Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/gemeinsame-verguetungsregeln-journalisten-3115600
Timestamp: 2019-11-19 00:24:28+00:00

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Gemein­sa­me Ver­gü­tungs­re­geln für Jour­na­lis­ten bei Tages­zei­tun­gen | Rechtslupe
Gemein­sa­me Ver­gü­tungs­re­geln für Jour­na­lis­ten bei Tages­zei­tun­gen
Aus den in § 36 Abs. 2 UrhG gere­gel­ten all­ge­mei­nen Vor­aus­set­zun­gen für die zur Auf­stel­lung von gemein­sa­men Ver­gü­tungs­re­geln zuge­las­se­nen Ver­ei­ni­gun­gen (Reprä­sen­ta­ti­vi­tät, Unab­hän­gig­keit und Ermäch­ti­gung) kann sich ein ein­ge­schränk­ter (räum­li­cher) Anwen­dungs­be­reich der gemein­sa­men Ver­gü­tungs­re­gel erge­ben.
Das Erfor­der­nis der Reprä­sen­ta­ti­vi­tät ist im Hin­blick auf den Sinn und Zweck des § 36 Abs. 2 UrhG aus­zu­le­gen. Das Merk­mal soll mit Blick auf die weit­rei­chen­de Ver­mu­tung der Ange­mes­sen­heit im Sin­ne von § 32 Abs. 2 Satz 1 UrhG sicher­stel­len, dass mit der Auf­stel­lung von gemein­sa­men Ver­gü­tungs­re­geln kein Miss­brauch betrie­ben wird, son­dern die­se nur von Ver­ei­ni­gun­gen ver­ein­bart wer­den, wel­che die Gewähr für eine sach­ori­en­tier­te und inter­es­sen­ge­rech­te Fest­le­gung von ange­mes­se­nen Regeln bie­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund ist es erfor­der­lich, dass der jewei­li­gen Ver­ei­ni­gung ent­we­der nach ihrer Anzahl und Grö­ße oder nach ihrer Markt­be­deu­tung eine tat­säch­li­che Posi­ti­on zukommt, die es recht­fer­tigt, im kon­kre­ten Fall in legi­ti­mer Wei­se "für die Bran­che zu spre­chen".
Nach die­sen Maß­stä­ben schei­det eine for­ma­le Betrach­tung aus, wonach gemein­sa­me Ver­gü­tungs­re­geln mit bun­des­wei­ter Bedeu­tung allein durch bun­des­weit täti­ge Ver­ei­ni­gun­gen abge­schlos­sen wer­den und regio­nal täti­ge Ver­bän­de nur im Hin­blick auf ihr Regio­nal­ge­biet reprä­sen­ta­tiv sein kön­nen. Bei der gebo­te­nen Anwen­dung eines gemischt qua­li­ta­ti­ven und quan­ti­ta­ti­ven Maß­stabs kann auch ein Regio­nal­ver­band über die Gren­zen sei­nes Tätig­keits- oder Mit­glie­der­be­reichs hin­aus reprä­sen­ta­tiv im Sin­ne von § 36 Abs. 2 UrhG sein.
Nach der gesetz­li­chen Sys­te­ma­tik unter­liegt die Prü­fung der Ange­mes­sen­heit der Ver­gü­tung gemäß § 32 UrhG einer bestimm­ten Rei­hen­fol­ge. Vor­ran­gig ist zu fra­gen, ob sich Kri­te­ri­en für eine ange­mes­se­ne Ver­gü­tung aus einem Tarif­ver­trag erge­ben (§ 32 Abs. 4, § 36 Abs. 1 Satz 3 UrhG). Ist eine tarif­ver­trag­li­che Rege­lung wie im Streit­fall nicht anwend­bar, ist zu prü­fen, ob die Vor­aus­set­zun­gen einer gemein­sa­men Ver­gü­tungs­re­gel im Sin­ne von § 36 UrhG vor­lie­gen und damit die unwi­der­leg­li­che Ver­mu­tung der Ange­mes­sen­heit gemäß § 32 Abs. 2 Satz 1 UrhG ein­greift. Ist eine gemein­sa­me Ver­gü­tungs­re­gel nach den dar­in auf­ge­stell­ten per­sön­li­chen, sach­li­chen, räum­li­chen oder zeit­li­chen Vor­aus­set­zun­gen nicht anwend­bar, kommt auch eine Ver­mu­tungs­wir­kung gemäß § 32 Abs. 2 Satz 1 UrhG nicht in Betracht. Die ange­mes­se­ne Ver­gü­tung ist dann gemäß § 32 Abs. 2 Satz 2 UrhG nach einer Abwä­gung der Umstän­de des Ein­zel­falls zu bestim­men 1.
