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Timestamp: 2020-05-26 09:44:42+00:00

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LAG Düsseldorf, Urteil vom 01.07.2015, 1 Sa 194/15 - HENSCHE Arbeitsrecht
LAG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 01.07.2015, 1 Sa 194/15
Schlagworte: Annahmeverzug, Zwischenverdienst
Aktenzeichen: 1 Sa 194/15
Entscheidungsdatum: 01.07.2015
Leitsätze: Besteht nach einem im Kündigungsschutzprozess geschlossenen Vergleich das Arbeitsverhältnis zunächst fort, muss sich der Arbeitnehmer auf Vergütungsansprüche aus dem Gesichtspunkt des Annahmeverzugs (§ 611 Abs. 1 BGB i.V.m. § 615 Satz 1 BGB) den während des Verzugszeitraums erzielten anderweitigen Verdienst, der kausal durch das Freiwerden seiner Arbeitskraft ermöglicht worden ist, nach § 11 Nr. 1 KSchG, § 615 Satz 2 BGB nur im Umfang der für ihn beim bisherigen Arbeitgeber maßgebenden Arbeitszeit anrechnen lassen. Die Anrechnung betrifft nicht die im Verzugszeitraum durch zusätzlich geleistete Arbeitsstunden erzielte Vergütung.
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Düsseldorf, 2 Ca 4459/14
Die Be­ru­fung der Kläge­rin und die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen
das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 20.01.2015 - 2 Ca 4459/14 - wer­den zurück­ge­wie­sen.
Die Kos­ten des Be­ru­fungs­ver­fah­rens tra­gen die Kläge­rin zu 78 % und die Be­klag­te zu 22 %.
Die Re­vi­si­on wird nur für die Be­klag­te und nur zu der Fra­ge des Um­fangs der An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes der Kläge­rin zu­ge­las­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst auf Vergütungs­ansprüche aus An­nah­me­ver­zug.
Die Be­klag­te ist ei­ne - in Ab­wick­lung be­find­li­che - sog. geöff­ne­te Be­triebs­kran­ken­kas­se mit Haupt­sitz in E.. Die Kläge­rin war Ar­beit­neh­me­rin der Be­klag­ten. Sie ar­bei­te­te wöchent­lich zwölf St­un­den, mon­tags bis mitt­wochs von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr.
Mit Be­scheid vom 02.11.2011 ord­ne­te das Bun­des­ver­si­che­rungs­amt die Sch­ließung der Be­klag­ten zum 31.12.2011 an. Mit Schrei­ben vom 16.11.2011 teil­te die Be­klag­te der Kläge­rin mit, ihr Ar­beits­verhält­nis wer­de mit Ab­lauf des 31.12.2011 - des Ta­ges der durch den Be­scheid verfügten Sch­ließung - sein En­de fin­den. Mit Schrei­ben vom 18.11.2011 kündig­te sie das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en außer­or­dent­lich, äußerst hilfs­wei­se or­dent­lich. Ge­gen die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf Grund der Sch­ließung und ge­gen die Kündi­gun­gen vom 18.11.2011 er­hob die Kläge­rin vor­dem Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf (Az. 12 Ca 6954/11) Kla­ge. Das Ar­beits­ge­richt stell­te mit Ur­teil vom 16.04.2012 fest, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis durch die Kündi­gung vom 18.11.2011 nicht auf­gelöst wor­den ist und zu den bis zum 31.12.2011 be­ste­hen­den Ar­beits­be­din­gun­gen fort­be­stan­den hat. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düssel­dorf wies die hier­ge­gen von der Be­klag­ten ein­ge­leg­te Be­ru­fung zurück. Die Be­klag­te leg­te ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Re­vi­si­on beim Bun­des­ar­beits­ge­richt ein.
Mit Wir­kung zum 01.01.2012 be­gründe­te die Kläge­rin ein neu­es Ar­beits­verhält­nis mit der Land­wirt­schaft­li­chen Be­rufs­ge­nos­sen­schaft Nord­rhein West­fa­len (LBG). Dort ist sie wöchent­lich 17 St­un­den, mon­tags bis mitt­wochs, von 09:00 Uhr bis 14:40 Uhr, tätig.
Nach­dem das Bun­des­ar­beits­ge­richt mit Ur­teil vom 21.11.2013 in vier par­al­lel ge­la­ger­ten Fällen die Re­vi­si­on der Be­klag­ten zurück­ge­wie­sen hat­te, wand­ten sich de­ren Pro­zess­be­vollmäch­tig­te mit Schrei­ben vom 17.12.2013 an die Pro­zess­be­vollmäch­tig­te der Kläge­rin. In die­sem Schrei­ben heißt es aus­zugs­wei­se wie folgt:
"Vor die­sem Hin­ter­grund hat un­se­re Man­dan­tin Über­le­gun­gen an­ge­stellt, ob und ge­ge­be­nen­falls wie die zahl­rei­chen noch anhängi­gen Rechts­strei­te durch ei­nen für den je­wei­li­gen Ar­beit­neh­mer öko­no­misch sinn­vol­len Ver­gleich be­en­det wer­den könn­ten.
Un­se­re Man­dan­tin ist zu ei­ner ein­ver­nehm­li­chen Be­en­di­gung der anhängi­gen Ver­fah­ren ge­gen Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung be­reit, die sich, um für al­le Ar­beit­neh­mer glei­cher­maßen Ver­tei­lungs­ge­rech­tig­keit zu gewähr­leis­ten, an den hälf­ti­gen Wer­ten der An­la­ge VI des Haus-TV ori­en­tiert.
So­weit ein Ver­gleich zu den nach­fol­gend dar­ge­stell­ten Kon­di­tio­nen für Ih­re Man­dant­schaft nicht in Be­tracht kommt, wird un­se­re Man­dan­tin zur Er­lan­gung von Pla­nungs­si­cher­heit und zur ad­mi­nis­tra­ti­ven Ver­ein­fa­chung in mit Ih­rer Man­dant­schaft noch anhängi­gen Rechts­strei­tig­kei­ten hin­sicht­lich streit­ge­genständ­li­cher Be­en­di­gungs­tat­bestände de­ren Un­wirk­sam­keit an­er­ken­nen und gleich­zei­tig ei­nen Rechts­mit­tel­ver­zicht bezüglich des dann er­ge­hen­den An­er­kennt­nis­ur­teils erklären bzw. von ihr ein­ge­leg­te Rechts­mit­tel ge­gen ent­spre­chen­de Ent­schei­dun­gen zu Guns­ten des Ar­beit­neh­mers zurück­neh­men. Es ist dann rechts­kräftig fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen Ih­rer Man­dant­schaft und un­se­rer Man­dan­tin fort­be­steht.
Für die­sen Fall des Nicht­zu­stan­de­kom­mens des Ver­glei­ches bis zum 15.01.2014 for­dert un­se­re Man­dan­tin Ih­re Man­dant­schaft auf, ab dem 17.02.2014 die Tätig­keit bei un­se­rer Man­dan­tin wie­der auf­zu­neh­men. So­weit Ih­re Man­dant­schaft be­reits in ei­nem Ar­beits­verhält­nis mit ei­nem neu­en Ar­beit­ge­ber steht und die­ses fort­set­zen, mit­hin nicht zu un­se­rer Man­dan­tin zurück­keh­ren möch­te, wäre sie ge­hal­ten, bin­nen ei­ner Wo­che nach der Rechts­kraft der ent­spre­chen­den Ur­tei­le in den Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren die Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­genüber un­se­rer Man­dan­tin zu ver­wei­gern, § 12 S. 1 KSchG. In die­sem Fal­le ist Ih­rer Man­dant­schaft ent­gan­ge­ner Ver­dienst - An­nah­me­ver­zugs- re­spek­ti­ve Dif­fe­renz­lohn - nur für die Zeit zwi­schen der Ent­las­sung und dem Ta­ge des Ein­tritts in das neue Ar­beits­verhält­nis zu gewähren, § 12 S. 4 KSchG.
Um die­ses Pro­ze­de­re und ge­ge­be­nen­falls hier­aus re­sul­tie­ren­de Kon­se­quen­zen für Ih­re Man­dant­schaft zu ver­mei­den und natürlich um sämt­li­che anhängi­gen Rechts­strei­tig­kei­ten kurz­fris­tig und öko­no­misch zu be­en­den, un­ter­brei­ten wir na­mens und in Voll­macht un­se­rer Man­dan­tin hier­mit fol­gen­des Ver­gleichs­an­ge­bot, das auf ent­spre­chen­den ge­richt­li­chen Vor­schlag hin in ei­nem der anhängi­gen Rechts­strei­te nach § 278 Abs. 6 ZPO pro­to­kol­liert wer­den könn­te:
1.Es be­steht Ei­nig­keit, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis zum 31.12.2013 be­en­det wor­den ist.
