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Timestamp: 2020-08-03 21:31:43+00:00

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Testaments­vollstrecker - Infos, Aufgaben & Pflichten
Das deutsche Erbrecht räumt einem Erblasser die Möglichkeit ein, in einem Testament oder Erbvertrag eine Testamentsvollstreckung anzuordnen und einen Testamentsvollstrecker zu benennen. Dieser ist dann nach dem Tod des Erblassers dafür zuständig, den letzten Willen des Erblassers umzusetzen und das Erbe aufzuteilen und gegebenenfalls auch zu verwalten.
Wenn Sie sich näher über die Testamentsvollstreckung informieren möchten, sind Sie hier richtig. Im Folgenden Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Themen Testamentsvollstreckung und Testamentsvollstrecker, dessen Rechte und Pflichten und worauf Sie achten müssen, wenn Sie selbst planen, eine Testamentsvollstreckung anzuordnen.
Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, bei Fragen rund um das Thema Erbrecht einen Fachanwalt für Erbrecht über unser Anwaltsverzeichnis zu kontaktieren.
Jeder Erblasser kann eine Testamentsvollstreckung anordnen.
Der Testamentsvollstrecker hat die Aufgabe, des Nachlass zu verwalten und nach den Wünschen des Erblassers aufzuteilen.
Es wird zwischen der Abwicklungstestamentsvollstreckung und der Verwaltungstestamentsvollstreckung unterschieden.
Der Testamentsvollstrecker sollte möglichst unparteiisch sein und sich um Frieden zwischen den Erben bemühen.
Der Testamentsvollstrecker hat zahlreiche Pflichten: Zu diesen zählt unter anderem auch die Abgabe einer Erbschaftssteuererklärung.
Das Erbrecht in Deutschland sieht die Möglichkeit vor, in einer letztwilligen Verfügung von Todes wegen einen Testamentsvollstrecker einzusetzen. Ein Testamentsvollstrecker ist eine Person, die damit beauftragt wird, den im Testament oder Erbvertrag festgehaltenen letzten Willen eines Erblassers durchzusetzen.
Bestimmt wird der Testamentsvollstrecker noch vom Erblasser selbst. In der jeweiligen letztwilligen Verfügung wird der mit der Testamentsvollstreckung Beauftragte namentlich genannt. Dies wird in § 2197 BGB geregelt.
Unter anderem wird dem Erblasser die Möglichkeit eingeräumt, mehrere Testamentsvollstrecker zu ernennen oder einen Ersatz zu bestimmen, wenn der erstgenannte Testamentsvollstrecker die Aufgabe nicht übernehmen kann. Einen Testamentsvollstrecker zu benennen, ist allerdings keineswegs Pflicht. In einigen Fällen ist es jedoch sinnvoll, jemanden mit der Testamentsvollstreckung zu beauftragen.
Im Folgenden erfahren Sie mehr darüber, wann es sinnvoll ist, einen Testamentsvollstrecker einzusetzen. Wenn Sie weitergehende Fragen haben oder Sie sich mit Ihrer eigenen Nachlassregelung beschäftigen, nehmen Sie am besten Kontakt zu einem Anwalt für Erbrecht auf. Dieser kann Sie professionell beraten und gemeinsam mit Ihnen die beste Lösung finden.
Warum benötigt man einen Testamentsvollstrecker?
Es gibt vielfältige Gründe, einen Testamentsvollstrecker einzusetzen. Hauptsächlich bedeutet die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers eine deutliche Arbeitsentlastung für die Erben. Statt dass sich alle Erben einer Erbengemeinschaft miteinander auseinandersetzen müssen, übernimmt der Testamentsvollstrecker die anstehenden Aufgaben.
Dies trägt auch zu einer friedlichen Abwicklung des Nachlassverfahrens bei und es kommt weniger häufig zu einem Erbstreit oder sonstigen Uneinigkeiten zwischen den Erben. Darüber hinaus dient die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers dem Schutz minderjähriger und behinderter Erben.
Nicht zuletzt stellt § 2214 BGB den Schutz der Erben vor deren Gläubigern sicher. Erblasser versprechen sich von einer Testamentsvollstreckung vor allem eine gerechte und schnelle Verteilung ihres Nachlasses nach ihrem Willen. Dies ist mit einem Testamentsvollstrecker vor allem deswegen möglich, weil die Verantwortung für die Nachlassabwicklung nicht auf mehrere Erben verteilt ist, die sich immer wieder miteinander absprechen müssen.
