weggefallen. Das Handelsgesetzbuch unterscheidet jetzt nur noch zwischen dem Kaufmann, für den im Wesentlichen das HGB maßgeblich ist, und dem Nichtkaufmann, für den das Bürgerliche Gesetzbuchs (BGB) gilt:
Der Einzelunternehmer kann sich also optional zusätzlich ins Handelsregister als e.K. eingetragener Kaufmann eintragen
Wenn Ihr Unternehmen nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert (§ 1 Abs. 2 HGB), müssen Sie sich eintragen
Wenn man sich die Verteilung der Rechtsformen auf die Existenzgründer ansieht, dann liegt das Einzelunternehmen übrigens mit über 60% aller Gründungen vorne. Weil es halt auch einfach unkompliziert geht.
Einzelunternehmen - Haftung mit dem gesamten Vermögen
Für Einzelunternehmen bestehen keine besonderen Rechtsvorschriften, vielmehr gelten die allgemeinen Regeln des Handelsgesetzbuch (HGB). In jedem Fall muss das Einzelunternehmen sein Gewerbe beim örtlichen Gewerbeamt (Gemeinde oder Landkreis) anmelden. Das Einzelunternehmen (Einzelfirma) haftet zudem mit seinem gesamten Vermögen, also auch mit seinem Privatvermögen für die Geschäftsverbindlichkeiten. Das bedeutet, der Einzelunternehmer trägt alle Verluste selbst, braucht aber auch anfallende Gewinne nicht mit anderen zu teilen. Einzelunternehmen müssen kein Mindestkapital bei der Gründung vorzeigen und die Formalitäten halten sich auch in Grenzen. Aufgrund der persönlichen Haftung des Einzelunternehmers ist diese Rechtsform gerade bei Banken geschätzt und somit von Vorteil bei der Finanzplanung und Finanzierung.
Einzelunternehmen - Wie Unternehmen gründen?
Wie läuft nun die Gründung eines Einzelunternehmens oder einer Einzelfirma ab? Mehr als 900.000 Menschen wollen jedes Jahr ein Unternehmen gründen - viele davon ein Einzelunternehmen. Ein Einzelunternehmen gründen ist dabei ganz einfach, wenn Sie meinen Schritten folgen. Ich gehe dabei davon aus, dass Sie einen Businessplan bereits erstellt haben und klar ist was Sie gründen wollen. Wenn nicht lesen Sie bitte meine Artikel zu Businessplan erstellen. So jetzt aber zum Ablauf der Unternehmensgründung als Einzelunternehmen:
Entscheidung für Gewerbe oder Freiberufler
Gewerbeanmeldung Kaufleuten + zwingender Eintrag ins Handelsregister (Notar)
Gewerbeanmeldung (Kleingewerbe) + optional Eintrag ins Handelsregister (Notar) + optional Handwerkskammer (nur Handwerker für Handwerkerkarte) + optional Zulassungen (§34ff)
Finanzamt Anmeldung, Beantragung Steuernummer
Sie sehen, mit ca. 40 EUR beim Gewerbeamt oder einer Briefmarke beim Finanzamt haben Sie in wenigen Minuten Ihr Einzelunternehmen gegründet. Einzelunternehmer werden ist also sehr einfach. Bitte beachten Sie aber, dass Sie als Inhaberin oder Inhaber eines Einzelunternehmens zu 100% über alle Belange des Unternehmens entscheiden und damit auch die komplette Verantwortung alleine tragen. Lesen Sie bitte dazu bitte die folgenden Abschnitte.
Einzelunternehmen - Finanzamt, Steuer, Steuernummer
Die Anmeldung und Existenzgründung als Einzelunternehmen erfolgt wie beschrieben direkt beim Gewerbeamt oder Finanzamt (Freiberufler). Im nächsten Schritt halten Sie dann den Gewerbeschein in der Hand oder müssen als Freiberufler auf Post vom Finanzamt warten. In jedem Fall bekommen Einzelunternehmen automatisch Post vom Finanzamt - nämlich den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den Sie sich hier downloaden können:
Auf jedes Einzelunternehmen kommen diverse Steuern zu. Bereits beim Ausfüllen des Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vom Finanzamt entscheiden Einzelunternehmen bspw. über die Umsatzsteuer (Kleinunternehmerregelung). Einkommenssteuer und Gewerbesteuer müssen alle Einzelunternehmen (Freiberufler nicht) bezahlen, obschon es hier Freigrenzen gibt.
