Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=28.01.1981&Aktenzeichen=I%20R%20234/78
Timestamp: 2020-04-10 13:26:57+00:00

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BFH, 28.01.1981 - I R 234/78 - dejure.org
https://dejure.org/1981,1027
BFH, 28.01.1981 - I R 234/78 (https://dejure.org/1981,1027)
BFH, Entscheidung vom 28.01.1981 - I R 234/78 (https://dejure.org/1981,1027)
BFH, Entscheidung vom 28. Januar 1981 - I R 234/78 (https://dejure.org/1981,1027)
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EStG § 4 Abs. 4, § 16 Abs. 2, § 24 Nr. 2; HGB §§ 128, 130, 159, 171, 172
Gesellschaftsschulden - Veräußerung eines Gesellschaftsanteils - Zinsen - Betriebsausgaben
Kein Abzug als nachträgliche Betriebsausgaben für Schuldzinsen, soweit Gesellschaftsschulden vom ausscheidenden Gesellschafter übernommen werden
BFHE 133, 30
BStBl II 1981, 464
Der Ausfall könne überdies grundsätzlich nicht als nachträglicher Verlust gemäß § 24 Nr. 2 EStG berücksichtigt werden, weil der Verlust in aller Regel im Privatvermögen eintrete; die Kaufpreisforderung werde mit der Veräußerung des Betriebs grundsätzlich unmittelbar in das Privatvermögen überführt (ständige Rechtsprechung, vgl. insbesondere BFH-Urteile vom 23. November 1967 IV R 173/67, BFHE 90, 378, BStBl II 1968, 93; vom 24. September 1976 I R 41/75, BFHE 120, 212, 216, BStBl II 1977, 127; vom 19. Januar 1978 IV R 61/73, BFHE 124, 327, BStBl II 1978, 295; vom 28. Januar 1981 I R 234/78, BFHE 133, 30, 32, BStBl II 1981, 464;… vom 26. Juni 1985 IV R 22/83, BFH/NV 1987, 24; offen: BFH-Urteile vom 16. März 1989 IV R 153/86, BFHE 156, 195, 198, BStBl II 1989, 557;… vom 11. Dezember 1990 VIII R 37/88, BFH/NV 1991, 516, …und vom 19. Mai 1992 VIII R 37/90, BFH/NV 1993, 87).
Soweit der I. Senat in seinem Urteil vom 28. Januar 1981 I R 234/78 (BFHE 133, 30, BStBl II 1981, 464) eine andere Auffassung vertreten hatte, war er hiervon auf Anfrage des erkennenden Senats abgerückt (BFHE 135, 193, 197, BStBl II 1982, 321 unter 4).
b) Von diesem Grundsatz ist auch auszugehen, wenn ein Gesellschafter Zinsen für Verbindlichkeiten bezahlt, die in wirtschaftlichem Zusammenhang mit der Tätigkeit der Personengesellschaft entstanden und damit negatives Betriebsvermögen der Gesellschaft geworden sind (BFH-Urteil vom 28. Januar 1981 I R 234/78, BFHE 133, 30, BStBl II 1981, 464).
Diese Rechtsprechung hat der BFH in mehreren Entscheidungen bestätigt (vgl. z. B. Beschlüsse vom 13. August 1975 I B 33/76, nicht veröffentlicht - n. v. -, und vom 2. Juli 1980 I S 4/80, n. v.; Urteile vom 11. März 1975 VIII R 41/70, n. v.; vom 3. Juni 1976 IV R 178/75, n. v.; vom 11. Juni 1980 I R 23/77, n. v.; vom 28. Januar 1981 I R 234/78, BFHE 133, 30, BStBl II 1981, 464;… vom 26. Juni 1985 IV R 22/83, BFH/NV 1987, 24).
