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Timestamp: 2019-06-16 19:56:14+00:00

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BGH, 28.04.1975 - II ZR 16/73 - dejure.org
BGH, 28.04.1975 - II ZR 16/73
https://dejure.org/1975,269
BGH, 28.04.1975 - II ZR 16/73 (https://dejure.org/1975,269)
BGH, Entscheidung vom 28.04.1975 - II ZR 16/73 (https://dejure.org/1975,269)
BGH, Entscheidung vom 28. April 1975 - II ZR 16/73 (https://dejure.org/1975,269)
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Verletzung der Kontrollpflichten eines Gesellschafters - Voraussetzungen für den Ausschluss eines Gesellschafters aus wichtigem Grund - Anforderungen an die Beweiswürdigung
BGHZ 64, 253
NJW 1975, 1410
NJW 1976, 144 (Ls.)
MDR 1975, 822
DNotZ 1975, 732
DB 1975, 1408
Vielmehr muss der von der Obstruktion seines Mitgesellschafters betroffene Gesellschafter die fehlende Zustimmung im Wege der Leistungsklage über § 894 ZPO erzwingen (RGZ 97, 329, 331; 162, 78, 83; BGHZ 64, 253, 257, 259; 68, 81, 83), wie es die Beklagte zu 3 in dem Parallelverfahren 14 U 62/04 OLG Stuttgart (= II ZR 69/06) erfolglos versucht hat.
Treuepflicht der Gesellschafter einer personalistisch ausgestalteten GmbH; …
Wie der Senat in ständiger, zu den Personengesellschaften entwickelter Rechtsprechung hervorgehoben hat, kann eine Pflicht, einer Änderung des Gesellschaftsvertrages zuzustimmen, unter dem rechtlichen Gesichtspunkt der gesellschaftlichen Treuepflicht nicht schlechthin verneint werden (BGHZ 44, 40, 41 [BGH 10.06.1965 - II ZR 6/63]; 64, 253, 257 [BGH 28.04.1975 - II ZR 16/73]m. w. Nachw.).
Die Treuepflicht kann einem Gesellschafter vielmehr gebieten, einer Anpassung des Gesellschaftsvertrages an veränderte Verhältnisse zuzustimmen, die mit Rücksicht auf das Gesellschaftsverhältnis, insbesondere zur Erhaltung des Geschaffenen, dringend geboten und den Gesellschaftern unter Berücksichtigung ihrer eigenen schutzwerten Belange zumutbar ist (BGHZ 44, 40, 41 [BGH 10.06.1965 - II ZR 6/63]; 64, 253, 258 [BGH 28.04.1975 - II ZR 16/73];… Sen. Urt. v. 5. November 1984 - II ZR 111/84, WM 1985, 195, 196).
So hat der erkennende Senat eine Zustimmungspflicht beispielsweise angenommen zum vorzeitigen Ausscheiden eines in persönliche Zahlungsschwierigkeiten geratenen Gesellschafters (…Urt. v. 26. Januar 1961 - II ZR 240/59, LM Nr. 8 zu § 138 HGB), zur Ausschließungsklage nach § 140 HGB bei Vorliegen eines wichtigen Grundes in der Person eines Gesellschafters auch ohne eine entsprechende gesellschaftsvertragliche Regelung (BGHZ 64, 253, 256 ff.) [BGH 28.04.1975 - II ZR 16/73], zur vorübergehenden Aufhebung der aus dem Gesellschaftsvertrage einer Publikumsgesellschaft folgenden Verpflichtung, die Gesellschafterdarlehen zu verzinsen, um dadurch den Konkurs der Gesellschaft zu vermeiden (…Urt. v. 5. November 1984 aaO), und zur Änderung der Nachfolgeklauseln nach der Scheidung der Ehe der einer Kommanditgesellschaft angehörenden Eheleute (…Urt. v. 18. März 1974 - II ZR 80/72, WM 1974, 831, 833).
BGH, 09.11.1987 - II ZR 100/87
Inhaltskontrolle des Gesellschaftsvertrages einer Publikumspersonengesellschaft; …
Liegt ein wichtiger Grund vor, so hat aber auch kein (Mehrheits-)Gesellschafter das Recht, den untragbaren Geschäftsführer im Amt zu halten; kommt es auf die Stimme des Gesellschafters an, weil die Abberufung aus wichtigem Grund nur einstimmig oder mit einer bestimmten Mehrheit des Gesellschaftskapitals beschlossen werden kann, so gebietet jenem in der Regel seine gesellschaftliche Treuepflicht, der Ablösung zuzustimmen (vgl. BGHZ 64, 253, 257 ff. [BGH 28.04.1975 - II ZR 16/73]; 68, 81, 82;… Sen. Urt. vom 15. April 1983 - II ZR 170/82, WM 1983, 750); werden die Beschlüsse laut Gesetz oder Satzung mit der (einfachen oder qualifizierten) Mehrheit, nicht des vorhandenen Kapitals, sondern der abgegebenen Stimmen gefaßt, so wäre die Stimme, die trotz Vorliegens wichtiger Gründe gegen die Abberufung abgegeben wird, regelmäßig wegen Mißbrauchs nichtig und jene mit den Stimmen der übrigen Gesellschafter wirksam beschlossen.
Das ergab sich aus der Treuepflicht, die Gesellschaftern einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegenüber den Mitgesellschaftern obliegt (st. Rspr., vgl. BGHZ 30, 195, 201; 44, 40; 64, 253, 257; 68, 81, 82) und bis zur vollständigen Beendigung des Gesellschaftsverhältnisses fortdauert (…MünchKomm. BGB/Ulmer, 3. Aufl. § 705 Rdn. 182 f.;… § 738 Rdn. 4;… Baumbach/Hopt, HGB 30. Aufl. § 109 Rdn. 23 f.).
Es handelt sich dabei um Fälle, bei denen für eine verständige Weiterverfolgung des Gesellschaftszwecks eine Anpassung an veränderte Verhältnisse dringend geboten ist, beispielsweise zur Erhaltung gemeinsam geschaffener Werte (…BGH, Urteile vom 10. Juni 1965 - II ZR 6/63 -, iuris Rn. 13 und Urteil vom 28. April 1975 - II ZR 16/73 -, iuris Rn. 30).
Soweit sie auf die Senatsentscheidung vom 28. April 1975 (BGHZ 64, 253) verweist, ist dem entgegenzuhalten, daß dort die Ausschließungs- mit der Zustimmungsklage verbunden war.
BGH, 18.10.1976 - II ZR 98/75
Verbindung von Zustimmungs- und Ausschließungsklage
BGH, 20.10.1986 - II ZR 86/85
Zustimmung des Mitgesellschafters zur Übertragung des Anteils eines anderen …
BGH, 19.11.1990 - II ZR 88/89
Ermächtigung des Beirats einer Publikums-KG zu Änderungen des …
BGH, 03.11.1975 - II ZR 87/74
Voraussetzungen für das Erlöschen eines Entnahmerechts - Anforderungen an die …
BGH, 29.10.1979 - II ZR 248/78
Entziehung der Geschäftsführungsbefugnis aufgrund nachteiligem Zusammenwirken zu …

References: § 894
 § 138
 § 140
 § 705
 § 738
 § 109