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Timestamp: 2016-10-25 21:12:49+00:00

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136 V 7310. Auszug aus dem Urteil der II. sozialrechtlichen Abteilung i.S. BVG-Sammelstiftung Swiss Life gegen L. (Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)
Art. 2 al. 2 CC; art. 41 al. 1 (dans sa teneur en vigueur jusqu'� la fin de l'ann�e 2004) resp. art. 41 al. 2 LPP (dans sa teneur en vigueur depuis le 1er janvier 2005); art. 130 al. 1 CO; art. 66 al. 2 et 4 LPP; art. 10 OPP 2; exigibilit� et prescription des cr�ances aff�rentes � des cotisations r�troactives issues d'un rapport de pr�voyance constitu� post�rieurement � la prise de connaissance d'un rapport de travail non annonc�. La constitution effective du rapport d'assurance individuel entre l'institution de pr�voyance et le salari� n'est en principe pas d�cisive pour l'exigibilit� des cr�ances de cotisations per�ues en fonction du temps d'occupation �coul� (changement de la jurisprudence, consid. 3; voir toutefois le caract�re d�terminant d'un rapport de droit effectif en lien avec l'affiliation d'office d'un employeur � une institution suppl�tive; SVR 2010 BVG n� 2 p. 4, 9C_655/2008). Si l'institution de pr�voyance n'a pas connaissance de l'existence d'un emploi soumis � assurance � cause d'une violation inexcusable de son devoir d'annoncer par l'employeur, l'exigibilit� des cr�ances de cotisations est alors diff�r�e jusqu'� la prise de connaissance (d�terminante; consid. 4.1 et 4.2). La prescription de l'art. 41 al. 2 LPP commence n�anmoins � courir, seulement pour les cr�ances de cotisations de moins de dix ans; celles de plus de dix ans sont prescrites de mani�re absolue (consid. 4.3). Application au cas d'esp�ce (consid. 5.1 et 5.2). R�serve du droit � des dommages-int�r�ts (consid. 5.3). Regeste b
Art. 73 LPP; comp�tence dans le domaine de la pr�voyance professionnelle pour juger des pr�tentions en dommages-int�r�ts fond�es sur l'inex�cution ou la mauvaise ex�cution d'un contrat d'affiliation. S'il existe une pr�tention � la r�paration d'un dommage r�sultant de la violation du contrat d'affiliation au sens d'une l�sion d'obligations qui ressortent typiquement du domaine de la pr�voyance professionnelle, le tribunal d�sign� � l'art. 73 LPP est alors objectivement comp�tent (changement de la jurisprudence; consid. 5.3). Faits � partir de page 75
A. Die BVG-Sammelstiftung der Rentenanstalt (neu: BVG-Sammelstiftung Swiss Life) f�hrte am 21. Januar 2008 Klage gegen L. mit dem Rechtsbegehren, dieser sei zu verpflichten, ihr den Betrag von Fr. 45'693.- nebst Zins zu 5 Prozent seit dem 10. Oktober 2001 zuz�glich Fr. 100.- f�r Zahlungsbefehlskosten zu bezahlen; der in der Sache erhobene Rechtsvorschlag sei aufzuheben und es sei ihr die definitive Rechts�ffnung zu erteilen. Die Vorsorgeeinrichtung begr�ndete die Klage damit, L., der als Eigent�mer eines Gipsergesch�fts von Januar 1984 bis Ende M�rz 1997 bei ihr angeschlossen gewesen sei (...), habe den versicherungspflichtigen Mitarbeiter P. (Jahrgang 1935) nicht angemeldet. F�r dessen Besch�ftigungszeiten in den Jahren 1985 bis 1995 seien Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeitr�ge und Verzugszinsen im eingeklagten Ausmass geschuldet.
B. Das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn wies die Klage ab; die geltend gemachten Forderungen seien verj�hrt (Entscheid vom 20. Januar 2009).
C. Die Sammelstiftung f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen, damit dieses �ber die Klage materiell entscheide. (...)
