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Timestamp: 2018-04-26 07:53:04+00:00

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Verlustausgleich:
Ab dem Verlustentstehungsjahr 2004 sind - unter Beachtung fortbestehender Sonderregelungen (z.B. §§ 15 Abs. 4, 23 Abs. 3 EStG) - Verluste dem Grunde nach wieder uneingeschränkt ausgleichsfähig. Eine Verschärfung der steuerlichen Verlustnutzung stellt hingegen die Einführung einer sog. Mindeststeuer in Gestalt einer der Höhe nach nur begrenzt möglichen Nutzung (Sockelbetrag i.H.v. 1 Mio. EUR; Ehegatten 2 Mio. EUR) steuerlicher Verlustvorträge dar. Über den Sockelbetrag hinausgehende steuerliche Verluste können bis zu 60 % des 1 Mio. EUR übersteigenden Gesamtbetrags der Einkünfte abgezogen werden. Wegen Einzelheiten wird auf den Lexikoneintrag Verlustabzug verwiesen.
Die Änderung im § 2 Abs. 3 EStG bringt ab 1999 erhebliche Einschränkungen beim Verlustausgleich zwischen positiven und negativen Einkünften eines Jahres mit sich. Ziel der Beschränkungen beim Verlustausgleich ist es, in gewissem Rahmen dafür zu sorgen, dass trotz bestehender Verluste jährlich eine Mindestbesteuerung erfolgt.
Die nach dem ursprünglichen Gesetzentwurf geplante Unterteilung der Einkünfte in solche aus aktiver Tätigkeit und solche aus passiver Tätigkeit wurde im Zuge der weiteren Beratungen fallen gelassen.
Ein Teil der Regelungen im § 2 Abs. 3 EStG muss im unmittelbaren Zusammenhang mit den Einschränkungen und Änderungen beim Verlustabzug (§ 10d EStG) gesehen werden.
Beim horizontalen Verlustausgleich (innerhalb einer Einkunftsart) und dem vertikalen Verlustausgleich (zwischen unterschiedlichen Einkunftsarten) sind nach § 2 Abs. 3 EStG folgende Grundprinzipien zu beachten:
Zunächst wird jeweils getrennt der Saldo aus positiven und negativen Einkünften innerhalb der jeweiligen Einkunftsart ermittelt. Bei der Ermittlung der Einkünfte einer Einkunftsart ist ein horizontaler Verlustausgleich ohne Beschränkungen möglich.
Einkünfte § 15 Einzelunternehmen 250.000 EUR
Einkünfte § 15 Beteiligung- - 200.000 EUR
Voller Verlustausgleich
Summe der Einkünfte 50.000 EUR
- Einkünfte § 15 Beteiligung - 200.000 EUR
Eine Verrechnung negativer Einkünfte einer Einkunftsart mit positiven Einkünften einer anderen Einkunftsart (vertikaler Verlustausgleich) ist zunächst bis zu 51.500 EUR ebenfalls uneingeschränkt möglich.
Einkünfte § 21 EStG
- 51.500 EUR
Voller Verlustausgleich bis 51.500 EUR auch zwischen den Einkunftsarten:
- Einkünfte § 21 Beteiligung
Übersteigen die negativen Einkünfte 51.500 EUR, können die ersten 51.500 EUR mit positiven Einkünften voll verrechnet werden. Ein weiterer Verlustausgleich ist dann aber nur noch bis zu höchstens 50 % der 51.500 EUR übersteigenden positiven Einkünfte möglich.
- 125.000 EUR
(Mindestbsteuerung)
positive Einkünfte § 15 EStG
Verlust § 21 EStG
Verlustausgleich 1. Stufe:
51.500 EUR 51.500 EUR
73.500 EUR 98.500 EUR
Verlustausgleich 2. Stufe:
höchstens 50 % von 98.500 EUR
49.250 EUR 49.250 EUR
Restverlust (vortragsfähig gem. § 10 d EStG)
Setzen sich die positiven Einkünfte oder die negativen Einkünfte aus mehreren Einkunftsarten zusammen. Erfolgt der Verlustausgleich jeweils mit Teilbeträgen der jeweiligen Einkunftsart. Diese werden im Verhältnis der Einkünfte aus den jeweiligen positiven / negativen Einkunftsarten im Verhältnis zur Summe aller positiven bzw. negativen Einkünften ermittelt.
Beim Verlustausgleich ergeben sich somit folgende Fallvarianten:
Verlustausgleich Variante I
Summe der negativen Einkünfte
Positive und negative Einkünfte nur aus jeweils einer Einkunftsart
25.000 EUR 25.000 EUR
Restverlust (vortragsfähig gem. § 10d EStG)
Festgestellter Verlustvortrag § 10d EStG:
Positive und/oder negative Einkünfte aus mehreren Einkunftsarten
- 12.500 EUR
- 25.000 EUR
Voller Verlustausgleich insgesamt 30.000 EUR (Bagatellgrenze).
Abzug der Verluste aus den einzelnen Einkunftsarten nur anteilig:
Verlust § 15 EStG
Verlustausgleich 30.000 EUR x (12.500/37.500)
