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Timestamp: 2020-07-07 03:46:13+00:00

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BAO-Newsletter; Nr. 03/11, vom 16. März 2011
das Denken und Entscheiden der Menschen ist stark emotional beeinflusst – meistens also sind Denken und Handeln nicht rational. Wer hat die letzten Tage denn nicht gehofft, dass die Reaktorkatastrophe in Japan eine gute Wende nehmen könnte. Dabei sprach alles dagegen: welche Prognose geben wir einem Patienten, der trotz Therapie über Tage Verschlechterungen, nie aber auch nur eine kurze Phase der Besserung zeigt?
Welcher Politiker hat jemals offiziell gesagt, wie die Chancen stehen, den absehbaren Versorgungsmangel – insbesondere mit Hausärzten - auf dem Lande abzuwenden? Alles Wunschdenken, Ideologie und Eigeninteressen.
Jetzt gibt es erstmals eine wirklich innovative, lesenswerte und spannende Betrachtungsweise zur Frage der Steuerbarkeit ärztlicher Versorgung in der Fläche - nachzulesen im Deutschen Ärzteblatt vom 4. März 2011, Seiten A 446-A447.
Die Frage: Was müsste man einem Kollegen Hausarzt, der sich in einer Großstadt mit kurzen Wegen und wenigen Bereitschaftsdiensten niederlassen möchte und ein Monatseinkommen von € 5.000 erwartet, bieten, damit er sich auf dem Land niederlässt.
Antwort: Vermutlich € 9.000,-- pro Monat, also fast das Doppelte (wohl etwas weniger, wenn er keine Bereitschaftsdienste zu erbringen hätte).
Kurios: Das ist etwa das Verhältnis, das man brauchte, um einen türkischen Arbeiter aus seiner Heimat zum Arbeiten nach Deutschland zu locken.
Glaubt irgendjemand, dass die Neidgesellschaft bereit ist, irgendeinen Arzt dermaßen besser zu stellen? Dann können wir uns noch die Zahlen der Prüfungsausschüsse bei den Allgemeinärzten ansehen und es wird klar: Das Ding ist gelaufen! Die Gynäkologen in den entsprechenden Gebieten denken bereits darüber nach, wie sie mit dem Andrang unversorgter Patientinnen aus dem Hausarztsektor umgehen sollen.
Die Irrationalität politischer Entscheidungen merken wir seit Jahren: Auch wenn wir die objektiven Vorteile des Ambulanten Operierens wieder und wieder belegen – wir wurden dennoch kaum gefördert. Nun scheint Minister Rösler also beim Thema Ambulantes Operieren trotzdem zur objektiven Vernunft umzuschwenken (siehe Extra-Newsletter der letzten Woche). Warum, das wird vielleicht nur Eingeweihten jemals bekannt werden.
Lassen Sie uns hoffen, dass er sich durchsetzen kann!
Strafe bei Wartezeiten: SPD baut Drohkulissen für Vertragsärzte (Ärzte Zeitung 7.02.2011)
Die SPD-Bundestagsfraktion hat einen Entwurf für ein Qualitätsverbesserungsgesetz in der medizinischen Versorgung von Kassenpatienten vorgestellt. Danach soll die gesetzlich maximal zulässige Wartezeit für einen Termin beim Facharzt fünf Tage betragen. Als Sanktionen gegen Ärzte, die diese Pflicht verletzen, sind Geldbußen bis zu 25.000 Euro und der Entzug der Zulassung bis zu einer Dauer von zwei Jahren vorgesehen.
Zusätzlich fordern die SPD-Gesundheitspolitiker eine Privilegierung von Kassenpatienten: Der Paragraf 76 SGB V soll in Zukunft eine Bestimmung enthalten, dass der Vertragsarzt zur "bevorzugten Behandlung" der Versicherten der GKV verpflichtet wird.
Außerdem plant die SPD ein Gesetz zur Angleichung der verschiedenen Vergütungssysteme in der ambulanten Versorgung. Danach sollen EBM und GOÄ bis zum 1. Juli 2012 angeglichen werden.
