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Timestamp: 2020-01-20 07:14:26+00:00

Document:
Transparenzportal Bremen - Bekanntmachung der Fortbildungsthemen nach § 7 Absatz 3 der Berufsordnung für Hebammen und Entbindungspfleger im Lande Bremen
Veröffentlichungsdatum:30.07.2012 Inkrafttreten31.07.2012 FundstelleBrem.ABl. 2012, 411
Bezug (Rechtsnorm)HEB/ENTBPFLBERO § 7
Zitiervorschlag: "Bekanntmachung der Fortbildungsthemen nach § 7 Absatz 3 der Berufsordnung für Hebammen und Entbindungspfleger im Lande Bremen (Brem.ABl. 2012, 411)"
Erlassdatum: 11.05.2012
Fassung vom: 11.05.2012
Norm: § 7 HEB/ENTBPFLBERO
Fundstelle: Brem.ABl. 2012, 411
Bekanntmachung der Fortbildungsthemen nach
§ 7 Absatz 3 der Berufsordnung für Hebammen und
Entbindungspfleger im Lande Bremen
Durch diese Bekanntmachung werden die Themen der Fortbildungsmaßnahmen für Hebammen und Entbindungspfleger nach § 7 Absatz 3 der Berufsordnung für Hebammen und Entbindungspfleger im Lande Bremen näher bestimmt. Ein Drittel der ergriffenen Fortbildungen haben sich auf berufsaufgabenbezogene Fortbildungsinhalte, ein Drittel auf Notfallmanagement, Hygiene und Schlüsselqualifikationen und ein Drittel zur freien Auswahl aus den unten genannten Themenbereichen zu beziehen.
Hierunter sind Inhalte zu verstehen, die neue, evidenzbasierte Erkenntnisse sowie Vertiefung und Erweiterung von Fähigkeiten und Fertigkeiten in den drei originären Aufgabenbereichen der Hebammentätigkeit Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett vermitteln.
Zum Bereich „Schwangerschaft“ gehören folgende Einzelthemen:
Neuerungen der Mutterschaftsrichtlinien
RisikobewertungentsprechenddesGestationsalters
Ernährungsberatung der Schwangeren insbesondere zur Prophylaxe von Adipositas, Hypertonie und Makrosomie
Psychohygiene bei Risikoklientel
Beratung und Hilfe hinsichtlich anderer Drogen und Süchte
Maßnahmen zur Verringerung von Ängsten
Maßnahmen zur Prävention von Frühgeburten
Begleitung und Unterstützung der Eltern-Kind-Beziehung
Zum Bereich „Geburtshilfe“ gehören folgende Einzelthemen:
Einschätzung des Geburtsfortschritts und des kindlichen Wohlbefindens
Bedeutung von Schmerz in der Geburtshilfe
Risikoeinschätzung und Risikomanagement
Qualitätssicherung in der Geburtshilfe
Dokumentation und Haftungsrecht
Notfallmanagement in der hebammengeleiteten Geburtshilfe
Versorgung eines Dammschnittes oder -risses
Integration von Vätern und anderen Familienangehörigen in die Geburtsarbeit
Stillförderung im Kreißsaal
Zum Bereich „Wochenbett“ gehören folgende Einzelthemen:
Stillen unter erschwerten Bedingungen (Mehrlinge, Säuglinge mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, Frühchen etc.)
Prävention von Rückbildungs- und Wundheilungsstörungen
Förderung der Eltern-Kind-Beziehung unter Einbeziehung von Kenntnissen aus der Bindungsforschung
Interdisziplinäre Betreuung von sozial benachteiligten Familien
Informationen zu aktuellen Impfempfehlungen von Säuglingen
Prophylaxe von postpartalen Infektionen
neue Erkenntnisse der Verhütungsberatung und Sexualhygiene
Ein weiterer Schwerpunkt der Fortbildungspflicht liegt im Bereich des geburtshilflichen Notfallmanagements. Hebammen und Entbindungspfleger arbeiten vorrangig im Bereich der physiologischen Verläufe von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Es ist jedoch ständig mit dem Eintritt einer latenten oder akuten Notsituation zu rechnen, die erkannt und adäquat behandelt werden muss. Deshalb wird das Management von akuten Notfällen als Pflichtfortbildung verankert. Zu unterscheiden sind Notsituationen, die das Kind betreffen und solche, die die Mutter betreffen.
Zum Bereich „kindliche Notfälle“ gehören folgende Einzelthemen:
Ungeplante Frühgeburt
intrapartale Notfallsituationen
postpartale Erstversorgung kindlicher Geburtsverletzungen
unerwartete Beckenendlage
vorzeitige Placentalösung
Zum Bereich „mütterliche Notfälle“ gehören folgende Einzelthemen:
Blutungen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
Hypertensive Erkrankungen, Eklampsie, HELLP
Infektionen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
Vital bedrohliche mütterliche Geburtsverletzungen
Das Thema „Hygiene“ spielt in allen heilkundlichen und pflegerischen Berufen eine immer wichtiger werdende Rolle. Da fehlende oder defizitäre Hygiene eklatante Auswirkungen auf alle Arbeitsgebiete der Hebammen und Entbindungspfleger haben kann, soll dieser Themenkomplex als eigenständiges Fortbildungsthema anerkannt werden.
Zum Bereich „Hygiene“ gehören folgende Einzelthemen:
Hygienestandards beim Betreiben von Hebammenpraxen und hebammengeleiteten Einrichtungen
Hygienestandards bei Hebammentätigkeiten in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
Hygienestandards in der Klinik
Schlüsselqualifikationen sind für kompetentes Handeln im Hebammenbereich ein Querschnittsthema. Deshalb sollen Hebammen und Entbindungsfleger ihre Schlüsselqualifikationen ausweiten, vertiefen und festigen.
Zum Bereich „Schlüsselqualifikationen“ gehören folgende Einzelthemen:
Einführung in wissenschaftliches Denken und Arbeiten
Leitung von Qualitätszirkeln
Anwendung von Computerprogrammen
Fallmanagement, interdisziplinäre Fallbesprechungen
Übernahme leitender Tätigkeiten
Empathie in der Diagnosevermittlung
Betreuung von Familien mit Migrationshintergrund
Ethische Aspekte in der Geburtshilfe
Betreuung während Sterben, Tod und Trauer
Emotionale Begleitung von Eltern während vital-bedrohlicher geburtshilflicher Situationen
Die Hebamme und der Entbindungspfleger, die freiberuflich tätig sind, benötigen für die Ausübung ihres Berufes weitere Fähigkeiten und Kenntnisse, die sie in die Lage versetzen, den Beruf der Unternehmerin bzw. des Unternehmers auszuüben. Zur Befähigung der Tätigkeit als freiberufliche Unternehmerin oder als freiberuflicher Unternehmer sollten Kenntnisse erworben werden zu:
Betriebswirtschaftlichen Grundlagen
Berufspolitischen Rahmenbedingungen
Qualitätsmanagement und Qualitätssicherungsmaßnahmen für die Hebammenarbeit
Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention zur Barrierefreiheit
Darüber hinaus ist es der Tätigkeit als frei berufliche Hebamme bzw. Entbindungspfleger dienlich, über zusätzliche Qualifikationen zu verfügen, die Mutter und Kind zugute kommen. Hierzu können Fortbildungen in Komplementärmethoden dienen. Hierzu können Fortbildungen zu folgenden Inhalten besucht werden:
Fortbildungsangebote können berufsübergreifend angelegt sein.
Bremen, den 19. Juni 2012

References: § 7
 § 7
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