Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20070327_OGH0002_0010OB00241_06G0000_000&IncludeSelf=True&ShowPrintPreview=True
Timestamp: 2019-01-17 19:44:26+00:00

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RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 1Ob241/06g - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 1Ob685/83 4Ob614/88 (4Ob...
RS0021326
1Ob685/83; 4Ob614/88 (4Ob615/88); 2Ob567/89; 8Ob610/90 (8Ob679/90); 8Ob526/90; 8Ob502/95; 3Ob54/97f; 10Ob204/97s; 9Ob348/98m; 7Ob105/99p; 7Ob195/00b; 6Ob59/00w; 1Ob89/02y; 1Ob113/02b; 1Ob306/02k; 6Ob152/03a; 5Ob60/04s; 7Ob155/05b; 7Ob78/06f; 1Ob241/06g; 5Ob17/09z; 5Ob288/08a; 9Ob57/08k; 3Ob20/09a; 7Ob230/08m; 2Ob73/10i; 6Ob38/11y; 4Ob191/10g; 8Ob90/10h; 6Ob13/11x; 2Ob215/10x; 3Ob234/12a; 3Ob47/13b; 1Ob229/14d; 9Ob23/15w; 5Ob25/15k; 1Ob224/15w
31.08.1983
ABGB §1096 C
§ 1096 Abs 1 zweiter Satz ABGB ist im wesentlichen eine Gewährleistungsbestimmung, wenn auch eine besonderer Art, da die Minderung des Bestandzinses kraft Gesetzes auch bei Mängeln eintritt, die erst während der Dauer des Bestandverhältnisses auftreten.
1 Ob 685/83
Entscheidungstext OGH 31.08.1983 1 Ob 685/83
4 Ob 614/88
Entscheidungstext OGH 10.01.1989 4 Ob 614/88
Beisatz: Geltendmachung unabhängig von den Fristen des § 933 ABGB. (T1)
2 Ob 567/89
Entscheidungstext OGH 14.11.1989 2 Ob 567/89
8 Ob 610/90
Entscheidungstext OGH 13.12.1990 8 Ob 610/90
Auch; Veröff: SZ 63/220
8 Ob 526/90
Entscheidungstext OGH 26.02.1991 8 Ob 526/90
Auch; Beisatz: Dauer der Zinsminderung vom Beginn der Gebrauchsbeeinträchtigung bis zu deren Behebung. (T2) Veröff: ImmZ 1991,360
8 Ob 502/95
Entscheidungstext OGH 26.01.1995 8 Ob 502/95
Auch; Beis wie T2
3 Ob 54/97f
Entscheidungstext OGH 26.02.1997 3 Ob 54/97f
nur: § 1096 Abs 1 zweiter Satz ABGB ist im wesentlichen eine Gewährleistungsbestimmung, wenn auch eine besonderer Art. (T3); Beis wie T2
10 Ob 204/97s
Entscheidungstext OGH 17.03.1998 10 Ob 204/97s
9 Ob 348/98m
Entscheidungstext OGH 10.02.1999 9 Ob 348/98m
Auch; nur T3; Beisatz: Bei dieser Zinsminderung handelt es sich um einen Gewährleistungsanspruch eigener Art, der unabhängig von den Fristen des § 933 ABGB geltend gemacht werden kann, nicht vom Verschulden des Bestandgebers am Eintritt des Mangels abhängt und ex lege eintritt. (T4)
7 Ob 105/99p
Entscheidungstext OGH 09.06.1999 7 Ob 105/99p
7 Ob 195/00b
Entscheidungstext OGH 27.09.2000 7 Ob 195/00b
nur T3
6 Ob 59/00w
Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 59/00w
Auch; nur T3; Veröff: SZ 73/180
1 Ob 89/02y
Entscheidungstext OGH 11.06.2002 1 Ob 89/02y
Auch; Beis wie T4
1 Ob 113/02b
Entscheidungstext OGH 14.10.2002 1 Ob 113/02b
Verstärkter Senat; Beis wie T4; Beis wie T1; Beis wie T2; Veröff: SZ 2002/132
1 Ob 306/02k
Entscheidungstext OGH 24.02.2003 1 Ob 306/02k
Beis wie T1; Beis wie T4; Veröff: SZ 2003/18
6 Ob 152/03a
Entscheidungstext OGH 23.10.2003 6 Ob 152/03a
Vgl; Beis wie T2; Beis wie T4
5 Ob 60/04s
Entscheidungstext OGH 29.03.2004 5 Ob 60/04s
Auch; nur T3; Veröff: SZ 2004/47
7 Ob 155/05b
Entscheidungstext OGH 31.08.2005 7 Ob 155/05b
7 Ob 78/06f
Entscheidungstext OGH 11.10.2006 7 Ob 78/06f
Auch; nur T3; Beisatz: Für Verbrauchergeschäfte gilt auch im Anwendungsbereich des § 1096 Abs 1 ABGB § 9 Abs 1 KSchG. (T5)
1 Ob 241/06g
Entscheidungstext OGH 27.03.2007 1 Ob 241/06g
Auch; Beis wie T5
5 Ob 17/09z
Entscheidungstext OGH 24.03.2009 5 Ob 17/09z
Auch; Beisatz: Die Brauchbarkeit des Bestandobjekts - anderes wird auch bei der Übergabe nicht geschuldet (§ 3 Abs 2 Z 2 MRG und § 1096 Abs 1 erster Halbsatz ABGB) - ist dem Mieter, soweit ihn selbst keine Erhaltungspflicht trifft, für die gesamte Dauer der Bestandzeit mit dem Druckmittel der Mietzinsminderung zu gewährleisten. (T6)
Beisatz: § 1096 Abs 1 zweiter Satz ABGB gilt - als von § 3 MRG unberührt - auch im Vollanwendungsbereich des MRG. (T7)
Veröff: SZ 2009/33
5 Ob 288/08a
Entscheidungstext OGH 14.04.2009 5 Ob 288/08a
Auch; Beis ähnlich wie T6; Beis ähnlich wie T7
9 Ob 57/08k
Entscheidungstext OGH 02.06.2009 9 Ob 57/08k
Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T7; Beisatz: Im Geltungsbereich des § 3 MRG besteht keine gesetzliche Verpflichtung des Vermieters zur Erneuerung einer schadhaft gewordenen Therme und damit auch kein sofort fälliger Ersatzanspruch nach § 1097 iVm § 1036 ABGB einer Mieterin, die diese Arbeiten auf ihre Kosten selbst vorgenommen hat. Der Mieter, soweit ihn selbst keine Erhaltungspflicht trifft, hat aber für die gesamte Dauer der Bestandzeit das Druckmittel der Mietzinsminderung. (T8)
3 Ob 20/09a
Entscheidungstext OGH 19.05.2009 3 Ob 20/09a
Auch; nur T3; Veröff: SZ 2009/70
7 Ob 230/08m
Entscheidungstext OGH 13.05.2009 7 Ob 230/08m
2 Ob 73/10i
Entscheidungstext OGH 22.12.2010 2 Ob 73/10i
6 Ob 38/11y
Entscheidungstext OGH 16.03.2011 6 Ob 38/11y
Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Die Mietzinsminderung nach § 1096 ABGB setzt eine Anzeige iSd § 1097 ABGB voraus. (T9)
Bem: Siehe RS0126618. (T10)
4 Ob 191/10g
Entscheidungstext OGH 23.03.2011 4 Ob 191/10g
Vgl; Beis wie T4; Beisatz: § 1096 ABGB setzt voraus, dass die tatsächlich erbrachte von der geschuldeten Leistung abweicht. (T11); Veröff: SZ 2011/35
8 Ob 90/10h
Entscheidungstext OGH 15.07.2011 8 Ob 90/10h
Auch; nur T3; Beis wie T1; Beis wie T2; Veröff: SZ 2011/91
6 Ob 13/11x
Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 13/11x
Vgl; Beis ähnlich wie T4
2 Ob 215/10x
Entscheidungstext OGH 27.02.2012 2 Ob 215/10x
Auch Beis wie T7; Beis wie T6; Auch Beis wie T4; Beis wie T11; Beisatz: Die Zinsminderung tritt nicht nur wegen nach Übergabe auftretender Mängel ein, sondern auch wegen Mängeln, die schon bei der Übergabe vorhanden sind. (T12)
Beisatz: Die Gewährleistungsrechte des Mieters hängen von der ihm geschuldeten Beschaffenheit der Bestandsache ab. (T13)
Veröff: SZ 2012/20
3 Ob 234/12a
Entscheidungstext OGH 13.03.2013 3 Ob 234/12a
Auch; Beis wie T6; Beis wie T7; Veröff: SZ 2013/28
3 Ob 47/13b
Entscheidungstext OGH 19.06.2013 3 Ob 47/13b
Auch; Beis wie T11
1 Ob 229/14d
Entscheidungstext OGH 22.01.2015 1 Ob 229/14d
9 Ob 23/15w
Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 Ob 23/15w
Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T11
5 Ob 25/15k
Entscheidungstext OGH 25.08.2015 5 Ob 25/15k
Auch; Veröff: SZ 2015/82
1 Ob 224/15w
Entscheidungstext OGH 22.12.2015 1 Ob 224/15w
ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0021326
JJR_19830831_OGH0002_0010OB00685_8300000_001
Rechtssatz für 5Ob1/84 5Ob151/92 5Ob10...
RS0069690
5Ob1/84; 5Ob151/92; 5Ob104/93 (5Ob105/93 -5Ob107/93); 3Ob367/97k; 5Ob24/99m; 5Ob49/02w; 5Ob202/02w; 1Ob241/06g; 2Ob60/08z; 5Ob6/08f; 5Ob259/08m; 5Ob131/09i; 5Ob143/09d (5Ob144/09a); 6Ob81/09v; 5Ob9/15g; 5Ob169/17i; 5Ob138/17f; 5Ob221/17m
31.01.1984
MRG §21 Abs1
Die Aufzählung der Betriebskosten in § 21 Abs 1 MRG ist taxativ.
5 Ob 1/84
Entscheidungstext OGH 31.01.1984 5 Ob 1/84
Veröff: EvBl 1984/140 S 546 = ImmZ 1985,194
5 Ob 151/92
Entscheidungstext OGH 19.01.1993 5 Ob 151/92
Beisatz: Abweichende Vereinbarungen zu Lasten des Mieters können nicht rechtswirksam getroffen werden, eine extensive Auslegung des Gesetzes ist ausgeschlossen. (T1) Veröff: ImmZ 1993,151 = WoBl 1993,171
5 Ob 104/93
Entscheidungstext OGH 30.08.1994 5 Ob 104/93
Vgl auch; Beisatz: Die Kosten der Wartung der Brandmeldeanlage stellen keine Betriebskosten im Sinne des § 21 Abs 1 Z 4 MRG dar; dabei handelt es sich um Kosten der Erhaltung des Hauses schlechthin, auch wenn eine solche Brandmeldeanlage von der Baubehörde als Auflage vorgeschrieben wurde. Anders verhält es sich mit den Kosten der Versicherung der Brandmeldeanlage. Diese ist Bestandteil des versicherten Gebäudes wie jeder andere Gebäudeteil auch. (T2) Veröff: ImmZ 1995,5
3 Ob 367/97k
Entscheidungstext OGH 15.04.1998 3 Ob 367/97k
5 Ob 24/99m
Entscheidungstext OGH 09.02.1999 5 Ob 24/99m
Beisatz: Hier: Anschaffung eines Wasserschlauchs und Entfernung einer Dachlawine. (T3)
5 Ob 49/02w
Entscheidungstext OGH 03.12.2002 5 Ob 49/02w
Beis wie T1 nur: Abweichende Vereinbarungen zu Lasten des Mieters können nicht rechtswirksam getroffen werden. (T4)
5 Ob 202/02w
Entscheidungstext OGH 17.12.2002 5 Ob 202/02w
Vgl; Beisatz: Hier: Klausel in Mietvertrags-Formblättern, die im Hinblick auf § 21 Abs 1 Z 6 MRG gegen das Transparenzgebot des § 6 Abs 3 KSchG verstößt. (T5)
2 Ob 60/08z
Entscheidungstext OGH 10.04.2008 2 Ob 60/08z
Veröff: SZ 2008/46
5 Ob 6/08f
Entscheidungstext OGH 15.04.2008 5 Ob 6/08f
Beisatz: Zinsen, die aufgrund der verspäteten Bezahlung fälliger Hausbesorgerentgelte aufgelaufen sind, sind keine Betriebskosten nach § 21 Abs 1 Z 8, § 23 Abs 1 Z 1 MRG, jeweils idF vor der WRN 2000. (T6)
5 Ob 259/08m
Entscheidungstext OGH 10.02.2009 5 Ob 259/08m
5 Ob 131/09i
Entscheidungstext OGH 07.07.2009 5 Ob 131/09i
Beisatz: Es sind nur solche Ausgaben als Betriebskosten verrechenbar, die in regelmäßigen Zeitabständen wiederkehren, also „laufende" Kosten des „Betriebs" sind. (T7)
5 Ob 143/09d
Entscheidungstext OGH 01.09.2009 5 Ob 143/09d
Beis wie T1; Beis wie T7
6 Ob 81/09v
Entscheidungstext OGH 18.12.2009 6 Ob 81/09v
Auch; Beis wie T5; Bem: Hier: Zulässigkeit von Mietvertragsklauseln. (T8)
5 Ob 9/15g
Entscheidungstext OGH 24.02.2015 5 Ob 9/15g
5 Ob 169/17i
Entscheidungstext OGH 23.10.2017 5 Ob 169/17i
5 Ob 138/17f
Entscheidungstext OGH 21.12.2017 5 Ob 138/17f
5 Ob 221/17m
Entscheidungstext OGH 10.04.2018 5 Ob 221/17m
ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0069690
JJR_19840131_OGH0002_0050OB00001_8400000_001
Rechtssatz für 4Ob28/01y 6Ob16/01y 4Ob...
