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Timestamp: 2019-09-21 09:13:44+00:00

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Das zivile Gefolge der NATO. Wie werden natürliche Personen als ... | Diplomarbeiten24.de
Anlagenverzeichnis XII
I. Globalisierung als Herausforderung für Unternehmen
II. Probleme bei internationalen Mitarbeiterentsendungen
III. Die NATO als ziviler Arbeitgeber
B. Das zivile Gefolge der NATO
1. Ziviles Gefolge
a) Zivilpersonal
b) Begleitung der Truppe einer Vertragspartei
2. Technische Fachkräfte
b) Ausschlusskriterien
II. Rechtsstellung in Deutschland
1. Recht zum Aufenthalt
2. Recht des Aufenthalts
C. Besteuerung nach nationalem Recht
I. Persönliche Steuerpflicht
1.	Unbeschränkte Steuerpflicht
a)	Wohnsitz
aa)	Innehaben einer Wohnung
bb)	Beibehaltung und Benutzung in der Zukunft
b)	Gewöhnlicher Aufenthalt
aa)	Tatsächlicher Aufenthalt
bb)	Dauerhafter Aufenthalt
c)	Welteinkommensprinzip
aa)	Ermittlung der Einkünfte
bb)	Progressionsvorbehalt
d)	Besteuerungsgrundsätze
aa)	Regeltarif
bb)	Splittingtarif
cc)	Tarifermäßigung
e)	Vermeidung der Doppelbesteuerung
aa)	Anrechnungsmethode
bb)	Abzugsmethode
cc)	Pauschalierungsmethode
2.	Erweiterte unbeschränkte Steuerpflicht
3.	Fiktive unbeschränkte Steuerpflicht
4.	Beschränkte Steuerpflicht
II.	Informationsaustausch zwischen europäischen Finanzbehörden
D.	Besteuerung unter Berücksichtigung von Doppelbesteuerungsabkommen
I.	OECD-Musterabkommen
2.	Auslegungsmethoden
II.	Einzelne Vorschriften
1.	Sachlicher Anwendungsbereich
2.	Persönlicher Anwendungsbereich
b)	Ansässigkeit
3.	Zuordnung des Besteuerungsrechts bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit
a)	Besteuerungsrecht des Tätigkeitsstaates
b)	Besteuerungsrecht des Ansässigkeitsstaates
aa)	183-Tage-Regel
bb)	Wirtschaftlicher Arbeitgeber
cc)	Betriebsstätte
4.	Methoden zur Vermeidung von Doppelbesteuerung
a)	Freistellungsmethode
b)	Anrechnungsmethode
E.	Berücksichtigung der Sondervorschriften für das zivile Gefolge
I.	Fiktion des nicht vorhandenen Wohnsitzes bzw. gewöhnlichen Aufenthaltes
II.	Ausschließlicher Aufenthalt in der Eigenschaft als ziviles Gefolge
III.	Rückkehrabsicht
F.	Fazit
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Die stetig voranschreitende Globalisierung drängt Unternehmen dazu, ihre Unternehmensstrategien neu auszurichten. Das schnelle Wirtschaftswachstum von Entwicklungsländern1 verän-dert die Größenverhältnisse am Markt. Waren und Dienst-leistungen werden nicht mehr nur regional angeboten, sondern auch weltweit. Insbesondere Wirtschaftsräume wie die der Euro-päischen Union fördern grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsverkehr, da Zölle und andere Beschränkungen nicht mehr oder nur noch kaum existieren. Für Unternehmen stellt die Globalisierung eine große Chance dar, denn es können nunmehr neue Märkte in anderen Ländern erschlossen werden. Aus diesem Grund ist ein starker Anstieg des Außenhandels seit 1970 zu verzeichnen2. Gleichzeitig sehen sich Unternehmen aber auch dem Preisdruck ausländischer Unternehmen ausgesetzt, da in Entwicklungsländern aufgrund niedriger Lohn- und Materialkosten günstigere Waren produziert werden können. Unternehmen etablieren daher oftmals in Ländern mit geringeren Lohn- und Materialkosten ausländische Gesellschaften, die rechtlich eigenständige Unternehmen darstellen.
Zwischen diesen rechtlich eigenständigen Unternehmen besteht aber eine enge Kooperation, so dass das ursprüngliche Unter-nehmen von der ausländischen Gesellschaft hinsichtlich der günstigeren Produktion profitiert (sog. Verbundunternehmen). Eine weitere Möglichkeit, die die Unternehmen oftmals auch nutzen, ist die Errichtung einer Betriebsstätte im Ausland. Unternehmen, die somit in mehr als einem Staat operativ tätig sind, werden als „transnationale Unternehmen“ (kurz: TNC) bezeichnet. Der Anstieg transnationaler Unternehmen zeigt sehr deutlich, dass Konzerne und Firmen auf die voranschreitende Globalisierung reagiert haben. Als im Jahr 1992 noch rund 35.000 Menschen in transnationalen Unternehmen beschäftigt waren3, betrug im Jahr 2011 die Anzahl der Beschäftigten in ausländischen Tochtergesellschaften bzw. Zweignieder- lassungen transnationaler Unternehmen bereits geschätzte 69 Millionen4.
Die Verflechtung von Konzernen wird immer komplexer und undurchsichtiger. Aus diesem Grunde stehen die transnationalen Unternehmen vor neuen Problemen: nämlich vor den Fragen der einheitlichen und konstanten Qualitätssicherung sowie der Talentförderung in allen Tochtergesellschaften bzw. Betriebs-stätten. Diesem Problem wird häufig mit internationalen Mit-arbeiterentsendungen entgegengetreten.