Das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt hat in der Vor­in­stanz ange­nom­men 2, dass sich der Jour­na­list zur Begrün­dung sei­nes Zah­lungs­an­trags nicht auf die unwi­der­leg­li­che Ver­mu­tung der Ange­mes­sen­heit der von ihm gel­tend gemach­ten Ver­gü­tung gemäß § 32 Abs. 2 Satz 1, § 36 UrhG in Ver­bin­dung mit den GVR Tages­zei­tun­gen stüt­zen kann. Es ist davon aus­ge­gan­gen, dass im Streit­fall zwar die Anwen­dungs­vor­aus­set­zun­gen der GVR Tages­zei­tun­gen in zeit­li­cher und per­sön­li­cher Hin­sicht vor­lie­gen. Es ist aber wei­ter davon aus­ge­gan­gen, der BDZV sei als Ver­tre­ter der ein­zeln auf­ge­führ­ten Lan­des­ver­bän­de auf­ge­tre­ten. Die an der Auf­stel­lung der GVR Tages­zei­tun­gen betei­lig­ten Lan­des­ver­bän­de deck­ten nicht das gesam­te Gebiet Deutsch­lands ab, son­dern sei­en auf die west­deut­schen Bun­des­län­der beschränkt. Der Sache nach ist das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt daher davon aus­ge­gan­gen, dass die Vor­aus­set­zun­gen für die Anwen­dung der GVR Tages­zei­tun­gen in räum­li­cher Hin­sicht im Streit­fall nicht vor­lie­gen. Die­se Beur­tei­lung hält nicht stand.
Das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt hat den per­sön­li­chen Anwen­dungs­be­reich des GVR Tages­zei­tun­gen für eröff­net ange­se­hen. Der Jour­na­list sei im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum vom 01.02.2010 bis zum 14.05.2011 haupt­be­ruf­lich als frei­er Jour­na­list an einer Tages­zei­tung im Sin­ne von § 1 Abs. 1 GVR Tages­zei­tun­gen tätig gewe­sen, und die Zei­tungs­ver­le­ge­rin habe die Bei­trä­ge des Jour­na­lis­ten in ihrer Tages­zei­tung ver­wen­det und sei daher als Werk­nut­ze­rin im Sin­ne von § 36 UrhG anzu­se­hen. Da sich die Kla­ge­an­trä­ge auf den Zeit­raum nach Inkraft­tre­ten der GVR Tages­zei­tun­gen am 1.02.2010 beschrän­ken, lie­gen die Anwen­dungs­vor­aus­set­zun­gen auch in zeit­li­cher Hin­sicht vor 3.
Mit Erfolg wen­det sich der Jour­na­list gegen die Annah­me des Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richts, die GVR Tages­zei­tun­gen sei­en in räum­li­cher Hin­sicht nicht auf das Ver­trags­ver­hält­nis der Par­tei­en anwend­bar. Die­se Beur­tei­lung wird von den bis­lang vom Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richt getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen nicht getra­gen.
Das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt hat nicht fest­ge­stellt, dass sich aus dem Wort­laut der in den GVR Tages­zei­tun­gen getrof­fe­nen Bestim­mun­gen eine Ein­schrän­kung des räum­li­chen Anwen­dungs­be­reichs ergibt. Ins­be­son­de­re hat es nicht fest­ge­stellt, in den GVR Tages­zei­tun­gen sei bestimmt, dass deren Anwen­dungs­be­reich nicht Zei­tungs­ver­la­ge umfasst, die – wie die Zei­tungs­ver­le­ge­rin – im Bun­des­land Bran­den­burg ansäs­sig sind. Sol­che Bestim­mun­gen zum räum­li­chen Anwen­dungs­be­reich sind den Ver­gü­tungs­re­geln nicht zu ent­neh­men. Abwei­chen­des ergibt sich auch nicht dar­aus, dass es in einer Fuß­no­te zur Ein­gangs­for­mel der GVR Tages­zei­tun­gen heißt, die Voll­macht des BDZV erstre­cke sich nicht auf das Bun­des­land Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Einen Erklä­rungs­wert dahin­ge­hend, dass es auch für Bran­den­burg an einer Voll­macht des BDZV feh­le, hat die Anmer­kung in der Fuß­no­te nicht.
Eine sich auf das Ver­trags­ver­hält­nis der Par­tei­en aus­wir­ken­de räum­li­che Ein­schrän­kung des Gel­tungs­be­reichs der GVR Tages­zei­tun­gen ergibt sich nach den vom Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richt getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen auch nicht aus dem Umstand, dass den auf der Sei­te der Werk­nut­zer an der Ver­ein­ba­rung der GVR Tages­zei­tun­gen betei­lig­ten Ver­ei­ni­gun­gen im Hin­blick auf Pots­dam die Reprä­sen­ta­ti­vi­tät gemäß § 36 Abs. 2 UrhG gefehlt hat.
Das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt hat aus­ge­führt, der Jour­na­list habe nicht dar­ge­legt, dass die GVR Tages­zei­tun­gen für die zwi­schen den Par­tei­en geschlos­se­ne Ver­ein­ba­rung Wir­kung ent­fal­ten. Im Hin­blick auf ost­deut­sche Zei­tungs­ver­la­ge feh­le es an dem gemäß § 36 Abs. 2 UrhG erfor­der­li­chen Merk­mal der Reprä­sen­ta­ti­vi­tät. Der beim Abschluss der GVR Tages­zei­tun­gen auf Ver­le­ger­sei­te täti­ge BDZV sei nicht im eige­nen Namen, son­dern ledig­lich als Ver­tre­ter von west­deut­schen Lan­des­ver­bän­den tätig gewor­den. Durch die­se west­deut­schen Ver­bän­de sei die ost­deut­sche Zei­tungs­bran­che mit ihren struk­tu­rel­len Beson­der­hei­ten nicht reprä­sen­tiert wor­den. Die­se Beur­tei­lung hält der recht­li­chen Nach­prü­fung nicht stand.
