Source: https://www.gomopa.net/Finanzforum/aktien/carpevigo-holding-ag-p942865240.html
Timestamp: 2018-08-20 10:51:42+00:00

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Carpevigo Holding AG - Aktien - Finanznachrichten
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Die Carpevigo Holding AG (ISIN: DE000A1MBGZ3) ist seit heute im Marktsegment m:access der Börse München gelistet. Die Carpevigo Holding AG ist die Dachgesellschaft der Carpevigo-Gruppe, ein Projektierer und Betreiber von Kraftwerken für photovoltaische Stromerzeugung.
Ende der vergangenen Woche trat die Carpevigo AG mit dem Eingeständnis an die Öffentlichkeit, die Solar-Krise habe nunmehr auch die Carpevigo-Gruppe erfasst. Die zum 30.06.2013 anstehende Zinsfälligkeit könne nicht mehr erfüllt werden. Die Gesellschaft müsse zur Meidung einer Insolvenz Maßnahmen zur Sanierung und Restrukturierung ergreifen. Sie strebe deshalb im Rahmen eines geordneten Sanierungsprozesses die Änderung der Anleihebedingungen an u. a. mit dem Ziel der Ermäßigung der Zinslast und der Stundung der Rückzahlung diverser Inhaberschuldverschreibungen.
* Jens Graf, Rechtsanwalt
Aber ich bräuchte schnelle und und gute Info über die fallierende Anleihe von Carpevigo und über Hintergründe und Aussichten.
«Das Wetter sei schlecht gewesen für die Solaranlagen». Das kann's ja wohl nicht sein.
Ich habe selber grosse PV-Anlagen (1 MW) und muss Sonnenschwankungen auch durchstehen. Was muss da alles nur bereits krank gewesen sein, dass ein paar Wolken eine Firma in den Abgrund reissen können?
Erstaunlicherweise war der Anleihekurs aber sehr stabil bis zum Pleite-Eingeständnis letzte Woche. (Aussetzung Zinsen usw.)
CARPEVIGO: Teilnahme an Gläubigerversammlungen wichtig
Die Carpevigo AG und die Carpevigo Holding AG versuchen, über Gläubigerversammlungen die Insolvenz zu vermeiden. Erforderlich hierfür sind rechtsgültige Beschlussfassungen in den Versammlungen vom 18.7.2013. Wegen der unvermeidbar kurzen Ladungsfristen und der verstreuten Struktur der Anleihegläubiger besteht die Gefahr, dass die Versammlungen nicht beschlussfähig sind. Um die nach dem Vorschlag des Vorstands unerlässlichen Maßnahmen verbindlich beschließen zu können, ist unter anderem ein Quorum von mindestens 50 % des Nominalbetrages der Anleihen erforderlich. Entsprechend viele Gläubiger müssen entweder persönlich anwesend oder rechtswirksam vertreten sein. Sonst besteht die Gefahr, dass - mangels Beschlussfähigkeit - der Gang zum Insolvenzgericht unumgänglich wird.
(Sie können diese E-Mail Adresse erst sehen, wenn Sie mindestens Premium-User sind.)) wenden. Die Vordrucke werden auch in Kürze auf der Homepage zum Download verfügbar sein (www.carpevigo.de).
Carpevigo versucht, den Sanierungsprozess möglichst transparent und ohne das sonst verbreitete Zurückhalten von Informationen zu gestalten. Angesichts der besonderen Eilbedürftigkeit wird in der aktuellen Situation aber darum gebeten, Anfragen, Vorschläge und Überlegungen zu einem umfassenden Sanierungskonzept zurück zu stellen, bis die derzeit vorgeschlagenen Entscheidungen in den Gläubigerversammlungen - im ersten Schritt - die akute Insolvenzgefahr beseitigt haben. Im zweiten Schritt werden die sodann bestehenden Alternativen sorgfältig zu prüfen und abzuwägen sein. Es gibt die grundsätzliche Vorgabe, die Rechte der Anleihegläubiger entsprechend den Anleihebedingungen zu wahre und jene, die den Sanierungsprozess mittragen, über Instrumente wie Genussscheine oder ähnliche Rechte am erhaltenen Unternehmenswert zu beteiligen.
