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Timestamp: 2016-10-26 02:21:52+00:00

Document:
vertreten durch F�rsprecher Beat Kurt,
Schl�sslistrasse 9a, Postfach 8915, 3001 Bern,
B.________, Beschwerdegegner, vertreten durch F�rsprecher Kurt Gaensli, Frutigenstrasse 6, Postfach 2174, 3601 Thun,
Mit Urteil der Gerichtspr�sidentin 3 des Gerichtskreises X Thun vom 6. Juni 2002 wurde A.________ der N�tigung, begangen am 18. Februar 1998 zum Nachteil von B.________, und der Nichtabgabe entzogener Ausweise und Kontrollschilder trotz beh�rdlicher Aufforderung f�r schuldig befunden. Ausgesprochen wurde eine Gef�ngnisstrafe von 10 Tagen, unter Gew�hrung des bedingten Strafvollzuges auf eine Probezeit von 2 Jahren, als Zusatzstrafe zu den Urteilen des Untersuchungsrichteramtes IV Berner Oberland vom 10. Juni 1999, 12. Juli 2000, 13. November 2000 sowie des Gerichtspr�sidenten 6 des Gerichtskreises X Thun vom 11. Mai 2000. Weiter wurde die Angeschuldigte zu einer Busse von Fr. 200.--, zur Bezahlung der Parteikosten des Privatkl�gers und der Verfahrenskosten verurteilt. Daneben hatte die Angeschuldigte dem Privatkl�ger eine Genugtuung von Fr. 800.-- auszurichten. Im �brigen wurde die Zivilklage abgewiesen.
Dem Schuldspruch wegen N�tigung lag ein Vorfall in der Nacht vom 17. auf den 18. Februar 1998 zugrunde. Damals wollte der Privatkl�ger B.________ einem Kollegen helfen, seine M�bel, die noch bei dessen Ex-Freundin A.________ eingelagert waren, abzuholen. Die Gerichtspr�sidentin erachtete es unter anderem als erwiesen, dass die Angeschuldigte den Privatkl�ger mit vorgehaltener Pistole gen�tigt habe, vom beabsichtigten M�beltransport abzulassen.
Am 11. Juni 2000 erkl�rte die Angeschuldigte beim Obergericht des Kantons Bern Appellation, beschr�nkt auf den Schuldspruch wegen N�tigung. Der Privatkl�ger appellierte nicht und verzichtete auf eine Anschlussappellation. Der stellvertretende Generalprokurator beantragte die Best�tigung des Schuldspruches.
Mit Entscheid vom 14. November 2002 best�tigte die 1. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons Bern das erstinstanzliche Urteil. Sie st�tzte sich dabei insbesondere auf die Beweisw�rdigung der Gerichtspr�sidentin und auf die Aussagen von Drittpersonen.
Gegen das Urteil des Berner Obergerichts erhebt A.________ am 30. Januar 2003 staatsrechtliche Beschwerde. Sie beantragt die Aufhebung des Entscheides vom 14. November 2002 und macht eine Verletzung von Art. 9 und Art. 32 BV sowie von Art. 6 Ziff. 2 EMRK geltend. Gleichzeitig ersucht sie um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
Das Obergericht und der stellvertretende Generalprokurator schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Auch der Beschwerdegegner, B.________, beantragt in seiner Vernehmlassung vom 27. M�rz 2003 die Abweisung der Beschwerde.
Mit Schreiben vom 20. Mai 2003 erkl�rte F�rsprecher Beat Kurt, er habe das Mandat der Beschwerdef�hrerin �bernommen.
Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Endentscheid, gegen den die staatsrechtliche Beschwerde wegen der Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte erhoben werden kann (Art. 269 Abs. 2 BStP; Art. 86 Abs. 1 und Art. 87 in Verbindung mit Art. 84 Abs. 1 lit. a OG). Die Beschwerdef�hrerin ist durch den Schuldspruch in ihren rechtlich gesch�tzten Interessen ber�hrt und damit zur Beschwerde legitimiert (Art. 88 OG). Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erf�llt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist - unter Vorbehalt der rechtsgen�genden Begr�ndung (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; BGE 125 I 71 E. 1c S. 76; 122 I 70 E. 1c S. 73 mit Hinweisen) - einzutreten.
