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Timestamp: 2018-01-24 01:58:51+00:00

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Wer ein Arbeitszimmer absetzen will, muss das Finanzamt zunächst davon überzeugen, dass der Raum fast ausschließlich beruflich genutzt wird. Die Entscheidung über die Anerkennung eines Arbeitszimmers fällt in aller Regel vom "grünen Tisch" aus. Dabei zieht das Finanzamt über Art und Umfang der Nutzung aus folgenden Kriterien Rückschlüsse für eine Anerkennung:
Ob die Tätigkeit des Arbeitnehmers ihrem Umfang nach ein Arbeitszimmer erfordert, ist für die Beurteilung der Abzugsfähigkeit unerheblich (BFH, 26.04.1985 - VI R 68/82, BStBl II 1985, 467). Die Anerkennung eines Arbeitszimmers dem Grunde nach ist somit nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt.
der Raum wird ständig als Durchgangszimmer zu anderen Wohnräumen benutzt (BFH, 27.08.2002 - VI R 55/98, BFH/NV 2003, 150).
Nicht jedes Durchqueren des Arbeitszimmers führt zwangsläufig zu Versagung des Werbungskostenabzuges. So ist z.B. ein nur gelegentliches Durchqueren des Arbeitszimmers, um in andere Räume der Wohnung zu gelangen, die nicht ständig benutzt werden (z.B. Schlafzimmer), unschädlich.
Seit 1996 bestehen sowohl für den Betriebsausgabenabzug als auch für den Werbungskostenabzug aufgrund des § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG zum Teil erhebliche Einschränkungen beim Abzug von Arbeitszimmerkosten. Im Ergebnis sieht das Gesetz bis 2006 drei unterschiedliche Fallgestaltungen in Bezug auf das häusliche Arbeitszimmer vor:
für die berufliche oder betriebliche Tätigkeit steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Der Abzug der Aufwendungen für das Arbeitszimmer ist auf höchstens 1.250 EUR im Kalenderjahr beschränkt; diese Regelung war zunächst ab 2007 entfallen.
mehr als 50 % der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit wird im häuslichen Arbeitszimmer erbracht. Auch hier ist der Abzug der Aufwendungen für das Arbeitszimmer mit höchstens 1.250 EUR im Kalenderjahr abzugsfähig. Diese Regelung ist ab 2007 entfallen.
Alle darüber hinausgehenden Kosten - ausgenommen in der ersten Variante - sind nicht abzugsfähig.
Der BFH hat entschieden, dass der Abzug von Ausstattungsgegenständen, die zugleich Arbeitsmittel darstellen, wie z.B. Schreibtisch, Schreibtischstuhl oder Bücherschrank, von den Abzugsbeschränkungen nicht betroffen ist. Der Abzug dieser Aufwendungen als Arbeitsmittel ist unabhängig von dem beschränkten Abzug der Aufwendungen für ein Arbeitszimmer möglich (BFH, 21.11.1997 - VI R 4/97; BStBl II 1998, 351; DB 1998, 450).
Auch wenn das Arbeitszimmer mehrere Räume umfasst, lässt die Finanzverwaltung nur einen Höchstbetrag von 1.250 EUR zum Abzug zu (d.h. für ein Arbeitszimmer). Dass diese Räume ggf. für unterschiedliche Einkunftsarten genutzt werden, führt nicht dazu, dass der Höchstbetrag von 1.250 EUR mehrmals abgezogen werden kann (keine Vervielfachung des Höchstbetrags), vgl. BFH, 09.05.2005 - VI B 50/04, BFH/NV 2005, 1550. Gleiches gilt, wenn im selben Veranlagungszeitraum das Arbeitszimmer gewechselt oder ein weiterer Raum für die künftige Nutzung als Arbeitszimmer hergerichtet wird. Auch in diesem Fall ist eine Ausweitung der Abzugsbeschränkung nicht möglich, BFH, 09.11.2005 - VI R 19/04.
