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Timestamp: 2019-03-21 02:31:26+00:00

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§ 1 Ausbildung und Prüfung
§ 2 Universitätsstudium
§ 3 Berufspraktische Ausbildung in der amtlichen Überwachung
Abschnitt II Allgemeine Prüfungsvorschriften
Abschnitt III Prüfungsabschnitte und Anrechnung von Prüfungen
§ 17 Erster Prüfungsabschnitt
§ 18 Zweiter Prüfungsabschnitt
§ 19 Dritter Prüfungsabschnitt
§ 20 Anrechnung von Prüfungen
Abschnitt IV Anerkennung von Berufsqualifikationen
§ 21 Begriffsbestimmungen
§ 22 Anerkennung von Berufsqualifikationen aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union
§ 23 Ausgleichsmaßnahmen
§ 24 Anerkennung von Berufsqualifikationen aus Drittländern
§ 25 Abschlüsse aus anderen Ländern der Bundesrepublik Deutschland
§ 26 Unterlagen und Formalitäten
§ 27 Verfahren für die Anerkennung der Berufsqualifikationen
§ 28 Führen der Berufsbezeichnung
§ 29 Dienstleister
§ 30 Berufsbezeichnung bei Dienstleistungen
§ 31 Gleichstellung von Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum und sonstigen Vertragsstaaten
§ 32 Sprachkenntnisse bei Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit
§ 33 Zuständigkeit
Anlage 1 Leistungsnachweise
Anlage 2 Prüfungsfächer und inhaltliche Schwerpunkte des Ersten Prüfungsabschnitts
Anlage 3 Prüfungsfächer und inhaltliche Schwerpunkte des Zweiten Prüfungsabschnitts
Anlage 4 Prüfungsfächer und inhaltliche Schwerpunkte des Dritten Prüfungsabschnitts
(1) 1Die Ausbildung zur Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin und zum Staatlich geprüften Lebensmittelchemiker gliedert sich in
ein Studium der Lebensmittelchemie an einer Universität und
eine berufspraktische Ausbildung in der amtlichen Überwachung von Erzeugnissen nach § 2 Abs. 1 des Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuchs (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch – LFGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. April 2006 (BGBl I S. 945), zuletzt geändert durch Art. 12 des Gesetzes vom 26. Februar 2008 (BGBl I S. 215) und Tabakerzeugnissen nach § 3 des Vorläufigen Tabakgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 9. September 1997 (BGBl I S. 2296), zuletzt geändert durch Art. 1 des Gesetzes vom 21. Dezember 2006 (BGBl I S. 3365).
2Die Regelstudienzeit an der Universität beträgt neun Semester einschließlich der Prüfungen des Ersten und Zweiten Prüfungsabschnitts und einer innerhalb von sechs Monaten anzufertigenden wissenschaftlichen Abschlussarbeit. 3Die Dauer der berufspraktischen Ausbildung beträgt einschließlich der Prüfungen des Dritten Prüfungsabschnitts zwölf Monate.
(2) Die Staatsprüfung gliedert sich in drei Prüfungsabschnitte:
den Ersten Prüfungsabschnitt (§ 17) in der Regel nach einem Studium der Lebensmittelchemie von vier Semestern,
den Zweiten Prüfungsabschnitt (§ 18) in der Regel nach einem Studium der Lebensmittelchemie von acht Semestern (Prüfung für Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker) und
den Dritten Prüfungsabschnitt (§ 19) am Ende der berufspraktischen Ausbildung (Prüfung für Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker).
(1) 1Im Universitätsstudium werden die für die Ausübung des Berufs Lebensmittelchemikerin und Lebensmittelchemiker erforderlichen naturwissenschaftlichen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die dazu notwendigen Rechtskenntnisse vermittelt. 2Das Universitätsstudium ist mit dem Bestehen des Zweiten Prüfungsabschnitts abgeschlossen.
(2) 1Der zeitliche Gesamtumfang aller Lehrveranstaltungen beträgt höchstens 235 Semesterwochenstunden. 2Einzelheiten zur Organisation der Lehrveranstaltungen und zur Erbringung der in Anlage 1 Abschnitte I und II aufgeführten Leistungsnachweise regelt die Universität durch Satzung. 3Dabei müssen die besonderen Belange behinderter Studierender zur Wahrung ihrer Chancengleichheit berücksichtigt werden.
Berufspraktische Ausbildung in der amtlichen Überwachung
(1) 1Während der berufspraktischen Ausbildung nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 sollen die im Studium erworbenen Kenntnisse angewandt, vertieft und erweitert werden. 2Die Ausbildung umfasst folgende Ausbildungsbereiche:
Lebensmittel sowie Wasser für den menschlichen Gebrauch,
kosmetische Mittel, Bedarfsgegenstände, Tabakerzeugnisse nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Futtermittel,
Qualitätssicherungssysteme in Laboratorien und Betrieben und
Verwaltungstätigkeit (insbesondere Außendienst und Gesetzesvollzug).
(2) 1Die berufspraktische Ausbildung muss spätestens zwei Jahre nach dem Bestehen des Zweiten Prüfungsabschnitts begonnen werden. 2Auf die Frist von zwei Jahren werden nicht angerechnet:
Mutterschutz- und Elternzeiten,
Zeiten für eine Promotion auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie, Chemie, Biochemie, Pharmazie oder eines verwandten Studienfachs,
Zeiten einer Unterbrechung, die von den Berufspraktikanten nicht zu vertreten sind.
(3) 1Die berufspraktische Ausbildung erfolgt am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, im Ausbildungsbereich Verwaltungstätigkeit im Rahmen einer sechswöchigen Hospitation bei einer Behörde für Gesundheit, Veterinärwesen, Ernährung und Verbraucherschutz. 2Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit erstellt für jeden Berufspraktikanten einen Ausbildungsplan und bescheinigt die berufspraktischen Tätigkeiten. 3Die Bescheinigung über Dauer und Inhalt der Tätigkeit nach Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 erteilt die jeweilige Behörde für Gesundheit, Veterinärwesen, Ernährung und Verbraucherschutz.
(4) 1Eine nach Beendigung des Zweiten Prüfungsabschnitts durchgeführte wissenschaftliche oder praktische Tätigkeit am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, an einem Universitätsinstitut der Lebensmittelchemie, am Zentralen Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, an einer Einrichtung der Wirtschaft oder an einer geeigneten Forschungseinrichtung gemäß Anlage 10 von mindestens vier Monaten kann auf die berufspraktische Ausbildung bis zu vier Monate angerechnet werden. 2Voraussetzung dafür ist, dass die dortige Tätigkeit mit der berufspraktischen Ausbildung nach Abs. 3 vergleichbar ist. 3Die Vergleichbarkeit bewertet die bzw. der Vorsitzende des Prüfungsausschusses für den Dritten Prüfungsabschnitt auf der Grundlage einer von der jeweiligen Stelle nach Satz 1 erteilten Bescheinigung über Dauer und Inhalte der Tätigkeit.
(5) 1Die Anrechnung einer Tätigkeit nach Abs. 4 kann nur auf Antrag erfolgen. 2Der Antrag auf Anrechnung ist mit dem Gesuch auf Zulassung zur berufspraktischen Ausbildung am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit einzureichen. 3Dem Antrag sind Nachweise beizufügen,
bei welchen Einrichtungen die Tätigkeit nach Abs. 4 abgeleistet wurde,
über die Art und Dauer der lebensmittelchemischen und lebensmittelrechtlichen Tätigkeiten sowie die erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse und
