Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.03.2014&Aktenzeichen=II%20ZR%2024/13
Timestamp: 2020-07-11 14:09:37+00:00

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BGH, 11.03.2014 - II ZR 24/13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,9479
BGH, 11.03.2014 - II ZR 24/13 (https://dejure.org/2014,9479)
BGH, Entscheidung vom 11.03.2014 - II ZR 24/13 (https://dejure.org/2014,9479)
BGH, Entscheidung vom 11. März 2014 - II ZR 24/13 (https://dejure.org/2014,9479)
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BGB § 709
Folgen der fehlerhaften Einberufung der Gesellschafterversammlung einer Personengesellschaft; Ausnahmen von der Beschlussnichtigkeit
Voraussetzung für die Nichtigkeit von Beschlüssen einer Gesellschafterversammlung einer Personengesellschaft bei Verstößen gegen Form, Frist und Inhalt der Einberufung
Zur Nichtigkeit eines Gesellschafterbeschlusses wegen Einberufungsmangel
Zur Frage, wann Verstöße gegen Form, Frist und Inhalt der Einberufung einer Gesellschafterversammlung bei Personengesellschaften zur Nichtigkeit des Beschlusses führen
Nichtigkeit des Beschlusses einer Gesellschafterversammlung
BGB § 709; ZPO § 554 Abs. 1
Einberufung, Einberufung der Gesellschafterversammlung, GbR, Gesellschaft bürgerlichen Rechts, Kausalität, Pflichtverletzung und Kausalität, Relevanz des Rechtsverstoßes, Relevanzlehre
Verfahrensmängel führen nicht zwangsläufig zur Nichtigkeit von Beschlüssen
Nichtigkeit von Gesellschafter-Beschlüssen kann nicht allein auf Nichteinhaltung der Einladungsfrist gestützt werden
Wirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses trotz Einladungsmangel
Irrelevanz eines Ladungsmangels bei der Gesellschafterversammlung einer Personengesellschaft
Keine ("automatische") Nichtigkeit eines Gesellschafterbeschlusses wegen allein fehlerhafter Einberufung einer Gesellschafterversammlung
Unsicherheiten bei Gesellschafterstreit
Personengesellschaften: Gesellschafterbeschluss bei Einberufungsmangel nicht automatisch nichtig
Personengesellschaft: Einberufungsmangel führt nicht automatisch zur Beschlussnichtigkeit
Fehlerhafte Einberufung einer Gesellschafterversammlung
Ergänzende Vertragsauslegung wegen einer gesellschaftlichen Kündigungsklausel bei einem geschlossenen Immobilienfonds
Beschlussmängel bei der GbR
Nichteinhaltung von Ladungsfristen
matzen-partner.de (Entscheidungsbesprechung)
Wird bei der Einberufung zu einer Gesellschafterversammlung einer Personengesellschaft gegen Bestimmungen über Form, Frist und Inhalt der Einberufung verstoßen und werden in dieser Versammlung Beschlüsse gefasst, führt der Verstoß nicht zur Nichtigkeit der gefassten ...
Folgen formeller Verstöße bei der Einberufung von Gesellschafterversammlungen bei Personengesellschaften
Nichtigkeit von Beschlüssen bei der fehlerhaften Einberufung von Gesellschafterversammlungen in Personengesellschaften
LG Berlin, 20.11.2009 - 28 O 255/09
KG, 20.12.2012 - 2 U 56/09
ZIP 2014, 1019
MDR 2014, 733
DNotZ 2014, 537
NJ 2015, 353
WM 2014, 999
BB 2014, 1217
BB 2014, 1363
DB 2014, 1187
NZG 2014, 621
BGH, 24.03.2016 - IX ZB 32/15
GmbH: Anfechtbarkeit von an einem nicht ordnungsgemäßen Versammlungsort gefasstem …
Entsprechendes gilt für Einladungsmängel, es sei denn, es lässt sich ausschließen, dass der Mangel auf die Beschlussfassung einen Einfluss hatte (vgl. BGH…, Urteil vom 16. Oktober 2012 - II ZR 251/10, ZIP 2013, 68 Rn. 47; vom 11. März 2014 - II ZR 24/13, ZIP 2014, 1019 Rn. 13).
Gesellschafterversammlung einer Publikums-GmbH & Co. KG: Verpflichtung zur …
Allerdings führen bei Personengesellschaften Einladungs- und andere Verfahrensmängel nur dann zur Nichtigkeit eines Gesellschafterbeschlusses, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass sein Zustandekommen durch den Fehler beeinflusst ist (BGH…, Urteil vom 16. Oktober 2012 - II ZR 251/10, ZIP 2013, 68 Rn. 47; Urteil vom 11. März 2014 - II ZR 24/13, ZIP 2014, 1019 Rn. 13).
Dass der Verfahrensmangel geeignet ist, den Dispositionsschutz zu verletzen, genügt für die Annahme der Kausalität des Verfahrensmangels für das Zustandekommen des Beschlusses aber noch nicht (vgl. BGH, Urteil vom 11. März 2014 - II ZR 24/13 -, Rn. 14, juris).
