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Timestamp: 2018-02-20 16:31:10+00:00

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Präambel. swissstaffing. und. Unia. Syna. Kaufmännischer Verband Schweiz (KV Schweiz) Angestellte Schweiz. schliessen im Bestreben - PDF
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1 Präambel swissstaffing und Unia Syna Kaufmännischer Verband Schweiz (KV Schweiz) Angestellte Schweiz schliessen im Bestreben einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Verleihbetriebe und der verliehenen Arbeitnehmenden zu leisten unlauteren Wettbewerb zwischen den Verleihbetrieben zu verhindern die Arbeitsbedingungen vernünftig zu regulieren und die Regulierungen durchzusetzen, insbesondere für einen wirkungsvollen und effizienten Vollzug zu sorgen eine aufrichtige Sozialpartnerschaft nach dem Prinzip von Treu und Glauben zu leben die Weiterbildung der Arbeitnehmenden zu fördern die Interessen der Berufsorganisationen zum gemeinsamen Wohl der Arbeitgeber und der Arbeitnehmenden zu fördern einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz zu leisten folgenden Gesamtarbeitsvertrag (nachfolgend mit GAV Personalverleih bezeichnet) ab:
2 Art. 1. Räumlicher Geltungsbereich Der GAV Personalverleih gilt für die ganze Schweiz. Art. 2. Betrieblicher Geltungsbereich 1 Der GAV Personalverleih gilt für sämtliche Betriebe, die Inhaber einer eidgenössischen oder kantonalen Arbeitsverleihbewilligung nach AVG sind und gemäss Art. 66 UVG (SR ) in der Klasse 70C SUVA-versichert sind. 2 Es steht Betrieben ausserhalb des betrieblichen Geltungsbereiches frei, sich dem GAV Personalverleih zu unterstellen. Eine Befreiung ist dann nur unter Einhaltung einer sechsmonatigen Kündigungsfrist auf das Ablaufdatum des GAV Personalverleih gemäss Art. 43 dieses Vertrages möglich. Art. 3. Betriebe mit anderen Gesamtarbeitsverträgen 1 Der GAV Personalverleih gilt auch dort, wo für einen Einsatzbetrieb ein anderer Gesamtarbeitsvertrag gilt. Der GAV Personalverleih übernimmt dabei unter Ausschluss einer Anwendung der Bestimmungen des GAV Personalverleihs die rechtskräftigen, gesamtarbeitsvertraglich geregelten Lohn- und Arbeitszeitbestimmungen gemäss Art. 20 AVG (SR ) und Art. 48a AVV (SR ) von im Einsatzbetrieb geltenden GAV, die allgemein verbindlich erklärt sind, oder die als nicht allgemeinverbindlich erklärte Regelungen sozialpartnerschaftliche Verträge gemäss Listen Anhang 1 darstellen, sowie allfällige Bestimmungen über den flexiblen Altersrücktritt gemäss Art. 20 AVG. 2 Nicht übernommen werden die Bestimmungen bezüglich Krankentaggeldversicherung, berufliche Vorsorge, Beiträge für Vollzug und Weiterbildung, sofern die im vorliegenden GAV Personalverleih vorgesehenen Lösungen mindestens gleichwertig mit den Bestimmungen der für die Branchen gültigen ave GAV sind. 3 In Einsatzbetrieben mit nicht allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsverträgen, die nicht im Anhang 1 des vorliegenden GAV aufgelistet sind, gelten vollumfänglich die Bestimmungen des GAV Personalverleih. Von dieser Geltung sind in Betrieben der chemisch-pharmazeutischen Industrie, der Maschinenindustrie, der graphischen Industrie, der Uhrenindustrie, der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie in Betrieben des öffentlichen Verkehrs die Bestimmungen über die Mindestlöhne gemäss Art. 20 GAV Personalverleih ausgenommen. Dieser Ausschluss wird vereinbart, weil die orts- und branchenüblichen Löhne in diesen Branchen über den Mindestlöhnen in Art. 20 des vorliegenden GAV liegen. Hat die Schweizerische Paritätische Berufskommission Arbeitsverleih (SPKA) konkrete Hinweise, dass in einer oder mehrerer dieser Branchen Lohndumping vorliegt, so kann die SPKA oder jede Vertragspartei des GAV Personalverleih der zuständigen tripartiten Kommission (Art. 360b OR) den Antrag stellen, eine Untersuchung durchzuführen. 4 Die quantitativen Eckwerte der Gesamtarbeitsverträge gemäss Anhang 1 sowie deren Änderungen treten 30 Tage nach Publikation durch die Arbeitnehmerorganisationen auf der von der paritätischen Kommission SPKA bezeichneten elektronischen GAV-Datenbank in Kraft. Die Eckwerte der allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsverträge gemäss Art. 3, Abs. 1 werden ebenfalls durch die Arbeitnehmerorganisationen auf der von der paritätischen Kommission SPKA bezeichneten elektronischen Datenbank publiziert. 2