Das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt ist aller­dings mit Recht davon aus­ge­gan­gen, dass die Dar­le­gungs- und Beweis­last für die Fra­ge des wirk­sa­men Zustan­de­kom­mens einer gemein­sa­men Ver­gü­tungs­re­gel den­je­ni­gen trifft, der sich auf die­se Regel beruft 4. Es ist fer­ner in sei­nem recht­li­chen Aus­gangs­punkt der Sache nach zutref­fend davon aus­ge­gan­gen, dass sich ein ein­ge­schränk­ter (räum­li­cher) Anwen­dungs­be­reich aus den in § 36 Abs. 2 UrhG gere­gel­ten all­ge­mei­nen Anfor­de­run­gen an die für die Auf­stel­lung von gemein­sa­men Ver­gü­tungs­re­geln zuge­las­se­nen Ver­ei­ni­gun­gen erge­ben kann.
Gemäß § 36 Abs. 2 UrhG müs­sen die Ver­ei­ni­gun­gen von Urhe­bern und Werk­nut­zern, die gemäß § 36 Abs. 1 UrhG gemein­sa­me Ver­gü­tungs­re­geln auf­stel­len, reprä­sen­ta­tiv, unab­hän­gig und zur Auf­stel­lung gemein­sa­mer Ver­gü­tungs­re­geln ermäch­tigt sein. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sol­len gewähr­leis­ten, dass nur sol­che Ver­gü­tungs­re­geln die weit­rei­chen­de Rechts­fol­ge einer unwi­der­leg­li­chen Ver­mu­tung der Ange­mes­sen­heit im Sin­ne von § 32 Abs. 2 Satz 1 UrhG begrün­den, die von Ver­ei­ni­gun­gen ver­ein­bart wer­den, wel­che die Gewähr für eine sach­ori­en­tier­te und inter­es­sen­ge­rech­te Fest­le­gung von ange­mes­se­nen Regeln bie­ten 5. Mit den in § 36 Abs. 2 UrhG auf­ge­stell­ten Vor­aus­set­zun­gen soll ver­hin­dert wer­den, dass nicht­re­prä­sen­ta­ti­ve, unbe­deu­ten­de Grup­pie­run­gen gut­gläu­big oder in mani­pu­la­ti­ver Absicht, gege­be­nen­falls sogar im Zusam­men­spiel mit ihren Ver­hand­lungs­part­nern, untaug­li­che oder unan­ge­mes­se­ne Ver­gü­tungs­re­geln auf­stel­len 6. Dar­aus folgt, dass sich aus den Merk­ma­len der Reprä­sen­ta­ti­vi­tät, Unab­hän­gig­keit und der Ermäch­ti­gung im Ein­zel­fall Gren­zen für die Ver­mu­tung der Ange­mes­sen­heit der Ver­gü­tungs­re­gel im Sin­ne von § 32 Abs. 2 Satz 1 UrhG erge­ben kön­nen 7. Dies kann grund­sätz­lich auch im Hin­blick auf die räum­li­che Gel­tung einer gemein­sa­men Ver­gü­tungs­re­gel anzu­neh­men sein, etwa wenn eine Ver­ei­ni­gung nur zum Abschluss einer räum­lich begrenz­ten Ver­gü­tungs­re­gel ermäch­tigt wor­den ist oder die Vor­aus­set­zun­gen der Reprä­sen­ta­ti­vi­tät nur für ein bestimm­tes Gebiet vor­lie­gen und des­halb nach den rele­van­ten Umstän­den, ins­be­son­de­re den ört­li­chen Gege­ben­hei­ten, nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den kann, die ent­spre­chen­de Ver­ei­ni­gung kön­ne eine sach- und inter­es­sen­ge­rech­te Ver­ein­ba­rung auch für Urhe­ber oder Werk­nut­zer in ande­ren Gebie­ten ver­han­deln und abschlie­ßen.
Der Jour­na­list rügt ver­geb­lich, das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt habe sich nicht mit der Fra­ge befasst, ob der BDZV auch für die ost­deut­schen Bun­des­län­der als reprä­sen­ta­tiv anzu­se­hen sei. Auf die­se Fra­ge kommt es vor­lie­gend nicht an.
