Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=20.06.2001&Aktenzeichen=VI%20R%2070/00
Timestamp: 2019-07-20 19:15:58+00:00

Document:
BFH, 20.06.2001 - VI R 70/00 - dejure.org
https://dejure.org/2001,5443
BFH, 20.06.2001 - VI R 70/00 (https://dejure.org/2001,5443)
BFH, Entscheidung vom 20.06.2001 - VI R 70/00 (https://dejure.org/2001,5443)
BFH, Entscheidung vom 20. Juni 2001 - VI R 70/00 (https://dejure.org/2001,5443)
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Zusammenveranlagung von Ehegatten - Änderung von Einkommensteuerbescheiden - Werksangehörigenrabatte - Ermittlung des geldwerten Vorteils - Geschäftsüblicher Preis - Kauf eines Neufahrzeuges - Feststellungslast - Angebotener Endpreis
d) Wie das FA bei Kenntnis bestimmter Tatsachen und Beweismittel einen Sachverhalt in seinem ursprünglichen Bescheid gewürdigt hätte, ist im Einzelfall aufgrund des Gesetzes, wie es nach der damaligen Rechtsprechung des BFH ausgelegt wurde, und den die FÄ bindenden Verwaltungsanweisungen zu beurteilen, die im Zeitpunkt des ursprünglichen Bescheiderlasses durch das FA gegolten haben (…ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 15. März 2007 III R 57/06, BFH/NV 2007, 1461; in BFH/NV 2001, 1527;… vom 15. Dezember 1999 XI R 22/99, BFH/NV 2000, 818;… Senatsbeschluss vom 10. Oktober 2007 VI B 48/06, BFH/NV 2008, 191, m.w.N.).
Dementsprechend geht der BFH in seinen Urteilen vom 15. Dezember 1999 (…XI R 22/99, BFH/NV 2000, 818) und20. Juni 2001 (VI R 70/00, BFH/NV 2001, 1017) auch davon aus, dass nachträglich bekannt gewordene Tatsachen nur dann rechtserheblich sind, wenn die Finanzbehörde bei rechtzeitiger Kenntnis der Tatsache schon bei der ursprünglichen Steuerfestsetzung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem anderen steuerlichen Ergebnis gelangt wäre (ebenso Urteil des Niedersächsischen FG vom 16. September 1992 III 568/89, EFG 1993, 342; Urteil des FG Berlin vom 11. April 1997 III 318/92, EFG 1997, 932; Urteil des Niedersächsischen FG vom 11. Januar 2007 6 K 476/02, EFG 2007, 1424).
Zudem führen nach der ständigen Rechtsprechung des BFH Tatsachen/ Beweismittel nur dann zu einer niedrigeren Steuer i. S. des § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO, wenn die Behörde bei rechtzeitiger Kenntnis der Tatsache/ des Beweismittels schon bei der ursprünglichen Veranlagung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer anderen Steuer gelangt wäre (vgl. Beschluss des Großen Senats des BFH vom 23. November 1987 1 GrS 1/86, BFHE 151, 495, BStBl II 1988, 180; BFH-Urteil vom 20. Juni 2001 VI R 70/00, BFH/NV 2001, 1527).
Eine Änderung nach § 173 Abs. 1 AO scheidet danach aus, wenn die Unkenntnis der später bekannt gewordenen Tatsache für die ursprüngliche Veranlagung nicht ursächlich (rechtserheblich) gewesen ist (ständige Rechtsprechung;… z.B. BFH-Urteil vom 15. März 2007 III R 57/06, BFH/NV 2007, 1461 --zum Kindergeld--;… Beschluss vom 31. Januar 2006 II B 33/05, BFH/NV 2006, 911; Urteile vom 20. Juni 2001 VI R 70/00, BFH/NV 2001, 1527;… vom 15. Dezember 1999 XI R 22/99, BFH/NV 2000, 818;… vom 15. Dezember 1999 XI R 38/99, BFH/NV 2000, 820; vom 14. April 1999 XI R 30/96, BFHE 188, 286, BStBl II 1999, 478; vom 27. Oktober 1998 X R 157/95, BFHE 187, 445, BStBl II 1999, 91;… vom 30. Mai 1996 V R 134/93, BFH/NV 1997, 72; vom 15. Januar 1991 IX R 238/87, BFHE 164, 492, BStBl II 1991, 741).
