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Timestamp: 2016-10-24 08:51:44+00:00

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2C_434/2009 (17.06.2010)
2C_434/2009
vertreten durch KPMG (Liechtenstein) AG,
Mehrwertsteuer f�r das 2. Quartal 2002 bis 2. Quartal 2005,
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs des F�rstentums Liechtenstein vom 26. Mai 2009.
Am 7. Mai 2002 gelangte die A.________ an die Liechtensteinische Steuerverwaltung und teilte dieser mit, sie sei im Rahmen eines Beratungsmandates auf verschiedene, im Schreiben einzeln aufgef�hrte Vertragsentw�rfe (im Versicherungsbereich) gestossen, welche zu einer Mehrwertsteuerpflicht f�hren k�nnten. Die fragliche Gesellschaft sei vor einigen Monaten gegr�ndet worden und es stelle sich die Frage, ob die Gesellschaft bei einer allf�lligen Steuerpflicht r�ckwirkend die Mehrwertsteuernummer beantragen k�nne. Mit Schreiben vom 22. Mai 2002 legte die A.________ sodann der Liechtensteinischen Steuerverwaltung eine Beschreibung der Gesch�ftsf�lle der fraglichen Aktiengesellschaft dar, wobei sie diese unterteilte in italienisches Onshore-Gesch�ft und Schweizerisches Offshore-Gesch�ft. Mit Brief vom 25. Juli 2002 wies die A.________ darauf hin, dass es sich bei der fraglichen Gesellschaft um die X.________ Aktiengesellschaft mit Sitz in Vaduz handle (im Folgenden: X.________ AG), machte weitere Ausf�hrungen zur T�tigkeit der Gesellschaft und reichte den Fragebogen zur Eintragung als Mehrwertsteuerpflichtige sowie weitere Unterlagen ein. Nach Austausch diverser Korrespondenz und Durchf�hrung von Besprechungen bescheinigte die Liechtensteinische Steuerverwaltung der X.________ AG am 5. August 2002, sie sei mit Wirkung ab 1. April 2002 in das Verzeichnis der Mehrwertsteuerpflichtigen eingetragen worden.
Am 20. und 21. September 2005 f�hrte die Liechtensteinische Steuerverwaltung bei der X.________ AG eine Revision betreffend die Steuerperioden vom 1. April 2002 bis 30. Juni 2005 durch. Nach Durchf�hrung einer weiteren Besprechung und Wechsel diverser Korrespondenz verf�gte die Liechtensteinische Steuerverwaltung am 24. Januar 2006 - r�ckwirkend auf den 1. April 2002 - die Streichung der X.________ AG aus dem Mehrwertsteuer-Register. Sie setzte die Bez�ge von Dienstleistungen von Unternehmen mit Sitz im Ausland f�r die Steuerperioden 2. Quartal 2002 bis 2. Quartal 2005 sowie die Vorsteuern f�r diese Perioden je mit Fr. 0.-- fest und f�hrte aus, das Mehrwertsteuerkonto der X.________ AG weise somit per 24. Januar 2006 einen Saldo von Fr. 1'973'926.-- zu Gunsten der Liechtensteinischen Steuerverwaltung aus. Zur Begr�ndung wurde sinngem�ss im Wesentlichen ausgef�hrt, bei den von der X.________ AG haupts�chlich erzielten Ums�tzen handle es sich um solche aus einer T�tigkeit als Versicherungsvermittler und nicht - wie von der Gesellschaft vorgetragen - um "Finder's Fee" aus blosser Zuf�hrung von Kunden. Aufgrund der steuerlichen Beurteilung der Einnahmen aus dem Verkauf von Lebensversicherungen als Dienstleistung nach Art. 18 Ziff. 18 des liechtensteinischen Mehrwertsteuergesetzes bestehe keine Eintragungsberechtigung in das Mehrwertsteuer-Register. Demzufolge sei die bisher ausbezahlte Vorsteuer der Liechtensteinischen Steuerverwaltung r�ckzuerstatten.
Die von der X.________ AG gegen diese Verf�gung erhobene Einsprache wies die Liechtensteinische Steuerverwaltung am 1. Juli 2007 ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wies der Verwaltungsgerichtshof des F�rstentums Liechtenstein am 26. Mai 2009 ebenfalls ab.
