Source: https://handwerkernachrichten.advogarant.de/rechtsanwalt/gebiete/rechtsanwalt-fuer-arbeitsrecht/urlaubsanspruch
Timestamp: 2017-07-23 18:51:02+00:00

Document:
Urlaubsanspruch im Arbeitsrecht | AdvoGarant.de Dies ist ein Angebot von AdvoGarant.de®. Für den Inhalt und für ggf. angebotene Produkte ist AdvoGarant verantwortlich. Wege zum Recht. Sitemap | RSS | AGB | Datenschutz | Impressum | Kunden-Login | Logout Telefonische Beratersuche unter: 0800 - 589 368 0333 (kostenfrei)
Rechtsanwalt für Arbeitsstrafrecht
Urlaubsanspruch Wer viel arbeitet, hat auch einen angemessen Anspruch auf Erholungsurlaub. Damit dessen Gewährung auch sichergestellt ist, gibt es eine gesetzlich festgelegte Mindestanzahl an bezahlten Urlaubstagen im Jahr.
Hier wird eine Ausnahme vom Grundsatz des § 614 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) „Ohne Arbeit kein Lohn“ gemacht. Das schreibt § 1 des Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) zwingend vor. Nicht verwechselt werden darf dieses Urlaubsentgelt mit freiwillig gezahltem Urlaubsgeld. Das BUrlG ist das maßgebliche Gesetz wenn sich Fragen rund um das Thema Urlaubsanspruch ergeben. Rechtsanwalt Harald A. Fontaine Rechtsanwalt Martin Beukenberg Rechtsanwältin Ines Verspohl Rechtsanwalt Bernd Wind Rechtsanwalt Marc Badock Rechtsanwalt Dieter Rohrbeck Rechtsanwalt Michael Regal Rechtsanwalt Stefan Abeln Rechtsanwältin Sabine Unkelbach-Tomczak Rechtsanwalt Andreas Martin >Entstehung des Urlaubsanspruchs
Jeder Arbeitnehmer im Sinne des § 2 BUrlG hat Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Der volle Anspruch auf die gesetzlich festgelegte Mindestdauer von 20 Tagen entsteht erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses (Wartezeit). Es kommt also nur auf den Abschluss des Arbeitsvertrages an, tatsächlich muss noch keine Arbeit aufgenommen worden sein. Obwohl § 3 Abs. 1 des BUrlG von mindestens 24 Urlaubstagen im Jahr ausgeht, darf man sich davon nicht täuschen lassen. In § 3 Abs. 2 BUrlG wird deutlich, dass der Gesetzgeber dabei von einer 6-Tage-Woche ausgeht. Heruntergerechnet ergibt sich somit ein Anspruch auf 20 Urlaubstage bei einer üblicherweise bestehenden 5-Tage-Woche.
Viele Arbeits- und Tarifverträge weichen jedoch von dieser Regelung ab und gewähren ihren Angestellten mehr Erholungsurlaub. Eine vertragliche Unterschreitung der Mindestzahl ist aber nicht möglich, § 13 Abs. 1 Satz 1! Bestimmte Arbeitnehmer wie beispielsweise Schwerbehinderte haben daneben noch Anspruch auf Zusatzurlaub. Erkrankt ein Arbeitnehmer während des Urlaubs, so werden die durch ärztliches Zeugnis nachgewiesenen Tage der Arbeitsunfähigkeit auf den Jahresurlaub nicht angerechnet, § 9 BUrlG.
Dauer des Urlaub
Sollte ein Arbeitnehmer während des Jahres eine neue Beschäftigung aufnehmen und innerhalb dieses Kalenderjahres die Wartezeit von sechs Monaten nicht mehr erreichen, hat er einen Anspruch auf Teilurlaub. Dasselbe gilt wenn vor der Wartezeit das Arbeitsverhältnis endet oder der Arbeitnehmer nach der Wartezeit in den ersten sechs Monaten eines Kalenderjahres aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet, § 5 Abs. 1 BUrlG. Der Teilzeiturlaubsanspruch beträgt dann 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses.