L. l�sst beantragen, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten; eventuell sei sie abzuweisen. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichtet auf eine Stellungnahme.
2. 2.2 Strittig und zu pr�fen ist, ob das kantonale Gericht zu Recht erkannt hat, die klageweise geltend gemachte Beitragsnachforderung f�r die Besch�ftigungsjahre 1985 bis 1995 sei verj�hrt. Forderungen auf periodische Beitr�ge und Leistungen verj�hren nach f�nf, andere nach zehn Jahren; die Art. 129 bis 142 OR sind anwendbar (Art. 41 Abs. 1 BVG [SR 831.40] in der bis Ende 2004 geltenden BGE 136 V 73 S. 76Fassung; nunmehr Art. 41 Abs. 2 BVG; Urteil 9C_618/2007 vom 28. Januar 2008 E. 1.1.1 mit Hinweisen). Die Verj�hrungsfrist beginnt mit der F�lligkeit der Forderung (Art. 130 Abs. 1 OR). Eine Forderung ist f�llig, wenn der Gl�ubiger sie verlangen kann und der Schuldner erf�llen muss (BGE 129 III 535 E. 3.2.1 S. 541; SVR 2008 BVG Nr. 14 S. 57, 9C_321/2007 E. 3.1).
3. 3.1 Eine gesetzliche F�lligkeitsregel f�r Beitragsforderungen besteht erst seit dem Inkrafttreten der 1. BVG-Revision auf Anfang 2005; nach ihr �berweist der Arbeitgeber die beiderseitigen Beitr�ge bis sp�testens zum Ende des ersten Monats nach dem Kalender- oder Versicherungsjahr, f�r das die Beitr�ge geschuldet sind, an die Vorsorgeeinrichtung (Art. 66 Abs. 4 BVG). Zuvor waren allein reglementarische oder vertragliche F�lligkeitsregelungen massgebend (Urteil 9C_618/2007 vom 28. Januar 2008 E. 1.1.2). Gem�ss der hier anwendbaren reglementarischen Bestimmung werden die Pr�mien vorsch�ssig zu Beginn jedes Versicherungsjahres in einem Betrag f�llig (Art. 4 Abs. 1 der ab 1988 g�ltigen Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Rentenanstalt [AVB] und Art. 3 Abs. 1 der ab 1996 g�ltigen AVB). Die Verj�hrungsfrist beginnt f�r jede einzelne Jahrespr�mie gesondert.
Zu beurteilen ist die Verj�hrungsfrage mit Bezug auf Pr�mienzahlungsanspr�che, die r�ckwirkend f�r einen Zeitraum erhoben werden, w�hrend dessen die Vorsorgeeinrichtung offenbar keine Kenntnis vom individuellen Vorsorgeverh�ltnis hatte. In dieser Situation stellt sich zun�chst die Frage, ob die F�lligkeit, mit welcher der Beginn der Verj�hrungsfrist einhergeht, bereits unmittelbar zu Beginn des jeweiligen Versicherungsjahrs (gem�ss AVB) respektive nach Massgabe von Art. 66 Abs. 4 BVG eintritt, oder ob sie erst mit der effektiven Begr�ndung des individuellen Versicherungsverh�ltnisses (nachtr�gliche Aufnahme des P. in die berufliche Vorsorge) zum Tragen kommen kann. Wenn ersteres zutrifft, stellt sich die weitere Frage, ob der Lauf der Verj�hrungsfrist unabh�ngig von der Kenntnis s�mtlicher anspruchserheblicher Tatbestandselemente seitens der Beitragsgl�ubigerin beginnt.
