Source: http://www.vkm-baden.de/infothek/gd-stell.htm
Timestamp: 2017-03-26 03:29:09+00:00

Document:
Kirchengewerkschaft - Baden : GemeindediakonInnenstelle
Oktober 2010Januar 2009
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Inhalt A) Einrichtung / Ausstattung einer Stelle
1) Einsatzkonzeption im Kirchenbezirk
2) Beteiligung der Berufsgruppe im Kirchenbezirk
3) Erstellen eines Profils
4) Zielformulierung
a) Gemeindediakoninnen- und -diakonengesetz (GDG)
b) Übergemeindliche Aufgaben
c) Funktionale Dienste in Kirchenbezirken
d) Einsatzkonzeption
5) Sicherstellung der Finanzen
a) Haushaltsstellen / -titel
d) Reisekosten
f) Büroequipment
g) Sponsoring / Spenden
h) Rückstellung / Abschreibung für Erneuerungen und Neuanschaffungen
6) Einrichtung Arbeitsplatz
a) Arbeitszimmer (Dienstzimmerregelung für Gemeindediakone/-innen)
b) Arbeitssicherheit
c) Arbeitsmedizin
e) personelle Zuarbeit (Sekretariat, Haustechnik)
C) Auswahlverfahren (Landeskirchliche Anstellung)- Besetzungsverfahren
D) Aufgaben und Tätigkeitsfelder
1) Verkündigung und Aufgaben im Predigtamt 2) Pflichtdeputat RU (DB ERU + RU-Gesetz)
E) Fortbildung / Weiterbildung / Kontaktstudium / Aufbauausbildung
1) Fortbildung
3) Kontaktstudium
4) Aufbauausbildung
5) Supervision und Balintgruppe
F) Ältestenkreis / Kirchengemeinderat
G) Dienstplan
1) Arbeitsschutzgesetze
2) kirchl. Arbeitsrecht
3) TVöD
4) Allgemeine Dienstanweisung
H) Gruppenamt
I) Evaluation + Reflexion
1) turnusmäßige Beratung im ÄK
2) Berichtswesen
3) Gemeindeberatung
4) Orientierungsgespräch
A) Einrichtung / Ausstattung einer Stelle
Nach der "Neuregelung der Einsatzkonzeption und Stellenbesetzung von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen" vom 1. Februar 2003 kommen dem Kirchenbezirk besondere Aufgaben und Verantwortungsbereiche beim Einsatz von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen zu.
Jedem Kirchenbezirk werden auf der Grundlage des landeskirchlichen Stellenplans ein Kontingent an Stellen für Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone zugewiesen.
"Der Kirchenbezirk übernimmt eine wesentliche Mitverantwortung in der Einsatzkonzeption der Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone.
Der Bezirkskirchenrat informiert die Gemeinden regelmäßig über die Stellensituation. Die Gemeinden werden aufgefordert, ihren Bedarf zu melden und eine Einsatzkonzeption vorzulegen.
Der Bezirkskirchenrat beteiligt den Bezirkskonvent der Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone an der grundsätzlichen Einsatzkonzeption innerhalb des Bezirkes, an der Auswahl der Einsatzstellen und an den Ausschreibungen." ( Nr. 1 "Konzeption")
Der vkm fordert, dass die Berufsgruppe (Bezirks- bzw. Regionalkonvent) - zusätzlich zur Mitarbeitervertretung (MAV) - bei
* Versetzungen und
* Stellenverortungen
verbindlich mitbestimmt.
Unter Beachtung der §§ 66a, 68 bis 74, 76, 81 und 89 Abs. 1 Ziff. 8 Grundordnung legen die Organe des Kirchenbezirkes die Stellen der Gemeindediakoninnen und -diakone fest.
"1. Aufgaben der Kirchenbezirke
Der Bezirkskirchenrat beteiligt den Bezirkskonvent der Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone an der grundsätzlichen Einsatzkonzeption innerhalb des Bezirkes, an der Auswahl der Einsatzstellen und an den Ausschreibungen.
2. Grundsätzliche Kriterien für den Einsatz
Die fachliche Kompetenz von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen soll innerhalb eines gemeindepädagogischen und gemeindedidaktischen Konzeptes eingesetzt werden.
Die Einsatzkriterien richten sich nicht nach den Entlastungsnotwendigkeiten für die Pfarrerin oder den Pfarrer, sondern an dem Berufsbild und der fachlichen Kompetenz der Gemeindediakonin / des Gemeindediakons.
Bei einer Einsatzplanung sollen quantitative und qualitative Kriterien entwickelt werden, damit die Kirchenbezirke ihre Mitverantwortung für den Einsatz von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen wahrnehmen und ihre ortsnahe Sachkompetenz einbringen können."
( Nr. 1 u. 2 "Konzeption")
Die Kompetenz der Gemeindediakoninnen und -diakone umfasst von ihrer Ausbildung her nicht nur das Wissen, die Kenntnisse und die Befähigung der verschiedensten Aufgabengebiete für den Gemeindeaufbau, sondern auch die Fähigkeit darüber, wo ihre spezifischen Fertigkeiten am sinnvollsten und wirksamsten eingesetzt werden können.
Gemeinsam erarbeitet Zielformulierungen und -beschreibungen, sowie Stellenprofile können die Einsatzplanung erheblich erleichtern.
Der vkm fordert daher,
dass die Vertretung der Berufsgruppe (Bezirks- bzw. Regionalkonvent) bei allen relevanten Vorgängen einer
* Stellenerrichtung
* Versetzung
* und Stellenveränderung
zusätzlich zur Mitarbeitervertretung (MAV) verbindlich mitbestimmt.
Damit die Gemeindediakonin / der Gemeindediakon optimal in der Gemeinde eingesetzt werden und somit auch ein Optimum für den Gemeindeaufbau beitragen kann, ist es sinnvoll, ein Stellenprofil zu entwickeln.
In diesem Stellenprofil sollte aufgeführt sein, welche Aufgaben und Tätiglkeiten aus der Sicht der Gemeindeleitung (Ältestenkreis / Kirchengemeinderat) am dringensten für die Gemeinde erforderlich sind.
Dabei können die verschiedenen Tätigkeiten durchaus in Aufgabengebiete zusammengefasst werden.
Wichtig für ein Stellenprofil ist neben der Aufzählung der einzelnen Aufgaben eine zeitliche Gewichtung der Aufgabengebiete.
Die zeitliche Gewichtung kann je nach Aufgabengebiet von der Wichtigkeit der Aufgaben abweichen: Unter Umständen benötigt eine zweitrangige Aufgabe, die aber doch wichtig ist, im Vergleich zu einer vorrangigen Aufgabe mehr Zeit.
Die Summe der Zeitansätze darf dabei die wöchentliche Arbeitszeit der zur Verfügung stehenden Stelle nicht überschreiten:
Bei einer 100% - Stelle beträgt die wöchentliche Arbeitszeit derzeit 39 Stunden. Auf den im Rahmen des "Pflichtdeputats" zu erteilenden Religionsunterricht entfallen dabei umgerechnet 8,6 Stunden (siehe hierzu Abschnitt D 2 Pflichtdeputat RU (DB ERU + RU-Gesetz)).
Gründliche Überlegungen sind hier notwendig, um ein fundiertes Stellenprofil vorlegen zu können.
Das Stellenprofil korrespondiert mit dem Dienstplan der/des Stelleninhabers/in.
* eine Stelle für eine Gemeindediakonin bzw. einen Gemeindediakon in der Gemeinde zur Verfügung steht,
* die Berufsgruppe im Kirchenbezirk einbezogen wurde und
* ein Stellenprofil erarbeitet wurde,
dann muss sich die Gemeindeleitung darüber klar werden, welche Ziele sie mit diesem Personaleinsatz verbindet.
An erster Stelle werden natürlich die Ziele stehen, welche die Gemeindeleitung dazu bewogen haben, eine Stelle für eine Gemeindediakonin bzw. einen Gemeindediakon einzurichten oder wieder zu besetzen:
* Aufgaben und deren Ziele, die bislang aus Mangel an MitarbeiterInnen (ehren- oder hauptamtlich) nicht in Angriff genommen werden konnten,
* Aufgaben und deren Ziele, die sich aus einem veränderten Gemeindeprofil / einer sich veränderten Situation der Gemeinde ergeben haben,
* Ziele, die sich durch Beratung, Reflexion und Überlegungen in der Gemeindeleitung neu herauskristallisiert haben, oder
* Aufgaben und Ziele, die durch gesellschaftliche Entwicklungen oder Änderungen in der Gesetzgebung in den Aufgabenbereich der Gemeinde hineingewachsen sind.
Sicher gibt es noch eine weitere Anzahl von Konstellationen, welche zu der Einrichtungoder Wiederbesetzung einer Stelle für eine Gemeindediakonin bzw. einen Gemeindediakon im Einzelfall führen mögen.