Eine weitere Forderung beinhaltet, dass in Kliniken Zweibettzimmer Standard werden sollen.
Kommentar: Für wie dumm halten SPD und Prof. Lauterbach eigentlich die Bevölkerung? Abgesehen davon, dass die Forderung nach bevorzugter Behandlung der GKV-Patientinnen auch Zwei-Klassen-Medizin mit umgekehrten Vorzeichen ist – wie der Hartmannbund-Vorsitzende Kuno Winn genüsslich dargelegt hat. Jetzt gibt es gerade die ersten Analysen zur Frage, wie stark die Anreize sein müssen, um Kollegen umzustimmen und statt einer Tätigkeit in der Großstadt zur Hausarzttätigkeit auf dem Land zu motivieren: rund eine Verdoppelung des Einkommens. So kann man zukünftig also ganz sicher sein, dass die Versorgung in der Fläche weiter sinkt. Eigentlich "goldene Zeiten" für die Ärzte, die dort tätig sind – nur nicht für die Bevölkerung. Der BAO hätte auch noch einen Vorschlag für eine Verbesserung der schulischen Versorgung: Halbierung des Gehaltes eines Schuldirektors, wenn er Schulklassen mit über 25 Schülern zusammenstellt.
Für die Nach-68er werden die SPD-Vorschläge Assoziationen wecken: Verschärfung der Gegensätze des Kapitalismus bis zur Revolution – dann Kommunismus und anschließend automatisch das Paradies. Heute heißt das Neudeutsch: System gegen die Wand fahren.
Krankenhausinfektionen und multiresistente Erreger (Ärzteblatt 10.11.2011)
Auf der Basis des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems (KISS) errechnet sich eine Häufigkeit von jährlich fast 60.000 neu erworbenen Infektionen auf Intensivstationen in Deutschland. Der Anteil der Intensivpatienten mit Methicillin-resistenten-Staphylococcus-aureus-Stämmen (MRSA) sei seit Jahren konstant, jedoch würde die Zahl der Patienten auf Intensivstationen mit Extended-Spectrum Betalactamase-bildenden Escherichia coli und Klebsiella pneumoniae (ESBL) anwachsen. Im Krankenhaus ist das Risiko für einen Neuerwerb einer Clostridium difficile-assoziierten Diarrhö höher als für den Erwerb eines MRSA.
Kommentar: Meistens wissen Außenstehende nicht im Detail, wie politische Entscheidungen im Einzelfall zustande gekommen sind. So können auch wir nur darüber spekulieren, was Minister Rösler umgestimmt zu haben scheint, die Budgetierung des Ambulanten wieder abschaffen zu wollen (hoffentlich wird das dann auch Gesetz.). Auf die politische Arbeit wurde schon im Extra-Newsletter hingewiesen. Aus Gesprächen wissen wir, dass das Thema der nosokomialen Infektionen im Bewusstsein der Politiker angekommen ist. Das kann man gar nicht unterschätzen: Schließlich ist schon einmal eine Gesundheitsministerin (Fischer) zurückgetreten, weil sie Infektionsgefahren nicht gleich ernst genommen hat (BSE). Selbst wenn man die Reaktion aus heutiger Sicht übertrieben finden kann. So etwas brennt sich in die Erinnerung der Politiker: gut für uns.
Übrigens: Auch Krankenhäuser können ambulant operieren und das Risiko senken.
Verbotene Zuweisung durch Ärzte: BGH zieht die Zügel an (Ärzte Zeitung 18.02.2011)
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Musterberufsordnung für Ärzte, besonders die Zuweisungsverbote in den Paragrafen 31 und 34, präzisiert (Az.: I ZR 111/08). Danach ist es eine unzulässige Einschränkung der Wahlfreiheit des Patienten, "wenn der Arzt dem Patienten von sich aus einen bestimmten Erbringer gesundheitlicher Leistungen nahe legt oder auch nur empfiehlt". Nur wenn der Patient den Arzt um eine Empfehlung bittet, sei eine entsprechende Empfehlung rechtens. Auch müsse diese Empfehlung auf besondere Vorteile in der Versorgungsqualität beruhen und nicht auf pauschalen Gründen wie "langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit" oder ähnlichem.
