Source: http://www.mwstnetzwerk.com/art-37-mwstg-2010/mwst-info-12-saldosteuersaetze
Timestamp: 2018-10-23 09:20:26+00:00

Document:
MWST-Info 12 Saldosteuersätze - Elektronischer MWST-Kommentar Schweiz
MWST-Info 12 Saldosteuersätze
Auszug aus MWST-Info 12 Saldosteuersätze (für offizielle Version bitte auf Link klicken)
1 Auszug aus MWST-Info 12 Saldosteuersätze (für offizielle Version bitte auf Link klicken)
2 (1) Allgemeines zur SSS-Methode
2.1 (1.1) Rechtliche Grundlagen
2.2 (1.2) Grundsätzliches
2.3 (1.3) Wer kann die SSS-Methode anwenden?
2.3.1 (1.3.1) Massgebender Umsatz für die Umsatzlimite
2.3.2 (1.3.2) Berechnung der Steuerschuld
2.3.3 (1.3.3) Vorgehen bei Aufnahme der Geschäftstätigkeit
2.3.4 (1.3.4) Option für die Versteuerung ausgenommener Leistungen
2.3.5 (1.3.5) Verkäufe von Betriebsmitteln und Anlagegütern
3 (2) Beginn der Unterstellung unter die SSS-Methode
3.1 (2.1) Neu steuerpflichtige Personen
3.1.1 (2.1.1) Wie erfolgt die Unterstellung unter die SSS-Methode?
3.1.2 (2.1.2) Warenlager, Betriebsmittel und Anlagegüter
3.1.3 (2.1.3) Debitoren und Kreditoren
3.2 (2.2) Wechsel von der effektiven Abrechnungsmethode zur SSS-Methode
3.2.1 (2.2.1) Bedingungen
3.2.2 (2.2.2) Fristen
3.2.3 (2.2.3) Warenlager, Betriebsmittel und Anlagegüter
3.2.4 (2.2.4) Debitoren und Kreditoren (Art. 79 Abs. 4 MWSTV)
4 (3) Beendigung der Unterstellung unter die SSS-Methode
4.1 (3.1) Ende der Steuerpflicht
4.2 (3.2) Wechsel von der SSS-Methode zur effektiven Abrechnungsmethode
4.2.1 (3.2.1) Freiwillige und zwingende Wechsel
4.2.2 (3.2.2) Fristen
4.2.3 (3.2.3) Warenlager, Betriebsmittel und Anlagegüter
4.2.4 (3.2.4) Debitoren und Kreditoren (Art. 81 Abs. 6 MWSTV)
4.3 (3.3) Widerhandlungen
5 (4) Übernahme eines Unternehmens mit Aktiven und Passiven
6 (5) Abrechnung der Bezugsteuer
7 (6) Eigenverbrauch (Art. 83 Abs. 1 Bst. b und Art. 92 MWSTV)
7.1 (6.1) Grundsatz
7.2 (6.2) Übernahme eines Vermögens mit Meldeverfahren
8 (7) Leistungen an eng verbundene Personen (Art. 3 Bst. h MWSTG und Art. 94 MWSTV)
9 (8) Leistungen an das Personal
10 (9) Korrekturen bei unbeweglichen Gegenständen (Art. 82 Abs. 2 und Art. 93 MWSTV)
11 (10) Exporte und Leistungen im Ausland
11.1 (10.1) Standard-Verfahren für Steueranrechnung bei Exporten
11.2 (10.2) Vereinfachtes Verfahren für Steueranrechnung bei Exporten
11.3 (10.3) Leistungen im Ausland / Beförderungen von Gegenständen über die Grenze usw.
12 (11) Leistungen an internationale Organisationen und die Diplomatie
13 (12) Verfahren zur Anrechnung der fiktiven Vorsteuer beim Wiederverkauf von Gebrauchtgegenständen
13.1 (12.1) Allgemeine Bestimmungen
13.2 (12.2) Voraussetzungen und Verfahren
13.3 (12.3) Gebrauchtgegenstände, die zu einem Gesamtpreis erworben werden
14 (13) Rechnungsstellung mit einem zu hohen Satz
15 (14) Buchführung
16 (15) Schadenfälle / Versicherungsleistungen
17 (16) Einfuhrsteuer / vorübergehende Ein- oder Ausfuhr
17.1 (16.1) Zuständigkeit
17.2 (16.2) Berichtigung der Einfuhrsteuer
17.3 (16.3) Erstattung der Einfuhrsteuer; Rückgegenstände
17.4 (16.4) Zur vorübergehenden Ein- oder Ausfuhr bestimmte Gegenstände
17.4.1 (16.4.1) Gegenstände zur Veredelung (Bearbeitung, Verarbeitung und Ausbesserung)
17.4.2 (16.4.2) Gegenstände zur Verwendung
18 (17) Zuteilung der Saldosteuersätze
18.1 (17.1) Grundsätzliches
18.2 (17.2) 10%-Regel bei der Zuteilung der Saldosteuersätze
18.2.1 (17.2.1) Zuteilung der Saldosteuersätze bei zwei steuerbaren Tätigkeiten
18.2.2 (17.2.2) Zuteilung der Saldosteuersätze bei drei oder mehr steuerbaren Tätigkeiten
18.3 (17.3) 50 %-Regel bei der Zuteilung der Saldosteuersätze für Mischbranchen
18.4 (17.4) Sonderregelung für Imbissbars / Imbissstände mit Konsumationseinrichtung und für bestimmte Anlässe (Art. 90 Abs. 3 MWSTV)
19 (18) Saldosteuersätze nach Branchen und Tätigkeiten: Gliederung nach Saldosteuersätzen
19.1 (18.1) Saldosteuersatz 0,1 %
19.2 (18.2) Saldosteuersatz 0,6 %
19.3 (18.3) Saldosteuersatz 1,3 %
19.4 (18.4) Saldosteuersatz 2,1 %
19.5 (18.5) Saldosteuersatz 2,9 %
19.6 (18.6) Saldosteuersatz 3,7 %
19.7 (18.7) Saldosteuersatz 4,4 %
19.8 (18.8) Saldosteuersatz 5,2 %
19.9 (18.9) Saldosteuersatz 6,1 %
19.10 (18.10) Saldosteuersatz 6,7 %
20 (19) Saldosteuersätze nach Branchen und Tätigkeiten: Alphabetische Gliederung
21 (20) Muster des Abrechnungsformulars
22 (21) Anleitung zum Ausfüllen des Abrechnungsformular(s
22.1 (21.1) Was ist die Steuerperiode?
22.2 (21.2) Was ist hinsichtlich der Abrechnungsart zu beachten?
22.3 (21.3) Welche Vorschriften bestehen hinsichtlich der Einreichung der MWST-Abrechnung?
22.4 (21.4) Wann und in welcher Form hat die Entrichtung der Steuer zu erfolgen?
22.5 (21.5) Wie ist das Vorgehen bei einem Überschuss zugunsten der steuerpflichtigen Person?
22.6 (21.6) Wie ist bei Korrekturen von Mängeln in der MWST-Abrechnung vorzugehen?
23 (22) Muster der Unterstellungserklärung (Form. Nr. 1198)
24 (23) Muster des Beiblattes Export zur Saldosteuersatz-Abrechnung (Form. Nr. 1050)
25 (24) Muster des Beiblattes zur Anrechnung der fiktiven Vorsteuer zur Saldosteuersatz-Abrechnung (Form. Nr. 1055)
Die SSS-Methode in Kürze:
Saldosteuersätze (SSS) sind Branchensätze, welche die Abrechnung mit der ESTV wesentlich vereinfachen, weil die Vorsteuern nicht ermittelt werden müssen. Die geschuldete Steuer wird bei Anwendung dieser Methode mittels Multiplikation des Umsatzes (inkl. MWST) mit dem entsprechenden von der ESTV bewilligten SSS berechnet. Zudem ist die Bezugsteuer (insbesondere beim Bezug von Dienstleistungen von Unternehmen mit Sitz im Ausland) zum gesetzlichen Satz zu entrichten. Weil es sich um eine vereinfachte Abrechnungsmethode handelt, kann aufgrund besonderer Situationen die geschuldete Steuer höher oder niedriger sein als bei Abrechnung mittels der effektiven Methode.
Die SSS-Methode kann nur von steuerpflichtigen Personen angewendet werden, welche jährlich höchstens 5,02 Mio. Franken Umsatz aus steuerbaren Leistungen erwirtschaften und im gleichen Zeitraum nicht mehr als 109'000 Franken Steuern, berechnet mit dem für sie massgebenden Saldosteuersatz, zu bezahlen haben.
Der von der steuerpflichtigen Person anzuwendende SSS bestimmt sich aufgrund der Art der Leistungen, welche von ihr erbracht werden. Die Höhe der SSS basiert auf der typischen Kostenstruktur einer entsprechenden Leistung. Je grösser die in den Waren, Dienstleistungen, Betriebsmitteln und Investitionsgütern enthaltene Vorsteuer ist, desto niedriger ist der SSS. Die Nettosteuerschuld weicht deshalb längerfristig nicht oder nur geringfügig ab von jener bei Anwendung der effektiven Abrechnungsmethode (MWST auf Umsatz und Abzug der angefallenen Vorsteuern).
Steuerpflichtige Personen, die die SSS-Methode anwenden wollen, müssen dies der ESTV schriftlich mitteilen. Die ESTV bewilligt ihnen höchstens zwei SSS. Die Abrechnung mit der ESTV erfolgt halbjährlich.
In ihren Rechnungen gegenüber den Kunden muss die steuerpflichtige Person die Steuer zum gesetzlichen Steuersatz ausweisen.
Weitergehende Informationen zur SSS-Methode:
Beginn und Ende der Unterstellung unter die SSS-Methode ( Ziff. 2 und 3);
Abrechnung der Bezugsteuer ( Ziff. 5);
Übernahme eines Vermögens im Meldeverfahren ( Ziff. 6.2);
Exporte und Leistungen im Ausland ( Ziff. 10);
Leistungen an internationale Organisationen und die Diplomatie ( Ziff. 11);
Verfahren zur Anrechnung der fiktiven Vorsteuer beim Wiederverkauf von Gebrauchtgegenständen ( Ziff. 12);
Einfuhrsteuer/vorübergehende Ein- oder Ausfuhr ( Ziff. 16).
(1) Allgemeines zur SSS-Methode
Die Grundzüge der SSS-Methode werden in Artikel 37 Absätze 1 - 4 und Artikel 35 Absatz 1 Buchstabe b MWSTG sowie in den Artikeln 77 - 96 MWSTV geregelt.
SSS sind Branchensätze, welche im Sinne einer Pauschale die gesamte Vorsteuer berücksichtigen, die in den Bezügen von Waren, Dienstleistungen, Betriebsmitteln und Investitionsgütern sowie in den Gemeinkosten enthalten ist. Die Nettosteuerschuld weicht somit längerfristig von jener nach der effektiven Abrechnungsmethode (Berechnung der MWST auf dem Umsatz und Abzug der Vorsteuer) nicht oder nur geringfügig ab. Betriebsindividuelle SSS werden hingegen nicht bewilligt.
! Mit Anwendung der SSS-Methode werden administrative Arbeiten hinsichtlich Buchhaltung und MWST-Abrechnung wesentlich vereinfacht. Die Ermittlung der Vorsteuer entfällt und die MWST wird nur halbjährlich statt vierteljährlich abgerechnet.
Die SSS werden in der MWST-Abrechnung im Sinne von Multiplikatoren angewandt, d.h. das Total der steuerbaren Umsätze einschliesslich MWST wird deklariert und für die Berechnung der MWST mit dem SSS multipliziert.
In den Rechnungen an die Kunden sind aber nicht die von der ESTV bewilligten SSS, sondern die geltenden gesetzlichen Steuersätze anzugeben, d.h. der Normalsatz, der reduzierte Satz oder der Sondersatz (→ Ziff. 13).
