Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.04.2016&Aktenzeichen=VII%20ZR%2056%2F15
Timestamp: 2019-04-19 09:22:13+00:00

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BGH, 07.04.2016 - VII ZR 56/15 - dejure.org
VOB/B (2009) § 8 Abs. 2; InsO §§ 103, 119; BGB § 307 Abs. 1, 2, § 632a Abs. 3 Satz 1
§ 8 Abs. 2 Nr. 2 Satz 2 VOB/B (2009, § ... 119 InsO, § 103 InsO, § 8 Abs. 2 VOB/B (2009, § 649 Satz 1 BGB, § 649 BGB, §§ 103, 119 InsO, § 8 Abs. 2 Nr. 2 VOB/B (2009, § 134 BGB, § 103 Abs. 1 InsO, §§ 103 bis 118 InsO, § 8 Abs. 2 Nr. 1 Fall 2 VOB/B (2009, § 8 Nr. 2 VOB/B, § 8 Abs. 2 VOB/B, § 8 Abs. 2 Nr. 2 VOB/B, Art. 2 Abs. 1 GG, § 55 Abs. 1 Nr. 2 InsO, § 8 Abs. 2 Nr. 1 Fall 2, § 8 Abs. 2 Nr. 2 Satz 2 VOB/B, §§ 280 ff. BGB, § 8 Abs. 2 Nr. 1 VOB/B, § 1 InsO, 105 InsO, § 14 VVG, Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG, § 649 Satz 2 BGB, § 1 Satz 1 InsO, Art. 14 Abs. 1 GG, § 103 Abs. 2 Satz 2 InsO, § 121 Abs. 1 BGB, §§ 270 ff. InsO, § 314 BGB, § 280 Abs. 1, 3, § 282 BGB, § 307 Abs. 1, 2 BGB, §§ 305 ff. BGB, § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB, § 307 Abs. 1 BGB, § 8 Abs. 2 Nr. 1 VOB/B (2009, § 307 BGB, § 8 Abs. 2 Nr. 1 Fall 2 VOB/B, § 8 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 VOB/B (2009, 2 Nr. 1 BGB, § 280 Abs. 1 Satz 2, § 286 Abs. 4, § 311a Abs. 2 Satz 2, §§ 823 ff. BGB, § 241 Abs. 2 BGB, § 15a InsO, § 276 Abs. 1 Satz 1 BGB, § 279 BGB, § 308 Nr. 3, § 310 Abs. 1 Satz 2 BGB, § 242 BGB, § 146 Abs. 2 InsO, § 768 BGB, § 768 Abs. 1 Satz 1 BGB, §§ 129 ff. InsO, §§ 242, 768 Abs. 1 Satz 1 BGB, § 632a Abs. 3 Satz 1 BGB, § 563 Abs. 3 ZPO, § 765 BGB, § 91 Abs. 1 Satz 1, § 97 Abs. 1 ZPO
§ 8 Abs 2 Nr 1 Alt 2 VOB/B 2009, § 8 Abs 2 Nr 2 VOB/B 2009, § 103 InsO, § 119 InsO, § 134 BGB
Anforderungen an die in einen Bauvertrag einbezogenen Regelungen der VOB/B; Nichtvorliegen einer unangemessenen Benachteiligung durch die von einem Auftraggeber in einem Bauvertrag gestellten Regelungen; Einklang einer Vereinbarung über die Stellung einer Vertragserfüllungsbürgschaft mit dem gesetzlichen Leitbild des § 632a Abs. 3 S. 1 BGB
Recht des Auftraggebers zur außerordentlichen Kündigung des Bauvertrags im Fall der Insolvenz des Auftragnehmers ("insolvenzabhängige Lösungsklausel")
Keine Unwirksamkeit von § 8 Abs. 2 Nr. 1 Fall 2 i.V.m. § 8 Abs. 2 Nr. 2 VOB/B nach §§ 103, 119 InsO oder § 307 Abs. 1, 2 BGB; keine Abweichung einer Vertragserfüllungsbürgschaft von 10 % der Auftragssumme vom gesetzlichen Leitbild des § 632a Abs. 3 Satz 1 BGB
Wirksamkeit der insolvenzabhängigen Lösungsklausel in einem VOB-Bauvertrag
Vertragserfüllungsbürgschaft in Höhe von 10 Prozent der Auftragssumme in Bauvertrag rechtmäßig
Kündigung wegen Insolvenzantrag: § 8 Abs. 2 Nr. 1 Fall 2 VOB/B ist mit InsO vereinbar!
