Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4186.htm
Timestamp: 2018-12-19 04:13:10+00:00

Document:
4.186 Karbachmoos
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Karbachmoos« vom 22. Februar 1991 (GBl. v. 13.05.1991, S. 207).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden‑württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr.4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Großen Kreisstadt Wangen im Allgäu, Landkreis Ravensburg, wird z in Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Karbachmoos«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 10,5 ha Es umfaßt im wesentlichen folgende Grundstück , Wege und Gewässer:
· a) auf Gemarkung Karsee die Flurstücke Nr. 528, 531, 32 und 536 teilweise (tw) und
· b) auf Gemarkung Leupolz die Flurstücke Nr. 151 tw, 153/3 tw, 220/1 tw, 243/1, 243/2, 244/1, ein Kanalteilstück und den Stützenberger Tobel tw.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 5. Februar 1991 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung des Naturschutzgebiets und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, beim Landratsamt Ravensburg in Ravensburg und beim Bürgermeisteramt Wangen in Wange im Allgäu auf die Dauer von drei Wochen, beginnend achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck st die Erhaltung des Karbachmooses als typische bäuerlich genutzte Flachmoorlandschaft der Talaue mit hohem Biotop‑ und Artenschutzwert. Das Mosaik aus Streuwiesen, Hochstaudenfluren und naturnahem Bachlauf stellt ein wichtiges Rückzugsgebiet gefährdeter Lebensgemeinschaften mit zahlreichen gefährdete Tier‑ und Pflanzenarten dar. Es hat eine wichtige Funktion im Feuchtgebietsverbund des Karbachtales, die durch die Unterschutzstellung gefördert werden soll.
2. Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen die er Art zu verändern;
13. Düngemittel oder Chemikalien einzubringen.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß durch die Ausübung der Jagd der Schutzzweck gefördert wird und Hochsitze nur als einfache Ansitzleitern aus naturbelassenen Rundhölzern neu errichtet werden dürfen;
b) auf die im Uferbereich lebenden Tierarten, insbesondere während der Brut- und Aufzuchtzeit besonders Rücksicht genommen wird;
3. für die ordnungsgemäße streuwiesenartige Grünlandnutzung mit der Maßgabe, daß
a) keine Düngung und keine Beweidung erfolgt. Die Mahd ist nicht vor dem 1. September zulässig,
b) die schraffiert dargestellten Flächen der Flurstücke Nr. 531 und 532 der Gemarkung Karsee als dreischürige Wiesen mit Düngung genutzt werden können. Auf dem 5 m breiten Uferstreifen entlang des Karbaches darf kein flüssiger Wirtschaftsdünger (Jauche. Gülle. Schwemmist) aufgebracht werden.
§ 4 der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vom 27. Juli 1988 und § 4 Abs. 4 Nr. 4, 7 und 9 bleiben unberührt;
4. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß die naturnahen Ufergehölze des Karbaches erhalten und nur einzelstammweise genutzt werden;
5. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen einschließlich der Pipeline der Südpetrol AG und der Abwasserdruckleitung Leupolz-Herfatz in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung. Entwässerungsgräben dürfen nur zwischen dem 15.September und dem 15.November maschinell geräumt werden. Der Einsatz einer Grabenfräse ist nicht zulässig. Das Räumgut muß aus dem Schutzgebiet entfernt werden;
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 2 -7 verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamts Ravensburg über das Landschaftsschutzgebiet »Karbachtal« vom 9.April 1990, soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht, außer Kraft.
TÜBINGEN, den 22. Februar 1991 In Vertretung

References: § 22
 § 33
 § 2

§ 4
 § 4
 § 64
 § 4
 § 5