Source: http://www.gfs2000.de/stat_po_de.html
Timestamp: 2018-05-23 22:39:53+00:00

Document:
Die Forensische Schrift- und Urkundenuntersuchung beschäftigt sich mit schriftlichen Erzeugnissen aller Art zur Ermittlung ihrer Echtheit oder Unechtheit, sowie zur Identifizierung des Schrifturhebers bzw. der Herstellungstechnik und der dazu verwendeten Hilfsmittel im Dienste der Rechtsprechung.
Prüfungen sind insbesondere für folgende Fachgebiete möglich:
Durch die Prüfung soll festgestellt werden, ob der Kandidat die für die Ausübung des Berufes eines Sachverständigen für Forensische Schrift- und Urkundenuntersuchung besondere Sachkunde, die zur Erstattung einschlägiger Gutachten befähigt, umfassend erworben hat.
Die Prüfungen werden nach Bedarf durchgeführt. Der Kandidat hat die Wahl zwischen der Prüfung in deutscher oder englischer Sprache.
Bei der Verlängerung der ordentlichen Mitgliedschaft ist in der Regel keine Prüfung im Sinne §1 notwendig. Für die Verlängerung der Mitgliedschaft reichen in erster Instanz die vom Mitglied abgegebenen Angaben über Anzahl der erstatteten Gutachten, Art und Dauer der Weiterbildung und die Ergebnisse der Ringversuche in den vorangegangenen 5 Jahren. Der Vorstand kann sich aber aufgrund der vom Mitglied beim Antrag auf Verlängerung eingereichten Informationen für eine Prüfung entscheiden.
§ 2 Führung der Berufsbezeichnung
Ist die Prüfung bestanden und der Kandidat in die Gesellschaft für Forensische Schriftuntersuchung aufgenommen, wird ihm vom Präsidenten der Gesellschaft die Berufsbezeichnung "Sachverständiger für Forensische Schriftuntersuchung (GFS)" bzw. "Sachverständiger für Forensische Urkundenuntersuchung (GFS)" verliehen, wobei spezielle Fachgebiete, für die er sich ausgewiesen hat, benannt werden können.
Gemäß § 11 der Satzung der Gesellschaft für Forensische Schriftuntersuchung besteht die Prüfungskommission aus drei ordentlichen Mitgliedern, die von der Mitgliederversammlung auf die Dauer von zwei Jahren gewählt werden, und von denen eines zum Vorsitzenden der Kommission ernannt wird. Höchstens ein Mitglied der Prüfungskommission darf dem Vorstand angehören. Die Kommission kann im Einvernehmen mit dem Vorstand für Prüfungen in speziellen Fachgebieten einschlägig ausgewiesene Experten kooptieren.
Ist eine Person von zwei ordentlichen Mitgliedern der Gesellschaft zur Aufnahme vorgeschlagen worden, hat diese gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung der Gesellschaft in der Regel zum Nachweis ihrer fachlichen Befähigung eine Prüfung abzulegen. Über die Zulassung zur Prüfung entscheiden Vorstand und Prüfungskommission nach den in § 4 Abs. 2 der Satzung der Gesellschaft festgelegten Regeln. Wenn im Rahmen der Verlängerung der ordentlichen Mitgliedschaft eine Prüfung erforderlich ist, sind keine Bürgen notwendig.
1. eine spezielle Ausbildung auf dem Gebiet der Forensischen Schrift– und Urkundenuntersuchung nachweisen kann;
2. mit den für die Ausübung seiner Sachverständigentätigkeit erforderlichen Einrichtungen praktisch arbeiten kann;
Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus drei Klausurarbeiten. Gegenstand der ersten Klausurarbeit ist eine praktische Aufgabe aus dem jeweiligen speziellen Fachgebiet, für das sich der Kandidat beworben hat. In der zweiten Klausurarbeit hat der Kandidat einen Fall aus der Praxis zu bearbeiten und ein vollständiges Gutachten zu erstellen. Gegenstand der dritten Klausur sind die allgemeinen und besonderen Fachkenntnisse des jeweiligen Sachgebietes gemäß der Bestellungsordnung für die öffentliche Bestellung und Vereidigung von Schriftsachverständigen. Strebt der Kandidat die Anerkennung in weiteren Sachgebieten an, so sind aus diesen jeweils drei weitere Klausurarbeiten zu schreiben.
