Source: https://www.doberklasse.com/der-absurde-sch%C3%B6nheitswahn-das-kupieren
Timestamp: 2019-10-24 06:00:31+00:00

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Mit Heck und Flügel, besser um die Kurve kommen-Der absurde Schönheitswahn - Doberklasse
Der wunderschöne Liroy fotografiert von © Beate Huebner by Mimis Fotowelt
Es ist ein sehr umstrittenes Thema, es werden viele versteckt oder öffentlich aufschreien. Es ist kein Thema, was man gerne anspricht, jeder der sich schon mal mit dem Thema „Kupieren“ beschäftigt hat, wird schnell gemerkt haben, dass es Befürworter aber auch Gegner gibt. Ich habe wirklich lange überlegt ob ich den Artikel online stellen werde.
Aber schlussendlich, möchte ich auch aufklären. Denn es gibt Leute, die denken nicht darüber nach, was kupieren überhaupt bedeutet, was überhaupt mit dem Hund gemacht wird, wiederum wissen einige nicht, wieso die Ohren überhaupt stehen und die Rute so kurz ist. Nicht nur Hunde werden / wurden kupiert, sondern auch andere Tiere, wie Pferde, Schweine und Hühner, aber in diesem Beitrag, geht es alleine um den Hund.
Ursprung– so nahm das Kupieren seinen Lauf
Der Begriff Kupieren, stammt aus dem Französischen „couper“, was übersetzt bedeutet „abschneiden“. Bei dem Kupieren, werden Hunden Schwanzwirbel (also ein Teil der Wirbelsäule) oder Teile der Ohren abgeschnitten. Der richtige Fachbegriff, für das Kupiere ist „Amputation“, da dies im Ausnahmefall, über einen chirurgischen Eingriff erfolgt.
Warum man Hunde damals kupiert hat und wo dieser Ritus überhaupt seinen Ursprung hatte, wissen nur wenige, man hört immer wieder die ausgefallensten Geschichten und Argumente darüber.
Der Autor, ein römischer Agronom, namens Lucius Inius Moderatus Columella (gestorben ca. 70 n. Chr), war ein damals bekannter römischer Schriftsteller. Er erstellte ein umfangreiches Werk, bestehend aus zwölf Büchern (De Re Rustica- „Über die Landwirtschaft“), was sich überwiegend mit eben dieser auseinandersetzt. Er geht in diesem Werk aber auch auf Hunde ein. Hier ist der Ursprung von dem Kupieren für uns niedergeschrieben. Dieser Agronom empfahl, dem vierzig Tage alten Welpen, die Rute abzubeißen und die hervortretenden Sehnen herauszuziehen, da er die irrsinnige Vorstellung hatte (zu der damaligen Zeit, wusste man es nicht besser), dass die Tollwut, durch die dort angesiedelten Würmer verursacht werden, da diese Sehnen, von der abgebissenen Rute, ausgesehen haben wie Würmer. Das war der Grund, warum in späteren Jahrhunderten Millionen von Welpen, die Rute einbüßen mussten. Doch er schreibt, nicht nur über die Rute, sondern auch über das Kürzen der Ohren. Der römische Wachhund wurde von den Bauern an Adlige für die eigne Jagd ausgeliehen, da der Wachhund bei der Jagd riskiert selbst verletzt zu werden, setzten die Herrschaften schlauerweise die eigenen Hunde ungern ein. Wenn der Hund des Bauern verletzt wird- Pech. Pech für den Bauern.
Der Bauer hatte Bedenken, wenn es vorkommen sollte, dass der Hund am Ohr verletzt wird, blutet er dort sehr stark aus der Wunde. Das Blut kann dann in die Augen laufen und die Sicht des Hundes beeinträchtigen. Um dem vorzubeugen, wurden dem Wachhund die Ohrmuscheln kupiert. Doch das war noch nicht alles. Im „alten Rom“, als es noch üblich war, dass im Kolosseum Gladiatoren gegeneinander kämpften, wurden neben Bären und Löwen auch Kampfhunde eingesetzt. Die Zuschauer waren hellauf begeistert, wenn die Hunde nicht nur aufeinandergehetzt wurden, sondern auch gegen die Gladiatoren kämpften. Hier sollte der Hund wenig Angriffsfläche bieten und wurde sowohl an der Rute, wie auch sehr kurz an den Ohren kupiert.
So nahm das Kupieren seinen Lauf, ohne dass es jemals hinterfragt wurde. Es gab sogar dorfeigene Kupierer. Im Laufe der Zeit erfand man immer neue Rechtfertigungen, die mehr oder weniger überflüssig und an den Haaren herbeigezogen waren, weil sich zu diesem Zeitpunkt die Praxis des Kupierens, bereits eingebürgert hatte. Wie so viele überlieferte Sitten und Gebräuche, blieb der Ritus auch dann noch erhalten, als der ursprüngliche „Sinn“ schon lange in Vergessenheit geraten war. Dieser auf dem Irrglauben basierenden Ritus, der im alten Rom seinen Anfang nahmen, sollte langsam aber sicher abzuschaffen sein.
Cleo the Staffi ist unserer Meinung: "Don´t crop,let flop!"
