Source: http://kfz-experte.de/infos
Timestamp: 2017-09-20 21:41:00+00:00

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Infos | Kfz-Experte
Sofern man als Geschädigter sich dem ersten Zugriff des “Schadenmanagement” der gegnerischen Versicherung entziehen konnte und dem Weg zu einem unabhängigen Gutachter seines Vertrauens gefunden hat, “droht” die gegenerische Versicherung gerne mal damit ihr “Recht auf Nachbesichtigung” des Unfallfahrzeuges geltend zu machen. Wichtig: es gibt kein Recht auf Nachbesichtigung. Nach ständiger Rechtsprechung hat der Versicherer kein Recht das Unfallfahrzeug zu besichtigen, sofern an dem vorgelegten Schadengutachten keine gravierenden Mängel vorliegen, die auch für den Geschädigten ohne weiteres erkennbar sind. Spätestens jetzt sollte der Geschädigte einen Verkehrsanwalt einschalten, da Versicherer auch schon mal ankündigen nicht zu regulieren bis eine Nachbesichtigung durch den Versicherungs-Gutachter durchgeführt wurde. Eine solche Drohung entbehrt jeglicher rechtlicher Grundlage. Die Beauftragung eines Gutachters kostet auch die Versicherung Geld. Versicherer geben aber bekanntermaßen nur ungern Geld aus. Also muss sich die Beauftragung entsprechend lohnen, was wiederum nur der Fall ist, wenn durch die Nachbesichtigung der Schaden “heruntergerechnet ” wird.
Sofern ein Geschädigter entgegen dieser Empfehlung einer Nachbesichtigung zustimmen möchte, so ist empfehlenswert den unabhängigen Gutachter zu informieren, damit dieser ebenfalls bei der Nachbesichtigung anwesend ist. Der Aufwand des Gutachters wird der gegnerischen Versicherung ebenfalls in Rechnung gestellt (genau wie die SV-Kosten für die Prüfung eines Prüfberichtes).
Qualität bei der Unfallschadeninstandsetzung
Die Diskussionen in den letzten Monaten verunsichern zunehmend Autofahrer, die nach einem Verkehrsunfall nicht mehr wissen, ob sie ihr Auto in einem fabrikatsgebundenen oder in einem fabrikatsungebundenen Betrieb instandsetzen lassen sollen.
Auch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ist nicht einfach zu verstehen.
Aus Sicht des Kfz-Sachverständigen lassen sich jedoch folgende Punkte zusammenfassen:
Bei der Schadenfeststellung hat der Kfz-Sachverständige ausschließlich die Reparaturkosten zu kalkulieren, die bei Reparatur in einem fabrikatsgebundenen Betrieb üblicherweise anfallen würden.
Der geschädigte Autofahrer hat Anspruch darauf, dass bei Durchführung der Reparatur diese Kosten auch durch den Haftpflichtversicherer übernommen werden.
Lässt der Geschädigte sein Fahrzeug nicht instandsetzen, rechnet er also fiktiv ab, hat er ebenfalls Anspruch auf den Stundenverrechnungssatz eines fabrikatsgebundenen Betriebes, wenn das Fahrzeug noch nicht älter als drei Jahre ist. Ist das Fahrzeug älter verbleibt es auch hier bei dem Anspruch auf den Stundenverrechnungssatz der fabrikatsgebundenen Werkstatt es sei denn, der Versicherer könnte nachweisen, dass es eine kostengünstigere, qualitativ gleichwertige Reparaturmöglichkeit in einer freien Werkstatt gibt. Wenn das Fahrzeug jedoch nachweislich auch nach Ablauf der drei Jahre weiterhin in einem fabrikatsgebundenen Betrieb gewartet wurde ist ebenfalls eine Abrechnung auf diesen Stundenverrechnungssätze möglich. Dies kann gesondert durch Vorlage des Serviceheftes bekräftigt werden.
Auch in einem Kaskoschaden ist der Kaskoversicherer nicht berechtigt, den Versicherungsnehmer zu zwingen, in eine Partnerwerkstatt des Versicherers zu gehen, allerdings kann es sein, dass in Fällen, in denen der Versicherungsnehmer mit einem Abzug von üblicherweise 15 % rechnen muss, falls er einen Versicherungsvertrag mit so genannter Werkstattbindung abgeschlossen hat und dennoch in eine
fabrikatsgebundene Werkstatt geht.
Handelt es sich um ein geleastes oder finanziertes Fahrzeug, muss in jedem Fall mit dem Leasinggeber oder der Bank Kontakt aufgenommen werden, bevor die Reparatur in Auftrag gegeben wird. Insbesondere die herstellergebundenen Leasinggesellschaften und Banken bestehen in der Regel darauf, dass das Fahrzeug auch bei einem fabrikatsgebundenen Betrieb instandgesetzt wird.
Gibt es für das betroffene Fahrzeug noch eine Garantie des Herstellers (nicht zu verwechseln Sachmängelhaftung/ Gewährleistung) ist nicht ausgeschlossen, dass es bei Reparatur außerhalb der fabrikatsgebundenen Werkstätten zu Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Garantieansprüchen zu einem späteren Zeitpunkt kommen kann. Da die Situation hier noch relativ unklar ist, empfiehlt es sich in jedem Fall, Rücksprache mit dem Garantiegeber zu nehmen.
Viele fabrikatsgebundene Betriebe lassen Karosserie- und Lackierarbeiten in qualifizierten freien Karosserie- und Lackierfachbetrieben durchführen. In diesen Fällen haftet jedoch gegenüber dem Kunden der fabrikatsgebundene Betrieb und nicht der als Subunternehmer tätige freie Betrieb.
