Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F17-03-2011-5A_851-2010
Timestamp: 2016-10-27 10:54:40+00:00

Document:
5A_851/2010 (17.03.2011)
5A_851/2010
beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hans Joos,
alle vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Nievergelt,
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden, I. Zivilkammer, vom 4. Oktober 2010.
Mit �ffentlicher Urkunde vom 25. August 2005 begr�ndete die S.________ SA Stockwerkeigentum an ihrem Grundst�ck Nr. 2875 in R.________. Geplant war die Erstellung eines Mehrfamilienhauses mit zehn Wohnungen (S 51189 - S 51198), einem Disponibelraum (S 51199) und einer unterirdischen Autoeinstellhalle (S 51200), wobei f�r Lage, Abgrenzung und Zusammensetzung der Stockwerkeinheiten auf die beigehefteten und unterschriebenen Aufteilungspl�ne verwiesen wurde (Ziff. I). Ausschliessliche Ben�tzungsrechte bestanden zugunsten der Stockwerkeinheiten S 51189 und S 51190 (Wohnungen Nrn. 1 und 2) an je einem Sitzplatz / Gartenanteil und zugunsten der Stockwerkeinheiten S 51191 - S 51198 (Wohnungen Nrn. 3 - 10) an je einem Balkon (Ziff. II). Die S.________ SA behielt sich die Rechte vor, ohne Begr�ssung und Zustimmung von im Grundbuch eingetragenen Eigent�mern verkaufter Stockwerkeinheiten zwei Aussenparkpl�tze und zwei Keller Interessenten zuzuweisen (Ziff. IV) sowie notwendig werdende �nderungen der Stockwerkeinheiten oder der Wertquoten an noch nicht verkauften Stockwerkeinheiten vorzunehmen und im Grundbuch eintragen zu lassen (Ziff. VII). Sie erkl�rte sich f�r unwiderruflich berechtigt, die Begr�ndung von Stockwerkeigentum mittels Nachtr�gen abzu�ndern und / oder zu erg�nzen sowie zugunsten und zulasten der Liegenschaft Nr. 2875 im Interesse der Gesamt�berbauung alle w�nschbaren Dienstbarkeiten zu begr�nden (Ziff. XI der Begr�ndungserkl�rung). Die Eintragung im Grundbuch erfolgte am 30. August 2005 verbunden mit der Anmerkung "Begr�ndung Stockwerkeigentum vor Erstellen des Geb�udes". Gleichentags wurde das Reglement im Grundbuch angemerkt.
In die Kaufvertr�ge �ber Stockwerkeigentumsanteile nahm die S.________ SA als Verk�uferin die Bestimmungen auf, dass sie allf�llige interne �nderungen an der Liegenschaft als Ganzes sowie �nderungen an der Fassade, welche das Kaufobjekt nicht tangieren, vornehmen darf (Ziff. 5), dass die K�uferschaft die Erkl�rung auf Begr�ndung von Stockwerkeigentum mit Aufteilungspl�nen sowie das Reglement der Stockwerkeigent�mergemeinschaft anerkennt (Ziff. 8) und dass die K�uferschaft die Verk�uferin unwiderruflich und mit dem Recht zur Abgabe der Grundbuchanmeldung bevollm�chtigt, einseitig und ohne Mitwirkung der K�uferschaft, namentlich die Zuweisungen gem�ss Ziff. IV vorzunehmen und die Rechte gem�ss Ziff. XI der Begr�ndungserkl�rung auszu�ben (Ziff. 14). Gem�ss diesen und weiteren Vertragsbestimmungen erwarben in den Jahren 2006 und 2007 A.________, B.________, C.________, D.________, E.________ und F.________ (fortan: Beschwerdegegner) die ihnen heute geh�renden Stockwerkeinheiten. Mit Vertrag vom 28. M�rz 2008 kauften X.________ und Y.________ (hiernach: Beschwerdef�hrer) die Wohnung Nr. 3 (S 51191) und einen Miteigentumsanteil an der Autoeinstellhalle (S 51200) mit dem Benutzungsrecht am Einstellplatz Nr. 2. Ihnen gegen�ber verpflichtete sich die S.________ SA als Verk�uferin zus�tzlich, auf Kosten der K�ufer beim Elternschlafzimmer (NW) statt des Fensters eine T�re einzubauen und vor dieser T�re einen Sitzplatz zu erstellen (Ziff. 4 Abs. 3 des Kaufvertrages).