mit welchem Erfolg die Tätigkeiten ausgeübt wurden.
(6) 1Auf die berufspraktische Ausbildung werden Urlaubszeiten nach Maßgabe des Bundesurlaubsgesetzes angerechnet. 2Bei der Gewährung von Urlaub sind die Ausbildungsinhalte und -ziele zu berücksichtigen. 3Näheres entscheidet die bzw. der Vorsitzende des Prüfungsausschusses für den Dritten Prüfungsabschnitt. 4Krankheitszeiten werden bis zu insgesamt drei Wochen auf die Ausbildungszeit angerechnet. 5Übersteigt die Krankheitszeit drei Wochen, so entscheidet die bzw. der Vorsitzende des Prüfungsausschusses für den Dritten Prüfungsabschnitt über eine Verlängerung der Ausbildungszeit.
(7) Die berufspraktische Ausbildung ist mit dem Bestehen des Dritten Prüfungsabschnitts abgeschlossen.
(1) 1Für den Ersten und Zweiten Prüfungsabschnitt wird jeweils ein Prüfungsausschuss bei den Universitäten gebildet, an denen die für das Studium der Lebensmittelchemie erforderlichen Lehrveranstaltungen belegt werden können. 2Die Zahl der Mitglieder und Stellvertreter regelt die Universität durch Satzung.
(2) 1Für den Dritten Prüfungsabschnitt wird ein Prüfungsausschuss beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gebildet. 2Er besteht aus einer bzw. einem Vorsitzenden sowie zwei weiteren Mitgliedern. 3Die bzw. der Vorsitzende wird durch ein Mitglied, die Mitglieder werden durch mindestens ein stellvertretendes Mitglied vertreten.
(3) 1Die Mitglieder der Prüfungsausschüsse und ihre Stellvertreter werden von dem für die amtliche Lebensmittelüberwachung zuständigen Staatsministerium auf die Dauer von vier Jahren bestellt. 2Es übt die Aufsicht über die Prüfungsausschüsse aus. 3Vorschläge für die Bestellung der Mitglieder der Prüfungsausschüsse des Ersten und Zweiten Prüfungsabschnitts unterbreiten die Universitäten, für die Bestellung der Mitglieder des Prüfungsausschusses des Dritten Prüfungsabschnitts das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.
(4) Zu bestellen sind
als Vorsitzende und ihre Stellvertreter
für den Ersten Prüfungsabschnitt: Die nach Art. 62 Abs. 1 Satz 2 des Bayerischen Hochschulgesetzes (BayHSchG) zur Abnahme von Hochschulprüfungen befugten Personen,
für den Zweiten Prüfungsabschnitt: Beamtete Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker, die nach Art. 62 Abs. 1 Satz 2 BayHSchG zur Abnahme von Hochschulprüfungen befugten Personen und Beamte des höheren Justiz- und Verwaltungsdienstes,
für den Dritten Prüfungsabschnitt: Beamtete Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit;
als weitere Mitglieder und ihre Stellvertreter
für den Ersten und Zweiten Prüfungsabschnitt: Personen, die nach Art. 65 BayHSchG in dem Prüfungsfach zur selbständigen Lehre oder nach Art. 62 Abs. 1 Satz 2 BayHSchG zur Abnahme von Hochschulprüfungen befugt sind,
für den Dritten Prüfungsabschnitt: Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und Beamte des höheren Justiz- und Verwaltungsdienstes.
(5) 1Die bzw. der Vorsitzende eines Prüfungsausschusses organisiert die Prüfungen, bestimmt die Prüfungstermine sowie den Prüfungsort und trifft alle mit den Prüfungen im Zusammenhang stehenden Entscheidungen, soweit in dieser Verordnung nichts Abweichendes bestimmt ist. 2Die Vorsitzenden können ihre Befugnisse auf die Stellvertreter übertragen. 3Die Vorsitzenden und ihre Stellvertreter werden bei der Erledigung ihrer Aufgaben vom Prüfungsamt der jeweiligen Hochschule unterstützt.
(6) 1Ein Prüfungsausschuss ist mit der bzw. dem Vorsitzenden oder der Stellvertreterin bzw. dem Stellvertreter und mindestens zwei weiteren Mitgliedern oder deren Stellvertretern beschlussfähig. 2Beschlüsse werden mit Stimmenmehrheit gefasst; bei Stimmengleichheit gibt die Stimme der bzw. des Vorsitzenden oder der Stellvertreterin bzw. des Stellvertreters den Ausschlag.
(1) 1Zuständig für Prüfungen des Ersten und Zweiten Prüfungsabschnitts ist der jeweilige Prüfungsausschuss an der Universität, an der die Prüfungsbewerber zum Zeitpunkt der Meldung zur Prüfung im Studiengang Lebensmittelchemie studiert oder zuletzt studiert haben. 2Zuständig für die Erteilung der Zeugnisse über den Ersten und Zweiten Prüfungsabschnitt ist die bzw. der Vorsitzende des jeweiligen Prüfungsausschusses an der Universität, an der der jeweilige Prüfungsabschnitt beendet wird. 3Zuständig für Wiederholungsprüfungen ist der Prüfungsausschuss, unter dessen Zuständigkeit eine Prüfung zum ersten Mal abgelegt worden ist.
(2) Zuständig für Prüfungen des Dritten Prüfungsabschnitts ist der Prüfungsausschuss für den Dritten Prüfungsabschnitt.
(3) Die Vorsitzenden der jeweiligen Prüfungsausschüsse können in begründeten Fällen in gegenseitigem Einvernehmen Ausnahmen von Abs. 1 zulassen und anordnen.
Prüfer und Beisitzende
(1) Prüfer sind die Mitglieder der Prüfungsausschüsse sowie deren Stellvertreter.
(2) 1Für jede mündliche Prüfung bestellen die Prüfer eine Beisitzende bzw. einen Beisitzenden. 2Zu Beisitzenden dürfen nur Personen bestellt werden, die Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerinnen bzw. Staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker sind oder in den Fächern, die Gegenstand der jeweiligen Prüfung sind, die Diplomprüfung oder eine vergleichbare Prüfung abgelegt haben. 3Die Beisitzenden haben nur beratende Funktion und besitzen kein Stimmrecht. 4Sie sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.
(1) 1Die Prüfungen des Ersten und des Zweiten Prüfungsabschnitts sollen zweimal jährlich im Anschluss an die Lehrveranstaltungen des vierten und achten Semesters abgehalten werden. 2Die Prüfungen des Dritten Prüfungsabschnitts sollen im zwölften Monat der berufspraktischen Ausbildung stattfinden. 3Die Prüfungen aller Prüfungsabschnitte können auch ausbildungsbegleitend durchgeführt werden.
(2) Die bzw. der Vorsitzende des jeweiligen Prüfungsausschusses setzt die Prüfungstermine fest und lädt die Prüflinge bis spätestens 14 Tage vor diesem Termin.
Zulassung zu den Prüfungsabschnitten
(1) 1Der Antrag auf Zulassung zum Ersten und Zweiten Prüfungsabschnitt ist spätestens sechs Wochen vor Semesterschluss, zum Dritten Prüfungsabschnitt spätestens zwei Monate vor Ende der berufspraktischen Ausbildung schriftlich bei der bzw. dem Vorsitzenden des jeweiligen Prüfungsausschusses zu stellen. 2Der Zeitraum für die Antragstellung ist vom Prüfungsausschuss zusammen mit den Prüfungsterminen rechtzeitig bekannt zu geben.
(2) 1Dem Antrag auf Zulassung sind beizufügen:
für den Ersten und Zweiten Prüfungsabschnitt
das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife, einer einschlägigen fachgebundenen Hochschulreife oder eine durch Rechtsvorschrift oder von der zuständigen staatlichen Stelle als gleichwertig anerkannte Hochschulzugangsberechtigung,
der Nachweis der Immatrikulation und
eine Erklärung über etwaige bisher nicht bestandene Prüfungen, Prüfungsabschnitte oder schwebende Prüfungsverfahren in den Studiengängen Lebensmittelchemie, Chemie, Pharmazie, Biochemie oder in einem verwandten Studiengang,
