Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/wirtschaftsstrafrecht/gruendungsschwindel-bei-der-aktiengesellschaft-3109873
Timestamp: 2020-07-09 22:04:22+00:00

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Die wahr­heits­wid­ri­ge Behaup­tung des Grün­dungs­ak­tio­närs in dem an das Amts­ge­richt über­sand­ten Grün­dungs­be­richt der Gesell­schaft, wonach der Betrag in Höhe von 500.000 € auf dem Kon­to der Gesell­schaft ein­ge­zahlt sei und zur frei­en Ver­fü­gung des Vor­stands ste­he (§ 36 Abs. 2, § 37 Abs. 1 AktG), stellt eine fal­sche Anga­be über "die Ein­zah­lung auf Akti­en" dar, die den Tat­be­stand des § 399 Abs. 1 Nr. 1 AktG erfüllt [1].
Zugleich hat der Grün­dungs­ak­tio­när durch die Falsch­an­ga­ben im Grün­dungs­be­richt (§ 32 AktG) den Tat­be­stand des § 399 Abs. 1 Nr. 2 AktG ver­wirk­licht; inso­weit liegt jedoch ein ein­heit­li­ches Delikt des Grün­dungs­schwin­dels vor [2].
Dane­ben hat der Grün­dungs­ak­tio­när eine unech­te Urkun­de gebraucht (§ 267 Abs. 1 Var. 3 StGB), indem er ein gefälsch­tes Bestä­ti­gungs­schrei­ben der Bank dem Amts­ge­richt über­mit­teln ließ.
Der Grün­dungs­vor­stand, der den ent­spre­chen­den Grün­dungs­be­richt der Gesell­schaft, der der Anmel­dung zur Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gis­ter bei­gefügt wur­de, unter­zeich­net und dar­in wahr­heits­wid­rig die Ein­zah­lung des Betrags in Höhe von 500.000 € bestä­tigt, hat damit fal­sche Anga­ben über die Ein­zah­lung auf Akti­en gemacht (§ 399 Abs. 1 Nr. 1 AktG). Zudem hat er durch die Bestä­ti­gung der Falsch­an­ga­ben im Grün­dungs­be­richt (§ 34 Abs. 2 AktG) den Tat­be­stand des § 399 Abs. 1 Nr. 2 AktG ver­wirk­licht [3]. Inso­weit han­delt es sich um eine ein­heit­li­che Tat des Grün­dungs­schwin­dels.
vgl. Kie­the, in: Münch­Komm- zum StGB, 2. Aufl., § 399 AktG Rn. 45[↩]
Kie­the, aaO, § 399 AktG Rn. 158[↩]
vgl. Kie­the, aaO, § 399 AktG Rn. 76[↩]
Über­nah­me­an­ge­bot, Wan­del­schuld­ver­schrei­bun­gen – und die… Bei der Ermitt­lung der ange­mes­se­nen Gegen­leis­tung für ein Über­nah­me­an­ge­bot sind grund­sätz­lich auch die vom Bie­ter für den Erwerb von Wan­del­schuld­ver­schrei­bun­gen gezahl­ten Prei­se zu berück­sich­ti­gen. Gemäß…

References: § 37
 § 399
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