Die immer komplexer werdende Fahrzeugtechnik, die Verwendung hochmoderner Stahlsorten, Elektronik und Verbundwerkstoffe stellen höhere Anforderungen – auch an die Karosserieinstandsetzung und die Lackierung. Der Bundesgerichtshof selbst stellt hohe Anforderungen an den Nachweis der Qualität für derartige Arbeiten. Während fabrikatsgebundene Betriebe diesbezüglich auch durch den Hersteller unmittelbar oder mittelbar kontrolliert werden, bewerten sich freie Karosserie- und Lackierfachbetriebe zum Teil einer Kontrolle durch Verbände oder durch Prüforganisationen. Qualifizierte Betriebe investieren in Ausbildung und Ausstattung und können dies auch gegenüber
dem Kunden problemlos belegen. Pauschale Aussagen dahingehend, dass die eine oder die andere Gruppe von Reparaturbetrieben qualifiziert oder unqualifiziert arbeiten, sind nicht seriös.
Im Einzelfall kann Ihnen aber der Kfz-Sachverständige helfen, die Qualität einer von Ihnen gewünschten Reparaturmöglichkeit zu prüfen.
In jedem Fall gilt, dass das Schadengutachten eines unabhängigen Kfz-Sachverständigen die beste Grundlage dafür ist, dass bei Reparaturdurchführung korrekt gearbeitet wird. In jedem Fall gilt auch, dass der Geschädigte immer Herr des Verfahrens ist und er sich nicht dem Wunsch des regulierungspflichtigen Versicherers unterwerfen muss.
Der Sachverständige im Mittelpunkt der Schadensregulierung
Erforderlichkeit und Anfertigung des Gutachtens
Geltendmachung des Sachverständigenhonorars
http://www.captain-huk.de/haftpflichtschaeden/rechtsanwalt-wortmann-der-sachverstaendige-im-mittelpunkt-der-schadensregulierung/
“Die Restwert-Misere im deutschen Autohandel zieht Kreise”
http://www.autohaus.de/bmw-haendler-ziehen-dekra-vor-kadi-895197.html
http://www.autohaus.de/scharfe-kritik-an-pruefdienstleister-864237.html
http://www.autohaus.de/keine-qualitaet-zur-dumpingpreisen-896234.html
http://wiso.zdf.de/ZDFde/inhalt/0/0,1872,7593024,00.html
Rückschau: Hinterlistig
Sendeanstalt und Sendedatum: SWR, Samstag, 8. August 2009
http://www.daserste.de/ratgeber/auto_beitrag_dyn~uid,akjkgumuaj5qd9an~cm.asp
http://www.autohaus.de/allianz-bilanziert-smart-repair-868372.html
http://www.focus.de/auto/news/recht-fuer-schaden-aufkommen-liegt-im-ermessen-der-versicherung_aid_428117.html
Urteil: Inspektion nach Herstellerrichtlinien
http://www.kfz-betrieb.vogel.de/index.cfm?pid=5473&pk=186998
Vorsicht Zentralruf!
Reduzierung der Schadenersatzleistungen in der Kfz.-Versicherung
Der versicherungsbeauftragte Sachverständige und seine Vorgaben … zum Wohle der Versicherung
Der BGH hat dem Sachverständigen klare Vorgaben an die Hand gegeben, wie er ein Gutachten zu erstellen hat und wie er zu richtigen und rechtskonformen Ergebnissen kommt. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Sachverständigen-Organisationen wie „DEKRA“ oder „SSH“ eigene Regeln haben, die dann zur Anwendung kommen, wenn die Versicherung im Rahmen des Schadensmanagementes den Gutachtenauftrag erteilt – von wegen Unabhängigkeit ….
Hier einige Anweisungen der größten Sachverständigenorganisationen:
Zunächst die DEKRA (Zitate entnommen aus: „Dekra Allgemeine Standards für den Gutachtenbereich „Schaden“ Januar 2009)
„Bei der Kalkulation gilt aus wirtschaftlichen Gründen grundsätzlich: „Instandsetzen vor Erneuern“. Bei der Auswahl der Lacklohn- und Lackmaterial-Kalkulationsmethode wird vorrangig die Methode nach “Hersteller“ verwendet. Ist dies nicht möglich, wird die Methode nach “AZT-Schwacke 100%“ angewendet, jedoch nur dann, wenn kein Reparaturauftrag vorliegt. Liegt ein Reparaturauftrag vor, so werden die spezifischen Lackmaterialverrechnungssätze des Reparaturbetriebes angesetzt. Kosten für Fahrzeugverbringung, UPE-Aufschläge, Entsorgung und Richtwinkelsätze werden in der Kalkulation nicht berücksichtigt. Auf diese Zuschläge wird separat im Produkt hingewiesen“
„Stundenverrechnungssatz: Bei Schäden unter Haftpflicht-Gesichtspunkten ohne vorliegenden Reparaturauftrag, wird mit den Stundensätzen der nächstgelegenen Fachwerkstatt zu kalkuliert.“
Kommentar: die hier vorgenommene Unterscheidung zwischen fiktiver Abrechnung und einem Kunden, der einen Reparaturauftrag vorlegt, ist rechtswidrig. Das Unfallopfer hat nach gefestigter Rechtsprechung nahezu aller deutschen Gerichte das Recht, im Rahmen seiner Dispositionsbefugnis zu entscheiden, ob er repariert, wo er repariert und in welchem Umfang er repariert oder ob er lieber auf die Reparatur verzichtet und deshalb nach Gutachten abrechnet. In all diesen Fällen ist eine Reparatur nach Herstellervorgaben zu kalkulieren. Den Sachverständigen geht es nichts an, ob ein Reparaturauftrag vorliegt. Die Verbringungskosten, UPE-Aufschläge und die Stundenverrechnungssätze der nächstgelegenen Marken-Fachwerkstatt gehören in jedes Gutachten, und zwar nicht, wie bei der Dekra, im Text versteckt, sondern in die Schadenskalkulation, die die Basis für eine rechtskonforme Abrechnung bildet. Zum Thema Stundenverrechnungssätze hat der BGH im „Porsche-Urteil“ vom 29.04.03, Az . VI ZR 398/02 klar Stellung bezogen, dass nur die Stundenverrechnungssätze einer Markenfachwerkstatt maßgeblich sind.
