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Timestamp: 2016-10-28 19:53:05+00:00

Document:
6B_71/2012 (21.06.2012)
6B_71/2012
X.________, vertreten durch Rechtsanwalt Otmar Kurath,
1. Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Thurgau, Z�rcherstrasse 323, 8510 Frauenfeld, Beschwerdegegnerin,
2. Y.________, vertreten durch Rechtsanwalt Hermann Lei,
Schwere K�rperverletzung (Art. 122 Abs. 2 StGB), Unterlassung der Nothilfe (Art. 128 Abs. 2 StGB); Strafzumessung,
des Kantons Thurgau vom 27. Oktober 2011.
Das Bezirksgericht Steckborn verurteilte X.________ am 8. Juli/8. Dezember 2010 wegen schwerer K�rperverletzung gem�ss Art. 122 Abs. 2 StGB zum Nachteil von Y.________, Unterlassung der Nothilfe im Sinne von Art. 128 Abs. 2 StGB und Sachentziehung gem�ss Art. 141 StGB zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 9. Dezember 2008 (unter anderem wegen fahrl�ssiger T�tung und schwerer K�rperverletzung). Zudem ordnete das Bezirksgericht eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung mit �rztlich kontrollierter Suchtmittelabstinenz an. Es verpflichtete X.________ zur Zahlung von Schadenersatz und Genugtuung, auferlegte ihm die Verfahrenskosten sowie eine an Y.________ zu zahlende Parteientsch�digung.
Das Obergericht des Kantons Thurgau wies am 27. Oktober 2011 die Berufung von X.________ ab (Dispositiv-Ziffer 1a) und hiess diejenige von Y.________ teilweise gut (Dispositiv-Ziffer 1b). Es best�tigte die erstinstanzlichen Schuldspr�che, setzte die als Zusatzstrafe ausgesprochene Freiheitsstrafe auf 25 Monate fest (Dispositiv-Ziffer 2) und ordnete ebenfalls eine ambulante Massnahme mit kontrollierter Suchtmittelabstinenz ohne Aufschub des Strafvollzugs an (Dispositiv-Ziffer 3). Es best�tigte die Verpflichtung X.________s zur Zahlung von Schadenersatz und Genugtuung an Y.________ (Dispositiv-Ziffer 4a und 4b). Das Obergericht auferlegte dem Verurteilten die Kosten der Strafuntersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens sowie eine Verfahrensgeb�hr f�r das Berufungsverfahren, je zuz�glich die Kosten f�r die amtliche Verteidigung inkl. Mehrwertsteuer (Dispositiv-Ziffer 7a). Es verpflichtete ihn zudem, Y.________ einen Beitrag an dessen Vertretungskosten f�r das erstinstanzliche Verfahren zu zahlen (Dispositiv-Ziffer 8c).
Mit Beschwerde in Strafsachen beantragt X.________, es seien die Dispositiv-Ziffern 1 bis 4, 7a und 8c des Entscheids des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 27. Oktober 2011 aufzuheben und die Sache insoweit zur umfassenden Neubeurteilung an die erste Instanz zur�ckzuweisen. Eventualiter seien die Ziffern 1 bis 4, 7a und 8c des angefochtenen Entscheids aufzuheben und der Beschuldigte von der Anklage der schweren K�rperverletzung und der Unterlassung der Nothilfe freizusprechen. Im Rest sei er zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagess�tzen � Fr. 40.-- zu verurteilen. X.________ ersucht um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung.
Die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Thurgau beantragt in ihrer Eingabe vom 4. Mai 2012, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Das Obergericht des Kantons Thurgau schliesst am 9. Mai 2012 auf Abweisung der Beschwerde. Es verweist auf den angefochtenen Entscheid.
Mit der Beschwerde in Strafsachen kann auch die Verletzung von Verfassungsrecht ger�gt werden (Art. 95 BGG). Auf die vom Beschwerdef�hrer zus�tzlich erhobene subsidi�re Verfassungsbeschwerde ist deshalb nicht einzutreten (Beschwerde, S. 6 ff.; vgl. Urteil 6B_99/2007 vom 30. Mai 2007 E. 1).
Der Beschwerdef�hrer wirft der Vorinstanz im Zusammenhang mit dem Schuldspruch der schweren K�rperverletzung eine Verletzung der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV) sowie eine willk�rliche Beweisw�rdigung vor (Art. 9 BV).