Der Senat braucht nicht abschließend zu entscheiden, ob die Kaufpreisforderung bzw. die Rentenansprüche aus der Betriebsveräußerung im Zeitpunkt der Übertragung des Eigentums an den Wirtschaftsgütern des Betriebsvermögens auf den Erwerber notwendig in das Privatvermögen des Veräußerers übergegangen sind (so die bislang ständige höchstrichterliche Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 28. Januar 1981 1 R 234/78, BFHE 133, 30, BStBl II 1981, 464, und die herrschende Meinung im Schrifttum, vgl. Schmidt, a.a.O., § 16 Anm.45a;… Reiß, a.a.O., § 16 B 173) oder dem Betriebsvermögen zugeordnet bleiben (so der Beschluß des erkennenden Senats vom 26. März 1991 VIII R 55/86, BFHE 166, 21, zu B I und III 1, mit umfassenden Nachweisen zum Streitstand).
BFH, 16.03.1989 - IV R 153/86
Uneinbringliche Vorauszahlung des Betriebserwerbers an Bevollmächtigten des …
Der Senat braucht sich deshalb auch nicht mit den Einwendungen gegen die ständige Rechtsprechung des BFH (vgl. Urteile vom 23. November 1967 IV R 173/67, BFHE 90, 378, BStBl II 1968, 93; in BFHE 120, 212, 216, BStBl II 1977, 127, 129; in BFHE 124, 327, 329, BStBl II 1978, 295, 296; vom 28. Januar 1981 I R 234/78, BFHE 133, 30, 32, BStBl II 1981, 464, 465;… vom 26. Juni 1985 IV R 22/83, BFH/NV 1987, 24, 25) auseinanderzusetzen, nach der die Forderung aus der Veräußerung des Betriebs im ganzen mit der Bewirkung der vom Veräußerer geschuldeten Leistung (Betriebsübertragung) unmittelbar in das Privatvermögen des Veräußerers übergeht.
Der I. Senat hat es dabei offengelassen, ob bei der Veräußerung von Gesellschaftsanteilen nicht Besonderheiten auftreten können, wie sie sich etwa aus der Übernahme von Schulden durch unterschiedlich haftende Gesellschafter ergeben können (vgl. BFH-Urteil vom 28. Januar 1981 I R 234/78, BFHE 133, 30, BStBl II 1981, 464).
BFH, 11.12.1990 - VIII R 37/88
Klagebefugnis eines früheren Gesellschafters einer Kommanditgesellschaft gegen …
Es ist damit von der ständigen Rechtsprechung des BFH abgewichen, nach welcher die Forderung aus der Veräußerung eines Betriebs oder eines Mitunternehmeranteils unmittelbar mit der Veräußerung in das Privatvermögen übergeht und ein späterer (im Veräußerungszeitpunkt nicht zu erwartender) Ausfall der Kaufpreisforderung die Feststellung des Veräußerungsgewinns nicht mehr berührt (vgl. BFH-Urteile vom 19. Januar 1978 IV R 61/73, BFHE 124, 327, BStBl II 1978, 295; vom 28. Januar 1981 I R 234/78, BFHE 133, 30, 32, BStBl II 1981, 464;… vom 26. Juni 1985 IV R 22/83, BFH/NV 1987, 24, 25).
Bei dieser Sach- und Rechtslage kommt es auf die vom Beklagten gegen die Annahme nachträglicher Betriebsausgaben unter Hinweis auf die BFH-Rechtsprechung (BFH-Urteile vom 11.12.1980, insbes. I R 174/78, BStBl II 1981, 464 [BFH 28.01.1981 - I R 234/78] ) vorgebrachten Bedenken nicht mehr an.
Veräußert der Steuerpflichtige seinen Betrieb oder auch seinen Mitunternehmeranteil und fällt die Kaufpreisforderung aus, so wird davon nach der Rechtsprechung sein Privatvermögen betroffen, dessen Minderung einkommensteuerlich unbeachtlich ist (vgl. BFH-Urteil vom 28. Januar 1981 I R 234/78, BFHE 133, 30, BStBl II 1981, 464, m.w.N.).

References: § 4
 § 16
 § 24
 § 24
 § 16
 § 16