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Timestamp: 2019-08-24 03:25:30+00:00

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Rentenanpassung 2019 - Portal Sozialpolitik
28. März 2019 | Zum 1. Juli 2019 werden die Renten der rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner turnusgemäß angepasst. Der aktuelle Rentenwert steigt um 3,18 Prozent von 32,03 Euro auf 33,05 Euro und der aktuelle Rentenwert (Ost) wird um 3,91 Prozent von 30,69 Euro auf 31,89 Euro erhöht. Die Faktoren der Anpassungsformel tragen in unterschiedlicher Weise zum Ausmaß der diesjährigen Rentenerhöhung bei. Zudem ist für Renten (-teile), die auf Entgeltpunkten (Ost) basieren, die Vorgabe des § 255a SGB VI zu beachten (gesetzlich vorgegebene Angleichungsschritte der Ostrenten). – Und schließlich müssen die Anpassungen in den Jahren 2019 bis 2025 sicherstellen, dass das Rentenniveau den Wert von 48 Prozent nicht unterschreitet (Niveau-Haltelinie).
Maßgebend ist die Veränderung der diese Faktoren bestimmenden Werte im Vorjahr zum vorvergangenen Jahr – für die Anpassung 2019 wird also Bezug genommen auf die Veränderungen in 2018 gegenüber 2017. Angepasst werden der aktueller Rentenwert (AR) bzw. der aktuelle Rentenwert (Ost) (AR(O)); die aktuellen Rentenwerte entsprechen dem Monatsbetrag der Rente für ein Jahr Beitragszahlung auf Basis des jeweiligen Durchschnittsentgelts und einem Zugangsfaktor von 1,000 – also ohne Rentenabschläge oder Rentenzuschläge.
Die Anpassung erfolgt getrennt für die alten und die neuen Länder; maßgebend für die Entgeltentwicklung des Vorjahres ist der jeweils vorläufige Stand im März des Anpassungsjahres. Die regionale Entgeltwicklung in den neuen Ländern ist seit der Anpassung 2018 nur noch für die sogenannte Vergleichsrechnung maßgebend; führt das bis 2017 praktizierte Anpassungsverfahren zu einem höheren AR(O) als er durch die gesetzliche Angleichungstreppe des § 255a Abs. 1 SGB VI vorgegeben ist, so gilt der Vergleichswert als neuer AR(O). – Bei den Veränderungsraten des durchschnittlichen Beitragssatzes sowie den Belastungsveränderungen bei den Altersvorsorgeaufwendungen der Aktiven und des Rentnerquotienten im Rahmen des Nachhaltigkeitsfaktors handelt es sich um bundeseinheitliche Werte.
In die Bestimmung des Entgeltfaktors fließen seit dem Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz zwei Entwicklungen ein. Seither wird der Entgeltfaktor nicht mehr (nur) auf Basis der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer entsprechend den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) bestimmt; die Anpassung der Renten richtet sich daneben auch nach der Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte der Versicherten.
Hintergrund für die Änderung des Verfahrens ist der Umstand, dass die VGR-Werte unter anderem nicht beitragspflichtige Entgeltteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze oder auch solche Entgeltbestandteile enthalten, die beitragsfrei in eine Anwartschaft auf betriebliche Altersversorgung umgewandelt wurden. Diese beitragsfreien Entgelte bzw. Entgeltbestandteile tragen nicht zur Finanzierung der Renten bei und sollen daher auch auf deren Anpassung keinen Einfluss haben.
Da die Löhne und Lohnbestandteile, die in der Rentenversicherung tatsächlich verbeitragt werden, nicht zeitnah vorliegen und erst mit einem »time-lag« von gut zwei Jahren bei der Rentenanpassung berücksichtigt werden können, greift die Anpassungsformel hinsichtlich der Lohn- und Gehaltsentwicklung des Vorjahres weiterhin alleine auf die VGR-Entgelte zurück. Schließlich sollen die Renten zeitnah an der Lohnentwicklung teilhaben können.
Sofern die Entwicklung der VGR-Löhne von der Entwicklung der beitragspflichtigen Löhne abweicht, wird dies bei der jeweils nächsten Anpassung über die Formel zur Berechnung des Entgeltfaktors automatisch korrigiert. Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer (nach VGR) sind im Jahr 2018 gegenüber dem Jahr 2017 um 2,87 Prozent (alte Länder) bzw. um 3,39 Prozent (neue Länder) gestiegen.
