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Timestamp: 2016-10-24 22:04:57+00:00

Document:
8C_660/2012 (23.03.2013)
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG, Schadenservice, Hohlstrasse 552, 8048 Z�rich,
Unfallversicherung (Invalidit�tsgrad;
Der 1942 geborene E.________ arbeitete als Gesch�ftsf�hrer der Z.________ AG und war dadurch bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (im Folgenden: Allianz) gegen die Folgen von Unf�llen obligatorisch versichert. Am 11. August 2005 prallte er mit einem von ihm gelenkten Motorrad in einen vortrittsbelasteten, in seine Fahrbahn einbiegenden Traktor. Er zog sich eine drittgradige offene Tr�mmerfraktur des linken Unterschenkels zu. Wegen zunehmender Gewebenekrose und fast vollst�ndigem Ausfall der Sensibilit�t am linken Fuss wurde am 23. August 2005 in der Klinik X.________ die Amputation des linken Unterschenkels vorgenommen; der Beinstumpf wurde danach mit einer Beinprothese versorgt (vgl. Berichte der Klinik X.________ vom 6. und 13. Oktober 2005). Die Allianz �bernahm die Pflegeleistungen, verg�tete die Kosten f�r Hilfsmittel und richtete Taggeld aus. Gest�tzt auf ein Gutachten des Dr. med. G.________, Spezialarzt FMH f�r Allgemein- und Unfallchirurgie, vom 30. Juni 2010 sprach sie mit Verf�gung vom 19. November 2010 eine monatliche Invalidenrente in H�he von Fr. 1'780.- aufgrund eines Invalidit�tsgrades von 25 % und eines versicherten Jahresverdienstes von Fr. 106'800.- mit Beginn ab 1. August 2010 sowie eine Integrit�tsentsch�digung auf Basis einer Integrit�tseinbusse von 35 % zu. Eine Einsprache lehnte sie ab (Einspracheentscheid vom 22. M�rz 2011).
Hiegegen liess E.________ Beschwerde einreichen und im Hauptbegehren beantragen, es sei ihm ab 1. Dezember 2010 eine Invalidenrente gest�tzt auf einen �ber 25 % liegenden Invalidit�tsgrad und bei einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 126'000.- auszurichten. In teilweiser Gutheissung des eingelegten Rechtsmittels stellte das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn fest, dem Versicherten stehe ab 1. August 2010 eine Invalidenrente von Fr. 2'100.- monatlich zu (Entscheid vom 24. August 2012). Laut Erw�gungen war der von der Allianz bestimmte Invalidit�tsgrad zu best�tigen, hingegen ein versicherter Jahresverdienst von Fr. 126'000.- statt Fr. 106'800.- in die Rentenberechnung einzusetzen.
Mit Beschwerde l�sst E.________ das vorinstanzlich gestellte Hauptbegehren wiederholen; eventualiter sei die Sache zur genauen Bestimmung des Invalidit�tsgrades an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen.
Die Allianz f�hrt ihrerseits Beschwerde und beantragt, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben.
E.________ l�sst auf Abweisung der Beschwerde schliessen. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
3.1 Nach Art. 15 UVG werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Verdienst bemessen (Abs. 1). Als versicherter Verdienst gilt f�r die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (Abs. 2). Gem�ss Abs. 3 erl�sst der Bundesrat Bestimmungen �ber den versicherten Verdienst in Sonderf�llen. Gest�tzt darauf hat der Bundesrat in Art. 24 UVV unter dem Titel "massgebender Lohn f�r Renten in Sonderf�llen" erg�nzende Vorschriften erlassen. Abs. 2 dieser Bestimmung lautet: "Beginnt die Rente mehr als f�nf Jahre nach dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit, so ist der Lohn massgebend, den der Versicherte ohne den Unfall oder die Berufskrankheit im Jahre vor dem Rentenbeginn bezogen h�tte, sofern er h�her ist als der letzte vor dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit erzielte Lohn."