Kurze Zeit nach ihrem Kauf vom 28. M�rz 2008 liessen die Beschwerdef�hrer das Fenster durch eine T�re ersetzen und den Gartensitzplatz erstellen. Mit Einschreibebrief vom 18. August 2008 wurden die Beschwerdef�hrer von mehreren Stockwerkeigent�mern, unter anderem den Beschwerdegegnern 3 - 6, aufgefordert, innert Frist die Gartenterrasse zu entfernen und den urspr�nglichen Zustand des Gartens wieder herzustellen. In der Folge verwiesen die Beschwerdef�hrer auf den ihnen vertraglich zugesicherten Sitzplatz, w�hrend die Beschwerdegegner auf der Entfernung des Sitzplatzes und der Balkont�re und auf der Wiederherstellung des urspr�nglichen Zustandes von Garten und Hausfassade beharrten. Mitte 2009 leiteten die Beschwerdegegner den Prozess ein mit entsprechenden Klagebegehren, denen sich die Beschwerdef�hrer widersetzten. Das Bezirksgericht G.________ wies die Klage ab (Urteil vom 13. April 2010).
Die Beschwerdegegner legten gegen das bezirksgerichtliche Urteil Berufung ein und erneuerten ihre Klagebegehren, blieben dann aber der Berufungsverhandlung unentschuldigt fern. Das Kantonsgericht Graub�nden urteilte daraufhin im Kontumazverfahren und hiess die Berufung gut. Es verpflichtete die Beschwerdef�hrer, den n�rdlich vor der Wohnung Nr. 3 der T.________ (S 51191) erstellten Gartensitzplatz auf eigene Kosten zu entfernen und den urspr�nglichen Zustand des Gartens wieder herzustellen sowie die Balkont�re, die vom Schlafzimmer der Wohnung in den Garten f�hrt, auf eigene Kosten zu entfernen und das urspr�ngliche Erscheinungsbild der Hausfassade wieder herzustellen (Urteil vom 4. Oktober 2010).
Mit Eingabe vom 2. Dezember 2010 beantragen die Beschwerdef�hrer dem Bundesgericht, die Klage abzuweisen, eventuell die Sache an das Kantonsgericht zur neuen Beurteilung zur�ckzuweisen. Es sind die Akten, hingegen keine Vernehmlassungen eingeholt worden.
Die Beschwerde gem�ss Art. 72 ff. BGG ist grunds�tzlich zul�ssig. Die R�ge willk�rlicher Anwendung kantonalen Rechts kann im Rahmen der Beschwerde in Zivilsachen gepr�ft werden (Art. 95 lit. a BGG), so dass es hiezu entgegen der Ansicht der Beschwerdef�hrer keiner zus�tzlichen subsidi�ren Verfassungsbeschwerde bedarf (Art. 113 BGG; vgl. BGE 134 III 379 E. 1.2 S. 382 f.; 133 III 446 E. 3.1 S. 447 f.). Auf die Beschwerde kann eingetreten werden.
Das Kantonsgericht hat die Zul�ssigkeit der Klage gem�ss Art. 641 Abs. 2 ZGB bejaht (E. 3 S. 6). Es ist davon ausgegangen, die Erstellung des Gartensitzplatzes und der Balkont�re k�nne sich weder auf die Vorbehalte zugunsten der S.________ SA in der Begr�ndungserkl�rung, dem Reglement und den Kaufvertr�gen noch auf einen Beschluss der Stockwerkeigent�mergemeinschaft st�tzen und sei insoweit widerrechtlich (E. 5 S. 13 ff. des angefochtenen Urteils). Die beiden Punkte sind vor Bundesgericht unangefochten geblieben und deshalb nicht zu pr�fen (Art. 106 Abs. 1 und Art. 42 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 229 E. 4.1 S. 235; 136 II 304 E. 2.5 S. 314). Streitig sind hingegen die Pr�fungsbefugnis des Kantonsgerichts im Kontumazverfahren (E. 3), die Bedeutung des Aufteilungsplans, in dem vor dem nordwestlichen Eckzimmer der Wohnung Nr. 3 mit einem Stift ein Rechteck eingezeichnet und darin handschriftlich "Neuer, nicht vorgesehener, Sitzplatz und abge�ndertes Fenster zu einer Aussent�re" vermerkt ist (E. 4 und 5), sowie die kantonsgerichtliche Beurteilung, der Abwehranspruch der Beschwerdegegner sei nicht verwirkt (E. 6 hiernach).
Eine willk�rliche Anwendung kantonalen Rechts erblicken die Beschwerdef�hrer darin, dass das Kantonsgericht bei der Begr�ndung des Kontumazurteils �ber das von den Parteien tats�chlich Vorgebrachte hinausgegangen sei und ausser Acht gelassen habe, dass die Beschwerdegegner sich nicht mit den Erw�gungen des Bezirksgerichts auseinandergesetzt und lediglich einen unbegr�ndeten Antrag gestellt h�tten (S. 6 f. Ziff. 1 der Beschwerdeschrift).
