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Timestamp: 2020-06-02 16:36:16+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein GrönHeideNatSchV SH 2013 | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“ vom 16. April 2013 | gültig ab: 31.05.2013
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Grönauer Heide,...
juris-Abkürzung: GrönHeideNatSchV SH 2013
Gültig ab: 31.05.2013
Fundstelle: GVOBl. 2013 203
Gliederungs-Nr: 791-10-8
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“ vom 16. April 2013 31.05.2013
Eingangsformel 31.05.2013
§ 1 - Erklärung zum Naturschutzgebiet 31.05.2013
§ 2 - Geltungsbereich 31.05.2013
§ 3 - Schutzzweck, Erhaltungsziele 31.05.2013
§ 4 - Verbote 31.05.2013
§ 5 - Zulässige Handlungen 31.05.2013
§ 6 - Ausnahmen und Befreiungen 31.05.2013
§ 7 - Ordnungswidrigkeiten 31.05.2013
§ 8 - Inkrafttreten und Außerkrafttreten 31.05.2013
Anlage - Bekanntmachung zu der Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee" 22.02.2019
Anlage 1a 31.05.2013
Anlage 1b 31.05.2013
Aufgrund des § 13 Abs. 1 Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) vom 24. Februar 2010 (GVOBl. Schl.-H. S. 301, ber. S. 486), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 13. Juli 2011 (GVOBl. Schl.-H. S. 225), in Verbindung mit § 32 Abs. 2 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), zuletzt geändert durch Artikel 7 des Gesetzes vom 21. Januar 2013 (BGBl. I S. 95), sowie aufgrund des § 38 Landesjagdgesetz (LJagdG) in der Fassung vom 13. Oktober 1999 (GVOBl. Schl.-H. S. 300, ber. 2008 S. 135), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 8. Februar 2012 (GVOBl. Schl.-H. S. 266), verordnet das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume:
(1) Die Grönauer Heide, das Grönauer Moor, der Blankensee mit Blankenseebachniederung auf dem Gebiet der Hansestadt Lübeck und der Gemeinden Groß Grönau und Groß Sarau im Kreis Herzogtum Lauenburg werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet ist zu großen Teilen besonderes Schutzgebiet (FFH-Gebiet) im Sinne der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EU Nr. L 206, S. 7), zuletzt geändert durch Richtlinie 2006/105/EG des Rates vom 20. November 2006 (ABl. EU Nr. L 363, S. 368), und Europäisches Vogelschutzgebiet im Sinne der Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (ABl. EU Nr. L 20, S. 7). Die übrigen Teile des Naturschutzgebietes haben Vernetzungsfunktion für die Wanderung, die geographische Verbreitung und den genetischen Austausch wildlebender Arten und dienen der Verbesserung der ökologischen Kohärenz von Natura 2000 im Sinne von Artikel 10 der Richtlinie 92/43/EWG .
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“ unter Nummer 201 in das bei der obersten Naturschutzbehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 367 ha groß und umfasst die Flächen der Grönauer Heide nördlich der Straße von Groß Grönau nach Blankensee einschließlich großer Teile des „Schönen Dreiecks“, die Flächen des Grönauer Moores mit Randbereichen und den Blankensee mit seiner vermoorten Zuflussrinne, den Blankenseebach mit Randbereichen und weitere Puffer- und Arrondierungsflächen auf dem Gebiet der Hansestadt Lübeck und der Gemeinden Groß Grönau und Groß Sarau.
