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W202 1430737-2
W202 1430737-2/2E
Das Bundesverwaltungsgericht hat durch den Richter Mag. Bernhard SCHLAFFER als Einzelrichter über die Beschwerde von XXXX, geb. XXXX, StA. Indien, gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 23.06.2016, Zl. 608401010-150678387, zu Recht erkannt:
Die Beschwerde wird gemäß § 68 AVG idgF, §§ 10, 55, 57 AsylG 2005 idgF, § 9 BFA-VG idgF sowie §§ 52, 55 FPG idgF als unbegründet abgewiesen.
Der Beschwerdeführer, ein indischer Staatsangehöriger, stellte erstmals am 12.10.2012 einen Antrag auf internationalen Schutz und wurde dazu am selben Tag durch ein Organ des öffentlichen Sicherheitsdienstes niederschriftlich einvernommen.
Zu seinem Fluchtgrund brachte der Beschwerdeführer vor: "In meiner Heimatstadt gibt es die religiösen Gruppen der Hindu und Sikh. Die Mehrheit haben die Hindu. Ich habe einen kleinen Laden betrieben, [in den] des Öfteren mehrere Hindus kamen und mir drohten. Sie haben mich mehrmals bedroht und mich auch mal zusammengeschlagen, wobei ich auch verletzt wurde. Auch mein Vater wurde von denen bedroht, dass ich getötet werden könnte. Daraufhin hat mein Vater beschlossen, dass ich das Land verlassen muss. Er hat meine Reise organisiert. Das ist mein Fluchtgrund." Im Falle einer Rückkehr in die Heimat befürchte der Beschwerdeführer, von den Hindus umgebracht zu werden.
Im Rahmen der Einvernahme vor dem Bundesasylamt am 05.11.2012 gab der Beschwerdeführer, aufgefordert, konkret und detailgenau seine Fluchtgründe zu schildern, an: "Es gibt einen Priester namens Baba Ram Rahim von Sarsa. Seine Anhänger sind alle Hindus und wollten die, dass ich auch ein Anhänger von diesem werden soll. Ich bin aber ein Sikh und wollte das nicht. Deshalb wurde ich von denen drei Mal geschlagen (AW zeigt auf Stellen, [an denen] er angeblich dadurch verletzt wurde, nämlich Hinterkopf, rechte Hand, Handoberseite Narbe, Handgelenk Narbe, Fuß Narbe, linke Brust und Hals. AW erklärt, dass er am Kopf operiert wurde und er ein Implantat im Kopf habe.). Es gab mehrmals Streitigkeiten mit diesen Anhängern und wurde ich von denen mit dem Umbringen bedroht. Sie haben auch meinem Vater gedroht, nämlich damit, dass sie mich umbringen werden. Sie wollten auch, dass wir unser Geschäft an sie um wenig Geld verkaufen. Die Polizei hat uns nicht geholfen. Ich bin ein Einzelkind und meine Eltern hatten große Angst um mein Leben, deswegen wurde beschlossen, dass ich ins Ausland flüchten soll." Zu seinen Fluchtgründen habe er nun alles angegeben.
Nachgefragt erklärte der Beschwerdeführer, die Übergriffe der Anhänger des religiösen Führers hätten vor ca. zwei Jahren begonnen. Der letzte Übergriff sei - so glaube er - im Juli 2012 gewesen. Auf die Frage, was nun das fluchtauslösende Ereignis gewesen sei, antwortete der Beschwerdeführer, er sei bedroht worden. Er sei dabei auch von mehreren Personen geschlagen worden. Es sei schwierig geworden, dort zu leben.
Dem Beschwerdeführer wurde sodann erklärt, dass das Aufstellen von bloßen Behauptungen im Asylverfahren nicht ausreiche, sodass der Beschwerdeführer anschließend weiter vorbrachte: "Im Juli 2012 kamen sie ins Geschäft, sie randalierten, sie ohrfeigten mich. Sie bedrohten mich mit dem Umbringen. Auch mein Vater wurde bedroht, dass sie mich umbringen werden. Ich habe danach mein Geschäft schließen müssen, da ich Angst hatte, in meinem Geschäft zu arbeiten. Aufgrund dieser Bedrohung und meiner Angst beschloss ich, Indien zu verlassen."
Nachgefragt, inwiefern sich dieser letzte Übergriff von den anderen unterschieden habe, sodass er sich dann gerade aufgrund dieses Vorfalls zur Flucht entschlossen habe, gab der Beschwerdeführer an:
"Sie sagten, dass sie mich beim nächsten Mal töten. Diese Bedrohung war sehr ernst zu nehmen." Über Fragenwiederholung meinte er dann:
"Früher schlugen sie mich und versperrten mir den Weg. Mein Vater erlitt einen Herzinfarkt wegen all dieser Probleme."
Aufgefordert, den ersten Übergriff gegen seine Person konkret und im Detail zu schildern, führte der Beschwerdeführer aus: "Zwischen fünf und sieben Männer kamen. Ich war auf dem Weg zum Bazar. Sie versperrten mir den Weg und sagten mir, dass ich gegen ihre Religion etwas sagte. Ich verneinte dies. Sie haben mich zuerst geohrfeigt und mich danach mit Stöcken geschlagen. Ich ließ mein Motorrad zurück und flüchtete zu Fuß. Dann informierte ich meinen Vater und wir gingen gemeinsam zur Polizeistation, diese Leute waren bereits vor uns da. Die Polizei hat keine Anzeige entgegen genommen. Vielleicht haben diese Leute die Polizei bestochen." Jener erste Vorfall sei vor zwei Jahren gewesen. Wann genau, wisse er nicht.
Aufgefordert, den zweiten Vorfall in allen Einzelheiten zu schildern, antwortete der Beschwerdeführer: "Ich glaube, dass sie das zweite Mal in mein Geschäft gekommen sind. Sie sagten, ich solle zu deren Religion übertreten. Ich sagte, nein, das mache ich nicht. Sie wollten, dass ich mit denen zu Baba Ram Rahim gehen soll. Ich weigerte mich, sie gingen vorerst weg. Am Abend, als ich mit dem Motorrad nach Hause fuhr, lauerten sie [mir] auf. Sie haben mich mit einem Stock auf die linke Brust geschlagen, ich stürzte, sie traten mich mit den Füßen. Ich verletzte mich am Kopfe, ich wurde ohnmächtig. Vielleicht hat jemand meinen Vater informiert, er brachte mich ins Spital, dort war ich zwei Tage lang aufgenommen. Danach haben wir wieder versucht, eine Anzeige zu erstatten, es wurde aber nichts unternommen seitens der Polizei, es wurde keine Anzeige entgegen genommen. Wir haben dann den Fall nicht weiter verfolgt."
Nachgefragt, ob er nach dem dritten Vorfall auch bei der Polizei gewesen sei, erklärte der Beschwerdeführer, ja, aber auch diesmal sei nichts unternommen worden. Sie hätten gesagt, sie würden bei religiösen Angelegenheiten nicht intervenieren. Über Nachfrage bestätigte der Beschwerdeführer, dass er immer versucht habe, bei ein und derselben Polizeistation eine Anzeige zu erstatten. Die Angreifer, die ihn bedroht hätten, seien Geschäftsinhaber bzw. Geschäftsbetreiber in derselben Straße gewesen, die Hindus seien. Der Beschwerdeführer kenne nur zwei Namen. Die anderen Angreifer, die Geschäfte in derselben Straße gehabt hätten, kenne er nicht. Auf die Frage, warum man gerade ihn zum Übertritt zu Baba Ram Rahim habe bewegen wollen, gab der Beschwerdeführer an, er sei nicht der Einzige gewesen. Es seien viele davon betroffen gewesen. Man habe gerade sein Geschäft haben wollen, weil er dort der einzige Sikh Geschäftsbetreiber gewesen sei.
