Source: https://allesevolution.wordpress.com/2015/02/15/political-correctness-verstehen/
Timestamp: 2019-06-27 01:13:35+00:00

Document:
„Political Correctness verstehen“ | Alles Evolution
15. Februar 2015 13. Februar 2015 / Christian - Alles Evolution
Das Patriarchat ist eine weltumfassende Verschwörung aller Männer die allerdings selbst kaum etwas davon haben sie aber trotzdem aufrechterhalten nur um Frauen zu ärgern, Gleichheit zu erzwingen kann auch Unterdrückung sein, Männermenschen sind die Schlimmsten, Poststrukturalismus
← Selbermach Samstag 123 (14.02.2015)
Erst Freundschaft, dann Beziehung? →
55 Gedanken zu “„Political Correctness verstehen“”
15. Februar 2015 um 9:31 am
Der Text der pro-maskulistischen Individual-Feministin Wendy McElroy findet sich hier:
Wendy McElroy – Sex v. Gender. Understanding Political Correctness
http://www.thedailybell.com/editorials/36080/Wendy-McElroy-Sex-v-Gender-Understanding-Political-Correctness/
„The theory that drives PC feminism reaches back to post-modern French philosophy which emerged in the 1940s and blossomed in the 1960s. (It is sometimes called post-structuralism.)“
Richtig. Die linke Variante der Political Correctness ist aus einer einseitigen, selektiven und dogmatischen US-amerikanischen Rezeption des französischen Poststrukturalismus hervorgegangen.
PC hat nichts zu tun mit dem Neo-Marxismus der Kritischen Theorie oder Wilhelm Reichs. Auf diese beziehen sich PC-Anhänger in der Regel nicht und Anhänger der Krtischen Theorie oder Wilhelm Reichs vertreten in der Regel keine PC-Ideologien. Manchmal sind sie sogar PC-kritisch.
Träger von PC ist eine bestimmte Fraktion der postmodernen/poststrukturalistischen Linken
Die Genese von PC aus einer fehlgeleiteten Rezeption des französischen Poststrukturalismus ist nicht nur offensichtlich, wenn man sich mit den Schriften von PC-Anhängern beschäftigt, sondern auch wissenschaftlich belegbar. Siehe hierzu das lesenswerte Buch des Politikwissenschaftlers Mathias Hildebrandt – Multikulturalismus und Political Correctness in den USA
http://www.amazon.de/Multikulturalismus-Political-Correctness-den-German/dp/3531148761/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1423984743&sr=1-3&keywords=political+correctness+usa
„Of the post-modernists, Michel Foucault probably had the deepest impact on gender or PC feminism.“
Ja, Teile von Foucaults Werk wurden dafür instrumentalisiert, wobei aber auch die Werke anderer Denker des französischen Poststrukturalismus von den PC-Spinnern geplündert wurden. Es sei hier betont, dass die großen Denker des französischen Poststrukturalismus selbst nicht politisch korrekt waren, mein Hauptkritikpunkt an ihnen ist ihr Hang zum Relativismus in drei Formen: Wahrheitsrelativismus, Moralrelativismus und anthropologischer Relativismus. Dieser Relativismus machte den Poststrukturalismus für die Instrumentalisierung durch PC-Spinner anfällig. Der Relativismus im französischen Poststrukturalismus geht wesentlich auf das Werk von Friedrich Nietzsche zurück, die französischen Poststrukturalisten waren überwiegend Links-Nietzscheaner.
Siehe hierzu das lesenswerte Buch von Alan D. Schrift – Nietzsche’s French Legacy. A Genealogy of Poststructuralism
(An anderer Stelle hatte ich kürzlich noch mehrere andere Bücher zum Thema des Einflusses von Friedrich Nietzsche auf den Poststrukturalismus genannt. Dieser Einfluss ist gut erforscht und belegt.)
Neben Nietzsche spielte der Philosoph Martin Heidegger noch eine wesentliche Rolle für den Poststrukturalismus. Die wichtigsten ideengeschichtlichen Einflüsse, die den französischen Posstrukturalismus prägten, sind also paradoxerweise den Werken zweier Philosophen entnommen (Nietzsche und Heidegger), die in politischer Hinsicht rechts standen.
Foucault selbst bemerkte zu den Einflüssen von Nietzsche und Heidegger in seinem Werk:
Der wesentlich dem Werk von Nietzsche entnommene Relativismus begünstigte dann, dass der ursprünglich antiautoritäre fanzösische Poststrukturalismus im Kontext einer einseitigen, selektiven und dogmatischen US-amerikanischen Rezeption des Poststrukturalismus ins Autoritäre umschlug. Aus dem US-amerikanische Vulgär-Poststrukturalismus gingen dann Political Correctness, Multikulturalismus, Critical Whiteness und Gender Studies hervor.
Warum Relativismus die Gefahr des Umschlagens ins Autoritäre beinhaltet, hatte ich kürzlich an anderer Stelle auf diesem Blog folgendermaßen erklärt:
– Wahrheitsrelativismus birgt die Gefahr des Umschlagens in Dogmatismus, denn wenn es keine Wahrheitskriterien gibt, kann potentiell für jede Irrationalität Geltung beansprucht werden (sieht man ja auch an unseren konservativen “Anti-Kulturmarxismus”-Ideologen, die sich ja gerade durch die vehemente Ablehnung wissenschaftlicher Standards auszeichnen, denn argumentativ und wissenschaftlich haben sie ja keine Möglichkeiten ihren Müll zu belegen. Darum folgt auch auf jede Frage nach Belegen für ihre Behauptungen mit schöner Regelmäßigkeit das große Nichts sowie irgendwelche pseudowissenschaftlichen Tiraden gegen geltende wissenschaftliche Standards).
– Und anthropologischer Relativismus – die Leugnung einer menschlichen Natur – birgt die Gefahr des Umschlagens in autoritäre Maßnahmen, um die Identitäten von Menschen gemäß ideologischer Vorgaben oder entsprechend den Interessen von Machteliten zu formen. (U.a. darum wurde der anthropologische Relativismus auch von so bedeutenden linken Denkern wie Erich Fromm, Noam Chomsky und Paul Goodman treffend kritisiert.)
Es ist also, denke ich, leicht zu erkennen, wie der Relativismus im ursprünglich antiautoritären französischen Poststrukturalismus die Übernahme des Poststrukturalismus durch autoritäre Kräfte in den USA bzw. die Entstehung der Political Correctness begünstigte, auch wenn dies keinesfalls die Absicht des ursprünglichen französischen Poststrukturalismus war:
„Foucault’s impact occurred despite a remarkable dearth of discussion about women within his writings.“
Ja, Foucault hat sich für Feminismus nicht besonders interessiert. Das wird ihm von feministischer Seite auch manchmal vorgeworfenen:
“Eine Weiterentwicklung erfuhr der Strukturalismus dann in der Postmodernen Philosophie. Hier hat man die strukturale Methode auch auf andere Bereiche, wie Geschichte angewandt, und auch hier die zugrundeliegende Struktur von den aktuellen Inhalten gelöst. Vor allem der französische Philosoph Michel Foucault hat so die Strukturen der Kriminologie, Psychiatrie, Medizin, der gesellschaftlichen Machtausübung und der Sexualität freigelegt.
Aber obwohl die Diskussion der Geschlechterdifferenz und die postmoderne Philosophie zeitgleiche Denkrichtungen sind, haben sich die Philosophen (sie meint hier die postmodernen Philosophen) kaum mit der Geschlechterdifferenz beschäftigt. Beispiel ist hier Foucault, dessen Philosophie sich in zweifacher Hinsicht mit dem Feminismus kreuzt: zum einen in seinen Analysen zum Thema Macht, die allgemein sozialkritisch sind, und zum anderen in seiner Theorie der Sexualität. Hier wäre nun die Möglichkeit, geschlechtsspezifische Theorien zu beiden Problemstellungen zu liefern, doch Foucault ergreift sie nicht. Er untersucht zwar wie gesellschaftliche Machtausübung funktioniert, nimmt aber eine besondere Unterdrückungssituation der Frau nicht wahr.”
„Consider the PC crusade against porn. Patriarchy’s purest expression or dominating “text” is said to be pornography through which a woman’s sexuality is commercialized; she is reduced to an object that is used and sold. Pornography is the “text” of terrorism that men impose upon women. I used to debate PC feminists on pornography and argue for freedom of speech and the right of women to choose sex work. It took me years to understand that I was speaking gibberish to them.“
Hier irrt Wendy McElroy. Leider hat Wendy McElroy die Angewohntheit in ihren ansonsten überwiegend zutreffenden kritischen Analysen des vorherrschenden Feminismus nicht ausreichend zwischen dem klassischen Radikalfeminismus und dem (vulgär-)poststrukturalistischen Gender-Feminismus zu differenzieren. Sie bezeichnet beides fälschlicherweise mit dem Begriff Gender-Feminismus. Diese mangelnde Unterscheidung ist bereits in ihrem 1996 erschienen, ansonsten überwiegend lesenswerten Hauptwerk zu feministischen Themen „Sexual Correctness: The Gender-Feminist Attack on Women“ vorhanden. (Diese mangelnde Unterscheidung zwischen klassischem Radikalfeminismus und postmodernem Gender-Feminismus findet sich übrigens leider auch bei Christina Hoff Sommers.)
In Wahrheit sind klassischer Radikalfeminismus und (vulgär-)poststrukturalistischer Gender-Feminismus unterschiedliche, miteinander konkurrierende und zunehmend verfeindete feministische Strömungen und es ist der klassische Radikalfeminismus und nicht der (vulgär-)poststrukturalistische Gender-Feminismus, der sich vehement und undifferenziert gegen Sexarbeit richtet. Der Gender-Feminismus hingegen unterstützt die Sexarbeiter-Bewegung. Die radikalfeministische Kritik an Sexarbeit geht nicht auf den Poststrukturalismus zurück.
15. Februar 2015 um 4:26 pm
für den liebenswürdigen Leszek:
„sieht man ja auch an unseren konservativen “Anti-Kulturmarxismus”-Ideologen, die sich ja gerade durch die vehemente Ablehnung wissenschaftlicher Standards auszeichnen, denn argumentativ und wissenschaftlich haben sie ja keine Möglichkeiten ihren Müll zu belegen.“
Danke, nett von Dir. Und wieder die Erinnerung an den Walgesangheiler: „Du kannst zur Walgesangheilung überhaupt nichts sagen, weil Du die 500 wissenschaftlichen Bücher über Walgesangheilung nicht gelesen hast“.
Kulturmarxismus, oder welchen Begriff Du bevorzugst, existiert seit ’68 und dominiert die westliche Welt. Bringt Oberschicht-Ideologen wie Dir Vorteile, dem Rest der Gesellschaft aber nur Nachteile.
15. Februar 2015 um 4:47 pm
„Kulturmarxismus, oder welchen Begriff Du bevorzugst, existiert seit ’68 und dominiert die westliche Welt.“
Und möchtest du uns auch Belege für den „Kulturmarxismus“ präsentieren? Nein, keine Belege? Das dachte ich mir.