Mehr zum Thema: Was kostet ein Testament in Deutschland?
Ablauf einer Testaments­vollstreckung
In der Regel beginnt der Testamentsvollstreckung Ablauf mit der Annahme des Amtes als Testamentsvollstrecker. Wie § 2202 BGB festlegt, muss die Annahme durch Erklärung des Amtes gegenüber dem Nachlassgericht erfolgen. Der Testamentsvollstreckung Ablauf ist dann darauf ausgerichtet, dass der Testamentsvollstrecker die Anordnungen des Erblassers zur Ausführung bringt.
Wie genau der Ablauf der Testamentsvollstreckung ist, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Je größer der Nachlass ist, desto mehr Zeit nimmt der Testamentsvollstreckung Ablauf in Anspruch. In einigen Fällen kann sich eine Testamentsvollstreckung über mehrere Jahre hinziehen. Länger dauern kann der Ablauf einer Testamentsvollstreckung auch dann, wenn der Erblasser die längerfristige Verwaltung des Erbes durch den Testamentsvollstrecker angeordnet hat.
Wenn Sie Hilfe bei der Testamentsvollstreckung benötigen, sprechen Sie Ihren Anwalt für Erbrecht an. Hier auf Erbrechtsinfo.com finden Sie passende Rechtsexperten in Ihrer Region, die Ihnen bei allen Fragen rund um das Erbrecht in Deutschland behilflich sein können.
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Wer das Amt des Testamentsvollstreckers annimmt, muss eine Menge Verantwortung übernehmen. Die Testamentsvollstrecker Aufgaben beziehungsweise die Testamentsvollstrecker Pflichten sind vielfältig. Deswegen sollte jeder Erblasser im Vorfeld genau überlegen, wen er mit den Testamentsvollstrecker Aufgaben betraut.
Neben einem gewissen Maß an fachlichem Wissen sollte der Testamentsvollstrecker auch eine sorgfältige Arbeitsweise, einen langen Atem und einen ausgeglichenen Charakter mitbringen – schließlich muss er im Zweifelsfall, ähnlich wie bei einer Mediation im Erbrecht, zwischen den Erben vermitteln. Im Folgenden setzen wir uns näher mit den Testamentsvollstrecker Pflichten und den Testamentsvollstrecker Aufgaben auseinander.
Der Testamentsvollstrecker sollte unparteiisch sein
Es empfiehlt sich, als Erblasser einen Testamentsvollstrecker einzusetzen, der selbst nicht Angehöriger oder Mitglied der Erbengemeinschaft ist. Ein unabhängiger und unparteilicher Testamentsvollstrecker mit einer gewissen Distanz zu den Mitgliedern der Erbengemeinschaft kann die Testamentsvollstreckung meist mit wesentlich weniger Erbstreitigkeiten und Reibereien ausführen als ein naher Angehöriger beziehungsweise Miterbe.
Verwaltung und Sicherung des Nachlasses
Zu den hauptsächlichen Testamentsvollstrecker Aufgaben gehört nach § 2205 BGB die Verwaltung und Sicherung des Nachlasses. Weil der Erblasser dem Testamentsvollstrecker die Aufgabe zugeteilt hat, seinen letzten Willen umzusetzen, hat der Testamentsvollstrecker die Pflicht, den gesamten Nachlass zu verwalten und vor dem Zugriff Dritter zu schützen beziehungsweise abzusichern.
Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, mit den Testamentsvollstrecker Pflichten einen Menschen zu beauftragen, dem man vertraut und von dem man sicher ist, dass er die im Testament festgehaltenen Verfügungen gewissenhaft umsetzt.
Die Erstellung eines Nachlassverzeichnisses gehört ebenso zu den Testamentsvollstrecker Aufgaben. § 2215 BGB verpflichtet jeden Testamentsvollstrecker dazu,
„dem Erben unverzüglich nach der Annahme des Amts ein Verzeichnis der seiner Verwaltung unterliegenden Nachlassgegenstände und der bekannten Nachlassverbindlichkeiten mitzuteilen und ihm die zur Aufnahme des Inventars sonst erforderliche Beihilfe zu leisten.“
Hier erfahren Sie mehr zum Thema Nachlassverbindlichkeiten in Deutschland
Neben der Pflicht zur Erstellung eines Nachlassverzeichnisses gehört zu den Testamentsvollstrecker Pflichten die sogenannte Auskunfts- und Rechenschaftspflicht des Testamentsvollstreckers gegenüber den Erben. Gesetzlich näher geregelt ist diese Pflicht in § 2218 BGB.