Der erste Übergriff sei etwa vor zwei Jahren gewesen. Der zweite sei acht Monate nach dem ersten gewesen. Wann genau, wisse der Beschwerdeführer nicht. Der dritte Übergriff sei im Februar 2012 gewesen. Noch einmal nachgefragt bestätigte der Beschwerdeführer den Februar 2012. Auf die Frage, ob noch ein vierter Übergriff bzw. eine Bedrohung stattgefunden habe, schilderte er: "Sie haben mich gesucht, sie fanden mich nicht und ich flüchtete. Einmal im Juli 2012 habe ich sie gesehen, sie sahen mich auch, danach bin ich geflüchtet. Sie waren damals im Juli 2012 im Geschäft, sie wollten mich überfallen. Befragt, ob ich somit nicht überfallen wurde, gebe ich an, dass ich damals bedroht wurde und ich von dort aus dann weggerannt bin." Dazu, dass es dann also vier Mal auf ihn Übergriffe gegeben habe, erklärte der Beschwerdeführer: "Nur drei Mal wurde ich geschlagen. Beim vierten Mal wurde ich nur verbal bedroht."
Vorgehalten, dass er doch im Juli 2012 in seinem Geschäft geschlagen worden sei, entgegnete der Beschwerdeführer: "Früher schlugen sie mich." Noch einmal nachgefragt, ob er im Juli 2012 also nicht geschlagen worden sei, wiederholte er, nein, sie hätten ihn nur bedroht.
Aufgefordert, wiederholt zu beschreiben, was nun im Juli 2012 in seinem Geschäft vor sich gegangen sei, schilderte der Beschwerdeführer: "Sie sagten zu mir, ich solle zu ihrer Religion übertreten oder ihnen mein Geschäft überlassen. Ich habe mich dann zu Hause versteckt und mein Vater hat beschlossen, dass ich nicht mehr in Indien bleiben soll."
Vorgehalten, dass er seinen Wohnsitz innerhalb des Heimatlandes hätte verlegen können, erklärte der Beschwerdeführer, Hindus gebe es in Indien überall und es gebe überall Streit zwischen Hindus und Sikhs. Im Falle einer Rückkehr in die Heimat habe der Beschwerdeführer Angst um sein Leben. Er wolle seinen Angaben sonst nichts mehr hinzufügen.
Dem Beschwerdeführer wurden anschließend die Länderfeststellungen zu Indien vorgehalten und ihm die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben. Dazu gab er an, er sei geflüchtet, um sein Leben zu retten. Seine Fluchtgründe habe er bereits erzählt. Mehr habe er nicht zu sagen.
Das Bundesasylamt wies mit Bescheid vom 05.11.2012, Zahl: 12 14.645-BAT, den Antrag auf internationalen Schutz gemäß § 3 Abs. 1 AsylG ab und erkannte dem Beschwerdeführer den Status des Asylberechtigten nicht zu (Spruchpunkt I.), erkannte ihm gemäß § 8 Abs. 1 AsylG den Status des subsidiär Schutzberechtigten in Bezug auf den Herkunftsstaat Indien nicht zu (Spruchpunkt II.) und wies ihn gemäß § 10 Abs. 1 AsylG aus dem österreichischen Bundesgebiet nach Indien aus (Spruchpunkt III.).
Gegen diesen Bescheid erhob der Beschwerdeführer fristgerecht Beschwerde.
Mit Erkenntnis des Asylgerichtshofes vom 07.01.2013, Zahl: C4 430.737-1/2012/2E, wurde die Beschwerde gem. gemäß §§ 3, 8, 10 des Asylgesetzes 2005 als unbegründet abgewiesen.
Begründend führte der Asylgerichtshof unter anderem Folgendes aus:
"Dem Bundesasylamt kann nicht entgegen getreten werden, wenn es in seiner Beweiswürdigung zu dem Schluss kommt, dass dem Vorbringen des Beschwerdeführers aufgrund der aufgetretenen Ungereimtheiten kein Glauben geschenkt werden kann. Auch wenn man berücksichtigt, dass es dem Beschwerdeführer im Rahmen der Erstbefragung eventuell nur möglich war, sein Vorbringen im Überblick zu schildern, so wäre es umso mehr an ihm gelegen, seine Fluchtgründe vor dem Bundesasylamt ausführlich und detailreich zu schildern. Es geht aus dem Protokoll eindeutig hervor, dass ihm bei der Einvernahme vor dem Bundesasylamt ausreichend Zeit und Gelegenheit dazu geboten wurde. Dennoch war der Beschwerdeführer von sich aus nicht dazu in der Lage, ein vollständiges, schlüssiges und chronologisch nachvollziehbares Vorbringen zu erstatten. Erst über mehrmalige Nachfrage schilderte er seine behauptete Situation in der Heimat etwas genauer, doch traten - wie schon vom Bundesasylamt richtigerweise angeführt - bei seinen Ausführungen Ungereimtheiten auf, die er nicht zu erklären vermochte.
So gab der Beschwerdeführer eingangs an, es sei drei Mal zu Übergriffen gegen seine Person gekommen, bei denen er geschlagen worden sei. In der Folge wurde durch gezielte Fragestellung versucht, herauszufinden, wann diese drei Übergriffe stattgefunden hätten, sodass der Beschwerdeführer sehr vage erklärte, der erste Vorfall sei vor zwei Jahren gewesen (vgl. "Vor zwei Jahren, wann genau, weiß ich nicht."), der zweite Vorfall sei acht Monate nach dem ersten gewesen (vgl. "Der erste Übergriff war vor zwei Jahren, der zweite war acht Monate nach dem ersten. Wann genau, weiß ich nicht.") und der letzte - somit der dritte - Übergriff sei vermutlich im Juli 2012 gewesen (vgl. "Glaublich im Juli 2012."). Aufgrund der Behauptung, dass der Beschwerdeführer bei diesen Übergriffen jeweils geschlagen worden sei, diese Ereignisse also mit Sicherheit keine Alltäglichkeit dargestellt hätten, lässt es sich nicht nachvollziehen, dass er hier keine konkreten Zeitangaben machen konnte. Insbesondere kann nicht nachvollzogen werden, dass der Beschwerdeführer - wenn er im November 2012 dazu befragt wird - nicht einmal mit Sicherheit weiß, ob der letzte Übergriff im Juli 2012 gewesen sei, zumal hier zwischen dem behaupteten Ereignis und der Einvernahme nur wenige Monate liegen. Die vagen und zögerlichen Auskünfte, die der Beschwerdeführer hier erteilte, lassen klar erkennen, dass er die behaupteten Vorfälle nicht aus seiner eigenen Erinnerung abrief. Dies wurde auch dadurch deutlich, dass er beispielsweise bei der Schilderung zum zweiten Vorfall vorsichtig meinte: "Ich glaube, dass sie das zweite Mal in mein Geschäft gekommen sind." Hätte der Beschwerdeführer aber tatsächlich erlebt, dass er in seinem Geschäft aufgesucht worden wäre, so wüsste er das auch mit Sicherheit.
