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Timestamp: 2019-11-22 02:59:28+00:00

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Was gilt als Stalking und was kann man dagegen tun? - EXPERTENTIPP auf BERATUNG.DE
Was gilt als Stalking und was kann man dagegen tun?
Stalken kommt vom englischen „to stalk“ und heißt auf gut Deutsch: Umkreisen der Beute oder anschleichen. Fachleute beschreiben diesen Vorgang folgendermaßen: Das ist eine mehrfache Belästigung einer Person über eine ausgedehnte Zeitspanne. Die Täter/-innen können männlich oder weiblich sein, sie wollen das Opfer unbedingt kontaktieren und stören dabei ohne Rücksicht die Privatsphäre des Opfers. Die Tat kann mehrere Gründe haben: Entweder ist es der Wunsch nach Freundschaft, sexueller Zuneigung oder unerfüllte Liebe. Größtenteils sind Stalkingfälle Folgen von Trennungen oder Abweisung. Doch wo endet das Flirten oder ein Annäherungsversuch und wo beginnt das Stalken? Das kann nicht genau beantwortet werden, denn jede verfolgte Person empfindet anders. Trotzdem sollte jede gestalkte Person sofort zur Polizei gehen oder durch einen Rechtsbeistand auf Unterlassung klagen.
Stalken ist eine Straftat, deren Strafrahmen seit 2007 nach § 238 StGB festgesetzt wird.
Cyberstalking in sozialen Medien:
Eine der schlechten Begleiterscheinungen der digitalen Welt sind Belästigungen per Mail, im Internet oder übers Smartphon. Das Opfer fühlt sich eingeschüchtert, bedrängt und bedroht. Es gibt verschiedene Variationen des Cyberstalkings, hier zunächst die Wichtigsten: Der Täter
verbreitet im Internet verfälschte Fotos des Opfers,
postet intime Bilder oder Details aus der Privatsphäre des Opfers
bestellt im Internet Ware auf den Namen seines Opfers
verbreitet Unwahrheiten oder falsche Angaben über das Opfer
Cyberstalking ist ebenso nach § 238 StGB strafbar.
Erste wichtige Schritte beim Verdacht auf Stalking:
Menschen, die das Gefühl haben, dass sie verfolgt werden, müssen dem Täter/der Täterin sofort Grenzen aufzeigen. Sie sollten klar und deutlich zu verstehen geben, dass sie keinen Wert auf weitere Kontaktaufnahmen legen und künftige Belästigungen ignorieren. Bestenfalls wendet sich das Opfer an anwesende Zeugen/-innen und notiert chronologisch den Verlauf der Belästigung und löscht keinerlei Hinweise aus den sozialen Medien oder dem Handy.
Wie erklärt das Gesetz stalken?
Stalking beschreibt häufige Belästigungen einer Person durch deren Verfolgung gegen ihren Willen, Bedrohen, unerlaubtes Auflauern und Terrorisieren sowie körperliche oder psychische Gewalt.
Eine derartige Belästigung kann jedem passieren, egal welches Einkommen, Alter oder welche Nationalität das Opfer vorweist. Oft bemerken die Betroffenen es nicht sofort, dass sie verfolgt werden. Aus rechtlicher Sicht beginnt das Stalken sobald eine Person sich wegen beharrlichem Belästigen in seiner Privatsphäre gestört fühlt.
Viele Opfer, die verfolgt werden, leiden. Die Folgen sind häufig verheerend und grenzenlos, sie beginnen mit einfachen psychischen Problemen, die bis zum Freitod führen können. Männer oder Frauen gehen wegen ihrer Angst vor Bedrohung nicht mehr aus dem Haus und vereinsamen. Ihre Lebensqualität ist somit stark eingeschränkt.
Wer hilft den Menschen, die gestalkt werden?
Wenn ein Stalker Sie belästigt,
beziehen Sie Familie und Freunde ein
nehmen professionelle oder ärztliche Hilfe in Anspruch
gehen Sie zur Polizei und
gehen Sie rechtlich vor und erwirken eine einstweilige Verfügung oder klagen auf Unterlassung
Wie hoch ist der Strafrahmen und welche Konsequenzen können daraus erfolgen?
Der Täter/die Täterin hat mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Das kann, je nach Schwere der Tat, eine Freiheitsstrafe von unter zehn Jahren oder eine Geldstrafe sein.
§ 238 StGB behandelt Stalkingfälle verschiedenen Umfangs. In vier Absätzen wird geregelt, wie hoch der Strafrahmen beispielsweise für schwere Gesundheitsschädigungen oder sogar für den Tod des Opfers angesetzt wird. Die einzelnen Absätze definieren Folgendes:
§ 238 Absatz 1 StGB
Wer eine andere Person unbefugt nachstellt, sodass deren Lebensart gravierend eingeschränkt ist, hat eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu erwarten.
§ 238 Absatz 2 StGB
Wer das Opfer oder seine Familienangehörigen durch seine Nachstellungen in Lebensgefahr bringt oder deren Gesundheit gefährdet, kann mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren rechnen.
§ 238 Absatz 3 StGB
Wer durch die Nachstellungen das Opfer oder einen Familienangehörigen zu Tode bringt, wird mit Freiheitsentzug zwischen einem Jahr und zehn Jahren bestraft.
§ 238 Absatz 4 StGB
Die Tat betreffend Absatz 1 wird nur auf Antrag des Opfers verfolgt. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass der Staatsanwalt aufgrund öffentlichen Interesses die Tat verfolgt.
Themenbereiche: alle | Strafrecht | Erpressung, Mobbing, Stalking

References: § 238
 § 238

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