Source: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Mobbing_Ausschlussfrist_BAG_8AZR709-06.html
Timestamp: 2019-01-16 11:03:31+00:00

Document:
BAG, Urteil vom 16.05.2007, 8 AZR 709/06 - HENSCHE Arbeitsrecht
BAG, Ur­teil vom 16.05.2007, 8 AZR 709/06
Schlagworte: Mobbing, Ausschlussfrist
Leitsätze: In Mobbing-Fällen beginnt die Ausschlussfrist wegen der systematischen, sich aus mehreren einzelnen Handlungen zusammensetzenden Verletzungshandlung regelmäßig erst mit der zeitlich letzten Mobbing-Handlung.
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Gelsenkirchen, Urteil vom 24.11.2004, 1 Ca 1603/02
Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 23.03.2006, 8 Sa 949/05
Nachgehend Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 11.02.2008, 8 Sa 188/08
Auf die Re­vi­si­on des Klägers wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm vom 23. März 2006 - 8 Sa 949/05 - auf­ge­ho­ben.
Der Rechts­streit wird zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung, auch über die Kos­ten der Re­vi­si­on, an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wie­sen.
Der in Be­zug ge­nom­me­ne § 23 RTV lau­tet:
2. Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis müssen spätes­tens
in­ner­halb ei­ner Aus­schlußfrist von sechs Mo­na­ten nach Ent­ste­hen des An­spruchs gel­tend ge­macht wer­den; Ist dies ge­sche­hen, so blei­ben die ge­setz­li­chen Verjährungs­fris­ten un­berührt.“
Ab­tei­lungs­lei­ter. Nach wei­te­ren Um­struk­tu­rie­run­gen wur­de 1996 Herr R Vor­ge­setz­ter des Klägers. Nach der Zu­sam­men­le­gung der Ab­tei­lun­gen Be­rech­nun­gen und che­mi­sche Ver­fah­rens­tech­nik zur Ab­tei­lung Pro­jekt­steue­rung/St­ab­sauf­ga­ben (EAP) wur­de als de­ren Lei­ter Herr Dr. S ein­ge­setzt. Der Kläger wur­de in die Ab­tei­lung EAP, die ko­or­di­na­ti­ve Tätig­kei­ten über­neh­men soll­te, ver­setzt. Hin­ter­grund der Neu­glie­de­rung war die Ab­sicht der V AG und der P, das überg­rei­fen­de In­ge­nieur-know-how bei­der Un­ter­neh­men künf­tig durch ei­ne ei­genständi­ge In­ge­nieur­ge­sell­schaft an­zu­bie­ten. Im Herbst 1998 wur­de dann die P E GmbH ge­gründet, die An­fang 1999 die Ab­tei­lung, in der der Kläger beschäftigt war, über­nahm. Im Lau­fe des Jah­res 2002 wur­de die nun­meh­ri­ge Be­klag­te ge­gründet, auf die das Ar­beits­verhält­nis des Klägers über­ging.
Zur Dar­stel­lung der von ihm be­haup­te­ten Mob­bing-Hand­lun­gen hat der Kläger um­fang­rei­che Auf­zeich­nun­gen mit An­la­gen vor­ge­legt, wel­che er in die Zeit­ab­schnit­te 1987 bis 1996, 1996 bis 1999 und 1999 bis 2002 glie­dert. Während des ers­ten Zeit­raums ha­be der Ab­tei­lungs­lei­ter Dipl.-Ing. K trotz vie­ler Be­schwer­den bei Vor­ge­setz­ten und Be­triebsräten sei­ne Leis­tun­gen igno­riert und ihn mit Be­dro­hun­gen und Schi­ka­nen über­zo­gen. Sein an den Vor­stands­vor­sit­zen­den der Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten, Herrn P, mit Schrei­ben vom 19. Fe­bru­ar 1995 ge­rich­te­ter Ap­pell an die Fürsor­ge­pflicht
des Ar­beit­ge­bers ha­be nicht zu Ände­run­gen des Ver­hal­tens geführt. Ab dem Jah­re 1997 sei er un­ter Vortäuschung fal­scher Tat­sa­chen in die für ihn fach­frem­de Ab­tei­lungs­grup­pe des Che­mi­kers Dr. S ver­setzt wor­den, wo er durch sys­te­ma­ti­sche Über-und Un­ter­for­de­rung mit be­rufs­frem­den und sinn­lo­sen Auf­ga­ben mas­siv be­hin­dert und schi­ka­niert wor­den sei. Auch nach dem 23. Sep­tem­ber 1999 ha­be sich am Mob­bing-Ver­hal­ten der Be­klag­ten nichts geändert. Sie igno­rie­re ihn und kopp­le ihn trotz fort­be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses von be­trieb­li­chen In­for­ma­tio­nen ab. So sei­en ihm be­rech­tig­te Zah­lungs­ansprüche vor­ent­hal­ten wor­den, wo­ge­gen er sich - wie auch ge­gen ei­ne un­be­rech­tig­te Ab­mah­nung - ge­richt­lich er­folg­reich zur Wehr ge­setzt ha­be.
Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt und die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Ansprüche sei­en ver­fal­len.
Ei­ne ei­ge­ne von der Be­klag­ten selbst bzw. ih­ren Or­ga­nen ak­tiv be­gan­ge­ne Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung tra­ge der Kläger nicht vor. Auch lie­ge kein Un­ter­las­sen vor. So­weit der Geschäftsführer Se drei Mal Gespräche mit dem Kläger ver­wei­gert ha­be, könne dem nicht die Be­deu­tung ei­nes rechts­wid­ri­gen Ein­griffs in das Persönlich­keits­recht bei­ge­mes­sen wer­den, da es sich da­bei um das sach­li­che An­lie­gen der nach Auf­fas­sung des Klägers feh­ler­haf­ten Be­rech­nun­gen beim Kraft­werk S ge­han­delt ha­be. Glei­ches gel­te für den Vor­wurf des Klägers, die Be­klag­te ha­be auf die Schrei­ben der Mob­bing-Zen­tra­le und sei­ner frühe­ren Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten nicht bzw. nicht aus-rei­chend re­agiert. Das Persönlich­keits­recht um­fas­se kei­nen An­spruch auf Kom­mu­ni­ka­ti­on. Ein An­spruch we­gen Un­ter­las­sens käme nur in Be­tracht, wenn die Be­klag­te auf der Grund­la­ge ih­rer Er­kennt­nis­se zu der Auf­fas­sung hätte ge­lan­gen müssen, ein ak­ti­ves Ein­grei­fen sei zum Schutz des Klägers drin­gend ge­bo­ten. Die vom Kläger gel­tend ge­mach­ten Ein­grif­fe hätten je­doch mit der ihm über­tra­ge­nen Ar­beits­auf­ga­be im Zu­sam­men­hang ge­stan­den.