3.1 Das Kantonsgericht hat festgehalten, dass die Beschwerdegegner und ihr Rechtsanwalt der Berufungsverhandlung unentschuldigt ferngeblieben und deshalb s�umig seien und dass in Durchf�hrung des Kontumazverfahrens das angefochtene Urteil im Rahmen der Antr�ge anhand der Akten und der Stellungnahme der Gegenpartei zu �berpr�fen sei. Diese �berpr�fung habe sowohl in tats�chlicher wie in rechtlicher Hinsicht grunds�tzlich umfassend zu geschehen, handle es sich doch bei der Berufung um ein vollkommenes Rechtsmittel (E. 2 S. 5 f. des angefochtenen Urteils). Der Sache nach r�gen die Beschwerdef�hrer eine �berschreitung der Pr�fungsbefugnis im Kontumazverfahren. Das Bundesgericht pr�ft die massgebenden Prozessvorschriften nur auf Willk�r hin (Art. 9 BV; vgl. BGE 116 III 70 E. 2b S. 71; 132 I 13 E. 5.1 S. 18; 136 I 395 E. 2 S. 397).
3.2 Nach der Zivilprozessordnung des Kantons Graub�nden (ZPO; RB/GR 320.000) hat die Berufung die Antr�ge auf Ab�nderung des erstinstanzlichen Urteils zu enthalten (Art. 219 Abs. 1 ZPO/GR). Von hier nicht in Betracht fallenden Ausnahmen abgesehen (Art. 224 ZPO/GR), findet eine Berufungsverhandlung mit allf�lliger Beweiserhebung und mit Parteivortr�gen statt (Art. 225 ff. ZPO/GR). Bleibt eine Partei trotz geh�riger Vorladung bei der Hauptverhandlung aus, wird gem�ss Art. 228 Abs. 1 ZPO/GR die andere Partei gleichwohl zum Vortrag ihrer Begehren zugelassen und findet sodann das Kontumazverfahren statt. In den Art. 125 ff. ZPO/GR ist das Verfahren in Kontumazf�llen geregelt. Findet das Kontumazverfahren an der Hauptverhandlung statt, entscheidet das Gericht nach Anh�rung der anwesenden Partei aufgrund der gestellten Antr�ge und Beweismittel (Art. 127 ZPO/GR). Dem Kontumazurteil wird somit nicht einfach der Sachverhalt zugrunde gelegt, wie ihn die an der Hauptverhandlung anwesende Partei behauptet. Das Gericht hat vielmehr die gesamten Akten, insbesondere die von der s�umigen Partei bereits bewiesenen Behauptungen sowie deren Antr�ge zu ber�cksichtigen. Dabei gelten die tats�chlichen Vorbringen der anwesenden Partei grunds�tzlich als bestritten und m�ssen bewiesen werden. Die Regelung bedeutet ein Abweichen von der Verhandlungsmaxime zugunsten der Richtigkeit des Urteils in tats�chlicher Hinsicht (vgl. Marco Ettisberger, Der B�ndner Zivilprozess im �berblick unter besonderer Ber�cksichtigung einzelner Verfahrensarten, Diss. Z�rich 1987, S. 83; vgl. zur Bestrittenheit der Tatsachenbehauptungen der nicht s�umigen Partei: Urteile 4A_434/2008 vom 2. M�rz 2009 E. 4.2 und 5P.496/2006 vom 22. Januar 2007 E. 3.5). Dem b�ndnerischen Kontumazverfahren steht keine bundesrechtliche Vorschrift entgegen (Urteil 4A_602/2008 vom 12. M�rz 2009 E. 4, in: SZZP 2009 S. 269).
3.3 Die Beschwerdef�hrer wenden ein, das Kantonsgericht h�tte bei w�rtlicher Auslegung von Art. 127 ZPO/GR lediglich ihre tats�chlichen Behauptungen, den unbegr�ndeten Berufungsantrag der Beschwerdegegner und die Beweise (Begr�ndungserkl�rung samt Aufteilungspl�nen, Reglement, Kaufvertr�ge) ber�cksichtigen d�rfen. Zu einer derartigen Auslegung besteht kein Anlass. Willk�rfrei durfte das Kantonsgericht auf der Grundlage des gesamten Prozessmaterials sein Kontumazurteil f�llen, wie es das in seiner Rechtsprechung auch hervorhebt (z.B. Praxis des Kantonsgerichts, PKG 1998 Nr. 11 S. 42).
