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Timestamp: 2018-02-18 04:52:54+00:00

Document:
HENSCHE Arbeitsrecht: 14 Sa 26/09
Schlag­worte: Gleichbehandlung, Altersteilzeit
Akten­zeichen: 14 Sa 26/09
Ent­scheid­ungs­datum: 09.02.2010
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Karlsruhe, Urteil vom 17.04.2009, 11 Ca 28/08
11 Ca 28/08 (ArbG Karls­ru­he)
hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg - Kam­mern Mann­heim - - 14. Kam­mer -
durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt Wit­te, den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Spreng
und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Win­zen­ried
im schrift­li­chen Ver­fah­ren nach der Sach­la­ge am 09.02.2010
Die Be­ru­fung des be­klag­ten Lan­des ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Karls­ru­he vom 17.04.2009 - 11 Ca 28/08 wird auf Kos­ten des Lan­des zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob der Kläger vom be­klag­ten Land den Ab­schluss ei­ner Ver-ein­ba­rung über Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell be­an­spru­chen kann.
Der am 31.05.1948 ge­bo­re­ne Kläger ist Di­plom­che­mi­ker und seit Ju­li 1968 im For­schungs-zen­trum K. beschäftigt. Bis zum 30.09.2009 wur­de die­se von der öffent­li­chen Hand ge­tra­ge­ne Großfor­schungs­ein­rich­tung in der Rechts­form ei­ner GmbH be­trie­ben. Ge­sell­schaf­ter wa­ren die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land mit ei­nem An­teil von 90 %, das Land B.-W. mit ei­nem sol­chen in Höhe von 10 %.
Mit Wir­kung zum 01.10.2009 wur­de das For­schungs­zen­trum K. GmbH mit der Uni­ver­sität K. zu­sam­men­geführt zu ei­nem K. In­sti­tut für Tech­no­lo­gie (KIT). Zum 01.10.2009 war das Ar­beits­verhält­nis des Klägers auf das Land B.-W. über­ge­gan­gen.
Seit dem Jahr 2000 ist der Kläger ei­ner von vier Ab­tei­lungs­lei­tern der Haupt­ab­tei­lung Si­cher-heit. Die Tätig­keit ist für Teil­zeit­ar­beit nicht ge­eig­net.
Auf die Ar­beits­verhält­nis­se der beim For­schungs­zen­trum K. beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer fin-den die Ta­rif­verträge für die Beschäftig­ten des öffent­li­chen Diens­tes An­wen­dung, dar­un­ter der Ta­rif­ver­trag zur Re­ge­lung der Al­ters­teil­zeit­ar­beit vom 05.05.1998, neu ge­fasst durch Än-de­rungs-TV vom 30.06.2000 (i. d. F. nur TV ATZ). Der Ar­beits­ver­trag der Par­tei­en vom 06.06.1978 enthält in § 2 die Be­zug­nah­me auf den BAT so­wie die für den Be­reich des Ar-beit­ge­bers je­weils gel­ten­den sons­ti­gen Ta­rif­verträge.
Das For­schungs­zen­trum K. schloss mit sei­nen Ar­beit­neh­mern in der Ver­gan­gen­heit Al­ters-teil­zeit­ar­beits­verträge gem. dem TV ATZ ab. Hier­bei war vor dem vom Kläger gewünsch­ten Be­ginn sei­ner Al­ters­teil­zeit­ar­beit die Quo­te gem. § 3 Abs. 1 Nr. 3 Alt 1 ATZG be­reits weit über­schrit­ten. Im Fe­bru­ar 2009 beschäftig­te das For­schungs­zen­trum K. 3.181 Ar­beit­neh­mer, da­von be­fan­den sich 321 in Al­ters­teil­zeit.
Mit Rund­schrei­ben vom 08.03.2006, wel­ches sich auch an das For­schungs­zen­trum K. rich­te-te (vgl. im Ein­zel­nen Vor.A. Bl. 46/47), wur­de sei­tens des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums des In­ne­ren den Obers­ten Bun­des­behörden zum Be­treff „Ta­rif­ver­trag zur Re­ge­lung der Al­ters­teil­zeit­ar­beit (TV ATZ) vom 05.05.1998 mit dem Be­zug „BMI-Rund­schrei­ben vom 22. No­vem­ber 2005 (GMBl S. 1346) zur Al­ters­teil­zeit­ar­beit von Ta­rif­beschäftig­ten des Bun­des“ u. a. mit­ge­teilt:
„Be­zug­neh­mend auf die o. g. Rund­schrei­ben ge­be ich zur Be­wil­li­gung von Al­ters­teil­zeitar-beits­verhält­nis­sen bei Ta­rif­beschäftig­ten des Bun­des fol­gen­de Hin­wei­se:
... We­der aus § 2 TV ATZ noch aus § 3 TV ATZ lässt sich je­doch ein Rechts­an­spruch der bzw. des Beschäftig­ten auf die Ver­ein­ba­rung ei­nes be­stimm­ten Ar­beits­zeit­mo­dells während der Al­ters­teil­zeit­ar­beit ge­gen sei­nen Ar­beit­ge­ber ab­lei­ten.
Vor die­sem Hin­ter­grund und un­ter Ver­fol­gung des Grund­sat­zes, dass die Be­wil­li­gung von Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­sen zu kei­nen zusätz­li­chen fi­nan­zi­el­len Be­las­tun­gen des Bun-des­haus­halts führen darf, ist in Ergänzung mei­nes Be­zugs­rund­schrei­bens vom 22. No­vem-ber 2005 bei der Ent­schei­dung über Anträge auf Al­ters­teil­zeit­ar­beit nach dem TV ATZ ab so­fort (Stich­tag: 17.02.2006) wie folgt zu ver­fah­ren:
Ab so­fort soll Al­ters­teil­zeit­ar­beit grundsätz­lich nur noch nach § 3 Abs. 2 Buchst. b TV ATZ als Teil­zeit­mo­dell be­wil­ligt wer­den. Be­wil­li­gun­gen im Block­mo­dell nach § 3 Abs. 2 Buchst. a TV ATZ sind ab so­fort aus­ge­schlos­sen.
Aus­nah­men von der Ein­schränkung nach Ziff. 1 gel­ten
Für die nach­fol­gend im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Fi­nan­zen fest­ge­leg­ten Stel­len­ab­bau­be­rei­che:
- Bun­des­wehr­ver­wal­tung,
- Bun­des­mo­no­pol­ver­wal­tung für Brand­wein
Wei­te­re Stel­len­ab­bau­be­rei­che können im Ein­ver­neh­men mit den Res­sorts und dem Bun-des­mi­nis­te­ri­um der Fi­nan­zen durch An­pas­sung die­ses Rund­schrei­bens fest­ge­legt wer­den.