3.2 Nach der Rechtsprechung des Eidg. Versicherungsgerichts und (ab 2007) der II. sozialrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts war der tats�chliche Bestand eines einschl�gigen Rechtsverh�ltnisses f�r die F�lligkeit der auf vergangene Besch�ftigungszeiten BGE 136 V 73 S. 77bezogenen Beitragsforderungen konstitutiv. Mit anderen Worten fiel der Beginn der Beitragsverj�hrungsfrist nach Art. 41 Abs. 2 BVG (aArt. 41 Abs. 1 BVG) mit der Begr�ndung des Rechtsverh�ltnisses zusammen; dies galt ungeachtet dessen, ob es sich um den Anschluss eines Arbeitgebers an die Vorsorgeeinrichtung (mit kollektiver Wirkung hinsichtlich der Arbeitnehmer) handelte oder um die Begr�ndung eines individuellen Versicherungsverh�ltnisses zwischen der Vorsorgeeinrichtung und dem einzelnen Arbeitnehmer.
3.2.1 Demnach werden Vorsorgebeitr�ge f�r fr�here Jahre mit dem zwangsweisen Anschluss des (zuvor keiner registrierten Vorsorgeeinrichtung angeh�renden) Arbeitgebers an die Auffangeinrichtung (nunmehr Art. 11 Abs. 5 und 6 [in der seit Januar 2005 geltenden Fassung], Art. 60 Abs. 2 lit. a BVG) f�llig (SZS 1994 S. 388, B 34/93 E. 3b). J�ngst hat das Bundesgericht best�tigt, dass erst die Anschlussverf�gung die Beitragsforderung entstehen l�sst und ihre F�lligkeit begr�ndet (SVR 2010 BVG Nr. 2 S. 4, 9C_655/2008 E. 4.3).
3.2.2 Die F�lligkeit von Beitragsforderungen, die sich aus der nachtr�glichen Begr�ndung eines individuellen Vorsorgeverh�ltnisses im Rahmen eines bestehenden Anschlussvertrages ergeben (vgl. zu den verschiedenen Rechtsverh�ltnissen HANSJ�RG SEILER, Der Anschlussvertrag an eine Personalvorsorgeeinrichtung: in: Liber amicorum f�r Moritz W. Kuhn, 2009, S. 376 ff.), trat nach bisheriger Praxis ebenfalls mit der Entstehung des Rechtsverh�ltnisses ein. So liess bei Ungewissheit �ber das Beitragsstatut erst der rechtskr�ftige Entscheid �ber die AHV-rechtliche Einstufung einer Person als Unselbst�ndigerwerbende eine r�ckwirkende Beitragsforderung entstehen; die nachzuentrichtenden Beitr�ge wurden fr�hestens mit diesem Entscheid f�llig (Urteil B 26/99 vom 9. August 2001 E. 2c; vgl. SZS 2002 S. 510). Unter Bezugnahme auf diese Rechtsprechung hat das Eidg. Versicherungsgericht festgehalten, bei einem Rechtsstreit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer �ber die Qualifizierung einer Besch�ftigung als Haupt- oder aber als Nebenerwerb - wovon abhing, ob die betreffende Person der obligatorischen beruflichen Vorsorge zu unterstellen war oder nicht - trete die F�lligkeit r�ckwirkender Beitragsforderungen erst mit Rechtskraft des Entscheides ein, die Erwerbst�tigkeit sei als hauptberufliche zu betrachten: "Nel rinviare agli art. 129 a 142 CO, l'art. 41 LPP fa dipendere l'inizio della prescrizione dall'esigibilit� del credito contributivo. Orbene, il credito contributivo pu� diventare esigibile solo se il lavoratore � stato correttamente annunciato all'istituto di previdenza. Solo a partire da tale BGE 136 V 73 S. 78momento l'istituto di previdenza pu�, sulla base del guadagno annunciato, conteggiare e addebitare i contributi. (...) Per determinare l'inizio del termine di prescrizione non pu� per contro semplicemente bastare la circostanza che il lavoratore avrebbe dovuto essere assicurato" (SVR 2007 BVG Nr. 17 S. 57, B 1/04 E. 4.7).