Userkommentar w:o
Gut das es den Treuhänder gibt: aber ihr müsst eure Ansprüche dort auch anmelden. Hier informatorisch einen Auszug aus dem Treunhandvertrag:
§ 2. AUFGABEN DES TREUHÄNDERS
§ 2.1 Der Treuhänder nimmt für die Anleihegläubiger alle zur Übernahme und Verwaltung der Sicherheiten erforderlichen Maßnahmen wahr. Er übt nach Maßgabe dieses Vertrages die Gläubigerrechte und – pflichten gegenüber den Sicherungsgebern aus.
§ 2.2 Der Treuhänder hat die Sicherheiten als Treuhandvermögen getrennt von seinem sonstigen Vermögen zu halten und zu verwalten
§ 2.3 Der Treuhänder ist berechtigt, Untervollmachten zu erteilen oder sich zur Ausführung der ihm übertragenen Aufgaben geeigneter Erfüllungsgehilfen zu bedienen.
§ 2.4 Der Treuhänder ist berechtigt und verpflichtet, die Freigabe der Sicherheiten durch Bewilligung der Löschung im Grundbuch, Abtretung an Dritte, Rückübertragung an den Sicherungsgeber zu erklären, wenn
a) die Emittentin die zu sichernde Anleihe an den Anleihegläubiger zurückgezahlt hat oder
b) eine andere bedingungsgemäße Sicherheit für den Treuhänder bestellt ist.
wichtig ist das er die Rechte der Anleihegläubiger auch auf der Gläubigerversammlung mit nachdruck vertritt....sonst!!
§ 8. HAFTUNG DES TREUHÄNDERS
§ 8.1 Der Treuhänder ist verpflichtet, mit der berufsüblichen Sorgfalt zu handeln. Eine Haftung des Treuhänders ist auf grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz beschränkt.
§ 8.2 Schadensersatzansprüche gegen den Treuhänder – gleich aus welchen Gründen – verjähren in drei Jahren nach ihrer Entstehung, soweit nicht kraft Gesetzes eine kürzere Verjährung gilt.
§ 8.3 Der Treuhänder übernimmt keine Haftung für den Eintritt der vom Anleihegläubiger mit seiner Anleihe und mit den als Sicherheit dienenden Sicherheiten angestrebten wirtschaftlichen und steuerlichen Ergebnisse. Insbesondere übernimmt er weder eine Haftung für die Bonität der Emittentin noch für die Werthaltigkeit der Sicherheiten und des
mit diesen belasteten Grundstücken. Insbesondere kann der Treuhänder nicht für die Erfolge der von der Emittentin geplanten Investitionen sowie für den Eintritt der vom Anleihegläubiger oder von der Emittentin verfolgten Ziele haften.
Er haftet ferner nicht für die Erfüllung der Verpflichtungen, die die Emittentin gegenüber den Anleihegläubigern sowie Vertragspartnern gegenüber der Emittentin haben. Der Treuhänder hat an der Konzeption und Erstellung eines diesem Vertrag zugrunde liegenden Verkaufsprospektes über die Anleihe und über die zur Sicherheit bestellten Sicherheiten
nicht mitgewirkt und dessen Aussagen nicht auf ihre Übereinstimmung mit den tatsächlichen Gegebenheiten überprüft. Die Emittentin erkennt an, dass der Treuhänder zu einer solchen Prüfung auch nicht verpflichtet war. könnte es ungemütlich werden
Das Ding ist schon immer auf hölzernen Füssen gestanden und nun ist die Luft raus. Das war ein Luftschloss. Hab die schon seit Jahren beobachtet und immer mit dem Ende gerechnet und nun ist es soweit. Meine persönliche Meinung für die die investiert sind. "Rettet was noch zu retten ist"
Gestern sind die letzten Versammlungen der Carpevigo Gruppe über die Bühne gegangen in Liechtenstein.
