Source: https://www.rechtsanwalt-sexualstrafrecht.de/weitere-straftatbestaende/
Timestamp: 2019-03-22 20:27:43+00:00

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Weitere Straftatbestände im Sexualstrafrecht
Sexueller Missbrauch, sexuelle Beleidigung, Erregung öffentlichen Ärgernisses, Ausbeutung von Prostituierten, Zuhälterei, Verbreitung pornographischer Schriften, Beischlaf zwischen Verwandten (Inzest)
Unter dem Begriff des Sexualstrafrechts werden bestimmte Tatbestände im Strafgesetzbuch (StGB) zusammengefasst, die sich gegen die sexuelle Selbstbestimmung richten. Neben den eher bekannten und häufig vorkommenden Tatbeständen wie der sexuellen Nötigung oder der Vergewaltigung, gibt es noch zahlreiche weitere Handlungen, die ebenfalls unter Strafe stehen.
Ein Fachanwalt für Strafrecht, der sich auf das Sexualstrafrecht spezialisiert hat, hat auch umfassende Erfahrung mit diesen weiteren Sexualstraftaten. Da das Sexualstrafrecht viele verfahrensrechtlich Besonderheiten aufweist und erst 2016 umfassend reformiert wurde, lohnt es sich, einen Anwalt zu Rate zu ziehen, der sich genau auf dieses Teilgebiet des Strafrechts spezialisiert hat.
Die verschiedenen Sexualstrafnormen des StGB werden meistens in folgende Gruppen aufgeteilt: Sexueller Missbrauch, sexuelle Nötigung bzw. Vergewaltigung, Straftaten im Zusammenhang mit Pornographie, Prostitution und weitere allgemeine Straftaten im Sexualstrafrecht.
Die unterschiedlichen Fälle des sexuellen Missbrauchs bilden den Kern des Sexualstrafrechts. Opfer dieser sexuellen Handlungen können beispielsweise Kinder, Jugendliche, Schutzbefohlene oder sonstige Personen aus einem speziellen Behandlungs-, Obhuts- oder Arbeitsverhältnis sein. Charakteristisch für die Missbrauchsdelikte ist, dass der Täter und das Opfer in einem Über-/Unterordnungsverhältnis stehen, das zur Tat ausgenutzt wird. Neben dem sexuellen Missbrauch von Kindern und dem sexuellen Missbrauch von Jugendlichen gehören dazu auch folgende Tatbestände:
Eigentlich gibt es keinen Straftatbestand der sexuellen Beleidigung. Der Gesetzgeber kennt nur die „normale“ Beleidigung in § 185 StGB. Darunter versteht man jeden Angriff auf die Ehre durch Kundgabe von Missachtung oder Nichtachtung. Tritt zur sexuellen Handlung eine beleidigende Erklärung (wörtlich oder durch schlüssiges Handeln) hinzu, kann aber tatsächlich eine strafbare Beleidigung vorliegen. Früher hatte der Straftatbestand eine deutlich größere Bedeutung. Seit der Reform im Jahr 2016 werden die meisten Fälle der sexuellen Beleidigung nun unter dem neuen Straftatbestand der sexuellen Belästigung erfasst.
Seit dem Jahr 2007 ist das sogenannte „Stalking“ unter Strafe gestellt. Offiziell wird Stalking von Juristen aber als Nachstellung bezeichnet und ist in § 238 StGB geregelt. Strafbar macht sich, wer einer anderen Person in einer Weise unbefugt nachstellt, die geeignet ist, deren Lebensgestaltung schwerwiegend zu beeinträchtigen, indem er beharrlich deren Nähe aufsucht oder sonstige belästigende Handlungen vornimmt.
In § 183a StGB ist die Erregung öffentlicher Ärgernisse geregelt. Wer öffentlich sexuelle Handlungen vornimmt und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht sowieso schon in § 183StGB (Exhibitionistische Handlungen) mit Strafe bedroht ist.
Die Förderung sexueller Handlung Minderjähriger in § 180 StGB soll dem Schutz Minderjähriger dienen. Wer sexuellen Handlungen an einer Person unter sechzehn Jahren an oder vor einem Dritten oder sexuellen Handlungen eines Dritten an einer Person unter sechzehn Jahren zum Beispiel durch Vermittlung Vorschub leistet, macht sich in Deutschland strafbar.
Sowohl auf Seite der Organisation und des Angebots der Prostitution (Zuhälterei) als auch auf Seite der Ausübung der Prostitution durch Prostituierte selbst, stehen bestimmte Handlungen unter Strafe:
In Deutschland ist nicht nur die Verbreitung von Kinderpornografie und Jugendpornografie unter Strafe, sondern auch sonstige pornografische Schriften können zur Strafbarkeit führen. Dabei ist jedoch nicht immer klar, ab wann eine Darstellung pornografischen Inhalt hat.
In Deutschland ist der Geschlechtsverkehr zwischen Verwandten verboten. Strafverfahren und Verurteilungen aufgrund dieses Vorwurfs sind selten. Die Strafbarkeit des Inzests ist in § 173 StGB geregelt.
Alte Fassungen: Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung , Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen
Zum 10.11.2016 wurde die sexuelle Nötigung ,Vergewaltigung und der sexuelle Missbrauch widerstandsunfähiger Personen reformiert. Für Taten vor dem 10.11.2016 gilt jedoch weiterhin die alte Rechtslage. Informationen zur alten Rechtslage gibt es hier

References: § 185
 § 238
 § 183
 § 183
 § 180
 § 173