Der Architektin Nadine Meyer wurde der SSS von 6,1 % bewilligt. Im ersten Halbjahr ihrer Unterstellung hat sie 216'000 Franken inklusive 8,0 % MWST vereinnahmt. Sie deklariert den Umsatz von 216'000 Franken in der Semesterabrechnung und multipliziert ihn mit dem SSS von 6,1 %. Dies ergibt eine geschuldete MWST von 13'176.00 Franken. Es sind keine weiteren Rechenoperationen notwendig. Die Ermittlung der Vorsteuer entfällt.
(1.3) Wer kann die SSS-Methode anwenden?
Steuerpflichtige Personen mit einem massgebenden Jahresumsatz aus steuerbaren Leistungen bis zu 5,02 Mio. Franken (inkl. MWST) und Steuern von nicht mehr als 109'000 Franken pro Jahr, berechnet mit dem für sie massgebenden Saldosteuersatz, können mit der SSS-Methode abrechnen
Die steuerpflichtigen Personen, die von der Abrechnung mit SSS ausgeschlossen sind, werden in Artikel 77 Absatz 2 MWSTV abschliessend aufgeführt. Es sind dies steuerpflichtige Personen, die
gestützt auf Artikel 37 Absatz 5 MWSTG nach der Pauschalsteuersatzmethode abrechnen können;
(1.3.1) Massgebender Umsatz für die Umsatzlimite
Zu berücksichtigen sind gestützt auf Artikel 77 Absatz 1 MWSTV:
Steuerbare Lieferungen im Inland (einschliesslich Lieferungen ins Ausland);
steuerbare Dienstleistungen, bei denen der Ort im Inland liegt (einschliesslich steuerbefreite Dienstleistungen).
Bei Anwendung des besonderen Verfahrens zur Abgeltung der fiktiven Vorsteuer nach Artikel 90 Absatz 2 MWSTV zählt der erzielte Verkaufserlös zum massgebenden Umsatz für die Umsatzlimite (→ Ziff. 12).
(1.3.2) Berechnung der Steuerschuld
Der gesamte für die Umsatzlimite massgebende Umsatz inklusive MWST → Ziff. 1.3.1) wird mit dem für die betreffende Branche geltenden SSS multipliziert (Art. 37 Abs. 1 MWSTG).
(1.3.3) Vorgehen bei Aufnahme der Geschäftstätigkeit
Wer infolge Aufnahme einer Tätigkeit als steuerpflichtige Person eingetragen wird, kann mit SSS abrechnen, sofern
der für die ersten zwölf Monate nach Aufnahme der Tätigkeit erwartete massgebende Umsatz nicht mehr als 5,2 Mio. Franken beträgt; und
die mit dem massgebenden SSS berechnete Steuerschuld 109'000 Franken nicht übersteigt (Art. 78 Abs. 2 MWSTV).
(1.3.4) Option für die Versteuerung ausgenommener Leistungen
Steuerpflichtige Personen, die mit der SSS-Methode abrechnen, können nicht für die Versteuerung ausgenommener Leistungen nach Artikel 21 Absatz 2 Ziffern 1 - 25, 27 und 29 MWSTG optieren (Art. 77 Abs. 3 MWSTV).
(1.3.5) Verkäufe von Betriebsmitteln und Anlagegütern
Verkäufe von Betriebsmitteln und Anlagegütern, die nicht ausschliesslich zur Erbringung von Leistungen, die von der Steuer ausgenommen sind, eingesetzt wurden, sind zum bewilligten SSS zu versteuern. Rechnet die steuerpflichtige Person mit zwei SSS ab und wurde das Betriebsmittel beziehungsweise das Anlagegut für beide Tätigkeiten verwendet, so sind die Entgelte zum höheren SSS abzurechnen.
(2) Beginn der Unterstellung unter die SSS-Methode
(2.1.1) Wie erfolgt die Unterstellung unter die SSS-Methode?
Steuerpflichtige Personen, die ab Beginn ihrer Steuerpflicht mit SSS abrechnen wollen, haben dies der ESTV innert 60 Tagen nach Zustellung der MWST-Nummer schriftlich mitzuteilen (Art. 78 Abs. 1 MWSTV).
Erfolgt diese Meldung nicht bereits mit Hilfe der Unterstellungserklärung (→ Anhang V.; Form. Nr. 1198), so sendet die ESTV der steuerpflichtigen Person in der Folge ein solches Formular zum Ausfüllen und zur Unterschrift zu. Nach Eingang des Formulars legt die ESTV die anzuwendenden SSS fest und stellt die Unterstellungsklärung der steuerpflichtigen Person wieder zu.
! Will die steuerpflichtige Person nicht ab Beginn der Steuerpflicht mit der SSS-Methode abrechnen oder erfolgt die schriftliche Mitteilung zu spät, muss sie mindestens drei ganze Jahre (Art. 78 Abs. 3 MWSTV) nach der effektiven Methode abrechnen. Nach Ablauf der Dreijahresfrist ist ein Wechsel der Abrechnungsmethode jeweils auf den Beginn einer Steuerperiode möglich.
(2.1.2) Warenlager, Betriebsmittel und Anlagegüter
Die bei Beginn der Steuerpflicht auf dem Warenlager, den Betriebsmitteln und den Anlagegütern lastende MWST wird mit der Anwendung der SSSMethode berücksichtigt. Eine Einlageentsteuerung kann nicht vorgenommen werden (Art. 78 Abs. 5 MWSTV).
(2.1.3) Debitoren und Kreditoren
Die MWST auf Kreditoren, die zu Beginn der Steuerpflicht bereits bestehen, kann nicht geltend gemacht werden.
(2.2) Wechsel von der effektiven Abrechnungsmethode zur SSS-Methode
(2.2.1) Bedingungen
Ein Wechsel von der effektiven Abrechnungsmethode zur SSS-Methode ist grundsätzlich möglich:
Frühestens nach drei ganzen Jahren;
Ein Wechsel ist aber auch möglich, wenn die ESTV den SSS der betreffenden Branche beziehungsweise Tätigkeit ändert. Steuerpflichtige Personen, die diese Tätigkeit im Zeitpunkt der Änderung ausüben, können sich der SSS-Methode unterstellen. In der Steuerperiode vor dem Wechsel darf weder die Umsatz- noch die Steuerschuld-Limite überschritten sein (Art. 79 Abs. 2 MWSTV).
(2.2.2) Fristen
Die schriftliche Meldung an die ESTV hat spätestens 60 Tage nach Beginn der Steuerperiode zu erfolgen, ab der die steuerpflichtige Person mit der SSS-Methode abrechnen will (Art. 79 Abs. 1 MWSTV). Bei verspäteter Meldung erfolgt der Wechsel auf den Beginn der nachfolgenden Steuerperiode.
(2.2.3) Warenlager, Betriebsmittel und Anlagegüter
Bei einem Wechsel von der effektiven Abrechnungsmethode zur SSS-Methode erfolgen keine Korrekturen auf dem Warenlager, den Betriebsmitteln und den Anlagegütern.
(2.2.4) Debitoren und Kreditoren (Art. 79 Abs. 4 MWSTV)
Bei einem Wechsel von der effektiven Abrechnungsmethode zur SSS-Methode erfolgt keine Steuerkorrektur auf den Debitoren und Kreditoren, sofern nicht gleichzeitig die Abrechnungsart gemäss Artikel 39 MWSTG (von vereinbarten zu vereinnahmten Entgelten oder umgekehrt) geändert wird:
Erfolgt mit dem Wechsel von der effektiven Abrechnungsmethode zur SSS-Methode gleichzeitig ein Wechsel der Abrechnungsart gemäss Artikel 39 MWSTG sind folgende Korrekturen vorzunehmen:
(3) Beendigung der Unterstellung unter die SSS-Methode
Stellt eine nach der SSS-Methode abrechnende steuerpflichtige Person ihre Geschäftstätigkeit ein, so meldet sie sich bei der ESTV und lässt sich aus dem MWST-Register löschen. Eine solche Meldung ist auch durch steuerpflichtige Personen vorzunehmen, deren Umsatz aus steuerbaren Leistungen unter die Grenze von 100'000 Franken fällt, und die nicht auf die Befreiung von der Steuerpflicht nach Artikel 11 Absatz 1 MWSTG verzichten.
Die bis zur Löschung aus dem MWST-Register erzielten Umsätze (einschliesslich der noch nicht fakturierten angefangenen Arbeiten) sind mit den bewilligten SSS abzurechnen. Gleiches gilt für die Debitoren, falls nach vereinnahmten Entgelten abgerechnet wird.
Korrekturen auf den Warenvorräten, Betriebsmitteln und Anlagegütern erfolgen grundsätzlich keine. Unter Umständen ist jedoch auf dem Zeitwert der unbeweglichen Gegenstände die Steuer zum Normalsatz abzurechnen (Art. 82 Abs. 2 MWSTV und → Ziff. 9).
(3.2) Wechsel von der SSS-Methode zur effektiven Abrechnungsmethode
(3.2.1) Freiwillige und zwingende Wechsel
Ein Wechsel von der SSS-Methode zur effektiven Abrechnungsmethode ist frühestens möglich:
Nach einem Jahr;
Folgen einer Überschreitung der Umsatz- und/oder der Steuerschuldlimite (Art. 81 MWSTV):
(3.2.2) Fristen
Steuerpflichtige Personen, die von der SSS-Methode zur effektiven Abrechnungsmethode wechseln wollen, müssen dies der ESTV bis spätestens 60 Tage nach Beginn der Steuerperiode schriftlich melden, ab der sie effektiv abrechnen wollen (Art. 81 Abs. 1 MWSTV).
Bei verspäteter Meldung erfolgt der Wechsel auf den Beginn der nachfolgenden Steuerperiode.
(3.2.3) Warenlager, Betriebsmittel und Anlagegüter
Beim Wechsel zur effektiven Abrechnungsmethode erfolgen keine Korrekturen auf dem Warenlager, den Betriebsmitteln und den Anlagegütern (Art. 81 Abs. 5 MWSTV).
(3.2.4) Debitoren und Kreditoren (Art. 81 Abs. 6 MWSTV)
Bei einem Wechsel von der SSS-Methode zur effektiven Abrechnungsmethode erfolgt keine Steuerkorrektur auf den Debitoren und Kreditoren, sofern nicht gleichzeitig die Abrechnungsart gemäss Artikel 39 MWSTG (von vereinbarten zu vereinnahmten Entgelten oder umgekehrt) geändert wird:
Erfolgt mit dem Wechsel von der SSS-Methode zur effektiven Abrechnungsmethode gleichzeitig ein Wechsel der Abrechnungsart gemäss Artikel 39 MWSTG sind folgende Korrekturen vorzunehmen:
(3.3) Widerhandlungen
Steuerpflichtigen Personen, denen die Anwendung der SSS-Methode aufgrund falscher Angaben gewährt wurde, kann die ESTV die Bewilligung rückwirkend bis auf den Zeitpunkt der Gewährung dieser Abrechnungsmethode entziehen (Art. 80 MWSTV).
Übernimmt ein steuerpflichtiges Unternehmen ein anderes steuerpflichtiges Unternehmen mit Aktiven und Passiven, gelten betreffend der Debitoren und Kreditoren die gleichen Regeln wie bei einem Wechsel von der effektiven Abrechnungsmethode zur SSS-Methode (→ Ziff. 2.2.4) resp. von der SSS-Methode zur effektiven Abrechnungsmethode (→ Ziff. 3.2.4).
Das Einzelunternehmen Peter Muster rechnet nach vereinnahmten Entgelten und seit 1. Januar 2001 mit der effektiven Methode ab. Per 1. Juni 2011 wird es in die Peter Muster AG überführt, die nach vereinnahmten Entgelten und nach der SSS-Methode abrechnet. Es sind keine Korrekturen vorzunehmen. Die Peter Muster AG muss alle ab dem 1. Juni 2011 vereinnahmten Entgelte mit dem bewilligten SSS abrechnen.
