Source: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/NRSITZ/NRSITZ_00007/fnameorig_795938.html
Timestamp: 2020-05-29 03:30:33+00:00

Document:
XXVII. Gesetzgebungsperiode Mittwoch, 11. Dezember 2019
Mittwoch, 11. Dezember 2019: 22.07 – 22.31 Uhr
Schlussworte des Präsidenten Mag. Wolfgang Sobotka ......................................... 18
Antrag der Abgeordneten Mag. Wolfgang Gerstl, Dr. Alma Zadić, LL.M., Kolle­ginnen und Kollegen, dem Budgetausschuss zur Berichterstattung über den An­trag 111/A betreffend „ein Bundesgesetz, mit dem das Bundesministerienge­setz 1986 geändert wird“, gemäß § 43 Abs. 1 GOG eine Frist bis 13. Dezember 2019 zu setzen ............................................................................................................................. 11
Verlangen der Abgeordneten Dr. Nikolaus Scherak, MA, Kolleginnen und Kol­legen gemäß § 43 Abs. 3 GOG auf Durchführung einer kurzen Debatte im Sinne des § 57a Abs. 1 GOG ......... 11
Dr. Nikolaus Scherak, MA ........................................................................................... 12
August Wöginger ......................................................................................................... 13
Mag. Jörg Leichtfried ................................................................................................... 14
Mag. Dr. Martin Graf ..................................................................................................... 15
Mag. Werner Kogler ..................................................................................................... 15
Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES .............................................................................. 17
Annahme des Fristsetzungsantrages ............................................................................. 17
Antrag der Abgeordneten Peter Haubner, Kolleginnen und Kollegen, dem Bud­getausschuss zur Berichterstattung über den Antrag 112/A betreffend „ein Bun­desgesetz, mit dem eine vorläufige Vorsorge für das Finanzjahr 2020 getroffen wird (Gesetzliches Budgetprovisorium 2020) und das Bundesfinanzrahmenge­setz 2019 bis 2022 geändert wird“, gemäß § 43 Abs. 1 GOG eine Frist bis 13. De­zember 2019 zu setzen – Annahme ................................................................................................................. 11, 17
Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung, 11. Dezember 2019 / Seite 2
Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer, Kolleginnen und Kollegen betreffend ein Bundesgesetz vom 6. Feber 1968 über elektrische Leitungsanlagen, die sich nicht auf zwei oder meh­rere Bundesländer erstrecken (33/A) (Zu 33/A)
des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen (8/AB zu 40/J)
des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Hannes Ames­bauer, BA, Kolleginnen und Kollegen (9/AB zu 48/J)
des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Sabine Schatz, Kolleginnen und Kollegen (10/AB zu 10/J)
des Bundesministers für Inneres auf die Anfrage der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen (11/AB zu 17/J)
Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung, 11. Dezember 2019 / Seite 3
22.07.12Beginn der Sitzung: 22.07 Uhr
22.07.13*****
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf hiermit die 7. Sitzung des Nationalrates eröffnen.
Als verhindert gemeldet sind die Abgeordneten Ing. Mag. Volker Reifenberger und MMMag. Dr. Axel Kassegger.
1. Anfragebeantwortungen: 8/AB bis 11/AB
Zurückziehung: Zu 33/A
Antrag 120/A(E) der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen betreffend Mehr Treffsicherheit bei Bildungskarenz
Antrag 137/A der Abgeordneten Josef Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz 1957 geändert wird
Antrag 138/A der Abgeordneten Josef Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Urlaubsgesetz geändert wird
Antrag 139/A(E) der Abgeordneten Josef Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen betref­fend armutsvermeidende Mindestsicherung
Antrag 140/A der Abgeordneten Josef Muchitsch, Kolleginnen und Kollegen betreffend ein Bundesverfassungsgesetz über die Prinzipien der gesetzlichen Pensionsversiche­rung
Antrag 146/A(E) der Abgeordneten Ing. Norbert Hofer, Kolleginnen und Kollegen be­treffend finanzielle Anerkennung der häuslichen Pflege
Antrag 147/A(E) der Abgeordneten Peter Wurm, Kolleginnen und Kollegen betreffend Erhaltung des österreichischen Tabakmonopols und fairer Nichtraucherschutz für un­sere heimische Gastronomie
Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung, 11. Dezember 2019 / Seite 4
Antrag 148/A(E) der Abgeordneten Ing. Norbert Hofer, Kolleginnen und Kollegen be­treffend Kostenersatz durch Gewalttäter im Gesundheitswesen
Antrag 150/A(E) der Abgeordneten Herbert Kickl, Kolleginnen und Kollegen betreffend Einbeziehung der Insassen von Justizanstalten in die gesetzliche Krankenversicherung
Antrag 164/A(E) der Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch, Kolleginnen und Kolle­gen betreffend Ausführungsgesetze zum Sozialhilfe-Grundsatzgesetz
