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Timestamp: 2018-08-17 22:37:18+00:00

Document:
LG Arnsberg, 2 Kls 12/09: LG Arnsberg (zeuge, wohnung, halle, leiche, täter, untersuchung, ehefrau, haus, stpo, täterschaft)
Urteil des LG Arnsberg vom 22.06.2010, 2 Kls 12/09
2 Kls 12/09
LG Arnsberg (zeuge, wohnung, halle, leiche, täter, untersuchung, ehefrau, haus, stpo, täterschaft)
Zeuge, Wohnung, Halle, Leiche, Täter, Untersuchung, Ehefrau, Haus, Stpo, Täterschaft
Landgericht Arnsberg, 2 Kls 12/09
Spruchkörper: 2. Große Strafkammer als Jugendkammer
Aktenzeichen: 2 Kls 12/09
Schlagworte: Mord vor 23 Jahren, DNA-Analyse
Normen: § 211 StGB, §§ 1, 17, 18, 105 JGG, § 261 StPO
Tenor: Der Angeklagte wird wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt.
Die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen der Nebenkläger werden dem Angeklagten auferlegt.
2Der inzwischen 40 Jahre alte Angeklagte ist in T. geboren und in dem T.-Ortsteil P. aufgewachsen. Er hat drei ältere Schwestern (geboren 1953, 1955, 1956), zwei ältere Brüder (geboren 1962 und 1964 = Q.) und eine jüngere Schwester (geboren 1971 = O.). Seine 1932 geborene Mutter war Hausfrau, sein 1922 geborener Vater war als Bauhelfer bzw. Maurer tätig, ist jedoch früh im Alter von 55 Jahren in Rente gegangen; er ist im Jahr 1996 verstorben. Die im Jahr 1932 geborene Mutter lebt seit über einem Jahr bei ihrer Tochter D. in T., nachdem sie zuvor Mitte 2008 das Wohnhaus in P.
Jahr bei ihrer Tochter D. in T., nachdem sie zuvor Mitte 2008 das Wohnhaus in P. verkauft hatte.
3Der Angeklagte wurde im Alter von 6 Jahren eingeschult. Er besuchte zunächst die örtliche Grundschule. Nach Wiederholung der 4. Klasse wechselte er 1980 zur Hauptschule nach T., die er bis zur 10. Klasse besuchte und im Juni 1986 mit Abgangszeugnis und ohne Abschluss verließ. Die schulischen Leistungen waren knapp durchschnittlich. Der Angeklagte hatte kein Interesse an der Schule. Die Hausarbeiten erledigte er teilweise unter Androhung von Schlägen.
4Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie C. waren insbesondere nach der frühen Verrentung des Vaters schwierig. Der Angeklagte erhielt in seiner Jugendzeit kein Taschengeld. Später beteiligte er sich mit Kostgeld am Unterhalt der Familie.
5Der Vater war fürsorglich, unter dem Einfluss von Alkohol war er jedoch aggressiv. Es kam zu Handgreiflichkeiten gegenüber der Mutter. Der Angeklagte wurde dann insbesondere bei Fehlverhalten regelmäßig geschlagen. Seitens der Mutter wurde körperliche Gewalt in Gestalt von Schlägen, z.B. mit einem Kochlöffel, ebenfalls als Erziehungsmittel eingesetzt.
6In seiner Kindheit und Jugend verbrachte er seine Freizeit fast vollständig mit Fußballspielen im Fußballverein P.. Dabei fand er Unterstützung durch seinen Vater. Der Angeklagte war ein talentierter Fußballspieler, der in seiner Jugendzeit in der Kreisauswahl und Westfalenauswahl spielte. Von der A-Jugend wechselte er direkt in die erste Mannschaft von P.. Dort und später in anderen Vereinen zeigte er gute Leistungen und avancierte häufig zum Führungsspieler. Als solcher erteilte er Anweisungen an seine Mitspieler und "konnte laut werden".
7Außerhalb des Fußballplatzes verhielt sich der Angeklagte in seiner Kindheit und Jugend eher zurückhaltend und distanziert ("cool"), unsicher und schüchtern gegenüber anderen Personen. Innerhalb der Familie vernachlässigte er alltägliche Dinge und kümmerte sich um viele Sachen nicht.
8Auf Drängen und Initiative seiner Eltern begann der Angeklagte im Jahr 1986 eine Ausbildung zum Kunststoff- und Schwergewebekonfektionär (Zeltebauer), die er mangels Interesse nach etwa 1 ½ Jahren im Frühjahr 1988 abbrach. Der Angeklagte erhielt eine Ausbildungsvergütung von ca. 500 DM, er wollte jedoch Geld verdienen und "leben". Nach dreimonatiger Arbeitslosigkeit fand er eine Anstellung in einer Fabrik in X., wo er als Metallschleifer tätig war. Im Jahr 1991 wurde dieses Beschäftigungsverhältnis durch den Wehrdienst in einer Pioniereinheit unterbrochen. Im Anschluss daran arbeitete der Angeklagte dort bis 1999/2000. Nach zwischenzeitlicher Arbeitslosigkeit war der Angeklagte ab 2003 bis zur Festnahme im Baumarkt der Fa. I. in T. als Verkäufer tätig. Er erzielte zuletzt ein Nettoeinkommen von ca. 2.000 €.
9Der Angeklagte hatte bereits in seiner Jugend Kontakt zu Frauen. In seiner Hauptschulzeit war er mit einer V. befreundet. Seine sexuelle Entwicklung verlief unauffällig. Im Alter von ca. 16 – 17 Jahren hatte er erstmals Geschlechtsverkehr. Mit ca. 17 Jahren hatte er für ca. sechs Monate eine feste und intime Beziehung zu einem ca. ein Jahr jüngeren Mädchen, die aber im bereits Anfang 1987 beendet war. Aufgrund seines sportlichen Wesens und seiner Erscheinung fand er Gefallen bei weiblichen Personen; er hatte bei Frauen einen "guten Stand".
10Im Alter von 19 bzw. 20 Jahren ging der Angeklagte erstmals eine längere Beziehung zu einer Frau ein, nämlich U.. Ende 1992 ging er dann eine längere Beziehung zu seiner späteren Ehefrau G. ein, die noch mit einem Mitspieler (K.) befreundet war. Im September 1993 wurde aus dieser Beziehung die Tochter A. geboren. Im Jahr 1994 folgte die Eheschließung. Einige Jahre später nahm die Ehefrau eine Beziehung zu einem anderen Mann auf. Der Angeklagte zog im Sommer 1997 aus der gemeinsamen Wohnung aus und wohnte vorübergehend bei seinem Bruder Q. und später bei seiner Mutter im Elternhaus in P.. Die Ehe wurde 1997/1998 geschieden. Der Angeklagte leistete in der Folgezeit Unterhalt für seine Tochter.
11Etwa zwei Monate nach der Trennung von seiner ersten Ehefrau im Juli 1997 nahm der Angeklagte eine Beziehung zu der 5 Jahre jüngeren F. auf. Beide kannten sich aus der Nachbarschaft von klein auf. Nach etwa 1 ½ Jahren verzogen beide in eine größere Wohnung in P.. Nach etwa drei Jahren kam es zur Trennung, die von dem Angeklagten ausging.