Obwohl der Testamentsvollstrecker den Nachlass verwalten und über ihn verfügen darf, muss er den rechtmäßigen Erben gegenüber regelmäßig Rechenschaft über sein Handeln ablegen. Der Testamentsvollstrecker ist verpflichtet, den Erben Auskunft zu erteilen. Beispielsweise ist der Erbe berechtigt, jährlich eine Rechnungslegung zu verlangen, wenn die Testamentsvollstreckung Dauer eine längere Zeit in Anspruch nimmt.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie einen Testamentsvollstrecker einsetzen sollen oder nicht, lohnt sich ein Beratungsgespräch bei einem Fachanwalt für Erbrecht. Dieser kann mit Ihnen nicht nur die Möglichkeiten für eine Testamentsvollstreckung besprechen, sondern Sie auch zu anderen Erbrechtsthemen wie dem Unterhaltsrecht, der Durchsetzung von Pflichtteilsansprüchen und der gesetzlichen Erbfolge informieren.
Gewissenhafte & Sorgfältige Nachlassverwaltung
Der Testamentsvollstrecker ist zu einer Führung seines Amtes mit Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt verpflichtet. Er muss nicht nur dafür Sorge tragen, dass der Nachlass ordnungsgemäß verwaltet und ein Nachlassverzeichnis erstellt wird, sondern hat darüber hinaus weitere Testamentsvollstrecker Pflichten.
das Auflösen von Wohnungen
das Zusprechen von Pflichtteilen an Pflichtteilsberechtigte
die Kündigungen von bestehenden Verträgen
die Begleichung von Rechnungen
die neue Unterbringung eventuell vorhandener Haustiere
die Überwachung aller mit dem Erbfall zusammenhängenden Fristen
Zur sorgfältigen Nachlassverwaltung zählt der Auftrag hinzu, dass der Testamentsvollstrecker den Nachlass nicht nur verwalten, sondern wenn möglich auch vermehren soll. Er darf also nicht nur Handlungen vornehmen, die zur Erhaltung und Sicherung des Nachlasses dienen, sondern auch solche, die zu dessen Vermehrung beitragen.
Welche Testamentsvollstrecker Pflichten im Einzelnen sonst noch zu beachten sind, kann der Erblasser selbst im Testament durch Verwaltungsanordnungen verfügen. Meistens ist der Testamentsvollstrecker zur Nutzung des verwalteten Vermögens berechtigt und hat auch die Aufgabe, eventuell aufkommende Rechtsstreite zu führen.
Der Testamentsvollstrecker ist nach § 2216 Satz 2 BGB verpflichtet, den Verwaltungsanordnungen des Erblassers Folge zu leisten:
„Anordnungen, die der Erblasser für die Verwaltung durch letztwillige Verfügung getroffen hat, sind von dem Testamentsvollstrecker zu befolgen. Sie können jedoch auf Antrag des Testamentsvollstreckers oder eines anderen Beteiligten von dem Nachlassgericht außer Kraft gesetzt werden, wenn ihre Befolgung den Nachlass erheblich gefährden würde. Das Gericht soll vor der Entscheidung, soweit tunlich, die Beteiligten hören.“
Neben seinen zahlreichen bereits erwähnten Pflichten muss sich der Testamentsvollstrecker zusätzlich um steuerliche Angelegenheiten kümmern. Er ist beispielsweise verpflichtet, eine Erbschaftsteuererklärung abzugeben. Näher geregelt wird diese Bestimmung im § 31 Abs. 5 ErbStG.
Dieser Paragraph besagt, dass der Testamentsvollstrecker für alle Personen eine Erbschaftsteuererklärung abzugeben hat, die in Verbindung mit seinen Tätigkeiten als Testamentsvollstrecker stehen. Das Finanzamt kann allerdings verlangen, dass die Erben die Erbschaftsteuererklärung mitunterzeichnen.
Darüber hinaus muss der Testamentsvollstrecker dafür Sorge tragen, dass die Erbschaftsteuer rechtzeitig bezahlt wird. Um dies sicherzustellen, kann der Testamentsvollstrecker einen Teil des Erbes einbehalten, bis die Erbschaftsteuer beglichen ist.