Nicht übersehen werden dürfen dabei jedoch die strukturellen und inhaltlichen Vorgaben, die mit dem Einsatz einer Gemeindediakonin bzw. eines Gemeindediakons zu beachten sind.
1. das Gemeindediakoninnen- und -diakonengesetz (GDG)
2. Regelungen für einen übergemiendlichen Einsatz
3. Funktionale Dienste in Kirchenbezirken
4. Neuregelung der Einsatzkonzeption und Stellenbesetzung von Gemeindediakoninnen und -diakonen
Das kirchliche Gesetz, welches sich auf Artikel 98 Grundordnung bezieht, ist das
Kirchliche Gesetz
über den Dienst der Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone in der Evangelischen Landeskirche in Baden
(Gemeindediakoninnen- und -diakonengesetz) (GDG)
abgedruckt in: GVBl
und die dazugehörenden Verordnung, GVBl
b) übergemeindlicher Einsatz
Der übergemeindliche Einsatz unterscheidet sich in der Hauptsache vom Einsatz in nur einer (Pfarr-) Gemeinde dadurch, dass nicht nur eine Gemeindeleitung die Verantwortung in der ganzen Fülle für den Personaleinsatz und die zu erbringende Arbeit hat, sondern hierbei mehr als eine Gemeindeleitung miteinander zusammen überlegen, planen, arbeiten und sich absprechen müssen.
In der "Einsatzkonzeption und Stellenbesetzung von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen" vom 1. Februar 2003 steht dazu unter Nr. 4 b Rahmenvorgaben:
"b. Gemeindeübergreifende Einsätze
Der Einsatz einer Gemeindediakonin / eines Gemeindediakons in mehreren Gemeinden ist im Rahmen einer gemeindeübergreifenden Kooperation möglich, die sich aber nicht allein auf den Dienstauftrag dieser Mitarbeiterin, dieses Mitarbeiters beziehen darf.
Wenn der Einsatz der Gemeindediakonin / des Gemeindediakons für eine Region oder mehr als eine Gemeinde vorgesehen ist, wird empfohlen, eine Dienstgruppe oder ein Gruppenamt einzurichten.
Es ist darauf zu achten, dass die Gemeindediakonin / der Gemeindediakon einem Leitungsorgan zugeordnet ist. Vor Dienstbeginn sind Dienstort, Dienstzimmer, Fahrtkosten und dergleichen zu regeln.
Funktionale Einsätze im Kirchenbezirk sind möglich, sofern sie konzeptionell begründet sind und die Frage der Zuordnung der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters geregelt ist."
(aus der neu zu erlassenden Verordnung zum GDG einfügen)
Durch diese Regelungen wird deutlich, dass ein übergemeindlicher Einsatz nicht die Regel sein soll, wenngleich diese Einsätze angesichts der Stellen- und Personalsituation in der Landeskirche zunehmen.
Auf alle Fälle müssen neben den organisatorischen und strukturellen Regelungen wie
* zuständiges Leitungsorgan
* Dienstzimmer
* Arbeitsmittel etc.
die inhaltlichen Zielsetzungen eines derartigen gemeindeübergreifenden Einsatzes vorab geklärt und definiert werden. Es wird einleuchten, dass ein/e Gemeindediakon/in nicht in der einen Gemeinde Seniorenarbeit und in der zweiten Gemeinde Kindergottesdienstarbeit befriedigend abdecken kann (in einer weiteren dritten oder vierten Gemeinde sollen dann auch noch Klinikseelsorge und Aufbau eines Jugendzentrums oder Freizeitarbeit als Schwerpunkte bearbeitet werden).
Zusätzlich zu allem ist selbstverständlich das Pflichtdeputat Religionsunterricht im Umfang von knapp 25% der zur Verfügung stehenden Stelle zu leisten.
dass die Vertretung der Berufsgruppe als sachkundige und kompetente Interessensgruppe bei allen relevanten Vorgängen einer
* übergemeindlichen Stellenerrichtung
* Einstellung oder
* Versetzung sowie
* Stellenveränderung auf eine übergemeindliche Stelle
Neben den traditionellen funktionalen Diensten im Kirchenbezirk - Diakonisches Werk, Bezirkskantorat, (Kinder- und) Jugendwerk, Erwachsenenbildung - entstehen in einigen Kirchenbezirken auch andere übergemeindliche Aufgaben.
Diese funktionalen Dienste orientieren sich überwiegend an den regionalen Besonderheiten und an der Fantasie der Leitungsorgane. Grundsätzlich können derartige Aufgaben als Herausforderung betrachtet werden und als Möglichkeit, Neues auszuprobieren und kirchliches Leben weiterzuentwickeln. Oft besteht auch die Chance, die Einrichtung neuer Stellen über das Arbeitsplatzförderungsgesetz der Evangelischen Landeskirche in Baden (AFG III, veröffentlicht im GVBl Nr. 2/2002, S. 28 f) zu finanzieren.
Funktionale Einsätze im Kirchenbezirk sind möglich, sofern sie konzeptionell begründet sind und die Frage der Zuordnung der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters geregelt wird (siehe 3)."
Durch diese Regelungen wird deutlich, dass neben den organisatorischen und strukturellen Regelungen wie
die konzeptionelle Begründung und deren inhaltliche Zielsetzungen eines derartigen kirchenbezirklichen funktionalen Dienstes vorab geklärt und definiert werden müssen.
* Errichtung einer funktionalen Stelle im Kirchenbezirk
* Einstellung auf eine funktionale Stelle im Kirchenbezirk oder
* Versetzung auf eine funktionale Stelle im Kirchenbezirk
"Einsatzkonzeption und Stellenbesetzung von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen" vom 1. Februar 2003
lautet der ganze Titel.
In der Einsatzkonzeption ist genau beschrieben, wie eine Stellenbesetzung idealerweise abzulaufen hat.
In der Regel übernimmt die Evangelische Landeskirche in Baden für die auf den im Rahmen des kirchenbezirklichen Kontingents (siehe dazu auch Abschnitt A 1) Einsatzkonzeption im Kirchenbezirk) eingesetzten Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone die Personalkosten in voller Höhe.
Ausnahmen sind z.B: Projektstellen nach dem landeskirchlichen Arbeitsplatzförderungsgesetz (siehe auch Abschnitt A 4 c) Funktionale Dienste; bei diesen Stellen wird vom Projektträger nach § 4 Abs. 3 AFG III eine Mitfinanzierung (derzeit mindestens 10%) verlangt.
Neben den Personalkosten jedoch fallen noch einige andere Kosten an. Ebenso wie ein Automechaniker ohne Werkzeug kein Auto reparieren kann, kann eine Gemeindediakonin oder ein Gemeindediakon ohne angemessene Sicherstellung der Sachkosten keine vernünftige und sinnvolle Arbeit verrichten - und inzwischen benötigen Autowerkstätten auch moderne Diagnosegeräte und können mit einem Werkzeugkasten, der gefüllt ist mit Schraubenschlüsseln und Hammer, bestenfalls nur kleinere und unbedeutende Schäden am Auto beheben. Ähnliches gilt ebenso für den Arbeitsplatz und dessen Ausstattung einer Gemeindediakonin oder eines Gemeindediakons. Näheres steht dazu auf den folgenden Seiten.
Zudem gibt es eine Reihe von Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften (siehe Abschnitt 6) Einrichtung Arbeitsplatz), welche finanzielle Berücksichtigung erwarten.
Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter ist u.a. auch immer so gut, wie man sie oder ihn sein lässt
Dies Sprichwort stimmt garantiert nicht in allen Fällen und bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, birgt aber dennoch eine tiefe Weisheit in sich:
Wird den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch in finanzieller Hinsicht die Verantwortung für ihre Arbeitsgebiete gegeben, die sie sinnvollerweise benötigen, so wird diesen damit unausgesprochen auch ein Vorschuss an Vertrauen mitgegeben, welches seinerseits motiviert und anspornt.
Im Klartext bedeutet dies, das gemäß den kassenrechtlichen Vorschriften den Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen weitestgehende Vollmachten in finanzieller Hinsicht für ihre Aufgaben- und Tätigkeitsgebiete gegeben werden sollen.
Am einfachsten läßt sich dies durch eigene Haushaltsstellen und -titel erreichen.
Der Berufsgruppentag der Gemeindediakoninnen und -diakone hat beim Berufsgruppentag am 10. Juni 2002 dazu gefordert:
Zur Einrichtung einer Gemeindediakonenstelle gehört die Einrichtung einer Haushaltsstelle, durch die (mindestens) folgende Kosten abgedeckt werden:
* Bürobedarf und Materialbedarf (laufende Kosten)
* Fachzeitschriften und -lektüre
* Erneuerung der Büroeinrichtung und der Arbeitsmaterialien
Dieser Forderung schließt sich der vkm an.
Unter dem Begriff Arbeitsmittel subsummieren sich die Kosten, die als allgemeine Kosten zur Erhaltung eines Arbeitsplatzes von einer Gemeindediakonin oder eines Gemeindediakones notwendigerweise enstehen.