12Seit über 12 Jahren kennt der Angeklagte seine jetzige Ehefrau Z., die mit einem Mitspieler verheiratet war und vier Kinder im Alter von 19, 16, 12 und 9 Jahren hat. Er ging mit ihr eine Beziehung ein und zog im November 2004 in deren Einfamilienhaus in T. ein, nachdem ihr Ex-Ehemann ausgezogen war.
Im Dezember 2006 heirateten beide. 13
14Der Angeklagte hat etwa im 17. Lebensjahr erstmals Alkohol in Gestalt von Bier konsumiert. Später kam – vornehmlich am Wochenende - Schnaps dazu. Andere Drogen hat der Angeklagte weder probiert noch konsumiert.
15Der Angeklagte hat im Alter von 14 Jahren nach einem Fahrradunfall einen Milzriss erlitten und – insbesondere beim Fußball – desöfteren eine Gehirnerschütterung. Bis zum 22./23. Lebensjahr litt er unter Migräne, die nach Verordnung einer Brille nicht mehr auftrat. Andere nennenswerte Erkrankungen sind nicht aufgetreten.
Der Angeklagte ist strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. 16
17Aufgrund des Haftbefehls des Amtsgericht Arnsberg vom 10.02.2009, Az. 5 Gs 182/09, befand sich der Angeklagte vom 11.02.2009 bis zum 16.03.2010 in Untersuchungshaft in der JVA Hamm. Durch Beschluss der Kammer wurde der Haftbefehl am 16.03.2010 gegen eine Meldeauflage außer Vollzug gesetzt. Nach Urteilsverkündung hat die Kammer den Haftbefehl aufgehoben.
1. Vorgeschichte der Tat 19
20Im Jahr 1987 wohnte der Angeklagte im Wohnhaus seiner Eltern im W. in dem T. Ortsteil P., und zwar zusammen mit seinem älteren Bruder Q. und seiner jüngeren Schwester O.. P. hat ca. 1.000 Einwohner und liegt unmittelbar an der Y.-Straße.
21In der Nachbarschaft wohnte die später getötete R. zusammen mit ihrem Verlobten, dem Zeugen S., in der Obergeschosswohnung des Wohnhauses W.. R. und der Zeuge S. hatten sich ca. 10 Jahre zuvor kennengelernt und eine Beziehung aufgenommen. Der
27 Jahre alte Zeuge S. und die am 05.01.1961 geborene und damit 26 Jahre alte R. wohnten seit 1983 in einer gemeinsamen Wohnung in P. und seit ca. 2 Jahren in der Wohnung am W..
22Die Straße W. verläuft annähernd kreisförmig, beginnend mit dem Zweifamilienhaus W. xxx. Es handelt sich um eine reine Wohnstraße mit Ein- und Zweifamilienhäusern. Wegen weiterer Einzelheiten der Örtlichkeit wird gemäß § 276 Abs. 1 Satz 3 StPO auf die Luftaufnahmen, aufgenommen am 01.06.1987 im Lichtbildordner II verwiesen.
23Die Wohnung S./R. befindet sich im Obergeschoß; im Erdgeschoß des Hauses wohnte der Zeuge M.. Von der Haustür des Hauses W., die an der östlichen Hausseite liegt, führt eine Holztreppe gewendelt in das Obergeschoß. Die Wohnungstür ist aus Holz, mit einer eingelassenen Glasscheibe und einem einfachen Schloss für einen Bartschlüssel. Durch die Wohnungstür gelangt man zu einem langgestreckten Korridor, von dem aus der Zugang zu den einzelnen Wohnräumen ermöglicht wird. Durch die erste Tür links erfolgt der Zugang zum Schlafzimmer. Schräg gegenüber rechts liegt das Badezimmer, dahinter auf der rechten Seite die Küche und im hinteren Bereich das Wohnzimmer mit Balkon zur Westseite. Auf der linken Seite gelangt man durch die zweite Tür links in ein Abstellzimmer. Zur Anordnung und Nutzung der Räume wird wegen der Einzelheiten gemäß § 267 Abs. 1 Satz 3 StPO auf die Handskizze Blatt 38 der Akten und auf die Lichtbilder im Lichtbildordner I Nr. 1 bis 6, 21 – 31 verwiesen.
24Die R. und der Zeuge S. führten eine harmonische Beziehung. Differenzen gab es kaum, gelegentlich aber dann, wenn S. nach Feierlichkeiten nicht nach Hause wollte, zuviel getrunken hatte oder sich häufiger bei der Fußballmannschaft aufhielt. Ernsthafte Differenzen gab es jedoch nicht.
25Die R. war eine lebenslustige Person, sie kam insbesondere mit jedem im Sportverein gut aus und hatte mit niemandem Streit oder Ärger. Ihre beste Freundin war die Zeugin N. (geborene H.), eine Cousine des Zeugen S.. Beide kannten sich seit ca. zehn Jahren; es verband sie eine "dicke Freundschaft", in der über alles miteinander gesprochen wurde. Gegenüber etwaigen – auch sexuellen – Annäherungsversuchen Dritter verhielt sie sich eindeutig abwehrend bzw. ablehnend. Aufgrund des engen Kontakts zur Zeugin N., mit der sie sich mehrfach pro Woche traf, hätte sie etwaige Auffälligkeiten berichtet.
26R. und der Zeuge S. wollten am 25. Juni 1987 standesamtlich heiraten, und zwar am gleichen Tag mit ihren Freunden, dem Zeugen N. jun. und der Zeugin N. (geborene H.).
27Der Zeuge S. war Betreuer der 2. Mannschaft des Vereins P. und mit dem Angeklagten über den Fußballverein gut bekannt. Ein engerer Kontakt zwischen der R. und dem Angeklagten bestand jedoch nicht, nicht zuletzt aufgrund des unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Kontaktkreise. So war der Angeklagte zuvor auch nie in der Wohnung R./S. im W. xxx.
2. Geschehen vor der Tat 28
29Der Angeklagte und die R. waren einander bekannt. Der Zeuge S. und der Angeklagte kannten sich über den Fußballverein P; der Angeklagte spielte – wie bereits ausgeführt – in der A-Jugendmannschaft Fußball. Der jüngere Bruder des Zeugen S., der Zeuge L., war mit dem Angeklagten eng befreundet.
30Aus Anlass des Aufstiegs der 2. Fußballmannschaft in die Kreisliga war eine Aufstiegsfeier geplant, die am Mittwoch, 27.05.1987 in der E.-Halle am E.-Weg in P. stattfand. Dabei handelte es sich um eine umgebaute Scheune, die zum Feiern eingerichtet worden war, und die nur einige Gehminuten von der Siedlung W. entfernt war. Organisiert wurde die Feier maßgeblich von dem Zeugen S.. Eingeladen waren alle Mitglieder des Sportvereins, deren Freunde und Gönner.
31Die Feier begann ca. gegen 19.30 Uhr. An der Feier nahmen über 100 Personen teil. Der Zeuge S. und die R. begaben sich gegen 19.15 Uhr zu der E.-Halle. Die R. brachte für die Feier einen Salat mit und half später beim Bierzapfen.
