Source: http://versandhandelsrecht.de/2014/08/werbung/double-opt-in-keine-werbung/
Timestamp: 2018-01-24 01:21:18+00:00

Document:
Double-Opt-In keine Werbung | Versandhandelsrecht.de
Double-Opt-In keine Werbung
25. August 2014 | Von Helena Golla (Haupt) | Kategorie: Aktuelles, Emailwerbung, News, Werbung
Das OLG Celle neigt dazu, die Übersendung einer Aufforderung zur Bestätigung im Rahmen des double-opt-in-Verfahrens nicht als unzulässige Werbung im Sinne des § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG anzusehen.
Das OLG Celle hatte sich in seinem Urteil vom 15.05.2014 – 13 U 15/14 primär mit der Frage zu befassen, ob eine Unterlassungserklärung, welche bei unverlangter E-Mail-Werbung auf die konkrete E-Mail-Adresse beschränkt ist, ausreichend ist.
In der Sache wurde ein Rechtsanwalt werblich per E-Mail angeschrieben, ohne zuvor eine ausdrückliche Einwilligung erteilt zu haben und nachdem der weiteren Zusendung von Werbung widersprochen wurde. Ihm standen insofern Unterlassungsansprüche aus § 823 Abs. 1, § 1004 Abs. 1 Satz 2 BGB zu.
Unterlassungserklärung auf E-Mail Adresse beschränkt?
Eine Unterlassungserklärung, welche nach entsprechender Abmahnung begrenzt auf die konkrete E-Mail Adresse abgegeben wurde, sah das Gericht nicht als ausreichend an um die Wiederholungsgefahr zu beseitigen:
Ein Unterlassungsanspruch, der die unerwünschte Zusendung von Werbung an sämtliche E-Mail-Adressen des Klägers umfasst, belastete die Beklagte nicht unzumutbar und war daher nicht unverhältnismäßig.
In dem Zusammenhang machte das OLG Celle auch Ausführungen zu der Frage, ob es sich bei der Zusendung einer E-Mail im Rahmen des Double-Opt-In Verfahrens um Werbung handele. Das Gericht stellte sich dabei gegen die Auffassung des OLG München, welches im Jahr 2012 entschieden hatte, dass auch eine Bestätigungs-E-Mail, welche im Rahmen des Double-Opt-In Verfahrens verschickt wird, Werbung darstelle und daher ohne ausdrückliche Einwilligung unzulässig sei. Das OLG Celle führte aus:
Der Senat neigt dazu, das sog. double-opt-in-Verfahren als praxisgerechte Möglichkeit anzusehen, die Einwilligung in E-Mail-Werbung nachzuweisen. Der Beweiswert dieses Verfahrens mag betreffend Telefonwerbung gering sein (vgl. dazu BGH, Urteil vom 10. Februar 2011 – I ZR 164/09 -, juris Tz. 49 f.), dürfte jedoch betreffend die hier in Frage stehende E-Mail-Werbung ausreichend sein. Zwar kann der Verbraucher sich auch nach Bestätigung seiner Mail-Adresse im double-opt-in-Verfahren noch darauf berufen, er habe die unter dieser Adresse abgeschickte Einwilligung nicht abgegeben. Dafür trägt er allerdings die Darlegungslast (BGH, a. a. O., Tz. 38). Der Senat neigt entgegen der Auffassung des Oberlandesgerichts München (Urteil vom 27. September 2012 – 29 U 1682/12 -, juris Tz. 51 ff.) auch dazu, die Übersendung einer Aufforderung zur Bestätigung im Rahmen des double-opt-in-Verfahrens nicht als unzulässige Werbung im Sinne des § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG anzusehen (ebenso: Köhler, a. a. O., § 7 Rdnr. 189).
Die Frage war in der Sache nicht entscheidungserheblich, insofern erklärt sich die vage Formulierung.
AG Düsseldorf entscheidet zu Feedbackanfrage als Spam
Ungebrauchte Ware ist nicht immer auch „neu“
LG Kiel zu Anforderungen an Beschränkung von Angeboten
BGH untersagt Werbung in automatischen Antwort-E-Mails
Praxistipps Fit für das neue Datenschutzrecht
Abmahngefahr Energieeffizienzklasse bei Computermonitor
BGH zum Widerrufsrecht bei Matratzen
Schlagworte: Abmahnung, Double-Opt-In, E-Mail, E-Mail-Adresse, Einwilligung, Werbung
Kategorien Kategorie auswählen Abmahnung (58) AGB (30) Aktuelles (234) Datenschutzrecht (22) Direktmarketing (24) Emailwerbung (14) Fernabsatzrecht (125) Foren-Presse (7) Garantie-Gewährleistung (10) Gutscheine (7) Heilmittelwerberecht (1) Impressum (10) Jugendschutz (3) Kennzeichnungspflichten (31) Kundenbewertungen (7) Markenrecht (17) News (233) Preisangaben (28) Social Media (11) Sonderbeitrag (3) Sonderbeitrag2 (1) Telefonwerbung (12) Testwerbung (12) Textilkennzeichnung (1) Urheberrecht (15) Verkaufsaktionen (17) Verkaufsplattformen (39) Werbung (86) Widerrufsrecht (40) Wirtschaftsrecht (15)
Zurückliegende Beiträge Wähle den Monat Januar 2018 (3) Dezember 2017 (5) November 2017 (5) Oktober 2017 (3) September 2017 (4) August 2017 (4) Juli 2017 (5) Juni 2017 (5) Mai 2017 (6) April 2017 (5) März 2017 (4) Februar 2017 (5) Januar 2017 (4) Dezember 2016 (5) November 2016 (5) Oktober 2016 (5) September 2016 (5) August 2016 (4) Juli 2016 (5) Juni 2016 (5) Mai 2016 (5) April 2016 (5) März 2016 (5) Februar 2016 (5) Januar 2016 (7) Dezember 2015 (9) November 2015 (6) Oktober 2015 (6) September 2015 (6) August 2015 (6) Juli 2015 (7) Juni 2015 (8) Mai 2015 (8) April 2015 (6) März 2015 (6) Februar 2015 (4) Januar 2015 (8) Dezember 2014 (4) November 2014 (3) Oktober 2014 (4) September 2014 (4) August 2014 (2) Juli 2014 (9) Juni 2014 (23) Mai 2014 (1) März 2014 (5) Februar 2014 (5) Januar 2014 (1) Dezember 2013 (1) November 2013 (3) Oktober 2013 (4) September 2013 (3) August 2013 (8) Juli 2013 (8) Juni 2013 (4) Mai 2013 (6) April 2013 (10) März 2013 (4) Februar 2013 (7) Januar 2013 (3) Dezember 2012 (4) November 2012 (4) Oktober 2012 (3) Juli 2012 (1) März 2012 (1) Januar 2012 (1) Dezember 2011 (4) November 2011 (4) Oktober 2011 (2) September 2011 (2) August 2011 (3) Juli 2011 (2) Juni 2011 (4) Mai 2011 (16) April 2011 (5) März 2011 (2) Februar 2011 (8) Januar 2011 (12) März 2010 (1) Februar 2010 (2) Januar 2010 (1)

References: § 7
 § 823
 § 1004
 § 7
 § 7

BGH 

BGH