Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.02.1976&Aktenzeichen=III%20ZR%2075/74
Timestamp: 2020-02-19 10:17:06+00:00

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BGH, 19.02.1976 - III ZR 75/74 - dejure.org
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BGH, 19.02.1976 - III ZR 75/74 (https://dejure.org/1976,100)
BGH, Entscheidung vom 19.02.1976 - III ZR 75/74 (https://dejure.org/1976,100)
BGH, Entscheidung vom 19. Februar 1976 - III ZR 75/74 (https://dejure.org/1976,100)
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Zwangsversteigerung eines Grundstücks - Umschreibung einer Zwangsvollstreckungsklausel aus einem notariellen Schuldanerkenntnis - Übertragung von Vermögen - Haftungsvorraussetzungen des § 419 BGB
ZPO § 729
BGHZ 66, 217
NJW 1976, 1398
MDR 1976, 825
DNotZ 1977, 24
DB 1976, 1279
JR 1977, 63
BGH, 25.06.1980 - IVb ZR 516/80
"Vermögen" im Sinne des § 1365 BGB ist nach ganz herrschender Meinung das Aktivvermögen (…Gernhuber, Lehrbuch des Familienrechts, 3. Aufl. § 35 II 4 S. 475;… Soergel/Lange, BGB 10. Aufl. § 1365 Rdn. 8;… Staudinger/Thiele, BGB 12. Aufl. § 1365 Rdn. 14 m.w.N.; ebenso für § 419 BGB: BGHZ 62, 100, 101; 66, 217, 220 [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74]; BGH, Urteil vom 9. März 1972 - III ZR 191/69 BB 1972, 729).
Der Bundesgerichtshof hat zu dieser Frage bisher lediglich im Rahmen des § 419 BGB Stellung genommen, und zwar dahin, daß die dinglichen Belastungen ohne Einschränkung zu berücksichtigen seien (BGHZ 66, 217, 221 [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74];… offengelassen noch im Urteil vom 9. März 1972 a.a.O.).
Denn sie ist mit dem Zweck des § 419 BGB begründet worden, dem Gläubiger das Vermögen des Schuldners als Zugriffsobjekt zu erhalten (BGHZ 66, 219, 220) [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74].
Soweit dieser darin besteht, den zukünftigen Zugewinnausgleich zu sichern, ist - ebenso wie im Rahmen des § 419 BGB - von ausschlaggebender Bedeutung, daß die dinglichen Belastungen eines Gegenstandes dessen Wert als Zugriffsobjekt für andere, an dem Gegenstand nicht oder nachrangig gesicherte Gläubiger mindert (vgl. BGHZ 66, 217, 220 f.) [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74].
Der Vermögensübernehmer, der als Gegenleistung Aufwendungen zur Entlastung des übernommenen Vermögens von damit verbundenen Schulden erbringt, hat insoweit ein Vorwegbefriedigungsrecht (Bestätigung von BGHZ 66, 217, 225 [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74] = LM § 419 BGB Nr. 33a).
Damit befindet es sich insofern in Übereinstimmung mit der bisherigen Rechtsprechung, als hiernach die Haftung gemäß § 419 BGB - bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen - bereits mit Abschluß des schuldrechtlichen Vertrages beginnt (RGZ 69, 283, 288; BGHZ 66, 217, 225 f. [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74];… vgl. auch Staudinger/Kaduk, BGB 12. Aufl. § 419 Rdn. 70;… zweifelnd jedoch BGH, Urt. v. 20. März 1986 - IX ZR 88/85, NJW 1986, 1985, 1987).
Aus Satz 2 dieser Vorschrift in Verbindung mit den §§ 1990, 1991, 1978, 1979 BGB ergibt sich, daß der Übernehmer sich wegen seiner eigenen Forderung gegen den "Übergeber" aus dem übernommenen Vermögen vorweg, also vor den übrigen Gläubigern befriedigen darf (RGZ 139, 199, 202; BGHZ 66, 217, 225 [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74];… BGH, Urt. v. 20. März 1986 - IX ZR 88/85, NJW 1986, 1985, 1987 und v. 29. April 1993 - IX ZR 215/92, BB 1993, 1164, 1166) [BGH 29.04.1993 - IX ZR 215/92].