32Der Angeklagte begab sich ebenfalls gegen 19.30 Uhr in die E.-Halle, und zwar zusammen mit dem Zeugen J. und dem Zeugen L.. Die Drei wollten jedoch noch zu einer Disco-Party in die Schützenhalle im benachbarten B., und hielten sich nur bis etwa 22.30 Ihr in der E.-Halle auf. In dieser Zeit sahen sie das ab 20.15 Uhr im Fernsehen übertragene Fußballspiel FC Porto – FC Bayern München (Ergebnis 2 : 1) und tranken Bier, allerdings nicht im Übermaß. Planmäßig begaben sich der Angeklagte, der Zeuge J. und der Zeuge L. gegen 22.30 Uhr zu Fuß auf den Weg nach B., wo sie auf der Disko- Party massvoll Bier konsumierten.
33In den ersten Stunden der Feier fertigte die Zeugin L1. (damals S1.) zahlreiche Lichtbildaufnahmen.
34Gegen 2.30 Uhr fuhren der Angeklagte und der Zeuge L. mit dem von dem Zeugen B1.geführten PKW zurück nach P.; die Schwester des Angeklagten, die Zeugin O., geborene C., fuhr ebenfalls mit. Der Zeuge B1. ließ den nicht übermäßig alkoholisierten Angeklagten und den Zeugen L. an der E.-Halle aussteigen und brachte O. zur elterlichen Wohnanschrift. Der Angeklagte und der Zeuge L. gingen in die E.-Halle, wo die R. noch hinter dem Tresen stand und Bier zapfte. Der Angeklagte und der Zeuge L. stellten sich zu der R., die den Zeugen L. wenig später bat, das Bierzapfen von ihr zu übernehmen. Die R. wollte sich nämlich in Kürze auf den Nachhauseweg begeben.
35Ursprünglich war geplant, dass die Zeugin L1. (damals S1.) und die Zeugin C1., die damalige Freundin des Zeugen Q., mit der R. in deren Wohnung übernachten wollten. Der C1. ging es jedoch nicht gut, so dass sie bereits gegen 1.00 Uhr in Begleitung des Zeugen Q. in das Wohnhaus der Familie C. gegangen war, um dort im Bett des Q. zu übernachten. Die Zeugin L1. übernachtete aus Solidarität ebenfalls im Hause C. und nicht bei der R.. Sie schlief – wie bereits gelegentlich zuvor - im Bett des Angeklagten, der sich mit seinem Bruder Q. ein Jugendzimmer teilte.
36Die R. machte sich ca. 3.15 Uhr / 3.20 Uhr mit dem einzigen Haustürschlüssel allein auf den etwa 200 – 250 m langen Heimweg von der E.-Halle zu ihrer Wohnung. Ihr Verlobter, der Zeuge S. blieb wie vorher abgesprochen in der Halle, um dort nach Beendigung der Feier in der Halle zu übernachten.
37Sie trug einen grau-rot-gemusterten Pullover und eine blaue Jeanshose; wegen der Bekleidung der R. wird gemäß § 276 Abs. 1 Satz 3 StPO auf die ersten beiden (nicht nummerierten) Lichtbilder der Lichtbildmappe "Bilder vom vorausgegangenen Fest des Vereins P." im Lichtbildordner II. verwiesen.
Auf ihrem Heimweg holte sie den Zeugen T1. ein, der das Fest wenige Minuten zuvor 38
verlassen hatte und auf dem Weg zum Haus W. xxx war. Beide gingen gemeinsamen weiter bis zum Gartentor des Hauses W. xxx, wo sich beide verabschiedeten und die R. in das Haus ging. Der Zeuge T1. ging ca. 100 m weiter zum Wohnhaus W. xxx, holte sein dort abgestelltes Fahrrad und fuhr damit zurück zur E.-Halle. Andere Personen traf der Zeuge T1. zu dieser Zeit nicht an.
R. hatte aufgrund des während der Aufstiegsfeier konsumierten Alkohols eine Blutalkoholkonzentration von ca. 0,70 g o/oo. 39
3. Das eigentliche Tatgeschehen 40
Die R. betrat das Haus durch die Haustür, die sie hinter sich ins Schloss fallen ließ, und ging die Treppe hinauf in die Wohnung. Sie schloss die Wohnungstür, die nur über ein einfaches Schloss für einen Bartschlüssel verfügte, ohne sie mittels Schlüssel zu verschließen. Sie machte das Licht in der Wohnung an, möglicherweise stellte sie eine Tupperschale, in der sich Reste eines Kartoffelsalates befanden, in der Küche in die Spüle. Den Schlüsselbund legte sie auf den Ofen in der Küche, ebenso wie ein kleines Portemonnaie.
42Sodann wollte sie ins Bett gehen. Sie zog den grau-rot-gemusterten Pullover, den sie während der Aufstiegsfeier getragen hatte, aus, ebenso wie ihre blaue Jeanshose. Ob sie sich bereits die graue Jogginghose angezogen hatte, mit der sie nächtigen wollte, konnte die Kammer nicht sicher feststellen. Es ist ebenso möglich, dass sie diese graue Jogginghose angezogen hat, als es plötzlich klingelte.
43Da sie wusste, dass ihr Verlobter, der Zeuge S., nicht über einen Wohnungsschlüssel verfügte, hielt sie es für möglich, dass ihr Verlobter wider Erwarten in der Wohnung nächtigen wollte, oder zur Toilette musste. Aus diesem Grund betätigte sie den Druckknopf für den Öffner der Haustür, der sich auf der Badezimmerseite des Flures in der Wand befand.
44Der Angeklagte hatte sich zwischenzeitlich von der Aufstiegsfeier in der E.-Halle entfernt und sich auf den Weg Richtung W. begeben. Er sah von der Straße aus, dass in der Wohnung S./R. Licht an war. Der Angeklagte wusste, dass der Zeuge S. auf jeden Fall in der E.-Halle übernachten würde und auch bei seinem Verlassen dort noch anwesend war. Da die R. nach seinem Kenntnisstand allein in der Wohnung war, fasste er den Entschluss, die R. aufzusuchen, wobei er seinerseits ein Interesse an einem sexuellen Kontakt hatte. Der Angeklagte klingelte an der Haustür, woraufhin die R. ihm in der Erwartung ihres Verlobten die Haustür öffnete. Der Angeklagte ging die Treppe hoch in die Wohnung und traf dort die R. an. Der Angeklagte trug zu diesem Zeitpunkt eine blaue Jeanshose und einen weißen Pullover mit Streifen, darunter ein kurzärmeliges blau-weiß-gestreiftes Hemd.
Als der Angeklagte die R. sah, wurde sein sexuelles Verlangen größer. Er fasste nun den Entschluss, mit der R. – auch gegen deren Willen - sexuell zu verkehren. Er drängte die R. in das Schlafzimmer, wo bereits Licht an war. Konkrete Feststellungen zu einem verbalen Kontakt zwischen dem Angeklagten und der R. konnte die Kammer nicht treffen. Es kam jedenfalls zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und der R., die sich gegen das sexuell motivierte Verhalten des Angeklagten heftig wehrte und mit der Durchführung von Geschlechtsverkehr nicht einverstanden war. Ebenfalls nicht sicher feststellen konnte die Kammer, ob sich die R. 41
ihren BH selbst ausgezogen hat, oder ob der Angeklagte die R. entkleidete. Die Kammer geht aber sicher davon aus, dass der Angeklagte der R. die graue Jogginghose heruntergezogen hat und dazu mit seinen Händen im oberen Bereich der Jogginghose (Bündchen) gefasst hat. Der Angeklagte hatte nun den festen Willen, die R. mit Gewalt zum außerehelichen Beischlaf zu nötigen und mit ihr den Geschlechtsverkehr durchzuführen; eine anschließende Tötung war zu diesem Zeitpunkt weder gewollt bzw. beabsichtigt, noch wollte der Angeklagte eine solche in Kauf nehmen.