Hier erfahren Sie mehr über die Erbschaftssteuer in Deutschland
Der Testamentsvollstrecker ist zur rechtzeitigen Abgabe der Erbschaftssteuererklärung verpflichtet. Den Steuerbescheid hat er unverzüglich an den oder die Erben weiterzuleiten. Wichtig ist, dass die Erbschaftssteuererklärung für alle Personen abgegeben wird, die von den Tätigkeiten des Testamentsvollstreckers betroffen sind.
Wenn Sie Hilfe bei der Erbschaftssteuererklärung benötigen, hilft Ihnen sicherlich die Beratung bei einem Anwalt für Erbrecht in Berlin, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, sowie weitere deutschen Städte.
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Darüber hinaus hat der Testamentsvollstrecker dafür zu sorgen, dass die Erben die Erbschaftssteuer begleichen. Wenn der Testamentsvollstrecker selbst Erbe oder Miterbe ist, muss er selbst die Erbschaftssteuer oder einen Teil der Erbschaftssteuer entrichten.
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Als Testamentsvollstrecker sollte man seine steuerlichen Pflichten sehr ernst nehmen. Werden sie vorsätzlich oder grob fahrlässig vernachlässigt, so haftet der Testamentsvollstrecker persönlich. Im Übrigen ist es dem Testamentsvollstrecker verboten, Rechtsgeschäfte mit sich selbst vorzunehmen und – Pflicht- und Anstandsschenkungen ausgenommen – unentgeltliche Verfügungen in die Wege zu leiten.
Auseinandersetzungs­vertrag
Zu den Testamentsvollstrecker Pflichten zählt außerdem noch die Erstellung eines Teilungsplans, auch Auseinandersetzungsplan oder Auseinandersetzungsvertrag genannt. Näher bestimmt wird diese Pflicht durch die Verfügung in § 2204 Satz 2 BGB:
„Der Testamentsvollstrecker hat die Erben über den Auseinandersetzungsplan vor der Ausführung zu hören.“
Mit dem Auseinandersetzungsvertrag gibt der Testamentsvollstrecker an, wie die Nachlassauseinandersetzung durch ihn erfolgen wird. Demzufolge müssen die Mitglieder einer Erbengemeinschaft sich nicht untereinander einig werden, sondern sind durch den Auseinandersetzungsvertrag an den Testamentsvollstrecker gebunden.
Sobald dieser den Plan für verbindlich erklärt hat, können Änderungen nur noch schwer vorgenommen werden. Allerdings ist es möglich, dass die Erben den Auseinandersetzungsvertrag anfechten, wenn sie sich durch ihn ungerecht behandelt fühlen oder er inhaltliche Mängel aufweist oder den Anordnungen im Testament zuwiderläuft.
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Erfahren Sie mehr zum Thema Pflichtteil & Anspruch in Deutschland
Wer einen Testamentsvollstrecker bestimmen kann, ist zunächst recht einfach. Im Grunde obliegt das Testamentsvollstrecker bestimmen immer dem Erblasser, der eine letztwillige Verfügung aufsetzt.
Wenn ein Erblasser einen Testamentsvollstrecker bestimmen möchte, sollte er allerdings vor allem zwei Punkte beachten:
Wenn Sie in Ihrer letztwilligen Verfügung einen Testamentsvollstrecker ernennen, benennen Sie wenn möglich auch gleich einen Ersatztestamentsvollstrecker. Wenn der zuerst gewählte Testamentsvollstrecker nämlich bereits verstorben oder aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, das Amt auszuführen, hat das Nachlassgericht die Pflicht, einen neuen Testamentsvollstrecker zu bestimmen. Dieser steht meistens in keinerlei Beziehung zu Ihnen und hat dann das Recht und die Pflicht, Ihren Nachlass zu verwalten.
2. Achten Sie darauf, dass Ihr Testamentsvollstrecker möglichst nicht im gleichen Alter ist wie Sie. Weil sich eine Testamentsvollstreckung über viele Jahre hinziehen kann, ist es wichtig, dass der Testamentsvollstrecker seinem Amt gesundheitlich gewachsen ist.
Deswegen ist es empfehlenswert, als Testamentsvollstrecker nicht unbedingt jemanden einzusetzen, der das Renteneintrittsalter schon weit überschritten hat.