Welche Rassen sind betroffen- und was ist dieser Standard
Welche Rassen waren oder sind betroffen. Es betrifft / betraf mehr als vierzig Hunderassen, von dem Hirtenhund bis zu dem kleinen Zwerg Pinscher: Hier ein paar der bekanntesten:
• Carne Corso
• Terrier (Old English / Boston Terrier / Manchester Terrier…)
• American Bulldogge
• Australien Shepherd
• Großer Schnauzer & Standard Schnauzer
• Mastiff Neapolitaner
• Bouvier des flandrer
• Persa Canario
All diese Rassen, werden / wurden aufgrund des Schönheits – oder Zuchtmerkmals (welcher veraltet ist) kupiert.
Rassenstandard- Was ist Standard?
Es kam zu dem Problem, dass Hundezüchter das Kupieren zum Rassemerkmal und somit, bei gewissen Rassen zum Rassenstandard gemacht haben. Doch was ist dieser Rassenstandard überhaupt?
Der Rassenstandard / Zuchtstandard ist die Festschreibung für das Idealbild einer Hunderasse, in Betrachtung auf die äußere Erscheinung, seiner körperlichen Merkmale und seinem Wesen. Das Rassenbild soll so vereinheitlicht werden. Doch dieser Standard ist kein „DOGMA“, er ist mehr eine Richtlinie für Züchter und Richter, dies lässt aber gewisse Interpretationen zu, solange keine zuchtausschließenden Fehler auftreten. Er ist lediglich eine Ahnung von dem Idealtyp der jeweiligen Hunde und dieser lässt Spielraum zu, in der Größe, im Gesicht, der Fellstruktur und teilweise in der Farbe. Innerhalb dieses Spielraumes bewegt sich die Auslegung des Idealbildes. Sicherlich ist die subjektive Sicht des Betrachters ausschlaggebend, auf welche Merkmale er mehr Gewicht legt.
Wichtig ist aber, dass die Schwerpunktlegung auf die Schönheit nicht immer zum Vorteil des Hundes ist, spätestens dann nicht, wenn die Ideale der Schönheit in Konkurrenz zu Funktionalität und Gesundheit treten!! Lange Zeit zählte das Kupieren zu den geforderten Standards bestimmter Rassen.
FCI- Fédération Cynologique International
Der FCI gibt mit dem VDH diesen Standard vor. Seit 2010 sind sämtliche Rassenstandards, die das Kupieren von Hunden erfordern, aus den FCI- Formulierungen gestrichen. Kupierte Hunde dürfen nicht mehr in Deutschland ausgestellt werden, auch wenn sie aus dem Ausland kommen.
Bei wenigen Rassen wurde diese Formulierung erst sehr spät geändert bzw. gestrichen, z.B. bei dem Dobermann.
http://www.fci.be/de/KUPIERTE-HUNDE-VON-NORMALERWEISE-KUPIERTEN-HUNDERASSEN-246.html
Die Ausnahme – Der Jagdhund
Den jagdlichen geführten Hund, wie dem Deutschem Kurz-, den Stichel- und Drahthaar, Weimaraner, Pudelpointer, manchem Spaniel oder Griffon, die aus Leistungszucht für den Jagdeinsatz gezüchtet wurden, dürfen und werden noch bis heute die Rute kupiert. Sie sind von dem Kupierverbot z.B. in Deutschland (siehe nächsten Abschnitt) befreit. Das Argument der Jäger: „Die Hunde können sich bei ihrer Stöberarbeit im Unterholz wendiger bewegen und die Verletzungsgefahr an der Rute wird minimiert“. Warum Jagdhunde, wie der Münsterländer ihre Rute dennoch behalten dürfen, bleibt offen. Das Bizarre an der Ausnahme ist, dass nun auch viele Züchter der damals üblich kupierten Hunde versuchen diese Ausnahme als Schlupfloch zu nutzen, um ihren Hunden, wenigstens noch die Rute zu kupieren oder sogar noch die Ohren. Es darf nicht sein, dass das Kupieren der Rute rein aus kosmetischen Gründen erfolgt. Aus diesem Grund wird von den Tierärzten kritisch geprüft, ob der Hund in Zukunft zur Jagd eingesetzt werden soll.
Was die Jäger zu dieser Ausnahme geführt hat, ist die Schweden Studie (http://www.cdb.org/countries/sweden.htm). Die Schweden haben bei dem Inkrafttreten des Kupierverbots eine Studie bzgl. Rutenverletzungen begonnen. Im Herbst 1992 sind während einer Zeitspanne von 3 Monaten traumatische Rutenverletzungen bei 50% von 117 Vorstehhunden und bei 17% 133 Pointern gemeldet worden. Der Unterschied der Rassen ist signifikant. Weiter heißt es im Resümee dieser Studie: „Die Verletzungen entstehen hautsächlich bei der Jagd oder dem Jagdtraining, wahrscheinlich als Folge des Wedelns mit der Rute gegen Reisig, Sträucher oder andere Geländegegenstände“. Daraufhin hat die JGHV mit dem Bundestag und dem Bundesrat aufgefordert, das Kürzen der Rute bei jagdlich geführten Hunden weiter zu ermöglichen. Die Studie ist heute allerdings wieder umstritten, da sie nun schon 25 Jahre alt ist, doch bislang gibt es noch keine neue Studie. In der Schweiz und in Österreich, gilt das Kupierverbot, auch für jagdlich geführte Hunde. Kupiergegner fordern eine Nachbesserung des Gesetzgebers. Hier ist Deutschland der Schweiz rückständig.
Bodeguero-Braque (Jagdhund) mit kupierter Rute
Zwischen dem 1-3 Lebenstag, wird der Eingriff bei den Hundebabys unter Vollnarkose oder unter lokaler Betäubung durchgeführt. Der Welpe darf, wie auch erwachsene Hunde, 12 Stunden vor diesem Eingriff (wenn dieser unter Vollnarkose geschieht) nichts essen, sprich er darf solange nicht zu seiner Mutter.