3.4 Die Beschwerdef�hrer werfen dem Kantonsgericht vor, es habe nicht beachtet, dass sich der im Verfahren Unterlegene mit dem Urteil der Vorinstanz auseinandersetzen m�sse. Der Willk�rvorwurf ist unbegr�ndet, da im Kontumazverfahren die Verhandlungsmaxime zugunsten der materiellen Wahrheit eingeschr�nkt ist. Praxisgem�ss �berpr�ft das Kantonsgericht als Berufungsinstanz das angefochtene Urteil in tats�chlicher wie in rechtlicher Hinsicht umfassend (z.B. PKG 2005 Nr. 7 S. 44 E. 2).
3.5 Aus den dargelegten Gr�nden hat sich das Kantonsgericht keine Pr�fungsbefugnis angemasst, die ihm unter Willk�rgesichtspunkten nicht zust�nde. Welche Schl�sse es aus den Akten gezogen hat, betrifft nicht die Frage nach der Urteilsgrundlage im Kontumazverfahren, sondern das Kontumazurteil in der Sache.
In der Sache ist zwischen den Parteien streitig, ob die Beschwerdegegner ihre Stockwerkeigentumsanteile im Jahre 2006 und 2007 auf der Grundlage des Aufteilungsplans gekauft haben, in dem vor dem nordwestlichen Eckzimmer der Wohnung Nr. 3 mit einem Stift ein Rechteck eingezeichnet und darin handschriftlich "Neuer, nicht vorgesehener, Sitzplatz und abge�ndertes Fenster zu einer Aussent�re" vermerkt ist. Die zu beantwortende Tatfrage steht vor folgendem rechtlichen Hintergrund:
4.1 Der Aufteilungsplan im Stockwerkeigentum geh�rt zwar zu den Grundbuchbelegen, ist aber keine �ffentliche Urkunde im Sinne von Art. 9 ZGB und nimmt am �ffentlichen Glauben des Grundbuchs nicht teil (vgl. BGE 118 II 291 E. 3a S. 293 f.; 132 III 9 E. 3.3 S. 13). Die davon abweichende Auffassung der Beschwerdef�hrer trifft nicht zu. Gest�tzt auf den Aufteilungsplan haben die Beschwerdef�hrer gegen�ber den Beschwerdegegnern folglich keinerlei dingliche Rechte gutgl�ubig erwerben k�nnen, und die Beschwerdef�hrer sind in ihrem guten Glauben grunds�tzlich gesch�tzt, dass keine anderen als die im Grundbuch gest�tzt auf den Begr�ndungsakt eingetragenen dinglichen Rechte bestehen (Art. 973 Abs. 1 ZGB; vgl. Urteil 5C.301/2005 vom 17. Februar 2006 E. 3, in: ZBGR 89/2008 S. 292).
4.2 Besondere Nutzungsrechte an gemeinschaftlichen Teilen wie ein Gartensitzplatz sind - unter Vorbehalt dienstbarkeitsrechtlicher Einr�umung - nicht dinglicher Natur, sondern verpflichten alle nicht berechtigten Miteigent�mer auf schuldrechtlicher Grundlage, die besondere Nutzung durch den berechtigten Miteigent�mer zu dulden (vgl. BGE 122 III 145 E. 4b S. 148). Unter schuldrechtlichem Blickwinkel kann daher entscheidend sein, ob die Beschwerdegegner mit dem Kauf ihrer Stockwerkeigentumsanteile dem Gartensitzplatz der Beschwerdef�hrer (allenfalls konkludent) zugestimmt haben, weil auf dem Aufteilungsplan, der zu den Vertragsunterlagen geh�rt hat, vor der Wohnung Nr. 3 der Beschwerdef�hrer mit einem Stift ein Rechteck eingezeichnet und darin handschriftlich "Neuer, nicht vorgesehener, Sitzplatz und abge�ndertes Fenster zu einer Aussent�re" vermerkt war. Streitig ist somit, in welchem Zeitpunkt diese Erg�nzung des Aufteilungsplans - vor oder nach Abschluss der Kaufvertr�ge der Beschwerdegegner - stattgefunden hat.
4.3 Dass die Erg�nzung des Aufteilungsplans von Beginn an oder sicher vor Abschluss der Kaufvertr�ge der Beschwerdegegner schon bestanden hat, haben die Beschwerdef�hrer zu behaupten und zu beweisen (vgl. E. 4c S. 7 des angefochtenen Urteils). Denn im Prozess gem�ss Art. 641 Abs. 2 ZGB trifft die Beschwerdegegner als Kl�ger die Beweislast f�r ihr Eigentum und f�r die Sachumst�nde, dass auf ihr Eigentum eingewirkt wird (hier: durch Erstellung eines Gartensitzplatzes und einer Balkont�re), w�hrend es den Beschwerdef�hrern als Beklagten obliegt, die Sachumst�nde zu beweisen, aus denen ihre Berechtigung zur Einwirkung hervorgeht (hier: die schuldrechtliche Duldungspflicht der Beschwerdegegner; vgl. Urteil 5C.191/1998 vom 11. M�rz 1999 E. 4b). Der Beweislast folgt die Behauptungslast (vgl. BGE 132 III 186 E. 4 S. 191). Die davon abweichende Auffassung der Beschwerdef�hrer trifft nicht zu (vgl. S. 10 Ziff. 2g der Beschwerdeschrift).