Der Kläger be­an­trag­te mit Schrei­ben vom 27.10.2005 Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell für den Zeit­raum ab 01.09.2009.
Das For­schungs­zen­trum K. lehn­te den An­trag des Klägers mit Schrei­ben vom 16.01.2007 (vgl. im Ein­zel­nen Vor.A. Bl. 7) ab u. a. mit dem Hin­weis „... Auf­grund des be­reits zu die­sem Zeit­punkt voll­ende­ten 60. Le­bens­jah­res ha­ben Sie ei­nen ta­rif­li­chen An­spruch auf Al­ters­teil-zeit. Da wir je­doch ver­pflich­tet sind, für je­den Mit­ar­bei­ter ab Ver­trags­ab­schluss Rück­stel­lun­gen zu bil­den und dies dem For­schungs­zen­trum zusätz­lich Kos­ten ver­ur­sacht, konn­ten wir dem An­trag nicht be­reits über 3 Jah­re im Vor­aus statt­ge­ben und ha­ben ihn aus die­sem Grund zurück­ge­stellt.
Auf­grund neu­er Vor­ga­ben, müssen wir Ih­nen lei­der mit­tei­len, dass wir aus per­so­nal­wirt-schaft­li­chen Gründen kei­ne Al­ters­teil­zeit­verträge im Block­mo­dell mehr ab­sch­ließen. ..
Al­ters­teil­zeit kann grundsätz­lich nur noch nach Voll­endung des 60. Le­bens­jah­res als Teil-zeit­mo­dell be­wil­ligt wer­den. ...“
Ab dem 17.02.2006 ak­zep­tier­te das For­schungs­zen­trum K. Anträge auf Al­ters­teil­zeit, so­weit sie auf das Teil­zeit­mo­dell ge­rich­tet wa­ren.
Mit Aus­hang vom 20.09.2004 hat­te das For­schungs­zen­trum die Beschäftig­ten ge­be­ten, An-träge auf Al­ters­teil­zeit erst ca. 6 Mo­na­te vor Voll­endung des 60. Le­bens­jah­res ein­zu­rei­chen.
Anträge auf Al­ters­teil­zeit, wel­che vor dem 20.09.2004 beim For­schungs­zen­trum ein­ge­gan­gen wa­ren, wur­den zeit­nah zum Ein­gang des An­tra­ges be­ar­bei­tet un­abhängig vom Zeit­punkt des be­an­trag­ten Be­ginns der Al­ters­teil­zeit.
Der Kläger hat we­gen ei­ner Ver­ein­ba­rung über Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell, zu­letzt für den Zeit­raum vom 01.11.2009 bis 31.08.2013, Kla­ge er­ho­ben. Der Kläger hat sich auf den Stand­punkt ge­stellt, das For­schungs­zen­trum K. ha­be ge­genüber dem Kläger kei­ne be­acht­li-chen Gründe für die Ab­leh­nung der Al­ters­teil­zeit­ar­beit im Block­mo­dell. Der Kläger hat aus­geführt, das For­schungs­zen­trum ha­be bei der Be­hand­lung des An­trags des Klägers ge­gen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ver­s­toßen. Hätte das For­schungs­zen­trum den An­trag des Klägers zeit­nah be­ar­bei­tet, hätte der Kläger im We­ge der Gleich­be­hand­lung eben­falls die Ge­neh­mi­gung im Block­mo­dell er­hal­ten müssen. Aus den beim For­schungs­zen­trum vor­han­de­nen Un­ter­la­gen er­ge­be sich, dass mit 14 Ar­beit­neh­mern Al­ters­teil­zeit­verträge ab­ge­schlos­sen wor­den sei­en, de­ren Be­ginn mit dem vom Kläger be­an­trag­ten Zeit­punkt gleich oder so­gar noch später läge. Teil­wei­se sei über die­se Anträge mehr als 6 Jah­re vor dem be­ab­sich­tig­ten Be­ginn der Al­ters­teil­zeit ent­schie­den wor­den.
Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Dem ta­rif­li­chen An­spruch des Klägers auf Be­wil­li­gung von Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell ste­he zwar ent­ge­gen, dass das For­schungs-zen­trum die Quo­te des § 3 Abs. 1 Nr. 3 ATZG über­schrei­te. Der An­spruch des Klägers fol­ge aber aus § 2 Abs. 2 TV ATZ i. V. mit dem ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz. Der Kläger sei ver­gleich­bar mit Ar­beit­neh­mern, die ih­ren An­trag auf Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell mit min­des­tens ei­nem eben­so lan­gen zeit­li­chen Vor­lauf bis zum Er­rei­chen des 60. Le­bens­jah­res ge­stellt hätten und de­ren Be­ginn der Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell am 01.10.2009 oder später be­gin­ne. Das For­schungs­zen­trum könne sich nicht mit Er­folg dar­auf be­ru­fen, dass ab dem 20.09.2004 Anträge auf Al­ters­teil­zeit erst ca. 6 Mo­na­te vor Voll­endung des 60. Le­bens­jah­res be­ar­bei­tet wor­den sei­en.
Im Übri­gen wird zur nähe­ren Sach­dar­stel­lung auf das ar­beits­ge­richt­li­che Ur­teil vom 17.04.2009 Be­zug ge­nom­men.
Hier­ge­gen wen­det sich das be­klag­te Land mit der Be­ru­fung. Der Kläger be­ru­fe sich ent­ge­gen der Ar­gu­men­ta­ti­on des Ar­beits­ge­richts zu Un­recht dar­auf, dass vor der Stich­tags­re­ge­lung gem. Aus­hang vom 20.09.2004 Anträge auf Be­wil­li­gung von Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell ab­ge­schlos­sen wor­den sei­en in Fällen, in de­nen der Be­ginn der Al­ters­teil­zeit nicht früher ge­le­gen ha­be als gemäß dem An­trag des Klägers. Bezüglich des Klägers kom­me hin­zu, dass die­ser sei­nen An­trag vom 27.10.2005 erst lan­ge Zeit nach der Um­stel­lung des Ver­fah­rens ein­ge­reicht ha­be. Würde man dem Ar­beits­ge­richt Karls­ru­he fol­gen, wäre dem For­schungs­zen­trum trotz be­ste­hen­den wirt­schaft­li­chen In­ter­es­ses ei­ne Um­stel­lung des Ver­fah­rens nie möglich.