für den Zweiten und Dritten Prüfungsabschnitt das Zeugnis über den jeweils vorangegangenen Prüfungsabschnitt, gegebenenfalls der Nachweis der Befreiung gemäß § 20 und die jeweiligen Prüfungsergebnisse der Fächer, für die keine Befreiung besteht,
die nach Anlage 1 für die Zulassung zum jeweiligen Prüfungsabschnitt erforderlichen Leistungsnachweise.
2Ist es den Antragstellern nicht möglich, die genannten Unterlagen fristgerecht beizufügen, kann die bzw. der Vorsitzende des jeweiligen Prüfungsausschusses gestatten, den Nachweis auf andere Art innerhalb einer von der bzw. dem Vorsitzenden festzusetzenden Frist zu führen.
(3) 1Über die Zulassung entscheidet die bzw. der Vorsitzende des jeweiligen Prüfungsausschusses. 2Die Zulassung ist zu versagen, wenn
der Antrag nicht fristgerecht gestellt wird,
die nach Abs. 2 vorgeschriebenen Unterlagen und Nachweise nicht vorgelegt werden oder
eine Prüfung nicht mehr wiederholt werden darf.
(4) Die Entscheidung über die Zulassung zur Prüfung ist dem Prüfling von der bzw. dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses schriftlich mitzuteilen.
(5) 1Meldet sich ein Prüfling aus von ihm zu vertretenden Gründen nicht so rechtzeitig ordnungsgemäß zu Prüfungen des jeweiligen Prüfungsabschnitts an, dass er diese
beim Ersten Prüfungsabschnitt bis zum Beginn des siebten Fachsemesters,
beim Zweiten Prüfungsabschnitt bis zum Ende des dreizehnten Fachsemesters,
beim Dritten Prüfungsabschnitt bis zum Ende der berufspraktischen Ausbildung
abgelegt hat, so gelten diese Prüfungen als erstmals abgelegt und nicht bestanden. 2Die Frist verlängert sich jeweils um die für die Wiederholung von Prüfungen aus den vorangehenden Prüfungsabschnitten benötigten Semester.
(1) 1Mündliche Prüfungen werden vor einer Prüferin bzw. einem Prüfer in Gegenwart einer bzw. eines Beisitzenden als Einzelprüfung abgelegt. 2Die Prüfungen sollen innerhalb von vier Wochen abgeschlossen sein. 3Eine mündliche Prüfung dauert in der Regel 30 Minuten.
(2) 1Die mündlichen Prüfungen sind nicht öffentlich. 2Studierende des Studiengangs Lebensmittelchemie und Berufspraktikanten gemäß § 3 können als Zuhörer zugelassen werden, sofern der Prüfling nicht widerspricht. 3Mitglieder der Prüfungsausschüsse sind stets zuzulassen. 4Bei den Beratungen dürfen Prüfling und Zuhörer, bei der Bekanntgabe der Prüfungsleistung dürfen Zuhörer nicht anwesend sein.
(3) 1Über den Prüfungshergang ist eine Niederschrift mit folgendem Inhalt zu erstellen:
Name des Prüflings, Name der Prüferin bzw. des Prüfers und Name der bzw. des Beisitzenden sowie Datum, Dauer, wesentliche Gegenstände, Ergebnisse der Prüfung und
die Note der Prüfungsleistung.
2Die Niederschrift ist von der jeweiligen Prüferin bzw. dem jeweiligen Prüfer und der bzw. dem Beisitzenden zu unterschreiben.
(4) Das Ergebnis der mündlichen Prüfung ist dem Prüfling im Anschluss bekannt zu geben.
(1) 1Die wissenschaftliche Abschlussarbeit wird von einer nach Art. 62 Abs. 1 Satz 2 BayHSchG zur Abnahme von Hochschulprüfungen befugten Person ausgegeben und betreut. 2Das Thema der Arbeit muss in enger Beziehung zu den Studieninhalten stehen und bedarf der Zustimmung der bzw. des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses des Zweiten Prüfungsabschnitts.
(2) 1Die wissenschaftliche Abschlussarbeit kann auch außerhalb der Universität durchgeführt werden. 2Dazu bedarf es der Zustimmung der bzw. des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses des Zweiten Prüfungsabschnitts.
(3) 1Die Frist zur Anfertigung der wissenschaftlichen Abschlussarbeit beträgt sechs Monate nach Ausgabe des Themas. 2Im Einzelfall kann auf begründeten Antrag hin die vorgeschriebene Bearbeitungszeit durch die Vorsitzende bzw. den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses des Zweiten Prüfungsabschnitts angemessen verlängert werden.
(4) 1Die wissenschaftliche Abschlussarbeit wird von der Betreuerin bzw. dem Betreuer nach Abs. 1 und einer nach Art. 62 Abs. 1 Satz 2 BayHSchG zur Abnahme von Hochschulprüfungen befugten Person unabhängig bewertet. 2Letztere wird von der bzw. dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses für den Zweiten Prüfungsabschnitt bestimmt. 3Für die Bewertung und Benotung gilt § 11 entsprechend. 4Die Bewertung erfolgt innerhalb von sechs Wochen nach Abgabe der Arbeit.
(5) Bei der Abgabe der wissenschaftlichen Abschlussarbeit hat der Prüfling schriftlich zu versichern, dass er seine Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt hat.
(1) 1Für die Bewertung der Prüfungsleistungen sind die Notenstufen von 1 bis 5 zu verwenden. 2Zur differenzierten Bewertung können die Werte der Einzelnoten um 0,3 erhöht oder verringert werden; die Notenwerte 0,7, 4,3, 4,7 und 5,3 dürfen nicht vergeben werden. 3Dabei entspricht
eine Note bis 1,5 einer hervorragenden Leistung („sehr gut“),
eine Note bis 2,5 einer Leistung, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt („gut“),
eine Note bis 3,5 einer Leistung, die durchschnittlichen Anforderungen entspricht („befriedigend“),
eine Note bis 4,0 einer Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen entspricht („ausreichend“),
die Note 5 einer Leistung, die wegen erheblicher Mängel den Anforderungen nicht mehr entspricht („nicht ausreichend“).
(2) 1Eine Prüfungsleistung ist bestanden, wenn sie mit mindestens „ausreichend“ (4,0) bewertet wird. 2Die wissenschaftliche Abschlussarbeit und die Gutachtenerstellungen im Dritten Prüfungsabschnitt werden von zwei Prüfern unabhängig voneinander bewertet; die Bewertung muss schriftlich begründet werden. 3Die Note errechnet sich aus dem Durchschnitt der von den Prüfern festgesetzten Einzelnoten. 4Weichen die Einzelnoten in der Differenz um mehr als 1,0 voneinander ab und einigen sich die Prüfer nicht, wird die Note vom Prüfungsausschuss nach Anhörung der Prüfer festgesetzt.
(3) 1Bei dem Errechnen der Durchschnittsnote wird nur die erste Dezimalstelle hinter dem Komma berücksichtigt; alle weiteren Stellen werden ohne Rundung gestrichen. 2Für die Benennung der Durchschnittsnote gilt Abs. 1 Satz 3 entsprechend.
(4) 1Ein Prüfungsabschnitt ist bestanden, wenn alle Prüfungsleistungen dieses Prüfungsabschnitts mit mindestens „ausreichend“ (4,0) bewertet sind. 2Die Bewertungen der Prüfungsleistungen sind bei nicht ausreichender Leistung schriftlich zu begründen.
(5) Schriftliche Prüfungsleistungen, die als nicht bestanden bewertet werden sollen, sind von zwei Prüfern zu bewerten.
(1) Die Gesamtnote des Ersten Prüfungsabschnitts errechnet sich aus dem Durchschnitt der Noten in den Prüfungsfächern der Anlage 2.
(2) Zur Errechnung der Gesamtnote des Zweiten Prüfungsabschnitts werden die Noten in den Prüfungsfächern der Anlage 3 Abschnitt I und der wissenschaftlichen Abschlussarbeit der Anlage 3 Abschnitt II nach dem in Anlage 6 dargestellten Bewertungsverfahren zusammengezählt und die Summe durch 11 geteilt.
