Source: http://www.berliner-methodentreffen.de/angebot/ws/2006.html
Timestamp: 2020-04-06 23:06:20+00:00

Document:
Workshops 2006 • Berliner Methodentreffen
Workshop: Partizipative Forschung als systematische Praxisreflexion
Dr. Anja Hermann
Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Gemeindepsychologie
Im Feld qualitativer Forschung lassen sich interessante Weiterentwicklungen partizipativer Forschungsansätze in verschiedenste Richtungen verfolgen, u.a. in den Bereichen von "Action Research" (First-Person Action Research, Feminist Action Research, Emancipatory Action Research), Coaching und Supervision von Selbstbeforschung, Subjektwissenschaftliche Forschung, Empowerment Evaluation. Im ersten Teil des Workshops wird ein Überblick über die aktuellen internationalen Entwicklungen partizipativer Forschung gegeben.
Einige dieser methodischen Ansätze und Ideen lassen sich gut auf das Feld der psychosozialen Versorgung anwenden, in dem augenblicklich Diskussionen um Effektivität, Qualitätsstandards und -sicherungsmaßnahmen einen großen Raum einnehmen. Auch in diesem Feld stehen PraktikerInnen unter dem Druck, die Effizienz ihrer Arbeit anhand von Kriterien nachweisen zu müssen, die von außen formuliert und als Norm gesetzt werden. Sie äußern zunehmend das Bedürfnis, ihre Tätigkeit und die Standards der Qualitätssicherung – u.U. gemeinsam mit den NutzerInnen ihrer Einrichtung – so zu konzeptualisieren, dass Entwicklungsräume für die NutzerInnen offen bleiben. Sie fragen sich, wie sie mit ihren Angeboten die Bedürfnisse der NutzerInnen ausreichend berücksichtigen können.
Die Workshopleiter wählen das Feld der psychosozialen Versorgung, um ausgehend von eigenen empirischen Erfahrungen partizipative Forschung zu behandeln. Die systematische Praxisreflexion wird als möglicher Einstieg und zentraler Baustein partizipativer Forschung ins Zentrum des Workshops gestellt. Dabei geht es zunächst darum, die Bedingungen für eine solche Forschung in der Institution zu analysieren und methodische Ansätze zu entwickeln, wie MitarbeiterInnen und NutzerInnen ihre Einrichtung untersuchen können. Ansatzweise sollen solche Planungen von partizipativer Praxisreflexion mit den WorkshopteilnehmerInnen durchgespielt werden.
Workshop: Interpretative Analytik
Im Workshop soll die besondere Form der strukturalistischen Hermeneutik behandelt werden, wie sie sich im Anschluss an Foucault entwickeln lässt. Hierbei handelt es sich einmal um die methodologische Haltung in der Analyse diskurisver Praxisformen aus verschiedenen Materialien. Diese Position ist von Dreyfuß/Rabinow "interpretative Analytik" genannt worden. Die interpretative Analytik ist aber nicht nur eine Interpretationsweise, sondern soll als vollständige Methodologie Heuristiken und Denkweisen für den ganzen Ablauf einer Diskursanalyse ermöglichen. Damit stehen auch Fragen an, wie eine Diskursanalyse zu entwickeln und fertig zu stellen ist. Der Workshop wendet sich an Forscherinnen und Forscher, die eine empirische Diskursanalyse aufnehmen wollen, mit der Foucaultschen Diskurstheorie vertraut sind und nun die Umsetzung des Forschungsinteresses in einen Forschungsprozess praktisch aufnehmen wollen. Der Workshop ist keine (!) Einführung in die Diskursanalyse.
Diaz-Bone, Rainer (2005, Oktober). Zur Methodologisierung der Foucaultschen Diskursanalyse [48 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 7(1), Art. 6, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/1-06/06-1-6-d.htm.