Es geht hierbei nicht um die Kosten der Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder die Kosten für Verbrauchsmaterial, sondern um Gelder, die z.B.
* für den Telefonanschluss,
* für CD-Rohlinge für die Datensicherung,
* für das Abonnemet von Fachzeitschriften,
* für den Empfang von e-mail newsletter oder
* für Wartungsverträge von technischen Geräten anfallen.
Diese Kosten sollen vorab jährlich zusammengestellt und in den Haushalt eingeplant werden.
Wie schon der Begriff Verbrauchsmittel beschreibt, handelt es sich hiebei um Kosten, welche durch einen gewissen Verbrauch entstehen:
Als Beispiel mag folgende Aufzählung dienen:
* Telefon- und Interneteinheiten, Portokosten
* Papiere und Versandmaterial
* Tonerkartuschen, Inkfilme
* Druckerpatronen
* Folien, Etiketten, Ordnerrücken, Register etc.
* Disketten und CD-Rohlinge
* Schreib- und Malwerkzeuge
* Archivierungs- und Ordnungsmaterialien
* Moderationsmaterial
Auch diese Kosten müssen kalkuliert und haushaltstechnisch berücksichtigt werden.
Sinnvollerweise unterschieden werden kann bei Reisekosten zwischen anfallenden Kosten für
* Dienstreisen, die für den täglichen Dienst erforderlich sind und
* Dienstreisen, die einmalig für ein bestimmtes Projekt oder eine einmalige Veranstaltung anfallen.
Dienstreisen, die auf Grund einer Aufgabenzuteilung durch den Dienstplan (Besuche bei Geburtstagsjubilaren, Hausbesuche von Gemeindegliedern, Besprechungen und Sitzungen außerhalb des Dienstgebäudes, Ausleihe von Fachliteratur oder Bildmedien, Besorgungsfahrten u.ä.) sollten praktischerweise zusammengefasst abgerechnet werden können.
Fahrten, die einmalig z.B: für ein bestimmtes Projekt entstehen (Besichtigung der Unterkunft für eine Familienfreizeit), sollten auch in der spezifischen Abrechnung zu Buche schlagen und nicht den allgemeinen Haushalt belasten.
Ob und wo die Grenze zwischen einer "projektbezogenen Abrechnung" und der Kostenzuweisung zum "allgemeinen Haushalt" gezogen wird, hängt im Wesentlichen von den Erfordernissen der Einsatzstelle und dem Wunsch nach Transparenz ab.
* Bei der Berechnung der Reisekosten ist auf jeden Fall das KIRCHLICHE DIENSTREISEKOSTENGESETZ zu beachten.
* Die Kosten für die allegemeinen Dienstreisen sind zu kalkulieren und in den Haushalt einzustellen (am Besten eine eigene Haushaltstelle).
Ausführungen zum Thema: Reisekosten
Über die Wichtigkeit und Wirkung guter Öffentlichkeitsarbeit soll an dieser Stelle keine Ausführung erfolgen ("Tue Gutes und rede darüber!"). Sowohl die Evangelische Landeskirche in Baden als auch die Kirchenbezirke und Gemeinden wissen um die Wichtigkeit dieser Materie und halten entsprechende Arbeitshilfen vor, bieten Fortbildungen und Beratung an.
Doch auch vernünftige Öffentlichkeitsarbeit ist nicht kostenfrei zu haben.
Auch dafür sollte (muss) eine eigene Haushaltsstelle eingerichtet und eigene Mittel bereitgestellt werden.
Der Erfolg der Tätigkeit, des Wirkens einer Gemeindediakonin oder eines Gemeindediakons lässt sich schwer ermitteln. Der Erfolg wird abhängig sein zuallererst vom Wirken des Heiligen Geistes.
Einige beeinflußbare Größen gibt es dabei jedoch auch:
* Fleiß und Bemühung
* Grad der Unterstützung durch das Leitungsorgan
* Kooperations- und Teamfähigkeit
* Zuarbeit der anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
* Ausstattung des Arbeitsplatzes
* ........................................ (die Liste ließe sich fortsetzen)
Alle denkbaren Arbeitsgebiete für Gemeindediakoninnen und -diakone (außer dem spontanen, nicht vorbereitbarem Gespräch auf der Straße) jedoch erfordern eine gründliche Vorbereitung. Um diese Vorbereitungsarbeit zu unterstützen ist ein dem heutigen Standart angepasstes Büroequipment erforderlich.
1. Es soll ein Raum vorhanden sein, in dem folgende Arbeitsmittel zur Verfügung stehen:
* Schränke, z.T. abschließbar
* Ablagefläche
* Ablage für Registratur
2. Ein weiterer Raum für Arbeitsmittel ist zur Verfügung zu stellen.
3. Ein eigener (nicht privater) PC soll folgenden Standards entsprechen:
* er ist vernetzbar
* er hat E-Mail Anschluss
* er ist mit Virenschutz und Firewall ausgerüstet
* und er entspricht den IT-Standards des EOK
* Da der Arbeitsplatz (nach Beurteilung der Berufsgenossenschaft) ein Bildschirmarbeitsplatz ist, gilt die [externer Link] Verordnung für Bildschirmarbeitsplätze. (siehe hierzu Abschnitt A 6 c) Arbeitsmedizin)
4. Zur Büroausstattung gehören weiterhin:
* ein separates Telefon mit eigener Nummer
* ein Anrufbeantworter
5. Der Zugang zu folgenden Arbeitsmitteln soll gewährleistet sein:
* Fax, Kopierer, Schneidemaschine etc.
Diesen Forderungen schließt sich der vkm an.
Allseits bekannt ist die Kenntnis um die z.T. prekäre Finanzlage der Gemeinden.
Eine Möglichkeit zur Entspannung dieser Situation kann im Bereich des Sponsoring liegen:
Ebenso wie einige Gemeinden über Spenden und Sponsoring Projektstellen für Gemeindediakoninnen / Gemeindediakone im Rahmen des kirchlichen Arbeitsplatzförderungsgesetzes (AFG III) geschaffen haben, so könnte auch eine Stelle im Rahmen der landeskirchlichen Zuweisung (für die Sachmittel) entsprechend unterstützt werden.
Zu prüfen ist hierbei, ob es Arbeitsgebiete der Gemeindediakonin oder des Gemeindediakons gibt, die sich leicht verständlich der Öffentlichkeit darstellen lassen oder welche die Gemeinde für unterstützenswert hält. Auf die Chancen und Möglichkeiten, die sich durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit eröffnen, sei hier verwiesen. (siehe auch Abschnitt A 5 e) Öffentlichkeitsarbeit)
h) Rückstellung / Abschreibung für Erneuerung und Neuanschaffung
Als letzter Punkt zum Thema "Sicherstellung der Finanzen" für einen Arbeitsplatz einer Gemeindediakonin oder eines Gemeindediakons dürfen die Gedanken an die Zukunft des Arbeitsplatzes nicht zu kurz kommen.
Für eine zukunftsorientierte und verlässliche Planung ist es notwendig, Finanzmittel für die Rückstellung von Erneuerungen in die laufenden Haushalte einzustellen. Bekannterweise verschleißen Einrichtungsgegenstände und Arbeitsmittel im Laufe der Jahre. Wiederbeschaffungen fallen leichter, wenn dafür Gelder rückgestellt worden sind. Die "Haltbarkeit" der einzelnen Gegenstände läßt sich sehr gut an den Tabellen der Finanzämter ablesen, welche diese für die steuerlichen Abschreibungen auf Anfrage herausgeben.
wenn irgend möglich sollten eingedenk dieses Leitsatzes auch Gelder für zukünftig anfallende Neuanschaffungen oder Projekte in den jeweils laufenden Haushalt eingestellt werden.
Im Einzelfall muß dies in der Summe nicht viel sein:
Sollte jedoch in einigen Jahren eine Neuanschaffung anstehen oder ein neues Projekt mit Sachmitteln gefördert werden wollen, so fällt ein positiver Beschluß dazu im Leitungsgremium leichter, wenn auf Rücklagen zugegriffen werden kann.
Der Einrichtung des Arbeitsplatzes einer Gemeindediakonin oder eines Gemeindediakons muss besondere Beachtung geschenkt werden:
Verschiedene gesetzliche Vorschriften und Verordnungen sowie Vorgaben der Berufsgenossenschaften wollen erfüllt werden, und zudem ist ein Arbeits- und Dienstzimmer oder Büro auch ein "Aushängeschild" der Gemeinde.
"NEUE QUALITÄT DER ARBEIT"
Bund, Länder, Sozialversicherungsträger, Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich im September 2002 auf eine gemeinsame Plattform für die nationale Initiative "Neue Qualität der Arbeit" (INQA) geeinigt. Leitvorstellung der Initiative ist es, die Interessen der Menschen an positiven, gesundheits- und persönlichkeitsförderlichen Arbeitsbedingungen mit der Notwendigkeit wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze zu verbinden.
