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Timestamp: 2020-03-31 16:07:08+00:00

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Kanzlei Heindorf - Rechtsanwältin und Strafverteidigerin Manon Heindorf - Raubdelikte, §§ 249 ff. StGB
Die Raubdelikte stellen im deutschen Strafrecht ziemlich bekannte und umfassende Tatbestände dar. Er wird in Abschnitt 20 des besonderen Teils des Strafgesetzbuchs (StGB) im § 249 beschrieben. Diese Tatbestände gehören zu den schwersten im deutschen Strafrecht und ist, je nach Form der Begehung, mit schwerwiegenden Konsequenzen verbunden, die sich schnell steigern können.
Den Grundtatbestand des Raubes regelt § 249 Abs. 1 StGB, der normiert:
Dieser Tatbestand soll, genau wie der Diebstahl, zum einem das Eigentum, zum anderen die freie Willensbildung- und Betätigung schützen. Einfach dargestellt ist der Raub ein Diebstahl mit Nötigungsmitteln, also Gewalt oder Drohung mit Gewalt.
Als Tatobjekt schützt der Tatbestand eine fremde, also eine nicht im Alleineigentum des Täters stehende, bewegliche Sache. Der Täter muss diese Sache weggenommen haben, also gegen den Willen des bisherigen Gewahrsamsinhabers neuen Gewahrsam an der Sache begründet haben. Dabei ist der Gewahrsam aus juristischer Sicht die tatsächliche Sachherrschaft einer Person über eine Sache getragen von einem natürlichen Beherrschungswillen, unter Berücksichtigung der Verkehrsauffassung. Erforderlich ist überdies der Einsatz qualifizierter Nötigungsmittel. .
Unter Gewalt gegen eine Person versteht man körperlich wirkenden Zwang, der zumindest mittelbar auf eine Person einwirkt und nach der Vorstellung des Täters bestimmt (subjektiv) und geeignet (objektiv) ist, einen erwarteten oder geleisteten Widerstand zu überwinden oder unmöglich zu machen (BGHSt. 23, 126). Drohung meint das in Aussichtstellen eines künftigen Übels, auf das der Drohende Einfluss zu haben vorgibt (in Abgrenzung zur bloßen Warnung, hier gibt der Täter nicht vor, Einfluss zu haben). Objektiv muss ein enger zeitlich-räumlicher Zusammenhang zwischen der Wegnahme und dem Einsatz der Mittel bestehen, subjektiv muss der Täter aus seiner Sicht das Nötigungsmittel gerade zur Wegnahme einsetzen. Darüber hinaus muss der Täter in der Absicht handeln, diese fremde Sache sich oder einem anderen rechtswidrig zuzueignen.
Der Raub wird als Verbrechen mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr sanktioniert. Diese kann aber bei einem Ersttäter mit günstiger Sozialprognose durchaus zur Bewährung ausgesetzt werden. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, § 249 Abs. 2 StGB.
Treten zum einfachen Raub nach § 249 Abs. 1 StGB weitere besondere Umstände hinzu, so wird er zu einem schweren Raub, der mit mindestens drei, beziehungsweise fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet wird.
Ein gefährliches Werkzeug ist nach der ständigen Rechtsprechung jeder körperliche Gegenstand, der nach seiner objektiven Beschaffenheit und nach der Art seiner Benutzung im Einzelfall dazu geeignet ist, erhebliche Körperverletzungen herbeizuführen. Es kann sich dabei nur um bewegliche Gegenstände handeln. Als Beispiele können hier Knüppel, Steine, aufgehetzte Hunde, aber auch alltägliche Gegenstände wie Flaschen, Bleistifte und Krawatten angeführt werden. Der Waffenbegriff umfasst letztlich nur Waffen im technischen Sinn, also solche Werkzeuge, die nach ihrer generellen Zweckbestimmung Angriffs- oder Verteidigungsmittel gegen den Menschen sind und nach ihrem Zustand zum Tatzeitpunkt geeignet sind, erhebliche Verletzungen herbeizuführen (Schusswaffe, Gaspistole, Schlagring). Im Rahmen des § 250 Abs. 1 StGB ist ausreichend, dass der Täter das Mittel zu irgendeinem Zeitpunkt zwischen Tatbeginn und Tatbeendigung bei sich führt, er sich dessen also ohne weiterer Schwierigkeiten bedienen kann.
