Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=08.02.2017&Aktenzeichen=B%2014%20AS%203/16%20R
Timestamp: 2019-10-23 01:36:04+00:00

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BSG, 08.02.2017 - B 14 AS 3/16 R - dejure.org
https://dejure.org/2017,2092
BSG, 08.02.2017 - B 14 AS 3/16 R (https://dejure.org/2017,2092)
BSG, Entscheidung vom 08.02.2017 - B 14 AS 3/16 R (https://dejure.org/2017,2092)
BSG, Entscheidung vom 08. Februar 2017 - B 14 AS 3/16 R (https://dejure.org/2017,2092)
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Grundsicherung für Arbeitsuchende - Ersatzansprüche bei sozialwidrigem Verhalten - kein Ausschluss der Geltendmachung durch Sanktionierung des Fehlverhaltens nach den §§ 31 ff SGB 2 - Herbeiführung der Voraussetzungen für die Leistungsgewährung - Aufrechterhaltung der ...
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Ersatzansprüche bei sozialwidrigem Verhalten - Anwendbarkeit des § 34 Abs 1 S 1 SGB 2 in der seit dem 1.4.2011 geltenden Fassung auf vorhergehende Lebenssachverhalte - Ausschluss durch Sanktionierung des Verhaltens nach den §§ 31 ff SGB 2 ...
§ 34 Abs 1 S 1 SGB 2 vom 13.05.2011, § 34 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB 2 vom 24.12.2003, § 34 Abs 1 S 2 SGB 2 vom 26.07.2016, § 31 SGB 2, §§ 31 ff SGB 2
Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II; Kein Ausschluss von Ersatzansprüchen bei sozialwidrigem Verhalten durch Sanktionierung des Fehlverhaltens nach den §§ 31 ff SGB II
Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II ; Kein Ausschluss von Ersatzansprüchen bei sozialwidrigem Verhalten durch Sanktionierung des Fehlverhaltens nach den §§ 31 ff SGB II
SGB II § 34 Abs. 1 S. 1-2; SGB II §§ 31 ff.
Gesetzes-Klarstellung war keine Klarstellung - Hartz-IV-Rückzahlungspflicht
Bedeutung des Wortes Herbeiführen in der alten Fassung (bis 31.7.2016) des Ersatzanspruchs bei sozialwidrigen Verhalten
SG Osnabrück, 28.04.2014 - S 22 AS 926/12
NJW 2017, 2702
NZS 2017, 473
Als Rechtsgrundlage für den vom Beklagten festgesetzten Ersatzanspruch kommt § 34 SGB II in der bis zum 31. Juli 2016 geltenden Fassung in Betracht (BSG, Urteil vom 8. Februar 2017 - B 14 AS 3/16 R - juris Rdnrn. 14 f.).
Dieser Grundsatz darf nicht durch eine weitreichende und nicht nur auf begründete und eng zu fassende Ausnahmefälle begrenzte Ersatzpflicht der Leistungsberechtigten konterkariert werden (BSG, Urteil vom 8. Februar 2017, a.a.O. Rdnr. 25;… Urteil vom 16. April 2013, a.a.O. Rdnr. 18;… Urteil vom 2. November 2012, a.a.O. Rdnr. 19; LSG Nordrhein-Westfalen…, Urteil vom 22. Juni 2017 - L 19 AS 822/16 - juris Rdnr. 33).
Dabei ist die Anwendbarkeit des § 34 SGB II nicht dadurch ausgeschlossen, dass der SGB II-Träger wegen des dem Ersatzanspruch zugrunde liegenden Lebenssachverhalts bereits auf Grundlage des § 31 SGB II eine Pflichtverletzung festgestellt und das Arbeitslosengeld II gemindert hat (BSG, Urteil vom 8. Februar 2017 - B 14 AS 3/16 R - juris Rdnr. 18).
Zwar schließt ein Sanktionsbescheid nach §§ 31 ff. SGB II eine an dasselbe Verhalten anknüpfende Geltendmachung eines Ersatzanspruchs nach § 34 SGB II nicht aus, jedoch unterscheiden sich die Regelungen der §§ 31 ff. SGB II einerseits und § 34 SGB II andererseits nach Systematik, Sinn und Zweck; sie stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis nur insoweit, als Leistungsminderungen nach §§ 31 ff. SGB II einen Ersatzanspruch nach § 34 SGB II mindern, weil dieser nur die tatsächlich gezahlten Leistungen erfasst (BSG, Urteil vom 8. Februar 2017, a.a.O. Rdnr. 18).
Daraus kann allenfalls abgeleitet werden, dass die Bewilligung des Arbeitslosengeldes mit Wirkung zum 22. Juli 2014 ganz aufgehoben worden ist, der Kläger deshalb kein Einkommen mehr bezogen hat und deshalb Hilfebedürftigkeit eingetreten ist (vgl. BSG, Urteil vom 8. Februar 2017 - B 14 AS 3/16 R - juris Rdnrn. 19 ff.).