Gest�tzt auf das gesamte Prozessmaterial hat das Kantonsgericht festgehalten, dass nicht rechtsgen�glich behauptet worden sei, geschweige denn als erstellt gelten k�nne, der Gartensitzplatz und die Balkont�re seien bereits zur Zeit der Vertragsunterzeichnung durch die Beschwerdegegner in den Jahren 2006 und 2007 im Aufteilungsplan eingezeichnet gewesen. Damit k�nnten demnach die Einwirkungen auf das Miteigentum der Beschwerdegegner als Stockwerkeigent�mer nicht gerechtfertigt werden (S. 8 ff. E. 4c/aa-cc des angefochtenen Urteils). Die Beschwerdef�hrer r�gen willk�rliche Tatsachenfeststellungen, Verletzungen der Eventualmaxime und bundesrechtswidrige Substantiierungsanforderungen (S. 7 ff. Ziff. 2-5 der Beschwerdeschrift).
5.1 Das Kantonsgericht hat die massgebenden Prozessgrunds�tze dargestellt und ausgef�hrt, es gelte die Verhandlungsmaxime und nach der Eventualmaxime seien nur rechtzeitige Tatsachenvorbringen, die inhaltlich ausreichend zu substantiieren seien, zu ber�cksichtigen. Zu den Tatsachenvorbringen im bezirksgerichtlichen Verfahren hat das Kantonsgericht festgestellt, die Beschwerdegegner h�tten den Aufteilungsplan mit der handschriftlichen Erg�nzung als Teil der Beilage Nr. 4 ins Recht gelegt, doch seien weder die Beschwerdegegner noch die Beschwerdef�hrer in ihren Rechtsschriften auf den Aufteilungsplan eingegangen. An der Hauptverhandlung h�tten die Beschwerdef�hrer auf den Aufteilungsplan mit den Einzeichnungen einer T�re und eines Gartensitzplatzes hingewiesen, doch sei es dazu zu sp�t gewesen (vgl. E. 4c/aa S. 8 ff. des angefochtenen Urteils).
5.2 Die Beschwerdef�hrer r�gen aktenwidrige, offensichtlich unrichtige Feststellungen zu den Tatsachenvorbringen, r�umen aber ein, dass der Aufteilungsplan bzw. der handschriftliche Eintrag "Neuer, nicht vorgesehener, Sitzplatz und abge�ndertes Fenster zu einer Aussent�re" nicht in den Rechtsschriften erw�hnt wurde (S. 11 Ziff. 3 der Beschwerdeschrift). Eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG liegt somit nicht vor (vgl. zum Begriff: BGE 134 V 53 E. 4.3 S. 62; 135 II 145 E. 8.1 S. 153). Aktenkundig ist auch, dass die Beschwerdef�hrer gem�ss den abgegebenen Pl�doyernotizen an der Hauptverhandlung darauf hingewiesen haben, im Aufteilungsplan sei anstelle eines Fensters eine T�re und ein Gartensitzplatz eingezeichnet, und dass die Beschwerdef�hrer daraus gefolgert haben, die Beschwerdegegner h�tten im Zeitpunkt des Kaufs ihrer Stockwerkeinheiten den Aufteilungsplan mit T�re und Sitzplatz gesehen und mit ihrem Kaufvertrag akzeptiert.
5.3 Zur Anwendung der Eventualmaxime ergibt sich Folgendes:
5.3.1 Bis zu welchem Zeitpunkt im Verfahren Tatsachen behauptet und zum Beweis verstellt werden k�nnen, ist hier eine Frage des kantonalen Zivilprozessrechts. Denn Art. 8 ZGB schr�nkt die Kantone in der Ausgestaltung der Eventual- und Verhandlungsmaxime nicht ein (BGE 116 II 196 E. 3a S. 201 und 594 E. 3a S. 595).
