Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F17-11-2004-2A-494-2004
Timestamp: 2016-10-28 00:46:10+00:00

Document:
Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Silvan H�rlimann,
Verf�gung der Eidgen�ssischen Bankenkommission
Am 9. Oktober 2003 teilte die Y.________ AG, ein Spezialchemiekonzern mit Sitz in A.________, in einer Ad-hoc-Meldung gem�ss � 15 des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes mit, sie werde auf den 1. Januar 2004 die europaweiten Spezialraffinerie-Aktivit�ten des Mineral�lkonzerns Z.________ �bernehmen. Mit dieser �bernahme werde sie ihren Umsatz mehr als verdoppeln; auch die Ertr�ge sollten sich dabei positiv entwickeln. Die Ank�ndigung f�hrte zu einem markanten Kursanstieg der Aktien der Y.________ AG.
Da bereits im Vorfeld der Ver�ffentlichung ein auff�lliger Kursanstieg sowie ein verst�rktes Umsatzvolumen festgestellt worden waren, leitete die deutsche Bundesanstalt f�r Finanzdienstleistungsaufsicht eine Untersuchung wegen des Verdachts eines Verstosses gegen das Insiderhandelsverbot im Sinne von � 14 des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes ein. Die Untersuchung ergab unter anderem, dass gewisse der in Frage stehenden Transaktionen von der B.________ in Auftrag gegeben worden waren.
Am 27. Januar 2004 ersuchte die Bundesanstalt f�r Finanzdienstleistungsaufsicht die Eidgen�ssische Bankenkommission hinsichtlich der �ber die B.________ im September 2003 ausgef�hrten K�ufe von insgesamt 42'374 Aktien der Y.________ AG um Amtshilfe (Art. 38 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 24. M�rz 1995 �ber die B�rsen und den Effektenhandel; B�rsengesetz, BEHG; SR 954.1). Die Eidgen�ssische Bankenkommission holte die gew�nschten Informationen ein und verf�gte am 15. Juli 2004, dem Gesuch werde entsprochen und der Bundesanstalt f�r Finanzdienstleistungsaufsicht mitgeteilt, die vom 8. bis. 29. September 2003 �ber die B.________ get�tigten K�ufe seien zugunsten von X.________ erfolgt; sie seien jedoch durch deren Bevollm�chtigten C.________ in Auftrag gegeben worden. Die Eidgen�ssische Bankenkommission wies die Bundesanstalt f�r Finanzdienstleistungsaufsicht ausdr�cklich darauf hin, dass diese Informationen ausschliesslich zur direkten Beaufsichtigung der B�rsen und des Effektenhandels verwendet werden d�rften. Im Einvernehmen mit dem Bundesamt f�r Justiz stimmte sie indessen bereits einer allf�lligen Weitergabe an die zust�ndigen Strafverfolgungsbeh�rden zu; diese seien darauf hinzuweisen, dass sich die Verwendung der Informationen auf den Verwendungszweck, d.h. die Ermittlung und Ahndung eines Insidervergehens, zu beschr�nken habe.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 7. September 2004 beantragt X.________ dem Bundesgericht, die Verf�gung der Eidgen�ssischen Bankenkommission vom 15. Juli 2004 aufzuheben. Eventuell sei das Amtshilfeersuchen zur Erg�nzung an die ersuchende Beh�rde zur�ckzuweisen; eventuell sei die Zustimmung zur Weiterleitung an die Strafverfolgungsbeh�rden aufzuheben bzw. die Eidgen�ssische Bankenkommission anzuweisen, eine allf�llige sp�tere Erm�chtigung zur Weiterleitung der Informationen an andere Beh�rden wiederum in Form einer rechtsmittelf�higen Verf�gung zu erteilen.
Am 22. Oktober 2004 beantragte die Beschwerdef�hrerin die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels. Der Pr�sident der II. �ffentlichrechtlichen Abteilung lehnte einen solchen unter Hinweis auf Art. 110 Abs. 4 OG "zurzeit" ab.
1.1 In Anwendung des B�rsengesetzes ergangene Amtshilfeverf�gungen der Eidgen�ssischen Bankenkommission unterliegen (unmittelbar) der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht (Art. 39 BEHG; vgl. BGE 127 II 323 E. 1). Die Beschwerdef�hrerin ist als durch die Amtshilfe betroffene Kontoinhaberin zu dieser ohne weiteres legitimiert (BGE 125 II 65 E. 1). Auf ihre frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
1.2 Die Beschwerdef�hrerin ersucht mit Eingabe vom 22. Oktober 2004, bei der B.________ s�mtliche Kontoer�ffnungsunterlagen einzuholen, da ihr nun zwei verschiedene Versionen des Antrages auf Er�ffnung eines Depots bei dieser Bank vorl�gen, wobei die einzig g�ltige Version keinen Bevollm�chtigten vorsehe. Zudem verf�ge sie nun auch wieder �ber den Verm�gensverwaltungsauftrag. Es sei deshalb ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.
