Source: https://digital.zlb.de/viewer/fulltext/15527370/1/
Timestamp: 2020-02-24 22:18:43+00:00

Document:
URN: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-157634
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-157634
Begrenzt offener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb
Begrenzt offener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb Neustädtischer Kirchplatz Berlin-Mitte Auslobung
Berlin, 5. Juni 2008
Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung II Städtebau und Projekte Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Druck A&W Digitaldruck, Berlin Titelbild Ausschnitt Planwerk Innenstadt, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 2008
Inhaltsverzeichnis Anlass und Ziel Teil 1 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 1.16 1.17 1.18 Teil 2 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 2.7 Teil 3 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 Verfahren Auslober, Bauherr und Verfahrenskoordination Art des Verfahrens Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe Teilnahmeberechtigung Preisgericht und Vorprüfung Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen Abgabe der Wettbewerbsarbeiten Rückfragen Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen Geforderte Leistungen Beurteilungsverfahren und Vorprüfung Preise und Ankäufe Weitere Bearbeitung Eigentum und Urheberrecht Verfassererklärung Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten Haftung und Rückgabe Zusammenfassung der Termine Situation und Planungsvorgaben Das Wettbewerbsgebiet Historische Entwicklung Planungen seit 1990 Planerische Rahmenbedingungen Verkehrliche Rahmenbedingungen Weitere Rahmenbedingungen Öffentliche Räume und Freiﬂächen im Umfeld Wettbewerbsaufgabe Übergeordnete Zielsetzung Charakter des Freiraumes und gestalterische Zielsetzung Erschließung Nutzung und Ausstattung Realisierung, Kostenrahmen, Wirtschaftlichkeit Beurteilungskriterien 5
Verfassererklärung Baumbestand, Maßstab 1:1.000 Geschossigkeit, Maßstab 1:1.000 Fotodokumentation Friedhofsplan Dorotheenstädtische Kirche Kirchenstandorte im historischen Zentrum Berlins Formblatt Kostenermittlung Quellen Digitale Anlagen (auf CD-ROM)
Wettbewerb Neustädtischer Kirchplatz / Anlass und Ziel
Im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin - Parlamentsund Regierungsviertel“ wird nach dem derzeitigen Umzug der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika zum Pariser Platz der ‚Neustädtische Kirchplatz’ im historischen Zentrum als Stadtplatz neu gestaltet werden. In der dicht bebauten Dorotheenstadt, zwischen Dorotheenstraße, Mittel­ straße und Neustädtischer Kirchstraße gelegen, wird dieser öffentliche Raum in Zukunft Berlins Bürgern und Bürgerinnen, wie den Beschäftigten und Touristen abseits des Boulevards Unter den Linden zum Verweilen und Erholen zur Verfügung stehen. Die westliche Blockkante wird analog der historischen Bebauung nach den Vorgaben des Bebauungsplans 1-203 bebaut werden; vorgesehen ist eine Wohnnutzung mit Ladengeschäften, Dienstleistungen und Gastronomie in der Erdgeschosszone. Auf der heute als Parkplatz genutzten und mit Bäumen umpﬂanzten Frei­ ﬂäche stand seit 1678 die Dorotheenstädtische Kirche bzw. deren ab 1861 errichteter Neubau. Nach Bombenangriffen im zweiten Weltkrieg brannte die Dorotheenstädtische Kirche aus, wurde 1965 abgerissen und der zugehörige Kirchhof eingeebnet. An diesem besonderen Ort soll ein an den heutigen Bedürfnissen orien­ tierter, zeitgemäßer und grüngeprägter öffentlicher Raum entstehen.
Wettbewerb Neustädtischer Kirchplatz / Teil 1 Verfahren
Auslober Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Mitte Bauherr DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Glinkastr. 28, 10117 Berlin als treuhänderischer Entwicklungsträger für das Land Berlin, in Verbindung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. II, Städtebau und Projekte, Hauptstadtreferat. Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstr. 6 10179 Berlin Maria Rünz, II D 22 Tel.: +49 (0)30/ 9025-2021 Fax: +49 (0)30/ 9025-2533 e-mail: maria.ruenz@senstadt.berlin.de Erstellung Teil 2 und 4 der Auslobung und der Planunterlagen Spath + Nagel Büro für Städtebau und Stadtforschung Neue Kantstr. 4 14057 Berlin
Die Auslobung erfolgt als einstuﬁger, begrenzt offener Realisierungs­
wettbewerb mit vorgeschaltetem Teilnahmeverfahren.
Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist Deutsch.
Dem Wettbewerb liegen die Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens (GRW 1995 in der Fassung vom 22.12.2003) zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes ausgeführt ist. Bei der Vorbereitung der Ausschreibung hat die Architektenkammer Berlin entsprechend den Regelungen der GRW beratend mitgewirkt. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin unter der Registrier-Nr. B-2008- 09 geführt.
Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast erklärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der GRW einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließlich der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - II D - abgegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit dem o.g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, Bankverbindung, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft und Berufsbezeichnung. Nach Ab­ schluss des Verfahrens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt.
Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der Ankündi­ gung in Abstimmung mit der Architektenkammer Berlin 50 Landschafts­ architekturbüros in einem vorgeschaltetem Auswahlverfahren ausgelost.
Cordula Loidl - Reisch
Rita Mettler Landschaftsarchitektin, Berlin Cyrus Zahiri
Jens Henningsen Landschaftsarchitekt, Berlin
Timo Herrmann Landschaftsarchitekt, Berlin Lika Valentien
Eva Jedelhauser
Beate Profé
Freiraumplanung, Stadtgrün
Straßen- und Grünﬂächenamt
Bärbel Schwirtz
Evangelisches Zentrum Berlin,
Brandenburg, Oberlausitz,
Dr. Peter R. Fuchs
Ellen Mickley
Dr. Thomas Münzer
DSK, Deutsche Stadt und Grundstücks­
Freiraumgestaltung und Stadtgrün
Peter Ostendorff / Patrick Weiss
Angelika Borchelt
Heike Tielscher
Johann Jakob Nettekoven Deutscher Bundestag Thilo von Siegfried Presse und Informationsamt der Bundesregierung Vertreter der Fraktionen in der BVV Mitte
Ellen Kallert
Katharina Schütze Dipl. Ing. Landschaftsplanung Dr. Johannes Schwarzkopf Landschaftsarchitekt Inga Hahn Landschaftsarchitektin
Die Wettbewerbsunterlagen werden den Teilnehmern am 25. Juni 2008 per Post zugesandt.
Die Arbeiten sind am 1. September 2008 von 14.00 bis 16.30 Uhr bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - II D -, Brückenstraße 6, 10179 Berlin, Raum 4.026 abzugeben oder am selben Tag oder davor liegend per Post- oder Kurierdienst einzureichen.
Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlossenem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Neustädtischer Kirchplatz“ einzureichen. Bei Zustellung durch Post- oder Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben. Bei Einreichung durch Post- oder Kurierdienst ist eine Kopie des Aufgabebeleges in gleicher anonymisierter Weise wie die Arbeit selbst, mit der Kennziffer versehen, an den Auslober nachzusenden. Bei Einlieferung durch Post- oder Kurierdienst (porto- und zustellungsfrei für den Empfänger) gilt die Einlieferungsfrist als erfüllt, wenn der Aufgabestempel das Datum des 01.09.2008 oder eines davor liegenden Tages trägt. Der Verfasser trägt die Verantwortung, dass die geforderten Leistungen am 6. Tag nach Abgabedatum vorliegen. Der Verfasser selbst ist für die Lesbarkeit des Aufgabestempels auf der Sendung verantwortlich. Verspätet eingegangene Arbeiten, deren Aufgabestempel/Aufgabebeleg fehlt, unleserlich oder unvollständig ist oder dessen Richtigkeit angezweifelt wird, werden vorbehaltlich des späteren Nachweises zeitgerechter Einlieferung, den der Teilnehmer zu erbringen hat, mitbeurteilt. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlautende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung auszufüllen (s. Anhang) mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzugeben.
Rückfragen (GRW 5.3) zur Auslobung können ausschließlich schriftlich per E-mail gestellt werden und müssen bis zum 9. Juli 2008 unter dem Kennwort „Neustädtischer Kirchplatz“ bei folgender E-mail-Adresse ein­ gegangen sein: maria.ruenz@senstadt.berlin.de Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Auslobung, auf die sie sich beziehen, Bezug zu nehmen. Die Rückfragen werden bei Bedarf mit den Sachverständigen erörtert. Das Ergebnis der Rückfragen­ beantwortung wird anschließend allen am Verfahren Beteiligten per E-mail zugesandt. Die Beantwortung ist Bestandteil der Auslobung.
Unterlagen des Wettbewerbs sind: -	 die vorliegende Auslobung -	 die schriftliche Beantwortung aller Rückfragen einschließlich der gestellten Fragen (Protokoll des Rückfragenkolloquiums) -	 die im Folgenden aufgeführten Planungsunterlagen auf CD-Rom in den angegebenen Dateiformaten (s. auch digitaler Anhang). Digitale Informationspläne und - unterlagen: -	 Übersichtsplan als .tif-Datei, M 1:5.000 -	 Luftbild als .jpg-Datei, M 1:5.000 -	 Bebauungsplan I-203 als .pdf-Datei, M 1:1.000 -	 Ausschnitt Planwerk Innenstadt als .tif-Datei, M 1:5.000 -	 Darstellung Planwerk Innenstadt 3 D als .tif-Datei sowie in bearbeitbarer Form als .dxf-Datei Digitale Arbeitspläne: Arbeitsplan als CAD-Datei in den Formaten .dwg und .dxf Arbeitsplan als .pdf-Datei, M 1:200 Hinweis Jeder Teilnehmer des Wettbewerbes verpﬂichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Wettbewerb zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbes zu löschen.
Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen erwartet: -	 Verﬂechtungsbereich/Einbindung in die Umgebung M 1 : 500 -	 Entwurf M 1 : 200 Gestaltungs- und Nutzungskonzept mit Hauptwegeverbindungen und Ausformulierung der Oberﬂächentexturen aussagefähige Details im M 1 : 50 oder größer zur Verdeutlichung der Entwurfsidee -	 mindestens ein Schnitt in Ost-West-Richtung mit Angabe der Lage, im M 1 : 100 oder größer -	 mindestens ein Schnitt in Nord-Süd-Richtung mit Angabe der Lage, im M 1 : 100 oder größer -	 Erläuternde Darstellungen wie Ansichten und Perspektiven zur Veranschaulichung der Entwurfsidee. -	 Angaben zur Ausstattung -	 Erläuterungsbericht mit Begründung des vorgeschlagenen Entwurfskonzeptes sowie zur Material- bzw. Pﬂanzenverwendung und zum baulichen Aufwand, -	 Aussagen zum Nutzungskonzept -	 Prüfplan mit Angabe der notwendigen Maße im Maßstab 1:200 -	 Verkleinerung des Entwurfs in DIN A 4 (Vorprüfbericht) -	 Kostenermittlung (auf beiliegendem Formblatt, s. digitaler Anhang) -	 Verzeichnis der eingereichten Unterlagen -	 Verfassererklärung (Formblatt siehe Anhang)
Die geforderten Leistungen sind in Papierform zu erbringen. Für die Präsentation der Wett­ bewerbsarbeiten steht pro Arbeit eine 2 m hohe Rolltafel mit einer Hängeﬂäche von 1,96 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung. Die vom Auslober zur Verfügung gestellten Arbeitspläne sind ein Angebot, den Wettbewerbsbeitrag darzu­ stellen; sie müssen von den Verfassern nicht verwendet werden. Um die Arbeiten jedoch gegebenenfalls bei einer späteren Ausstellung in Wechselrahmen präsentieren zu können, sollte kein größeres Blattformat als 1,20m x 0,90 m gewählt werden. Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gem. GRW 5.5 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorgaben des Auslobers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen. Zusätzlich geforderte Leistungen in digitaler Form Zusätzlich sind folgende Leistungen in digitaler Form auf CD-ROM zu erbringen (für Vorprüfung, Ergebnisprotokoll und Veröffentlichung): -	 -	 -	 -	 die Präsentationspläne als Windows-kompatible .tif-Dateien in einer Auﬂösung von bevorzugt 300dpi, die Präsentationspläne als .pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixel­ darstellungen in einer Auﬂösung von bevorzugt 300dpi, den Prüfplan als Windows-kompatible .dxf-Datei (AutoCAD 2000 oder tiefer) oder .pln-Datei (ArchiCad 8.1 oder tiefer), das ausgefüllte/ergänzte Formblatt (Kostenermittlung) als Windows­ kompatible .xls-Datei (MS Excel)
Hinweise zu den geforderten digitalen Leistungen „Offene“ Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windows-kompatiblen .tif-Format vorliegt, kann nicht berücksichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden (z.B. 123456). Die einzelnen Dateien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Dateititel, gefolgt von der Formatangabe, z.B. „tif“. Beispiele: Lageplan: Grundrisszeichnung: Ansichten: Präsentationsplan:
123456_lageplan.tif 123456_grundriss.tif 123456_ansicht_01.tif 123456_praesentationsplan_01.pdf
Die Wettbewerbssumme (GRW 4.1) ist auf der Basis des § 15 HOAI in Verbindung mit der GRW 1995 ermittelt. Für Preise stehen insgesamt 19.000,- Euro zur Verfügung. Vorgesehen ist folgende Aufteilung: 1. Preis 2. Preis 3. Preis 9.500 Euro 5.700 Euro 3.800 Euro
Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe. Der Bauherr wird unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts dem ersten Preisträger die weitere Bearbeitung der Aufgabe mindestens mit den Leistungsphasen 2, 3, 5 (und 4 soweit erforderlich) nach § 15 bzw. §17 HOAI übertragen, sofern kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht, insbesondere soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrunde liegende Aufgabe realisiert werden soll (GRW 7.1). Voraussetzung ist, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte Leistungen des Wettbewerbsteilnehmers bis zur Höhe des zuerkannten Preises oder Ankaufs nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird (GRW 7.2). Landschaftsarchitekten, die nicht Mitglieder der Berliner Architektenkammer sind, werden gemäß § 6 Bau- und Architektenkammergesetz verpﬂichtet, sich bei Auftragserteilung im Verzeichnis auswärtiger Architekten der Architektenkammer Berlin eintragen zu lassen. Bei Bedarf wird die Hinzuziehung eines Kontaktlandschaftsarchitekturbüros empfohlen.
1.16 	 Bekanntgabe des Ergebnisses Ausstellung der Arbeiten
Das Ergebnis des Wettbewerbs wird (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung) den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis oder Ankauf ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Entscheidung des Preisgerichts mitgeteilt. Alle anderen werden durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls informiert und der Öffentlichkeit wird die Entschei­ dung des Preisgerichtes über die Presse bekannt gegeben (GRW 6.1) sowie unter www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe mitgeteilt. Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen und Ankäufen, der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preisgerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse bekannt gegeben (GRW 6.3).
Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens (GRW 6.5). Die nicht prämierten Arbeiten von in Berlin ansässigen Teilnehmern können zu einem Zeitpunkt, der ihnen rechtzeitig mitgeteilt wird, bei der Senatsver­ waltung für Stadtentwicklung - II D - abgeholt werden. Sind diese Arbeiten, trotz einer Erinnerung 13 Wochen nach dem genannten Termin nicht abgeholt worden, so geht der Auslober davon aus, dass die betreffenden Teilnehmer das Eigentum an ihren Arbeiten aufgegeben haben und wird dann mit diesen Arbeiten nach seinem Belieben verfahren.
Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen Rückfragen schriftlich per E-Mail bis Beantwortung der Rückfragen schriftlich per E-Mail bis Abgabe der Arbeiten Sitzung des Preisgerichts Ausstellung der Arbeiten 25.06.2008 09.07.2008 16.07.2008 01.09.2008 08. und 09.10. 2008 voraussichtlich Oktober 2008
Wettbewerb Neustädtischer Kirchplatz / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben
Lage im Stadtraum Das Wettbewerbsgebiet liegt in der Berliner Innenstadt im Stadtbezirk Mitte. Historisch gehört es zur barocken Stadterweiterung der Dorotheenstadt. Stadträumlich ist es Teil des zentralen Innenstadtbereiches zwischen der Spree, der Friedrichstraße, der Straße Unter den Linden und der Wilhelmstraße. Funktional wird das Umfeld geprägt durch Einrichtungen von Parlament und Regierung, Botschaften und sonstige Hauptstadtfunktionen.
Neustädt. Kirchplatz
Abgrenzung Das 3.340 m² große Wettbewerbsgebiet umfasst die gegenwärtig als Parkplatz genutzte Fläche der früheren Dorotheenstädtischen Kirche und ihres Kirchhofs, die nach den Festsetzungen des Bebauungsplans I-203 als öffentliche Grünﬂäche (Parkanlage) hergestellt werden soll. Die Fläche wird im Folgenden vereinfachend als „Neustädtischer Kirchplatz“ bezeichnet, dies ist jedoch kein historischer Ortsname. Das Wettbewerbsgebiet wird im Norden durch die Dorotheenstraße, im Osten durch die Neustädtische Kirchstraße und im Süden durch die Mittelstraße begrenzt. Für diese Straßen liegen abgestimmte Vorplanungen vor, ihre Gestaltung ist nicht Gegenstand des Wettbewerbs. Westlich an das Wettbewerbsgebiet angrenzend bis zur Schadowstraße sieht der Bebauungsplan eine neue Wohnbebauung vor. Konkrete Planungen dafür gibt es noch nicht, eine Realisierung der Bebauung vor Fertigstellung der Platzﬂäche wird angestrebt.
Das Wettbewerbsgebiet und sein städtisches Umfeld Schwarzplan Bebauungsstruktur, 1990
Schwarzplan Bebauungsstruktur, 2015
Bebauung und Nutzungen im Umfeld Das Wettbewerbsgebiet wird im Norden von einer vier- bis siebengeschossi­ gen geschlossenen Bebauung in der Dorotheenstraße eingefasst, die das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung aufnimmt; eine schmale Bebauungslücke östlich davon wird als VIP-Zufahrt genutzt. Das Eckgebäude zur Neustädtischen Kirchstraße beherbergt die Büros des Wehrbeauftragten.
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung an der Dorotheenstraße
Die östliche Platzseite wird von dem viergeschossigen Altbau des ehemaligen Warenhauses für Militär und Marine eingenommen, das derzeit noch als Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika genutzt wird. Nach der Fertigstellung des neuen Botschaftsgebäudes am Pariser Platz, die für Mitte 2008 vorgesehen ist, wird diese Nutzung aufgegeben, die umfangreichen Einzäunungen und Absperrungen in den umliegenden öffentlichen Straßen werden zurückgebaut und die Straßen für den Verkehr wieder geöffnet. Im Zuge dieser Maßnahmen sollen auch die den Freiraum begrenzenden Straßen umgebaut werden (s. Abschn. 2.4.7). Das Gebäude soll nach Verlagerung der Botschaft vorwiegend für Büronutzungen des Bundes zur Verfügung stehen.
Gegenwärtige Parkplatznutzung des Wettbewerbsgebietes, mit dem ehemaligen Waren­ haus für Militär und Marine, zurzeit Botschaft der USA, auf der Ostseite
Südlich der Mittelstraße wird das Wettbewerbsgebiet auf gesamter Länge zwischen Neustädtischer Kirchstraße und Schadowstraße durch ein sechsgeschossiges Verwaltungsgebäude des Deutschen Bundestages eingefasst, das überwiegend Fraktionsräume aufnimmt.
Verwaltungsgebäude des Bundestages in der Mittelstraße
Die westliche Platzbegrenzung soll durch einen Wohnungsneubau ent­ sprechend den Festsetzungen des Bebauungsplanes I-203 erfolgen (s. Abschn. 2.4.6). Anders als fast die gesamte übrige Randbebauung soll sich der Neubau mit Laden- und Dienstleistungsnutzungen im Erdgeschoss zur Straße und auch zur Parkseite hin öffnen. Daraus werden sich voraussichtlich auch Ansprüche an die Gestaltung und Nutzung des Gebäudevorfeldes im Platzbereich ergeben. Eine konkrete Entwurfsplanung liegt jedoch noch nicht vor.
