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Timestamp: 2020-08-08 11:26:13+00:00

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Fragen zum Datenfluss - DRG-Forum - myDRG - DRG-Forum 2020 Medizincontrolling, Kodierung & Krankenhausabrechnung
Fragen zum Datenfluss
Hallo DRGler,
nachdem nun, bevor noch jemand in Deutschland richtig angefangen hat, bereits Gerüchte von einem Ende der DRGs in Australien und anderswo kursieren, möchte ich einmal einige Verständnisfragen stellen:
Wie genau soll in Deutschland mit der Einführung der DRGs begonnen werden? Ich interessiere mich hier ausdrücklich für das „wie“ und weniger für das „wann“!
Die Daten des Jahres 2001 (ab 1. HJ, 2. HJ, 3. HJ? etc.) bilden die Grundlage für die Budgetbemessung, oder?
Wer bitte schön, verfügt über diese Daten?
Welche Daten sind hier eigentlich gemeint?
Sind es die Rohdaten, also die sog. §301-Daten?
Bezogen auf das einzelne Krankenhaus: Welcher Datenstand ist maßgeblich? Was ist, wenn da ein Krankenhaus dabei ist, welches keine suffiziente EDV besitzt?
Beispiele (aus eigener Erfahrung):
- Das §301-Datenübermittlungsverfahren ist noch in der Erprobungsphase oder noch gar nicht gestartet worden
- Es sind noch nicht alle Krankenkassen ans §301-Verfahren angeschlossen.
- Einige Kostenträger erhalten die §301-Daten ausschließlich schriftlich per Post.
Eine Frage, die mich sehr interessiert: An wieviele Adressen schicken die 2300 deutschen Krankenhäuser gegenwärtig ihre §301-Daten? Meines Wissens gibt es tausende von Krankenkassenzweigstellen. Besitzen alle Empfänger eine den Anforderungen genügende EDV? Wie werden diese Daten wieder zusammengeführt (bezogen auf ein einzelnes Krankenhaus), damit die Kassenseite in der Budgetverhandlung verhandeln kann? Wieweit arbeiten gegenwärtig die Krankenkassen zusammen, um diese Zusammenführung zu bewerkstelligen? Wo bleibt hierbei der Datenschutz?
Gehen wir mal davon aus, es sei nicht entscheidend, dass die Daten bei der Entlassung des Patienten bereits zu DRGs gruppiert worden sind. Wie soll dann das Krankenhaus jemals erfahren, welche Patienten welche offizielle DRG zugeordnet bekommen haben? Wie soll das Krankenhaus DRG-bezogen kalkulieren?
Wie wird also sichergestellt, dass das Krankenhaus die DRGs erfährt? Wo wird es überall einen Grouper geben?
Wie kann in den ersten Budgetverhandlungen über DRGs verhandelt werden, wenn es keinen Grouper gibt?
(Wie können die Daten gelten, wenn zum Zeitpunkt der Erhebung kein Grouper vorhanden war und die Kodierrichtlinien noch nicht in Kraft gesetzt waren? In Klammern, weil dies wieder die Frage nach dem „wann“ und nicht nach dem „wie“ betrifft.)
Gibt es hier bereits konkrete Ablaufpläne? Oder fehlt hier nicht einiges an Infrastruktur sowohl in den Krankenhäusern als auch in den Krankenkassen?
Was passiert bei Diskrepanzen zwischen den Daten, die die Kasse hat und den Daten, die das Krankenhaus hat?
Beispiel aus eigener Erfahrung: die KIS-Software ist nicht in der Lage, die Diagnosen- und Prozedurenliste zu sperren, wenn die Daten an die Krankenkasse gesendet wurden. Die Daten werden also abgeschickt, jetzt erst wird der Entlassbrief geschrieben (Codierung war wichtiger als die Information an den Hausarzt, die Zeit eines Stationsarztes ist endlich), noch fehlende Diagnosen nimmt das KIS widerspruchslos an, es kann z. B. vom Med.-Controller nicht mehr nachvollzogen werden, ob die Daten der Krankenkasse mit denen des KIS übereinstimmen. Zwei verschiedene DRGs!
