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Timestamp: 2019-06-24 20:52:50+00:00

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BGH, 12.11.2015 - I ZR 167/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,54051
BGH, 12.11.2015 - I ZR 167/14 (https://dejure.org/2015,54051)
BGH, Entscheidung vom 12.11.2015 - I ZR 167/14 (https://dejure.org/2015,54051)
BGH, Entscheidung vom 12. November 2015 - I ZR 167/14 (https://dejure.org/2015,54051)
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§ 286 BGB, Art. ... 12 Abs. 1 GG, Art. 20 Abs. 1 GG, § 130a SGB V, Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG, Art. 100 Abs. 1 GG, Art. 19 Abs. 3 GG, § 130a Abs. 1a SGB V, § 130a Abs. 1 Satz 1 SGB V, § 13a UStG, § 12b Abs. 2 VAG, § 81 Abs. 1 Satz 1 und 5 VAG, § 130a Abs. 4 SGB V, Art. 3 Abs. 1 GG, Art. 2 Abs. 1 GG, Art. 20 Abs. 3 GG, § 130a Absatz 1, 1a, 2, 3, 3a, 3b des Fünften Buches Sozialgesetzbuch, Art. 2 Abs. 1, 14 Abs. 1 GG, Art. 110 Abs. 1 GG, § 130a Abs. 1, 2 SGB V, 3b SGB V, § 138 Abs. 3 ZPO, § 130a Abs. 2 Satz 2 SGB V, § 138 Abs. 4 ZPO, § 138 Abs. 2 ZPO, § 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB, § 286 Abs. 2 Nr. 2 BGB, § 355 BGB, §§ 357 Abs. 1, 357a Abs. 1 BGB
Abschlagspflicht II
Art 2 Abs 1 GG, Art 3 GG, Art 12 GG, Art 20 Abs 2 GG, § 1 S 3 AMRabG vom 07.08.2013
Arzneimittelrabatte: Abschlagspflicht der pharmazeutischen Unternehmer; Geltendmachung der Gesamtheit aller Abschlagsforderungen durch die zentrale Stelle als Zahlungspflicht "auf erstes Anfordern"; Darlegungslast bei Geltendmachung der Abschlagsforderung durch einen Einzelgläubiger; Bestreiten mit Nichtwissen; Verzug des pharmazeutischen Unternehmers gegenüber den Einzelgläubigern nach Ablauf der gesetzlichen Zahlungsfrist - Abschlagspflicht II
Bestehen einer arzneimittelrechtlichen Abschlagspflicht auch bei nur teilweiser Kostenerstattung durch die Kostenträger
AMRabG § 1; AMRabG § 2 S. 1; AMRabG § 3
Verzugseintritt des Pharmaunternehmers auch ohne Kenntnis der einzelnen Gläubiger
Verwendung eines Markennamens zu Vergleichszwecken
Rabattpflicht für Arzneimittel - und die Abschlagforderung der Krankenversicherung
Arzneimittelrechtliche Abschlagspflicht auch bei nur teilweiser Kostenerstattung durch die Kostenträger
LG Nürnberg-Fürth, 19.12.2013 - 17 O 5027/12
OLG Nürnberg, 15.07.2014 - 4 U 286/14
NJW 2016, 3601
MDR 2016, 725
GRUR 2016, 836
So verhält es sich im Falle der Nichterfüllung der sekundären Darlegungslast; die betroffene Partei hat die nachteiligen Folgen ihres unzureichenden Vortrags zu tragen, weil ihr einfaches Bestreiten unwirksam ist und die Geständniswirkung des § 138 Abs. 3 ZPO eintritt (st. Rspr.; vgl. nur BGH…, Urteil vom 19. Februar 2014 - I ZR 230/12, GRUR 2014, 578 Rn. 14 = WRP 2014, 697 - Umweltengel für Tragetasche; Urteil vom 12. November 2015 - I ZR 167/14, GRUR 2016, 836 Rn. 111 = WRP 2016, 985 - Abschlagspflicht II).
Weil sich eine Partei nicht durch arbeitsteilige Organisation ihres Geschäftsbereichs ihren prozessualen Erklärungspflichten entziehen können soll, hat sie eine Erkundigungspflicht, sofern die maßgeblichen Tatsachen Personen bekannt sind, die unter ihrer Anleitung, Aufsicht oder Verantwortung tätig geworden sind (vgl. BGH, Urteil vom 12. November 2015 - I ZR 167/14, GRUR 2016, 836 Rn. 124 mwN).
