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Timestamp: 2020-07-11 09:21:01+00:00

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Beitrag von Hanomag » 22.01.20, 22:07
Wenn man nach einigen Jahren gegenüber dem Finanzamt erklärt, dass das Arbeitszimmer künftig zu 30 % privat genutzt wird, können die Kosten der verbliebenen 70 % offensichtlich nicht mehr abgesetzt werden. Andererseits habe ich hier ein Verständnisproblem. Dies, weil man ab einer betrieblichen Nutzung von
- mehr als 50 % von notwendigem BV,
- 10 bis 50 % von gewillkürtem BV oder Privatvermögen,
- weniger als 10 % von reinem Privatvermögen,
Mit 70 % wäre es demnach notwendiges BV und man könnte weiterhin von den darauf anfallenden Kosten 70 % absetzen.
Beitrag von ktown » 23.01.20, 07:21
Wenn man nach einigen Jahren gegenüber dem Finanzamt erklärt, dass das Arbeitszimmer künftig zu 30 % privat genutzt wird, können die Kosten der verbliebenen 70 % offensichtlich nicht mehr abgesetzt werden.
Mach ich schon seit Jahrzehnten und wurde nie abgelehnt.
Beitrag von bavarian tax collector » 23.01.20, 13:02
23.01.20, 07:21
[ist das so?
Ja , das ist so! Schaust Du BFH vom 27.07.2015, -GrS 1/14-!
Die von Dir "praktizierte" Variante entspricht BFH vm 21.09. 2009, -GrS 1/06, die der BFH nach dem zitierten Urteil beim häuslichen AZ für nicht anwendbar hält! Das häusliche AZ muss daher zu mehr als 90% betrieblich/beruflich genutzt werden.
Die Rechtslage hat sich seit letztem Jahr nicht geändert!
Kleinste selbständige Gebäudeeinheit ist ein Raum (BFH vom 10.10.2017). Der einzelne Raum kann daher steuerlich nicht weiter "zerteilt" werden. Das häusliche AZ, dass zu mehr als 50% aber weniger als 100% zu betrieblichen Zwecken genutzt wird, stellt daher insgesamt Betriebsvermögen dar, mit der Folge, dass zunächst 100% der Kosten Betriebsausgabe darstellen. Auch die fehlende Abziehbarkeit nach §4 Abs.5 Nr.6b EStG ändert nichts am Charakter als Betriebsausgaben oder führt dazu, dass e sich hier um Privatausgaben handelt! Für die (handelsrechtliche) Ermittlung des Betriebsergebnisses sind sie weiterhin in der Gewinnermittlung (EÜR/GuV) gewinnmindernd als Ausgabe zu erfassen und erst danach -außerhalb der Gewinnermittlung!- zur Ermittlung des steuerlichen Gewinns dem Betriebsergebnis hinzu zurechnen.
Die Nichtabziehbarkeit nach §6 Abs.5 Nr.6b EStG hat dabei insbesondere keine Auswirkung auf die Zugehörigkeit zum Betriebsvermögen, mit der Folge, dass selbst wenn sich die Kosten nie steuerlich ausgewirkt haben, die anwachsenden stillen Reserven steuerverhaftet bleiben! Rein vorsorglich sei noch erwähnt, dass die Sonderregelung des §8 EStDV nicht auf die Anschaffungskosten ausgerichtet ist, sondern auf den gemeinen Wert, so dass jedes Jahr erneut eine entsprechende Prüfung stattzufinden hat, ob das AZ in der Bilanz/Anlageverzeichnis nach §4 Abs.3 Satz 5 EStG auszuweisen ist oder nicht!
Beitrag von Hanomag » 23.01.20, 15:53
Mach ich seit der Reduktion auf 70 % auch und es ging bisher durch. Sicher nur deshalb, weil es erst in 2017 klar definiert wurde.
Die Nichtabziehbarkeit nach §6 Abs.5 Nr.6b EStG hat dabei insbesondere keine Auswirkung auf die Zugehörigkeit zum Betriebsvermögen,
Du meinst sicher den §4.
mit der Folge, dass selbst wenn sich die Kosten nie steuerlich ausgewirkt haben, die anwachsenden stillen Reserven steuerverhaftet bleiben!
Das ist sehr hinterf.... und wird m. E. zukünftig noch für viele AZ-Steuersparer ein böses Erwachen geben.
