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Timestamp: 2019-05-25 10:07:32+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein LauenNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Lauenburger Elbvorland" vom 19. April 1995 | gültig ab: 01.01.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Lauenburger...
juris-Abkürzung: LauenNatSchGV SH
Ausfertigungsdatum: 19.04.1995
Fundstelle: GVOBl. 1995, 251
Gliederungs-Nr: 791-4-165
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Lauenburger Elbvorland"
Vom 19. April 1995
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Lauenburger Elbvorland" vom 19. April 1995 01.01.2003
Aufgrund des § 17 Abs. 1 des Landesnaturschutzgesetzes verordnet die Ministerin für Natur und Umwelt die folgenden §§ 1 bis 8 mit Ausnahme des § 5 Abs. 1 Nr. 3 ; aufgrund des § 39 Abs. 1 Nr. 8 des Landesjagdgesetzes verordnet der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei den folgenden § 5 Abs. 1 Nr. 3 und § 8 :
(1) Die Vorlandflächen mit den angrenzenden Flachwasserbereichen der Elbe zwischen der Mündung des Elbe-Lübeck-Kanals und der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern auf dem Gebiet der Stadt Lauenburg und in der Gemeinde Lanze, Kreis Herzogtum Lauenburg, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Lauenburger Elbvorland" unter Nummer 168 in das beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung als oberster Naturschutzbehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 57 ha groß und umfaßt die vor dem Lauenburger Elbdeich liegenden Vorländereien mitsamt den in die Elbe hineinreichenden Buhnen, die zwischen den Buhnen liegenden Flachwasserbereiche der Elbe sowie einen Teil der westlich der Bundesstraße 209 gelegenen Fläche zwischen dem Stecknitz-Hafen und der Bundeswasserstraße Elbe.
In der dieser Verordnung als Anlage beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes schwarz punktiert dargestellt.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der Abgrenzungskarte im Maßstab 1:5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karte ist beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung, Oberste Naturschutzbehörde, 24149 Kiel, verwahrt. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung - Oberste Jagdbehörde -, 24105 Kiel,
Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg - Untere Naturschutzbehörde -, 23909 Ratzeburg,
Bürgermeister der Stadt Lauenburg/Elbe, 21481 Lauenburg/Elbe,
Amtsvorsteher des Amtes Lütau, 21481 Lauenburg/Elbe,
(1) Das Naturschutzgebiet besteht aus dem Deichvorland der Elbe zwischen der Mündung des Elbe-Lübeck-Kanals und der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern einschließlich der Buhnenfelder mit ökologisch sehr bedeutsamen und zum Teil stark gefährdeten Lebensgemeinschaften der Flutrasen und Flutmulden, der Trockenrasen, Pionier-Biotope und Hochstaudenfluren im Übergang zum Weiden-Auenwald.
die Biotopvielfalt im Überflutungsbereich des Elbstroms und als eine ihrer Grundlagen die charakteristische Sedimentabfolge eines Auengleys auch auf zum Teil durch menschliche Nutzung geprägtem Grünland,
die für das Elbstromtal typischen Pflanzen- und Tierarten und ihre Ökosysteme sowie deren ungestörte Entwicklung und
einen Teil des geomorphologisch und landschaftskundlich bedeutsamen Übergangsbereich des nacheiszeitlich entstandenen Schwemmfächers der Stecknitz-Delvenau-Schmelzwasserrinne in das Elbeurstromtal
(3) Soweit es zum Schutz dieses Gebietes und seiner Bestandteile, insbesondere zur Erhaltung oder Entwicklung bestimmter, gefährdeter Pflanzen- und Tierarten und ihrer Ökosysteme erforderlich ist, sind entsprechende Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen durchzuführen.
Gewässer im Sinne des § 31 Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes auszubauen oder Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserstand oder den Wasserabfluß oder die Fließgeschwindigkeit nicht nur unerheblich verändern, oder Stoffe einzubringen, einzuleiten, zu entnehmen oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachteilig zu verändern;
die Lebensräume der Pflanzen und der Tiere und ihre Ökosysteme zu beseitigen oder nachteilig zu verändern, insbesondere durch chemische Stoffe oder mechanische Maßnahmen;
die Gewässer mit Ausnahme der Elbe mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren;
(2) Beschränkungen, Verbote und Gebote nach dem Bundesnaturschutzgesetz, dem Landesnaturschutzgesetz und sonstigen Rechtsvorschriften, insbesondere Beschränkungen nach § 5 des Bundeswasserstraßengesetzes , bleiben unberührt.