Wer Leistungen bezieht, die der Bezugsteuer nach den Artikeln 45 - 49 MWSTG unterliegen, hat diese halbjährlich in der MWST-Abrechnung unter Ziffer 381 zum entsprechenden gesetzlichen Steuersatz - d. h. in aller Regel zum Normalsatz - zu deklarieren (Art. 91 MWSTV, → Ziff. 1.3 von Anhang IV. und MWST-Info Bezugsteuer).
(6) Eigenverbrauch (Art. 83 Abs. 1 Bst. b und Art. 92 MWSTV)
(6.1) Grundsatz
Der Eigenverbrauch nach Artikel 31 MWSTG ist - mit Ausnahme von Artikel 83 Absatz 1 Buchstabe b MWSTV (→ Ziff. 6.2) - mit der Anwendung der SSS-Methode berücksichtigt.
(6.2) Übernahme eines Vermögens mit Meldeverfahren
Verwendet eine nach der SSS-Methode abrechnende steuerpflichtige Person ein mit Meldeverfahren nach Artikel 38 MWSTG übernommenes Gesamt- oder Teilvermögen nicht oder zu einem geringeren Anteil als der Veräusserer für eine Tätigkeit mit Anspruch zum Vorsteuerabzug, so ist wie folgt vorzugehen:
Rechnet der Veräusserer ebenfalls nach der SSS-Methode ab, so sind keine Korrekturen vorzunehmen.
Rechnet jedoch der Veräusserer mit der effektiven Methode ab, schuldet der Erwerber auf demjenigen Teil des übernommenen Vermögens, der neu für eine Tätigkeit ohne Anspruch auf Vorsteuerabzug verwendet wird, Eigenverbrauch im Sinne von Artikel 31 MWSTG unter Berücksichtigung von Artikel 38 Absatz 4 MWSTG. Dieser Eigenverbrauch kann nicht im Abrechnungsformular deklariert werden, sondern ist der ESTV brieflich oder per E-Mail zu melden.
Verwendet die mit der SSS-Methode abrechnende steuerpflichtige Person ein mit Meldeverfahren nach Artikel 38 MWSTG übernommenes Gesamt- oder Teilvermögen zu einem grösserem Anteil als der Veräusserer für eine zum Vorsteuerabzug berechtigende Tätigkeit, so kann keine Korrektur vorgenommen werden.
Die Linda AG veräussert ein Teilvermögen, das sie vollständig zur Erbringung steuerbarer Leistungen verwendet hat, an die mit der SSS-Methode abrechnende Heinz GmbH und muss hierfür das Meldeverfahren gemäss Artikel 38 MWSTG anwenden. Die Heinz GmbH verwendet das Teilvermögen zur Erbringung von ausgenommenen Leistungen.
Rechnet die Linda AG auch nach der SSS-Methode ab, braucht die übernehmende Heinz GmbH keinen Eigenverbrauch abzurechnen.
Rechnet die Linda AG nach der effektiven Methode ab, schuldet die Heinz GmbH Eigenverbrauch und zwar auf dem gesamten Wert des Teilvermögens, weil es vor dem Verkauf vollständig für steuerbare Zwecke verwendet wurde und nach dem Verkauf vollständig zur Erbringung von ausgenommenen Leistungen verwendet wird.
(7) Leistungen an eng verbundene Personen (Art. 3 Bst. h MWSTG und Art. 94 MWSTV)
Leistungen an eng verbundene Personen gemäss Artikel 3 Buchstabe h MWSTG sind - unter Vorbehalt der Ziffern 8 und 9 - wie folgt zu behandeln:
(8) Leistungen an das Personal
(9) Korrekturen bei unbeweglichen Gegenständen (Art. 82 Abs. 2 und Art. 93 MWSTV)
Wird ein unbeweglicher Gegenstand (Gebäude oder Gebäudeteil), der für eine Tätigkeit mit Anspruch auf Vorsteuerabzug verwendet wurde, neu endgültig für eine von der Steuer ausgenommene Tätigkeit oder nicht mehr im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit verwendet, so ist auf dem Zeitwert die Steuer zum aktuellen Normalsatz geschuldet, wenn die steuerpflichtige Person
den unbeweglichen Gegenstand erworben, erbaut oder umgebaut hat, als sie nach der effektiven Methode abrechnete, und sie den Vorsteuerabzug vorgenommen hat; oder
den unbeweglichen Gegenstand in der Zeit, in der sie die SSS-Methode angewendet hat, mit Meldeverfahren von einer nach der effektiven Methode abrechnenden steuerpflichtigen Person erworben hat.
Zur Ermittlung des Zeitwerts des unbeweglichen Gegenstandes ist pro Jahr eine Abschreibung von 5 % vorzunehmen. In der ersten Steuerperiode der Ingebrauchnahme ist der Wertverlust für die ganze Steuerperiode zu berücksichtigen. In der letzten noch nicht abgelaufenen Steuerperiode ist hingegen keine Abschreibung vorzunehmen, ausser die Ausscheidung erfolgt am letzten Tag der Steuerperiode.
Wurde der unbewegliche Gegenstand von der steuerpflichtigen Person erworben, erbaut oder umgebaut, als sie nach der effektiven Methode abgerechnet und den Vorsteuerabzug vorgenommen hat, beginnt die Frist von 20 Jahren ab diesem Zeitpunkt zu laufen.
Hat die steuerpflichtige Person den unbeweglichen Gegenstand mit Meldeverfahren von einer effektiv abrechnenden Person übernommen, als sie nach der SSS-Methode abrechnete, wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass der unbewegliche Gegenstand steuerentlastet ist und die Frist von 20 Jahren beginnt ab diesem Zeitpunkt an zu laufen. Die steuerpflichtige Person kann allerdings den Gegenbeweis erbringen (s. Beispiel 2).
Diese Korrektur kann nicht im Abrechnungsformular vorgenommen werden, sondern ist der ESTV brieflich oder per E-Mail zu melden.
Effektiver Vorsteuerabzug und Verwendung für private Zwecke
Philipp Schneider (Einzelfirma) rechnete von 1995 bis Ende 2009 nach der effektiven Methode ab. Per 1. Oktober 2000 erstellte er für 1 Mio. Franken ein Bürogebäude (ohne Wert des Bodens), das er vollumfänglich für steuerbare Zwecke einsetzte. Er zog deshalb die Vorsteuer vollumfänglich ab. Auf den 1. Januar 2010 wechselte er zur SSS-Methode. Per 30. November 2011 geht das Gebäude in den Privatbesitz von Philipp Schneider über. Im Zeitpunkt dieser Ausscheidung ins Privatvermögen ist das Gebäude somit steuerunbelastet. Auf dem Zeitwert von 450'000 Franken (9/20 von CHF 1 Mio.) ist deshalb die Steuer zum Satz von 8,0 % geschuldet.
Übernahme mit Meldeverfahren und Verkauf des Gebäudes
Philipp Schneider (Einzelfirma) rechnet nach der SSS-Methode ab. Per 1. Oktober 2000 übernahm er für 1 Mio. Franken (ohne Wert des Bodens) von der Alpha AG, welche nach der effektiven Methode abrechnete, ein Bürogebäude mit Meldeverfahren, das er für steuerbare Zwecke einsetzte. Per 30. November 2011 geht das Gebäude in den Privatbesitz von Philipp Schneider über. Im Zeitpunkt dieser Ausscheidung muss Philipp Schneider grundsätzlich auf dem Zeitwert von 450'000 Franken (9/20 von CHF 1 Mio.) die Steuer zum Satz von 8,0 % abliefern. Da Philipp Schneider jedoch nachweisen kann, dass die Alpha AG das Bürogebäude im September 1998 mit Meldeverfahren von einer nach der effektiven Methode abrechnenden Person übernommen und anschliessend zu 50 % für von der Steuer ausgenommene Zwecke verwendet hat, muss er nur auf 175'000 Franken (7/20 von CHF 500'000) die Steuer zum Satz von 8,0 % abliefern.
(10) Exporte und Leistungen im Ausland
(10.1) Standard-Verfahren für Steueranrechnung bei Exporten
Die Umsätze aus der Ausfuhr von Gegenständen sind unter Ziffer 200 der MWST-Abrechnung zu deklarieren und unter Ziffer 321 beziehungsweise 331 mit dem bewilligten SSS zu versteuern.
Die infolge des Exports eintretende Steuerbefreiung kann mit Hilfe des Beiblatts Export zur Saldosteuersatz-Abrechnung (→ Anhang VI., Form. Nr. 1050) erwirkt werden. Voraussetzung ist, dass der Gegenstand steuerbelastet bezogen oder selbst hergestellt wurde. Das Formular Nr. 1050 kann entweder direkt bei der ESTV bezogen oder auf ihrer Homepage abgerufen werden.
Im Formular sind die Details zu den Exportleistungen aufzulisten und die auf den Einnahmen in Schweizerfranken lastende MWST mit dem entsprechenden Multiplikator auszurechnen. Das Total der MWST kann unter Ziffer 470 der MWST-Abrechnung in Abzug gebracht werden. Dieses Beiblatt ist der ESTV zusammen mit der MWST-Abrechnung einzureichen.
(10.2) Vereinfachtes Verfahren für Steueranrechnung bei Exporten
Es ist zulässig, die unter Ziffer 200 des Abrechnungsformulars deklarierten Exportumsätze unter Ziffer 220 in Abzug zu bringen. Damit verzichtet die steuerpflichtige Person jedoch unwiderruflich auf die Abgeltung der Vorsteuer. Eine Steueranrechnung unter Ziffer 470 der MWST-Abrechnung ist in diesem Falle nicht mehr möglich.
(10.3) Leistungen im Ausland / Beförderungen von Gegenständen über die Grenze usw.
Die folgenden Leistungen sind unter Ziffer 200 der MWST-Abrechnung zu deklarieren und können unter folgenden Ziffern in Abzug gebracht werden:
! Das Formular Nr. 1050 ist in diesen Fällen nicht anwendbar, d.h. eine Abgeltung der Vorsteuer unter Ziffer 470 der MWST-Abrechnung ist nicht möglich.
(11) Leistungen an internationale Organisationen und die Diplomatie
Leistungen an institutionelle Begünstigte und begünstigte Personen nach Artikel 143 MWSTV sind - sofern das entsprechende, vollständig ausgefüllte amtliche Formular der ESTV (Nr. 1070 - 1079) vorliegt - von der Steuer befreit (Art. 143 - 150 MWSTV).
Umsätze aus Leistungen im Inland sowie aus Leistungen ins Ausland sind in der MWST-Abrechnung wie Exporte zu behandeln (→ Ziff.10.1 und 10.2). Bei Umsätzen aus Leistungen im Ausland (Ausland-Ausland) und aus Beförderungen über die Grenze ist eine Steueranrechnung mit Formular Nr. 1050 nicht möglich. Es ist das vereinfachte Verfahren anzuwenden (→ Ziff. 10.2 und 10.3).
! Die Option für die Versteuerung der in Artikel 21 Absatz 2 Ziffern 20 und 21 MWSTG genannten Leistungen gegenüber begünstigten Einrichtungen ist bei Anwendung der SSS-Methode nicht möglich.
(12) Verfahren zur Anrechnung der fiktiven Vorsteuer beim Wiederverkauf von Gebrauchtgegenständen
(12.1) Allgemeine Bestimmungen
Wer nach der effektiven Methode abrechnet und einen gebrauchten individualisierbaren beweglichen Gegenstand ohne MWST-Belastung für die Lieferung an einen Leistungsempfänger im Inland bezieht, kann gemäss Artikel 28 Absatz 3 MWSTG einen fiktiven Vorsteuerabzug vornehmen.
Steuerpflichtigen Personen, die sich der SSS-Methode unterstellt haben, stellt die ESTV die unter Ziffer 12.2 umschriebene Methode zur Verfügung.