RS0115217
4Ob28/01y; 6Ob16/01y; 4Ob179/02f; 4Ob88/05b; 6Ob275/05t; 9Ob12/06i; 9Ob15/05d; 7Ob131/06z; 7Ob140/06y; 7Ob173/06a; 4Ob221/06p; 1Ob241/06g; 10Ob67/06k; 6Ob110/07f; 4Ob5/08a; 8Ob119/08w; 10Ob70/07b; 2Ob137/08y; 3Ob12/09z; 7Ob230/08m; 6Ob128/09f; 7Ob15/10x; 7Ob13/10b; 5Ob64/10p; 2Ob1/09z; 7Ob109/09v; 1Ob164/10i; 7Ob173/10g; 5Ob42/11d; 2Ob198/10x; 7Ob216/11g; 7Ob66/12z; 2Ob59/12h; 7Ob201/12b; 1Ob210/12g; 7Ob90/13f; 3Ob109/13w; 7Ob232/13p; 9Ob56/13w; 5Ob205/13b; 3Ob57/14z; 10Ob28/14m; 5Ob118/13h; 7Ob113/14i; 7Ob190/14p; 7Ob168/14b; 7Ob53/14s; 7Ob73/15h; 1Ob146/15z; 6Ob234/15b; 7Ob5/16k; 7Ob206/15t; 5Ob87/15b; 10Ob74/15b; 6Ob17/16t; 10Ob31/16f; 5Ob81/16x; 7Ob52/17y; 4Ob110/17f; 1Ob113/17z; 6Ob181/17m; 4Ob147/17x; 2Ob155/16g; 6Ob203/17x; 8Ob24/17p; 3Ob148/17m; 10Ob60/17x; 9Ob73/17a; 9Ob11/18k; 4Ob58/18k; 1Ob57/18s; 4Ob179/18d
ABGB §879 E
KSchG §6 Abs3
Eine Bestimmung in allgemeinen Geschäftsbedingungen, durch die der Kunde der Übermittlung "alle(r) im Zusammenhang mit der Eröffnung und Führung des Kontos (Depots) stehenden Daten an eine zentrale Evidenzstelle und/oder an Gemeinschaftseinrichtungen von Kreditunternehmungen" zustimmt, ist intransparent, weil sie die Tragweite der Einwilligung nicht erkennen lässt.
4 Ob 28/01y
Entscheidungstext OGH 22.03.2001 4 Ob 28/01y
Veröff: SZ 74/52
6 Ob 16/01y
Entscheidungstext OGH 13.09.2001 6 Ob 16/01y
Auch; Beisatz: Das Transparenzgebot verlangt nicht bloß formale Verständlichkeit im Sinn von Lesbarkeit, sondern auch Sinnverständlichkeit. So kann für sich allein durchaus klaren und verständlichen Klauseln die Sinnverständlichkeit fehlen, wenn zusammenhängende Regelungen und ihre nachteiligen Effekte deshalb nicht erkennbar werden, weil die einzelnen Teile an versteckten oder nur schwer miteinander in Zusammenhang zu bringenden Stellen, etwa in verschiedenen Klauseln, geregelt sind. (T1)
4 Ob 179/02f
Entscheidungstext OGH 19.11.2002 4 Ob 179/02f
Beisatz: Gerade dann, wenn man davon ausgeht, dass die AGB sowohl Fälle umfasst, in denen keine Zustimmung des Kunden erforderlich ist, als auch Fälle, in denen eine Datenübertragung nicht ohne seine Zustimmung erfolgen dürfte, müsste der Kunde über die Widerrufsmöglichkeit aufgeklärt werden, um ihm ein zutreffendes und klares Bild seiner vertraglichen Position zu vermitteln. (T2) Veröff: SZ 2002/153
4 Ob 88/05b
Entscheidungstext OGH 11.08.2005 4 Ob 88/05b
Auch; Beisatz: Das Transparenzgebot soll eine durchschaubare, möglichst klare und verständliche Formulierung allgemeiner Geschäftsbedingungen sicherstellen, um zu verhindern, dass der für die jeweilige Vertragsart typische Verbraucher von der Durchsetzung seiner Rechte abgehalten wird oder ihm unberechtigt Pflichten abverlangt werden. Das setzt die Verwendung von Begriffen voraus, deren Bedeutung dem typischen Verbraucher geläufig sind oder von ihm jedenfalls festgestellt werden können. Das können naturgemäß auch Fachbegriffe sein, nicht aber Begriffe, die so unbestimmt sind, dass sich ihr Inhalt jeder eindeutigen Festlegung entzieht. Der durch ihre Verwendung geschaffene weite Beurteilungsspielraum schließt es aus, dass der Verbraucher Klarheit über seine Rechte und Pflichten gewinnen kann. (T3)
6 Ob 275/05t
Entscheidungstext OGH 15.12.2005 6 Ob 275/05t
Vgl auch; Beisatz: Eine wirksame Zustimmung kann nur dann vorliegen, wenn der Betroffene weiß, welche seiner Daten zu welchem Zweck verwendet werden sollen. (T4)
Beisatz: Hier: Die in die Verträge aufgenommene „Datenschutzklausel" erfüllt die Voraussetzungen einer Zustimmung im Sinn des § 4 Z 14 DSG nicht. „Warnliste der österreichischen Kreditinstitute zum Zweck des Gläubigerschutzes und der Risikominimierung durch Hinweis auf vertragswidriges Kundenverhalten". (T5)
Veröff: SZ 2005/181
9 Ob 12/06i
Entscheidungstext OGH 22.02.2006 9 Ob 12/06i
Vgl auch; Beisatz: Das Transparenzgebot des § 6 Abs 3 KSchG beinhaltet auch die Gebote der Erkennbarkeit und Verständlichkeit und das Gebot, den anderen Vertragsteil auf bestimmte Rechtsfolgen hinzuweisen. (T6)
9 Ob 15/05d
Entscheidungstext OGH 04.05.2006 9 Ob 15/05d
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Das Transparenzgebot begnügt sich nicht mit formeller Textverständlichkeit, sondern verlangt, dass Inhalt und Tragweite vorgefasster Vertragsklauseln für den Verbraucher durchschaubar sind. (T7)
7 Ob 131/06z
Entscheidungstext OGH 17.01.2007 7 Ob 131/06z
Auch; Beis wie T3 nur: Das Transparenzgebot soll eine durchschaubare, möglichst klare und verständliche Formulierung allgemeiner Geschäftsbedingungen sicherstellen, um zu verhindern, dass der für die jeweilige Vertragsart typische Verbraucher von der Durchsetzung seiner Rechte abgehalten wird oder ihm unberechtigt Pflichten abverlangt werden. (T8)
Beisatz: Hier: Klausel über den Rückkaufswert einer Lebensversicherung. (T9)
Veröff: SZ 2007/2
7 Ob 140/06y
Entscheidungstext OGH 17.01.2007 7 Ob 140/06y
Auch; Beis wie T8; Beis wie T9
7 Ob 173/06a
Entscheidungstext OGH 17.01.2007 7 Ob 173/06a
4 Ob 221/06p
Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 221/06p
Ähnlich; Beisatz: Angesichts der besonderen Bedeutung des Bankgeheimnisses muss sichergestellt sein, dass auch ein Kunde, der das Schriftstück nur oberflächlich studiert, die Entbindungserklärung zur Kenntnis nimmt und sie im Bewusstsein ihrer Bedeutung unterzeichnet. (T10)
Beisatz: Hier: AGB für Ankauf- und Barkredite. (Klausel 30) (T11)
Beis wie T6; Beis wie T7; Beisatz: Maßstab für die Transparenz ist das Verständnis des für die jeweilige Vertragsart typischen „Durchschnittskunden". Einzelwirkungen des Transparenzgebots sind das Gebot der Erkennbarkeit und Verständlichkeit, das Gebot, den anderen Vertragsteil auf bestimmte Rechtsfolgen hinzuweisen, das Bestimmtheitsgebot, das Gebot der Differenzierung, das Richtigkeitsgebot, und das Gebot der Vollständigkeit. (T12)
Beisatz: Hier: Klauseln in Mietvertrags-Formblättern. (T13)
10 Ob 67/06k
Entscheidungstext OGH 05.06.2007 10 Ob 67/06k
Vgl auch; Beis wie T7; Beisatz: Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen müssen also so gestaltet sein, dass der Verbraucher durch ihre Lektüre klare und verlässliche Auskunft über seine Rechtsposition erhält. (T14)
6 Ob 110/07f
Entscheidungstext OGH 07.11.2007 6 Ob 110/07f
Auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Begriff der „Retrozession" im Zusammenhang mit einem Vermögensverwaltungsvertrag. (T15)
4 Ob 5/08a
Entscheidungstext OGH 11.03.2008 4 Ob 5/08a
8 Ob 119/08w
Entscheidungstext OGH 02.04.2009 8 Ob 119/08w
Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T12; Beisatz: Hier: Heimvertragsklausel. (T16)
10 Ob 70/07b
Entscheidungstext OGH 28.01.2009 10 Ob 70/07b
Vgl; Beis ähnlich wie T3; Beis ähnlich wie T8; Beisatz: Hier: Bei der Klausel in AGB eines Kreditkartenunternehmens „Bei in Fremdwährung entstandenen Belastungen anerkennt der Karteninhaber den zur Verrechnung gelangenden Wechselkurs." (Klausel 5) fehlt die erforderliche Transparenz im Sinn des § 6 Abs 3 KSchG, bleibt doch offen, wie und von wem dieser Wechselkurs gebildet wird, wo er allenfalls abgerufen werden kann sowie wann jeweils umgerechnet wird. (T17)
Beisatz: Hier: Die AGB-Klausel eines Kreditkartenunternehmens, die in ihrer Formulierung als reine Kann-Bestimmung verschiedene Fälle regelt, in denen das Kreditkartenunternehmen „insbesondere" zur Kartensperre und zur Bekanntgabe der Nummern gesperrter Karten den Vertragspartnern (lediglich) „berechtigt" ist (Klausel 14 erster und zweiter Satz), verstößt als Verschleierung der (Sorgfalts-)Pflichten des Kreditkartenunternehmens gegen § 6 Abs 3 KSchG. (T18)
2 Ob 137/08y
Entscheidungstext OGH 16.04.2009 2 Ob 137/08y
Vgl; Beis wie T3
3 Ob 12/09z
Entscheidungstext OGH 19.05.2009 3 Ob 12/09z
Vgl; Beis ähnlich wie T12; Beis ähnlich wie T13
Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T12; Beis wie T14
6 Ob 128/09f
Entscheidungstext OGH 18.09.2009 6 Ob 128/09f
Vgl; Beis wie T12 nur: Maßstab für die Transparenz ist das Verständnis des für die jeweilige Vertragsart typischen „Durchschnittskunden". (T19)
Beisatz: Hier: Die Formulierung „Wert zum Monatsletzten" in einer ABG-Klausel einer Bank verstößt gegen das Transparenzgebot des § 6 Abs 3 KSchG. (T20)
7 Ob 15/10x
Entscheidungstext OGH 17.03.2010 7 Ob 15/10x
Vgl; Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T3; Beisatz: Das Transparenzgebot setzt grundsätzlich die Verwendung von Begriffen voraus, deren Bedeutung dem typischen Verbraucher geläufig ist oder von ihm jedenfalls festgestellt werden kann. Es ist dabei eine gewisse Mindestkundigkeit des Verbrauchers zu unterstellen, damit nicht etwa ganze Branchen ihre juristische Kommunikationsfähigkeit verlieren. Bei der Beurteilung der Unverständlichkeit ist daher zu unterscheiden, ob der Verwender eine möglichst verständliche Formulierung gewählt oder die AGB (für den Durchschnittskunden) unnötig schwer verständlich formuliert hat. Die Verwendung etwa der dem Durchschnittskunden wohl kaum geläufigen Begriffe TARGET und EURIBOR liegt im vorliegenden Fall in der Natur der Sache und ist unumgänglich; es kann nicht angehen, dass Allgemeine Geschäftsbedingungen keine termini technici mehr verwenden könnten, weil sie den Verbrauchern nicht geläufig sind. (T21)
Beisatz: Hier: Verzinsungsklausel bei Bankschuldverschreibungen. (T22)
7 Ob 13/10b
Entscheidungstext OGH 17.03.2010 7 Ob 13/10b
Vgl; Beis ähnlich wie T1; Beis wie T7
5 Ob 64/10p
Entscheidungstext OGH 27.05.2010 5 Ob 64/10p
Vgl; Beisatz: Das Transparenzgebot verlangt nicht nur formale Verständlichkeit im Sinn von Lesbarkeit, sondern auch, dass Inhalt und Tragweite für den Verbraucher durchschaubar sind, dass dem Kunden die wirtschaftliche Tragweite der Bestimmung oder die Tatsache, dass ihm künftig entstehende Kosten aufgebürdet worden werden, nicht verschleiert wird. (T23)
2 Ob 1/09z
Entscheidungstext OGH 22.04.2010 2 Ob 1/09z
Vgl; Beis wie T4; Bem: Klausel 38. (T24)
Beisatz: Eine Klausel, wonach sich der Kunde eines Konzerns mit der Weitergabe persönlicher Daten an andere Unternehmen des Konzerns einverstanden erklärte, wobei aber nicht bestimmbar ist, welche Unternehmen derzeit und künftig dem Konzern (allenfalls auch im Ausland) zugehörig sind oder sein werden, verstößt gegen das Transparenzgebot und ist iSd § 6 Abs 3 KSchG unwirksam. (T25)
Bem: So schon 7 Ob 170/98w. (T26)
