Source: https://de.openlegaldata.io/case/bsg-2010-12-08-b-6-ka-3609-r
Timestamp: 2019-03-25 06:05:54+00:00

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Urteil vom Bundessozialgericht (6. Senat) - B 6 KA 36/09 R - Open Legal Data
Urteil vom Bundessozialgericht (6. Senat) - B 6 KA 36/09 R
1. In dem Planungsbereich, für den der Kläger seine Zulassung begehrt, bestehen für die Arztgruppe der Fachärzte für Chirurgie, der sowohl die Fachärzte für Allgemeine Chirurgie als auch die Fachärzte für Gefäßchirurgie zugeordnet sind, Zulassungsbeschränkungen wegen Überversorgung. Diese sind vom Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen gemäß § 103 Abs 1 und 2 SGB V angeordnet worden (siehe Beschlüsse des Landesausschusses seit dem Stichtag 31.12.2006, Rheinisches Ärzteblatt 9/2007 S 75; 1/2008, S 52; 1/2009, S 57; 8/2009, S 61; 7/2010 S 55 f). Die dem zugrunde liegenden Berechnungen der Überversorgung und das dafür in §§ 9 ff BedarfsplRL festgelegte Verfahren sind rechtlich nicht zu beanstanden, wie das BSG mehrfach entschieden hat (vgl zB - betr Psychotherapeuten - BSG SozR 4-2500 § 101 Nr 1 RdNr 10 ff , Beschluss vom 4.5.2004 - 1 BvR 749/04 -> und BSG, Urteil vom 23.6.2010 - B 6 KA 22/09 R - RdNr 11, zur Veröffentlichung in SozR 4-2500 § 101 Nr 8 vorgesehen, so im Folgenden zitiert).
In solchen Planungsbereichen, in denen die Zulassung von Ärzten wegen Überversorgung beschränkt ist, sind Zulassungen für die davon betroffenen Arztgruppen nur ausnahmsweise möglich, nämlich nach Maßgabe der Vorgaben des § 101 Abs 1 Satz 1 Nr 3, Nr 4, Nr 5 und des § 103 Abs 4, Abs 4a Satz 5 und Abs 7 SGB V. Durch diese Ausnahmeregelungen wird gewährleistet, dass angeordnete Zulassungssperren nicht unverhältnismäßig die Berufsausübung beschränken oder die Verwertung der Arztpraxen hindern und dass die Versorgung der Versicherten gewährleistet bleibt. Dies im Einzelnen zu konkretisieren, hat der Gesetzgeber gemäß § 101 Abs 1 Satz 1 SGB V dem Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) übertragen, der dementsprechend in der BedarfsplRL die Voraussetzungen für solche ausnahmsweisen Besetzungen zusätzlicher Vertragsarztsitze festgelegt hat (§ 101 Abs 1 Satz 1 Nr 3 SGB V iVm § 24 Buchst a bis e, § 25, § 26 BedarfsplRL). Gegen die Übertragung der Befugnis zur Normkonkretisierung auf den GBA bestehen keine durchgreifenden rechtlichen Bedenken, zumal der Gesetzgeber Inhalt, Zweck und Ausmaß der Regelung präzise vorgegeben und damit die wesentlichen Fragen selbst entschieden hat (vgl zu alledem zB BSGE 102, 21 = SozR 4-2500 § 101 Nr 3, RdNr 14 mwN; BSGE 104, 116 = SozR 4-2500 § 101 Nr 7, RdNr 11) . Auf der Grundlage der Regelungen von Gesetzgeber und GBA sind dem Zulassungsinteressenten verschiedene Möglichkeiten eröffnet, trotz Beschränkungen eine Zulassung zu erlangen, insbesondere im Wege der Praxisnachfolge (§ 103 Abs 4 SGB V), der Sonderzulassung zur Ausübung belegärztlicher Tätigkeit (§ 103 Abs 7 SGB V), der Zulassung aufgrund besonderen Versorgungsbedarfs (§ 101 Abs 1 Satz 1 Nr 3 SGB V iVm §§ 24 bis 26 BedarfsplRL) oder im Wege eines sog Job-Sharings (§ 101 Abs 1 Satz 1 Nr 4 und 5 SGB V iVm §§ 23a bis 23h BedarfsplRL; - zu diesen Möglichkeiten vgl zB BSGE 94, 181 = SozR 4-2500 § 103 Nr 2, RdNr 18; BSGE 104, 116 = SozR 4-2500 § 101 Nr 7, RdNr 10; BSG SozR 4-2500 § 101 Nr 8 RdNr 12).