Es ist daher darauf abzustellen, ob es bei vernünftiger Betrachtung ausgeschlossen war, dass der Kläger durch seine Teilnahme an der Gesellschafterversammlung das Beschlussergebnis beeinflusst hätte, wobei ein möglicher Einfluss auf die Meinungsbildung oder auf eine Einigung der Gesellschafter zu berücksichtigen ist (BGH…, Urteil vom 30.03.1987, II ZR 180/86, juris, Rn. 19, 20; BGH…, Urteil vom 18.10.2004, II ZR 150/02, juris, Rn. 14; BGH…, Urteil vom 16.10.2012, II ZR 251/10, juris, Rn. 47; BGH, Urteil vom 11.03.2014, II ZR 24/13, juris, Rn. 14).
Es ist daher darauf abzustellen, ob es bei vernünftiger Betrachtung ausgeschlossen war, dass die Klägerin durch ihre Teilnahme an der Gesellschafterversammlung das Beschlussergebnis beeinflusst hätte, wobei ein möglicher Einfluss auf die Meinungsbildung oder auf eine Einigung der Gesellschafter zu berücksichtigen ist (BGH…, Urteil vom 30.03.1987, II ZR 180/86, juris, Rn. 19, 20; BGH…, Urteil vom 18.10.2004, II ZR 150/02, juris, Rn. 14; BGH…, Urteil vom 16.10.2012, II ZR 251/10, juris, Rn. 47; BGH, Urteil vom 11.03.2014, II ZR 24/13, juris, Rn. 14).
Während im Fall des § 233 Satz 1 ZPO die Frage des Verschuldens des Absenders im Raum steht, kommt es im Rahmen von § 51 Abs. 4 GmbHG auf den Dispositionsschutz zugunsten der Gesellschafter an (s. BGH 11.03.2014, NZG 2014, 621 Rdnr. 13 sowie bereits BGH 30.3.1987, BGHZ 100, 264 [266]).
So hat der Bundesgerichtshof für das Personengesellschaftsrecht mit Recht betont, dass ein Einberufungsmangel der vorliegenden Art nur dann nicht zur Nichtigkeit des Beschlusses führt, wenn ausgeschlossen werden kann, dass sein Zustandekommen durch den Fehler beeinflusst worden ist (BGH 11.03.2014, NZG 2014, 621 Rdnr. 13), und hat dementsprechend festgestellt, dass bei einer geringfügigen Verkürzung einer dreiwöchigen Einberufungsfrist auszuschließen ist, dass die Beschlüsse bei früherer Einberufung der Versammlung unterblieben oder anders gefasst worden wären (BGH 11.03.2014, NZG 2014, 621 Rdnr. 14).
Im Hinblick auf Verstöße gegen Form, Frist und Inhalt der Einberufung hat der Bundesgerichtshof in dem Urteil vom 11.03.2014 zu Recht darauf abgestellt, dass entsprechende Vorgaben dem einzelnen Gesellschafter die Vorbereitung auf die Tagesordnungspunkte und die Teilnahme an der Versammlung ermöglichen sollen (11.03.2014, NZG 2014, 621 Rdnr. 13 sowie bereits BGH 30.3.1987, BGHZ 100, 264 [266]).
OLG München, 22.07.2015 - 7 U 2980/12
Beschlussanfechtung in der GmbH & Co. KG
Indessen verweist der Bundesgerichtshof (…a. a. O.) zugleich auf seine Entscheidung vom 16. Oktober 2012 - II ZR 251/10 sowie auf das Urteil vom 11. März 2014 - II ZR 24/13.
Ob im Personengesellschaftsrecht anders als im Recht der Kapitalgesellschaft (…vgl. Zöllner in Baumbach/Hueck, GmbHG, 21. Aufl. § 51a, Rn. 48 und § 47 Anh., Rn. 127), daneben Kausalitätserwägungen eine Rolle spielen (vgl. Wessels, jurisPR-BGHZivilR 11/2014 Anm. 3 zum Urteil des BGH vom 11. März 2014 - II ZR 24/13 -, juris), bedarf hier keiner Entscheidung.
Nichts anderes ergibt sich aus der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 11. März 2014 (II ZR 24/13, ZIP 2014, 1019 Rn. 16).
LG Hamburg, 10.10.2017 - 411 HKO 42/17
Rechtmäßigkeit eines im Umlaufverfahren von den Gesellschaftern bzw. den …
Während der Kläger die Darlegungslast für die Nichtigkeitsgründe trägt, ist es an der Gesellschaft, darzulegen und zu beweisen, dass dieser Verfahrensfehler bei wertender Betrachtung schlechthin nicht relevant geworden sein kann (… BGH, Urt. v. 20.09.2004, II ZR 334/02 ; BGH, Urt. v. 11.3.2014, II ZR 24/13 ;… vgl. auch BGH, Urt. v. 19.1.1987, II ZR 158/86 , NJW 1987, 1262).

References: § 709
 § 709
 § 554
 § 233
 § 51
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 51
 § 47
 BGH