2.Die Be­klag­te ver­pflich­tet sich, das Ar­beits­verhält­nis bis zu die­sem Zeit­punkt auf der Ba­sis des Mo­nats­ge­halts zum Zeit­punkt der Sch­ließung zuzüglich ver­trag­li­cher Son­der­zah­lun­gen, de­ren Höhe sich eben­falls nach dem Stand zum Zeit­punkt der Sch­ließung be­misst, ab­zu­rech­nen und sich hier­aus er­ge­ben­de Net­to­lohn­ansprüche an die Kläger­sei­te aus­zu­zah­len, so­weit Ansprüche nicht auf Drit­te, ins­be­son­de­re So­zi­al­ver­si­che­rungs­träger, über­g­an­gen sind.
3.Leis­tun­gen zur be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung wer­den von der Be­klag­ten gemäß den zum Sch­ließungs­zeit­punkt be­ste­hen­den Re­ge­lun­gen nach­ver­si­chert. So­weit es sich um Dif­fe­renz­lohn­ansprüche han­delt, ist die Be­mes­sungs­grund­la­ge für die Leis­tun­gen zur be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung die von der Be­klag­ten zu vergüten­de Dif­fe­renz. Der von der Be­klag­ten zu zah­len­de jähr­li­che Nach­ver­si­che­rungs­be­trag wird bis zur Ein­zah­lung mit 4 % p.a. ver­zinst.
4.(...)"
Die Pa­ra­me­ter des Ver­gleichs­an­ge­bots ha­ben wir bei al­len ver­gleich­ba­ren Fällen glei­cher­maßen zu Grun­de ge­legt. In­so­fern dürfen wir dar­auf hin­wei­sen, dass das Ver­gleichs­an­ge­bot nicht als "Ver­hand­lungs­ba­sis" zu be­trach­ten ist, son­dern als um­fas­sen­des und ab­sch­ließen­des An­ge­bot, das an­ge­nom­men oder ab­ge­lehnt, aber aus Gleich­be­hand­lungs­gründen nicht nach­ver­han­delt wer­den kann.
Um Rück­sen­dung bis zum 15.01.2014 dürfen wir höflich bit­ten; das Ver­gleichs­an­ge­bot ist bis zu die­sem Zeit­punkt be­fris­tet.
Im Fal­le der An­nah­me des Ver­gleichs wer­den wir den vollständig aus­for­mu­lier­ten und in­di­vi­dua­li­sier­ten Ver­gleichs­text für Ih­re Man­dant­schaft er­stel­len und Ih­nen zur Ge­gen­prüfung zu­lei­ten. Nach ent­spre­chen­der Rück­bestäti­gung kann dann in ei­nem der anhängi­gen Ver­fah­ren das Ge­richt ge­be­ten wer­den, den ent­spre­chen­den Ver­gleichs­vor­schlag den Par­tei­en zu un­ter­brei­ten, so dass die Ver­fah­ren ins­ge­samt nach § 278 Abs. 6 ZPO ab­ge­schlos­sen wer­den können.
Mit Schrei­ben vom 10.01.2014 erklärte die Pro­zess­be­vollmäch­tig­te der Kläge­rin die An­nah­me des Ver­gleichs­an­ge­bo­tes. Mit Schrei­ben vom 14.01.2014 wand­ten sich die Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten der Be­klag­ten er­neut an die Pro­zess­be­vollmäch­tig­te der Kläge­rin. In die­sem Schrei­ben heißt es wie folgt:
"Ich neh­me Be­zug auf Ihr Schrei­ben vom 10.01.2014, wor­in Sie die An­nah­me des Ver­gleichs­an­ge­bots erklären. Ich ha­be den im ge­richt­li­chen Ver­fah­ren Az. 2 AZR 575/13 zu pro­to­kol­lie­ren­den Ver­gleich vollständig ent­wor­fen und darf Ih­nen den ein­zu­rei­chen­den Schrift­satz in der An­la­ge mit der Bit­te um kur­ze Rück­bestäti­gung über­mit­teln. Ich wer­de den Schrift­satz dann un­mit­tel­bar aus­fer­ti­gen und an das Ar­beits­ge­richt über­sen­den, so dass das Ge­richt den Par­tei­en den ent­spre­chen­den Ver­gleichs­vor­schlag un­ter­brei­ten kann.
Der gu­ten Ord­nung hal­ber möch­te ich noch dar­auf hin­wei­sen, dass die Ab­rech­nung der Vergütungs­ansprüche bis zum im Ver­gleich ver­ein­bar­ten Be­en­di­gungs­zeit­punkt natürlich ent­spre­chend den ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen des § 11 KSchG bzw. § 615 S. 2 BGB er­folgt."
Dem Schrei­ben war ein Ent­wurf ei­nes Schrift­sat­zes an das Bun­des­ar­beits­ge­richt bei­gefügt. In­halt des Schrift­satz­ent­wurfs war der Ver­gleichs­vor­schlag, der hin­sicht­lich der Zif­fern 2 und 3 iden­tisch war mit dem Ver­gleichs­vor­schlag aus dem Schrei­ben der Be­klag­ten­ver­tre­ter vom 17.12.2013. Die Pro­zess­be­vollmäch­tig­te der Kläge­rin ant­wor­te­te mit Schrei­ben vom 21.01.2014 wie folgt:
"Un­ter Be­zug­nah­me auf den zwi­schen den Par­tei­en durch mei­ne An­nah­me­erklärung vom 10. Ja­nu­ar 2014 zu­stan­de ge­kom­me­nen Ver­gleich mag die­ser gemäß § 278 Abs. 6 ZPO gemäß dem Ent­wurf Ih­res Schrift­sat­zes vom 14. Ja­nu­ar 2014, ge­rich­tet an das Bun­des­ar­beits­ge­richt, durch Be­schluss­fas­sung fest­ge­stellt wer­den."
Mit Be­schluss vom 09.04.2014 stell­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt im Rechts­streit 2 AZR 575/13 das Zu­stan­de­kom­men und den In­halt des Ver­gleichs fest. We­gen der Ein­zel­hei­ten wird auf den zur Ak­te ge­reich­ten Be­schluss Be­zug ge­nom­men. Hin­sicht­lich der Zif­fern 2 und 3 ist der Be­schluss iden­tisch mit dem ursprüng­li­chen Ver­gleichs­vor­schlag der Be­klag­ten­ver­tre­ter vom 17.12.2013.
In der Fol­ge­zeit rech­ne­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis für die Jah­re 2012 und 2013 ab. Da­nach er­rech­ne­te sie für die Kläge­rin ein Brut­to­ge­halt für 2012 in Höhe von 13.846,80 € und für 2013 in Höhe von 13.839,31 €, ins­ge­samt ei­nen Ge­halts­an­spruch von 27.686,11 € brut­to. Hier­auf rech­ne­te sie von der LBG an die Kläge­rin ge­zahl­te Vergütung für 2012 in Höhe von 14.947,57 € brut­to und für 2013 in Höhe von 15.593,63 € brut­to an. Die Zah­lung ei­ner Dif­fe­renz­vergütung lehn­te die Be­klag­te ab.
Mit ih­rer der Be­klag­ten am 30.07.2014 zu­ge­stell­ten Kla­ge be­gehrt die Kläge­rin die Zah­lung der Vergütung für den Zeit­raum von Ja­nu­ar 2012 bis De­zem­ber 2013 in Höhe von 27.686,11 € brut­to nebst Zin­sen.
Die Kläge­rin hat aus­geführt:
Die Be­klag­te ha­be sich durch den Ver­gleich ver­pflich­tet, ihr die Vergütung oh­ne Ab­zug von Zwi­schen­ver­dienst zu zah­len. Dies er­ge­be sich ein­deu­tig aus dem ei­ge­nen Ver­gleichs­text der Be­klag­ten, in dem die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst nicht erwähnt wer­de. Da aus­drück­lich ge­re­gelt sei, dass die Zah­lung der Net­to­vergütungs­ansprüche nur in dem Um­fang er­fol­ge, wie Ansprüche nicht auf Drit­te, ins­be­son­de­re So­zi­al­ver­si­che­rungs­träger über­ge­gan­gen sei­en, wer­de deut­lich, dass die Be­klag­te be­stimm­te Fall­kon­stel­la­tio­nen ha­be berück­sich­ti­gen wol­len, an­de­re je­doch ge­ra­de nicht. Auch aus dem Schrei­ben der Be­klag­ten­ver­tre­ter vom 14.01.2014 er­ge­be sich kein an­de­res Er­geb­nis. Sie, die Kläge­rin, ha­be mit Schrei­ben vom 21.01.2014 le­dig­lich ihr Ein­verständ­nis zur Pro­to­kol­lie­rung des Ver­gleichs­tex­tes, wie er sich aus dem Schrei­ben der Be­klag­ten­ver­tre­ter vom 17.12.2013 er­ge­be, erklärt. Da der Ver­gleich am 14.01.2014 be­reits ab­ge­schlos­sen ge­we­sen sei, führe die Erklärung ih­rer Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten nicht da­zu, dass der Ver­gleich in­halt­lich noch ein­mal ab­geändert wor­den sei. Je­den­falls sei we­gen der bei der LBG um fünf St­un­den länge­ren wöchent­li­chen Ar­beits­zeit der ent­spre­chen­de Vergütungs­an­teil in Höhe von 6.127,61 € brut­to nicht an­rech­nungsfähig. We­gen ih­rer pfle­ge­bedürf­ti­gen Toch­ter könne sie nur mon­tags bis mitt­wochs und auch nur in den Vor­mit­tags­stun­den ar­bei­ten.