2.1 Das Obergericht des Kantons Bern erachtet es als erwiesen, dass die Beschwerdef�hrerin den Beschwerdegegner in der Nacht vom 17. auf den 18. Februar 1998 mit vorgehaltener Pistole gen�tigt habe, vom beabsichtigten M�beltransport abzusehen. Die Beschwerdef�hrerin erblickt in dieser Beurteilung nicht nur eine Umkehr der Beweislast, sondern auch eine willk�rliche Beweisw�rdigung. Zudem sieht sie ihren Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt.
Aufgrund der formellen Natur des rechtlichen Geh�rs f�hrt eine Verletzung - unabh�ngig von den Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst - zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 126 I 19 E. 2d/bb S. 24; 125 I 113 E. 3 S. 118). Es ist daher zun�chst zu pr�fen, ob das Obergericht der Beschwerdef�hrerin das rechtliche Geh�r verweigert hat.
2.2 Art. 29 Abs. 2 BV gew�hrleistet den Anspruch auf rechtliches Geh�r. Daraus ergibt sich der Anspruch der Parteien, mit rechtzeitig und formg�ltig angebotenen Beweisantr�gen und Vorbringen geh�rt zu werden, soweit diese erhebliche Tatsachen betreffen und nicht offensichtlich beweisuntauglich sind (BGE 120 Ib 379 E. 3b S. 383; 106 Ia 161 E. 2b S. 162, je mit Hinweisen).
Die Beschwerdef�hrerin macht nicht geltend, eine Norm des kantonalen Rechts verpflichte die Beh�rde zu einer einl�sslicheren Begr�ndung ihres Entscheids, als dies Art. 29 Abs. 2 BV gebietet. Nachfolgend ist somit zu pr�fen, ob das obergerichtliche Urteil den verfassungsrechtlichen Anforderungen zu gen�gen vermag.
3.1 Hauptstreitpunkt des Appellationsverfahrens war, ob der Beweis f�r die der Beschwerdef�hrerin vorgeworfene Tathandlung erbracht sei oder nicht. Das Obergericht gesteht der Beschwerdef�hrerin zwar zu, es sei seltsam, dass der strittige Vorfall vom 18. Februar 1998 erst drei Jahre sp�ter, m�glicherweise im Zusammenhang mit einer anderen Auseinandersetzung, angezeigt worden sei. Das mache den Anlass der Anzeige, nicht aber den Vorfall selber suspekt. Das Beweisverfahren habe mit gen�gender Klarheit ergeben, dass es einen Vorfall gegeben habe und die Arztberichte zeigten, dass dieser offenbar Anlass zu einem Arztbesuch und weiteren gesundheitlichen Konsequenzen gegeben habe. Wohl bestritten die Angeschuldigte und deren Freund, der beim fraglichen Vorfall zugegen gewesen war, den Beschwerdegegner mit vorgehaltener Waffe bedroht zu haben. Die Art und Weise der Bestreitung spreche jedoch daf�r, der Angeschuldigten ein "solches rabiates Vorgehen" zuzutrauen und nachdem sie Waffen besitze, sei es "deshalb auch m�glich, dass sie eine Faustfeuerwaffe in einer solchen Situation hervorgenommen haben k�nnte". Wesentlich f�r die Beweissituation seien weniger die Aussagen der unmittelbar Beteiligten als die Angaben der Drittpersonen (mittelbare Zeugen/ �rzte), die den Vorfall als bedrohliches Erlebnis mit Folgen f�r den Privatkl�ger eindr�cklich und glaubhaft belegen w�rden. Im �brigen verweist das Obergericht ausdr�cklich auf die erstinstanzliche Beweisw�rdigung. Insbesondere h�lt es daf�r, die erstinstanzliche Richterin kenne die Akteure, weshalb auf ihren pers�nlichen Eindruck abgestellt werden d�rfe. Aufgrund dieser Umst�nde kommt das Obergericht zum Schluss, es k�nne "mit gen�gender Sicherheit" davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdef�hrerin den Beschwerdegegner mit vorgehaltener Waffe davon abgehalten habe, die M�bel wie geplant abzutransportieren.