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Timestamp: 2020-01-26 21:28:12+00:00

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BFH, 08.06.2000 - IV R 37/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,814
BFH, 08.06.2000 - IV R 37/99 (https://dejure.org/2000,814)
BFH, Entscheidung vom 08.06.2000 - IV R 37/99 (https://dejure.org/2000,814)
BFH, Entscheidung vom 08. Juni 2000 - IV R 37/99 (https://dejure.org/2000,814)
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AO 1977 § 362; EStG § 15 Abs. 3 Nr. 2
Rücknahme des Einspruchs - Kenntnisse des Finanzamts - Auslegung
AO (1977) § 362; EStG § 15 Abs. 3 Nr. 2
§ 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG
Einkommensteuer; gewerbliche Prägung durch originär gewerbliche Tätigkeit
Die gewerblich geprägte Personengesellschaft i.S.d. § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG
Besonderheit nach dem BFH-Urteil vom 8.6.2000
FG München, 16.03.1999 - 12 K 616/94
BFHE 193, 85
BB 2001, 86
DB 2001, 126
BStBl II 2001, 162
Nach Auffassung des I. und des IV. Senats sind die Einkünfte des betrieblich an einer vermögensverwaltenden Gesellschaft beteiligten Gesellschafters im Rahmen der gesonderten Feststellung der Einkünfte der Personengesellschaft anteilig in Einkünfte aus Gewerbebetrieb umzuqualifizieren (…Urteile vom 31. Juli 1990 I R 3/90, BFH/NV 1991, 285; vom 28. Januar 1975 I R 106/73, BFHE 115, 271, BStBl II 1975, 516;… Beschluss vom 4. Oktober 2001 I B 53/01, BFH/NV 2002, 308, sowie Urteile vom 17. Januar 1985 IV R 106/81, BFHE 143, 68, BStBl II 1985, 291; vom 7. Februar 1985 IV R 31/83, BFHE 143, 280, BStBl II 1985, 372; vom 18. Mai 1995 IV R 125/92, BFHE 178, 63, BStBl II 1996, 5; vom 11. Juli 1996 IV R 103/94, BFHE 181, 45, BStBl II 1997, 39; vom 8. Juni 2000 IV R 37/99, BFHE 193, 85, BStBl II 2001, 162, …und vom 21. September 2000 IV R 77/99, BFHE 193, 311, BFH/NV 2001, 254).
aa) Zum einen gelten für die Auslegung, den Zugang und das Wirksamwerden der Einspruchsrücknahme die für empfangsbedürftige Willenserklärungen bestehenden Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) entsprechend (BFH-Entscheidungen vom 8. Juni 2000 IV R 37/99, BFHE 193, 85, BStBl II 2001, 162, …und vom 3. April 2002 IX B 151/01, BFH/NV 2002, 900; Birkenfeld in HHSp, § 362 AO Rz 15, m.w.N.).
Darüber hinaus hat er im Urteil vom 8. Juni 2000 IV R 37/99 (BFHE 193, 85, BStBl II 2001, 162) darauf hingewiesen, dass anteilige Einkünfte, die eine gewerblich geprägte KG sowie eine GmbH als Gesellschafter einer Grundstücks-GbR erzielten, auf der Ebene der GbR gesondert und einheitlich festzustellen seien.
b) Für das Steuerrecht gibt es allerdings, anders als für das Strafrecht (Art. 103 Abs. 2 GG), kein explizites und absolutes verfassungsrechtliches Rückwirkungsverbot (vgl. BFH-Urteil vom 8. Juni 2000 IV R 37/99, BFHE 193, 85, 91, BStBl II 2001, 162, 165, m.w.N.).
Diese Grundsätze werden verletzt, wenn der Gesetzgeber an bereits abgeschlossene Tatbestände nachträglich ungünstigere Rechtsfolgen knüpft als diejenigen, von denen der Steuerpflichtige bei seinen Dispositionen ausgehen durfte (BVerfG-Urteil vom 19. Dezember 1961 2 BvL 6/59, BVerfGE 13, 261, 271; BFH-Urteile vom 10. Juli 1986 IV R 12/81, BFHE 147, 63, BStBl II 1986, 811; in BFHE 193, 85, BStBl II 2001, 162).
bb) Für das Steuerrecht gibt es allerdings, anders als für das Strafrecht (Art. 103 Abs. 2 GG), kein explizites und absolutes verfassungsrechtliches Rückwirkungsverbot (vgl. BFH-Urteil vom 8. Juni 2000 IV R 37/99, BFHE 193, 85, 91, BStBl II 2001, 162, 165, m.w.N.).