Rein vorsorglich sei noch erwähnt, dass die Sonderregelung des §8 EStDV nicht auf die Anschaffungskosten ausgerichtet ist, sondern auf den gemeinen Wert, so dass jedes Jahr erneut eine entsprechende Prüfung stattzufinden hat, ob das AZ in der Bilanz/Anlageverzeichnis nach §4 Abs.3 Satz 5 EStG auszuweisen ist oder nicht!
Da das sicher keiner macht, frage ich mich, ob das FA nachhakt, zumindest dann, wenn man den Rest der Immobilie dazu erbt.
Herzlichen Dank lieber Taxpert für die guten Verweise zum Thema.
Beitrag von blue cloud » 25.01.20, 10:42
ich würde mich hier auch gerne einklinken um eine Info oder weiter Hinweisquellen zu erhalten....
gibt es Pauschalbeträge/Abzugsvarianten, wenn jemand einen Wohnraum im eigenen Haus nutzt, der eigentlich nicht benötigt wird, aber folgende beispielhafte Arbeiten hier verrichtet...
Verwaltung von 2 Mietshäuser, beispielhaft Nebenkostenabrechnungen, Vermietungen, Schriftwechsel jeglicher Arbeit mit den Gebäuden, Materialbestellungen Internet zum Erhalt/Instandsetzung,
dito für eine weitere Gemeinschaft
Buchautor im sehr kleinen Rahmen
"Buchverlag" der eigenen Bücher - Lagerung Bücher ( so immer um ca. 400 Stück) und Material und Versand- und Rechnungsmodalitäten
Staatsdiener mit Beihilfeanträgen, private Krankenkassenabrechnungen etc
Unterm Strich würde ich vielleicht ca. 80 % der Raumnutzung für obige und ca. 20 % für etwaige private Zwecke sehen.
Beitrag von Hanomag » 25.01.20, 20:49
Wenn der Raum benutzt wird, dann wird er auch benötigt. Selbst eine Abstellkammer im Keller die beruflich genutzt wird wäre Betriebsvermögen. Dies muss dem FA natürlich bekannt sein. Vor allem müsste das FA den Wert zum Zeitpunkt der Einlage abfragen. Da diese Abfrage in der Regel nicht erfolgt, ist eine spätere Berechnung eines Entnahmegewinns schon etwas fragwürdig.
In meiner Unwissenheit und dummen Ehrlichkeit habe ich den privaten Anteil der Arbeiten in meinem AZ mit 30 % taxiert und ab da nur noch 70 % der Kosten abgesetzt. Aufgefallen ist es mir nur, weil ich erstmals für 2017 eine EÜR erstellen muss und mein Steuerprogramm für das Arbeitszimmer keine prozentuale Aufteilung zulässt. Wie sich nun herausstellt, ist dies so richtig. Das AZ darf nicht aufgeteilt werden. Dennoch soll es weiterhin BV sein, welches im Zuge der heftigen Steigerungen der Immobilienpreise munter an - später steuerpflichtigem - Wert zunimmt. Wer Glück hat, bei dem greift zum Zeitpunkt der Entnahme die Sonderregelung des §8 EStDV und alles bleibt steuerfrei. Könnte es nicht sein, dass diese Sonderregelung schon zum Zeitpunkt der offiziellen Unterschreitung der 90prozentligen beruflichen Nutzung greift?
Beitrag von Hanomag » 25.01.20, 21:02
25.01.20, 20:49
In meiner Unwissenheit und dummen Ehrlichkeit habe ich den privaten Anteil der Arbeiten in meinem AZ mit 30 % taxiert und ab da nur noch 70 % der Kosten abgesetzt. Das dies nicht richtig sein kann, ist mir erstmals aufgefallen als ich für 2017 eine EÜR erstellen musste und mein Steuerprogramm dabei für das Arbeitszimmer keine prozentuale Aufteilung zuließ. Wie sich nun herausstellt, zu Recht. Die Kosten des AZ dürfen offizeil nicht aufgeteilt werden. Dennoch soll es weiterhin BV sein, welches im Zuge der heftigen Steigerungen der Immobilienpreise munter an - später steuerpflichtigem - Wert zunimmt. Wer Glück hat, bei dem greift zum Zeitpunkt der Entnahme die Sonderregelung des §8 EStDV und alles bleibt steuerfrei. Könnte es nicht sein, dass diese Sonderregelung schon zum Zeitpunkt der offiziellen Unterschreitung der 90prozentligen beruflichen Nutzung greift?
Hier und hier habe ich übrigens zwei brauchbare Quellen gefunden, die die Behandlung des AZ zum Inhalt haben.