Als Gebrauchtgegenstand gilt ein gebrauchter individualisierbarer beweglicher Gegenstand, der in seinem derzeitigen Zustand oder nach seiner Instandsetzung erneut verwendbar ist und dessen Teile nicht unabhängig voneinander veräussert werden. Nicht als Gebrauchtgegenstände gelten Edelmetalle und Edelsteine (Art. 62 Abs. 2 MWSTV).
(12.2) Voraussetzungen und Verfahren
Das Verfahren kann angewandt werden, wenn
der Gegenstand für den Wiederverkauf bezogen wurde; und
der Leistungsempfänger den Sitz im Inland hat. Wird der Gegenstand exportiert, kommen die Bestimmungen von Ziffer 10 zur Anwendung.
! Nicht anwendbar ist das Verfahren bei gebrauchten Automobilen bis 3'500 kg Gesamtgewicht, und zwar auch dann, wenn die ESTV der steuerpflichtigen Person nicht den SSS von 0,6 % für "Auto- Occasionen bis 3,5 t: Handel" bewilligt hat, sowie in all jenen Fällen, in denen nach Artikel 28 Absatz 3 MWSTG i.V.m. Artikel 63 Absatz 3 MWSTV der fiktive Vorsteuerabzug bei effektiver Abrechnungsmethode ausgeschlossen ist.
Ob der Gegenstand von einer steuerpflichtigen oder einer nicht steuerpflichtigen Person bezogen wurde, spielt keine Rolle.
Bei diesem Verfahren hat die steuerpflichtige Person über die betreffenden Gegenstände eine Einkaufs- und Verkaufskontrolle zu führen. Negative Margen können dabei mit positiven Margen verrechnet werden (s. nachstehendes Beispiel).
Eine vorübergehende Verwendung bis maximal 6 Monate schliesst die Anwendung des Verfahrens nicht aus. Für die vorübergehende Verwendung ist zudem keine Korrektur nach Artikel 31 Absatz 4 MWSTG vorzunehmen. Eine allfällige zwischenzeitliche Vermietung ist hingegen zum bewilligten SSS abzurechnen.
In einem ersten Schritt wird für die in dieser Abrechnungsperiode verkauften Gebrauchtgegenstände der Gesamtumsatz und die Gesamtmarge ermittelt. Dabei können negative und positive Margen verrechnet werden. Zu diesem Zweck sind alle derartigen Gegenstände in einer Liste einzeln aufzuführen.
In einem zweiten Schritt werden die Umsätze vollumfänglich unter Ziffer 200 deklariert und unter Ziffer 321 beziehungsweise 331 der MWST-Abrechnung mit dem bewilligten SSS versteuert.
Anschliessend ist das Formular Nr. 1055 (→ Anhang VII. und nachstehendes Beispiel) vollständig auszufüllen und rechtsverbindlich zu unterzeichnen. Mit diesem Formular wird die Differenz ermittelt zwischen der mit dem bewilligten SSS auf dem Umsatz abgerechneten MWST und der mit dem SSS von 6,7 % auf der Marge berechneten MWST. Bei gebrauchten individualisierbaren Büchern, Zeitungen und Zeitschriften gemäss Artikel 25 Absatz 2 Buchstabe a Ziffer 9 MWSTG kommt der SSS von 2,1 % zur Anwendung. Der Differenzbetrag wird alsdann in der MWST-Abrechnung unter Ziffer 471 in Abzug gebracht. Das Formular Nr. 1055 ist bei der ESTV zu beziehen oder auf ihrer Homepage abrufbar.
Durch dieses Vorgehen wird sichergestellt, dass die fiktive Vorsteuer angerechnet wird.
Die Muster AG betreibt Handel mit Radio-, TV-, Video- und Hifi-Apparaten (SSS: 2,1 %) und rechnet nach vereinnahmten Entgelten ab. Im ersten Semester 2011 erzielt sie einen Umsatz von 200’000 Franken aus dem Verkauf von neuen Geräten und einen Umsatz von 19’700 Franken aus dem Verkauf von gebrauchten Geräten (Gesamtankaufspreis: CHF 16’900). Alle Gegenstände werden an Empfänger mit Sitz im Inland verkauft. Die Muster AG listet zunächst alle Gegenstände einzeln wie folgt auf:
Sie füllt anschliessend das Formular Nr. 1055 wie folgt aus und legt es der MWST-Abrechnung für das 1. Halbjahr 2011 bei:
In der MWST-Abrechnung deklariert die Muster AG den Umsatz von gesamthaft 219'700 (CHF 200’000 + CHF 19’700) Franken unter Ziffer 200. Unter Ziffer 321 versteuert sie die 219’700 Franken zum SSS von 2,1 % und unter Ziffer 471 bringt sie schliesslich 226.10 Franken MWST in Abzug.
(12.3) Gebrauchtgegenstände, die zu einem Gesamtpreis erworben werden
Werden die zu einem Gesamtpreis erworbenen Gebrauchtgegenstände im Inland als Gesamtpaket weiterverkauft, gelten die in Ziffer 12.2 dargelegten allgemeinen Bestimmungen.
Über das Vorgehen, wenn die Gebrauchtgegenstände im Inland einzeln weiterverkauft werden, gibt die ESTV auf Anfrage Auskunft.
Werden die Gebrauchtgegenstände ins Ausland verkauft: → Ziffer 10.
(13) Rechnungsstellung mit einem zu hohen Satz
Stellt eine mit SSS abrechnende steuerpflichtige Person eine Leistung mit einem zu hohen Satz in Rechnung, so muss sie zusätzlich zu der mit dem SSS berechneten MWST auch die Differenz zwischen der nach dem ausgewiesenen Steuersatz berechneten Steuer und der nach dem Steuersatz nach Artikel 25 MWSTG berechneten Steuer entrichten. Dabei wird das Entgelt als inklusive MWST betrachtet (Art. 96 MWSTV). Die Korrektur kann unterbleiben, wenn die Rechnung korrigiert wird oder wenn die steuerpflichtigen Person nachweist, dass der Leistungsempfänger keinen Vorsteuerabzug vorgenommen hat. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Leistungsempfänger eine Privatperson ist.
Eine mit dem SSS von 0,1 % abrechnende Käserei fakturiert Milchprodukte im Betrag von 5’000 Franken an die Detailhandels AG mit 8,0 % statt mit 2,5 % MWST. Zusätzlich zu der mit dem SSS von 0,1 % berechneten MWST von 5 Franken hat sie der ESTV auch noch 4,9684 % (7,4074 % [Multiplikator von 8,0 %] abzüglich 2,4390 % [Multiplikator von 2,5 %]) von 5’000 Franken, also 248.40 Franken zu entrichten.
(14) Buchführung
Steuerpflichtige Personen, denen zwei verschiedene SSS bewilligt wurden (→ Ziff. 17), müssen die Erträge für jeden der beiden Steuersätze separat verbuchen (Art. 84 Abs. 3 MWSTV), also für jede Ertragsart ein separates Ertragskonto führen.
(15) Schadenfälle / Versicherungsleistungen
Ersetzen Versicherungsgesellschaften den Versicherten, die mit SSS abrechnen, den Schaden exklusiv MWST (d.h. ohne die den Versicherten bei der Ersatzbeschaffung fakturierte MWST), können die steuerpflichtigen Personen diese MWST weder in ihrer MWST-Abrechnung in Abzug bringen noch wird ihnen die ESTV hierfür eine Gutschrift erteilen. Es handelt sich dabei um eine privatrechtliche Angelegenheit zwischen Versicherer und Versicherten.
(16) Einfuhrsteuer / vorübergehende Ein- oder Ausfuhr
(16.1) Zuständigkeit
Die Einfuhrsteuer wird durch die EZV erhoben. Sie ist für entsprechende Auskünfte sowie für die Berichtigung und Erstattung dieser Steuer zuständig.
(16.2) Berichtigung der Einfuhrsteuer
Wird bei der Einfuhrverzollung der Gegenstände infolge
falschem Steuersatz;
falscher Berechnungsgrundlage; oder
nachträglicher Entgeltsminderung
zu viel Einfuhrsteuer erhoben, kann diese bei der zuständigen Zollkreisdirektion geltend gemacht werden. Dieser Anspruch verjährt fünf Jahre nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie erhoben wurde.
In der Eingabe hat die steuerpflichtige Person darauf hinzuweisen, dass sie mit der ESTV nach der SSS-Methode abrechnet. Zudem hat sie ein Post- oder Bankkonto zu nennen, auf das die zuviel erhobene Einfuhrsteuer überwiesen werden kann. Solchen Begehren sind das Einfuhrdokument (Veranlagungsverfügung MWST) im Original, in Form einer Kopie oder in Form eines Ausdrucks der elektronischen Datei und eine Kopie des Wertnachweises beizulegen.
(16.3) Erstattung der Einfuhrsteuer; Rückgegenstände
Werden Gegenstände aus dem Ausland unverändert an den Absender im Inland zurückgesandt (ausländischer Leistungsempfänger verweigert Annahme, Lieferung wird infolge Mängelrüge rückgängig gemacht, nach Gebrauch oder Ansicht usw.), erstattet die EZV die bei der Wiedereinfuhr erhobene Einfuhrsteuer auf Gesuch hin. Erfolgen Ausfuhr und Wiedereinfuhr in derselben Abrechnungsperiode, hat die steuerpflichtige Person in ihrer MWST-Abrechnung weder etwas zu deklarieren noch kann sie eine Steueranrechnung vornehmen. Erfolgt die Wiedereinfuhr hingegen nicht in derselben Abrechnungsperiode wie die Ausfuhr und hat die steuerpflichtige Person den Exportumsatz bereits mit dem SSS versteuert sowie die Steueranrechnung nach Ziffer 10.1 oder 10.2 vorgenommen, muss sie in der MWST-Abrechnung für das Halbjahr, in dem die Wiedereinfuhr erfolgt, sowohl Versteuerung als auch Steueranrechnung rückgängig machen.
Gesuche um Erstattung der bei der Wiedereinfuhr der Gegenstände erhobenen Einfuhrsteuer sind innert fünf Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie erhoben wurde, an die Zollkreisdirektion zu richten, in deren Kreis die Wiedereinfuhr erfolgt ist. Im Gesuch hat die steuerpflichtige Person den Grund der Wiedereinfuhr anzuführen. Zudem hat sie zu bestätigen, dass die Gegenstände infolge der Ausfuhr nicht von der Inlandsteuer befreit worden sind. Auch ein Post- oder Bankkonto ist zu nennen, auf das die zu erstattende Einfuhrsteuer überwiesen werden kann. Den Gesuchen sind ferner das Einfuhr- und Ausfuhrdokument (Veranlagungsverfügung MWST und Ausfuhrveranlagungsverfügung) im Original, in Form einer Kopie oder in Form eines Ausdrucks der elektronischen Datei beizulegen.
Exportiert die steuerpflichtige Person zuvor eingeführte Gegenstände infolge Annahmeverweigerung oder Rückgängigmachung der Lieferung, erstattet die EZV die erhobene Einfuhrsteuer auf Gesuch hin. Voraussetzung ist, dass der Gegenstand innert fünf Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Einfuhrsteuer erhoben wurde, ausgeführt und das Erstattungsgesuch bei der Anmeldung zum Ausfuhrverfahren eingereicht wird. Nachträgliche Gesuche können berücksichtigt werden, sofern sie innert 60 Tagen seit Ausstellung der Ausfuhrveranlagungsverfügung (Ausfuhrdokument) erfolgen.
In den Gesuchen um Erstattung der Einfuhrsteuer hat die steuerpflichtige Person den Grund aufzuführen, der zur Wiederausfuhr der Gegenstände geführt hat. Auch hat sie darauf hinzuweisen, dass sie mit der ESTV nach der SSS-Methode abrechnet. Ferner ist das Post- oder Bankkonto zu nennen, auf das die zu erstattende Einfuhrsteuer überwiesen werden kann. Den Gesuchen sind das Einfuhrdokument (Veranlagungsverfügung MWST) im Original, in Form einer Kopie oder in Form eines Ausdrucks der elektronischen Datei und eine Kopie des Wertnachweises sowie bei nachträglich eingereichten Gesuchen ein Ausfuhrdokument (Ausfuhrveranlagungsverfügung) im Original, in Form einer Kopie oder in Form eines Ausdrucks der elektronischen Datei beizufügen.