(2) In der dieser Verordnung als Anlage 1 a beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes als schwarze Linie dargestellt. In der dieser Verordnung als Anlage 1 b beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 ist das Europäische Vogelschutzgebiet waagerecht und das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) senkrecht schraffiert eingetragen.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der Abgrenzungskarte 1 a im Maßstab 1:5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. In der Abgrenzungskarte 1 b ist das FFH-Gebiet senkrecht und das Europäische Vogelschutzgebiet waagerecht schraffiert eingetragen. Die Ausfertigungen der Karten sind bei der obersten Naturschutzbehörde verwahrt. Die Karten sind Bestandteile dieser Verordnung. Weitere Karten sind
bei der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, untere Naturschutzbehörde, 23539 Lübeck,
bei der Landrätin oder dem Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg, untere Naturschutzbehörde, 23909 Ratzeburg,
(1) Das Naturschutzgebiet dient der Sicherung, dem Schutz, der Erhaltung und der Entwicklung eines großflächigen, eng verzahnten, überwiegend nährstoffarmen und vielfältigen Biotopkomplexes mit Heiden, Magergrasfluren, Trockenrasen, unbewachsenen Rohboden-Partien, Gewässern und ihrer Uferbereiche, Moorbereichen sowie Wäldern und Aufforstungsflächen, Knicks sowie Acker- und Grünlandflächen als Lebens-, Brut- und Nahrungsraum einer landesweit einmaligen, charakteristischen und naturraumtypischen, äußerst artenreichen, teilweise gefährdeten Pflanzen- und Tierwelt. Viele der Lebensräume und Arten sind von europaweiter Bedeutung.
die für diesen Naturraum typischen nährstoffarmen, teilweise auch kulturhistorisch geprägten Lebensräume der Heiden, Mager- und Trockenrasen, Borstgrasrasen, Stillgewässer, Pfeifengraswiesen, bodensauren Wälder und Gebüsche sowie Übergangs- und Schwingrasenmoore, Moorwälder und feuchte Hochstaudenfluren,
die auf diese Lebensräume spezialisierten, für dieses Gebiet charakteristischen Pflanzen- und Tierarten, vor allem die große Artenvielfalt der Insekten- und Amphibienfauna mit Arten von gemeinschaftlichem Interesse wie Kammmolch sowie die seltene in ihrem Bestand bedrohte Brutvogelgemeinschaft mit den Arten Brachpieper, Ziegenmelker, Neuntöter, Heidelerche, Sperbergrasmücke, Wachtelkönig, Mittelspecht, Wespenbussard sowie die Arten Schilfrohrsänger, Feldlerche, Wachtel und Grauammer,
die natürliche Grundwasserdynamik und
das in Teilen des Naturraumes noch erhaltene charakteristische und ästhetische Landschaftsbild
die in Anlage 2 Nr. 1 genannten Lebensraumtypen und Arten und die in Anlage 2 Nr. 2 bezeichneten Vogelarten sowie deren Lebensräume zu erhalten oder einen günstigen Erhaltungszustand wiederherzustellen.
den in der Übersichts- und in der Abgrenzungskarte 1 a in gepunkteter Signatur dargestellten Teil des Naturschutzgebietes zu betreten oder in diesem Teil zu reiten oder zu fahren sowie den übrigen Bereich des Naturschutzgebietes außerhalb der Wege zu betreten oder hier außerhalb der dafür bestimmten Wege zu reiten oder zu fahren.