Ein zweiter Schriftenwechsel findet nur ausnahmsweise statt (Art. 110 Abs. 4 OG). Die Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin enth�lt keine wesentlichen neuen Argumente, zu denen sich die Beschwerdef�hrerin bisher nicht h�tte �ussern k�nnen.
Die B.________ hat der Bankenkommission die Unterlagen �ber das Konto der Beschwerdef�hrerin zugestellt. Darunter befindet sich ein "Antrag auf Er�ffnung von Konten und Depots", der am 11. November 2002 von der Beschwerdef�hrerin unterzeichnet worden ist. Darauf wird C.________ als Bevollm�chtigter aufgef�hrt. Die Tatsache, dass die Beschwerdef�hrerin nun neu ein zweites Antragsformular einreicht, auf welchem kein Bevollm�chtigter bezeichnet ist, l�sst den sich aus der mindestens glaubhaften Bevollm�chtigung ergebenden Tatverdacht nicht entfallen. Wie es sich damit tats�chlich verh�lt, werden ohnehin die deutschen Beh�rden abzukl�ren haben. Die Beschwerdef�hrerin bestreitet jedenfalls in ihrer Beschwerde weder, dass die umstrittenen Transaktionen von C.________ in Auftrag gegeben wurden, noch, dass dieser Mitglied des Aufsichtsrats der Y.________ AG ist. Aus den Akten ergibt sich denn auch klar, dass mindestens ab 20. August 2003 C.________ als Bevollm�chtigter der Beschwerdef�hrerin die B�rsentransaktionen veranlasste ("Bev. C.________", "Bev. CC.________.", "C.________": Tagebuch, act. 8/23). Ob dieser von Anfang an �ber eine Vollmacht verf�gt hat oder ihm diese allenfalls erst sp�ter erteilt wurde, spielt in Bezug auf die hier interessierenden Transaktionen im September 2003 keine Rolle. Soweit die Beschwerdef�hrerin darlegt, der zweite Antrag spreche "gegen ein Zusammenwirken mit einem Herrn C.________", kann ihr deshalb nicht gefolgt werden. Denn weder dieses Dokument noch der Verwaltungsauftrag verm�gen darzutun, dass sie mit den verd�chtigen B�rsengesch�ften offensichtlich und unzweifelhaft nichts zu tun habe (vgl. BGE 128 II 407 E. 5.2.3 S. 419); sie hat dies denn auch nicht bereits in ihrer Beschwerde vorgetragen, was ihr ohne weiteres - d.h. auch ohne die entsprechenden Dokumente - m�glich gewesen w�re. Ein zweiter Schriftenwechsel dr�ngt sich daher nicht auf.
Nach Art. 38 Abs. 2 BEHG kann die Eidgen�ssische Bankenkommission ausl�ndischen Aufsichtsbeh�rden unter bestimmten Voraussetzungen nicht �ffentlich zug�ngliche Ausk�nfte und sachbezogene Unterlagen �bermitteln. Dabei muss es sich um "Aufsichtsbeh�rden �ber B�rsen- und Effektenh�ndler" handeln, die solche Informationen ausschliesslich zur direkten Beaufsichtigung der B�rsen und des Effektenhandels verwenden (Art. 38 Abs. 2 lit. a BEHG; "Spezialit�tsprinzip") und an ein Amts- oder Berufsgeheimnis gebunden sind (Art. 38 Abs. 2 lit. b BEHG). Die Informationen d�rfen nicht ohne vorg�ngige Zustimmung der schweizerischen Aufsichtsbeh�rde oder nur aufgrund einer generellen Erm�chtigung in einem Staatsvertrag an zust�ndige Beh�rden und Organe, die mit im �ffentlichen Interesse liegenden Aufsichtsaufgaben betraut sind, weitergegeben werden (Art. 38 Abs. 2 lit. c Satz 1 BEHG; "Prinzip der langen Hand"). Die Weiterleitung an Strafbeh�rden ist untersagt, wenn die Rechtshilfe in Strafsachen ausgeschlossen w�re. Die Aufsichtsbeh�rde entscheidet hier�ber im Einvernehmen mit dem Bundesamt f�r Justiz (Art. 38 Abs. 2 lit. c S�tze 2 und 3 BEHG). Soweit die zu �bermittelnden Informationen einzelne Kunden von Effektenh�ndlern betreffen ("kundenbezogene Informationen"), gilt das Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 �ber das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), das insbesondere eine vorherige Anh�rung des Kunden verlangt. Die Bekanntgabe von Informationen �ber Personen, die offensichtlich nicht in die zu untersuchende Angelegenheit verwickelt sind, ist unzul�ssig (Art. 38 Abs. 3 BEHG; "unbeteiligte Dritte"; BGE 128 II 407 E. 2).