Diaz-Bone, Rainer (2004). Interpretative Analytik – Methodische Praxis (Manuskript zum Vortrag auf dem "Praxis-Workshop: Diskursanalyse", Universität Augsburg 17./18. Juni 2004.), http://www.lrz-muenchen.de/~Diskursanalyse/doc/Diaz-Bone.pdf
Die Interviewverfahren, die als "Repertory Grid Methodik" zusammengefaßt werden, eignen sich insbesondere dafür, die subjektive Sicht von Personen flexibel, offen für die persönlichen Konstruktionen der Befragten und gleichzeitig strukturiert zu erfassen – Vorzüge, die andere Verfahren i.d.R. nur alternativ bieten. Seit den ersten methodischen Vorarbeiten sind diese Verfahren seit 50 Jahren in zahlreichen Formen weiterentwickelt, abgewandelt und in den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern eingesetzt worden. Neben dem ursprünglichen Anwendungsgebiet, der Individualberatung, z.B. in der Biographieforschung, Hochschuldidaktik, Personalentwicklung, Medienanalyse, Produktentwicklung oder Stadtentwicklungsplanung.
Theoretische Grundlagen der Repertory Grid Methodik: Die Personal Construct Psychology
Die Repertory Grid Methodik: Grundform und Varianten
GridSuite: Software zur Erhebung und Auswertung von Grid Interviews
Fromm, Martin (1995). Repertory Grid Methodik. Weinheim: Deutscher Studien Verlag.
[Restexemplare des Buches sind noch über das Sekretariat der Abteilung Pädagogik erhältlich und werden auch in begrenzter Stückzahl während des Berliner Methodentreffens Qualitative Forschung angeboten.]
Fromm, Martin (2004). Introduction to the Repertory Grid Interview. Münster: Waxmann.
[Überarbeitete Übersetzung des Buches von 1995.]
Fromm, Martin (1995). Repertory Grid Technique – Netzinterview. In Eckard König & Peter Zedler (Hrsg.), Bilanz qualitativer Forschung. Band II: Methoden (S.133-157). Weinheim: Deutscher Studien Verlag.
Fromm, Martin & Bacher, A. (2004). GridSuite 2. Stuttgart. (Software)
[Eine kostenlose Demoversion dieser Software kann unter folgender Adresse heruntergeladen werden: http://www.gridsuite.de/.]
Workshop: Einführung in die Teilnehmende Beobachtung
PD Dr. Jürgen H.P. Hoffmeyer-Zlotnik
ZUMA Mannheim
Ziel der Veranstaltung ist das Kennenlernen der Methode der Beobachtung. Hierbei werden, nach einer kurzen Einführung in die Logik der Methode, in einem ersten Schritt die unterschiedlichen Möglichkeiten von Zugang zum und Verhalten im Feld sowie die Konzeption einer Beobachtungsstudie betrachtet. In einem zweiten Schritt soll anhand von Protokollen zu konkreten Fallstudien die Handhabung der Methode erläutert und geübt werden.
Formen der teilnehmenden Beobachtung
Die Rolle des Beobachters und das Verhalten im Feld
Konzeption einer Beobachtungsstudie
Aufzeichnen von Beobachtungsdaten
Diskussion von Beobachtungsprotokollen
Workshop: Forschungsethik in empirischen Studien
Dr. Mechthild Kiegelmann
Ziel dieses Workshops ist es, gemeinsam mit den Teilnehmenden ethisch relevante Aspekte der empirischen Sozialforschung aufzuspüren und genauer zu analysieren. Die Bedeutung von Forschungsbeziehungen in Projekten der qualitativen Sozialforschung werden erörtert. Dabei werden insbesondere bestehende Machtstrukturen betrachtet. Klare Rollenverteilungen mit offen gelegten Machtverhältnissen werden destruktiven Machtgefällen gegenübergestellt. Auf das Verhältnis von Intervention und Forschung wird eingegangen.
Zusätzlich zu Diskussionen, die sich auf Design, Durchführung und Auswertung von konkreten empirischen Forschungsvorhaben beziehen, werden auch allgemeine Fragen zur Bedeutung von Ethik in den Sozialwissenschaften thematisiert. Aus der Perspektive einer interdisziplinären Kooperation vertrete ich die Position, dass Ethik als eine wichtige Hilfsdisziplin zur Entscheidungsfindung genutzt werden kann. Hierbei wende ich mich gegen Ansätze der Verwendung von festgeschriebenen Normen und Regeln, deren Einhaltung durch eine Kontrollinstanz überprüft werden soll.
