Source: https://www.do-netz.de/einspeisung/verguetung-rechnung/direktvermarktung
Timestamp: 2020-07-08 13:01:29+00:00

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Als „Direktvermarktung“ bezeichnet man den Verkauf von Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Photovoltaik, Wind, Biogas oder Wasser) an Dritte an der Strombörse. Der von Ihnen erzeugte Strom wird in diesem Fall nicht an uns, Ihren Netzbetreiber, sondern an einen Direktvermarkter verkauft.
Verpflichtende Direktvermarktung: Wer muss direkt vermarkten?
Seit dem 01.01.2016 müssen alle Neuanlagen zur Erzeugung von Erneuerbaren Energien ab einer installierten Leistung von 100 kW in die verpflichtende Direktvermarktung. Für Anlagen ab einer Größe von 500 kW galt dies bereits seit August 2014.
Diese verpflichtende Direktvermarktung gilt nicht für Bestandsanlagen, die vor Inkrafttreten des EEG 2014 genehmigt und in Betrieb genommen wurden.
Biogas- und Biomethangasanlagen mussten bereits nach EEG 2012 ihren Strom direkt vermarkten, sofern die Anlage nach dem 1. Januar 2014 in Betrieb genommen wurde und die Leistung über 750 kW betrug.
Optionale Direktvermarktung: Wer kann direkt vermarkten?
Wer seinen selbst erzeugten Strom aus erneuerbaren Energiequellen direkt vermarktet, benötigt dafür einen Direktvermarkter (Händler). Der Direktvermarkter nimmt die erzeugte Energie in seinen Bilanzkreis auf und vermarktet diese an der Strombörse. Je nach Vermarktungsform zahlen wir Ihnen dann die Marktprämie oder vermiedene Netzentgelte.
Welche Vermarktungs-/Veräußerungsformen gibt es?
Vermarktungsform Auszahlungsform
Sonstige Direktvermarktung Auszahlung vermiedener Netzentgelte
Nicht-EEG-Anlage Sonstige Direktvermarktung Auszahlung vermiedener Netzentgelte
Gemäß der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die zum 1. Januar 2017 in Kraft trat, gelten folgende Veräußerungsformen für Anlagenbetreiber:
1. Direktvermarktung mit Marktprämie (§ 20 EEG 2017)
2. Einspeisevergütung nach § 21 Abs.1 Nr.1 EEG 2017 (Anlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 100 kW)
3. Einspeisevergütung nach § 21 Abs.1 Nr. 2 EEG 2017 (Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100kW)
4. Mieterstromzuschlag nach § 21 Abs. 3
5. sonstige Direktvermarktung (§ 21a, EEG 2017)
6. Weitergabe an Dritte ohne Vergütung § 21 b Abs. 4 Nr. 2
Mit der Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG), die zum 1. Januar 2016 in Kraft trat, wurde eine verpflichtende Direktvermarktung für KWK-Anlagen mit einer installierten Leistung >100 kW eingeführt.
1. Für neue, modernisierte und nachgerüstete KWK-Anlagen >100 kW
2. Für neue, modernisierte und nachgerüstete KWK-Anlagen ≤100 kW
Der Selbstverbrauch der erzeugten Elektrizität ist in jedem Fall möglich. Sowohl für KWK-Anlagen >100 kW (§ 4 Abs. 1 2. Var. KWKG 2016) als auch für KWK-Anlagen ≤100 kW (§ 4 Abs. 2 2. Var. KWKG 2016) wird für den selbstverbrauchten Strom in Abhängigkeit der Anlagengröße zusätzlich ein Zuschlag gezahlt.
Bei der kaufmännischen Abnahme nach § 4 Abs. 2 3. Var. KWKG 2016 kann eine kaufmännisch-bilanzielle Weitergabe genutzt werden.
Welche Voraussetzungen bestehen für die Direktvermarktung?
1. Vorliegen einer Erklärung zur Fernsteuerbarkeit der Anlage:
Die Anlage ist mit einer technischen Einrichtung im Sinne des EEG ausgestattet, mit der der Netzbetreiber jederzeit
3. Die Zuordnungsermächtigung für den angegebenen Bilanzkreis ist vorhanden und liegt der Anmeldung bei
Wie wird die Direktvermarktung an-, um- und abgemeldet?
Anmeldungen für die Direktvermarktung, Ummeldungen innerhalb der Direktvermarktung sowie Abmeldungen erfolgen über den elektronischen Datenaustausch (EDIFACT). Dabei gelten die„Marktprozesse für erzeugende Marktlokationen (Strom) - MPES“ der Bundesnetzagentur.
Die An- und Abmeldung der Direktvermarktung oder der Wechsel zwischen verschiedenen Veräußerungsformen müssen dem Netzbetreiber spätestens vor Beginn des der Veränderung vorangehenden Monats im bundesweit einheitlichen, massengeschäftstauglichen Verfahren gemeldet werden. Die Einspeisemeldungen sind dabei an unsere EDIFACT-Kommunikationsadresse edifact@do-netz.de zu senden.