Testaments­vollstreckung verfügen
Wer möchte, kann auch eine Testamentsvollstreckung verfügen, ohne einen Testamentsvollstrecker zu benennen. In diesem Fall wird der Testamentsvollstrecker ebenfalls vom Nachlassgericht bestimmt.
Wann sollte ich eine Testamentsvollstreckung anordnen?
Eine Pflicht zur Anordnung einer Testamentsvollstreckung gibt es im deutschen Erbrecht nicht. In einigen Fällen ist eine Testamentsvollstreckung jedoch äußerst sinnvoll. Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte zusammengetragen, bei denen die Anordnung einer Testamentsvollstreckung ratsam ist:
wenn Sie ein großes Vermögen und / oder Immobilien besitzen
wenn Ihre letztwillige Verfügung eine Unternehmensnachfolge regelt
wenn es vorauszusehen ist, dass die Erben um das Erbe streiten
wenn minderjährige Erben vor dem Zugriff ihrer sorgeberechtigten Eltern auf das Erbe geschützt werden sollen
wenn behinderte Erben abgesichert werden sollen
wenn Sie die Erben nicht mit der Nachlassabwicklung belasten möchten
wenn Sie sich wünschen, dass Ihr Nachlass möglichst zeitnah und von einem unparteiischen Menschen aufgeteilt wird
Es ist auch möglich, lediglich eine Vermächtnisvollstreckung oder eine Nacherben-Testamentsvollstreckung anzuordnen. Die Nacherben-Testamentsvollstreckung wird in § 2222 BGB näher bestimmt:
„Der Erblasser kann einen Testamentsvollstrecker auch zu dem Zwecke ernennen, dass dieser bis zu dem Eintritt einer angeordneten Nacherbfolge die Rechte des Nacherben ausübt und dessen Pflichten erfüllt.“
Die Vermächtnisvollstreckung regelt hingegen § 2223 BGB:
„Der Erblasser kann einen Testamentsvollstrecker auch zu dem Zwecke ernennen, dass dieser für die Ausführung der einem Vermächtnisnehmer auferlegten Beschwerungen sorgt.“
Welche Arten von Testaments­vollstreckung gibt es?
Im Wesentlichen gibt es im deutschen Erbrecht zwei Testamentsvollstreckung Arten, die Abwicklungs­testaments­vollstreckung und die Verwaltungs­testaments­vollstreckung. Mit den Unterschieden dieser beiden möglichen Testamentsvollstreckung Arten beschäftigen wir uns gleich.
Zunächst soll kurz der Unterschied zwischen einer Auseinandersetzungs­vollstreckung und der Dauertestaments­vollstreckung geklärt werden. Im Grunde sind bereits die Namen selbsterklärend:
Bei der Auseinandersetzungs­vollstreckung soll der Nachlass so schnell wie möglich verteilt werden; sie ist also auf ein möglichst schnelles Ende der Testamentsvollstreckung ausgerichtet.
Die Dauertestaments­vollstreckung ist auf einen längeren Zeitraum angelegt. Sie ist so ausgerichtet, dass der Nachlass zunächst abgewickelt und anschließend verwaltet wird. Wie Sie anhand der nun folgenden Erklärungen zur Abwicklungs­testaments­vollstreckung und zur Verwaltungs­testaments­vollstreckung erkennen werden, handelt es sich bei der Dauertestaments­vollstreckung um eine Kombination aus den beiden.
Abwicklungstestaments­vollstreckung
Normalerweise ist die Abwicklungs­vollstreckung der Normalfall einer Testamentsvollstreckung. Bei einer Abwicklungs­vollstreckung wird das Erbe vom Testamentsvollstrecker so aufgeteilt, wie der Erblasser es im Testament oder Erbvertrag verfügt hat.
Der Testamentsvollstrecker nimmt das Erbe also vorübergehend in Besitz und kümmert sich um die Aufteilung des Erbes unter den Erben. Sobald das Erbe vollständig aufgeteilt ist, ist die Testamentsvollstreckung beendet. Neben der Abwicklungstestaments­vollstreckung gibt es noch die Verwaltungstestaments­vollstreckung.
Verwaltungstestaments­vollstreckung
2209 BGB ermöglicht dem Erblasser die Anordnung einer sogenannten Verwaltungs­testaments­vollstreckung. Diese Art der Testamentsvollstreckung wird auch Dauervollstreckung genannt. Erblasser verfügen diese Methode der Testamentsvollstreckung vor allem aus zwei Gründen:
Ein Erbe soll den Nachlass erst dann erhalten, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Der Erhalt des Erbes kann beispielsweise an den Abschluss einer Berufsausbildung oder an eine Heirat gebunden sein. Hier will der Erblasser mit der Testamentsvollstreckung sicherstellen, dass der Erbe das Vermögen nicht vergeudet.