(Internetportal der INQA einpflegen!)
a) Arbeitszimmer
Dienstzimmerregelung für Gemeindediakoninnen und -diakone
(abgedruckt in: Recht der Evangelischen Landeskirche in Baden Nr. 470.400 )
In der Dienstzimmerregelung für Gemeindediakone/-innen wird vorausgesetzt, dass ein Einsatz nur dann möglich ist, wenn ein angemessener Arbeitsplatz (Dienstzimmer) vorhanden ist. Für das Dienstzimmer wir in dieser Regelung folgende Reihenfolge aufgestellt:
1. Die Kirchengemeinde muß ein Dienstzimmer zur Verfügung stellen.
2. Danach sollen andere kirchliche Gebäude genutzt werden.
3. Geht das nicht, soll ein Dienstzimmer angemietet werden.
4. Geht auch das nicht, können bis zu 12 qm im Privathaushalt bezahlt werden, wenn der Raum den steuerlichen Vorschriften für ein Arbeitszimmer entspricht und geeignet erscheint (d.h. für Besucher zugänglich ist, nicht Teil des Wohnzimmers ist etc.).
Laut einer Mitteilung des EOK vom November 1996 können die Kosten nach Maßgabe der Richtlinien abgerechnet oder pauschaliert werden. Eine Pauschale allerdings ist steuer- und sozialabgabenpflichtig und bedarf der Genehmigung des EOK.
Zum Thema Arbeitssicherheit gehören nicht nur die Stichworte:
* Fluchtwege
* Stolper- und Stoßfallen
* Gesundheitliche Sicherheit (Beleuchtung, Belüftung, Klima, verwendete Baumaterialien und Reinigungsmittel etc),
die sich aus der Arbeitsstättenverordnung und den Vorschriften der Berufsgenossenschaft ergeben, sondern auch Punkte wie:
* Haftungssicherheit
* Datensicherheit und Datenschutz
(zu den beiden letzten Themen können nützliche und hilfreiche Tipps im Internet unter der Adresse [externer Link, öffnet in eigenem Fenster] www.bsi-fuer-buerger.de nachgelesen werden.
Hier können die entsprechenden Regelungen im Wortlaut nachgelesen werden:
* Bundesdatenschutzgesetz
* EDV-Checkliste
* Kirchengesetz über den Datenschutz
Bei der Evangelischen Fachstelle für Arbeits- und Gesundheitsschutz
Tel. 0511 - 167920
Fax 0511 - 1679299
http://www.ekd.de/efas/publikationen.html
info(atefas-online.de
kann auch eine CD-ROM "Arbeiten in der Kirche - Mit Sicherheit gesund bleiben" kostenfrei bestellt werden. Nutzen Sie dazu dieses FORMULAR (98 KB).
In den letzten Jahren hat im Bereich der Arbeitsmedizin eine Entwicklung begonnen, deren Höhepunkt voraussichtlich noch nicht überschritten wurde:
Standen in der Vergangenheit physische Aspekte im Vordergrund, werden nunmehr - vor allem aus betriebswirtschaftlichen und finanziellen Erwägungen - Ursachen psychischer Belastungen und deren gesundheitliche Folgen am Arbeitsplatz untersucht und auch entsprechend geregelt.
So gibt es inzwischen eine enge Verzahnung des Bereiches Arbeitsmedizin mit den Themen der Arbeitssicherheit.
1. Bildschirmarbeitsplatz
Laut Auskunft des Arbeitssicherheitsbeauftragten der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Verwaltungsberufsgenossenschaft ist jeder Arbeitsplatz, bei dem mit einem Bildschirm gearbeitet wird, ein "Bildschirmarbeitsplatz".
Damit gelten für diese Arbeitsplätze die Regelungen für
=> Bildschirmarbeitsplätze
und die Anforderungen der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG), dokumentiert in einem
Leitfaden für die Gestaltung von Büro- und Bildschirmarbeitsplätzen
( 1,37 MB)
Vom Sächsischen Landesinstitut für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin wurde dazu ein sehr gut geeigneter Fragebogen (Checkliste) entworfen: Bildschirmarbeitsplatz (434 KB).
Eine weitere gute Beschreibung (702 KB) stammt von der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt in Luzern, welche auch einen ganzen Internetauftritt mit animierten Erklärungen und Entspannungsübungen für Beschäftigte an Bildschirmarbeitsplätzen anbietet: [externer Link, öffnet in eigenem Fenster] http://www.suva.ch/files/wbt/index.html.
Die Vorteile eines Flachbildschirms sind hier (214 KB) nachzulesen.
Niemand würde auf die Idee kommen, eine Armbanduhr mit den Werkzeugen eines Automechanikers reparieren zu wollen. Aber bei der Auswahl der Software wird oft ähnliches versucht. Da wird z.B. das Programm EXCEL als Schreibprogramm vergewaltigt oder WORD zu Berechnungen gezwungen.
Zugegeben: es ist viel möglich, ABER ....
ob die installierten Programme die gewünschten Funktionen erfüllen, kann durch den FRAGEBOGEN (190 KB) aus Nordrhein-Westfalen leicht ermittelt werden - und: die Zufriedenheit der Anwenderinnen und Anwender von PC-Programmen hat direkte Auswirkungen auf deren "Zufriedenheit am Arbeitsplatz" und damit auf die Gesundheit!
Noch relativ wenig erforscht ist die Frage, ob und wie stark der "Elektrosmog" durch mobilen Funkverkehr die Gesundheit beeinträchtigt. Dies darf aber nicht dazu führen, dass die Frage völlig außer Acht gelassen wird.
Das Ministerium für Umwelt und Forsten in Rheinland-Pfalz hat dazu eine Veröffentlichung mit 38 Fragen und Antworten zum Thema Mobilfunk und Elektrosmog (2,4 MB) herausgegeben.
4. Tonerstaub
Zum Standart einer Büroausstattung gehört heute ein Laserdrucker und Kopierer. Diese Geräte werden mit Toner betrieben. Tonerstäube können gesundheitliche Gefahren bedeuten.
Daher sind die Hinweise auf der Seite Tonerstaub zu beachten.
Im Gegensatz zum anregenden Stress, der zu Höchstleistungen führen kann, führt der lähmende Stress direkt zum Zustand der Bewegungslosigkeit. Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass auch in der Arbeitswelt Faktoren auftreten können, die zu den lähmenden Stressfaktoren gerechnet werden müssen. Die Untersuchung (400 KB) kann nachgelesen werden.
Einen kurzen Einblick in dieses Thema gibt ein Faltblatt (147 KB) aus Nordrhein-Westfalen.
6. Mobbing Zum Thema Mobbing, welches in der Arbeitswelt und in der Arbeitsmedizin zunehmend an Bedeutung gewinnt, wurde gerade in letzter Zeit eine Unmenge an Publikationen veröffentlicht. Wiederholungen in der Darstellung und Behandlung der Problematik sind daher unausweichlich. Aus diesem Grunde wird an dieser Stelle nur auf ein allgemeines Faltblatt (105 KB) aus Nordrhein-Westfalen verwiesen. Für weitere Fragen zu diesem Thema steht der vkm selbstverständlich seinen Mitgliedern zur Verfügung.
Als letzter Punkt zum Thema Arbeitsmedizin wird der Vollständigkeit halber auch das Thema "Depression" aufgeführt, wohl wissend, dass wohl keine Einsatzstelle Depressionen ihrer Mitarbeitenden einplant. Sollte jedoch der Verdacht aufkommen, dass eine Depression vorliegen könnte, so kann unter Umständen folgende Internetseite hilfreich sein:
Depressionstest von LIFELINE
Grundsätzlich orientiert sich die Ausstattung des Arbeitsplatzes einer Gemeindediakonin oder eines Gemeindediakons an den im Dienstplan festgelegten zugewiesenen Aufgaben und Tätigkeiten.
Bis auf ganz wenige Ausnahmen jedoch bedingen alle anderen Arbeits- oder Tätigkeitszuschnitte ein Büro / Arbeitszimmer / Dienstzimmer und eine Gelegenheit zum ungestörten und vertraulichen Gespräch. Die Verbindung beider Anforderungen in einem Raum bietet sich hierbei an.
Die Mindestausstattung eines Dienstzimmers umfasst:
Einzelheiten dazu, technische Lösungen und Checklisten sind zu finden in einer Broschüre der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)
Büroarbeit - gesund und erforgreich (825 KB)
Der eigene (nicht private) PC (-Arbeitsplatz, wenn ein Netzwerk vorhanden ist) soll folgenden Standards entsprechen:
* Da der Arbeitsplatz (nach Beurteilung der Berufsgenossenschaft) ein Bildschirmarbeitsplatz ist, gilt die Verordnung für Bildschirmarbeitsplätze.