VOB/B: Insolvenzbedingte Kündigung zulässig
Wirksamkeit der Kündigungsregelung in § 8 Abs. 2 VOB/B im Falle des Eigeninsolvenzantrags bestätigt
Rechtssicherheit für Auftraggeber: Wirksamkeit eines vereinbarten außerordentlichen Kündigungsrechts bei Insolvenzeigenantrag des Auftragnehmers bestätigt
Wirksame Kündigung nach Eigeninsolvenz? - Grundsatzurteil zu § 8 Abs. 2 VOB/B
Insolvenzbedingte Kündigung des Bauvertrages nach VOB/B zulässig
Insolvenzbedingte Kündigung eines Bauvertrages
Wirksamkeit von § 8 Abs. 2 VOB (B) im Fall des Eigeninsolvenzantrags
Auftragnehmer muss 10%-ige Vertragserfüllungsbürgschaft stellen! (IBR 2016, 342)
Kündigung wegen Insolvenz: § 8 Abs. 2 Nr. 1 Fall 2 VOB/B ist mit InsO vereinbar! (IBR 2016, 346)
Kurznachricht zu "Insolvenzbedingte Lösungsklauseln - BGH bestätigt Wirksamkeit von § 8 VOB/B (2009)" von RA Dr. Achim Ahrendt und RAin Dr. Astrid Pohlmann-Weide, original erschienen in: DB 2016, 1798 - 1801.
Kurznachricht zu "Das Grundsatzurteil des Baurechtssenats des BGH zur Wirksamkeit des Kündigungsrechts nach § 8 II Nr. 1 Fall 2 iVm § 8 II Nr. 2 VOB/B" von Prof. Michael Huber, original erschienen in: NZI 2016, 525 - 528.
Kurznachricht zu "Das Kündigungsrecht des Auftraggebers bei Eigeninsolvenzantrag des Auftragnehmers" von RA/FA Bau- und Architektenrecht Hans Christian Schwenker, original erschienen in: NJW 2016, 3068 - 3071.
Kurznachricht zu "Die insolvenzbedingte Kündigung eines Bauvertrags" von RA DR. Stefan Matthies, original erschienen in: NZBau 2016, 481 - 484.
Kurznachricht zu "Die Kündigung des Bauvertrages im Falle der Insolvenz des Auftragnehmers" von RA/FABauArchR Dr. Hans-Claudius Scheef, original erschienen in: MDR 2016, 797 - 800.
BGHZ 210, 1
NJW 2016, 1945
MDR 2016, 705
DNotZ 2017, 57
NZBau 2016, 422
NZI 2016, 532
DB 2016, 1187
BauR 2016, 1306
BauR 2017, 1091
ZfBR 2016, 575
Wie der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 7. April 2016 - VII ZR 56/15 (WM 2016, 944, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen) zwischenzeitlich entschieden hat, verstoßen die gleichlautende Regelung des § 8 Abs. 2 Nr. 1 Fall 2, § 8 Abs. 2 Nr. 2 VOB/B (2009) weder gegen §§ 103, 119 InsO noch sind sie gemäß § 307 Abs. 1, 2 BGB wegen unangemessener Benachteiligung des Auftragnehmers unwirksam.
aa) Die Verpflichtung des Auftragnehmers zur Stellung einer Vertragserfüllungsbürgschaft in Höhe von 5 % der Bruttoauftragssumme ist für sich genommen nicht zu beanstanden, da das Verlangen von Vertragserfüllungssicherheiten in einer Größenordnung von bis zu 10 % der Auftragssumme nicht als missbräuchliche Durchsetzung der Interessen des Verwenders anzusehen ist (vgl. BGH, Urteil vom 7. April 2016 - VII ZR 56/15, WM 2016, 944 Rn. 72 m.w.N.).