Im Übri­gen ha­be das For­schungs­zen­trum frei­wil­li­ge Leis­tun­gen er­bracht, in­dem noch Al­ters­teil­zeit­verträge im Teil­zeit­mo­dell ab­ge­schlos­sen wor­den sei­en. Nach Über­schrei­tung der Quo­te des § 3 Abs. 1 Nr. 3 ATZG sei­en Ansprüche der Ar­beit­neh­mer aus dem Gleich­be­hand­lungs­grund­satz von vorn­her­ein auf das Teil­zeit­mo­dell be­schränkt. Die Ent­schei­dung, kei­ne Al­ters­teil­zeit­verträge mehr im Block­mo­dell ab­zu­sch­ließen, sei durch be­trieb­li­che Grün-de ge­tra­gen. Die Ent­schei­dung be­ru­he zum Ei­nen auf der Wei­sung des BMI. Als For­schungs­ein­rich­tung ha­be man auch ein be­son­de­res In­ter­es­se an ei­nem „Know-How“ Trans­fer, wel­cher durch die Wahl des Teil­zeit­mo­del­les gewähr­leis­tet wer­de.
Das be­klag­te Land be­an­tragt:
1. Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des ArbG Karls­ru­he vom 17.04.2009 (Az.: 11 Ca 28/08) wie folgt ab­geändert:
Der Kläger be­an­tragt, die Be­ru­fung kos­ten­pflich­tig zurück­zu­wei­sen.
Im Übri­gen wird we­gen des Be­ru­fungs­vor­brin­gens der Par­tei­en auf den In­halt der ge­wech-sel­ten Schriftsätze nebst der An­la­gen Be­zug ge­nom­men.
Mit Zu­stim­mungs­erklärun­gen vom 23.12.2009 (Kläger) und vom 28.12.2009 (be­klag­tes Land) wur­de im schrift­li­chen Ver­fah­ren ent­schie­den.
Die Be­ru­fung des be­klag­ten Lan­des ist nicht be­gründet.
Der Kläger hat An­spruch auf Ab­schluss des von ihm be­gehr­ten Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­tra­ges im Block­mo­dell.
Der An­trag des Klägers ist zulässig, ins­be­son­de­re hin­rei­chend be­stimmt i. S. des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO. Der Kläger er­strebt mit Rechts­kraft des ob­sie­gen­den Ur­teils die rück­wir­ken­de Ver­ur­tei­lung des be­klag­ten Lan­des zur An­nah­me des An­ge­bots auf Ab­schluss ei­nes Al­ters-teil­zeit­ar­beits­ver­tra­ges nach den ta­rif­li­chen Be­stim­mun­gen des TV ATZ. Hier­nach soll sich das Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en in­halt­lich rich­ten. Mit Hil­fe der Fik­ti­on des § 894 Abs. 1 S. 1 ZPO soll das Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis rück­wir­kend ent­spre­chend dem Ver­trags­an­ge­bot des Klägers zu­stan­de kom­men. Hier­ge­gen be­ste­hen nach neue­rer Rechts-la­ge, seit In­kraft­tre­ten des § 311 a BGB in der Fas­sung des Ge­set­zes zur Mo­der­ni­sie­rung
des Schuld­rechts vom 26.11.2001, kei­ne Be­den­ken (vgl. be­reits BAG, Ur­teil vom 15.04.2008 - 9 AZR 111/07, m. w. N.).
Der Kläger hat ge­genüber dem be­klag­ten Land ei­nen An­spruch auf An­nah­me des An­ge­bots des Klägers auf Ab­schluss ei­nes Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­tra­ges gem. dem für das Ar­beits­ver-hält­nis der Par­tei­en ein­schlägi­gen Ta­rif­ver­trag zur Re­ge­lung der Al­ters­teil­zeit­ar­beit (TV ATZ), und zwar im Block­mo­dell, be­gin­nend mit dem 01.11.2009 bis 31.08.2013 mit hälf­ti­ger Ver­tei­lung von Ar­beits­pha­se und sich an­sch­ließen­der Frei­stel­lungs­pha­se auf die Ge­samt­lauf­zeit des Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­ses.
Es er­scheint frag­lich, ob der vom Ar­beits­ge­richt ver­tre­te­nen Auf­fas­sung ge­folgt wer­den kann, wo­nach sich der Kläger auf Gleich­be­hand­lung mit Ar­beit­neh­mern, die bis zum 20.09.2004 ih­ren An­trag auf Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell ge­stellt ha­ben (mit Lauf­zeit nicht vor dem 01.10.2009), be­ru­fen kann. Der ge­gen­tei­li­gen Auf­fas­sung dürf­te der Vor­zug ein­zuräum­en sein.
Zunächst er­scheint es als sach­ge­rech­te Dif­fe­ren­zie­rung, wenn sei­tens des For­schungs­zent-rums seit dem 20.09.2004 da­zu über­ge­gan­gen wur­de, Anträge nur noch zeit­nah zum be­ab-sich­tig­ten Be­ginn der Al­ters­teil­zeit bzw. dem Ein­tritt des 60. Le­bens­jah­res zu ak­zep­tie­ren. Ge­mes­sen am Zweck der Leis­tung ist es sach­ge­recht, im Hin­blick auf die vor­ge­schrie­be­ne Bil­dung von Rück­stel­lun­gen die Bi­lanz nicht oh­ne Not er­heb­lich vor Be­ginn der Al­ters­teil­zeit zu be­las­ten. Über­dies er­scheint es auf den ers­ten Blick ge­ra­de­zu be­fremd­lich, Anträge auf Ab­schluss ei­nes Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­tra­ges mehr als fünf Jah­re im Vor­aus ent­ge­gen- und an­zu­neh­men. Ei­ne der­ar­ti­ge Pra­xis er­scheint des­halb we­nig sach­ge­recht, weil sie, ins­be-son­de­re im Hin­blick auf die Quo­te gem. § 3 Abs. 1 Nr. 3 ATZG, ge­eig­net ist, ei­ne Wett­be-werbs­si­tua­ti­on und übe­reil­te Ent­schei­dun­gen her­vor­zu­ru­fen.
Wäre dem­nach die vom Stich­tag 20.09.2004 abhängi­ge Grup­pen­bil­dung ge­recht­fer­tigt, so war das For­schungs­zen­trum zur Gleich­be­hand­lung in­so­weit ver­pflich­tet, als sämt­li­che nach dem 20.09.2004 ein­ge­gan­ge­nen Anträge nach den so­dann auf­ge­stell­ten all­ge­mei­nen Re­geln zu be­han­deln wa­ren. Das war nach Sach­la­ge, auch nach dem Vor­brin­gen des Klägers, der Fall.
So­weit vom Ar­beits­ge­richt die Um­stel­lung oh­ne Vor­ankündi­gung pro­ble­ma­ti­siert wor­den ist, so dürf­te die­ser As­pekt im Fall des Klägers zu ver­nachlässi­gen sein, denn der Kläger hat sei­nen An­trag vom 27.10.2005 erst ein­ge­reicht, nach­dem mehr als ein Jahr seit der Um­s­tel-lung ver­stri­chen war.