Als Verbreiter einer antisemitischen Verschwörungstheorie und als geistiger Brandstifter, der selbst noch nach den Morden von Breivik lügt, hetzt und dämonisiert, ist in wissenschaftlicher Hinsicht von dir natürlich nichts zu erwarten. Du bist in intellektueller Hinsicht so bankrott, wie du in moralischer Hinsicht bankrott bist.
„Bringt Oberschicht-Ideologen wie Dir Vorteile, dem Rest der Gesellschaft aber nur Nachteile.“
Ich entstamme der Arbeiterklasse.
15. Februar 2015 um 5:03 pm
„Ich entstamme der Arbeiterklasse.“
Und jetzt bist Du Akademiker-Lumpenproletariat. Arbeiter“klasse“ gibt es in Deutschland übrigens seit Jahrzehnten nicht mehr.
„Als Verbreiter einer antisemitischen Verschwörungstheorie und als geistiger Brandstifter, “
Billig, billig, Leszek. Um es mit Deinen Worten zu sagen: Möchtest Du Belege für meinen Antisemitismus etc. präsentieren? Da bin ich gespannt.
Ohne die BoBos (bei Dir „Kulturmarxisten“) an der Macht könnte jemand wie Du überhaupt nicht studieren und den pseudowissenschaftlichen Anarchie-Quark produzieren.
Die Gender- und PC-Kritik hast Du doch schon hingekriegt, warum nicht noch einen Schritt weitergehen?
15. Februar 2015 um 5:20 pm
„Arbeiter”klasse” gibt es in Deutschland übrigens seit Jahrzehnten nicht mehr.“
Das kommt wohl auf die Definition von Arbeiterklasse an. Nach anarcho-syndikalistischem Klassenverständnis gibt es eine Arbeiterklasse.
„Billig, billig, Leszek. Um es mit Deinen Worten zu sagen: Möchtest Du Belege für meinen Antisemitismus etc. präsentieren? Da bin ich gespannt.“
Ich sagte „Verbreiter“, nicht „Anhänger“. Um zur Verbreitung einer antisemitischen Verschwörungstheorie beizutragen, muss man nicht zwangsläufig an sie glauben, man kann auch andere Motive haben.
„Ohne die BoBos (bei Dir “Kulturmarxisten”) an der Macht könnte jemand wie Du überhaupt nicht studieren“
Also die „Kulturmarxisten“ sind dafür verantwortlich, dass Menschen aus der Arbeiterklasse studieren können. Das hört sich ja sehr gut an.
„und den pseudowissenschaftlichen Anarchie-Quark produzieren.“
Auweia, wie haben meine anarchistischen Genossen im 19. Jahrhundert es denn da nur geschafft ganz ohne die „Kulturmarxisten“ ihre großartigen Schriften zu verfassen?
„Die Gender- und PC-Kritik hast Du doch schon hingekriegt, warum nicht noch einen Schritt weitergehen?“
Du meinst, der nächste Schritt von der Gender- und PC-Kritik sei die Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien und die klammheimliche Freude über die Anschläge von Breivik. Das sehe ich anders.
15. Februar 2015 um 5:49 pm
ät Leszek (Herz):
„Nach anarcho-syndikalistischem Klassenverständnis gibt es eine Arbeiterklasse.“
-Nach Ufologen-Verständnis gibt es Ufos.
„Um zur Verbreitung einer antisemitischen… “
– Nun, warum sollte ich Antisemit sein? Vielleicht hast Du gelesen, daß ich Pegida-Versteher bin. Ich sehe also die antijüdischen Islamisten kritisch und will, daß sie bekämpft werden.
„Also die “Kulturmarxisten” sind dafür verantwortlich, dass Menschen aus der Arbeiterklasse studieren können. “
– Tja, wessen Brot ich eß, dessen Lied ich sing…“
Könnte sein, daß die 68er geholfen haben, ein paar Arbeiter in die Unis zu lassen. Denke aber, das waren eher alte Sozialdemokraten vom Schlage eines Willy Brandt. Die 68er und ihre Nachfolger sind derart überheblich und oberschicht-bewußt, die wollen mit den rohen Asis nix zu tun haben.
Sieht man ja heute: Schließt sich die Tür zum Seminarraum, sind die Bürgerkinder wieder unter sich. Sonst würden wirklichkeitsfremde Theorien wie der Anarchismus ja auch nicht so blühen an den Unis.
„Auweia, wie haben meine anarchistischen Genossen im 19. Jahrhundert..“
-Tote Dichter können auch noch Jahrhunderte später gepimpt werden. Das hängt dann vom Spinnergrad der Zeitgenossen ab.
„Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien und die klammheimliche Freude über die Anschläge von Breivik.“
– Ist Dir die Nazikeule bei jeder Gelegenheit eigentlich nicht langsam mal peinlich?
Einen Beweis für meinen Antisemitismus und meine „klammheimliche Freude über die Anschläge von Breivik“ bist Du mir noch schuldig.
Ein Gegenvorwurf: Du freust Dich doch bestimmt über die Angriffe der Leipziger Genossen auf die Polizeireviere und die Gerichtsgebäude. Scheiß Bullenschweine. Das sind doch keine Menschen.
15. Februar 2015 um 6:46 pm
„Nach Ufologen-Verständnis gibt es Ufos.“
Also wer auch immer in den Sozialwissenschaften den Begriff „Arbeiterklasse“ verwendet, ist wie ein Ufologe.
Sagt mal wieder alles über dein Wissenschaftsverständnis.
„– Nun, warum sollte ich Antisemit sein?“
Ich weiß nicht, ob du Antisemit bist. Ich habe gesagt, dass du zur Verbreitung einer antisemitischen Verschwörungstheorie beiträgst, über deine Motive dahinter habe ich keine Aussagen gemacht.
„Vielleicht hast Du gelesen, daß ich Pegida-Versteher bin. Ich sehe also die antijüdischen Islamisten kritisch und will, daß sie bekämpft werden.“
Tja, und offensichtlich siehst du die antisemitische konservative/rechte Anti-Kulturmarxismus-Verschwörungstheorie, bei der es sich um eine Neuauflage des Wahns von der jüdisch-marxistischen Weltverschwörung handelt, nicht kritisch.
Du wurdest über den antisemitischen Gehalt dieser Ideologie ja bereits mehrfach informiert, ich zitiere an dieser Stelle noch einmal einen Kommentar von mir von letzter Woche Samstag. Da schrieb ich:
„Wie stehst du denn persönlich zur Neuauflage des biologisch begründeten Antisemitismus im Werk des bekannten Anti-Kulturmarxismus-Ideologen Kevin McDonald? Als Biologe dürftest du ja vermutlich davon gehört haben.
Seine Schriften werden inzwischen auch in deutschen antisemitischen Kreisen rezipiert.
Vielleicht möchtest du dich auch mal mit der antisemitischen Organisation Barnes Review beschäftigen, auf deren Kongress William S. Lind, immerhin der bekannteste der konservativen/rechten Anti-Kulturmarxismus-Verschwörungsideologen, eine Rede gehalten hat:
Bei den Bekloppten von Barnes Review wird übrigens auch offen behauptet, dass die Juden den “Kulturmarxismus” erfunden hätten, um dadurch zur Weltherrschaft zu gelangen.
Du solltest dir also vielleicht schon überlegen, was du so propagierst und unterstützt.“
Offensichtlich ist dir das alles egal, der Vorwurf, dass du – und zwar bewusst – zur Verbreitung einer antisemitischen Verschwörungstheorie beiträgst, ist daher gerechtfertigt.
„Könnte sein, daß die 68er geholfen haben, ein paar Arbeiter in die Unis zu lassen. Denke aber, das waren eher alte Sozialdemokraten vom Schlage eines Willy Brandt.“
Nun waren allerdings viele der verschiedenen linken Strömungen, die aus der 68er-Bewegung heraus entstanden sind, stark an der Arbeiterklasse orientiert.
„Die 68er und ihre Nachfolger sind derart überheblich und oberschicht-bewußt, die wollen mit den rohen Asis nix zu tun haben.“
Komisch, in Initiativen gegen Sozialabbau, gegen Leiharbeit, in der Erwerbslosenbewegung, in Basisgewerkschaften, sogar in den linken Flügeln gewöhnlicher reformistischer Gewerkschaften bin ich immer wieder auch Alt-68ern begegnet – allerdings ist mir noch kein Kulturkonservativer dort über den Weg gelaufen. Liegt vielleicht daran, dass die Kulturkonservativen derart überheblich und oberschicht-bewußt sind, die wollen mit den rohen Asis nix zu tun haben.
„Sieht man ja heute: Schließt sich die Tür zum Seminarraum, sind die Bürgerkinder wieder unter sich. Sonst würden wirklichkeitsfremde Theorien wie der Anarchismus ja auch nicht so blühen an den Unis.“
Also ich bin an den Unis, die ich kennengelernt habe – insgesamt drei – meist der einzige Anarchist gewesen. (Einmal gab es an einer Uni eine Genossin.) Man findet uns in der Regel eher in den verschiedensten sozialen Bewegungen. Allerdings habe ich auch gegen Anarchisten an Universitäten nichts einzuwenden.
„– Ist Dir die Nazikeule bei jeder Gelegenheit eigentlich nicht langsam mal peinlich?“
Ich habe in dem Kommentar nicht von Nazis gesprochen.
„Einen Beweis für meinen Antisemitismus und meine “klammheimliche Freude über die Anschläge von Breivik” bist Du mir noch schuldig.“
Zum Antisemitismus siehe oben und dass jemand, der selbst zugibt, den Begriff „Kulturmarxismus“ durch die Anschläge von Breivik kennengelernt zu haben und ihn dann trotzdem immer wieder verwendet, obwohl er bereits zig mal darüber aufgeklärt wurde, dass es sich dabei um Lügen- Hetz- und Dämonisierungspropaganda ohne jeden wissenschaftlichen Gehalt handelt, dass eine solche Person eine klammheimliche Freude über die Anschläge von Breivik empfindet, ist ja nun naheliegend.
„Ein Gegenvorwurf: Du freust Dich doch bestimmt über die Angriffe der Leipziger Genossen auf die Polizeireviere und die Gerichtsgebäude. Scheiß Bullenschweine. Das sind doch keine Menschen.“
Dafür spricht allerdings nichts.
15. Februar 2015 um 7:06 pm
„Sagt mal wieder alles über dein Wissenschaftsverständnis. “
-Eher über Deins. Ist Dir der Begriff des Vergleiches bekannt?
„bei der es sich um eine Neuauflage des Wahns von der jüdisch-marxistischen Weltverschwörung handelt, nicht kritisch. “
– Die „Neuauflage“ von Nazipropaganda ist wieder typische linke Paranoia – oder Verschwörungstheorie. Tatsache ist, Ideologen brauchen das Feindbild mehr als alles andere. Gibt es keinen Feind, wird er halt konstruiert.
Die Dominaz linker Positionen im politischen Diskurs seit den 90ern ist keine Verschwörungstheorie, sondern bittere Realität.
Ein Beispiel ist der Anarchismus: Linksextremer geht´s nicht, aber Du kannst hier problemlos Deine Weltsicht ausbreiten. Stell Dir vor, ein Nationalsozialist würde das tun. Oh-oh.