Diese Zuweisungsverbote gelten "auch für Patientenzuführungen an Apotheken, Geschäfte oder Anbieter gesundheitlicher Leistungen". Darüber hinaus kann nach Ansicht der BGH-Richter auch eine allgemeine Gewinnausschüttung als "Entgelt" angesehen werden.
Kommentar: Der BGH hat in seinen Urteilen vom 13.01.2011, Az. I ZR 111/08 und 112/08, dem Arzt erneut enge Grenzen für die Zuweisung von Patienten gesetzt. Die Rechtsprechung konkretisiert insofern die Ge- und Verbote aus § 34 Abs. 5 und § 31 MBO-Ä.
Bzgl. der verbotenen Zuweisung gegen Entgelt stellt der BGH zunächst klar, dass eine solche Zuweisung weit zu verstehen ist. Es umfasse bereits jede Form ärztlichen Verhaltens, dass der Patient als Empfehlung interpretieren könnte. Vor dem Hintergrund dieses weiten Anwendungsbereichs darf die so verstandene Verweisung zudem nicht bloß auf langjähriger vertrauensvoller Zusammenarbeit beruhen. Vielmehr ist die konkrete Situation des Patienten zu würdigen und eine bestimmte Verweisung einen spezifischen Vorteil zu dessen Gunsten erwachsen lassen.
Auch hinsichtlich der Beteiligung von Ärzten an Unternehmen im Gesundheitswesen hat der BGH die MBO-Ä eng ausgelegt. Keinesfalls darf danach eine Beteiligung so ausgestaltet sein, dass ein Zusammenhang zwischen der Beteiligung und dem Volumen der Zuweisungen besteht.
Angesichts dieser strengen und den Arzt beschneidenden Vorgaben erscheint es angeraten, bereits bestehende Verträge nochmals "in die Hand zu nehmen" und auf die Einhaltung der gesetzten Grenzen zu überprüfen. Dies gilt auch für neu zu schließende Kooperationsvereinbarungen. Sowohl berufsrechtliche als auch wettbewerbsrechtliche Konsequenzen sollten vermieden werden.
RA R. Großbölting
Rösler gegen neue Planungskommissionen für die Bedarfsplanung (Ärzteblatt 23.02.2011)
Die von der CDU in die Diskussion gebrachte regionale Planungskommission für die ärztliche Versorgung entspricht nicht den Vorstellungen von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). "Ich will anders als die Union die alte Planwirtschaft nicht durch eine neue ersetzen", so Rösler.
Rösler kündigte an, den niedergelassenen Ärzten mehr Anreize zu geben, ambulant zu operieren. Deshalb müssten die Budget-Obergrenzen für ambulantes Operieren aufgehoben werden.
§ 116b: Wettbewerb zu faireren Konditionen (Ärzteblatt 23.02.2011)
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will im Rahmen eines geplanten Versorgungsgesetzes auch eine bessere Verzahnung von ambulantem und stationärem Sektor ermöglichen und Schwachpunkte der bisherigen Regelungen angehen, die sich vor allem in den anhaltenden Auseinandersetzungen über § 115 und § 116 b SGB V zeigen würde. Das geht aus entsprechenden Unterlagen hervor. § 115 betrifft ambulante Operationen und stationsersetzende Leistungen, § 116 b die Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung von Patienten mit seltenen Krankheiten oder Krankheiten mit besonderen Verläufen.
Nach Vorstellung des BMG sollen die Zugangsvoraussetzungen für alle Leistungserbringer grundsätzlich gleich sein. Außerdem plant das BMG Verfahren zur Entwicklung einer eigenständigen, möglichst pauschalierten Vergütung dieser Leistungen per Gesetz.
Das BMG räumt ein, dass die Kliniken aufgrund der Landesmittel einen Vorteil für Investitionen haben. Dieses könne bei den öffentlichen Krankenhäusern durch Abschläge, wie sie schon für die Hochschulambulanzen der Universitätskliniken bestehen, kompensiert werden.