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 27.686,11 Eu­ro brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len.
Sie hat gel­tend ge­macht:
Die An­rech­nung von an­der­wei­tig er­ziel­tem Zwi­schen­ver­dienst sei in § 615 BGB als ge­setz­li­cher Re­gel­fall aus­ge­stal­tet. Ei­ne Ab­be­din­gung könne nur durch ei­ne ein­deu­ti­ge und kla­re Ver­ein­ba­rung er­fol­gen. Ei­ne sol­che Re­ge­lung sei im Ver­gleichs­text nicht zu fin­den. Darüber hin­aus er­ge­be sich aus dem Schrei­ben vom 17.12.2013, dass sie zu kei­nem Zeit­punkt die An­rech­nung von an­der­wei­ti­gem Ver­dienst ha­be ab­be­din­gen wol­len. Die Be­zug­nah­me auf ei­nen mögli­chen Dif­fe­renz­lohn ma­che nur Sinn, wenn an­der­wei­tig er­ziel­ter Zwi­schen­ver­dienst an­ge­rech­net wer­de. Auch an wei­te­ren Stel­len im Ver­gleichs­text wer­de auf Dif­fe­renz­lohn­ansprüche Be­zug ge­nom­men, so z.B. in Zif­fer 3. Sch­ließlich sei bei der Aus­le­gung zu be­ach­ten, dass ih­re Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten mit Schrei­ben vom 14.01.2014 vor­sorg­lich klar­ge­stellt hätten, dass die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst er­fol­gen wer­de. Die Kläger­ver­tre­te­rin ha­be den Ver­gleichs­text mit Schrei­ben vom 21.01.2014 oh­ne Einwände frei­ge­ge­ben. Vor­dem Hin­ter­grund des ge­schil­der­ten Ab­stim­mungs­ver­fah­rens sei de­ren Ver­hal­ten treu­wid­rig.
Die Be­klag­te hat wei­ter ge­meint:
Der Kläge­rin ste­he auch kein An­spruch auf Zah­lung von 6.127,61 € brut­to zu. Da sich aus de­ren Vor­trag nicht er­ge­be, dass sie wil­lens und in der La­ge ge­we­sen sei, bei ei­ner Beschäfti­gung von zwölf Wo­chen­stun­den wei­te­re 17 Wo­chen­stun­den tätig zu wer­den, al­so ei­ne Voll­zeit­beschäfti­gung aus­zuüben, sei der ge­sam­te Zwi­schen­ver­dienst kau­sal auf das Frei­wer­den ih­rer Ar­beits­kraft zurück­zuführen und da­mit nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts voll an­re­chen­bar.
Mit Ur­teil vom 20.01.2015 hat das Ar­beits­ge­richt un­ter Ab­wei­sung der Kla­ge im Übri­gen der Kläge­rin 6.127,61 € brut­to nebst Zin­sen zu­ge­spro­chen und zur Be­gründung im We­sent­li­chen aus­geführt:
Die Aus­le­gung des Ver­gleichs­tex­tes vom 09.04.2014 er­ge­be, dass die Kläge­rin sich grundsätz­lich er­ziel­ten Zwi­schen­ver­dienst an­rech­nen las­sen müsse. Auch ha­be die Kläge­rin das ent­spre­chend mit Schrei­ben vom 14.01.2014 klar­ge­stell­te An­ge­bot der Be­klag­ten mit Schrei­ben vom 21.01.2014 an­ge­nom­men. Nach der Aus­le­gungs­re­gel des § 154 Abs. 2 BGB sei der Ver­gleich erst mit der Be­schluss­fas­sung durch das Bun­des­ar­beits­ge­richt wirk­sam zu­stan­de ge­kom­men. An­zu­rech­nen sei al­ler­dings nicht die Vergütung für die Ab­leis­tung der zusätz­li­chen fünf Wo­chen­stun­den. Der Ar­beit­ge­ber sol­le kei­nen Vor­teil da­durch er­lan­gen, dass der Ar­beit­neh­mer sich aus persönli­chen Gründen ent­schließe, die Ar­beits­zeit bei dem neu­en Ar­beit­ge­ber zu erhöhen.
Ge­gen das ihr am 04.02.2015 zu­ge­stell­te Ur­teil hat die Kläge­rin mit ei­nem beim Lan­des­ar­beits­ge­richt am 04.03.2015 ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se - nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 04.05.2015 - mit ei­nem hier am 04.05.2015 ein­ge­reich­ten Schrift­satz be­gründet.
Die Be­klag­te hat ge­gen das ihr am 04.02.2015 zu­ge­stell­te Ur­teil mit ei­nem beim Lan­des­ar­beits­ge­richt am 12.02.2015 ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz eben­falls Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se - nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 28.04.2015 - mit ei­nem hier am 28.04.2015 ein­ge­reich­ten Schrift­satz be­gründet.
Die Kläge­rin trägt un­ter Wie­der­ho­lung ih­res erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens im We­sent­li­chen vor:
Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts er­ge­be die Aus­le­gung des Ver­gleichs un­ter Be­ach­tung des An­ge­bots­schrei­bens der Be­klag­ten vom 17.12.2013, dass die Be­klag­te das aufwändi­ge Ver­fah­ren ei­ner Dif­fe­renz­lohn­be­rech­nung ha­be ver­mei­den wol­len und die An­rech­nung an­der­wei­ti­gen Ver­diens­tes aus­ge­schlos­sen sei. § 154 Abs. 2 BGB sei nicht an­wend­bar, weil ei­ne Pro­to­kol­lie­rung der Ver­ein­ba­rung nicht ver­ab­re­det, son­dern nur als Möglich­keit in den Raum ge­stellt wor­den sei. Auch könne das Schwei­gen auf die mit Schrei­ben vom 14.01.2014 an­gekündig­te Ver­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst nicht als Zu­stim­mung ge­wer­tet wer­den.
un­ter teil­wei­ser Abände­rung des am 20.01.2015 verkünde­ten Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf - 2 Ca 4459/14 - die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie wei­te­re 21.558,50 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 31.07.2014 zu zah­len.
die Be­ru­fung der Kläge­rin zurück­zu­wei­sen.
Sie ver­tei­digt in der Be­ru­fungs­in­stanz die teil­wei­se Kla­ge­ab­wei­sung und ist der Auf­fas­sung, das Ar­beits­ge­richt hätte die Kla­ge ins­ge­samt ab­wei­sen müssen.
Sie führt aus:
Die Be­ru­fung der Kläge­rin sei man­gels aus­rei­chen­der Be­gründung be­reits un­zulässig, je­den­falls aber un­be­gründet. Das Ar­beits­ge­richt sei zu Recht von der An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes aus­ge­gan­gen. Die­ser sei al­ler­dings voll­umfäng­lich an­zu­rech­nen. So­wohl aus ob­jek­ti­ven als auch aus sub­jek­ti­ven Umständen er­ge­be sich, dass der von der Kläge­rin er­ziel­te Ver­dienst im An­nah­me­ver­zugs­zeit­raum kau­sal durch das Frei­wer­den der Ar­beits­kraft bei der Be­klag­ten ermöglicht wor­den sei. Al­lein dar­auf kom­me es nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts an.
das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 20.01.2015 - 2 Ca 4459/14 - teil­wei­se ab­zuändern und die Kla­ge voll­umfäng­lich ab­zu­wei­sen.
Sie macht gel­tend, die länge­re wöchent­li­che Ar­beits­zeit ha­be sie nur auf sich ge­nom­men, weil die Vergütung pro St­un­de bei ih­rer neu­en Ar­beit­ge­be­rin ge­rin­ger sei als bei der Be­klag­ten. Der sich in An­nah­me­ver­zug be­fin­den­de Ar­beit­ge­ber dürfe aber durch ei­ne um­fang­rei­che­re als die ge­schul­de­te Er­werbstätig­keit nicht ent­las­tet wer­den.
We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en im Ein­zel­nen wird auf den in der Be­ru­fungs­in­stanz münd­lich vor­ge­tra­ge­nen In­halt der Ak­te aus­drück­lich Be­zug ge­nom­men.