Nun zum Thema Restwert:
„Neben der Einschätzung durch den Sachverständigen werden auch der regionale Markt und die Restwertbörse bei der Findung des Restwertes zu berücksichtigt. Bei restwertrelevanten Gutachten wird das Fahrzeug grundsätzlich in eine Restwertbörse eingestellt. (……..) Im Falle eines wirtschaftlichen Totalschadens, bei dem das Fahrzeug mit dem Schaden weiter uneingeschränkt nutzbar ist, verbleibt ein Restwert (Gebrauchswert). Dieser sollte als Faustformel - je nach Gültigkeit der Prüfplakette - etwa 30-50% des WBW betragen.“
Kommentar: Die Dekra-Vorgabe steht im krassen Gegensatz zur BGH-Rechtsprechung. Dort wurde mit Urteil vom 13.01.2009 (Az. VI ZR 205/08) wie folgt entschieden:
„ Der vom Geschädigten mit der Schadensschätzung beauftragte Sachverständige hat bei der Ermittlung des Fahrzeugrestwerts grundsätzlich nur solche Angebote einzubeziehen, die auch sein Auftraggeber berücksichtigen müsste.“
Der Restwert ist also ausschließlich am regionalen Markt durch Händleranfragen zu ermitteln und nicht durch Einstellung des Fahrzeuges in eine Restwertbörse.
Die Vorgabe eines Gebrauchswertes ist ebenfalls verfehlt. Es ist bei einem wirtschaftlichen Totalschaden nicht auf einen Gebrauchswert abzustellen, sondern auf dem örtlichen Markt ein Restwert zu ermiteln.
Nicht nur die Dekra, sondern auch SSH (Schaden-Schnell-Hilfe) macht Vorgaben (Zitate entnommen aus „Richtlinien über die Zusammenarbeit zwischen Unionsversicherern und Vertrags-Sachverständigen der SSH-GmbH 09/05):
„Liegt ein unterzeichneter Reparaturauftrag vor, erfolgt die Kalkulation mit den Konditionen der Werkstatt. Liegt kein schriftlicher Reparaturauftrag vor, sind die regionalen Fachwerkstattlöhne für Karosserie und Lackierung gemaß SSH-Erhebung zu berücksichtigen. Bei flächenbezogener Lackmaterialberechnung nach AZT / Hersteller wird der Materialindex Uni/Metallic mit 100% berücksichtigt. Die Kalkulation erfolgt ohne Berücksichtigung von:
=> UPE-Zuschlägen
=> Verbringungskosten
=> Kosten für Richtwinkelsätze
=> Entsorgungskosten
=> Reinigungskosten“
Kommentar: Auch hier findet wieder die rechtswidrige Unterscheidung zwischen fiktiver Abrechung und vorliegendem Reparaturauftrag. Auch der Restwert wird wieder entgegen der BGH-Rechtsprechung ermittelt:
„Der Restwert ist grundsätzlich unter Hinzuziehung einer Restwertbörse zu ermitteln.”
Und dann haben wir noch die Vorgaben der Zurich Versicherung für Gutachter, die in deren Auftrag arbeiten (Zitate aus: „Richtlinien über die Zusammenarbeit der freiberuflichen Sachverständigen und der Zurich-Gruppe Deutschland, Stand 01.06.07):
„Folgende Kosten sind in der Kalkulation nicht zu berücksichtigen:
- Ersatzteilzuschläge
- Richtwinkelsätze
- Reinigungskosten“
„Ausnahme: Bei Grenzfällen zum Totalschaden sind alle evtl. Kosten/Zusatzaufwendungen und die Stundenverrechnungssätze auf Werkstattniveau zu unterstellen bzw. zu kalkulieren (Ziel: Risikoabschätzung Grenzbereich Totalschaden)“
Auf gut Deutsch: wenn ein Reparaturschaden vorliegt, so wenig wie möglich kalkulieren; bei Nähe zum Totalschaden alles möglichst hoch ansetzen, damit dem Unfallopfer ein Totalschaden entgegengehalten werden kann, so wie man es eben gerade braucht.
Und auch hier wieder die Unterscheidung zwischen fiktiver Abrechnung und Reparaturauftrag, allerdings in verschärfter Form:
„Liegt bei der Besichtigung des Fahrzeuges ein unterschriebener Reparaturauftrag vor, ist mit den Stundenverrechnungssätzen der konkreten Werkstatt zu kalkulieren. Ferner ist der vom Kunden unterschriebene Werkstattauftrag fotographisch festzuhalten und dem Gutachten beizufügen. (….) Im Gutachtentext ist folgendes zu vermerken: Da ein unterschriebener Reparaturauftrag vorliegt, wurden als Kalkulationsgrundlage die Std.-Sätze der reparaturausführenden Werkstatt in Ansatz gebracht. Sollte jedoch der Schaden auf Basis einer fiktiven Abrechnung reguliert werden, sind die Stundenlöhne zu prüfen und evtl. auf das Niveau einer regionalen Fachwerkstatt zu reduzieren.“
Auch hier wieder ein klarer Verstoß gegen das Porsche-Urteil des BGH.
Auch beim Thema „Restwertermittlung“ wird der BGH wieder ignoriert:
„Die Restwerte sind ausschließlich über die Restwertbörsen CAR-TV und AutoOnline zu ermitteln“
Die Liste der Anweisungen ließe sich noch beliebig fortführen …
Unfall.net-Fazit:
Fazit: Traue keinem Sachverständigen, den die Versicherung geschickt hat. Das hat auch der BGH bereits im Jahr 2007 festgestellt, der anlässlich einer Entscheidung darauf hingewiesen hatte, dass ein in Anspruch genommener Haftpflichtversicherer mit regelmäßig gegenläufigen Interessen in der Regel keinen objektiven Rechtsrat erteilt (BGH, Urteil vom 03.05.2007, Az. I ZR 19/05).
Das Unfallopfer hat stets das Recht, einen freien und weisungsunabhängigen Gutachter mit der Erstellung eines Schadensgutachtens zu beauftragen. Dessen Kosten sind von der eintrittspflichtigen Haftpflichtversicherung in voller Höhe zu übernehmen (BGH, Urteil vom 23.01.07, Az. VI ZR 67/06).
