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Timestamp: 2018-12-15 07:57:07+00:00

Document:
Amtlicher Teil Bekanntmachung – Arbeitshilfe – Pflichtangaben in Immobilienanzeigen und „alte“ Energieausweise
BAnz AT 30.04.2014 B1 30.04.2014
Pflichtangaben in Immobilienanzeigen und „alte“ Energieausweise
(§ 29 Absatz 2 Satz 5 und § 29 Absatz 3 Satz 4 der Energieeinsparungsverordnung – EnEV –
in Verbindung mit § 16a EnEV)
II. Zweck der Arbeitshilfe
III. Grundschema der Arbeitshilfe als Fragenkatalog (Fragen 1 bis 4)
Frage 1 Handelt es sich bei dem vorhandenen Energieausweis um einen „alten“ oder einen neuen Energieausweis?
Frage 2 Ist der vorhandene Energieausweis noch gültig?
Frage 3 Zu welcher Generation von „alten“ Energieausweisen gehört der vorliegende Ausweis?
Frage 4 Wo findet man je nach Generation alter Energieausweise die Angaben für die Pflichtangaben in Immobilienanzeigen?
1. Sonderfälle fortgeltender „alter“ Energieausweise
2. Sonderfälle nicht mehr fortgeltender Energieausweise
Anhang: Wortlaut des § 16a EnEV und des § 29 Absatz 1 bis 3 EnEV
I. Einleitung: Für wen ist die Arbeitshilfe gedacht?
Diese Arbeitshilfe soll helfen, in „alten“ Energieausweisen die Angaben für Immobilienanzeigen zu finden. Der Hintergrund dafür ist folgender:
Wer ab dem 1. Mai 2014 eine Immobilienanzeige für einen Verkauf oder eine Vermietung eines Gebäudes oder einer Wohnung in einer Zeitung oder im Internet („in kommerziellen Medien“) aufgeben will, ist nach § 16a der Energieeinsparverordnung (EnEV) verpflichtet, bestimmte Angaben aus dem Energieausweis zu den energetischen Eigenschaften des Gebäudes in die Anzeige aufzunehmen (siehe im Einzelnen Wortlaut des § 16a EnEV im Anhang). Die Pflicht trifft den Verkäufer bzw. den Vermieter und gilt für den Fall, dass dieser bei Aufgabe der Anzeige einen Energieausweis besitzt. Die Pflicht gilt also auch bei vorhandenen Energieausweisen, die nach vor dem 1. Mai 2014 geltendem „altem“ Recht ausgestellt wurden und in dieser Arbeitshilfe vereinfacht kurz als „alte“ Energieausweise bezeichnet werden. Die Arbeitshilfe kann dabei nur die typischen Fälle „alter“ Energieausweise behandeln.
II. Zweck der Arbeitshilfe
Bei „alten“, noch gültigen Energieausweisen soll die Arbeitshilfe als „Lesehilfe“ das Auffinden der erforderlichen Informationen für die Pflichtangaben in Immobilienanzeigen erleichtern (siehe im Einzelnen Wortlaut der Übergangsvorschriften für Energieausweise nach § 29 Absatz 1 bis 3 EnEV im Anhang).
Bei Energieausweisen, die auf neuen, ab dem 1. Mai 2014 geltenden Energieausweismustern ausgestellt wurden, ist das Auffinden der Pflichtangaben, insbesondere des Werts des Endenergiebedarfs oder -verbrauchs, einfach; sie sind im Energieausweisformular teilweise ausdrücklich gekennzeichnet. Für solche neuen Energieausweise ist die Arbeitshilfe nach den Vorgaben der EnEV nicht gedacht.
Der „Überleitungsbedarf“ ist somit auf den Zeitraum begrenzt, in dem auf Grund der zehnjährigen Geltungsdauer eines Energieausweises „alte“ Energieausweise noch gültig sind.
III. Grundschema der Arbeitshilfe
Als Grundschema der Arbeitshilfe für typische „alte“ Energieausweise sollten Sie die nachfolgenden Fragen prüfen.
Handelt es sich bei dem vorhandenen Energieausweis um einen „alten“ oder einen neuen Energieausweis?
Um dies festzustellen, sollte der vorhandene Energieausweis mit den nachfolgenden Bildern verglichen werden.