Zur Bestimmung des Entgeltfaktors der Anpassungsformel wird das Durchschnittsentgelt nach VGR des jeweils vorvergangenen Jahres (in diesem Fall also 2017) mit folgendem Faktor gewichtet:
Im Jahr 2017 sind die beitragspflichtigen Entgelte im Westen mit einem Zuwachs von 2,26 Prozent leicht schwächer gestiegen als die VGR-Entgelte (2,87 Prozent); auch im Osten haben sich die beitragspflichtigen Entgelte mit 2,89 Prozent schwächer entwickelt als die VGR-Entgelte (3,39 Prozent). Damit beträgt der Wichtefaktor für das VGR-Entgelt des vorvergangenen Jahres im Westen 1,0046 und im Osten 1,0038. In beiden Regionen wirkt der Wichtefaktor demnach anpassungsdämpfend.
Werte der Rentenanpassung 2019
ARt-1 bzw. AR(O)t-1 (2018) 32,03 € 30,69 €
Bruttolöhne und -gehälter 2016 (BEt-3) 34.205 € 27.868 €
Bruttolöhne und -gehälter 2017 (BEt-2) 35.139 € 28.782 €
Bruttolöhne und -gehälter 2018 (BEt-1) 36.146 € 29.757 €
beitragspflichtige Bruttolöhne und -gehälter 2016 (bBEt-3) 31.672 € 26.721 €
beitragspflichtige Bruttolöhne und -gehälter 2017 (bBEt-2) 32.387 € 27.492 €
durchschnittlicher RV-beitrag 2017 (RVBt-2) 18,7%
durchschnittlicher RV-beitrag 2018 (RVBt-1) 18,6%
Rentnerquotient 2017 (RQt-2) 0,5189
Rentnerquotient 2018 (RQt-1) 0,5057
ARt bzw. AR(O)t gem. § 255a Abs. 1 SGB VI (Angleichung 95,8 v.H.) (2019) 33,05 € 31,89 € *
AR(O)t gem. § 255a Abs. 2 SGB VI (Vergleichswert) (2019) - 31,85 € *
* Ist der Wert nach § 255a Abs. 2 SGB VI höher, so gilt dieser als AR(O)t
Erforderlich ist die Bestimmung des Entgeltfaktors (Ost) nur noch für die Ermittlung des Vergleichswerts nach § 255a Abs. 2 SGB VI.
Infolge der Gewichtung wird das VGR-Entgelt des Jahres 2017 in West und Ost rechnerisch erhöht. Im Westen betrug das durchschnittliche VGR-Entgelt 2017 35.139 Euro – der gewichtete Betrag fällt mit 35.302 Euro um knapp 0,5 Prozent höher aus. Im Osten belief sich der VGR-Wert auf 28.782 Euro – der gewichtete Betrag liegt mit 28.892 Euro um rund 0,4 Prozent höher. Damit fällt der Anstieg der anpassungsrelevanten Entgelte in beiden Regionen geringer aus als der Anstieg der VGR-Entgelte. – Im Ergebnis trägt der Entgeltfaktor mit 2,39 Prozentpunkten (West) bzw. 2,99 Prozentpunkten (Ost – nur im Rahmen der Vergleichsrechnung) zur diesjährigen Rentenanpassung bei.
Die anpassungsmindernde Berücksichtigung des AVA wurde damit begründet, dass seit 2002 allen Arbeitnehmern die staatlich geförderte private Altersvorsorge offensteht; die hierfür erforderlichen Prämien reduzieren – vergleichbar einem steigenden Beitragssatz zur Rentenversicherung – deren verfügbare Einkommen. Diese steigende Belastung der Aktiven müsse, so die seinerzeitige Begründung des Gesetzgebers, an die Rentner in Form geringerer Rentensteigerungen weitergegeben werden. Dabei spielt es für die Berücksichtigung des AVA keine Rolle, ob tatsächlich alle Berechtigten private Vorsorge im unterstellten Umfang betreiben. Selbst wenn sich kein einziger Arbeitnehmer auf die staatlich geförderte Privatvorsorge eingelassen hätte, wäre bei der Rentenanpassung unterstellt worden, dass alle Arbeitnehmer eine zusätzliche und bis 2012 prozentual steigende Abgabenlast tragen. An-passungsmindernd berücksichtigt wurde zudem der Bruttoanteil ohne Abzug der staatlichen Fördermittel, obwohl die auch von den Rentnern über deren direkte und indirekte Steuern mit finanziert werden.
