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Timestamp: 2020-02-20 04:43:36+00:00

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Landschaft Bauen & Gestalten - 2020-02
Bundesverband G ar ten-, Landschafts- und Spor tplatzbau e. V. · www.galabau.de Einzelpreis 4 € ISSN 1432-7953 Z 8422 E 02 I 2020 I 53. Jahrgang Februar 2020 Neue Chancen GaLaBau digital Seite 10 Neue Ideen zur Förderung der Stadtbegrünung Stiftung DIE GRÜNE STADT seit einem Jahr in Berlin Seite 8 Was kann weg, was muss bleiben? Aufbewahrungsfristen von A bis Z Seite 16 Gebietseigene Pflanzen bald Pflicht Bei Begrünungen in der freien Natur Seite 22
EXKLUSIVE ANGEBOTE FÜR VERBANDSMITGLIEDER GENAU AUF IHR BUSINESS ABGESTIMMT. DER MAZDA CX-. E xklusive Sonderkonditionen für Bezug sberechtig te der BA M AK A bis 31.03.2020 MAZDA CX Business Leasing monatl. netto ab € 2391) Optional erhältlich mit M A Z D A C A R E P L U S I N K L U S I V E W A R T U N G & V E R S C H L E I S S 2) Kraftstoﬀ verbrauch im Testzyklus: innerorts 6,2 l/100 km, außerorts 4,5 l/100 km, kombiniert 5,1 l/100 km. CO2-Emission: 116 g/km. CO2-Eﬃ zienzklasse: A 100 JAHRE MAZDA. 100 JAHRE ANDERS. In Kooperation mit 1) Monatliche Rate (netto) - Ein Leasingangebot für gewerbliche Kunden der Mazda Finance – einem Service-Center der Santander Consumer Leasing GmbH (Leasinggeber), Santander-Platz 1, 41061 Mönchengladbach – bei 0 € Sonderzahlung mit 36 Monaten Laufzeit und 45.000 km Gesamtfahrleis- tung für einen Mazda CX30 Skyactiv-G 2.0 Mazda M Hybrid (90 kW / 122 PS Benziner) und Abschluss einer GAPVereinbarung gemäß den Allgemei- nen Geschäftsbedingungen und Regelungen für Kilometerleasingverträge zum Preis von € 5,00 zzgl. Umsatzsteuer. 2) Optionaler Servicevertrag Mazda Care Plus gemäß den Regelungen zu Leistungen aus der Servicevereinbarung einschließlich der Servicebedingungen. Der Servicevertrag ist ein Angebot der CARGARANTIE GmbH, Gündlinger Straße 12, 79111 Freiburg. Alle Angebote sind unverbindliche Preisempfehlungen, gültig für Neuwagenbestellungen der Bezugsberechtigten der BAMAKA AG in Verbindung mit einem Abrufschein gemäß Rahmenabkommen-Nr. F407 bei Kaufvertrag und Erstzulassung bis 31.03.2020 zzgl. MwSt., Überführungs- und Zulassungskosten. Beispielfoto eines Mazda CX30, die Ausstattungsmerkmale des abgebildeten Fahrzeuges sind nicht Bestandteil des Angebotes. Eine Werbung der Mazda Motors (Deutschland) GmbH. mazda.de/business Irrtümer und Druckfehler vorbehalten. Abb. kann Sonderausstattung enthalten.
Inhalt | 3 Titelthema 10 Neue Chancen durch Digitalisierung Frank Balzer, Inhaber des gleichnamigen Garten- und Landschaftsbauunterneh- mens, ist ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung und setzt auf hochmoderne Arbeitsmittel wie eine Drohne für Vermessungen. 8 Seit einem Jahr „am Tor“ Seit einem Jahr agiert die Stiftung DIE GRÜNE STADT vom neuen Standort am Brandenburger Tor in Berlin aus. Geschäfts- führer Philipp Sattler erläutert im Interview die zukünftigen Schwerpunkte der Stiftungs- arbeit und aktuelle Trends im Stadtgrün. 22 Nur noch gebietseigene Pflanzen in der freien Natur Ab März 2020 müssen laut Bundesnaturschutz- gesetz in der freien Natur gebietseigene Gehölze und gebietseigenes Saatgut verwendet werden. 18 Neue EU-Regelungen zur Pflanzengesundheit Registrierungspflicht von Unternehmen und Pflanzenpass: Ändert sich etwas für den GaLaBau? 31 Frischer Schwung fürs Büro Büroartikel mit dem Landschafts- gärtner-Signum geben Ihren Unter- lagen den letzten Schliff. Inhalt 02 | 2020 Aktuell 4 Landschaftsgärtner sehen Zukunft optimistisch 5 Positionspapier zu Großbaumverpflanzungen 6 Geeignete Gehölze für Dachbegrünungen 6 Stuttgarter Rasentag am 13. Februar 2020 7 Neuer Bundespreis Stadtgrün startet 7 Wettbewerb Menschen und Erfolge 8 Stiftung DIE GRÜNE STADT: Ein Jahr „am Tor“ Thema des Monats 10 Neue Chancen durch Digitalisierung Recht und Steuern 14 Aufbewahrungsfristen 16 Aufbewahrungspflichten von A bis Z 18 Neue EU-Regelungen zur Pflanzengesundheit 1 9 Urteil zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall 20 Arztbesuche während der Arbeitszeit GaLaBau intern 22 Begrünungen mit gebietseigenen Pflanzen 26 Qualitätssiegel für Ausbildung erhalten 27 Gärten werden Oasen für biologische Vielfalt 28 Portugiesische Kunst des Mosaikpflasterns 29 Das leistet ein Quadratmeter Dachbegrünung Marketing 30 Rund um den Privatgarten Marketing 31 Frischer Schwung fürs Büro 17 Steuertermine 27 Impressum Diese Ausgabe enthält Beilagen der Adelta Finanz AG, der Birchmeier Sprühtechnik AG und der Wesenburg GmbH sowie die Ausbilder-Info. Wir bitten um freundliche Beachtung.
4 | Aktuell Landschaftsgärtner sehen Branchenzukunft optimistisch Die GaLaBau-Unternehmer in Deutschland beurteilen die wirtschaftlichen Aussichten im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau weiterhin grundsätzlich positiv. Eine leichte Eintrübung der Stimmung zur Branchenentwicklung ist aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Konjunkturschwäche in Deutschland jedoch auch bei den GaLaBau-Unternehmen zu erkennen. Dies geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) hervor. S o schätzen knapp 97 Prozent der befragten Unternehmen die derzeitige Lage als zufrieden- stellend oder gut ein. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Angaben zur aktuellen Auftragslage. Demnach geben etwas mehr als 91 Prozent der GaLa- Bau-Unternehmen an, dass die Auftragslage zufrie- denstellend oder gut ist. Damit liegt die Einschätzung der GaLaBau-Unternehmer zur wirtschaftlichen Lage etwas unter der aus dem Vorjahreszeitraum. „Grund- sätzlich ist die Stimmung zu den wirtschaftlichen Aussichten der GaLaBau-Branche noch optimistisch – auch wenn eine leichte Abschwächung aufgrund der „Landschaftsgärtner sehen die Branchenzukunft trotz der gesamtwirtschaftlichen Situation optimistisch.“ BGL-Präsident Lutze von Wurmb zur Konjunktur im GaLaBau anhaltenden Konjunkturschwäche in Deutschland zu beobachten ist. Aber: Die Mehrzahl unserer Betriebe ist wirtschaftlich gut aufgestellt und ausgelastet – dass lässt mich die Aussichten der Branche trotz der leichten Eintrübung positiv sehen“, erklärt BGL-Präsi- dent Lutze von Wurmb. Auslastung der GaLaBau-Unternehmen bleibt stabil Die Betriebe im GaLaBau verzeichnen aktuell eine stabile Auftragslage und damit ein hohes Maß an Planungssicherheit. Demnach reichen die Aufträge in der Pflege durchschnittlich für eine Vollbeschäftigung für die nächsten elf Wochen. Im Bereich Neubau sind die Betriebe für die nächsten 17 Wochen im Durch- schnitt ausgelastet. „Gerade in der aktuellen Phase ist es wichtig, jetzt für schlechtere Zeiten vorzusorgen und alle Potentiale auszuschöpfen“, so von Wurmb. „Potentiale liegen in einer durchdachten Einkaufspo- litik, in der Vermeidung von Baustellenverlusten, der guten Planung und Transparenz, der klaren Stellung am Markt, der strategischen Finanzplanung, der gezielten Personalplanung, der motivierenden Perso- nalführung und vielen weiteren zu beeinflussenden Faktoren“, fügt von Wurmb an. Zukunftsaussichten für die nächsten fünf Jahre sind weiterhin positiv Auch für die nächsten fünf Jahre gehen die Betriebe von einer guten Wirtschaftsentwicklung aus. Jedoch ist auch hier eine leichte Abschwächung der Stim- mungslage zu erkennen. So geben etwas mehr als 54 Prozent der Befragten an, dass sie die Aussichten der Branche für die nächsten fünf Jahre mit sehr gut beziehungsweise gut bewerten. Knapp 39 Prozent der Unternehmer schätzen die Zukunftsperspektiven als zufriedenstellend ein. Damit liegt die Einschätzung der Unternehmer zur wirtschaftlichen Zukunft der Branche etwas unter dem Niveau der Befragung aus dem Vor- jahr. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Preis- entwicklung im Garten- und Landschaftsbau. Auch hier ist eine leichte Eintrübung bei der Einschätzung der GaLaBau-Unternehmer im Gegensatz zu den vorheri- gen Umfragen zu beobachten. „Umso wichtiger ist es, dass wir als Branchenverband wichtige Zukunftsfelder für unsere Betriebe anschieben, um so die wirtschaft- lichen Rahmenbedingungen für unsere Betriebe positiv zu gestalten. Ich denke da insbesondere an den Klimaschutz und die Gestaltung und Pflege arten- reicher Gärten und Parkanlagen. Die neue Ausrichtung der Städtebauförderung zeigt, dass sich hier für die Zukunft ein wichtiges Aufgabengebiet entwickelt, das wir für unsere Betriebe erschließen möchten“, so BGL- Präsident Lutze von Wurmb. Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
Positionspapier der GALK zu Großbaum- verpflanzungen Der Arbeitskreis Stadtbäume der Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) hat ein Positionspapier erarbeitet, in welchem er grundsätzliche Überlegungen zum Thema Großbaumverpflanzung darlegt. D ieses schwierige Thema behandelt die GALK anhand der folgenden Einzelfragen: • Warum Großbaumverpflanzung? • Welche Folgen sind relevant? • Eignungsprüfung und Abwägung • Vorbereitung des Baumes • Technisches Verfahren • Nachsorge Wenn Baumaßnahmen in Baum- bestände eingreifen, kann es zu Konflikten zwischen den Lebens- ansprüchen der Bäume und den Erfordernissen der Baumaßnahme kommen. Es gilt dann, sachlich und fachlich abzuwägen, ob die Bäume erhalten, gefällt oder verpflanzt werden sollen. Insbesondere dann, wenn alte und entsprechend große Bäume betroffen sind, ist es nicht immer leicht, eine einvernehmliche Entscheidung zu erzielen. Manch- mal fallen Entscheidungen unter öffentlichem Druck. Wenn große Bäume verpflanzt werden und dadurch ihre Vitalität einbüßen oder absterben, wird die Entschei- dung kritisiert und die Sinnhaftig- keit von aufwendigen Großbaum- verpflanzungen wird hinterfragt. Ob eine Großbaumverpflanzung als Lösung sinnvoll ist oder nicht, ist Anzeige Aktuell | 5 Das Thema Großbaumverpflanzung erörtert der GALK-Arbeitskreis Stadtbäume in einem Positionspapier. Foto: Opitz GmbH & Co. KG daher in erster Linie auf Grundlage der vorgefundenen Situation fach- lich zu entscheiden. Das Positionspapier kann als Faltblatt bei der GALK-Geschäfts- stelle geschaeftsstelle@galk.de bestellt werden und steht auf den Seiten des Arbeitskreises zum Download zur Verfügung. www.galk.de GREENCABLE® SEILSYSTEME FÜR BEGRÜNUNG SEIT ÜBER 25 JAHREN KREATIVE EDELSTAHLSEIL UND -NETZLÖSUNGEN FÜR DIE ARCHITEKTUR Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020 WWW.CARLSTAHL-ARCHITEKTUR.COM
6 | Aktuell Geeignete Gehölze für Dachbegrünungen Es ist davon auszugehen, dass in den Städten zukünftig in noch stärkerem Maße Grünstrukturen notwendig sind, um ein angenehmes Stadtklima zu sichern. Der Intensivbegrünung mit hoher Leistungsfähigkeit gehört deshalb die Zukunft. Insbesondere dem Kühleffekt von Pflanzen mit ausreichender Masse, also von Sträuchern und Bäumen, muss hier Rechnung getragen werden. Mitglieder der BuGG-Projektgruppe „Gehölze auf Gründächern“ unter der Leitung von Dr. Walter Kolb waren Wim Beining, Prof. Dr. Swantje Duthweiler, Peter König, Mira Schäfer, Giel Sniedt, Tobias Fürst, Thomas Kolb, Marion Kreutner, Felix Mollenhauer, Dr. Philipp Schönfeld, Nils van Steenis, Axel Heinrich und Fritz Wassmann. Die Zusammenfassung der Arten bei den jeweiligen Listen erfolgte zunächst nach der notwendigen Wurzel- raumdicke und den zugeordneten Wuchshöhen. Eine weitere Zuordnung geschah nach dem Standort, dem Substrat und dem natürlichen Lebensraum. Die für die Dachbegrünung bedeutsamen Eigenschaften wurden bezüglich faunistischer Qualität, Bruchfestigkeit, Stand- sicherheit, Trockenresistenz, Pflegeaufwand, Krankheits- resistenz, Schnittverträglichkeit, Negative Eigenschaften und Industriefestigkeit bewertet. Gestalterische Ziele bei der Planung wurden bei der Bearbeitung der Listen nicht berücksichtigt. Sie sollen lediglich dafür sorgen, dass bei der Auswahl der Gehölze die größtmögliche Sicherheit für eine erfolgreiche und langfristige Begrü- nung erreicht wird. Die Projektgruppe hat in mehreren Sitzungen nun die BuGG-Fachinformation „Geeignete Gehölze für Dach- begrünungen“ mit fünf umfangreichen Listen erarbei- tet, die auf der Homepage des BuGG zum Download bereitstehen. www.gebaeudegruen.info Gehölze auf und an Gebäude – es geht! Der BuGG hat dazu nun die BuGG-Fach information „Geeignete Gehölze für Dachbegrü- nungen“ mit umfangreichen Arten-Listen erstellt. Foto: BuGG D er Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, in einer Projektgruppe die Eignung von Gehölzen für intensiv begrünte Dächer zu untersuchen. Fach- leute aus der Praxis des Garten- und Landschafts- baues, der Grünplanung, der Wissenschaft und des Verbandes haben dazu Empfehlungen ausgearbeitet. Stuttgarter Rasentag am 13. Februar 2020 Am 13. Februar 2020 veranstaltet der Württember- gische Landessportbund e.V. (WLSB) gemeinsam mit dem Verband Garten-, Landschafts- und Sport- platzbau Baden-Württemberg e.V. im SpOrt Stutt- gart den 13. Stuttgarter Rasentag. Namhafte Experten geben ihr Wissen zu ver- schiedenen Themen des Naturprodukts Sportrasen weiter: Vom gegenseitigen Zusammenspiel von Nut- zungs- und Pflegeintensität eines Sportrasens über den ökologischen Pflanzenschutz bis hin zur Anwen- dung moderner Akkutechnik bei Grünflächenpflege- arbeiten werden erneut die wichtigen Spannungs- felder und Herausforderungen lösungsbezogen aufbereitet und präsentiert. Auch aufgrund zahl- reicher temporärer Bewässerungsverbote in den letzten Jahren wird das Wassermanagement (Samm- lung, Bevorratung, Ausbringung) auf Sportplätzen in vielen technischen, wassersparenden Facetten beleuchtet. Außerdem eröffnet sich bei der begleitenden Fachmesse im Atrium des SpOrt Stuttgart die Gelegenheit, Produktneuheiten aus Sportplatzbau, -pflege und -sanierung kennenzulernen sowie mit erfahrenen Praktikern der Rasenbranche persönlich in Kontakt zu treten. www.veranstaltungen.wlsb.de/rasentag Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
