Source: http://www.raw-international.com/produkte-loesungen/spillosens/bandskimmer-und-filtersysteme/kss-infoportal/sicherer-umgang-mit-kuehlschmierstoffen-kss.html
Timestamp: 2018-06-17 21:58:41+00:00

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Haftungsrisiken im Umgang mit Kühlschmierstoffen (KSS) reduzieren
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Kühlschmierstoffe müssen unter entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen gelagert, eingesetzt und entsorgt werden. Schützen Sie Mitarbeiter und Umwelt, reduzieren Sie Haftungsrisiken indem Sie rechtliche Anforderungen einhalten.
Auszug aus DGUV Regel 109-003 (bisher BGR/GUV-R 143) "Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen"
"Tätigkeiten sind alle Arbeiten mit Verwendung von Kühlschmierstoffen im Sinne des § 3 Nr. 10 Chemikaliengesetz.
Nach § 3 Nr. 10 Chemikaliengesetz werden unter "Verwenden" folgende Tätigkeiten verstanden:
Gebrauchen, Verbrauchen, Lagern, Aufbewahren, Be- und Verarbeiten, Abfüllen, Umfüllen, Mischen, Entfernen, Vernichten, innerbetriebliches Befördern, Bedien- und Überwachungsarbeiten, Fertigungsverfahren der
spanenden Be- und Verarbeitung sind z. B. Drehen, Bohren, Fräsen, Hobeln, Räumen, Sägen, Schneiden, Schleifen, Honen, Läppen, Stanzen,
umformenden Be- und Verarbeitung sind z. B. Walzen, Formen, Ziehen, Drücken, Weiten, Feinschneiden.
Einrichtungen sind z. B. Kühlschmierstoff-Kreisläufe, Bearbeitungsstellen, lufttechnische Anlagen, Reinigungs- und Trocknungseinrichtungen, Ansetzbecken, Hilfswerkzeuge."
Gesundheitsgefahren im Umgang mit Kühlschmierstoffen KSS
Toxisch degenerative und allergische Hauterkrankungen (Ekzeme, Allergien)
Bild-Quelle: www.vbg.de
Entstehen durch die ständige Entfettung und Zerstörung des Schutzmantels der Haut
Werden häufig durch eine Vorschädigung der Haut begünstigt
Gelöste Metalle wie Chrom, Nickel und Kobalt oder Biozide wie Isothiazolinone und Formaldehyd können zu Hautallergien führen
Auch Schimmelpilze oder Spaltprodukte von Bakterien und Schimmelpilzen können Hautallergien auslösen
Reizungen und Erkrankungen der Atemwege
Durch Einatmen von KSS-Nebeln und -dämpfen
Durch Stoffe wie Nitrosamine, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, gelöste Metalle wie Chrom, Nickel und Kobalt oder Chlorparaffine
Aspirationsgefahr durch Mineralölanteil
Allerdings nur dann relevant, wenn KSS versehentlich getrunken werden
Verwechslungsgefahr mit Getränken unbedingt ausschließen!
Borsäure und verschiedene Borverbindungen gelten als fortpflanzungsgefährdend
Durch Spritzer in die Augen
Durch scharfe Späne
Verbrennungen, u. U. mit tödlichem Ausgang
Durch Brand- und Explosionsgefahr
Checkliste für den sicheren Umgang mit Kühlschmierstoffen (KSS)
Ist die Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsplätze mit KSS-Einsatz auf aktuellem Stand?
Skizze Gefährdungsbeurteilung
Wer als Arbeitgeber Tätigkeiten mit gefährlichen Stoffen durchführen will, muss vorher nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und § 7 Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) mit den betroffenen Arbeitnehmern eine Gefährdungsbeurteilung durchführen.
Die Gefährdungsbeurteilung darf nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Die Durchführung kann an fachkundige Personen innerhalb oder außerhalb des Betriebs übertragen werden. Verantwortlich ist und bleibt der Arbeigeber, es sei denn, es wird eine Pflichtenübertragung (mittels Vertrag) vorgenommen.
Zuordnung geeigneter Schutzmaßnahmen
Diese ergeben sich aus den spezifischen Eigenschaften von Stoffen und Gemischen (Einstufung und Kennzeichnung, Gefahrensymbole und H- und P-Sätze).
Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung dienen zudem als Basis für die Erstellung der Betriebsanweisung.
Hinweis: Der Lieferant eines Gefahrstoffes hat kostenlos das aktuelle Sicherheitsdatenblatt in deutscher Sprache zur Verfügung zu stellen. Das Sicherheitsdatenblatt ist eine Zusammenfassung wichtiger physikalisch-chemischer, sicherheitstechnischer, toxikologischer und ökologischer Daten und Umgangsempfehlungen.
WICHTIG! Prüfen Sie regelmäßig, ob sich Faktoren, die das Ergebnis der Beurteilung bestimmen verändert haben. Liegen Änderungen vor wie z. B.
Änderung der Gefahrstoffmengen oder -arten bzw. Einführung neuer Gefahrstoffe in Arbeitsbereiche,
Änderungen bei rechtlichen Anforderungen,
veränderte Lüftungsverhältnisse,
oder veränderte Lüftungsverhältnisse,
müssen Sie die Beurteilung überprüfen und evtl. aktualisieren.
Durch eine regelmäßige Wirksamkeitskontrolle stellen Sie sicher, dass die aus der Gefährdungsbeurteilung abgeleiteten Schutzmaßnahmen noch ausreichend sind.
Es ist Pflicht, das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die festgelegten Maßnahmen und das Ergebnis der Maßnahmeprüfung zu dokumentieren.
Gemäß Gefahrstoffverordnung muss ein Gefahrstoffverzeichnis geführt werden, indem alle Produkte (Stoffe, Gemische, Erzeugnisse) erfasst werden. Zur Informationsbeschaffung dienen die Sicherheitsdatenblätter, welche verpflichtend für alle Stoffe, die nach Kriterien der CLP-Verordnung als gefährlich eingestuft sind, vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden müssen.
Links / Handlungshilfen:
Arbeitsgebiet Biozide: 029 Formaldehyd und -depotstoffe - Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung für KSS-Anwender (PDF, 368 kB)
Arbeitsgebiet Hartmetallwerkzeuge: DGUV Information 213-724 (bisher BGI/GUV-I 790-024 Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung - Hartmetallarbeitsplätzehttp://www.dguv.de/medien/fb-holzundmetall/publikationen-dokumente/infoblaetter/infobl_deutsch/038_isothiazolinone.pdf
Werden Betriebsanweisungen dem aktuellen Stand angepasst?
Der Arbeitgeber ist verpflichtet u. a. für Tätigkeiten mit
eine arbeitsbereichs- und stoffbezogene Betriebsanweisung zu erstellen.
Alle Angaben müssen klar und verständlich sein, die betreffenden Mitarbeiter müssen genau wissen, was zu tun ist. Für fremdsprachige Beschäftigte müssen die Anweisungen auch in dieser Sprache vorliegen.
Betriebsanweisungen müssen gemäß TRGS 555 "Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten" mindestens folgende Inhalte umfassen:
Arbteitsbereiche, Arbeitsplatz, Tätigkeiten,
Gefahrstoffe (Bezeichnungen oder Gefahrenklassen),
Gefahren für Mensch und Umwelt (Piktogramme, Inhalt der H-Sätze),
Schutzmaßnahmen, Verhaltensregeln, Arbeitshygiene,
Nehmen Sie nur solche Anweisungen und Verhaltensregeln auf, die für das sichere Arbeiten an dem speziellen Arbeitsplatz notwendig sind bzw. auf die Ihre Mitarbeiter reagieren und Einfluß nehmen können.
Betriebsanweisungen müssen entsprechend dem Stand der Gefährdungsbeurteilung aktualisiert und an neue Erkenntnisse angepasst werden.
Werden Ihre Mitarbeiter unterwiesen und wird dies dokumentiert?
§ 12 des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet den Arbeitgeber (zustätzlich zur Gefahrstoffverordnung), seine Beschäftigten im Umgang mit Gefahrstoffen zu unterweisen. Die Unterweisungen müssen mündlich erfolgen, sind grundsätzlich vor Aufnahme von Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durchzuführen und mindestens jährlich (bei Jugendlichen halbjährlich) zu wiederholen.
