Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bfh/2014-06-05/vi-r-12_12
Timestamp: 2017-09-19 16:38:09+00:00

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BFH, 05.06.2014 - VI R 12/12 - Rechtsfolgen der Inanspruchnahme des Behinderten-Pauschbetrages gem. § 33b EStG hinsichtlich einer Steuerermäßigung nach § 35a Abs. 4 S. 1 EStG | anwalt24.de
Urt. v. 05.06.2014, Az.: VI R 12/12
Referenz: JurionRS 2014, 22589
Aktenzeichen: VI R 12/12
FG Niedersachsen - 19.01.2012 - AZ: 10 K 338/11
EStG § 35a Abs. 5 Satz 1
EStG § 33b Abs. 1
BFH/NV 2014, 1927-1929
BStBl II 2014, 970-972
DStRE 2014, 1433-1435
DStZ 2014, 777-778
EStB 2014, 399
FR 2015, 241-243
HFR 2014, 1076-1077
KÖSDI 2014, 19071
NWB 2014, 3220
NWB 2014, 3296-3297
NWB direkt 2014, 1109-1110
NWB direkt 2014, 1089
StBW 2014, 891
StBW 2014, 905
STFA 2014, 26-27
StuB 2014, 861
StX 2014, 661
Streitig ist die Höhe der nach § 35a des Einkommensteuergesetzes in der für das Streitjahr geltenden Fassung (EStG) zu berücksichtigenden Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen, wenn der Ansatz eines Behinderten-Pauschbetrags nach § 33b EStG begehrt wird.
- Vorhalten einer altersgerechten Grundversorgung, Krankenpflege im Appartement bei vorübergehender Erkrankung, sowie 24 Stunden Notrufbereitschaft, Vorhalten von Betreuungspersonal 1.284 €
- Kleinere Reparaturen (Schönheitsreparaturen) 113 €
- Reinigung Appartement und Gemeinschaftsflächen 284 €
- Gartenpflege 100 €
- 24 Stunden Bereitschaft Funktionsfähigkeit
technische Einrichtungen 802 €
- 24 Stunden Besetzung des Empfangs 593 €
Gesamt 3.176 €
Der Beklagte und Revisionskläger (das Finanzamt --FA--) berücksichtigte im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung sämtliche Aufwendungen in Höhe von 5.142 € nach § 35a EStG und ermäßigte dementsprechend die tarifliche Einkommensteuer um 1.029 €. Den daneben geltend gemachten Behinderten-Pauschbetrag gewährte er unter Bezugnahme auf das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 15. Februar 2010 IV C 4 - S 2296-b/07/0003 (BStBl I 2010, 140, Tz. 29) nicht. In den Erläuterungen zum Einkommensteuerbescheid führte er aus, dass der Ansatz der Pflegeaufwendungen nach § 35a EStG günstiger und daher der Behinderten-Pauschbetrag von Amts wegen außer Acht gelassen worden sei. Zukünftig sei die Entscheidung in der Steuererklärung zu treffen.
das Urteil des Niedersächsischen FG vom 19. Januar 2012 10 K 338/11 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid vom 15. Juni 2011 in der Fassung der Einspruchsentscheidung vom 19. September 2011 dahingehend zu ändern, dass die Einkommensteuer auf 9.923 € festgesetzt wird.
Die Revision ist begründet. Sie führt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung). Im Streitfall kann eine Steuerermäßigung nach § 35a Abs. 2 EStG für die von der Klägerin geltend gemachten Aufwendungen für Pflegeleistungen nicht gewährt werden, weil diese Aufwendungen bereits durch die Inanspruchnahme des Behinderten-Pauschbetrags nach § 33b Abs. 1 EStG als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt sind (§ 35a Abs. 5 Satz 1 1. Halbsatz EStG).
- Aufwendungen für Schönheitsreparaturen ... 113 €
- Reinigung Appartement ... 284 €
- Gartenarbeiten ... 100 €
- Umzug ... 591 €
- Handwerkerleistungen ... 1.375 €
Insgesamt 2.463 €

References: § 33
 § 35
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