Antrag 167/A der Abgeordneten Mag. Jörg Leichtfried, Kolleginnen und Kollegen be­treffend ein Bundesgesetz, mit dem das Pflanzenschutzmittelgesetz 2011 geändert wird
Antrag 111/A der Abgeordneten Mag. Wolfgang Gerstl, Dr. Alma Zadić, LLM, Kollegin­nen und Kollegen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Bundesministerienge­setz 1986 geändert wird
Antrag 112/A der Abgeordneten Peter Haubner, Mag. Dr. Jakob Schwarz, BA, Kolle­ginnen und Kollegen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem eine vorläufige Vorsorge für das Finanzjahr 2020 getroffen wird (Gesetzliches Budgetprovisorium 2020) und das Bundesfinanzrahmengesetz 2019 bis 2022 geändert wird
Antrag 124/A(E) der Abgeordneten Henrike Brandstötter, Kolleginnen und Kollegen be­treffend Finanzierung aus einer Hand für Gewaltschutzmaßnahmen
Antrag 132/A(E) der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen betreffend Bericht über Ausweitung und Anpassungsmöglichkeiten in der zweiten und dritten Säule der Altersvorsorge
Antrag 141/A(E) der Abgeordneten Dr. Reinhold Lopatka, Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc, Petra Steger, Mag. Eva Blimlinger, Dr. Helmut Brandstätter, Kolleginnen und Kollegen betreffend Verurteilung von Antisemitismus und der BDS-Bewegung
Antrag 163/A der Abgeordneten Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer, Kolleginnen und Kolle­gen betreffend ein Bundesgesetz vom 6. Feber 1968 über elektrische Leitungsanlagen, die sich nicht auf zwei oder mehrere Bundesländer erstrecken geändert wird
Antrag 165/A(E) der Abgeordneten Hermann Weratschnig, MBA MSc, Christoph Zarits, Kolleginnen und Kollegen betreffend Evaluierung der A3 Verlängerung nach Klingen­bach
Antrag 168/A(E) der Abgeordneten Klaus Köchl, Elisabeth Köstinger, Erwin Angerer, Dipl.-Ing. Olga Voglauer, Kolleginnen und Kollegen betreffend zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Opfer der schweren Unwetter in Kärnten aus dem Katastrophen­fonds
Antrag 121/A(E) der Abgeordneten Dr. Stephanie Krisper, Kolleginnen und Kollegen betreffend Unabhängigkeit der Rechtsberatung im Asylverfahren sicherstellen
Antrag 133/A(E) der Abgeordneten Mag. Thomas Drozda, Kolleginnen und Kollegen betreffend Freiwilliges Kulturjahr
Antrag 134/A(E) der Abgeordneten Katharina Kucharowits, Kolleginnen und Kollegen betreffend mehr Mittel für eine faire Entlohnung von Kunstschaffenden
Antrag 135/A(E) der Abgeordneten Katharina Kucharowits, Kolleginnen und Kollegen betreffend eine rasche Erarbeitung eines umfassenden UrheberInnenvertragsrechts
Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung, 11. Dezember 2019 / Seite 5
Bericht des Rechnungshofes betreffend Bundespensionskasse AG – Veranlagungs­strategien und Asset Management – Reihe BUND 2018/8 (III-1 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Liegenschaftstransaktionen des BMLVS, der ASFINAG und des Stadtentwicklungsfonds Korneuburg; Follow-up-Überprüfung – Rei­he BUND 2018/17 (III-3 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Struktur österreichischer Vertretungen inner­halb der EU; Follow-up-Überprüfung – Reihe BUND 2018/18 (III-4 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Haushaltsergebnisse 2016 gemäß Österreichi­schem Stabilitätspakt 2012 – Gutachten – Reihe BUND 2018/45 (III-11 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Psychiatrische Versorgung in Krankenanstal­ten in Kärnten und Tirol – Reihe BUND 2018/57 (III-14 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Ausgewählte Steuerungsbereiche in der Kran­kenversicherung; Follow-up-Überprüfung – Reihe BUND 2018/64 (III-16 d.B.)
Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung, 11. Dezember 2019 / Seite 6
Bericht des Rechnungshofes betreffend strafrechtliche Vermögensabschöpfung – Rei­he BUND 2019/7 (III-23 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend psychosoziale Angebote in den Ländern Salz­burg und Steiermark – Reihe BUND 2019/9 (III-25 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Frontrunner-Förderaktion; Follow-up-Überprü­fung – Reihe BUND 2019/17 (III-32 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Ausgewählte Stiftungen bei der Österreichi­schen Akademie der Wissenschaften; Follow-up-Überprüfung – Reihe BUND 2019/18 (III-33 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Ökologisierung Fließgewässer, zweite Sanie­rungsperiode – Reihe BUND 2019/19 (III-34 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Nebenbeschäftigungen der Universitätsprofes­sorinnen und -professoren – Reihe BUND 2019/20 (III-35 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Zahlungsströme zwischen den Gebietskörper­schaften mit dem Schwerpunkt Bedarfszuweisungen in den Ländern Niederösterreich und Steiermark; Follow-up-Überprüfung – Reihe BUND 2019/23 (III-38 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Vollzug der Schubhaft mit Schwerpunkt Anhal­tezentrum Vordernberg; Follow-up-Überprüfung – Reihe BUND 2019/25 (III-40 d.B.)
Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung, 11. Dezember 2019 / Seite 7
Bericht des Rechnungshofes betreffend Errichtung der S 10 – Mühlviertler Schnell­straße – Reihe BUND 2019/27 (III-42 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Aufsicht über gemeinnützige Bauvereinigun­gen – Reihe BUND 2019/31 (III-46 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Internationaler Informationsaustausch in Steu­erangelegenheiten – Reihe BUND 2019/33 (III-48 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Forschungs- und Wissenschaftskommunika­tion – Reihe BUND 2019/41 (III-56 d.B.)
Bericht des Rechnungshofes betreffend Arzneimittelbeschaffung für ausgewählte Kran­kenanstalten in Salzburg und Tirol – Reihe BUND 2019/44 (III-60 d.B.)
Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung, 11. Dezember 2019 / Seite 8
Bericht des Rechnungshofes betreffend System der Finanzzielsteuerung im Gesund­heitswesen – Reihe BUND 2019/47 (III-72 d.B.)
Bericht des Anwalts für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderung über die Tätigkeit im Jahr 2018, vorgelegt von der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Ge­sundheit und Konsumentenschutz (III-69 d.B.)
Sozialbericht 2019 der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsu­mentenschutz (III-77 d.B.)
Antrag 113/A(E) der Abgeordneten Mag. Dr. Sonja Hammerschmid, Kolleginnen und Kol­legen betreffend Sicherstellung Finanzierung qualitätsvoller sexueller Bildung an Schu­len
Antrag 114/A(E) der Abgeordneten Eva Maria Holzleitner, BSc, Kolleginnen und Kol­legen betreffend Weiterführung von Erasmus+ und des Europäischen Solidaritätskorps mit Großbritannien nach dem Brexit
(Zuweisungsvorschlag: Ausschuss für Familie und Jugend)
Antrag 116/A(E) der Abgeordneten Gabriele Heinisch-Hosek, Kolleginnen und Kolle­gen betreffend Umsetzung "Aktionsplan Frauengesundheit"
Antrag 117/A(E) der Abgeordneten Gabriele Heinisch-Hosek, Kolleginnen und Kolle­gen betreffend "Echte Gewaltschutzmaßnahmen statt Rückschritte zu Lasten gewalt­betroffener Frauen und Kinder"
Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung, 11. Dezember 2019 / Seite 9
Antrag 131/A(E) der Abgeordneten Michael Bernhard, Kolleginnen und Kollegen be­treffend Schaffung eines Klimatransparenzgesetzes inklusive Klimabudget (THG-Bud­get)
Antrag 144/A(E) der Abgeordneten Eva Maria Holzleitner, BSc, Kolleginnen und Kol­legen betreffend "Kleine Direktwahl der Landes- und BundesschülerInnenvertretung"
Antrag 145/A(E) der Abgeordneten Eva Maria Holzleitner, BSc, Kolleginnen und Kolle­gen betreffend Klima-, Natur- und Umweltschutz stärker im Schulunterricht verankern
Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung, 11. Dezember 2019 / Seite 10
Antrag 152/A der Abgeordneten Petra Bayr, MA MLS, Kolleginnen und Kollegen betref­fend ein Bundesgesetz, mit dem das Umsatzsteuergesetz 1994 (UStG 1994) geändert wird
Antrag 158/A(E) der Abgeordneten Dietmar Keck, Kolleginnen und Kollegen betreffend eine Kastrationspflicht für alle Katzen, die mit freiem Zugang zur Natur gehalten wer­den ("Freigängerkatzen")
Antrag 159/A der Abgeordneten Ing. Markus Vogl, Kolleginnen und Kollegen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über die Errichtung der Marktordnungs­stelle "Agrarmarkt Austria" (AMA-Gesetz 1992), BGBl. Nr. 376/1992, geändert wird
Antrag 160/A(E) der Abgeordneten Cornelia Ecker, Kolleginnen und Kollegen betref­fend Einleitung einer umfassenden "Bio-Wende" in der österreichischen Landwirtschaft
(Zuweisungsvorschlag: Tourismusausschuss)
Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll7. Sitzung, 11. Dezember 2019 / Seite 11
Antrag 166/A(E) der Abgeordneten Mag. Selma Yildirim, Kolleginnen und Kollegen be­treffend Schaffung einer neuen Strafbestimmung zu "Upskirting" und dem Verbot Nacktfotos ohne das Wissen oder die Einwilligung der Betroffenen anzufertigen
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich darf mitteilen, dass die Abgeordneten Gerstl und Zadić beantragt haben, dem Budgetausschuss zur Berichterstattung über den An­trag 111/A betreffend „ein Bundesgesetz, mit dem das Bundesministeriengesetz 1986 geändert wird“, eine Frist bis zum 13. Dezember zu setzen.
Weiters haben die Abgeordneten Haubner und Schwarz beantragt, dem Budgetaus­schuss zur Berichterstattung über den Antrag 112/A betreffend „ein Bundesgesetz, mit dem eine vorläufige Vorsorge für das Finanzjahr 2020 getroffen wird (Gesetzliches Budgetprovisorium 2020) und das Bundesfinanzrahmengesetz 2019 bis 2022 geändert wird“, eine Frist bis zum 13. Dezember zu setzen.
Die beiden Anträge werden im Anschluss an die Kurzdebatte zur Abstimmung ge­bracht.