Erstaunlicher Weise erklärte der Beschwerdeführer in derselben Einvernahme zu einem späteren Zeitpunkt, der dritte Übergriff gegen seine Person habe im Februar 2012 stattgefunden, was sich nicht damit in Einklang bringen lässt, dass es drei Übergriffe gegeben habe und der letzte - der schließlich zur Ausreise geführt habe - im Juli 2012 gewesen sei. Die Versuche des Beschwerdeführers, seine widersprüchlichen Angaben miteinander zu kombinieren, indem er behauptete, er sei nur drei Mal geschlagen worden und beim vierten Mal lediglich verbal bedroht worden, gehen völlig ins Leere, zumal der Beschwerdeführer sich dadurch nur in weitere Widersprüche verstrickte. So gab er zu dem Vorfall im Juli 2012 nämlich ursprünglich dezidiert an: "Im Juli 2012 kamen sie in mein Geschäft, sie randalierten, sie ohrfeigten mich. Sie bedrohten mich mit dem Umbringen." Später jedoch änderte er seine Angaben dahingehend ab, dass er damals nur bedroht worden sei (vgl. "Einmal im Juli 2012 habe ich sie gesehen, sie sahen mich auch, danach bin ich geflüchtet. Sie waren damals im Juli 2012 im Geschäft, sie wollten mich überfallen. Befragt, ob ich somit nicht überfallen wurde, gebe ich an, dass ich damals bedroht wurde und ich von dort aus weggerannt bin.") und erklärte auf die ihm dazu nochmals gestellte Frage eindeutig: "Nein, sie bedrohten mich nur." Da es aber einen wesentlichen Unterschied macht, ob der Beschwerdeführer nun beim letztlich fluchtauslösenden Ereignis verprügelt worden sei oder aber nur verbal bedroht worden sei, ohne dass es zu körperlicher Gewalt gekommen sei, kann nur davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer hier nicht bei der Wahrheit blieb.
Insofern ist auch aus den Ausführungen in der Beschwerde, wonach das Vorbringen ohnehin "größtenteils geschlossen und widerspruchsfrei" sei und "die einzige Unklarheit das Datum des letzten gewalttätigen Übergriffs" sei, nichts für den Beschwerdeführer zu gewinnen, zumal sich gerade diese Unklarheit auf einen wesentlichen Punkt des Vorbringens bezieht. Wenn es dem Beschwerdeführer nicht einmal möglich ist, widerspruchsfrei anzugeben, welcher Vorfall nun zu seiner Ausreise geführt habe und was sich bei eben diesem Vorfall konkret abgespielt habe, so kann jedenfalls nicht von einer Glaubhaftmachung der Fluchtgründe gesprochen werden.
Weiters ist auszuführen, dass auch in Bezug darauf, dass der Beschwerdeführer sich angeblich erfolglos an die heimatlichen Behörden gewandt habe, Ungereimtheiten auftraten. So antwortete der Beschwerdeführer auf die Frage, ob er in der Heimat jemals Probleme mit den Behörden oder Gerichten gehabt habe, ganz spontan: "Nein."
Andererseits erklärte er aber auch, er habe einmal (!) bei der Polizei Anzeige erstatten wollen und die Polizei habe ihm nicht geholfen. Insofern könnte man schon davon ausgehen, dass dies für ihn ein Problem dargestellt habe, umso mehr, als er sich später auch wiederholt darauf berief, dass er in seiner Heimat keinen Schutz zu erwarten habe. Widersprüchlich sprach er vorerst aber nur von einem einzige Mal, bei dem er sich an die Polizei gewandt habe, und steigerte sein Vorbringen später dahingehend, dass er nach allen drei Angriffen auf seine Person versucht habe, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Von daher waren auch seine diesbezüglichen Angaben in sich nicht stimmig."
"Auf Grund des Vorbringens des Beschwerdeführers kommt daher weder die Zuerkennung des Status eines Asylberechtigten noch die Zuerkennung des Status eines subsidiär Schutzberechtigten in Betracht, da sich dieses als unhaltbar erwiesen hat.
Aus den vom Bundesasylamt herangezogenen und nicht ausreichend konkret bestrittenen Feststellungen ergibt sich, wie schon vom Bundesasylamt zutreffend ausgeführt, zudem, dass es dem Beschwerdeführer möglich wäre, etwaigen Repressionen auszuweichen, zumal sich aus dem Vorbringen des Beschwerdeführers jedenfalls nicht ergibt, dass er selbst eine exponierte Persönlichkeit wäre, die landesweit gesucht würde. Da der Beschwerdeführer selbst nicht einmal behauptete, von der Polizei gesucht worden zu sein, sondern vielmehr Streitigkeiten mit privaten Geschäftsleuten vorbrachte, von denen er nicht einmal die vollständigen Namen wusste, ist schon deshalb von einer innerstaatlichen Fluchtalternative auszugehen, da sich nämlich aus den Feststellungen des Bundesasylamtes ergibt, dass selbst bei strafrechtlicher Verfolgung ein unbehelligtes Leben in ländlichen Gebieten in anderen Teilen Indiens möglich ist, ohne dass die Person ihre Identität verbergen muss, bekannte Persönlichkeiten durch einen Umzug einer Verfolgung zwar nicht entgehen können, wohl aber weniger bekannte Personen, wie der Beschwerdeführer. Es kann daher nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer von Privatpersonen in einem anderen Teil Indiens gefunden würde, wenn dies nicht einmal den indischen Behörden möglich ist.
Da es nach den vom Bundesasylamt herangezogenen Feststellungen Existenzmöglichkeiten für den Beschwerdeführer außerhalb seiner Heimat gibt, ist es ihm auch zumutbar, sich in einen anderen Teil Indiens zu begeben. Den Feststellungen ist zu entnehmen, dass sich Sikhs aus dem Punjab in jedem anderen Teil Indiens ansiedeln können, da es Sikh Gemeinschaften in ganz Indien gibt. Von Bürgern wird in Indien nicht verlangt, ihren Glauben registrieren zu lassen und Sikhs können in jedem Staat Indiens ihre Religion ohne Einschränkung praktizieren. Auch für religiöse Minderheiten, die trotz des staatlichen Schutzes und der allgemeinen Religionsfreiheit auf Probleme treffen, existiert zumeist die Möglichkeit eines Umzugs in einen anderen Bundesstaat, für sehr hohe religiöse Führer mit überregionalem Bekanntheitsgrad kann die Situation im Einzelnen anders aussehen. Da der Beschwerdeführer in keiner Weise vorbrachte, innerhalb der Sikh Gemeinschaft eine derartige Stellung einzunehmen, ist ihm ein Umzug jedenfalls möglich und auch zumutbar. Es sind sohin die Voraussetzungen für das Vorliegen einer inländischen Fluchtalternative gegeben, weswegen auch aus diesem Grunde weder die Zuerkennung des Status eines Asylberechtigten noch die Zuerkennung des Status eines subsidiär Schutzberechtigten in Betracht kommt (vgl. VwGH 24.01.2008, 2006/19/0985)."
Am 15.06.2015 stellte der Beschwerdeführer neuerlich einen Antrag auf internationalen Schutz und wurde hiezu am 17.06.2015 durch Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes niederschriftlich befragt. Hiebei gab er im Wesentlichen Folgendes zu Protokoll:
Seine alten Fluchtgründe bestünden noch, sie hätten sich sogar noch verschlechtert. Vor einigen Monaten habe er beschlossen, freiwillig nach Indien zurückzukehren. Jedoch habe er im Mai 2014 einen Anruf von seinem Freund aus Indien bekommen, dass seine Verfolger wieder aktiv nach ihm suchten. Aus diesem Grund könne er nicht nach Indien zurück. Im Falle einer Rückkehr habe er Angst um sein Leben. Die Änderung seiner Fluchtgründe sei ihm seit etwa drei Wochen bekannt.