3.3 Abweichend von der soeben zitierten Rechtsprechung ist es angezeigt, die F�lligkeit von Beitragsforderungen, die sich aus einem im Nachhinein begr�ndeten individuellen Versicherungsverh�ltnis ergeben, grunds�tzlich ex tunc, das heisst mit der beitragspflichtigen Arbeitsleistung (oben E. 3.1), eintreten zu lassen. Die beim Zwangsanschluss gem�ss Art. 11 BVG bestehende Rechtfertigung, die F�lligkeit an die effektive Begr�ndung des Rechtsverh�ltnisses zu binden, l�sst sich nicht auf die hier interessierende Konstellation �bertragen: W�hrend vor einem Zwangsanschluss noch nicht bestimmbar ist, welche Institution den kollektiven Vorsorgeschutz sp�ter �bernehmen wird, stehen vor der Begr�ndung eines individuellen Versicherungsverh�ltnisses im Rahmen eines bestehenden Anschlussvertrages alle wesentlichen Bemessungsgrundlagen fest. In �nderung der Rechtsprechung ist daher festzuhalten, dass die Beitragsverj�hrungsfrist bei bestehendem Anschlussverh�ltnis grunds�tzlich nicht erst mit dem nachtr�glichen Abschluss eines Vorsorgevertrags f�r einen bestimmten Arbeitnehmer beginnt, sondern bereits mit der F�lligkeit der Pr�mie f�r dessen beitragspflichtige Arbeitsleistung; der F�lligkeitstermin richtet sich dabei nach Art. 66 Abs. 4 BVG oder nach Reglement.
4. Bei dieser Rechtslage bleibt zu pr�fen, ob die (hier noch abschliessend festzustellende) Unkenntnis der Vorsorgeeinrichtung und eine allf�llige Zuwiderhandlung des Arbeitgebers gegen die Meldepflicht (Art. 10 der Verordnung vom 18. April 1984 �ber die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVV 2; SR 831.441.1]; vgl. Art. 11 Abs. 1 BVG und Art. 7 Abs. 1 BVV 2) die F�lligkeit der Beitragsschuld beeinflussen.
4.1 Nach der Rechtsprechung und mehrheitlichen Doktrin zu Art. 130 Abs. 1 OR tritt die F�lligkeit unabh�ngig davon ein, ob der Gl�ubiger von Forderung und F�lligkeit Kenntnis hat oder haben kann (BGE 126 III 278; BGE 119 II 216 E. 4a/aa S. 219; BGE 106 II 134 E. 2a S. 137; Urteil 9C_618/2007 vom 28. Januar 2008 E. 1.1.3; vgl. BGE 126 II 145 E. 2b S. 151; ROBERT K. D�PPEN, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht, Bd. I, 2007, N. 9 zu Art. 130 OR; STEPHEN V. BERTI, in: Z�rcher BGE 136 V 73 S. 79 Kommentar, 3. Aufl. 2002, N. 8 zu Art. 130 OR; ALFRED KOLLER, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 3. Aufl. 2009, S. 1100 Rz. 1 und S. 1155 Rz. 44; INGEBORG SCHWENZER, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 5. Aufl. 2009, S. 527 Rz. 84.15; GAUCH/SCHLUEP/SCHMID/EMMENEGGER, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 2008, S. 224 Rz. 3309; a.M.: HANS MERZ, Die privatrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts im Jahre 1980, ZBJV 118/1982 S. 136 f.).