Ei­ne Haf­tung aus § 831 BGB kom­me nicht in Be­tracht, selbst wenn berück­sich­tigt wer­de, dass der Kläger sich mit Schrei­ben vom 19. Fe­bru­ar 1995 bei dem ge­setz­li­chen Ver­tre­ter der Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten darüber be­schwert ha­be, er wer­de von sei­nem Vor­ge­setz­ten K in un­an­ge­mes­se­ner Wei­se be­han­delt. Es ha­be kein An­lass zu ei­genständi­gen Auf­sichts­maßnah­men be­stan­den, da das Schrei­ben kei­ne kon­kre­ten Tat­sa­chen für die Einschätzung ent­hal­ten ha­be, das Ver­hal­ten des Vor­ge­setz­ten ver­let­ze das Persönlich­keits­recht des Klägers.
Die sechs­mo­na­ti­ge Aus­schluss­frist ha­be der Kläger nicht ge­wahrt.
So­weit we­ni­ge Ansprüche aus Ver­let­zungs­hand­lun­gen vor der kla­ge­wei­sen Gel­tend­ma­chung am 24. Ju­li 2002 nicht er­fasst würden, könne die­ses Ver­hal­ten - wie zB die zöger­li­che Be­hand­lung sei­ner An­fra­ge über die Be­rech­nung sei­nes Ru­he­gel­des, die ver­späte­te Zu­sen­dung von Brief­wahl­un­ter­la­gen zur Be­triebs­rats­wahl und die sechstägi­ge Zah­lungs­verzöge­rung mit dem in ei­nem an­de­ren ar­beits­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren aus­ge­ur­teil­ten Be­trag - die hier gel­tend ge­mach­ten Ansprüche je­doch nicht recht­fer­ti­gen.
B. Auf die Re­vi­si­on des Klägers ist das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts auf­zu­he­ben und der Rechts­streit zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­zu­ver­wei­sen.
I. Die Re­vi­si­on ist zulässig.
Sie ist auf Grund der im Te­nor des Ur­teils des Lan­des­ar­beits­ge­richts aus­ge­spro­che­nen Zu­las­sung statt­haft, § 72 Abs. 1 ArbGG. Die Re­vi­si­on ist form- und frist­ge­recht ein­ge­legt so­wie frist- und ord­nungs­gemäß be­gründet wor­den, §§ 73, 74 ArbGG. Der Kläger rügt die Ver­let­zung so­wohl ma­te­ri­el­len als auch for­mel­len Rechts.
II. Die Re­vi­si­on ist auch be­gründet.
1. Das folgt zwar nicht be­reits auf Grund von Ver­fah­rens­feh­lern des Lan­des­ar­beits­ge­richts. Aus der Re­vi­si­ons­be­gründung des Klägers er­gibt sich be­reits nicht klar, wel­che das Ver­fah­ren be­tref­fen­de Rechts­vor­schrift durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt ver­letzt wor­den sein soll.
So­weit bei der Verkündung des lan­des­ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils an­de­re eh­ren­amt­li­che Rich­ter le­dig­lich an­we­send wa­ren, ver­mag dies ei­nen Ver­fah­rens­feh­ler nicht zu be­gründen. Gemäß § 60 Abs. 3 Satz 1 ArbGG ist die Wirk­sam­keit der Verkündung von der An­we­sen­heit der eh­ren­amt­li­chen Rich­ter nicht abhängig. Sie kann auch un­ter Be­tei­li­gung an­de­rer eh­ren­amt­li­cher Rich­ter er­fol­gen als der­je­ni­gen, die die Ent­schei­dung ge­trof­fen ha­ben (BAG 27. Ja­nu­ar 1983 - 2 AZR 188/81 - AP ZPO § 38 In­ter­na­tio­na­le Zuständig­keit Nr. 12). Das in § 309 ZPO ent­hal­te­ne Ge­bot be­trifft nur die Mit­wir­kung an der Sach­ent­schei­dung, nicht auch an dem for­ma­len Akt der Ent­schei­dungs­verkündung.
b) So­weit der Kläger rügt, das Lan­des­ar­beits­ge­richt ha­be die münd­li­che Ver­hand­lung wie­de­reröff­nen müssen, macht er letzt­lich ei­nen Ver­s­toß ge­gen den Grund­satz der Münd­lich­keit (§ 128 Abs. 1 ZPO) gel­tend. Die­ser hat zum In­halt, dass oh­ne münd­li­che Ver­hand­lung das Ge­richt kei­ne Ent­schei­dung er­las­sen und Ent­schei­dungs­grund­la­ge nur der Pro­zess­stoff sein darf, der Ge­gen­stand der münd­li­chen Ver­hand­lung war (BAG 23. Ja­nu­ar 1996 - 9 AZR 600/93 - BA­GE 82, 74 = AP ArbGG 1979 § 64 Nr. 20 = EzA ZPO § 128 Nr. 2). Ein Ver­s­toß ge­gen die­sen Grund­satz er­gibt sich aus dem die Rüge des Klägers be­gründen­den Vor­brin­gen je­doch nicht. Der Kläger be­tont viel­mehr, dass Ge­gen­stand der münd­li­chen Ver­hand­lung vor der Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts am 12. De­zem­ber 2005 fast aus­sch­ließlich die Pro­ble­ma­tik der Aus­schluss­frist ge­we­sen sei. Da­mit be­stand kei­ne Ver­pflich­tung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, nach der im Nach­gang zur münd­li­chen Ver­hand­lung schriftsätz­lich mit­ge­teil­ten Rechts­mei­nung der Par­tei­en die münd­li­che Ver­hand­lung gemäß § 156 ZPO wie­der zu eröff­nen. Gemäß § 156 Abs. 2 ZPO hat das Ge­richt nur dann zwin­gend die Wie­de­reröff­nung der münd­li­chen Ver­hand­lung an­zu­ord­nen, wenn ei­ner der dort aus­drück­lich ge­nann­ten Fälle vor­liegt. Tat­sa­chen, die sich ei­nem die­ser Fälle zu­ord­nen las­sen, hat der Kläger zur Be­gründung sei­ner Ver­fah­rensrüge je­doch nicht dar­ge­tan.
d) Sch­ließlich führt auch die auf die vierjähri­ge Ver­fah­rens­dau­er be­zo­ge­ne Rüge des Klägers nicht be­reits zur Be­gründet­heit der Re­vi­si­on. Zwar lau­fen über­lan­ge Ver­fah­rens­dau­ern dem rechts­staat­li­chen Be­schleu­ni­gungs­grund­satz (Art. 2 Abs. 1 iVm. Art. 20 Abs. 3 GG) so­wie der Ga­ran­tie des Art. 19 Abs. 4 GG zu­wi­der (vgl. BVerfG 6. De­zem­ber 2004 - 1 BvR 1977/04 - NJW 2005, 739; 27. Ju­li 2004 - 1 BvR 1196/04 - NJW 2004, 3320). Im Streit­fall kann je­doch da­hin­ste­hen, ob mit der Ver­fah­rens­dau­er von vier Jah­ren die ge­nann­ten Grundsätze be­reits ver­letzt sind. Für ei­ne zulässi­ge Ver­fah­rensrüge hätte der Kläger dar­le­gen müssen, dass es bei ei­ner kürze­ren Ver­fah­rens­dau­er zu ei­ner an­de­ren Ent­schei­dung hätte kom­men können (vgl. BFH 17. Ja­nu­ar
2006 - VIII B 172/05 - BFH/NV 2006, 799). Hier­an fehlt es. Die Ver­fah­rensrüge ist da­mit be­reits un­zulässig.