3 5 Im Fall einer Kündigung eines oder mehrerer der zu beachtenden ave und nicht ave GAV gelten die Lohnbestimmungen, die Arbeitszeitbestimmungen sowie allfällige Bestimmungen über den flexiblen Altersrücktritt dieser GAV für die Vertragsparteien auch im vertragslosen Zustand weiter, solange die von der Kündigung des entsprechenden GAV betroffenen Vertragsparteien in Verhandlungen sind. Art. 4. Personeller Geltungsbereich 1 Der GAV Personalverleih gilt für alle Arbeitnehmenden, die in Betrieben gemäss Artikel 2 als entliehene Arbeitnehmende beschäftigt sind. 2 Ausnahmen: Arbeitnehmende mit Löhnen über dem maximal versicherten Verdienst nach Suva unterstehen diesem GAV Personalverleih nicht. 3 Einzelnen Arbeitgebern, welche am GAV Personalverleih nicht beteiligt sind, steht es frei, sich dem GAV Personalverleih anzuschliessen. Art. 5. Beschäftigungsdauer Für alle Leistungen, die durch die Beschäftigungsdauer des Arbeitnehmenden im Verleihbetrieb definiert sind (mit Ausnahme von Probezeit und Kündigungsfrist), werden Einsätze, die innerhalb von 12 Monaten bei demselben Verleihbetrieb geleistet werden, zusammengezählt. 22 entlohnte Arbeits-, Ferien- und Feier-, Krankheits- und Unfalltage gelten als ein Monat. Art. 6. Allgemeinverbindlicherklärung 1 Die Vertragsparteien verpflichten sich die Allgemeinverbindlicherklärung dieses GAV Personalverleih anzustreben. 2 Die AVE wird für 6 Monate über das Vertragsende beantragt. 3 Diese Bestimmung tritt schon vor der Allgemeinverbindlicherklärung mit Unterzeichnung des Vertrags in Kraft. Art. 7. Vollzug, berufliche Weiterbildung und Sozialfonds 1 Den Gesamtarbeitsvertragsparteien des GAV Personalverleih steht gegenüber den beteiligten Arbeitgebern und Arbeitnehmenden ein gemeinsamer Anspruch auf Einhaltung der gesamtarbeitsvertraglichen Bestimmungen gemäss Artikel 357b OR zu. 2 Die Vertragsparteien vollziehen gemeinsam diesen Vertrag und setzen die Anwendung der Bestimmungen durch. Weiter unterstützen und fördern sie die Weiterbildung zur beruflichen Entwicklung und zur Verbesserung der arbeitsmarktlichen Positionierung sowie die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz der verliehenen Arbeitnehmenden. Drittens errichten die Vertragsparteien einen Sozialfonds zur Unterstützung der kollektiven Krankentaggeldversicherung (vgl. Art. 28 und 29). 3
4 3 Sie übertragen den Vollzug, die Förderung und Durchführung der berufsbegleitenden Aus- und Weiterbildung und die Förderung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes der verliehenen Arbeitnehmenden einem paritätisch zusammengesetzten Verein, wobei der Vollzug in GAV-Bereichen den dafür vorgesehenen Organen unter Entschädigungsfolge delegiert wird. Der Verein hat gemäss Art. 2 und 3 AVEG Rechnung zu legen und das Jahresbudget zu erstellen. Die Geschäftsführung für den Bereich Vollzug liegt bei der Unia, die für den Bereich Weiterbildung bei swissstaffing. Die Geschäftsführung für den Bereich Sozialfonds liegt bei der Stiftung 2. Säule swissstaffing. 4 Zur Finanzierung werden von den Arbeitnehmenden und den Arbeitgebern zusammen Berufsbeiträge von 1,0 Lohnprozent erhoben. Dabei beträgt der Arbeitgeberanteil 0.3%, der Anteil der Arbeitnehmenden 0.7%. Das Nähere regelt das Reglement. 5 Für die Mitglieder der vertragsschliessenden Verbände sind die Vollzugs- und Weiterbildungskosten im Mitgliederbeitrag enthalten. Die Rückerstattung wird in einem Reglement geregelt und beträgt maximal 80% des Mitgliederbeitrages. 6 Die Weiterbildungsangebote der Branchen-GAV stehen den verliehenen Arbeitnehmenden im Rahmen der entsprechenden Reglemente offen. 7 Das Inkasso der Berufsbeiträge erfolgt auf der Basis der SUVA-Lohnsumme durch den paritätischen Verein Vollzug, Weiterbildung und Sozialfond. Organisation und Verwendung der Gelder im Einzelnen sind in den Reglementen geregelt. Art. 8. Verein Vollzug und Weiterbildung, Sozialfonds 1 Die von den Vertragsparteien des GAV Personalverleih gegründete Organisation für den Vollzug, den Sozialfonds, die Förderung der Weiterbildung sowie die Förderung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz hat die Rechtsform eines Vereins. Die Mitglieder werden von den Vertragsparteien paritätisch bestimmt. Das Präsidium alterniert alle 18 Monate zwischen den Arbeitnehmenden- und Arbeitgebervertretern. Tritt ein vertragsloser Zustand ein, vereinbaren die Vertragsparteien, welche der auf diesem Vertrag beruhenden Leistungen weiter zu erbringen sind. 2 Die Geschäftsstelle Vollzug wird durch die UNIA geführt. Die Aufgaben sind im Detail im Reglement geregelt. 3 Die Geschäftsstelle Weiterbildung wird durch swissstaffing geführt. Die Aufgaben sind im Detail im Reglement geregelt. 4 Die Geschäftsstelle Sozialfonds wird durch die Stiftung 2. Säule swissstaffing geführt. Die Aufgaben sind im Reglement geregelt. 5 Alle Einzelheiten, insbesondere die genaue Verwendung der Mittel, die Leistungen, die Organisation und Abwicklung sowie die Aufgaben der Geschäftsstellen werden in den Statuten und Reglementen geregelt. 6 Die Finanzierung erfolgt durch die unterstellten Arbeitnehmenden und die Arbeitgeber. Die Beträge werden auf der Basis der abgerechneten Suva-Lohnsumme bei den Arbeitgebern erhoben. Sie ersetzen alle Vollzugs- und Weiterbildungs-(Parifonds)beiträge der in Art. 3 erfassten Gesamtarbeitsverträge. 4