Änderung der Tätigkeiten / des Arbeitsverfahrens,
Einsatz andere Gefahrstoffe,
Änderung von gefahrstoffrechtlichen Vorschriften
sind zusätzliche Unterweisungen nötig.
Unterweisen Sie die in der Fertigung arbeitenden Mitarbeiter anhand der auf ihren Arbeitsplatz zutreffenden Betriebsanweisungen. Kontrollieren Sie gleichzeitig, ob die Betriebsanweisungen an den jeweiligen Arbeitsplatz und die spezifische Tätigkeit angepasst sind. Vergewissern Sie sich, dass alle Teilnehmer alle Inhalte ausreichend und richtig verstanden haben.
Organisationsstruktur im Bereich des Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzes und die Regelungen der Zuständigen (Ansprechpersonen)
Durchsprechen der Gefährdungsbeurteilungen, der Betriebsanweisungen und des Explosionsschutzdokuments (mögliche Gefährdungen, Verhaltensregeln bzw. Schutzmaßnahmen während des Betriebsablaufes und z. B. bei Störungen)
Erläuterung allgemeiner Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften
Informationen zur Eignung, Einsatz und Pflege von persönlichen Schutzausrüstungen
Erläuterung der besonderen Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen mit dermaler, inhalativer und Gefahr für die Augen sowei mit CMR-Stoffen.
Auswertung von betrieblichen Erfahrungen, neue arbeitsmedizinische Erkenntnisse, Brandschutz (z. B. Betätigung von Feuerlöschern,
Allgemeine arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung und Information über arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, ggf. unter Beteiligung eines Betriebsarztes
Das Verhalten am Arbeitsplatz zum Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz soll reflektiert und ggf. verändert werden. Die Akzeptanz der Schutzziele kann so bei den Beschäftigten verstärkt werden. Beziehen Sie Ihre Beschäftigten mit ein, sprechen Sie z. B. aktuelle Geschehnisse, festgestellte Mängel, Beobachtungen von Fehlverhalten mit ein und gehen Sie auf Vorschläge zu Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes, bei der Arbeit ein.
Besprechen Sie Gründe für bisheriges, möglicherweise falsches Verhalten, nur so erreichen Sie eine erforderliche Verhaltensänderung.
Durchgeführt werden muss die Unterweisung durch eine fachkundige Person (§ 6 GefStoffV); als Arbeitgeber können Sie die Durchführung auch übertragen (Pflichtenübertragung). Im Idealfall sollte die betreffende Person ein betrieblicher Vorgesetzter der Unterwiesenen sein.
Datum, Inhalt und Teilnehmer der Unterweisung müssen dokumentiert und mit der Unterschrift der Teilnehmer bestätigt werden (Aufbewahrungsfrist 2 Jahre).
Unterweisen Sie die Beschäftigten sinnvollerweise auch anhand des Hautschutzplans.
Werden die Festlegungen des Hautschutzplans eingehalten?
Speziell der Umgang mit Kühlschmierstoffen kann zu schweren Hautschädigungen und Hauterkrankungen führen. Um sicherzustellen, dass Ihre Beschäftigten Hautschutzmaßnahmen durchführen, ist ergänzend zur Betriebsanweisung ein Hautschutzplan zu erstellen.
Der Hautschutzplan ist von der / dem Sicherheitsbeauftragten aktuell zu halten.
Hautschutzpläne sind an jedem befinden Waschbecken anzubringen
Beschäftigte sind anhand des Hautschutzplanes regelmäßig zu unterweisen
Auszug aus DGUV Regel "Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen" S.50:
1. Vor Arbeitsbeginn, nach Pausen und nach jedem Waschen ist ein geeignetes
Hautschutzmittel aufzutragen,
2. vor Pausen und nach Arbeitsende ist mit einem pH-Wert-neutralen oder leicht sauren Hautreinigungsmittel ohne Reibemittel zu reinigen. Reibemittel sind dabei nur zu verwenden, wenn der Grad der Verschmutzung dies unbedingt erforderlich macht. Anschließend sind die Hände abzutrocknen,
3. nach Arbeitsende ist ein Hautpflegemittel aufzutragen.
Muster Hautschutzplan www.dguv.de
Hautschutzpräparate müssen immer auf den jeweiligen KSS abgestimmt sein.
Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter die Notwendigkeit der entsprechenden Schutzmaßnahmen verstehen und anwenden.
Machen Sie Ihren Mitarbeitern klar, dass von Kühlschmierstoffen konkrete Gefahren ausgehen und dass der Mitarbeiter bei Nichteinhaltung der festgelegten Schutzmaßnahmen vor allem sich selbst schadet.
Weitere Informationen finden Sie unter www.dguv.de.
Haben Sie die erforderlichen Schutzmaßnahmen (technisch, organisatorisch, personenbezogen) umgesetzt?
Die Gefährdung der Gesundheit und der Sicherheit der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ist durch entsprechende Maßnahmen auf ein Minimum zu begrenzen. Die vorgeschriebene Rangfolge muss eingehalten werden, d. h. Vorrang von technischen vor organisatorischen und / oder Persönlichen Schutzmaßnahmen.
Ziel technischer Schutzmaßnahmen:
Gefahren an ihrem Entstehungsort zu beseitigen bzw. das Risiko für Unfall oder Gesundheitsschädigung zu verringern
Im Umgang mit Gefahrstoffen z. B. Maßnahmen, um den Austritt gefährlicher Gase oder Dämpfe und den Hautkontakt mit gefährlichen Flüssigkeiten und Feststoffen zu vermeiden
Beispiele für technische Maßnahmen im Umgang mit KSS (siehe auch TRGS 500):
Verringerung und Erfassung von Külschmierstoff-Emissionen (z. B. durch Geschlossene Erfassungssysteme mit Vollkapselung, Einhausung und einer in allen Betriebszuständen mit gleicher Leistung betriebenen Absaugung, Lüftungsmaßnahmen)
Für wassergemischte Kühlschmierstoffe Angaben wie Name des KSS, Gebrauchskonzentration, Gesamtvolumen des Kühlschmierstoff-Kreislaufes einschließlich zugehöriger Einrichtungen, z. B. Behälter Leitungssysteme, Filtersysteme und Ölabscheider, Name und Konzentration des/der eingesetzten Biozids/Biozide und Menge des/der eingesetzten Biozids/Biozide deutlich erkennbar und dauerhaft an Anlagen anbringen
Reinigungsverfahren und -mittel in einem Reinigungsplan festlegen (siehe DGUV Regel, Anhang 5, S. 76 u. 77)
Vorkehrungen zum Umweltschutz (z. B: Luftfilter, Gaswäscher, Auffangwannen und Abdichtsysteme)
(Ausführliche Informationen zu den technischen Maßnahmen finden Sie in der DGUV Regel "Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen" auf Seite 33 - 44.)
Ziel organisatorischer Schutzmaßnahmen:
Exposition der Beschäftigten möglichst kurz und Zahl exponierter Personen möglichst gering zu halten
Gefährdungsbereiche (z. B. Lärmbereiche, kontaminierte Bereiche) gegen Zutritt fremder bzw. nicht zugangsberechtigter Personen abzusichern
Beispiele für organisatorische Maßnahmen im Umgang mit KSS (siehe auch TRGS 500):
arbeitsbereichs- und stoffbezogene Betriebsanweisungen in verständlicher Form und Sprache aufstellen
Arbeitsplatzbezogene Betriebsanweisungen müssen Gefährdungen berücksichtigen und erforderlichen Verhaltensregeln enthalten:
- Schutzmaßnahmen (z. B. Hautschutz), Verhaltensregeln, Arbeitshygiene
- Betreiben der Einrichtungen
- messtechnische Überwachungsprogramme erarbeiten und durchführen
- Gefahrstoffe (Bezeichnungen oder Gefahrenklassen)
- Kennzeichnung der Gefahren (Piktogramme, Inhalte der H-Sätze)
- Verhalten im Gefahrfall bzw. Störungsbeseitigung
- Erste Hilfe bzw Notfallplan erstellen
- Prüfen, Konservieren, Reinigen und Desinfizieren
- Entsorgen und Aufbereiten des Kühlschmierstoffs
- Aufbewahrung, Lagerung, Entsorgung
vor Aufnahme der Tätigkeiten
- die Betriebsanweisung und den Hautschutzplan nach Abschnitt 6.5.1 DGUV Regel "Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen" den Aufsichtführenden auszuhändigen,
- die Versicherten anhand der Betriebsanweisung und des Hautschutzplanes mündlich und tätigkeitsbezogen zu unterweisen,
- die Versicherten darüber zu informieren, dass Hautveränderungen zu melden sind und
- die Betriebsanweisung und den Hautschutzplan an geeigneter Stelle bekannt zu machen.
