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Timestamp: 2020-02-23 04:48:52+00:00

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Stalking- Definition Stalker/Stalken, StGB und Anzeige
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Was ist Stalking und was kann man gegen einen Stalker tun?
Stalking, auch Nachstellung genannt, wird in den letzten Jahren immer öfter diskutiert. Wo es früher meist nur Prominente betraf, kann es mittlerweile jeden treffen. Die meisten Opfer sind Frauen. Dabei stellt der Täter das Opfer penetrant und häufig nach, belästigt und terrorisiert es. Stalking stellt seit 2007 einen eigenen Straftatbestand dar und ist somit unter Strafe gestellt.
2. Stalking - Gesetzliche Regelung und Strafe
3. Was ist ein Stalker? Täter-Profil
4. Wann beginnt Stalking?
5. Cyberstalking - Stalking in Social-Medias (Facebook, Instagram, Whattsapp)
6. Folgen von Stalking
7. Was tun gegen Stalking? Wie sollte man sich als Opfer verhalten?
Stalking meint das wiederholte widerrechtliche Nachstellen, Verfolgen, Belästigen, Bedrohen und Terrorisieren einer anderen Person gegen deren Willen bis hin zu psychischer und körperlicher Gewalt.
Das Wort „Stalking“ kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt „anschleichen“ und „Umkreisen der Beute".
Stalking - Gesetzliche Regelung und Strafe
Stalking stellt eine Straftat dar und ist seit 2007 in § 238 StGB geregelt.
Das Gesetz spricht dabei nicht von Stalking, sondern von Nachstellung.
Stalking (© stadtratte / fotolia.com)§ 238 Absatz 1 StGB besagt, dass mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird, wer einer anderen Person in einer Weise unbefugt nachstellt, die geeignet ist, deren Lebensgestaltung schwerwiegend zu beeinträchtigen, indem er beharrlich
§ 238 Absatz 2 StGB sieht eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren vor, wenn der Täter das Opfer, einen Angehörigen des Opfers oder eine andere dem Opfer nahe stehende Person durch die Tat in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung bringt.
Wenn der Täter durch die Tat den Tod des Opfers, eines Angehörigen des Opfers oder einer anderen dem Opfer nahe stehenden Person verursacht, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, vgl. § 238 Absatz 3 StGB.
§ 238 Absatz 4 StGB regelt, dass die Tat in den Fällen des Absatzes 1 nur auf Antrag verfolgt wird; es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.
Stalking zieht somit - je nach Begehungsform - eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren nach sich. Welche Strafe den Täter im Ergebnis erwartet hängt vom Einzelfall und seinen Umständen ab.
Was ist ein Stalker? Täter-Profil
Bei der Nachstellung bzw. beim Stalking handelt es sich nicht um eine klar abzugrenzende Einzeltat. Vielmehr setzt es sich zusammen aus bewusstem und wiederholtem Belästigen, Nachstellen und Terrorisieren einer Person sowie aus einer Reihe von mehreren Tathandlungen über einen längeren Zeitraum zusammen. Diese Tathandlungen stellen in der Regel einzelne Straftaten wie Verleumdung, üble Nachrede, Körperverletzung, Nötigung oder Sachbeschädigung dar. Der Stalker studiert regelmäßig den Tagesablauf seines Opfers, um so das Opfer so oft es geht zu begegnen oder zu kontaktieren. Die meisten Stalker sind Menschen mit wenig Selbstwertgefühl, die häufig unter Persönlichkeitsstörungen leiden.
Bei vielen Tätern handelt es sich oftmals um den „Ex“ (männlich). Häufige Motive für den Ex sind Dominanz, Kontrolle, Eifersucht, Machtausübung, das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Opfer sind demnach in der Regel Frauen. Zu den Tätern gehören aber auch regelmäßig Arbeitskollegen, Freunde, (flüchtige) Bekannte, Nachbarn oder Familienmitglieder.
Man kann dabei 2 Typen von Stalkern unterscheiden.
„Hunter" (Jäger): Er lässt in der Regel nicht locker und reagiert teilweise auch gewalttätig. Er zeigt keine Angst und lässt kaum bzw. nicht mit sich reden. Oftmals bringen auch eine Gefährderansprache der Polizei, ein Anwaltsschreiben oder eine einstweilige Verfügung zunächst keinen Erfolg.
„Howler" (heulender Hund): Dieser Typ nimmt gerne die Opferrolle ein und buhlt um Aufmerksamkeit und Mitleid. Ein Anwaltsschreiben, eine einstweilige Verfügung bzw. eine Gefährderansprache der Polizei führen oftmals zum Erfolg.
Die Nachstellung bzw. das Stalking kann jeden treffen, unabhängig vom Alter, Nationalität, Einkommen. Oftmals erkennen die Betroffenen zu spät, dass es sich um Stalking handelt.
Juristisch gesehen beginnt das Stalken, wenn jemand durch ein wiederholtes Verfolgen bzw. andauerndem Belästigen in seinem normalen Lebensablauf beeinträchtigt wird. Die Verfolgung und/oder die Belästigung kann dabei auf verschiedene Art und Weise erfolgen.