II. Probleme bei internationalen Mitarbeiter­entsendungen
Gründet eine TNC in einem anderen Staat eine Tochter-gesellschaft oder errichtet dort eine Betriebsstätte, dann wird sie sich langfristig die Frage nach der Einhaltung von Qualitäts-standards stellen müssen. Zwar bringen die ausländischen Verbundunternehmen oftmals Kosteneinsparungen in der Produktion mit sich, so garantiert dies aber noch nicht, dass die Arbeitnehmer im anderen Staat den gleichen Wissensstand haben wie jene Mitarbeiter im Mutterkonzern. Um dieses Problem relativ kurzfristig zu lösen, entsenden Unternehmen aus dem Mutterkonzern oftmals qualifizierte Fachkräfte ins Ausland. Dort angekommen, übernehmen die entsendeten Mitarbeiter für einen bestimmten Zeitraum die Rolle einer Führungskraft, um beispielsweise neue Abteilungen in der ausländischen Gesellschaft disziplinarisch aufzubauen. Ein anderer Grund für die Entsendung kann die Weitergabe von Wissen sein. Hier soll der entsendete Mitarbeiter die Angestellten im ausländischen Unternehmen Know-how vermitteln, so dass diese ihre Arbeit zu den gleichen Qualitätsstandards wie im Mutterkonzern auf-nehmen können.
Entsendungen spielen auch in der Talentförderung von Unter-nehmen eine große Rolle. In einigen Unternehmen wird Aus-landserfahrung vorausgesetzt, um eine bestimmte Karrierestufe zu erreichen, sodass auch viele Mitarbeiter im Zuge der eigenen Karriereplanung einen Auslandseinsatz anstreben. So gaben
90 % der Befragten in einer Studie der Cartus Corporation an, dass ein Auslandseinsatz als Karrieresprungbrett für sie in Frage käme.5 Aber auch die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland in den heimischen Konzern ist ein wichtiger Aspekt von Auslandseinsätzen. Eine Studie von KPMG zeigt, dass sich der Trend zu vermehrten Auslandseinsätzen hin entwickelt. So hatte die Hälfte der befragten Unternehmen bis zu 50 entsendete Mitarbeiter, während die andere Hälfte der befragten Unter-nehmen 51 bis zu 1.000 Mitarbeiterentsendungen organisierten 6.
Egal aus welchem Grund ein Unternehmen Mitarbeiter in das Ausland entsendet, so steht der Arbeitgeber wie auch der Arbeit-nehmer immer vor einer Reihe von schwierigen Fragestellungen. Eine dieser schwierigen Fragestellungen ist arbeitsrechtlicher Natur und befasst sich damit, auf welche Art von Entsendung der Mitarbeiter geschickt wird. Bei langfristigen Entsendungen (sog. Long-Term Assignments) ruht i. d. R. das Arbeitsverhältnis mit dem entsendenden Unternehmen und der Mitarbeiter schließt einen neuen Arbeitsvertrag mit dem aufnehmenden Unter-nehmen ab. Bei kurzfristigen Entsendungen (sog. Short-Term Assignments) besteht das Arbeitsverhältnis mit dem entsenden-den Unternehmen weiterhin aktiv und es wird kein neuer Arbeits-vertrag mit dem aufnehmenden Unternehmen geschlossen. Der zweite Problembereich ist der Bereich des Sozialversicherungs-rechts. Hierbei müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ent-scheiden, ob der Mitarbeiter im heimischen Sozialversicherungs-system verbleibt oder im Sozialversicherungssystem des Gast-staates versichert wird. Dabei spielen die unterschiedlichen nationalen Regelungen der Staaten eine wichtige Rolle, ebenso die Sozialversicherungsabkommen zwischen dem Heimat- und dem Gastland. Als dritte große Herausforderung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer spielen steuerrechtliche Aspekte eine ent-scheidende Rolle. Hierbei ist insbesondere darauf abzuzielen, dass der entsendete Mitarbeiter nicht doppelt besteuert wird und somit aufgrund seiner Entsendung keine Mehrbelastung erfährt. Dabei ist zu beachten, ob zwischen dem Heimat- und dem Gastland ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht oder nicht. Die Regelungen des internationalen Steuerrechts im Zusammen-spiel mit dem nationalen Steuerrecht stellen eine komplexe Materie dar und werden für transnationale Unternehmen und deren Mitarbeiter von immer größerer Bedeutung und bedürfen daher einer genaueren Betrachtung.
Auch die Nordatlantik-Organisation (NATO) ist als solch ein transnationaler Arbeitgeber anzusehen. Die NATO wurde 1949 als Reaktion auf den sich androhenden Kalten Krieg gegründet7 und umfasst aktuell 28 Mitgliedsstaaten8. Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis, dessen vertragliche Grundlage der Nord-atlantikvertrag darstellt. Während der Gründungszeit bestand der Grundgedanke darin, dass die NATO ein Bündnis aus einzelnen souveränen Staaten darstellt, die vertraglich dazu verpflichtet werden, sich im Verteidigungsfall gegenseitig zu unterstützen9. Im Laufe der Zeit hat sich die NATO jedoch von einer rein mili-tärischen Institution auch zu einer politischen Institution weiter-entwickelt10. Ziel ist dabei die Zusammenarbeit in der inter-nationalen Sicherheitspolitik. Dabei ist die NATO grundsätzlich in folgende zwei Strukturen zu unterteilen, nämlich in die militärische und die zivile Struktur. Die militärische Struktur gliedert sich in den Militärausschuss, den Internationalen Militärstab sowie diverse NATO-Kommandostrukturen. Der zivile Bereich ist wiederum in das NATO-Hauptquartier, den Ständigen Vertretern bzw. nationalen Delegationen sowie dem Inter-nationalen Stab aufgeteilt11. Wichtigstes Entscheidungsgremium der NATO ist der Nordatlantikrat, welcher ca. 1.200 zivile Mitarbeiter umfasst12. Daneben existieren noch weitere Orga-nisationen und Agenturen, die unterstützende Aufgaben für die NATO wahrnehmen. Insgesamt arbeiten somit etwa 6.000 zivile Mitarbeiter weltweit für die NATO13.
