Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=16.01.2007&Aktenzeichen=6%20C%2015.06
Timestamp: 2019-05-26 08:37:22+00:00

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BVerwG, 16.01.2007 - 6 C 15.06 - dejure.org
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BVerwG, 16.01.2007 - 6 C 15.06 (https://dejure.org/2007,1981)
BVerwG, Entscheidung vom 16.01.2007 - 6 C 15.06 (https://dejure.org/2007,1981)
BVerwG, Entscheidung vom 16. Januar 2007 - 6 C 15.06 (https://dejure.org/2007,1981)
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EGGVG §§ 23 ff.; GG Art. 12 Abs. 1; GVG § 189 Abs. 2; VwVfG § 48; ZPO § 142 Abs. 3
Allgemeine Beeidigung, allgemeine Verwaltungsvorschrift, Berufsregelung, Dolmetscher, Ermächtigung, Gesetzesvorbehalt, Justizverwaltungsakt, Übersetzer, Rücknahme.
Allgemeine Beeidigung, allgemeine Verwaltungsvorschrift, Berufsregelung, Dolmetscher, Ermächtigung, Gesetzesvorbehalt, Justizverwaltungsakt, Übersetzer, Rücknahme
Rechtmäßigkeit der Rücknahme einer allgemeinen Beeidigung als Dolmetscher und einer Ermächtigung als Übersetzer für die ukrainische Sprache; Berufsrechtliche Voraussetzungen für die allgemeine Beeidigung von Dolmetschern; Prüfung des Vorliegens der an einen Dolmetscher zu stellenden persönlichen und fachlichen Anforderungen; Ermächtigung von Übersetzern als Verwaltungsakt; Voraussetzungen für die Rücknahme eines rechtswidrigen Verwaltungsakts; Regelung der allgemeinen Beeidigung von Dolmetschern und der Ermächtigung von Übersetzern als Berufsausübungsregelung i.S.v. Art. 12 Abs. 1 S. 2 GG
Art. 12 Abs. 1 S. 2 GG; § 23 EGGVG; § 48 VwVfG
Rücknahme eines mangels Ermächtigung rechtswidrigen VA; Begriff der Berufsausübungsregelung
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BVerwG vom 16.1.2007, Az.: 6 C 15/06 (Zur allgemeinen Vereidigung von Dolmetschern)" von RA Thomas Jung, original erschienen in: StRR 2007, 268 - 269.
VG Neustadt, 12.11.2004 - 7 K 1156/04
BVerwG, 14.03.2006 - 6 B 6.06
NJW 2007, 1478
NVwZ 2007, 963 (Ls.)
Die Klägerin weist zwar zu Recht darauf hin, dass die nach Prüfung der Voraussetzungen durch den Beklagten am 22. Juni 2000 erfolgte Entgegennahme und Protokollierung der Eidesleistung als Dolmetscherin und Übersetzerin und die nachfolgende Aufnahme in die bei dem Beklagten geführte Liste der allgemein beeidigten Dolmetscher und Übersetzer ein feststellender Verwaltungsakt im Sinne des § 1 Abs. 1 und Abs. 3 Nr. 1 NVwVfG in Verbindung mit § 35 Satz 1 VwVfG ist (vgl. mit eingehender Begründung: BVerwG, Urt. v. 16.1.2007 - BVerwG 6 C 15.06 -, juris Rn. 22 ff.).
Das Bundesverwaltungsgericht hat hierzu in seinem Urteil vom 16. Januar 2007 (- BVerwG 6 C 15.06 -, juris Rn. 27 ff.) ausgeführt:.
Die Notwendigkeit einer solchen formalgesetzlichen Rechtsgrundlage hatte das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 16. Januar 2007 (- BVerwG 6 C 15.06 -, juris Rn. 28 und 35 ff.) im Hinblick auf die dargestellte Bedeutung der allgemeinen Beeidigung und Ermächtigung für die Berufsausübungsfreiheit der Dolmetscher und Übersetzer betont.
Hinzu kommt, dass ein Gericht oder ein Notar unverändert nicht gehindert sind, einen nicht allgemein beeidigten Dolmetscher oder ermächtigten zu beauftragen (vgl. BVerwG, Urt. v. 16.1.2007, a.a.O., Rn. 30).
Die Regelungswirkung eines feststellenden Verwaltungsaktes liegt darin, dass rechtserhebliche Eigenschaften in Bezug auf einen Einzelfall verbindlich und in einer der Rechtsbeständigkeit fähigen Weise festgestellt oder abgelehnt werden (Urteil vom 16. Januar 2007 - BVerwG 6 C 15.06 - Buchholz 300 § 189 GVG Nr. 1 S. 5).
Indizien dafür, dass eine Feststellung mit einer solchen Regelungswirkung versehen ist und nicht nur schlicht getroffen wird, sind ihre ausdrückliche Erwähnung in einer Norm, eine in einem besonderen Verfahren durchgeführte Prüfung ihrer Voraussetzungen und an sie anknüpfende weitere Wirkungen (vgl. Urteile vom 16. Januar 2003 - BVerwG 7 C 31.02 - BVerwGE 117, 322 = Buchholz 451.221 § 24 KrW-AbfG Nr. 3 S. 7 f. und vom 16. Januar 2007 a.a.O. S. 5 f.;… Kopp/Ramsauer, VwVfG, 10. Aufl. 2008, § 35 Rn. 51).
vgl. BVerwG, Urteil vom 16.1.2007 - 6 C 15.06 - juris, Rn. 22.
