Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=14.12.2005&Aktenzeichen=X%20R%2020/04
Timestamp: 2020-07-07 10:06:32+00:00

Document:
BFH, 14.12.2005 - X R 20/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,255
BFH, 14.12.2005 - X R 20/04 (https://dejure.org/2005,255)
BFH, Entscheidung vom 14.12.2005 - X R 20/04 (https://dejure.org/2005,255)
BFH, Entscheidung vom 14. Dezember 2005 - X R 20/04 (https://dejure.org/2005,255)
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EStG 1997 § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a, § 10 Abs. 3; GG Art. 1, Art. 3 Abs. 1, Art. 6 Abs. 1, Art. 20 Abs. 1, Art. 100 Abs. 1 Satz 1
Verfassungsmäßigkeit des Abzugs von Beiträgen zur Krankenversicherung als Sonderausgaben
Sonderausgaben - Vorläufigkeitsvermerk: Beiträge zur Krankenversicherung
Sonderausgaben - Höherer Abzug für KV-Beiträge gefordert
Sonderausgabenabzug für Krankenversicherungsbeiträge
Sonderausgaben - Beschränkter Sonderausgabenabzug bei Krankenversicherungsbeiträgen rechtens?
Sonderausgabenabzug Krankenversicherungsbeiträge - Beschränkter Abzug verfassungswidrig?
Vorläufigkeitskatalog erweitert - Ist der beschränkte Sonderausgabenabzug für Krankenversicherungsbeiträge verfassungswidrig?
Krankenkassenbeiträge und der Sonderausgabenabzug
Steuerrecht: BFH hält Beschränkung des Sonderausgabenabzugs von Krankenversicherungsbeiträgen für verfassungswidrig - Familien werden benachteiligt
Verfassungswidrigkeit der Beschränkung des Abzuges von Vorsorgeaufwendungen; Verstoß gegen den Grundsatz der Besteuerung nach der subjektiven Leistungsfähigkeit; Verfassungsmäßigkeit von § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a i.V.m. § 10 Abs. 3 Einkommenssteuergesetz (EStG); ...
BFH ruft Bundesverfassungsgericht an: - Wegen des Sonderausgabenabzugs privater Krankenversicherungsbeiträge
Beschränkung des Sonderausgabenabzugs von Krankenversicherungsbeiträgen
BFH ruft BVerfG an: Beschränkung des Sonderausgabenabzugs von Kranken-versicherungsbeiträgen ist verfassungswidrig
Krankenversicherung: BFH ist für höheren Sonderausgabenabzug
Steuerregelung zum Abzug der Krankenvorsorge verfassungswidrig
Beschränkung des Sonderausgabenabzugs von Krankenversicherungsbeiträgen ist verfassungswidrig - Familien werden benachteiligt - Bundesfinanzhof ruft Bundesverfassungsgericht an
Zur Sicherheit Einspruch einlegen - Ist der beschränkte Sonderausgabenabzug für Krankenversicherungsbeiträge verfassungswidrig?
Beschränkter Sonderausgabenabzug für KV-Beiträge verfassungsmäßig?
FG Hessen, 06.03.2003 - 9 K 2173/00
BFH, 26.11.2008 - X R 20/04
BVerfG, 09.07.2009 - 2 BvR 92/09
BFHE 211, 350
BFHE 211, 351
NJW 2006, 1088 (Ls.)
FamRZ 2006, 267 (Ls.)
BB 2006, 202
DB 2006, 191
BStBl II 2006, 312
- Aussetzungs- und Vorlagebeschluss des Bundesfinanzhofs vom 14. Dezember 2005 - X R 20/04 -.
Der Bundesfinanzhof ließ die Revision zu und legte dem Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 14. Dezember 2005 - X R 20/04 - (BFH BStBl II 2006, S. 312 = BFHE 211, 351) gemäß Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG die Frage zur Entscheidung vor, ob § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a in Verbindung mit § 10 Abs. 3 EStG in der für das Streitjahr 1997 geltenden Fassung insofern mit dem Grundgesetz vereinbar ist, als.
Der BFH hat im Vorlagebeschluss an das BVerfG vom 14. Dezember 2005 (X R 20/04, BStBl. II 2006, 312) zur Verfassungsmäßigkeit des § 10 Abs. 1 Nr. 2a i.V.m. § 10 Abs. 3 EStG - des der Höhe nach begrenzten Abzugs von Aufwendungen zur Krankenversicherung und der Begrenzung unabhängig davon, ob unterhaltsberechtigte Kinder vorhanden sind - dargelegt, nach gefestigter Rechtsprechung des BVerfG liefere der "Warenkorb" der Sozialhilfe (sog. Sozialhilfebedarf) den vom Gesetzgeber anerkannten Maßstab zur Bemessung eines realitätsgerechten Grundbedarfs.
Der BFH legt in seinem Vorlagebeschluss an das BVerfG zum begrenzten Abzug von Krankenversicherungsbeiträgen als Sonderausgaben (vom 14. Dezember 2005 X R 20/04 BStBl. II 2006, 312) unter B VII 4 d und f die Rechtsprechung des BVerfG dar:.
