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Timestamp: 2020-07-13 17:09:09+00:00

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Jahresabschluss, Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
Jahresabschluss, Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag?
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Die Begriffe Jahresabschluss, Jahresüberschuss und Jahresfehlbetrag finden ihren Platz im Handelsgesetzbuch – 3. Band. Jeder Kaufmann hat gemäß § 242 HGB für den Schluss eines jeden Geschäftsjahrs eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung zu erstellen. Beide Dokumente zusammen bilden den Jahresabschluss. Dieser ist nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung aufzustellen. Er muss gemäß § 243 HGB klar und übersichtlich sein. Der Jahresabschluss ist innerhalb der einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entsprechenden Zeit aufzustellen. Während § 264 HGB hier für mittlere und große Kapitalgesellschaften eine Frist von 3 Monaten nach Ende des Geschäftsjahres vorsieht, genügt für die übrigen Kaufleute eine Frist von 6 Monaten.
Anspruch auf den Jahresüberschuss?
Der Begriff des Jahresüberschusses kommt in zahlreichen Vorschriften des HGB, aber auch im GmbHG vor. Unter ihm ist zunächst der im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Gewinn vor Ergebnisverwendung zu verstehen. Die Gesellschafter einer GmbH haben gemäß § 29 GmbHG einen Anspruch auf den Jahresüberschuss zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags, soweit der sich ergebende Betrag nicht nach Gesetz oder Gesellschaftervertrag, durch Verwendungsbeschluss oder als zusätzlicher Aufwand auf Grund des Beschlusses über die Verwendung des Ergebnisses von der Verteilung unter die Gesellschafter ausgeschlossen ist. Gemäß § 268 HGB darf die Bilanz auch unter Berücksichtigung der vollständigen oder teilweisen Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt werden. Wird die Bilanz unter Berücksichtigung der teilweisen Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt, so tritt zum einen an die Stelle der Posten „Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag“ und „Gewinnvortrag/Verlustvortrag“ der Posten „Bilanzgewinn/Bilanzverlust“ und zum anderen haben die Gesellschafter dann gemäß § 29 GmbHG einen Anspruch auf den Bilanzgewinn. Die Gesellschafter einer GmbH haben so in jedem Fall einen Anspruch.
Erweiterung der GuV nach Jahresfehlbetrag?
Wie bereits oben erwähnt, besteht der Jahresabschluss nicht nur aus der Bilanz, sondern auch aus der Gewinn- und Verlustrechnung. Das Gliederungsschema des § 275 HGB bzgl. der Anfertigung der Gewinn- und Verlustrechnung sieht dabei zwei verschiedene Möglichkeiten vor. Beide enden jedoch mit dem Punkt: „…/Jahresfehlbetrag“. Während normalerweise damit die GuV für alle Kaufleute erstellt ist, verlangt das Aktiengesetz für Aktiengesellschaften eine Ergänzung. Gemäß § 158 AktG ist die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Posten „…/Jahresfehlbetrag“ in Fortführung der Nummerierung, d.h. nach Nr. 17 bzw. 16, um 5 Posten zu ergänzen. Hier geht es um die Posten: Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr, Entnahmen aus der Kapital- und Gewinnrücklagen, Einstellungen in Gewinnrücklagen und Bilanzgewinn/Bilanzverlust.

References: § 242
 § 243
 § 264
 § 29
 § 268
 § 29
 § 275
 § 158