Muster oberer Teil der ersten Seite eines Energieausweises für Wohngebäude nach der EnEV vom 18. November 2013 (EnEV 2013)
Kopfzeile eines „neuen“ Energieausweises für Wohngebäude nach der EnEV 2013
Muster oberer Teil der ersten Seite eines Energieausweises für Nichtwohngebäude nach der EnEV vom 18. November 2013 (EnEV 2013)
Kopfzeile eines „neuen“ Energieausweises für Nichtwohngebäude nach der EnEV 2013
Wenn der vorhandene Energieausweis einem dieser Bilder entspricht, handelt es sich nicht um einen alten Energieausweis, sondern um einen Energieausweis nach neuem, ab 1. Mai 2014 geltendem Recht. Die Arbeitshilfe ist nicht anwendbar.
Wenn der Energieausweis keinem der beiden Bilder entspricht → weiter mit Frage 2.
Ist der vorhandene Energieausweis noch gültig?
Energieausweise sind grundsätzlich zehn Jahre lang gültig. Ob die Gültigkeitsdauer abgelaufen ist, kann in den meisten Fällen der Kopfzeile des Energieausweises entnommen werden (siehe dort „Gültig bis…“).
Muster oberer Teil Energieausweis für Wohngebäude und Energieausweis für Nichtwohngebäude nach der EnEV 2009
Bei der Generation der Energieausweise nach der EnEV 2002 ist die Gültigkeitsdauer nicht in der Kopfzeile vermerkt. Sie muss dann anhand des Ausstellungsdatums errechnet werden. Dazu muss in solchen Fällen zunächst das Ausstellungsdatum festgestellt werden (es findet sich bei solchen Ausweisen auf der zweiten Seite unten) und dann errechnet werden, ob seit der Ausstellung mehr als zehn Jahre vergangen sind.
Muster oberer Teil der Seite 1 und unterer Teil der Seite 2 eines Energiebedarfsausweises nach der EnEV 2002
Wenn der Energieausweis noch gültig ist → weiter mit Frage 3.
Wenn der Energieausweis nicht mehr gültig ist, kann er zur Erfüllung der in der Energieeinsparverordnung im Zusammenhang mit Energieausweisen vorgesehenen Pflichten nicht mehr verwendet werden, sondern es muss dann ein neuer Energieausweis ausgestellt werden. Die Arbeitshilfe ist nicht anwendbar.
Bei der Ausweisgeneration nach der EnEV 2002 können innerhalb des zehnjährigen Geltungszeitraums nur Energiebedarfsausweise für Wohngebäude noch gültig sein (siehe hierzu Frage 3, Ausführungen unter Buchstabe c).
Zu welcher Generation von „alten“ Energieausweisen gehört der vorliegende Ausweis?
Anhand des Aussehens des Energieausweisformulars kann die Zuordnung zu den verschiedenen typischen Generationen „alter“, noch fortgeltender Energieausweise vorgenommen werden.
Dabei ist zwischen Energieausweisen für Wohngebäude und solchen für Nichtwohngebäude zu unterscheiden (siehe auch nachfolgende Beispiele jeweils für Wohn- oder Nichtwohngebäude).
Typische Generationen „alter“, noch fortgeltender Energieausweise sind:
Energieausweise nach der Energieeinsparverordnung vom 29. April 2009 (EnEV 2009),
Energieausweise nach der Energieeinsparverordnung vom 24. Juli 2007 (EnEV 2007),
Energieausweise nach der Energieeinsparverordnung vom 16. November 2001 (EnEV 2002)
Vergleichen Sie bitte Ihren Energieausweis mit den nachfolgend abgebildeten Ausweismustern. Bei der Zuordnung zu den verschiedenen Generationen kann das Ausstellungsdatum zusätzlich herangezogen werden. Da es auch Sonderfälle gibt, bei denen das Ausstellungsdatum nicht innerhalb der regelmäßigen Ausstellungszeit einer bestimmten Ausweisgeneration liegt, ist das Aussehen des Energieausweises das verlässlichere Merkmal.
Zur Zuordnung im Regelfall siehe nachfolgendes Schema:
Energieausweise nach der EnEV 2009
Die erste Seite eines Energieausweises für ein Wohngebäude nach der EnEV 2009 sieht wie die nachfolgende Abbildung aus.