2. Mit der Verwaltungstestaments­vollstreckung sollen die Erben geschützt werden, wenn sie entweder minderjährig sind oder aus anderen Gründen zur selbstständigen Verwaltung einer Erbschaft nicht fähig sind. Dies ist beispielsweise bei einer geistigen Behinderung oder schweren Erkrankungen oder einer Drogenabhängigkeit der Fall.
Wird ein Testaments­vollstrecker überwacht?
Ein Testamentsvollstrecker wird nicht überwacht. Das Nachlassgericht ist nicht befugt, dem Testamentsvollstrecker auf die Finger zu schauen oder ihm Anweisungen zu geben. Allerdings ist der Testamentsvollstrecker den Erben verpflichtet und muss ihnen auf Wunsch Auskunft erteilen.
Häufig kommt es vor, dass Erben sich vom Testamentsvollstrecker bevormundet fühlen und ihn gern entlassen würden. So einfach ist das jedoch nicht. Zwar besteht die Möglichkeit, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Es muss aber ein triftiger Grund vorliegen, damit das Nachlassgericht dem Antrag auf Entlassung des Testamentsvollstreckers stattgibt. § 2227 BGB sagt aus:
„Das Nachlassgericht kann den Testamentsvollstrecker auf Antrag eines der Beteiligten entlassen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt; ein solcher Grund ist insbesondere grobe Pflichtverletzung oder Unfähigkeit zur ordnungsmäßigen Geschäftsführung.“
Wenn Sie Probleme mit Ihrem Testamentsvollstrecker haben, wenden Sie sich an einen Rechtsexperten für Erbrecht und schildern Ihr Problem. Gemeinsam mit Ihnen kann Ihr Fachanwalt für Erbrecht Ihre Chancen für eine Entlassung des Testamentsvollstreckers bewerten und gemeinsam mit Ihnen die notwendigen Schritte einleiten. Den passen Rechtsanwalt für Erbrecht in Ihrer Region finden Sie in unserer Anwaltssuche auf Erbrechtsinfo.com.
Was bedeutet Testamentsvollstrecker­vermerk?
Ein Testaments­vollstreckervermerk ist dann wichtig, wenn ein Grundstück oder Immobilien zum Nachlass gehört. Wenn ein Testaments­vollstreckervermerk im Grundbuch eingetragen ist, wird damit sichergestellt, dass die Erben das Grundstück oder die Immobilie nicht verkaufen dürfen.
Weil mit dem Testaments­vollstreckervermerk klar ist, dass das Grundstück der Verwaltung eines Testamentsvollstreckers untersteht, müssen die Erben zunächst dessen Zustimmung einholen, bevor sie irgendetwas unternehmen können. Die Erben unterstehen durch den Testaments­vollstreckervermerk einer sogenannten Grundbuchsperre.
Das bedeutet nicht, dass sich der Erbe nicht im Grundbuch als Eigentümer eintragen darf – es nützt ihm nur wirtschaftlich nichts, weil er ohne Zustimmung des Testaments­vollstreckers keine rechtliche Handhabe hat, die Immobilie oder das Grundstück zu verkaufen.
Was ist ein Testamentsvollstrecker­zeugnis?
Ein Testaments­vollstrecker­zeugnis weist den Testamentsvollstrecker als solchen aus. Dies kann unter Umständen wichtig sein, wenn der Testamentsvollstrecker beispielsweise Bankgeschäfte für den Verstorbenen erledigen muss und seine Berechtigung nachweisen muss.
Ein Testamentsvollstrecker­zeugnis wird vom zuständigen Nachlassgericht auf Antrag ausgestellt. Für das Testamentsvollstrecker­zeugnis entstehen Kosten, die sich mit dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) berechnen lassen – ähnlich wie die Erbschein Kosten.
Allerdings wird nicht die komplette Nachlasshöhe als Bemessungsgrundlage für die Testamentsvollstrecker­zeugnis Kosten herangezogen, sondern nur der Geschäftswert von 20 Prozent. Die Testamentsvollstrecker­zeugnis Kosten können dann aus Tabelle B des GNotKG abgelesen werden.