Ist es nicht geradezu eine notwendige Bedingung für ein funktionierendes DRG-System, dass das Krankenhaus für jeden Behandlungsfall bereits während des Patientenaufenthaltes weiß, mit welcher DRG dieser abgerechnet wird?
Braucht man diese Daten nicht idealerweise bereits bei der Aufnahme des Patienten, um den Behandlungsverlauf entsprechend zu steuern, Stichwort „clinical pathway“?
Wo also bleibt der offizielle Grouper? Wer ist zuständig? Wieviele Personen arbeiten daran? Wann können diese Leute realistischerweise damit fertig sein?
Wann sind alle Krankenhäuser in der Lage, diese Software zuverlässig einzusetzen?
Was zählt in der unmittelbaren Zukunft? Gute Medizin oder gute Software eines Krankenhauses? Was wird hier zur Überlebensfrage? Denkt irgendjemand an die praktische Umsetzung des Verfahrens?? Sind EDV-Kosten „pflegesatzfähig“?
Welche Firma oder welches Institut hat den Auftrag, den deutschen DRG-Grouper zu erstellen? Wer alles hat hierbei ein Mitspracherecht?
Wer sorgt dafür, dass eine arbeitssparende Verschlüsselungssoftware „unters Volk“ gebracht wird?
Nationale Aufgabe?? Oder muß jedes Krankenhaus selber sehen, wo es bleibt?
Wer hat die Rechte an der australischen/deutschen Groupersoftware? Welche Rechte hat „Deutschland“ erworben? Was bedeutet gemeinfrei? Warum droht der Commonwealth einer deutschen open-source-Initiative (Offenlegung des Grouperalgorithmus geplant) mit dem Staatsanwalt? Ist eine open-source-Initiative auch in Deutschland unerwünscht? Wer soll hier ein Geschäft machen dürfen auf Kosten der Patienten und Ärzte?
Ich hätte da sicher noch manche weitere Frage, hoffe aber zunächst einmal auf die Beantwortung der o. g. Fragen.
Dr. Bernhard Scholz, Grafenau
Arzt/Leiter der Chirurgischen Dokumentation, Chirurgische Klinik LMU München, Großhadern
Nicht ganz, Sie dienen zunächst nur der Ermittlung eines (jeweils landesweit gültigen) Punktwerts (&quot;base-rate&quot;), der die Relativgewichte der DRGs in Euro und Cent umsetzen wird - also ganz ähnlich wie beim derzeitigen Fallpauschalen-/Sonderentgeltsystem, wo es einen bayrischen, sächsischen usw. Punktwert gibt. Was Politik und/oder Selbstverwaltung ansonsten noch für Beschlüsse hinsichtlich dieser Daten fassen werden, kann man wohl heute noch nicht sagen ...
Welche Daten sind hier eigentlich gemeint? Sind es die Rohdaten, also die sog. §301-Daten? Bezogen auf das einzelne Krankenhaus: Welcher Datenstand ist maßgeblich? Was ist, wenn da ein Krankenhaus dabei ist, welches keine suffiziente EDV besitzt?
M.W. gibt es zumindest die Option, einen &quot;ergänzten&quot; bzw. korrigierten Datenbestand zu erstellen und irgendwann im Jahr 2002 zu übergeben. (Das geht natürlich nur mit &quot;suffizienter EDV&quot;.)
Eine Frage, die mich sehr interessiert: An wieviele Adressen schicken die 2300 deutschen Krankenhäuser
Die Krankenkassenverbände betreiben zentrale Dienstleistungsstellen,
von dort wird wohl irgendwie weiterverteilt werden.