Der jahresdurchschnittliche Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung (RVB), die zweite Größe des »Riester-Faktors«, ist 2018 gegenüber 2017 um 0,1 Prozentpunkt von 18,7 Prozent auf 18,6 Prozent gesunken. Für die Anpassung 2019 ergibt sich somit ein »Riester-Faktor« von
Für die Anpassung 2019 wirkt der Faktor demnach im Umfang von 0,13 Prozentpunkten anpassungssteigernd.
Der Rentnerquotient (vgl. Übersicht) drückt das rechnerische Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern aus. Gegenüber dem Jahr 2017 ist der Rentnerquotient 2018 gesunken – von 0,5189 auf 0,5057; der Wert 1 - (RQt-1 / RQt-2) fällt damit positiv aus (0,0254). Denn während die Zahl der Äquivalenzrentner 2018 nur um 0,39 Prozent stieg (West 0,55 Prozent, Ost -0,2 Prozent), legte die Zahl der Äquivalenzbeitragszahler um 3,01 Prozent zu (West 2,95 Prozent, Ost 3,31 Prozent).
Beitrags-Volumen 20184 184.669.570 28.946.401
Beiträge auf BE 20185 7.044,38 6.262,78
ÄB 20186 26.215 4.622 30.837
2018 0,5057
5 in Euro; der ausgewiesene Betrag ergibt sich durch Anwendung des durchschnittlichen kalenderjährlichen Beitragssatzes auf das (vorläufige) Durchschnittsentgelt der Anlage 1 zum SGB VI. Dieses beträgt für die alten Länder 2017 37.103 Euro und 2018 37.873 Euro; das Durchschnittsentgelt Ost ergibt sich nach Division dieser Werte durch den vorläufigen Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI (2017 1,1193 und 2018 1,1248)
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Für die Anpassung 2019 ergibt sich aufgrund der außerordentlich positiven Beschäftigungsentwicklung und des in deren Folge gesunkenen Rentnerquotienten ein Nachhaltigkeitsfaktor von:
Damit wirkt der Nachhaltigkeitsfaktor im Rahmen der Rentenanpassung 2019 in einem Umfang von 0,64 Prozentpunkten anpassungssteigernd.
Aktueller Rentenwert 2019
AR2019 = 32,03 Euro x 1,0239 x 1,0013 x 1,0064
= 32,03 Euro x 1,0318
= 33,05 Euro.
Der Anpassungsfaktor beträgt somit 1,0318; hieraus resultiert eine Erhöhung des AR um 3,18 Prozent von 32,03 Euro auf 33,05 Euro.
Standardrente (StR) ist die Regelaltersrente aus der allgemeinen Rentenversicherung mit 45 Entgeltpunkten (EP), die sich unter Zugrundelegung des ab dem 1. Juli des betreffenden Kalenderjahres geltenden AR für zwölf Monate berechnet ( Neue Berechnung des Rentenniveaus).
StR2019 = 33,05 Euro x 45 x 12 = 17.847,00 Euro
Die verfügbare Standardrente (vStR) ergibt sich, indem die Standardrente um den von den Rentnerinnen und Rentnern zu tragenden allgemeinen Beitragssatzanteil (aKVR) sowie den Anteil des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes (dzKVR) zur Krankenversicherung und den Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung ohne Beitragszuschlag für Kinderlose (sPVR) gemindert wird.
vStR2019 = 17.847 Euro x [1 – (0,073 + 0,0045 + 0,0305)]
vStR2019 = 17.847 Euro x 0,892 = 15.919,52 Euro.
Die verfügbare Standardrente 2019 beträgt demnach 15.919,52 Euro.