Oh­ne Be­lang ist, ob die Be­klag­te den Ta­rif­ver­trag gemäß § 8 TVG im Be­trieb aus­ge­legt hat. Nach der Ent­schei­dung des Vier­ten Se­nats vom 23. Ja­nu­ar 2002 (- 4 AZR 56/01 - BA­GE 100, 225 = AP NachwG § 2 Nr. 5 = EzA NachwG § 2 Nr. 3)
wird die An­wen­dung ei­ner ta­rif­li­chen Aus­schluss­frist nicht durch ei­nen Ver­s­toß ge­gen die Aus­le­gungs­pflicht aus­ge­schlos­sen.
ei­ne Klau­sel, die den hier maßgeb­li­chen Wort­laut hat, nicht da­nach, ob die den An­spruch be­gründen­de Hand­lung vorsätz­lich oder fahrlässig ge­sche­hen ist. Des­halb wer­den von der Aus­schluss­frist auch Ansprüche er­fasst, die auf vorsätz­lich be­gan­ge­ner un­er­laub­ter Hand­lung be­ru­hen. Dies verstößt nicht ge­gen § 276 Abs. 3 BGB, da die Haf­tung des Schuld­ners nicht im Vor­aus er­las­sen wird.
Rn. 25) gilt für Ver­ein­ba­run­gen über die Verjährung, die vor dem 1. Ja­nu­ar 2002 ge­trof­fen wur­den, gleich­wohl § 225 BGB aF. Bei Ver­ein­ba­run­gen über die Verjährung in Dau­er­schuld­verhält­nis­sen gilt Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB mit der Fol­ge, dass sich die Wirk­sam­keit der Aus­schluss­klau­sel im Streit­fall noch nach al­tem Recht, das noch bis zum 31. De­zem­ber 2002 galt, be­ur­teilt. Die Über­g­angs­vor­schrift des Art. 229 § 6 EGBGB dient der Klar­stel­lung, wel­che Fris­ten auf bei In­kraft­tre­ten der Neu­re­ge­lung be­reits ent­stan­de­ne, je­doch noch nicht verjähr­te Ansprüche An­wen­dung fin­den, wann der Lauf der Fris­ten be­ginnt und auf wel­che Wei­se der Frist­lauf un­ter­bro­chen oder ge-hemmt wer­den kann. Dass da­bei die Fra­ge, wel­ches Recht zur Kon­trol­le von Ver­ein­ba­run­gen über die Verjährung wann An­wen­dung fin­det, be­dacht wur­de, ist nicht er­kenn­bar und er­gibt sich auch nicht aus den Ge­set­zes­ma­te­ria­li­en (vgl. BT-Drucks. 14/6040 S. 273). Die An­wen­dung von Art. 229 § 5 Satz 2 EGBGB auf Verjährungs­ver­ein­ba­run­gen ist we­gen der da­hin­ter­ste­hen­den ge­setz­ge­be­ri­schen Über­le­gung, den Par­tei­en ei­nes Dau­er­schuld­verhält­nis­ses die Möglich­keit zu ge­ben, ih­ren Ver­trag dem neu­en Recht bis zum 31. De­zem­ber 2002 an­zu­pas­sen (so BT-Drucks. aaO), an­ge­mes­se­ner.
be des Ei­gen­tums, fie­len nicht un­ter der­ar­ti­ge Klau­seln (15. Ju­li 1987 - 5 AZR 215/86 - BA­GE 54, 365 = AP BGB § 611 Persönlich­keits­recht Nr. 14 = EzA BGB § 611 Persönlich­keits­recht Nr. 5 zur Ent­fer­nung ei­nes Ver­merks aus der Per­so­nal­ak­te; 15. Mai 1991 - 5 AZR 271/90 - BA­GE 68, 60 = AP BGB § 611 Beschäfti­gungs­pflicht Nr. 23 = EzA TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 91 zum Beschäfti­gungs­an­spruch). Die In­stanz­recht­spre­chung hat sich im Zu­ge der Be­fas­sung mit sog. Mob­bing­kla­gen bis­lang le­dig­lich mit der Gel­tung von Aus­schluss­klau­seln we­gen der Ver­let­zung der Ge­sund­heit aus­ein­an­der­set­zen müssen (so LAG Köln 3. Ju­ni 2004 - 5 Sa 241/04 - ZTR 2004, 643; Säch­si­sches LAG 17. Fe­bru­ar 2005 - 2 Sa 751/03 - al­ler­dings un­ter aus­drück­li­cher Be­to­nung, Ansprüche we­gen der Ver­let­zung des Persönlich­keits­rechts würden von der Klau­sel nicht um­fasst).
Der Se­nat geht da­von aus, dass auch die Ansprüche we­gen der Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts er­fasst wer­den; für ihn ist aus­schlag­ge­bend, dass durch die ent­ge­gen­ste­hen­de Auf­fas­sung Scha­dens­er­satz­ansprüche we­gen der Ver­let­zung des Persönlich­keits­rechts oh­ne nach­voll­zieh­ba­ren Grund ge­genüber Scha­dens­er­satz­ansprüchen we­gen der Ver­let­zung der Ge­sund­heit oder des Ei­gen­tums pri­vi­le­giert würden. Letz­te­re sind eben­falls Rechtsgüter bzw. Rech­te iSd. § 823 Abs. 1 BGB und tei­len den Aus­sch­ließlich­keitscha­rak­ter des Persönlich­keits­rechts. Wei­ter­hin ge­nießen sie eben­so wie das Persönlich­keits­recht ver­fas­sungs­recht­li­chen Schutz. Gleich­wohl un­ter­fal­len Scha­dens­er­satz- oder Schmer­zens­geld­ansprüche we­gen ih­rer
Ver­let­zung un­strei­tig ta­rif­li­chen oder ver­trag­li­chen Aus­schluss­klau­seln mit ei­nem der strei­ti­gen Klau­sel ent­spre­chen­den Wort­laut. Die­sem Wer­tungs­wi­der­spruch wird da­mit Rech­nung ge­tra­gen.
b) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Ver­fall­klau­sel je­doch feh­ler­haft an­ge­wen­det.
aa) Die in Be­zug ge­nom­me­ne ta­rif­li­che Aus­schluss­klau­sel knüpft den Be­ginn des Frist­laufs an die „Ent­ste­hung“ des An­spruchs. Da­mit ist re­gelmäßig die Fällig­keit ge­meint (vgl. BAG 9. Au­gust 1990 - 2 AZR 579/89 - AP BGB § 615 Nr. 46 = EzA TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 88; Däubler/Zwan­zi­ger § 4 Rn. 1139).
