Source: https://www.anwalt.org/201-stgb/
Timestamp: 2019-10-15 08:55:27+00:00

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Darf man Gespräche heimlich aufnehmen und später verbreiten?
Unser Privatleben genießt durch das Gesetz einen besonderen Schutz, denn das Recht auf Privatsphäre bildet einen Grundpfeiler der Demokratie. Daher gelten in Deutschland verschiedene Strafvorschriften, deren Ziel es ist, den persönlichen Lebens- und Geheimbereich zu schützen.
Das Strafgesetzbuch (StGB) umfasst unter anderem Vergehen wie die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen (§ 201a), die Verletzung des Briefgeheimnisses (§ 202) sowie die Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes (§ 201).
Doch was besagt der Paragraph 201 StGB im Detail? Ist es strafbar, wenn Sie ein Gespräch aufnehmen ohne eine entsprechende Zustimmung? Und welche Sanktionen drohen bei der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes gemäß StGB? Antworten liefert der nachfolgende Ratgeber.
Dürfen Gespräche ohne Zustimmung aufgezeichnet werden?
Welche Sanktionen drohen gemäß § 201 StGB?
§ 201 StGB im Alltag
Das im Strafgesetzbuch unter § 201 aufgeführte Vergehen der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes dient dem Schutz der Kommunikationsphäre und soll damit die Unbefangenheit der persönlichen Aussprache gewährleisten.
Gemäß § 201 Abs. 1 StGB gilt der Tatbestand als erfüllt, wenn eine unbefugte Person
eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.”
Demnach ist eine Gesprächsaufzeichnung ohne die Zustimmung der beteiligten Personen strafbar. Darüber hinaus steht gemäß § 201 StGB auch die Verbreitung entsprechender Aufnahmen, welche durch das heimliche Abhören erlangt wurden, unter Strafe.
Das StGB stellt gemäß § 201 Abs. 4 auch bereits den Versuch einer Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes unter Strafe. Außerdem besteht die Möglichkeit, Tonträger und Abhörgeräte, welche vom Täter genutzt wurden unter Umständen einzuziehen.
§ 201 StGB: Ein Gespräch aufnehmen kann strafbar sein.
Lässt sich ein strafbares Verhalten gemäß § 201 StGB nachweisen, muss der Täter mit entsprechenden Sanktionen rechnen. Der Gesetzgeber sieht in einem solchen Fall eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vor.
Ein höheres Strafmaß droht darüber hinaus Amtsträgern oder Personen, welche für den öffentlichen Dienst als besonders Verpflichtete gelten. Dabei handelt es sich insbesondere um Beamte und Richter. In diesem Fall droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.
In der Regel handelt es sich bei der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes gemäß § 201 StGB um ein sogenanntes Antragsdelikt. Das bedeutet, einem solchen Vergehen wird grundsätzlich nur dann von den Strafverfolgungsbehörden nachgegangen, wenn der Geschädigte einen Strafantrag stellt.
Achtung! Handelt es sich bei dem Täter um einen Richter, Beamten oder sonstigen Amtsträger, liegt nicht länger ein Antragsdelikt vor. In diesem Fall wird die Staatsanwaltschaft bei Kenntnis von selbst aktiv.
Die Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes ist nur in Ausnahmefällen zulässig.
Aufgrund der vielfältigen technischen Möglichkeiten – zum Beispiel verfügt mittlerweile beinahe jedes Handy über eine Funktion zur Sprachaufzeichnung – spielt die Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes immer wieder eine wichtige Rolle im Strafrecht.
