Source: http://sgipt.org/medppp/NadP.htm
Timestamp: 2018-06-18 05:25:53+00:00

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IP-GIPTDAS=14.09.2013 Internet-Erstausgabe, letzte Änderung: 11.02.17
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Nachrichten aus der Psychiatrie und Umfeld
Inhaltsüberblick Editorial.
Anfrage bei der DGPPN.
Der Okkultismus in der Forensischen Psychiatrie.
Gerichte geben Gutachtern häufig Tendenzen vor.
Ist die Forensische Psychiatrie eine Wissenschaft und woran
könnte man das erkennen?
Diagnosewandel nach Unterbringung. Kritisches von Kröber.
Phänomenologie islamistischer Straftäter.
BVerfG: Die Überpfüfung einer Maßnahme ...
Culture Clash. Kampfwörter.
Nachrichten zu Gustl Mollath.
Öffentliche Diskussion zur Psychiatrie.
Leserbrief an die NN: Falsche Suggestivbehauptung Zwang:
es gibt spätestens seit 1801 Alternativen. [externer Link]
Statt Psychiatrie 2.
In memoriam: 40 Jahre Triest.
180 Tages Dauerfixierung in Vitos-Klinik Gießen?
Bei lebendigem Leibe verfault.
Sachgerechte Elektroschocks und 114 Tage Isolierzelle.
Potentieller Missbrauch forensisch-psychiatrischer "Behandlung"
und Verwahrung.
Meldungen potentiellen Missbrauchs.
Hitlers Helfer. Psychiatrie im Nationalsozialismus.
erfasst, verfolgt, vernichtet ... Ausstellungseröffnung.
Justizirrtum: Viereinhalb Jahre zu Unrecht in der Psychiatrie.
Ilona Haslbauer wird am 14. August entlassen ...
Erneuter Prozess Ilona Haslbauer wegen Vorfall 2010.
ICD-10 Verschlüsselungspraxis in Gutachten, Stellungnahmen ...
Fehldiagnose in Nervenklinik „gemeingefährlich“.
Fehldiagnosen bei Psychiatern liegen bei 45 % (2008).
Monahan-Studie.
Rosenhan-Versuch.
Topeka Skandal.
Wegen Fehldiagnose: Mädchen 6 Jahre in der Psychiatrie.
Kendell (dt. 1978) Die Diagnose in der Psychiatrie.
Psychiatrische Gutachten. Fangfragen für Simulanten.
Österreich: "Zwölf Psychiater für 258.000 erkrankte Kinder.
Ziegert: Ein rechtsfreier Raum ...
Wie Überprüfungen von Maßregelvollzugs-Beweisfragen
organisieren? - Empfehlungen.
Strafvollzug, Sicherungsverwahrung, Resozialisierung und Sozialtherapie.
Feuertod in russischer Psychiatrie.
Literatur * Links * Querverweise * Zitieren.
Anfrage bei der DGPPN zu Beschwerden über forensisch-psychiatrische Gutachten
gibt es bei der DGPPN so etwas wie ein Berufs-, Schieds- oder Ehrengericht, das sich mit potentiellem Fehlverhalten von forensischen psychiatrischen Sachverständigen befasst?
Falls: Wie und von wem kann diese Institution in Anspruch genommen werden?
Konkret geht es um den Fall Mollath und seine Gutachter.
Sie haben bisher keine Eingangsbestätigung oder Orientierung erteilt. Untergegangen?
vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich eines Schiedsgerichts der DGPPN.
Derzeit klären wir noch eine entsprechende Empfehlung und bitten Sie deshalb um ein wenig Geduld.
Mit besten Grüßen, Gabriel Gerlinger
Dipl. Psych. Gabriel Gerlinger M. A.
Sehr geehrter Herr Kollege Gerlinger,
vielen Dank für Ihre - wenn auch sehr unbestimmte - Orientierung. Könnten Sie den Zeitraum etwas genauer angeben?
Mit freundlichen Grüßen Rudolf Sponsel
besten Dank nochmals für Ihre Anfrage und Ihre Geduld.
Die DGPPN hat sich mit den Entwicklungen der letzten Monate intensiv auseinandergesetzt. Zum einen hat sie sich schriftlich in Pressemitteilungen und Stellungnahmen zu den öffentlichen Diskussionen der forensischen Psychiatrie geäußert. Zum anderen hat sie eine unabhängige wissenschaftliche Expertenkommission gegründet, welche zur Beratung und Aufklärung der in Gesetzgebung, Rechtsprechung und Pressewesen Tätigen zur Verfügung steht (http://www.dgppn.de/fileadmin/user_upload/_medien/download/pdf/pressemitteilungen/2013/Einf%C3%BChrung_Expertenkommission_Recht_und_Psychiatrie_final.pdf).
Nicht zuletzt hat die DGPPN am 11.09.13 einen Presseworkshop für Journalisten zum Thema forensische Psychiatrie ausgerichtet, und engagiert sich gegenüber der Politik für eine Maßregelreform (http://www.dgppn.de/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/149/reform-des-m.html).
Bitte beachten Sie jedoch, dass weder die DGPPN noch die Expertenkommission sich in laufende Verfahren einmischen können. Deshalb werden sie auch in der Sache des Herrn Mollath keine Beurteilung der psychiatrischen Sachverständigengutachten vornehmen, die Gegenstand der noch andauernden Verfahren sind.
Mit besten Grüßen, i.A. Gabriel Gerlinger
Im Fall der 48-jährigen Frau, die sich wegen Brandstiftung vor dem Ravensburger Landgericht verantworten muss, hat der Verteidiger am Freitag die Ablehnung des psychiatrischen Sachverständigen beantragt: Er sei ungeeignet und befangen. ... Da es hier nicht nur um das Strafmaß geht, sondern vor allem auch darum, ob die Frau in der Psychiatrie oder in der Sicherungsverwahrung unterzubringen ist, kommt dem forensischen Gutachten in diesem Fall besondere Bedeutung zu.
Dieser Verantwortung werde der Psychiater Ernst Baljer nicht gerecht, befand Verteidiger Adam Ahmed am Freitag in seinen Anträgen. Dieser habe für seine „Metaanalyse“, wie es Baljer selbst nannte, Gutachten aus der langjährigen kriminellen Vergangenheit der Angeklagten herangezogen, die ihm nur zum Teil vollständig und nicht alle im Original vorgelegen hätten. In seinen Äußerungen habe er die Gutachterkollegen diffamiert. Ahmed bemängelt insbesondere, dass der Psychiater keine Personalakten aus dem Strafvollzug und der Sicherungsverwahrung eingesehen habe, um sich ein Bild von der Frau zu machen. Diese Einsichtnahme fordere aber der BGH in einer Grundsatzentscheidung. In diesem Fall sei dies umso wichtiger gewesen, als die Angeklagte praktisch ihr ganzes Leben im Vollzug verbracht habe.
Der Gutachter habe diffamierende und unzutreffende Behauptungen aufgestellt und sich deutlich von den Klassifikationssystemen für Krankheiten distanziert, an welchen sich die Rechtsprechung orientiere. Dass Baljer dies auch noch in einer Sitzungspause gegenüber der Presse äußere, sei ein Zeichen mangelnder Professionalität. ... " [schwaebische.de 21.11.2014]
Phänomenologie islamistischer Straftäter
Ein interessanter Vortrag von Prof. Dr. Norbert Leygraf im Rechtspsychologischen Kolloqium im Psychologischen Institut der FAU Erlangen am 19.5.14. Er berichtete über insgesamt 60 begutachtete Fälle im Umfeld Staatsschutz. Davon waren 29 islamistische Straftäter. 6 von den 29 haben sich - im Erkenntnisverfahren - nicht explorieren lassen, die meisten (80%) aber schon - im Gegensatz zu RAF-Mitgliedern. In der Diskussion fragte ich natürlich, was er denn mache, wenn sich der Proband nicht zur Zeit bei Begehung der Tat, wie im § 20 StGB ja verlangt wird, äußere. Die Antwort dann sei es schwierig habe ich als ausweichend erlebt. Denn es ist ganz einfach: wenn man nichts weiß, kann man nichts sagen und erst recht nicht gutachten.
Die wichtigste Botschaft: die Stichprobe sei zu klein, um statistische Aussagen machen können, aber phänomenologisch sei es wohl so, dass die meisten Terroristen psychiatrisch unauffällig und weitgehend "normal" seien. Überstimmend könne man nur sagen, es handle sich durchweg um junge Männer. Schmidbauers Hypothesen und de Boors abwegigen Konstruktionen steht N. Leygraf kritisch gegenüber. In einer Gruppe zeigte sich ein stärkere Ausprägung der Identitätssuche. M.E. wurde eine möglicherweise gut passende Hypothese nicht untersucht: das Motiv nach Sinn und Bedeutung, sich einer großen Sache kämpferisch hinzugeben. Was daran nun spezifisch narzißtisch sein soll, blieb auch weitgehend ungeklärt. Die Hypothese - sich einer großen Sache hingeben - passt auch gut zu der teilweise festgestellten Identitätsproblematik. Aufklärung, wie leicht es anscheinend ist, alle moralischen und ethischen Hürden zu überspringen, wenn man sich (s)einem mörderischen und terroristischen Fanum hingibt, wurde anscheinend auch nicht gesucht.
Inzwischen gibt es eine Publikation: Leygraf, Norbert (2014) Zur Phänomenologie islamistisch-terroristischer Straftäter.
Forens Psychiatr Psychol Kriminol (2014) 8:237–245. DOI 10.1007/s11757-014-0291-2.
Diagnosewandel nach Unterbringung - Kritisches von Kröber.
"Anders als Erfahrungswissenschaftler neigen Juristen zu einem kindlichen Nominalismus, also zu dem Glauben, dass das Wesen einer Sache in deren Namen liegt; der Mond ist der Mond und nicht „la luna“. Mag sein, dass es in Italien la luna gibt, aber bei Besuchen dort sehen wir den deutschen Mond. Und Mörder ist halt, wer aus Mordlust … Dies kann zu erheblichen Kommunikationsproblemen zwischen Juristen und Psychowissenschaftlern führen. Die nominalistische Anfechtung auch der Psychiater ist aber groß, wie sich derzeit z. B. bei der Übersetzung des diagnostischen Manuals DSM-5 zeigt."
Nach dieser deutlichen Attacke (< Naives Universaliendenken) kommt er zum Ende hin zu dem brisanten Thema der Jahresgutachten:
"Erstaunlicherweise wechseln die in Jahresstellungnahmen der Kliniken genannten Diagnosen häufig, in Abhängigkeit von wechselnden Oberärzten oder Psychologen, ohne dass dem für die Behandlung eine große Bedeutung zuzukommen scheint. Dies wäre eher ein sinnvoller Ansatzpunkt anwaltlicher Nachfrage: Ist der so bezeichnete Erstaunlicherweise wechseln die in Jahresstellungnahmen der Kliniken genannten Diagnosen häufig, in Abhängigkeit von wechselnden Oberärzten oder Psychologen, ohne dass dem für die Behandlung eine große Bedeutung zuzukommen scheint. Dies wäre eher ein sinnvoller Ansatzpunkt anwaltlicher Nachfrage: Ist der so bezeichnete bezeichnete Zustand denn immer noch einer, der eine erhebliche Gefährlichkeit konstituiert? Also weniger die konventionsgebundene Benennung des Zustandes (Diagnose), sondern die psychopathologische Intensität und kriminologische Relevanz des Zustandes bedürfen der ständigen sorgfältigen Überprüfung. Die schlimmere psychische Störung kann durchaus eine geringere Gefährlichkeit indizieren: Der manifest psychotische Patient kann besser behandelbar und leitbar sein als in seiner dissozial-unstet-umtriebigen Verfassung vor Krankheitsbeginn.
Bei vielen Jahresstellungnahmen gemäß § 67e StGB klafft eine Lücke zwischen der Diagnose, die in der Regel nicht mehr begründet wird, wie auch Diagnosewechsel oft nicht begründet werden, und der angegebenen Zielsymptomatik der Therapie. Diese liegt oftmals im Bereich der Optimierung der Anstaltstauglichkeit des untergebrachten Patienten („Wie werde ich ein pflegeleichter Patient“), also der Reduktion von Kränkbarkeit (durch die kränkenden Regeln der Freiheitsentziehung), Dominanzstreben (nach mehr Freiheiten) und Impulsivität (Lautwerden bei Ärger). In einem Mittelbereich dazwischen liegen allgemeine, hehre Ziele wie „Herstellung einer tragfähigen therapeutischen Beziehung“ oder „Deliktbearbeitung“, die vermeintlich bei jeder Diagnose richtig und wichtig sind. Es lohnt sich also für den externen Gutachter, für Rechtsvertreter des Untergebrachten und die Strafvollstreckungskammer nachzufragen, sich erklären zu lassen oder selbst abzuklären, welcher kriminogene, die Schuldfähigkeit erheblich vermindernde Zustand denn eigentlich (noch) vorliegt und welche Behandlung dafür angeboten wird. Im Grunde sollte man systematisch die Vorschriften des § 66c StGB zur Behandlungsqualität auch für die psychiatrischen Maßregelpatienten anwenden und entlassen, wenn die stationäre Therapie an ein Ende gekommen ist und ambulante Sicherung ausreicht. Allemal greift hier, neuerdings, der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit."
Quelle und mehr: Kröber, Hans-Ludwig (2014) Blitzlicht. Diagnosewandel nach Unterbringung. Forens Psychiatr Psychol Kriminol (2014) 8:154–155.
Psychiater-Fall: Bis zu 13 Urteile könnten kippen
"Der frühere Gerichtspsychiater, der bei Aschaffenburg versucht haben soll, ein völlig fremdes Kind zu entführen, war in den vergangenen zwei Jah­ren in 13 Strafverfahren vor Gerichten im Freistaat als Gutachter bestellt. Das hat am Montag der bayerische Justizminidter Win­fried Bausback (CSU) im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. ..." [MainNetz 9.5.14]
Ist die Forensische Psychiatrie eine Wissenschaft und woran könnte man das erkennen?
Sogenannte "Wissenschaftlich begründete forensisch psychiatrische Gutachten" (2 Bsp) sollten Auskunft geben, wie forensisch-psychiatrische Wissenschaft funktioniert. Ist es tatsächlich Wissenschaft, die hier angewandt wird, oder sind es eher magisch anmutende Rituale sog. "primitiver" Kulturen? Ist etwa das forensisch-psychiatrische Sachverständigengutachten in der Verhandlung bei Gericht eine bloße theatralische Inszenierung, ein pseudowissenschaftliches Schauspiel?
Provokante Fragen, die aber nicht nur gestellt werden dürfen, sondern müssen. Auf diese Fragen bin ich mittlerweile notwendigerweise gestoßen, weil der Murks und Pfusch in der forensischen Psychiatrie offensichtlich systemischer Natur und kein Einzelfall ist. Zwei Grundhypothesen bieten sich daher an: die wollen nicht anders oder sie können nicht anders. Und falls sich herausstellen sollte, dass es sich tatsächlich oft nur um magische Rituale und Inszenierungen handelt, muss man natürlich fragen: warum machen die RichterInnen dieses pseudowissenschaftliche Theater mit? Können die etwa selbst gar nicht wissenschaftlich denken oder wissen die um den Spielcharakter der Sachverständigeninszenierung?
Als jüngste erschütternde Erkenntnis musste ich feststellen, dass im 5bändigen "wissenschaftlichen" Standardwerk der Forensischen Psychiatrie in Bd. 4, Kriminologie und Forensische Psychiatrie, in der Übersichtsarbeit "1.8 Erklärungsmodelle von Delinquenz" von D. Hermann, zwar 13 Kriminalitätstheorien, aber keine psychiatrische aufgeführt wird, obwohl es für die angemessene Beantwortung der Beweisfragen nach §§ 20, 21 StGB zwingend erforderlich wäre, den Zusammenhang zwischen psychischer Störung und Delinquenz (Straftaten) wissenschaftlich begründet darzulegen, wie sogar Kröber (theoretisch natürlich) erkennt.
Der Okkultismus in der Forensischen Psychiatrie - natürlich DGPPN zertifiziert
Okkult bedeutet verborgen, geheim, dunkel. Bei dem Wort denkt man an Magie, Zauberer, Hexen, an grenzwissenschaftliche oder metaphysische Spinner. Der Gerichtsmediziner Prokop und der Jurist Wolf Wimmer haben schon 1976 sogar ein Buch "Der moderne Okkultismus" aus wissenschaftlicher und vernünftiger Perspektive geschrieben, das sie 2006 fortschrieben: "Der moderne Okkultismus: Parapsychologie und Paramedizin ; Magie und Wissenschaft im 20. Jahrhundert." Obwohl die Kritik an Esoterik und modernem Okkultismus sehr berechtigt und wichtig ist, fehlt den meisten wissenschaftlich orientierten Menschen der Blick für die eigene Esoterik, den eigenen Okkultismus. Sie sehen den Splitter im Auge der bekannten Okkultismen, aber nicht den Balken im eigenen (> Szientismus-Glosse; Signifikanz; Kommentar; FA-Zaubern;).
Wenn forensische PsychiaterInnen in verhältnisblödsinniger Manier sich anmaßen, ohne persönliche Untersuchung, ohne Exploration und ohne entsprechende Datengrundlage "Gutachten" über Menschen zu verfassen, die dann für Jahre oder Jahrzehnte auf dieser okkulten Basis des Nichts im Maßregelvollzug verschwinden, so müssen sie offensichtlich über geheime und verborgene Erkenntnisquellen verfügen. Im Fall Mollath tummelten sich gleich bald ein halbes Dutzend solcher okkulten forensischen Psychiater, besonders hervortraten Dr. K. Leipziger und Prof. Dr. K.-L. Kröber.
Es wäre sehr wünschenswert, wenn die DGPPN einmal erklären würde, wie man mit ihrem Zertifikat solche okkulten Fähigkeiten erwerben kann: gutachten auf der Basis des informativen Nichts. Besonders, wenn es um die Fragen der Voraussetzungen der Schuldfähigkeit "bei Begehung der Tat" (§ 20 StGB) geht. Da hilft natürlich auch keine noch so lange "Beobachtung", da sich aus Beobachtungen des Verhaltens zum Zeitpunkt t2, gewöhnlich Monate oder Jahre später, nicht auf das Erleben zum Zeitpunkt t1 schließen lässt. Das kann nur, wer offensichtlich über okkulte oder parapsychopathologische DGPPN-zertifizierte Qualitäten verfügt.
Querverweise: Das Meinungsachten in der Psychiatrie, Gutachten nach Aktenlage, Was ist ein wissenschaftliches forensisch-psychopathologisches Gutachten?