Indem es einen Grouper über die eigenen Daten laufen läßt. (Wer einen Grouper stricken will, muß die DRG-Algorithmen, allgemeine und spezielle Kodierregeln usw. zu einer Software verwursten und diese dann von der zuständigene Stelle - ich vermute, das wird das &quot;DRG-Institut&quot; sein - zertifizieren lassen. Man ist also zunächst wohl auf den Grouper angewiesen, den der eigene KIS-Anbieter gestrickt oder zugekauft hat. Das ganze kann aber erst stattfinden, nachdem die speziellen Kodierregeln verabschiedet sind.)
(Wie können die Daten gelten, wenn zum Zeitpunkt der Erhebung kein Grouper vorhanden war und die Kodierrichtlinien noch nicht in Kraft gesetzt waren? In Klammern, weil dies wieder die Frage nach dem â€žwannâ€œ und nicht nach dem â€žwieâ€œ betrifft.)
Nun, alle Beteiligten gehen von der Fiktion aus, daß ICD- und OPS301-Daten zu einer adäquaten Darstellung der medizinischen Sachverhalte führen und somit die Gruppierung quasi nur Formsache ist.
Einen Kommentar hierzu schenke ich mir.
Dies ist m.E. gar nicht in jedem Fall möglich, da beispielsweise Komplikationen die Eingruppierung - sozusagen bis zum letzten Tag des Aufenthalts - ändern können. Im übrigen ist es sicher ratsam, das Dokumentationsgeschehen im eigenen Haus und das resultierende (DRG-)
Ergebnis in der &quot;budgetneutralen Phase&quot; (wie es aussieht: die Jahre 2003 und 2004) sorgfältig zu beobachten und womöglich sinnreiche Konsequenzen zu ziehen (hoffentlich auf der Dokumentationsebene und NICHT auf der medizinischen ...).
Was zählt in der unmittelbaren Zukunft? Gute Medizin oder gute Software eines Krankenhauses? Was wird hier zur Überlebensfrage?
Gute Software und eine durchdachte medizinische (EDV-)Dokumentation
(das ist m.E. nicht notwendigerweise dasselbe, jedoch sicher in hohem Maß voneinander abhängig) sollten es erleichtern, daß man gute Medizin auch einigermaßen entgolten bekommt ...
Denkt irgendjemand an die praktische Umsetzung des Verfahrens??
Na, hoffentlich Sie in Ihrem Haus, vielleicht ich in meinem ... ich würde lieber nicht zu lange darauf warten, daß ein deus ex machina uns das vollständig abnimmt.
Wer sorgt dafür, dass eine arbeitssparende Verschlüsselungssoftware â€žunters Volkâ€œ gebracht wird?
s. Antwort zur vorhergehenden Frage
Nationale Aufgabe??
Oder muß jedes Krankenhaus selber sehen, wo es bleibt?
Letztlich ja, wenn man selbst ein DokumentationsKONZEPT hat, kann man ja versuchen, dies seinem Software-Anbieter schmackhaft zu machen ...
Wer soll hier ein Geschäft machen dürfen auf Kosten der Patienten und Ärzte?
Nach meinem Verständnis jeder, der zwei Dinge schafft:
1. Zertifizierung &quot;seines&quot; Groupers (aufwendig, aber letztlich kalkulierbar)
2. Die &quot;Entscheider&quot; in den deutschen Krankenhäusern von seinem Produkt zu überzeugen.
Hans M. Hornung
kurz (sehe gerade, dass ist alles andere als kurz...,sorry) ein paar Anmerkungen:
Original von Hornung:
Zitat Hr. Tuschen:
&quot;Budgetneutrale Einführung 2003 und 2004
In der budgetneutralen Phase werden die derzeitigen Krankenhausbudgets (Gesamtbeträge) noch nicht anhand der DRG-Fallpauschalen ermittelt, sondern herkömmlich nach altem Recht verhandelt.Es gilt weiterhin der § 6 Abs. 1 der Bundespflegesatzverordnung (BPflV), der Erhöhungen des Gesamtbetrags grundsätzlich nur bis zur Veränderungsrate nach § 71 SGB V, d. h. der für die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) maßgeblichen Grundlohnrate, zulässt. Die für die Krankenhäuser bedeutendste Ausnahmeregelung, die bei Veränderungen der medizinischen Leistungsstruktur und bei Fallzahlerhöhungen eine höhere Budgetvereinbarung zu- lässt, unterliegt in diesen Jahren weiterhin der Zustimmung der Krankenkassen und ist nicht schiedsstellenfähig. Mehr- oder Mindererlöse des Krankenhauses gegenüber dem vereinbarten Gesamtbetrag sind wie bisher anteilig auszugleichen.
Es wird ein krankenhausindividueller Basisfallwert ermittelt, indem der herkömmlich verhandelte Gesamtbetrag durch die Summe der Relativgewichte dividiert wird. Somit werden krankenhausindividuelle DRG-Preise abgerechnet, die in einer ersten Annäherung die Wirtschaftlichkeit des Krankenhauses im Vergleich zu anderen Krankenhäusern offen legen......
Konvergenzphase 2005 und 2006
Jeweils zum 1. Januar 2005, 2006 und 2007 werden die Krankenhausbudgets und die Basisfallwerte schrittweise an das neue landeseinheitliche Preisniveau herangeführt. Erstmals für das Jahr 2005 wird dazu von den Vertragsparteien auf der Landesebene ein landeseinheitlicher Basisfallwert vereinbart.
Ab dem Jahr 2005 ändern sich Inhalt und Systematik der Budgetverhandlungen grundlegend. Es wird kein „Gesamtbetrag“ mehr verhandelt, der alle pflegesatzfähigen Erlöse des Krankenhauses umfasst, sondern ein auf DRG-Fallpauschalen und einige wenige Zusatzentgelte (in der bisherigen Systematik „Sonderentgelte“) reduziertes DRG-„Erlösbudget“.&quot;
Wieder Hr. Tuschen:
&quot;Übermittlung und Nutzung von DRG-Daten
Für die Einführung und Weiterentwicklung des DRG-Vergütungssystems werden flächendeckende Leistungsdaten, zum Beispiel über Art und Anzahl der DRG-Leistungen benötigt. Mit § 21 KHEV legt der BMG hierzu einen Vorschlag vor. Von den Krankenhäusern sollen die Leistungsdaten je Krankenhausfall sowie Strukturdaten des Krankenhauses an eine „DRG-Datenstelle“ auf der Bundesebene, vermutlich an das DRG-Institut, übermittelt werden. Dieses leitet die Daten weiter an die Vertragsparteien nach § 17b KHG auf Bundesebene für die Zwecke der Weiterentwicklung des DRG-Systems, die Vertragparteien auf Landesebene für die Vereinbarung des Basisfallwerts, an die für die Krankenhausplanung zuständigen Landesbehörden.&quot;
Falls Sie, Herr Scholz, die Phase in Ihrer Frage gemeint haben...
Ganz habe ich die Frage nicht verstanden. Gehen Sie hierbei davon aus, dass die Daten zur DRG-Festlegung generell nach extern übermittelt werden, d.h. die &quot;Rechnung&quot; nicht mehr vom Krankenhaus gestellt wird?
Wenn die Kontrollen (Kodierungsqualität, im Idealfall jeder einzelne Fall) im KH richtig laufen, kann es eigentlich egal sein, ob Sie die Rohdaten oder das DRG übermitteln, Sie werden ja die Fälle selber gruppiert haben. Natürlich mit einem dann zertifizierten Grouper, egal von wem. Man sollte doch dann davon ausgehen können, das die eingesetzten Grouper alle das gleiche Ergebnis liefern. Das ist ja Grundvoraussetzung zu Zertifizierung....
