Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F26-10-2011-1C_91-2011
Timestamp: 2016-10-22 18:06:46+00:00

Document:
Gemeinde Saanen, handelnd durch den Gemeinderat, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch F�rsprecher Dr. Karl Ludwig Fahrl�nder,
F�rsprecher Ernst Hauser und Dr. Christoph J�ger,
Die X.________ ist Eigent�merin der Parzellen Saanen Gbbl. Nrn. 3035, 3088 und 3312. Am Grundst�ck Nr. 3311 hat sie heute zusammen mit der Y.________ Miteigentum. Nach mehreren Bauvoranfragen stellten die X.________ und die damaligen Eigent�mer der Parzelle Nr. 3311 bei der Einwohnergemeinde (EG) Saanen am 15. Juli 2009 ein Gesuch um Abbruch der bestehenden Geb�ude und Neubau von zwei Mehrfamilienh�usern. Anstelle der bestehenden Garage soll neu eine unterirdische Einstellhalle errichtet werden. Ein zweites Baugesuch f�r das gleiche Vorhaben stellten die Genannten am 11. Dezember 2009.
Ebenfalls nach mehreren Voranfragen hatte am 26. Juni 2009 bereits der Eigent�mer des Grundst�cks Saanen Gbbl. Nr. 2998, Z.________, bei der Gemeinde um eine Baubewilligung f�r den Abbruch der bestehenden Geb�ude sowie zum Neubau eines Gesch�ftshauses ersucht.
An der Gemeindeversammlung von Saanen vom 19. Juni 2009 wurde der Antrag gestellt, der Gemeinderat solle im Rahmen der Ortsplanungsrevision 2005-2008 oder im Rahmen einer separaten Vorlage die Reduktion der in der Dorfkernzone K zul�ssigen Ausn�tzung pr�fen. Die Stimmberechtigten erkl�rten diesen Antrag f�r erheblich. Deshalb erliess der Gemeinderat am 27. Oktober 2009 die Planungszone "Dorf Gstaad". Diese bezweckt den Erlass von neuen Bestimmungen zum Mass der zul�ssigen Nutzung. Der Beschluss wurde am 3. November 2009 im Amtsanzeiger publiziert. Die Planungszone soll f�r eine Dauer von zwei Jahren, bis 4. November 2011, gelten. Die Grundst�cke Nrn. 3035, 3088, 3311 und 3312 liegen alle innerhalb des Zonenperimeters.
Mit Verf�gungen vom 25. M�rz 2010 sistierte die EG Saanen die erw�hnten Baugesuche bis zum Ablauf der Planungszone. Dagegen gelangten die betroffenen Bauherrschaften je mit Beschwerde an die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE). Die BVE hiess die Beschwerden mit Entscheiden vom 5. Juli 2010 gut, hob die angefochtenen Sistierungsverf�gungen auf und wies die Verfahren zur weiteren Behandlung an die EG Saanen zur�ck.
Zuvor hatte das Amt f�r Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern (AGR) die Einsprachen gegen die Planungszone "Dorf Gstaad" am 16. Juli 2010 abgewiesen und - soweit geeignet - als Rechtsverwahrungen vorgemerkt. Dieser Einspracheentscheid ist in Rechtskraft erwachsen.
Die Gemeinde Saanen beantragt dem Bundesgericht mit �ffentlich-rechtlicher Beschwerde vom 24. Februar 2011, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 24. Januar 2011 aufzuheben und die Baugesuche der X.________ und der Y.________ einerseits sowie von Z.________ andererseits gem�ss den Verf�gungen vom 25. M�rz 2010 zu sistieren. Zugleich ersucht die Beschwerdef�hrerin um Gew�hrung der aufschiebenden Wirkung.
Die X.________ und die Y.________ als private Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 sowie Z.________ als privater Beschwerdegegner 3 schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Einen gleichlautenden Antrag stellt das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, w�hrend die BVE auf die M�glichkeit zur Stellungnahme verzichtet.
Im weiteren Verfahrensverlauf halten die Parteien sinngem�ss an ihren Antr�gen fest.
Der Pr�sident der I. �ffentlich-rechtlichen Abteilung hat der Beschwerde am 8. Juni 2011 insoweit aufschiebende Wirkung zuerkannt, als die Baubewilligungsverfahren von der Gemeinde Saanen zwar fortzusetzen sind, ein Bauentscheid w�hrend des bundesgerichtlichen Verfahrens jedoch nicht zu f�llen ist.