"Seit dem Fall Mollath sind die Vorbehalte gegen vom Gericht bestellte Gutachten gewachsen. Zu Recht, wie nun die Ergebnisse einer Doktorarbeit zeigen. Gerichte signalisieren den Gutachtern häufig, welche Ergebnisse die Richter sich wünschen. Und viele sind wirtschaftlich von deren Aufträgen abhängig. ... Fingerzeig vom Gericht Vor allem die Psychiater und die Psychologen haben solch einen Fingerzeig schon häufig erlebt: 28 Prozent der befragten Psychiater und 45 Prozent der Psychologen gaben an, in Einzelfällen oder sogar häufig ein Signal bekommen zu haben, in welche Richtung ihr Gutachten laufen soll. Diese Ergebnisse werden in der neuesten Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes publiziert. ..." [SZ 14.02.2014]
FPPK: Schwerpunktthema: Qualität in der forensischen Begutachtung erreichen, prüfen und aufrechterhalten
"Die Qualifizierung darf sich nicht nur auf den Erwerb des fachlichen Wissens konzentrieren, sondern es müssen auch Fähigkeiten und Kompetenzen in der praktischen Anwendung systematisch vermittelt werden."
Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie, Volume 8, Issue 1, February 2014
Aus dem Editorial von Henning Saß:
” … Am Beginn steht der Beitrag von Cording aus Regensburg, der neben der fundierten Darstellung grundsätzlicher Aspekte auch interessante Vorschläge zur Weiterentwicklung unserer Standards und Fortbildungsmaßnahmen enthält. Sodann behandelt Nedopil vom Münchener Lehrstuhl das von den praktischen Auswirkungen her besonders wichtige Gebiet der betreuungsrechtlichen Begutachtungsfragen, die im Hinblick auf die demografische Entwicklung in unserem Land stetig an Bedeutung gewinnen werden.
Eine Darstellung der Grundlagen für die sozialrechtliche Begutachtung liefern die Kollegen Foerster aus Tübingen und Dressing aus Mannheim, wobei insbesondere das in der Praxis ebenso wichtige wie vom theoretischen Konzept her vage Konstrukt der zumutbaren Willenstätigkeit eine hilfreiche Klärung erfährt. Beide Autoren widmen sichber hinaus in einem weiteren Beitrag dem derzeit besonders aktuellen Problem der Begutachtung posttraumatischer Belastungsstörungen, ein Thema, das trotz manch zeitgeistbedingter Überdehnung wichtige Grundsatzfragen der Kausalitätsbeurteilung berührt. Neuerdings führt dies bis zum Problem von Haftungsansprüchen an den Verursacher der traumatischen Schädigung hinsichtlich der Behandlungsund Folgekosten, ein Thema, das angesichts des komplexen Bedingungsgefüges bei Entstehung, Aufrechterhaltung und Therapie dieser Störungen außerordentlich vielschichtig erscheint.
Der Beitrag der Kollegen Sachs, Habermeyer und Ebner über die Situation der Qualifizierung und Qualitätskontrolle in der Schweiz ist zum einen von Bedeutung, weil dort gegenwärtig das curriculare System für die Weiterbildung in Forensischer Psychiatrie besonders sorgfältig aufgebaut wird, zum anderen bietet er aber auch eine interessante Vergleichsmatrix für unsere eigenen Regelungen. Diese werden dann in der den Themenkomplex abschließenden Arbeit von Müller aus Göttingen und Saimeh aus Lippstadt zusammengefasst, die beide die Sektion Forensik der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) repräsentieren.
Auch hier finden sich, wie im ersten Beitrag, grundsätzliche Überlegungen zur künftigen Gestaltung der Konzepte für die Weiter- und Fortbildung in der forensischen Psychiatrie, die es weiter zu diskutieren gilt.
Dabei ist v.a. auf einen in Zukunft wichtigen Aspekt hinzuweisen, der in ähnlicher Form schon bei der strafrechtlichen Begutachtung herausgestellt wurde: Die Qualifizierung darf sich nicht nur auf den Erwerb des fachlichen Wissens konzentrieren, sondern es müssen auch Fähigkeiten und Kompetenzen in der praktischen Anwendung systematisch vermittelt werden. Darüber hinaus kann es nicht nur bei der einmaligen Zertifizierung bleiben, vielmehr benötigen wir, wie in anderen medizinischen Disziplinen, verbindliche Verfahren der kontinuierlichen Fortbildung, einschließlich damit verbundener Prüfungsschritte und „peer reviews“ im Sinne einer Rezertifizierung nach bestimmten Zeitabständen.
Als freier Beitrag folgt schließlich die Arbeit von Wößner aus Freiburg über die Methodik der Therapieerfolgsmessung, der zwar nicht direkt zum Schwerpunktthema gehört, aber durchaus in engem Bezug zur beständigen Aufgabe der Qualitätssicherung in unserem Fach steht.”
Anmerkung Steinzeit-Forensik Ich finde, dass der Beitrag von Wößner aus Freiburg zur Therapieerfolgsmessung sehr wohl dazu passt. Denn durch die unglaublichen Vorfälle in Taufkirchen steht das "Behandlungskonzept" des Maßregelsvollzugs auf dem Prüfstand und damit die Hypothese einer Steinzeit-Forensik, in der wahrscheinlich Gewalt und Überdosierung viel zu häufig und falsch angewendet werden. Die einstigen Ketten vor Pinel sind heute nämlich zurückgekehrt als Fixierung, Isolierung und Pharmabomben. Fortschritt?
Rechtsprechung zur psychiatrischen Begutachtung
Die Überprüfung einer Maßnahme setzt gesicherte Unabhängigkeit von der Unterbringungseinrichtung voraus
BVerfG, 2 BvR 228/12 vom 20.2.2013, Absatz-Nr. (1 - 76), http://www.bverfg.de/entscheidungen/rs20130220_2bvr022812.html
Rn 71: "Entgegen den verfassungsrechtlichen Anforderungen ist zudem eine vorausgehende Überprüfung der Maßnahme in gesicherter Unabhängigkeit von der Unterbringungseinrichtung (vgl. hierzu BVerfGE 128, 282 <315 ff.>; 129, 269 <283>) nicht vorgesehen. Die erforderliche Überprüfung ist insbesondere nicht dadurch sichergestellt, dass nach § 22 Abs. 1 Satz 1 SächsPsychKG die Behandlung eines Untergebrachten, die nicht mit dessen eigenem Einverständnis erfolgt, grundsätzlich das Einverständnis des gesetzlichen Vertreters, bei Erwachsenen also eines Betreuers, voraussetzt. Zwar gehört neben anderen möglichen Lösungen, wie etwa einem Richtervorbehalt oder der Beteiligung einer sonstigen neutralen Stelle (vgl. BVerfGE 128, 282 <316>), auch die Einschaltung eines Betreuers grundsätzlich zu den in Betracht kommenden Möglichkeiten der erforderlichen vorausgehenden externen Überprüfung, sofern das Betreuungsrecht selbst dies zulässt. Die in § 22 Abs. 1 Satz 1 SächsPsychKG getroffene Regelung sieht jedoch, unabhängig von den betreuungsrechtlichen Fragen, die sie aufwirft, eine derartige Überprüfung schon im Ansatz nicht vor. Die Vorschrift weist, indem sie die Zulässigkeit einer Zwangsbehandlung allein an das Vorliegen des Einverständnisses des gesetzlichen Vertreters bindet, diesem nicht die Funktion zu, eine Entscheidung der Klinik darauf hin zu überprüfen, ob sie vorgegebenen gesetzlichen Maßstäben entspricht. Vielmehr setzt sie die Entscheidung des Betreuers an die Stelle solcher Maßstäbe. Um eine externe Kontrolle im Sinne des Erfordernisses vorausgehender Überprüfung der Maßnahme in gesicherter Unabhängigkeit von der Unterbringungseinrichtung handelt es sich daher hier nicht. Das Fehlen materieller Kriterien für die Zulässigkeit einer Zwangsbehandlung (oben B.I.3b)bb)(1)) entzieht somit zugleich dem verfahrensrechtlichen Ansatz des angegriffenen Gesetzes die ihm zugedachte Legitimationsfunktion."
Forensisch-psychopathologische Forschung - Umschau
Im neuen Heft 4, 2014 der FPPK hat Prof. Dr. Kröber ein "Blitzlicht" verfasst":
Chemische Kastration bei Sexualstraftätern
Kröber leitet seinen Artikel mit den wichtigen Fragen ein: "Wann ist die Kastration eines Sexualstraftäters eigentlich eine indizierte Behandlungsmaßnahme? Bei jedem oder nur bei bestimmten? Bei welchen begangenen oder erwarteten Taten und welchen Tätern?" Sodann erfahren wir staunend: "... es gab seit vielen Jahren in Deutschland die Androcur®-Behandlung, die aus heutiger Sicht regelhaft unprofessionell, ohne objektivierende Wirkungskontrolle und ohne sichernde Begleituntersuchungen durchgeführt wurde." Das hört sich regelrecht nach unkontrollierten Medikamentenversuchen bei Sexualstraftätern an." Später schlussfolgert Kröber: "Ein Siegeszug des Androcur® zur Rückfallprophylaxe wird nicht berichtet; dies wurde anscheinend auch nicht systematisch beforscht." Das also auch nicht. Kröber berichtet weiter: "Ende des letzten Jahrtausends kam es zum Siegeszug der neuen Antiandrogene, der Luteinisierendes-Hormon-Releasing-Hormon(LHRH)-Agonisten. ..." Und er resümiert: "... Inzwischen haben wir mehr als zehn Jahre Erfahrung mit dem professionellen Einsatz der Medikamente, er funktioniert und ergänzt den in der begleitenden Psychotherapie nahegelegten Verzicht auf sexuelles Erleben zugunsten anderer Dinge, die das Leben gleichwohl lebenswert machen. Ob damit ein Rückgang der Rückfälligkeit mit Sexualstraftaten bewirkt wird, bleibt gleichwohl offen; es gibt dazu, so Eher 2010 [1], keinen Nachweis in kontrollierten Studien. Problematisch ist, dass die Rückfälligkeit bei behandelten Sexualstraftätern ohnehin niedrig im einstelligen Prozentbereich ist und zudem weiter zurückgeht. (Eher nennt Werte um 5 %.)" Nach einer Fallschilderung das Ergebnis: "... Allemal wäre wünschenswert, dass wir über klare Indikationen in Maßregelvollzug und Haft diskutieren und uns einig werden. Und über die Frage, wo fürsorgliche Beratung endet und Machtmissbrauch beginnt."
Bibliographie: Kröber, Hans-Ludwig (2014) Blitzlicht Chemische Kastration. Forens Psychiatr Psychol Kriminol 8, 302–304
Das neue Heft 3, 2014 der FPPK (Forensische Psychiatrie, Psychologie und Kriminologie, Auswahl)
Intelligenzminderung und geistige Behinderung im Maßregelvollzug
Die Fachzeitschrift Forensische Psychiatrie, Psychologie und Kriminologie bringt in ihrem Heft 3. Quartal 2014 einen Schwerpunkt als Schwerpunktthema Intelligenzminderung und geistige Behinderung. Nach den extremen Fehlleistungen im Fall Ulvi Kulac (Peggy) durch Prof. Dr. Kröber mag es verwundern, dass ausgerechnet er, der doch gezeigt, dass er hier nichts kann und völlig überfordert war, das Editorial übernahm. Ansonsten ist es natürlich außerordentlich verdienstvoll, diesem Schwerpunktthema einmal die erforderliche Aufmerksamkeit zu widmen, u.a. zum schwierigen Thema Beurteilung von Einsichts- und Steuerungsfähigkeit bei Personen mit geistiger Behinderung im Strafverfahren, von
Matthias Lammel.
Gutachtenschulden sollten der Staat oder die Institutionen übernehmen - Kritik an aufgeblähten Gutachten
Im Blitzlicht der Fachzeitschrift Forensische Psychiatrie, Psychologie und Kriminologie, Heft 3. Quartal 2014, fordert Prof. Dr. Kröber zu Recht, dass man den Untergebrachten nicht alle Gutachterkosten aufbürden kann, darf und sollte. Er berichtet:
"Nun schicken keineswegs alle Bundesländer ihren Untergebrachten die Rechnungen für das Prognosegutachten, aber manche. Zum Beispiel Bayern und Sachsen. Da bekommt der Sicherungsverwahrte oder der Maßregelpatient bald nach Vorlage des Gutachtens eine Vorstellung, wie teuer die fachkundige Fortschreibung seiner Freiheitsentziehung ihn kommt. Ein unterfränkischer Patient berichtete, dass wirklich alles in Rechnung gestellt wurde: der hochgesicherte Transport des Patienten über mehrere Hundert Kilometer in die Landeshauptstadt, der teure mehrtägige stationäre Aufenthalt in der Universitätsklinik, das lange Gutachten einer Assistenzärztin, die kurze Untersuchung und Gegenzeichnung durch einen Professor, das allem Anschein nach diagnostisch und kriminalprognostisch entbehrliche psychologische Zusatzgutachten, der hochgesicherte Rücktransport und schließlich auch noch die Kosten der Anhörung und seines eigenen Anwalts bei der Anhörung. Die Gesamtsumme betrug recht exakt 12.000 €. Der Mann legte dagegen beim Oberlandesgericht Beschwerde ein: Es sei unbillig, ihm die Kosten für diese enorm kostenträchtige Form der von ihm weder begehrten noch beauftragten Begutachtung aufzuerlegen. Das OLG beschied knapp, es gelte das Verursacherprinzip, er habe zu zahlen."
Sehr zu unterstützen ist sein Schlussappell:
"An die Psycho-Gutachter ist der Appell zu richten, aufgeblähte Gutachten zum immer gleichen hohen Preis zu unterlassen. Das fängt bei der übergroßen Schrift an, als
gehe es um eine Lektüre für Leseanfänger, und geht damit weiter, dass wie in einer immer fetteren Matroschka-Puppe erneut sämtliche Vorgutachten referiert werden. Die Neigung
zur Reduplikation der Vorgutachten führt nicht selten dazu, dass auch all deren Denkfehler reproduziert werden, sodass schließlich auch die Beurteilung so ausfällt wie bei
allen vorherigen. Stattdessen sollte man überlegen, was man zur Klärung noch beitragen kann. Weswegen ist der Mann immer noch da, was wissen wir eigentlich heute noch von seiner ursprünglichen Gefährlichkeit? Da muss man vielleicht nochmal oder erstmals die Ermittlungsakten sichten und dieses Material zur Verfügung stellen; das ist verdienstvoller
als immer neue Kurzfassungen von Vorgutachten. Und natürlich: hingehen zum Probanden, wenn man seine Lage verstehen will: ihn und sein Gefängnis erleben, ihn und seine Klinik erleben. So lernt der Gutachter auch seine Heimat kennen."
Mindeststandards der Nachsorge als integraler Bestandteil der Führungsaufsicht
Das ist ein weiterer wichtiger Beitrag der Fachzeitschrift Forensische Psychiatrie, Psychologie und Kriminologie im Heft 3. Quartal 2014. ist Mindeststandards forensischer Nachsorge, Qualitätskriterien in forensisch-psychiatrischen Nachsorgeambulanzen von Roland Freese und Friedhelm Schmidt-Quernheim.
"Zusammenfassung Forensische Nachsorge ist seit 2007 integraler Bestandteil der Führungsaufsicht. Durch die Aufnahme in das Strafgesetzbuch (StGB) ist es zu einer enormen Zunahme von Fällen gekommen, die durch forensische und forensisch-psychiatrische Ambulanzen betreut werden. Diese Art der Nachsorge scheint, gemessen an den Rückfallraten in Delinquenz, sehr erfolgreich zu sein. Bisher wenig bedacht war, welche Standards inhaltlicher und formaler Arbeit zum Erfolg der Nachsorge beitragen. Der vorliegende Beitrag beleuchtet entlang von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität die Parameter, die die Grundlage einer erfolgreichen Nachsorge ausmachen, skizziert darüber Mindeststandards der Ausstattung von Nachsorgeambulanzen und gibt damit einhergehend auch den Rahmen eines sachgerechten Berichtswesens vor."
Anmerkung: Interessenkonflikt:? R. Freese und F. Schmidt-Quernheim geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Psychiatrie, Kultur und Gesellschaft ... " []
"„ANTIPSYCHIATRIE"-BEWEGUNG Eine Institution steht am Pranger
Die Psychiatrie-Enquete war auch eine Folge der „Antipsychiatrie"-Bewegung. Die Kernthesen der Bewegung setzen sich zwar nicht durch. Doch die Psychiatrie richtet heute ihren Blick auch auf das Umfeld Betroffener, bezieht Probleme wie „labeling" und Stigmatisierung ein und hinterfragt ihre Diagnosen selbstkritisch.
Kritik begleitet das Fach Psychiatrie seit seinen Anfangen. Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts richtete sich die Kritik vor allem gegen den kustodialen Stil der Anstaltspsychiatrie. Dieser „Verwahr- und Verwaltungsstil" war so alt wie die Anstalten selbst. 1816 beschrieb Jean Esquirol das patriarchale Leitungsprinzip: „In einer Irrenanstalt muss von dem Vorsteher alles abhängen. (...) Die Diener müssen ein Beispiel der Willfährigkeit und des Gehorsams gegen das Reglement und den Chef geben. Durch ihre Anzahl zeigen sie eine große Macht (...); sie überzeugen dadurch den widerspenstigen Kranken, dass jeder Widerstand eitel sein würde (... )." „Ich bin der Arzt, Dein Herr", überschreibt Martin Schrenk 1976 in Anlehnung an das Alte Testament diese Haltung. Kustodiale Psychiatrie zielte vor allem auf Aufbewahrung, Versorgung und Wohlverhalten der Kranken, weniger auf ihre Förderung, Anregung und Behandlung. ... Die Sammelbezeichnung „Antipsychiatrie" erweckt den Eindruck einer Konsistenz in Theorie und Praxis, der de facto nicht besteht. David Cooper bezeichnet als Einziger sein Konzept als „Antipsychiatrie". Franco Basaglia, Agostino Pirella und Giovanni Jervis sprechen von „antiinstitutioneller", „demokratischer" und „kritischer Psychiatrie", Erich Wulff und Klaus Dörner nennen ihre Position „kritische Sozialpsychiatrie" beziehungsweise „Sozialpsychiatrie", und Asmus Finzen wählt den Begriff „alternative Psychiatrie". .... " [PP Deutsches Ärzteblatt 11, 2014., S. 202: PDF]
"Welttag der Seelischen Gesundheit Psychisch krank und mitten im Arbeitsleben?!
Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen stehen immer noch vor großen Barrieren, wenn sie auf den ersten Arbeitsmarkt gelangen wollen: Mehr als die Hälfte ist von Arbeitslosigkeit und Frühberentung betroffen. Auch erleben sie häufig Stigmatisierung. Zum Auftakt der 8. Berliner Woche für Seelische Gesundheit fordern das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) sowie Gesundheitsstadt Berlin deshalb heute in Berlin, die beruflichen Chancen für Betroffene zu verbessern. ..." [DPGPPN Presseinformation Nr. 29 |09.10.2014, PDF]
Stille Tage in der Psychiatrie - Andere Welt
"MACHTVERHÄLTNISSE Über Wochen hat die Hamburger Filmemacherin Christa Pfafferott Pflegerinnen und Patientinnen in einer forensischen Klinik mit der Kamera begleitet. Ihre Dokumentation "Andere Welt" liefert Einblicke in einen fremden Alltag - voller Schlösser, Kameras und Abhängigkeiten ... "Andere Welt" läuft im Rahmen der Dokumentarfilmwoche Hamburg am 11. April, 18 Uhr, im Lichtmess-Kino, Gaußstraße 25. Regisseurin Christa Pfafferott und Produzentin Julia Kleinhenz sind anwesend und diskutieren im Anschluss mit dem Publikum ..." [taz 3.4.14]
Öffentliche Diskussion zur Psychiatrie
Leserbrief an die NN: Falsche Suggestivbehauptung Zwang: es gibt spätestens seit 1801 Alternativen.
Nachrichten zu Gustl Mollath
Am Freitag 10.10.14, 19.30 Veranstaltung mit Gustl F. Mollath u.a. im Refektorium in Heilsbronn:
Kurzze Stellungnahme Mollaths vor dem Bayreuther Justizpalast am 10.10.14.
Gustl Mollath bei der Akademischen Gesellschaft in Gießen. Seine Kritik am System ist klar und deutlich. Zu Recht beklagt er u.a., dass das Machwerk DSM 5 so wenig fachliche und öffentliche Kritik findet.
Prof. Dr. Aris Christidis Begrüßungsrede und Einführung in die Thematik: Die Richter und ihre Denker - Strukturen in der Justiz und im Gutachterwesen II 1. Teil https://www.youtube.com/watch?v=__meyTSoHCQ
Gustl Mollath - Justiz und Psychiatrie 09/2014 bei "Die Richter und ihre Denker": https://www.youtube.com/watch?v=_y19GgcvVMA
Prof. Dr. med Dr. phil. Dieckhöfer klärt über Psycho-Gutachten und Falsch-Begutachtung auf! https://www.youtube.com/watch?v=PzQzmenIVdw
Symposium in Gießen: Die Richter und ihre Denker: Strukturen in der Justiz und im Gutachterwesen – Teil II (arche 31.8.14)
Mollath beim Ilona Haslbauer Prozess in Regensburg am 25.3.14:
Mollath zitiert Plato: “Duldet ein Volk die Untreue und Fahrlässigkeit von Richtern und Ärzten, so ist es dekadent und steht vor der Auflösung.” Ein starkes Schlusswort bei Backes im Nachtcafe (21.3.14).
Am 6.3.2014 lädt der „Unterstützerkreis Ulvi“ nach Bayreuth ein. Gustl Mollath und Martin Heidingsfelder stehen für Einzelgespräche zu Menschenrechtsverletzungen in der Psychiatrie und weiteren Themen bereits ab Nachmittag im Becher-Bräu zur Verfügung. Es sind noch einige wenige Termine bis zum Veranstaltungsbeginn um 19 Uhr frei. [Flyer-PDF].
iFF Arbeitstagung (PDF) Macht, Zwang, Gewalt(?) 22.05.2014, 10.15 Uhr. Mythos „Zwangseinweisung“? – Lehren aus dem Fall Mollath. Dr. Axel Boetticher Richter am Bundesgerichtshof a.D., Prof. Dr. Jürgen Müller Chefarzt Asklepiosklinik Forens. Psychiatrie / Psychotherapie Göttingen.
Gießen: 3.3.-5.3.2014 Workshop, wahrscheinlich mit Gustl F. Mollath, zum Thema Lösungen zur Verhinderung von Machtmissbrauch. Eine gemeinsame Internet-Plattform zwischen Hessen und Bayern ist in Vorbereitung und wird demnächst bekannt gegeben.
Ohnmacht, Zwang und Psychiatrie - Geschlossene Gesellschaft,
Dr. David Schneider-Addae-Mensah im Gespräch mit "Schattenblick" (SB) am 22.11.2013. Aus dem Interview:
"SB: Die deutsche Geschichte kennt sehr finstere Kapitel der Psychiatrie, die eigentlich als überwunden galten. Steht zu befürchten, daß sich die alte Geschichte in neuer Form bis heute fortsetzt?
DS: Jedenfalls fordern die Betroffenenverbände die Abschaffung der Zwangspsychiatrie. Das ist schließlich auch das Thema dieser Tagung. Wenn dieser Zwang abgeschafft wäre, hätte man sicherlich einen großen Teil dieses Graubereichs reduziert. Ob die Psychiatrie komplett abschaffbar ist, weiß ich nicht. Aus meiner Sicht wäre das durchaus möglich, aber es handelt sich dabei sicherlich um ein sehr dickes Brett, das zu bohren ist. Bis dahin werden noch einige Jährchen ins Land gehen. ..."
Restrisiko Doku BR3, 26.11.113, 22.45, 88 min.
"Sie haben die abscheulichsten Verbrechen begangen: Mord, schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, Vergewaltigung. Von der Gesellschaft weggesperrt, fristen die Straftäter ihr neues Dasein im Maßregelvollzug - meist lebenslang. Hinter den grausamen Taten der Straftäter verbergen sich krankhafte seelische Störungen wie Schizophrenie, massive Persönlichkeitsstörungen oder sexuelle Orientierungsstörungen, die es zu therapieren gilt. ... Im Gegensatz zum Justizvollzug ist für die kranken Straftäter die Unterbringung in der Forensischen Psychiatrie immer unbefristet. Noch nie zuvor konnte ein Filmteam sich wochenlang in einer Einrichtung des Maßregelvollzugs aufhalten, um dort den Alltag zu beobachten und zu dokumentieren. ..."
Eine sehr interessante Dokumentation mit drei Maßregelvollzugspatienten (Sexualstraftätern) - und der Chefin von Eickelborn - wobei der Schuldfähigkeitsstatus unklar blieb. Alle drei gehörten der Darstellung nach eher zum vierten Eingangsmerkmal (Persönlichkeitsstörung). So gesehen war die Doku nicht repräsentativ für die Kandidaten. Eine Information, wer alles in den Maßregelvollzug gelangt, wäre wünschenswert gewesen, weil sonst ein falsches Bild vermittelt wird. Auffiel, dass die Interviewerin sehr suggestiv fragte.
"Culture Clash. Kampfwörter Nennen Sie mich ruhig phobiophob – aber ich finde den Trend bedenklich, unsympathische Ansichten als Phobien, also psychische Störungen, zu klassifizieren. ... " [dP 31.8.13]
Querverweis: Gesellschaftliche und politische Kampfbegriffe zur Diskreditierung gegnerischer Ansichten:
populistisch (> Der politische Kampfbegriff des Populismus),
Verschwörungstheorie [im Fall Mollath: 1, 2, ],
Transkulturelle Psychologie, Psychopathologie und Psychotherapie
In Deutschland gibt es viele Migranten, Gastarbeiter, Zuwanderer, Flüchtlinge und Asylsuchen mit den unterschiedlichsten soziokulturellen Hintergründen. Daher sind Informationsquellen in diesem Feld besonders wichtig.
Hierzu ist ein wichtiges und informatives E-Buch Statt Psychiatrie 2 (aktualisiert 2013) im Antipsychiatrie-Verlag erschienen. Zum Inhalt wird ausgeführt:
"Das große Buch über Alternativen zur Psychiatrie in aller Welt. Psychiatriebetroffene, Therapeutinnen, Juristinnen, Sozialwissenschaftlerinnen, Psychiaterinnen und Angehörige von allen Kontinenten informieren über ihre alternative Arbeit, ihre Erfahrungen und Erfolge. Das Buch reflektiert die aktuellen Ansätze von Selbsthilfe und Alternativen im Falle akuter Verrücktheit sowie Wege zu einer Behandlung, die die Menschenrechte respektiert.
Was kann ich tun, wenn ich verrückt werde? Wie schütze ich mich vor Zwangsbehandlung?
Wo finde ich vertrauenswürdige Hilfe für eine Angehörige oder Freundin in Not?
Wie kann ich als Familienangehöriger oder Freund aktiv werden?
Was soll ich tun, wenn ich es nicht mehr ertrage, in der Psychiatrie weiterzuarbeiten?
Welche Alternativen zur Psychiatrie gibt es, wie kann ich mich an deren Aufbau beteiligen?
Auf diese zentralen Fragen antworten die 61 Autorinnen, ...
Beiträge: Laufend aus der Krise - Soteria - Krisenherberge Ithaca - Das Windhorse-Projekt - Individuelle Alternativen - Naturheilkunde - Intervoice für Stimmenhörer - Gruppen für Menschen mit außergewöhnlichen Überzeugungen - Recovery, Empowerment und Erfahrungswissen - Das Berliner Weglaufhaus - Second Opinion Society - Alternative Traumahilfen - Hotel Magnus Stenbock - Psychotherapie statt Psychiatrie - Offene Dialoge -Kinder und Jugendliche in psychosozialer Not - Arbeiten mit Minderheiten - Menschen mit Demenz begleiten -Männer und Psychiatrie - Selbstbestimmung und Einbeziehung von Angehörigen - MindFreedom International -MindFreedom Ghana - Juristische Hebel - Selbsthilfe im Zeitalter des Internet - Paradigmenwechsel - PSYCHEX -INTAR - Der personenbezogene Ombudsman - Vorausverfügungen - Betroffenenkontrollierte Forschung - u.v.m."
Privatisierung der Psychiatrie
"Heute beschäftigt sich der Bundestag mit dem neuen pauschalierenden Entgeltsystem (PEPP), mit dem ab 2015 alle psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken verbindlich abrechnen sollen. PEPP steht bei Patienten, Ärzten und Pflegekräften bereits seit vielen Monaten in der Kritik, da es zu schwer wiegenden Fehlanreizen in der stationären Versorgung psychisch erkrankter Menschen führt. Die DGPPN begrüßt, dass sich die Bundestagsabgeordneten jetzt mit dem Gesetz auseinandersetzen. Viel zu lange blieben die Bedenken der Experten der psychischen Gesundheit auf politischer Ebene nicht gehört. ..." [DGPPN 21.2.2014]
Psychiatrische Kliniken als Geschäftsmodell für Investoren?
"Attac kritisiert Zustimmung der Krankenhausgesellschaft zu Entgeltsystem PEPP
Notfälle/Emergencies: Wegweiser auf KrankenhausgeländeIm Gesundheitswesen droht ein weiterer Schritt der Privatisierung und Kommerzialisierung: Nach den herkömmlichen Krankenhäusern werden jetzt auch die psychiatrischen Kliniken dem Prinzip der Fallpauschalen unterworfen. Vor wenigen Tagen hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) dem neuen Pauschalierten Entgeltsystem für Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) für 2014 zugestimmt. PEPP orientiert sich in Struktur und Wirkungsweise am Fallpauschalsystem (Diagnosis Related Groups/DRGs) herkömmlicher Krankenhäuser.
"Damit wird auch in der Psychiatrie der Weg zum Geschäftsmodell für Privatinvestoren geöffnet, wie er sich im somatischen Bereich schon durchgesetzt hat", sagt Dagmar Paternoga, selbst Therapeutin und Mitglied des bundesweiten Attac-Rats.
Seit der Einführung der DGRs vor zehn Jahren haben sich die privaten deutschen Klinikkonzerne zu den größten weltweit entwickelt. Nirgendwo auf der Welt ist der Anteil privater Häuser an der stationären Versorgung so groß wie in Deutschland. "Das war nur möglich, weil die Fallzahlen finanziell attraktiver Behandlungen dramatisch gesteigert wurden, zum Teil um mehr als die Hälfte", stellt Werner Rätz vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis fest. "Damit werden die Beiträge der Versicherten und staatliche Fördergelder unmittelbar zu Gewinnen für die Investoren."
Fast alle Berufs- und Betroffenenverbände lehnen PEPP ab. Nur einzelne psychiatrische Krankenhäuser beteiligen sich an der aktuellen Testphase im Jahr 2013. Obwohl die Krankenhausgesellschaft die Kritik an PEPP bisher teilte, hat sie kürzlich der Ausdehnung der Testphase auf 2014 zugestimmt. Sie teilte mit, diese Zustimmung sei unter anderem auf der Basis eines "Schreiben(s) des gesundheitspolitischen Sprechers der CDU, Herrn MdB Spahn, vom 21. Oktober 2013" erfolgt.
Dazu Werner Rätz: "Unter demokratischen Gesichtspunkten ist es ein erstaunlicher Vorgang, dass ein einzelner Parteipolitiker eine kammerartige Organisation dazu bewegen kann, sich gegen die fundierte Position fast aller in ihr organisierten psychiatrischen Kliniken zu stellen."
Attac hat gemeinsam mit Verdi und anderen Verbänden die umfassende Kritik in der Kampagne "Weg mit PEPP" gebündelt. Fast alle Verbände und zahlreiche Leitungen betroffener Kliniken haben den Appell, PEPP nicht einzuführen, unterzeichnet. "Diesen Druck werden wir aufrecht erhalten", kündigte Dagmar Paternoga an. "Noch ist es nicht zu spät für eine Kurskorrektur." Die endgültige politische Entscheidung über PEPP steht für die erste Jahreshälfte 2014 an."
An der Unterschriften-Aktion Weg-mit-PEPP teilnehmen.
Psychiatrie Reform ... " []
Gesetz ist überfällig ... Das Gesetz muss klare rechtliche Grundlagen schaffen, die in allen 14 Forensiken in Bayern gelten. Sowohl für die Patienten als auch für die Beschäftigten muss klar sein, was erlaubt ist und was nicht. Zwangsmaßnahmen wie die Fixierung von Patienten – in einigen Kliniken bisher an der Tagesordnung – sollten nur in absoluten Ausnahmefällen und mit richterlicher Genehmigung möglich sein. ..." [MB 06.8.14]
Rechtsfehler: Zur Reform des § 63 StGB.
Die Reformvorschläge des Bundesjustizministeriums.
Neue Richtervereinigung (NRV) zu den Reformüberlegungen des BMJ betreffend die Unterbringung im psychiatrischen Krankenhaus (HP, PDF)
"Forensische Psychiatrie Chefarzt fordert befristete Unterbringung. Der Chef der Ansbacher Psychiatrie fordert, bei der Unterbringung von Straftätern auch die Schwere der Verbrechen zu berücksichtigen. Das Bundesjustizministerium arbeitet im Zusammenhang mit dem Fall Mollath an einer Rechtsreform. ... " [BR 14.8.13]
Siehe auch: Antipsychiatrie, die eine Geschichte der Reformbewegungen enthält.
Zwangsunterbringung soll zeitlich begrenzt werden "Experten für Reformen beim Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter — Fall Mollath als Auslöser der Debatte.
MÜNCHEN - In einer Landtags¬anhörung haben Experten überein¬stimmend Reformen beim Maßregel-vollzug für psychisch kranke Straf¬täter angemahnt. Angestoßen hat die Debatte vor allem das Schicksal des Nürnbergers Gustl Mollath. ..." [NN 9.5.14, S. 16]
Auflösung der Irrenanstalten in Italien: Basaglia Revolution in Triest - Gesetz Nr. 180
Das bayerische Fernsehen brachte am 2.3.14 in Alpen-Donau-Adria einen sehenswerten Beitrag zur Psychiatriereformbewegung, die von Triest und dem Psychiater Franco Basaglia in den 1970er Jahren ausging.
"... Franco Basaglia begründete ein neues Profil der Geisteskrankheiten, das den Patienten Zugang zu Arbeit und selbstständigem Wohnen ermöglichte und ihnen so die menschliche Würde zurückgab.
"Und dort setzte Basaglia an und sagte: 'Wenn ich mich einer Person nähern will, kann ich nicht die Psychiatrie anwenden. Eine Person muss in ihrer Menschenwürde respektiert werden. Also darf ich sie nie im Bett festbinden, wenn es ihr schlecht geht.' ..."
Der Spiegel verglich in seinem Interview mir Basaglia 1980 die "Irrenhäuser" mit KZs:
"SPIEGEL: Herr Professor Basaglia, in Deutschland kommt die Reform der Psychiatrie nicht voran, in Italien hingegen wurde 1978 ein revolutionäres Gesetz verabschiedet, das die Abschaffung der alten, oft an Konzentrationslager erinnernden Irrenhäuser verlangt ..." [Spiegel 15/1980]
Dr. Giuseppe dell´Acqua: ""In Triest gibt es nur sechs Betten für psychiatrische Notfälle, höchstens für zwei Tage. Dann kommen die Patienten in die Zentren für geistige Gesundheit. Und das ist die große Neuerung, die von Triest ausging. Diese Zentren sind 24 Stunden geöffnet für ein Gebiet von 60.000 Einwohnern. Sie sind mit hochprofessionellem Personal ausgestattet, nicht nur Ärzte und Krankenschwestern, sondern auch mit allen Einrichtungen für Rehabilitation, mit Psychologen, Lehrern und Technikern aller Richtungen. Sie machen die Therapien. Ein epochaler Wandel! Wenn mir vor 40 Jahren, als ich hier zu arbeiten begann, jemand gesagt hätte, in 40 Jahren würden wir so miteinander reden, einander so anschauen, so vorgehen, ich hätte gedacht, na ja, der ist verrückt!""