(siehe hierzu Kapitel: Arbeitsmedizin)
Zur Büroausstattung gehören weiterhin:
Der Zugang zu folgenden Arbeitsmitteln soll gewährleistet sein:
* Fax, Kopierer, Schneidemaschine, Scanner
Ein weiterer Raum für Arbeitsmittel ist zur Verfügung zu stellen.
e) Personelle Zuarbeit
Bei den allermeisten Stellenzuschnitten für eine Gemeindediakonin oder einen Gemeindediakon gibt es eine eindeutige Zuordnung zu einer (oder mehreren) Gemeinden und damit auch Pfarrämtern. Daher sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass die personelle Zuarbeit durch die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gemeinde (oder den Gemeinden) gewährleistet ist.
Dies wird auf alle Fälle aufgeführtes Personal betreffen:
* Hausmeisterin oder Hausmeister
* Kirchendienerin oder Kirchendiener
* Sekretärin oder Sekretär
* Reinigungspersonal für Dienst- und Materialräume
Um Klarheit zu erzielen und mögliches künftiges Konfliktpotential zu verringern sind Absprachen notwendig. Über die Absprachen sind die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu informieren und entsprechend anzuweisen.
Nach der Neuregelung der Einsatzkonzeption und Stellenbesetzung von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen vom 1. Februar 2003 heißt es unter der Nr.5 Verfahren zum Thema
Die zur Besetzung vorgesehenen Einsatzstellen werden durch den Evangelischen Oberkirchenrat den Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen und Jugendreferentinnen und Jugendreferenten der Landeskirche sowie den Bewerberinnen und Bewerbern, denen nach dem Übernahmeverfahren die grundsätzliche Einstellungsabsicht mitgeteilt wurde, bekannt gemacht. Dies geschieht durch Ausschreibung."
Derzeitige Praxis ist, dass die Ausschreibungstexte der Einsatzstellen dem oben angeführten Personenkreis mit der monatlichen Dienstpost vom Evangelischen Oberkirchenrat zugesandt wird. Zusätzlich erscheint im Gesetzes- und Verordnungsblatt der Evangelischen Landeskirche in Baden seit einigen Jahren ein Hinweis auf zur Besetzung ausgeschriebene Stellen bzw. inzwischen auch der vollständige Text der Stellenausschreibung.
Eine vorgeschriebene Form der Stellenausschreibung und Stellenbeschreibung gibt es nicht. So wird verständlich, dass die Ausschreibungstexte zum Teil in der Form und Aussagekraft stark variieren. Vermutlich aus dem Bemühen, für möglichst viele Kandidatinnen und Kandidaten eine atraktive Stelle anbieten zu können, werden vereinzelt Stellenausschreibungen erstellt, die alleine vom Tätigkeits- und Aufgabenumfang her mindestens zwei Gemeindediakoninnen oder Gemeindediakone bedingen.
Aussagekräftiger jedoch sind Ausschreibungen mit einem klaren Stellen- und Aufgabenprofil (siehe hierzu Kapitel Einrichtung einer Stelle - Erstellen eines Profils).
C) Auswahlverfahren (Landeskirchliche Anstellung) - Besetzungsverfahren
Bindende Regelungen für das Auswahlverfahren von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen:
* Kirchliches Gesetz über den Dienst der Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone in der Evangelischen Landeskirche in Baden (Gemeindediakoninnen- und -diakonengesetz - GDG) vom 18 April 2008,
abgedruckt in: GVBl Nr. 8/2008, Seite 118
* Kirchliches Gesetz über die Dienste der Mitarbeiter in Gemeindediakonie, Jugendarbeit, Religionsunterricht und kirchlicher Sozialarbeit (Mitarbeiterdienstgesetz) vom 30. April 1976, geändert am 26. April 1994,
abgedruckt in: Recht der Evangelischen Landeskirche in Baden Nr. 496.200
* Kirchliches Gesetz über das Dienstverhältnis der kirchlichen Mitarbeiter im Bereich der Landeskirche und des Diakonischen Werkes der Evangelischen Landeskirche in Baden (Rahmenordnung) vom 1. Mai 1984, geändert am 20. Oktober 1994,
abgedruckt in: Recht der Evangelischen Landeskirche in Baden Nr. 110.300
Sind Gemeindediakoninnen oder Gemeindediakone nach diesen Regelungen als Angestellte der Evangelischen Landeskirche in Baden eingestellt oder wurde Bewerberinnen und Bewerbern nach dem Übernahmeverfahren die grundsätzliche Einstellungsabsicht mitgeteilt, so können sie sich auf freie und ausgeschriebene Stellen melden.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereits im Dienst der Evangelischen Landeskirche in Baden stehen, sind jedoch in der Regel erst meldeberechtigt, wenn sie vier Jahre an ihrer bisherigen Einsatzstelle tätig sind.
Entscheidung des Anstellungsträgers
Im Rahmen seiner Personalverantwortung entscheidet der Evangelische Oberkirchenrat über die eingegangenen Meldungen auf die ausgeschriebenen Stellen und über eventuelle Ausnahmen von der Vier-Jahres-Regelung.
Der Evangelische Oberkirchenrat kann in Wahrnehmung seiner Personalverantwortung Meldungen zurückstellen, wenn dies aus dienstlichen Gründen erforderlich ist. Er benennt im Benehmen mit dem Kirchenbezirk die für einen Einsatz in Betracht kommenden Interessentinnen und Interessenten zur Wahl im Ältestenkreis bzw. Kirchengemeinderat vor; bei Einsatz im Kirchenbezirk erfolgt die Wahl im Bezirkskirchenrat. .
Stellenbesetzung / Versetzung
Nach einer erfolgreichen Wahl im entsprechenden Leitungsgremium entscheidet letztlich der Evangelischen Oberkirchenrat und fertigt nach der Zustimmung der Mitarbeitervertretung (§§ 38, 41 und 42 Mitarbeitervertretungsgesetz) die jeweils erforderlichen Unterlagen aus.
Texte auszugsweise entnommen aus:
Neuregelung der Einsatzplankonzeption und Stellenbesetzung
von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen
Besetzung einer Stelle mit einer Berufsanfängerin oder einem Berufsanfänger
Insbesondere bei einer Stellenbesetzung mit einer Berufsanfängerin oder einem Berufsanfänger ist die begleitende Mithilfe der Kolleginnen und Kollegen gefragt.
So können diese z.B.
* Ein Starter-Paket vor Ort zusammenstellen - der Kreativität des Diakonenkonvents sind keine Grenzen gesetzt: vom Bliumenstrauß bis zum Ortsplan ist alles möglich; hilfreich ist die Anwesenheit beim Einführungsgottesdienst.
* Übergabegespräch durch die Vorgängerin oder den Vorgänger auf dieser Stelle.
* Eine "Patin" oder ein "Pate" aus dem Kreis der Kolleginnen und Kollegen ist Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner und leistet die fachliche Begleitung und Betreuung der neuen Stelleninhaberin oder des neuen Stelleninhabers.
* Der Dienstplan wird mit fachlicher Begleitung aus dem Kreis der Kolleginnen und Kollegen erstellt
Aufstellung vom: "FEA-Kurs 2001/2002"
Sybille Oelschlegel
Der vkm stellt sich uneingeschränkt hinter diese Vorschläge und fordert eine Berücksichtigung im Dienstplan der "Patinnen" oder "Paten" für deren fachliche Begleitung und Betreuung.
aus der GRUNDORDNUNG der Evangelischen Landeskirche in Baden:
Die Ämter und Dienste der Kirche
(1) Die Aufgaben der Verkündigung, der Seelsorge und
Unterweisung werden in einer Vielzahl von kirchlichen
Ämtern und Diensten wahrgenommen. Sie entfalten
sich im pfarramtlichen Dienst, im liturgisch-musikalischen,
lehrend-erzieherischen, seelsorglich-beratenden und
diakonisch-sozialen Bereich.
(2) Zur selbstständigen Wahrnehmung dieser Dienste
und zu ihrer fachgerechten Erfüllung werden geeignete
und durch Ausbildung und Fortbildung zugerüstete
Personen im kirchlichen Dienst beschäftigt. Diese
Dienste können auf Dauer oder auf Zeit übertragen
und im öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis, arbeitsvertraglich
oder ehrenamtlich ausgeübt werden. Ihre
nähere rechtliche Ausgestaltung wird in kirchlichen
Gesetzen geregelt. Hierbei ist die gesamtkirchliche Bedeutung
der Ordination zu beachten.
(3) Die besonderen Gaben und Kräfte Einzelner wirken
in den verschiedenen Ämtern und Diensten der Kirche
in partnerschaftlicher Zuordnung zusammen. Die in der
Kirche Mitarbeitenden bilden eine Dienstgemeinschaft
und sind in ihrer Ausübung an den Auftrag der Kirche
gebunden. Sie tragen die Mitverantwortung dafür, dass
er in den Gemeinden und in der Welt in rechter Weise
(4) Durch die öffentliche Berufung bekräftigt die Kirche
ihre Verantwortung für die auftragsgemäße Arbeit der
zu besonderem Dienst Berufenen.
