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Timestamp: 2016-10-23 09:42:33+00:00

Document:
1A.33/2007 (22.10.2007)
X.________ AG, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Felix Huber,
Verkehrs-Club der Schweiz (VCS), Beschwerdegegner, handelnd durch VCS Sektion Z�rich, und dieser vertreten durch Rechtsanwalt Martin Pestalozzi,
Verwaltungsgerichtsbeschwerde (1A.33/2007) und staatsrechtliche Beschwerde (1P.85/2007) gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich, 1. Abteilung, 1. Kammer, vom 20. Dezember 2006.
Am 25. Juni 2001 erteilte der Stadtrat Dietikon der Y.________ AG (heute: X.________ AG; im Folgenden: X.________ bzw. Beschwerdef�hrerin) die baurechtliche Bewilligung f�r den Ausbau der bestehenden Lagerhalle auf dem Grundst�ck Kat.-Nr. 9954, Riedstrasse 3, und deren Umnutzung zu Verkaufs-, Ausstellungs-, Gewerbe- und B�rofl�chen sowie f�r insgesamt 241 Fahrzeugabstellpl�tze. Als Verkaufsfl�che wurden 4'983 m� ausgewiesen. Die Baubewilligung wurde nicht angefochten. Am 16. Oktober bzw. 19. November 2002 erfolgte die Schlussabnahme.
Nachdem der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) im Zusammenhang mit der Bauausschreibung f�r die Umnutzung der benachbarten Liegenschaft Riedstrasse 1 in ein M�belhaus auf die Umnutzung der Liegenschaft Riedstrasse 3 zu Verkaufszwecken und die Errichtung von 241 Parkpl�tzen aufmerksam geworden war, verlangte er am 27. August 2004 die Zustellung der Baubewilligung und erhob dagegen Rekurs an den Regierungsrat des Kantons Z�rich. Der VCS verlangte die Durchf�hrung einer Umweltvertr�glichkeitspr�fung (UVP) unter Einbezug der seiner Auffassung nach funktional mit dem Bauvorhaben zusammenh�ngenden Anlagen auf den Nachbargrundst�cken Riedstrasse 1 und 5-9.
Am 22. Juni 2005 hiess der Regierungsrat den Rekurs gut, hob die Baubewilligung auf und lud die Baubeh�rde zur Durchf�hrung einer UVP unter Einbezug der Liegenschaften Riedstrase 5-9 ein.
Dagegen erhob die X.________ Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich. Am 31. August 2006 f�hrte das Verwaltungsgericht einen Augenschein mit anschliessender Schlussverhandlung durch. Am 20. Dezember 2006 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde im Sinne der Erw�gungen ab. Es verneinte zwar einen funktionalen Zusammenhang zwischen der Anlage Riedstrasse 3 und den benachbarten Liegenschaften Riedstrasse 5-9; dagegen bejahte es die UVP-Pflicht f�r die Umnutzung der Liegenschaft Riedstrasse 3, weil bereits die Verkaufsfl�che auf dieser Parzelle 5'000 m� deutlich �bersteige.
Gegen den verwaltungsgerichtlichen Entscheid hat die X.________ am 8. Februar 2007 Verwaltungsgerichtsbeschwerde und staatsrechtliche Beschwerde ans Bundesgericht erhoben. Sie beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids nach Durchf�hrung eines Augenscheins.
Der VCS beantragt, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei abzuweisen und auf die staatsrechtliche Beschwerde sei nicht einzutreten; eventualiter sei sie abzuweisen. Das Verwaltungsgericht und der Regierungsrat schliessen auf Abweisung der Beschwerden, soweit darauf einzutreten sei. Die Baudirektion und die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Z�rich haben auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Das Bundesamt f�r Umwelt (BAFU) vertritt in seiner Vernehmlassung die Auffassung, die Vorinstanz habe das Bundesgesetz �ber den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 (USG; SR 814.01) korrekt angewendet.
Den Beteiligten wurde Gelegenheit gegeben, dazu Stellung zu nehmen. Davon machte nur die Beschwerdef�hrerin mit Eingabe vom 31. August 2007 Gebrauch.
Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid, der sich im Wesentlichen auf Art. 9 und 55 USG in der damals geltenden Fassung (aUSG; seit dem 1. Juli 2007 ersetzt durch die Art. 10a ff. und Art. 55 ff. i.d.F. des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 2006, AS 2007 2702, 2709) sowie die Verordnung vom 19. Oktober 1988 �ber die Umweltvertr�glichkeitspr�fung (UVPV; SR 814.011) st�tzt, d.h. auf Bundesverwaltungsrecht. Der angefochtene Entscheid ist prozessual als Teil- und damit als Endentscheid zu qualifizieren, weil er f�r die Vorinstanzen verbindlich �ber die UVP-Pflicht des Bauvorhabens entscheidet (vgl. BGE 115 Ib 342 E. 1 S. 344 mit Hinweisen). Dagegen steht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht grunds�tzlich offen (Art. 97 ff. OG i.V.m. Art. 5 VwVG).
Die Beschwerdef�hrerin ist als Eigent�merin der Liegenschaft Riedstrasse 3 in Dietikon zur Beschwerde legitimiert (Art. 103 lit. a OG). Auf die rechtzeitig erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher einzutreten.
2.1 In diesem Verfahren k�nnen auch die Verfassungsr�gen der Beschwerdef�hrerin beurteilt werden, die alle einen engen Zusammenhang mit den im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu pr�fenden bundesverwaltungsrechtlichen Fragen aufweisen. F�r die subsidi�re staatsrechtliche Beschwerde (Art. 84 Abs. 2 OG) bleibt daher kein Raum, weshalb auf diese nicht einzutreten ist.
2.2 Die �rtlichen Verh�ltnisse ergeben sich aus den in den Unterlagen liegenden Pl�nen, weshalb auf einen Augenschein verzichtet werden kann. Ohnehin ist das Bundesgericht an den vom Verwaltungsgericht festgestellten Sachverhalt gebunden, es sei denn, dieser sei offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt worden (Art. 105 Abs. 2 OG).
Streitig ist zun�chst der Umfang der Verkaufsfl�che im Erdgeschoss der in den Jahren 2001/2002 umgebauten ehemaligen Lagerhalle.
3.1 Im Anschluss an den Augenschein hatte die Beschwerdef�hrerin einen Plan der Liegenschaft Riedstrasse 3 mit Angaben zu deren aktuellen Nutzung eingereicht. Danach werden insgesamt 4'292 m� als Verkaufsfl�che genutzt; f�r das Erdgeschoss der ehemaligen Lagerhalle berechnete die Beschwerdef�hrerin eine Verkaufsfl�che von 4'204 m� (4'292 m� abz�glich 88 m� Verkaufsfl�che "Navyboot" in einer Nebenbaute). Nicht als Verkaufsfl�che ber�cksichtigt wurden bei dieser Berechnung die den Ladenlokalen der jeweiligen Anbieter angegliederten Lagerfl�chen, eine mit "Info/B�ro" bezeichnete Fl�che sowie die Velowerkstatt des Sportartikelanbieters Athleticum, die Eingangshalle ("Mall") sowie Verkehrsfl�chen und feuerpolizeilich vorgeschriebene Fluchtwege.
Das Verwaltungsgericht hielt diese Berechnung f�r unhaltbar. Es vertrat die Auffassung, an die Verkaufsfl�che seien alle gem�ss Baugesuch f�r eine Verkaufsnutzung vorgesehenen und erforderlichen R�ume anzurechnen, insbesondere Erschliessungsfl�chen (Windfang, "Mall", Fluchtwege) sowie mit den Verkaufsr�umen zusammenh�ngende Lager- und Nebenr�ume. Dazu z�hlten die von den Ladengesch�ften abgetrennten Lagerbereiche der einzelnen Anbieter, die Toiletten samt Zug�ngen und die Velowerkstatt. Auf dieser Grundlage ergebe sich bereits f�r die ehemalige Lagerhalle eine Verkaufsfl�che im Bereich von 5'000 m�. Hinzu k�men ca. 110 m� Verkaufsfl�che im Geb�ude Vers.-Nr. 1508 und 600 m� Ausstellungsfl�che der Firma Artida.