Eine Änderung nach § 173 Abs. 1 AO scheidet danach aus, wenn die Unkenntnis der später bekannt gewordenen Tatsache für die ursprüngliche Veranlagung nicht ursächlich (rechtserheblich) gewesen ist (ständige Rechtsprechung;… z.B. BFH-Urteil vom 15. März 2007 III R 57/06, BFH/NV 2007, 1461 -zum Kindergeld-;… Beschluss vom 31. Januar 2006 II B 33/05, BFH/NV 2006, 911 ; Urteile vom 20. Juni 2001 VI R 70/00, BFH/NV 2001, 1527;… vom 15. Dezember 1999 XI R 22/99, BFH/NV 2000, 818 ;… vom 15. Dezember 1999 XI R 38/99, BFH/NV 2000, 820 ; vom 14. April 1999 XI R 30/96, BFHE 188, 286 , BStBl II 1999, 478 ; vom 27. Oktober 1998 X R 157/95, BFHE 187, 445 , BStBl II 1999, 91 ;… vom 30. Mai 1996 V R 134/93, BFH/NV 1997, 72; vom 15. Januar 1991 IX R 238/87, BFHE 164, 492, BStBl II 1991, 741 ).
Darauf kommt es aber im Streitfall dann nicht an, wenn man auch im Rahmen des § 70 Abs. 4 EStG über dessen Wortlaut hinaus unter entsprechender Anwendung der zu § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO ergangenen ständigen Rechtsprechung des BFH (vgl. Beschluss des Großen Senats des BFH vom 23. November 1987 1 GrS 1/86, BFHE 151, 495 , BStBl II 1988, 180; BFH-Urteil vom 20. Juni 2001 VI R 70/00, BFH/NV 2001, 1527;… BFH-Beschluss vom 14. September 2005 VI R 18/03, BFH/NV 2006, 13 ) davon ausgeht, dass Tatsachen und Beweismittel nur dann im Sinne des § 70 Abs. 4 EStG zu einer Unterschreitung des Grenzbetrages nach § 32 Abs. 4 EStG führen, wenn die Behörde bei rechtzeitiger Kenntnis der Tatsache bzw. des Beweismittels schon bei der ursprünglichen Kindergeldfestsetzung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer anderen Entscheidung, hier zum Unterschreiten des Grenzbetrages nach § 32 Abs. 4 EStG , gelangt wäre.
Jedoch führen nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung neue Tatsachen nur dann zu einer Änderung der Festsetzung, wenn die Kenntnis der später bekannt werdenden Tatsache für die ursprüngliche, zu ändernde Festsetzung rechtserheblich gewesen wäre (vgl. Beschluss des Großen Senats des BFH vom 23. November 1987 1 GrS 1/86, BFHE 151, 495, BStBl II 1988, 180; BFH-Urteile vom 27. Oktober 1998 X R 157/95, BFHE 187, 445 , BStBl II 1999, 91 ;… vom 15. Dezember 1999 XI R 38/99, BFH/NV 2000, 820 ; vom 20. Juni 2001 VI R 70/00, BFH/NV 2001, 1527; …und vom 25. Juli 2001 VI R 82/96, BFH/NV 2001, 1533;… BFH-Beschluss vom 14. September 2005 VI R 18/03, BFH/NV 2006, 13 ).
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu § 173 AO 1977 werden Tatsachen nachträglich bekannt, wenn das FA sie bei Erlass des zu ändernden Steuerbescheids noch nicht kannte; dafür kommt es auf den Abschluss der Willensbildung des für die Steuerfestsetzung zuständigen Beamten an, in der Regel also auf die abschließende Zeichnung des Eingabewertbogens (BFH-Urteile vom 20. Juni 2001 VI R 70/00, BFH/NV 2001, 1527; vom 13. September 2001 IV R 79/99, BFHE 196, 195, BStBl II 2002, 2;… vom 27. November 2001 VIII R 3/01, BFH/NV 2002, 473; vom 7. Juli 2004 VI R 93/01, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung --HFR-- 2005, 90).
Dafür kommt es auf den Abschluss der Willensbildung des für die Steuerfestsetzung zuständigen Beamten an, in der Regel also auf die abschließende Zeichnung des Eingabewertbogens (…BFH-Urteile vom 27. November 2001 VIII R 3/01, BFH/NV 2002, 473; vom 20. Juni 2001 VI R 70/00, BFH/NV 2001, 1527;… Klein/Rüsken, a.a.O., § 173 Rz. 53).
Dies ist seit dem Beschluss des Großen Senats des BFH in BFHE 151, 495, BStBl II 1988, 180 ständige Rechtsprechung (…vgl. BFH-Urteile vom 15. März 2007 III R 57/06, BFH/NV 2007, 1461; vom 20. Juni 2001 VI R 70/00, BFH/NV 2001, 1527;… vom 15. Dezember 1999 XI R 22/99, BFH/NV 2000, 818;… Senatsbeschluss vom 10. Oktober 2007 VI B 48/06, BFH/NV 2008, 191, m.w.N.).

References: § 173
 § 173
 § 173
 § 70
 § 173
 § 70
 § 32
 § 32
 § 173
 § 173