(3) 1Zur Errechnung der Gesamtnote des Dritten Prüfungsabschnitts werden aus den Noten der Gutachtenerstellungen und der thematisch zugehörigen Prüfplanerstellungen nach Anlage 4 Nrn. 1 und 2 je eine Durchschnittsnote im Verhältnis 60 zu 40 errechnet. 2Die drei Durchschnittsnoten nach Satz 1 und die Note im Fach „Lebensmittelrecht und Lebensmittelüberwachung“ nach Anlage 4 Nr. 3 werden zusammengezählt und die Summe durch 4 geteilt.
(4) Die Gesamtnote der Prüfung für Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerinnen und Staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker errechnet sich aus dem Durchschnitt der Gesamtnoten des Zweiten und Dritten Prüfungsabschnitts.
(5) Für die Bildung von Gesamtnoten nach den Abs. 1 bis 4 gilt § 11 Abs. 3 entsprechend.
Rücktritt, Versäumnis, Nachteilsausgleich
(1) 1Bleibt der Prüfling einer Prüfung aus von ihm zu vertretendem Grund fern oder tritt er ohne Genehmigung des Prüfungsausschusses von ihr zurück, erhält er die Note „nicht ausreichend“ (5,0). 2Dasselbe gilt, wenn die wissenschaftliche Abschlussarbeit nicht innerhalb der Bearbeitungszeit gemäß § 10 Abs. 3 erbracht wird.
(2) 1Die für den Rücktritt oder das Versäumnis geltend gemachten Gründe sind der bzw. dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses unverzüglich anzuzeigen und glaubhaft zu machen. 2Die Vorsitzenden können, wenn als Grund eine Krankheit des Prüflings angegeben wird, die Vorlage eines amtsärztlichen Attests fordern. 3Die Geltendmachung eines Grundes darf keine Bedingung enthalten und kann nicht zurückgenommen werden. 4Erkennen die Vorsitzenden die Gründe an, so gilt die jeweilige Prüfung als nicht unternommen und ein neuer Termin wird anberaumt.
(3) Nach Abschluss der Prüfung kommt ein Rücktritt wegen eines Grundes im Sinn des Abs. 2 nicht mehr in Betracht, wenn der Prüfling an der Prüfung in Kenntnis dieses Grundes teilgenommen hat.
(4) Machen Prüflinge durch ein ärztliches Zeugnis glaubhaft, dass sie wegen einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit die Prüfung ganz oder teilweise nicht in der vorgesehenen Form ablegen können, hat die bzw. der Vorsitzende die Erbringung gleichwertiger Prüfungsleistungen innerhalb einer verlängerten Bearbeitungszeit oder in einer anderen Form zu gestatten.
(1) Versucht ein Prüfling das Ergebnis einer Prüfungsleistung durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen, wird die betreffende Prüfungsleistung mit „nicht ausreichend“ (5,0) bewertet.
(2) 1Stört ein Prüfling den ordnungsgemäßen Ablauf der Prüfung, kann er von der prüfenden oder aufsichtsführenden Person von der Fortsetzung der Prüfung ausgeschlossen werden. 2In diesem Fall wird die betreffende Prüfungsleistung mit „nicht ausreichend“ (5,0) bewertet. 3Der Prüfungsausschuss kann den Prüfling von den weiteren Prüfungen des laufenden Prüfungsabschnitts ausschließen.
Wiederholung, Freiversuch
(1) Jede nicht bestandene Prüfung eines Prüfungsabschnitts kann einmal wiederholt werden.
(2) 1Auf Antrag des Prüflings können einzelne Prüfungen des Ersten Prüfungsabschnitts wiederholt werden, wenn sie vor Beginn des vierten Semesters abgelegt wurden. 2Entsprechendes gilt für den Zweiten Prüfungsabschnitt, wenn die Prüfungen vor Beginn des achten Semesters abgelegt wurden. 3In den genannten Fällen gilt für eine Prüfungsleistung die bessere Note. 4Eine vor dem vierten bzw. achten Semester abgelegte und nicht bestandene Prüfung gilt als nicht abgelegt (Freiversuch).
(3) 1Die zweite Wiederholung einer nicht bestandenen Prüfung eines Prüfungsabschnitts ist nur im Härtefall auf schriftlichen Antrag bei der bzw. dem Vorsitzenden des jeweiligen Prüfungsausschusses möglich. 2Über diesen Antrag entscheidet der jeweilige Prüfungsausschuss. 3Eine zweite Wiederholung der wissenschaftlichen Abschlussarbeit ist ausgeschlossen.
(4) 1Der Prüfling wird von der bzw. dem Vorsitzenden des zuständigen Prüfungsausschusses zur Wiederholungsprüfung geladen. 2Die Wiederholungsprüfung kann frühestens zwei Monate und muss spätestens innerhalb von zwölf Monaten nach der nicht bestandenen Prüfung abgelegt werden. 3Wird die in Satz 2 zuletzt genannte Frist überschritten, erlischt der Prüfungsanspruch, es sei denn, der Prüfling hat die Fristüberschreitung nicht zu vertreten.
(5) An anderen Universitäten in der Bundesrepublik Deutschland oder Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz in den Studiengängen Lebensmittelchemie, Chemie, Pharmazie, Biochemie oder in einem verwandten Studiengang nicht bestandene Prüfungen werden auf die Wiederholungsmöglichkeiten nach den Abs. 1 bis 3 angerechnet.
(1) 1Der Erste Prüfungsabschnitt dient der Feststellung, ob der Prüfling die im Grundstudium vermittelten fachlichen und methodischen Grundlagen der Naturwissenschaften beherrscht und eine systematische Orientierung erworben hat. 2Er umfasst mündliche oder schriftliche Prüfungen in jedem der in Anlage 2 aufgeführten Prüfungsfächer mit den dort genannten inhaltlichen Schwerpunkten.
(2) 1Die schriftlichen Prüfungen können studienbegleitend vor dem in § 1 Abs. 2 genannten Zeitpunkt abgelegt werden, soweit jeweils die für die einzelnen Prüfungsleistungen erforderlichen Leistungsnachweise nach Anlage 1 Abschnitt I erbracht worden sind. 2Nähere Einzelheiten ergeben sich aus der von der Hochschule zu erlassenden Satzung (vgl. § 2 Abs. 2 Satz 2).
(1) 1Im Zweiten Prüfungsabschnitt hat der Prüfling nachzuweisen, dass er wissenschaftliche Kenntnisse auf den Gebieten der Lebensmittelchemie, der Lebensmitteltechnologie, der Bedarfsgegenstände, der kosmetischen Mittel, der Futtermittel, der Mikrobiologie von Lebensmitteln und Futtermitteln, auf den mit Lebensmitteln zusammenhängenden Gebieten der Biochemie (einschließlich der Ernährungslehre) sowie der chemischen Toxikologie und der Umweltanalytik besitzt. 2Die Prüfungen sollen zeigen, dass der Prüfling fähig ist, in seinen künftigen beruflichen Tätigkeitsfeldern wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse auf den in Satz 1 genannten Gebieten selbständig anzuwenden.
(2) 1Der Zweite Prüfungsabschnitt umfasst je eine mündliche oder schriftliche Prüfung in jedem der in Anlage 3 Abschnitt I aufgeführten Prüfungsfächer sowie im Anschluss daran die wissenschaftliche Abschlussarbeit nach Anlage 3 Abschnitt II. 2Die wissenschaftliche Abschlussarbeit darf erst nach Bestehen aller Prüfungen dieses Prüfungsabschnitts aufgenommen werden.
(3) 1Die schriftlichen Prüfungen in den Fächern der Anlage 3 können studienbegleitend vor dem in § 1 Abs. 2 genannten Zeitpunkt abgelegt werden, soweit jeweils die für die einzelnen Prüfungsleistungen erforderlichen Leistungsnachweise nach Anlage 1 Abschnitt II erbracht worden sind. 2Nähere Einzelheiten ergeben sich aus der von der Hochschule zu erlassenden Satzung (vgl. § 2 Abs. 2 Satz 2).
(4) Mit Abschluss des Zweiten Prüfungsabschnitts erwirbt der Prüfling das Recht auf die Berufsbezeichnung „Lebensmittelchemikerin“ bzw. „Lebensmittelchemiker“.