Ferner liegt das von fünf Abgeordneten gemäß § 43 Abs. 3 der Geschäftsordnung ge­stellte Verlangen vor, eine kurze Debatte über den Fristsetzungsantrag betreffend den Antrag 111/A durchzuführen. (Abg. Krainer: Das ist eine gute Idee!)
Diese kurze Debatte wird sogleich stattfinden. Da es keine Rednerliste gibt, melden Sie sich bitte so zu Wort.
22.08.23Kurze Debatte über einen Fristsetzungsantrag
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Wir gehen in die kurze Debatte über den Fristset­zungsantrag betreffend den Antrag 111/A ein.
Ich darf darauf aufmerksam machen, dass gemäß § 57a Abs. 1 der Geschäftsordnung kein Redner länger als 5 Minuten sprechen darf. Dem Erstredner – Ihnen, Herr Abge­ordneter Scherak – kommt eine Redezeit von 10 Minuten zu. Stellungnahmen von Mit­gliedern der Bundesregierung werden nicht erfolgen.
Das Wort erhält Herr Abgeordneter Scherak. – Bitte.
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak, MA (NEOS): Ja, Sie werden alle merken: Es war eigentlich nicht geplant, jetzt noch eine Debatte durchzuführen, aber es besteht dafür eine dringende Notwendigkeit.
Es wurden von ÖVP und Grünen kurz vor Ende der letzten Sitzung Fristsetzungsan­träge eingebracht, die sich insbesondere mit dem Bundesministeriengesetz beschäfti­gen sollen. Jetzt ist man das von der ÖVP gewohnt – insofern richten sich meine Aus­führungen nicht an Sie, denn Sie haben das immer schon so gemacht –, was aber schon sehr faszinierend ist, ist die Vorgangsweise, die die Grünen hier an den Tag
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legen. Es sind Fristsetzungsanträge bis zum 13. Dezember eingebracht worden, also Anträge, die dem Budgetausschuss eine Frist bis zum 13. Dezember – das ist über­morgen – setzen sollen, innerhalb der über das Bundesministeriengesetz diskutiert werden soll.
Jetzt ist das einmal eine sogenannte Trägerrakete, in dem Antrag steht noch nichts drinnen, aber es ist dann wohl geplant, unter Umständen in einem Ausschuss darüber zu diskutieren, wie in Zukunft die Ministerienverteilung sein soll.
Nun ist das Problem, wenn der Ausschuss bis spätestens übermorgen tagen soll – das wage ich einmal zu behaupten, außer Kollege Haubner hat vor, den Budgetausschuss morgen einzuberufen, man weiß ja nie –, dass der Ausschuss nicht zustande kommen wird, und das bedeutet, dass wir überhaupt keine Debatte in einem Ausschuss über ein Bundesministeriengesetz haben werden, weil dann irgendwann einmal dieser Antrag hier ins Plenum hineingekommen ist und das Bundesministeriengesetz wahrscheinlich mit einem allumfassenden Abänderungsantrag geändert wird. (Abg. Loacker: Parla­mentarismus nennen das die Grünen!)
Jetzt habe ich schon gesagt, das ist man von der ÖVP gewöhnt, das hat sie immer schon so gemacht, das hat sie auch gemeinsam mit der FPÖ in der letzten Regierung gemacht (Abg. Martin Graf: So kurzfristig nicht!), aber dass sich die Grünen, die einmal für Parlamentarismus gestanden sind, die einmal für Transparenz gestanden sind, für dieses unwürdige Schauspiel hergeben, sich jetzt hierherstellen und ohne irgendeine Diskussion ein Bundesministeriengesetz durchpeitschen wollen, ist zutiefst peinlich. (Anhaltender Beifall bei NEOS und SPÖ sowie des Abg. Martin Graf. – Die Abgeord­neten Ernst-Dziedzic und Maurer: Das ist falsch! Das stimmt nicht! – Abg. Neham­mer: Lächerlich!)
Frau Kollegin Maurer, ich sage Ihnen etwas: Wenn das irgendeine andere Regierung, eine präsumtive Regierung gemacht hätte, dann wären Sie hier heraußen gestanden und hätten groß und breit über Transparenz diskutiert. (Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ.) Das ist genau das, was Sie hier versuchen, und ich halte das nicht nur für eine Zumutung dem Parlamentarismus gegenüber, sondern für den Abgesang der Grünen (Ruf: Geh bitte!) betreffend jegliche Fragen der Transparenz und jegliche Fragen des Parlamentarismus. (Beifall bei NEOS und SPÖ sowie des Abg. Martin Graf.)
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Klubob­mann Wöginger. – Bitte.