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin gibt in der Beschwerde ihren Parteivortrag wieder. Dass sie diesen tats�chlich gehalten hat, bestreitet das Obergericht nicht. In ihren Ausf�hrungen vor Obergericht �bte die Beschwerdef�hrerin an verschiedenen Punkten der erstinstanzlichen Beweisw�rdigung Kritik und zeigte aus ihrer Sicht Ungereimtheiten auf. Das Obergericht seinerseits hat sich in seiner Beweisw�rdigung mit den Vorbringen der Angeschuldigten nicht direkt auseinandergesetzt. Wie gezeigt (E. 2.2), sind die Begr�ndungspflicht und der Anspruch auf Begr�ndung indes nicht bereits dadurch verletzt, dass sich die urteilende Beh�rde nicht mit allen Parteistandpunkten einl�sslich befasst und jedes einzelne Vorbringen ausdr�cklich widerlegt. Die wesentlichen Elemente in der Argumentation der Parteien hat das Gericht jedoch aufzunehmen und zu behandeln, damit es den Parteien m�glich ist, das Urteil sachgerecht anzufechten. Gewisse M�ngel an der Begr�ndung sind nicht von der Hand zu weisen, sind doch bestimmte Formulierungen des Obergerichts als missgl�ckt zu bezeichnen (siehe die Zitate in E. 3.1 hiervor). Im Gesamtzusammenhang betrachtet, gen�gt die Begr�ndung des Obergerichtes den verfassungsrechtlichen Anforderungen jedoch. Die entscheidrelevanten Argumente (Angaben von Drittpersonen wie �rzten und mittelbaren Zeugen, erstinstanzliche Beweisw�rdigung, typische Pers�nlichkeitsmerkmale der Beschwerdef�hrerin) werden genannt. Weshalb die Anzeige erst drei Jahre nach dem Vorfall erfolgte, wurde im erstinstanzlichen Urteil dargelegt. Aufgrund des vollumf�nglichen Verweises auf den Entscheid der Gerichtspr�sidentin ist dem Obergericht insoweit keine mangelnde Begr�ndung vorzuwerfen. Auf die unsachliche Kritik an den weiteren Beteiligten des Vorfalls musste das Obergericht im �brigen nicht eintreten. Dass es der Beschwerdef�hrerin aufgrund der obergerichtlichen Ausf�hrungen m�glich war, das Urteil sachgerecht anzufechten, zeigt die vorliegende Beschwerde. Eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs ist infolgedessen zu verneinen.
4. Das Obergericht konnte keine erheblichen Zweifel an der Schuld des Beschwerdef�hrerin erkennen und erachtet es entsprechend als erwiesen, dass die Beschwerdef�hrerin den Beschwerdegegner in der Nacht vom 17. auf den 18. Februar 1998 mit einer Pistole gezwungen habe, vom beabsichtigen M�beltransport abzusehen. Die Beschwerdef�hrerin sieht in der Beweisw�rdigung des Obergerichtes eine Verletzung des Willk�rverbotes und des in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Grundsatzes "in dubio pro reo".
4.1.1 Als Beweislastregel bedeutet die Maxime, dass es Sache der Anklagebeh�rde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen, und nicht dieser seine Unschuld nachweisen muss. Der Grundsatz "in dubio pro reo" ist verletzt, wenn der Strafrichter einen Angeklagten (einzig) mit der Begr�ndung verurteilt, er habe seine Unschuld nicht nachgewiesen. Ebenso ist die Maxime verletzt, wenn sich aus den Urteilsgr�nden ergibt, dass der Strafrichter von der falschen Meinung ausging, der Angeklagte habe seine Unschuld zu beweisen, und dass er ihn verurteilte, weil ihm dieser Beweis misslang. Ob der Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweislastregel verletzt ist, pr�ft das Bundesgericht frei (BGE 127 I 38 E. 2a S. 40).
4.1.2 Als Beweisw�rdigungsregel besagt der Grundsatz, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines f�r den Angeklagten ung�nstigen Sachverhalts �berzeugt erkl�ren darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Maxime ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten h�tte zweifeln m�ssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer m�glich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Das Bundesgericht legt sich bei der �berpr�fung von Beweisw�rdigungen im Strafprozess Zur�ckhaltung auf. Es greift mit anderen Worten nur ein, wenn der Sachrichter den Angeklagten verurteilte, obgleich bei objektiver W�rdigung des ganzen Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche und schlechterdings nicht zu unterdr�ckende Zweifel an dessen Schuld fortbestanden (BGE 127 I 38 E. 2a S. 41; 124 IV 86 E. 2a S. 88; 120 Ia 31 E. 2c und d S. 37 f.).