Vertretung des Landes Hessen in einem Rechtsstreit betreffend die Aufnahme eines …
Die Bestimmung ist als Ausnahme zu § 40 Abs. 1 VwGO eng auszulegen (Senatsbeschlüsse vom 28. März 2007 - IV AR(VZ) 1/07 - unter III 1; vom 16. Juli 2003 - IV AR(VZ) 1/03 - NJW 2003, 2989 unter 4 m.w.N.; BVerwG NJW 2007, 1478 Tz. 17).
Als Parlamentsgesetz trägt sie dem Umstand Rechnung, dass es sich bei der Streichung eines Dolmetschers aus der Liste der allgemein vereidigten Dolmetscher um eine Regelung der Berufsausübung i.S.d. Art. 12 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes (GG) handelt, und entspricht so dem in der zitierten Verfassungsnorm enthaltenen Gesetzesvorbehalt (vgl. bereits für die Regelung der allgemeinen Beeidigung von Dolmetschern BVerwG, Urteil vom 16. Januar 2007 -6 C 15/06- NJW 2007, S. 1478, 1479 f.).
Die Beeidigung vermittelt vor diesem Hintergrund als wichtiger Werbefaktor somit auch einen wesentlichen Vorsprung im Wettbewerb mit anderen - nicht allgemein beeidigten - Dolmetschern, so dass die Streichung von der Liste der allgemein vereidigten Dolmetscher erheblich auf die Berufsaussichten eines Dolmetschers einzuwirken vermag (so bereits BVerwG, Urteil vom 16. Januar 2007 -6 C 15/06- NJW 2007, S. 1478, 1481).
Dem beeidigten Dolmetscher wird also eine besondere Qualifikation zuerkannt, die ihn aus dem Kreis seiner Berufsgenossen heraushebt und seiner Dolmetscherleistung einen erhöhten Wert gibt (vgl. BVerwG, Urteil vom 16. Januar 2007 -6 C 15/06- NJW 2007, S. 1478, 1479; zu einem öffentlich bestellten Sachverständigen s. BVerwG…, Beschluss vom 15. November 1991 -1 B 136/91- NVwZ-RR 1992, S. 351).
Zwar ist vorliegend ein Eingriff in die Freiheit der Berufsausübung zu bejahen (vgl. zur berufsregelnden Tendenz der Regelungen über die allgemeine Beeidigung von Dolmetschern BVerwG, Urteil vom 16. Januar 2007 -6 C 15/06- NJW 2007, S. 1478, 1480).
Verwaltungsvorschriften sind generell nicht geeignet, einen solchen Eingriff zu legitimieren (vgl. BVerwG, Urteil vom 6.11.1986 - 3 C 72.84 -, BVerwGE 75, 109 [116 f.]; Urteil vom 16.1.2007 - 6 C 15.06 -, NJW 2007, 1478 [1481]).
19 Die Regelungswirkung eines feststellenden Verwaltungsaktes liegt darin, dass rechtserhebliche Eigenschaften in Bezug auf einen Einzelfall verbindlich und in einer der Rechtsbeständigkeit fähigen Weise festgestellt oder abgelehnt werden (Urteil vom 16. Januar 2007 BVerwG 6 C 15.06 Buchholz 300 § 189 GVG Nr. 1 S. 5).
Indizien dafür, dass eine Feststellung mit einer solchen Regelungswirkung versehen ist und nicht nur schlicht getroffen wird, sind ihre ausdrückliche Erwähnung in einer Norm, eine in einem besonderen Verfahren durchgeführte Prüfung ihrer Voraussetzungen und an sie anknüpfende weitere Wirkungen (vgl. Urteile vom 16. Januar 2003 BVerwG 7 C 31.02 BVerwGE 117, 322 = Buchholz 451.221 § 24 KrW-AbfG Nr. 3 S. 7 f. und vom 16. Januar 2007 a.a.O. S. 5 f.;… Kopp/Ramsauer, VwVfG, 10. Aufl. 2008, § 35 Rn. 51).
Diese Auffassung sei jedoch überholt, wie sich aus der späteren Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (Urt. v. 16. Januar 2007 - 6 C 15.06 -) ergebe.
Denn dieser Vorbehalt fordert vom Parlamentsgesetzgeber nur, alle wesentlichen Entscheidungen selbst zu treffen und damit staatliches Handeln durch förmliches Gesetz zu legitimieren (…vgl. BVerfG, Urt. v. 14.7.1998 - 1 BvR 1640/97 -, BVerfGE 98, 218, 251 - juris Rn. 132;… Beschl. v. 8.8.1978 - 2 BvL 8/77 - BVerfGE 49, 89, 126 - juris Rn. 77 ff.; BVerwG, Urt. v. 16.1.2007 - BVerwG 6 C 15.06 -, juris Rn. 26 jeweils m.w.N.).
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References: Art. 12
 § 189
 § 48
 § 142
 Art. 12

Art. 12
 § 23
 § 48
 § 1
 § 35
 § 189
 § 24
 § 35
 § 40
 Art. 12
 § 189
 § 24
 § 35