Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFH/NV%202013,%20545
Timestamp: 2019-06-18 16:00:58+00:00

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BFH, 12.12.2012 - I B 27/12 - dejure.org
https://dejure.org/2012,45380
BFH, 12.12.2012 - I B 27/12 (https://dejure.org/2012,45380)
BFH, Entscheidung vom 12.12.2012 - I B 27/12 (https://dejure.org/2012,45380)
BFH, Entscheidung vom 12. Dezember 2012 - I B 27/12 (https://dejure.org/2012,45380)
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§ 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 5 Abs 1 S 1 EStG 2002, § 8 Abs 1 KStG 2002, § 252 Abs 1 Nr 4 HGB, § 264 Abs 1 S 3 HGB
Begrenzung des Wertaufhellungszeitraums durch die gesetzliche Frist für die Aufstellung des Jahresabschlusses
Wertaufhellungszeitraum endet spätestens mit Ablauf der gesetzlichen Frist zur Aufstellung des Jahresabschlusses
FG Bremen, 19.01.2012 - 1 K 35/11
bb) Ob das Bestehen oder Entstehen der Verbindlichkeit wahrscheinlich und die Inanspruchnahme hieraus zu erwarten ist, richtet sich somit nach den objektiven Verhältnissen des jeweiligen Bilanzstichtags unter Berücksichtigung der bis zur Bilanzaufstellung --oder spätestens bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Bilanz im ordnungsgemäßen Geschäftsgang (§§ 243 Abs. 3, 264 Abs. 1 HGB) aufzustellen gewesen wäre-- bekannt werdenden wertaufhellenden Umstände (BFH-Urteil vom 22. August 2012 X R 23/10, BFHE 238, 173, BStBl II 2013, 76; BFH-Beschluss vom 12. Dezember 2012 I B 27/12, BFH/NV 2013, 545, m.w.N.).
Nur bei Tatsachen, die nach dem Bilanzstichtag und bis zur Bilanzaufstellung eingetreten sind oder bekannt bzw. erkennbar werden, ist die Differenzierung zwischen wertaufhellenden und wertbegründenden Tatsachen beachtlich (ständige Rechtsprechung des BFH, s. z.B. Urteil vom 4. April 1973 I R 130/71, BFHE 109, 55, BStBl II 1973, 485, unter 1., m.w.N.; Beschluss vom 12. Dezember 2012 I B 27/12, BFH/NV 2013, 545, Rz 8, m.w.N.).
Denn die Rechtsfrage ist offensichtlich so zu beantworten, wie es das FG getan hat (…vgl. Senatsbeschlüsse vom 20. Juni 2011 I B 108/10, BFH/NV 2011, 1924; vom 12. Dezember 2012 I B 27/12, BFH/NV 2013, 545;… vom 25. März 2013 I B 26/12, BFH/NV 2013, 1061;… BFH-Beschlüsse vom 25. März 2013 VII B 232/12, BFH/NV 2013, 1131;… vom 13. Juni 2013 X B 232/12, BFH/NV 2013, 1416).
Hinzu kommt, dass am 11. September 2001 die gesetzliche Frist für die Aufstellung des Jahresabschlusses der X-AG verstrichen (vgl. § 264 Abs. 1 Satz 3 und 4 des Handelsgesetzbuches) und damit auch der sog. Wertaufhellungszeitraum abgelaufen war (Senatsbeschluss vom 12. Dezember 2012 I B 27/12, BFH/NV 2013, 545, m.w.N.).
Nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB i.V.m. § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG sind zudem bei der Bewertung alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, zu berücksichtigen (vgl. BFH-Beschluss vom 12.12.2012 - I B 27/12, BFH/NV 2013, 545).
des jeweiligen Folgejahres (vgl. BFH-Beschluss vom 12.12.2012 - I B 27/12, BFH/NV 2013, 545).
Nach ständiger Rechtsprechung des BFH sind als "werterhellend" jedoch nur solche Umstände zu berücksichtigen, die zum Bilanzstichtag bereits objektiv vorlagen und nach dem Bilanzstichtag, aber vor dem Tag der Bilanzerstellung lediglich bekannt oder erkennbar wurden (vgl. BFH-Beschluss vom 12.12.2012 - I B 27/12, BFH/NV 2013, 545; BFH-Urteil vom 04.04.1973 - I R 130/71, BStBl II 1973, 485).