Beschäftigungsbeschränkungen für besondere Personengrupen (z. B. Jugendliche unter 18 Jahren, Schwangere)
Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsorganisation
Unterweisung (§ 12 des Arbeitsschutzgesetz verpflichtet den Arbeitgeber, seine Beschäftigten im Umgang mit Gefahrstoffen zu unterweisen. Mindestens jährlich, bei Jugendlichen halbjährlich zu wiederholen)
Ziel personenbezogener Schutzmaßnahmen
Restgefährdungen, die durch technische bzw. organisatorische Schutzmaßnahmen nicht zu beseitigen sind, auszuschließen
Beispiele für personenbezogene Maßnahmen im Umgang mit KSS:
Hautschutzmaßnahmen, Hautschutz- und Hygieneplan
Schutzhandschuhe (Achtung: Schutzhandschuhe dürfen nicht an Drehmaschinen, Fräsmaschinen, Ständerbohrmaschinen oder sonstigen rotierenden Maschinen getragen werden. Hier besteht die Gefahr, dass der Handschuh plus Hand in die Maschine gezogen wird
Gesichtsschutz z. B. beim Ansetzen wassergemischter
Kühlschmierstoffe, beim Nachdosieren von Bioziden sowie bei der
Verwendung von Systemreinigern
Atemschutz (z. B. bei der Beschickung von Anschwemmfiltersystemen mit kieselsäurehaltigen Filterhilfsmitteln
Fußschutz bzw. kühlschmierstoffundurchlässige Sicherheitsschuhe, wenn die Gefahr der Durchnässung besteht
Augenschutz bei Gefahr, dass KSS-Spritzer in Augen gelangen können
In Arbeitsbereichen, in denen mit Kühlschmierstoff-Konzentraten umgegangen wird und die Gefahr von Augenkontakt durch Verspritzen der Konzentrate besteht, müssen Augenduschen vorhanden sein und in hygienisch einwandfreiem Zustand erhalten werden
(Quellen: DGUV Regel "Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen", Hörath Gefährliche Stoffe und Gemische)
Haben Sie einen Verantwortlichen für die Pflege der KSS-Kreisläufe ernannt?
Durch präventive Maßnahmen, geeignete Pflege in Kombination mit einer regelmäßigen Überwachung lassen sich die Badstandzeiten oft erheblich verlängern und Gesundheitsrisiken durch z. B. Keimbelastung reduzieren.
Ernennen Sie einen Mitarbeiter, der die Verantwortung über die systematische Überwachung und Pflege übernimmt und lebt.
Wurden Mitarbeiter als Sachkundige für KSS ausgebildet?
Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen sind regelkonform zu organisieren und umzusetzen (Unterweisungspflicht gemäß § 12 (1) des Arbeitsschutzgesetzes und § 4 (1) der DGUV Vorschrift 1 sowie der Betriebssicherheitsverordnung).
Spezifische Gefährdungen müssen von einer fachkundigen Person* erkannt und Maßnahmen zur Minimierung dieser Gefährdungen vorgeschlagen, geplant oder auch umgesetzt werden.
*z. B. Fachkundiger nach BGR 143 und TRGS 611: Prüfung, Überwachung und Behandlung von Kühlschmierstoffen in der Produktion
Dokumentieren Sie die regelmäßig bestimmten Messwerte (Konzentration, pH-Wert, Nitritgehalt)?
Während des Einsatzes wassergemischter Kühlschmierstoffe (KSS) kann sich deren Zusammensetzung verändern. Dadurch entstehen Gefährdungen für die Mitarbeiter sowie eventuell auftretende Beeinträchtigungen im Bearbeitungsverfahren. Um dies zu vermeiden, müssen regelmäßige Prüfungen durchgeführt werden und die ermittelten Prüfergerbnisse in einem Prüfplan dokumentiert werden (Überwachungsmaßnahme gemäß TRGS 611 zur Vermeidung der Bildung von N-Nitrosaminen und Pflicht gemäß DGUV Regel 109-003).