Der An­spruch des Klägers er­gibt sich aus § 2 Abs. 2 TV ATZ.
Gem. § 2 Abs. 2 S. 1 TV ATZ ha­ben Ar­beit­neh­mer, die das 60. Le­bens­jahr voll­endet, ei­ne Beschäfti­gungs­zeit von 5 Jah­ren voll­endet und in­ner­halb der letz­ten 5 Jah­re vor Be­ginn der Al­ters­teil­zeit­ar­beit min­des­tens 1.080 Ka­len­der­ta­ge in ei­ner ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf-ti­gung nach dem Drit­ten Buch So­zi­al­ge­setz­buch ge­stan­den ha­ben, An­spruch auf Ver­ein­ba-rung ei­nes Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­ses. Die­se Vor­aus­set­zun­gen erfüllt der Kläger, der darüber hin­aus die gem. § 2 Abs. 2 S. 2 TV ATZ zu wah­ren­de An­trags­frist ein­ge­hal­ten hat.
Das be­klag­te Land kann sich dem­ge­genüber nicht auf die Über­schrei­tung der in § 3 Abs. 1 Nr. 3 Alt 1 ATZG ge­re­gel­ten Quo­te be­ru­fen.
§ 3 Abs. 1 Nr. 3 Alt 1 ATZG be­stimmt, dass für die Er­stat­tungs­leis­tun­gen der Bun­des­agen­tur für Ar­beit - so­weit kei­ne Aus­gleichs­kas­se im Sin­ne der ta­rif­li­chen Be­stim­mung ein­ge­rich­tet ist - die freie Ent­schei­dung des Ar­beit­ge­bers si­cher­ge­stellt sein muss, ob er mit über 5 % der Ar­beit­neh­mer sei­nes Be­trie­bes Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verträge schließt. Un­strei­tig war die in Re­de ste­hen­de Quo­te im Be­trieb des For­schungs­zen­trums K. zum maßgeb­li­chen Zeit­punkt der vom Kläger gewünsch­ten In­an­spruch­nah­me von Al­ters­teil­zeit be­reits ganz er­heb­lich über­schrit­ten. Des Wei­te­ren ist vom BAG be­reits ent­schie­den, dass auch im Be­reich der für die Ar­beit­neh­mer des öffent­li­chen Diens­tes ta­rif­lich ge­re­gel­ten Al­ters­teil­zeit gem. dem TV ATZ die Nichtüber­schrei­tung der Quo­te nach § 3 Abs. 1 Nr. 3 Alt 1 ATZG ne­ga­ti­ve An­spruchs­vor­aus­set­zung ist. Das ist aus dem Wort­laut des § 2 Abs. 1 des Ta­rif­ver­tra­ges ab­ge­lei­tet wor­den, wo­nach der öffent­li­che Ar­beit­ge­ber nur „auf der Grund­la­ge des Al­ters­teil­zeit­ge­set­zes“ zur Ver­ein­ba­rung von Al­ters­teil­zeit­ar­beit ver­pflich­tet ist (vgl. BAG, Ur­teil vom 15.04.2008 - 9 AZR 111/07).
Die auf­ge­zeig­te Rechts­la­ge und die ge­nann­te BAG-Ent­schei­dung be­sa­gen aber nicht, dass ein öffent­li­cher Ar­beit­ge­ber ge­genüber ei­nem Ar­beit­neh­mer, wel­cher die Vor­aus­set­zun­gen gem. § 2 Abs. 2 TVATZ erfüllt, be­lie­big und un­ge­ach­tet der Umstände des Ein­zel­fal­les ein-
wen­den kann, dem Ar­beit­neh­mer ste­he ein An­spruch we­gen Erfüllung der sog. Über­last­quo-te nicht zu. Viel­mehr kann auch bei Über­schrei­tung der Gren­ze gem. § 3 Abs. 1 Nr. 3 Alt 1 ATZG ein An­spruch auf Ab­schluss ei­nes Al­ters­teil­zeit­ver­tra­ges be­ste­hen. So verhält es sich im Streit­fall.
Vor­ab ist klar­zu­stel­len, dass auf Grund­la­ge des zi­tier­ten BAG-Ur­teils nicht et­wa ei­ne ein­zel-fall­be­zo­ge­ne Be­ru­fung auf die Über­schrei­tung der Über­last­quo­te in Be­tracht kommt, viel­mehr dem öffent­li­chen Ar­beit­ge­ber im Er­geb­nis nur die Ent­schei­dungs­frei­heit bezüglich ei­ner all­ge­mein für die Beschäftig­ten sei­nes Be­trie­bes gel­ten­den Be­gren­zung ge­ge­ben ist. An­de­ren­falls ließe sich nicht sa­gen, der Ar­beit­ge­ber sei bei der Einführung ei­nes Stich­ta­ges bezüglich der (künf­ti­gen) Be­ru­fung auf die Über­last­quo­te an den ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ge­bun­den (so aber BAG, Ur­teil vom 15.04.2008 - 9 AZR 111/07).
Das be­klag­te Land kann ge­genüber dem Kläger die Über­schrei­tung der Über­last­quo­te nicht ein­wen­den, weil nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den kann, dass die­se Quo­te ge­ne­rell und in Zu­kunft, ggf. ab ei­nem be­stimm­ten Stich­tag, nicht mehr über­schrit­ten wer­den soll. Nach dem Vor­trag des be­klag­ten Lan­des ist viel­mehr gar nicht er­sicht­lich, dass ei­ne grundsätz­li­che Ent­schei­dung da­hin­ge­hend ge­trof­fen wor­den sein könn­te, nach Über­schrei­tung der in Re­de ste­hen­den Quo­te künf­tig kei­ne Al­ters­teil­zeit­verträge mehr zu be­gründen. Dass ei­ne der­ar­ti­ge Ent­schei­dung tatsächlich auch nicht vor­lie­gen kann, folgt dar­aus, dass das For­schungs­zent-rum K. zum Zeit­punkt der Ent­schei­dung über den An­trag des Klägers und auch da­nach Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verträge ab­ge­schlos­sen hat oh­ne sich um die Quo­te gem. § 3 Abs. 1 Nr. 3 Alt 1 ATZG zu kümmern.
Dass in der vor­lie­gen­den Fall­kon­stel­la­ti­on die Erfüllung bzw. Übe­r­erfüllung der Über­last­quo­te dem An­spruch des Ar­beit­neh­mers nach § 2 Abs. 2 TV ATZ nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den kann, stimmt durch­aus übe­rein mit der BAG-Ent­schei­dung vom 15.04.2008. Dort ist aus­geführt wor­den, ei­ne Ver­wir­kung des Ab­leh­nungs­rech­tes kom­me (nur) in Be­tracht, wenn be­son­de­re Umstände vor­lie­gen, die dar­auf schließen las­sen, der Ar­beit­ge­ber wer­de sich dau­er­haft nicht auf die Über­last­quo­te be­ru­fen. Sol­che Umstände lie­gen im Streit­fall vor, denn al­les spricht dafür, dass bei der ab­leh­nen­den Ent­schei­dung ge­genüber dem Kläger die Über­last­quo­te bzw. de­ren Über­schrei­tung über­haupt kei­ne Rol­le ge­spielt hat.
