Source: http://fredericborel.blogspot.com/2017/11/
Timestamp: 2019-08-20 23:16:23+00:00

Document:
Frédéric Borel: November 2017
Distribution Agreements - Market Share
Swiss Competition Commission opinion (in German): Competition: Unfair competition: Antitrust:
Distribution agreements escape cartel prohibition issues when each party’s market share within its own market is 30% or less. Even if the agreement specifies additional vertical restraints. EU authorities retain the same threshold.
In diesem Kontext gilt es das bundesgerichtliche Urteil in Sachen Gaba/Gebro zu berücksichtigen, in welchem höchstrichterlich festgehalten wurde, dass der Schweizer Gesetzgeber, ohne rechtstechnisch gleich vorzugehen, eine materiell identische Regelung zwischen Art. 5 Abs. 4 KG und dem EU-Wettbewerbsrecht in Bezug auf vertikale Abreden wollte, trotz fehlendem Verweis. Die schweizerische Regelung soll in Bezug auf Art. 5 Abs. 4 KG eine gleiche und gleich scharfe und auch nicht schärfere Regelung wie diejenige der Europäischen Union sein.
In den Leitlinien zur Vertikal-Gruppenfreistellungsverordnung hält die EU-Kom-mission zur in Rede stehenden Fragestellung fest, dass Alleinvertriebsvereinbarungen vom Kartellverbot freigestellt sind, wenn sowohl der Anbieter als auch der Abnehmer auf seinem Markt nicht mehr als 30 % Marktanteil hält; dies gilt selbst dann, wenn eine Vereinbarung noch andere vertikale Beschränkungen wie ein auf fünf Jahre befristetes Wettbewerbsverbot, Mengenvorgaben oder Alleinbezugsverpflichtungen enthält.
(Vertikal-Leitlinien, Rz 152.)
(Verfügung vom 27. November 2017 in Sachen Untersuchung gemäss Art. 27 KG betreffend gym80 wegen allenfalls unzulässiger Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 Abs. 4 KG gegen 1. ratio AG, in Kriens, 2. gym80 International GmbH, in Gelsenkirchen, Deutschland, RPW 2018/2, 242 Rz 41)
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Labels: Antitrust, Competition, Distribution Agreements, German, Market Share, Swiss Competition Commission, Unfair competition
Definition of active selling
Distribution agreements cannot prohibit passive sales
Keine absolute Gebietsschutzabrede
Swiss Cartel Act, art. 5 al. 4.
Gemäss Art. 5 Abs. 4 KG wird die Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs auch vermutet bei Abreden zwischen Unternehmen verschiedener Marktstufen über Mindest- oder Festpreise sowie bei Abreden in Vertriebsverträgen über die Zuweisung von Gebieten, soweit Verkäufe in diese durch gebietsfremde Vertriebspartner ausgeschlossen werden (sog. Passivverkaufsverbot).
Dieses Tatbestandsmerkmal von Art. 5 Abs. 4 KG ist nach Einschätzung der WEKO jedoch in concreto nicht erfüllt, da sich der Vertriebsvereinbarung selbst nicht entnehmen lässt, dass es ratio untersagt gewesen wäre, auf passive Anfrage hin Produkte ausserhalb des Vertragsgebiets (Schweiz und Liechtenstein) zu liefern. Die WEKO kommt daher zum Schluss, dass die Vertriebsvereinbarung keine Klauseln enthält, welche Importe in die Schweiz direkt be- oder verhinderten, mithin kein absoluter Gebietsschutz bzw. kein Passivverkaufsverbot vorliegt.
(Unter einem Aktivverkauf ist die aktive Ansprache einzelner Kunden zu verstehen, z.B. mittels Direktwerbung einschliesslich Massen E-Mails oder persönlichen Besuchs, oder die aktive Ansprache einer bestimmten Kundengruppe oder von Kunden in einem bestimmten Gebiet mittels Werbung in den Medien, über das Internet oder mittels anderer verkaufsfördernder Massnahmen, die sich gezielt an die betreffende Kundengruppe oder gezielt an die Kunden in dem betreffenden Gebiet richten (Ziff. 2 VertBek).
