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Timestamp: 2019-07-19 14:17:06+00:00

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[Austauschrunde] Qualitätsmanagement (QM), Zertifizierung und Präqualifizierung (PräQ)
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#1 | [Austauschrunde] Qualitätsmanagement (QM), Zertifizierung und Präqualifizierung (PräQ) 26.02.2015 21:22 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2015 11:30)
Wir stehen nach dem Gesetzgeber in der Pflicht für eine Qualitätssicherung gemäß § 135a SGB V, § 137 SGB V und § 20 SGB IX zu sorgen.
Zehn Grundsätzliche Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement:
(1) Teilhabeorientiertes Leitbild
(2) Einrichtungskonzept
(3) Indikationsspezifische Rehabilitationskonzepte
(4) Verantwortung für das Qualitätsmanagement in der Einrichtung
(5) Basis-Elemente eines QM-Systems: Organisationsstrukturen, Dokumentation, verantwortliche Kontrolle und Steuerung, Entwicklung von Qualitätszielen auf der Basis einer internen Managementbewertung, regelhafte Selbstprüfung wesentlicher Prozesse mittels z.B. interner Audits oder Self-Assessments, Mitarbeiterbeteiligung aller Ebenen und Bereiche
(6) Beziehung zu Rehabilitanden, Bezugspersonen, Angehörigen, Behandlern, Leistungsträgern
(7) Systematisches Beschwerdemanagement
(8) externe Qualitätssicherung
(9) interne Ergebnismessung und -analyse (Verfahren)
(10) interne Kommunikation und Personalentwicklung
Managementprinzipien nach W. Edwards Deming
Ganz ohne Zweifel ist der Amerikaner W. Edwards Deming eine der Persönlichkeiten, die das industrielle Qualitätsgeschehen weltweit stark beeinflusst haben.
Dies ist eine für uns revolutionäre Forderung von Deming: die Produktion soll nicht nach Stückzahl, sondern nach Qualität ausgerichtet werden. Jede numerische Stückzahlvorgabe ist eine Mauer gegen die Qualität und somit auch gegen die Produktivität. Stückzahlmässige Vorgaben garantieren, dass ein Unternehmen eine einmal praktizierte Höhe an Ausschuss und Nacharbeit beibehält und sich nicht verbessert. Durch beständige Reduzierung von Ausschuss, Nacharbeit und Verschwendung ist die geplante Stückzahl einfacher und effektiver zu erreichen.
Leistungsvorgaben verursachen im allgemeinen nur ungenutzte Qualitäts- und Produktivitätsreserven. So werden schlechte Teile gefertigt, um vorgegebene Stückzahlen zu erreichen. Die Folge ist Nacharbeit. Mögliche Verbesserungen werden nicht mit vollem Einsatz angestrebt, um für die nächste Abrechnungsperiode noch Spielraum zu haben.
DIN EN ISO 9000-Serie
Gründe für den mäßigen Erfolg der nach DIN EN ISO 9000-Familie zertifizierten Unternehmen sind unter anderem,
(1) dass die eigentlichen Qualitätsziele erst in zweiter Linie verfolgt werden.
(2) Die dokumentieren Prozesse entsprechen einem Idealbild, aber nicht der betrieblichen Praxis. Zwischen QM-Dokumentation und der Wirklichkeit besteht eine mehr oder minder große Kluft.
(3) Die Mitarbeiter werden unzureichend mit eingebunden.
(4) Führungskräfte und Mitarbeiter sind vom Sinn und Nutzen des QM-Systems nicht überzeugt. Aufbau und Projektfortschritt werden nicht genügend kommuniziert.
(5) Nicht qualifiziertes QM-Personal (QM-Beauftragter) wurde als Bezugspersönlichkeit auserkoren. Qualifiziertes QM-Personal zeichnet sich durch hohe soziale Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein und Fachkompetenz aus. Dass die Einführung eines QM-Systems nach ISO 9001 gelingen kann.
Kundenorientierung und Mitarbeitermotivation gehen Hand in Hand. Nur eigenverantwortliche Mitarbeiter sind motivierte Mitarbeiter und nur motivierte Mitarbeiter sind kundenorientierte Mitarbeiter. Nur 10 % bis 20 % aller Mitarbeiter in den Unternehmen bringen derzeit ihr volles Leistungspotential mit ein.
HilfsM-RL überarbeitet
Kontrollmessungen seit dem 01.11.13???
#2 | RE: [Austauschrunde] Qualitätsmanagement (QM), Zertifizierung und Präqualifizierung (PräQ) 27.02.2015 16:01
in der Vergangenheit mussten sich die Hörgeräte Akustiker nach der 13485 Norm Zertifizieren lassen. Das ist die auf Medizinprodukte angewendete und verschärfte ISO 9000 / 9001.
In manchen Verträgen zwischen BI und Kassen war das so verankert. Ob es noch in einigen (alten) Verträgen steht weiß ich nicht - aber ich vermute eher nicht. In den aktuellen (neuen) Verträgen ist die Präqualifizierung festgeschrieben. Damit ist die Notwendigkeit ein QM nach Norm (also 9000 oder 13485) eigentlich hinfällig.
Anders ist es freilich bei Herstellern. Die sind nach wie vor an die 13485 zwingend gebunden.