Am 15.06.2016 wurde der Beschwerdeführer seitens des Bundesamtes einvernommen, wobei er im Wesentlichen Folgendes vorbrachte:
Der Beschwerdeführer sei gesund. In Indien habe er zusammen mit seinen Eltern gelebt, diese hätten ein Geschäft mit Waren aller Art. Der Beschwerdeführer habe auch in diesem Geschäft gearbeitet, das sei ein Familienbetrieb. Er sei verheiratet und habe einen Sohn, er glaube, dass sie bei seinen Eltern lebten. Er sei erstmalig am 12.10.2012 in Österreich eingereist und habe seitdem Österreich nicht verlassen. In Österreich verteile er Reklame. Er habe niemals Probleme mit den Behörden seines Heimatlandes gehabt, sei nicht politisch tätig gewesen und sei nie in Haft gewesen.
Befragt nach seinen Fluchtgründen gab er an, es gebe eine Religionsgruppe namens Sarsa, er sei Sikh und diese Gruppe habe wollen, dass er zu ihrer Religion übertrete. Deswegen habe es einen großen Streit gegeben, er sei auch an verschiedenen Stellen an seinem Körper verletzt gewesen. Sein Vater habe ihm geraten, das Land zu verlassen. Befragt gab er an, dass dies all seine Fluchtgründe seien. Er habe zweimal Streit mit dieser Gruppe gehabt und wenn er jetzt zurückkehre, werde es wieder Streit geben. Befragt, ob das vollinhaltlich dieselben Gründe wie in seinem ersten Verfahren seien, führte er aus, das seien dieselben Gründe, er habe das auch damals angegeben. Er habe hierzu keine Beweise. Befragt, ob es etwas Neues seit seiner letzten Asylantragstellung gebe, führte er aus, es gebe nichts Neues, aber er werde von den Personen gesucht. Er habe Kontakt mit seinem Freund in Indien, er habe ihm erzählt, dass er von dieser Gruppe gesucht werde und nicht nach Indien zurückkommen solle. An seinem Wohnort sei diese Gruppe in der Mehrheit und sie wollten, dass das ganze Dorf diesen Glauben übernehme. Deswegen seien sie auf ihn zugekommen und hätten einen Streit begonnen. Es habe mehrere Streitigkeiten im Dorf gegeben. Manche Leute hätten die Religion akzeptiert und dann hätten sie ihre Ruhe. Über Vorhalt, dass er bei der Erstbefragung ausgesagt habe, dass er ursprünglich freiwillig zurück nach Indien habe wollen, gab er an, er habe das nicht gesagt, dass er freiwillig nach Indien gehen wollte, er habe nur gesagt, dass sein Freund angerufen und ihm davon erzählt habe. Sein Freund wisse, dass er gesucht werde, weil sein Freund dort lebe. Nachgefragt, ob er im Heimatort des Beschwerdeführers lebe, führte er aus, nein, nicht im selben Wohnort, aber 20km entfernt von seinem Dorf. Befragt, ob es nicht die Möglichkeit gegeben habe, innerhalb Indiens in eine größere Stadt zu ziehen, führte er aus, seine Eltern hätten Angst um sein Leben gehabt und hätten wollen, dass er ins Ausland gehe. Befragt, ob er sich an die Behörden seines Heimatlandes hätte wenden können, gab er an, diese Gruppe habe der Polizei Schmiergeld gegeben und habe keine Probleme mit der Polizei. Der Anführer der Gruppe heiße Baba Gurmeet Ram Rahim Insa. Er habe in verschiedenen Städten Gebetsstellen und die Leute kämen dorthin. Wie viele Anhänger er ungefähr habe, wisse er nicht. Er glaube im Punjab ca. 1,5 Millionen Menschen, wo sie vertreten seien, wisse der Beschwerdeführer nicht genau.
Er habe keine Familienangehörigen in Österreich. Er habe einen oder zwei Freunde aus Indien, meistens sei er mit seinem Mitbewohner zusammen. In seiner Freizeit schlafe er zu Hause. Er spreche Punjabi, Hindi, ein wenig Deutsch und Englisch. Er habe in Österreich keine Kurse oder sonstige Ausbildungen absolviert. Er sei in keinen Vereinen oder Organisationen und nehme auch sonst nicht am sozialen bzw. kulturellen Leben in Österreich teil.
Mit dem angefochtenen Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 23.06.2016, Zl. 608401010-150678387, wurde der Antrag des Beschwerdeführers auf internationalen Schutz gemäß § 68 AVG wegen entschiedener Sache zurückgewiesen (Spruchpunkt I.), ein Aufenthaltstitel aus berücksichtigungswürdigen Gründen gem. § 57 nicht erteilt, gem. § 10 Abs. 1 Z. 3 AsylG i. V. m. § 9 BFA-VG gegen den Beschwerdeführer eine Rückkehrentscheidung gem. § 52 Abs. 2 Z. 2 FPG erlassen sowie festgestellt, dass seine Abschiebung gem. § 46 FPG nach Indien zulässig ist (Spruchpunkt II.) und gemäß § 55 Abs. 1a keine Frist für die freiwillige Ausreise besteht (Spruchpunkt III.).
Begründend führte das BFA aus, dass der Beschwerdeführer im gegenständlichen Verfahren hinsichtlich seiner Fluchtgründe und seiner Rückkehrbefürchtungen keinen Sachverhalt vorgebracht habe, welcher nach rechtskräftigem Abschluss seines Erstverfahrens neu entstanden wäre.
Es sei ihm abermals nicht gelungen, sein Vorbringen auf glaubwürdiger Weise darzulegen. Er habe nicht nachvollziehbar darstellen können, weshalb eine religiöse Gruppe gerade an ihm so großes Interesse zeigen sollte, zumal er ausdrücklich in seinem Verfahren angegeben habe, niemals politisch oder religiös tätig gewesen zu sein. Nach konkreten Details seiner mutmaßlichen Angreifer oder deren Gruppe befragt, habe er lediglich allgemein gültige Pauschalaussagen wiedergegeben. Wenn er jedoch mit diesen Menschen in einem Dorf oder in einer Ortschaft zusammengelebt hätte und von diesen mehrmals belästigt worden wäre und zum Konvertieren gedrängt worden wäre, so hätte er imstande sein müssen, detailliertere Informationen zu geben. Es sei ihm nicht gelungen, seit dem rechtskräftigen Abschluss seines ersten Verfahrens zum internationalen Schutz ein neues Vorbringen oder einen neu entstandenen Sachverhalt glaubhaft zu machen, noch habe er, bis auf die vorgebliche Information seines Freundes, in Indien würde nach ihm gesucht, einen solchen behauptet.
Darüber hinaus habe er angegeben, an seinem Herkunftsort sei diese Gruppe in der Überzahl. Der Beschwerdeführer hätte innerhalb seines Herkunftslandes an einen anderen Ort ziehen können, um seinen mutmaßlichen Problemen zu entgehen.
Seine Angaben zu seinem Privat- und Familienleben seien unzweifelhaft glaubhaft gewesen.