2.1 Die Vorinstanz erachtet den Anklagesachverhalt aufgrund der Aussagen des Beschwerdef�hrers, derjenigen des Beschwerdegegners, der Zeugenaussagen, des biomechanischen Gutachtens der AGU Z�rich vom 20. Mai 2008 sowie der sichergestellten Trinkglasscherben, auf welchen sich Blut des Beschwerdegegners befand, als erstellt. Sie geht davon aus, dass der Beschwerdef�hrer am 19. August 2006 im Restaurant "A.________" ein Trinkglas gegen eine Tischkante schlug, so dass es brach. Das abgebrochene Trinkglas habe er dem Beschwerdegegner in das Gesicht geschlagen, welcher dadurch erhebliche Schnittverletzungen erlitt (Urteil, S. 22).
Ebenfalls nur unter dem Gesichtspunkt der Willk�r pr�ft das Bundesgericht, inwiefern das Sachgericht den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweisw�rdigungsregel verletzt hat. Ob dieser Grundsatz als Beweislastregel verletzt ist, pr�ft es hingegen mit freier Kognition. Diese aus der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK) abgeleiteten Maximen wurden wiederholt dargelegt, worauf zu verweisen ist (BGE 127 I 38 E. 2a S. 40 f. mit Hinweisen).
2.3 Der Beschwerdef�hrer beanstandet den Schluss der Vorinstanz, der Beschwerdegegner sei, nachdem ihn der Beschwerdef�hrer geschlagen habe, blutend stehen geblieben, um sich dann mit Hilfe von zwei Anwesenden auf den Boden zu legen (Beschwerde, S. 7 ff.). Er beruft sich auf die Aussagen von B.________, welchem zufolge der Beschwerdegegner nach dem Schlag sofort zu Boden gegangen sei und in diesem Zeitpunkt (noch) keine Gesichtsverletzungen aufgewiesen habe. Die Kritik ist unbegr�ndet. Die Vorinstanz durfte die Aussagen B.________s ohne Willk�r insbesondere aufgrund der �bereinstimmenden Schilderungen von C.________ und D.________, welche dem blutenden Beschwerdegegner geholfen haben, sich niederzulegen, als nicht glaubhaft erachten (Urteil, S. 19). Dass E.________ die Aussagen B.________s best�tigte, trifft nicht zu. Sie gab nur an, der Beschwerdegegner habe nach dem Schlag getaumelt bzw. sei noch einen Moment stehen geblieben. Sie k�nne sich nicht mehr daran erinnern, ob er bereits geblutet habe, als er noch gestanden sei (kantonale Akten, act. 74, act. 169 und act. 170). Im �brigen bezeugten auch F.________, G.________, H.________ und I.________, den Beschwerdegegner nach dem Schlag noch stehend und bereits blutend gesehen zu haben. Der vorinstanzliche Schluss ist damit weder unter Gesichtspunkten der Willk�r noch der Unschuldsvermutung zu beanstanden. Soweit der Beschwerdef�hrer geltend macht, es sei nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdegegner einen Glasgegenstand in der Hand gehabt, diesen in die Fluglinie des Schlages des Beschwerdef�hrers gehalten und sich die Schnittverletzungen so selber zugezogen habe, stellt er in rein appellatorischer Weise seine Version des Tatablaufs derjenigen der Vorinstanz gegen�ber. Darauf ist nicht einzutreten.
2.4 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Vorinstanz laste ihm trotz fehlender objektiver Spurenverbindung an, ein Trinkglas zerschlagen und dieses als Waffe gef�hrt und dem Beschwerdegegner ins Gesicht geschlagen zu haben (Beschwerde, S. 9 und S. 11 f.). In den vorinstanzlichen Erw�gungen ist weder eine willk�rliche Beweisw�rdigung noch eine Verletzung der Unschuldsvermutung zu erkennen. Die Vorinstanz �bersieht nicht, dass auf den sichergestellten Trinkglasscherben keine DNA- oder Fingerabdruckspuren des Beschwerdef�hrers festgestellt werden konnten (Urteil, S. 22). Sie musste deshalb jedoch nicht am eingeklagten Sachverhalt zweifeln, weil sich dieser ohne Willk�r aus der W�rdigung der �brigen Beweismittel, namentlich der Aussagen der Zeugen, ergibt. Ausgehend davon durfte die Vorinstanz darauf schliessen, der Beschwerdef�hrer habe den Beschwerdegegner nicht mit der blossen Hand oder Faust, sondern mit einem Gegenstand in der Hand geschlagen, da der Beschwerdegegner nach dem Schlag im Gesicht bzw. am Hals zu bluten begann (Urteil, S. 20). Insbesondere E.________ will sicher gesehen haben, dass der Beschwerdef�hrer beim Schlag gegen das Gesicht des Beschwerdegegners einen Gegenstand - einen Aschenbecher oder ein Glas - in der Hand hielt (kantonale Akten, act. 47). Sie best�tigte diese Aussagen anl�sslich einer weiteren Befragung (Urteil, S. 16; kantonale Akten, act. 74). Die Vorinstanz durfte auf ihre tatn�heren Aussagen abstellen, auch wenn sie sich im Zeitpunkt der untersuchungsrichterlichen Einvernahme nicht mehr wie zuvor sicher war, ob der Beschwerdef�hrer etwas in der Hand hatte (kantonale Akten, act. 168; Beschwerde, S. 11). Auch das biomechanische Gutachten vom 20. Mai 2008 spricht sich angesichts des fotodokumentierten Verletzungsbilds f�r eine Gewalteinwirkung mit einem scharfen Tatwerkzeug, wie beispielsweise der Bruchkante eines Glases, aus (kantonale Akten, act. 347 f.). �berdies konnten Blutspuren des Beschwerdegegners auf einem der sichergestellten Trinkglasscherben nachgewiesen werden. Dass dieses Blut - wie in der Beschwerde geltend gemacht (S. 9) - auf die Glasscherbe getropft sein k�nnte, sich der Beschwerdegegner also nicht daran geschnitten hat, ist zwar theoretisch m�glich. Mit Blick auf die willk�rfrei gew�rdigten Zeugenaussagen und die Erkenntnisse des Gutachtens bestehen f�r ein solches Geschehen jedoch keinerlei Anhaltspunkte.