3.2 Die in diesem Zusammenhang von der Beschwerdef�hrerin erhobene R�ge der Verletzung des rechtlichen Geh�rs ist unbegr�ndet: Das Verwaltungsgericht hat die Eingabe der Beschwerdef�hrerin zur aktuellen Verkaufsfl�che zur Kenntnis genommen und im angefochtenen Entscheid (E. 3.2.2.2 S. 13) begr�ndet, weshalb es dieser Berechnung nicht gefolgt ist.
3.3 Materiell r�gt die Beschwerdef�hrerin, nach dem klaren Wortlaut von Ziff. 80.5 Anh. UVPV d�rften f�r die Berechnung des Schwellenwerts von 5'000 m2 nur Verkaufsfl�chen und nicht auch Lagerfl�chen, Velowerkst�tten usw. ber�cksichtigt werden.
F�r die Definition der Verkaufsfl�chen sei auf � 3 Abs. 3 der Z�rcher Verordnung �ber die Versch�rfung oder die Milderung von Bauvorschriften f�r besondere Bauten und Anlagen vom 26. August 1981 (Besondere Bauverordnung II) abzustellen. Danach gelten als Verkaufsfl�chen die Fl�chen der R�ume, in denen regelm�ssig Waren oder Dienstleistungen angeboten werden, unter Einschluss der dazugeh�rigen Erschliessungsfl�chen und Sanit�rr�ume samt inneren Trennw�nden. Nicht anzurechnen seien ausdr�cklich R�ume, die f�r die Lagerung verwendet werden. Die Beschwerdef�hrerin verweist hierf�r auf ein von ihr eingeholtes Rechtsgutachten von Prof. Jaag und Dr. R�ssli (Kurzgutachten zur UVP-Pflicht f�r Einkaufszentren; Berechnung des Schwellenwertes vom 5. Februar 2007).
Die Auslegung des Verwaltungsgerichts widerspreche auch Art. 80.6 Anh. UVPV, wonach Lagerfl�chen nur im Zusammenhang mit G�terumschlagspl�tze und Verteilzentren und erst ab einer Gr�sse von 20'000 m� UVP-pflichtig seien.
3.4 Die Beschwerdef�hrerin �bersieht jedoch, dass 4'983 m� im Erdgeschoss der Liegenschaft Riedstrasse 3 im Baugesuch als Verkaufsfl�che ausgewiesen und in der Baubewilligung vom 25. Juni 2001 ausdr�cklich als solche bewilligt worden sind. Als Lagerraum wurde nur der mit einer Mauer abgetrennte Lagerraum im n�rdlichen Geb�udeteil bezeichnet (vgl. Plan Nr. 201, Erdgeschoss, Mst. 1:200), der vom Verwaltungsgericht auch nicht angerechnet worden ist. Wenn einzelne Mieter die ihnen zur Verf�gung stehende Verkaufsfl�che nicht vollst�ndig als Ausstellungs- und Verkaufsraum nutzen, sondern es vorziehen, Teile davon als Kleinlager abzutrennen, kann dies f�r die Berechnung des Schwellenwerts keine Rolle spielen, da diese Umnutzung nie bewilligt wurde und jederzeit wieder r�ckg�ngig gemacht werden kann. Wie der VCS und das Verwaltungsgericht in ihren Vernehmlassungen zu Recht geltend machen, w�re es v�llig unpraktikabel, wenn je nach den Bed�rfnissen der jeweiligen Mieter sich bei jedem Wechsel die f�r den Schwellenwert massgebende Fl�che �ndern w�rde.
Hierf�r spricht auch folgende �berlegung: H�tte der VCS schon im Jahre 2001, vor dem Umbau der Lagerhalle, gegen die Baubewilligung rekurriert, h�tte f�r die UVP-Pflicht ebenfalls auf die bewilligte Verkaufsfl�che abgestellt werden m�ssen (so schon BGE 117 Ib 135 E. 4 S. 146), ohne dass die Beschwerdef�hrerin h�tte einwenden k�nnen, es stehe den k�nftigen Mietern frei, die Verkaufsfl�che zu Lagerzwecken zu verwenden. Gleiches gilt f�r die von Athleticum auf ihrer Verkaufsfl�che eingerichtete Velowerkstatt und den mit "Info/B�ro" bezeichneten Bereich.
