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Timestamp: 2016-09-30 22:12:38+00:00

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Interdisziplinäres Seminar: Nachträge am Bau - Interdisziplinäre Seminare - Seminare - bauleiterschulung.de
Nachträge am Bau beschäftigen Praktiker, Baujuristen und Gerichte ständig. Eine Hauptursache besteht in unvollständigen bzw. unklaren oder widersprüchlichen Baubeschreibungen und dem Umstand, dass heutzutage oftmals baubegleitend geplant wird. Dabei wird sehenden Auges in Kauf genommen, dass während der Ausführungsphase über geänderte bzw. zusätzliche Leistungen sowie deren Vergütung gestritten wird. Nachträge sind ein interdisziplinäres Thema, weil neben den rechtlichen Voraussetzungen für einen Nachtragsanspruch, dessen Höhe aus der Auftragskalkulation abgeleitet werden muss.
Im ersten Teil des Seminars geht es um rechtliche Grundlagen. Die Teilnehmer sollen erkennen, welche einzelnen Schritte beachtet werden müssen, um Nachtragsansprüche durchsetzen zu können. Im Vordergrund stehen dabei die bausolländernden Anordnungen des Auftraggebers, Vollmacht- und Stellvertretungsfragen sowie Leistungsverweigerungsrechte bei Streit über Nachtragsforderungen. Im Anschluss daran werden die Nachtragsbestimmungen der VOB/B (§ 2 Abs. 5 und Abs. 6) sowie die Preisanpassungsregelungen beim Einheits- und Detailpauschalpreisvertrag (§ 2 Abs. 3 und 7 VOB/B) erläutert. Am Ende des rechtlichen Teils geht der Referent auf die zentrale Bedeutung der Auslegung des Vertrages bei unklaren oder widersprüchlichen Baubeschreibungen anhand von Beispielen aus der Rechtsprechung ein.
Der baubetriebliche Teil des Seminars behandelt die Berechnung von Nachtragsansprüchen der Höhe nach. Oftmals ist Auftragnehmern nicht ausreichend bekannt, dass es dabei nicht auf eine „ortsübliche“ oder „angemessene“ Vergütung ankommt, sondern der Anspruch vorkalkulatorisch ermittelt werden muss. Deshalb kommt der Auftragskalkulation, die analog fortgeschrieben werden muss, entscheidende Bedeutung zu. Der Referent wird anhand konkreter Beispiele aus der Praxis erläutern, wie eine baubetrieblich plausible Nachtragskalkulation aussehen sollte.
1. Stationen eines technischen Nachtrages
Notwendigkeit einer wirksamen Anordnung: Wer hat Vollmacht?
Anzeige der Mehrkosten dem Grunde nach/Erstellung eines Nachtragsangebotes
Leistungsverweigerungsrecht bei Beauftragung dem Grunde nach
Rechtzeitige Abrechnung von Nachtragsleistungen/Leistungsverweigerungsrechte des AN bei Akontozahlungen oder Zahlungsverweigerung des AG
2. Die Nachtragsvorschriften der VOB/B
Anordnungsrechte des AG nach § 1 Abs. 3 und Abs. 4 VOB/B
Anspruch des AN auf geänderte oder zusätzliche Vergütung nach § 2 Abs. 5 oder Abs. 6 VOB/B
Leistungen ohne Anordnung (§ 2 Abs. 8 VOB/B)
3. Preisanpassungsbestimmungen der VOB/B
Beim Einheitspreisvertrag gemäß § 2 Abs. 3 VOB/B
Beim Detail-Pauschalpreisvertrag gemäß § 2 Abs. 7 VOB/B
4. Technik der Auslegung unklarer oder widersprüchlicher Bausollbestimmungen anhand von Beispielen aus der Rechtsprechung
Was bedeutet Auslegung nach dem „objektiven Empfängerhorizont“?
Bedeutung des Wortlauts nach dem Verständnis der einschlägigen Verkehrskreise
Widerspruch zwischen den Vorbemerkungen des LV´s und dem Positionstext
Widerspruch zwischen textlicher Beschreibung und zeichnerischer Darstellung einer Leistung
Unterscheidung zwischen Nebenleistungen und Besonderen Leistungen nach den Ziffern 4 der DIN 18299 ff. (VOB/C)
B. Baubetrieblicher Teil
5. Grundsätze der Kalkulation
6. Grundsätze der Preisfortschreibung
Kalkulation der Bezugsposition im Auftrag
Feststellung der Änderungen
Neuberechnung des Einheitspreises durch Preisfortschreibung
7. Nachtragsleistungen: geänderte und zusätzliche Leistungen gemäß § 2 Abs. 5 und 6 VOB/B
Konkrete Anwendungsbeispiele für die Praxis
Erörterung der Problematik Bezugsposition
Unterschiedliche Sichtweisen zur Berücksichtigung von Gemeinkosten
8. Preisanpassung: Mengenänderungen gemäß § 2 Abs. 3 VOB/B
Anwendung nur bei anordnungsloser Mengenänderung
Vorschriften gemäß Vergabehandbüchern (VHB Hochbau, HVA-StB Straßenbau, VHB-W Wasserbau)
Projektbezogener Gemeinkostenausgleich unter Berücksichtigung der Bauzeit
9. Selbstübernahme gemäß § 2 Abs. 4 VOB/B
Abrechnung der Selbstübernahme wie bei Teilkündigung gemäß § 8 Abs. 1 VOB/B
Feststellung der selbstübernommenen/teilgekündigten Leistung (nicht-erbrachte Leistung)
Ermittlung der nicht-ersparten Aufwendungen je Kostenart
07.11.2016 Seminarunterlagen
Seminar bei uns 380 € pro Teilnehmer Seminar bei Ihnen (innerhalb Berlin/Brandenburg) 2.800 € Seminar bei Ihnen (außerhalb Berlin/Brandenburg) 2.950 € zzgl. Reisekosten
Anmeldung Interdisziplinäres Seminar: Nachträge am Bau

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