Neuer Bundespreis Stadtgrün startet Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat lobt 2020 zum ersten Mal den Bundespreis Stadtgrün aus. Ausgezeichnet werden außergewöhnliches Engagement für urbanes Grün, vielfältige Nutz- barkeit, gestalterische Qualität, innovative Konzepte und integrative Planungsansätze. Bewerben können sich Städte und Gemeinden in Deutschland mit ihren Stadtgrün-Projekten. Zudem sind Planende, Initi- ativen und andere Stadtgrün-Akteure aufgerufen, ihre Projekte gemein- sam mit der Gemeinde einzureichen. „Wir freuen uns, dass das BMI den Bundespreises Stadtgrün in diesem Jahr auslobt und damit eine Maßnahme aus dem Weißbuch Stadtgrün von 2017 umsetzt. Der neue Wettbewerb unterstreicht die Bedeutung des Stadtgrüns mit seinen vielfältigen sozialen, kulturellen, gesundheitsfördernden, ökologischen, klimatischen und ökonomischen Funktionen. Jetzt hoffen wir natürlich, dass viele Städte und Gemeinden teilnehmen“, erklärt BGL-Präsident Lutze von Wurmb. Mit dem Bundespreis sollen vorbildlich umgesetzte Praxisbeispiele bekannt gemacht und ausgezeichnet werden. Die Auslobung des Bun- despreises richtet sich an Städte und Gemeinden aller Gemeindegrö- ßenklassen ab 3.000 Einwohnern. Adressaten sind Bewerbergemein- schaften, die sich für das öffentliche Grün einsetzen. Der Wettbewerb ist mit einem Preisgeld von insgesamt 100.000 Euro dotiert und wird in vier verschiedenen Kategorien vergeben: „Gebaut“, „Gepflegt“, „Genutzt“, „Gemanagt“. Der Bundespreis Stadtgrün wird vom Bun- desinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) umgesetzt und fachlich begleitet. www.bundespreis-stadtgruen.de Wettbewerb Menschen und Erfolge Die 16 erfolgreichsten Projekte des diesjährigen Wettbewerbs „Men- schen und Erfolge“ wurden am 16. Dezember 2019 in Berlin vom Parla- mentarischen Staatssekretär Marco Wanderwitz im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) ausgezeichnet. Unter dem Motto „Lebenswerte Stadt- und Ortskerne in ländlichen Räumen“ hatten sich insgesamt 136 Beiträge – in diesem Jahr erstmals fast ausschließlich online – beworben. Hinter den Projekten stehen Ein- zelpersonen, Gruppen, Unternehmen, aber auch Vereine und Verbände, Städte und Gemeinden sowie Landkreise und Kammern mit ihren Ideen zur Verbesserung des Wohnangebots und -umfelds ihrer Kleinstadt. Insgesamt acht Preise und acht Anerkennungen in den Themenfeldern „Gebautes weiterentwickeln – Neue Qualität schaffen“, „Öffentlichkeit erleben – Begegnung ermöglichen“ und „Rahmen schaffen – Unter- stützung geben“ gehen an Initiativen, die eine besonders gelungene Antwort geben auf drängende Fragen in Zeiten des demographischen Wandels und der Abwanderung in ländlichen Räumen. Die Preisträger erhielten ein Preisgeld von 2 000 Euro. Acht Beiträge wurden mit Anerkennungen in Höhe von jeweils 500 Euro gewürdigt. Mit dem Wettbewerb „Menschen und Erfolge“ möchte das BMI zum Nachahmen Mut machen, die Ideen auch in anderen Orten umzusetzen. Der Wettbewerb ist eine Initiative des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat und seinen acht Partnern, darunter der Bundesver- band Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. www.menschenunderfolge.de Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020 Anzeige E i n S t ü c k H e i m a t • Einzigar� ge Farbgebung • Frost und Tausalz beständig • Für Innen- und Außenbereiche • Ressourcenschonende Bauweise • Lebensraum für kleine Echsen (Amphibien) • Lange Haltbarkeit über Genera� onen Fordern Sie unverbindlich unseren Prospekt – Faszina� onen aus Stein – an oder vereinbaren Sie einen Beratungstermin. 0 - 9 6 - 2 7 6 2 0 ✆ Heinz Schnorpfeil Baustoﬀ GmbH & Co. KG Kastellauner Straße 51 56253 Treis-Karden D E U T S C H E HERSTELLUNG info@moselgrauwacke.de www.moselgrauwacke.de
8 | Aktuell Ein Jahr „am Tor“ I n t e r v i e w m i t P h i l i p p S a t t l e r , G e s c h ä f t s f ü h r e r d e r S t i f t u n g D I E G R Ü N E S T A D T Herr Sattler, seit einem Jahr agiert die Stiftung DIE GRÜNE STADT vom neuen Standort am Branden- burger Tor in Berlin aus. Wie ist der Stand? im Wesentlichen gleichgeblieben, den Kuratoriumsvor- sitz hat Eiko Leitsch vom BGL im Dezember für weitere drei Jahre übernommen. Sattler: Inzwischen ist die gemeinsame Geschäfts- stelle mit der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL e.V.) im Allianz Forum gut angekommen und voll funktionsfähig, nachdem sie das erste Halbjahr 2019 in einer Übergangsphase von Düsseldorf und Berlin aus „parallel“ agiert hat. Die Stiftung nahm an einer umfassenden Ausschrei- bung des BMI für die Durchführung des Bundes- preises Stadtgrün teil, leider ohne den Zuschlag zu bekommen. Im zweiten Halbjahr 2019 galt es, die Netzwerke, alte wie neue, zu pflegen. Was hat sich organisatorisch verändert? Wo liegen die zukünftigen Schwerpunkte? Sattler: Hier agieren wir nach dem Motto: Bewährtes beibehalten, Neues auf den Weg bringen. Neben den etablierten Formaten wie Messeauftritten, Vorträgen und Netzwerkarbeit sollen in Zukunft über Kooperati- onen neue Projekte generiert werden. Dazu möchten wir beispielsweise mit der DGGL ein deutsches Quali- tätssiegel für Grünflächenunterhaltung entwickeln. Im Sinne einer Zertifizierung zielt es darauf ab, verbindli- che Qualitätsstandards für Grünanlagen zu etablieren. Wir streben an, hier ein Förderprojekt auf Bundes- ebene zu beantragen. Sattler: Der Mitinitiator und langjährige Vorstandsvor- sitzende der Stiftung, Peter Menke, ist zum 1. Januar 2020 auf eigenen Wunsch aus der Stiftung ausge- schieden. Derzeit bekleidet Wolfgang Groß (BGL) kom- missarisch den Vorstandsvorsitz, Markus Guhl vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) ist stellvertreten- der Vorstandvorsitzender. In der Kuratoriumssitzung vor Weihnachten wurde beschlossen, die dritte Vor- standsposition bis Mitte diesen Jahres nachzubeset- zen. Das Kuratorium ist in seiner Zusammensetzung Auf welche Trends gilt es zu reagieren? Sattler: Für mich sind Begriffe wie Klimaresilienz, Biodiversität, Urbanisierung, Lebensqualität, und grüne Infrastruktur aktuell von zentraler Bedeutung. Die erfolgreichen Publikationen der Stiftung sollen im Hinblick auf diese Trends deshalb einem Relaunch unterzogen werden. Den modernen Lesegewohnheiten entsprechend sollen die Broschüren gedruckt aber auch digital zur Verfügung gestellt werden. Auftakt Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
Aktuell | 9 Foto: Philipp Sattler wird eine kompakte Faktensammlung zum Stadtgrün „für die Westentasche“, die für das Frühjahr geplant ist. Was sind Ihre nächsten Veranstaltungen? Sattler: Im Frühjahr ist die Stiftung traditionell auf zwei Fachmessen präsent: Auf der IPM in Essen Ende Januar habe ich für die Stiftung Messe-Rundgänge zu Ausstellern aus dem Baumschulbereich moderiert. Hier ging es um Themen wie Klimabäume, Nachhaltigkeit in der Produktion und zeitgemäße Standortbedingungen. Auf der bautec in Berlin richtet die DGS wie schon in den Jahren 2016 und 2018 wieder die GRÜNBAU:TALKS aus. In diesem halbtägigen Symposium kommen Fachleute aus der Branche zu aktuellen Trends und Themen der grünen Stadt zu Wort und mit den Fachbesucher*innen ins Gespräch. Das Thema heißt diesmal: „Grün, resilient, nachhaltig. Wie kann die grüne Branche die Stadt für den Klimawandel fitmachen?!“ Klimaresilienz, Schwammstadt, Grüne Stadtober- flächen – alle diese Begriffe stehen in der aktuellen Diskussion dafür, dass Landschaftsarchitekten, Land- schaftsbauer und Baumschuler die richtigen Werkzeuge besitzen, um die Städte an die veränderten Bedingun- gen anzupassen und zukunftsfest zu machen. Und auch auf der GaLaBau in Nürnberg wird die Stif- tung dieses Jahr präsent sein. Hier mit der Preisverlei- hung zum Husqvarna-Förderwettwerb 2020 „Innova- tive Grünkonzepte in Städten“. Diesen deutschland- weiten Online-Wettbewerb wird die Stiftung dieses Jahr schon zum dritten Mal ausrichten. Angesprochen sind Kommunen, die im Bereich Pflege und Unterhalt beispielhafte Konzepte und Ansätze zur nachhaltigen Anlage und Bewirtschaftung von Stadtgrün einreichen. Der thematische Fokus liegt auf der Nachhaltigkeit Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020 in ganz umfassendem Sinn: ökologisch, sozial und ökonomisch. Denn nur ein dauerhaft leistungsfähiges Stadtgrün ist in der Lage, den Hausforderungen durch Klimawandel, abnehmende Biodiversität und Übernut- zung erfolgreich zu begegnen. Wo sehen Sie die DIE GRÜNE STADT in drei Jahren?! Sattler: In Abgrenzung zu anderen Initiativen auf die- sem Feld liegt die große Chance der Stiftung in den Begriffen Integration und Kooperation. Aufgrund ihrer Aufstellung will die Stiftung gemeinsame Plattform für den gesamten „Lebenszyklus“ von nachhaltigem Stadtgrün sein: von der gesellschaftlichen Willens- bildung und dem politischen Baubeschluss über den landschaftsarchitektonischen Entwurf, die garten- bauliche Realisierung und Bepflanzung bis hin zur nachhaltigen Pflege der Grünanlage. Und über deren ökologisch und gesellschaftlich relevanter Nutzung schließt sich der Kreis. Das „grüne Dach“, welches im Logo der Stiftung gra- fisch angedeutet ist, symbolisiert hier also Anspruch wie Chance. Ziel muss es sein, die Stiftung zu der spartenübergreifenden Plattform für Stadtgrün zu machen. Deshalb soll auch die Kooperation mit der GALK verstärkt und die Nähe zu Politik und Förder- institutionen gesucht werden. Zusammengefasst verstehe ich die Stiftung DIE GRÜNE STADT als • Ort des Austauschs und Katalysator für Kommunika- tion im grünen Bereich, • Organ für Wissenstransfer, das aktuelle Informatio- nen vorhält und Beratungsangebote an Akteure in Verwaltung und Zivilgesellschaft bereitstellt, • Operationsbasis, um Akteure zu vernetzen und Pro- jekte auf den Weg zu bringen. Herr Sattler, wir danken für das Gespräch!
10 | Thema des Monats Mit der Drohne werden Aufmaße und Ähnliches erheblich schneller, effi- zienter und präziser erstellt, als es bei der herkömmlichen Vermessung von Hand, mit Tachymetern und GPS- Geräten möglich ist. Neue Chancen durch Digitalisierung V o n P r o f i d r o h n e b i s i n n e r b e t r i e b l i c h e m I n f o r m a t i o n s s y s t e m Traditionsreich, aber sicher nicht verstaubt ist das Familienunternehmen Balzer Garten- und Landschaftsbau in Dautphetal. Mit etwa 150 Jahren Firmengeschichte im Rücken blickt es selbstbewusst in die Zukunft. Denn Inhaber Frank Balzer ist ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung und setzt auf hochmoderne Arbeitsmittel wie eine Drohne für Vermessungen. D ie Bezeichnung „Traditions- betrieb“ ist für Balzer Gar- ten- und Landschaftsbau im hessischen Dautphetal alles andere als übertrieben. Schon 1872 gründete Johann Balzer das Unternehmen am selben Ort, an dem es noch heute aktiv ist. Seit- dem ist es immer in der Familie geblieben, über mittlerweile fünf Generationen. Heute führt Frank Balzer, der Ur-Ur-Enkel von Johann Balzer, den Betrieb. Tradition heißt jedoch nicht altmodisch, jedenfalls nicht im Fall von Balzer Garten- und Land- schaftsbau. Denn Frank Balzer wird niemals müde, Innovationen auszutüfteln, die den Betrieb noch effizienter und leistungsfähiger machen. Dabei setzt er auf Digita- lisierungsprozesse und technische Hilfsmittel – seit 2018 zum Beispiel auf eine Profidrohne, mit der regel- mäßig Vermessungen durchgeführt werden. Die Drohne kommt auf ganz unterschiedlichen Baustellen zum Einsatz. Denn Balzer bietet nicht nur das gesamte Leistungsspekt- rum des Garten- und Landschafts- baus für private, öffentliche und gewerbliche Kunden an, sondern darüber hinaus auch den Kanal- und Tiefbau sowie Erdarbeiten – mit teilweise riesigen Erdbewe- gungen bis 40.000 m3. Eine weitere Spezialität des Betriebs ist die Renaturierung und Rekultivierung von Bachläufen und Biotopen. Ins- besondere in den größeren Projek- ten spart der Drohneneinsatz dem Balzer-Team viel Zeit und Aufwand. Das hat auch die Jury des Taspo Awards 2019 überzeugt: Balzers Konzept zum Einsatz der Profi- drohne wurde in der Sparte „Bes- tes Digitalkonzept“ ausgezeichnet. Spezialdrohne mit vielen Vorteilen Mit der Drohne werden Auf- maße und Ähnliches erheblich schneller, effizienter und zudem präziser erstellt, als es bei der herkömmlichen Vermessung von Hand, mit Tachymetern und GPS- Geräten möglich ist. Ein weiterer Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020 Das Unternehmen wurde 1872 am selben Ort gegründet, an dem es heute noch aktiv ist.