Aufgrund ihres eingeschränkten Geschäftsumfanges sind Kleingewerbetreibende keine Kaufleute im Sinne des § 1 Abs. 2 Handelsgesetzbuch (HGB). Anhaltspunkte für einen kaufmännisch eingerichteten Betrieb sind:
Jahresumsatz (mehr als 175.000 Euro bei einem Dienstleister)
Zahl der Beschäftigten (mehr als fünf)
Betriebsvermögen (ab 100.000 Euro)
Kreditvolumen (größer 50.000 Euro)
Das sieht man in der Folie ganz genau. Wer also als Einzelunternehmen die oben genannten Grenzen nicht trifft, gilt als Kleingewerbe und hat einige Vorteile:
Keine Bilanzen, Bilanzierungspflicht
Jahresabschluss erstellen aber kein Jahresabschluss veröffentlichen
Gewerbsteuerpflichtig, Gewerbesteuer
Einkommenssteuerpflichtig, Einkommenssteuer
Umsatzsteuerpflichtig, Umsatzsteuer
Ein Einzelunternehmen ist also oft ein Kleingewerbe da weniger als 175.000 EUR Jahresumsatz gemacht werden. Die Kleinunternehmerregelung im Detail finden Sie in meinem Artikel dazu.
Einzelunternehmen haben zudem bei der Existenzgründung die Wahl als Kleinunternehmer aufzutreten, wenn der Umsatz im laufenden Kalenderjahr nicht höher sein wird als 17.500 EUR und der Umsatz im folgenden Jahr nicht höher sein wird als 50.000 EUR. Bei der Wahl des Kleinunternehmer Modells werden dann die Rechnungen ohne Umsatzsteuer gestellt, was für private Kunden des Einzelunternehmens, eine 19% Ersparnis und damit für den Kleinunternehmer einen Wettbewerbsvorteil bedeutet. Anderseits kann der Einzelunternehmer aber auch nicht die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen geltend machen. Hier ist daher genau abzuwägen, was die richtige Wahl ist.
Einzelunternehmen - eigene Firma gründen
Eine eigene Firma als Einzelunternehmen gründen ist ohne Zweifel attraktiv. Mehr als 67% aller Unternehmen in Deutschland sind Einzelunternehmen, weit vor allen anderen Rechtsformen wie man in der Statistik sieht:
Bezogen auf die Gesamtzahl der Neugründungen laut Gewerbeanmeldung, lag nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts das Einzelunternehmen mit 79% deutlich vor anderen Rechtsformen:
78 % Einzelunternehmen
12% GmbH
5% GbR
3% UG, Mini GmbH
2% OHG, KG, Ltd., ...
Nicht berücksichtigt sind Freiberufler, die zwar ein Einzelunternehmen gründen, aber dabei keine Gewerbeanmeldung machen. Interessant ist auch, dass insbesondere polnische (7%) und türkische (3%) Migranten bei Einzelunternehmen einen zunehmend größeren Anteil stellen. Hier bleibt abzuwarten wie die zunehmende Migration diese Zahlen noch verändern wird. Leider werden immer noch weniger als 35% der Einzelunternehmen von Frauen gegründet, auch hier plant ja die Politik mit Förderprogrammen (BAFA) gegenzusteuern. Am attraktivsten sind folgende Bundesländer für Einzelunternehmen:
Sie können sich als Existenzgründer natürlich die Rechtsform aussuchen. Ob Sie nun ein Einzelunternehmer, GbR (ab 2 Personen) oder GmbH, Limited, Offene Handels- oder Kommanditgesellschaft oder Mini GmbH gründen, bleibt Ihnen überlassen. Natürlich gibt es gute Gründe für die Rechtsform Einzelunternehmen. Hier nochmal im Überblick die Möglichkeiten, wenn Sie alleine gründen:
Einzelunternehmer als Inhaber seines Unternehmens
Einzelunternehmer als Geschäftsführer einer Ein-Personen-GmbH
Einzelunternehmer als Managing Director einer Ein-Personen-Ltd.