Da sich R. heftig wehrte, versetzte der Angeklagte ihr Schläge gegen den Kopf, wodurch diese Hämatome, unter anderem ein Monokelhämatom erlitt.
47Ferner kam es im Rahmen der körperlichen Auseinandersetzung bei R. zu Abwehrverletzungen am rechten Unterarm und am linken Daumen. Im Zuge der Auseinandersetzung stieß die R. um 3.40 Uhr einen spitzen Schrei aus. Daraufhin erfasste der Angeklagte mit beiden Händen den Hals der R. und würgte diese mit beiden Händen sehr kräftig und länger anhaltend, um diese zum Schweigen zu bringen. Denn der Angeklagte fürchtete eine Entdeckung, u.a. durch die im Untergeschoss wohnenden Personen.
48Nicht sicher feststellen konnte die Kammer, ob die R. zu diesem Zeitpunkt noch stand, oder bereits auf ihrem Bett lag, ebenso wie der Umstand, ob die R. bereits vollständig entkleidet war, oder dies erst in diesem Zusammenhang erfolgte.
49Infolge des mindestens 20 bis 30 Sekunden, vermutlich aber einige Minuten, keinesfalls aber länger als 5-minütigen Würgens wurde die R. bewusstlos. Zu diesem Zeitpunkt lag sie bereits auf ihrem Bett über der gelben Wolldecke. Möglicherweise ist es aufgrund des unzureichenden Abflusses von venösem Blut und des dadurch bedingten massiven Stauungssyndroms zum Auftreten von Streckkrämpfen gekommen. Zu einem Ersticken der R. kam es jedoch nicht.
50Dem Angeklagten wurde deutlich, was er getan hatte. Möglicherweise war er durch etwaige Streckkrämpfe der bewusstlosen R. irritiert. Er fasste nun den Entschluss, die R. zu töten, um den Versuch der Vergewaltigung und die vorausgegangene gefährliche Körperverletzung zu verdecken.
51Während die R. weiterhin bewusstlos, nahezu vollständig entkleidet auf dem Bett lag, ging der Angeklagte aus dem Schlafzimmer durch den Flur in die dem Schlafzimmer schräg gegenüber liegende Küche, um ein geeignetes Messer zu suchen, um damit die R. zu töten. In der Küche fand er nach kurzer Suche ein Messer mit einer Klingenlänge von ca. 12 cm. Dieses nahm er mit in das Schlafzimmer, wo die R. unverändert auf der gelben Wolldecke ihres Bettes lag. In unmittelbarer Tötungsabsicht und in Kenntnis der zum Tode führenden Umstände stach der Angeklagte dann 74 Mal auf die weiterhin bewusstlose R. ein. Er versetzte R. drei Stichverletzungen an der Halsseite, 33 Stich- /Stichschnittverletzungen im Brustbereich und 35 Stich- bzw. Stichschnittverletzungen im unteren Brust- bzw. Bauchbereich. Die ersten von insgesamt 14 Einstichen ins Herz bzw. in den Herzbeutel der R. führten zu einem Herzflimmern und unmittelbar anschließend zu einem funktionellen Herzstillstand.
Die Kammer konnte nicht feststellen, ob sich der Angeklagte vorher den Pullover ausgezogen hatte, oder ob er sich an seiner Bekleidung mit Blut der R. beschmiert hat. 46
53Vermutlich zog der Angeklagte die weiterhin auf dem Bett liegende Leiche der R. vom Bett zur Seite des Nachttisches bzw. der gegenüber liegenden Wand herunter, so dass die Leiche der R. in dieser Endlage verblieb. Wegen weiterer Einzelheiten der Endlage wird gemäß § 276 Abs. 1 Satz 3 StPO auf die Polaroid-Lichtbilder 1 bis 22 – in Klarsichthülle - des Lichtbildordners II – Auffindesituation und die Lichtbilder 7 bis 20 des Lichtbildordners I verwiesen.
54Vor Verlassen des Schlafzimmers ergriff der Angeklagte das Oberbett und legte dies über die zwischen Wand und Bett, mit dem Kopf auf der Bettkante liegende Leiche der R.. Sodann begab sich der Angeklagte in das dem Schlafzimmer gegenüber liegende Badezimmer und wusch sich. Anschließend verließ er die Wohnung und das Haus W. xx. Über den Verbleib des Tatmessers konnte die Kammer keine Feststellungen treffen; vermutlich nahm der Angeklagte das Tatmesser mit und ließ es irgendwo verschwinden. Es ist aber nicht auszuschließen, dass er es gereinigt in die Küche zurückgelegt hat.
55Aufgrund der vielen Stich- bzw. Stichschnittverletzungen kam es zu massivem Austritt von Blut auf das Betttuch (Spannbetttücher) und die auf dem Bett liegende und im Kopfbereich des Bettes zusammengeschobene gelbe Wolldecke. Insoweit wird wegen weiterer Einzelheiten gemäß § 276 Abs. 1 Satz 3 StPO auf die Lichtbilder Nr. 9, 16, 17, 18, 19, 20 des Lichtbildordners I verwiesen.
56Das Licht im Schlafzimmer blieb an, die Gardine war zugezogen; das am Fenster angebrachte Rollo war nicht heruntergelassen.
57Möglicherweise ging der Angeklagte anschließend in sein Elternhaus und dort auf die Toilette. Möglicherweise ging er auch in Richtung E., erbrach unweit der E.-Halle an einem Zaunpfahl und ging anschließend wieder zurück zur Aufstiegsfeier in die E.- Halle, wo er die dort noch feiernden Gäste, darunter unter anderem die Zeugen L. und S. sowie weitere Personen antraf.
58Nachdem er noch einige Bier trank und die Feier sich allmählich dem Ende neigte, verließ der Angeklagte die E.-Halle und begab sich in sein Elternhaus. Möglicherweise begab er sich zunächst in sein Jugendzimmer und stellte dort fest, dass die Zeugin L.1 in seinem Bett und die Zeugin C1. im Bett seines Bruders Q. lagen und schlief. Jedenfalls begab sich der Angeklagte daraufhin in das Wohnzimmer und schlief dort ein. Ebenfalls im Wohnzimmer schliefen der Zeuge Q. und der Zeuge M1..
59Aufgrund des konsumierten Alkoholes war die Fähigkeit des Angeklagten, das Unrecht seiner Tat einzusehen bzw. danach zu handeln, erheblich vermindert, aber nicht aufgehoben.