Mit Beschluss vom 06.07.2010 (2 BvL 13/09) hat das BVerfG entschieden, dass die aktuelle gesetzliche Regelung zur steuerlichen Berücksichtigung der Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers verfassungswidrig ist. Nach Ansicht des BVerfG verstößt der seit 2007 geltende § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG gegen den Gleichheitssatz des Grundgesetzes, soweit die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer auch dann steuerlich nicht berücksichtigt werden, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Der Gesetzgeber wurde verpflichtet, den verfassungswidrigen Zustand rückwirkend zum 01.01.2007 durch eine Neufassung der gesetzlichen Regelung zu beseitigen. Das BMF-Schreiben vom 12.08.2010 - IV A 3 - S 0338/07/10010-03 regelt, wie die Finanzbehörden bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Neuregelung verfahren sollen. Die Festsetzung der Einkommensteuer und die gesonderte Feststellung von Einkünften werden gemäß § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 der AO im Hinblick auf die durch Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 06.07.2010 - 2 BvL 13/09 - angeordnete Verpflichtung zur gesetzlichen Neuregelung der Abziehbarkeit der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b, § 9 Abs. 5 Satz 1 EStG) vorläufig erlassen. Im Interesse der Bürger und aus verwaltungsökonomischen Gründen sollen dabei nachgewiesene oder glaubhaft gemachte Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer vorläufig bis zur Höhe von 1.250 EUR berücksichtigt werden, wenn einem Steuerpflichtigen für seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit neben dem häuslichen Arbeitszimmer kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
Nicht verfassungswidrig ist das Abzugsverbot, sofern ein ausschließlich betrieblich oder beruflich verwendetes häusliches Arbeitszimmer zu mehr als 50 % der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit genutzt wird, ein weiterer Arbeitsplatz aber zur Verfügung steht.
Der Gesetzgeber hat die Forderungen des Bundesverfassungsgerichts mit dem Jahressteuergesetz 2010 umgesetzt. Betroffene Steuerpflichtige mit Anspruch auf den Kostenansatz, die Einspruch eingelegt hatten, werden vom Finanzamt einen Änderungsbescheid erhalten. Den übrigen Steuerpflichtigen ist zu empfehlen, beim Finanzamt einen Antrag auf Änderung des seinerzeitigen vorläufigen oder unter Vorbehalt der Nachprüfung stehenden Steuerbescheids zu stellen und ihre Aufwendungen für das Arbeitszimmer für die Jahre 2007 bis 2009 beim Finanzamt geltend zu machen. Das BMF-Schreiben vom 15.12.2010 - IV A 3 - S 0338/07/10010-03 enthält die verfahrensrechtlichen Folgerungen aus dem BVerfG-Beschluss zur Abziehbarkeit der Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer. Nicht zu einer nachträglichen Steuererstattung kommen offensichtlich Steuerpflichtige, deren Steuerbescheid nicht vorläufig ergangen ist. Dies wird in der Regel das Jahr 2007 betreffen. Zur im Zuge der Neuregelung rückwirkend veränderten einkommensteuerlichen Behandlung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer vgl. auch BMF, 02.03.2011 - IV C 6 - S 2145/07/10002.
Der Vollabzug der Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer setzt voraus, dass sich dort der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen befindet. Insoweit wird die Beurteilung nicht für jede Einkunftsquelle getrennt vorgenommen. Entscheidend ist vielmehr die Nutzung im Rahmen der gesamten einkommensteuerlich relevanten Betätigung (BFH, 23.09.1999 - VI R 74/98, BStBl II 2000, 7). Steuerpflichtige, die mehreren beruflichen Tätigkeiten nachgehen, sind z.B. dann vom Vollabzug der Arbeitszimmerkosten ausgeschlossen, wenn sich auch nur für eine der Einkunftsquellen der Tätigkeitsmittelpunkt außerhalb des Arbeitszimmers befindet. Das gilt selbst dann, wenn die übrigen Tätigkeiten zu 100 % im Arbeitszimmer erledigt werden.
Vom Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung ist dann auszugehen, wenn sich der inhaltliche (qualitative) Schwerpunkt der Tätigkeiten im häuslichen Arbeitszimmer abspielt.
Werden danach Arbeitnehmer auch außerhalb Ihres Arbeitszimmers tätig (insbesondere als Außendienstmitarbeiter), steht Ihnen der volle Werbungskostenabzug zu, wenn Sie das Finanzamt davon überzeugen können, dass die in Ihrem Arbeitszimmer ausgeübte Tätigkeit Ihren Beruf im Wesentlichen prägt und die Tätigkeiten im Außendienst nur von untergeordneter Bedeutung sind. Natürlich darf der zeitliche (quantitative) Rahmen nicht gänzlich außer Acht gelassen werden. Die Rechtsprechung des BFH ist von einer einzigartigen Kasuistik geprägt. Nachfolgend deshalb ein Überblick:
Qualitativer Schwerpunkt ist ausschlaggebend. Bei einer Produkt- und
Fachberaterin, deren Tätigkeit
wesentlich durch die Arbeit im Außendienst geprägt ist, bildet das
häusliche AZ auch dann nicht den Mittelpunkt, wenn die dort verrichteten
Tätigkeiten zur Erfüllung der übertragenen Aufgaben notwendig
13.11.2002 - VI R 82/01
BStBl II 2004, 62
Geht ein Stpfl. einer einzigen betrieblichen
oder beruflichen Tätigkeit nach, liegt der Mittelpunkt dann im häusl.