Das verfügbare Durchschnittsentgelt (vDE) des jeweiligen Kalenderjahres wird ermittelt, indem das verfügbare Durchschnittsentgelt des Vorjahres (2018: 32.064 Euro – vorgegeben durch das RV-LVuStabG) mit dem Entgeltfaktor der Anpassungsformel (vgl. oben) und der Veränderung der Nettoquote des Arbeitsentgelts (NQA) im jeweiligen Kalenderjahr gegenüber dem Vorjahr vervielfältigt wird.
Die Nettoquote des Arbeitsentgelts wird ermittelt, indem vom Wert 100 Prozent der vom Arbeitnehmer zu tragende Anteil des Gesamtsozialversicherungsbeitragssatzes (§ 163 Abs. 10 SGB VI) des betreffenden Kalenderjahres abgezogen wird. Der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz (GSV) ergibt sich aus der Summe der zum 1. Januar des Kalenderjahres geltenden Beitragssätze in der allgemeinen Rentenversicherung (aRV), in der gesetzlichen Pflegeversicherung (sPV) sowie zur Arbeitsförderung (BA) und des um den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz (dzKV) erhöhten allgemeinen Beitragssatzes in der gesetzlichen Krankenversicherung (aKV); seit 2019 werden alle Komponenten des GSV paritätisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert (zuvor war der Zusatzbeitragssatz der KV alleine von den Arbeitnehmern zu finanzieren).
NQA2018 = 100% - (9,3 + 1,5 + 7,3 + 1,0 + 1,275)
= 79,625%
= 80,175%.
Gegenüber 2018 entspricht dies einer Erhöhung der Nettoquote des Arbeitsentgelts in 2019 um 0,69 Prozent (80,175/79,625). Daraus resultiert ein verfügbares Durchschnittsentgelt 2019 in Höhe von:
vDE2019 = 32.064 Euro x 1,0239 x 1,0069
= 33.056,86 Euro.
Mit dem nach der Rentenanpassungsformel ermittelten rechnerischen AR in Höhe von 33,05 Euro ergibt sich ein Sicherungsniveau vor Steuern für das Jahr 2019 in Höhe von 48,16 Prozent:
Aktueller Rentenwert (Ost) 2019
Der nach § 255a Abs. 1 SGB VI zu bestimmende AR (Ost) muss zum 1. Juli 2019 96,5 Prozent des AR betragen.
AR(O)2019 = 33,05 Euro x 0,965 = 31,89 Euro.
VGWt = VGWt-1 x 1,0299 x 1,0013 x 1,0064
VGW2019 = 30,69 Euro x 1,0299 x 1,0013 x 1,0064
= 30,69 Euro x 1,0378
= 31,85 Euro.
Der Vergleichswert nach § 255a Abs. 2 SGB VI (31,85 Euro) übersteigt den nach § 255a Abs. 1 SGB VI berechneten AR (Ost) (31,89 Euro) nicht. Somit beträgt der festzusetzende aktuelle Rentenwert (Ost) ab 1. Juli 2019 31,89 Euro. Dies entspricht einem Anpassungssatz (Ost) von 3,91 Prozent. – Ab Juli 2019 erreicht der aktuelle Rentenwert (Ost) 96,49 Prozent des aktuellen Rentenwerts.
FÜR DIE RENTENANPASSUNGEN MAßGEBLICHE BRUTTOLÖHNE UND -GEHÄLTER JE ARBEITNEHMER (VGR) 2005 - 2018
Quelle: RWBestV 2007 bis 2019 sowie eigene Berechnungen
Entwicklung der durchschnittlichen beitragspflichtigen Versichertenentgelte in den alten und in den neuen Bundesländern 2005 - 2017
Quelle: DRV Bund (Hrsg.), Versichertenbericht, verschiedene Jg., zuletzt Berlin, September 2018, S. 75 ff. sowie RWBestV 2019
* Jährliches Beitragsvolumen dividiert durch die jährlichen Beiträge auf Durchschnittsentgelt
FAKTOREN DER RENTENANPASSUNG* 2003 - 2019
* Rechnerische Werte; für die Anpassungen waren evtl. die allgemeine Schutzklausel (Nominalwertgarantie) oder die Schutzklausel-Ost (Anpassung mindestens in Höhe der West-Anpassung) sowie ein Ausgleichsbedarf zu berücksichtigen. – Werte größer 1 = anpassungssteigernd, Werte kleiner 1 = anpassungsdämpfend.

References: § 255
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