5 Art. 9. Verbot der Verleihung von Streikbrechern und Verbot von Schwarzarbeit 1 Arbeitnehmende werden nicht als Streikbrecher in rechtmässig bestreikte Einsatzbetriebe verliehen. 2 Die Parteien setzen sich ein, die Schwarzarbeit zu bekämpfen, und die Arbeitgeber verpflichten sich, keine Schwarzarbeit auszuführen. Art. 10. Probezeit 1 Für Arbeitnehmende mit einem auf unbestimmte Zeit lautenden Vertrag, deren Anstellung ein neues Arbeitsverhältnis begründet, geltend die ersten drei Monate als Probezeit. 2 Bei einer effektiven Verkürzung infolge Krankheit, Unfall oder Erfüllung einer nicht freiwillig übernommenen gesetzlichen Verpflichtung, erfolgt eine entsprechende Verlängerung der Probezeit. 3 Für Arbeitnehmende mit einem auf eine bestimmte Zeit lautenden Vertag gelten die ersten zwei Drittel als Probezeit, maximal aber drei Monate. 4 Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis jederzeit unter Einhaltung einer Frist von zwei Arbeitstagen gekündigt werden. Art. 11. Kündigung Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses bei unbefristeten Einsätzen beträgt: Während der ersten drei Monate, zwei Arbeitstage Vom vierten bis und mit sechstem Monat, 7 Tage Ab dem 7. Monat, einen Monat, jeweils auf den gleichen Tag des darauf folgenden Monats. Art. 12. Arbeitszeit 1 Die wöchentliche Normalarbeitszeit beträgt 42 Stunden. Die Wochenstunde gelten als zuschlagsfrei zu bezahlende oder 1:1 zu kompensierende Überstunden. 2 Die 10. bis und mit maximal 12. Tagesarbeitsstunde und die 46. bis maximal 50. Wochenarbeitsstunde gilt als Überzeit und wird an Wochentagen mit 25% Lohnzuschlag, an Sonntagen mit 50 % Lohnzuschlag ausbezahlt. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen des Arbeitsgesetzes (SR ) und der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (SR ). 5
6 Art. 13. Ferien 1 Der Ferienanspruch beträgt bis zum zurückgelegten 20. Altersjahr und ab dem vollendeten 50. Altersjahr 25 Arbeitstage (10,6%). Für alle übrigen Arbeitnehmenden beträgt der Ferienanspruch 20 Arbeitstage (8,33%). 2 Die Auszahlung des Ferienlohns darf für maximal dreimonatige, einmalige Arbeitsverhältnisse direkt mit dem Lohn erfolgen, muss aber auf der Lohnabrechnung separat ausgewiesen werden. Die Auszahlung des Ferienlohns für alle übrigen Arbeitsverhältnisse darf nur bei Bezug der Ferien oder bei definitiver Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfolgen, sofern der Bezug innerhalb der Kündigungsfrist nicht möglich oder gesetzlich nicht erlaubt ist. Das laufende Ferienguthaben ist auf den Lohnabrechnungen auszuweisen. Art. 14. Feiertage 1 Die Arbeitnehmenden haben nach Ablauf von 13 Wochen Anspruch auf die Entschädigung für den Lohnausfall für alle einem Sonntag gleichgestellten offiziellen Feiertage, die auf einen Werktag fallen. Es steht dem Arbeitgeber frei, die Feiertagsentschädigung mit einem pauschalen Lohnzuschlag von 3,2% auf den AHV-Lohn abzugelten. Die Arbeitnehmenden haben ab dem ersten Arbeitstag Anspruch auf die Entschädigung für den Lohnausfall für den 1. August, sofern er auf einen Werktag fällt. 2 Einsätze, die innerhalb von 12 Monaten bei demselben Verleihbetrieb geleistet werden, werden zusammen gezählt. Berechnungsgrundlage ist die vertraglich vereinbarte Normalarbeitszeit. Art. 15. Kurzabsenzen Die Arbeitnehmenden haben nach der Probezeit Anspruch auf eine Entschädigung für den Lohnausfall bei den folgenden, unumgänglichen Absenzen. Heirat des Arbeitnehmenden, Todesfall in der in der Gemeinschaft lebenden Familie oder des/der Lebenspartners/in 3 Tage Todesfall von Geschwistern, Eltern, Gross- und Schwiegereltern 1 Tag Geburt oder Heirat eines Kindes 1 Tag Umzug des eigenen Haushalts 1 Tag Militärische Inspektion ½ Tag Pflege eines kranken Kindes pro Krankheitsfall bis zu 3 Tage Erfüllung gesetzlicher Pflichten nötige Stunden Berechnungsgrundlage ist die vertraglich vereinbarte Normalarbeitszeit. 6
7 Art. 16. Schweizerischer obligatorischer Militär- oder Zivildienst 1 Die Arbeitnehmenden haben im auf unbestimmte Zeit abgeschlossenen Arbeitsverhältnis nach der Probezeit Anspruch auf den Lohnausfall während obligatorischem schweizerischen Militär- oder Zivildienst: 80% des Lohnes für eine Dauer von höchstens 4 Wochen pro Jahr und nach zwei Jahren einer ununterbrochenen Anstellung 80% des Lohnes gemäss Berner Skala. Berechnungsgrundlage ist die vertragliche vereinbarte Normalarbeitszeit. 2 Übersteigen die Leistungen der Erwerbsersatzordnung die Leistungen des Arbeitgebers kommt die Differenz dem Arbeitnehmenden zu. 3 Werden den Arbeitnehmenden aus administrativen Gründen auf den Leistungen der Erwerbsersatzordnung Beiträge der Suva, Vollzugs- und Weiterbildungsbeiträge abgezogen, werden ihnen diese Beiträge nicht zurückerstattet. Die Lohnausfallentschädigung gemäss Art. 16 Abs. 1 gilt als um diese Beiträge gekürzt. 