Die deutsche Bundesanstalt f�r Finanzdienstleistungsaufsicht ist eine b�rsenrechtliche Aufsichtsbeh�rde, welcher die Bankenkommission im Rahmen von Art. 38 BEHG Amtshilfe leisten kann (vgl. Urteil 2A.519/ 2003 vom 5. Dezember 2003 E. 2.2.1, mit Hinweisen). Dies wird von der Beschwerdef�hrerin - zu Recht - nicht bestritten.
4.1 Wie jedes staatliche Handeln muss auch die Amtshilfe verh�ltnism�ssig sein (BGE 125 II 65 E. 6a S. 73). Verboten sind reine Beweisausforschungen ("fishing expeditions"), wobei indessen nicht die gleichen strengen Regeln gelten k�nnen wie bei der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen. Es ist zu beachten, dass der ausl�ndischen Aufsichtsbeh�rde in der Regel die �berwachung des Marktgeschehens schlechthin obliegt, weshalb an diesem breiten Auftrag zu messen ist, ob ein hinreichender Anlass f�r die Gew�hrung der Amtshilfe besteht. Die ersuchende Beh�rde muss im Amtshilfeverfahren neben den gesetzlichen Grundlagen der Untersuchung den relevanten Sachverhalt darstellen, die gew�nschten Ausk�nfte bzw. Unterlagen konkret bezeichnen und den Grund ihres Ersuchens nennen. Die Bankenkommission ihrerseits hat sich nicht dar�ber auszusprechen, ob die im Ersuchen genannten Tatsachen zutreffen oder nicht; insbesondere hat sie nicht abzukl�ren, ob tats�chlich Insider-Informationen ausgenutzt wurden oder nicht. Es gen�gt, wenn sich aufgrund der Sachverhaltsschilderung der ersuchenden Beh�rde, die nicht offensichtlich fehler- oder l�ckenhaft oder widerspr�chlich erscheint, hinreichende Anhaltspunkte daf�r ergeben, dass Transaktionen wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen vorgenommen worden sein k�nnten (Anfangsverdacht); dabei ist insbesondere der enge zeitliche Zusammenhang zwischen einem umstrittenen Gesch�ft und der �ffentlichen Bekanntgabe von bis dahin vertraulichen Informationen von Bedeutung. Die weiteren, eigentlichen Abkl�rungen obliegen der ausl�ndischen Aufsichtsbeh�rde; erst sie hat die ihr amtshilfeweise gelieferten Informationen im Zusammenhang mit eigenen weiteren Abkl�rungen umfassend zu w�rdigen. Gelingt es den an den kritischen Transaktionen beteiligten, ins Aufsichtsverfahren einbezogenen Personen nicht, den Anfangsverdacht klarerweise und entscheidend zu entkr�ften, ist die Amtshilfe zu gew�hren (zum Ganzen: BGE 128 II 407 E. 5.2.1 und 5.2.3, 127 II 142 E. 5a, je mit weiteren Hinweisen).