Rechtlich führte das BFA zu Spruchpunkt I. aus, dass der Beschwerdeführer keine neuen asylrelevanten Fluchtgründe vorgebracht habe, noch seien seit der rechtskräftigen Entscheidung über seinen ersten Antrag auf internationalen Schutz neue Tatsachen entstanden, die für eine Erteilung von internationalen Schutz oder subsidiärem Schutz sprechen würden. Er habe lediglich angegeben, dass ihm ein Freund aus Indien telefonisch mitgeteilt habe, dass seine mutmaßlichen Gegner immer noch aktiv nach ihm suchten. Hierbei bezog sich der Beschwerdeführer vollinhaltlich auf den bereits entschiedenen Sachverhalt. Es sei ihm bereits in seinem ersten Verfahren nicht gelungen, sein Vorbringen auf plausible Weise darzulegen. Auch im gegenständlichen Verfahren habe er nicht als glaubwürdig in Erscheinung treten können.
Da weder in der maßgeblichen Sachlage, noch im Begehren und auch nicht in den anzuwendenden Rechtsnormen eine Änderung eingetreten sei, die eine andere rechtliche Beurteilung des Antrages nicht von vornherein als ausgeschlossen erscheinen ließe, stehe die Rechtskraft des ergangenen Erkenntnisses vom 07.01.2013, Zahl: C4 430.737-1/2012/2E, seinem neuerlichen Antrag entgegen, weswegen das Bundesamt zu seiner Zurückweisung verpflichtet sei.
Zu Spruchpunkt II. führte das BFA aus, dass der Beschwerdeführer bis dato strafrechtlich nicht angefallen sei, er kein Opfer von Gewalt sei.
Der Beschwerdeführer habe keine Familienangehörigen in Österreich, seine Angehörigen lebten in Indien, es bestehe daher kein Eingriff in sein Familienleben.
Er spreche etwas Deutsch, er habe keine sonstigen privaten Bindungen in Österreich, er befinde sich zudem erst seit kurzer Zeit im Bundesgebiet. Er habe weder einen Kurs besucht, noch andere Schritte gesetzt, um seine Integration voranzutreiben. Demgegenüber stünde das Interesse der Öffentlichkeit an einem geordneten Vollzug des Fremdenwesens, dem widersprechend er mit der illegalen Einreise gehandelt habe. Auf Grund dieser Gesamtabwägung der Interessen und unter Beachtung aller bekannten Umstände ergebe sich, dass seine Rückkehrentscheidung gerechtfertigt sei.
Da ihm ein Aufenthaltstitel aus berücksichtigungswürdigenden Gründen nicht erteilt werde und die Rückkehrentscheidung zulässig sei, es sei eine Rückkehrentscheidung zu erlassen.
Unter Spruchpunkt I. sei dargelegt worden, dass sich in seinem Fall keine Gefährdung im Sinne des § 50 Absatz 1 und 2 FPG ergebe. Eine Empfehlung im Sinne des § 50 Absatz 3 FPG liege nicht vor. Es sei somit auszusprechen, dass im Falle der Durchsetzbarkeit der Rückkehrentscheidung, sowie bei Vorliegen der in § 46 Absatz 1 Ziffer 1 bis 4 FPG genannten Voraussetzungen seine Abschiebung nach Indien zulässig sei.
Zu Spruchpunkt III. führte das BFA aus, dass gemäß § 55 Absatz 1 a FPG im Falle einer Zurückweisung der Entscheidung gemäß § 68 AVG keine Frist für die freiwillige Ausreise bestehe. Daher sei in seinem Fall von einer Erteilung der Frist abzusehen gewesen.
Gegen diesen Bescheid erhob der Beschwerdeführer fristgerecht Beschwerde und erstattete im Wesentlichen folgendes Vorbringen:
Der Beschwerdeführer habe sich zur freiwilligen Rückkehr entschlossen und habe entsprechende Planungen gesetzt. Dann sei er aber von der Heimat aus gewarnt worden, dass seine Feinde in Indien gegen ihn aktiv gewesen seien. Der Beschwerdeführer sei unbescholten, habe sich in Österreich immer wohlverhalten und negative Faktoren lägen insgesamt nicht vor. Er sei selbsterhaltungsfähig und wohne in einer ortsüblichen Unterkunft. Der Beschwerdeführer gebe an, dass aktuell eine politische Gefährdung bestehe. Das Vorbringen sei in Übereinstimmung mit der Berichtslage. Es sei von der belangten Behörde verabsäumt worden, aktuell herauszufinden, ob dem neuen Vorbringen zumindest ein glaubwürdiger Kern innewohne, an dem eine positive Prognose hinsichtlich einer neuen Sachentscheidung geknüpft werden könne. Fallbezogen habe das BFA konkrete Recherchen nicht angestellt. Somit sei keine Grundlage für eine Plausibilitätsprüfung vorhanden gewesen. Es bestehe nicht bloß ein Fortbestehen einer früher geltend gemachten Bedrohung, sondern explizit ein erneutes Aktivwerden. Dazu komme, dass der Beschwerdeführer personelle und weitere Details nennen könne. Einer fallbezogenen Recherche hätte das Vorbringen standgehalten. Die generellen Länderfeststellungen hätten keinen besonderen Bezug zur Situation und zum Vorbringen des Beschwerdeführers und seien offenbar nur wahllos zusammengestellt worden.
Der Beschwerdeführer sei seit Jänner 2012 in Österreich, unbescholten, fleißig und am Arbeitsmarkt integriert, sowie durch diese Tätigkeit auch selbsterhaltungsfähig. Er habe auch eine ordentliche ortsübliche Unterkunft und sei willens, seine bereits bestehenden Deutschkenntnisse zu verbessern. Die Behörde gehe auf die insgesamt positiven Faktoren nicht ein, sondern spreche lediglich abstrakt über das geordnete Fremdenwesen. Es entspreche nicht der Wahrheit, wenn es im bekämpften Bescheid heiße, der Beschwerdeführer hätte keine Integrationsschritte gesetzt. Es gebe keine erkennbaren Gründe, warum kein Aufenthaltstitel gemäß § 55 Asylgesetz erteilt worden sei.
§ 1 BFA-VG, BGBl I 2012/87 idF BGBL I 2013/144, bestimmt, dass dieses Bundesgesetz allgemeine Verfahrensbestimmungen beinhaltet, die für alle Fremden in einem Verfahren vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl, vor Vertretungsbehörden oder in einem entsprechenden Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gelten. Weitere Verfahrensbestimmungen im AsylG und FPG bleiben unberührt.
Gemäß § 9 Abs. 2 FPG, BGBl. I Nr. 100/2005 idgF, und § 7 Abs. 1 Z 1 BFA-VG entscheidet das Bundesverwaltungsgericht über Beschwerden gegen Entscheidungen (Bescheide) des BFA. Somit ist das Bundesverwaltungsgericht für die Entscheidung zuständig.
Zu Spruchpunkt I. des angefochtenen Bescheides
Gemäß § 68 Abs. 1 AVG sind Anbringen von Beteiligten, die außer den Fällen der §§ 69 und 71 die Abänderung eines der Berufung nicht oder nicht mehr unterliegenden Bescheides begehren, wenn die Behörde nicht Anlass zu einer Verfügung gemäß den Absätzen 2 und 4 findet, wegen entschiedener Sache zurückzuweisen.
"Sache" des Berufungsverfahrens ist regelmäßig die Angelegenheit, die den Inhalt des Spruches des Bescheides der Unterinstanz gebildet hat, soweit dieser angefochten wurde (VwSlg 7548A/1969, VfSlg 7240/1973, VwGH vom 8.10.1996, 94/04/0248; Walter-Thienel, Verwaltungsverfahren2, 1265 mwH).