AZ, wenn der qualitative Schwerpunkt der
Tätigkeit dort ausgeübt wird. Dies ist bei einer
Ärztin, die Gutachten über die
Einstufung der Pflegebedürftigkeit erstellt und ihre Patienten dazu
ausschließlich außerhalb des AZ untersucht und vor Ort auch alle
erforderlichen Befunde erhebt, zu verneinen
23.01.2003 - IV R 71/00
BStBl II 2004, 43
Qualitativer Schwerpunkt: Bei einem
Ingenieur, dessen Tätigkeit wesentlich
durch die Erarbeitung theoretischer komplexer Lösungen im häusl. AZ
geprägt ist, kann dieses auch dann den Mittelpunkt der beruflichen
Betätigung bilden, wenn die Betreuung von Kunden im Außendienst
ebenfalls zu seinen Aufgaben gehört
13.11.2002 - VI R 28/02
Verkaufsleiter (ohne Arbeitsplatz in der
Firma), der zur Überwachung von Mitarbeitern und zur Betreuung von
Großkunden auch im Außendienst tätig ist, kann das häusl.
AZ gleichwohl den Mittelpunkt bilden, wenn er dort die für seinen Beruf
wesentlichen Leistungen (hier: Organisation der Betriebsabläufe) erbringt.
Lt. BFH: Keine typische Außendiensttätigkeit
13.11.2002 - VI R 104/01
Qualitativer Schwerpunkt:
Praxis-Consultant, der ärztliche Praxen
in betriebswirtschaftlichen Fragen berät, betreut und unterstützt,
kann das häusl. AZ auch dann den Mittelpunkt bilden, wenn er einen nicht
unerheblichen teil seiner Arbeitszeit im Außendienst erbringt
29.04.2003 - VI R 78/02
BStBl II 2004 II, 76
Qualitativer Schwerpunkt: Ist ein
Architekt neben der Planung auch mit der
Ausführung der Bauwerke (Bauüberwachung) betraut, kann diese
Gesamttätigkeit keinem konkreten Tätigkeitsschwerpunkt zugeordnet
werden. In diesem Fall bildet das häusl. AZ nicht den Mittelpunkt
26.06.2003 - IV R 9/03
BStBl II 2004 , 50
Bei einem Dipl.-Ing. der seine berufliche Tätigkeit als leitender
Vertriebsingenieur und Verkaufsleiter für einen Hersteller
größerer Klimaanlagen teils im Außendienst teils zu Hause
verrichtet, kann ggf. der unbeschränkte WK-Abzug möglich sein
26.06.2003 - VI R 79/01
BFH/NV 2003, 1418
Mittelpunkt: Qualitative Gesichtspunkte im Vordergrund auch bei mehreren Tätigkeiten
15.05.2003 - IV B 219/01
BFH/NV 2003, 1408
Erwerbsmittelpunkt eines
Verkaufsleiters: Häusl. AZ und
Außendienst eines Stpfl. können nicht gleichermaßen
Mittelpunkt der berufl. Betätigung sein
21.02.2003 - VI R 14/02
Arbeitszimmer eines Praxis-Consultants, der ärztliche Praxen in betriebswirtschaftlichen Fragen berät, betreut und unterstützt: Das häusliche Arbeitszimmer kann auch dann den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung bilden, wenn er einen nicht unerheblichen Teil seiner Arbeitszeit im Außendienst verbringt.