2.5 Der Beschwerdef�hrer wendet ein, der Vorwurf der Anklage, er habe das Trinkglas an der Tischkante zerschlagen, sei unbewiesen geblieben. Niemand habe solches beobachtet oder davon berichtet, vor der Schlagbewegung das Scherbeln eines in die Br�che gehenden Trinkglases geh�rt zu haben. Indem die Vorinstanz ihr Urteil auf diesen Anklagesachverhalt st�tze, verletze sie Art. 32 Abs. 1 StGB (Beschwerde, S. 10). Die R�ge ist unbegr�ndet. Wohl hat keiner der Anwesenden konkret gesehen, dass der Beschwerdef�hrer ein Trinkglas an der Tischkante zerschlug. Nach den vorinstanzlichen Feststellungen haben die Zeugen F.________, H.________, I.________, C.________ und D.________ indessen einen, "Knall", ein "Klirren" oder einen "Chlapf" geh�rt respektive wahrgenommen, wie beim "Chlapf" Glas in die Br�che gegangen sei, und dieses Ger�usch wahrgenommen, bevor sie den Beschwerdegegner blutend dastehen sahen (Urteil, S. 19 f.; kantonale Akten, act. 67, act. 74, act. 104, act. 160, act. 167, act. 158 und act. 159). Ger�uschwahrnehmungen der Zeugen, die dem eingeklagten Geschehen widersprechen, sind nicht dokumentiert. Insbesondere ergibt sich solches weder aus den Aussagen des Beschwerdegegners noch aus denjenigen von E.________, welche den Schlag und das Zerspringen von Glas zeitgleich wahrgenommen haben (kantonale Akten, act. 53 und act. 93). Der Beschwerdef�hrer st�tzt seine Behauptung (Beschwerde, S. 12) auf Aussagen, die sich auf die Ger�uschkulisse zeitlich nach der Schlagbewegung beziehen (kantonale Akten, act. 270: "Wenn Sie sich auf die Ger�usche konzentrieren, was haben Sie nach der Bewegung wahrgenommen?"). Daraus kann er nichts f�r sich ableiten. Eine Verfassungsverletzung ist nicht ersichtlich.
2.6 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, er habe sich an der rechten Hand verletzt. Die unfallmedizinischen Gutachter h�tten diese Verletzung als Abwehrverletzung interpretiert, weshalb die Vorinstanz entweder an der Qualit�t des Gutachtens oder am eingeklagten Geschehensablauf h�tte zweifeln m�ssen. Ebenso wenig sei das Verletzungsbild des Beschwerdegegners mit dem Anklagesachverhalt vereinbar. Ein einziger Schlag k�nne nicht vier Verletzungen auf beiden Seiten des Gesichts des Opfers verursachen. Das Urteil verletze Art. 9 und Art. 32 Abs.1 BV (Beschwerde, S. 13-15). Die Vorbringen sind unbegr�ndet. Inwiefern das rechtsmedizinisch-biomechanische Gutachten qualitativ mangelhaft sein k�nnte, ist weder ersichtlich noch rechtsgen�gend dargelegt. Die Einsch�tzung der Sachverst�ndigen, wonach das Verletzungsbild des Beschwerdegegners hochcharakteristisch f�r den Zustand einer kombinierten Stich-Schnitteinwirkung sei, wobei die Gewaltanwendung eher "schneidend" und weniger in die Tiefe "stechend" erfolgt sei (kantonale Akten, act. 347), ist breit abgest�tzt und ber�cksichtigt alle massgeblichen Gesichtspunkte, insbesondere auch den Umstand, dass beide Gesichtsseiten des Beschwerdegegners, insbesondere aber seine linke Gesichtsseite, (Schnitt-)Verletzungen aufwiesen (kantonale Akten, act. 342). Die Vorinstanz durfte darauf ohne Willk�r abstellen (Urteil, S. 21) und musste nicht am eingeklagten Tatablauf zweifeln.