1.1 Dem angefochtenen Urteil liegt eine Streitigkeit �ber planungs- und baurechtliche Fragen zugrunde. Nach Art. 34 Abs. 1 RPG (SR 700) gelten f�r die Rechtsmittel an die Bundesbeh�rden die allgemeinen Bestimmungen �ber die Bundesrechtspflege. Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 lit. a BGG steht auf dem Gebiet des Raumplanungs- und Baurechts zur Verf�gung. Das Bundesgerichtsgesetz enth�lt keinen Ausschlussgrund (Art. 83 BGG). Das Urteil des Verwaltungsgerichts schliesst das Verfahren indes nicht ab. Es handelt sich um einen Zwischenentscheid.
1.2 Nach Art. 93 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde gegen selbstst�ndig er�ffnete Vor- und Zwischenentscheide, welche nicht die Zust�ndigkeit oder den Ausstand betreffen (Art. 92 BGG), zul�ssig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken k�nnen (lit. a). Dies ist vorliegend zu bejahen: Werden die h�ngigen Baugesuchsverfahren nicht sistiert, sondern nach den (noch) geltenden Zonenvorschriften beurteilt, k�nnen die bewilligten Bauten allenfalls in Widerspruch zur beabsichtigten neuen Zonenordnung stehen.
1.3 Die Gemeinde wird durch den angefochtenen Entscheid als Tr�gerin der kommunalen Nutzungsplanung (Art. 33 der Kantonsverfassung vom 6. Juni 1993 [KV/BE; BSG 101.1] und Art. 55 des kantonalen Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG/BE; BSG 721.0]) sowie als Baubewilligungsbeh�rde (Art. 33 BauG/BE) in ihren hoheitlichen Befugnissen betroffen. Damit ist sie nach Art. 89 Abs. 2 lit. c BGG berechtigt, unter Berufung auf Art. 50 Abs. 1 BV und Art. 109 KV/BE Beschwerde wegen Verletzung der Gemeindeautonomie zu erheben (BGE 135 I 302 E. 1.1 S. 304 mit Hinweisen). Ob ihr die beanspruchte Autonomie tats�chlich zukommt, ist eine Frage der materiellen Beurteilung (BGE 135 I 43 E. 1.2 S. 45 mit Hinweisen).
1.4 Zudem kann sich die Beschwerdef�hrerin auf die allgemeinen Legitimationsbestimmungen von Art. 89 Abs. 1 lit. b und c BGG berufen. Dieses allgemeine Beschwerderecht ist grunds�tzlich auf Privatpersonen zugeschnitten. Gemeinwesen k�nnen es f�r sich in Anspruch nehmen, wenn sie durch die angefochtene Verf�gung gleich oder �hnlich wie Private betroffen sind (BGE 135 I 43 E. 1.3 S. 47; 135 II 156 E. 3.1 S. 157; je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung kann jedoch ein Gemeinwesen auch zur Beschwerde legitimiert sein, wenn es durch den angefochtenen Entscheid in seinen hoheitlichen Befugnissen und Aufgaben qualifiziert ber�hrt wird. Die Gemeinden sind mithin zur Beschwerdef�hrung befugt, wenn sie als Gebietskorporationen �ffentliche Anliegen wie den Schutz der Einwohner zu vertreten haben und insofern durch Einwirkungen, welche von Bauten und Anlagen ausgehen, in hoheitlichen Befugnissen betroffen werden (vgl. BGE 131 II 753 E. 4.3.3 S. 759 f.; 124 II 293 E. 3b S. 304; 123 II 371 E. 2c S. 374 f.; mit zahlreichen Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall in Bezug auf die Gemeinde Saanen erf�llt. Sie wehrt sich mit ihrer Beschwerde als Tr�gerin der kommunalen Planungshoheit gegen die unerw�nschten Auswirkungen, die sich ihrer Meinung nach aus der abgelehnten Sistierung der Baugesuche in der Planungszone ergeben. Sie ist direkt durch den angefochtenen Beschluss ber�hrt und hat ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung oder �nderung (siehe auch BGE 133 II 120, nicht publ. E. 1.2 in Sachen Kanton Thurgau gegen BAZL).