Der Beklagte hat vielmehr dadurch, daß er seine Darlehensforderung als Gegenleistung für die Unternehmensübertragung aufgegeben hat, gleichzeitig eine Aufwendung aus seinem Vermögen gemacht, die zur Entlastung der mithaftenden KG führte; das berechtigt ihn nach den §§ 1978 Abs. 3, 1979 BGB dazu, sich deswegen aus dem übernommenen Vermögen - vorweg - zu befriedigen (vgl. BGHZ 66, 217, 225) [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74].
Zwar hat der Bundesgerichtshof die Ansicht vertreten, dass § 49 Abs. 1 ZVG ergänzend dahin auszulegen ist, dass alle weiteren den betreibenden Gläubigern vorrangigen Rechte in das geringste Bargebot aufgenommen werden müssen (BGH, Urteil vom 19. Februar 1976 - III ZR 75/74, BGHZ 66, 217, 226 f.;… vgl. auch Stöber, ZVG, 20. Aufl., § 49 Anm. 2.4).
Damit konnte er nicht nur den Zugriff auf sein sonstiges Vermögen abwenden, sondern nach Maßgabe der § 1990, § 1991 Abs. 1, § 1978 Abs. 3, § 1979 BGB auch Ersatz seiner Aufwendungen beanspruchen (BGH, Urteil vom 19. Februar 1976 - III ZR 75/74, BGHZ 66, 217, 224 ff.).
Ob hiervon eine Ausnahme zu machen ist, wenn die Gegenleistung die gleiche Sicherheit und die gleiche Befriedigungsmöglichkeit bietet wie das bisherige Vermögen, hat der Bundesgerichtshof allerdings bisher offengelassen (BGHZ 33, 123, 126; 66, 217, 220).
Hat der Beklagte aber aufgrund des Vertrages vom 17. Oktober 1987 im wesentlichen das ganze damalige Vermögen des Schuldners übernommen und hat der Beklagte die Vermögensverhältnisse des Schuldners gekannt - diese Feststellung des Berufungsgerichts greift die Revision nicht an -, liegen die Tatbestandsvoraussetzungen des § 419 Abs. 1 BGB grundsätzlich vor (vgl. BGHZ 66, 217, 218 [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74]; 111, 14, 16 [BGH 15.03.1990 - III ZR 131/89];… BGH, Urt. v. 3. Juni 1992 - VIII ZR 138/91VIII ZR 138/91, ZIP 1992, 930, 932; Schricker JZ 1970, 265, 267 m.w.N.).
Es ist anerkannt, daß bei der Vermögensübernahme von seiten eines Konkursverwalters eine Haftung aus § 419 BGB ausscheidet (vgl. RGZ 58, 166, 168; BGHZ 66, 217, 228 [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74]; 104, 151, 153).
Einen solchen Anspruch konnte er freilich vorrangig vor der Erfüllung der Gläubigeransprüche aus dem übernommenen Vermögen befriedigen (vgl. RG WarnR 1914 Nr. 213; RGZ 82, 273, 278; 139, 199, 202, 204; BGHZ 66, 217, 226 [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74];… BGH, Urt. v. 15. Juni 1962 - VI ZR 268/61, WM 1962, 962, 964 f; v. 7. Juni 1984 - I ZR 47/82, WM 1984, 1060, 1063;… Erman/Westermann aaO § 419 Rdn. 26;… MünchKomm/Möschel aaO § 419 Rdn. 46, 47;… Staudinger/Kaduk aaO § 419 Rdn. 136, 138, 146;… Staudinger/Marotzke aaO § 1991 Rdn. 13, 19, 20).
Das Berufungsgericht erkennt zwar zutreffend, daß nach allgemeiner Meinung § 25 Abs. 1 HGB und § 419 BGB nicht anwendbar sind, wenn der Konkursverwalter das Unternehmen des Gemeinschuldners veräußert (BGHZ 66, 217, 228 [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74];… Urt. v. 1. Dezember 1986 - II ZR 287/85, NJW 1987, 1019, 1020 = BGHR BGB § 419 Abs. 1»Nachlaßwerwaltung 1« - für den Nachlaßverwalter - RGZ 58, 166; BAG NJW 1966, 1984;… Staub/Hüffer, HGB 4. Aufl. § 25 Rdnr. 60;… Baumbach/Duden/Hopt, HGB 27. Aufl. § 25 Anm. 3 C c;… Schlegelberger/Hildebrandt, HGB 5. Aufl. § 25 Rdnr. 8;… Jaeger/Henckel, KO 9. Aufl. § 1 Rdnr. 16;… Kuhn/Uhlenbruck, KO 10. Aufl. § 1 Rdnr. 80e;… Kilger, KO 15. Aufl. § 1 Anm. 3. C d).
