Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20194/53
Timestamp: 2019-02-21 10:54:17+00:00

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BGH, 20.09.1955 - I ZR 194/53 - dejure.org
Werbeidee (Nachschlagewerk)
§§ 1 Abs. 1 Nr. 1, 11 LUG
BGHZ 18, 175
NJW 1955, 1753
GRUR 1955, 598
DB 1955, 1038
DB 1955, 1039
(3) Dementsprechend hat der Senat es als möglich erachtet, dass zwischen dem Inhaber des Verlagsrechts an Nachschlagewerken, der Zeitungsverlagen Druckvorlagen seiner Nachschlagewerke in einer bestimmten Ausgestaltung liefert und gegen Benutzungsgebühr ein Abdruckrecht einräumt, und einem anderen Zeitungsverlag, der in seiner Zeitung ein anderes Nachschlagewerk in entsprechender Ausgestaltung abdruckt, ein Wettbewerbsverhältnis besteht (BGH, Urteil vom 20. September 1955 - I ZR 194/53, BGHZ 18, 175, 181 f. - Werbeidee).
Daran fehlt es bei einer vom Inhalt losgelösten bloßen Anleitung zur Formgestaltung gleichartiger anderer Stoffe, mag diese auch ein individuell erarbeitetes, ins einzelne gehendes und eigenartiges Leistungsergebnis sein (vgl. BGHZ 18, 175, 178 - Werbe-Idee; RGZ 116, 292, 298 - Adreßbuch; vgl. weiter österr. OGH ÖBl. 1954, 18 - Kindercreme; OGH ÖBl. 1997, 199, 203 - AIDS-Kampagne;… v. Gamm, Urheberrechtsgesetz, 1968, § 2 Rdn. 10; Hertin, GRUR 1997, 799, 804).
Wie der Bundesgerichtshof wiederholt ausgesprochen hat, genügt es für die Bejahung der Prozeßführungsbefugnis nach § 13 Abs. 2 Nr. 1 UWG, daß die Beteiligten in einem abstrakten Wettbewerbsverhältnis zueinander stehen, bei dem eine Beeinträchtigung des beiderseitigen Waren- oder Leistungsabsatzes möglich erscheint (BGHZ 18, 175, 182 - Werbeidee/Matern;… BGH, Urt. v. 23.3.1966 - Ib ZR 28/64, GRUR 1966, 445, 446 = WRP 1966, 340, 342 - Glutamal).
Es gelten insoweit die Grundsätze, wie sie bisher zur Begründung eines abstrakten Wettbewerbsverhältnisses von der Rechtsprechung aufgestellt worden sind (vgl. BGHZ 18, 175, 182 - Werbeidee;… BGH, Urt. v. 16.3.1989 - I ZR 56/87, GRUR 1989, 673 = WRP 1989, 568 - Zahnpasta; BGHZ 110, 278, 281 f. - Werbung im Programm;… Urt. v. 26.11.1992 - I ZR 108/91, GRUR 1993, 563, 564 = WRP 1993, 390 - Neu nach Umbau).
Die zu Wettbewerbszwecken erfolgende Benutzung eines fremden mit Mühen und Kosten errungenen Arbeitsergebnisses ist jedoch, wie der Bundesgerichtshof in Fortführung der neueren Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ 135, 385, 394 f - Künstliche Kranzblumen) - ausgesprochen hat, ohne Hinzutreten weiterer Umstände nicht wettbewerbswidrig (BGHZ 18, 175 - Praktischer Ratgeber; BGH GRUR 1960, 244 - Simili-Schmuck).
Da aber ein Sonderschutz aus den Geschmacksmustergesetz wegen des Fehlens der formellen Voraussetzungen nicht eingreift, kann die Nachbildung des an sich freien Musters nur erlaubt sein, wenn zu dem objektiven Tatbestand der Nachahmung besondere Umstände hinzutreten, die die Nachahmung als sittenwidrig erscheinen lassen (BGHZ 5, 1 [BGH 22.01.1952 - I ZR 68/51] [10], Hummelfiguren; 18, 175 [182 ff] Werbeidee).
Der Absatz der von der Beklagten vertriebenen Hauszeitung, die den beanstandeten Titelkopf trägt, kann sich jedenfalls nach der Lebenserfahrung nicht nachteilig auf den Absatz der graphischen Erzeugnisse des Klägers auswirken (BGHZ 18, 175 [182]).
Soweit eine Nachahmung der gestalterischen Grundidee, die dem Motiv der Antragstellerin zugrunde liegt, festgestellt werden kann, vermag diese einen Unterlassungsansprüche nicht zu begründen, denn auch der wettbewerbliche Leistungsschutz kann nur im Hinblick auf eine konkrete Gestaltung, nicht aber hinsichtlich einer abstrakten Idee gewährt werden (BGHZ 18, 175, 183 f. - Werbeidee; GRUR 1977, 547, 551 - Kettenkerzen; GRUR 1979, 705, 706 - Notizblöcke; BGH GRUR 2002, 629, 633 - Blendsegel; BGH GRUR 2005, 166, 168 - Puppenausstattung).
Das Berufungsgericht ist zwar zu Recht davon ausgegangen, daß die Klageberechtigung das Bestehen eines Wettbewerbsverhältnisses voraussetzt; dies gilt sowohl für die Berechtigung des durch eine Wettbewerbshandlung unmittelbar verletzten Mitbewerbers als auch für die des an sich nicht unmittelbar betroffenen Mitbewerbers im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 1 UWG, wobei im letzteren Falle das Bestehen eines nur abstrakten Wettbewerbsverhältnisses genügt (st. Rspr., BGHZ 18, 175, 182 - Werbeidee;… BGH, Urt. v. 23.3.1966 - Ib ZR 28/64, GRUR 1966, 445, 446 - Glutamal;… BGH, Urt. v. 13.2.1981 - I ZR 63/79, GRUR 1981, 529, 530 - Rechtsberatungsanschein).
Subjektiv verwerflich handelt insbesondere, wer bei Ausnutzung fremder Arbeitsergebnisse mit Tauschungsabsicht vorgeht (BGHZ 18, 183 [BGH 20.09.1955 - I ZR 194/53] - Werbeidee).
Die für die Annahme eines Sprachwerks erforderliche persönliche geistige Schöpfung kann einerseits in der Gedankenformung und -führung liegen, andererseits aber auch in der Form und Art der Sammlung, der Einteilung und Anordnung des dargebotenen Stoffs (vgl. BGHZ 18, 175, 177 f - Werbeidee; 18, 319, 322 - Bebauungsplan; 39, 306, 308 - Rechenschieber; BGH GRUR 1961, 85, 87 - Pfiffikus-Dose; 1965, 45, 46 - Stadtplan; 1980, 227, 230 - Monumenta Germaniae Historica; 1981, 352, 353 - Staatsexamensarbeit).
Kunstschutz einer Gehrauchsschrift
BGH, 05.05.1988 - I ZR 179/86
Entfernung von Kontrollnummern II
BGH, 21.04.1983 - I ZR 15/81
Tonbandgerät - Irreführende Werbung im Falle mangelnder Lieferfähigkeit
BGH, 09.10.1964 - Ib ZR 149/62
BGH, 03.01.1961 - I ZR 118/59
OLG München, 21.02.1984 - 6 W 819/84
Werbung mit »notariellem Festpreis« im Immobilienverkehr
BGH, 08.05.1959 - I ZR 19/58

References: OGH 
 OGH 
 § 2
 § 13
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 13
 BGH