Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%2056/17
Timestamp: 2019-04-18 19:39:31+00:00

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BGH, 05.10.2017 - III ZR 56/17 - dejure.org
BGB § 307 Abs. 3 Satz 1, § 307 Abs. 3 Satz 2, Abs. 1 Satz 1 und 2; UKlaG §§ 1, 2
§ 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB, § 308 Nr. 5 BGB, § 2 Abs. 1 Satz 1 UKlaG, § 312a Abs. 3 Satz 1 BGB, 2, §§ 308, 309 BGB, § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB, § 312a Abs. 3 BGB, § 2 UKlaG
§ 307 Abs 1 S 1 BGB, § 307 Abs 1 S 2 BGB, § 307 Abs 2 BGB, § 307 Abs 3 S 1 BGB, § 307 Abs 3 S 2 BGB
Allgemeine Geschäftsbedingungen eines Telekommunikationsunternehmens: Kontrollfähigkeit einer Klausel über die sog. Datenautomatik bei der Internetnutzung
Leistungsbeschreibung zur Datenautomatik in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) eines Telekommunikationsunternehmens; Erweiterung des im Tarif enthaltenen Datenvolumens um jeweils weitere Datenvolumen zu einem Pauschalpreis; Unbeschränkter geschwindigkeitsreduzierter Internetnutzung nach Verbrauch der Erweiterungen; Freistellung von Abreden über den unmittelbaren Leistungsgegenstand von der Inhaltskontrolle
Datenautomatik-Regelung von o2 rechtlich nicht angreifbar
Telekommunikationsvertrag - Klausel zur Datenautomatik unterliegt als Leistungsbeschreibung nicht der Inhaltskontrolle
Datenautomatik-Klausel unterliegt nicht der AGB-Kontrolle
Keine Inhaltskontrolle nach § 307 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 BGB der Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Telekommunikationsunternehmens, nach der für die Internetnutzung nach Verbrauch des im Tarif enthaltenen Datenvolumens dieses automatisch bis zu drei Mal pro Abrechnungszeitraum um jeweils weitere Datenvolumen zu einem Pauschalpreis erweitert wird (sog. Datenautomatik) und erst nach Verbrauch der Erweiterungen eine unbeschränkte geschwindigkeitsreduzierte Internetnutzung vorgesehen ist
Zivilrecht: Zur Zulässigkeit einer Mobilfunk-Klausel mit Datenautomatik
Wirksamkeit einer Datenautomatikklausel in Mobilfunkverträgen
Erweiterung des Datenvolumens: Klausel in AGB eines Telekommunikationsunternehmens
Datenautomatik von TK-Anbieter o2 rechtmäßig
Rechtmäßigkeit automatischer Hinzubuchung von Mobilfunkpaketen
LG München I, 11.02.2016 - 12 O 13022/15
NJW 2018, 534
ZIP 2018, 734
MDR 2017, 1348
VersR 2018, 685
MMR 2018, 160
BB 2017, 2562
DB 2018, 123
K&R 2017, 799
Die Freistellung von der Inhaltskontrolle gilt nur für Abreden über den unmittelbaren Leistungsgegenstand, während Regelungen, die die Leistungspflicht des Verwenders einschränken, verändern, ausgestalten oder modifizieren, inhaltlich zu kontrollieren sind (ausführlich und mwN: Senat, Urteil vom 5. Oktober 2017 - III ZR 56/17, NJW 2018, 534 Rn. 15 f).
Ein rechtlich nicht vorgebildeter, verständiger und redlicher Durchschnittskunde, auf den bei der Auslegung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen abzustellen ist (st. Rspr., z.B. Senat, Urteil vom 5. Oktober 2017 - III ZR 56/17, BeckRS 2017, 128867 Rn. 16 mwN), versteht, dass er mit der hier strittigen Erklärung eine Einwilligung erteilt und worauf sie sich bezieht.