In folgenden Ausnahmefällen
sind Meldungen über das folgende Formular möglich, das auf der „Anlage 4 des Beschlusses" der BK6-16-200 der Bundesnetzagentur basiert:
Senden Sie uns bitte das ausgefüllte Formular per E-Mail an das Postfach einspeisung@do-netz.de.
Die An- oder Abmeldung kann auch durch den Direktvermarkter erfolgen, wenn dieser eine Vollmacht von Ihnen als Anlagenbetreiber hat.
Welche Fristen gelten bei der An-, Ab- und Ummeldung?
Gemäß der Festlegung von Marktprozessen für Einspeisestellen der Bundesnetzagentur muss die An- und Abmeldung der Direktvermarktung oder der Wechsel zwischen verschiedenen Veräußerungsformen dem Netzbetreiber spätestens vor Beginn des der Veränderung vorangehenden Monats im bundesweit einheitlichen, massengeschäftstauglichen Verfahren gemeldet werden.
Der Wechsel in die „Ausfallvergütung“ für EEG-Anlagen oder aus ihr heraus kann dem Netzbetreiber bis zum fünftletzten Werktag des Vormonats mitgeteilt werden.
Fernsteuerbarkeit als Voraussetzung für die Förderung aller Anlagen in der Direktvermarktung
Grundvoraussetzung für die Förderung aller Anlagen, die an der Direktvermarktung teilnehmen, ist - zusätzlich zur Fernsteuerung des Netzbetreibers - die Verpflichtung zur Fernsteuerbarkeit durch den stromaufnehmenden Direktvermarkter.
Das Vorhandensein einer technischen Einrichtung zur Fernsteuerung wird mittels der "Erklärung zur Fernsteuerbarkeit" bestätigt.
Bitte senden Sie uns das ausgefüllte Formular per E-Mail an
einspeisung@do-netz.de
Betreiber neuer EEG-Anlagen müssen sich seit dem 1. Januar 2016 selbst um die Vermarktung der eigenerzeugten Energie ab einer Anlagenleistung von 100 kW an der Strombörse kümmern bzw. sich einen Direktvermarkter suchen.
Auch bei kleineren Anlagen kleiner 100 kW sowie Bestandsanlagen besteht die Möglichkeit der Direktvermarktung. Sie können sich als Anlagenbetreiber aber auch für eine pauschale Einspeisevergütung bzw. das Vergütungsmodell zu gegebener Zeit wechseln.
Hier die einzelnen Regelungen in der Übersicht:
1. Direktvermarktung mit Marktprämie nach § 20 EEG 2017
Direktvermarktung erfolgt in den meisten Fällen durch den Verkauf des Stroms über das Marktprämienmodell an der Strombörse. Hier wird der mit Ihrer EEG-Anlage erzeugte Strom gleichberechtigt neben konventionell erzeugtem Strom an der Strombörse gehandelt und zum selben Marktpreis verkauft. Die Strombörsenerlöse werden Ihnen von Ihrem Direktvermarkter überwiesen. Die Marktprämie erhalten Sie inklusive einer eingepreisten Managementprämie von der Dortmunder Netz GmbH als Ihrem Verteilnetzbetreiber. Sie berechnet sich aus der Differenz zwischen dem gesetzlich reguliert anzulegenden Wert pro Erzeugungsart und einem monatlichen Durchschnittspreis (sog. Monatsmarktwert) an der Börse. Den jeweiligen Monatsmarktwert finden Sie für ganz Deutschland je Erzeugungsart unter https://www.netztransparenz.de/EEG/Marktpraemie/Marktwerte. Sinkt der Monatsmarktwert, steigt die Marktprämie, so dass die für Ihre Anlage festgelegte Gesamtvergütung in Cent/kWh gleichbleibt.
2. Fixe Einspeisevergütung nach § 21 Abs. 1 Nr. 1 in Verbindung mit § 21 Abs. 2 für Anlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 100 kW
Unter 100 kW ist die Direktvermarktung noch nicht verpflichtend. Der Anlagenbetreiber erhält hier unter den beschriebenen Voraussetzungen den gesetzlich bestimmten anzulegenden Wert unter Abzug von 0,2 Cent pro Kilowattstunde für Strom aus Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Wasserkraft, Biomasse, Geothermie, Deponie-, Klär- oder Grubengas oder 0,4 Cent pro Kilowattstunde für Strom aus Solaranlagen oder aus Windenergieanlagen an Land oder auf See.
