Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82120000010.htm
Timestamp: 2018-11-19 01:40:20+00:00

Document:
2.37.010 Füllbruch - Vokkenau
Verordnung des Bürgermeisteramtes Karlsruhe über das Landschaftsschutzgebiet "Füllbruch-Vokkenau" vom 19.01.1988 (Amtsblatt Stadt Karlsruhe vom 29.01.1988).
Aufgrund der §§ 22, 58 Abs. 3 und 4, § 63 Abs. 1 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. 1975, S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199) und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20.12.1978 (GBl. 1979, S. 12), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höherer Naturschutzbehörde verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Karlsruhe werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Füllbruch-Vokkenau".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 372 ha.
(2) Zum Landschaftsschutzgebiet gehören die Walddistrikte "Füllbruch", "Weidbruch", "Vokkenau" sowie die Gewanne "Großer und Kleiner Saum", "Hochwiesen", "Lachäcker", "Auf die Eich", "Säusteigerfeld", "Die Büchenauwiesen", "Holderäcker", "Kirchfeld" und "Weiherwiesen".
(3) Das Landschaftsschutzgebiet wird im wesentlichen wie folgt begrenzt:
· Im Norden: Durch die Gemarkungsgrenze Karlsruhe/Stutensee-Blankenloch-Büchig.
· Im Westen: Durch die Gemarkungsgrenze Karlsruhe/Stutensee-Blankenloch-Büchig und die Schwetzinger Straße/L 604.
· Im Süden: Durch die Brückenstraße, wobei die Wohnbebauung bis zur Schwetzinger Straße 102 und entlang der Vokkenaustraße bis zum Anwesen Nr. 51 ausgeschlossen bleiben. Außerhalb des Landschaftsschutzgebietes liegt außerdem das Gewerbegebiet "Roßweid" in den Grenzen zwischen Pfinz, Greschbachstraße, Ohmstraße.
· Im Osten: Durch die Bundesautobahn A 5 und den parallel östlich verlaufenden Weidgraben (Waldrand) .
(4) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Planmappe, bestehend aus einer Übersichtskarte, Maßstab 1 : 10 000 und 11 Einzelkarten als Ausschnittsvergrößerungen, Maßstab 1 : 2 000 mit grüner Linie (flächenmäßig grau hervorgehoben) eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Bürgermeisteramt Karlsruhe als untere Naturschutzbehörde, Rathaus am Marktplatz, auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Amtsblatt für den Stadtkreis Karlsruhe zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden öffentlich ausgelegt.
(5) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei der in Absatz 4 bezeichneten Stelle zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
1. Erhaltung eines für die Kinzig-Murg-Rinne typischen Restbruchwaldes mit Ausprägung des Erlen-Eschenwaldes, des Hainbuchenwaldes und des Erlenbruchs wegen seiner besonderen Bedeutung für den Naturhaushalt und als stadtnahes Rückzugsgebiet für die standorttypische Tierwelt, insbesondere für gefährdete Amphibien-, Insekten- und Vogelarten;
2. Schutz und Entwicklung einer vielfältigen, ökologisch wertvollen Landschaftsstruktur, geprägt durch die Gewässer Pfinz und Alte Bach, deren begleitende Uferzonen, Feuchtwiesen und Waldrandsituationen für die naturnahe, extensive Erholung in unmittelbarer Stadtnähe;
3. Sicherung einer ökologischen Ausgleichsfläche mit besonderer Klimaschutzfunktion gegenüber der benachbarten intensiven Nutzung durch Industrie und Gewerbe.
In dem Landschaftsschutzgebiet sind Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere wenn dadurch
2. Errichtung von Einfriedungen;
6. Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder Verkehrswegen;
8. Anlage von Kleingärten;
14. Neuaufforstungen, Umwandlungen von Wald oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;
15. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Bäume, Hecken, Gebüsche, Feld- und Ufergehölze, Schilf- und Rohrbestände.
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch solche Wirkungen auf ein mit dem Schutzzweck vereinbares Maß gemildert werden.
3. für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer sowie der bestehenden Anlagen für die Strom- und Gasversorgung, der Wasserver- und -entsorgung und das Fernmeldewesen, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 15;
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 Naturschutzgesetz Befreiung mit Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde erteilt werden.
1. entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen,
§ 9 Außerkrafttreten von Vorschriften
Die Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Stadtkreis Karlsruhe vom 08. Januar 1962 tritt, soweit sie sich auf den Bereich Füllbruch-Vokkenau bezieht, außer Kraft.
Karlsruhe, den 19. Januar 1988
Professor Dr. Seiler

References: § 63
 § 64
 § 22
 § 33
 § 2
 § 4
 § 5
 § 63
 § 22
 § 4

§ 9