Die Haut wird um den Schwanz herum an der gewünschten Stelle, kreisförmig eingeschnitten und zurückgezogen. Dann kappt (in der Regel) der Tierarzt, die Rute zwischen den Wirbeln und vernäht gegebenenfalls die Wunde, meist wächst sie jedoch ohne das Vernähen wieder zusammen. Medikamententherapie: Antibiotika gegen Entzündung der Wunde und Schmerzmittel gegen die Schmerzen. Doch viele Züchter im Ausland führen, um Geld zu sparen, das Kupieren der Rute noch selber durch, mit einer scharfen Schere oder einem Gummiband. Die Methode mit dem Gummiband wird gerne von englischen Züchtern angewendet. Es wird ein straffes Gummiband um die Rute gespannt, die Blutzufuhr wird von diesem Punkt bis an die Rutenspitze unterbrochen, was ein Absterben des nicht mit Blut versorgten Rutenteils bewirkt. Die Rute fällt zwei bis drei Tage nachdem sie abgestorben ist ab. In seltenen Fällen können Welpen am Schock oder durch Blutverlust sterben. Wenn die Kürze der Rute noch nicht gefällt, wird das Gummiband noch einmal weiter hinten angesetzt.
Eigentlich gab es für die Länge der kupierten Rute eine Norm, in der Regel, wird / wurde die Rute bei den zweitletzten Wirbeln abgetrennt, bei vielen Jagdhunden, wie dem Weimaraner, ca. bis zur Hälfe der Rute, doch wenn man sich mal mehrere kupierte Ruten anschaut, kommt es einem vor, als wurde hier Pi mal Auge kupiert. Es gibt kupierte Hunde, die haben keine Rute mehr, nicht mal ein Stummel.
Bei älteren Hunden ist das Kupieren, ein weitaus aufwändigeres Operationsverfahren.
Dobermann: Mit zu kurz kupierter Rute!
Dobemann: Nach dem Standard kupiert, am zweiten Schwanzwirbel (von hinten)
Dobemann: Nach dem Standard kupiert, am zweiten Schwanzwirbel (von der Seite)
Dobermann-Rottweiler-Mix mit nach Standard kupierter Rute
Jack Russel Terrier Mix mit nach Standard kupierter Rute
Zwischen den 7-14 Lebenswochen werden die Ohren (in der Regel) unter Vollnarkose geschnitten.
Die Ohren werden mit einer speziellen Metall-Schablone (Kluppe genannt) eingeklemmt. Der überstehende Teil des Ohres wird abgeschnitten, die durchgetrennten Adern werden abgedrückt und die Schnittwunde vernäht. Im Anschluss werden die Ohren, damit sie später aufrecht stehenbleiben, mit Klebeband über dem Kopf fixiert. Auf diese Weise, ziehen sich die Wundränder nicht wieder zusammen. Eine Woche später werden die Fäden gezogen, dann müssen die Ohren mit einem auf dem Kopf platzierten Gestell oder mit Wattetampons hochgeklebt und gestützt werden.
Medikamententherapie: adäquate Antibiotikatherapie und postoperativ eine Schmerztherapie, damit sich die Schnittwunden nicht entzünden und damit der Hund keine Schmerzen hat.
Es gibt keine festgelegte Zeit, wie lange es dauert, bis die Ohren stehen bleiben, im Durchschnitt soll es nach Angaben 6-7 Monate dauern. Aufgrund von falsch angelegten Kluppen, zu lang oder zu kurz geschnittenen Ohren oder nicht sachgerechtes Durchführen vom Hochbinden / Kleben / Tapen, gibt es öfter Schwierigkeiten. Es kann passieren, dass entweder nur ein Ohr steht oder beide Ohren nicht zum Stehen kommen. In solchen Fällen sind erneute Korrekturoperationen notwendig, wie z.B. das Einsetzen von Silikonstäbchen in das Ohr zur Stabilisierung, ebenso werden Muskelstraffungen an Kopf oder Hautentfernungen durchgeführt.
Oder die Ohren werden so gelassen, und man lebt damit, in den schlimmsten Fällen, wird er ausgesetzt oder abgegeben.
Das Wissen, wie man mit diesen kupierten Ohren umgehen soll, fehlt einigen einfach!
Was man dabei noch beachten sollte:
Es darf kein fauliger Geruch entstehen, es muss regelmäßig Luft drankommen, die Ohren sollten trocken gehalten werden, wenn sie doch nass werden, sollte das Tape unbedingt entfernt werden, trocknen lassen und neu tapen. Es ist mehr Aufwand und viele wissen das vorher nicht und gehen damit nicht richtig um.
Die unterschiedlichen Phasen von dem Tapen.
Unterschiede der Schnitte
2 Beispiele, von dem (1) Dobermann und dem (2) American Bully + Pitbull:
(1) Dobermann: Hier gibt es 3 verschiedene Schnitte: (a) Military Crop: Arbeitsschnitt, für die Nutzarbeit nicht für die Schönheit. / (b) Medium Crop: Mischung zwischen Military und Show Crop. / (c) Show Crop: auch „Engelsflügel“ genannt. Bei dem Showschnitt, wie der Name es schon sagt, dauert es viele Monate, bis die Ohren wirklich stehen, oft kommt es vor, dass die Ohrspitze abknickt, häufig wird / wurde eine zusätzliche Operation vorgenommen.