Vertriebsingenieur: Arbeitszimmer kann
Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit sein (Zeitanteile: 57,7 %
Arbeitszimmer, 20,1 % reine Fahrtzeiten, 22,1 % Aufenthalte beim Kunden);
Argumentation: nicht wie Handelsvertreter, der seine Kunden innerhalb eines
bestimmten Gebietes laufend besucht. Im AZ nicht nur bürotechnische
Verwaltungstätigkeiten, sondern eigentliche Arbeit
29.04.2003 - VI R 86/01
BFH/NV 2003, 1174
Gewerblich tätiger Konstrukteur: AZ = Mittelpunkt, wenn die auf den
Außendienst entfallenden Tätigkeiten qualitativ und zeitlich einen
unbedeutenden Umfang einnehmen (10 % Außentätigkeit)
09.04.2003 - X R 52/01
BFH/NV 2003, 1172
Geht ein Stpfl. einer einzigen betrieblichen und beruflichen Betätigung
nach, so liegt der Mittelpunkt seiner gesamten Betätigung dann im
häusl. AZ, wenn der Stpfl. dort die Handlungen vornimmt und Leistungen
erbringt, die für den konkret ausgeübten Beruf wesentlich und
prägend sind. Der Mittelpunkt bestimmt sich nach dem inhaltlich
(qualitativen) Schwerpunkt der betrieblichen und beruflichen Betätigung.
Dem zeitlichen (quantitativen) Umfang der Nutzung kommt lediglich eine indizielle Bedeutung zu
09.04.2003 - X R 75/00
BFH/NV 2003, 917
Angestellter Kfz-Sachverständiger: Mittelpunkt, wenn Kernbereich in
der gutachterlichen Auswertung des aufgenommenen Schadens am häusl. PC
FG Niedersachsen, 29.08.2002 - 12 K 278/99
EFG 2003, 609
Arbeitszimmer eines
Bildjournalisten nicht beruflicher
28.08.2003 - IV R 34/02
Kein Mittelpunkt, wenn ein als Rechtsreferendar Beschäftigter eine weitere nichtselbstständige Arbeit (hier: für eine Autovermietung) ausübt.
13.03.2007 - VI B 96/06
BFH/NV 2007, 1131
Kein häusliches Arbeitszimmer eines
Unternehmensberaters, dessen AZ eher dem
Bild eines "Büros" entspricht
22.07.2003 - VI R 20/02
BFH/NV 2004, 33
Übt ein Steuerpflichtiger mehrere betriebliche und berufliche Tätigkeiten nebeneinander aus, lassen sich grundsätzlich folgende Fallgruppen unterscheiden: Bilden bei allen Erwerbstätigkeiten - jeweils - die im häuslichen Arbeitszimmer verrichteten Arbeiten den qualitativen Schwerpunkt, so liegt dort auch der Mittelpunkt der Gesamttätigkeit. Bilden hingegen die außerhäuslichen Tätigkeiten - jeweils - den qualitativen Schwerpunkt der Einzeltätigkeiten oder lassen sich diese keinem Schwerpunkt zuordnen, so kann das häusliche Arbeitszimmer auch nicht durch die Summe der darin verrichteten Arbeiten zum Mittelpunkt der Gesamttätigkeit werden. Bildet das häusliche Arbeitszimmer schließlich den qualitativen Mittelpunkt lediglich einer Einzeltätigkeit, nicht jedoch im Hinblick auf die übrigen, ist davon auszugehen, dass das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der Gesamttätigkeit bildet. Der Steuerpflichtige hat jedoch die Möglichkeit, anhand konkreter Umstände des Einzelfalls glaubhaft zu machen oder nachzuweisen, dass die Gesamttätigkeit gleichwohl einem einzelnen qualitativen Schwerpunkt zugeordnet werden kann und dass dieser im häuslichen Arbeitzimmer liegt. Abzustellen ist dabei auf das Gesamtbild der Verhältnisse und auf die Verkehrsanschauung, nicht auf die Vorstellung des betroffenen Steuerpflichtigen (BFH, 13.10.2003 - VI R 27/02, BStBl II 2004, 771). Das häusliche Arbeitszimmer und der Außendienst können nicht gleichermaßen "Mittelpunkt" der beruflichen Betätigung eines Steuerpflichtigen i.S.d. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 Buchst. b) Satz 3 Halbsatz 2 EStG sein (BFH, 21.02.2003 - VI R 14/02, BStBl II 2004, 68). Das häusliche Arbeitszimmer eines Steuerpflichtigen, der mehreren Erwerbstätigkeiten nachgeht, kann auch dann den Betätigungsmittelpunkt i.S.d. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 Buchst. b) Satz 3 Halbsatz 2 EStG bilden, wenn der qualitative Schwerpunkt einzelner Tätigkeiten nicht im häuslichen Arbeitszimmer liegt (BFH, 16.12.2004 - IV R 19/03, BFH/NV 2005, 174).