Die X.________ AG beantragt dem Bundesgericht mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 3. Juli 2009, der Entscheid des Verwaltungsgerichtshofs Liechtenstein vom 26. Mai 2009 sei aufzuheben und die Sache sei "mit r�ckwirkendem Effekt per 1. April 2002 zur Eintragung der Beschwerdef�hrerin in das Register der Mehrwertsteuerpflichtigen an die Liechtensteinische Steuerverwaltung sowie zur Verlegung der liechtensteinischen Kosten- und Entsch�digungsfolgen an den Verwaltungsgerichtshof des F�rstentums Liechtenstein zur�ckzuweisen". Die Liechtensteinische Steuerverwaltung sei ferner anzuweisen, der Beschwerdef�hrerin das ihr zustehende Vorsteuerguthaben in H�he von Fr. 3'420'220.-- inkl. eines Verg�tungszinses gutzuschreiben.
D. Die Steuerverwaltung des F�rstentums Liechtenstein und der Verwaltungsgerichtshof des F�rstentums Liechtenstein haben auf eine Vernehmlassung verzichtet. Die zur Vernehmlassung eingeladene Eidgen�ssische Steuerverwaltung beantragt die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 12. Januar 2010 h�lt die X.________ AG an ihren Rechtsbegehren fest. Mit Eingabe vom 27. Januar 2010 hat die liechtensteinische Steuerverwaltung ihrerseits zur Replik Stellung genommen.
Mit Verf�gung vom 26. Juni 2009 hat der Abteilungspr�sident der Beschwerde - antragsgem�ss - aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1 Die Zul�ssigkeit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den Entscheid des liechtensteinischen Verwaltungsgerichtshofs an das Schweizerische Bundesgericht ergibt sich v�lkerrechtlich aus Art. 11 der Vereinbarung zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem F�rstentum Liechtenstein vom 28. November 1994 zum Vertrag betreffend die Mehrwertsteuer im F�rstentum Liechtenstein (nachfolgend: MWST-Vereinbarung; SR 0.641.295.142.1) und landesrechtlich aus Art. 66 Abs. 1 des vorliegend anwendbaren liechtensteinischen Gesetzes vom 16. Juni 2000 �ber die Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuergesetz, MWSTG/2001/FL; LGBl. 2000, Nr. 163, in Kraft vom 1. Januar 2001 bis bis zum 31. Dezember 2009; zum anwendbaren Recht vgl. E. 1.3 nachfolgend). Auf die unter Einhaltung der gesetzlichen Frist (Art. 66 Abs. 1 MWSTG/2001/FL, Art. 100 Abs. 1 BGG) und Form (Art. 42 BGG) eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Art. 11 der MWST-Vereinbarung mit Liechtenstein beschr�nkt die Anfechtbarkeit auf "Entscheidungen �ber materielle Vorschriften der Mehrwertsteuer". Mit der Beschwerde an das Bundesgericht kann somit nur ger�gt werden, materielle Rechtsvorschriften der liechtensteinischen Mehrwertsteuergesetzgebung und der gem�ss dieser Gesetzgebung anwendbaren Vorschriften seien verletzt (s. auch Art. 66 Abs. 2 MWSTG/2001/FL). Eine Sachverhaltspr�fung steht dem Bundesgericht nicht zu (vgl. Urteil 2C_904/2008 vom 22. Dezember 2009, E. 1.2).
1.3 Der zu beurteilende Sachverhalt hat sich in den Jahren 2002 bis 2005 verwirklicht. Am 1. Januar 2010 ist das liechtensteinische Gesetz vom 22. Oktober 2009 �ber die Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuergesetz, MWSTG/2010/FL; LGBl. 2009, Nr. 330) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen sowie die darauf gest�tzt erlassenen Vorschriften bleiben grunds�tzlich weiterhin auf alle w�hrend ihrer Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverh�ltnisse anwendbar (Art. 107 MWSTG/2010/FL). Anwendbar ist im vorliegenden Fall daher das liechtensteinische Mehrwertsteuergesetz vom 16. Juni 2000.
