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Timestamp: 2019-05-23 00:03:20+00:00

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BGH, 18.10.1993 - II ZR 255/92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,1700
BGH, 18.10.1993 - II ZR 255/92 (https://dejure.org/1993,1700)
BGH, Entscheidung vom 18.10.1993 - II ZR 255/92 (https://dejure.org/1993,1700)
BGH, Entscheidung vom 18. Januar 1993 - II ZR 255/92 (https://dejure.org/1993,1700)
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Beschränkung der Haftung - Gesellschaftsvermögen - Verwirtschafteter Haftungsfond - Konkursanmeldung - Zeugnisverweigerung - Verfahren
Unzulässigkeit des Verzichts auf eine Zeugenaussage zur Sache auch bei Zeugnisverweigerungsrecht wegen strafbarer Beteiligung an möglichem Betrug eines GmbH-Geschäftsführers
NJW 1994, 197
ZIP 1993, 1785
MDR 1994, 92
WM 1994, 84
Selbst wenn man - wie für die Fälle des § 384 Nr. 1 bis 3 ZPO (vgl. BGH, Urteil vom 18. Oktober 1993 - II ZR 255/92, NJW 1994, 197;… MünchKomm.ZPO/Damrau aaO § 384 Rn. 4 aE) - ausnahmsweise eine nachteilige Beweiswürdigung für zulässig hielte, wenn besondere, konkret festgestellte Indizien dies rechtfertigen (…vgl. Zöller/Greger, ZPO, 31. Aufl., § 383 Rn. 7), führte dies im Streitfall zu keinem anderen Ergebnis.
Aufgrund der detaillierten Beweisthemen im Parallelverfahren bestand für die Kammer keinerlei Anlass, die angebotenen Zeugen erneut zu ihrer Konfliktlage zu befragen und ihnen anhand der Beweisthemen konkrete Beweisfragen zu stellen (vgl. auch BGH, Urt. v. 18. Oktober 1993 - II ZR 255/92 - NJW 1994, 197 [198]).
Wenngleich aus der Aussageverweigerung alleine in der Regel wohl keine Schlüsse zum Nachteil der Partei gezogen werden können, so ist doch der Umstand der Weigerung in die Gesamtwertung der feststehenden Umstände einzubeziehen (BGH. NJW 1994, 197 [198]; OLG München, NJW 2011, 80 [81];… Musielak/Voit/Huber, ZPO, 15. Aufl., § 383 Rdnr. 10;… MüKo-ZPO/Damrau, 5. Aufl., § 384 Rdnr. 4;… Zöller/Greger, ZPO, 32. Aufl., § 384 Rdnr. 3, a.A. Wieczorek/Schütze/Ahrens, § 384 Rdn. 19: Unverwertbarkeit der Aussage).
Es kommt hinzu, dass der Tatrichter im Falle einer Zeugnisverweigerung nach § 384 Nr. 2 ZPO - anders als in den Fällen des § 383 Abs. 1 Nr. 1 3 ZPO - nicht gehindert ist, diese im Rahmen seiner freien Überzeugungsbildung zu würdigen (vgl. BGH, Urteil vom 18. Oktober 1993 - II ZR 255/92, NJW 1994, 197 unter I 2 a; OLG München NJW 2011, 80, 81;… MünchKomm-ZPO/Damrau, 3. Aufl. § 384 Rn. 4).
Dabei wird zu berücksichtigen sein, dass § 384 Nr. 2 ZPO nur ausnahmsweise zur umfassenden Verweigerung der Aussage berechtigt (BGH, Urteil vom 18. Oktober 1993 - II ZR 255/92, WM 1994, 84, 85 f.;… Beschluss vom 8. April 2008 - VIII ZB 20/06, WM 2008, 1808 Rn. 17) und die oben angesprochene Indizwirkung nur bei vergleichbaren Anlagegeschäften in Betracht kommt (…vgl. Senatsurteil vom 8. Mai 2012 - XI ZR 262/10, BGHZ 193, 159 Rn. 50).
Es handelt sich also um ein gegenständlich beschränktes Aussageverweigerungsrecht (vgl. BGH, NJW 1994, 197;… MünchKomm(ZPO)- Damrau, aaO., § 384 ZPO, Rdn. 2).
Diese Beurteilung steht entgegen der Auffassung der Rechtsbeschwerde nicht im Widerspruch zu der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 18. Oktober 1993 (II ZR 255/92, NJW 1994, 197, unter I 2 a), nach der das Zeugnisverweigerungsrecht nach § 384 ZPO gegenständlich auf bestimmte Fragen beschränkt ist und voraussetzt, dass dem Zeugen solche Fragen zunächst einmal gestellt werden.
Die Beweisfrage, die dem Zeugen Sch. gestellt werden konnte und sollte, lag auf der Hand; er hat sie selbst formuliert mit seiner Aussage: "Die Frage, ob ich das Anmeldeschreiben vom 11.12.2002 abgegeben habe, möchte ich jetzt nicht mehr beantworten." Das Recht des Zeugen, solche Fragen nicht zu beantworten, die ihn in die von § 384 ZPO umschriebene Konfliktlage bringen könnten, kann im Einzelfall dazu führen, dass der Zeuge zur Sache gar nichts auszusagen braucht (BGH, Urteil vom 18. Oktober 1993, aaO).
Dabei gibt § 384 ZPO dem Zeugen grundsätzlich nicht das Recht, die Aussage insgesamt zu verweigern; es gestattet ihm nur, solche Fragen nicht zu beantworten, die ihn in die vom Gesetz umschriebene Konfliktlage bringen können (BGH, Urt. v. 18. Oktober 1993 - II ZR 255/92, NJW 1994, S. 197 ff.).
Es geht grundsätzlich nicht an, im Hinblick darauf, dass für den Zeugen A eine jener Konfliktlagen iSv. § 384 ZPO eintreten könnte, ihn erst gar nicht zu befragen (BGH, Urt. v. 18. Oktober 1993, a.a.O., ebd.).
Verfahrensfehlerhaft wäre es, den Zeugen A entgegen dem Beweisbeschluss vom 15. März 2006 erst gar nicht zur Person und zur Sache zu vernehmen (BGH, Urt. v. 18. Oktober 1993, a.a.O., ebd.).
14 b) Auch wenn § 384 Nr. 2 ZPO grundsätzlich nur ein gegenständlich beschränktes Zeugnisverweigerungsrecht enthält (BGH NJW 1994, 197;… Reichold in: Thomas/Putzo, ZPO 30. Aufl. 2009, § 384, Rdnr. 1;… Greger in: Zöller, ZPO, 28. Aufl. 2010, § 384, Rdnr. 1;… Huber in: Musielak ZPO, ZPO, 7. Aufl. 2009 § 284, Rdnr. 1;… Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO, 68. Aufl. 2010, § 384 Rdnr. 1;… Rosenberg/Schwab/Gottwald, Zivilprozessrecht 16. Aufl. 2006, § 119, Rdnr. 23) führt dies im vorliegenden Fall nicht dazu, dass dem Zeugen einzelne Fragen zu stellen und daran zu prüfen wäre, ob jeweils ein Zeugnisverweigerungsrecht besteht.
OLG Düsseldorf, 02.08.2010 - 1 W 27/10
Schadensersatz aus einem Reisevertrag i.R.e. Unfalls aufgrund Mangelhaftigkeit …

References: § 384
 § 384
 § 383
 § 383
 § 384
 § 384
 § 384
 § 384
 § 383
 § 384
 § 384
 § 384
 § 384
 § 384
 § 384
 § 384
 § 384
 § 384
 § 384
 § 284
 § 384
 § 119