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Timestamp: 2018-01-22 10:13:20+00:00

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Deponiestandort einschliesslich geologische Barriere - Deponie, Ablagerung, Deponietechnik
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Deponiestandort einschließlich Geologische Barriere und Auslöseschwellen (Deponietechnik)
Die geologische Barriere für eine Deponie kann heute als Tonschicht angeboten werden! Und kein Geologe regt sich auf.
Der Geologischen Barriere eines Deponiestandortes wurde in der Vergangenheit eine große Bedeutung zugemessen, wenn es um die Umweltverträglichkeit eines Deponiestandortes ging. Das BMBF förderte sogar ein Verbundforscchungsvorhaben "Erkundung und Beschreibung des Untergrundes von Deponien und Altlasten", um die Suche nach deigneten Deponiestandorten mit ausreichender geologischer Barriere für die Praxis zu erleichtern.
In der TA Abfall (1991), in der TA Siedlungsabfall (1993) und sogar auch noch in der Deponieverordnung (2002) wurde eine geologische Barriere für Standorte für Deponien der Klasse II (Hausmülldeponien, MBA Deponien) gefordert.
In der Deponieverordnung (2009) heißt es zwar in Teil 2: Errichtung, Betrieb, Stilllegung und Nachsorge von Deponien "§ 3 Errichtung (1) Deponien oder Deponieabschnitte der Klasse 0, I, II oder III sind so zu errichten, dass die Anforderungen nach Absatz 3 sowie nach Anhang 1 an den Standort, die geologische Barriere und das Basisabdichtungssystem eingehalten werden."
und in Anhang 1 Anforderungen an den Standort, die geologische Barriere, Basis und
Oberflächenabdichtungssysteme von Deponien der Klasse 0, I, II und III heißt es in
"1. Standort und geologische Barriere
Die Eignung des Standortes für eine Deponie ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass das Wohl der Allgemeinheit nach § 10 Absatz 4 des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes durch die Deponie nicht beeinträchtigt wird. Bei der Wahl des Standortes ist insbesondere Folgendes zu berücksichtigen: 1. geologische und hydrogeologische Bedingungen des Gebietes einschließlich eines permanent zu gewährleistenden Abstandes der Oberkante der
geologischen Barriere vom höchsten zu erwartenden freien Grundwasserspiegel
von mindestens 1 m, ...",
und weiterhin heißt es in
"1.2 Untergrund einer Deponie
3. Die Mindestanforderungen an die Wasserdurchlässigkeit (k) und Dicke (d) der geologischen Barriere gemäß Ziffer 2 ergeben sich aus Tabelle 1 Nummer 1.
Erfüllt die geologische Barriere in ihrer natürlichen Beschaffenheit nicht diese Anforderungen, kann sie durch technische Maßnahmen geschaffen, vervollständigt oder verbessert werden.
Im Fall von Satz 2 kann die Dicke (d) auf eine Mindestdicke von 0,5 Meter reduziert werden, wenn über eine entsprechend geringere Wasserdurchlässigkeit die gleiche Schutzwirkung wie
nach Satz 1 erzielt wird.
4. Abweichend von Ziffer 2 gilt bei einer Deponie, die über keine geologische Barriere gemäß Ziffer 2 verfügt, die Ziffer 3 Satz 2 mit der Maßgabe, dass die technischen Maßnahmen in der Mindestdicke nach Tabelle 1 Nummer 1 ausgeführt werden."
Und was steht in Tabelle 1 Nummer 1?
k [m/s] <= 1x10-7 1x10-9 1x10-9 1x10-9
D [m] > = 1,00 1,00 1,00 5,00
Abgesehen von der Tatsache, dass für mich unklar ist, ob die "künstliche geologische Barriere" nun 0,5 m oder 1,0 m dick sein muß, ist die ganze Regelung betreffend die geologische Barriere totaler Schwachsinn - der allerdings, dass muss man der Bundesregierung zugestehen, der 1:1 Umsetzung der EG Deponierichtlinie entspricht.
Ob beabsicchtigt oder nicht, kommt rein formal der geologischen Barriere einer Deponie über die Anforderungsogenannte Auslöseschwellen festzulegen doch noch eine scheinbare Bedeutung zu. Man lese dazu § 12 der DepV (2009):
(1) Zur Feststellung, ob von einer Deponie die Besorgnis einer schädlichen Verunreinigung des Grundwassers oder sonstigen nachteiligen Veränderung seiner Eigenschaften ausgeht, legt die zuständige Behörde vor Beginn der Ablagerungsphase unter Berücksichtigung der jeweiligen hydrologischen Gegebenheiten am Standort der Deponie und der Grundwasserqualität entsprechende Auslöseschwellen und geeignete Grundwasser-Messstellen zur Kontrolle dieser Schwellen nach Anhang 5 Nummer 3.1 Ziffer 1 fest.
(3) Der Deponiebetreiber hat bis zum Ende der Nachsorgephase Messungen und Kontrollen nach Anhang 5 Nummer 3.2 durchzuführen. ....
Nach Anhang 5 Nummer 3.2 sind die Auslöseschwellen in der Ablagerungsphase und in der Stilllegungsphase vierteljährlich und in der Nachsorgephase jährlich zu kontrollieren.
HILFE: Wie können eigentlich die Auslöseschwellen überschritten werden, wenn die Deponiebasis mit einer Kombinationsabdichtung abgedichtet worden ist? Und warum muß vierteljährlich gemessen werden, wenn in der Ablagerungsphase und in der Stilllegungsphase die Abdichtung mit Sicherheit noch dicht ist, und in der Nachsorgephase, wenn erste Zweifel aufkommen könnten, nur jährlich?
Aber vielleicht finden sich in den Anleitungen, Arbeitshilfen zur Festlegung und Kontrolle der Auslöseschwellen der Länder hierzu Aussagen.
Niedersächsische Gewerbeaufsicht http://www.gewerbeaufsicht.niedersachsen.de > Umweltschutz > Kreislauf- und Abfallwirtschaft AbfallwirtschaftsFakten
AbfallFakten Nr. 9
Leitfaden mit Arbeitsanleitung zur Festlegung von Auslöseschwellen sowie zur Gestaltung von Maßnahmenplänen (LAsMap) nach § 9 Deponieverordnung (DepV)
Zur Umsetzung der Deponieverordnung (DepV) sind nach § 9 von der zuständigen Behörde Auslöseschwellen für Deponien festzulegen und für den Fall der Überschreitung der Auslöseschwellen die erforderlichen Maßnahmen in Plänen festzuhalten und zu beschreiben sind. Für neu zu errichtende Deponien erfolgt dies in der Planfeststellung oder Plangenehmigung. Für Deponien, die am 1. August betrieben wurden, sind die Auslöseschwellen spätestens zum August 2005 nachträglich anzuordnen. Hierzu hat das Niedersächsische Landesamt für Ökologie in Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung einen Leitfaden erarbeitet, der eine einheitliche Vorgehensweise in Niedersachsen bei der Festlegung von Auslöseschwellen sicherstellen soll. Das Niedersächsische Umweltministerium hat mit Erlass vom 31.08.2004 - 36- 62812/24/02 (Nds. MBl. S. 571) den Leitfaden mit Arbeitsanleitung zur Festlegung von Auslöseschwellen sowie zur Gestaltung von Maßnahmenplänen (LAsMap) nach § 9 Deponieverordnung (DepV) für Niedersachsen verbindlich eingeführt. Die Grundzüge des Leitfadens sind bereits beim Suderburger-Abfall-Seminar (SAS) im März 2004 vorgestellt worden. Die verbindliche Fassung des Leitfadens als Pdf-Datei auch auf der Internetseite des IFAAS zur Verfügung
Arbeitshilfe Nr. 3.6/1 Stand: 15.12.2005 "Auslöseschwellen bei der Grundwasserüberwachung im Bereich von Deponien" http://www.lfu.bayern.de/wasser/fachinformationen/merkblattsammlung/teil3_grundwasser_und_boden/doc/nr_361.pdf
Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) Stand 13.07.05
Empfehlungen zur Festlegung von Auslöseschwellen gemäß § 9 Deponieverordnung (DepV) für
Thüringer Deponien unter http://www.tlug-jena.de/contentfrs/fach_05/download/ausloeseschwellen.pdf
Wer trotz des praktischen Verzichts auf eine Geologische Barriere in der Deponieverordnung (2009) Interesse an historischen Betrachtungen hat, der lese hier weiter:
AbfallFakten Nr. 3
Nr. 3 Geowissenschaftliche Untersuchungen bei Standortsuche und Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für Siedlungsabfalldeponien [PDF, 805 KB]
Anforderungen an die geologische Barriere für Deponieklasse I
Zur Beantwortung einiger Anfragen, welche Anforderungen an die geologische Barriere für Deponien der Deponieklasse I nun heute (auf der Basis der AbfAblV und DepV) tatsächlich gelten, wurde ein kleiner Beitrag geschrieben.
Meine Auslegung der rechtlichen Regelungen als pdf-Datei
bmb+f Vorhaben Deponieuntergrund
Umfassende Forschungsarbeiten zum Thema "Geologische Barriere" sind im bmb+f Verbundforschungsvorhaben Methoden zur Erkundung und Beschreibung des Untergrundes von Deponien und Altlasten durchgeführt worden.
Die ad-hoc-Arbeitsgruppe Deponien der Staatlichen Geologischen Dienste der Bundesrepublik Deutschland hat Geowissenschaftliche Rahmenkriterien zur Standorterkundung von Deponien erarbeitet, die im Geologischen Jahrbuch Reihe G, Heft 4, 1997 veröffentlicht worden sind.
Nachfragen an: Landesamte für Bergbau, Energie und Geologie LBEG http://www.lbeg.niedersachsen.de/
Informationen des ehemaligen NLfB zur Geologischen Barriere
Auf der Homepage des des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie LBEG findet man leider keine interessanten und wichtigen Informationen zum Thema Deponiestandort, Geologische Barriere. Suchen Sie selbst unter http://www.lbeg.niedersachsen.de/
In der Altlastenszene weiß man noch, wozu eine gute geologische Barriere bei Abfallablagerungen aller Art, aber auch bei kontaminierten Industriestandorten und Gewerbeflächen gut war. Zur Abschwächung von Grundwaserverunreinigungen, was zu Zeiten, als noch deutsch gesprochen wurde "natürliches Reinigungsvermögen von Böden" genannt wurde Heute hat es als "Natural Attenuation" wieder an Bedeutung gewonnen.
Natural Attenuation oder das Reinigungsvermögen des Untergrundes spielt seit kurzem im Rahmen der Altlastensanierung eine große Rolle. Die Forderung nach einer Geologischen Barriere bei Deponien bedeutet im Klartext, daß auch hier (im Notfall) das Reinigungsvermögen des Untergrundes (oder neudeutsch Natural Attenuation) in Anspruch genommen werden soll.
Auf der Seite Natural Attenuation findet man mehr Informationen > Sanierung > natural Attenuation

References: § 10
 § 12
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9