Erstellen Sie für jede Maschine ein Überwachungsblatt mit den entsprechenden Angaben über die durchzuführenden Prüf- und Pflegemaßnahmen sowie den dokumentierten Ergebnissen. Angaben wie warnehmbare Veränderungen, ph-Wert, Nitritgehalt wassergemischter KSS, Nitratgehalt / Nitritgehalt des Ansetzwassers sowie Gebrauchskonzentration (Messung z. B. mit RAW Refraktometer) müssen aufgeführt werden.
Lassen Sie den wassergemischten KSS täglich auf wahrnehmbare Veränderungen wie z. B. Verfärbungen, Schaumbildung, Emulsionstrennung, aufschwimmendes Fremdöl, sichtbare Keimbelastung oder besondere Gerüche hin untersuchen. Ermitteln und beseitigen Sie eventuelle Ursachen (z. B. aufschwimmende Öle mit Bandskimmer / Ölskimmer abskimmen, KSS belüften). Neben der Reduzierung von Gesundheitsrisiken führt dies zudem zu verbesserten Standzeiten.
Denken Sie daran, hohe Temperaturen begünstigen die Bildung von Nitrosaminen sowie Bakterienwachstum. Erfragen Sie anwendungstechnisch bedingte Grenztemperaturen ggf. beim Lieferanten. Prüfen Sie die KSS Temperatur wenn notwendig zusätzlich in regelmäßigen Abständen (z. B. für Zerspanungsarbeiten bei 40 °C, oder Warmwalzen von Aluminium bei 60 °C).
Als Betreiber sind Sie zwar nicht verpflichtet den wassergemischten KSS auf Keimbefall zu überwachen, da Keimwachstum aber die KSS-Stabilität negativ beeinflussen kann, ist eine regelmäßige Prüfung auf Indikatoren wie Schaumbildung, Verringerrung der Basenreserve, deutlicher Abfall des pH-Wertes, Anstieg der Nitritkonzentration, sichtbare Öl- oder Biofilme oder unangenehmer Geruch zu empfehlen.
Empfohlene Mustervorlagen (Quelle, DGUV / IFA Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung):
Mustervorlage: KSS-Überwachungsblatt
Wird die Funktion lufttechnischer Einrichtungen regelmäßig geprüft?
Eine ausreichende Luftqualität am Arbeitsplatz muss in jedem Fall gewährleistet werden. Reichen verfahrenstechnische und organisatorische Maßnahmen nicht aus, empfiehlt sich die Erstellung eines lufttechnischen Gesamtkonzeptes durch einen qualifizierten Lüftungsplaner.
Lufttechnische Anlagen sind gemäß Betriebssicherheitsverordnung durch eine befähigte Person zu prüfen.
Wissen die Mitarbeiter, bei welchen Tätigkeiten das Tragen von Handschuhen verboten ist?
Bei bestimmten Tätigkeiten ist das Tragen von Schutzhandschuhen aufgrund von Sicherheitsrisiken untersagt. So dürfen Schutzhandschuhe z. B. nicht bei Arbeiten an Maschinen mit rotierenden Werkstücken gertragen werden, insofern die Gefahr des Erfasstwerdens besteht. Unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter entsprechend und klären Sie sie über alle Risiken genau auf um Unfälle zu vermeiden.
Prüfen Sie in allen anderen Fällen (z. B. bei elektrisch verriegelten Machinen), ob durch Handschuhe ein zufriedenstellender Hautschutz erreicht werden kann.
Quelle und ausführliche Informationen zum Thema Schutzhandschuhe: www.dguv.de.
Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, verbrauchte Persönliche Schutzausrüstung (z. B. Handschuhe) nach Bedarf zu tauschen?
Als Unternehmer müssen Sie Persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung stellen, insofern Gesundheitsgefahren durch technische und organisatorische Maßnahmen nicht ausgeschlossen werden können.