Da das Gesetz das schweizerische Mehrwertsteuerrecht in weiten Teilen unver�ndert in das eigene Recht �bernommen hat (vgl. Art. 1 Abs. 1 MWST-Vereinbarung), kann bei der Beurteilung auf die entsprechende Lehre und Rechtsprechung zur schweizerischen Mehrwertsteuer abgestellt werden. Das gilt zumindest insoweit, als keine abweichenden Gesetzesbestimmungen bestehen. Das Verfahren richtet sich nach schweizerischem Recht (Art. 11 MWST-Vereinbarung; Art. 66 Abs. 5 MWSTG/2001/FL, vgl. auch das vorerw�hnte Urteil 2C_904/2008, E. 1.3). Eine Ber�cksichtigung des inzwischen - am 1. Januar 2010 - in der Schweiz in Kraft getretenen Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 �ber die Mehrwertsteuer (MWSTG; SR 641.20) f�llt dagegen ausser Betracht.
2.1 Gem�ss Art. 21 Abs. 1 MWSTG/2001/FL ist steuerpflichtig, wer eine mit der Erzielung von Einnahmen verbundene gewerbliche oder berufliche T�tigkeit selbst�ndig aus�bt, auch wenn die Gewinnabsicht fehlt, sofern seine Lieferungen, seine Dienstleistungen und sein Eigenverbrauch im Inland j�hrlich gesamthaft Fr. 75'000.-- �bersteigen. Die f�r die Steuerpflicht massgebenden Ums�tze m�ssen durch im Inland gegen Entgelt erbrachte Lieferungen von Gegenst�nden, durch im Inland gegen Entgelt erbrachte Dienstleistungen oder durch Eigenverbrauch im Inland erzielt werden (Art. 21 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 lit. a - c MWSTG/2001/FL). Die gem�ss Art. 18 MWSTG/2001/FL von der Steuer ausgenommenen Ums�tze sind dabei nicht zu ber�cksichtigen, unter Vorbehalt der - vorliegend nicht relevanten - Optierung f�r die Versteuerung solcher Ums�tze gem�ss Art. 26 Abs. 1 MWSTG/2001/FL. Demgegen�ber z�hlen die gem�ss Art. 19 MWSTG/2001/FL von der Steuer befreiten Ums�tze zu den massgebenden Ums�tzen (vgl. zum Ganzen GERHARD SCHAFROTH/DOMINIK ROMANG, mwst.com., N 33 zu Art. 21 MWSTG).
2.2 Von der Steuer ausgenommen sind nach Art. 18 Ziff. 18 MWSTG/ 2001/FL die Versicherungs- und R�ckversicherungsums�tze einschliesslich der Ums�tze aus der T�tigkeit als Versicherungsvertreter oder Versicherungsmakler. Dieser Ausnahmetatbestand entspricht der Regelung von Art. 18 Ziff. 18 des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 �ber die Mehrwertsteuer (aMWSTG, AS 2000 S. 1300 ff.), weshalb bei der Beurteilung des vorliegenden Falles auf die zu dieser Norm vorhandene Rechtsprechung und Doktrin abgestellt werden kann.
2.3.1 Die Steuerbefreiungen nach Art. 18 aMWSTG sind unechte Befreiungen, da der Vorsteuerabzug ausgeschlossen ist (Art. 17 aMWSTG). Solche Steuerbefreiungen werden im Allgemeinen als systemwidrig betrachtet. Sie greifen grunds�tzlich auf der Stufe des Endverbrauchs ein, um zu vermeiden, dass sie eine "taxe occulte" erzeugen (Urteil 2C_506/2007 vom 13. Februar 2008, E. 5 [mit Hinweisen], in: RDAF 2008 II p. 33). Art. 18 Ziff. 18 aMWSTG nimmt die Ums�tze aus der T�tigkeit der Versicherungsvertreter und -makler von der Steuer aus. Unter den Ausnahmetatbestand fallen ausschliesslich t�tigkeitsspezifische Aktivit�ten dieser Berufsgattungen (Urteil 2C_612/2007 vom 7. April 2008, E. 6.5 und E. 6.6, in: RDAF 2008 II, p. 554, vgl. auch PETER LANG, Aspekte der Versicherung im schweizerischen Mehrwertsteuerrecht, in: ASA 77 S. 135; PASCAL MOLLARD/XAVIER OBERSON, ANNE TISSOT BENEDETTO, Trait� TVA, Basel 2009 S. 320 f.). Nicht berufsspezifische T�tigkeiten, wie etwa Dienstleistungen im Bereich der Organisation, Administration, Koordination oder Gesch�ftsf�hrung bleiben der Steuer unterworfen (Urteil 2C_612/2007, E. 7.5).