"Einen zweiten Fall Mollath darf es nicht geben: Nach Kritik am psychiatrischen Maßregelvollzug reagiert nun Sozialministerin Emilia Müller. Sie will unabhängige Kontrollen einführen und verspricht sich davon mehr Transparenz und Rechtssicherheit - für Untergebrachte und Beschäftigte. ... Bayern plant Initiative zur Psychiatrie-Reform Kein Psychiatrie-Straftäter solle mehr das Gefühl haben, lebendig begraben zu sein. Mit umfangreichen Reformen will Bayerns Justizminister Winfried Bausback einen zweiten Fall Mollath verhindern. Künftig sollen mehr Gutachter einen Fall öfter und auch gründlicher prüfen. " [SZ 16.2.14]
"Kritik am Unterbringungsrecht „Über die Hälfte gehört nicht in die Psychiatrie“
Wie kann es sein, dass ein Schwarzfahrer, der dem Kontrolleur einen Faustschlag versetzt elf Jahre in der Psychiatrie verschwindet? Wie kann es sein, dass eine Regensburgerin statt sechs Monaten Haft wegen Körperverletzung mittlerweile über sechs Jahre in der Forensik eingesperrt ist – ohne Aussicht auf Entlassung. Und wie kann es sein, dass das nichts Ungewöhnliches ist, sondern völlig rechtens zu sein scheint? Drei Juristen waren sich am Montagabend einig: Das Unterbringungsrecht muss dringend reformiert werden. ..." [Regensburg digital 4.2.14]
Kutschaty fordert Forensik-Reform
"NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) hat sich für eine Reform der Zwangsunterbringung von kranken Straftätern in der Psychiatrie ausgesprochen. „Mich sorgt der Weg, auf dessen Grundlage wir in diesem Rechtsbereich jemandem im schlimmsten Fall lebenslang die Freiheit entziehen können“, sagte Kutschaty der NRZ. ... Bislang müsse die Anlasstat für eine unbefristete Unterbringung „keine gravierende“ sein. Der NRW-Justizminister erwartet von einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die zu diesem Thema eingesetzt werden soll, bis zur Sommerpause erste Zwischenergebnisse.
Der umstrittene Artikel 63 Strafgesetzbuch regelt die Einweisung in eine Psychiatrie. Anders als bei „normalen“ Straftätern legt das Gericht bei vermindert schuldfähigen keine Höchstdauer der Freiheitsstrafe fest. Die Zwangsunterbringung in einer Psychiatrie kann lebenslang dauern. Entscheidend für die Dauer ist die von Gutachtern prognostizierte künftige Gefährlichkeit des kranken Täters. ... " [WAZ 23.12.13]
Klaus Dörner, der Wegbereiter der Psychiatriereform in Deutschland, wird 80.
"... Dörner, der am 22. November 80 Jahre alt, wird, war einer der wichtigsten Wegbereiter der Psychiatriereform in Deutschland. Als leitender Arzt in Gütersloh hat er es geschafft, die dortige psychiatrische Anstalt in ein modernes psychiatrisches Akutkrankenhaus umzustrukturieren, den Langzeitbereich der Klinik aufzulösen und die Patienten wieder in ihren Herkunftsgemeinden zu beheimaten. In Gütersloh wurde zum ersten Mal gezeigt, dass die Psychiatrie ohne Anstalten und Heime auskommen kann. ... " [epd 15.11.13]
Rheinland-Pfalz für eine Reform des Rechts des Maßregelvollzugs
"Rheinland-Pfalz hat sich auf der Justizministerkonferenz in Berlin für eine Reform der Anordnung und der Vollstreckung des Maßregelvollzugs ausgesprochen. Justizminister Jochen Hartloff betonte, dass auch aufgrund des Falles „Mollath“ eine Reform des Rechts des Maßregelvollzugs notwendig sei.
„Gerade in der Diskussion im Zusammenhang mit diesem Fall ist ein dringender Regelungsbedarf offensichtlich geworden. Wir glauben, dass die gesetzlichen Voraussetzungen genau überprüft werden müssen. Die derzeit grundsätzlich unbefristete Unterbringung eines psychisch kranken Rechtsbrechers könnte vielmehr durch eine differenzierte dreistufige Regelung ersetzt werden. Hierbei gilt: Je länger der Maßregelvollzug dauert, desto enger sind die Voraussetzungen unter denen er fortgesetzt werden kann“, so Hartloff.
Auch die Fristen für die Überprüfung der weiteren Vollstreckung sei ein wichtiges Thema. „Wir müssen überlegen, ob künftig nicht nach kürzerer Zeit eine erstmalige Überprüfung stattfinden soll. Auch für die späteren Überprüfungen sind engere Abstände denkbar. Auch muss die Frage einer gesetzlichen Regelung für die Einholung von Sachverständigengutachten diskutiert werden.“
Hartloff bekräftigte, dass er sich von der Einsetzung der Arbeitsgruppe Vorschläge für eine deutliche Verbesserung der geltenden Rechtslage erwarte. „Ich hoffe bei einem so wichtigen Thema auf einen breiten Konsens und bin sicher, dass wir mit den Vorschlägen dem Freiheitsanspruch der Betroffenen und dem Sicherheitsinteresse der Bevölkerung gerecht werden.“ [RP-MJV 14.11.13]
Reform in Wien - Österreich: Regionalisierung, Dezentralisierung und wohnortnahe Betreuung.
"Stadträtin Wehsely enthüllt Tafel für den “Stephan-Rudas-Platz”. Ehemaliger Chefarzt des PSD bewirkte größte Psychiatriereform der Zweiten Republik ... Sichtbare Erfolge der Psychiatriereform Im Vergleich zum Jahre 1979 braucht die Stadt Wien dank der ambulanten Behandlungsmöglichkeiten heute nur noch rund 1/5 der stationären psychiatrischen Betten von damals. Unfreiwillige Aufnahmen konnten im Zuge der Psychiatriereform bis 2010 von 80 auf rund 25 Prozent reduziert und beispielsweise die Zahl der Suizide in Wien etwa halbiert werden. Die Gründung der Psychosozialen Dienste war ein wesentlicher Schritt zur Reformierung der Psychiatrie und einem neuen Umgang der Gesellschaft mit psychiatrischen PatientInnen. 248 MitarbeiterInnen, davon rund ein Fünftel ÄrztInnen, betreuen und behandeln heute bei den Psychosozialen Diensten in Wien jährlich über 10.000 PatientInnen im Rahmen von rund 150.000 Behandlungskontakten.
Kampf gegen Stigmatisierung. ..." [APA OTS 30.10.13]
Psychiatrieverbände ... " []
DGPPN Kongress 26. bis 29. November 2014 I CityCube Berlin - Pressemitteilung vom 21.11.14
Auch was nicht gesagt wird, sagt etwas. Bezeichnenderweise fehlen in der Presseerklärung zum DGPPN Konkress Stichworte wie "Zwangsbehandlung", "Reform", "Forensik", "Fixierung", Falschgutachten", "Mollath", "Peggy", "Ulvi Kulac", ...
"Wo und wann beginnt Krankheit? Und was sind Lebensprobleme ohne Krankheitswert? Angesichts der drastisch zunehmenden Krankheitstage und Frühverrentungen aufgrund psychischer Erkrankungen muss sich die Solidargemeinschaft heute fragen, welche Voraussetzungen sie an die Erstattung therapeutischer Leistungen knüpfen will. Auf ihrem Hauptstadtsymposium in Berlin plädiert die DGPPN dafür, nicht jedes seelische oder soziale Leid zur psychischen Krankheit zu erklären und Krankheitsdiagnosen auf medizinisch relevantes Leiden zu beschränken. ..." [DGPPN Presseinformation Nr. 28 06.10.2014; PDF]
Gute Nachrichten aus der Psychiatrie: Vortrag Prof. Dr. Dieckhöfer über den Fall Mollath vor Münchner Medizinstudenten
Leseprobe: "... Erstmals kommt das Thema Mollath bei Ihnen hier in einem größeren medizinischen Kreis zu ernsthafter Diskussion. Aus der Psychiatrischen Klinik verlautete zu Gustl Mollath bisher nur, das Problem sei gewesen, „daß er mit den Gutachtern, die regelmäßig seinen Zustand überprüfen sollten, nicht mehr sprechen wollte“ (Interview Prof. Falkai mit der Südwest Presse vom 13.8.2013). Das Problem war dabei ein ganz anderes. Mir scheint, es fand auch keiner der Mitarbeiter seiner Klinik, obwohl Flugblätter zur Genüge im Areal verteilt worden waren, den Weg über die Straße hierher zu uns in den Hörsaal der Chirurgischen Universitätsklinik. In Anlehnung an ein Wort in Shakespeares Hamlet (1,4) – Something is rotten in the state of Denmark – legt es den Schluß nahe: Etwas ist faul im Freistaat Bayern, nicht zuletzt in seiner Psychiatrie.
Ist der Skandal Mollath nur ein Einzelfall? Mitnichten! Ich war selbst kürzlich als Gutachter mit dem Fall Eberhart Herrmann konfrontiert. Durch leichtfertig-haltlose Atteste des Direktors der Klinik „schräg gegenüber“ wurde dessen blühende geschäftliche Existenz in der Münchner Theatinerstraße ruiniert. Der Fall ging durch die Münchner Presse – wenn auch merkwürdig kleingehalten. Psychiatriemißbräuche passieren leider nicht ganz selten. Ja, sie haben, auch weil von den Medien oft abgedeckt, quasi Tradition, in Bayern insbesondere seit dem spektakulären Fall von König Ludwig II,, gewiß aber nicht nur hier. Ich zitiere aus einem Aufruf in der Neuen (pardon:) Preußischen Zeitung (Kreuzzeitung) vom 9.7.1892:
'Auf keinem Gebiet unsers Rechtslebens ist dem Irrthum, der Willkür und der bösen Absicht ein solcher Spielraum gewährt, als auf dem der Irrsinns-Erklärung. Eine Anzahl Fälle sind in den letzten Jahren ans Tageslicht gekommen, in welchen Leute, die nach der Auffassung weiter Kreise durchaus bei Verstand waren, für geisteskrank erklärt oder gar ins Irrenhaus gesperrt worden sind, z. B. Fürst Sulkowski, Hermann, Dr. Struve, Ahrens, Dr. Brozeit, Draak, Powitz, de Jorge und andere.
Dem als geisteskrank Angeschuldigten ist die Vertheidigung so gut wie unmöglich gemacht, dem im Irrenhause Begrabenen ist sie vollständig genommen. In unserer durch die wichtigsten Fragen fortwährend bewegten Zeit können diejenigen, welche nach schweren Kämpfen dem offiziellen geistigen Tode entgangen sind, als Kämpfer für das in ihnen geschädigte allgemeine Recht naturgemäß nur wenig oder gar nichts ausrichten. Desto nöthiger ist es, daß sich zum Schutze der durch die jetzige Praxis bedrohten staatsbürgerlichen Rechte Männer vereinigen, welche aus den in die Oeffentlichkeit gedrungenen Fällen oder aus der über dies Gebiet vorhandenen Litteratur die Ueberzeugung gewonnen haben, daß hier ein Schutz und eine Aenderung der Gesetzgebung dringend erforderlich ist.' [1] ... "
[Quelle: GEP 22.04.2014]
Psychisch Kranke vor Gericht
Es gibt unzweifelhaft psychische Krankheiten. Und für Straftaten, die aus einer psychischen Erkrankung hervorgehen, kann ein Mensch oft nicht verantwortlich gemacht werden. Das ist der humane und vernünftige Grundgedanke des § 20 StGB (seit 1870). Dieser humane und vernünftige Grundgedanke kann natürlich nichts dafür, was die Justizpsychiatrie daraus gemacht hat, besonders auch die bayerische und ihre oft allzu willfährigen forensischen PsychiaterInnen. Man sollte also nicht das Kind mit dem Badewasser ausschütten und jegliche psychische Erkrankung leugnen oder für strafrechtlich irrelevant erklären. Artikel 1 GG soll und muss für alle gelten, auch wenn es manchmal sehr schwer sein kann: für jeden Verbrecher, jeden psychisch Kranken und jeden Behinderten. Und man sollte auch nie vergessen, dass für Straftaten - auch bestialisch anmutende - , die aus einer Psychose hervorgehen, die Psychose verantwortlich ist und nicht der Mensch, dessen sich die Psychose bemächtigt hat. Hier sinkt auch das Risiko in aller Regel direkt mit der Rückbildung und Rückfallvorbeugung.
"Mit Messer auf Arzt eingestochen Traunstein/Wasserburg - Wegen versuchten Mords sowie gefährlicher Körperverletzung an einem 36-jährigen Stationsarzt und einer Pflegerin am 11. Mai 2014 im Bezirksklinikum in Gabersee muss sich seit gestern ein 24 Jahre alter, psychisch kranker Mann aus Tacherting vor dem Schwurgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs verantworten. Der Beschuldigte hatte - angeblich, um eine Zwangsmedikation abzuwenden - während einer Untersuchung mit einem Küchenmesser auf den Arzt eingestochen und dem Opfer über 20 Verletzungen zugefügt.
In dem Sicherungsverfahren geht es ausschließlich um die Frage der Unterbringung in der Psychiatrie. Bestraft werden kann der zur Tatzeit krankheitsbedingt schuldunfähige 24-Jährige nicht. Er leidet an einer paranoiden Schizophrenie, die sich zudem verschlimmert. Der von Verteidiger Dr. Adam Ahmed aus München vertretene Beschuldigte äußerte sich gestern nicht zu den Vorwürfen von Staatsanwalt Bernd Magiera. ..." [OVB 25.11.14]
Psychiatrie-Missbrauch ... " []
Meldungen potentiellen Missbrauchs
"Weshalb kommt Ulvi nicht endlich frei? Gutachter sieht weiterhin Gefährlichkeit — Betreuerin: „Missbrauch von Peggy hat nie stattgefunden" VON ELKE GRASSER-REITZNER
Ist Ulvi Kulac ein weiterhin gefährlicher Sexualstraftäter oder abermals Opfer der Justiz?,Auch nach 13 Jahren soll der geistig behinderte Mann, der im Frühjahr vom Mordvorwurf an der kleinen Peggy in Lichtenberg freigesprochen worden ist, vorerst nicht aus der Psychiatrie kommen, weil er Kinder sexuell missbraucht hat. „Unverhältnismäßig" nennt das sein neuer Verteidiger. Zudem seien die meisten ihm vorgeworfenen Taten gar nicht nachweisbar. ..." NN 13.11.14, S.16
"Irrende Justiz und untätige Behörden Unrechte Zwangseinweisung in die Psychiatrie und die Folgen. Mietstreit bringt eine Frau in die Psychiatrie. Zu Unrecht wie ein Gericht inzwischen festgestellt hat. Als sie aus der Psychiatrie kommt, stehen sie und ihre 72jährige Mutter auf der Straße. Die gemeinsame Wohnung von Tochter und Mutter wurde wegen rückständiger Zahlungen geräumt. Die Frauen bitten die Behörden um Hilfe, doch lange fühlt sich niemand verantwortlich. Report München über Fehler und Missverständnisse mit dramatischen Folgen. ..." [Report München 11.11.14]
"Weggesperrt und vergessen - Psychiatrieopfer in Deutschland Sieben Jahre saß Gustl Mollath gegen seinen Willen in der geschlossenen Psychiatrie – zu Unrecht. Seine Geschichte hat große Aufmerksamkeit erregt. Doch der Fall Mollath ist kein Einzelfall. Frontal21 hat Menschen getroffen, die viele Jahre in der geschlossenen Psychiatrie verbringen mussten, weggesperrt auf Grundlage von zweifelhaften Gutachten und Gerichtsentscheidungen.
In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Zahl der Untergebrachten mehr als verdoppelt. Und: Wer einmal in der Psychiatrie ist, bleibt immer länger drin. Die Justiz begründet das mit der Sicherheit der Bevölkerung, doch die Freiheitsrechte des Einzelnen werden dabei oft missachtet. Um unverhältnismäßig lange Unterbringungen künftig zu vermeiden, hat die Politik nach dem Fall Mollath Reformen angekündigt. Doch die lassen seit Monaten auf sich warten. ..." [Frontal 21, 11.11.14]
Ulvi Kulac: Bayreuther Justizpsychiatrie unfähig ? Nicht nach 3, sondern nach 13 Jahren immer noch nicht therapiert?
"Neuer Anwalt soll Ulvi K. helfen Unterstützergruppe will eine schnelle Freilassung ? BAYREUTH — Die Betreuerin des geistig Behinderten Ulvi K. will mit einem neuen Verteidiger die schnellstmögliche Entlassung ihres Schützlings aus der Psychiatrie erreichen." - so die Nürnberger Nachrichten (NN) am 4.11.2014, S. 14. "Schnellstmöglich" nach 13 Jahren, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen? Man kann oder muss sich natürlich an dieser Stelle fragen, wenn eine forensische Psychiatrie für einen solchen Fall von (schuldunfähigem) Exhibitionismus/ Kindesmissbrauch nicht 3, sondern 13 Jahre zur Therapie braucht, ob man eine solche Stätte der Unfähigkeit oder Unwilligkeit nicht besser gleich schließt. Und dass noch nicht einmal ein gelernter Jurist und Richter erkennt, dass dies mit Verhältnismäßigkeit nicht das Geringste zu tun haben kann, ist nicht minder erschreckend. > Internetmahnwachen, hier Ulvi Kulac.
"Ulvi K. kommt nicht frei Nach Freispruch weiter in der Psychiatrie untergebracht" so titeln die Nürnberger Nachrichten (NN) vom 3.11.2014. Erläuternd heißt es, S. 14: "Der im Mordprozess um die kleine Peggy freigesprochene Ulvi K, wird in diesem Jahr nicht mehr aus der Psychiatrie entlassen. Ein neues Gutachten über den geistig Behinderten sei nicht so ausgefallen, -dass über eine sofortige Entlassung entschieden werden müsse, sagte der Sprecher des Landgerichts Bayreuth, Thonias Goger. ..." > Kurz-Kommentar: Internetmahnwachen, hier Ulvi Kulac.
"Psychiatrie Bayreuth Kulacs Betreuerin will sofortige Freilassung Der im Mordfall Peggy freigesprochene Ulvi Kulac soll 2014 nicht mehr aus der geschlossenen Psychiatrie entlassen werden. Gegen diese Entscheidung des Landgerichts will seine Betreuerin mit einem neuen Rechtsanwalt vorgehen. ..." [BR 3.11.14]
Norbert Kuß saß unschuldig im Gefängnis - Jetzt traf er seine Gutachterin wieder vor Gericht Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 80 000 Euro und etwa 38 000 Euro Schadensersatz fordert Justizopfer Norbert Kuß von einer Gerichtspsychiaterin, deren Gutachten ihn unschuldig ins Gefängnis brachte. ..." [SOL 31.10.14]
"Psychiater-Gutachten: Schadensersatz für kaltgestellte Steuerfahnder Vier hessische Steuerfahnder wiesen beharrlich auf Missstände hin - die Landesverwaltung ließ sie daraufhin von einem Psychiater für dienstunfähig erklären. Jetzt hat ein Frankfurter Gericht den Gutachter zu Schadensersatz verurteilt. .. In drei Fällen gab ihnen die 24. Zivilkammer des Frankfurter Landgerichts jetzt recht, wie ein Sprecher des Landgerichts bestätigte. Insgesamt rund 200.000 Euro soll H. den drei Ex-Fahndern zahlen, so das Urteil vom vergangenen Freitag. ..." [SPON 30.09.14] Mehr zum ganzen Fall hier.
http://psychiatrielager.blogspot.de/2014/08/der-rekord-war-180-tage-fixierung-in.html?m=1
SPD legt zum Fall Haderthauer zwei Rechtsgutachten vor.
