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Timestamp: 2016-10-27 14:58:30+00:00

Document:
U 117/05 (16.02.2007)
U 117/05
Z�rich Versicherungs-Gesellschaft,
Alfred-Escher-Strasse 50, 8022 Z�rich, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Adelrich Friedli, Stationsstrasse 66a, 8907 Wettswil,
K.________, 1944,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Albrecht Metzger, Seefeldstrasse 62, 8008 Z�rich.
Die 1944 geborene K.________ war seit 1. Oktober 1986 als Konsulentin bei der Firma X.________ angestellt und bei der "Z�rich" Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Z�rich) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen obligatorisch versichert. Am 30. November 1994 musste sie als Lenkerin eines Personenwagens auf der Strasse Z.________ in Z�rich ein abruptes Ausweich- und Bremsman�ver durchf�hren, um eine drohende Kollision mit dem vor ihr fahrenden Personenwagen zu verhindern, dessen Lenker pl�tzlich und ohne zu blinken nach links ausscherte. Der von der Versicherten wegen Schmerzen im oberen Nackenbereich sowie Konzentrationsst�rungen konsultierte Hausarzt Dr. med. R.________ stellte eine Verspannung der Muskulatur im Bereich des Nackens sowie eine geringgradige Einschr�nkung der Beweglichkeit der Wirbels�ule fest und diagnostizierte ein Peitschenschlagtrauma der Halswirbels�ule (HWS); die R�ntgenaufnahmen ergaben unauff�llige Befunde. Die Z�rich teilte K.________ am 22. Dezember 1994 mit, dass sie die gesetzlichen Leistungen erbringen werde. Ab 16. Januar 1995 wurde der Versicherten wegen zunehmender Beschwerden eine 100%ige Arbeitsunf�higkeit attestiert. Es folgten verschiedene weitere medizinische Abkl�rungen und Behandlungen.
Mit Schreiben vom 2. September 1996 verneinte die Z�rich ihre Leistungspflicht ab 1. M�rz 1995 und lehnte unter Verzicht auf eine R�ckforderung der bis zum 29. Februar 1996 erbrachten Taggelder und Heilungskosten die �bernahme weiterer Kosten ab. Daran hielt sie mit Verf�gung vom 20. Februar 1997 fest. Die hiegegen erhobene Einsprache der Versicherten wies die Z�rich mit Entscheid vom 26. August 1997 ab mit der Begr�ndung, der fragliche Vorfall k�nne nicht als Unfall im Sinne des Gesetzes gewertet werden. Dagegen hiess das Versicherungsgericht des Kantons Aargau die Beschwerde der Versicherten teilweise gut mit der Feststellung, dass der Vorfall vom 30. November 1994 einen Unfall im Rechtssinne darstelle, und wies die Sache zur erg�nzenden medizinischen Abkl�rung an die Z�rich zur�ck (Entscheid vom 10. August 1999). Dieser Entscheid ist unangefochten geblieben.
Nachdem die Z�rich bei der Klinik Y.________ ein Gutachten (vom 15. August 2002) eingeholt hatte, lehnte sie eine weitere Leistungspflicht insbesondere mangels ad�quaten Kausalzusammenhangs am 3. Oktober 2003 (recte: 21. November 2003) verf�gungsweise ab. Diese Verf�gung best�tigte die Z�rich auf Einsprache hin mit Entscheid vom 30. Juni 2004.
Die von K.________ hiegegen eingereichte Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons Aargau in dem Sinne gut, dass es den Einspracheentscheid vom 30. Juni 2004 aufhob und die Sache zur erg�nzenden psychiatrischen Abkl�rung an die Z�rich zur�ckwies (Entscheid vom 16. Februar 2005).
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst die Z�rich beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei festzustellen, dass die Versicherte ab 1. M�rz 1996 (recte: 1995) keinen Anspruch auf Versicherungsleistungen mehr habe.
K.________ l�sst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz �ber das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) in Kraft getreten (AS 2006 1205, 1243). Mit diesem Gesetz ist die bisherige organisatorische Selbstst�ndigkeit des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts aufgehoben und dieses mit dem Bundesgericht fusioniert worden (Seiler in: Seiler/von Werdt/ G�ngerich, Kommentar zum BGG, Art. 1 N 4 und Art. 132 N 15). Das vorliegende Urteil wird daher durch das Bundesgericht gef�llt. Weil der angefochtene Entscheid jedoch vor dem 1. Januar 2007 ergangen ist, richtet sich das Verfahren noch nach dem bis zum 31. Dezember 2006 in Kraft gewesenen Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 �ber die Organisation der Bundesrechtspflege (OG; Art. 131 Abs. 1 und 132 Abs. 1 BGG; BGE 132 V 393 E. 1.2 S. 395).
Streitig und zu pr�fen ist vorerst der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 30. November 1994 und den gesundheitlichen Beeintr�chtigungen.