Beisatz: Intransparent und unwirksam iSd § 6 Abs 3 KSchG ist auch eine Klausel, bei der offen bleibt, ob unter den als Datenempfänger genannten „Firmenabteilungen“ und „Firmengeschäftsstellen“ „Dritte“, also etwa selbständige konzernzugehörige Unternehmen, zu verstehen sind, bzw für den Kunden angesichts der Vielzahl der im Firmenbuch eingetragenen Unternehmen mit diesem Firmenbestandteil nicht durchschaubar ist, an wen seine Daten letztlich weitergegeben werden und welche Auswirkungen dies für ihn haben kann. Auch die Formulierung „zur Beurteilung von Finanzierungen und zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs“ verschafft dem durchschnittlichen Leasingkunden hierüber keinen hinreichenden Aufschluss (Klausel 38). (T27)
Beisatz: Intransparent und unwirksam iSd § 6 Abs 3 KSchG ist auch eine Klausel, die eine Weitergabe persönlicher Daten an Gläubigerschutzverbände vorsieht, wenn - ausgehend vom Verständnis eines durchschnittlichen Leasingkunden - Zweifel an der Identität und am Aufgabenbereich von Gläubigerschutzverbänden bestehen können (Klausel 38). (T28)
Beisatz: Erweist sich eine Klausel betreffend die Weitergabe persönlicher Daten als intransparent, so vermag auch der in ihr enthaltene Hinweis auf das jederzeitige Widerrufsrecht des Leasingnehmers daran nichts zu ändern (Klausel 38). (T29)
Bem: Vgl 6 Ob 16/01y. (T30)
Veröff: SZ 2010/41
7 Ob 109/09v
Entscheidungstext OGH 22.10.2010 7 Ob 109/09v
1 Ob 164/10i
Entscheidungstext OGH 23.11.2010 1 Ob 164/10i
Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T12; Beis wie T14; Beisatz: Aufgrund des Richtigkeitsgebots widersprechen Bestimmungen, die die Rechtslage verschleiern oder undeutlich darstellen, dem Transparenzgebot, zumal dadurch der rechtsunkundige Verbraucher über die tatsächliche Rechtslage getäuscht werden kann. (T31)
7 Ob 173/10g
Entscheidungstext OGH 11.05.2011 7 Ob 173/10g
Auch; Beis wie T8; Beis wie T12; Beis wie T14
5 Ob 42/11d
Entscheidungstext OGH 07.06.2011 5 Ob 42/11d
Auch; Beis wie T8; Beis wie T12
2 Ob 198/10x
Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 198/10x
Vgl; Beisatz: Eine Klausel, welcher der Leasingnehmer im Wesentlichen nur entnehmen kann, dass Daten an Dritte weitergegeben werden, nicht aber, welchen konkreten Dritten welche konkreten Daten weitergegeben werden dürfen ist unzulässig. (T32)
Beisatz: Unzulässig sind eine Datenverwendung vorsehende und Klauseln, in denen keinerlei für den Leasingnehmer nachvollziehbare sinnhafte Abgrenzungen vorgenommen, sondern in Wahrheit Leerfloskeln benutzt, ohne dass eine ernsthafte Beschränkung auf den konkret berechtigten Zweck und die schutzwürdigen Interessen des Leasingnehmers iSd § 17 DSG erfolgte. (T33)
Beisatz: Eine Wendung, wonach Daten an Auskunfteien weitergegeben werden dürfen, „soweit dies für die Erlangung von Auskünften notwendig ist“, ist völlig unbestimmt. Gleiches gilt für Daten an Vermittler, Lieferanten etc soweit dies „zur Abwicklung zweckmäßig“ ist oder an Refinanzierungsgeber „soweit notwendig“. (T34)
Bem: Klausel 25. (T35)
7 Ob 216/11g
Entscheidungstext OGH 21.12.2011 7 Ob 216/11g
Auch; Beis wie T8; Beis wie T12; Beis wie T14, Beisatz: Hier: Bloßer Verweis auf § 6 Abs 3 VersVG. (T36)
7 Ob 66/12z
Entscheidungstext OGH 28.06.2012 7 Ob 66/12z
Vgl auch; Beisatz: Hier: Leistungsfreiheit des Versicherers „nach Maßgabe von § 6 Abs 2 VersVG“: Klausel nicht intransparent. (T37)
Beisatz: Hier: Art 19.2 ABE 2004. (T38)
2 Ob 59/12h
Entscheidungstext OGH 30.08.2012 2 Ob 59/12h
Vgl; Beis wie T12; Vgl Beis wie T8; Beisatz: Hier: Verkauf von Eintrittskarten für Konzerte, Theateraufführungen und Veranstaltungen über eine Internet-Website unter Bekanntgabe eines Gesamtpreises, aus dem nicht ersichtlich ist, ob es sich dabei um den reinen Kartenpreis des Veranstalters handelt oder eine allfällige Vermittlungsgebühr oder Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) inkludiert ist und auch kein Querverweis auf den Ort, an dem der Preis der Vermittlungsleistung ersehen werden kann, vorhanden ist. (T39); Veröff: SZ 2012/83
7 Ob 201/12b
Entscheidungstext OGH 23.01.2013 7 Ob 201/12b
Vgl; Ähnlich Beis wie T8; Vgl Beis wie T12; Vgl Beis wie T14; Veröff: SZ 2013/5
1 Ob 210/12g
Entscheidungstext OGH 11.04.2013 1 Ob 210/12g
Auch; Beis wie T7; Beis wie T12
7 Ob 90/13f
Entscheidungstext OGH 19.06.2013 7 Ob 90/13f
Vgl; Beis ähnlich wie T8; Beis ähnlich wie T12; Beis ähnlich wie T14; Beisatz: Hier: Klauseln eines Anbieters von Flüssiggas-Propan. (T40)
3 Ob 109/13w
Entscheidungstext OGH 17.07.2013 3 Ob 109/13w
Auch; Beis wie T8; Beis wie T13
7 Ob 232/13p
Entscheidungstext OGH 29.01.2014 7 Ob 232/13p
Vgl auch; Beis wie T14; Beisatz: Das „Transparenzgebot“ soll es dem Verbraucher ermöglichen, sich aus dem Vertragsformblatt zuverlässig über seine Rechte und Pflichten bei der Vertragsabwicklung zu informieren. (T41)
9 Ob 56/13w
Entscheidungstext OGH 29.01.2014 9 Ob 56/13w
nur T8
5 Ob 205/13b
Entscheidungstext OGH 13.03.2014 5 Ob 205/13b
Vgl auch; Beis wie T14; Veröff: SZ 2014/23
3 Ob 57/14z
Entscheidungstext OGH 25.06.2014 3 Ob 57/14z
Auch; Beis wie T3; Beis wie T8; Beisatz: Hier: Klauseln über Entgelte bei Abschluss von Kreditverträgen. (T42)
10 Ob 28/14m
Entscheidungstext OGH 15.07.2014 10 Ob 28/14m
Vgl auch; Beis wie T12; Beis wie T14; Beis wie T31
5 Ob 118/13h
Entscheidungstext OGH 25.07.2014 5 Ob 118/13h
Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T12; Beis wie T23
7 Ob 113/14i
Entscheidungstext OGH 10.09.2014 7 Ob 113/14i
Vgl auch; Beis wie T8; Veröff: SZ 2014/76
7 Ob 190/14p
Entscheidungstext OGH 26.11.2014 7 Ob 190/14p
Vgl auch; Beis wie T14; Beisatz: Hier: Art 9.6.6. ARB 2010. (T43)
7 Ob 168/14b
Entscheidungstext OGH 10.12.2014 7 Ob 168/14b
7 Ob 53/14s
Entscheidungstext OGH 18.02.2015 7 Ob 53/14s
Beis wie T8
7 Ob 73/15h
Entscheidungstext OGH 02.07.2015 7 Ob 73/15h
Ähnlich; Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T12; Beis wie T23
1 Ob 146/15z
Entscheidungstext OGH 22.12.2015 1 Ob 146/15z
Auch; Beis wie T3; Beis wie T12
6 Ob 234/15b
Entscheidungstext OGH 14.01.2016 6 Ob 234/15b
Auch; Beis wie T17; Beisatz: Hier: Kündigungsklausel eines Vermittlers von Leistungen der Personenbetreuung. (T44)
7 Ob 5/16k
Entscheidungstext OGH 17.02.2016 7 Ob 5/16k
Beis wie T8; Beisatz: Hier: Allgemeine Versicherungsbedingungen L556 und L556/V02 hinsichtlich Lebensversicherungen mit Beitragsrückgewähr betreffend unterjährige Beitragszahlungen. (T45)
7 Ob 206/15t
Entscheidungstext OGH 16.12.2015 7 Ob 206/15t
Vgl; Beis wie T8
5 Ob 87/15b
Entscheidungstext OGH 22.03.2016 5 Ob 87/15b
10 Ob 74/15b
Entscheidungstext OGH 07.06.2016 10 Ob 74/15b
Vgl auch; Beis ähnlich wie T3; Beis wie T8; Beis ähnlich wie T12
6 Ob 17/16t
Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 17/16t
Auch; Beis ähnlich wie T31
10 Ob 31/16f
Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 31/16f
Vgl auch; Beis ähnlich wie T3; Beis wie T6; Beis wie T8; Beisatz: Hier: Kreditvertrag; Begriff des „Terminverlust“. (T46)
5 Ob 81/16x
Entscheidungstext OGH 23.01.2017 5 Ob 81/16x
Vgl auch; Beis wie T13; Beisatz: Hier: Entgelt nach § 14 WGG. (T47)
7 Ob 52/17y
Entscheidungstext OGH 14.06.2017 7 Ob 52/17y
Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T12; Beisatz: Die Nichtaufnahme der Hinweispflicht nach § 6 Abs 1 Z 2 KSchG widerspricht dem Transparenzgebot. (T48)
4 Ob 110/17f
Entscheidungstext OGH 24.08.2017 4 Ob 110/17f
Auch; Beis wie T3; Beis wie T8
1 Ob 113/17z
Entscheidungstext OGH 30.08.2017 1 Ob 113/17z
Vgl auch; Beis wie T14; Beis wie T31
6 Ob 181/17m
Entscheidungstext OGH 21.11.2017 6 Ob 181/17m
4 Ob 147/17x
Entscheidungstext OGH 23.01.2018 4 Ob 147/17x
Auch; Beis wie T1; Beis wie T3; Beis wie T6; Beis wie T8; Beis wie T14; Beis wie T21; Beis wie T41
2 Ob 155/16g
Entscheidungstext OGH 14.12.2017 2 Ob 155/16g
6 Ob 203/17x
Entscheidungstext OGH 28.02.2018 6 Ob 203/17x
Vgl auch; Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Die Frage der Lesbarkeit ist regelmäßig eine solche des Einzelfalls und hängt von Schriftgröße, drucktechnischer Gestaltung, Farbwahl usw ab. (T49)
Beisatz: Hier: Klausel in einer Druckgröße von 8 oder 9 pt, kleiner als der sonstige Text, zudem leicht verschwommenes Druckbild, aber nicht an einer unerwarteten oder versteckten Stelle, Lektüre erfordert für einen Durchschnittsverbraucher zudem keine besondere Anstrengung – Verneinung der Intransparenz vertretbar. (T50)
8 Ob 24/17p
Entscheidungstext OGH 20.12.2017 8 Ob 24/17p
Auch; Beisatz: Klauseln in einem Reisevermittlungsvertrag. (T51); Beis wie T6; Beis wie T8; Beis wie T41; Beisatz: Eine Klausel, die zwar nur eine geltende Rechtslage wiedergibt, aber unvollständig, sodass der Verbraucher einen unrichtigen Eindruck von seiner Rechtsposition bekommen kann, ist intransparent. (T52)
3 Ob 148/17m
Entscheidungstext OGH 21.02.2018 3 Ob 148/17m
10 Ob 60/17x
Entscheidungstext OGH 20.02.2018 10 Ob 60/17x
Auch; Beis wie T12; Beis wie T14; Beis wie T31
9 Ob 73/17a
Entscheidungstext OGH 25.04.2018 9 Ob 73/17a
Beis wie T8; Beis wie T12; Beis wie T14
9 Ob 11/18k
Entscheidungstext OGH 25.04.2018 9 Ob 11/18k
Ähnlich; Beis wie T14
4 Ob 58/18k
Entscheidungstext OGH 29.05.2018 4 Ob 58/18k
Beis wie T6; Beis wie T7; Beis wie T8
1 Ob 57/18s
Entscheidungstext OGH 29.05.2018 1 Ob 57/18s
Beis wie T12; Beis wie T19
4 Ob 179/18d
Entscheidungstext OGH 23.10.2018 4 Ob 179/18d
Ähnlich; Beis wie T8
ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0115217
JJR_20010322_OGH0002_0040OB00028_01Y0000_004
Rechtssatz für 4Ob28/01y 4Ob179/02f 8O...
RS0115219
4Ob28/01y; 4Ob179/02f; 8Ob128/05i; 9Ob15/05d; 7Ob78/06f; 7Ob131/06z; 7Ob140/06y; 7Ob173/06a; 4Ob221/06p; 7Ob233/06z; 7Ob4/07z; 4Ob93/07s; 1Ob241/06g; 7Ob82/07w; 5Ob247/07w; 6Ob261/07m; 4Ob91/08y; 4Ob128/08i; 8Ob119/08w; 10Ob70/07b; 9Ob66/08h; 3Ob12/09z; 7Ob230/08m; 9Ob81/08i; 4Ob59/09v; 6Ob128/09f; 1Ob131/09k; 6Ob81/09v; 6Ob212/09h; 3Ob268/09x; 7Ob13/10b; 6Ob220/09k; 5Ob64/10p; 1Ob46/10m; 2Ob1/09z; 7Ob109/09v; 1Ob164/10i; 7Ob173/10g; 5Ob42/11d; 7Ob216/11g; 4Ob141/11f; 8Ob49/12g; 7Ob66/12z; 2Ob59/12h; 7Ob201/12b; 1Ob210/12g; 7Ob90/13f; 3Ob109/13w; 7Ob232/13p; 9Ob56/13w; 5Ob205/13b; 3Ob57/14z; 10Ob28/14m; 1Ob105/14v; 5Ob118/13h; 7Ob190/14p; 7Ob168/14b; 7Ob53/14s; 7Ob73/15h; 8Ob58/14h; 9Ob26/15m; 1Ob146/15z; 6Ob234/15b; 7Ob5/16k; 7Ob206/15t; 5Ob87/15b; 10Ob31/16f; 1Ob191/16v; 6Ob233/15f; 8Ob132/15t; 7Ob217/16m; 7Ob52/17y; 1Ob113/17z; 6Ob228/16x; 6Ob181/17m; 2Ob155/16g; 8Ob24/17p; 9Ob82/17z; 10Ob60/17x; 9Ob73/17a; 4Ob113/18y; 6Ob140/18h
Aus dem Transparenzgebot kann eine Pflicht zur Vollständigkeit folgen, wenn die Auswirkungen einer Klausel für den Kunden andernfalls unklar bleiben.