(2) American Bully / Pitbull: hier gibt es 4 verschiedene Schnitte: (a) Battle Crop: wie man am Name erkennen kann, ist / war dieser Schnitt, für Hunde bei Hundekämpfen vorgesehen. / (b) Short Crop: ein wenig länger wie der Battle Crop ca. 3/4 des ursprünglichen Ohres werden / wurden abgeschnitten. / (c) Show Crop: Beliebt, da der Hund aufmerksam und wachsam wirkt. /
(d) Long Crop: ca. 2/3 des ursprünglichen Ohres werden abgeschnitten.
American Bully XL Hündin mit dem Short crop
Ist das Land, in dem man wahrscheinlich die meisten kupierten Hunde sieht. Dort wird fast jede, der mehr als vierzig Rassen noch kupiert. Sie kupieren, mittlerweile nicht nur noch mit dem Skalpell, sondern mit dem Laser, damit man sich das Vernähen der Wunden erspart. Das Land des Übertreibungswahns.
Probleme - Trauma
Phantomschmerzen: Hunde, die an den Ohren oder an der Rute kupiert sind, leiden häufig an Phantomschmerzen. Sie lassen sich ungerne an den Stellen anfassen, da sie diese Körperstellen mit Schmerzen verbinden. Was einen Besuch, z.B. beim Tierarzt, erschweren kann. Es kann aber auch gefährlich für die Halter werden, da Hunde oft aus diesem Grund zuschnappen.
Chronische Gesundheitsschäden: Das Kupieren ist mit Schmerzen verbunden, diese können lange anhalten. Umso mehr bei dem Kupierverfahren schief geht, oder die Nachbehandlung nicht richtig vorgenommen wird, umso länger leidet der Hund unter diesem Gesundheitszustand, z.B Neuroma, wenn das Nervengewebe vernarbt.
Fehlende Sozialisierung: Viele Welpen, die an den Ohren kupiert wurden, werden von anderen Hunden isoliert gehalten. Aus Angst, man müsse nach dem Spielen und Toben die Ohren neu tapen oder er könnte dabei verletzt werden.
Verhaltensstörung: Verhaltensstörungen können gegebenenfalls, durch die fehlende Sozialisierung und die dadurch entstehende Aggressivität gegenüber anderen Hunden entstehen. Aber auch die Stummelrute jagen oder sich die Rute blutig lecken, fallen unter das Muster von Verhaltensstörungen.
Inkontinenz (Insuffizienz der Schließmuskulatur): Kann in seltenen Fällen, durch das Kupieren der Rute auftreten.
Seit 1987 ist in Deutschland das Kupieren an den Ohren und seit 1998 auch am Schwanz verboten, mit Ausnahmen, wenn der Eingriff aus medizinischen Gründen nicht vermeidbar ist, oder eben wenn der Hund zur Jagd genutzt wird und dazu unbedingt eine kupierte Rute benötigt. Seit 2002 gilt bei dem VDH ein Ausstellungsverbot für Hunde aus dem In- und Ausland, deren Ohren nach dem 1.Januar 1987 oder deren Rute nach dem 1.Juni 1998 amputiert / kupiert wurden. Aus diesem Grund, werden heute viele Ausstellungen für bestimmte Hunderassen im Ausland durchgeführt (z.B. in Italien und in Tschechien). Das Kupierverbot gilt auch, wenn der Eingriff in den Ländern durchgeführt wird, wo dies noch erlaubt ist.
Medizinische Ausnahmen
Amputationen aus medizinischen Indikation (z.B. Tumor, Schwanzriss, Gebrochene Rute).
Wer sein Hund im Ausland kupieren lässt, einen frisch kupierten Hund nach Deutschland importiert oder eines der TierSchG bzgl. kupierter Hunde missachtet und sich dadurch strafbar macht, kann in Deutschland wie folgt bestraft werden:
Bußgeld: von 5.000€ bis 25.000 mit zusätzlichen Verstoßen, wie z.B. nicht
geimpft, zu junger Welpe, ist die Geldstrafe nach oben hin offen, die höchste
Geldstrafe war in Deutschland, bei dem bekanntesten Fall, mit einem
Boxerwelpen: 45 Tage alter Welpen, vollkupiert, nicht geimpft 45.000 €.
Freiheitsstrafe: 3 Jahre.
§1 TierSchG ist sehr aussagekräftig: …[„Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“.]
§6 TierSchG ist bzgl. dem Kupieren sehr relevant: …. [„Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteile oder das vollständige oder teilweise entnehmen oder Zerstören von Organen oder Gewebe eines Wirbeltieres“.]. Der Katalog des §6 ist sehr ausführlich, er enthält grundsätzlich verbotene Tatbestandsmerkmale, wie auch Ausnahmen, die für die Ausnahmen geltenden Regelungen und Bestimmungen zur Durchführung derselben.
§12 TierSchG gehört auch dazu und ist relevant, in diesem Thema: [„Wirbeltiere, an denen Schäden feststellbar sind, von denen anzunehmen ist, dass sie durch tierschutzwidrige Handlungen verursacht worden sind, dürfen nicht gehalten oder ausgestellt werden…“]
§17 TierSchG sind die Strafen aufgeführt: [„Mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafen wird bestraft, wer….“].
