Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/savigny_system03_1840?p=441
Timestamp: 2018-06-25 19:40:17+00:00

Document:
weil die Eröffnung des Testaments wegen einer gesetzlichen
Vorschrift verschoben wurde, so wird gegen die Unterlas-
sung rechtzeitiger Erfüllung Restitution gegeben (e).
X. Endlich werden die Prozeßfristen in der Regel, und
ohne daß es dabey einer Restitution bedarf, von dem Zeit-
punkt an berechnet, in welcher der Partey die ihren An-
fang bestimmende Thatsache bekannt geworden ist, so daß
sie in dieser Hinsicht wie die Bonorum Possessio, und nicht
wie die Klagverjährung, behandelt werden. In dieser Be-
ziehung ist auch die Excusationsfrist gegen eine uns ange-
fallene Vormundschaft, ganz wie eine Prozeßfrist zu be-
handeln (f).
Im Laufe dieser Untersuchung sind viele Fälle vorge-
kommen, in welchen der Irrthum bey gewissen Klassen von
Personen günstiger als bey allen Übrigen behandelt wurde.
Minderjährige, Frauen, Ungebildete (Rusticitas), Sol-
Indem diese jetzt einzeln betrachtet werden sollen, ist
es nöthig, neben jener gemeinschaftlichen Begünstigung,
(e) L. 3 § 31 de Sc. Silan.
(29. 5.). Vgl. Burchardi Wie-
dereinsetzung S. 185.
(f) § 16 J. de excus. (1. 25.),
L. 13 § 9 eod. (27. 1.), L. 6 C.
eod. (5. 62.) Fragm. Vatic.
§ 156. -- Über die Prozeßfristen
vgl. u. a. L. 1 § 15 quando ap-
pell. (49. 4.).
weil die Eröffnung des Teſtaments wegen einer geſetzlichen
Vorſchrift verſchoben wurde, ſo wird gegen die Unterlaſ-
ſung rechtzeitiger Erfüllung Reſtitution gegeben (e).
X. Endlich werden die Prozeßfriſten in der Regel, und
ohne daß es dabey einer Reſtitution bedarf, von dem Zeit-
fang beſtimmende Thatſache bekannt geworden iſt, ſo daß
ſie in dieſer Hinſicht wie die Bonorum Possessio, und nicht
wie die Klagverjährung, behandelt werden. In dieſer Be-
ziehung iſt auch die Excuſationsfriſt gegen eine uns ange-
fallene Vormundſchaft, ganz wie eine Prozeßfriſt zu be-
Im Laufe dieſer Unterſuchung ſind viele Fälle vorge-
kommen, in welchen der Irrthum bey gewiſſen Klaſſen von
Perſonen günſtiger als bey allen Übrigen behandelt wurde.
Indem dieſe jetzt einzeln betrachtet werden ſollen, iſt
es nöthig, neben jener gemeinſchaftlichen Begünſtigung,
dereinſetzung S. 185.
§ 156. — Über die Prozeßfriſten
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[429/0441] Irrthum und Unwiſſenheit. weil die Eröffnung des Teſtaments wegen einer geſetzlichen Vorſchrift verſchoben wurde, ſo wird gegen die Unterlaſ- ſung rechtzeitiger Erfüllung Reſtitution gegeben (e). X. Endlich werden die Prozeßfriſten in der Regel, und ohne daß es dabey einer Reſtitution bedarf, von dem Zeit- punkt an berechnet, in welcher der Partey die ihren An- fang beſtimmende Thatſache bekannt geworden iſt, ſo daß ſie in dieſer Hinſicht wie die Bonorum Possessio, und nicht wie die Klagverjährung, behandelt werden. In dieſer Be- ziehung iſt auch die Excuſationsfriſt gegen eine uns ange- fallene Vormundſchaft, ganz wie eine Prozeßfriſt zu be- handeln (f). XXX. Im Laufe dieſer Unterſuchung ſind viele Fälle vorge- kommen, in welchen der Irrthum bey gewiſſen Klaſſen von Perſonen günſtiger als bey allen Übrigen behandelt wurde. Es gehören dahin: Minderjährige, Frauen, Ungebildete (Rusticitas), Sol- daten. Indem dieſe jetzt einzeln betrachtet werden ſollen, iſt es nöthig, neben jener gemeinſchaftlichen Begünſtigung, (e) L. 3 § 31 de Sc. Silan. (29. 5.). Vgl. Burchardi Wie- dereinſetzung S. 185. (f) § 16 J. de excus. (1. 25.), L. 13 § 9 eod. (27. 1.), L. 6 C. eod. (5. 62.) Fragm. Vatic. § 156. — Über die Prozeßfriſten vgl. u. a. L. 1 § 15 quando ap- pell. (49. 4.).
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Zitationshilfe: Savigny, Friedrich Carl von: System des heutigen Römischen Rechts. Bd. 3. Berlin, 1840, S. 429. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system03_1840/441>, abgerufen am 25.06.2018.

References: § 31
 § 16
 § 9

§ 156
 § 15

§ 156
 § 31
 § 9

§ 156
 § 15
 § 31
 § 16
 § 9
 § 156
 § 15