Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=13.12.2001&Aktenzeichen=4%20C%203.01
Timestamp: 2019-12-13 23:12:28+00:00

Document:
BVerwG, 13.12.2001 - 4 C 3.01 - dejure.org
https://dejure.org/2001,80
BVerwG, 13.12.2001 - 4 C 3.01 (https://dejure.org/2001,80)
BVerwG, Entscheidung vom 13.12.2001 - 4 C 3.01 (https://dejure.org/2001,80)
BVerwG, Entscheidung vom 13. Dezember 2001 - 4 C 3.01 (https://dejure.org/2001,80)
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§ 35 Abs. 1 Nr. 6, Abs. 3 Nr. 5 BauGB, § 8a Abs. 2 Satz 2 BNatSchG, § 8 Abs. 3 BNatSchG (§ 11 Abs. 3 Satz 1 NatSchG), bauplanungsrechtliche und naturschutzrechtliche Abwägungen stehen eigenständig nebeneinander;
die Abwägungsentscheidung nach § 8 Abs. 3 BNatSchG (und § 11 ...
Windkraftanlage - Naturschutz - Außenbereichsvorhaben - Verunstaltung - Baugenehmigung
Privilegiertes Vorhaben im Außenbereich
Bauplanungsrecht, Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung im Außenbereich
Windkraftanlage im Außenbereich: Naturschutzrechtliche Hindernisse? (IBR 2002, 217)
VG Stuttgart, 30.09.1999 - 6 K 6170/98
NJW 2002, 194
NVwZ 2002, 1112
DVBl 2002, 706
DÖV 2002, 574
BauR 2002, 751
BauR 2002, 761
ZfBR 2002, 360
Auf das Urteil des Senats vom 13. Dezember 2001 - BVerwG 4 C 3.01 - (Buchholz 406.11 § 35 BauGB Nr. 350) kann sich das Oberverwaltungsgericht nicht stützen.
Die bauplanungsrechtlichen und die naturschutzrechtlichen Zulassungsvoraussetzungen für Vorhaben im Außenbereich haben jedoch einen jeweils eigenständigen Charakter und sind unabhängig voneinander zu prüfen (BVerwG, Urt. v. 13.12.2001 - 4 C 3.01 -, DÖV 2002, 574).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG, Urt. v. 13.12.2001 - 4 C 3.01 -, DÖV 2002, 574) haben jedoch die bauplanungsrechtlichen und die naturschutzrechtlichen Zulassungsvoraussetzungen für Vorhaben im Außenbereich einen jeweils eigenständigen Charakter und sind unabhängig voneinander zu prüfen.
Vom Zweck des Naturschutzrechts her, Natur und Landschaft zu schützen, ist es denkbar, dass ein im Außenbereich privilegiertes Vorhaben zwar die Hürde des § 35 Abs. 1 BauGB nimmt und gleichwohl an einer naturschutzrechtlichen Regelung scheitert oder zumindest nur mit Auflagen genehmigungsfähig ist (vgl. BVerwG, Urt. v. 13.12.2001, a.a.O., m. w. Nachw.).
Die Behörde hat in einer die gesetzliche Wertung für den konkreten Einzelfall nachvollziehenden Abwägung zu ermitteln, ob dem Vorhaben die in § 35 Abs. 3 Satz 1 BauGB beispielhaft genannten öffentlichen Belange entgegenstehen (BVerwG, Urt. v. 13.12.2001, a.a.O.).
Die materielle naturschutzrechtliche Prüfung erfolgt innerhalb des jeweiligen Zulassungsverfahrens - hier des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens - hingegen eigenständig am Maßstab der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung (vgl. BVerwG, Urt. v. 13.12.2001 - 4 C 3.01 -, NuR 2002, 360, 361).
Auch die Rüge, der Verwaltungsgerichtshof sei mit dem Rechtssatz, ein vermeidbarer Eingriff im naturschutzrechtlichen Sinne führe ungeachtet des eigenständigen Charakters der bauplanungs- und naturschutzrechtlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen eines Außenbereichsvorhabens ohne Weiteres zu einer Beeinträchtigung der Belange des Naturschutzes im Sinne von § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 Alt. 1 BauGB, von dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Dezember 2001 - 4 C 3.01 - (Buchholz 406.11 § 35 BauGB Nr. 350) abgewichen, führt nicht zum Erfolg der Revision.
17 - BVerwG 4 C 3.01 (ZfBR 2002, 360) ausgeführt, es bedürfe der tatrichterlichen Würdigung, ob öffentliche Belange der Zulassung dieses grundsätzlich dem Außenbereich zugewiesenen Vorhabens entgegenständen.