Die Dorotheenstadt als erste Berliner Stadterweiterung Das Wettbewerbsgebiet liegt im Bereich der 1673 gegründeten Dorotheen­ stadt, die als kommunal eigenständige zweite Stadterweiterung der mittelalterlichen Doppelstadt Berlin-Cölln im Westen vorgelagert war. Die Neugründung wurde mit einem rechtwinkligen Straßenraster und gleich­ mäßigen Parzellenzuschnitten planmäßig angelegt. Sie umfasste zunächst die Straße Unter den Linden, die Mittelstraße und die „Letzte Straße“ (Dorotheenstraße) und endete im Westen mit Befestigungsanlagen an der
Vermessungsplan der Dorotheenstadt von 1704 mit dem Grundstück der Dorotheenstädtischen Kirche
Wallstraße (Schadowstraße). Ab 1732 erfolgte eine Erweiterung entlang der Straße Unter den Linden bis zum Pariser Platz, im weiteren Verlauf des 18. Jahrhunderts dehnte sich die neue Stadtgründung nach Westen bis zur heutigen Ebertstraße und nach Norden bis zur Spree hin aus. Nahe der westlichen Grenze der ursprünglichen Dorotheenstadt wurde 1678 - 1687 die Dorotheenstädtische Kirche von Rutger van Langerfeld und Michael Mathias Smids als erster Kirchenneubau Berlins nach der Reformation errichtet. Sie wurde zunächst von der lutherischen und der reformierten, ab 1688 auch von der französischen Gemeinde genutzt. 1698 wurde die Hälfte der Kirche an die französische Gemeinde übereignet. Auf dem von Linden gerahmten und durch eine Mauer eingefriedeten Kirchhof
Erste Dorotheenstädtische Kirche (1678-1861), Ansicht von Westen (Zeichnung von J. Stridbeck, 1690)
Erste Dorotheenstädtische Kirche (1678-1861), Ansicht von Nordosten (Zeichnung von 1859)
stand ein Gerüst mit den Kirchenglocken. Ein eigentlicher Kirchplatz war nicht vorhanden. Der Kirchhof entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem dicht bewachsenen innerstädtischen Grünraum mit Grabdenkmalen u.a. für die Kirchenbaumeister Rutger van Langerfeld (1635-1695) und Michael Mathias Smids (1623-1692), für die Malerin Anna Dorothea Therbusch (1721-1782), den Politiker Karl August Fürst von Hardenberg (1750-1822), den kurfürstlich brandenburgischen Baumeister Johann Arnold Nehring (1659-1695) sowie für Alexander Graf von der Mark (1779-1787), Sohn von Friedrich Wilhelm II., dessen von Johann Gottfried Schadow geschaffener Grabstein heute in der Alten Nationalgalerie zu ﬁnden ist. (s. Anhang Nr. 4.5)
Die Dorotheenstadt nach ihrer West-Erweiterung bis zum Pariser Platz. (Ausschnitt aus dem Schmettau-Plan von 1705; gesüdet)
Die Dorotheenstadt wenige Jahre nach ihrer Gründung; an ihrem nordwestlichen Rand die Kirche, deren Umgebung erst teilweise bebaut ist. (Schultz-Plan von 1685, Ausschnitt)
Nördlich der Kirche an der Dorotheenstraße errichtete Andreas Schlüter 1711 das barocke Landhaus Kamecke, das zur Spree hin über einen großzügigen Garten verfügte. Ab dem späten 18. Jahrhundert wurde das Anwesen durch den exklusiven Club der Loge Royal York genutzt. Die Gartenanlage blieb dadurch trotz des einsetzenden Entwicklungsdrucks bis in die 1880er Jahre erhalten. Neubau der Dorotheenstädtischen Kirche 1858 verzichtete die französische Gemeinde auf ihre Rechte an der Kirche, die daraufhin zwischen 1861 und 1863 unter Nutzung der vorhandenen Fundamente durch einen von Otto, Habelt und Hoffmann im zeittypischen Rundbogenstil ausgeführten Neubau am gleichen Standort ersetzt wurde. Im Westen wurde in Erweiterung des ursprünglichen Grundrisses ein Turm mit spitzem Dachhelm angefügt, im Osten eine Apsis, zur Mittelstraße und zur Dorotheenstraße hin jeweils eine offene Vorhalle. 1869 folgte der Bau des dreigeschossigen Predigerhauses am Westrand des Kirchhofes an der Mittelstraße. Bei einem erneuten Umbau der Kirche 1902/03 wurden beiderseits der Apsis zwei niedrigere Kapellen angebaut und anstatt der Holzdecke ein Tonnengewölbe eingezogen.
Zweite Dorotheenstädtische Kirche (1861-1965), Aufnahme 1894 (Landesarchiv)
Aufnahme 1928 (Landesarchiv)
Landhaus Kamecke / Loge Royal York, erbaut 1711 von Andreas Schlüter, zerstört 1943 (Aufnahme um 1910, Landesarchiv)
Entwicklung zum Kerngebiet Beginnend um die Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Dorotheenstadt nach und nach von einem innerstädtischen Wohngebiet mit bürgerlichen Wohnhäusern und Palais zu einem baulich immer stärker verdichteten Bestandteil des Berliner Geschäftszentrums. Gegenüber der Dorotheenstädtischen Kirche an der Neustädtischen Kirchstraße 4-5 eröffnete 1888 als erstes Kaufhaus Berlins das „Warenhaus für Armee und Marine“ in einem eigenen Neubau. 1909 wurde es wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen, danach zunächst vom Deutschen Ofﬁziersverein zu repräsentativen gesellschaftlichen Zwecken und ab 1935 als „Haus des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages“ genutzt.
Die Dorotheenstadt um 1900, links der Bildmitte die Kirche
Der östliche Teil des Grundstücks der Loge Royal York entlang der Neustädtischen Kirchstraße wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit Geschäftshäusern überbaut. Die 1886 unmittelbar westlich des Barockbaus errichtete Markthalle IV wurde unter Erhalt des Torgebäudes an der Dorotheenstraße zwischen 1913 und 1917 durch das zentrale Postscheckamt ersetzt, das sich rasch zum Zentrum der deutschen Postbankdienste entwickelte. Im Bereich um die Dorotheenstädtische Kirche blieben zunächst noch einige ältere Wohnhäuser erhalten. Für den Bau der Nord-Süd-S-Bahn wurde 1938 die Bebauung südlich der Dorotheenstädtischen Kirche abgrissen und die Neustädtische Kirchstraße, u.a. zur Aufnahme eines Notausstiegs, von 12 m auf 19 m verbreitert.
Übersichtsplan von Berlin 1902-1910 (Ausschnitt)
Luftaufnahme 1928 (Landesarchiv Berlin)
Kriegszerstörungen und Abrisse Im Zweiten Weltkrieg war das Gebiet durch Bombenschäden stark betroffen. Dabei wurden auch das frühere Landhaus Kamecke sowie das Predigerhaus zerstört. Die ausgebrannte, aber in ihren wesentlichen Teilen erhaltene Dorotheenstädtische Kirche wurde 1965 abgerissen, der Kirchhof eingeebnet, die dadurch entstandene Freiﬂäche mit Bäumen bepﬂanzt und als Parkplatz hergerichtet. Die Dorotheenstädtische Kirche gehört damit zu der großen Zahl von Kirchen Alt-Berlins, die infolge von Kriegseinwirkungen oder von Abrissen nach 1945 aus dem Stadtbild verschwunden sind (s. Anhang 4.6). Allein das Wohn- und Geschäftsgebäude Mittelstraße 29 blieb noch bis nach 1990 erhalten. Eine Teilﬂäche des früheren Kirchhofs wurde für die Mitarbeiter der 1977 im ehemaligen Warenhaus eingerichteten Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika eingezäunt. Südlich des Kirchplatzes wurde 1962 unter erneuter Verbreiterung der Neustädtischen Kirchstraße ein Bürokomplex für das Ministerium für Außenhandel der DDR errichtet, der für die Umnutzung zum Bürogebäude des Deutschen Bundes­ tages Anfang der 90er Jahre voll­ kommen umgestaltet wurde. Die Alt­ bauten des früheren Postscheck­ amtes sowie ein in den 1980er Jahren neu errichteter Plattenbau nördlich der Dorotheenstraße wur­ den ebenfalls für Bundeszwecke umgebaut und im Inneren wie im Äußeren weitgehend neu gestaltet.
Ruine der Dorotheenstädtischen Kirche von Westen, 1960 (Landesarchiv Berlin)
Ruine der Dorotheenstädtischen Kirche von Südosten, 1960 (Landesarchiv Berlin)
Historischer Stadtgrundriss Trotz der Kriegszerstörungen und anschließender Abrisse und Neubebau­ ung ist der historische Stadtgrundriss der Dorotheenstadt noch ablesbar. Das orthogonale Straßenraster der Stadterweiterung des ausgehenden 17. Jahrhunderts ist im Wesentlichen unverändert, spätere Bebauungen folgten in den Grundzügen den ursprünglichen Gebäudekanten, lediglich die Neustädtische Kirchstraße wurde auf ihrer Westseite stark aufgeweitet. Für den halben Baublock westlich des ehemaligen Kirchhofes ist nach Abriss auch des letzten Altbaus eine Neubebauung in annähernd den Vorkriegsdimensionen vorgesehen, so dass das Wettbewerbsgebiet wie­ der allseitig baulich eingefasst sein wird. Prägender Gebäudebestand Die Bebauung in der Umgebung des Wettbewerbsgebietes stammt über­ wiegend aus der Nachkriegszeit. Aus früherer Zeit erhalten hat sich das 1886-87 von Hude & Hennicke als Warenhaus für Armee und Marine errichtete, später als „Haus des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages“ und heute als USAmerikanische Botschaft genutzte Gebäude Neustädtische Kirchstraße Nr. 4-5, das unter Denkmalschutz steht. Der viergeschossige, in Formen der französischen Renaissance errichtete Geschäftspalast mit seinem hohen Walmdach nimmt die gesamte Breite zwischen der Dorotheen- und der Mittelstraße ein und bildet damit eine einheitlich geschlossene östliche Platzwand. Fassadendekorationen wie Waffen, Trophäen und Helme verweisen auf die ursprüngliche Zweckbestimmung des Gebäudes.
Ehemaliges Warenhaus für Militär und Marine, zur Zeit Botschaft der USA
Ebenfalls aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert stammt das frühere Geschäftshaus Neustädtische Kirchstraße 15/ Ecke Dorotheenstraße, heute Sitz des Wehrbeauftragten. Der hell verputzte fünfgeschossige Bau mit später vereinfachten Gliederungselementen betont die Ecksituation mit einem kleinen Türmchen und bildet zusammen mit einem westlich anschließenden, gestalterisch überformten Plattenbau der 80er Jahre (an der Stelle des früheren Landhauses Kamecke) die nördliche „Platzwand“ des Wettbewerbsgebietes.