4 Die vorerwähnten Leistungen gelten als Lohnfortzahlung des Arbeitgebers im Sinne von Artikel 324a und 324b OR. Art. 17. Mutterschaft 1 Arbeitnehmerinnen haben gemäss Artikel 16b ff. Erwerbsersatzgesetz (EOG) Anspruch auf eine Mutterschaftsentschädigung, wenn sie während der neun Monate unmittelbar vor der Niederkunft im Sinne des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) versichert waren, während dieser Zeit mindestens fünf Monate lang eine Erwerbstätigkeit ausgeübt haben und im Zeitpunkt der Niederkunft immer noch Arbeitnehmerin sind. 2 Der Entschädigungsanspruch entsteht am Tag der Niederkunft. Die Mütter erhalten während dem maximal 14-wöchigen (in Genf 16-wöchigen) Mutterschaftsurlaub 80% des durchschnittlichen Erwerbseinkommens, welches vor Beginn des Entschädigungsanspruchs erzielt wurde. Die Mutterschaftsentschädigung wird in Form eines Taggeldes, max. 98 Taggelder (in Genf max. 112 Taggelder) ausbezahlt. Der Anspruch endet vorzeitig, wenn die Mutter ihre Erwerbstätigkeit wieder aufnimmt. Die Lohnausfallversicherung entrichtet keine Entschädigung bei Abwesenheit infolge Schwangerschaft. 3 Lohnausfälle bei krankheitsbedingten Abwesenheiten während der Schwangerschaft werden nach Art. 28 entschädigt. Art. 18. Entlöhnung 1 Die von den Vertragspartnern in swisstempdata erfassten Lohnklassen, Lohneinteilungen und Löhne gelten als integrierender Bestandteil dieses GAV Personalverleih. 2 Es besteht ein Anspruch auf einen 13. Monatslohn. 7
8 Art. 19. Lohnklasseneinteilung Die Einreihung in die entsprechenden Lohnklassen erfolgt durch den Arbeitgeber und ist im Einsatzvertrag aufzuführen. Während der Probezeit kann der Arbeitgeber die Einreihung einmal korrigieren. Art. 20. Mindestlohn 1 Es sind die folgenden AHV pflichtigen Mindestjahreslöhne einzuhalten: Ungelernte: CHF /Jahr od. CHF 3000/Mt. x 13 od. CHF 16.46/Std. (Basislohn) Ungelernte Hochlohngebiet: CHF /Jahr od CHF 3200/Mt. x 13 od. CHF 17.56/Std. (Basislohn) Gelernte: CHF /Jahr od. CHF 4000/Mt. x 13 od. CHF 21.95/Std. (Basislohn) Gelernte Hochlohngebiet: CHF /Jahr od. CHF 4300/Mt. x 13 od. CHF 23.59/Std. (Basislohn) Für die Berechnung der Bruttolöhne siehe Anhang 2. 2 Hochlohngebiet: Agglomeration Bern, BS, BL, ZH, GE, arc lémanique. 3 Grenzgebiet TI und Westjura: Im ersten Vertragsjahr kann der Mindestlohn von Fr. 39'000 für Ungelernte um 10%, im zweiten Vertragsjahr um 5% unterschritten werden. Nach dem zweiten Vertragsjahr läuft diese Übergangsregelung aus. Die paritätische Kommission definiert die Grenzgebiete. 4 Für Lehrabgänger im ersten Beschäftigungsjahr nach der Lehre kann der Mindestlohn (für Gelernte) um 10% reduziert werden. 5 Basis für die Jahresstundenberechnung: 52,07 Wochen à 42 Stunden= 2187 Stunden. 6 Die Parteien verhandeln jährlich über eine allfällige Anpassung der Mindestlöhne. Art. 21. Sonderfälle Auf Antrag kann die Schweizerische Paritätische Berufskommission Arbeitsverleih (SPKA) mit Zustimmung der zuständigen paritätischen Vollzugskommission der entsprechenden Branche bei Arbeitnehmenden unter 17 Jahren, Schülern, Praktikanten und Personen, die maximal 2 Monate im Kalenderjahr beschäftigt werden, sowie bei Personen mit eingeschränkter körperlicher oder geistiger Leistungsfähigkeit von den erfassten Tarifen Abweichungen um bis zu 15% bewilligen. Art. 22. Örtliche Berechnungsgrundlage Grundlage für die Lohnberechnung und sämtliche Leistungen und Abzüge bildet der Ort des Einsatzbetriebes. 8
9 Art. 23. Lohnauszahlung Die Lohnzahlung muss mindestens einmal pro Monat erfolgen und zwar spätestens am 5. Tag des auf den Beschäftigungsmonat unmittelbar folgenden Monats. Art. 24. Lohnzuschläge 1 Zuschläge für Überzeit-, Nacht- und Sonntagsarbeit werden nicht kumuliert. Es gilt jeweils der höhere Ansatz. 2 Vorbehalten bleiben betriebliche und gesamtarbeitsvertragliche Regelungen in Betrieben mit Schichtarbeit und institutionalisierter Sonntagsarbeit (Gesundheitswesen, Gastronomie, öffentlicher Verkehr und Regiebetriebe, Tourismus etc). Deren gesamtarbeitsvertraglichen Bestimmungen sind im Bereich der Lohnzuschläge auch für das verliehene Personal anzuwenden. Art. 25. Nachtarbeit Vorübergehende Nachtarbeitsstunden oder vorübergehende Nachtarbeitsschichten ( , resp oder ) werden mit einem Zuschlag von 25% ausbezahlt. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen des Arbeitsgesetzes und dessen Verordnungen. Art. 26. Arbeitssicherheit / Spezielle/gefährliche Arbeiten 1 Bewilligungsinhaber für den Arbeitsverleih haben der Vollzugskommission gegenüber die Einhaltung der relevanten EKAS-Richtlinie nachzuweisen. 2 Die Arbeitsverleiher haben die Personalberatenden und die Arbeitnehmenden bezüglich Arbeitssicherheit zu instruieren und bestätigen das auf dem Einsatzvertrag. Die Vertragspartner definieren Lernziele und Unterrichtseinheiten für die Grundinstruktion. 