Import – Der Kupierte Hund aus dem Ausland
Es ist unglaublich, aber viele haben noch das Verlangen, sich einen kupierten Hund anzuschaffen. Durch diese, nicht kleine Nachfrage, wurden Importunternehmen gegründet. Sie importieren für ihre Kunden, kupierte Hunde aus dem Ausland (z.B. Ungarn, Serbien, Rumänien, Russland oder Bulgarien), wo das kupieren noch erlaubt ist, nach Deutschland.
Sie werben alle mit dem selben Slogan (hier kann meine Wenigkeit nur von Importunternehmen für kupierte Dobermänner berichten), sie erwähnen, dass sie qualitative hochwertige Dobermannwelpen züchten, die „nur“ durch ihre Statur, Aussehen, Kraft und Intelligenz auffallen. Sie fügen häufig noch solche bizarren Sätze, die im Zusammenhang mit dem Kupieren nicht annähernd einen Sinn machen hinzu, dass sie sich das Ziel gesetzt haben, die Rasse weiter zu fördern und vor dem Aussterben zu bewahren. Von Gesundheit wird nichts erwähnt.
Ein Großteil dieser Unternehmen hat Knebelverträge, dazu werden Papiere versprochen, doch viele werden diese niemals zu Gesicht bekommen (wenn man doch Papiere erhält, sollte man diese Akkurat prüfen, denn Papier ist immer geduldig). Wenn negative Feedbacks der Kunden im Internet erscheinen, werden diese zerpflückt und die Feedbacks verschwinden, man muss sehr lange und genau danach suchen. Was in diesen Feedbacks an das Licht kommt, ist ein totaler Wiederspruch zu dem für was das Unternehmen wirbt.
Sie küren sich mit sauberer Zucht, sauberer Haltung, der Welpe / die Junghunde, werden an viele Umwelteinflüsse und Reize gewöhnt, zum Teil auch schon in einem Boot Camp trainiert. Doch die Realität sieht häufig, anders aus. Ein Beispiel aus 2006: es wurde ein Zwinger, der solche Importunternehmen beliefert aus Zufall von einer Tierschützerin entdeckt. Was sie dort zu sehen bekam, war einfach nur erschreckend. Die Elterntiere waren in einem 3-stöckigen Zwinger zusammengepfercht, lagen mit ihren abgemagerten Körpern auf abgenagten Knochen und ihren Fäkalien (diese Zucht wurde aufgehoben, die Tiere wurden beschlagnahmt und im Tierheim untergebracht, zum Teil auch vermittelt). Es ist kein Einzelfall.
Wie auch bei anderen Hunderassen in Massenzucht-Zwingern, wird einem hier das Bild nicht erspart, wie die Welpen in einer Schweinebox untergebracht sind, die Muttertiere mit einem zu prallen Gesäuge getrennt von ihren Welpen, in einer separaten Box, qualvolle Schmerzen leiden und wenn sie nicht mehr für den Zweck taugen, wird sich ihrer entledigt.
Für die Importunternehmen zählt das Geld, sie kaufen viele Hunde, damit sie die krankhafte Nachfrage bedienen können. Die Unternehmen sind keine Züchter, sie sind Händler. Die Käufer bekommen von den Händlern schöne Bilder der Elterntiere vorgelegt. Man kann es Vergleichen mit jeglichem Marketing und den Verkaufsstrategien in Supermärkten, Bekleidungsgeschäften usw. Der Endverbraucher / Käufer sieht nur das Produkt, evtl. noch ein paar nicht geschützte / nicht geregelte oder gesetzlich festgelegte Bezeichnungen: „Premiumqualität“, „Gourmet“, „aus kontrolliertem Anbau“, „ungespritzt“, „gesundheitscheck“ usw. , doch wie es in der der Realität, wirklich aussieht, erfährt der Käufer nur, indem er es überprüft, was bei diesen Importunternehmen fast nicht möglich ist.
Ergänzen sollte man allerdings, dass es nicht nur im Ausland solche Zuchtzustände gibt, aber in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz, wird der Tierschutz oder das Vet-Amt schneller eingeschaltet, wenn es bemerkt wird. Es sind nicht alle Züchter im Ausland unseriös oder schlecht, das sollte man sich natürlich vor Augen führen. Aber „last but not least“, man hat über das Importunternehmen nicht die Gewissheit, wo und wie die Tiere auf die Welt gekommen sind, geschweige denn, wie sie kupiert wurden. Ihnen ist so ziemlich egal, wer der Kunde ist, ob er Hundeerfahrung hat oder was er mit ihm machen will.
Österreich hat sehr strenge Auflagen bzgl. kupierter Hunde, auch hier ist der Import eigentlich verboten. Doch es gibt noch kleine Schlupflöcher, bzw. die Strafen nehmen manche Käufer dafür auf sich. Dazu hat Österreich noch andere Schlupflöcher, dass z.B. Halter kupierter Hunde ihren eigentlichen Wohnsitz in Ungarn melden, dadurch auch die kupierten Hunde dort gemeldet sind. Oder sie bringen ihre Hunde in Ungarn unter, da dort ja auch die Kosten für den Hund viel geringer sind.