Thema des Monats | 11 Balzer bietet die Drohnenvermessung neuerdings auch anderen Unternehmen als Dienst- leistung an. Frank Balzer entwickelt immer neue Innovationen, die den Betrieb noch effizienter und leistungsfähiger machen. großer Vorteil: Anhand der Bilder, die mithilfe der Drohne erzeugt werden, lassen sich die Leistungen des Unternehmens exakt doku- mentieren. Zum Beispiel kann eine Baustelle vor, während und nach den Bauarbeiten beflogen werden, so dass sich die geleisteten Arbei- ten gegenüber den Auftraggebern jederzeit nachweisen lassen. Außerdem können die auf der Baustelle ab- und aufgetragenen Massen an Erde leicht ermittelt werden. „In manchen Fällen bedeutet das bares Geld für uns“, so Frank Bal- zer. „Denn es kommt immer wieder vor, dass Auftraggeber im Lauf des Projekts ‚vergessen‘, welche Arbei- ten tatsächlich ausgeführt wurden. Gerade bei Tiefbauarbeiten lässt sich das nachträglich nicht mehr so leicht rekonstruieren. Dank der Drohnenaufnahmen können wir jetzt alles mit Bildern und Daten belegen.“ Für Balzer lohnt sich die Inves- tition also gleich in mehrfacher Hinsicht. Das ist sogar schon wissenschaftlich bewiesen worden – im Rahmen einer Bachelorar- beit, die im Betrieb durchgeführt wurde. Die Vorteile für den eige- nen Arbeitsalltag waren auch der Hauptgrund für die Anschaffung. „Die Technik hat enorme Vor- teile und wird in ein paar Jahren Standard sein“, ist Frank Balzer überzeugt. Allerdings lohnt es sich nicht für jeden, eine eigene Drohne anzuschaffen. Deshalb bietet Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020 Balzer die Drohnenvermessung neuerdings auch anderen Unter- nehmen als Dienstleistung an: für Arbeiten im Garten- und Land- schaftsbau, aber auch zum Beispiel für Steinbrüche, für die Inspektion von Bauwerken und vieles mehr. gut mit der Technik auskennen, darunter auch ein Azubi. Da Balzer ein recht junges Team beschäftigt, finden sich glücklicherweise immer genug Mitarbeiter, denen es Spaß macht, sich mit technischen Inno- vationen auseinanderzusetzen. „Die Technik hat enorme Vorteile und wird in ein paar Jahren Standard sein.“ Frank Balzer über den Einsatz von Drohnen im Garten- und Landschaftsbau Fotogrammetrie für präzise Aufnahmen Anzeige Wie funktioniert so eine Ver- messung aus der Luft? Die in der Drohne verbaute Kamera ist auf eine Technik namens „Fotogram- metrie“ ausgelegt. Sie nimmt hochauflösende Vollformat-Fotos auf und kombiniert sie noch während des Flugs mit weiteren Daten. Dabei orientiert sie sich an Markern in der Landschaft, die im Vorfeld per GPS eingelesen wer- den. Mittels spezieller Software werden dann aus den gesam- melten Daten georeferenzierte 3D-Modelle und maßstabsgetreue Luftbildaufnahmen (Orthofotos) erzeugt. Die zentimetergenauen Fotos und 3D-Modelle können später miteinander verglichen werden – eine Voraussetzung für die exakte Dokumentation des Arbeitsfortschritts. Natürlich will der Umgang mit der Drohne gelernt sein. Frank Bal- zer und fünf Mitarbeiter haben den sogenannten Drohnenführerschein gemacht, der für das Fliegen von Drohnen dieser Größenordnung vorgeschrieben ist. Im Alltag arbei- ten drei Mitarbeiter regelmäßig mit der Drohne, die sich besonders Blumenzwiebeln Rasensamen Blumenwiesen Katalog jetzt anfordern! Küpper Blumenzwiebeln & Saaten GmbH Hessenring 22, D-37269 Eschwege Tel. +49 (0) 5651 / 80 05-0 Fax +49 (0) 5651 / 80 05-55 www.kuepper-bulbs.de
12 | Thema des Monats Zukünftig haben die Bauleiter direkt auf der Baustelle alle für das Projekt relevanten Informationen auf ihrem Tablet. Die Daten bleiben jedoch auf dem Unternehmensserver. Modernisierung und Digitalisierung in allen Unternehmensbereichen Frank Balzer hat selbst eine große Affinität zu Technik und digi- talen Lösungen. Man merkt, dass er Freude daran hat, immer wieder neue Konzepte zu entwickeln, Frank Balzer vor der Baustelle des Anbaus, in dessen Keller das Kleingerätelager mit Digialschlössern eingerichtet wird. Neues innerbetriebliches Informationssystem soll den Informationsfluss optimieren. um die Unternehmensabläufe zu optimieren. So hat er von Anfang an die Digitalisierung im Unterneh- men vorangetrieben, unterstützt von einem externen IT-Experten, der auch die gesamte IT-Infrastruk- tur bei Balzer aufgebaut hat. Ein Modernisierungsprojekt folgt auf das andere: Seit 2005 hat der Betrieb eine digitale Aufmaßsta- tion, seit 2006 ein professionelles Dokumentenmanagementsystem, seit 2007 werden Tagesberichte digital erstellt. Die Zeiterfassung erfolgt direkt auf der Baustelle. Zuerst wurden dafür Laptops ein- gesetzt, jetzt sind es Tabletcom- puter. Seit 2014 ist eine digitale Maschinensteuerung im Einsatz, vor allem im Erd- und Tiefbau. Individuelles Kundenberatungssystem Aktuell wird ein Kundenbera- tungssystem in Form eines Extra- nets aufgebaut. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine Datenbank mit hersteller- und pro- duktneutralen Materialbeschrei- bungen, die in Zukunft die Bera- tungsgespräche unterstützen soll. Verschiedenste Arten von Mate- rialien lassen sich während des Gesprächs per Mausklick aufrufen. Zum Beispiel kann zunächst ein Mauersystem ausgewählt werden, dann verschiedene Varianten des Systems und im nächsten Schritt unterschiedliche dazu passende Natursteine. Frank Balzer lädt Privatkunden schon zum ersten Beratungsge- spräch gerne in seinen Showroom ein, was manche Kunden über- rascht, letztlich aber überzeugt. Denn hier kann er auf einem großen, in die Wand eingelasse- nen Bildschirm Beispielgärten präsentieren, um die Verständi- gung zu erleichtern. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Kunden bestimmte Pflanzen und Materialien im Mustergarten gleich nebenan zu zeigen. Das neue Kun- denberatungssystem passt perfekt in dieses Konzept. Die neue Lösung ist bereits fertig programmiert, wird zurzeit mit Daten gefüttert und soll noch in diesem Jahr einsatzbereit sein. Perfekte Kleingeräteverwaltung mit Digitalschlössern Auch zur Organisation des Equip- ments wird eine Neuerung einge- führt: Auf dem Firmengelände ent- steht gerade ein Anbau, in dessen Kellerräumen ein Kleingerätelager mit einem Digitalschlosssystem eingerichtet wird. Das Prinzip: Die Nutzer autorisieren sich mit einem Chip und das Schloss wird freige- geben. Wenn das Gerät wieder an den Stecker angeschlossen wird, gilt es als zurückgegeben. Ein cle- veres System, mit dem die Geräte rund um die Uhr ausgeliehen wer- den können. Die Mitarbeiter freuen sich schon darauf, die Geräte dann holen zu können, wenn es in ihren Tagesablauf passt. Denn da die Baustellen oft weit verstreut liegen, ist es für sie nicht immer sinnvoll, morgens zunächst auf den Betriebshof zu kommen. Vernetzung aller Prozesse Die Entwicklung geht immer Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
Thema des Monats | 13 Im Mustergarten können sich die Kunden verschiedene Pflanzen und Materialien anschauen. wichtig, dass durch den Verband die Branchenziele zentral vertreten und kommuniziert werden. Seinen Beruf würde er jederzeit wieder ergreifen, „weil er so vielseitig und spannend ist“. Und spannend bleibt es ganz bestimmt – allein schon, weil Balzer die innovativen Ideen nie ausgehen. weiter. Frank Balzer ist schon dabei, die nächste Innovation zu konzipieren: ein innerbetriebli- ches Informationssystem, das den Informationsfluss im Unternehmen zukünftig optimieren soll. Es wird Daten und Infos aus allen Berei- chen des Unternehmens zusam- menführen, um noch mehr Effizienz und Transparenz zu ermöglichen. Schwieriger Start in den Traumberuf So geordnet die Geschäftspro- zesse heute ablaufen, so schwierig war Frank Balzers Einstieg als Geschäftsführer im Jahr 2003. Er studierte damals noch Land- schaftsmanagement in Weihenste- phan, als sein Vater tödlich verun- glückte. Frank Balzer unterbrach vorübergehend sein Studium und übernahm von heute auf morgen den Betrieb mit seinen schon damals 50 Mitarbeitern – eine harte Zeit. Dennoch hatte Frank Balzer nie Zweifel daran, dass er im Garten- und Landschaftsbau arbeiten wollte. „Ich bin damit groß geworden, es kam gar nichts anderes in Frage“, sagt er mit viel Nachdruck. Er identifiziert sich mit dem GaLaBau und findet es Neu: www.galabau-blog.de Anzeige Diesen und viele weitere interessante Beiträge finden Sie auch online im neuen Verbandsblog des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. unter www.galabau-blog.de. Dort geben Unternehmer- persönlichkeiten aus den Landesverbänden in regelmäßig erscheinenden Blogartikeln einen tiefergehenden Einblick in ihren beruflichen Alltag und damit in die Vielfältigkeit der GaLaBau-Branche. Ergänzt wird dies durch Experten-Blogs zu den jeweiligen Themen. Machen Sie mit beim GaLaBau-Blog! Möchten auch Sie über spannende Projekte in Ihrem GaLaBau-Unter- nehmen berichten? Das können sowohl landschaftsgärtnerische Fach- themen sein wie betriebswirtschaftliche Themen oder Personalthemen. Dann schreiben Sie uns an a.stump@galabau.de! Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
14 | Recht und Steuern Vor der Vernichtung von Unterlagen am besten den Steuerberater fragen Jedes Jahr dieselbe Frage: Wann können welche Geschäftsunterlagen entsorgt werden? Aufbewahrungsfristen nach Handels- und Steuerrecht von A bis Z Jedes Jahr das Gleiche: Welche Unterlagen müssen weiter aufbewahrt werden, welche können vernichtet werden? Wir erläutern, was es allgemein zu beachten gibt. Die Tabelle auf den folgenden Seiten gibt detaillierte Auskünfte zu den konkreten Aufbewahrungsfristen von A wie Abrechnungsunterlagen über M wie Mahnbescheide bis Z wie Zwischenbilanz. A ufbewahrungsfristen sind an unterschiedlichen Stellen geregelt: Die handelsrechtlichen Aufbewah- rungsfristen finden sich in § 257 HGB, die allgemeinen steuerlichen in § 147 AO und in § 147a AO für Belege im Zusammenhang mit der privaten Einkommensteuererklä- rung. Daneben enthalten einzelne Steuergesetze besondere Aufzeich- nungs- und Aufbewahrungsfristen, zum Beispiel §§ 14b und 22 UStG, die im Zweifel den allgemeinen Vorschriften vorgehen. Darüber hinaus gibt es noch außersteuer- liche Aufbewahrungspflichten und fristen, zum Beispiel im Sozial- versicherungsrecht. Im Folgenden werden schwerpunktmäßig die allgemeinen steuerlichen Aufbe- wahrungsfristen dargestellt. Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjah- res, in dem die letzte Eintragung in das Handelsbuch gemacht, das Inventar aufgestellt, die Eröff- nungsbilanz oder der Jahresab- schluss festgestellt, der Konzern- abschluss aufgestellt, der Handels- brief empfangen oder abgesandt worden oder der Buchungsbeleg entstanden ist beziehungsweise die Aufzeichnungen vorgenommen, die sonstigen Unterlagen entstan- den sind. Nach § 147 Abs. 3 AO läuft die Aufbewahrungsfrist nicht ab, solange und soweit die Unterlagen für Steuern von Bedeutung sind, für welche die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Beach- ten Sie bitte, dass nach Ablauf der genannten Fristen Unterlagen, unabhängig von dem Lauf der Ver- jährungsfristen, trotzdem noch auf- bewahrt werden müssen, soweit sie für eine begonnene Außenprü- fung, für eine vorläufige Steuer- festsetzung, für anhängige steu- erstraf- oder bußgeldrechtliche Ermittlungen, für ein schwebendes oder aufgrund einer Außenprüfung zu erwartendes Rechtsbehelfsver- fahren oder zur Begründung Ihrer Anträge ans Finanzamt von Bedeu- tung sind. Schwierige Abgrenzung Findet sich hier — oder an anderer Stelle — keine eindeutige Regelung zur Aufbewahrung einer bestimmten Unterlage, sollte diese aus Vorsichtsgründen gleichwohl zumindest solange aufbewahrt werden, bis die Unsicherheit beseitigt ist. Bei Abgrenzungs- schwierigkeiten in der Frage, ob eine Unterlage sechs oder zehn Jahre aufzubewahren ist, empfiehlt es sich immer, die längere Frist von zehn Jahren zu beachten. Gleichermaßen sollte auch in anderen einzelfallbezogenen Zweifelsfällen vorgegangen wer- den. Schwierigkeiten bei der Abgrenzung können zum Beispiel dort auftreten, wo einem Vertrag Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