Darunter fallen keine bloß deklaratorischen Klauseln oder solche, die unmittelbar den Preis der vertraglichen Hauptleistung oder das Entgelt für eine rechtlich nicht geregelte, zusätzlich angebotene Sonderleistung bestimmen (st. Rspr., z.B. Senat, Urteile vom 5. Oktober 2017 - III ZR 56/17, NJW 2018, 534, 535 Rn. 15;… vom 22. September 2016 - III ZR 264/15, NJW-RR 2016, 1387, 1388 Rn. 12;… vom 9. Oktober 2014 - III ZR 32/14, NJW 2015, 328, 331 Rn. 37;… vom 13. Januar 2011 - III ZR 78/10, NJW 2011, 1726 f Rn. 15 und vom 18. April 2002 - III ZR 199/01, NJW 2002, 2386; BGH…, Urteil vom 13. November 2012 - XI ZR 500/11, BGHZ 195, 298, 301 Rn. 13).
Denn Allgemeine Geschäftsbedingungen unterliegen der uneingeschränkten revisionsrechtlichen Nachprüfung und können vom Revisionsgericht selbst ausgelegt werden (z.B. Senat, Urteile vom 5. Oktober 2017, aaO S. 535 Rn. 16;… vom 18. Februar 2016 - III ZR 126/15, BGHZ 209, 52, 67 Rn. 44 …und vom 29. Mai 2008 - III ZR 330/07, NJW 2008, 2495 Rn. 10 f).
Dabei sind die zu prüfenden Klauseln ausgehend von den Verständnismöglichkeiten eines rechtlich nicht vorgebildeten Durchschnittskunden nach ihrem objektiven Inhalt und typischen Sinn einheitlich so auszulegen, wie sie von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der regelmäßig beteiligten Verkehrskreise verstanden werden (z.B. Senat, Urteile vom 5. Oktober 2017, aaO …und vom 29. Mai 2008, aaO S. 2496 Rn. 19).
Maßgeblich sind dabei die Verständnis- und Erkenntnismöglichkeiten eines typischerweise zu erwartenden Durchschnittskunden (vgl. nur BGH, Urteile vom 5. Oktober 2017 - III ZR 56/17, NJW 2018, 534 Rn. 27;… vom 25. Februar 2016 - VII ZR 156/13, aaO;… vom 24. März 2010 - VIII ZR 178/08, BGHZ 185, 96 Rn. 15;… Erman/Roloff, BGB, 15. Aufl., § 307 Rn. 21;… MüKoBGB/Wurmnest, 7. Aufl., § 307 Rn. 62; jeweils mwN).
Es ist nach dem im Bürgerlichen Recht geltenden Grundsatz der Privatautonomie den Vertragsparteien im Allgemeinen freigestellt, Leistung und Gegenleistung zu bestimmen; mangels gesetzlicher Vorgaben fehlt es insoweit regelmäßig auch an einem Kontrollmaßstab (st. Rspr., vgl. BGH, Urteil vom 5. Oktober 2017 - III ZR 56/17 Rn. 15 m.w.N.).
Zu der nach § 307 Abs. 3 BGB "kontrollfreien" Hauptleistung gehört aber gerade die Leistungsbeschreibung als bloße Abrede über den unmittelbaren Gegenstand der Hauptleistung (st. Rspr. vgl. BGH FamRZ 2018, 1456; NJW 2018, 534; NJW 2018, 1157; NJW 2007, 3344; BGHZ 152, 233; 148, 74; 141, 137, 141; 141, 380, 382 f.; 137, 27, 29).
Maßgeblich sind dabei die Verständnis- und Erkenntnismöglichkeiten eines typischerweise zu erwartenden Durchschnittskunden (vgl. nur BGH, Urteile vom 5. Oktober 2017 - III ZR 56/17, NJW 2018, 534 Rn. 27;… vom 25. Februar 2016 - VII ZR 156/13, aaO;… vom 24. März 2010 - VIII ZR 178/08, BGHZ 185, 96 Rn. 15;… Erman/Roloff, BGB, 15. Aufl., § 307 Rn. 21;… MüKoBGB/Wurmnest, 7. Aufl., § 377 Rn. 62; jeweils mwN).

References: § 307
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 § 308
 § 2
 § 312
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 § 2

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 BGH 
 § 307
 § 377