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Timestamp: 2017-07-21 18:47:33+00:00

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Pornografie - The Free Online Dictionary and Encyclopedia (TFODE)
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Pornografische Tuschzeichnung - In der Scheune, 19. Jahrhundert
Karikatur, die sich kritisch mit Pornografie auseinandersetzt - „La grande Epidémie de Pornographie“, Frankreich, 19. Jahrhundert
Wandmalerei in einem Cubiculum (Schlafraum) in Pompeji
Vor missbräuchlichem Gebrauch, Druckausübung sowie Nötigung durch Dritte besonders von weiblichen Jugendlichen in Bezug auf das Herstellen und Versenden der Fotos warnen sowohl Medien, wie auch staatliche Stellen und Jugendschutzorganisationen, beispielsweise die gemeinnützige Stiftung Pro Juventute in der Schweiz.[14][15][16][17]
Es wird ebenfalls davor gewarnt, dass Jugendliche unter 18 Jahren, welche Amateurpornografie von sich oder anderen Minderjährigen herstellen, sich der Produktion und der Verbreitung von Jugend- oder Kinderpornografie strafbar machen können.[18][19] Des Weiteren wird für die Abgabe von Bild- und Nutzungsrechte an Anbieter sozialer Netzwerke sensibilisiert, zumals die Fotos nahezu unmöglich zu löschen seien und bestimmte berufliche Wege somit verschlossen bleiben können.[20]
Anders ausgedrückt: die Grenzen zwischen Akt, Erotik und Pornografie lassen sich nicht trennscharf ziehen: Was der eine vorbehaltlos akzeptiert, kann für den anderen bereits unter der moralischen Gürtellinie angesiedelt und somit pornografisch besetzt sein. Die Rechtsprechung definiert wiederum Pornografie "... als grobe Darstellung des Sexuellen in drastischer Direktheit, die in einer den Sexualtrieb aufstachelnden oder die Geschlechtlichkeit in den Schmutz ziehenden oder lächerlich machenden Weise den Menschen zum bloßen (auswechselbaren) Objekt geschlechtlicher Begierde oder Betätigung jedweder Art degradiert" (fsm.de). Abgesehen davon sind die Gestaltungsgrenzen aber weit gesteckt und die künstlerische Freiheit sogar durch das Grundgesetz geschützt.[24]
Die strafrechtliche Definition des Begriffs Pornografie basiert auf dem Fanny-Hill-Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 1969. Das Gericht ging der Frage nach, ob es sich bei Schilderungen geschlechtlicher Vorgänge grundsätzlich um unzüchtige Schriften handelt, die gemäß § 184 StGB a. F. einem Verbreitungsverbot unterlagen.[35] Es kam dabei zu der Erkenntnis, dass eine solche Schrift dann nicht unzüchtig sei, „wenn sie nicht aufdringlich vergröbernd oder anreißerisch ist und dadurch Belange der Gemeinschaft stört oder ernsthaft gefährdet“ (BGHSt 23, 40).
In der deutschen Rechtsprechung wird regelmäßig[36] wörtlich oder sinngemäß eine Definition des OLG Düsseldorf aus dem Jahr 1974 genannt. Danach handelt es sich bei Pornografie um „grobe Darstellungen des Sexuellen, die in einer den Sexualtrieb aufstachelnden Weise den Menschen zum bloßen, auswechselbaren Objekt geschlechtlicher Begierde degradieren. Diese Darstellungen bleiben ohne Sinnzusammenhang mit anderen Lebensäußerungen und nehmen spurenhafte gedankliche Inhalte lediglich zum Vorwand für provozierende Sexualität.“[37]
Eine im Jahr 2005 von einem deutschen Pornoanbieter eingereichte Verfassungsklage zur Aufhebung des § 184c StGB (heute: § 184d StGB), soweit er sich auf das Verbreiten weicher Pornografie in Tele- und Mediendiensten bezieht, wurde Ende 2009 abgewiesen.[38]
Der Versandhandel ist nach § 184 Abs. 1 Nr. 3 verboten. Gemäß einer Legaldefinition in § 1 Abs. 4 JuSchG handelt es sich jedoch dann nicht um einen Versandhandel, wenn ein Altersverifikationssystem eingesetzt wird. Ob diese Definition des Versandhandelsbegriffs auch auf § 184 StGB anzuwenden ist, ist umstritten.[39]
Ärger gab es 2003, als Eurosport mit einem Erotikanbieter kooperierte, um einen Abo-Dienst für Pornofilme unter der Bezeichnung Sexxxcast.TV über die Austastlücke anzubieten. Da Eurosport zum damaligen Zeitpunkt aber noch im Digitalpaket des ZDF vertreten war, entstand viel Wirbel (das ZDF drohte sogar mit Rauswurf Eurosports aus dem Digitalpaket, was am 1. Januar 2006 nach Änderungen am Rundfunkstaatsvertrag trotzdem geschah) und die Kooperation wurde schon nach kurzer Zeit wieder beendet. Wiederbelebungsversuche seitens des Diensteanbieters scheiterten. Bereits Mitte April 2001 versuchte ein Unternehmen nachts auf dem Sendeplatz von [email protected] den Sexkanal Video.mp4 zu starten. Die Technik sollte genau dieselbe wie bei Sexxxcast.TV sein. Nach dem Bekanntwerden des Vorhabens setzte sich NBC Europe dagegen zur Wehr und somit kam es nicht zu einem Sendestart. Die Übertragungstechnik hierzu wird als TV Radio Cast bezeichnet.