(16.4) Zur vorübergehenden Ein- oder Ausfuhr bestimmte Gegenstände
(16.4.1) Gegenstände zur Veredelung (Bearbeitung, Verarbeitung und Ausbesserung)
Gegenstände, die zur Lohnveredelung im Rahmen eines Werkvertrags vorübergehend eingeführt werden, sind nach dem Zollverfahren der aktiven Veredelung zu veranlagen. Nur dann ist die vorübergehende Einfuhr von der Einfuhrsteuer befreit. Unterbleibt bei der Einfuhr der Antrag auf Abfertigung nach dem erwähnten Verfahren, erhebt die EZV die Einfuhrsteuer vom Marktwert der Gegenstände am Bestimmungsort im Inland. Eine Erstattung dieser Steuer infolge Ausfuhr der veredelten Gegenstände durch die EZV ist nicht möglich. Wer Gegenstände nach dem Verfahren der aktiven Veredelung veranlagen möchte, benötigt eine Bewilligung der EZV.
Gegenstände, die zur Lohnveredelung im Rahmen eines Werkvertrags ausgeführt werden und später an den Absender im Inland zurückgehen, können beim Export nach dem Ausfuhrverfahren veranlagt werden. Wird bei der Wiedereinfuhr belegt, dass die Gegenstände nach diesem Verfahren veranlagt und im Ausland veredelt worden sind (z.B. Aufträge, Rechnungen, Ausfuhrdokument, Speditionsaufträge) und dass sie an den ursprünglichen Absender im Inland zurückgehen, berechnet sich die Einfuhrsteuer vom Entgelt für die im Ausland besorgten Arbeiten am Bestimmungsort im Inland (Veredelungskosten). Unabdingbar ist jedoch, dass in der Zollanmeldung dieses Entgelt deklariert wird.
Auch wenn die Gegenstände nach dem Zollverfahren der passiven Veredelung vorübergehend ausgeführt worden sind, berechnet sich die Einfuhrsteuer bei der Wiedereinfuhr der Gegenstände vom Entgelt für die im Ausland ausgeführten Arbeiten am Bestimmungsort im Inland.
(16.4.2) Gegenstände zur Verwendung
Gegenstände, die zur Verwendung (zur Vorführung, zu Versuchen, zur Expertise, zur Kontrolle, als Betriebsmittel usw.) vorübergehend eingeführt werden, sind nach dem Zollverfahren der vorübergehenden Verwendung zu veranlagen. Nur dann ist die vorübergehende Einfuhr von der Einfuhrsteuer befreit. Von dieser Befreiung ausgenommen ist das Entgelt für den vorübergehenden Gebrauch. Wird dafür keine oder eine ermässigte Miete berechnet, ist das Entgelt massgebend, das bei einer Vermietung einem unabhängigen Dritten berechnet würde. Unterbleibt bei der Einfuhr der Antrag auf Veranlagung nach dem erwähnten Verfahren, erhebt die EZV die Einfuhrsteuer vom Marktwert der Gegenstände am Bestimmungsort im Inland. Eine Erstattung dieser Steuer bei der Ausfuhr der Gegenstände oder eine nachträgliche Besteuerung des Entgelts für den vorübergehenden Gebrauch ist nicht möglich.
Gegenstände, die zur Verwendung (zur Ansicht, zur Vorführung, zu Versuchen, zur Expertise, zur Kontrolle, als Betriebsmittel usw.) vorübergehend ausgeführt werden, sind ebenfalls nach dem Zollverfahren der vorübergehenden Verwendung zu veranlagen. Nur dann ist die Wiedereinfuhr von der Einfuhrsteuer befreit. Unterbleibt bei der Ausfuhr der Antrag auf Veranlagung nach dem erwähnten Verfahren, erhebt die EZV bei der Wiedereinfuhr die Einfuhrsteuer vom Marktwert der Gegenstände am Bestimmungsort im Inland. Eine nachträgliche Erstattung dieser Steuer ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich (Ziff. 16.3, erster Punkt).
(17) Zuteilung der Saldosteuersätze
(17.1) Grundsätzliches
In der Regel benötigt die steuerpflichtige Person zur Versteuerung ihrer Umsätze lediglich einen SSS. Steuerpflichtigen Personen, deren Tätigkeiten verschiedenen SSS unterliegen, werden höchstens zwei SSS bewilligt (Art. 86 und 89 MWSTV).
Bei den SSS handelt es sich um Branchensätze, die sich als Durchschnittssätze am Regelfall einer Branche ausrichten. Betriebsindividuelle SSS sind nicht möglich.
! Wer eine Tätigkeit aufgibt oder eine neue aufnimmt, hat sich – sofern dies Auswirkungen auf die Höhe oder die Anzahl der bewilligten SSS hat – mit der ESTV in Verbindung zu setzen. Dies ist auch notwendig, wenn sich die Anteile der Tätigkeiten am Gesamtumsatz derart verändern, dass eine Neuzuteilung der SSS notwendig wird.
(17.2) 10%-Regel bei der Zuteilung der Saldosteuersätze
Für die Zuteilung der SSS bei zwei oder mehr Tätigkeiten kommt grundsätzlich die 10 %-Regel zur Anwendung (Art. 86 und 87 MWSTV).
→ Bei Mischbranchen gilt das Verfahren gemäss Ziffer 17.3 (50 %-Regel). Diese Branchen sind in den Anhängen I. und II. mit einem Stern gekennzeichnet.
(17.2.1) Zuteilung der Saldosteuersätze bei zwei steuerbaren Tätigkeiten
Einer Person, die neu steuerpflichtig wird und zwei Tätigkeiten ausübt, für die unterschiedliche SSS gelten, oder die bereits steuerpflichtig ist und eine zweite Tätigkeit aufnimmt, welche nicht dem gleichen SSS unterliegt wie die erste Tätigkeit, werden zwei SSS bewilligt. Voraussetzung dafür ist, dass die Anteile der einzelnen Tätigkeiten am Gesamtumsatz voraussichtlich mehr als 10 % betragen. Dies kann aufgrund der Planung (z.B. Budget oder Business-Plan) beurteilt werden.
Beträgt der Anteil der zweiten Tätigkeit bei Beginn der Steuerpflicht oder bei Aufnahme der zweiten Tätigkeit voraussichtlich weniger als 10 % des Gesamtumsatzes, wird nur ein SSS bewilligt.
Nimmt der Anteil der zweiten Tätigkeit anschliessend zu, ist hierfür ein zweiter SSS zu beantragen, sobald die 10 %-Grenze regelmässig überschritten wird. Regelmässig bedeutet, dass der Anteil in zwei aufeinander folgenden Steuerperioden mehr als 10 % beträgt. Ist dies der Fall, ist ab der dritten Steuerperiode ein zweiter SSS anzuwenden.
Die Umsätze von Tätigkeiten, für die der gleiche SSS gilt, sind bei der Abklärung, ob die 10 %-Grenze überschritten wird, immer zusammenzuzählen.
Anja Müller erbringt kosmetische Dienstleistungen und handelt mit Kosmetika. Anfänglich sind die Handelsumsätze sehr gering, weshalb ihr die ESTV lediglich den SSS von 5,2 % für Kosmetiksalon bewilligt. Im Laufe der Jahre nimmt der Verkaufsumsatz jedoch deutlich zu und übertrifft im vierten und fünften Jahr die Limite von 10 % des Gesamtumsatzes. Ab dem sechsten Jahr kann Anja Müller deshalb einen zweiten SSS von 2,1 % für kosmetische Produkte: Handel beantragen.
Wechselt eine steuerpflichtige Person von der effektiven Abrechnungsmethode zur Abrechnung mit SSS, werden ihr zwei SSS bewilligt, wenn der Anteil der zweiten Tätigkeit in den zwei Steuerperioden vor dem Wechsel jeweils mehr als 10 % betragen hat.
Bäckerei (60 % des Gesamtumsatzes; SSS 0,6 %) mit Tea-Room (40 % des Gesamtumsatzes; SSS 5,2 %): Es werden die zwei SSS von 0,6 % und 5,2 % bewilligt. Die Umsätze der Bäckerei sind mit dem SSS von 0,6 % und jene aus dem Betrieb des Tea-Rooms mit 5,2 % zu versteuern.
Kaminfeger (92 % des Gesamtumsatzes; SSS 6,1 %) / Dachdecker (8 % des Gesamtumsatzes; SSS 3,7 %): Es wird nur der SSS von 6,1 % bewilligt.
Gartenbau (91 % des Gesamtumsatzes, SSS von 4,4 %) / gesondert fakturierte Pflanzenlieferungen (9 % des Gesamtumsatzes, SSS von 0,6 %): Es wird nur der SSS von 4,4 % bewilligt.
Kiosk (91 % des Gesamtumsatzes wird mit Handel erzielt [SSS 0,6 %] / 9 % des Gesamtumsatzes stammen aus Provisionseinnahmen [SSS 6,7 %]): Die gesamten Einnahmen des Kiosks sind zum SSS von 0,6 % zu versteuern.
Wird die 10 %-Grenze in zwei aufeinander folgenden Steuerperioden nicht mehr überschritten, so fällt die Bewilligung für die Anwendung des zweiten SSS auf den Beginn der dritten Steuerperiode dahin.
Die für die Anwendung der SSS-Methode geltenden Limiten (Jahresumsatz von höchstens CHF 5,02 Mio. und Steuerschuld pro Jahr von nicht mehr als CHF 109’000) dürfen gesamthaft nicht überschritten werden ( Ziff. 1.3.1).
Die Edelweiss AG betreibt ein Hotel mit angegliedertem Restaurant. Die Umsätze und die - mit den entsprechenden SSS berechnete - Steuerschuld betragen:
Umsatzart Umsatz pro Jahr (in CHF) zugehöriger SSS Steuerschuld
Beherbergung inkl. Frühstück 1'900'000 2.1% 39'900
Verpflegung und Getränke 1'350'000 5.2% 70'200
Total 3'250'000 110'100
Die Edelweiss AG ist nicht zur Anwendung der SSS-Methode berechtigt, da die Steuerschuld mehr als 109’000 Franken im Jahr beträgt.
(17.2.2) Zuteilung der Saldosteuersätze bei drei oder mehr steuerbaren Tätigkeiten
Bei steuerpflichtigen Personen, die drei oder mehr Tätigkeiten ausüben, die für sich allein betrachtet mit verschiedenen SSS abzurechnen wären, gelangen gemäss Artikel 86 MWSTV für die Zuteilung der zwei SSS folgende Regeln zur Anwendung:
Zunächst wird der höchste SSS bewilligt, der für die verschiedenen Tätigkeiten der steuerpflichtigen Person gilt. Zu berücksichtigen sind dabei nur diejenigen Tätigkeiten, deren Anteil am Gesamtumsatz mehr als 10 % beträgt.
Den zweiten SSS kann die steuerpflichtige Person unter jenen SSS auswählen, die für ihre übrigen Tätigkeiten vorgesehen sind. Auch hier können nur diejenigen Tätigkeiten berücksichtigt werden, deren Anteil am Gesamtumsatz mehr als 10 % beträgt.
Als erster SSS wird der Satz von 6,7 % bewilligt. Die steuerpflichtige Person kann als zweiten SSS entweder den SSS von 5,2 % (Variante A) oder den SSS von 0,1 % (Variante B) wählen. Mit der Variante A ergibt sich im vorliegenden Fall eine geringere Steuerschuld als mit der Variante B. Infolge der 10 %-Regel ist es hingegen nicht möglich, als zweiten Satz den SSS von 2,1 % zu wählen. Vorstehende Tabelle zeigt auch für die beiden Varianten auf, welche Umsätze die steuerpflichtige Person in der MWST-Abrechnung zu welchen SSS abrechnen muss.