La­ge ist, sich den er­for­der­li­chen Über­blick oh­ne schuld­haf­tes Zögern zu ver­schaf­fen und sei­ne For­de­run­gen we­nigs­tens annähernd zu be­zif­fern (BAG 14. De­zem­ber 2006 - 8 AZR 628/05 - aaO; 17. Ju­li 2003 - 8 AZR 486/02 - AP BGB § 611 Haf­tung des Ar­beit­ge­bers Nr. 27). Aus­rei­chend ist, dass der Ar­beit­neh­mer die Ansprüche so deut­lich be­zeich­nen kann, dass der Ar­beit­ge­ber er­ken­nen kann, aus wel­chem Sach­ver­halt und in wel­cher un­gefähren Höhe er in An­spruch ge­nom­men wer­den soll (Se­nat 27. April 1995 - 8 AZR 582/94 - aaO). Dem­ent­spre­chend ist der Gläubi­ger grundsätz­lich ver­pflich­tet, bei der Gel­tend­ma­chung auch zu­min­dest die un­gefähre Höhe sei­ner For­de­rung zu nen­nen (Se­nat 14. De­zem­ber 2006 - 8 AZR 628/05 - aaO).
1972 § 37 Nr. 118 = EzA Be­trVG 1972 § 37 Nr. 133), Mob­bing sei das sys­te­ma­ti­sche An­fein­den, Schi­ka­nie­ren oder Dis­kri­mi­nie­ren von Ar­beit­neh­mern un­ter­ein­an­der oder durch Vor­ge­setz­te, oder die des Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richts (15. Fe­bru­ar 2001 - 5 Sa 102/2000 - LA­GE BGB § 626 Nr. 133; 10. April 2001 - 5 Sa 403/2000 - LA­GE GG Art. 2 Persönlich­keits­recht Nr. 2; eben­so LAG Rhein­land-Pfalz 16. Au­gust 2001 - 6 Sa 415/01 - NZA-RR 2002, 121; LAG Bre­men 17. Ok­to­ber 2002 - 3 Sa 78/02 - LA­GE GG Art. 2 Persönlich­keits­recht Nr. 5; LAG Hamm 25. Ju­ni 2002 - 18 (11) Sa 1295/01 - NZA-RR 2003, 8), Mob­bing sei­en „fort­ge­setz­te, auf­ein­an­der auf­bau­en­de oder in­ein­an­der überg­rei­fen­de, der An­fein­dung, Schi­ka­ne oder Dis­kri­mi­nie­rung die­nen­de Ver­hal­tens­wei­sen, die nach ih­rer Art und ih­rem Ab­lauf im Re­gel­fall ei­ner über-ge­ord­ne­ten, von der Rechts­ord­nung nicht ge­deck­ten Ziel­set­zung förder­lich sind und je­den­falls in ih­rer Ge­samt­heit das all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht, die Eh­re oder die Ge­sund­heit des Be­trof­fe­nen ver­let­zen“, zei­gen - un­abhängig da­von, wel­cher De­fi­ni­ti­on man folgt -, dass die un­ter dem Be­griff Mob­bing zu­sam­men­ge­fass­ten tatsächli­chen Er­schei­nun­gen recht­li­che Fra­ge­stel­lun­gen auf­wer­fen, die ge­ra­de für den Lauf von Fris­ten von Be­deu­tung sind. Denn die recht­li­che Be­son­der­heit der als Mob­bing be­zeich­ne­ten tatsächli­chen Er­schei­nun­gen liegt dar­in, dass nicht ei­ne ein­zel­ne, ab­grenz­ba­re Hand­lung, son­dern die Zu­sam­men­fas­sung meh­re­rer Ein­zel­ak­te in ei­nem Pro­zess zu ei­ner Ver­let­zung des Persönlich­keits­rechts oder der Ge­sund­heit des be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mers führen kann, wo­bei die ein­zel­nen Teil­ak­te je­weils für sich be­trach­tet recht­lich wie­der­um „neu­tral“ sein können. Recht­lich be­trach­tet geht es da­mit zunächst um die Qua­li­fi­zie­rung ei­nes be­stimm­ten Ge­samt­ver­hal­tens als Ver­let­zungs­hand­lung im Rechts­sin­ne. Die Zu­sam­men­fas­sung der ein­zel­nen Ver­hal­tens­wei­sen er­folgt da­bei durch die ih­nen zu­grun­de lie­gen­de Sys­te­ma­tik und Ziel­rich­tung, Rech­te und Rechtsgüter - im Re­gel­fall das Persönlich­keits­recht und/oder die Ge­sund­heit des Be­trof­fe­nen - zu be­ein­träch­ti­gen (vgl. Thürin­ger LAG 15. Fe­bru­ar 2001 - 5 Sa 102/2000 - aaO; 10. Ju­ni 2004 - 1 Sa 148/01 - LA­GE GG Art. 2 Persönlich­keits­recht Nr. 8a; LAG Schles­wig-Hol­stein 19. März 2002 - 3 Sa 1/02 - NZA-RR 2002, 457).
We­sens­merk­mal der als Mob­bing be­zeich­ne­ten Form der Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung ist die sys­te­ma­ti­sche, sich aus vie­len ein­zel­nen Hand­lun­gen zu­sam­men­set­zen­de Ver­let­zungs­hand­lung, wo­bei den ein­zel­nen Hand­lun­gen bei iso­lier­ter Be­trach­tung ei­ne recht­li­che Be­deu­tung oft nicht zu­kommt. Hier­zu stünde im Wi­der­spruch, wenn der Lauf der Aus­schluss­frist mit Ab­schluss ei­ner je­den ein­zel­nen Hand­lung begönne. Dem­ent­spre­chend be­ginnt die Aus­schluss­frist in Mob­bing-Fällen re­gelmäßig mit Ab­schluss der zeit­lich letz­ten vor­ge­tra­ge­nen „Mob­bing-Hand­lung“. Lässt sich ein fort­lau­fen­der Pro­zess von Hand­lun­gen fest­stel­len, mit dem ins­ge­samt in rechts­wid­ri­ger Wei­se in das Persönlich­keits­recht des Ar­beit­neh­mers ein­ge­grif­fen wur­de, ist der An­spruchs­geg­ner auch nicht schutzwürdig; dies gilt um­so mehr, als er über ei­nen lan­gen Zeit­raum hin­weg in sys­te­ma­ti­scher Wei­se vor­ge­gan­gen ist.
3. Soll­te das Lan­des­ar­beits­ge­richt bei er­neu­ter Ent­schei­dung des Rechts­streits zu dem Er­geb­nis ge­lan­gen, dass ein Ver­fall der Ansprüche nicht oder nicht in vol­lem Um­fang ein­ge­tre­ten ist, er­ge­ben sich fol­gen­de Be­son­der­hei­ten:
(2) Der An­spruch setzt die Ver­let­zung sich aus dem Ar­beits­verhält­nis er­ge­ben­der Pflich­ten vor­aus. Hier­bei kommt so­wohl ei­ne von der Be­klag­ten selbst, dh. durch ih­re Or­ga­ne be­gan­ge­ne und ihr gemäß den §§ 31, 89 BGB zu­zu­rech­nen­de, oder aber ei­ne
durch ih­re Erfüllungs­ge­hil­fen und ihr gemäß § 278 BGB zu­zu­rech­nen­de Pflicht­ver­let­zung in Be­tracht.