3 Die Einsatzbetriebe sind gemäss Verordnung über die Unfallverhütung verantwortlich für die Zurverfügungstellung einer Sicherheitsgrundausrüstung und für die ergänzenden Schutzmassnahmen und instruktionen, die entsprechenden Schutzanzüge, das Einhalten der Schutzvorschriften (Asbestsanierung/Wasser-, Schlamm-, Untertagarbeiten etc.) und das Melden und die Entschädigung der Verleihbetriebe für die entsprechenden Zuschläge. Art. 27. Auswärtige Verpflegung 1 Sieht ein Branchenvertrag, dessen Lohnvorschriften integrierender Bestandteil dieses Vertrages sind, eine Entschädigung für auswärtige Verpflegung vor, ist diese auch verliehenen Arbeitnehmenden auszurichten. 9
10 Art. 28. Krankheit 1 Erkrankt ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin während eines Einsatzes, so hat er Anspruch auf Lohnausfallentschädigung. Alle Arbeitnehmenden, die keine AHV-Rente beziehen, sind obligatorisch für ein Krankentaggeld bei einer anerkannten Krankenkasse oder einer schweizerischen Versicherungsgesellschaft versichert. Die Bedingungen und Leistungen sind in Art. 29 dieses Vertrags geregelt. Die Leistungen dieser Versicherungen gelten als Lohnfortzahlung im Sinne von Artikel 324a OR. AHV-berechtigte Arbeitnehmer werden gemäss Art. 324a OR entschädigt. Die Versicherung beginnt am Tage des Arbeitsantritts. 2 Die Leistungen betragen mindestens 80% des durchschnittlichen Lohns, sofern die Arbeitsverhinderung mindestens 25% beträgt. 3 Nach Ablauf einer Wartefrist von höchstens 2 Tagen entsteht folgender Anspruch: Für Arbeitnehmende, die in Einsatzbetrieben tätig sind, wo ein ave GAV gültig ist, Geldwertleistungen von 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen Für Arbeitnehmende, die gemäss diesem GAV Personalverleih BVG-pflichtig sind, Geldwertleistungen von 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen Für Arbeitnehmende, die weder in einem Einsatzbetrieb mit ave GAV tätig noch gemäss diesem GAV Personalverleih BVG-pflichtig sind, Geldwertleistungen von 60 Tagen innerhalb von 360 Tagen 4 Bei Vorbehalten bezüglich vorbestehender Krankheiten sind die Allgemeinen Bedingungen der Versicherungsgesellschaft massgebend. Der Arbeitnehmende ist über den Leistungsumfang, den Leistungsträger und die Prämien mit dem Rahmenarbeitsvertrag oder dem Einsatzvertrag schriftlich zu informieren. Bei Erkrankung muss der Arbeitnehmende sofort den Arbeitgeber, und nicht nur die Einsatzfirma, benachrichtigen. 5 Für alle Leistungen, die durch die Beschäftigungsdauer des Arbeitnehmenden im Verleihbetrieb definiert sind, werden Einsätze, die innerhalb von 12 Monaten bei demselben Verleihbetrieb geleistet werden, zusammengezählt. Art. 29. Krankentaggeld-Versicherung 1 Lohnfortzahlung durch Kollektivversicherung: Der Betrieb ist verpflichtet, die dem GAV Personalverleih unterstellten Arbeitnehmenden kollektiv für ein Taggeld von 80 % des wegen Krankheit ausfallenden, der normalen vertraglichen Arbeitszeit entsprechenden zuletzt bezahlten Lohnes zu versichern 1. Mit den Taggeldleistungen des Kollektivversicherers und mit der hälftigen Prämienbeteiligung des Arbeitgebers ist die Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers nach Art. 324a und 324b OR vollumfänglich abgegolten. 2 Prämien: a) Prämientragung: Der Prämienanteil für die Arbeitnehmenden beträgt maximal 50%, im Maximum 3,0% während des ersten Vertragsjahres, danach maximal 2,5%. Allfällige Prämienüberschüsse sind jährlich zur Verbilligung der Prämien zu verwenden. b) Aufgeschobenes Krankentaggeld: Schliesst der Betrieb eine Kollektivtaggeld-Versicherung mit einem Leistungsaufschub und unter Einhaltung von zwei Karenztagen ab, so 1 Nach Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG, SR ) oder den Versicherungsvertrag (VVG, SR ) 10
11 hat er während der Aufschubszeit 80% des wegen Krankheit ausfallenden Lohnes selbst zu entrichten. In diesem Fall darf dem Arbeitnehmenden maximal die Hälfte der nach der Rabattskala der Krankenversicherer (Anhang 3) hochgerechneten Prämie belastet werden, im Maximum 3,0% während des ersten Vertragsjahres, danach maximal 2,5%. 