Insofern kann offen bleiben, ob diese Fl�chen auch dann als Verkaufsfl�che zu qualifizieren w�ren, wenn sie bereits im Baugesuch als "Kleinlager", "Werkstatt", etc. bezeichnet und mit baulichen Massnahmen von den Verkaufsr�umen abgetrennt worden w�ren.
3.5 Ebenfalls nicht zu beanstanden ist der Einbezug der "Mall" in die Verkaufsfl�che gem�ss Baubewilligung: Diese dient als Zugang zu den Verkaufsr�umen und wird, wie sich aus dem Augenscheinprotokoll ergibt, auch als Ausstellungsfl�che und als Bistro f�r Kunden des Einkaufszentrums genutzt.
3.6 Ob noch weitere Erschliessungsfl�chen der umgebauten Halle zur Verkaufsfl�che h�tten gez�hlt werden m�ssen kann offen bleiben, wenn neben der bewilligten Verkaufsfl�che von 4'983 m� weitere Verkaufsfl�chen auf der Liegenschaft Riedstrasse 3 vorhanden sind, die dazu f�hren, dass der Schwellenwert von 5'000 m� �berschritten wird. Dies ist im Folgenden zu pr�fen.
Das Verwaltungsgericht ging davon aus, ebenfalls anrechenbar seien ca. 110 m� Verkaufsfl�che im Geb�ude Vers.- Nr. 1508.
4.1 Diese Aussage ist insofern missverst�ndlich, als s�mtliche Bauten der Liegenschaft Riedstrasse 3 dieselbe Assekuranz-Nr. tragen. Aus dem Kontext (insbesondere E. 3.2.2 S. 12 des angefochtenen Entscheids) geht jedoch hervor, dass es sich um einen anstelle eines B�ros errichteten Verkaufsraum in der dem Haupteingang unmittelbar gegen�berliegenden Baute handelt. Diese Fl�che war bereits im Verkaufsfl�chenplan der Beschwerdef�hrerin enthalten ("Navyboot"). Allerdings bezifferte die Beschwerdef�hrerin die Verkaufsfl�che damals auf 88 m�, weil sie zwei kleinere Lagerr�ume nicht mitber�cksichtigte. Auf die Differenz von 22 m� kommt es jedoch nicht an, weil der Schwellenwert von 5'000 m� Verkaufsfl�che auch bei einer Verkaufsfl�che von nur 88 m� bereits �berschritten w�re.
4.2 Soweit die Beschwerdef�hrerin geltend macht, die Z.________ AG habe ihren Mietvertrag ab 30. September 2007 gek�ndigt, handelt es sich um ein echtes Novum, das im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gem�ss Art. 105 Abs. 2 OG nicht ber�cksichtigt werden kann (BGE 128 II 145 E. 1.2.1 S. 150 mit Hinweisen).
Das Verwaltungsgericht rechnete auch ca. 600 m� Ausstellungsfl�che der Firma Artida als Verkaufsfl�che an.
Es berief sich auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach die Ausstellungsfl�chen von M�belh�usern als anrechenbare Verkaufsfl�chen i.S.v. Art. 80.5 Anh. UVPV gelten (Entscheid 1A.136/2004 vom 5. November 2004 E. 2.2, publ. in URP 2005 S. 1 und ZBl 107/2006 S. 56). Es gebe keinen Grund f�r eine abweichende Behandlung von Ausstellungsr�umen f�r Badezimmer- und K�cheneinrichtungen: Im einen wie im andern Fall w�rden nicht die in den Verkaufsr�umen ausgestellten Produkte verkauft, sondern werde die Ware direkt beim Kunden ausgeliefert. Dass bei Baumusterzentralen von der Art der Artida der Vertragsabschluss �ber den Erwerb der Ware - anders als bei M�belh�usern - in der Regel nicht im Ausstellungslokal, sondern anderswo erfolge, sei nicht von entscheidender Bedeutung. Ebenfalls k�nne es nicht darauf ankommen, dass diese Ausstellungsfl�chen anders erschlossen seien als die Verkaufsgesch�fte in der ehemaligen Lagerhalle; es gen�ge f�r die Anrechenbarkeit, dass sie sich im n�mlichen Geb�udekomplex auf demselben Grundst�ck befinden.
