Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=EuGH&Datum=09.03.2017&Aktenzeichen=C-406/15
Timestamp: 2019-07-18 04:00:32+00:00

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EuGH, 09.03.2017 - C-406/15 - dejure.org
https://dejure.org/2017,5494
EuGH, 09.03.2017 - C-406/15 (https://dejure.org/2017,5494)
EuGH, Entscheidung vom 09.03.2017 - C-406/15 (https://dejure.org/2017,5494)
EuGH, Entscheidung vom 09. März 2017 - C-406/15 (https://dejure.org/2017,5494)
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Vorlage zur Vorabentscheidung - Sozialpolitik - Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf - Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen - Art. 5 und 27 - Richtlinie 2000/78/EG - Art. 7 - Verstärkter Schutz bei Entlassung von Arbeitnehmern mit Behinderungen - Fehlen eines solchen Schutzes für Beamte mit Behinderungen - Allgemeiner Gleichbehandlungsgrundsatz
Sozialpolitik - Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf - Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen -
Arbeitsrecht - Fehlender Schutz bei Entlassung von Beamten mit Behinderungen
NVwZ 2017, 615
NZA 2017, 439
Die benachteiligten Personen müssen also in die gleiche Lage versetzt werden wie die Personen, denen der betreffende Vorteil zugutekommt (Urteil vom 9. März 2017, Milkova, C-406/15, EU:C:2017:198, Rn. 66 und die dort angeführte Rechtsprechung).
Diese Verpflichtung obliegt ihm unabhängig davon, ob das innerstaatliche Recht Bestimmungen enthält, die ihm eine entsprechende Befugnis zuweisen (Urteil vom 9. März 2017, Milkova, C-406/15, EU:C:2017:198, Rn. 67 und die dort angeführte Rechtsprechung).
Eine solche Lösung kommt jedoch nur dann zur Anwendung, wenn es ein gültiges Bezugssystem gibt (Urteil vom 9. März 2017, Milkova, C-406/15, EU:C:2017:198, Rn. 68 und die dort angeführte Rechtsprechung).
Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs ist der Begriff "Behinderung" im Sinne der Richtlinie 2000/78 so zu verstehen, dass er eine Einschränkung von Fähigkeiten erfasst, die u. a. auf langfristige physische, geistige oder psychische Beeinträchtigungen zurückzuführen ist, die den Betreffenden in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen und wirksamen Teilhabe am Berufsleben unter Gleichstellung mit den übrigen Arbeitnehmern hindern können (vgl. in diesem Sinne Urteil vom 9. März 2017, Milkova, C-406/15, EU:C:2017:198, Rn. 36 und die dort angeführte Rechtsprechung).
Unter diesen Umständen kann nicht davon ausgegangen werden, dass diese Bestimmung eine unmittelbare Ungleichbehandlung wegen der Behinderung im Sinne von Art. 1 in Verbindung mit Art. 2 Abs. 2 Buchst. a der Richtlinie 2000/78 schafft, da sie auf einem nicht untrennbar mit der Behinderung verbundenen Kriterium beruht (…vgl. in diesem Sinne Urteile vom 11. April 2013, HK Danmark, C-335/11 und C-337/11, EU:C:2013:222, Rn. 72 und 74, und vom 9. März 2017, Milkova, C-406/15, EU:C:2017:198, Rn. 42).
Sie ist auch nicht als "untrennbar" mit einem bestimmten Alter verbunden anzusehen (zum Kriterium einer "untrennbaren" Verbindung bei unmittelbarer Diskriminierung etwa EuGH 6. April 2017 - C-668/15 - [Jyske Finans] Rn. 16 [ethnische Herkunft]; 9. März 2017 - C-406/15 - [Milkova] Rn. 42 [Behinderung]; 21. Dezember 2016 - C-539/15 - [Bowman] Rn. 28 [Alter]; 26. Februar 2015 - C-515/13 - [Ingeniørforeningen i Danmark] Rn. 15 mwN [Alter]; 11. April 2013 - C-335/11 und C-337/11 - [HK Danmark, auch genannt "Ring, Skouboe Werge"] Rn. 74 [Behinderung]; 8. November 1990 - C-177/88 - [Dekker] Rn. 2 [Geschlecht]) .
Sowohl der Kläger als auch die Kommission stützen sich dabei auf die Rechtsprechung einschließlich der Urteile Milkova, Specht u. a. und Landtová(81).
81 Vgl. Urteile vom 22. Juni 2011, Landtová (C-399/09, EU:C:2011:415), vom 19. Juni 2014, Specht u. a. (C-501/12 bis C-506/12, C-540/12 und C-541/12, EU:C:2014:2005), und vom 9. März 2017, Milkova (C-406/15, EU:C:2017:198).