3 Minimale Versicherungsbedingungen: Die Versicherungsbedingungen haben mindestens vorzusehen: a) Beginn des Versicherungsschutzes am Tag der Arbeitsaufnahme, b) Entschädigung analog zu den Kriterien der suva nach höchstens zwei Karenztagen zu Lasten der Arbeitnehmenden. Während einer aufgeschobenen Leistungspflicht ist der Lohnausfall zu gleichen Bedingungen vom Arbeitgeber zu entrichten, c) Die Bezugsberechtigung ist gemäss Art. 28 zu definieren, d) Entrichtung des Taggeldes bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, sofern die Arbeitsunfähigkeit mindestens 25% beträgt, e) Ausschluss der Bezugsberechtigung während eines Aufenthaltes ausserhalb der Schweiz von mehr als drei Monaten unter Vorbehalt von Arbeitseinsätzen im Ausland, anders lautenden gesetzlichen Bestimmungen oder Aufenthalt in einer Heilanstalt und wenn zudem die Rückreise in die Schweiz aus medizinischen Gründen nicht zu verantworten ist, f) Prämienbefreiung während der Krankheitszeit, g) Möglichkeit für die Arbeitnehmenden, nach Ausscheiden aus der Kollektivversicherung innert 90 Tagen gemäss Art. 71 Abs. 2 KVG und Art. 109 KVV in die Einzelversicherung überzutreten, wobei die Prämie der Einzelversicherung aufgrund des Alters bei Eintritt in die Kollektivversicherung berücksichtigt wird. Ist eine Kollektivversicherung mit aufgeschobenem Krankentaggeld abgeschlossen worden, sind die Versicherungsbedingungen so zu gestalten, dass die aus der Kollektivversicherung ausscheidenden Arbeitnehmenden nicht schlechter gestellt werden, als im Fall einer Kollektivversicherung ohne Aufschub, das heisst, die Wartefrist kann auf Wunsch des ausscheidenden Arbeitnehmenden ohne Gesundheitsprüfung bis auf zwei Tage reduziert werden. 4 Den Personalverleihbetrieben wird eine Kollektiv-Krankentaggeldversicherung durch die Sozialpartner angeboten. Art. 30. Unfall Die Arbeitnehmenden sind während des Einsatzes bei der Suva gegen Berufsunfälle versichert. Die Versicherung beginnt mit der Arbeitsaufnahme und endet mit dem letzten Arbeitstag. Nichtberufsunfälle werden gemäss den Bestimmungen der Suva gedeckt. Soweit bei aussergewöhnlichen Gefahren und Wagnissen im Sinne von Art. 49 und 50 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) die Leistungen für Nichtberufsunfälle von der Suva verweigert oder gekürzt werden, besteht keine Lohnzahlungspflicht des Arbeitgebers nach Art. 324a bzw. 324b. 11
12 Art. 31. Berufliche Vorsorge 1 Der Arbeitgeber und die Arbeitnehmenden sind gemäss den Bestimmungen des BVG verpflichtet, sich einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge anzuschliessen. Das Reglement hat mindestens folgende Punkte sicherzustellen: 2 Versicherungspflicht Arbeitnehmende mit Unterstützungspflichten gegenüber Kindern Übrige Arbeitnehmende Arbeitnehmende mit unbestimmter Vertragsdauer oder Verträgen, die auf eine längere Zeit als 3 Monate eingegangen wurden Arbeitnehmende mit zeitlich beschränkten Verträgen bis zu 3 Monaten Bei Verlängerung eines vorbestehenden Vertrages auf über 3 Monate Ab der 14. Arbeitswoche obligatorisch ab 1. Tag freiwillig ab 1. Tag obligatorisch ab 1. Tag nicht versicherungspflichtig, freiwillige Möglichkeit ab Kenntnis obligatorisch immer obligatorisch 3 Für alle Leistungen, die durch die Beschäftigungsdauer des Arbeitnehmenden im Verleihbetrieb definiert sind, werden Einsätze die innerhalb von 12 Monaten bei demselben Verleihbetrieb geleistet werden, zusammengezählt. 4 Versicherter Monatslohn Der versicherte Monatslohn muss gemäss folgendem Beispiel berechnet und versichert werden: Stundenlohn, wovon die AHV-Beiträge abgezogen werden CHF (max. CHF entspricht dem BVG-Maximum berechnet auf die Stunde) Abzuziehender Koordinationsbetrag CHF Versicherter Stundenlohn (min. CHF 1.55) CHF Multipliziert mit den effektiven Arbeitsstunden während des Monats 150 Versicherter Monatslohn CHF 2' Die "maximalen" und "minimalen" Beträge, sowie der "Koordinationsbetrag" ändern sich bei jeder BVG-Anpassung. Sie werden durch die Stiftung 2. Säule swissstaffing in swisstempdata erfasst und jeweils rechtzeitig publiziert. Art. 32. Vollzug Die gemeinsame Umsetzung, Durchführung und Durchsetzung der Bestimmungen des GAV Personalverleih obliegen im Rahmen der Bestimmungen des GAV Personalverleih der Schweizerischen Paritätischen Berufskommission Arbeitsverleih (SPKA). Organisation, Aufgaben und Kompetenzen werden in einem Reglement geregelt. 12
13 Art. 33. Regionale paritätische Berufskommissionen Es bestehen bis spätestens 12 Monate nach Inkrafttreten der Allgemeinverbindlicherklärung drei nach Sprachregionen definierte regionale paritätische Berufskommissionen (RPKA), die für den Vollzug der Bereiche ohne Branchen-Vollzugsorgane zuständig sind. Mit der Übertragung des Vollzugs wird namentlich auch die Kompetenz zur Kontrolle der Bestimmungen dieses GAV sowie die Kompetenz zum Ausfällen von Konventionalstrafen übertragen. Die SPKA wird in diesem Fall zur Aufsichtsinstanz. Art. 34. Zusammenarbeit mit paritätischen Berufskommissionen anderer Branchenverbände 1 Zur effizienten Durchsetzung des vorliegenden GAV Personalverleih überträgt die Schweizerische Paritätische Berufskommission (SPKA) den Vollzug der Bereiche mit ave-gav und GAV gem. Anhang 1, die Branchen-Vollzugsorganen haben, den entsprechenden paritätischen Berufskommissionen und entschädigt diese. Mit der Übertragung des Vollzugs wird die Kontrolle der minimalen Arbeitsbedingungen, namentlich auch die Kompetenz zum Ausfällen von Konventionalstrafen im Rahmen der Bestimmungen ihres GAV, übertragen. 