4.2 Aus Sicht der Vorsorgeeinrichtung erscheint es als stossend, wenn der Lauf der Verj�hrung auch dann in Gang gesetzt wird, wenn ihr eine - zwar objektiv einklagbare - Forderung nicht bekannt ist und auch nicht bekannt sein kann (vgl. dazu JEAN-BENO�T MEUWLY, La prescription des cr�ances d'assurance priv�e [art. 46 al. 1 LCA] au regard de la derni�re jurisprudence du Tribunal f�d�ral, AJP 2003 S. 315 ff.). Das Anliegen der Vorsorgeeinrichtung und der dahinter stehenden Versichertengemeinschaft, dass alle Beitr�ge zur Finanzierung der Vorsorgeleistungen reglementskonform bezahlt werden, steht dem Ziel der Rechtssicherheit gegen�ber, wonach eine Forderung nach Ablauf einer bestimmten Frist nicht mehr durchsetzbar sein soll. Beim Ausgleich dieser Interessen muss der Schutzzweck des Rechtsinstituts der Verj�hrung im Auge behalten werden. Die Nichterheblichkeit der Kenntnis wird unter anderem damit begr�ndet, die Verj�hrung sei vor allem zum Schutz des Schuldners geschaffen (PASCAL PICHONNAZ, in: Commentaire romand, Code des obligations, Bd. I, 2003, N. 4 zu Art. 130 OR). Dieser Schutz kann nach Treu und Glauben (Art. 2 Abs. 1 ZGB) von demjenigen nicht in Anspruch genommen werden, der - aus eigenem, vorwerfbarem Verhalten - allein daf�r verantwortlich ist, dass die Forderung der Gl�ubigerin verborgen geblieben ist. Die Berufung des Beitragsschuldners auf einen Eintritt der F�lligkeit vor erfolgter Kenntnisnahme w�re alsdann rechtsmissbr�uchlich (Art. 2 Abs. 2 ZGB; BGE 131 II 265 E. 4.2 S. 267; THOMAS G�CHTER, Rechtsmissbrauch im �ffentlichen Recht, 2005, S. 4 ff.). Wenn der Schuldner die vorl�ufige Unkenntnis der Gl�ubigerin zu verantworten hatte, h�ngt der Eintritt der F�lligkeit somit ausnahmsweise von deren Wissen um die Grundlagen der Forderung ab. Da der Zeitpunkt, zu welchem s�mtliche f�r die Bemessung der Beitragsforderung notwendigen Angaben vorliegen, auch von der Aufmerksamkeit der Vorsorgeeinrichtung abh�ngig ist, wirkt nicht erst die tats�chliche, sondern bereits die normativ anrechenbare - zumutbare - Kenntnis fristausl�send. BGE 136 V 73 S. 80
Eine Ausnahme vom Grundsatz, dass auch die dem Gl�ubiger noch unbekannte Forderung f�llig werden kann, rechtfertigt sich allerdings nicht bei jeder objektiven Verletzung der Meldepflicht. Der Beginn des Fristenlaufs wird nicht aufgeschoben, wenn der Arbeitgeber mit Blick auf die konkreten Verh�ltnisse in guten Treuen davon ausgehen durfte, der nicht an die Vorsorgeeinrichtung gemeldete Arbeitnehmer sei etwa aufgrund seines Beitragsstatus nicht versicherungspflichtig gewesen. Gefordert ist vielmehr eine qualifizierte Meldepflichtverletzung im Sinne einer unentschuldbaren Unterlassung, so wie im Hinblick auf den Erlass einer R�ckforderung unrechtm�ssig bezogener Leistungen eine nur leichte Verletzung der Melde- oder Auskunftspflicht den guten Glauben nicht ausschliesst (Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG [SR 830.1]; BGE 110 V 176; Urteil 8C_594/2007 vom 10. M�rz 2008 E. 5.6). Ein rechtsmissbr�uchliches Verhalten ist nicht schon dann gegeben, wenn der Arbeitgeber die Versicherungspflicht aus einfacher Fahrl�ssigkeit verkannte.