4.2 Nach der Ad-hoc-Mitteilung vom 9. Oktober 2003 war ein markanter Kursanstieg der Aktien der Y.________ AG zu verzeichnen. Bereits im Vorfeld dieser Meldung wurden indessen ein auff�lliges Ansteigen des Kurses sowie ein verst�rktes Umsatzvolumen festgestellt. Die in Frage stehenden Aktienk�ufe erfolgten im September und damit in der kritischen Periode kurz vor der Publikation der Mitteilung. Dies gen�gt als "Anfangsverdacht", um dem Amtshilfeersuchen zu entsprechen. Ob die Beschwerdef�hrerin tats�chlich von Insiderinformationen profitiert hat, bildet nicht Gegenstand des Amtshilfeverfahrens (BGE 128 II 407 E. 5.2.3 S. 419); denn f�r die aufsichtsrechtliche (Vor-)Abkl�rung ist in erster Linie entscheidend, dass die betroffenen Aktiengesch�fte in einem zeitlichen Zusammenhang mit den auff�lligen Kursverl�ufen stattfanden (BGE 129 II 484 E. 4.2 S. 495, mit Hinweisen; Urteil 2A.324/2004 vom 24. Juni 2004 E. 2.1). Dabei muss sich weder notwendigerweise der Kurs der betroffenen Aktie auf eine bestimmte Art entwickelt haben, noch ein spezifisches Handelsvolumen erreicht worden sein (Urteil 2A.486/2004 vom 15. M�rz 2002, E. 4.2.1). Unbeachtlich ist daher in diesem Zusammenhang insbesondere der Einwand, der Kaufentscheid sei gest�tzt auf �ffentlich zug�ngliche Informationen, bereits kursierende Ger�chte oder eigene Marktbeobachtungen bzw. Analysen getroffen worden (vgl. Urteil 2A.324/2004 vom 24. Juni 2004 E. 2.1; vgl. BGE 128 II 407 E. 5.2.3 S. 419).
4.3 Nach dem Ausgef�hrten wendet die Beschwerdef�hrerin vergeblich ein, seit Jahren und im Rahmen einer langfristigen Anlagestrategie im Dauerauftrag in Y.________-Titel investiert zu haben. Es wird an der Bundesanstalt liegen, aufgrund ihrer Untersuchungen und gest�tzt auf die eingeholten Ausk�nfte bzw. die Erl�uterungen der Beschwerdef�hrerin abzukl�ren, ob in ihrem Fall b�rsenrechtliche Bestimmungen verletzt worden sind und Anlass besteht, die Straf(verfolgungs)beh�rden zu informieren. Die Bankenkommission kann diese Abkl�rungen nicht vorwegnehmen. Die Amtshilfe ist nach der Praxis nicht schon dann unverh�ltnism�ssig, wenn der betroffene Kunde in mehr oder weniger plausibler Weise darzutun vermag, dass er seinen Kaufentscheid gest�tzt auf �ffentlich zug�ngliche Informationen getroffen hat, sondern nur, wenn er einen entsprechenden Anfangsverdacht klarerweise entkr�ften kann, er etwa mit dem Gesch�ft wegen eines umfassenden Verm�gensverwaltungsauftrags offensichtlich und unzweifelhaft nichts zu tun hat (BGE 128 II 407 E. 5.2.3 S. 419). Hiervon kann im vorliegenden Fall keine Rede sein, nachdem gem�ss Angaben der Bank s�mtliche interessierenden Order vom Bevollm�chtigten C.________ (mit st�ndiger aktiver �nderung der Limiten) erteilt worden sind, bei dem es sich - was nicht bestritten wird - gem�ss Internetauszug um ein Mitglied des Aufsichtsrats der Y.________ AG handeln soll. Am 19. September 2003 hatte C.________ zudem von seinem eigenen Konto Euro 158'000.-- auf dasjenige der Beschwerdef�hrerin �berweisen lassen, wof�r diese keinerlei Erkl�rung gibt. Dass die Beschwerdef�hrerin bereits bei der Kontoer�ffnung am 30. Januar 2003 �ber 406'116 Aktien der Y.________ AG verf�gte, l�sst den Anfangsverdacht betreffend die hier in Frage stehenden Transaktionen im September 2003 nicht entfallen.
5.1 Die Bankenkommission hat nicht nur dem Gesuch um Amtshilfe entsprochen, sondern gleichzeitig - im Einvernehmen mit dem Bundesamt f�r Justiz - der Bundesanstalt f�r Finanzdienstleistungsaufsicht die Bewilligung erteilt, die entsprechenden Informationen an die zust�ndigen Straf(verfolgungs)beh�rden weiterzuleiten. Dies mit der Auflage, die Strafverfolgungsbeh�rden darauf hinzuweisen, dass die Informationen nur zur Ermittlung und Ahndung eines Insidervergehens verwendet werden d�rfen.
