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Timestamp: 2018-02-20 11:07:01+00:00

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Stundung der Erbschaftsteuer: Zinslos oder zu 6 Prozent | Ruby & Schindler. Die Kanzlei für Erbrecht
Gerhard RubyZ 2. Februar 2017
Bei der Stundung von Erbschaft- und Schenkungsteuer sind zu unterscheiden
die allgemeine Stundung nach § 222 AO, die im Ermessen der Finanzverwaltung steht und
die erbschaft- und schenkungsteuerliche Stundung nach § 28 ErbStG, auf die ein Rechtsanspruch besteht.
1. Stundung nach § 222 AO
Mit der Stundund wird die Fälligkeit der Steuerschuld zeitlich nach hinten geschoben. Für die Dauer der Stundung entstehen die sogenannten Stundungszinsen i.H.v. 6 % per anno.
Die Erbschaftsteuerschuld kann gestundet werden, wenn einziger Nachlassgegenstand ein Hausgrundstück ist und die Erben der Steuerklasse II oder III das Haus verkaufen müssen, um die Erbschaftsteuer zahlen zu können.
§ 222 AO Stundung
§ 234 AO Stundungszinsen
(1) Für die Dauer einer gewährten Stundung von Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis werden Zinsen erhoben. Wird der Steuerbescheid nach Ablauf der Stundung aufgehoben, geändert oder nach § 129 berichtig, so bleiben die bis dahin entstandenen Zinsen unberührt.
2. Stundung der Erbschaftsteuer nach § 28 ErbStG
Bei Erwerben von Todes wegen (also Erbschaft oder Vermächtnis) ist für folgende Objekte die Erbschaftsteuer zinslos auf bis zu zehn Jahre zu stunden (bei Schenkungen verzinslich):
Gewerbebetrieb, wenn Erbschaftsteuer existenzgefährdend
land- und forstwirtschaftlicher Betrieb, wenn Erbschaftsteuer existenzgefährend
bei Grundstück, das zu Wohnzwecken vermietet ist, wenn Mietwohnung oder Mietshaus verkauft werden müsste, damit der Erbe die Erbschaftsteuer bezahlen kann
Ein- oder Zweifamilienhaus bzw. eine Eigentumswohnung gehört, die der Erbe selbst bewohnt wenn der Erbe zur Begleichung der Erbschaftsteuer die Immobilie verkaufen müsste
(1) Gehört zum Erwerb Betriebsvermögen oder land- und forstwirtschaftliches Vermögen, ist dem Erwerber die darauf entfallende Erbschaftsteuer auf Antrag bis zu zehn Jahren zu stunden, soweit dies zur Erhaltung des Betriebs notwendig ist. Die §§ 234 und 238 der Abgabenordnung sind anzuwenden; bei Erwerben von Todes wegen erfolgt diese Stundung zinslos. § 222 der Abgabenordnung bleibt unberührt.
(3) Gehört zum Erwerb begünstigtes Vermögen im Sinne des § 13c Abs. 3 (Wohnmietimmobilie), ist dem Erwerber die darauf entfallende Erbschaftsteuer auf Antrag bis zu zehn Jahren zu stunden, soweit er die Steuer nur durch Veräußerung dieses Vermögens aufbringen kann. Satz 1 gilt entsprechend, wenn zum Erwerb ein Ein- oder Zweifamilienhaus oder Wohneigentum gehört, das der Erwerber nach dem Erwerb zu eigenen Wohnzwecken nutzt, längstens für die Dauer der Selbstnutzung. Nach Aufgabe der Selbstnutzung ist die Stundung unter den Voraussetzungen des Satzes 1 weiter zu gewähren. Die Stundung endet in den Fällen der Sätze 1 bis 3, soweit das erworbene Vermögen Gegenstand einer Schenkung im Sinne des § 7 ist. Absatz 1 Satz 2 und 3 gilt entsprechend.
: Erbschaftsteuer, Stundung, Stundungszinsen, zinslos
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References: § 222
 § 28
 § 222

§ 222

§ 234
 § 129
 § 28
 § 222
 § 13
 § 7