Im vorliegenden Fall ist Sache des Berufungsverfahrens somit die Frage der Rechtmäßigkeit der Zurückweisung des (zweiten) Asylantrages wegen entschiedener Sache. Die Rechtsmittelbehörde darf nur über die Frage entscheiden, ob die Zurückweisung (wegen entschiedener Sache) durch die Vorinstanz zu Recht erfolgt ist und hat dementsprechend entweder - im Falle des Vorliegens entschiedener Sache - das Rechtsmittel abzuweisen oder - im Falle der Unrichtigkeit dieser Auffassung - den bekämpften Bescheid ersatzlos mit der Konsequenz zu beheben, dass die erstinstanzliche Behörde in Bindung an die Auffassung der Rechtsmittelbehörde den gestellten Antrag jedenfalls nicht neuerlich wegen entschiedener Sache zurückweisen darf. Es ist der Rechtsmittelbehörde aber verwehrt, über den Antrag selbst meritorisch zu entscheiden (VwSlg 2066A/1951, VwGH vom 30.5.1995, 93/08/0207; Walter-Thienel, Verwaltungsverfahren2, 1433 mwH).
Es ist Sache der Partei, die in einer rechtskräftig entschiedenen Angelegenheit eine neuerliche Sachentscheidung begehrt, dieses Begehren zu begründen (VwGH 8.9.1977, 2609/76). Die Prüfung der Zulässigkeit einer Durchbrechung der Rechtskraft auf Grund geänderten Sachverhaltes darf ausschließlich anhand jener Gründe erfolgen, die von der Partei in erster Instanz zur Begründung ihres Begehrens auf neuerliche Entscheidung geltend gemacht werden (VwGH 23.5.1995, 94/04/0081).
Entschiedene Sache liegt vor, wenn sich gegenüber dem früheren Bescheid weder die Rechtslage noch der wesentliche Sachverhalt geändert haben (VwGH 21.03.1985, 83/06/0023, und andere). Identität der Sache liegt selbst dann vor, wenn die Behörde in dem bereits rechtskräftig abgeschlossen Verfahren die Rechtsfrage auf Grund eines mangelhaften Ermittlungsverfahrens oder einer unvollständigen oder unrichtigen rechtlichen Beurteilung entschieden hat (VwGH 08.04.1992, 88/12/0169).
Der Begriff Identität der Sache muss in erster Linie aus einer rechtlichen Betrachtungsweise heraus beurteilt werden. Dies bedeutet, dass den behaupteten geänderten Umständen Entscheidungsrelevanz zukommen muss (VwGH vom 30.01.1995, 94/10/0162 ua). Einer neuen Sachentscheidung steht die Rechtskraft eines früher in der gleichen Angelegenheit ergangenen Bescheides gemäß § 68 Abs. 1 AVG nur dann nicht entgegen, wenn in den für die Entscheidung maßgebenden Umständen eine Änderung eingetreten ist (VwGH 07.12.1988, 86/01/0164). Die Beantwortung der Frage, ob sich die nach dem früheren Bescheid maßgeblich gewesene Sachlage derart geändert hat, dass die Erlassung eines neuen Bescheides in Betracht kommt, setzt voraus, dass der bestehende Sachverhalt an der diesen Bescheid zu Grunde liegenden Rechtsanschauung und ihrem normativen Hintergrund gemessen wird, und zwar nach der selben Methode, mit der er im Falle einer neuen Sachentscheidung an der Norm selbst zu messen wäre (Hauer/Leukauf, Handbuch des österreichischen Verwaltungsverfahrens, fünfte Auflage, E 19 b zu § 68 AVG).
Zutreffend ist das BFA zum Ergebnis gelangt, dass kein glaubhafter neu entstandener Sachverhalt vorliegt, auf die diesbezüglich oben zusammengefassten Ausführungen wird hingewiesen.
Der Beschwerdeführer hat im Wesentlichen das Vorbringen, das er bereits in seinem Vorverfahren erstattete, wiederholt bzw. darauf hingewiesen, dass diese Gründe weiterhin aufrecht seien, doch ist dem entgegen zu halten, dass er damit keinen neu entstandenen Sachverhalt geltend gemacht hat, eine neuerliche Sachentscheidung jedoch nur in Betracht kommt, wenn ein Sachverhalt nach Rechtskraft des materiellen Verfahrens neu entstanden ist.
Er behauptete zwar, dass er von einem Freund erfahren habe, dass man ihn weiterhin suche, doch ist ein derartiges in den Raum gestelltes Vorbringen im Hinblick darauf, dass sich das ursprüngliche Vorbringen als völlig haltlos erwies, nicht einmal im Kern glaubhaft. Denkt man sich dieses zusätzliche Vorbringen dem ursprünglichen Verfahren hinzu, so käme eine anders lautende Entscheidung nicht einmal in Betracht, hat sich doch im ursprünglichen Verfahren ergeben, dass die behauptete Bedrohungssituation nicht den Tatsachen entspricht, weswegen zusätzliche Behauptungen von einer Suche nach der Person des Beschwerdeführers das Vorbringen des Beschwerdeführers insgesamt nicht glaubwürdiger zu machen vermögen. Voraussetzung für eine neuerliche Sachentscheidung wäre jedoch, dass den behaupteten geänderten Umständen Entscheidungsrelevanz zukommt, was jedoch im konkreten Fall nicht gegeben ist. Die nunmehrigen Behauptungen stützen sich nämlich auf die ursprüngliche, in allen Instanzen als unglaubwürdig erkannte Geschichte, können jedoch für sich alleine nicht bestehen, weshalb diese keine Durchbrechung der Rechtskraft des seinerzeitigen Erkenntnisses des Asylgerichtshofes bewirken können. Vielmehr zeigt sich in eindeutiger Weise, dass der Beschwerdeführer einen (untauglichen) Versuch unternommen hat, ein neuerliches Asylverfahren in Gang zu bringen, ohne dass tatsächlich ein asylrelevantes Substrat neu entstanden wäre. Dementsprechend vermochte der Beschwerdeführer keinen neu entstandenen Sachverhalt darzutun, der auch nur im Kern glaubhaft wäre.
Zudem wurde die ursprüngliche Entscheidung des Asylgerichtshofes vom 07.01.2013 mit der innerstaatlichen Fluchtalternative begründet, doch brachte der Beschwerdeführer nunmehr keine Argumente vor, weswegen gegenwärtig eine derartige innerstaatliche Fluchtalternative nicht bestehen sollte, selbst wenn man vom Vorbringen des Beschwerdeführers ausginge, sodass schon von daher eine neuerliche Sachentscheidung nicht in Betracht kommt.
Seitens des Bundesamtes wurde dem Beschwerdeführer die Möglichkeit geboten, in die Quellen betreffend die allgemeine Situation in Indien Einsicht zu nehmen und eine Stellungnahme abzugeben, worauf der Beschwerdeführer jedoch verzichtete. Eine relevante Sachverhaltsänderung hinsichtlich der allgemeinen Lage, wonach jeder Inder im Falle einer Rückkehr bereits in seiner Heimat gefährdet wäre, kann aus den Feststellungen des BFA zur allgemeinen Lage nicht erkannt werden und kann eine relevante Änderung der allgemeinen Lage in Indien auch sonst nicht erkannt werden.
Dass es dem nach seinen Angaben gesunden Beschwerdeführer im Gegensatz zur Situation bei Erlassung des Erkenntnisses des Asylgerichtshofes vom 07.01.2013 nunmehr nicht möglich wäre, für den notwendigsten Lebensunterhalt zu sorgen, vermochte der Beschwerdeführer, der verwandtschaftliche Beziehungen in Indien hat, nicht aufzuzeigen, sondern ist vielmehr davon auszugehen, dass keine relevante Sachverhaltsänderung dahingehend gegeben ist, dass der Beschwerdeführer nun im Gegensatz zur ursprünglichen Entscheidung des Asylgerichtshofes nicht für seinen notwendigen Unterhalt aufkommen könnte, zumal der Beschwerdeführer auch nicht konkret darzulegen vermochte, inwiefern sich eine relevante Sachverhaltsänderung in diesem Zusammenhang ergeben hätte. Schwierige Lebensbedingungen reichen aber für eine Schutzgewährung im Sinne des § 8 AsylG nicht aus.
