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Timestamp: 2019-04-23 15:21:26+00:00

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BGH, 01.12.2003 - II ZR 161/02 - dejure.org
AktG § 112; BGB § 626; ZPO §§ 86, 246
Fortdauer der Vertretungsbefugnis bei Verschmelzung von
Statthaftigkeit der Revision; Außerordentliche Kündigung eines Geschäftsführeranstellungsvertrages ; Angabe eines Kündigungsgrundes ; Notwendiger Inhalt der Kündigungserklärung ; Nachschieben von Kündigungsgründen ; Fehlen eines wichtigen Grundes ; Passivlegitimation des Rechtsnachfolgers
Keine Unterbrechung des Rechtsstreits einer durch Prozessbevollmächtigten vertretenen GmbH nach Verschmelzung auf AG
Zur Frage, ob eine AG, die während des Rechtsstreits aus einer GmbH verschmolzen wird, noch "nach Vorschrift der Gesetze" durch den bisherigen Prozessbevollmächtigten vertreten wird; zu den Voraussetzungen des Nachschiebens von Gründen für die fristlose Kündigung eines Geschäftsführerdienstvertrages ( 626 BGB)
AktG § 112; BGB § 626; ZPO §§ 86 246
AktG § 112 ; BGB § 626 ; ZPO §§ 86 246
Anstellungsvertrag, Geschäftsführer, Gesellschaftsrecht, Kündigung, Umwandlung, Verschmelzung, wichtiger Grund
Vertretung der während des Rechtsstreits gegen den Geschäftsführer auf eine AG verschmolzenen GmbH
Zusammenfassung von "Geschäftsführer: Nachschieben von Gründen für Kündigung eines Geschäftsführeranstellungsvertrags" von RA Dr. Marc Weßling, original erschienen in: GmbHR 2004, 182 - 186.
BGHZ 157, 151
NJW 2004, 1528
ZIP 2004, 92
NZA 2004, 173
WM 2004, 127
BB 2004, 125 (Ls.)
BB 2004, 64
DB 2004, 125
NZG 2004, 186
Wird ein übertragender Rechtsträger, der in einem anhängigen Rechtsstreit durch einen Rechtsanwalt vertreten ist, auf einen anderen Rechtsträger verschmolzen, tritt dieser ohne weiteres und ohne Unterbrechung des Verfahrens in den Rechtsstreit als Rechtsnachfolger gemäß § 246 Abs. 1 ZPO ein (vgl. BGH, Urteil vom 1. Dezember 2003 - II ZR 161/02, BGHZ 157, 151, 154 f.).
Der drittinstanzliche Prozessbevollmächtigte der Beklagten ist gemäß § 81 ZPO wirksam durch deren zweitinstanzlichen Prozessbevollmächtigten, den wiederum ein Prokurist im Verein mit einer Mitarbeiterin aufgrund seiner vom Vorstand abgeleiteten Vertretungsmacht (…Pöhlmann/ Fandrich/Bloehs, GenG, 4. Aufl., § 42 Rn. 2) mandatiert hat, bestellt worden (vgl. BGH, Urteile vom 1. Dezember 2003 - II ZR 161/02, BGHZ 157, 151, 156 …und vom 15. März 2006 - XII ZR 138/01, NJW 2006, 2334 Rn. 14).
Da die Beklagte zur Zeit des Rechtsübergangs durch einen Prozeßbevollmächtigten vertreten war (vgl. BGHZ 2, 227, 229 mit RGZ 71, 155) und ein Aussetzungsantrag gem. § 246 ZPO nicht gestellt worden ist, konnte der Rechtsstreit unter der bisherigen Parteibezeichnung (…vgl. BGH, Urt. v. 19. Februar 2002 - VI ZR 394/00, NJW 2002, 1430 f.) mit Wirkung für den verbliebenen Kommanditisten als Rechtsnachfolger der Beklagten fortgesetzt werden (vgl. Senat, BGHZ 121, 263, 265; Urt. v. 1. Dezember 2003 - II ZR 161/02, Umdr. S. 5 f.).
Veranlassung der Kündigung eines Dienstverhältnisses durch ein vertragswidriges …
Kündigungsrelevante Umstände, die zum Zeitpunkt der Kündigung bereits objektiv vorlagen, aber erst nachträglich bekannt wurden, können uneingeschränkt nachgeschoben werden (BGH, Urteil vom 1. Dezember 2003 - II ZR 161/02, BGHZ 157, 151, 157, 158;… Beschluss vom 11. Oktober 2017 - VII ZR 46/15, NJW 2018, 50 Rn. 24; BAG, BAGE 86, 88;… Erman/Belling/Riesenhuber, aaO § 626 Rn. 34;… Sandmann in Henssler/Willemsen/Kalb, aaO § 626 Rn. 119;… jurisPK-BGB/Weth, aaO § 626 Rn. 12;… Staudinger/Preis, aaO § 626 Rn. 66 f;… BeckOGK-BGB/Günther, 2019, § 626 Rn. 245;… BeckOK-BGB/Fuchs/Baumgärtner, 2018, § 626 Rn. 63;… MünchKomm-BGB/Henssler, aaO § 626 Rn. 126).