Dabei ist die NATO als internationale Regierungsorganisation nicht nur mit ihren Institutionen und Gremien als ein Arbeitgeber anzusehen, sondern jeder einzelne Mitgliedstaat kann mit seinem Militär und dem dazugehörigen Zivilpersonal als ein NATO-Arbeitgeber betrachtet werden. Diese Betrachtungsweise rührt daher, da die NATO ein Bündnis aus souveränen Staaten ist und dies wird im Nordatlantikvertrag sowie dem Zusatz-abkommen zum Nordatlantikvertrag so interpretiert. Betrachtet man allein die Anzahl der stationierten Streitkräfte in Deutsch-land mit einer Anzahl von 58.19514 Militärangehörigen, so wird schnell deutlich, dass die NATO einen großen, transnationalen Arbeitgeber darstellt. Jede ausländische Militärbasis in Deutschland hat zivile Mitarbeiter, die für nicht-militärische Aufgaben benötigt werden. Diese sind oftmals aus ihrem Heimatland zu der Militärbasis im Gastland abgeordnet. Ziel der nachfolgenden Arbeit soll es sein, die Problematik der Be-steuerung von den zivilen Mitarbeitern der NATO in der Bundes-republik Deutschland aufzugreifen und steuerrechtliche Frage-stellungen zu lösen.
Um im Nachfolgenden die steuerliche Situation der Mitglieder des zivilen Gefolges der NATO zu analysieren und die damit verbundenen Problemstellungen zu lösen, muss zunächst der Personenkreis des zivilen Gefolges der NATO eingegrenzt werden. Artikel I des NATO-Truppenstatuts15 enthält hierzu mehrere Legaldefinitionen.
Gemäß Artikel I Abs. 1 lit. b des NATO-Truppenstatuts ist das zivile Gefolge das die Truppe einer Vertragspartei begleitende Zivilpersonal, das bei den Streitkräften dieser Vertragspartei beschäftigt ist, soweit es sich nicht um Staatenlose handelt oder um Staatsangehörige eines Staates, der nicht Partei des Nord-atlantikvertrags ist oder um Staatsangehörige des Staates, in welchem die Truppe stationiert ist oder um Personen, die dort ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben.
In Deutschland wird zwischen den Streitkräften (militärisches Personal) und der Bundeswehrverwaltung (Zivilpersonal) unterschieden16. Artikel 87b des Grundgesetzes beschreibt die Aufgaben der Bundeswehrverwaltung und damit des Zivilperso-nals als Aufgaben des Personalwesens und der unmittelbaren Deckung des Sachbedarfs der Streitkräfte. Damit werden dem Zivilpersonal ausschließlich administrative Aufgaben zugeteilt. Diese Tätigkeitsaufteilung kann auch auf die in der Bundes-republik Deutschland stationierten ausländischen Streitkräfte angewandt werden. Das Zivilpersonal wird im Kontext des NTS abgegrenzt in zivile Arbeitnehmer, die die Streitkräfte begleiten und in zivile Arbeitnehmer i. S. d. Artikels XI Abs. 4 NTS, die lokal von den Truppen angeworben werden17. Die Mitglieder des zivilen Gefolges gehören jener Gruppe an, die die ausländischen Streitkräfte begleiten.
Jedoch gibt weder das NATO-Vertragswerk noch das Zusatzabkommen oder ein nationales deutsches Gesetz eine abschließende Definition her, welche Personen zum zivilen Gefolge zu zählen sind. Artikel III Abs. 3 NTS besagt lediglich, dass die Mitglieder des zivilen Gefolges und ihre Angehörigen in ihren Pässen als solche zu bezeichnen sind. Dabei obliegt es allein dem Entsendestaat aufgrund seiner Hoheitsgewalt selbst zu entscheiden, welche Personen dem zivilen Gefolge ange-hören. Dies hatte das BAG bereits 1984 in einem Beschluss so entschieden18. Aufgrund der fehlenden definitorischen Ab-grenzung zwischen Personen des zivilen Gefolges und örtlich angestellten zivilen Arbeitnehmern musste das Bundesarbeits-gericht sich dieser Sache in einem Beschluss aus dem Jahre 1985 annehmen19. In der Beschlussbegründung führte das Gericht aus, dass das Zivilpersonal des zivilen Gefolges üblicherweise stark mit der Struktur der Truppe verflochten ist, manchmal sogar als Bestandteil der Truppe angesehen werden kann. Das Zivilpersonal hat daher solche Aufgaben zu erfüllen, die für den Fortbestand der Truppe essenziell sind. An jene Aufgaben sind bestimmte fachliche Kenntnisse geknüpft, die insbesondere Kenntnisse über die rechtliche Situation im Ent-sendestaat umfassen. Aus diesem Grund ist das Zivilpersonal nahezu unabdingbar für die Truppe. Im Gegensatz dazu werden die zivilen Arbeitnehmer i. S. d. Artikel XI Abs. 4 NTS vor Ort angeworben, um lediglich „den Bedarf der Truppe an zivilen Arbeitskräften zu decken“. Das BAG hat somit die Abgrenzungs-merkmale der engen Einbindung in die Truppe und der spezi-fischen Qualifikationen herausgebildet. Nichtsdestotrotz hob das Gericht in seinem Beschluss hervor, dass der Entsendestaat selbst kraft seiner Hoheitsgewalt entscheidet, welche Person den Status eines Mitglieds des zivilen Gefolges oder einer Zivilperson nach Artikel XI Abs. 4 NTS innehat. Diese Entscheidung werde oftmals bereits vor der Entsendung in den Aufnahmestaat getroffen.