Zu Spruchpunkt II. und III. des angefochtenen Bescheides:
Gemäß § 10. Abs. 1 Z 3 AsylG 2005 ist eine Entscheidung nach diesem Bundesgesetz mit einer Rückkehrentscheidung oder einer Anordnung zur Außerlandesbringung gemäß dem 8. Hauptstück des FPG zu verbinden, wenn der Antrag auf internationalen Schutz sowohl bezüglich der Zuerkennung des Status des Asylberechtigten als auch der Zuerkennung des Status des subsidiär Schutzberechtigten abgewiesen wird und von Amts wegen ein Aufenthaltstitel gemäß § 57 AsylG 2005 nicht erteilt wird sowie kein Fall der §§ 8 Abs. 3a oder 9 Abs. 2 AsylG 2005 vorliegt (vgl. hiezu VwGH 19.11.2015, Zl. Ra 2015/20/0082).
Der Beschwerdeführer befindet sich seit Oktober 2012 im Bundesgebiet und sein Aufenthalt ist nicht geduldet. Er ist nicht Zeuge oder Opfer von strafbaren Handlungen und auch kein Opfer von Gewalt. Die Voraussetzungen für die amtswegige Erteilung eines Aufenthaltstitels gemäß § 57 AsylG 2005 liegen daher nicht vor, wobei dies weder im Verfahren noch in der Beschwerde auch nur behauptet wurde.
Im vorliegenden Verfahren erfolgte die Abweisung des Antrages auf internationalen Schutz im Hinblick auf den Status des subsidiär Schutzberechtigten auch nicht gemäß § 8 Abs. 3a AsylG 2005 und ist auch keine Aberkennung gemäß § 9 Abs. 2 AsylG 2005 ergangen, wie aus dem Verfahrensgang ersichtlich ist.
Gemäß § 52 Abs. 2 FPG hat das Bundesamt gegen einen Drittstaatsangehörigen unter einem (§ 10 AsylG 2005) mit Bescheid eine Rückkehrentscheidung zu erlassen, wenn dessen Antrag auf internationalen Schutz sowohl bezüglich der Zuerkennung des Status des Asylberechtigten als auch der Zuerkennung des Status des subsidiär Schutzberechtigten abgewiesen wird, und kein Fall der §§ 8 Abs. 3a oder 9 Abs. 2 AsylG 2005 vorliegt und ihm kein Aufenthaltsrecht nach anderen Bundesgesetzen zukommt. Dies gilt nicht für begünstigte Drittstaatsangehörige.
Der Beschwerdeführer ist als Staatsangehöriger von Indien kein begünstigter Drittstaatsangehöriger und es kommt ihm kein Aufenthaltsrecht nach anderen Bundesgesetzen zu.
Gemäß § 55 Abs.1 AsylG 2005 ist im Bundesgebiet aufhältigen Drittstaatsangehörigen von Amts wegen oder auf begründeten Antrag eine "Aufenthaltsberechtigung plus" zu erteilen, wenn
Nach § 55 Abs. 2 AsylG 2005, ist eine "Aufenthaltsberechtigung" zu erteilen, wenn nur die Voraussetzung des Abs. 1 Z 1 vorliegt.
Der Begriff des "Familienlebens" in Art. 8 EMRK umfasst nicht nur die Kleinfamilie von Eltern und (minderjährigen) Kindern und Ehegatten, sondern auch entferntere verwandtschaftliche Beziehungen, sofern diese Beziehungen eine gewisse Intensität aufweisen, etwa ein gemeinsamer Haushalt vorliegt (vgl. dazu EKMR 19.07.1968, 3110/67, Yb 11, 494 (518); EKMR 28.02.1979, 7912/77, EuGRZ 1981/118; Frowein - Peukert, Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK-Kommentar, 2. Auflage (1996) Rz 16 zu Art. 8; Baumgartner, Welche Formen des Zusammenlebens schützt die Verfassung? ÖJZ 1998, 761; vgl. auch Rosenmayer, Aufenthaltsverbot, Schubhaft und Abschiebung, ZfV 1988, 1). In der bisherigen Spruchpraxis der Straßburger Instanzen wurden als unter dem Blickwinkel des Art. 8 EMRK zu schützende Beziehungen bereits solche zwischen Enkel und Großeltern (EGMR 13.06.1979, Marckx, EuGRZ 1979, 458; s. auch EKMR 07.12.1981, B 9071/80, X-Schweiz, EuGRZ 1983, 19), zwischen Geschwistern (EKMR 14.03.1980, B 8986/80, EuGRZ 1982, 311) und zwischen Onkel bzw. Tante und Neffen bzw. Nichten (EKMR 19.07.1968, 3110/67, Yb 11, 494 (518); EKMR 28.02.1979, 7912/77, EuGRZ 1981/118; EKMR 05.07.1979, B 8353/78, EuGRZ 1981, 120) anerkannt, sofern eine gewisse Beziehungsintensität vorliegt (vgl. Baumgartner, ÖJZ 1998, 761; Rosenmayer, ZfV 1988, 1). Das Kriterium einer gewissen Beziehungsintensität wurde von der Kommission auch für die Beziehung zwischen Eltern und erwachsenen Kindern gefordert (EKMR 06.10.1981, B 9202/80, EuGRZ 1983, 215).
Nach ständiger Rechtsprechung der Gerichtshöfe öffentlichen Rechts kommt dem öffentlichen Interesse aus der Sicht des Schutzes und der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung iSd Art. 8 Abs. 2 EMRK ein hoher Stellenwert zu. Der Verfassungsgerichtshof und der Verwaltungsgerichtshof haben in ihrer Judikatur ein öffentliches Interesse in dem Sinne bejaht, als eine über die Dauer des Asylverfahrens hinausgehende Aufenthaltsverfestigung von Personen, die sich bisher bloß auf Grund ihrer Asylantragsstellung im Inland aufhalten durften, verhindert werden soll (VfSlg. 17.516 und VwGH 26.06.2007, Zl. 2007/01/0479).
Der Beschwerdeführer hat keine Verwandten oder sonstigen nahen Angehörigen in Österreich. Die Rückkehrentscheidung bildet daher keinen unzulässigen Eingriff in das Recht des Beschwerdeführers auf Schutz des Familienlebens.
Im Falle einer bloß auf die Stellung eines Asylantrags gestützten Aufenthalts wurde in der Entscheidung des EGMR (N. gegen United Kingdom vom 27.05.2008, Nr. 26565/05) auch ein Aufenthalt in der Dauer von zehn Jahren nicht als allfälliger Hinderungsgrund gegen eine Ausweisung unter dem Aspekt einer Verletzung von Art. 8 EMRK thematisiert.