Quelle: www.unfall.net
Beauftragung eines Kfz-Sachverständigen im Haftpflichtschadenfall
Oft wird der Geschädigte mit der Behauptung konfrontiert, die Beauftragung eines Sachverständigen sei nicht nötig gewesen bzw. ein Verstoß gegen die Schadenminderungspflicht. Dass dies so nicht stimmt, ist eindeutig aus den folgenden Urteilen erkennbar; ein Verstoß gegen die Schadenminderungspflicht liegt demnach nur dann vor, wenn der Sachverständige einen für den Laien erkennbar zu hohen Betrag in Rechnung gestellt hat.
Ein Auswahlverschulden wird nur dann angenommen, wenn ein unqualifizierter Sachverständiger beauftragt wurde; bei einem öffentlich bestellten und vereidigten bzw. vom BVSK anerkannten Sachverständigen wird dieses Auswahlverschulden regelmäßig verneint.
Einige Versicherer verweigern die Zahlung der Sachverständigenrechnung mit dem Hinweis, sie hätten bis zu einer Schadenhöhe von z. B. € 3.500,00 auf die Einschaltung eines Sachverständigen ausdrücklich verzichtet. Dies ist aber das Recht des Geschädigten, auf das die Versicherung also nicht verzichten kann.
Versicherer schalten Sachverständige aus
Sachverständige noch zeitgemäß?
Manche Versicherungen arbeiten immer intensiver daran, den freien Sachverständigen auszuschalten. Das ist Grund genug, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob die Werkstatt an der Zusammenarbeit mit dem Sachverständigen festhalten sollte.
Indizien für die Bedeutung der Sachverständigen
Es gibt einige Indizien für die Bedeutung der Sachverständigen in der Schadenregulierung.
Versicherer suchen sich ihre eigenen Sachverständigen
Im aktuellen Kundenmagazin eines großen Lieferanten von Kalkulationsdaten findet sich zum Beispiel die ganzseitige Anzeige einer Versicherung. Gesucht werden 14 Kfz-Sachverständige im Außendienst. Laut Stellenanzeige handelt es sich nicht um Ersatzbedarf, sondern es geht um den Ausbau der eigenen Sachverständigenorganisation. Einen deutlicheren Beleg, dass auch die Versicherungen den Sachverständigen für unverzichtbar halten, kann es kaum geben. Die entscheidende Frage ist, was er leisten soll. Soll er Schäden neutral bewerten oder ist er konsequent den Interessen des Versicherers verpflichtet? Im Aufgabenprofil der Anzeige gibt es den Punkt „Einleitung von Maßnahmen zur Schadenminderung“ und auch den Punkt „Technischer Ansprechpartner für unsere Partnerwerkstätten“.
Bagatellgrenze für Schadengutachten gering
Der BGH sieht die Bagatellgrenze für die Einholung von Schadengutachten bei etwa 700 Euro (Urteil vom 30.11.2004, Az: VI ZR 365/03;). Damit liegt er in seiner Einschätzung der Bedeutung des Sachverständigen fernab aller Einstiegshürden, die die Versicherer gerne sehen möchten. Und dabei haben sich die Richter sicher etwas gedacht.
Gutachten verhindert im Einzelfall Schwierigkeiten
Unbestritten ist, dass ein „Werkstattprofi“ in der Lage ist, mittels heutiger Systeme einen Schaden zu kalkulieren, ähnlich wie es der Sachverständige tut. Unbestritten ist auch, dass man oft erst im Nachhinein weiß, ob ein Gutachten von entscheidender Bedeutung war. Das ist ähnlich der Nutzung eines Sicherheitsgurts. Meistens hat man ihn nicht gebraucht. Doch bei keiner Fahrt weiß man das vorher. Daher mögen die folgenden Erwägungen als „Einzelfallschwierigkeiten“ bewertet werden. Doch wenn der Einzelfall Ihren Kunden erwischt, ist der Ärger groß.
Beachten Sie: Damit es im Folgenden keine Missverständnisse gibt: Der Kunde hat das Recht auf den Gutachter, nicht die Werkstatt! Aber es dürfte ein offenes Geheimnis sein, dass die Werkstatt dem Kunden bei der Entscheidung „Gutachten oder nicht“ oft die Hand führt. Rät die Werkstatt zur Einschaltung des Sachverständigen, stimmt der Kunde in der Regel zu. Meint die Werkstatt, ein Kostenvoranschlag tue es auch, verzichtet er oft. Deshalb ist es bei der Entscheidungsfindung „Gutachten ja oder nein“ durchaus legitim, auch die eigenen Werkstattinteressen nicht aus dem Auge zu verlieren.
Manchmal ist der Schaden später größer, als er vorher scheint. Die Rechtsprechung ist eindeutig: Das Prognoserisiko trägt der Schädiger. Denn das Recht auf den Gutachter basiert auf dem Gedanken der Waffengleichheit. Der Geschädigte ist Laie, die Versicherung ist aufgerüstet mit Experten. Der Laie steht hohem technisch-kalkulatorischem Sachverstand gegenüber, dem er nicht trauen muss. Er darf „aufrüsten“ und sich den ihm fehlenden Sachverstand hinzukaufen. Genauso wird auch das Recht auf den Rechtsanwalt begründet.
Wenn das Recht auf die Beiziehung eines neutralen Gutachters damit begründet wird, dass der Geschädigte die ihm fehlenden Kenntnisse hinzukaufen darf, dann ist es eine zwingende Folge, dass er den Ergebnissen des Gutachtens Glauben schenken darf. Auf der Grundlage der Expertise darf er Entscheidungen fällen. Zeigt sich dann im Nachhinein, dass weitere Schadenzonen vorhanden sind, die der Gutachter zuvor nicht sehen konnte, können Kunde und Werkstatt die Ruhe bewahren. Dieses Risiko ist allein vom Schädiger zu tragen. Die Bindung des Werkunternehmers an von ihm erstellte Kostenvoranschläge kann strenger beurteilt werden.
