Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=04.05.2015&Aktenzeichen=2%20BvR%202169/13
Timestamp: 2019-06-20 04:27:03+00:00

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BVerfG, 04.05.2015 - 2 BvR 2169/13, 2 BvR 2170/13 - dejure.org
BVerfG, 04.05.2015 - 2 BvR 2169/13, 2 BvR 2170/13
https://dejure.org/2015,11639
BVerfG, 04.05.2015 - 2 BvR 2169/13, 2 BvR 2170/13 (https://dejure.org/2015,11639)
BVerfG, Entscheidung vom 04.05.2015 - 2 BvR 2169/13, 2 BvR 2170/13 (https://dejure.org/2015,11639)
BVerfG, Entscheidung vom 04. Mai 2015 - 2 BvR 2169/13, 2 BvR 2170/13 (https://dejure.org/2015,11639)
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Wird eine Verletzung von Art. 103 Abs. 1 GG nicht gerügt, muss aus Gründen der Subsidiarität gleichwohl Anhörungsrüge erhoben worden sein, wenn den Umständen nach ein Gehörsverstoß durch die Fachgerichte naheliegt
Art 103 Abs 1 GG, § 90 Abs 2 S 1 BVerfGG, Art 5 Abs 1 MRK, § 28 Abs 1 Nr 1 PolG BW
Nichtannahmebeschluss: Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde gegenüber Anhörungsrüge im fachgerichtlichen Verfahren - hier: Übergehen von Parteivortrag zur Unvereinbarkeit einer entscheidungserheblichen Norm mit Vorgaben der EMRK (juris: MRK)
GG Art. 103 Abs. 1; BVerfGG § 90 Abs. 2 S. 1
Der nicht gerügte Gehörsverstoß - und die gleichwohl erforderliche Anhörungsrüge
AG Freiburg, 03.08.2011 - 63 XIV 12/11
AG Freiburg, 03.08.2011 - 63 XVII 13/11
AG Freiburg, 03.08.2013 - 63 XIV 12/11
LG Freiburg, 27.08.2013 - 4 T 245/11
LG Freiburg, 28.08.2013 - 4 T 246/11
Beruft sich ein Beschwerdeführer in seiner Verfassungsbeschwerde nicht auf eine Verletzung von Art. 103 Abs. 1 GG, muss er aus Gründen der Subsidiarität allerdings nur dann eine Anhörungsrüge erhoben haben, wenn den Umständen nach ein Gehörsverstoß durch die Fachgerichte naheliegt und zu erwarten gewesen wäre, dass vernünftige Verfahrensbeteiligte mit Rücksicht auf die geltend gemachte Beschwer diesen Rechtsbehelf ergriffen hätten (…vgl. zum Ganzen BVerfGE 134, 106 sowie zuletzt BVerfG, Beschlüsse der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 23. März 2016 - 2 BvR 544/16 -, juris, Rn. 4; vom 4. Mai 2015 - 2 BvR 2169/13 u.a. -, juris, Rn. 2, …und vom 17. Juli 2015 - 2 BvR 1245/15 -, juris, Rn. 4, sowie der 3. Kammer des Ersten Senats vom 25. August 2015 - 1 BvR 1528/14 -, juris, Rn. 6).
Die Gerichte brauchen sich jedoch nicht mit jedem Vorbringen der Beteiligten in den Gründen der Entscheidung ausdrücklich auseinanderzusetzen (vgl. BVerfG, Beschl. v. 16.07.2013 - 1 BvR 3057/11 - BVerfGE 134, 106; Kammerbeschl. v. 19.12.2000 - 2 BvR 143/98 - NVwZ 2001, Beil. Nr. 3 S. 28; v. 23.07.2003 - 2 BvR 624/01 - NVwZ-RR 2004, 3; v. 04.05.2015 - 2 BvR 2169/13, 2 BvR 2179/13 - juris).
Wegen des Grundsatzes der Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde kann der Beschwerdeführer gehalten sein, eine Gehörsverletzung im fachgerichtlichen Verfahren auch dann mit einer Anhörungsrüge anzugreifen, wenn er mit der Verfassungsbeschwerde zwar keinen Verstoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG rügen will, die Erhebung der Anhörungsrüge aber zur Beseitigung anderweitiger Grundrechtsverletzungen, durch die sich der Beschwerdeführer beschwert fühlt, führen könnte (vgl. BVerfGE 134, 106 ; BVerfGK 19, 23 ; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 4. Mai 2015 - 2 BvR 2169/13, 2 BvR 2170/13 -, juris, Rn. 2).

References: Art. 103
 § 90
 § 28
 Art. 103
 § 90
 Art. 103
 Art. 103