Source: https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20110882/index.html
Timestamp: 2020-04-10 07:34:45+00:00

Document:
SR 412.101.221.60 Verordnung des SBFI vom 21. April 2011 über die berufliche Grundbildung Matrosin/Matrose der Binnenschifffahrt mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
412.101.221.60 Verordnung des SBFI vom 21. April 2011 über die berufliche Grundbildung Matrosin/Matrose der Binnenschifffahrt mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
412.101.221.60
Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Matrosin/Matrose der Binnenschifffahrt mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
vom 21. April 2011 (Stand am 1. Januar 2018)
Matrosin/Matrose der Binnenschifffahrt EFZ
Matelote/Matelot de la navigation intérieur CFC
Marinaia/Marinaio della navigazione interna AFC
1. Abschnitt: Gegenstand, Dauer und Organisation
Matrosinnen und Matrosen der Binnenschifffahrt auf Stufe EFZ beherrschen namentlich folgende Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Haltungen aus:
Sie wirken mit beim Verholen der Schiffe und bereiten das Festmachen der Schiffe an der Anlegestelle und das Lösen vor. Dazu kommunizieren sie vor und während des Manövrierens mit der navigierenden Schiffsführung und befestigen oder lösen das Schiff von Hand oder mittels mechanischer Hilfestellungen fachgerecht und sicherheitsbewusst.
Sie navigieren unter Aufsicht der Schiffsführung das Schiff und bedienen Steuer, Motoren und nautische Hilfsmittel. Sie übermitteln per Computer und Funk wichtige Informationen direkt an Auftraggeber oder an weitere am Transportprozess Beteiligte. Bei Störungen im Schiffsbetrieb treffen sie unter Anleitung situationsgerechte Massnahmen.
Sie wirken unter Anleitung mit beim Transport von Gütern, beladen die Schiffe und achten dabei auf die Stabilität, vertäuen die Fracht sicher und kontrollieren sie sorgfältig.
Sie wirken dienstleistungsorientiert mit beim Transport von Passagieren, und sorgen in Zusammenarbeit mit der Schiffsführung vorschriftsgemäss für die Sicherheit der Passagiere.
Sie pflegen und warten Schiffskörper und Ausrüstungsgegenstände, hydraulische, pneumatische und elektrische Anlagen und Bordsysteme sowie Antriebs- und Vortriebsanlagen und setzen Hilfsmaschinenanlagen fachgerecht ein.
Sie halten gesetzliche und betriebliche Vorschriften ein, befolgen Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzvorgaben und beachten Umweltschutzvorschriften.
1 Die berufliche Grundbildung dauert 3 Jahre.
1 Die schulische Bildung wird erteilt von der zuständigen Berufsfachschule Schiffer-Berufskolleg RHEIN Duisburg (Deutschland).
2 Sie richtet sich nach:
der Verordnung des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit vom 20. Januar 20051 über die Berufsausbildung zum Binnenschiffer/zur Binnenschifferin, einschliesslich des Ausbildungsrahmenplans für die Berufsausbildung zum Binnenschiffer/zur Binnenschifferin);
dem Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz vom 9. Dezember 20042 für den Ausbildungsberuf Binnenschiffer/Binnenschifferin.
3 Die interessierten Kantone schliessen mit der Schule nach Absatz 1 eine Leistungsvereinbarung ab.
4 Die Bildung in beruflicher Praxis erfolgt im Ausbildungsbetrieb gemäss Lehrvertrag.
1 Bundesgesetzblatt 2005 I 5 vom 25. Januar 2005; diese Verordnung kann bezogen werden über www.bibb.de
2 Der Rahmenlehrplan kann bezogen werden über www.bibb.de.
1 Die Ziele und Anforderungen der beruflichen Grundbildung richten sich nach der Verordnung und dem Rahmenlehrplan nach Artikel 3 Absatz 2.
1 Fassung gemäss Ziff. II 113 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).
4. Abschnitt: Anforderungen an die Anbieter der betrieblich organisierten Grundbildung
Art. 6 Fachliche Mindestanforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner
Matrosin oder Matrose der Binnenschifffahrt EFZ mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
gelernte Matrosin oder gelernter Matrose der Binnenschifffahrt mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