Die Arbeitsform in diesem Workshop wird prozessorientiert gestaltet. Neben einer Einführung in für die Sozialforschung relevante Grundgedanken der philosophischen Ethik werden die oben genannten Themen anhand von konkreten Forschungsvorhaben diskutiert.
APA Ethics Code, http://www.apa.org/ethics/code.html.
Bobbert, Monika (2005). Ethische Überlegungen zum Gesundheitswesen: Individuelle Rechte als vorrangige Verteilungskriterien. ICEP argumente, 2.
FQS Debatte Qualitative Forschung und Ethik, http://www.qualitative-research.net/fqs/fqs-d/debate-3-d.htm.
Gahleitner, Silke Brigitta & Kiegelmann, Mechthild (2005). Ethische Fragen in der Entwicklungspsychologie. In Günter Mey (Hrsg.), Handbuch Qualitative Entwicklungspsychologie (S.265-285). Köln: Kölner Studien Verlag.
Mieth, Dietmar (2004). Kleine Ethikschule. Freiburg: Herder.
Der Workshop richtet sich vor allem an solche Forscherinnen und Forscher, die selber mit Videodaten arbeiten (wollen). Dazu werden wir zunächst einige methodische Vorteile und Probleme von Videodaten diskutieren, auf die verschiedenen Datensorten eingehen sowie die Tücken der Erhebung benennen. Im zweiten Teil können dann möglicherweise Ausschnitte aus Videomaterial der aktiven Teilnehmerinnen exemplarisch analysiert werden. Dazu ist es erforderlich, dass die Teilnehmer vorab Kontakt per E-mail mit uns aufnehmen ( hubert.knoblauch@tu-berlin.de oder bernt.schnettler@tu-berlin.de).
Knoblauch, Hubert (2000). Workplace Studies und Video. Zur Entwicklung der Ethnographie von Technologie und Arbeit. In Irene Götz & Andreas Wittel (Hrsg.), Arbeitskulturen im Umbruch. Zur Ethnographie von Arbeit und Organisation (S.159-173). Münster: Waxmann.
Schnettler, Bernt (2001). Vision und Performanz. Zur soziolinguistischen Gattungsanalyse fokussierter ethnographischer Daten. sozialer sinn, 1, 143-16.
Knoblauch, Hubert, Schnettler, Bernt, Raab, J. & Soeffner, H.-G. (Hrsg.) ( 2006/im Druck). Video-Analysis. Methodology and Methods. Qualitative Audiovisual Data Analysis in Sociology. Wien: Lang.
Workshop: Einführung in MAXqda2 und MAXdictio
VERBI Software. Consult. Sozialforschung
In dem Workshop wird ein systematischer Überblick über die wesentlichen Funktionen gegeben, die im Programm MAXqda2 zur Analyse qualitativer Daten zur Verfügung stehen. Die TeilnehmerInnen erhalten zudem eine praktische Einführung in die Grundfunktionen des Programms MAXqda2 und des Zusatzmoduls zur Wortschatzanalyse, MAXdictio. Anhand praktischer Übungen wird den TeilnehmerInnen vermittelt, wie in MAXqda2 die wesentlichen Elemente der qualitativen Datenanalyse aussehen. Schwerpunktthemen sind:
Möglichkeiten der Organisierung, Strukturierung und Editierung des Datenmaterials
Aufbau und Bearbeitungsmöglichkeiten des Codesystems
Der Codierprozess: Verschiedene Möglichkeiten des differenzierten Codierens (In-Vivo Codieren, deskriptives und theoretisches Codieren, Codierungen gewichten, Code Definitionen, etc.)
Memos: Verfassen, kategorisieren, auswerten und verwalten
Suchfunktionen: Einfache und komplexe Suchenprozeduren
Transparenz der einzelnen Analyseschritte und -Bereiche: Welche Möglichkeiten stehen zur Erreichung dieses Zieles bereit? (Kontextwahrung, Übersichten, Visualisierungen, etc.)
