Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-gold/doetschpungmoehlenbrock-dpm-kommentar-zum-kstg-und-333-anteilsveraeusserung-8b-abs2-s1-kstg_idesk_PI16039_HI9678638.html
Timestamp: 2019-06-27 04:29:14+00:00

Document:
Dötsch/Pung/Möhlenbrock (D/P/M), Kommentar zum KStG und ... / 3.3.3 Anteilsveräußerung (§ 8b Abs 2 S 1 KStG) | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Der Grundfall des § 8b Abs 2 KStG ist die Veräußerung von Anteilen an einer anderen Kö oder Pers-Vereinigung, deren Leistungen bei dem Empfänger zu den Kap-Erträgen iSd § 20 Abs 1 Nrn 1, 2, 9 oder 10 Buchst a EStG gehören. In Tz 20ff ist erläutert, welche Leistungen bei den Empfängern zu Kap-Erträgen der genannten Art führen (s Tz 20ff). Wegen der Frage, ob § 8b Abs 2 KStG bei der Veräußerung eines Anteils an einer MU-Schaft, die die Kap-Beteiligung hält, anwendbar ist, s Tz 412.
Auch die Veräußerung einbringungsgeborener Anteile iSd § 21 UmwStG aF fällt grds unter § 8b Abs 2 KStG; jedoch wegen der Ausnahmeregelungen in § 8b Abs 4 KStG aF, s Tz 303ff. Wegen der Besteuerung nach § 21 Abs 2 UmwStG aF, s Tz 155ff.
Bei der Veräußerung einbringungsgeborener Anteile durch eine Kommune gilt der VG gem § 21 Abs 3 Nr 1 UmwStG aF als in einem BgA entstanden. § 8b Abs 2 KStG und § 8b Abs 4 KStG aF sind iRd BgA-Besteuerung anzuwenden.
Nicht nach § 8b Abs 2 KStG begünstigt ist der Gewinn aus der Veräußerung eines Anteils an einer REIT-AG. Die durch das JStG 2009 in § 19a REITG eingefügte Ausnahme von der Nichtanwendung des § 8b KStG gilt nur für Dividenden iSd § 8b Abs 1 KStG, nicht hingegen in den Fällen des § 8b Abs 2 KStG, dh VG sind stets in voller Höhe stpfl. Wegen Einzelheiten s Tz 35.
Der Veräußerungsbegriff des § 8b Abs 2 S 1 KStG ist uE, da nicht legaldefiniert, weit auszulegen. Eine Veräußerung ist die entgeltliche Übertragung des rechtlichen oder wirtsch Eigentums auf einen anderen Rechtsträger (zu § 17 EStG zB s Urt des BFH v 07.03.1995, BStBl II 1995, 693). Auch Gosch (in Gosch, 3. Aufl, § 8b Rn 181), Herlinghaus (in R/H/N, § 8b KStG Rn 175) und Watermeyer (in H/H/R, § 8b KStG Rn 63) gehen von einem einheitlichen Veräußerungsbegriff in § 17 EStG und § 8b KStG aus.
Wegen des Veräußerungszeitpunkts s Tz 33, s Tz 348 und s Tz 107.
Tz. 121
Unstr werden von § 8b Abs 2 KStG Anteile an einer Kö oder Pers-Vereinigung erfasst, deren Leistungen bei dem Empfänger zu Einnahmen iSd § 20 Abs 1 Nr 1, 2, 9 und 10 Buchst a EStG gehören. Hierzu gehören nach § 8b Abs 2 S 1 KStG idF des UntStFG auch die Anteile an einer OG (s Tz 126) sowie eigene Anteile (unstr vor Inkrafttreten des BilMoG, s Tz 129ff).
Anteile iSd § 8b Abs 2 KStG sind nach uE zutr Verw-Auff auch Genussrechte iSd § 8 Abs 3 S 2 KStG (s Schr des BMF v 28.04.2003, BStBl I 2003, 292, Rn 24). Zur Abgrenzung der Genussrechte iSd § 8 Abs 3 S 2 KStG auch s Tz 24 und s Griemla (FR 2011, 853).