eidgenössisches Fähigkeitszeugnis eines verwandten Berufs mit den notwendigen Berufskenntnissen im Bereich der Matrosin oder des Matrosen der Binnenschifffahrt EFZ und mit mindestens 5 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
Diplomingenieurinnen oder Diplomingenieure der Schifffahrt sowie Ingenieurinnen oder Ingenieure ETH/FH mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
Art. 7 Höchstzahl der Lernenden
4 Als Fachkraft gilt, wer im Fachbereich der lernenden Person über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder eine gleichwertige Qualifikation verfügt.
5. Abschnitt: Lern- und Leistungsdokumentation
Art. 8 Im Betrieb
Art. 9 In der schulischen Bildung
Die Berufsfachschule nach Artikel 3 Absatz 1 dokumentiert die Leistungen der Lernenden in den unterrichteten Bereichen und stellt ihnen am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus.
6. Abschnitt: Qualifikationsverfahren
Art. 10 Zulassung
nach den Bestimmungen dieser Verordnung; oder
die nach Artikel 32 BBV erforderliche berufliche Erfahrung erworben hat,
von dieser beruflichen Erfahrung mindestens 3 Jahre im Bereich der Matrosin oder des Matrosen der Binnenschifffahrt EFZ erworben hat, und
glaubhaft macht, den Anforderungen der Abschlussprüfung (Art. 12) gewachsen zu sein.
Art. 11 Gegenstand der Qualifikationsverfahren
In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach der Ausbildungsordnung erreicht worden sind.
Art. 12 Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung
1 Die Abschlussprüfung wird von einem Prüfungsausschuss durchgeführt, der von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Duisburg (Deutschland) eingesetzt wird.
2 Die Einzelheiten der Abschlussprüfung richten sich nach der Verordnung nach Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe a.
3 Die Bewertung erfolgt nach dem deutschen Notensystem. Sie wird nicht in das schweizerische Notensystem umgerechnet.
Art. 13 Wiederholungen
Die Wiederholung des Qualifikationsverfahrens richtet sich nach Artikel 33 BBV.
7. Abschnitt: Ausweise und Titel
1 Wer ein Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis EFZ.
2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Matrosin der Binnenschifffahrt EFZ» oder «Matrose der Binnenschifffahrt EFZ» zu führen.
8. Abschnitt: Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität
5–7 Vertreterinnen oder Vertretern der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrt und Hafenwirtschaft (SVS);
je 1 Vertreterin oder 1 Vertreter der Arbeitnehmerorganisationen gemäss Gesamtarbeitsvertrag;
mindestens 1 Vertreterin oder 1 Vertreter der zuständigen Berufsfachschule;
2 Die Kommission konstituiert sich selbst.
3 Sie beantragt dem SBFI Änderungen dieser Verordnung, sofern beobachtete Entwicklungen die Regelungen dieser Verordnung betreffen.
Art. 16 Aufhebung bisherigen Rechts
Die Ermächtigung vom 20. Dezember 2001 zum Erlass des kantonalen Reglements vom 13. Mai 20031 über die Ausbildung und Lehrabschlussprüfung für gelernte Matrosen und Matrosinnen der Binnenschifffahrt wird widerrufen.
1 www.gesetzessammlung.bs.ch/frontend/versions/3585
Art. 17 Übergangsbestimmungen
1 Lernende, die ihre Bildung als Matrosin oder Matrose der Binnenschifffahrt vor dem 1. August 2011 begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab.
2 Wer die Lehrabschlussprüfung für Matrosin oder Matrose der Binnenschifffahrt bis zum 31. Dezember 2015 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden.
1 Diese Verordnung tritt am 1. Juni 2011 in Kraft.
2 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 10–14) treten am 1. Januar 2014 in Kraft.
AS 2011 1943
1 SR 412.102 SR 412.1013 SR 822.1154 Fassung gemäss Ziff. I 113 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).
01.06.2011 PDF DOC
Verordnung des SBFI vom 21. April 2011 über die berufliche Grundbildung Matrosin/Matrose der Binnenschifffahrt mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)

References: Art. 6

Art. 7

Art. 8

Art. 9

Art. 10

Art. 11

Art. 12

Art. 13

Art. 16

Art. 17