Dieses Ergebnis steht nicht im Widerspruch zur Rechtsprechung des BSG, nach der die Anwendung des § 34 SGB II durch die Feststellung einer Pflichtverletzung nach § 31 SGB II und eine entsprechende Leistungsminderung nicht gesperrt wird (BSG Urteil vom 08.02.2017 - B 14 AS 3/16 R).
SG Wiesbaden, 16.08.2019 - S 5 AS 811/16
"Glücksspieler" muss Hartz IV Leistungen zurückzahlen
Rechtsgrundlage der Bescheide des Beklagten ist § 34 SGB II in der zum Zeitpunkt ihres Erlasses geltenden Fassung (zum Geltungszeitraumprinzip vgl. Bundessozialgericht [BSG] v. 08.02.2017, B 14 AS 3/16 R, BeckRS 2017, 108764).
In den vom BSG in diesem Zusammenhang entschiedenen Fällen ging es darum, dass Leistungsberechtigte, die bereits hilfebedürftig waren, es unterließen, Arbeit aufzunehmen und Einkommen zu erzielen (BSG v. 08.02.2017, B 14 AS 3/16 R, BeckRS 2017, 108764).
LSG Niedersachsen-Bremen, 26.02.2019 - L 11 AS 235/17
Kostenersatzanspruch für Leistungen nach dem SGB II wegen sozialwidrigen …
Anders als das SG meint, schließt die Sanktion einen Ersatzanspruch nicht von vornherein aus (vgl. BSG, Urteil vom 08. Februar 2017 - B 14 AS 3/16 R -, SozR 4-4200 § 34 Nr. 3, Rn 18), vielmehr zeigen die entsprechenden Sanktionstatbestände des § 31 SGB II sogar die Wertungsmaßstäbe auf, die bei der Einordnung eines Verhaltens als sozialwidrig einzubeziehen sind, weil sie in "enge(m) Zusammenhang mit dem Merkmal des vom Leistungsberechtigten geforderten Einsatzes seiner Erwerbsfähigkeit" stehen (vgl. BSG…, Urteil vom 02. November 2012 - B 4 AS 39/12 R -, BSGE 112, 135-141, SozR 4-4200 § 34 Nr. 1, Rn 20).
§ 34 SGB II normiert eine Ausnahme von dem Grundsatz, dass existenzsichernde und bedarfsabhängige Leistungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht, regelmäßig unabhängig von der Ursache der entstandenen Notlage und einem vorwerfbaren Verhalten in der Vergangenheit zu leisten sind (BSG…, Urteil vom 2. November 2012, a.a.O.; BSG, Urteil vom 8. Februar 2017 - B 14 AS 3/16 R -, SozR 4-4200 § 34 Nr. 3).
Soweit das in Rede stehende Verhalten des Klägers bereits zu einer Sanktion nach §§ 31 f. SGB II geführt hat, schließt dies die Geltendmachung eines an dasselbe Verhalten anknüpfenden Ersatzanspruchs nach § 34 SGB II nicht aus (vgl. BSG, Urteil vom 8. Februar 2017 - B 14 AS 3/16 R - juris Rn. 18).
Als Rechtsgrundlage für die Feststellung der Ersatzansprüche dem Grunde nach kommt allein § 34 SGB II (in der Fassung der Bekanntmachung vom 13.05.2011, BGBl. I 850; vgl. zu Anwendbarkeit des § 34 SGB II a.F. auf vor dem 01.08.2016 liegende Sachverhalte: BSG, Urteil vom 08.02.2017 - B 14 AS 3/16 R) in Betracht.
Die Kläger können sich insofern nicht auf ein schutzwürdiges Vertrauen auf den Fortbestand der vorherigen Rechtslage dahingehend berufen, dass § 34a SGB II vorliegend nicht anwendbar wäre (vgl zur Neuregelung des § 34 SGB II ab 01.04.2011: BSG, Urteil vom 08.02.2017 - B 14 AS 3/16 R - SozR 4-4200 § 34 Nr. 3).
Als Rechtsgrundlage der angefochtenen Geltendmachung der Ersatzansprüche kommt allein § 34 SGB II (Fassung der Bekanntmachung vom 13.05.2011, BGBl. I 850 - a.F.; vgl. zu Anwendbarkeit des § 34 SGB II a.F. auf vor dem 01.8.2016 liegende Sachverhalte: BSG, Urteil vom 08.02.2017 - B 14 AS 3/16 R) in Betracht, der eine Befugnis zur Geltendmachung eines Ersatzanspruchs durch Erlass eines Verwaltungsakts i.S. des § 31 SGB X vorsieht (vgl. BSG…, Urteil vom 16.04.2013 - B 14 AS 55/12 R - SozR 4-4200 § 34 Nr. 2).
Das Bundessozialgericht hat zu der neuen Regelung in § 34 Abs. 1 Satz 2 SGB II im Urteil vom 8. Februar 2017 (Az. B 14 AS 3/16 R) entschieden, dass diese Einfügung, dass als ein Herbeiführen auch ein Aufrechterhalten der Hilfebedürftigkeit gilt, entgegen der Begründung des Gesetzentwurfs (BT-Drucks 18/8041 S 45) keine Klarstellung sei, wie schon aus dem Vergleich der Wörter "herbeiführen" und "aufrechterhalten" folge (vgl. Nummer 3 des Terminberichts Nr. 3/17).
SG Augsburg, 20.11.2017 - S 8 AS 1095/17
Geltendmachung eines Ersatzanspruchs dem Grunde nach

References: § 34

§ 34
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 § 31
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