Flächen im Eigentum der Stiftung Grönauer Heide und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein,
durch natürliche und juristischen Personen des Privatrechtes für Zwecke des Naturschutzes erworbenen oder bereitgestellten Flächen und
von kommunalen Gebietskörperschaften für Zwecke des Naturschutzes erworbenen oder bereitgestellten Flächen
nach Maßgabe der Vorgaben der oberen Naturschutzbehörde; auf den Waldflächen sind zur Erhaltung ungestörter Naturabläufe alle forstwirtschaftlichen Maßnahmen zu unterlassen; zulässig bleiben die erforderlichen Maßnahmen der Verkehrssicherungspflicht;
die der guten fachlichen Praxis entsprechende landwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 5 Abs. 2 BNatSchG der übrigen
als Acker genutzten Flächen,
als Grünland genutzten Flächen, dabei ist es jedoch unzulässig, die Flächen mehr als bisher zu entwässern, in Ackerland umzuwandeln, Pflanzenschutzmittel auf diesen Flächen auszubringen und einen 10 m breiten Randstreifen entlang der Gewässer zu düngen,
gärtnerisch genutzten Flächen;
die den Schutzzweck berücksichtigende, naturnahe forstwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 5 Abs. 1 und 2 Landeswaldgesetz (LWaldG) in der Fassung vom 5. Dezember 2004 (GVOBl. Schl.-H. S. 461), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 13. Juli 2011 (GVOBl. Schl.-H. S. 225), der übrigen als Wald genutzten Flächen unter Beachtung des § 30 BNatSchG in Verbindung mit § 21 LNatSchG ;
die Jagd im Kernbereich der Grönauer Heide, in der Übersichtskarte 1 a und in der Abgrenzungskarte 1 a als gepunktete Signatur dargestellt, in der Zeit vom 1. April bis zum 31. Juli eines jeden Jahres auszuüben,
Hochsitze zu errichten, die mehr als 10 m 3 umbauten Raum umfassen, und
Wild zu füttern, Wildäsungsflächen oder Wildäcker anzulegen oder zu betreiben oder Brutkästen für Enten aufzustellen; das gelegentliche Kirren von Schwarzwild in geringen Mengen ist zulässig;
die der guten fachlichen Praxis entsprechende Ausübung der Fischerei im Blankensee im Sinne des § 5 Abs. 4 BNatSchG , dabei ist es jedoch unzulässig,
den Fischfang mit Zug- und Schleppnetzen auszuüben,
Fütterungen vorzunehmen;
Besatzmaßnahmen sind nur zulässig auf der Grundlage eines genehmigten Hegeplanes nach § 21 Landesfischereigesetz (LFischG) vom 10. Februar 1996 (GVOBl. Schl.-H. S. 211), zuletzt geändert durch Gesetz vom 26. Oktober 2011 (GVOBl. Schl.-H. S. 295);
die der guten fachlichen Praxis entsprechende fischereiwirtschaftliche Nutzung im Sinne des § 5 Abs. 4 BNatSchG der bei Inkrafttreten dieser Verordnung rechtmäßig angelegten Fischteiche in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang, dabei ist es jedoch unzulässig, die Fischteiche zu düngen;
der Betrieb und die Erhaltung der Erdgastransportleitung Nummer 137 Wacholderkrug-Schönberger Forst/Herrenburg;
die bestimmungsgemäße Nutzung des dem Naturschutzgebiet unmittelbar benachbarten, zugelassenen Verkehrsflughafens Lübeck-Blankensee im Sinne des § 4 Nr. 3 BNatSchG , insbesondere die erforderlichen Maßnahmen bezüglich der Einhaltung der luftrechtlichen Vorschriften zur Hindernisfreiheit nach der Richtlinie über die Hindernisfreiheit für Start- und Landebahnen auf Verkehrsflughäfen (VkBl. vom 19. August 1971, S. 464) in der am 2. November 2001 in den Nachrichten für Luftfahrer, I-328/01, bekannt gemachten Fassung;
die erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Straßen, Wege, Plätze oder sonstiger Verkehrsflächen, dabei ist es jedoch unzulässig wassergefährdende, auswasch- oder auslaugbare Materialien zu verwenden;
Maßnahmen zum Schutz oder zur Pflege aller nach dem Denkmalschutzgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 12. Januar 2012 (GVOBl. Schl.-H. S. 83) erfassten Kulturdenkmale, die die Denkmalschutzbehörden im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde durchführen oder durchführen lassen;
Untersuchungen und Maßnahmen zur Pflege oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die Naturschutzbehörden durchführen oder durchführen lassen oder die im Einvernehmen mit ihr von Dritten durchgeführt werden; bei Maßnahmen im Bereich der Kulturdenkmale unter Beachtung des § 27 Abs. 3 LNatSchG .
(3) Die unteren Naturschutzbehörden treffen bei Gefährdung des Schutzzweckes die nach pflichtgemäßem Ermessen erforderlichen Maßnahmen.
