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Timestamp: 2019-08-20 10:50:26+00:00

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BGH, 19.03.1992 - I ZR 122/90 - dejure.org
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BGH, 19.03.1992 - I ZR 122/90 (https://dejure.org/1992,757)
BGH, Entscheidung vom 19.03.1992 - I ZR 122/90 (https://dejure.org/1992,757)
BGH, Entscheidung vom 19. März 1992 - I ZR 122/90 (https://dejure.org/1992,757)
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Vergleich - Erstbegehungsgefahr - Erkennende Richter - Gesetzlicher Richter - Schriftliches Verfahren - Mündliche Verhandlung
Verleiten zum Vertragsbruch; Erstbegehungsgefahr
UWG § 1; ZPO §§ 309, 128 Abs. 2
NJW-RR 1992, 1065
MDR 1993, 39
GRUR 1992, 627
Die Tatsache allein, daß sich ein Beklagter gegen die Klage verteidigt und dabei die Auffassung äußert, zu dem beanstandeten Verhalten berechtigt zu sein, ist jedoch nicht als eine Berühmung zu werten, die eine Erstbegehungsgefahr begründet (…vgl. BGH, Urt. v. 31.5.1967 - Ib ZR 119/65, GRUR 1968, 49, 50 = WRP 1968, 54 - Zentralschloßanlagen;… Urt. v. 24.4.1986 - I ZR 56/84, GRUR 1987, 45, 46 f. = WRP 1986, 603 - Sommerpreiswerbung;… Urt. v. 12.7.1990 - I ZR 278/88, WM 1990, 1839, 1841 - Kreishandwerkerschaft II;… Urt. v. 24.1.1991 - I ZR 133/89, GRUR 1991, 764, 765 f. = WRP 1991, 470 - Telefonwerbung IV, insoweit nicht in BGHZ 113, 282; Urt. v. 19.3.1992 - I ZR 122/90, GRUR 1992, 627, 630 = WRP 1992, 553 - Pajero;… GroßKomm/Köhler, Vor § 13 UWG Rdn. 79;… Teplitzky, Wettbewerbsrechtliche Ansprüche, 7. Aufl., Kap. 10 Rdn. 10, 12; Borck, WRP 1984, 583, 587).
In der Vergangenheit sind diese Grundsätze vom Bundesgerichtshof uneingeschränkt auch auf Vertriebsbindungssysteme angewandt worden (BGHZ 40, 135, 137 f. - Trockenrasierer II; BGH GRUR 1968, 272, 274 f. - Trockenrasierer III;… BGH, Urt. v. 21.2.1968 - Ib ZR 11/66, GRUR 1969, 222, 223 - Le Galion; GRUR 1985, 1059 - Vertriebsbindung; GRUR 1991, 614, 616 - Eigenvertriebssystem; Urt. v. 19.3.1992 - I ZR 122/90, GRUR 1992, 627, 629 = WRP 1992, 553 - Pajero).
Die Vorschrift ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und herrschender Meinung nicht anzuwenden, wenn - wie hier - im schriftlichen Verfahren nach § 128 Abs. 2 ZPO entschieden wird (vgl. nur BGH, Urteil vom 19. März 1992 - I ZR 122/90 -, NJW-RR 1992, S. 1065;… Zöller, ZPO, § 309 Rn. 6).
Zu entscheiden hatten vorliegend daher die nach dem Geschäftsverteilungsplan des Landgerichts Duisburg zuständigen Richter (vgl. BGH, Urteil vom 19. März 1992, a.a.O.).
Nachdem eine Beratung stattgefunden hatte, richtete sich die ordnungsgemäße Besetzung des Senats danach, welche Richter an der Beratung teilgenommen hatten (BGH 22. Dezember 1967 - V ZR 114/64 -, MDR 1968, 314 und 19.3.1992 - I ZR 122/90 - NJW-RR 1992, 1065 unter I. der Gründe).