3.2.1 Der Beschwerdef�hrer bezog vor dem Unfall vom 11. August 2005 im Jahre 2004 ein Gehalt von Fr. 269'617.- (Lohnausweis f�r die Steuererkl�rung vom 7. Februar 2005; Auszug aus dem Individuellen Konto der Ausgleichskasse des Schweizerischen Gewerbes, Bern, vom 27. M�rz 2005; Unfallmeldung UVG vom 17. Oktober 2005), das �ber dem H�chstbetrag des versicherten Jahresverdienstes sowohl gem�ss der bis 31. Dezember 2007 g�ltig gewesenen Fassung von Art. 22 Abs. 1 UVV (Fr. 106'800.-) lag, als auch der seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden (Fr. 126'000.-). Streitig ist, welcher H�chstbetrag f�r die Rentenberechnung massgebend sein soll.
3.2.2 Gem�ss Darlegungen der Allianz ist Art. 24 Abs. 2 UVV nicht anwendbar, weil der auf den 1. August 2010 festzulegende Rentenbeginn innerhalb der F�nfjahresfrist liege (Unfalltag: 11. August 2005). Dagegen macht der Beschwerdef�hrer geltend, massgeblich sei der Zeitpunkt des Erlasses der Verf�gung vom 19. November 2010; eine andere Betrachtungsweise h�tte zur Folge, dass der Unfallversicherer den Zeitpunkt des Rentenbeginns bei r�ckwirkender Rentenzusprechung willk�rlich zu seinen Gunsten noch vor dem Ablauf der F�nfjahresfrist bestimmen k�nne. Das kantonale Gericht hat erwogen, es gehe nicht um die Anwendbarkeit von Art. 24 Abs. 2 UVV; entscheidend sei, dass gem�ss einem allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsatz diejenigen Normen massgebend seien, die bei der Erf�llung des zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung h�tten. Daher seien nicht mehr die am Unfalltag g�ltig gewesenen Vorschriften anzuwenden, sondern diejenigen bei Rentenbeginn am 1. August 2010.
3.3.1 Der von der Vorinstanz angerufene, allgemein g�ltige intertemporalrechtliche Grundsatz besagt, dass zur Beurteilung einer Sache jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen f�hrende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklichte (BGE 126 V 134 E. 4b S. 136 mit Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt sowohl f�r Bundesgesetze und kantonale Erlasse, als auch f�r bundesrechtliche Verordnungen (BGE 126 V 134 E. 4a S. 135 mit Hinweisen). Nach dem klaren Wortlaut der auch im Zeitpunkt des Rentenbeginns (hier: 1. August 2010) geltenden Grundregel von Art. 15 Abs. 2 UVG und Art. 22 Abs. 4 Satz 1 UVV gilt der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall erzielte Lohn als versicherter Verdienst f�r die Rentenberechnung. Massgebender Zeitpunkt f�r die Beantwortung der Frage, welcher H�chstbetrag im konkreten Fall zur Anwendung gelangt, ist mithin der Unfalltag (BGE 123 V 133). Dies gilt selbst dann, wenn der versicherte Verdienst aufgrund einer der in Art. 24 UVV enthaltenen Sonderregel nicht aufgrund der Verh�ltnisse im Unfallzeitpunkt, sondern aufgrund derjenigen in einem sp�teren Zeitpunkt bestimmt wird (RKUV 2005 Nr. U 541 S. 134, U 384/01 E. 5.3). So hat das Bundesgericht verschiedentlich festgehalten, dass im Anwendungsbereich von Art. 24 Abs. 2 UVV nicht jeder Bezug zur Grundregel (Massgeblichkeit der Verh�ltnisse vor dem Unfall) aufgehoben ist und der erstmalig festgesetzte versicherte Verdienst f�r die gesamte Dauer des Rentenanspruchs gilt (BGE 127 V 165 E. 3b S. 172). Laut BGE 123 V 45 bestimmt sich der massgebende Jahresverdienst bei der erstmaligen Rentenfestsetzung selbst dann nach Art. 24 Abs. 2 UVV, wenn mehrere invalidisierende Unf�lle vorliegen und der Rentenbeginn auf einen �ber f�nf Jahre zur�ckliegenden Zeitpunkt nach dem ersten Unfall festzulegen ist.
3.3.2 Gem�ss ANDR� PIERRE HOLZER, Der versicherte Verdienst in der Unfallversicherung, in: SZS 2010 S. 206 (mit Hinweis auf ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S. 331) und S. 225 f. ist diese Rechtsprechung mit Blick auf die gesetzliche Regelung nicht zwingend und f�hrt zu einer offensichtlichen Schlechterstellung der Besserverdienenden in der Unfallversicherung; in Zeiten rascher Geldentwertung f�hre sie vor allem im Anwendungsbereich von Art. 24 Abs. 2 UVV, mithin in F�llen, in denen die Rente erst viele Jahre nach dem Unfall geschuldet werde, zu stossenden Ergebnissen.