Ist aufgrund der Stellung innerhalb der Truppe und aufgrund der Entscheidung des entsendenden Staates eindeutig, dass eine Person dem Zivilpersonal des zivilen Gefolges zugeordnet ist, so muss diese Person als weitere Voraussetzung die Truppe einer Vertragspartei begleiten.
Die 28 Mitgliedsstaaten der NATO sind zurzeit: Belgien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Island, Italien, Luxemburg, die Nieder-lande, Norwegen, Portugal, Großbritannien, die Vereinigten Staaten von Amerika, Griechenland, Türkei, Deutschland, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakische Republik, Slowenien, Albanien und Kroatien20.
Die Legaldefinition von „Truppe“ ist in Artikel I Abs. 1 lit. a NTS zu finden. Diese besagt, dass eine Truppe das zu den Land-, See- oder Luftstreitkräften gehörende Personal einer Vertragspartei ist, wenn es sich im Zusammenhang mit seinen Dienstobliegenheiten in dem Hoheitsgebiet einer anderen Vertragspartei innerhalb des Gebietes des Nordatlantikvertrags befindet.
Jedoch erweitert das Unterzeichnungsprotokoll21 zum NATO-Truppenstatut den Begriff der Truppe. Im Teil I des Protokolls werden mit Bezug auf Artikel I Abs. 1 lit. a NTS auch jene Streit-kräfte als Bestandteil der Truppe betrachtet, die sich aufgrund von Artikel I Abs. 3 des Vertrages über den Aufenthalt aus-ländischer Streitkräfte in Deutschland vorübergehend im Inland aufhalten. Artikel I Abs. 3 StrKrAufenthVtr regelt den Aufenthalt von zusätzlichen Streitkräften anderer NATO-Mitgliedsstaaten in Deutschland für Übungszwecke von bis zu maximal 30 Tagen. Somit sind nicht nur dauerhaft in Deutschland stationierte ausländische Streitkräfte als Truppe i. S. d. NATO-Truppen-statuts anzusehen, sondern auch Streitkräfte, die für eine kurze Zeit ihren Aufenthalt nur zu Übungszwecken in der Bundes-republik Deutschland haben.
Eine Besonderheit gilt für die amerikanischen Streitkräfte. In
Abs. 4 lit. a der Erläuterung zum Artikel I Abs. 1 lit. a NTS werden Organisationen und Stellen aufgezählt, die der amerika-nischen Truppe zuzuordnen sind. Alle die bei den dort aufge-führten Organisationen und Stellen beschäftigten Arbeitnehmer zählen zur Truppe und gehören, soweit sie zivile Aufgaben wahr-nehmen, dem zivilen Gefolge an.
Neben den vorgenannten Merkmalen gibt es auch einige negative Tatbestandsmerkmale, die – sofern sie erfüllt sind – die Einordnung einer Person als Mitglied des zivilen Gefolges nicht zulassen. Artikel I Abs. 1 lit. b nennt gleich vier dieser negativen Tatbestandsmerkmale.
1. Staatenlose: Im NATO-Truppenstatut wurde festgelegt, dass Staatenlose nicht dem zivilen Gefolge angehören können. Dies ist auch der Fall, wenn die anderen zuvor genannten Voraus-setzungen gegeben sind. Als staatenlos wird gem. Artikel 1 Abs. 1 des Übereinkommens über die Rechtsstellung der Staatenlosen eine Person angesehen, die kein Staat aufgrund des in dem Staat geltenden Rechts als Staatsangehöriger an-sieht. Demnach kann keine Person, die nicht eine Staatsange-hörigkeit besitzt, Mitglied des zivilen Gefolges sein.
2. Staatsangehöriger einer Nicht-NATO-Partei: Im Weiteren regelt Artikel I Abs. 1 lit. b NTS, dass Staatsangehörige eines Staates, welcher nicht Partei des Nordatlantikvertrages ist, kein Mitglied des zivilen Gefolges sein können. Somit ist im Umkehr-schluss Voraussetzung, dass die Mitglieder des zivilen Gefolges Staatsangehörige eines der Mitgliedsstaaten (aufgezählt auf Seite 6 unten) der NATO sein müssen.
3. Staatsangehöriger des Stationierungsstaates: Ist ein Mitglied einer Streitkraft in einem Staat stationiert, der die Person als Staatsangehöriger ansieht, so ist nach Artikel I Abs. 1 lit b. NTS diese Person nicht als Mitglied des zivilen Gefolges zu betrach-ten. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass eine Person nicht Mitglied des zivilen Gefolges sein kann, wenn sie Staatsange-höriger des Stationierungsstaates ist.