"Pressemitteilungen 29.08.2014 Unabhängige Rechtsgutachter: Haderthauer war auch als Sozialministerin noch Gesellschafterin der Modellbaufirma Sapor. SPD-Rechtsexperte Arnold: Haderthauer ist überführt. Zwei unabhängige Rechtsgutachten zur Affäre um die Staatskanzleiministerin Haderthauer haben unzutreffende Angaben von ihr gegenüber dem Bayerischen Landtag entlarvt. Der SPD-Rechtsexperte Horst Arnold hatte die Gutachten bei dem renommierten Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Heinz Helmreich und dem erfahrenen Steuerfachanwalt Dr. Alfred Meyerhuber in Auftrag gegeben. Abschließend kommen beide Gutachter zum Ergebnis, dass Frau Haderthauer mindestens bis Dezember 2011 Gesellschafterin war. Helmreich geht sogar davon aus, dass sie auch heute noch „weiterhin Gesellschafter ist“. ..." [SPD Bay 29.8.14]
"Zu Unrecht in der Psychiatrie Seit Jahren beschimpft Markus M. die Justiz wüst. Ein Schreiben an einen Staatsanwalt brachte den Betriebswirt schließlich in die Psychiatrie - zu Unrecht wie das Oberlandesgericht München jetzt entschied. Sein Anwalt ärgert sich: "Die Justiz hat aus dem Fall Gustl Mollath nichts gelernt. ... " [SZ 19.8.14]
"Kritik an Attest aus reiner Gefälligkeit" titeln die Nürnberger Nachrichten am 24.7.14 auf S. 17 im Rahmen des Wiederaufnahmeverfahrens von Mollath: "ANSBACH - Die mittelfränkischen Bezirkskliniken ziehen aus dem fragwürdigen Umgang einer ihrer Ärztinnen mit dem Fall Mollath erste Konsequenzen. Derzeit ist dort ein neues Konzept für die Herausgabe von ärztlichen Stellungnahmen in Arbeit." ... "Ferner dürften „medizinische Stellungnahmen über Dritte nicht abgegeben werden, ohne die Person gesehen zu haben".
Bei lebendigem Leibe verfault - Übelstes aus dem Nachbarland Österreich
"Skandal in Stein. Häftling (74) verwest lebend in seiner Zelle. Krems Stein - Eine der bekanntesten Haftanstalten der Republik. (© Fritz Schaler)
Die Füße entzündet, die Haut durch Geschwüre verkrustet, die Zehennägel zentimeterlang und aufgebogen: Monatelang merkte niemand, wie Häftling Wilhelm S. (74) in der Justizanstalt Stein lebend verfaulte." ..." [heute.at 20.5.14]
Wieder ein glattes Fehlurteil aus Bayern? "Sachgerechte Elektroschocks. Sie musste 114 Tage in die Isolierzelle und bekam Elektroschocks - eine Psychiatriepatientin, die freiwillig in Behandlung ging, verklagt die Ärzte des Max-Planck-Instituts. Sie hätten ihre seelischen Leiden verstärkt. Das Landgericht München I wies die Klage ab. ... Aus zwei bis drei Wochen wurden zwei Jahre ... Das Gericht schloss sich den Erwägungen des Sachverständigen an. ..." [SZ 21.5.14]
Kindespsychiatrieskandal Marsberg: aussagepsychologisch unkundige Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein.
Strafanzeige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in deutschen Krankenhäusern bei Generalstaatsanwalt Nerlich > Taufkirchen. > Text Politplag.
Mollath: Kampf gegen Fixierung [nz 27.1.14]
"“Allein schon die Schreie, da sitzt du ohnmächig da und kannst nichts machen”, erzählt Gustl Mollath (links). Sieben Jahre saß er in der Psychiatrie. Jetzt, wieder in Freiheit, will er etwas tun gegen die unmenschlichen Fixierungen, die in deutschen Krankenhäusern noch Gang und Gäbe sind.
Mollath unterstützt daher den Nürnberger Plagiatsucher Martin Heidingsfelder (rechts), der eher durch Zufall auf einen Fall im Bezirkskrankenhaus Taufkirchen gestoßen ist. Bei einem Gespräch mit einer Patientin, das er mitgeschnitten hat, konnte er oft kaum etwas verstehen, weil im Hintergrund eine fixierte Frau so laut schrie. Er blieb an dem Fall dran. Nachdem aber weder ein Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer, noch an die Menschenrechtsbeauftragte der Ärztekammer etwas brachten, hat Heidingsfelder jetzt beim Nürnberger Generalstaatsanwalt Hasso Nerlich Strafanzeige gestellt, wegen “Verbrechen gegen die Menschlichkeit in deutschen Krankenhäusern”. ..."
Strafanzeige wegen acht Wochen Fxierung
[NN 28.1.14: Auszug im Wolff-Blog] > Text Politplag.
Hierzu auch eine Meldung Gustl Mollath direkt zugewiesen im Netz
[Q; Authentizität nicht geprüft, die Angabe 1437 Seiten spricht für Insiderwissen, muss aber auch nicht stimmen; "Nehrlich" mit "h" irritiert wie das vertrauliche "Euer Gustl Mollath". Aus zuverlässiger Quelle, die auch auf Artikel GG 104,1, Satz 2 hinwies, wurde berichtet, dass das Posting mit Wissen und Billigung Mollaths platziert wurde.]
gestern wurden dem Generalsstaatsanwalt in Nürnberg, Hasso Nehrlich 1437 Seiten mit Hinweisen und Beweisen von Straftaten innerhalb von Forensiken in Bayern übergeben.
Freiheitsberaubung, Psychiatriesierung und Misshandlungen sind in Deutschland an der Tagesordnung.
Sie stellen das größte Verbrechen seit 1945 dar.
§ 7 Abs. I Nr. 5 des Völkerstrafgesetzbuches lautet:
wird […] mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren […] bestraft.
Tausende Mitglieder unserer Gesellschaft werden systematisch mit Wissen von Richtern, Staatsanwälten, Ärzten, Pflegern und auch mit unserem Wissen, in geschlossenen psychiatrischen Einrichtungen, gefesselt und zwangsmedikamentiert.
Sie werden Todesangst ausgesetzt, erniedrigt, gedemütigt und zur Unterwerfung gezwungen.
Macht braucht Kontrolle, wirksame Kontrolle. Deshalb ist euer Engagement so wichtig.
Erich Kästner hatte Recht: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
Vernetzt euch! Schafft Öffentlichkeit und zeigt die Straftaten hinter diesen weißen Mauern an!
Patienten, Angehörige, Pfleger, Ärzte, engagierte Bürger, macht ein Ende mit diesem barbarischen System!
Euer Gustl Mollath"
Hermann-Josef Krämer [Nähere Infos siehe bitte hier]
Hilferuf über Youtube von Martin Heidingsfelder über Twitter verbreitet: http://www.youtube.com/watch?v=bI9Re9HL1V4&feature=youtu.be
Taufkirchen in der Kritik (Pressemitteilungen Forensik Taufkirchen; Bewertungen).
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Ärzte der Forensik Tauflirchen "Verfahren wegen des Verdachts auf Freiheitsberaubung eingeleitet." Das melden heute, 24.7.14, die Nürnberger Nachrichten, S. 17.
Demonstration in Landshut Freiheit & Gerechtigkeit für Ilona Haslbauer - Weg mit § 63 StGB! Solidaritäts- Kundgebung mit Nina Hagen. Demo, Mahnwache und Kundgebung am Dienstag, 15.07.2014 von 8 bis 20 Uhr vor dem Landgericht Landshut, Maximilianstraße 22. Um 14 Uhr beginnt die Verhandlung, ob Ilona Haslbauer weiter eingesperrt bleibt.
Siehe auch https://www.facebook.com/events/480877498723872 (Info WFZ 10.7.14 in dsp)
Akten in Forensik beschlagnahmt Nach Dauerfixierung ermittelt Justiz wegen Freiheitsberaubung. So berichten die Nürnberger Nachrichten am 19.4.14, S. 15.
"Quer berichtet am 27.2.14 im Bayerischen Fernsehen über Fixierungen in forensischen Psychiatrien und Pflegeheimen in Bayern: "Vor dem Fall Mollath hat es kaum interessiert, was hinter den Mauern von Forensiken passiert. Nun sickert durch: Patienten werden dort gefesselt, Arme und Beine mit Gurten ans Bett fixiert - zum Teil über Tage." Ungeheuerliches wird wieder aus Taufkirchen (Fall Ammer) berichtet. Eine denkbar schlechte Figur macht im Interview Chefärztin Verena Klein. Es ist nicht zu begreifen, dass diese Steinzeit-Fornsik nicht sofort geschlossen wird und Ermittlungen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Folter aufgenommen werden.
"Bloßes Einkerkern" titeln die NN vom 22.02.2014, S. 16: "Politik fordert Aufklärung über Patienten-Fesselung". Weiter wird berichtet: "Florian Streibl, rechtspolitischer FW-Sprecher, moniert: „Das Sozialministerium will von den vielen Fixierungen keine Kenntnis gehabt haben. Das zeigt, dass wir dringend ein neues Gesetz brauchen." Vor allem müsse sichergestellt werden, dass die Würde der psychisch kranken Menschen gewahrt und stets der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz beachtet wird. Die sozialpolitische Sprecherin Gabi Schmidt kritisiert grundsätzlich das Bayerische Unterbringungsgesetz: „Es verfolgt einzig und allein das Ziel, psychisch Erkrankte wegzusperren. Die Frage nach Therapie und Heilung der Patienten spielt lediglich eine untergeordnete Rolle." Bayern sei neben Hessen das einzig verbliebene Bundesland, das diesen mittelalterlichen Ansatz verfolge. Die Patienten brauchten einen gesetzlichen Anspruch auf angemessene Hilfe: „Psychisch .Erkrankten ist mit professioneller Behandlung mehr gedient als mit dem bloßen Einkerkern.""
"Taufkirchen: Fesselungsvorwürfe gegen Klinik sollen geprüft werden. München. Der Landtag will den Fesselungsvorwürfen gegen das Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen an der Vils auf den Grund gehen. Die vier Landtagsfraktionen forderten am Donnerstag im Sozialausschuss einstimmig einen Bericht von Sozialministerium und Bezirksregierung Oberbayern an. ... " [NBN 20.2.14]
"Klinikchef fordert klare Regeln ein" titeln die NN vom 20.2.14, S. 17, womit Prof. Dose die Welt schlicht auf den Kopf stellt. Offenbar hat der "Altachtundsechziger" die Dialektik nicht verlernt. Nicht er, seine Chefärztun und sein Team sind die TäterInnen, sondern die Politik, die keine Regeln vorgibt. Es handelt sich hierbei um den sehr durchsichtigen Versuch, der fehlenden gesetzlichen Grundlage für die Zwangsbehandlung in einigen Bundesländern und dem Bundesverfassungsericht die Schuld in die Schuhe zu schieben, dass die armen und gequälten Humanisten in Taufkirchen, so extrem fixieren müssen. Tatsächlich dürfte in Bayern kaum mehr zwangsmediziniert werden als in Taufkirchen, und das nicht selten auch noch überdosiert. Der Begründer der integrativen Psychotherapie, Johann Christian Reil, der 1808 den Begriff der "Psychiaterie" erfand, fordert schon 1803 in seinen "Rhapsodieen über die Anwendung der psychischen Curmethode auf Geisteszerruettungen", in der Leitung der Heilanstalt den Psychologen dem Arzt gleichrangig zu stellen. 211 Jahre später wäre es vielleicht kein übereilter Schritt, dieser Anregung (durch den ersten Psychiater!) nachzukommen, um diesen grausamen Spuk angeblicher Maßregelvollzugs"therapeutik" zu beenden, die offenbar nur drei Haupt"heilmittel" kennt: chemische Gewalt (Neuroleptika), soziale Gewalt (Isolierung), mechanische Gewalt (Fixierung). " [RS im beck-blog 20.2.14]
Prof. Dr. Doses Behauptungen zur Fixierungstatistik in Deutschland sind falsch. "Steinert et al. (2010) kommen in ihrer Untersuchung für Deutschland zu dem Ergebnis, dass auf der Grundlage ihrer Daten eine mechanische Fixierung im Durchschnitt 9,8 Stunden, eine Isolierung im Mittel 6,6 Stunden andauert." Das ist aber immer noch viel zu lange und grundsätzlich fragwürdig, nachdem England z.B. gänzlich ohne mechanische Fixierung auskommt. Prof. Dr. Dose scheint auch neue statistische Wunder entdeckt zu haben, wenn er vollmundig meint, Taufkirchen bewege sich mit durchschnittlichen 29 Stunden am unteren des bundesweiten Durchschnitts von 9.8 Stunden. Wir dürfen also gespannt sein, war er noch alles aus seinem Dokturhut hervorholt. Wahrscheinlich ist die Taufkirchener Überdosierungspraxis gemessen am Bundesdurchschnitt auch am unteren Dosierungsrand.
"Klinikchef rechtfertigt sich für Fixierungen Ein Patient soll in Taufkirchen 60 Tage ununterbrochen ans Bett gefesselt worden sein. Insgesamt wurden dort 18 Patientinnen in 20 Monaten fast 10.000 Stunden fixiert. Nun rechtfertigt sich der Klinikchef - und begrüßt die gerichtliche Klärung. Matthias Dose, der Ärztliche Leiter der Klinik, hat den Sachverhalt bestätigt. Seitdem die Zwangsmedikation auch mit aggressionshemmenden Mitteln in der Forensik untersagt worden sei, komme es vermehrt zu gefährlichen Angriffen gegen Ärzte, Pfleger und Mitpatienten, wenn Patienten die Einnahme von bis dahin wirksamen Medikamenten verweigern. "Wir müssen den Schutz unserer Mitarbeiter und der Mitpatientinnen gewährleisten können", sagte Dose. "Die Forensik ist kein rechtsfreier Raum." ... Dose sagte, bei der Zahl der Fixierungen sehe er die Taufkirchener Forensik im bayernweiten und bundesweiten Vergleich sogar "im unteren Bereich". Daher begrüße er es auch, dass es im Fall der 60-tätigen Fixierung nun zu einer gerichtlichen Klärung komme. ---" [SZ 17.2.14]
"9813 Stunden in Fesseln. Grüne und Freie Wähler in Bayern fordern neue Regeln für die Unterbringung von Patienten - und erhalten überraschende Unterstützung von dem Direktor des in die Kritik geratenen Isar-Amper-Klinikums in Taufkirchen. Er fleht: " Bitte Politik, gib mir Regeln. ... Dose räumte ein, dass im Zeitraum vom 1. November 2011 bis 30. Juni 2013 insgesamt 18 Patientinnen der Forensik fixiert wurden. In 337 Maßnahmen wurden diese 18 Patientinnen insgesamt 9813 Stunden festgebunden. Etwa die Hälfte der Maßnahmen sei auf Grund von aggressivem, übergriffigem Verhalten angeordnet worden, die andere Hälfte bei suizidalen, selbstgefährdenden Patienten, sagte Dose. ..." [SZ 13.2.14]
Einmal drin, immer drin? Wie Psychiatrie-Patienten um ihre Rechte kämpfen Ein ausgezeichneter Beitrag des bayerischen Rundfunks. Mit PatientInnen-Interviews, Dr. Michael von Cranach, RA Dr. Ahmed u.a. Von November 2011 bis Juni 2013 wurden in Taufkirchen 337 Fixierungen, die im Schnitt 29 Stunden gedauert haben sollen, vorgenommen..
Aus dem Anordnungsblatt (ausgeschnitten und montiert) "Zwangsmaßnahmen - Fixierung" von Taufkirchen ergibt sich, dass die Zeitdauer für Akutpsychiatrie max. 24 Stunden, für Geronto- und Neuropsychiatrie max. 7 Tage dauern darf, nicht 60, 120 oder 240 Tage. Die Fixierwut, die in der Frauenforensik Taufkirchen herrscht, ist mit einer humanistisch-therapeutischen Konzeption überhaupt nicht zu vereinbaren. Es scheint, als sei das "therapeutische" Hauptheilmittel der Frauenforensik Taufkirchen die chemische, soziale und mechanische Gewalt. Man ahnt nun, was in Taufkirchen zertifiziert wurde und was diese Zertifikate tatsächlich wert sind. Hier scheint sich etwas zu wiederholen, was wir von den forensisch-psychiatrischen Gutachten schon kennen: grottenschlecht, aber zertifiziert.
Dr. Michael von Cranach erinnert sich, dass in den 26 Jahren seiner Leitung in Kaufbeuren vielleicht 1-2 mal Fixierungen von 12 oder mehr Stunden vorkamen. In der Regel gehe es nur um 2-3 Stunden. In England sei die Fixierung sogar sogar verboten. Stattdessen arbeitete Kaufbeuren wie die Engländer mit der meist effektiven Festhaltemethode ("holding down"). Kein Mensch halte das länger als 5-6 Minuten aus. Dann breche die Erregung in sich zusammen. Und dann könne man sprechen.
Es bleibt die Hoffnung: ermitteln, anklagen, verurteilen, Strafe ableisten und lebenslanges forensisches Berufsverbot für alle führenden Bediensteten bei den Ärzten aber auch in der Pflegeleitung. Das ist das Mindeste, was in Fällen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Folter in einem Krankenhaus verlangt werden muss, wenn diese ungeheuren Vorfälle tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Die Pseudo-Kontrollkommission gehört wie die verantwortliche Ministerin entlassen.
"Fall von Dauer-Fixierung in Taufkirchener Forensik kommt in den Landtag. Erschrecken über die 60-tägige Dauer-Fixierung einer Forensik-Patientin in der Psychiatrie in Taufkirchen a.d. Vils: Unsere sozialpolitische Sprecherin Kerstin Celina fordert diesbezüglich nun zeitnah einen Bericht im Sozialausschuss, um mögliche Menschenrechtsverletzungen in der geschlossenen Unterbringung aufzuklären. Außerdem kündigt sie weitere parlamentarische Initiativen ihrer Fraktion an, die unter anderem die Schaffung eines Landesregisters für Zwangsmaßnahmen und einer Ombudsstelle für PatientInnen und Angehörige zum Ziel haben.