4. Weiteres Geschehen 60
61Der Zeuge S. blieb bis zum Schluss der Feier in der E.-Halle, wo er – erheblich alkoholisiert – an einem Tisch sitzend einschlief und später wach wurde, weil ihm kalt war. Er traf vor der Halle den Zeugen Q1. und den Zeugen D1., die ebenfalls erheblich alkoholisiert waren und sich gemeinsam auf den Weg zur Wohnung S./R. begaben, wo sie zwischen 5.00 und 6.00 Uhr ankamen. Da der Zeuge S. keinen Haustür- bzw. Wohnungsschlüssel mit sich führte, betätigte er zunächst die Klingel seiner Wohnung und später die Schelle der Wohnung des Zeugen M.. Als ihm nicht geöffnet wurde, warf der Zeuge S. mit Steinchen gegen das Schlafzimmerfenster seiner Wohnung und
kletterte schließlich in Begleitung des Zeugen D1. auf den Balkon seiner Wohnung und trat u.a. gegen die Balkontür. Da auch dies erfolglos blieb ging der Zeuge D1. nach Hause und rief von dort die Telefonnummer S./R. an; das Telefon wurde jedoch nicht abgenommen. Die Zeugen waren insgesamt so laut, dass die R. davon wach geworden wäre, wie sie auch vom Telefonklingeln wach wurde.
62Der Zeuge S. und der Zeuge Q1. begaben sich daraufhin zur Wohnung der Zeugin N., W. xxx, wo sie sogleich eingelassen wurden, im Wohnzimmer sofort einschliefen und bis ca. 11.30 Uhr weiter schliefen.
63In der Zwischenzeit, etwa gegen 11.00 Uhr, wollte der Zeuge E1. den Zeugen S. zum Aufräumen der E.-Halle abholen. Als auf sein Schellen bei S./R. niemand öffnete, wurde ihm durch den Zeugen M. die Haustür geöffnet. Der Zeuge E1. ging kurz nach oben, fand die Wohnungstür offen vor, schellte und klopfte, betrat die Wohnung jedoch nicht. Sodann verließ er das Haus.
64Der Zeuge S. versuchte im Laufe des Tages, mit der R. telefonischen Kontakt aufzunehmen. Er ging auch zu seiner Wohnung, wo ihm auf Schellen jedoch nicht geöffnet wurde. Er hielt sich im Laufe des Tages zum Aufräumen in der E.-Halle auf bzw. später in einer Gaststätte, wo er weiter Alkohol konsumierte.
65Im Laufe des späteren Nachmittages suchte der Zeuge S. die Wohnung des Zeugen N. auf, und ging anschließend mit diesem zu seiner Wohnung, um nach seiner Verlobten R. zu schauen. Er schellte zunächst an der Haustür, worauf ihm nicht geöffnet wurde. Anschließend schellte er bei dem Zeugen M., der daraufhin die Haustür öffnete. Gemeinsam mit dem Zeugen N. ging der Zeuge S. die Treppe zur Wohnungstür hoch und betrat gegen 19.15 Uhr die Wohnung durch die nicht verschlossene Wohnungstür. Im Schlafzimmer fand er sodann die Leiche seiner Verlobten unter dem Oberbett. Gegen 19.45 Uhr trafen Rettungswagen und Polizeiwagen am Tatort ein. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich u.a. die Zeugen N. sen. und Frau N. in der Wohnung auf, verliessen diese aber wieder und gingen zurück in ihr Wohnhaus.
66Wenig später, etwa gegen 20.00 Uhr / 20.15 Uhr des Himmelfahrtstages (28.05.1987) begab sich der Angeklagte etwa 4 bis 5 Mal von seiner elterlichen Wohnung (W. xxx) über den in westlicher Richtung verlaufenden, halbkreisförmigen Verlauf der Straße W. zu dem südlich und geografisch höher gelegenem Teil dieser Straße bis zur Höhe des Hauses W. xxx. Zu dieser Zeit standen unter anderem Polizeifahrzeuge und ein Rettungswagen vor dem Haus W. xxx. Von der dem Haus W. xxx gegenüberliegenden Straßenseite beobachtete der Angeklagte das Geschehen vor dem Haus W. xxx, ging allerdings nicht weiter in östliche Richtung, sondern blieb eine Weile stehen, ging zurück, und kam nach kurzer Zeit wieder, um das Geschehen erneut zu beobachten. Der Angeklagte wurde dabei von dem Zeugen N. sen. von dessen Küchenfenster aus beobachtet. Bis zu dem Haus W. xxx ging der Angeklagte nicht.
67Der Zeuge A1., der als Mitarbeiter der Mordkommission für die Erstellung des Tatortbefundberichtes zuständig war, war noch in den späten Abendstunden (ca. 23.00 Uhr) des 28.05.1987 in der Wohnung. Er fertigte erste Polaroid-Fotos. Er stellte fest, dass die Leichenstarre in allen Gelenken ausgeprägt war, sich jedoch leicht lösen ließ, insbesondere ein Umdrehen der Leiche zwecks Abklebung der Rückenpartie. Es hatten sich bereits Leichenflecken gebildet, die sich beim Wegdrücken mit dem Daumen durch den Zeugen A1. nicht mehr wegdrücken ließen.
68Am Freitag, 29.05.1987 gegen 12.00 Uhr wurde die Obduktion der Leiche durch I1. als ersten Obduzenten und Frau M1. als zweiter Obduzent durchgeführt. Als Präparator fungierte der Zeuge F1.. Der damals zuständige Staatsanwalt, der Zeuge U1., war ebenfalls zugegen.
69Die Totenstarre im Kiefer- und Ellenbogenbereich war zu dieser Zeit weitgehend gelöst, in den Kniegelenken war sie vollständig gelöst. Totenflecken in der Rückenpartie waren auf stärkeren Druck noch wegdrückbar.
5. Der weitere Gang der Ermittlungen 70
71Im Laufe des auf den Himmelfahrtstag folgenden Freitag (29.05.1987) wurde der Angeklagte zeugenschaftlich durch den Zeugen G1. als Mitarbeiter der damaligen Mordkommission vernommen. Am gleichen Tage wurde ebenfalls der Zeuge L. zeugenschaftlich vernommen. Dieser gab an, der Angeklagte sei einige Zeit nach dem Eintreffen in der E.-Halle für ca. eine Stunde nicht auf der Feier gewesen, und zwar nachdem die R. nach Hause gegangen sei. Daraufhin wurde der Angeklagte von den Zeugen J1. und V1. erneut vernommen, und zwar unter Vorhalt der Angaben des Zeugen L.. Noch am Abend des 29.05.1987 wurde der Angeklagte von dem Zeugen Z1. aufgefordert, die Kleidung, die er während der Feier getragen hat, auszuhändigen. Der Angeklagte übergab daraufhin u. a. einen rot-schwarzen Pullover, nach kurzer Überlegung übergab er dann aber einen weißen Pullover mit Streifen und gab an, sich in dem Pullover geirrt zu haben. Am Mittag des 30.05.1987 suchte der Zeuge Z1. den Angeklagten erneut auf und forderte diesen auf, das Oberhemd zu übergeben, das er während der Feier getragen hatte. Der Angeklagte entnahm daraufhin der Waschmaschine in einem Kellerraum ein kurzärmliges blau-weiß-gestreiftes Hemd. Dieses Hemd wurde durch den Zeugen Z1. dem L. vorgelegt, der dazu angab, dass es sich um dasjenige Hemd handelt, dass der Angeklagte während der Feier getragen hatte. Ebenfalls am 30.05.1987 wurde der Zeuge L. unter Vorhalt der Angaben des Angeklagten erneut zeugenschaftlich vernommen. Der Zeuge L. erklärte nochmals, dass der Angeklagte während der Feier ca. eine Stunde weg gewesen sei.