(1) Auf Antrag können die unteren Naturschutzbehörden nach Maßgabe der Bestimmungen des § 51 LNatSchG Ausnahmen zulassen für
die erforderlichen Maßnahmen zur Gefährdungsabschätzung und Untersuchung nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz vom 17. März 1998 (BGBl. I S. 502), zuletzt geändert durch Artikel 5 Abs. 30 des Gesetzes vom 24. Februar 2012 (BGBl. I S. 212), sowie die erforderlichen Maßnahmen zur Sanierung der festgestellten schädlichen Bodenveränderungen oder Altlasten auf der Grundlage des Bundes-Bodenschutzgesetzes und des Landesbodenschutz- und Altlastengesetzes vom 14. März 2002 (GVOBl. Schl.-H. S. 60), zuletzt geändert durch Artikel 11 des Gesetzes vom 12. Dezember 2008 (GVOBl. Schl.-H. S. 791), die Entnahme von Boden-, Wasser-, Bodenluft- und Aufwuchsproben und Einrichtung und Betrieb von Messstellen,
die Inanspruchnahme von Flächen für die Ablagerung von Bodenbestandteilen im Rahmen der Gewässerunterhaltung nach § 39 WHG und § 38 LWG , eine Ausnahme ist nicht erforderlich, sofern eine Ablagerung von Bodenbestandteilen in einem Gewässerpflegeplan oder in einer Anordnung oder Verordnung der Wasserbehörde gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 8 vorgesehen ist,
das Nachstellen wildlebender, nicht dem Jagdrecht unterliegender und nicht besonders geschützter Tierarten sowie das Fangen oder Töten dieser Tierarten; eine Ausnahme ist nicht erforderlich für die Bekämpfung des Bisams nach § 69 Abs. 2 Nr. 3 LWG im Bereich von Dämmen und
(2) Die unteren Naturschutzbehörden können im Einzelfall Ausnahmen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 und den einschränkenden Regelungen des § 5 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. b zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
(4) Die Jagdbehörden können im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde Ausnahmen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 und den einschränkenden Regelungen des § 5 Abs. 1 Nr. 4 im Einzelfall zulassen, wenn dies zur Sicherung des Schutzzweckes erforderlich ist.
(5) Die unteren Naturschutzbehörden können von den Verboten des § 4 Abs. 1 nach Maßgabe der Bestimmungen des § 67 Abs. 1 oder 2 BNatSchG Befreiungen gewähren. Bei der Gewährung von Befreiungen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 11 bis 13 sind die besonderen artenschutz- und jagdrechtlichen Bestimmungen zu beachten.
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 außer in den Fällen des § 7 Abs. 2 wildlebenden Tieren nachstellt, sie durch Lärm oder anderweitig beunruhigt, sie fängt, verletzt oder tötet oder Tiere aussetzt oder ansiedelt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 19 den in der Übersichts- und Abgrenzungskarte 1 a in gepunkteter Signatur dargestellten Teil des Naturschutzgebietes betritt oder in diesem Teil reitet oder fährt sowie den übrigen Bereich des Naturschutzgebietes außerhalb der Wege betritt oder hier außerhalb der dafür bestimmten Wege reitet oder fährt.
(2) Ordnungswidrig nach § 37 Abs. 1 Nr. 23 des Landesjagdgesetzes handelt, wer bei der Jagdausübung, ohne dass eine Ausnahme zugelassen wurde, vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 wildlebenden Tieren nachstellt, sie durch Lärm oder mutwillig anderweitig beunruhigt, sie fängt, verletzt oder tötet oder Tiere aussetzt oder ansiedelt. Ordnungswidrig nach § 37 Abs. 1 Nr. 23 des Landesjagdgesetzes handelt ferner, wer vorsätzlich oder fahrlässig
die Jagd im Kernbereich der Grönauer Heide, in der Übersichtskarte 1 a und in der Abgrenzungskarte 1 a als gepunktete Signatur dargestellt, in der Zeit vom 1. April bis zum 31. Juli eines jeden Jahres ausübt oder
wer bei der Jagdausübung vorsätzlich oder fahrlässig
ohne dass eine Ausnahme zugelassen wurde, Hochsitze errichtet, die mehr als 10 m 3 umbauten Raum umfassen,
Wild füttert, Wildäsungsflächen oder Wildäcker anlegt oder betreibt oder Brutkästen für Enten aufstellt,
Schwarzwild mehr als gelegentlich und mehr als in geringen Mengen kirrt.
Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“ vom 19. Juli 2006 (GVOBl. Schl.-H. S. 184) *) , geändert durch Artikel 2 Nr. 2 der Verordnung vom 20. Oktober 2008 (GVOBl. Schl.-H. S. 540), außer Kraft.
Kiel, 16. April 2013
GS Schl.-H. II, Gl.Nr. 791-4-218
Bekanntmachung zu der Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“
zu § 3 Abs. 2 Nr. 5
der Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“:
Erhaltungsziele für das gesetzlich geschützte Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung DE-2130-391 „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“
Das Naturschutzgebiet „Grönauer Heide, Grönauer Moor und Blankensee“ ist für die Erhaltung oder gegebenenfalls Wiederherstellung folgender Lebensraumtypen des Anhangs I und Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie
Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder der Isoeto-Nanojuncetea
Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden und Lehmboden
Das ausgewählte Gebiet ist eines der artenreichsten Gebiete Schleswig-Holsteins mit vor allem reicher Wirbellosenfauna und Flora. Es ist als besonders komplexer, kleinstrukturierter Landschaftsausschnitt durchweg auf natürliche Nährstoffarmut eingestellter Lebensräume mit zum Teil langer Habitatkontinuität und herausragender biozönotischer Ausstattung zu erhalten.
Die Erhaltung oder gegebenenfalls Wiederherstellung einer naturnahen Trophie, eines intakten naturraumtypischen Wasserhaushaltes und -chemismus sowie die extensive Nutzung oder Pflege bestimmter Lebensraumtypen ist im ganzen Gebiet erforderlich.
Bei Zielkonflikten hat die für die langfristige Sicherung der Artenvielfalt wichtige Erhaltung offener Bereiche in der Regel Vorrang.
Für den Lebensraumtyp Code 3130 und 4030 soll ein günstiger Erhaltungszustand in Einklang mit den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten wiederhergestellt werden.
Erhaltung oder gegebenenfalls Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter Nummer. 1.1 Buchstabe a genannten Lebensraumtypen und Arten. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:
Erhaltung und gegebenenfalls Wiederherstellung (4030)
strukturreicher, offener trockener Sandheiden und Silber- und Straußgrasfluren auf Binnendünen und dazwischen liegender ebener Bereiche, der Zwergstrauchheiden mit Glockenheide (Erica tetralix) auf feuchten, nährstoffarmen und sauren Standorten, der Zwergstrauchheiden mit Dominanz der Besenheide (Calluna vulgaris) und ihrer charakteristischen Sukzessionsstadien,
der Mosaikkomplexe mit anderen charakteristischen Lebensräumen, der Kontaktgesellschaften und der eingestreuten Sonderstrukturen wie zum Beispiel Dünen, Offensandstellen, Sandmagerrasen, Sandfluren, Feuchtheiden, Flechten- und Moosrasen, Schlenken, Vermoorungen, Gewässer, Sümpfen, Trockenheiden, Gebüschen, lichten Heidewäldern und Wäldern,
der jeweils gegebenenfalls bestandserhaltenden Pflege beziehungsweise Nutzung,
der lebensraumtypischen Strukturen, Funktionen sowie bei Lebensraumtypen 2310 und 2330 der natürlichen Dünenbildungsprozesse,
der nährstoffarmen Verhältnisse und der charakteristischen pH-Werte,
der mechanisch unbelasteten Bodenoberflächen und -strukturen mit Ausnahme von Maßnahmen im Rahmen der bestandserhaltenden Pflege beziehungsweise Nutzungen.
