Source: http://www.hensche.de/rechtsanwalt_arbeitsrecht_handbuch_teilzeitbeschaeftigung.html
Timestamp: 2016-02-14 16:47:49+00:00

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Auf die­ser Sei­te fin­den Sie In­for­ma­tio­nen zu der Fra­ge, was man un­ter Teil­zeit­be­schäf­ti­gung bzw. un­ter Teil­zeit­ar­beit ver­steht, wo die Rech­te von Teil­zeit­kräf­ten ge­re­gelt sind und mit wel­chen ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten die Teil­zeit­ar­beit ge­för­dert wer­den soll. Au­ßer­dem fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, wie Teil­zeit­kräf­te vor Be­nach­tei­li­gun­gen ge­schützt, wel­chen Schutz Ar­beit­neh­mer bei Ar­beit auf Ab­ruf ge­nie­ßen und wel­che Schlech­ter­stel­lun­gen von Teil­zeit­kräf­ten er­laubt und wel­che hin­ge­gen ver­bo­ten sind.
Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Teil­zeit­beschäfti­gung (Teil­zeit­ar­beit, Teil­zeit)? Was k�n­nen wir f�r Sie tun?
Was ver­steht man un­ter Teil­zeit­beschäfti­gung (Teil­zeit­ar­beit, Teil­zeit)? Teil­zeit­beschäftigt sind Ar­beit­neh­mer, de­ren re­gelmäßige Wo­chen­ar­beits­zeit kürzer ist als die ver­gleich­ba­rer voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer. Die­se ge­setz­li­che De­fi­ni­ti­on fin­det sich in § 2 Abs.1 Satz 1 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG). Wenn die re­gelmäßige Wo­chen­ar­beits­zeit von Voll­zeit­kräften be­triebsüblich bei 40 St­un­den liegt, gilt man al­so schon bei ei­ner Wo­chen­ar­beits­zeit von 39 St­un­den als Teil­zeit­beschäftigt.
Wo sind die Rech­te von Teil­zeit­kräften ge­re­gelt? Die Rech­te von Teil­zeit­kräften sind im Tz­B­fG ent­hal­ten. Das Ge­setz ver­folgt im Hin­blick auf die Teil­zeit­kräfte hauptsächlich zwei Zie­le. Es will zum ei­nen die Teil­zeit­ar­beit fördern, d.h. Vor­be­hal­te ge­gen die­se Beschäfti­gungform ab­bau­en. Zum an­de­ren will es die Dis­kri­mi­nie­rung teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mern ver­hin­dern (§ 1 Tz­B­fG).
Mit wel­chen Vor­schrif­ten wird die Teil­zeit­ar­beit gefördert? Der Ar­beit­ge­ber hat gemäß § 6 Tz­B­fG den Ar­beit­neh­mern Teil­zeit­ar­beit nach Maßga­be des Tz­B­fG zu ermögli­chen, d.h. er hat im Rah­men sei­ner be­trieb­li­chen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Kon­zep­te zu prüfen, wel­che Ar­beitsplätze für Teil­zeit­ar­beit in Be­tracht kom­men, und er muss sich dann um die Be­set­zung die­ser Teil­zeit­ar­beitsplätze bemühen. Die Pflicht zur Ermögli­chung von Teil­zeit­ar­beit be­zieht sich ent­spre­chend ei­ner aus­drück­li­chen Klar­stel­lung des Ge­set­zes auch auf Ar­beit­neh­mer in lei­ten­der Po­si­ti­on.
Ei­ne prak­tisch be­son­ders wich­ti­ge Re­ge­lung, mit der das Ge­setz die Ver­brei­tung von Teil­zeit­ar­beit un­terstützen will, ist der An­spruch von Ar­beit­neh­mern auf Ver­rin­ge­rung ih­rer wöchent­li­chen Ar­beits­zeit gemäß § 8 Tz­B­fG. Ein Recht in ent­ge­gen­ge­setz­ter Rich­tung, d.h. auf Verlänge­rung der Ar­beits­zeit, räumt das Tz­B­fG zwar nicht ein, doch ver­pflich­tet es den Ar­beit­ge­ber im­mer­hin zur be­vor­zug­ten Be­set­zung frei­er Voll­zeit­stel­len mit Teil­zeit­kräften, falls die­se ih­ren Wunsch nach Ar­beits­zeit­verlänge­rung an­ge­zeigt ha­ben, § 9 Tz­B­fG. Wo fin­den Sie In­for­ma­tio­nen zum The­ma An­spruch auf Teil­zeit? In­for­ma­tio­nen zu dem An­spruch auf Teil­zeit bzw. auf Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung und zur be­vor­zug­ten Berück­sich­ti­gung von Teil­zeit­kräften bei der Be­set­zung von Voll­zeit­stel­len fin­den Sie un­ter dem Stich­wort "Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung".