Einzelunternehmer als Geschäftsführer Unternehmergesellschaft (UG) oder Mini GmbH
Einzelunternehmer als Vorstand einer Ein-Personen-AG
Einzelunternehmen - GmbH Gründung
Oft stehen Existenzgründer vor der vermeintlichen Entscheidung GmbH oder Einzelunternehmen. Wenn man sich die Statistiken ansieht, dann ist für 70% der Neugründer das Einzelunternehmen die richtige Rechtsform. Wenn man sich zudem die Überlebensrate von Existenzgründungen ansieht, stellt sich die Frage, ob zum Start eine komplexe Rechtsform, wie die einer GmbH sein muss. Aus meiner Erfahrung gibt es nahezu keinen Grund zum Start nicht das Einzelunternehmen zu wählen. Umschwenken auf die GmbH können Sie immer noch zu einem späterem Zeitpunkt. Unter den TOP 50 wertvollsten Unternehmen finden sich übrigens immer noch Firmennamen von Gründern, die als Einzelunternehmen gestartet sind:
Die GmbH Gründung bedeutet nicht nur eine Stammeinlage von 25.000 EUR, sondern auch zusätzliche Notarkosten, die Sie als Einzelunternehmen nicht haben. Auch sind die steuerlichen Anforderungen an eine GmbH anders und die Kosten für Buchhaltung und die Organisation einer GmbH deutlich höher als bei einem Einzelunternehmen. Hier können Sie locker mit bis zu 5.000 EUR Organisationskosten pro Jahr rechnen, ohne dass Sie einen einzigen Euro Umsatz gemacht haben. Lesen Sie hierzu auch meinen Artikel zur Rechtsform.
Einzelunternehmen - Mini GmbH
Als Einzelunternehmen können Sie auch als Mini GmbH starten. Darunter versteht man rein formal die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) – kurz UG. Oft wird auch der Begriff Mini GmbH oder 1-Euro-GmbH verwendet, weil die Mini GmbH eine Variante der GmbH ist. Das ganze kommt von dem Erfolg der Limited auf den die deutsche Bundesregierung geantwortet hat. Aktuell wählen weniger als 3% der Existenzgründer diese Rechtsform, weil die Beschränkungen doch erheblich sind.
Inoffizielle Namen: Mini-GmbH, kleine GmbH, 1-Euro-GmbH
Gründung mit 1 EUR Stammkapital möglich (nur Bareinlagen, keine
Sacheinlagen)
Geringe Kosten für die Gründung (Notar) aufgrund Musterprotokoll
Namensführung mit Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) oder UG
Max 3 Gesellschafter (sofern das Musterprotokoll verwendet werden soll)
Buchhaltungs- und Bilanzierungspflicht wie bei GmbH
Jährliche Gewinnrücklage von 25%, bis das Stammkapital (25.000) einer GmbH
Umwandlung in eine GmbH wenn das Stammkapital erreicht ist
Start zum 1. November 2008
Lesen Sie hierzu auch meinen Artikel zur Rechtsform.
Einzelunternehmen - GbR gründen
Um eine GbR zu gründen, muss man mindestens zu zweit sein. Die GbR ist eine Personengesellschaft bei der der persönliche Einsatz der Gesellschafter im Vordergrund steht. Die Gründung kann sich bei Geschäftspartnern auch unbewusst vollziehen, den es reicht schon ein “gemeinsamer Geschäftszweck”. Das wird einem dann bewusst, wenn man für einen Geschäftspartner plötzlich haften muss! In meinem mehr als 20 jährigen Beraterleben habe ich viele GbR Gründungen begleitet und nach kurzer Zeit scheitern gesehen, weil die Interessen der Partner sich unterschiedlich entwickelt haben. Da ist die GbR Gründung wie eine Ehe. Überlegen Sie also genau an wen Sie sich binden!
Einzelunternehmen - GbR gründen, wichtige Punkte im GbR Vertrag
das Verfahren bei Ausscheiden/Tod eines Gesellschafters
Die Haftung erstreckt sich auch auf das Privatvermögen der Gesellschafter. Die GbR wird von vielen Gründern genommen, wenn die Kosten der GmbH zu hoch sind, da die GbR Gründung sehr einfach und ohne Notar geht. ACHTUNG: Übersteigt der Umsatz 250.000 EUR in einem Kalenderjahr, wandelt sich die GbR automatisch in eine OHG um und muss zwingend ins Handelsregister eingetragen werden. Lesen Sie hierzu auch meinen Artikel zur Rechtsform.