Auch; Beisatz: Der Kunde darf insbesondere durch die Formulierung einer Klausel in Allgemeinen Vertragsbedingungen nicht von der Durchsetzung seiner Rechte abgehalten werden. Zweck des Verbandsprozesses ist es nämlich nicht nur, das Verbot von Klauseln zu erreichen, deren Inhalt gesetzwidrig ist, sondern es sollen auch jene Klauseln beseitigt werden, die dem Verbraucher ein unzutreffendes oder auch nur unklares Bild seiner vertraglichen Position vermitteln. (T1)
Veröff: SZ 2002/153
8 Ob 128/05i
Entscheidungstext OGH 30.03.2006 8 Ob 128/05i
Auch; Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Auch das Transparenzgebot des § 6 Abs 3 KSchG bezieht sich auf das Erfordernis der Verständlichkeit von rechtsgeschäftlichen Willenserklärungen. (T2)
Beisatz: § 6 Abs 3 KSchG ist auf echte Satzungsbestimmungen, mögen sie auch in Form einer Wissenserklärung in AGB oder Vertragsformblätter einfließen, nicht anwendbar. Der Umstand, dass sich hier in AVB beziehungsweise Vertragsformblättern ein Hinweis auf die Beitragsrückerstattung findet, ändert nichts daran, dass diese Regelung - wie dargestellt - rein mitgliedschaftsrechtlicher und nicht vertraglicher Natur ist. (T3)
Veröff: SZ 2006/50
Auch; Beisatz: Mit der durch die Novelle BGBl I 1997/6 in das KSchG eingefügten Regelung des § 6 Abs 3 KSchG wurde das Transparenzgebot des Art 5 Satz 1 der Richtlinie 93/13/EWG des Rates über missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen umgesetzt, um allfällige Zweifel an der Richtlinienkonformität des österreichischen Privatrechts zu zerstreuen. Der für das jeweilige Geschäft typische Durchschnittsverbraucher soll über das betreffende „Produkt" hinreichend informiert werden; es sollen Transparenz und Freiheit vor Irreführung herrschen. (T4)
Beisatz: Hier: Von einem Hausverwaltungsunternehmen verfasste Mietverträge. (T5)
Auch; Beisatz: Hier: Klausel über den Rückkaufswert einer Lebensversicherung. (T6)
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: AGB für Ankauf- und Barkredite. (T7)
7 Ob 233/06z
Entscheidungstext OGH 09.05.2007 7 Ob 233/06z
Auch; Beis ähnlich wie T4; Beisatz: Hier: Klauseln in Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) für die fondsgebundene Lebensversicherung. (T8)
Beisatz: Der Verbraucher muss bis zu einem gewissen Grad die wirtschaftlichen Folgen einer Regelung abschätzen können. Ziel des Transparenzgebots ist es, eine durchschaubare, möglichst klare und verständliche Formulierung Allgemeiner Vertragsbestimmungen sicherzustellen, um zu verhindern, dass der für die jeweilige Vertragsart typische Durchschnittsverbraucher von der Durchsetzung seiner Rechte abgehalten wird, ihm unberechtigte Pflichten abverlangt werden, ohne dass er sich zur Wehr setzt oder er über Rechtsfolgen getäuscht oder ihm ein unzutreffendes oder unklares Bild seiner vertraglichen Position vermittelt wird. (T9)
Veröff: SZ 2007/68
7 Ob 4/07z
Entscheidungstext OGH 30.05.2007 7 Ob 4/07z
Auch; Beis ähnlich wie T4; Beis wie T8; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Die Klausel enthält unbestimmte Begriffe (Wahrung der „Belange" der Versicherten, „schützenswertes Interesse" des Versicherers etc) und es ist dem Versicherungsnehmer daher kaum möglich, das Eintreten der Umstände, die die Beklagte zur Änderung der Rückkaufswerte berechtigen soll, nachzuvollziehen. (T10)
4 Ob 93/07s
Entscheidungstext OGH 22.05.2007 4 Ob 93/07s
Beisatz: Hier: Querverweis in Mobilfunkvertrag. (T11)
Auch; Beisatz: Maßstab für die Transparenz ist das Verständnis des für die jeweilige Vertragsart typischen „Durchschnittskunden". Einzelwirkungen des Transparenzgebots sind das Gebot der Erkennbarkeit und Verständlichkeit, das Gebot, den anderen Vertragsteil auf bestimmte Rechtsfolgen hinzuweisen, das Bestimmtheitsgebot, das Gebot der Differenzierung, das Richtigkeitsgebot, und das Gebot der Vollständigkeit. (T12)
7 Ob 82/07w
Entscheidungstext OGH 20.06.2007 7 Ob 82/07w
5 Ob 247/07w
Entscheidungstext OGH 05.02.2008 5 Ob 247/07w
Auch; Beisatz: Mit dem Verbandsprozess soll nicht nur das Verbot von gesetzwidrigen Klauseln erreicht, sondern es sollen auch jene Klauseln beseitigt werden, die dem Verbraucher ein unzutreffendes oder auch nur unklares Bild seiner vertraglichen Position vermitteln. (T14)
Beisatz: Unbeschadet der Bestimmung des § 6 Abs 1 Z 15 KSchG verlangt schon das Transparenzgebot für eine Klausel über die Verpflichtung zur Tragung von Betreibungskosten, dass in ihr der zu leistende Betrag entweder selbst genannt oder seine Auffindung durch eine unmittelbar zielführende, auch dem Durchschnittsverbraucher leicht verständliche Verweisung ermöglicht wird. Dem Verbraucher darf kein unklares Bild seiner vertraglichen Verpflichtung vermittelt werden. (T15)
6 Ob 261/07m
Entscheidungstext OGH 21.02.2008 6 Ob 261/07m
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Dem Transparenzgebot entsprechende Klausel in Heimvertrag, mit der die Vorgangsweise nach Tod des Heimbewohners geregelt wird. (T16)
Veröff: SZ 2008/27
4 Ob 91/08y
Entscheidungstext OGH 10.06.2008 4 Ob 91/08y
Auch; Beis wie T12 nur: Maßstab für die Transparenz ist das Verständnis des für die jeweilige Vertragsart typischen „Durchschnittskunden". (T17)
Beis wie T14; Beisatz: Hier: „fair use"-Klausel im Mobiltelefonievertrag (außerordentliches Kündigungsrecht des Mobiltelefoniebetreibers bei „unfairem Gebrauch - im Sinne eines vom üblichen Telefonieverhalten eines Mobilfunkanschlusses seiner Art nach grob abweichenden Nutzungsverhaltens - von Sprachtelefonie"). (T18)
4 Ob 128/08i
Entscheidungstext OGH 23.09.2008 4 Ob 128/08i
Auch; Beis wie T9; Beis wie T12
Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T12; Beisatz: Hier: Heimvertragsklausel. (T19)
Vgl; Beis wie T14; Beisatz: Hier: AGB-Klauseln eines Kreditkartenunternehmens. (T20)
9 Ob 66/08h
Entscheidungstext OGH 01.04.2009 9 Ob 66/08h
Vgl auch; Beis wie T9 nur: Ziel des Transparenzgebots ist es, eine durchschaubare, möglichst klare und verständliche Formulierung Allgemeiner Vertragsbestimmungen sicherzustellen, um zu verhindern, dass der für die jeweilige Vertragsart typische Durchschnittsverbraucher von der Durchsetzung seiner Rechte abgehalten wird, ihm unberechtigte Pflichten abverlangt werden, ohne dass er sich zur Wehr setzt oder er über Rechtsfolgen getäuscht oder ihm ein unzutreffendes oder unklares Bild seiner vertraglichen Position vermittelt wird. (T21)
Beis wie T12 nur: Einzelwirkungen des Transparenzgebots sind das Gebot der Erkennbarkeit und Verständlichkeit, das Gebot, den anderen Vertragsteil auf bestimmte Rechtsfolgen hinzuweisen, das Bestimmtheitsgebot, das Gebot der Differenzierung, das Richtigkeitsgebot, und das Gebot der Vollständigkeit. (T22)
Beis wie T4; Beis wie T1; Beisatz: Eine Ersetzungsklausel in Finanzierungsleasingverträgen mit dem Inhalt: „Der Bestand dieses Vertrages wird durch die Unwirksamkeit einzelner Bestimmungen desselben nicht berührt. Eine unwirksame Bestimmung ist durch eine andere gültige und zulässige Bestimmung zu ersetzen, die dem Sinn und Zweck der weggefallenen Bestimmung weitestmöglich entspricht." ist intransparent. (T23)
Auch; Beis wie T9; Beis wie T12; Beis wie T14
9 Ob 81/08i
Entscheidungstext OGH 30.09.2009 9 Ob 81/08i
Beisatz: Hier: AGB-Klauseln einer Emittentin von Teilschuldverschreibungen („Bedingungen der Teilschuldverschreibungen RQ REOP 2007-2013"). (T24)
4 Ob 59/09v
Entscheidungstext OGH 08.09.2009 4 Ob 59/09v
Beis wie T17; Beisatz: Hier: AGB für Finanzierungsleasing. (T25)
Vgl; Beis wie T17; Beisatz: Hier: Die Formulierung „Wert zum Monatsletzten" in einer ABG-Klausel einer Bank verstößt gegen das Transparenzgebot des § 6 Abs 3 KSchG. (T26)
1 Ob 131/09k
Entscheidungstext OGH 17.11.2009 1 Ob 131/09k
Beis wie T25; Veröff: SZ 2009/151
Vgl; Beis wie T1; Bem: Hier: Mietvertragsklauseln. (T27)
6 Ob 212/09h
Entscheidungstext OGH 17.12.2009 6 Ob 212/09h
Vgl auch; Beis wie T1; Bem: Hier: AGB-Klauseln in Bürgschaftsformularen eines Kreditunternehmens. (T28)
3 Ob 268/09x
Entscheidungstext OGH 24.02.2010 3 Ob 268/09x
Beisatz: Hier: Intransparenz bejaht in Bezug auf eine Klausel, die vorsieht, dass die vom Versicherungsmakler zu erbringende Leistung auf die (einmalige) „Vermittlung des Versicherungsvertrags ... und auf die hiermit in unmittelbarem Zusammenhang stehende erforderliche Beratung, Aufklärung und Betreuung im Sinn der §§ 26 bis 32 des Maklergesetzes beschränkt“ sei und eine darüber hinausgehende, nach der „Erbringung der Versicherungsleistung“ fortbestehende Beratungs-, Aufklärungs- oder Betreuungspflicht hingegen nicht Gegenstand dieser Vereinbarung sei und vom Versicherungsmakler nicht geschuldet werde. (T29)
Beisatz: Hier: Diese ebenfalls bejahend bei einer Klausel, die den Anspruch auf die Vermittlungsgebühr bei Änderung oder vorzeitiger Beendigung des Versicherungsvertrags „aus anderen Gründen“ unberührt lässt. (T30)
Beisatz: Hier: Intransparenz im Einzelfall verneint bei Klauseln, die die Höhe der Vermittlungsgebühr regeln. (T31)
6 Ob 220/09k
Entscheidungstext OGH 19.05.2010 6 Ob 220/09k
Vgl auch; Beis wie T9; Beis wie T12; Beisatz: Hier: Intransparenz einer AGB‑Verzinsungsklausel einer Emittentin von als Inhaberpapiere ausgestalteten Bankschuldverschreibungen mit Bezugnahme auf den 6‑Monats‑Euribor verneint. (T32)
Beis wie T5; Beis wie T13; Beis wie T27; Beisatz: Das Transparenzgebot verlangt nicht nur formale Verständlichkeit im Sinn von Lesbarkeit, sondern auch, dass Inhalt und Tragweite für den Verbraucher durchschaubar sind, dass dem Kunden die wirtschaftliche Tragweite der Bestimmung oder die Tatsache, dass ihm künftig entstehende Kosten aufgebürdet worden werden, nicht verschleiert wird. (T33)
Beisatz: Hier: Intransparenz einer Mietvertragsklausel über die von Mietern iSd § 21 Abs 1 Z 6 MRG zum Abschluss von Versicherungsverträgen. (T34)
1 Ob 46/10m
Entscheidungstext OGH 06.07.2010 1 Ob 46/10m
Auch; Beisatz: Die Beschränkung der Haftung auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, wenn die Klausel nicht eindeutig klarstellt, wann die Voraussetzungen der Haftungsbeschränkung eintreten. Der allgemeine Verweis auf Umstände, die sich auf die persönlichen finanziellen Verhältnisse, auf das persönliche Anlageverhalten und auf die Anlageziele beziehen, ist zu unkonkret und nicht ausreichend, weil er dem Verbraucher ein unklares Bild seiner vertraglichen Position vermittelt. (T35)
Vgl auch; Vgl Beis wie T12 nur: Maßstab für die Transparenz ist das Verständnis des für die jeweilige Vertragsart typischen „Durchschnittskunden". (T36)
Beis wie T12; Beis wie T21
Beis wie T9; Beis wie T12; Beis wie T25
Auch; Beis ähnlich wie T9; Beis wie T12; Beis wie T14
Auch; Beis wie T9; Beis wie T12; Beis wie T14; Beisatz: Hier: Bloßer Verweis auf § 6 Abs 3 VersVG. (T36a)
4 Ob 141/11f
Entscheidungstext OGH 28.02.2012 4 Ob 141/11f
8 Ob 49/12g
Entscheidungstext OGH 30.05.2012 8 Ob 49/12g
Beis wie T9; Beisatz: Hier: Klauseln über die Bestellung und Verstärkung von Sicherheiten im Rahmen von Kreditverträgen. (T37)
Vgl; Beisatz: Hier: Leistungsfreiheit des Versicherers „nach Maßgabe von § 6 Abs 2 VersVG“: Klausel nicht intransparent. (T38)
Beisatz: Hier: Art 19.2 ABE 2004. (T39)