(1) Im Dritten Prüfungsabschnitt hat der Prüfling nachzuweisen, dass er über umfassende Kenntnisse in der amtlichen Überwachung von Erzeugnissen und Tabakerzeugnissen im Sinn des § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 verfügt und in der Lage ist, die notwendigen Untersuchungen und Beurteilungen vorzunehmen.
(2) Der Dritte Prüfungsabschnitt umfasst sechs Prüfungen, bestehend aus je drei Prüfplan- und drei Gutachtenerstellungen gemäß Anlage 4 Nrn. 1 und 2 sowie einer schriftlichen oder mündlichen Prüfung im Fach „Lebensmittelrecht und amtliche Überwachung von Erzeugnissen und Tabakerzeugnissen“ gemäß Anlage 4 Nr. 3.
(3) Die Bearbeitungszeit beträgt je Gutachtenerstellung sechs Stunden, je Prüfplanerstellung vier Stunden.
(4) 1Die Prüfung im Fach „Lebensmittelrecht und amtliche Überwachung von Erzeugnissen und Tabakerzeugnissen“ gemäß Anlage 4 Nr. 3 wird im zwölften Monat der berufspraktischen Ausbildung durchgeführt. 2Die Bearbeitungszeit beträgt im Fall einer schriftlichen Prüfung mindestens zwei Stunden.
(5) Nach Erteilung des Ausweises gemäß § 16 Abs. 2 besteht das Recht, die Bezeichnung „Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin“ bzw. „Staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker“ zu führen.
(1) Vom Ersten Prüfungsabschnitt wird befreit, wer
die Diplomvorprüfung oder die Prüfung zum Bachelor of Science (B. Sc.) im Studiengang Chemie oder einem verwandten Studiengang,
die Diplomvorprüfung oder die Prüfung zum Bachelor of Science (B. Sc.) im Studiengang Lebensmittelchemie oder einem verwandten Studiengang oder
den Zweiten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung nach dem Studium an einer deutschen Hochschule bestanden hat,
sofern die vorangegangene Ausbildung an einer Universität die in der Anlage 2 genannten Inhalte vermittelt hat.
(2) Vom Ersten und Zweiten Prüfungsabschnitt wird befreit, wer
die Diplomprüfung,
die Prüfung zum Master of Science (M. Sc.) oder
eine andere dem Zweiten Prüfungsabschnitt entsprechende Prüfung
im Studiengang Lebensmittelchemie oder einem verwandten Studiengang bestanden hat, sofern die vorausgegangene Ausbildung an einer Universität die in den Anlagen 2 und 3 Abschnitt I genannten Inhalte vermittelt hat.
(3) Die bzw. der Vorsitzende des jeweiligen Prüfungsausschusses erteilt die Befreiung nach Abs. 1 und 2, wenn und soweit die Gleichwertigkeit der vermittelten Inhalte vorliegt.
(1) Richtlinie im Sinn dieses Abschnitts ist die Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl EU Nr. L 255, S. 22) in der jeweils geltenden Fassung.
(2) Ausbildungsnachweise im Sinn dieses Abschnitts sind Ausbildungsnachweise gemäß Art. 3 Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 2005/36/EG, die dem in Art. 11 Buchst. c, d oder e dieser Richtlinie genannten Niveau entsprechen.
Anerkennung von Berufsqualifikationen aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union
(1) 1Auf Antrag wird als Prüfung für Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerinnen bzw. Staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker ein Ausbildungsnachweis anerkannt, der in einem anderen Mitgliedstaat erforderlich ist, um in dessen Hoheitsgebiet die Erlaubnis zur Aufnahme oder Ausübung eines dem Beruf der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin bzw. des Staatlich geprüften Lebensmittelchemikers entsprechenden Berufs zu erhalten. 2Ist ein solcher entsprechender Beruf in einem anderen Mitgliedstaat nicht reglementiert, so wird der Ausbildungsnachweis nur anerkannt, wenn die Antragsteller diesen Beruf vollzeitlich zwei Jahre lang in den vorhergehenden zehn Jahren in diesem anderen Mitgliedstaat ausgeübt haben und der Ausbildungsnachweis bescheinigt, dass der Inhaber auf die Ausübung des betreffenden Berufs vorbereitet wurde. 3Die zweijährige Berufserfahrung gemäß Satz 2 darf nicht gefordert werden, wenn der Ausbildungsnachweis der Antragsteller eine reglementierte Ausbildung im Sinn des Art. 3 Abs. 1 Buchst. e der Richtlinie 2005/36/EG der Qualifikationsniveaus gemäß Art. 11 Buchst. b, c, d oder e dieser Richtlinie abschließt. 4Als reglementierte Ausbildungen gelten die in Anhang III der Richtlinie 2005/36/EG aufgeführten Ausbildungsgänge des Niveaus nach Art. 11 Buchst. c der Richtlinie 2005/36/EG.
(2) Dem Ausbildungsnachweis im Sinn des § 21 Abs. 2 ist jeder Ausbildungsnachweis oder jede Gesamtheit von Ausbildungsnachweisen gleichgestellt, die von einer zuständigen Behörde in einem Mitgliedstaat ausgestellt wurden, sofern sie eine in der Gemeinschaft erworbene Ausbildung abschließen und von diesem Mitgliedstaat als gleichwertig anerkannt werden und in Bezug auf die Aufnahme oder Ausübung des Berufs der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin bzw. des Staatlich geprüften Lebensmittelchemikers dieselben Rechte verleihen oder auf die Ausübung dieses Berufs vorbereiten.
(3) Unter den Voraussetzungen des Abs. 2 sind dem Ausbildungsnachweis im Sinn des § 21 Abs. 2 Berufsqualifikationen gleichgestellt, die zwar nicht den Erfordernissen der Rechts- oder Verwaltungsvorschriften des Herkunftsstaates für die Aufnahme oder Ausübung des Berufs der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin bzw. des Staatlich geprüften Lebensmittelchemikers entsprechen, ihrem Inhaber jedoch erworbene Rechte nach den dort maßgeblichen Vorschriften verleihen.
(1) 1Von Antragstellern soll die Absolvierung eines höchstens dreijährigen Anpassungslehrgangs oder die Ablegung einer Eignungsprüfung verlangt werden, wenn
die nachgewiesene Ausbildungsdauer mindestens ein Jahr unter der in dieser Verordnung geregelten Ausbildungsdauer liegt,
die bisherige Ausbildung sich auf Fächer bezieht, die sich wesentlich von denen unterscheiden, die durch die Ausbildung nach dieser Verordnung vorgeschrieben sind, oder
der Beruf der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin bzw. des Staatlich geprüften Lebensmittelchemikers eine oder mehrere reglementierte berufliche Tätigkeiten umfasst, die im Herkunftsstaat des Antragstellers nicht Bestandteil des der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin bzw. dem Staatlich geprüften Lebensmittelchemiker entsprechenden reglementierten Berufs sind, und wenn dieser Unterschied in einer besonderen Ausbildung besteht, die nach dieser Verordnung gefordert wird und sich auf Fächer bezieht, die sich wesentlich von denen unterscheiden, die von dem Ausbildungsnachweis abgedeckt werden, den die Antragsteller vorlegen.
2Von einem Anpassungslehrgang oder einer Eignungsprüfung im Sinn des Satzes 1 ist abzusehen, wenn die Berufsqualifikationen der Antragsteller die Kriterien erfüllen, die in den gemäß Art. 15 Abs. 2 der Richtlinie 2005/36/EG angenommenen Maßnahmen vorgegeben sind. 3Die Antragsteller haben das Recht, zwischen dem Anpassungslehrgang und der Eignungsprüfung zu wählen.