Ihrem Kunden steht weit öfter ein Anspruch auf Wertminderung zu, als man vielfach meint. Der BGH hat längst mit dem „Fünf-Jahre-oder -100.000 km-Märchen“ aufgeräumt (Urteil vom 23.11.2004, Az: VI ZR 357/03;). Entgegen den Bekundungen vieler Versicherungen zeigt die tägliche Praxis: „Kein Gutachten“ bedeutet „keine Wertminderung“. Und so macht sich die Werkstatt, die gegen die Interessen des Kunden auf das Ansinnen der Versicherung eingeht, zum „Mittäter“ daran, dass der Kunde um die Wertminderung geprellt wird.
Spätestens wenn der Kunde einige Zeit nach dem Unfall im gleichen Betrieb unter Inzahlunggabe ein anderes Auto kaufen möchte, ist das Thema Wertminderung auf dem Tisch. Dann merkt er, dass er diese bei besserer Beratung von der Versicherung bekommen hätte. Das wird er nicht einfach hinnehmen, sondern verlangen, dass Sie den Wagen ohne Berücksichtigung eines Minderwerts in Zahlung nehmen.
Kosten bei der Versicherung oder bei der Werkstatt?
Nach dem Grundgedanken des Schadenersatzrechts muss der Schädiger für die Kosten der Schadenfeststellung aufkommen. Den Versicherern ist es aber zunehmend gelungen, diese Schadenposition in den Gemeinkosten der Werkstätten abzuladen. Werden alle Arbeitszeiten für Kostenvoranschläge im Lauf eines Jahres zusammengerechnet, statt derer auch ein Schadengutachten hätte eingeholt werden können, wird das nicht wenig sein. Zwar kann ein Kostenvoranschlag auch berechnet werden, wenn das vorher mit dem Geschädigten vereinbart wird. Die Versicherung muss dann auch diese Kosten erstatten. Dennoch: Es gehört zum guten Ton des Handwerks und wird regelmäßig auch erwartet, dass dieser Betrag bei erfolgtem Reparaturauftrag verrechnet wird.
Wenn überall nach Kosteneinsparpotenzial gesucht wird, ist hier ein Thema auf dem Silbertablett: Das Outsourcing führt nämlich dazu, dass die Kosten von der Versicherung übernommen werden müssen. Der eigene Mitarbeiter wird dadurch nicht überflüssig. Denn nun kann er sich den produktiven Arbeiten widmen, für die er ursprünglich eingestellt wurde.
Fazit: Der freie Sachverständige hat seine gut begründete Funktion im Schadenersatzrecht. Dass sich viele der angesprochenen Risiken nur in wenigen Fällen realisieren, ändert daran nichts. Denn man kann die Problemfälle nicht im Vorhinein lokalisieren. Die Vorteile für den Kunden überwiegen und die Werkstatt spart Kosten.
Alles was Sie über Kostenvoranschläge wissen sollten
In den letzten Monaten wird verstärkt festgestellt, dass Versicherer massiv damit werben, auf die Hinzuziehung eines Kfz- Sachverständigen zu verzichten. Begründet wird dieses scheinbar mit der so genannten Prozessoptimierung bei der Unfallschadenabwicklung; tatsächlich scheinen jedoch ganz andere Ziele verfolgt zu werden.
Durch den Kostenvoranschlag sollen einerseits die Sachverständigenkosten eingespart werden, anderseits will man sicherstellen, dass keine unabhängige Beweissicherung erfolgt. Und natürlich ist es eine nachteilige Folge, dass ohne unabhängige Kfz- Sachverständige der Zugriff des Versicherers auf die Höhe der merkantilen Wertminderung, auf dem Reparaturweg sowie auf dem Restwert wesentlich einfacher erfolgen kann.
Nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall sollte der Kostenvoranschlag als Grundlage der Schadenregulierung die absolute Ausnahme sein. Lediglich bei so genanten „Bagatellschäden“ (Fälle in denen die Reparaturkosten erkennbar unter 750,00 € liegen) dürfte ein Kostenvoranschlag ausreichend sein.
Dies gilt insbesondere auch dann, wenn der Versicherer des Unfallverursachers mitteilt, dass ihm ein Kostenvoranschlag ausreichen würde.
Entscheidend ist nicht, was der Versicherer des Unfallverursachers wünscht, sondern entscheidend sind die Rechte des Geschädigten nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall.
Außerdem erstellt in aller Regel das Autohaus den Kostenvoranschlag lediglich gegen ein angemessenes Entgelt. Eine Erstattung dieser Kosten bei der regulierungspflichtigen Versicherung kann nicht ohne weiteres unterstellt werden kann.
Nach ständiger Rechtssprechung hat der geschädigte Autofahrer in einem Haftpflichtschadenfall stets das Recht, einen Sachverständigen seines Vertrauens mit der Schadenfeststellung zu beauftragen, selbst wenn der Haftpflichtversicherer auf Hinzuziehung eines Sachverständigen verzichtet.
Die Kosten des Sachverständigengutachtens werden regelmäßig erstattet, wenn die Reparaturkosten oberhalb von 715 Euro liegen (BGH- Entscheidung vom 30.11.2004, AZ. VI ZR 365/03).
Prognoserisiko / Gutachten / Kostenvoranschlag
Prognose Risiko Kostenvoranschlag
Nach einem Verkehrsunfall geht es auch um die Frage, wie hoch letztlich der Schaden am Fahrzeug sein wird. Mit der Kalkulation des Schadens wird häufig entweder ein Kfz-Sachverständiger beauftragt oder aber der Kfz-Reparaturbetrieb erstellt einen Kostenvoranschlag.
Verzichtet der Geschädigte auf Hinzuziehung eines Kfz-Sachverständigen und lässt seinen Kfz-Betrieb lediglich einen Kostenvoranschlag erstellen, mag dies zwar scheinbar eine Beschleunigung des Regulierungsverfahrens bedeuten, tatsächlich aber übernimmt der Kfz-Reparaturbetrieb mit der Erstellung eines Kostenvoranschlages das alleinige Prognoserisiko hinsichtlich einer möglichen Verteuerung des Reparaturschadens. Darüber hinaus darf ein Kostenvoranschlag keinerlei Angaben enthalten zur Höhe der merkantilen Wertminderung, die zwischenzeitlich jedoch auch bei älteren Fahrzeugen durchaus in erheblicher Höhe anfallen kann. Ebenfalls enthält der Kostenvoranschlag regelmäßig keine Angaben zur Höhe des Restwertes des Fahrzeuges.