Fürsor­ge- und Schutz­pflich­ten wahr­zu­neh­men. Wie der Se­nat zu­letzt in sei­nem Ur­teil vom 14. De­zem­ber 2006 (- 8 AZR 628/05 - AP BGB § 618 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 618 Nr. 2) noch­mals aus­geführt hat, er­wach­sen ei­ner Ver­trags­par­tei aus ei­nem Schuld­verhält­nis nicht nur Leis­tungs-, son­dern auch Ver­hal­tens­pflich­ten zur Rück­sicht­nah­me und zum Schutz der Rech­te, Rechtsgüter und In­ter­es­sen des an­de­ren Teils. Die­se nun­mehr in § 241 Abs. 2 BGB aus­drück­lich nor­mier­ten Pflich­ten wa­ren be­reits vor In­kraft­tre­ten die­ser Norm aus § 242 BGB ab­ge­lei­tet wor­den. Der Ar­beit­ge­ber ist da­mit ins­be­son­de­re auch zum Schutz der Ge­sund­heit und der Persönlich­keits­rech­te sei­ner Ar­beit­neh­mer ver­pflich­tet (vgl. ErfK/Die­te­rich Art. 2 GG Rn. 72 ff.; ErfK/Preis § 611 BGB Rn. 765; MünchArbR/Blo­mey­er 2. Aufl. § 97 Rn. 1 ff.).
Das all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht ist das Recht des Ein­zel­nen auf Ach­tung und Ent­fal­tung sei­ner Persönlich­keit. Zum Schutz­be­reich des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts gehört auch der sog. Eh­ren­schutz, der auf den Schutz ge­gen un­wah­re Be-
In der Recht­spre­chung der In­stanz­ge­rich­te und in der Li­te­ra­tur hat vor die­sem Hin­ter­grund die Ver­pflich­tung des Ar­beit­ge­bers zum Schutz des Persönlich­keits­rechts als Aus­prägung der all­ge­mei­nen Fürsor­ge­pflicht im Rah­men der Dis­kus­si­on um die sog. Mob­bing-Pro­ble­ma­tik in den letz­ten Jah­ren be­son­de­re Auf­merk­sam­keit er­fah­ren. Teil­wei­se wur­de in Aus­prägung die­ser Pflicht ei­ne be­son­de­re Mob­bing-Schutz­pflicht des Ar­beit­ge­bers her­aus­ge­ar­bei­tet. Ei­ner der ers­ten sog. Mob­bing-Ent­schei­dun­gen des Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richts (10. April 2001 - 5 Sa 403/2000 - LA­GE GG Art. 2 Persönlich­keits­recht Nr. 2) zu­fol­ge, sei der Ar­beit­ge­ber ver­pflich­tet, das all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht der bei ihm beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer nicht selbst durch Ein­grif­fe in de­ren Persönlich­keits- oder Frei­heits­sphäre zu ver­let­zen und die­se vor Belästi­gun­gen durch Mit­ar­bei­ter oder Drit­te, auf die er Ein­fluss ha­be, zu schützen. Er ha­be ei­nen men­schen­ge­rech­ten Ar­beits­platz zur Verfügung zu stel­len und die Ar­beit­neh­mer­persönlich­keit zu fördern. Zur Ein­hal­tung die­ser Pflich­ten könne der Ar­beit­ge­ber als Störer nicht nur dann in An­spruch ge­nom­men wer­den, wenn er selbst den Ein­griff be­ge­he oder steue­re, son­dern auch dann, wenn er es un­ter­las­se, Maßnah­men zu er­grei­fen oder sei­nen Be­trieb so zu or­ga­ni­sie­ren, dass ei­ne Ver­let­zung des Persönlich­keits­rechts aus­ge­schlos­sen wer­de (eben­so Thürin­ger LAG 15. Fe­bru­ar 2001 - 5 Sa 102/2000 - LA­GE BGB § 626 Nr. 133; LAG Ber­lin 7. No­vem­ber 2002 - 16 Sa 938/02 -; LAG Nürn­berg 2. Ju­li 2002 - 6 (3) Sa 154/01 - LA­GE GG Art. 2 Persönlich­keits­recht Nr. 4). Be­reits mit Ur­teil vom 3. Mai 2000 hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen (- 16a Sa 1391/99 - LA­GE BGB § 273 Nr. 2) aus­geführt, dass der Ar­beit­ge­ber im Rah­men der Fürsor­ge­pflicht auf das Wohl und die be­rech­tig­ten In­ter­es­sen des Ar­beit­neh­mers Rück­sicht zu neh­men ha­be und ihn auch vor Ge­sund­heits­ge­fah­ren psy­chi­scher Art schützen müsse, was auch den Schutz vor sys­te­ma­ti­schen An­fein­dun­gen und vor
schi­kanösem oder dis­kri­mi­nie­ren­dem Ver­hal­ten durch Kol­le­gen oder durch Vor­ge­setz­te um­fas­se.
So­weit der Kläger auf sein an den Vor­stands­vor­sit­zen­den der V AG P ge­rich­te­tes Schrei­ben vom 19. Fe­bru­ar 1995 Be­zug nimmt, hat er be­reits nicht dar­ge­tan, war­um des­sen et­wai­ges Fehl­ver­hal­ten der Be­klag­ten gemäß §§ 31, 89 BGB zu­ge­rech­net wer­den soll. Aber auch, wenn man - wie das Lan­des­ar­beits­ge­richt - zu­guns­ten des Klägers von ei­ner Zu­rech­nung aus­geht, war die Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten auf Grund die­ses Schrei­bens nicht ge­hal­ten, zum Schutz von Rech­ten oder Rechtsgütern des Klägers Maßnah­men zu er­grei­fen. Die Würdi­gung des In­halts die­ses Schrei-
bens durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt, das die­ses im Zu­sam­men­hang mit ei­nem et­wai­gen Or­ga­ni­sa­ti­ons­ver­schul­den erörtert, lässt kei­ne Rechts­feh­ler er­ken­nen. Zu­tref­fend geht das Be­ru­fungs­ge­richt da­von aus, dass in dem Brief in ers­ter Li­nie die Un­zu­frie­den­heit des Klägers mit sei­ner Be­ur­tei­lung durch den Vor­ge­setz­ten Dipl.-Ing. K und die hier­aus fol­gen­de Kürzung der Jah­res­vergütung zum Aus­druck kommt, was ins­be­son­de­re der Ab­schluss des Schrei­bens ver­deut­licht. Auch die wei­te­re Würdi­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist oh­ne Rechts­feh­ler, so­weit der Kläger in dem Schrei­ben dar­auf hin­wei­se, er wer­de drang­sa­liert, un­ter Druck ge­setzt, mit fal­schen An­schul­di­gun­gen über­zo­gen und mas­siv an­ge­grif­fen und ver­lan­ge, men­sch­lich und nicht als wil­len­lo­se Ma­schi­ne be­han­delt zu wer­den, ent­hal­te das Schrei­ben kei­ne Tat­sa­chen und da­mit auch kei­nen An­satz­punkt für ei­ne Einschätzung, das Ver­hal­ten des Herrn K ver­let­ze auch ob­jek­tiv den Kläger in sei­nem Persönlich­keits­recht in ei­ner Wei­se, die ein Ein­schrei­ten ge­bie­tet. Erst recht lässt sich dem Schrei­ben die Ge­fahr kon­kre­ter Ge­sund­heits­be­ein­träch­ti­gun­gen des Klägers nicht ent­neh­men.
