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Timestamp: 2016-10-27 15:04:56+00:00

Document:
8C_197/2007 (26.09.2007)
M.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Willi F�chslin, Z�rcherstrasse 49, 8853 Lachen SZ,
Z�rich Versicherungs-Gesellschaft, Rechtsdienst, Generaldirektion Schweiz, Postfach, 8085 Z�rich Versicherung, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Adelrich Friedli, Stationsstrasse 66a, 8907 Wettswil.
Die 1951 geborene M.________ war im Rahmen ihrer Anstellung als Management-Trainee im Restaurant X.________ bei der Z�rich Versicherungs-Gesellschaft (Z�rich) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 8. Juni 2003 rutschte sie auf dem nassen K�chenboden am Arbeitsplatz aus und zog sich dabei eine Steissbeinkontusion, eine Handgelenkskontusion links und eine Distorsion des linken Daumens mit Teilabriss des Daumennagels zu. Der R�ntgenbefund zeigte keine oss�ren L�sionen. Die Z�rich anerkannte ihre Leistungspflicht, kam f�r die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus. Trotz diversen Behandlungen und Konsultationen (Dr. med. B.________, praktischer Arzt; Dr. med. O.________, Facharzt FMH f�r Allgemeinmedizin; Dr. med. E.________, Fach�rztin f�r Neurologie; Dr. med. R.________, Facharzt f�r Allgemeinmedizin und Akupunktur; lic. phil P.________, Psychotherapeut) und einem vierw�chigen station�ren Aufenthalt in der Klinik Y.________ besserte sich der Gesundheitszustand der Versicherten nicht wesentlich. Die Unfallversicherung liess sie daher durch Dr. med. L.________, Spezialarzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (Expertise vom 15. Mai 2006). Die Z�rich lehnte mit Verf�gung vom 30. Mai 2006 ihre weitere Leistungspflicht hinsichtlich Heilbehandlung mit sofortiger Wirkung und Taggeld ab 1. Juli 2006 ab, da die andauernden Beschwerden nicht mehr in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang mit dem versicherten Ereignis stehen w�rden. Daran hielt sie auch auf Einsprache hin fest, wobei im Entscheid vom 1. September 2006 auch die ad�quate Kausalit�t verneint wurde.
Die dagegen erhobene Beschwerde der M.________, mit welcher weitere Versicherungsleistungen �ber die genannten Daten hinaus verlangt wurden, wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit Entscheid vom 23. Februar 2007 ab.
M.________ l�sst Beschwerde f�hren und beantragen, in Aufhebung des kantonalen Entscheides seien die gesetzlichen Leistungen ab 1. Juni beziehungsweise 1. Juli 2006 weiterhin zu erbringen. Eventuell sei die Sache zu weiteren Sachverhaltsabkl�rungen an die Unfallversicherung zur�ckzuweisen. Zudem ersuchte sie um Gew�hrung der unentgeltlichen Prozessf�hrung und Verbeist�ndung.
1.2 Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 und Art. 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (vgl. BGE 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Das Bundesgericht pr�ft grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen; es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu pr�fen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden. Es kann die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur insofern pr�fen, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).
Strittig ist der von der Beschwerdegegnerin verf�gte und vorinstanzlich best�tigte Fallabschluss in Form der Einstellung der Heilbehandlung mit Verf�gungsdatum und der Taggeldleistungen am 30. Juni 2006. W�hrend die Z�rich und das kantonale Gericht hinsichtlich der �ber den genannten Zeitpunkt hinaus von der Versicherten geklagten Beschwerden die Ad�quanz des Kausalzusammenhanges mit dem Unfall verneinen, macht die Beschwerdef�hrerin geltend, der anhaltende Gesundheitsschaden sei somatischer Natur und stehe in einem nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang mit dem versicherten Ereignis. Dar�ber hinaus sei bei der Pr�fung der Ad�quanz die Rechtsprechung anzuwenden, wie sie bei Distorsionen der Halswirbels�ule angewendet werde. Die Beschwerdegegnerin sei daher weiterhin leistungspflichtig.
Nach den zutreffenden Erw�gungen der Vorinstanz setzt die grunds�tzliche Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 UVG voraus, dass zwischen Unfallereignis und eingetretenem Gesundheitsschaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) ein nat�rlicher (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) und ad�quater (BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181) Kausalzusammenhang besteht. Dabei werden im kantonalen Entscheid die in der Rechtsprechung entwickelten massgebenden Kriterien der Ad�quanzbeurteilung bei psychischen Fehlentwicklungen mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit nach Unf�llen (BGE 115 V 133; vgl. BGE 123 V 98 E. 2a S. 99mit Hinweisen) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen. Richtig wiedergegeben ist ferner die Rechtsprechung zum im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 126 V 353 E. 5b S. 360 je mit Hinweisen) sowie zum Beweiswert und zur Beweisw�rdigung �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a und b S. 352 mit Hinweisen).