In folgender Tabelle finden Sie einige Beispiele für die Testamentsvollstrecker­zeugnis Kosten:
Geschäftswert 20 %
Testamentsvollstreckerzeugnis Kosten (einfache Gebühr) in €
10 000 2000 27,00
30 000 6000 51,00
50 000 10 000 75,00
100 000 20 000 107,00
500 000 100 000 273,00
1 000 000 200 000 435,00
In einigen Fällen kann es sein, dass der Testamentsvollstrecker auf die Beantragung eines Testamentsvollstrecker­zeugnisses verzichten kann. Hat der Erblasser ihm beispielsweise für Bankgeschäfte bereits zu Lebzeiten eine Vollmacht ausgestellt, die über den Tod hinaus gültig ist, so muss der Testamentsvollstrecker seine Berechtigung nicht durch ein gesondertes Testamentsvollstrecker­zeugnis nachweisen.
In welchen Fällen es sinnvoll ist, ein Testamentsvollstrecker­zeugnis zu beantragen, können Sie gemeinsam mit Ihrem Anwalt für Erbrecht besprechen. Vergleichen Sie in unserem Anwaltsverzeichnis alle Anwälte in Ihrer Region und wählen den für Sie passenden aus.
Schutz von Minderjährigen durch Testaments­vollstrecker
Wenn Eltern minderjähriger Kinder versterben und sie diese zu Erben einsetzen, dürfen die Kinder noch nicht über das Erbe verfügen und es selbstständig verwalten – schließlich sind sie nach geltendem Recht in Deutschland noch nicht voll geschäftsfähig.
Ist im Testament keine Testamentsvollstreckung angeordnet, bestimmt das Vormundschaftsgericht für die minderjährigen Kinder einen gesetzlichen Vertreter. Dieser ist befugt, das Erbe für die minderjährigen Kinder zu verwalten und auf dieses zuzugreifen. Um genau das zu verhindern, kann ein Testamentsvollstrecker mit der Verwaltung des Nachlasses beauftragt werden.
Der Testamentsvollstrecker muss das Erbe an das Kind oder die Kinder dann herausgeben, wenn diese volljährig und somit geschäftsfähig sind. Ähnlich verhält es sich bei behinderten Erben. Wird ein Testamentsvollstrecker eingesetzt, so ist das Erbe geschützt. Der Träger, der beispielsweise für die Kosten für einen Heimplatz aufkommt, ist nicht befugt, vom Testamentsvollstrecker einen Ausgleich dieser Kosten zu fordern.
Anders würde es aussehen, wenn der behinderte Erbe den Nachlass direkt erhalten hätte. Mit einer angeordneten Testamentsvollstreckung lässt sich das eigene Vermögen also noch über den Tod hinaus schützen.
Wie viel kostet ein Testamentsvollstrecker?
Wie hoch die Testamentsvollstrecker Kosten im Einzelnen sind, kann nicht pauschal gesagt werden. § 2221 BGB legt fest:
„Der Testamentsvollstrecker kann für die Führung seines Amts eine angemessene Vergütung verlangen, sofern nicht der Erblasser ein anderes bestimmt hat.“
Was genau jedoch unter einer angemessenen Testamentsvollstrecker Vergütung zu verstehen ist, hat der Gesetzgeber nicht eindeutig geregelt. Am besten ist es, wenn der Erblasser bereits im Testament vermerkt, wie der Testamentsvollstrecker entlohnt werden soll.
Damit lassen sich Streitigkeiten zwischen den Erben über die Testamentsvollstrecker Gebühren vermeiden. Um eine einheitliche Regelung hat sich der Deutsche Notarverein bemüht und eine Testamentsvollstrecker Vergütung vorgeschlagen, die als angemessen angesehen werden kann.
In folgender Tabelle sehen Sie die von Deutschen Notarverein vorgeschlagenen Testamentsvollstrecker Kosten. Möchte ein Erblasser sich an diesen Testamentsvollstrecker Gebühren orientieren, sollte er dies unbedingt bereits im Testament vermerken.
bis 250 000 € 4 % des Nachlasses
bis 500 000 € 3 % des Nachlasses
bis 2 500 000 € 2,5 % des Nachlasses
bis 5 000 000 € 2 % des Nachlasses
über 5 000 000 € 1,5 % des Nachlasses
Zu welcher Zeit kann ein Testaments­vollstrecker entlassen werden?