§7 Verbot von Eingriffen an Tieren TSchG
Landesverwaltungsgericht Wien- 2015 Tierschutzgesetz Kupierte Hunde Österreich
Die Schweiz ist mit eines der fortschrittlichsten Länder bzgl. des Kupierverbots, sie haben entschieden „entweder/ oder“, nicht wie es hier in Deutschland geregelt ist – das Kupieren im Land ist verboten, der Kupier- Tourismus ist verboten, aber der Import ist erlaubt und bestimmte Rassen, für bestimmte Zwecke, dürfen weiterhin kupiert werden (Jagdhund). Wenige Ausnahme in der Schweiz wären ein Kurzbesuch (z.B. Urlaubern), doch man sollte immer die Kupierbescheinigung mitführen oder, wenn man mit einem kupiertem Hund in die Schweiz umziehen möchte. Aber man muss immer bedenken, dass die Schweizer diesbezüglich sehr vorurteilhaft den Besitzern mit kupierten Hunden gegenüber sind. In dem Link findet man alle Vorschriften rund um den kupierten Hund in der Schweiz.
Fragen und Antworten rund um coupierte Hunde - Schweizerische Eidgenossenschaft - Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV - Tierschutz
Angezüchtete Stummelrute
Es gibt Hunderassen, die haben zuchtbedingt eine Stummelrute „Natural Bobtail – NBT“, z.B. der Australien Shepherd, aber nicht alle von ihnen haben diese Stummelrute. In Amerika werden die ohne angeborene Stummelrute zum Großteil noch kupiert. Damit sie sich bei der täglichen Arbeit auf der Farm nicht „verletzen“. Die NBT Rute, ist meist unterschiedlich lang, manche (eher selten) kommen sogar, komplett ohne Rute auf die Welt. Kurzrutigkeit vererbt sich unvollständig dominant, d.h. es genügt eine Kopie des Merkmales um eine Kurzrutigkeit auszuprägen. Die NBT entsteht durch die sogenannte C189G- Mutation des T-Box-Transkriptionsfaktors. Es ist nicht verantwortungsvoll zwei Hunde mit Stummelrute zu verpaaren, da ein Teil der Welpen schon im Mutterleib abstirbt (rechnerisch die 25%, die das Gen für die Stummelrute reinerbig tragen).
Außerdem führt eine angeborene Stummelrute zu einer Häufung anderer Wirbelsäulenprobleme z.B. Keilwirbel, Blockwirbel oder Schmetterlingswirbel.
Französische Bulldogge - Dori Tauber Hund, na und? / Französische Bulldogge mit NBT und Dobermann-Rottweiler-Mix mit kupierter Rute
Die Kommunikation mit den Ohren und der Rute
Die Befürworter wehren sich gegen die Aussage, dass man den Hund durch das Kupieren in seiner einfachen Kommunikation einschränkt.
Die optische Kommunikation der Hunde ist insgesamt, durch züchterisch bedingte Ausdrucksreduktionen, insbesondere in dem mimischen Bereich „vergröbert“ oder durch Eingriffe am Tier (Rute kupieren, genetisch bedingte Stummelrute) vermindert worden. Dadurch wird natürlich klar, dass nicht „nur“ durch das Kupieren dem Hund die einfache Weise zu kommunizieren genommen wurde, sondern auch durch die große Variabilität der Rassen, die sich auf Kopf und Körperform, Hautwachstum, Behaarung und ein breites Spektrum an Fellfärbungen wie Musterungen bezieht. Dies wirkt sich auch auf die Ausdrucksmöglichkeiten der Rasse aus. Das ist aber kein Grund, den Hund noch mehr in seiner Kommunikationsmöglichkeit einzuschränken. Nur kosmetische oder „Nutzungsgründe“ erfüllen sicher nicht den Terminus „unerlässlich“, da bei anderen Rassen mit den gleichen Aufgaben nicht kupiert wird (wie oben das Beispiel mit den Jagdhunden und den Münsterländern), denn offenbar entsteht dabei kein zwangsläufiger Schaden für dieses Tier. Die biologischen Funktionen im Bereich von Ausdrucksverhalten und damit der hundlichen Kommunikation (einer essentiellen Lebensäußerung), sind die Voraussetzungen für Sozialverhalten der Hunde untereinander, sowie im Zusammenleben mit dem Menschen. Deshalb ist das Kupieren sehr in Frage zu stellen und die einfache Kommunikation nicht mehr gewährleistet.
Dorit Feddersen Petersen unterstützte hier mit der ethnologischen Untersuchung zur Kommunikation und zum Sozialverhalten an kupierten und nicht kupierten Hunden mit vergleichbarer Jugendentwicklung und vergleichbaren Umweltbedingungen (inkl. Soziales Umfeld). Sie belegte damit, dass aggressive Interaktionen unter Hunden mit kupierten Ruten häufiger zur verzeichnen sind.
Aggressive Auseinandersetzungen als Folge einer vom Menschen bewusst reduzierten optischen Kommunikation bei bestimmten Hunderassen entbehren nicht allein die biologische Funktion. Aber sie erfüllen den Tatbestand des § 1TierSchG, da sie Schmerzen und Schäden zur Folge haben und den Tatbestand des Leidens erfüllen können, dem ist kein vernünftiger Grund zuzusprechen. Es bleibt abzuwarten, ob die Anzahl der Schwanznekrosen ansteigt, wie viele Rassen mit Knickrute u.a. Defekte im Bereich der Schwanzwirbelsäule sein werden, genetische Defekte, die bislang züchterisch nicht angegangen, sondern vielmehr „abgeschnitten“ und damit „verschleiert“ wurden.
Bretone (Jagdhund) - In der Kommunikation
Das Züchten bleibt erlaubt
Züchter brauchen Tiere aus anderen Linien, um in der Rassenzucht die genetische Vielfalt zu erhalten. Das Züchten mit kupierten Hunden ist daher weiterhin erlaubt. Dazu ist noch relevant, dass ein Ausstellungsergebnis nicht in allen Rassenhundezuchtverbänden Pflicht für eine Zuchtzulassung ist, manche fordern ein freies Ausstellungsergebnis, andere die erfolgreiche Teilnahme an den Zulassungsprüfungen. Somit ist das Züchten mit kupierten Hunden also weiterhin möglich.