5.2 Die Bankenkommission kann die entsprechende Zustimmung im Amtshilfeentscheid selber erteilen, falls die aufsichtsrechtlichen Ermittlungen im Empf�ngerstaat bei Einreichen des Ersuchens bereits hinreichend fortgeschritten sind oder sich die Notwendigkeit einer Weitergabe schon zu diesem Zeitpunkt anderweitig gen�gend konkret abzeichnet. Sie hat dabei sicherzustellen, dass alle wesentlichen materiellen Voraussetzungen der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen, insbesondere das Erfordernis der beidseitigen Strafbarkeit, erf�llt sind (BGE 127 II 142 E. 7a/b); die Pr�fung dieser Voraussetzungen obliegt in erster Linie dem Bundesamt f�r Justiz, ohne dessen Zustimmung eine Weiterleitung nicht bewilligt werden darf (BGE 126 II 409 E. 6b/bb, S. 417). Der Grundsatz der beidseitigen Strafbarkeit erfordert nicht, dass der ersuchende und der ersuchte Staat die fraglichen Handlungen in ihren Gesetzgebungen unter demselben rechtlichen Aspekt und deckungsgleich erfassen. Die einschl�gigen Normen brauchen nicht identisch zu sein; es gen�gt, dass die im Gesuch umschriebenen bzw. durch die Bankenkommission erg�nzten Tatsachen in der Rechtsordnung sowohl des ersuchenden als auch des ersuchten Staates einen Straftatbestand erf�llen (BGE 126 II 409 E. 6c/cc S. 422). Die Bankenkommission hat ohnehin unter Vorbehalt offensichtlich missbr�uchlicher Ersuchen weder gem�ss den amts- noch den rechtshilferechtlichen Regeln die Strafbarkeit nach dem ausl�ndischen Recht im Einzelnen zu pr�fen (BGE 126 II 409 E. 6c/bb S. 421 f.); diese ist somit zu vermuten. Wird diese Vermutung nicht widerlegt, hat die Bankenkommission einzig zu untersuchen, ob die objektive Strafbarkeit nach schweizerischem Recht gegeben w�re, fiele der Sachverhalt in die hiesige Zust�ndigkeit (Urteil 2A.150/2000 vom 21. August 2000 E. 9c/bb).
Da f�r die allf�llige Weiterleitung an die Strafverfolgungsbeh�rden h�here Anforderungen als im Bereich der Amtshilfe gestellt werden, gen�gt es nicht, dass im Vorfeld von kursrelevanten Mitteilungen auff�llige Kursverl�ufe oder Volumenanstiege verzeichnet wurden. Verlangt werden zus�tzliche Indizien, die im Sinne eines konkreten Tatverdachts in Bezug auf bestimmte Transaktionen eine strafrechtlich relevante Verhaltensweise mit einer minimalen Wahrscheinlichkeit nahe legen. Diese Indizien k�nnen sich auch erst aus den erhobenen Informationen ergeben (vgl. BGE 126 II 409 E. 6c/aa S. 421).
Es sind dabei keine allzu hohen Anforderungen an die Schilderung des Sachverhaltes im Gesuch zu stellen, da zu diesem Zeitpunkt noch offen ist, ob die Informationen auch tats�chlich an die Strafverfolgungsbeh�rden weitergeleitet werden (BGE 127 II 142 E. 7b, S. 149).
Das Bundesgericht hat solche zus�tzlichen Indizien bejaht, wenn der Kunde zu einer der betroffenen Firmen - etwa als ehemaliges oder aktuelles Verwaltungsrats- oder Gesch�ftsleitungsmitglied - in einer besonderen Beziehung steht oder aufgrund anderer Umst�nde die umstrittenen Transaktionen im konkreten Fall �ber Kursschwankungen hinaus, wie sie an der B�rse immer wieder vorkommen, verd�chtig erscheinen (BGE 128 II 407 E. 5.3.1 S. 419 f.).
5.3 Die Beschwerdef�hrerin r�gt, das Gesuch gen�ge hinsichtlich der Frage der doppelten Strafbarkeit den formellen Anforderungen nicht, denn es sei offensichtlich l�ckenhaft.
5.3.1 Soweit die Beh�rden des ersuchenden Staates verpflichtet sind, den massgeblichen Sachverhalt darzulegen, kann von ihnen nicht erwartet werden, dass sie dies bereits l�ckenlos und v�llig widerspruchsfrei tun, sollen doch aufgrund von Informationen und Unterlagen, die sich im ersuchenden Staat befinden, bisher im Dunkeln gebliebene Punkte erst noch gekl�rt werden. Die Bankenkommission hat sich nicht dar�ber auszusprechen, ob die im Ersuchen angef�hrten Tatsachen zutreffen oder nicht. Sie hat weder Tat- noch irgendwelche Schuldfragen zu pr�fen oder ihrerseits eine Beweisw�rdigung vorzunehmen. Sie ist an die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen insoweit gebunden, als diese nicht wegen offensichtlicher Fehler, L�cken oder Widerspr�che sofort entkr�ftet werden kann (BGE 128 II 407 E. 5.2.1 S. 417 mit zahlreichen Hinweisen).