2.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz aufgrund einer sorgf�ltigen W�rdigung der Zeugenaussagen sowie der weiteren Beweise willk�rfrei darauf schliessen d�rfen, dass sich der Anklagesachverhalt verwirklichte. Die Behauptung, der eingeklagte Tatablauf sei mit "aussergew�hnlichen Unsch�rfen" versehen (Beschwerde, S. 7), ist ebenso wenig stichhaltig wie der Vorwurf, die Vorinstanz lasse den Beschwerdef�hrer die "Nachteile einer unprofessionellen Spurensicherung der Strafverfolger" tragen (Beschwerde, S. 9).
Der Beschwerdef�hrer ficht den Schuldspruch der schweren K�rperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 StGB an. Das Gesicht des Beschwerdegegners sei durch die Narben zwar teilweise entstellt. Es handle sich dabei jedoch nicht um eine arge Entstellung. Eine solche w�re nur zu bejahen, wenn sie "ganz im eigentlichen Gesicht l�ge", "frontal gut sichtbar" w�re und "wesentliche Teile des Gesichts wie Augen, Nase oder Mund verw�stet" w�ren. Der Taterfolg erf�lle nur den Tatbestand der einfachen K�rperverletzung gem�ss Art. 123 StGB (Beschwerde, S. 16-19).
3.1 Die Vorinstanz stellt im angefochtenen Entscheid gest�tzt auf die bei den Akten liegenden Fotos eine Vernarbung der Gesichtsverletzung des Beschwerdegegners fest, beginnend vom linken Mundwinkel bis unterhalb des linken Ohres im Halsbereich. Die sch�nheitschirurgischen Massnahmen seien nach den Angaben des Beschwerdegegners ausgesch�pft. Die Narben seien, was an der Berufungsverhandlung habe festgestellt werden k�nnen, nach wie vor gut sichtbar. Das Gesicht des Beschwerdegegners sei dadurch mindestens linksseitig teilweise entstellt. Es sei deshalb von einer schweren K�rperverletzung gem�ss Art. 122 Abs. 2 StGB auszugehen (Urteil, S. 22-24).
3.2 Der Begriff der schweren K�rperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB stellt einen auslegungsbed�rftigen unbestimmten Rechtsbegriff dar. Wenn ein Grenzfall zur Diskussion steht, weicht das Bundesgericht deshalb nur mit einer gewissen Zur�ckhaltung bzw. nicht ohne Not von der Auffassung der Vorinstanz ab (BGE 129 IV 1 E. 3.2; BGE 115 IV 17 E. 2a und b; siehe auch BGE 116 IV 312 E. 2c). Die in Absatz 1 und 2 genannten Beeintr�chtigungen haben beispielhaften Charakter. Absatz 3 nennt im Sinne einer Generalklausel die "andere schwere Sch�digung des K�rpers oder der Gesundheit". Eine schwere K�rperverletzung nach Art. 122 Abs. 2 StGB ist unter anderem gegeben, wenn der T�ter das Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt. Das trifft nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu bei einer zwar gut verheilten, jedoch weiterhin deutlich sichtbaren Narbe infolge einer Schnittwunde vom Mundwinkel bis zum Ohransatz mit geringf�giger Beeintr�chtigung der Mimik namentlich beim Lachen (BGE 115 IV 17 E. 2b; Urteil 6B_115/2009 vom 13. August 2009 E. 4.2; zustimmend G�NTER STRATENWERTH/GUIDO JENNY, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 6. Aufl., Bern 2003, � 3 Rz. 38).
3.3 �hnlich wie bei dem BGE 115 IV 17 zu Grunde liegenden Sachverhalt ist die linke Gesichtsh�lfte des Beschwerdegegners durch eine lange vom linken Mundwinkel bis in den Halsbereich unterhalb des linken Ohres reichende Narbe deutlich gezeichnet. Die bei den Akten liegenden Fotos dokumentieren die �ber die ganze linke Seite des Gesichts sich ziehende verheilte dreiteilige Schnittwunde pr�gnant (kantonale Akten, insbesondere act. 29). Die sch�nheitschirurgischen Massnahmen sind heute nach �ber f�nf Jahren gem�ss den unangefochten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz ausgesch�pft, die verheilten Narben im Gesicht des noch jungen Beschwerdegegners jedoch gem�ss den Feststellungen der Vorinstanz nach wie vor gut sichtbar. Die konkreten Umst�nde reichen f�r die Annahme einer schweren K�rperverletzung aus, auch wenn keine zus�tzliche Beeintr�chtigung der Mimik vorliegt. Eine Verunstaltung wesentlicher Teile des frontalen Gesichts ist nicht erforderlich. Der Schuldspruch nach Art. 122 Abs. 2 StGB ist bundesrechtskonform.