Aus dem oben Ge­sag­ten folgt, dass der sei­tens des Klägers ge­stell­te An­trag nach Maßga­be der Be­stim­mun­gen des TV ATZ zu be­han­deln ist. Aus der Über­schrei­tung der Quo­te gem. § 3 Abs. 1 Nr. 3 Alt. 1 ATZG lässt sich nicht et­wa ab­lei­ten, das For­schungs­zen­trum er­brin­ge nun­mehr mit dem Ab­schluss von Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verträgen frei­wil­li­ge Leis­tun­gen, de­ren
An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen al­lein an­hand des ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund-sat­zes zu be­stim­men wären. Viel­mehr liegt, so­fern der Ar­beit­ge­ber - wie vor­lie­gend - sich nicht auf die Übe­r­erfüllung be­ru­fen kann, ein An­spruch auf Er­brin­gung ei­ner ta­rif­li­chen Leis-tung vor, wel­cher sich dem­ent­spre­chend nach den ein­schlägi­gen ta­rif­li­chen Vor­aus­set­zun­gen be­misst.
b.) aa.) Dem An­spruch des Klägers ste­hen kei­ne drin­gen­den dienst­li­chen bzw. be­trieb­li­chen Gründe i. S. des § 2 Abs. 3 TV ATZ ent­ge­gen.
Der Be­griff „drin­gen­de dienst­li­che bzw. be­trieb­li­che Gründe“ schränkt die Umstände, wel­che der Ar­beit­ge­ber zur Ab­wehr des nach des § 2 Abs. 2 TV ATZ er­ho­be­nen An­spruchs anführen kann, nicht in ei­nem be­stimm­ten Sin­ne ein. Ver­langt wird le­dig­lich, dass sich die­se Umstände auf die Verhält­nis­se des Be­trie­bes bzw. des Diens­tes be­zie­hen. Die In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers, sei­ne Be­lan­ge müssen durch die Be­gründung und Durchführung des Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­ses be­trof­fen sein. Da­zu können nicht nur Störun­gen im be­trieb­li­chen Ab­lauf gehören, son­dern auch die fi­nan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen des Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­ses. Das Ad­jek­tiv „drin­gend“ ver­langt al­ler­dings, dass die Be­lan­ge von be­son­de­rem Ge­wicht sind. Hier­mit wird re­gelmäßig aus­ge­drückt, dass ei­ne An­ge­le­gen­heit not­wen­dig, er­for­der­lich oder auch sehr wich­tig ist. Für den Re­ge­lungs­ge­gen­stand „Al­ters­teil­zeit“ er­gibt sich dar­aus, dass die mit die­ser Ver­trags­ge­stal­tung not­wen­dig ver­bun­de­ne fi­nan­zi­el­le Be­las­tung des Ar­beit­ge­bers nach der ta­rif­li­chen Be­stim­mung re­gelmäßig nicht als Ab­leh­nungs­grund ge­eig­net ist (vgl. zur ent­spre­chen­den Rechts­la­ge der Richt­li­nie über Al­ters­teil­zeit für den Be­reich der AVR-K, BAG, Ur­teil vom 23.01.2007 - 9 AZR 624/06, m. w. N.).
Zunächst ste­hen bzw. stan­den dem Be­geh­ren des Klägers kei­ne be­trieb­li­chen Gründe im Sin­ne be­trieb­li­cher Ab­laufstörun­gen ent­ge­gen. Es wur­de nicht et­wa gel­tend ge­macht, für den Kläger bei Ein­tritt in die Ru­he­pha­se kei­nen Er­satz zu be­kom­men.
Fi­nan­zi­el­le Be­las­tun­gen, wel­che über die ta­rif­lich vor­ge­schrie­be­nen Leis­tun­gen des Ar­beit-ge­bers hin­aus­gin­gen, sind nicht er­sicht­lich und vom be­klag­ten Land auch nicht gel­tend ge-macht.
Drin­gen­de dienst­li­che bzw. be­trieb­li­che Gründe i. S. des § 2 Abs. 3 TV ATZ er­ge­ben sich nicht we­gen der Wei­sung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums des In­ne­ren gem. Rund­schrei­ben vom 08.03.2006, auch nicht et­wa in Ver­bin­dung mit der Ei­gen­schaft des For­schungs­zen­trums als
Zu­wen­dungs­empfänger. In­so­weit kann sich das be­klag­te Land we­der auf ein Wei­sungs­recht des Bun­des als Ge­sell­schaf­ter mit ei­nem 90 %igen An­teil be­ru­fen, noch auf denk­ba­re wirt-schaft­li­che Nach­tei­le auf­grund ei­ner fi­nan­zi­el­len Abhängig­keit von Zu­wen­dun­gen. Die Wei-sung gem. Rund­schrei­ben vom 08.03.2006 ist schon des­halb kein Ab­leh­nungs­grund nach § 2 Abs. 3 TV ATZ, weil das Rund­schrei­ben le­dig­lich ein be­stimm­tes Ar­beits­zeit­mo­dell be­trifft, nicht je­doch den Ab­schluss ei­nes Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­ses un­ter­sagt.
Ein Ver­bot der Über­schrei­tung der Quo­te nach § 3 Abs. 1 Nr. 3 Alt 1 ATZG ist zwar im sog. Be­zugs­rund­schrei­ben vom 22.11.2005 ent­hal­ten. Auf die­ses Ver­bot kommt es aber im Streit-fall nicht an, denn hier­auf hat sich das For­schungs­zen­trum nicht be­ru­fen.
Der An­spruch des Klägers auf Ab­schluss ei­nes Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­tra­ges in Form des Block­mo­dells schei­tert auch nicht nach der gem. § 3 Abs. 3 TV ATZ vor­ge­se­he­nen Ausübung des auf die Ar­beits­zeit­ver­tei­lung be­zo­ge­nen Di­rek­ti­ons­rechts des For­schungs­zen­trums.
Zwar hat der Kläger, was sich aus § 3 Abs. 3 TV ATZ selbst er­gibt, kei­nen An­spruch auf die Ver­ein­ba­rung ei­nes be­stimm­ten Ar­beits­zeit­mo­dells. Al­ler­dings ist der Wunsch des Klägers auf Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell zu prüfen, wo­bei zu­min­dest der Maßstab des § 315 BGB an­zu­le­gen bzw. ein­zu­hal­ten ist (vgl. BAG, Ur­teil vom 23.01.2007 - 9 AZR 624/06, w. b. b.).