Recht und Steuern | 15 Dauerwirkung zukommt oder sich bestimmte Buchungen nur anhand des Vertrages nachvollziehen lassen — im Zweifel wird man gut daran tun, derartige Verträge zehn Jahre (und länger!) aufzubewahren. Beispiel: Ein Mietvertrag kann Bestandteil einer umsatzsteuer- lichen Rechnung sein. In diesem Fall wird ein Betriebsprüfer bei der Prüfung der Vorsteuerabzugsbe- rechtigung sich (Jahre später) den Vertrag vorlegen lassen. Analog hierzu sollten Dokumente mit Urkundencharakter, Wasserzei- chen oder farbigen Behördenstem- peln usw. auch über den 10-Jahres- Zeitraum hinaus aufbewahrt werden. In diesen Fällen sollte das Papier-Original aufbewahrt werden, da entscheidende Eigen- schaften wie die Nachprüfbarkeit (z.B. Originalunterschrift) mit dem Scannen verloren gehen. Aufbewahrung elektronischer Rechnungen Für elektronische Rechnun- gen gelten die allgemeinen und die umsatzsteuerlichen Aufbewahrungspflichten. Elektronische Rechnungen sind in dem elektronischen Format der Ausstellung bzw. des Empfangs (z.B. digital als E-Mail ggf. mit Anhängen in Bildformaten wie pdf oder tiff, digital als Computer- Telefax, digital als Web-Download oder in EDI-Formaten) aufzu- bewahren. Für (elektronische) Begleitdokumente, wie z.B. Lieferscheine oder Bestellbestä- tigungen, besteht keine spezielle Aufbewahrungspflicht. Elektronische Rechnungen sind zwingend elektronisch während der Dauer der Aufbewahrungsfrist auf einem Datenträger aufzube- wahren, der keine Änderungen mehr zulässt. Hierzu gehören ins- besondere nur einmal beschreib- bare CDs und DVDs. In Fachkreisen wird oft auch auf Dokumenten- managementsysteme verwiesen. ACHTUNG: Die Aufbewahrung einer elektronischen Rechnung aus- schließlich als Papierausdruck ist nicht zulässig. Während des gesamten Auf- bewahrungszeitraums müssen Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020 die Echtheit der Herkunft, die Unversehrtheit des Inhalts und die Lesbarkeit der Rechnung gewähr- leistet werden. Das bei der Aufbe- wahrung angewendete Verfahren und die Prozesse müssen den „Grundsätzen ordnungsgemäßer Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“ (GoBD) entsprechen, die im Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 14.11.2014 Az. IV A 4 — S 0316/13/10003 aufgeführt und erläutert sind. Die aufbewahrten Rechnungen müssen während der Dauer der Aufbewahrungsfrist jederzeit lesbar und maschinell auswertbar sein. Da die detaillierten Anweisungen der Finanzverwaltung an dieser Stelle nur verkürzt wiedergegeben werden können, sollte die Aufbe- wahrung elektronischer Unterlagen in enger Abstimmung mit dem Steuerberater des Unternehmens erfolgen. Hinweis: Eine von Standard- Telefax an Standard-Telefax oder an Computer-Telefax/Fax- Server an Standard-Telefax übermittelte Rechnung gilt als Papierrechnung! Im Zweifel sollte, wo es um Zuord- nungsentscheidungen (Papier-/ elektronische Rechnung) geht, jeweils der Steuerberater zu Rate gezogen werden. Einsicht in Speichermedien (Datenzugriff ) Wenn eine aufbewahrungspflich- tige Unterlage nur noch auf einem elektronischen Speichermedium verfügbar ist, muss dafür gesorgt werden, dass die gespeicherten steuerrelevanten Daten während des Aufbewahrungszeitraums in der jeweils vorgeschriebenen Form und in angemessener Zeit — auch durch Dritte — abrufbar sind. Da im Rahmen von Außenprüfungen den Prüfern im Zweifel Einsicht in das Datenverarbeitungssys- tem sowie in die gespeicherten Unterlagen gewährt werden muss, ist es umso wichtiger, entspre- chende Vorkehrungen zu treffen (Beispiele: getrennte Ablage von steuerrelevanten und nicht steuerrelevanten Daten, Schutz der nicht steuerrelevanten Daten vor dem Zugriff Unbefugter). Der Prüfer kann auch verlangen, dass die Daten nach seinen Vorga- ben maschinell ausgewertet oder ihm die gespeicherten Unterlagen und Aufzeichnungen auf einem maschinell verwertbaren Datenträ- ger zur Verfügung gestellt werden! Dies hat, wenn nicht anderwei- tig Abhilfe geschaffen wird, zur Konsequenz, dass die für den Abrufvorgang benötigte Hard- und Software, gegebenenfalls auch die dazu gehörigen Handbücher, über den gesamten Aufbewahrungszeit- raum ebenfalls verfügbar gehalten werden müssen. Hinsichtlich der zahlreichen Anforderungen der Finanzver- waltung (von denen hier nur ein Teil wiedergegeben wird) an die maschinelle Auswertbarkeit steu- erlicher Daten und die Zugriffs- möglichkeiten der Betriebsprüfer auf die Datenbestände der Unternehmen sollte das weitere Vorgehen (z.B. Ursprünglichkeit/ Unveränderbarkeit der Daten, Datensicherheit und Verfahrens- dokumentation, getrennte Aufbe- wahrung von betrieblichen und nicht-betrieblichen Dokumenten) mit dem Steuerberater des Unter- nehmens abgestimmt werden. Eine Tabelle detaillierte Auf bewahrungsfristen von A bis Z finden Sie auf den nächsten Seiten! Anzeige Ihr Partner für: • Beratung • Verkauf • Wartung • Ersatzteile Telefon: +49 2593 / 95 20 95-0 www.kneilmann-geraetebau.de
16 | Recht und Steuern ABC der Aufbewahrungspflichten Folgende Unterlagen können i.d.R. ab dem 1. Januar 2020 vernichtet werden, wenn sie aus nachfolgend angegebenem Jahr oder früher stammen, soweit kein Anwendungsfall gemäß § 147 (3) AO vorliegt beziehungsweise dem keine einzelgesetzliche Regelung oder anderweitig zu beachtende Bestimmung entgegensteht (Beispiele siehe auf den vorherigen Seiten). A E J 2009 2013 2013 2009 Abrechnungsunterlagen (soweit Buchungsbelege) 2013/2009 Abtretungserklärungen 2009 Änderungsnachweise der EDV-Buchführung Akkreditive Angebote, sofern zu einem Auftrag geführt Anhang (Jahresabschluss) Anlagevermögensbücher und -karteien Anträge auf Arbeitnehmersparzulage Arbeitsanweisungen (insbesondere für EDV-Buchführung) Arbeits- und 2009 Organisationsabläufe EDV Auftrags- und Bestellunterlagen 2009 Ausgangsrechnungen 2009 2009 2009 2013 B 2009 2009 2009 2013 Bankbelege Bankbürgschaften Beitragsabrechnungen der Sozialversicherungsträger 2013 Belege, soweit Buchfunktion (Offene-Posten-Buchhaltung) Berufsgenossenschaften, soweit Buchungsbelege Berufsgenossenschaften, Meldungen und Bescheide 2013/2009 Betriebsabrechnungsbögen mit Belegen als Bewertungsunterlage Betriebsprüfungsberichte Bewertungsunterlagen Bewirtungsunterlagen Bilanzen (Jahresbilanzen) Bilanzunterlagen Buchführungsbelege 2009 2013 2009 2009 2009 2009 2009 D 2013/2009 Darlehensunterlagen 2009 Datenträger Datenträger mit Buchfunktion 2009 Dauerauftragsunterlagen 2013/2009 Debitorenlisten (soweit Bilanzunterlage) Depotauszüge (soweit nicht Inventare) 2013/2009 2009 2009 2009 2009 2009 2009 EDV-Buchungsprotokolle EDV-Programmunterlagen EDV-Auswertungen für Buchführung EDV-Journal EDV-Konto EDV-Saldenliste (Schluss des Wirtschaftsjahres) 2009 E-Mails, soweit handelsrecht- lich/steuerlich relevant Einfuhrunterlagen Eingangsrechnungen Einheitswertunterlagen Exportunterlagen 2013/2009 2009 2009 2009 2009 F Fahrtkostenerstattungs- unterlagen Finanzberichte Frachtbriefe 2009 2013/2009 2013/2009 G 2013/2009 2009 2013 2013 2009 Gebäude- und Grundstücks- unterlagen (Bauakten, Baupläne) Gehaltslisten Geschäftsberichte Geschäftsbriefe Geschenknachweise Gewinn- und Verlustrechnung (JA) Grundbuchauszüge (den aktuellen immer aufheben) Grundstücksverzeichnis (soweit Inventar) Gutschriftenanzeigen 2009 2009 2009 2009 2013 2009 2009 2009 2009 Jugendarbeitsschutzunterlagen 2009 K 2013/2009 2009 2009 2009 2009 Kalkulationsunterlagen Kassenberichte Kassenbücher und -blätter Kassenzettel Konten der Buchführung Kontenpläne und Kontenplanänderungen 2009 Kontenregister 2009 Kontoauszüge 2009 Krankenkassenmeldung 2013/2009 Kreditunterlagen 2013 L Lagebericht Lagerbuchführung Lieferscheine (soweit Buchungsbelege) Lohnbelege Lohnlisten 2009 2013 2009 2009 2009 M Mahnbescheide Mietunterlagen Nachnahmebelege 2013 2013/2009 2009 N Nebenbücher 2009 O OPOS-Liste Organisationsunterlagen der EDV-Buchführung 2009 2009 H Handelsbriefe Handelsbücher HR-Auszüge Hauptabschlussübersicht Inventuren (Inventar, Inventurreinschrift) Investitionszulage (Unterlagen) Jahresabschluss (JA) Erläuterungen zum JA Journale für Hauptbuch und Kontokorrent 2013/2009 2009 2009 2009 Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
P U 2013/2009 2009 2013 2009 2013 Pachtunterlagen Postgiroauszüge und -belege Preislisten Programmdokumentation Protokolle allgemein Protokolle der Gesellschafterversammlung Provisionsabrechnungen Prozessakten 2009 2009 2009 Überstundenliste 2013/2009 V Vermögenswirksame Leistungen (Unterlagen) 2013 Versand- und Frachtunterlagen 2013 Versicherungspolicen 2009 (wenn abgelaufen) Verträge (wenn beendet) 2013/2009 2009 W Q Quittungen R Rechnungen Registrierkassenstreifen Reisekostenabrechnungen Repräsentationsaufwendungen (Unterlagen) 2009 2009 2009 2009 S 2009 Sachkonten 2009 Saldenbilanzen Schadensunterlagen 2013 Scheck- und Wechselunterlagen 2009 Schlechtwettergeld- unterlagen Sozialversicherungs- unterlagen * Speicherbelegungsplan EDV- Buchführung Spendenbescheinigungen Steuerunterlagen Systemdokumentation 2009 2009 2013/2009 2009 2013/2009 2013/2009 T Telefonkosten (Nachweise) 2009 Anzeige Warenbestandsaufnahme Wareneingangs- und Ausgangsbücher Wechsel Z Zahlungsanweisungen Zollbelege Zwischenbilanz (bei Gesellschafterwechsel oder Umstellung des Wirtschaftsjahres) 2009 2009 2009 2009 2009 2009 * Bei Unterlagen der Sozialversicherungs- träger können sich aus sozialversiche- rungsrechtlichen Vorschriften längere Aufbewahrungspflichten ergeben. Für empfangene Lieferscheine, die keine Buchungsbelege sind, endet die Aufbewahrungsfrist bereits mit dem Erhalt der Rechnung. Für abgesandte Lieferscheine, die keine Buchungsbelege sind, endet die Aufbewahrungsfrist mit dem Versand der Rechnung. Dies gilt allerdings nicht, wenn Lieferscheine im Einzelfall als Buchungsbelege herangezogen Recht und Steuern | 17 werden (§ 147 Abs. 3 Sätze 3 und 4 AO). In jedem Fall empfiehlt es sich, vor der Vernichtung von elektroni- schen Unterlagen bzw. hinsichtlich der Anforderungen der GoBD den Rat des Steuerberaters einzuholen. Dieser kann aus seiner Kenntnis des Betriebs, der Branche und den Erfahrungen aus bereits nach GoBD durchgeführten Betriebsprüfungen in vielen Fällen weiterhelfen. Haftung und Gewähr müssen wegen des ständigen Wandels der Rechtslage ausgeschlossen werden. SRP Rogalli, Rybka GmbH Steuerberatungsgesellschaft, Bonn Steuertermine März 2020 Steuerarten für Zeitraum Termin letzer Tag Schonfrist Umsatzsteuer Lohnsteuer, Lohnkirchen st. Vorauszahlungen Einkommen-, Körperschafts-, Kirchensteuer, Solidaritätszuschl. Vorauszahlungen Gewerbe-, Grundsteuer 11.03.20 14.03.20 Februar (ohne Fristverläng.) Januar (mit Fristverläng.) Februar 11.03.20 14.03.20 I.Quartal 11.03.20 14.03.20 keine keine keine Bitte beachten: Regionale Feiertage sind nicht berücksichtigt. Die Schonfrist gilt nicht bei Barzahlung oder bei Übergabe oder Übersendung von Schecks. PROFESSIONELLE BEREGNUNGS- UND BELEUCHTUNGSSYSTEME info@rainpro.de · www.rainpro.de · Akzente im Garten · Blendfreie Beleuchtung · Sattes Grün durch Bewässerung Rainpro Vertriebs-GmbH · Schützenstrasse 21+5 · 21407 Deutsch Evern · Tel. 04131-9799-0 · Fax 04131-79205 RRRaRainproo VVeVertriebs-GmbH · hü Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
18 | Recht und Steuern Registrierungspflicht von Unternehmen und Pflanzenpass: Ändert sich etwas für den GaLaBau? Das neue Pflanzenpass-Etikett soll die Rückverfolgbarkeit zur Herkunft der Pflanzen sicherstellen. Neue EU-Regelungen zur Pflanzengesundheit Seit dem 14. Dezember 2019 müssen Topfpflanzen, Pflanzenerzeugnisse, Samen sowie bestimmte andere Pflanzen nach einer neuen EU-Verordnung mit einem amtlichen Etikett ausgezeichnet werden. Dieses Pflanzenpass-Etikett hat die von der EU geforderten Informationen zu enthalten, um die Rückverfolgbarkeit zur Herkunft der Pflanzen sicherzustellen. Der Pflanzenpass bescheinigt, dass die ausgezeichneten Pflanzen die vorgeschriebenen phytosanitären Anforderungen, wie die Freiheit von Quarantäneschädlingen, erfüllen. F ür den BGL stellten sich in diesem Zusammen- hang verschiedene Fragen, die einer juris- tischen Klärung bedurften. Konkret wurden schließlich zwei Fragen an das zuständige Referat „Pflanzengesundheit, phytosanitäre Angelegenheiten beim Export“ im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gerichtet und von dort beantwortet: Unterliegen Unternehmen des Garten- und Land- schaftsbaus einer Registrierungspflicht im Sinne der neuen EU-Pflanzengesundheitsverordnung? Die Registrierungspflicht für Unternehmer gilt grundsätzlich für diejenigen Unternehmen, die Pflan- zen oder Pflanzenerzeugnisse in die Union einführen oder innerhalb der Union verbringen. Von dieser Pflicht sind jedoch diejenigen Unternehmer ausge- nommen, die Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse und andere Gegenstände in kleinen Mengen ausschließlich und direkt an Endnutzer liefern. „Kleine Mengen‘‘ sind dazu nicht näher definiert und nach Auffassung des BMEL dem phytosanitären Risiko entsprechend zu bewerten. So geht man beispiels- weise zurecht davon aus, dass ein phytosanitäres Risiko bei der Bepflanzung von Gärten niedrig ist. Entscheidend ist also, wer Adressat der Pflanzen ist. Handelt es sich um ein Unternehmen, das ausschließ- lich und direkt kleine Mengen an Pflanzen, Pflanzen- erzeugnissen oder anderen Gegenständen an den Endnutzer liefert, wie der Großteil unserer Garten- und Landschaftsbaubetriebe, so ist es von der Registrie- rungspflicht ausgenommen. Die Frage nach einer Registrierungspflicht kann demnach nicht einheitlich beantwortet werden, son- dern bedarf der Einzelfallbetrachtung. Sind Garten- und Landschaftsbaubetriebe von einer Pflanzenpasspflicht betroffen? Für die Verbringung von Pflanzen, Pflanzerzeugnis- sen oder anderen Gegenständen, die direkt an einen Endnutzer, einschließlich Hobbygärtner, geliefert werden, ist geregelt, dass hier kein Pflanzenpass benötigt wird. Ausnahmen hiervon betreffen nur den Fernabsatz sowie das Verbringen von Pflanzen, Pflanzerzeugnissen oder anderen Gegenständen in Schutzgebiete. Geht die Ware also vom Erzeuger an den Garten- und Landschaftsbaubetrieb und dann