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Timestamp: 2019-12-06 21:28:01+00:00

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Erbschaftsteuererklärung ab dem 1.7.2016 / 2.14 Nachlassverbindlichkeiten (Zeilen 84 bis 114) | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Zu den Nachlassverbindlichkeiten zählen insbesondere die Schulden des Erblassers und die durch den Sterbefall entstandenen Kosten. Zur Abzugsfähigkeit von Schulden und Lasten gilt Folgendes:
Nicht abzugsfähig sind Schulden und Lasten, soweit sie in wirtschaftlichem Zusammenhang mit Vermögensgegenständen stehen, die nicht der Besteuerung nach dem Erbschaftsteuergesetz unterliegen (z. B. bei Grundbesitz, der der Denkmalspflege unterstellt ist; vgl. § 13 Abs. 1 Nr. 2b ErbStG).
Weiterhin nicht abzugsfähig ist die eigene Erbschaftsteuer des Erwerbers. Ferner auch die verjährten Pflichtteilsansprüche.
Beschränkt sich die Besteuerung auf einzelne Vermögensgegenstände (bei der beschränkten Steuerpflicht), sind nur die damit in wirtschaftlichem Zusammenhang stehenden Schulden und Lasten abzugsfähig. Um den vollen Abzug zu erreichen, besteht seit 2012 die Möglichkeit zur unbeschränkten Steuerpflicht zu optieren.
Schulden und Lasten, die mit teilweise befreiten Vermögensgegenständen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, sind nur mit dem Betrag abzugsfähig, der dem steuerpflichtigen Teil entspricht. Dies gilt z. B. bei Anwendung des 10 %igen Verschonungsabschlags nach § 13d ErbStG (s. "Anlage Steuerbefreiung für zu Wohnzwecken vermietete Grundstücke").
Schulden und Lasten, die mit dem nach § 13a ErbStG und § 13c ErbStG befreiten Vermögen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, sind nur mit dem Betrag abzugsfähig, der dem Verhältnis des nach Anwendung des § 13a ErbStG und § 13c ErbStG anzusetzenden Werts dieses Vermögens zu dem Wert vor Anwendung des § 13a ErbStG und § 13c ErbStG entspricht. Hierunter fällt insbesondere der Übergang von Anteilen an Kapitalgesellschaften. Ist das nach § 13a ErbStG begünstigte Vermögen in vollem Umfang von der Steuer befreit, ist kein Abzug vorzunehmen. Letzteres ist dann der Fall, wenn die Optionsverschonung (100 %ige Verschonungsabschlag) gewählt wird.
Ein wirtschaftlicher Zusammenhang von Schulden (Lasten) mit Vermögensgegenständen i. S. d. § 10 Abs. 6 ErbStG setzt voraus, dass die Entstehung der Schuld ursächlich und unmittelbar auf Vorgängen beruht, die diesen Vermögensgegenstand betreffen und die Schuld den Vermögensgegenstand wirtschaftlich belastet. Dieser Zusammenhang ist insbesondere dann zu bejahen, wenn die Schuld zum Erwerb, zur Sicherung oder zur Erhaltung des jeweiligen Vermögens eingegangen worden ist. Dagegen reicht es nicht aus, wenn lediglich ein rechtlicher Zusammenhang zwischen der Schuld und dem begünstigten Vermögen besteht.
Der wirtschaftliche Zusammenhang mit dem Vermögensgegenstand muss beim Erbfall bereits bestanden haben; er wird durch die Gesamtrechtsnachfolge nicht herbeigeführt, wenn er beim Erblasser nicht bestanden hat.
Bei allgemeinen Nachlassverbindlichkeiten besteht kein wirtschaftlicher Zusammenhang mit einzelnen erworbenen Vermögensgegenständen.
Zu den allgemeinen Nachlassverbindlichkeiten rechnet die Finanzverwaltung beispielsweise Steuerschulden, Konsumentendarlehen und Erbfallkosten.
Bisher galt dies auch für die Pflicht des Erben zur Zahlung des Zugewinnausgleichs an den überlebenden Ehegatten des Erblassers.
Nach der BFH-Rechtsprechung und dem nun folgend auch die Finanzverwaltung gilt Folgendes:
Die Verpflichtungen zur Zahlung des geltend gemachten Pflichtteils an den überlebenden Ehegatten des Erblassers sind auch dann in voller Höhe als Nachlassverbindlichkeiten abziehbar, wenn zum Nachlass ein Anteil an einer Kapitalgesellschaft gehört, dessen Erwerb nach § 13a ErbStG begünstigt ist.
b) Zugewinnausgleichsschulden
Auch die Verpflichtungen zur Zahlung von Zugewinnausgleichsschulden an den überlebenden Ehegatten des Erblassers sind in voller Höhe als Nachlassverbindlichkeiten abziehbar, wenn zum Nachlass ein Anteil an einer Kapitalgesellschaft gehört, dessen Erwerb nach § 13a ErbStG begünstigt ist. Diese Nachlassverbindlichkeit ist unabhängig von der Zusammensetzung des Nachlasses in voller Höhe abziehbar.
Der eingeschränkte Schuldenabzug kommt nicht bei den nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG (z. B. Hausrat) befreiten Gegenständen zur Anwendung (s. Zeilen 77 und 78).
Schuldenabzug bei Hausrat
Der Witwer W hat seine Tochter T zur Alleinerbin bestimmt. Im Nachlass befindet sich neben dem sonstigen Nachlass (Steuerwert 940.000 EUR) auch Hausrat mit einem gemeinen Wert von 30.000 EUR. Hierfür hat W einen Kredit aufgenommen; dieser valutiert an seinem Todestag mit 25.000 EUR.
Für den Hausrat kommt die Befreiungsvorschrift des § 13 Abs. 1 N. 1 ErbStG zur Anwendung. Gleichwohl bleibt der Schuldenabzug in voller Höhe erhalten.
Dies führt bei T zu folgender Steuerberechnung:
Nachlass (ohne Hausrat und Schulden) 940.000 EUR
Hausrat 30.000 EUR
Freibetrag § 13 Abs. 1 N. 1 ErbStG ./. 41.000 EUR
Ansatz 0 EUR 0 EUR
abzüglich Schulden für Hausrat (§ 10 Abs. 5 Nr. 1 ErbStG) ./. 25.000 EUR
Bereicherung 915.000 EUR
./. Beerdig...

References: § 13
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 § 10
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