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Scherak, diese Fleißübung ist unnötig. (Abg. Meinl-Reisin­ger: Für jemanden, der das Parlament nicht achtet! – Zwischenruf des Abg. Matznet­ter.) Sie ist deshalb unnötig, weil es üblich ist, dass diese sogenannten Trägerraketen eingebracht werden. (Abg. Meinl-Reisinger: Das macht es nicht besser!) Wenn im Herbst eine Wahl stattfindet und eine Regierungsbildung sozusagen im Anmarsch ist, dann ist es üblich, dass diese sogenannten Trägerraketen, nämlich eine Gesetzesvor­lage für das Bundesministeriengesetz und auch für das gesetzliche Budgetprovisorium, eingebracht werden. Da können Sie in die letzten Legislaturperioden zurückschauen, das ist ein total üblicher Vorgang, den wir hier auch gemeinsam mit den Grünen bege­hen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zum Zweiten: Erklären Sie mir einmal, warum wir diesen beiden Gesetzentwürfen kei­ne Frist setzen sollten! Was wollen wir? – Sollte es zu einer Regierungsbildung zwi­schen uns und den Grünen kommen, dann ist es doch klar, dass auch die Ministerien
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ihre Arbeit so schnell wie möglich aufnehmen können sollen, und das können sie nur, wenn sie die gesetzliche Grundlage dafür auch im Bundesministeriengesetz haben. Deshalb bringen wir diesen Fristsetzungsantrag ein. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Kogler und Krainer. – Zwischenruf des Abg. Scherak.) – Herr Kol­lege Scherak, ich sage Ihnen - - (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Matznetter: Zwei Tage!) – Na Sie müssen - -
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Es wird durchs Zwischenrufen nicht besser, Sie können sich dann bitte alle melden, dann können wir ordnungsgemäß eine Debatte ab­führen!
Abgeordneter August Wöginger (fortsetzend): Kollege Matznetter, du hast es ja nö­tig, dass du dich da zu Wort meldest! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Nehammer: Un­glaubwürdig!) Denk zurück und kehr vor deiner Tür! Also wenn sich jemand an dieser Debatte nicht mit Kritik beteiligen sollte, dann ist es die SPÖ, denn wir haben jahrzehn­telang mit euch regiert und da haben wir genau das Gleiche getan, was wir jetzt tun. Also hört damit auf! (Heiterkeit, Beifall und Bravoruf bei der ÖVP sowie Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Herr Kollege Scherak, ich kann dir, weil du angesprochen hast, das in einem Aus­schuss zu behandeln, eine Angst nehmen: Unser Angebot steht, aber wir haben auch die Usance in diesem Haus, dass alle fünf Fraktionen einem Termin die Zustimmung geben müssen. (Zwischenruf des Abg. Scherak.) Das landet jetzt im Budgetaus­schuss, wir stellen dort den Obmann. Unser Angebot steht, wenn ihr euch hier alle ei­nigen könnt. (Abg. Krainer: Morgen!) Das ist ja manchmal ein Obertheater – das muss man auch einmal sagen, dass das manchmal ein Obertheater ist –, bis wir irgendwann einen Ausschusstermin zusammenbringen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Kucharo­wits und Vogl.) Wenn ihr nicht irgendwo in der ganzen Welt herumfliegt, dann können wir einen Ausschuss machen, dann können wir das dort auch beraten. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Es ist deshalb nicht angebracht, hier eine derartige Diskussion vom Zaun zu brechen, weil es – ich betone es noch einmal – ein üblicher Vorgang ist.
Wir sind es auch den Österreicherinnen und den Österreichern schuldig, dass wir, wenn es zu einer Regierungsbildung kommt, rasch handeln und dass die Ministerien auch in die Lage versetzt werden, letzten Endes ihre Arbeit aufnehmen zu können. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Dafür stehen wir, dafür wurden wir gewählt und dafür verhandeln wir auch mit den Grünen, meine Damen und Herren. (Zwischenrufe der Ab­geordneten Holzleitner und Scherak.) Den Ausschuss könnt ihr haben, aber ihr müsst euch auf einen Termin mit uns verständigen können, dann ist es kein Problem (Abg. Scherak: Ist das jetzt ein Gnadenakt, dass ein Ausschuss ...?!), dass wir dieses neue Bundesministeriengesetz, das es im Falle einer Regierungsbildung geben wird, auch ordentlich abarbeiten können.
Zu euch da hinten (in Richtung SPÖ) noch ein letzter Satz (Zwischenrufe bei der SPÖ): Das, was ihr da zum Teil aufführt, bei einer derartigen internen Performance, die ihr abgebt: Kehrt lieber vor der eigenen Tür, anstatt hier die Moralapostel zu spielen und uns ständig Dinge vorzuwerfen, die ihr nicht beweisen könnt! (Zwischenrufe der Abge­ordneten Heinisch-Hosek und Rendi-Wagner.) – Das sage ich noch zur vorhergehen­den Debatte. Das ist nicht nötig, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Ich verstehe die Emotionen (in Richtung der Bei­fall spendenden Abgeordneten der ÖVP); ich danke.
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Leichtfried. – Bitte.
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Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Herr Präsident! Kolleginnen und Kolle­gen! Was für eine parlamentarische Farce erleben wir heute! Was für eine parlamenta­rische Farce! (Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir dis­kutieren heute über ein starkes Parlament, und was tut ihr hier? – Ihr versucht, dieses Parlament zu entmündigen und lächerlich zu machen. Das ist heute, an diesem Tag, die Performance der ÖVP und der Grünen – und nichts anderes. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Nehammer: Schlech­te Rede! Schlechte Rede!)