In der Vergangenheit sind diese Grundsätze sowohl vom Kartellsenat als auch vom I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes uneingeschränkt auch auf Vertriebsbindungssysteme angewandt worden (Kartellsenat: BGHZ 40, 135, 137 f. - Trockenrasierer II; BGH GRUR 1968, 272, 274 f. - Trockenrasierer III;… I. Zivilsenat: BGH, Urt. v. 21.2.1968 - Ib ZR 11/66, GRUR 1969, 222, 223 - Le Galion; GRUR 1985, 1059 - Vertriebsbindung; GRUR 1991, 614, 616 - Eigenvertriebssystem; Urt. v. 19.3.1992 - I ZR 122/90, GRUR 1992, 627, 629 = WRP 1992, 553 - Pajero;… vgl. ferner v. Gamm, Wettbewerbsrecht, 5. Aufl., Kap. 34 Rdn. 38;… Baumbach/Hefermehl, Wettbewerbsrecht, 20. Aufl., § 1 UWG Rdn. 796 ff.;… Piper in Köhler/Piper, UWG, § 1 Rdn. 391 ff.).
Das wäre jedoch ein von § 551 Nr. 1 ZPO zu trennender Verfahrensmangel, der jedenfalls keinen absoluten Revisionsgrund darstellt (vgl. auch BGH, Urt. v. 28. April 1992, XI ZR 165/91, NJW 1992, 2146, 2147 und v. 19. März 1992, I ZR 122/90, BGHR ZPO § 128 Abs. 2, Richterwechsel 2).
Das Berufungsgericht hat zum Tatbestand des wettbewerbswidrigen Verleitens zum Vertragsbruch, der nach der ständigen Rechtsprechung des Senats (vgl. zuletzt BGH, Urt. v. 19.3.1992 - I ZR 122/90, GRUR 1992, 627, 629 = WRP 1992, 553 - Pajero) auch die praktische Lückenlosigkeit des Vertriebsbindungssystems voraussetzt, keine Feststellungen getroffen.
Die Situation ist daher vergleichbar mit derjenigen im Zivilprozess, wenn dort nach einer mündlichen Verhandlung das schriftliche Verfahren angeordnet wird, wozu der Bundesgerichtshof entschieden hat, dass § 309 ZPO nicht gilt (vgl. BGH MDR 1993, 39).
§ 309 ZPO, wonach das Urteil nur von denjenigen Richtern gefällt werden kann, welche der dem Urteil zugrundeliegenden Verhandlung beigewohnt haben, gilt nach ganz herrschender Meinung (vgl. BGH NJW-RR 1992, 1065 [BGH 19.03.1992 - I ZR 122/90] m.w.N.), die verfassungsrechtlich unbedenklich ist (BVerfG NJW 2008, 2243 [BVerfG 30.01.2008 - 2 BvR 2300/07] ) und die der Senat für zutreffend hält, auch dann nicht, wenn nach einer mündlichen Verhandlung eine Entscheidung im schriftlichen Verfahren getroffen wird.
Soweit der Senat die Ergebnisse der mündlichen Verhandlung vom 24. Juli 2014 verwertet, verstößt das nicht gegen § 355 ZPO, weil es nicht um Glaubwürdigkeitserwägungen geht, sondern um den protokollierten Inhalt der mündlichen Verhandlung (vgl. hierzu BGH NJW 1997, 1586; BGH NJW-RR 1992, 1065 [BGH 19.03.1992 - I ZR 122/90] ; BGHZ 53, 245 = NJW 1970, 946).
BVerwG, 21.03.2017 - 2 B 88.16
Anwendbarkeit des § 112 VwGO bei Entscheidung ohne mündliche Verhandlung

References: § 1
 § 13
 BGH 
 § 128
 § 309
 BGH 
 § 1
 § 1
 § 551
 § 128
 § 309
 BGH 

§ 309
 BGH 
 § 355
 BGH 
 BGH 
 § 112