Einzelunternehmen Name, Firmenname
Immer wieder kommt die Frage auf, wie das Einzelunternehmen Name bzw. der Firmenname ist. Inhaber von Einzelunternehmen können ihre Geschäftsbezeichnung beziehungsweise Firmierung nur nach den Vorschriften der Gewerbeordnung (§§ 15 ff. GewO) wählen. Hier sehen Sie zwei korrekte Einzelunternehmen Firmennamen:
(a) Einzelunternehmen Name - ohne Handelsregister Eintrag Alle Einzelunternehmen, die sich nicht ins Handelsregister als ordentlicher Kaufmann eintragen lassen (was 90% nicht machen), müssen mit ihrem Vor- und Nachnamen im Geschäftsleben (Firmenname) auftreten. Durchaus üblich wird in Deutschland der (vollständige) Name des Inhabers zumeist mit Gewerk oder einem Branchen-, Sachnamen oder Phantasie - Namen im Firmennamen ergänzt:
Hans Meiser Holz- & Bautenschutz
Gordon Peters, Zeitschriften und Zeitungen
Unternehmensberatung Hans Meiser
Restaurant Rose, Inhaber Hans Meiser
Vierbeiner und Co. Hundeschule – Dieter Heinig
Elektrowaren Forster, Inhaber Peter Forster
Die Namensgebung von Einzelunternehmen ähnelt also durchaus sehr der freien Namenswahl bei der GmbH. Da man den Einzelunternehmer aber irgendwie identifizieren muss, ist die Regelung vom Gesetzgeber so getroffen worden. Dem Einzelunternehmen ist es also erlaubt, einen beliebigen Firmenname auszuwählen, solange der Inhaber mit Vorname und Nachname mit geführt wird!
(b) Einzelunternehmen Name - mit Handelsregister Eintrag
Einzelunternehmen, die sich als ordentlicher Kaufmann ins Handelsregister eingetragen haben, können ihren Vor- und Nachnamen im Einzelunternehmen Firmennamen führen, müssen aber nicht. Möglich ist auch ein reiner Branchen-, Sach-, Personenname oder auch Phantasie Name als Firmenname des Einzelunternehmens:
Sigmunds Buchhandel e.K.
Otto Autohandel e.K.
Pension Morgentau e.K.
Titanius e.Kfr.
Die Freiheiten bei der Firmierung eines Einzelunternehmen hängen also von der Eintragung im Handelsregister ab. Ohne Eintragung ins HRB ist die Namensgebung bei Einzelunternehmen streng.
Einzelunternehmen - Wer ist Geschäftsführer?
Bei einem Einzelunternehmen wird der Chef üblicherweise als Inhaber bezeichnet im Gegensatz zum Chef bei einer Kapitalgesellschaft - der heißt immer Geschäftsführer (Organfunktion). Es ist gesetzlich nicht verboten, sich als Einzelunternehmen „Geschäftsführer“ zu nennen, sofern man damit keinen Dritten durch die Nutzung der Bezeichnung „Geschäftsführer“ in die Irre führt. Hier die genaue Definition:
Geschäftsführung ist ein gesetzlich auf Personengesellschaften und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) begrenzter unbestimmter Rechtsbegriff, der jedoch umgangssprachlich auch auf die Führung aller übrigen Arten von Gesellschaften ausgedehnt wird. Die Geschäftsführung ist einerseits als Organ einer Gesellschaft zu verstehen, andererseits wird mit dem Begriff auch die Funktion/Position bezeichnet. Die Geschäftsführung vertritt die Gesellschaft nach außen gerichtlich und außergerichtlich und ist nach innen mit der Leitung der Geschäfte betraut. Im Mittelpunkt des Begriffs „Geschäftsführung“ steht das entsprechende gesellschaftsrechtliche Organ, also der Vorstand (insbesondere bei der AG) und die Geschäftsführung (bei der GmbH). Geschäftsführung betrifft allgemein das Handeln für die juristische Person; demgegenüber ist die „Vertretung“ nur ein Teil dieses Handelns, nämlich das rechtsgeschäftliche Handeln nach den Grundsätzen des Stellvertretungsrechts (Wikipedia)
Das OLG München sieht in der Selbstbezeichnung eines Einzelunternehmers als „Geschäftsführer“ eine abmahnfähige Irreführung - unter bestimmten Umständen (Aktenzeichen 6 U 1888/13). Dies trifft insbesondere dann zu, wenn ein bspw. ein Fantasiename als Firmenname verwendet wird, in Verbindung mit der Bezeichnung Geschäftsführer, was üblicherweise einer Kapitalgesellschaft vorbehalten ist. Die Fantasiefirma existiert natürlich nicht, sondern nur der Einzelunternehmern als eigene Rechtspersönlichkeit, so dass die Firmierung unzutreffend und daher irreführend ist.