(2) 1Im Sinn des Abs. 1 Nrn. 2 und 3 sind „Fächer, die sich wesentlich unterscheiden“ jene Fächer, deren Kenntnis eine wesentliche Voraussetzung für die Ausübung des Berufs ist (Anlagen 2 bis 4) und bei denen die bisherige Ausbildung der Antragsteller bedeutende Abweichungen hinsichtlich Dauer oder Inhalt gegenüber der im Aufnahmemitgliedstaat geforderten Ausbildung aufweist. 2Im Rahmen der Entscheidung nach Abs. 1 Satz 1 ist insbesondere zu prüfen, ob die von den Antragstellern im Rahmen ihrer Berufsausbildung oder Berufspraxis in einem Mitgliedstaat oder einem Drittland erworbenen Kenntnisse den wesentlichen Unterschied ganz oder teilweise ausgleichen können.
Anerkennung von Berufsqualifikationen aus Drittländern
(1) 1Auf Antrag wird als Prüfung für Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker eine in einem Drittland erworbene abgeschlossene Ausbildung in einem dem Beruf der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin bzw. des Staatlich geprüften Lebensmittelchemikers entsprechenden Beruf anerkannt, wenn die Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes gegeben ist. 2Ist die Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes nicht gegeben oder ist sie nur mit unangemessenem zeitlichen oder sachlichen Aufwand feststellbar, ist ein gleichwertiger Kenntnisstand nachzuweisen. 3Der Nachweis wird durch das Ablegen einer Prüfung erbracht, die sich auf die Inhalte des Ersten, Zweiten und Dritten Prüfungsabschnitts bezieht.
(2) Ausbildungsnachweise aus Drittländern stehen Ausbildungsnachweisen nach § 21 Abs. 2 gleich, sofern die Antragsteller in einem dem Beruf der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin bzw. des Staatlich geprüften Lebensmittelchemikers entsprechenden Beruf drei Jahre Berufserfahrung im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates, der diesen Ausbildungsnachweis anerkannt hat, besitzen und dieser Mitgliedstaat diese Berufserfahrung bescheinigt.
Abschlüsse aus anderen Ländern der Bundesrepublik Deutschland
Der in einem anderen Land der Bundesrepublik Deutschland erworbene Berufsabschluss als „Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin“ oder „Staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker“ bedarf keiner Anerkennung.
(1) 1Bei Stellung eines Antrags auf Anerkennung der Berufsqualifikation sind die in Anlage 11 aufgeführten Unterlagen und Bescheinigungen vorzulegen. 2Die Vertraulichkeit der übermittelten Angaben ist zu gewährleisten.
(2) 1Der Antrag und die beizufügenden Unterlagen sind, soweit sie von den Antragstellern stammen, in deutscher Sprache vorzulegen. 2Sonstige Unterlagen sollen mit einer beglaubigten Übersetzung vorgelegt werden.
(3) Hat die zuständige Behörde berechtigte Zweifel, so kann sie von den zuständigen Behörden eines Mitgliedstaates eine Bestätigung der Authentizität der in jenem Mitgliedstaat ausgestellten Bescheinigungen und Ausbildungsnachweise verlangen.
(4) Beziehen sich Ausbildungsnachweise, die von der zuständigen Behörde eines Mitgliedstaates ausgestellt wurden, auf eine Ausbildung, die ganz oder teilweise in einer rechtmäßig im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaates niedergelassenen Einrichtung absolviert wurde, so kann die nach § 33 zuständige Behörde bei berechtigten Zweifeln bei der zuständigen Stelle des Ausstellungsmitgliedstaates überprüfen, ob
der Ausbildungsgang in der betreffenden Einrichtung von der Ausbildungseinrichtung des Ausstellungsmitgliedstaates offiziell bescheinigt worden ist,
der ausgestellte Ausbildungsnachweis dem entspricht, der verliehen worden wäre, wenn der Ausbildungsgang vollständig im Ausstellungsmitgliedstaat absolviert worden wäre, und
mit dem Ausbildungsnachweis im Hoheitsgebiet des Ausstellungsmitgliedstaats dieselben beruflichen Rechte verliehen werden.
(5) 1Die nach § 33 zuständige Behörde kann die Antragsteller auffordern, Informationen zu ihrer Ausbildung vorzulegen, soweit dies erforderlich ist, um festzustellen, ob diese möglicherweise von der nach dieser Verordnung geforderten Ausbildung erheblich abweicht. 2Sind die Antragsteller nicht in der Lage, diese Informationen vorzulegen, so wendet sich die nach § 33 zuständige Behörde an die Kontaktstelle, die zuständige Behörde oder an eine andere einschlägige Stelle des Herkunftsstaates.
Verfahren für die Anerkennung der Berufsqualifikationen
(1) Die nach § 33 zuständige Behörde bestätigt den Antragstellern binnen eines Monats den Empfang der Unterlagen und teilt ihnen gegebenenfalls mit, welche Unterlagen fehlen.
(2) 1Das Verfahren für die Prüfung eines Antrags auf Zulassung zum Beruf der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin bzw. des Staatlich geprüften Lebensmittelchemikers muss innerhalb kürzester Frist abgeschlossen werden, spätestens jedoch drei Monate nach Einreichung der vollständigen Unterlagen im Sinn des § 26 Abs. 1, 2 und 5 Satz 1. 2Die nach § 33 zuständige Behörde kann die Frist in Ausnahmefällen um einen Monat verlängern. 3Die Entscheidung über den Antrag muss von der nach § 33 zuständigen Behörde begründet werden.
Antragsteller, deren Berufsqualifikation nach den vorgenannten Vorschriften anerkannt wird, führen die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin“ oder „Staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker“.
(1) 1Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union, die zur Ausübung eines dem Beruf der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin bzw. des Staatlich geprüften Lebensmittelchemikers entsprechenden Berufs in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union rechtmäßig ansässig sind (nachstehend „Herkunftsmitgliedstaat“ genannt), dürfen als Dienstleister im Sinn des Art. 50 des EG-Vertrages vorübergehend und gelegentlich ihren Beruf im Geltungsbereich dieser Verordnung ausüben. 2Der vorübergehende und gelegentliche Charakter der Erbringung von Dienstleistungen wird im Einzelfall beurteilt, insbesondere anhand der Dauer, der Häufigkeit, der regelmäßigen Wiederkehr und der Kontinuität der Dienstleistung.
(2) 1Wenn der dem Beruf der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin bzw. des Staatlich geprüften Lebensmittelchemikers entsprechende Beruf im Herkunftsmitgliedstaat nicht reglementiert ist, müssen die Dienstleister diesen Beruf während der vorhergehenden zehn Jahre mindestens zwei Jahre im Herkunftsmitgliedstaat ausgeübt haben, wenn sie sich zur Erbringung der Dienstleistung in den Geltungsbereich dieser Verordnung begeben. 2Die Bedingung, dass die Dienstleister den Beruf zwei Jahre ausgeübt haben müssen, gilt nicht, wenn entweder der Beruf oder die Ausbildung zu diesem Beruf reglementiert ist.
(3) Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Union, die im Geltungsbereich dieser Verordnung den Beruf der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin bzw. des Staatlich geprüften Lebensmittelchemikers ausüben, sind auf Antrag für Zwecke der Dienstleistung in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union Bescheinigungen darüber auszustellen, dass sie
als „Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin“ bzw. als „Staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker“ ansässig sind und ihnen die Ausübung ihrer Tätigkeiten nicht, auch nicht vorübergehend, untersagt ist,