Auch; Beis wie T21; Beis wie T22; Beisatz: Hier: Verkauf von Eintrittskarten für Konzerte, Theateraufführungen und Veranstaltungen über eine Internet-Website unter Bekanntgabe eines Gesamtpreises, aus dem nicht ersichtlich ist, ob es sich dabei um den reinen Kartenpreis des Veranstalters handelt oder eine allfällige Vermittlungsgebühr oder Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) inkludiert ist und auch kein Querverweis auf den Ort, an dem der Preis der Vermittlungsleistung ersehen werden kann, vorhanden ist. (T40)
Veröff: SZ 2012/83
Auch; Beisatz: Hier: Allgemeine Versicherungsbedingungen ARB 2010. (T41)
Veröff: SZ 2013/5
Auch; Beis wie T12
Vgl auch; Ähnlich Beis wie T12; Ähnlich Beis wie T14; Beisatz: Hier: Klauseln eines Anbieters von Flüssiggas-Propan. (T42)
Auch; Beis wie T9
Vgl auch; Beisatz: Durch das Transparenzgebot soll verhindert werden, dass der Verbraucher über Rechtsfolgen getäuscht oder dass ihm ein unzutreffendes oder unklares Bild seiner vertraglichen Position vermittelt wird. (T43)
Vgl auch; Beis wie T9; Veröff: SZ 2014/23
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Klauseln über Entgelte bei Abschluss von Kreditverträgen. (T44)
Auch; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Ein Inkassounternehmen fordert Verbraucher auf, Forderungen anzuerkennen, die „vereinbarte Zinsen“ sowie diverse Inkassokosten umfassen. Mangels Klarstellung, ob damit bereits vereinbarte oder neu zu vereinbarende Zinsen gemeint sind, verstößt diese Klausel gegen § 6 Abs 3 KschG. (T45)
1 Ob 105/14v
Entscheidungstext OGH 24.07.2014 1 Ob 105/14v
Auch; Veröff: SZ 2014/71
Vgl; Beisatz: Hier: Art 9.6.6. ARB 2010. (T46)
Beis wie T1; Beis wie 43
Vgl; Beis wie T1; Beis wie T43
Ähnlich; Beis wie T9; Beis wie T13
8 Ob 58/14h
Entscheidungstext OGH 27.05.2015 8 Ob 58/14h
Auch; Beis wie T1; Beis wie T14; Beisatz: Hier: Klausel, mit der der Kunde beim Verwenden einer mobilen Onlinebanking-App zum „Definieren“ und Eingeben eines „Sicherheitsmusters“ verpflichtet wird. (T47)
9 Ob 26/15m
Entscheidungstext OGH 24.09.2015 9 Ob 26/15m
Beis wie T1; Beis wie T12; Beis wie T14; Beis wie T21; Beis wie T22
Auch; Beis wie T1; Beis wie T12
Vgl; Beisatz: Hier: Nicht aufgegliedertes Pauschalentgelt, aus dem nicht hervorgeht, welcher Betrag auf die Vermittlungsleistung des Beklagten und welche Summe auf die Leistungen des vermittelten Personenbetreuers entfällt. (T48)
Beisatz: Hier: Allgemeine Versicherungsbedingungen L556 und L556/V02 hinsichtlich Lebensversicherungen mit Beitragsrückgewähr betreffend unterjährige Beitragszahlungen. (T49)
Auch; Beis wie T9; Beis wie T12; Beis wie T36
Beisatz: Hier: Kreditvertrag; Angabe der Verzugszinsen „p.a.“ ohne Hinweis auf bei vierteljährigem Abschluss entstehende Zinseszinsen. (T50)
1 Ob 191/16v
Entscheidungstext OGH 23.11.2016 1 Ob 191/16v
Beisatz: AGB-Klausel im Reisevermittlungsvertrag, wonach bei Höherer Gewalt, welche ganz oder teilweise die Erfüllung der Verpflichtungen der Reisevermittlerin hindert, diese bis zum Wegfall der höheren Gewalt von der Erfüllung entbinde, suggeriert, nur die Reisevermittlerin werden von ihrer Leistungspflicht frei, lässt die Kunden aber über ihre eigenen Verpflichtungen (oder deren Entfall) im Unklaren und ist insofern intransparent iSd § 6 Abs 3 KSchG. (T51)
6 Ob 233/15f
Entscheidungstext OGH 22.12.2016 6 Ob 233/15f
Auch; Beis wie T1; Beis wie T36; Beis wie T43
8 Ob 132/15t
Entscheidungstext OGH 27.01.2017 8 Ob 132/15t
Beis wie T21; Beisatz: Hier: Die Klausel erweckt für den Verbraucher den Eindruck, dass er sein Klagerecht verliert, wenn er nicht rechtzeitig Einwendungen erhoben hat. Unklare Darstellung, unter welchen Voraussetzungen eine Rechtsverfolgung möglich ist und inwiefern der Anspruch durch Versäumen der Frist vernichtet werden kann. (T52)
7 Ob 217/16m
Entscheidungstext OGH 26.04.2017 7 Ob 217/16m
Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T12; Beisatz: Die Nichtaufnahme der Hinweispflicht nach § 6 Abs 1 Z 2 KSchG widerspricht dem Transparenzgebot. (T53)
6 Ob 228/16x
Entscheidungstext OGH 29.08.2017 6 Ob 228/16x
Ähnlich; Beisatz: Hier: Klauseln in einem Reisevermittlungsvertrag. (T54); Beis wie T3; Beisatz: Eine Klausel, die zwar nur eine geltende Rechtslage wiedergibt, aber unvollständig, sodass der Verbraucher einen unrichtigen Eindruck von seiner Rechtsposition bekommen kann, ist intransparent. (T55)
9 Ob 82/17z
Entscheidungstext OGH 21.03.2018 9 Ob 82/17z
Vgl; Beis wie T9
4 Ob 113/18y
Entscheidungstext OGH 17.07.2018 4 Ob 113/18y
Beis wie T21; Beis wie T36; Beisatz: Die Anforderungen an das Transparenzgebot dürfen allerdings nicht überspannt werden. Eine Klausel muss nicht alle denkbaren Eventualitäten, auf die sie gar keine Anwendung findet, berücksichtigen. (T56)
6 Ob 140/18h
Entscheidungstext OGH 31.08.2018 6 Ob 140/18h
Auch; Beis wie T55
ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0115219
JJR_20010322_OGH0002_0040OB00028_01Y0000_006
Rechtssatz für 4Ob98/04x 7Ob207/04y 7O...
RS0119007
4Ob98/04x; 7Ob207/04y; 7Ob78/06f; 4Ob227/06w; 1Ob241/06g; 10Ob47/08x; 9Ob66/08h; 5Ob138/09v; 2Ob1/09z; 10Ob25/09p; 2Ob198/10x; 2Ob215/10x; 6Ob24/11i; 10Ob92/11v; 3Ob109/13w; 7Ob118/13y; 5Ob205/13b; 10Ob28/14m; 5Ob118/13h; 1Ob146/15z; 2Ob20/15b; 1Ob96/17z
KSchG §28 Abs2
Die Wiederholungsgefahr ist regelmäßig zu bejahen, wenn der Unternehmer trotz Abmahnung keine Unterlassungserklärung abgibt. Die Wiederholungsgefahr könnte nur verneint werden, wenn es geradezu ausgeschlossen wäre, dass der Unternehmer die beanstandeten gesetz- oder sittenwidrigen Bedingungen oder sinngleiche Bedingungen in seine Geschäftsbedingungen aufnimmt.
4 Ob 98/04x
Entscheidungstext OGH 25.05.2004 4 Ob 98/04x
7 Ob 207/04y
Entscheidungstext OGH 17.11.2004 7 Ob 207/04y
Auch; Beisatz: Wenn die Beklagte im Verfahren darauf beharrt, dass ein Teil der Klauseln gesetzmäßig Verwendung finde, ist mangels Anbots eines umfassenden vollstreckbaren Unterlassungsvergleiches weiter die Wiederholungsgefahr gegeben. Aufgrund des Klammerausdruckes kann § 1336 ABGB nicht unberücksichtigt bleiben. Danach ist bei der Angemessenheitskontrolle einer Konventionalstrafe eine umfassende, die Umstände des Einzelfalls berücksichtigende Interessenprüfung vorzunehmen. Damit kommt es nicht nur auf den vereinfachten Ausgleich der durch eine Vertragsverletzung entstandenen oder aufgrund bekannter Umstände des jeweiligen Einzelfalls noch entstehenden - materiellen und immateriellen - Gläubigernachteile an, sondern gleichermaßen auch auf den rechtlich schutzwürdigen zusätzlichen Erfüllungsdruck im Gläubigerinteresse. (T1)
Beisatz: Hier: Zulässigkeit von Mietvertragsklauseln. (T2)
4 Ob 227/06w
Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 227/06w
Auch; Veröff: SZ 2007/38
Vgl; Beisatz: Das Vorbringen, infolge der gesetzlichen Änderungen könne und werde die Klausel in ihrer der Klage zu Grunde liegenden Form ohnehin so nicht mehr Verwendung finden, stellt keine Unterlassungserklärung im Sinn des § 28 Abs 2 KSchG dar. (T3)
Beisatz: Hier: Klauseln in Mietvertrags-Formblättern. (T4)
10 Ob 47/08x
Entscheidungstext OGH 26.06.2008 10 Ob 47/08x
Beisatz: Die bloß faktischen Änderungen der Klauseln erfolgten erst nach Einleitung des gegenständlichen Verfahrens und nur unpräjudiziell für den von der Beklagten vertretenen Rechtsstandpunkt, wonach die Klauseln ohnedies zulässig wären. Die Beklagte hat sich somit von diesen Klauseln nicht distanziert, sondern verteidigt auch im Revisionsverfahren deren inhaltliche Zulässigkeit. (T5)
Beisatz: Ein Beharren auf dem eigenen Rechtsstandpunkt bietet jedoch gerade keine ausreichende Sicherheit gegen eine Wiederholung von Gesetzesverstößen. (T6)
Beisatz: Wäre die Beklagte tatsächlich entschlossen, in Zukunft auf derartige Bedingungen zu verzichten, so hätte sie ihrem Sinneswandel durch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung oder gegebenenfalls durch einen vollstreckbaren Unterlassungsvergleich Ausdruck verleihen können und müssen. (T7)
Vgl auch; Beisatz: Kein Wegfall der Wiederholungsgefahr, wenn die AGB zwar teilweise geändert wurden, die Beklagten im Wesentlichen aber weiter auf der Rechtmäßigkeit der früheren Klauseln beharren. (T8)
5 Ob 138/09v
Entscheidungstext OGH 13.10.2009 5 Ob 138/09v
Vgl; Beisatz: Der Unternehmer muss, will er die Wiederholungsgefahr beseitigen, nach Abmahnung eine unbedingte, uneingeschränkte und strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben. (T9)
Beisatz: Fügt der Verwender von Allgemeinen Geschäftsbedingungen seiner nach Abmahnung gemäß § 28 Abs 2 KSchG abgegebenen Unterlassungserklärung neu formulierte Ersatzklauseln mit einer sinngemäßen „Maßgabe" bei, diese seien mit den inkriminierten Klauseln nicht „sinngleich", daher zulässig und von der Unterlassungserklärung ausgenommen, liegt keine vollständige Unterwerfung unter den Anspruch einer gemäß § 29 KSchG klageberechtigten Einrichtung vor. Die Wiederholungsgefahr wird dadurch nicht beseitigt und zwar unabhängig davon, ob die neuen Klauseln im Verhältnis zu den beanstandeten Klauseln tatsächlich „sinngleich" sind. (T10)
Beisatz: Eine Unterlassungserklärung ist nicht nach dem subjektiv vom Unternehmer gewünschten Verständnis, sondern nach Wortlaut und objektivem Erklärungswert auszulegen. (T11)
Veröff: SZ 2009/139
Auch; Beisatz: Gibt der Unternehmer die verlangte Unterlassungserklärung ab, so ist die Wiederholungsgefahr weggefallen; gibt er eine solche Unterlassungserklärung hingegen nicht ab, so wird dies im Allgemeinen die Wiederholungsgefahr indizieren. (T12)
Vgl Beis wie T10
10 Ob 25/09p
Entscheidungstext OGH 12.04.2011 10 Ob 25/09p
Vgl auch; Vgl Beis wie T6; Vgl Beis wie T8; Beisatz: Muss von einem Beharren des Unternehmers auf dem eigenen Standpunkt ausgegangen werden, so ist die Wiederholungsgefahr schon aus diesem Grund nicht weggefallen. (T13)
6 Ob 24/11i
Entscheidungstext OGH 11.09.2012 6 Ob 24/11i
Verstärkter Senat; Vgl auch; Beisatz: Fügt der Verwender oder der Empfehler von Allgemeinen Geschäftsbedingungen seiner nach Abmahnung gemäß § 28 Abs 2 KSchG abgegebenen Unterlassungserklärung neu formulierte Ersatzklauseln bei, liegt auch dann keine vollständige Unterwerfung unter den Anspruch einer gemäß § 29 KSchG klageberechtigten Einrichtung vor, die die Wiederholungsgefahr beseitigt, wenn die neuen Klauseln im Verhältnis zu den beanstandeten Klauseln nicht „sinngleich“ sind. (T14)
Bem: Siehe RS0128187. (T15)
Veröff: SZ 2012/87
10 Ob 92/11v
Entscheidungstext OGH 20.11.2012 10 Ob 92/11v
Vgl; Beis ähnlich wie T14; Beisatz: Einschränkung der abgegebenen Unterlassungserklärung gegenüber der verlangten. (T16)
7 Ob 118/13y
Entscheidungstext OGH 04.09.2013 7 Ob 118/13y
Auch; Beis ähnlich wie T3; Beis ähnlich wie T6; Beis ähnlich wie T7; Beis ähnlich wie T9; Beis ähnlich wie T12
Veröff: SZ 2013/81
Auch; Beisatz: Eine bloße Änderung der Geschäftsbedingungen, die zudem keine Gewähr dafür bietet, dass sich das Unternehmen nicht für bereits bestehende Verträge auf eine frühere Fassung beruft, kann die Wiederholungsgefahr nicht beseitigen. (T17)
Veröff: SZ 2014/23
Auch; Beis wie T14; Beis wie T17
2 Ob 20/15b
Entscheidungstext OGH 25.02.2016 2 Ob 20/15b
Auch; Beis wie T17; Veröff: SZ 2016/22
1 Ob 96/17z
Entscheidungstext OGH 28.06.2017 1 Ob 96/17z
Auch; Beisatz: Die Angemessenheit der Strafbewehrung einer Unterlassungserklärung ist von mehreren Komponenten abhängig, wie etwa der Größe des Unternehmens und der Verbreitung dessen allgemeiner Geschäftsbedingungen einerseits und der Schwere des zu befürchtenden Eingriffs in die Konsumentenrechte andererseits. (T18)
ECLI:AT:OGH0002:2004:RS0119007
JJR_20040525_OGH0002_0040OB00098_04X0000_001
Rechtssatz für 7Ob78/06f 1Ob241/06g 10...