„Offensichtlich ist dir das alles egal, der Vorwurf, dass du – und zwar bewusst – zur Verbreitung einer antisemitischen Verschwörungstheorie beiträgst, ist daher gerechtfertigt.“
Nein, Du konstruierst ein Strohmann-Argument, um mich als Rechtsextremisten hinzustellen. Siehe oben, linker Extremismus dominiert den Diskurs. Verdammt übles Mittel übrigens. Du benimmst Dich wie ein Stalinist (das ist jetzt mal eine Stalinkeule von mir).
„Liegt vielleicht daran, dass die Kulturkonservativen derart überheblich und oberschicht-bewußt sind, die wollen mit den rohen Asis nix zu tun haben“
Da hast Du sogar recht- Oberschichtler wollen generell nix mit denen da unten zu tun haben. Rechts oder links ist egal.
Wobei wir Konservativen über die Kirche deutlich sozialer sind – da treffen wir uns nämlich mit Geringverdienern und feiern mit ihnen.
Linksradikale Oberschichtler hingegen sehen die Geringverdiener höchstens im Vorbeigehen auf der Strasse oder wenn diese das Abwasserrohr in der sanierten Altbauwohnung freikratzen dürfen.
„Komisch, in Initiativen gegen Sozialabbau, gegen Leiharbeit, in der Erwerbslosenbewegung, in Basisgewerkschaften“
– Na klar, außerdem sind die 68er in Umwelt- ,Antifa- und Frauenschutzvereinen aktiv. Überall dort, wo es gilt, „Opfer“ zu beschützen. Für langfristige Arbeitsverträge und üppige Gehälter, versteht sich.
Da nimmt man es gerne in Kauf, den Asis zu begegnen. Ist ja nur von 9-16h.
„Dafür spricht allerdings nichts.“
Natürlich. Der Vorwurf war ja auch genauso konstruiert wie Deine Nazikeule, um Dich zu satanisieren.
„Die “Neuauflage” von Nazipropaganda ist wieder typische linke Paranoia – oder Verschwörungstheorie.“
Zu sagen, dass es antisemitische Verschwörungstheorien gibt, ist also linke Paranoia und Verschwörungstheorie?
Geh doch mal auf die Homepage der Anti-Kulturmarxismus-Ideologen von Barnes Review, (ich werde sie hier bestimmt nicht verlinken).
Und recherchier mal zu den Theorien des Anti-Kulturmarxismus-Ideologen Kevin McDonald. Wenn das kein Antisemitismus ist, was denn dann?
„Tatsache ist, Ideologen brauchen das Feindbild mehr als alles andere. Gibt es keinen Feind, wird er halt konstruiert.“
U.a. darum wurde der „Kulturmarxismus“ von konservativen/rechten Ideologen konstruiert. Außerdem bist doch gerade du stark feindbildbesessen.
„Die Dominaz linker Positionen im politischen Diskurs seit den 90ern ist keine Verschwörungstheorie, sondern bittere Realität.“
Im linken Teil des Mainstreams sind linksliberale Positionen verbreitet, aber leider keine anarchistischen oder libertär-marxistischen.
„Ein Beispiel ist der Anarchismus: Linksextremer geht´s nicht, aber Du kannst hier problemlos Deine Weltsicht ausbreiten. Stell Dir vor, ein Nationalsozialist würde das tun. Oh-oh.“
Tja, könnte daran liegen, dass Anarchisten einen radikalen Humanismus (von links) vertreten, während man von Nationalsozialisten wohl kaum sagen kann, dass sie eine humanistische Weltsicht verträten.
Aber auch ein von Groll erfüllter konservativer Ideologe wie du kann auf diesem Blog ja seine Meinung sagen, also worüber beklagst du dich eigentlich ?
„Nein, Du konstruierst ein Strohmann-Argument, um mich als Rechtsextremisten hinzustellen.“
Ich kann doch nichts dafür, da du dich positiv auf eine antisemitische Verschwörungstheorie beziehst. Wer das tut, muss eben damit rechnen, auch dafür kritisiert zu werden.
„Siehe oben, linker Extremismus dominiert den Diskurs.“
Nö, leider nicht. Aber wir arbeiten dran, dass es irgendwann so sein wird. 🙂
„Verdammt übles Mittel übrigens. Du benimmst Dich wie ein Stalinist (das ist jetzt mal eine Stalinkeule von mir).“
Unsinn, ich kann meine Aussagen begründen und belegen, außerdem bin ich Anti-Stalinist.
„Da hast Du sogar recht- Oberschichtler wollen generell nix mit denen da unten zu tun haben. Rechts oder links ist egal.
Wobei wir Konservativen über die Kirche deutlich sozialer sind – da treffen wir uns nämlich mit Geringverdienern und feiern mit ihnen.“
Aha, da haben die Geringverdiener aber viel von.
„Linksradikale Oberschichtler hingegen sehen die Geringverdiener höchstens im Vorbeigehen auf der Strasse oder wenn diese das Abwasserrohr in der sanierten Altbauwohnung freikratzen dürfen.“
Linksradikale Oberschichtler sind allerdings eine Ausnahme und wie sie gegenüber Geringverdienern reagieren, wäre genauer zu untersuchen. (Häufiger sind schon linksradikale Mittelschichtler und da gibt es erfahrungsgemäß große Unterschiede.)
“Komisch, in Initiativen gegen Sozialabbau, gegen Leiharbeit, in der Erwerbslosenbewegung, in Basisgewerkschaften”
– Na klar, außerdem sind die 68er in Umwelt- ,Antifa- und Frauenschutzvereinen aktiv. Überall dort, wo es gilt, “Opfer” zu beschützen. Für langfristige Arbeitsverträge und üppige Gehälter, versteht sich.“
Mir scheint, du hast ein Ressentiment gegen Menschen, die sich aktiv engagieren.
15. Februar 2015 um 7:49 pm
„ist also linke Paranoia und Verschwörungstheorie?“
Aber sicher – wenn Du Unbeteiligten das vorwirfst. Barnes und den Imbiß-Typen kenne ich und interessiert mich auch nicht. Ist eher was für Linksextreme, die sich übers Netz auf Spinnerseiten ihr Verschwörer-Feindbild-Weltbild zusammenbasteln.
„U.a. darum wurde der “Kulturmarxismus” von konservativen/rechten Ideologen konstruiert. Außerdem bist doch gerade du stark feindbildbesessen.“
„Konservative“ Ideologie? So was gibt es gar nicht – Feindbildkonstruktion. Dafür sind wir viel zu realitätsbezogen und fanatikerkritisch. Nazis und Ähnliches gibt es, ja. BoBos auch.
„Im linken Teil des Mainstreams sind linksliberale Positionen verbreitet, aber leider keine anarchistischen oder libertär-marxistischen. “
Stimmt, deswegen bist Du ja ne Einmann-Partei, besonders mit Deinem „linken Maskulismus“. Dafür sind unsere gemeinsamen Kritikobjekte Gender und PC umso viriler. Denk mal an Pegida. Wieviele Diskursteilnehmer haben sich verständnisvoll oder wenigstens neutral geäußert? 5%?
„Aber auch ein von Groll erfüllter konservativer Ideologe wie du kann auf diesem Blog ja seine Meinung sagen, also worüber beklagst du dich eigentlich ?“
Ich bin kein Nazi. Und Deinen Humanismus kaufe ich Dir nicht ab. Du bist ein Organismus, und im Zweifelsfall bist Du egoistisch. Wir müssen aber nicht a personam argumentieren. Den Anarchos insgesamt kaufe ich ihre hehre Gesinnung nicht ab. Siehe Leipzig. Und nun sag nicht, das waren keine Anarchos.
15. Februar 2015 um 7:59 pm
Leszek2: (zu früh gedrückt):
„Aha, da haben die Geringverdiener aber viel von.“
Von den 68er Großkopferten auch nicht. Tatsache ist, daß sich die Mehrheit der Linken (also ohne Dich) längst von der Kapitalismuskritik verabschiedet hat. Siehe Quotenfrauen in DAX-Unternehmen. Keine Kritik mehr am Unternehmen an sich, sondern nur noch Pfründenbeschaffung über angebliche Diskriminierung von 50% der Bevölkerung (also 5% realiter).
„da du dich positiv auf eine antisemitische Verschwörungstheorie beziehst. “
-Ich habe Dir den Bobo angeboten. Was Du lautstark beschweigst, um den Strohmann weiterzuspinnen. Du Stalinist.
„Nö, leider nicht. Aber wir arbeiten dran, dass es irgendwann so sein wird.“
– Ha! Besser könnte ich den Vorwurf nicht formulieren. Antidemokratisch, antipluralistisch, Stalinist.
„Linksradikale Oberschichtler sind allerdings eine Ausnahme …“
-Prust- daß die Grünixe seit 15 Jahren die reichsten Anhänger haben, ist Dir bekannt?
„Mir scheint, du hast ein Ressentiment gegen Menschen, die sich aktiv engagieren.“
Ich kritisiere Typen, die sich schein-engagieren, um Krawall machen zu können, Spaß zu haben, ihren jugendlichen Widerstandsgeist ausleben zu können, und in pares-Gruppen Ressourcen zu ergattern (wie immer: Sex, Macht, Geld, Status).
Ein Beispiel aus meiner Attac-Zeit: Die Linken dort haben nur symbolische Politaktionen gemacht, gespendet oder mit den eigenen Händen geholfen haben sie nie.
16. Februar 2015 um 10:40 am
„Aber sicher – wenn Du Unbeteiligten das vorwirfst.“
Wie bitte – Unbeteiligten?
Du warst es doch selbst, der sich positiv auf den Begriff „Kulturmarxismus“ bezogen hat, in vollem Bewusstsein, dass es sich bei der konservativen/rechten Anti-Kulturmarxismus-Verschwörungstheorie um eine antisemitische Verschwörungstheorie handelt. Wenn du die Meinungsfreiheit dafür mißbrauchst solchen Müll zu unterstützen, wirst du damit leben müssen, dafür kritisiert zu werden. Wir sind hier doch nicht im Kindergarten.
„Barnes und den Imbiß-Typen kenne ich und interessiert mich auch nicht.“
Ich vermute mal, du wolltest sagen, du kennst sie NICHT, oder? Also du beziehst dich positiv auf den Begriff „Kulturmarxismus“, aber es interessiert dich nicht, was mit dieser Ideologie so verknüpft ist und was sie beinhaltet? Diese Einstellung kann man wohl nur als infantil und völlig verantwortungslos bezeichnen.
„Ist eher was für Linksextreme, die sich übers Netz auf Spinnerseiten ihr Verschwörer-Feindbild-Weltbild zusammenbasteln.“
Also, du verwendest den Begriff „Kulturmarxismus“ und wirfst anderen vor, sich ein Verschwörer-Feindbild zusammen zu basteln, während du selbst gerade einen konservativen/rechten Kampfbegriff verwendest, der keine andere Funktion hat als eine antisemitische, homophobe und antilinke Verschwörungstheorie zu verbreiten und Feindbildaufbau zu betreiben?