"Wir brauchen klarere gesetzliche Grundlagen für die psychiatrische Unterbringung, um die Rechte der Betroffenen zu sichern und einen verantwortungsvollen Umgang mit Zwangsmaßnahmen rechtsverbindlich zu garantieren", unterstreicht Kerstin Celina. Es sei überfällig, die bisherige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention in Bezug auf Zwangsmaßnahmen in einem modernen Psychisch-Krankenhilfe-Gesetz (PsychKHG) für Bayern zu regeln. "Dieser Forderung des BGH aus dem Jahr 2012 ist die Staatsregierung bis heute nicht nachgekommen", moniert Kerstin Celina. Im konkreten Fall aus Taufkirchen – wo es nach Informationen der Landtags-Grünen immer wieder zu überzogenen Fixierungsmaßnahmen kommt – will Kerstin Celina auch Kontakt mit Bezugspersonen der Betroffenen und mit der Klinikleitung aufnehmen: "Hier brauchen wir eine umfassende Aufklärung." [Grüne Fraktion 29.1.14]
Strafanzeige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in deutschen Krankenhäusern bei Generalstaatsanwalt Nerlich. > Text Politplag.
"Helfer erzwingen Akteneinsicht. Im Fall eines wohl acht Wochen lang fixierten Psychiatrie-Opfers. Der Vorwurf: In der forensischen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Taufkirchen soll ein Mensch acht Wochen lang fixiert, also an einem Bett festgeschnallt gewesen sein. Nun haben die Unterstützer des mutmaßlichen Opfers Akteneinsicht durchgesetzt. ..." [Nürnberger Nachrichten, 25.1.2014, S. 18]
"Patienten wochenlang an neun Körperstellen festgeschnallt? Neue Zeuginnen bekräftigen Vorwürfe gegen Forensik in Taufkirchen. Weitere Zeugen bekräftigen den Vorwurf, in der forensischen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Taufkirchen sei ein Mensch acht Wochen lang fixiert, also an einem Bett festgeschnallt worden. Die Behörden berufen sich auf die Schweigepflicht. ..." [NB 31.12.13] Hierzu ein bislang nicht veröffentlichter Leserbrief von Rudolf Sponsel
"Mir geht es gut" Der Fall Mollath hat die Psychiatrie in Verruf gebracht. Jetzt ziehen auch Prominente gegen sie zu Felde. Doch die Wirklichkeit ist komplexer. Ein Ortstermin. Taufkirchen an der Vils ist eine jener Kleinstädte, wie man sie oft findet im Speckgürtel Münchens. ..." [Die Welt 22.12.13]
"Nina Hagens Vorwürfe und die Fünf-Punkt-Fixierung. Der Fall Gustl Mollath hat die Psychiatrie ins Gerede gebracht. Wie schwierig die Beurteilung einzelner Fälle ist, zeigt ein Besuch in einer geschlossenen Abteilung. ..." [Die Welt 21.12.13]
"Eine Telefonat nach Taufkirchen. Hilfeschreie aus der Forensik. Laute Hilfeschreie. Solche hört man im Hintergrund eines Telefonats mit einer Insassin der Forensik in Taufkirchen. Was war da los? Wir veröffentlichen hier die Aufnahme des Telefonats, zusammen mit einer unvollständigen Stellungnahme des Klinikums. Heute war Gustl Mollath zusammen mit zwei Begleitern in Taufkirchen, um sich ein Bild von der Situation dort zu machen...." [reg-digital 13.12.13]
"Die geschlossenen Räume der Station F3. Die forensische Abteilung der Frauen-Psychiatrie von Taufkirchen/Vils steht in der Kritik In der oberbayerischen Kleinstadt Taufkirchen an der Vils befindet sich ein modernes, kaminrot gestrichenen Gebäude aus Beton. Es ist die geschlossene Abteilung der psychiatrischen Isar-Amper-Klinik, die vom Bezirk Oberbayern betrieben wird. Hier sind ausschließlich Frauen im sogenannten Maßregelvollzug untergebracht, die wegen einer Straftat vor Gericht standen, für psychisch krank befunden und hier eingewiesen wurden. ..." [Telepolis 30.8.13]
Prof. Dr. Dose "Presseerklärung zum Bericht in „Spiegel Online“: Harte Methoden in der Psychiatrie: 25 Stunden gefesselt ..." [opablog 27.8.13]
"Wie die TATsächliche Situation von Ilo aussieht wurde AUSGELASSEN, ES WURDE AUSGELASSEN WIELANGE ILO SCHON GEFANGEN IST ( 6 JAHRE ) ES WURDE AUSGELASSEN - DASS SIE SEIT 2 JAHREN UNTER KOMPLETTER ZIMMER UND HOFGANG- ISOLATIONSSPERRE GEFOLTERT WIRD , AUSGELASSEN ILONA HASLBAUER SELBST ZU WORT KOMMEN ZU LASSEN UND VOR ALLEM ---> DER TATHERGANG DER FIXIERUNG : DR.DOSE LÜGT WIE GEDRUCKT ! ILONA HAT NIEMALS JEMANDEM IN DIE EIER GETRETEN ! UNSER BUNDESVERBAND TELEFONIERT SEIT 5 JAHREN TÄGLICH MIT ILONA UND DER TATHERGANG WIRD VOLLKOMMEN ANDERS GESCHILDERT ALS DR. DOSE ES DER PRESSE UNTERJUBELN WILL ! ..." [Nina Hagen fb 26.8.13]
"Harte Methoden in der Psychiatrie: 25 Stunden gefesselt. Forensische Psychiatrie: Wo beginnt Folter? Ilona Haslbauer lebt in der geschlossenen Psychiatrie. Nach einem Streit mit dem Personal wird sie auf einem Bett fixiert - 25 Stunden lang. Sie isst nichts, nässt sich mehrfach ein. Der Klinikchef verteidigt das Vorgehen, Haslbauers Anwalt meint: "So etwas darf sich nicht wiederholen. ..." [SPON 24.8.13]
"..." []
"Oberarzt verdächtigt wegen Amtsmissbrauchs Ein Oberarzt hat wiederholt auf dem privaten Parkplatz eines Mannes parkiert. Als dieser sich wehrte, drohte der Arzt, den Mann in die psychiatrische Klinik einzuweisen. ... [baz 31.12.13]
"Zwangsweise zum Psychiater Jobcenter dürfen Erwerbslose nicht unter Androhung von Sanktionen zu medizinischen Behandlungen nötigen, entschied das Sozialgericht Schleswig. Um dessen »Leistungsfähigkeit zu verbessern«, wollte das Jobcenter Schleswig-Flensburg einen Klienten dazu zwingen, sich psychiatrisch behandeln zu lassen. Damit habe es eindeutig gegen Grundrechte verstoßen, wies das Sozialgericht Schleswig die Behörde jetzt in die Schranken, wie die Rechtsanwältin des Klägers, Luisa Milazzo, informierte. ... [jw 26.10.13]
Der Fall Dennis Stephan in Gießen > Internetmahnwache.
Dokumente: https://owncloud.piratenpartei-hessen.de/public.php?service=files&t=466ae96e4c80e368c79a96389fe0b603
Eigene Internetseite zur Prozessberichterstattung u.a.
"Gießen. Der Linken-Politiker Dennis Stephan ist am Dienstag vom Landgericht Gießen vom Verdacht der schweren Brandstiftung freigesprochen worden. Stephan, Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke im Kreistag Gießen, war monatelang in die Psychiatrie gesperrt und mit Kontaktverbot belegt worden (jW berichtete). Für diese Zeit wird er nun entschädigt werden. Die Höhe der Entschädigung soll in einem separaten Verfahren geregelt werden. Das Urteil ist rechtskräftig. Am morgigen Donnerstag wird jW ausführlich über das Ende des Prozesses berichten. . ..." [jw 14.5.14]
28.01.14 Ausführlicher Bericht vom Verhandlungstag von Horst Paschulke im Wolff-Blog. "Anwesend waren etwa 10 – 15 Zuschauer, die Sitzung begann leicht verspätet um 8:30 Uhr. Es bot sich eine Verhandlung mit leicht surrealen Zügen.
Heute wurden vernommen die Zeugin Ö, die zum Unfall des Herrn Stephan aussagte, und der Zeuge K, der zu seinen Ermittlungen zum Brandfall berichtete. Beide sind von der Polizei. Zeugin B. fehlt entschuldigt durch Attest des behandelnden Arztes. ...
Flurfunk: ... Seither sei Herr Stephan in den höheren Ebenen seiner Partei nicht mehr wohlgelitten. Seine einzige Fraktionskollegin sei zu der “Zweitliste” quasi übergelaufen. Man habe ihm wohl von Parteiseite die Unterstützung entzogen und wünsche seinen Rücktritt – er stünde also alleine da. Der politische Gegner wisse das wohl. Und den “Parteifreunden” sei seine Lage zumindest nicht arg.” ...
Nach der Verhandlung fand eine Demonstration gegen Unterdrückungs- und Zwangssysteme in dieser Gesellschaft statt, die von der angrenzenden JVA über das Arbeitsamt bis zur örtlichen psychiatrischen Klinik ging. Im Rahmen der Kundgebungen wurde thematisiert, dass – trotz der vorherrschenden Zwangsideologien dieser Gesellschaft – man sich die Utopie bzw. das Ideal einer zwangfreien Gesellschaft nicht nehmen lassen wolle und doch darauf hin arbeiten möchte, diesem Ideal näher zu kommen – anstatt Zwamngsinstitutionen auszubauen und zu Zwänge zu verfestigen."
27.01.14 "»Bei kleinster Regelverletzung: ab in den Bunker« Strafen und Überwachen in der Psychiatrie der Vitos-Kliniken Gießen und Haina. Ein Gespräch mit Dennis Stephan ... Welche Regelverstöße können zu dieser Sanktion führen?
Jede Form des Widerspruchs: Wirst du morgens um halb sieben zur Medikamentenausgabe geweckt und sagst: »Ich nehme sie nicht«, kann allein das schon zur Einzelunterbringung führen. Anderes Beispiel: Ich war mit meiner Vorsorgebevollmächtigten verabredet. Sie wollte mich um 17 Uhr anrufen. Weil Wärter mich fünf Minuten zuvor wegschließen wollten und auf meine Bitte abzuwarten nicht reagierten, weigerte ich mich mitzugehen und setzte mich auf den Boden. Ich landete im Bunker. Ein Mitgefangener wurde sogar nur deshalb drei Tage lang von der Gemeinschaft isoliert, weil er die Verbringung eines anderen in den »Bunker« gesehen hatte und daraufhin seine Angst äußerte. ..." [jw 27.1.14]
19.01.14 "Dennis-Stephan-Prozess: Willkür durch Justiz und Psychiatrie wird immer deutlicher! Kritiker_innen kündigen Demonstration zur Vitosklinik an ... Höhepunkt war die Aussage des Polizeibeamten Fett. Er wähnte sich von Beginn an auf .der Jagd nach einem gefährlichen Verrückten, konnte als Grund für diese Annahme aber nur Informationen aus dem Polizeifunk benennen. Den von ihm selbst als „harmlos“ wirkenden, auf einer Bank sitzenden Gesuchten drohte er sofort den Einsatz von Pfefferspray an. Auch dazu konnte er auf Nachfrage keinen Grund benennen. Die Frage des Angeklagten, was dieser hätte tun können, um der Drohung zu entgehen, verstand der Polizist zunächst mehrfach nicht und antwortete dann „Nicht da sein“. Auch für die Einlieferung in die Psychiatrie fiel dem Beamten kein Grund ein. ... " [Gießener Zeitung 19.1.14]
16.01.2014 "Für die Polizei ganz normal. Prozeß gegen den Gießener Linken-Politiker Dennis Stephan zeigt, wie schnell es zur zwangsweisen Einweisung in die Psychiatrie kommen kann. Der Prozeß gegen den Gießener Linken-Politiker Dennis Stephan wird immer mehr zur Farce. Der Tatvorwurf der Brandstiftung, die er angeblich in seiner Wohnung begangen haben soll, besteht vor allem aus haltlosen Gerüchten. Zudem scheint niemand zu wissen, woher diese eigentlich stammen. Auch die befragten Polizisten, die ihn deswegen festgenommen hatten, konnten am Dienstag bei der Verhandlung vor der zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts in Gießen keine plausible Antwort geben. ..." [jw 16.1.14]
15.01.2014 Ausführlicher Bericht im [wolff-Blog] vom Prozess vor der zweiten Strafkammer des Landgerichtes Gießen, 14.01.2014, (Az: 2 KLs-401Js 18007/13): "Heute wurden die beiden Polizeibeamten vernommen, die maßgeblich für die Einweisung von Herrn Stephan verantwortlich sind, sowie seine Halbschwester. Letzere verweigerte die Aussage. Weiter wurden vom Beklagten Beweisanträge eingebracht."
13.01.2014 "Linke-Politiker gezielt aus Verkehr gezogen? Strafanzeige gegen Gericht und Staatsanwalt wegen Verfolgung eines Unschuldigen und Strafvereitelung. Prozeß gegen Dennis Stephan wird Dienstag fortgesetzt ..." [jw 13.1.14]
05.01.2014 Kürzer Bericht im Wolff-Blog von Horst Pachulke vom 1/2-stündigen Verhandlungstag am 3.1.2014. Erörterung eines ausgesprochen schwach anmutenden kriminaltechnischen Gutachtens des LKA zu Brandrückständen auf der Hose.
23.12.2013 Ausführlicher Bericht im Wolff-Blog von Horst Pachulke vom Verhandlungstag am 23.12.2013. Im wesentlichen ging es um den Unfall. Am Ende: "Flurfunk: Gutachter Gliemann (der wegen Befangenheit abgelehnt wurde) und der Leiter der Forensik in Haina, Müller-Isberner (in die Herr Stephan verbracht wurde) seien sehr gute Bekannte. Sie würden einander zuarbeiten."
13.12.2013 Ausführlicher Bericht im Wolff-Blog von Horst Pachulke vom Verhandlungstag am 12.12.2013
Obwohl die Verhandlung nur ca. eine Stunde dauerte, kam offenbar sehr Wichtiges zur Sprache. Ungeheuerlich mutet die Bewertung der Metallplatte in seiner entzündeten Schulter an und die Amtsarzt-Tortur, die ihm die Richterin auferlegte, wodurch sich erhebliche Zweifel an deren Kompetenz ergeben. Da fällt einem sofort unterlassene Hilfeleistung und Versagen ein, man kann hier aber auch an Menschenverachtung und Folter denken. Deshalb ist der Befangenheitsantrag für die ganze Kammer mehr als verständlich. Der Bericht enthält auch eine wichtige Erklärung der Freundin zur Entstehung des Brandes.
27.11.13 Kurzer Bericht im Wolff-Blog von Horst Pachulke vom Verhandlungstag am 26.11.2013
Wegen Verspätung und Erkrankung wird die Verhandlung erneut vertagt auf den 12.12.13, 16.30, wo der Sachverständige nicht zugegen sein müsste. Nachvollziehbar kritisch wurde vom Gericht das Organisationsmanagement von Dennis Stephan gesehen.
22.11.13 Detaillierter Bericht von Horst Pachulke vom gestrigen Verhandlungstag im Wolff-Blog
Der sehr informative und wichtige Bericht (danke) relativiert einige einseitige Vorfeldberichterstattungen. Die Gretchenfrage, ob Unterbringung und Maßregelvollzug nötig war oder weiterhin sein könnte, muss bis zum Abschluss der Beweisaufnahme offen bleiben. Immerhin: die Öffentlichkeit und öffentliche Anteilnahme an diesem Verfahren dürfte die Justiz - vielleicht sogar die Unterbringungspsychiatrie - motivieren, ordentlich, gründlich und fair zu handeln. Die Ferngutachter aus dem Netz möchte ich um Zurückhaltung bitten.
06.11.2013 Gute Nachrichten waren aus dem Landgericht Gießen zu vernehmen. Horst Pachulke brichtete darüber im Wolf-Blog. Hier noch einmal seine erste Zusammenfassung: "
4) Die Verhandlung wurde unterbrochen bis zum Donnerstag, 21.11.13, 9:00 Uhr."
30.10.13 Psychiatrisches Gutachten vom Kontrahenten. Gießen: Für krank erklärter Linksparteipolitiker wegen Brandstiftung vor Gericht ... Die Klinikleitung der Forensik wähnt sich indes jenseits von Recht und Gesetz und ignoriert, daß das Gericht eine Aufhebung der Kontaktsperre verfügt hat: Mal verhängte Klinikchef Rüdiger Müller-Isberner Hausverbot gegen die Vorsorgebevollmächtigte des linken Politikers, die ihn doch betreuen soll, mal mißachtete er Auskunftsrechte der Presse. Besuche wurden im Namen der Klinikleitung verhindert, Telefonanrufer mit aberwitzigen Erklärungen abgewimmelt. ..." [jw 30.10.13]
25.10.13 "Isoliert in der Psychiatrie
Linke-Politiker Dennis Stephan für krank erklärt und Monate weggesperrt: Generelles Kontaktverbot vor Prozeßbeginn. Skandalöse Vorfälle im Vorfeld eines Prozesses, der am heutigen Freitag am Landgericht Gießen beginnt: Der Linken-Politiker Dennis Stephan, zeitweise bei Pro Asyl engagiert, ist für mehr als drei Monate zwangsweise in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. ... Kurz vor Redaktionsschluß hat das Landgericht Gießen einem Eilantrag des Rechtsanwalts stattgegeben, nach dem die Kontaktsperre aufzuheben sei – ausdrücklich auch gegenüber der Vorsorgebevollmächtigten. Die Psychologin ist jedoch fassungslos: Als sie erneut am Donnerstag in der Forensik anruft, habe ihr ein Pfleger mitgeteilt, die Anweisung von oben bestünde trotz des Gerichtsbescheids weiter. Für sie ist Dennis Stephan weiterhin nicht erreichbar." [jw 25.10.13]
09.10.13 "»Die Auswahl dieses Gutachters ist unglücklich« Gießener Linken-Politiker sitzt wegen angeblicher Brandstiftung im Maßregelvollzug. Ein Gespräch mit Thomas Saschenbrecker ...
Vermuten Sie, daß es politische Hintergründe gibt, warum Stephan in all dies hineingeraten ist?