Der Beschwerdef�hrer r�gt, er sei bundesrechtswidrig wegen Unterlassung der Nothilfe verurteilt worden. Der Tatbestand von Art. 128 Abs. 2 StGB setze eine Situation voraus, nach der eine Pflicht zur Nothilfe gem�ss Abs. 1 bestehe. Das treffe hier nicht zu. F.________ sei nicht zur Nothilfe im Sinne von Art. 128 Abs. 1 StGB verpflichtet gewesen und der Beschwerdegegner habe nicht in Lebensgefahr geschwebt (Beschwerde, S. 19 f.).
4.1 Nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz schlug der Beschwerdef�hrer F.________ ins Gesicht und nahm ihr das Mobiltelefon ab, so dass sie die Rettungsdienste entgegen ihrem Vorhaben nicht alarmieren konnte. Die Vorinstanz erw�gt, der Beschwerdef�hrer habe durch seine Intervention die Nothilfe erschwert und damit den Tatbestand von Art. 128 StGB erf�llt. Es komme f�r die Strafbarkeit nach Art. 128 Abs. 2 StGB nicht darauf an, ob der abgehaltene oder behinderte Nothelfer zu einer Nothilfehandlung verpflichtet sei oder nicht (Urteil, S. 25-28).
4.2 Das Strafgesetzbuch regelt den Tatbestand der Unterlassung der Nothilfe in Art. 128 StGB. Danach macht sich gem�ss Abs. 1 strafbar, wer einem Menschen, den er verletzt hat, oder einem Menschen, der unmittelbar in Lebensgefahr schwebt, nicht hilft, obwohl es ihm den Umst�nden nach zugemutet werden k�nnte. Abs. 2 bedroht denjenigen mit Strafe, der "andere" davon abh�lt, Nothilfe zu leisten, oder sie dabei behindert. Es geht insoweit um verbale oder t�tliche Interventionen Dritter gegen die beabsichtigte oder bereits im Gange befindliche Nothilfe f�r eine Person, die solcher Hilfe bedarf, die also in Lebensgefahr schwebt oder zumindest im Ausmass einer einfachen K�rperverletzung verletzt ist, wobei Bagatellverletzungen ausscheiden und sich Nothilfe weder als unn�tig noch als �berfl�ssig erweisen darf. Nur unter diesen Voraussetzungen ist eine Person im Kontext von Art. 128 StGB nothilfebed�rftig (siehe BERNARD CORBOZ, Les infractions en droit suisse, Volume 1, Berne 2002, S. 172 Rz. 39 und 47). Als T�ter kommt nach dieser Tatbestandsvariante jede Person in Frage. Tatbestandsm�ssig ist jede Handlung, welche die Nothilfe erschwert oder verunm�glicht. Dass der "andere", der nach Abs. 2 Nothilfe leistet oder leisten will, einer Nothilfepflicht im Sinne von Art. 128 Abs. 1 StGB unterliegen muss, verlangt das Gesetz nicht. Als Nothelfer nach Abs. 2 kommt vielmehr jede Person in Frage, die in der konkreten Situation Nothilfe leistet oder beabsichtigt, solche Hilfe zu leisten (vgl. CORBOZ, a.a.O., Art. 128 Rz. 40; ANDREAS DONATSCH ET AL. (Hrsg.), Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kommentar, Z�rich 2006, Art. 128, S. 216; unklar PETER AEBERSOLD, Basler Kommentar, Strafrecht II, 2. Aufl., Basel 2007, Art. 128 Rz. 31 und 33). Subjektiv ist vors�tzliches Handeln erforderlich.