die auf den Schutzzweck ausgerichtete Bodennutzung auf den im Eigentum der Stadt Lauenburg/Elbe und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein befindlichen Flächen nach Maßgabe der Empfehlungen des Landesamtes für Naturschutz und Landschaftspflege;
die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung der übrigen Flächen im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes ; nicht zulässig ist es, die Flächen
umzubrechen, zu düngen oder mit Pflanzenschutzmitteln zu behandeln und
zwischen dem 15. März und dem 30. Juni eines jeden Jahres zu walzen, zu schleppen oder anderweitige Bodenbearbeitungen vorzunehmen sowie die Flächen zu mähen;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes ; nicht zulässig ist es,
die Jagd auf Wasserwild auszuüben und
geschlossene Hochsitze zu errichten, Fütterungseinrichtungen zu errichten oder Wildäcker anzulegen;
die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes in dem zum Naturschutzgebiet gehörenden Teil der Elbe, soweit keine Beschränkungen nach § 5 des Bundeswasserstraßengesetzes getroffen sind;
der Fischfang mit der Handangel vom Ufer aus an den Uferabschnitten der Elbe, die in der Übersichtskarte und in der Abgrenzungskarte durch Kreuzsignatur gekennzeichnet sind;
die Unterhaltung und Erweiterung von Rohrleitungen und Einlaufbauwerken an den Gewässern oder offenen Gräben zur ordnungsgemäßen Einleitung von Abwasser oder Niederschlagswasser aus genehmigten Anlagen;
die Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben des Bundes im Bereich der Bundeswasserstraße Elbe nach Maßgabe der Bestimmungen des Bundeswasserstraßengesetzes einschließlich der hierfür erforderlichen Forschungs- und Vermessungsarbeiten; nach § 8 Abs. 1 Satz 2 und 3 sowie § 12 Abs. 7 Satz 2 des Bundeswasserstraßengesetzes ist dabei auf die besondere Schutzwürdigkeit der Flächen zwischen den Buhnen Rücksicht zu nehmen;
die Nutzung des Ausweichankerplatzes für die Berufsschifffahrt bei Flußkilometer 569;
das Betreten der westlich der B 209 gelegenen Teilfläche des Naturschutzgebietes;
der jeweiligen Grundstücke durch die Grundstücksbesitzer oder deren Beauftragte zur Wahrnehmung berechtigter Interessen;
Die untere Naturschutzbehörde kann im Einzelfall von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 12, 13, und 18 , Ausnahmen zulassen, wenn die danach zulässigen Handlungen nicht zu einer nachhaltigen Störung führen und den Schutzzweck nicht beeinträchtigen können. Sie ist auch zuständig für die Erteilung von Befreiungen nach § 54 Abs. 2 des Landesnaturschutzgesetzes und kann bei Gefährdung des Schutzzweckes die unaufschiebbaren, notwendigen Maßnahmen treffen.
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 die Gewässer im Sinne des § 31 Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes ausbaut oder Maßnahmen durchführt, die den Wasserstand oder den Wasserabfluß oder die Fließgeschwindigkeit nicht nur unerheblich verändern, oder Stoffe einbringt, einleitet, entnimmt oder andere Maßnahmen vornimmt, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachteilig zu verändern;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 11 die Lebensräume der Pflanzen und der Tiere und ihre Ökosysteme beseitigt oder nachteilig verändert, insbesondere durch chemische Stoffe oder mechanische Maßnahmen;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 14 Flugmodelle, Modellflugkörper mit Eigenantrieb, Ballone, Drachen aufsteigen oder landen oder Schiffsmodelle fahren läßt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 15 die Gewässer mit Ausnahme der Elbe mit Wasserfahrzeugen aller Art befährt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 16 in den Gewässern badet oder mit Tauchgeräten taucht;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 17 Zelte oder Wohnwagen aufstellt, Sachen aller Art lagert, Feuer macht oder Hunde nicht angeleint mitführt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 18 das Naturschutzgebiet außerhalb der Wege betritt oder im Naturschutzgebiet außerhalb der dafür bestimmten Wege reitet oder fährt;
§ 5 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. b den Fischfang mit der Handangel außerhalb der in der Übersichtskarte und in der Abgrenzungskarte dargestellten Bereiche ausübt.

References: § 17
 § 5
 § 39
 § 5
 § 8
 § 31
 § 5
 § 7
 § 1
 § 7
 § 5
 § 8
 § 12
 § 4
 § 54

§ 4
 § 31

§ 4

§ 4

§ 4

§ 4

§ 4

§ 4

§ 5