Andere Genussrechte, Wandelschuldverschreibungen sowie Optionsanleihen und sonstige Bezugsrechte stellen hingegen nach Verw-Auff keinen Anteil iSd § 8b Abs 2 KStG dar. GlA s Rödder/Schumacher (DStR 2003, 909, 911), s Kröner (in E & Y, § 8b Rn 86), s Herlinghaus (in R/H/N, § 8b KStG Rn 204ff), s Holle/Tschatsch (FR 2018, 884, 887) und s Gosch (in Gosch, 3. Aufl, § 8b Rn 162). GlA hinsichtlich der Optionsrechte und Wandelschuldverschreibungen s M Frotscher (in F/D, § 8b KStG Rn 192). Nach Ansicht von M Frotscher (in F/D, § 8b KStG Rn 193) ist die Nichteinbeziehung von Bezugsrechten iRd § 8b Abs 2 KStG unzutreffend, da das Bezugsrecht ein vom Stammrecht abgespaltenes Recht ist, und daher ebenso behandelt werden muss wie die Beteiligung selbst (ebenso s Urt des BFH v 27.10.2005, BStBl II 2006, 171 zu § 3 Nr 40 Buchst j EStG aF). Nach der Rspr des BFH (s Urt des BFH v 21.08.1996, BFH/NV 1997, 314) stellt die Veräußerung von Bezugsrechten die Teilveräußerung von Gesellschaftsanteilen dar. Dies spricht für die Auff von Frotscher. Häuselmann (Ubg 2008, 391, 392) will Bezugsrechtsveräußerungen dann in den § 8b Abs 2 KStG einbeziehen, wenn das Bezugsrecht iR einer Substanzabspaltung von den (Alt-)Anteilen erworben wurde. Der BFH (s Urt des BFH v 23.01.2008, BStBl II 2008, 719 und v 06.03.2013, BStBl II 2013, 588) hat sich zwischenzeitlich der Verw-Auff angeschlossen, wonach ein Bezugsrecht keinen Anteil iSd § 8b Abs 2 KStG darstellt. Die gegen das Urt des BFH v 23.01.2008 eingelegte Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung angenommen worden (s Beschl des BVerfG v 09.01.2009, StEd 2009, 99). Ebenfalls hierzu s Martin (KSR direkt 2008, 5), s Haase (Ubg 2017, 285, 291) und s Rogall (DB 2011, 1362, 1365). Krit zu den unterschiedlichen Lösungen s Knobloch (DB 2017, 1277, 1278), s Wagner (DStR 2009, 626), s Busch (BB 2008, 1103) und s Hahne (DStR 2008, 864). Ebenso s Dürrschmidt/Hans (NWB F 4, 5385) und s Prinz (Status-Recht 2008, 202), die zutr darauf hinweisen, dass in diesen Fällen Veräußerungsverluste stlich abzb sind.
Wegen des Unterschieds zwischen Wandel- und Optionsrechten s Hofert/Arends (GmbHR 2005, 1381, 1383).
Zur Anwendbarkeit des § 8b Abs 2 KStG bei dem Emittenten einer Umtauschanleihe s Urt des FG Köln v 18.01.2017 (EFG 2017, 1012, Rev-Az: I R 20/17). Weiter hierzu s Tranacher (DStR 2018, 2491).
Die Fin-Verw (s Schr des BMF v 30.04.2018, FR 2018, 907) geht davon aus, dass bei dem Gläubiger/Investor der Umtausch von Wandelschul...

References: § 8
 § 20
 § 8
 § 21
 § 8
 § 8
 § 21
 § 21
 § 8
 § 8
 § 8
 § 19
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 17
 § 8
 § 8
 § 8
 § 17
 § 8
 § 8
 § 20
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 3
 § 8
 § 8
 § 8