5.1 Die Beschwerdef�hrerin macht dagegen geltend, es handle sich um eine Baufachausstellung, an der sich Architekten, Bauherren und Handwerker dokumentieren k�nnten; dagegen bestehe kein Detailverkauf und es sei auch keine Registrierkasse vorhanden, weshalb es sich nicht um Verkaufsr�ume i.S.v. Ziff. 80.5 Anh. UVPV handle.
Wie das Bundesgericht im Entscheid 1A.136/2004 vom 5. November 2004 (E. 2.2.2) festgehalten hat, fallen grosse Einkaufszentren wegen ihrer bedeutenden Besucherfrequenzen in die Kategorie der UVP-pflichtigen Anlagen, da sie erheblichen Verkehr verursachen k�nnen, der die Umwelt durch L�rm und Luftimmissionen belastet. Die Tatsache, dass die ausgestellten M�bel vom Kunden nicht mitgenommen, sondern ihm sp�ter angeliefert werden, verursache eher mehr als weniger Verkehr, und k�nne jedenfalls keine Ausklammerung von M�belm�rkten aus dem Kreis der UVP-pflichtigen Einkaufszentren rechtfertigen.
Gleiches gilt auch f�r die vorliegend streitigen Ausstellungsr�ume: Diese stehen nicht nur Architekten und Installateuren, sondern dem allgemeinen Publikum offen; in den R�umen werden Produkte (Badezimmer- und K�cheneinrichtungen, Kacheln) zu Verkaufszwecken ausgestellt. Dies rechtfertigt ihre Qualifikation als Verkaufsfl�che, unabh�ngig davon, ob die Ware vom Bauherr selbst gekauft oder nur ausgesucht und dann vom Installateur oder Architekten bestellt wird. Keine Rolle spielt auch, ob die Ware gleich bezahlt oder in Rechnung gestellt wird.
5.2 Die Ausstellungsr�ume der Artida befinden sich in einem Altbau, der nicht Gegenstand des Umbauvorhabens von 2001/2002 war. Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, es fehle ein funktionaler Zusammenhang zwischen Alt- und Neubau; Eingang und Zufahrt zu beiden Objekten seien v�llig getrennt.
Ziff. 80.5 Anh. UVPV bezeichnet als UVP-pflichtige Anlage "Einkaufszentren mit mehr als 5000 m� Verkaufsfl�che". Einziges Kriterium ist die Verkaufsfl�che; dagegen spielen das Warensortiment keine Rolle; nicht massgeblich ist auch, ob die Verkaufsfl�che nur von einem oder von mehreren Anbietern genutzt wird.
Die Rechtsprechung hat sich mehrfach mit der Frage befasst, wann ein UVP-relevanter Zusammenhang zwischen verschiedenen Vorhaben besteht, der es rechtfertigt, diese als Einheit zu betrachten, mit der Folge, dass eine UVP durchzuf�hren ist, wenn beide Anlagen gemeinsam den Schwellenwert �berschreiten (vgl. zuletzt Entscheid 1A.110/2006 vom 19. April 2007 E. 2 mit Hinweisen). Abgestellt wurde vor allem auf den funktionellen Zusammenhang der Anlagen, namentlich auf eine gemeinsame Zielsetzung und Organisation der Bauherrschaften.
Dabei handelte es sich jedoch um Vorhaben verschiedener Bauherrschaften auf unterschiedlichen Parzellen. Im vorliegenden Fall sind dagegen Verkaufsfl�chen zu beurteilen, die sich auf derselben Parzelle befinden, von einem einzigen Bauherren (der Rechtsvorg�ngerin der Beschwerdef�hrerin) erstellt wurden und alle von der Beschwerdef�hrerin verwaltet werden, die sie an verschiedene Unternehmen vermietet. Insofern besteht ein enger rechtlicher Zusammenhang, der es nahelegt, s�mtliche Verkaufsfl�chen als rechtliche Einheit zusammenzufassen.