Das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt hat ange­nom­men, für die Beur­tei­lung der Reprä­sen­ta­ti­vi­tät sei nicht allein auf den BDZV als Dach­ver­band abzu­stel­len. Der BDZV sei aus­weis­lich des Rubrums der GVR Tages­zei­tun­gen nicht im eige­nen Namen, son­dern als Ver­tre­ter der dort im Ein­zel­nen auf­ge­führ­ten Lan­des­ver­bän­de auf­ge­tre­ten. Maß­geb­lich für die Fra­ge der Reprä­sen­ta­ti­vi­tät sei daher allein, ob die an der Auf­stel­lung betei­lig­ten Lan­des­ver­bän­de die Gepflo­gen­hei­ten der betref­fen­den Bran­che, hier der Zei­tungs­ver­le­ger, für das gesam­te Bun­des­ge­biet ein­deu­tig wider­spie­gel­ten. Die­se Beur­tei­lung lässt kei­nen Rechts­feh­ler erken­nen.
Nach den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen ist für die an die Per­son anknüp­fen­den Wirk­sam­keits­vor­aus­set­zun­gen von Rechts­ge­schäf­ten auf den Ver­trags­part­ner und nicht auf den von ihm ein­ge­setz­ten Ver­tre­ter abzu­stel­len. Abwei­chen­des lässt sich der Bestim­mung des § 36 UrhG nicht ent­neh­men. Es ist zudem sach­ge­recht, dass regio­na­le Ver­ei­ni­gun­gen von Urhe­bern oder Werk­nut­zern nicht jeweils ein­zeln Ver­hand­lun­gen über die Auf­stel­lung von gemein­sa­men Ver­gü­tungs­re­geln auf­neh­men, son­dern sich im Inter­es­se einer mög­lichst ein­heit­li­chen Hand­ha­bung von Ver­gü­tungs­re­geln zusam­men­schlie­ßen und sich bei der Ver­hand­lung und beim Abschluss der Ver­ein­ba­rung von ihrem Dach­ver­band ver­tre­ten las­sen.
Der Jour­na­list macht ver­geb­lich gel­tend, der BDZV habe vor­be­halt­los als Ver­ei­ni­gung der Werk­nut­zer an der Auf­stel­lung der Ver­gü­tungs­re­geln mit­ge­wirkt und daher zu ver­ste­hen gege­ben, dass er zur Auf­stel­lung von Ver­gü­tungs­re­geln befugt und bereit sei, so dass inter­ne Restrik­tio­nen und Vor­be­hal­te ein­zel­ner Mit­glie­der zurück­zu­tre­ten hät­ten. Die­se Sicht­wei­se berück­sich­tigt nicht, dass der BDZV nicht im eige­nen Namen, son­dern als Ver­tre­ter ver­schie­de­ner Lan­des­ver­bän­de auf­ge­tre­ten und des­halb auf die Lan­des­ver­bän­de abzu­stel­len ist. Der Jour­na­list trägt auch nicht vor, dass der BDZV – trotz sei­ner im Rubrum der GVR Tages­zei­tun­gen offen­ge­leg­ten Stel­lung als "Ver­tre­ter der nach­fol­gend genann­ten Mit­glieds­ver­bän­de" – selbst als Par­tei der Ver­ein­ba­rung anzu­se­hen ist.
Mit Erfolg wen­det sich der Jour­na­list aber gegen die Annah­me des Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richts, es feh­le an dem Merk­mal der Reprä­sen­ta­ti­vi­tät, weil der BDZV beim Abschluss der GVR Tages­zei­tun­gen in Stell­ver­tre­tung nur für west­deut­sche Lan­des­ver­bän­de auf­ge­tre­ten sei.
Das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt hat aus­ge­führt, die an der Auf­stel­lung der GVR Tages­zei­tun­gen betei­lig­ten (west­deut­schen) Lan­des­ver­bän­de des BDZV reprä­sen­tier­ten nicht den gesamt­deut­schen Zei­tungs­ver­le­ger­markt. Die gemein­sa­men Ver­gü­tungs­re­geln könn­ten des­halb auch nicht Wirk­sam­keit für die­je­ni­gen ost­deut­schen Zei­tungs­ver­le­ger­ver­bän­de bean­spru­chen, die an der Auf­stel­lung der GVR Tages­zei­tun­gen nicht betei­ligt gewe­sen sei­en. Damit eine Ver­gü­tungs­re­gel bun­des­weit Gel­tung bean­spru­chen kön­ne, müs­se regel­mä­ßig auch die an der Auf­stel­lung betei­lig­te Ver­ei­ni­gung bun­des­weit tätig sein. Die durch den BDZV ver­tre­te­nen Mit­glieds­ver­bän­de sei­en jedoch nicht bun­des­weit tätig, son­dern hät­ten das erfor­der­li­che reprä­sen­ta­ti­ve Gewicht nur inner­halb ihres bestimm­ten geo­gra­fi­schen Gebiets, in dem ihre jewei­li­gen Mit­glie­der ansäs­sig sei­en. Neben die­sen vom BDZV bei Abschluss der GVR Tages­zei­tun­gen ver­tre­te­nen Mit­glieds­ver­bän­den exis­tier­ten für den Bereich Ost­deutsch­land wei­te­re Ver­bän­de von Zei­tungs­ver­le­gern. Hier­zu rech­ne­ten der Ver­band ost­deut­scher Zei­tungs­ver­le­ger und der säch­si­sche Zei­tungs­ver­le­ger­ver­band, in denen Zei­tungs­ver­la­ge ver­tre­ten sei­en, die Zei­tun­gen in Ost­deutsch­land ver­trie­ben. Bereits begriff­lich kön­ne den jewei­li­gen regio­na­len Lan­des­ver­bän­den des BDZV daher kei­ne Reprä­sen­ta­ti­vi­tät für die ost­deut­sche Zei­tungs­bran­che zukom­men, wenn die ost­deut­schen Zei­tungs­ver­le­ger in eige­nen regio­na­len Ver­bän­den orga­ni­siert sei­en. Dem kann nicht zuge­stimmt wer­den.