Wenn die Übertragung von Aufgaben im Predigtamt der
Kirche zeitlich befristet ist oder diese nicht in eigener
Verantwortung wahrgenommen werden sollen oder in
sachlicher Hinsicht eine Beschränkung besteht, erfolgt
sie durch die Landesbischöfin bzw. den Landesbischof
in der Form der Beauftragung.
Zur fachgerechten und selbstständigen Erfüllung insbesondere
und Gemeindediakone. Mit ihrer Tätigkeit haben sie teil
am Auftrag der Kirche, das Evangelium in Wort und Tat
1) Verkündigung und Aufgaben im Predigtamt
Beauftragung zur Öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsspendung sowie zu Kasualdiensten in besonderen Fällen für Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone im Rahmen ihrer Dienstpläne
veröffentlichte der Evangelische Oberkirchenrat im Mai 2002 folgendes Schreiben:
Ein großer Teil der im Dienst der Landeskirche stehenden Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone übt neben gemeindepädagogischen Aufgaben eine Reihe von Sonderdiensten in den Kirchengemeinden und Kirchenbezirken aus. Diese sind in der Regel in den Dienstplänen aufgeführt und seitens des Personalreferates im EOK und über den Dienstweg genehmigt.
Trotzdem gibt es immer wieder Klärungsbedarf darüber, welche Aufgaben unter welchen Bedingungen Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone erfüllen können oder sollen. Hier nun die derzeit gültigen Verabredungen für die Beauftragung zur Öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsspendung und für Kasualdienste:
* Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone leiten und verantworten Gottesdienste für besondere Zielgruppen und in besonderen Situationen (Jugend- und Familiengottesdienste, Passionsandachten, Gottesdienste zu besonderen Feiertagen usw.) im Rahmen ihrer Dienstaufträge und spenden das Abendmahl. In den Dienstplänen sollte das beschrieben sein und gegebenenfalls aktualisiert werden.
* Bei der Beauftragung mit Sonderseelsorge, die im Dienstplan festgehalten ist, gilt dies ebenso. (z. B. Gottesdienst mit Abendmahl im Seniorenheim).
* In Ausnahmefällen halten Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone auch Kasualien, wenn diese in engem Zusammenhang mit ihrem Arbeitsfeld zu sehen sind. (z. B. Wunsch nach Taufe von einem Jugendlichen, der den Gemeindediakon, die Gemeindediakonin auf einer Freizeit kennen gelernt hat. Oder Hinterbliebene wünschen die Beerdigung durch den Seelsorger in der Seniorenarbeit, der den Verstorbenen längerfristig begleitet hat.)
Bei diesen Diensten ist die Information des Gemeindepfarrers, der Gemeindepfarrerin, des Dekans, der Dekanin unbedingt erforderlich.
* Diese Dienste sind gemäß der Durchführungsbestimmungen zum kirchlichen Gesetz über den Dienst des Lektors und des Prädikanten ( Recht der Ev. Landeskirche in Baden, 480.210, 8. Amtstracht) in angemessener Kleidung vorzunehmen. Tragen die Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone einen Talar bei diesen Diensten, so ist dieser bislang selbst zu finanzieren. Eine Regelung für die Übernahme eines Kostenanteils steht an.
Im Sinne einer gelingenden Dienstgemeinschaft tragen diese Informationen hoffentlich zur Klärung bei.
2) Pflichtdeputat Religionsunterricht
§ 14 (Religionsunterrichtsgesetz - RUG)
(1) Die Erteilung des evangelischen Religionsunterrichts gehört in der Evangelischen Landeskirche in Baden zu den Aufgaben des Predigtamtes und ist daher Bestandteil der Dienstpflichten der Gemeindepfarrerinnen und Gemeindepfarrer (§ 13 Pfarrerdienstgesetz), der Pfarrdiakoninnen und Pfarrdiakone und der Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone. Der evangelische Religionsunterricht ist in folgendem Umfang (Deputat) zu erteilen:
(3) Bei eingeschränktem Dienstauftrag verringert sich die Zahl anteilig."
aus: Kirchliches Gesetz über
den evangelischen Religionsunterricht
(Religionsunterrichtsgesetz - RUG) vom 15. April 2000
Recht der Evangelischen Landeskirche in Baden Nr. 370.100
=> Gesetzestext
Ausgehend von einer 100%-Stelle beträgt somit das Pflichtdeputat für eine Gemeindediakonin oder einen Gemeindediakon 6 Unterrichtsstunden wöchentlich. Umgerechnet sind dies ca. 22 % der wöchentlichen Arbeitszeit oder 8,6 Stunden:
Die wöchentliche Arbeitszeit einer Gemeindediakonin oder eines Gemeindediakons beträgt bei einer 100%-Stelle derzeit 39 Stunden wöchentlich (§ 2 AR-M i.V.m. § 6 TVöD). Die wöchentliche Unterrichtsstundenzahl einer Religionslehrerin oder eines Religionslehrers beträgt derzeit in Sonderschulen 26, in Haupt- und Realschulen 27 und in Grundschulen 28 Unterrichtsstunden [Rechtsverordnung zur Regelung der Deputate von Religionslehrerinnen und Religionslehrern (RVO – RDR) Vom 29. Juli 2003 (GVBl. Nr. 9/2003 S.125), zuletzt geändert am 11. Dezember 2007 (GVBl. Nr. 2/2008 S. 33) (450.300 Recht der Evangelischen Landeskirche in Baden).
Im Durchschnitt haben vergleichbare Religionslehrerinnen und -lehrer ein Stundendeputat von 27 Wochenstunden.
Werden beide Größen in Relation zueinander gebracht, ergeben sich folgende Berechnungen:
6 / 27 x 100% = 22,22% oder : 6 / 27 x 39 Std. = 8,67 Stunden
Zu knapp 1/4 oder gut 1/5 ist der Dienstauftrag von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen daher der Religionsunterricht, was sich natürlich im Dienstplan wiederfindet.
Abgewichen werden kann vom Pflichtdeputat nach § 9 Rechtsverordnung über die Ermäßigung des Religionsunterrichtsdeputats (RV-ERU) vom 17. Juni 2003, Recht der Evangelischen Landeskirche in Baden Nr. 450.310. Dort heißt es im § 9:
"(1) Die Schuldekanin oder der Schuldekan kann im Einvernehmen mit der Dekanin oder dem Dakan und den Betroffenen eine jeweils auf ein Schuljahr befristete Umschichtung von Regeldeputaten benachbarter Pfarrstellen vornehmen. Die Summe der Regeldeputate muss dabei erhalten bleiben. Der Evangelische Oberkirchenrat ist entsprechend zu informieren.
(2) Die Umschichtung kann auch Gemeindediakoninnen, Gemeindediakone und Pfarrvikarinnen, Pfarrvikare einschließen. Wenn Gemeindediakoninnen, Gemeindediakone einbezogen werden, ist deren Dienstplan im Rahmen der geltenden Bestimmungen zu ändern."
Des weiteren kann nach § 10 eine Deputatsermäßigung für religionspädagogische Fortbildungen beantragt werden.
E) Fortbildung / Weiterbildung / Kontaktstudium / Aufbauausbildung u.a.
aus der Arbeitsrechtsregelung zu Maßnahmen der beruflichen Fortbildung / Weiterbildung - AR-FWB:
(1) Berufliche Fortbildung / Weiterbildung trägt dazu bei, dass Kirche und Diakonie ihren Auftrag in ihren Arbeitsfeldern sachkundig und glaubwürdig wahrnehmen können.
(3) Weiterbildung dient der Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen und Fähigkeiten, auch mit dem Ziel der Veränderung des ausgeübten Berufs. Sie ist gekennzeichnet durch einen zertifizierten Abschluss.
=> AR-FWB (Arbeitsrechtsregelung zu Maßnahmen der beruflichen Fortbildung / Weiterbildung)
aus dem Kirchlichen Gesetz über den Dienst der Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone in der Evangelischen Landeskirche in Baden (Gemeindediakoninnen- und -diakonengesetz – GDG)
=> Kirchliches Gesetz über den Dienst der Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone in der Evangelischen Landeskirche in Baden (Gemeindediakoninnen- und -diakonengesetz – GDG)
aus der Allgemeinen Dienstanweisung für Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone in der Gemeinde
5. Entsprechend § 7 Diplomreligionspädagogengesetz (§ 7 GDG) und den landeskirchlichen Richtlinien für Fortbildung / Weiterbildung ( der Arbeitsrechtsregelung zu Maßnahmen der beruflichen Fortbildung / Weiterbildung) ist die/der Gemeindediakonin/-diakon verpflichtet, an vom Evangelischen Oberkirchenrat genehmigten fachspezifischen Fortbildungen teilzunehmen. Er/sie muss ggfs. die Beratung durch die Abteilung Fortbildung / Weiterbildung (Personalförderung) des Evangelischen Oberkirchenrats in Anspruch nehmen.
