Source: https://www.steuerschroeder.de/steuergesetze/erbsth/E.5.1.5?s=Versorgungsfreibetrag
Timestamp: 2020-06-03 10:05:25+00:00

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Erbschaftsteuer - ErbStH H E E.5.1.5
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H E 5.1 (5) ErbStH
Änderung der Schenkungsteuerfestsetzung bei Anrechnung auf die fiktive Ausgleichsforderung
> R E 5.1 Absatz 6
Begrenzung der fiktiven Ausgleichsforderung
> BFH vom 10.3.1993 (BStBl II S. 510) und vom 29.6.2005 (BStBl II S. 873)
Berechnung der fiktiven Ausgleichsforderung
Bei Eheschließung im Jahr 1958 hatten die Ehegatten Gütertrennung vereinbart. Im Jahr 1988 vereinbarten sie ehevertraglich den Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Die Ehefrau wird Alleinerbin ihres im Jahr 2011 verstorbenen Ehemannes. Die Ehefrau erhält zudem aus einem Vertrag zugunsten Dritter 390 000 EUR, die nicht dem Versorgungsausgleich unterliegen (Erwerb nach § 3 Absatz 1 Nummer 4 ErbStG). Das Endvermögen des verstorbenen Ehemannes setzt sich aus den nachstehend aufgeführten Vermögensgegenständen zusammen:
Steuerwert/Verkehrswert
stpfl. Erwerb vor Abzug der persönlichen Freibeträge (§§ 16, 17)
OHG-Anteil
407 250 EUR
Zu Wohnzwecken vermietetes Grundstück im Inland
Unbebautes Grundstück im Inland
4 390 000 EUR
1 916 250 EUR
./. 80 000 EUR
./. 90 300 EUR
4 310 000 EUR
1 825 950 EUR
Erwerb aus Vertrag zugunsten Dritter
+ 390 000 EUR
2 215 950 EUR
Der Zugewinn der Ehegatten wird wie folgt ermittelt:
beim verstorbenen Ehemann
Indiziertes Anfangsvermögen des Jahres 1988 > R E 5.1 Absatz 2 Satz 4
Die fiktive Ausgleichsforderung der Ehefrau beträgt:
½ von (2 200 000 EUR – 700 000 EUR) = 750 000 EUR.
Der Ehefrau sollen aus einem früheren Angestelltenverhältnis des Erblassers steuerfreie Versorgungsbezüge mit einem nach § 14 BewG ermittelten Kapitalwert in Höhe von 156 000 EUR zustehen, um die der Versorgungsfreibetrag nach § 17 ErbStG zu kürzen ist. Der steuerpflichtige Erwerb der Ehefrau beträgt dann:
Erwerb insgesamt
Steuerfrei nach § 5 Absatz 1 ErbStG
./. 750 000 EUR
Freibetrag § 16 ErbStG
Verbleibender Freibetrag § 17 ErbStG
865 950 EUR
Schenkungen, die auf die Ausgleichsforderung angerechnet werden
Ergibt sich eine Zugewinnausgleichsforderung des überlebenden Ehegatten, sind Schenkungen des verstorbenen Ehegatten im Sinne des § 1380 Absatz 2 BGB dem Zugewinn des verstorbenen Ehegatten mit dem Verkehrswert zur Zeit der Zuwendung hinzuzurechnen. Sie sind im Zugewinn des anderen Ehegatten nicht zu erfassen (Abzug mit dem Verkehrswert im Zeitpunkt der Zuwendung, höchstens mit dem Wert, zu dem der Schenkungsgegenstand noch im Endvermögen des Ehegatten enthalten ist). Vom Ausgleichsbetrag sind die anrechenbaren Schenkungen mit diesem Verkehrswert abzuziehen (§ 1380 BGB Absatz 1 BGB ).
Ausgangsfall wie im vorstehenden Beispiel. Der verstorbene Ehegatte hatte vor 11 Jahren dem anderen Vermögen geschenkt mit der Bestimmung, diese Schenkung auf die Ausgleichsforderung anzurechnen. Das Vermögen hatte zur Zeit der Zuwendung einen Verkehrswert von 300 000 EUR. Von diesem Vermögen sind im Endvermögen des überlebenden Ehegatten noch 200 000 EUR vorhanden.
Erhöhter Zugewinn des verstorbenen Ehegatten:
(2 200 000 EUR + 300 000 EUR =) 2 500 000 EUR
Verminderter Zugewinn des überlebenden Ehegatten:
(700 000 EUR – 200 000 EUR =) 500 000 EUR
Fiktive Ausgleichsforderung der Ehefrau:
½ von (2 500 000 EUR – 500 000 EUR)
Hiervon abzuziehen Wert der Schenkung
./. 300 000 EUR
Verbleibende fiktive Ausgleichsforderung
Vermögensgegenstände, die nicht zum steuerpflichtigen Erwerb gehören
> BFH vom 10.3.1993 (BStBl II S. 510)

References: § 5
 § 3
 § 14
 § 17
 § 5
 § 16
 § 17
 § 1380