Im vorliegenden Fall r�gt die Beschwerdef�hrerin sowohl eine Ver-letzung der Beweislast- als auch der Beweisw�rdigungsregel.
5.1 Zun�chst macht die Beschwerdef�hrerin sinngem�ss geltend, das angefochtene Urteil verstosse gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweislastregel, indem das Obergericht nur festhalte, es k�nne "mit gen�gender Sicherheit" davon ausgegangen werden, dass sie den Beschwerdegegner unter Waffendrohung vom Wegtransport der M�bel abgehalten habe. Das klinge, als ob es ihr zu wenig gelungen sei, ihre Unschuld zu beweisen. Im angefochtenen Urteil wird die Verurteilung nicht mit dem Argument begr�ndet, die Angeklagte habe ihre Unschuld nicht nachgewiesen. Ebenso wenig ergibt sich aus dem Urteil, das Obergericht sei von der falschen Meinung ausgegangen, die Beschwerdef�hrerin h�tte ihre Unschuld zu beweisen. Vielmehr liegt dem Schuldspruch eine ganze Indizienkette zugrunde. Die blosse Feststellung, gest�tzt auf die Erw�gungen der Vorinstanz und die eigenen �berlegungen des Obergerichtes k�nne mit gen�gender Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdef�hrerin den Beschwerdegegner unter Vorhaltung einer Waffe am M�beltransport gehindert habe, dr�ckt lediglich aus, dass das Obergericht keine ernsthaften Zweifel an der Schuld der Angeklagten hat. Dies stellt keinen Verstoss gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweislastregel dar. Analoges gilt f�r den Umstand, dass das Obergericht die Sachverhaltsschilderung der Beschwerdef�hrerin f�r nicht �berzeugend erachtet. W�gt das Obergericht zwischen der Glaubw�rdigkeit der Beschwerdef�hrerin einerseits und jener von Drittpersonen (�rzte, mittelbare Zeugen) andererseits ab, kann darin keine Umverteilung der Beweislast erblickt werden.
6.1 Wie gesehen (E 3.1 hievor) st�tzt sich die Beweisw�rdigung des Obergerichtes auf die Arztberichte, Zeugenaussagen, das erstinstanzliche Urteil sowie die Pers�nlichkeitsmerkmale der Beschwerdef�hrerin. Die Aussagen eines anl�sslich der Appellationsverhandlung einvernommenen Zeugen erachtet das Obergericht �berdies als glaubw�rdig. Es ist jedoch entgegen der Meinung der Beschwerdef�hrerin davon �berzeugt, dass der Zeuge - der damalige Freund der Beschwerdef�hrerin, der am fraglichen Abend anwesend war und die Szene vom Haus aus beobachtet hatte - den Vorfall vom Balkon aus nicht oder jedenfalls nicht genau gesehen haben konnte.
6.2 Die Beschwerdef�hrerin h�lt dagegen, die Arztberichte aus dem Jahr 2001 k�nnten hinsichtlich der Vorg�nge im Februar 1998 keinerlei Beweisqualit�t f�r sich beanspruchen, sondern seien im Zusammenhang mit der Anzeigeerstattung zu sehen. �berdies st�sst sich die Beschwerdef�hrerin daran, dass es im Arztbericht vom 1. M�rz 2002 zuhanden der Erstinstanz (Act. 329) heisst, der Beschwerdegegner sei von seiner "damaligen Freundin" mit einer Waffe bedroht worden. Zwar habe der Arzt im Nachhinein diese Aussage korrigiert und von der Freundin eines Freundes gesprochen, was jedoch auch nicht zutreffe. Zudem sei im Bericht des Arztes, welcher den Beschwerdegegner am 21. Februar 1998 untersucht habe, die Rede von einem Vorfall, der sich f�nf Tage zuvor ereignet habe (Act. 325). Der zu beurteilende Zwischenfall indes habe sich nicht am 16. Februar, sondern in der Nacht vom 17. auf den 18. Februar 1998 zugetragen. Hinzu komme, dass der Arzt erw�hnte, der Patient habe sich nicht �ber "seine Frau" ge�ussert. Sie sei nie die Frau des Beschwerdegegners gewesen. Die Beschwerdef�hrerin bem�ngelt weiter, dass das Obergericht der Frage nicht nachgegangen sei, warum erst drei Jahre nach dem inkriminierten Vorfall Anzeige erstattet worden sei. Sie r�gt, dass den Aussagen des vor Obergericht angeh�rten Zeugen nicht geglaubt werde, wonach sie keine Waffe in der Hand gehalten habe. Der Geschehensablauf wie ihn der Beschwerdegegner schildere, sei unglaubw�rdig. Dass der Beschwerdegegner trotz vorgehaltener Waffe "seelenruhig" in seine Tasche gegriffen, das Handy hervorgeholt und die Polizei angerufen haben soll, erscheint der Beschwerdef�hrerin v�llig undenkbar.