4.1 Nach der Darstellung des Unfallherganges, wie sie der Unfallmeldung und dem ersten Arztzeugnis zu entnehmen ist, rutschte die Beschwerdef�hrerin auf dem nassen Boden in der K�che an ihrem Arbeitsort aus und st�rzte nach hinten auf das Steissbein und die linke Hand. Dabei zog sie sich eine Steissbeinkontusion und eine Distorsion des linken Daumens mit einer Teilabl�sung des Nagels (dieser wurde umgebogen) und eine Kontusion des Handgelenkes zu. Die Verunfallte wurde f�r eine Woche arbeitsunf�hig erkl�rt und der Arzt rechnete mit einer guten Erholung ohne Sp�tfolgen. Am 4. Juli 2003 stellte die Neurologin Dr. med. E.________ fest, es w�rden neben den Steissbeinbeschwerden auch diverse andere, nicht auf den Nenner zu bringende Beschwerden beschrieben, wobei es sich zum Teil um neurovegetative Beschwerden handle. Ein MRI der HWS habe keine cervicale Myelopathie oder eine radicul�re Kompromittierung ergeben. Sie empfahl neben der Fortsetzung der Physiotherapie z�gige Spazierg�nge an der frischen Luft zur vegetativen Stabilisierung. Irgendwelche Beschwerden von Seiten des Daumens und des Handgelenks werden in der Folge nicht mehr beschrieben. Hingegen entwickelten sich trotz intensiver, fortgesetzter Physiotherapie und w�chentlicher Craniosakraltherapie sowie einer medikament�sen Schmerzbehandlung ein Panvertebralsyndrom und multifaktorielle Kopfschmerzen (Klassifikation als vom Spannungstyp und cervico-cephal). Zudem wird �ber neurovegetative Beschwerden und eine depressive Symptomatik berichtet (Zeugnis Dr. med. E.________ vom 16. Januar 2004). Auch im Austrittsbericht der Klinik Y.________ vom 13. Juli 2004, wo sich die Beschwerdef�hrerin vom 31. Mai bis 28. Juni 2004 aufhielt, werden die gleichen Diagnosen gestellt, wobei die Arbeitsf�higkeit aus psychologisch-psychiatrischer Sicht als zu 50% eingeschr�nkt erachtet wird. Eine Arbeit wird in der Folge jedoch nicht aufgenommen, jedoch weiterhin Physiotherapie, Psychotherapie und Akupunkturbehandlungen durchgef�hrt.
4.2 Keiner der �rzte und Therapeuten erw�hnen die Diagnose einer somatischen Gesundheitssch�digung. Die angef�hrte Schmerzproblematik hat keinen k�rperlichen Hintergrund. Entsprechend stellt der von der Z�rich mit einer Expertise beauftragte Dr. med. L.________ die Diagnosen einer somatoformen Schmerzst�rung mittleren Ausmasses und einer Panikst�rung. Auf Grund der medizinischen Aktenlage - unter Ber�cksichtigung der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt - ist von einer sehr untergeordneten Rolle der physischen Anteile bei den Beschwerden der Versicherten auszugehen. Diese standen bereits im Bericht der Dr. med. E.________ einen Monat nach dem Ereignis nicht mehr im Vordergrund. Es gibt keine Anhaltspunkte daf�r, dass solche behandlungsbed�rftig w�ren oder die Arbeitsf�higkeit beeintr�chtigen w�rden. Damit hat die Z�rich f�r k�rperliche Unfallfolgen keine Leistungen mehr zu erbringen.
Es bleibt zu pr�fen, ob die festgestellten psychischen Beschwerden in einem nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhang zum Unfall stehen.
5.1 Gest�tzt auf die zur Verf�gung stehenden medizinischen Akten kann die Frage, ob es sich bei den heute bestehenden psychischen Gesundheitsst�rungen um eine nat�rliche Folge des versicherten Unfalles handelt, nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/aa S. 9 mit Hinweisen) beantwortet werden. Dr. med. L.________ erachtet einen solchen in seinem Gutachten vom 15. Mai 2006 als eher unwahrscheinlich. Hingegen gehen die Psychologen der Klinik Y.________ (lic. phil. Z.________) und der behandelnde lic. phil. P.________ von einer posttraumatischen Belastungsst�rung aus, welche definitionsgem�ss ein Trauma als ausl�senden Faktor ben�tigt. Eine R�ckweisung der Sache zwecks Einholung eines weiteren Gutachtens er�brigt sich aber, wenn aufgrund zus�tzlicher Abkl�rungen der nat�rliche Kausalzusammenhang zu bejahen w�re, es indessen - wie die nachstehenden Erw�gungen zeigen - an der Ad�quanz des Kausalzusammenhangs fehlt.