über die zur Ausübung der jeweiligen Tätigkeit erforderliche berufliche Qualifikation verfügen und
Berufsbezeichnung bei Dienstleistungen
1Die Dienstleistung wird unter der Berufsbezeichnung des Herkunftsmitgliedstaates erbracht, sofern in diesem Mitgliedstaat für die betreffende Tätigkeit eine solche Berufsbezeichnung existiert. 2Die Berufsbezeichnung wird in der Amtssprache oder einer der Amtssprachen des Herkunftsmitgliedstaates geführt, und zwar so, dass keine Verwechslung mit der Berufsbezeichnung des Aufnahmemitgliedstaates möglich ist. 3Falls die genannte Berufsbezeichnung im Herkunftsmitgliedstaat nicht existiert, geben die Dienstleister ihren Ausbildungsnachweis in der Amtssprache oder einer der Amtssprachen dieses Mitgliedstaates an.
Gleichstellung von Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum und sonstigen Vertragsstaaten
Einem Mitgliedstaat der Europäischen Union stehen andere Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder Vertragsstaaten, denen Deutschland und die Europäische Gemeinschaft oder Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden Rechtsanspruch eingeräumt haben, gleich.
Sprachkenntnisse bei Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit
Personen, deren Berufsqualifikation anerkannt wird, müssen über die für die Ausübung der Berufstätigkeit erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse verfügen.
Zuständig für die aus diesem Abschnitt folgenden Aufgaben, insbesondere die Ausstellung oder Entgegennahme der in der Richtlinie 2005/36/EG genannten Ausbildungsnachweise und sonstigen Unterlagen oder Informationen, das Übermitteln von Unterlagen und Erteilen von Auskünften nach Art. 31 Abs. 3 bis 6 GDVG sowie für die Annahme von Anträgen und Meldungen und das Treffen von Entscheidungen, die im Zusammenhang mit der Richtlinie 2005/36/EG stehen, ist das Landesprüfungsamt der Regierung von Oberbayern.
1Studierende, die sich zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung im Grund- oder Hauptstudium der Lebensmittelchemie befinden, schließen dieses nach den bisherigen Vorschriften ab. 2Wer sich zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung in der berufspraktischen Ausbildung befindet, schließt diese nach den bisherigen Vorschriften ab.
1Diese Verordnung tritt am 1. Oktober 2008 in Kraft. 2Mit Ablauf des 30. September 2008 tritt die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker (APOLmCh) vom 11. Juni 1975 (BayRS 2125-1-3-UG), zuletzt geändert durch Verordnung vom 7. Oktober 2005 (GVBl S. 520), außer Kraft.
München, den 5. September 2008
Dr. Otmar Bernhard, Staatsminister
Leistungsnachweise für den Ersten Prüfungsabschnitt
Für die Zulassung zum Ersten Prüfungsabschnitt ist je ein Nachweis über die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an folgenden Lehrveranstaltungen vorzulegen:
Allgemeine, anorganische und analytische Chemie,
Allgemeine Biologie sowie Mikroskopie von Nutzpflanzen und mikroskopische Untersuchung von Lebensmitteln und Futtermitteln.
Allgemeine Botanik und Botanik der Nutzpflanzen,
Leistungsnachweise für den Zweiten Prüfungsabschnitt
Für die Zulassung zum Zweiten Prüfungsabschnitt ist je ein Nachweis über die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an folgenden Lehrveranstaltungen vorzulegen:
Lebensmittelchemische Praktika I bis IV einschließlich Untersuchung und Beurteilung von kosmetischen Mitteln, Bedarfsgegenständen, Tabakerzeugnissen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Futtermitteln,
Mikrobiologisches Praktikum,
Biochemisches Praktikum,
Chemisch-toxikologisches Praktikum,
Besichtigung einschlägiger Betriebe im Rahmen der Lehrveranstaltungen.
Chemie und Analytik der Lebensmittel, der Bedarfsgegenstände, der kosmetischen Mittel und der Tabakerzeugnisse nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2,
Technologie der Lebensmittel, der Bedarfsgegenstände, der kosmetischen Mittel und der Tabakerzeugnisse nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2,
Analytik der Futtermittel,
Warenkunde einschließlich der Technologie der Futtermittel,
Angewandte Biochemie einschließlich Ernährungslehre,
Mikrobiologie und Lebensmittelhygiene,
Toxikologie und Umweltanalytik,
Grundlagen des Lebensmittelrechts,
Grundlagen des Futtermittelrechts sowie berührte Rechtsbereiche (Tierarzneimittelrecht, Umweltrecht, Arbeitsschutzrecht, Geräte- und Produktsicherheitsgesetz, Tierseuchenrecht, Handelsrecht, Gewerbe- und Eichrecht),
Tabakrecht.
Leistungsnachweise für den Dritten Prüfungsabschnitt
Für die Zulassung zum Dritten Prüfungsabschnitt sind vorzulegen:
Nachweis(e) über die Absolvierung der Ausbildungsbereiche nach § 3 Abs. 1 Satz 2 Nrn. 1 bis 3,
Nachweis über die Hospitation bei einer Behörde für Gesundheit, Veterinärwesen, Ernährung und Verbraucherschutz gemäß § 3 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4.
Prüfungsfächer und inhaltliche Schwerpunkte des Zweiten Prüfungsabschnitts
Prüfungsfächer und inhaltliche Schwerpunkte
Chemie und Analytik der Lebensmittel einschließlich Wasser für den menschlichen Gebrauch, der kosmetischen Mittel, der Bedarfsgegenstände, der Tabakerzeugnisse nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und der Futtermittel
Chemische Zusammensetzung, Gewinnung und Analytik von Lebensmitteln, Tabakerzeugnissen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, kosmetischen Mitteln, Bedarfsgegenständen und Futtermitteln, chemische Veränderungen bei der Be- und Verarbeitung, der Lagerung und dem Transport dieser Produkte sowie pharmakologisch-toxikologische Wirkung ihrer normalen und anormalen Bestandteile. Gründliche Kenntnisse über die Chemie der Lebensmittelbestandteile und über die Methoden der Analytik von Lebensmitteln, Tabakerzeugnissen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, kosmetischen Mitteln, Bedarfsgegenständen und Futtermitteln einschließlich der Interpretation von Messdaten mit mathematisch-statistischen Methoden.
Technologie der Lebensmittel einschließlich Wasser für den menschlichen Gebrauch, der kosmetischen Mittel, der Bedarfsgegenstände, der Tabakerzeugnisse nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und der Futtermittel
Verfahrenstechnische Grundoperationen in Bezug auf die Herstellung, Be- und Verarbeitung von Lebensmitteln, Tabakerzeugnissen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, kosmetischen Mitteln, Bedarfsgegenständen und Futtermitteln; zum Beispiel mechanische Grundoperationen (Reinigen, Sortieren, Zerkleinern, Sieben, Mischen, Filtrieren, Pressen, Emulgieren, Zentrifugieren, Extrahieren), thermische Grundoperationen (Erhitzen, Kühlen und Gefrieren, Konzentrieren, Trocknen, Destillieren), biotechnologische Verfahren (zum Beispiel Gärung, Säuerung).