Umstritten ist, ob die Planungszone "Dorf Gstaad" auch Wirkungen auf die Bauvorhaben der privaten Beschwerdegegner zeitigt, wie dies die Beschwerdef�hrerin behauptet. Einig sind sich die Beteiligten dar�ber, dass die Beschwerdegegner ihre Bauvorhaben den Beh�rden vor der dreimonatigen Frist zur Kenntnis gebracht haben und dass die Planungszone selber rechtskr�ftig ist.
2.1 M�ssen Nutzungspl�ne angepasst werden, so kann die zust�ndige Beh�rde f�r genau bezeichnete Gebiete Planungszonen bestimmen. Innerhalb der Planungszone darf nichts unternommen werden, was die Nutzungsplanung erschweren k�nnte (Art. 27 Abs. 1 RPG). Auf kantonaler Ebene findet sich die entsprechende Regelung in Art. 62 Abs. 1 BauG/BE: Demnach k�nnen als Planungszone im Sinne des Bundesgesetzes �ber die Raumplanung Gebiete bestimmt werden, f�r die Nutzungspl�ne (Art. 57 Abs. 2 BauG/BE) erlassen oder angepasst werden m�ssen. Gem�ss Art. 62a Abs. 1 BauG/BE darf in der Planungszone nichts unternommen werden, was den Planungszweck beeintr�chtigen k�nnte. Sie wird mit der �ffentlichen Bekanntmachung wirksam. Die Erteilung einer Baubewilligung bedarf der Zustimmung jener Beh�rde, welche die Planungszone angeordnet hat.
2.2 Die Bestimmungen von Art. 62 ff. BauG/BE bezwecken wie Art. 27 RPG die Sicherung der Entscheidungsfreiheit der Planungsbeh�rden. K�nftigen Nutzungspl�nen und -vorschriften wird durch den Erlass einer Planungszone eine sogenannte negative Vorwirkung zuerkannt, indem Baubewilligungen nur noch erteilt werden, wenn dadurch die vorgesehene Neuordnung nicht erschwert wird (BGE 118 Ia 510 E. 4d S. 513; ALEXANDER RUCH, Kommentar RPG, Z�rich 2010, N. 21 zu Art. 27). Die Planungszone hat also zur Folge, dass im betroffenen Umfang die Anwendung des (noch) geltenden Rechts im Hinblick auf das Inkrafttreten des neuen Rechts ausgesetzt wird. Gleichzeitig bewirkt die Festsetzung von Planungszonen eine �ffentlich-rechtliche Eigentumsbeschr�nkung und ist somit mit Art. 26 BV nur vereinbar, wenn sie im Sinn von Art. 36 BV auf gesetzlicher Grundlage beruht, im �ffentlichen Interesse liegt, verh�ltnism�ssig ist und voll entsch�digt wird, falls sie einer Enteignung gleichkommt (BGE 113 Ia 362 E. 2 S. 364; 119 Ia 362 E. 3a S. 366 mit Hinweisen).
2.3 Die gesetzliche Grundlage f�r den Erlass der Planungszone ist vorliegend nicht umstritten. Indes findet sich als Besonderheit im Bernischen Recht eine �bergangsbestimmung mit Blick auf h�ngige Bauverfahren. Nach Auffassung der Beschwerdef�hrerin ist diese Regelung bundesrechtswidrig. Der betroffene Art. 62 Abs. 2 BauG/BE lautet:
"Haben die Bauwilligen ein Baugesuch eingereicht oder in Form eines Vorprojekts ihre Bauabsicht mitgeteilt, ist die Planungszone innert drei Monaten aufzulegen. Andernfalls ist eine Planungszone gegen�ber dem gleichen Vorhaben seitens des Gemeinwesens, dem das Vorhaben als Baugesuch oder als Vorprojekt durch Zustellung zur Kenntnis gebracht worden ist, w�hrend f�nf Jahren nur zul�ssig, wenn sich die Verh�ltnisse inzwischen wesentlich ver�ndert haben."
Demnach werden diejenigen Bauvorhaben, f�r die vor mehr als drei Monaten vor Erlass der Planungszone ein Gesuch oder ein Vorprojekt eingereicht wurde, nicht von der planerischen Vorwirkung erfasst. Vorbehalten bleiben wesentlich ge�nderte Verh�ltnisse.
