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Timestamp: 2018-12-13 03:43:49+00:00

Document:
von Urs Bauer
11.11.2018 18:16
Wirtschaftsfaktor, Naturschutz- und Erholungsfunktion
Ich äußere mich hier in verschiedenen Funktionen. Meiner Familie gehört ein kleines Stückchen Wald, ich bin Wegewart des SWV in einer der größten Gemeinden des Schwarzwaldes und auch leidenschaftlicher Mountainbiker. Wenn ich mich durch den Schwarzwald bewege, sehe ich viele Stellen, an denen Forstwirtschaft betrieben wird. Es ist mir auch [...] Mehr
Ich äußere mich hier in verschiedenen Funktionen. Meiner Familie gehört ein kleines Stückchen Wald, ich bin Wegewart des SWV in einer der größten Gemeinden des Schwarzwaldes und auch leidenschaftlicher Mountainbiker.
Wenn ich mich durch den Schwarzwald bewege, sehe ich viele Stellen, an denen Forstwirtschaft betrieben wird. Es ist mir auch durchaus einleuchtend, dass der Wald auch ein Wirtschaftsfaktor dieses Bundeslandes ist - sowohl für das Land als auch für private Grundbesitzer. Aber schon jetzt hat die Forstwirtschaft Ausmaße, die ich oft unerträglich finde. Gestern erst durfte ich frische Spuren von Rückefahrzeugen bewundern. Der Boden ist an diesen Stellen aufgrund des Fahrzeuggewichtes so sehr verdichtet, dass Wasser über Jahre in den Löchern und Furchen steht, ohne dass es versickern könnte. So kann der Boden das Wasser immer schlechter aufnehmen, was zu vielerlei Problemen führt. Das Wasser in diesen Schlammlöchern schillert in den herrlichsten Regenbogenfarben. Grund dafür ist das ausgetretene Öl während der Arbeiten. Solche Anblicke sind leider die Regel und nicht die Ausnahme.
Schöne, schmale Pfade werden zerstört und unbenutzbar gemacht. Ein Aufräumen bleibt anschließend aus. Vor Jahren hat man Reisig verbrannt, heute wird es einfach liegen gelassen, denn Zeit ist Geld. So muss Weg um Weg weichen. Wenn nun der Schwerpunkt der Waldnutzung in Richtung der Forstwirtschaft verschoben werden sollte, werden diese Anblicke noch deutlich öfter zu sehen sein und wir alle haben das Nachsehen.
Ein weiterer Punkt ist §37, Abs. 3 des LWaldG. In Baden-Württemberg sind die besten Mountainbiker Deutschlands Zuhause, Freiburg ist Wahlheimat vieler internationaler Athleten. Eine sinnvolle Argumentation für eine Beibehaltung der "2-Meter-Regel" erschließt sich mir in keinster Weise. Alle Argumente wurden schon vor Jahren in verschiedenen Studien widerlegt und meine Arbeit als Wegewart bestätigt das. Wege werden oft sogar durch Wanderer mehr beschädigt als durch Mountainbiker. Diese Einschätzung bestätigten auch schon mehrere Förster im persönlichen Gespräch. Da beim Betreten des Waldes mit waldtypischen Gefahren zu rechnen ist, kann die Haftungsfrage auch kein Hindernis darstellen. Stattdessen werden durch diese gesetzliche Regelung manche Menschen dazu verleitet, Mountainbikern Fallen zu stellen und dadurch schwere Verletzungen bis hin zum Tod in Kauf genommen. Vermeintlich bestärkt durch den Gesetzgeber glauben sie, diese Maßnahme ergreifen zu dürfen. Die Politik hätte an dieser Stelle die Möglichkeit, solchen Leuten die Rechtfertigungsgrundlage zu entziehen. Weiter könnte sie zeigen, dass Entscheidungen aufgrund von sinnvollen Argumentationen gefällt werden und sich die Entscheidungen nicht nach der finanziell größeren Lobby richten.
von ohne Name 5263
Die Argumente liegen alle auf dem Tisch. Beachtet wird diese Regel auch kaum, ganz oft sogar aus Überzeugung (ziviler Ungehorsam.....). Also Schluss damit! Das ist ein totgerittener Gaul!
von ohne Name 5057
Jede Änderung der Waldgesetzgebung unter Beibehaltung der sogenannten 2-Meter-Regel ist verfehlt. Allen !! Fahrradfahrern wird das Betretungsrecht für Wege unter 2 Meter Breite pauschal und willkürlich genommen. Das Verbot ist wissenschaftlich nicht begründet und rechtlich mehr als nur fragwürdig. Die 2-Meter-Regel wird einer ernsthaften [...] Mehr
von ohne Name 5052
Wenn man schon eine Korrektur des LWaldG vornimmt und dies mit dem BWaldG begründet, dann sollte man dies auch in allen Punkten tun. Dazu zählt dann z.B. auch die Entfernung des unsäglichen und im BWaldG nicht vorhandenen §37 (3) des LWaldG BaWü, die so genannte 2m Regelung für MTB. Diese sollte dann ebenfalls an das BWaldG angepasst und damit [...] Mehr
von ohne Name 5151
Abschaffung der 2m-Regel
Andere Bundesländer machen es vor. Ohne diese unsinnige Regelung funktioniert es auch wenn nicht sogar besser. Ein gemeinschaftliches und verträgliches Miteinander auf den Wegen bringt mehr als die Abdrängung der Radfahrbegeisterten (hier entwickelt sich gerade ein Volkssport) in eine unbegründete illegalität.
