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Timestamp: 2019-04-24 14:23:38+00:00

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Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein LütNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Lütjensee und Hochfelder See südöstlich Gut Bothkamp" vom 13. Dezember 1990 | gültig ab: 01.01.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Lütjensee und...
juris-Abkürzung: LütNatSchGV SH
Ausfertigungsdatum: 13.12.1990
Fundstelle: GVOBl. 1991, 31
Gliederungs-Nr: 791-4-124
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet
"Lütjensee und Hochfelder See südöstlich Gut Bothkamp"
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Lütjensee und Hochfelder See südöstlich Gut Bothkamp" vom 13. Dezember 1990 01.01.2003
Aufgrund des § 16 Abs. 1 des Landschaftspflegegesetzes verordnet der Minister für Natur, Umwelt und Landesentwicklung die folgenden §§ 1 bis 8 mit Ausnahme des § 5 Abs. 1 Nr. 4 ; aufgrund des § 39 Abs. 1 Nr. 8 des Landesjagdgesetzes verordnet der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei den folgenden § 5 Abs. 1 Nr. 4 und § 8 Abs. 1 :
(1) Die ausgedehnte Niederung südlich von Kirchbarkau mit dem Lütjensee und dem Hochfelder See sowie deren Verlandungszonen, der zwischen den Seen befindliche Höhenrücken sowie die südlich des Hochfelder Sees liegenden Feuchtgrünlandbereiche in den Gemeinden Bothkamp, Kirchbarkau und Warnau, Kreis Plön, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Lütjensee und Hochfelder See südöstlich Gut Bothkamp" unter Nummer 128 in das beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung als oberster Landschaftspflegebehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 155 ha groß und umfaßt in den Gemarkungen
Kirchbarkau, Flur 3, die Flurstücke 14/4, 21/1, 23/2, 24, 25/1, 27, 28/2, 31,
Bothkamp,
Flur 1, die Flurstücke 15/1, 19/3, 20/1, 20/2, 20/3, 20/4,
Flur 2, die Flurstücke 26/2, 26/3, 28/1, 28/2, 28/3, 29/2, 45, 46/1, 46/2, 46/3, 46/4, 46/5, 46/6, 77/1 halb, 77/2 halb, 76 halb,
Flur 3, die Flurstücke 1 teilweise und 27,
Warnau,
Flur 1, die Flurstücke 1/1, 3, 4, 5, 8, 10/1, 13/1 teilweise, 28/1 teilweise, 46/1 teilweise, 48, 49/1, 50/1, 53/1, 54, 59/1, 60/1, 62, 63 teilweise, 64 halb und
Flur 4, die Flurstücke 1, 2/1, 8/1, 8/2, 8/3, 8/4, 8/5, 8/10, 8/15, 8/16, 9/1, 9/3, 9/5, 9/13, 35, 36, 37, 38/1, 41/1, 45/1, 45/2, 48/1, 49/1, 52, 53/12, 53/13, 53/14, 53/18, 55 halb und 66/40.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den Abgrenzungskarten, Blatt 1 und 2, im Maßstab 1 : 5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karten ist beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung, Oberste Landschaftspflegebehörde, 2300 Kiel, verwahrt. Die Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.
Landrat des Kreises Plön - Untere Landschaftspflegebehörde -, 2320 Plön,
Amtsvorsteher des Amtes Preetz-Land, 2308 Preetz,
der Gemeinde Bothkamp, 2309 Bothkamp,
der Gemeinde Kirchbarkau, 2309 Kirchbarkau,
der Gemeinde Warnau, 2309 Warnau,
(1) Das Naturschutzgebiet dient der dauerhaften Sicherung und dem Schutz eines ausgedehnten naturnahen Niederungsgebietes mit verlandenden nährstoffreichen Seen, reich strukturierten, ausgedehnten Röhrichtzonen und Hochstaudenfluren, Niedermoorbereichen mit Bruchwäldern, Feuchtgebüsch, erlenreichen Hochstaudenfluren, Seggenriedern, Röhrichtbeständen sowie landwirtschaftlich genutzten Flächen. Aufgrund der großen Vielfalt der erdgeschichtlichen Erscheinungsformen bieten der Lütjensee und der Hochfelder See mit ihrer Umgebung Lebensräume und Lebensstätten für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Die hier vorzufindenden Standortbedingungen gewähren Pflanzen und Tieren von besonders bedrohten Arten eine Möglichkeit des Überlebens und der dauerhaften Arterhaltung.
(2) In dem Naturschutzgebiet sind alle Strukturen, Funktionen und Prozesse in ihrer Eigenart, Vielfalt und Schönheit dauerhaft und vollständig zu erhalten sowie die Eigenentwicklung der Arten und Lebensgemeinschaften zur Sicherung und Fortentwicklung der natürlichen genetischen Vielfalt zu gewährleisten. Deshalb sind nutzungsbedingte Störeinflüsse auszuschließen oder, soweit dies nicht möglich ist, zu minimieren.
(3) Sofern es zur Erhaltung oder Entwicklung bestimmter bedrohter Pflanzen- und Tierarten und ihrer Lebensgemeinschaften oder zur Regeneration des Naturhaushaltes erforderlich ist, sind Pflege-, Entwicklungs- und Renaturierungsmaßnahmen durchzuführen.
Gewässer auszubauen im Sinne des § 31 Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes oder Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserstand oder den Wasserabfluß verändern, oder Stoffe einzubringen oder einzuleiten oder zu entnehmen oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachteilig zu verändern;
die Lebensräume der Pflanzen und der Tiere sowie ihre Ökosysteme zu beseitigen oder nachteilig zu verändern, insbesondere durch chemische Stoffe oder mechanische Maßnahmen;