Dieser Grundsatz verlangt, dass unvermeidbare Ausgaben, die in der privaten Sphäre anfallen, die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer mindern (BFH-Beschluss vom 14. Dezember 2005 X R 20/04, BFHE 211, 351, BStBl II 2006, 312).
c) Nach Auffassung der FG Niedersachsen und Saarland in EFG 2007, 690 bzw. 853 kann die Neuregelung bei Geringverdienern mit hinreichend hohen Fahrtkosten zu einem Verstoß gegen das Verfassungsgebot der steuerlichen Verschonung des Existenzminimums des Steuerpflichtigen und seiner unterhaltsberechtigten Familienangehörigen führen (vgl. dazu BVerfG-Beschlüsse in BVerfGE 107, 27, BStBl II 2003, 534; vom 10. November 1998 2 BvL 42/93, BVerfGE 99, 246, BStBl II 1999, 174; vom 25. September 1992 2 BvL 5, 8, 14/91, BVerfGE 87, 153, BStBl II 1993, 413; BFH-Beschluss in BFHE 211, 351, BStBl II 2006, 312).
Er hat nicht vorrangig den GS des BSG anzurufen (vgl BVerfG vom 19. Februar 1957, BVerfGE 6, 222, LS 2; BVerwG GS vom 25. August 1961, Buchholz 310 § 11 VwGO Nr. 2; BFH vom 14. Dezember 2005, BFHE 211, 351, unter D der Gründe; BFH vom 12. Mai 1978, BFHE 125, 188, 192 mwN).
Danach muss dem Steuerpflichtigen ein "staatsfreies Existenzminimum" verbleiben; bestimmte zwangsläufige Aufwendungen müssen, auch wenn sie in den Bereich der privaten Lebensführung fallen, steuerlich verschont werden (BVerfG-Beschluss vom 4. Dezember 2002 2 BvR 400/98, 2 BvR 1735/00, BVerfGE 107, 27, BStBl II 2003, 534; Senatsbeschluss vom 14. Dezember 2005 X R 20/04, BFH/NV 2006, 431).
Die gegenteilige Ansicht des erkennenden Senats in seinem Beschluss in BFHE 212, 242, BStBl II 2006, 420 stehe im Widerspruch zum Vorlagebeschluss dieses Senats zur vollen Abziehbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen vom 14. Dezember 2005 X R 20/04 (BFHE 211, 350, BStBl II 2006, 312).
Dass die private Krankenversicherung zudem nicht stets einen "preiswerteren" Versicherungsschutz gewährt, verdeutlicht anschaulich der Sachverhalt, der dem Vorlagebeschluss des erkennenden Senats an das BVerfG vom 14. Dezember 2005 X R 20/04 (BFHE 211, 350, BStBl II 2006, 312) zugrunde lag.
Die Mindestvorsorge umfasst die Sicherung einer eigenverantwortlichen Vorsorge in der Höhe, wie sie der Staat Bürgern ohne Eigenvorsorge nach sozialrechtlichen Vorschriften zur Verfügung stellt (Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 14. Dezember 2005 X R 20/04, BFHE 211, 351, BStBl II 2006, 312, unter B.VIII.2. b aa).
Eine Krankenversicherung ist dagegen nicht nur "in die Zukunft gerichtet", da sich das versicherte Risiko --die Krankheit-- jederzeit aktualisieren kann (vgl. BFH-Urteil in BFHE 211, 351, BStBl II 2006, 312, unter B.VIII.4.).
Dieser Grundsatz besagt, dass indisponible private Aufwendungen des Steuerpflichtigen die Steuerbemessungsgrundlage mindern müssen (Senatsbeschluss vom 14. Dezember 2005 X R 20/04, BFHE 211, 350, BStBl II 2006, 312 - Beiträge zu Krankenversicherungen).
Der IV. Senat des Bundesfinanzhofs, dessen Beschluss Gegenstand des Verfahrens 2 BvR 1220/04 ist, teilt mit, dass Krankenversicherungsbeiträgen entsprechend dem Vorlagebeschluss des X. Senats des Bundesfinanzhofs vom 14. Dezember 2005 - X R 20/04 - (BStBl II 2006, S. 312 = BFHE 211, 351)1 eine "Sonderstellung" einzuräumen sei.
BFH, 14.12.2006 - III R 24/06
Kindergeld: Beiträge zu einer freiwilligen gesetzlichen oder einer privaten …
BFH, 16.11.2006 - III R 74/05
FG Baden-Württemberg, 05.09.2008 - 8 V 1595/08
Verfahren der Aussetzung der Vollziehung: Zulässigkeit eines gegen den …
BFH, 31.01.2007 - X B 175/06
Anfechtung eines auf Null lautenden Einkommensteuerbescheids
FG München, 08.04.2009 - 10 K 713/09
Keine Aufhebung eines Vorläufigkeitsvermerks gem. § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO …
FG Sachsen-Anhalt, 11.10.2006 - 1 K 1105/06
Unzulässigkeit einer Klage gegen eine Einkommensteuerfestsetzung auf 0 Euro

References: § 10
 § 10
 Art. 1
 Art. 3
 Art. 6
 Art. 20
 Art. 100
 § 10
 § 10
 Art. 100
 § 10
 § 10
 § 10
 § 10
 § 11
 § 165