10.000 EUR - 10.000 EUR
Verlustausgleich 30.000 EUR x (25.000/37.500)
20.000 EUR - 20.000 EUR
Restverlust(vortragsfähig gem. § 10d EStG)
5.000 EUR ------------
Verlust § 15 EStG 2.500 EUR
Verlust § 21 EStG 5.000 EUR
Verlustausgleich Variante II
> 51.500 EUR
Positive und negative Einkünfte nur aus jeweils einer Einkunftsart.
- 45.000 EUR
45.000 EUR 45.000 EUR
Restverlust
Voller Verlustausgleich insgesamt 40.000 EUR (Bagatellgrenze). Abzug der Verluste bei den einzelnen Einkunftsarten nur anteilig (erforderlich wegen des einkünftebezogenen gesonderten Abzugs möglicher Verlustvorträge):
Verlustausgleich § 21 EStG
40.000 EUR x (75.000/100.000)
verbleibende Einkünfte § 18 EStG
40.000 EUR x (25.000/100.000)
verbleibende Einkünfte § 15 EStG
Verlustausgleich Variante III
Voller Verlustausgleich in Höhe von 40.000 EUR (Bagatellgrenze)
40.000 EUR 40.000 EUR
Restverlust § 21 EStG
(vortragsfähig gem. § 10d EStG)
Verlust § 21 EStG 60.000 EUR
- 75.000 EUR
Voller Verlustausgleich insgesamt 40.000 EUR (Bagatellgrenze). Abzug der Verluste aus den einzelnen Einkunftsarten nur anteilig (erforderlich wegen des einkünftebezogenen gesonderten Abzugs möglicher Verlustvorträge):
Verluste § 15 EStG
Verlustausgleich § 15 EStG
30.000 EUR 30.000 EUR
verbleibende Verluste § 15 EStG
Verluste § 21 EStG
10.000 EUR 10.000 EUR
Verlustausgleich Variante IV
Verlustausgleich in Höhe von 51.500 EUR (Bagatellgrenze) + 50 % der übersteigenden Beträge.
48.500 EUR 68.500 EUR
50 % v. 68.500 EUR
34.250 EUR 34.250 EUR
Verlust § 21 EStG 14.250 EUR
§ 18 EStG 130.000 EUR
§ 15 EStG - 25.000 EUR
§ 21 EStG - 75.000 EUR
51.500 EUR x (25.000/100.000)
12.875 EUR 12.875 EUR
51.500 EUR x (75.000/100.000)
38.625 EUR 38.625 EUR
36.375 EUR 78.500 EUR
Restverlust (12.875 EUR + 38.625 EUR)
50 % von 78.500 EUR:
Restverluste § 15 EStG
9.812,50 EUR 9.812,50 EUR
39.250 EUR x (25.000/100.000) verbleibende, nicht ausgeglichene
36.375 EUR
39.250 EUR x (75.000/100.000)
29.437,50 EUR 29.437,50 EUR
verbleibend, nicht ausgeglichene
6.937,50 EUR
Verlustausgleich bei Ehegatten
Bei Ehegatten, die nach § 26 EStG und § 26b EStG zusammenveranlagt werden, wird die Einkünfte der einzelnen Einkunftsarten jeweils getrennt ermittelt.
Auch für die Frage des Verlustausgleichs ist jeder Ehegatte getrennt zu betrachten. Der Betrag von 51.500 EUR gilt dabei zunächst für jeden der Ehegatten. Ehegatten, die zusammen veranlagt werden, erhalten aber einen Verlustausgleich von zusammen mindestens 103.000 EUR. Die Ehegatten können ihre Höchstbeträge von 51.500 EUR also unabhängig davon ausnutzen, welcher von beiden die negativen Einkünfte erzielt.
Einkünfte § 15 Beteiligung - 100.000 EUR
Einkünfte § 21 - 40.000 EUR
Einkünfte § 21 - 100.000 EUR
Summe der positiven Einkünfte der Ehegatten
§15 EStG (250.000 EUR- 100.000 EUR)
Verlustabzug Stufe 1 max
Verlustabzug Stufe 2
( 50 % v. 47.000)
- Einkünfte § 15 Beteiligung - 100.000 EUR
Einkünfte § 15 150.000 EUR
- Verlust § 21 EStG Ehemann (Stufe 1) 40.000 EUR
- Verlust § 21 EStG Ehefrau (Stufe 1) 63.000 EUR
- Verlust § 21 EStG Ehefrau (Stufe 2) 23.500 EUR
Summe der Einkünfte Ehemann (§ 15) 23.500 EUR
Summe der Einkünfte Ehefrau (§ 21) - 13.500 EUR
§ 15 EStG 155.000 EUR § 19 EStG 25.000 EUR
§ 21 EStG - 100.000 EUR § 21 EStG - 50.000 EUR
Einkünfte 39.250 EUR 0 EUR
1. Stufe 51.500 EUR 1. Stufe 25.000 EUR
1.Stufe 0 EUR
Rest Ehefrau 25.000 EUR
2. Stufe: 100.000
max. 50 % von
78.500 39.250 EUR
Für vortragsfähige Verluste, die zum 31.12.1998 festgestellt werden gilt § 10d EStG in seiner bisherigen Fassung eine nachträglich Aufteilung nach Einkunftsarten entfällt damit ebenso wie die für später entstehende Verluste bestehenden Abzugsbeschränkungen.

References: § 2
 § 2
 § 2
 § 15
 § 15
 § 15
 § 21
 § 21
 § 15
 § 21
 § 10
 § 10
 § 10
 § 15
 § 10
 § 15
 § 21
 § 21
 § 18
 § 15
 § 21
 § 10
 § 21
 § 15
 § 15
 § 15
 § 21
 § 21

§ 18

§ 15

§ 21
 § 15
 § 26
 § 26
 § 15
 § 21
 § 21

§15
 § 15
 § 15
 § 21
 § 21
 § 21

§ 15
 § 19

§ 21
 § 21
 § 10