Nutzt ein selbstständig tätiger Steuerpflichtiger sein häusliches Arbeitszimmer zu 20 % zu beruflichen Zwecken und steht ihm für diese Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, so kann er 20 % seiner tatsächlichen Aufwendungen, nicht aber pauschal 1.250 EUR als Betriebsausgaben absetzen (BFH, 14.12.2004 - XI R 13/04), BStBl II 2005, 344.
a) BFH, 07.08.2003 - VI R 16/01 , BStBl II 2004, 77: Schulleiter mit kleinem Dienstzimmer können Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer setzen.
Steht einem Grundschulleiter, der zu 50 % von seiner Unterrichtsverpflichtung freigestellt ist, ein Dienstzimmer von knapp elf Quadratmetern zur Verfügung, so schließt das die steuerliche Berücksichtigung von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht aus. In einem derart kleinen Raum ist nicht genügend Platz, um die für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts erforderlichen Gegenstände unterzubringen.
b) BFH, 07.08.2003 - VI R 17/01 , BStBl II 2004, 78: Bei einem Arbeitsplatz im Großraumbüro ist kein Abzug von Werbungskosten für ein häusliches Arbeitszimmer möglich.
Ein Arbeitsplatz in einem Großraumbüro ist auch dann ein "anderer Arbeitsplatz" i.S.d. Abzugsbeschränkung, wenn er dem Steuerpflichtigen nicht individuell zugeordnet ist. Entscheidend ist allein, ob der Steuerpflichtige den Arbeitsplatz tatsächlich nutzen kann. Steht ihm ein solcher Arbeitsplatz zur Verfügung, kann er keine Werbungskosten für ein häusliches Arbeitszimmer abziehen.
c) BFH, 07.08.2003 - VI R 41/98 , BStBl II 2004, 80: Angestellte EDV-Organisatoren können Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer als Werbungskosten abziehen.
Leistet ein EDV-Organisator außerhalb seiner regulären Arbeitszeit vom häuslichen Arbeitszimmer aus per Telefon und Teleservice Bereitschaftsdienst, sind die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer grundsätzlich bis zu einer Höhe von 1.250 EUR als Werbungskosten zu berücksichtigen. Dies gilt jedenfalls dann, wenn der EDV-Organisator seinen Arbeitsplatz bei seinem Arbeitgeber für den Bereitschafsdienst nicht nutzen kann.
d) BFH, 07.08.2003 - VI R 118/00 , BStBl II 2004, 82: Schulleiter mit Büro in der Schule können Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer abziehen.
Steht einem Schulleiter, der auch selbst unterrichtet, im Schulsekretariat ein Schreibtisch zur Verfügung, so schließt das die steuerliche Berücksichtigung von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht aus. Der Arbeitsplatz in der Schule dient regelmäßig nur der Erledigung von Verwaltungsarbeiten und nicht der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts.
e) BFH, 07.08.2003 - VI R 162/00 , BStBl II 2004, 83:
Einem Bankangestellten mit Büroarbeitsplatz in der Schalterhalle der Bank mit Verpflichtung, Bürotätigkeiten auch außerhalb der üblichen Bürozeiten zu verrichten, steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Kostenabzug bis zu 1.250 EUR möglich.
Zu den lediglich beschränkt abzugsfähigen Kosten gehört danach vor allem auch die Ausstattung des Arbeitszimmers, z.B. mit Tapeten, Teppichen und Fenstervorhängen. Ein Abzug der Aufwendungen für als Arbeitsmittel anzusehende Ausstattungsgegenstände, wie Schreibtisch, Bücherregal oder Papierkorb wird ohne betragsmäßige Einschränkung zugelassen (BFH, 21.11.1997 - VI R 4/97, BStBl II 1998, 351).
Weitere BFH-Entscheidungen
Ärztliche Notfallpraxis ist kein häusliches Arbeitszimmer, selbst
wenn sie mit Wohnräumen des Arztes räumlich verbunden ist
05.12.2002 - IV R 7/01
Arbeitszimmer im
Anbau an ein Wohnhaus kann "häuslich"
sein, auch wenn es nur über einen separaten Eingang vom
straßenabgewandten Garten aus betreten werden kann.
13.11.2002 - VI R 164/00
des Arbeitgebers im Haus des Spfl. ist kein häusliches Arbeitszimmer.
20.03.2003 - VI R 147/00
BStBl II 2003, 519
Häusliches AZ neben de r Wohnung zumindest dann, wenn in einem Mehrfamilienhaus die
zusätzliche Wohnung als Arbeitszimmer an die Privatwohnung angrenzt.