4. Gewöhnlicher Aufenthalt im Stationierungsstaat: Als vierten Ausschlusstatbestand nennt Artikel I Abs. 1 lit. b NTS den ge-wöhnlichen Aufenthalt im Stationierungsstaat. Begründet dem-nach ein Mitglied einer Streitkraft im dem Land, wo es stationiert ist, auch seinen gewöhnlichen Aufenthalt, so kann es nicht Mit-glied des zivilen Gefolges sein. Gemäß der Legaldefinition des § 30 Abs. 3 S. 2 SGB I hat jemand seinen gewöhnlichen Aufent-halt dort, „wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt". Der exakt selbe Wortlaut wird auch in der Legaldefinition des „gewöhnlichen Aufenthalts“ in § 9 S. 1 AO verwendet. Somit wird zunächst für die Begründung des gewöhn-lichen Aufenthaltes die physische Anwesenheit im Inland voraus-gesetzt und als zweite Voraussetzung das nicht nur vorüber-gehende Verweilen im Inland22. Jedoch erweitern Satz 2 und 3 des § 9 AO den Begriff des gewöhnlichen Aufenthaltes für den Geltungsbereich der Abgabenordnung, also für Zwecke der Be-steuerung. Demnach gilt von Beginn an ein zeitlich zusammen-hängender Aufenthalt von mehr als sechs Monaten, bei dem kurzfristige Unterbrechungen unberücksichtigt bleiben, als gewöhnlicher Aufenthalt. Dies gilt jedoch nicht, wenn ein die Sechs-Monats-Frist überschreitender Aufenthalt aufgrund von Besuchs-, Erholungs-, Kur- oder ähnlichen privaten Zwecken genommen wird und nicht länger als ein Jahr dauert. Die Frist von sechs Monaten sei jedoch nur ein Maßstab23, wird in der Regel aber als verbindlich betrachtet und führt dazu, dass ein gewöhnlicher Aufenthalt als unwiderlegbar vermutet wird24. Ein gewöhnlicher Aufenthalt kann aber auch bereits dann begründet werden, wenn sich eine Person weniger als sechs Monate im Inland aufhält, aber anfänglich ein länger als sechs Monate währender Aufenthalt angedacht war25, bspw. bei vorzeitigem Abbruch einer Arbeitnehmerentsendung. Bei der Bestimmung des Sechs-Monat-Zeitraumes ist es daher unerheblich, ob ein Jahreswechsel in diesen Zeitraum fällt und dieser sich somit über zwei Kalenderjahre erstreckt26.
Eine besondere Stellung nehmen die sog. „technischen Fach-kräfte“ ein. Artikel 73 ZA-NTS27 besagt, dass technische Fach-kräfte wie Mitglieder des zivilen Gefolges angesehen und be-handelt werden. Dies gilt jedoch nur für Angehörige der Staaten, die das Zusatzabkommen unterzeichnet haben. Zu diesen Staaten zählt Belgien, Deutschland, Frankreich, Kanada, Groß-britannien, die Vereinigten Staaten von Amerika sowie die Niederlande.
Das Zusatzabkommen zum NATO-Truppenstatut regelt nicht, welche Personen als technische Fachkräfte anzusehen sind. Aus diesem Grunde wurde 1998 in einem Notenwechsel die Aus-legung des Artikels 73 ZA-NTS zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika vereinbart28. In Tz. 1 lit. a des Notenwechsels haben die Regierungen beider Staaten verein-bart, dass eine technische Fachkraft mindestens Kenntnisse bzw. Fertigkeiten besitzen muss, die für die Durchführung von schwierigen technischen Aufgaben wissenschaftlicher bzw. militärischer Natur notwendig sind29. Dabei müssen sich diese Aufgaben signifikant von geistigen, manuellen und körperlichen Arbeiten unterscheiden, die von ungelernten Personen absolviert werden könnten. Die technischen Fachkräfte müssen sich weiterhin ihre Fähigkeiten durch spezielle Ausbildungen und Berufserfahrung angeeignet haben. Gewöhnliche Arbeiter, Fach-arbeiter oder Handwerker sind gewöhnlich nicht als technische Fachkräfte einzustufen. In Tz. 1 lit. b des Notenwechsels zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika wurde auch ein Katalog mit Beispielen von Personen, welche zu den technischen Fachkräften gehören und welche nicht, integriert.
Die im Notenwechsel vereinbarten Abgrenzungskriterien sind insbesondere für die jeweilige deutsche Landesbehörde von Be-deutung, da diese vorab unter Berücksichtigung aller vor-liegenden Informationen, welche sie von den US-Streitkräften erhält, schriftlich Stellung nehmen und bestimmen soll, ob eine Person als technische Fachkraft anzusehen ist oder nicht (Tz. 6 des Notenwechsels). Nach Tz. 9 S. 3 des Notenwechsels sind die deutschen Behörden an die Beurteilung der Landesbehörde, welche Arbeitnehmer als technische Fachkraft einzustufen sind, gebunden. Der Notenwechsel stellt eine Verwaltungsverein-barung dar30 und bindet somit auch die Finanzbehörden an die aufgrund des Notenwechsels getroffene Einschätzung der Landesbehörde. Die Finanzbehörden können nur in Ausnahme-fällen von den Auslegungskriterien des Notenwechsels ab-weichen, wenn bspw. ein konkreter Verdacht besteht, dass die ursprüngliche Einstufung als technische Fachkraft fehlerhaft war bzw. sich die Umstände geändert haben, die eine Einstufung als solche nicht mehr rechtfertigen würden31.
Es ist jedoch fraglich, ob sich auch die Finanzgerichte an die Kriterien des Notenwechsels halten müssen. Da der Notenwech-sel, wie bereits erläutert, eine Verwaltungsvereinbarung ist und somit nur die öffentliche Verwaltung (also die Exekutive) an die Auslegung nach dem Notenwechsel bindet, dürften die Gerichte aufgrund des Prinzips der Gewaltenteilung nicht verpflichtet sein, sich an die im Notenwechsel festgelegte Vereinbarung zu halten. Dies wird dadurch deutlich, dass der BFH darlegte, es spreche nichts dagegen, die Definitionen des Notenwechsels zu rekur-rieren32. Allein die Darlegung, dass nichts dagegen spreche, deutet an, dass die Begriffsbestimmungen des Notenwechsels von den Gerichten zu Rate gezogen werden können, diese es jedoch nicht tun müssen. Das FG Nürnberg äußerte sich im bereits erwähnten Urteil vom 15.03.2004 ähnlich und stellte fest, dass es keine Vorbehalte gebe, die im Notenwechsel zum Ausdruck kommenden Interpretationen zu Grunde zu legen.