direkt an den Endnutzer, so muss hier kein neuer Pflanzenpass aus- gestellt werden. Hintergrund ist, dass der Verordnungsgeber davon ausgeht, dass der Landschaftsgärtner die Pflanzen für seine Endkunden nur liefert und anpflanzt und die Endkunden keinen weiteren Geschäftszweck mit die- sen Pflanzen verfolgen. Aber: Der Unternehmer des Garten- und Land- schaftsbaus muss – wie bisher – dafür sorgen, dass Aufzeichnungen über die Handelseinheit und den Lie- feranten vorliegen. Das heißt, Unternehmer müssen, so wie auch schon in der Vergangenheit, drei Jahre den Lieferschein aufbewahren und vorzeigen können. Es ist daher weiterhin empfehlenswert, die Lieferungen der Baumschulen und Staudengärtner etc. baustellen- bezogen zu ordern. Fazit: Unternehmer des Garten- und Landschafts- baus unterliegen grundsätzlich nicht der Registrie- rungspflicht, wenn sie Pflanzen in „kleinen“ Mengen direkt an den Endnutzer im Rahmen ihrer Pflanztätig- keit liefern. Das Vorkommen oder der Verdacht des Vorkommens von Quarantäneschädlingen, für die Notmaßnahmen bestehen, muss jedoch verpflichtend gemeldet werden. Zuletzt noch ein wichtiger Hinweis: Das Julius-Kühn- Institut hat unter dem Link https://pflanzengesund- heit.julius-kuehn.de/binnenmarkt---haeufig-gestellte- fragen.html eine Liste mit häufig gestellten Fragen und Antworten zum neuen EU-Pflanzenpass-System einge- stellt. Bei Detailfragen, die über diese Informationen hinausgehen, bitten wir um Kontaktaufnahme mit den zuständigen Behörden der Länder https://pflanzenge- sundheit.julius-kuehn.de/auskuenfte-1-437.html Sollten darüber hinaus Unsicherheiten oder Klä- rungsbedarf bestehen, können sich Unternehmer an den für sie zuständigen amtlichen Pflanzenschutz- dienst wenden. Die neuen EU-Regelungen zur Pflanzengesundheit finden Sie ebenso auf www.galabau.de wie auch die Antwort des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Stand 14.01.2020 Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
Recht und Steuern | 19 Urteil zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall Der gesetzliche Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall ist auch dann auf die Dauer von sechs Wochen beschränkt, wenn während bestehender Arbeitsunfähigkeit eine neue, auf einem anderen Grundleiden beruhende Krankheit auftritt, die ebenfalls Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Grundsatz der Einheit des Verhinderungsfalls). Ein neuer Entgeltfortzahlungsanspruch entsteht nur, wenn die erste krankheitsbedingte Arbeitsverhinderung bereits zu dem Zeitpunkt beendet war, zu dem die weitere Erkrankung zur Arbeitsunfähigkeit führte. D ie Klägerin war bei der Beklagten bis zum 31. Juli 2017 als Fachkraft in der Altenpflege beschäftigt. Seit dem 7. Februar 2017 war sie infolge eines psychischen Leidens arbeitsunfähig. Die Beklagte leistete Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bis einschließlich 20. März 2017. Im Anschluss bezog die Klägerin auf der Grundlage von Folgebescheini- gungen ihrer Hausärzte, die zuletzt am 5. Mai 2017 eine bis einschließlich 18. Mai 2017 fortbestehende Arbeitsunfähigkeit attestierten, Krankengeld. Am 19. Mai 2017 unterzog sich die Klägerin wegen eines gynäkologischen Leidens einer seit längerem geplan- ten Operation. Ihre niedergelassene Frauenärztin bescheinigte am 18. Mai 2017 als „Erstbescheinigung“ eine Arbeitsunfähigkeit vom 19. Mai 2017 bis zum 16. Juni 2017 und durch Folgebescheinigung eine fort- bestehende Arbeitsverhinderung bis einschließlich 30. Juni 2017. Im Juli 2017 erbrachte die Klägerin im Hinblick auf ihr gewährten Urlaub und Überstunden- ausgleich keine Arbeitsleistungen mehr und begann eine Psychotherapie bei einem Neurologen. Die Klä- gerin erhielt in der Zeit vom 19. Mai bis zum 29. Juni 2017 weder von der Beklagten Entgeltfortzahlung noch von ihrer Krankenkasse Krankengeld. Mit ihrer Klage hat sie für diesen Zeitraum von der Beklagten die Zahlung von 3.364,90 Euro brutto nebst Zinsen verlangt. Sie hat geltend gemacht, sie sei ab dem 19. Mai 2017 wegen eines neuen Leidens arbeitsunfä- hig gewesen. Die Arbeitsunfähigkeit wegen ihrer psy- chischen Erkrankung habe am 18. Mai 2017 geendet. Die Beklagte hat Klageabweisung beantragt und die Auffassung vertreten, den Umständen nach sei von einem einheitlichen Verhinderungsfall auszugehen. Die Klägerin habe deshalb nur einmal für die Dauer von sechs Wochen Entgeltfortzahlung im Krankheits- fall beanspruchen können. Diesen Anspruch habe sie erfüllt. Das Arbeitsgericht hat der Klage stattgege- ben, das Landesarbeitsgericht hat die Klage – nach Beweisaufnahme durch Vernehmung von drei Ärzten – abgewiesen. Die Revision der Klägerin hatte vor dem Fünften Senat des Bundesarbeitsgerichts keinen Erfolg. Ist der Arbeitnehmer krankheitsbedingt arbeits- unfähig und schließt sich daran in engem zeitlichen Zusammenhang eine im Wege der „Erstbescheini- gung“ attestierte weitere Arbeitsunfähigkeit an, hat der Arbeitnehmer im Streitfall darzulegen und zu beweisen, dass die vorangegangene Arbeitsunfähig- keit im Zeitpunkt des Eintritts der weiteren Arbeitsver- hinderung geendet hatte. Dies ist der Klägerin nicht gelungen. Das Landesarbeitsgericht hat durch Verneh- mung der die Klägerin behandelnden Ärzte umfassend Beweis erhoben. Danach konnte nicht festgestellt werden, dass ein einheitlicher Verhinderungsfall nicht vorlag. Das gilt umso mehr als nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme eine Untersuchung der Klägerin durch den behandelnden Arzt bei der Feststellung der bis einschließlich 18. Mai 2017 attestierten Arbeitsun- fähigkeit nicht erfolgte. Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 11. Dezember 2019 - 5 AZR 505/18 - Vorinstanz: Landesarbeits- gericht Niedersachsen, Urteil vom 26. September 2018 - 7 Sa 336/18 - Anzeige DAS RASENGITTER Schwabengitter® I integrierte Dehnfugen längs und quer I hochelastisches Recyclingmaterial I extrem leicht und schnell zu verlegen I in vier verschiedenen Ausführungen I Lieferung innerhalb von 24 Stunden I 10 Jahre Garantie auf Materialbruch Schwab Rollrasen GmbH Haid am Rain 3 86579 Waidhofen Tel. +49 (0) 82 52/90 76-0 www.schwab-rollrasen.de Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
20 | Recht und Steuern Wann hat der Mitarbeiter Anspruch auf Freistellung und Vergütung? Arztbesuche während der Arbeitszeit Ein alltäglicher Vorgang: der Mitarbeiter kommt verspätet zur Baustelle bzw. ins Büro und/oder verlässt den Arbeitsplatz vorzeitig, weil er zum Arzt muss. Da stellt sich für den Arbeitgeber die Frage „Darf er einfach zum Arzt gehen?“ und „Muss ich ihn für diese Zeit bezahlen?“ I st der Arbeitnehmer auf Grund einer Erkrankung arbeitsunfähig, richtet sich der Anspruch auf Ent- geltfortzahlung nach § 3 Entgeltfortzahlungsge- setz (EFZG). Dies gilt auch, wenn ein Mitarbeiter erst während der Arbeitszeit den Arzt aufsucht und dieser feststellt, dass die krankheitsbedingte Arbeitsunfähig- keit bereits zu Beginn der Arbeit vorgelegen hat. Tritt die Arbeitsunfähigkeit erst während der Arbeitszeit auf, beginnt der Anspruch des Arbeitnehmers auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall erst am Folgetag und der Mitarbeiter hat, da er bis zum Zeitpunkt der Arbeitsunfähigkeit gearbeitet hat, seinen „normalen“ Vergütungsanspruch. Bei einem Arztbesuch ohne Krankschreibung richtet sich das Ergebnis für gewerbliche Arbeitnehmer im Garten- und Landschaftsbau nach § 7 Absatz 3.3 BRTV gewerblich, denn durch § 7 Absatz 1 BRTV gewerblich ist der sonst einschlägige § 616 BGB abbedungen. Dementsprechend wird der Lohn (nur) weitergezahlt, wenn der Arzt nicht vor bzw. nach der Arbeitszeit erreichbar ist oder der Arztbesuch keinen Aufschub duldet. Da es sich dabei um eine Ausnahme von dem Grund- satz handelt, dass ein Arbeitnehmer nur für die Zeit Lohn bekommt, in der er gearbeitet hat, ist die Regel eng auszulegen. Dabei kann sich an den zu § 616 BGB entwickelten Grundsätzen orientiert werden, weshalb für Angestellte auch ohne eine vergleichbare Regelung im BRTV Angestellte über § 616 BGB weitgehend das Gleiche gilt. Mitarbeiter sind in jedem Fall gehalten, die Arbeitsverhinderung zu vermeiden und möglichst außerhalb der Arbeitszeit zum Arzt zu gehen. Medizinisch notwendige Arztbesuche Etwas anderes gilt, wenn der Arztbesuch während der Arbeitszeit aus medizinischen Gründen notwendig ist, beispielsweise bei einer medizinisch notwendi- gen Therapie, die an bestimmte Zeiten gebunden ist, oder bei einer plötzlich auftretenden Erkrankung, die umgehend einer ärztlichen Untersuchung und/ oder Behandlung bedarf (ohne damit einhergehender Arbeitsunfähigkeit). aufsucht, die der Arbeitsleistung nicht entgegensteht, hat er grundsätzlich keinen Anspruch auf bezahlte Freistellung. Gleiches gilt bei der Gesundheitsvorsorge (z.B. Krebsfrüherkennung) oder zur Ausstellung eines (privaten) Gesundheitszeugnisses. In diesen Fällen hat der Mitarbeiter den Arzt außerhalb der Arbeitszeit aufzusuchen. Mitarbeiter hat sich um Termin außerhalb der Arbeitszeit zu bemühen Allerdings sieht die Rechtsprechung einen Arztbe- such während der Arbeitszeit auch dann als unver- meidbar an, wenn der Arzt den Mitarbeiter zu einer Untersuchung oder Behandlung bestellt und der Mit- arbeiter auf die Termingestaltung keinen Einfluss neh- men kann. Der Arbeitnehmer muss zwar versuchen, dies möglichst zu vermeiden. Gibt es Sprechzeiten außerhalb der Arbeitszeit und sprechen keine medizi- nischen Gründe für einen sofortigen Arztbesuch bzw. einen Arztbesuch während der Arbeitszeit, hat der Arbeitnehmer diese Möglichkeit zu nutzen. Auch darü- ber hinaus ist der Arzt zu bitten, den Behandlungster- min möglichst auf einen Zeitpunkt zu verlegen, zu dem keine Arbeitspflicht besteht. Kommt der Arzt diesem Wunsch nicht nach, kann der Mitarbeiter allerdings nicht auf einen anderen Arzt verwiesen werden. Heilmaßnahmen und Behandlungen regelmäßig nicht während der Arbeitszeit Ärztlich verordnete Behandlungen durch Dritte, bei- spielsweise Massagen und ähnliche Heilmaßnahmen, die von Angehörigen der Heilberufe ausgeübt wer- den, fallen nicht unter § 7 Abs. 3.3 BRTV gewerblich. Insofern besteht für gewerbliche Arbeitnehmer kein Anspruch auf bezahlte Freistellung. Auch für Ange- stellte dürfte es aber nur in Ausnahmefällen gem. § 616 BGB erforderlich sein, die Heilmaßnahme während der Arbeitszeit durchführen zu lassen. Insbesondere wenn es sich um wiederholte Anwendungen handelt, die sich häufig über einen längeren Zeitraum erstre- cken, wird es dem Mitarbeiter eher als bei ärztlichen Behandlungen zuzumuten sein, Zeiten außerhalb sei- ner Arbeitszeit in Anspruch zu nehmen. Grundsatz: Arztbesuch in der Freizeit In Fällen, in denen der Mitarbeiter einen Arzt bei- spielsweise zum Zwecke einer allgemeinen Unter- suchung oder wegen einer latenten Erkrankung Nachweis, dass der Arztbesuch erforderlich war Grundsätzlich kann der Arbeitgeber vom Mitar- beiter verlangen, dass der Arztbesuch während der Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
Recht und Steuern | 21 Erste Hilfe im Betrieb Nur wer gut vorbereitet ist, kann im Ernstfall Leben retten. Doch leider können Erste Hilfe nur die Wenigsten. Alleine in Deutschland werden in nur 15 Prozent der Notfälle Wiederbelebungsmaßnahmen von Laien durchgeführt – eine erschre- ckend geringe Quote. Damit diese Quote in Unternehmen höher ist und Mitarbeiter im Notfall rechtzei- tig und gut versorgt werden, ehe der Rettungsdienst übernehmen kann, sind die Unternehmer laut Arbeits- schutzgesetz dazu verpflichtet, Erste Hilfe im Betrieb zu gewährleisten. So müssen die Unternehmer sicherstellen, dass es genügend betriebliche Ersthelfer gibt. Aus diesem Grund trägt die SVLFG als Berufsgenossenschaft die Lehr- gangsgebühren für die Aus- und Fortbildung der erforderlichen Erst- helfer im Betrieb. Denn jeder Unter- nehmer und jede Unternehmerin ist verpflichtet, Maßnahmen für eine wirksame Erste Hilfe im Betrieb zu treffen. Dazu gehört auch, für die Aus- und Fortbildung der entspre- chenden Anzahl an Ersthelfern und Ersthelferinnen zu sorgen. Ersthelfer kann nur sein, wer in Erster Hilfe ausgebildet ist Die SVLFG trägt bei Betrieben ab zehn Beschäftigten oder bei beson- deren Gefährdungen die Kosten für die Gebühren der Ersthelfer-Aus- oder Fortbildung. Die Ausbildung zum Ersthelfer besteht aus dem Erste-Hilfe-Lehrgang (9 Unterrichts- einheiten). Um Ersthelfer zu bleiben ist eine Fortbildung spätestens alle 2 Jahre durch das so genannte Erste- Hilfe-Training (9 Unterrichtseinhei- ten) erforderlich. WICHTIG Die Kosten für die Ersthelfer- Lehrgänge werden nur dann übernommen, wenn sie von einer ermächtigten Stelle durchgeführt werden (Liste der ermächtigten Stellen auf www.bg-qseh.de). So melden Sie Ihre Ersthelfer an: • Prüfen Sie, wie viele Ersthelfer Sie in Ihrem Betrieb benötigen. Auskunft geben die Vorschriften für Sicherheit und Gesundheits- schutz VSG 1.3 Erste Hilfe. • Suchen Sie sich einen Anbieter für die Ersthelfer-Ausbildung in Ihrer Umgebung. • Melden Sie Ihre Ersthelfer mit dem Erste Hilfe Anmeldeformular direkt zum Kurs an und nennen Sie dem Anbieter Ihre SVLFG- Mitgliedsnummer. Es wird keine Kostenübernahmeerklärung der SVLFG vorab benötigt. • Nach einer erfolgreichen Kurs- teilnahme erhalten die Teilneh- mer eine Bescheinigung, die Sie aufbewahren müssen. • Die Ausbildungsstelle rechnet direkt mit uns ab. Anmeldeformulare und die Broschüre „Erste Hilfe“ mit weiterführenden Informatio- nen stehen auf SVLFG.de zum Download bereit. Arbeitszeit in dem dargestellten Maße erforderlich war. Dies wird in § 7 Absatz 3.3. BRTV gewerblich geregelt: „Auf Verlangen des Arbeitgebers ist für die Notwendigkeit und die Dauer der Behandlung eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen. Die Kosten hier- für trägt der Arbeitgeber.