Das BUrlG geht in § 7 Abs. 2 Satz 1 zwar davon aus, dass der Urlaub am Stück genommen werden muss. Nichtsdestotrotz wird in der Praxis immer auch einzelne Arbeitstage für Hochzeiten im Freundeskreis, Umzug etc. gewährt. Der Arbeitgeber darf eine solche Praxis nicht vorschreiben und zur Regel machen. Damit würde der Erholungszweck unterlaufen werden. Der Urlaub ist auf Antrag des Arbeitnehmers vom Arbeitgeber zu gewähren. Er hat aber keinen Anspruch darauf, dass dem Urlaubswunsch auch entsprochen wird. Vielmehr kann der Arbeitgeber hier von seinem Direktionsrecht Gebrauch machen. Dabei sind jedoch die beiderseitigen Interessen zu berücksichtigen. Eine Selbstbeurlaubung kann unter Umständen eine außerordentliche und fristlose Kündigung nach sich ziehen.
Übertragung des Urlaubsanspruchs
Kann der Urlaub nicht innerhalb des laufenden Kalenderjahres genommen werden, verfällt er grundsätzlich. Ausnahmsweise kann er in das nächste Jahr übertragen werden, wenn dringende betriebliche oder Gründe aus der Sicht des Arbeitnehmers dies rechtfertigen. Typischer Fall auf Arbeitgeberseite ist eine hohe Auftragslag, auf Arbeitnehmerseite Krankheit. In diesen Fällen muss der Urlaub bis spätestens Ende März genommen werden. In der Praxis sehen viele Arbeits- und Tarifverträge die Möglichkeit der Übertragung des Urlaubs vor, auch über den März des Folgejahres hinaus.
Eine Urlaubsabgeltung dergestalt, dass der Urlaub in Entgelt umgewandelt wird, ist nicht zulässig. Auch damit wäre wieder der Erholungszweck gefährdet. Nur für den Fall dass der Arbeitnehmer aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet und keine Möglichkeit hatte, den Urlaub zu nehmen, wird dieser ausbezahlt.
Urlaubsanspruch in Gefahr? Ein Rechtsanwalt kann helfen
Urlaub ist wichtig, weshalb darüber viel und oft gestritten wird. Auch gab es in der Vergangenheit zahlreiche Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zum Thema Urlaub. Lassen Sie sich hierzu umfassend von einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht beraten. Diesen finden Sie auf advogarant.de
Weiterführende Links zum Thema Urlaubsanspruch
http://www.urlaubsanspruch24.de/ http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesurlaubsgesetz http://www.urlaubsanspruch24.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesurlaubsgesetz Artikel zum Thema Holger Ißler
Urlaubsabgeltung Auch wenn ein Arbeitnehmer krank ist, hat er Anspruch auf Erholungsurlaub. Weiterlesen Marc-Yaron Popper
Urlaubsrecht Das Urlaubsrecht hat 2012 sowohl das Bundesarbeitsgerichts als auch den Europäischen Gerichtshof beschäftigt. Weiterlesen Rechtsanwalt Hans-Georg Herrmann
Resturlaub Vorsicht bei der Berechnung von Resturlaub. Weiterlesen RA Thorsten Ruppel
Urlaub In Sachen Urlaub existieren bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern viele Fehleinschätzungen. Wie viele Tage Urlaub stehen wem zu? Weiterlesen Rechtsanwalt Harald A. Fontaine
Urlaub II Kennen Sie das Bundesurlaubsgesetz? Es regelt seit 50 Jahren den Erholungsurlaub: Die Wartezeiten, den Teilurlaub und den Ausschluss von Doppelansprüchen. Weiterlesen Dr. Tilman Isenhardt
Urlaubsstaffelung Die altersabhängige Staffelung der Urlaubsdauer in Tarifverträgen ist unwirksam. Weiterlesen RAin Ilona Reichert
Zusatzurlaub für Schwerbehinderte Die neue Urlaubsrechtsprechung gilt auch für den Zusatzurlaub von Schwerbehinderten. Weiterlesen Andere Themen 6 Beiträge

References: § 614
 § 1
 § 2
 § 3
 § 3
 § 13
 § 9
 § 5
 § 7