Quantitative und qualitative Aspekte der Ernährung, zum Beispiel Energiebilanz, Grundumsatz, physikalische und physiologische Brennwerte der Hauptnährstoffe, biologische Wertigkeit; Grundlagen der Diätetik und der besonderen Ernährungsformen; Funktionen der wichtigsten Organe; Grundlagen von Verdauung, Resorption, Ausscheidung, der Biosynthese und des Stoffwechsels von Lebensmittelinhaltsstoffen; Energiegewinnung; biologische Oxidation und Photosynthese; Enzyme und Biokatalyse; Wechselbeziehungen im Intermediärstoffwechsel; Prinzipien der Stoffwechselregulation und der hormonalen Regulation; Mineralstoffwechsel; Ernährung und Vitamine.
Grundlagen der Systematik, Morphologie, Stoffwechselphysiologie der Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze, Mykoplasmen, Chlamydien, Rickettsien). Kenntnisse über die Bedeutung von Mikroorganismen für die Lebensmittelchemie und -technologie (Verderb, Lebensmittelinfektionen und -vergiftungen), Analytik mit Hilfe von Mikroorganismen sowie Biotechnologie und Kenntnisse der Methoden zum Nachweis und zur Bestimmung, Differenzierung (phänotypisch, genotypisch) von Mikroorganismen.
Grundlagen der Einwirkungsarten von natürlichen und synthetischen Chemikalien, Toxikodynamik (Rezeptor-Theorie, Dosis-Wirkungs-Beziehungen); Toxikokinetik (Aufnahme, Verteilung, Biotransformation, Elimination); Einteilung von Giftstoffen und ihrer biologischen Wirkung; Toxikologie und Tierversuche; Untersuchungsmethoden der Toxikologie (Prüfung auf akute, subakute, subchronische, chronische, kanzerogene, mutagene und teratogene Wirkungen); toxische Wirkungen auf das Öko-System; Prinzipien von epidemiologischen Erhebungen; Risikoabschätzung und Festlegung von Höchstmengen, Grenzwerten und Richtwerten.
Grundlagen des Lebensmittelrechts und der amtlichen Überwachung von Erzeugnissen und Tabakerzeugnissen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2
Aufbau und Inhalte des Lebensmittelrechts,
Aufbau und Inhalte des entsprechenden Rechts der Europäischen Union.
Überblick über Organisation und Funktion der amtlichen Überwachung von Erzeugnissen und Tabakerzeugnissen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2
Organisation der Verwaltung in Bund und Ländern,
Staats- und allgemeines Verwaltungsrecht,
Verwaltungs-, Ordnungswidrigkeiten- und Strafverfahren,
Aufbau der Europäischen Union,
Rechtsakte der Europäischen Union.
Überblick über Qualitätssicherung in Laboratorien und Betrieben
Qualitätsmanagementsysteme in Laboratorien und Betrieben, insbesondere gemäß der Normenfamilie DIN EN ISO 9000 und der Normenserie EN 45000 oder ISO/IEC 17000 sowie den OECD-Grundsätzen der Guten Laborpraxis (GLP),
deutsches und europäisches Recht auf den Gebieten der Konformitätsbewertung einschließlich Zertifizierungs- und Prüfwesen,
Handbücher und Dokumentationen der Qualitätssicherung in Lebensmittelbetrieben und Laboratorien.
Der Prüfling soll in der Lage sein, innerhalb einer vorgegebenen Frist selbständig unter Betreuung eine experimentelle Aufgabe mit wissenschaftlichen Methoden erfolgreich zu erstellen. Als Arbeitsgebiete kommen alle Prüfungsfächer des Zweiten Prüfungsabschnitts (Anlage 3 Abschnitt I) in Betracht.
Prüfungsfächer und inhaltliche Schwerpunkte des Dritten Prüfungsabschnitts
Der Prüfling erstellt anhand der Niederschrift über die Probenahme und anhand der Probe eines Erzeugnisses oder Tabakerzeugnisses im Sinn des § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 nebst Verpackung einen Prüfplan, in dem die Gründe für die einzelnen Untersuchungen erläutert werden. Es sind drei Aufgaben aus unterschiedlichen Ausbildungsbereichen nach § 3 Abs. 1 Satz 2 Nrn. 1 und 2 durchzuführen. Eine Aufgabe muss aus dem Ausbildungsbereich nach § 3 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 sein.
Lebensmittelrechtliche Beurteilung eines Lebensmittels, eines kosmetischen Mittels, eines Bedarfsgegenstandes oder eines Tabakerzeugnisses nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 in Form eines gerichtsverwertbaren Sachverständigengutachtens, insbesondere anhand von vorgegebenen Analysendaten sowie einer Niederschrift über die Probenahme des Erzeugnisses oder Tabakerzeugnisses nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2.
Für drei Untersuchungsgegenstände aus jeweils unterschiedlichen Ausbildungsbereichen nach § 3 Abs. 1 Satz 2 Nrn. 1 und 2 wird dem Prüfling die Niederschrift einer Probenahme, gegebenenfalls die Probe nebst Verpackung, Analysendaten und gegebenenfalls der Bericht einer Betriebskontrolle mit Angaben zum Qualitätssicherungssystem des Herstellungsbetriebes und der Produktlinie ausgehändigt. Anhand dieser Unterlagen erstellt der Prüfling jeweils eine lebensmittelrechtliche Beurteilung in Form eines gerichtsverwertbaren Sachverständigengutachtens. Eine Aufgabe muss aus dem Ausbildungsbereich nach § 3 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 sein.
Prüfplan und Gutachten stehen jeweils thematisch im Zusammenhang.
Lebensmittelrecht und amtliche Überwachung von Erzeugnissen und Tabakerzeugnissen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2
Organisation und Funktion der amtlichen Überwachung von Erzeugnissen und Tabakerzeugnissen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2
Verwaltungs-, Ordnungswidrigkeiten-, Straf-, Strafprozess- und Gefahrenabwehrrecht,
Qualitätssicherung in Laboratorien und Betrieben
Muster eines Zeugnisses über den Ersten Prüfungsabschnitt
Muster eines Zeugnisses über den Zweiten Prüfungsabschnitt
Muster eines Zeugnisses über den Dritten Prüfungsabschnitt
Muster eines Ausweises über die Befähigung als Staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin bzw. Staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker
Muster eines Zeugnisses über die Gesamtnote der Prüfungsabschnitte nach § 12 Abs. 4
Geeignete Forschungseinrichtungen
Geeignete Forschungseinrichtungen im Sinn von § 3 Abs. 4 Satz 1 sind:
Zolltechnische Prüf- und Lehranstalt, München
Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung, Freising
Süddeutsches Kunststoff-Zentrum, Würzburg.
Nachweis der Staatsangehörigkeit der betreffenden Person und
Kopie der Ausbildungsnachweise im Sinn des Art. 3 Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl EU Nr. L 255 S. 22) in der jeweils geltenden Fassung, die zur Aufnahme des dem Beruf der Staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin bzw. des Staatlich geprüften Lebensmittelchemikers entsprechenden Berufs berechtigen, sowie gegebenenfalls eine Bescheinigung über die von der betreffenden Person erworbene Berufserfahrung.

References: § 2

§ 3

§ 17

§ 18

§ 19

§ 20

§ 21

§ 22

§ 23

§ 24

§ 25

§ 26

§ 27

§ 28

§ 29

§ 30

§ 31

§ 32

§ 33
 § 2
 Art. 12
 § 3
 Art. 1
 § 1
 § 1
 Art. 62
 Art. 62
 Art. 65
 Art. 62
 § 20
 § 3
 Art. 62
 Art. 62
 § 11
 § 11
 § 10
 § 1
 § 2
 § 1
 § 2
 § 1
 § 16
 Art. 3
 Art. 11
 Art. 3
 Art. 11
 Art. 11
 § 21
 § 21
 Art. 15
 § 21
 § 33
 § 33
 § 33
 § 33
 § 26
 § 33
 § 33
 Art. 50
 Art. 31
 § 1
 § 1
 § 1
 § 3
 § 3
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 3
 § 3
 § 1
 § 1
 § 3
 § 3
 § 1
 § 1
 § 12
 § 3
 Art. 3