Eine Kündigung nach § 8 Abs. 2 Nr. 1 Fall 2, § 8 Abs. 2 Nr. 2 VOB/B (2009) in der Insolvenz des Unternehmers wurde insbesondere deshalb für zulässig gehalten, weil diese Bestimmung nicht wesentlich vom gesetzlichen Leitbild des § 649 BGB abweiche (BGH, Urteil vom 7. April 2016 - VII ZR 56/15, BGHZ 210, 1 Rn. 25 f).
(3) Die Revision verweist demgegenüber auf die Senatsrechtsprechung zur Anfechtbarkeit von Rechtshandlungen des vorläufigen Insolvenzverwalters ohne Verfügungsbefugnis (BGH, Urteil vom 9. Dezember 2004 - IX ZR 108/04, BGHZ 161, 315;… vom 10. Januar 2013 - IX ZR 161/11, WM 2013, 510 Rn. 18; vom 7. April 2016 - VII ZR 56/15, BGHZ 210, 1 Rn. 52).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der Auftraggeber eines Werkvertrages jedoch berechtigt, den Vertrag zu kündigen, wenn durch ein schuldhaftes Verhalten des Auftragnehmers der Vertragszweck so gefährdet ist, dass der vertragstreuen Partei die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses nicht mehr zugemutet werden kann (BGH, Urteil vom 23. Mai 1996 - VII ZR 140/95, WM 1996, 2023, 2024 mwN; vom 7. April 2016 - VII ZR 56/15, BGHZ 210, 1 Rn. 40).
Kündigt der Besteller aus wichtigem Grund, entfällt der Vergütungsanspruch des Auftragnehmers aus § 649 Satz 2 BGB für noch nicht erbrachte Leistungen (BGH, Urteil vom 7. April 2016, aaO Rn. 40, 52 mwN).
(1) Im Bauvertragsrecht ist ein wichtiger Grund unter anderem dann anzunehmen, wenn der Auftragnehmer das für den Bauvertrag als eines auf Kooperation der Vertragspartner angelegten Langzeitvertrags vorauszusetzende Vertrauensverhältnis durch sein schuldhaftes Verhalten derart empfindlich stört, dass die Erreichung des Vertragszwecks gefährdet und dem Auftraggeber die Vertragsfortsetzung nicht mehr zumutbar ist (BGH, Urteil vom 7. April 2016, aaO).
(2) In der bereits zitierten Entscheidung vom 7. April 2016 (VII ZR 56/15, BGHZ 210, 1 Rn. 53 ff, 61) hat der für das Werkvertragsrecht zuständige VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs einen wichtigen Grund für die Kündigung eines Bauvertrages bereits im Eigenantrag des Unternehmers auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gesehen.
a) Im Ausgangspunkt zutreffend geht das Berufungsgericht davon aus, dass der Beklagte im Hinblick auf den von der Schuldnerin gestellten Insolvenzantrag gemäß § 8 Nr. 2 Abs. 1 VOB/B (2002) zur Kündigung des Generalunternehmervertrags berechtigt gewesen ist (vgl. BGH, Urteil vom 7. April 2016 - VII ZR 56/15, BauR 2016, 1306 = NZBau 2016, 422 - zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen;… Urteil vom 16. Juni 2016 - VII ZR 29/13, WM 2016, 1338 Rn. 25) und der Schuldnerin lediglich ein Vergütungsanspruch für die bis zur Kündigung erbrachten Leistungen nach § 631 Abs. 1 BGB zusteht.
Zwar kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes der Eigeninsolvenzantrag des Unternehmers einen wichtigen Grund zur Kündigung durch den Besteller darstellen (Urteil vom 7. April 2016 - VII ZR 56/15, BGHZ 210, 1 Rn. 40 f.).