5.3.2 Gem�ss Art. 118 ZPO/GR ist es Sache der Parteien, dem Gericht das Tats�chliche des Rechtsstreites darzulegen, und legt das Gericht seinem Verfahren nur rechtzeitig geltend gemachte Tatsachen zugrunde. Rechtzeitig meint in den Rechtsschriften und nicht erst im Beweisverfahren oder in den Parteivortr�gen an der m�ndlichen Hauptverhandlung (PKG 2002 Nr. 7 S. 61 E. 4; 1997 Nr. 5 S. 28 E. 2a; 1987 Nr. 9 S. 53 E. 2). Von diesem Grundsatz bestehen Ausnahmen beispielsweise f�r gewisse Prozesseinreden (vgl. Ettisberger, a.a.O., S. 23) und f�r erst nach Abschluss des Schriftenwechsels eingetretene Tatsachen (vgl. Nay, Zivilprozessordnung und Gerichtsverfassungs-gesetz des Kantons Graub�nden, 1986, N. 2 zu Art. 117 ZPO/GR). Auf derartige Ausnahmen berufen sich die Beschwerdef�hrer nicht. Sie schildern, was die Beschwerdegegner in ihrer Prozesseingabe vorgetragen h�tten (S. 7 ff. Ziff. 2), verkennen damit aber, dass sie selber behauptungs- und beweisbelastet gewesen sind (E. 4.3 hiervor).
5.3.3 Verfahrensm�ssig steht fest, dass die Beschwerdegegner als Beilage Nr. 4 die "Erkl�rung auf Begr�ndung von Stockwerkeigentum" der S.________ SA mit dem Aufteilungsplan ins Recht gelegt haben, auf dem vor der Wohnung Nr. 3 der Beschwerdef�hrer mit einem Stift ein Rechteck eingezeichnet und darin handschriftlich "Neuer, nicht vorgesehener, Sitzplatz und abge�ndertes Fenster zu einer Aussent�re" vermerkt ist. Die Beschwerdef�hrer haben diese Tatsache (Einzeichnung und Vermerk im Aufteilungsplan) in ihrer Prozessantwort nicht er�rtert und dazu keinerlei Behauptungen aufgestellt. Erst an der Hauptverhandlung sind sie auf die handschriftlich erg�nzte Planunterlage eingegangen. Dass die entsprechenden Tatsachenbehauptungen an der Hauptverhandlung nicht mehr ber�cksichtigt wurden, verletzt die Eventualmaxime unter Willk�rgesichtspunkten nach dem Gesagten nicht. Desgleichen k�nnen die Beschwerdef�hrer nichts aus einer fehlenden Bestreitung von Seiten der Beschwerdegegner an der Hauptverhandlung ableiten, gilt doch gem�ss Art. 156 Abs. 1 ZPO/GR ohnehin als bestritten, was nicht zugestanden wird. Willk�rfrei durfte das Kantonsgericht deshalb gest�tzt auf kantonale Prozessrechtsbestimmungen annehmen, die Tatsachenbehauptung der Beschwerdef�hrer sei versp�tet, der Gartensitzplatz und die Balkont�re seien bereits zur Zeit der Vertragsunterzeichnung durch die Beschwerdegegner in den Jahren 2006 und 2007 im Aufteilungsplan eingezeichnet gewesen (Art. 9 BV; vgl. zum Begriff: BGE 136 I 316 E. 2.2.2 S. 318 f.).
5.4 Die Beschwerdef�hrer werfen dem Kantonsgericht vor, an die Substantiierung rechtzeitiger Tatsachenbehauptungen zu hohe Anforderungen zu stellen. Sie stossen sich an der Erw�gung, das blosse Vorhandensein von Tatsachen in den Beilagen gen�ge nicht, wenn sie in den Rechtsschriften nicht einmal in den Grundz�gen beschrieben w�rden und in den Rechtsschriften auch nicht hinsichtlich dieser Tatsachen auf die Beilagen verwiesen werde (vorab S. 9 Ziff. 2a und S. 12 Ziff. 5.1 der Beschwerdeschrift). Die Frage beurteilt sich nach Bundesrecht, das bestimmt, wie weit die anspruchsbegr�ndenden Tatsachen inhaltlich zu substantiieren sind, damit sie unter die massgeblichen Vorschriften des materiellen Rechts subsumiert werden k�nnen. Tatsachenbehauptungen m�ssen dabei so konkret formuliert werden, dass ein substantiiertes Bestreiten m�glich ist (vgl. BGE 127 III 365 E. 2b S. 368; 136 III 322 E. 3.4.2 S. 327 f.). Das Kantonsgericht hat in diesem Sinn nicht ausgeschlossen, dass f�r bestimmte Tatsachen auf Beilagen verwiesen werden darf, eine allgemeine Bezugnahme auf die Akten aber nicht gen�gen lassen und eine konkrete Verweisung verlangt, zumal es nicht Sache des Gerichts und der Gegenpartei ist, die rechtserheblichen Behauptungen in den Akten zusammenzusuchen (so auch Urteil 4A_141/2009 vom 7. September 2009 E. 13.3, in: SZZP 2010 S. 20). Die Beschwerdef�hrer haben in ihrer Prozessantwort zwar mehrfach auf die "Erkl�rung auf Begr�ndung von Stockwerkeigentum" (kl�g. act. 4) hingewiesen, jedoch in keinem Fall im Zusammenhang mit dem handschriftlich erg�nzten Aufteilungsplan. Die erstmals an der Hauptverhandlung auf den Aufteilungsplan gest�tzten Tatsachenvorbringen weichen zudem derart von den in den Rechtsschriften eingenommenen Standpunkten ab, dass sie nicht als darin enthaltene, sog. implizite Sachvorbringen gelten k�nnen (vgl. Urteil 5C.26/1991 vom 30. September 1991 E. 2 und 3, in: FZR/RFJ 1992 S. 72 ff.; Urteil 4A_165/2008 vom 11. November 2008 E. 7.3, in: SZZP 2009 S. 147 f.). Eine Verletzung der Substantiierungslast ist nicht dargetan.