von ohne Name 5208
Für Forsttechniker als Revierleiter im Körperschaftswald
Der Erweiterungsvorschlag sieht zusätzlich die Bestellung des/der staatl. gepr. Forsttechniker/-in als Leiter/-in eines Forstrevieres im Körperschaftswald vor (siehe unten): Artikel 1 Änderung des Landeswaldgesetz ..... 5. § 21 wird wie folgt gefasst: § 21 Sachkundige Bewirtschaftung des Waldes ..... (4) .....Satz 2: Zur Leiterin oder zum [...] Mehr
Der Erweiterungsvorschlag sieht zusätzlich die Bestellung des/der staatl. gepr. Forsttechniker/-in als Leiter/-in eines Forstrevieres im Körperschaftswald vor (siehe unten):
Artikel 1 Änderung des Landeswaldgesetz
5. § 21 wird wie folgt gefasst:
§ 21 Sachkundige Bewirtschaftung des Waldes
(4) .....Satz 2: Zur Leiterin oder zum Leiter eines Forstrevieres im Körperschaftswald kann bestellt werden, wer die Laufbahnbefähigung für den gehobenen technischen Forstdienst nach Maßgabe der Laufbahnordnung MLR, die erfolgreiche Ausbildung und Prüfung zum/zur staatl. gepr. Forsttechniker/-in oder den Erwerb der forsttechnischen Sachkunde nach Maßgabe der Rechtsordnung nach Absatz 5 Nummer 2 nachweist.
1. Die einjährige Ausbildung zum Forstwart (mittlerer Forstdienst) in Karlsruhe gibt es seit den 1990 er Jahren nicht mehr. Jedoch werden staatl. gepr. Forsttechniker/-innen (kurz: Forsttechniker) kontinuierlich seit 1981 bis heute ausgebildet. Forsttechniker weisen durch die dreijährige Berufsausbildung als Forstwirt/-in, der mindestens einjährigen Berufspraxis und dem zweijährigen Vollzeit-Fachschulstudiim an der Staatl. Technikerschule für Waldwirtschaft in Lohr a.Main eine mindestens sechsjährige Forsterfahrung in Ausbildung und Praxis nach. Es ist nicht nachvollziehbar, diese praktischen Erfahrungswerte nicht zum Wohle des Körperschaftswaldes, aber auch der kommunalen Waldbesitzer zu aktivieren. Mit einer Streichung des mittleren Forstdienst für den Körperschaftswald würde ein großer Verlust für den Wald entstehen.
2. Mit 25 % des Kommunalwaldes von Deutschland gibt es in keinem anderen Bundesland soviel Kommunalwald wie in Baden-Württemberg, nämlich 549 000 ha. Alleine 92 % davon gehört dabei Kommunen, die mehr als 200 ha besitzen und 48 % die mehr als 1000 ha besitzen. Der Erhalt des mittleren Forstdienst durch Forsttechniker für die Leitung eines Forstrevieres stellt somit für die waldbesitzenden Körperschaften eine Mehrauswahl/Flexibilität an forstlich ausgebildeten Forstpersonal dar.
3. Der Wegfall des mittleren Forstdienstes bedeutet ein Berufsverbot für Forsttechniker im Körperschaftswald in Baden-Württemberg. Durch die Streichung des mittleren Forstdienstes würde eine wichtige Stütze in der Bewirtschaftung der kommunalen Wälder wegfallen. Weiter würde dem Ausbildungsberuf Forstwirt die Durchgängigkeit in den Laufbahnen verwehrt werden. Hier würde dem Ausbildungsberuf Forstwirt eine Aufstiegsmöglichkeit genommen. Forsttechnikern wurde die Möglichkeit eröffnet, in die 3. Qualifikationsebene aufzusteigen.
4. Zahlreiche Forsttechniker kommen aus Baden-Württemberg und möchten sich sehr gerne heimatnah beruflich verwirklichen. Im derzeitigen Forsttechnikerjahrgang 2018/2020 sind es 45 % der Studierenden. Von allen bisher 26 Forsttechnikerjahrgängen stellt Baden-Württemberg als Heimatbundesland die zweitgrößte Gruppe an Forsttechnikern.
5. Die forsttechnische Betriebsleitung vom Körperschaftswald obliegt ohnehin dem höheren Forstdienst, so dass für die Leitung eines Forstrevieres der mittlere Forstdienst mit dem Forsttechniker eine sehr gute Ergänzung darstellt. Und so treffen sich akademisches Wissen und Praxisnähe.
6. Körperschaften mit weniger Waldbesitz können Forsttechniker auch noch für andere, artverwandte Tätigkeiten einsetzen.
7. Einige baden-württembergische Kommunen (wie z.B. Stadt Tuttlingen und Stadt Biberach an der Riß) haben bereits seit Jahren Forsttechniker für die Leitung von Forstrevieren beschäftigt.
8. Zahlreiche bayerische Kommunen (wie z.B. Krumbach, Immenstadt im Allgäu, Amorbach, Lohr a.Main) lassen ihre Wälder bereits seit vielen Jahren von Forsttechnikern bewirtschaften.

References: §37
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 § 21
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