Die Be­ru­fun­gen der Par­tei­en ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 20.01.2015 sind zulässig, in der Sa­che je­doch un­be­gründet. Zu Recht hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge im Um­fang von 6.127,61 € brut­to nebst Zin­sen zu­ge­spro­chen und sie im Übri­gen ab­ge­wie­sen. Die Kläge­rin muss sich auf ih­re Vergütungs­ansprüche in Höhe von ins­ge­samt 27.686,11 € brut­to, die ihr un­strei­tig aus dem Ge­sichts­punkt des An­nah­me­ver­zugs (vgl. § 611 Abs. 1 BGB i.V.m. § 615 Satz 1 BGB) zu­ste­hen, den während des Ver­zugs­zeit­raums bei der LBG er­ziel­ten an­der­wei­ti­gen Ver­dienst an­rech­nen las­sen, dies al­ler­dings nur im Um­fang der der Be­klag­ten ge­schul­de­ten Ar­beits­zeit.
I. Die Be­ru­fung der Kläge­rin ist zulässig. Die Be­ru­fungs­be­gründung genügt den ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen.
1. Nach § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO i.V.m. § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG muss die Be­ru­fungs­be­gründung die Umstände be­zeich­nen, aus de­nen sich die Rechts­ver­let­zung durch das an­ge­foch­te­ne Ur­teil und de­ren Er­heb­lich­keit für das Er­geb­nis der Ent­schei­dung er­gibt. Der Be­ru­fungskläger hat dar­auf hin­zu­wei­sen, in wel­chen Punk­ten und aus wel­chen Gründen er das an­ge­foch­te­ne Ur­teil für un­rich­tig hält. Ei­ne schlüssi­ge Be­gründung kann zwar nicht ver­langt wer­den. Je­doch muss sich die Be­ru­fungs­be­gründung mit den recht­li­chen oder tatsächli­chen Ar­gu­men­ten des an­ge­foch­te­nen Ur­teils be­fas­sen. Für die er­for­der­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit den Ur­teils­gründen reicht es nicht aus, die tatsächli­che oder recht­li­che Würdi­gung durch das Ar­beits­ge­richt mit for­mel­haf­ten Wen­dun­gen zu rügen und le­dig­lich auf das erst­in­stanz­li­che Vor­brin­gen zu ver­wei­sen oder die­ses zu wie­der­ho­len (st. Rspr. z.B. BAG 19.02.2013 - 9 AZR 543/11 - ju­ris Rn. 14; BAG 15.03.2011 - 9 AZR 813/09 - ju­ris Rn. 11 mwN).
2. Die Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift der Kläge­rin vom 04.05.2015 genügt die­sen An­for­de­run­gen.
a) Das Ar­beits­ge­richt hat an­ge­nom­men, die Kläge­rin müsse sich den er­ziel­ten Zwi­schen­ver­dienst grundsätz­lich an­rech­nen las­sen, da die ge­setz­li­che An­rech­nungs­vor­schrift des § 11 Satz 1 Nr. 1 KSchG mit dem Ver­gleich vom 09.04.2014 nicht zwei­fels­frei ab­be­dun­gen wor­den sei. Selbst wenn der Ver­gleich nicht in die­sem Sin­ne aus­zu­le­gen sei, so hätten die Par­tei­en je­den­falls aus­drück­lich ver­ein­bart, dass die An­nah­me­ver­zugs­vergütung un­ter An­rech­nung an­der­wei­ti­gen Ver­diens­tes er­fol­gen sol­le. Das ent­spre­chend mo­di­fi­zier­te An­ge­bot der Be­klag­ten mit Schrei­ben vom 14.01.2014 ha­be die Kläge­rin mit Schrei­ben vom 21.01.2014 oh­ne Einwände an­ge­nom­men. Nach der Aus­le­gungs­re­gel des § 154 Abs. 2 BGB sei der Ver­gleich erst mit der Be­schluss­fas­sung durch das Bun­des­ar­beits­ge­richt wirk­sam zu­stan­de ge­kom­men.
b) Die Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift enthält ei­ne ar­gu­men­ta­ti­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit den Erwägun­gen des Ar­beits­ge­richts. Die Kläge­rin hat dar­in auf­ge­zeigt, aus wel­chen Gründen sie die vom Ar­beits­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Aus­le­gung der Ver­ein­ba­rung zur An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst für un­rich­tig und die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung für falsch hält. Sie hat gel­tend ge­macht, die Aus­le­gung des Ver­gleichs un­ter Be­ach­tung des An­ge­bots­schrei­bens der Be­klag­ten vom 17.12.2013, aus dem fol­ge, dass die Be­klag­te das aufwändi­ge Ver­fah­ren ei­ner Dif­fe­renz­lohn­be­rech­nung ha­be ver­mei­den wol­len, so­wie ih­re In­ter­es­sen­la­ge er­ge­be ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts, dass die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst aus­drück­lich aus­ge­nom­men wor­den sei. Auch sei § 154 Abs. 2 BGB nicht an­wend­bar, weil ei­ne Pro­to­kol­lie­rung der Ver­ein­ba­rung nicht ver­ab­re­det, son­dern nur als Möglich­keit in den Raum ge­stellt wor­den sei. Auf die mit Schrei­ben vom 14.01.2014 an­gekündig­te Ver­rech­nung ha­be sie nur ge­schwie­gen, ihr aber nicht zu­ge­stimmt. Sch­ließlich ha­be sich die Be­klag­te mit der Ankündi­gung der An­rech­nung an­ge­sichts ih­res vor­he­ri­gen An­ge­bots treu­wid­rig ver­hal­ten. Da­mit ist der Streitstoff für die Be­ru­fung aus­rei­chend vor­be­rei­tet.
II. Die Be­ru­fung der Kläge­rin ist je­doch un­be­gründet.
Der Kläge­rin steht für die Zeit vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2013 ne­ben den ihr erst­in­stanz­lich zu­ge­spro­che­nen 6.127,61 € brut­to kein An­spruch auf Zah­lung wei­te­rer Vergütung in Höhe von 21.558,50 € brut­to aus dem Ge­sichts­punkt des An­nah­me­ver­zugs (§ 611 Abs. 1 BGB i.V.m. § 615 Satz 1 BGB) zu. Die­ses während des Ver­zugs­zeit­raums bei der LBD ver­dien­te Ar­beits­ent­gelt muss sie sich gemäß § 11 Satz 1 Nr. 1 KSchG auf ih­ren Vergütungs­an­spruch an­rech­nen las­sen. Die An­rech­nung des an­der­wei­ti­gen Ver­diens­tes ist durch den zwi­schen den Par­tei­en ge­schlos­se­nen Ver­gleich nicht aus­ge­schlos­sen. Das er­gibt die Aus­le­gung der Ver­ein­ba­rung.
1. Der Ver­gleich ist ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Kläge­rin erst mit sei­ner ge­richt­li­chen Fest­stel­lung am 09.04.2014 wirk­sam ge­wor­den. Er be­inhal­tet die Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses und be­durf­te da­her gemäß § 623 1. Halbs. BGB der Schrift­form. Der vor­he­ri­ge Brief­wech­sel der Par­tei­en hat die ge­setz­li­che Schrift­form nicht ge­wahrt.
a) Nach § 126 Abs. 2 Satz 1 BGB ist es bei ei­nem Ver­trag zur Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Schrift­form er­for­der­lich, dass bei­de Ver­trags­par­tei­en den Ver­trags­text auf der­sel­ben Ur­kun­de un­ter­schrei­ben. Der ge­sam­te Ver­trags­in­halt muss durch die Un­ter­schrift bei­der Par­tei­en ge­deckt sein (Pa­landt/El­len­ber­ger BGB, 74. Aufl., 2015, § 126 Rn.13 m.w.N.).
b) Die Schrift­form ist vor ge­richt­li­cher Fest­stel­lung des Ver­gleichs nicht ein­ge­hal­ten wor­den. Die Be­klag­te hat ihr An­ge­bot aus dem Schrei­ben vom 17.12.2013 un­ter­schrie­ben und die Kläge­rin ih­re An­nah­me auf ei­nem an­de­ren Schrei­ben vom 10.01.2014 erklärt. Zwar lässt § 126 Abs. 2 Satz 2 BGB es genügen, wenn über den Ver­trag meh­re­re gleich­lau­ten­de Ur­kun­den auf­ge­nom­men wer­den und je­de Par­tei die für die an­de­re Par­tei be­stimm­te Ur­kun­de un­ter­zeich­net. Es reicht aber nicht aus, wenn ei­ne der un­ter­schrie­be­nen Ur­kun­den nur die Wil­lens­erklärung ei­ner Par­tei enthält und sich die Wil­lensübe­rein­stim­mung erst aus der Zu­sam­men­fas­sung bei­der Ur­kun­den er­gibt (BGH 18.10.2000 - XII ZR 179/98 - ju­ris). Ein Ver­trags­schluss durch Brief­wech­sel oder ein sons­ti­ger Aus­tausch ein­sei­ti­ger Erklärun­gen würde ei­ner ge­willkürten Schrift­form genügen (§ 127 Abs. 2 Satz 1 BGB), nicht aber der ge­setz­li­chen Schrift­form (§ 126 Abs. 2 Satz 1 BGB).