Über viele Jahre hinweg waren gerade Pornofilme ein guter Nebenverdienst für Hotels, da deren Kunden die Möglichkeit hatten eben jene Filme im Pay-TV zu bestellen. In Zeiten des Internets und zum Teil vielen kostenlosen Veröffentlichungen dieser Filme entschließen sich allerdings immer mehr Hotelketten, diese Filme künftig nicht mehr anzubieten.[40]
In Österreich ist Pornografie seit 1950 im Pornographiegesetz geregelt, davor war sie spätestens ab Beginn des 18. Jahrhunderts durch das Strafgesetz und verschiedene Erlässe großteils verboten gewesen. Die Einführung eines eigenen, strikteren Gesetzes erfolgte auf Vorlage der Regierung durch den Nationalrat, nachdem die Abgeordneten eine "Schmutz- und Schundflut" in den Kiosken konstantiert hatten. So sollen „zweideutige“ Publikationen Papier österreichischer Fabriken erhalten haben, während große Tageszeitungen wegen Papiermangel nicht drucken konnten.[41]
Paragraph 1 des Gesetzes stellt Herstellung, Verbreitung, Vorführung, Beförderung und Lagerung von unzüchtiger Pornografie unter Strafe, sofern dies in gewinnsüchtiger Absicht erfolgt. Der Begriff der Unzüchtigkeit umfasste ursprünglich jede Art der „Betonung der Geschlechtssphäre“ (also jede Pornografie), war aber ab den 1960ern schnell einer Definitionsänderung unterworfen. Eine Grundsatzentscheidung traf der Oberste Gerichtshof im Juni 1977, als er absolute Unzüchtigkeit als „auf sich selbst reduzierte und von anderen Lebenszusammenhängen gelöste, anreißerisch verzerrte […] Darstellungen von Unzuchtsakten, die als solche ihrer Art nach verboten und strafbar sind“ definierte („harte Pornografie“).[42] Nach diesem Rechtssatz, dem die Judikatur weitgehend folgt, fallen darunter unter anderem Kinderpornografie, Tierpornografie, Inzestpornografie sowie gewalttätige Pornografie, die Vergewaltigung oder ähnliche Sexualstraftaten darstellt. Gleichgeschlechtliche Pornografie fiel laut mehreren Gerichtsurteilen aufgrund des für sie geltenden Werbeverbotes zumindest bis 1997 ebenfalls prinzipiell unter „harte Pornografie“ und durfte nicht kommerziell vertrieben werden – mit der Ausnahme von Tirol und Vorarlberg, wo bereits 1989 das zuständige Oberlandesgericht ein entgegengesetztes Urteil fällte.[43]
Pornografische Publikationen, die „geeignet [sind], die sittliche oder gesundheitliche Entwicklung jugendlicher Personen (…) zu gefährden“, dürfen Personen unter 16 Jahren laut Paragraph 2 des Pornographiegesetzes nicht zugänglich gemacht werden. Auch hier war in den 1950ern eine viel striktere Auslegung des Gesetzes zu beobachten als wenige Jahrzehnte später. Die Beurteilung, ob eine pornographische Publikation die Entwicklung eines Jugendlichen gefährdet, unterliegt einer Einzelfallentscheidung. Es handelt sich daher um kein alle Pornografie betreffendes Verbot, auch machen sich die Jugendlichen unter 16 Jahren selbst nicht strafbar.[43] Allerdings gibt es in den Jugendschutzgesetzen einzelner Bundesländer striktere Bestimmungen, in der Steiermark und Oberösterreich etwa ist das Zugänglichmachen von Pornografie für Minderjährige prinzipiell mit einer Geldstrafe belegt.
Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 1. Juli 2014 nicht mehr aktuell zu sein: Neue Gesetzgebung u. a. cybercrime.admin.ch .
Der Tatbestand des Besitzes ist nach herrschender Lehre nicht durch das bloße Betrachten solcher Inhalte im Internet erfüllt, sondern erst durch ihr gezieltes Abspeichern. Ausgenommen ist Pornografie, die einen „schutzwürdigen kulturellen oder wissenschaftlichen Wert“ hat.[44]
Farbdruck, die Videotechnik sowie das Internet haben die Verfügbarkeit und den Zugang zu Pornografie im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bedeutend vereinfacht. Seitdem werden zunehmend wissenschaftliche Studien über Auswirkungen von Pornografie auf die Psyche, besonders die von Adoleszenten, durchgeführt. Neben dem medienpädagogischen, sexualpsychologischen und forensischen Bereich,[45][46] Auf weltanschaulicher, sozialarbeiterischer und teilweise religiöser Ebene wird jedoch kontrovers diskutiert, ob sich der vereinfachte Zugang nun günstig, neutral, belastend oder sogar schädlich auf die jeweiligen Konsumenten auswirkt.
Moderate Kritiker argumentieren differenziert medienpsychologisch sowie sexualpädagogisch;[47] ein Großteil der scharfen Kritik wird daneben aus feministischer und (wert-)konservativer Position geäußert. Feministinnen und Feministen befürchten, aus der dargestellten sexuellen Ausbeutung könnte sich Misogynie, also ein Hass auf Frauen ergeben, weil diese zum willenlosen Spielzeug und Sexualobjekt reduziert würden. Verachtung, sexueller Missbrauch, Gewalt und Vergewaltigung (vgl. Gewalt und Pornografie) könnten sich u. a. aus dem dargestellten realitätsfernen Nymphomanie-Mythos ergeben. Auch seien ein unrealistisches Körperbild sowie ins Groteske gesteigerte Vorstellungen von sexueller Größe und Potenz, vom Aussehen der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale und den sexuellen Präferenzen beider Geschlechter problematisch in ihrer möglichen Wirkung. Darüber hinaus sei der Gewöhnungs- und (Dosis-)Steigerungseffekt vor allem des Internetpornokonsums als reale Gefahr für die Entwicklung pathologischen Konsumverhaltens (Sucht) zu bedenken.
Auch die Lehre der katholischen Kirche zur Sexualmoral verurteilt die Pornografie, so erklärte etwa Papst Johannes Paul II.: „Pornografie ist unmoralisch und im Kern asozial […]. Es liegt in der Natur der Pornografie, dass sie die wahre Bedeutung der menschlichen Sexualität als ein gottgegebenes Geschenk verneint […].“[48] Nach dem Katechismus (Deutsch, 2007, Nr. 2354) entstellt sie den Akt und „verletzt die Würde aller Beteiligten (Schauspieler, Händler, Publikum) schwer“, da sie „Gegenstand eines primitiven Vergnügens und zur Quelle unerlaubten Profits“ werden. „Die Staatsgewalt hat die Herstellung und Verbreitung pornographischer Materialien zu verhindern.“
Aus der Darstellung von Körpern mit nur sehr geringen Abweichungen von einem Schönheitsideal und von unrealistischen körperlichen Leistungen würden Unmut und Resignation erwachsen. Bereits 2004 ergab eine Untersuchung, dass die durchschnittliche Penisgröße in Pornos mit 20,32 cm im Vergleich zu 14,73 cm die Länge des Durchschnitts-Gliedes um fast ein Drittel übertraf und dass Pornodarstellerinnen fast ausnahmslos mit Brustimplantaten versehen seien und filmische, computergestützte Nachbearbeitungen die Geschlechtsmerkmale in noch extremerer Form zeigten.[49] In Folge ergäbe sich eine gänzlich überzogene Erwartungshaltung. Kombiniert mit der Erkenntnis der vermeintlich eigenen Mängel seien Enttäuschungen und Scham über die als defizitär wahrgenommene körperliche Ausstattung vorbestimmt. Diese Frustration würde die Lust mindern, sich in der Wirklichkeit auf andere einzustellen, von ihnen sexuell erregt zu werden, sodass in Folge intime Beziehungen austrocknen.