Das Erfor­der­nis der Reprä­sen­ta­ti­vi­tät ist im Hin­blick auf den Sinn und Zweck des § 36 Abs. 2 UrhG aus­zu­le­gen. Das Merk­mal soll mit Blick auf die weit­rei­chen­de Ver­mu­tung der Ange­mes­sen­heit im Sin­ne von § 32 Abs. 2 Satz 1 UrhG sicher­stel­len, dass mit der Auf­stel­lung von gemein­sa­men Ver­gü­tungs­re­geln kein Miss­brauch betrie­ben wird, son­dern die­se nur von Ver­ei­ni­gun­gen ver­ein­bart wer­den, wel­che die Gewähr für eine sach­ori­en­tier­te und inter­es­sen­ge­rech­te Fest­le­gung von ange­mes­se­nen Regeln bie­ten und die daher im Hin­blick auf die ver­tre­te­ne Bran­che nicht unbe­deu­tend sind. Vor die­sem Hin­ter­grund ist erfor­der­lich, dass der jewei­li­gen Ver­ei­ni­gung ent­we­der nach ihrer Anzahl und Grö­ße oder nach ihrer Markt­be­deu­tung eine tat­säch­li­che Posi­ti­on zukommt, die es recht­fer­tigt, im kon­kre­ten Fall in legi­ti­mer Wei­se "für die Bran­che zu spre­chen" 8. Anzu­wen­den ist des­halb ein gemischt qua­li­ta­ti­ver und quan­ti­ta­ti­ver Maß­stab. Hier­für ist unter ande­rem die Zahl der ange­schlos­se­nen Mit­glie­der im Ver­hält­nis zur Gesamt­zahl der auf dem betref­fen­den Ver­wer­tungs­ge­biet täti­gen Per­so­nen oder Unter­neh­men, ihre Grö­ße und Markt­stel­lung sowie die Orga­ni­sa­ti­ons­dich­te und die geo­gra­fi­sche Ver­tei­lung der Mit­glie­der von Bedeu­tung 9.
Nach die­sen Maß­stä­ben schei­det eine vom Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richt ange­stell­te for­ma­le Betrach­tung dahin­ge­hend aus, dass gemein­sa­me Ver­gü­tungs­re­geln mit bun­des­wei­ter Bedeu­tung allein durch bun­des­weit täti­ge Ver­ei­ni­gun­gen abge­schlos­sen wer­den und regio­nal täti­ge Ver­bän­de nur im Hin­blick auf ihr Regio­nal­ge­biet reprä­sen­ta­tiv sein kön­nen. Bei der gebo­te­nen Anwen­dung eines gemischt qua­li­ta­ti­ven und quan­ti­ta­ti­ven Maß­stabs kann eine Reprä­sen­ta­ti­vi­tät viel­mehr auch einem Regio­nal­ver­band über die Gren­zen sei­nes Tätig­keits- oder Mit­glie­der­be­reichs zukom­men 10.
Auf der Grund­la­ge der vom Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richt bis­lang getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen kann das Merk­mal der Reprä­sen­ta­ti­vi­tät nicht des­halb ver­neint wer­den, weil beson­de­re, nur für ost­deut­sche Zei­tungs­ver­le­ger gel­ten­de Umstän­de bestehen, die bei Abschluss der GVR Tages­zei­tun­gen durch die west­deut­schen Regio­nal­ver­bän­de kei­ne Berück­sich­ti­gung gefun­den haben.
Aller­dings kön­nen regio­na­le Beson­der­hei­ten der Annah­me einer über­re­gio­na­len Reprä­sen­ta­ti­vi­tät eines Regio­nal­ver­ban­des ent­ge­gen­ste­hen. Bei der Fra­ge, ob ein Regio­nal­ver­band oder – wie im Streit­fall – eine als Ver­trags­part­ner auf­tre­ten­de Mehr­zahl von regio­nal täti­gen Ver­ei­ni­gun­gen der Werk­nut­zer über deren Tätig­keits­ge­bie­te hin­aus­rei­chend im Sin­ne von § 36 Abs. 2 UrhG reprä­sen­ta­tiv ist, ist neben der in § 36 Abs. 1 Satz 2 UrhG ange­spro­che­nen Struk­tur und Grö­ße der in den Ver­ei­ni­gun­gen reprä­sen­tier­ten Ver­wer­ter vor allem zu berück­sich­ti­gen, dass es für die Ange­mes­sen­heit der Ver­gü­tung nach der Grund­ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers maß­geb­lich dar­auf ankommt, was nach Art und Umfang der ein­ge­räum­ten Nut­zungs­mög­lich­keit übli­cher- und red­li­cher­wei­se zu leis­ten ist (§ 32 Abs. 2 Satz 2 UrhG). Hier­für ist auch von Bedeu­tung, ob sich im Hin­blick auf die­se Kri­te­ri­en regio­na­le Beson­der­hei­ten fest­stel­len las­sen, die der Annah­me einer über­re­gio­na­len Reprä­sen­ta­ti­vi­tät von Regio­nal­ver­bän­den ent­ge­gen­ste­hen. Der Jour­na­list rügt mit Recht, das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt habe sol­che rele­van­ten regio­na­len Beson­der­hei­ten zwar ange­nom­men, inso­weit aber kei­ne nach­voll­zieh­ba­ren Fest­stel­lun­gen getrof­fen.