Streng genommen kann ein Testamentsvollstrecker gar nicht entlassen werden. Die Testamentsvollstreckung endet schlicht dann, wenn der Testamentsvollstrecker seine Aufgaben erledigt hat. Wie viel Zeit das im Einzelnen in Anspruch nimmt, hängt davon ab, ob der Erblasser eine Verwaltungstestamentsvollstreckung oder eine Abwicklungstestamentsvollstreckung angeordnet hat.
Letztere ist schneller erledigt, weil sie nur auf die Verteilung des Nachlasses nach dem letzten Willen des Erblassers ausgerichtet ist. Wenn Erben mit dem Testamentsvollstrecker unzufrieden sind oder sich durch die Testamentsvollstreckung beim Erbe übergangen und bevormundet fühlen, haben sie die Möglichkeit, einen Antrag auf Entlassung des Testamentsvollstreckers zu stellen.
Ob diesem stattgegeben wird, entscheidet allerdings das Nachlassgericht. Auf jeden Fall müssen für den Antrag triftige und rechtlich relevante Gründe vorliegen. Ansonsten wird ein Testamentsvollstrecker automatisch dann aus seinem Amt entlassen, wenn er die letztwillige Verfügung des Erblassers vollständig zur Ausführung gebracht hat.
Die Erben haben hierbei keinen Einfluss darauf, wie schnell die Testamentsvollstreckung vorangeht. Sie müssen wohl oder übel in Kauf nehmen, dass sie für die Dauer der Testamentsvollstreckung zwar die Rechtsnachfolger des Erblassers sind, aber dennoch nicht wirtschaftlich über ihr Erbe verfügen dürfen.
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Muss die Ernennung zum Testamentsvollstrecker angenommen werden?
Das Amt des Testamentsvollstreckers ablehnen – geht das? Kurz und knapp: Ja, das geht. Wer in einem Testament oder Erbvertrag als Testamentsvollstrecker genannt wird, hat das Recht, das Amt abzulehnen. Das Recht, das Amt als Testamentsvollstrecker ablehnen zu können, ist in § 2202 Absatz 2 BGB verankert:
„Die Annahme sowie die Ablehnung des Amts erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht. Die Erklärung kann erst nach dem Eintritt des Erbfalls abgegeben werden; sie ist unwirksam, wenn sie unter einer Bedingung oder einer Zeitbestimmung abgegeben wird.“
Darüber hinaus ist es möglich, das Amt jederzeit wieder niederzulegen, obwohl man es zuvor angenommen hat. Wenn sich ein Testamentsvollstrecker von den vielfältigen Aufgaben und Pflichten seines Amtes überfordert fühlt und sich der Aufgabe nicht mehr gewachsen sieht, hat er das Recht, sein Amt niederzulegen.
In diesem Fall bestimmt das Nachlassgericht einen neuen Testamentsvollstrecker, sofern der Erblasser im Testament nicht einen Ersatztestaments­vollstrecker benannt hat.
Anwalt für Erbrecht hilft Ihnen bei der Nachlassverwaltung
Sich mit der eigenen Nachlassplanung auseinanderzusetzen, macht niemand gern. Schließlich gibt es Schöneres, als sich mit der eigenen Sterblichkeit zu befassen. Allerdings ist die genaue Planung des eigenen Nachlasses sehr empfehlenswert.
Wer sich gegen ein Testament oder Erbvertrag entscheidet, ebnet den Weg für die gesetzliche Erbfolge. Bei dieser kann es sein, dass auch Menschen vom Erbe profitieren, denen man eigentlich nichts vererben möchte. Deshalb ist es ratsam, sich gemeinsam mit einem Fachanwalt für Erbrecht um die eigenen Nachlassplanung zu kümmern.
Auch wenn Sie das Amt eines Testamentsvollstreckers innehaben und die anstehenden Aufgaben nicht im Detail überblicken können, steht Ihnen der Weg zu einem Anwalt für Erbrecht offen. Die Erbrechtsexperten von Erbrechtsinfo.com sind allesamt Fachanwälte für Erbrecht in Deutschland und verfügen über fundierte Kenntnisse und ausreichend Erfahrung.
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References: § 2197
 § 2214
 § 2202
 § 2205
 § 2215
 § 2218
 § 2216
 § 31
 § 2204
 § 2222
 § 2223
 § 2227
 § 2221
 § 2202