Ihre Beschäftigten dürfen ausschließlich mit gebrauchsfähiger Schutzausrüstung und Schutzausrüstung in hygienisch einwandfreiem Zustand arbeiten. Verbrauchte Schutzausrüstung muss sofort gewechselt werden. Stellen Sie sicher, dass Ihre Beschäftigten jederzeit Zugriff auf entsprechende Persönliche Schutzausrüstung haben.
Welche Mitarbeiter unterliegen der arbeitsmedizinischen Vorsorge bzw. Pflichtvorsorge?
Bei der Ausübung bestimmter Tätigkeiten muss der Arbeitgeber den Beschäftigten arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen anbieten bzw. veranlassen.
Die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) unterscheidet zwischen:
Pflichtvorsorge: Muss bei bestimmten besonders gefährdenden Tätigkeiten veranlasst werden, im Umgang mit KSS bei Feuchtarbeit von regelmäßig vier und mehr Stunden pro Tag. Die Tätigkeit darf erst dann ausgeübt werden, wenn die Beschäftigten an der Pflichtvorsroge teilgenommen haben. Pflchtvorsorge ist zudem bei Tätigkeiten mit folgenden Stoffen zu veranlassen:
Angebotsvorsorge: Muss bei bestimmten gefährdenden Tätigkeiten angeboten werden, im Umgang mit KSS wenn Feuchtarbeit von regelmäßig mehr als zwei Stunden pro Tag durchgeführt wird. Angebotsvorsorge muss zudem angeboten werden wenn Mitarbeiter den folgenden Stoffen ausgesetzt sind:
bioverfügbaren Cobaltverbindungen in Form atembarer Aerosole bei der Bearbeitung von Sintermetallen
Kontakt zu biologischen Arbetisstoffen
Wunschvorsorge: Muss bei Tätigkeiten, bei denen ein Gesundheitsschaden nicht ausgeschlossen werden kann, auf Wunsch des oder der Beschäftigten ermöglicht werden.
ist Teil der arbeitsmedizinischen Präventionsmaßnahmen im Betrieb
dient der Beurteilung der individuellen Wechselwirkungen von Arbeit und physischer und und psychischer Gesundheit sowie der Früherkennung arbeitsbedingter Gesundheitsstörungen sowie der Feststellung, ob bei Ausübung einer bestimmten Tätigkeit erhöhte gesundheitliche Gefährdung besteht
beinhaltet ärztliches Beratungsgespräch
umfasst auch die Nutzung von Erkenntnissen aus der Vorsorge für die Gefährdungsbeurteilung und für sonstige Maßnahmen des Arbeitsschutzes
Zu den allgemeinen Pflichten des Arbeitgebers gehören u. a. die Bestellung eines Betriebsarztes bzw. Betriebsärztin (Gebietsbezeichnung "Arbeitsmedizin" oder Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin"). Der Anlass der arbeitsmedizinischen Vorsorge und die Ergebnisse der Gefährungsbeurteilung müssen den Betriebsärzten mitgeteilt werden. Diese müssen u. a. über die notwendigen Kenntnisse über die jeweiligen Arbeitsplatzverhältnisse verfügen, die Erforderlichkeit der Untersuchungen überprüfen, Beschäftigte über die Inhalte, den Zweck und die Risiken der Untersuchung aufklären und selbstverständlich die ärztliche Schweigepflicht einhalten.
Anhaltspunkte für einen nicht ausreichenden Arbeitsschutz müssen dem Arbeitgeber mitgeteilt und geeignete Änderungsmaßnahmen vorgeschlagen werden.
Beschäftigten, die Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen (KSS) durchführen, muss innerhalb von drei Monaten vor Aufnahme der Tätigkeit entweder eine Angebotsvorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 24 "Hauterkrankungen (mit Ausnahme von Hautkrebs)" durch beauftragtes ärztliches Personal anzubieten oder diese ist als Pflichtvorsorge zu veranlassen. In diesem Fall muss die zweite Vorsorge gemäß AMR 2.1 (technische Regel für Arbeitsmedizin) spätestens sechs Monate nach Aufnahme der Tätigkeit veranlasst bzw. angeboten werden. Danach haben Angebot bzw. Veranlassung spätestens 26 Monate nach der vorangegangen Vorsorge zu erfolgen.
www.dguv.de, Hörath Gefährliche Stoffe und Gemische
Wie wird erreicht, dass bei Tätigkeiten mit KSS am Arbeitsplatz nicht geraucht wird?