Die für die Prü­fung, ob die vom BDZV ver­tre­te­nen Mit­glie­der­ver­bän­de im Sin­ne von § 36 Abs. 2 UrhG reprä­sen­ta­tiv sind, erfor­der­li­chen Fest­stel­lun­gen und deren Wür­di­gung lie­gen aller­dings grund­sätz­lich auf tatrich­ter­li­chem Gebiet und sind daher in der Revi­si­ons­in­stanz nur dar­auf­hin zu über­prü­fen, ob die Beur­tei­lung des Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richts von sei­nen Fest­stel­lun­gen getra­gen wird. Das Beru­fungs­ur­teil muss jedoch eine revi­si­ons­recht­lich nach­prüf­ba­re Begrün­dung ent­hal­ten. Erfor­der­lich ist, dass die die tatrich­ter­li­che Wür­di­gung tra­gen­den tat­säch­li­chen Umstän­de im Ein­zel­nen so nach­voll­zieh­bar dar­ge­legt wer­den, dass das Revi­si­ons­ge­richt sie über­prü­fen kann. Die­sen Anfor­de­run­gen wird die Ent­schei­dung des Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richts nicht gerecht.
Das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt hat aus­ge­führt, es gebe "struk­tu­rel­le Beson­der­hei­ten" hin­sicht­lich der ost­deut­schen Zei­tungs­ver­le­ger­ver­bän­de, die bei der Auf­stel­lung der GVR Tages­zei­tun­gen nicht mit ein­ge­flos­sen sei­en. Von wel­chen "struk­tu­rel­len Beson­der­hei­ten" das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt inso­weit kon­kret aus­ge­gan­gen ist, lässt sich sei­ner Ent­schei­dung aber nicht ent­neh­men. Soll­te das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt in die­sem Zusam­men­hang – unaus­ge­spro­chen – von Beson­der­hei­ten bei der Kauf­kraft und dem Ein­kom­men der Leser­schaft und damit von im Ver­gleich zu west­deut­schen Ver­la­gen gerin­ge­ren Ver­triebs- und Anzei­gen­er­lö­sen der ost­deut­schen Ver­la­ge aus­ge­gan­gen sein, hät­te es sich zudem mit dem Vor­trag des Jour­na­lis­ten aus­ein­an­der­set­zen müs­sen, wonach der pau­scha­le Ver­weis auf struk­tu­rel­le Unter­schie­de bei der Zei­tungs­ver­le­ge­rin des­halb ins Lee­re gehe, weil die­se in Pots­dam und damit im Ein­zugs­ge­biet von Ber­lin tätig sei, wel­ches sich hin­sicht­lich Kauf­kraft und Ein­kom­men der Bevöl­ke­rung nicht von den west­deut­schen Bun­des­län­dern unter­schei­de.
Anders als das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt meint, kann auch nicht allein wegen des Umstands, dass in Ost­deutsch­land eben­falls Zei­tungs­ver­le­ger­ver­bän­de exis­tie­ren, ange­nom­men wer­den, dass die bei Abschluss der GVR Tages­zei­tun­gen täti­gen west­deut­schen Mit­glieds­ver­bän­de des BDZV die Ver­hält­nis­se und Gege­ben­hei­ten des Zei­tungs­mark­tes in Ost­deutsch­land nicht hin­rei­chend wider­spie­geln.
Mit Erfolg wen­det sich der Jour­na­list fer­ner gegen die Annah­me des Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richts, die an der Ver­ein­ba­rung der GVR Tages­zei­tun­gen betei­lig­ten west­deut­schen Mit­glieds­ver­bän­de des BDZV sei­en des­halb nicht reprä­sen­ta­tiv, weil in der Fuß­no­te zur Ein­gangs­for­mel der GVR Tages­zei­tun­gen erwähnt wer­de, dass sich die Voll­macht des BDZV nicht auf das Bun­des­land Meck­len­burg-Vor­pom­mern erstre­cke. Der Inhalt der Fuß­no­te betrifft allein den Umfang der Voll­macht des BDZV. Damit ist nicht das Merk­mal der Reprä­sen­ta­ti­vi­tät, son­dern allen­falls das eben­falls in § 36 Abs. 2 UrhG gere­gel­te Erfor­der­nis der Ermäch­ti­gung der Ver­ei­ni­gung zur Auf­stel­lung gemein­sa­mer Ver­gü­tungs­re­geln ange­spro­chen. Zudem lässt sich der Fuß­no­te kein Erklä­rungs­wert zu Bran­den­burg ent­neh­men.