Der Ar­beit­ge­ber wahrt bil­li­ges Er­mes­sen (§ 315 BGB) dann, wenn er die we­sent­li­chen Um-stände des Ein­zel­fal­les und die bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen an­ge­mes­sen berück­sich­tigt. Wel-che tatsächli­chen Umstände in die Er­mes­sens­abwägung ein­zu­be­zie­hen sind, rich­tet sich nach dem je­wei­li­gen Re­ge­lungs­ge­gen­stand. Geht es wie hier um die Ver­tei­lung der Ar­beits-zeit, sind al­le sach­li­chen Gründe berück­sich­ti­gungsfähig, die sich auf die La­ge der Ar­beits­zeit als sol­che be­zie­hen.
Der­ar­ti­ge auf den Be­triebs­ab­lauf be­zo­ge­ne Gründe sind im Streit­fall nicht vor­ge­bracht wor-den.
Ge­genüber dem vom Kläger be­an­trag­ten Block­mo­dell sind viel­mehr wirt­schaft­li-che/fi­nan­zi­el­le Gründe ein­ge­wen­det wor­den. Hier­bei geht es wie­der­um im We­sent­li­chen um die Be­fol­gung der An­wei­sung vom 08.03.2006, die dem Grund­satz ge­schul­det ist, die Be­wil-li­gung von Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­sen dürfe zu kei­nen zusätz­li­chen Be­las­tun­gen des Bun­des­haus­hal­tes führen.
In­so­weit ist zunächst zu­guns­ten des be­klag­ten Lan­des fest­zu­stel­len, dass die im Rund-schrei­ben vom 08.03.2006 ent­hal­te­ne ge­ne­rel­le Vor­ent­schei­dung der am Maßstab des § 315 BGB ge­bo­te­nen Ein­zel­fall­abwägung grundsätz­lich nicht ent­ge­gen­steht. Zwar ver­lan­gen Er-mes­sens­ent­schei­dun­gen des Ar­beit­ge­bers re­gelmäßig ei­ne Berück­sich­ti­gung der Umstände des Ein­zel­fal­les. Dies schließt aber ge­ne­rel­le Vor­ent­schei­dun­gen des Ar­beit­ge­bers, wie er ei­ne Ta­rif­norm in die Pra­xis um­setzt, nicht aus (vgl. BAG, Ur­teil vom 12.12.2000 - 9 AZR 706/99).
Der Voll­zug der An­wei­sung vom 08.03.2006 im Fall des Klägers hält aber im Er­geb­nis dem Maßstab nach § 315 BGB nicht stand.
In­so­weit gilt zunächst, dass die - ge­genüber dem Teil­zeit­mo­dell - erhöhte fi­nan­zi­el­le Be­las-tung durch das Block­mo­dell, wel­che sich in den Rück­stel­lun­gen und in den Kos­ten der In­sol­venz­si­che­rung nie­der­schlägt, für die Ver­tei­lung der Ar­beits­zeit oh­ne Be­deu­tung ist. Mit die­ser Be­gründung hat das BAG ein Ab­leh­nungs­recht hin­sicht­lich des vom Ar­beit­neh­mer ge-wünsch­ten Ar­beits­zeit­mo­dells (Block­mo­dell) ver­neint (vgl. BAG, Ur­teil vom 23.01.2007 - 9 AZR 624/06). Über­tra­gen auf den Streit­fall würde dies be­reits zu dem Er­geb­nis führen, dass das be­klag­te Land die An­wei­sung vom 08.03.2006 bei der Über­prüfung des An­trags des Klägers mit Er­folg nicht gel­tend ma­chen kann. Ein an­de­res Er­geb­nis folgt auch nicht aus der vom be­klag­ten Land vor­ge­brach­ten Bin­dung an die Wei­sung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums des In­ne­ren und die Abhängig­keit vom Bund als Zu­wen­dungs­ge­ber. Un­ter der Vor­aus­set­zung, dass sich der An­spruch des Klägers nach den ta­rif­li­chen Be­stim­mun­gen des TV ATZ rich­tet, gilt, dass An­wei­sun­gen des Zu­wen­dungs­ge­bers nicht ge­eig­net sind, ta­rif­lich be­gründe­te Ansprüche ein­zu­schränken. In­so­weit gilt für das For­schungs­zen­trum K. nichts an­de­res als im Be­reich der An­wen­dung des TV ATZ durch die dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um des In­ne­ren un­mit­tel­bar nach­ge­ord­ne­ten Behörden.
cc.) Das BAG hat zwar im Ur­teil vom 12.12.2000 - 9 AZR 706/99 aus­ge­spro­chen, die grundsätz­li­che Ent­schei­dung des öffent­li­chen Ar­beits­ge­bers, Verträge über Al­ters­teil­zeit nur in Be­rei­chen ab­zu­sch­ließen, in de­nen ein ab­zu­bau­en­der Stel­lenüber­hang be­ste­he, sei am Maßstab des § 315 BGB nicht un­bil­lig. Die­se Ent­schei­dung be­trifft aber den vor­lie­gend nicht ge­ge­be­nen Fall des Ab­schlus­ses von Verträgen über Al­ters­teil­zeit mit Ar­beit­neh­mern zwi­schen dem 55. und dem 59. Le­bens­jahr gem. § 2 Abs. 1 TV ATZ. Dem­ent­spre­chend be­zieht sich der BAG-Fall auf die Er­mes­sens­ausübung bei der Be­gründung von Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­sen (Ent­schei­dung über das „ob“), be­zo­gen auf Ar­beit­neh­mer oh­ne An­spruch nach
§ 2 Abs. 2 TV ATZ. Die im Ur­teil vom 12.12.2000 zur Er­mes­sens­ausübung an­ge­stell­ten Über­le­gun­gen können mit­hin nicht auf die im Streit­fall maßgeb­li­che auf das Ar­beits­zeit­mo­dell be­zo­ge­ne Er­mes­sens­ausübung über­tra­gen wer­den.
Geht man ent­ge­gen den vor­ste­hen­den Über­le­gun­gen da­von aus, un­ge­ach­tet des Um­stan­des ei­ner feh­len­den Be­ru­fung auf die Über­last­quo­te ha­be der Kläger kei­nen ta­rif­li­chen An­spruch auf Ab­schluss des be­gehr­ten Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­tra­ges er­wor­ben, so wäre, wie vom BAG im Ur­teil vom 15.04.2008 - 9 AZR 111/07 zum Aus­druck ge­bracht, von der Teil­ha­be des Klägers an frei­wil­li­gen Leis­tun­gen aus­zu­ge­hen, die vom For­schungs­zen­trum K. al­ler­dings un­ter Be­ach­tung des ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes zu er­brin­gen wären.