Wie auch bei dem zivilen Gefolge haben die NATO-Vertrags-partner im Zusatzabkommen zum NATO-Truppenstatut Tatbe-standsmerkmale definiert, die die Eigenschaft als technische Fachkraft ausschließen, sofern sie erfüllt sind. Diese sind in Artikel 73 ZA-NTS enthalten und sind, bis auf das Merkmal des Wohnsitzes, identisch mit den Ausnahmefällen des zivilen Ge-folges.
1. Artikel 73 lit. a ZA-NTS schließt Staatenlose vom Personen-kreis der technischen Fachkräfte aus. Hinsichtlich der Definition von „staatenlos“ siehe S. 7 f.
2. Ferner können gemäß Artikel 73 lit. b ZA-NTS Angehörige von Staaten, die nicht Partei des Nordatlantikvertrages sind, nicht als technische Fachkräfte angesehen werden. Zu den näheren Aus-führungen der NATO-Mitgliedstaaten siehe S. 8.
3. Des Weiteren sind nach Artikel 73 lit. c ZA-NTS Deutsche von der Regelung für technische Fachkräfte ausgeschlossen. Nach der Legaldefinition des § 1 StAG sind Deutsche Personen, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Das Grundgesetz erweitert in Artikel 116 Abs. 1 GG die Definition eines Deutschen. Danach sind auch Flüchtlinge und Vertriebene deutscher Volks-zugehörigkeit in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 als Deutsche zu bezeichnen. Gleiches gilt für die Ehegatten und Abkömmlinge dieser Perso-nen. Somit müssen die letztgenannten Personen nicht die deut-sche Staatsbürgerschaft besitzen, um als Deutsche i. S. d. des Grundgesetzes zu gelten33.
4. Schließlich können nach Artikel 73 lit. d ZA-NTS Personen, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, nicht technische Fachkräfte i. S. d. Zusatzabkommens zum NATO-Truppenstatut sein. Eine Person hat ihren Wohnsitz gemäß § 8 AO dort, „wo sie eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass sie die Wohnung bei-behalten und benutzen wird". Eine gleichlautende Definition ist ebenfalls in § 30 Abs. 3 S. 1 SGB I zu finden. Somit knüpft der Wohnsitz an zwei wesentliche Merkmale an: zum einen muss der Steuerpflichtige34 eine Wohnung innehaben und zum anderen muss er diese dauerhaft beibehalten und nutzen. Die bloße polizeiliche Meldung reicht noch nicht als Hinweis dafür aus, dass eine Person eine Wohnung tatsächlich in der gemeldeten Gemeinde innehat35. Eine Wohnung besteht aus Räumlichkeiten, die zum Wohnen geeignet sind und die den Lebensumständen des Steuerpflichtigen entsprechen36. In der Regel ist hierunter die Möblierung der Wohnung zu verstehen; ein leeres Haus ist daher nicht als Wohnung im Sinne der Abgabenordnung anzusehen. Unter das „Innehaben der Wohnung“ wird die tatsächliche Verfügungsgewalt über die Wohnung verstanden. Entscheidend ist dabei, dass die Wohnung ständig genutzt wird und der Steuerpflichtige sich in der Wohnung in gewissen, regelmäßigen Abständen aufhält37. Der ständigen Recht-sprechung zufolge hat eine Person jedoch noch keine Wohnung inne, wenn sie sich dort nur kurzzeitig und unregelmäßig, bspw. zu Besuchszwecken, aufhalten wird38. Neben dem Innehaben der Wohnung muss auch sichergestellt sein, dass diese dauerhaft benutzt und beibehalten wird. Dabei kommt es auf den subjektiven Willen des Steuerpflichtigen an, die Wohnung nutzen und beibehalten zu wollen39. Bei der Wohnsitzbegründung wird daher schon vorausgesetzt, dass die Wohnung auf Dauer genutzt werden soll. In der Regel wird davon ausgegangen, dass eine dauerhafte Nutzung dann vorliegt, wenn der Steuerpflichtige die Wohnung für mindestens sechs Monate beibehalten und nutzen will40. Diese Frist stellt jedoch nur einen Richtwert dar. Vielmehr müssen die Umstände des Einzelfalls berücksichtigt werden. Dies ist unter anderem auch dann von Bedeutung, wenn es um die Frage der Wohnsitzaufgabe geht.
5. Als letztes Ausschlusskriterium für technische Fachkräfte wird im Artikel 73 lit. d ZA-NTS der gewöhnliche Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland genannt. Zu den Ausführungen be-züglich des gewöhnlichen Aufenthalts siehe S. 8 f.
Detailliertere Ausführungen zum gewöhnlichen Aufenthalt sowie zum Wohnsitz im steuerrechtlichen Sinne werden im weiteren Verlauf dieser Arbeit dargestellt.
Befinden sich ausländische Truppen auf dem Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland, so unterliegt ihr Aufenthalt beson-deren Bestimmungen. Dabei wird unterschieden zwischen dem Recht zum Aufenthalt und dem Recht des Aufenthalts41. Während das Recht zum Aufenthalt die Thematik der Aufent-haltsgenehmigung durch die Bundesrepublik Deutschland regelt, beschäftigt sich das Recht des Aufenthalts mit den allgemeinen Rechten und Pflichten der Truppen während ihres Aufenthaltes in Deutschland42.
