Source: https://gesetze-in-app.de/StGB/232
Timestamp: 2019-08-18 19:48:33+00:00

Document:
1.diese Person ausgebeutet werden soll
a)bei der Ausübung der Prostitution oder bei der Vornahme sexueller Handlungen an oder vor dem Täter oder einer dritten Person oder bei der Duldung sexueller Handlungen an sich selbst durch den Täter oder eine dritte Person,
b)durch eine Beschäftigung,
c)bei der Ausübung der Bettelei oder
d)bei der Begehung von mit Strafe bedrohten Handlungen durch diese Person,
2.diese Person in Sklaverei, Leibeigenschaft, Schuldknechtschaft oder in Verhältnissen, die dem entsprechen oder ähneln, gehalten werden soll oder
3.dieser Person rechtswidrig ein Organ entnommen werden soll.Ausbeutung durch eine Beschäftigung im Sinne des Satzes 1 Nummer 1 Buchstabe b liegt vor, wenn die Beschäftigung aus rücksichtslosem Gewinnstreben zu Arbeitsbedingungen erfolgt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu den Arbeitsbedingungen solcher Arbeitnehmer stehen, welche der gleichen oder einer vergleichbaren Beschäftigung nachgehen (ausbeuterische Beschäftigung).
1.mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List anwirbt, befördert, weitergibt, beherbergt oder aufnimmt oder
2.entführt oder sich ihrer bemächtigt oder ihrer Bemächtigung durch eine dritte Person Vorschub leistet.
2.der Täter das Opfer bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder durch die Tat oder eine während der Tat begangene Handlung wenigstens leichtfertig in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung bringt oder
3.der Täter gewerbsmäßig handelt oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat.In den Fällen des Absatzes 2 ist auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen, wenn einer der in Satz 1 Nummer 1 bis 3 bezeichneten Umstände vorliegt.
BVerfG, vom 4.0.1975, Az. 2 BvR 782/78 1. Wenn der Gesetzgeber in § 232 Abs 1 Satz 1 StGB die Strafverfolgung - hinreichenden Tatverdacht und das Fehlen eines Strafantrags vorausgesetzt - zusätzlich an das Vorliegen eines 'besondern öffentlichen Interesses' geknüpft hat, so beruht dies erkennbar auf der Erwägung, daß 'Staatsanwaltschaft und Gericht nicht gezwungen' sein sollen, 'Zeit und öffentliche Mittel an Verfahren zu vergeuden, die wegen der Geringfügigkeit des Gegenstandes solchen Aufwand nicht rechtfertigen' (BGHSt 16, 225 (229)).
BVerfG, vom 4.0.1975, Az. 2 BvR 782/78 b) Diese Auslegung des § 232 Abs 1 Satz 1 StGB in Verbindung mit den einschlägigen Vorschriften der Verfahrensordnungen entspricht gefestigter höchstrichterlicher Rechtsprechung (RGSt 77, 17 (20); BGH bei Dallinger, MDR 1952, S 16 (17); BGHSt 16, 225 (228ff); vgl auch BVerwG, NJW 1959, S 448; ebenso OLG Hamm, JMBl NRW 1951, S 196; Anderer Meinung OLG Bremen, NJW 1961, S 144; einschränkend OLG Celle, MDR 1961, S 251) und wird auch von Vertretern des Schrifttums für zutreffend gehalten (Dreher/Tröndle, StGB, 38. Aufl, 1978, § 232 Rdnr 4; Lackner, StGB, 12. Aufl, 1978, § 232 Anm 3c; Pfeiffer-Maul-Schulte, StGB, 1969, § 232 Anm 2; Preisendanz, StGB, 30. Aufl, 1978, § 232 Anm 2a; Anderer Meinung zB Hirsch, in: Leipziger Kommentar, 9. Aufl, 1974, § 232 Rdnr 9; Stree, in: Schönke-Schröder, StGB, 19. Aufl, 1978, § 232 Rdnr 3; Havekost, DAR 1977, S 289ff; Vogel, NJW 1961, S 761ff; v Weber, MDR 1963, S 169 (170); vgl auch Strubel/Sprenger, NJW 1972, S 1734 (1737); Thierfelder, NJW 1962, S 116).
BVerfG, vom 4.0.1975, Az. 2 BvR 782/78 cc) Der Annahme grundsätzlicher Unüberprüfbarkeit staatsanwaltschaftlicher Erklärungen nach § 232 Abs 1 Satz 1 StGB stehen auch Rechte des Verletzten nicht entgegen (vgl BGHSt 16, 225 (229f)).

References: § 232
 § 232
 BGH 
 § 232
 § 232
 § 232
 § 232
 § 232
 § 232
 § 232