4.3 Bei vorwerfbarem Verhalten des Schuldners erfolgt ein an sich zeitlich schrankenloser Aufschub der F�lligkeit der einzelnen periodischen Beitragsforderung bis zu dem Zeitpunkt, in welchem die Beitragsgl�ubigerin davon anrechenbare Kenntnis erlangt. Dabei muss jedoch ber�cksichtigt werden, dass - vergleichsweise - f�r (sekund�re) Anspr�che aus Vertragsverletzung eine subsidi�re Verj�hrungsfrist von zehn Jahren seit der Pflichtverletzung gilt (Art. 127 OR), f�r Deliktsanspr�che eine ebenfalls zehnj�hrige absolute Frist (Art. 60 Abs. 1 OR), beginnend mit dem sch�digenden Verhalten (SCHWENZER, a.a.O., S. 526 f. Rz. 84.14 und 84.18; vgl. BGE 126 II 145 E. 2b S. 151). Wenn nun die Durchsetzbarkeit der origin�ren Beitragsforderung gegen�ber dem Schuldner, der qualifiziert gegen die Meldepflicht verstossen hat, r�ckwirkend unbegrenzt m�glich w�re, k�nnte dies mit der Verj�hrungsordnung insgesamt nicht vereinbart werden (vgl. MEUWLY, a.a.O., S. 319 ff.). Damit ist die insofern relative Verj�hrungsfrist von f�nf Jahren nach (zumutbarer) Kenntnisnahme im Wege der L�ckenf�llung (vgl. BGE 135 V 163 E. 5.3 S. 168; BGE 127 V 38 E. 4b/cc S. 41) um eine absolute Befristung zu erg�nzen: Die einzelne Beitragsforderung verj�hrt auch bei Bejahung einer qualifizierten Meldepflichtverletzung und andauernd unverschuldet fehlender Kenntnis der Vorsorgeeinrichtung �ber den Beitragstatbestand jedenfalls zehn Jahre nach ihrem (virtuellen) Entstehen. Da die F�lligkeit bis zur Kenntnisnahme aufgeschoben ist, BGE 136 V 73 S. 81k�nnen von vornherein nur Beitragsforderungen nachgefordert werden, die zu diesem Termin nicht �lter als zehn Jahre sind. Weiter zur�ckliegende Beitragsforderungen sind bereits (absolut) verj�hrt, so dass mit Bezug auf sie keine (relative) Verj�hrungsfrist (Art. 41 Abs. 2 BVG [aArt. 41 Abs. 1 BVG]) mehr beginnen kann.
5. Das kantonale Gericht wird zun�chst festzustellen haben (Art. 61 lit. c ATSG), ob die Nichtdeklaration der Besch�ftigung des P., den konkreten Umst�nden nach, einer qualifizierten Meldepflichtverletzung des Beschwerdegegners entspricht (vgl. oben E. 4.2) und ob die anrechenbare Kenntnisnahme erst mit dem Eingang eines Schreibens des Rechtsvertreters des P. vom 26. Januar 1999 begr�ndet wurde. Eintritt und Ausmass der Verj�hrung h�ngen vom Inhalt dieser Feststellungen ab.
5.1 Sollte die Vorinstanz keine oder keine qualifizierte Meldepflichtverletzung feststellen, so wurden die eingeklagten Betreffnisse der Besch�ftigungsjahre 1985 bis 1995 jeweils im betreffenden Beitragsjahr f�llig, womit die f�nfj�hrige Verj�hrungsfrist begann. Die erste verj�hrungsunterbrechende Handlung der Beschwerdef�hrerin konnte erst im Jahr 2002 erfolgen, so dass in dieser Variante die gesamte Forderung verj�hrt ist (Art. 41 Abs. 2 BVG [aArt. 41 Abs. 1 BVG]).
5.2 Falls die Abkl�rungen des kantonalen Gerichts ergeben sollten, dass eine qualifizierte Meldepflichtverletzung des Beschwerdegegners gegeben sei, sind die r�ckwirkenden Beitragsforderungen der Beschwerdef�hrerin bez�glich der Besch�ftigungsjahre 1985 bis 1995 grunds�tzlich nicht f�llig geworden, solange die Beschwerdef�hrerin nicht um den Bestand der im Streit liegenden Forderung wissen konnte (oben E. 4.2).