„“Konservative” Ideologie? So was gibt es gar nicht – Feindbildkonstruktion. Dafür sind wir viel zu realitätsbezogen und fanatikerkritisch.“
Du hast aber schon mitbekommen, dass es zur Diskursstrategie konservativer Demagogen, Ideologen und Propagandisten insbesondere in den USA gehört, marxistische Verschwörungen zu erfinden, um dadurch ihre Basis gegen Dinge zu mobilisieren, die ihnen nicht gefallen, oder? Es findet sich selten ein solches Ausmaß an Lüge und Demagogie wie in den Diskursstrategien entsprechender konservativer Kreise.
„Nazis und Ähnliches gibt es, ja. BoBos auch.“
Und konservative Ideologen, die lügen, hetzen und dämonisieren, die selbst dann noch lügen, hetzen und dämonisieren, wenn es ausgelöst durch ihre Lügen-, Hetz- und Dämonisierungspropaganda bereits zu Tötungen gekommen ist, gibt es ebenfalls. Und wer sich in deren Tradition stellt, wird damit leben müssen, dafür kritisiert zu werden.
„Stimmt, deswegen bist Du ja ne Einmann-Partei, besonders mit Deinem “linken Maskulismus”.“
Nun, ich bin weder der einzige Anarchist, noch der einzige linke Männerrechtler, nur was die Verbindung von beidem (Anarchismus und Maskulismus) angeht, muss ich wohl zugeben eine gewisse Pionierfunktion auszuüben. Aber sorge dich nicht: Meine Version des linken Maskulismus ist bestens mit der klassischen frauenrechtlichen Tradition des Anarchismus im Einklang und zielt auf eine geschlechtsübergreifende Perspektive auf geschlechtsbezogene Diskriminierungen ab – von mir integraler Antisexismus genannt – die die berechtigten Anliegen aller Geschlechter berücksichtigt. Ich bewege mich also sehr wohl im Kontext der weltanschaulichen Grundlagen der reinen anarchistischen Lehre. Übrigens sprachen bereits die klassischen spanischen anarchistischen Frauenrechtlerinnen von integralem Humanismus.
„Dafür sind unsere gemeinsamen Kritikobjekte Gender und PC umso viriler. Denk mal an Pegida. Wieviele Diskursteilnehmer haben sich verständnisvoll oder wenigstens neutral geäußert? 5%?“
Pegidia zieht nunmal auch einen Haufen rechter Spinner an und schon der Name „Patriotische Europäer …“ wirkt abstoßend. Wer eine Kritik des orthodoxen Islam und des Islamismus aus universalistisch-humanistischer und aufklärerisch-menschenrechtlicher Perspektive für sinnvoll hält, wird wohl in der Regel nicht mit Pegidia in Verbindung gebracht werden wollen.
Eine linke Kritik an Kulturrelativismus/Multikulturalismus und orthodoxem Islam und Islamismus aus universalistisch-humanistischer und aufklärerisch-menschenrechtlicher Perspektive unterscheidet sich grundlegend von Pegidia:
https://www.demoplaner.de/texte/343-2014-07-25-11-08-05.html
„Ich bin kein Nazi.“
Du weißt aber schon, dass der Begriff „Kulturmarxismus“ hinsichtlich seiner Verwendung bei der politischen Rechten von dem Begriff „Kulturbolschewismus“
abstammt, bei dem es sich um einen Kampfbegriff der NS-Propaganda handelt, oder?
„Und Deinen Humanismus kaufe ich Dir nicht ab. Du bist ein Organismus, und im Zweifelsfall bist Du egoistisch.“
Und Egoismus und Altruismus sind für dich nicht in Einklang zu bringen? Das sehen selbst bekannte Vertreter der Evolutionären Psychologie anders. Ich empfehle zur Lektüre: David Buss, Evolutionäre Psychologie, 2., aktualisierte Auflage, Kapitel 9. Kooperative Allianzen, S. 335 – 366.
http://www.amazon.de/Warum-kooperieren-unseld-Michael-Tomasello/dp/3518260367/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1424078447&sr=1-1&keywords=tomasello+kooperieren
http://www.amazon.de/Das-Prinzip-Empathie-bessere-Gesellschaft/dp/3446236570/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1424078473&sr=1-3&keywords=frans+de+waal
http://www.amazon.de/Prinzip-Menschlichkeit-Warum-Natur-kooperieren/dp/3453630033/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1424078499&sr=1-1&keywords=bauer+kooperation
„Wir müssen aber nicht a personam argumentieren. Den Anarchos insgesamt kaufe ich ihre hehre Gesinnung nicht ab.“
Gibt es für dich generell keine „hehre Gesinnung“? Wie sollen wir denn deiner Ansicht nach zu einem vernünftigen und humanen Zusammenleben gelangen ohne humanistische Werte und Prinzipien und versuche diese umzusetzen.
„Siehe Leipzig. Und nun sag nicht, das waren keine Anarchos.“
Anschuldigungen von deiner Seite sind von dir zu belegen. Selbst der Verfassungsschutz differenziert übrigens in seinen Berichten zwischen der autonomen Szene einerseits und traditionellen Anarchisten andererseits. In der Regel beteiligen sich traditionelle Anarchisten nicht an irrationalen Gewaltaktionen.
„Von den 68er Großkopferten auch nicht. Tatsache ist, daß sich die Mehrheit der Linken (also ohne Dich) längst von der Kapitalismuskritik verabschiedet hat.“
Für einen großen Teil der postmodernen/poststrukturalistischen Linken trifft dies natürlich zu, ebenso für von den herrschenden neoliberalen Eliten gekaufte Parteien wie SPD und Grüne.
Aber es trifft nicht zu für die Mehrheit in der anarchistischen und marxistischen Linken.
Die Linke besteht nun einmal aus einer Vielzahl von Strömungen.
„Siehe Quotenfrauen in DAX-Unternehmen. Keine Kritik mehr am Unternehmen an sich, sondern nur noch Pfründenbeschaffung über angebliche Diskriminierung von 50% der Bevölkerung (also 5% realiter).“
Bezüglich der Kritik an Frauenquoten sind wir dann mal einer Meinung.
„-Ich habe Dir den Bobo angeboten.“
Ja, das wäre doch mal ein Fortschritt.
„Was Du lautstark beschweigst, um den Strohmann weiterzuspinnen. Du Stalinist.“
Wenn du einen Begriff verwendest, der nicht mit einer menschenfeindlichen und mörderischen Ideologie verknüpft ist und der die Männerrechtsbewegung nicht in Verruf bringt, dann werde ich dies natürlich auch nicht im Sinne meiner obigen Ausführungen kritisieren.
„– Ha! Besser könnte ich den Vorwurf nicht formulieren. Antidemokratisch, antipluralistisch, Stalinist.“
Keineswegs – sondern streng demokratisch. Jede konstruktive politische Bewegung benötigt Mehrheiten, um ihr Programm umsetzen zu können und wenn irgendwann eine solche Mehrheit erreicht ist, dominiert sie auch zwangsläufig innerhalb der politischen Diskurse. Die Meinungsfreiheit wird dadurch nicht angetastet, diese gilt im Anarchismus als hohes Gut.
„-Prust- daß die Grünixe seit 15 Jahren die reichsten Anhänger haben, ist Dir bekannt?“
Die heutigen Grünen sind eine bürgerliche Partei, deren Parteispitzen von den ökonomischen neoliberalen Eliten gekauft sind und haben mit „Linksradikalismus“ leider nicht das Geringste zu tun.
„Ich kritisiere Typen, die sich schein-engagieren, um Krawall machen zu können, Spaß zu haben, ihren jugendlichen Widerstandsgeist ausleben zu könne.“
Solche Phänomene gibt es doch nur in linken Jugendsubkulturen. Damit will ich nicht sagen, dass die Mehrheit der Mitglieder in linken Jugensubkulturen so handeln würde, nur, dass dort solche Phänomene manchmal auftreten können. Für die gesamte Rest-Linke ist dies aber komplett irrelevant.
17. Februar 2015 um 12:56 am
„Wir sind hier doch nicht im Kindergarten. “
-Leider doch, im Anarchokindergarten.
Deine Nazikeulen-KM-Trara ist mir zu öde. Früher warst Du mal vielfältiger, wie es in der linken Szene so heißt.
Alexander Roslin kann ich leider nicht ersetzen.
Wenn ich ein KM-Fascho bin, bist Du ein Stalinist. Das ist viel schlimmer, weil Millionen Opfer statt 80(?) auf Ütöja.
„dass es zur Diskursstrategie konservativer Demagogen, Ideologen und Propagandisten insbesondere in den USA gehört, “
-Dito, in den USA. Da gibt´s auch massenhaft christliche Evolutionsleugner. Bei uns irrelevant, weil deutsche Evolutionsleugner eher bei der atheistischen LInken (Gender) zu finden sind.
„Ich bewege mich also sehr wohl im Kontext der weltanschaulichen Grundlagen der reinen anarchistischen Lehre. Übrigens sprachen bereits die klassischen spanischen anarchistischen Frauenrechtlerinnen von integralem Humanismus. “
– Der REINEN Lehre. Sonst vermeiden Ideologen solche entlarvenden Begriffe eher. Respekt für Deine Ehrlichkeit.
Was die reine Lehre angeht, bezweifle ich aber, daß das in der Szene tatsächlich jemand so genau nimmt wie Du, zB der Mob in Leipzig.
Sag mal, hassen Dich nicht einige Genossen für den Maskulismus? Man liest Dein Pseudonym sogar bei Arne Hoffmann, der in der Jungen Freiheit geschrieben hat, uiui.
„Pegida zieht nun mal auch einen Haufen rechter Spinner an und schon der Name “Patriotische Europäer …” wirkt abstoßend.“
Nur wenn man grünlinks-versifft ist. Wer schon bei der Vaterlandsliebe Schnappatmung kriegt, sollte sich fragen, ober er nicht lieber in Venezuela oder Kuba leben möchte. Aber so blöd sind die Vaterlandshasser dann auch wieder nicht.
Was die rechten Spinner angeht: ja, aber unter 30% (Patzelt). Wieviele Spinner sind bei linken Demos? 80%? Jedenfalls grün, jung, kinderlos. Also die üblichen Berufsdemonstranten/Schmarotzer.
Wer hat denn den Perlentaucher-Text geschrieben. Du?
Leider alles graue Theorie. Wie Houellebecq schreibt, ist die Linke durch ihren Antirassismus derart gelähmt, daß sie nicht in der Lage ist, das Islam-Problem anzugehen. Kommt erst, wenn der eigene Palast brennt.
Aber das dauert: Erst mal brennen die Hütten der Werktätigen/Mäßigverdiener.
„Und Egoismus und Altruismus sind für dich nicht in Einklang zu bringen..“
Doch, doch. ZWEIFELSFALL hab ich geschrieben.
Ideologien halte ich allerdings für reinen Gruppen-Altruismus – bestenfalls. Wie Frank Schätzing schreibt: Altruismus – die Königsdisziplin der Egoisten. Verarsche und herrsche! 🙂
„Gibt es für dich generell keine “hehre Gesinnung”? Wie sollen wir denn deiner Ansicht nach zu einem vernünftigen und humanen Zusammenleben gelangen ohne humanistische Werte und Prinzipien und versuche diese umzusetzen. “
– Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser (Großer Fritz).
