Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=06.06.2003&Aktenzeichen=V%20ZR%20320/02
Timestamp: 2019-05-20 07:54:02+00:00

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BGH, 06.06.2003 - V ZR 320/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,1594
BGH, 06.06.2003 - V ZR 320/02 (https://dejure.org/2003,1594)
BGH, Entscheidung vom 06.06.2003 - V ZR 320/02 (https://dejure.org/2003,1594)
BGH, Entscheidung vom 06. Juni 2003 - V ZR 320/02 (https://dejure.org/2003,1594)
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EGBGB Art. 233 § 10, Art. 237 § 2; BGB § 744 Abs. 2
Keine Fristwahrung durch Notprozeßführung einzelner Separationsinteressanten nach Ermächtigung zur Anspruchserhebung durch
Annahme einer gesetzlichen Prozessstandschaft mittels eines Notgeschäftsführungsrecht einer klagenden Separationsinteressengemeinschaft hinsichtlich eines Grundbuchberichtigungsanspruchs bei nicht offen gelegter vorprozessualer gewillkürter Ermächtigung
Zum Prozessführungsrecht einzelner Separationsinteressenten für eine Frist des Art. 237 § 2 Abs. 2 EGBGB wahrende Klage
BGB § 744 Abs. 2; EGBGB Art. 233 § 10 Art. 237 § 2
Auf Notprozeßführungsrecht gestützte Grundbuchberichtigungsklage
GB-Berichtigung bei Separationsinteressentengemeinschaft
MDR 2003, 1172
WM 2003, 1974
Mit der Anerkennung auch der Überführungen in das Volkseigentum gemäß Art. 237 § 1 EGBGB, die nach Maßgabe der einschlägigen Rechtsvorschriften der DDR nicht wirksam waren, ist ein entschädigungsloser Verlust der aus dem Eigentum folgenden Rechte verbunden (vgl. Senat, Urteile vom 10. Oktober 1997 - V ZR 80/96, VIZ 1998, 94, 95 und vom 6. Juni 2003 - V ZR 320/03, VIZ 2004, 79, 81).
Mit Art. 237 § 2 EGBGB hat der Gesetzgeber im Hinblick auf die Rechtverhältnisse in der DDR einen besonderen Erwerbstatbestand aus in der DDR begründeten Buchpositionen geschaffen, wobei er sich wegen der Obliegenheit des wahren Eigentümers, seine Ansprüche aus dem Eigentum zur Vermeidung eines Rechtsverlust innerhalb einer Frist von acht Jahren seit dem Beitritt geltend zu machen, an dem Verwirkungsgedanken orientiert hat (vgl. Senat, Urteil vom 6. Juni 2003 - V ZR 320/02, VIZ 2004, 79, 80; Schmidt-Räntsch, ZfIR 1997, 581, 585).
In dem entschiedenen Fall hat der Bundesgerichtshof diese verneint, weil § 744 Abs. 2 BGB wegen des Vorrangs der für Gemeinschaften geltenden Regelungen als subsidiäres Recht zu verstehen sei und das Vertretungsrecht der Gemeinde gemäß Art. 233 § 10 EGBGB vorgehe (Urteil vom 6. Juni 2003 - VZR 320/02 - VIZ 2004, 79 f.).
cc) Die Anmeldung für die "Gemeinschaft der Beteiligten ..." durch die Kläger diente dem Zweck, den Anspruch auf Rückgabe nicht zu verlieren, und war damit eine zur Erhaltung des Gegenstandes notwendige Maßregel im Sinne des § 744 Abs. 2 BGB analog (ähnlich BGH, Urteil vom 6. Juni 2003 a.a.O. für eine Grundbuchberichtigungsklage).
