Source: http://www.punkteabbau-zentrale.de/bkf
Timestamp: 2017-09-23 23:25:31+00:00

Document:
Informationen über Weiterbildung von Berufskraftfahrerinnen - und fahrern
Weiterbildung für Berufskraftfahrer (BKF)
Qualifizierung im Güter- und Personenverkehr
Die Richtlinie 2003/59 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Juli 2003 über die Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güter- oder Personenkraftverkehr wurde mit dem "Gesetz über die Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güterkraft- oder Personenverkehr (Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz – BKrFQG)" vom 14. August 2006, in Kraft getreten am 1. Oktober 2006, in deutsches Recht umgesetzt.
Ergänzt wird dieses Gesetz durch die "Verordnung zur Durchführung des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes (BKrFQV)" vom 22. August 2006, die ebenfalls am 1. Oktober 2006 in Kraft trat.
Ziel dieser europäischen Initiative ist eine Verbesserung der Verkehrssicherheit sowie der Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer.
Fahrerinnen und Fahrer, die als Angestellte oder Selbstständige Güter- oder Personenbeförderungen zu gewerblichen Zwecken durchführen, müssen künftig eine Qualifizierung nachweisen; darüber hinaus sieht das Gesetz vor, dass alle Berufskraftfahrerinnen und -fahrer alle fünf Jahren an einer Schulung teilnehmen, um sich weiterbilden bzw. die erworbenen Kenntnisse aufzufrischen.
Arten der erstmaligen Qualifikation
Das BKrFQG kennt drei Arten der erstmaligen Qualifikation:
eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer wird erfolgreich abgeschlossen; auch die Berufsausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb bzw. in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zur Durchführung von Fahrten mit Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden, entspricht einer erstmaligen Grundqualifikation.
eine Grundqualifikation erhält man ebenfalls, indem eine Prüfung vor der für den Wohnsitz zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt wird, die aus zwei Teilen besteht: ein Teil ist eine theoretische Prüfung mit Hilfe von Multiple-Choice- und offenen Fragen sowie eine Erörterung von Praxissituationen; ein weiterer Teil ist eine praktische Prüfung, die eine Fahrprüfung, einen praktischen Prüfungsteil sowie eine Prüfung kritischer Fahrsituationen enthält.
Für diese Grundqualifikation braucht man noch keine Fahrerlaubnis, jedoch ein Fahrschulfahrzeug der gewünschten Fahrerlaubnisklasse und einen Fahrlehrer, der die Prüfung begleitet.
die beschleunigte Grundqualifikation; diese erwirbt man, indem man an einer Schulung von 140 Stunden (zu jeweils 60 Minuten) bei einer anerkannten Ausbildungsstätte (s. u.) teilnimmt und eine theoretische Prüfung vor der für den Wohnsitz zuständigen IHK erfolgreich ablegt.
In § 5 BKrFQG ist eine Weiterbildung für alle Berufskraftfahrerinnen und -fahrer vorgeschrieben; es heißt dort, dass eine erste Weiterbildung fünf Jahre nach dem Zeitpunkt des Erwerbs der Grundqualifikation abzuschließen ist. Außerdem soll die Weiterbildung im Abstand von jeweils fünf Jahren wiederholt werden.
In § 8 werden bestimmte Ministerien ermächtigt, die Einzelheiten der Weiterbildung durch Verordnungen zu regeln.
Dies geschah durch die oben schon genannte BKrFQV. Hier lautet § 4, der die Weiterbildung betrifft:
Der Gesetzgeber hat den Fahrern die Möglichkeit eingeräumt, den fünfjährigen Weiterbildungsrhythmus und die fünfjährige Gültigkeit der Fahrerlaubnis aufeinander abzustimmen.
Die Grundqualifikation bzw. die Weiterbildung wird durch den Eintrag im Führerschein dokumentiert. Hierzu ist mit der Richtlinie 2003/59/EG der Gemeinschaftscode "95" eingeführt worden.
In Deutschland erfolgt hierzu eine Eintragung der Ziffer 95 in Verbindung mit einer Frist in der Spalte 12 der Fahrerlaubnis (Beispiel: 95.01.21.2014).
Die Weiterbildung wird von den vorgenannten, zugelassenen Ausbildungsstätten zumeist in Form von Modulen angeboten, die sich nach den Anforderungen der Anlage 1 der BKrFQV (siehe unten) richten; sie wurden vom Verlag Heinrich Vogel mit den zugehörigen Lehr- und Lernmaterialien nach den Anwendungshinweisen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) entwickelt
Modul: Schaltstelle Fahrer: Dienstleister, Imageträger, Profi
Die Pflicht zur Weiterbildung obliegt den Kraftfahrerinnen und -fahrern. Das heißt, grundsätzlich müssen diese sich selbst um ihre Weiterbildung kümmern und auch die Kosten übernehmen.
Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, die Weiterbildungskosten zu tragen oder für diese Zeit frei zu geben.
Viele Firmen übernehmen jedoch freiwillig die Kosten und auch die Organisation der Termine für ihre Fahrer. Kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) können auch Förderzuschüsse beim BAG für derartige Weiterbildungen beantragen.
Anlage 1 (zu § 1 Abs. 2, § 2 Abs. 2, § 4 Abs. 1 BKrFQV), Liste der Kenntnisbereiche
Berufskraftfahrerqualifikation (IHK Region Stuttgart)
Berufskraftfahrer Grundqualifikation und Weiterbildung (Landesamt für Bauen und Verkehr, LBV, Brandenburg

References: § 5
 § 8
 § 4
 § 1
 § 2
 § 4