72Ebenfalls am 30.05.1987 führte der Angeklagte den Zeugen R1. zur E.-Halle, wo ca. 20 Meter östlich des Eingangs auf der anderen Straßenseite an einem Zaumpfahl im Gras Reste von Erbrochenem festgestellt werden konnten.
6. Wiederaufnahme der Ermittlungen bis zur Festnahme 73
Im Jahr 2007 entschied sich die Mordkommission der Polizei O1. in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Arnsberg, molekulargenetische Untersuchungen an Asservaten durchzuführen und mit Körperzellen von Personen, insbesondere möglichen Tatverdächtigen zu vergleichen. Damals gaben insgesamt 24 Personen auf freiwilliger Basis eine Speichelprobe ab, darunter die damals tätigen Polizeibeamten, Sanitäter, Nachbarn, soweit sie sich im Tatortbereich aufgehalten hatten, u.a. die Zeugen S. (Vergleichsperson VP 16), L. (VP17), K. jun. (VP 21) und N. (VP 20).
Im November 2008 entschloss sich die Mordkommission, weitere 16 Person zwecks freiwilliger Abgabe einer Speichelprobe aufzusuchen, darunter 8 Verwandte der R. u.a. die Nebenkläger sowie E1. (VP 33 ) sowie die Zeugen K1. (VP 34), T1. (VP 35), N1. (VP 36), Y1. (VP 37), Q. (VP 38), W1. (VP 39) und der Angeklagte (VP 40). Dazu nahmen die 74
Zeugen X1. UND X2. am 26.11.2008 und 27.11.2008 Kontakt zu den insgesamt 16 Personen auf, von denen alle – mit Ausnahme des Zeugen W1. und des Angeklagten - jeweils sofort eine Speichelprobe abgaben und ihr Einverständnis mit der molekulargenetischen Untersuchung erklärten.
76Die Zeugen X1. UND X2. suchten u.a. den Bruder des Angeklagten, den Zeugen Q. an seiner Arbeitsstelle (H1.) auf. Dieser erklärte sich mit der Untersuchung einverstanden und gab sofort eine Speichelprobe samt Einverständniserklärung ab. Bei dieser Gelegenheit erkundigten sich die Zeugen X1. UND X2. nach der telefonischen Erreichbarkeit des Angeklagten, den sie zuvor an seiner Wohnanschrift nicht angetroffen hatten. Der Zeuge Q. rief daraufhin den Angeklagten per Handy an und erreichte ihn an der Arbeitsstelle. Der Zeuge X2. übernahm das Telefonat, um mit dem Angeklagten die Entnahme einer Speichelprobe zu besprechen und ggfls. durchzuführen. Der Angeklagte teilte dem Zeugen X2. mit, er sei bei der Arbeit und sei dort nicht abkömmlich.
77In einem späteren Telefonat des Zeugen X1. erklärte der Angeklagte, er sei freiwillig zur Abgabe einer Speichelprobe bereit, seine Ehefrau solle davon aber nichts erfahren. Der Zeuge X1. teilte dem Angeklagten mit, dass die Entnahme einer Speichelprobe und die Abgabe der dazu gehörigen Einverständniserklärung etwa 5 bis 10 Minuten dauere. Dem Angeklagten wurde weiter angeboten, dies an einem Ort und zu einer Zeit entsprechend seinen Wünschen durchzuführen, beispielsweise an der Arbeitsstelle, zuhause oder in der Polizeiwache in T.. Der Angeklagte sagte in der Folgezeit mehrfach, ihm jeweils nacheinander angebotene Termine ab. Einmal führte er zur Begründung aus, er müsse Weihnachtseinkäufe mit der Familie vornehmen, ein weiteres Mal sei er aufgrund von Inventurarbeiten bei seinem Arbeitgeber an der Wahrnehmung eines abgesprochenen Termins gehindert.
78Letztlich gab der Angeklagte am 22.01.2009 eine Speichelprobe und eine Einverständniserklärung ab, nachdem er sich abends mit dem Zeugen X1. in der H1. getroffen hatte. Die Speichelprobe wurde an das Institut für Rechtsmedizin der Uni München weitergeleitet und dort untersucht.
79Nach Vorlage des Untersuchungsergebnisses erließ das Amtsgericht Arnsberg am 10.02.2009 einen Haftbefehl. Aufgrund dieses Haftbefehls begaben sich sechs Polizeibeamte der Mordkommission in den Morgenstunden des 11.02.09 zur Wohnanschrift des Angeklagten. Kurz vor 7.00 Uhr morgens wurde zunächst die Ehefrau des Angeklagten angetroffen; der Angeklagte lag noch im Bett. Die beiden Zeugen X1. UND X2. gingen in das im Obergeschoß liegende Schlafzimmer, wo sie den Angeklagten auf der Bettkante sitzend antrafen. Dem Angeklagten wurde erklärt, dass ein Haftbefehl gegen ihn bestehe. Dessen Inhalt wurde ihm kurz mündlich mitgeteilt, und er sodann festgenommen. Der Angeklagte erklärte daraufhin ohne Nachfrage sinngemäß, er müsse sich dann "eben noch anziehen". Schweigend folgte er den Polizeibeamten in das im Erdgeschoss liegende Gäste-WC, wo ihm Handschellen angelegt wurden. Der Angeklagte verhielt sich schweigend und stellte keinerlei weitere Fragen zu den zugrundeliegenden Umständen der Festnahme.
80In einem zivilen Polizeifahrzeug wurde der Angeklagte von T. zum Polizeipräsidium O1. gefahren. Der Zeuge X2. steuerte das Fahrzeug, der Zeuge X1. saß mit dem Angeklagten auf der Rückbank. Durch den Zeugen X1. wurde der Angeklagte über seine Rechte als Beschuldigter umfassend belehrt. Während der knapp 45 Minuten
dauernden Fahrt wurden ihm die im Haftbefehl zugrundeliegenden Verdachtsgründe näher dargelegt. Er wurde darauf hingewiesen, dass es ihm freisteht, sich zur Sache einzulassen, oder einen Rechtsanwalt zu Rate zu ziehen. Der Angeklagte verhielt sich weitgehend schweigend, während der Zeuge X1. ihm wiederholt die Verdachtsgründe und insbesondere das Ergebnis der DNA-Untersuchung erläuterte. Der Angeklagte zeigte sich weder überrascht noch stellte er konkrete Nachfragen.
81Im Polizeipräsidium O1. angekommen wurde der Angeklagte nochmals über seine Rechte als Beschuldigter belehrt, und ihm die Verdachtslage mitgeteilt. Dabei fing der Angeklagte leicht an zu weinen und wischte sich Tränen aus dem Gesicht. Sinngemäß äußerte er zwischenzeitlich, er wisse nicht, ob er etwas sagen solle. Gegen Ende der ca. 45-minütigen Vernehmung wünschte er die Hinzuziehung eines Rechtsanwaltes und erklärte, er wolle vorher keine Angaben machen.