5.3.2 Das vorliegende Ersuchen ist in der Tat nur summarisch begr�ndet. Es umfasst jedoch zusammen mit den dazugeh�renden Beilagen alle Angaben, um zu beurteilen, ob die materiellen Voraussetzungen f�r die Amtshilfe und die Bewilligung f�r eine allf�llige Weiterleitung an die Straf(verfolgungs)beh�rden gegeben sind (vgl. BGE 126 II 409 E. 6b/bb S. 417 f.; Urteil 2A.269/2000 vom 27. April 2001, E.8b); insbesondere wurden im Ersuchen auch die einschl�gigen deutschen Normen genannt, welche allgemein zug�nglich sind. Auch die fraglichen Transaktionen im September 2003 sind klar definiert. Dies gen�gt den f�r Amtshilfegesuchen geltenden geringeren Anforderungen an die Begr�ndungspflicht auch, soweit die Weiterleitung an die Strafverfolgungsbeh�rden in Frage steht (vgl. dazu BGE 126 II 409 E. 6b/cc S. 419 f.).
5.4 Die Beschwerdef�hrerin macht weiter eine Verletzung ihres Anspruches auf Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs geltend. Diese erblickt sie darin, dass ihr der Meinungsaustausch mit dem Bundesamt f�r Justiz nicht vorgelegen habe und sie daher nicht dazu habe Stellung nehmen k�nnen.
Die Bankenkommission hat zwar die Zustimmung des Bundesamts f�r Justiz f�r eine allf�llige Weiterleitung eingeholt und diese auch zu den Akten genommen. Das Bundesgericht hat der Bankenkommission bereits wiederholt dargelegt, dass sie dieses Schriftst�ck von Amtes wegen dem Betroffenen zur Verf�gung stellen sollte (2A.162/2001 vom 10. Juli 2001, E. 5a/bb; 2A.269/2000 vom 27. April 2001, E. 3d; BGE 127 II 142 unver�ffentlichte E. 3d), was die Bankenkommission hier nicht getan hat. Die Zustimmung des Bundesamtes f�r Justiz zur allf�lligen Weiterleitung beschr�nkt sich im Wesentlichen auf die knappe Feststellung, dass keine Ausschlussgr�nde vorliegen und die materiellen Voraussetzungen f�r die Rechtshilfe in Strafsachen erf�llt seien. Das Bundesamt hat sich anscheinend weitgehend der in der ausf�hrlichen Anfrage der Bankenkommission dargelegten Auffassung angeschlossen, die im �brigen weitgehend dem angefochtenen Entscheid entspricht. Unter diesen Umst�nden k�nnte eine allf�llige mit dem Vorgehen der Bankenkommission verbundene Verletzung des rechtlichen Geh�rs - insbesondere mit Blick auf den offensichtlich bestehenden Tatverdacht - im vorliegenden Beschwerdeverfahren als geheilt betrachtet werden. Die Beschwerdef�hrerin hatte Gelegenheit, sich in ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu den entsprechenden Gesichtspunkten umfassend zu �ussern, und dem Bundesgericht steht in tatbest�ndlicher und rechtlicher Hinsicht die volle �berpr�fungsbefugnis zu. Ermessensfragen, die der bundesgerichtlichen Beurteilung entzogen sind, stehen nicht zur Diskussion. Der Vorwurf der Geh�rsverweigerung dringt deshalb nicht durch.