Dieser vom Oberverwaltungsgericht nach der Leistungsfähigkeit der Anlagen (200 DM bzw. 100 EUR je 1 kw) berechnete Wert entspricht nach den Ermittlungen des Oberverwaltungsgerichts (vgl. Beschluss vom 30. April 2003, BauR 2003, 1546) bei Anlagen, deren Gesamthöhe 100 m nicht überschreitet, in etwa einem Zehntel der Rohbaukosten (vgl. Senatsbeschluss vom 13. Dezember 2001 - BVerwG 4 C 3.01 - Buchholz 360 § 13 GKG Nr. 112).
Die naturschutzrechtliche Abwägung nach § 15 Abs. 5 Halbsatz 2 BNatSchG unterliegt, wenn sie mit einer gesetzlich gebundenen Zulassungsentscheidung für ein Vorhaben nach § 35 Abs. 1 BauGB verknüpft ist (§ 17 Abs. 1, 18 Abs. 2 Satz 2 BNatSchG), wegen ihres akzessorischen Charakters vollständiger gerichtlicher Kontrolle; die Behörde hat keinen Abwägungsspielraum (vgl. BVerwG, Urteil vom 13.12.2001 - 4 C 3.01 -, NVwZ 2002, 1112).(Rn.66).
66 cc) Die naturschutzrechtliche Abwägung nach § 15 Abs. 5 Halbsatz 2 BNatSchG unterliegt, wenn sie - wie hier - mit einer gesetzlich gebundenen Zulassungsentscheidung für ein Vorhaben nach § 35 Abs. 1 BauGB verknüpft ist (§ 17 Abs. 1, 18 Abs. 2 Satz 2 BNatSchG), wegen ihres akzessorischen Charakters vollständiger gerichtlicher Kontrolle; die Behörde hat keinen Abwägungsspielraum (BVerwG, Urteil vom 13.12.2001 - 4 C 3.01 - NVwZ 2002, 1112).
c) Öffentliche Belange stehen dem Vorhaben nach der insoweit gebotenen, die gesetzliche Wertung des § 35 Abs. 1 Nr. 3 BauGB für den konkreten Einzelfall nachvollziehenden Abwägung, die gerichtlich voll überprüfbar und auch gegenüber der naturschutzrechtlichen Abwägung nach § 15 Abs. 5 BNatSchG eigenständig ist (BVerwG, Urteil vom 13.12.2001, a.a.O.), nicht entgegen.
Nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2001 (BVerwG, U.v. 13.12.2001 - 4 C 3.01 - NVwZ 2002, 1112 = juris Rn. 15 ff.) sollen die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege i. S. von § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB gegenüber den Regelungen des Naturschutzrechts einen völlig eigenständigen Charakter haben (…vgl. auch Nds. OVG, U.v. 28.1.2010 - 12 LB 243/07 - juris Rn. 46;… VG Neustadt a.d. Weinstraße, U.v. 15.11.2010 - 5 K 644/10.NW - juris Rn. 43 ff.;… Söfker in Spannowsky/Uechtritz, Beck'scher Online-Kommentar BauGB, Stand: Oktober 2015, § 35 Rn. 84).
Demgemäß hat das Revisionsgericht zu prüfen, ob die landesrechtliche Regelung die rahmenrechtlichen Vorgaben eingehalten und ob die Vorinstanz die Regelung rahmenrechtskonform ausgelegt hat (Urteile vom 27. September 1990 - BVerwG 4 C 44.87 - BVerwGE 85, 348 und vom 13. Dezember 2001 - BVerwG 4 C 3.01 - Buchholz 406.11 § 35 BauGB Nr. 350 S. 54; Beschluss vom 10. September 1999 - BVerwG 6 BN 1.99 - Buchholz 406.401 § 14 BNatSchG Nr. 1 S. 1 f.).
Lediglich für den Fall, dass die naturschutzrechtliche Abwägung mit einer gesetzlich voll gebundenen Zulassungsentscheidung wie der Baugenehmigung für ein Vorhaben nach § 35 Abs. 1 BauGB verknüpft ist, hat der 4. Senat des erkennenden Gerichts unter Hinweis auf den insoweit akzessorischen Charakter der Eingriffsregelung auch für die naturschutzrechtliche Abwägung einen behördlichen Abwägungsspielraum verneint (Urteil vom 13. Dezember 2001 a.a.O. S. 54).
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References: § 35
 § 8
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 § 11
 § 35
 § 35
 § 35
 § 35
 § 35
 § 13
 § 15
 § 35
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 § 35
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 § 13