Ehemaliges Geschäftshaus Neustädtische Kirchstraße 15, zurzeit Sitz des Wehrbeauftragten. Links das Presse- und Informationsamt des Bundes, dazwischen dessen VIP-Einfahrt.
Westlich davon schließen das ehemalige Hotel Prinz-Heinrich aus dem Jahr 1887 und das in der Achse der Schadowstraße gelegene, ebenfalls denkmalgeschützte frühere Eingangsgebäude der städtischen Markthalle IV (1884-86 von Hermann Blankenstein) an. Beide wurden 1913 in den dahinter gelegenen Gebäudekomplex des Postscheckamtes einbezogen, die Fassade des Hotels wurde dabei an die ﬂächige neoklassizistische Fassade des Blankenstein-Baus angepasst. Diese wurde nach 1945 stark vereinfacht, jedoch im Zuge der Herrichtung des Ensembles für das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung einschließlich ihrer Klinker-Verblendung mit Terracotta-Dekorationen wiederhergestellt. Hinter diesen beiden älteren Gebäuden erstreckt sich der umfangreiche, 1913-17 von Alfred Lempp errichtete und ab 1923 bis zur Spree erweiterte Gebäudekomplex des früheren Postscheckamtes, der jedoch zur Straße hin nur mit einer schmalen Neubau-Erweiterung in Erscheinung tritt, die sich zwischen die ältere Bebauung schiebt.
Das ehemalige Eingangsgebäude der städtischen Markthalle (links) und das ehemalige Hotel Prinz Heinrich (rechts) sind heute Teile des Presse- und Informationsamtes.
Bis zur Realisierung der zwischen „Kirchplatz“ und Schadowstraße geplanten Neubebauung bildet die einfache Rasterfassade eines in den 70er Jahren für kleinere Botschaften errichteten Gebäudekomplexes in der Schadowstraße die westliche Raumkante dieses innerstädtischen Freiraumes. Das südlich davon gelegene Haus des Hofbildhauers Gottfried Schadow gehört zu den letzten Wohnbauten, die aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Dorotheenstadt erhalten sind. Das ursprünglich zweigeschossige Vorderhaus wurde 1850-53 aufgestockt und erhielt dabei seine heutige spätklassizistische Fassade.
Die das Wettbewerbsgebiet im Süden begrenzende Mittelstraße wird geprägt teils durch Berliner Altbauten auf schmalen Parzellen, teils durch die „Rückseiten“ der repräsentativen, mit ihren Hauptfassaden zur Straße Unter den Linden hin ausgerichteten Kontorhäuser der späten Kaiserzeit. Auch das Fraktionsgebäude des Deutschen Bundestages, dessen Werksteinfassaden das konstruktive Gerüst des früheren DDR-
Bebauung auf der Südseite der Mittelstraße beiderseits der Neustädtischen Kirchstraße; im Hintergrund am „Kirchplatz“ das Fraktionsgebäude des Deutschen Bundestages
Außenhandelsministeriums nicht mehr erkennen lassen, wendet dem Wettbewerbsgebiet seine Rückseite mit einem weitgehend geschlossenen Erdgeschoss zu. Bodendenkmal Das Wettbewerbsgebiet gehört zum historischen Kern der barocken Dorotheenstadt. Hier wurde 1678-87 die Dorotheenstädtische Kirche als erster protestantischer Kirchenneubau in Berlin errichtet. 1861-63 erfolgte ein Neubau unter Nutzung der bestehenden Fundamente. Der Kirchhof wurde bis 1876 für Bestattungen genutzt. Nach den Zerstörungen im Zwei­ ten Weltkrieg wurde die Kirche in den 1960er Jahren vollständig abgetragen und mit dem Kirchhof sowie Teilen der westlich anschließenden Bebauung eingeebnet und als Parkplatz befestigt. Der Bereich der Kirche und des Kirchhofs ist als Bodendenkmal „Funda­ mente und Bestattungen der Dorotheenstädtischen Kirche, ab Ende 17. Jh.“ in die Berliner Denkmalliste eingetragen. Im Jahr 2007 durchgeführte geophysikalische Untersuchungen haben jedoch nur Hinweise auf relativ unbedeutende Fundamentreste im Bereich des Turmes und der nördlichen Vorhalle erbracht und legen den Schluss nahe, dass das Kirchenfundament bis in größere Tiefen abgetragen und die Grube danach homogen verfüllt wurde. Danach ist es eher unwahrscheinlich, dass noch bauliche Reste vorhanden sind, die sich für eine Einbindung in die Platzgestaltung eignen. Bei Eingriffen in das Denkmal sind die Vorschriften des Berliner Denk­ malschutzgesetzes zu beachten.
Planungen seit 1990
Das Wettbewerbsgebiet war in die vorbereitenden Untersuchungen für den Entwicklungsbereich „Hauptstadt Berlin“ einbezogen. Im Ergebnis dieser Untersuchungen (2/1993) stand u.a. die Empfehlung, die ökologische Struktur und die Aufenthaltsqualität der Plätze und Straßen zu verbessern und die Freiﬂäche im Bereich der früheren Dorotheenstädtischen Kirche als städtische Grünﬂäche zu sichern. Aufbauend auf den Ergebnissen der vorbereitenden Untersuchung kon­ kretisierte eine Rahmenplanung für die westliche Dorotheenstadt 1994 die beschlossenen Ziele der Entwicklungsmaßnahme in Form eines Leitbildes, das im Wesentlichen eine Mischung von Parlaments- und Regierungsfunktionen und - zum östlichen und südlichen Gebietsrand hin - zentralen Dienstleistungen, aber auch eine Stärkung der Wohnnutzung vorsah. In diesem Zusammenhang wurden auch erste Testentwürfe zu einer möglichen Gestaltung des Neustädtischen Kirchplatzes gefertigt, die jedoch wegen der seinerzeit nicht absehbaren Flächenverfügbarkeit nicht weiter verfolgt wurden. 1996 wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie ein Entwurf des Planwerks Innenstadt vorgelegt. Dieser ging von einer Anlage des Neustädtischen Kirchplatzes als Freiﬂäche und einer Bebauung der verbleibenden Blockﬂäche aus. Der intensiv diskutierte Plan wurde in den folgenden Jahren in einem breiten Beteiligungsverfahren überarbeitet; für das Umfeld des Wettbewerbsgebietes ergaben sich daraus jedoch keine Änderungen. Das überarbeitete Planwerk wurde am 18.5.1999 durch den Berliner Senat beschlossen.
Flächennutzungsplan Der Flächennutzungsplan Berlin (FNP) stellt das Wettbewerbsgebiet sowie die engere Umgebung als gemischte Bauﬂäche M1 dar. Dieser Flächentyp hat Kerngebietscharakter, typisch sind hier Handelseinrichtungen und zentrale Einrichtungen der Wirtschaft, der Verwaltung und der Kultur. Entlang der Friedrichstraße und im Kreuzungsbereich Unter den Linden wird zusätzlich eine Einzelhandelskonzentration dargestellt. Nördlich der Spree und westlich der Wilhelmstraße liegen Sonderbauﬂächen mit Hauptstadtfunktionen (H). Das Reichstagufer ist in symbolischer Breite als übergeordnete Grünverbindung dargestellt. Entsprechend der generalisierenden Darstellung des FNP (keine Darstellung von Flächen < 3 ha) ist die Freiﬂäche des Neustädtischen Kirchplatzes in die umgebenden Bauﬂächen einbezogen.
Landschaftsprogramm Die im Landschaftsprogramm (LaPro) für das Wettbewerbsgebiet darge­ stellten Ziele und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschafts­ pﬂege beziehen sich im Wesentlichen auf die Lage im dicht bebauten Innenstadtbereich. Daraus wird die Notwendigkeit von kompensatorischen Maßnahmen des Immissionsschutzes, des Erhalts von Vegetationsﬂächen und der Beseitigung unnötiger Bodenversiegelungen, der Entwicklung von Freiﬂächen, Wegeverbindungen und begrünten Straßenräumen, der besseren Erschließung vorhandener Freiräume sowie der Verbesserung der Aufenthaltsqualität von Straßen und Plätzen abgeleitet. Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin“ Das Wettbewerbsgebiet liegt im Bereich der Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel“. Mit der städte­ baulichen Entwicklungsmaßnahme wird neben der Ansiedlung der Haupt­ stadtfunktionen die Unterbringung von Wohnungen, wohnungsnaher Infra­ struktur, Einzelhandel, Handwerk, Gastronomie und Einrichtungen für Kultur und Wissenschaft angestrebt. Gemäß § 166 BauGB hat die Gemeinde für den Entwicklungsbereich ohne Verzug Bebauungspläne aufzustellen und alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die vorgesehene Entwicklung zu verwirklichen. Dazu gehören auch die Neugestaltung des Wettbewerbsgebietes und die Neubebauung auf seiner Westseite.
Bezirkliche Bereichsentwicklungsplanung Die vom Bezirk Mitte am 18.11.2004 beschlossene Bereichsentwicklungsplanung zeigt das Wettbewerbsgebiet als öffentliche Grünﬂäche - Parkanlage. Der westlich benachbarte Block wird als Allgemeines Wohngebiet mit hoher Dichte, die übrigen Blöcke westlich der Neustädtischen Kirchstraße werden als Sondergebiet mit Hauptstadtfunktion dargestellt, die Blöcke östlich dieser Straße als Kerngebiet.
WA H H
Bereichsentwicklungsplanung Mitte vom 18.11.2004
Planwerk Innenstadt Das vom Berliner Senat 1999 als überbezirkliche Planungsvorgabe beschlossene „Planwerk Innenstadt“ verfolgt für den Neustädtischen Kirchplatz die Herrichtung der Fläche als Grünanlage und „Business-Park“, der in der Umgebung von Bundeseinrichtungen und Dienstleistungsschwerpunkten von den dort Beschäftigten, aber auch von Touristen und Anwohnern genutzt werden kann. Der westlich benachbarte Neubaublock soll vorangig dem Wohnen dienen. In der Erdgeschosszone sollen Läden und ladengebundene Dienstleistungen das Stadtquartier aufwerten.