26.02.2003 - VI R 124/01
BStBl II 2004, 69
Kein häusliches Arbeitszimmer bei gesondert angemieteten Kellerräumen (hier: zusätzlich und räumlich
getrennt zum eigentlichen Kellerraum angemieteter Kellerraum)
26.02.2003 - VI R 160/99
BStBl II 2003, 515
Häusliches Arbeitszimmer liegt vor bei
Anmietung gegenüber der Wohnung (auf
derselben Etage)
26.02.2003 - VI R 125/01
BStBl II 2004, 72
Räume im eigenen EFH haben immer "häuslichen" Charakter (hier:
Angestellter Handelsvertreter, der das DG des EFH als Büro nutzt).
26.02.2003 - VI R 156/01
BStBl II 2004, 75
Lagerraum im Keller eines EFH (für Waren des ArbG) kein
häusliches Arbeitszimmer! Hier: Pharmareferent mit 15qm Arbeitszimmer im
Erdgeschoss + 15 qm Raum im Keller als Lager pharmazeutischer Produkte
19.03.2003 - VI R 40/01
BFH/NV 2003, 1163
als häusl. Arbeitszimmer (Arbeitszimmer in einem zur Wohnung gehörenden Hobbyraum =
häusl., auch wenn sich der Raum im Keller eines Mehrfamilienhauses
26.02.2003 - VI R 130/01
BStBl II 2004, 74
Von Angehörigen genutzter Raum als Arbeitszimmer: Wird ein in die Wohnung integrierter
Raum von einem zusammen mit dem Stpfl. im Haushalt lebenden Angehörigen
genutzt, der in dessen Unternehmen beschäftigt ist, so kann es sich um ein
häusliches Arbeitszimmer handeln.
12.07.2002 - IV B 36/01
BFH/NV 2002, 1570
Das Abzugsverbot greift nicht bei einem Warenlager oder Wartezimmer (vgl. Heinicke in Schmidt, § 4 EStG Rz. 591 sowie Heuermann, Wagner, Teil F Rz. 489; a.A. Verfügung der OFD Hannover, 10.07.1998 - S 2354 - 112 - StH 222/ S 2354 - 118 - StO 212; DStZ 1998, 922 ).
4. Mietverhältnis hinsichtlich eines "Arbeitszimmers" mit dem Arbeitgeber
Um die ab 1996 geltenden Abzugsbeschränkungen des häuslichen Arbeitszimmers zu "vermeiden", werden z.T. "Mietverträge" mit dem Arbeitgeber über das häusliche Arbeitszimmer abgeschlossen. Die Mieteinnahmen werden als Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung erklärt und die vollen Kosten des häuslichen Arbeitszimmers - d.h. ohne Berücksichtigung der Abzugsbeschränkung - werden als Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung geltend gemacht.
5. Besichtigung des Arbeitszimmers
6. Nutzung des Arbeitszimmers durch mehrere Steuerpflichtige
Nutzen Ehegatten einen Raum in einem von ihnen bewohnten und in ihrem Miteigentum stehenden Haus, um Dienstleistungen zur Förderung des Gesellschaftszwecks einer zwischen ihnen bestehenden Personengesellschaft zu erbringen, so sind ihnen die auf diesen Raum entfallenden und von ihnen getragenen Aufwendungen (AfA, Schuldzinsen, Energiekosten) nach dem Verhältnis ihrer Miteigentumsanteile zuzuordnen. Nutzen die Ehegatten für diesen Zweck einen Raum in einer von ihnen bewohnten und gemeinsam angemieteten Wohnung, so sind ihnen die anteiligen Mietzinsen und die anteiligen Energiekosten zur Hälfte zuzuordnen. Nutzen Ehegatten gemeinsam ein häusliches Arbeitszimmer, so steht einem Ehegatten, der seine Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 1. Halbsatz EStG 1997 beschränkt abziehen kann, der Höchstbetrag nach dieser Vorschrift nur anteilig zu. Mehrere häusliche Arbeitszimmer, die während eines Veranlagungszeitraums nacheinander in verschiedenen Wohnungen oder Häusern genutzt werden, sind für die Anwendung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 1. Halbsatz EStG 1997 als ein Objekt anzusehen (BFH, 23.09. 2009 - IV R 21/08).
7. Erziehungsurlaub
8. Arbeitslosigkeit
9. Gartenerneuerung

References: § 4
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 § 9
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