5.5.1 Wer sich oder einem anderen einen Verm�gensvorteil verschafft, indem er die Kenntnis einer vertraulichen Tatsache, deren Bekanntwerden den Kurs von in der Schweiz b�rslich oder vorb�rslich gehandelten Aktien, anderen Wertschriften oder entsprechenden Bucheffekten der Gesellschaft oder von Optionen auf solche in voraussehbarer Weise erheblich beeinflussen wird, ausn�tzt oder diese Tatsache einem Dritten zur Kenntnis bringt, wird gem�ss Art. 161 Ziff. 1 StGB mit Gef�ngnis oder Busse bestraft. Zum T�terkreis z�hlt das Gesetz Mitglieder des Verwaltungsrates, der Gesch�ftsleitung und der Revisionsstelle, Beauftragte der Aktiengesellschaft oder einer sie beherrschenden oder von ihr abh�ngigen Gesellschaft, Mitglieder einer Beh�rde oder Beamte sowie Hilfspersonen einer der vorgenannten Personen. Mit Gef�ngnis bis zu einem Jahr oder Busse wird (als so genannter "Tippnehmer") gem�ss Art. 161 Ziff. 2 StGB bestraft, wer von einer der oben genannten Personen eine vertrauliche Tatsache (im Sinne von Art. 161 Ziff. 1 StGB) unmittelbar oder mittelbar mitgeteilt erh�lt und sich oder einem andern durch Ausn�tzen dieser Mitteilung einen Verm�gensvorteil verschafft. Als vertrauliche Tatsache im genannten Sinne gilt eine bevorstehende Emission neuer Beteiligungsrechte, eine Unternehmensverbindung oder ein �hnlicher Sachverhalt von vergleichbarer Tragweite (Art. 161 Ziff. 3 StGB). Die Ziff. 1 - 4 von Art. 161 StGB sind namentlich auch dann sinngem�ss anwendbar, wenn die Ausn�tzung der Kenntnis einer vertraulichen Tatsache Wertschriften einer ausl�ndischen Gesellschaft betrifft (Art. 161 Ziff. 5 StGB).
Grunds�tzlich strafbar sind Insidergesch�fte sowohl f�r den (tippgebenden) Insider, der sich oder einem anderen einen Verm�gensvorteil verschafft (Art. 161 Ziff. 1 StGB), als auch f�r den bevorteilten Dritten bzw. "Tippnehmer" (Art. 161 Ziff. 2 StGB). Als so genannte "echte" bzw. "unechte" Insider k�nnen sowohl Verwaltungsr�te, Gesch�ftsleitungsmitglieder und Beauftragte der in Frage stehenden Gesellschaft als auch deren Hilfspersonen aufgetreten sein, die Kenntnis der vertraulichen Tatsache hatten und sich oder einem Dritten einen Verm�gensvorteil verschaffen wollten. Die Bestrafung des Insiders setzt nicht voraus, dass er sich selbst bevorteilen oder dass er die Gesellschaft sch�digen wollte. Ebenso wenig setzt die Strafbarkeit des "Tippnehmers" eine Bestrafung des Insiders voraus (Urteil 1A.110/ 2002 vom 26. November 2002 E. 4.2 und 4.3).
5.5.2 Die Beschwerdef�hrerin hat nach den von der Bank eingereichten Unterlagen C.________ eine Vollmacht �ber ihr Konto erteilt; es besteht die von ihr nicht bestrittene Vermutung, dass es sich dabei um ein Mitglied des Aufsichtsrats der Y.________ AG handelt. C.________ hat die einzelnen K�ufe in Auftrag gegeben und das Konto der Beschwerdef�hrerin kurz vor der Bekanntgabe der �bernahmeabsichten sogar zus�tzlich mit Euro 158'000.-- alimentiert. Damit bestehen hinreichend konkrete Indizien daf�r, dass die Beschwerdef�hrerin zwar nicht als echte Insiderin, aber als Tippnehmerin tats�chlich von Informationen des echten Insiders C.________, der zu ihren Gunsten vor der Bekanntgabe der �bernahmeabsichten die umstrittenen K�ufe in Auftrag gegeben hat, profitiert haben k�nnte. Vertraulich war die �bernahme der europaweiten Spezialraffinerie-Aktivit�ten des Mineral�lkonzerns Z.________ insofern, als diese der �ffentlichkeit vor dem 9. Oktober 2003 nicht bekannt war. Wohl soll der Vorstandsvorsitzende der Y.________ AG an der Hauptversammlung vom 24. Juli 2003 gesagt haben, dass sich "ein besonderes Objekt in der Pipeline" befinde, das "bald zum Abschluss" anstehe; das steht der Vertraulichkeit im Sinne von Art. 161 StGB der am 9. Oktober 2003 er�ffneten Ank�ndigung mit Blick auf die Unbestimmtheit der Formulierung und auf die Tatsache, dass die �bernahme immer noch scheitern konnte, nicht entgegen. Losgel�st von der Diskussion darum, ob und wieweit die Bestrafung des Tippnehmers eine tatbest�ndliche und rechtswidrige strafbare Vortat voraussetzt, l�ge eine solche hier gest�tzt auf das Handeln von C.________ vor. Denn strafbar kann sich nach Art. 161 Ziff. 1 StGB auch der Insider machen, der einen Dritten beg�nstigt (Urteil 1A.110/ 2002 vom 26. November 2002, E. 4.4).
