Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202000,%203299
Timestamp: 2019-02-22 23:59:40+00:00

Document:
BAG, 27.04.2000 - 8 AZR 286/99 - dejure.org
BGB §§ 123, 124, 126, 138, 139, 242, 765, 766, 767, 768, 773, 777; AGBG §§ 1, 3, 8, 9; HWiG §§ 1, 2; VerbrKrG §§ 1ff., 15
Höchstbetragsbürgschaft durch Familienangehörige und § 9 AGBG (künftige Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis)
Unzulässigkeit einer Bürgschaftsklausel für alle künftigen Forderungen aus einem Arbeitsverhältnis
Keine Ausfallbürgschaften für Arbeitgeber
Arbeitsrecht - Bürgschaft für alle künftigen Verbindlichkeiten eines Verkaufsfahrers aus dem Beschäftigungsverhältnis
BGB §§ 123, 124, 126, 138, 139, 242, 765, 766, 767, 768, 773, 777; AGBG §§ 1, 3, 8, 9; HWiG §§ 1, 2; VerbrKrG §§ 1 ff, 15
Arbeitsrecht; Bürgschaft für künftige Verbindlichkeiten eines Verkaufsfahrers aus dem Beschäftigungsverhältnis
BGB §§ 765, 138 f.; AGBG §§ 3, 8 f.; HWiG §§ 1 f.; VerbrKrG §§ 1 ff., § 15
Unzulässigkeit einer Bürgschaftsldausel für alle künftigen Forderungen aus einem Arbeitsverhältnis
ArbG Köln, 08.07.1998 - 9 Ca 1459/96
BAGE 94, 300
NJW 2000, 3299
ZIP 2000, 1351
MDR 2000, 1382
NZA 2000, 940
BB 2000, 1039
BB 2000, 1628
DB 2000, 1570
DB 2000, 979
JR 2001, 352
Sie ist in den Vertrags- oder Fallgruppen vorzunehmen, wie sie durch die an dem Sachgegenstand orientierte typische Interessenlage gebildet werden (BAG 27. April 2000 - 8 AZR 286/99 - BAGE 94, 300 = AP BGB § 765 Nr. 1 = EzA AGB-Gesetz § 9 Nr. 2; BGH 3. April 1998 - V ZR 6/97 - NJW 1998, 2600; 4. Juli 1997 - V ZR 405/96 - NJW 1997, 3022; Hromadka NJW 2002, 2523, 2528).
Dem steht nicht entgegen, dass das Bundesarbeitsgericht in seinem Urteil vom 27. April 2000 (- 8 AZR 286/99 - BAGE 94, 300) bestätigende Schuldanerkenntnisse ohne Weiteres für zulässig gehalten hat.
Hierzu zählen der Grad der Abweichung vom dispositiven Gesetzesrecht und die für den Geschäftskreis übliche Gestaltung einerseits, Gang und Inhalt der Vertragsverhandlungen sowie der äußere Zuschnitt des Vertrags andererseits (vgl. BGHZ 130, 19, 25; BGH, Urteil vom 21. Juni 2001 - IX ZR 69/00 - NJW-RR 2002, 485, 486; BAG NJW 2000, 3299 f).
Die Bürgschaft fällt nicht in den Regelungsbereich des Verbraucherkreditgesetzes (BAG, Urteil vom 27.04.2000 - 8 AZR 286/99).
Hieran hat der XI. Senat des BGH die Folgerung geknüpft, dass eine Auslegung, die sich an dieser EG-Richtlinie und am Schutzzweck des HausTWG orientiere, es genügen lassen müsse, wenn eine Gegenleistung der anderen Vertragspartei zwar nicht zum Vertragsinhalt gehöre, wenn der Kunde aber sein Leistungsversprechen in der - dem Gegner erkennbaren - Erwartung abgebe, ihm selbst oder einem Dritten werde daraus irgendein Vorteil erwachsen (so auch BAG, Urteil vom 27.04.2000 - 8 AZR 286/99).
b) Zum einen ist weder vorgetragen noch sonst erkennbar, dass sich der Hauptschulder J im Rahmen eines Haustürgeschäfts verpflichtet hat (vgl. auch BGH, Urteil vom 14.05.1998 - XI ZR 56/95 - BGHZ 139, 21, 22 ff., BAG, Urteil vom 27.04.2000 aaO., I 2 a der Gründe).
Der Kläger beruft sich auf die Rechtsprechung des BAG (Urteil vom 27.04.2000 - 8 AZR 286/99), wonach eine formularmäßige Ausdehnung der Bürgenhaftung über die Forderung hinaus, die Anlass der Verbürgung war, unwirksam ist, weil sie gegen die gesetzliche Leitentscheidung des § 767 Abs. 1 S. 3 BGB verstößt.
BAG, 13.07.2005 - 10 AZR 532/04
Wettbewerbsverbot - aufschiebende Bedingung
Dabei ist auch der Grad der Abweichung vom dispositiven Gesetzesrecht und die für den Geschäftskreis übliche Gestaltung einerseits, Gang und Inhalt der Vertragsverhandlungen sowie der äußere Zuschnitt des Vertrages andererseits einzubeziehen (BAG 27. April 2000 - 8 AZR 268/99 - BAGE 94, 300, 307 f.; BGH 10. November 1989 - V ZR 201/88 - BGHZ 109, 197, 201).
Ob eine ungewöhnliche Klausel vorliegt, ist objektiv nach den Gesamtumständen zu beurteilen (BAG, NJW 2000, 3299).
Anderes gilt aber, wenn sich die enttäuschte Erwartung des Vertragspartners gerade auf individuelle Umstände bei Vertragsschluss stützt (BGH, 30.10.1987, V ZR 174/86, BGHZ 102, 152 ; BGH, 17.05.1982, VII ZR 316/81, BGHZ 84, 109 ; BAG, 29.11.1995, 5 AZR 447/94, AP Nr. 1 zu § 3 AGB-Gesetz ; BAG, 27.04.2000, 8 AZR 286/99, AP Nr. 1 zu § 765 BGB ).
LAG München, 30.09.2008 - 6 Sa 697/07
Als überraschend im Sinne von § 305 c BGB kann eine Klausel nur gewertet werden, wenn sie objektiv ungewöhnlich ist und ihr darüber hinaus ein Überraschungsmoment innewohnt, so dass ein typischer Vertragspartner nicht mit ihr zu rechnen braucht (vgl. BAG vom 6. August 2003, 7 AZR 9/03, N2A 2004, 96, zu I. 2. b) der Entscheidungsgründe; vom 27. April 2000, 8 AZR 286/99, NZA 2000, 940, zu I. 5. b) der Entscheidungsgründe; jeweils m.w.N.).

References: § 9
 § 15
 § 765
 § 9
 BGH 
 BGH 
 § 767
 BGH 
 § 3
 § 765
 § 305