Entscheidend ist aber auch, dass bei Erstellung eines Kostenvoranschlages allein der Kfz-Betrieb das Risiko einer Reparaturkostenerhöhung trägt. Hier kann es schnell um einige tausend Euro gehen. Dagegen ist das Gutachten lediglich eine Schadenprognose. Bei Überschreitung der Prognose trägt das Risiko im Falle eines Gutachtens der Versicherer.
Gerade in den letzten Monaten wird verstärkt festgestellt, dass sowohl Versicherer wie auch einige Automobilhersteller mit ihren Versicherungsgesellschaften verstärkt dafür werben, dass auf die Hinzuziehung eines Kfz-Sachverständigen verzichtet wird. Begründet wird dies scheinbar mit der so genannten Prozessoptimierung bei der Unfallschadenabwicklung; tatsächlich scheinen jedoch ganz andere Ziele verfolgt zu werden. Durch den Kostenvoranschlag sollen einerseits die Sachverständigenkosten eingespart werden, andererseits will man sicherstellen, dass keine unabhängige Beweissicherung erfolgt und natürlich ist es eine nachteilige Folge, dass ohne unabhängige Kfz-Sachverständige der Zugriff des Versicherers auf die Höhe der merkantilen Wertminderung auf dem Reparaturweg oder auf dem Restwert wesentlich einfacher erfolgen kann.
Schon im eigenen Interesse, aber selbstverständlich auch im Interesse des geschädigten Kunden sollte man keinesfalls auf Hinzuziehung eines unabhängigen Kfz-Sachverständigen verzichten, da der Bundesgerichtshof aus guten Gründen in den letzten Jahren immer wieder das Recht des Geschädigten bestärkt hat, einen Sachverständigen nach einem Verkehrsunfall hinzuzuziehen.
Einerseits will man offenbar mit allen Mitteln Kfz-Sachverständige von der Schadenfeststellung ausschalten, andererseits verstärkt man den Druck auf Kfz-Betriebe durch so genannte Kontrollberichte, wie sie bspw. durch ControlExpert oder andere erstellt werden.
Will der Kfz-Betrieb die Position des geschädigten Autofahrers und die eigene Position stärken, ist er immer gut beraten, seinen Kunden auf die Möglichkeit der Hinzuziehung eines unabhängigen Kfz-Sachverständigen zu verweisen.
Die Kosten des Sachverständigengutachtens werden regelmäßig erstattet, wenn die Reparaturkosten oberhalb von 715,00 € liegen (BGH-Entscheidung vom 30.11.2004, AZ: VI ZR 365/03).
Zur Bedeutung der Reparatur in einem qualifizierten Kfz-Reparaturbetrieb
Nicht nur die Diskussion über Umrüstung mit Partikelnachrüstfiltern für Diesel-Fahrzeuge hat deutlich gemacht, wie wichtig qualifizierte Instandsetzung und wie wichtig die Verwendung von hochwertigen Ersatzteilen ist.
Nach einem Verkehrsunfall wird der Geschädigte häufig auf Stundenverrechnungssätze so genannter Vertragswerkstätten verwiesen, die oft in der Lage zu sein scheinen, deutlich preiswerter instandzusetzen als ein fabrikatsgebundener Kfz-Betrieb oder eine qualifizierte freie Werkstatt. Hintergrund sind oft Sonderkonditionen, die ausschließlich für bestimmte Versicherer gelten. Was jedoch häufig übersehen wird, ist die Tatsache, dass diese Betriebe oft nicht in der Lage sind, Garantieleistungen des Herstellers zu erbringen oder nach Ablauf der Garantie auch Kulanzleistungen zur Verfügung zu stellen.
Entscheidend ist auch die Frage, ob die als Vertrauensbetrieb benannten Reparaturbetriebe überhaupt in der Lage sind, eine fachgerechte und qualifizierte Reparatur nach Herstellervorgaben durchzuführen. Gerade der zunehmende Einsatz von Elektronikbauteilen in Fahrzeugen, hochkomplexe Bremsanlagen und andere sicherheitsrelevante Technik bedingt in Reparaturbetrieben ein hohes Maß an Fort- und Weiterbildung sowie die Nutzung von technischen Informationen.
Jedem geschädigten Autofahrer ist daher zu raten, sich nach einem Verkehrsunfall nicht auf Hinweise des gegnerischen Versicherers zu stützen, sondern die Unfallschadenabwicklung in die eigene Hand zu nehmen. Hierbei hilft der Rat eines unabhängigen Kfz-Sachverständigen und hilft natürlich der Rat eines Verkehrsrechtsanwaltes.
Vor allen Dingen aber hilft Ihr qualifizierter Kfz-Betrieb.
Nach ständiger Rechtsprechung hat der Geschädigte grundsätzlich Anspruch auf Erstattung des Stundenverrechnungssatzes und damit auf Erstattung der Reparaturkosten in einem markengebundenen Kfz-Betrieb. Eine Verpflichtung zur Nutzung einer günstigeren Reparaturmöglichkeit besteht nur, wenn die alternative Reparaturmöglichkeit in jeder Beziehung gleichwertig ist. Hierzu zählt unter anderem auch, dass der preiswertere Reparaturbetrieb nachweisen kann, eine entsprechende technische Ausstattung vorzuhalten und er nachweisen kann, markenspezifisch geschult zu sein. Natürlich muss auch sichergestellt sein, dass Garantie- und Kulanzansprüche nicht verloren gehen.