Folgendes hat sich klar herausgestellt: Bezüglich der Liechtensteiner Gesellschaft (die drei Anleihen hat), trägt der Verwaltungsrat wenig Verantwortung am Desaster. Fritz Frederic Keller ist in Ordnung, er hat sich da eher in etwas hereinreiten lassen und ist unglücklich damit.
Jens F. Neureuther ist der alleine Herrscher, Geschäftsführer, bestimmende Kraft in der ganzen Gruppe. Er hat die Gruppe an den Rand der Zahlungsfähigkeit, einen Millimeter vor die Insolvenz gebracht.
Er stellt sich gerne dar als «Opfer» der Solarkrise. Carpevigo sei Opfer von Sippenhaftung. «Die Banken würden nicht mehr finanzieren», jammert er. Das ist alles nur sehr beschränkt wahr. Tatsache ist: Die Banken sind nach wie vor an Solaranlage-Finanzierung interessiert, aber schauen genauer hin und finanzieren solche Gebilde wie die Carpevigo Gruppe es ist, nicht mehr. Sie hat viel zu hohe Kostenstrukturen und zu hohe Kapitalkosten, die durch hohe Weichkosten der Kapitalbeschaffung noch vergrössert worden sind. Carpevigo hat wahrscheinlich eher keine seriöse Bilanzgrundlage mehr, sondern hat auf Jonglage gewirtschaftet hat. Neureuther hat sich als «internationalen Solar Zampanoo» gesehen, seine Auslandexpansion wurde grossspurig angekündigt und gefeiert in den Firmennews, ist aber im Wesentlichen gescheitert und hat vor allem viel Geld gekostet. Insofern ist auch Neureuthers Aussage, alle Schwierigkeiten seinen bis vor kurzem nicht veraussehbar gewesen, sehr in Zweifel zu ziehen.
Dass es anders geht, zeigt die finanzielle Gesundheit von vielen Hunderten Solarbetreibern, die oft, aber durchaus nicht immer, «Bürgerbeteiligungs-Charakter» haben. Aber diese arbeiten seriöser und weniger grossspurig.
Es ist ganz klar festzustellen: Die Solarkrise ist in erster Linie eine industrielle Krise der Hersteller. Es ist keine Betreiberkrise (vor allem in Deutschland nicht) und es ist auch nur eine halbe Projektgeschäftskrise.
«Das Wetter sei schlecht gewesen» - auch das eine richtige Feststellung, aber ohne weitere Relevanz. Natürlich war der Unterschied zwischen «Super-Sonne-Frühling 2012» und «Wolkenfrühling 2012» und hinterlässt in jeder Kasse von jedem Solarbetreiber schmerzliche Spuren. Aber diese statistisch zufällige hohe Jahres-Differenz zu einem «Loch von einer Million» (Neureuther) aufzublasen, ist absurd. Jedermann weiss, dass die Erträge, die Neureuther zum Vergleich nimmt (Frühjahr 2012), ausnehmend gut waren und nicht so schnell wiederkehren.
Nein, man muss eher die Frage stellen, wie krank eine Betreibergesellschaft sein muss, die hochgradig «aus dem letzten Hosensack pfeifen», wenn sie eine normale Jahresschwankung an Wolken nicht wegstecken kann. «Hochwasser» argumentiert Neureuther, weil es noch ein bisschen bedrohlicher klingt. Carpevigo hat zum Glück gar nichts zu tun mit Hochwasser.
Der «begleitende Anwalt», der de facto eine halbe Rolle als Zwangsverwalter hat, will verständlicherweise unbedingt die Insolvenz verhindern.
Wichtig ist einmal die Feststellung, dass Jens F. Neureuther die alleinige finanzielle Bestimmung verloren hat und jede Ausgabe über 3000 Euro vom Anwalt absegnen lassen muss.