#3 | RE: [Austauschrunde] Qualitätsmanagement (QM), Zertifizierung und Präqualifizierung (PräQ) 27.02.2015 22:05 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2015 16:03)
Die ISO 13485 ist eine ISO-Norm, die die Erfordernisse für ein umfassendes Managementsystem für das Design und die Herstellung von Medizinprodukten repräsentiert. Obwohl sie ein eigenständiges Dokument ist, ist die ISO 13485 in weiten Teilen mit der ISO 9001 identisch. Die ISO 13485 enthält detaillierte Forderungen zu Themen, die die Herstellung und das Inverkehrbringen von Medizinprodukten betreffen.
Gemäß § 20 SGB IX sind die Rehabilitationseinrichtungen bereits seit Längerem zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität ihrer Leistungen ebenso verpflichtet wie zur Umsetzung eines internen Qualitätsmanagements, das die Qualität der Versorgung gewährleisten und kontinuierlich verbessern soll.
Generell lassen sich die internen QM-Systeme in zwei Gruppen unterscheiden. Die Gruppe der Basissysteme wie KTQ-Rehabilitation oder der DIN EN ISO 9001 und die Gruppe der Systeme wie DEGEMED, QMS-Reha sowie IQMP-Reha. Deren gemeinsames Kennzeichen ist die Weiterentwicklung eines Basissystems der ersten Gruppe zu einem rehabilitationsbezogenen QM-System.
Im Zuge der Gesundheitsreform 2007 hat der Gesetzgeber § 20 im Absatz 2 ergänzt um die Pflicht für stationäre Einrichtungen zur Zertifizierung ihres internen Qualitätsmanagements.
Aktuell flammt bei uns das Thema wieder auf. Zum Glück bieten wir nur eine ambulante Reha an. Eine Zertifizierung bleibt uns so noch erspart....soweit ich das Thema überblicke....
EDIT/ Nachtrag
Zitat von Harald Bonsel im Beitrag #2
Irgendwie muss sich im Zuge einer wilden Gesundheitsreform im Jahre 2012 die Pflicht eines Leistungs- und Qualitätsnachweises nach § 113 SGB XI (Verschmelzung zur integrativen Versorgung) aufgehoben haben?! Demnach besteht auch im Zusammenhang mit dem SGB V, auswirkend auf die Vertragsgrundlagen zwischen BI und Kassen, keine Nachweispflicht in Form eines externen Audits mehr.
....hmmm...verrückt....was hab ich alles im Zeitraum des Studiums verpennt/ verpasst ?!
Archiv 2012-02-10_Deutsches Ärzteblatt.pdf
#4 | RE: [Austauschrunde] Qualitätsmanagement (QM), Zertifizierung und Präqualifizierung (PräQ) 02.03.2015 15:54 (zuletzt bearbeitet: 02.03.2015 15:54)
Nein OhrAkel - sie haben nix verpasst.
Es wurde der Zugang zum Markt für die Hilfsmittelerbringer vereinfacht und vereinheitlicht:
http://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/praequalifizierung/praequalifizierung.jsp
Für Hersteller von Medizinprodukten hat sich nichts geändert. Die müssen nach wie vor die 13485 machen (plus zusätzlich Ggf. und je nach Medizinprodukt bestimmte Vorgaben des Medizinprodukte Gesetzes). Also (fast) immer ein Qualitätsmanagemenstsystem einrichten und aufrecht erhalten.
#5 | RE: [Austauschrunde] Qualitätsmanagement (QM), Zertifizierung und Präqualifizierung (PräQ) 04.09.2015 07:59 (zuletzt bearbeitet: 24.09.2015 23:30)
News des Tages - Bibliomed Manager
Quelle: https://www.bibliomedmanager.de/news/-/c...detail/14270554
Mindestmengen und Krankenhausplanung: Quantität vor Qualität?
Zitat von bibliomedmanager.de
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nutzt seine eigentliche Aufgabe, die Anforderungen an den notwendigen medizinischen Standard festzulegen, höchst effektiv und machtbewusst. Er kann Leistungsinhalte modifizieren und – unter dem Stichwort „Qualitätssicherung" – Richtlinien benennen sowie Beschlüsse fassen, die für die Leistungserbringung im ambulanten und stationären Sektor nicht nur den Ablauf, sondern zunehmend auch das „Ob" der Leistungserbringung bestimmen: „Mindestmengenregelungen" machen die Qualität des Behandlungsergebnisses von der Menge der erbrachten Leistungen abhängig und schreiben Mindestmengen für die jeweiligen Leistungen und Ausnahmetatbestände vor.
Werden diese Mindestmengen (bei planbaren Leistungen) nicht erreicht, dürfen Arzt oder Krankenhaus Leistungen nicht erbringen und diese – demzufolge – auch nicht vergütet erhalten.
#6 | [Austauschrunde] Qualitätsmanagement-Handbuch (QMH) 28.11.2015 19:14
Ein Kollege hat mich gestern auf ein Tool aufmerksam gemacht, mit dem es einfach ist hübsche Grafiken zu erstellen. Ich finde, damit kann man auch komplexe Sachverhalte wie bspw. Arbeitsanweisungen zu Prozessbeschreibungen schön visualisieren oder übersichtliche Projektpläne erstellen.
Das Tool heißt yEd und ist hier kostenlos runterzuladen: http://www.yworks.com/products/yed
Vielleicht ist es auch für einen von Euch interessant?
Harald Bonsel sagt Danke!
#7 | RE: [Austauschrunde] Qualitätsmanagement-Handbuch (QMH) 22.01.2016 06:12
Einsteigerhörgerät von Fa. Kind bei Rossmann » « Gerüchteküche

References: § 135
 § 137
 § 20
 § 20
 § 20
 § 113