Source: https://jakarta.diplo.de/id-de/service/-/1686936
Timestamp: 2018-09-20 07:51:11+00:00

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FAQ | Häufig gestellte Fragen von Deutschen in Indonesien zum deutschen Staatsangehörigkeitsrecht
Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Abstammung
Nichterwerb der deutschen Staatsangehörigkeit bei Geburt im Ausland
Für Fragen zum deutschen Staatsangehörigkeitsrecht schauen Sie sich bitte unsere Liste mit häufig gestellten Fragen (FAQ) zum Thema an.
Unser Kind wurde in Indonesien (oder einem anderen ausländischen Staat) geboren, zumindest ein Elternteil ist deutscher Staatsangehöriger. Wie erwirbt unser Kind die deutsche Staatsangehörigkeit?
Die deutsche Staatsangehörigkeit wird grundsätzlich nach dem Abstammungsprinzip automatisch durch Geburt erworben, wenn mindestens ein Elternteil deutsch ist. Sie können für Ihr Kind somit i.d.R. direkt einen deutschen Pass oder Personalausweis beantragen.
Ist nur der Vater deutsch, muss die Vaterschaft für den deutschen Rechtsbereich wirksam festgestellt sein. Dies ist entweder der Fall, wenn das Kind während einer für den deutschen Rechtskreis wirksamen Ehe der Kindeseltern geboren ist oder wenn eine wirksame Vaterschaftsanerkennung vorliegt.
Für deutsche Staatsangehörige, die ab dem 01.01.2000 bereits im Ausland geboren wurden, gilt: Deren Kinder erwerben bei Geburt im Ausland die deutsche Staatsangehörigkeit nur, wenn die Eltern die Geburt des Kindes binnen eines Jahres nach der Geburt bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung anzeigen.
Unser Kind hat neben der deutschen noch eine weitere Staatsangehörigkeit, i.d.R. die indonesische Staatsangehörigkeit. Muss sich unser Kind später für eine der beiden Staatsangehörigkeiten entscheiden?
Nein, wenn Ihr Kind durch Geburt automatisch zwei Staatsangehörigkeiten erworben hat (die deutsche durch Abstammung), ist eine spätere Entscheidung zwischen den beiden Staatsangehörigkeiten aus deutscher Sicht nicht erforderlich. Ihr Kind ist also dauerhaft Doppelstaater. Unter Umständen mag aber das Recht des anderen Landes eine Optionsnotwendigkeit vorsehen. Bitte wenden Sie sich hierfür an die zuständigen Stellen des anderen Landes.
Das indonesische Staatsangehörigkeitsgesetz hält am Prinzip der Vermeidung von Mehrstaatigkeit fest und macht dabei keine Unterscheidung zwischen automatischem Erwerb oder Antragserwerb. Ausnahme: Ein Kind erwirbt bei ehelicher Geburt nunmehr auch dann die indonesische Staatsangehörigkeit der Mutter, wenn der Vater Ausländer ist, muss sich jedoch zwischen dem 18. und 21. Geburtstag für eine der Nationalitäten (deutsche oder indonesische Staatsangehörigkeit) entscheiden
Bei Option zugunsten des indonesischen Rechts verlangen die indonesischen Behörden i.d.R. den Nachweis über den Verlust der anderen (deutschen) Staatsangehörigkeit. Hier sollte der Antragsteller daher bei der zuständigen deutschen Staatsangehörigkeitsbehörde (bei gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland das Bundesverwaltungsamt in Köln) einen Antrag auf Verzicht auf die deutsche Staatsangehörigkeit stellen.
Ich bin deutscher Staatsangehöriger und möchte mich auf Antrag in Indonesien einbürgern lassen. Ergeben sich hierdurch Auswirkungen auf meine deutsche Staatsangehörigkeit?
Der Antrags-Erwerb der indonesischen Staatsangehörigkeit führt mangels anderslautender bilateraler Abkommen zum automatischen Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit gem. 3 25 StAG. Die Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung ist seitens der deutschen Behörden für Indonesien nicht möglich, da das indonesische Recht keine doppelte Staatsangehörigkeit vorsieht.
Bei Anträgen deutscher Staatsangehöriger auf Einbürgerung in Indonesien verlangen die indonesischen Behörden eine Bescheinigung über den zu erwartenden Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit.