Ein paar wenige Argumente der Befürworter
1. Schlappohren seien gegenüber Stehohren, anfälliger von Innenohrinfektionen
2. Schlappohren sind anfällig für Blutohren, wenn die Hunde beim Schütteln mit den Ohren irgendwo dagegen schlagen.
3. Schutzfunktion – beim Arbeiten oder beim Leistungssport / Schutzdienst
4. Rassenmerkmal. War schon immer so – soll auch so bleiben, erst das macht die Rasse zu der Rasse
5. Es sieht eleganter aus
Zu 1. diese Aussage stimmt, aber das liegt ganz an der Vorbeugung, der Halter. Werden die Ohren nicht gepflegt, egal ob Stehohren oder Schlappohren, kann es häufiger zu einer Innenohrinfektion kommen. Man könnte somit auch behaupten, dass die Stehohren schneller anfällig sind für Schmutz, was genauso zu einer Entzündung führen kann. Gerade bei den sehr kurzen geschnittenen Ohren hat das Ohr keinen richtigen Schutz mehr, vor Insekten, Staub und Schmutz, wie z.B. der Battle Crop bei Pitbulls, wo eigentlich kein Ohr mehr vorhanden ist.
Zu 2. es kann vorkommen, aber die Prozentzahlen sind zu gering, um dies als Grund aufzuführen. Die Französische Bulldoggen neigen auch zu Blutohren, wenn sie sich schütteln und das Ohr dabei irgendwo anschlägt.
Zu 3. Nehmen wir das Beispiel Wachhund. Wo kann ein Wachhund heute noch so eingesetzt werden, wie damals? Genau, der Wachhund kann in der heutigen Welt nicht mehr seiner Aufgabe / Arbeit nachgehen, wie er es früher konnte. Natürlich kann man aber noch Schutzdienst mit dem Hund auf dem Hundeplatz trainieren. Aber braucht er dafür eine kleine Angriffsfläche? Zieht man dem Hund etwa, an den Ohren oder der Rute? Ich glaube kaum, denn das wäre wieder ein Punkt für den Tierschutz.
Zu 4. Das ist einfach nur naiv. Wenn man sich mal wenige Rassen raussucht und sich Bilder von ihnen von Beginn der Rasse bis zum heutigen Tag anschaut, kann man erkennen, dass sich auch die Statur, die Größe, der Schädel verändert hat. Gerade beim Dobermann sieht man eine extreme optische Veränderung und da sind die Ohren und die Rute noch am wenigsten auffällig.
5. Was für sie elegant aussieht, hat aber nicht den Hintergrund. Kupiert wurde unter anderem bei Schutz und Diensthunden, damit sie präsenter, wachsamer und böser ausgesehen haben. Das vertreten auch die „Nicht-Hundehalter“. Wenn sie ein kupierten und einen nicht kupierten Hund sehen, empfinden sie, dass der kupierte Hund „böse“ aussieht. Natürlich können die Stehohren elegant aussehen, für uns Hundehalter, wenn sie von Natur aus so wären, würde ja auch nichts dagegensprechen. Doch für nicht Hundehalter wird sich der Anblick trotzdem nicht ins „positive“ verändern.
6. Man merkt, dass sich doch viele Befürworter ihre Argumente nicht zu 100% durchdacht haben. Sie können doch einfach zugeben, wie es schon wenige gemacht haben, dass es ihnen allein um die Optik geht.
Kupierte Hunde aus dem Tierheim – Der Halter trägt keine Schuld
Aber aufgepasst, nicht alle Halter, die einen Hund haben mit kurzer Rute und geschnittenen Ohren, gehören in einen Topf! Wie oben erwähnt, gibt es mittlerweile Rassen, die eine angeborene verkürzte Rute haben. Andere könnten aus dem Tierschutz stammen oder nach einem Unfall musste die Rute oder das Ohr amputiert werden. Wie überall gilt: VORSICHT MIT DEN VORSCHNELLEN URTEILEN! Gerade die Menschen, die ihren kupierten Hund aus dem Tierheim haben, nehmen ihn so wie er ist. Sie holen ihn nicht aus dem Tierheim, um ihre Schönheitsideale damit zu repräsentieren, sondern um dem Hund eine Chance zu bieten. Oft landen kupierte Hunde wieder im Tierheim, weil es einfach noch zu viele Käufer von Hunden gibt, die diesen nur als Statussymbol gekauft haben.
Solche Hunde landen dann, sobald sie zu viel Arbeit machen, nicht mehr händelbar sind, oder weil sie beschlagnahmt wurden, im Tierheim. Meistens sind sie große Baustelle und können nur noch in erfahrene Hände gegeben werden.
Die meisten Menschen, die ihren kupierten Hund aus dem Tierheim haben, leisten unvorstellbare und gute Arbeit, was andere versaut haben.
Und natürlich, treffen die genannten Gründe für Hunde, die im Tierheim landen, nicht nur bei kupierten Hunden zu.