Hinzukommt, dass die umgebaute, fr�here Lagerhalle unmittelbar an den bestehenden Altbau angebaut ist: Zwar besteht auf H�he des Erdgeschosses eine schmale Durchfahrt zwischen beiden Bauten; im Obergeschoss stossen sie jedoch auf einer L�nge von ca. 68 m aneinander und bilden deshalb einen einzigen Geb�udekomplex.
Bei diesem engen rechtlichen und r�umlichen Konnex sind geringe Anforderungen an den funktionalen Zusammenhang zu stellen. Immerhin enthalten Alt- und Neubau Verkaufs- und Ausstellungsr�ume und werden beide �ber die Riedstrasse erschlossen, auch wenn sie getrennte Parkpl�tze und Zufahrten haben.
Unter diesen Umst�nden rechtfertigt es sich, die Verkaufsfl�chen des Alt- und des Neubaus zusammen als eine Anlage i.S.d. UVPV zu beurteilen.
5.3 Keine Rolle spielt in diesem Stadium des Verfahrens die angeblich niedrige Besucherfrequenz der Artida. Die UVP-Pflicht bestimmt sich aufgrund der im Anhang zur UVPV festgelegten Anlagentypen bzw. Schwellenwerte. Eine individuell-konkrete Pr�fung der zu erwartenden Umweltbelastung erfolgt erst in der Voruntersuchung zum Umweltvertr�glichkeitsbericht (Entscheid 1A.136/2004 vom 5. November 2004 E. 2.2.3, publ. in URP 2005 S. 1 und ZBl 107/2006 S. 56). In diesem Rahmen werden die Besucherfrequenzen, u.a. auch f�r die Ausstellungsr�ume der Artida, zu ber�cksichtigen sein. Ergibt sich aus der Voruntersuchung, dass keine erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten sind, so kann auf einen detaillierten UVP-Bericht verzichtet werden (Art. 8 Abs. 2 UVPV; vgl. neu auch Art. 10b Abs. 3 USG).
5.4 Ob die Ausstellungsfl�che der Artida 600 m� betr�gt, oder, wie die Beschwerdef�hrerin geltend macht, nur 422 m�, kann offen bleiben, weil der Schwellenwert von 5000 m� - zusammen mit der bewilligten Verkaufsfl�che von 4'983 m� in der ehemaligen Lagerhalle und der Verkaufsfl�che "Navyboot" in der Gr�sse von mindestens 88 m� - so oder so �berschritten wird.
Die Beschwerdef�hrerin macht weiter geltend, das Verwaltungsgericht habe zu Unrecht die Publikation des Baugesuchs im Amtsblatt f�r mangelhaft erachtet. Diese habe den Anforderungen an die Publikation von UVP-pflichtigen Vorhaben gen�gt; jedenfalls sei die UVP-Relevanz des Vorhabens f�r den VCS erkennbar gewesen, der mit den �rtlichen Verh�ltnissen im Industriegebiet Silberen in Dietikon bestens vertraut sei.
6.1 Diese R�gen sind im Folgenden zu pr�fen, und zwar mit freier Kognition, soweit es um die Beschwerdeberechtigung der Umweltschutzverb�nde gem�ss Art. 55 aUSG (heute: Art. 55 ff. USG) und den daraus folgenden Minimalvorgaben f�r das kantonale Verfahren geht. Die Auslegung und Anwendung von selbst�ndigem kantonalem Verfahrensrecht kann das Bundesgericht dagegen nur unter dem Blickwinkel des Willk�rverbots �berpr�fen; an den vom Verwaltungsgericht festgestellten Sachverhalt ist es gem�ss Art. 105 Abs. 2 OG grunds�tzlich gebunden.
- Y.________ AG, vertreten durch A.________ AG, Generalunternehmung; Neubau unter Belassung der Stahlkonstruktion und des Daches, Unterniveaugarage f�r 117 Autos, Kat.-Nr. 9954, Riedstrasse 3, Dietikon (Industriestrasse)."