Rösler kündigt Ärzten härteren Wettbewerb ums Geld an (Ärzte Zeitung 23.02.2011)
Nach Einführung des Wettbewerbsprinzips bei den Krankenkassen und bei der Preisfindung für Arzneimittel müsse dieses Prinzip jetzt bei den Schnittstellen zwischen ambulantem und stationärem Sektor durchgesetzt werden, so Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler. Er wolle Wettbewerb, aber auf keinen Fall mehr Reglementierung. Ärzte in Praxen und Kliniken müssten verstärkt um das knappe Geld im Gesundheitssystem konkurrieren.
Kostenerstattung - viel diskutiert, aber politisch nicht durchsetzbar (Ärzte Zeitung 1.02.2011)
Auf einer Podiumsdiskussion bei der 17. Netzkonferenz in Berlin hat Jens Spahn, der Gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, klar gemacht, dass das System der Kostenerstattung mit der schwarz-gelben Regierungskoalition politisch nicht durchsetzbar sei. "Selbst dann, wenn die FDP die absolute Mehrheit gewinnen würde, wird die Kostenerstattung nicht kommen", so Spahn. Er führte weiter aus, dass auch bei der Kostenerstattung der EBM als Vergütungssystem gültig werde, nicht die GOÄ.
Kranke sollen sehen, was Medizin kostet (Ärzte Zeitung 22.02.2011)
Der NAV-Virchowbund will weg von der gesetzlich vorgeschriebenen Pauschalierung der vertragsärztlichen Vergütung und zurück zur Einzelleistungsvergütung. Nur durch kostendeckend kalkulierte Einzelleistungen würden die tatsächlichen Leistungen von Ärzten transparent.
Der NAV-Virchowbund plädiert deshalb dafür, ein Kostenerstattungssystem in Kombination mit Selbstbeteiligungen einzuführen.
Gesundheitsökonom mahnt Änderungen bei Kassenleistungen an (Ärzteblatt 24.02.2011)
Nach Ansicht des Kieler Gesundheitsökonom Fritz Beske müssten sich wegen der knappen Mittel und der zunehmend älter werdenden Bevölkerung die Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung in erster Linie auf die Versorgung im Krankheitsfall und auf definierte Präventionsmaßnahmen konzentrieren. Wegen der immer schlechter werdenden Finanzlage der Krankenkassen stünden alle Leistungen von der ambulanten über die stationäre Versorgung bis hin zur Pflege zur Diskussion. Deshalb müsse auch über eine Rationierung, also die Streichung von Leistungen, und eine Priorisierung, eine bestimmte Rangfolge ärztlicher Leistungen, nachgedacht werden.
Union plant Quasi-Enterbung von Ärzten (Ärzte Zeitung 23.02.2011)
Die Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist dafür, dass auf eine Nachbesetzung freiwerdender Arztsitze in überversorgten Gebieten verzichtet werden kann. In Ergänzung zur lebenslangen Zulassung soll es eine zeitlich befristete Zulassung geben, insbesondere für überversorgte Regionen.
Kritik an SPD-Entwurf reißt nicht ab (Ärzteblatt 8.02.2011)
Der Gesundheits-Staatssekretär Daniel Bahr (FDP) hat den Vorschlag der SPD scharf kritisiert, Ärzte mit Sanktionen zu belegen, wenn Kassenpatienten zu lange auf Termine warten müssen. Die Umsetzung einer solchen Forderung würde eine neue Behörde, die die Terminvergabe der Ärzte überwacht, erforderlich machen und dadurch zu noch mehr Bürokratie führen.
KBV dementiert Ärzteeinkommen von 164.000 Euro (Ärzteblatt 28.02.2011)
KBV-Sprecher Roland Stahl hat sich gegen die Berechnungen des IGES-Instituts, wonach niedergelassene Ärzte rund 164.000 Euro pro Jahr verdienen, gewandt. Entscheidend sei immer das Nettoeinkommen für die niedergelassenen Ärzte: Dazu müssten die Praxiskosten adäquat berücksichtigt werden. Nach neueren Berechnungen der KBV beträgt der durchschnittliche Nettoverdienst der Niedergelassenen rund 3.700 Euro pro Monat.