(Klammerausdrücke sind nicht Teil der Dienstanweisung und stammen vom Verfasser)
=> Allgemeine Dienstanweisung gem. § 4 Abs. 3 RPG für Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone in der Gemeinde vom 12. Mai 1999
Um der Verpflichtung zur beruflichen Fortbildung nachkommen zu können, stehen den Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen jährlich zwei Wochen für Fortbildung zur Verfügung ( Dienstvereinbarung im Bereich der Fortbildung / Weiterbildung
Weiter heißt es dort unter Nummer 2.0:
Für Fortbildungsmaßnahmen der Kategorien II und III zusammen wird bei Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen, Bezirksjugendreferentinnen und Bezirksjugendreferenten Arbeitsbefreiung innerhalb von zwei Kalenderjahren von bis zu 20 Arbeitstagen gewährt, wobei es bei der Regelung nach § 11 Abs. 2 AR-FWB verbleibt, dass für Maßnahmen der Kategorie III Arbeitsbefreiung von kalenderjährlich höchstens 5 Arbeitstagen gewährt wird.
Eine Sonderform der beruflichen Fortbildung ist das Kontaktstudium. In der entsprechenden Vorschrift ist folgendes dazu aufgeführt:
"4.3 Für die Teilnahme am Kontaktstudium wird eine Dienstzeit von sieben Jahren im Bereich der Landeskirche vorausgesetzt. Nach Ablauf von weiteren sieben Dienstjahren ist eine erneute Teilnahme möglich.
In Anbetracht der langen Abwesenheit aus der Gemeinde wird empfohlen, dass von dem zustehenden Jahresurlaub nicht mehr als vier Wochen beansprucht werden"
Da der Jahresurlaub tariflich geregelt ist, kann der Evangelische Oberkirchenrat hier nicht einseitig eingreifen und den tariflichen Anspruch auf die Urlaubstage mindern. Ob die "Empfehlung" auf Verzicht von Jahresurlaub auch in einer künftigen Arbeitsrechtsregelung festgeschrieben wird, ist derzeit noch offen. Somit kann diese Empfehlung mehr im Rahmen der Fürsorgepflicht verstanden werden.
"5.3.2 Nur für Kontaktstudien gültig:
Für den Religionsunterricht können mit Genehmigung des EOK auch schulische Lehrkräfte herangezogen werden, die den Unterricht zusätzlich zu ihrem Deputat übernehmen und von der Landeskirche vergütet werden"
Vorläufige Richtlinien für die
berufliche Fortbildung (Weiterbildung)
der hauptamtlichen Mitarbeiter der badischen Landeskirche
vom 10. September 1974, zuletzt geändert 11. September 2001,
Recht der Evangelischen Landeskirche in Baden Nr. 490.130).
Die Termine und Meldedaten für das Kontaktstudium von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen werden im Gesetzes- und Verordnungsblatt (GVBl) der Evangelischen Landeskirche in Baden veröffentlicht.
4) Aufbauausbildung u.a.
§ 2 GDG
und damit zusammenhängend ist geregelt:
" 3.4 Die Teilnahme an obligatorischen Fortbildungsveranstaltungen (z.B. für Pfarrdiakone / Pfarrer, Religionslehrer mit Katechetenausbildung, seminaristisch ausgebildete Religionslehrer, Absolventen der Karlshöhe) darf nicht an der Vertretungsregelung scheitern, die vom Dienstvorgesetzten gemeinsam mit dem Teilnehmer getroffen wird.
Es gibt eine Reihe von Ausbildungsstätten (z.B. Bibelschulen), welche eine Ausbildung zur Diakonin oder zum Diakon anbieten, ohne jedoch eine Evangelische Hochschule nach § 2 Abs. 1 oder eine andere kirchliche Ausbildungsstätte nach § 2 Abs. 2 GDG zu sein.
"3. Was ist Supervision?
Supervision wird als Lernmethode in der Aus- und Fortbildung und in der Berufstätigkeit eingesetzt, um die berufliche Handlungskompetenz zu entwickeln, zu festigen oder zu erweitern.Im Supervisionsprozeß werden die Beziehung Klient (Ratsuchender) / Supervisand, die eigene (berufliche) Kompetenz und die institutionellen Bedingungen der Arbeit reflektiert.Diesen Aspekten der Beratung entsprechen drei Zielsetzungen der Supervision. Sie will die methodische Kompetenz (Handlungs- und Methodenkenntnis, Fähigkeit zur kritischen Distanz in belastenden Situationen), die personale Kompetenz (Beziehungsfähigkeit, Authentizität, Warnehmungsfähigkeit, Sensibilität und Aufmerksamkeit für den anderen) und die Feldkompetenz (Kenntnis der institutionellen, politischen und ökonomischen Ressourcen) fördern und festigen."........
"5.2. Supervision am Berufsanfang
Supervision ist am Berufsanfang besonders wichtig, sie unterstützt die Ausbildung der fachlichen Kompetenz und erleichtert die Orientierung im System sozialer, diakonischer und kirchlicher Institutionen. Dabei geht es um die Ziele der Institution, die Integration der institutionellen Erwartungen in das berufliche Selbstverständnis des Mitarbeiters, die Stabilisierung der Handlungsfähigkeit im Alltag und die Förderung der analytischen Kompetenz, um Alltagssituationen hilfreich strukturieren zu können. Durch Supervision wird die berufliche Sensibilität und Offenheit gefördert. Deshalb wird Gemeindediakonen/ -innen, Jugendreferenten/ -innen und Sozialarbeitern/ -innen am Berufsanfang das Arbeiten unter Supervision ermöglicht.
Im Laufe des beruflichen Lebens bedarf es gelegentlich der Anregung und Hilfe von außen, um die berufliche Weiterentwicklung zu fördern bzw. um Blockierungen zu überwinden. Anlässe dazu können akute Krisen im Beruf aber auch Situationen sein, in denen Stagnation, Resignation und Müdigkeit die Arbeit blockieren. Supervision kann hier der Förderung der beruflichen Stabilität dienen, in dem sie die Entwicklung eines belastungsfähigeren Berufsverständnisses unterstützt, unreflektierte Verhaltensweisen korrigiert und auf die Möglichkeiten verweist, die in der Selbstwahrnehmung / Selbstkontrolle liegen. 5.5. Supervision in der Weiterbildung
In Weiterbildungskonzepten ist häufig praxisbegleitende Supervision integriert. Dies gilt vor allem immer dann, wenn neue Methoden vermittelt werden. Die Konditionen der Förderung der Supervision werden im Rahmen der Genehmigung der Weiterbildung festgelegt."
aus dem Supervisionskonzept der Ev.Landeskirche,vom 14.02.1992
"1. Zur Unterstützung der seelsorgerlichen Arbeit bietet die Evang.Landeskirche in Baden ihren MitarbeiterInnen tiefenpsychologisch fundierte Gesprächsgruppen zu Seelsorgefällen an."
In der Regel treffen sich die Balintgruppen im 14-tägigen Rhythmus zwei Jahre lang zu 90-minütigen Sitzungen.
"6. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der Fortbildungsrichtlinien: Für die Termine erfolgt die dienstliche Freistellung, die Teilnehmenden zahlen pro Sitzung einen Eigenbeitrag, die Landeskirche erstattet die Fahrtkosten."
aus der Ordnung der Balintgruppenarbeitvom 06.08.1991
Alles weitere steht in dieser Ordnung.
"4.2 Teilnehmer an berufsbegleitenden befristeten Fortbildungsveranstaltungen (z.B. Balintgruppen, Einzel- oder Gruppensupervision, Selbsterfahrungsgruppen) können zusätzlich zu einer solchen Veranstaltung eine kurzfristige Fachtagung besuchen; hierüber wird im Einzelfall entschieden."
vom 10. September 1974, zuletzt geändert 11. September 2001, Recht der Evangelischen Landeskirche in Baden (Nr. 490.130).
Der Ältestenkreis leitet (nach § XX Grundordnung) die Gemeinde und trägt die Verantwortung dafür, dass der Gemeinde Gottes Wort rein und lauter gepredigt wird, die Sakramente in ihr recht verwaltet werden und der Dienst der Liebe getan wird.
Vor allem unter dem Stichwort: Dienst der Liebe sind die Hauptaufgaben und Tätigkeiten von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen zu sehen (siehe D).
Somit trägt - geistlich gesehen - der Ältestenkreis / Kirchengemeinderat die Verantwortung für den Dienst einer Gemeindediakonin oder eines Gemeindediakons, welche oder welcher dieser Gemeinde zugewiesen ist.
Rechnung getragen wird dieser Regelung bislang dadurch, dass nach Grundordnung § XX bestimmt ist:
"(1) Dem Ältestenkreis gehören als beratende Mitglieder an:
Bisher bewährt hat sich die Praxis, in regelmäßigen Abständen die Aufgaben und Tätigkeiten einer Gemeindediakonin oder eines Gemeindediakons als ordentlichen Tagesordnungspunkt für die Ältestensitzung aufzunehmen. Somit wird ein geregelter Informationsfluss gewährleistet und sich gegebenenfalls aus den Beratungen ergebende Dienstplanänderungen können zeitnah realisiert werden.
