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Timestamp: 2019-07-16 22:56:00+00:00

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BFH v. 24.02.2010 - II R 6/08 - NWB Urteile -
BFH v. 24.02.2010 - II R 6/08
BFH v. 24.02.2010 - II R 6/08 BStBl 2010 II S. 994
Maßgeblichkeit von zulässigem Gesamtgewicht und Nutzlast für Pkw-Besteuerung; Abgrenzung zwischen einem Pkw und einem Lkw
Gesetze: KraftStG § 2 Abs. 2 Satz 1KraftStG § 8 Nr. 1 und 2PBefG § 4 Abs. 4 Nr. 1
Instanzenzug: FG des Landes Sachsen-Anhalt vom 12. Dezember 2007 2 K 1099/06 BFH II R 6/08 (Verfahrensverlauf), BFH - II R 6/08, Verfahrensverlauf
2Mit Bescheid vom 12. Oktober 2005 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt —FA—) die Kraftfahrzeugsteuer für die Zeit ab dem 16. August 2005 ausgehend von der Fahrzeugart PKW auf jährlich 464 € fest.
8Die Revision des Klägers ist unbegründet und deswegen zurückzuweisen (§ 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung —FGO—).
91. Das FG hat ohne Rechtsverstoß entschieden, dass das Fahrzeug des Klägers nicht als „anderes Fahrzeug” i.S. des § 8 Nr. 2 KraftStG (hier als LKW) nach dem Gewicht zu besteuern ist, sondern als PKW der emissionsbezogenen Hubraumbesteuerung gemäß § 8 Nr. 1 KraftStG unterliegt. Es hat zutreffend erkannt, dass für die Abgrenzung zwischen LKW und PKW dem Fahrzeuggewicht sowie der Zuladung maßgebliche Bedeutung zukommt.
10a) Das KraftStG enthält keine ausdrückliche Definition des PKW; es verweist in § 2 Abs. 2 Satz 1 lediglich auf die „jeweils geltenden verkehrsrechtlichen Vorschriften, wenn nichts anderes bestimmt ist”. Die verkehrsrechtlichen Vorschriften enthalten keine ausdrücklichen Bestimmungen des Begriffs des PKW oder des LKW. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat insoweit mehrfach entschieden, dass sich weder aus der Richtlinie 2001/116/EG der Kommission vom 20. Dezember 2001 zur Anpassung der Richtlinie 70/156/EWG des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Betriebserlaubnis für Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeuganhänger an den technischen Fortschritt noch aus anderen verkehrsrechtlichen Vorschriften entsprechende Begriffsbestimmungen ergeben (Entscheidungen vom 1. Oktober 2008 II R 63/07, BFHE 222, 100, BStBl II 2009, 20; vom 23. Februar 2007 IX B 222/06, BFH/NV 2007, 1351; vom 21. August 2006 VII B 333/05, BFHE 213, 281, BStBl II 2006, 721, und vom 28. November 2006 VII R 11/06, BFHE 215, 568, BStBl II 2007, 338, jeweils m.w.N.).
11Der höchstrichterlichen Rechtsprechung liegt vielmehr ein eigenständiger kraftfahrzeugsteuerrechtlicher PKW-Begriff zugrunde, der auf die ursprüngliche Begriffsbestimmung in § 10 Abs. 2 des KraftStG i.d.F. vom 30. Juni 1955 (BGBl I 1955, 418, 420) zurückgreift und der nunmehr in § 4 Abs. 4 Nr. 1 des Personenbeförderungsgesetzes enthalten ist (BFH-Urteil in BFHE 222, 100, BStBl II 2009, 20). Danach ist ein PKW ein Fahrzeug mit vier oder mehr Rädern, das nach seiner Bauart und Einrichtung zur Personenbeförderung (zunächst höchstens sieben, heute höchstens neun Personen einschließlich Fahrer) geeignet und bestimmt ist (BFH-Beschlüsse in BFHE 213, 281, BStBl II 2006, 721, und vom 30. Oktober 2008 II B 60/08, nicht amtlich veröffentlicht). Diese auf historischer Betrachtung beruhende Rechtsanwendung wahrt die verfassungsrechtlichen Grenzen der richterlichen Rechtsfindung und stellt eine anerkannte Methode der Gesetzesauslegung dar (Nichtannahmebeschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 31. August 2009 1 BvR 3227/08 , BFH/NV 2009, 2124).
12Der Eignung und Bestimmung zur Personenbeförderung steht es dabei grundsätzlich nicht entgegen, dass Fahrzeuge neben der Beförderung von Personen auch dem Transport von Gepäck oder anderer Güter im privaten oder gewerblichen Bereich dienen oder zu dienen bestimmt sind, wie dies z.B. bei Kombinationskraftwagen der Fall ist. Bestandteil des Regelungsplans des historischen Gesetzgebers war es nämlich, unter bestimmten Voraussetzungen auch solche Kraftfahrzeuge als PKW zu bezeichnen, die nach ihrer Bauart und Einrichtung geeignet und bestimmt waren, nicht nur Personen (einschließlich ihres üblichen Gepäcks) zu befördern, sondern einem weiteren Hauptzweck zu dienen ( BFH-Urteil vom 22. Juni 1983 II R 64/82 , BFHE 138, 493, BStBl II 1983, 747).
BMF 15.10.2010 - S 6104
FG Sachsen-Anhalt 12.11.2013 - 4 K 993/10
FG Sachsen-Anhalt 2.10.2013 - 2 K 512/11
FG Hamburg 16.9.2013 - 2 K 50/13
FG Münster 27.8.2013 - 13 K 1889/12 Kfz
FG Münster 13.6.2013 - 13 K 3612/09 Kfz
BFH 5.12.2012 - II R 23/11
BFH 29.8.2012 - II R 7/11
FG Thüringen 14.12.2011 - 4 K 639/10
BFH 15.7.2011 - III B 13/11
FG Sachsen-Anhalt 4.5.2011 - 2 K 111/08
FG Münster 15.11.2010 - 13 K 1194/08 Kfz
FG Sachsen-Anhalt 12.12.2007 - 2 K 1099/06
BStBl 2010 II Seite 994
BFH/NV 2010 S. 1050 Nr. 5
BFH/PR 2010 S. 277 Nr. 7
BStBl II 2010 S. 994 Nr. 18
DB 2010 S. 1050 Nr. 19
DStRE 2010 S. 626 Nr. 10
HFR 2010 S. 618 Nr. 6
NWB-Eilnachricht Nr. 18/2010 S. 1398
StB 2010 S. 180 Nr. 6
[GAAAD-40999]
BFH v. 24.02.2010 - II R 6/08 ablegen in?

References: § 2
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