Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=10%20C%2010/12
Timestamp: 2019-07-20 19:13:43+00:00

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Ausländer; Basistarif; Bedarf; Bonität; Einkommen; familiäre Lebenshilfe; Grundsicherung; Haushaltsgemeinschaft; Familiennachzug; Kontrahierungszwang; Krankenversicherung; Lebensunterhalt; Lebensunterhaltssicherung; Mittel; Pfändungsschutz; pfändungsfreies Einkommen; Pflege; Pflegebedürftigkeit; Pflegeversicherung; Prognose; Rente; Sozialhilfe; Sozialhilfeleistungen; Unterhaltsanspruch; Unterkunft; Verpflichtungserklärung; Versicherungspflicht; Visum; nationales Visum; Vollstreckungsschutz.
Richten der Berechnung des zur Sicherung des Lebensunterhalts i.S.v. § 2 Abs. 3 AufenthG notwendigen Bedarfs und erforderlichen Einkommens bei nicht mehr erwerbsfähigen Ausländern nach den Bestimmungen des SGB XII; Voraussetzung der Erteilung eines Visums zum Familiennachzug wegen Pflegebedürftigkeit gem. § 36 Abs. 2 S. 1 AufenthG
Ausländer, Basistarif, Bedarf, Bonität, Einkommen, familiäre Lebenshilfe, familiärer Beistand, Grundsicherung, Haushaltsgemeinschaft, Familiennachzug, Kontrahierungszwang, Krankenversicherung, Lebensunterhalt, Sicherung des Lebensunterhalts, Pfändungsschutz, pfändungsfreies Einkommen, Pfändungsgrenze, Pflege, Pflegebedürftigkeit, Pflegeversicherung, Prognose, Rente, Sozialhilfe, Sozialhilfeleistungen, Sozialleistungen, Unterhaltsanspruch, Unterkunft, Verpflichtungserklärung, Versicherungspflicht, Visum, nationales Visum, Vollstreckungsschutz, Sonstige Familienangehörige
Zwar ist eine Verpflichtungserklärung nach § 68 AufenthG grundsätzlich geeignet, die Regelerteilungsvoraussetzung des gesicherten Lebensunterhalts zu erfüllen (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. April 2013 - 10 C 10.12 - juris Rn. 29; OVG Berlin-Brandenburg…, Urteil vom 25. Januar 2012 - OVG 2 B 10.11 - juris Rn. 40 ff.;… Hailbronner, AuslR, Stand: November 2018, AufenthG § 2 Rn. 46).
Jedoch setzt die Berücksichtigung einer Verpflichtungserklärung im Rahmen der Sicherung des Lebensunterhalts voraus, dass derjenige, der die Erklärung abgegeben hat, leistungsfähig ist, d.h. nach seinem Einkommen oder Vermögen in der Lage ist, den Bedarf des Ausländers hinsichtlich der Kosten seines Lebensunterhalts zu decken (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. April 2013 - 10 C 10.12 - juris Rn. 32; OVG Berlin-Brandenburg…, Urteil vom 25. Januar 2012 - OVG 2 B 10.11 - juris Rn. 45 m.w.N.).
Für die Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Verpflichtungsgebers sind nicht die Regelbedarfssätze nach dem SGB II, sondern die Pfändungsschutzvorschriften der §§ 850 ff. ZPO heranzuziehen (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. April 2013 - 10 C 10.12 - juris Rn. 33).
Zwar setzt § 5 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. § 2 Abs. 3 Satz 1 AufenthG nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Urteil vom 18. April 2013 - 10 C 10.12 - juris Rn. 17) nicht voraus, dass ein Visumantragsteller bereits im für die Beurteilung der Sach- und Rechtslage maßgeblichen Zeitpunkt einen Versicherungsvertrag abgeschlossen hat, denn da der Gesetzgeber das Bestehen ausreichenden Krankenversicherungsschutzes im Aufenthaltsrecht gemäß § 2 Abs. 3 Satz 1 AufenthG der Lebensunterhaltssicherung zugeordnet hat, genügt für die von § 5 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG geforderte Prognoseentscheidung, dass der Ausländer diese Voraussetzung nach der Einreise erfüllen kann und wird, was auch aufgrund des aus § 152 Abs. 2 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) folgenden Kontrahierungszwangs angenommen werden kann.

References: § 2
 § 36
 § 68
 § 2
 § 5
 § 2
 § 2
 § 5
 § 152