(Verfügung vom 27. November 2017 in Sachen Untersuchung gemäss Art. 27 KG betreffend gym80 wegen allenfalls unzulässiger Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 Abs. 4 KG gegen 1. ratio AG, in Kriens, 2. gym80 International GmbH, in Gelsenkirchen, Deutschland, RPW 2018/2, 241 Rz 35, 39-40)
Labels: Antitrust, Competition, Distribution Agreements, German, Passive Selling, Swiss Competition Commission, Unfair competition
Restrictions on parallel importations: Swiss Cartel Act is applicable, because of their potential to affect competition within the Swiss market.
This Act does not apply to effects on competition that result exclusively from the legislation governing intellectual property. However, import restrictions based on intellectual property rights shall be assessed under this Act (Federal Cartel Act, art. 3 al. 2).
Wenn gym80 im Ausland mittels Abreden mit ausländischen Händlern Parallelimporte in die Schweiz verhindert bzw. behindert, hat dieser im Ausland veranlasste Sachverhalt potenzielle Auswirkungen auf die Wettbewerbsverhältnisse in der Schweiz. Das Kartellgesetz ist folglich anwendbar. Die Frage, ob Parallelimporte tatsächlich verhindert bzw. behindert werden, ist Gegenstand der nachfolgenden Erwägungen.
Ebenfalls nicht unter das Gesetz fallen Wettbewerbswirkungen, die sich ausschliesslich aus der Gesetzgebung über das geistige Eigentum ergeben. Hingegen unterliegen Einfuhrbeschränkungen, die sich auf Rechte des geistigen Eigentums stützen, der Beurteilung nach diesem Gesetz (Art. 3 Abs. 2 KG).
(Verfügung vom 27. November 2017 in Sachen Untersuchung gemäss Art. 27 KG betreffend gym80 wegen allenfalls unzulässiger Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 Abs. 4 KG gegen 1. ratio AG, in Kriens, 2. gym80 International GmbH, in Gelsenkirchen, Deutschland, RPW 2018/2, 239 Rz 19, 22)
Labels: Antitrust, Competition, German, Import, Parallel Import, Swiss Competition Commission, Unfair competition
Distribution Agreement, Direct Imports, Parallel Imports
In this case, the distribution agreement between Germany and Switzerland was an exclusive agreement. The German supplier sometimes received requests directly from Swiss customers, which were forwarded to the Swiss distributor as soon as received, without comments nor instructions from the supplier. This was not done in a concerted way. Besides, the distribution agreement did not forbid parallel imports nor direct imports, thus escaping cartel law issues in Switzerland (same result if the distribution agreement compelled to forward said direct requests, because parallel and direct imports were still possible).
Weiterleitung von Anfragen (von gym80 an ratio)
Unter den beschlagnahmten elektronischen Dokumenten wurden u.a. einige Anfragen von Schweizer Kunden an gym80 gefunden, welche diese an die ratio weitergeleitet hat. Dies funktionierte i.d.R. so, dass gym80 Anfragen für Produkte, die sie von Schweizer Kunden erhielt, kommentarlos und direkt an die ratio (per E-Mail) übermittelte.
Es stellte sich die Frage, ob diese Weiterleitungen auf ein koordiniertes Verhalten zwischen der ratio und gym80 zurückgeführt werden können. Doch dies liess sich weder anhand der im Recht befindlichen Beweismittel noch anhand der durchgeführten Einvernahmen nachweisen. Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass der Praxis der WEKO zufolge die Verpflichtung ausländischer Anbieter gegenüber dem Schweizer Generalimporteur, bei unaufgeforderten Bestellungen von Händlern oder Endkunden aus der Schweiz diese an den Schweizer Generalimporteur zu verweisen, keine absolute Gebietsschutzabrede darstellt (Ziff. 9, 1. Bullet-punkt Erläuterungen VertBek). In diesem Kontext gilt es zu erwähnen, dass sowohl die Vertreter der ratio als auch jene von gym80 versicherten, dass Parallel- und Direktimporte jederzeit möglich waren und keine Beweismittel vorliegen, welche Gegenteiliges belegen würden.