Wie sind in Teil­zeit beschäftig­te Ar­beit­neh­mer vor Be­nach­tei­li­gun­gen geschützt? Gemäß § 4 Abs.1 Satz 1 Tz­B­fG darf ein teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer nicht we­gen der Teil­zeit­ar­beit schlech­ter be­han­delt wer­den als ein ver­gleich­ba­rer voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer, es sei denn, dass sach­li­che Gründe ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung recht­fer­ti­gen. Das heißt vor al­lem, dass ein Teil­zeit­ar­beit­neh­mer Ar­beits­ent­gelt und an­de­re �teil­ba­re geld­wer­te Leis­tun­gen� in dem Verhält­nis be­an­spru­chen kann, in dem sei­ne Ar­beits­zeit zu der Ar­beits­zeit ei­ner Voll­zeit­kraft steht (§ 4 Abs.1 Satz 2TzBfG ), d.h. er hat ein zeit­an­tei­li­ges An­recht auf al­le fi­nan­zi­el­len Leis­tun­gen, die Voll­zeit­kräften gewährt wer­den.
Wel­chen ge­setz­li­chen Schutz ge­nießen Ar­beit­neh­mer bei Ar­beit auf Ab­ruf? § 12 Abs.1 Satz 1 Tz­B­fG ver­langt zunächst ein­mal ei­ne zwi­schen Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer ge­trof­fe­ne ar­beits­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung über die vom Ar­beits­an­fall abhängi­ge Ar­beits­zeit. Gibt es ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung nicht, kann der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mer nicht ein­fach je nach Ar­beits­be­darf ein­be­stel­len oder gar nach Hau­se schi­cken, son­dern hat sich an die ver­trag­lich ver­ein­bar­ten wöchent­li­che und tägli­che Ar­beits­zeit zu hal­ten. Das schließt das Recht des Ar­beit­ge­bers zur An­ord­nung von Über­stun­den in außer­gewöhn­li­chen Fällen nicht aus.
Gemäß § 12 Abs.2 Tz­B­fG ist der Ar­beit­neh­mer nur zur Ar­beits­leis­tung ver­pflich­tet, wenn der Ar­beit­ge­ber ihm die La­ge sei­ner Ar­beits­zeit je­weils min­des­tens vier Ta­ge im Vor­aus mit­teilt. Von den in § 12 Abs.1 und 2 Tz­B­fG ent­hal­te­nen Vor­schrif­ten über den Schutz von Ar­beit­neh­mern, die Ar­beit auf Ab­ruf ver­rich­ten, kann in Ta­rif­verträgen auch zu Un­guns­ten des Ar­beit­neh­mers ab­ge­wi­chen wer­den, falls der Ta­rif­ver­trag Re­ge­lun­gen über die tägli­che und wöchent­li­che Ar­beits­zeit und die Vor­ankündi­gungs­frist vor­sieht. Im Gel­tungs­be­reich ei­nes sol­chen Ta­rif­ver­tra­ges können nicht ta­rif­ge­bun­de­ne Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer die An­wen­dung der ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen über die Ar­beit auf Ab­ruf ver­ein­ba­ren (§ 12 Abs.3 Tz­B­fG).
War­um ist ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung von Teil­zeit­kräften meist auch ei­ne Frau­en­dis­kri­mi­nie­rung? Da Teil­zeit­ar­beitsplätze in den meis­ten Be­trie­ben und Ver­wal­tun­gen weit über­wie­gend mit Frau­en be­setzt sind, trifft die Schlech­ter­stel­lung von Teil­zeit­kräften fak­tisch in be­son­de­rem Maße weib­li­che Ar­beit­neh­mer. Man spricht hier von ei­ner mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung von Frau­en, da die Schlech­ter­stel­lung auf den ers­ten Blick kei­nen Be­zug zum Ge­schlecht auf­weist, son­dern "of­fi­zi­ell" vom Um­fang der Wo­chen­ar­beits­zeit abhängt, im Er­geb­nis aber bzw. "mit­tel­bar" vor al­lem Frau­en trifft. Auf­grund des ar­beits­recht­lich zu be­ach­ten­den Ver­bots der Dis­kri­mi­nie­rung weib­li­cher Beschäftig­ter gibt es ei­ne langjähri­ge Recht­spre­chung der Ar­beits­ge­rich­te, die ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung von Teil­zeit­kräften un­ter­sagt. Die ju­ris­ti­sche Be­gründung lau­tet, dass ei­ne sach­lich nicht ge­recht­fer­tig­te Schlech­ter­stel­lung von Teil­zeit­kräften auf ei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung weib­li­cher Beschäftig­ter hin­ausläuft, wenn die ungüns­ti­ger be­han­del­ten Teil­zeit­kräfte mehr­heit­lich Frau­en sind.