“ Auch ohne entsprechende Regelung im BRTV Angestellte gilt dies im Anwen- dungsbereich des § 616 BGB in gleicher Weise für die Angestellten. Flexible Arbeitszeitmodelle nutzen Außerhalb des engen Rahmens, in dem der Mitarbei- ter für den Arztbesuch Anspruch auf Freistellung unter Fortzahlung der Vergütung hat, können sich Arbeit- geber und Arbeitnehmer einvernehmlich darauf ver- ständigen, dass Ausfallzeiten vor- oder nachgearbeitet bzw. flexible Arbeitszeitmodelle wie Arbeitszeitkonten oder Gleitzeitmodelle entsprechend genutzt werden. Kein betrieblicher Unfallschutz während des Arztbesuchs Ergänzend: Der Arztbesuch während der Arbeitszeit steht nicht unter dem betrieblichen Unfallschutz. Unfälle auf dem Weg zum Arzt und zurück sind damit keine Arbeitsunfälle. Fazit: • Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer Arztbesuche außerhalb der Arbeitszeit zu legen. • Ein Freistellungsanspruch unter Fortzahlung des Entgelts besteht nur, wenn der Arztbesuch zwingend während der Arbeitszeit stattfinden muss, weil es medizinisch notwendig ist (Dringlichkeit) oder der Versuch, einen Termin außerhalb der Arbeitszeit zu bekommen, ohne Erfolg geblieben ist. • Die Notwendigkeit des Arztbesuchs innerhalb der Arbeitszeit sollte durch eine Bescheinigung des Arz- tes nachgewiesen werden; soweit der Arbeitgeber dies vom Mitarbeiter verlangt, hat er gegebenenfalls dafür entstehende Kosten zu tragen. • Ein Arztbesuch während der Arbeitszeit außerhalb des dargestellten engen Rahmens verletzt die arbeitsvertraglich Arbeitspflicht und kann entspre- chend sanktioniert werden. Anzeige Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020 Schwab Rollrasen GmbH Haid am Rain 386579 WaidhofenTel. +49 (0) 82 52/90 76-0 www.schwab-rollrasen.deI perfekte Spitzenqualität aus BayernI über 300 Rasenvariationen erhältlichI Lieferung innerhalb von 24 StundenI auch mit flexiblem VerlegeserviceI komplette Produktion in DeutschlandI jetzt auch als Wildkräuterrasen
22 | GaLaBau intern Bei gebietseigenem Saatgut gibt es bundesweit zwei nach VOB/A gleichwertige Zertifizierungssysteme. Foto: Degenbeck Ab März Pflicht in der freien Natur: Begrünungen nur noch mit gebietseigenen Pflanzen Ab März 2020 müssen gemäß § 40(1) BNatSchG in der freien Natur, also außerhalb des Siedlungsbereichs und nicht auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen, gebietseigene Pflanzen verwendet werden. Seit 2010 bemühen sich Arbeitsgruppen auf Bundes- und Länderebene um den Aufbau praxistauglicher Systeme hierfür, wobei man auf Zertifizierung setzt. Was bedeutet das für den Garten- und Landschaftsbau? Teil A: Gebietseigene Gehölze Im Gegensatz zur Produktion von Forstgehölzen und Saatgut für Ansaaten, wofür mehr oder weniger umfangreiche Gesetze und Verordnungen existieren, gibt es bei den Landschaftsgehölzen, die nicht gleich- zeitig Forstgehölze sind, derartige Vorgaben nicht bzw. nur in Ansätzen. Deshalb konzentrierten sich die Bemühungen der zuständigen Behörden in den ersten Jahren weitestgehend darauf, für Landschaftsgehölze akzeptable Lösungen zu finden. Das Bundesumweltministerium (BMU) hat Anfang 2012 einen „Leitfaden zur Verwendung gebietseige- ner Gehölze“ herausgegeben, der unter www.bfn.de zum Herunterladen bereitsteht. Dieser stellt den konsensfähigen Zwischenstand des Abstimmungspro- zesses zwischen den Beteiligten dar, der bis heute im Wesentlichen noch Bestand hat. Vorkommensgebiete Der Leitfaden weist bundesweit lediglich 6 Vorkom- mensgebiete aus, aus denen gebietseigene Gehölze stammen und nur dort auch wieder verwendet werden dürfen (siehe Abb. 1). Für Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg, den Pionieren bei der Verwendung Abb. 1: Gebietseigene Gehölze werden gemäß dem BMU-Leitfaden nach 6 Vorkommensgebieten differenziert. Quelle: www.bfn.de gebietseigener Gehölze, war dies ein Rückschritt. Die „Erzeugergemeinschaft für autochthone Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
GaLaBau intern | 23 Baumschulerzeugnisse in Bayern (EAB)“ hat seit 1997, die „Erzeugergemeinschaft für gebietsheimische Gehölze Baden-Württemberg (EZG)“ seit 2006 und der „Verein zur Förderung gebietsheimischer Gehölze im Land Brandenburg“ seit 2004 Gehölze aus bundesweit 9 Herkunftsgebieten produziert und vermarktet, und das in Abstimmung mit den zuständigen Landesbehör- den. EAB und EZB haben sich nun Ende 2019 zur „EAB Süddeutschland“ zusammengeschlossen. Diese sehr großen Vorkommensgebiete (das VKG 5 reicht vom Schwarzwald über Mainfranken bis nach Südthüringen) haben zwangsläufig zur Folge, dass das im ganzen Vorkommensgebiet einsetzbare Sortiment dünn geworden ist; mit Rosa canina und Rosa majalis sind nur noch zwei Rosenarten verblieben, die man laut Leitfaden „normal“ als gebietseigene Ware aus- schreiben kann. Eine Heckenpflanzung an der Straßen- böschung nach der potentiell natürlichen Vegetation optimal zusammenzustellen und in dieser Form öffent- lich auszuschreiben, ist kaum mehr möglich. Deshalb haben diese drei Bundesländer die „Öff- nungsklausel“ im Leitfaden genutzt und innerhalb ihres Landes einige Vorkommensgebiete aus natur- schutzfachlichen Gründen nochmals unterteilt. In Bayern liegen die VKG 3 bis 6; die VKG 4, 5 und 6 wurden ab 2013 nochmals unterteilt, entsprechend den ursprünglich bereits vorhandenen Grenzen (siehe Abb. 2). Baden-Württemberg schloss sich dem an. Abb. 2: Die Vorkommensgebiete gebietseigener Gehölze in Bayern sind gegenüber dem BMU-Leitfaden weiter unterteilt worden. Quelle: www.lfu-bayern.de Verwendung von Forstbaumarten Laut Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG) in Verbin- dung mit der Verordnung über Herkunftsgebiete für forstliches Vermehrungsgut (FoVHgV) werden für 26 Forstbaumarten verbindliche artspezifische Herkunfts- gebiete bestimmt (z.B. Hainbuche 4, Stieleiche 9 forst- liche Herkunftsgebiete), aus denen das Saatgut stam- men muss. Bei Verwendung außerhalb des Waldes, also etwa in einer Feldhecke, werden die Forstgehölze in das System der Landschaftsgehölze eingefügt. Es empfiehlt sich, im LV sowohl das VKG als auch das forstliche Herkunftsgebiet anzugeben. Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020 Erntebestände Wer Ausgangsmaterial für die Produktion gebietsei- gener Pflanzen ernten will, hat gemäß § 39 BNatSchG eine Erntegenehmigung zu beantragen. Baumschulen vor allem in Bayern und Baden-Württemberg haben seit den 1990er Jahren in Eigenregie Erntebestände ausfindig gemacht und den Bestand nach und nach weiter ausgebaut. Bayern hat den Aufbau eines im Internet verfüg- baren Ernteregisters gebietseigene Gehölze (GEG) beschlossen. Es wird an das Erntezulassungsregister für Forstgehölze (EZR) angegliedert, das von den Forstverwaltungen der Länder geführt wird. Da viele Anbieter von gebietseigenen Gehölzen auch Forst- pflanzen produzieren, sind sie mit diesem System bereits vertraut. Das GEG wird bereits von anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen benutzt und steht weiteren offen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat die Kartierung geeigneter Erntebestände beauftragt, die ins GEG eingepflegt werden. Darüber hinaus wurde den Zertifizierungssystemen angeboten, ihre eigenen Erntebestände zu melden und anerkennen zu lassen, da ab 2020 zumindest in Bayern nur noch gebiets- eigene Pflanzen aus anerkannten Erntebeständen akzeptiert werden. Die Erntebestände der EAB und der Baumschule Köppl sind mittlerweile anerkannt, die Prüfung der EZG-Bestände läuft. Ansonsten hat bislang kein weiteres Zertifizierungssystem dem LfU Erntebestände zur Prüfung vorgelegt; die ZgG etwa hat in Bayern und Baden-Württemberg aktuell keine anerkannten Erntebestände! Ausschreibungen der Bauverwaltung in Bayern Bereits 2013 hat die Oberste Baubehörde (OBB) Hin- weise für die Ausschreibung gebietseigener Gehölze veröffentlicht und dabei die nachgeordneten Dienst- stellen aufgefordert, bereits damals nach Markt- erkundung gebietseigene Gehölze auszuschreiben, damit sich ein Markt entwickeln kann. In einzelnen Bundesländern ist dies bis heute nicht passiert. Ab 2016 begann die Straßenbauverwaltung mit der Ein- forderung von Einzelnachweisen, sofern der Erntebe- stand (noch) nicht anerkannt war. Hierfür wurde das Formblatt 2481 von der Bauverwaltung eingeführt, in dem sowohl der anbietende GaLaBau-Unternehmer als auch der vorgesehene Lieferant vorab schriftlich bestätigen müssen, dass sie gebietseigene Gehölze im Falle der Zuschlags liefern und dies auch nachweisen können (siehe www.stmi.bayern.de/assets/stmi/buw/ bauthemen). Ausnahmeregelungen Von der gesetzlichen Verpflichtung zur Verwendung gebietseigener Gehölze in der freien Natur sind Obst- gehölze grundsätzlich ausgenommen. Weiterhin gibt es laut Leitfaden Ausnahmen „für den unmittelbaren Straßenseitenraum (z.B. Mittelstreifen, Lärmschutz- wälle) bei denen den Erfordernissen der Funktions- sicherung durch die Verwendung gebietseigener
24 | GaLaBau intern genetische Kontrolle auf Kosten des Auftraggebers bleibt weiterhin möglich. 2017 hat das BMU eine „DAkkS-Akkreditierung der Zertifizierungsstellen“ ins Spiel gebracht. Die Deut- sche Akkreditierungsstelle (DAkkS) führt Systemprü- fungen für zertifizierte Produkte aller Art durch. Die Behördenvertreter in der BMU-Arbeitsgruppe waren einhellig für diese Lösung, um so einen einheitlichen Standard für die Zertifikate zu erhalten. Die Baum- schulen reagierten verhalten, vor allem wegen der erheblichen Zusatzkosten. 2018 wurde nun in der BMU-Arbeitsgruppe ein „Scope“ zur Systemprüfung erarbeitet, also eine Art „Pflichtenheft“. Im Zuge des- sen wurde auch eine bundeseinheitliche Referenznum- mernsystematik auf der Basis eines Vorschlags aus Bayern erarbeitet. Ohne diese Nummer ist eine rasche Prüfung der gebietseigenen Herkunft im Bauverfahren schwer möglich. Der Scope wurde im Juni 2019 veröf- fentlicht. Bislang hat aber noch kein Zertifizierungs- system die DAkks-Akkreditierung beantragt. Teil B: Gebietseigenes Saatgut FLL-Regelwerksausschuss „Gebietseigenes Saatgut“ Die FLL hat 2014 „Empfehlungen zur Begrünung mit gebietseigenem Saatgut“ herausgegeben. Diese werden aktuell überarbeitet. Grundlage der Arbeit ist das „Regiosaatgutkonzept“ von HILLER & HACKER 2001, das im Rahmen eines von der Deutschen Bun- desstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projektes der Leibniz-Universität Hannover weiter ausgefeilt worden ist. Dabei werden für Ansaaten zur Ergänzung der RSM Rasen „Regel-Saatgut-Mischungen Regiosaatgut (RSM-Regio)“ in vier standörtlichen Varianten für die verschiedenen „Ursprungsgebiete“ erarbeitet. Für naturschutzfachlich höherwertige Begrünun- gen bzw. für die Ausbringung von Arten, die wegen ihrer begrenzten Verbreitung nicht im kompletten Ursprungsgebiet verwendet werden können, enthält das Regelwerk auch Empfehlungen zu „naturraum- treuen Saatgut“, welches ausgesät werden kann, häufiger aber mittels Übertragung von Druschgut, Mähgut, diasporenhaltigem Oberboden oder von Vegetationssoden ausgebracht wird. Neben der Beschreibung der genannten Verfah- ren sind wie üblich Aussagen zu Abnahme, Pflege und Prüfungen sowie Musterausschreibungstexte enthalten. Ursprungsgebiete Im Rahmen des DBU-Projektes wurden für Deutsch- land 22 „Ursprungsgebiete“ (Herkunftsgebiete) abgegrenzt, aus denen das gebietseigene Saatgut stammen muss. Weiterhin wurden Positivlisten für die im jeweiligen Ursprungsgebiet verwendbaren Pflan- zenarten erstellt. Eine wichtige Arbeitshilfe dazu ist die Homepage www.regionalisierte-pflanzenproduk- tion.de; der Kartendienst erlaubt die Zuordnung des Einsatzortes zu einem Ursprungsgebiet, der Artenfilter dient im zweiten Schritt der Auswahl geeigneter Arten. Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020 Der Pflanzware (hier Crataegus monogyna, VKG 5.1, früher aut-07.00) sieht man die Herkunft nicht an, weshalb der Lieferung ein anerkanntes Zertifi- kat beizufügen ist. Bild: Degenbeck Gehölze nicht genügt werden kann“. Somit können z.B. Ahornsorten als Alleebaum weiter verwendet werden, so lange keine gebietseigene Ware am Markt verfügbar ist, welche die geforderte Funktion (Licht- raumprofil etc.) in gleicher Weise erfüllen kann. Ansonsten muss jedem GaLaBau-Unternehmen klar sein, dass ab 1. März 2020 stets eine Ausnahmege- nehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde für Ersatzherkünfte erforderlich ist, wenn die gewünschte Gehölzart aus dem im LV ausgewiesenen Vorkom- mensgebiet nicht geliefert werden kann. Zertifizierung Der Staat will es im Wesentlichen den Wirtschafts- partnern selbst überlassen, die Produktion gebiet- seigener Gehölze über Zertifizierungsmodelle sicherzustellen. Dennoch ist die Kontrollierbarkeit insbesondere den Straßenbaubehörden als Hauptauf- traggeber ein wichtiges Anliegen. Die 1997 in Bayern gegründete EAB hat hier Pionierarbeit geleistet, an der sich die anderen Zertifizierungsmodelle messen lassen müssen. Die Mindeststandards für die Zerti- fizierung gebietseigener Pflanzen wurden 2013 auf Bundesebene vom BMU und auf Länderebene in Bayern vom zuständigen Landwirtschaftsministerium herausgegeben. Die Auftraggeberseite legt Wert auf eine lückenlose Dokumentation vom Erntebestand (der ja der Natur- schutzbehörde ohnehin gemeldet werden muss) bis zur verkaufsfertigen Ware. Die Kontrolle erfolgt im Wesentlichen auf der Basis der Aufzeichnungen des Betriebes und eines vorzulegenden Zertifikates. Eine