Zur Straftat wird das Stalken, wenn die Beeinträchtigung schwerwiegend ist.
Zu unterscheiden ist das Stalking vom Mobbing. Mobbing stellt das Verhalten einer Person oder einer Gruppe gegenüber einer oder mehrerer Personen dar, mit der diese verunsichert, isoliert und denunziert wird/werden.
Telefonat (© sven-baehren / fotolia.com)Das Stalking kann durch folgende Handlungen beginnen:
Wiederholte tägliche bzw. wöchentliche Kontaktversuche
Häufiges Anrufen, auch auf der Arbeit; meistens ohne Sinn und Grund
regelmäßiger Kontakt über SMS, Emails oder Briefe
Täter treibt sich regelmäßig in der Nähe des Opfers herum (Wohnort, Arbeitsstelle etc.)
Täter schickt oder übergibt Opfer Geschenke oder Liebesbriefe
Nachrichten an der Windschutzscheibe, im Briefkasten oder im Internet oder auch über dritte Personen
Täter bestellt Sachen über Opfer (Warenbestellungen oder andere Dienstleistungen wie Filme, Bücher, Pizza etc
Täter begeht Rufschädigungen über das Opfer, auch im Internet
Täter spioniert Opfer aus und ruft beim Arbeitgeber oder bei der Krankenkasse an, um den neuen Arbeitgeber herauszufinden
Täter beschädigt Sachen vom Opfer (Auto, Haus etc.)
Beleidigungen, Bedrohungen gegenüber dem Opfer
In den meisten Fällen erstreckt sich das Stalking über einen Zeitraum von 12 bis 24 Monaten.
Cyberstalking - Stalking in Social-Medias (Facebook, Instagram, Whattsapp)
Cyberstalking meint bedrängende Handlungen, die mittels technischer Kommunikationsmittel gegenüber dem Opfer begangen werden und so das Opfer massiv unter Druck gesetzt wird; dies kann mit dem Handy, im Internet oder per Mail erfolgen.
Auch Cyberstalking ist strafbar und wird von § 238 Absatz 1 Nr. 2 und Nr. 3 StGB umfasst.
Cyberstalking (© MacX / fotolia.com)Folgende Formen des Cyberstalkings sind denkbar:
Opfer wird per Handy oder im Internet ausspioniert, belästigt, bedrängt, bedroht
Der Täter verbreitet Lügen oder falsche Informationen über das Internet
Der Täter bestellt Ware im Internet im Namen des Opfers
Der Täter verbreitet intime Details und/oder private Fotos im Internet
Der Täter verbreitet manipulierte Fotos des Opfers im Internet
Der Täter begeht im Namen des Opfers Straftaten im Internet
Der Täter erstellt Fake-Accounts im Namen des Opfers
Wenn der Täter vom Opfer unerlaubt Fotos oder dergleichen im Internet veröffentlicht, ist im Übrigen der Straftatbestand des § 201 a StGB (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen) verwirklicht.
Als Opfer von Cyberstalking sollte man unverzüglich handeln, da die Spuren, die der Täter im Internet hinterlässt, nur schwer zu verwischen sind.
Einen sehr wichtigen Hinweis kann die vom Täter genutzte IP-Adresse liefern. Mittels der IP-Adresse können die Ermittlungsbehörden mit Unterstützung des Anbieters des Internet-Anschlusses ggf. konkret nachweisen, von wo aus zu welchem Zeitpunkt im Internet was gepostet oder geschrieben wurde.
Stalking geht an den meisten Opfern nicht spurenlos vorbei. Ganz im Gegenteil: die Folgen von sind oftmals grenzenlos und verheerend. Es geht teilweile mit einfachen psychischen Folgen los, kann aber im schlimmsten Falle auch zum Selbstmord oder sehr schweren gesundheitlichen Folgen führen.
Nachfolgend die häufigsten Folgen von Stalking:
Unwohlsein, Nervosität
Schlafstörungen, Panikattacken, Albträume
Gereiztheit, Hoffnungslosigkeit
Depression (© FollowTheFlow / fotolia.com)Sozialleben des Opfers leidet drunter
Beziehungsunfähigkeit bzw. Abneigung gegenüber möglichen Beziehungen
Entfremdung gegenüber Freunden, Familie und Bekannten
Wechsel der Telefonnummer
Was tun gegen Stalking? Wie sollte man sich als Opfer verhalten?
Fraglich ist, wie man als Opfer mit einem Stalker umgehen sollte. Auf jeden Fall kann man sich gegen ein Stalker wehren und man sollte dies auch umgehend tun. Wichtig ist dabei, dass man sich und andere nicht in Gefahr bringt.
Man sollte den Täter zunächst ignorieren. Manche Stalker suchen vor allem nach Aufmerksamkeit. Wenn er jedoch merkt, dass man seine Kontaktversuche, Belästigungen, Geschenke etc. nicht erwidert, verliert er schnell die Lust und gibt auf. Daher auch keinen Blickkontakt aufbauen.