Beitrag von Hanomag » 30.01.20, 17:30
Das AZ wir dann nicht als Betriebsvermögen behandelt, wenn es zum Entnahmezeitpunkt weniger als 20 % der Wohnfläche ausmacht und nicht wertvoller als 20.500 € ist.
Diese 20.500 € wird der Steuerpflichtigen in der Regel unterschreiten, wenn der Ehepartner Miteigentümer ist, weil sich der der Wert nur aus seinem Anteil errechnet.
Oder muss dann auch der prozentuale Anteil verdoppelt werden?
Beitrag von bavarian tax collector » 31.01.20, 12:27
30.01.20, 17:30
Das ist so nicht ganz richtig ausgedrückt! Solange der gemeine Wert des Grundstücksteils unter 20.500 € liegt, braucht er nicht als BV in Bilanz bzw. besonderem Verzeichnis aufgeführt werden (reine Verwaltungsvereinfachungsregel, Wahlrecht des Stpfl.). Sobald der gemeine Wert des Grundstücksteils (GuB UND Gebäude zusammen!) 20.500 € überschreitet, MUSS der grundstücksteil in Bilanz bzw. besonderen Verzeichnis ausgewiesen werden.
Dies muss dem FA natürlich bekannt sein. Vor allem müsste das FA den Wert zum Zeitpunkt der Einlage abfragen.
Da der Stpfl. im Normalfall gerne die AfA und die laufenden Kosten steuermindernd geltend machen möchte, ist es dem FA meistens bekannt und der Stpfl. wird sich Gedanken über den Einlagewert gemacht haben!
Könnte es nicht sein, dass diese Sonderregelung schon zum Zeitpunkt der offiziellen Unterschreitung der 90prozentligen beruflichen Nutzung greift?
Die Nutzung zu weniger als 90% für betriebliche/berufliche Zwecke führt nicht zu einer Änderung das Status als BV, sondern nur zu nur zur fehlenden Abzugsfähigkeit nach §4 Abs.5 EStG. Es führt definitiv nicht zu einer Zwangsentnahme aus dem BV! Selbst bei einer Nutzung zwischen 10% und 50% bleibt das AZ grundsätzlich BV, soweit das AZ zuvor notwendiges BV darstellte. Es bedarf hier einer eindeutigen Entnahmehandlung. Bei Bilanz Buchung AN (nicht AUF!) einem Tag, bei EÜR am besten schriftlich gegenüber dem FA. Wenn man sich also vor der Besteuerung des stillen Reserven "retten" möchte, bleibt nichts anderes übrig, als die tatsächliche Nutzung des Raumes für betriebliche Zwecke auf unter 50% zu senken und dem FA gegenüber die Entnahme zu erklären BEVOR der gemeine Wert 20.500 € übersteigt! Damit fällt für die Zukunft natürlich auch die Geltendmachung von Kosten weg!
Das kommt ganz darauf an, wo man lebt (deshalb in PN "Luxusproblem"). In unserem FA-Bereich musst Du schon sehr, sehr ländlich wohnen, das AZ sehr klein sein und das Grundstück im Eigentum beider Ehegatten stehen, damit die 20.500 € nicht überschritten werden!
Beitrag von Hanomag » 31.01.20, 18:36
31.01.20, 12:27
Das ist richtig, das Problem dürfte aber der Wert zum Zeitpunkt der Entnahme bzw. Betriebsaufgabe sein.
Die Nutzung zu weniger als 90% für betriebliche/berufliche Zwecke führt nicht zu einer Änderung das Status als BV, sondern nur zu nur zur fehlenden Abzugsfähigkeit nach §4 Abs.5 EStG. Es führt definitiv nicht zu einer Zwangsentnahme aus dem BV! Selbst bei einer Nutzung zwischen 10% und 50% bleibt das AZ grundsätzlich BV, soweit das AZ zuvor notwendiges BV darstellte.
Das ist schon eine hammerharte Regelung, deren Auswirkungen sicher der Mehrzahl der AZ-Inhaber so nicht bekannt sind. Selbst so manchem Steuerberater dürfte das so nicht bewusst sein. Hat der meines Bruders diesem doch vor ca. 15 Jahren empfohlen, er solle das ganze EG seines Hauses zum AZ machen. Der kann sich bei der Entnahme des BV auf etwas gefasst machen.