2.3.2 Im Rahmen des Versicherungsbetriebs k�nnen mehrere Vertriebsstufen hintereinander geschaltet werden, d.h. es liegt ein so genannter mehrstufiger Versicherungsvertrieb mit Untervertretern vor. Auch solche Strukturen sind nach den soeben genannten Grunds�tzen zu beurteilen, d.h. f�r jede Leistungsstufe ist festzustellen, ob eine t�tigkeitsspezifische Aktivit�t im Sinne von Art. 18 Ziff. 18 aMWSTG vorliegt. Soweit vorangehende Ums�tze ebenfalls Versicherungsums�tze sind - wozu wie ausgef�hrt die Ums�tze aus Vermittler- und Maklerleistungen geh�ren - sind alle Stufen von der Ausnahme erfasst und sind auch Entsch�digungen im Rahmen einer mehrstufigen Vertriebsstruktur unter den Ausnahmetatbestand von Art. 18 Ziff. 18 aMWSTG zu subsumieren (vgl. PETER LANG, a.a.O., S. 136 sowie nachfolgend E. 3.4).
2.4 Ferner ist - im Rahmen der Ber�cksichtigung schweizerischer Rechtsprechung und Doktrin (vorne E. 1.3) - auch auf die Praxis der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung zu Art. 18 Ziff. 18 aMWSTG hinzuweisen. Danach sind die Ums�tze s�mtlicher Arten von Versicherungen, die durch anerkannte und der Versicherungsaufsichtsgesetzgebung unterstellte Versicherungstr�ger des privaten Rechts und solche des �ffentlichen Rechts angeboten werden, der Krankenversicherungen und die Ums�tze der selbst�ndigen Versicherungsvertreter, Versicherungsmakler und Versicherungsbroker aus den dazugeh�renden Dienstleistungen umfassend von der Mehrwertsteuer ausgenommen (Wegleitung 2001 zur Mehrwertsteuer [Wegleitung 2001] Rz. 626 ff.; vgl. auch Ziffer 2.2 der Branchenbrosch�re Versicherungswesen vom September 2000 [Branchenbrosch�re 15; BB 15/2001]). Um eine T�tigkeit als Versicherungsvertreter handelt es sich nach der Praxis dann, wenn jemand im Auftrag von Versicherern Abschl�sse von Versicherungsvertr�gen gegen Provision vermittelt. Darunter fallen alle Aufgaben, die berufstypisch sind und die mit dem abzuschliessenden Versicherungsvertrag zusammenh�ngen, ihm unmittelbar vorausgehen oder ihm nachfolgen (BB 15/2001 Ziff. 2.2.4; vgl. auch Branchenbrosch�re Versicherungswesen vom 1. Januar 2008 [BB 15/2008] Ziff. 2.4). Kein Versicherungsvertreter im Sinne von Art. 18 Ziff. 18 aMWSTG ist, wer lediglich einen Kunden anwirbt, z.B. indem er einzig die Adressen potentieller Kunden bekannt gibt, ohne jedoch dar�ber hinaus auf den Abschluss eines Versicherungsvertrages hinzuarbeiten.
3.1 Der Verwaltungsgerichtshof des F�rstentums Liechtenstein hat im angefochtenen Urteil festgestellt, die Beschwerdef�hrerin erbringe berufstypische Dienstleistungen eines Versicherungsvertreters, welche �ber das blosse Zuf�hren von Kunden bzw. das �berlassen von Kundendaten hinausgehe. Sie habe nicht bloss f�r die Versicherungsprodukte der Versicherer zu werben und den Versicherern die Daten von interessierten (potentiellen) Kunden zu �berlassen, sondern dauernd f�r die Versicherer Abschl�sse von Versicherungsvertr�gen gegen Provision vorzubereiten und zu vermitteln. Sie werde zu diesem Zweck von Versicherern mit zweckdienlichen Versicherungsunterlagen ausgestattet, f�hre mit potentiellen Kunden (selber oder �ber Subvermittler) ein Abkl�rungsgespr�ch, f�lle das Versicherungsformular mit Kunden, die ein entsprechendes Versicherungsbed�rfnis h�tten, aus und leite schliesslich das vom Kunden unterzeichnete Antragsformular an den Versicherer weiter. Sie habe dabei die jeweils anwendbaren lokalen Gesetze, Regeln und Praktiken zu beachten und im Rahmen der Vermeidung von Geldw�scherei zu Handen des Versicherers die Identit�t des Kunden abzukl�ren und festzuhalten. Die Rolle, welche die Beschwerdef�hrerin f�r die Versicherer �bernommen habe, sei weitreichend. Sie habe f�r die Produkte der Versicherer ein Vertriebsnetz aufgebaut, indem sie mehrere Finanzintermedi�re als Sub-Vermittler in den Vertrieb eingebunden habe. Die Versicherer w�rden die fertig ausgef�llten und unterzeichneten Antragsformulare mit abgeschlossener Identifizierung des Kunden ins Haus erhalten und m�ssten letztlich nur noch �ber die Annahme oder Ablehnung des Antrages entscheiden. Ein Versicherungsgespr�ch zwischen den Versicherern und den Kunden erfolge nicht mehr.