(Verfügung vom 27. November 2017 in Sachen Untersuchung gemäss Art. 27 KG betreffend gym80 wegen allenfalls unzulässiger Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 Abs. 4 KG gegen 1. ratio AG, in Kriens, 2. gym80 International GmbH, in Gelsenkirchen, Deutschland, RPW 2018/2, 243 Rz 54-55)
Labels: Antitrust, Competition, Distribution Agreements, German, Import, Parallel Import, Swiss Competition Commission, Unfair competition
Jurisdictional rule: Claim-processing rule: Clear-statement rule: Waiver: Forfeiture: Equity: Dismissal:
In Bowles v. Russell, 551 U. S. 205, 210–213 (2007), this Court clarified that an appeal filing deadline prescribed by statute will be regarded as “jurisdictional,” meaning that late filing of the appeal notice necessitates dismissal of the appeal. But a time limit prescribed only in a court-made rule, Bowles acknowledged, is not jurisdictional; it is, instead, a mandatory claim-processing rule subject to forfeiture if not properly raised by the appellee. Ibid.; Kontrick v. Ryan, 540 U. S. 443, 456 (2004). Because the Court of Appeals held jurisdictional a time limit specified in a rule, not in a statute, 835 F. 3d 761, 763 (CA7 2016), we vacate that court’s judgment dismissing the appeal.
A time limit not prescribed by Congress ranks as a mandatory claim-processing rule, serving “to promote the orderly progress of litigation by requiring that the parties take certain procedural steps at certain specified times.” Henderson v. Shinseki, 562 U. S. 428, 435 (2011).
This Court and other forums have sometimes overlooked this distinction, “mischaracterizing claim-processing rules or elements of a cause of action as jurisdictional limitations, particularly when that characterization was not central to the case, and thus did not require close analysis.” Reed Elsevier, Inc. v. Muchnick, 559 U. S. 154, 161 (2010).
But prevailing precedent makes the distinc­tion critical. Failure to comply with a jurisdictional time prescription, we have maintained, deprives a court of adjudicatory authority over the case, necessitating dismis­sal—a “drastic” result. Shinseki, 562 U. S., at 435; Bowles, 551 U. S., at 213 (“When an ‘appeal has not been prosecuted . . . within the time limited by the acts of Con­gress, it must be dismissed for want of jurisdiction.’” (quoting United States v. Curry, 6 How. 106, 113 (1848))). The jurisdictional defect is not subject to waiver or forfei­ture and may be raised at any time in the court of first instance and on direct appeal. Kontrick, 540 U. S., at 455. In contrast to the ordinary operation of our adver­sarial system, courts are obliged to notice jurisdictional issues and raise them on their own initiative. Shinseki, 562 U. S., at 434.
Mandatory claim-processing rules are less stern. If properly invoked, mandatory claim-processing rules must be enforced, but they may be waived or forfeited. Man­rique v. United States, 581 U. S. ___, ___ (2017) (slip op., at 4). “Claim-processing rules . . . ensure relief to a party properly raising them, but do not compel the same result if the party forfeits them.” Eberhart v. United States, 546
U. S. 12, 19 (2005) (per curiam).
We have reserved whether mandatory claim-processing rules may be subject to equitable exceptions. See Kontrick, 540 U. S., at 457.
The terms waiver and forfeiture—though often used interchange­ably by jurists and litigants—are not synonymous. “Forfeiture is the failure to make the timely assertion of a right; waiver is the ‘inten­tional relinquishment or abandonment of a known right.’” United States v. Olano, 507 U. S. 725, 733 (1993) (quoting Johnson v. Zerbst, 304 U. S. 458, 464 (1938)).