2 Die Schweizerische Paritätische Berufskommission (SPKA) stellt die Koordination sicher und nimmt die Interessen der Verleihbranche wahr. Sie kann die Angemessenheit von Konventionalstrafen aus nicht ave-erklärten GAV überprüfen. Art. 35. Betriebsprüfungen Die Schweizerische Paritätische Berufskommission Arbeitsverleih (SPKA) und die regionalen paritätische Berufskommissionen Arbeitsverleih (RPKA) können Betriebsprüfungen zur Kontrolle der Einhaltung der Bestimmungen des GAV Personalverleih, namentlich der Arbeitszeit- und Lohnbestimmungen, der minimalen Leistungspflicht der Krankentaggeldversicherung sowie der Leistung der Beiträge an den Vollzugs-, Weiterbildungs- und Sozialfonds, anordnen und durchsetzen. Die Schweizerische Paritätische Berufskommission (SPKA) stellt die Koordination sicher. Art. 36. Prüfinstanzen Die Betriebsprüfungen werden im Auftrag der paritätischen Kommission (SPKA/RPKA) durch beauftragte, spezialisierte Unternehmen/Institutionen vollzogen. Art. 37. Konsequenzen bei kleinen oder geringen Verstössen gegen den GAV Personalverleih 1 Bei kleinen oder geringfügigen Verstössen entscheidet die paritätische Kommission (SPKA/RPKA) über die Verrechnung der Kontrollkosten. Dabei wird berücksichtigt, ob die festgestellten Verstösse korrigiert wurden und ob den Verpflichtungen nachgekommen worden ist. 2 Die kontrollierten Unternehmungen haben kein Anrecht auf Entschädigungen im Zusammenhang mit angeordneten Betriebsprüfungen. 13
14 Art. 38. Konsequenzen bei festgestellten Verstössen 1 Bei festgestellten Verstössen durch Branchenvollzugsorgane gelten die Bestimmungen der vorrangigen anwendbaren GAV. 2 Sowohl die SPKA als auch die RPKA können der fehlbaren Unternehmung neben einer Konventionalstrafe die angefallenen und ausgewiesenen Verfahrens- und Kontrollkosten für die in Art. 35 GAV und Art. 357b, Abs. 1 OR erwähnten Gegenstände auferlegen. Dies gilt auch für Aufwendungen von durch SPKA und RPKA beauftragten Dritten. 3 Der finanzielle Ausgleich der festgestellten Verletzung geht zulasten der kontrollierten Unternehmung. Sie ist verpflichtet, der SPKA/RPKA innerhalb eines Monats nach schriftlicher Eröffnung des Entscheids den Nachweis der Ausgleichszahlungen schriftlich zu erbringen. 4 Die SPKA/RPKA kann gegenüber Betrieben, die Bestimmungen des GAV Personalverleih verletzen, Konventionalstrafen von bis zu Fr. 50'000.- aussprechen. Für die Bemessung der Konventionalstrafen werden die Höhe der vorenthaltenen geldwerten Leistungen, die Kontrolldauer, die Anzahl kontrollierter Arbeitnehmer, strafmildernde Elemente wie rasche Nachzahlung der vorenthaltenen geldwerten Leistungen, strafverschärfende Elemente wie Verletzung nicht geldwerter GAV-Bestimmungen sowie ein Zuschlag für besondere Schwere bei mehrfacher Verletzung berücksichtig. 5 Bei Rückfall oder mehrmaliger Verletzung des GAV Personalverleih kann der volle Rahmen der Konventionalstrafe ausgeschöpft werden. Dabei ist die Grösse der fehlbaren Unternehmung angemessen zu berücksichtigen. 6 Eine verhängte Konventionalstrafe ist innert 30 Tagen der Schweizerische Paritätische Berufskommission Arbeitsverleih (SPKA) zu bezahlen. Die SPKA sorgt dafür, dass die Konventionalstrafe zur Deckung der Kontrollkosten eingesetzt wird und allfällige Überschüsse in angemessener Weise, vor allem zugunsten allgemeiner Zwecke des vorliegenden Vertrages, verwendet werden. Einzelheiten dazu sind in den Statuen des Vereins Paritätischer Vollzug, Weiterbildung und Sozialfonds für den Personalverleih geregelt. 7 Bei mehrmaliger Verletzung des GAV Personalverleih kann Antrag auf Entzug der Verleihbewilligung gestellt werden. Art. 39. Rekursinstanz 1 Es wird eine Rekurskommission geschaffen, welche sich aus je zwei von der Vereinsversammlung des Vereins Paritätischer Vollzug, Weiterbildung und Sozialfonds für den Personalverleih gewählten Arbeitgeber- und Arbeitnehmendenvertretern zusammensetzt. 2 Die Rekurskommission behandelt und entscheidet über Rekurse von Betroffenen gegen Unterstellungsentscheide, Feststellungsentscheide, verhängte Konventionalstrafen, Kontrollentscheidungen, namentlich die Auferlegung von Kontrollkosten, Entscheide in Bezug auf Anträge zur Unterstützung von Weiterbildungen, Entscheide in Bezug auf Anträge zur Unterstützung von Massnahmen für Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit der SPKA und RPKA. 14