Das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt hat ange­nom­men, die GVR Tages­zei­tun­gen könn­ten "auf­grund der struk­tu­rel­len Unter­schie­de" nicht als Indiz für eine ange­mes­se­ne Ver­gü­tung her­an­ge­zo­gen wer­den. Dage­gen wen­det sich der Jour­na­list eben­falls mit Erfolg.
Bei der gemäß § 32 Abs. 2 Satz 2 UrhG vor­zu­neh­men­den Prü­fung, ob eine Ver­gü­tung im Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses dem ent­spricht, was im Geschäfts­ver­kehr nach Art und Umfang der ein­ge­räum­ten Nut­zungs­mög­lich­keit, ins­be­son­de­re nach Dau­er und Zeit­punkt der Nut­zung, unter Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de übli­cher- und red­li­cher­wei­se zu leis­ten ist, kön­nen auch sol­che gemein­sa­men Ver­gü­tungs­re­ge­lun­gen als Ver­gleichs­maß­stab und Ori­en­tie­rungs­hil­fe her­an­ge­zo­gen wer­den, deren Anwen­dungs­vor­aus­set­zun­gen – wie vom Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richt im Streit­fall ange­nom­men – nicht (voll­stän­dig) erfüllt sind und die des­halb kei­ne unwi­der­leg­li­che Ver­mu­tungs­wir­kung im Sin­ne von § 32 Abs. 2 Satz 1 UrhG ent­fal­ten 11. Für die indi­zi­el­le Her­an­zie­hung von Ver­gü­tungs­re­geln im Rah­men der nach § 32 Abs. 2 Satz 2 UrhG vor­zu­neh­men­den Ein­zel­fall­ab­wä­gung ist es nicht erfor­der­lich, dass sämt­li­che Vor­aus­set­zun­gen für die Anwen­dun­gen der Ver­gü­tungs­re­ge­lung erfüllt sind. Aus­rei­chend ist viel­mehr eine ver­gleich­ba­re Inter­es­sen­la­ge; even­tu­ell für die Fra­ge der Ange­mes­sen­heits­prü­fung bestehen­den Unter­schie­den ist im Ein­zel­fall durch eine modi­fi­zier­te Anwen­dung der Ver­gü­tungs­re­ge­lung Rech­nung zu tra­gen 12.
Die­se Grund­sät­ze hat das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt nicht berück­sich­tigt. Es hat zwar ange­nom­men, "auf­grund der struk­tu­rel­len Unter­schie­de" könn­ten die GVR Tages­zei­tun­gen nicht als Indiz für eine ange­mes­se­ne Ver­gü­tung her­an­ge­zo­gen wer­den. Dem Beru­fungs­ur­teil lässt sich jedoch nicht ent­neh­men, von wel­chen "struk­tu­rel­len Unter­schie­den" das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt kon­kret aus­ge­gan­gen ist. Dar­über hin­aus hat es nicht geprüft, ob trotz sol­cher Unter­schie­de zumin­dest von einer ver­gleich­ba­ren Inter­es­sen­la­ge aus­ge­gan­gen und ob gege­be­nen­falls bestehen­den Unter­schie­den im Ein­zel­fall durch eine modi­fi­zier­te Anwen­dung der Ver­gü­tungs­re­ge­lung Rech­nung getra­gen wer­den kann.
Das Beru­fungs­ur­teil stellt sich auch nicht aus ande­ren Grün­den als rich­tig dar (§ 561 ZPO). Der Ein­wand, die GVR Tages­zei­tun­gen ver­stie­ßen gegen das Kar­tell­ver­bot gemäß Art. 101 Abs. 1 AEUV und könn­ten des­halb weder eine Bin­dungs­wir­kung gemäß § 32 Abs. 2 Satz 1 in Ver­bin­dung mit § 36 UrhG ent­fal­ten noch hät­ten sie eine indi­zi­el­le Bedeu­tung bei der Bestim­mung einer ange­mes­se­nen Ver­gü­tung gemäß § 32 Abs. 2 Satz 2 UrhG, ist von der Zei­tungs­ver­le­ge­rin erst­mals in der Revi­si­ons­er­wi­de­rung gel­tend gemacht wor­den. Inso­weit fehlt es bis­lang ins­be­son­de­re an Fest­stel­lun­gen des Bran­den­bur­gi­schen Ober­lan­des­ge­richts dazu, ob die GVR Tages­zei­tun­gen geeig­net sind, den Han­del zwi­schen Mit­glied­staa­ten in spür­ba­rer Wei­se zu beein­flus­sen 13, und ob sie vom Anwen­dungs­be­reich des Art. 101 Abs. 1 AEUV aus­ge­nom­men sind, weil es sich bei den frei­en haupt­be­ruf­li­chen Jour­na­lis­ten im Sin­ne von § 1 Abs. 1 GVR Tages­zei­tun­gen um "Schein­selb­stän­di­ge", das heißt Urhe­ber han­delt, die sich in einer ver­gleich­ba­ren Situa­ti­on wie Arbeit­neh­mer befin­den 14. Zudem hat­ten die Par­tei­en bis­lang kei­ne Gele­gen­heit, zur Fra­ge der erst­mals mit der Revi­si­ons­er­wi­de­rung gel­tend gemach­ten Kar­tell­rechts­wid­rig­keit der GVR Tages­zei­tun­gen vor­zu­tra­gen.