Die Interessentenschaften - wie hier die "Gemeinschaft der Beteiligten ..." - sind nach einhelliger Meinung in Schrifttum und Rechtsprechung Gesamthandsgemeinschaften ohne eigene Rechtspersönlichkeit (Seehusen, "Zum Recht der Teilungs- und Verkoppelungsinteressentenschaften", RdL 1962, 305;… Spohr, Zeitschrift für Agrar- und Wasserrecht Bd. 27, S. 289 f.; OVG Lüneburg, Urteil vom 24. Mai 1963 - III OVG A 26/63 - RdL 1963, 305 f.; OLG Celle, Urteil vom 3. Februar 1964 - 1 U 97/62 und 143/62 - RdL 1964, 157 f.; OLG Hamm, Beschluss vom 12. April 1973 - 15 W 166/72 - RdL 1974, 73 f.; OLG Naumburg, Urteil vom 30. Juni 1999 - 2 U (Lw) 4/99 - VIZ 2001, 42 f.; BGH, Urteil vom 6. Juni 2003 - V ZR 320/02 - VIZ 2004, 79 f.).
(a) Die danach erforderliche Klage kann auch von einem Prozessstandschafter erhoben werden (Senat, Urteil vom 6. Juni 2003 - V ZR 320/02, VIZ 2004, 79, 80).
Vielmehr muss innerhalb der Ausschlussfrist für alle an dem (konkreten) Rechtsstreit Beteiligten eindeutig klar werden, welches Recht geltend gemacht wird (für die Frist nach Art. 237 § 2 Abs. 2 EGBGB: Senat, Urteil vom 6. Juni 2003 - V ZR 320/02, VIZ 2004, 79, 80 und für die Wahrung der Verjährungsfrist: BGH, Urteile vom 3. Juli 1980 - IVa ZR 38/80, BGHZ 78, 1, 6 und vom 21. März 1985 - VII ZR 148/83, BGHZ 94, 117, 121 f.).
Sie erschienen nunmehr als Gesamthandsgemeinschaften, deren innere Verfassung sich nach §§ 741 ff. BGB richtet (vgl. BGH, Urteil vom 6. Juni 2003 - V ZR 320/02 - VIZ 2004, 79).
Für Fälle, in denen die Ausschlussfrist unverschuldet nicht eingehalten werden konnte, wird im Übrigen im Schrifttum die analoge Anwendung von Art. 237 § 2 Abs. 1 Satz 4 EGBGB für möglich gehalten (…vgl. Rauscher, in: Staudinger, BGB, Art. 219-245 EGBGB, Neubearbeitung 2003, Art. 237 § 2 Rn. 30; offen gelassen in BGH, WM 2003, S. 1974 ).
Der vom Landgericht vorgenommenen Auslegung steht im Übrigen nicht nur der eindeutige Gesetzeswortlaut, sondern auch der Gesetzeszweck, nämlich die Herbeiführung von Rechtssicherheit und Rechtsfrieden (BGH ZOV 2003, 171; WM 2003, 1974), entgegen.
Der Sinn und Zweck des Art. 237 § 2 EGBGB besteht darin, für Grundbuchklarheit, Rechtssicherheit und Rechtsfrieden zu sorgen (BGH ZOV 2003, 171; WM 2003, 1974).
Der Bundesgerichtshof (WM 2003, 1974) hat dazu folgendes ausgeführt:.
Entgegen der Ansicht der Klägerin bestätigen die Urteile des BGH vom 03.03.1993, Az. IV ZR 267/91, und vom 06.06.2011, Az. V ZR 320/02, ihren Standpunkt nicht.

References: Art. 233
 § 10
 Art. 237
 § 2
 § 744
 Art. 237
 § 2
 § 744
 Art. 233
 § 10
 Art. 237
 § 2
 Art. 237
 § 1
 Art. 237
 § 2
 § 744
 Art. 233
 § 10
 § 744
 Art. 237
 § 2
 Art. 237
 § 2
 Art. 219
 Art. 237
 § 2
 Art. 237
 § 2
 BGH