Die erste Seite eines Energieausweises für ein Nichtwohngebäude nach der EnEV 2009 sieht wie die nachfolgende Abbildung aus.
Wichtig ist, dass das Aussehen des Energieausweises dem obigen Muster der EnEV 2009 entspricht. In der Regel liegt das Ausstellungsdatum zwischen dem 1. Oktober 2009 und dem 30. April 2014. In Sonderfällen (sogenannte Übergangsfälle) kann das Ausstellungsdatum dieser Generation auch außerhalb dieses Ausstellungszeitraums liegen, so dass das Aussehen des Energieausweises das verlässlichere Merkmal ist.
Energieausweise nach der EnEV 2007 (einschließlich der Energieausweise auf der Grundlage des Verordnungsentwurfs zur EnEV 2007 – Kabinettbeschluss vom 25. April 2007):
Die erste Seite eines Energieausweises für ein Wohngebäude nach der EnEV 2007 sieht wie die nachfolgende Abbildung aus.
Die erste Seite eines Energieausweises für ein Nichtwohngebäude nach der EnEV 2007 sieht wie die nachfolgende Abbildung aus.
Wichtig ist, dass das Aussehen des Energieausweises dem obigen Muster der EnEV 2007 entspricht. In der Regel liegt das Ausstellungsdatum zwischen dem 1. Oktober 2007 und dem 30. September 2009, bei Energieausweisen auf der Grundlage des Kabinettbeschlusses zur EnEV 2007 zwischen dem 25. April 2007 und dem 30. September 2007.
In Sonderfällen (sogenannte Übergangsfälle) kann das Ausstellungsdatum dieser Generation auch außerhalb dieses Ausstellungszeitraums liegen, so dass das Aussehen des Energieausweises das verlässlichere Merkmal ist.
Bei der Beantwortung der nachfolgenden Frage 4, wo in der jeweiligen Generation „alter“ Energieausweise die Angaben für die Pflichtangaben in Immobilienanzeigen zu finden sind, kommt es nicht auf eine Unterscheidung zwischen der Generation von Energieausweisen nach der EnEV 2007 und der EnEV 2009 an. Diese beiden Generationen von Energieausweisen weisen zwar im Detail Unterschiede auf, die sich jedoch nicht auf die Stellen, an denen die Angaben für die Pflichtangaben in Immobilienanzeigen zu finden sind, auswirken.
Energieausweise nach der EnEV 2002:
Bei der Ausweisgeneration nach der EnEV 2002 können heute nur Energiebedarfsausweise für Wohngebäude gültig sein (§ 29 Absatz 1 Satz 1 EnEV).
Die erste Seite eines Energiebedarfsausweises für ein Wohngebäude nach der EnEV 2002 sieht wie die nachfolgende Abbildung aus.
Die Überschrift lautet „Energiebedarfsausweis nach § 13 Energieeinsparverordnung“. Oben rechts ist das Kästchen „Wohngebäude“ angekreuzt. Liegen diese beiden Merkmale nicht vor, handelt es sich nicht um einen gültigen Energiebedarfsausweis für Wohngebäude nach der EnEV 2002 und die Angaben aus diesem Energieausweis können nicht in Immobilienanzeigen verwendet werden.
Wichtig ist, dass das Aussehen des Energieausweises diesem Muster entspricht. In der Regel liegt das Ausstellungsdatum nach dem 31. Januar 2002 und vor dem 1. Oktober 2007. In Sonderfällen (sogenannte Übergangsfälle) kann das Ausstellungsdatum dieser Generation auch außerhalb dieses Ausstellungszeitraums liegen, so dass das Aussehen des Energieausweises das verlässlichere Merkmal ist.
Anhand des obigen Schemas lassen sich die meisten „alten“ Ausweise einer typischen Generation von Energieausweisen zuordnen. Nach erfolgter Zuordnung → weiter mit Frage 4
Wo findet man je nach Generation „alter“ Energieausweise die Angaben für die Pflichtangaben in Immobilienanzeigen?
Für eine bildhafte Zuordnung (einschließlich einer Beschreibung in Worten) siehe zunächst den Wortlaut des § 16a EnEV (mit Markierungen) und danach Beispiele je nach Generation „alter“ Energieausweise.