So fällten verschiedene Gerichte aufgrund von § 201 StGB Urteile, in denen es zum Beispiel um Aufzeichnungen bei polizeilichen Festnahmen oder um die Überwachung von Mitarbeitern ging.
Im letzteren Fall kann der Eingriff in das Recht auf Privatsphäre ggf. aufgrund von Notwehr bzw. Notstand gerechtfertigt sein. Ein Grund kann dabei in Ausnahmefällen die Beweissicherung für eine Straftat – wie zum Beispiel Diebstahl – sein.
Wenn der Nachbar so laut sein kleines Kind anbrüllt und beleidigt dass es durch die Wände in meiner Wohnung hörbar ist
Ist das dann ein vertrauliches Wort in einem nichtöffentlichen raum ?
Wenn dann in der eigenen Wohnung diese Stimme aus der nachbarwohnung per sprachmitteilung mit dem Handy aufgenommen wurde liegt dann eine Straftat nach 201 StGB vor?
8. Januar 2018 at 10:11
wir können die Sachlage rechtlich nicht beurteilen und daher keine Einschätzung abgeben. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen sich an einen Anwalt in Ihrem Wohnort zu wenden.
3. Juni 2018 at 1:37
Wenn man am Arbeitsplatz Kollegen lautstark beschimpft wird und die Vorgesetzten nichts unternehmen können, weil die Zeugen in die Angelegenheit nicht verwickelt werden wollen, darf man dann solche Momente mal als Beweis für die Chefs aufnehmen? Zählt das als Notwehr (gegen verbalen Missbrauch, Beleidigung, z.B.) und/oder bei der Lautstärke auch schon als öffentlich?
Hallo Melanie F.,
da wir keine rechtliche Beratung anbieten dürfen, können wir die Sachlage rechtlich auch nicht beurteilen. Wenden Sie sich am besten an denBetriebsrat oder an die Gewerkschaft. Darüber hinaus kann hier auch ein Anwalt der richtige Ansprechpartner sein.
Darf ich mein eigenes Kind , 9 Jahre auf Tonträger aufnehmen?
sofern Sie das Sorgerecht haben, ist das in der Regel möglich. Hat ein weitere Elternteil das Sorgerecht bzw. das alleinige Sorgerecht muss üblicherweise die Zustimmung dieses Elternteils vorhanden sein.
Wenn eine „Freundin“ bei einem vertraulichen Gespräch per Handy eine dritte Person mithören lässt, ohne das ich davon in Kenntnis habe, ist auch das eine Straftat im Sinne des § 201 StGB?
wir können rechtlich nicht beurteilen, ob der Tatbestand erfüllt ist. Informieren Sie sich am besten bei der Polizei oder bei einem Anwalt.
Ich wurde heimlich aufgenommen (tonaufnahmen) und das ganze wurde dann an 3te Personen weiter geschickt um mich bloßzustellen und sich selbst in ein gutes Licht zu rücken..
Kann ich dagegen vorgehen und es zur Anzeige bringen? Oder hab ich schlechte Chancen
Ich habe eine Frrage zu folgender Situation:
Ich führe telephonisch ein Gespräch mit dem Sachbearbeiter einer Behörde über einen anhängigen Vorgang. Ist das ein privates (nicht-öffentliches) Gespräch, gar geheimnisträchtiges Gespräch, das ich nicht mitschneiden, obwohl ich es für das weitere Procedere präzise auswerten möchte?
24. Juni 2019 at 12:45
Eine Freundin hat mir 1500€ geklaut und wenn ich jetzt ein Gespräch aufzeichnen würde in der sie es zugibt, kann ich damit dann zur Polizei?
17. Juli 2019 at 21:07
eine Freundin hat mir erzählt, dass sie eine Beziehung mit einem fremden Mann hat.
Jetzt erzählt sie jedoch allen, dass ich die Beziehung mit dem fremden Mann hatte, damit ihre Ehe nicht kaputt geht.
Ich habe das letzte Gespräch mit ihr jetzt heimlich aufgenommen. Sie gesteht in der Tonbandaufnahme, dass nicht ich, sondern sie einen fremden Mann genommen hat. Sie gesteht aber auch, dass sie die Lüge niemals mehr rückgängig machen kann. Da sie so viel Geld hat, glauben ihr einfach alle.

References: § 201

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