Bei einem besonders schweren Raub nach § 250 Abs. 2 StGB muss die Waffe oder das gefährliche Werkzeug auch verwendet werden, z. B. zur Drohung mit der Waffe. Als Verwenden gilt jeder zweckgerichtete Gebrauch als Mittel der Gewaltanwendung oder der Drohung mit Gewalt zur Ermöglichung der Wegnahme bei der Tat. Dadurch erhöht sich die Strafandrohung auf mindestens fünf Jahre Freiheitsstrafe.
Wird die ausgeraubte Person bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder durch die Tat in die Gefahr des Todes gebracht, beträgt die Mindeststrafe ebenfalls fünf Jahre.
Ferner umfasst der schwere Raub auch den Raub als Mitglied einer Bande. Eine Bande besteht aus mindestens drei Personen, die sich mit dem Willen verbunden haben, künftig für eine gewisse Dauer mehrere selbstständige, im Einzelnen noch ungewisse Straftaten zu begehen.
Von diesen drei Personen müssen mindestens zwei bei der Tat zusammenwirken, einer davon sie als Täter begehen, aber keiner von ihnen muss zwingend am Tatort zugegen sein (sog. „3-2-1-0-Formel“). Führt ein Bandenmitglied eine Waffe mit sich, erhöht sich als schwerer Raub die Strafe wiederum von mindestens drei auf mindestens fünf Jahre Freiheitsstrafe.
Führt der Täter oder ein anderer Beteiligter beim Raub eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug mit sich, so handelt es sich um einen schweren Raub nach § 250 Abs. 1 StGB, der eine Mindestfreiheitsstrafe von drei Jahren vorsieht, die nicht mehr bewährungsfähig ist.
Darüber hinaus liegt die Mindestfreiheitsstrafe bei fünf Jahren, sofern der Täter oder ein anderer Beteiligter bei dem Raub die Waffe oder das Werkzeug einsetzen, etwa um geleisteten oder erwarteten Widerstand zu überwinden, § 250 Abs. 2 StGB.
Auch diese kann nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch beim schweren Raub besteht allerdings die Möglichkeit, dass es sich um einen minder schweren Fall nach § 250 Abs. 3 StGB handelt.
Da es sich beim Raub um ein Verbrechen handelt, haben Sie das Recht, sich einen Pflichtverteidiger zu wählen, den das Gericht Ihnen sodann beiordnet. Sie sollten demzufolge keinesfalls warten, bis das Gericht Ihnen irgendeinen Verteidiger beiordnet, vielmehr sollten Sie sich immer bemühen, den für Sie "passenden" Rechtsanwalt selbst zu finden und auszuwählen, denn Sie sollten sowohl im Hinblick auf die Verteidigungsstrategie als auch im Hinblick auf menschliche Gesichtspunkte gut mit Ihrem Strafverteidiger harmonieren.
Voraussetzung für eine Strafbarkeit ist demzufolge die Verwirklichung eines Raubdeliktes, durch das der Tod einer Person verursacht wurde. Dabei muss der Getötete nicht zwingend auch das Raubopfer sein, auch der Tod eines Unbeteiligten kann den Tatbestand erfüllen. Der Täter muss den Todeseintritt nicht vorsätzlich herbeigeführt haben, vielmehr reicht eine leichtfertige Verursachung aus. Leichtfertig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonderem Maß außer Acht lässt.