Das Grundrecht der Berufsfreiheit gemäß Art. 12 Abs. 1 GG erfasst neben der Berufswahl auch die Art und Weise der unternehmerischen Tätigkeit (BVerfGE 50, 290, 363; 114, 196, 244; BGH, Urteil vom 12. November 2015 - I ZR 167/14, GRUR 2016, 836 Rn. 18 = WRP 2016, 985.
Genügt der Anspruchsgegner seiner sekundären Darlegungslast nicht, gilt die Behauptung des Anspruchstellers dagegen nach § 138 Abs. 3 als zugestanden (st. Rspr.; vgl. nur BGH…, Urteil vom 19. Februar 2014 - I ZR 230/12, GRUR 2014, 578 Rn. 14 = WRP 2014, 697 - Umweltengel für Tragetasche; Urteil vom 12. November 2015 - I ZR 167/14, GRUR 2016, 836 Rn. 111 = WRP 2016, 985 - Abschlagspflicht II).
Führt die rückwirkend eingeführte Norm zu keiner Rechtsänderung gegenüber dem vorherigen Rechtszustand, fehlt es an einer Rückwirkung im vorgenannten Sinn (vgl. BVerfGE 18, 429, 436; 50, 177, 193; 126, 369, 393; 131, 20, 37; BGH, Urteil vom 12. November 2015 - I ZR 167/14, GRUR 2016, 836 Rn. 90 = WRP 2016, 985 - Abschlagspflicht II).
Anderenfalls tritt die Geständniswirkung des § 138 Abs. 3 ZPO ein (BGH, Urteil vom 12. November 2015 - I ZR 167/14, GRUR 2016, 836 Rn. 124 m.w.N.).
In Bezug auf die Geeignetheit und Erforderlichkeit des gewählten Mittels zur Erreichung der gesetzgeberischen Ziele ist der Einschätzungs- und Beurteilungsspielraum erst dann überschritten, wenn die gesetzgeberischen Erwägungen so fehlsam sind, dass sie vernünftigerweise keine Grundlage für derartige Maßnahmen abgeben können (…vgl. BVerfGE 13, 97, 107 [juris Rn. 23];… 77, 84, 106 [juris Rn. 75];… 117, 163, 189 [juris Rn. 65];… 121, 317, 354 [juris Rn. 103];… BVerfG, NVwZ-RR 2013, 985, 986 [juris Rn. 24]; BGH, Urteil vom 12. November 2015 - I ZR 167/14, GRUR 2016, 836 Rn. 30 = WRP 2016, 985 - Abschlagspflicht II;… BVerwGE 149, 265 Rn. 42;… vgl. auch OVG Münster, PharmR 2017, 557, 561 [juris Rn. 89]).
Der Klägerin ist die erforderliche Aufklärung hingegen ohne weiteres möglich und auch zumutbar (sekundäre Darlegungslast: BGH GRUR 2016, 836 - Abschlagspflicht II; BGH WRP 2016, 731 - jameda II; BGH GRUR 2014, 657 - BearShare, jeweils m. w. Nachw.).
Die Klägerin ist der ihr nach den Grundsätzen von Treu und Glauben obliegenden sekundären Darlegungslast bezüglich der nur in ihrer Sphäre liegenden Tatsachen, die der Beklagten unbekannt sind, und deren Offenlegung der Klägerin zumutbar und ohne weiteres möglich ist (vgl. nur BGH GRUR 2016, 836 - Abschlagspflicht II; BGH GRUR 2014, 657 - BearShare), nachgekommen.
BGH-AZ.: I ZR 167/14.

References: § 286
 Art. 20
 § 130
 Art. 100
 Art. 100
 Art. 19
 § 130
 § 130
 § 13
 § 12
 § 81
 § 130
 Art. 3
 Art. 2
 Art. 20
 § 130
 Art. 2
 Art. 110
 § 130
 § 138
 § 130
 § 138
 § 138
 § 286
 § 286
 § 355
 § 1
 § 1
 § 2
 § 3
 § 138
 Art. 12
 § 138
 § 138
 BGH 
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