Auch die Frage, wie das KH die DRGs der behandelten Pat. erfahren soll, ist mir nicht ganz klar (vielleicht stehe ich auch auf dem Schlauch oder die Hitze ist`s).
Wenn es die Daten kennt, kennt es auch das dazugehörige DRG. Nur bei Fehlkodierung und Anpassung der Daten kann es zu divergierenden Ergebnissen kommen. Das sind dann die Fälle, die vom MDK angemahnt werden. Es ist doch wohl klar, dass die Häuser Ihre Fälle groupen werden, oder nicht??
Bezüglich der DRG Kalkulation:
2 Jahre budgetneutale Einführungsphase (man hat also Zeit, seine Fallzahlen DRG orientiert zu sondieren), Mengenvereinbarung mit den Kassen (daruf läufts ja wohl hinaus), Kostenanalyse der DRGs, die z.B. 80% des Umsatzes ausmachen, usw.. So gesehen von den Parametern nicht wirklich schwierig, man muß es halt machen (und dann auch noch gut), dass ist das Problem.
Kurz ein Zitat von Ihnen, Dr. Scholz, entnommen aus einem Kommentar zu dem Thread &quot; Nicht-Kodierrichlinie&quot;:
10.05.2001, 03:22 Uhr
&quot;Ich bin nur sehr verwundert, wie schwer es doch ist, eine an sich so simple Idee in die Praxis umzusetzen. Irgendwie haben ja sehr viele Leute geradezu mit Begeisterung reagiert, als die DRGs angekündigt wurden, aber gegenwärtig herrscht offenbar eher Ratlosigkeit vor.&quot;
Ist von Ihren Fragen ableitbar, dass es Sie mittlerweile nicht mehr wundert?
Die Daten können bei logischer und objektiver Betrachtung gar nicht herangezogen werden. Da gibt es kein sinnvolles Argument. &quot;Wir haben halt keine anderen&quot; zählt nicht und ist nur im Zusammenhang der immer noch angestrebten Einführung 2003 zu sehen (mit der Aufweichung &quot;optional&quot;).
Zu Herr Scholz:
Auch heute wissen wir immer nur zum momentanen Zeitpunkt den Abrechnungsmodus des Einzelfalls. Jeder Patient kann z.B. noch am geplanten Entlassungstag zum SE-Patienten werden. Ich sehe da nicht ein großes Problem. Mit der korrekten Eigenanalyse der Fälle kenne ich meine DRGs. Natürlich nicht immer am Tag der Entlassung, aber zu Kalkulationen zu Mengen usw. werden sowieso nur retrospektive Daten ausgewertet, spätestens dann werde ich Sie &quot;ganz genau&quot; haben.
Zu Hr. Hornung:
...und womöglich sinnreiche Konsequenzen zu ziehen (hoffentlich auf der Dokumentationsebene und NICHT auf der medizinischen ...).
Aber ganz bestimmt auch medizinische Konsequenzen, Stichwort &quot;Clinical Pathways&quot;!
Mich wundert diese Frage gerade von Ihnen, Herr Scholz, wo Sie doch schon so oft proklamiert haben: Gute Medizin durch die Ärzte und gebt ihnen eine gute EDV, damit sie mehr Zeit für gute Medizin haben. Die Überlebensfrage muß sich jedes KH selber stellen und beantworten, dass kann man wohl mittlerweile verlangen, die Informationen sind jedem zugänglich.
Herr Hornung, können Sie vielleicht kurz mal etwas zu Ihrer Position und Arbeitsstätte sagen? Danke!
D.D.Selter
[ Dieser Beitrag wurde von Selter am 02.08.2001 editiert. ]
crueschemeyer
Arzt, Med. Controlling Klinikum Osnabrück GmbH
Wie genau soll in Deutschland mit der Einführung der DRGs begonnen werden? Ich interessiere mich hier ausdrücklich für das ,,wie&quot; und weniger für das ,,wann&quot;!