Eine Enttäuschung dieses Vertrauens ist nach der Rechtsprechung des BVerfG gleichwohl gerechtfertigt, wenn das Vertrauen nicht schutzwürdig war, weil mit der Neuregelung gerechnet werden musste, wenn das geltende Recht unklar und verworren war, wenn das Vertrauen einer ungültigen Rechtsnorm galt oder wenn zwingende Gründe des gemeinen Wohls die Rückwirkung rechtfertigen (BVerfG-Urteil vom 19. Dezember 1961 2 BvL 6/59, BVerfGE 13, 261, 271; BFH-Urteile vom 10. Juli 1986 IV R 12/81, BFHE 147, 63, BStBl II 1986, 811; vom 8. Juni 2000 IV R 37/99, BFHE 193, 85, 91, BStBl II 2001, 162).
Das ist dann geboten, wenn die wortgetreue Auslegung zu einem sinnwidrigen Ergebnis führt, das vom Gesetzgeber nicht beabsichtigt sein kann (…Beschluss vom 8. September 2004 X B 51/04, BFH/NV 2005, 53; Urteil vom 8. Juni 2000 IV R 37/99, Bundessteuerblatt II 2001, 162; Urteil vom 17. Januar 1995 IX R 37/91, Bundessteuerblatt II 1995, 410; Urteil vom 17. Februar 1994 VIII R 30/92, Bundessteuerblatt II 1994, 938; Urteil vom 2. August 1983 VIII R 190/80, Bundessteuerblatt II 1984, 4; Urteil vom 1. August 1974 IV R 120/70, Bundessteuerblatt II 1975, 12).
Dies kann beispielsweise bei einem erkennbaren bzw. offensichtlichen Redaktionsversehen der Fall sein (BFH, Urteil vom 8. Juni 2000 IV R 37/99, a.a.O.).
Unter Korrektur dieses gesetzgeberischen Redaktionsversehens (vgl. BFH, Urteil vom 8. Juni 2000 IV R 37/99, a.a.O.) ist daher Art. 4 Abs. 3 des Wachstumsstärkungsgesetzes dahingehend zu lesen, dass sowohl der ausdrücklich benannte Art. 1 Nr. 3 (§ 35a Abs. 2 S. 2 EStG in der Fassung des Wachstumsstärkungsgesetzes) als auch der versehentlich nicht erwähnte Art. 1 Nr. 4 b) (§ 52 Abs. 50b S. 4 EStG in der Fassung des Wachstumsstärkungsgesetzes) am Tag nach der Verkündung, also am 30.12.2008, in Kraft getreten sind.
BFH, 11.03.2010 - VI R 9/08
Beiträge für eine Direktversicherung - Durchschnittsberechnung nach § 40b Abs. 2 …
Denn Steuergesetze können nur ausnahmsweise gegen den Wortlaut ausgelegt werden, wenn die wortgetreue Auslegung zu einem sinnwidrigen Ergebnis führt, das vom Gesetzgeber nicht beabsichtigt sein kann (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 8. Juni 2000 IV R 37/99, BFHE 193, 85, BStBl II 2001, 162).
Auch der IV. Senat betont, dass dem GG ein generelles Rückwirkungsverbot für Steuergesetze nicht entnommen werden kann (BFH-Urteil vom 8. Juni 2000 IV R 37/99, BFHE 193, 85 BStBl. II 2001, 162).
FG Berlin-Brandenburg, 23.01.2019 - 3 K 3210/18
Auslegung des Einspruchs eines nicht vertretenen Steuerpflichtigen gegen einen …
Entscheidend ist, wie das FA als Erklärungsempfänger den objektiven Erklärungswert des Rücknahmeschreibens verstehen musste (BFH, Urteil vom 08.06.2000 IV R 37/99, BStBl II 2001, 162, Juris Rn. 10). Dabei sind auch Umstände in Betracht zu ziehen, die sich nicht aus dem Rücknahmeschreiben selbst ergeben, die jedoch der entscheidenden Behörde und ggf. den anderen Verfahrensbeteiligten bekannt sind.
BFH, 07.04.2004 - I B 61/03
BFH, 18.01.2007 - IV R 35/04
FG Bremen, 16.11.2006 - 4 K 169/04
Voraussetzungen der Festsetzung eines Zusatzzolls auf aus den Vereinigten Staaten …
FG Schleswig-Holstein, 01.07.2004 - 5 K 100/03
Mögliche Auslegung eines Schreibens zur Rücknahme eines Einspruchs
BFH, 10.03.2009 - IX B 177/08
Nichtzulassungsbeschwerde: Divergenz - Einspruchsrücknahme - Sachaufklärung - …
FG Köln, 21.03.2001 - 4 K 6694/97
Zulässigkeit strafverschärfender Analogie
BFH, 08.10.2001 - VIII B 22/01
Zulässigkeit der Nichtzulassungsbeschwerde - Darlegungserfordernisse - Gewerblich …

References: § 362
 § 15
 § 362
 § 15

§ 15
 § 15
 § 362
 Art. 4
 Art. 1
 Art. 1
 § 40