5.2.1 Mit Empfang des Schreibens vom 26. Januar 1999 hatte die Sammelstiftung wohl erstmals Gelegenheit, von einem (m�glichen) Vorsorgetatbestand Kenntnis zu nehmen. Trat die F�lligkeit im Januar 1999 ein, hat die Vorsorgeeinrichtung die Verj�hrung auf dem Weg der Betreibung (Erwirkung des Zahlungsbefehls vom 18. Juni 2002) vorerst rechtzeitig unterbrochen (Art. 41 Abs. 2 BVG [aArt. 41 Abs. 1 BVG] in Verbindung mit Art. 135 Ziff. 2 OR). Die Verj�hrung beginnt sodann mit jedem Betreibungsakt und - nach Klageerhebung - mit jeder gerichtlichen Handlung der Parteien und mit jeder Verf�gung oder Entscheidung des Richters von neuem (Art. 137 Abs. 1 und Art. 138 Abs. 1 und 2 OR). Mit Blick auf die weiteren BGE 136 V 73 S. 82Unterbrechungen (Rechts�ffnungsbegehren vom 22. Januar 2003, Entscheid des Richteramts X. vom 13. August 2003 [vgl. dazu BGE 91 II 362 E. 10 S. 371]; Klage vom 21. Januar 2008) ist die Forderung insoweit bis zum heutigen Tag nicht verj�hrt.
5.2.2 Die normalerweise in unmittelbarem Zusammenhang mit der Arbeitsleistung eintretende F�lligkeit der Beitragsforderung (oben E. 3.1) wird im Falle einer qualifizierten Meldepflichtverletzung bis zur (anrechenbaren) Kenntnisnahme durch die Gl�ubigerin aufgeschoben. Die F�lligkeit der bis dahin f�r die einzelnen Versicherungsjahre aufgelaufenen Forderungen bezieht sich aber nur auf Jahrespr�mien, die bei Eintritt der aufgeschobenen F�lligkeit nicht �lter als zehn Jahre waren (oben E. 4.3). Nicht erheblich ist deshalb, ob eine - im Zeitpunkt der anrechenbaren Kenntnis noch nicht zehnj�hrig gewesene - Forderung dieses Alter bei der ersten verj�hrungsunterbrechenden Handlung (hier im Juni 2002) erreicht hat; eine solche (vom Fristenlauf gem�ss Art. 41 Abs. 2 BVG unabh�ngige) Handhabung der absoluten Befristung w�rde der Ausnahmesituation des Rechtsmissbrauchs nicht gerecht, welche die F�lligkeit an die (zumutbare) Kenntnis des Gl�ubigers bindet. Unter den erw�hnten sachverhaltlichen Annahmen sind noch die Jahrespr�mien f�r 1990 bis 1995 effektiv einforderbar; diejenige f�r das Jahr 1989 ist bereits absolut verj�hrt, da sie vorsch�ssig zu Beginn jedes Versicherungsjahres in einem Betrag f�llig wird (Art. 4 Abs. 1 AVB 1988 und Art. 3 Abs. 1 AVB 1996).