Vermögen i.S. des § 419 BGB ist die Gesamtheit aller geldwerten Güter des Übertragenden, wobei auf das Aktivvermögen ohne Abzug der Schulden abzustellen ist (vgl. BGHZ 62, 100 f.; Senatsurteil BGHZ 66, 217, 220 f. [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74]; BGHZ 93, 135, 138 f.) [BGH 06.12.1984 - X ZR 103/83].
Die Vorschrift geht von der Übertragung eines Gesamtvermögens aus, gilt aber auch dann, wenn der Schuldner nahezu sein ganzes Vermögen überträgt (Prot. I 428; BGHZ 27, 257, 260 f.; Senatsurteil BGHZ 66, 217, 218 f.) [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74].
Ob die Verpflichtungen aus dem Meistgebot nach dem Grundgedanken des § 419 BGB, daß auf das übernommene Aktivvermögen abzustellen ist, in diesem Zusammenhang überhaupt (ganz oder teilweise) berücksichtigungsfähig sind, wie die Beklagte unter Hinweis darauf meint, daß der wirtschaftliche Wert des Rechts aus dem Meistgebot als Zugriffsobjekt für den Gläubiger im Umfang der zu übernehmenden Verpflichtungen gemindert sei, kann dahinstehen (vgl. insoweit insbesondere Senatsurteil BGHZ 66, 217, 220 f.) [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74].
Hingegen entspricht es nicht dem Sinn des § 419 BGB, einem Gläubiger, der in das Vermögen seines Schuldners ohnehin nicht mehr vollstrecken konnte, in dem Vermögensübernehmer einen zusätzlichen Schuldner zu geben (vgl. BGH Urteil vom 8. Mai 1963 - VIII ZR 12/62 = BGHWarn 1963 Nr. 99 = LM BGB § 419 Nr. 16; Senatsurteile vom 9. März 1972 - III ZR 191/69 = BB 1972, 729 = WM 1972, 610, 611 und BGHZ 66, 217, 220 [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74]/221).
Auch für den hier vorliegenden Fall, daß dem Sicherungsgeber zeitlich nach der Sicherungsübereignung ein von dieser gesichertes Darlehen gewährt wurde, kommt es damit nicht darauf an, ob ein Darlehen nach dem Sinn und Zweck des § 419 BGB überhaupt ein als Zugriffsobjekt für die Gläubiger in Betracht kommender gleichwertiger Gegenwert sein kann (vgl. dazu BGHZ 66, 217, 219, 220; 80, 296, 301, 302).
Bietet das angeblich übernommene Vermögen keine Vollstreckungsmöglichkeit, ist die Klage abzuweisen (Senat, BGHZ 66, 217, 222) [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74].
Ob das übernommene Vermögen deshalb keine Vollstreckungsmöglichkeit bietet, weil der Beklagte von seinem Vorwegbefriedigungsrecht wegen seiner angeblichen Darlehensforderungen Gebrauch machen kann, darf, da die Klägerin die Forderungen bestritten hat, der Entscheidung im Vollstreckungsverfahren vorbehalten bleiben (vgl. BGHZ 66, 217 [BGH 19.02.1976 - III ZR 75/74]).
BGH, 01.12.1986 - II ZR 287/85
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Vertragliche Übertragung des im wesentlichen ganzen Vermögens - Berücksichtigung …
OLG Celle, 15.06.1977 - 3 U 96/76

References: § 419
 § 729
 § 1365
 § 35
 § 1365
 § 1365
 § 419
 § 419
 § 419
 § 419
 § 419
 § 419
 § 419
 § 49
 § 49
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 § 1991
 § 1978
 § 1979
 § 419
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 § 419
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 § 1991
 § 25
 § 419
 § 419
 § 25
 § 25
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 § 1
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 § 419
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 § 419
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 § 419
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