GaLaBau intern | 25 In der Ende 2011 erlassenen „Verordnung über das Inverkehrbringen von Saatgut von Erhaltungsmischun- gen (Erhaltungsmischungsverordnung ErMiV)“ hat die beim DBU-Projekt erarbeitete Vorgehensweise einschließlich der Karte der 22 Ursprungsgebiete Eingang gefunden (siehe Abb. 3). Die Produktion des gebietseigenen Saatgutes darf in 8 zusammengefass- ten „Produktionsräumen“ erfolgen. Die Ausbringung ist ab 1. März 2020 ohne Ausnahmegenehmigung nur noch im betreffenden Ursprungsgebiet zulässig. Die ErMiV greift nur für Saatmischungen, die Saatgut von Gräsern und Leguminosen aus dem Artenverzeichnis zum SaatG enthalten, somit für die meisten in der Landschaftsbaupraxis verwendeten Mischungen. Sie macht sehr genaue Vorgaben zur Produktion des Saatgutes und verlangt die Vorlage eines anerkannten Zertifikats. Abb. 3: Für gebietseigenes Saatgut gibt es laut Erhaltungs- mischungsverordnung (ErMiV) bundesweit 22 Ursprungsgebiete und acht Produktionsräume. Zertifizierung In Deutschland existieren zwei Zertifikate am Markt, die beide in Vergabeverfahren nach VOB/A als gleichwertig zu betrachten sind: der VWW hat 2008 das Label „VWW-Regiosaaten®“ herausgebracht, der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BdP) 2009 das Label „RegioZert®“. Die Beschreibung der Zertifizierungssysteme und weitere Details dazu sind in vorbildlicher Transparenz im Internet nachlesen (siehe www.natur-im-vww.de und www.bdp-online.de). Hinweise für die Praxis Die Neufassung der DIN 18917 von 2016 verweist nun explizit auf die FLL-Empfehlungen für Begrü- nungen mit gebietseigenem Saatgut. Sie enthalten Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020 zahlreiche praktische Hinweise, unter anderem Musterausschreibungstexte, weil im StLB 2014 keine vernünftigen Vorlagen für Ansaaten etwa auf Straßenböschungen existierten. Mittlerweile haben die zuständigen Stellen nachgelegt; sowohl für den Bereich Ländliche Entwicklung als auch für Wasserbau und Straßenbau wurden ausführliche Textbausteine formuliert. Für naturschutzfachlich höherwertige Begrünungen empfiehlt sich ein Blick auf die Homepage des Baye- rischen Umweltministeriums (www.stmuv.bayern.de) mit ausführlichen Informationen zum Thema „Autoch- thones Saat- und Pflanzgut“. In diesem Zusammen- hang muss klargestellt werden, dass für Blühflächen auf einem Acker gebietseigenes Saatgut zwar möglich, aber nicht erforderlich ist, da der Anbau von Pflanzen in der Landwirtschaft explizit in § 40 BNatSchG ausge- schlossen ist, damit auch der Anbau von „Honigpflan- zen“ als Nektar- und Pollenlieferanten des Nutztieres Honigbiene. Bei sorgfältiger Pflanzenauswahl, um Florenverfälschungen in der Umgebung zu vermeiden, ergeben sich so mehr Möglichkeiten, die durch den Klimawandel entstandene Trachtlücke im Hochsommer zu schließen. Der „Leitfaden zur Verwendung gebietseigener Gehölze“ bietet viele brauchbare Hilfestellungen (siehe www.bfn.de). Allerdings ist die Pflanzenliefe- rung nur ein kleiner Teil der Landschaftsbauarbeiten und fällt somit für die Zuschlagserteilung kaum ins Gewicht. Die ausschreibende Stelle sollte zunächst eine Markterkundung durchführen, welche Pflanzen bzw. welches Saatgut aus dem betreffenden Vorkommens- bzw. Ursprungsgebiet in der gewünschten Menge lieferbar sind. Nur diese Pflanzen können in die öffent- liche Ausschreibung aufgenommen werden. Es ist auch juristisch unbedenklich, weitere Pflanzenarten, die nur bei einzelnen Lieferanten der Region verfügbar sind oder nur kleinere Verbreitungsgebiete haben, im Rahmen einer freihändigen Vergabe zu beschaffen bzw. dem Auftragnehmer den entsprechenden Produ- zenten anzudienen, weil es sich meist um geringfügige Beträge handelt, die für die Bieterreihenfolge ohnehin unbedeutend wären. Nur so lässt sich ein naturnaher Pflanzenbestand erreichen. Gebietseigene Ware muss teurer sein als Standardware. Die Baubehörden müssen nun in Abstimmung mit der Naturschutzverwaltung Handlungsanweisungen erarbeiten für den zu erwartenden Fall, dass nicht vollständige oder vom LV abweichende Pflanzenliefe- rungen (z.B. anderes Vorkommensgebiet) angeboten werden; dann besteht nämlich ab März 2020 eine Genehmigungspflicht durch die zuständige Natur- schutzbehörde. Die notwendigen Entscheidungen müssen in solchen Situationen schnell fallen. Hier sind die Auftraggeber gefordert, bei Dumping- preisen genau hinzusehen und sich nicht nur auf die Papierform zu verlassen, sondern auch einmal genaue Kontrollen durchzuführen. Bei fehlender Kontrolle kann sich Qualität nicht durchsetzen.
26 | GaLaBau intern Qualitätssiegel „Ausbildung. Geht gut bei uns!“ erhalten Die Initiative „Ausbildung. Geht gut bei uns!“ zeichnete mit dem gleichnamigen Qualitätssiegel die Artinger GmbH & Co. KG aus. Damit würdigt der Landkreis Regensburg die außergewöhnlichen Leistungen des Unternehmens aus Niedertraubling in der Ausbildung angehender Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner. Die Verleihung der begehrten Auszeichnung durch Landrätin Tanja Schweiger fand am 4. Dezember 2019 in Donaustauf statt. D er Wirtschaftsraum Regensburg boomt. Viele Unternehmen in der Region sind auf gute Fachkräfte angewiesen. Der im eigenen Betrieb ausgebildete Nachwuchs ist deshalb eine wichtige Säule des wirtschaftlichen Erfolgs. Um die Bedeutung der Ausbildung als Zukunftsperspektive für Betriebe und Beschäftigte sichtbar zu machen, initiierte der Landkreis Regensburg 2017 die Initiative „Ausbildung. Geht gut bei uns!“. Seitdem wurden 34 Betriebe mit dem gleichnamigen Qualitätssiegel gewürdigt. Als erstes Unternehmen aus dem Bereich Gar- ten- und Landschaftsbau (GaLaBau) wurde 2019 die Artinger GmbH & Co. KG als vorbildhafter Ausbil- dungsbetrieb ausgezeichnet. Der 1910 gegründete Traditionsbetrieb offeriert ein umfangreiches Dienst- Rainer Sinn, 2. Bürgermeister der Gemeinde Obertraubling, bei der Auszeichnung von Karl Artinger, Geschäftsführer der Artinger GmbH & Co. KG, zusammen mit Tanja Schweiger, Landrätin des Landkreises Regensburg (v.l.). Foto: Presse Sollfrank leistungsportfolio, das die Planung und Realisierung privater Gärten und die Pflege von Außenanlagen für Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie für öffentliche Grünanlagen abdeckt. Ergänzt wird das Angebot durch einen umfassenden Winterdienst. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 29 Mitarbeiter und bildet zusätzlich zwei Frauen und fünf Männer aus. Dabei nutzen die Auszubildenden durchaus unter- schiedliche Wege in ihre berufliche Zukunft. Wie in allen anerkannten Ausbildungsberufen wird auch beim Landschaftsgärtner im dualen System ausgebildet – im Betrieb und in der Berufsschule. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und schließt mit der Prüfung zum Landschaftsgärtner ab. Andere erwei- tern ihre akademische Ausbildung im Studiengang Landschaftsbau & Management (LBM) zum Verbund- studium (LBM Dual). Nach erfolgter Immatrikulation starten die Verbundstudierenden in eine vorerst 15-monatige Berufsausbildung bei Artinger Garten- und Landschaftsbau, daran anschließend beginnt das Bachelorstudium. Während der Semesterferien und des Praxissemesters absolvieren die Dual-Studie- renden weitere Ausbildungszeit in dem Fachbetrieb. Nach 3,5 Jahren Studium mit insgesamt 24 Monaten praktischer Ausbildung, einschließlich Berufsschule und überbetrieblicher Ausbildung, erfolgt die Prüfung zum Landschaftsgärtner. Binnen weiterer zwei Semes- tern ist der Abschluss des Studiums mit dem Bachelor of Engineering in Landschaftsbau und Management vorgesehen. Darüber hinaus nutzen zahlreiche Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ein mehrwöchiges Praktikum zu absolvieren, um anschließend, bei geeigneten Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit der Ausbildung zu beginnen. Damit erlangen die Praktikanten einen umfassenden Einblick in die beruflichen Themenfelder. „Das Spektrum der landschaftsgärtnerischen Tätig- keiten und die Einsatzorte sind sehr unterschiedlich. Wir arbeiten auf Großbaustellen, in Privatgärten, begrünen Dächer, legen Schwimmteiche an und pfle- gen Außenanlagen. Jeder Tag steckt voller neuer Her- ausforderungen und Möglichkeiten, den persönlichen Wissens- und Erfahrungshorizont zu erweitern. Diesen Grundgedanken möchten wir unseren Azubis vermit- teln, um das Fundament für ein erfolgreiches Berufs- leben zu schaffen. Dafür erhalten sie von unseren Ausbildern eine intensive Begleitung während ihrer kompletten Ausbildung“, erläutert Geschäftsführer Karl Artinger. Zum Beispiel werden mit den Auszubil- denden Ziele vereinbart und quartalsmäßige Rückmel- degespräche über den persönlichen Leistungsstand geführt. Treten Schwierigkeiten auf, beispielsweise in der Berufsschule, wird mit praktischen Übungen und Nachhilfeunterricht unterstützt. Durch die Teilnahme an Teambesprechungen und Mitarbeiterveranstaltun- gen erfolgt eine enge betriebliche Einbindung. Gleich- zeitig fördern die frühzeitige Übertragung von Verant- wortungsbereichen im Betrieb und auf der Baustelle, überbetriebliche Fortbildungen sowie die Teilnahme an Berufswettkämpfen die Motivation der angehen- den Fachkräfte. Die Vorbereitung zu den praktischen Abschlussprüfungen am Ende der Ausbildungszeit wird durch gezielte Übungen unterstützt. Mit dieser intensiven Betreuung erreicht Artinger Garten- und Landschaftsbau eine Übernahmequote von durch- schnittlich rund 90 Prozent. Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
Tausende Gärten werden zu Oasen für die biologische Vielfalt w Gärten, Balkone sowie Grün- und Freiflächen bergen enorme Potenziale für die biologische Viel- falt in Deutschland. Ziel des Pro- jekts „Tausende Gärten – Tausende Arten“ ist es deshalb, Bürgerinnen und Bürger bundesweit für mehr Artenvielfalt in Privatgärten und städtischen Frei- und Grünflächen zu begeistern und gemeinsam mit Gärtnereien und Saatgutbetrieben die naturnahe Gartengestaltung populärer zu machen. Das im Dezember 2019 gestartete Vor- haben wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt bis November 2025 vom Bundesumweltministe- rium mit knapp zwei Millionen Euro gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) inhaltlich begleitet. Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „In Deutschland verfü- gen etwa 36 Millionen Menschen über einen Garten. Diese Fläche stellt für die biologische Vielfalt in Deutschland ein großes Potenzial dar. In Anbetracht des vielfach belegten Insektenschwunds ist es wichtig, solche Potenziale auszuschöpfen. Mit dem neuen Projekt wollen wir Natur- und Gartenfreunde zum Mitmachen anregen und Interesse und Begeis- terung wecken, im eigenen Garten Lebensräume für heimische Tiere und Pflanzen zu schaffen. Solche Orte sind zugleich wertvolle Räume der Naturerfahrung. Wir stärken damit die Natur in unseren Städten und Gemeinden.“ BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel: „Im Projekt wird ein großes Netzwerk von Saatgutbetrieben, Gärtnereien, Baumschulen und Gartenmärkten aufgebaut, das Privatpersonen dabei unterstützt, ihre Gärten artenreicher und insek- tenfreundlicher zu gestalten. Die Akteure entwickeln Pflanzenpakete mit gemischten einheimischen Wildstauden, die einen wichtigen Beitrag für die heimische Fauna leisten können. Diese Startersets werden auf ihre Fähigkeit, Samen Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020 zu produzieren, geprüft und unter anderem im Hinblick auf ihre Standorteignung, Blühdauer und Vermarktbarkeit evaluiert.