Das Recht zum Aufenthalt definiert die Entscheidungskompetenz der Bundesrepublik Deutschland, ausländischen Truppen den Aufenthalt im Inland zu genehmigen. Oftmals wird diese Ent-scheidung in völkerrechtlichen Verträgen kodifiziert43. Im Falle der NATO-Mitgliedstaaten wurde solch ein Aufenthaltsrecht im Aufenthaltsvertrag44 von 1954 vereinbart. Darin vereinbarte Deutschland mit den Vereinigten Staaten von Amerika, Groß-britannien sowie Frankreich, dass jene Staaten auch nach der Beendigung der Besatzungszeit nach 1955 weiterhin ein Recht haben, ihre Truppen in Deutschland dauerhaft zu stationieren. Der Vertrag trat 1955 in Kraft, nachdem auch die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Dänemark sowie Kanada den Vertrag rati-fizierten45. Der Vertrag gilt bis auf Weiteres und kann von jeder Vertragspartei mit einer Frist von zwei Jahren gekündigt werden46.
Da der Aufenthaltsvertrag nur den jeweiligen Vertragspartnern den dauerhaften Aufenthalt ihrer Truppen gewährt, werden alle nicht dauerhaften, also kurzfristigen Aufenthalte ausländischer Streitkräfte durch das Streitkräfteaufenthaltsgesetz geregelt. Gemäß Artikel I SkAufG ist die Bundesregierung ermächtigt, mit anderen Staaten Vereinbarungen zu treffen, die die Einreise sowie den Aufenthalt der Streitkräfte des anderen Staates be-treffen.
Unter dem Recht des Aufenthalts werden im Allgemeinen die Rechte sowie Pflichten der ausländischen Streitkräfte während der Stationierung in Deutschland verstanden. Diese werden oftmals im gleichen völkerrechtlichen Vertrag, welcher auch das Recht zum Aufenthalt regelt, mit aufgenommen47. Im Falle der NATO-Truppen regelt das NATO-Truppenstatut sowie das Zusatzabkommen zum NATO-Truppenstatut die Rechte und Pflichten der sich in Deutschland aufhaltenden Truppen. Insbe-sondere regelt das Recht des Aufenthalts die Gerichtsbarkeit und die Haftung der Truppen (Artikel VII, VIII NTS) sowie den Ausschluss der Hoheitsgewalt deutscher Behörden in Bezug auf die Truppe. Zum Recht des Aufenthalts gehören jedoch auch die Steuerpflicht der Truppenangehörigen, die Zölle und sonstige Abgaben sowie die Gewährung von Steuervergünstigungen gegenüber den Truppenangehörigen. Auf die Steuerpflicht und die Besteuerung des Einkommens der ausländischen Streitkräfte wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit eingegangen. Dabei wird insbesondere gegenübergestellt werden, wie die steuerliche Be-urteilung eines Steuerpflichtigen nach nationalen sowie inter-nationalen Gesichtspunkten erfolgt.
Zunächst soll betrachtet werden, wie die steuerliche Behandlung natürlicher Personen mit Auslandsbezug nach nationalem Recht gestaltet ist. Dafür muss geklärt werden, ob ausländische Arbeit-nehmer überhaupt in Deutschland steuerpflichtig sind. Anschlie-ßend wird erörtert, ob das Einkommen und in welcher Höhe in Deutschland zu besteuern ist. In diesem Zusammenhang werden auch die Möglichkeiten zur Vermeidung der Doppelbesteuerung nach nationalem Recht betrachtet.
Die persönliche Steuerpflicht beschreibt, wer steuerpflichtig ist und demnach Steuern zu entrichten hat. Das deutsche Steuer-recht kennt zwei Arten der Steuerpflicht: zum einen kann eine natürliche Person unbeschränkt steuerpflichtig sein und somit mit ihrem gesamten, weltweit erzielten Einkommen der Besteuerung unterzogen werden. Voraussetzung hierfür ist das Vorhanden-sein eines Wohnsitzes oder eines gewöhnlichen Aufenthalts in Deutschland. Eine Person kann jedoch auch beschränkt steuer-pflichtig sein. In solch einem Fall werden nur inländische Ein-künfte in Deutschland besteuert. Beide Arten der persönlichen Steuerpflicht werden in § 1 EStG geregelt. In § 1 Abs. 1 S. 1 EStG ist geregelt, dass die persönliche Steuerpflicht nur natür-liche Personen betrifft. Somit ist jeder Mensch von der Steuer-pflicht des Einkommensteuergesetzes betroffen, sofern die wei-teren Voraussetzungen der unbeschränkten oder beschränkten Steuerpflicht erfüllt werden. Dies ergibt die Besonderheit, dass auch bereits Kinder einkommensteuerpflichtig sein können, so-fern sie qualifizierte Einkünfte i. S. d. § 2 Abs. 1 Nr. 1 – 7 EStG erzielen.
1 International Labour Organization, World of Work Report 2014: Developing with jobs, S. 19.
2 Kessler/Steiner, Facetten der Globalisierung, S. 48.
3 United Nations Conference on Trade and Development, World Investment Report 1992, S. 1.
4 United Nations Conference on Trade and Development, World Investment Report 2012, S. XI.
5 Cartus Corporation, 2012 Trends in Global Relocation, S. 7.
6 KPMG, Global Assignment Policies and Practices Survey 2013, S. 11.
7 Giegerich, Die NATO, S. 10.
8 NATO, NATO Member Countries.
9 Papacosma/Kay u.a., NATO After Fifty Years, S. 11.
10 Giegerich, Die NATO, S. 21.
11 NATO, NATO Organization.
12 NATO, NATO Headquarters.
13 NATO, International Staff.
14 BT-Drs. 18/1400 v. 15.05.2014, S. 2.
15 Abkommen zwischen den Parteien des Nordatlantikvertrags über die Rechtsstellung ihrer Truppen vom 19. Juni 1951, BGBl. 1961 II S. 1190. Zur Vereinfachung wird die Bezeichnung „NATO-Truppenstatut“ verwendet.