RS0121432
7Ob78/06f; 1Ob241/06g; 10Ob79/07a; 5Ob288/08a; 6Ob104/09a; 2Ob73/10i; 1Ob146/15z
ABGB §1096 E
KSchG §9 Abs1
Gemäß § 9 Abs 1 KSchG in der Fassung des GewRÄG, BGBl I 2001/48, können Gewährleistungsrechte des Verbrauchers (§§ 922 bis 933 ABGB) vor Kenntnis des Mangels nicht ausgeschlossen oder eingeschränkt werden. Der Klammerausdruck war in der alten Fassung nicht enthalten, sodass allgemein die Auffassung vertreten wurde, dass von § 9 KSchG alle gesetzlichen Gewährleistungsansprüche, die für Verbrauchergeschäfte beachtlich sein können, umfasst werden, also auch der Anspruch nach § 1096 ABGB. Diese Ansicht ist auch für § 9 KSchG nF aufrecht zu erhalten, da sich kein Hinweis darauf ergibt, dass der Gesetzgeber eine Einschränkung des Konsumentenschutzes habe vornehmen wollen. Konsequenterweise ist daher auch die Erhaltungspflicht des Vermieters Ausdruck seiner bestandrechtlichen Gewährleistungspflicht und damit einem Konsumenten gegenüber nicht generell ausschließbar. Muss nämlich der Vermieter das Mietzinsminderungsrecht gegen sich wirken lassen, wenn die Bestandsache während der Bestandzeit ohne Verschulden des Mieters derart mangelhaft wird, dass es zum bedungenen Gebrauch nicht taugt, so ist dies nur das Druckmittel zur Durchsetzung von Erhaltungsmaßnahmen, also der Gewährleistungspflicht gegen den Vermieter. Bei vereinbarter genereller Erhaltungspflicht des Mieters wird dieses Gewährleistungsrecht ausgeschlossen, indem der Mieter selbst zur Erhaltung des vereinbarten und ordnungsgemäßen Gebrauchs verpflichtet wird. Nach der Klausel kann daher der Zustand, bei dem das Zinsminderungsrecht zum Tragen käme, niemals eintreten. Gewährleistungsansprüche können aber vor Kenntnis des Mangels einem Konsumenten gegenüber nach § 9 Abs 1 KSchG nicht ausgeschlossen oder eingeschränkt werden. Dem Verbraucher kann daher die Erhaltungspflicht des bedungenen Zustandes nicht übertragen werden, auch wenn ein höherer Mietzins zulässigerweise hätte verlangt werden können.
10 Ob 79/07a
Entscheidungstext OGH 09.10.2007 10 Ob 79/07a
Auch; Veröff: SZ 2007/154
Vgl aber; Beisatz: Die sogenannten „Klauselentscheidungen" 7 Ob 78/06f und 1 Ob 241/06g hatten die Frage der Zulässigkeit und Wirksamkeit von Vertragsklauseln in Vertragsformblättern zum Gegenstand, mit denen dem Mieter generell die Verpflichtung zur Erhaltung des Bestandobjekts auferlegt werden sollte. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Verbandsprozess (im Gegensatz zur jeweiligen Vertragsauslegung im Einzelfall) spezifische Prüfungskriterien gelten. (T1)
6 Ob 104/09a
Entscheidungstext OGH 18.09.2009 6 Ob 104/09a
Vgl auch; Bem: Hier: „Ausmalverpflichtung" bei Beendigung des Mietverhältnisses im Vollanwendungsbereich des MRG wurde als unzulässig iSd § 879 Abs 3 ABGB beurteilt - Individualverfahren. (T2)
Vgl; Vgl Bem wie T2
ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0121432
JJR_20061011_OGH0002_0070OB00078_06F0000_003
Rechtssatz für 1Ob241/06g 5Ob237/09b
RS0122133
1Ob241/06g; 5Ob237/09b
MRG §21 Abs1 Z6
Mit § 21 Abs 1 Z 6 MRG wurde der Mietermehrheit ein Wahlrecht zwischen einer anteiligen Prämienbelastung durch die entsprechende Versicherung und dem Risiko einer Mietzinserhöhung nach § 18 MRG im Schadensfall eingeräumt. Ohne Zustimmung der Mietermehrheit könnten die anteiligen Versicherungsprämien aus einer Glasbruch- und Sturmschadenversicherung nicht als Betriebskosten eingehoben werden.
5 Ob 237/09b
Entscheidungstext OGH 02.12.2010 5 Ob 237/09b
Auch; Veröff: SZ 2010/153
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0122133
JJR_20070327_OGH0002_0010OB00241_06G0000_001
Rechtssatz für 1Ob241/06g 6Ob81/09v 5O...
RS0122134
1Ob241/06g; 6Ob81/09v; 5Ob64/10p
Die Klausel in Mietvertragsformblättern „Der Mieter stimmt dem Abschluss, der Erneuerung oder der Änderung von Verträgen über die angemessene Versicherung des Hauses gegen Glasbruch-, Sturmschäden ... zu bzw tritt den bestehenden Vereinbarungen bei." verstößt im Hinblick auf § 21 Abs 1 Z 6 MRG gegen das Transparenzgebot des § 6 Abs 3 KSchG.
Vgl auch; Beisatz: Hier: Eine Mietvertragsklausel, welche die Überwälzung der Kosten für eine Glasbruch- und Sturmschadenversicherung vorsieht, verstößt im Hinblick auf § 21 Abs 1 Z 6 MRG gegen das Transparenzgebot. (T1)
Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Das Transparenzgebot verlangt nicht nur formale Verständlichkeit im Sinn von Lesbarkeit, sondern auch, dass Inhalt und Tragweite für den Verbraucher durchschaubar sind, dass dem Kunden die wirtschaftliche Tragweite der Bestimmung oder die Tatsache, dass ihm künftig entstehende Kosten aufgebürdet worden werden, nicht verschleiert wird. (T2)
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0122134
JJR_20070327_OGH0002_0010OB00241_06G0000_002
Rechtssatz für 1Ob241/06g 5Ob17/09z 5O...
RS0122135
1Ob241/06g; 5Ob17/09z; 5Ob288/08a; 9Ob57/08k; 2Ob73/10i; 1Ob55/11m; 2Ob215/10x; 3Ob234/12a; 10Ob65/14b; 9Ob23/15w
ABGB §1096 A2
Wird der Mieter in einer Mietvertragsklausel generell zur Wartung, Instandhaltung und Erneuerung aller für den Mietgegenstand bestimmten Einrichtungen und Geräte verpflichtet und damit die Pflicht zur Erhaltung des Mietobjekts generell auf den Mieter überwälzt, dann kann er sich auch nicht auf die Unbrauchbarkeit des Mietgegenstandes berufen, was aber Voraussetzung für einen Zinsminderungsanspruch wäre (vgl 7 Ob 78/06f). Durch die positive Festlegung der generellen Erhaltungspflicht des Mieters werden implizit dessen Gewährleistungsrechte ausgeschlossen. Da einem Verbraucher gegenüber Gewährleistungsrechte (beim Bestandvertrag die Zinsminderung) im Voraus nicht ausgeschlossen werden können, widerspricht die Klausel § 9 Abs 1 KSchG und ist schon deshalb unwirksam.
Ähnlich; Beisatz: Die Brauchbarkeit des Bestandobjekts - anderes wird auch bei der Übergabe nicht geschuldet (§ 3 Abs 2 Z 2 MRG und § 1096 Abs 1 erster Halbsatz ABGB) - ist dem Mieter, soweit ihn selbst keine Erhaltungspflicht trifft, für die gesamte Dauer der Bestandzeit mit dem Druckmittel der Mietzinsminderung zu gewährleisten. (T1)
Vgl aber; Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Die sogenannten „Klauselentscheidungen" 7 Ob 78/06f und 1 Ob 241/06g hatten die Frage der Zulässigkeit und Wirksamkeit von Vertragsklauseln in Vertragsformblättern zum Gegenstand, mit denen dem Mieter generell die Verpflichtung zur Erhaltung des Bestandobjekts auferlegt werden sollte. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Verbandsprozess (im Gegensatz zur jeweiligen Vertragsauslegung im Einzelfall) spezifische Prüfungskriterien gelten. (T2)
1 Ob 55/11m
Entscheidungstext OGH 24.05.2011 1 Ob 55/11m
Ähnlich; Vgl auch Beis wie T1
Vgl; Veröff: SZ 2012/20
Auch; Beis wie T1 Veröff: SZ 2013/28
10 Ob 65/14b
Entscheidungstext OGH 25.11.2014 10 Ob 65/14b
nur: Wird der Mieter in einer Mietvertragsklausel generell zur Wartung, Instandhaltung bzw Erneuerung aller für den Mietgegenstand bestimmten Einrichtungen und Geräte verpflichtet und damit die Pflicht zur Erhaltung des Mietobjekts generell auf den Mieter überwälzt, kann er sich auch nicht auf die Unbrauchbarkeit des Mietgegenstands berufen, was aber Voraussetzung für einen Zinsminderungsanspruch nach § 1096 Abs 1 zweiter Satz ABGB wäre. (T3)
Beisatz: Soweit daher der Bestandnehmer zulässigerweise Erhaltungspflichten übernommen hat, steht ihm das Zinsminderungsrecht nicht zu, weil dann die Gebrauchsbeeinträchtigung durch nicht behobene Mängel aus seiner Sphäre stammt.(T4)
Auch; nur T3; Beis wie T4
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0122135
JJR_20070327_OGH0002_0010OB00241_06G0000_003
Entscheidungstext 1Ob241/06g
Lovrek, Zak 2007/371 S 203 - Lovrek, Zak 2007,203 = Zak 2007/384 S 217 - Zak 2007,217 = Kothbauer, ImmZ 2007,237 = immolex 2007,211/103 - immolex 2007/103 = wobl 2007,207/76 (Würth) - wobl 2007/76 (Würth) = Prader/Kuprian, RdW 2007/477 S 458 - Prader/Kuprian, RdW 2007,458 = ecolex 2007/253 S 602 (Wilhelm) - ecolex 2007,602 (Wilhelm) = ImmZ 2007,389 (Kovanyi, überblicksweise Darstellung) = Böhm, immolex 2007,262 = RZ 2007,282 EÜ455, 456, 457 - RZ 2007 EÜ455 - RZ 2007 EÜ456 - RZ 2007 EÜ457 = JAP 2007/2008/17 S 178 (Reidinger/Dirrheimer) - JAP 2007/2008,178 (Reidinger/Dirrheimer) = MietSlg 59.219 = MietSlg 59.275 (10) = Vonkilch, wobl 2009,209 = immolex 2009,216 (Böhm, tabellarische Judiakturübersicht) = Pletzer, Zak 2009/591 S 363 - Pletzer, Zak 2009,363 = HS 38.361 = HS 38.362 = HS 38.458 = HS 38.459 = HS 38.462
1Ob241/06g
Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Gerstenecker als Vorsitzenden und die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Univ. Doz. Dr. Bydlinski, Dr. Fichtenau, Dr. E. Solé und Dr. Schwarzenbacher als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte, Wien 4, Prinz-Eugen-Straße 20-22, vertreten durch Dr. Walter Reichholf, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei Fachgruppe W*****, vertreten durch Mag. Dr. Till Hausmann, Rechtsanwalt in Wien, wegen Unterlassung und Urteilsveröffentlichung (Gesamtstreitwert 26.000 EUR sA), über die Revision der klagenden Partei (Revisionsinteresse 17.333,33 EUR sA) gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht vom 26. Juli 2006, GZ 1 R 246/05m-12, womit das Urteil des Handelsgerichts Wien vom 26. August 2005, GZ 10 Cg 19/05g-8, teilweise abgeändert wurde, zu Recht erkannt:
Die Entscheidung des Berufungsgerichts wird in deren Punkten III und IV dahin abgeändert, dass das Urteil des Erstgerichts - einschließlich dessen bereits in Rechtskraft erwachsenen Teils - zur Gänze wiederhergestellt wird.
Die beklagte Partei ist schuldig, der klagenden Partei die mit EUR 4.152,74 (darin enthalten EUR 497,46 USt und EUR 1.168 Barauslagen) bestimmten Kosten des Berufungs- und Revisionsverfahrens binnen 14 Tagen zu ersetzen.
Die Beklagte ist eine Fachgruppe im Sinne des Wirtschaftskammergesetzes 1998, welche zur Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder berufen ist. Gemäß § 3 Abs 1 WKG 1998 ist sie eine Körperschaft öffentlichen Rechts und daher mit eigener Rechtspersönlichkeit ausgestattet. Im Rahmen ihres Wirkungsbereichs erstellt sie Vertragsformblätter, deren Verwendung sie für den Abschluss von Mietverträgen empfiehlt. Für den geschäftlichen Verkehr mit Verbrauchern beim Abschluss von Mietverträgen, insbesondere von solchen , die in den Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes fallen, empfiehlt sie Vertragsformblätter, die nachstehend angeführte Klauseln enthalten:
„1. Der Mieter stimmt dem Abschluss, der Erneuerung oder der Änderung von Verträgen über die angemessene Versicherung des Hauses gegen Glasbruch-, Sturmschäden ... zu bzw tritt den bestehenden Vereinbarungen bei.
2. Der Mieter hat den Mietgegenstand und die für den Mietgegenstand bestimmten Einrichtungen und Geräte, wie im Besonderen die Elektroleitungs-, Gasleitungs-, Wasserleitungs-, Beheizungs- und sanitären Anlagen sowie Gas- und Elektrogeräte und Öfen, zu warten sowie insoweit in Stand zu halten und zu erneuern (insbesondere auch die Erneuerung von Warmwasser-/Heizgeräten und dergleichen), als es sich nicht um ernste Schäden des Hauses handelt. Die Wartungs- und Instandhaltungspflicht erstreckt sich auch auf vorhandene Antennenanlagen.
3. Kommt der Mieter seiner Erhaltungspflicht nicht nach, kann der Vermieter nach vergeblicher Aufforderung und Fristsetzung die Durchführung der erforderlichen Arbeiten jederzeit auch im Mietgegenstand auf Kosten des Mieters durchführen."