Ausschnitt aus dem Planwerk Innenstadt, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 2008
Bebauungsplan I - 203 Das Wettbewerbsgebiet liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplans I-203, der 2006 rechtskräftig wurde. Der Plan setzt das Wettbewerbsgebiet als öffentliche „Grünﬂäche - Parkanlage“ ohne weitere Nutzungs-, Erhaltungs- oder Pﬂanzbindungen fest. In der Begründung wird ausgeführt, dass die Parkanlage als „Quartiersplatz“ mit Aufenthaltsmöglichkeiten für die zukünftigen Bewohner des westlich anschließend geplanten Wohnblocks und für die Beschäftigten der umliegenden Verwaltungsund Dienstleistungseinrichtungen ausgestaltet werden soll. Damit soll plangebietsübergreifend die innenstadttypische stadträumliche und gestalterische Struktur dicht bebauter Quartiere mit eingestreuten Plätzen gestärkt werden. Die Grünﬂäche wird durch die öffentlichen Verkehrsﬂächen der Dorotheenstraße, der Neustädtischen Kirchstraße sowie der Mittelstraße eingefasst. Westlich des Wettbewerbsgebietes ist ein allgemeines Wohngebiet festgesetzt. Die Höhe der Bebauung wird auf maximal 18 m begrenzt. Im Erdgeschoss sind Läden und Dienstleistungen zulässig.
Bebauungsplan I-203
Maßstab 1:2.000
Erschließung und Verkehrsbelastung Das Wettbewerbsgebiet ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar. In unmittelbarer Nähe liegen der S-Bahnhof „Unter den Linden“ sowie der S-Bahn-, U-Bahn- und Regionalbahnhof „Friedrichstraße“. In der Straße Unter den Linden verlaufen mehrere Stadtbuslinien mit Haltestellen im Bereich des S-Bahnhofs und an der Friedrichstraße. Verwertbare Angaben zum Verkehrsaufkommen auf den das Wettbewerbsgebiet begrenzenden Straßen liegen wegen der derzeitigen Sperrung des Bereichs vor der Amerkanischen Botschaft nicht vor. Die Straßen sollen nach Verlagerung der Botschaft wieder für den durchgehenden Verkehr geöffnet werden, um die Erschließung der umliegenden Bebauung zu gewährleisten. Eine übergeordnete Verkehrsfunktion ist nicht vorgesehen. Nach der Lage im Straßennetz ist jedoch zu erwarten, dass die Neustädtische Kirchstraße auch zur Umfahrung von Engpässen in der Friedrichstraße, die Dorotheenstraße zur Umfahrung der Straße Unter den Linden genutzt werden wird, die für den Fahrverkehr am Brandenburger Tor gesperrt ist. Da die Kapazität der umliegenden Straßenabschnitte und
Knoten begrenzt ist, ist eine schwerwiegende Belastung der geplanten Parkanlage durch diesen Verkehr jedoch nicht zu erwarten. Mit Aufhebung der Einschränkungen vor dem Botschaftsgebäude dürfte sich auch der gegenwärtig geringe Fußgänger- und Radverkehr wieder normalisieren; eine herausgehobene Netzbedeutung kommt den Straßen am Plangebiet diesbezüglich jedoch nicht zu. Im Fußgängerverkehr ist mit dem Wunsch nach abkürzenden diagonalen Querungsmöglichkeiten über die Platzﬂäche hinweg zu rechnen. Straßenbauvorhaben Für die das Wettbewerbsgebiet begrenzenden Straßenräume der Dorotheenstraße, der Neustädtischen Kirchstraße und der Mittelstraße sind in der Kosten- und Finanzierungsplanung für ab 2009 Umbau- bzw. Neugestaltungsmaßnahmen vorgesehen. Abgestimmte Vorplanungen aus den Jahren 2000 bzw. 2002 liegen vor. Danach sollen die Fahrbahnen eine Asphaltdecke erhalten und durchweg zweistreiﬁg befahrbar bleiben; die vorgesehene Breite erlaubt ein Längsparken an beiden Straßenseiten. Die Gehwege werden gegenüber der jetzigen Situation geringfügig verbreitert und mit Mosaikpﬂaster in den Ober- und Unterstreifen und Gehbahnen aus Gehwegplatten in diagonaler Verlegung befestigt. Im Bereich von Gehwegüberfahrten erhalten Ober- und Unterstreifen ein Kleinsteinpﬂaster. Ein entsprechender Ausbaustandard ist im Nordabschnitt der Neustädtischen Kirchstraße bereits realisiert. (a) Dorotheenstraße Die Gesamtbreite der der Dorotheenstraße beträgt am Wettbewerbsgebiet gut 18 m, davon sind 10 m für die Fahrbahn (mit beidseitiger Parkmöglichkeit) und je rund 4 m für die Gehwege vorgesehen. Baumpﬂanzungen sind in der Dorotheenstraße nicht geplant. (b) Neustädtische Kirchstraße Im Bereich des Wettbewerbsgebietes ist die Neustädtische Kirchstraße zurzeit durch die Sicherungsmaßnahmen der Botschaft der Vereinigten Staaten geprägt. Nach Verlagerung der Botschaft soll im Bereich des Wettbewerbsgebietes ein Umbau mit einer Gesamtbreite des Straßen-
geplantes Straßenproﬁl der Dorotheenstraße Blickrichtung Osten (Vorentwurf 2002)
geplantes Straßenproﬁl der Neustädtischen Kirchstraße, Blickrichtung Norden (Vorentwurf 2002)
raumes von knapp 22 m erfolgen. Dabei wird die Fahrbahn auf 11,0 m Breite reduziert. In den 2,0 m breiten Unterstreifen sind Baumpﬂanzungen vorgesehen, die Baumart ist noch nicht festgelegt. Dagegen müssten zwei vorhandene Großbäume in diesem Bereich (s. Anhang 4.2, Nr. 14 und 25) entfallen. Die Gehbahnen sind 2,0 m breit, der 0,9 m breite westliche Oberstreifen wird zum Wettbewerbsgebiet hin durch einen BetonKantenstein abgesetzt. Zur Aufnahme des S-Bahn-Notausstiegs ist eine Gehwegvorstreckung erforderlich.
(c) Mittelstraße
Die Planung für die Mittelstraße geht wie bei der Dorotheenstraße von einem symmetrischen Proﬁl ohne Baumpﬂanzungen aus. Die Fahrbahn erhält eine Breite von 9,0 m, in den rund 4,8 m breiten Gehwegbereichen sind mittig angeordnete, 2,25 m breite Gehbahnen vorgesehen. Die Gesamtbreite des Straßenraums beträgt 18,4-18,7 m. Die Straßenplanung , einschließlich
der vorgesehenen Baumstandorte,
ist im digitalen Arbeitsplan ent­
halten (Layer „Straßenplanung“
und „Straßenbaumplanung“).
geplantes Straßenproﬁl der Mittelstraße,
Blickrichtung Osten (Vorentwurf 2000)
Eigentumsverhältnisse Das Wettbewerbsgebiet sowie die westlich anschließenden Brachﬂächen beﬁnden sich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland (Flurstücke 57, 59, 60). Lediglich das Flurstück 58 (Mittelstraße 31, außerhalb des Wettbewerbsgebietes) ist in Privatbesitz. Die anliegenden Straßen beﬁnden sich im Besitz des Landes Berlin. Im Zuge der Umsetzung des Bebauungsplans und der Reduzierung der Freiﬂäche auf annähernd ihre historische Ausdehnung ist eine Grundstücksneuordnung erforderlich. Entlang der westlichen Grenze wird ein 12 Meter breiter Streifen des Flurstücks 60 dem Allgemeinen Wohngebiet zugeschlagen, entlang der östlichen Grenze ein etwa 3 Meter breiter Streifen der Verkehrsﬂäche der Neustädtischen Kirchstraße. Es ist vorgesehen, dass das Land Berlin die Fläche des Wettbewerbsgebietes von der Bundesrepublik Deutschland übernimmt. Die westlich davon gelegenen, für den Wohnungsbau vorgesehenen Flächen des Bundes sollen an private Investoren veräußert werden. Boden und Grundwasser Das Wettbewerbsgebiet liegt im Berliner Urstromtal, dessen Oberﬂäche von Ablagerungen der Weichsel-Eiszeit und der Nacheiszeit gebildet wird. Der Untergrund besteht überwiegend aus Fein- und Mittelsanden. Da es sich um einen alten Siedlungsbereich handelt, ist davon auszugehen, dass natürlich gewachsene Böden nicht mehr vorkommen. Die wenigen unversiegelten Böden sind Rohböden, die vermutlich aus umgelagerten
natürlichen oder technogenen Substraten bestehen. Der Boden hat Archivfunktion für das eingetragene Bodendenkmal „Fundamente und Bestattungen der Dorotheenstädtischen Kirche“. Das Gebiet ist nicht im Bodenbelastungskataster der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verzeichnet. Aufgrund der Lage in der Talsandebene mit eingestreuten Torﬂinsen und der langen Siedlungsgeschichte sind Aufschüttungen unbekannter Art zur Trockenlegung möglich, durch Kriegs­ einwirkung ist mit Schadstoffen im Boden durch Brand- und Trümmer­ schutt sowie durch spätere Verfül­ lungen zu rechnen. Das Wettbewerbsgebiet war mit Ausnahme der Dorotheenstädtischen Kirche unbe­ baut. Der Grundwasserﬂurabstand liegt im Platzbereich bei etwa 3 m. Vegetationsbestand Das Wettbewerbsgebiet wird zur­ zeit als Parkplatz genutzt, die Fläche ist mit einer Schwarzdecke bzw. mit Ortbeton versiegelt. Ein umlaufender, im Schnitt etwa 2 bis 3 Meter, zur Neustädtischen Kirchstraße hin bis zu 10 Meter breiter Randstreifen ist teilweise als Hochbeet angelegt. Vorwiegend im Randstreifen, aber auch innerhalb der Parkplatzﬂäche ﬁnden sichbis zu 40 Jahre alte, dem Augenschein nach vitale Bäume Schnurbaum und Götterbaum (s. Anhang Nr. 4.2, Nr. 33 und 34) an der Mittelstraße. mit Stammumfängen zwischen 60 und 200 cm. Einige von diesen, insbesondere in den Randbereichen, sind von besonderer Bedeutung für das Ortsbild. Standorte, Stamm­ umfng, Arten und Höhenlagen der Bäume sind aus der Anlage Nr. 4.2 zu ersehen. Leitungen Im Wettbewerbsgebiet liegen Elektroleitungen für die Parkplatzbeleuchtung und Abwasserkanäle (DN 200) zur Regenentwässerung des Parkplatzes. Es ist nicht auszuschließen, dass weitere nicht dokumentierte Leitungen vorhanden sind. Der Leitungsbestand wird vom öffentlichen Netz getrennt und nötigenfalls beräumt. Für den Wettbewerb kann davon ausgegangen werden, dass Einschränkungen der Platzgestaltung durch vorhandene Leitungen nicht gegeben sind. Für eine Wasserversorgung, Entwässerung und Beleuchtung der geplanten Grünﬂäche ggf. erforderliche Leitungen sind in den umlaufenden Straßen vorhanden. 2.6.5 Umweltbelastung Es ist davon auszugehen, dass nach Öffnung der Neustädtischen Kirch­ straße und der Dorotheenstraße für den Kfz-Verkehr diese eine gewisse Bedeutung für die Abwicklung des innerstädtischen Verkehrs, u.a. zur Umfahrung der Friedrichstraße bzw. der Straße Unter den Linden haben werden. Die Verkehrsmengen und die daraus folgenden Lärm- und Luftbelastungen können zum jetzigen Zeitpunkt nicht benannt werden, dürften sich jedoch in einem innerstädtisch üblichen Rahmen halten. Die Mittelstraße und auch die Schadowstraße haben nur eine geringe Bedeutung für den innerstädtischen Verkehr; auch in Zukunft wird die Umweltbelastung hier gering bleiben.
