Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=11.07.2007&Aktenzeichen=I%20R%2096/04
Timestamp: 2019-10-15 03:01:27+00:00

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BFH, 11.07.2007 - I R 96/04 - dejure.org
https://dejure.org/2007,7578
BFH, 11.07.2007 - I R 96/04 (https://dejure.org/2007,7578)
BFH, Entscheidung vom 11.07.2007 - I R 96/04 (https://dejure.org/2007,7578)
BFH, Entscheidung vom 11. Juli 2007 - I R 96/04 (https://dejure.org/2007,7578)
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BVerfG, 10.06.2009 - 1 BvR 1402/08
Wird der Folgebescheid --wie hier-- aus anderen Gründen geändert, kann eine nicht mehr umsetzbare Besteuerungsgrundlage gemäß § 177 AO im Wege der Saldierung berücksichtigt werden (z.B. Senatsbeschluss vom 11. Juli 2007 I R 96/04, BFH/NV 2008, 6;… BFH-Beschluss vom 19. Mai 2006 II B 79/05, BFH/NV 2006, 1622; BFH-Urteil vom 10. August 2006 II R 24/05, BFHE 214, 105, BStBl II 2007, 87; die (u.a.) gegen die letztgenannte Entscheidung des II. Senats eingelegte Verfassungsbeschwerde hat das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 10. Juni 2009 1 BvR 571/07, Deutsches Steuerrecht/Entscheidungsdienst 2009, 1021, nicht zur Entscheidung angenommen).
Daher ist eine Steuer, für die die Festsetzungsfrist bereits abgelaufen ist, in die Berichtigung mit einzubeziehen (z.B. BFH-Urteil in BFHE 214, 105, BStBl II 2007, 87; Senatsbeschluss in BFH/NV 2008, 6; BFH-Urteil vom 18. Dezember 1991 X R 38/90, BFHE 167, 1, BStBl II 1992, 504; Frotscher in Schwarz, AO, § 177 Rz 8).
Denn auch in diesem Fall führte die Nichtberücksichtigung der im Grundlagenbescheid festgestellten Einkünfte zu einer von der kraft Gesetzes entstandenen abweichenden Steuer (Senatsbeschluss in BFH/NV 2008, 6, m.w.N.).
Auf ein etwaiges Verschulden sowie insbesondere auf die Frage, ob insoweit Verjährung eingetreten ist, kommt es nicht an (Senatsurteile vom 18. Dezember 1991 X R 38/90, BFHE 167, 1, BStBl II 1992, 504, und im Anschluss hieran vom 14. Juli 1993 X R 34/90, BFHE 172, 290, BStBl II 1994, 77; vom 1. Juni 1994 X R 90/91, BFHE 175, 64, BStBl II 1994, 849;… vom 14. Dezember 1994 X R 111/92, BFH/NV 1995, 566; BFH-Urteile vom 11. Juli 2007 I R 96/04, BFH/NV 2008, 6;… vom 17. März 2010 I R 86/06, BFH/NV 2010, 1779;… vom 3. März 2011 IV R 35/09, BFH/NV 2011, 2045;… Koenig/Koenig, a.a.O., § 177 Rz 11;… Klein/ Rüsken, a.a.O., § 177 Rz 11;… a.A. von Groll in HHSp, § 177 AO Rz 104, 114-119 sowie Loose in Tipke/Kruse, a.a.O., § 177 AO Rz 6).
Daraus folgt für die Rechtslage vor dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Datenermittlung für den Verteilungsschlüssel des Gemeindeanteils am Umsatzsteueraufkommen und zur Änderung steuerlicher Vorschriften vom 23. Juni 1998 (BGBl. I 1998, 1496, BStBl I 1998, 873), dass die Außenprüfung bei dem Gesellschafter einer Personengesellschaft den Ablauf der Festsetzungsfrist nicht im Hinblick auf Besteuerungsgrundlagen hemmt, die gesondert festzustellen sind (Senatsbeschluss vom 11. Juli 2007 I R 96/04, BFH/NV 2008, 6, m.w.N.).