Da die beratende Mitgliedschaft von Gemeindediakoninnen und Gemeindediakonen durch die Grundordnung festgeschrieben wurde, ist die Teilnahme verpflichtend und damit Dienst- und Arbeitszeit. Sollten die Sitzungen (oder Teile davon) nach 21 Uhr stattfinden, können die Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone für die Zeit nach 21 Uhr Zeitzuschläge nach § 7 Abs. 5 i.V.m. § 8 Abs. 1 TVöD gem. untenstehender Tabelle über den Dienstweg beim Evangelischen Oberkirchenrat geltend machen:
???? Euro je Stunde Nachtarbeit für die Entgeltgruppe 10,
???? Euro je Stunde Nachtarbeit für die Entgeltgruppe 11 und
???? Euro je Stunde Nachtarbeit für die Entgeltgruppe 12.
Diese Möglichkeit entfällt natürlich, wenn Gemeindediakoninnen oder Gemeindediakone im Rahmen der Wahlen oder Zuwahlen nach §§ XX und XX Grundordnung stimmberechtigte Mitglieder des Ältestenkreises werden. In diesen Fällen ist ihr Amt als echtes Ehrenamt zu sehen.
Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone mit einer Zuordnung zu einer Gemeinde sind durch ihre Tätigkeit und Aufgaben mit dem zuständigen Ältestenkreis derart vernetzt und verwoben, dass berechtigterweise die Frage gestellt werden muss, warum der § XX Grundordnung in Verbindung mit § XX LWG nur eine "beratende Mitgliedschaft" vorsieht. Immerhin: auch beratende Mitglieder sind rede- und antragsberechtigt, sie sind aber eben nur beratende Mitglieder.
Der in der Grundordnng im § XX (siehe D) und im Gemeindediakonengesetz (siehe dort) beschriebenen Zuweisung von Aufgaben und Tätigkeiten und damit auch der Verantwortung dafür wird die bisherige Regelung in keiner Weise gerecht.
Der vkm fordert daher das "volle Stimmrecht" im Ältestenkreis bzw. Kirchengemeinderat für die in der Gemeinde eingesetzten Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone.
Im "DIENSTPLAN" finden die ganzen Überlegungen und Planungen letztendlich ihren Niederschlag. Im Dienstplan wird genau aufgeführt, welche Aufgaben und Tätigkeitsfelder mit welcher Zeitausstattung bearbeitet werden sollen. Dabei soll der Dienstplan durchaus die Wirklichkeit vor Ort wiedergeben. Somit ist auch das Erfordernis einer turnusmäßigen Überprüfung, Aktualisierung oder Korrektur einsehbar (siehe F).
Ein Muster /einen Vorschlag zur Erstellung des Dienstplanes finden Sie weiter unten.
Bei der Erstellung oder Veränderung eines Dienstplanes für eine Gemeindediakonin oder einen Gemeindediakon sind jedoch allgemeingesetzliche, kirchenrechtliche, tarifrechtliche und verordnungsrechtliche Vorgaben zu beachten. Die wichtigsten Vorschriften sind folgend aufgeführt:
Arbeitsrechtsregelungen (Kirchliches Arbeitsrecht)
Im Zusammenhang mit dem Dienstplan ist als zentrales Arbeitsschutzgesetz hier das Arbeitszeitgesetz anzuführen und zu beachten.
Hier steht im
Hinsichtlich der geplanten Arbeiten und damit auch der Arbeitszeit gibt es durch das kirchliche Arbeitsrecht (Arbeitsrechtsregelungen) für die Tätigkeit als Gemeindediakonin bzw. Gemeindediakon keinerlei Sonderregelungen. Nach § 2 AR-M kommen die Regelungen des TVöD-Bund (siehe unten) voll und ganz zur Anwendung.
Sofern durch den Dienstplan regelmäßig Tätigkeiten an Sonntagen vorgesehen sind, so ist die Arbeitsrechtsregelung für den Dienst an Sonn- und Feiertagen (AR-SoFei) zu beachten.
Bei einem Einsatz in der Klinik- bzw. Krankenhausseelsorge mit der dienstplanmäßigen Verpflichtung zur Rufbereitschaft können - sofern es in der Zukunft zu einer Dienstvereinbarung kommt - andere Regelungen als im § 8 Abs. 3 TVöD gelten.
Gemäß § 6 TVöD beträgt die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit ausschließlich der Pausen durchschnittlich 39 Stunden. Dabei kann die regelmäßige Arbeitszeit auf fünf, aus notwendigen dienstlichen Gründen auch auf sechs Tage verteilt werden.
Dabei ist nach § 6 Abs. 2 TVöD für die Berechnung des Durchschnitts der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit ein Zeitraum von bis zu einem Jahr zugrunde zu legen.
Für die Erstellung des Dienstplans können somit einmalig jährliche Tätigkeiten mit hohem Zeitaufwand auf das ganze Jahr arbeitszeitlich verteilt und berechnet werden. Somit soll vermieden werden, dass es im Jahresverlauf zu einer Anhäufung von Mehrarbeit oder Überstunden kommt.
(4) 1Die allgemeine Dienstanweisung gemäß Absatz 3 wird in einem Dienstplan konkretisiert. 2Diesen legen bei gemeindlichem Einsatz – unter Berücksichtigung der kirchenbezirklichen Planungen – der Ältestenkreis bzw. der Kirchengemeinderat, bei kirchenbezirklichem Einsatz der Bezirkskirchenrat und die zuständigen Bezirksgremien jeweils im Einvernehmen mit dem Evangelischen Oberkirchenrat und im Benehmen mit der Gemeindediakonin bzw. dem Gemeindediakon fest. 3Bei einem Einsatz im Religionsunterricht gilt der vorzulegende Stundenplan als Dienstplan.
vom 18 April 2008
Recht der Evangelischen Landeskirche in Baden Nr. ????
2. Der Dienstauftrag umfaßt insbesondere Aufgaben der Gemeindegruppenarbeit, der Seelsorge und des Unterrichts. Die möglichen Aufgaben sind in § 1 Verordnung zum Diplom-Religionspädagogengesetz vom 23. Juli 1996 benannt. Die Gewichtung der im Dienstplan festzulegenden Aufgaben richtet sich zuerst nach den Erfordernissen der Gemeinde. Dabei werden nach Möglichkeit Schwerpunkte der Ausbildung und der Fähigkeiten der/des Gemeindediakonin/-diakons berücksichtigt."
Allgemeine Dienstanweisung gem. § 4 Abs. 3 GDG
für Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone in der Gemeinde
Eine vorgeschriebene Form für den Dienstplan gibt es nicht; er sollte jedoch übersichtlich die Schwerpunkte erkennen lassen, eine klare zeitliche Gewichtung beinhalten und die in Frage kommenden Regelungen (siehe oben) beachten. Ein mögliches Beispiel eines Dienstplans steht unter dem folgenden link als WORD-Dokument zur Verfügung:
=> DIENSTPLAN.doc
Gelingender Gemeindaufbau und gelingende Gemeindeleitung bedürfen vielfältiger Zugänge. Diesem Erfordernis wird unter anderem durch die Einrichtung eines Gruppenamtes Rechnung getragen.
Verschiedene berufliche Ausrichtungen tragen dabei ihre speziellen beruflichen Erkenntnisse und Fähigkeiten gleichberechtigt zu einem gelingendem Ganzen zusammen.
Die Begründung, warum nicht alle Stellen für Gemeindediakoninnen und -diakone Gruppenamtsstellen sind, liegt vermutlich im Bereich der Tradition.
Der vkm fordert daher die Prüfung auf Errichtung eines Gruppenamtes bei allen Neubesetzungen und Versetzungen auf gemeindlich bezogene Stellen.
Verordnung zur Durchführung des kirchlichen Gesetzes über die Errichtung und Ordnung von Gruppenämtern (DVO-GruppenamtG)
abgedruckt in: Recht der Evangelischen Landeskirche in Baden Nr. 410.210
Bekanntmachung des Evangelischen Oberkirchenrats über die
Erfordernisse und Kriterien für die Errichtung von Gruppenpfarrämtern und Gruppenämtern (Errichtung von GPA/GA)
abgedruckt in: Recht der Evangelischen Landeskirche in Baden Nr. 410.220
Kirchliche Gesetz über die Errichtung und Ordnung von Gruppenämtern (GruppenamtG).
abgedruckt in: Recht der Evangelischen Landeskirche in Baden Nr. 410.200

References: § 4

§ 14
 § 6
 § 9
 § 9
 § 10
 § 7
 § 4
 § 11

§ 2
 § 2
 § 2
 § 7
 § 8
 § 2
 § 8
 § 6
 § 6
 § 1
 § 4