Das Verwaltungsgericht nahm an, diese Ausschreibung habe schon den allgemeinen Anforderungen von � 314 Abs. 2 des Z�rcher Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) nicht gen�gt: W�rden anstelle einer bisher weitgehend offenen Lagerhalle durch Einbau einer Zwischendecke und allseitiger Schliessung der Halle neu 4'983 m� Ausstellungs- und Verkaufsfl�chen, 5'499 m� Lagerfl�che und 2'331 m� B�rofl�che sowie durch teilweise Unterkellerung eine Unterniveaugarage mit 117 Fahrzeugeinstellpl�tzen und 124 Parkpl�tzen im Freien geschaffen, so handle es sich um ein Bauvorhaben, das einem Neubau gleichkomme und dessen wesentlichste Merkmale aus der Sicht von allf�lligen Betroffenen die massive Erh�hung der Nutzfl�chen unter gleichzeitiger �nderung der Zweckbestimmung darstelle. Indem die seinerzeitige Ausschreibung diese massgeblichen Merkmale des Bauvorhabens verschweige, habe sie eher der Verschleierung gedient und sei klar ungen�gend. Zudem h�tte die Gesamtzahl der Parkpl�tze selbst dann angegeben werden m�ssen, wenn die Parkpl�tze im Freien schon bisher bestanden h�tten.
Aufgrund der zus�tzlichen Anforderungen, die nach Rechtsprechung und Lehre an die Publikation UVP-pflichtiger Projekte gestellt werden, h�tte auch das Ausmass der Verkaufsfl�che von 4'983 m� genannt werden m�ssen, das den Schwellenwert gem�ss Ziff. 80.5 Anh. UVPV nahezu erreiche. Die Ausschreibung habe in keiner Weise erkennen lassen, dass das Bauvorhaben bereits f�r sich allein den UVP-pflichtigen Bereich erreichen k�nnte. Damit sei der VCS an der Geltendmachung seiner Rechtsmittelbefugnis gehindert worden.
6.3 Diese Ausf�hrungen lassen keine Verletzung von Bundesrecht erkennen.
Da die nach Art. 55 aUSG (heute: Art. 55 ff. USG) beschwerdeberechtigten Organisationen im Kanton Z�rich bereits nach Ver�ffentlichung des Baugesuchs t�tig werden und die Zustellung des baurechtlichen Entscheids verlangen m�ssen, um ihr Beschwerderecht zu wahren (vgl. �� 315 f. PBG), muss bereits aus dieser Ver�ffentlichung hervorgehen, ob die Verbandsbeschwerde gegen das Bauvorhaben offensteht (vgl. BGE 121 II 224 E. 5b und c S 232 f.; Entscheid 1A.136/2004 vom 5. November 2004, E. 3.2.2, publ. in URP 2005 S. 1 und ZBl 107/2006 S. 56).
Im vorliegenden Fall ging aus der Ver�ffentlichung allein nicht hervor, dass der Ausbau UVP-pflichtig sei oder sein k�nnte und damit der Verbandsbeschwerde unterliege. Die Publikation enthielt insbesondere keinen Hinweis auf das Ausmass der Verkaufsfl�chen, die mit 4'983 m� den Schwellenwert gem�ss Nr. 80.5 Anh. UVPV nur knapp unterschritten. Es ist nicht ersichtlich, wie der VCS die m�gliche UVP-Relevanz des Bauvorhabens allein aus den in der Ausschreibung genannten 117 Abstellpl�tzen h�tte ableiten k�nnen, die f�r sich allein den Schwellenwert gem�ss Nr. 11.4 Anh. UVPV (300 Parkpl�tze) bei Weitem nicht erreichen.
6.4 Das Verwaltungsgericht hielt die Ausf�hrungen des VCS, er habe erst anl�sslich einer Besichtigung im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben auf dem Nachbargrundst�ck Riedstrasse 1 am 8. August 2004 Kenntnis vom Umbau und von der Zweck�nderung der fr�heren Lagerhalle erhalten, f�r glaubhaft; auch die Beschwerdef�hrerin habe keine Anhaltspunkte f�r eine fr�here Kenntnisnahme nennen k�nnen.