5.5 Aus den dargelegten Gr�nden muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit sie sich gegen die kantonsgerichtliche Annahme richtet, die Beschwerdef�hrer h�tten nicht rechtsgen�glich behauptet, dass der Gartensitzplatz und die Balkont�re bereits zur Zeit der Vertragsunterzeichnung durch die Beschwerdegegner in den Jahren 2006 und 2007 im Aufteilungsplan eingezeichnet gewesen seien. Bei diesem Ergebnis er�brigt es sich, auf die weiteren Urteilsgr�nde (E. 4c/bb S. 10 ff.) und die darauf bezogenen R�gen (S. 12 ff. Ziff. 5.2-5.4) einzugehen. Gleicherweise kann dahingestellt bleiben, ob von einer (allenfalls konkludenten) Zustimmung der Beschwerdegegner h�tte ausgegangen werden k�nnen, wenn die erw�hnten Tatsachen rechtzeitig behauptet und bewiesen worden w�ren (Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG; vgl. BGE 135 III 513 E. 7.2 S. 525).
Streitig ist schliesslich, ob die Beschwerdegegner ihre Anspr�che rechtzeitig geltend gemacht oder wegen Duldung verloren haben.
6.1 Sachenrechtliche Abwehranspr�che sind im Grundsatz unbefristet und unverj�hrbar, k�nnen aber unter Umst�nden untergehen, wenn sie zu sp�t geltend gemacht werden. Eine Verwirkung wegen versp�teter Rechtsaus�bung ist jedoch nicht leichthin anzunehmen, weil nach Art. 2 Abs. 2 ZGB ein Recht nur dann nicht gesch�tzt werden darf, wenn sein Missbrauch offensichtlich ist. Eine Verwirkung setzt voraus, dass der Berechtigte die Verletzung seines Rechts w�hrend l�ngerer Zeit geduldet hat und der Verletzer, der inzwischen einen sch�tzenswerten Besitzstand erworben hat, in guten Treuen auf diese Unt�tigkeit vertrauen durfte (vgl. BGE 88 II 145 E. 3 S. 149 f.; 127 III 357 E. 4c/bb S. 364 und 506 E. 4a S. 513; Urteil 5C.307/2005 vom 19. Mai 2006 E. 6, in: ZBGR 88/2007 S. 132 ff.).
6.2 Eine langandauernde Duldung der Beschwerdegegner hat das Kantonsgericht verneint. Es hat festgestellt, die Beschwerdef�hrer h�tten die Erstellung des Gartensitzplatzes und der Balkont�re kurz nach dem Kauf ihrer Stockwerkeinheit vom 28. M�rz 2008 in Auftrag gegeben und w�ren von den Beschwerdegegnern mit Einschreiben vom 18. August 2008 zur Entfernung der Gartenterrasse und der Wiederherstellung des urspr�nglichen Zustandes aufgefordert worden. Sp�testens mit Schreiben vom 17. November 2008 h�tten die Beschwerdegegner die Beschwerdef�hrer ausdr�cklich auch zur Entfernung der Balkont�re angehalten. Ein Rechtsverlust infolge versp�teter Rechtsaus�bung sei weder hinsichtlich des Anspruchs auf Entfernung des Gartensitzplatzes noch bez�glich des Anspruchs auf Entfernung der Balkont�re eingetreten, h�tten doch die Beschwerde-gegner ihren Wohnsitz teilweise nicht in R.________ und seien f�r l�ngere Zeit auslandabwesend gewesen, wie sie vorinstanzlich unangefochten vorgebracht h�tten (E. 6 S. 16 ff. des angefochtenen Urteils).