Mitarbeiter eines Einzelunternehmens können Vollmachten bis zur Prokura (bei eingetragenem Kaufmann e.K.) im Sinne der §§48 ff. HGB erhalten. Die erteilte Prokura nach §53 Abs. 1 S. 1 HGB ist zudem zur Eintragung in das Handelsregister anzumelden. Der Inhaber einer Einzelunternehmung übernimmt immer die Vertretung der Firma nach außen und arbeitet auf eigene Rechnung und eigenes Risiko.
Viele Einzelunternehmer glauben, dass Geschäftsführer besser klingt als Inhaber. Die Grenze zwischen einem besseren Image und Täuschung ist dann fließend.Was ist genau die Täuschung der ein Dritter unterliegen kann? Eine unternehmensfremde Person könnte zu der falschen Annahme kommen, dass eine Geschäftsbeziehung mit einer Kapitalgesellschaft eingeht, anstatt mit einem Einzelunternehmen und privater Haftung.
Gerade im Impressum der Website eines Einzelunternehmens sind Sie verpflichtet, korrekte Angaben zu machen und Kunden, Dritte oder Geschäftspartner wahrheitsgemäß zu informieren. Geben Sie im Impressum als Einzelunternehmen immer die genaue Geschäftsbezeichnung mit Vornamen und Zunamen an. Beachten Sie die Richtlinien zum Fantasie Namen. So muss für Dritte aus dem Impressum immer erkennbar sein, dass es sich um ein Einzelunternehmen handelt, wer juristisch der Ansprechpartner ist und wer im Haftungsfall herangezogen werden kann. Ich empfehle Ihnen hier e-recht24.de.
Umwandlung, Einbringung Einzelunternehmen in GmbH
In der Praxis haben Einzelunternehmen oftmals das Bedürfnis, ein Personenunternehmen wo es einen Chef gibt, in eine GmbH umzuwandeln. Die Einbringung eines Einzelunternehmen in eine GmbH oder die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH ist leider nicht so einfach. Bei einer geplanten Umwandlung eines Einzelunternehmens sind aber die wichtigsten Zielsetzungen die Regelung der Gesamtrechtsnachfolge und das Erreichen von Steuerneutralität. Die Praxis zeigt leider, dass die Umwandlung oder Einbringung von Einzelunternehmen in eine GmbH nicht immer reibungslos über die Bühne geht.
Umwandlung Einzelunternehmen in GmbH - Gründe
Haftung und Haftungsbeschränkung auf die Stammeinlage einer GmbH - Der Einzelunternehmer haftet für alles persönlich mit seinem Betriebsvermögen und auch mit seinem gesamten Privatvermögen.
Marketing - Je größer die Firma, umso mehr tritt die Person des Unternehmers in den Hintergrund. Eine eigene Rechtspersönlichkeit als juristische Person hat hier Vorteile
Fungibilität von GmbH Unternehmensanteilen, Nachfolgeregelung - An einem Einzelunternehmen kann man keinen beteiligen. Nur die Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) bieten hier das notwendige Gerüst. Auch ist der Unternehmensverkauf eines Einzelunternehmens schwierig.