2. Die in dem Ver­gleich vom 09.04.2014 ge­trof­fe­ne Ver­ein­ba­rung zur Vergütungs­ab­rech­nung ist als All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung i.S.d. § 305 Abs. 1 BGB in den Auf­he­bungs­ver­trag ein­be­zo­gen wor­den.
a) Nach § 305 Abs. 1 Satz 1 BGB sind All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen al­le für ei­ne Viel­zahl von Verträgen vor­for­mu­lier­ten Ver­trags­be­din­gun­gen, die ei­ne Ver­trags­par­tei (Ver­wen­der) der an­de­ren Ver­trags­par­tei bei Ab­schluss des Ver­trags stellt. All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen lie­gen nach § 305 Abs. 1 Satz 3 BGB nicht vor, so­weit die Ver­trags­be­din­gun­gen zwi­schen den Ver­trags­par­tei­en im Ein­zel­nen aus­ge­han­delt sind.
b) Hier­nach han­delt es sich bei der in dem Ver­gleich ver­ein­bar­ten Re­ge­lung zur Vergütungs­ab­rech­nung um ei­ne All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung. Die Be­klag­te hat mit Un­ter­brei­tung des Ver­gleichs­vor­schlags durch Schrei­ben vom 17.12.2013 klar­ge­stellt, dass sie grundsätz­li­che Über­le­gun­gen an­ge­stellt hat, wie die "zahl­rei­chen noch anhängi­gen Recht­strei­te durch Ver­gleich be­en­det wer­den könn­ten", und mit­ge­teilt, dass sie die "Pa­ra­me­ter des Ver­gleichs­an­ge­bots ... bei al­len ver­gleich­ba­ren Fällen glei­cher­maßen zu Grun­de ge­legt" hat. Sie hat mit­hin das Ver­gleichs­an­ge­bot in ei­ner Viel­zahl von Fällen ver­wandt. Die Be­din­gun­gen des Ver­gleichs sind von ihr ge­stellt. Sie hat mit Ih­rem An­ge­bot aus­drück­lich auch dar­auf hin­ge­wie­sen, dass das Ver­gleichs­an­ge­bot "aus Gleich­be­hand­lungs­grundsätzen" nicht nach­ver­han­delt, son­dern nur an­ge­nom­men oder ab­ge­lehnt wer­den könne (vgl. eben­so LAG Düssel­dorf 18.03.2015 - 12 Sa 64/15 -).
3. All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen sind nach ih­rem ob­jek­ti­ven In­halt und ty­pi­schen Sinn ein­heit­lich so aus­zu­le­gen, wie sie von verständi­gen und red­li­chen Ver­trags­part­nern un­ter Abwägung der In­ter­es­sen der nor­ma­ler­wei­se be­tei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se ver­stan­den wer­den, wo­bei die Verständ­nismöglich­kei­ten des durch­schnitt­li­chen Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders zu­grun­de zu le­gen sind (st. Rspr. z.B. BAG 16.04.2015 - 6 AZR 352/14 - ju­ris Rn. 25).
4. In An­wen­dung die­ses ob­jek­ti­ven Aus­le­gungs­maßstabs er­gibt sich zur Über­zeu­gung der Kam­mer, dass ei­ne An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes der Kläge­rin grundsätz­lich statt­fin­det.
a) Nach § 11 Nr. 1 KSchG, § 615 Satz 2 BGB muss sich der Ar­beit­neh­mer an­rech­nen las­sen, was er durch an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung sei­ner Diens­te er­wor­ben hat. Die Re­ge­lung ist ab­ding­bar (BAG 10.01.2007 - 5 AZR 84/06 - AP Nr 6 zu § 611 BGB Ru­hen des Ar­beits­verhält­nis­ses). Die Ab­be­din­gung muss grundsätz­lich zwei­fels­frei ver­ein­bart sein (BAG 06.02.1964 - 5 AZR 93/63 - AP Nr. 24 zu § 615 BGB; ErfK/Preis, 15. Aufl., 2015, § 615 BGB Nr. 86; Pa­landt/Wei­den­kaff BGB, 74. Aufl., 2015, § 615 Rn. 6). Bei der Aus­le­gung All­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen ge­hen al­ler­dings nach der Un­klar­hei­ten­re­gel des § 305c Abs. 2 BGB Zwei­fel zu Las­ten des Ver­wen­ders. Vor­aus­set­zung für die An­wen­dung der Norm ist, dass nach Ausschöpfung der Aus­le­gungs­me­tho­den ein nicht be­heb­ba­rer Zwei­fel be­steht. Die An­wen­dung des § 305c Abs. 2 BGB setzt vor­aus, dass die Aus­le­gung ei­ner ein­zel­nen AGB-Be­stim­mung min­des­tens zwei Er­geb­nis­se als ver­tret­bar er­schei­nen lässt und von die­sen kei­nes den kla­ren Vor­zug ver­dient. Es müssen "er­heb­li­che Zwei­fel" an der rich­ti­gen Aus­le­gung be­ste­hen. Die ent­fern­te Möglich­keit, zu ei­nem an­de­ren Er­geb­nis zu kom­men, genügt für die An­wen­dung der Be­stim­mung nicht (BAG 17.04.2013 - 10 AZR 281/12 - NZA 2013, 787 Rn. 12). Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind nicht ge­ge­ben. Zur Über­zeu­gung der Kam­mer führt die vor­zu­neh­men­de Aus­le­gung zu ei­nem ein­deu­ti­gen Aus­le­gungs­er­geb­nis (eben­so LAG Düssel­dorf 18.03.2015 - 12 Sa 64/15 - ).
b) Der Wort­laut der Ver­ein­ba­rung und die Be­gleit­umstände, die zum Ab­schluss des Ver­gleichs geführt ha­ben, be­le­gen, dass die An­rech­nung zum Ver­trags­in­halt ge­wor­den ist.
aa) Die Par­tei­en ha­ben im Ver­gleich kei­nen aus­drück­li­chen Aus­schluss der An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst ver­ein­bart, wie dies bei Auf­he­bungs­verträgen im­mer wie­der ge­schieht.
bb) Un­ter Zif­fer 2 des Ver­gleichs wur­de die Ab­rech­nung des Ar­beits­verhält­nis­ses vor­ge­se­hen und die Aus­zah­lung für die "sich hier­aus er­ge­ben­den Net­to­lohn­ansprüche" fest­ge­schrie­ben. Im all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch be­deu­tet "ab­rech­nen": Re­chen­schaft ab­le­gen, ei­ne Rech­nung auf­stel­len und be­zah­len. Die Ab­rech­nung des Ar­beits­verhält­nis­ses meint mit­hin die Auf­stel­lung der sich aus dem Ar­beits­verhält­nis er­ge­ben­den ge­setz­li­chen, ta­rif­li­chen und ver­trag­li­chen Ansprüche. Auch in der Recht­spre­chung wird der Be­griff der Ab­rech­nung im Sin­ne von "mit je­man­dem ei­ne Geld­an­ge­le­gen­heit in Ord­nung zu brin­gen" ver­stan­den (vgl. BAG 05.09.2002 - 8 AZR 702/01 - NZA 2003,973; LAG Köln 28.10.1994 - 13 Sa 807/94 - NZA 1995,739). Ei­ne Ab­rech­nung be­trifft da­her von ih­rer Wort­be­deu­tung her die tatsächlich be­ste­hen­den Ansprüche (vgl. BAG 19.05.2004 - 5 AZR 434/03 - AP Nr. 108 zu § 615 BGB). Sie zielt auf ei­ne Be­rech­nung nach den außer­halb des Ver­gleichs auf­zu­fin­den­den, von ihm un­abhängig an­zu­wen­den­den Rechts­nor­men (vgl. BAG 19.05.2004 - 5 AZR 434/03 - a.a.O.). Zu die­sen Rechts­nor­men gehört zwei­fels­frei aber auch die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst nach § 11 Nr. 1 KSchG, § 615 Satz 2 BGB.
cc) Übli­cher­wei­se wird zwar in der­ar­ti­gen Ver­glei­chen ei­ne "ord­nungs­gemäße" Ab­rech­nung ver­ein­bart. Aus dem Feh­len des Zu­sat­zes er­gibt sich je­doch kein An­halts­punkt dafür, dass die Par­tei­en kei­ne An­rech­nung an­der­wei­ti­gen Ver­diens­tes vor­se­hen woll­ten. Das Wort "ord­nungs­gemäß" un­ter­streicht nur, wie die Ab­rech­nung vor­zu­neh­men ist, oh­ne sie als sol­che in Fra­ge zu stel­len. Oh­ne wei­te­re kon­kre­te Re­ge­lun­gen hat es nur de­kla­ra­to­ri­sche Be­deu­tung, da es sich grundsätz­lich von selbst ver­steht, dass ei­ne vor­zu­neh­men­de Ab­rech­nung den ge­setz­li­chen Vor­ga­ben ent­spre­chen soll.