Rösler legt Entwurf für Hygienegesetz vor (Ärzteblatt 7.02.2011)
Nach einem Referentenentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium vom 3. Februar sollen die Bundesländer künftig verpflichtet werden, Krankenhaushygieneverordnungen zu erlassen. Dem Entwurf zufolge werden die Leiter von Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen dazu verpflichtet, nosokomiale Infektionen zu vermeiden. Außerdem soll der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Hygiene zum Thema der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung machen.
Fachärzteverband gegen Öffnung der Kliniken (Ärzte Zeitung 21.02.2011)
Die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände hat sich dagegen ausgesprochen, dass Krankenhäuser stärker in die ambulante Versorgung in unterversorgten Regionen einbezogen werden. Ohne eine Definition von Unterversorgung sei eine Öffnung der Kliniken "nicht zielführend".
Gegen die Selbstzerstörung der Selbstverwaltung – NAV-Virchow-Bund legt Zehn-Punkte-Plan vor (NAV-Virchowbund 25.02.2011)
Nach Meinung des Bundesvorsitzenden des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich, ist die Selbstverwaltung von der Politik unter dem Deckmantel der Professionalisierung zu einer behördenähnlichen Einrichtung umgebaut worden. Seiner Ansicht nach muss diese Selbstzerstörung der Selbstverwaltung beendet werden.
Näheres zu dem Punkteplan: http://nav-virchowbund.net/images/data/Zehn-Punkte-Plan.pdf
E-Card: Ab April wird's ernst (Ärzte Zeitung 17.02.2011)
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben sich auf wesentliche Eckdaten geeinigt. Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nimmt immer mehr Gestalt an. In den Arztpraxen sollen bundesweit vom 1. April bis 30. September 2011 Lesegeräte installiert werden. Die Vereinbarung umfasst ebenso die Pauschalen für die Arztpraxen: 355 Euro für stationäre Lesegeräte, 280 Euro für mobile Kartenleser und 215 Euro für die Installation.
Ab 2012 sollen die Krankenkassen nur noch eGK ausgeben, ab 2013 gelten diese ausschließlich.
AOK Plus: E-Card kostet nur, bringt aber nichts (Ärzte Zeitung 21.02.2011)
Sowohl die AOK Plus als auch das Sächsische Gesundheitsministerium sehen keinen echten Nutzen in Sachen Elektronische Gesundheitskarte (eGK). Das Projekt dauere schon viel zu lange und koste 3,5 Millionen Euro.
"Öffnungsklausel in der PKV wird kommen" (Ärzte Zeitung 11.02.2011)
Der Vorsitzende der Ärztegenossenschaft Nord und ehemalige Vorsitzende des NAV-Virchowbundes Dr. Klaus Bittmann sieht auch positive Ansätze in dem Versuch der PKV, mit Ärzten selektive Verträge abzuschließen.
GOÄ-Novellierung: Das Konzept der Ärzteschaft (Ärzteblatt 9.02.2011)
Die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Bundesärztekammer (BÄK) Regina Klakow-Franck erläuterte den Vorschlag der Ärzteschaft für eine neue GOÄ. Der Vorschlag sei mit 160 ärztlichen Berufsverbänden erarbeitet worden. Er enthält zahlreiche völlig neu verfasste Kapitel und Subkapitel. Das neue Leistungsverzeichnis umfasse 4.065 Gebührenpositionen gegenüber 2.916 Positionen von heute.
In Feldversuchen habe sich erwiesen, dass die neu konzipierten Einzelleistungskataloge mit wesentlich weniger Gebührenpositionen zielgenauer abgebildet werden könnten.
Zulassungssperre im MVZ gilt auch für Plastische Chirurgen (Ärzte Zeitung 26.02.2011)
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) habe die Fachärzte für plastische Chirurgie rechtmäßig und wirksam der Gruppe der Chirurgen zugeordnet. Deshalb könnten plastische Chirurgen in gesperrten Planbezirken nicht im MVZ eingestellt werden, so das BSG (Az.: B 6 KA 1/10 R).