5.2 Hinsichtlich der Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem versicherten Unfall und dem psychischen Gesundheitsschaden kann auf die Erw�gungen des kantonalen Gerichts verwiesen werden. Dieses hat in Anwendung der unfallbezogenen Kriterien gem�ss BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140 mit �berzeugender Begr�ndung festgehalten, dass das als allerh�chstens mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten einzustufende Ereignis vom 8. Juni 2003 erfahrungsgem�ss nicht geeignet ist, eine psychische Fehlentwicklung zu verursachen. Was in der Beschwerde dagegen eingewendet wird, ist unbehelflich. Insbesondere wurde nie eine HWS-Distorsion oder eine �hnliche Verletzung diagnostiziert, was bei einem Sturz auf das Steissbein auch vom Unfallmechanismus her nicht nachvollziehbar gewesen w�re. Damit entf�llt auch eine Kausalit�tsbeurteilung bei entsprechenden Verletzungen. Der eher banale Unfallhergang kann nicht als besonders eindr�cklich bezeichnet werden und ist objektiv nicht in besonderer Weise geeignet, eine psychische Beeintr�chtigung auszul�sen. Es kann auch entgegen den Vorbringen der Beschwerdef�hrerin nicht von k�rperlichen Dauerschmerzen gesprochen werden, jedenfalls nicht in ausgepr�gter Weise, da bereits kurz nach dem Unfall eine psychisch auff�llige Entwicklung im Sinne einer Diskrepanz zwischen den objektiven und subjektiven Befunden festgestellt wurde. Auch ein schwieriger Heilungsverlauf ist auszuschliessen. Das Kriterium der Dauer und Schwere der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit ist nicht ausgepr�gt erf�llt. F�r die nach dem Unfall aufgetretene psychische Fehlentwicklung ist daher mit der Vorinstanz der ad�quate Kausalzusammenhang zu verneinen.
Schliesslich wird beantragt, es sei der Beschwerdef�hrerin f�r das letztinstanzliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung zu bewilligen.
6.1 Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gew�hrt werden, wenn die Rechtsvorkehr nicht aussichtslos ist und die betroffene Partei nicht �ber die erforderlichen Mittel verf�gt (Art. 64 Abs. 1 BGG).
Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet; BGE 124 I 304 E. 2c S. 307) betr�chtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden k�nnen. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungef�hr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die �ber die n�tigen finanziellen Mittel verf�gt, sich bei vern�nftiger �berlegung zu einem Prozess entschliessen w�rde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht f�hren w�rde, nicht deshalb anstrengen k�nnen, weil er sie nichts kostet (BGE 129 I 129 E. 2.3.1 S. 135; 128 I 225 E. 2.5.3 S. 235).
Bed�rftig im Sinne von Art. 64 BGG ist eine Person, wenn sie ohne Beeintr�chtigung des f�r sie und ihre Familie n�tigen Lebensunterhaltes nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten (BGE 128 I 225 E. 2.5.1 S. 232). Massgebend sind die wirtschaftlichen Verh�ltnisse im Zeitpunkt der Entscheidung �ber das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (BGE 108 V 265 E. 4 S. 269; vgl. Art. 64 Abs. 4 BGG). Bei der Beurteilung der Bed�rftigkeit ist das Einkommen beider Ehegatten zu ber�cksichtigen (BGE 115 Ia 193 E. 3a S. 195; 108 Ia 9 E. 3 S. 10).
6.2 Auf Grund der dem Gericht eingereichten Unterlagen steht fest, dass die Beschwerdef�hrerin seit Einstellung der Taggeldleistungen durch die Unfallversicherung nur noch �ber geringe Einnahmen verf�gt. Hingegen deklariert sie selber ein Verm�gen von Fr. 56'788.-; in der Steuererkl�rung wird es am 31. Dezember 2006 sogar mit Fr. 73'243.- beziffert. Zwar besteht dieses gr�sstenteils im R�ckkaufwert einer Lebensversicherung. Dazu besitzt die Beschwerdef�hrerin aber auch noch einen Personenwagen, dessen Wert sie mit Fr. 15'000.- angibt. Angesichts dieser Verm�gensverh�ltnisse kann ihr die unentgeltliche Rechtspflege nicht gew�hrt werden, weshalb das Gesuch abzuweisen ist.

References: Art. 95
 Art. 96
 BGE 
 Art. 105
 Art. 6
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 64
 Art. 64