3.3.3 Es mag zutreffen, wie der Beschwerdef�hrer implizit geltend macht, dass das Ergebnis gem�ss Einspracheentscheid der Allianz vom 22. M�rz 2011 unbefriedigend ist. Das Bundesgericht hat indessen in vergleichbaren F�llen verschiedentlich darauf hingewiesen, eine besser vertretbare L�sung w�re nur auf dem Wege der Gesetzgebung zu erreichen (BGE 127 V 165 E. 4b S. 175, 123 V 45 E. 3c S. 52, 119 V 484 E. 4b S. 493). Die Frage einer Rechtsprechungs�nderung dr�ngt sich hier umso weniger auf, als die Allianz den Rentenbeginn, wie sich aus nachstehender E. 4 ergibt, zu Recht auf den 1. August 2010 festlegte.
4.1 Laut Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht der Rentenanspruch, wenn von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allf�llige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Satz 1). Mit dem Rentenbeginn fallen Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Satz 2). Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbst�tigen Personen ausgerichtet ist, richtet sich die Umschreibung "Besserung des Gesundheitszustandes" namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsf�higkeit; dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffs "namhaft", dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115 mit Hinweisen).
4.2 Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung standen hier nicht zur Diskussion. Gem�ss Gutachten des Dr. med. G.________ vom 30. Juni 2010 war der Endzustand bezogen auf die Arbeitsf�higkeit im angestammten Beruf oder einer anderen adaptierten Erwerbst�tigkeit jedenfalls anl�sslich der Exploration des Versicherten am 24. Juni 2010 erreicht gewesen. Daher ist nicht zu beanstanden, wenn die Allianz den Rentenanspruch auf den 1. August 2010 hin pr�fte.
Der Beschwerdef�hrer macht weiter wie schon im vorinstanzlichen Verfahren geltend, die Einstellung der Taggeldleistungen h�tte erst in dem Zeitpunkt vorgenommen werden d�rfen, in dem die Invalidenrente zugesprochen wurde. Der Gesetzgeber hat dieser Problematik ("Leistungsl�cke") in Art. 19 Abs. 4 ATSG Rechnung getragen. Danach k�nnen Vorschussleistungen ausgerichtet werden, wenn der Anspruch auf Leistungen nachgewiesen erscheint und sich deren Ausrichtung verz�gert. Das Bundesgericht gelangte im Urteil I 451/04 E. 4.3.1 mit Hinweisen (publ. in: SVR 2005 IV Nr. 40 S. 149; vgl. auch KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, S. 257 Rz. 40) zum Schluss, Sinn und Zweck der Vorschussbestimmung bestehe - nebst der Vermeidung der Verzugszinspflicht der Verwaltung gem�ss Art. 26 Abs. 2 ATSG - prim�r darin zu verhindern, dass versicherte Personen, welchen ein Leistungsanspruch zusteht, zufolge Verz�gerung der Leistungsausrichtung in eine finanzielle Notlage geraten und dadurch bspw. gezwungen werden, sich an die F�rsorge zu wenden oder Kredite aufzunehmen. Diese Voraussetzungen waren vorliegend nicht gegeben.
Zusammengefasst ist festzustellen, dass der Rentenbeginn auf den 1. August 2010 festzulegen und der versicherte Jahresverdienst nicht nach der Sonderregel von Art. 24 Abs. 2 UVV, sondern nach der Grundregel von Art. 15 Abs. 2 UVG und Art. 22 Abs. 4 Satz 1 UVV zu bestimmen ist. In Best�tigung des Einspracheentscheids der Allianz vom 22. M�rz 2011 ist daher f�r die Rentenberechnung von einem versicherten Jahresverdienst auszugehen, der dem im Zeitpunkt des Unfalles vom 11. August 2005 g�ltig gewesenen H�chstbetrag von Fr. 106'800.- entspricht.
Streitig und zu pr�fen ist schliesslich die Bestimmung des Invalidit�tsgrades bezogen auf den 1. August 2010.