Und: Laßt Euch nicht verarschen (Akif Pirincci).
„In der Regel beteiligen sich traditionelle Anarchisten nicht an irrationalen Gewaltaktionen. “
– Glaube, Dir, daß Du es nicht selber warst. Aber zu sagen, „die Gewalttäter sind böse, also keine richtigen Anarchisten“, ist billige Apologese. Du bist nicht der Herrscher, Du kannst also nicht bestimmen, wer dazugehört und wer nicht.
Und was soll ich da bitteschön noch belegen? Linke Attentäter greifen ein Polizeirevier an? Das IST typisch anarchistisch, weil staatsfeindlich.
Außer, Du behauptest, das seien verkleidete Nazis gewesen. Für solches Zeug wärst Du aber in der Beweispflicht.
„Die Linke besteht nun einmal aus einer Vielzahl von Strömungen. “
Holla, Ihr lebt die gerühmte „Vielfalt“? Ist mir realiter noch nicht aufgefallen.
Da ist Dein Problem: Die Linke ist fast komplett ideologisch und stromlinienförmig. Gender, Multikulti, Antifa, Antira. Alles andere ist leider marginal.
Engagement der Uni-Edel-Radikalen für arme Menschen, und zwar mit eigenem Geld und eigener Hände Arbeit würde ich mir wünschen.
„Die Meinungsfreiheit wird dadurch nicht angetastet, diese gilt im Anarchismus als hohes Gut.“
– Na ja, wenn ich das glauben soll…. Ansonsten siehe oben. Grau ist alle Theorie, und tiefschwarz die Realität.
„deren Parteispitzen von den ökonomischen neoliberalen Eliten gekauft sind“
Verschwörungstheorie. Wenn man sich stinkreiche Wahlkreise anguckt, sieht man dort erhebliche Grünanteile.
Andersrum wird ein Schuh draus: Die reichen Edellinken an der Uni waren von Anfang an die Grünen. Die linksradikale Ideologie war ihr Mittel, um ihre Interessen in Politik und Gesellschaft durchzusetzen.
Mit anderen Worten: Die privilegierten reichen Grünen (und 68er) haben die Spitzenpositionen der Wirtschaft gestürmt.
“ Für die gesamte Rest-Linke ist dies aber komplett irrelevant.“
OK, Knackfrage: Warst Du mal in der Dritten Welt und hast handfeste Projekte unterstützt? Hast Du Geld gespendet für ein konkretes Projekt? Hast Du armen Menschen/Senioren/Flüchtlingen im Lande geholfen?
Ich kenne mehrere Anarchos, die Dir ähnlich sind. Außer Politik und Schriebs haben die nie was gemacht.
Das zeigt mir die dahinterstehende Motivation.
Und das macht mich mißtrauisch!
15. Februar 2015 um 10:45 am
Falls jemand genauer verstehen möchte, welche Aspekte im Werk von Friedrich Nietzsche zur Herausbildung des Wahrheitsrelativismus, Moralrelativismus und anthropologischen Relativismus im Poststrukturalismus geführt haben: ich habe im Netz eine interessante Dissertation gefunden, in der in einem Kapitel auf die relativistischen Aspekte im Werk von Friedrich Nietzsche eingegangen wird. Zwar beschäftigt sich die Dissertation gar nicht mit dem Zusammenhang von Friedrich Nietzsche und dem Poststrukturalismus, aber diejenigen Sichtweisen von Nietzsche, die in dem Kapitel der Dissertation „Zweiter Teil: Subjektbegriff bei Nietzsche“ beschrieben werden, sind die gleichen, auf die sich die Poststrukturalisten u.a. bezogen haben. In dem Kapitel wird auch darauf eingegangen, dass es bei Nietzsche trotzdem auch Formulierungen gibt, in denen er sich vom Relativismus distanziert. Das ist angesichts seiner z.T. offenkundig relativistischen Argumentationen allerdings m.E. wenig überzeugend.
Die Dissertation findet sich hier:
http://elpub.bib.uni-wuppertal.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-1126/dg0505.pdf
Das entsprechende Kapitel lautet wie gesagt: „Zweiter Teil: Subjektbegriff bei Nietzsche“ (ab S. 72)
15. Februar 2015 um 10:06 pm
Hier ein interessanter Artikel von Dr. Alexander Ulfig auf Cuncti zum Thema der ideengeschichtlichen Linie von Nietzsche über Foucault zu den Gender Studies. Ich empfehle eine aufmerksame Lektüre:
Dr. Alexander Ulfig – Nihilismus, Postmoderne und skrupellose Machtpolitik
15. Februar 2015 um 11:37 pm
Man muss beachten, dass Nietzsches Relativismus eine eindrucksvolle Bestätigung in den grossen physikalischen Theorien gefunden hat, die zu Beginn des 20. Jh. geschaffen wurden, Relativitätstheorie und Quantentheorie. Schade, dass er das nicht mehr erleben konnte. Vielleicht wären sie ohne den Einfluss Nietzsches in der Form gar nicht entstanden. Folgt man der Argumentation des Autors, so könnten sich Feministinnen bei ihren skrupellosen Versuchen, sich durch Relativierung Privilegien und Vorteile zu erschleichen, auch auf den grossen Erfolg dieser physikalischen Theorien berufen.
Möglicherweise wäre es deshalb für Gegner des auf Nietzsche zurückgehenden Nihilismus und des gegenwärtigen, diese Gesellschaft unterwandernden Feminismus ein erfolgversprechendes Konzept, Relativitäts- und Quantentheorie einer gründlichen Überprüfung zu unterziehen und zu zeigen, dass ihre positivistischen und relativistischen Bestandteile überschätzt werden und nur einen begrenzten Gültigkeitsbereich haben. Das sollte, bis zu einem gewissen Grade, durchaus möglich sein und könnte ein eindrucksvolles Signal sein, um dem Feminismus den Boden zu entziehen.
Sehr witzig, Zabalo.
Ändert allerdings nichts daran, dass es sich bei der linken Variante der Political Correctness einschließlich des Gender-Feminismus um ein aus dem Ruder gelaufenes links-nietzscheanisches Projekt handelt und dies auch ideengeschichtlich analysiert werden muss, will man es angemessen verstehen und kritisieren.
16. Februar 2015 um 9:57 am
(editiert; Bitte höflich bleiben)
Als ob man PC nicht auch ohne Kenntnis von Nietzsche etc. angemessen verstehen und kritisieren könnte.
16. Februar 2015 um 11:20 am
„Als ob man PC nicht auch ohne Kenntnis von Nietzsche etc. angemessen verstehen und kritisieren könnte.“
Nicht wenn man wahrheitsgemäß und wirkungsvoll akademisch intervenieren will. Dann muss man die theoretischen und ideengeschichtlichen Hintergründe der linken PC-Variante verstanden haben und diese gehen nun einmal auf Friedrich Nietzsche zurück.
Political Correctness ist Vulgär-Poststrukturalismus und Poststrukturalismus ist wesentlich eine Form von Links-Nietzscheanismus.
Das ist auch schon seit langem bekannt. Selbst der in konservativen Kreisen bekannte US-amerikanische PC-Kritiker Allan Bloom (mit dessen politischer Weltsicht ich nicht übereinstimme) sprach bereits 1987 von der „Nietzscheanisation oft the Left“ (Nietzscheanisierung der Linken) als Quelle für jenen Relativismus, der der linken Political Correctness zugrundeliegt, die damals sichtbar zu werden begann.
Wobei es mir allerdings nicht um eine Kritik an jeder Form von linkem Nietzscheanismus geht. An links-nietzscheanischen Einflüssen im Marxismus und Anarchismus habe ich bislang keine gravierende Kritik. Diejenigen meiner anarchistischen Genossen, die sich auf Elemente aus Nietzsches Philosophie bezogen, wussten in der Regel von Nietzsche einen guten Gebrauch zu machen, verfielen weder in den reaktionären Müll von Rechts-Nietzscheanern, noch in den Relativismus der poststrukturalistischen Links-Nietzscheaner.
Mir geht es also um eine Analyse und Kritik des poststrukturalistischen/postmodernen Links-Nietzscheanismus als Quelle der linken Variante der Political Correctness.
16. Februar 2015 um 6:11 pm
Du bist eine Realsatire.
Geisteswissenschaftlicher Größenwahn hat einen Namen.
Kleinliche Zensur leider auch. Der Blogbetreiber sollte seine Maßstäbe mal auf so manche Dame hier anwenden.
16. Februar 2015 um 6:46 pm
„Du bist eine Realsatire.“
Du bist einfach ernsthafte wissenschaftliche Arbeit nicht gewohnt, Kirk.
„Geisteswissenschaftlicher Größenwahn hat einen Namen.“
Nix Größenwahn, sondern wissenschaftliche Recherche und Bemühen und Objektivität. Solltest du auch mal probieren.
16. Februar 2015 um 8:59 pm
war hier natürlich gemeint
16. Februar 2015 um 9:04 pm
Wenn es einen direkten Zusammenhang zwischen Nietzsche-Rezeption und heutigem Gutmenschentum gibt, wieso gab es dann Gutmenschentum und Politische Korrektheit bereits seit Anbeginn der Zivilisation?
Du bewegst dich in einem völlig lächerlichen, sich selbst bestätigenden, akademischen Pseudosystem, das willkürliche Korrelationen herstellt. In deinem Milieu funktionieren die Leute nach ähnlichem Muster und daher wird die diskursive Pseudorealität aufrechterhalten. Innerhalb dieses Systems nehmen sich die Gläubigen alles ab, was sie so herleiten, analysieren.
Außerhalb dieses Systems erkennt man leicht die Gestörtheit der Personen.
Dieser akademische Schwachsinn kommt genauso ohne die Geschichtlichkeit von Einzelindividuen aus wie Christians religiöser Materialismus.
Du repräsentierst wunderbar die Lächerlichkeit der Akademia.
Formalistischer Müll ohne das geringste Verständnis von Psychologie.
16. Februar 2015 um 9:20 pm
„Wenn es einen direkten Zusammenhang zwischen Nietzsche-Rezeption und heutigem Gutmenschentum gibt, wieso gab es dann Gutmenschentum und Politische Korrektheit bereits seit Anbeginn der Zivilisation?“
Das hatten wir doch kürzlich schonmal:
1. Ich lehne den rechten Kampfbegriff „Gutmensch“ ab.
2. Es geht hier offensichtlich um eine Analyse und Kritik der zeitgenössischen (vulgär-)poststrukturalistischen Variante von PC. Dafür ist die Antike völlig irrelevant.