Noch im Laufe des Vormittags wurde der Angeklagte dem Haftrichter vorgeführt. 82
83Am Nachmittag des 11.02.2009 wandte sich die Ehefrau des Angeklagten an das Polizeipräsidium O1. und erkundigte sich bei dem Zeugen P1. nach dem Verbleib ihres Ehemannes. Daraufhin suchten die Zeugen X1. UND X2. die Ehefrau des Angeklagten gegen 15.30 Uhr in ihrer Wohnung auf. Im Beisein des Zeugen Q. wurde der Ehefrau mitgeteilt, dass ihr Ehemann festgenommen worden sei, worüber sich die Ehefrau sehr überrascht zeigte. Die Ehefrau selbst erklärte – nach vorheriger Belehrung - sie habe angenommen, die Polizei habe lediglich eine DNA-Speichelprobe von ihrem Ehemann einholen wollen.
85Die getroffenen Feststellungen beruhen auf dem Ergebnis der durchgeführten Beweisaufnahme, deren Inhalt und Förmlichkeiten sich aus der Sitzungsniederschrift ergeben.
87Der Angeklagte hat sich zur Person eingelassen. Die Feststellungen zur Person beruhen daher weitgehend auf den Angaben des Angeklagten. Ergänzend hat die Kammer die Geschwister des Angeklagten, die Zeugen Q., D., O. und die Mutter C2. zum Lebensweg des Angeklagten, den Verhältnissen im Elternhaus und dessen Beziehungen zu Frauen befragt. Die Feststellungen zu den Beziehungen des Angeklagten zu Frauen beruhen auch auf den Angaben der Sachverständigen E2. und des Zeugen D2.. Widersprüche sind dabei nicht aufgetreten.
89Der Angeklagte hat durch seinen Verteidiger erklärt, der Tatvorwurf sei unzutreffend, ohne weitere Angaben zu machen. Darüber hinaus hat er sich nicht zur Sache eingelassen. Lediglich im letzten Wort hat er selbst erklärt, er habe mit der Tat nichts zu tun.
90Die Kammer ist nach dem Inbegriff der mündlichen Verhandlung zu der Überzeugung gelangt, dass der Angeklagte die ihm zur Last gelegte Tat begangen hat.
91Voraussetzung für die Überzeugung des Tatrichters von einem bestimmten Sachverhalt ist nicht eine absolute, das Gegenteil oder andere Möglichkeiten denknotwendig ausschließende Gewissheit. Vielmehr genügt ein nach der Lebenserfahrung ausreichendes Maß an Sicherheit, das vernünftige Zweifel nicht aufkommen lässt (st. Rspr, vgl. zuletzt BGH, NStZ-RR 2010, 85 m.w.N.). Der Tatrichter ist also nicht gehindert, an sich mögliche, wenn auch nicht zwingende Folgerungen aus bestimmten Tatsachen zu ziehen, wenn diese tragfähig sind (vgl. nur BGH NStZ-RR 2004, 238).
92Ausgehend von den festgestellten persönlichen Umständen der R. und dem festgestellten Geschehen vor und nach der Tat (nachfolgend: a) ist die Kammer davon überzeugt, dass R. um ca. 3.40 Uhr getötet worden ist (zur Tatzeit b), dass sich die Tat auf die bereits zu II beschriebene Weise ereignet hat (c), und dass der Angeklagte der Täter ist (d), zumal andere Personen nach Überzeugung der Kammer ausscheiden (e) und sonstige Umstände nicht zur Entlastung des Angeklagten führen (f, g).
a) Feststellungen zum Geschehen vor der Tat und nach der Tat 93
95Die Feststellungen zur Persönlichkeit der R. beruhen auf den glaubhaften Angaben der Zeugin N., die eine enge Freundschaft zur R. verband, in der über alles miteinander geredet wurde. Die Zeugin hat glaubhaft geschildert, dass die R. und der Zeuge S. eine harmonische Beziehung führten. Der enge Kontakt zur R. und zu dem Zeugen S. wird auch dadurch dokumentiert, dass einerseits die Zeugin N. und der Zeuge S. miteinander verwandt sind und andererseits ein gemeinsamer Termin für die standesamtliche Hochzeit beider Paare bereits feststand.
96Diese Angaben werden durch die glaubhaften Bekundungen der Zeugen M. bestätigt, der als Nachbar nie einen irgendwie gearteten Streit zwischen beiden wahr genommen hat.
97Die Feststellungen zu den Lebensgewohnheiten und Bekleidungsgewohnheiten der R. beruhen ebenfalls auf den überzeugenden Angaben der Zeugin N., die aufgrund ihres engen Kontakts zur R. auch über solche eher persönliche Gewohnheiten informiert war. Die Zeugin N. hat oft gesehen, dass die R. im Bett ein T-Shirt und einen "Schlüpfer" trug, und sich dann häufig einen Jogginganzug darüber zog.
98Die Angaben der Zeugin N. stimmen mit den glaubhaften Angaben des Zeugen S. überein.
99Die Feststellungen zur Person des Zeugen S. und zu dessen Beziehung zur R. beruhen auch auf dessen Angaben. Der Zeuge S. hat glaubhaft bekundet, dass der Angeklagte ihm zwar persönlich gut bekannt war, aber ein engerer Kontakt nicht bestand, der Angeklagte sei auch in seiner Anwesenheit nie in der Wohnung S./R. gewesen. Von einem etwaigen Besuch des Angeklagten in seiner Abwesenheit hätte die R. dem Zeugen S. mit Sicherheit erzählt, wovon die Kammer aufgrund der glaubhaften Angaben des Zeugen S. ausgeht.
100Die getroffenen Feststellungen zur Wohnung und zum Wohnumfeld beruhen auf den glaubhaften Angaben des Zeugen S., der Inaugenscheinnahme dieses Bereichs durch die Kammer und der in Augenschein genommenen Skizze der Wohnung, den in
Augenschein genommenen Fotos sowie den Angaben des Zeugen A1..
bb) 101
102Die Feststellungen zu dem Geschehen vor der Tat und zum weiteren Geschehen, soweit sie die Person des Angeklagten betreffen, beruhen maßgeblich auf den Angaben des Zeugen L., der den Angeklagten den ganzen Abend bis zur Rückkehr und zum anschließenden Aufenthalt auf der Aufstiegsfeier begleitet hat. Der Zeuge L. hat glaubhaft bekundet, damals mit dem Angeklagten gut befreundet gewesen zu sein. Nach einem Aufenthalt in der E.-Halle aus Anlass der Aufstiegsfeier von ca. 19.30 Uhr an, so der Zeuge L., sei er mit dem Angeklagten und dem Zeugen D2. nach B. gegangen, wo sich die drei bis etwa 2.30 Uhr aufgehalten hätten. Nach Rückkehr zur Aufstiegsfeier kam es, so hat der Zeuge L. glaubhaft bekundet, zu einem kurzen Kontakt zwischen ihm und dem Angeklagten einerseits und der R. andererseits, die hinter dem Tresen stand und Bier zapfte. Wenig später übernahm der Zeuge L. diese Tätigkeit von der R., die nach den glaubhaften Angaben des Zeugen die Aufstiegsfeier wenig später, nach seiner Erinnerung gegen 3.30 Uhr verließ.