6.3 Die Vorbringen der Beschwerdef�hrerin ersch�pfen sich weitgehend in appellatorischer Kritik. Die Beschwerdef�hrerin zieht aus den Umst�nden, auf die der angefochtene Entscheid abstellt, lediglich andere Schlussfolgerungen als das Obergericht. Damit ist aber nicht dargetan, dass die Beweisw�rdigung des Obergerichtes willk�rlich w�re. Die Beschwerdef�hrerin vermag insbesondere nicht aufzuzeigen, dass der Entscheid von Tatsachen ausginge, die mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch st�nden. Es reicht nicht, dass die Beschwerdef�hrerin ihre eigene Sicht zum inkriminierten Vorfall und den vermeintlichen Beweggr�nden der Parteien dartut. Sie hat substantiiert zu belegen, inwiefern das Obergericht die Beweise falsch gew�rdigt haben soll. Allgemeine Vorw�rfe, ohne eingehende Begr�ndung daf�r, in welcher Hinsicht der Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweisw�rdigungsregel verletzt sein soll, gen�gen den gesetzlichen Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht.
6.4 Indessen zeichnet die Argumentation der kantonalen Instanzen ein in sich schl�ssiges Bild des Vorfalls. Das Obergericht verweist denn auch ausdr�cklich auf den erstinstanzlichen Entscheid. Die Gerichtspr�sidentin hat ihr Urteil gest�tzt auf die Aussagen der direkt beim Vorfall Anwesenden und weiterer Zeugen, auf die Arztberichte sowie auf das Verhalten der Beteiligten w�hrend des Prozesses gef�llt. Weshalb die Anzeige so sp�t erfolgte, wurde im erstinstanzlichen Urteil dargelegt. Das Obergericht durfte sich auf diese Beweiserhebung st�tzen, zumal die Beschwerdef�hrerin in dieser Hinsicht keine weitergehenden Beweisantr�ge gestellt hatte. Auch die �brigen Vorbringen der Beschwerdef�hrerin verm�gen den Eindruck, den die kantonalen Instanzen aus den Arzt- und Zeugenberichten gewinnen mussten, nicht zu ersch�ttern. Das Obergericht durfte daraus schliessen, dass sich der Beschwerdegegner ein erstes Mal unmittelbar nach dem Vorfall in medizinische Behandlung begeben hat, weil er ob des Zwischenfalls sehr erregt gewesen war. Der Irrtum um einen Tag im Arztbericht �ndert daran nichts. In der Folge hat der Beschwerdegegner zwar erst 2001 wieder einen Arzt aufgesucht, nachdem er die Anzeige erstattet hatte. Auch dieser Arzt attestiert dem Beschwerdegegner u.a. eine Angstsymptomatik, die auf einen Vorfall vor drei Jahren zur�ckzuf�hren sei, als der Patient von der Freundin eines Freundes mit einer Waffe bedroht worden sei. Dass die beiden �rzte die recht komplizierten Beziehungsverh�ltnisse nicht erkannt haben, �ndert nichts an der Beweisqualit�t der Berichte. �berdies wurde der Beschwerdegegner wegen seiner Angst vor Waffen, die auf den Vorfall im Jahr 1998 zur�ckgef�hrt wurde, vom Milit�rarzt f�r schiessuntauglich erkl�rt. Die Schilderungen des am fraglichen Abend versteckt anwesenden Ex-Freunds der Beschwerdef�hrerin, der damals zusammen mit dem Beschwerdegegner seine M�bel hatte holen wollen, decken sich weitgehend mit der Darstellung des Beschwerdegegners. Bekannten hatte der Beschwerdegegner bei seiner Heimkehr in der Nacht vom 18. Februar 1998 sichtlich mitgenommen vom Vorfall erz�hlt. Aufgrund der Einsch�tzung der erstinstanzlichen Gerichtspr�sidentin und des eigenen Eindrucks, den sich das Obergericht von der Beschwerdef�hrerin machen konnte, kommt es implizit zum Schluss, dass ein Verhalten, wie es der Beschwerdef�hrerin vorgeworfen wird, ihrer Pers�nlichkeit nicht fremd scheint und ihr deshalb, zumal sie im Besitz zweier Faustfeuerwaffen war, durchaus zuzutrauen w�re. Das Obergericht durfte sich infolgedessen der Argumentation der ersten Instanz anschliessen, ohne dabei in Willk�r zu verfallen.