Wenn das Ignorieren nichts bringt, sollte man den Stalker ausdrücklich und ernsthaft zur Rede stellen und ihm klarmachen, dass er aufhören soll. Ggf. sollte man ihm mit der Polizei oder einem Rechtsanwalt drohen. Wenn die Sache zu heikel ist und man die Situation nicht einschätzen kann bzw. sich nicht traut, das Gespräch mit dem Stalker zu führen, sollte man ein derartiges zur-Rede-stellen sein lassen und ggf. sofort die Polizei einschalten oder einen Rechtsanwalt aufsuchen. Alternativ könnte man das Gespräch auch einem Dritten (Freund, Freundin, Partner etc.) überlassen, dem man vorher von dem Vorfall erzählt hat.
Dokument führen
Unterschrift (© bruce-shippee / fotolia.com)Man sollte über die Handlungen, Aktivitäten und Maßnahmen des Stalkers Notiz führen. Wichtig ist hierbei festzuhalten, was der Stalker wann (Datum und Uhrzeit) gemacht hat. Ggf. sollte man Namen und Adressen von Zeugen mit aufschreiben. All diese wichtigen Informationen benötigt die Polizei bzw. der Rechtsanwalt.
Wenn man davon ausgeht „gestalkt“ zu werden, sollte man sich an eine oder mehrere Vertrauenspersonen wenden. Dies kann der Partner oder ein guter Freund/guteFreundin sein. Zum Einen können diese Personen als Zeugen fungieren, zum Anderen können sie einem ggf. Hilfe und Rat geben oder den Stalker zur Rede stellen.
Soziale Medien überprüfen
Sobald man merkt, dass man „gestalkt“ wird, sollte man vor allem auf den sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram, Twitter etc.) überprüfen, was man dort alles von sich preisgibt. Man sollte sämtliche Konten in den sozialen Netzwerken als „Privatkonto“ führen und somit die Privatspähre-Einstellungen entsprechend nutzen. Im schlimmsten Fall sollte man für eine gewissen Zeit komplett auf soziale Netzwerke verzichten.
Auf Dokumente achten
Man sollte keine persönlichen Sachen wie Briefe, Fotos, Kataloge oder abonnierte Zeitschriften in den Hausmüll werfen. Einige Stalker suchen sogar im Hausmüll nach und versuchen so an „Stoff“ zu kommen. In manchen Fällen kommt es vor, dass Stalker die Post vom Opfer aus dem Briefkasten entwenden. Dieses Vorgehen allein stellt schon eine Straftat dar. Wenn dies vorkommt, sollte man unverzüglich die Polizei einschalten und eine Anzeige erstatten.
Professionelle bzw. ärztliche Hilfe nehmen
Wenn das Stalking stärkere Ausmaße angenommen hat, sollte man ggf. professionelle Hilfe (Psychologe, Psychotherapeut, Arzt) in Anspruch nehmen, um die Belästigungen und Erlebnisse aufzuarbeiten und zu behandeln. Ansonsten kann man sich an öffentliche Einrichtungen wenden, die Opfer zum Thema Stalking beraten und unterstützen. Im Übrigen können sich Frauen, aber auch alle anderen Opfer an das „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ wenden und um Hilfe und Beratung bitten. Die Nummer lautet 08000 116 016. Zahlreiche Tipps im Kampf gegen Stalking erhält man auch unter www.gemeinsamgegenstalking.de oder www.weisser-ring.de.
Wenn das Stalking anhält und man drunter leidet bzw. gefährdet ist, sollte man die örtliche Polizei einschalten und eine Anzeige gegen den Stalker erstatten. Selbst die Polizei rät dazu, eine Anzeige zu erstatten. Im Ergebnis zeigt das Einschreiten der Polizei Wirkung gegen den Stalker. In den meisten Fällen hören die Belästigungen nach einer Anzeige auf oder nehmen zumindest drastisch ab. Auch Stalking-Experten raten dazu, früh Anzeige zu erstatten.
Juristisch vorgehen / einstweilige Verfügung
Man könnte – bevor man eine Anzeige bei der Polizei macht – zunächst einen Rechtsanwalt einschalten. Der Rechtsanwalt könnte den Stalker anschreiben und diesen auffordern, mit dem Stalking aufzuhören und zugleich mit weiteren Schritten wie Anzeige oder einstweiliger Verfügung drohen. Wenn der Stalker sich davon nicht aufhalten lässt, könnte der Rechtsanwalt sodann eine einstweilige Verfügung gegen den Stalker erwirken, wonach der Stalker sich dem Opfer nicht nähern darf und auch keinen Kontakt zum Opfer aufnehmen darf. Im Falle, dass er es dennoch tut, macht sich der Stalker erneut strafbar.
Als Opfer kann man den Täter zusätzlich auf Schadensersatz und Schmerzensgeld in Anspruch nehmen und verklagen.
Strafverteidiger-Tipp: Wenn Sie Opfer von einem Stalker geworden sind, sollten Sie unverzüglich eine Anzeige bei der Polizei erstatten und zugleich einen Fachanwalt für Strafrecht aufsuchen.
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References: § 238

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