Ein Antrag mit der sensationellsten Begründung aller Zeiten: Wir brauchen ein neues Ministeriengesetz, denn durch „den Entfall einer Ziffer ist im entsprechenden Ab­schnitt L eine Neureihung nötig“. – Gratuliere herzlichst! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ihr stellt mit dem, was ihr tut, noch Schwarz-Blau in den Schatten, geschätzte Kollegin­nen und Kollegen. Nichts anderes ist es! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe des Abg. Sieber. – Ruf bei der ÖVP: Die Richtung stimmt!)
Man hat den Braten ja riechen können: Serienvertagungen von Anträgen, nichts mit Ausschüssen, nein, wir brauchen nicht einmal einen Verfassungsausschuss! (Präsi­dent Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Und jetzt kommt ihr mit diesem Gesetz daher. (Abg. Kogler: Das glaubt dir ja jetzt keiner mehr!) – Wisst ihr, was ich euch sage? – Von der ÖVP war ja nichts Besseres zu erwarten, aber ich schaue zu den Grünen: Gebt ihr euch für dieses Schauspiel her? (Heiterkeit und Zwischenrufe bei den Grü­nen.) Gebt ihr euch für dieses Schauspiel her? (Abg. Stögmüller: Na geh!) Was wird eure Basis dazu sagen, dass Parlamentarismus ab jetzt von Schwarz und Grün mit Füßen getreten wird? Was werden die dazu sagen? Das frage ich euch schon. (Abg. Stögmüller: Jahrelang ...!)
Ich frage euch: Was ist mit euch? Was ist mit euren Vorstellungen, euren Ideen? – Vorbei ist es. Der Geruch der Macht, die Sucht nach der Macht, das war jetzt wahr­scheinlich zu viel für euch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Stögmüller: Da sitzt die Macht!)
Ich kann euch eines sagen: Vor zwei Jahren hat an diesem Pult jemand gesagt: Nehmt euch in Acht! (Abg. Wöginger: Fürchtet euch nicht!) – Genau, Gust, fürchtet euch nicht! (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Kirchbaumer: Der Weg ist der richtige!) Nehmt euch in Acht, ihr werdet mit dem türkisen Bräutigam oder mit der türkisen Braut wahr­scheinlich zusammenkommen, aber ihr werdet mit der schwarzen Witwe aufwachen. Genau das wird geschehen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kogler: Könntets ... beim Vil­lacher Fasching auftreten! – Weitere Zwischenrufe bei Grünen und FPÖ.)
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Graf. – Bitte. (Ruf: Jetzt wird’s weniger lustig!)
22.19.28
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr ge­ehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Weil wir ja davon ausgehen, dass wir nur Neues berichten: Es ist schon einiges neu bei dieser Vorgehensweise. Herr Kogler, vielleicht ist das, was Sie eingebracht haben, neu.
Es ist schon klar, dass man Geschäftsordnungen ausreizt, mein Gott, das ist so, in der Regel macht das eine Regierung. Das wirklich Neue ist, dass es große Debatten in Zu­weisungssitzungen gibt. Das gibt es eigentlich ganz, ganz selten. Ich bin seit 1994 mit Unterbrechungen da, und das ist mir eigentlich relativ neu. Das ist vielleicht ein Ver­dienst der neuen Einigung.
Kollege Wöginger, das war eine tolle Rede, gefällt mir, dazu kann man klatschen (Hei­terkeit und Beifall bei FPÖ und ÖVP) – und auch zu den Grünen gesprochen –: Etwas
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ist absolut neu. Sie haben es ja gesagt, in Richtung der Sozialisten: Wir haben das mit den Sozialisten in der Regierung über Jahrzehnte so gemacht. (Beifall bei der FPÖ.) Wissen Sie, was der Unterschied ist? – Sie regieren ja noch nicht einmal und machen es bereits. Das ist der große Unterschied. (Die Abgeordneten Wöginger und Kurz: Nein!) – Nein, nein, mit uns haben Sie das nicht gemacht. Als wir gemeinsam regiert haben, da haben wir es gemacht, Sie aber regieren noch nicht einmal mit den Grünen und machen das bereits, Sie reizen die Geschäftsordnung aus. (Abg. Kogler: Das steht sogar in „Unzensuriert“! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Sie haben den Leuten ver­sprochen, dass Sie das nicht machen werden, und das ist das wahrlich Neue.
Also erstmalig mit den Grünen, und ganz neu: Man braucht nicht einmal in einer Regie­rung zu sitzen, schon sind die Grünen eingekauft. Der nächste Untersuchungsaus­schuss steht schon ante portas, das kann ich Ihnen sagen. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Kogler. – Bit­te. (Ruf bei der FPÖ: Jetzt kommt die Erklärung!)
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Her­ren! Mir hat man ja immer nachgesagt, dass ich manchmal irgendwie sehr seltsame Reden halte, bemüht witzig, aber ich glaube, an Kollegen Leichtfried werde ich jetzt nicht herankommen. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Deshalb muss ich schon zum Glas greifen (sich ein Glas Wasser einschenkend), weil das ein bisschen zur Inszenierung dazugehört, denn wir haben Gewichtiges zu sagen. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Bitte darum!)