Öffentliche Räume und Freiﬂächen im Umfeld
Das engere Umfeld des Wettbewerbsgebietes ist geprägt durch die - für Berliner Verhältnisse - relativ schmalen und baumlosen Straßenräume der historischen Dorotheenstadt. Südlich davon verbindet der Boulevard Unter den Linden eine Abfolge von Platzräumen und Grünﬂächen, die sich vom Lustgarten im Osten über das Forum Fridericianum und den Pariser Platz bis zum Tiergarten im Westen erstreckt. Nördlich parallel dazu zieht sich der breite Freiraum der Spree mit seinen Uferstraßen und angelagerten Platzräumen von der Innenstadt zum Spreebogen. In Nord-Süd-Richtung stellt die zukünftig baumbestandene Neustädtische Kirchstraße ein wichtige Verbindung vom Reichstagufer über den Neustädtischen Kirchplatz mit der Straße Unter den Linden und weiter über die Glinkastraße zu den Plätzen der früheren Dreifaltigkeits- und der Bethlehemskirche her (s. Anlage 4.6).
Freiraumband Unter den Linden Das südliche der genannten Freiraumbänder wird gebildet durch die vierreihige Allee der „Linden“ mit ihrer breiten Mittelpromenade. Innerhalb dieses Bandes oder ihm angelagert liegen sowohl „steinerne“ Plätze wie der Bebelplatz als auch Grünbereiche wie der Vorhof der Humboldt-Universität. Ausgangspunkte dieser Platzfolge sind im Osten der nach Schinkel‘schem Vorbild neu interpretierte Lustgarten vor dem Alten Museum, im Westen der halbkreiförmig gepﬂasterte Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor im Übergang zum Tiergarten.
Lustgarten mit Altem Museum und Dom
Vorhof der Humboldt Universität
Bebelplatz mit St.-Hedwigs-Kathedrale
Dazwischen liegt im Osten das Forum Fridericianum, dessen Freiﬂächen die baumbestandenen Rasenﬂächen des Kronprinzessinnengartens, den baumlosen Bebelplatz mit seinem orthogonalen Schmuckpﬂaster, das „Kastanienwäldchen“ beiderseits der neuen Wache sowie den grünen Vorhof der Universität umfassen. Im Westen wurde der Pariser Platz als Eingangsraum der Berliner Innenstadt in Anlehnung an den Zustand um 1910 neu gestaltet, mit einer breiten, heute für den Fahrverkehr gesperrten Granitpﬂasterﬂäche, seitlichen Schmuckbeeten und einer umlaufenden Randstraße. Freiraumband Reichstagufer Am nördlichen Rand der Dorotheenstadt wurde das Reichstagufer entlang der Spree in den letzten Jahren als Uferstraße einheitlich neu gestaltet. Dabei wurde der wasserseitige Gehweg promenadenartig verbreitert, mit Granitbahnen und Mosaikpﬂaster neu befestigt und uferseitig mit einer Reihe von Eschen bepﬂanzt; die Fahrbahn erhielt durchlaufend eine Decke aus Granit-Reihensteinen. Im Osten vor der Eisenbahnbrücke öffnet sich die Uferstraße zum DorotheaSchlegel-Platz, der als Vorplatz des Bahnhofs Friedrichstraße in den Jahren 2004/05 ﬂächenhaft mit Beton-Werksteinplatten befestigt wurde. Zur Neustädtischen Kirchstraße hin wurde ein Aufenthaltsbereich mit einer Brunnenanlage, Bänken und einer kleinen Baumgruppe eingeordnet. Westlich der Neustädtischen Kirchstraße, von dieser abgeschirmt durch eine dreifache Baumreihe, erstreckt sich der weitläuﬁg befestigte Vorplatz des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, der sich zur Spree hin öffnet.
Vorplatz Presse- und Informationsamt
Zu ihrem westlichen Ende hin erweitert sich die im mittleren Bereich schmale Uferstraße zu den gärtnerisch gestalteten Vorﬂächen des JakobKaiser-Hauses des Deutschen Bundestages und zum baumbestandenen Garten des Hauses der Parlamentarischen Gesellschaft. Am Ebertplatz, der als Vorzone des Reichstagsgebäudes eine repräsentative Gestaltung mit großen Granitplatten erhielt, wird die Uferstraße - vermittelt durch eine großzügige Freitreppe - zum Uferweg zwischen Bundestagsgebäuden, und schließlich zu einem breiten Uferboulevard, der weiter führt zum Kanzleramt und zum Hauptbahnhof. Gestaltungs- und Ausstattungselemente Die nördliche Neustädtische Kirchstraße ist in der auch für die Randstraßen des Wettbewerbsgebietes vorgesehenen Gestaltung bereits hergestellt (Gehwegplatten, Mosaik-Ober- und Unterstreifen, „Friedrichstadt-Leuchte“). Beispiele für die weitere Ausstattung öffentlicher Räume ﬁnden sich u.a. in der Straße Unter den Linden (dort speziell für die Sondersituation entworfen bzw. ausgewählt) sowie im Bereich des nahe gelegenen Reichstagufers (Poller, Ufergeländer) mit dem Dorothea-Schlegel-Platz (Bänke, Papierkörbe).
Neust. Kirchstraße, Friedrichstadt-Leuchte
Private Freiﬂächen Die engere Umgebung des Wettbewerbsgebietes ist dicht bebaut, nur wenige Blockinnenbereiche bieten Aufenthaltsmöglichkeiten für die Nutzer der Gebäude. Kinderspielplätze sind in der engeren Umgebung nicht vorhanden, allerdings bei dem geringen Wohnungsbestand auch kaum nachgefragt. Für das westlich des Wettbewerbsgebietes neu geplante Wohnbauvorhaben sind die bauordnungsrechtlich erforderlichen Spielplatz­ ﬂächen im Grundsatz auf den privaten Grundstücken anzulegen.
Wettbewerb Neustädtischer Kirchplatz / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe
Teil 3 Wettbewerbsaufgabe 3.1 	 bergeordnete Zielsetzung Ü
Im Rahmen der Planungen für das Parlaments- und Regierungsviertel hat der Senat von Berlin 1993 die Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin - Parlaments- und Regierungsviertel“ beschlossen. Das damals erarbeitete Rahmenkonzept ‚Westliche Dorotheestadt’ beinhaltete die Konkretisierung der Planung zur Aufstellung eines Bebauungsplanes mit dem Ziel, in dem stark verdichteten Stadtraum einen Quartiersplatz zu realisieren. Aus stadtplanerischer Sicht wird es als Chance verstanden, den von Büronutzung dominierten Städtebau des Dorotheenviertels durch den neuen Stadtplatz und die geplante Wohnnutzung mit ergänzenden Dienstleistungen zu beleben. Der Charakter dieses zurück gewonnenen Ortes soll sich im Bezug auf die benachbarten öffentlichen Freiräume (Unter den Linden, Reichstagsufer, Dorothea-Schlegel-Platz) einerseits eigenständig darstellen und sich ande­ rerseits in das Bild des Parlaments- und Regierungsviertels harmonisch einfügen. Auf dem Weg zwischen dem S- und Regionalbahnhof Friedrich­ straße und dem Boulevard Unter den Linden wird ein kleiner aber beson­ derer Platz im Zentrum Berlins entstehen. Die bauliche Komplettierung des historischen Berliner Zentrums (im Bereich Bahnhof Friedrichstraße und Unter den Linden Ecke Friedrichstraße) hat trotz der Aufwertung des öffentlichen Raumes eine Reduzierung an Grün im Innenstadtbereich mit sich gebracht. Die Wettbewerbsﬂäche, derzeit als privater Parkplatz auch von der amerikanischen Botschaft genutzt und deshalb mit einem massiven Sicherheitszaun versehen, wird dem Land Berlin in Kürze zur Verfügung stehen. So soll dieser öffentliche Raum in Zukunft Berlins Bürger und Bürgerinnen sowie Beschäftigte und Touristen zum Verweilen und Erholen auf einem begrünten Platz einladen.
3.2 	 Charakter des Freiraumes und gestalterische Zielsetzung
Das Schaffen eines grünen Freiraums eröffnet in diesem dicht bebauten städtischen Gefüge eine besondere Chance. Da auch nach der Öffnung der Dorotheenstraße durch die Lage abseits der Hauptströme nicht mit einem besonders hohen Verkehrsaufkommen zu rechnen ist, kann hier ein Ort der Kontemplation entstehen. Die anliegenden Nutzer freuen sich auf Erholungspausen im städtischen Grün, ebenso werden Passanten einen ansprechenden Freiraum zu schätzen wissen. Diesem Bedürfnis des Verweilens, sich eine kleine Pause zu gönnen, um sich mit einer Zeitung, einem Eis oder Kaffee aus der Hektik des Alltags zurückzuziehen, sollte der Neustädtische Kirchplatz ein Angebot machen. Dabei ist es von Bedeutung, dem Ort eine prägnante Gestaltung zu verleihen, die zugleich den benachbarten Einrichtungen des Bundes angemessen ist. Der vorhandene Baumbestand stellt mit seinen weithin sichtbaren Kronen eine Bereicherung für die Dorotheenstadt dar. Obwohl der Habitus der einzelnen Bäume durch unsachgemäßen Baumschnitt nicht als vorbildlich zu bewerten ist, sind die Luftigkeit der Baume mit ihrer bizzaren Wuchsform,
ihre Vitalität und ihre Robustheit beachtenswert. Deshalb erwartet der Auslober eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Baumbestand und dessen Integration ins Gestaltungskonzept, wohl wissend, dass einzelne Bäume aus konzeptionellen Gründen zur Disposition stehen werden. Obwohl der Ort durch den ehemaligen Standort der Dorotheenstädtischen Kirche eine besondere historische Bedeutung hat, besteht Konsens, dass er als Stadtplatz gestaltet werden soll, der sich an den Bedürfnissen der künftigen Nutzer deﬁniert. Dem Auslober erscheint eine Überfrachtung der kleinen Platzﬂäche mit Spuren der Vergangenheit als unpraktikabel. Wichtig ist jedoch, den Verweilenden durch einen gestalterisch geeigneten Hinweis über das ehemalige Kirchengelände zu informieren. Dieses Element, zu dem noch keine genauen Angaben vorliegen und dessen Design nicht Aufgabe des landschaftsplanerischen Wettbewerbes ist, sollte jedoch zu einem späteren Zeitpunkt zu integrieren sein.