Bei der Bewertung von Forderungen gegenüber im Ausland ansässigen Schuldnern können neben der Bonität zusätzliche Umstände zu berücksichtigen sein, die sich aufgrund einer erschwerten oder geminderten Realisierbarkeit der Forderung unter den besonderen Bedingungen im Ausland in rechtlicher oder tatsächlicher Hinsicht ergeben (s. zum Ganzen Urteil des Bundesfinanzhofs [BFH] vom 20. August 2003 I R 49/02, BStBl 2003, 941; BFH-Beschluss vom 12. Dezember 2012 I B 27/12, BFH/NV 2013, 545).
Dabei sind als "wertaufhellend" solche Umstände zu berücksichtigen, die zum Bilanzstichtag bereits objektiv vorlagen nach dem Bilanzstichtag, aber vor dem Tag der Bilanzerstellung bzw. spätestens an dem Tag, an dem die Bilanz hätte erstellt werden müssen, lediglich bekannt oder erkennbar geworden sind (vgl. BFH-Beschluss vom 12. Dezember 2012 I B 27/12, BFH/NV 2013, 545).
Die Tatsache, dass ein Kunde trotz bestehender Zahlungsschwierigkeiten weiterhin beliefert wird, etwa, um ihm hierdurch die nötige Solvenz zu verschaffen, begründet grundsätzlich weder ein Indiz noch eine widerlegbare Vermutung für die Werthaltigkeit einer Forderung (vgl. BFH-Beschluss vom 12. Dezember 2012 I B 27/12, BFH/NV 2013, 545).
Ist das Urteil des FG kumulativ auf mehrere Begründungen gestützt, von denen jede für sich das Entscheidungsergebnis trägt, muss für jede dieser Begründungen ein Zulassungsgrund i.S. des § 115 Abs. 2 FGO schlüssig dargelegt werden und auch vorliegen (…ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschlüsse vom 4. Oktober 2012 XI B 46/12, BFH/NV 2013, 273, Rz 25;… vom 10. Dezember 2012 X B 139/11, BFH/NV 2013, 570, Rz 4; vom 12. Dezember 2012 I B 27/12, BFH/NV 2013, 545, Rz 11, jeweils m.w.N.).
Nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB i.V.m. § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG sind bei der Bewertung alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, zu berücksichtigen (BFH-Beschluss vom 12.12.2012 I B 27/12, Sammlung amtlich nicht veröffentlichter Entscheidungen des BFH - BFH/NV - 2013, 545).
Wertaufhellende Tatsachen können noch in einem bestimmten zeitlichen Rahmen nach dem Bilanzstichtag berücksichtigt werden, und zwar zwischen dem Abschlussstichtag und dem Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses (sog. Wertaufhellungszeitraum, vgl. BFH-Beschluss vom 12.12.2012 I B 27/12, BFH/NV 2013, 545).
Nach ständiger Rechtsprechung des BFH sind als "wertaufhellend" aber nur solche Umstände zu berücksichtigen, die zum Bilanzstichtag bereits objektiv vorlagen und nach dem Bilanzstichtag, aber vor dem Tag der Bilanzerstellung lediglich bekannt oder erkennbar wurden (BFH-Beschluss vom 12.12.2012 I B 27/12, BFH/NV 2013, 545; BFH-Urteil vom 4.4.1973 I R 130/71, BFHE 109, 55, BStBl II 1973, 485).
Der Rechtsprechung des BFH ist zu entnehmen, dass der Wertaufhellungszeitraum an dem Tag endet, an dem der Bilanzierende spätestens eine Bilanz hätte erstellen müssen (BFH-Urteile vom 8.3.1989 X R 9/86, BFHE 156, 443, 451, BStBl II 1989, 714; vom 3.7.1991 X R 163-164/87, BStBl II 1991, 805; BFH-Beschluss vom 12.12.2012 I B 27/12, BFH/NV 2013, 545).
Wertaufhellend sind nach gefestigter zutreffender Rechtsprechung nur solche Umstände, die am Bilanzstichtag bereits objektiv vorlagen und nach dem Bilanzstichtag, aber vor dem Tag der Bilanzauf- oder -feststellung lediglich bekannt oder erkennbar wurden (vgl. BFH-Beschluss in BFH/NV 2013, 545;… ebenso BFH-Urteil vom 9. Februar 2011 - IV R 37/08, BFH/NV 2011, 1120, Tz. 38).

References: § 115
 § 5
 § 8
 § 252
 § 264
 § 264
 § 252
 § 5
 § 115
 § 252
 § 5