3.2 An diese Sachverhaltsfeststellungen des Verwaltungsgerichtshofes des F�rstentums Liechtenstein ist das Bundesgericht gebunden (vorne E. 1.2). Soweit die Beschwerdef�hrerin Ausf�hrungen zum Gesch�ftsablauf macht, sind ihre Vorbringen daher nicht relevant. Dies trifft sodann ebenfalls zu auf die Vorbringen der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung, soweit sie die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz - wonach Abkl�rungen �ber Versicherungsbed�rfnisse gef�hrt worden sind, Abschl�sse von Versicherungsvertr�gen vermittelt wurden, die Beschwerdef�hrerin mit Versicherungsunterlagen ausgestattet war und berufstypische Leistungen eines Versicherungsvertreters erbracht wurden - in Zweifel zieht.
3.3 Ausgehend vom dargelegten Sachverhalt kam der Verwaltungsgerichtshof des F�rstentums Liechtenstein zum Schluss, die T�tigkeit der Beschwerdef�hrerin sei als T�tigkeit eines Versicherungsvertreters zu qualifizieren. Diese Folgerung ist nicht zu beanstanden: Die Vorinstanz hat im Detail hergeleitet, welche Elemente zum Schluss f�hren, dass die T�tigkeit der Beschwerdef�hrerin als diejenige eines Versicherungsvertreters zu qualifizieren ist (vgl. S. 14 f. des angefochtenen Entscheides); es kann auf diese schl�ssigen Ausf�hrungen verwiesen werden. Aufgrund des angefochtenen Urteils bzw. der darin getroffenen Sachverhaltsfeststellungen bestehen sodann keine Anhaltspunkte, dass es sich bei den vertriebenen Produkten nicht um Versicherungsleistungen handeln k�nnte (vgl. auch den Einsprache-Entscheid der liechtensteinischen Steuerverwaltung vom 1. Juli 2007, S. 12, wonach "einzige Aufgabe" der Beschwerdef�hrerin sei, "den Vertrieb und die Abwicklung der Erlebensversicherung von bestimmten Versicherungsgesellschaften aus UK durchzuf�hren", wobei es sich "unbestritten um ein Versicherungsprodukt" handle).
Die Vorbringen der Beschwerdef�hrerin �ndern nichts: Sie macht geltend, sie habe keinen direkten Kundenkontakt, sei nicht zust�ndig f�r Kundenbetreuung, Abkl�rungen von Fragestellungen im Versicherungsbereich, Fremdfinanzierung, �berpr�fung von Versicherungsvertr�gen (etc.), und sie erbringe auch keine spezifischen Versicherungsdienstleistungen wie Kundenberatung oder die Bearbeitung von Schadenf�llen. Die Vorinstanz hat diesbez�glich zu Recht festgehalten, dass eine T�tigkeit als Versicherungsvertreter nicht erst dann vorliegt, wenn der Steuerpflichtige das gesamte T�tigkeitsfeld eines Versicherungsvertreters abdeckt bzw. eine umfassende Kundenbetreuung gew�hrleistet. Unbehelflich ist auch das Vorbringen der Beschwerdef�hrerin, wonach sie nicht im Besitz einer Abschlussvollmacht gewesen sei. Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang richtig festgehalten, massgebend sei, dass die T�tigkeit der Beschwerdef�hrerin weit �ber das blosse Gewinnen und Zuf�hren von Kunden an die Versicherer hinausgehe und die Beschwerdef�hrerin in verschiedener Weise gegen�ber den Versicherern vertraglich verpflichtet sei. Es w�rden von ihr nicht bloss Daten m�glicher Kunden weitergeleitet, sondern die Antragsformulare w�rden von ihr bzw. unter ihrer Verantwortung von Sub-Vermittlern mit den Kunden ausgef�llt und schliesslich an die Versicherer weitergeleitet.
