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Timestamp: 2019-12-13 20:50:07+00:00

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BGH, 27.09.1990 - I ZR 213/89 - dejure.org
BGH, 27.09.1990 - I ZR 213/89
https://dejure.org/1990,744
BGH, 27.09.1990 - I ZR 213/89 (https://dejure.org/1990,744)
BGH, Entscheidung vom 27.09.1990 - I ZR 213/89 (https://dejure.org/1990,744)
BGH, Entscheidung vom 27. September 1990 - I ZR 213/89 (https://dejure.org/1990,744)
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Zur wettbewerbsrechtlichen Zulässigkeit der Laienwerbung für Kreditkarten
Werbung - Wettbewerbsrechtliche Zulässigkeit - Aussetzung von Geld- und Sachprämien - Kreditkartenkundengewinnung
Laienwerbung für Kreditkarten
Unzulässige Werbung um Laienwerbung mit einer Sachprämie im Wert von 112,50 DM bei Gewinnung eines neuen Kreditkartenkunden mit einem Jahresbeitrag von 150,- DM ("Laienwerbung für Kreditkarten")
"Laienwerbung für Kreditkarten"; Gewinnung neuer Kreditkartenkunden durch Aussetzung von Geld- und Sachprämien
NJW-RR 1991, 426
ZIP 1990, 1620
GRUR 1991, 150
NJ 1991, 126
WM 1990, 2093
BB 1990, 2430
WRP 1991, 154
Rechtlich zutreffend ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, dass das Einschalten von Laien in die Werbung von Unternehmen nicht generell nach § 1 UWG a.F., § 4 Nr. 1 UWG als wettbewerbswidrig anzusehen ist, sondern es für die wettbewerbsrechtliche Beurteilung solcher Werbemaßnahmen auf die besonderen Umstände des Einzelfalles ankommt (…vgl. BGH, Urt. v. 27.2.1981 - I ZR 75/79, GRUR 1981, 655, 656 - Laienwerbung für Makleraufträge; Urt. v. 27.9.1990 - I ZR 213/89, GRUR 1991, 150 = WRP 1991, 154 - Laienwerbung für Kreditkarten;… Urt. v. 20.12.2001 - I ZR 227/99, GRUR 2002, 637, 639 = WRP 2002, 676 - Werbefinanzierte Telefongespräche).
Zudem könnten sich die Wettbewerber wegen der Werbewirksamkeit des Einsatzes von Laienwerbern veranlasst sehen, diese Werbemethode nachzuahmen, was zu einer unzumutbaren Belästigung der Allgemeinheit führen könne (vgl. BGH GRUR 1991, 150 f. - Laienwerbung für Kreditkarten).
In einem solchen Fall ist wegen der als übermäßig anzusehenden Anreizwirkung, die von den ausgesetzten Prämien ausgehe, zum einen die Gefahr gesehen worden, dass der Laienwerber bei der Werbung neuer Kunden auch wettbewerbsrechtlich unlautere Mittel einsetzt, um die Prämie zu erhalten (BGH GRUR 1991, 150, 151 - Laienwerbung für Kreditkarten).
Nach der Lebenserfahrung kann nicht davon ausgegangen werden, dass Laienwerber, die sich - worauf die Werbung der Beklagten sogar ausdrücklich abzielt - vor allem an Verwandte, Freunde und Bekannte wenden werden (vgl. BGH GRUR 1991, 150 - Laienwerbung für Kreditkarten), allein wegen dieses Wertes ihre persönlichen Beziehungen zu den genannten Personen durch den Einsatz unlauterer Mittel missbrauchen werden, um in den Besitz der ausgesetzten Prämien zu gelangen.
Der Laienwerber geht, durch ihm in Aussicht gestellte Werbeprämien veranlaßt, typischerweise so vor, daß er Verwandte, Freunde, Bekannte, Berufskollegen, Vereinskameraden usw. anspricht, um sie für den Gewerbetreibenden als Kunden zu gewinnen (…Köhler/Piper aaO § 1 Rdn. 272 f.; vgl. BGH, Urt. v. 27.9.1990 - I ZR 213/89, GRUR 1991, 150 = WRP 1991, 154 - Laienwerbung für Kreditkarten).
Wegen der vielfältigen Bedenken gegen diese Art der Kundenwerbung sind dabei jedoch strenge Maßstäbe anzulegen (vgl. BGH, Urt. v. 27.9.1990 - I ZR 213/89, GRUR 1991, 150 f. [BGH 27.09.1990 - I ZR 213/89] = WRP 1991, 154, 155 f. - Laienwerbung für Kreditkarten;… Urt. v. 14.5.1992 - I ZR 204/90, GRUR 1992, 622, 624 = WRP 1992, 646, 648 - Verdeckte Laienwerbung, jeweils m.w.N.); diesen ist das Berufungsgericht nicht gerecht geworden.