2.4 Das Bundesgericht hat sich bereits einmal mit Art. 62 Abs. 2 BauG/BE auseinandergesetzt. Im Urteil 1P.286/1998 vom 27. August 1998 hat es in E. 2c festgehalten, das RPG f�hre mit Art. 27, wie es seiner Aufgabe als Grundsatzgesetz entspreche, die Planungszone zur Sicherung der Nutzungsplanung ein. Sache der Kantone sei es, sie ins kantonale Bau- und Planungsrecht zu �berf�hren. In diesem Sinn hat das Bundesgericht auch in einem j�ngeren Fall festgestellt, dass Art. 27 RPG nicht abschliessend ist und grunds�tzlich Raum f�r kantonale Regelungen l�sst, welche erlauben, ein Baugesuch zur�ckzustellen (Urteil 1C_547/2009 des Bundesgerichts vom 15. April 2009 E. 2.4). Der Kanton Bern hat von dieser M�glichkeit Gebrauch gemacht und mit den Art. 62 ff. BauG/BE die gesetzliche Grundlage f�r entsprechende Eigentumsbeschr�nkungen geschaffen (so schon das Bundesgericht in 1P.286/1998 E. 2c/bb; BEAT STALDER, Raumplanungsrecht, in: Markus M�ller/Reto Feller (Hrsg.), Bernisches Verwaltungsrecht, Bern 2008, S. 339 ff., 383 N. 110 ff.). Er ist sogar noch weiter gegangen und hat eine �bergangsregelung getroffen f�r Baugesuche, welche kurz vor Erlass einer Planungszone eingereicht bzw. der Beh�rde als Voranfrage zur Kenntnis gebracht wurden. Damit hat der Kanton seine Kompetenzen nicht grunds�tzlich �berschritten. Fraglich ist einzig, ob eine solche Regelung das Instrument der Planungszone aush�hlt oder nicht. Das Bundesgericht ist in seinem Urteil 1P.286/1998 vom 27. August 1998 in E. 2c/dd zum Schluss gelangt, es sei nicht einzusehen, inwiefern die dreimonatige �bergangsfrist den Zweck der Planungszone ernsthaft gef�hrden k�nne. Jede �nderung der Nutzungsplanung f�hre zwangsl�ufig dazu, dass ein Teil der bestehenden Bauten nach neuem, ge�ndertem Recht nicht mehr bewilligungsf�hig w�re; ob das zur Sicherung der Planung mit der Planungszone verh�ngte Bauverbot drei Monate fr�her oder sp�ter greife, verkleinere oder vergr�ssere den potenziell nach neuem Recht baurechtswidrigen Altbestand nur geringf�gig und sei damit nicht von entscheidender Bedeutung. Es wies darauf hin, dass - sollte ein einzelnes Baugesuch die planerischen Absichten wirklich ernsthaft gef�hrden (was bei einer sachgerechten Planung ohnehin nur ganz ausnahmsweise der Fall sein k�nne) - die zust�ndige Planungsbeh�rde immerhin drei Monate Zeit habe, um eine Planungszone aufzulegen.
2.5 Das Verwaltungsgericht hat sich nochmals eingehend mit dieser Frage auseinandergesetzt. Es hat auch die am zitierten Urteil des Bundesgerichts ge�usserte Kritik in der (kantonalen) Lehre und Rechtsprechung ber�cksichtigt, die Gesetzesquellen konsultiert und die einzelnen Argumente sorgf�ltig gegeneinander abgewogen. Es h�lt es zun�chst f�r missverst�ndlich, wenn im bundesgerichtlichen Urteil von einer kantonalrechtlichen Planungszone im Gegensatz zu einer bundesrechtlichen die Rede sei. Beide Regelungen bez�gen sich auf das gleiche planerische Instrument. Das Bundesrecht enthalte daf�r in Art. 27 RPG Vorgaben, welche der kantonale Gesetzgeber in Art. 62 ff. BauG/BE umgesetzt habe. Das RPG regle aber die Frage nicht, was geschehe, wenn eine Planungszone erst nach Einreichen eines Baugesuchs oder Vorprojekts erlassen werde. Insoweit habe der Kanton Bern eine selbstst�ndige Regelung getroffen. Art. 27 RPG stehe dem nicht entgegen. Die in Art. 62 Abs. 2 RPG festgelegte Dreimonatsfrist erlaube es einerseits den Planungsbeh�rden, ein ihre Planungsabsichten durchkreuzendes Baugesuch durch Auflage der Planungszone vorl�ufig zu sistieren, w�hrend andererseits der Bauwillige nach deren Ablauf grunds�tzlich Anspruch auf Fortf�hrung des Verfahrens nach geltendem Recht habe. Den Zweck der Planungszone sieht das Verwaltungsgericht in �bereinstimmung mit dem Bundesgericht nicht gef�hrdet. Insgesamt sei die Interessenabw�gung, welche der Dreimonatsfrist zugrunde liege, auch in Situationen wie der vorliegenden sachlich ohne Weiteres vertretbar und mit Art. 27 RPG vereinbar.