3.4 Die Beschwerdef�hrerin macht im Weiteren geltend, die Vorinstanz habe Art. 18 Ziff. 18 MWSTG/2001/FL zu Unrecht zur Anwendung gebracht, da sie ausschliesslich �ber Untervermittler t�tig geworden sei. Sie vertritt die Auffassung, bei einer zwei- oder mehrstufigen Struktur w�rden immer Finder's Fee-Leistungen vorliegen, also nicht von Art. 18 Ziff. 18 MWSTG/2001/FL erfasste Leistungen aus der T�tigkeit als Versicherungsvertreter oder Versicherungsmakler.
Die Begr�ndung f�r die Ausnahme von Versicherungs- und R�ckversicherungsums�tzen von der Steuer ergibt sich einerseits aus sozialen Erw�gungen, andererseits daraus, dass einzelne dieser Ums�tze bereits der Stempelabgabe unterliegen und deshalb eine doppelte Steuerbelastung vermieden werden soll (vgl. das bereits genannte Urteil 2C_506/2007 vom 13. Februar 2008, E. 6.1, mit Hinweisen). Sozialpolitisch soll mit dieser Regelung der Bezug von Versicherungsleistungen steuerlich entlastet werden. Bereits aus dem Wortlaut der Norm ergibt sich, dass das gesamte Versicherungsverh�ltnis, angefangen bei den Entgelten, welche die Versicherungsnehmer zu entrichten haben bis hin zu den R�ckversicherungsums�tzen sowie die zwischengeschalteten Ums�tze der Versicherungsmakler und der Versicherungsvertreter steuerlich entlastet werden soll. Erreicht werden soll eine geringere Steuerbelastung f�r den Endverbraucher, also f�r denjenigen, der den Versicherungsschutz in Anspruch nimmt, indem die gesamten Versicherungsums�tze von der Ausnahmevorschrift erfasst werden (vgl. auch vorne E. 2.3.2). Nicht erfasst werden von der Ausnahme dagegen diejenigen Ums�tze, welche nicht als Versicherungs- oder R�ckversicherungsums�tze im Sinne von Art. 18 Ziff. 18 MWSTG/2001/FL zu qualifizieren sind, wie beispielsweise sogenannte Vorums�tze aus T�tigkeiten, welche den eigentlichen Versicherungsums�tzen vorgelagert sind, oder aus parallel erzielten Ums�tzen (vgl. dazu Urteile 2C_506/2007 vom 13. Februar 2008 E. 7; 2C_612/2007 vom 7. April 2008 E. 7; vgl. auch BB 15/2008 Ziff. 3.3).
Aufgrund der dargelegten gesetzlichen Regelung kann es entgegen der Meinung der Beschwerdef�hrerin keine Rolle spielen, ob ein direkter Kontakt besteht zwischen dem Erbringer der als Versicherungs- bzw. R�ckversicherungsumsatz qualifizierten Leistung und dem Endkunden, das heisst demjenigen, welcher den Versicherungsschutz in Anspruch nehmen will. Dies erscheint offensichtlich in Bezug auf die Versicherungsums�tze, welche von den Versicherern bzw. R�ckversicherern selber erzielt werden. Es gilt aufgrund der expliziten Regelung in der fraglichen Gesetzesbestimmung aber auch in gleicher Weise f�r die Ums�tze, welche von Versicherungsvertretern oder Versicherungsmaklern aus deren spezifischer T�tigkeit erzielt werden. Es ergibt keinen Sinn, solche Ums�tze aus dem von der Steuer ausgenommen Bereich herauszul�sen, bloss weil es aufgrund einer zwei- oder mehrstufigen Gestaltung der Vertriebsstruktur teilweise am direkten Kontakt mit dem Endverbraucher fehlt. Vielmehr h�tte eine solche - mit dem Gesetzeswortlaut in Widerspruch stehende - L�sung mit einer Steuerpflicht auf einer Zwischenstufe zur Folge, dass die dem Endverbraucher erbrachte gesamthafte Leistung mit h�heren Mehrwertsteuern belastet w�rde (vgl. zu den Auswirkungen der objektiven Befreiung auf Zwischenstufen Daniel Riedo, Vom Wesen der Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer, S. 76 ff., insb. S. 79 ff.). Dies st�nde mit dem Zweck der Norm in klarem Widerspruch. Die Eidgen�ssische Steuerverwaltung hat diese �berlegung in ihrer Branchenbrosch�re 15/2001 aufgenommen, indem sie dort in Bezug auf Versicherungsmakler ausf�hrte, dass sowohl die Provisionen, die der