Die allgemeinen Bedenken, die gegen die grundsätzlich zulässige Form der Kundenwerbung durch Laienwerber bestehen können, machen es notwendig, bei der Beurteilung konkreter Werbemaßnahmen einen strengen Maßstab anzulegen (vgl. BGH, GRUR 1991, 150 f. - Laienwerbung für Kreditkarten).
Zwar unterscheidet der vorliegende Fall sich von den bisher beurteilten Fallgestaltungen (…vgl. BGH, Urt. v. 23.1.1959 - I ZR 130/58, GRUR 1959, 285 = WRP 1959, 81, 82 - Bienenhonig;… BGH, Urt. v. 27.2.1981 - I ZR 75/79, GRUR 1981, 655 = WRP 1981, 456 - Laienwerbung für Makleraufträge; BGH, Urt. v. 27.9.1990 - I ZR 213/89, GRUR 1991, 150 [BGH 27.09.1990 - I ZR 213/89] = WRP 1991, 154 - Laienwerbung für Kreditkarten) dadurch, daß die Beklagte die Adressaten ihres Werbeschreibens nicht direkt zur Vermittlung neuer Kunden, sondern lediglich zur Mitteilung von Adressen potentieller Kunden auffordert.
Den strengen Maßstäben, die hierbei wegen der vielfältigen Bedenken anzulegen sind (BGH GRUR 1991, 150, 151 [BGH 27.09.1990 - I ZR 213/89] = WRP 1991, 154, 156 - Laienwerbung für Kreditkarten), ist das Berufungsgericht aber nicht gerecht geworden.
OLG Hamburg, 02.11.2005 - 5 U 44/05
Laienwerbung für Zeitschriften
Bei Übernahme von Dauerverpflichtungen wie bei Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements sollte die kritische Grenze jedenfalls dann überschritten sein, wenn der Wert der Prämie den Betrag einer Jahresbelastung überschreitet (vgl. OLG Hamm WRP 1995, 270 - Zur Höhe von Werbeprämien für Zeitschriften; OLG Düsseldorf GRUR-RR 2001, 171 - Laienwerbung; vgl. auch BGH GRUR 1991, 150, 151 - Laienwerbung für Kreditkarten).
Üblicherweise ist für die Feststellung des Prämienwertes der Endverbraucherpreis für die Prämie zugrunde zu legen (BGH GRUR 1991, 150; 151 - Laienwerbung für Kreditkarten;… Baumbach/Hefermehl/Köhler a.a.O. § 4 Rn. 1.182).
Da diese Werbeform aber keine Ausprägung des Leistungswettbewerbs ist und vielfältige Gefahren damit verbunden sind, sind bei der wettbewerbsrechtlichen Beurteilung solcher Maßnahmen die besonderen Umstände jedes Einzelfalls zu prüfen und dabei strenge Maßstäbe anzulegen (vgl. BGH, Urt. v. 27.09.1990 - I ZR 213/89, GRUR 1991, 150, 151 = WRP 1991, 154 - Laienwerbung für Kreditkarten;… BGH, Urt. v. 14.05.1992 - I ZR 204/90, GRUR 1992, 622, 624 = WRP 1992, 646 - Verdeckte Laienwerbung;… BGH, Urt. v. 29.09.1994 - I ZR 138/92, GRUR 1995, 122, 123 = WRP 1995, 104 - Laienwerbung für Augenoptiker;… Baumbach/Hefermehl, Wettbewerbsrecht, 19. Auf 1., § 1 UWG Rdn. 201;… Köhler/Piper, UWG , § 1 Rdn. 24, 78).
LG München I, 28.11.2002 - 4 HKO 9685/02
Wettbewerbswidrigkeit der Übersendung eines E-Mail-Formulars
Zwar ist die Einschaltung von Laien in die Kundenwerbung nicht grundsätzlich wettbewerbsfremd, stößt aber aus zahlreichen Gründen auf nicht unerhebliche Bedenken, die eine sorgfältige Würdigung der Umstände erforderlich machen; wegen der vielfältigen Bedenken sind strenge Maßstäbe anzulegen (BGH GRUR 1991, 150 - Laienwerbung für Kreditkarten).
OLG München, 05.12.1991 - 29 U 2881/91

References: § 1
 § 4
 BGH 
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