2.1 Die Vorinstanz hat die nach der Rechtsprechung f�r das Vorliegen des nat�rlichen Kausalzusammenhangs geltenden Voraussetzungen (s.a. BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 und 402 E. 4.3.1 S. 406 mit weiteren Hinweisen), insbesondere auch bei Vorliegen eines Schleudertraumas der HWS und eines f�r diese Verletzung typischen Beschwerdebildes (BGE 117 V 359 E. 4b S. 360), zutreffend dargelegt. Danach ist es f�r die Bejahung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher St�rungen ist; vielmehr gen�gt es, dass das sch�digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die k�rperliche oder geistige Integrit�t der versicherten Person beeintr�chtigt hat. Ist ein Distorsionstrauma der HWS, d.h. ein Schleudertrauma, diagnostiziert und liegt ein f�r diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer H�ufung von Beschwerden ("buntes" Beschwerdebild) vor, so ist der nat�rliche Kausalzusammenhang in der Regel anzunehmen. Dabei ist zu betonen, dass es gem�ss der obigen Begriffsumschreibung f�r die Bejahung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs gen�gt, wenn der Unfall f�r eine bestimmte gesundheitliche St�rung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b S. 360).
2.2 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Diagnose der HWS-Distorsion von verschiedenen Aerzten, welche die Beschwerdegegnerin behandelt oder begutachtet haben, gestellt worden ist. Namentlich wurde festgehalten, dass die Beschwerdegegnerin nach dem Unfall unter Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Konzentrations- und Ged�chtnisst�rungen, Schwindel und Visusst�rungen litt. Diese charakterisieren das Beschwerdebild bei Schleudertraumen der HWS. Dasselbe gilt f�r depressive St�rungen, welche ebenso diagnostiziert worden sind. Mithin ist das kantonale Gericht namentlich gest�tzt auf das Gutachten der Klinik Y.________ vom 15. August 2002 mit Recht zum Schluss gelangt, das Vorliegen eines Schleudertraumas der HWS und des nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den gesundheitlichen Beeintr�chtigungen sei mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit als erstellt zu betrachten. Die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Einwendungen verm�gen daran nichts zu �ndern.
Streitig und zu pr�fen ist sodann der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den bestehenden Gesundheitssch�den.
3.1 Das kantonale Gericht hat die f�r die Ad�quanzbeurteilung bei Unf�llen mit Schleudertraumaverletzungen und die in der Folge eingetretenen psychischen Fehlentwicklungen massgebende Rechtsprechung (BGE 127 V 102 E. 5b/bb S. 103 mit weiteren Hinweisen) zutreffend dargelegt. Es wird darauf verwiesen.
3.2 Die Vorinstanz hat die Sache zur Kl�rung der Frage, ob und in welchem Masse psychische Unfallfolgen bestehen und insbesondere ob diese im Vordergrund stehen, an die Beschwerdef�hrerin zur psychiatrischen Begutachtung zur�ckgewiesen. Dies l�sst sich entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht beanstanden. Wenn die Beschwerdef�hrerin geltend macht, gem�ss dem Gutachten des Prof. Dr. med. H.________ vom 28. April 2004 stehe fest, dass die psychische Problematik im Vordergrund stehe, �bersieht sie, dass der Gutachter, der die Beschwerdegegnerin nicht pers�nlich untersucht hat, selber ausdr�cklich eine pers�nliche Exploration f�r unumg�nglich h�lt; das Gutachten des Prof. Dr. med. H.________ vermag daher schon aus diesem Grund in der vorliegenden Form keine ausreichende Grundlage zur Beurteilung der offenen Frage zu bilden. Auch der Einwand der Beschwerdef�hrerin, bei der Pr�fung des ad�quaten Kausalzusammenhangs handle es sich um eine Rechtsfrage, weshalb sich weitere medizinische Abkl�rungen er�brigten, ist nicht stichhaltig. Denn die R�ckweisung der Sache ist nicht zur Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs, sondern zur Pr�fung der Sachfrage, ob eine dominierende psychisch bedingte Beeintr�chtigung f�r die geklagten Beschwerden verantwortlich sei, erfolgt. Erst wenn diese Frage beantwortet ist, kann entschieden werden, ob die Beurteilung der Ad�quanz nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133 ff.) oder nach derjenigen f�r HWS-Schleudertraumaverletzungen (BGE 117 V 359 ff.) zu erfolgen hat. Diese Frage k�nnte nur offen bleiben, wenn die Ad�quanzpr�fung sowohl nach der einen wie auch nach der anderen Rechtsprechung zum selben Ergebnis f�hren w�rde. Entgegen den Ausf�hrungen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann indessen nicht gesagt werden, es liege ein banales Unfallereignis vor, welches die Haftung des Unfallversicherers zum Vornherein ausschl�sse. Es muss demnach bei den zutreffenden Erw�gungen des vorinstanzlichen Entscheides sein Bewenden haben. Den einl�sslichen Ausf�hrungen des kantonalen Gerichts, auf die verwiesen wird, hat das Bundesgericht nichts beizuf�gen.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die obsiegende Beschwerdegegnerin Anspruch auf eine Parteientsch�digung zu Lasten der Z�rich (Art. 159 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 135 OG).
Die Z�rich hat der Beschwerdegegnerin f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 1500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Luzern, 16. Februar 2007

References: Art. 1
 Art. 132
 Art. 131
 BGE 
 BGE 
 Art. 135