Source: http://cpm-steuerberater.de/2017/05/15/rueckwirkende-rechnungsberichtigung/
Timestamp: 2018-04-22 19:54:04+00:00

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Rückwirkende Rechnungsberichtigung - Steuerberater Müller HamburgSteuerberater Müller Hamburg
← BFH, 07.12.2016, II R 1/15
Steuerermäßigung § 35 EStG für ausgeschiedene Mitunternehmer →
Der BFH hat sich mit Urteil vom 20.10.2016 (V R 26/15) zur Rückwirkung der Rechnungsberichtigung auf den Zeitpunkt der ursprünglichen Ausstellung, zu den Voraussetzungen der Rechnungsberichtigung und zur Rechnungsberichtigung als rückwirkendes Ereignis i.S. von § 233a Abs. 2a, Abs. 7 i.V.m. § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO geäußert.
In dem Urteil kamen die Richter zu der Ansicht, dass die Rechnungsberichtigung durch einen Unternehmer nach § 31 Abs. 5 UStDV, auf den Zeitpunkt zurückwirkt, in dem die Rechnung erstmals ausgestellt wurde (Änderung der Rechtsprechung).
Eine berichtigungsfähige Rechnung läge jedenfalls dann vor, wenn sie Angaben
zur gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuer enthält.
Nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 UStG kann ein Unternehmer die gesetzlich geschuldete Steuer für Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer für sein Unternehmen ausgeführt worden sind, als Vorsteuer abziehen.
Eine Rechnung kann nach § 31 Abs. 5 Satz 1 UStDV berichtigt werden, wenn sie nicht alle Angaben nach § 14 Abs. 4 oder § 14a des Gesetzes enthält oder Angaben in der Rechnung unzutreffend sind.
Wird zunächst eine Rechnung ausgestellt, die den Anforderungen der §§ 14, 14a UStG nicht entspricht, und wird diese Rechnung später nach § 31 Abs. 5 UStDV berichtigt, kann das Recht auf Vorsteuerabzug aufgrund der berichtigten Rechnung für den Besteuerungszeitraum ausgeübt werden, in dem die Rechnung ursprünglich ausgestellt wurde.
Der EuGH hat mit Urteil Senatex GmbH vom 15. September 2016 (C-518/14) entschieden, dass Art. 167, Art. 178 Buchst. a, Art. 179 und Art. 226 Nr. 3 MwStSystRL einer nationalen Regelung entgegenstehen, wonach der Berichtigung einer Rechnung in Bezug auf eine zwingende Angabe keine Rückwirkung zukommt, so dass das Recht auf Vorsteuerabzug in Bezug auf die berichtigte Rechnung nicht für das Jahr ausgeübt werden kann, in dem diese Rechnung ursprünglich ausgestellt wurde, sondern für das Jahr, in dem sie berichtigt wurde. Der Besitz einer ordnungsgemäßen Rechnung ist danach formelle, aber nicht materielle Voraussetzung für das Recht auf Vorsteuerabzug.
§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG ist richtlinienkonform auszulegen. Gleiches gilt für § 31 Abs. 5 UStDV. Eine Berichtigung nach dieser Vorschrift wirkt daher auf den Zeitpunkt zurück, in dem die Rechnung ursprünglich ausgestellt wurde.
Ein Dokument ist jedenfalls dann eine Rechnung und damit berichtigungsfähig, wenn es
Angaben zum Rechnungsaussteller,
Hierfür reicht es aus, dass sie diesbezügliche Angaben enthält und die Angaben nicht in so hohem Maße unbestimmt, unvollständig oder offensichtlich unzutreffend sind, dass sie fehlenden Angaben gleichstehen.
Dabei genügt es mit Blick auf die Leistungsbeschreibung, dass – wie im Streitfall – die Rechnung unter dem Briefkopf eines Rechtsanwalts erteilt wird und auf einen nicht näher bezeichneten Beratervertrag Bezug nimmt oder dass sie über „allgemeine wirtschaftliche Beratung“ oder „betriebswirtschaftliche Beratung“ ausgestellt ist.
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References: § 35
 § 233
 § 175
 § 31
 § 15
 § 31
 § 14
 § 14
 § 31
 EuGH 
 Art. 167
 Art. 178
 Art. 179
 Art. 226

§ 15
 § 31