Das Landgericht Gießen hatte einen Sachverständigen benannt, der Dennis Stephan, der bei Pro Asyl engagiert war, nicht unbekannt ist. Er ist als Abschiebearzt berüchtigt – und vertritt eine vorgefertigte Meinung bezüglich einer psychischen Grunderkrankung von Herrn Stephan. Und das, obgleich dieser betont, er habe den Gutachter noch nie zu Gesicht bekommen. Ich hatte einen Befangenheitsantrag gestützt, das Oberlandesgericht hatte hier leider eine andere Meinung. Ich kann ihm jetzt nur raten, sich von diesem Sachverständigen nicht begutachten zu lassen. Die Auswahl dieses Gutachters ist sehr unglücklich. Mit Sicherheit kann es nicht mehr zu einer objektiven Begutachtung kommen, weil er aufgrund öffentlichen Drucks von Pro Asyl in die Kritik geraten ist: Laut Frankfurter Rundschau vom 12. März 2004 wurde er damals sofort beurlaubt und sein Arbeitsvertrag nicht mehr verlängert. Aufgrund dieser beruflichen Konsequenzen für den Gutachter ist nicht auszuschließen, daß er den hieran beteiligten Dennis Stephan in die Ecke des psychisch Kranken drängen könnte.
Der Gutachter Rainer Gliemann ging durch die Schlagzeilen, weil er den Abschiebebehörden als Arzt galt, der fast immer »Flugtauglichkeit« bescheinigte.
Ja, genau das deutet darauf hin, daß hier die Psychiatrie als politisches Lenkinstrument wie im Fall Gustl Mollath zu verstehen ist – nicht als therapeutische Hilfe. Man instrumentalisiert die Psychiatrie, um womöglich zu gewünschten Ergebnissen zu kommen. Dennis Stephan hat sich im Umweltbereich verschiedenen Bauvorhaben widersetzt – abseits vom politischen Mainstream. All das nährt den Verdacht, daß hier ein unbequemer Kritiker entsorgt werden soll.
Stephan soll wenige Wochen vor seiner Unterbringung im Ältestenrat des Kreistages in Gießen einen Antrag gestellt habe, daß alle Abgeordneten, die vor 1945 NSDAP Mitglieder waren und bereits das Alter von 18 Jahren erreicht hatten, namentlich benannt werden sollten…
Er hat mir davon berichtet. Dies habe bei verschiedenen Politikern zu offenem Widerstand geführt. Offenbar will man die Vergangenheit lieber ruhen lassen." (Junge Welt 9.10.13), auch Zwangspsychiatrie,
Hitlers Helfer. Psychiatrie im Nationalsozialismus
"25. März 2014 I Topographie des Terrors, Berlin
Ausstellungseröffnung: „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“
Welchen Wert hat das Leben des Einzelnen? Im Nationalsozialismus galten Menschen mit Behinderungen und Nervenkrankheiten als Belastung für die Volksgemeinschaft. Sie wurden deshalb gnadenlos verfolgt. Ihrem Schicksal – aber auch den Tätern – widmet sich die Wanderausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“, die heute in der Topographie des Terrors eröffnet wird (Presserundgang um 18:00 Uhr). ..." [DGPPN 25.3.14]
Forensische Psychiatrie vor Gericht
"Das Bonner Landgericht hat einen Justizirrtum korrigiert und verurteilt einen 26-jährigen Räuber zu acht Jahren Haft. Vor viereinhalb Jahren hatte das Amtsgericht wegen vermeintlicher Gefährlichkeit die Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet.
4 1/2 Jahre zu Unrecht in der Psychiatrie ..." [Bonner Rundschau 12.12.2014]
"Er fühlt sich wie der zweite Mollath Ein 49-Jähriger aus dem Landkreis Pfaffenhofen meint, er sei zu Unrecht in einer Ingolstädter Klinik festgehalten und falsch behandelt worden. Jetzt fordert er 30 000 Euro Schmerzensgeld und 320 000 Schadensersatz nebst Zinsen. ... Der erstbehandelnde Arzt in der Ingolstädter Fachklinik sowie eine Kollegin erklärten, dass der Patient nach ihrer – wenn auch mittlerweile arg verblassten – Erinnerung sehr wohl freiwillig im Haus geblieben sei. Rechtanwältin Liubov Zelinskij-Zunik hielt dagegen, dass sich in der Krankenakte aber ein Vermerk befinde, wonach der Patient in eine geschlossene Abteilung verlegt werden müsse, da der „Patient nicht stationär bleiben möchte“ – für sie ein klares Indiz, dass er sich unfreiwillig in der Klinik befand. ..." [Donaukurier 12.11.14, fette Hervorhebung zum entlarvenden Krankenaktenvermerk RS]
"Gutachter soll Drogen für Sex verschrieben haben Ein Münchner Gerichtspsychiater muss wegen einer Affäre mit einer suchtkranken Staatsanwältin vor Gericht. Er soll der Frau für sexuelle Dienste als Domina Betäubungsmittel verschrieben haben. Der Prozess beginnt in wenigen Tagen - trotzdem arbeitet der Gutachter noch immer für die Justiz. ..." [SZ 7.11.14]
Die Brand-Rede Ilona Haslbauers bei ihrer Entlassung vor den Frauenforensik in Taufkirchen an der Seite von Gustl F. Mollath
https://www.youtube.com/watch?v=1fr0NXAzK_g
Ilona Haslbauer heute entlassen, Gustl Mollath holt sie ab
"Sieben Jahre untergebracht Entlassung aus der Psychiatrie in Taufkirchen. Nach mehr als sieben Jahren angeordneter Unterbringung wurde am Donnerstag (14.08.14) Ilona H. aus der geschlossenen Abteilung der psychiatrischen Klinik in Taufkirchen entlassen. Gustl Mollath holte sie ab. Kurz nach seinem Freispruch vor dem Regensburger Landgericht hat Gustl Mollath Ilona H. aus der Psychiatrie in Taufkirchen (Landkreis Erding) abgeholt. Gemeinsam mit Freunden und der Familie der Frau nahm er sie in Empfang. "Jetzt kommt die schwerste Zeit", sagte Mollath zu ihr über die schwierige Wiedereingewöhnung nach so langer Zeit unter Verschluss und nahm sie in den Arm. Die Frau lebte bis zu ihrer Entlassung sieben Jahre lang in der geschlossenen Abteilung der psychiatrischen Klinik - auch ihr Fall sorgte für öffentliche Diskussionen. ..." [BR 14.8.14]
Ilona Haslbauer soll am 14. August aus der Frauenforensik Taufkirchen entlassen werden
"Freiheit nach sieben Jahren Forensik. Nina Hagen und die zweite Mollath. Ist unverhältnismäßig lange Unterbringung in der Forensik Alltag? Der Fall der Regensburgerin Ilona Haslbauer sei „krasser als der von Mollath“, sagt Rechtsanwalt Adam Ahmed. Ihr Schicksal hat sogar Nina Hagen auf den Plan gerufen. Nach siebeneinhalb Jahren wird die Sozialpädagogin jetzt aus der geschlossenen Psychiatrie entlassen. Dort landete sie wegen eines Delikts, für das ihr das Gericht zunächst „nur“ vier Jahre [RS: Monate] Haft aufgebrummt hatte. ... " [regdig 16.7.2014]
Erneuter Prozess Ilona Haslbauer wegen Vorfall 2010
Regensburg-digital berichtet ziemlich ausführlich und informativ über die Regensburger Verhandlung heute.
Die mittelbayerischen Nachrichten berichteten: "... In der Berufungsverhandlung am Dienstag geht es um Fall, der beinahe vier Jahre zurückliegt. Die Staatsanwaltschaft wirft Ilona H., sie habe Ende April 2010 eine Oberärztin im Bezirkskrankenhaus Straubing mit einer Krücke absichtlich ans Schienbein geschlagen und dabei verletzt.
Das Amtsgericht verurteilte die Psychiatrieinsassin, diese Entscheidung wurde angefochten und steht nun vor der Einstellung. Zumindest gab das der Vorsitzende Richter dem Staatsanwalt und dem Verteidiger für die Mittagspause mit auf den Weg. Nach Aussage von Ilona H. habe dieser Übergriff überhaupt nicht stattgefunden, die Ärztin erklärte, sie habe kein Interesse an einer Bestrafung der Angeklagten. Ohnehin habe sie nur eine „Bagatellverletzung“ erlitten.
Mollath ist gekommen, sagt er abseits des Prozesses zur MZ, um sich ein Bild darüber zu machen wie es „der sogenannten Patientin“ geht. Der Nürnberger hatte nach seiner Entlassung im Sommer 2008 angekündigt, sich für bessere Bedingungen von Psychiatriensassen zu engagieren. Dass Ilona H. seit mehr als sieben Jahren in der Forensik untergebracht ist, sei bloßer Irrsinn. Über die Situation der Frauen im BKH Straubing sagt Mollath: „Das ist KZ-Haltung.“"
Martin Heidingsfelder twittert aktuell vom Prozes 25.03.2014
13.30: Es wird gleich eingestellt Chefärztin aus Straubing war unglaubwürdig. Falschbeschuldigung? Muss vom Staatsanwalt geprüft werden...
11.11: Richter will in der Mittagspause ohne Urteil abbrechen. Dr. M. unglaubwürdig. Hoffentlich kein Deal!
10.57 Schaut jetzt schon nach Freispruch aus. Anzeigenerstatterin Dr. M. schwimmt extrem.
10.44: Hauptgrund, ist dass sie vom Richter angewiesen wurde anzuzeigen. Wenn Körperverletzung nicht der Grund ist, dann bitte was? Ein Richter?
10.41: Rechtsanwalt Ahmed macht Zeugin Dr. M. gerade rund.
10.38: Zitat des Tages: "Ich sag jetzt mal ganz ehrlich,..." Zeugin Dr. M. vor Gericht...
10.29: Dr. M. Widersprüche Patientin habe geschimpft Polizeiaussage. Vorher, Haslbauer habe nichts gesagt.
10.21: Das Gericht schnallt glaube ich, dass hier was grob faul ist.
10.19: Richter K. hat Frau Dr. M. angehalten solche Dinge anzuzeigen. Dr. M. sagt maximal eine Woche später Anzeige. 15.6. Anzeige für Tat 26.4.;-)
10.12: Insgesamt 3 mal zugeschlagen am rechten Schienbein. Blauer Fleck 1 cm nicht so schlimm.
10.05 Jetzt besteht Dr. M. auf Gehhilfe und nicht auf Krücke. Das könnte entscheidend werden
10.03 Richter stellt unplausible Krankenakteneinträge fest. 27. Hofgang abgelehnt weil keine Krücke. Tat mit Krücke.
10.00 Frau Dr. M. wippt mit dem Fuß und lacht bei Unsicherheit
09.40 Haslbauer schildert massive Menschenrechtsverstöße aus BKH Straubing en passant auf Fragen ihres Anwalts Dr. Adam Ahmed.
Schutz vor Psychiatrie-Missbrauch
Michael von Cranach über Psychiatrie-Kontrolle in Bayern. > siehe bitte auch.
Michael von Cranach, langjähriger Leiter des BZK Kaufbeuren: "Ich konnte in den 26 Jahren als Chef machen, was ich wollte; eine effektive Kontrolle gab es nicht.” (Quelle: Rudolf Winzen im Wolff-blog)
Aufsicht, Kontrolle, Supervision.
Patienten-Verfügung: [HP, Handbuch, ]
Zum Diagnose-Dilemma ... " []
ICD-10 Verschlüsselungspraxis in Gutachten, Stellungnahmen, Attesten, Berichten mit einer Befragung von bayerischen psychiatrischen Kliniken und Forensiken
"Fehldiagnose in Nervenklinik „gemeingefährlich“ Unschuldiger Mann wird erst in Psychiatrie zum Kranken. Ein Mann sitzt seit 38 Jahren zu Unrecht in der Psychiatrie. Ein heute 56-jähriger Mann ist seit 38 Jahren zu Unrecht in der Nervenklinik Warstein. Erst nach mehr als 20 Jahren stellte sich heraus: Er hatte lediglich eine harmlose Tic-Erkrankung. Jetzt aber ist er nach FOCUS-Informationen zu einem selbständigen Leben nicht mehr in der Lage. ..." [Focus 13.10.13]
Schlechte Ärzte ?- Fehldiagnosen bei Psychiatern liegen bei 45 %. November 20th, 2008 - 03:45 in: Gesundheit & Medizin [G&M 20.11.2008]
Monahan-Studie
"Bereits die Monahan-Studie aus dem Jahre 1973 stellte fest, dass zwischen 65% und 95% aller Personen, die von Psychiatern als gefährlich eingestuft wurden, dies in Wirklichkeit nicht sind. Studien in den 70er, 80er und 90er Jahren an Psychiatriepatienten lieferten Erkenntnisse, die schockierend sind: Eine Studie an 131 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Patienten des Psychiatric Center in New York ergab 1985, dass schätzungsweise 75% aller Patienten bei der Einlieferung ins Zentrum fehldiagnostiziert wurden." [G&M 20.11.2008]
Rosenhan-Versuch
"Rosenhan (1973) ließ zwölf freiwillige Versuchspersonen ohne jegliche psychische Störungen in verschiedene psychiatrische Kliniken einweisen. Bei der Aufnahme sollten die Pseudopatienten lediglich ein Symptom berichten, ansonsten jedoch völlig zutreffende Angaben über sich und ihre Lebensumstände machen. Als Symptom wählte der Autor ein Verhalten aus, das noch nie in der Fachliteratur beschrieben worden war: Die Versuchspersonen sollten angeben, sie hörten Stimmen, die (in deutscher Übersetzung) "leer", "hohl" und "bums" sagten. Unmittelbar nach der Aufnahme berichteten die "Patienten" nicht mehr von diesem Symptom und verhielten sich auch ansonsten völlig normal. Trotzdem wurden alle Patienten als psychotisch diagnostiziert (elfmal als schizophren, einmal als manisch-depressiv). Es lag also ein außerordentlich hohes Ausmaß an diagnostischer Übereinstimmung vor. Dennoch waren alle Diagnosen falsch, sie besaßen also keine Validität."
Quelle (S. 7): Margraf, J. (1994) Mini-DIPS. Diagnostisches Kurz-Interview bei psychischen Störungen. Berlin: Springer.
Topeka Skandal
Günter Ammon (1979, I.) berichtet in der Einleitung S. 1f: " Wenige Jahre bevor ich nach Topeka kam, war das dortige State-Hospital noch eine mittelalterliche Verwahranstalt. Niemand fühlte sich für das, was dort geschah, verantwortlich. Es gab dort außer einem Superintendenten, der die Funktion des ärztlichen Direktors hatte, zwei Abteilungsärzte, von denen einer Alkoholiker und der andere kein Psychiater war. Dazu kamen zwei Krankenschwestern und eine Anzahl unausgebildeter grobschlächtiger Pfleger. Ein Journalist, der sich als Patient in die Anstalt eingeschmuggelt hatte, berichtete in der Presse über die unmenschlichen Zustände in der Klinik und meldete diese den Behörden. Die staatlichen Instanzen konnten nicht mehr länger an den bislang totgeschwiegenen Mißständen vorbeigehen. Bei der öffentlichen Untersuchung stellte sich heraus, daß über die Hälfte der Patienten längst hätte entlassen werden können. So wurde dort [>2] zum Beispiel ein dänischer Matrose gefunden, der vor zwanzig Jahren betrunken aufgegriffen worden und dann in der Klinik festgehalten worden war, weil man seine dänische Sprache für »schizophrenen Wortsalat« hielt. Je mehr er tobte, um so mehr galt dies als ein Beweis für seine angebliche schizophrene Erkrankung. In dieser Anstalt waren noch Zwangsjacken in Gebrauch, im Keller befanden sich Anschnallstühle und Ketten."
"Wegen Fehldiagnose: Mädchen 6 Jahre in der Psychiatrie Weil die Diagnose Schizophrenie lautete, wurde eine damals 15-Jährige in die Psychiatrie eingewiesen. Dort verbrachte sie die nächsten sechs Jahre ihres Lebens. Innerhalb dieser sechs Jahre hatte sie zwar auch die Klinik gewechselt, allerdings habe es nie eine neue Untersuchung oder Diagnose gegeben...." [paradisi 18.2.2008]
Kendell (dt. 1978) Die Diagnose in der Psychiatrie
"Mehrere Psychiater haben meistens verschiedene Meinungen darüber, ob ein Patient schizophren oder depressiv ist, und nicht einmal bezüglich Definition und Bedeutung dieser beiden Begriffe stimmen sie überein. (S. 1) ... Die meisten Psychiater erkennen das Vorhandensein des Problems zwar an, aber sie ziehen daraus nur die Konsequenz, sich immer weniger mit der Frage der Diagnose zu beschäftigen. Aus Gewohnheit teilen sie zwar weiterhin ihren Patienten Diagnosen zu, aber die von ihnen benutzten Kriterien werden durch Nichtgebrauch stumpf und unscharf; es stört diese Psychiater auch nicht, wenn ihre Kollegen andere Diagnosen stellen als sie selbst, weil sie dies als eine rein akademische Frage ohne praktische Konsequenzen betrachten. Dadurch kommt es zu einer weiteren Abnahme der diagnostischen Zuverlässigkeit, was wiederum eine Schwächung und Verunsicherung für die therapeutischen und prognostischen Konsequenzen bedeutet; es ergibt sich also ein circulus vitiosus. Eine dritte Gruppe, zu denen Männer wie Neumann im letzten Jahrhundert und Karl Menninger in unserer Zeit gehören, befürwortet eine strikte Abschaffung der Diagnosen und argumentiert überzeugend für die Vorteile und sogar die Notwendigkeit eines solchen Vorgehens." (S. 2)
Vorbemerkung: Besonders in der Medizin gibt es viele, finanzkräftige Interessenträger, die an wirklicher und wahrer Wissenschaft nicht, sondern wesentlich am Verkauf ihrer Produkte interessiert sind, allerdings meistens auf Hochglanzpapier mit ansprechendem Design verpackt (Geld hat man ja). Neben sehr guten erinnern nicht wenige Doktorarbeiten in der Medizin an bessere Schulaufsätze, z.B. die des Mollathschlechtachters Dr. L., oder Fleißarbeiten für den Herrn Professor oder Direktor, wo überhaupt nicht ersichtlich ist, worin nun die wisssenschaftliche Leistungs bestehen soll. Und einiges wird auch nur wegen der Eitelkeit, des Titels oder weil eben veröffentlicht werden muss, gemacht. Und so manches ist getrickst, frisiert, gefälscht. Lassen Sie sich also nicht blenden, sehen sie selbstbewusst und genau hin, denn auch die Welt der Wissenschaft ist voller Hochstapler, die sich nicht selten hinter wissenschaftlichem Wortgeklingel verstecken (ganz typisch etwa für die Medizin und forensische Psychiatrie). Wer einen Sachverhalt nicht allgemeinverständlich erklären kann, hat ihn oft selbst nicht verstanden
"Psychiatrische Gutachten. Fangfragen für Simulanten.