Beispiel anhand eines Energieausweises für Wohngebäude nach der EnEV 2009 (auch als Beispiel für einen Energieausweis nach der EnEV 2007, einschließlich der Energieausweise auf der Grundlage des Verordnungsentwurfs zur EnEV 2007 – Kabinettbeschluss vom 25. April 2007, verwendbar)
Art des Energieausweises (Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis):
Um welche Ausweisart es sich handelt, steht auf dem jeweiligen Deckblatt (Seite 1) dieser Ausweisgeneration. Dort ist angekreuzt, ob es sich um einen Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis handelt. Zudem ist beim Energiebedarfsausweis Seite 2 ausgefüllt, während beim Energieverbrauchsausweis Seite 3 ausgefüllt ist.
Wert des Endenergiebedarfs oder Endenergieverbrauchs (§ 29 Absatz 2 Satz 2 Nummer 1 und 2 EnEV in Verbindung mit § 16a Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 EnEV):
Bei Energiebedarfsausweisen für Wohngebäude => Zahlenwert des Endenergiebedarfs des Gebäudes, der auf Seite 2 des Energieausweises oberhalb des Bandtachos steht.
Bei Energieverbrauchsausweisen für Wohngebäude => Zahlenwert, der auf Seite 3 des Energieausweises als „Energieverbrauchskennwert“ oberhalb des Bandtachos steht.
Wegen der Art der Warmwasserbereitung kann zusätzlich noch eine Addition erforderlich sein. Hierbei ist wie folgt zu unterscheiden:
Ist auf Seite 3 in der Zeile unterhalb des Bandtachos bei den Wörtern „Energieverbrauch für Warmwasser“ das Kästchen „enthalten“ angekreuzt, ist keine Addition erforderlich. Anzugeben ist der Zahlenwert, der auf Seite 3 des Energieausweises als „Energieverbrauchskennwert“ oberhalb des Bandtachos steht.
Ist auf Seite 3 in der Zeile unterhalb des Bandtachos bei den Wörtern „Energieverbrauch für Warmwasser“ das Kästchen „nicht enthalten“ angekreuzt, ist eine Addition erforderlich. Dem Energieverbrauchskennwert muss eine Pauschale von 20 Kilowattstunden pro Jahr und pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche hinzugerechnet werden, weil die Warmwasserbereitung dezentral (also nicht über die zentrale Heizungsanlage) erfolgt und der hierauf entfallende Energieverbrauch in dem eben genannten Energieverbrauchskennwert nicht enthalten ist.
Bei Energiebedarfsausweisen für Wohngebäude => Der wesentliche Energieträger für die Heizung ist auf Seite 2 der Rubrik Endenergiebedarf, dort der Spalte „Energieträger“ zu entnehmen.
Bei Energieverbrauchsausweisen für Wohngebäude => Der wesentliche Energieträger für die Heizung ist auf Seite 3 der Rubrik „Verbrauchserfassung – Heizung und Warmwasser“, dort der Spalte „Energieträger“ zu entnehmen.
Baujahr nur bei Wohngebäuden:
Sowohl bei Energiebedarfs- als auch bei Energieverbrauchsausweisen für Wohngebäude steht das Baujahr des Wohngebäudes auf dem jeweiligen Deckblatt (Seite 1) dieser Ausweisgeneration, dort in der Zeile „Baujahr Gebäude“.
Beispiel anhand eines Energieausweises für Nichtwohngebäude nach der EnEV 2009 (auch als Beispiel für Energieausweis nach der EnEV 2007, einschließlich der Energieausweise auf der Grundlage des Verordnungsentwurfs zur EnEV 2007 – Kabinettbeschluss vom 25. April 2007, verwendbar).
Wert des Endenergiebedarfs oder Endenergieverbrauchs (§ 29 Absatz 2 Satz 2 Nummer 3 und 4 EnEV in Verbindung mit § 16a Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 EnEV):
Bei Energiebedarfsausweisen für Nichtwohngebäude => Zahlenwert ist auf Seite 2 des Energieausweises der Rubrik „Aufteilung Energiebedarf“, dort am Ende der Zeile „Endenergie“ der Spalte für das „Gebäude insgesamt“ zu entnehmen. Dieser Zahlenwert ist der Gesamtwert des Endenergiebedarfs für das Gebäude und besteht aus der Addition der Einzelbeträge des Endenergiebedarfs für Heizung, Warmwasser, eingebaute Beleuchtung, Lüftung und Kühlung einschließlich Befeuchtung.
