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Timestamp: 2017-08-22 07:07:20+00:00

Document:
Waldorf Frommer Abmahnung nach Gesetzesänderung 815 Euro
Erste Waldorf Frommer Abmahnung nach der Gesetzesänderung ist da – 815 Euro für einen Film und damit 200 Euro weniger als bisher
Karsten Gulden	in Allgemein, Infodocc	| 17. Oktober 2013
Karsten Gulden in Allgemein	| 17. Oktober 2013
Nach Kornmeier und Munderloh hat nun auch die Kanzlei Waldorf Frommer die Massenabmahnungen an die neue Gesetzeslage angepasst. Uns liegt eine Abmahnung der Kanzlei vom 16.10.2013 vor. Waldorf Frommer fordern nun 815 Euro für die illegale Verbreitung eines urheberrechtlich geschützten Films. Waldorf Frommer machen dabei einen Schadensersatz in Höhe von 600 Euro sowie einen Aufwendungsersatz in Höhe von 215 Euro geltend. Dies sind rund 200 Euro weniger als noch vor wenigen Tagen für den gleichen Vorwurf. Der Gegenstandswert für den Unterlassungsanspruch wird auf 1.000 Euro angesetzt und der Gegenstandswert für den Schadensersatzanspruch auf 600 Euro. Demnach kommt Waldorf Frommer auf einen Aufwendungsersatzanspruch in Höhe von 1.600 Euro, aus dem die Anwaltsgebühren in Höhe von 215 errechnet werden. Fraglich, ob dies haltbar ist, da der Schadensersatz kein Aufwendungsersatz ist.
Waldorf Frommer kündigt an, dass im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung bewiesen werde, dass ein Streitwert von 1.000 Euro unbillig ist und dass dies zu einem höheren Aufwendungsersatz führen würde. Wie sie das beweisen wollen, ist noch das Geheimnis von Waldorf Frommer.
Tabelle außergerichtlicher Aufwendungsersatzanspruch
Gegenstandswert für den Unterlassungsanspruch 1.000,00 €
Gegenstandswert für den Schadensersatzanspruch 600,00 €
Gegenstandswert für den Aufwendungsersatzanspruch 1.600,00 €
1,3 Gebühr (2300 VV RVG) 195,00 €
Auslagenpauschale (7200 VV RVG) 20,00 €
Schadenersatz 600,00 €
Aufwendungsersatz 215,00 €
Gesamtsumme 815,00 €
Hier erhalten Sie Hilfe bei einer Abmahnung durch die Kanzlei Waldorf Frommer
Man sollte eine Massen-Sammelklage gegen Rechteinhaber/Rechteverwerter und deren Handlanger „Waldorf Frommer und Co.“ einreichen: Goliath vs. Goliath (das Gleiche mit dem Gleichen bekämpfen).
Wegen „Honeypots“ und räuberischer Erpressung!
Honeypots und das Gesetz
Die Anwendung von Honeypots ist jedoch nicht unproblematisch. Leider existieren nur sehr wenige Informationen und Aufsätze zu diesem Thema. In der Bundesrepublik Deutschland ist die Beihilfe zu einer Straftat ebenfalls unter Strafe gestellt.
Paragraf 26 und 27 des Strafgesetzbuchs haben folgenden Wortlaut:
§27. Beihilfe. (1) Als Gehilfe wird bestraft, wer vorsätzlich einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat Hilfe geleistet hat. (2) Die Strafe für den Gehilfen richtet sich nach der Strafdrohung für den Täter. Sie ist nach § 49 Abs. 1 zu mildern.
Straftaten bei der Nutzung von Honeypots
Um welche Straftaten handelt es sich nun?
StGB § 202a. Ausspähen von Daten. (1) Wer unbefugt Daten, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, sich oder einem anderen verschafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Hervorzuheben ist jedoch, dass die Verfolgung einen Strafantrag des Verletzten voraussetzt (§205 Abs. 1 StGB).
StGB § 303a. Datenveränderung. (1) Wer rechtswidrig Daten (§ 202a Abs. 2) löscht, unterdrückt, unbrauchbar macht oder verändert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
StGB § 303b. Computersabotage. (1) Wer eine Datenverarbeitung, die für einen fremden Betrieb, ein fremdes Unternehmen oder eine Behörde von wesentlicher Bedeutung ist, dadurch stört, dass er
StGB § 303c. Strafantrag. In den Fällen der § 303 bis 303b wird die Tat nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.
Eine Verfolgung der Straftat und daher auch die Verfolgung der Beihilfe erfolgt daher nur, wenn zuvor ein Strafantrag gestellt wurde. Dieser Strafantrag müsste von der verletzten Person, dem Besitzer des Honeypots, gestellt werden.
Dieser Artikel gibt die persönliche Interpretation der Gesetzeslage des Autors Ralf Spenneberg wieder. Die Interpretation erhebt keinerlei Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Eine Verwendung der beschriebenen Ausführungen erfolgt auf eigenes Risiko!
P.P.S.: Da haben wir es doch schwarz auf weiß, der Schadensersatz (vorher 450 Euro) wurde um 150 Euro erhöht (jetzt 600 Euro) für Filme. Aber für Serien (vorher 450) um 100 Euro (jetzt 350) reduziert.
Und was ist dieser Aufwendungsersatz? Da sieht man’s wieder, die erfinden immer was neues!
Ich habe eXtra Goliath vs. Goliath geschrieben, weil keiner von beiden gewinnen kannn und das Ganze im Sande verlaufen wird: Die Abgemahnten bleiben auf den außergerichtlichen Rechtsverteidigungskosten sitzen und sind um eine Erfahrung reicher. Der Abmahner bleiben auf den Gerichts- und Auslagenkosten sitzen und deren Mandantschaften (Rechteinhaber/Rechteverwerter) werden gegebenenfalls zur Strafzahlungen verurteilt.
P.S.: Ist aber alles nur Science-Fiction!
http://www.mitfugundrecht.de/2007/06/bgh-keine-erstattung-der-rechtsanwaltskosten-bei-der-abwehr-unberechtigter-forderungen/
Ich habe eXtra Goliath vs. Goliath geschrieben, weil keiner von beiden gewinnen kann und das Ganze im Sande verlaufen wird: Die Abgemahnten bleiben auf den außergerichtlichen Rechtsverteidigungskosten sitzen und sind um eine Erfahrung reicher. Die Abmahner bleiben auf den Gerichts- und Auslagenkosten sitzen und deren Mandantschaften (Rechteinhaber/Rechteverwerter) werden gegebenenfalls zur Strafzahlungen verurteilt.
erste Waldorf Frommer Abmahnung

References: §27
 § 49
 § 202
 § 303
 § 303
 § 303
 § 303