Nach der Rechtsprechung des Senats bedarf es für die Wirksamkeit der außerordentlichen Kündigung eines Geschäftsführeranstellungsvertrages (§ 626 Abs. 1 BGB) nicht der sofortigen Angabe eines wichtigen Grundes (Senat, BGHZ 27, 220, 225; 157, 151, 157 f.).
Dieser oder auch weitere wichtige Gründe können grundsätzlich auch noch im Rechtsstreit nachgeschoben werden, soweit sie bei Ausspruch der Kündigung objektiv vorlagen und dem kündigenden Gesellschaftsorgan nicht länger als zwei Wochen zuvor bekannt geworden waren (BGHZ 157, 151, 157 m.w.Nachw.).
Handelt es sich - wie möglicherweise hier - um einen anderen als denjenigen Grund, der die Gesellschafterversammlung (§ 46 Nr. 5 GmbHG) zu der außerordentlichen Kündigung (§ 626 Abs. 1 BGB) eines Geschäftsführeranstellungsvertrages veranlaßt hat, so hat über das Nachschieben dieses Grundes das für eine Kündigung zuständige Organ zu entscheiden (BGHZ 157, 151, 159).
Das gilt auch für die "Nachschiebebefugnis", die der Beklagte seinerseits nicht innerhalb von zwei Wochen nach Kenntniserlangung von dem nachgeschobenen Grund (angebliche Konkursverschleppung des Klägers) ausüben mußte (BGHZ 157, 151, 157 f.).
Da die Rechtsvorgängerin der Beklagten durch einen Prozessbevollmächtigten vertreten war, trat die Beklagte aufgrund der Verschmelzung als Gesamtrechtsnachfolgerin gemäß § 246 Abs. 1 ZPO ohne Unterbrechung des Verfahrens kraft Gesetzes in den Prozess ein (vgl. BGH, Urteil vom 1. Dezember 2003 - II ZR 161/02, BGHZ 157, 151, 154 f.).
In ähnlicher Weise hat der Bundesgerichtshof einen Fall beurteilt, in dem die ursprünglich verklagte GmbH während des Rechtsstreits auf eine AG verschmolzen worden war (BGH, Urteil vom 1. Dezember 2003 - II ZR 161/02, BGHZ 157, 151, 155).
Der gesetzgeberische Zweck des § 112 AktG erfordert daher eine Anwendung der Norm sowohl auf bereits ausgeschiedene Vorstandsmitglieder der Aktiengesellschaft (…vgl. BAG 4. Juli 2001 - 2 AZR 142/00 - zu II 1 a der Gründe, aaO; BGH 14. Mai 2013 - II ZB 1/11 - Rn. 22; 1. Dezember 2003 - II ZR 161/02 - aaO; 28. April 1997 - II ZR 282/95 -; 22. April 1991 - II ZR 151/90 -) als auch auf Vorstandsmitglieder einer Rechtsvorgängerin der Gesellschaft (vgl. BGH 16. Oktober 2006 - II ZR 7/05 - zu 1 a der Gründe) .
Aus denselben Gründen kann § 112 AktG auch Rechtsgeschäfte mit dem ehemaligen Geschäftsführer einer in eine Aktiengesellschaft umgewandelten GmbH erfassen und zwar unabhängig davon, ob die ehemalige GmbH vor der Umwandlung über einen Aufsichtsrat verfügt hat (BGH 1. Dezember 2003 - II ZR 161/02 - zu II 1 der Gründe, aaO; 28. April 1997 - II ZR 282/95 -; Spindler/Stilz/Spindler AktG 3. Aufl. § 112 Rn. 14; MüKoAktG/Habersack 4. Aufl. § 112 Rn. 12; KK-AktG/Mertens/Cahn 3. Aufl. § 112 Rn. 16) .
Maßgebend ist, dass die GmbH mit der Umwandlung erloschen und an ihre Stelle die übernehmende Rechtsträgerin mit der ihr eigenen Kompetenzordnung getreten ist (vgl. BGH 1. Dezember 2003 - II ZR 161/02 - aaO) .
Da die vormalige Beklagte zu 2) im Prozess durchgehend von einem Prozessbevollmächtigen vertreten war, trat die Beklagte zu 1) als ihre Rechtsnachfolgerin gemäß § 246 Abs. 1, § 239 ZPO ohne Unterbrechung des Verfahrens kraft Gesetzes in den Prozess ein, an dem sie ohnehin schon beteiligt war (vgl. BGH 1. Dezember 2003 - II ZR 161/02 - BGHZ 157, 151 = AP BGB § 626 Nachschieben von Kündigungsgründen Nr. 6, zu II 2 der Gründe;… Zöller/Greger ZPO 26. Aufl. § 239 Rn. 6;… Stein-Jonas/Roth ZPO 22. Aufl. § 239 Rn. 5, 6;… Musielak/Stadler ZPO § 246 Rn. 1, § 239 Rn. 5).
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References: § 112
 § 626
 § 112
 § 626
 § 112
 § 626
 § 246
 § 81
 § 42
 § 246
 § 626
 § 626
 § 626
 § 626
 § 626
 § 626
 § 626
 § 246
 § 112
 BGH 
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 § 112
 § 112
 § 112
 § 112
 BGH 
 § 246
 § 239
 BGH 
 § 626
 § 239
 § 239
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 § 239