7.1.1 Nach den insoweit vom Beschwerdef�hrer nicht bestrittenen Erw�gungen des kantonalen Gerichts ist zur Beurteilung der Arbeitsf�higkeit auf die fach�rztliche Expertise des Dr. med. G.________ vom 30. Juni 2010 abzustellen, die im �brigen mit der Einsch�tzung der Klinik X.________ (Berichte vom 2. Februar und 13. November 2009) �bereinstimmt. Der Gutachter f�hrte aus, die Tragedauer der Unterschenkelprothese sei aktuell vor allem wegen der Phantomschmerzen im linken Fuss limitiert. Deren Intensit�t sowie H�ufigkeit k�nnten verringert werden, wenn der Versicherte in regelm�ssigen Abst�nden von zwei bis drei Stunden die Prothese ausziehe und den Stumpf anschliessend f�r dreissig Minuten entlaste. Damit k�nnten auch die n�chtlich auftretenden Phantomschmerzen verringert werden. Interpoliert auf einen Arbeitstag von acht Stunden ergebe sich eine gut m�gliche Prothesentragezeit von sechs Stunden. Zur medizinischen Beurteilung der Arbeitsf�higkeit im angestammten Beruf m�ssten die anfallenden Aufgabenbereiche aufgeteilt und zeitlich gewichtet werden. Gem�ss einer mit dem Exploranden vorgenommenen Analyse best�nden diese in etwa je einem Drittel sitzend, gehend und stehend zu verrichtenden T�tigkeiten. Die dabei bestehenden Einschr�nkungen seien auf 90 % (sitzend), 75 % (gehend) und 50 % (stehend) zu sch�tzen, woraus sich gewichtet eine Arbeitsf�higkeit von 71.6 % ergebe. Vorausgesetzt, dass bei einem Arbeitstag von acht Stunden zwei Stunden Erholung notwendig seien, resultiere eine Arbeitsf�higkeit von 75 %. In einer ideal angepassten beruflichen T�tigkeit, die vorwiegend sitzend und ohne Belastung gehend ausgef�hrt werden k�nne, sei eine Einschr�nkung von 20 % anzunehmen, die aus der Notwendigkeit resultiere, w�hrend des Tages den Beinstumpf zu entlasten, um n�chtlichen Phantomschmerzen vorzubeugen.
7.1.2 Von diesen Darlegungen ausgehend hat die Vorinstanz erwogen, der Versicherte verm�ge ganztags im Gesch�ft anwesend zu sein. Er k�nne auch dann, wenn er die Prothese nicht trage, die Angestellten beraten, deren Arbeit kontrollieren oder administrative Aufgaben erledigen. Gem�ss Bericht des Schadenaussendienstes der Allianz vom 24. Januar 2006 sei er eidg. dipl. Drogist und seit 1970 in der Funktion als Gesch�ftsf�hrer der Z.________ AG t�tig. Angesichts der Ausbildung und der gewonnenen langj�hrigen Erfahrung sei anzunehmen, dass er �ber ein fundiertes Wissen sowohl in fachlicher als auch in administrativer Hinsicht verf�ge. Daraus sei zu schliessen, dass er weiterhin das fr�here Einkommen, vermindert um die von Dr. med. G.________ gutachterlich eingesch�tzte Arbeitsunf�higkeit von 25 %, zu erwirtschaften verm�ge.
7.1.3 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, Dr. med. G.________ beziehe die Arbeitsf�higkeit auf ein Arbeitspensum von acht, und nicht auf das vor dem Unfall regelm�ssig geleistete von zehn Stunden. Er habe das hohe Einkommen davor als Betriebsleiter nur dank langj�hriger Kundenkontakte, spezifischer Erfahrung in Herstellung und Vertrieb von Chemikalien f�r Schwimmb�der und �berdurchschnittlich langer Arbeitszeiten erwirtschaften k�nnen. Diese Leistung sei ihm wegen der Unfallfolgen und auch wegen der Nebenwirkungen der zur Behandlung der Phantomschmerzen eingenommenen Medikamente nicht mehr m�glich. Eine Gesch�ftsf�hrung sei im vor dem Unfall ausge�bten Umfang nicht mehr und teilzeitlich per se nicht m�glich. Er habe das Gesch�ft fr�hzeitig wegen der Unfallfolgen an die Kinder abgeben m�ssen und sei nur noch deren Angestellter. Daher sei zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf statistische Durchschnittswerte eines qualifizierten Drogisten im Anstellungsverh�ltnis abzustellen.