der biotopprägenden Basen- und Nährstoffverhältnisse des Blankensees und seines Wassereinzugsgebietes,
der gewässertypischen, natürlichen jahreszeitlichen Wasserspiegelschwankungen,
der natürlichen, naturnahen, störungsarmen oder weitgehend ungenutzten Ufer- und Gewässerbereiche,
amphibischer oder sonst wichtiger Kontaktlebensräume wie zum Beispiel Röhrichte, Seggenrieder, Moor- und Feuchtwälder, Birken-Eichenwälder, artenreiches Feuchtgrünland, Sandmagerrasen und der funktionalen Zusammenhänge,
der Zwergbinsenfluren (Eleocharis acicularis, Isolepis setacea).
der naturnahen oder weitgehend ungenutzten Ufer- und Gewässerbereiche und der ausgebildeten Vegetationszonierungen,
meso- bis oligotropher Pflanzen der Unterwasservegetation,
der den Lebensraumtyp prägenden hydrologischen Bedingungen in der Umgebung der Gewässer,
möglichst hoher Lichtdurchlässigkeit (beziehungsweise Sichttiefen) im Gewässer.
von Mosaikkomplexen mit anderen charakteristischen Lebensräumen, der Kontaktgesellschaften und der eingestreuten Sonderstandorte wie zum Beispiel Quellen, Vermoorungen, Versumpfungen.
standorttypischer Kontaktlebensräume wie zum Beispiel Gewässer und ihre Ufer, Niedermoorbereiche, Moorwälder und -gebüsche sowie charakteristischer Wechselbeziehungen,
der nährstoffarmen Bedingungen,
der Bedingungen und Voraussetzungen, die für das Wachstum torfbildender Moose und höherer Pflanzen erforderlich sind,
der weitgehend unbeeinträchtigten Bereiche.
naturnaher Eichen- und Birken-Eichenwälder sowie entsprechender Baumgruppen in unterschiedlichen Altersphasen und Entwicklungsstufen und ihrer standorttypischen Variationsbreite im Gebiet, einschließlich Pionierstadien,
der Sonderstandorte (zum Beispiel Dünen, thermophile Waldsäume, Feuchtsenken) sowie der für den Lebensraumtyp charakteristischen Habitatstrukturen und -funktionen,
weitgehend ungestörter Kontaktlebensräume und eingestreuter Flächen wie zum Beispiel Kleingewässer sowie Flächen zum Beispiel mit Vegetation der Heiden und Trockenrasen,
der weitgehend natürlichen Bodenstruktur.
naturnaher Birken- und Birken-Erlenmoorwälder in unterschiedlichen Altersphasen und Entwicklungsstufen und ihrer standorttypischen Variationsbreite im Gebiet,
oligotropher Nährstoffverhältnisse,
standorttypischer Kontaktbiotope, unter anderem Birken-Eichenwälder, mesophile Wälder, Feuchtgrünland, Seggenrieder, Hochstaudenfluren.
von Seggenriedern, Wasserschwaden-, Rohrglanzgras- und sonstigen Röhrichten auf basenreichen Substraten,
weitgehend ungestörter hydrologischer Verhältnisse,
der relativen Nährstoffarmut der Bestände,
bestehender Populationen, unter anderem im Verlandungsbereich am Teich in der Borndiekmulde.