2.6.1 Die im Urteil 1P.286/1998 begr�ndete Rechtsprechung ist zu best�tigen. Inwiefern sich eine neue Beurteilung der Rechtslage aufdr�ngen w�rde, hat die Beschwerdef�hrerin nicht �berzeugend dargetan. Das RPG erm�glicht in grunds�tzlicher Weise, k�nftige Planungen durch die Ausscheidung von Planungszonen zu sichern. Die Anwendung dieser Bestimmung ist nicht vom Ausf�hrungsrecht der Kantone abh�ngig. Die Kantone haben aber die zust�ndigen Beh�rden zu bezeichnen (BERNHARD WALDMANN/PETER H�NNI, Kommentar RPG, Bern 2006, N. 11 zu Art. 27). Zudem bleibt Raum f�r weitergehende kantonale Detailregelungen, sofern der Zweck der Planungszone gewahrt bleibt (siehe auch WALDMANN/H�NNI, a.a.O., N. 25 zu Art. 27, wonach innerhalb des Rahmens von Art. 27 RPG auch der Planungstr�ger bei der Festsetzung der Planungszone deren Wirkungen im Einzelnen pr�zisieren kann). Diesbez�glich kann vollumf�nglich auf das Urteil 1P.286/1998 und die erg�nzenden Erw�gungen des Verwaltungsgerichts im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG). Ob mit Art. 62 Abs. 1 BauG/BE tats�chlich eine eigenst�ndige kantonale Planungszone geschaffen wurde, kann dahin gestellt bleiben und ist nicht entscheidrelevant. Jedenfalls ist die eigenst�ndige dreimonatige kantonale �bergangsregelung nicht bundesrechtswidrig; im Gegenteil, sie tr�gt der Interessenabw�gung Rechnung, die jeweils vorzunehmen ist, wenn bei Erlass einer Planungszone Baugesuche h�ngig sind. Auf sp�ter eingereichte Baugesuche hat die Planungszone die unver�nderte, in Art. 62 Abs. 1 BauG/BE beschriebene Wirkung.
2.6.2 Im Urteil 1P.539/2003 vom 22. April 2004 stand die Wirkung einer Planungszone zur Diskussion, welche erst im Verlaufe des baurechtlichen Rechtsmittelverfahrens erlassen worden war. Eine kantonale Regelung, vergleichbar mit der bernischen L�sung, fehlte. Im konkreten Fall gewichtete das Bundesgericht die privaten Interessen des Baugesuchstellers im Lichte der Rechtssicherheit und des Verfassungsgrundsatzes von Treu und Glauben h�her als das �ffentliche Interesse an der Vorwirkung der neuen Bauordnung. Wenn der Gesetzgeber im Kanton Bern die Aspekte der Rechtssicherheit und des Vertrauensschutzes mit der dreimonatigen Frist vorweg ber�cksichtigt, steht dies keineswegs in Widerspruch mit Bundesrecht. Die Gefahr, dass fr�her bewilligte Bauten nicht im Einklang mit einer neuen Zonenordnung stehen, besteht immer. Allenfalls sind die Vorhaben der Beschwerdegegner die letzten derartigen. Dies erschwert oder verhindert die neue Ortsplanung nicht wesentlich.