4.3 Der angefochtene Entscheid verletzt kein Bundesrecht. Der Beschwerdegegner erlitt durch den Schlag mit einem abgebrochenen Trinkglas erhebliche Schnittverletzungen im Gesicht. Er war dadurch im Sinne von Art. 128 StGB nothilfebed�rftig. F.________ wollte Hilfe leisten (Benachrichtigen der Rettungsdienste) und wurde vom Beschwerdef�hrer hievon unbestrittenermassen abgehalten. Ob F.________ zur Nothilfe nach Art. 128 Abs. 1 StGB verpflichtet war oder nicht, ist f�r die Strafbarkeit nach Art. 128 Abs. 2 StGB nicht massgeblich. Entscheidend ist allein, dass sie von der Nothilfe abgehalten wurde. Die Auffassung des Beschwerdef�hrers, wonach der Nothelfer einer Pflicht zur Hilfeleistung im Sinne von Art. 128 Abs. 1 StGB unterliegen muss, damit der Tatbestand von Art. 128 Abs. 2 StGB zum Tragen kommt, ist im Lichte einer systematischen Auslegung zwar nicht ausgeschlossen. Die Hinderung der Nothilfe eines Unbeteiligten w�rde danach von Art. 128 Abs. 2 StGB nur erfasst, wenn das Opfer in Lebensgefahr schwebte, nicht aber wenn es "lediglich" verletzt w�re. Insoweit k�me (allenfalls) N�tigung nach Art. 181 StGB in Betracht. Einer solchen Einschr�nkung des Anwendungsbereichs von Art. 128 Abs. 2 StGB steht indessen der klare Wortlaut des Gesetzes entgegen (wer "andere" davon abh�lt; celui qui aura emp�ch� "un tiers"; chiunque impedisce ad un "terzo") und ergibt sich auch nicht aus dem Sinn und Zweck der Bestimmung (siehe auch bundesr�tliche Botschaft �ber die �nderung des Schweizerischen und des Milit�rstrafgesetzes vom 26. Juni 1985, in Bundesblatt (BBl) 1985 II 1009 ff. S. 1035). Auszugehen ist mithin davon, dass die Nothilfebehinderung "eines jeden andern" den Tatbestand nach Art. 128 Abs. 2 StGB erf�llt, sei es, dass das Opfer in Lebensgefahr schwebt oder bloss verletzt ist und insoweit der Nothilfe bedarf. Indem der Beschwerdef�hrer F.________ vors�tzlich daran hinderte, dem verletzten Opfer Nothilfe zu leisten, hat er sich im Sinne von Art. 128 Abs. 2 StGB schuldig gemacht.
5.1 Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die Strafzumessung. Er macht geltend, die Vorinstanz verletze Art. 49 Abs. 2 StGB, indem sie f�r die Taten vom 19. August 2006 im "A.________" retrospektive Konkurrenz annehme und eine Zusatzstrafe ausf�lle, obwohl das erstinstanzliche Urteil f�r die Taten aus dem Jahre 2003 bereits gef�llt und er�ffnet war (Beschwerde, S. 20-22). Er beanstandet weiter, die Freiheitsstrafe sei weder �berpr�fbar noch nachvollziehbar. Die Vorinstanz habe keine Einsatzstrafe f�r das schwerste Delikt gebildet, und es sei nicht ersichtlich, wie sie im Einzelnen die Strafzumessungsfaktoren gewichtet h�tte. Es seien Art. 47, 49 Abs. 1 und 50 StGB verletzt (Beschwerde, 23-25).
5.1.1 Hat der T�ter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen f�r mehrere gleichartige Strafen erf�llt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erh�ht sie angemessen. Es darf jedoch das H�chstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die H�lfte erh�hen (Art. 49 Abs. 1 StGB). Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der T�ter begangen hat, bevor er wegen einer andern Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe in der Weise, dass der T�ter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden w�ren (Art. 49 Abs. 2 StGB). Das Strafgesetz will im Wesentlichen das Asperationsprinzip auch bei retrospektiver Konkurrenz gew�hrleisten. Der T�ter, der mehrere Freiheitsstrafen verwirkt hat, soll nach einem einheitlichen, f�r ihn relativ g�nstigen Prinzip der Strafsch�rfung beurteilt werden, unabh�ngig davon, ob die Verfahren getrennt durchgef�hrt werden oder nicht. Der T�ter soll damit trotz Aufteilung der Strafverfolgung in mehrere Verfahren gegen�ber jenem T�ter, dessen Taten gleichzeitig beurteilt wurden, nicht benachteiligt und soweit als m�glich auch nicht besser gestellt werden (BGE 132 IV 102 E. 8.2 mit Hinweisen).
Die Rechtsprechung stellt f�r die Frage, ob und in welchem Umfang das Gericht eine Zusatzstrafe aussprechen muss, auf das Datum der ersten Verurteilung im ersten Verfahren ab (sog. Ersturteil, bei welchem es sich oftmals, aber nicht zwingend um das erstinstanzliche Urteil handelt). Das Datum des Ersturteils ist auch massgeblich, wenn das Strafmass im Rechtsmittelverfahren erh�ht oder herabgesetzt wurde (BGE 129 IV 113 E. 1.3 und 1.4; BGE 6B_180/2011 vom 5. April 2012 E. 3.4.2 und 3.4.3 m.w.H.).