dd) So­weit in Nr. 2 des Ver­gleichs an­ge­ge­ben ist, dass die Ab­rech­nung auf der Ba­sis des Mo­nats­ge­halts zum Zeit­punkt der Sch­ließung zuzüglich ver­trag­li­cher Son­der­zah­lun­gen nach dem Stand zum Zeit­punkt der Sch­ließung er­folgt, ist nur die Höhe der ab­zu­rech­nen­den Vergütung fest­ge­legt wor­den. Nichts an­de­res er­gibt sich dar­aus, dass die Net­to­lohn­ansprüche aus­zu­zah­len sind. Nach dem kla­ren Wort­laut sol­len nur die sich aus der Ab­rech­nung er­ge­ben­den Net­to­lohn­ansprüche aus­ge­zahlt wer­den.
ee) Auch aus dem letz­ten Halb­satz von Nr. 2 des Ver­gleichs, in dem es heißt, dass die Aus­zah­lung an die Kläger­sei­te nicht er­folgt, so­weit Ansprüche auf Drit­te, ins­be­son­de­re So­zi­al­ver­si­che­rungs­träger über­ge­gan­gen sind, kann nicht der Um­kehr­schluss ge­zo­gen wer­den, dass ei­ne An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst aus­schei­det. In dem ge­nann­ten Halb­satz wird die Aus­zah­lung ei­nes an sich be­ste­hen­den Net­to­lohn­an­spruchs ge­re­gelt. Die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst er­for­dert kei­ne be­son­de­re Erklärung und ist kei­ne Auf­rech­nung, der An­spruch auf den An­nah­me­ver­zugs­lohn wird viel­mehr au­to­ma­tisch kraft Ge­set­zes gekürzt (Pa­landt/Wei­den­kaff BGB, 74. Aufl., 2015, § 615 Rn. 18; ErfK/Preis, 15. Aufl., 2015 § 615 BGB Rn. 83). Es ent­steht da­mit von vorn­her­ein kein un­gekürz­ter An­nah­me­ver­zugs­lohn­an­spruch, der zur Aus­zah­lung an­ste­hen könn­te. Das Pro­blem der An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst stellt sich bei der Fra­ge der Ab­rech­nung und nicht bei der Aus­zah­lung. Ent­spre­chend ist es nur kon­se­quent, dass es dort nicht erwähnt wor­den ist.
ff) Der Ver­gleich geht auch im Übri­gen da­von aus, dass ei­ne An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst statt­fin­det. Nach sei­ner Nr. 3 wer­den die Leis­tun­gen zur be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung von der Be­klag­ten nach­ver­si­chert. So­weit es sich um Dif­fe­renz­lohn­ansprüche han­delt, ist die zu vergüten­de Dif­fe­renz die Be­mes­sungs­grund­la­ge. Es liegt nicht na­he, die An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes bei der Be­rech­nung des An­nah­me­ver­zugs zu ver­mei­den, um sie dann für die Nach­ver­si­che­rung der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung doch wie­der durch­zuführen. Nr. 3 des Ver­gleichs re­gelt für die Nach­ver­si­che­rung nach ih­rem Wort­laut auch nicht ei­ne ei­ge­ne, nur dafür an­zu­stel­len­de, d.h. hy­po­the­ti­sche Dif­fe­renz­be­rech­nung, son­dern setzt vor­aus, dass es sich bei den von der Be­klag­ten zu leis­ten­den Nach­zah­lun­gen um Dif­fe­renz­lohn­ansprüche han­delt. Satz 2 von Nr. 3 lau­tet ein­gangs: "So­weit es sich um Dif­fe­renz­lohn­ansprüche han­delt, . . ." und am En­de wird aus­geführt, dass die Be­mes­sungs­grund­la­ge "die von der Be­klag­ten zu vergüten­de Dif­fe­renz" ist. Der Ver­gleich geht mit­hin er­kenn­bar da­von aus, dass es ei­ne durch die Be­klag­te zu vergüten­de oder zu be­zah­len­de Dif­fe­renz gibt, d.h. der An­nah­me­ver­zugs­lohn auch in ei­nem Dif­fe­renz­lohn­an­spruch auf­grund an­zu­rech­nen­den Zwi­schen­ver­diens­tes be­ste­hen kann. Dies ent­spricht der ty­pi­sier­ten In­ter­es­sen­la­ge der be­tei­lig­ten, durch­schnitt­li­chen Ver­trags­part­ner des Ver­gleichs (vgl. LAG Düssel­dorf 18.03.2015 - 12 Sa 64/15 -).
gg) Wei­ter­hin folgt aus dem Schrift­wech­sel der Par­tei­en vor der ge­richt­li­chen Fest­stel­lung des Ver­gleichs aus verständi­ger Sicht ei­nes durch­schnitt­li­chen Ar­beit­neh­mers, dass ei­ne An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst statt­fin­det und die­se von dem Ver­gleich vor­aus­ge­setzt wird.
(1) Un­ge­ach­tet der be­ste­hen­den ge­setz­li­chen Form­vor­schrift kann der vor­be­rei­ten­de Schrift­wech­sel der Par­tei­en bei der Aus­le­gung des Ver­gleichs berück­sich­tigt wer­den. Form­vor­schrif­ten be­schränken bei form­bedürf­ti­gen Rechts­geschäften nicht die für die Aus­le­gung der Wil­lens­erklärun­gen zu berück­sich­ti­gen Umstände (BAG 17.07.2007 - 6 AZR 774/06 - AP Nr. 18 zu § 35 Gmb­HG). Außer­halb der Ur­kun­de lie­gen­de Umstände dürfen berück­sich­tigt wer­den, wenn der ein­schlägi­ge rechts­geschäft­li­che Wil­le der Par­tei­en in der form­ge­rech­ten Ur­kun­de ei­nen, wenn auch nur un­voll­kom­me­nen oder an­deu­tungs­wei­sen Aus­druck ge­fun­den hat (BAG 17.07.2007 - 6 AZR 774/06 - a.a.O.). So ist es im Streit­fall, denn die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst wird im Ver­gleich vor­aus­ge­setzt.
(2) Die Tat­sa­che, dass der An­nah­me­ver­zugs­lohn auch ein Dif­fe­renz­lohn sein kann, wird schon in dem An­ge­bots­schrei­ben der Be­klag­ten vom 17.12.2013 im Zu­sam­men­hang mit § 12 Satz 4 KSchG an­ge­spro­chen, oh­ne dass er­kenn­bar ist, dass die Be­klag­te im Ver­gleichs­we­ge nicht nur hin­sicht­lich der Ab­fin­dung, son­dern auch in­so­weit zu ei­nem Zu­geständ­nis be­reit war. Wenn es dar­in heißt, der Ver­gleichs­vor­schlag er­fol­ge, um "die­ses Pro­ze­de­re zu ver­mei­den . . .", ist da­mit nicht das aufwändi­ge Ver­fah­ren ei­ner Dif­fe­renz­lohn­be­rech­nung ge­meint, son­dern ei­ne et­wai­ge Ver­wei­ge­rungs­erklärung gemäß § 12 Satz 1 KSchG und die Fol­ge, dass dann An­nah­me­ver­zugs­lohn­ansprüche nur für die Zeit zwi­schen der Ent­las­sung und dem Ein­tritt in das neue Ar­beits­verhält­nis (§ 12 Satz 4 KSchG) be­ste­hen (vgl. zum Par­al­lel­fall LAG Düssel­dorf vom 18.03.2015 - 12 Sa 64/15 -).