-	Die Budgetbemessung erfolgt zunächst wie bisher. Nur die Abrechnung erfolgt im ersten Jahr über DRG`s mit krankenhausindividueller Baserate. Hierfür müßten die Fälle - was immer im kommenden DRG-System ein &quot;Fall&quot; sein mag - DRG`s zugeordnet werden. Aus dem ausgehandelten Budget - bereinigt um die nicht DRG-relevanten Anteile - dividiert durch den Casemix ergibt sich die individuelle Baserate.
-	Keiner. Es fehlen noch fast alle Rahmendaten des DRG-Systems (Falldefinition, Kostengewichte, relvante Nebendiagnosen und Leistungen).
-	Im Prinzip: Ja.
-	Welche EDV ist zur Zeit suffizient bzgl. DRG?
Kreuz-Stern-Notation der ICD (=2 Codes pro Diagnose)?
Zusatzcodes des OPS?
Änderung der Diagnose zu einer Erkrankung versus neue
Erkrankung? (Definition der Haupt-Entlassungs-Diagnose!)
Fachübergreifende (Haupt-)Entlassungs-Diagnose?
Bedienungssicherheit (auch durch Anfänger!)?
Ich wäre sehr interessiert, wenn es da etwas wirklich gutes
-	Datenschutz ???
-	Eher andersherum: Wie sollen die Krankenkassen erfahren, wie
die Krankenhäuser ihre Daten zu DRG`s gruppiert haben? Für die
ersten Verhandlungen kalkuliert das Krankenhaus seine Fälle
nach dem DRG-System um die prospektive Fallzahl je DRG für das
Startjahr zu ermitteln.
Wenn diese dann von den Kassen nicht so einfach geglaubt
werden, wird es wirklich heikel für den Datenschutz.
-	Der soll ja bis dahin fertig sein. Reicht doch, wenn es im
Dezember 2002 ist oder? Das machen wir doch seit Jahren so.
(Wie können die Daten gelten, wenn zum Zeitpunkt der Erhebung kein Grouper vorhanden war und die Kodierrichtlinien noch nicht in Kraft gesetzt waren? In Klammern, weil dies wieder die Frage nach dem ,,wann&quot; und nicht nach dem ,,wie&quot; betrifft.)
-	Infrastruktur läßt sich erst dann geziehlt aufbauen, wenn die
Erfordernisse - dazu gehören auch konkrete Ablaufpläne für die
Einführungsphase - klar sind. (Natürlich kann man trotzdem
schon etwas vorbereiten, aber eben ohne klare Entscheidungs-
grundlagen.)
-	Wozu gibt`s den MDK? Der wird`s schon prüfen.
-	Die &quot;Krankenhausinformationssysteme&quot; sind halt nicht wirklich
DRG-tauglich.
Bei solchen Änderungen müßte automatisch eine Prüfung der
Abrechnung und eine Änderungsmeldung an die Krankenkasse
-	Das geht so wohl nicht, weil Nebendiagnosen und Leistungen die
DRG doch ein bißchen mit bestimmen. Allerdings kann aus der
Aufnahme-Diagnose in der Regel bereits die MDC bestimmt werden
und somit Minimum und Maximum dermöglichen Berwertung.
Braucht man diese Daten nicht idealerweise bereits bei der Aufnahme des Patienten, um den Behandlungsverlauf entsprechend zu steuern, Stichwort ,,clinical pathway&quot;?
-	Das geht auch ohne DRG`s. Allerdings könnte man ein
DRG-ähnliches System zur Verwaltung von Leitlinien und
&quot;Clinical Pathway`s&quot; verwenden.
-	Wir brauchen eigentlich keinen &quot;offiziellen Grouper&quot; sondern
einen offiziellen Algorithmus als Grundlage für die
Entwicklung von Groupern. Die können dann zertifiziert werden.
-	Ohne deutschen Algorithmus keine deutschen Grouper!