5.3 Soweit origin�re Beitragsforderungen verj�hrt sind, stellt sich die Anschlussfrage, ob die Voraussetzungen f�r sekund�re Anspr�che auf Schadenersatz aus Vertragsverletzung gegeben seien. Zur Annahme einer vertraglichen Schadenersatzpflicht bedarf es nicht wie beim Rechtsmissbrauch (oben E. 4.2) einer qualifizierten Meldepflichtverletzung, sondern gen�gt gegebenenfalls leichte Fahrl�ssigkeit (Art. 97 Abs. 1 und Art. 99 Abs. 1 OR; BGE 130 V 103 E. 3.3 S. 109 mit Hinweisen). Falls eine Vertragsverletzung w�hrend des gesamten Besch�ftigungszeitraums (1985 bis 1995) andauerte, fallen - mit Blick auf die im Laufe des Jahres 2002 erfolgte Betreibung - unverj�hrte Ersatzanspr�che f�r die (prim�r verj�hrten) Jahrespr�mien ab 1993 in Betracht (Art. 127 OR). Nach bisheriger Rechtsprechung oblag die Beurteilung von Ersatzforderungen aus Nicht- oder Schlechterf�llung eines Anschlussvertrages der Ziviljustiz (Urteil B 37/03 vom 10. M�rz 2004 E. 2.3). Diese Kompetenzzuweisung erfolgte urspr�nglich mit Blick auf den Umstand, BGE 136 V 73 S. 83dass der - mit dem Schadenersatzanspruch verwandte - Verantwortlichkeitsanspruch nach Art. 52 BVG bis zur Gesetzesrevision gem�ss Bundesgesetz vom 21. Juni 1996, in Kraft seit 1. Januar 1997 (vgl. BGE 128 V 124 E. 2 S. 126), nicht in die Zust�ndigkeit des BVG-Gerichts, sondern der Ziviljustiz fiel (vgl. BGE 117 V 33 S. 42; SVR 1994 BVG Nr. 2 S. 3, B 37/92 E. 4c). Seither sind f�r die Beurteilung von Verantwortlichkeitsanspr�chen die Berufsvorsorgegerichte zust�ndig. Der fr�her zur Begr�ndung einer Zust�ndigkeit der Zivilgerichtsbarkeit verwendete Harmonisierungsgedanke spricht nun daf�r, die Beurteilung von Ersatzforderungen aus einer Verletzung des Anschlussvertrages zwischen Arbeitgeber und Vorsorgeeinrichtung in die berufsvorsorgegerichtliche Zust�ndigkeit fallen zu lassen. Die bisherige Rechtsprechung steht �berdies im Gegensatz zur Praxis, wonach im Bereich der auf Art. 97 ff. OR gest�tzten Anspr�che aus Nicht- oder Schlechterf�llung des Vorsorgevertrags die Zust�ndigkeit der Gerichte nach Art. 73 BVG bejaht wird (BGE 130 V 103 E. 1.2 S. 105 in Verbindung mit E. 3.3 S. 109; SEILER, a.a.O., S. 398). Die ver�nderten rechtlichen Verh�ltnisse rechtfertigen eine Praxis�nderung (vgl. BGE 134 V 72 E. 3.3 S. 76). Wenn ein Schadenersatzanspruch aus Verletzung anschlussvertraglicher Pflichten in Frage steht, die spezifisch berufsvorsorgerechtlicher Natur sind, ist aufgrund dieses direkten Sachbezugs somit neu das Berufsvorsorgegericht nach Art. 73 BVG sachlich zust�ndig. Die Vorinstanz wird also gegebenenfalls auch die Frage nach einem sekund�ren Ersatzanspruch unter dem Gesichtspunkt einer etwaigen Meldepflichtverletzung zu beurteilen haben.
126 III 278 suite... ,
119 II 216,
91 II 362,
Art. 66 Abs. 4 BVG suite... ,
art. 66 al. 2 et 4 LPP,
art. 10 OPP 2,
art. 129 a 142,
Art. 7 Abs. 1 BVV 2,
Art. 138 Abs. 1 und 2 OR,
Art. 97 Abs. 1 und Art. 99 Abs. 1 OR,
Art. 97 ff. OR

References: Art. 2
 art. 41
 art. 41
 art. 130
 art. 66
 art. 10

Art. 73
 Art. 129
 BGE 
 Art. 41
 Art. 3
 Art. 66
 BGE 
 Art. 41
 Art. 11
 Art. 60
 art. 129
 BGE 
 Art. 11
 Art. 66
 Art. 11
 Art. 7
 Art. 130
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 130
 BGE 
 Art. 130
 Art. 130
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 135
 Art. 138
 BGE 
 BGE 
 Art. 41
 Art. 3
 Art. 99
 BGE 
 BGE 
 Art. 52
 BGE 
 BGE 
 Art. 97
 Art. 73
 BGE 
 Art. 73

Art. 66

art. 66

art. 10

art. 129

Art. 7

Art. 138

Art. 97
 Art. 99

Art. 97