103Der Zeuge L. hat darüber hinaus Angaben zur Bekleidung des Angeklagten während des gesamten Abends gemacht, die sich mit der Inaugenscheinnahme der während der Aufstiegsfeier gefertigten Fotos und den Angaben anderer Zeugen decken. Wegen der Bekleidung des Angeklagten wird gemäß § 276 Abs. 1 Satz 3 StPO auf das Lichtbild des Angeklagten in der Lichtbildmappe "Bilder vom vorausgegangenen Fest des Vereins xxxxxxxx P." im Lichtbildordner II. verwiesen.
104Der Zeuge L. hat ebenfalls die Angaben seines Bruders S., unabhängig von dessen Angaben, bestätigt, wonach der Angeklagte keinen engeren Kontakt zu dem Paar R./S. gepflegt hat.
105Die Feststellungen zur Anwesenheit des Angeklagten auf der Aufstiegsfeier bzw. dem Besuch der Diskofete in B. sowie zur Rückkehr beruhen weiterhin auf den insoweit übereinstimmenden und widerspruchsfreien Angaben der Zeugen B1., O., L.1, Q. und D2., die den Angeklagten im Verlaufe des Abends teilweise begleitet bzw. sich zeitweise am gleichen Ort, nämlich in B. und in der E.-Halle, aufgehalten haben. Der Zeuge M1. hat übereinstimmend mit dem Zeugen Q. bekundet, der Angeklagte habe mit ihnen im Wohnzimmer des Hauses C. übernachtet; beide konnten aber nicht angeben, wann der Angeklagte zum Schlafen erschienen ist, da sie sich selbst bereits zuvor zum Schlafen hingelegt hatten.
106Die Angaben der vorgenannten Zeugen bestätigen zudem die Richtigkeit der Aussage des Zeugen L..
107Der Zeuge Q2. war als Polizeibeamter nach dem Notruf schnell vor Ort und hat Angaben zum ersten Bild am Tatort gemacht. Seinen glaubhaften Angaben ist die Kammer gefolgt, ebenso wie die damit übereinstimmenden Angaben des Zeugen A1. von der später erschienenen Mordkommission.
108Der Zeuge B1. hat den Angeklagten in seinem PKW von B. nach P. mitgenommen. Nach den glaubhaften Angaben des Zeugen B1. war der Angeklagte "gut angeheitert", aber keinesfalls übermäßig alkoholisiert. Vielmehr habe der Angeklagte problemlos in den PKW ein- und aussteigen können, wo er auf der Rückbank gesessen habe.
Die Zeugin L.1 hat bekundet, sie habe in den ersten Stunden der Feier zahlreiche Lichtbildaufnahmen gefertigt, und zwar die in dem Lichtbildordner abgehefteten Fotos. 109
cc) 110
111Der Zeuge S. hat zur Herkunft eines Tatwerkzeuges bekundet, er könne aus seiner heutigen Erinnerung nicht mehr sagen, ob seinerzeit ein Messer aus der Wohnung fehlte. Nach der Tat habe er einige Monate bei dem Zeugen N. gewohnt und die Wohnung im W. xxx einige Wochen später aufgelöst. Auf Vorhalt, dass er damals gegenüber der Polizei geäußert hat, dass in der Küche ein evtl. auch zwei Messer fehlten, die er näher beschrieben hat, hat der Zeuge S. bekundet, dass dies dann wohl aus der damaligen Erinnerung her richtig sei.
112Der Zeuge A1. hat unter Vorhalt des Tatortbefundberichtes bekundet, in der Küche seien mehrere Messer gefunden worden, darunter ein langes Brotmesser und ein spitz zulaufendes Fleischermesser mit glatter Schneide. In einer Schublade sei ein weiteres spitzes Messer aufgefunden worden. Alle Messer seien augenscheinlich sauber gewesen.
113Der Zeuge S. hat weiter glaubhaft bekundet, die R. sei vom Klingeln des Telefons stets wach geworden. Hierzu konnte er aus seiner Erinnerung noch ergänzen, dass die Wohnung sehr hellhörig gewesen sei und seine damalige Verlobte auch nachts ans Telefon gegangen sei, weil sie einen Anruf aus ihrem Elternhaus wegen ihrer damals kränklichen Mutter nie ausschließen konnte. Das Telefon habe damals zentral im Flur in der hellhörigen Wohnung gestanden und sei auch in allen Zimmern gut zu hören gewesen.
114Die Feststellungen zu den Vernehmungen des Angeklagten und des Zeugen L. sowie zu den Überprüfungen, u. a. von Bekleidungsgegenständen beruhen auf den glaubhaften Angaben der Zeugen G1., Z1. und R1., die zwar aus der Erinnerung nur vage Angaben machen konnten, jedoch auf Vorhalt die Richtigkeit der aktenkundigen Vermerke bestätigt haben. Diese Angaben stimmen auch mit den Bekundungen des Zeugen L. überein, soweit dieser daran beteiligt war.
b) Feststellungen zur Tatzeit 115
116Die Kammer ist davon überzeugt, dass die R. in den frühen Morgenstunden des 28.05.1987 gegen 3.40 Uhr, also etwa eine halbe Stunde nach ihrer Rückkehr in die Wohnung getötet worden ist. Die Leiche der R. ist zwar erst am 28.05.1987 gegen 19.15 Uhr entdeckt worden. Ein anderer Todeszeitpunkt als derjenige um ca. 3.40 Uhr scheidet jedoch aus. Das folgt die Kammer daraus, dass die R. die Aufstiegsfeier gegen 3.15 / 3.20 Uhr verlassen hat und sich anschließend in ihrer Wohnung aufgehalten hat (aa), sie gegen 6.00 Uhr trotz mehrfacher intensiver Versuche die Wohnung nicht geöffnet hat, ebenso wie später um 11.00 Uhr (bb), die rechtsmedizinischen Untersuchungsergebnisse damit im Einklag stehen (cc) und der Zeuge N. sen. um 3.40 Uhr einen Schrei gehört hat (dd).
Die Zeugin Q1. hat glaubhaft bekundet, sie habe an der Aufstiegsfeier teilgenommen, in 118
deren Verlauf die R. sie um 3.20 Uhr nach der Uhrzeit gefragt habe und zugleich angekündigt habe, sich noch eine Zigarette zu rauchen und dann nach Hause gehen zu wollen. Die Zeugin Q1., die Ehefrau des Trainers V2., konnte sich an die Uhrzeit deshalb genau erinnern, weil sie etwa ¼ bis ½ Stunde später die E.-Halle verlassen hat, völlig nüchtern gewesen sei, auf dem Weg zu ihrer Wohnung in T. den W1. bis B2. mitgenommen und dann genau mit den Radionachrichten um 4.00 Uhr an ihrer Wohnanschrift angekommen ist. Die Kammer ist von der Glaubwürdigkeit der Zeugin Q1. überzeugt.
119Der Zeuge T1. hat bekundet, er habe die Aufstiegsfeier gegen 3.15 Uhr verlassen und sich auf den Weg zum Wohnhaus seiner damaligen Freundin und

References: § 211
 § 261
 § 276
 § 267
 § 276
 § 276
 § 276
 BGH 
 § 276