Source: https://media.zwp-online.info/archiv/pub/sim/dhj/2012/dhj0212/
Timestamp: 2017-04-23 21:38:08+00:00

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„Schüchtern in einer Baumwollstrickjacke hinter einer Hornbrille versteckt, steht er in der dunklen Großstadtbar und hält sich an einem Bier fest (oder ist es ein Orangensaft?). […] Er achtet auf sich, ist höflich, lieb, immer gepflegt und gewaschen, benutzt Parfums und Cremes, macht Diäten und hört wunderbar melancholische Mädchenmusik. Nur wenn er sich herüberbeugen und die junge Frau endlich ansprechen sollte, fängt sein Kopfkino an. Vielleicht möchte die junge Frau gar nicht angesprochen werden? Lieber selbst den ersten Schritt tun?“ So ähnlich beschreibt Nina Pauer die neue Männlichkeit in den (verunsicherten) „Schmerzensmännern“. Was ist passiert? Wir diskutieren über Frauenquoten, über die skandalöse Unterrepräsentation von Frauen in den Chefetagen, die hohe Missbrauchsrate bei Mädchen und über die nicht zu rechtfertigende Unterbezahlung von Frauen. Fast möchte man meinen, dass die Frau schlechthin das Gute darstellt, dem die Opferrolle zugedacht wird. Und mitunter beschleicht uns Männer das Gefühl, in der Täterrolle zu sein. Aber wer redet über die skandalöse Überrepräsentation von Jungen bei Schulversagern und von Männern in Gefängnissen, wer über die übermäßigen Todesfälle von Männern durch Kriege, gefährliche Berufe und Selbstmorde? Sind diese Dinge etwa nicht der Rede wert? Immer mehr Frauen dringen endlich in bislang versperrte Positionen vor; sie haben bessere Schul- und Studienabschlüsse, reüssieren als Müllwerkerin, Soldatin, Chefin, Ministerin oder auch als Kanzlerin – gleichzeitig wird unsere Gesellschaft dadurch zwar fairer, darüber hinaus aber nicht besser. Die Probleme unserer modernen Gesellschaft bleiben. Und wir steuern auf neue Probleme zu... Procter & Gamble GmbH
Kein Kurztext vorhanden. Schauen Sie in die PDF. Special: Parodontologische Prävention
Die nichtchirurgische, minimalinvasive Behandlung von Parodontitis und Periimplantitis beschränkt sich heutzutage immer noch hauptsächlich auf die Reinigung bzw. Dekontamination der freiliegenden und mit parodontopathogenen Mikroorganismen besiedelten Zahn- bzw. Implantatoberflächen. Im Folgenden sollen nun präventiv orientierte, nichtchirurgische Therapiemöglichkeiten der Parodontitis und Periimplantitis vorgestellt werden. Prävention für Jung und Alt - Möglichkeiten eines lebenslangen Präventionsprogrammes
Prävention gewinnt in der modernen Zahnmedizin stetig an Bedeutung. Laut neuester Studien wird die Mundgesundheit in Deutschland immer besser und Karies ist dank intensiver Prophylaxe auf dem Rückzug. Zahlreiche Zahnarztpraxen haben dies bereits für sich erkannt und ein Prophylaxeprogramm in ihr Behandlungsspektrum integriert. Doch häufig wird immer noch unterschätzt, dass eine umfassende Prävention weit über die allgemein verbreitete „PZR“ hinausgeht. Sie beginnt bereits im Kindesalter und beinhaltet die Seniorenprophylaxe ebenso wie eine besondere Betreuung mit individuellen Recallintervallen bei Risikogruppen. NSK Europe GmbH
Die demografische Entwicklung in Deutschland ist geprägt von der doppelten Altersdynamisierung, die Menschen werden immer älter und gleichzeitig wächst der Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung. Es kann also nicht überraschen, wenn auch in Ihrer Praxis schon heute jeder vierte mögliche Patient bereits über 65 Jahre alt ist. Hinzu kommt, dass sich die zahnärztliche Arbeit mit dem alternden Patienten in den vergangenen zehn Jahren grundlegend verändert hat. Wie aber sehen Konzepte zur Zahnpflege im alten Mund aus? Die Zahnmedizin bietet Lösungen an, die Prävention ein Leben lang möglich macht. Parodontitis und Allgemeinerkrankungen
Gemäß der Deutschen Mundgesundheitsstudie IV leiden über 50 Prozent der Erwachsenen an einer mittelschweren und mehr als 20 Prozent an einer schweren Form der Parodontitis. Ursächlich hervorgerufen durch einen polybakteriellen Biofilm, bleibt die Infektionskrankheit Parodontitis nicht auf den Mundbereich beschränkt, sondern hat weitreichende, allgemeingesundheitliche Konsequenzen und betrifft damit den gesamten Körper. Molekular-biologische Diagnostiksysteme sind daher wertvolle Hilfsmittel für die Identifizierung und adäquate Behandlung von Risikopatienten. enretec Dental GmbH
Vor nun fast sechs Jahren hat das Robert Koch-Institut (RKI) die aktualisierten Empfehlungen für die Anforderung der Hygiene in Krankenhäusern und Praxen herausgegeben. Viele erinnern sich wahrscheinlich noch sehr gut an die ersten Gedanken und Reaktionen darauf. Bei mir war es ungefähr so: Das ist nie umsetzbar! Wer soll das alles kontrollieren? Was wird dafür alles neu benötigt? Erinnern wir uns aber auch noch an die einfachen Dinge der Hygiene? Dentalhygiene Start Up 2012
Die gesetzlichen Leistungen der Krankenkassen rund um die Zahngesundheit werden weniger und die Ansprüche des selbstzahlenden Patienten hinsichtlich Zahnarzt und Praxis steigen. Er erwartet ein ansprechendes Design, eine überdurchschnittliche Behandlung sowie weitere Vorteile und Begünstigungen, die die Praxis seiner Wahl von herkömmlichen Einrichtungen unterscheiden. Der Zahnarzt sollte deshalb ein individuelles Image aufbauen, um der neuen Generation von Patienten gerecht zu werden und einen Behandlungsmehrwert bieten. Wachsen mit der häuslichen Mundprophylaxe: Von Baby-Zahnbürste bis zur altersgerechten Mundhygiene
Häusliche Mundpflege begleitet den Menschen vom Kleinkindalter bis zum Lebensabend. Doch so selbstverständlich diese Erkenntnis ist, so wenig wissen die Patienten oft über den langfristigen Nutzen einer gezielt altersgerechten Mundprophylaxe. Hierfür stellen die großen Mundpflegeanbieter eine Vielzahl speziell für bestimmte Altersgruppen entwickelter Hilfs-mittel zur Verfügung. Abrechnung: Diagnostik vor der Parodontitisbehandlung
Nach den Ergebnissen der Vierten Deutschen Gesundheitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) weisen etwa 30 Prozent aller Erwachsenen und damit 15 Millionen Patienten die Zeichen einer fortgeschrittenen Parodontitis auf. In diesem Beitrag werden wir aufzeigen, wie unter Berücksichtigung der Behandlungsrichtlinien und der BEMA-Leistungsbeschreibungen die Parodontitis-Behandlung zu Lasten der GKV systematisch durchgeführt und korrekt abgerechnet werden kann. Herstellerinformationen
Kein Kurztext vorhanden. Schauen Sie in die PDF. Hygiene-Tipp: Wer darf eine Behandlungseinheit instand setzen? Christoph Jäger
Kein Kurztext vorhanden. Schauen Sie in die PDF. DentalPearls: Curriculum Seniorenprophylaxe Redaktion
Intensiven Präventivmaßnahmen sind eine relativ „neue“ Erscheinung im Alltag von Zahnarztpraxen. Noch vor 25 Jahren gehörte es zum Behandlungsalltag, dass Patienten lediglich symptombezogen behandelt wurden: die Schmerzausschaltung stand dabei im Vordergrund. Zähne zu entfernen war eine beliebte „Heilungsmethode“, sodass oft mit dem Alter auch die Zahl der verbliebenen Zähne in der Mundhöhle stark abnahm. Präventive Maßnahmen kamen kaum zur Anwendung, was zur Folge hatte, dass Patienten schon sehr früh stark prothetisch versorgt waren und regelmäßige Prophylaxemaßnahmen eher unnötig erschienen ließen. Kongresse, Kurse und Symposien/ Impressum
15. Jahrgang I 22012 ISSN 1436-5715 I PVSt. F 47867 € 10,00 zzgl. MwSt.und Versand Zeitschrift für Parodontologie und präventive Zahnheilkunde I Special I Fachbeitrag I Anwenderbericht I Herstellerbericht I Abrechnung I Dental Pearls Club Parodontologische Prävention I Prävention für Jung und Alt I Prophylaxe in der Alterszahnmedizin Parodontitis und Allgemeinerkrankungen I Gibt es eine optimale Umsetzung der RKI-Richtlinien in der Zahnarztpraxis? Luxus auf dem Behandlungsstuhl Wachsen mit der häuslichen Mundprophylaxe Diagnostik vor der Parodontitisbehandlung Curriculum Seniorenprophylaxe Prävention ein Leben lang 2
KaVo Prophylaxesystem. Prophylaxe. Ganz einfach und so angenehm. KaVo bietet Ihnen für jeden Prophylaxe- Schritt die optimale Lösung: Prophylaxe mit KaVo – Alles. Einfach. Angenehm. Ganz einfach für Sie ... (cid:153)(cid:21)(cid:72)(cid:88)(cid:93)(cid:99)(cid:90)(cid:97)(cid:97)(cid:90)(cid:21)(cid:106)(cid:99)(cid:89)(cid:21)(cid:90)(cid:94)(cid:99)(cid:91)(cid:86)(cid:88)(cid:93)(cid:90)(cid:21)(cid:61)(cid:86)(cid:99)(cid:89)(cid:93)(cid:86)(cid:87)(cid:106)(cid:99)(cid:92) (cid:153)(cid:21)(cid:61)(cid:142)(cid:88)(cid:93)(cid:104)(cid:105)(cid:90)(cid:21)(cid:79)(cid:106)(cid:107)(cid:90)(cid:103)(cid:97)(cid:126)(cid:104)(cid:104)(cid:94)(cid:92)(cid:96)(cid:90)(cid:94)(cid:105) (cid:153)(cid:21)(cid:59)(cid:97)(cid:90)(cid:109)(cid:94)(cid:87)(cid:90)(cid:97)(cid:21)(cid:91)(cid:147)(cid:103)(cid:21)(cid:107)(cid:94)(cid:90)(cid:97)(cid:90)(cid:21)(cid:54)(cid:99)(cid:108)(cid:90)(cid:99)(cid:89)(cid:106)(cid:99)(cid:92)(cid:104)(cid:87)(cid:90)(cid:103)(cid:90)(cid:94)(cid:88)(cid:93)(cid:90) ... und so angenehm für Ihre Patienten: (cid:153)(cid:21)(cid:66)(cid:90)(cid:93)(cid:103)(cid:21)(cid:69)(cid:86)(cid:105)(cid:94)(cid:90)(cid:99)(cid:105)(cid:90)(cid:99)(cid:96)(cid:100)(cid:98)(cid:91)(cid:100)(cid:103)(cid:105) (cid:153)(cid:21)(cid:72)(cid:86)(cid:99)(cid:91)(cid:105)(cid:90)(cid:21)(cid:106)(cid:99)(cid:89)(cid:21)(cid:104)(cid:88)(cid:93)(cid:98)(cid:90)(cid:103)(cid:111)(cid:91)(cid:103)(cid:90)(cid:94)(cid:90)(cid:21)(cid:55)(cid:90)(cid:93)(cid:86)(cid:99)(cid:89)(cid:97)(cid:106)(cid:99)(cid:92) für höchstes Patientenvertrauen 1. Workﬂow Integration z. B. KaVo Primus® 1058 TM 2. Zahnbelagentfernung z. B. KaVo SONICﬂex quick 2008 L 3. Zahnreinigung z. B. KaVo PROPHYﬂex 3 2018 4. Zahnpolitur z. B. KaVo INTRAmatic 31 ES 5. Karieserkennung z. B. DIAGNOdent pen 2190 KaVo Dental GmbH · D-88400 Biberach/Riß · Telefon +49 7351 56-0 · Fax +49 7351 56-1103 · www.kavo.com 3
EDITORIAL Der „durchgegenderte“ Mann „Schüchtern in einer Baumwollstrickjacke hinter einer Hornbrille versteckt, steht er in der dunklen Großstadtbar und hält sich an einem Bier fest (oder ist es ein Orangensaft?). […] Er achtet auf sich, ist höflich, lieb, immer gepflegt und gewaschen, benutzt Parfums und Cremes, macht Diäten und hört wunderbar melancholische Mädchenmusik. Nur wenn er sich herüberbeugen und die junge Frau endlich ansprechen sollte, fängt sein Kopf- kino an. Vielleicht möchte die junge Frau gar nicht angesprochen werden? Lieber selbst den ersten Schritt tun?“ So ähnlich beschreibt Nina Pauer die neue Männlichkeit in den (verunsicherten) „Schmerzensmännern“. Was ist passiert? Wir diskutieren über Frauen- quoten, über die skandalöse Unterrepräsentation von Frauen in den Chefetagen, die hohe Missbrauchsrate bei Mädchen und über die nicht zu rechtfertigende Unterbezah- lung von Frauen. Fast möchte man meinen, dass die Frau schlechthin das Gute darstellt, dem die Opferrolle zugedacht wird. Und mitunter beschleicht uns Männer das Gefühl, in der Täterrolle zu sein. Aber wer redet über die skandalöse Überrepräsentation von Jungen bei Schulversagern und von Männern in Gefängnissen, wer über die übermäßi- gen Todesfälle von Männern durch Kriege, gefährliche Berufe und Selbstmorde? Sind diese Dinge etwa nicht der Rede wert? Immer mehr Frauen dringen endlich in bislang versperrte Positionen vor; sie haben bessere Schul- und Studienabschlüsse, reüssieren als Müllwerkerin, Soldatin, Chefin, Ministerin oder auch als Kanzlerin – gleichzeitig wird unsere Gesellschaft dadurch zwar fairer, darüber hinaus aber nicht besser. Die Probleme unserer modernen Gesellschaft bleiben. Und wir steuern auf neue Probleme zu. Was soll der siebenjährige Kevin-Justin denken, wenn seine Lehrerin ihn zurecht- und auf Laura-Marie hinweist, die „immer so lieb am Tisch sitzt und jederzeit fein säuberlich ihre Hausaufgaben gemacht hat“? Kevin-Justin hat dann ein Problem. Er will nämlich vielleicht lieber Fußball spielen und er will auf Bäume klettern. Aber Kevin-Justin ist verunsichert, denn er soll sich an Laura-Marie orientieren. Womöglich jahrelang. Ist das geschlechter- gerecht? Wir sind auf dem besten Wege, einen großen Teil der (zukünftigen) männlichen Gesellschaft zu verlieren. Beide Geschlechter sind gleichberechtigt, und wir sollten die Entwicklung beider Geschlechter im Auge behalten. Kevin-Justin ist sieben Jahre alt; und er wird wahrscheinlich noch mehr als 80 Jahre leben. Als verunsicherter, aber durchge- genderter Junge, der womöglich irgendwann in der dunklen Großstadtbar steht und grü- belt? Hoffentlich nicht ein Leben lang. Ein Leben lang dürfen wir uns um zahnmedizinische Prävention kümmern – dies gilt für das Berufs- wie für das Patientenleben. Diese Aufgabe lohnt sich unbestritten, und just dieses Thema haben wir in der aktuellen Ausgabe des Dentalhygiene Journals für Sie aufgegriffen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen. Mit herzlichen Grüßen, Ihr Prof. Dr. Dr. h.c. Andrej M. Kielbassa 4
BESSERE MUNDGESUNDHEIT* GREIFBAR FÜR IHRE PATIENTEN G IVITIS G IN KIEFE R O R T H O PÄ DIS C H E A PPA R AT U R E N PL A Q U E VERFÄRBUNGEN P L A N IM T A T E E L E K T R I S C H E (cid:2) Z A H N B Ü R S T E N Eine Empfehlung – Gesunde Zähne ein Leben lang Empfehlen Sie eine Oral-B® elektrische Zahnbürste, damit Ihre Patienten eine bessere Mundgesundheit erreichen können. Effektive Mundpflege für den täglichen Gebrauch zu Hause und die verschiedenen Indikationen Ihrer Patienten, wie z.B. • ZAHNFLEISCHSCHUTZ: 93% der Patienten reduzierten ihren zu hohen Putzdruck innerhalb von 30 Tagen*1 • GINGIVITIS: Rückgang gingivaler Blutungen um bis zu 32% nach 6 Wochena2 • KIEFERORTHOPÄDISCHE APPARATUREN(cid:3) Reduziert Plaque um 32% innerhalb von 8 Wochenb3 • PLAQUE: Entfernt bis zu 99,7% der Plaque, auch in schwer zugänglichen Bereichen*c4 References: 1. Janusz K et al. J Contemp Dent Pract. 2008;9(7):1-8. 2. Rosema NAM et al. J Periodontol. 2008;79(8):1386-1394. 3. Clerehugh V et al. J Contemp Dent Pract. 2008;9(7):1-8. 4. Sharma NC et al. J Dent Res. 2010;89(special issue A):599. * im Vergleich zu einer herkömmlichen Handzahnbürste. a bei Verwendung der Oral-B® Triumph im Modus Reinigen mit der Aufsteckbürste Oral-B® Tiefen-Reinigung. b bei Verwendung der Oral-B® Triumph im Modus Reinigen mit der Aufsteckbürste Oral-B® Ortho. c bei Verwendung der Oral-B® Triumph im Modus Tiefenreinigung mit der Aufsteckbürste Oral-B® Tiefen-Reinigung. Fordern Sie einen Oral-B Dentalfachberater an, um mehr über den Einsatz elektrischer Zahnbürsten bei verschiedenen Indikationen Ihrer Patienten zu erfahren Tel.: 0049-203 570 570 Die perfekte Fortsetzung Ihrer Prophylaxe 5
INHALT Editorial Herstellerbericht 3 Der „durchgegenderte“ Mann 30 Wachsen mit der häuslichen Prof. Dr. Dr. h.c. Andrej M. Kielbassa Special 6 Parodontologische Prävention Dr. Jan Müller, Prof. Dr. Dr. h.c. Andrej M. Kielbassa 8 Prävention für Jung und Alt Regina Regensburger Mundprophylaxe Thomas Hammann Abrechnung 32 Diagnostik vor der Parodontitisbehandlung Christine Baumeister-Henning Dental Pearls Club 47 Curriculum Seniorenprophylaxe 36 Herstellerinformationen 42 Tipp 44 News 50 Kongresse, Impressum 14 Prophylaxe in der Alterszahnmedizin Dr. Cornelius Haffner Fachbeitrag 18 Parodontitis und Allgemeinerkrankungen Dr. rer. nat. Dipl.-Biol. Sylke Dombrowa 24 Gibt es eine optimale Umsetzung der RKI-Richtlinien in der Zahnarztpraxis? Iris Trog-Aras Anwenderbericht 28 Luxus auf dem Behandlungsstuhl Christin Bunn Alle mit Symbolen gekennzeichneten Beiträge sind in der E-Paper-Version der jeweiligen Publikation auf www.zwp-online.info mit weiterführenden Informationen vernetzt. Titelbild: © Yuri Arcurs 6
Special Parodontologische Prävention Die nichtchirurgische, minimalinvasive Behandlung von Parodontitis und Periimplantitis be- schränkt sich heutzutage immer noch hauptsächlich auf die Reinigung bzw. Dekontamination der freiliegenden und mit parodontopathogenen Mikroorganismen besiedelten Zahn- bzw. Implantatoberflächen. Im Folgenden sollen nun präventiv orientierte, nichtchirurgische The- rapiemöglichkeiten der Parodontitis und Periimplantitis vorgestellt werden. Dr. Jan Müller/Berlin, Prof. Dr. Dr. h.c. Andrej M. Kielbassa /Krems, Österreich n Die biofilmzerstörende Wirkung beschränkt sich bei allen verfügbaren Verfahren auf den Zeitpunkt der An- wendung. Der nachfolgende und begleitende Einsatz von Antiseptika ermöglicht leider keine nennenswerte Verlängerung der Kontaminationsfreiheit. Wird der (parodontal erkrankte) Patient aus der Praxis entlassen, kann dieser in der Regel die betroffenen Ober- flächen nicht einmal ansatzweise im Rahmen der täg- lichen Mundhygiene weiterführend reinigen, sodass in den meisten Fällen eine Neubesiedelung innerhalb kur- zer Zeit stattfindet und oft die Ausgangswerte der Keim- belastung vor Therapiebeginn erreicht werden.1,2,3 Zur rein mechanischen Biofilmentfernung stehen der- zeit neben den gebräuchlichen Metallküretten für die nichtchirurgische Parodontitisbehandlung auch Plas- tik- und Titanküretten, speziell modifizierte Arbeits- enden für Ultraschallsysteme, hochenergetische Laser- lichtanwendungen, die antimikrobielle Photodynami- sche Therapie und Pulverstrahlverfahren, insbesondere auch für die Periimplantitisbehandlung, zur Verfügung. Mit Plastik- oder Titanküretten wird jedoch nur eine unzureichende Reinigung (geschweige denn vollstän- dige Dekontamination) der texturierten und durch die Schraubenwindungen stark verwinkelten Implantat- oberflächen erreicht. Ultraschallsysteme, insbesondere mit modifizierten Ansätzen für die Periimplantitisbehandlung opti- mierte Systeme (z. B. das Vector-System; Dürr, Bietig- heim-Bissingen, Deutschland, oder das Piezon Master/ Implant Cleaning, EMS, Nyon, Schweiz) können die bak- teriellen Biofilme insbesondere von den texturierten Implantatoberflächen wirkungsvoller entfernen,4 ob- wohl langfristig betrachtet nur ähnliche Attachment- gewinne im Vergleich zu handinstrumentellem Scaling und Wurzelglätten erzielbar sind.5 Zur Dekontamination von Zahn- und Implantatoberflä- chen wurden in den letzten Jahren vermehrt auch Laser- licht-Systeme eingesetzt.6,7 CO2-, Dioden- und Er:YAG-La- ser scheinen für die klinische Anwendung am geeignets- ten zu sein, da durch die Bestrahlung, in Abhängigkeit von der Behandlungsdauer sowie den Energieeinstel- lungen, eine schonende Instrumentierung der Zahn- und Implantatoberfläche erreicht werden kann.8,9,10 Bereits bei der Parodontitistherapie konnte gezeigt wer- den, dass vor allem mit dem Er:YAG-Laser ein schonender Abtrag subgingivaler Konkremente von der Wurzelober- fläche möglich ist,11,12 was unter anderem zu einem signi- fikanten Attachmentgewinn führt.13,14 Darüber hinaus entfernte der Er:YAG-Laser bakterielle Biofilme von tex- turierten Implantatoberflächen initial deutlich besser als solche, welche mit dem Vector-Ultraschall-System oder mit Handinstrumenten bearbeitet wurden.4 Die antimikrobielle Photodynamische Therapie (aPDT) erreicht ihre dekontaminierende Wirkung über die Lichtaktivierung einer an die Bakterienmembranen angelagerten Farbstofflösung, welche zu einer irrever- siblen Schädigung der Bakterienmembranen führt. Die Ergebnisse von aussagekräftigen, prospektiven Untersuchungen müssen jedoch noch abgewartet werden, bevor die Wirksamkeit der aPDT hinreichend beurteilt werden kann. Pulverstrahlgeräte sind bereits seit Jahren im Rahmen der supragingivalen Anwendung insbesondere bei der professionellen Zahnreinigung erfolgreich im Einsatz. Abb. 1: Klinische, eher unauffällige Situation der Unterkieferfrontzähne eines 44-jährigen Patienten mit guter Mundhygiene. Auffällig war der Pa- pillenrückgang zwischen 31/41 und 41/42, die angrenzende Gingiva zeigte hingegen nur geringfügige Entzündungszeichen. –Abb. 2: Zahn 31 zeigte mesial eine Sondierungstiefe von 14 mm bei nur gering ausgeprägter Blutung und Pusentleerung. Konkremente an der Wurzeloberfläche konn- ten nicht ertastet werden. – Abb. 3: Für die minimalinvasive, geschlossene Parodontitisbehandlung wurde eine speziell auf die Taschenmorpho- logie optimierte Instrumentenspitze für die effektive Pulverstrahlanwendung in der Tiefe der Tasche eingesetzt (Perio-Flow, EMS). – Abb. 4: Die Pulverstrahlanwendung innerhalb der Zahnfleischtasche sollte höchstens fünf Sekunden lang andauern. Aufgrund des geringen Austrittdrucks wird die Behandlung in der Regel nicht als schmerzhaft empfunden. 6 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 7