Eine Mappe mit Arbeitsmaterialien wird den Teilnehmenden bei Workshopbeginn zur Verfügung gestellt.
Kuckartz, Udo (2005). Einführung in die computergestützte Analyse qualitativer Daten. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Kuckartz, Udo; Grunenberg, Heiko & Lauterbach, Andreas (Hrsg.) (2004). Qualitative Datenanalyse: computergestützt. Methodische Hintergründe und Beispiele aus der Forschungspraxis. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Wir führen miteinander eine Gruppendiskussion durch. Das Thema dazu suchen wir ad hoc aus. Man kann sicher sein, dass das Feld der Politik aktuell immer etwas zu bieten hat. An dem Workshop sollte man aktiv teilnehmen, als Diskutant in der Gruppendiskussion, als Diskussionsleiter oder als teilnehmender Beobachter. Als Zuschauer wird man wenig davon haben.
Leithäuser, Thomas; Exner, Michael; Haack-Wegner, Renate; Schorn, Ariane & von der Vring, Erika (2002). Gewalt und Sicherheit im öffentlichen Raum. Eine sozialpsychologische Untersuchung. Gießen. Psychosozial-Verlag.
Workshop: Subjektwissenschaftliche Praxisanalyse
PD Dr. Gisela Ulmann
In der Art und Weise, in der ein Individuum gesellschaftliche Bedingungen als Handlungsmöglichkeiten und -behinderungen erfährt und interpretiert, werden Bedingungen für das Individuum "Handlungs- Prämissen", die es am Maßstab subjektiver Notwendigkeiten akzentuiert. Subjektives Handeln, Empfinden, Leiden, sind deswegen nicht aus Bedingungen abzuleiten, ihnen gegenüber allerdings auch nicht völlig beliebig, sondern in Prämissen begründet – und immer "erster Person".
Vor diesem Hintergrund will Kritische Psychologie als Psychologie vom Standpunkt des Subjekts darauf hinaus, dass über andere (und deren Standpunkte) nicht spekuliert werden soll, sondern dass die Partizipation aller am Forschungsprozess Beteiligten in einem Begründungsdiskurs realisiert werden soll, der mit praktischem Eingreifen zu vermitteln ist (Handlungsforschung). So sollen die Analyse von Erfahrungen und die Herausarbeitung von (subjektiven) Theorien praktisch relevanter Selbstverständigung der Beteiligten dienen.
Würde man diese subjektwissenschaftliche Orientierung im Sinne eines "Alles oder nichts" auffassen, käme praktisch "nichts" heraus. Wir sehen sie deswegen u.a. als eine Warnung vor der Vernachlässigung gesellschaftlicher / institutioneller Bedingungen und vor selbstgewissen Fremdinterpretationen bzw. als eine Sensibilisierung für Selbstreflexion.
Mit welchen Problemen wir dabei zu tun haben, welche methodischen Mittel wir entwickelt haben, wollen wir vorstellen und an Beispielen erläutern, wobei Studierende als Praktikantinnen und Praktikanten Subjekte von Praxiserfahrung und -analyse in einem sind und entsprechendes empirisches Material beisteuern können.
Markard, Morus (1999). Selbsterfahrung, Selbstreflexion und Selbstbeobachtung als Aspekte des subjektiven Weltzugangs in der Kritischen Psychologie. Forum Kritische Psychologie, 41, 5-11
Der Schwerpunkt wird jedoch auf Planungsfragen liegen und die von den Teilnehmenden eingebrachten Fragen/Interessen einbeziehen. Zu deren angemessener Berücksichtung ist es sinnvoll, dass die Teilnehmenden nach Aufforderung durch die Anbietenden im Vorfeld des Workshops ihre Anliegen kurz formulieren und per E-Mail schicken an mey@qualitative-forschung.de.
Workshop: Abduktion
FB 3 – Kommunikationswissenschaft
Der Begriff "Abduktion" ist im wesentlichen von dem amerikanischen Logiker, Mathematiker, Philosophen, Geometer und Begründer des Pragmatismus Charles Sanders Peirce (1839-1914) in die wissenschaftliche Debatte eingeführt worden, und er bezeichnet (so Peirce) das einzige wirklich kenntniserweiternde Schlussverfahren, das sich von den geläufigen logischen Schlüssen – nämlich der Deduktion und der Induktion – kategorial unterscheidet.