Die Aussage des Zeugen, der im Rahmen der Appellationsverhandlung einvernommen worden war, pr�fte das Obergericht eingehend und kam willk�rfrei zum Schluss, dass dieser die Szene vom Balkon aus nicht genau beobachten konnte. Weshalb diese Beweisw�rdigung unhaltbar sein sollte, vermag die Beschwerdef�hrerin nicht darzutun.
6.5 Bei objektiver W�rdigung des gesamten Beweisergebnisses und in Hinblick auf den grossen Ermessensspielraum des Obergerichtes, dr�ngen sich - auch im Lichte der Vorbringen der Beschwerdef�hrerin - keine offensichtlich erheblichen und schlechterdings nicht zu unterdr�ckenden Zweifel an der Beweisw�rdigung des Obergerichtes auf. Die Schlussfolgerungen der kantonalen Instanzen sind durchaus nachvollziehbar und verstossen nicht gegen das Willk�rverbot.
Die staatsrechtliche Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Da die Voraussetzungen gem�ss Art. 152 Abs. 1 OG vorliegend erf�llt scheinen, ist das Gesuch der Beschwerdef�hrerin um unentgeltliche Rechtspflege gutzuheissen und von einer Kostenerhebung abzusehen. Ein Gesuch um Gew�hrung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes liegt dem Gericht nicht vor. Ob indes die Voraussetzungen f�r die Gutheissung eines entsprechenden Antrages vorliegend erf�llt w�ren, kann offen bleiben. Wohl hat die Beschwerdef�hrerin einen Anwalt mit der Wahrung ihrer Interessen betraut. Die Mandatsanmeldung erfolgte jedoch erst in einem Zeitpunkt, da das Urteil bereits in Zirkulation war (Art. 36b OG). In diesem fortgeschrittenen Stadium der Urteilsfindung kann kein entsch�digungsw�rdiger Aufwand mehr geltend gemacht werden. Die aus der Mandatsmitteilung ans Bundesgericht erwachsenen Auslagen (Brief des Anwalts vom 20. Mai 2003, act. 13) fallen jedenfalls ausser Betracht.
Art. 152 OG befreit die Beschwerdef�hrerin zwar davon, die Partei-kosten des Beschwerdegegners sicherzustellen; trotzdem hat sie ihn nach Art. 159 Abs. 2 OG f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen, wenn sie unterliegt (nicht ver�ffentlichtes Urteil des Bundesgerichts 1P.396/1993 vom 24. August 1993, E. 5). Dem durch einen Anwalt vertretenen Beschwerdegegner, welcher eine Vernehmlassung einreichen liess, ist somit eine Parteientsch�digung zulasten der Beschwerdef�hrerin zuzusprechen.
Der Beschwerdef�hrerin wird die unentgeltliche Rechtspflege in Bezug auf die Gerichtskosten gew�hrt. Es werden keine Kosten erhoben.

References: Art. 9
 Art. 32
 Art. 6
 Art. 86
 Art. 87
 Art. 84
 BGE 
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 32
 Art. 6
in dubio
in dubio
in dubio
in dubio
in dubio
in dubio
 Art. 90
 Art. 152

Art. 152
 Art. 159