"Am Arbeitsplatz nicht essen, trinken oder rauchen, keine Lebensmittel aufbewahren."
Wird in Ihrer Betriebsanweisung (s. Musteranweisung DGUV) innerhalb der Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln explizit auf ein Rauchverbot bei Tätigkeiten mit KSS hingwiesen?
Haben Sie Ihre Mitarbeiter anhand der Betriebsanweisung mündlich unterweisen und genau begründet warum das Rauchen bei Tätigkeiten mit KSS strengstens untersagt ist?
Wurde den Beschäftigten mitgeteilt, was beim Auftreten von Hauterkrankungen zu tun ist?
"Bei Hautveränderungen, z. B. raue Haut, Juckreiz, Brennen, Bläschen, Schuppen, Schrunden, den Aufsichtführenden und den Betriebsarzt informieren"
Hautveränderungen sind sehr ernst zu nehmen und unverzüglich zu melden. Bereits bei geringen Hautveränderungen sollte eine hautärztliche Behandlung erfolgen. Gehen Sie bei der mündlichen Unterweisung anhand der Betriebsanweisung explizit auf dieses Thema ein und stellen Sie sicher, dass Ihre Beschäftigten zu diesem Thema umfassend informiert und sensibilisiert sind.
Wiederholen Sie bei aufgetretenen Erkrankungen Ihre Gefährungsbeurteilung.
Erfassen und bewerten Sie im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung Gefährdungen durch Kühlschmierstoffe (KSS)
Stellen Sie die Eigenschaften der KSS-Inhaltsstoffe anhand von Sicherheitsdatenblättern fest
Prüfen Sie, ob durch Produkt-Subsitution oder technische Maßnahmen eine Reduzierung der Gefährdungen möglich ist
Beachten Sie die Rangfolge der Schutzmaßnahmen
Ersatzstoffe mit geringerer Gefährdung
Erfassung und Absaugung von Schadstoffen
Erarbeiten Sie Hautschutzpläne und stellen Sie Hautmittel zur Verfügung
Demonstrieren Sie die Anwendung von Hautschutzmitteln
Erläutern Sie die Verwendung geeigneter Schutzhandschuhe (Handschuhverbot an rotierenden Teilen!)
Erstellen Sie die Betriebsanweisung
Prüfen Sie die Funktion von Absaugungen und lüftungstechnischen Einrichtungen
Decken Sie offene KSS-Kreisläufe ab
Verhindern Sie den unkontrollierten Austrag von KSS in die Arbeitsumgebung (z. B. Sptritzschutz, keine Pfützen, abdampfende Teile absaugen)
Verzichten Sie nach Möglichkeit auf das Abblasen der Teile (Drucklufteinsatz) bzw. richten Sie es so ein, dass Aerosoloe direkt von Absaugeinrichtungen erfasst werden
Überprüfen Sie die Effektivität von Absaugungen anhand von Luftmessungen (KSS-Dämpfe und Areosole)
Lassen Sie Mitarbeiter zu Sachkundigen ausbilden (z. B. Seminar bei BG)
Organisieren und dokumentieren Sie Wartungs- und Pflegemaßnahmen (gemäß BGR 143 "Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen")
Geben Sie während arbeitsfreier Zeit Systemreiniger zu und lassen Sie ihn wirken. Anschließend KSS abpumpen
Bei KSS-Wechsel Werkzeugraum, Behälter und Rohrleitungen reinigen und gut spülen
Weisen Sie auf das Rauchverbot bei Arbeiten mit KSS hin
Achten Sie darauf, dass Lebensmittel am Arbeitsplatz weder aufbewahrt noch verzehrt werden
Achten Sie auf die Reinhaltung Ihrer KSS
Führen Sie Unterweisungen durch und dokumentieren Sie diese
Organisieren Sie arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
Organisieren Sie die Entsorgungswege Ihrer verbrauchten KSS
Checkliste Kühlschmierstoffe (VMBG, Vereinigung der Metal- Berufsgenossenschaften)
www.bghm.de (Berufsgenossenschaft Holz und Metall)
Hörath Gefährliche Stoffe und Gemische

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