Die Abduktion ist ein mentaler Prozess, ein geistiger Akt, ein gedanklicher Sprung, der das zusammenbringt, von dem man nie dachte, dass es zusammengehört. Abduktionen ereignen sich, sie kommen so unerwartet wie ein Blitz ("flash"), sie lassen sich nicht willentlich herbei zwingen, und sie stellen sich nicht ein, wenn man gewissenhaft einem operationalisierten Verfahrensprogramm folgt.
Maßnahmen, günstige Bedingungen für Abduktionen zu schaffen, zielen neben einer sehr guten Kenntnis der Daten stets auf eins: auf die Erlangung einer Haltung, bereit zu sein, alte Überzeugungen aufzugeben und neue zu suchen. Abduktives "Räsonieren" ist also kein glückliches, zufälliges Raten ins Blaue hinein, sondern ein informiertes Raten. Wenn man so will: das Glück trifft immer nur den vorbereiteten Geist.
Die Abduktion sucht angesichts überraschender Fakten nach einer sinnstiftenden Regel, nach einer möglicherweise gültigen bzw. passenden Erklärung, welche das Überraschende an den Fakten beseitigt. Ergebnis und Endpunkt dieser Suche ist eine (sprachliche) Hypothese. Ist diese gefunden, beginnt ein mehrstufiger Überprüfungsprozess.
Innerhalb aktueller deutscher Sozialforschung findet man den Begriff der Abduktion immer häufiger, ohne dass immer klar ist, was damit gemeint ist du was damit erreicht werden soll. Der geplante Workshop soll diese Lücke schließen. Anhand von Beispielen soll geklärt werden:
Was bezeichnet Peirce mit dem Begriff "Abduktion"?
Was benötigt der Sozialforscher abduktives Schlussfolgern?
Welchen Theorie generierende Kraft besitzt die Abduktion?
Wie lassen sich Abduktionen herbeiführen?
Peirce, Charles Sanders (1976). Schriften zum Pragmatismus und Pragmatizismus. Frankfurt/M.: Suhrkamp.
Im Workshop sollen diese Merkmale je nach Vorwissen der TeilnehmerInnen an vorbereitetem Material vorgestellt und in kleinen Übungen vertieft werden.
Methode und Subjektivität in der Systematischen Metaphernanalyse. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 4(2), Art. 41, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-03/2-03schmitt-d.htm
Rezension: Diskussion ist Krieg, Liebe ist eine Reise, und die qualitative Forschung braucht eine Brille. Rezensionsaufsatz: George Lakoff & Mark Johnson (2003). Leben in Metaphern. Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern (Dritte Auflage) [54 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 5(2), Art. 19, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-04/2-04review-schmitt-d.htm
Workshop: Fallauswahl bei qualitativen Untersuchungen
In der qualitativen Forschung ist für die Stichprobenziehung in der Regel nicht das Kriterium der Repräsentativität im Hinblick auf eine Population bestimmend, die Auswahl einer Stichprobe ist vielmehr auf die Fokussierung und Exploration potenziell bedeutungshaltiger Fälle (ggf. im Hinblick auf theoretische Repräsentativität) ausgerichtet. Entsprechend ist die Vorgehensweise auch keine probabilistische, sondern eine bewusste.
Im Workshop werden zwei Basis-Strategien der bewussten Stichprobenziehung genauer dargestellt. Dies ist zum einen das ergebnisoffene Verfahren der theoretischen Stichprobenziehung, wie es im Rahmen der Grounded Theory entwickelt wurde; die Stichprobe wird anhand von Gesichtspunkten, die sich im Untersuchungsverlauf als relevant erweisen, nach den Prinzipien der minimalen und der maximalen Ähnlichkeit sukzessive erweitert. Zum anderen wird auf Verfahren der Stichprobenziehung eingegangen, bei denen die Kriterien für die Zusammensetzung der Stichprobe bereits vor Untersuchungsbeginn aufgrund theoretischer Überlegungen oder im Hinblick auf das Untersuchungsziel festgelegt werden (wie etwa die homogene oder die heterogene Stichprobe, die Auswahl von typischen Fällen oder von Extremfällen und andere mehr). Weiterhin können Besonderheiten der Stichprobenziehung bei der Einzelfallstudie und in der vergleichenden Forschung erläutert und diskutiert werden.