16 Bundeswehr, Über uns – Arbeitgeber Bundeswehr.
17 BAG, Urteil vom 24. Mai 2012 - 2 AZR 163/11, Tz. 26, openJur 2013, 26909.
18 vgl. BAG, Beschluss vom 19.06.1984 - 1 ABR 65/82, JurionRS 1984, 10101.
19 BAG, Beschluss vom 12.02.1985 - 1 ABR 3/83, JurionRS 1985, 10060.
20 NATO, List of member countries.
21 Anhang 1 des Zusatzabkommens zu dem Abkommen zwischen den Parteien des Nordatlantikvertrages über die Rechtsstellung ihrer Truppen hinsichtlich der in der Bundesrepublik Deutschland stationierten ausländischen Truppen vom 3. August 1959, BGBl. 1961 Il S. 1313.
22 Löffler/Stadler, IStR 2008, 833.
23 Koenig in: Pahlke/Koenig, AO § 9 Rn. 10.
24 so Gersch in: Klein, AO §9 Rn. 4 und Oehler in: Praxis der Kommunal-verwaltung, S. 16.
25 Gersch in: Klein, AO §9 Rn. 3.
26 Koenig in: Pahlke/Koenig, AO § 9 Rn. 10.
27 Zusatzabkommen zu dem Abkommen zwischen den Parteien des Nord- atlantikvertrages über die Rechtsstellung ihrer Truppen hinsichtlich der in der Bundesrepublik Deutschland stationierten ausländischen Truppen vom 3. August 1959, BGBl. 1961 Il S. 1183, 1218.
28 Bekanntmachung der deutsch-amerikanischen Vereinbarung über die Auslegung und Anwendung des Artikels 73 des Zusatzabkommens zum NATO- Truppenstatut und des Außerkrafttretens der Vorgängervereinbarung vom 13. Juli 1995 vom 19. Mai 1998, BGBl. 1998 II S. 1165, 1171, unter 1.
29 so auch der BFH, Urteil vom 09.11.2005 - I R 47/04, BeckRS 2005, 24002442.
30 FG Nürnberg, Urteil vom 15.03.2004 - I 275/2002, BeckRS 2004, 26016118.
31 Ränsch/Scheunemann, Unbeschränkte Steuerpflicht von „technischen Fachkräften” der US-Armee, IStR 2004, 872.
32 BFH, Urteil vom 09.11.2005 - I R 47/04, BeckRS 2005, 24002442.
33 BeckOK GG, Hillgruber, GG Art. 116.
34 Zur Vereinfachung der Darstellung und Verbesserung des Leseflusses wird auf
die weibliche Form im Weiteren verzichtet. Die weibliche Person ist dabei
ausdrücklich auf jeden Fall auch gemeint.
35 Gersch in: Klein, AO §8 Rn. 1.
36 BFH, Urteil vom 04.06.1964 - IV 29/64 U, BeckRS 1964, 21001799.
37 Gersch in: Klein, AO §8 Rn. 3.
38 BFH, Urteil vom 28.04.2010 - III R 52/09, BeckRS 2010, 24004049 sowie
BFH, Urteil vom 20.11.2008 - III R 53/05, BeckRS 2008, 25014486 sowie
BFH, Urteil vom 22.08.2007 - III R 89/06, BeckRS 2007, 25012674.
39 Gersch in: Klein, AO §8 Rn. 4, sowie Koenig in: Pahlke/Koenig, AO § 8 Rn. 20.
40 BFH, Urteil vom 30.08.1989 - I R 215/85, BeckRS 1989 22009147.
41 Raap in: Völkerrecht: Lexikon zentraler Begriffe und Themen, S. 474.
42 Auswärtiges Amt, Truppenstationierungsrecht.
43 Raap in: Völkerrecht: Lexikon zentraler Begriffe und Themen, S. 475.
44 Vertrag über den Aufenthalt ausländischer Streitkräfte in der Bundesrepublik
Deutschland vom 23. Oktober 1954, BGBl. 1955 S. 253.
45 Statusliste zum Vertrag über den Aufenthalt ausländischer Streitkräfte in der
Bundesrepublik Deutschland, abrufbar unter: <http://www.auswaertiges-
amt.de/cae/servlet/contentblob/565868/publicationFile/162017/Statusliste-DE.pdf> (Stand: 28.08.2014).
46 Notenwechsel vom 25. September 1990, BGBl 1990 II S. 1390 sowie Notenwechsel vom 16. November 1990, BGBl 1990 II S. 1696.
47 Raap in: Völkerrecht: Lexikon zentraler Begriffe und Themen, S. 475.
Bachelor of Laws (LL.B.) Marco Sassenhagen (Autor)
V457592
9783668890091
9783668890107
NATO Einkommensteuer ziviles Gefolge Steuerpflicht Truppenstatut
Bachelor of Laws (LL.B.) Marco Sassenhagen (Autor), 2014, Das zivile Gefolge der NATO. Wie werden natürliche Personen als Mitglieder besteuert?, München, GRIN Verlag, https://www.diplomarbeiten24.de/document/457592
Die Behandlung der Einkommensteuer im Insolvenz- und Restschuldbefr...
Soll das deutsche Einkommen...

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