Die Platzﬂäche liegt zentral zwischen der Mittelstraße, der Neustädtischen Kirchstraße und der Dorotheenstraße und wird nach der Straßenplanung von deren Gehwegen ebenerdig eingefasst. Lediglich die Straßenplanung der Neustädtischen Kirchstraße sieht doppelseitig Straßenbäume vor. Für alle Besucher und Passanten soll die Platzﬂäche frei zugänglich sein. Eine heute häuﬁg frequentierte Querung des Platzes verläuft zwischen der Mittelstraße Ecke Schadowstraße und der Dorotheenstraße Ecke Neustädtische Kirchstraße. Mit der Aufhebung der Straßensperrung werden neue Verbindungen für Fußgänger entstehen. Die Wegebeziehungen sind bei der Planung zu berücksichtigen. Der Neustädtische Kirchplatz wird ausschließlich von Fußgängern genutzt werden. Auf eine barrierefreie Erschließung ist zu achten. Westlich des öffentlichen Freiraums wird der Block durch eine Wohn­ bebauung, in deren Erdgeschoss und 1. Obergeschoss Geschäfte und Dienstleistungen bzw. nicht störendes Gewerbe zulässig sind, arrondiert. Die Gebäudefassade des Wohnkomplexes wird aller Voraussicht nach die Grenze zum öffentlichen Stadtplatz darstellen. Ziel ist es, eine möglichst belebte Erdgeschosszone zu schaffen. Der dem Platz zugewandten Blockseite sollte eine begehbare Erschließungszone vorgelagert werden, auch wenn diese nicht im Bebauungsplan festgesetzt ist und Entwürfe für die Gebäude noch nicht vorliegen. Diese sollte im Zusammenhang mit Erdgeschosseinrichtungen nutzbar sein, muss aber auch den Proportionen des Platzes gerecht werden. Ob eine Befahrbarkeit, z.B. durch Feuerwehrfahrzeuge, erforderlich sein wird, ist zzt. noch nicht absehbar; sie sollte durch den Entwurf jedenfalls nicht ausgeschlossen werden.
Neben Passanten und Touristen werden ein Großteil der Nutzerinnen und Nutzer Abgeordnete und deren Mitarbeiter, Beschäftigte des Deutschen Bundestags und des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung sowie Mitarbeiter der umliegenden Institute der Humboldt-Universität sein. Nach der Realisierung der Blockbebauung werden die Anwohner und auch die Gäste eventueller gastronomischer Angebote dazukommen. Es ist davon auszugehen, dass dann Schankbereiche außerhalb der Lokale auf die Erschießungs- bzw. Platzﬂäche ausgedehnt werden. Grundsätzlich werden Gestaltungskonzepte erwartet, die die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen berücksichtigen. Die gewählten Materialien sollen pﬂegeleicht und möglichst robust sein. Ein Umgang mit Wasser wird grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Es ist jedoch im Sinne der Kosten und Unterhaltung auf eine dem Ort angemessene Dimension zu achten. Der Platz wird durch die umliegenden Straßenlampen beleuchtet und bedarf keiner zusätzlichen Beleuchtung. Aus Sicherheitgründen ist auf die Übersichtlichkeit bzw. Einsehbarkeit bei der Platzgestaltung besonder zu achten. Die Entwässerung der platzinternen Erschließungsﬂächen wird ausschließlich über Versickerung im Wettbewerbsgebiet erfolgen. Es sind Möglichkeit zum Sitzen anzubieten, darunter ein ausreichendes Angebot an Bänken mit Rückenlehne. Ein Minimum an Abfallbehältern ist zu berücksichtigen.
Nach Räumung des Geländes kann voraussichtlich 2010 mit der Baumaßnahme begonnen werden. Vor dem Hintergrund der angespannten Situation der öffentlichen Haushalte legt der Auslober besondern Wert auf kostengünstige und wirtschaftliche Lösungen, insbesondere hinsichtlich der Pﬂege- und Unterhaltungskosten. Für die Herstellung des Stadtplatzes steht eine Nettobausumme von gerundet 338.000 € zur Verfügung. Nicht darin enthalten sind 19 % Umsatzsteuer und 5% für Unvorhersehbares sowie 15 % Planungskosten. Dies entspricht einem Netto-Preis von ca. 100 € je m². Der Kostenrahmen ist als verbindlich einzuhalten. Eventuell anfallende Kosten für Altlastenbeseitigung und Munitionsbergung oder für bodendenkmalpﬂegerische Grabungen sind nicht in der Kostenermittlung enthalten.
Der Kriterienkatalog nach 5.15 der GRW dient der Strukturierung der Vorprüfung und der Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten durch das Preisgericht. Bei der Beurteilung werden folgende Kriterien zu Grunde gelegt: Programmerfüllung - Teil 1, Verfahren Konzept - Leitidee, Grundstruktur - Raumbildung und -verknüpfung - Flexibilität - Einbindung städtebauliches Umfeld und städtebauliche Planung - Orientierung und Erschließung Gestaltung - Gestaltqualität - Vegetation - Material und Inventar Nutzungen - Räumlich-gestalterische und räumlich-funktionale Planung in Bezug auf unterschiedliche Nutzungsgruppen - Nutzbarkeit ohne Barrieren Realisierbarkeit - Einhaltung verbindlicher Vorgaben - Einhaltung des Kostenrahmens - Wirtschaftlichkeit im Bezug auf Folgekosten für Pﬂege und Unterhaltung
Wettbewerb Neustädtischer Kirchplatz / Teil 4 Anhang
Teil 4 Anhang 4.1 Verfassererklärung Verfassererklärung
Kennzahl: Verfasser: (Landschaftsarchitekt) Mitarbeiter:
Bankverbindung Institut Kontonummer: Bankleitzahl: Kontoinhaber:
Ich / wir erkläre/n mit mei­ ner / unserer Unterschrift, dass ich / wir der / die geis­ tige / n Urheber der Arbeit mit der oben genannten Kennzahl bin / sind und mit den Verfahrensbedingun­ gen gemäß Teil 1 der Aus­ schreibung einverstanden bin / sind.
___________________________ ___________________________ Ort, Datum Unterschrift (Verfasser)
___________________________ bevollmächtigter Vertreter*
Maßstab 1:1.000
Baum- Art Stammumfang Höhe nr. in cm ü NHN
01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Jap. Schnurbaum 130 Jap. Schnurbaum 135 Winterlinde 10 x 30 (im Hochbeet) Jap. Schnurbaum 60 Jap. Schnurbaum 120 Jap. Schnurbaum 140 Jap. Schnurbaum 75 Jap. Schnurbaum 70 Jap. Schnurbaum 70 Jap. Schnurbaum 120 Jap. Schnurbaum 65 Winterlinde 6 x 20 (im Hochbeet) Jap. Schnurbaum 50 Maulbeere 170/160 (im Hochbeet) Jap. Schnurbaum 70 Jap. Schnurbaum 75 Jap. Schnurbaum 90 Jap. Schnurbaum 100* Jap. Schnurbaum 90* 34,27 34,29 34,71 34,18 34,26 34,19 34,11 34,22 34,18 34,16 34,16 34,56 34,13 34,55 34,18 34,16 34,14 34,06 34,15
20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 Jap. Schnurbaum 90* Jap. Schnurbaum 60 Jap. Schnurbaum 85 Jap. Schnurbaum 82 Jap. Schnurbaum 120* Jap. Schnurbaum 130 Götterbaum 200 Jap. Schnurbaum 85 Jap. Schnurbaum 55* Jap. Schnurbaum 125 Jap. Schnurbaum 120 Jap. Schnurbaum 125 Götterbaum 100/190 Jap. Schnurbaum 75 Jap. Schnurbaum 85 Jap. Schnurbaum 65 Jap. Schnurbaum 125 Jap. Schnurbaum 85 Jap. Schnurbaum 65 Jap. Schnurbaum 150 34,17 34,32 34,29 34,20 34,34 34,28 34,29 34,27 34,24 34,39 34,31 34,44 34,60 34,48 34,43 34,36 34,44 34,41 34,37 34,44
* geschätzter Stammumfang
* Für die geplante westlich benachbarte Bebauung ist eine Traufhöhe festgesetzt, die einer Höhe von 18 m über Geländeniveau entspricht.