Bei Energieverbrauchsausweisen für Nichtwohngebäude => In diesen Fällen müssen zwei getrennte Zahlenwerte zum Endenergieverbrauch angegeben werden: der Zahlenwert des Heizenergieverbrauchskennwerts (siehe nachfolgende zweite Abbildung 2a), der auf Seite 3 des Energieausweises oberhalb des ersten Bandtachos steht, sowie der Zahlenwert des Stromverbrauchskennwerts (siehe nachfolgende zweite Abbildung 2b), der auf Seite 3 des Energieausweises oberhalb des zweiten Bandtachos steht.
Bei Energiebedarfsausweisen für Nichtwohngebäude => Der wesentliche Energieträger für die Heizung ist auf Seite 2 der Rubrik „Endenergiebedarf“, dort der Spalte „Energieträger“ zu entnehmen.
Bei Energieverbrauchsausweisen für Nichtwohngebäude => Der wesentliche Energieträger für die Heizung ist auf Seite 3 der Rubrik „Verbrauchserfassung – Heizung und Warmwasser“, dort der Spalte „Energieträger“ zu entnehmen.
Beispiel anhand eines Energiebedarfsausweises für Wohngebäude nach der EnEV 2002
Es gelten nur Energiebedarfsausweise für Wohngebäude fort. Erkennbar sind diese an der Überschrift des Energieausweises, die lautet „Energiebedarfsausweis nach § 13 Energieeinsparverordnung“ und an dem angekreuzten Kästchen „Wohngebäude“ bei der „Nutzungsart“.
Auf der ersten Seite des Energieausweisformulars ist unter Gliederungspunkt II der Energiebedarf dargestellt.
Dort sind unter der Überschrift „Endenergiebedarf nach eingesetzten Energieträgern“ die für Wohngebäude in der Zeile Gebäudenutzfläche angegebenen Werte für die einzelnen Energieträger zu addieren.
Die Summe dieser Werte ist in der Immobilienanzeige anzugeben.
Wesentlicher Energieträger für die Heizung des Gebäudes (hier des Wohngebäudes):
Auf der ersten Seite des Energieausweisformulars ist unter dem Gliederungspunkt I die „Objektbeschreibung“ enthalten.
Dort ist in der Zeile „Art der Beheizung“ die Beheizungsform und damit der wesentliche Energieträger eingetragen.
Dort findet sich in der Zeile „Baujahr“ das entsprechende Datum.
Sonderfälle fortgeltender „alter“ Energieausweise
Neben den oben dargestellten typischen Energieausweisen „alter“ Generationen gibt es noch Sonderfälle „alter“ Energieausweise. Die Anzahl solcher Ausweise, die sich noch innerhalb der zehnjährigen Geltungsdauer befinden, wird relativ gering sein. Solche Ausweise gelten auch nur unter bestimmten Voraussetzungen fort.
von Gebietskörperschaften oder auf deren Veranlassung von Dritten nach einheitlichen Regeln vor dem 1. Oktober 2007 ausgestellte Energieausweise (siehe im Einzelnen § 29 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 EnEV).
Dies sind vor dem 1. Oktober 2007 auf freiwilliger Basis ausgestellte Ausweise, die teilweise auch als „Energiepässe“ oder „Gebäudeenergiepässe“ bezeichnet wurden.
Beispiele für solche Ausweise oder „Energiepässe“ sind Energieausweise, die im Zusammenhang mit Förderprogrammen, bei Landesenergiesparaktionen oder vergleichbaren gemeindlichen Projekten oder im Rahmen der Tätigkeit öffentlich geförderter Energieagenturen ausgestellt wurden. Dazu gehören auch diejenigen Ausweise, die während der von der Deutschen Energie-Agentur von November 2003 bis Ende 2004 durchgeführten Feldversuche zur Erprobung von „Energiepässen“ für Wohn- und Nichtwohngebäude ausgestellt worden sind.