Egal welche Argumente auch angeführt werden, das Kupieren ist und bleibt in unserer Zeit eine einzige Modeerscheinung und ein Schönheitsideal! Es hat keinerlei Funktion oder Sinn mehr. Man beraubt die Hunde wichtiger Kommunikationsinstrumente. Es reicht schon, dass der Mensch dem Hund durch sein unterschiedliches Aussehen die Kommunikation untereinander erschwert hat, über Falten, viel Fell etc. , da muss man ihn nicht noch mehr darin einschränken.
Rutenamputationen aus den dargelegten Gründen sind nicht nur biologisch unsinnig, sondern auch ethisch eine unvertretbare Form.
Menschen können sich für eine Schönheitsoperation aus freiwilligen Zügen entscheiden, was bei vielen ja auch inzwischen zur Normalität geworden ist. Doch was ist mit dem Hund? Was ist mit seinen Rechten?
Solange es noch immer Züchter und Tierärzte gibt, die sich über das Verbot hinwegsetzen und die Eingriffe vornehmen lassen, um dieses längst überholte Rassenbild zu verfolgen, die Nachfrage nicht sinkt und das Importverbot nicht eingeführt wird, solange ist diese Art von Verstümmelung, aus kosmetischen Gründen, weiterhin gesichert.
Leider sind Lösungsvorschläge für die komplette Verhinderung des Kupierens nur schwer zu finden.
Es haben doch schon so viele geschafft, sich an das neue Bild der damals kupierten Hunde zu gewöhnen. Viele damals kupierte Rassen haben es in Deutschland doch schon geschafft, wieso kommen Züchter und Halter von Boxern schneller mit dem Kupierverbot klar, oder bei der Dogge, dem Pinscher? Warum nicht die Züchter und Halter von Dobermännern, Amercian Bulldoggen, American Mastiff….? Warum?
Ich habe kupierte Hunde genauso gerne wie nicht kupierte Hunde, sie können schließlich nichts dafür, was ihnen angetan wurde. Verachtet wird von mir lediglich diese Rassenperfektion, die mit Tierliebe rein gar nichts mehr zu tun hat!
Man kann nur hoffen, dass auch diese Menschen ihre Augen öffnen und nicht nur ihr Ego berücksichtigen, sondern die Hunde einfach so nehmen, wie sie auf die Welt kommen.
IN DEUTSCHLAND IST DAS KUPIEREN VERBOTEN!
Deshalb appellieren ich an alle:
DON´T CROP, LET FLOP
(egal ob Ohren oder Rute)
Empfehlenswerte Fachliteratur und Quellen:
Buchempfehlungen zu diesem Thema, Rechtliche Informationen, Kommunikation unter Hunden etc. pp. Die mich bei diesem Beitrag sehr weitergebracht haben.
Tierrecht - Jörg Jon
Tierrecht: eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten tierrechtlichen Gesetze und Vorschriften ; ein Handbuch für Tierhalter, Tierhüter und Tierliebhaber und für all diejenigen, die es gerne werden wollen
Tierschutz im Schnittfeld von nationalem und internationalem Rechten- Jan Ziekow
Eingriffs-, Einfuhr-, Haltungs- und Ausstellungsverbote im Lichte von Verfassungs-, Gemeinschafts- und Völkerrecht.
Hunderecht Niedersachsen: Systematische Darstellung mit Übersichten - Jörn Edling
Das Buch stellt das Hunderecht Niedersachsen umfassend dar, bestehend aus niedersächsischen Vorschriften (Gesetze sowie kommunale Verordnungen und Satzungen), bundesrechtlichen Regelungen (z.B. Tierschutzgesetz) und EU-Recht.
Verhalten / Kommunikation und Allgemeinwissen
Dogwatching- Morris Desmond
«Liebevoll und kenntnisreich beschreibt Morris Hunde und ihr Verhalten. "Dogwatching" ist ein Gewinn für jeden Hundefreund.» DIE WELT
Dr. Dorit Feddersen-Petersen beschreibt das Ausdrucksverhaltung unserer Hunde und seine Bedeutung für das Zusammenleben.
Enzyklopädie der Rassenhunde Band 1-2
Hans Räber beschreibt detailliert und sachkundig für jede Rasse die Herkunft, ihren ursprünglichen Verwendungszweck und die Entwicklung der Zucht.
Horror Material [Achtung, diese Verlinkungen enthalten, trauriges und erschreckendes Bildmaterial]
Ein Fall der viele 2016 erschrocken hat, auch mich:
Tierheimworms- Fall NERO
Die ungarische Zuchtstation, die Zwangs-aufgelöst wurde:
ungarischer Zwinger, der ein Importunternehmen belieferte
Die von dort zu vermittelnden Hunde, gerade der Rüde ist ein erschreckendes Beispiel:
Rüde zur Vermittlung - aus einem ungarischen Massenzucht-Zwinger
Hündin- zur Vermittlung - aus einem ungarischen Massenzucht-Zwinger
Wie die US-Amerikaner ihre Meinung dazu vertreten, alleine das Argument „wir machen es nicht für uns, sondern für den Hund“.
Man sieht die kleinen Welpen, quietschend nach ihrer Mutter im Behandlungszimmer:
Should The Practice of Cutting Dogs' Tails and Cropping Ears End? - Was der US-Bürger dazu meint
Weiteres Videomaterial, will ich hier nicht anbieten, denn selbst mir sind Tränen in die Augen beschossen, hat es den Magen verdreht, als ich mir Ausschnitte aus Videos, bei denen gelasert, geschnitten und nachbehandelt wurde.
tagPlaceholderTags: Kupieren, Schönheitswahn, Ohren, Rute, importunternehmen, tierheim, rassenstandard, nbt, amputation

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