BFH, 03.03.2011 - IV R 35/09
Abwahl der Nutzungswertbesteuerung auch im Rahmen der Fehlersaldierung gemäß § …
Entscheidend ist allein, dass im Augenblick der Aufhebung/Änderung ein nicht eigenständig korrigierbarer materieller Fehler vorliegt (Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 11. Juli 2007 I R 96/04, BFH/NV 2008, 6).
Daraus folgt, dass es insoweit nur darauf ankommt, ob auf der Basis des materiellen Rechts zu irgendeinem Zeitpunkt ein Steueranspruch bestanden hat; ein späteres Erlöschen dieses Anspruchs (z.B. auf der Grundlage des § 47 AO) wirkt sich auf die Anwendung des § 177 AO nicht aus (BFH-Beschluss in BFH/NV 2008, 6, mit umfangreichen Nachweisen zur Rechtsprechung).
Da sich die Wirkung des § 177 Abs. 1 AO jedoch auf den Tenor des Steuerbescheids (die festzusetzende Steuer) bezieht (s. insoweit § 177 Abs. 3 AO und Senatsbeschluss vom 11. Juli 2007 I R 96/04, BFH/NV 2008, 6), hat das FA im Änderungsbescheid vom 11. Mai 2015 die Steuer ohne Rechtsfehler auf den Betrag festgesetzt, der sich aus dem bestandskräftigen ursprünglichen Steuerbescheid ergibt (Korrekturbegrenzung).
Daraus folgt, dass es insoweit nur darauf ankommt, ob auf der Basis des materiellen Rechts zu irgendeinem Zeitpunkt ein Steueranspruch bestanden hat; ein späteres Erlöschen dieses Anspruchs (z.B. auf der Grundlage des § 47 AO ) wirkt sich auf die Anwendung des § 177 AO nicht aus (BFH-Beschluss vom 11. Juli 2007 I R 96/04, BFH/NV 2008, 6 ;… Pahlke/Koenig § 177 Rz. 13;… Klein/Rüsken § 177 Rz. 9).
Daher ist eine Steuer, für die die Festsetzungsfrist bereits abgelaufen ist, in die Berichtigung mit einzubeziehen (BFH-Urteil vom 10. August 2006 II R 24/05, BStBl II 2007, 87 ; BFH-Beschluss vom 11. Juli 2007 I R 96/04, BFH/NV 2008, 6 ).
Dabei stellt § 177 AO allein auf eine Änderung des Steuerbetrags ab (BFH-Beschluss vom 11. Juli 2007 I R 96/04, BFH/NV 2008, 6).
FG Münster, 24.04.2013 - 7 K 2342/11
Änderung der bestandskräftigen Inanspruchnahme des Veräußerungsfreibetrags bei …
Entscheidend ist allein, dass im Augenblick der Aufhebung/Änderung ein nicht eigenständig korrigierbarer materieller Fehler vorliegt (Beschluss des BFH vom 11.07.2007 I R 96/04, BFH/NV 2008, 6).
Der Senat hat eine von den Rügeführern eingelegte Revision gegen ein Urteil des Finanzgerichts Nürnberg gemäß § 126a der Finanzgerichtsordnung (FGO) ohne mündliche Verhandlung durch Beschluss zurückgewiesen (Senatsbeschluss vom 11. Juli 2007 I R 96/04).
Obwohl sich nach diesem Bescheid der Verlust aus der Beteiligung erhöht hat, verbleibt es wegen der nach § 177 Abs. 3 AO gebotenen Rechtsfehlersaldierung, die ungeachtet der partiell eingetretenen Bestandskraft des Bescheides zur Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs vorzunehmen ist (vgl. BFH, Beschluss vom 11.7.2007 I R 96/04, BFH/NV 2008, 6 ), bei der festgestellten Höhe des verbleibenden Verlustabzugs.

References: § 177
 § 177
 § 177
 § 177
 § 177
 § 177
 § 47
 § 177
 § 177
 § 177
 § 47
 § 177
 § 177
 § 177
 § 177
 § 126
 § 177