Gestützt auf die sich aus § 29 KSchG ergebende Legitimation beantragte die Klägerin, die Beklagte zur Unterlassung der Empfehlung der genannten oder sinngleicher Klauseln in allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und/oder Vertragsformblättern zu verhalten; weiters stellte sie je ein Veröffentlichungsbegehren. Die Beklagte habe sich trotz Aufforderung geweigert, hinsichtlich der drei Klauseln eine Unterlassungserklärung im Sinn des § 28 Abs 2 KSchG abzugeben, weshalb Wiederholungsgefahr vorliege. Da die betroffenen Verbraucherkreise ein berechtigtes Interesse an der Aufklärung über das gesetzwidrige Verhalten der Beklagten hätten, sei die Urteilsveröffentlichung geboten.
Mit der Klausel 1 werde versucht, die nach § 21 Abs 1 Z 6 MRG erforderliche Zustimmung der Mehrheit der Hauptmieter zur Verrechnung einer Glasbruch- und Sturmschädenversicherung bereits bei Abschluss des Mietvertrags zu fixieren. § 21 Abs 1 Z 6 MRG räume den Mietern ein Wahlrecht zwischen einer anteiligen Prämienbelastung auf Grund des entsprechenden Versicherungsvertrags und dem Risiko einer eventuellen Mietzinserhöhung im Schadensfall ein. Dieses zwingende gesetzliche Wahlrecht dürfe dem Mieter nicht dadurch genommen werden, dass ihm in einer Zwangssituation, nämlich bei Abschluss des Mietvertrags, eine dieser Möglichkeiten vorgeschrieben werde. Durch Ausnutzung der schwächeren Verhandlungsposition des Verbrauchers werde in unangemessener und unsachlicher Weise eine Schlechterstellung in dessen Rechtsposition herbeigeführt, weshalb eine gröbliche Benachteiligung iSd § 879 Abs 3 ABGB vorliege. Außerdem sei die Klausel deshalb benachteiligend und auch intransparent gemäß § 6 Abs 3 KSchG, weil dem Mieter Art, Umfang und Konsequenz der damit eingegangenen Belastungen nicht bekannt sei; das Ausmaß der auf den Mieter überwälzbaren Kosten werde nicht bestimmt umschrieben und könne für erst in Zukunft abzuschließende oder zu ändernde Verträge noch gar nicht feststehen. Dem Mieter werde mit der Klausel nicht einmal bekannt gegeben, dass sich aus seiner vorformulierten Zustimmung eine erhöhte Kostenbelastung für ihn ergebe bzw ergeben könne. Im Falle einer schon bestehenden Vereinbarung werde der Mieter an diese gebunden, ohne ihren Inhalt zu kennen. Die „Vorauszustimmung" zur unbestimmten Erneuerung oder Änderung derartiger Versicherungsverträge sei unwirksam.
Mit der Klausel 2 werde die Erhaltungspflicht des Vermieters nach § 1096 ABGB, soweit diese nicht gemäß § 3 MRG „zwingend gestellt" sei, gänzlich auf den Mieter überwälzt. Diese dem Mieter auferlegten Erhaltungspflichten sehe das Gesetz nicht vor; sie seien dem Bestandvertrag im Grund wesensfremd, da die Erhaltungspflichten zu den typischen Vertragspflichten des Bestandgebers zählten. Deren Überwälzung auf den Mieter erfolge ohne sachliche Rechtfertigung, weswegen dies für den Mieter gröblich benachteiligend iSd § 879 Abs 3 ABGB sei. Da § 1096 ABGB zugleich eine Gefahrtragungsregel enthalte, werde auch die Gefahrtragung für aus höherer Gewalt oder Zufall resultierenden Schäden auf den Mieter übertragen. Auch dies sei gröblich benachteiligend iSd § 879 Abs 3 ABGB. Da § 1096 ABGB eine Sondergewährleistungsnorm darstelle, welche durch § 9 KSchG „zwingend gestellt" sei, sei die Klausel weiters nach § 9 KSchG nichtig. Außerdem verstoße sie gegen das Transparenzgebot des § 6 Abs 3 KSchG, da die mit den Erhaltungspflichten verbundenen finanziellen Belastungen für den Mieter nicht abschätzbar seien. Sollte die Überwälzung der Instandhaltungspflicht als Mietzinsvereinbarung zu qualifizieren sein, fehle es an der für Bestandzinsvereinbarungen gebotenen ausreichenden Bestimmbarkeit des vereinbarten Mietentgelts. Dies mache die Klausel nach § 879 Abs 1 ABGB gesetzwidrig. Überdies wäre die Klausel auch in diesem Fall iSd § 6 Abs 3 KSchG intransparent, da sie sich nicht unter jenen Bestimmungen des Vertragsformblattes finde, welche den zu entrichtenden Mietzins regeln.
Die Unwirksamkeit der Klausel 3 ergebe sich schon deshalb, weil darin keine § 8 Abs 2 MRG entsprechende Berücksichtigung der berechtigten Interessen des Mieters vorgesehen sei. Die Klausel sei zudem gröblich benachteiligend iSd § 879 Abs 3 ABGB bzw sittenwidrig iSd § 879 Abs 1 ABGB.
Die Beklagte wendete ein, die Klauseln seien zulässig. § 21 Abs 1 Z 6 MRG sei nur insofern zwingend, als vom Mehrheitserfordernis nicht abgegangen werden dürfe. § 21 Abs 1 Z 6 MRG bestimme nicht, dass der Mieter sein Wahlrecht erst nach Vertragsabschluss ausübe. Vielmehr seien derartige „Summenverträge" zulässig. Die Klausel sei sachlich gerechtfertigt, um einen späteren Wegfall der Mehrheit mit der damit verbundenen Änderung der Abrechnungsgrundlagen zu verhindern. Sie sei weder unklar noch unverständlich, sondern lehne sich eng an den Gesetzestext an. Sie behandle die gegenständlichen Kostenpositionen wie alle anderen Betriebskostenanteile und füge sich nahtlos in das Verrechnungssystem des MRG ein. Die Versicherungsprämien seien ebenso bestimmbar wie alle anderen vom Gesetz vorgesehenen Betriebskostenpositionen. Die Versicherungsarten seien ausdrücklich festgelegt, weiters bestehe eine Einschränkung auf eine Angemessenheitsgrenze. Der typische Durchschnittsverbraucher könne den Inhalt und die Tragweite der Bestimmung durchschauen.
Die Klausel 2 sei weitgehend wortgleich mit der im § 8 Abs 1 Satz 2 MRG enthaltenen Formulierung über die Pflicht des Mieters zur Wartung und Instandhaltung bestimmter Einrichtungen. Die Erhaltungspflicht des Vermieters ergebe sich im Vollanwendungsbereich des MRG allein und abschließend unter Ausschluss des § 1096 ABGB aus § 3 Abs 2 MRG. Dass es sich um keine „Überwälzung" von Vermieterpflichten handle, zeige schon die Bestimmung des § 16 Abs 2 Z 3 MRG. Es sei nur der zweite Satz des § 1096 Abs 1 ABGB als Gewährleistungsregel anzusehen. Seit der Änderung des § 9 KSchG im Zuge des GewRÄG 2001 sei diese Bestimmung auf Sondergewährleistungsnormen wie § 1096 ABGB nicht mehr anwendbar. Die Übertragung der Instandhaltungspflicht des Vermieters nach § 1096 ABGB auf den Mieter sei deshalb zulässig. Auch die Klausel 2 füge sich nahtlos in das System des MRG ein, wonach der Vermieter sämtliche Einnahmen aus der Vermietung für die Erhaltung der Liegenschaft zu verwenden habe, hingegen alles, was darüber hinaus gehe, von den Mietern zu tragen sei. Eine Einigung zwischen den Parteien eines Bestandvertrags, wonach ein Teil des Bestandzinses in der Übernahme einer bestimmten Erhaltungspflicht durch den Bestandnehmer bestehen solle, sei zulässig; es genüge, wenn der Gegenwert dieser Pflicht bestimmbar sei.
Die Klausel 3 könne nur so verstanden werden, dass dem Vermieter die Möglichkeit eingeräumt werde, den Anspruch gegen den Mieter mit den durch das Gesetz gebotenen Mitteln durchzusetzen.
Das Erstgericht gab dem Klagebegehren zur Gänze statt. Eine im Mietvertrag enthaltene Zustimmungsklausel zum Abschluss einer Versicherung gelte als Zustimmung zum künftigen Abschluss eines Versicherungsvertrags und begründe die Anrechenbarkeit der daraus entstehenden Kosten für die gesamte Versicherungsdauer. Anderes gelte aber für die Zustimmung zur Erneuerung oder Änderung des Versicherungsvertrags. Dazu bedürfe es der gesonderten Zustimmung der Mietermehrheit, weswegen die Klausel in Ansehung der Zustimmung zur Änderung und Erneuerung von Versicherungsverträgen gegen § 21 Abs 1 Z 6 MRG verstoße. Die Klausel 2 normiere die Überwälzung einer nicht zwingenden Erhaltungspflicht des Bestandgebers auf den Mieter. Dies sei in den Grenzen des § 3 MRG grundsätzlich zulässig. Auch wenn § 9 KSchG seit Inkrafttreten des GewRÄG nur mehr auf die §§ 922 bis 933 ABGB verweise, erfasse diese Bestimmung weiterhin auch die Sondergewährleistungsnormen. Bei einem Verbrauchergeschäft sei deshalb die Erhaltungspflicht des Bestandgebers nach § 1096 Abs 1 ABGB nicht abdingbar; die Erhaltungspflicht des Mieters könne nicht über das in § 8 Abs 1 MRG geregelte Maß erweitert werden. Die Klausel 2 sei deshalb unzulässig. Daraus folge auch die Unzulässigkeit der Klausel 3.
Das Berufungsgericht gab der Berufung der Beklagten teilweise Folge und änderte das Ersturteil dahin ab, dass es das Begehren hinsichtlich der Klauseln 1 und 2 abwies. Hinsichtlich der Klausel 3 bestätigte es das Ersturteil. Es sprach aus, dass der Wert des Entscheidungsgegenstands 20.000 EUR übersteige und dass die ordentliche Revision zulässig sei.
Hinsichtlich der Klausel 1 sei nicht einsichtig, weshalb zwar die Zustimmung zum Abschluss eines angemessenen Versicherungsvertrags bereits im vorhinein im Mietvertrag erklärt werden könne, nicht aber die Zustimmung zur Erneuerung oder angemessenen Änderung solcher Verträge. Eine derartige Differenzierung sei sachlich nicht gerechtfertigt und aus dem Gesetz nicht begründbar. Die Klausel sei auch nicht intransparent, da sie sich am Gesetzeswortlaut des § 21 Abs 1 Z 6 MRG orientiere. Da das Gesetz ausdrücklich die Zustimmung zur „angemessenen" Versicherung vorsehe und diesen Begriff nicht näher determiniere, sei an die Bestimmtheit der Zustimmungserklärung kein strenger Maßstab anzulegen. Es werde nur ein im Gesetz vorgesehenes Wahlrecht ausgeübt und komme es zu keiner Überwälzung von Kosten auf den Mieter. Gehe man davon aus, dass die Klausel aus dem Blickwinkel „des Mieterschutzes" zulässig sei, sei keine sachliche Begründung dafür erkennbar, weshalb im Vollanwendungsbereich des MRG der Verbraucherschutz weiter reichen sollte als der spezifische „Mieterschutz".
Auch die Klausel 2 sei zulässig. Unabhängig davon, ob im Vollanwendungsbereich des MRG für den durch die §§ 3 und 8 Abs 1 MRG nicht erfassten Bereich der Erhaltungspflichten (also insbesondere über die bloße Wartung hinausgehende Reparaturen oder die Erneuerung ordnungsgemäß gewarteter Geräte) keine gesetzliche Regelung vorliege oder in diesem Bereich die dispositive Norm des § 1096 Abs 1 Satz 1 ABGB gelte, sei in diesem Rahmen jedenfalls eine „Zuweisung" bzw Überwälzung der Erhaltungspflichten auf den Mieter zulässig. Auch bei den durch das MRG oder WGG geschützten Mietverhältnissen bleibe die Abdingbarkeit der Erhaltungspflichten des Vermieters nach § 1096 ABGB insoweit unberührt, als diese nicht die in § 3 Abs 2 MRG bzw § 14a Abs 2 MRG angeführten Arbeiten zum Gegenstand habe. Die Klausel sei auch nicht wegen eines Verstoßes gegen § 9 KSchG unzulässig. Zwar sei nach der herrschenden Lehre § 9 KSchG auch auf Sondergewährleistungsnormen anwendbar. Dies ändere aber nichts am dispositiven Charakter des § 1096 Abs 1 Satz 1 ABGB über die Erhaltungspflicht des Vermieters. Diese Bestimmung enthalte keinen „Verbesserungsanspruch" im gewährleistungsrechtlichen Sinn, sondern lege dispositiv Leistungspflichten des Vermieters, nämlich die Übergabe und Erhaltung des Bestandgegenstands in brauchbarem Zustand fest, für deren Erfüllung Gewähr zu leisten sei. Ein Gewährleistungsrecht - nämlich das Recht auf Mietzinsminderung - normiere nur § 1096 Abs 1 Satz 2 ABGB. Daraus ergebe sich, dass § 9 KSchG grundsätzlich insoweit nicht anwendbar sei, als die Erhaltungspflichten des Vermieters in zulässiger Weise auf den Mieter überwälzt werden. Für Leistungen, die nicht geschuldet seien, sei auch keine Gewähr zu leisten.
Die Klausel 3 verstoße gegen die zu Gunsten des Mieters zwingende Bestimmung des § 8 Abs 2 MRG und sei somit unzulässig.
Die Revision der Klägerin ist zulässig und berechtigt.
Gegenstand des Revisionsverfahrens sind nur mehr die Klauseln 1 und 2, da die Beklagte die Stattgebung des Klagebegehrens hinsichtlich der Klausel 3 unbekämpft ließ.