Kirchplatz, Blick Richtung Osten
Dorotheenstraße Ecke Neustädtische Kirchstraße, Blick Richtung Nordosten
Kirchplatz, Blick Richtung Nordosten
Bebauung Dorortheenstraße
Bebauung Dorotheenstraße 82 - 88
Dorotheenstraße Ecke Schadowstraße, Blick Richtung Osten
Dorotheenstraße Ecke Schadowstraße, Blick Richtung Süden
Kirchplatz nördlicher Teilbereich
Mittelstraße Ecke Neustädtische Kirchstraße, Blick Richtung Westen
Bebauung Mittelstraße
Mittelstraße Ecke Schadowstraße, Blick Richtung Osten
Mittelstraße Ecke Neustädtische Kirchstraße, Blick Richtung Osten
Friedhofsplan Dorotheenstädtische Kirche
A die Kirche B der Kirchhof C die Mauer um den Kirchhof D sind die Eingänge zur Kirche u. Kirchhof 1 Geheimrat Kannengießer 2 Kapitän Barbonesse oder Geheimrat Schmied 3 Hofrat Kr...bau 1720 4 Langert Hannberg od. Stadt Präsident K... 5 Schmidt, Baumeister dieser Kirche, ist zugemauert 6 ...sarg, jetzt Kirchengewölbe 1760 7 Obereinnehmer Fr...hoff 8 Eversmann, Geh. Kämmerer bei Friedrich I 9 Minister v. Danckelmann, jetzt Baron v. Gender 10 Minister v. Danckelmann, jetzt Apotheker Schenck 11 General C. v. Lingen 12 Artil. Obrist L.v. Moller 13 Kaufmann Bollius, jetzt Kirchengewölbe seit 1776 14 Falk-Kuthe 15 Buchdrucker Michaelis, nach dessen Tode 1785 an die Kirche 16, 17, 18 ...der Erde
19 ... 20 Kirchengewölbe 1720, Schlachtermeister Friedrich Haus. 21 Kirchengewölbe 1744 22 Büttner, Brauer 23 Büttner, Brauer 25 Jahn, Brauer 26 unbekannt 27 unbekannt, eingerissen 1782 28 wie Nr. 27 29,30 ... b ... Doktor u. Prof. ... c M... d L... Dr. ..erelst e Fr. Hofpostminister Sobbe f Denstedt 1716 , königl. Accise u. Zoll ... g Hofb.... Schmidt 1692 h Rutger v. Bangerfeldt +1605 i Fr. Obrist... Totenbuch 171? k Joh. Nufﬂing Steinmacher 1714 l Fr. Makler Therbusch m H. u. Fr. Simon Lederhändler n Buchhalter Megeli Sohn 1785 p Geheimrat v. Ernsthausen Sohn 1790 q v. d. Lith, königl. poln. Geheimrat, envoyé extraordinaire 1718
(Süden ist oben)
Kirchenstandorte im historischen Zentrum
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verschwundene Kirchen 1. Gnadenkirche 2. Dorotheenstädtische Kirche 3. Dreifaltigkeitskirche 4. Bethlehemskirche 5. Englische Kirche 6. Jerusalemer Kirche 7. Neue Schlosskapelle 8. Erasmuskapelle im Schloss 9. Domkirche auf dem Schloßplatz 10. Französische Kirche in der Kommandantenstraße 11. Gertraudenkirche 12. Garnisionkirche 13. Petrikirche 14. Luisenstädtische Kirche 15. Französische Kirche in der Klosterstraße 16. Waisenhauskirche 17. Georgenkirche 18. Markuskirche 19. Andreaskirche
vorhandene Kirchen 20. Französische Friedrichstadtkirche 21. Deutsche Friedrichstadtkirche 22. Hedwigskirche 23. Friedrichswerdersche Kirche 24. Sophienkirche 25. Domkirche 26. Heiliggeistkapelle 27. Jakobikirche 28. Marienkirche 29. Nikolaikirche 30. Franziskanerklosterkirche 31. Parochialkirche 32. Michaelkirche 33. Batholomäuskirche
* Orientierungspreise nach Bauerfahrungen der vergangenen Jahre in Berlin (SenStadt) in Anlehnung an DIN 276
EP (netto) in Summe (netto) in Euro* Euro
Summe (netto) in Euro
500 Außenanlagen 510 Geländeflächen Boden- und Oberbodenarbeiten
Bodenabtrag Bodenauftrag Humoser Oberbodenauftrag sonstige.. (bei Bedarf Tabelle erweitern) m m³
0,00 € 17,00 € 6,00 € 16,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 €
520 Befestigte Flächen, inkl. Trag- und
Frostschutzschicht bzw. Fundamente Wege, Plätze (einf. Beläge, z.B. Tenne, Asphalt) Wege, Plätze (aufwändige Beläge, Rampen) Natursteinpflaster mittel/klein Betonwerksteinplatten klein Wegeeinfassungen, Kanten (Stahl, Beton, etc.) sonstige.. (bei Bedarf Tabelle erweitern) m² m² m² m² lfm 35,00 € 100,00 € 75,00 € 35,00 € 23,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 €
530 Baukonstruktionen in Außenanlagen, inkl.
Fundamente Mauern (z.B. Sichtbetonmauer, Klinkermauer) h=1m Treppenanlagen (Aufsicht) Sitzstufen Beton Cortenstahl sonstige.. (bei Bedarf Tabelle erweitern) lfm m² m m² 370,00 € 255,00 € 200,00 € 300,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 €
Entwässerung sonstige.. (bei Bedarf Tabelle erweitern) 1 psch 0,00 € 0,00 €
Bänke Abfallbehälter Absperrpoller sonstige.. (bei Bedarf Tabelle erweitern) Stck. Stck. Stck. 1.000,00 € 300,00 € 200,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 €
Pflanzflächen aufwändig Pflanzflächen / Sträucher einfach Baumpflanzungen Hecken, einreihig Rasenflächen und Ansaaten Wurzelsicherungsmaßnahmen / Baum sonstige.. (bei Bedarf Tabelle erweitern) m² m² Stck lfm m² Stck 40,00 € 25,00 € 750,00 € 45,00 € 9,00 € 150,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 €
590 Sonstige Maßnahmen in Außenanlagen
Baustelleneinrichtung, Bauschild etc. sonstige.. (bei Bedarf Tabelle erweitern) 1 psch 5.000,00 € 5.000,00 €
Bausumme netto Gesamtbaukosten netto Kostenvorgabe netto *
Risiko/Reserve 5% der Bausumme 15% Planungskosten 19% Mehrwertsteuer
337.526,00 €
Gesamtbaukosten brutto
* ohne Beräumung
Bitte das Formblatt in der digitalen Anlage (.xls-Datei) ausfüllen!
eastern atlas - geophysikalische Prospektion:
Bericht zu geophysikalischen Untersuchungen auf dem Neustädtischen
Kirchplatz in Berlin-Mitte, im Auftrag der DSK, 2007
Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Denkmale in Berlin - Bezirk Mitte -
Ortsteil Mitte, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2003
Schachinger, Erika: Dorotheenstadt 1673-1708 - Eine Berliner Vorstadt,
Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, Beiheft 9,
Begründung zum Bebauungsplan I-203 (2005)
Spath + Nagel: Rahmenplanung Westliche Dorotheenstadt,
im Auftrag der Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen, 1994
Wendland, Folkwin: Berlins Gärten und Parke, Berlin 1979, S. 76
Abbildungen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Architekturwerkstatt) Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Vermessungsplan der Dorotheenstadt 1704, Landesarchiv Berlin Denkmale in Berlin - Bezirk Mitte - Ortsteil Mitte, a.a.O. S.45 Lemburg, Peter u.a.: Hauptstadtplanung und Denkmalpﬂege, Berlin 1995, S. 51 S. 23/1 Plan de la Ville de Berlin (sog. Schmettau-Plan, 1748), Landesarchiv Berlin S. 23/2 Residentia Electoralis Brandenburgica (sog. Schultz-Plan, 1688), Staatsbibliothek Berlin - Preußischer Kulturbesitz S. 24 Landesarchiv Berlin S. 25/1 Landesarchiv Berlin S. 25/2 Edition Panorama Berlin (Bien & Giersch) S. 26/1 Straubes Übersichtsplan von Berlin, 1910 (Stadtplanarchiv) S. 26/2 Landesarchiv Berlin S. 27 Landesarchiv Berlin S. 28 Denkmale in Berlin - Bezirk Mitte - Ortsteil Mitte, a.a.O. S.281 S. 30/1 Denkmale in Berlin - Bezirk Mitte - Ortsteil Mitte, a.a.O. S.282 Flächennutzungsplan Berlin (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) S. 32 S. 33/1 Bereichsentwicklungsplanung Mitte (Bezirk Mitte) S. 33/2 Planwerk Innenstadt (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) S. 34 Bebauungsplan I-203 (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) S. 38/1 Berlin Partner/FTB-Werbefotograﬁe S. 38/2 Humboldt-Universität zu Berlin S. 52 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung alle anderen: Spath + Nagel, Büro für Städtebau und Stadtforschung Titelbild: S.15-16 S. 21/2 S. 22/1 S. 22/2
Digitale Anlagen (auf CD-ROM)
-	 Vorliegende Auslobung als .pdf-Datei (300 dpi) 4.9.2 Informationspläne
(M 1:5.000 bei 600dpi)
-	 Übersichtsplan als .tif-Datei
01_NeustaedtKirch_Uebersichtsplan_M5000_600dpi.tif
-	 Luftbild als .jpg-Datei
02_NeustaedtKirch_Luftbild_M5000_600dpi.jpg (M 1:5.000 bei 600dpi)
-	 Bebauungsplan Nr. I-203 als .pdf-Datei
03_NeustaedtKirch_Info_B-Plan_I-203_M1000.pdf (M 1:1.000)
-	 Ausschnitt Planwerk Innenstadt als .tif-Datei
04_NeustaedtKirch_Planwerk_Innenstadt_M5000_300dpi.tif (M 1:5.000 bei 300dpi)
-	 Ausschnitt Planwerk Innenstadt (3D-Modell) als .tif-Datei sowie in bearbeitbarer Form als .dxf-Datei (AutoCAD) und .3DS-Datei (u.a. Autodesk 3ds Max)
051_NeustaedtKirch_Planwerk_Innenstadt_3D_Sueden.TIF 052_NeustaedtKirch_Planwerk_Innenstadt_3D.dxf 053_NeustaedtKirch_Planwerk_Innenstadt_3D.3DS (o.M.)
-	 Arbeitsplan auf Basis der ALK und der Bestandsvermessung für den Bebauungsplan 1-203als CAD-Datei in verschiedenen Dateiformaten (maßstabsunabhängig) und als .pdf-Datei (im angegebenen Maßstab)
061_NeustaedtKirch_Arbeitsplan.dwg 062_NeustaedtKirch_Arbeitsplan.dxf 063_NeustaedtKirch_Arbeitsplan_M200.pdf (M 1:200)
-	 Verfassererklärung (pdf-Formular, d.h. Text kann direkt in das Form­ blatt eingegeben und danach ausgedruckt werden. Das pdf-Formular kann mit dem Acrobat-Reader aber nicht gespeichert werden.)
Verfassererklaerung_NeustaedtKirch.pdf
-	 Formblatt Kostenermittlung (sechsstellige Tarnnummer voranstellen!)

References: § 6
 § 15
 § 15
 §17
 § 6
 § 166