Source: https://www.umwelt.sg.ch/home/Themen/Laerm/Vollzug_Gemeinde/laermbelastete_gebiete.html
Timestamp: 2019-01-22 00:55:11+00:00

Document:
Art. 22 ff USG
Art. 29 ff LSV
Einhaltung der Immissionsgrenzwerte in sämtlichen Fenstern, nicht nur in den Lüftungsfenstern
Das Bundesgericht beurteilte mit Entscheid neues Fenster vom 16. März 2016 die Lüftungsfensterpraxis als nicht rechtskonform. Diese Praxis wurde in zahlreichen Kantonen angewendet, auch im Kanton St.Gallen. Mit einem Lüftungsfenster galten die Grenzwerte für Lärmimmissionen als eingehalten, ohne dass eine kantonale Zustimmung hätte erteilt werden müssen. Neu sind die Grenzwerte in sämtlichen Fenstern eines lärmempfindlichen Raumes einzuhalten. Trifft dies nicht zu, ist eine Ausnahmebewilligung notwendig (kantonale Zustimmung nach Art. 31 Abs. 2 LSV) inkl. Auflagen. Zuständige Stelle ist das Amt für Umwelt.
In erster Linie müssen bei Bauvorhaben in lärmbelasteten Gebieten die lärmempfindlichen Räume auf der dem Lärm abgewandten Seite des Gebäudes angeordnet oder bauliche bzw. gestalterische Massnahmen getroffen werden, die das Gebäude gegen Lärm abschirmen. Werden die massgebenden Werte mit solchen Massnahmen nicht an allen Fenstern eingehalten, kann in dicht überbauten Gebieten beim Kanton eine Zustimmung, in Sinne einer Ausnahmebewilligung beantragt werden.
Ab sofort sind deshalb Lüftungsfenster auch im Kanton St.Gallen nur noch dann als eigentlicheLärmschutzmassnahme bewilligungsfähig, wenn die Bedingungen für eine kantonale Zustimmung erfüllt sind. Die Lüftungsfenster gelten jedoch weiterhin als Schallschutzmassnahme für den Innenraum und erleichtern die Erteilung einer kantonalen Zustimmung.
A - Ausscheidung neuer Bauzonen und neuer Zonen mit erhöhtem Lärmschutzbedürfnis
Dies ist eine Glossar-Beschreibunglärmempfindliche RäumeAufklapp-PfeilLärmempfindliche RäumeWohnräume sowie Räume in Betrieben, in denen sich Personen regelmässig während längerer Zeit aufhalten, ausgenommen Räume für die Nutztierhaltung und Räume mit erheblichem Betriebslärm.Ende Glossar-Beschreibung Dies ist eine Glossar-BeschreibungZonen mit erhöhtem LärmschutzbedürfnisAufklapp-PfeilZonen mit erhöhtem LärmschutzbedürfnisDazu gehören namentlich Erholungszonen. Kurzonen und gewisse Grünzonen lassen sich ebenfalls den Erholungszonen im Sinne der LSV zuordnen.Ende Glossar-Beschreibung Dies ist eine Glossar-BeschreibungPlanungswertAufklapp-PfeilPlanungswertSie liegen unterhalb der Immissionsgrenzwerte (vgl. Art. 23 USG). Sie kommen im Sinne einer Vorsorgemassnahme überall dort zur Anwendung, wo für die Zukunft geplant oder gebaut wird und entsprechend noch ein grösserer Handlungsspielraum besteht.Immissionsgrenzwertevgl. Art. 23 USGEnde Glossar-Beschreibung Dies ist eine Glossar-BeschreibungMassnahmen im Sinne von Art. 29f. LVSAufklapp-PfeilLärm: Massnahmen im Sinne von Art. 29f. LSVZu den planerischen Massnahmen im Sinn von Art. 29f. LSV gehört u.a. der Erlass eines Überbauungs- und Gestaltungsplanes. Gestalterische Massnahmen eignen sich vor allem für einzelne Bauten oder kleinere Baugruppen. Zum Beispiel soll die im Hinblick auf den Lärmschutz bestmögliche Umgebungsgestaltung und Anordnung der Baukörper gewählt werden. Zu den baulichen Massnahmen gehören neben der Anordnung abschirmender Bauteile insbesondere Lärmschutzwälle und -dämme. Sie kommen vor allem dort in Frage, wo gestalterische und planerische Massnahmen nicht möglich oder nicht geeignet sind. Da bauliche Lärmschutzmassnahmen das Landschaftsbild und das Ortsbild beeinträchtigen können, ist planerischen und gestalterischen Massnahmen grundsätzlich der Vorzug zu geben.vgl. Art. 29f LSVEnde Glossar-Beschreibung
B - Erschliessung von Bauzonen
C - Baubewilligung in lärmbelasteten Gebieten
Dies ist eine Glossar-BeschreibungImmissionsgrenzwerteAufklapp-PfeilImmissionsgrenzwerte für Lärm und ErschütterungenSie sind die eigentlichen "Leitwerte" des Lärmschutzrechts. Sie stellen die generelle Schädlichkeits- und Lästigkeitsgrenze dar und sind so festzulegen, dass nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung Immissionen unterhalb dieser Werte die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stören (vgl. Art. 15 USG).Immissionenvgl. Art. 15 USGEnde Glossar-Beschreibung
Gebäudeposition/-anordnung: Grössere Abstand des Baukörpers zur Lärmquelle, Abwinkelung der Fassaden
Downloads und Links - im Zusammenhang mit Bauzonen und Baubewilligungen in lärmbelasteten Gebieten
AFU205: Bauen in Gebieten, die durch Verkehrslärm belastet sind (527 kB, PDF) 01.07.2017
Formular: Antrag für Zustimmung (318 kB, DOCX) 25.09.2017
Externer Link: Es öffnet sich ein neues Fenster: BGer 1C_506-2014BGer 1C_506/2014 neues Fenster
BGE 1A.130/2005 neues Fenster
In einer noch nicht erschlossenen, rund 3'000 m2 grossen Baulücke inmitten bereits überbauten Baugebiets sollen fünf Einfamilienhäuser realisiert werden, wobei bei vier Bauparzellen die Planungswerte für Lärm, nicht aber die Immissionsgrenzwerte mehrheitlich überschritten werden. Bei der Anwendung von Art. 24 Abs. 2 USG ist nicht die einzelne Parzelle, sondern ein grösseres Gebiet im Zusammenhang zu betrachten. Deshalb rechtfertigt es sich im vorliegenden Fall, die Erschliessung der betreffenden Bauparzellen gestützt auf die Ausnahmeregelung von Art. 30 Satz 2 LSV zu gestatten.
BGE 120 Ib 76 neues Fenster
Kostentragung von Lärmschutzmassnahmen
BGE 177 Ib 125 neues Fenster
Umnutzung von Wohnungen in Büroräume wegen Lärmimmissionen
P. Heer, Lärmschutz bei Ausscheidung und Erschliessung von Bauzonen, URP 1992, 573
R. Wolf, Auswirkungen des Lärmschutzrechts auf Nutzungsplanung und Baubewilligung, AJP 1999

References: Art. 29
 Art. 31
 Art. 23
 Art. 23
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 15
 Art. 15
 BGer 

BGE 
 Art. 24
 Art. 30

BGE 

BGE