Zudem muss die Gefahr des Todes der Raubhandlung bereits innegewohnt haben. Demzufolge muss sich ein spezifisches Risiko des Raubes verwirklicht haben. Da es sich bei diesem Zusammenhang um einen Begriff handelt, der hinsichtlich seiner Beurteilung äußerste Präzision verlangt, sollten Sie in solchen Fällen, einen auf das Strafrecht spezialisierten Anwalt zu Rate ziehen.
Die Strafandrohung für einen Raub mit Todesfolge i.S.d. § 251 StGB liegt bei mindestens zehn Jahren bis hin zu lebenslanger Freiheitsstrafe. Abgesehen von Fällen, in denen das Gericht die besondere Schwere der Schuld festgestellt hat, kann eine lebenslange Freiheitsstrafe bereits nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.
Da es sich beim Raub mit Todesfolge ebenso um ein Verbrechen handelt, haben Sie das Recht, sich einen Pflichtverteidiger zu wählen, den das Gericht Ihnen sodann beiordnet. Sie sollten demzufolge keinesfalls warten, bis das Gericht Ihnen irgendeinen Verteidiger beiordnet, vielmehr sollten Sie sich immer bemühen, den für Sie "passenden" Rechtsanwalt selbst zu finden und auszuwählen, denn Sie sollten sowohl im Hinblick auf die Verteidigungsstrategie als auch im Hinblick auf menschliche Gesichtspunkte gut mit Ihrem Strafverteidiger harmonieren.
Eine besondere Erscheinungsform des Raubes regelt der § 252 StGB in Form des räuberischen Diebstahls: Wer, bei einem Diebstahl auf frischer Tat betroffen, gegen eine Person Gewalt verübt oder Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben anwendet, um sich im Besitz des gestohlenen Gutes zu erhalten, ist gleich einem Räuber zu bestrafen.
Der räuberische Diebstahl setzt als Vortat einen vollendeten Diebstahl voraus. Der Täter muss bereits Gewahrsam an der Sache erlangt und erst zur Beutesicherung Nötigungsmittel eingesetzt haben, nachdem er auf frischer Tat ertappt worden ist.
Das Nötigungsmittel kann der Einsatz von Gewalt oder die Drohung mit Gewalt sein. Ist der Diebstahl bereits beendet (also bereits gesicherter Gewahrsam an der Beute erlangt) scheidet ein räuberischer Diebstahl regelmäßig aus. Dann handelt es sich um einen Raub. Die beiden Delikte stehen daher in Exklusivität zueinander, sie schließen sich gegenseitig aus. Schließlich muss der Täter in der Absicht handeln, die Gewahrsamsentziehung zu verhindern, um sich selbst oder einen Dritten im Besitz der Diebesbeute zu erhalten.
Der Täter eines räuberischen Diebstahls ist gleich einem Räuber zu bestrafen, demzufolge mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr, deren Vollstreckung bei einem Ersttäter mit positiver Sozialprognose zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Auch bei einem räuberischen Diebstahl kann sich die Mindeststrafandrohung aber durch das Vorliegen besonderer Umstände auf drei, beziehungsweise fünf Jahre erhöhen.
Da es sich beim rüberischen Diebstahl um ein Verbrechen handelt, haben Sie das Recht, sich einen Pflichtverteidiger zu wählen, den das Gericht Ihnen sodann beiordnet. Sie sollten demzufolge keinesfalls warten, bis das Gericht Ihnen irgendeinen Verteidiger beiordnet, vielmehr sollten Sie sich immer bemühen, den für Sie "passenden" Rechtsanwalt selbst zu finden und auszuwählen, denn Sie sollten sowohl im Hinblick auf die Verteidigungsstrategie als auch im Hinblick auf menschliche Gesichtspunkte gut mit Ihrem Strafverteidiger harmonieren.

References: § 249
 § 249
 § 249
 § 249
 § 250
 § 250
 § 250
 § 250
 § 250
 § 251
 § 252