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Timestamp: 2019-12-12 08:44:02+00:00

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SUI GENERIS - Information
Sui generis Information
Sui generis ( lat.: eigener Art) ist ein Fachausdruck mit der wörtlichen Bedeutung „eigener Gattung/eigenen Geschlechts“ oder „einzigartig in seinen Charakteristika“. Der Begriff wurde von der scholastischen Philosophie entwickelt, um eine Idee, eine Entität oder eine Wirklichkeit zu bezeichnen, die nicht unter ein höheres Konzept eingeordnet werden kann, sondern vielmehr nur durch sich selbst eine Klasse bildet.
In den Rechtswissenschaften ist er ein Terminus technicus, der verwendet wird, um einen Gegenstand in juristischen Klassifikationen beschreiben zu können, obwohl er nicht in die übliche Formtypik passt, weil er einzigartig ist.
Im Hinblick auf die Institution der Europäischen Union sprechen Rechtswissenschaftler vom „Gebilde sui generis“. [2] [3] Das Bundesverfassungsgericht untersuchte in seinem Maastricht-Urteil die EU und stufte sie wegen fehlender Staatlichkeit der Gemeinschaftsebene mit dem Charakter sui generis mit dem neu gebildeten Begriff Staatenverbund ein, [4] da sie weder Bundesstaat noch Staatenbund, sondern ein völkerrechtlich einzigartiges Gebilde darstelle. Der Begriff sui generis ist Ausdruck der Schwierigkeiten, die Europäische Union mit staats-, völkerrechtlichen oder politikwissenschaftlichen Kategorien zu erfassen. [5] In der Verfassungsgeschichte wird die sui-generis-Natur der Europäischen Union oftmals der des Heiligen Römischen Reichs gegenübergestellt, die der Rechtsphilosoph Samuel Pufendorf im 17. Jahrhundert als „irregulären und einem Monstrum ähnlichen Körper“ umschrieb. [6]
Staatsrechtler und Politikwissenschaftler diskutieren auch, ob das Regierungssystem der Schweiz, die gegenwärtig als einziger Staat der Welt eine Direktorialregierung hat, als Typus sui generis zu qualifizieren sei. [7] [8] [9]
In der militärpolitischen und militärsoziologischen Diskussion ist umstritten, ob der Soldaten­beruf ein Beruf sui generis ist; insbesondere infolge der sogenannten Schnez-Studie von 1970, die diesen Anspruch erhob. [10] Für diese These wird angeführt, dass besondere physische und psychische Anforderungen an einen Soldaten gestellt würden und dass militärische Strukturen nicht mit zivilen zu vergleichen seien ( Befehl und Gehorsam auf der einen Seite, das arbeitsvertragliche Weisungsrecht auf der anderen). In neueren Diskussionen wird zudem die Tapferkeitspflicht und das Töten und Sterben von Soldaten wie im Afghanistaneinsatz der Bundeswehr als exzeptionelles Merkmal des Soldatenberufes herausgestellt. [11] Dagegen wird unter anderem der regelmäßig lebensgefährliche Einsatz von Feuerwehrleuten angeführt.
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References: SUI GENERIS
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