Die Botschaft Jakarta darf keine Einzelbescheinigungen zur Staatsangehörigkeit einer Person erteilen; dies darf nur die inländische zuständige Staatsangehörigkeitsbehörde (i.d.R. das Bundesverwaltungsamt in Köln). Daher ist seitens der Botschaft lediglich die Erteilung einer allgemeinen Bescheinigung zur Rechtslage nach § 25 StAG möglich.
Sofern die indonesischen Behörden am Ende des Einbürgerungsverfahrens eine Einbürgerungszusage erteilen und dafür den Nachweis des Verlustes der deutschen Staatsangehörigkeit verlangen, muss der Antragsteller die Beantragung der Entlassung aus der deutschen Staatsangehörigkeit gem. § 18 StAG beantragen. Die Aushändigung der durch das Bundesverwaltungsamt ausgestellten Entlassungsurkunde erfolgt durch die Botschaft Jakarta. Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit tritt mit dem Moment der Aushändigung der Urkunde ein. Zu beachten ist jedoch § 24 StAG, wonach die Entlassung als nicht erfolgt gilt, der Entlassene die ihm zugesicherte ausländische Staatsangehörigkeit nicht innerhalb eines Jahres nach Aushändigung der Entlassungsurkunde erworben hat.
Ist die Antrags-Einbürgerung durch die indonesischen Behörden erfolgt, ohne dass vorher deutsche Stellen beteiligt waren, stellt die Botschaft gegen Vorlage der indonesischen Einbürgerungsunterlagen und Rückgabe des deutschen Passes einen entsprechenden Bescheid an den Antragsteller über die erfolgte Passrückgabe aus.
Ich selbst bin deutscher Staatsangehöriger, wie kann mein ausländischer Ehepartner selbst die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen?
Einbürgerungen in den deutschen Staatsverband sind vor allem für Personen vorgesehen, die auch Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. Generell hat Ihr/e Partner/in unter bestimmten weiteren Voraussetzungen bereits nach 3 Jahren rechtmäßigen Aufenthalts in der Bundesrepublik einen Einbürgerungsanspruch. Ihre Ehe muss schon seit mindestens zwei Jahren bestehen. Bitte wenden Sie sich zur weiteren Beratung an die für Ihren Wohnort in Deutschland zuständige Behörde.
Sofern Sie und Ihr/ Partner/in sich Indonesien aufhalten, ist eine Einbürgerung nur unter den Voraussetzungen des § 14 Staatsangehörigkeitsgesetz möglich. Nach Erfahrungen des Auswärtigen Amts und der deutschen Auslandsvertretungen ist dies jedoch –neben Antragsvoraussetzungen wie der Sicherung des Lebensunterhalts und deutscher Sprachkenntnisse - nur bei Vorliegen eines besonderen öffentlichen Interesses möglich, wobei private Interessen lediglich nachrangig berücksichtigt werden. Allein das Bestehen einer Ehe mit einem deutschen Staatsangehörigen rechtfertigt die Annahme eines öffentlichen Interesses i.d.R. noch nicht.
Um von vornherein aussichtslose, aber trotzdem gebührenpflichtige Einbürgerungsanträge zu vermeiden, empfiehlt sich vor Antragstellung über die Auslandsvertretung zunächst eine Anfrage beim Bundesverwaltungsamt als der zuständigen Staatsangehörigkeitsbehörde.
Sollten Ihre Fragen auf unserer Webseite nicht beantwortet werden können, finden Sie weitere FAQs zum Staatsangehörigkeitsrecht auch auf der Internetseite des Auswärtigen Amts.
Nichteheliche Kinder einer ausländischen Mutter und eines deutschen Vaters erwerben die deutsche Staatsangehörigkeit seit dem 01.07.1993, sofern unter anderem eine gültige Vaterschaftsanerkennung bzw. -feststellung vorlag.
Nichteheliche Kinder eines deutschen Vaters, die vor dem 01.07.1993 geboren wurden, können die deutsche Staatsangehörigkeit durch Erklärung erwerben, sofern alle nachfolgend genannten Voraussetzungen erfüllt sind:
Es muss eine nach deutschen Gesetzen wirksame Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft vorliegen.