82 Vgl. Urteile vom 22. Juni 2011, Landtová (…C-399/09, EU:C:2011:415, Rn. 51), vom 19. Juni 2014, Specht u. a. (…C-501/12 bis C-506/12, C-540/12 und C-541/12, EU:C:2014:2005, Rn. 95), und vom 9. März 2017, Milkova (C-406/15, EU:C:2017:198, Rn. 67).
Der Gerichtshof hat bereits entschieden, dass es unerlässlich ist, dass das nationale Gericht ein Mindestmaß an Erläuterungen gibt, aus welchen Gründen es um Auslegung bestimmter Vorschriften des Unionsrechts ersucht und welchen Zusammenhang es zwischen diesen Vorschriften und der auf den bei ihm anhängigen Rechtsstreit anzuwendenden nationalen Regelung herstellt (Urteil vom 9. März 2017, Milkova, C-406/15, EU:C:2017:198, Rn. 72 und 73 sowie die dort angeführte Rechtsprechung).
60 Vgl. u. a. Urteil vom 9. März 2017, Milkova (C-406/15, EU:C:2017:198), zu Art. 7 Abs. 2 der Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27. November 2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf (…ABl. 2000, L 303, S. 16), wonach "[i]m Falle von Menschen mit Behinderung ... der Gleichbehandlungsgrundsatz weder dem Recht der Mitgliedstaaten entgegen[steht], Bestimmungen zum Schutz der Gesundheit und der Sicherheit am Arbeitsplatz beizubehalten oder zu erlassen, noch ... Maßnahmen entgegen[steht], mit denen Bestimmungen oder Vorkehrungen eingeführt oder beibehalten werden sollen, die einer Eingliederung von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt dienen oder diese Eingliederung fördern".
Celle-ci a déjà jugé qu'il est indispensable que le juge national, dans la décision de renvoi elle-même, donne un minimum d'explications sur les raisons du choix des dispositions du droit de l'Union dont il demande l'interprétation ainsi que sur le lien qu'il établit entre ces dispositions et la législation nationale applicable au litige qui lui est soumis (arrêts du 6 décembre 2005, ABNA e.a., C-453/03, C-11/04, C-12/04 et C-194/04, EU:C:2005:741, point 46 ainsi que jurisprudence citée, et du 9 mars 2017, Milkova, C-406/15, EU:C:2017:198, point 73 ainsi que jurisprudence citée).
Il est, notamment, indispensable que la juridiction nationale donne un minimum d'explications sur le lien qu'elle établit entre les dispositions du droit de l'Union dont elle demande l'interprétation et la législation nationale applicable au litige qui lui est soumis (voir, en ce sens, arrêt du 9 mars 2017, Milkova, C-406/15, EU:C:2017:198, point 73 et jurisprudence citée).
En raison de ces lacunes, la décision de renvoi ne permet ni aux gouvernements des États membres autres que la République de Lituanie et aux autres parties intéressées, au sens de l'article 23 du statut de la Cour de justice de l'Union européenne, de déposer des observations utiles sur la question de l'applicabilité des actes mentionnés au point 39 de la présente ordonnance ni à la Cour de fournir, à la juridiction de renvoi, une réponse utile à cette question, afin de trancher le litige au principal (voir, par analogie, arrêt du 9 mars 2017, Milkova, C-406/15, EU:C:2017:198, point 76).
Die Vergleichbarkeit der Situationen ist nicht allgemein und abstrakt, sondern spezifisch und konkret anhand aller diese Situationen kennzeichnenden Merkmale, insbesondere im Licht des Gegenstands und Zieles der nationalen Regelung, mit der die fragliche Unterscheidung eingeführt wird, sowie gegebenenfalls der Grundsätze und Ziele des Regelungsbereichs, dem diese nationale Regelung unterfällt, zu beurteilen (…vgl. in diesem Sinne Urteile vom 16. Dezember 2008, Arcelor Atlantique et Lorraine u. a., C-127/07, EU:C:2008:728, Rn. 25 und 26…, vom 16. Juli 2015, CHEZ Razpredelenie Bulgaria, C-83/14, EU:C:2015:480, Rn. 89 und 90, sowie vom 9. März 2017, Milkova, C-406/15, EU:C:2017:198, Rn. 56 und 57 sowie die dort angeführte Rechtsprechung).
Die Rechtfertigung erfordert ein objektives und auch angemessenes Kriterium; die ungleiche Behandlung vergleichbarer oder die gleiche Behandlung unterschiedlicher Sachverhalte muss ein rechtlich zulässiges Ziel verfolgen und in angemessenem Verhältnis zu der Zielerreichung stehen (vgl. zuletzt EuGH, Urt. v. 9.3.2017 - C-406/15 -, juris Rn. 55 ff. m.w.N.).

References: Art. 5
 Art. 7
 Art. 1
 Art. 2
 EuGH 
 Art. 7