Erstens – jetzt ist es wirklich wichtig, gewichtig vielleicht auch –: Also ich weiß ja nicht, worüber – auch beim Kollegen Scherak nicht – sich hier so aufgeregt wird. Ich verstehe es nicht, wir vertragen uns ja sonst immer alle so gut. Es waren genau die zwei Kol­legen, mit denen wir uns beim U-Ausschuss nicht mehr gefunden haben, weil ihr auf einmal eine Pressekonferenz gemacht habt – aber wir sind da ja nicht so nachtragend. (Ruf: Anscheinend schon! – Abg. Rendi-Wagner: Ah wirklich?!) Wir werden da einen schönen Untersuchungsgegenstand finden, das ist ja vorher ausgeführt worden.
Ich komme jetzt wieder zum eigentlichen Thema zurück und bemühe die Geschäftsord­nung dieses Hauses – immerhin ein Gesetz. Da geht es in § 44 um die Verhandlung der Ausschussberichte im Nationalrat, und in Absatz 3 geht es um die Fristsetzung. Darauf bezieht sich offenbar die Erregung, denn vor lauter Erregung habe ich gar nicht mehr gewusst, worum es geht, jedenfalls beim Zuhören, aber vielleicht bin ich ja von den Regierungsverhandlungen schon so verwirrt, wie Sie insinuieren. Man weiß es nicht. Man muss sich ja um die Grünen Sorgen machen, wie wir gehört haben; auch die FPÖ macht sich schon Sorgen um die Grünen. (Heiterkeit und Zwischenrufe bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Martin Graf.) Also, ich weiß nicht, vielleicht schreibt ihr noch auf unzensuriert.at, dass man sich jetzt Sorgen um die Grünen machen muss.
Was ist aber die wirkliche Sorge? – Wenn ich das richtig interpretiere, was hier darge­boten wurde, verkleidet in einer Art Selbsterregungsfaschingsrede (Zwischenrufe der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Scherak), dann ist es doch so, dass es darum geht, dass der Ausschuss - - (Zwischenruf des Abg. Scherak.) – Ich meine Kollegen Leichtfried. (Abg. Scherak: Ja eh!) Es ist immer interessant, wer sich angesprochen fühlt. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Es kann der Frömmste nicht zum Ernst zurückkommen, wenn ihr dauernd zwischen­ruft – also wir sollten die Geschäftsordnung ernst nehmen. (Abg. Meinl-Reisinger: Man sollte auch das Parlament ernst nehmen!) Wenn jetzt die wirkliche Sorge war, dass es keinen Ausschuss geben kann, weil jetzt diese Fristsetzung mit dem 13. De-
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zember kommt, wenn ich jetzt richtig informiert bin, dann kann eigentlich Abhilfe ge­schaffen werden. Wir können alle wieder ganz beruhigt nach Hause gehen, falls diese Erregung ernst war, denn es ist nicht gesund, wenn man so heimgeht.
Wir können dann nämlich Anleihe nehmen und die Fußnote 4 der Kommentierung he­ranziehen, wo steht – das ist da auf Seite 239, wer mitblättern will –: „Der Ablauf der Frist schließt eine Fortsetzung der Ausschußverhandlungen bis zum Zeitpunkt des Be­ginns der Sitzung des NR“ – Nationalrates – „nicht aus.“ – Das werden wir ja wohl noch zusammenbringen.
Ich habe jetzt Kollegen Wöginger nicht so verstanden und andere auch nicht; auf uns könnt ihr euch verlassen – falls die Sorge ist, dass man sich auf uns nicht verlassen kann –, dass wir diesen Ausschuss halt haben, wenn wir ihn wollen. (Abg. Meinl-Rei­singer: Nett! – Abg. Scherak: Du musst einmal fortsetzen! Du musst einmal anfangen im Ausschuss!) Diese Fristsetzung hat den Sinn, dass die Sache einmal aufgegleist ist, damit man beim Arbeiten nicht in Verzug kommt. Es sind ja die gleichen Leute, die uns zurufen, dass diese Regierungsverhandlungen – ich hatte das so vernommen, manch­mal lese ich das schon in der APA oder auch im „Standard“ – dazu führen, dass Ver­brechen stattfinden oder sonst irgendetwas. Also irgendetwas muss euch recht sein! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Es hat alles seine Richtigkeit und seine Logik. Wir halten vielleicht mehr aus, als ge­glaubt wird, wenn uns jetzt dies alles zugeschrieben wird. Wir werden ja dann in der Praxis erkennen, wie viel Parlamentarismus, wie viel Transparenz und sonst etwas da ist – vielleicht in den Materiengesetzen, wenn dann ein Transparenzpaket vorgelegt wird, welches wir ja gern mit den Fraktionen weiterverhandeln würden. Wir bemühen uns halt jetzt. Wenn wir zwei uns einig sind, ist zumindest schon einmal eine Mehrheit gegeben, was ja in dem von Ihnen apostrophierten Parlamentarismus nicht so schlecht ist, denn da käme ja ein Beschluss heraus. (Beifall bei den Grünen sowie Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Wir waren ja bis jetzt in der Verlegenheit, das so nicht zu haben. Ja, es stimmt schon, es fühlt sich anders an, okay. Wir werden nicht davonlaufen, das haben wir ja im Wahl­kampf gesagt. Wir machen einen Schritt – jetzt machen wir ihn halt. Wir versuchen, Schritte aufeinander zu zu machen. Wenn wir etwas Gescheites zusammenbringen, wird es allen recht sein müssen. Wenn es schlecht ist, werdet ihr es kritisieren. So ist die Aufteilung. Es ist ja noch nicht einmal sicher, ob nicht ihr (in Richtung SPÖ) euch in der Regierung wiederfindet – oder wir. Nicht einmal das ist sicher.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Ich sage nur den Schlusssatz: Es wurde hier die persönliche Einladung zum Villacher Fasching verteilt. Ich glaube, die haben alle Abgeordneten aufs Bankerl bekommen. Möglicherweise hat Kollege Leicht­fried geglaubt, er muss hier schon eine Trainingsübung machen, weil er dort eine akti­ve Rolle einnehmen soll. (Heiterkeit und anhaltender Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gelangt Abgeordnete Klubobfrau Meinl-Reisinger. – Bitte.