Es bedarf hier einer eindeutigen Entnahmehandlung. Bei Bilanz Buchung AN (nicht AUF!) einem Tag, bei EÜR am besten schriftlich gegenüber dem FA. Wenn man sich also vor der Besteuerung des stillen Reserven "retten" möchte, bleibt nichts anderes übrig, als die tatsächliche Nutzung des Raumes für betriebliche Zwecke auf unter 50% zu senken und dem FA gegenüber die Entnahme zu erklären BEVOR der gemeine Wert 20.500 € übersteigt!
Man könnte doch auch über die Aufgabe eines Gewerbe mit geringem Umsatz nachdenken. Sicher könnte z. B. ein Gewerbetreibender im Nebenerwerb von heute auf morgen die Aufgabe seines Gewerbes zum Auslauf von 2019 erklären und gleichzeitig die Entnahme erklären?
Diese 20.500 € wird der Steuerpflichtige in der Regel unterschreiten, wenn der Ehepartner Miteigentümer ist, weil sich der Wert nur aus seinem Anteil errechnet.
Also bleibt man mit 6 % von 300.000 € klar darunter, aber mit 6 % von 600.000 € ist man schon darüber und muss das AZ in der Bilanz/Anlageverzeichnis nach §4 Abs.3 Satz 5 EStG auszuweisen. Da ist man als Erbe nach dem BT schnell dabei.
Beitrag von blue cloud » 03.02.20, 17:41
Der Laie tut sich schwer, die bisherigen Infos zu verstehen oder gar zu verarbeiten...
Ein Arbeitszimmer kann also Betriebsvermögen sein keine Ahnung, was das dann bedeutet...
Wer in einem Arbeitsraum verschiedene Arbeiten verrichtet, ich bleibe der Einfachheit bei meinem obigen Beispiel...
Beihilfeabrechnungen
Private Krankenkassenabrechnungen
Hausverwaltung mehrerer Häuser
Schriftstellertätigkeit
Kleinstverlag aus Verkauf der eigenen Bücher
erwirbt durch die Nutzung eines heimischen (freien) Raumes Betriebsvermögen?
Muss er die Kosten dann anteilig auf alle unterschiedlichen Funktionen aufteilen?
Was würde denn bitte passieren, wenn er ein oder zwei Tätigkeiten aufgeben würde?
Beitrag von Hanomag » 03.02.20, 19:05
Leider habe auch ich die Materie viel zu lange nicht durchschaut.
Das AZ ist BV, wenn es 20 und mehr Prozent der Wohnfläche ausmacht oder der anteilige Wert von Grund und Boden mehr als 20.500 € ausmacht.
Richtig, aber in der Praxis nur dann, wenn er dies dem FA mitgeteilt hat und die anteiligen Aufwendungen (Zinsen , Abschreibungen usw.) abgesetzt hat.
Bei den aufgezählten Tätigkeiten kann man davon ausgehen, das der private Anteil (Beihilfe- und Krankenkassenabrechnung) nicht mehr als 10 % ausmachen (nach dem stundenlangen Verweilen in diversen Internetforen, fragt offensichtlich keiner).
Wenn der private Anteil dadurch größer als 10 % wird, kann er mit den jährlich anfallenden Kosten nicht mehr seine Gewinne und somit sein steuerpflichtigen Einkommen reduzieren. Das AZ verbleibt dennoch im BV und bei einer Betriebsaufgabe muss ein eventueller Entnahmegewinn voll versteuert werden.
Beitrag von blue cloud » 04.02.20, 07:38
Da der Mustermann nicht in den Metropolen wohnt, soll der anteilige Wert von Grund und Boden des Arbeitszimmers weniger als 20.500 € betragen und auch die Fläche weniger als 20 % betragen.
Mithin wäre der Arbeits- und Lagerraum steuerrechtlich relevant und es könnten beispielhaft die anteiligen Unterhaltskosten des Hauses geltend gemacht werden,
beispielhaft bei einer 15 % anteiligen Größe der Suite Kosten von
Heizung, Strom,Wasser, Entwässerung, Grundsteuer, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Hausversicherungen, u.ä.
etwaige Reparaturen + Instandsetzungen
Reinigungskosten Material etc.
Bei einem fiktiven Jahresbetrag von 5 Tsd. € mithin 750 €
Unterstellen wir weiterhin, dass Schuldzinsen nicht mehr anfallen. Dann stellt sich noch die Frage der fiktiven Abschreibung des Gebäudes?
Wenn ich mich recht erinnere, waren dies 2 % bei einem Bauantrag, Herstellung um 1989.
Unterstellen wir Baukosten in 1989 von 300 Tsd. DM also rund 150. tsd € x 15% AZ = rund 22 Tsd x 2 % Abschreibung, also rund 440 €. Mithin könnten in dem Beispiel rund 1200 € Arbeitsraumkosten geltend gemacht werden.
