Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=24.03.1987&Aktenzeichen=I%20B%20117/86
Timestamp: 2019-10-20 07:15:25+00:00

Document:
BFH, 24.03.1987 - I B 117/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,1554
BFH, 24.03.1987 - I B 117/86 (https://dejure.org/1987,1554)
BFH, Entscheidung vom 24.03.1987 - I B 117/86 (https://dejure.org/1987,1554)
BFH, Entscheidung vom 24. März 1987 - I B 117/86 (https://dejure.org/1987,1554)
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KStG 1977/1984 § 8 Abs. 3 Satz 2, § 27; EStG 1977 § 20 Abs. 1 Nr. 3, § 36 Abs. 2 Nr. 3
Verdeckte Gewinnausschüttung - Nachträgliche Feststellung - Tarifliche Körperschaftsteuer - Einkommen einer Kapitalgesellschaft - Ermittlung - Ausschüttungsbelastung
BFHE 149, 468
BStBl II 1987, 508
Über Grund und Höhe einer verdeckten Gewinnausschüttung haben das Körperschaftsteuer-FA und das für die Veranlagung der Anteilseigner zuständige FA selbständig zu entscheiden (Anschluß an Beschluß des BFH vom 24. März 1987 I B 117/86, BFHE 149, 468, BStBl II 1987, 508).
Ergeben sich zwischen Kapitalgesellschaft, Anteilseigner und dem bzw. den zuständigen FÄ Meinungsverschiedenheiten über Grund und Höhe einer Gewinnausschüttung, so ist darüber in dem jeweiligen Besteuerungsverfahren selbständig zu entscheiden (BFH-Beschluß vom 24. März 1987 I B 117/86, BFHE 149, 468, BStBl II 1987, 508; ferner Beschluß vom 9. Februar 1982 VIII B 132/81, BFHE 135, 303, BStBl II 1982, 401;… Schmidt, Einkommensteuergesetz, 11. Aufl., § 20 Anm. 18 d cc;… Conradi in Littmann/Bitz/Meincke, Das Einkommensteuerrecht, 15. Aufl., § 20 EStG Anm. 147).
Vielmehr ist darüber --auch nach Inkrafttreten der Korrespondenzregelungen in § 32a, § 8b Abs. 1 Sätze 2 bis 4 KStG, § 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. d Sätze 2 und 3 EStG, jeweils i.d.F. des JStG 2007-- in dem jeweiligen Einkommensteuerveranlagungsverfahren der Anteilseigner selbständig zu entscheiden (vgl. BFH-Urteile vom 24. März 1987 I B 117/86, BFHE 149, 468, BStBl II 1987, 508; vom 27. Oktober 1992 VIII R 41/89, BFHE 170, 1, BStBl II 1993, 569; vom 18. September 2012 VIII R 9/09, BFHE 238, 512, BStBl II 2013, 149).
Die von der Kapitalgesellschaft geschuldete bzw. entrichtete Körperschaftsteuer wirkt wirtschaftlich wie eine Kapitalertragsteuer bzw. wie eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer des Anteilseigners, und die Entlastung ist rechtstechnisch im Wege der Anrechnung auf die Einkommensteuerschuld ebenso wie bei den geleisteten Vorauszahlungen ausgestaltet (BFH in BFHE 135, 303, BStBl II 1982, 401, 402, und Beschluß vom 24. März 1987 I B 117/86, BFHE 149, 468, BStBl II 1987, 508, 510).
aa) Zur Sachgesetzlichkeit des Körperschaftsteuerrechts gehört - auch nach der Körperschaftsteuerreform 1977 - die verfahrensmäßige Trennung zwischen der Besteuerung der ausschüttenden Kapitalgesellschaft einerseits und derjenigen des Anteilseigners andererseits (vgl. Senatsbeschluß vom 24. März 1987 I B 117/86, BFHE 149, 468, 471 f., BStBl II 1987, 508, 509 f., zu 2 a und b).
Vielmehr tilgt die Gesellschaft mit der Entrichtung der KSt eine eigene Schuld - auch wenn die KSt auf Grund verdeckter Gewinnausschüttung (vGA) geschuldet wird (BFH vom 24. März 1987, I B 117/86, BFHE 149, 468 , BStBl II 1987, 508; vom 9. Februar 1982, VIII B 132/81, BFHE 135, 303 , BStBl II 1982, 401 ).
Vielmehr ist über das Vorliegen einer vGA in dem jeweiligen Besteuerungsverfahren selbständig zu entscheiden (vgl. BFH-Urteile vom 24. März 1987 I B 117/86, BFHE 149, 468, BStBl II 1987, 508; vom 27. Oktober 1992 VIII R 41/89, BFHE 170, 1, BStBl II 1993, 569).
Nach ständiger Rechtsprechung des BFH stellt der auf der Hinzurechnung einer vGA (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG) basierende Körperschaftsteuerbescheid gegenüber der Kapitalgesellschaft und der Steuerbescheid, der auf der Ebene des Anteilseigners Kapitaleinkünfte i. S. von § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG bzw. § 8 b Abs. 1 KStG einbezieht, nicht im Verhältnis von Grundlagen- und Folgebescheid gemäß §§ 171 Abs. 10, 175 Abs. 1 Nr. 1 AO; vielmehr ist darüber in dem jeweiligen Besteuerungsverfahren selbständig zu entscheiden (BFH, Urteil vom 24. März 1987 I B 117/86, BStBl. II 1987, 508;… Beschluss vom 20. März 2009 VIII B 170/08, BFH/NV 2009, 1029).
Der auf der Hinzurechnung einer vGA (§ 8 Abs. 3 Satz 2 des Körperschaftsteuergesetzes --KStG--) basierende Körperschaftsteuerbescheid gegenüber der Kapitalgesellschaft und der Steuerbescheid, der auf der Ebene des Anteilseigners Kapitaleinkünfte i.S. von § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) bzw. § 8b Abs. 1 KStG einbezieht, stehen nicht im Verhältnis von Grundlagen- und Folgebescheid gemäß § 171 Abs. 10, § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO); vielmehr ist darüber in dem jeweiligen Besteuerungsverfahren selbständig zu entscheiden (vgl. Senatsurteil vom 24. März 1987 I B 117/86, BFHE 149, 468, BStBl II 1987, 508; Gosch, Körperschaftsteuergesetz, § 8 Rz 530).

References: § 8
 § 27
 § 20
 § 36
 § 20
 § 20
 § 32
 § 8
 § 3
 § 20
 § 8
 § 20
 § 8
 § 171
 § 175
 § 8