Insbesondere die steuerlichen Vorschriften sind hier erbarmungslos: So muss der Firmenwert bei einer Einzelübertragung aufgedeckt werden. Ein Gewinn von 150.000 EUR macht einen durchschnittlichen Unternehmenswert von mehr als 2,3 Millionen Euro. Darauf sind dann Steuern zu zahlen. Das Thema ist dermaßen komplex, dass es ohne steuerliche Beratung aus meiner Sicht nicht gehen wird. Bitte lesen Sie dazu folgenden Artikel:
Prof. Dr. Hans Ott (Wege in die GmbH)
Ihr Einzelunternehmen (Gewerbe, Freiberufler) brauchen Sie nicht in jedem Fall ins Handelsregister eintragen. Sie haben die Pflichteintragung, wenn Ihr Unternehmen nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert (§1 Abs. 2 HGB):
Höhe des Umsatzes und des Gewinns
Anlage- und Betriebskapital
Anzahl Mitarbeiter und deren Qualifizierung
Sortimentsbreite und Anzahl der Geschäftsbeziehungen
Kreditvolumen und Teilnahme am Wechselverkehr
Größe und Anzahl der Betriebsstätten
90% der Einzelunternehmen gelten aber als Kleingewerbe und brauchen keinen Eintrag bzw. den e.K. Das Gesetz unterscheidet also zwischen dem Kaufmann, für den das Handelsgesetzbuch (HGB) maßgeblich ist, und dem nicht in das Handelsregister eingetragenen Nichtkaufmann, der den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) unterliegt. Zur Sicherung der Einfachheit und Schnelligkeit des Handelsverkehrs enthalten die Regeln des Handelsrechts (HGB) teilweise erhebliche Abweichungen vom BGB. Das HGB setzt auf die Selbstverantwortung des Kaufmanns und geht davon aus, dass er selber Risiken und Chancen der von ihm getätigten Geschäfte abschätzen kann. Der Kaufmann (e.K.) wird daher vom Gesetz als weniger schutzwürdig angesehen als das Kleingewerbe.
Eine Eintragung als Einzelunternehmen Kaufmann (e.K.) hat rechtliche Konsequenzen:
Der Kaufmann (e.K.) führt sein Geschäft unter einer Firma (Name). Das Firmenrecht erlaubt dem Kaufmann (e.K.) seine Firma auch mit einer Sachbezeichnung oder einen Phantasienamenzu versehen.
Der Kaufmann (e.K.) nimmt einen Vertrag durch Schweigen an bzw. der Kaufmann (e.K.) muss ausdrücklich widersprechen, wenn er das Geschäft nicht übernehmen will. Genauso verhält es sich, wenn ein Kaufmann (e.K.) ein kaufmännisches Bestätigungsschreiben erhält.
Der Kaufmann (e.K.) kann auch ohne ausdrückliche Vereinbarung einen Anspruch auf Vergütung geltend machen. Bei Zinsforderungen wird der Kaufmann (e.K.) gegenüber dem BGB besser gestellt.
Ein Schuldversprechen oder die Bürgschaft eines Kaufmann (e.K.) ist formfrei wirksam. Es muss dafür keine Urkunde erstellt werden.
Der Kaufmann (e.K.) hat die Sorgfaltspflicht.
Beim Kaufmann (e.K.) gilt die Unwirksamkeit von Abtretungsverboten.
Der Kaufmann (e.K.) kann eine Kontokorrentabrede treffen.
Beim Kaufmann (e.K.) gilt der Annahmeverzug beim Handelskauf.
Beim beiderseitigen Handelskauf unterliegt der Käufer bei der Warenannahme einer strengeren Untersuchungs- und Rügepflicht. Die Anzeige eines Mangels muss Art und Umfang genau bezeichnen.
Nur der Kaufmann (e.K.) kann Prokura und Handlungsvollmacht erteilen.
Der Kaufmann (e.K.) hat die Pflicht, nachvollziehbare Aufzeichnungen (das Führen von Handelsbüchern) über alle Geschäftsvorfälle und die Unternehmenslage anzufertigen und bereitzuhalten.
So wie jede andere Rechtsform auch, hat das Einzelunternehmen zahlreiche Vorteile, die über 70% der Existenzgründer schätzen. Natürlich gibt es auch Nachteile die man aber differenziert betrachten muss. Letztlich geht es immer um folgende Themen:
Marketing, Außenwirkung
Zugang zum Kapitalmarkt, Handelbarkeit der Unternehmensanteile
Insolvenz Einzelunternehmen
Für Einzelunternehmen gelten bei einer Insolvenz die gleichen Regelungen wie für alle anderen, die kein Einzelunternehmen haben. Lediglich verfahrensrechtlich wird bei Forderungen, die aus Arbeitsverhältnissen bestehen oder deren Vermögensverhältnisse unüberschaubar sind (s. § 304 Abs. 1), das sogenannte Regelinsolvenzverfahren (s. § 304 Abs. 1) angewendet. Liegt das nicht vor, kommt es beim Einzelunternehmen auch zur zur Verbraucherinsolvenz gem. §§ 304 ff.
