Source: https://www.finanz.at/steuern/alleinverdienerabsetzbetrag-avab/
Timestamp: 2019-08-19 01:14:24+00:00

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Alleinverdienerabsetzbetrag - Anspruch & Höhe - AVAB Österreich 2019
Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB) - Anspruch und Höhe in Österreich
Der Alleinverdienerabsetzbetrag muss in Österreich mittels Formular E30 beantragt werden. Die Höhe liegt bei 494 Euro für ein Kind, 669 Euro für zwei Kinder und 889 Euro für drei Kinder. Je weiteres Kind wird der Betrag um 220 Euro erhöht
Alle Informationen zum Alleinverdienerabsetzbetrag (kurz AVAB) in Österreich, über den Antrag und die Höhe bzw. Freibeträge und Ausnahmen finden Sie hier!
Alleinverdienerabsetzbetrag gemäß § 33 Abs. 4 Z 1 EstG
Der Alleinverdienerabsetzbetrag ist für Familien gedacht, bei denen nur ein Elternteil berufstätig ist. Um dabei die Steuerlast dieser Person ein wenig zu verringern, wurde der § 33 Abs. 4 Z 1 EStG geschaffen. Dieser ist allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen anwendbar, die im Folgenden erläutert werden.
Der Alleinverdienerabsetzbetrag wird mit dem Formular E30 beim Finanzamt oder elektronisch via FinanzOnline beansprucht. Er kann auch im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung durch Formular L1 beantragt werden.
Anspruch auf AVAB
Der Alleinverdienerabsetzbetrag steht all jenen Alleinverdienerinnen bzw. Alleinverdienern mit mindestens einem Kind zu, die die folgenden Anforderungen erfüllen:
Erstens muss der Anspruchsberechtigte mindestens sechs Monate im Kalender verheiratet sein oder in einer eingetragenen Partnerschaft leben oder über den gleichen Zeitraum hinweg in einer Lebensgemeinschaft leben (§ 106 Abs. 3 EstG).
Darüber hinaus darf er nicht dauerhaft von seinem (Ehe-)Partner oder seinem Lebensgefährten getrennt leben, muss also über den gleichen Meldezettel verfügen. Zusätzlich darf der Partner maximal Einkünfte in Höhe von 6.000 Euro im Jahr haben. Zur Berechnung dieser Höchstsumme werden sämtliche Einkunftsarten herangezogen.
Im Falle von Einkünften gemäß § 25 EstG (Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit) wird der Bruttobetrag abzüglich Sozialversicherungsbeiträge, Werbungskosten, Pendlerpauschale, Beiträge für freiwillige Mitgliedschaften bei Interessenvertretungen und steuerfreier Zuschläge wie Überstundenzuschläge oder Gefahrenzuschläge miteinbezogen.
Steuerfreie Einkünfte, zu denen unter anderem Unterhaltszahlungen, Arbeitslosengeld, Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld und Notstandshilfe zählen, werden bei der Berechnung der Einkunftsobergrenze nicht berücksichtigt.
Eine Ausnahme stellt lediglich das Wochengeld dar, das sehr wohl angerechnet wird. Zu beachten ist, dass auch endbesteuerte Kapitalerträge gemäß § EstG und Einkünfte aus der Immobilienertragsteuer unterliegenden, privaten Grundstücksveräußerungen zu berücksichtigen sind. Der Alleinverdienerabsetzbetrag kann nur von einer Person geltend gemacht werden.
Sollten beide Ehepartner, Lebensgefährten bzw. eingetragene Partner die oben erwähnten Voraussetzungen erfüllen, steht der Absetzbetrag jener Person zu, die die höheren Gesamteinkünfte hat. Bei exakt gleich hohen Einkünften oder im Falle gar keiner Einkünfte, steht der Absetzbetrag dem haushaltsführenden (Ehe-)Partner zu.
Die Höhe des Alleinverdienerabsetzbetrags
Die Höhe des Alleinverdienerabsetzbetrags hängt von der Anzahl der Kinder ab. Gemäß § 106 Abs 1. EstG gelten Kinder nach dem Gesetz nur dann als Kinder, wenn durch sie dem Steuerpflichtigen ein Kinderabsetzbetrag nach § 33 Abs. 3 EstG (der sich wiederum auf § 2 Abs. 1 FamLAG bezieht) zusteht. Der jährliche Alleinverdienerabsetzbetrag beträgt:
mit einem Kind: 494,00 Euro
mit zwei Kindern: 669,00 Euro
mit drei Kindern: 889,00 Euro
für jedes weitere Kind zusätzlich 220,00 Euro
Weitere Informationen zur Höhe des AVAB und der Berechnung im Zuge beim Lohnsteuerausgleich finden Sie in der Lohnsteuertabelle!
Bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit gemäß § 25 EstG wird der Alleinverdienerabsetzbetrag bereits im Zuge der Lohnverrechnung berücksichtigt, wenn der Arbeitnehmer den Arbeitgeber mit dem Formular E30 die Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen mitgeteilt hat. Sollten allerdings beispielsweise Einkünfte gemäß § 22 EstG (Einkünfte aus selbständiger Arbeit) oder § 3 (steuerfreie Einkünfte) bezogen werden, kann der Alleinverdienerabsetzbetrag mittels Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.
Bei sehr niedrigen Einkommen kann der Alleinverdienerabsetzbetrag auch zur Auszahlung einer Negativsteuer führen. In diesem Fall sollte unbedingt eine Einkommensteuererklärung bzw. eine Arbeitnehmerveranlagung durchgeführt werden.
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Alleinverdienerabsetzbetrag vs. Alleinerzieherabsetzbetrag
Im Gegensatz zum Alleinverdienerabsetzbetrag dient der Alleinerzieherabsetzbetrag zur Unterstützung eines alleinerziehenden Elternteils. Dieser gilt als alleinerziehend, wenn er mit zumindest einem Kind nach § 106 Abs. 1 EstG während eines Zeitraumes von mehr als sechs Monaten nicht in einer Gemeinschaft mit einem (Ehe)Partner lebt.
Die Höhe des Alleinerzieherabsetzbetrags orientiert sich an den Beträgen des Alleinverdienerabsetzbetrags. Aufgrund der sich ausschließenden Voraussetzungen kann nur entweder der Alleinverdienerabsetzbetrag oder der Alleinerzieherabsetzbetrag geltend gemacht werden.
Beispiele für den Anspruch auf den Alleinverdienerabsetzbetrag
Ein seit vier Jahren verheiratetes und im gemeinsamen Haushalt lebendes Ehepaar hat einen dreijährigen Sohn. Der Ehemann hat Gesamteinkünfte in Höhe von 1.900 Euro pro Monat, die Ehefrau jährliche Einkünfte aus selbstständiger Arbeit in Höhe von 3.000 Euro und Einkünfte aus Kapitalvermögen von 2.000 Euro. In diesem Fall steht dem Ehemann ein Alleinverdienerabsetzbetrag von 494 Euro zu, da seine Ehefrau mit Gesamteinkünften in Höhe von 5.000 Euro unter der Höchstgrenze bleibt.
Ein nicht verheiratetes Paar bezieht am 16. Mai eine gemeinsame Wohnung und bekommt am 8. Juni desselben Jahres Zwillinge. Die Frau hat Bruttoeinkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit von 7.000, steuerfreie sonstige Bezüge innerhalb des Jahressechstels von 1.000 Euro, Sozialversicherungsbeiträge von 1.080 Euro und macht das Werbungskostenpauschale von 132 Euro geltend.
Der Mann hat Gesamteinkünfte von 42.000 Euro pro Jahr. In diesem Beispiel erzielt die Frau ein maßgebliches Einkommen in Höhe von 7.000 - 1.000 - 1.080 - 132 = 4.788 Euro und bleibt damit unter der Grenze von 6.000 Euro. Am 31. Dezember hat das Paar mehr als sechs Monate lang in einer eheähnlichen Beziehung im gemeinsamen Haushalt mit den Zwillingen gelebt. Der Mann hat daher einen Anspruch auf einen Alleinverdienerabsetzbetrag in Höhe von 669 Euro für zwei Kinder.
Ein paar lebt seit über drei Jahren im gemeinsamen Haushalt, ist aber nicht verheiratet. Am 28. August kommt der gemeinsame Sohn zur Welt. Unabhängig von den Einkünften kann zum Jahresende kein Alleinverdienerabsetzbetrag geltend gemacht werden, da gemäß § 106 Abs. 1 EstG nicht mindestens sechs Monate lang der Kinderabsetzbetrag nach § 33 Abs. 3 EstG zugestanden ist.
Ein Ehepaar lässt sich Anfang April scheiden, die Frau zieht den gemeinsamen Sohn den Rest des Jahres alleine auf. Unabhängig von den Einkünften kann zum Jahresende kein Alleinverdienerabsetzbetrag geltend gemacht werden, die Frau hat allerdings einen Anspruch auf einen Alleinerzieherabsetzbetrag in Höhe von 494 Euro.
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Aktueller Stand: 08/2019 - Autor: Daniel Herndler
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References: § 33
 § 33
 § 25
 § 106
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 § 22
 § 3
 § 106
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