Als erster SSS wird in diesem Beispiel der Satz von 5,2 % bewilligt. Der SSS von 6,7 % für das Zurverfügungstellen von Personal wird nicht bewilligt, weil der Umsatzanteil nicht mehr als 10 % beträgt. Daneben kann die steuerpflichtige Person entweder den SSS von 2,1 % (Variante A) oder den SSS von 0,1 % (Variante B) wählen. Variante A ist im vorliegenden Fall für die steuerpflichtige Person die vorteilhaftere Variante. Aus vorstehender Tabelle ist auch für beide Varianten ersichtlich, welche Umsätze die steuerpflichtige Person in der MWST-Abrechnung zu welchen SSS abrechnen muss.
Die einmal gewählte Aufteilung ist mindestens eine ganze Steuerperiode anzuwenden, sofern im Laufe der Steuerperiode keine Tätigkeit wegfällt und keine neue Tätigkeit hinzukommt.
! Verändern sich die Tätigkeiten und/oder die Umsatzanteile der Tätigkeiten derart, dass eine Neuzuteilung der SSS notwendig wird, hat sich die steuerpflichtige Person mit der ESTV in Verbindung zu setzen.
(17.3) 50 %-Regel bei der Zuteilung der Saldosteuersätze für Mischbranchen
Es gibt diverse Branchen, bei denen die Anwendung der 10 %-Regel (→ Ziff. 17.2) zu schwerfälligen und für die steuerpflichtige Person kaum anwendbaren Lösungen führen würde. Dies ist bei sog. Mischbranchen der Fall. Darunter sind Branchen zu verstehen, in denen üblicherweise mehrere Tätigkeiten ausgeübt werden, die für sich allein betrachtet zu unterschiedlichen SSS abzurechnen wären (Art. 89 MWSTV). In den Branchenlisten in den Anhängen I. und II. sind die Mischbranchen mit einem Stern gekennzeichnet. Ausserdem ist für jede Mischbranche angegeben, welches die Haupttätigkeit und welches die branchenüblichen Nebentätigkeiten sind.
Bei diesen Branchen kommt obligatorisch die 50 %-Regel zur Anwendung. Auch bei der 50 %-Regel kommt es auf die Regelmässigkeit an, mit der die Limite überschritten wird (→ Ziff. 17.2.1).
Eine typische Mischbranche ist das Sportgeschäft. Nebst dem Handel mit Sportartikeln und Sportkleidern (SSS 2,1 %) werden auch Sportartikel vermietet (SSS 2,9 %) sowie Ski- und Snowboardservicearbeiten (SSS 5,2 %) ausgeführt. Würde man bei Sportgeschäften die 10 %-Regel anwenden, müsste wohl jede steuerpflichtige Person mit zwei SSS abrechnen, so dass ein wesentlicher Teil der Vereinfachung, die mit der SSS-Methode erreicht werden soll, zunichte gemacht würde. Mit der 50 %-Regel können diese Probleme behoben werden. Stammen bei einem Sportgeschäft nicht mehr als 50 % des Gesamtumsatzes aus Vermietung oder Ski- und Snowboardservicearbeiten, wird nur der SSS von 2,1 % bewilligt und der gesamte Umsatz ist mit diesem SSS zu versteuern. Die Umsätze aus Vermietung und dem Ski- und Snowboardservice sind im genannten Beispiel nicht zu addieren, um die 50 %-Limite zu prüfen, weil für diese beiden Tätigkeiten unterschiedliche SSS gelten.
! Nur Umsätze von Tätigkeiten, für die der gleiche SSS gilt, sind bei der Abklärung der 50 %-Regel zu addieren.
Übt eine steuerpflichtige Person, die in einer Mischbranche tätig ist, noch eine branchenfremde Tätigkeit aus, gilt für diese Tätigkeit die 10 %-Limite. Dies wäre beispielsweise bei einem Sportgeschäft der Fall, das auch noch Umsätze aus dem Vermieten von Ferienwohnungen oder dem Betreiben eines Tea- Rooms erzielt.
! Sobald die 50 %-Limite überschritten ist, gelangen für die einzelnen Tätigkeiten die allgemeinen Zuteilungskriterien gemäss Ziffer 17.2 zur Anwendung.
Bei Quartierläden gilt die 50 %-Regel für die Lieferung von Gegenständen, die zum Normalsatz steuerbar sind.
Mit 53,4 % ist die 50 %-Limite überschritten, weshalb für die einzelnen Tätigkeiten die üblichen Zuteilungskriterien gemäss Ziffer 17.2 gelten. Da der Anteil der Umsätze, für die der SSS von 2,1 % gilt, mehr als 10 % beträgt, ist der SSS von 2,1 % obligatorisch zuzuteilen. Als zweiten SSS kann die steuerpflichtige Person entweder den SSS von 1,3 % oder den SSS von 0,6 % wählen. In diesem Beispiel ist die Variante A die günstigere Variante.
Sportgeschäft mit Tea-Room
Zur Abklärung, ob die 50 %-Limite überschritten wurde, ist nicht der Gesamtumsatz, sondern nur der Umsatz des Sportgeschäfts heranzuziehen. Das Tea-Room ist branchenfremd, weshalb hierfür die 10 %-Regel zur Anwendung kommt: Da diese Limite überschritten ist, wird für das Tea-Room der SSS von 5,2 % bewilligt.
Da weder die Umsätze aus der Vermietung von Sportartikeln noch jene aus dem Ski- und Snowboardservice die 50 %-Limite des Sportgeschäfts- Umsatzes übersteigen, wird für das Sportgeschäft der SSS von 2,1 % bewilligt. Der ganze Sportgeschäfts-Umsatz ist in diesem Fall mit dem SSS von 2,1 % und der Tea-Room-Umsatz mit dem SSS von 5,2 % abzurechnen (Variante A). Ebenfalls zulässig wäre, dass die steuerpflichtige Person freiwillig auf die Zuteilung eines zweiten, niedrigeren SSS verzichtet und den Gesamtumsatz ihres Unternehmens mit dem SSS von 5,2 % deklariert (Variante B).
Drogerie (50 %-Regel für Lieferung von Parfümeriewaren):
Es gilt der SSS von 1,3 %. Werden regelmässig mehr als 50 % des Gesamtumsatzes mit dem Verkauf von Parfümerieartikeln erzielt, ist dieser Umsatzanteil mit dem SSS von 2,1 % zu versteuern.
Bäckerei (50 %-Regel für die Lieferung von Gegenständen, die zum Normalsatz steuerbar sind):
Es gilt der SSS von 0,6 %. Nebst den Backwaren wird häufig auch mit zugekauften Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs gehandelt, teilweise auch mit alkoholischen Getränken. Stammen mehr als 50 % des Gesamtumsatzes aus dem Verkauf von alkoholischen Getränken und Zigaretten, ist hierfür ein zweiter SSS von 1,3 % zuzuteilen. Übertrifft der Umsatz aus dem Handel mit anderen zum Normalsatz steuerbaren Gegenständen die 50 %-Marke, gilt hierfür der SSS von 2,1 %.
Wird neben der Bäckerei allerdings noch ein Tea-Room betrieben, ist diesbezüglich die 10 %-Regel anzuwenden. Übersteigt also der Umsatz des Tea-Rooms regelmässig 10 % des Gesamtumsatzes, gilt hierfür der SSS von 5,2 %.
(17.4) Sonderregelung für Imbissbars / Imbissstände mit Konsumationseinrichtung und für bestimmte Anlässe (Art. 90 Abs. 3 MWSTV)
Imbissbars/Imbissstände mit Konsumationseinrichtung können ihre Umsätze beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen ohne weiteren Nachweis auf einfache Art aufteilen:
→ Näheres zur organisatorischen Trennung der gastgewerblichen von den Take-Away-Leistungen findet sich in der MWST-Branchen-Info Hotel- und Gastgewerbe.
Weiter besteht bei bestimmten Anlässen wie Filmvorführungen, Konzerte, Fussballspiele (→ MWST-Branchen-Info Hotel- und Gastgewerbe) die Möglichkeit, ohne weiteren Nachweis 80 % der Umsätze zum SSS von 0,6 % und 20 % zum SSS von 5,2 % abzurechnen.
(18) Saldosteuersätze nach Branchen und Tätigkeiten: Gliederung nach Saldosteuersätzen
Bei den SSS handelt es sich um Multiplikatoren. Der Umsatz inklusive MWST ist mit dem bewilligten SSS zu multiplizieren ( Ziff. 1.2).
Die nachfolgend aufgeführten SSS kommen bei Herstellungsbranchen und -tätigkeiten nur zur Anwendung, sofern im Preis der Leistung auch das Material eingeschlossen ist.
Stellt der Kunde dem Leistungserbringer das benötigte Material zur Verfügung (Akkordanten- oder Anschlägertätigkeiten, Lohnarbeiten, reine Bearbeitungen von Gegenständen usw.), kommt der in der Liste für diese Tätigkeiten vorgesehene SSS zur Anwendung.
Die Schreinerei AG rechnet mit dem SSS von 3,7 % ab. In der Regel kauft sie das Material zur Erbringung ihrer Leistungen selbst ein. Manchmal wird das Material jedoch vom Auftraggeber zur Verfügung gestellt. Der Anteil solcher Umsätze beträgt regelmässig mehr als 10 %. Die Schreinerei AG hat deshalb für diese Umsätze den SSS von 6,7 % zu beantragen.
Die Mischbranchen sind in den nachfolgenden Tabellen mit einem Stern gekennzeichnet. Die branchenübliche Haupttätigkeit steht in der zweitenTabellenspalte.
Die branchenüblichen Nebentätigkeiten, für welche die 50 %-Regel nach Artikel 89 Absatz 3 MWSTV ( Ziff. 17.3) gilt, stehen in der dritten Tabellenspalte.
Beim Grosshandel kommt der SSS zur Anwendung, der für den Detailhandel mit gleichartigen Gegenständen gilt. So erhält beispielsweise ein im Grosshandel mit Möbeln tätiges Unternehmen den gleichen SSS von 2,1% wie ein Möbelgeschäft.