Abgeordnete Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES (NEOS): Da wird eine Wuchtel nach der anderen geschoben, da klatschen die Claqueure, die Fangruppen, möchte ich ge­rade sagen, der jeweiligen Rednerinnen und Redner, und ich frage mich: Wo sind die Fangruppen des Parlamentarismus? – Bei den Grünen jedenfalls nicht mehr! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
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Jetzt werde ich Ihnen etwas sagen, Herr Kogler, weil Sie hier so launig zum Besten gegeben haben, wie sehr Sie hier in puncto Transparenz mit allen Fraktionen arbeiten wollen: Wir haben ganz konkrete Vorschläge zum Thema Parteienfinanzierung ge­macht – mehr Transparenz und Kontrolle. (Abg. Nehammer: Keine Fans! – Abg. Kog­ler: Ja eh!) Erst als wir uns darüber aufgeregt haben, dass niemand, kein Klubobmann und keine Klubobfrau, kein Fachabgeordneter irgendeiner anderen Fraktion auf unser Gesprächsangebot – reden wir als selbstbewusstes Parlament darüber, was wir weiter­bringen! – reagiert hat, haben die Grünen halt gnadenweise angerufen. Ebenso gna­denweise dürfte dann hier in dieser Frage ein Ausschuss stattfinden.
Herr Wöginger, ein Ausschuss ist kein Gnadenakt! (Zwischenruf der Abg. Ernst-Dzie­dzic.) Das Parlament hat genau die Rolle, die die Verfassung vorsieht. Die einzige Be­gründung, die ich heute gehört habe – und das stimmt schon, das macht die Rede des Herrn Leichtfried ein bisschen zur Show –, ist: Weil es immer schon so war! Wir sind schon immer über das Parlament drübergefahren! – Danke, jetzt auch die Grünen. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS.)
Wir kommen nun zur Abstimmung über den Antrag des Budgetausschusses, zur Be­richterstattung - - (Abg. Becher: Das ist falsch! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Wir kommen nun zur Abstimmung über den Antrag, dem Budgetausschuss zur Be­richterstattung über den Antrag 111/A eine Frist bis zum 13. Dezember 2019 zu set­zen.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. Das ist die Mehrheit, angenommen.
22.29.38Abstimmung über einen Fristsetzungsantrag
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Wir kommen nun zur Abstimmung über den Antrag der Abgeordneten Haubner, Schwarz, Kolleginnen und Kollegen, dem Budget­ausschuss zur Berichterstattung über den Antrag 112/A eine Frist bis zum 13. Dezem­ber 2019 zu setzen.
Wer dafür ist, den bitte ich wieder um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist ebenfalls die Mehrheit.
22.29.55*****
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Die nächste Sitzung des Nationalrates, die für Mittwoch, den 22. Jänner 2020, 9 Uhr, in Aussicht genommen ist, wird auf schriftlichem Wege einberufen.
Da es sich hierbei um nicht-öffentliche Sitzungen handelt, darf ich die Besucherinnen und Besucher und die Medienvertreter um das Verlassen des Saals ersuchen.
22.30.24Schlussansprache des Präsidenten
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Das ist die letzte Sitzung heuer, ich darf mich daher ganz herzlich bei Ihnen für die Arbeit in diesem Jahr bedanken. Es war ein Jahr
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voller Turbulenzen, aber es hat gezeigt, dass wir, egal in welcher Phase, auf der Basis der Verfassung und des Rechtsstaates eine Kontinuität wahren konnten, die auch dem österreichischen Rechtsstaat und der Demokratie ein gutes Zeugnis ausgestellt hat.
Ich darf mich noch einmal bei allen Fraktionsobleuten bedanken, bei meinen Präsiden­tenkollegInnen, Präsidentin Bures und Präsident Hofer, für die kollegiale Arbeit in der Präsidiale, bei allen unseren Mitarbeitern, die in den Ausschüssen wahrlich oftmals kei­ne leichte Arbeit zu erledigen hatten – ein herzliches Dankeschön. (Allgemeiner Bei­fall.)
Ihnen allen wünsche ich etwas Ruhe und Besinnung, Kraft und Stärkung für das neue Jahr. (Allgemeiner Beifall.)
22.31.48Schluss der Sitzung: 22.31 Uhr

References: § 43
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 § 57
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