15 Art. 40. Schiedsgericht 1 Für die Dauer der Vertragszeit wird ein ständiges Schiedsgericht eingesetzt, das über Differenzen zwischen den Vertragsparteien bei der Auslegung dieses Vertrags endgültig entscheidet. 2 Das Schiedsgericht besteht aus einem gemeinsam bezeichneten Juristen als Obmann und je zwei Parteienvertretern. Kommt keine Einigung bei der Findung des Obmanns zustande, wird diese Aufgabe dem Präsidenten bzw. der Präsidentin des Obergerichts des Kantons Zürich oder einer von diesem bzw. dieser bezeichneten Person übertragen. 3 Die Kosten gehen zulasten der Vertragsparteien des GAV Personalverleih. Art. 41. Bestimmungen des OR und des AVG Soweit sich im GAV Personalverleih keine Bestimmungen finden, gelten die Bestimmungen des OR, des Arbeitsgesetzes, des Bundesgesetzes über die Allgemeinverbindlicherklärung von Gesamtarbeitsverträgen und des AVG. Art. 42. Rechtsdomizil und Gerichtsstand Die Vertragsparteien anerkennen Zürich als Rechtsdomizil und Gerichtsstand. Art. 43. Inkrafttreten und Gültigkeitsdauer des GAV Personalverleih 1 Dieser GAV Personalverleih tritt mit der Allgemeinverbindlicherklärung in Kraft. Der Vertrag ist frühestens nach Ablauf von 30 Monaten auf das Ende des 36. Monates kündbar. 2 Bei dringenden Umständen kann während der Vertragsdauer auf schriftliches Begehren einer Vertragspartei über Änderungen dieses Vertrags verhandelt werden. 3 Wird der Vertrag nicht 6 Monate vor Vertragsende von einer Vertragspartei gekündigt, verlängert er sich jeweils um 1 Jahr. 15
16 Zürich/Bern, 17. März 2009/15. Juli 2011 Für swissstaffing Charles Bélaz Präsident Georg Staub Direktor Für die Gewerkschaft Unia Renzo Ambrosetti Vania Alleva André Kaufmann Co-Präsident Mitglied der Geschäftsleitung Verantwortlicher Dossier Temporärarbeit Für die Gewerkschaft Syna Kurt Regotz Präsident Arno Kerst Vizepräsident Für den KV Schweiz Peter Kyburz Generalsekretär Barbara Gisi Zentralsekretärin Für Angestellte Schweiz Benno Vogler Präsident Stefan Studer Geschäftsführer 16
17 Anhang 1 Liste der nicht-allgemeinverbindlichen GAV, bei denen gemäss Art. 3 GAV das Vorrangprinzip gilt Branche GAV (Kurzbezeichnung) G e w e r b e Maler- und Gipsergewerbe Plattenleger- und Hafnergewerbe Schreinereigewerbe Holzindustrie Autogewerbe/Garagen Bodenlegerei Gessatori, stuccatori, montatori a secco, plafonatori ed intonacatori Hafner- und Plattenlegergewerbe Plattenlegergewerbe SO und AG (ohne Baden) Falegnamerie e fabricche di mobili e serramenti (TI) Schweizerische Holzindustrie Autogewerbe Kt. AG Autogewerbe Kt. BE+JU Autogewerbe Kt. BL+BS Autogewerbe Kt. LU/NW/OW Autogewerbe Kt. SO Autogewerbe Kt. UR Autogewerbe Kt. ZG Autogewerbe Kt. ZH Garages et entreprises similaires canton den Neuchâtel Garagistes canton de FR Bauwerk Parkett AG St. Margrethen 17
18 I n d u s t r i e Textilpflege/Wäschereien Bardusch AG/ZEBA Zentralwäscherei Basel T e r t i ä r Handel Häfen Gesundheitswesen Luftverkehr Branche Post/Transport/Logistik Quincailliers et commerce de métaux, Genève Ultra-Brag (Hafen), Basel + Muttenz Aargauer Kantonsspitäler Case per anziani (ROCA) Ente Ospedaliero Cantonale del Cantone Ticino Fondation pour l Aide et les soins à domicile, Jura Hôpital du Jura Istituti Ospidalieri Privati del Cantone Ticino Servizi di assistenza e cura a domicilio, Sopraceneri Servizi di assistenza e cura a domicilio, Sottoceneri Zuger Kantonsspital Spital STS ISS Aviation Genève et Zurich Swissport Basel Swissport Geneva Swissport Zürich GAV Post PostLogsitics AG GAV Aushilfen Post 18
19 Anhang 2 Berechnungsmodul Minimallöhne GAV Personalverleih Ungelernte, 21 bis 50 Jahre Normal 3'000/Mt Hochlohn 3'200/Mt Gebiete TI / Westjura 1. Vertragsjahr TI / Westjura 2. Vertragsjahr Basislohn / Std Monatslohn Ferienentschädigung Feiertagsentschädigung Bruttolohn / Std Ungelernte, bis 20 Jahre oder älter als 50 Jahre Normal 3'000/Mt Hochlohn 3'200/Mt Gebiete TI / Westjura 1. Vertragsjahr TI / Westjura 2. Vertragsjahr Basislohn / Std Monatslohn Ferienentschädigung Feiertagsentschädigung Bruttolohn / Std
20 Gelernte, 21 bis 50 Jahre Normal 4'000/Mt Hochlohn 4'300/Mt Gebiete 1. Jahr nach Lehre Normal 1. Jahr nach Lehre Hochlohn Basislohn / Std Monatslohn Ferienentschädigung Feiertagsentschädigung Bruttolohn / Std Gelernte, bis 20 Jahre oder älter als 50 Jahre Normal 4'000/Mt Hochlohn 4'300/Mt Gebiete 1. Jahr nach Lehre Normal 1. Jahr nach Lehre Hochlohn Basislohn / Std Monatslohn Ferienentschädigung Feiertagsentschädigung Bruttolohn / Std
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References: Art. 1
 Art. 2
 Art. 66
 Art. 43
 Art. 3
 Art. 20
 Art. 48
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 3
 Art. 4
 Art. 5
 Art. 6
 Art. 7
 Art. 28
 Art. 2
 Art. 8
 Art. 3
 Art. 9
 Art. 10
 Art. 11
 Art. 12
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 15
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 17
 Art. 28
 Art. 18
 Art. 19
 Art. 20
 Art. 21
 Art. 22
 Art. 23
 Art. 24
 Art. 25
 Art. 26
 Art. 27
 Art. 28
 Art. 29
 Art. 324
 Art. 29
 Art. 324
 Art. 28
 Art. 71
 Art. 109
 Art. 30
 Art. 49
 Art. 324
 Art. 31
 Art. 32
 Art. 33
 Art. 34
 Art. 35
 Art. 36
 Art. 37
 Art. 38
 Art. 35
 Art. 357
 Art. 39
 Art. 40
 Art. 41
 Art. 42
 Art. 43
 Art. 3