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Timestamp: 2020-02-23 02:31:57+00:00

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BGH, 12.07.1996 - V ZR 202/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,550
BGH, 12.07.1996 - V ZR 202/95 (https://dejure.org/1996,550)
BGH, Entscheidung vom 12.07.1996 - V ZR 202/95 (https://dejure.org/1996,550)
BGH, Entscheidung vom 12. Juli 1996 - V ZR 202/95 (https://dejure.org/1996,550)
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BGB § 313; BeurkG § 9
Umfang des Beurkundungserfordernisses im Hinblick auf Bedingungen des Kaufvertrages
Wirksamkeit eines notariellen Kaufvertrages unter der Bedingung behördlicher Genehmigung des Gewerbebetriebes des Käufers auch ohne Verweis auf Planskizze
BGB § 313 S. 1; BeurkG § 9
Anforderungen an die Bestimmtheit einer in einem Grundstückskaufvertrag vereinbarten Bedingung
Wie konkret muß eine notarielle Urkunde sein? (IBR 1997, 39)
NJW 1996, 2792
ZIP 1996, 1747
MDR 1996, 1001
DNotZ 1998, 944
WM 1996, 1735
Die unmittelbaren materiellen Auswirkungen der Vertragsgestaltung gebieten ungeachtet des prozessualen Charakters der Unterwerfungserklärung (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 12. Juli 1996 - V ZR 202/95, NJW 1996, 2792 m.w.N.) die Anwendung des § 134 BGB.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs unterliegen Baubeschreibungen und Baupläne, auf die der Kaufvertrag Bezug nimmt, der Beurkundungspflicht nach § 313 BGB a.F. (jetzt § 311b Abs. 1 BGB), §§ 9, 13 BeurkG, wenn sie über die gesetzlich vorgeschriebene Ausgestaltung der Rechtsbeziehungen hinaus noch weitergehende Verpflichtungen begründen sollen (BGHZ 69, 266, 268 f.; 74, 346, 349 ff.; BGH, Urteil vom 22. Juni 1979 - V ZR 21/78 - NJW 1979, 1984; Urteil vom 12. Juli 1996 - V ZR 202/95 - NJW 1996, 2792, 2793).
Erst nach Ermittlung des wirklich gewollten und für den Erklärungsempfänger erkennbaren Erklärungsinhalts ist in einer zweiten Stufe zu prüfen, ob und inwieweit das Rechtsgeschäft in seiner beurkundeten Form den Formzwängen genügt (vgl. BGHZ 86, 41, 47; BGH, Urt. v. 12.7.1996 - V ZR 202/95, NJW 1996, 2792 unter III 1;… Staudinger/Singer, BGB, Bearb. 2004, § 133 Rn. 30).
Die "Andeutungstheorie", wonach eine Willenserklärung auch dann der gesetzlich vorgeschriebenen Form genügen kann, wenn ihr im Wege der Auslegung ermittelter Inhalt in der Urkunde einen wenn auch nur unvollkommenen Ausdruck gefunden hat, gewinnt erst für diese zweite Stufe der Auslegung Bedeutung (vgl. BGH, Urt. v. 12.7.1996 - V ZR 202/95 aaO;… Staudinger/Singer, BGB aaO, § 133 Rn. 31).
Der Senat hat das Berufungsurteil aufgehoben und die Sache zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverwiesen (Urt. v. 12. Juli 1996, V ZR 202/95, WM 1996, 1735).
Der Wille der Parteien hat durch den der Kontonummer beigefügten Zusatz "Notar-Anderkonto" in der Urkunde, wenn auch unvollkommen, seinen Ausdruck gefunden; dies ist nach ständiger Rechtsprechung ausreichend (vgl. allgemein BGH, Urt. v. 12. Juli 1996 - V ZR 202/95, NJW 1996, 2792, 2793; zur Bürgschaft Senatsurt. v. 3. Dezember 1992 - IX ZR 29/92, NJW 1993, 724, 725).
Sie stehen in Widerspruch zu der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Wirksamkeit von Vollstreckungstiteln gemäß § 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO (vgl. BGHZ 154, 283, 286 f; BGH, Urt. v. 12. Juli 1996 - V ZR 205/95, ZIP 1996, 1747; v. 23. November 2006 - IX ZR 126/03, WM 2007, 367, 368).
Richtig ist ferner, daß bei der Auslegung formbedürftiger Rechtsgeschäfte außerhalb der Vertragsurkunde liegende Umstände nur berücksichtigt werden dürfen, wenn der von einer Partei behauptete rechtsgeschäftliche Wille der Parteien in der formgerechten Urkunde einen wenn auch nur unvollkommenen oder andeutungsweisen Ausdruck gefunden hat (vgl. etwa BGHZ 87, 152, 154; Urteil vom 12. Juli 1996 - V ZR 202/95 - NJW 1996, 1735).
Dabei sind für die Auslegung auch Umstände außerhalb der Urkunde mitzuberücksichtigen, soweit sie unstreitig bzw. bewiesen sind und der daraus abgeleitete Wille der Parteien in der Urkunde einen, wenn auch unvollkommenen, Ausdruck gefunden hat (…vgl. BGH 17. Februar 2000 aaO; 12. Juli 1996 - V ZR 202/95 - NJW 1996, 2792; 25. März 1983 - V ZR 268/81 - BGHZ 87, 150, 154;… Palandt/Heinrichs aaO; jeweils mwN).

References: § 313
 § 9
 § 313
 § 9
 § 134
 § 313
 § 311
 § 133
 § 133
 § 794
 BGH