3. Einspeise- bzw. Ausfallvergütung nach § 21 Abs.1 Nr. 2 EEG 2017 in Verbindung mit § 21 Abs. 2 EEG 2017 für Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW in Verbindung mit § 52 EEG
Ab einer Anlagenleistung von 100 kW ist die Direktvermarktung von neuen Anlagen bereits verpflichtend. Für den Zeitraum, in dem dies noch nicht möglich ist, weil bspw. die Fernsteuerbarkeit fehlt oder noch kein Direktvermarkter gefunden werden konnte, erhält der Anlagenbetreiber unter den im Gesetz beschriebenen Voraussetzungen die sog. Ausfallvergütung. Diese ist der gesetzlich bestimmte anzulegenden Wert unter Abzug von 0,2 Cent pro Kilowattstunde für Strom aus Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Wasserkraft, Biomasse, Geothermie, Deponie-, Klär- oder Grubengas oder unter Abzug von 0,4 Cent pro Kilowattstunde für Strom aus Solaranlagen oder aus Windenergieanlagen an Land oder auf See, jeweils verringert um 20 Prozent, solange die Ausfallvergütung in Anspruch genommen wird, maximal aber für eine Dauer von bis zu drei aufeinanderfolgenden Kalendermonaten und insgesamt bis zu sechs Kalendermonaten pro Kalenderjahr. Weitere Details zur Verringerung des Zahlungsanspruchs bei Pflichtverstößen (hier: die Suche eines Direktvermarkters) hierzu finden Sie in § 52 EEG.
4. Mieterstromzuschlag nach § 21 Abs. 3 EEG 2017
5. Sonstige Direktvermarktung nach § 21a EEG 2017
Vermarktung des in der Anlage erzeugten Stroms bei Verzicht auf die Inanspruchnahme der Marktprämie nach § 20, der Einspeisevergütung nach § 21 Absatz 1 und 2 oder des Mieterstromzuschlags nach § 21 Abs. 3 bzw. bei Nicht-Erfüllung der dort genannten Voraussetzungen.
Im Unterschied zur Direktvermarktung im Marktprämienmodell bleibt allerdings bei der sonstigen Direktvermarktung die Grünstromeigenschaft des direkt vermarkteten Stroms erhalten. Dies kann für manche Wasserkraftanlagen und Onshore-Windkraftanlagen vorteilhaft sein.
6. Weitergabe an Dritte ohne Vergütung nach § 21b Abs. 4 Nr. 2 EEG 2017
Auch diese Variante ist unter den genannten Voraussetzungen möglich.
Mit § 4 KWKG 2016 gilt der Grundsatz der verpflichtenden Direktvermarktung für Betreiber von KWK-Anlagen mit einer elektrischen KWK-Leistung von mehr als 100 kW. Alternativ besteht nur die Möglichkeit des Eigenverbrauchs.
Für Anlagen mit einer elektrischen KWKK-Leistung von größer 100 kW, die ab dem 1. Januar 2017 in Betrieb genommen wurden, gilt grundsätzlich, dass die eingespeisten Strommengen direkt vermarktet werden müssen.
Eine Direktvermarktung im Sinne des KWKG liegt dabei vor, wenn der Strom an einen Dritten, dieser kann auch Letztverbraucher sein, geliefert wird.
Die kaufmännische Abnahme des KWK-Stroms durch die Dortmunder Netz GmbH kommt nur noch für Anlagen in Betracht, für die eine entsprechende Ausnahmeregelung gilt. Dies sind kleine KWK-Anlagen bis einschl. 100 kW, für die die Direktvermarktung optional bleibt. Ferner besteht ausweislich der Übergangsvorschriften im KWKG 2016 für KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 250 kW, wenn sie vor dem 1. Juli 2016 den Dauerbetrieb aufgenommen haben, keine Pflicht zur Direktvermarktung.
Sofern der Strom aus diesen Anlagen nicht direkt vermarktet oder selbst verbraucht wird, ist der Netzbetreiber auch weiterhin verpflichtet, diesen kaufmännisch abzunehmen und zum üblichen Strompreis zu vergüten. Den geltenden durchschnittlichen Preis für Baseload-Strom an der Strombörse EEX in Leipzig finden Sie quartärlich aktualisiert auf der Homepage der EEX.
https://www.eex.com/de/marktdaten/strom/strom-indizes/kwk-index
Ferner besteht die Möglichkeit der sog. mittelbaren Vermarktung, d. h. weist der KWK-Anlagenbetreiber dem Netzbetreiber einen Dritten nach, der bereit ist, den Strom zu einem bestimmten Preis aufzunehmen, so ist der Netzbetreiber verpflichtet, mit dem Dritten zu dem vereinbarten Strompreis einen Stromliefervertrag abzuschließen und dem Anlagenbetreiber den Strom zum mit dem Dritten vereinbarten Preis zu vergüten.
Auch bei KWK-Anlagen, die keine gesetzliche KWKG-Vergütung bekommen, ist es sinnvoll, den Strom direktvermarkten zu lassen. Denn hier ist DONETZ als Ihr Verteilnetzbetreiber nicht verpflichtet, den überschüssigen Strom aufzunehmen und zu vergüten.

References: § 21
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 § 4
 § 20
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 § 52
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