(18.1) Saldosteuersatz 0,1 %
(s. auch Ziff. 18.6)
Dreschgenossenschaft: Erntearbeiten
(s. auch Ziff. 18.5)
Druckerei: Leistungen, die zum
reduzierten Satz steuerbar sind
Gemüsebaubetrieb: Verkauf von im eigenen
Betrieb gewonnenen Erzeugnissen der
Urproduktion, die zum reduzierten Satz
steuerbar sind
Herstellung von zum reduzierten Satz
steuerbaren Gegenständen, soweit nicht
anderswo genannt; gilt nicht für reine
Bearbeitungen und Lohnarbeiten
Kieferorthopädische Praxis: steuerbelastet
bezogene Leistungen, die ohne Zuschlag
und gesondert weiterfakturiert werden
(s. auch Ziff. 18.7)
Landwirtschaftliche Lohnarbeiten: zum
reduzierten Satz steuerbare Arbeiten mit
eigenen Maschinen
(s. auch Ziff. 18.3)
Landwirtschaftsbetrieb: Verkauf
von im eigenen Betrieb gewonnenen
Erzeugnissen der Urproduktion, die
zum reduzierten Satz steuerbar sind
Lebensmittel: Fabrikation
(s. auch Ziff. 18.2)
Maschinengemeinschaft:
zum reduzierten Satz steuerbare
Maschinengenossenschaft:
Party-Service: Lieferung von Nahrungsmitteln
ohne Serviceleistung bei der Kundin oder
(s. auch Ziff. 18.3 und 18.8)
Pflanzenschutzmittel, die im
Pflanzenschutzmittelverzeichnis aufgeführt
sind: Herstellung
Pizza-Kurierdienst: Lieferung von
(s. auch Ziff. 18.9)
Zahnarztpraxis: steuerbelastet bezogene
Leistungen, die ohne Zuschlag und
gesondert weiterfakturiert werden
Zeitschriftenverlag: Leistungen, die zum
Zeitungsverlag: Leistungen, die zum
Zoo-Handlung: Handel mit zum reduzierten
Satz steuerbaren Gegenständen
(s. auch Ziff. 18.4)
(18.2) Saldosteuersatz 0,6 %
Arztpraxis: Verkauf von Medikamenten und
Verbandsmaterial*
Lieferung von Gegenständen zum Normalsatz
Baumschule: Verkauf von im eigenen Betrieb
gewonnenen Erzeugnissen der
Buch-Antiquariat: Handel mit gebrauchten
Buchverlag: Leistungen, die zum reduzierten
Satz steuerbar sind
Gartenbau: Pflanzenlieferungen, wenn
gesondert fakturiert
Gärtnerei: Verkauf von im eigenen Betrieb
steuerbar sind*
Lieferung von Gegenständen, die zum Normalsatz steuerbar sind und steuerbelastet bezogen wurden
Handel mit zum reduzierten Satz steuerbaren
Gegenständen, soweit nicht anderswo
Holzschnitzel, die zum reduzierten Satz
steuerbar sind: Handel
Kiosk: alle branchenüblichen Umsätze
mit Ausnahme der Einnahmen
aus Provisionen und Agenturtätigkeit
(s. auch Ziff. 18.10)
Lebensmittel: Handel*
(s. auch Ziff. 18.1)
Lehrmittel, die zum reduzierten Satz
Markt-Kaufleute: Handel mit Gegenständen,
die zum reduzierten Satz steuerbar sind
(s. auch Ziff. 18.8)
Tierarztpraxis: Behandlung von Vieh und
Verlag: Leistungen, die zum reduzierten Satz
(18.3) Saldosteuersatz 1,3 %
Alkoholische Getränke: Handel,
sofern steuerbelastet bezogen
Bearbeiten von zum reduzierten Satz
anderswo genannt
Buchbinderei: Binden von zum reduzierten
Dienstleistungen, sofern zum reduzierten
Satz steuerbar und soweit nicht anderswo
Landmaschinen: sämtliche
branchenüblichen Tätigkeiten*
reduzierten Satz steuerbare Arbeiten ohne
Lohnarbeiten, sofern zum reduzierten Satz
steuerbar und soweit nicht anderswo
Party-Service: Lieferung von alkoholischen
Getränken ohne Serviceleistung bei der
Kundin oder beim Kunden
(s. auch Ziff. 18.1 und 18.8)
Tiere, ausschliesslich Vieh: Dressur,
Vermietung von zum reduzierten Satz
(18.4) Saldosteuersatz 2,1 %
Beherbergung in Hotellerie und
Parahotellerie: Übernachtung mit Frühstück
Camping: sämtliche campingbezogenen
Tätigkeiten ohne gastgewerbliche
Gas wie Propan oder Butan: Handel in
Gastgewerblicher Betrieb: Leistungen,
die zum Sondersatz für Beherbergung
Geschenke und Souvenirartikel: Handel
Gravier-Atelier: Handel mit Gegenständen,
selbst wenn diese noch graviert werden
Handel mit zum Normalsatz steuerbaren
Haushaltartikel- und Eisenwarengeschäft
Hotel: Leistungen, die zum Sondersatz für
Beherbergung steuerbar sind
die zum Normalsatz steuerbar sind
Moto- und Velogeschäft:
sämtliche branchenüblichen Tätigkeiten
Reparaturen, Stimmen, Vermietungen sowie für den Handel mit Musikalien und gebrauchten Gegenständen
Parahotellerie: Leistungen, die zum
Tonträger: Handel mit neuen Tonträgern wie
TV-/Radio-Geschäft*
Uhren-/Bijouteriegeschäft*
Velo- und Motogeschäft:
Zoo-Handlung: Handel mit zum Normalsatz
steuerbaren Tieren und Gegenständen
(18.5) Saldosteuersatz 2,9 %
Dreschgenossenschaft: Maschinenvermietung
Energie, namentlich in Form von Elektrizität,
Gas und Fernwärme: Lieferung
Flugbetrieb: Flüge mit Fluggeräten wie
Flugzeug, Helikopter, Ballon, Gleitschirm
Generalunternehmen (GU) im Baugewerbe:
Leistungen aufgrund eines GU-Vertrags
Heizungen und Lüftungen: Lieferung mit
Montage sowie Service
Holzschnitzel, die zum Normalsatz steuerbar
sind: Handel
Innendekorationen/Sattlerei
Kälte-, Klimaanlagen: Lieferung mit Montage
Kieswerk: Gewinnung von Steinen, Schotter,
Klima-, Kälteanlagen: Lieferung mit Montage
Kürschnerei und Pelzhandel*
Lüftungen und Heizungen: Lieferung mit
Maschinengemeinschaft: Vermietung von
Maschinengenossenschaft: Vermietung von
Rollladen und Storen: Lieferung mit Montage*
Sanitäre Installationen: Lieferung mit
Sanitätsgeschäft: Handel mit Gehhilfen,
Rollstühlen, Badehilfen, Verbandsmaterial
und anderen Sanitätsartikeln*
Sattlerei/Innendekorationen
Storen und Rollladen: Lieferung mit Montage*
Vermietung von zum Normalsatz
steuerbaren Gegenständen, soweit
nicht anderswo genannt
Wasseraufbereitungsanlagen: Lieferung mit
(18.6) Saldosteuersatz 3,7 %
Bibliothek: Zum Normalsatz steuerbare
Leistungen wie die Ausleihe von
DVDs, CDs und Videokassetten
Boden- und Teppichbeläge: Lieferung mit
Chemikalien: Herstellung
Druckerei, soweit nicht anderswo genannt
Elektronik: Herstellung von elektronischen
Bauteilen, Steuerungen, Geräten und
anderen Elektronikartikeln
Herstellung von zum Normalsatz
nicht anderswo genannt; gilt nicht für
reine Bearbeitungen und Lohnarbeiten
Hörgeräte: Verkauf mit Service sowie
Küchenbau: Lieferung mit Montage von
Möbeln, Abdeckplatten und Geräten
Musikautomaten: Betrieb
Optikergeschäft: sämtliche
branchenüblichen Tätigkeiten
Orthopädische Werkstätte: mit mindestens
10 % Handel
Outdoor-Aktivitäten, soweit nicht anderswo
genannt: Anbieten
Plandruckerei
Reparaturen aller Art, soweit nicht anderswo
Sägerei (s. auch "Lohnsägerei" in Ziff. 18.8)
Schliess-/Sicherheitsanlagen:
Lieferung mit Montage sowie
Schuhmacherei: Reparaturen sowie
Spielautomaten: Betrieb von
Sportanlagen wie Schwimmbad,
Kunsteisbahn, Minigolfanlage, Kartbahn:
alle branchenüblichen Umsätze
mit Ausnahme jener aus
gastgewerblichen Leistungen
Standbau: gilt nicht für reine Montage
Teppich- und Bodenbeläge: Lieferung mit
Veranstaltungstechnik: Vermietung mit
Installation und allenfalls Bedienung
Verlag von Gegenständen, die zum
Normalsatz steuerbar sind
Zäune: Herstellung, Lieferung mit Montage
sowie Reparaturen
(18.7) Saldosteuersatz 4,4 %
Anbieten von kostenpflichtigen
Mehrwertdiensten, namentlich
unter 0900-Nummern
Boote: Herstellung, Reparaturen,
Überwinterung, Ein- und Auswasserung
Digitalisierung von Gegenständen wie
Schallplatten, Filme, Druckerzeugnisse und
Fitness-Center: sämtliche
branchenüblichen Leistungen
Gartenbau: Leistungen mit Ausnahme der
gesondert fakturierten Pflanzenlieferungen
Grabstein-Bildhauerei: Lieferung
(s. auch Ziff. 18.8 und 18.9)
soweit nicht anderswo genannt
Öl- und Gasbrennerservice,
eingeschlossen Installationen
Orthopädische Werkstätte: reine Herstellung
Transport von Gegenständen,
(18.8) Saldosteuersatz 5,2 %
Aufbewahrungsleistungen
Bar: Leistungen, die zum Normalsatz
Buchbinderei: Binden von zum Normalsatz
steuerbaren Gegenständen
Décolletage: Drehen, Fräsen, Bohren,
wobei das Material von der Kundin oder
vom Kunden zur Verfügung gestellt wird
Fahrten mit Fahrzeugen wie
Glätterei/Wäscherei
Holzbildhauerei/Holzschnitzerei:
Lieferung mit Bearbeitung
(s. auch Ziff. 18.7 und 18.9)
Hotel: Leistungen, die zum Normalsatz
Klavierstimmen, eingeschlossen
Klima-, Lüftungsanlagen: Reinigen
Kurier-/Express-/Paketdienst
(s. auch „Sägerei“ in Ziff. 18.6)
Lüftungs-, Klimaanlagen: Reinigen
Nachtclub: Leistungen, die zum Normalsatz
Parkplätze im Freien oder in Unterständen:
Party-Service: mit Serviceleistung bei der
(s. auch Ziff. 18.1 und 18.3)
Restaurant: Leistungen, die zum Normalsatz
Tapeziererei/Malerei
Tea-Room: Leistungen, die zum Normalsatz
(18.9) Saldosteuersatz 6,1 %
Alarmaufschaltungen: alle Umsätze
einschliesslich Entschädigungen für
Bearbeiten von zum Normalsatz steuerbaren
(s. auch Ziff. 18.7 und 18.8)
Datenbank: Verkauf von Daten und
Dienstleistungen, sofern zum Normalsatz
steuerbar und soweit nicht anderswo genannt
EDV-Serviceleistungen/EDV-Beratungen
Finanzdienstleistungen/Bankdienstleistungen
Galerie: Handel im fremden Namen
und auf fremde Rechnung
Internet-Dienstleistungen wie Web-Design,
Hosting, Domain-Registrierung, Betreiben
Körpertraining mit Instruktion wie Aqua-Fit,
Aerobic, Pilates, Zumba, Yoga
Kunsthandel: Handel im fremden Namen und
Lohnarbeiten ausserhalb des Baugewerbes,
sofern zum Normalsatz steuerbar
Montagearbeiten ausserhalb des
Oberflächenveredelung, -bearbeitung von
Uhrenbestandteilen und Schmuck
Postagentur: Vergütung durch die
Transport von Gegenständen, sofern
mit Hilfe von Fahrrädern, Mofas oder
Motorrädern erbracht
Vermittlung von Dienstleistungen, soweit nicht
(18.10) Saldosteuersatz 6,7 %
Akkordunternehmen/Anschläger im
sofern nicht steuerbelastet bezogen
Erotikdienstleistungen ohne eigene
Führungen, namentlich in Museen
und Städten
Kieswerk: Verpachtung, sofern die Pacht
nach der Abbaumenge bemessen wird und
kein Eintrag im Grundbuch vorhanden ist
Kiosk: Einnahmen aus Provisionen
und Agenturtätigkeit
Maurerarbeiten: reine Akkordarbeiten
Plattenlegerei: reine Lohnarbeiten
(19) Saldosteuersätze nach Branchen und Tätigkeiten: Alphabetische Gliederung
Beim Grosshandel kommt der SSS zur Anwendung, der für den Detailhandel mit gleichartigen von Gegenständen gilt. So erhält beispielsweise ein im Grosshandel mit Möbeln tätiges Unternehmen den gleichen SSS von 2,1% wie ein Möbelgeschäft.
