Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/taetliche-notwehr-beleidigungen-3133469?pk_campaign=feed&pk_kwd=taetliche-notwehr-beleidigungen
Timestamp: 2019-11-17 23:12:51+00:00

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Die Ehre darf als straf­recht­lich geschütz­tes Rechts­gut (§§ 185 ff. StGB) grund­sätz­lich auch mit den Mit­teln der Not­wehr ver­tei­digt wer­den 1.
Dies gilt jeden­falls, soweit es sich nicht um nur gering­fü­gi­ge Behel­li­gun­gen im sozia­len Nah­be­reich, sozi­al tole­ra­bles Ver­hal­ten oder eine sons­ti­ge Baga­tel­le han­delt 2.
Zwar liegt es auf der Hand, dass eine Mes­ser­at­ta­cke des Belei­dig­ten jeden­falls die Gren­zen der Gebo­ten­heit des § 32 StGB über­schrei­tet. Denn zwi­schen der Art und dem Umfang der aus dem Angriff dro­hen­den Ver­let­zung und der mit der Ver­tei­di­gung ver­bun­de­nen Gefähr­dung und Beein­träch­ti­gung des Angrei­fers besteht ein uner­träg­li­ches Miss­ver­hält­nis 3. Vor dem Hin­ter­grund des affek­ti­ven Aus­nah­me­zu­stands des Belei­dig­ten bei der Tat ist jedoch die Fra­ge zu prü­fen, ob der Belei­dig­te (hier: bei dem Zusto­ßen mit sei­nem Taschen­mes­ser) die Gren­zen der Not­wehr aus Ver­wir­rung, Furcht oder Schre­cken über­schrit­ten hat. Denn nach den bis­her getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen erschei­nen sowohl ein Han­deln des Ange­klag­ten im Rah­men eines inten­si­ven Not­wehr­ex­zes­ses, bei dem der Täter bei objek­tiv bestehen­der Not­wehr­la­ge die Gren­zen der Erfor­der­lich­keit oder Gebo­ten­heit des § 32 StGB über­schrei­tet, als auch ein hier­für zumin­dest mit­ur­säch­li­cher asthe­ni­scher Affekt nicht so fern­lie­gend, als dass eine Aus­ein­an­der­set­zung damit ent­behr­lich erscheint. Mit­hin ist die Prü­fung des § 33 StGB gebo­ten.
vgl. BGH, Urteil vom 14.02.1952 – 5 StR 1/​52, BGHSt 3, 217, 218; Fischer, StGB, 65. Aufl., § 32 Rn. 8[↩]
vgl. SSW-StG­B/Ro­sen­au, 3. Aufl., § 32 Rn. 7[↩]
vgl. SSW-StG­B/Ro­sen­au, aaO § 32 Rn. 24 und 34 mwN[↩]

References: § 32
 § 32
 § 33
 § 32
 § 32
 § 32