15. Februar 2015 um 1:12 pm
„Wahrheitsrelativismus birgt die Gefahr des Umschlagens in Dogmatismus, denn wenn es keine Wahrheitskriterien gibt, kann potentiell für jede Irrationalität Geltung beansprucht werden“
Der Wahrheitsreleativist bezeichnet die vorherrschenden Wahrheitskriterien als Dogmatismus. Der faktenbasierte Positivist betrachtet den subjektiven Standpunkt des Wahrheitsrelativisten als dogmatisch. Dem Positivisten wird unterstellt, er würde „seine Fakten“ nur durch die Brille eines formatierten Diskurses sehen. Dem Wahrheitsrelativisten wird unterstellt, er wäre nicht in der Lage, objektive Sachverhalte von subjektiver Interpretation zu unterscheiden. Hier kann man sich unendlich streiten. Die Lösung ist eine bewusste erkenntnistheoretische Haltung, d.h. der Entschluss für eine bestimmte Balance zwischen diesen beiden Positionen. Unsere skeptische Zeit begünstig den Wahrheitsrelativisten, der sich zu einer Balance nicht mehr verpflichtet fühlt und sich der Denkfaulheit überlässt, wie sie so schön bei Danisch und Michael Klein beschrieben wird. Hier müsste die Männerbewegung eine klare Aussage treffen. Die Position von Danisch und Klein sind aber wiederum zu engmaschig. Lediglich die Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes und der Regeln wissenschaftlichen Arbeitens anzuprangern reicht nicht aus. Die Überwindung des Werterelativismus geht notwendig durch die Besetzung der Gegenposition: Ausschluss oder Unterordnung des relativierenden Kritizismus. Darunter ist es nicht zu haben. Der Feminismus (oder was du als vulgären Poststrukturalisten, der zur autoritären PC neigt, beschreibst) ist ein Anwender des „Willen zur Macht“ oder des „Willen zur Wahrheit“ für den kein humanistisches Subjekt existiert. Nun ist die Frage, ob die Männerrechtsbewegung genauso vulgär und zynisch vorgehen kann. Ich denke nicht, aber für den alternativen Weg braucht es die gebildete gesellschaftliche Mitte. Wenn die sich nicht gegen den Feminismus positioniert, wird sich der Antifeminismus ausbreiten und keine Balance anstreben. Die Gruppe der männlichen Verlierer (keine Ehe, keine Anerkennung, geringes Einkommen, keine Kinder, etc.) wird immer größer: irgendwann reicht die shaming tactic privilegierter Wohlstandsfeministinnen nicht mehr aus, um den männlichen Pöbel zu domestizieren. Der Feminismus gerät jetzt schon in den Fokus eines um sich greifenden Ressentiments. Vor dem Genderismus wurde Feminismus mit einem tradierten Frauenbild konnotiert und erhielt dadurch Schonung. Durch die Auflösung des Bildes der schützenswerten Frau durch den Genderismus verringert sich die Scheu der männlichen Verlierer, die Frauen als gleichwertige Gegner wahrzunehmen. Vor diesem Hintergrund ist die unermüdliche Tätigkeit des Feminismus zu sehen, die Frau als Opfer zu zeichnen, obwohl sie, bis jetzt, im Verhältnis zu Männern viel weniger gesellschaftliche Gewalt erfährt. Das Ziel ist, die Frauen vor dem direkten gesellschaftlichen Konflikt mit den männlichen Verlierern zu bewahren.
15. Februar 2015 um 2:03 pm
Ich versuche mich mal an einem tr;dr:
Political Correctness im Speziellen und der moderne Feminismus im Allgemeinen berufen sich gerne auf den Poststrukturalismus. Der Poststrukturalismus ist eine philosophische Denkrichtung, die nicht zwischen sinnvollen Aussagen und Blödsinn unterscheidet. Das war philosophisch notwendig geworden, da sich mit dem Strukturalismus eine Denkrichtung etabliert hatte, die mit völlig realitätsbefreitem Blödsinn die Welt erklären wollte. Als nicht-Philosoph könnte man Blödsinn einfach als solchen benennen; als Philosoph ist es offenbar eine viable Strategie, Blödsinn mit noch abstruserem Quatsch zu begegnen.
Wer denkt, dass die alle nicht ganz dicht sind, liegt sehr richtig; der Poststrukturalismus basiert wesentlich auf den Gedanken eines Geisteskranken namens Althusser.
Das erklärt auch, warum sich unter den Anhängern des Poststrukturalismus wie des Feminismus überproportional viele Menschen mit psychischen Problemen finden.
15. Februar 2015 um 4:18 pm
ät Lollipop:
„Der Poststrukturalismus ist eine philosophische Denkrichtung, die nicht zwischen sinnvollen Aussagen und Blödsinn unterscheidet.“
-Treffer, versenkt, hihi. Aber haben die auch was „Sinnvolles“ hervorgebracht? Gut, die von mir zitierte Aussage von Fukoh unten.
Eigentlich ist der Begriff „Philosophen“ für die französischen Struktis und Poststruktis ungeeignet, wenn man an die griechisch-deutschen Koryphäen à la Plato, Sokrates und Schopenhauer denkt.
„überproportional viele Menschen mit psychischen Problemen finden.“
Äh, stimmt das? Sicher, Gestörte wie die irre Gabi bei Wiki therapieren ihre Probleme gerne mit Fanatismus. Ansonsten würde ich allerdings aufgrund evolutionspsychologischer Überlegungen vermuten, daß radikale Ideologien, quasi als die Gossen-Version von Religionen, eine genetisch programmierte Methode sind, sich in der sozialen Gruppe Ressourcen zu sichern.
15. Februar 2015 um 5:11 pm
@Axel > Äh, stimmt das?
Keine Ahnung. Ist meine Arbeitshypothese. Immer, wenn Christian hier eine neue Feministin verlinkt, versuche ich, die Hypothese zu widerlegen. Klappt nie.
15. Februar 2015 um 5:36 pm
„versuche ich, die Hypothese zu widerlegen. “
Tja, so geht Wissenschaft. 🙂
Allerdings, bist Du nicht etwas zu streng? Sarkeesian zum Bleistift scheint mir eine raffinierte Unternehmerin zu sein. Daß ihr ihr Gespinne nicht bewußt ist, ist nur um so nützlicher. Selbstbetrüger sind die besseren Betrüger. Das ist aber normal für Homo sapiens (siehe Robert Trivers).
15. Februar 2015 um 10:14 pm
Geld damit zu verdienen, dass man seine paranoide Schizophrenie zu Videos verarbeitet, ist eine Hammer Geschäftsidee. Ich wäre da nie drauf gekommen und habe auch kein Verständnis dafür, dass es funktioniert, aber ich werde nicht abstreiten, dass es das tut. Das macht sie aber (vor allem) nicht weniger geisteskrank.
17. Februar 2015 um 12:08 am
Narzisstinnen sind nicht Geisteskrank. Eher Predators und daher gefährlich für Menschen mit Gewissen. Da ja eben solches als Manipulationsziel genommen wird.
Vielleicht ist diese amoralische Abgebrühtheit erlernbar. Auf jeden Fall in einer PC Welt ein Überlebensmerkmal. In totalitären Systeme fahren die am Besten.
Sarkeesian ist eine clevere wie ruchlose Conartistin, die aufcder sozialen PC Manipulationsklaviatur spielt. Aber eher bewusst mit der Überzeugung einer Faschistin, die den Machiavelli studiert hat.
Oder vielleicht ist das bei Frauen auch häufiger Naturtalent (um mal ein bisschen misogynistisch zu würzen) wie z.B. Schopenhauer schrieb?
17. Februar 2015 um 10:59 am
ät Lollipop und Petpanther:
Ob Frauen da ein Naturtalent allein haben, weiß nicht.
Tatsache ist, radikale Ideologien sind Religionen sehr ähnlich, wenn sie auch die billige Straßenvariante sind. Religiöse Menschen glauben mitunter an, sagen wir mal, unrealistische Dinge wie Jungfrauengeburt. Deswegen sind sie nicht gestört.
Im Glaubensbereich sind Absurditäten normal, auch wenn die Gläubigen ansonsten erstaunlich rational sind.
Wenn sich der Glaube dann noch in klingender Münze und Berühmtheit auszahlt, wird er sogar stabilisiert. Verrückt eigentlich.
15. Februar 2015 um 4:34 pm
„Wer denkt, dass die alle nicht ganz dicht sind, liegt sehr richtig;“
Es gibt übrigens noch einen weiteren guten Text von Wendy McElroy zum Thema Political Correctness.
Wendy McElroy – Purging the Poltical Correctness within
http://www.foxnews.com/story/2002/10/15/purging-political-correctness-within/
Unter anderem kritisiert sie dort auch das argumentfreie Psychologisieren.
„der Poststrukturalismus basiert wesentlich auf den Gedanken eines Geisteskranken namens Althusser.“
Das ist falsch. Louis Althusser hatte versucht eine Synthese zwischen dem bereits bestehenden Strukturalismus und dem Marxismus zu entwickeln. (Siehe zur Entstehung des Strukturalismus den ersten Band von Francois Dosse – Geschichte des Strukturalismus, Band 1, Das Feld des Zeichens 1945 -1966.) Dafür wurde er übrigens von der kommunistischen Partei gescholten, er trage mit seiner strukturalistisch-marxistischen Theorie dazu bei das revolutionäre Engagement zu lähmen.
Was den Poststrukturalismus angeht, entstand dieser als Abgrenzung zum und als Kritik des Strukturalismus und des Marxismus und daher auch als Abgrenzung zu Althussers strukturalistischem Marxismus:
„Die Arbeiten von Louis Althusser (1918 – 1990) in den 60er Jahren zielten auf eine (…) Verbindung von Strukturalismus und Marxismus. Er unterzog das Werk von Marx einer strukturalistischen Lektüre, (…). Am Ende dieser Lektüre freilich hatte das Subjekt seinen revolutionären Status verloren, da es nicht mehr Herr des Geschehens ist. Der Mensch wird, anstatt seine eigenen Geschicke in die Hand nehmen zu können, laut Althusser von den Bedingungen der Konsumption, Distribution und Produktion bestimmt, die ein komplexes System bilden und den Menschen bis ins Innerste hinein determinieren. (…) Jenseits des Strukturalismus und jenseits des Marxismus suchten die Poststrukturalisten nach neuen Wegen.“
(aus: Stefan Münker & Alexander Roesler – Poststrukturalismus, 2. Auflage, J.B. Metzler Verlag, 2012, S. 90)
Trotzdem ist ein Aspekt von Althussers Theorien im Zusammenhang mit Judith Butler erwähnenswert. Althussers Theorie der Subjektkonstitution durch Anrufung,
http://www.amazon.de/Menschen-Subjekte-Einf%C3%BChrung-Althussers-Anrufung/dp/3828886841/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1424013433&sr=1-1&keywords=althusser+anrufung
die wiederum von dem strukturalistisch/poststrukturalistischen Psychoanalytiker Jaques Lacan beeinflusst ist, ist von Judith Butler rezipiert worden.
„Die Anrufung bei Althusser weist große Parallelen zum Begriff der Subjektivation bei Foucault und Butler auf und lässt sich als ihr Appellcharakter beschreiben.“
Dass Louis Althusser psychisch krank war, stimmt, er war offenbar manisch-depressiv. (Während eines Blackouts beim Massieren erwürgte er seine geliebte Frau und versuchte für den Rest seines Lebens zu verstehen, wie es dazu kommen konnte.)
Über Althussers Werk ist damit allerdings nichts ausgesagt. Wer dies kritisieren will, sollte es anhand von Argumenten tun.
Das gleiche gilt für die Werke aller wichtigen Vertreter des Strukturalismus und des Poststrukturalismus.