Das Kind muss seit drei Jahren seinen rechtmäßigen gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet haben.
Die Erklärung kann folglich nicht im Ausland sondern ausschließlich am deutschen Wohnort abgegeben werden. Das Vaterschaftsfeststellungsverfahren muss hierbei eingeleitet sein, bevor das Kind das 23. Lebensjahr vollendet hat.
Unter "Legitimation" versteht man die nachträgliche "Ehelichwerdung" eines nichtehelich geborenen Kindes.
Erwerb durch Eheschließung einer Ausländerin mit einem Deutschen 31.03.1953
Besondere Vorschriften gelten für die Verfolgten des Nazi-Regimes, denen die deutsche Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen zwischen dem 30.01.1933 und dem 08.05.1945 entzogen worden ist. Diese Personen und deren Abkömmlinge haben unter Umständen einen Anspruch auf Einbürgerung.
Wenn Sie Ihren Fall prüfen lassen möchten, wenden Sie sich bitte zunächst per Kontaktformular an die Botschaft Jakarta. Die Auslandsvertretung wird sich daraufhin mit Ihnen in Verbindung setzen um Ihren Fall zu prüfen und Sie über die Möglichkeiten einer Wiedereinbürgerung und die weitere Vorgehensweise zu informieren.
Hinweise zum Einbürgerungsanspruch nach Art. 116 Abs.2 GG
Weitere Informationen zu diesem Thema können Sie dem Merkblatt des Bundesverwaltungsamts zur Anspruchseinbürgerung nach Art. 116 Abs. 2 GG entnehmen.
Wortlaut des Art. 116 Abs. 2 GG
Hier finden Sie den Wortlaut des Art. 116 Abs. 2 des Grundgesetzes
Für alle Fragen rund um das Thema Einbürgerung aus dem Ausland wenden Sie sich bitte an das Bundesverwaltungsamt in Köln.
Alle Informationen und Antragsvordrucke zur Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit finden Sie auf der Seite des Bundesverwaltungsamts in Köln.
Gemäß §25 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) verliert ein Deutscher, der auf Antrag eine ausländische Staatsangehörigkeit erwirbt, grundsätzlich automatisch seine deutsche Staatsangehörigkeit, sofern er nicht vorab die schriftliche Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit ("Beibehaltungsgenehmigung") erhalten hat. Bitte beachten Sie hierzu die untenstehenden Hinweise.
Hinweis: Der automatische Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit ohne Antrag führt nicht zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit. Wer somit durch Geburt eine ausländische und gleichzeitig durch Abstammung von einem deutschen Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit erworben hat, verfügt über beide Staatsangehörigkeiten, ohne dass es eines Antrages auf Beibehaltungsgenehmigung bedarf.
Sofern Sie sich in einem anderen Staat einbürgern lassen und gleichzeitig die deutsche Staatsangehörigkeit beibehalten möchten, besteht die Möglichkeit, eine Beibehaltungsgenehmigung zu beantragen. Zuständig für die Erteilung von Beibehaltungsgenehmigungen für im Ausland lebende Deutsche ist das Bundesverwaltungsamt in Köln.
Bei dem dort folgenden Verwaltungsverfahren werden auch die privaten Motive des Antragstellers berücksichtigt. Fortbestehende Bindungen an Deutschland und gewichtige Gründe für den Erwerb der anderen Staatsangehörigkeit müssen nachgewiesen werden. Die Beibehaltungsgenehmigung wird im Regelfall nur bei Erwerb der Staatsangehörigkeit des Aufenthaltsstaates ausgestellt.
Mit Fragen im Einzelfall können Sie sich gerne an die zuständige Auslandsvertretung oder direkt an das Bundesverwaltungsamt wenden. Allgemeine Hinweise und Merkblätter zum Verfahren, häufig gestellte Fragen sowie das Antragsformular finden Sie auf der Internetseite des Bundesverwaltungsamts in Köln.
Bei Geburt im Ausland erwerben Kinder, deren deutsche Eltern oder deutscher Elternteil nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde(n) und zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes ihren / seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben / hat, nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie durch Geburt eine ausländische Staatsangehörigkeit erwerben (§ 4 Abs. 4 Satz 1 i. V. m. Satz 3 Staatsangehörigkeitsgesetz).
