Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/feuerbach_recht_1801?p=216
Timestamp: 2019-10-14 18:47:24+00:00

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Glied seiner Vereinigung völlig entzogen wird,
so ist die Tödung das schwerste aller Privat-
Zum Thatbestande des Verbrechens gehört
I. als Object der Verletzung ein Wesen, welches
die Eigenschaften und Rechte des Menschen hat.
Kein Unterschied der Religion *), der Ab-
kunft **), des Standes ***), u. s. w. kommt in
Betrachtung. Auch an einem Embryo, wenn
er schon Zeichen des Lebens gegeben hat,
wird dieses Verbrechen begangen ****). Al-
lein 1) an Toden *****) 2) Missgeburten (mon-
stris)
*) Die Auth. Gazaros C. de baeret. gilt h. zu Tag nicht
**) Von der ehemals erlaubten Tödung der Zigeuner:
C. G. O. Thl. 11. tit. 9. §. 3. R. A. v. J. 1589. R.
P. O. v. J. 1577. tit. 77. ist da der Grund des Ge-
se zes hinwegfällt, nicht mehr anwendbar. cf.
Boehmer ad art. 150. C. C. C. §. 3. Gegen lie-
derliches Gesindel und besonders die Zigeuner haben
wir auch mehrere Partikulargesetze, welche dieses
Verfahren ausschliessen. Merkwürdig ist die Ver-
ordnung des rheinischen Kreises. cf. Franc. Just.
Kortholt. de justitia et prudentia poenarum in sanc-
tione poenali novissima utriusque circuli Rhenani. Giess.
1771. und im Plitt Analect. p. 87. sqq.
***) Vom Herrn am Leibeigenen, selbst an dem Skla-
ven. L. 11. §. 1. et 2. D. ad L. Corn. de Sic.
****) P. G. O. Art. 133.
*****) Mehrere nehmen, ohne Grund, auch hier Tödung
an, wenn der Verbrecher alle Handlungen, aus
welchen Lebensberaubung hätte erfolgen müssen,
vollendet hat, wie Filangieri.
Glied ſeiner Vereinigung völlig entzogen wird,
ſo iſt die Tödung das ſchwerſte aller Privat-
Zum Thatbeſtande des Verbrechens gehört
I. als Object der Verletzung ein Weſen, welches
die Eigenſchaften und Rechte des Menſchen hat.
Kein Unterſchied der Religion *), der Ab-
kunft **), des Standes ***), u. ſ. w. kommt in
er ſchon Zeichen des Lebens gegeben hat,
wird dieſes Verbrechen begangen ****). Al-
lein 1) an Toden *****) 2) Miſsgeburten (mon-
ſtris)
P. O. v. J. 1577. tit. 77. iſt da der Grund des Ge-
ſe zes hinwegfällt, nicht mehr anwendbar. cf.
derliches Geſindel und beſonders die Zigeuner haben
wir auch mehrere Partikulargeſetze, welche dieſes
Verfahren ausſchlieſsen. Merkwürdig iſt die Ver-
ordnung des rheiniſchen Kreiſes. cf. Franc. Juſt.
Kortholt. de juſtitia et prudentia poenarum in ſanc-
tione poenali noviſſima utriusque circuli Rhenani. Gieſs.
1771. und im Plitt Analect. p. 87. ſqq.
***) Vom Herrn am Leibeigenen, ſelbſt an dem Skla-
welchen Lebensberaubung hätte erfolgen müſſen,
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[188/0216] II. Buch. I. Theil. II. Titel. I. Abſchnitt. Glied ſeiner Vereinigung völlig entzogen wird, ſo iſt die Tödung das ſchwerſte aller Privat- verbrechen. §. 240. Zum Thatbeſtande des Verbrechens gehört I. als Object der Verletzung ein Weſen, welches die Eigenſchaften und Rechte des Menſchen hat. Kein Unterſchied der Religion *), der Ab- kunft **), des Standes ***), u. ſ. w. kommt in Betrachtung. Auch an einem Embryo, wenn er ſchon Zeichen des Lebens gegeben hat, wird dieſes Verbrechen begangen ****). Al- lein 1) an Toden *****) 2) Miſsgeburten (mon- ſtris) *) Die Auth. Gazaros C. de baeret. gilt h. zu Tag nicht mehr. **) Von der ehemals erlaubten Tödung der Zigeuner: C. G. O. Thl. 11. tit. 9. §. 3. R. A. v. J. 1589. R. P. O. v. J. 1577. tit. 77. iſt da der Grund des Ge- ſe zes hinwegfällt, nicht mehr anwendbar. cf. Boehmer ad art. 150. C. C. C. §. 3. Gegen lie- derliches Geſindel und beſonders die Zigeuner haben wir auch mehrere Partikulargeſetze, welche dieſes Verfahren ausſchlieſsen. Merkwürdig iſt die Ver- ordnung des rheiniſchen Kreiſes. cf. Franc. Juſt. Kortholt. de juſtitia et prudentia poenarum in ſanc- tione poenali noviſſima utriusque circuli Rhenani. Gieſs. 1771. und im Plitt Analect. p. 87. ſqq. ***) Vom Herrn am Leibeigenen, ſelbſt an dem Skla- ven. L. 11. §. 1. et 2. D. ad L. Corn. de Sic. ****) P. G. O. Art. 133. *****) Mehrere nehmen, ohne Grund, auch hier Tödung an, wenn der Verbrecher alle Handlungen, aus welchen Lebensberaubung hätte erfolgen müſſen, vollendet hat, wie Filangieri.
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Zitationshilfe: Feuerbach, Paul Johann Anselm von: Lehrbuch des gemeinen in Deutschland geltenden Peinlichen Rechts. Giessen, 1801, S. 188. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/feuerbach_recht_1801/216>, abgerufen am 14.10.2019.

References: art. 150
 Art. 133
 art. 150
 Art. 133
 art. 150
 Art. 133