Solche Ausweise folgen keinem einheitlichen Ausweismuster.
Liegt ein derartiger Ausweis vor, ist als Eingangsfrage zu prüfen, ob sich der Ausweis noch innerhalb der zehnjährigen Gültigkeitsdauer befindet.
Wenn ja, ist anschließend zu untersuchen, ob die weiteren, nach § 29 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 EnEV für die Fortgeltung erforderlichen Voraussetzungen gegeben sind:
Der Ausweis muss Angaben zum Endenergiebedarf oder -verbrauch enthalten (einschließlich einer Berücksichtigung der Warmwasserbereitung; bei Nichtwohngebäuden müssen diese Werte darüber hinaus auch die Kühlung und die eingebaute Beleuchtung berücksichtigen).
Es müssen die wesentlichen Energieträger für die Heizung des Gebäudes angegeben sein.
Da diese Sonderfälle von Ausweisen keinem einheitlichen Ausweismuster folgen, können in der Arbeitshilfe keine weiteren Hilfestellungen zum Auffinden der für die Pflichtangaben nach § 16a EnEV erforderlichen Angaben in diesen Ausweisen gegeben werden.
Sonderfälle nicht mehr fortgeltender Ausweise
Ein zahlenmäßig geringer Anteil bestimmter „alter“ Ausweise ist nach den Vorgaben der EnEV 2013 aus europarechtlichen Gründen von der Fortgeltung ausgeschlossen (siehe im Einzelnen § 29 Absatz 1 Satz 3 EnEV), auch wenn ihre zehnjährige Gültigkeitsdauer noch nicht abgelaufen sein sollte.
Energiebedarfsausweise für Nichtwohngebäude nach der EnEV 2002,
Wärmebedarfsausweise für Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen nach der EnEV 2002 und,
soweit überhaupt noch vorhanden, Wärmebedarfsausweise nach der Wärmeschutzverordnung 1995.
Solche Ausweise sind von der Fortgeltung ausgeschlossen, weil ihnen grundlegende, nach EU-Vorgaben erforderliche Angaben fehlen bzw. aus den Inhalten solcher Energieausweise die Angaben nicht errechnet werden können, die für EU-rechtskonforme Pflichtangaben in Immobilienanzeigen erforderlich sind.
Sie haben nach § 29 Absatz 1 Satz 3 zweiter Halbsatz EnEV lediglich eine „Karenzzeit“ von sechs Monaten nach dem 30. April 2014, also bis 31. Oktober 2014. Während der sechsmonatigen Karenzzeit können solche Ausweise zur Erfüllung eines Vorlageverlangens von Behörden nach § 16 Absatz 1 Satz 4 EnEV verwendet werden. Sie können auch verwendet werden, wenn Verkaufs- und Vermietungsabsichten bereits so weit gediehen sind, dass es schon potenzielle Käufer und Mieter gibt. Diesen darf ein solcher Ausweis zur Erfüllung der Pflicht nach § 16 Absatz 2 EnEV vorgelegt werden. In der sechsmonatigen Karenzzeit ist auch eine Verwendung für Aushangzwecke nach § 16 Absatz 3 und 4 EnEV zulässig.
Nicht zulässig ist eine Verwendung solcher Ausweise für Immobilienanzeigen, da ihnen wesentliche Grundlagen für die Pflichtangaben nach § 16a EnEV fehlen.
Hintergrund für die dargestellte Karenzzeit von sechs Monaten ist die Vermeidung von Härten, die dadurch entstehen könnten, dass z. B. für Nichtwohngebäude sofort nach dem 1. Mai 2014 ein neuer Energieausweis für Aushangzwecke oder während schon laufender Verkaufs- oder Vermietungsverhandlungen ausgestellt werden muss.
Die Arbeitshilfe findet auf solche, nicht fortgeltende Ausweise keine Anwendung.
Wortlaut des § 16a EnEV 2013 und des § 29 Absatz 1 bis 3 EnEV 2013
Wortlaut des § 29 Absatz 3a bis 6 ist hier nicht abgedruckt, da andere Themen betreffend.

References: § 29
 § 16
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 § 29
 § 16
 § 16
 § 29
 § 13
 § 16
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 § 13
 § 29
 § 29
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 § 29
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 § 29
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