Was zählt in der unmittelbaren Zukunft? Gute Medizin oder gute Software eines Krankenhauses? Was wird hier zur Überlebensfrage? Denkt irgendjemand an die praktische Umsetzung des Verfahrens?? Sind EDV-Kosten ,,pflegesatzfähig&quot;?
-	Ich denke es reicht, wenn die Medizin so gut ist, daß noch
genug Patienten kommen. Die eingesetzte Software entscheidet
dann letztlich, wie gut man daraus Geld machen kann (neben der
allgemeinen Organisation).
Wer sorgt dafür, dass eine arbeitssparende Verschlüsselungssoftware ,,unters Volk&quot; gebracht wird?
-	Ich fürchte, als nationale Aufgabe sieht das keiner. Wenn man
bedenkt, daß selbst in den Gesetzestexten ICD-Codes mit
Diagnosen gleichgesetzt werden, braucht man sich darüber wohl
auch nicht mehr zu wundern. (Bitte entschuldigen, daß ich das
oben auch gemacht habe. Ich denke aber es ist klar, was
jeweils gemeint war.)
Wer hat die Rechte an der australischen/deutschen Groupersoftware? Welche Rechte hat ,,Deutschland&quot; erworben? Was bedeutet gemeinfrei? Warum droht der Commonwealth einer deutschen open-source-Initiative (Offenlegung des Grouperalgorithmus geplant) mit dem Staatsanwalt? Ist eine open-source-Initiative auch in Deutschland unerwünscht? Wer soll hier ein Geschäft machen dürfen auf Kosten der Patienten und Ärzte?
Dr. Christoph Rüschemeyer
[ Dieser Beitrag wurde von crueschemeyer am 02.08.2001 editiert. ]
Sales&Marketing Software, 3M Health Information Systems
Betreffend Ihrer Frage: &quot;Welche Firma oder welches Institut hat den Auftrag, den deutschen DRG-Grouper zu erstellen?&quot;
Ich denke, der Staat wird uns nicht mit Software versorgen oder dasselbige in Auftrag geben. Sobald es klar ist, wie diese Software aussehen soll, wird es im Rahmen der freien Marktwirtschaft Unternehmen geben, die eine Software erstellen werden. Diese Unternehmen haben Erfahrung, know-how, Mitarbeiter für Pflege- und Wartung und werden in der Lage sein, diese Software (Grouper) kostengünstig anzubieten (&quot;Wettbewerb&quot;)und zu pflegen. Lizensierung und Zertifizierung ist selbstverständlich (australische Regierung/deutsche Regierung).
Jeder macht das, was er/sie am besten kann. Buchhaltungs-Software wird auch von Außen gekauft.
Bitte um Entschuldigung wenn ich falsch liege, bin DRG-Anfänger.
Laslo Faith
Partnering Consultant 3M
Partnering Consultant 3M Health Information Systems
Wenn&acute;s der Wahrheitsfindung dienlich ist...
Ich bin angestellter Arzt (Dr. med. ...) an der Chirurgischen Klinik Großhadern am Klinikum der LMU München (d.h. einer relativ großen Abteilung mit über 200 Betten) und fungiere dort seit einem Jahrzehnt als eine Art &quot;Informationsmanager&quot; (offizielle Stellenbeschreibung: Leiter der Chirurgischen Dokumentation).
Falls Sie die inhaltliche Position gemeint haben sollten:
Die verbreitete Ratlosigkeit (bisweilen mit erkennbar hysterischem Einschlag) resultiert zu einem guten Teil aus dem kläglichen Niveau medizinischer EDV-Dokumentation in Deutschland (zu hoher Aufwand, zu geringe Aussagefähigkeit der Daten usw.). Der Versuch, in dieser Richtung einen Denkanstoß zu geben, führt bei so gut wie allen Betroffenen (zu denen Sie mich auch zählen dürfen) allenfalls zu guten Ideen, was ANDERE tun könnten ...

References: §301
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 § 6
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 § 21
 § 17