(3) Die Be­klag­te hat wei­ter mit Schrei­ben vom 14.01.2014 klar­stel­lend dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Ab­rech­nung der Vergütungs­ansprüche ent­spre­chend den ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen des § 11 KSchG bzw. § 615 Abs. 2 BGB er­fol­ge, und zu­gleich den per­so­na­li­sier­ten Ver­gleichs­text im Ent­wurf vom 14.01.2014 an die Ver­tre­te­rin der Kläge­rin über­sandt. Die­se hat mit Schrei­ben vom 21.01.2014 der Fest­stel­lung des Ver­gleichs gemäß dem vor­ge­leg­ten Ent­wurf zu­ge­stimmt. Die Aus­le­gung des Schrei­bens aus der Sicht ei­nes verständi­gen und ob­jek­ti­ven Empfängers er­gibt, dass die Kläge­rin da­mit nicht nur dem bloßen Ver­gleichs­text, son­dern auch der An­ga­be in dem Schrei­ben vom 14.01.2014 be­tref­fend die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst zu­ge­stimmt hat. Zwar hat die Kläge­rin aus­drück­lich nur auf den "zwi­schen den Par­tei­en durch mei­ne An­nah­me­erklärung vom 10.01.2014 zu­stan­de ge­kom­me­nen Ver­gleich" Be­zug ge­nom­men, d.h. kei­ne Erklärung zu der an­ge­spro­che­nen An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst ab­ge­ge­ben, dies ändert aber nichts dar­an, dass die Be­klag­te die Ant­wort red­li­cher Wei­se nur so ver­ste­hen durf­te, dass die Kläge­rin mit die­sem Ver­gleich ein­ver­stan­den ist und ihm da­bei das glei­che Verständ­nis bei­legt (eben­so LAG Düssel­dorf 18.03.2015 - 12 Sa 64/15). Die Zu­stim­mung zum Ent­wurf vom 14.01.2014 steht nämlich nicht iso­liert. Viel­mehr be­zieht sich die Kläge­rin in Ih­rer Ant­wort ein­gangs aus­drück­lich auf den Ent­wurf des Schrift­sat­zes vom 14.01.2014. Sie hat die­sen Schrift­satz mit­hin er­hal­ten und zur Kennt­nis ge­nom­men, oh­ne den dor­ti­gen An­ga­ben zu wi­der­spre­chen. Ihr war da­mit klar, wel­ches Verständ­nis die Be­klag­te zur An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst hat­te und sie hat kom­men­tar­los ihr Ein­verständ­nis mit dem Ver­gleichs­ent­wurf bestätigt. Dies konn­te und durf­te die Be­klag­te so ver­ste­hen, dass die Kläge­rin mit dem Ver­gleich ein­sch­ließlich der Klar­stel­lung des an­zu­rech­nen­den Zwi­schen­ver­diens­tes ein­ver­stan­den ist. Dies gilt erst recht, weil die­se An­rech­nung sich - wie aus­geführt - be­reits aus dem Ver­gleich selbst in Nr. 2 er­gibt und in Nr. 3 vor­aus­ge­setzt wird. Es han­delt sich da­mit auch nicht um ein Schwei­gen der Kläge­rin, son­dern um ei­ne zu­min­dest kon­klu­den­te Zu­stim­mung zu dem Ver­gleichs­ent­wurf ein­sch­ließlich der Klar­stel­lung in dem Schrei­ben vom 14.01.2014.
5. Wenn kei­ne All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen vorlägen und des­halb ein kon­kre­ter Aus­le­gungs­maßstab an­zu­wen­den wäre, ergäbe sich nichts an­de­res. Die An­for­de­run­gen an den Aus­schluss der An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst wären in die­sem Fall we­gen Nicht­an­wend­bar­keit der Un­klar­hei­ten­re­ge­lung des § 305c Abs. 2 BGB höher und ei­ne zwei­fels­freie Ver­ein­ba­rung des Aus­schlus­ses wäre mit dem Ar­beits­ge­richt an­ge­sichts der obi­gen Erwägun­gen erst recht ab­zu­leh­nen.
6. Ist nach al­le­dem die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst nicht aus­ge­schlos­sen - für ein treu­wid­ri­ges Ver­hal­ten der Be­klag­ten feh­len jeg­li­che An­halts­punk­te -, re­du­ziert sich der An­nah­me­ver­zugs­lohn­an­spruch der Kläge­rin um 21.558,50 € brut­to. Den der Höhe nach un­strei­ti­gen Ver­dienst, den die Kläge­rin aus­ge­hend von der mit der Be­klag­ten ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit von 12 Wo­chen­stun­den in den Jah­ren 2012 und 2013 bei der LBG er­zielt hat, muss sie sich an­rech­nen las­sen.
a) Der Ar­beit­neh­mer hat sich al­ler­dings nicht je­den im Ver­zugs­zeit­raum er­ziel­ten Ver­dienst an­rech­nen las­sen. Nach ein­hel­li­ger Mei­nung muss der an­der­wei­ti­ge Er­werb kau­sal durch das Frei­wer­den der Ar­beits­kraft ermöglicht wor­den sein und dar­auf be­ru­hen. An­halts­punk­te hierfür können sich so­wohl aus ob­jek­ti­ven als auch aus sub­jek­ti­ven Umständen er­ge­ben (vgl. BAG 06.09.1990 - 2 AZR 165/90 - AP Nr. 47 zu § 615 BGB).
b) Die Tätig­keit der Kläge­rin bei der LBG ist kau­sal durch das Frei­wer­den von der Ar­beits­leis­tung bei der Be­klag­ten ermöglicht wor­den. Das zeigt be­reits der Um­stand, dass die Ar­beits­zei­ten bei der Be­klag­ten mit den bei der neu­en Ar­beit­ge­be­rin na­he­zu de­ckungs­gleich wa­ren. Die Kläge­rin hat mon­tags bis mitt­wochs je­weils vor­mit­tags ge­ar­bei­tet. Hin­zu kommt, dass sie nach ih­ren ei­ge­nen An­ga­ben aus fa­mi­liären Gründen nur in die­ser Zeit ar­bei­ten konn­te. Die Auf­nah­me der neu­en Tätig­keit war da­mit ein Er­satz für das bis­he­ri­ge Ar­beits­verhält­nis.
III. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ist un­be­gründet. Der Kläge­rin steht ein An­spruch ge­gen die Be­klag­te auf Zah­lung von 6.127,61 € brut­to gemäß § 611 Abs. 1 BGB i.V.m. § 615 Satz 1 BGB zu. Den der Höhe nach un­strei­ti­gen "Mehr­ver­dienst", den die Kläge­rin bei ih­rer neu­en Ar­beit­ge­be­rin er­hal­ten hat, weil sie statt der bei der Be­klag­ten ge­leis­te­ten 12 St­un­den pro Wo­che wöchent­lich 17 St­un­den ge­ar­bei­tet hat, muss sie sich gemäß § 11 Nr. 1 KSchG nicht an­rech­nen las­sen.
1. Die Be­klag­te ist der Auf­fas­sung, aus der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zum Kau­sa­litätser­for­der­nis fol­ge, dass der ge­sam­te Ver­dienst, der kau­sal durch das Frei­wer­den der Ar­beits­kraft er­zielt wer­de, mit­hin auch der Ver­dienst für zusätz­lich ge­leis­te­te Ar­beits­stun­den der An­rech­nung un­ter­lie­ge. Dem folgt die Be­ru­fungs­kam­mer nicht.
2. Der Be­klag­ten ist al­ler­dings zu­zu­ge­ste­hen, dass es der Kläge­rin ne­ben der Tätig­keit bei ihr kaum möglich ge­we­sen wäre, bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber fünf Wo­chen­stun­den zusätz­lich zu ar­bei­ten. Bei der Fest­stel­lung der er­for­der­li­chen Kau­sa­lität ist nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf die kon­kre­ten Umstände des Ein­zel­fal­les ab­zu­stel­len (BAG 06.09.1990 - 2 AZR 165/90 - AP Nr. 47 zu § 615 BGB). Die Kläge­rin hat nach ih­rem ei­ge­nen Vor­trag don­ners­tags und frei­tags we­gen ih­rer pfle­ge­bedürf­ti­gen Toch­ter nicht ar­bei­ten können und ih­re Ar­beits­zeit war vor die­sem Hin­ter­grund auch von mon­tags bis mitt­wochs auf die Zeit bis max. 14:40 Uhr be­schränkt. Schon aus zeit­li­chen Gründen kam da­mit ein zwei­tes Ar­beits­verhält­nis bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber mit fünf Wo­chen­stun­den nicht in Be­tracht, so­dass kein Zwei­fel dar­an be­steht, dass auch die Ab­leis­tung der zusätz­li­chen fünf Wo­chen­stun­den bei der neu­en Ar­beit­ge­be­rin erst durch das Frei­wer­den ih­rer Ar­beits­kraft bei der Be­klag­ten ermöglicht wor­den ist und da­mit auch in­so­weit ein Kau­sal­zu­sam­men­hang be­steht.