die auf den Schutzzweck ausgerichtete Pflege und Entwicklung der im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein befindlichen Flächen auf der Grundlage der Empfehlungen des Landesamtes für Naturschutz und Landschaftspflege;
die auf den Schutzzweck ausgerichtete forstwirtschaftliche Bodennutzung der im Eigentum des Landes Schleswig-Holstein befindlichen Waldflächen;
die ordnungsgemäße land- und forstwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes der übrigen, bei Inkrafttreten dieser Verordnung als
Acker genutzten, in den Abgrenzungskarten kariert dargestellten Flächen mit der Einschränkung, daß mit Wirkung vom 1. Januar 1993 ein Randstreifen von 10 m Breite weder bearbeitet noch genutzt werden darf und weder Pflanzenschutzmittel, Dünger noch andere Stoffe auf diesem Randstreifen ausgebracht werden dürfen;
Grünland genutzten, in den Abgrenzungskarten in waagerechter Schraffur dargestellten Flächen in der bisherigen Art, Intensität und dem bisherigen Umfang mit der Einschränkung, daß weder Pflanzenschutzmittel, Dünger noch andere Stoffe ausgebracht werden dürfen;
Wald genutzten Flächen in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang; bei Bruchwald, soweit die Bestimmungen des § 11 des Landschaftspflegegesetzes nicht entgegenstehen;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes
auf den Flächen des Landes Schleswig-Holstein, die einen Eigenjagdbezirk bilden, unter Berücksichtigung des Schutzzweckes nach den im Einvernehmen mit der obersten Landschaftspflegebehörde festzulegenden Anordnungen des Ministers für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei als oberste Jagdbehörde; unberührt von dieser Regelung bleibt die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdschutzes;
auf den übrigen Flächen mit der Einschränkung, daß die Jagd auf Wasserwild nur außerhalb der Wasser- und Röhrichtflächen einschließlich eines 50 m breiten Randstreifens und nur in der Zeit vom 16. Oktober bis zum 31. Dezember eines jeden Jahres zulässig ist, geschlossene Hochsitze nicht errichtet, Fütterungseinrichtungen nicht errichtet oder betrieben und Wildäcker nicht angelegt werden dürfen;
die erwerbsmäßige Ausübung der Fischerei im Hochfelder See nach Maßgabe der Empfehlungen des Landesamtes für Naturschutz und Landschaftspflege Schleswig-Holstein;
die nach Art, Umfang und Zeitraum einvernehmlich mit der unteren Landschaftspflegebehörde festgelegte, erforderliche Unterhaltung der der Vorflut dienenden Gewässer und der Gräben unter Beachtung des § 12 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes; chemische Stoffe dürfen dabei nicht verwendet werden;
die Maßnahmen zur Unterhaltung und Sicherung der Wege; wassergefährdende, auswasch- oder auslaugbare Materialien dürfen dabei nicht verwendet werden;
der jeweiligen Grundstücke durch die Grundstücksbesitzer oder deren Beauftragte zur Wahrnehmung berechtigter Interessen,
b)des Naturschutzgebietes durch Personen, die von den zuständigen Behörden dazu ermächtigt worden sind;
von den Verboten des § 4 Abs. 1 Nr. 12, 13 und 18 ,
bei Grundräumungen, Grundinstandsetzungen oder einer den Schutzzweck berührenden Inanspruchnahme von Flächen im Rahmen dieser Maßnahmen oder bei der Gewässerunterhaltung nach § 30 des Wasserhaushaltsgesetzes und § 47 Abs. 3 des Landeswassergesetzes
Ausnahmen zulassen, die nicht zu einer nachhaltigen Störung führen und den Schutzzweck nicht beeinträchtigen können. Sie ist auch zuständig für die Erteilung von Befreiungen nach § 61 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes und kann bei Gefährdung des Schutzzweckes die unaufschiebbaren, notwendigen Maßnahmen treffen.
§ 4 Abs. 1 Nr. 4 Leitungen jeder Art verlegt, Masten, Einfriedigungen oder Einzäunungen errichtet oder bestehende Einrichtungen oder Anlagen dieser Art wesentlich ändert;
§ 4 Abs. 1 Nr. 6 Gewässer ausbaut im Sinne des § 31 Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes oder Maßnahmen durchführt, die den Wasserstand oder den Wasserabfluß verändern, oder Stoffe einbringt oder einleitet oder andere Maßnahmen vornimmt, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachteilig zu verändern;
§ 7 Abs. 1 Nr. 7 Anlagen zur Entwässerung eines Grundstückes errichtet oder die bestehende Grundstücksentwässerung verändert;
§ 4 Abs. 1 Nr. 11 die Lebensräume der Pflanzen und der Tiere sowie ihre Ökosysteme beseitigt oder nachteilig verändert, insbesondere durch chemische Stoffe oder mechanische Maßnahmen;
§ 4 Abs. 1 Nr. 18 das Naturschutzgebiet außerhalb der Wege betritt oder im Naturschutzgebiet außerhalb der dafür bestimmten Wege reitet oder fährt.
(2) Gleichzeitig tritt die Kreisverordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Kreise Plön vom 15. Januar 1959 (Amtsbl. Schl.-H./AAz. S. 16) außer Kraft, soweit sie das in § 2 Abs. 1 dieser Verordnung beschriebene Gebiet betrifft.

References: § 16
 § 5
 § 39
 § 5
 § 8
 § 31
 § 7
 § 11
 § 1
 § 12
 § 4
 § 30
 § 47
 § 61

§ 4

§ 4
 § 31

§ 7

§ 4

§ 4
 § 2