Perforierte Appendizitis: Intervall-Operation im Nachteil (Ärzteblatt 22.02.2011)
Ob bei einer perforierten Appendizitis sofort oder erst nach einem Intervall operiert werden soll, ist unter Chirurgen umstritten. Die erste größere randomisierte Studie zu dieser Frage (Archives of Surgery 2011; doi: 10.1001/archsurg.2011.6) kommt zu dem Ergebnis, dass eine sofortige Appendektomie mit geringeren Komplikationen verbunden ist und die Patienten früher wieder ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen können.
Neues chirurgisches Trainings- und Forschungszentrum in Tübingen (Ärzteblatt 7.02.2011)
Im Anatomischen Institut der Universität Tübingen wurde ein OP-Bereich mit elf vollwertig ausgestatteten und vernetzten Operationsarbeitsplätzen eingeweiht. Ärzte können hier, so Bernhard Hirt, Leiter der Klinischen Anatomie und Makroskopie der Universität Tübingen, chirurgische Eingriffe in realistischer OP-Umgebung trainieren. Außerdem lernen Studierende bereits in den ersten Semestern moderne chirurgische und medizintechnische Verfahren kennen.
Die neuen Arbeitsplätze seien auch telemedizinisch vernetzt. Damit ist es möglich, Live-Operationen in einen Hörsaal oder auch weltweit zu übertragen.
Nur fünf Prozent der Mediziner wollen Landarzt werden (Ärzteblatt 14.02.2011)
In einer repräsentativen Infratest-Umfrage unter 300 niedergelassenen und angestellten Ärzten wollten nur fünf Prozent der Befragten eine Praxis auf dem Land eröffnen. Bevor die Ärzte aufs Land ziehen, würden sie eher im Ausland Arbeit suchen.
Bundestag billigt Gesetz für sichere E-Mails (Ärzte Zeitung 26.02.2011)
Der Bundestag hat ein Gesetz verabschiedet, das eine sichere E-Mail-Kommunikation ermöglichen soll. Die so genannten De-Mails sollen über verschlüsselte Kanäle versandt werden und so sicher werden wie ein fest zugeklebter Brief.
Schweiz: Mehr ambulante Klinikleistungen (Ärzte Zeitung 15.02.2011)
Laut Umfrage des Verbands der Spitäler der Schweiz H+ ist die Zahl ambulanter Behandlungstage pro Krankenhaus 2009 im Schnitt um 13,4 Prozent gewachsen. Besonders Herzeingriffe, Operationen des Grauen Stars, Chemotherapien und Krebsbestrahlungen hätten zugenommen.
Tschechische Ärzte erhalten 15 Prozent mehr Honorar (Ärzteblatt 21.02.2011)
Die tschechische Regierung hat die Gehälter der Krankenhausärzte um rund 15 Prozent angehoben, das sind etwa 330 Euro im Monat. Bislang hatten Krankenhausärzte 1.230 bis 1.640 Euro verdient. Durch die Anhebung der Ärztegehälter in Tschechien scheinen die Ende 2010 eingereichten Kündigungen der tschechischen Ärzte abgewendet worden zu sein.
400.000 Deutsche erhalten jährlich ein künstliches Gelenk (Ärzteblatt 15.02.2011)
Laut Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) wurden im Jahr 2010 in Deutschland 210.000 künstliche Hüftgelenke, 165.000 künstliche Kniegelenke sowie Schulter-, Ellenbogen- und Fingergelenke und Sprung- und Großzehengrundgelenke implantiert. Der häufigste Grund sei Arthrose.
Die Lebensdauer eines Hüftgelenkersatz-Implantates betrage durchschnittlich 12 bis 18 Jahre.
Ältere holen im Internet auf (Ärzte Zeitung 14.02.2011)
Im Jahr 2010 nutzten 41 Prozent der Menschen zwischen 65 und 74 Jahren das Internet. Das ist ein Zuwachs von sechs Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. 93 bis 98 Prozent der jüngeren Menschen bis zu 44 Jahren sind inzwischen im Netz.

References: BGH 
 BGH 
 § 34
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 BGH 
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