Beachten Sie hier die Hinweise zur Insolvenz eines Einzelunternehmens des Rechtsanwalts Franzke (Auszug)
Für den Insolvenzantrag den richtigen Zeitpunkt abpassen.
Erhalten Sie Ihre Selbständigkeit im Insolvenzverfahren.
Schlüpfen Sie unter den Schutzschirm, bevor es brenzlig wird.
Entschulden Sie Ihre Firma oder sich selbst in 12 Monaten.
Behalten Sie trotz Insolvenz Ihr Unternehmen unter Kontrolle.
Leiten Sie vor der Insolvenz kein Geld an die Familie um.
Nur das verstecken, was Ihnen später nicht auf die Füße fällt.
Machen Sie die Insolvenz in England, falls es richtig kracht.
Bei Abweisung mangels Masse an die Liquidations-Bilanz denken.
Denken Sie positiv an Ihre unternehmerische Zukunft.
Als Einzelunternehmer oder Freiberufler besteht keine Insolvenz Antragspflicht. An Stelle eines Insolvenzantrages können Sie also einfach den Geschäftsbetrieb auch nur einstellen und abmelden und warten auf die Mahnbescheide und Gerichtsurteile. Nach der Wartezeit stellen Sie einen Antrag auf Verbraucherinsolvenz. Wenn Sie Insolvenzantrag stellen ist das vorrangige Ziel nach §1 InsO der Erhalt des Unternehmens. Bei drohender Zahlungsunfähigkeit kann man sich unter den Schutzschirm der Insolvenzordnung stellen mit dem Schutz vor Zugriffen und Vollstreckungen von Gläubigern und der Chance auf Zeit zur Umstrukturierung und Neuausrichtung mit Mitteln, die außerhalb des gerichtlichen Verfahrens nicht zur Verfügung stehen (Insolvenzplanverfahren). Achtung: Nur bei einer rechtzeitigen Insolvenz - Antragstellung kann auch die Restschuldbefreiung in Anspruch genommen werden. Bei einer deutlich verspäteten Antragstellung ist der Weg möglicherweise verschlossen (Vorwurf des Weiterwirtschaftens ohne Aussicht auf Erfolg als Versagungsgrund nach §290 InsO).
Einzelunternehmen Beispiele
Der Verkauf eines Einzelunternehmens ist schwierig und ein wesentlicher Nachteil dieser Rechtsform gegenüber bspw. der GmbH. Der Einzelunternehmer ist nicht an seinem betreffenden Einzelunternehmen beteiligt. Vielmehr ist er selbst der Unternehmensträger. Damit kommt ein Verkauf in Form eines Beteiligungskaufs (Share Deal) wie bei einer GmbH nicht infrage. Der Kauf eines Einzelunternehmens ist folglich nur in Form des Einzelwirtschaftsgüterkaufs (Asset Deal) möglich.
Das Zuordnungsobjekt aller Rechte und Pflichten eines Unternehmens ist der jeweilige Unternehmensträger. Die Differenzierung zwischen dem Unternehmen und dem Unternehmensträger ist insbesondere bei einem Verkauf von großer Bedeutung. Da es kein Eigentum an dem Unternehmen gibt, kann nur das Eigentum an dem Unternehmensträger verkauft werden (Beteiligungskauf, Share Deal) oder aber es werden die einzelnen, das Unternehmen ausmachenden Sachen und Rechte veräußert (Einzelwirtschaftsgüterkauf, Asset Deal) siehe auch Haufe
Glossar	10. Juli 2015	Kommentare sind deaktiviert	14063	0	0	Einzelunternehmen, Einzelunternehmen gründen, Finanzamt, Fördermittel, GB §§1-104, Haftung, Impressum, Kosten, Name, Statistiken, Steuern, Umwandlung GmbH	Geschrieben von Janine Friebel
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 §53
 § 304
 § 304
 §1
 §290