c) Kommen die Zulassungsgremien zu dem Ergebnis, dass in dem Spezialbereich ein nicht gedeckter Versorgungsbedarf gegeben ist, so bedarf es noch der Bewertung, ob der Versorgungsbedarf auch dauerhaft erscheint sowie ob er sich auf die gesamte Breite des jeweiligen Spezialbereichs (Schwerpunkts usw, hier: gefäßchirurgischer Tätigkeitsbereich) erstreckt und auch für eine wirtschaftlich tragfähige Praxis ausreicht (vgl BSGE 104, 116 = SozR 4-2500 § 101 Nr 7, RdNr 19 bis 22; s auch BSGE 102, 21 = SozR 4-2500 § 101 Nr 3, RdNr 25, 29; s ferner noch unten RdNr 37). Sofern keine Anhaltspunkte für Zweifel am Vorliegen dieser Voraussetzungen bestehen, bedarf es insoweit keiner näheren Ermittlungen (BSG SozR 4-2500 § 101 Nr 6 RdNr 26). Die Dauerhaftigkeit eines Versorgungsbedarfs kann etwa dann zweifelhaft sein, wenn andere bereits zugelassene Versorger in absehbarer Zeit den Versorgungsbedarf decken werden, weil sie zB in Kürze eine entsprechende zusätzliche Schwerpunktqualifikation erlangt haben werden oder weil sie ihr bisher nur geringes Versorgungsangebot ersichtlich aufstocken (vgl zu Letzterem BSG SozR 4-2500 § 101 Nr 8 RdNr 32). Die Bewertung der Frage wirtschaftlicher Tragfähigkeit obliegt vorrangig den Zulassungsgremien, die auch insoweit einen Beurteilungsspielraum haben (vgl BSGE 104, 116 = SozR 4-2500 § 101 Nr 7, RdNr 19-22 und 33; BSG SozR 4-2500 § 101 Nr 8 RdNr 40). Sollte eine dieser Anforderungen - dauerhafter Versorgungsbedarf im Spezialbereich, Deckung seiner gesamten Breite, wirtschaftliche Tragfähigkeit - nicht erfüllt sein, könnte zur Bedarfsdeckung die Erteilung einer Ermächtigung in Betracht kommen (gemäß § 116 SGB V iVm § 31a Abs 1 Zulassungsverordnung für Vertragsärzte an entsprechend qualifizierte Krankenhausärzte oder - bei Unterversorgung - gemäß § 31 Abs 1 Ärzte-ZV auch an andere Ärztinnen bzw Ärzte; vgl BSGE 104, 116 = SozR 4-2500 § 101 Nr 7, RdNr 33; BSG SozR 4-2500 § 101 Nr 8 RdNr 40 mwN), evtl auch die Genehmigung einer Zweigpraxis (gemäß § 98 Abs 2 Nr 13 SGB V iVm § 24 Abs 3 Satz 1 ff Ärzte-ZV).
§ 31 Abs 1 Ärzte-ZV 1x (nicht zugeordnet)
6 KA 37/09 1x (nicht zugeordnet)
VwGO § 162 2x
§ 103 Abs 4, Abs 4a Satz 5 und Abs 7 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
§ 117 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
1 BvR 749/04 1x (nicht zugeordnet)
§ 24 Abs 3 Satz 3 Ärzte-ZV 1x (nicht zugeordnet)
§ 21 SGB X 1x (nicht zugeordnet)
§ 115a SGB V 4x (nicht zugeordnet)
§§ 116 SGB V, 31a Ärzte-ZV 2x (nicht zugeordnet)
§ 101 Abs 1 Satz 1 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
§ 116 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
§ 24 Abs 3 Satz 1 ff Ärzte-ZV 1x (nicht zugeordnet)
§ 101 Abs 1 Satz 1 Nr 3 SGB V 3x (nicht zugeordnet)
§ 103 Abs 4 Satz 5 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
§ 103 Abs 7 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
§ 101 Abs 1 Satz 1 Nr 4 und 5 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
6 KA 22/09 1x (nicht zugeordnet)
§ 24 Abs 3 Ärzte-ZV 1x (nicht zugeordnet)
§ 98 Abs 2 Nr 13 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
§ 21 Abs 1 Satz 1 SGB X 1x (nicht zugeordnet)
§ 19a Abs 2 Satz 1 Ärzte-ZV 1x (nicht zugeordnet)
§ 103 Abs 4 Satz 5, Abs 5 Satz 3 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
§ 103 Abs 5 Satz 3 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
VwGO § 159 2x
§ 103 Abs 1 und 2 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
§ 39 Abs 1 Satz 1 SGB X 1x (nicht zugeordnet)
§ 76 Abs 1 Satz 1 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
§ 103 Abs 4 SGB V 1x (nicht zugeordnet)
§ 119a SGB V 1x (nicht zugeordnet)
§§ 115a, 115b SGB V 2x (nicht zugeordnet)

References: § 103
 § 101
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 § 101
 § 103
 § 101
 § 24
 § 25
 § 26
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 § 103
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 § 101
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 § 101
 § 101
 § 116
 § 31
 § 31
 § 101
 § 101
 § 98
 § 24

§ 31
 § 162

§ 103

§ 117

§ 24

§ 21

§ 115

§ 101

§ 116

§ 24

§ 101

§ 103

§ 103

§ 101

§ 24

§ 98

§ 21

§ 19

§ 103

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 § 159

§ 103

§ 39

§ 76

§ 103

§ 119