(a) Allerdings ist nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs der Auftraggeber eines Werkvertrags analog § 314 BGB berechtigt, den Bauvertrag zu kündigen, wenn durch ein schuldhaftes Verhalten des Auftragnehmers der Vertragszweck so gefährdet ist, dass der vertragstreuen Partei die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses nicht mehr zugemutet werden kann (…vgl. BGH, Urteile vom 23. Mai 1996 - VII ZR 140/95, juris Rn. 24, vom 7. April 2016 - VII ZR 56/15, juris Rn. 40 …und vom 19. Januar 2017 - VII ZR 301/13, juris Rn. 40).
Ein wichtiger Grund ist unter anderem dann anzunehmen, wenn der Auftragnehmer das für den Bau- oder Architektenvertrag als eines auf Kooperation der Vertragspartner angelegten Langzeitvertrags vorauszusetzende Vertrauensverhältnis durch sein schuldhaftes Verhalten derart empfindlich stört, dass die Erreichung des Vertragszwecks gefährdet und dem Auftraggeber die Vertragsfortsetzung nicht mehr zumutbar ist (BGH, Urteil vom 7. April 2016 - VII ZR 56/15 - Rdnr. 52).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist die Verpflichtung zur Stellung einer Vertragserfüllungsbürgschaft in einer Größenordnung von bis zu 10 % der Auftragssumme nicht als missbräuchliche Durchsetzung der Interessen des Verwenders anzusehen (BGH…, Urteil vom 16.06.2016 - VII ZR 29/13, juris, Rn. 27 m.w.N.; BGH, Urteil vom 07.04.2016 - VII ZR 56/15, juris, Rn. 69 ff.).
Der sich daraus ergebende Mehraufwand werde vielfach 10 % der Auftragssumme erreichen oder sogar überschreiten (vgl. BGH, Urteil vom 07.04.2016 - VII ZR 56/15, juris, Rn. 72; BGH…, Urteil vom 20.03.2014 - VII ZR 248/13, juris, Rn. 15 m.w.N.).
Ebenso hat der Bundesgerichtshof in einer aktuellen Entscheidung klargestellt, dass die vertragliche Verpflichtung zur Stellung einer Vertragserfüllungsbürgschaft in Höhe von 10% der Auftragssumme keinen Wirksamkeitsbedenken begegnet (BGH, Urteil vom 7. April 2016 - VII ZR 56/15, BeckRS 2016, 08553).
Damit weicht der hier zu entscheidende Fall erheblich von dem durch den VII. Zivilsenat des BGH entschiedenen Fall ab, mit dem dieser insbesondere festgestellt hat, dass das Kündigungsrecht nach § 8 Nr. 2 Abs. 1 VOB/B 2002/2006 angesichts der Besonderheiten des Bauvertragsrechts vom Bauherrn trotz der damit erfolgenden Einschränkung des Wahlrechts des Insolvenzverwalters zur Vertragsfortführung gemäß den §§ 103, 119 InsO nicht gem. § 134 BGB nichtig ist (vgl. dazu BGH, NJW 2016, 1945 = MDR 2016, 1260).

References: § 8
 § 307
 § 632

§ 8
 § 103
 § 8
 § 649
 § 649
 § 8
 § 134
 § 103
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 Art. 2
 § 55
 § 8
 § 8
 § 8
 § 1
 § 14
 Art. 14
 § 649
 § 1
 Art. 14
 § 103
 § 121
 § 314
 § 280
 § 282
 § 307
 § 307
 § 307
 § 8
 § 307
 § 8
 § 8
 § 280
 § 286
 § 311
 § 241
 § 15
 § 276
 § 279
 § 308
 § 310
 § 242
 § 146
 § 768
 § 768
 § 632
 § 563
 § 765
 § 91
 § 97

§ 8
 § 8
 § 103
 § 119
 § 134
 § 632
 § 8
 § 8
 § 307
 § 632
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 BGH 
 § 8
 BGH 
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 307
 § 8
 § 8
 § 649
 § 649
 § 8
 § 631
 § 314
 BGH 
 § 8
 § 134