“ Das Projekt „Tausende Gärten – Tausende Arten. Grüne Oasen, heimische Tiere und Pflanzen“ wird von der Deutschen Gartenbau- Gesellschaft 1822 e.V. in Zusam- menarbeit mit dem Wissenschafts- laden Bonn e.V. und der Agentur für nachhaltige Kommunikation tippingpoints GmbH durchgeführt. Darüber hinaus stellt der Naturgar- ten e.V. als Kooperationspartner sein Know-how zur Verfügung. Ziel des Projektes ist, immer mehr Privatpersonen und öffentliche Institutionen in Deutschland dafür zu gewinnen, ihre Flächen in artenreiche, naturnahe Oasen umzugestalten. Dazu zählen neben den Privatgärten auch Flächen von kommunale Einrichtungen, Vereinen, Industrie, Handel und Gewerbe. Dabei setzen die Projekt- partner an drei konkreten Hand- lungsfeldern an: Über den Aufbau einer Online- Plattform soll ein aktives Akteurs- und Wissensnetzwerk geschaffen werden. Interessierte erhalten auf der Website Tipps und Empfehlun- gen im Austausch mit erfahrenen Naturgärtnern. Saatgutbetriebe und Gärtne- reien werden für die Herstellung von Regio-Saatgutmischungen und Pflanzensets gewonnen und Gartenmärkte, die ein Wildpflan- zensegment in ihrem Angebot aufbauen wollen, für den Vertrieb geworben. Das Projekt liefert ihnen Unterstützung bei der Vermarktung und bietet Weiterbildungen an. Die Themen „artenreiche Gärten“ und „naturnahes Gärtnern“ werden darüber hinaus für die Öffentlich- keit aufbereitet: Infomaterialien, Pflanzpakete, aber auch Kurzfilme, Blogs, Veranstaltungen und Work- shops sollen das Interesse für naturnahe Gärten wecken. www.biologischevielfalt.bfn.de GaLaBau intern | 27 Sommer ® DONGIL Gummiketten Europas No.1 im Ersatz k i n h c e t e i r t s u d n I & - u a B Tel.: 0 35 81 / 31 88 40 Fax: 0 35 81 / 31 88 41 www.bau-industrietechnik.de Anzeigen mit hochwertigen vulkanischen Rohstoffen Baumsubstrate nach FLL Bundesweit morgen* lieferbar von 9 Standorten. www.link-substrate.de *auch ohne Prime-Mitgliedschaft Max-Planck-Str. 4 · 47608 Geldern Tel. 02831-4502 · info@droeppelmann.de www.droeppelmann.de Impressum | Herausgeber: Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. | Verantwortlich: Dr. Robert Kloos | Redaktion: Andreas Stump (BGL) | Verlag: GaLaBau-Service GmbH | Anschrift für Herausgeber, Verlag und Redaktion: Haus der Landschaft, Alexander-von-Humboldt-Str. 4, 53604 Bad Honnef, Telefon 02224 7707-0, Fax 7707-77, E-Mail bgl@galabau.de, www.galabau.de | Anzeigen: signum[kom – Agentur für Kommunikation, Lessingstr. 25, 50825 Köln, www.landschaft-bauen-und-gestalten.de | Anzeigenleitung: Jörg Hengster, Telefon 0221 92555-12, j.hengster@signum-kom.de | Anzeigenberatung: Anja Schweden, Telefon 0221 92555-12, a.schweden@signum-kom.de, Anna Billig, Telefon 0221 92555-15, a.billig@signum-kom.de | Druck: Strube Druck & Medien OHG, Stimmerswiesen 3, 34587 Felsberg. Seit 1. November 2019 gilt die Anzeigen preisliste Nr. 40. Die Zeitschrift erscheint mo nat lich. Keine Haftung für unverlangte Sendungen aller Art. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Mei nung des Herausgebers wieder. ISSN 1432-7953
28 | GaLaBau intern Bayerische Auszubildende lernen an berühmter Lissaboner Pflasterschule Beispiel der portugiesischen Kunst des Mosaikpflasterns „calçada portuguesa“ in Lissabon. Foto: Thomas Fichter, Knittel Gartengestalter GmbH Portugiesische Kunst des Mosaikpflasterns Vamos – GaLaBau in Portugal: Unter diesem Motto erlernen 36 bayerische Auszubildende und Ausbilder im Garten- und Landschaftsbau die weltberühmte Kunst des portugiesischen Mosaikpflasterns an der Lissaboner Pflastererschule Escola de Calceteiros. S eit Jahren steigt in Bayern die Nachfrage nach exzel- lent ausgeführten Außenan- lagen. Dabei spielen auch außer- gewöhnliche Gestaltungen von Pflasterflächen eine immer wichti- gere Rolle. Vor diesem Hintergrund veranstaltet der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern) zusammen mit der Knittel Gartengestalter GmbH in Weilheim im Januar und Februar 2020 mehrere Studienrei- sen nach Lissabon, um die portu- giesische Kunst des Mosaikpflas- terns zu vermitteln. „Wir freuen uns sehr, ein derart außergewöhn- liches Fortbildungsprogramm bie- ten zu können. Die Studienreisen tragen sicherlich dazu bei, die angehenden Landschaftsgärtne- rinnen und Landschaftsgärtner sowie die Ausbilder für ihren Beruf nachhaltig zu begeistern“, erläu- tert Geschäftsführerin Julia Knittel. Der Fachbetrieb im Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) wurde 2007 von Florian Knittel gegrün- det und bietet ein umfassendes Dienstleistungsspektrum, von der Planung über den Bau bis zur Pflege von hochwertigen Privatgär- ten, aus einer Hand. Die Weiterbildungsmaßnahmen in der portugiesischen Metropole werden auch durch das EU-Pro- gramm Erasmus+ unterstützt. Das Programm dient der Förderung von allgemeiner und beruflicher Bil- dung, Jugend und Sport in Europa. Die Mittelausstattung ermöglicht es über vier Millionen Europäerin- nen und Europäern, im Ausland zu studieren, sich weiterzubilden oder Berufserfahrung zu sammeln. Thomas Fichter, Ausbilder bei der Firma Knittel Gartengestalter, durfte bereits selbst die Vorzüge von Erasmus+ kennenlernen. 2015 nahm er an einer Exkursion nach Irland teil, wo er Parkmauern repa- rierte und pflegte. Die Pflaster- steinschule Escola de Calceteiros in Lissabon kennt der 31-jährige Landschaftsgärtner-Meister aus eigener Erfahrung: Vor zwei Jahren machte Fichter, der auch portugie- sisch spricht, eine Fortbildung im Ornamentpflastern. Jetzt bereitet er mit Patrick Schmidt, Referent für Nachwuchswerbung beim VGL Bay- ern, die neue Studienreise vor und wird auch die Betreuung der 36 Teilnehmer vor Ort übernehmen. Unterrichtet werden die Auszubil- denden und Ausbilder durch den portugiesischen Pflasterstein- Künstler Jorge Duarte, der in spezi- ell zugeschnittenen Workshops in Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
GaLaBau intern | 29 Grafik: BuGG Das leistet ein Quadratmeter Dachbegrünung Gebäudebegrünungen (Dach-, Fassaden- und Innenraum- begrünungen) vereinen eine Vielzahl an positiven Wirkungen, zu denen es seit vielen Jahren wissenschaftliche Untersu- chungen mit Zahlen, Daten, Fakten gibt. So kann beispiels- weise Dachbegrünung vielfältig eingesetzt werden, unter anderem als Klimaanpassungsmaßnahme, zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt, als Baustein der Regen- wasserbewirtschaftung, als Lärm- und Feinstaubschutz … das Schöne ist dabei, dass mit jedem eingebauten Quadratmeter Gründach gleich eine ganze Palette an positiven Wirkungen „eingekauft“ und umgesetzt wird! Einfach unbezahlbar! Und immer im Sinne des Menschen, damit wir ein lebenswertes Umfeld jetzt und in Zukunft haben. In der nun neu vorliegenden BuGG-Fachinformation „Posi- tive Wirkungen von Gebäudebegrünungen“ hat der Bundes- verband GebäudeGrün e.V. (BuGG) unter der Projektleitung von Felix Mollenhauer (und Mitarbeit von Rebecca Gohlke und Dr. Gunter Mann) eine Zusammenstellung der wichtigs- ten Argumente „Pro Dach-, Fassaden- und Innenraumbe- grünung“ vorgenommen und mit ausgewählten Untersu- chungsergebnissen und Quellenangaben hinterlegt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Das heißt, dass diese Liste bei Bedarf ergänzt und weiterentwickelt wird. Sie soll ein ers- ter Schritt für ein einfaches Nachschlagewerk für Planende, Bauende und Gebäudegrün-Aktivisten sein, um „Zweifler“ zu überzeugen. www.gebaeudegruen.info/wirkungen-gebaeudegruen die Fertigkeiten der traditionellen Pflastertechnik einweisen wird. „Calçada portuguesa, auf Bearbeitung von Natursteinpflas- ter mitbringen“, betont Patrick Schmidt. Deutsch portugiesischer Gehweg, ist eine charakteristische Weg- pflasterung. Meist besteht sie aus weißem Kalkstein und schwarzem Basalt. Die Steinlegetechnik, ein Erbe der Römer, wurde in Lissabon um 1500 erstmalig angewendet. König Manuel der Glückliche ließ rund um den Königspalast und den Torre de Belém erstes Kopfstein- pflaster legen. Die kunstvollen Mosaikpflaster kamen später nach dem großen Erdbeben 1755 dazu“, erklärt Fichter. Insgesamt stehen für die Auszu- bildenden drei Studienreisen mit jeweils einem vierzehntägigen Auf- enthalt sowie für die Ausbilder vier Die praktischen Pflasterarbeiten beginnen zunächst in Übungs- boxen. Sollte das gut gelingen, dürfen die Auszubildenden in Vie- rergruppen ihre Fertigkeiten weiter verfeinern. Auf den Wegen des Schulgeländes gibt es genügend Platz, um eigene Kunstwerke zu erschaffen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, bei der Restaurie- rung von älteren Pflasterflächen mitzuhelfen. Auf dem Campus befindet sich auch eine Gärtnerei mit eigener Baumschule, wo sich die Teilnehmer zusätzliche gärt- nerische Kenntnisse aneignen. Aber auch Selbstsicherheit, Anpas- sungsfähigkeit und Toleranz wer- Thomas Fichter, Ausbilder bei der Firma Knittel Gartengestalter, Geschäftsführerin Julia Knittel und Patrick Schmidt, Referent für Nachwuchswerbung VGL Bayern (v.l.), bereiten die Studienreisen für die bayerischen Auszubildenden und Ausbilder im Garten- und Landschaftsbau vor. Foto: Jochen Henning, VGL Bayern Studienreisen mit jeweils einem sechstägigen Aufenthalt auf dem Programm. „Wichtig bei der Kon- zeption dieser Weiterbildungsmaß- nahmen war uns die passgenaue Ausrichtung der Inhalte auf die Vorkenntnisse der Teilnehmer und eine möglichst individuelle Betreu- ung an der Schule in Lissabon. Alle Beteiligten müssen jedoch zumindest Basiskenntnisse in der den den jungen Landschaftsgärt- nern in den Workshops vermittelt. Durch den internationalen Flair an der Escola de Calceteiros kommen, ganz im Sinne von Erasmus+, auch der interkulturelle Austausch und die europäische Idee nicht zu kurz. Abgerundet wird das Programm durch interessante Exkursionen in das Stadtgebiet und in die Umge- bung von Lissabon. Anzeige Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
Rund um den Privatgarten Die Mosel-Grauwacke mit ihrem unverwechselbaren Farbspiel lässt sich in der Gartengestaltung vielfältig einsetzen. Mosel-Grauwacke – Ein Stück Heimat Klassisch, zeitlos, schön – die Mosel-Grauwacke. Ein Natursteinmaterial, welches durch seine optische Einzigartigkeit und vielfältigen Einsatz- möglichkeiten im Innen- und Außenbereich für eine besondere Form der Lebensqualität sorgt. Seit über 65 Jahren wird im Steinbruch in Treis an der Mosel die heimische Grauwacke gewonnen und verkauft. Neben dem unverwechselbaren Farbspiel des Gesteins gibt das handwerkliche Kön- nen des Steinhauers jedem Stein sein „individuelles Gesicht“. Aufgrund der technischen Eigenschaften wie Frost- und Tausalzbeständigkeit und der Unempfindlichkeit gegen UV-Strahlen hält das Gestaltungsmaterial über Generationen. www.moselgrauwacke.de Aluminium-Verladeschienen – Typ ABS Für ein schnelles und einfaches Auf- und Abladen von Geräten und Packstücken bietet die Altec GmbH, Singen, Auffahrschienen an. Die Alu-Schienen sind leicht, handlich und rutschfest. Mit einer Innenbreite von 150 mm sind sie sehr gut geeignet, um z. B. Motorräder, Hochdruckreiniger, Generato- ren, Rollstühle usw. zu verla- den. Die Schienen sind profiliert und lassen sich dadurch beim Transport platzsparend inein- ander legen. Es werden diverse Längen sowie faltbare Ausfüh- rungen preisgünstig angeboten. www.altec.de Aluminium-Verladeschienen von Altec. Die Texte in „Unternehmen & Produkte“ basieren auf Mitteilungen der Herstellerfirmen und stehen außerhalb der Verantwortung der Redaktion. Die Themen der kommenden Ausgaben: März 2020 April 2020 Mai 2020 Erdbau und Bodenbearbeitung Schwimm- und Gartenteiche, Pools, Saunen Terrassengestaltung Fahrplatten für den GaLaBau – Beste Qualität direkt vom Hersteller Mit der Fahrplatten-GaLaBau GmbH gibt es jetzt einen spezialisierten Hersteller, der für alle Fach- und Meisterbetriebe im Garten- und Land- schaftsbau, Sportplatz- und Erdbau, in der Gartengestaltung, Baumpflege und den vielen weiteren Einsatzbereichen in Natur und Umwelt ein umfangreiches Lieferprogramm von Fahr- und Schutzplatten aus dem stabilen Kunststoff PE-HD kombiniert mit individueller fachkompetenter Beratung anbietet. Unter www.fahrplatten-galabau.de erhalten gerade kleinere und mittlere Betriebe im GaLaBau jederzeit Fahrplatten in Pre- mium Qualität direkt vom Hersteller zu Top-Werkskonditionen (Ersparnis ≥30 %) ganz ohne Handelsspannen, Vorkasse-Zahlung oder weitere ver- steckte Nebenkosten. Alle Preise und Aktionen sind jederzeit online, so dass ein Vergleich mit anderen Angeboten besonders leicht wird. www.fahrplatten-galabau.de Die Seminare von Gartenmetall® vermitteln Fachwissen und Spaß an Metallobjekten. Fachseminare zu Metall im Außenbereich Die Firma Gartenmetall® aus Nürtingen, Spezialist für Gartenobjekte und Stadtmöbel aus Metall, lädt von Mitte Februar bis Ende März 2020 zu insgesamt acht Fachseminaren an verschiedenen Orten in Deutschland, der Schweiz und Österreich ein. Das Seminar unter dem Titel „Planung und Montage von Metallobjekten“ wird vom Inhaber Dr. Claus Thumm persönlich moderiert. Es beinhaltet neben einem Theorie- auch einen sehr anschaulichen Praxisteil. Ein besonderes Schmankerl erwartet die Teilnehmer am 13. März am Firmensitz in Nürtingen. Hier gibt es neben zahlreichen Fachinformation zum Umgang mit dem Werkstoff Metall zusätzlich eine Werksbesichtigung unter dem Motto „Gläserne Fabrik“ mit Hausmesse. Die Anmeldung für die Seminare ist ab sofort über die Website möglich. www.gartenmetall.de/Aktuelles/Seminare Landschaft Bauen & Gestalten · 02/2020
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 § 616
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 § 7
 § 616
 § 7
 § 616
 § 40
 § 39
 § 40