7.2.1 F�r die Bestimmung des Invalidit�tsgrades bei Erwerbst�tigen wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidit�t und nach Durchf�hrung der medizinischen Behandlung und allf�lliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare T�tigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k�nnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen k�nnte, w�re sie nicht invalid geworden (Art 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernm�ssig m�glichst genau ermittelt und einander gegen�bergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidit�tsgrad ermitteln l�sst (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135). Insoweit die fraglichen Einkommen ziffernm�ssig nicht genau ermittelt werden k�nnen, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umst�nde zu sch�tzen und die so gewonnenen Ann�herungswerte miteinander zu vergleichen (sog. Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a S. 312). Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverl�ssig ermitteln oder sch�tzen, so ist in Anlehnung an die im Bereich der IV geltende spezifische Methode f�r Nichterwerbst�tige (vgl. Art. 28a Abs. 2 IVG) ein Bet�tigungsvergleich durchzuf�hren und der Invalidit�tsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsf�higkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Dabei ist zun�chst die leidensbedingte Behinderung festzustellen und diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschr�nkung im funktionellen Leistungsverm�gen kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben (sog. ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 104 V 136 E. 2c; vgl. zur seitherigen Rechtsprechung SVR 2010 IV Nr. 11 S. 35, 9C_236/2009 E. 3 und 4).
7.2.2 Die Methode des Einkommens- bzw. Prozentvergleichs ist hier in verschiedener Hinsicht f�r die Ermittlung des Invalidit�tsgrades ungeeignet.
Vorab ist festzuhalten, dass es sich bei der Z.________ AG nach �bereinstimmender Auffassung der Parteien um ein Familienunternehmen handelt, das der Beschwerdef�hrer vor dem Unfall mit ungef�hr zehn Angestellten leitete und das er an seine Kinder �bergeben wollte. Entscheidend ist daher nicht, dass er wegen der Folgen des Unfalles vom 11. August 2005 das Gesch�ft m�glicherweise fr�hzeitig an diese hat abgeben m�ssen. Im �brigen ist aus den von ihm im Namen der Z.________ AG auch nach dem Unfall vom 11. August 2005 unterschriebenen Lohnausweise f�r die Jahre 2005 bis 2010 zu schliessen, dass er weiterhin f�r personelle und andere, f�r den Fortgang des Unternehmens wesentliche gesch�ftliche Beziehungen zust�ndig gewesen war. Solche T�tigkeiten sind erfahrungsgem�ss �konomisch bedeutungsvoll (vgl. dazu BGE 128 V 29 E. 4b S. 33 mit Hinweis auf AHI 1998 S. 119, I 83/97 E. 3 in fine in Verbindung mit E. 2c).
Gem�ss Auszug aus dem Individuellen Konto vom 27. M�rz 2005 hat der Versicherte vor dem Jahr 2004, f�r das er ein Gehalt von Fr. 269'617.- auswies, mit der Ausgleichskasse deutlich tiefere Einkommen (2000: Fr. 99'925.-; 2001: Fr. 133'607.-; 2002: Fr. 133'607.-; 2003: Fr. 186'740.-) abgerechnet. In der Unfallmeldung UVG vom 17. Oktober 2005 gab er f�r 2004 einen Grundlohn von Fr. 48'000.- an, zuz�glich Betr�ge unter den Positionen "Ferien- und Feiertageentsch�digungen" von Fr. 84'254.85, "Gratifikation und/oder 13. Monatsgehalt" von Fr. 42'575.80 sowie "andere Lohnzulagen" von Fr. 94'786.75. Aus diesen Angaben ist eher zu schliessen, dass 2004 erhebliche arbeitsvertragliche Forderungen vorangegangener Jahre nachbezahlt wurden, m�glich ist auch, dass die Betriebsergebnisse zuletzt ausserordentlich hoch ausgefallen waren. Mangels vorhandener Buchhaltungsunterlagen (Erfolgsrechnungen und Bilanzen) lassen sich diese Fragen nicht zuverl�ssig pr�fen. Von weiteren Abkl�rungen hiezu ist jedoch abzusehen. Denn gem�ss BGE 128 V 29 E. 4b S. 33 ist davon auszugehen, dass die Funktion als Gesch�ftsf�hrer oder Betriebsleiter keinen direkten Ertrag abwirft, sondern Arbeiten umfasst, die in der Regel unabh�ngig vom Gesch�ftsgang zu erledigen sind (Buchhaltung, Abrechnung der Mehrwertsteuer, Werbung, Kundenakquisition, etc.) und der Wert dieser Arbeit mithin nicht anhand der Betriebsergebnisse ermittelt werden kann. Weiter liesse sich auch das tats�chlich erzielte Einkommen nach Eintritt des unfallbedingten Gesundheitsschadens anhand der Buchhaltungsunterlagen nicht zuverl�ssig ermitteln. Der Beschwerdef�hrer war w�hrend der Rehabilitationszeit von gegen f�nf Jahren in erheblichem Umfang arbeitsunf�hig und daher taggeldberechtigt, sodass sich nicht feststellen liesse, in welchem Ausmass sich die verminderte Leistungsf�higkeit ab Rentenbeginn lohnm�ssig effektiv auswirkte.