Sch­ließlich muss­te sich die Be­klag­te auch nicht auf Grund der Schrei­ben der Mob­bing-Zen­tra­le vom 7. Ok­to­ber und 16. No­vem­ber 1999 zur Wahr­neh­mung et­wai­ger Schutz­pflich­ten ver­an­lasst se­hen. Bei­de Schrei­ben ent­hal­ten aus­sch­ließlich all­ge­mein
ge­hal­te­ne Ausführun­gen über „Mob­bing“ und mit Aus­nah­me des Hin­wei­ses, der Kläger sei Ver­eins­mit­glied, kei­ner­lei Be­zug zum Ein­zel­fall. Hin­zu kommt, dass der Be­klag­ten ein un­mit­tel­ba­res Han­deln zu die­sem Zeit­punkt auf Grund der seit Sep­tem­ber 1999 an­dau­ern­den Ar­beits­unfähig­keit des Klägers nicht not­wen­dig er­schei­nen muss­te. Ob es die Höflich­keit ge­bie­tet, auf Schrei­ben, ins­be­son­de­re er­neu­te An­fra­gen, zu ant­wor­ten, un­ter­liegt nicht der recht­li­chen Würdi­gung. Das Nicht­be­ant­wor­ten von Schrei­ben stellt im Streit­fall je­doch kei­ne Ver­let­zung der ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Fürsor­ge­pflicht dar.
(b) In Be­tracht kommt da­mit al­lein ei­ne Haf­tung der Be­klag­ten für das Ver­schul­den ih­rer Erfüllungs­ge­hil­fen gemäß § 278 BGB.
Der Ar­beit­ge­ber haf­tet dem be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer ge­genüber gemäß § 278 BGB für schuld­haft be­gan­ge­ne Persönlich­keits­rechts- oder Ge­sund­heits­ver­let­zun­gen durch von ihm als Erfüllungs­ge­hil­fen ein­ge­setz­te an­de­re Ar­beit­neh­mer und Vor­ge­setz­te (so auch die ganz herr­schen­de Mei­nung im Rah­men der sog. Mob­bing-Dis­kus­si­on: LAG Nie­der­sach­sen 3. Mai 2000 - 16a Sa 1391/99 - LA­GE BGB § 273 Nr. 2; LAG Nürn­berg 2. Ju­li 2002 - 6 (3) Sa 154/01 - LA­GE GG Art. 2 Persönlich­keits­recht Nr. 4; Thürin­ger LAG 10. Ju­ni 2004 - 1 Sa 148/01 - LA­GE GG Art. 2 Persönlich­keits­recht Nr. 8a; Däubler BB 1995, 1347; Rieb­le/Klumpp FA 2002, 307; dies. ZIP 2002, 369; Ben­ecke NZA-RR 2003, 225; dies. Mob­bing Rn. 242 ff.; Koll­mer Rn. 70; HMR-Hänsch Teil 3 Rn. 56 ff.).
Ob die von dem Kläger be­nann­ten Kol­le­gen und Vor­ge­setz­ten, wie et­wa Herr K, Herr Dr. S oder der Per­so­nal­lei­ter der Be­klag­ten, als Erfüllungs­ge­hil­fen den Kläger
in sei­nem Persönlich­keits­recht oder in sei­ner Ge­sund­heit oder ih­nen über­tra­ge­ne Schutz­pflich­ten schuld­haft ver­letzt ha­ben, hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt nicht ge­prüft.
(c) Glei­ches kann für den Rah­men des Di­rek­ti­ons­rechts über­schrei­ten­de Wei­sun­gen gel­ten, de­nen je­doch sach­lich nach­voll­zieh­ba­re Erwägun­gen des Ar­beit­ge­bers zu­grun­de lie­gen (vgl. hier­zu Ben­ecke NZA-RR 2003, 225; Rieb­le/Klumpp ZIP 2002, 369). An der ver­schie­de­ne ein­zel­ne Hand­lun­gen zu­sam­men­fas­sen­den Sys­te­ma­tik kann es darüber hin­aus feh­len, wenn ein Ar­beit­neh­mer von ver­schie­de­nen Vor­ge­setz­ten, die nicht zu­sam­men­wir­ken und die zeit­lich auf­ein­an­der fol­gen, in sei­ner Ar­beits­leis­tung kri­ti­siert oder schlecht be­ur­teilt wird oder wenn die Ar­beits­leis­tung - wie es bei dem Kläger der Fall war - nicht nur kri­ti­siert oder igno­riert, son­dern aus­drück­lich glei­cher­maßen auch po­si­tiv gewürdigt wird. Eben­falls können Ver­hal­tens­wei­sen von Ar­beit­ge­bern oder Vor­ge­setz­ten nicht in die Prüfung ein­be­zo­gen wer­den, die le­dig­lich ei­ne Re­ak­ti­on auf Pro­vo­ka­tio­nen durch den ver­meint­lich ge­mobb­ten Ar­beit­neh­mer dar­stel­len. In­so­weit fehlt es an der von der In­stanz­recht­spre­chung und Leh­re so be­zeich­ne­ten ein­deu­ti­gen Täter-Op­fer-Kon­stel­la­ti­on (vgl. Thürin­ger LAG 10. April 2001 - 5 Sa
de­lik­ti­schen Pro­du­zen­ten­haf­tung oder der Arzt­haf­tung (Rieb­le/Klumpp ZIP 2002, 369; Ben­ecke NZA-RR 2003, 225; Abeln/Gau­der­nack LAG-Re­port 2005, 225). Dies sei bei sog. Mob­bing-Fällen nicht der Fall. Das „Mob­bing-Op­fer“ ha­be kei­ne ge­rin­ge­re Sach­kennt­nis, son­dern be­fin­de sich oft al­lein des­halb in Be­weis­not, weil es kei­ne Zeu­gen für die be­haup­te­ten Mob­bing-Hand­lun­gen ha­be. Dem kann aber durch die eben­falls von dem Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richt auf­ge­zeig­ten, pro­zes­su­al an sich selbst­verständ­li­chen Mit­tel wie die Par­tei­anhörung nach § 141 ZPO und die Par­tei­ver­neh­mung nach den §§ 445, 448 ZPO und ei­ner sorgfälti­gen Be­weis- und Sach­ver­haltswürdi­gung in aus­rei­chen­dem Maße Rech­nung ge­tra­gen wer­den. Die­ser Auf­fas­sung schließt sich der Se­nat an.