2.7 Unbehelflich ist in diesem Zusammenhang der sinngem�sse Einwand der Beschwerdef�hrerin, wonach zum Schutz des Planungszwecks auch von bereits erteilten Baubewilligungen kein Gebrauch gemacht werden d�rfe, weshalb die Vorwirkung umso mehr f�r noch nicht bewilligte Vorhaben gelten m�sse. Das Bundesgericht hat einen solchen gesetzlichen Automatismus bereits im Urteil 1P.286/1998 in E. 2c/cc verneint, auch wenn eine Planungszone die Behandlung bereits h�ngiger Baugesuche hemmen kann. Daran ist - trotz anderen Meinungen in der Literatur (ALEXANDER RUCH, Kommentar RPG, Z�rich 2010, N. 45 zu Art. 27; WALDMANN/H�NNI, a.a.O., N. 27 zu Art. 27; ALDO ZAUGG/PETER LUDWIG, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern vom 9. Juni 1985, 3. Aufl., Bern 2007-2010, N. 10f. zu Art. 62-63) - festzuhalten. So hat das Bundesgericht auch im bereits zitierten Urteil 1P.539/2003 vom 22. April 2004 nicht einfach die hemmende Wirkung einer w�hrend des Rechtsmittelverfahrens erlassenen Planungszone auf eine bereits erteilte, aber noch nicht rechtskr�ftige Baubewilligung bejaht, sondern eine Gegen�berstellung der privaten und �ffentlichen Interessen vorgenommen. Wurde eine Baubewilligung sogar schon rechtskr�ftig erteilt, ist erst recht unter den Gesichtspunkten von Rechtssicherheit sowie von Treu und Glauben zu pr�fen, ob die strengen Voraussetzungen f�r einen Widerruf gegeben sind (siehe auch das Urteil 1C_217/2010 des Bundesgerichts vom 3. Februar 2011 E. 3 zum Widerruf einer rechtskr�ftigen Baubewilligung). Die diesbez�glichen Erw�gungen des Verwaltungsgerichts (E. 4.7.2 und 4.7.3 des angefochtenen Entscheids) sind zutreffend und koh�rent. Es kann darauf verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG).
Schliesslich beruft sich die Beschwerdef�hrerin darauf, die Verh�ltnisse h�tten sich wesentlich ver�ndert, seit die Beschwerdegegner ihre Vorprojekte bzw. ihre Baugesuche eingereicht h�tten, weshalb die dreimonatige Frist gar nicht erst zum Tragen komme (Art. 62 Abs. 2 2. Satz BauG/BE).
3.1 Das Verwaltungsgericht hat bei seiner Auslegung der angerufenen Norm zun�chst auf die Rechtsprechung zu Art. 21 Abs. 2 RPG Bezug genommen.
Nach Art. 21 Abs. 2 RPG werden Nutzungspl�ne �berpr�ft und n�tigenfalls angepasst, wenn sich die Verh�ltnisse wesentlich ge�ndert haben. Als Verh�ltnisse, deren �nderung eine Plananpassung rechtfertigen bzw. gebieten kann, fallen sowohl tats�chliche als auch rechtliche Umst�nde in Betracht (vgl. Waldmann/H�nni, a.a.O., N. 15 zu Art. 21, mit Hinweisen zur Rechtsprechung). F�r die Frage, ob die Ver�nderung der Verh�ltnisse erheblich ist und damit ein �ffentliches Interesse an einer Plan�nderung besteht, bedarf es einer Interessenabw�gung unter Ber�cksichtigung u.a. der Geltungsdauer des anzupassenden Zonenplans, seines Inhalts, des Ausmasses der beabsichtigten �nderung und deren Begr�ndung (vgl. BGE 132 II 408 E. 4.2 S. 413 f.; 131 II 728 E. 2.4 S. 733). Je neuer ein Zonenplan ist, umso mehr darf mit seiner Best�ndigkeit gerechnet werden, und je einschneidender sich die beabsichtigte �nderung auswirkt, umso gewichtiger m�ssen die Gr�nde sein, die f�r die Plan�nderung sprechen (BGE 120 Ia 227 E. 2c S. 233; 113 Ia 444 E. 5a S. 455).