Im Bereich der Pornografieunterstützer lassen sich mindestens zwei Argumentationslinien unterscheiden. Zum einen werden häufig antipornografische Tendenzen kritisiert. So erklärt etwa Nadine Strossen in ihrem Buch Zur Verteidigung der Pornographie, dass antipornografische Gesetze im Sinne von MacKinnon und Dworkin „wichtige Belange von Frauen- und Menschenrechten untergraben, anstatt sie zu fördern. Es [das Buch] soll zeigen, was für eine mundtote, unfreie Gesellschaft wir zu erwarten hätten, wenn diese Art von Gesetz zur Anwendung käme.“[50] Eine solche Position muss Pornografie nicht zwingend als ein positiv zu bewertendes Kulturgut ansehen.
– Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Erotik und Pornografie
↑ Der digitale Stripklub. sueddeutsche.de, 14. Mai 2013, abgerufen am 9. Januar 2016. ↑ Sexting: Vorsicht bei Nacktbildern! Abgerufen am 20. März 2016. ↑ Anne Sophie Wöhrle, Christoph Wöhrle: Digitales Verderben: Wie Pornografie uns und unsere Kinder verändert. MVG Verlag, ISBN 978-3-86415-668-7, S. 45–48. ↑ Valentin Witt: Die Wahrheit: Die traurige Geschichte vom Sexting. In: taz.de. 13. November 2014, abgerufen am 21. Januar 2017. ↑ Alles über Sexting. In: projuventute.ch. Abgerufen am 21. Januar 2017. ↑ Sexting: Regierung warnt Teenager vor Nacktfotos. In: Spiegel Online. 6. Mai 2009, abgerufen am 21. Januar 2017. ↑ http://www.projuventute.ch/fileadmin/kundendaten/angebote/medienprofis/downloads/de/Medienprofis_Merkblatt_Sexting_Kinder_und_Jugendliche_DT.pdf
↑ Nacktbilder können fatale Konsequenzen haben. 6. November 2014, abgerufen am 2. März 2016. ↑ Stephen Yagielowicz: The New Face of Amateur Porn. XBIZ, 9. August 2008, abgerufen am 20. März 2016. ↑ Bettina Levecke: Cybermobbing: Wenn das Sexting-Selfie Chefsache wird. In: welt.de. 9. November 2014, abgerufen am 21. Januar 2017. ↑ Tristan Taormino: The Prince of Alt-Porn. The Village Voice
↑ Gert Martin Hald: Gender Differences in Pornography Consumption among Young Heterosexual Danish Adults. In: Archives of Sexual Behavior. Band 35, Nr. 5, 2006, S. 577–585, doi:10.1007/s10508-006-9064-0 (PDF-Datei (Memento vom 30. Juni 2015 im Internet Archive)). ↑ sexually explicit material; material which depicts sexual activity in obvious, unconcealed ways
↑ Jochen Peter, Patti M. Valkenburg: Adolescents’ Exposure to Sexually Explicit Material on the Internet. In: Communication Research. Band 33, Nr. 2, 2006, S. 177–204, doi:10.1177/0093650205285369 (PDF-Datei (Memento vom 4. September 2014 im Internet Archive)). ↑ Expertise von Starke über alle Studien und Gutachten der Sexualwissenschaft über die Wirkung von einfacher Pornografie (PDF)
↑ Stefan Krempl: Verfassungsgericht weist Beschwerde gegen Alterskontrolle für Online-Pornos zurück. In: Heise online. Heise Zeitschriften Verlag, 21. Oktober 2009, abgerufen am 4. April 2010. ↑ Zustimmend: OLG München, Urteil vom 29. Juli 1994, Az.: 29 U 2745/04, Internetfundstelle
↑ Stenographisches Protokoll. 23. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich. Österreichisches Parlament, S. 74, abgerufen am 15. Februar 2016 (PDF). ↑ Entscheidungstext mit Bezug auf 13Os39/77, ris.bka.gv.at
↑ a b Helmut Graupner: Unzucht und Anstößigkeit. Rechtliche Rahmenbedingungen der Pornografie. Abgerufen am 15. Februar 2016 (PDF). ↑ Siehe im Einzelnen Art. 197 StGB.
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