Teil­wei­se spricht sich die Li­te­ra­tur auch für ei­ne Über­nah­me der zu § 618 BGB ent­wi­ckel­ten Be­weis­last­grundsätze aus (so MünchArbR/Blo­mey­er § 97 Rn. 45; aA Ben­ecke Mob­bing Rn. 334). Da­nach hat der Ar­beit­neh­mer nur den ob­jek­tiv ord­nungs­wid­ri­gen Zu­stand der Räume, Vor­rich­tun­gen oder Gerätschaf­ten nach­zu­wei­sen, wenn die­ser ge­ne­rell ge­eig­net ist, den ein­ge­tre­te­nen Scha­den her­bei­zuführen; der Ar­beit­ge­ber hat dann den Ge­gen­be­weis da­hin zu führen, dass der ord­nungs­wid­ri­ge Zu-stand für den Scha­den nicht ursächlich ge­we­sen sei oder dass ihn kein Ver­schul­den tref­fe (vgl. BAG 8. Mai 1996 - 5 AZR 315/95 - BA­GE 83, 105 = AP BGB § 618 Nr. 23 = EzA BGB § 273 Nr. 5).
Tre­ten in zeit­li­chem Zu­sam­men­hang mit fest­ste­hen­den Persönlich­keits­rechts­ver­let­zun­gen bei dem be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer Er­kran­kun­gen auf, spricht je­den­falls ein star­kes In­diz für die Kau­sa­lität (so auch Rieb­le/Klumpp FA 2002, 307; Ben­ecke Mob­bing Rn. 330), so dass es wei­te­rer Be­wei­ser­leich­te­run­gen nicht be­darf. Die zu § 618 BGB ent­wi­ckel­ten Be­weis­last­grundsätze ent­spre­chen den all­ge­mein zum Feh­len von durch Ge­setz oder tech­ni­schen Nor­men vor­ge­se­he­nen Schutz­maßnah­men ent­wi­ckel­ten be­son­de­ren Be­wei­ser­leich­te­run­gen (vgl. hier­zu Pa­landt/Hein­richs 66. Aufl. Vorb v § 249 Rn. 162 ff.). Das Feh­len vor­ge­schrie­be­ner Schutz­maßnah­men ist als Ver­mu­tungs­tat­be­stand in der Re­gel leicht fest­zu­stel­len. Dies gilt nicht für die erst im We­ge ei­ner um­fang­rei­chen Ein­zel­fall­prüfung fest­zu­stel­len­de Ver­let­zung des Persönlich­keits­rechts, so dass ei­ne Über­tra­gung die­ser im Rah­men von § 618 BGB be­ste­hen­den Grundsätze nicht in Be­tracht kommt.
In­so­weit ist zu prüfen, ob zum ei­nen ein Un­ter­las­sen ge­bo­te­ner Maßnah­men ge­gen Rechts(gut)ver­let­zun­gen, die von Vor­ge­setz­ten des Klägers be­gan­gen wur­den (Wick­ler AuR 2004, 87 be­zeich­net dies in Ab­gren­zung zum Or­ga­ni­sa­ti­ons­ver­schul­den
als In­ter­ven­ti­ons­ver­schul­den) vor­liegt und zum an­de­ren, ob ein Un­ter­las­sen in Form des sog. Or­ga­ni­sa­ti­ons­ver­schul­dens ge­ge­ben ist.
Bei der Haf­tung für Or­ga­ni­sa­ti­ons­ver­schul­den han­delt es sich um ei­nen Un­ter­fall der Haf­tung we­gen Ver­let­zung von Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ten. Der Un­ter­neh­mer ist da­nach ver­pflich­tet, die in­ner­be­trieb­li­chen Abläufe so zu or­ga­ni­sie­ren, dass Schädi-
gun­gen Drit­ter in dem ge­bo­te­nen Um­fang ver­mie­den wer­den. Er hat al­so für ei­ne „or­dent­li­che Be­triebsführung“ zu sor­gen (vgl. hier­zu Münch­KommBGB/Wag­ner § 823 Rn. 368 ff.).
nicht in den Schutz­be­reich des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts. So führt auch das Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz (4. Ok­to­ber 2005 - 5 Sa 140/05 - PflR 2006, 416) in sei­ner Ent­schei­dung aus­drück­lich aus, dass die Zah­lung von Ver­dienst­aus­fall und Entschädi­gung für den Ver­lust des Ar­beits­plat­zes vom Schutz­zweck des § 823 Abs. 1 BGB iVm. den Art. 1 und 2 Abs. 1 GG nicht er­fasst wird.
So­weit der Kläger vorträgt, durch die von ihm be­haup­te­ten Hand­lun­gen sei­ner Vor­ge­setz­ten in ei­nem vermögens­wer­ten Be­stand­teil sei­nes all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts ver­letzt wor­den zu sein, macht er viel­mehr fort­ge­setz­te An­grif­fe auf den Wert- und Ach­tungs­an­spruch sei­ner Persönlich­keit gel­tend. Wie aus­geführt, gehört zum Schutz­be­reich des Persönlich­keits­rechts der sog. Ehr­schutz, der ge­gen her­ab­set­zen­de, entwürdi­gen­de Äußerun­gen und Ver­hal­tens­wei­sen und die Wah­rung des so­zia­len Gel­tungs­an­spruchs der Per­son ge­rich­tet ist. Persönlich­keits­rechts­ver­let­zun­gen wie sie der Kläger be­haup­tet, be­tref­fen aber kei­nen Be­reich des Persönlich­keits­rechts, der Schutz vor ma­te­ri­el­len Schäden bie­ten soll. Im Übri­gen ent­spricht es ständi­ger, jüngst durch das Ur­teil vom 18. Ja­nu­ar 2007 (- 8 AZR 234/06 - AP BGB § 823 Nr. 17 = EzA
BGB 2002 § 823 Nr. 6) noch­mals bestätig­ter Recht­spre­chung des Se­nats (eben­falls 4. Ju­ni 1998 - 8 AZR 786/96 - BA­GE 89, 80 = AP BGB § 823 Nr. 7 = EzA BGB § 823 Nr. 9), dass Schäden we­gen des Ver­lus­tes des Ar­beits­plat­zes oder ei­ner Er­werbs­min­de­rung nicht in den Schutz­be­reich ei­nes Ehr­schutz­de­likts, das letzt­lich den Schutz des all­ge­mei­nen Persönlich­keits­rechts kon­kre­ti­siert, fal­len.