Auf­grund von § 4 Abs.1 Satz 1 Tz­B­fG ist die­se ju­ris­ti­sche Be­gründung heu­te im Ar­beits­recht ei­gent­lich nicht mehr not­wen­dig, d.h. es kommt bei ei­ner er­wie­se­nen Schlech­ter­stel­lung teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer ju­ris­tisch nicht mehr dar­auf an, ob die schlech­ter ge­stell­ten Teil­zeit­kräfte in dem Be­trieb oder der Dienst­stel­le mehr­heit­lich Frau­en sind. Wel­che Schlech­ter­stel­lun­gen von Teil­zeit­kräften sind er­laubt und wel­che ver­bo­ten? § 4 Abs.1 Satz 1 Tz­B­fG ver­bie­tet nicht je­de Schlech­ter­stel­lung teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer ge­genüber Voll­zeit­kräften, son­dern nur sol­che Schlech­ter­stel­lun­gen, die nicht durch sach­li­che Gründe ge­recht­fer­tigt sind. Da die Recht­spre­chung die für Un­gleich­be­hand­lun­gen ar­beit­ge­ber­sei­tig vor­ge­brach­ten Recht­fer­ti­gun­gen tra­di­tio­nell sehr kri­tisch prüft, sind bis­lang nur we­ni­ge ei­ni­ge Gründe für Schlech­ter­stel­lun­gen als rech­tens an­er­kannt wor­den. Wich­tig ist bei fi­nan­zi­el­len Leis­tun­gen stets der Leis­tungs­zweck. Wenn sich aus dem Leis­tungs­zweck Gründe her­lei­ten las­sen, die es recht­fer­ti­gen, Teil­zeit­beschäftig­ten die Voll­zeit­kräften gewähr­ten Leis­tung vor­zu­ent­hal­ten, be­steht ein sach­li­cher Grund für die un­ter­schied­li­che Be­hand­lung.
Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Teil­zeit­beschäfti­gung (Teil­zeit­ar­beit, Teil­zeit)? Wei­te­re In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Teil­zeit­beschäfti­gung (Teil­zeit­ar­beit, Teil­zeit) in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:
Was k�nnen wir f�r Sie tun? Wenn Sie Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit ei­ner be­ste­hen­den oder ge­plan­ten Teil­zeit­be­schäf­ti­gung ha­ben oder von Ih­rem Ar­beit­ge­ber über ei­ne Ver­kür­zung der Ar­beits­zeit ver­han­deln, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne. Wir sind auch bei der au­ßer­ge­richt­li­chen oder ge­richt­li­chen Durch­set­zung Ih­rer An­sprü­che be­hilf­lich. Bit­te be­ach­ten Sie, dass Sie beim The­ma An­spruch auf Teil­zeit ge­setz­li­che Fris­ten zu be­ach­ten ha­ben. So müs­sen Sie ei­nen An­trag auf Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung spä­tes­tens drei Mo­na­te vor dem ge­wünsch­ten Be­ginn der Ar­beits­zeit­ver­kür­zung stel­len. Au­ßer­dem kann ei­ne Ar­beits­zeit­ver­kür­zun­gen nur al­le zwei Jah­re be­an­tragt wer­den.
Ar­beits­ver­trag Ge­halts­nach­wei­se An­trag auf Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung (falls vor­han­den)
Bewertung: Teil­zeit­be­schäf­ti­gung (Teil­zeit­ar­beit, Teil­zeit)
Wer kann El­tern­zeit in An­spruch neh­men? - Wie lan­ge kön­nen Sie El­tern­zeit in An­spruch neh­men? - Bis wann müs­sen Sie die El­tern­zeit be­an­tra­gen? - Wel­che Leis­tun­gen gibt es für Kin­der, die bis zum ...

References: § 2
 § 6
 § 8
 § 9
 § 4
 § 12
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