Informationen der Botschaft zu Familiensachen
Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht kennt verschiedene Verlustgründe, hier finden Sie weitere Informationen zum Thema.
Ausführliche Informationen hierzu finden Sie auf der Seite des Bundesverwaltungsamts in Köln.
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat mit Urteil vom 29.11.2006 entschieden, dass die Rechtsvorschriften zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit bei Legitimationen durch einen Ausländer rückwirkend ab dem 01.04.1953 nicht mehr anwendbar sind. Dadurch ergibt sich, dass nichteheliche Kinder einer deutschen Mutter, die nach dem 31.03.1953 von einem Ausländer legitimiert wurden, ihre deutsche Staatsangehörigkeit nicht verloren haben.
Deutsche Frauen, die vor dem 23.05.1949 einen Ausländer geheiratet haben, haben die deutsche Staatsangehörigkeit auch bei dann eintretender Staatenlosigkeit verloren. Unter Umständen können Sie wieder eingebürgert werden. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte ggf. per Kontaktformular an die deutsche Botschaft Jakarta.
Die deutsche Staatsangehörigkeit kann seit dem 01.01.1977 auch durch Adoption eines deutschen Kindes durch ausländische Eltern verloren gehen. Dies bedeutet, dass Kinder, die vor diesem Termin von ausländischen Staatsangehörigen adoptiert worden sind, die deutsche Staatsangehörigkeit regelmäßig nicht verloren haben. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte ggf. per Kontaktformular die deutsche Botschaft.
Demnach gilt die Zustimmung nunmehr als erteilt, für Personen die zugleich die Staatsangehörigkeit von
Staaten der Länderliste nach § 41 Abs. 1 der Aufenthaltsverordnung (Australien, Israel, Japan, Kanada, Republik Korea, Neuseeland, Vereinigten Staaten von Amerika)
besitzen und in die Streitkräfte dieses Landes eintreten.
Ein Deutscher kann auf seine deutsche Staatsangehörigkeit verzichten, wenn er mehrere Staatsangehörigkeiten besitzt. Der Verzicht wird wirksam mit Aushändigung der Verzichtsurkunde. Unter untenstehendem Link erhalten Sie weitere Informationen hierzu.
Wenn Sie in Indonesien leben, neben der deutschen auch die indonesische (oder eine andere) Staatsangehörigkeit besitzen und aus bestimmten Gründen auf die deutsche Staatsangehörigkeit verzichten möchten, müssen Sie hierfür einen Verzichtsantrag beim Bundesverwaltungsamt in Köln stellen. Der Antrag kann bei der Botschaft Jakarta während der allgemeinen Öffnungszeiten der Rechts- und Konsularabteilung gestellt werden.
Verlust durch dauerhaften Aufenthalt im Ausland vor 1914
Dauerhafter Aufenthalt im Ausland von mehr als 10 Jahren, ohne dass sich die Person bei einem deutschen Konsulat in die „Konsulatsmatrikel“ (=Register der im jeweiligen Amtsbezirk wohnhaften Deutschen) hat eintragen lassen, führte bis 1914 zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit. Dieser Verlustgrund ist von entscheidender Bedeutung für Sie, wenn Ihr Vorfahre, von dem Sie die deutsche Staatsangehörigkeit ableiten möchten, vor 1904 ausgewandert ist. Ist dies der Fall, so hat der Vorfahre automatisch nach Ablauf von 10 Jahren Aufenthalt im Ausland die deutsche Staatsangehörigkeit verloren und konnte diese folglich nicht mehr an die nächste Generation weitergeben.
Besondere Vorschriften gelten für die Verfolgten des Nazi-Regimes, denen die deutsche Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen zwischen dem 30.01.1933 und dem 08.05.1945 entzogen worden ist. Diese Personen und deren Abkömmlinge haben unter Umständen einen Anspruch auf Einbürgerung nach Art. 116 II GG.
Weitere Informationen zum Thema Staatsangehörigkeit finden Sie auf der Website des Bundesverwaltungsamts sowie auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

References: § 25
 § 18
 § 24
 § 14
 Art. 116
 Art. 116
 Art. 116
 Art. 116
 §25
 § 41
 Art. 116