Auch un­ter der­ar­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen hätte die Kla­ge Er­folg.
Der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ge­bie­tet dem Ar­beit­ge­ber, Ar­beit­neh­mer oder Grup­pen von Ar­beit­neh­mern, die sich in ver­gleich­ba­rer La­ge be­fin­den, bei An­wen­dung sei­ner selbst ge­ge­be­nen Re­ge­lung gleich zu be­han­deln. Bei frei­wil­li­gen Leis­tun­gen muss der Ar­beit­ge­ber die Leis­tungs­vor­aus­set­zun­gen so ab­gren­zen, dass Ar­beit­neh­mer nicht aus sach­frem­den oder willkürli­chen Gründen aus­ge­schlos­sen wer­den.
Die­ser Grund­satz ver­langt vom Ar­beit­ge­ber die Gleich­be­hand­lung der Ar­beit­neh­mer in ver-gleich­ba­rer La­ge. Er ver­bie­tet nicht nur die willkürli­che Schlech­ter­stel­lung ein­zel­ner Ar­beit-neh­mer in der Grup­pe, son­dern auch ei­ne sach­frem­de Grup­pen­bil­dung. Der Gleich­be­hand-lungs­grund­satz ist da­her ver­letzt, wenn der Ar­beit­ge­ber ein­zel­ne Ar­beit­neh­mer ge­genüber an­de­ren Ar­beit­neh­mern in ver­gleich­ba­rer La­ge sach­fremd schlech­ter stellt. Bil­det der Ar­beit-ge­ber Grup­pen von begüns­tig­ten und be­nach­tei­lig­ten Ar­beit­neh­mern, muss die­se Grup­pen-bil­dung sach­li­chen Kri­te­ri­en ent­spre­chen. Da­bei kommt es dar­auf an, ob sich nach dem Zweck der Leis­tung Gründe er­ge­ben, die es un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände recht­fer-ti­gen, der ei­nen Ar­beit­neh­mer­grup­pe Leis­tun­gen vor­zu­ent­hal­ten, die der an­de­ren Grup­pe ein­geräumt wor­den sind. Ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung von Ar­beit­neh­mern ist dann mit dem Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ver­ein­bar, wenn die Un­ter­schei­dung ge­ra­de nach dem Zweck der Leis­tung ge­recht­fer­tigt ist. Ist dies nicht der Fall, kann die über­g­an­ge­ne Ar­beit-neh­mer­grup­pe ver­lan­gen, nach Maßga­be der begüns­tig­ten Ar­beit­neh­mer­grup­pe be­han­delt zu wer­den (ständi­ge BAG-Rspr., vgl. et­wa Ur­teil vom 19.03.2003 - 10 AZR 365/02, m. w. N.).
Die im Streit­fall in Be­tracht zu zie­hen­de „frei­wil­li­ge Leis­tung“ be­steht in der Be­gründung von Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­sen nach Maßga­be der Be­stim­mun­gen des TV-ATZ. Hier­bei er­folgt seit dem 17.02.2006 („Stich­tag“ gem. dem Rund­schrei­ben des BMI vom 08.03.2006) ei­ne Grup­pen­bil­dung da­hin­ge­hend, dass mit den­je­ni­gen, die das „Teil­zeit­mo­dell“ wünschen, Al­ters­teil­zeit­verträge ab­ge­schlos­sen wer­den. Die­je­ni­gen aber, die wie der Kläger die Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell durchführen möch­ten, können mit ih­rem An­trag grundsätz­lich kei­nen Er­folg ha­ben.
aa.) Die Grup­pen­bil­dung be­ruht auf der An­wei­sung gem. Rund­schrei­ben vom 08.03.2006. Da­von, dass das For­schungs­zen­trum be­reits zu­vor je­mals die in Re­de ste­hen­de grundsätz­li-che Dif­fe­ren­zie­rung vor­ge­nom­men hätte, ist nicht die Re­de. Han­delt es sich mit­hin um ei­ne Re­gel, die nicht auf ei­nem ei­genständi­gen Be­schluss des For­schungs­zen­trums be­ruht, viel-mehr im Voll­zug der im Schrei­ben vom 08.03.2006 auf­ge­stell­ten Re­gel be­steht, so ist zu-nächst die sei­tens des Bun­des­mi­nis­te­ri­um des In­ne­ren bei der Leis­tungs­er­brin­gung vor­ge-nom­me­ne Grup­pen­bil­dung zu prüfen.
Hier­nach ist fest­zu­stel­len, dass der im Rund­schrei­ben vom 08.03.2006 aus­ge­spro­che­ne pau­scha­le Aus­schluss des Ab­schlus­ses von Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verträgen im Block­mo­dell als sach­wid­ri­ge Grup­pen­bil­dung er­scheint. In­so­weit ist zu be­den­ken, dass das Rund­schrei­ben kei­nes­wegs auf den Fall der Über­schrei­tung der Quo­te gem. § 3 Abs. 1 Nr. 3 Alt. 1 ATZG be­zo­gen ist. Viel­mehr wird in die­sem Rund­schrei­ben der Nor­mal­fall ei­nes Ar­beit­neh­mers, wel­cher die Vor­aus­set­zun­gen gem. § 2 Abs. 2 TV ATZ erfüllt, ge­re­gelt. Auch der­je­ni­ge Ar-beit­neh­mer, wel­cher ei­nen An­spruch gem. § 2 Abs. 2 TV ATZ er­wor­ben hat, soll ge­ne­rell auf das Teil­zeit­mo­dell ver­wie­sen wer­den, an­de­ren­falls mit ihm kein Al­ters­teil­zeit­ver­trag ab­ge-schlos­sen wer­den darf. Die­se Reich- bzw. Trag­wei­te des Rund­schrei­bens vom 08.03.2006 folgt wie­der­um dar­aus, dass gem. dem Be­zugs­rund­schrei­ben vom 22.11.2005 be­reits die Be­ach­tung der Quo­te gem. § 3 Abs. 1 Nr. 3 ATZG auf­ge­ge­ben war (vgl. die An­wei­sung gem. den bei­den letz­ten Absätzen des Be­zugs­rund­schrei­bens vom 22.11.2005).
Dass ei­ne der­art pau­scha­le Be­schränkung auf Al­ters­teil­zeit­verträge aus­sch­ließlich im Teil-zeit­mo­dell ei­ne sach­wid­ri­ge Grup­pen­bil­dung dar­stellt, er­gibt sich aus den oben be­reits un­ter II, 1, b, bb ge­mach­ten Ausführun­gen ein­sch­ließlich der dort zi­tier­ten BAG-Recht­spre­chung. Die pau­scha­le Hand­ha­bung gem. dem Rund­schrei­ben vom 08.03.2006, bei wel­cher die nähe­re Prüfung ei­ner Be­wil­li­gung der Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell von vorn­her­ein aus­schei­det, ist kei­ne dem Maßstab des § 315 BGB ent­spre­chen­de Er­mes­sens­ausübung.