5.1.2 Das Bezirksgericht Frauenfeld verurteilte den Beschwerdef�hrer am 19. Dezember 2005 f�r die im Jahre 2003 begangenen Straftaten der eventualvors�tzlichen schweren K�rperverletzung, der fahrl�ssigen T�tung, der mehrfachen Gef�hrdung des Lebens, der mehrfachen N�tigung, der einfachen K�rperverletzung, der T�tlichkeiten sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz und das Waffengesetz zu drei Jahren Zuchthaus (Urteilser�ffnung: 12. Juni 2006). Auf Berufung der Staatsanwaltschaft hin sprach das Obergericht des Kantons Thurgau am 30. Januar 2007 eine Freiheitsstrafe von vier Jahren aus (kantonale Akten, act. 626). Am 13. Juni 2008 hob das Bundesgericht das Berufungsurteil auf (Verfahren 6B_806/2007), worauf das Obergericht des Kantons Thurgau am 9. Dezember 2008 eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 11 Monaten aussprach. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht am 13. Juli 2009 ab (Verfahren 6B_65/2009).
5.1.3 Die Vorinstanz spricht zu Unrecht eine Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts vom 9. Dezember 2008 aus. Der Beschwerdef�hrer beging die Straftaten vom 19. August 2006 im "A.________", nachdem er vom Bezirksgericht Steckborn am 19. Dezember 2005 f�r die im Jahre 2003 begangenen Delikte verurteilt worden war. Die Vorinstanz h�tte daher f�r die Delikte im "A.________" eine selbstst�ndige Strafe aussprechen m�ssen. Art. 49 Abs. 2 StGB ist nicht anwendbar. Dessen bundesrechtswidrige Anwendung durch die Vorinstanz wirkt sich allerdings nicht zu Ungunsten des Beschwerdef�hrers aus. Sie f�hrt daher nicht zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids.
Weil Art. 49 Abs. 2 StGB nicht zur Anwendung kommt, sind alle diesbez�glichen Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers nicht massgeblich (Beschwerde, S. 23 Ziff.1 und S. 24 f).
5.2.1 Das Bundesgericht hat die Grunds�tze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB und die an sie gestellten Begr�ndungsanforderungen wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt f�r das methodische Vorgehen bei der Festlegung der Strafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB (BGE 132 IV 102). Darauf kann verwiesen werden.
Liegt eine Verminderung der Schuldf�higkeit vor, hat der Richter im Sinne einer nachvollziehbaren Strafzumessung wie folgt vorzugehen: In einem ersten Schritt ist auf Grund der tats�chlichen Feststellungen des Gutachters zu entscheiden, in welchem Umfang die Schuldf�higkeit des T�ters in rechtlicher Hinsicht eingeschr�nkt ist und wie sich dies insgesamt auf die Einsch�tzung des Tatverschuldens auswirkt. Das Gesamtverschulden ist zu qualifizieren und mit Blick auf Art. 50 StGB im Urteil ausdr�cklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist. Hierauf ist in einem zweiten Schritt innerhalb des zu Verf�gung stehenden Strafrahmens die (hypothetische) Strafe zu bestimmen, die diesem Verschulden entspricht. Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenenfalls in einem dritten Schritt auf Grund wesentlicher T�terkomponenten (sowie wegen eines allf�lligen blossen Versuchs im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB) ver�ndert werden (BGE 136 IV 55 E. 5.7 S. 62 f., Hinweis auf Urteil 6B_585/2008 vom 19. Juni 2009 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 134 IV 132 E. 6.1 S. 135).
5.2.2 Die Vorinstanz nimmt objektiv ein sehr schweres Tatverschulden des Beschwerdef�hrers in Bezug auf die K�rperverletzung zum Nachteil des Beschwerdegegners an (Urteil, S. 32). Sie geht mit R�cksicht auf das Gutachten von Dr. med. J.________ von einer leichtgradigen Beeintr�chtigung des Beschwerdef�hrers zu einsichtsgem�ssem Handeln aus (Urteil, S. 32) und setzt das sehr schwere Tatverschulden aus diesem Grund auf ein schweres Verschulden herab (Urteil, S. 33). Den Strafsch�rfungsgrund der Tatmehrheit stellt sie straferh�hend in Rechnung. Das Vorleben und die pers�nlichen Verh�ltnisse bewertet sie neutral. Zu Gunsten des Beschwerdef�hrers ber�cksichtigt sie die Vorstrafenlosigkeit (Urteil, S. 34) und den Umstand, dass sich der Beschwerdef�hrer beim Beschwerdegegner entschuldigte (Urteil, S. 35). Die Vorinstanz gelangt zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 25 Monaten f�r die im "A.________" begangenen Straftaten der schweren K�rperverletzung, der Unterlassung der Nothilfe und der Sachentziehung.