„Das war philosophisch notwendig geworden, da sich mit dem Strukturalismus eine Denkrichtung etabliert hatte, die mit völlig realitätsbefreitem Blödsinn die Welt erklären wollte“
Was hast du denn von den französischen Strukturalisten gelesen, wenn ich fragen darf?
15. Februar 2015 um 5:07 pm
Darüber können wir streiten, müssen wir aber nicht. Ich finde Deine Argumentation „der hat eigentlich x gemacht, die eigentlichen Poststrukturalisten waren andere, die sich verdammt viel bei ihm abgeschaut haben“ zutreffend. Nur halt nicht überzeugend.
> Wer dies kritisieren will, sollte es anhand von Argumenten tun.
Ich bin kein Philosoph. „Das funktioniert in der Realität nicht“ ist für mich ein hinreichendes Argument. Geisteskranke verkennen die Realität. IdR sind daher Gedanken von Geisteskranken realitätsfremd. Was soll ich mehr dazu sagen, als dass es im Ergebnis Blödsinn ist, da der Anfang nicht stimmt?
Natürlich gibt es Ausnahmen zu dieser Regel. Ich kenne jetzt keine, aber es gibt sie wahrscheinlich. Dafür werde ich jetzt aber nicht suchen. Und für überzeugendere Argumente würde ich auf Habermas und Konsorten zurückgreifen, aber ich bin nicht an einer philosophischen Debatte interessiert.
> Was hast du denn von den französischen Strukturalisten gelesen, wenn ich fragen darf?
Propps „Morphologie des Märchens“, die ich für ausgemachten Blödsinn halte. Aber der ist kein Franzose.
16. Februar 2015 um 1:40 am
John Nash ist ein prominentes Beispiel eines ausgezeichnet Denkers, der schizophren war.
Sofern sich die Profession nicht unmittelbar mit den Krankheitsäußerungen mischt (bzw. mischen kann), sehe ich das als nicht relevant für Produktivität oder Genialität.
Bei Philosophen sieht es da natürlich etwas anders aus, da dass eigene Weltbild hier natürlich sehr stark hineinspielt.
Ähnliches gilt m.E. auch für politische Theorien.
17. Februar 2015 um 3:40 pm
Die Gender-These besagt ja, dass es eigentlich keine biologisch determinierten Geschlechter gibt.
Wie McElroy ausführt, sollte gelten:
“… PC feminists adopted the more flexible concept of “gender” which was a sexual identity that could be constructed along a new vision.”
Das müsste natürlich für ALLE Menschen gelten, also auch für die, die klassischerweise mit „Männer“ gemeint sind.
Aber, dort wo Privilegien von Frauen/Feministinnen berührt werden, werden auch Männer nicht aus ihrer alten biologischen Rolle entlassen, egal, als was sie sich definieren.
Stell dich einfach mal auf einen Frauenparkplatz und erkläre der sofort empört herbeieilenden, feministisch wohl ausgebildeten Politesse, dass du gemäß Gender-Definitionsfreiheit eine lesbische Frau seist, also berechtigten Anspruch auf den Parkplatz hättest.
Auch wenn du in deinem ganzen Leben vielleicht von Zweifeln ob deiner Männlichkeit gequält warst, hier werden sie dir sofort ausgetrieben.
Die Gender-Theorie ist eine weibliche Theorie. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie nur dann gültig ist, wenn sie einer biologischen(!) Frau Vorteile verschafft.
Zumindest in der Philosophie verstehen sich die Frauen bei der Quadratur des Kreises in einer bemerkenswerten Eleganz 😉
17. Februar 2015 um 3:41 pm
Hab ich „… verstehen sich die Frauen …“ geschrieben?
Ich Dummchen!
Ich meine natürlich „Feministinnen“ 😀
17. Februar 2015 um 4:00 pm
„Stell dich einfach mal auf einen Frauenparkplatz und erkläre der sofort empört herbeieilenden, feministisch wohl ausgebildeten Politesse, dass du gemäß Gender-Definitionsfreiheit eine lesbische Frau seist, also berechtigten Anspruch auf den Parkplatz hättest.
Auch wenn du in deinem ganzen Leben vielleicht von Zweifeln ob deiner Männlichkeit gequält warst, hier werden sie dir sofort ausgetrieben.“
Mache ich immer, auf öffentlichen PP. Machmal bekomme ich blöde Blicke, sonst nix und auf Deine feministische Politesse bin ich mal gespannt. 🙂 Die geht das nämlich nix an.
17. Februar 2015 um 5:35 pm
„… auf Deine feministische Politesse bin ich mal gespannt. 🙂 Die geht das nämlich nix an.“
Ok, als Vertreterin einer Ordnungsbehörde geht es sie schon was an.
Ob das schon vor einem Verwaltungsgericht durchgeklagt ist, dass öffentliche Parkplätze einer bestimmten Personengruppe vorbehalten werden dürfen, weiß ich nicht – würde aber sehr wahrscheinlich positiv beschieden. Dass GLEICHstellungsbeauftragte nur Frauen sein dürfen, hat das BVerfG ja auch trotz Verstoßes gegen Art. 3 GG durchgenickt.
Es geht darum, dass dir eine Feministin eine eigene Gender-Definition nicht erlaubt, wenn damit ihre Vorrechte beschnitten werden.
Genau ab dem Moment bist du ein MANN, biologisch UND genderisch, und sie eine Frau – biologisch UND genderisch.
17. Februar 2015 um 5:52 pm
Wenn die StVO gilt, geht es sie nix an. Ich habe sogar schon unter den Augen der Polizei auf so einem Ding geparkt. (Draufgefahren, ausgestiegen, Parkschein geholt, Karre abgeschlossen und ab)
Es gibt nach StVO keine Frauenparkplätze. Die entsprechenden Werbeschilder sind im Bereich der StVO witzlos. Isso … 🙂
Ansosten hast Du natürlich recht, eine Gendafeministin wird natürlich eine Frauenquote ausnutzen. Ich wette auch das Profx Lann Hornscheidt ist über Frauenförderung auf ihren Posten gerutscht. 🙂
17. Februar 2015 um 8:18 pm
@ddbz: Antje hat eine Proffessorinnenprogrammstelle, wenn ich mich nicht irre.
17. Februar 2015 um 10:16 pm
@ l4e
Möglich, sogar wahrscheinlich.
Ob die wohl auch so frech ist und auf Frauenparklätzen parkt, oder nimmt sie doch lieber einen Genderparkplatz … ohne Frauenschild?
Ich möchte eh mal gerne wissen, was so eine Profx den lieben langen Diensttag so macht. Wie bekommt die die Zeit rum?
17. Februar 2015 um 11:19 pm
in Parkhäusern ist es leider was anderes, da der Vermieter Sonderplätze in seine Hausordnung reinschreiben kann.
Da entsteht eine Grauzone, die nicht so eindeutig ist.
Was auch bei – plötzlich biologistischen – Feministinnen hilft, ist die Behauptung, dass deine Frau das Auto später wegfahren wird und ob sie wolle, dass deine Frau überfallen wird.
18. Februar 2015 um 3:07 pm
Das PC-Problem ist mittlerweile in der Justiz angekommen. Unter http://blog.beck.de/2014/12/09/wer-wird-als-mann-denn-schon-geboren-man-wird-zum-mann-doch-erst-gemacht fand ich folgenden wunderbaren Satz:
„Nach Auffassung des Kammergerichts hat das Amtsgericht das Standesamt zu Recht angewiesen, die Geburt des Kindes mit dem Betroffenen als Mutter unter dem weiblichen Vornamen zu beurkunden. Bei dem Betroffenen seien in dem Geburtseintrag seines leiblichen Kindes gemäß § 5 Abs. 3 TSG die Vornamen anzugeben, die vor der Namensänderung maßgebend waren. Der Betroffene sei zudem gemäß § 11 Satz 1 TSG als Mutter und nicht als Vater des Kindes zu bezeichnen. Er sei im Verhältnis zu seinen Kindern weiterhin als Frau anzusehen; da er das Kind geboren hat, als dessen Mutter.“
Weiter unten steht: „Die Rechtsbeschwerde beim BGH wurde zugelassen“.
Kurze Zusammenfassung der Sachlage:
Frau macht eine Hormontherapie und lässt sich amtlich zum Mann erklären. Danach setzt er die Hormone ab und lässt sich per Insemination schwängern. Für das Kind fordert die Mutter nun, von der Behörde als Vater eingetragen zu werden.
Jetzt können die Gender-Feministinnen mal so richtig vom Leder ziehen.
Dagegen ist unser Parkplatz-Problem echt ne Lachnummer
18. Februar 2015 um 3:19 pm
Das ist eigentlich eine interessante Frage. Bezeichnen ‚Mutter‘ und ‚Vater‘ auf Urkunden nun einen biologischen oder einen sozialen Status. Im erstenren Fall ist er die Mutter, weil er das Kind ausgetragen hat und die großen Gameten geliefert hat. Im zweiten Fall hat das Kind eben zwei Väter und keine Mutter.
18. Februar 2015 um 3:56 pm
„Bezeichnen ‘Mutter’ und ‘Vater’ auf Urkunden nun einen biologischen oder einen sozialen Status.“
Und – ist das IMMER gültig? Oder kann das auch von der Tageslaune abhängen?
Bei der bekannten Unentschlossenheit von Frauen könnte man dann ja auch „Derzeit unentschieden“ festlegen.
Für mich als entsorgten Vater stellt sich da natürlich fast zwingend die Frage, ob die Mutter gegen den Vater auch einen Umgangsausschluss gerichtlich erwirken kann?
Schade, dass die Frauenrechtlerin Hahne nicht mehr Vorsitzende des 12. Senats des BGH ist. Dann wäre die Anerkennung des variablen Gender-Statusses ein Selbstgänger 😀
muss sie als Mutter jetzt für sich als Vater auch einen Sorgerechtsantrag stellen?
Schließlich kann sie nach deutschem Recht ja nicht mit sich selbst verheiratet sein.
18. Februar 2015 um 4:40 pm
Bei der bekannten Unentschlossenheit von Frauen könnte man dann ja auch “Derzeit unentschieden” festlegen.
Ich denke bei Leuten die sich die Mühe mit HRT u nd Personenstandsänderung machen, kannst du mehrheitlich davon ausgehen dass sie es ernst meinen. Gibt zwar ein paar Detransitionierer, aber normalerweise denken TG lange und gründlich nach bevor sie das machen.
Das Problem lässt sich für die Behörden relativ enfach lösen, indem als Grundsatzentscheidung angegeben wird, dass für die Geburtsurkunde Mutter die Person ist, die das Kind ausgetragen hat. Das lässt sich unabhängig vom Sorgerecht definieren. Da ist wichtig wer die Mutterstelle einnimmt.
Falls wir mal anfangen Kinder in vitro bis zur Geburtsreife aufzuziehen, kann man das enstprechend um Regelungen für den Fall erweitern.