Aus dem Vor­ste­hen­den ergibt sich, dass der Jour­na­list fer­ner Erfolg hat, soweit er sich gegen die Abwei­sung des Aus­kunfts- und des Fest­stel­lungs­an­trags rich­tet. Das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt hat auch die­se Anträ­ge mit der Begrün­dung zurück­ge­wie­sen, dem Jour­na­lis­ten ste­he kei­ne wei­te­re Ver­gü­tung gemäß § 32 UrhG zu. Gegen­tei­li­ges ergibt sich zum Aus­kunfts­an­trag auch nicht des­halb, weil das Bran­den­bur­gi­sche Ober­lan­des­ge­richt ange­nom­men hat, der Jour­na­list habe nicht vor­ge­tra­gen, dass das von der Zei­tungs­ver­le­ge­rin gezahl­te Hono­rar die Online-Nut­zung sei­ner Arti­kel nicht abgel­te. Der Aus­kunfts­an­trag ist nicht auf eine Online-Nut­zung beschränkt.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Sep­tem­ber 2016 – I ZR 20/​15
BGH, Urteil vom 21.05.2015 – I ZR 62/​14, GRUR 2016, 62 Rn. 13 = WRP 2016, 354 – GVR Tages­zei­tun­gen I, mwN[↩]
OLG Bran­den­burg, Urteil vom 22.12.2014 – 6 U 30713[↩]
vgl. dazu BGH, GRUR 2016, 62 Rn. 14 – GVR Tages­zei­tun­gen I[↩]
vgl. Schul­ze in Dreier/​Schulze, UrhG, 5. Aufl., § 36 Rn. 16 mwN[↩]
vgl. Schul­ze in Dreier/​Schulze aaO § 36 Rn. 17; Dietz/​Haedicke in Schricker/​Loewenheim, Urhe­ber­recht, 4. Aufl., § 36 UrhG Rn. 52[↩]
Dietz/​Haedicke in Schricker/​Loewenheim aaO § 36 UrhG Rn. 52[↩]
vgl. auch die Begrün­dung des Ent­wurfs eines Geset­zes zur Stär­kung der ver­trag­li­chen Stel­lung von Urhe­bern und aus­üben­den Künst­lern, BT-Drs. 14/​6433, S. 17[↩]
vgl. BeckOK.UrhR/Soppe, 12. Edi­ti­on, Stand: 1.04.2016, § 36 UrhG Rn. 26; Schul­ze in Dreier/​Schulze aaO § 36 Rn. 18; Thü­s­ing, GRUR 2002, 203, 209 f.[↩]
vgl. Dietz/​Haedicke in Schricker/​Loewenheim aaO § 36 UrhG Rn. 53 mwN[↩]
Dietz/​Haedicke in Schricker/​Loewenheim aaO § 36 UrhG Rn. 53; Schul­ze in Dreier/​Schulze aaO § 36 Rn. 18; Ory, AfP 1993, 102; Thü­s­ing, GRUR 2002, 203, 209; a.A. Czy­chow­ski in Fromm/​Nordemann, Urhe­ber­recht, 11. Aufl., § 36 UrhG Rn. 7[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 07.10.2009 – I ZR 38/​07, BGHZ 182, 337 Rn. 32 ff. – Tal­king to Addi­son; BGH, GRUR 2016, 62 Rn. 16 – GVR Tages­zei­tun­gen I, mwN; GRUR 2016, 67 Rn. 9 – GVR Tages­zei­tun­gen II[↩]
BGHZ 182, 337 Rn. 34 – Tal­king to Addi­son; BGH, GRUR 2016, 62 Rn. 21 – GVR Tages­zei­tun­gen I[↩]
vgl. EuGH, Urteil vom 16.07.2015 C172/​14, EuZW 2015, 802 Rn. 48 ING Pen­sii; vgl. auch Bekannt­ma­chung der Kom­mis­si­on, Leit­li­ni­en über den Begriff der Beein­träch­ti­gung des zwi­schen­staat­li­chen Han­dels in den Arti­keln 81 und 82 des Ver­trags, Rn. 90 bis 92, ABl. EU 2004 C 101/​81[↩]
vgl. EuGH, Urteil vom 04.12 2014, C413/​13, GRUR Int.2015, 384 Rn. 31 ff. = WRP 2015, 337 – FNV Kuns­ten Infor­ma­tie en Media[↩]
RepräsentativitätTageszeitungVergütungsregelnVerwertungsgesellschaft

References: § 36
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 § 1
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 Art. 101
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