Source: http://www.pol-kraft.de/mindestlohn.html?replytocom=140
Timestamp: 2018-04-21 07:56:46+00:00

Document:
Mindestlohn ab 2015 auch für Arbeitgeber mit Sitz im Ausland!
« Pflegekraft aus Polen
Publiziert 6. November 2014 | Von Markus Drelichowski
admin Markus Drelichowski at 9. November 2015 .
Ab dem Januar 2015 kommt der Mindestlohn. Grundsätzlich gilt dann der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde nach § 20 MiLoG auch für Arbeitgeber mit Sitz im Ausland. Diese müssen ihren im Inland beschäftigten Arbeitnehmern den Mindestlohn zahlen.
Konkret bedeutet das, dass eine Pflege unter 1.200 Euro pro Monat nicht mehr möglich bzw. unzulässig ist. Das neue Gesetz soll Billiganbietern den Garaus machen. Wir waren schon immer der Meinung, dass ein Lohn von 40 Euro für eine 24-Stunden-Pflegekraft deutlich zu niedrig war. Der Mindestlohn bietet die Chance einer Qualitätsverbesserung gerade im Dienstleistungssektor. Das entsendete Personal muss nun nicht mehr mit Hungerlöhnen zurechtkommen, sondern wird auch entsprechend der Leistung bezahlt. Denn 24 Stunden rund um die Uhr für eine Person da zu sein, ist harte Arbeit und gilt auch als Arbeitszeit, auch wenn die Pflegekraft schlafen und essen muss.
Jedoch birgt das neue Gesetz auch die Gefahr von steigender Schwarzarbeit, denn die nun gestiegenen Kosten im privaten wie auch im gewerblichen Sektor verleiten manche schwarzen Schafe dazu. Aus diesem Grund wird es verstärkte Zoll-Kontrollen geben.
Wir sind der Meinung, dass der Mindestlohn überarbeitet werden müsste, da dieser nicht ausgereift ist. Die 24-Stunden-Pflegekräfte, die freie Kost und Logis erhalten, unterliegen ebenfalls dem Mindestlohn. Das bedeutet konkret, dass diese Pflegekräfte mehr von Ihrem Lohn haben, weil sie nichts für Essen und Unterkunft ausgeben müssen. Ganz im Gegensatz zu den deutschen Pflegekräften. Diese erhalten ebenfalls den Mindestlohn, müssen aber davon noch die Lebenshaltungskosten bezahlen. Ihnen bleibt unter dem Strich, trotz des einheitlichen Mindestlohns, weniger Lohn übrig. Hier entsteht eine Ungleichbehandlung, die von der Politik nicht berücksichtigt wurde. Aber nicht nur der Mindestlohn wird Januar 2015 für die Pflege kommen, sondern auch das erste Pflegestärkungsgesetz. Für die Pflegebedürftigen und Angehörigen wird sich dadurch vieles zum Positiven verändern. Unter anderem werden dann die Leistungen für Pflegebedürftige spürbar ausgeweitet.
Im Folgenden haben wir den Wortlaut des neuen Mindestlohngesetzes abgebildet:
§ 20 MiLoG:
§ 1 MiLoG:
(2) Die Höhe des Mindestlohns beträgt ab dem 1. Januar 2015 brutto 8,50 Euro je Zeitstunde. Die Höhe des Mindestlohns kann auf Vorschlag einer ständigen Kommission der Tarifpartner (Mindestlohnkommission) durch Rechtsverordnung der Bundesregierung geändert werden.
(3) Die Regelungen des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes, des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes und der auf ihrer Grundlage erlassenen Rechtsverordnungen gehen den Regelungen dieses Gesetzes vor, soweit die Höhe der auf ihrer Grundlage festgesetzten Branchenmindestlöhne die Höhe des Mindestlohns nicht unterschreitet. Der Vorrang nach Satz 1 gilt entsprechend für einen auf der Grundlage von § 5 des Tarifvertragsgesetzes
für allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrag im Sinne von § 4 Absatz 1 Nummer 1 sowie §§ 5 und 6 Absatz 2 des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes
§ 2 MiLoG:
2. spätestens am letzten Bankarbeitstag (Frankfurt am Main) des Monats, der auf den Monat folgt, in dem die Arbeitsleistung erbracht wurde, zu zahlen. Für den Fall, dass keine Vereinbarung über die Fälligkeit getroffen worden ist,
bleibt § 614 des Bürgerlichen Gesetzbuchs unberührt.
(2) Abweichend von Absatz 1 Satz 1 sind bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinausgehenden und auf einem schriftlich vereinbarten Arbeitszeitkonto eingestellten Arbeitsstunden spätestens innerhalb von zwölf
Kalendermonaten nach ihrer monatlichen Erfassung durch bezahlte Freizeitgewährung oder Zahlung des Mindestlohns auszugleichen. Im Falle der Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitgeber nicht ausgeglichene Arbeitsstunden spätestens in dem auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses folgenden Kalendermonat auszugleichen. Die auf das Arbeitszeitkonto eingestellten Arbeitsstunden dürfen monatlich jeweils 50 Prozent der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit nicht übersteigen.
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für Wertguthabenvereinbarungen im Sinne des Vierten Buches Sozialgesetzbuch. Satz 1 gilt entsprechend für eine im Hinblick auf den Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vergleichbare ausländische Regelung.
Veröffentlicht unter Mindestlohn | Verschlagwortet mit MiLoG, Mindestlohn, § 1 MiLoG, § 20 MiLoG
5 Kommentare zu Mindestlohn ab dem 01.01.2015
Pingback: Informieren Sie sich über Pflege zu Hause aus Polen jetzt
9. Dezember 2014 um 15:00
In dem Text wurde eingedeutet dass eine Pflegekraft 24std. arbeitet – soll ich dann für eine Pflegekraft zB. aus Polen ein Tagessatz von 204 Euro bezahlen (24*8,50 Euro)?
Familie Schröder.
12. Dezember 2014 um 08:06
Hallo Familie Schröder,
24-Stunden Pflege ist ein Begriff dafür. Selbstverständig arbeiten die Pflegekräfte aus Polen keine 24 Stunden am Tag. Eine Pfleekraft hat festdefinierte Arbeitszeiten die nicht überschreiten dürfen. Maximale Arbeitszeiten in der Woche beträgt 40 Stunden. 24-Stunden Pflege ist ein Begriff dafür. Selbstverständig arbeiten die Pflegekräfte keine 24 Stunden am Tag. Eine Pflegekraft aus Polen hat festdefinierte Arbeitszeiten die nicht überschreiten dürfen. Maximale Arbeitszeiten in der Woche betragen 40 Stunden. Falls Sie noch Fragen haben, so stehen wir Ihnen gerne tel. 0661 25 00 79 25 zur Verfügung.
surfenopa sagt:
23. Januar 2015 um 18:52
Was ist der Mindestlohn pro./Monat und wieviel Std. /pro Tag werden angesetzt
für 24 Std. Pflege. kann es 6 oder 7 oder total variabel sein.
Die Unterkunft und Verpflegung wird ja auch angesetzt mit 5424,– /JAHR
Gibt es da Richtsätze ??
Ein sehr informativer Artikel mit ganz wichtigen Hinweisen. In diesem Bereichen kommen ja doch immer wieder Fragen auf, da ist es gut sich auf diese Art und Weise informieren zu können.

References: § 20

§ 20

§ 1
 § 5
 § 4

§ 2
 § 614
 § 1
 § 20