Der Scha­den muss aber, um ei­ne Haf­tung des Geschäfts­herrn aus­zulösen, in Ausführung der Ver­rich­tung und nicht nur ge­le­gent­lich zu­gefügt wor­den sein (Pa­landt/Sprau 66. Aufl. § 831 Rn. 9), so dass das Ver­hal­ten des Ge­hil­fen nicht aus dem Kreis oder dem all­ge­mei­nen Rah­men der ihm an­ver­trau­ten Auf­ga­ben her­aus­fal­len darf. Ein sol­cher in­ne­rer Zu­sam­men­hang wird, wor­auf Ben­ecke (Mob­bing Rn. 234) zu­tref­fend hin­weist, in sog. Mob­bing-Fällen in der Re­gel vor­lie­gen, wenn die Ver­let­zungs­hand­lun­gen durch ar­beits­recht­li­che Maßnah­men, zB durch Wei­sun­gen, er­fol­gen. Hier­auf be­ruft sich der Kläger im Streit­fall über­wie­gend.
Ob die von dem Kläger näher be­zeich­ne­ten Per­so­nen, wie zB Herr K und Herr Dr. S, Ver­rich­tungs­ge­hil­fen der Be­klag­ten sind und ob sie in Ausführung ei­ner Ver­rich­tung rechts­wid­rig und schuld­haft das Persönlich­keits­recht oder die Ge­sund­heit des Klägers ver­letzt ha­ben, hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt nicht ge­prüft. Eben­so hat es nicht fest­ge­stellt, ob sich die Be­klag­te gemäß § 831 Abs. 1 Satz 2 BGB ent­las­tet hat. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt wird da­her bei ei­ner er­neu­ten Ent­schei­dung im Rah­men die­ses Kla­ge­an­trags ggf. zu prüfen ha­ben, ob Ver­rich­tungs­ge­hil­fen der Be­klag­ten den Kläger in sei­ner Ge­sund­heit ver­letzt ha­ben so­wie ggf. ob die Be­klag­te sich von ei­nem et­wai­gen Aus­wahl- und Über­wa­chungs­ver­schul­den exkul­pie­ren kann.
bb) Der An­spruch kann, so­fern er Schmer­zens­geld we­gen ei­ner Ver­let­zung der Ge­sund­heit des Klägers be­trifft, auf § 831 BGB iVm. § 847 BGB aF und so­fern er die Entschädi­gung we­gen ei­ner Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung be­trifft, auf § 831 BGB iVm. Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 GG gestützt wer­den. Die Her­lei­tung des Entschädi­gungs­an­spru­ches aus ei­ner de­liktsrecht­li­chen An­spruchs­grund­la­ge und dem Ver­fas­sungs­recht und nicht aus § 847 BGB aF ist in den Ge­set­zes­ma­te­ria­li­en zum Zwei­ten Ge­setz zur Ände­rung scha­dens­er­satz­recht­li­cher Vor­schrif­ten (BT-Drucks. 14/7752 S. 25) noch­mals aus­drück­lich be­tont wor­den und ent­sprach schon vor­her ständi­ger
Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs (5. De­zem­ber 1995 - VI ZR 332/94 - NJW 1996, 984).
Ein Entschädi­gungs­an­spruch we­gen ei­nes rechts­wid­ri­gen und schuld­haf­ten Ein­griffs in das Persönlich­keits­recht hat darüber hin­aus­ge­hend zur Vor­aus­set­zung, dass zum ei­nen ei­ne schwer­wie­gen­de Ver­let­zung des Persönlich­keits­rechts vor­liegt, was von Be­deu­tung und Trag­wei­te des Ein­griffs, An­lass und Be­weg­grund so­wie Grad des Ver­schul­dens abhängt, und zum an­de­ren die Be­ein­träch­ti­gung nach der Art der Ver­let­zung nicht auf an­de­re Wei­se be­frie­di­gend aus­ge­gli­chen wer­den kann (BAG 18. De­zem­ber 1984 - 3 AZR 389/83 - AP BGB § 611 Persönlich­keits­recht Nr. 8 = EzA BGB § 611 Persönlich­keits­recht Nr. 2; BGH 5. Ok­to­ber 2004 - VI ZR 255/03 - BGHZ 160, 298; 12. De­zem­ber 1995 - VI ZR 223/94 - NJW 1996, 985). Für den Streit­fall ist da­bei zu berück­sich­ti­gen, dass im Rah­men des al­lein noch zu prüfen­den de­liktsrecht­li­chen Tat­be­stan­des des § 831 BGB ggf. nur ein fahrlässi­ges Über­wa­chungs- oder
Aus­wahl­ver­schul­den ge­ge­ben sein wird, was der An­nah­me ei­ner schwer­wie­gen­den Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung ent­ge­gen­ste­hen könn­te.
Ein Fest­stel­lungs­an­trag die­ser Art dient zum ei­nen der Hem­mung der Verjährung gemäß § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB. Da­ne­ben bie­tet er dem Kläger den Vor­teil, dass der Grund des Scha­dens­er­satz­an­spru­ches geklärt wird und im Fal­le späte­rer Fol­geschäden nur noch der Ur­sa­chen­zu­sam­men­hang mit dem Scha­dens­er­eig­nis und die
Scha­denshöhe nach­zu­wei­sen sind. Vor die­sem Hin­ter­grund sind die An­for­de­run­gen an die Be­stimmt­heit des An­tra­ges fest­zu­set­zen. Soll ein späte­rer Rechts­streit über den Grund des Scha­dens­er­satz­an­spru­ches ver­mie­den wer­den, muss die­ser klar aus dem Fest­stel­lungs­an­trag her­vor­ge­hen. Die An­for­de­run­gen an die Be­stimmt­heit wer­den hin-ge­gen über­spannt, wenn man wie das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin (7. No­vem­ber 2002 - 16 Sa 938/02 -) ver­lan­gen woll­te, den An­trag so zu fas­sen, dass späte­re Rechts­strei­tig­kei­ten über die Kau­sa­lität zukünf­ti­ger Scha­dens­fol­gen ver­mie­den wer­den. Dies ver­langt dem Geschädig­ten et­was Un­zu­mut­ba­res ab. Der­ar­ti­ge Rechts­strei­tig­kei­ten können und sol­len durch die­se Art des An­tra­ges nicht ver­mie­den wer­den.
zur Übersicht 8 AZR 709/06

References: § 23
 § 831
 § 72
 § 60
 § 38
 § 309
 § 64
 § 128
 § 156
 § 156
 Art. 20
 Art. 19
 § 8
 § 2
 § 2
 § 276
 § 225
 Art. 229
 § 5
 Art. 229
 § 6
 Art. 229
 § 5
 § 611
 § 611
 § 611
 § 4
 § 823
 § 615
 § 4
 § 4
 § 611
 § 37
 § 37
 § 626
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 § 278
 § 618
 § 618
 § 241
 § 242
 Art. 2
 § 611
 § 97
 Art. 2
 § 626
 Art. 2
 § 273
 § 278
 § 278
 § 273
 Art. 2
 Art. 2
 § 141
 § 618
 § 97
 § 618
 § 273
 § 618
 § 249
 § 618
 § 823
 § 823
 Art. 1
 § 823
 § 823
 § 823
 § 823
 § 831
 § 831
 § 831
 § 847
 § 831
 Art. 1
 Art. 2
 § 847
 § 611
 § 611
 BGH 
 § 831
 § 204