Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=25.07.1979&Aktenzeichen=2%20BvR%20878/74
Timestamp: 2020-05-31 07:04:51+00:00

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BVerfG, 25.07.1979 - 2 BvR 878/74 - dejure.org
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BVerfG, 25.07.1979 - 2 BvR 878/74 (https://dejure.org/1979,3)
BVerfG, Entscheidung vom 25.07.1979 - 2 BvR 878/74 (https://dejure.org/1979,3)
BVerfG, Entscheidung vom 25. Juli 1979 - 2 BvR 878/74 (https://dejure.org/1979,3)
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Arzthaftpflichtprozeß
§ 823 BGB, Art. 3 GG, Art. 20 GG, Rechtsstaatsprinzip;
faire Handhabung von Beweislastregeln, "Waffengleichheit";
ärzliche Aufklärungspflicht, Art. 2 Abs. 1 GG
Einwirkung von Grundrechten und allgemeinen Verfassungsgrundsätzen auf den Arzthaftungsprozeß
OLG Stuttgart, 18.09.1974 - 1 U 36/74
BVerfGE 52, 131
NJW 1979, 1925
VersR 1979, 907
Die Selbstbestimmung über das eigene Lebensende gehört zum "ureigensten Bereich der Personalität' des Menschen, in dem er frei ist, seine Maßstäbe zu wählen und nach ihnen zu entscheiden (vgl. BVerfGE 52, 131 abw. Meinung Hirsch, Niebler und Steinberger für ärztliche Heileingriffe).
aa) Die Beachtung des Selbstbestimmungsrechts des Patienten ist ein wesentlicher Teil des ärztlichen Aufgabenbereichs (BVerfGE 52, 131 [170]).
Sie wirkt, wie das Bundesverfassungsgericht unter Berufung auf Eb. Schmidt hervorgehoben hat (BVerfGE 52, 131 [169 f.]), allenthalben und ständig in die rechtlichen Beziehungen des Arztes zum Patienten hinein.
Dieser Anspruch ergibt sich aus dem durch grundrechtliche Wertungen geprägten Selbstbestimmungsrecht und der personalen Würde des Patienten, die es verbieten, ihm im Rahmen der Behandlung die Rolle eines bloßen Objekts zuzuweisen (vgl. dazu BVerfG, NJW 1979, 1925, 1929 f. und Sondervotum NJW 1979, 1931 ff.).
Aus dem Rechtsstaatsprinzip folgt die Verpflichtung zu einer fairen Handhabung des Beweisrechts, insbesondere der Beweislastregeln (vgl. BVerfGE 52, 131 ).
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (…vgl zum Ganzen BSGE 116, 130 = SozR 4-2500 § 276 Nr. 6, RdNr 19 f) findet das Bild von der "Waffengleichheit" einen angemessenen Ort im Wertungsfeld der Gleichbehandlung im Prozessrecht (vgl zB BVerfG Beschluss vom 11.5.2009 - 1 BvR 1517/08 - NJW 2009, 3417 RdNr 46; Safferling, NStZ 2004, 181 ff;… Vollkommer in Festschrift für Karl Heinz Schwab zum 70. Geburtstag 1990, S 503 ff; Tettinger, Fairneß und Waffengleichheit, 1984, S 18 ff, abgrenzend S 19, Fn 93) , mag es auch von diesem Ausgangspunkt her ins materielle Recht ausstrahlen (etwa in den Grenzbereich: Beweislastregeln, vgl zB BVerfGE 52, 131, 144, 165;… vgl auch Krämer in Festschrift für Günter Hirsch zum 65. Geburtstag 2008, S 387 ff).
Das Gebot der "Waffengleichheit" wirkt dort einer Ungleichgewichtslage zwischen den Parteien eines Prozesses als Ausprägung der Rechtsstaatlichkeit und des allgemeinen Gleichheitssatzes entgegen (vgl zB BVerfGE 52, 131, 143 f; BVerfGK 14, 118, 121).
Aus dem Rechtsstaatsprinzip folgt die Verpflichtung zu einer fairen Handhabung des Beweisrechts, insbesondere der Beweislastregeln (vgl.BVerfGE 52, 131 ).
Sie muß vor dem Prozeß grundsätzlich feststehen und kann auch während des Prozesses nicht ohne weiteres vom Gericht nach seinem Ermessen verändert werden (vgl. BVerfG, NJW 1979, 1925;… Laumen, NJW 2002, aaO).
Das Rechtsstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 3 GG) und der allgemeine Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) gewährleisten insbesondere im Zivilprozess die Gleichwertigkeit der prozessualen Stellung der Parteien vor dem Richter (vgl. BVerfGE 52, 131 ; 69, 248 ).
BVerfG, 06.06.1988 - 2 BvR 111/88
BVerwG, 20.09.1984 - 7 C 57.83
VerfGH Sachsen, 24.04.2020 - 24-IV-20
BSG, 27.01.2020 - B 5 RE 3/19 B
Rechtmäßigkeit von Sozialversicherungsbeitragsbescheiden
VG Cottbus, 05.03.2020 - 6 K 849/17
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BSG, 19.08.1981 - 9 RV 7/81
OLG Köln, 30.06.1994 - 5 U 159/94

References: § 823
 Art. 3
 Art. 20
 Art. 2
 § 276
 Art. 1
 Art. 2
 § 119