Jeder Geschädigte und jeder Autofahrer ist gut beraten, wenn er bei der Wahl des Kfz-Reparaturbetriebes hohe Qualitätsstandards verlangt. Dies dient der Verkehrssicherheit und dem Werterhalt des Fahrzeugs. Daher ist jeder Autofahrer auch nach einem Verkehrsunfall gut beraten, Rücksprache mit dem Kfz-Betrieb seines Vertrauens zu nehmen. Er sollte sich nicht an den Wünschen des regulierungspflichtigen Versicherers orientieren.
Ganz schnell wird nämlich aus einem so genannten normalen Unfall ein Ereignis voller Ärger. Merkantile Wertminderung wird nicht gezahlt, der Schaden möglicherweise nicht fachgerecht behoben und der Versicherer will von alledem dann nichts mehr wissen.
Qualifizierte Leistung hat auch bei der Unfallinstandsetzung ihren Preis. Die „billige Instandsetzung“ ist aber meistens am Ende die teuerste Variante der Unfallschadenbehebung.
http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20251/06
Regeln, Tips und Hilfe für Geschädigte bei Haftpflichtschäden
http://www.info-center-online.com/autounfall/index.htm
http://www.autorechtaktuell.de/pub/images/stories/pdf/KuInf_1202.pdf
http://www.vks.org/presse31.pdf
Testberichte Kfz-Versicherungen
http://www.dooyoo.de/fahrzeugversicherung/
Neue Anspruchstellerfragebogen hier runterladen
http://www.captain-huk.de/wp-content/uploads/fragebogen/Fragebogen_CH_Print.pdf
Musterschreiben für Geschädigte an Versicherung bei fiktiver Abrechnung und Kürzungen von Stundenlöhnen usw.
http://www.autorechtaktuell.de/pub/images/stories/pdf/MS_Stundensaetze_Autofahrer.doc
Kaskopolicen mit Werkstattanbindung - Achtung Chancen und Risiken müssen gut bedacht werden
http://www.autorechtaktuell.de/pub/images/stories/pdf/KuInf_Kasko_Werkstattbindung.pdf
Allianz ändert Texte bei elektronischen Prüfberichten
In den so genannten elektronischen Prüfberichten, die u.a. offenbar aufgrund der Zusammenarbeit mit der Firma ControlExpert auch die Allianz nutzt, wurden die Kürzungen zu Kostenvoranschlägen oder Gutachten in der Vergangenheit als Korrektur bezeichnet. Der BVSK hat hier u.a. mit Abmahnverfahren gedroht, da der Begriff Korrektur sich bei Kunden des Reparaturbetriebes geschäftsschädigend auswirkt. Neuerdings wird daher in den Prüfberichten der Allianz nur noch von einer Differenz statt einer Korrektur gesprochen.
Hiervon sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen. Auch die ausgewiesene Differenz basiert oft auf willkürlichen Kürzungsvorgaben, die mit der herrschenden Rechtsprechung nicht vereinbar sind.
Es kann nur geraten werden, gegen noch so geringe Kürzungen vorzugehen. Der BVSK vermittelt zur Unterstützung auch den Prüfbericht accidens Pro 100, mit dem man sich erfolgreich gegen ungerechtfertigte Kürzungen wehren kann.
Einflussnahme des Versicherers begrenzen
Im Haftpflichtfall hat der Versicherer des Unfallgegners kein Weisungsrecht
Wie viel Einfluss darf der gegnerische Haftpflichtversicherer eigentlich nehmen Wo sind die rechtlichen Grenzen Hintergrund dieser Fragen sind weniger die durchsetzbaren Preise für die Arbeit unserer Leser, seien es Werkstätten, Sachverständige oder Autovermieter. Vielmehr gilt die Sorge der Kundenbeziehung insgesamt.
Starke Position des Geschädigten
Das deutsche Schadenersatzrecht weist dem Geschädigten eine starke Position zu. Das schadenrechtliche Schlagwort ist die „Dispositionsfreiheit“. Nur der Geschädigte entscheidet, ob, wie und wo er den Schaden beseitigen lässt. Seine Freiheit ist zwar nicht grenzenlos, aber doch sehr weit.
Erforderlichkeit und Schadenminderungspflicht
Die eine Grenze ist das Merkmal der „Erforderlichkeit“ in § 249 BGB. Maßnahmen und Kosten, die nicht „erforderlich“ sind, muss der Versicherer nicht bezahlen. Allerdings gilt auch hier, dass man hinterher oft schlauer ist als vorher. Also bilden nicht die Erkenntnisse aus der Nachbetrachtung die Grenze. Das, was ein verständiger Geschädigter in der Schadensituation für erforderlich halten durfte, ist ersatzpflichtig. Und der muss kein Profiwissen haben.
Die zweite Grenze ist die „Schadenminderungspflicht“. Wenn der Geschädigte die Möglichkeit hat, ohne Nachteil für ihn selbst den Schaden geringer zu halten, muss er sie ergreifen. Aber auch hier geht es um seine Erkenntnismöglichkeiten.
Der Geschädigte muss nicht fragen
Das Schadenrecht verneint mit Vehemenz eine Pflicht des Unfallopfers, Unterstützung durch die Versicherung einzufordern. Es geht davon aus, dass die Versicherung, die ja den Schädiger repräsentiert, per se nicht der richtige Ratgeber ist. Sie hat ein überlegenes Wissen, mit dem sie den Geschädigten dominieren und nur ihrer Interessenlage folgend im Interesse niedrigster Schadenkosten leiten kann. Darauf muss sich niemand einlassen.
Gerade deshalb – Stichwort: Waffengleichheit – gibt das Schadenrecht dem Geschädigten die Möglichkeit, sein unterlegenes Wissen dem der Versicherung anzugleichen. Sogar gegen den erklärten Willen der Versicherung darf er sich das technisch-kalkulatorische und das rechtliche Know-How auf Kosten des Schädigers hinzukaufen. Er darf, wenn er es für richtig hält, die Dienste eines Sachverständigen und die eines Rechtsanwalts in Anspruch nehmen.