3. Den­noch geht die er­ken­nen­de Kam­mer da­von aus, dass ei­ne be­ste­hen­de Kau­sa­lität nicht zwangsläufig zur vollständi­gen An­rech­nung führt.
a) Be­reits das Reichs­ge­richt hat in sei­nem Ur­teil vom 12.07.1904 (RGZ 58, 402, 404) aus­geführt, an­rech­nungs­pflich­tig sei nur der­je­ni­ge Ver­dienst, den der Dienst­pflich­ti­ge durch an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung des­je­ni­gen Teils sei­ner Ar­beits­kraft er­wer­be, wel­chen er dem Dienst­herrn zur Verfügung zu stel­len ver­pflich­tet ge­we­sen sei. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt ist dem in sei­ner Ent­schei­dung vom 01.03.1958 (- 2 AZR 533/55 - AP Nr. 1 zu § 9 KSchG) ge­folgt. Es hat er­wo­gen, ei­ne An­rech­nung aus­zu­sch­ließen, wenn das an­der­wei­ti­ge Ein­kom­men durch Über­stun­den er­zielt wur­de. Die­se Recht­spre­chung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt in der Ent­schei­dung vom 14.08.1974 (- 5 AZR 497/73 - AP Nr. 3 zu § 13 KSchG) fort­geführt. Da­nach bleibt während der Dau­er des An­nah­me­ver­zu­ges ein Ne­ben­ver­dienst in­so­weit un­berück­sich­tigt, wie er auch bei Erfüllung der ar­beits­ver­trag­li­chen Pflich­ten möglich ge­we­sen wäre. Wird der Ver­dienst durch Ar­beits­leis­tun­gen in der ei­gent­lich frei­en Zeit er­zielt, so un­ter­liegt er nicht der An­rech­nung.
b) In sei­ner Ent­schei­dung vom 06.09.1990 (- 2 AZR 165/90 - a.a.O.), auf die die Be­klag­te aus­drück­lich Be­zug nimmt, hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt sich dem recht­li­chem An­satz an­ge­schlos­sen und fest­ge­stellt, dass der an­der­wei­ti­ge Er­werb kau­sal durch das Frei­wer­den der Ar­beits­kraft ermöglicht wor­den sein muss. Aus­ge­hend von die­sem Grund­satz hat es ge­prüft, ob sich ein ge­ringfügig beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer auf die Vergütung die Einkünf­te aus ei­nem an­de­ren, im Ver­zugs­zeit­raum auf­ge­nom­me­nen ge­ringfügi­gen Ar­beits­verhält­nis an­rech­nen las­sen muss. Da die Kläge­rin in dem da­ma­li­gen Streit­fall wohl ei­ne in zeit­li­cher Hin­sicht iden­ti­sche Tätig­keit während des An­nah­me­ver­zugs aus­geübt hat, kam es in die­sem Fall auf die hier strei­ti­ge Fra­ge zusätz­lich ge­leis­te­ter Ar­beits­stun­den al­ler­dings nicht an.
c) Ob sich ein Ar­beit­neh­mer während des An­nah­me­ver­zugs auch die durch zusätz­li­che Ar­beits­stun­den er­ziel­te Vergütung an­rech­nen las­sen muss, ist - so­weit er­sicht­lich - bis­lang aus­drück­lich noch nicht vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­den wor­den. Im Schrift­tum wird im An­schluss an die Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ver­tre­ten, der An­rech­nung un­ter­lie­ge nur, was der Dienst­ver­pflich­te­te durch an­der­wei­ti­ge Ver­wer­tung des­je­ni­gen Teils sei­ner Ar­beits­kraft er­wirbt, den er dem Dienst­herrn zur Verfügung zu stel­len ver­pflich­tet war, um die rea­le Dienst­leis­tung zu er­brin­gen (Stau­din­ger/Ri­char­di/Fi­schin­ger BGB § 615 Rn. 162). Der Um­fang der An­rech­nung be­stim­me sich da­bei nach der für den Ar­beit­neh­mer beim al­ten Ar­beit­ge­ber maßge­ben­den Ar­beits­zeit (ErfK/Kiel, 15. Aufl., 2015, § 11 KSchG Rn. 5; eben­so KR-Spil­ger, 10. Aufl., 2013, § 11 KSchG Rn. 34 m.w.N.).
d) Die­ser Auf­fas­sung schließt sich die Be­ru­fungs­kam­mer an. Sie folgt in­so­weit der Be­gründung des Ar­beits­ge­richts und geht mit ihm da­von aus, dass nur die­ses Verständ­nis dem Sinn und Zweck der An­rech­nungs­vor­schrif­ten §§ 11 Nr. 1 KSchG, 615 Satz 2 BGB ge­recht wird. Die­se Vor­schrif­ten sol­len gewähr­leis­ten, dass der Ar­beit­neh­mer aus dem An­nah­me­ver­zug kei­nen fi­nan­zi­el­len Vor­teil zieht. Er soll nicht mehr er­hal­ten, als er bei nor­ma­ler Ab­wick­lung des Ar­beits­verhält­nis­ses er­hal­ten hätte (vgl. BAG 06.09.1990 - 2 AZR 165/90 - a.a.O. m.w.N.). Ent­spre­chend soll auch die Ge­samt­be­rech­nung aus Gründen der Bil­lig­keit si­cher­stel­len, dass der Ar­beit­neh­mer aus der an­der­wei­ti­gen Ver­wen­dung sei­ner Diens­te kei­nen Ge­winn auf Kos­ten des Ar­beit­ge­bers ma­chen kann. An­ge­sichts des ho­hen Ge­rech­tig­keits­ge­halts der Vor­schrift muss an­de­rer­seits dann aber auch gel­ten, dass der Ar­beit­neh­mer durch die An­rech­nung kei­nen Nach­teil er­lei­den darf (vgl. ErfK/Preis, 15. Aufl., 2015, § 615 BGB Rn. 90). Er ist so zu stel­len, als ob das Ar­beits­verhält­nis nor­mal wei­ter­geführt wor­den wäre. Ar­bei­tet der Ar­beit­neh­mer des­halb länger als bei sei­nem bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber und er­zielt er da­durch ei­nen höhe­ren Ver­dienst, er­scheint es nur an­ge­mes­sen, wenn der Mehr­ver­dienst ihm und nicht sei­nem Ar­beit­ge­ber zu Gu­te kommt.
e) Im Streit­fall hat die Kläge­rin die zusätz­li­chen Ar­beits­stun­den auch nur des­halb möglich ge­macht und auf sich ge­nom­men, weil die St­un­den­vergütung bei ih­rem neu­en Ar­beit­ge­ber ge­rin­ger war. Um in et­wa den glei­chen Ver­dienst zu er­rei­chen, sah sie sich ge­zwun­gen, länger zu ar­bei­ten. Die An­rech­nung auch die­ses zusätz­li­chen Ver­diens­tes würde da­zu führen, dass ih­re länge­re Ar­beits­zeit, die sie nach der Rechts­la­ge nicht hätte ver­ein­ba­ren müssen und zu der sie sich nur ge­zwun­gen sah, weil sie auf den Ver­dienst an­ge­wie­sen war und die Be­klag­te sie nicht wei­ter­beschäftigt hat, die­ser zu Gu­te käme. Ein sol­ches Er­geb­nis wäre nach Auf­fas­sung der Be­ru­fungs­kam­mer un­bil­lig.
Der Zins­an­spruch recht­fer­tigt sich aus §§ 288 Abs. 1, 286 Abs. 1 Satz 2 BGB.
Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO i.V.m. § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG.
Die Kam­mer hat hin­sicht­lich des Um­fangs der An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes ei­ne ent­schei­dungs­er­heb­li­che Rechts­fra­ge von grundsätz­li­cher Be­deu­tung im Sin­ne des § 72 Abs. 2 Zif­fer 1 ArbGG be­jaht und ent­spre­chend hier­zu die Re­vi­si­on für die Be­klag­te zu­ge­las­sen.
RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG
Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der be­klag­ten Par­tei nur zu der Fra­ge des Um­fangs der An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes der Kläge­rin
RE­VISION
Für die kla­gen­de Par­tei ist kein Rechts­mit­tel ge­gen die­ses Ur­teil ge­ge­ben.
Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich oder in elek­tro­ni­scher Form beim
Fax: 0361 2636 2000
Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.
Die Re­vi­si­ons­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:
3.Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.
In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Re­vi­si­ons­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.
Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.
Bezüglich der Möglich­keit elek­tro­ni­scher Ein­le­gung der Re­vi­si­on wird auf die Ver­ord­nung über den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr beim Bun­des­ar­beits­ge­richt vom 09.03.2006 (BGBl. I Sei­te 519) ver­wie­sen.
Gött­ling
Fri­cke
Dah­men
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References: § 615
 § 11
 § 615
 § 12
 § 12
 § 278
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 § 11
 § 615
 § 278
 § 615
 § 154
 § 154
 § 611
 § 615
 § 520
 § 64
 § 11
 § 154
 § 154
 § 615
 § 11
 § 623
 § 126
 § 126
 § 126
 § 305
 § 305
 § 305
 § 11
 § 615
 § 611
 § 615
 § 615
 § 615
 § 305
 § 305
 § 615
 § 11
 § 615
 § 615
 § 615
 § 35
 § 12
 § 12
 § 11
 § 615
 § 305
 § 615
 § 611
 § 615
 § 11
 § 615
 § 9
 § 13
 § 615
 § 11
 § 11
 § 615
 § 97
 § 64
 § 72