Die Informationspolitik ist skandalös. Neureuther hat es fertig gebracht, ohne eine einzige Zahl zu Schulden und Werten, zu Verflechtungen, Guthaben usw., ohne aktuelle Bilanzen, ohne Geschäftsbericht, die Versammlungen über die Bühne zu bringen. In einer impertinent frechen Art kommt er und sagt: "Ich sage Euch nichts über den Zustand der Firma. ich liefere keine einzige Zahl, Ihr könnt zustimmen oder verliert alles, weil dann morgen Insolvenz angemeldet wird". Diese Chuzpe will erst einmal gelernt sein.
Es sind drei Gläubiger-Vertreter gewählt (noch nicht ganz gesicherte Information), da Carpevigo es auch fertigbringt, die Resultate der Versammlungen vorläufig geheim zu behalten.
Diese ganze Geheimwirtschaft zerstört jedes Vertrauen der Anleger. Eine wichtige vertrauensbildende Massnahme wird sein, Jens F. Neureuther zu entlassen. Das muss allen klar werden. Er kann den notwendigen Kulturwandel von «Big-Champion-Solar-Spiel» zu «knochentrockener Abwicklung zugunsten der Anleger» nicht schaffen. Seine Persönlichkeit steht ihm da grundsätzlich im Wege.
Frage sei erlaubt: Haben nicht praktisch alle in den letzten 12 Jahren schnell gross gewordenen und schnell zusammengekrachten Finanzjongleure Firmengeflechte und undurchsichtige Finanzlagen geschaffen, die ähnlich sind zur Lage bei Carpevigo?
Wie viel Millionen in den letzten Jahren weggeflossen sind in Form von Kapitalmarkt- und anderen Provisionen, von Vergütungen auf diversesten Firmenebenen, von Consulting-Verträgen, von grossspurigem Sponsoring bis Champion-League – das kann man nur erahnen.
Es gibt Leute, die reden da von Strafprozessen, von Verantwortlichkeitsklagen. Ich habe da keine Meinung, ich bin nicht Jurist. Ich bin da eher pragmatisch: dieses Geld ist eh weg. Übrig bleiben einige Anlagen.
Die Gläubigervertreter und der begleitende Anwalt haben nun die nicht dankbare Aufgabe, die Sache im Interesse der Anleihegläubiger eine mindestens eine Zeitlang anhaltende Fortführung zu ermöglichen. Sie werden in relativ kurzer Zeit enorm viel nachzuholen haben, um die skandalöse Nicht-Informationspolitik auszugleichen.
Die Gläubigervertreter werden erst einmal eine Art Inventur machen müssen. Natürlich gibt es Werte, die Anlagen sind ja da mit berechenbarem Cash-Flow und gut berechenbaren Werten.
Für die Aktionäre gibt es keine Perspektive. Einsicht: Totalverlust. Die Aktionäre können jetzt schon den Banken den Auftrag geben, die Aktien aus den Depots als Totalverlust auszubuchen. Da ist nichts mehr zu holen, auch wenn Jens F. Neureuther träumt von langjähriger Fortsetzung der Firmengruppe unter seiner Leitung.
Das soweit mal als Info der Versammlungen. Auf offizielle Protokolle, so ist zu befürchten, ist lange zu warten.
Zu befürchten ist auch, das es die auf den Webseiten der Carpevigo Holding für die Anleger versprochene Analyse (die auf Verlangen und Nachweis der Legitimation als Anleger einfordert werden könne) gar nicht gibt. Keiner hat sie gesehen. Doch dass ich sie trotz mehrfacher Anforderung nicht habe, sei «ein bedauerlicher Einzelfall-Fehler» - so Neureuther gestern.
«Die Liechtensteiner Gesellschaft habe sie nicht geliefert» - das war die letzte der Ausreden. Man muss wissen, die Liechtensteiner Gesellschaft ist eine reine Papiergesellschaft (Finanzierungsgesellschaft) ohne jede operative Funktion.
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§ 8

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