(…) If a time prescription governing the transfer of adjudicatory author­ity from one Article III court to another appears in a stat­ute, the limitation is jurisdictional (…) In cases not involving the timebound transfer of adjudicatory authority from one Article III court to another, we have additionally applied a clear-statement rule: “A rule is jurisdictional ‘if the Legisla­ture clearly states that a threshold limitation on a statute’s scope shall count as jurisdictional.’” Gonzalez v. Thaler, 565 U. S. 134, 141 (2012) (quoting Arbaugh v. Y & H Corp., 546 U. S. 500, 515 (2006)). See also, e.g., Henderson v. Shinseki, 562 U. S. 428, 431 (2011) (statutory dead­line for filing notice of appeal with Article I tribunal held not jurisdic­tional). “This is not to say that Congress must incant magic words in order to speak clearly,” however. Sebelius v. Auburn Regional Medical Center, 568 U. S. 145, 153 (2013). In determining whether Congress intended a particular provision to be jurisdictional, “we consider ‘context, including this Court’s interpretations of similar provisions in many years past,’ as probative of Congress’ intent.” Id., at 153–154 (quoting Reed Elsevier, Inc. v. Muchnick, 559 U. S. 154, 168 (2010)). Even so, “in applying the clear statement rule, we have made plain that most statutory time bars are nonjurisdictional.” United States v. Kwai Fun Wong, 575 U. S. ___, ___ (2015) (slip op., at 6).
(…) “Mandatory and jurisdictional” is erroneous and confounding terminology where, as here, the relevant time prescription is absent from the U. S. Code. Because Rule 4(a)(5)(C), not §2107, limits the length of the extension granted here, the time prescription is not jurisdictional. See Youkelsone v. FDIC, 660 F. 3d 473, 475 (CADC 2011) (“Rule 4(a)(5)(C)’s thirty-day limit on the length of any extension ultimately granted appears nowhere in the U. S. Code.”).
(U.S.S.C., Nov. 8, 2017, Hamer v. Neighborhood Housing Servs. of Chicago, Docket 16-658, J. Ginsburg, unanimous).
En procédure fédérale, un délai prescrit par une loi au sens formel (soit promulguée directement par le Congrès), tel un délai de recours, n'est en soi pas susceptible de prolongation. Il est a priori de nature "juridictionnelle". Cela même si la partie adverse ne se prévaut pas de son inobservation. L'autorité devra constater d'office que le délai n'a pas été respecté, et devra prononcer une décision d'irrecevabilité. Et la partie adverse peut se prévaloir de l'absence de compétence de l'autorité en tout temps pendant la procédure, ainsi qu'en appel direct. Par contraste, les délais fixés par un acte autre qu'une loi au sens formel, ou fixés par le Tribunal, sont susceptibles d'être prolongés. L'autorité ne rendra pas de décision d'irrecevabilité si la partie adverse ne se prévaut pas du dépassement du délai.
La Cour a réservé pour une décision ultérieure la résolution de la question de savoir si les délais qui permettent la prolongation sont ou non susceptibles de faire l'objet d'exceptions déduites de l'"equity".
Les notions de "waiver" et de "forfeiture", souvent utilisées à tort de manière interchangeables, ne sont pas synonymes. "Forfeiture" implique le fait de manquer à se prévaloir d'un droit dans les temps. "Waiver" implique l'abandon intentionnel d'un droit.
Pour déterminer si un délai est de nature "juridictionnelle", la règle de l'intention claire du législateur s'applique : pour connaître l'intention du Congrès, le texte de la loi est relevant, mais aussi son contexte, ainsi que l'interprétation donnée par la jurisprudence de la Cour Suprême à des dispositions semblables. La plupart des délais, cependant, ne sont pas de nature juridictionnelle.
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Distribution Agreement, Direct Imports, Parallel I...
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Hamer v. Neighborhood Housing Servs. of Chicago, D...

References: Art. 5
 Art. 5
 Art. 27
 Art. 5
 art. 5
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 27
 Art. 5
 art. 3
 Art. 27
 Art. 5
 Art. 27
 Art. 5
 §2107