Forscher arbeiten an neuen Tests, um das Vortäuschen von psychischen Beschwerden zu enttarnen. Versicherer wollen damit Rentenanträge überprüfen. ... Die Fragen gehören zu einem Test, dem sogenannten Strukturierten Fragebogen Simulierter Symptome (SFSS). Der Fragebogen wird von manchen Psychiatern eingesetzt, die Patienten wegen ihres Antrags auf eine Erwerbsminderungs- oder Berufsunfähigkeitsrente begutachten sollen. ... " [taz 26.9.14]
DGPPN: Neues Forschungsnetz für psychische Erkrankungen: ein Schritt in die richtige Richtung
"Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat heute die Erforschung psychischer Erkrankungen substanziell gestärkt. Ab Sommer 2014 fließen bis 2018 insgesamt 35 Millionen Euro in ein neues Forschungsnetz aus neun Verbundprojekten, die von sieben universitären Standorten in Deutschland koordiniert werden. Die DGPPN begrüßt diese Entscheidung. Um neue Präventionsstrategien und Therapieverfahren für psychisch erkrankte Menschen entwickeln zu können und für die Praxis nutzbar zu machen, müssen Ursachen und Verlauf dieser Erkrankungen noch besser erforscht werden. Die Forschungsförderung ist deshalb nachhaltig anzulegen und auch in Zukunft weiter auszubauen. ..." [DGPPN 17.2.14]
Zeitschriften und Periodika der (forensischen) Psychiatrie (Auswahl)
Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und psychisch-gerichtliche Medizin (1844-1908)
Centralblatt für Nervenheilkunde und Psychiatrie. Iinternationale Monatsschrift für die gesamte Neurologie in Wissenschaft und Praxis mit bes. Berücks. der Degenerations-Anthropologie. Leipzig: Barth.
cyclopaedia: Geschichte der Psychiatrie.
Eickelborner Fachtagung (Jahresbände)
Forensische Psychiatrie und Psychotherapie. Werkstattschriften
Fortschritte der Neurologie - Psychiatrie (FDN)
Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie (1980-2008)
Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie (2007-)
Psychiatria et Neurologia (formerly: Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie) 1897-1967
Rundbrief / Walter-von-Baeyer-Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie e.V. (GEP)
Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Nervenheilkunde [Publikationsverzeichnis].
Sozialpsychiatrische Informationen.
Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie (1910-1944)
Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie (ZPPP).
Psychiatrische Versorgung ... " []
Österreich: "Zwölf Psychiater für 258.000 erkrankte Kinder. Experten kritisieren massive Unterversorgung mangels Ärzten mit Kassenverträgen. Auch die Zahl der Spitalsbetten bleibt hinter den Vorgaben zurück. Wien/Apa. In Österreich brauchen 258.000 Kinder und Jugendliche psychiatrische Beratung oder Behandlung, dafür stehen in der Erstversorgung nur zwölf Kassenfachärzte zur Verfügung. In vier Bundesländern gibt es keine einzige Kassenstelle. Auch die Zahl der Spitalsbetten bleibt hinter den Vorgaben zurück. ... " [dP 13.9.13]
Maßregelvollzug und Unterbringungseinrichtungen
Wird auf eine eigene Seite ausgelagert, die derzeit in Vorbereitung ist.
Ziegert: Ein rechtsfreier Raum ..
"Psychiaterin über das Mollath-Verfahren „Es ist ein rechtsfreier Raum“. Vor Gericht darf der Psychiater wichtige Entscheidungen treffen – ohne mit dem Straftäter zu reden. Das kritisiert die Sachverständige Hanna Ziegert. ... Die meisten Gutachter hatten mit Mollath gar nicht gesprochen. Eigentlich hätten sie sagen müssen: Ich kann zu keinem Ergebnis kommen, weil ich mit ihm nicht reden kann. Wir Psychiater leben davon, dass sich ein Patient äußert. Wenn ein Psychiater einen Patienten im Notdienst betreut, muss er mit ihm reden, sonst kann er sich strafbar machen. Aber im Gerichtssaal gilt es als in Ordnung, dass der Psychiater, ohne mit dem Straftäter zu reden, wichtige Entscheidungen trifft. Das ist nicht nachvollziehbar. ... " [taz 14.8.14]
Forensik.de.
Marschner, Rolf (2014) Kurzgutachten zum Maßregelvollzug in Bayern [PDF] mit fragwürdigen Ausführungen, z.B. (kritische Worte fett-kursiv RS): "Zwangsbehandlungen sollen selten vorkommen, werden aber ebenso wenig wie andere Zwangsmaßnahmen (Fixierung und Isolierung) systematisch erfasst. Da die Patienten ein Interesse daran haben, dass die Stellungnahmen der Klinik für die Strafvollstreckungskammer im Rahmens des zumindest jährlichen (bei § 64 StGB halbjährlichen) Überprüfungsverfahr ens nicht negativ ausfallen, besteht ein indirekter Zwang zur Teilnahme an der Therapie, so dass es selten zur Anwendung unmittelbaren Zwangs kommen dürfte." Diese markierten Worte ("sollen, dürfte") sprechen doch sehr für Vermutungen.
_ _ _ _ StVollzG, StVollstrO, StGB, StPO, JGG, ZPO, FamFG,
Bayern _ _ UBG _
Menschenrechte im Maßregelvollzug
"Seit dem Fall Mollath ist klar: Psychiatrische Kliniken sind eine Black Box. Wer einmal drin sitzt, kommt nur schwer wieder heraus. Und was hinter den Mauern einiger geschlossener Anstalten vor sich geht, ist nach Recherchen des Funkstreifzugs menschenverachtend. ...
"Ich habe gebetet, lieber Gott, lass mich sterben, weil ich die Schmerzen nicht mehr ausgehalten habe. Das ist so, dass dann mit der Zeit die Schmerzen durch den ganzen Körper kriechen – von den Händen und von den Füßen aufwärts. Das wird immer schlimmer, weil man kann sich nicht umdrehen." Patientin in Taufkirchen im Telefonat mit dem Funkstreifzug ...." [B5 aktuell 8.2.14]
BVerfG zur Notdurftverrichtung und Menschenwürde
Bundesverfassungsgericht - Pressestelle - Pressemitteilung Nr. 5/2014 vom 4. Februar 2014
Beschluss vom 26. Dezember 2013 - 1 BvR 2531/12
"Sachverhalt und Verfahrensgang:
Zwar ist in der fachgerichtlichen Rechtsprechung abstrakt geklärt, dass auch bei Verletzungen der Menschenwürde nicht in jedem Falle eine Wiedergutmachung durch Geldentschädigung auszugleichen ist. Zur Frage, wann eine Entschädigungspflicht besteht, gibt es jedoch noch keine obergerichtliche Rechtsprechung, die vorliegend zur abschließenden Bewertung bereits im summarischen Verfahren herangezogen werden könnte.
Diese Prüfung in das Prozesskostenhilfeverfahren vorzuverlegen und damit eine bloß summarische Prüfung an die Stelle des Erkenntnisverfahrens treten zu lassen überspannt die Anforderungen an die Erfolgsaussichten im Prozesskostenhilfeverfahren. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass in Fällen der Menschenwürdeverletzung die entschädigungspflichtige Erheblichkeitsschwelle niedriger als bei bloßen Verletzungen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts anzusetzen ist."
Unfälle, Unglück, Katastrophen ... " []
"Feuertod in russischer Psychiatrie. 37 Menschen starben in der Nacht auf Freitag, als in einer Klinik ein Brand ausbrach. Der unvorsichtige Umgang eines Patienten mit Feuer dürfte die Ursache für den Unfall in dem Heim gewesen sein. Feuertod in russischer Psychiatrie ... " [dP 13.9.13]
Rosenhan, D. L. (1973) On Being Sane in Insane Places. Sciences 179, 250-258.
Stichworte: Ätiologie * Befund * Datum (Daten) * Diagnose * Eigener wissenschaftlicher Standort * Elementares Datum * Epidemiologie * Komorbidität * Krankheit * Objektivität, Reliabilität und Validität * Okkult * Operationalisierung * Pathogenese * Störung * Symptom * Syndrom * Tests, psychologische, psychopathologische * Vertrauen, Vertrauensbasis, Vertrauensbeziehung * Wahn * Zwei Beispiele *
„Die operationale Definition eines wissenschaftlichen Begriffes ist eine Übereinkunft des Inhalts, daß S auf alle die Fälle — und nur auf die Fälle — anzuwenden ist, bei denen die Durchführung der Testoperation T das spezielle Resultat 0 ergibt."
Wie Hempel selbst zugibt, muß im Rahmen der psychiatrischen Diagnose der Ausdruck „operational" sehr großzügig interpretiert werden, um auch noch bloße [>28] Beobachtungen mit einschließen zu können. Im Grunde genommen sagt er nicht mehr, als daß die Diagnose S auf alle die Personen, und nur auf die, angewandt werden sollte, die das Merkmal O bieten oder die dem entsprechenden Kriterium genügen, wobei nur die Voraussetzung erfüllt sein muß, daß O „objektiv" und „intersubjektiv verifizierbar" ist und nicht nur intuitiv oder einfühlend vom Untersucher erfaßt wird.
Exkurs: Es ist ein völlig falscher Satz der sog. „Klassischen Testtheorie“ (KTT), wenn sich dort bereits formal aus dem Ansatz ergibt, dass die Validität von der Reliabilität abhängt. Genau gilt dort: Die Wurzel aus dem Reliabilitätskoeffizienten ist eine obere Schranke für den Validitätskoeffizienten (> Rosenhan). Die richtige Relation müßte eher umgekehrt lauten, dass ein Test überhaupt nur dann reliabel (genau) messen kann, wenn er überhaupt das Richtige misst, weil es ja wohl keinen Sinn macht, zwar sehr genau, aber das Falsche zu messen. Aber man kann die Genauigkeit einer Messung unabhängig vom richtigen Objekt der Messung denken. Dann dürfte aber die Relation, dass die Wurzel aus dem (korrelativen) Reliabilitätskoeffizienten für die Validität eine obere Grenze darstellt, nicht gelten, das diese Relation ja gerade eine Abhängigkeit ausdrückt. Der zweite große Doppelfehler der KTT ist, dass die Reliabilität (Zuverlässigkeit) offenbar als Merkmal dem Test falsch zugeordnet wird, wobei der Einzelfall völlig untergeht. Die Psychologie "misst" am Menschen. Daher ist Meßgenauigkeit immer auch von dem Menschen, an dem gemessen wird, abhängig. In der sog. klassischen Testtheorie wird die Meßgenauigkeit aber als Test-Kennwert für eine Normgruppe definiert und nicht für einen Einzelfall, wie er uns in der Praxis immer begegnet.
Standort: Nachrichten aus der Psychiatrie und Umfeld.
Sponsel, Rudolf (DAS). Nachrichten aus der Psychiatrie und Umfeld. IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/medppp/NadP.htm
__Ende_Nachrichten aus der Psychiatrie_Überblick__Rel. Beständiges _Titelblatt_ Konzept_ Archiv_ Region_ English contents__ Service_iec-verlag__ Dienstleistungs-Info * Mail: sekretariat@sgipt.org_ Wichtige Hinweise zu Links und Empfehlungen
korrigiert: irs 14.09.2013
11.02.17 Kendell Zitat korrigiert und ergänzt.
02.03.15 Linkfehler geprüft und korrigiert.
25.11.14 Psychisch Kranke vor Gericht: Mit Messer auf Arzt eingestochen.
14.11.14 Er fühlt sich wie der zweite Mollath.
13.11.14 Weshalb kommt Ulvi nicht endlich frei".
11.11.14 Weggesperrt und vergessen - Psychiatrieopfer in Deutschland.
05.11.14 Ulvi Kulac: Bayreuther Justizpsychiatrie unfähig ?
06.10.14 Lebenskrise oder Krankheit – wo verläuft die Grenze? (DGPPN)
01.10.14 Psychiater-Gutachten: Schadensersatz für kaltgestellte Steuerfahnder.
26.09.14 Psychiatrische Gutachten. Fangfragen für Simulanten.
09.09.14 Gustl Mollath bei der Akademischen Gesellschaft in Gießen.
04.09.14 Die Brand-Rede Ilona Haslbauers.
30.08.14 SPD legt zum Fall Haderthauer zwei Rechtsgutachten vor.
23.08.14 Ziegert (taz-Interview) Maßregelvollzug ein rechtsfreier Raum.
14.08.14 Iloana Haslbauer heute entlassen und von Gustl Mollath abgeholt.
12.08.14 Das neue Heft 3, 2014 der FPPK (Forensische Psychiatrie, Psychologie und Kriminologie, Auswahl).
11.07.14 Demonstration in Landshut. Freiheit & Gerechtigkeit für Ilona Haslbauer - Weg mit § 63 StGB !
25.06.14 Leserbrief an die NN: Falsche Suggestivbehauptung Zwang: es gibt spätestens seit 1801 Alternativen.
23.05.14 Bei lebendigem Leibe verfault.
22.05.14 "Sachgerechte Elektroschocls" und 114 Tage in die Isolierzelle.
20.05.14 Vortrag Leygraf: Phänomenologie islamistischer Straftäter.
14.05.14 Freispruch für Dennis Stephan.
10.05.14 Diagnosewandel nach Unterbringung - Kritisches von Kröber.
09.05.14 Psychiater-Fall: Bis zu 13 Urteile könnten kippen. * Zwangsunterbringung soll zeitlich begrenzt werden *
19.04.14 Akten in Forensik Taufkirchen beschlagnahmt.
06.04.14 Wie Überprüfungen von Maßregelvollzugs-Beweisfragen organisieren? - Empfehlungen.
25.03.14 Neue Rubrik: Hitlers Helfer. Psychiatrie im Nationalsozialismus * erfasst, verfolgt, vernichtet ... Ausstellungseröffnung.
25.03.14 Neue Rubrik: Forensische Psychiatrie vor Gericht, Erneuter Prozess Ilona Haslbauer 25.03.2014.
03.03.14 40 Jahre Psychiatriereform Triest.
28.02.14 Quer über Taufkirchen u. Fixierungen * Ist die Forensische Psychiatrie eine Wissenschaft und woran könnte man das erkennen?
27.02.14 Nachrichten zu Gustl Mollath.
18.02.14 Fixierungstatistik * Klinikchef rechtfertigt sich für Fixierungen.
17.02.14 Neu: Wissenschaft und Forschung * Neues Forschungsnetz *
16.02.14 Taufkirchen: 9813 Stunden in Fesseln * Psychiatriereform: Müller will unabhängige Kontrollen im Maßregelvollzug * Stephan eigene Internetseite *
15.02.14 Überblick Gesetze: Unterbringung, Psychisch Kranke und Maßregelvollzug.
14.02.14 Gerichte geben Gutachtern häufig Tendenzen vor.
13.02.14 Korrektur Aussage Michael von Cranach. Ursprünglicher Text: "Dr. Michael von Cranach erinnert sich, dass in den 26 Jahren seiner Leitung in Kaufbeuren vielleicht 1-2 mal Fixierungen von mehreren Stunden vorkamen. In England seien sie sogar verboten. Stattdessen arbeitete Kaufbeuren wie die Engländer mit der meist effektiven Festhaltemethode (ca. 5 Minuten). " Neuer, korrigierter Text: "Dr. Michael von Cranach erinnert sich, dass in den 26 Jahren seiner Leitung in Kaufbeuren vielleicht 1-2 mal Fixierungen von 12 oder mehr Stunden vorkamen. In der Regel gehe es nur um 2-3 Stunden. In England sei die Fixierung sogar sogar verboten. Stattdessen arbeitete Kaufbeuren wie die Engländer mit der meist effektiven Festhaltemethode ("holding down"). Kein Mensch halte das länger als 5-6 Minuten aus. Dann breche die Erregung in sich zusammen. Und dann könne man sprechen."
12.02.14 Einmal drin, immer drin? Wie Psychiatrie-Patienten um ihre Rechte kämpfen.
11.02.14 Privatisierung der Psychiatrie
11.02.14 Michael von Cranach über Psychiatrie-Kontrolle in Bayern.
08.02.14 Black Box Psychiatrie Patienten in Fesseln.
06.02.14 FPPK: Schwerpunktthema: Qualität in der forensischen Begutachtung erreichen, prüfen und aufrechterhalten.
06.02.14 Anmerkung: Steinzeit-Forensik.
04.02.14 Menschenrechte im Maßregelvollzug
02.02.14 Fall von Dauer-Fixierung in Taufkirchener Forensik kommt in den Landtag.
30.01.14 Liste potentieller Missbrauch * Authenzitätsprüfung Gustl Mollath Posting.
28.01.14 LG Gießen Verhandlung gegen Dennis Stephan.
28.01.14 Strafanzeige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in deutschen Krankenhäusern.
24.01.14 Hilferuf Hermann-Josef Krämer.
16.01.14 Neues vom Dennis Stephan Prozess am LG Gießen.
12.01.14 aufkirchen in der Kritik.
05.01.14 Neues vom Fall Stephan.
01.01.14 Amtsmissbrauch Oberarzt?
23.12.13 Justizminister Kutschaty (NRW) fordert Forensik-Reform. * 23.12. Verhandlungstag Dennis Stephan.
01.12.13 Neue Rubrik: Alternative Psychiatrie * Statt Psychiatrie 2.
27.11.13 Kurzbericht Horst Pachulke vom LG Gießen (Dennis Stephan)
15.11.13 Klaus Dörner, der Wegbereiter der Psychiatriereform in Deutschland, wird 80.
14.11.13 Justizministerium Rheinland-Pfalz spricht sich für eine Reform der Anordnung und Vollstreckung des Maßregelvollzuges aus.
09.11.13 Der Okkultismus in der Forensischen Psychiatrie - natürlich DGPPN zertifiziert.
07.11.13 06.11.2013 Gute Nachrichten waren aus dem Landgericht Gießen zu vernehmen.
06.11.13 Anfrage bei der DGPPN.
30.10.13 Neues vom Fall Stephan.
26.10.13 Beschwerdestellen, Der Fall Dennis Stephan in Gießen.
25.10.13 Zwangsweise zum Psychiater.
13.10.13 Fehldiagnose in Nervenklinik „gemeingefährlich“ Unschuldiger Mann wird erst in Psychiatrie zum Kranken

References: BGH 
 § 20
 § 67
 § 66
 § 22
 § 22
 § 63
 § 20

§ 7
 § 63
 BGH 
 § 64
 § 63