Insgesamt ist demnach ein erwerblich gewichteter Bet�tigungsvergleich vorzunehmen, wogegen der Beschwerdef�hrer im �brigen explizit nichts einzuwenden hat.
7.2.3 Zur Beurteilung der Frage, inwieweit der Beschwerdef�hrer im Betrieb der Z.________ AG arbeitsf�hig ist, d.h. ob und inwieweit er bestimmte betriebliche Funktionen noch auszu�ben in der Lage ist, kann auf die Angaben des Dr. med. G.________ im Gutachten vom 27. Juni 2010 abgestellt werden. Ungekl�rt ist aber zum einen aus betriebswirtschaftlicher Sicht die erwerbliche Bedeutung dieser Funktionen im Hinblick auf das Gesamtergebnis des Betriebs. Zum anderen fragt sich, ob der Beschwerdef�hrer als Ausfluss des in der gesamten Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (vgl. dazu Urteil SVR 2010 IV Nr. 11 S. 35, 9C_236/2009 E. 4.3 mit Hinweisen) nicht gehalten w�re, durch eine ad�quate Umdisponierung des Familienbetriebes eine bessere Verwertung seiner Restarbeitsf�higkeit zu erreichen. Zu denken ist etwa daran, ob der Anteil administrativer B�roarbeiten sowie von Kontroll- und Beratungsfunktionen gesteigert, und ob auf der anderen Seite der Anteil handwerklicher T�tigkeiten bspw. im Bereiche "Schwimmb�der" nicht reduziert oder gar vollst�ndig abgegeben werden k�nnte. Die Allianz, an welche die Sache zur�ckzuweisen ist, wird die zur Durchf�hrung eines erwerblich gewichteten Bet�tigungsvergleichs erforderlichen Abkl�rungen zu treffen haben und danach den Invalidit�tsgrad nach der ausserordentlichen Bemessungsmethode festlegen und �ber den Rentenanspruch ab 1. August 2010 neu befinden.
Die Vorinstanz wird im Rahmen der Neufestsetzung der Parteientsch�digung das Vorbringen des Beschwerdef�hrers, das kantonale Gericht habe die von seinem Rechtsvertreter eingereichte Honorarnote zu Unrecht gek�rzt (vgl. Dispositiv-Ziffer 6), pr�fen.
9.1 Die Gerichtskosten sind den Parteien je zur H�lfte aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
9.2 Die Allianz hat keinen Anspruch auf Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 3 BGG). Sie hat dem Beschwerdef�hrer eine reduzierte Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde von E.________ wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn vom 24. August 2012 sowie der Einspracheentscheid der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG vom 22. M�rz 2011 aufgehoben werden und die Sache an diese zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgten Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen, den Invalidit�tsgrad bestimme und �ber den Anspruch auf Invalidenrente ab 1. August 2010 neu verf�ge.
Die Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG hat E.________ f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'800.- zu entsch�digen.

References: Art. 15
 Art. 24
 Art. 22
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 15
 Art. 22
 Art. 24
 Art. 24
 BGE 
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 26
 Art. 24
 Art. 15
 Art. 22
 BGE 
 BGE 
 Art. 28
 BGE 
 BGE 
in fine
 BGE