Dagegen macht die Beschwerdef�hrerin geltend, der VCS verfolge seit Jahren die Entwicklung im Limmattal aufmerksam und habe bereits in der Vergangenheit gegen andere Bauvorhaben in der N�he Rechtsmittel ergriffen. Dies gen�gt jedoch f�r sich alleine nicht, um die Feststellung des Verwaltungsgerichts als offensichtlich unrichtig bzw. willk�rlich erscheinen zu lassen. Es gibt insbesondere keine Hinweise daf�r, dass der VCS im Zusammenhang mit fr�heren Rechtsmittelverfahren die umgebaute Lagerhalle und deren Parkpl�tze gesehen oder von den Umbaupl�nen erfahren h�tte.
6.5 Auf die Frage, ob die ungen�gende Beschreibung der Baubeh�rde oder der Baugesuchstellerin anzulasten war, kommt es grunds�tzlich nicht an, wie das Verwaltungsgericht zutreffend dargelegt hat (E. 2.4 S. 7 des angefochtenen Entscheids). Im �brigen ist mit dem Verwaltungsgericht anzunehmen, dass die unzureichende Beschreibung bereits im Baugesuch angelegt war, wo das Bauprojekt als "Umbau bestehender Betriebshalle und Unterkellerung f�r unterirdische Einstellpl�tze" bezeichnet wurde. Hinzuzuf�gen ist, dass die Rechtsvorg�ngerin der Beschwerdef�hrerin die M�glichkeit gehabt h�tte, die Publikation ihres Baugesuchs zu kontrollieren und wegen der ungen�genden Aussagekraft der Beschreibung eine Neupublikation zu verlangen.
6.6 Nachdem die Verwirkungsfolge gem�ss � 316 PBG gegen�ber dem VCS nicht eingetreten ist und diesem die Baubewilligung auch nicht durch schriftliche Mitteilung oder durch Ver�ffentlichung im Bundesblatt oder im kantonalen Publikationsorgan er�ffnet worden war (vgl. Art. 55 Abs. 4 aUSG; heute Art. Art. 55a Abs. 1 USG), ist die Baubewilligung dem VCS gegen�ber nicht rechtskr�ftig geworden und konnte von diesem noch angefochten werden. In dieser Situation finden die Grunds�tze �ber den Widerruf rechtskr�ftiger Verf�gungen keine Anwendung. Das Verwaltungsgericht war deshalb, entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin, nicht verpflichtet, eine Abw�gung zwischen dem Interesse an der richtigen Anwendung des objektiven Rechts einerseits und dem Interesse an der Rechtssicherheit bzw. dem Vertrauensschutz andererseits vorzunehmen, bevor es die vom Regierungsrat beschlossene Aufhebung der Baubewilligung best�tigte.
Die Verpflichtung zur Nachholung einer UVP verst�sst f�r sich allein weder gegen den Grundsatz des Vertrauensschutzes noch gegen das Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip (Urteil 1A.136/2004 vom 5. November 2004 E. 2.6, publ. in URP 2005 S. 1 und ZBl 107/2006 S. 56). Diese Grunds�tze werden jedoch zu beachten sein, wenn es darum geht, der Beschwerdef�hrerin �nderungen der bereits bestehenden Baute oder andere belastende Massnahmen zum Schutz der Umwelt aufzuerlegen.
Nach dem Gesagten ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen und auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdef�hrerin kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 und 158 OG).
Die Beschwerdef�hrerin hat den VCS f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 3'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Stadt Dietikon, der Baudirektion, der Volkswirtschaftsdirektion, dem Regierungsrat und dem Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich, 1. Abteilung, 1. Kammer, sowie dem Bundesamt f�r Umwelt schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 9
 Art. 10
 Art. 55
 BGE 
 Art. 5
 Art. 80
 BGE 
 Art. 105
 Art. 80
 Art. 10
 Art. 55
 Art. 55
 Art. 105
 Art. 55
 Art. 55
 BGE 
 Art. 55
 Art. 55