Alkoholische Getränke: Handel, sofern nicht steuerbelastet bezogen
Alkoholische Getränke: Handel, sofern steuerbelastet bezogen
Flugbetrieb: Flüge mit Fluggeräten wie Flugzeug, Helikopter, Ballon, Gleitschirm
Gravier-Atelier: Handel mit Gegenständen, selbst wenn diese noch graviert werden
Heizungen und Lüftungen: Lieferung mit Montage sowie Service
Kälte-, Klimaanlagen: Lieferung mit Montage sowie Service
Kieferorthopädische Praxis: steuerbelastet bezogene Leistungen, die ohne Zuschlag und gesondert weiterfakturiert werden
Kieswerk: Gewinnung von Steinen, Schotter, Kies, Sand
Kieswerk: Verpachtung, sofern die Pacht nach der Abbaumenge bemessen wird und kein Eintrag im Grundbuch vorhanden ist
Klima-, Kälteanlagen: Lieferung mit Montage sowie Service
Landmaschinen: sämtliche branchenüblichen Tätigkeiten*
Lüftungen und Heizungen: Lieferung mit Montage sowie Service
Maschinengemeinschaft: Vermietung von Maschinen
Maschinengemeinschaft: zum reduzierten Satz steuerbare landwirtschaftliche Arbeiten
Maschinengenossenschaft: Vermietung von Maschinen
Maschinengenossenschaft: zum reduzierten Satz steuerbare landwirtschaftliche Arbeiten
Moto- und Velogeschäft: sämtliche branchenüblichen Tätigkeiten
Orthopädische Werkstätte: mit mindestens 10 % Handel
Outdoor-Aktivitäten, soweit nicht anderswo genannt: Anbieten
Party-Service: Lieferung von alkoholischen Getränken ohne Serviceleistung bei der Kundin oder beim Kunden
Party-Service: Lieferung von Nahrungsmitteln ohne Serviceleistung bei der Kundin oder beim Kunden
Party-Service: mit Serviceleistung bei der Kundin oder beim Kunden
Pizza-Kurierdienst: Lieferung von alkoholischen Getränken
Pizza-Kurierdienst: Lieferung von Nahrungsmitteln
Reiseartikel/Lederwaren: Handel
Sanitäre Installationen: Lieferung mit Montage, Service, Reparaturen
Schlüsseln, Nachmachen von- (s. Schliess-/Sicherheitsanlagen sowie Schuhmacherei)
Sicherheits-/Schliessanlagen: Lieferung mit Montage sowie Nachmachen von Schlüsseln
Spielautomaten: Betrieb von Geschicklichkeitsspielautomaten
Sportanlagen wie Schwimmbad, Kunsteisbahn, Minigolfanlage, Kartbahn: alle branchenüblichen Umsätze mit Ausnahme jener aus gastgewerblichen Leistungen
Stadtplanungsbüro/Raumplanungsbüro
Technisches Büro/Engineeringbüro
Teppich- und Bodenbeläge: Lieferung mit Verlegen
Transport von Gegenständen, sofern mit Hilfe von Fahrrädern, Mofas oder Motorrädern erbracht
Wasseraufbereitungsanlagen: Lieferung mit Montage sowie Service
Zahnarztpraxis: steuerbelastet bezogene Leistungen, die ohne Zuschlag und gesondert weiterfakturiert werden
In Auflistung nicht enthaltene Branchen und Tätigkeiten
Steuerpflichtige Personen, deren Tätigkeiten nicht in Anhang 18 und 19 aufgeführt sind und die mit SSS abrechnen möchten, können sich mit der ESTV in Verbindung setzen.
(20) Muster des Abrechnungsformulars
(21) Anleitung zum Ausfüllen des Abrechnungsformular(s
(21.1) Was ist die Steuerperiode?
Die Steuerperiode ist die Periode, über welche die Steuer erhoben wird (Art. 34 - 35 MWSTG).
Die Steuerperiode teilt sich bei Abrechnung nach der SSS-Methode in zwei Abrechnungsperioden auf. Die Abrechnungsperiode ist der Zeitraum, für welchen die steuerpflichtige Person mit der ESTV über die MWST abzurechnen hat.
21.1.1 Was ist beim Ausfüllen des Abrechnungsformulars generell zu beachten?
Achten Sie darauf, dass sie Sie nur Werte deklarieren, die sich auf die betreffende Abrechnungsperiode beziehen.
Oberhalb des Einzahlungsscheins befindet sich die Telefonnummer der zuständigen Sachbearbeiterin beziehungsweise des zuständigen Sachbearbeiters. Diese stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung oder senden Ihnen bei Verlust des Originalformulars auf Verlangen ein neues Formular mit Barcode zu. Im schriftlichen Verkehr mit der ESTV ist die Angabe der MWST-Nr. und der Referenznummer (Ref.-Nr.) wichtig. Diese sind im Kopf des MWST-Abrechnungsformulars aufgedruckt.
Im ersten Teil (I. Umsatz) werden das vereinbarte oder das vereinnahmte Entgelt und die Abzüge eingetragen;
Im zweiten Teil (II. Steuerberechnung) wird die geschuldete Umsatzsteuer, aufgeteilt nach SSS, ermittelt und es ist eine allfällige Bezugsteuer zu deklarieren. Es resultiert die Steuerforderung, d.h. die Steuerschuld oder - in Einzelfällen - das Steuerguthaben;
21.1.2 Erster Teil (I. Umsatz)
Ziffer 200:
Total der vereinbarten bzw. vereinnahmten Entgelte (Art. 39 MWSTG), inkl. Entgelte aus Übertragungen im Meldeverfahren sowie aus Leistungen im Ausland
Entgelte aus Veräusserungen im Meldeverfahren und aus optierten Leistungen nach Artikel 21 Absatz 2 Ziffern 26 und 28 MWSTG sind ebenfalls hier einzubeziehen.
Nicht einzubeziehen sind hingegen die Nichtentgelte ( Ziffer 900 und 910).
Ziffer 220:
Von der Steuer befreite Leistungen (u.a. Exporte, Art. 23 MWSTG), von der Steuer befreite Leistungen an begünstigte Einrichtungen und Personen (Art. 107 MWSTG)
Bei Abrechnung mit der SSS-Methode ist es zulässig, die nachfolgenden Umsätze unter dieser Ziffer aufzuführen. Mit diesem Vorgehen wird allerdings auf eine Abgeltung der Vorsteuer mit dem Formular Nr. 1050 verzichtet. Eine Steueranrechnung unter Ziffer 470 des Abrechnungsformulars ist in diesem Falle nicht möglich:
Unter dieser Ziffer müssen sodann die Lieferungen im Rahmen von Reihengeschäften gemäss Artikel 23 Absatz 3 MWSTG deklarieren werden, sofern der Bezug der Gegenstände steuerfrei erfolgte.
Alle diese Entgelte müssen unter Ziffer 200 deklariert werden. Unterlagen zum Nachweis der steuerfreien Leistung sind nur auf ausdrückliches Verlangen der ESTV einzureichen.
Ziffer 225:
Übertragung im Meldeverfahren (Art. 38 MWSTG, bitte zusätzlich Form. 764 einreichen)
die Veräusserung an eine eng verbundene Personen erfolgt.
Weitere Einzelheiten finden Sie in der MWST- Info Meldeverfahren.
Ziffer 230:
Nicht steuerbare Leistungen (Art. 21 MWSTG), für die nicht nach Art. 22 MWSTG optiert wird
Bei Anwendung der SSS-Methode ist eine Option nach Artikel 22 MWSTG nur für die in Artikel 21 Absatz 2 Ziffern 26 und 28 MWSTG aufgeführten Leistungen möglich (Art. 77 Abs. 3 MWSTV).
Hier ist das Total der Ziffern 220, 221, 225, 230, 235, 280 einzutragen.
21.1.3 Zweiter Teil (II. Steuerberechnung)
Hier wird die MWST auf dem Entgelt aus steuerbaren Leistungen berechnet, das unter Ziffer 299 gesamthaft deklariert wurde. Dazu ist das Entgelt - sofern die ESTV zwei SSS bewilligt hat - auf die beiden SSS aufzuteilen. Dies gilt auch für Umsätze, bei denen das Standard-Verfahren für die Steueranrechnung bei Exporten (Ziff. 10.1) oder das Verfahren zur Anrechnung der fiktiven Vorsteuer (Ziff. 12) angewandt wird.
Die Entgelte einschliesslich MWST sind mit den bewilligten SSS zu multiplizieren.
Ziffer 380 und 381: Bezugsteuer
Weitere Einzelheiten finden Sie in der MWST- Info Bezugsteuer.
Ziffer 470: Steueranrechnung gemäss Formular Nr. 1050
Unter dieser Ziffer kann die mit dem Formular Nr. 1050 berechnete MWST abgezogen werden. Eine solche Steueranrechung ist möglich auf:
Voraussetzung ist, dass diese Umsätze nicht bereits unter Ziffer 220 in Abzug gebracht worden sind. Das Formular Nr. 1050 ist auf der Homepage der ESTV abrufbar oder kann direkt bei der ESTV bezogen werden.
Ziffer 471: Steueranrechnung gemäss Formular Nr. 1055
Wird das Verfahren zur Anrechnung der fiktiven Vorsteuer gemäss Ziffer 12 angewandt, kann der mit Hilfe des Formulars Nr. 1055 berechnete Betrag unter dieser Ziffer in Abzug gebracht werden.
21.1.4 Dritter Teil (III. Andere Mittelflüsse)
Ziffer 900: Subventionen, Kurtaxen u. Ä., Entsorgungs- und Wasserwerkbeiträge (Art. 18 Abs. 2 Bst. a-c MWSTG)
(21.2) Was ist hinsichtlich der Abrechnungsart zu beachten?
Bei der Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten (Art. 39 Abs. 2 MWSTG) entsteht die Umsatzsteuerschuld hingegen in dem Moment, in dem die steuerpflichtige Person das Entgelt tatsächlich erhält. Diese Abrechnungsart ist auch möglich, wenn eine Debitorenbuchhaltung geführt wird.
Die Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten muss bei der ESTV beantragt werden.
(21.3) Welche Vorschriften bestehen hinsichtlich der Einreichung der MWST-Abrechnung?
(21.4) Wann und in welcher Form hat die Entrichtung der Steuer zu erfolgen?
Innert 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode hat die steuerpflichtige Person die in diesem Zeitraum entstandene Steuerschuld zu begleichen (Art. 86 Abs. 1 MWSTG)
Der MWST-Abrechnung beigelegt ist ein Einzahlungsschein mit Referenznummer. Bitte verwenden Sie wenn immer möglich diesen Einzahlungsschein, damit die automatisierte Verarbeitung gewährleistet ist. Sollte dieser nicht mehr vorhanden sein, können Sie jederzeit einen Ersatzeinzahlungsschein bestellen oder alternativ die folgende Zahlstelle nutzen:
(21.5) Wie ist das Vorgehen bei einem Überschuss zugunsten der steuerpflichtigen Person?
(21.6) Wie ist bei Korrekturen von Mängeln in der MWST-Abrechnung vorzugehen?
Die steuerpflichtige Person hat die Steuerabrechnungen mit ihrem Jahresabschluss abzugleichen und festgestellte Mängel zu korrigieren. Solche Korrekturen müssen spätestens in derjenigen Abrechnungsperiode erfolgen, in die der 180. Tag nach Abschluss des Geschäftsjahres fällt. Die festgestellten Mängel sind der ESTV mittels Berichtigungsabrechnung zu melden (Art. 72 MWSTG). Diese Berichtigungsabrechnung ist über Internet (www.estv.admin.ch) abrufbar. Wurden beim Abgleich mit dem Jahresabschluss keine Mängel festgestellt, ist keine Berichtigungsabrechnung einzureichen.
Informationen zu den Arbeiten beim Jahresabschluss und zur Buchführung können Sie der MWST-Info Buchführung und Rechnungsstellung entnehmen.
(22) Muster der Unterstellungserklärung (Form. Nr. 1198)
(23) Muster des Beiblattes Export zur Saldosteuersatz-Abrechnung (Form. Nr. 1050)
(24) Muster des Beiblattes zur Anrechnung der fiktiven Vorsteuer zur Saldosteuersatz-Abrechnung (Form. Nr. 1055)

References: Art. 92
 Art. 94
 Art. 93
 Art. 92
 Art. 94
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 Art. 23
 Art. 22