Wer im geschäftlichen Verkehr in hiebei verwendeten Formblättern Vertragsbedingungen vorsieht, die gegen ein gesetzliches Verbot oder gegen die guten Sitten verstoßen, kann nach § 28 Abs 1 KSchG auf Unterlassung geklagt werden. Die Klägerin ist nach § 29 Abs 1 KSchG berechtigt, diesen Anspruch mit Verbandsklage geltend zu machen. Die Gefahr einer Verwendung und Empfehlung derartiger Bedingungen besteht nach § 28 Abs 2 KSchG nicht mehr, wenn der Unternehmer nach Abmahnung durch eine gemäß § 29 KSchG klageberechtigte Einrichtung binnen angemessener Frist eine mit angemessener Konventionalstrafe (§ 1336 ABGB) besicherte Unterlassungserklärung abgibt. Die Beklagte ließ unbestritten, dass eine derartige Erklärung hinsichtlich der verfahrensgegenständlichen Klauseln nicht vorliegt. Das erstmals in der Revisionsbeantwortung allein zur Begründung der Unzulässigkeit der Revision erstattete Vorbringen der Beklagten, infolge der durch die Wohnrechtsnovelle 2006 geschaffenen gesetzlichen Änderungen könne und werde die Klausel 2 in ihrer der Klage zu Grunde liegenden Form ohnehin so nicht mehr Verwendung finden, stellt keine Unterlassungserklärung im Sinn des § 28 Abs 2 KSchG dar. Selbst wenn diese Ausführungen als Zusage zu verstehen sein sollten, die Verwendung werde unterbleiben, wäre dies für den Wegfall der Wiederholungsgefahr nicht ausreichend (Jelinek in Krejci, Handbuch zum KSchG, 815).
Zur Klausel 1:
Ist diese Klausel unklar oder unverständlich, dann ist die in Vertragsformblättern enthaltene Vertragsbestimmung nach § 6 Abs 3 KSchG unwirksam. Diese Bestimmung genießt im Verbandsprozess besondere Bedeutung, um die Verwendung von intransparenten Klauseln in Vertragsformblättern von vornherein zu unterbinden (Apathy in Schwimann, ABGB3, § 6 KSchG Rz 87; RIS-Justiz RS0115219). Dem Verbraucher in Verträgen unterbreitete, schriftlich niedergelegte Klauseln müssen stets klar und verständlich abgefasst sein. Das im § 6 Abs 3 KSchG zum Ausdruck kommende Transparenzgebot begnügt sich nicht mit der formellen Textverständlichkeit, sondern verlangt, dass Inhalt und Tragweite vorgefasster Vertragsklauseln für den Verbraucher durchschaubar sind (RIS-Justiz RS0115217). Dem Verbraucher soll im Rahmen des Möglichen und Überschaubaren Gelegenheit gegeben werden, sich zuverlässig über seine Rechte und Pflichten bei der Vertragsabwicklung zu informieren, damit er nicht von der Durchsetzung seiner Rechte abgehalten werden kann und ihm nicht unberechtigte Pflichten abverlangt werden. Er darf über die aus der Regelung resultierenden Rechtsfolgen nicht getäuscht oder im Unklaren gelassen werden. Maßstab für die Transparenz ist das Verständnis des für die jeweilige Vertragsart typischen „Durchschnittskunden". Einzelwirkungen des Transparenzgebots sind das Gebot der Erkennbarkeit und Verständlichkeit, das Gebot, den anderen Vertragsteil auf bestimmte Rechtsfolgen hinzuweisen, das Bestimmtheitsgebot, das Gebot der Differenzierung, das Richtigkeitsgebot, und das Gebot der Vollständigkeit (vgl Wolf in Wolf/Horn/Lindacher, AGB-Gesetz4, § 9 Rz 143 ff). Diese dem deutschen Rechtskreis entspringenden Einzelausprägungen des Transparenzgebots haben auch in die österreichische Rechtsprechung Eingang gefunden (Schur in Fenyves/Kerschner/Vonkilch, Klang-ABGB3, KSchG § 6 Abs 3 Rz 3). Eine Klausel wird beispielsweise dann als intransparent gewertet, wenn dem Kunden die wirtschaftliche Tragweite der Bestimmung verschleiert wird oder ihm künftig entstehende Kosten aufgebürdet werden und dabei nicht auf die mögliche Höhe dieser Kosten hingewiesen wird (ecolex 1999, 543).
Für die Klausel 1 ist - durch die Wohnrechtsnovelle 2006, BGBl I 2006/124, unverändert geblieben - § 21 Abs 1 Z 6 MRG maßgeblich. Gemäß dieser Bestimmung gelten als Betriebskosten die vom Vermieter aufgewendeten Kosten für die angemessene Versicherung des Hauses gegen „andere" Schäden, wie besonders gegen Glasbruch hinsichtlich der Verglasung der der allgemeinen Benützung dienenden Räume des Hauses einschließlich aller Außenfenster oder gegen Sturmschäden, wenn und soweit die Mehrheit der Hauptmieter - diese berechnet nach der Anzahl der vermieteten Mietgegenstände - des Hauses dem Abschluss, der Erneuerung oder der Änderung des Versicherungsvertrags zugestimmt haben. Die aus den Verträgen über die angemessene Versicherung des Hauses gegen Glasbruch und Sturmschäden entstehenden Kosten sind also nur dann Betriebskosten, wenn die Mieter der Mehrzahl der vermieteten Mietgegenstände dem Abschluss zugestimmt haben (Würth/Zingher/Kovanyi, Miet- und Wohnrecht21 § 21 MRG Rz 10). Mit dieser Bestimmung wurde der Mietermehrheit ein Wahlrecht zwischen einer anteiligen Prämienbelastung durch die entsprechende Versicherung und dem Risiko einer Mietzinserhöhung nach § 18 MRG im Schadensfall eingeräumt. Ohne Zustimmung der Mietermehrheit könnten die anteiligen Versicherungsprämien aus einer Glasbruch- und Sturmschadenversicherung nicht als Betriebskosten eingehoben werden (Würth/Zingher/Kovanyi aaO Rz 2). Diesen Umstand legt die Klausel 1 jedoch nicht offen. Selbst wenn man davon ausgeht, dass einem mit durchschnittlichem Verstand ausgestatteten Mieter nicht verborgen bleiben dürfte, dass die Zustimmungserklärung zur Klausel 1 für den Mieter eine Kostenbelastung mit sich bringen kann bzw bringt, so unterbleibt jede Information und Aufklärung darüber, dass die Klausel darauf abzielt, dem Mieter Versicherungsprämien als Betriebskosten in Rechnung zu stellen, was ohne seine Zustimmungserklärung nicht möglich wäre. Das ihm zustehende Wahlrecht, das insbesondere bei Vorhandensein von stattlichen Mietzinsreserven, aus denen die ansonsten versicherten Schäden bezahlt werden könnten, den Mieter von der Erteilung der Zustimmung zum Abschluss entsprechender Versicherungen abhalten könnte, wird ihm nicht offen gelegt. Der Mieter wird somit nicht in klarer und durchschaubarer Weise über seine Rechte informiert, sondern über die Tragweite seiner Einwilligung bzw Zustimmung im Unklaren gelassen.
Die Auffassung des Berufungsgerichts, die Klausel entspreche dem Transparenzgebot des § 6 Abs 3 KSchG, weil sie sich am Wortlaut des Gesetzes orientiere, wird vom Obersten Gerichtshof nicht geteilt. Während sich aus dem Text des § 21 Abs 1 Z 6 MRG eindeutig die Folge der Zustimmungserklärung ergibt, nämlich dass die vom Vermieter aufgewendeten Kosten für die Versicherung des Hauses gegen Glasbruch- und Sturmschäden als Betriebskosten gelten, enthält die Klausel 1 darauf keinen Hinweis. Dass ein Zusammenhang zwischen der Zustimmungserklärung und den Betriebskosten besteht, bleibt gänzlich unerwähnt. Es kann also keineswegs gesagt werden, dass der Durchschnittsverbraucher durchschaubar, klar und verständlich so aufgeklärt wird, dass er die Tragweite seiner Zustimmungserklärung erfassen kann. Selbst wenn die Versicherungssparten festgelegt sind und von einer „angemessenen" Versicherung die Rede ist, kann der durchschnittlich begabte Verbraucher nicht erkennen, dass sich als Konsequenz seiner Zustimmungs- oder Beitrittserklärung eine erhöhte Betriebskostenbelastung ergibt oder ergeben kann. Insbesondere aber wird er über die alternativen Möglichkeiten, wie die Bezahlung der zu versichernden Schäden sonst erfolgen könnte (aus Mietzinsreserven oder im Wege der Mietzinserhöhung gemäß § 18 MRG), nicht aufgeklärt.
Die von der Beklagten empfohlene Vertragsklausel verstößt gegen das Transparenzgebot des § 6 Abs 3 KSchG. Sie ist schon deshalb unwirksam.
Zur Klausel 2:
Während § 8 Abs 1 Satz 2 MRG Erhaltungspflichten des Mieters nur so weit festlegt, als dem Vermieter und den anderen Mietern des Hauses kein Schaden erwachsen darf, sieht die beanstandete Klausel eine darüber hinausgehende umfassende Erhaltungspflicht des Mieters - hinsichtlich aller „für den Mietgegenstand bestimmten Einrichtungen und Geräte" - vor, von der lediglich ernste Schäden des Hauses ausgenommen bleiben sollen. Die Klausel zielt somit darauf ab, dem Mieter die Erhaltungspflicht für den bedungenen Gebrauch aufzuerlegen.
Jedenfalls außerhalb der vollen Anwendbarkeit des MRG ist es grundsätzlich zulässig, die Pflicht zur Instandhaltung des Bestandgegenstands auf den Bestandnehmer zu überwälzen (6 Ob 42/02y mwN; Würth in Rummel, ABGB3 § 1096 Rz 5). Inwieweit dies auch auf den Vollanwendungsbereich des MRG zuträfe, muss hier nicht erörtert werden, zumal die Unwirksamkeit der in Beschwerde gezogenen Klausel schon bei Mietverträgen, die (nur) in den Teilanwendungsbereich des MRG fallen, gegeben ist.
Gemäß § 3 Abs 1 Satz 2 MRG bleibt „im Übrigen § 1096 ABGB unberührt". Nach § 1096 Abs 1 zweiter Satz ABGB wird der Bestandnehmer für die Dauer und in dem Maß der Unbrauchbarkeit von der Entrichtung des Zinses befreit, wenn das Bestandstück bei der Übergabe derart mangelhaft ist oder es während der Bestandzeit ohne Schuld des Bestandnehmers derart mangelhaft wird, dass es zu dem bedungenen Gebrauch nicht taugt. In dieser Regelung ist nach ständiger Rechtsprechung eine dem Wesen des Bestandverhältnisses angepasste Gewährleistungsbestimmung besonderer Art zu sehen (RIS-Justiz RS0021326, RS0021286). Gemäß § 9 Abs 1 KSchG in der Fassung des GewRÄG, BGBl I 2001/48, können Gewährleistungsrechte des Verbrauchers (§§ 922 bis 933 ABGB) vor Kenntnis des Mangels nicht ausgeschlossen oder eingeschränkt werden. Der Klammerausdruck war in der alten Fassung nicht enthalten, sodass allgemein die Auffassung vertreten wurde, dass von § 9 KSchG alle gesetzlichen Gewährleistungsansprüche, die für Verbrauchergeschäfte beachtlich sein können, umfasst werden, also auch der Anspruch nach § 1096 ABGB. Diese Ansicht ist für § 9 KSchG nF aufrecht zu erhalten, da sich kein Hinweis darauf ergibt, dass der Gesetzgeber eine Einschränkung des Konsumentenschutzes habe vornehmen wollen (7 Ob 78/06f mwN).
Wird der Mieter - wie hier durch die inkriminierte Klausel - generell zur Wartung, Instandhaltung und Erneuerung aller für den Mietgegenstand bestimmten Einrichtungen und Geräte verpflichtet, dann bedeutet dies, dass das im § 1096 Abs 1 zweiter Satz festgelegte Zinsminderungsrecht des Mieters nie zum Tragen kommen könnte, hat er doch in jedem Fall - also auch dann, wenn ohne Schuld des Bestandnehmers ein Mangel am Bestandobjekt auftritt, der dieses zum bedungenen Gebrauch untauglich macht - die notwendigen Maßnahmen auf seine Kosten vorzunehmen. Wird die Pflicht zur Erhaltung des Mietobjekts generell auf den Mieter überwälzt, dann kann er sich auch nicht auf die Unbrauchbarkeit des Mietgegenstandes berufen, was aber Voraussetzung für einen Zinsminderungsanspruch wäre (vgl 7 Ob 78/06f). Durch die positive Festlegung der generellen Erhaltungspflicht des Mieters werden implizit dessen Gewährleistungsrechte ausgeschlossen. Da einem Verbraucher gegenüber Gewährleistungsrechte (beim Bestandvertrag die Zinsminderung) im Voraus nicht ausgeschlossen werden können, widerspricht die Klausel § 9 Abs 1 KSchG und ist schon deshalb unwirksam. Ob diese Klausel auch noch aus anderen Gründen unwirksam wäre, bedarf hier keiner Erörterung.
Der Revision der Klägerin ist daher stattzugeben und das erstinstanzliche Urteil wiederherzustellen.
Nach § 30 Abs 1 KSchG iVm § 25 Abs 3 UWG hat das Gericht der obsiegenden Partei, wenn diese daran ein berechtigtes Interesse hat, auf Antrag die Befugnis zuzusprechen, das Urteil innerhalb bestimmter Frist auf Kosten des Gegners zu veröffentlichen. Diese Veröffentlichungsbefugnis wird hier nicht bezweifelt.
Die Entscheidung über die Kosten des Berufungs- und Revisionsverfahrens beruht auf den §§ 41, 50 ZPO.
E84003
ECLI:AT:OGH0002:2007:0010OB00241.06G.0327.000
JJT_20070327_OGH0002_0010OB00241_06G0000_000

References: §1096

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 § 933
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 § 9
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 § 3
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 § 1097
 § 1036
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 §21
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 § 21
 § 6
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 § 23
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 §879
 §6
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 § 4
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 §28
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 § 29
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 §1096
 §9
 § 9
 § 9
 § 1096
 § 9
 § 9
 OGH 
 OGH 
 § 879
 §21
 § 21
 § 18
 OGH 
 § 21
 § 6
 § 21
 §1096
 § 9
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 OGH 
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 § 1096
 § 3
 § 29
 § 28
 § 21
 § 21
 § 879
 § 6
 § 1096
 § 3
 § 879
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 § 3
 § 16
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 § 14
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 § 9
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 § 9
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 § 9
 § 30
 § 25