Und wenn der Versicherer reingrätscht, ohne gefragt zu sein
Umstritten und in der Rechtsprechung nicht einheitlich beantwortet ist die Frage, ob der Geschädigte ungebetenen, ihn aber frühzeitig erreichenden Hinweisen der Versicherung nachgehen muss. Überwiegend wird das jedenfalls dann verneint, wenn die vom Versicherer vorgeschlagenen Lösungen ohne Einschaltung des Versicherers nicht erreichbar sind („Mittelklassemietwagen für 29 Euro inklusive Vollkasko und freien Kilometern“).
Wettlauf um den Geschädigten
Weil das Gesetz und dem folgend die überwiegende Zahl der Gerichte ein Recht der Versicherung auf „Regie“ verneinen, versuchen die Assekuranzen, das Recht des Geschädigten auf seine freien Entscheidungen „wegzuorganisieren“. Das Ganze läuft unter dem Schlagwort „Wettlauf um den Geschädigten“. Das große Ziel ist es, möglichst als Erster – am Besten an der Unfallstelle – mit ihm zu sprechen (siehe Editorial in dieser Ausgabe).
Wenn der Geschädigte schon Kontakt mit der gegnerischen Versicherung hatte, bevor er zu Ihnen in den Betrieb kommt, liegt das Kind oft schon im Brunnen.
Wenn er jedoch zuerst zu Ihnen kommt, muss taktiert werden. Eine ganz klare Regel: Es gibt keinen Grund und schon gar keine gesetzliche Verpflichtung, als allererstes die gegnerische Versicherung zu informieren (Achtung: Hier geht es nur um Haftpflichtfälle. Bei Kaskoschäden ist das anders!). Rein rechtlich betrachtet ist der späteste Zeitpunkt, den Schaden zu melden, kurz vor Eintritt der Verjährung drei Jahre nach dem Unfalldatum. Praktisch gesehen sollte der Schaden so bald wie nötig (das ist etwas anderes als so bald wie möglich) gemeldet werden.
Unser Tipp: Wenn Sie es in Abstimmung mit Ihrem Kunden für richtig halten, einen Schadengutachter einzuschalten, dann tun sie es. Da muss die Versicherung nicht gefragt werden. Und wenn repariert werden soll, fangen sie an. Wenn sie das beschädigte Fahrzeug zum gutachterlich festgestellten Restwert kaufen möchten und können, dann tun sie es. Und wenn der Geschädigte schon bei Ihnen einen Mietwagen zum vernünftigen Preis genommen hat, kommt der 29-Euro-Hinweis zu spät.
Wenn der Schaden erst nach den vollendeten Tatsachen gemeldet wird, ist das früh genug. Zugegeben: dann dauert der Vorgang insgesamt um die abgewarteten Tage länger. Auf der anderen Seite der Waage liegt aber der Vorteil: Niemand pfuscht hinein.
Beachten Sie: „Moralisch“ ist das unseres Erachtens vertretbar. So wie die Versicherung – den eigenen Interessen folgend – versucht, um jeden Preis zuerst den Geschädigten an die Angel zu bekommen, ist es genauso legitim, die Interessenlage auf der Geschädigtenseite zu berücksichtigen. Und das Recht gibt den Interessen des Geschädigten ein höheres Gewicht.
Die Tücken des Zentralrufs der Autoversicherer
Weil das so ist, ist es auch in Ordnung, Organisationsfallen aus dem Weg zu gehen. Eine davon ist der Zentralruf der Autoversicherer. Früher war er so organisiert, dass er den Interessen des Geschädigten diente. Man nannte Halter und Kennzeichen, später rief man noch mal an und bekam die Information zum Versicherungsverhältnis. Heute wird man zur Versicherung durchgestellt. Dargestellt wird das als schnelle Hilfe. Tatsächlich ist das schneller Einfluss.
Auf keine der vielen Fragen, die der Telefonpartner stellt, muss man antworten. Man kann darauf bestehen, nur die Versicherung genannt zu bekommen. Nimmt man an der Mailabfrage teil, stellt sich das Problem nicht.
Außerdem: was nützt es, die gegnerische Versicherung als allererstes zu identifizieren, wenn der Kunde die Information nicht bereits von der Unfallstelle mitbringt Subjektiv fühlt man sich natürlich mit jeder zusätzlichen Information wohler. Objektiv gilt: Die Ansprüche des Geschädigten sind gegen jede Versicherung identisch.
Interessant ist natürlich, ob die Haftungslage eindeutig ist. Doch auch dabei kann man locker bleiben. Denn: Die Informationen des Kunden sind überwiegend verlässlich. Wenn Haftungsbedenken bestehen, ist das regelmäßig schon nach dem Kundengespräch klar. In den anderen Fällen gilt es wieder abzuwägen: Die Bestätigung „allerletzter Sicherheit“ auf der einen Seite, die Gefahr des „Reinregierens“ durch den Versicherer auf der anderen Seite.
Zusammengefasst sieht der aus Sicht des Geschädigten – Ihres Kunden – sicherste Weg wie folgt aus:
Mit dem Kunden entscheiden, ob anwaltliche Unterstützung in Anspruch genommen werden soll. Wenn ja, wird die Kontaktaufnahme mit der Versicherung dem Anwalt überlassen.
Entscheiden, ob ein Schadengutachter hinzugezogen werden soll. Wenn ja, handeln ohne Rücksprache mit der Versicherung.
Entscheiden, ob ein Mietwagen in Anspruch genommen werden soll. Wenn ja, Entscheidung umsetzen.
Bei Totalschäden: Nerven behalten, Gutachten abwarten, über Restwertkauf entscheiden.
Erst, wenn alle Fakten rechtskonform geschaffen sind, Kontakt mit der Versicherung aufnehmen.
Wie viel Einfluss darf der gegnerische Haftpflichtversicherer eigentlich nehmen Wo sind die rechtlichen Grenzen Hintergrund dieser Fragen sind weniger die durchsetzbaren Preise für die Arbeit unserer Leser, seien es Werkstätten, Sachverständige oder Autovermieter. Vielmehr gilt die Sorge der Kundenbeziehung insgesamt. Der Beitrag beschreibt die Rechte des Geschädigten.

References: BGH 
 BGH 
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 BGH 
 § 249