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Timestamp: 2019-03-25 03:50:13+00:00

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Umsatzsteuer und Bestattungsunternehmen
Frei nach der Devise "Gestorben wird immer" mehren sich die Fälle zu diesem Thema. Nachfolgend eine Übersicht (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).
1. Bestattungsvorsorgevertrag
Schon zu Lebzeiten zahlt jemand an das Bestattungsinstitut eine vereinbarte Vertragssumme für die späteren "Beerdigungsfeiern". Das ganze wird durch Bankbürgschaft abgesichert und das Geld verzinslich angelegt.
Das Hessische FG entschied, es sei kein Darlehen, sondern Vereinnahmung einer Anzahlung nach § 13 Abs. 1 Nr. 1a Satz 4 UStG (Urteil vom 04.11.2015 6 K 1450/12). Die USt ist mit Vereinnahmung abzuführen.
2. Transport und Seebestattung
Der BFH sieht im Transport der Urne und der Trauergäste sowie der eigentlichen Seebestattung eine einheitliche Leistung. Als Einheit wird sie durchgeführt und abgerechnet (Urteil vom 15.09.1994 XI R 51/91). Sofern Leistungen im eigenen Namen auf fremde Rechnung eingeschaltet waren, ergibt sich die Steuerbarkeit aus § 3 Abs. 9 und 11 i.V.m. § 3a Abs. 1 UStG.
3. Überführung des Leichnams ins Ausland
Hier geht der BFH (Urteil vom 24.02.2005 V R 26/03) von zwei getrennten Leistungen aus.
Einsargung und Vorbereitung als selbstständige Leistung mit Ortsbestimmung nach § 3a Abs. 1 Satz 1 UStG
Beförderungsleistung nach § 3b UStG (Inland: steuerbar), aber steuerfrei nach § 4 Nr. 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa UStG
Der BFH sah keinen Widerspruch zu obigem Urteil, da der Transport hier (anders als bei Seebestattung) nicht Grundvoraussetzung für den Gesamtvorgang ist.
4. Zu den Gebühren für eine Leichenschau als durchlaufenden Posten vgl. BFH vom 03.07.2014 V R 1/14.
Auch wenn am Ende der Leistung des Unternehmens immer die Bestattung steht, kann die umsatzsteuerliche Beurteilung unterschiedlich sein.
Hessisches FG, Urteil vom 04.11.2015 6 K 1450/12

References: § 13
 § 3
 § 3
 § 3
 § 3
 § 4