5.2.3 Die Vorinstanz geht zutreffend von der schweren K�rperverletzung als dem schwersten vom Beschwerdef�hrer ver�bten Delikt aus. Dessen ordentlicher Strafrahmen betr�gt Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagess�tzen. Sie qualifiziert das objektive und subjektive Tatverschulden unter Ber�cksichtigung der leichtgradigen Verminderung der Schuldf�higkeit als schwer und weist richtig darauf hin, dass die Tatmehrheit straferh�hend zu ber�cksichtigen ist. Die Strafzumessung ist insoweit nicht zu beanstanden. Der Beschwerdef�hrer wendet allerdings zu Recht ein, dass die Vorinstanz bei der Bildung der Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB keine Einsatzstrafe f�r das K�rperverletzungsdelikt festlegt. Wohl ist das Gericht grunds�tzlich nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungsgr�nde gewichtet (BGE 136 IV 55 E. 5.6). Ist indessen in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB eine Gesamtstrafe zu bilden, l�sst sich dieser Vorgang mit der Nennung einer Einsatzstrafe besser nachvollziehen. Dadurch ist feststellbar, in welchem Ausmass die Vorinstanz die Einsatzstrafe infolge Deliktsmehrheit sch�rft (Urteil 6B_524/2010, 6B_626/2011 vom 8. Dezember 2011 E. 4.4; siehe auch Urteil 6B_579/2008 vom 27. Dezember 2008 E. 4.4 mit Hinweisen). Trotz der mangelhaften Begr�ndung rechtfertigt es sich jedoch, von der Aufhebung des angefochtenen Entscheids abzusehen. Denn das Urteil der Vorinstanz erweist sich im Ergebnis als bundesrechtskonform (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2c S. 104). Die ausgef�llte Strafe ist bereits angesichts des erheblichen Verschuldens sowie des ordentlichen Strafrahmens der schweren K�rperverletzung auf jeden Fall angemessen und deshalb nicht zu beanstanden.
Die Antr�ge auf Aufhebung der vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme und der Verpflichtung zur Zahlung von Schadenersatz und Genugtuung begr�ndet der Beschwerdef�hrer nicht bzw. implizit (nur) mit den beantragten Freispr�chen. Da es bei den Verurteilungen bleibt, ist darauf nicht weiter einzugehen.
Die angeordnete ambulante Massnahme bleibt damit bestehen. Die Vorinstanz sah ausdr�cklich davon ab, die unbedingte Freiheitsstrafe zu Gunsten der Massnahme im Sinne von Art. 63 Abs. 2 StGB aufzuschieben (Entscheid, S. 36). Der Beschwerdef�hrer ficht dies vor Bundesgericht nicht an. Er macht einzig geltend, es stelle sich die Frage des bedingten oder teilbedingten Vollzugs der Strafe im Sinne von Art. 42 und Art. 43 StGB (Beschwerde, S. 22). Insoweit verkennt er, dass die Anordnung einer Massnahme nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zugleich eine ung�nstige Prognose bedeutet, so dass der bedingte oder teilbedingte Aufschub einer gleichzeitig ausgef�llten Strafe gem�ss Art. 42 und 43 StGB ausgeschlossen ist. Dies gilt auch, wenn eine ambulante Massnahme ausgesprochen wird (BGE 135 IV 180 E. 2.3; ferner Urteile des Bundesgerichts 6B_342/2010 vom 9. Juli 2010 E. 3.5.2; 6B_141/2009 vom 24. September 2009 E. 1; 6B_268/2008 vom 2. M�rz 2009 E. 6; 6B_724/2008 vom 19. M�rz 2009 E. 3.1).
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Die Kosten des Verfahrens w�ren bei diesem Ausgang dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er hat ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt, das gutgeheissen werden kann. Die Bed�rftigkeit ist ausgewiesen und die Beschwerde war - insbesondere was die Strafzumessung betrifft - nicht von vornherein aussichtslos. Daher sind keine Kosten zu erheben (Art. 64 Abs. 1 BGG). Der Vertreter des Beschwerdef�hrers ist aus der Bundesgerichtskasse zu entsch�digen (Art. 64 Abs. 2 BGG).
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen. Dem Beschwerdef�hrer wird Rechtsanwalt Otmar Kurath als unentgeltlicher Rechtsbeistand beigegeben.

References: Art. 122
 Art. 128
 Art. 141
in dubio
 Art. 6
 Art. 32
 Art. 9
 Art. 32
 Art. 122
 Art. 123
 Art. 122
 Art. 122
 BGE 
 BGE 
 Art. 122
 BGE 
 Art. 122
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 181
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 128
 Art. 49
 Art. 47
 BGE 
 Art. 49
 Art. 49
 Art. 47
 Art. 49
 Art. 50
 Art. 22
 BGE 
 Art. 49
 Art. 49
 BGE 
 Art. 63
 Art. 42
 Art. 43
 Art. 42