der naturnahen, schwach sauren bis neutralen Moor- (Rand)- Gewässer, Heideweiher, Torfstiche und so weiter mit reicher Wasservegetation, insbesondere Laichkraut- und Seerosenbeständen als Reproduktionsgewässer,
der mesotrophen beziehungsweise dystrophen Gewässerverhältnisse,
von ausreichend hohen Wasserständen,
der Offenlandbereiche im Umfeld der Fortpflanzungsgewässer mit Moor- und Heidevegetation, Röhrichten und Seggenbeständen inklusive eingestreuter Gebüsche und Kleingehölze,
von geeigneten Winterquartieren im Umfeld der Reproduktionsgewässer, insbesondere natürliche Bodenstrukturen und strukturreiche Gehölzlebensräume,
Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter Nummer 1.1. Buchstabe b)
genannten Lebensraumtypen. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:
von amphibischen oder sonst wichtigen Kontaktlebensräumen wie Feucht- und Bruchwäldern, extensiv genutzten Gras- und Staudenfluren, Seggenriedern, und der funktionalen Zusammenhänge,
der natürlichen Entwicklungsdynamik wie Seenverlandung und -vermoorung,
regelmäßig gepflegter, genutzter Pfeifengraswiesen typischer Standorte,
der pedologischen und hydrologischen Verhältnisse (insbesondere Wasserstand), der standorttypischen und charakteristischen pH-Werte (hoher oder niedriger Basengehalt),
der oligotrophen Verhältnisse,
von Mosaikkomplexen mit anderen charakteristischen Lebensräumen wie zum Beispiel Niedermoore, der Kontaktgesellschaften wie zum Beispiel Gewässerufer und der eingestreuten Sonderstandorte wie zum Beispiel Vermoorungen, Versumpfungen.
der Vorkommen feuchter Hochstaudensäume vor allem am Blankenseebach, an beschatteten und unbeschatteten Waldgrenzen,
der bestandserhaltenden Pflege beziehungsweise Nutzung an Offenstandorten,
der hydrologischen und trophischen Verhältnisse.
von nassen und basenreichen Sümpfen, insbesondere Kalksümpfe und -moore, Pfeifengraswiesen und Verlandungszonen an Gewässern, mit Vorkommen der Art,
der lichten Struktur der Bestände,
von nährstoffarmen Standortverhältnissen,
von möglichst gleichmäßig hohen Grundwasserständen,
Erhaltungsziele für das Vogelschutzgebiet DE 2130-491 „Grönauer Heide“
Das Gebiet ist für die Erhaltung oder ggf. die Wiederherstellung folgender Vogelarten und ihrer Lebensräume
von besonderer Bedeutung (fett: Arten des Anhang I der Vogelschutzrichtlinie ; B: Brutvögel; R: Rastvögel):
Brachpieper (Anthus campestris) (B)
Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) (R)
Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) (B)
Grauammer (Miliaria calandra) (B)
von Bedeutung (fett: Arten des Anhang I der Vogelschutzrichtlinie ; B: Brutvögel; R: Rastvögel):
Wachtel (Coturnix coturnix) (B)
Das Gebiet ist als besonders komplexer, strukturreicher Landschaftsausschnitt überwiegend nährstoffarmer Lebensräume mit zum Teil langer Habitatkontinuität zu erhalten. Die Erhaltung eines offenen bis halboffenen Charakters mit kleineren, auch geschlossenen, Gehölzbeständen als Lebensraum der Waldvogelarten wie Wespenbussard und Mittelspecht steht im Vordergrund. Eine Ausweitung des Waldanteils soll nicht erfolgen. Nutzungsformen, die eine Offenhaltung der Flächen unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher Ziele sicherstellen, sind möglichst zu erhalten.
Für den Brachpieper, der hier einen seiner letzten Brutplätze in Schleswig-Holstein hat, und seinen Lebensraum soll ein günstiger Erhaltungszustand in Einklang mit den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten wiederhergestellt werden.
Artbezogene Ziele
Ziel ist die Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter 2.1 genannten Vogelarten und ihrer Lebensräume bzw. die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes für den Brachpieper und seinen Lebensraum. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:
Arten der Heiden und Offenbodenbereiche, insbes. Brachpieper, zum Teil auch Feldlerche, Wachtel und Grauammer
Erhaltung oder ggf. Wiederherstellung
von großflächigen, offenen und relativ nährstoffarmen sowie störungsarmen Trockenstandorten (z.B. Sandmagerrasen, Heiden, Brach- und Ruderalflächen) als wichtigste Bruthabitate für den Brachpieper,
vegetationsfreier und -armer Teilbereiche mit einzelnen Grashorsten, Zwergsträuchern und Bäumen als wesentliche Habitatstrukturen für Nahrungssuche, Nestanlage und Reviermarkierung als Singwarten für den Brachpieper.