3.2 Ob bei der Auslegung von Art. 62 Abs. 2 BauG/BE vollumf�nglich auf diese Grunds�tze abgestellt werden k�nne, steht f�r die Vorinstanz im weiteren Verlauf ihrer Argumentation nicht ohne Weiteres fest. Sie gibt zu bedenken, es stehe keine umfassende �berpr�fung der Nutzungsplanung zur Diskussion. Immerhin geh�rten aber zu den massgeblichen Verh�ltnissen auch rechtliche und tats�chliche Gegebenheiten und es sei eine Interessenabw�gung erforderlich. In deren Rahmen seien sich das �ffentliche Interesse an der Sicherung der entstehenden Planung und das private Interesse der Bauherrschaft an der Realisierung ihres Bauvorhabens nach (noch) geltendem Recht gegen�berzustellen. Im Beschluss der Gemeindeversammlung vom 19. Juni 2009, auf welchen sich die Beschwerdef�hrerin beruft, sieht das Verwaltungsgericht indes zu Recht keine Ver�nderung der raumplanungsrechtlichen Rahmenbedingungen. Es h�lt der Beschwerdef�hrerin �berzeugend entgegen, dieser Beschluss stelle bloss eine Initiative f�r den Erlass der Planungszone dar. W�rde er f�r die Annahme von wesentlich ver�nderten Verh�ltnissen gen�gen, m�sste man diese Voraussetzung immer bejahen und die Dreimonatsfrist w�re �berfl�ssig. Auch vor Bundesgericht f�hrt die Beschwerdef�hrerin abgesehen von diesem am 19. Juni 2009 erstmals �ffentlich ge�usserten Revisionswillen keine Rechts�nderung an. Dass sich die tats�chlichen Verh�ltnisse in Bezug auf die raumplanerische Ausgangslage ver�ndert h�tten, wird ebenfalls nicht aufgezeigt. Selbst wenn der Gemeinderat erst im Abstimmungszeitpunkt erkannt haben sollte, dass die Thematik der grossen Verdichtungsm�glichkeiten im Dorfkern offensichtlich einem Anliegen der Bev�lkerung entspricht, geht damit keine Ver�nderung der planerischen Ausgangssituation seit Einreichen der Baugesuche respektive der Vorprojekte einher. Das von der Beschwerdef�hrerin vorgebrachte Argument, der Gemeinderat h�tte vor dem erw�hnten Beschluss gar nicht t�tig werden d�rfen, verf�ngt nicht: Zwar beschliessen die Stimmberechtigten letztendlich die baurechtliche Grundordnung (Art. 66 Abs. 2 BauG/BE). Planungsbeh�rde selber ist aber der Gemeinderat (Art. 66 Abs. 1 BauG/BE). Dieser h�tte grunds�tzlich schon vor dem ausdr�cklichen Auftrag von Seiten der Gemeindeversammlung eine Planungszone auflegen k�nnen. W�rde die Messlatte f�r "wesentlich ver�nderte Verh�ltnisse" derart tief angelegt, so w�rde die dreimonatige Frist in Satz 1 von Art. 62 Abs. 2 BauG/BE hinf�llig. Dies kann nicht Absicht des Gesetzgebers gewesen sein. Die Schlussfolgerungen des Verwaltungsgerichts sind auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden.
Die bundesrechtskonforme Auslegung des kantonalen Rechts durch die Vorinstanz und die gest�tzt darauf vorgenommene Interessenabw�gung geben zu keinerlei Beanstandungen Anlass. Damit ist auch eine Verletzung der Gemeindeautonomie zu verneinen. Die Beschwerde ist in s�mtlichen Punkten abzuweisen.
Bei diesem Verfahrensausgang sind der in ihrem amtlichen Wirkungskreis unterliegenden Gemeinde keine Gerichtskosten aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 4 BGG). Die Gemeinde hat den Beschwerdegegnern jedoch eine angemessene Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin hat die privaten Beschwerdegegner f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit insgesamt Fr. 3'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 34
 Art. 82
 Art. 93
 Art. 55
 Art. 89
 Art. 50
 Art. 109
 Art. 89
 BGE 
 BGE 
 Art. 62
 Art. 62
 Art. 62
 Art. 27
 Art. 27
 Art. 26
 Art. 36
 Art. 62
 Art. 62
 Art. 27
 Art. 27
 Art. 62
 Art. 27
 Art. 62
 Art. 27
 Art. 62
 Art. 27
 Art. 27
 Art. 27
 Art. 27
 Art. 62
 Art. 62
 Art. 27
 Art. 27
 Art. 62
 Art. 21
 Art. 21
 Art. 21
 BGE 
 Art. 62
 Art. 62