Hier­an ändert sich auch nichts da­durch, dass im Rund­schrei­ben vom 08.03.2006 Aus­nah­me­tat­bestände für sog. Stel­len­ab­bau­be­rei­che vor­ge­se­hen sind. Die Bil­dung von Aus­nah­men - gleich­viel, ob die­se wie­der­um auf sach­li­chen Über­le­gun­gen be­ru­hen oder nicht - be­freit nicht von der Ver­pflich­tung, zunächst ein­mal in den Nor­malfällen die am Maßstab des § 315 BGB ge­bo­te­ne Ent­schei­dung über das Ar­beits­zeit­mo­dell zu tref­fen.
bb.) Da sich die Wei­sung vom 08.03.2006 nicht auf die Grup­pen­bil­dung bei „frei­wil­li­gen Leis­tun­gen“ nach Über­schrei­tung der Quo­te gem. § 3 Abs. 1 Nr. 3 Alt. 1 ATZG be­zieht, ist zu fra­gen, ob sich ei­ne sach­ge­rech­te Dif­fe­ren­zie­rung spe­zi­ell bei der Um­set­zung der An­wei­sung durch das For­schungs­zen­trum K. er­gibt, weil/nach­dem die be­sag­te Quo­te über­schrit­ten wird.
Auch in­so­weit lässt sich je­doch kei­ne sach­ge­rech­te Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen den­je­ni­gen Ar­beit­neh­mern, die auf Teil­zeit­mo­dell­ba­sis ab­sch­ließen wol­len und den­je­ni­gen Ar­beit­neh-mern, die Al­ters­teil­zeit im Block­mo­dell wünschen, er­ken­nen.
Zunächst lässt sich der Ge­dan­ke ei­ner „natürli­chen Ein­schränkung des In­ter­es­sen­ten­krei­ses“ bei aus­sch­ließli­chem An­ge­bot des (un­at­trak­ti­ven) Teil­zeit­mo­dells un­ter dem Ge­sichts­punkt sach­ge­rech­ter Grup­pen­bil­dung kei­nes­wegs gut­heißen. Die in der­ar­ti­gen Über­le­gun­gen ein-ge­bun­de­nen wirt­schaft­lich-fi­nan­zi­el­len Gründe stel­len auch un­ter Ein­be­zie­hung des Über-schrei­tens der Über­last­quo­te kei­nen sach­li­chen Dif­fe­ren­zie­rungs­grund dar. Die vom öffent­li-chen Ar­beit­ge­ber bei der Gewährung von Al­ters­teil­zeit zu er­brin­gen­den ta­rif­li­chen Leis­tun­gen sind zunächst ein­mal gleich be­las­tend un­abhängig von der Fra­ge des gewähl­ten Ar­beits­zeit­mo­dells. Ein Un­ter­schied er­gibt sich le­dig­lich aus der Tat­sa­che, dass für das Block­mo­dell Rück­stel­lun­gen zu bil­den sind und ei­ne In­sol­venz­si­che­rung durch­zuführen ist. Die­se zusätz­li­chen (bi­lanzmäßigen) Be­las­tun­gen las­sen es aber nicht ge­recht­fer­tigt er­schei­nen, im ei­nen Fall ein Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis zu be­gründen, im an­de­ren nicht. In­so­weit muss sich das For­schungs­zen­trum K. viel­mehr dar­auf ver­wei­sen las­sen, dass die durch die er­heb­li­che Über­schrei­tung der Quo­te gem. § 3 Abs. 1 Nr. 3 Alt. 1 ATZG ein­ge­gan­ge­nen fi­nan­zi­el­len Be­las­tun­gen für die Be­gründung von Al­ters­teil­zeit­ar­beits­verhält­nis­sen - ganz of­fen­kun­dig - in kei­nem Verhält­nis ste­hen zu der „Er­spar­nis“ bei der Be­schränkung auf das Teil­zeit­mo­dell. Es er­sch­ließt sich nicht, dass/wes­halb un­ter der­ar­ti­gen Umständen der pau­scha­le Aus­schluss des Block­mo­dells ein sach­ge­rech­tes Kri­te­ri­um bei der Ver­ga­be der „frei­wil­li­gen Leis­tun­gen“ sein soll­te.
So­weit darüber hin­aus für das For­schungs­zen­trum aus­geführt wor­den ist, aus Gründen ei­nes Be­dar­fes am „Know-How“ Trans­fer sei die Kon­zen­tra­ti­on auf das Teil­zeit­mo­dell spe­zi­ell ent­spre­chend der Auf­ga­ben­stel­lung ei­nes For­schungs­zen­trums sach­ge­recht, so kann dar­in schon kein sach­ge­rech­tes Kri­te­ri­um für den ge­ne­rel­len Aus­schluss des Block­mo­dells ge­se­hen wer­den. Spe­zi­ell im Fall des Klägers ist der in Re­de ste­hen­de Vor­teil des Teil­zeit­mo­dells de­fi­ni­tiv auch nicht ge­ge­ben.
Die sach­wid­ri­ge Her­aus­nah­me des Klägers von der Be­gründung von Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver-hält­nis­sen führt da­zu, dass er Gleich­stel­lung am Maßstab der Be­stim­mun­gen des TV ATZ be­an­spru­chen kann. Dies ist die Be­gründung des gewünsch­ten Al­ters­teil­zeit­ar­beits­ver­tra­ges, denn ar­beits­zeit­be­zo­ge­ne Umstände, wel­che dem Be­geh­ren des Klägers ent­ge­gen­ste­hen könn­ten, exis­tie­ren nicht.
Nach § 97 Abs. 1 ZPO trägt das be­klag­te Land die Kos­ten der Be­ru­fung.
Gem. § 72 Abs. 2 ArbGG ist die Re­vi­si­on zu­ge­las­sen.
1. Ge­gen die­ses Ur­teil kann d. Bekl. schrift­lich Re­vi­si­on ein­le­gen. Die Re­vi­si­on muss in-ner­halb ei­ner Frist von ei­nem Mo­nat, die Re­vi­si­ons­be­gründung in­ner­halb ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten bei dem
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b. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol-cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
Win­zen­ried
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References: § 2
 § 3
 § 2
 § 3
 § 3
 § 3
 § 3
 § 2
 § 3
 § 253
 § 894
 § 311
 § 3
 § 2
 § 2
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§ 3
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 § 3
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 § 315
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 § 2

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 § 3
 § 3
 § 97
 § 72