Arten der aufgelockerten Wald- und Waldrandbereiche wie Heidelerche, Wespenbussard und Ziegenmelker
von locker bestandenen, trocken-warmen Laub- und Nadelwaldbeständen auf sandigen Böden und bewaldeten Binnendünen,
von alten, lichten Waldbeständen mit Lichtungen und Waldwiesen für den Wespenbussard,
der traditionell genutzten Horstbäume und der Strukturen im direkten Umfeld sowie geeigneter Horstbäume, insbesondere alter, starkastiger Laub- und Nadelbäume für den Wespenbussard,
eines möglichst störungsfreien Horstumfeldes für den Wespenbussard zwischen dem 1.5. und dem 31.8. eines jeden Jahres,
von Räumen im Umfeld der Bruthabitate, die weitgehend frei von vertikalen Fremdstrukturen wie z.B. Stromleitungen und Windkrafträdern sind,
von sonnenexponierten und windgeschützten Freiflächen und strukturreichem Offenland (Lichtungen, Schneisen, Kahlschläge, Waldränder, Brachen, Rainen, Säume, Heideflächen, Trockenrasen, vegetationsfreie Bodenstellen) mit ausreichendem Nahrungsangebot (u.a. nachtaktive Fluginsekten für den Ziegenmelker),
und Pflege halboffener Saumbiotope im Übergangsbereich von Wald zu Offenland z.B. Sand- und Feuchtheiden, Trockenrasen u.a.,
unbefestigter Sandwege,
von Ackerbrachen auf Sandböden in der Nachbarschaft von Wald für die Heidelerche.
Arten auf ehemaligen landwirtschaftlichen Nutzflächen und Brachen wie Feldlerche, Wachtel, Wachtelkönig, Grauammer und Schilfrohrsänger
eines Mosaiks aus deckungsreicher, aber nicht zu dichter Vegetation und höheren Vegetationsstrukturen wie z.B. zugewachsene Gräben, Großseggen- und Schilfbeständen, Hochstaudenfluren und Verlandungsbereichen,
naturnaher Strukturelemente wie Gräben und Ruderalflächen,
großflächig unverbuschter Bereiche,
eines ausreichend hohen Grundwasserstandes,
von Verlandungszonen, Kleingewässern, extensiv genutztem Feuchtgrünland,
von Einzelbäumen, einzelnen Büschen u.a. Vertikalstrukturen als Singwarten,
von Sekundärlebensräumen,
der Störungsarmut in den Brutgebieten, insbesondere des Wachtelkönigs zwischen dem 15.4. bis 31.8. eines jeden Jahres.
Arten der halboffenen Landschaft und Wald-Offenland-Übergangsbereiche wie Sperbergrasmücke und Neuntöter
eines halboffenen, strukturreichen Landschaftsmosaikes mit natürlichen Waldsäumen, Gehölzen und Einzelbüschen, insbesondere reich strukturierten Knicks und Dornenbüschen an trocken-warmen Standorten, als wichtige Strukturelemente (Ansitz- und Brutmöglichkeiten),
einer artenreichen Krautflora in Feldrainen, Staudenfluren und Brachflächen mit reichem Nahrungsangebot.
Arten der Waldbereiche, der Bruch- und Feuchtwaldbereiche wie Mittelspecht
von Wald- bzw. Gehölzparzellen mit langen Randlinien und dichtem Unterholz mit ausreichend hohem Altholzanteil als Brutlebensraum,
von Feuchtflächen und Strukturreichtum in der Umgebung.

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8
 § 13
 § 32
 § 38
 § 5
 § 5
 § 30
 § 21
 § 5
 § 21
 § 5
 § 4
 § 27
 § 51
 § 39
 § 38
 § 5
 § 69
 § 4
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 § 67
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