Der Workshop richtet sich sowohl an Forscher/innen, die sich gerade in der Phase der Untersuchungsplanung befinden, als auch an solche, die sich allgemeiner über Verfahren bewusster Stichprobenziehung informieren möchten. Im ersten Teil des Workshops werden die genannten Verfahren der Stichprobenziehung dargestellt. Im zweiten Teil steht die Diskussion konkreter Forschungsvorhaben der Teilnehmer/innen im Hinblick auf die Auswahl geeigneter Strategien der Stichprobenziehung im Vordergrund. Dabei soll insbesondere auch die Frage der Repräsentativität der Ergebnisse berücksichtigt werden.
Zur Vorbereitung geeignete Literatur:
Kluge, Susann & Kelle, Udo (1999). Vom Einzelfall zum Typus: Fallvergleich und Fallkontrastierung in der qualitativen Sozialforschung. Opladen: Leske + Budrich, Kap. 3.
Merkens, Hans (2003). Auswahlverfahren, Sampling, Fallkonstruktion. In Uwe Flick, Ernst v. Kardoff & Ines Steinke (Hrsg.), Qualitative Forschung. Ein Handbuch (2. Aufl., S. 286-299). Reinbek: Rowohlt.
Quinn Patton, Michael (1990). Designing qualitative studies. In ders., Qualitative evaluation and research methods. Newbury Park: Sage, S.145-196.
Workshop: Einführung in das Statistiklabor
In diesem Workshop soll eine systematische Einführung über die Funktionen, die die Freeware "Statistiklabor" bietet, gewährt werden. Das mit dem "Medida-Prix 2003" ausgezeichnete "Statistiklabor" ist im Gegensatz zu SPSS eine didaktisch motivierte Software, die angelegt ist als ein explorativer und interaktiver Werkzeugkasten. Als Engine für statistische Berechnungen wird die von einem internationalem Open-Source Konsortium entwickelte Software "R" verwendet.
Das "Statistiklabor" richtet sich zunächst an statistische Laien. Es ermöglicht ihnen schnell und einfach einen Einstieg in die Welt der Statistik zu finden. Durch die Verwendung der "R-Engine" sind jedoch auch für Profis der Statistik keine Grenzen gesetzt. Die standardmäßig mitgelieferten vielfältigen graphischen Auswertungsmöglichkeiten im Labor ermöglichen jederzeit eine anschauliche Visualisierung der zugrunde liegenden Daten.
Anhand eines empirischen Beispieldatensatzes werden den Teilnehmern Kenntnisse über folgende Schwerpunktthemen vermittelt:
Die Oberfläche des Labors
Das zugrunde liegende Objektmodell
Der R-Kalkulator
Wichtige R-Funktionen
Das "Statistiklabor" ist für Windows XP und Windows 2000 kostenlos unter http://www.statistiklabor.de/ erhältlich.
Schlittgen, Rainer (2005). Das Statistiklabor. Einführung und Benutzerhandbuch. Berlin: Springer
Workshop: Hermeneutische Dialoganalyse
Kulturwissenschafltiches Institut Essen
In diesem Workshop werden das Verfahren der Hermeneutischen Dialoganalyse und der induktiven Kategorienbildung am Beispiel eines Interviews mit einem Sozialforscher vorgestellt und diskutiert. Der Workshop gliedert sich in eine Einführung in das Verfahren der Hermeneutischen Dialoganalyse, in eine interpretative Arbeitsphase und in eine kurze Sequenz der Generierung von Kategorien für die qualitative Inhaltsanalyse.