Für die Anfertigung der ersten praktischen Klausurarbeit stehen dem Kandidaten in der Regel acht Stunden, für die Gutachtenklausur in der Regel zwei mal acht (16) Stunden und für die weitere Klausur vier Stunden zur Verfügung.
Die mündliche Prüfung erstreckt sich in der Regel über einen Zeitraum von 60 Minuten und für jedes weitere Fachgebiet über ca. 30 Minuten. Sie soll insbesondere erfassen:
- wissenschaftliche Grundlagen der Forensischen Schriftuntersuchung;
- allgemeine physikalisch-technische Methoden der Urkundenprüfung;
- spezielle Methodik und Technik der Forensischen Schriftuntersuchung in dem jeweiligen Fachgebiet;
- Praxis der Gutachtenerstattung;
- Sachverständigenrecht.
Das Prüfungsergebnis lautet: "Bestanden" oder "Nicht bestanden". Über den Verlauf der Prüfung ist ein Protokoll anzufertigen, aus dem die Prüfungsgegenstände und das Prüfungsergebnis hervorgehen.
§ 8 Rücktritt und Täuschung
Tritt der Kandidat vor der ersten Klausurarbeit von der Prüfung zurück, so werden die eingezahlten Gebühren nach Abzug der der Gesellschaft entstandenen Kosten zurückerstattet.
Ein Rücktritt nach diesem Zeitpunkt, der nicht durch höhere Gewalt bedingt ist, gilt als Nicht-Bestehen der Prüfung. In einem solchen Fall besteht kein Anspruch auf Rückerstattung der Prüfungsgebühren.
Versucht ein Kandidat, das Ergebnis einer Prüfungsleistung durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen, gilt die betreffende Prüfungsleistung als "Nicht bestanden".
Wer die Prüfung nicht bestanden hat, kann sie nur einmal, jedoch nicht vor Ablauf eines Jahres, wiederholen.
§ 10 Prüfungsgebühr
Die Prüfungsgebühr für die erste Prüfung auf ordentliche Mitgliedschaft beträgt:
- für ein Fachgebiet: € 1.000.-;
- für jedes weitere Fachgebiet: € 600.-.
Bei einer Wiederholungsprüfung sind die entstehenden Kosten zu tragen.
Die Gebühren sind vor der Prüfung auf das Konto der Gesellschaft einzuzahlen.
§ 11 Prüfungsort und Prüfungstermin
Der Prüfungsort und der Termin der mündlichen Prüfung werden von dem Vorsitzenden der Prüfungskommission bestimmt.
§ 12 Prüfungszeugnis
Aufgrund der bestandenen Prüfung wird ein Zeugnis ausgestellt, das vom Präsidenten der Gesellschaft und vom Vorsitzenden der Prüfungskommission unterzeichnet wird.
§ 13 Absehen von einer Prüfung
Die Prüfungskommission kann von einer schriftlichen Prüfung gemäß § 5 absehen, wenn diese nach Vorlage von schriftlichen Unterlagen des Kandidaten (Publikationen, Probegutachten) verzichtbar erscheint.
Die formelle mündliche Prüfung gemäß § 6 kann durch ein mündliches Aufnahmegespräch ersetzt werden, das möglichst im Rahmen einer Tagung der GFS durchgeführt werden soll und dem in § 1 genannten Zweck dient.
Die Prüfungsgebühr wird bei Entfall der schriftlichen Prüfung abweichend von § 10 mit € 300,00 für ein Fachgebiet und € 200,00 für jedes weitere Fachgebiet festgelegt.
Den Haag, 16. Juni 1986
geändert am 23. Juni 1999
geändert am 15. Juni 2015

References: §1

§ 2
 § 11
 § 4
 § 4

§ 8

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13
 § 5
 § 6
 § 1
 § 10