Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20154,%20473
Timestamp: 2020-08-08 20:37:26+00:00

Document:
BFH, 20.07.1988 - I R 61/85 - dejure.org
https://dejure.org/1988,1404
BFH, 20.07.1988 - I R 61/85 (https://dejure.org/1988,1404)
BFH, Entscheidung vom 20.07.1988 - I R 61/85 (https://dejure.org/1988,1404)
BFH, Entscheidung vom 20. Juli 1988 - I R 61/85 (https://dejure.org/1988,1404)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1988,1404) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
AO 1977 § 121 Abs. 2 Nr. 2; EStG § 49 Abs. 1 Nr. 9, § 50a Abs. 4 und 5; DBA-Schweiz 1971 Art. 12 Abs. 1, Art. 28 Abs. 1
Beschränkt Steuerpflichtiger - Steuerabzug - Inanspruchnahme - Nachforderungsbescheid - Vollstreckung im Ausland - Ermessen - Begründung
BFHE 154, 473
BB 1988, 2376
BStBl II 1989, 99
Fehlt es an einem solchen Antrag, so kann sich weder der Haftungsschuldner noch der Steuerschuldner auf die grundsätzlich bestehende Steuerbefreiung berufen (BFH-Urteil vom 20. Juli 1988 I R 61/85, BFHE 154, 473, BStBl II 1989, 99).
Es genügt der Hinweis auf die beschränkte Steuerpflicht und den Aufenthalt im Ausland (BFH-Urteile vom 22. Oktober 1986 I R 261/82, BFHE 148, 143, BStBl II 1987, 171, 174; vom 20. Juli 1988 I R 61/85, BFHE 154, 473, BStBl II 1989, 99).
Das FA hat auch insoweit nicht gegen die für Ermessensentscheidungen geltenden Grundsätze verstoßen, als es im Haftungsbescheid keine Ausführungen zu der Frage machte, ob eine Inanspruchnahme der Klägerin trotz der nach dem DBA-Schweiz grundsätzlich bestehenden Steuerfreiheit angebracht sei (BFH in BFHE 154, 473, 476, BStBl II 1989, 99).
Wenn nach nationalem Recht und nach DBA der Steuerabzug grundsätzlich angeordnet ist, kann im Haftungsbescheid von einer Begründung der Ermessensausübung abgesehen werden, wenn dem Empfänger des Bescheids die Auffassung der Finanzbehörde bekannt oder ohne weiteres erkennbar ist (BFH in BFHE 154, 473, 476, BStBl II 1989, 99).
d) Der Haftungsbescheid ist auch nicht deshalb rechtswidrig, weil er keine Erwägungen darüber enthält, weshalb das FA die Klägerin und nicht die Steuerschuldner herangezogen hat (s. insoweit allgemein Senatsurteil vom 20. Juli 1988 I R 61/85, BFHE 154, 473, BStBl II 1989, 99;… Senatsbeschluss in BFH/NV 2005, 1778;… Gosch in Kirchhof, a.a.O., § 50a Rz 56).
BFH, 03.12.1996 - I B 44/96
Der Senat hat jedoch in seinem Urteil vom 20. Juli 1988 I R 61/85 (BFHE 154, 473, BStBl II 1989, 99) entschieden, daß es keiner weiteren Begründung für den Erlaß eines Haftungsbescheides bedarf, wenn ein gegen den Steuerschuldner zu richtender Nachforderungsbescheid im Ausland vollstreckt werden müsse.
d) Der Bescheid ist auch nicht deshalb rechtswidrig, weil der Haftungsbescheid keine Erwägungen darüber enthält, weshalb das FA die Antragstellerin und nicht die Steuerschuldner herangezogen (Senatsurteil vom 20. Juli 1988 I R 61/85, BFHE 154, 473, BStBl II 1989, 99) oder weil es die Steuerschuldner nicht zum Verwaltungsverfahren hinzugezogen hat.
FG Düsseldorf, 07.02.2012 - 6 K 2147/10
Haftung für die Nichtabführung von Steuern für an eine beschränkt …
Diese Erwägungen sind für die Frage, ob der Beklagte sein Ermessen auch hinsichtlich einer Inanspruchnahme der "S-AG" ausgeübt hat, im Rahmen der nur eingeschränkten Ermessensüberprüfung seitens des Finanzgerichts (§ 102 Satz 1 Finanzgerichtsordnung -FGO) nicht zu beanstanden (BFH-Urteil vom 20.7.1988 I R 61/85, BFHE 154, 473, BStBl II 1989, 473).
Aus der Entscheidung des erkennenden Senats vom 20. Juli 1988 I R 61/85 (BFHE 154, 473, BStBl II 1989, 99) läßt sich zugunsten des FA für den Streitfall nichts ableiten.
Darin ist ein entschuldbarer Rechtsirrtum zu sehen, der die Inanspruchnahme eines Haftungsschuldners nach § 50a Abs. 5 EStG ausschließen kann, so auch BFH-Urteil vom 20. Juli 1988 I R 61/85, BStBl II 1989, 99 , mit weiteren Nachweisen.
FG München, 23.05.2001 - 1 K 3026/97
Beschränkte Steuerpflicht einer Schweizer AG durch Lizenzzahlungen einer …
Fehlt es an einem solchen Antrag, so kann sich weder der Haftungsschuldner noch der Steuerschuldner auf die grundsätzlich bestehende Steuerbefreiung berufen (BFH-Urteil vom 20.07.1988 I R 61/85, BFHE 154, 473 , BStBl II 1989, 99).
FG Münster, 04.05.1999 - 12 K 2504/97

References: § 121
 § 49
 § 50
 Art. 12
 Art. 28
 § 50
 § 50