Jensen, Olaf (2000, Juni). Zur gemeinsamen Verfertigung von Text in der Forschungssituation [32 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 1(2), Art. 11, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-00/2-00jensen-d.htm
Jensen, Olaf & Welzer, Harald (2003, Mai). Ein Wort gibt das andere, oder: Selbstreflexivität als Methode [58 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 4(2), Art. 32, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-03/2-03jensenwelzer-d.htm
Archiv für Lebenslaufforschung
Archivierte qualitative Daten und damit verbundene Dienstleistungen bieten die wichtigen Vorteile der erheblichen Kostenersparnis gegenüber der Erhebung und Aufbereitung von Primärdaten sowie der Unterstützung und Förderung der sozialwissenschaftlichen und multidisziplinären Forschung durch die Bereitstellung sekundärer Nutzungsmöglichkeiten von bereits erhobenem Datenmaterial. Die Befunde der Machbarkeitsstudie "Archivierung und Sekundärnutzung qualitativer Interviewdaten" verweisen dagegen insbesondere auf eine verbreitete Unvertrautheit mit der Methode der Sekundäranalyse als Folge der gering ausgeprägten Erfahrungen mit der Durchführung solcher Studien und einer bislang fehlenden zentralen Organisation, die qualitative Daten archiviert, aufbereitet und weitergibt oder vermittelt. Die wissenschaftliche Befassung mit den methodologischen Erfordernissen einer qualitativen Sekundäranalyse ist somit eher neu und noch rudimentär.
Der Workshop hat das Ziel, eine Kultur der Sekundäranalysen zu fördern, indem er die Nützlichkeit einer solchen methodischen Vorgehensweise theoretisch und praktisch aufzeigt. Folgende Fragen werden bearbeitet:
Was sind und wie finde ich geeignete Daten für das eigene Forschungsvorhaben?
Welche Metadaten (Studienbeschreibungen, Projektmaterialien) kann ich nutzen?
Wo können Probleme mit den Daten auftauchen (z.B. mit der Datenbeschaffenheit von Primärprojekten oder fehlende Informationen über den Erhebungskontext)?
Wie gestalte ich den Auswertungsprozess?
Für den praktischen Teil werden zwei Möglichkeiten angezielt und variabel realisiert: Probleme und Lösungsmöglichkeiten der Wiederverwendung von empirischen Materialien zum einen anhand einer Studie zum Übergang von Absolventen der dualen Ausbildung in den Beruf für die Analyse von spezifischen beruflichen Kompetenzen, zum anderen anhand von entsprechenden Materialien der Teilnehmenden des Workshops.
Corti, Louise; Witzel, Andreas & Bishop, Libby (Hrsg.) (2005). Sekundäranalyse qualitativer Daten / Secondary Analysis of Qualitative Data. Forum Qualitative Sozialforschung/Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 6(1), http://www.qualitative-research.net/fqs/fqs-d/inhalt1-05-d.htm.
Medjedovic, Irena & Witzel Andreas (2005, März). Sekundäranalyse qualitativer Interviews. Verwendung von Kodierungen der Primärstudie am Beispiel einer Untersuchung des Arbeitsprozesswissens junger Facharbeiter [78 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 6(1), Art. 46, http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/1-05/05-1-46-d.htm.
Stiefel, Britta (2004). Blended Learning in der qualitativen Methodenausbildung – Evaluation einer Pilotveranstaltung des mobileCampus-Projekts im Sommersemester 2004 an der Universität Bremen, http://elib.suub.uni-bremen.de/publications/ELibD1198_blendedlearning_stiefel.pdf.
Witzel, Andreas (2004). Archivierung qualitativer Interviews. Möglichkeiten für Re- und Sekundäranalysen in Forschung und Lehre. In Birgit Griese, Hedwig R. Griesehop & Martina Schiebel (Hrsg.), Perspektiven qualitativer Sozialforschung: Beiträge des 1. und 2. Bremer Workshops. Werkstattberichte des Instituts für angewandte Biographie- und Lebensweltforschung (IBL) 14 (S.40-60). Bremen: Universität Bremen.

References: Art. 6
 Art. 41
 Art. 19
 Art. 11
 Art. 32
 Art. 46