Special Die Indikationserweiterung auf subgingivale mit Bio- film belastete Oberflächen wurde mithilfe eines nur wenig abrasiven Glyzin-Pulvers (z.B. Air-Flow powder Perio, EMS, Nyon, Schweiz) möglich. Die Reinigungs- bzw. Dekontaminationswirkung an Implantatoberflä- chen dieser (ca. 25 μm großen) aus der Aminosäure Glyzin bestehenden Kristalle ist im Vergleich zu kon- ventionellen Handinstrumenten und Ultraschallsca- lern erheblich besser.15,16,17 Darüber hinaus konnte in einer klinischen Untersuchung gezeigt werden, dass das Glyzin-Pulver im Rahmen des Strahlverfahrens keine negativen Effekte auf das umgebende Weichge- webe ausübte. Im Vergleich hierzu bewirkten konven- tionelle Handinstrumente eine erhebliche Traumati- sierung der angrenzenden Weichgewebe.18 Die Entwicklung neuer Instrumentenansätze, insbeson- dere für die geschlossene Parodontitis- und Periimplan- titistherapie (Perio-Flow Handstück für Air-Flow Mas- ter, EMS), ermöglicht nunmehr eine effiziente Reinigung der Zahn- und Implantatoberfläche bei einer weitestge- hend atraumatischen, geschlossenen Vorgehensweise (Abb. 1 bis 4).1 Die Therapiemethode ermöglicht eine drei- bis fünf- mal kürzere Behandlungsdauer mit erheblich weniger Schmerzen für den Patienten verglichen mit konventio- nellen Handinstrumenten.1 Allerdings kann auch mit der niedrigabrasiven Pulverstrahltechnik selbst kurz- fristig betrachtet keine verbesserte Keimreduktion er- reicht werden, da der erneute mikrobiologische Be- fund (sieben Tage nach Therapie) eine vergleichbare Keimbelastung bei den mit Handinstrumenten oder Pulverstrahltechnik behandelten Patienten zeigte.1 Neben der rein physikalisch-mechanischen Bearbei- tung der Implantatoberflächen werden auch chemi- sche Verfahren (z.B. die Applikation von Chlorhexidin- spüllösungen, Zitronensäure, Wasserstoffperoxid, Na- triumhypochlorit, Triclosan, Listerine u.a.) zur Desin - fektion der biofilmbesiedelten Implantatoberflächen eingesetzt. Chemische Verfahren allein haben aufgrund der zum Teil nur geringen Durchdringungstiefe des Bio- films und der nur kurzen Effektdauer eine klinisch nicht ausreichende desinfizierende Wirkung. In der Regel wer- den deshalb die rein mechanischen Dekontaminations- verfahren in Kombination mit einer chemischen Kom- ponente angewendet (z. B. Chlorhexidinspüllösungen und die Anwendung von Lasern oder Kürettage). Darü- ber hinaus besteht die Möglichkeit, nach der mecha- nisch/chemischen Dekontamination der Implantat- oberfläche ein 1,5%iges Chlorhexidingel (0,5 % Chlorhe- xidindigluconat und 1 % Chlorhexidindihydrochlorid) auf Xanthan-Basis (ChloSite, Ghimas, Italien) direkt in den Defekt bzw. die Zahnfleischtasche zu applizieren. Die klinische Verweildauer in der behandelten Zahn- fleischtasche soll zwei bis drei Wochen betragen, wobei parallel zum Abbau des Gels stetig Chlorhexidin freige- setzt wird und somit während der gesamten Phase Bak- terien bekämpft werden können. Hier sind jedoch noch kontrollierte, prospektive klinische Untersuchungen notwendig, um die klinische Wirksamkeit überhaupt beurteilen zu können. Fazit Die Tatsache, dass einige Methoden eine initial bes- sere Dekontamination ermöglichen (insbesondere niedrigabrasive Pulverstrahl- und Laserlichtverfah- ren), darf somit nicht darüber hinwegtäuschen, dass bereits unmittelbar nach der Therapie eine Neubesie- delung der gereinigten Zahn- und Implantatoberflä- chen beginnt und ein Reattachment der periodonta- len und periimplantären Gewebe nur in sehr einge- schränktem Maße stattfindet bzw. primär von der Leistungsfähigkeit des patienteneigenen Immunsys- tems abhängig ist. Praktisch nicht wirksam behandelbar sind diejenigen Patienten, welche trotz einer guten Mundhygiene eine Parodontitis oder Periimplantitis aufgrund eines partiell kompromittierten Immunsystems entwickeln. Ohne eine Optimierung der wirtseigenen Immunantwort auf die parodontalpathogenen Keime können sowohl die derzeitigen Parodontitis- als auch Periimplantitisbe- handlungen für solche Patienten insbesondere langfris- tig betrachtet oftmals den Zahn- bzw. Implantatverlust nicht verhindern. Abschließend lässt sich festhalten, dass derzeit nur eine partielle Keimreduktion für eine kurze Zeitspanne auf wenigen ausgewählten Oberflächen innerhalb der Mundhöhle erzielbar sein dürfte. Die hierfür verfügba- ren Verfahren unterscheiden sich erheblich in Bezug auf die Einfachheit und die Zeiteffizienz der Anwen- dung, den mitunter schmerzvollen Nebenwirkungen für den Patienten und dem erreichbaren, initialen De- kontaminationsgrad. Handinstrumente sind zwar günstig in der Anschaffung, jedoch sehr zeitintensiv in der Anwendung, bei initial z.T. nur geringer biofilment- fernender Wirksamkeit und vergleichsweise starken traumatisierenden Effekten auf die angrenzenden Weichgewebe, was für den Patienten nicht nur wäh- rend der Behandlung sehr unangenehm werden kann. Mit einigem apparativen Aufwand kann beispiels- weise mithilfe des niedrigabrasiven Pulverstrahlver- fahrens eine in der Regel kaum schmerzhafte und zeit- lich deutlich verkürzte Behandlung bei einer erheblich besseren initialen Dekontamina- tionsleistung erreicht werden. n KONTAKT Dr. Jan Müller Gierkezeile 31 10585 Berlin-Charlottenburg E-Mail: janmueller@zahnaerzteberlin.org Prof. Dr. Dr. h.c. Andrej M. Kielbassa Zentrum für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie University of Dental Medicine and Oral Health Danube Private University (DPU) Steiner Landstraße 124 3500 Krems, Österreich E-Mail: andrej.kielbassa@dp-uni.ac.at 7 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 8
Special Prävention für Jung und Alt Möglichkeiten eines lebenslangen Präventionsprogrammes Prävention gewinnt in der modernen Zahnmedizin stetig an Bedeutung. Laut neuester Stu- dien wird die Mundgesundheit in Deutschland immer besser und Karies ist dank intensiver Prophylaxe auf dem Rückzug. Zahlreiche Zahnarztpraxen haben dies bereits für sich erkannt und ein Prophylaxeprogramm in ihr Behandlungsspektrum integriert. Doch häufig wird immer noch unterschätzt, dass eine umfassende Prävention weit über die allgemein verbreitete „PZR“ hinausgeht. Sie beginnt bereits im Kindesalter und beinhaltet die Seniorenprophylaxe ebenso wie eine besondere Betreuung mit individuellen Recallintervallen bei Risikogruppen. Regina Regensburger/Burgau n Das Früherkennungsprogramm (FU) von Zweiein- halb- bis Sechsjährigen bezeichnen wir in unserer Pra- xis als „Zwergenputzprogramm“. Schon während einer Schwangerschaft sprechen wir die werdenden Mütter in der PZR-Sitzung auf dieses spezielle Prophylaxepro- gramm an, das ab dem 30. Lebensmonat durchgeführt werden kann. Die Schwangere bekommt zum Abschluss der Sitzung bereits die Zahnbürste für den ersten Zahn des Babys geschenkt und wird über Mundhygiene im Babyalter aufgeklärt. Denn unser Ziel ist, dass das Kind einmal unser Patient wird. Ablauf des „Zwergenputzprogrammes“ Nach der freundlichen Begrüßung des Kindes und der Eltern bereits im Wartezimmer darf sich das Kind eine Zahnbürste als Geschenk aussuchen. Durch dieses Ge- schenk ist das Eis zwischen Behandler und Kind schon gebrochen und die Kleinen spazieren eifrig mit in das Behandlungszimmer. Zunächst erfolgt das Anfärben der Zähne mit der „Zau- berfarbe“, um „Karies“ und „Backtus“ sichtbar zu machen (Abb. 1). Wir zeigen den Kindern und den Eltern sichtbare Beläge im Spiegel, um daraufhin spielerisch die Putz- technik zu erlernen oder zu optimieren. Diese Übung er- folgt bereits mit der geschenkten Zahnbürste (Abb. 2). Bei etwa Fünfjährigen kommt auch schon die Kinder- zahnseide zum Einsatz. Wir üben alles gemeinsam im Mund des Kindes, damit ihm dann die Durchführung im häuslichen Bereich leichterfällt. Wenn die Kleinen nicht überall zum Putzen hinkommen, holen wir uns immer deren Einverständnis zum Nachputzen: „Schau, du bist schon so groß, aber da hinten kommst du nicht alleine hin. Wenn die Beläge auf dem Zahn liegen bleiben, wird der Zahn ganz schwarz, das möchten wir doch nicht. Darf die Mama am Abend nachputzen?“ So ist das JA zum Nachputzen meist kein Problem. Der nächste Inhaltspunkt ist eine Oberflächenpolitur mit feiner Politurpaste. Wir demonstrieren die Politur erst an den Fingernägeln und polieren dann die Zähne auf „Hochglanz“ (Abb. 3). Anschließend erfolgt eine Ein- schätzung des Kariesrisikos anhand des dmf-t-Indexes. Bei kariesanfälligen Kindern wird eine Fluoridierung mit hochwirksamen Lacken durchgeführt. Bei erhöhtem Kariesrisiko darf die IP4 vor dem sechsten Lebensjahr abgerechnet werden. Daraus ergeben sich dann die Recallintervalle. Abschließend beraten wir die Erziehungsberechtigten über Ernährung und Mundhygiene mit dem Ziel, durch verringerten Konsum zuckerhaltiger Speisen und Ge- tränke die Anzahl der Keime im Mund zu senken. Sehr hilfreich ist hierfür der Zuckerschaukasten im Warte- zimmer. Vor Getränken und Nahrungsmitteln ist ein Würfelzuckerberg aufgebaut, der den Zuckergehalt des jeweiligen Produktes zeigt. Die meisten Patienten stau- nen nicht schlecht, wenn sie sehen wie viel Zucker z.B. in der Apfelsaftschorle enthalten ist. Ganz wichtig ist auch die Fluoridanamnese. Es wird genau analysiert, wieviel Fluorid aus welchen Quellen das Kind zu sich nimmt, um danach den genauen Bedarf zu ermitteln. Am Ende er- folgt eine Abschlussuntersuchung durch den Zahnarzt. Abb. 1: Belagsanfärbung bei Kindern. – Abb. 2: Putzanweisung für Mutter und Kind. – Abb. 3: Politur bei Kind. 8 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 9
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Special Abb. 4: Kinderprophylaxe mit „Assistenz“. – Abb. 5: Mit Spaß beim Zahnarzt. – Abb. 6: Fluoridierung. Durch dieses „Zwergenputzprogramm“ haben wir eine enorme Mund-zu-Mund-Werbung. Die Eltern sprechen z.B. im Kindergarten darüber und wir können dadurch sehr viele neue Patienten, oft auch die Erwachsenen selbst, für unsere Praxis gewinnen. Die Eltern und die Kinder schätzen es, wenn sie immer gleich einen indivi- duell abgestimmten Recalltermin mitbekommen. Für dieses Programm planen wir etwa 30 Minuten Zeit ein. Bei hochwirksamen Fluoridlacken berechnen wir eine private Zuzahlung. Wenn die Behandlung, Argu- mente und Beratung auch in dieser Altersgruppe stim- men, nehmen manche Patienten bis ca. 40 Kilometer Anfahrtsweg zur Praxis in Kauf. Kinder- und Jugendprophylaxe von 6- bis 18-Jährigen Für Kinder und Jugendliche in dieser Altersgruppe bieten wir ein sehr schönes Programm in unserer Praxis an. Wir erklären z.B.: „Du hast das große Glück, dass die Kranken- kasse ein Prophylaxeprogramm bezahlt. Als deine Eltern oder ich in deinem Alter waren, hat es so etwas noch nicht gegeben, deshalb haben wir oft Füllungen in den Zähnen. Das möchten wir bei dir verhindern! Wir sollten es also ausnutzen, so lange dies von Krankenkassen bezahlt wird.“ Zu Beginn wird ein PSI-Index erhoben, da es schon Paro- dontitis im Kindes- und Jugendalter gibt. Vorteilhaft beim PSI-Index ist, dass wir sowohl die Sondierungstiefe als auch etwaige Blutungungen feststellen können. Der ganze Ablauf wird dokumentiert. Bis zum 18. Lebensjahr werden danach immer die Zähne angefärbt. Oft ist es na- türlich nicht ganz einfach, junge Patienten in der Puber- tät zur Mitarbeit zu motivieren. Unser Ziel ist aber, dass sich alle Patienten wohlfühlen (Abb. 5). Deshalb erklären wir ihnen, dass die Krankenkasse das Anfärben bezahlt, damit wir feststellen können, an welchen Zähnen sich das Kind oder der Jugendliche beim Putzen schwertut: „Wir möchten doch beide, dass du schöne weiße Zähne hast?!“ Danach optimieren wir an den vernachlässigten Stellen die Mundhygiene. Wir üben immer auch in dieser Altersgruppe alles im Mund. Bei jedem jungen Patienten wird im Anschluss als „Bonbon“ eine Oberflächenpolitur und Interdentalraumpolitur durchgeführt sowie ab- schließend gezeigt, wie sauber und hell die Zähne wirk- lich sind. Es erfolgt eine abschließende Fluoridierung mit hochwertigen Abschlussgelen oder -lacken (Abb. 6). Bei den Abschlusslacken haben die Eltern immer die Ent- scheidungsfreiheit zwischen den Produkten, die von der Krankenkasse bezahlt werden, oder hochwertigen Pro- dukten mit Zuzahlung. Des Weiteren wird wieder eine Er- nährungslenkung und Empfehlung geeigneter Fluori- dierungsmittel besprochen. Anhand des Kariesrisikos wird der individuelle Recalltermin vereinbart. KFO-Patienten Bei KFO-Patienten muss zuerst festgestellt werden, wer die Prophylaxe durchführt (Kieferorthopäde oder zahn- ärztliche Praxis). KFO-Kinder kommen meistens alle drei Monate zur Prophylaxesitzung mit folgendem Inhalt: PBI/API, Mundhygiene optimieren, Oberflächenpolitur/ Interdentalraumpolitur, Applikation von CHX-/Fluorid- lacken, Ernährungslenkung und Empfehlung von Fluo- rid- oder CHX-Produkten für den häuslichen Bereich. Durch die engmaschige Recallgestaltung können wir eine deutliche Verbesserung des Zahnschmelzes erzie- len und Folgeschädigungen wie White Spots um die Brackets reduzieren. PZR bei Erwachsenen Im Gegensatz zur häuslichen Zahnpflege, bei der der Pa- tient nicht alle Bereiche im Mund erreicht, können bei einer professionellen Zahnreinigung (PZR) auch Ablage- rungen und Beläge an schwer zugänglichen Stellen be- seitigt werden. Nach der abschließenden Oberflächenpo- litur bildet sich deutlich weniger neuer Zahnstein (Abb. 7). Dadurch ist es möglich, das Risiko von Karies, Gingivitis oder Parodontitis zu reduzieren und die eigenen Zähne des Patienten in der Regel bis ins hohe Alter zu erhalten. Ab dem 18. Lebensjahr sollte regelmäßig eine PZR durch- geführt werden. Die Häufigkeit des Recalls ergibt sich in Abhängigkeit von Anamnese, Medikamenteneinnahme, Anatomie und Sondierungstiefe der Zahnfleischtaschen. Inhalt einer PZR-Sitzung Die professionelle Zahnreinigung dauert bei einem Voll- gebiss ca. eine Stunde und umfasst folgende Punkte: – CHX-Mundspüllösung – Anamnese erneuern – Sondierung der Zahnfleischtaschen 10 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 11
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Special bilden sich zudem deutlich weniger neue Ver- färbungen und Zahnsteinablagerungen. Für eine besonders schonende Oberflächenpolitur verwenden wir spezielle weiche Lamellenpolie- rer. Durch die weiche Beschaffenheit ermög- lichen diese sogar auch eine Politur bis ca. 1,5 mm in den Sulkus und im Interdentalraum. Für die weitere Interdentalraumpolitur wird zu- sätzlich z.B. im Oberkiefer die Politurpaste be- lassen, um dann mit Zahnseide die Interdental- räume zu reinigen. Nach der abschließenden Reinigung unter etwaigen Brückengliedern mit Superfloss kann der Patient ausspülen. Mundhygiene-Reinstruktion/Remotivation Bei schwer zugänglichen Stellen im Mund kön- nen sich sehr schnell wieder weiche Beläge und Ablagerungen ansetzen. Wir müssen bei den meisten Patienten immer wieder zur regelmäßi- gen Interdentalraumpflege motivieren. Abb. 9: Prothesenreinigungsgerät. – Abb. 10: Seniorengerechte Zahnbürsten. Abb. 11: Implantat-Sondierung mit Kunststoffsonde. – Abb. 12: Maschinelle Implan- tatreinigung. Applikation von hochwertigen Fluorid- oder CHX-Produkten Zum Abschluss der Behandlung kommen je nach Indi- kation hochwertige Fluorid- oder CHX-Produkte mit Langzeitwirkung zur Anwendung. Wichtig ist hierbei, die Wirkung der Präparate und ihre Einwirkzeit zur Sta- bilisierung des Gebisszustandes dem Patienten zu er- läutern. Anschließend verwenden wir Bildmaterial, um noch einmal die Notwendigkeit der regelmäßigen PZR beim Patienten zu verdeutlichen. Wir vereinbaren bei uns in der Praxis praktisch immer gleich einen neuen Re- calltermin. Damit der Patient diesen auch wahrnimmt, wird er zwei Wochen vor dem geplanten Termin mit ei- nem Erinnerungsbrief daran erinnert. Seniorenprophylaxe Wenn nicht mehr alle Zähne vorhanden sind, können für die PZR bei Senioren bei einem Teilgebiss ca. 45 Minuten und bei halbem Zahnbestand nur ca. 30 Minuten einge- plant werden. Neben den PZR-Inhalten, die wie bei den Erwachsenen ausgeführt werden, können parallel zur Behandlung bei eventuell vorhandenen Prothesen auch im Ultraschall- bad schwer zugängliche Stellen gereinigt und desinfi- ziert werden (Abb. 9). Wir stellten bei den Aufklärungsgesprächen sehr schnell fest, dass die Prophylaxebereitschaft auch in die- ser Altersgruppe wirklich vorhanden ist. Wir müssen überzeugende Argumente einbauen, wie „zuverlässi- ges Kauen und Beißen“ oder „den Restzahnbestand im Mund gut zu erhalten“. Außerdem müssen wir den Pa- tienten verdeutlichen, dass im Alter nicht nur gesunde Zähne wichtig sind, sondern vor allem auch stabiles Zahnfleisch, das sich nicht weiter zurückzieht, und ge- nügend Knochen für den Halt der Zähne. Wir müssen vor allem bei älteren Patienten immer wieder eine Hilfestellung zur regelmäßigen Interdental- raumpflege geben. Dabei ist es wichtig, mit Hilfsmitteln wie Interdentalraumbürstchen immer im Mund des Pa- tienten zu üben. Hilfreich ist es, ihm den Vorgang im Spiegel zu zeigen, ihn erst zu führen und dann selbst nachmachen zu lassen. Oft wird leider nur an Modellen geübt und später steht der Patient zu Hause vor dem Spiegel und weiß nicht, wie er es handhaben soll. Die meisten unserer Prothesenträger besitzen auch ein Ultraschalldesinfektionsbad zur häuslichen Reinigung ihres Zahnersatzes. Implantatpatienten Die Industrie hat in den vergangenen Jahren hervorra- gende maschinelle Schall- und Ultraschallaufsätze für die Implantatbetreuung auf den Markt gebracht (Abb. 11 und 12). Diese arbeiten sehr schonend im supra- und sub- gingivalen Bereich und entfernen sowohl Zahnsteinab- lagerungen als auch den Biofilm. Das Recallintervall be- trägt in den ersten zwei Jahren nach der Implantation vier Monate. Durch das richtige Zusammenspiel zwischen professio- neller Zahnreinigung und der Anleitung zur effektiven und motivierten häuslichen Mundhygiene ist es durch- aus möglich, die eigenen Zähne des Patienten bis ins hohe Alter zu erhalten. n KONTAKT Regina Regensburger Fortbildungszentrum Industriestraße 44 89331 Burgau E-Mail: info@dh-regensburger.de Web: www.dh-regensburger.de 12 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 13
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Special Prophylaxe in der Alterszahnmedizin Die demografische Entwicklung in Deutschland ist geprägt von der doppelten Altersdynami- sierung, die Menschen werden immer älter und gleichzeitig wächst der Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung. Es kann also nicht überraschen, wenn auch in Ihrer Praxis schon heute jeder vierte mögliche Patient bereits über 65 Jahre alt ist. Hinzu kommt, dass sich die zahnärztliche Arbeit mit dem alternden Patienten in den vergangenen zehn Jahren grundle- gend verändert hat. Wie aber sehen Konzepte zur Zahnpflege im alten Mund aus? Die Zahn- medizin bietet Lösungen an, die Prävention ein Leben lang möglich macht. Dr. Cornelius Haffner/München n In Deutschland leben heute mehr Menschen, die 60 Jahre und älter sind, als solche, die jünger als 20 Jahre sind; eine Entwicklung, die sich bereits seit den frühen 1970er-Jahren abgezeichnet hat und die nicht im Sinne eines vorübergehenden Phänomens ein rasches Ende finden wird (Abb. 1). Natürlich muss sich auch die Zahn- medizin mit dieser wachsenden Patientengruppe aus- einandersetzen. Auch der betagte Patient hat zunehmend eigene, echte Zähne, die es zu erhalten gilt. Die Ansprüche und Be- dürfnisse dieser Patienten führen in der therapeuti- schen Konsequenz nur in den seltensten Fällen zu einer Versorgung mit herausnehmbarem Zahnersatz. Hoch- wertige zahnmedizinische Lösungen aber erfordern eine regelmäßige Pflege, wobei gleichermaßen Patient und auch der Profi eingebunden werden muss. Die Zahl der eigenen Zähne im Alter steigt Zunächst ist – neben einer Vielzahl von Vorurteilen gegenüber dem Alter – auch die Mundhöhle oft Gegen- stand einer undifferenzierten Betrachtungsweise, häu- fig wird diese als „Elendsgebiet“ abqualifiziert. Eine objektive Auseinandersetzung hingegen zeigt, dass das Alter nicht unmittelbar zu einer physiologischen Verän- derung der Strukturen im Mund-, Kiefer- und Gesichts - bereich führen muss. Anteil an der Altersgruppe (%) 100 40 20 20 60 Alter 100 Abb. 1: Der Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt zu. Die aktuelle Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV) des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) aus dem Jahr 2005 belegt mit ihrer repräsentativen Erhebung eindrucksvoll, dass 75 % der Altersgruppe der 64- bis 75- Jährigen noch über die Hälfte ihrer eigenen Zähne be - sitzen. Im Schnitt finden sich noch 17,8 Zähne, eine er- staunliche Anzahl, die sich seit der DMS-III-Studie aus dem Jahr 1998 deutlich nach oben bewegt hat. In Kennt- nis erster Ergebnisse der Folgestudie DMS V zeigt der Trend überdies weiter nach oben. Diese positive Ent- wicklung bedeutet eine Herausforderung für zahnärzt- liche Prävention auch im hohen Alter. Sind Karies und Parodontitis ein spezielles Problem im Alter? Die Risikofaktoren an Karies im Alter zu erkranken (ge- meint sind hier die Neuerkrankungen) unterscheiden sich nicht von den Faktoren, die für eine Karieserkran- kung auch beim jungen Patienten verantwortlich sind. Eine Besonderheit hingegen bringt der Eintritt in die Pflegebedürftigkeit mit sich: die Anzahl der neuerkrank- ten kariösen Zähne steigt rasch an. Dies jedoch am Pa- tientenalter festzumachen ist falsch: auch ein junger Mensch in der Betreuung weist oft das gleiche, zuneh- mende Risiko auf. Immer wieder wird die Wurzelkaries als besonderes Problem des alten Patienten diskutiert. Die DMS-IV-Studie zeigt aber auch hier, dass nur 17 % der Wurzeloberflächen, aber 42 % der Kronenflächen Karies- erfahrung in der Altersgruppe der 64- bis 75-Jährigen aufweisen. Eine mögliche Erklärung mögen die alters- bedingten gingivalen Rezessionen bieten, die in der Folge zu einer Öffnung des Approximalraums führen. Sie verleihen Bereichen der Zahnwurzel den Charakter von Glattflächen. Die Glattflächen- und Wurzelkaries tritt aber immer nur dann auf, wenn die Pflege vernach- lässigt wird. Karies stellt also für den betagten, selbstbe- stimmt lebenden Patienten kein Problem dar: immerhin beträgt auch der Versorgungsgrad in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen fast 95 %, Voraussetzung jedoch für die Kariesfreiheit auch im hohen Alter ist die Pflege. Der Abbau des Zahnhalteapparates (parodontaler At- tachmentverlust) ist keine unmittelbare Folge des Al- terns, auch ist der Verlust der proliferativen Aktivität der Gingiva-Epithelzellen nicht sicher belegt. Warum aber 14 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 15
haben in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen immerhin neun von zehn Patienten eine Parodontitis (DMS IV, 2005)? Negative Einflüsse, die ein Leben lang den Zahnhalteapparat belasten, machen sich dann im fortgeschrittenen Alter durch Knochenabbau bemerk- bar. Es lässt sich also sehr einfach ausdrücken: In erster Linie braucht der alte Mund heute nicht mehr den Boh- rer, gefragt sind hingegen Kürette, Ultraschall und vor al- lem eine ausreichende Zahnpflege. Rechnen Sie hier aber mit einem spezifischen Problem: In einer Studie konnte gezeigt werden, dass zunehmendes Alter offen- bar einhergeht mit dem Verlust an Kenntnissen über die zahnärztliche Prophylaxe (Bayerische Altenprophylaxe- Studie [BAPS]; Abb. 2). Special Prophylaxe-Kenntnisse 55 65 75 85 Alter Zusammenhang Mund- und Allgemeingesundheit verdeutlichen Geeignete, altersgerechte zahnärztliche Prävention setzt aber voraus, dass der selbstbestimmt lebende Pa- tient auch im fortgeschrittenen Lebensalter bei mög- licher manueller Einschränkung und/oder reduzierten geistigen Fähigkeiten dazu in der Lage ist, seine Zähne und/oder den Zahnersatz zu pflegen. Es ist unsere, manchmal nicht ganz leichte Aufgabe, den Patienten dorthin zu bewegen. Denken wir doch zunächst um: Schöne, gesunde Zähne gehören nicht nur der Jugend, Abb. 2: Die Kenntnisse im Bereich der zahnärztlichen Prophylaxe neh- men mit dem Alter ab. Grund hierfür ist die fehlende Information, nicht die Zunahme an demenziellen Erkrankungen. sie sind auch im Alter wichtig. Überlegen Sie, ob die junge, forsche Auszubildende dem alten Patienten bei Instruktion, Motivation und Demonstration auf Augen- höhe begegnen wird. Sicher, Sie können Ihren Patienten über das Argument Kaufunktion und Ästhetik erreichen. Zu begeistern ist der alte Patient für die zahnärztliche Prävention aber vor allem dann, wenn er erkennt, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem ANZEIGE (cid:36)(cid:79)(cid:71)(cid:72)(cid:75)(cid:92)(cid:71)(cid:73)(cid:85)(cid:72)(cid:76)(cid:72)(cid:86)(cid:3)(cid:46)(cid:82)(cid:81)(cid:93)(cid:72)(cid:81)(cid:87)(cid:85)(cid:68)(cid:87)(cid:3)(cid:93)(cid:88)(cid:85)(cid:3) (cid:39)(cid:72)(cid:86)(cid:76)(cid:81)(cid:73)(cid:72)(cid:78)(cid:87)(cid:76)(cid:82)(cid:81)(cid:3)(cid:88)(cid:81)(cid:71)(cid:3)(cid:53)(cid:72)(cid:76)(cid:81)(cid:76)(cid:74)(cid:88)(cid:81)(cid:74)(cid:3)(cid:71)(cid:72)(cid:86)(cid:3) (cid:68)(cid:79)(cid:79)(cid:74)(cid:72)(cid:80)(cid:72)(cid:76)(cid:81)(cid:72)(cid:81)(cid:3)(cid:88)(cid:81)(cid:71)(cid:3)(cid:70)(cid:75)(cid:76)(cid:85)(cid:88)(cid:85)(cid:74)(cid:76)(cid:86)(cid:70)(cid:75)(cid:72)(cid:81)(cid:3) (cid:44)(cid:81)(cid:86)(cid:87)(cid:85)(cid:88)(cid:80)(cid:72)(cid:81)(cid:87)(cid:68)(cid:85)(cid:76)(cid:88)(cid:80)(cid:86)(cid:3)(cid:86)(cid:82)(cid:90)(cid:76)(cid:72)(cid:3)(cid:89)(cid:82)(cid:81)(cid:3) (cid:68)(cid:79)(cid:78)(cid:68)(cid:79)(cid:76)(cid:16)(cid:3)(cid:88)(cid:81)(cid:71)(cid:3)(cid:68)(cid:79)(cid:78)(cid:82)(cid:75)(cid:82)(cid:79)(cid:72)(cid:80)(cid:83)(cid:73)(cid:76)(cid:81)(cid:71)(cid:79)(cid:76)(cid:70)(cid:75)(cid:72)(cid:81)(cid:3) (cid:85)(cid:82)(cid:87)(cid:76)(cid:72)(cid:85)(cid:72)(cid:81)(cid:71)(cid:72)(cid:81)(cid:3)(cid:44)(cid:81)(cid:86)(cid:87)(cid:85)(cid:88)(cid:80)(cid:72)(cid:81)(cid:87)(cid:72)(cid:81)(cid:17)(cid:3) (cid:36)(cid:88)(cid:70)(cid:75)(cid:3)(cid:73)(cid:129)(cid:85)(cid:3)(cid:71)(cid:76)(cid:72)(cid:3)(cid:36)(cid:81)(cid:90)(cid:72)(cid:81)(cid:71)(cid:88)(cid:81)(cid:74)(cid:3)(cid:76)(cid:80) (cid:56)(cid:79)(cid:87)(cid:85)(cid:68)(cid:86)(cid:70)(cid:75)(cid:68)(cid:79)(cid:79)(cid:3)(cid:74)(cid:72)(cid:72)(cid:76)(cid:74)(cid:81)(cid:72)(cid:87)(cid:17)(cid:3) (cid:21)(cid:15)(cid:24)(cid:3)(cid:47)(cid:76)(cid:87)(cid:72)(cid:85)(cid:3)(cid:46)(cid:82)(cid:81)(cid:93)(cid:72)(cid:81)(cid:87)(cid:85)(cid:68)(cid:87)(cid:3)(cid:72)(cid:85)(cid:74)(cid:72)(cid:69)(cid:72)(cid:81)(cid:3) (cid:20)(cid:21)(cid:24)(cid:3)(cid:47)(cid:76)(cid:87)(cid:72)(cid:85)(cid:3)(cid:42)(cid:72)(cid:69)(cid:85)(cid:68)(cid:88)(cid:70)(cid:75)(cid:86)(cid:79)(cid:124)(cid:86)(cid:88)(cid:81)(cid:74) (cid:58)(cid:72)(cid:81)(cid:81)(cid:3)(cid:76)(cid:70)(cid:75)(cid:3)(cid:93)(cid:88)(cid:3)(cid:80)(cid:72)(cid:76)(cid:81)(cid:72)(cid:80)(cid:3)(cid:38)(cid:75)(cid:72)(cid:73)(cid:3)(cid:86)(cid:68)(cid:74)(cid:72)(cid:29) (cid:5)(cid:47)(cid:68)(cid:86)(cid:86)(cid:3)(cid:88)(cid:81)(cid:86)(cid:3)(cid:71)(cid:68)(cid:86)(cid:3)(cid:37)(cid:47)(cid:36)(cid:56)(cid:40)(cid:3)(cid:78)(cid:68)(cid:88)(cid:73)(cid:72)(cid:81)(cid:5)(cid:15) (cid:80) (cid:72) (cid:76) (cid:81) (cid:72) (cid:3) (cid:76) (cid:70) (cid:75) (cid:3) (cid:81) (cid:76) (cid:70) (cid:75) (cid:87) (cid:29) (cid:72)(cid:76)(cid:81)(cid:3)(cid:51)(cid:82)(cid:87)(cid:72)(cid:81)(cid:93)(cid:80)(cid:76)(cid:87)(cid:87)(cid:72)(cid:79)(cid:3)(cid:68)(cid:88)(cid:86)(cid:3)(cid:71)(cid:72)(cid:85)(cid:3)(cid:36)(cid:83)(cid:82)(cid:87)(cid:75)(cid:72)(cid:78)(cid:72) (cid:11)(cid:3)(cid:22)(cid:19)(cid:3)(cid:40)(cid:88)(cid:85)(cid:82)(cid:3)(cid:73)(cid:129)(cid:85)(cid:3)(cid:21)(cid:17)(cid:24)(cid:3)(cid:47)(cid:76)(cid:87)(cid:72)(cid:85)(cid:3)(cid:82)(cid:81)(cid:72)(cid:90)(cid:68)(cid:92)(cid:138)(cid:3)(cid:44)(cid:81)(cid:86)(cid:87)(cid:85)(cid:88)(cid:80)(cid:72)(cid:81)(cid:87)(cid:72)(cid:81)(cid:71)(cid:72)(cid:86)(cid:76)(cid:81)(cid:73)(cid:72)(cid:78)(cid:87)(cid:76)(cid:82)(cid:81)(cid:3)(cid:12)(cid:3) . t S w M + o t r o P . l g z z s i e r P 15 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 16
Special gesunden Mund und der Allgemein- gesundheit gibt. Die gesunde Mund- höhle reduziert das Risiko für inter- nistische Erkrankungen wie Herz- Kreislauf oder Lungenerkrankungen erheblich, ist sie doch Haupteintritts- pforte für eine Vielzahl von gefähr- lichen Keimen. Zahnärztin, Zahnarzt und vor allem das Praxisteam sind also gefordert, ausreichende Kennt- nisse der zahnärztlichen Prävention gerade dem alternden Patienten zu vermitteln. Im Endodont ist eine Verringerung der Anzahl an aktiven Odontoblasten nachgewiesen, das reparative Po - tenzial zeigt sich also reduziert. Im Gegenzug führt jedoch die altersbedingte Apposition von Sekundärdentin in den Dentinkanälchen zu einer Art Versiegelung, das Dentin schützt die Pulpa vor pa- thogenen Keimen. Diese Dentinapposition führt zu ei- ner verringerten Transparenz der Zähne und lässt Zähne mit zunehmendem Alter gelber und dunkler erschei- nen. Attrition, Demastikation und Abrasion sind Aus- druck intensiven Gebrauchs und nicht Folge des Alterns. Ein auch objektivierbarer, reduzierter Speichelfluss geht in der Regel auf eine Mangelernährung zurück, hier ins- besondere die reduzierte Flüssigkeitsaufnahme der Be - tagten, und ist nicht Ausdruck einer Altersveränderung der Speicheldrüsen. Ein ganz besonderes Problem ist die häufig übermäßige Einnahme von Medikamenten. Diese kann zusätzlich zu einem verringerten Speichel- fluss führen. Ernährungsberatung oder der Hinweis auf die Einnahme von Speichelersatzstoffen gehören also ebenso in das Repertoire der Instruktion und Motivation wie auch der Hinweis auf die Notwendigkeit wiederkeh- render Fluoridierungsmaßnahmen. Die langjährige Er- fahrung im Umgang mit dem alten Patienten hat ge- zeigt, dass bei der Verordnung pH-Wert-neutralen Prä- paraten unbedingt der Vorzug gegeben werden muss. Altersgerechte Bedürfnisse berücksichtigen Grundsätzlich unterscheidet sich das zahnmedizinische Angebot für den alternden und alten Patienten nicht von den Möglichkeiten, die einem jungen Patienten angebo- ten werden sollen. Im Bereich Prävention wird man sicher berücksichtigen, dass die motorischen Fähigkeiten selbst beim „fitten“ Senior vielleicht nur noch eingeschränkt vorhanden sind. Einfache Maßnahmen wie ein verdickter Bürstengriff, altersgerechte Zahnbürsten (z. B. Super Brush), spezielle Zahnpasta tuben, die leicht zu öffnen sind, höherdosierte Fluoridpräparate und ein wiederhol- tes Training erlauben auch dem alten Menschen eine suf- fiziente Zahnpflege in eigener Verantwortung (Abb. 3 und 4). In diesem Zusammenhang erscheint es sinnvoll noch einmal darauf hinzuweisen, dem betagten Patien- ten auf einer Ebene zu begegnen, auf der er sich ange- sprochen und ernstgenommen fühlt. Die Erfahrungen Abb. 3 und 4: Spezielle Zahnbürsten erleichtern die Zahnpflege auch dem alternden Patienten mit eingeschränkten motorischen Fähigkeiten. zeigen, dass die junge zahnärztliche Assistenz den an Le- benserfahrung reichen Senior nur schwer erreichen wird, wenn es darum geht, Defizite anzusprechen und die Not- wendigkeit einer ausreichenden Mundhygiene darzule- gen. Der Umgang mit dem Alter erfordert überdies Kenntnisse allgemeinmedizinischer Erkrankungen und deren Medikation, die in der Folge enorme Auswirkungen auf die Mundhöhle haben können. Eine Altersdiabetes kann zu verringerter Immunabwehr und Veränderungen in der Durchblutung der Schleimhaut führen, vorlie- gende Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren medika- mentöse Therapie gehen oft einher mit Gingivahyper- plasie und/oder veränderter Blutungsneigung, die Aus- einandersetzung zum Beispiel mit einem Marcumar- pass und hier den aktuellen Gerinnungswerten oder dem Herzpass gehören also sicher in die Hand von Be- handlerin oder Behandler und fortgebildetem, vielleicht sogar spezialisiertem Personal. Die aktuelle Zahnmedizin ist bestimmt von modernsten Behandlungskonzepten und -materialien, dies gilt für je- des Alter. Spezielle, seniorengerechte Kunststoffe oder auch eine Gerofeile im Bereich Endodontie sind sicher nicht notwendig. Erwartet wird aber, dass zahnerhal- tende Maßnahmen dazu führen, den herausnehmbaren Zahnersatz zu vermeiden. Dennoch ist bei der Therapie- planung zu berücksichtigen, dass der Patient gegebenen- falls in die Pflegebedürftigkeit abgleitet und eine ausrei- chende Pflege dann nur noch selten gewährleistet ist. Ein alter Mensch besitzt häufig nicht mehr die Möglichkeit ei- ner ausreichenden Adaptation an Zahnersatz. Es sind ein- fache, solide und sichere Lösungen gefragt, die dennoch in Funktion und Ästhetik das Maximum anzubieten in der Lage sind. Auch hier gilt das Gebot der Möglichkeit einer ausreichenden Pflege durch Angehörige und/oder die Pflegekraft, sollte eine Bedürftigkeit eintreten. Die Praxis auf den alternden Patienten ausrichten Neben dem Angebot der speziellen zahnärztlichen The- rapie ist der Umgang mit dem alten Mensch in der eige- nen Praxis von entscheidender Bedeutung. Gehen Sie 16 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 17
Special davon aus, dass Ihr Patient körperliche und geistige Ein- schränkungen aufweist, die zunächst nicht unbedingt zu erkennen sind und die der Patient zu verbergen ver- sucht. Der Patient freut sich über Bau- und Einrich- tungsvoraussetzungen, in denen er sich wohlfühlt. Bar- rierefreiheit, Platzangebot, altersgerechte Sitzgelegen- heiten, eine ausreichend große Beschriftung der not- wendigen Wege wie auch der Verwaltungsformulare und auch die gute Beleuchtung scheinen selbstver- ständlich. Eigene Vorbehalte gegenüber dem Alter, vor allem aber Vorbehalte des meist jungen Praxisteams müssen angesprochen und ausgeräumt werden. Es ist nicht auszuschließen, dass man sich mit der bestehen- den Praxisstruktur gegen die Hinwendung zum Betag- ten entscheidet. Ich aber habe die Erfahrung gemacht, dass Vorbehalte häufig nur Vorurteile sind und keine un- überwindlichen Hindernisse darstellen. Geht das Altern einher mit dem Eintritt in die Pflegebe- dürftigkeit, ist der Patient nicht mehr in der Lage selbst- bestimmt den Zahnarzt aufzusuchen und Routineter- mine sind nur noch erschwert möglich. Die zahnärztli- che Versorgung ist gefordert vermehrt dezentral, also am Wohnort (häusliche Pflege oder Pflegeeinrichtung), gleichermaßen Prävention und Therapie anzubieten. Mittlerweile gibt es einige lokale Projekte in Deutsch- land, die durch Kooperation von Einrichtungen mit be- sonders engagierten Zahnärztinnen und Zahnärzten ein mobiles Versorgungskonzept anbieten. Besteht der Wunsch sich in einer Einrichtung zu engagieren, ist ein erster Kontakt zu den Entscheidungsträgern (Verwal- tungsdirektion, Pflegedienstleitung) hilfreich. Stellen Sie ihr Konzept vor, verhandeln Sie klare Spielregeln für eine Betreuung. Nur wenn die Einrichtung und das Per- sonal hinter „ihrem“ Zahn arzt und seinem Team stehen, wird die Arbeit vor Ort erfolgreich sein. Bevor die Patien- ten der Einrichtung in die zahnärztliche Versorgung mit einbezogen werden, soll eine Informationsveranstal- tung für Mitarbeiter, Angehörige und gegebenenfalls auch die Patienten selbst die Praxis, das Team und das einrichtungsspezifische Konzept vorstellen. Neben Or- ganisatorischem ist ein Referat über Zahnpflege auch im Alter sinnvoll. Eine CD, die in kurzer und einprägsamer Form das Thema „Zahn pflege in der Pflege“ darstellt, ist mit nur geringem technischem Aufwand (Beamer – haben oft die Einrichtungen selbst – und Laptop) als Grundlage für eine Informationsveranstaltung sinnvoll (www.dgaz.org). Der zahnärztliche Befund wie auch die zahnmedizinische Betreuung selbst können immer erst nach Einwilligungserklärung durch den Patienten oder, im Falle der fehlenden Geschäftsfähigkeit, durch den ge- setzlich bestellten Betreuer erfolgen. Eine Ausnahme stellt natürlich die Notfallsituation dar. Es macht Sinn grundsätzlich einen Heim(nachmit)tag anzubieten. Dieser Termin ist im Vorfeld mit den Stationsleitungen abzusprechen und bekannt zu geben. Vor dem zahn- ärztlichen Befund steht die Auseinandersetzung mit der oftmals umfangreichen allgemeinen Anamnese und der aktuellen Medikation des Patienten. Der zahnärzt - liche Befund und auch die Therapieplanung ist in den Pflegeunterlagen sinnvoll zu dokumentieren und mit dem Patienten oder dessem gesetzlich bestellten Be- treuer abzusprechen. Schätzen Sie im Rahmen ihrer The- rapieplanung auch die Möglichkeiten einer suffizienten Mundhygiene ein. Inwieweit kann Verantwortung an das Pflegepersonal weitergegeben werden? Denken Sie daran, dass die Bestandsaufnahme immer durch die Zahnärztin/den Zahnarzt durchzuführen ist und keine delegierbare Leistung darstellt. Eine Vielzahl von Be- handlungsschritten kann unmittelbar auch am Wohn- ort des Patienten durchgeführt werden, dies erfordert nicht unbedingt einen gesonderten zahnärztlichen Be- handlungsraum. Die Prävention beispielsweise ist nicht unbedingt angewiesen auf den Zahnarztstuhl, sie kann sinnvoll auch am Patientenbett gestaltet werden. Der mobile Einsatz erfordert jedoch in jedem Fall eine kos- tenintensive zusätzliche Ausstattung und ein einge- spieltes, flexibles Praxisteam. Der gemeinsame Besuch am Bett eines multimorbiden Alten, die Arbeit unter häufig widrigen Bedingungen, bedeutet auch für das eingespielte Praxisteam eine physische und vor allem psychische Herausforderung. Begegnen sie den häufi- gen Vorurteilen, aber auch den Ängsten mit Verständnis und Respekt. Grundsätzlich sind die zahnärztlichen Bemühungen um den alternden Patienten verbunden mit einem ver- mehrten Zeit- und auch Kostenaufwand. Dies gilt im Be- sonderen für den mobilen Einsatz. In den vergangenen Jahren sind dennoch eine Vielzahl von kleinen und gro- ßen Projekten in Deutschland entstanden, die sich häu- fig auf Initiative besonders engagierter Kolleginnen und Kollegen mit der Problematik einer Versorgung auch un- serer alternden Bevölkerung befassen. Unterschiedliche Fortbildungsangebote auf Bundes- und Länderebene sollen eine Spezialisierung fördern und einen regen Aus- tausch im Kollegenkreis ermöglichen. Seit 2009 besteht die Möglichkeit einer Zertifizierung zum Spezialisten durch die Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ), der Qualifikationsnachweis einer wissenschaft- lichen Fachgesellschaft soll die Notwendigkeit der Al- terszahnmedizin verdeutlichen. Zusammenfassung Der Bereich Zahnmedizin im Alter hat in den vergange- nen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Ein Schwerpunkt der Auseinandersetzungen ist die Siche- rung der zahnärztlichen Prävention ein Leben lang. Die- ser wichtigen und spannenden Aufgabe dürfen wir uns nicht entziehen! n KONTAKT OA Dr. Cornelius Haffner Sektion Zahnmedizin für Menschen mit Behinderungen Klinikum der Universität München (KUM) Goethestraße 72, 80336 München Tel.: 089 5160-9452, Fax: 089 5160-9451 E-Mail: haffner@teamwerk-deutschland.de 17 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 18
Fachbeitrag Parodontitis und Allgemeinerkrankungen Risikopatienten identifizieren und erfolgreich therapieren Gemäß der Deutschen Mundgesundheitsstudie IV leiden über 50 Prozent der Erwachsenen an einer mittelschweren und mehr als 20 Prozent an einer schweren Form der Parodontitis. Ursächlich hervorgerufen durch einen polybakteriellen Biofilm, bleibt die Infektionskrankheit Parodontitis nicht auf den Mundbereich beschränkt, sondern hat weitreichende, allge- meingesundheitliche Konsequenzen und betrifft damit den gesamten Körper. Molekular- biologische Diagnostiksysteme sind daher wertvolle Hilfsmittel für die Identifizierung und adäquate Behandlung von Risikopatienten. Dr. rer. nat. Dipl.-Biol. Sylke Dombrowa/Nehren n Es ist unstrittig, dass die Parodontitis ursächlich auf einer Verschiebung des subgingivalen Keimspektrums beruht. Während das gesunde Parodont von gramposi- tiven, aeroben Bakterien, der sogenannten benefiziel- len Flora, dominiert wird, nehmen mit fortschreiten- dem Krankheitsverlauf anaerobe, gramnegative Bak - terien im Sulkus überhand. Nach den Arbeiten von So- cransky23 ist insbesondere eine bestimmte Gruppe von parodontalen Markerkeimen eng mit der Pathogenese parodontaler Erkrankungen assoziiert. Diese Keime tre- ten in der Regel nicht isoliert voneinander, sondern in sogenannten Komplexen auf, in denen die Bakterien metabolisch und physikalisch in enger Wechselwir- kung stehen. Die Menge sowie die Zusammensetzung der subgingivalen Keimflora können individuell sehr unterschiedlich ausfallen und auch das pathogene Po- tenzial der Bakterien in den verschiedenen Komplexen variiert erheblich. Während die Bakterien des grünen und des orange-assoziierten Komplexes eher als mode- rat pathogen einzustufen sind, zeichnen sich die Keime des roten Komplexes sowie Aggregatibacter actinomy- cetemcomitans durch eine starke Pathogenität aus und sind ursächlich mit der Destruktion des parodontalen Halteapparates verbunden (Abb. 1).22 Erhöhte Konzen- trationen von Aggregatibacter actinomycetemcomi- tans, Porphyromonas gingivalis, Tannerella forsythia und Prevotella intermedia im Sulkus von Patienten mit chronischer oder aggressiver Parodontitis gelten daher auch als möglicher Indikator für fortschreitenden At- tachmentverlust.27 Im Rahmen ihres Stoffwechsels scheiden die parodon- topathogenen Markerkeime eine Reihe zytotoxischer Substanzen und proteolytischer Enzyme aus, die das pa- rodontale Weich- und Knochengewebe aktiv zerstören und die Destruktion des parodontalen Halteapparates vorantreiben.1 Gemäß der „Ökologischen Plaquehypo- these“ von Marsh14 etabliert sich damit ein Teufelskreis- lauf: zunehmende Entzündungen und Taschentiefen führen über eine gesteigerte Sulkusflussrate sowie eine Reduktion des Sauerstoffgehaltes in der Umgebung zu einer verbesserten Nährstoffversorgung der PA-Keime – die Menge an parodontopathogenen Bakterien nimmt kontinuierlich zu. Das gingivale Saumepithel stellt eine Abb. 1 ideale Eintrittspforte für Bakterien und bakterielle Endo - toxine dar, da hier die Integrität des Epithels durch die Zahnhartsubstanz durchbrochen ist. Schon das Kauen von Kaugummi oder einfache Mundhygienemaßnah- men – von zahnärztlichen Eingriffen ganz zu schwei- gen – können mehrmals täglich kurze Bakteriämien auslösen, bei denen parodontopathogene Keime in den gesamten Körper disseminieren.12 Parodontitis und Allgemeinerkrankungen Die Gesamtfläche aller Läsionen, die im Rahmen einer unbehandelten, schweren Parodontitis auftreten, wird mit 15–20 cm2 angegeben, was in etwa einer handteller- großen Wunde entspricht. Demgemäß ist es nicht ver- wunderlich, dass Parodontitis-Patienten signifikant er- höhte Leukozyten- und CRP-Werte aufweisen und die chronische Entzündung des Parodonts auch den Ge- samtorganismus nachhaltig beeinträchtigen kann. Zu den wichtigsten Allgemeinerkrankungen, für die eine Assoziation mit der Parodontitis belegt werden konnte, gehören z.B.: – Diabetes mellitus – Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Rheumatoide Arthritis – Schwangerschaftskomplikationen (Tab. 1) 18 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 19
Fachbeitrag Patienten mit – Diabetes mellitus Typ-II – Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Rheumatoide Arthritis – Schwangere bzw. Frauen mit Kinderwunsch sowie bei – Chronischen Nierenerkrankungen (Dialysepatienten) – Organtransplantation – Älteren und pflegebedürftigen Personen zur Prophylaxe von Pneumonien – Adipositas und Störungen des Fettstoffwechsels – Osteoporose – HIV/AIDS Tab. 1: Patienten mit prädisponierenden Allgemeinerkrankungen, die von einer Parodontitisbehandlung zur Reduktion parodontopathoge- ner Markerkeime profitieren. Diabetes mellitus Diabetes und Parodontitis beeinflussen sich wechsel- seitig. So wird die Parodontitis einerseits als weitere Komplikation des Diabetes mellitus betrachtet, anderer- seits nimmt sie aber auch direkten Einfluss auf die gly- kämische Einstellung des Diabetes-Patienten. Während Prävalenz, Progression sowie das Ausmaß der parodon- talen Destruktion bei schlecht eingestellten Diabeti- kern deutlich ausgeprägter sind, haben Betroffene mit einem gut eingestellten Glukosestoffwechsel kein er- höhtes Risiko für eine Parodontitis.20 Pathogenetischer Hintergrund hierfür ist die mit einer Hyperglykämie ein- hergehende Insulinresistenz.16 So führt der erhöhte Blutzuckerspiegel zu einer vermehrten Freisetzung von Entzündungsmediatoren, wie z.B. Zytokinen. Die Zytokine tragen neben verstärkten inflammatorischen Reaktionen ebenso zu einem verstärkten Abbau von Weich- und Knochengewebe bei wie der reduzierte Kol- lagenstoffwechsel.20 Die beim Diabetiker herabge- setzte Durchblutung peripherer Gewebe unterstützt zudem anaerobe bakterielle Infektionen, und auch die erhöhte Konzentration von Glukose ist eine optimale Nährstoffquelle für Bakterien. Insgesamt betrachtet, weisen parodontal erkrankte Diabetiker langfristig ein höheres Risiko für eine schlechtere glykämische Kon- trolle auf als Betroffene ohne Parodontitis.20 Auch die Mortalitätsrate für Diabeteskomplikationen ist bei Vorliegen einer profunden Parodontitis deutlich erhöht: 2,3-fach für Tod aufgrund einer ischämischen Herz- krankheit und 8,5-fach für Tod aufgrund einer diabe - tischen Nephropathie (Abb. 2a und b).11 Die parodontopathogenen Bakterien tragen ihrerseits zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels bei: Gramne- gative Bakterien präsentieren Lipopolysaccharidketten (LPS) auf ihrer Oberfläche, die vom Immunsystem des Patienten als Antigen erkannt werden und initiieren so die primäre Immunantwort mit einer verstärkten Frei- setzung von Zytokinen, die wiederum die Insulinresis- ANZEIGE (cid:36)(cid:79)(cid:71)(cid:72)(cid:75)(cid:92)(cid:71)(cid:16)(cid:3)(cid:88)(cid:81)(cid:71)(cid:3)(cid:86)(cid:70)(cid:75)(cid:68)(cid:88)(cid:80)(cid:73)(cid:85)(cid:72)(cid:76)(cid:72)(cid:86) (cid:46)(cid:82)(cid:81)(cid:93)(cid:72)(cid:81)(cid:87)(cid:85)(cid:68)(cid:87)(cid:3)(cid:73)(cid:129)(cid:85)(cid:3)(cid:54)(cid:68)(cid:88)(cid:74)(cid:68)(cid:81)(cid:79)(cid:68)(cid:74)(cid:72)(cid:81) (cid:58)(cid:72)(cid:81)(cid:81)(cid:3)(cid:76)(cid:70)(cid:75)(cid:3)(cid:93)(cid:88)(cid:3)(cid:80)(cid:72)(cid:76)(cid:81)(cid:72)(cid:80)(cid:3)(cid:38)(cid:75)(cid:72)(cid:73)(cid:3)(cid:86)(cid:68)(cid:74)(cid:72)(cid:29) (cid:5)(cid:47)(cid:68)(cid:86)(cid:86)(cid:3)(cid:88)(cid:81)(cid:86)(cid:3)(cid:71)(cid:68)(cid:86)(cid:3)(cid:42)(cid:40)(cid:47)(cid:37)(cid:40)(cid:3)(cid:78)(cid:68)(cid:88)(cid:73)(cid:72)(cid:81)(cid:5)(cid:15) (cid:80) (cid:72) (cid:76) (cid:81) (cid:72) (cid:3) (cid:76) (cid:70) (cid:75) (cid:3) (cid:81) (cid:76) (cid:70) (cid:75) (cid:87) (cid:29) (cid:72)(cid:76)(cid:81)(cid:72)(cid:3)(cid:52)(cid:88)(cid:76)(cid:72)(cid:87)(cid:86)(cid:70)(cid:75)(cid:72)(cid:81)(cid:87)(cid:72)(cid:3)(cid:73)(cid:129)(cid:85)(cid:3)(cid:71)(cid:76)(cid:72)(cid:3)(cid:37)(cid:68)(cid:71)(cid:72)(cid:90)(cid:68)(cid:81)(cid:81)(cid:72) (cid:11)(cid:3)(cid:21)(cid:24)(cid:3)(cid:40)(cid:88)(cid:85)(cid:82)(cid:3)(cid:73)(cid:129)(cid:85)(cid:3)(cid:21)(cid:17)(cid:24)(cid:3)(cid:47)(cid:76)(cid:87)(cid:72)(cid:85)(cid:3)(cid:82)(cid:81)(cid:72)(cid:90)(cid:68)(cid:92)(cid:138)(cid:3)(cid:54)(cid:68)(cid:88)(cid:74)(cid:68)(cid:81)(cid:79)(cid:68)(cid:74)(cid:72)(cid:81)(cid:16)(cid:39)(cid:72)(cid:86)(cid:76)(cid:81)(cid:73)(cid:72)(cid:78)(cid:87)(cid:76)(cid:82)(cid:81)(cid:3)(cid:54)(cid:56)(cid:53)(cid:42)(cid:44)(cid:55)(cid:50)(cid:47)(cid:138)(cid:3)(cid:12)(cid:3) . t S w M + o t r o P . l g z z s i e r P 19 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 20
Fachbeitrag a b Abb. 2: Erhöhung der Sterblichkeitsrate bei Diabetikern mit schwerer Parodontitis aufgrund einer ischämischen Herzkrankheit a) und einer dia- betischen Nephropathie; b) im Vergleich zu parodontal nicht oder nur leicht erkrankten Diabetes-Patienten (modifiziert nach Deschner u.a.11). tenz der Zellen erhöhen und somit zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führen.20 Tatsächlich werden paro- dontale Markerkeime signifikant häufiger in der sub- gingivalen Plaque von Typ-II-Diabetes-Patienten nach- gewiesen.5 Die Arbeitsgruppe von Grossi6 konnte zei- gen, dass eine Parodontaltherapie besonders dann zu ei- ner deutlichen Verbesserung sowohl der glykämischen als auch der parodontologisch-klinischen Parameter führte, wenn sie zur Reduktion von P. gingivalis antibio- tisch unterstützt wurde. Auch ein hochrangiges Review kommt zu dem Ergebnis, dass der HbA1C-Wert bei Typ-II- Diabetikern durch eine effektive parodontale Behand- lung um 0,4 bis 0,8% gesenkt werden kann.21 Abb. 3: Klinisches Bild einer 65-jährigen Frau mit jahre- lang unbehandeltem Typ-II- Diabetes (Bild freundlicher- weise zur Verfügung ge- stellt von E. Hornecker und R. Mausberg, Göttingen). Herz-Kreislauf-Erkrankungen Arteriosklerose-assoziierte Erkrankungen und deren Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall wer- den im Wesentlichen durch die Entstehung arterieller Plaque im Rahmen entzündlicher Prozesse bedingt. Auch der Zusammenhang zwischen diesen Erkrankun- gen und der Parodontitis ist letztlich auf die durch die Markerkeime verursachte chronische Bakteriämie zu- rückzuführen. Postuliert wird folgender Pathomecha- nismus: die in das Blutkreislaufsystem eingedrungenen Parodontitisbakterien und deren Endotoxine stimulie- ren eine immunologische Wirtsantwort, die in einer er- höhten Freisetzung von Enzündungsmediatoren resul- tiert.2 Diese fördern, über die Umwandlung von Makro- phagen zu Schaumzellen, eine verstärkte Thrombo - zytenaggregation sowie eine Proliferation glatter Muskelzellen, schließlich die Entstehung arterieller Pla- que an den Gefäßinnenwänden. Allerdings können auch direkte bakterielle Effekte zu einer Verdickung der In tima media und gegebenenfalls zu einer Ruptur des Gefäßes beitragen.9 In verschiedenen wissenschaftlichen Stu- dien wurde aufgezeigt, dass Patienten mit koronaren Herzerkrankungen im Vergleich zu gesunden Kontroll- personen nicht nur deutlicher ausgeprägte klinische Symptome (Sondierungstiefe, Attachmentlevel), son- dern auch signifikant höhere Konzentrationen paro - dontopathogener Markerkeime in der Subgingivalflora aufweisen.24 Im Rahmen molekularbiologischer Unter- suchungen konnten Parodontitisbakterien aber auch in hoher Prävalenz direkt in arteriosklerotischer Plaque von KHK-Patienten nachgewiesen werden.7 Gemäß der Arbeit von Beck et al.3 steigt das Risiko für koronare Herzerkrankungen wie Schlaganfall, Myokard- infarkt oder Angina pectoris mit fortschreitendem Kno- chenabbau (Abb. 4). Andere Metaanalysen bestätigen ein um ca. 15–20 Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko für Pa- rodontitispatienten.10,16 Erste Studien konnten allerdings auch zeigen, dass die aufgrund einer Arteriosklerose ein- geschränkte Gefäßfunktion durch eine effiziente Paro- dontitistherapie positiv beeinflusst werden kann.26 Rheumatoide Arthritis Auch rheumatische Systemerkrankungen zeigen einen klaren Zusammenhang mit Entzündungen des Zahnhal- teapparates. Demgemäß leiden Patienten mit rheuma- toider Arthritis signifikant häufiger auch an Parodontitis (OR: 8,05)19 und zeigen gegenüber Gesunden deutlich stärker ausgeprägte rheumatische Beschwerden. Auch Abb. 4: Parodontitis als Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (mod. nach Beck u.a.3). 20 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 21
ANZEIGE hier ist der kausale Zusammenhang in der durch die parodontopathogenen Bakterien bedingten, gesteigerten Produktion von Entzündungsmediatoren zu sehen. Die erhöhte Konzentration von Zytokinen wie z.B. Interleukin-1 führt nicht nur zu einer fortschreitenden Destruktion des parodontalen Weich- und Knochengewebes, sondern fördert auch die Degeneration der Gelenke bei Rheumapatienten.28 Eine Reihe von Forschungsgruppen konnten so auch parodontalpathogene Bakterien in Sulkus, Serum und Synovialflüssigkeit betroffener Patienten nachweisen.15,28 Einer US-amerikanischen Studie zu- folge hat auch hier die Parodontaltherapie zur Reduktion der subgingivalen Keimlast einen positiven Einfluss auf die rheumatischen Beschwerden.18 Schwangerschaftskomplikationen Zahlreiche Studien belegen, dass Parodontitis in der Schwangerschaft ein er- höhtes Risiko für Frühgeburten (vor der 37. SSW) sowie ein niedriges Ge- burtsgewicht des Neugeborenen (< 2.500 g; PBLW = preterm/low birth weight) darstellen können, da sich die chronischen parodontalen Entzün- dungsherde negativ auf den Organismus von Mutter und Kind auswirken.8 Neben anderen Einfluss nehmenden Faktoren wie eine vorangegangene Fehlgeburt oder vernachlässigte Vorsorgeuntersuchungen, hat die Parodon- titis den stärksten Einfluss auf PLBW (Tab. 2); eine chronische Parodontitis er- höht das Risiko für Frühgeburten um den Faktor 7,5.13,17 Als Ursache für Schwangerschaftskomplikationen bei bestehender mütter- licher Parodontitis gilt erneut die erhöhte Konzentration bakterieller Lipopo- Normalgeburt (N = 329) PBLW (N = 22) Risikofaktor N % N % OR p-value 95% CI Parodontal erkrankt Ja | Nein 169 | 160 89,9 | 98,2 19 | 3 10,1 | 1,8 5,99 0,001 1,7–20,6 Sechs Vorsorge - untersuchungen Ja | Nein Vorausgegangene PBLW 55 | 274 83,3 | 96,1 11 | 11 16,6 | 3,8 4,98 0,001 2,02–12,2 Ja | Nein 17 | 312 80,9 | 94,5 4 | 18 19 | 5,4 4,07 0,034 1,2–13,4 Untergewichtige Mutter Ja | Nein 34 | 295 85 | 84,7 6 | 16 15 | 15,3 3,25 0,028 1,1–9,06 Harnwegsinfekt Ja | Nein Antibiotikatherapie wg. Harnwegsinfekt 54 | 275 93,1 | 93,8 4 | 18 6,9 | 6,1 1,13 0,77 0,36–3,47 Ja | Nein 50 | 279 92,5 | 93,9 4 | 18 7,4 | 6 1,24 0,75 0,40–3,81 Vaginose Ja | Nein Erstgeburt Ja | Nein Beginn der Vorsorge nach 20. Woche Ja | Nein Rauchen Ja | Nein Vorhergehender Abort 70 | 259 95,8 | 93,1 3 | 19 4,1 | 6,8 0,58 0,58 0,16–2,03 78 | 251 95,1 | 93,3 4 | 18 4,8 | 6,6 0,71 0,55 0,23–2,17 146 | 183 95,4 | 92,4 7 | 15 4,5 | 7,5 0,58 0,25 0,22–1,5 83 | 246 96,5 | 92,8 3 | 19 3,4 | 7,1 0,46 0,22 0,13–1,62 Ja | Nein 45 | 284 93,7 | 93,7 3 | 19 6,3 | 6,3 0,99 0,99 0,28–3,5 Tab. 2: Unbereinigte Odds Ratios von Risikofaktoren für Frühgeburt/geringes Geburtsgewicht (PBLW); mod. Nach Lopez, Smith, Gutierrez.13 22
Fachbeitrag lysaccharide, die die feto-plazentäre Membran über- winden und dort zu einer gesteigerten Produktion von Interleukin-1ß und Prostaglandin-E2 führen. Diese Ent- zündungsmediatoren können zu einer Ruptur der Pla - zentamembran sowie einer vorzeitigen Wehentätigkeit führen und auf diese Weise Frühgeburten auslösen.20 Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge kann das Frühgeburtsrisiko aber durch eine erfolgreiche Parodon- titis-Behandlung signifikant verringert werden.8 Idea- lerweise sollte die parodontale Gesundheit bei Frauen mit Kinderwunsch bereits vor Eintritt der Schwanger- schaft hergestellt sein, da zu diesem Zeitpunkt noch alle therapeutischen Optionen zur Verfügung stehen. Bei bereits bestehender Gravidität gilt die Behandlung im zweiten Trimenon als sicher, wobei auf antibiotische Begleitbehandlungen während Schwangerschaft und Stillzeit möglichst verzichtet werden sollte. Risikopatienten identifizieren und erfolgreich therapieren Orale und systemische Gesundheit hängen also stärker zusammen als bisher angenommen. Die Art und Menge der parodontopathogenen Markerkeime, die aus dem Sulkus in den Körper disseminieren, stellen dabei ge - wissermaßen den gemeinsamen Nenner dar. Nicht nur aus zahnmedizinischer Sicht ist es daher anzuraten, ins- besondere Risikopatienten für die genannten prädispo- nierenden Allgemeinerkrankungen parodontologisch und mikrobiologisch zu sanieren. Hierzu empfiehlt es sich, durch eine ausführliche Anamnese aller Risikofak- toren sowie über eine Erhebung des PSI (Parodontaler Screening Index) eine erste Einschätzung der Zahn- und Gesamtgesundheit des Patienten zu gewinnen. Bei Vorliegen einer parodontalen Erkrankung wird die Re- duktion der supra- und subgingivalen Keimlast als wich- tigste Maßnahme zur Eindämmung der parodontalen Destruktion angesehen. Hat sich das klinische Bild nach den initialen Hygienemaßnahmen nicht verbessert, so liegt der Verdacht nahe, dass eine Reduktion der subgin- givalen Bakterien durch eine rein mechanische Instru- mentierung nicht möglich war.4 In diesen Fällen muss Erkrankung „Odds-Ratio“ Parodontitis als Risikofaktor für koronare Herzerkrankungen 1,5 – 4,0 Parodontitis als Risikofaktor für Frühgeburten Parodontitis als Risikofaktor für chronische Atemwegserkrankungen Parodontitis als Risikofaktor für rheumatoide Arthritis Parodontitis als Risikofaktor für Osteoporose 4,0 – 7,0 1,5 – 5,0 8,0 2,0 Diabetes als Risikofaktor für Parodontitis 3,0 – 4,8 Rheumatoide Arthritis als Risikofaktor für Parodontitis 1,8 – 4,5 Tab. 3: Bekannte Zusammenhänge medizinischer und zahnmedizini- scher Erkrankungen/Risikofaktoren (mod. nach AAP2) Abb. 5: Ergebnisbericht micro-IDent®-Test, Fa. Hain Lifescience GmbH, Nehren. eine über die Wirkung des subgingivalen Debridements hinausgehende, antibiotische Begleittherapie in Erwä- gung gezogen werden, um in den Weich- und Hartge- weben persistierende Parodontalpathogene nachhaltig zu reduzieren. Gemäß den Empfehlungen der DGP/ DGZMK sollte eine antibiotische Begleitbehandlung allerdings nur nach vorhergegangener Abklärung des subgingivalen Keimspektrums erfolgen.4 Eine zu diesem Zeitpunkt durchgeführte mikrobiologische Analyse (z.B. micro-IDent®, micro-IDent®plus, Fa. Hain Lifescience, Nehren) des individuellen subgingivalen Keimspek- trums liefert neben Informationen über Menge und Zusammensetzung der Subgingivalflora auch wissen- schaftlich gesicherte Empfehlungen zur Auswahl eines optimal wirksamen Antibiotikums (Abb. 5). Molekular- biologische Diagnostiksysteme zur Bestimmung der parodontopathogenen Markerkeime können somit ei- nen wertvollen Beitrag bei der Identifizierung möglicher Risikopatienten leisten. Sie zeigen diagnostisch fun- dierte Therapieoptionen auf und ermöglichen die Er- stellung eines patientenspezifischen, kausal-orientier- ten Behandlungskonzeptes als Basis nicht nur für eine verbesserte Zahn-, sondern eben auch Allgemeingesundheit. n KONTAKT Dr. rer. nat. Dipl.-Biol. Sylke Dombrowa Hardwiesenstraße 1 72147 Nehren Tel.: 07231 5619-60 E-Mail: dombrowa@arcor.de 22 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 23
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Fachbeitrag Gibt es eine optimale Umsetzung der RKI-Richtlinien in der Zahnarztpraxis? Vor nun fast sechs Jahren hat das Robert Koch-Institut (RKI) die aktualisierten Empfehlungen für die Anforderung der Hygiene in Krankenhäusern und Praxen herausgegeben. Viele erin- nern sich wahrscheinlich noch sehr gut an die ersten Gedanken und Reaktionen darauf. Bei mir war es ungefähr so: Das ist nie umsetzbar! Wer soll das alles kontrollieren? Was wird da- für alles neu benötigt? Erinnern wir uns aber auch noch an die einfachen Dinge der Hygiene? Iris Trog-Aras/Berlin n Seien wir doch einmal ehrlich, die meisten von uns hielten das alles für völlig unnötig und kostenintensiv. Manche verteidigten ihre Arbeit mit den Worten: „Das haben wir seit 20 Jahren schon so gemacht und da ist uns auch nie etwas passiert.“ Sätze wie diese bekam man leider immer wieder auf Schulungen zu hören. Was geschah als Nächstes? Von überall kamen Kursan- gebote zur Vermittlung der Änderungen. Die Firmen brachten immer neue, unbedingt „dringend“ notwen- dige Produkte und Geräte auf den Markt. Und wenn man ehrlich ist, waren alle sehr verunsichert. Selbst die ge- standenen Hygienedozenten taten sich erst schwer mit der Weitervermittlung des neuen Wissens. Viele Fragen taten sich auf: Erst reinigen dann desinfizieren? Was ist mit der Ansteckungsgefahr? Was ist Validieren, Semikri- tisch, Kritisch? Abenteuer RKI-Richtlinien Wie ging es weiter? Eine zahnmedizinische Angestellte absolvierte meistens mehrere Kurse zu diesem Thema und legte die Prüfung zur „Sterilgut-Assistentin“ ab. Jetzt konnte das Abenteuer RKI-Richtlinien beginnen. Wir starteten verunsichert, aber guter Dinge, gemäß dem Motto: „Lass uns aus der Krise die Chance auf Bes- serung sehen!“ Bei objektiver Betrachtung muss man feststellen, dass doch einiges an Mehrarbeit, Kontrolle und Papier dazu gekommen ist. Angefangen mit dem 14-seitigen Hy- gieneplan, bei dem alle Bereiche der Hygiene in einer Praxis aufgezeigt werden. Welche Mitarbeiterin also was, wann und wie durchzuführen hat bzw. darf. Am besten gleich im Anhang mit einer Dosiertabelle für die Desinfektionslösungen, dass sie auch richtig ange- setzt und die richtigen Einwirkzeiten eingehalten wer- den. Es sind sicher zwei starke Hilfsmittel sowohl für neue als auch für bereits länger in der Praxis tätige Mit- arbeiter. Jedoch: Wann haben Sie das letzte Mal in Ihren Hygieneplan geschaut oder ihn gar aktualisiert? Sind nicht gerade neue Mitarbeiter, Auszubildende oder eine neue Reinigungskraft eingestellt worden? Hat Ihre Helferin von einer Fortbildung eine Empfehlung für ein neues Desinfektionsmittel mitgebracht und Sie haben es bestellt? Wird es nun angewendet? Diese Dinge werden im Praxisalltag leider oft vergessen. Aber sie sind ein sehr wichtiger Bestandteil Ihres opti- malen Hygienemanagements. Patienten und Mitarbeiter sind in einer Zahnarztpraxis ei- nem erhöhten Infektionsrisiko aufgrund der Besonder- heiten der zahnärztlichen Behandlung ausgesetzt. Wir kennen in der Zahnmedizin unterschiedliche Übertra- gungswege: direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten, in- direkte Übertragung durch Instrumente, Spritzer von Blut und Sekreten auf die Haut bzw. Schleimhaut und Aero- sole-Sprühnebel. Die dabei häufigsten übertragenen Er- reger in der Praxis sind Hepatitisviren, Herpes-simplex- Viren sowie Streptokokken. Selbstverständlich besteht auch eine erhöhte Ansteckungsgefahr durch HIV, Staphy- lokokken und neuerdings auch wieder Tuberkulose. Deshalb sind die Aktualisierung des Hygieneplans und richtige Desinfektionsmittel von größter Wichtigkeit. Es geht hier um Ihr Leben und das der Patienten, die Sie tag- täglich behandeln. Nicht jedes Desinfektionsmittel ist dabei allerdings gleich gut wie das andere. Natürlich soll- ten die Kosten gering gehalten werden um wirtschaftlich arbeiten zu können, dennoch sollten nur Lösungen Ver- wendung finden, die auf der aktuellen VAH-Liste (Ver- band für Angewandte Hygiene) geführt werden. Es ist aber auch sehr wichtig, die passende und richtige Schutz- bzw. Berufskleidung zu tragen. Es ist in jeder Praxis bekannt, dass man nicht mit der Alltagskleidung den Patienten behandeln soll, aber wissen Sie auch noch, dass Berufs-/Schutzkleidung getrennt von der Alltagskleidung gelagert werden soll und dass es emp- fohlen wird, alle zwei Tage die Berufsbekleidung zu wechseln, auch wenn keine sichtbaren Verschmutzun- gen vorhanden sind? Auch bei den Patienten ist vor jeder Behandlung einiges zu beachten. Es beginnt mit der Anamnese: selbstver- ständlich füllt jeder Neupatient einen solchen Bogen beim ersten Besuch aus, aber denken Sie auch daran, die- sen alle zwölf Monate aktualisieren zu lassen? Manch- mal siegt in der Praxis einfach die Routine und Hektik zwischen den Behandlungen, sodass ein ganz wichtiger Punkt des Selbstschutzes und der Minimierung der Be- handlungsrisiken vergessen wird. Ein Beispielfall: Ein Pa- tient, der seit längerer Zeit, auch noch verspätet, wieder in Ihre Praxis kommt. Sie meinen, er kann den Anamne- sebogen auch nach der Prophylaxesitzung ausfüllen. Vor der Behandlung fragen Sie lediglich, ob sich etwas gesundheitlich verändert hat und er antwortet spontan 24 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 25
DENTALHYGIENE START UP 2012 5./6. OKTOBER 2012 ELYSEE HOTEL I HAMBURG REFERENTEN U.A. I Priv.-Doz. Dr. Gregor Petersilka/Dettelbach I Prof. Dr. Stefan Zimmer/Witten I Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach/Leipzig I Prof. Dr. Rainer Buchmann/Düsseldorf I Ute Rabing/Dörverden I Christoph Jäger/Stadthagen I Iris Wälter-Bergob/Meschede VERANSTALTER/ ORGANISATION OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-390 event@oemus-media.de www.oemus.com QR-Code einfach mit dem Smartphone scannen (z. B. mithilfe des Readers i-nigma) IMPRESSIONEN 2011 PROGRAMM JETZT ANFORDERN! FAXANTWORT 0341 48474-390 Bitte senden Sie mir das Programm zum ❏ DENTALHYGIENE START UP 2012 am 5./6. Oktober 2012 in Hamburg zu. E-Mail-Adresse (bitte angeben) Praxisstempel DHJ 2/12 26
Fachbeitrag Abb. 1–6: Hände und Unterarme werden etwa eine Minute mit einem Reinigungsmittel, evtl. auch mit einer Handwaschbürste gereinigt. Gründ- lich mit Wasser abspülen, wobei darauf zu achten ist, dass das Wasser über die Ellenbogen abläuft. Zum Abtrocknen eignet sich am besten ein steriles Handtuch. Danach die Hände und Unterarme mit Desinfektionsmittel aus dem Direktspender nach vorgeschriebener Einwirkzeit wie ab- gebildet einreiben und mit Desinfektionsmittel feucht halten. Das setzt ein mehrmaliges Betätigen des Spenders voraus. Besondere Sorgfalt sollte man den Fingerkuppen und Nagelfalzen zukommen lassen. Nach vollständiger Verdunstung des Desinfektionsmittels werden die sterilen Handschuhe angelegt (vgl. Iris Trog: Hygiene in der Praxis als Markenzeichen, OEMUS MEDIA AG, DENTALZEITUNG, Ausgabe Oktober 2005) mit nein. Während der Sitzung fällt Ihnen ein stetiges Husten auf, ein entzündetes, geschwollenes Zahn- fleisch. Nebenbei sprechen Sie dies an. Ihr Patient ant- wortet, dass er einige Zeit in Indien war und sich dort mit einer TBC infiziert hat, diese gerade hier im Krankenhaus behandelt wird. Was denken Sie nun? Es ist ein Fall aus ei- ner Praxis. Für Ihre eigene Sicherheit sollten nie Gutmü- tigkeit und Zeitmanagement über alles gehen. Ein weiterer wichtiger Punkt der Infektionsprophylaxe ist die orale Antisepsis. Mit z. B. einem Chlorhexidinglu- conat kann die mikrobielle Flora im Speichel und auf der Schleimhaut sowie die Konzentration von Krankheits- erregern im Aerosol erheblich reduziert werden. Immer- hin ist davon auszugehen, dass der Aerosolnebel im Um- kreis von einem Meter alles kontaminieren kann. Lassen Sie also vor jeder Behandlung Ihren Patienten mit einer CHX-Lösung spülen. Handhygiene Außerdem gibt es leider häufig große Defizite in der Händehygiene. Handschuhe sind nicht zu 100 Prozent keimdicht. Die meisten kostengünstigen Latexhand- schuhe haben eine Undichtigkeitsrate von bis zu zehn Prozent und die Schutzhandschuhe aus Vinyl sogar bis zu 50 Prozent. Nur qualitativ hochwertige, sterile OP- Handschuhe verfügen über Materialeigenschaften, die Ihnen genügend Schutz liefern. Die Frage ist, wie oft und, entscheidend natürlich auch, wie lange desinfizieren Sie und Ihre Angestellte sich die Hände? Selbst bei Untersuchungen in Krankenhäusern hat man festgestellt, dass häufig die erforderliche Diszi- plin, Zeit und wirksame Produkte fehlen. Machen Sie also als nächstes Thema Ihrer internen Praxisschulung ge- mäß dem Qualitätsmanagement die Händehygiene zu einem Thema. Eine hygienische Händedesinfektion be- nötigt je nach Mittel eine Einwirkzeit von 20 bis 60 Se- kunden. Angewandt werden sollte sie vor jeder Behand- lung, bei Behandlungsunterbrechungen sowie nach der Behandlung; egal, ob Handschuhe getragen werden oder wurden. Das Desinfektionsmittel wird aus dem Wandspender in die hohlen, trockenen Hände gegeben und verteilt (zwischen den Fingern, Handflächen innen und außen sowie die Handgelenke). Dabei sollte die vor- geschriebene Einwirkzeit des Präparates eingehalten und darauf geachtet werden, dass die Hände dabei feucht gehalten werden. Bei allen ambulanten chirurgi- schen Eingriffen und bei Eingriffen mit erhöhtem Infek- tionsrisiko muss die chirurgische Händedesinfektion durchgeführt werden. Hierbei müssen über einen Zeit - raum von drei bis fünf Minuten die Unterarme und Hände mehrmals mit einem alkoholischen Präparat desinfiziert werden. Während der gesamten Applika- tionszeit ist darauf zu achten, dass Hände und Unter- arme immer feucht gehalten werden, sodass das Desin- fektionsmittel auch in die tieferen Hautschichten ein- dringen und wirken kann (Abb. 1 bis 6). Handschuhe sind auch ein Thema bei der Aufbereitung von Medizinprodukten. Hier gilt eine festgelegte Hygie- nekette, die aus acht Schritten besteht: Einsatz, Tauch- desinfektion, Desinfektion und Reinigung, Ultraschall- desinfektion/Feinreinigung, Funktionsüberprüfung, Sterilgutverpackung, Dampfsterilisation, Dokumenta- tion und die Lagerung. Eine der entscheidenden Richt - linien ist hierbei, dass nicht die handelsüblichen Unter- suchungshandschuhe, sondern das durchstichsichere, über den Unterarm gehende Handschuhe angezogen werden. Auch wenn man in diesen Handschuhen mitun- ter wenig Gefühl hat, zählen Sie einfach einmal, wie oft 26 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 27
ANZEIGE PATIENTENFLYER für Ihre Praxis! PATIENTENGERECHT • ZUVERLÄSSIG AKTUELL • HOCHWERTIG IMPLANTATPROPHYLAXE 1. Motiv auswählen 2. Anzahl angeben 3. Kontaktdaten ausfüllen und faxen 2 5 , – € * f ü r 1 0 0 F l y e r M o t i v 1 ein Scaler oder eine Kürette die Handschuhe beim Rei nigen perforieren und dann doch weitergearbeitet wird. Ein weiterer entscheidend wichtiger Faktor ist die Wischdesinfektion, früher auch Sprühdesinfektion. Leider findet man in vielen Praxen immer noch die alte Sprühflasche mit der die meisten Helferinnen dann nach jeder Behand- lung großflächig „lossprühen“. Bitte überlegen Sie einmal, wie viel Sprühnebel Sie dabei einatmen. Es gibt hervorragende Pumpflaschen oder noch besser, fertig durchfeuchtete Wischdesinfektionstücher. Sie sind in jeder Größe er- hältlich. Die Behälter lassen sich leicht befüllen und sind somit sofort einsetz- bar. Auch bei der Wischdesinfektion ist eine bestimmte Reihenfolge einzuhal- ten. Es ist selbstverständlich nicht erst das Speibecken zu desinfizieren und dann die Unitinstrumente. Diese Desinfektionsmaßnahmen sind ebenfalls grundsätzlich und immer mit Handschuhen durchzuführen. Nach jeder Behandlung werden in der Regel alle Geräte, Oberflächen und der Patientenstuhl gereinigt, aber wie sieht es bei Ihnen im Behandlungszimmer z.B. mit den Computertastaturen aus? Auch diese kontaminieren Sie während der Behandlung. Sowohl mit Aerosolen als auch durch Berührung, wenn Sie mit Handschuhen Behandlungsdaten nachsehen, ein digitales Röntgenbild anfertigen oder einen neuen Termin vergeben. Über den meisten Tastaturen sind sogenannte Klarsichthüllen aufgezogen. Auch die müssten nach jeder Be- handlung gewechselt werden, da der dünne Kunststoff die starken Desinfek- tionsmittel selten lange verträgt. Eine optimale Lösung stellen die neuen ab- wischbaren Touchscreen-Tas taturen aus Glas oder hochwertigem Kunststoff dar. Sie sind voll desinfizierbar, haben keine Vertiefungen zwischen den Tasten und sind in manchen Fällen sogar bei starker Verunreinigung auch unter fließendem Wasser zu reinigen (vgl. Iris Trog-Aras: Reine Computertastatur im Praxistest, OEMUS MEDIA AG, ZWP, Ausgabe Oktober 2011). Abschließend sei auf die abendliche Desinfektion und Reinigung der Praxis hingewiesen. Es ist nicht nur das Behandlungszimmer durch Wischdesinfek- tion zu rei nigen, sondern auch alle anderen Bereiche der Praxis, in denen sich der Patient aufgehalten hat, z. B. das Wartezimmer mit den Stühlen, das Spiel- zeug der Kinder, aber auch Türklinken etc. Sie sollten immer davon ausgehen, dass nicht jeder Patient sich nach dem WC-Gang die Hände wäscht und so- mit Keime in Ihrer Praxis verteilt. Fazit M o t i v 2 Mein Resümee der letzten sechs Jahre RKI-Richtlinien: Es ist für uns aus der Krise wirklich eine Chance geworden. Wir können deutlich weniger Infektio- nen im Berufssektor verzeichnen und haben durch die neuen Richtlinien auch die Qualität der Praxis deutlich gesteigert. Eine sehr saubere und hy- gienisch einwandfreie Praxis kann ein gutes „Markenzeichen“ für Sie sein und Ihnen eine Patientenbindung sichern. Verbesserungswürdig sind manchmal nur noch die kleinen Dinge. Motovieren Sie sich selbst und neh- men sich einige Minuten Zeit, um sich in Ihrer Praxis umzuschauen und ei- nen klaren Blick auf die alltäglichen Hygieneabläufe zu werfen. Vielleicht se- hen Sie dabei, was in der Hektik und in mancher Monotonie des Praxisalltags einfach untergangen ist. Ich glaube fest, dass jede Praxis ihr bestes gibt, um die RKI-Richtlinien von 2006 optimal umzusetzen und die Chance auf eine bessere und optimierte Hygienekette genutzt hat. n KONTAKT Iris Trog-Aras Dozentin für Ergonomie und Hygiene Lea-Grundig-Str. 44, 12679 Berlin E-Mail: info@ergonomieschulung.de Web: www.ergonomieschulung.de FAXANTWORT 0341 48474-290 oder bestellen Sie unter: www.oemus-shop.de Hiermit bestelle ich verbindlich: ❏ Motiv 1 ❏ Motiv 2 IMPLANTATPROPHYLAXE ❏ 100 Flyer/25 Euro* ❏ 200 Flyer/50 Euro* ❏ 300 Flyer/75 Euro* *zzgl. MwSt. und Versandkosten Hinweis: Versand und Rechnungslegung erfolgt über nexilis Marketing. Name, Vorname E-Mail Datum Unterschrift/Stempel 2 1 / 2 J H D 28
Anwenderbericht Luxus auf dem Behandlungsstuhl Die gesetzlichen Leistungen der Krankenkassen rund um die Zahngesundheit werden weniger und die Ansprüche des selbstzahlenden Patienten hinsichtlich Zahnarzt und Praxis steigen. Er erwartet ein ansprechendes Design, eine überdurchschnittliche Behandlung sowie weitere Vorteile und Begünstigungen, die die Praxis seiner Wahl von herkömmlichen Einrichtungen unterscheiden. Der Zahnarzt sollte deshalb ein individuelles Image aufbauen, um der neuen Generation von Patienten gerecht zu werden und einen Behandlungsmehrwert bieten. Christin Bunn/Leipzig n Dass ein Patient den Zahnarztbesuch nicht als not- wendiges Übel ansieht, sondern die Praxis mit einem guten Gefühl betritt und verlässt – sich möglicherweise sogar auf die Behandlung freut – bleibt bislang nicht einfach erfüllt. Gegenwärtig ist jedoch ein langsam aber stetig wachsender Trend zu verzeichnen, der diese Aus- gangssituation bald anders aussehen lassen wird: die Wandlung vom herkömmlichen Zahnmediziner hin zum Gesundheitsdienstleister mit Wellness-Aspekt. Der Patient wird zunehmend mehr als Kunde betrachtet und dieser soll sich rundum wohlfühlen. Denn fühlt die- ser sich aufgehoben und besonders gut behandelt, kommt er häufiger zu Terminen in die Praxis und wird über diese positiven Erfahrungen im Freundes- und Be- kanntenkreis berichten sowie den Zahnarzt weiteremp- fehlen. Somit kann durch einen Mehrwert in Form von komfortablen Behandlungsmethoden nicht nur die Zahl der Kunden gesteigert werden, sondern auch lang- jährige Patienten nehmen Untersuchungen regelmäßi- ger wahr, wenn sie die Praxis mit einem positiven Emp- finden verlassen. Möglichkeiten zur Profilierung und zur Abgrenzung unter den Zahnartpraxen gibt es viele: Ein ansprechend designter Eingangs- und Wartebereich mit WLAN und Getränkeservice, ein Behandlungszimmer mit einer har- monischen Farbgestaltung und durchdachter Raumauf- teilung, Kunst an Decke und Wänden, Entspannungsmu- sik, Aromaöle und stimmungsvolle Lichtkonzepte – die neuzeitliche Wohlfühlpraxis fernab jeglicher Zahnarzt- angst hat viele Facetten und der Zahnarzt nahezu unbe- grenzte Möglichkeiten der Umsetzung. Für vollkom- mene Entspannung und beruhigende Momente auf dem Behandlungsstuhl sorgt aber nicht nur das äußere Erscheinungsbild – hier kommt es vor allem auf die rich- tige Wahl der Geräte und Instrumente an. So wurde für die Bedürfnisse von Patient und Zahnarzt beispielsweise Abb. 2 Abb. 1 Abb. 1: Piezo Scaler Tigron+. – Abb. 2: Handstück mit LED-Ring. vom Dentalproduktehersteller W&H der Piezo Scaler Tigon+ entwickelt, welcher sich durch Benutzerkomfort und Patientenfreundlichkeit auszeichnet. Der Scaler ist einsetzbar in den Bereichen Prophylaxe, Parodontologie, Endodontie und Restauration und überzeugt mit fünf bereits im Gerät voreingestellten Programmen. Komfort durch Perfektion Um die täglichen Arbeitsprozesse um ein Vielfaches zu vereinfachen, wurde Tigon+ mit vielen Raffinessen ver- sehen (Abb. 1). So zum Beispiel mit einem großen und gut lesbarem Display, einem Handstück mit fünffachem LED-Ring (Abb. 2) und einem umfangreichen Spitzensor- timent. Besonderes Highlight an diesem Gerät ist jedoch die Möglichkeit von temperierter Flüssigkeit, die bei der Be- handlung dafür sorgt, dass selbst empfindliche Zähne und Zahnfleisch nicht mehr gereizt werden. Der Kühl- Abb. 3–5: Effiziente Reinigung von Implantaten. 28 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 29
Anwenderbericht Wahrnehmung des Zahnarztes. Da- durch wird ein Kontrastsehen iden- tisch dem Tageslicht ermöglicht und Arbeitsschritte wie die Bestimmung der Zahnfarbe gestalten sich pro- blemlos und korrekt. Muss die Spitze während der Behandlung getauscht werden, wurde mit Tigon+ auch hierbei an besten Bedienerkomfort gedacht: Das Tray ist großräumig genug, um Instrumente während der Behandlung abzulegen und die Handstückablage kann individuell durch Drehen ver- stellt werden. All diese Produkteigenschaften verschaffen dem Zahn - arzt eine hohe Arbeitsleichtigkeit sowie ein wirt - schaftliches und zuverlässiges Praktizieren und ga - rantieren dem Patienten eine nahezu schmerzfreie und sehr sichere Behandlung. n KONTAKT W&H Deutschland GmbH Raiffeisenstraße 4, 83410 Laufen/Obb. Tel.: 08682 8967-0 E-Mail: office.de@wh.com Web: www.wh.com ANZEIGE CUPRAL® Breites Spektrum – auch für tiefe Taschen • Langzeitwirkung gegen alle Keime – auch bei Anaerobiern • schnelle Ausheilung – auch ohne Antibiotika • ohne Resistenzbildung • Auflösung des Taschenepithels Humanchemie GmbH Hinter dem Kruge 5 · D-31061 Alfeld/Leine Telefon +49 (0) 51 81 - 2 46 33 Telefax +49 (0) 51 81 - 8 12 26 www.humanchemie.de E-Mail info@humanchemie.de Abb.6 und 7: Effiziente Reinigung von Implantaten. mitteltank umfasst ein Gesamtvolumen von 400 Milli - litern und ist in Einheiten von je 50 Millilitern skaliert, was ein unkompliziertes Anmischen der Spülflüssigkei- ten direkt im Tank ermöglicht. Insgesamt kann zwischen drei Temperaturstufen gewählt werden, die Einstellung erfolgt über das Display. Bei Bedarf kann der Zahnarzt die Heizung auch abschalten. Durch diese Produktei- genschaft ist es möglich, das Scaling für den Patienten wesentlich angenehmer zu gestalten und Behandlun- gen – wie beispielsweise das Deep Scaling von Zahn- fleischtaschen – effizienter durchzuführen. Außerdem muss der Zahnarzt seine Arbeit seltener unterbrechen, da der Eingriff beim Patienten weniger Reize hervorruft. Auch bei der Entwicklung der Leistungsstufen wurde in- novativ gedacht: Tigon+ bietet insgesamt drei Modi, die absolute Sicherheit und Effektivität garantieren. So kann der Behandler zwischen den Varianten „Power“, „Basic“ und „Smooth“ wählen. Im Power-Modus wird die Scalerleistung stärker, je mehr die Spitze an den Zahn ge- drückt wird. Als Pendant dazu wählt der Zahnarzt im Smooth-Modus eine Einstellung, bei der sich die Leis- tung bei zunehmendem Spitzendruck an den Zahn ver- ringert. Auch konstantes Arbeiten unabhängig vom Druck an den Zahn ist möglich, hierfür dient der Basic- Modus. Die Leistungsstärke des Scalers wird dabei durch müheloses Drücken der Plus- und Minustaste auf dem Display verändert, gleichzeitig reguliert sich immer auch die Durchflussmenge des Kühlmittels. Kein Scaler ohne Zubehör Ein Scaler kann noch so modern und leistungsstark sein – für exakte und überzeugende Ergebnisse kommt es vor allem auf die richtige Wahl der Spitze an. Passend zum Scaler gibt es ein umfangreiches Sortiment, bestehend aus 17 Universal- und Spezialspitzen, die die Behandlung mit Patientenmehrwert perfektionieren. Die Spitzen wurden von W&H für die Piezo Scaler Tigon+, Tigon, Pyon 2 und die Piezo Built-in Varianten entwickelt, woraus ein harmonisches Zusammenspiel von Scalern und Spitzen und eine optimale Instrumentenbewegung resultieren. Somit ist eine genaue Anwendung zu jeder Zeit sicher- gestellt. Für ein optimales Arbeiten der Spitzen sorgt nicht zu- letzt die passende Ausleuchtung mittels LED. Ein fünffa- cher LED-Ring am Handstück leuchtet die Behandlungs- stelle vollständig aus und verbessert damit die optische 30
Herstellerbericht Wachsen mit der häuslichen Mundprophylaxe: Von Baby-Zahnbürste bis zur altersgerechten Mundhygiene Häusliche Mundpflege begleitet den Menschen vom Kleinkindalter bis zum Lebensabend. Doch so selbstverständlich diese Erkenntnis ist, so wenig wissen die Patienten oft über den langfristigen Nutzen einer gezielt altersgerechten Mundprophylaxe. Hierfür stellen die großen Mundpflegeanbieter eine Vielzahl speziell für bestimmte Altersgruppen entwickelter Hilfs - mittel zur Verfügung. Thomas Hammann/Bad Nauheim n Das Wissen um mögliche Beratungsempfehlungen bezüglich altersgerechter Hilfsmittel zur häuslichen Vorsorge stärkt die Servicekompetenz des Praxisteams. Denn neben dem Mundpflegeverhalten als solchem, kann auch die Wahl der Hilfsmittel von großer Bedeu- tung für eine gründliche Plaque-Entfernung sein. Am Beispiel der Marken Oral-B, blend-a-med und blend- a-dent von Procter & Gamble (P&G) Professional Oral Health lässt sich eine solche Produktpalette beispielhaft darstellen. Die Entwicklung ihrer Produkte basiert auf drei Säulen: auf einer Analyse der Konsumentenbedürf- nisse, auf Laborstudien zu grundlegenden Parametern der Produkte sowie auf klinischen Studienergebnissen. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt in der Entwicklung neuer elektrischer Zahnbürsten. Dazu forscht P&G in vitro und in vivo, sowohl im Labor als auch in enger Zusammenarbeit mit Experten der Zahnmedizin, etwa an Universitätszahnkliniken und in Praxen sowie letzt- endlich mit Verbrauchern. Große Mundpflege für die Kleinen Los geht die regelmäßige Mundprophylaxe schon bei den Kleinsten. Die Beschaffenheit der Zahnbürste sollte sowohl auf das jeweilige Entwicklungsstadium der Zähne (Dentitionsphase) als auch auf die motorisch- Abb. 1: Gewissenhafte Mundprophylaxe im heimischen Badezimmer: Eltern sollten die Zähne einmal abends von allen Seiten sauber putzen, bis der Nachwuchs selbst dazu in der Lage ist. – Abb. 2: Die elektrische Kinderzahnbürste „Oral-B AdvancePower Kids“ bringt mit Musik und lustigem Design gute Laune in den Tag. körperlichen und psychisch-geistigen Fähigkeiten der Kinder angepasst sein. Deshalb sollte eine Baby-Zahn- bürste über einen kleinen Bürstenkopf und extra-wei- che Borsten einerseits und einen kompakten Griff für die Elternhand andererseits verfügen. Für Kinder im Schulalter stehen eigene Zahnbürsten zur Verfügung: Sie weisen neben einem speziellen Borstenfeld für das Wechselgebiss auch ein entsprechend „cooles“ Design auf, mit dem sich die jungen Verwender identifizieren können. Was viele nicht wissen: Auch Kinder und Heranwach- sende können bereits von der elektrischen Alternative, die hochfrequente oszillierend-rotierende Bewegun- gen durchführt, profitieren: für eine gründliche und zu- gleich schonende Pflege.1 Es stehen hierzu Modelle ab einem Lebensalter von fünf Jahren zur Verfügung. Mit modernen Elektrozahnbürsten in die Jahre kommen Während sich der DMFT-Wert für 12-Jährige in den letz- ten Jahren in Deutschland immer weiter verbessert hat, lässt der Mundhygienestatus bei Jugendlichen lei- der signifikant nach. Persönlichkeitsentwicklung und selbstbestimmtes Ernährungsverhalten werden als Ursachen genannt.2 Erst Erwachsene legen wieder verstärkt Wert auf eine gute Mundgesundheit. Sie können aus einer Vielzahl hochqualitativer Pflege- mittel ihr bevorzugtes auswählen. Im Empfehlungs- verhalten der zahnärztlichen Praxen zeichnet sich dabei deutlich ein Trend zur elektrischen Mundpflege ab. So haben sich zum Beispiel die verschiedenen Modelle mit 3-D-Reinigungssystem aus oszillierend-rotierenden und pulsierenden Bewegungen des Bürstenkopfes in zahlreichen Studien bewährt.3–6 Mit ihrer Reinigungs- technologie entfernen sie nachweislich bis zu fünfmal mehr Plaque entlang des Zahnfleischrandes als eine herkömmliche Handzahnbürste.7 Verschiedene Aus- stattungsmerkmale machen es dem Anwender dazu noch besonders leicht: So stehen je nach Modell ver- schiedene Reinigungsstufen zur Verfügung. Ein Profes- sional Timer zeigt sowohl die zahnärztlich empfohlene 30 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 31
Herstellerbericht Abb. 3 und 4: Unterschiedliche Aufsteckbürsten für Patienten, die lieber elektrisch ihre Zähne putzen. – Abb. 5: Oszillierend-rotierende Elektro - zahnbürsten weisen im Vergleich zu Handzahnbürsten bessere Putzergebnisse vor: hier das Oral-B-Modell Triumph 5000 mit SmartGuide. – Abb. 6: Der Zahnputzroboter von Oral-B simuliert die Anwendung von Hand- oder Elektrozahnbürsten und ermöglicht objektive Produktprü- fungen unter standardisierten und kontrollierten Bedingungen. Putzdauer von zwei Minuten als auch die Pflegeinter- valle pro Quadrant für ausreichend lange und syste- matisch gründliche Reinigung an.8 Andruckkontrollen schützen zudem Zähne und Zahnfleisch vor zu rabiater Herangehensweise.9 Zukunftsweisend sind auch zusätzliche bildgebende Extras, etwa in Form separater Displays: Sie geben Feedback und informieren mit Symbolen über Reini- gungszeit, warnen bei zu hohem Putzdruck und moti- vieren zur ausreichend langen Pflege. Solche Modelle oder auch einfachere Varianten mit gleicher Putztech- nologie, aber weniger Extras, sind für Patienten von jugendlichem Alter bis hin zu Senioren hervorragend geeignet. Eine besonders zielgerichtete Pflege ermög- lichen dabei die verschiedenen Bürstenköpfe und Auf- sätze: ob zur gründlichen Standardpflege, der Reinigung empfindlicher Zähne, zur schonenden Zahnaufhellung, speziell für Zahnzwischenräume, Implantatpflege oder für weitere Indikationen. Fluoridgehalt in Zahncremes – auch eine Frage des Alters Zahnpasten enthalten neben Abrasivstoffen eine Viel- zahl chemisch aktiver Substanzen, die die Reinigungs- wirkung unterstützen sollen und präventiv wirken. Die höchste Bedeutung kommt dem Fluorid zu. Der Fluorid- gehalt der Zahnpaste wird altersentsprechend ange- passt. So sollte bei der Verwendung von Fluoridspeise- salz ab dem Alter von sechs Monaten einmal täglich Flu- oridkinderzahnpaste mit einem F-Gehalt von 500 ppm verwendet werden. Ab dem zweiten Geburtstag wird mit dieser dann zweimal täglich geputzt. Ab dem sechsten Geburtstag erfolgt die Umstellung auf Er- wachsenen- bzw. Juniorzahnpasten mit einem F-Ge- halt von 1.000–1.500 ppm.10 Erstklassige Pflege für die Dritten Bei Zahnprothesen wird dagegen von der Anwendung einer handelsüblichen Zahncreme abgeraten, denn ihre Putzkörper sind für glatt polierte Kunststoffoberflächen ungeeignet. Und doch müssen Prothesen genauso von Plaque befreit werden wie die natürlichen Zähne. An- dernfalls kann sich sonst die sogenannte Prothesen- plaque aus abgestorbenen Schleimhautzellen bilden. Diese Beläge lassen sich mit einer speziellen Hygiene- paste in Kombination mit einer Prothesenzahnbürs- te entfernen. Darüber hinaus stehen Reinigungstabs zur Verfügung. Das Praxisteam weiß: Prothesenträger sprechen nicht gerne darüber, machen sich aber auch Sorgen um den festen Halt ihrer dritten Zähne sowie möglichen Mundgeruch. Hier verleihen Haftcremes in verschiedenen Geschmacksrichtungen mehr Sicher- heit durch lang anhaltende, starke Haftkraft, zum Teil inklusive Speisereste-Schutz und antibakterieller Wir- kung. Aufgrund der demographischen Entwicklung in Deutschland dürfte die Nachfrage von Haftcremes in Zukunft steigen. Auch für Prothesenträger sind elek- trische Zahnbürsten sehr gut geeignet: sie entfernen sanft Plaque und massieren schonend das Zahnfleisch – für einen besseren Halt.11 Gesunde Zähne ein Leben lang Von der Baby-Zahnbürste über die elektrische Mund- pflege, verschiedenen Zahncremes bis zur Alterszahn- pflege mit speziellen Reinigungsmitteln und Haftcre- mes steht der Bevölkerung also eine Vielzahl erprobter und fortschrittlicher Produkte zur Verfügung. Entspre- chende Hinweise und Empfehlungen des Praxisteams zur Auswahl, am besten verbunden mit praktischen An- leitungstipps, können dem Patienten maß- geblich helfen auf seinem Weg zu gesunden Zähnen ein Leben lang. n KONTAKT Procter & Gamble GmbH Sulzbacher Straße 40-50 65824 Schwalbach am Taunus Web: www.dentalcare.com 31 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 32
Abrechnung Diagnostik vor der Parodontitisbehandlung Nach den Ergebnissen der Vierten Deutschen Gesundheitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) weisen etwa 30 Prozent aller Erwachsenen und damit 15 Millionen Patienten die Zeichen einer fortgeschrittenen Parodontitis auf. In diesem Beitrag werden wir aufzeigen, wie unter Berücksichtigung der Behandlungsrichtlinien und der BEMA-Leistungsbeschrei- bungen die Parodontitis-Behandlung zu Lasten der GKV systematisch durchgeführt und kor- rekt abgerechnet werden kann. Christine Baumeister-Henning/Haltern am See n Auf den ersten Blick erscheinen die genannten Zahlen unglaublich hoch. Wie immer im Leben hat jede schlechte Nachricht aber auch eine gute Seite: Das Paro- dontitis-Risiko der Patienten steigt unter anderem auch deshalb, weil die Erfolge der Prophylaxe dafür sorgen, dass die Menschen ihre Zähne einfach länger behalten. s r u c r A i r u Y © Voraussetzungen für die PAR-Therapie als GKV-Leistung Ziel der Behandlung von Parodontitiden nach den PAR- Richtlinien ist, die entzündlichen Erscheinungen zum Ab- klingen zu bringen, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern sowie einem weiteren Alveolarknochenver- lust und damit dem Zahnverlust vorzubeugen. Voraus- setzung für die durchzuführende Parodontitistherapie ist das Fehlen von Zahnstein und sonstiger Reizfaktoren sowie die Anleitung des Patienten zur richtigen Mundhy- giene. Entscheidend betont wird in den Richtlinien die Bedeutung der Mitarbeit des Patienten. Ist dieser dazu nicht bereit, hat der Zahnarzt die Behandlung abzubre- chen und das Behandlungsziel neu zu bestimmen. In unserem Beitrag werden wir uns aus abrechnungs- technischer Sicht mit den folgenden Abschnitten der PAR-Behandlung beschäftigen: – Vorbehandlung/Initialtherapie – PAR-Diagnostik/Therapieplanung – PAR-Therapie – Sicherung des Behandlungserfolges/PAR-Nachsorge Erstdiagnostik/Vorbehandlung/Initialtherapie Die zahnärztlichen Maßnahmen beginnen beim ersten Kontakt zwischen Patient und Zahnarzt, natürlich mit Ausnahme von Akut- oder Notfällen, grundsätzlich mit der Untersuchung zur Feststellung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Als BEMA-Position steht hierfür Nr. 01 (Eingehende Untersuchung zur Feststellung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten einschließlich Be- ratung) zur Verfügung. Erhebung des Parodontalen Screening-Index (PSI) Bei der Untersuchung sollen die klinisch notwendigen Befunde erhoben werden, gegebenenfalls umfasst dies auch die Erhebung des parodontalen Screening- Index (PSI). Hierfür wird Nr. 04 (Erhebung des PSI-Code) abgerechnet. Der PSI bietet einen orientierenden Überblick über das Vorliegen und/oder die Schwere ei- ner parodontalen Erkrankung sowie den Behand- lungsbedarf. Bei Code 1 und 2 liegt eine Gingivitis, bei 3 und 4 eine (behandlungsbedürftige) Parodontitis vor. Eine Leistung nach Nr. 04 kann einmal in zwei Jahren abgerechnet werden. Röntgendiagnostik Zur vertragszahnärztlichen Versorgung gehört eine Röntgenuntersuchung, wenn die klinische Untersu- chung für eine Diagnose nicht ausreicht oder be- stimmte Behandlungsschritte dies erfordern. Der Rönt- genbefund erfordert aktuelle, d.h. in der Regel nicht älter als sechs Monate, und auswertbare Röntgenaufnah- men. Hier kommen (vorzugsweise) Einzelaufnahmen (Rö-Status) oder OPG-Aufnahmen infrage. Ä 925 Röntgendiagnostik der Zähne a) bis zwei Aufnahmen b) bis fünf Aufnahmen c) bis acht Aufnahmen d) Status bei mehr als acht Aufnahmen Ä 935 Orthopantomogramm sowie Panoramaaufnahmen oder Halbseitenaufnahmen aller Zähne des Ober- und Unterkiefers Die Darstellung beider Kiefer durch ein Orthopantomogramm schließt die gleichzeitige Anfertigung eines Rö-Status nach Nr. Ä 925 d aus. Tab. 1: Abrechnung der Röntgendiagnostik. 32 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 33
Neben den diagnostischen Leistungen stehen für akute Behandlungsmaßnahmen am Parodontium folgende GKV-Leistungen zur Verfügung: Geb.-Nr. Kürzel Leistungsbeschreibung Hinweise 105 Mu Lokale medikamentöse Behandlung von Schleimhaut erkrankungen, Aufbringung von auf der Mundschleim- haut haftenden Medikamenten oder Behandlung von Prothesendruckstellen je Sitzung abrechnungsfähig 106 sK Beseitigen scharfer Zahn kanten oder störender Pro thesenränder o.ä. je Sitzung abrechnungsfähig 107 Zst Entfernen harter Zahnbeläge je Sitzung abrechnungsfähig ABER: Das Entfernen harter Zahnbeläge ist pro Kalenderjahr nur einmal abrechnungsfähig. Abrechnung stets vorzufinden sind. Während der Entwicklung einer Pa- rodontitis kommt es zu einer erhöhten Konzentration von aMMP8. Mit einem Nachweis von aMMP8 und der damit verbundenen Erkenntnis über parodontale Entzündungsaktivitäten können frühzeitig Therapiekonzepte entwickelt werden. Wird aMMP8 in erhöhter Konzentration gemessen, zerstört das Enzym akut das Kollagen der gin- givalen, parodontalen und/oder periimplantä- ren Weich- und Hartgewebe. Parodontale Er- krankungen, die man in einem frühen Stadium erkennt, können durch rechtzeitige Interven- tion (Recall und regelmäßige PZR) gestoppt werden. Haben sich noch keine parodontalen Taschen gebildet oder ist bei Implantaten der Knochenabbau noch nicht fortgeschritten, sind die Symptome sogar noch reversibel. Der aMMP8-Schnelltest (z.B. Periomarker® von Glaxo Smith Kline) ist ein Nachweisver- fahren von aMMP8, der direkt am Patienten in der Praxis durchgeführt werden kann und somit das für die weitere Therapieplanung notwendige Ergebnis unmittelbar vorliegt. Es entstehen für Behand- ler und Patienten keine Wartezeiten auf ein Testergebnis durch ein Fremdlabor. Darüber hinaus können die durch die Untersuchung entstehenden Kosten durch die Pra- xis selbst liquidiert werden und es entstehen keine wei- teren Kosten durch Dritte. Die Berechnung des aMMP8- Schnelltests ist weder in der GOZ noch in der GOÄ gere- gelt. Als Berechnungsweg kommt daher die Analogbe- rechnung nach § 6 Abs. 1 GOZ infrage. Hier bestehen für den Zahnarzt zwei Möglichkeiten der Analogie: 1. Wahl einer Analoggebühr aus der GOZ Zahnärztliche Leistungen, die nicht in der GOZ und auch nicht in der GOÄ enthalten sind, können nach § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet werden. Dabei hat der Zahnarzt eine nach Art, Kosten und Zeitaufwand vergleichbare Leistung zur Bewertung der nicht erfassten Leistung heranzuzie- hen. In der Wahl des Analogs bleibt der Zahnarzt frei. Anzahl Geb.-Nr. Leistung Faktor Betrag 1 1 1 0010 Eingehende Untersuchung Ä1 4000 Ä3* Beratung aMMP8-Schnelltest analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ; entsprechend Parodontalstatus Eingehende Beratung, mehr als 10 Minuten Dauer (Hier: Besprechung des Untersuchungsergebnisses und der therapeutischen Konse- quenzen als alleinige Leistung) 2,3 2,3 2,3 12,94 € 10,72 € 20,70 € 2,3 20,10 € Tab. 2 Entfernen von Reizfaktoren Vor dem Beginn der eigentlichen Parodontalbehand- lung müssen das Parodontium reizende, eine Parodonti- tis fördernde Faktoren beseitigt werden. Hierzu gehören auch folgende Leistungen: – Endodontie bei apikaler Aufhellung (BEMA-Nrn. 28 bis 35), – Extraktionen, wenn eine Verbesserung der parodonta- len Situation am Nachbarzahn erwartet wird (zum Bei- spiel X1 bis X3), – das Beseitigen überstehender Füllungsränder (Nr. 106/sK) sowie – Füllungen bei approximaler Karies (Nrn. 13a bis d). Mikrobiologische Diagnostik Zahn Eine mikrobiologische Diagnostik, z.B. DNS-Sondentest für die mikrobiologische Diagnostik von Markerkeimen der Parodontitis und Periimplantitis, sowie die lokale Anti- biotikatherapie sind grundsätzlich nicht Bestand- teil der vertragszahnärztlichen Versorgung. Die Maßnahmen werden nach vorheriger schrift- licher Vereinbarung nach § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ privat berechnet. Die Berechnung des DNS-Sondentests erfolgt nach der GOÄ-Nr. 298 (Ent- nahme und gegebenenfalls Aufbereitung von Ab- strichmaterial zur mikrobiologischen Untersuchung – eventuell einschließlich Fixierung) pro Entnahme- stelle. Die Kosten für die Papierspitzen sind nicht zu- sätzlich berechenbar. Die Kosten für die Auswertung werden dem Patienten in der Regel direkt durch das mikrobiologische Labor in Rechnung gestellt. Chair-Side-Schnelltest für die Diagnose von parodontalem Gewebeabbau aMMP8 sind Matrixmetalloproteinasen, die infolge zellulärer Abbauvorgänge in der Sulkusflüssigkeit Materialkosten Gesamtbetrag Tab. 3: Beispiel Analoggebühr aus der GOZ. 25,00 € 89,46 € 33 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 34
Abrechnung Zahn Anzahl Geb.-Nr. Leistung Faktor 1 1 1 1 2,3 2,3 2,3 2,3 2,3 0010 Eingehende Untersuchung Ä1 Beratung Ä298 Entnahme von Abstrichmaterial Ä4504 Ä3* aMMP8-Schnelltest analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ; entsprechend Untersuchung zum Nachweis von Bakterien Eingehende Beratung, mehr als 10 Minuten Dauer (Hier: Besprechung des Untersuchungsergebnisses und der therapeutischen Konse- quenzen als alleinige Leistung) Materialkosten Gesamtbetrag Tab. 4: Beispiel Analoggebühr aus der GOÄ. 2. Wahl einer Analoggebühr aus der GOÄ Der Verordnungsgeber hat bewusst ganze Behand- lungs- und Diagnosebereiche nicht in die GOZ aufge- nommen, sondern hierfür auf die GOÄ verwiesen. In der GOZ findet sich nicht eine einzige labordiagnostische Leistung. Will man also eine nach der Art vergleichbare Leistung für den Analogieschluss heranziehen, kann für die Berechnung des aMMP8-Schnelltests nur auf den Abschnitt M „Laboruntersuchungen“ zugegriffen wer- den. In diesem Fall könnte für den Patienten oben ste- hende Rechnung erstellt werden (Tab. 4). Professionelle Zahnreinigung/ Individualprophylaxe Die Abrechnung einer professionellen Zahnreinigung (PZR) ist im BEMA nicht geregelt und kann nicht zulas- ten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden. Dies gilt auch für die Individualprophylaxe bei Erwachsenen. Hierbei handelt es sich ebenfalls um „Selbstzahlerleistungen“. Für die Individualprophylaxe beim Erwachsenen sind die Leistungen nach der GOZ-Nr. 1000 innerhalb eines Zahn Anzahl Geb.-Nr. Leistung Faktor 1 28 1000 1040 Mundhygienestatus Professionelle Zahnreinigung 17–27, 37–47 OK, UK 2 2010* Behandlung überempfindlicher Zahnflächen 2,3 2,3 2,3 Gesamtbetrag Tab. 5: Abrechnung der Vorbehandlungssitzung. Betrag 12,94 € 10,72 € 5,36 € 20,70 € 20,10 € 25,00 € 82,83 € Jahres einmal, die Leistungen nach der GOZ-Nr. 1010 innerhalb eines Jahres dreimal berech- nungsfähig. Die Leistungen umfassen die Erhe- bung von Mundhygiene-Indizes, das Anfärben der Zähne, die praktische Unterweisung mit in- dividuellen Übungen und die Motivierung des Patienten. Die Voraussetzungen für eine den Richtlinien ent- sprechende systematische Parodontitisbehand- lung können also oftmals nur dann geschaffen werden, wenn der GKV-Patient bereit ist, sich selbst an den Kosten einer Vorbehandlung bzw. an der Initialtherapie zu beteiligen. Hierzu ver - treten die PAR-Gutachter der Kassenzahnärzt- lichen Bundesvereinigung (KZBV) in einer Stel- lungnahme vom 11.06.2004 folgende Auffassung: „Zur ausreichenden Vorbehandlungszeit wird die Auffassung vertreten, dass keine konkrete Vorbe- handlungszeit mehr nach den Richtlinien vorgese- hen ist. Entscheidend für den Gutachter ist das Fehlen von Zahnstein. Da die Zahnsteinentfer- nung nur einmal im Jahr abrechnungsfähig ist, bedeutet dies in der Regel, dass zum Erreichen der Zahnsteinfreiheit die professionelle Zahnreinigung notwendig wird. Dadurch kann auch die regelmäßige Mitarbeit des Patienten überprüft werden. Dem Gut- achter obliegt es während der körperlichen Begutach- tung die Reizfaktorenfreiheit festzustellen.“ Für die Vorbehandlungssitzungen kommt die in Tabelle 5 dargestellte Berechnung infrage. Nr. 1000 GOZ ist einmal pro Jahr berechnungsfähig, bei weiteren Sitzungen innerhalb eines Jahres ist die Nr. 1010 GOZ zu berechnen. Nr. 1040 GOZ umfasst folgende Leistungen: Entfernung der supragingivalen Beläge auf Zahnflächen/Wurzeloberflächen, Entfernung der gin- givalen Beläge auf Zahnflächen/Wurzeloberflächen, Reinigung der Zahnzwischenräume, Entfernung des Biofilms, Oberflächenpolitur, Fluoridierungsmaßnah- men zur Kariesvorbeugung. Neben der professionellen Zahnreinigung können die Fluoridierung zur Kariesvor- beugung (Nr. 1020), Entfernung harter und weicher Zahn beläge (Nr. 4050/4055), geschlossene PAR-Thera- pie (Nr. 4070/4075) sowie offene PAR-Therapie (Nr. 4090/ 4100) nicht berechnet werden. Gerade nach einer Zahnreinigung klagen Patienten über überempfindliche Zahnflächen/-hälse. Sind Be- schwerden durch eine Privatleistung verursacht wor- den, ist die GOZ auch für deren Beseitigung, nach Nr. 2010 GOZ, heranzuziehen. Deshalb kann hierfür nicht die Nr. 10 (üZ) BEMA abge- rechnet werden. n Betrag 25,87 € 101,36 € 12,94 € 140,17 € KONTAKT Christine Baumeister-Henning Heitken 20 45721 Haltern am See E-Mail: info@ch-baumeister.de Web: www.ch-baumeister.de 34 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 35
Wichtig für Ihre Prophylaxeempfehlung Waterpik® Munddusche: Klarer Sieger Durchschnittliche Prozentwerte der Plaque-Reduktion im Vergleich Gingiva-Index – Prozentuale Reduktion nach 4 Wochen 19% 92,1 77,4 30% 83,6 74,9 21% 69,1 57,5 45% 65,7 45,4 60% 58,6 36,7 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 80% 41,2 65% 43,9 22,8 26,6 101% 38,4 19,1 Gesamter Mundraum Bukkal/Labial Lingual Marginal Approximal Gesamter Mundraum Bukkal/Labial Lingual Waterpik® Munddusche Sonicare® AirFloss Waterpik® Munddusche, Sonicare® AirFloss, Im Direktvergleich* mit Sonicare® AirFloss hinsichtlich Plaque-Entfernung und Gingivitis-Reduktion TESTBERICHT abrufbar unter www.intersante.de Berliner Ring 163 B D-64625 Bensheim Tél. 06251 - 9328 - 10 Fax 06251 - 9328 - 93 E-mail info@intersante.de Internet www.intersante.de *COMPARISON OF TWO POWER INTERDENTAL CLEANING DEVICES ON PLAQUE REMOVAL AND THE REDUCTION OF GINGIVITIS Sharma NC1, Lyle DM2, Qaqish JG1, Schuller R1 1BioSci Research Canada, Mississauga, Ontario. 2Water Pik, Inc.; Januar 2012 J Clin Dent 2012; 23: 17-21; 22-26 36
Herstellerinformationen Hager & Werken Zahnpflege für unterwegs Was tun, wenn nach dem Essen keine Zahnbürste zur Hand ist? Zahl- reiche Kaugummis und Bonbons, welche schnelle Frische für den Mundraum versprechen, sind auf dem Markt erhältlich. Allerdings sind diese mit Vorsicht zu genießen! Oftmals ist Zucker der größte Bestandteil dieser Produkte. Dieser fördert die Bil- dung von Karies, statt sie zu bekämpfen. Abhilfe schaffen hier Zahnpflegepro- dukte wie die miradent Xylitol Functio- nal Drops, die zu 100 % mit Xylitol ge- süßt sind, einem natürlichen und ge- sunden Zuckeraustauschstoff. Für unterwegs eignen sich die neuen miradent Xylitol Functional Drops her- vorragend. Dank des hohen Xylitolgehalts können sie die Produktion von Plaque- und säurebildenden Bakterien reduzieren und wirken somit karieshemmend. Gleichzeitig Cumdente fördern sie eine Remineralisierung des Zahnschmelzes. Das Lut- schen der Xylitol Functional Drops kann außerdem die Speichel - produktion erhöhen und somit aktiv Mundtrockenheit (Xerostomie) bekämpfen. Xylitol Functional Drops sind auch für Dia- betiker geeignet. Sie sind frei von Aspar- tam, Sorbitol, Laktose und Gluten und be- sitzen auch keine versteckten Zuckerarten wie Dextrose, Maltrose oder Saccharose. Das Zahnpflegebonbon ist in den kühlen, erfrischenden Geschmacksrichtungen Kirsche, Melone und Minze erhältlich. Hager & Werken GmbH & Co. KG Ackerstraße 1, 47269 Duisburg E-Mail: info@hagerwerken.de Web: www.hagerwerken.de ApaCare & Repair – Die echte Reparaturpaste! Bei ApaCare & Repairhandelt es sich um ein hocheffizientes Zahn- reparaturgel auf Basis von medizinischem Mikro-Hydroxylapatit, das auf die zuvor mittels Zahnpasta gereinigten Zähne aufgetragen wird. Die Anwendung erfolgt ähnlich wie bei einem Fluoridgel, nur dass hier die Mineralisation direkt mit „flüssigem Zahnschmelz“ durchge- führt wird und es daher keine Anwendungslimitationen wie bei ei- nem vorsichtig zu dosierenden Fluoridgel gibt. Die Kombination aus der Verwendung einer Fluoridzahncreme mit der anschließenden Anwendung von ApaCare & Repair führt zu einer deutlich höheren Mineralisation als die Anwendung der Zahncreme alleine. ApaCare & Repairrepariert bzw. remineralisiert angegriffenen, kari- ösen Schmelz. Die Zähne werden bei regelmäßiger Anwendung ge- glättet und sehr schonend aufgehellt. Oberflächenporen und kleine Defekte werden versiegelt. ApaCare & Repairdesensibilisiert (kälte-) empfindliche Zahnhälse. Verfärbungen wie z.B. White Spots oder Fluo rosen können rückgebil- det werden. Initialkaries oder Demineralisation rund um Brackets können durch ApaCare & Repair-Behandlung ausheilen. Bakterien, Beläge und Verfärbungen perlen am Zahnschmelz ab. Bestellen Sie noch heute Ihr kostenloses Muster der ApaCare &Repair. Cumdente GmbH Paul-Ehrlich-Straße 11 72076 Tübingen E-Mail: info@cumdente.de Web: www.cumdente.de lege artis 65 Jahre Erfolg nach den Regeln der Kunst Als Johann Pfandl 1947 in Österreich die lege artis Dentalhandels- gesellschaft gründete, verlieh er seinem Unternehmensziel einen Namen: Zahnärzte sollten mit seinen Produkten lege artis – also nach den Regeln der Kunst – arbeiten können. Dieser Qualitätsanspruch prägt seit 65 Jahren die Erfolgsgeschichte des mittelständischen Fa- milienunternehmens, das heute in dritter Gene- ration von Dr. Brigitte Bartelt geleitet wird. Den Anfang machte die Dentalpaste TOXAVIT, mit der erstmals die Pulpa arsenfrei devitalisiert werden konnte. Die Übernahme der Firma Burk und die große Nachfrage nach den Dentalarzneimitteln erfor- derten bald eine Produktionserweiterung. Damit verbunden war im Jahre 1972 ein Standort- wechsel. Die Wahl fiel auf Dettenhausen. Die schwäbische Gemeinde liegt zwischen der Ritter-Sport-Stadt Waldenbuch und der Universitätsstadt Tübingen, und während die Schokolade der Zähne Feind ist, sind die zahnmedizinischen For- schungen der Universität ihr Freund. Eine große Herausforderung stellte 1993 die europaweite Medizinprodukterichtlinie für die neue Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. 36 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 Geschäftsführerin Dr. Brigitte Bartelt dar, die von ihr Zug um Zug umgesetzt worden ist, und die konsequente Entwicklung neuer Produkte erfordert zahlreiche Umbau- und Modernisierungsmaß- nahmen in Produktion und Qualitätskontrolle. So nahm 2007 ein neues Produktentwicklungsla- bor den Betrieb auf, und 2009 erfolgte die Instal- lation einer modernen Gebäudeleittechnik. „Mit diesen Neuerungen möchten wir unserem Quali- tätsanspruch gerecht werden und unseren Mit- arbeitern die Möglichkeit bieten, auch weiterhin als Experten und kompetente Ansprechpartner für alle Zahnärzte, die lege artis arbeiten, tätig zu sein“, erläutert Geschäftsführerin Dr. Brigitte Bartelt ihre Unternehmensphilosophie. lege artis Pharma GmbH + Co. KG Breitwasenring 1 72135 Dettenhausen E-Mail: info@legeartis.de Web: www.legeartis.de 37
Dent-o-care Herstellerinformationen I E G E Z N A COMIC-POSTER FÜR DIE PRAXIS Neues Poliersystem im Sortiment! Neben dem gängigen Prophylaxeangebot bilden Eigenmarken und Direktimporte aus aller Welt die Grundlage für die große und attraktive Angebotspalette von Dent-o-care. tige Produkte zu einem sehr attraktiven Preis in ihr Portfolio aufgenommen. Die Produktreihe umfasst die Smart-Reihe mit latexfreien Polierkelchen und Polier - bürsten in drei verschiedenen Härtegraden, Nylon- und Microtuftbürsten sowie autokla- vierbare Spezialbürsten mit Siliconcarbid oder auch Diamantpartikeln für Restaurationen. Damit werden praktisch alle Anforderungen an das Polieren in der Prophylaxe abgedeckt. Abgerundet wird das Sortiment durch Prophylaxepasten mit Fluorid oder fluoridfreie Pasten mit 100 % natürlichen Inhaltsstoffen. Dent-o-care Dentalvertriebs GmbH Rosenheimer Str. 4a 85635 Höhenkirchen E-Mail: info@dentocare.de Web: www.dentocare.de Heute bietet Dent-o-care eine Auswahl von über 2.000 ver- schiedenen Prophylaxeartikeln an – das wohl größte Prophylaxesortiment am Markt. Die Dent-o-care Dentalvertriebs GmbH, füh- render Spezialist für Prophylaxe- und Mund- hygieneprodukte, hat nun mit den Polierbürs - ten, -kelchen und -pasten des renommierten Herstellers „Stoddard“ qualitativ hochwer- Philips Sonicare AirFloss – Geburtstagsangebote nutzen Vor einem Jahr präsentierte Philips den Sonicare AirFloss und damit eine neue, schnelle, einfache und effektive Art, die Zahnzwischenräume zu reinigen. Nahrungs- reste, die sich im interproximalen Bereich festsetzen, begünstigen das Bakterien- wachstum, die Entstehung von zahnzerstö- renden Säuren sowie Mundgeruch und füh- ren zu Infektionen. Die klassischen Hilfsmittel zur Zahnzwi- schenraumreinigung sind für die Mehrheit der Patienten zu kompliziert. Das Sonicare AirFloss Produktkonzept hingegen passt: Insbesondere die große Anzahl der Patien- ten, für die es bislang keine Lösung für die Reinigung der Approximalräume gab, pro- fitiert vom Sonicare AirFloss. In Studien1 und in vielen Anwendertests hat der Soni- care AirFloss in den letzten zwölf Monaten überzeugt und Empfehlungsquoten von bis zu 85 % erreicht. Sonicare AirFloss arbeitet mit der Microburst-Technologie, einem Hochdrucksprühstrahlgemisch aus Luft und Mikrotröpfchen. Der Anwender er- reicht mit dem kleinen Sprühkopf alle Zahn- zwischenräume, insbesondere auch im Molarenbereich. Philips feiert den Erfolg von AirFloss nun mit attraktiven Geburtstagsangeboten (gültig bis 31. Mai 2012). Praxen können ab sofort unter der Hotline 0800 0007520 mehr zu den Angeboten erfahren. Literatur: 1 An Ease of Use Study to Evaluate Philips Sonicare AirFloss, String Floss and the Waterpik Waterflosser (IHUT). S. Krell, A. Kaler, J. Wei. QR-Code zum Sonicare AirFloss Video mit dem Smartphone scannen. Philips GmbH Lübeckertordamm 5 20099 Hamburg E-Mail: sonicare.deutschland@ philips.com Web: www.philips.de/sonicare Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. Ab sofort ist unter dem Motto „Schöne Zähne mit Biss – Ihr Zahnarzt“ eine neue Hochglanzposter-Reihe mit witzigen Co- mic-Motiven erhältlich. Comics als Praxisdekoration?! Nach dem großen Erfolg der er- sten Hochglanzposter-Trilogie „Schöne Zähne – Schönes Lä- cheln“ mit Cover-Motiven der Fachzeitschrift cosmetic denti- stry, die sich außerordentlich großer Beliebtheit erfreut und die auch weiterhin erhältlich ist, bietet die OEMUS MEDIA AG ab sofort eine komplett neue Poster-Reihe zur kreativen Praxisge- staltung an. Diesmal sind es vier lustige Comic-Poster mit den Motiven Katze, Hund, Haifisch und Vampir, die in der gewohnt hochwertigen Qualität als Hochglanzposter im A1-Format (594 x 840 mm) erhältlich sind. Das Einzelposter ist zum Preis von 29 € und das Poster-Quar- tett für 89 € jeweils zzgl. MwSt. + Versandkosten erhältlich. Bestellung auch online möglich unter: grasse@oemus-media.de Hinweis: Die Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen. 38
Herstellerinformationen TePe TePe präsentiert ein neues Gel mit Chlorhexidin und Fluoriden Das schwedische Unternehmen TePe Munhygienprodukter AB (TePe Mund- hygieneprodukte Vertriebs-GmbH) prä- sentiert das Gingival Gel, ein antibakte- rielles Gel speziell für die einfache An- wendung mit TePe Interdentalbürsten. Chlorhexidin weist einen Antiplaque- und Antigin givitiseffekt auf, gleichzei- tig helfen Fluoride, Karies zu vermei- den und schützen sensible Zahn- hälse. „Ich empfehle Patienten mit Gingivitis und Parodontitis das TePe Gingival Gel als Teil ihrer häuslichen Pflege in Ergänzung zur zahnärzt- lichen Behandlung“, sagt Annica Carnemar, staatlich geprüfte Dental - hygienikerin mit langjähriger Erfahrung in der allgemeinen Dental- und Parodontaltherapie. Die Zahnzwischenräume sind besonders anfällig für die Entste- hung von Zahnfleischerkrankungen und Karies. Das Gingival Gel in Kombination mit einer Interdentalbürste an der betroffenen Stelle anzuwenden ist effizient und einfach. Der frische Minzge- schmack und die leichte Zusammensetzung ermöglichen eine an- genehme Anwendung. Das Gel wird für den täglichen Gebrauch zu Hause sowohl während der Krankheitsphase als auch zur Vorbeu- gung empfohlen. TePe Mundhygieneprodukte Vertriebs-GmbH Flughafenstraße 52 22335 Hamburg E-Mail: kontakt@tepe.com Web: www.tepe.com Wrigley Neu: WOHP-Außendienst Ab sofort steht Zahnarztpraxen in sieben deutschen Städten der neue Außendienst von Wrigley Oral Healthcare Program (WOHP) zur Ver- fügung. Das Highlight dabei: Kostenlose Schulungen für das ganze Praxisteam rund um das Thema „Speichel als natürlicher Schutz - mechanismus für die Mundgesundheit“. Grundlage für die neue Praxisberatung bildet das WOHP-Fort - bildungsprogramm „SalivaDent – Speichel & Mundgesundheit“. Es wird von der Bundeszahnärztekammer mit herausgegeben und erklärt, wie Speichel, Schleimhäute, Zähne und Mikroorganismen in der Mundhöhle in einem biologischen System miteinander vernetzt sind. Die Kenntnis dieser Zusammenhänge ermöglicht dem zahn- ärztlichen Fachpersonal, die Patienten kompetent, modern und präventionsorientiert zu beraten und zu behandeln. SalivaDent- Schulungen gibt es kostenlos in sechs Unterrichtseinheiten. Sie fin- den direkt in der Praxis statt. Terminanfragen für den Besuch einer WOHP-Außendienstmitarbeiterin können per Fax an 089 66510457 gesendet werden. Die „SalivaDent“-Fortbildungsunterlagen sowie das gesamte WOHP-Angebot inklusive Zahnpflegekaugummis und kostenlosem Praxismaterial finden Zahnarztpraxen auch unter www.wrigley-dental.de. Wrigley GmbH Biberger Str. 18, 82008 Unterhaching E-Mail: infogermany@wrigley.com Web: www.wrigley-dental.de Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. ANZEIGE Video 39
Herstellerinformationen ANZEIGE doctorwater Wasseraufbereitung komplett durchdacht Durch die Aquadent-Systeme der doctorwa- ter GmbH kann das Wasser bereits aufberei- tet und entkeimt werden, bevor es in die Be- handlungseinheiten gelangt. Die neue Aqua- dent Complete ist die Komplettlösung für die Aufbereitung des Praxiswassers. einheit sorgt überdies für die Keimredu - zierung bis hin zur Keimfreiheit im Wasser, sodass es die empfohlenen mikrobiologi- schen Grenzwerte erfüllt. Eine Kombination aus elektrolytischer und physikalischer Desinfektion führt zudem schnell und effektiv zu einer besseren Was- serqualität. Und im Gegensatz zum klassi- schen Ionentauscher zur Wasserenthärtung ist die Aquadent – K ein geschlossenes Sys- tem ohne Luft-Wasser-Grenze und kann daher nicht verkeimen. Zudem ist die Aquadent – K sehr umweltfreundlich, arbeitet ohne Salz und ist damit auch äußerst war- tungsarm. Für den reibungslosen Ablauf und zur Qualitätssicherung wird die Aquadent Complete immer als fest vormontiertes Sys- tem aus geliefert. Dieses wird ergänzt durch einen Montageblock, der in das bestehende Wassernetz eingebaut wird. Zusammenfas- send ist die Aquadent – Complete also die Lösung für perfekte Wasserqualität.. doctorwater GmbH Rigistraße 8, 12277 Berlin E-Mail: office-de@doc-water.com Web: www.doc-water.com ter gleicher Leitung am 15. und 16. Juni so- wie am 23. und 24. November einen Kurs für alle parodontologischen Fälle, die im Praxis - Durch ihr eingebautes Entkalkungssys- tem, die Aquadent K, begegnet sie einem häufig zu harten und damit für die Behand- lungseinheit schädlichem Wasser. Dabei ist sie umweltfreundlich und wartungsarm, denn die Kalk ionen können sich durch ein speziell entwickeltes Kondensat nicht mehr in Leitungssystem und Behandlungseinhei- ten festsetzen. Die zentrale Desinfektions- Oral-Prevent Fortbildungsreihe zur professionellen Zahnreinigung Professionelle Zahnreinigung bildet den ersten Schritt für ein zahngesundes Lä- cheln von Patienten. Folglich bauen viele Zahnarzt praxen ihren prophy - laktischen Schwerpunkt weiter aus. Die Oral-Prevent Akade- mie in Hamburg bietet nun speziell auf zahnmedizinische Fachangestellte, Fachassis - tenten, Prophylaxeassistenten und Dentalhygieniker abge- stimmte Fortbildungsreihen an. Für Prophylaxe-Anfänger bie- tet Referentin Dr. Giedre Matu- liene, Fachzahnärztin für Paro- dontologie und Implantologie und ehemalige Oberärztin an der Universität Bern, Schweiz, am 31. August und 1. Sep- tember, am 21. und 22. September sowie am 26. und 27. Oktober einen modularen Kurs an. Theoretische Kenntnisse und praktische Fähigkeiten für die Behandlung parodontaler Erkrankungen stehen dabei im Fokus. Um bereits vorhandenes Wissen wieder auf- zufrischen und zu erweitern, bietet Oral-Pre- vent erfahrenen zahnmedizinischen Fach - assistenten und Dentalhygienikerinnen un- alltag immer wieder eine Herausforderung bei der Behandlung darstellen. Zudem be- steht die Möglichkeit, individuelle Fälle aus der Praxis zu besprechen. Oral-Prevent Blumenstraße 54 22305 Hamburg E-Mail: info@oral-prevent.de Web: www.oral-prevent.de Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. Die echte Reparaturpaste! Repariert Schmelz, desensibilisiert Dentin. zu Hause: täglich nach dem Zähne putzen. in ofﬁ ce: Schienenapplikation nach der Prophylaxe, bei hoher Karies- aktivität, Säureerosionen und bei empﬁ nd lichen Zahnhälsen. ApaCare & Repair ist keine Zahnpasta (RDA < 10)! ApaCare & Repair ist eine hoch mit medizinischem Hydro xylapatit angereicherte Reparatur paste, die nach dem Zähneputzen angewendet wird. Nach außen werden die Zähne aufgehellt, hochglänzend und bak- terien- bzw. belagsabweisend imprägniert. Nach innen werden Sensibilitäten verringert, beginnende Karies, Poren und Rauhheiten repariert sowie Karies bildung bzw. De min erali sationen vorgebeugt. Erhältlich in allen Apotheken und bei Müller Drogerie- markt, Verbraucherpreis € 10,90. Für zahnmedizinisches Personal ab € 5,90 zzgl. MwSt. direkt bei Cumdente unter Tel. 07071 975 57 21 oder Fax 07071 975 57 22 40
Herstellerinformationen Procter & Gamble Mehr Sicherheit durch blend-a-dent DUO SCHUTZ Immerhin rund 16 Millionen Patien- ten allein in Deutschland tragen die sogenannten „Dritten“. Eine aktuelle Umfrage* unter mehreren Tausend Patienten aus verschiede- nen Ländern im Auftrag von blend- a-dent bestätigt nun: Zahnprothe- sen beeinflussen den Alltag der Be- troffenen stärker als angenommen. So gaben zum Beispiel über 30% an, durch das Tragen ihrer Prothese ver- legen zu werden. Über 50% der Teil- nehmer sagten, sie hätten sich neue Gewohnheiten angeeignet, wie etwa ihr Essen besonders klein zu schneiden. 46% verzichten aus Vor- sicht komplett auf bestimmte Speisen. Und über 20% gaben an, dass sie anderen gegenüber beim Sprechen auf Distanz bleiben, das Küs- sen vermeiden oder gesellschaftliche Anlässe sogar ganz umgehen. Mit ihrer speziellen Formulierung fördert die blend-a-dent DUO SCHUTZ einen sicheren Halt und ein komfortables Tragen der Pro- these ebenso wie frischen Atem für einen unbeschwerten Auftritt. Letzteres erreicht sie dank eines besonderen Wirkkomplexes aus Menthyl Lactate, Aroma, Cinnamal und Eugenol. Damit erfüllt sie genau die Aspekte, die Millionen Prothesenträger in Deutschland tagtäglich bewegen. Weitere Informationen über die neue Haft- creme blend-a-dent DUO SCHUTZ sind unter www.blend-a-dent.de erhältlich. Procter & Gamble GmbH Sulzbacher Straße 40–50 65824 Schwalbach am Taunus Web: www.blend-a-dent.de * Umfrage unter Zahnprothesenträgern in Westeuropa im Auftrag von Procter & Gamble, Juni 2011 enretec Entsorgung von scharfen und spitzen Gegenständen Die enretec arbeitet seit Jahren verstärkt an der Aufklärung zum Thema „Entsorgung von scharfen und spitzen Gegenständen“ und bietet Zahnarztpraxen eine kompetente Beratung rund um die Samm- lung und Entsorgung dieser Praxisabfälle an. Auch passende Ent- QR-Code zum Video enretec-Entsorgungskonzept einfach mit dem Smartphone scannen. sorgungslösungen findet das enretec-Serviceteam gemeinsam mit dem Kunden. Die enretec bietet ihren Kunden durchstichsichere und bruchfeste Sammelbehälter an, angefangen bei einem 30-l-Behälter über den 3-l-Behälter bis hin zum 1,8-l-Behälter. Die Behälter werden den Kunden zu kostengünstigen Setpreisen angeboten, welche bereits die Lieferung, Abholung, Entsorgung und den Entsor- gungsbeleg beinhalten. Für die schnelle und unkomplizierte Bestellung und Entsorgung kann sich die Praxis an ihren Dentalfachhändler oder an die en- retec direkt wenden. Der Service erfolgt innerhalb von 24 Stun- den und ist zudem eine kostengünstige Alternative zum klassischen Entsorgungsvertrag. enretec GmbH Kanalstraße 17, 16727 Velten E-Mail: info@enretec.de Web: www.enretec.de Aesculap „State of the Art“ Implantatreinigung Eine etablierte Therapiemaßnahme gegen Periimplantitis ist die me- chanische Kürettage. Bei der Wahl der Küretten ist darauf zu achten, dass das Risiko von Beschädigungen der Implantatoberfläche minimiert wird und keine Infektion durch den Abrieb der Küretten erzeugt wird. Beide Kriterien werden nur von Titankü- retten erfüllt. Titan ist ein relativ weiches Metall, welches das Risiko von Beschä- digungen minimiert. Außerdem ist Titan biokompatibel und stellt deshalb kein Infektionsrisiko dar. Nur drei Aesculap Langer Titanküretten werden für den kompletten Unter- und Oberkiefer benötigt. Grazile Arbeitsenden ermöglichen einen ein - fachen Zugang zum Implantat und farbige Griffe dienen der schnel- len Orientierung. Ergänzt wird das Aesculap Recall Set durch ein WHO-Parodontometer mit definiertem Anschlag (20g). Dieser mini- miert das Risiko von Beschädigungen an der Implantatoberfläche durch das Sondieren. Übrigens: Die EuCC (ein Gremium des Bundes- verbandes der implantologisch tätigen Zahn- ärzte in Europa) empfiehlt in seiner 3. Europäi- schen Konsensuskonferenz zur Periimplantitis ein vorsichtiges Sondieren der periimplantären Taschen (0,2 N Sonde). Dies entspricht exakt den Aesculap Parodontometern DB 764 R und DB 765 R. Aesculap AG Am Aesculap-Platz 78532 Tuttlingen E-Mail: dental@aesculap.de Web: www.aesculap-dental.de Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. 40 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 41
Breites Spektrum – auch für tiefe Taschen Mit Cupral® werden alle Keime, auch Anaerobier und Pilze, sicher mit Langzeitwirkung abgetötet, auch ohne den Einsatz von Antibiotika. Daher ist es als Breitbandtherapeutikum ohne Resistenzbildung in der Parodontologie vielfach bewährt. Die hohe Desinfektionskraft des Cupral® begründet sich zum einen im hohen pH-Wert (> 12,4) und zum anderen in den enthaltenden Kupfer(2+)-Ionen. Optimal ausgenutzt wird die Wirkung des Cupral® auch in der Depotphorese®, einer seit Jahren bekannten und praxis- erprobten Alternative zur konventionellen Wurzelbehand- lung. Um den Ansprüchen der modernen Zahnarztpraxen gerecht zu werden, wurde für die neueste Depotphorese® Generation MAGIS® neben der Integration eines Apexlocators ein Gehäuse mit ansprechendem Design und intuitiver Touch- screen-Bedienung konstruiert. Dieses erfüllt selbstverständlich auch die Anforderungen des Hygiene- und Qualitätsmanagements. Mit dem optional erhältlichen Winkelstück und dem Aufbereitungs- motor kann zudem die maschinelle Aufbereitung einfach und kom- NSK Der Alleskönner: Varios 970 Unterstützt durch die neueste technische Errungenschaft von NSK – dem iPiezo engine – bietet das Varios 970 für jede Anwendung opti- male und stabile Vibrationsfrequenzen von der sanften Minimal- bis hin zur ef- fektiven Maximaleinstellung. Die Leis- tung wird dabei so fein geregelt, dass ein und dasselbe Gerät effizient in der Endo - dontie, der Parodontologie und der Pro- phylaxe eingesetzt werden kann. Mit dem neuen Handstück, dem Varios 2, verfügt NSK über eines der schlanksten und leichtesten seiner Klasse und bietet dem Anwender hervorragenden Zugang zum Behandlungsfeld. Darüber hinaus ist das Varios 2-Lux-Handstück mit Doppel-LED ausgestattet, was in Kombination mit der grazilen Form für einma- lige Sichtverhältnisse sorgt. Es verfügt über zwei unabhängige Kühl- HUMANCHEMIE GmbH Hinter dem Kruge 5, 31061 Alfeld E-Mail: info@humanchemie.de Web: www.humanchemie.de mittelflaschen von je 400 ml und ein großes, intuitiv nutzbares Bedienfeld sowie ein Display, auf dem alle aktuellen Einstellungen übersichtlich angezeigt werden. Als Varios 170 können die Vorteile des Varios 2-Handstücks auch in die vorhandene Behandlungseinheit in- tegriert werden. Dabei ist das Varios 170 LED Einbaumodul das kleinste der Welt und findet in praktisch jeder Einheit Platz. Varios 970 und Varios 170 erhalten Sie jeweils im Set mit drei Auf sätzen (G4, G6, G8) sowie drei Drehmo- mentschlüsseln und einer Steribox. HUMANCHEMIE Herstellerinformationen fortabel durchgeführt werden, sodass hiermit „all-in-one“ gearbeitet werden kann. Sie erhalten Cupral® im Fläschchen mit 5 g oder 15 g sowie in der praktischen 1,8-g-Einhand-Dosierspritze zum einfa- chen Einbringen in die Taschen. NSK Europe GmbH Elly-Beinhorn-Straße 8 65760 Eschborn E-Mail: info@nsk-europe.de Web: www.nsk-europe.de ANZEIGE Faxantwort 0341 48474-290 Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. Neue DVD hilft up to date zu bleiben! JETZT BESTELLEN! Vorzugspreis statt 99 % G zzgl. MwSt. und Versandkosten DVD „Veneers von A–Z“* I Dr. Jürgen Wahlmann/Edewecht I Spieldauer I 45 Minuten JETZT AUCH IM PRAXIS-ONLINE SHOP DER OEMUS MEDIA AG BESTELLEN! Ja, ich möchte die DVD „Veneers von A–Z“ zum Vor- zugspreis von 75 € zzgl. MwSt. und Versandkosten verbindlich bestellen: Anzahl: Titel/Name/Vorname www.oemus-shop.de QR-Code einfach mit dem Smartphone scannen (z. B. mithilfe des Readers i-nigma) Praxisstempel * Die Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen! Kontakt OEMUS MEDIA AG | Holbeinstraße 29 | 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-201 | Fax: 0341 48474-290 E- Mail: grasse@oemus–media.de | www.oemus.com DHJ 2/12 42
TIPP HYGIENE Wer darf eine Behandlungseinheit instand setzen? Gemäß der Medizinprodukte-Betreiberverordnung § 4 (MPBetreibV) „Anfrage zur Sachkunde“ dürfen für die Instandhaltung von Medizin- produkten (Geräte, die zur Anwendung an einem Patienten konzipiert wurden) nur Personen, Betriebe oder Einrichtungen mit Instandhal- tungsaufgaben, insbesondere mit der Wartung, Inspek- tion, Instandsetzung und Aufbereitung, beauftragt wer- den, die über Sachkenntnis, Voraussetzungen und die erforderlichen Mittel zur ordnungsgemäßen Ausführung dieser Aufgabe verfügen. Bevor ein Servicetechniker mit den oben genannten Aufgaben beauftragt werden kann, muss eine entsprechende Bestätigung (Vollmacht) vorliegen. Erst nach Bestätigung der ge- setzlich erforderlichen Sachkenntnis für das entsprechende Medizinprodukt, darf der Techniker mit der Umsetzung be- ginnen. Nach einer Wartung oder Instandsetzung an einem Medizinprodukt müssen die für die Sicherheit und Funktions- tüchtigkeit wesentlichen konstruktiven und funktionellen Merk- male vom sachkundigen Techniker geprüft werden, soweit sie durch die Wartung oder Instandhaltung beeinflusst wurden. Diese durch- geführte Überprüfung wird im Medizinproduktebuch festgehalten. Das Medizinproduktebuch für eine Behandlungseinheit Eine Praxis ist gemäß der Medizinprodukte-Betreiberverordnung § 7 (MPBetreibV) verpflichtet, für die sich im Einsatz befindlichen Me- dizinprodukte ein Medizinproduktebuch anzulegen und zu pflegen. Dieses gilt jedoch nur für Medizinprodukte, die einer sicherheitstech- nischen Kontrolle STK (Anlage 1) oder einer messtechnischen Kon- trolle MTK (Anlage 2) unterliegen. Eine Behandlungs einheit unterliegt der Anlage 1 und somit einer sicherheitstechnischen Kontrolle. In einem Medizinproduktebuch müssen die nachfolgenden Daten festgehalten werden: – Bezeichnung und sonstige Angaben zur Identifikation des Medizin- produktes (möglichst Nomenklatur nach DIMDI), – Beleg über Funktionsprüfung und Einweisung nach § 5 MPBetreibV, – Name des Einweisenden, Zeitpunkt der Einweisung, Namen der eingewiesenen Personen, – Prüffristen und Prüfdatum der STK (sicherheitstechnischen Kon- trollen) und der MTK (messtechnischen Kontrollen) sowie Instand- haltungsmaßnahmen, – Name der Person oder Firma, die die Maßnahme durchgeführt hat, – bestehende Verträge mit Firmen zur Durchführung der STK oder MTK, – Datum, Art und Folgen von Funktionsstörungen und wiederholten gleichen Bedienungsfehlern, – Meldungen von Vorkommnissen an Behörden und Hersteller. Die einzelnen Medizinproduktebücher sollten in einer Praxis an einer zentralen Stelle ausliegen und immerzu einsehbar sein. Sie können jederzeit durch einen autorisierten Dritten, wie z.B. das zuständige Gesundheitsamt oder ähnliche Aufsichtsbehörde, eingesehen wer- den. Wird ein Medizinprodukt außer Betrieb genommen, so muss das Medizinproduktebuch noch weitere fünf Jahre aufbewahrt werden. Behandlungseinheit KaVo ESTETICA E70. Bild mit freundlicher Genehmigung der KaVo Dental GmbH. Das Bestandsverzeichnis in einem QM-System Gemäß der Medizinprodukte-Betreiberverordnung § 8 (MPBetreibV) sind Praxen verpflichtet, für alle aktiven nichtimplantierbaren Medi- zinprodukte ein übersichtliches Bestandsverzeichnis zu führen. Die- ses hat nachfolgende gesetzlich vorgeschriebene Inhalte: 1. Bezeichnung, Art und Typ, Loscode oder Seriennummer, Anschaf- fungsjahr des Medizinproduktes, 2. Name oder Firma und die Anschrift des für das jeweilige Medizin- produkt Verantwortlichen nach § 5 des Medizinproduktegesetzes, 3. die der CE-Kennzeichnung hinzugefügte Kennnummer der be- nannten Stelle, soweit diese nach den Vorschriften des Medizin- produktegesetzes angegeben ist, 4. soweit vorhanden, unsere betriebliche Identifikationsnummer, 5. Standort des Medizinproduktes in unserer Praxis, 6. wenn vorhanden, die Fristen der Hersteller für die sicherheits- technische Kontrolle (STK). Das Bestandsverzeichnis muss bei Veränderungen durch eine ver- antwortliche Mitarbeiterin der Praxis angepasst und gepflegt werden. Es kann jederzeit durch einen autorisierten Dritten, wie z.B. das zu- ständige Gesundheitsamt oder ähnliche Aufsichtsbehörde, eingese- hen werden. Qualitäts-Management-Beratung Christoph Jäger Am Markt 12–16 31655 Stadthagen E-Mail: info@der-qmberater.de Web: www.der-qmberater.de 42 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 43
I A I Hygienebeauftragte I B I QM-Beauftragte Bilder Kurse für das zahnärztliche Personal QR-Code einfach mit dem Smartphone scannen (z. B. mithilfe des Readers i-nigma) SEMINAR ZUR HYGIENEBEAUFTRAGTEN I 2012 AUSBILDUNG ZUR QM-BEAUFTRAGTEN I 2012 SEMINAR A SEMINAR B Seit einigen Jahren müssen sich auch Zahnarztpraxen mit neuen Verordnungen und zu- nehmenden Vorschriften auseinandersetzen. Der neue Hygieneplan der Bundeszahn - ärztekammer enthält klare Vorgaben für die Durchführung und Dokumentation der Hygie- nemaßnahmen und ist somit unentbehrlich für jede Praxis. Aufgrund der Aktualität der Pro- blematik bietet die OEMUS MEDIA AG im Rahmen verschiedener Kongresse „Seminare zur Hygienebeauftragten“ mit Frau Iris Wälter-Bergob an – bekannt als renommierte Referentin auf diesem Gebiet. Die Teilnehmer werden ausführlich über die rechtlichen Rahmenbe- dingungen und Anforderungen an das Hygienemanagement und die Aufbereitung von Medizinprodukten informiert. Das Seminar wird nach den Anforderungen an die hygieni- sche Aufbereitung von Medizinprodukten im Sinne der RKI-Empfehlungen durchgeführt. Den Teilnehmern wird eine äußerst informative Veranstaltung geboten, die das Praxisteam sich nicht entgehen lassen sollte. Qualitätsmanagement kann so einfach sein! Viele Praxen haben ein internes System eingeführt, nur wie geht es jetzt weiter? Damit eine funktionierende Weiterent wicklung Erfolg bringen kann, wird eine fachlich ausgebildete Qualitätsmanagement-Beauf- tragte benötigt. Aufgrund der Notwendigkeit und Nachfrage bietet die OEMUS MEDIA AG im Rahmen verschiedener Kongresse eine „Ausbildung zur Qualitäts manage ment- Beauftragten“ mit Herrn Christoph Jäger an – bekannt als langjähriger renommierter QM-Trainer. Die Teilnehmer erlernen, dass wenig Papier ausreichend ist, um die gesetzlichen Anfor- derungen zu erfüllen und werden in nur 15 Minuten in der Lage sein, ein komplettes QM-Handbuch selbstständig zusammenzustellen. Wie können die Chefin und der Chef die QMB bei ihrer großen Aufgabe unterstützen? Lernerfolgskontrolle durch Multiple-Choice-Test Lernerfolgskontrolle durch Multiple-Choice-Test TERMINE 2012/13 02. Juni 2012 08. September 2012 22. September 2012 06. Oktober 2012 13. Oktober 2012 03. November 2012 17. November 2012 01. Dezember 2012 Warnemünde I Hotel NEPTUN 09.00–18.00 Uhr Leipzig I Hotel The Westin Leipzig 09.00–18.00 Uhr Konstanz I Quartierszentrum 09.00–18.00 Uhr Hamburg I Elysee Hotel 09.00–18.00 Uhr München I Hilton City 09.00–18.00 Uhr Essen I ATLANTIC Congress Hotel Essen 09.00–18.00 Uhr Berlin I Maritim Hotel Berlin 09.00–18.00 Uhr Baden-Baden I Kongresshaus 09.00–18.00 Uhr SEMINAR A I SEMINAR B 02. Februar 2013 20. April 2013 26. April 2013 08. Juni 2013 Unna I Hotel Park Inn Kamen/Unna 09.00–18.00 Uhr Landsberg am Lech I Stadttheater 09.00–18.00 Uhr Berlin I Hotel Palace 09.00–18.00 Uhr Warnemünde I Hotel NEPTUN 09.00–18.00 Uhr Nähere Informationen zu den Kursinhalten und den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erhalten Sie unter www.oemus.com ORGANISATORISCHES KURSGEBÜHREN I ANMELDUNG SEMINAR A I SEMINAR B Kursgebühr (pro Kurs) 85,00 € zzgl. MwSt. Tagungspauschale (pro Kurs) 45,00 € zzgl. MwSt. (beinhaltet Kaffeepausen, Tagungsgetränke, Imbissversorgung) ORGANISATION I ANMELDUNG OEMUS MEDIA AG, Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-308, Fax: 0341 48474-390 event@oemus-media.de, www.oemus.com Anmeldeformular per Fax an 0341 48474-390 oder per Post an OEMUS MEDIA AG Holbeinstr. 29 04229 Leipzig DHJ 2/12 Für das Seminar zur Hygienebeauftragten (Seminar A) oder die Ausbildung zur QM-Beauftragten (Seminar B) melde ich folgende Personen verbindlich an. Bitte beachten Sie, dass Sie pro Termin nur an einem Seminar teilnehmen können: A B A B Warnemünde Leipzig Konstanz Hamburg München Essen 02.06.2012 q q 08.09.2012 q q 22.09.2012 q q 06.10.2012 q q 13.10.2012 q q 03.11.2012 q q 17.11.2012 q q 01.12.2012 q q 02.02.2013 q q 20.04.2013 q q 26.04.2013 q q 08.06.2013 q q Berlin Baden-Baden Unna Landsberg Berlin Warnemünde Name I Vorname Name I Vorname Praxisstempel Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der OEMUS MEDIA AG erkenne ich an. Datum I Unterschrift E-Mail 44
NEWS Stammzellforschung Dentale Stammzellen für Organtherapie? Schwefelwasserstoff, unter anderem für Mund- geruch verantwortlich, ist idealer Nährboden für Stammzellen. Das behaupten japanische Wis- senschaftler der Nippon Dental University in Tokio, Japan, in einer kürzlich veröffentlichten Studie unter dem Thema: Hydrogen sulfide in- creases hepatic differentiation in toothpulp stem cells. Das Team um Dr. Ken Yae- gaki untersuchte Möglichkeiten, wie Schwefelwasserstoff eingesetzt wer- den kann, Stammzellen des mensch- lichen Zahns in Leberzellen umzuwan- deln. Die Wissenschaftler isolierten die Stammzellen aus der Zahnpulpa. Mit- hilfe des Schwefelwasserstoffs ge- lang es ihnen, diese Stammzellen zu funktionsfähigen Leberzellen reifen zu lassen. Die dentalen Stammzellen könn- ten demnach zukünftig der Lebertherapie dien- lich sein. Aus den Stammzellen seien nicht nur funktionsfähige, sondern auch außergewöhn- lich viele und „reine“ Leberzellen entstanden. „Reine Zellen“ bedeuten, dass sich nur wenige der Stammzellen in andere Formen von Gewebe entwickeln oder Stammzellen bleiben. Das sei besonders wichtig, wenn man später mit diesen Stammzellen Patienten behandeln wolle. Je geringer die „Fehlerquote“ in der Reifung der Stammzellen, desto geringer auch die Gefahr, dass sich durch die transplantierten Stammzel- len bösartige Tumoren entwickeln, erklären die Wissen schaftler in der Studie, deren Details im Journal of Breath Research 1/12 veröffentlicht wurden (http://iopscience.iop.org/1752–7163). © 18percentgrey Die bemerkenswerte Fähigkeit zur Umwand- lung von Stammzellen setzt große Hoffnung in der weltweiten Forschung zu Möglichkeiten der Organtherapie bzw. zur Therapie bisher unheilbarer Krankheiten, wie Parkinson oder Alzheimer. Ausbildungsplatz Zahnarztpraxis Für junge Männer immer spannender Die Aufgaben für das Praxisteam kommen immer mehr klassischen männlichen Interessen ent- gegen. Der Ausbildungsberuf „Zahnmedizini- scher Fachassistent/ZFA“ ist daher für junge Männer interessanter geworden. Mittlerweile steigt der Anteil an männlichen Auszubildenden bereits kontinuierlich – im Vergleich zum Zeit - raum vor zehn Jahren hat sich der Männeranteil unter den ZFA-Auszubildenden fast vervierfacht. Die Auszubildenden erleben strukturierte Abläufe und medizinisches Hightech in Behandlung und Verwaltung, zudem bieten sich vielfältige Chan- cen, sich weiterzuentwickeln und in der Praxis Karriere zu machen. Insbe sondere die sich vermehrt bildenden größeren Praxis strukturen ermöglichen verschiedene Leitungspositionen, z.B. als Praxismanager. Die jungen Männer im Praxisteam bringen atmosphärisch eine „männ- liche Note“, dienen zudem in der kinderzahnärzt- lichen Behandlung als motivierende Vorbilder und können männ liche Patienten anders an- sprechen als ihre weiblichen Teammitglieder. Informationen zum Ausbildungsberuf übermittelt jede Landeszahnärztekammer. Quelle: Technische Universität Wien Quelle: Dentista Club Dr. Georg Gassmann, Oberarzt der Abteilung für Parodontologie der Universität Witten/Herdecke, sprach im Anschluss über das Thema „Periim- plantitisprophylaxe von Anfang an: Von der Pla- nung bis zur Erhaltungstherapie“. Anhand von Fallbeispielen erläuterte er diagnostische und therapeutische Maßnahmen. Wichtig sei es, be- reits vor der Implantatsetzung Strategien zu ent- wickeln, die die Periimplantitis vermeiden bzw. das Risiko der Erkrankung erheblich minimieren. Weitere Informationen zu der UP TO DATE-Veranstaltungsreihe finden Sie unter www.uptodate-oral-b.com Fit für die Zukunft Prophylaxe, Wissen, Weiterbildung Wirkstoffen auseinanderzusetzen. Gerade in Zeiten stets wechselnder oder sogar neu- erscheinender Produktpaletten ist die grundle- gende Kenntnis von Inhalts- und Wirkstof- fen von entscheidender Bedeutung, um einen Überblick zu behalten. Sie rät außerdem da- von ab, den Patienten missionieren zu wollen. Wichtig sei immer die Unterstützung für den Alltag, denn: „An jedem Zahn hängt ein Mensch und an jedem Mensch hängt ein Leben!“ Auch 2012 bietet Oral-B wieder mit dem Weiter- bildungsprogramm UP TO DATE die Möglichkeit, sich mit den neuesten Forschungsergebnissen zum Thema Prophylaxe vertraut zu machen. Motto der diesjährigen Veranstaltungsreihe, die sich nicht nur an das zahnmedizinische Assis- tenzpersonal, sondern an das ganze Praxisteam richtet, ist „Prophylaxe in der modernen Zahn- medizin – ein vielfältig nutzbares Instrument!“. Mitte März fand die erfolgreiche Veranstal- tung in Leipzig statt. Conny Schwiete, Dipl.- Dentalhygienikerin aus Bern, gab einen aktuel- len Überblick über antibakterielle Substanzen. Im Vordergrund stand hierbei die Frage „Halten sie, was sie versprechen?“ Schwiete konnte deutlich machen, dass es für eine effektive Präventionsstrategie not- wendig sei, sich intensiv mit den QR-Code für weitere Impressionen der UP TO DATE Veranstaltung einfach mit dem Smartphone scannen. 00 44 DENTALHYGIENE JOURNAL 1/2012 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 45
Studie belegt Keimbelastung auf Patienten-Serviettenhaltern Hygiene-Lücke in der Zahnarztpraxis Die Universität Witten/Herdecke hat Ende vergangenen Jahres im Rah- men einer In-vitro-Studie1 30 Ser- viettenhalter nach Patientenbehand- lungen auf ihre mikrobielle Belastung untersucht. Zudem wurde das zahn- ärztliche Personal zur Routine der Reini- gung und Aufbereitung der Serviettenhalter be- fragt. Die Halter, sowohl Metallketten als auch Kunststoffclips, stammten aus unterschiedlich großen zahnärztlichen Behandlungseinrichtun- gen (eine Klinik, fünf Praxen). Auch vermeintlich harmlose Gegenstände wie Serviet- tenhalter aus Metall oder Kunststoff können von Keimen betroffen sein. Auf 70% der Serviettenhalter Bakterien und Pilze gefunden Nach Auszählung und Spezifizierung der kolo- niebildenden Einheiten (CFUs) wurde deutlich: 70% der Serviettenhalter waren mikrobiell kon- taminiert. „Staphylokokken und Streptokokken Gebührenurteil Keine GEMA für Praxis In einem Urteil vom 15. März 2012 zu „Urhe- berrecht und verwandte Schutzrechte“ hat der Gerichtshof der Europäischen Union entschie- den, dass die kostenlose Wiedergabe von Ton- trägern in einer privaten Zahnarztpraxis keinen Vergütungsanspruch der Tonträgerhersteller nach sich zieht. Ausgangspunkt war eine Klage der italienischen Kartellgesellschaft für Ton- aufnahmen (Società Consortile Fonografici, Zahnmedizin integraler Bestandteil Strategie für gesundes Altern Im Hinblick auf die demografische Entwicklung und das damit zunehmende Spektrum altersbe- dingter Erkrankungen ist eine bessere Gesund- heitsförderung wichtiger denn je. Anlässlich des am 7. April 2012 stattgefundenen Weltgesund- heitstages unter dem Motto „Altern und Gesund- heit: Gesundheit erfüllt die Jahre mit Leben“ ver- wies die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) auf die Bedeutung der Mund gesundheit älterer Men- schen. Seit vielen Jahren setzt sie sich dafür ein, dass zahnmedizinische Versorgungsaspekte in die gesundheitspolitischen Aktivitäten integ - riert werden müssen. Wissenschaftliche Er- kenntnisse belegen die medizinischen Wech- selbeziehungen und zeigen, wie bedeutend die Mundgesundheit für die Gesamtgesundheit, insbesondere für Ältere, ist. Somit ist es konse- quent, dass die Zahnmedizin im diesjährigen nationalen Gesundheitsziel „Gesund älter wer- den“ ein integraler Bestandteil ist. „Unser Ver- sorgungskonzept ‚Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter‘ zeigt Wirkung“, so der Präsi- dent der BZÄK, Dr. Peter Engel. stellten dabei die häufigsten Mikroorganismen- formen dar. Außerdem gefunden wurden auf einigen Ketten verschiedene Stäbchenarten, Pseudomonaden – beides Bakterienarten –, Pilze sowie weitere Kokkenarten“, erläutert Studienleiter Prof. Dr. Stefan Zimmer von der Universität Witten/Herdecke. „Es handelte sich zwar durchweg um nicht pathogene Keime, aber im Prinzip sieht man, dass über eine Serviettenkette eine Keimübertragung stattfinden kann“, so Zimmer. Die Befragung des Praxispersonals machte weiterhin deutlich, dass die Serviettenhalter sehr unterschiedlich gereinigt wurden (gar keine Reinigung, Wischdesinfektion und/oder gele- gentliche Sterilisation), was auf eine gewisse Unsicherheit des Praxispersonals hinsicht- lich der korrekten Aufbereitung von Serviettenhaltern schließen lässt. Diese Hygienelücke kann z.B. durch den Ein- satz von Einwegservietten haltern, wie z.B. Bib-Eze™ des Unternehmens DUX Dental, leicht geschlossen werden. Weitere Produktinformationen sowie de- taillierte Studienergebnisse finden Sie unter: www.dux-dental.com 1 Studienreport Universität Witten/Herdecke: Mikrobiologische Belastungen von Servietten ketten, Februar 2012 © Yuri Arcurs DUX Dental GmbH Zonnebaan 14 3542 EC Utrecht, Niederlande info@dux-dental.com SCF) gegen einen italienischen Zahnarzt, „der Tonträger in Gegenwart seiner Patienten als Hintergrundmusik wiedergibt“. Die SCF war der Auffassung, dass es sich hierbei um eine gewerbsmäßige Nutzung von Tonträgern han- dele und demnach eine entsprechende Ge - bührenpflicht besteht. Der Gerichtshof wider- sprach dieser Auffassung. Das vollständige Urteil (Rechtssache C 135/10) kann unter http://curia.europa.eu eingesehen werden. Die Bundeszahnärztekammer begrüßt, dass über das Versorgungsstrukturgesetz und die Neu- ausrichtung der Pflegeversicherung die aufsu- chende und ambulante Betreuung auch für Pa- tienten mit erheblich eingeschränkter Alterskom- petenz verbessert wird. Mit dem neuen nationa- len Gesundheitsziel wird darüber hinaus weiterer notwendiger Handlungsbedarf aufgezeigt. „Die gesetzlichen Maßnahmen sind wichtige erste Schritte für die bessere Versorgung pfle- gebedürftiger und immobiler Patienten. Aber auch die zahnmedizinische Prävention muss in der Sozialgesetzgebung für diesen Personen- kreis fest verankert werden“, beschreibt Engel die weitere Zielausrichtung. „Prävention ist der Baustein für eine bestmögliche Gesundheit im Alter.“ Quelle: Gerichtshof der Europäischen Union Quelle: BZÄK 00 45 DENTALHYGIENE JOURNAL 1/2012 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 46
NEWS ZWP Designpreis Neue Bewerber für 2012 gesucht „Deutschlands schönste Zahnarztpraxis 2011“ ist in Ulm zu finden. Dort können sich Kinder auf eine Reise durch die Kontinente machen, spielerisch die Welt entdecken und ganz nebenbei auch die eigenen Zahnreihen. Um eben „putzmunter“ zu bleiben, so der Name des ZWP Designpreis-Gewinners vom letzten Jahr. Zum ersten Mal hatte die ZWP damit aus fast 60 Bewerbungen eine Kinderzahnarzt- praxis gekürt. Der Preis – eine exklusive Sand- steinskulptur vom Bildhauer – ziert jetzt den Tresen am Empfang der Praxis von Dr. Kathrin Lehmann und Dr. Ulrike Balz. Bilderstrecke zum ZWP Designpreis-Gewinner 2011 in der ZWP spezial 9/2011. Auch 2012 heißt es jetzt natürlich wieder „Deutschlands schönste Zahnarztpraxis ge- sucht …!“ Form, Funktionalität und Wohlfühl- ambiente sind dabei erneut die entscheiden- stehend aus der ZWP-Redaktion und den Architekten der pmhLE, ist auch in diesem Jahr wieder auf die hoffentlich zahlreichen Wettbewerbsbeiträge gespannt. ZWP-Projektleiter Stefan Thieme (links) überreichte Ende Februar persönlich den ZWP Designpreis an das „putz- munter“-TeamDr.KathrinLehmann(2.v.l.)undDr.UlrikeBalz(rechts)sowiedenArchitektenSteffenBucher. den Kriterien bei der Verleihung des Titels. Bereits seit 2002 vergibt die ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis jährlich diesen besonderen Preis. Damit soll dem zunehmenden Trend Rechnung getragen werden, eine Zahnarzt- praxis nicht nur funktionell und technisch auf den neuesten Stand zu bringen, sondern sich im täglichen Wettbewerb auch durch beson- dere Raum- und Designlösungen abzuheben. Spezielle Materialien, Formen, Farben und Lichteffekte sowie ein stimmiges Praxis- erscheinungsbild – es gibt unzählige Möglich- keiten, individuelle Ideen und Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Die Jury, be- Wenn auch Sie Ihre Praxis von der besten Seite präsentieren wollen, nutzen Sie die Chance und bewerben Sie sich bis zum 1. Juli 2012 um den ZWP Designpreis 2012! Weitere Informationen zu den Teilnahmebe- dingungen sowie ausführliche Bewerbungs- unterlagen finden Sie im Internet unter www.designpreis.org OEMUS MEDIA AG Holbeinstr. 29, 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-120 E-Mail: zwp-redaktion@oemus-media.de www.designpreis.org 46 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 QR-Code zur Bildergalerie des ZWP Designpreis 2011 einfach mit dem Smartphone scannen. 47
Curriculum Seniorenprophylaxe Intensiven Präventivmaßnahmen sind eine relativ „neue“ Erscheinung im Alltag von Zahnarztpraxen. Noch vor 25 Jahren gehörte es zum Behandlungsalltag, dass Patien- ten lediglich symptombezogen behandelt wurden: die Schmerzausschaltung stand da- bei im Vordergrund. Zähne zu entfernen war eine beliebte „Heilungsmethode“, sodass oft mit dem Alter auch die Zahl der verbliebenen Zähne in der Mundhöhle stark abnahm. Präventive Maßnahmen kamen kaum zur Anwendung, was zur Folge hatte, dass Pa- tienten schon sehr früh stark prothetisch versorgt waren und regelmäßige Prophylaxe- maßnahmen eher unnötig erschienen ließen. Erst Ende der 80er-Jahre etablierten sich langsam Prävention und Prophylaxe, was durch die Einführung von Recallsystemen auch die Gewährleistung regelmäßiger Kontrollen ermöglichte. Heute ist Prophylaxe aus dem Praxisalltag nicht mehr wegzudenken – umfangreiche Aufklärung und sichtbarer Erfolg der Prävention haben dazu geführt, dass Patienten selbst großen Wert auf regelmäßige Prophylaxe legen. Große Prophylaxeabtei- lungen mit professionell ausgebildetem Fachpersonal gehören längst zum Alltag. Auch die Mundgesundheit verändert sich deutlich und führt zum Paradigmenwechsel: Die Zahnzahl steigt und die Zahnlosigkeit nimmt immer weiter ab. Dies belegt klar die letzte Mundgesundheitsstudie (DMS IV). Bei den 65- bis 74-Jährigen ist die Anzahl der fehlenden Zähne von 17,6 auf 14,2 in 2005 gesunken. Es werden immer weniger Zähne extrahiert. Aber nicht nur die Zahnmedizin hat einen starken Wandel mit dem Erfolg erlebt, auch die Bevölkerung ver- zeichnet eine gewandelte Lebenszeit. Die demografische Entwicklung in den Industrieländern ist absolut unumkehrbar. Die Alterspyramide wandelt sich eher zum Alterspilz. Die Bevölkerung der 80-Jährigen und Älteren nimmt unablässig zu, von knapp vier Millionen im Jahr 2005 auf zehn Millionen im Jahr 2050 – immer mehr Menschen werden zunehmend älter mit dem Resultat, dass die Zahl der Senioren stetig zunimmt („doppeltes Altern“). Beide Faktoren hinterlassen in der Zahnarztpraxis ihre Spuren: der Patientenfokus än- dert sich. Dies bedeutet für den Zahnarzt, wie auch für das gesamte Praxisteam, völlig neue Herausfor- derungen. Um professionell und patientengerecht behandeln zu können, ist es unerlässlich, dass sich die Praxis auf diese Änderungen einstellt. Vor allem bei der Anamnese dieser Patientengruppe spiegelt sich die neue Heraus forderung wider. Chro- nische Krankheiten, Bewegungseinschränkungen, wie auch Einschränkungen des Sehvermögens und des Geruchssinns, gehören häufig zum Krankheits- bild. Umso wichtiger ist es, dass gerade für diese Patientengruppe eine regelmäßige Kontrolle und in- tensive Betreuung gewährleist wird. Mit der Zunahme der Zahnzahlen bei den Senioren steigt auch das allgemeine Erkrankungsrisiko deut- lich. Gleichzeitig schwindet jedoch die Einsicht der Patienten über die Notwendigkeit, ebenso wie die Möglichkeit für diese Patienten, überhaupt regel - mäßige Kontrollen wahrzunehmen. Damit einherge- hend verlagert sich mit der steigenden Zahl von 47 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 48
Dental Pearls Club Senioren zunehmend auch der Behandlungsort – es lässt sich vielmals nicht vermeiden, dass die Betreuung direkt in den Senioreneinrichtungen vorgenommen werden muss. Um dieser Herausforderung professionell, sicher und zukunftsorientiert gewachsen zu sein, ist eine spezielle Schulung für das gesamte Praxisteam unabdingbar. Die Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ) und die Akademie Praxis und Wissenschaft (APW) haben sich dieser Herausforderung gestellt. In einem Ar- tikel in der DZW stellt Herr Dr. Bleiel, Vorstandsmitglied der DGAZ, die Möglichkeit einer Weiterbildung mit Seniorenkompetenz vor, die bereits erfolgreich in Bad Honnef angelaufen ist. Ein Curriculum für speziell diesen Themenkreis! Aber auch das Fortbildungsunternehmen praxis Dienste möchte Zahnarztpraxen die Möglichkeit geben, sich für die wohl wichtigste Patientengruppe der Zukunft fit zu machen. In Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Dirk Bleiel wurde das Curriculum Seniorenprophylaxe entwickelt und bietet allen Interessenten, die sich für die Seniorenprophylaxe und die mobile Betreuung fit machen möchten, ein in zwei Modulen aufge- teiltes praxisnahes Kompakt-Curriculum an. Die Module setzen sich aus zwei einzelnen Bestandteilen zusammen: Modul I „Betreuungskonzept für die Praxis“ und Modul II „Mobiles Betreuungskonzept“ mit Besuch einer Senioreneinrichtung. Interessen- ten können so selbst entscheiden, ob sie lediglich eines der beiden Module besuchen möchten, je nach ihrem Praxisschwerpunkt, oder ob sie beide Module als Blockkurs wählen und somit ein Curriculum absolvieren, dass es ihnen ermöglicht, ein Gesamtkonzept in der Praxis und mobil für die Patientengruppe von Morgen ent- wickeln und umsetzen zu können. Wie bereits von den praxis Dienste-Blockkursen bekannt, kann auch nach diesem Blockkurs eine schriftliche Prüfung abgelegt werden, die nach erfolgreicher Absolvierung den Interessenten die Qualifikation der „Fort- gebildeten Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) – Senioren-Prophylaxe“ erwerben lässt. Dr. Bleiel wird als Referent zusammen mit dem Kommunikationswissenschaftler Dr. Scheinpflug, der DH Marina Pott und der ZMV/ZMF Ariane Hüngsberg den Unterricht mitgestalten und den Teilnehmern alle fach- lichen und organisatorischen Grundlagen dieses Curriculums vermitteln. Um Ihnen schon jetzt einen kleinen Einblick in die Seniorenprophylaxe und deren Wichtigkeit für die Zukunft geben zu können, hat Ihnen Herr Dr. Bleiel gerne einmal die wichtigsten Fragen zum Curriculum Senioren- prophylaxe beantwortet: Redaktion: Für welche Zahnmedizinischen Fachangestellten könnte das Curriculum von Interesse sein und warum? Dr. Dirk Bleiel: Die Alterszahnmedizin ist ein breites Feld und erstreckt sich vom fitten Alten oder Silver Ager, über den Gebrechlichen bis hin zum Multimorbiden. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird diese Zielgruppe für die Praxen, auch aus wirtschaftlichen Gründen immer wichtiger, sodass sich zukünftig die Praxen und damit auch ihre Mitarbeiter diesem Bereich mit Sachkenntnis stellen sollten. Somit ist das Curriculum für alle ZFAs von Interesse, die sich intensiver um das ältere Klientel ihrer Umgebung und ihrer Praxis kümmern wollen. Was haben die Teilnehmer/-innen inhaltlich zu erwarten? Nennen Sie bitte einige Themenschwerpunkte der Kurse. Die Kursinhalte erstrecken sich über theoretisch-fachliche Grundlagen der Alterszahnmedizin bis hin zu kon- kreten Behandlungsschritten, die im Rahmen der Deligierbarkeit und des Zahnheilkundegesetzes auf die ZFA übertragen werden können. Die Kursinhalte reichen dabei von der Organisation eines mobilen Einsatzes in der Pflegeeinrichtung, vom „Kofferpacken“ bis hin zur richtigen Dokumentation und rechtlichen Aspekten. Auf der anderen Seite werden auch die speziellen Bedürfnisse der älteren Patienten in der zahnärztlichen Praxis erörtert, angefangen von größer geschriebenen Anamnesebögen bis hin zur Kommunikation mit den 48 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 49
Dental Pearls Club Senioren. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Prophylaxe und der Senioren-PZR, mit all den speziellen, alters- abgestimmten Materialien, sowohl in der Pflegeeinrichtung als auch in der Praxis vor Ort. Dienste liegt ein Schwerpunkt des Curriculums auf der praktischen, Laut insbesondere auch mobilen Arbeit. Wie genau können wir uns das vorstellen? Die mobile Betreuung der älteren Patienten wird immer wichtiger, da viele gar nicht oder nur mit erheblichem Aufwand in die Praxis befördert werden können. Vorgestellt wird dabei das Behandlungsspektrum des Haus- besuches oder des mobilen Einsatzes. Angefangen bei der praktischen Demonstration unterschiedlicher mobiler Behandlungseinheiten und dem benötigten Instrumentarium, über das Üben des Auf- und Abbaus bis hin zur eigentlichen Durchführung konkreter Behandlungssituationen. Die Teilnehmer verbringen darüber hinaus einen halben Kurstag in einer zentralen Ein- richtung (Altersheim) und einer Zahnarztpraxis mit ausgewählten Patienten. Somit können sie hautnah Kursinhalte umsetzen. Die Abrechnung dieser mobi- len Einsätze wird dabei ebenfalls Thema sein. Gibt es in dem Curriculum neben der Theorie auch praktische Übungen? Wie sehen diese genau aus? Thema bleibt die praktische Umsetzung unterschied- licher Situationen mit dem betagten Patienten in der Praxis oder der zentralen Einrichtung. Dafür werden zum Beispiel Behandlungssituationen nicht nur theoretisch erörtert, sondern mit einem Kommunikationswis- senschaftler geübt: Wie kann eine 25-jährige ZFA einem eigensinnigen 80-Jährigen erfolgreich Mundhygiene- Anweisungen geben? Zentrales Thema wird dabei die Senioren-PZR sein, die auch jeder Teilnehmer an einem Patienten in einer Zahnarztpraxis praktisch durchführt. Geübt wird aber auch der Umgang mit dem Patienten: Wie stütze oder führe ich den Patienten, wie geht der Transfer vom Rollstuhl in den Behandlungsstuhl? Wie gebe ich dem Patienten die nötige Sicherheit, die er braucht, und was ist zu beachten? Wie kann ich einem multimorbiden, hochdementen Heimbewohner im Bett Prophylaxemaßnahmen zukommen lassen? Die Alterszahnmedizin wird – alleine aus dem demografischen Blickwinkel – immer wichtiger. Glauben Sie, dass sich zukünftig auch immer mehr Fortbildungsangebote diesem Aspekt widmen werden bzw. müssen? Die Daten, nicht nur die Demografie, sprechen eine deutliche Sprache. So zeigt die letzte Mundgesund- heitsstudie DMS IV eine deutliche Zunahme der Zahnzahl bei den Senioren. Die pflegetechnisch einfach zu händelnde Totalprothetik wird immer seltener, die Zahnhalskaries als besondere Erkrankungsform bei Senio- ren nimmt immer mehr zu. Weil die Zahl der älteren Menschen und damit auch die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, sind Zahnärzte und ihr Team sowohl im Interesse der Senioren als auch in ihrem eigenen Interesse ge- fordert, den Bedürfnissen des heterogenen Klientels auch im Bereich der Mundgesundheit und Prophylaxe gerecht zu werden. Ein klassisches Feld für ZFAs! Auch die Fortbildungsangebote sollten dem Rechnung tra- gen. Eine Zunahme wäre mehr als nur wünschenswert. Vielen Dank für das Gespräch! Interessenten können sich gerne jederzeit von dem praxis Dienste-Team unter 06221 649971-0 beraten lassen. Rufen Sie gleich an und lassen Sie sich eine ausführliche Informationsbroschüre zum Curriculum Senioren-Prophylaxe zuschicken! 49 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 50
Fortbildung Kongresse, Kurse und Symposien Datum Ort Veranstaltung Info/Anmeldung 01.06.2012 Rostock- Warnemünde Seminar GOZ 2012 02.06.2012 Rostock- Warnemünde Seminar zur Hygienebeauftragten 14.–16.06.2012 Lindau am Bodensee 4. Internationaler Kongress für Ästhetische Chirurgie und Kosmetische Zahnmedizin 07./08.09.2012 Leipzig 9. Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin 08.09.2012 Leipzig Ausbildung zur QM-Beauftragten 05./06.10.2012 Hamburg DENTALHYGIENE START UP Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-390 Web:www.ostseekongress.com Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-390 Web:www.ostseekongress.com Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-390 Web:www.lindauer-kongress.de Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-390 Web:www.leipziger-forum.info Web: www.event-fiz.de Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-390 Web:www.zwp-online.info/events Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-390 Web: www.startup-dentalhygiene.de Dentalhygiene Journal Zeitschrift für Parodontologie und präventive Zahnheilkunde Impressum Verleger: Torsten R. Oemus Verlag: OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Tel. 0341 48474-0 Fax 0341 48474-290 E-Mail: kontakt@oemus-media.de Web: www.oemus-media.de Deutsche Bank AG Leipzig BLZ 860 700 00 · Kto. 1 501 501 Verlagsleitung: Ingolf Döbbecke · Tel. 0341 48474-0 Dipl.-Päd. Jürgen Isbaner (V.i.S.d.P.) · Tel. 0341 48474-0 Dipl.-Betriebsw. Lutz V. Hiller · Tel. 0341 48474-0 Chefredaktion: Prof. Dr. Dr. h.c. Andrej M. Kielbassa Zentrum für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie University of Dental Medicine and Oral Health Danube Private University (DPU) Steiner Landstraße 124 3500 Krems, Österreich Tel. +43 2732 70478, Fax: +43 2732 70478-7060 E-Mail: andrej.kielbassa@dp-uni.ac.at Redaktion: Dajana Mischke · Tel. 0341 48474-335 Herstellung: Sandra Ehnert · Tel. 0341 48474-119 W. Peter Hofmann · Tel. 0341 48474-116 Ingrid Motschmann, Frank Sperling · Tel. 0341 48474-125 Korrektorat: Druck: Messedruck Leipzig GmbH, An der Hebemärchte 6, 04316 Leipzig Erscheinungsweise: Das Dentalhygiene Journal – Zeitschrift für Pa rodontologie und präventive Zahn heil kunde – erscheint 2012 mit 4 Aus gaben. Es gelten die AGB. Verlags- und Urheberrecht: Die Zeitschrift und die enthaltenen Bei träge und Abbildun gen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Ver wer tung ist ohne Zu stim mung des Ver legers und Heraus gebers unzulässig und strafbar. Dies gilt be- sonders für Vervielfäl tigungen, Übersetzungen, Mi kro verfil mungen und die Ein spei che rung und Bear bei tung in elek tro nischen Syste- men. Nach druck, auch auszugsweise, nur mit Geneh migung des Ver - lages. Bei Einsendungen an die Redaktion wird das Ein verständnis zur vollen oder auszugsweisen Veröffent li chung vorausgesetzt, sofern nichts an deres vermerkt ist. Mit Einsendung des Manuskriptes ge- hen das Recht zur Ver öffentlichung als auch die Rechte zur Überset- zung, zur Vergabe von Nachdruckrechten in deutscher oder fremder Sprache, zur elektronischen Speicherung in Datenbanken, zur Her- stellung von Sonderdrucken und Fotokopien an den Verlag über. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte Beiträge auf Form fehler und fachliche Maß geb lichkeiten zu sichten und ge gebenen falls zu be- richtigen. Für unverlangt eingesandte Bücher und Ma nu s krip te kann keine Gewähr über nommen werden. Mit anderen als den redak- tionseigenen Signa oder mit Verfassernamen gekennzeichnete Bei- träge geben die Auffassung der Verfasser wieder, die der Meinung der Redaktion nicht zu entsprechen braucht. Der Verfasser dieses Beitra- ges trägt die Verant wor tung. Gekenn zeichnete Son der teile und An- zeigen befinden sich außer halb der Veran t wortung der Redak tion. Für Verbands-, Unternehmens- und Markt infor ma tionen kann keine Ge währ übernommen werden. Eine Haf tung für Folgen aus unrichti- gen oder fehlerhaften Dar stellungen wird in je dem Falle ausgeschlossen.Gerichts stand ist Leip zig. Grafik/Layout: Copyright OEMUS MEDIA AG 50 DENTALHYGIENE JOURNAL 2/2012 51
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