6.3 Die Beschwerdef�hrer best�tigen, dass sie die Bauarbeiten im April 2008 in Auftrag gegeben h�tten. Sie halten daf�r, im Korrespondenzwechsel zwischen den Parteien von 2008 seien lediglich verschiedene Rechtsauffassungen hin- und hergeschoben worden. Ihren Rechtsanspruch h�tten die Beschwerdegegner somit nicht drei Monate nach Baubeginn erhoben, sondern erst mit dem Vermittlungsbegehren vom 10. Juli 2009, also mehr als 1 � Jahre nach Erstellung der baulichen Massnahmen. Dieses Zuwarten sei rechtsmissbr�uchlich. Die Beschwerdef�hrer erheben weiter Aktenwidrigkeitsr�gen gegen die Feststellungen �ber Wohnsitz und Auslandabwesenheit von Beschwerdegegnern und betreffend die Unangefochtenheit entsprechender Vorbringen im erstinstanzlichen Verfahren (S. 15 ff. Ziff. 6 der Beschwerdeschrift).
6.4 Entgegen der Annahme der Beschwerdef�hrer ist die fragliche Korrespondenz entscheidend. Mit Einschreibebrief vom 28. August 2008 haben die Beschwerdegegner unmissverst�ndlich Einspruch erhoben und die Beseitigung der Gartenterrasse verlangt (kl�g. act. 8). Es kann erg�nzt werden (Art. 105 Abs. 2 BGG), dass die Beschwerdef�hrer das Ansinnen richtig verstanden und darauf den Vorschlag unterbreitet haben, das Thema an der n�chsten Versammlung der Stockwerkeigent�mergemeinschaft zu besprechen (Schreiben vom 16. September 2008, kl�g. act. 9). In einem weiteren Antwortbrief vom 23. Oktober 2008 haben die Beschwerdef�hrer best�tigt, sie seien an einer einvernehmlichen und aussergerichtlichen L�sung interessiert und es sei ihnen ein Anliegen, dass die unangenehme Situation baldm�glichst gekl�rt und allenfalls, sofern dies �berhaupt notwendig sein sollte, an der Eigent�merversammlung vom 27. Dezember 2008 definitiv erledigt werden k�nne (kl�g. act. 6). Die Aufforderungen der Beschwerdegegner vom 17. November 2008, vom 9. Dezember 2008, vom 3. Februar 2009 und vom 18. Mai 2009, innert Frist den urspr�nglichen Zustand wieder herzustellen (kl�g act. 10-13), haben die Beschwerdef�hrer im Sinne einer allgemeinen einvernehmlichen L�sung erneut mit dem Vorschlag beantwortet, den Sommer abzuwarten und abzukl�ren, ob die bef�rchteten Immissionen �berhaupt eintreffen w�rden; sollte dem tats�chlich so sein, st�nde es den Beschwerdegegnern dann immer noch frei, gegen die S.________ SA auf Beseitigung des Gartensitzplatzes zu klagen (Schreiben vom 25. Mai 2009, kl�g. act. 14). Die Klage gegen die Beschwerdef�hrer wurde mit Vermittlungsbegehren vom 10. Juli 2009 eingereicht (kl�g. act. 15).
6.5 Die Korrespondenz belegt, dass von einem langandauernden widerspruchslosen Dulden der Beschwerdegegner, das bei den Beschwerdef�hrern h�tte berechtigtes Vertrauen in den bestehenden Zustand schaffen k�nnen, nicht ausgegangen werden darf. Der Einschreibebrief vom 28. August 2008 hat zur Rechtswahrung gen�gt (vgl. BGE 101 II 360 E. 4 S. 365 f.). Dass dieses Schreiben - soweit es inhaltlich und formell gen�gen sollte - rechtzeitig erfolgt ist, bestreiten die Beschwerdef�hrer nicht. Aus den dargelegten Gr�nden kann die kantonsgerichtliche Annahme nicht beanstandet werden, die Beschwerdegegner h�tten ihre Abwehranspr�che rechtzeitig geltend gemacht.
Insgesamt muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist. Die Beschwerdef�hrer werden damit kostenpflichtig, nicht hingegen entsch�digungspflichtig, da keine Vernehmlassungen eingeholt wurden (Art. 66 Abs. 1 und 5 sowie Art. 68 Abs. 1 BGG).

References: Art. 72
 BGE 
 Art. 641
 Art. 42
 BGE 
 BGE 
 Art. 228
 Art. 125
 Art. 127
 Art. 9
 BGE 
 BGE 
 Art. 641
 BGE 
 Art. 97
 BGE 
 Art. 8
 Art. 118
 Art. 117
 Art. 156
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 2
 BGE 
 BGE 
 Art. 68