5.5.3 Die Beschwerdef�hrerin bestreitet das Vorliegen einer vertraulichen Tatsache im Sinne von Art. 161 StGB.
Als solche gelten eine bevorstehende Emission neuer Beteiligungsrechte, eine Unternehmensverbindung oder ein �hnlicher Sachverhalt von vergleichbarer Tragweite (Art. 161 Ziff. 3 StGB); unter Letzteres fallen Tatsachen, welche sich auf Ver�nderungen der internen (Aktionariat) oder externen Struktur der Gesellschaft beziehen (2A.567/2001 vom 15. April 2002, E. 6.5). Hiervon ist bei der �bernahme eines wesentlichen Gesch�ftszweigs einer Drittfirma, welche zu einer Umsatzverdoppelung f�hrt, ohne weiteres auszugehen; dieser Vorgang ist qualitativ und quantitativ einer Unternehmensverbindung gleichzusetzen. Dementsprechend hat das Bundesgericht die Bewilligung zur Weiterleitung in einem Fall zugelassen, in dem die vertrauliche Tatsache in der Bekanntgabe lag, dass eine Hotelkette hinsichtlich des Verkaufs ihrer europ�ischen Aktivit�ten mit Dritten in Verhandlungen stand (Urteil 2A.269/2000 vom 27. April 2001, E. 8f/dd). Gleich entschied es in einem Fall, in dem ein teilweiser Einkauf in das Kapital einer anderen Gesellschaft bekannt gegeben worden war (Urteil 2A.150/ 2000 vom 21. August 2000, E. 9c). Die Frage, ob die vertrauliche Mitteilung vorliegend geeignet war, den Aktienkurs erheblich zu beeinflussen, ist nicht im Rechtshilfeverfahren abschliessend zu beurteilen (vgl. Urteil 1A.110/2002 vom 26. November 2002, E. 4.6); sie war offensichtlich zumindest dazu geeignet.
5.5.4 Dass die Beschwerdef�hrerin ihre Aktien nicht wieder verkauft hat, steht einer Anwendung von Art. 161 StGB (aber auch der Amtshilfe) nicht entgegen, denn der Verm�gensvorteil tritt mit dem Kurssprung ein; er braucht nicht durch den Verkauf der Aktien realisiert zu werden (vgl. Niklaus Schmid/Richard Baur, in: Kommentar zum schweizerischen Kapitalmarktrecht, Hrsg. Nedim Peter Vogt/Rolf Watter, Basel/Genf/ M�nchen 1999, Rz 20 zu Art. 161 StGB).
5.6 Unter diesen Umst�nden durfte die Bankenkommission einer allf�lligen Weiterleitung der �bermittelten Informationen an die zust�ndigen Straf(verfolgungs)beh�rden bereits jetzt zustimmen.
5.7 Die Bankenkommission hat die allf�llige Weiterleitung an die Straf(verfolgungs)beh�rden - aus Gr�nden der Verfahrens�konomie - bewilligt, ohne dass ein entsprechender Antrag seitens der Bundesanstalt f�r Finanzdienstleistungsaufsicht vorlag. Dies ist zul�ssig, da es f�r die Beschwerdef�hrerin angesichts der zwischen ihr und ihrem Bevollm�chtigten zu vermutenden pers�nlichen Verbindung absehbar war, dass eine Weiterleitung in Betracht f�llt ([implizites Ersuchen]; vgl. Urteile 2A.150/2000 vom 21. August 2000, E. 9a; 2A.269/2000 vom 27. April 2001, E. 8b).
Die Beschwerde ist aus diesen Gr�nden abzuweisen. Bei diesem Ausgang hat die Beschwerdef�hrerin die Kosten des Verfahrens vor Bundesgericht zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG). Da sie indessen erst mit der angefochtenen Verf�gung �ber die allf�llige Weiterleitung an die Strafbeh�rden informiert wurde und ihren Anspruch auf rechtliches Geh�r erst mit der vorliegenden Beschwerde voll wahrnehmen konnte, ist ihr lediglich eine reduzierte Gerichtsgeb�hr aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 3 OG).

References: Art. 110
 BGE 
 BGE 
 Art. 38
 BGE 
 Art. 38
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 161
 Art. 161
 Art. 161
 Art. 161
 Art. 161
 Art. 161
 Art. 161
 Art. 161
 Art. 161