Das hiesse natürlich das in beiden Zusammenhängen auch Männer Mütter sein können, aber das ist, denke ich, vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber nicht problematisch. Termini in spezialisierten Fachgebieten sind öfter mal etwas genauer definiert, als in der Umgangssprache,
18. Februar 2015 um 4:50 pm
„Ich denke bei Leuten die sich die Mühe mit HRT u nd Personenstandsänderung machen, kannst du mehrheitlich davon ausgehen dass sie es ernst meinen. Gibt zwar ein paar Detransitionierer, aber normalerweise denken TG lange und gründlich nach bevor sie das machen.“
Das ist schon richtig. Aber vielleicht haben wir es hier ja mit einer ganz neuen Form der Geschlechtsdefinition zu tun.
Transen legen – zumindest nach meinem dürftigen Wissen – das ursprüngliche Geschlecht vollkommen ab, physisch und psychisch (hier in aller Regel sogar vor der körperlichen Umwandlung).
Im vorliegenden Fall klingt das nach einer persönlichen, willkürlichen Festlegung, voll auf Linie der Gender-Feministinnen.
Darauf ist das Gesetz nicht vorbereitet.
In der Tat ist die Rechtslage bezüglich der Mutter eindeutig. Das ist die Person, die das Kind ausgetragen hat.
Dass aber Mutter und Vater eine Personalunion eingehen, macht rechtlich Probleme.
Nicht umsonst hat das Kammergericht den Weg zum BGH erlaubt.
18. Februar 2015 um 5:15 pm
Dann nehme ich an der BGH wird das aussortieren.
Transgender ist übrigens ein eher weiter Begriff.
Es ist z.B. keineswegs so dass jede(r) TG Probleme mit der Installation hat und deshalb eine geschlechtsangleichende Operation will. Manche ja. Andere sind vollauf damit glücklich ihre soziale Rolle zu wechseln und die Personenstandsänderung dokumentiert zu bekommen. Und ein paar wollen sich tatsächlich nicht festlegen. Da wäre Prof Hornscheidt in Berlin ein Beispiel.
So vollkommen neu ist die Geschlechtsdefinition also nicht. Aber ja, da werden die Gerichte wohl noch ein paar Randfälle zu regeln kriegen.
15. Februar 2015 um 2:25 pm
„Deswegen ist Genderfeminismus eben auch nicht einfach eine Ideologie, die Freiheit für alle will: Die bisherigen Geschlechterrollen müssen beseitigt werden und dabei ist ein Verhalten nach diesen erst einmal eine Stütze der Geschlechterrollen. Ein System von “Häufungen – Abweichungen – Toleranz” scheitert bereits an den Grundlagen des Systems, nämlich das Häufungen bereits sozial begründet sind und Ausdruck von lenkender Macht sind. Wer Häufungen zulässt, lässt damit dann auch die Macht zu, die diese hervorruft.“
Freiheit für alle – solange sie sich nicht für das entscheiden, was als „traditionell“ oder „zu häufig vorkommend“ gilt. Im Grunde ist das das Gegenteil der Angst vor dem Anderssein, mit der man in konservativen Gesellschaften gegen alle möglichen Abweichungen vom Spießer-Weltbild (Homosexualität, selbstbewusste Frau in der Öffentlichkeit, Mann mit „sanften“ oder „schwachen“ Gefühlen, Vorliebe für in irgendeiner Form „linke“ oder „liberale“ Politik) vorgeht: Es ist eine Angst vor Gleichheit.
„Natürlich verstrickt sich diese Theorie dann wieder in Widersprüche, wenn beispielsweise lesbische Feministinnen ihre sexuelle Orientierung dann wiederum als keineswegs änderbar ansehen. Das wird dann gerne damit überspielt, dass sie sie eben nicht ändern wollen und das – zutreffenderweise – auch niemand von ihnen verlangen kann. Es wird also als eine Wahl dargestellt, als eine individuelle Entscheidung, wohingegen Heterosexualität dann dennoch ein Machtkonstrukt ist.“
Auch das ist eine verblüffende Umkehrung der alten Verhältnisse: Heterosexualität war „naturgegeben“, zu allem anderen musste man sich offenbar entschieden haben (oder war krank oder beinflusst bzw. sogar gehirngewaschen). Nach dieser neuen Theorie erscheint alles als normal außer Heterosexualität (ggfs. ergänzt um Kennzeichen, die sie noch traditioneller machen, also souveräner/dominanter Mann, der den ersten Schritt macht; Frau, die sich gerne fallen läßt usw.). Da diese in dieser Form ja gar nicht so häufig vorkommen kann, muss sie ein Ergebnis von Indoktrination sein, weswegen man sie bei jedem Vorkommen in Frage stellen muss. Endgültig „beweisen“, dass diese Ausprägung „natürlich“ ist, kann man nicht, weswegen man jeden Heterosexuellen, der „klassische“ Vorlieben hat, verdächtigen kann, in Wirklichkeit nur Machtverhältnisse aufrechtzuerhalten und durch seine (streng genommen falsche) Signalisierung davon zu profitieren.
„They believe that men quite literally construct women’s sexuality through the words and images men impose on society. The purpose in doing so is to keep women in a state of fear that facilitates their subjugation. Collectively, the engine of subjugation is called patriarchy, which is a combination of white male culture and capitalism.“
Eine schöne Frage zu letzterem Satz, die ich diese Woche über ein Video gefunden habe (Quelle):
„If capitalist patriarchy oppresses feminism, why is feminism most developed and mature in major capitalist countries in the world?“
Der erste Satz ist eine unglaubliche Unterstellung, die nur funktionieren kann, wenn keinerlei Augen für viele Männer hat. Denn es werden ja auch jede Menge Anforderungen an Männer gestellt. Welche Machtgruppe wäre denn so doof, eine Eigenverpflichtung über die von ihr kontrollierten Kanäle zu senden, die dann in >90% tödlicher Arbeitsunfälle, dreimal höherer Selbstmordrate usw. in der eigenen Gruppe resultiert?
Als kluger Verschwörer würde ich den Frauen einimpfen, sich den Männern schneller herzugeben, aber im Gegenzug keine längerfristige Bindung einzufordern. Letztere Entscheidung müsste komplett in der Hand der Männer liegen, etwa weil sie irgendwann eine Familie gründen wollen. Damit es einigermaßen gerecht zugeht, sollten sich Frauen für Männer interessieren, die ungefähr in derselben Liga spielen, was Attraktivität und gesellschaftlichen Stand angeht, aber nicht zuviel Ehrgeiz von ihnen verlangen (das soll ja ebenfalls eine freie Entscheidung der Männer bleiben). Damit dieses System funktioniert, sollte Untreue stark verurteilt werden (egal, von wem sie ausgeht). Ansonsten würden sich die attraktiveren, reicheren Männer mehrere Frauen leisten können, während die anderen eventuell leer ausgehen und damit nichts mehr von der Verschwörung haben. Ich würde Frauen nicht in einen permanenten Zustand von Angst versetzen (das macht nicht sexy), sondern ihnen ein „das ist es, was ich will“-Gefühl einpflanzen, was das sich-hingezogen-Fühlen-zu-Männern angeht.
Während man einige Elemente meiner Verschwörungsstrategie tatsächlich im echten Leben wiederfinden kann (sie funktionieren ja und stabilisieren eine Gesellschaft), sind andere jedoch überhaupt nicht vorhanden und stoßen schnell an ihre Grenzen, was Umsetzbarkeit angeht (immer auf der Basis, dass man Frauen „programmieren“ kann).
„Dabei stabilisieren sich die Regeln selbst, wenn es gelingt, einen Verstoß gegen die Regeln mit einem gesellschaftlichen Malus zu versehen, eine Befolgung der Regeln aber mit einem Bonus. Sobald das System hinreichend eingerichtet ist, versucht jeder innerhalb dieser Regeln möglichst gut darzustehen und einen Malus nach Möglichkeit zu vermeiden. Dadurch will letztendlich jeder innerhalb der Regeln leben, erkennt dabei aber nicht, dass diese eben reine Kultur sind, keine Basis haben, weil die Zuweisung, was richtig und was falsch ist, beliebig nach den Vorstellungen der Mächtigen gestaltet werden kann. Hier wird der Diskurs wichtig, der bestimmt, was überhaupt vertreten werden darf.“
Jeder Feminismus, der auf dieser Theorie basiert, widerlegt sich letzten Endes selbst. Denn wenn ich die Macht habe, zu bestimmen, worüber gesprochen werden kann, dann werde ich natürlich jeglichen Zweifel am bestehenden System mit oberster Priorität tabuisieren.
Damit trifft dann eines der folgenden Dinge nicht zu:
1. Das Patriarchat „durchdringt uns alle“, so wie eine böse Version der Macht aus Krieg der Sterne, und steuert jeden unserer Schritte.
2. Feminismus ist „außerhalb“ des System oder ihm entgegengestellt.
ät Graublau:
„Im Grunde ist das das Gegenteil der Angst vor dem Anderssein, mit der man in konservativen Gesellschaften gegen alle möglichen Abweichungen vom Spießer-Weltbild“
– Na ja, der Begriff Spießer ist ja nicht für eine politische Richtung reserviert. Selbst Claudia Roth hat die Ostzone als „spießig“ bezeichnet.
Wie ein Autor von der WELT mal schrieb, hat jeer so seine Tabus. Bei den Konservativen ist es die arbeitende Frau, der Schwule etc.; bei den Linksradikalen ist es der Andersdenkende, der kWHM etc.
Eine Angst vor dem, oder auch ein Haß auf das Anderssein, ist bei beiden Richtungen zu verzeichnen.
16. Februar 2015 um 11:54 pm
Du romantisierst etwas. Konservativ erscheint mir heute eher der dekadent spießige linke Mainstream.
Das narzisstisch hedonistische PC „Gutmenschtum“ – auch wenn Leszek das gern als „Kampfbegriff“ wegstigmatisieren möchte.
Letzteres ist ja gerade Ausdruck von Spießigkeit.
Bei der ganzen Gendergeschichte geht’s ja auch um Attention Whoring. Man (?) Möchte nonkonform und etwas Besonderes sein. Und möchte es erzwingen durch Labelling, In- und Outgrouping Slurs.
„Progressivität“, die alles erstickt und im book burning endet.
Feminism killed the Space Age.
15. Februar 2015 um 3:56 pm
Zitat Evochris:
„Foucault geht davon aus, dass die Mächtigen innerhalb einer Gesellschaft diese so umgestalten, dass sie ihre Macht sichert. Dazu nutzen sie die Möglichkeit Wissensvorsprünge auszubauen und Diskurse zu lenken, indem sie das Wissen kontrollieren.
Aus diesem Wissen heraus wird zudem das Gerüst der Gesellschaft aufgebaut. Indem bestimmte Regeln für die Gesellschaft aus der Vergangenheit heraus legitimiert werden, wird den Leuten ein richtiges Verhalten vorgegeben, dass dann von ihnen einzuhalten ist.“
– Hihi. das ist gut: Foucault beschreibt genau das, was seine Fans heute so treiben. Obwohl er die „Konservativen“ damit kritisieren will.
Die Gendas haben Foucault hier wohl auch als modernen Macchiavelli verstanden, der die Anleitung dazu liefert, wie man sich Macht und andere Pfründen in einer Demokratie sichert, ohne groß arbeiten zu müssen.
Erstaunlich, so viel Durchsicht hätte ich dem guten F gar nicht zugetraut.

References: Art. 3
 § 5
 § 11
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH