Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=17.10.1980&Aktenzeichen=III%20R%2052/79
Timestamp: 2019-11-19 10:56:36+00:00

Document:
BFH, 17.10.1980 - III R 52/79 - dejure.org
https://dejure.org/1980,907
BFH, 17.10.1980 - III R 52/79 (https://dejure.org/1980,907)
BFH, Entscheidung vom 17.10.1980 - III R 52/79 (https://dejure.org/1980,907)
BFH, Entscheidung vom 17. Januar 1980 - III R 52/79 (https://dejure.org/1980,907)
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BewG 1965 § 12 Abs. 1
Ermittlung des Gegenwartswerts - Kapitalforderung - Zinsverlust - Vermögensteuerveranlagung
BewG (1965) § 12 Abs. 1
Abzinsung einer niedrigverzinslichen Kapitalforderung nach der sog. Zinsdifferenzmethode
BFHE 132, 298
BStBl II 1981, 247
Da die Vertragsparteien eine Verzinsung in der Zusatzvereinbarung vom 8. Januar 1997 ausdrücklich ausgeschlossen hatten, ist der in § 12 Abs. 3 Satz 2 BewG vorgesehene Abzinsungsfaktor von 5, 5 % anzuwenden, um die Gleichmäßigkeit der Besteuerung zu gewährleisten (BFH-Urteil vom 17. Oktober 1980 III R 52/79, BFHE 132, 298, BStBl II 1981, 247).
Liegt eine niedrig verzinsliche Forderung vor, ist die Zinsdifferenz zwischen dem vertraglich vereinbarten Zinssatz und dem Zinssatz, bei dessen Unterschreiten eine niedrige Verzinsung anzunehmen ist (Grenzzinssatz), zu kapitalisieren (vgl. BFH-Urteil vom 17. Oktober 1980 III R 52/79, BFHE 132, 298, BStBl II 1981, 247).
bb) Im Streitfall hat das FG unter Zugrundelegung der Rechtsprechungsgrundsätze (vgl. BFH-Urteil in BFHE 132, 298, BStBl II 1981, 247), denen auch die Finanzverwaltung folgt (vgl. gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder betr. Bewertung von Kapitalforderungen und Kapitalschulden sowie von Ansprüchen/Lasten bei wiederkehrenden Nutzungen und Leistungen nach dem 31. Dezember 2001 für Zwecke der Erbschaft- und Schenkungsteuer vom 7. Dezember 2001, BStBl I 2001, 1041), einen Grenzzinssatz von 3 % als angemessen betrachtet.
Sein Sinn ist darin zu sehen, "zu verhindern, daß sich die dem Kapitalmarkt immanenten Zinsschwankungen auf die Bewertung, die längere Zeitspannen umfaßt, in einem nicht vertretbaren Ausmaß auswirken" (Urteil in BFHE 132, 298, BStBl II 1981, 247, 248, rechte Spalte).
Die Maßgeblichkeit des einheitlichen Zinssatzes von 5, 5 v. H. dient überdies der Gleichmäßigkeit der Bewertung und Besteuerung (vgl. auch BFH-Urteile vom 26. August 1955 III 133-134/54 S, BFHE 61, 207, BStBl III 1955, 278, 279, und in BFHE 132, 298, BStBl II 1981, 247, 248, rechte Spalte).
Bei einer niedrig verzinslichen Kapitalforderung von bestimmter Dauer, die im Besteuerungszeitpunkt -- wie hier -- noch mindestens 4 Jahre läuft, ist der Nennwert um den Kapitalwert des jährlichen Zinsverlustes zu kürzen (vgl. z.B.: BFH vom 17. Oktober 1980, BStBl II 1981 S. 247 ).
Dabei ist aber nicht die Zinsdifferenz zwischen dem vereinbarten Zins und dem Zinssatz von 5, 5 %, sondern die dem vereinbarten Zinssatz und dem Zinssatz von 3 % zu Grunde zu legen; hierdurch sollen unwesentliche Zinsabweichungen möglichst nicht berücksichtigt werden (vgl. z.B.: BFH vom 17. Oktober 1980 III R 52/79, BStBl II 1981 S. 247 ;… Rössler/Troll, a.a.O., Rz 28 zu § 12).
Nach übereinstimmender Auffassung der Finanzverwaltung und der Rechtsprechung ist von einer niedrigen Verzinsung im Sinne des § 12 Abs. 1 Satz 2 BewG bei einem Zinssatz von unter 3 % auszugehen (vgl. gleichlautende Ländererlasse vom 07.12.2001, z. B. FinMin Nordrhein-Westfalen S 3103 - 29 - V A 6, BStBl I 2001, 1041 und BFH-Urteil vom 17.10.1980 III R 52/79, BStBl II 1981, 247).
Liegt eine solch niedrig verzinsliche Forderung vor, ist die Zinsdifferenz zwischen dem tatsächlichen Zinssatz und dem Grenzzinssatz von 3 % zu kapitalisieren (vgl. BFH-Urteil vom 17.10.1980 III R 52/79, BStBl II 1981, 247).
Zur Darlegung einer Divergenz i.S. des § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO beruft sich der Kläger auf das BFH-Urteil vom 17. Oktober 1980 III R 52/79 (BFHE 132, 298, BStBl II 1981, 247).
Grunderwerbsteuer - Erfüllung einer Verpflichtung - Hinausgeschobene …
Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 17. Oktober 1980 III R 52/79 (BFHE 132, 298, BStBl II 1981, 247) sei dies jedoch nicht so zu verstehen, daß dieser Zinssatz bei einer Abzinsung nach § 12 Abs. 3 BewG immer maßgebend sei; vielmehr werde dieser Zinssatz als normal unterstellt, um zu verhindern, daß die dem Kapitalmarkt immanenten Zinsschwankungen sich auf die Bewertung auswirken.
Schulden aus niedrig verzinslichen öffentlichen Wohnungsbaudarlehen sind …
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats kann insbesondere die niedrige Verzinsung einer Schuld zu einer Bewertung unter dem Nennwert führen, wenn die Schuld außerdem für längere Zeit unkündbar ist (vgl. z. B. Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 17. Oktober 1980 III R 52/79, BFHE 132, 298, BStBl II 1981, 247).

References: § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
 § 115
 § 12