Betriebsvermögen aber in der Praxis nur dann, wenn er dies dem FA mitgeteilt hat und die anteiligen Aufwendungen (Zinsen , Abschreibungen usw.) abgesetzt hat.
Da unter 20 % und unter 20.500 € mithin auch kein Betriebsvermögen.
Nun könnte ein Mustermann noch die vorhandene Einrichtung des Arbeitsraumes in irgendeiner Form wertmäßig definieren, Schreibtisch, Stuhl, Teppich, Schränke, Arbeitstische bis hin zum Papierkorb....etc.
Rechne ich alles fiktiv zusammen, kommt der Mustermann aus meinem Beispiel vielleicht auf einen jährlichen Betrag von rund 1.500 € und wahrscheinlich erheblichen Arbeitsaufwand zur Beantragung und Zusammenstellung der Kosten udn das vermutlich jährlich.
Allerdings irritiert mich die Info bei Wikipedia, wonach......."Mit dem Jahressteuergesetz 2010 wurde das häusliche Arbeitszimmer unter gewissen Bedingungen wieder für absetzbar erklärt. Es können bis zu 1250 Euro in der Steuererklärung geltend gemacht werden „wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht“.
Beitrag von bavarian tax collector » 04.02.20, 10:39
04.02.20, 07:38
soll der anteilige Wert von Grund und Boden des Arbeitszimmers weniger als 20.500 € betragen
Es geht aber nicht nur um den Grund und Boden, sondern ...
R4.2 (8) Satz 2 EStR hat geschrieben: Dabei ist auf den Wert des Gebäudeteiles zuzüglich des dazugehörenden Grund und Bodens abzustellen.
Weswegen hier ...
also rund 150. tsd € x 15%
... definitiv Betriebsvermögen vorliegt!
Ein Blick ins Gesetz erspart jahrelanges Studium!
§4 Abs.5 EStG hat geschrieben: Die folgenden Betriebsausgaben dürfen den Gewinn nicht mindern:
6b. Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung. Dies gilt nicht, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.3In diesem Fall wird die Höhe der abziehbaren Aufwendungen auf 1 250 Euro begrenzt; die Beschränkung der Höhe nach gilt nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet
... die gesamte betriebliche und berufliche Betätigung darstellt, wird man wahrscheinlich zum unbegrenzten Abzug kommen. Besteht aber z.B. noch eine nichtselbständige Tätigkeit mit Arbeitsplatz, dann kommt es zum begrenzten Abzug wegen des fehlenden Mittelpunktes der GESAMTEN betrieblichen und beruflichen Tätigkeit.
03.02.20, 19:05
Na wenn Du dich da mal nicht täuschst! Es gibt ein BFH-Urteil, bei dem der BFH nur wegen des Vorhandenseins eines leeren (!) Schrankes von einer nicht unbedeutenden privaten Mitnutzung ausgegangen ist!
Natürlich, denn hier sind ja zum Beispiel drei unterschiedliche Einkunftsarten betroffen! Also anteilig WK bei V+V (unterstellt, dass die eigenen Häuser verwaltet werden), BA bei selbständiger Tätigkeit (Schriftsteller) und gewerblicher Tätigkeit (Selbstverlag).
Beitrag von blue cloud » 05.02.20, 06:52
sorry, aber es wird leider für mich immer undurchsichtiger....
Da für die Bewertung GuB sowie Gebäudekosten zählen (hatte ich leider überlesen) wird bei einem Anteil von 15 % der Wert schnell über 20.500 € liegen.
Da ich einen Fabel für simple Beispiele zur Klarstellung und Verständnis habe....
Anschaffungskosten 400 Tsd DM = 200. Tsd Euro, davon hälftiger Besitzer = 100 Tsd €, davon 15 % Arbeitszimmer = 15. Tsd. Euro, vereinfacht und gerundet.
Mithin unterhalb des Grenzbetrages. Der Klarheit unterstellen wir in dem Beispiel auch keine weitere Tätigkeit des Mustermannes, sagen wir erst ist ansonsten Privatier oder Rentner, Pensionär....
Wie soll bitte eine Aufteilung der relevanten Kosten nach Einkunftsarten erfolgen? Wer soll das definieren, schätzen? Beim Versand eines Buches, also Verlagstätigkeit, kommen Ideen für neue Bücher oder Ideen für Umbauaktivitäten oder?

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