In seiner davor erfolgten Entscheidung Nnyanzi gegen United Kingdom vom 08.04.2008 (Nr. 21878/06) kommt der EGMR zu dem Ergebnis, dass bei der vorzunehmenden Interessensabwägung zwischen dem Privatleben des Asylwerbers und dem staatlichen Interesse eine unterschiedliche Behandlung von Asylwerbern, denen der Aufenthalt bloß aufgrund ihres Status als Asylwerber zukommt, und Personen mit rechtmäßigem Aufenthalt gerechtfertigt sei, da der Aufenthalt eines Asylwerbers auch während eines jahrelangen Asylverfahrens nie sicher ist. So spricht der EGMR in dieser Entscheidung ausdrücklich davon, dass ein Asylweber nicht das garantierte Recht hat, in ein Land einzureisen und sich dort niederzulassen. Eine Abschiebung ist daher immer dann gerechtfertigt, wenn diese im Einklang mit dem Gesetz steht und auf einem in Art. 8 Abs. 2 EMRK angeführten Grund beruht. Insbesondere ist nach Ansicht des EGMR das öffentliche Interesse jedes Staates an einer effektiven Einwanderungskontrolle jedenfalls höher als das Privatleben eines Asylwerbers; auch dann, wenn der Asylwerber im Aufnahmestaat ein Studium betreibt, sozial integriert ist und schon 10 Jahre im Aufnahmestaat lebte.
Der Beschwerdeführer verteilt zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes Reklame, jedoch ist dem entgegen zu halten, dass daraus keine maßgebliche Integration am Arbeitsmarkt abzuleiten ist (vgl. VwGH 11.06.2014, 2013/22/0356). Es bestehen lediglich geringe Deutschkenntnisse, der Beschwerdeführer hat im Bundesgebiet keinerlei Kurse oder sonstige Ausbildungen absolviert, er ist nicht in Vereinen oder sonstigen Organisationen tätig und nimmt auch nicht an anderer Weise am sozialen bzw. kulturellen Leben in Österreich teil. Er verfügt bloß über einen oder zwei Freunde aus Indien, sodass im Falle des Beschwerdeführers kein relevanter Grad an Integration im Bundesgebiet erreicht worden ist. Der Beschwerdeführer hält sich zwar mittlerweile mehrere Jahre im Bundesgebiet auf, doch stützte sich dieser Aufenthalt auf einen bloß unberechtigten Asylantrag und kam der Beschwerdeführer nach rechtskräftigem Abschluss seines Asylverfahrens Anfang des Jahres 2013 der darin ausgesprochenen Ausweisung nicht nach, vielmehr hielt er sich weiterhin illegal im Bundesgebiet auf, sodass eingegangene Bindungen im Bundesgebiet nicht schwer wiegen können. Im Hinblick auf den Umstand, dass der erwachsene Beschwerdeführer den überwiegenden Teil seines Lebens im Herkunftsstaat verbracht hat, ist davon auszugehen, dass anhaltende Bindungen zum Herkunftsstaat bestehen, zumal dort seine Familienangehörigen leben und der Beschwerdeführer die Sprache des Herkunftsstaates beherrscht, wogegen er im Bundesgebiet über keinerlei Familienangehörige verfügt und er auch sonst im Bundesgebiet keine fortgeschrittene Integration aufweist. Insbesondere ist nochmals zu betonen, dass der Aufenthalt des Beschwerdeführers zum allergrößten Teil illegal war, er bereits im Jänner 2013 gehalten gewesen wäre, das Bundesgebiet zu verlassen, sodass die vom Beschwerdeführer in dieser Zeit gesetzten Integrationsschritte, die noch dazu gering sind, in den Hintergrund treten.
Daher ist davon auszugehen, dass die Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib im Bundesgebiet nur geringes Gewicht haben und gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Einhaltung der die Einreise und den Aufenthalt von Fremden regelnden Bestimmungen aus der Sicht des Schutzes der öffentlichen Ordnung, dem nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ein hoher Stellenwert zukommt, in den Hintergrund treten. Die Verfügung der Rückkehrentscheidung war daher im vorliegenden Fall geboten und ist auch nicht unverhältnismäßig (vgl. VwGH 25.02.2010, 2009/21/0142; 18.03.2010, 2010/22/0023).
Daher sind auch die Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsberechtigung nach § 55 AsylG 2005 nicht gegeben.
Gemäß § 52 Abs. 9 FPG hat das Bundesamt mit einer Rückkehrentscheidung gleichzeitig festzustellen, dass eine Abschiebung eines Drittstaatsangehörigen gemäß § 46 FPG in einen oder mehrere bestimmte Staaten zulässig ist, es sei denn, dass dies aus vom Drittstaatsangehörigen zu vertretenden Gründen nicht möglich sei.
Nach § 50 Abs. 2 FPG ist die Abschiebung in einen Staat unzulässig, wenn stichhaltige Gründe für die Annahme bestehen, dass dort ihr Leben oder ihre Freiheit aus Gründen ihrer Rasse, ihrer Religion, ihrer Nationalität, ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer politischen Ansichten bedroht wäre (Art. 33 Z 1 der Konvention über die Rechtsstellung der Flüchtlinge, BGBl. Nr. 55/1955, in der Fassung des Protokolls über die Rechtsstellung der Flüchtlinge, BGBl. Nr. 78/1974), es sei denn, es bestehe eine innerstaatliche Fluchtalternative (§ 11 AsylG 2005).
Nach § 50 Abs. 3 FPG ist die Abschiebung in einen Staat unzulässig, solange der Abschiebung die Empfehlung einer vorläufigen Maßnahme durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte entgegensteht.
Die Zulässigkeit der Abschiebung des Beschwerdeführers in den Herkunftsstaat ist gegeben, da nach den tragenden Gründen der vorliegenden Entscheidung betreffend den Antrag des Beschwerdeführers auf internationalen Schutz keine Umstände vorliegen, aus denen sich eine Unzulässigkeit der Abschiebung im Sinne des § 50 FPG ergeben würde.
Gemäß § 55 Absatz 1a FPG besteht eine Frist für die freiwillige Ausreise für die Fälle einer zurückweisenden Entscheidung gemäß § 68 AVG nicht.
Die Voraussetzungen für ein Absehen von der Verhandlung gem. § 21 Abs. 7 BFA-VG, wonach eine mündliche Verhandlung unterbleiben kann, wenn der Sachverhalt aus der Aktenlage in Verbindung mit der Beschwerde geklärt erscheint oder sich aus den bisherigen Ermittlungen zweifelsfrei ergibt, dass das Vorbringen nicht den Tatsachen entspricht, sind, wie sich aus obigen Ausführungen ergibt, im gegenständlichen Fall erfüllt. Der Sachverhalt wurde nach Durchführung eines ordnungsgemäßen Ermittlungsverfahrens unter schlüssiger Beweiswürdigung des BFA festgestellt. Mit der Beschwerde wurde auf der Sachverhaltsebene nichts Entscheidungsrelevantes mehr vorgebracht.
Der Antrag auf Abhaltung einer mündlichen Verhandlung reicht aber bei sonstigem Vorliegen der Voraussetzung des § 21 Abs. 7 BFA-VG nicht aus, um eine Verhandlungspflicht zu begründen (vgl. VwGH 22.11.2006, Zl. 2005/20/0406 und viele andere).
Im vorliegenden Fall ist die ordentliche Revision gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig, weil die Entscheidung nicht von der Lösung einer Rechtsfrage grundsätzlicher Bedeutung abhängt. Das Bundesverwaltungsgericht konnte sich bei allen erheblichen Rechtsfragen auf eine ständige Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes bzw. auf eine ohnehin klare Rechtslage stützen. Die maßgebliche Rechtsprechung wurde bei den Erwägungen zu den einzelnen Spruchpunkten des angefochtenen Bescheides wiedergegeben.
ECLI:AT:BVWG:2016:W202.1430737.2.00

References: § 68
 § 9
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 § 8
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