Erstmakler vom Versicherer beziehe als auch die Provisionen, die der Zweitmakler vom Erstmakler bzw. Direktvermittler erhalte, von der Steuer ausgenommen w�rden, sofern bestimmte formelle Voraussetzungen erf�llt seien (a.a.O. Ziff. 6.1.2). Analoges muss auch in Bezug auf Versicherungsvertreter gelten, ist doch nicht erkennbar, aus welchen Gr�nden abweichende L�sungen getroffen werden sollten, je nachdem ob eine Person eher im Auftrage des Versicherers, also als Versicherungsvertreter, oder eher im Auftrage des Kunden, also als Versicherungsmakler, t�tig wird (vgl. zur Differenzierung Urteil 2C_612/ 2007 vom 7. April 2008 E. 6.1; vgl. dazu auch Philip Robinson/Christina Oberheid, mwst.com, a.a.O., N. 5 [S. 320] zu Art. 18 aMWSTG, mit Hinweis).
4.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt schliesslich eine Verletzung von Treu und Glauben (Art. 9 BV). Im Wesentlichen macht sie geltend, sowohl aus der konkreten mehrwertsteuerlichen W�rdigung der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung wie auch aus den Praxisklarstellungen der Versicherungsexperten der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung sei immer eindeutig hervorgegangen, dass nur bei Vorliegen eines direkten Kundenkontaktes eine steuerausgenommene Versicherungsleistung vorliegen k�nne.
4.2 Der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in unrichtige Zusicherungen, Ausk�nfte, Mitteilungen oder Empfehlungen einer Beh�rde, wenn (a) die Beh�rde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat, (b) die Beh�rde f�r die Erteilung der betreffenden Auskunft zust�ndig war, (c) der B�rger die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne Weiteres erkennen konnte, (d) er im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil r�ckg�ngig gemacht werden k�nnen, und (e) die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine �nderung erfahren hat (BGE 131 II 627 E. 6.1 S. 636 f.; 131 V 472 E. 5 S. 480f.).
4.3 F�r eine Berufung auf Vertrauensschutz fehlt es vorliegend bereits an der Voraussetzung, dass die Beschwerdef�hrerin gest�tzt auf eine Vertrauensgrundlage Dispositionen getroffen h�tte. Vielmehr f�hrt die Beschwerdef�hrerin selber aus, dass sie im Nachgang zu der von der Liechtensteinischen Steuerverwaltung durchgef�hrten Mehrwertsteuerrevision die Eidgen�ssische Steuerverwaltung kontaktierte (zwecks Klarstellung der Praxisauslegung). Die Beschwerdef�hrerin traf somit ihre Dispositionen, bevor ihr irgendwelche Ausk�nfte durch die Eidgen�ssische Steuerverwaltung erteilt worden waren. Hinzu kommt, dass gem�ss Art. 52 MWSTG/2001/FL die Steuer auf den Ums�tzen im - liechtensteinischen - Inland durch die - liechtensteinische - Steuerverwaltung erhoben wird und dass diese alle hiezu erforderlichen Weisungen, Verf�gungen und Entscheidungen erl�sst, deren Erlass nicht ausdr�cklich einer anderen Beh�rde vorbehalten ist. Daraus ergibt sich ohne weiteres, dass die Eidgen�ssische Steuerverwaltung im vorliegenden Fall f�r die Erteilung von Ausk�nften gar nicht zust�ndig war.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegr�ndet und ist abzuweisen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Kosten der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 65, Art. 66 Abs. 1 BGG). Eine Parteiensch�digung ist nicht geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, der Liechtensteinischen Steuerverwaltung, dem Verwaltungsgerichtshof des F�rstentums Liechtenstein und der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 18
 Art. 11
 Art. 66
 Art. 100
 Art. 11
 Art. 66
 Art. 1
 Art. 66
 Art. 21
 Art. 5
 Art. 18
 Art. 26
 Art. 19
 Art. 21
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 9
 Art. 52
 Art. 66