Source: http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/284/623
Timestamp: 2018-03-21 12:54:02+00:00

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Which Way Ahead? A Commentary on Recent Developments in German-Speaking "Qualitative" Social Research | Hitzler | Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research
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Volume 8, No. 3, Art. 4 – September 2007
Wohin des Wegs? Ein Kommentar zu neueren Entwicklungen in der deutschsprachigen "qualitativen" Sozialforschung1)
Zusammenfassung: In diesem Kommentar nehme ich einige Überlegungen aus meinen im FQS (2002 und 2005) publizierten Artikel zum Stand der Diskussion (in) der deutschsprachigen interpretativen Soziologie auf und ergänze diese Überlegungen um eine "tour d’horizon" zum entsprechenden Stand der "Dinge" in einigen Nachbardisziplinen der Soziologie. Anschließend an diese "tour d’horizon" stelle ich die Frage danach, wohin sich eine genuin interpretative empirische Forschung in den Sozialwissenschaften mit welchen vermeintlichen Konsequenzen bewegen wird bzw. bewegen kann.
Keywords: Methodendebatte, interpretative Soziologie, Rekonstruktion von Sinn, Handlungssinn
1. Das Etablissement der "qualitativen" Sozialforschung
2. Der Streit um den Sinn
3. Rekonstruktion von Sinn als "normal science"
In den Methodendebatten der empirischen Kulturwissenschaften (bzw. der Europäischen Ethnologie bzw. der Volkskunde), in den Methodendebatten der Ethnologie, der Kommunikations- und Medienwissenschaft und der Erziehungswissenschaften (einschließlich der Sozialarbeit), in den Methodendebatten der Psychologie, der Gesundheitsforschung, Sport- und der Politikwissenschaft und immer deutlicher auch der Marketingwissenschaft gewinnen – allen Vernachlässigungsbekundungen einiger ihrer Protagonisten zum Trotz – sogenannte "qualitative" Verfahren zunehmend an Gewicht und Stimme. Am sichtbarsten "auf gleiche Augenhöhe" mit den sogenannten "quantitativen" Methoden wurden die ebenso gerne wie fälschlicherweise auch als "weich" bezeichneten Ansätze hierzulande bislang aber wohl doch in der Soziologie gebracht: [1]
Vor dem Hintergrund einvernehmlicher Kommissionsbeschlüsse zur Reform der Rahmenrichtlinien "Diplomstudiengang Soziologie" der deutschen Kultusministerkonferenz erfolgte vor einigen Jahren schon eine relativ stärkere Gewichtung der Instrumente nichtstandardisierter Sozialforschung in der Methodenausbildung. Andererseits hat die von den Entscheidungsgremien der Deutschen Gesellschaft für Soziologie mit massiven Mehrheiten 2003 gebilligte Neugründung einer, gegenüber der traditions- und einflussreichen Sektion "Methoden der empirischen Sozialforschung" – vorläufig – selbständigen Sektion "Methoden der qualitativen Sozialforschung" die keineswegs neue Debatte um auch für die nichtstandardisiert arbeitende Forschung geltende Standards in jüngerer Zeit (wieder) polemisch radikalisiert zum expliziten Zweifel daran, ob dieser Flügel der Sozialforschung den Anspruch, (auch) Methoden in einem wissenschaftstheoretisch strengen Sinne zu verwenden, überhaupt legitimer Weise erheben dürfe. [2]
Während die Aufmerksamkeit etlicher – neben Uwe FLICK (2005), Christian ERZBERGER (1998), Philipp MAYRING (2002) und neuerdings auch Ralf BOHNSACK (2005) – vor allem jüngerer Methodiker und Protagonisten (nicht nur) der Sektion "Methoden der qualitativen Sozialforschung"2) dergestalt auf sozusagen extern auferlegte Relevanzen der Qualitätssicherung fokussiert zu werden scheint, lässt sich in anderen, herkömmlicher Weise an nichtstandardisierenden bzw. an (explorativ-) interpretativen Methoden orientierten Arbeitszusammenhängen nicht nur eine Vielzahl, sondern auch eine ausgeprägte Vielfalt von Aktivitäten beobachten, die allerdings durchaus nicht systematisch aufeinander abgestimmt sind. [3]
Gleichwohl korrespondieren diese Aktivitäten eben doch "irgendwie": Die Werke älterer und jüngerer Theoretiker des symbolischen Interaktionismus, der (sozialwissenschaftlichen) Hermeneutik(en) und der Phänomenologie werden "gepflegt".3) Die paradigmatischen Kernbestände der sogenannten "qualitativen" Sozialforschung werden programmatisch und methodologisch ebenso intensiv wie vielstimmig diskutiert – nicht nur in unserem dreisprachigen und (mithin) weltweit rezipierten Online-Journal FQS, sondern auch in anderen entsprechend ausgerichteten Zeitschriften (wie z.B. Sozialer Sinn. Zeitschrift für hermeneutische Sozialforschung, Handlung – Kultur – Interpretation, Psychotherapie und Sozialwissenschaft. Zeitschrift für Qualitative Forschung oder Zeitschrift für Qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung) sowie in einer kontinuierlich anwachsenden Zahl von Einführungen, Handbüchern und Sammelbänden. [4]
Erkundende Erhebungsverfahren und Methoden "kontrollierten Verstehens" im engeren wie im weiteren Verstande werden ständig neu und stetig weiter entwickelt. Exemplarisch nenne ich hier die Videoanalyse, in die hierzulande Hubert KNOBLAUCH, Jürgen RAAB und Bernt SCHNETTLER (2006) besonders intensiv involviert sind. Ich nenne die verschiedenen Programme computergestützter Analysen qualitativer Daten, für die hier exemplarisch das einschlägige Netzwerk um Udo und Anne KUCKARTZ stehen soll (vgl. KUCKARTZ 2005 und KUCKARTZ, GRUNENBERG & LAUTERBACH 2004). Ich nenne die Diskursanalyse, die vor allem in der Arbeitsgruppe um Reiner KELLER, Andreas HIRSELAND, Werner SCHNEIDER und Willy VIEHÖVER (vgl. 2003 und 2004; KELLER 2005) vorangetrieben wird. – Inwiefern den von Rainer WINTER, Udo GÖTTLICH, Lothar MIKOS und Andreas HEPP mit hohem Publikations-Output4) in die deutschsprachige (Soziologie-) Diskussion übertragenen Cultural Studies auch methodische Innovationen attestiert werden können, ist bislang strittig. – Für die Ethnografie in ihren verschiedenen Spielarten, von denen ich hier nur die in der Soziologie "präsentesten" erwähne – nämlich die v.a. von Stefan HIRSCHAUER repräsentierte ethnomethodologisch-konstruktivistische (vgl. dazu HIRSCHAUER & AMANN 1997), die v.a. mit Anne HONER (1993 und 2000) verbundene lebensweltanalytische und die von Hubert KNOBLAUCH (2001) forcierte fokussierte –, hingegen reklamiere ich Methodeninnovationen, die weit über die Realisierung des von Uwe FLICK (2004a) erteilten Triangulationsauftrags hinausgehen – v.a. im Hinblick auf die wesentlich von Christoph MAEDER und Achim BROSZIEWSKI (1997) importierte ethnographische Semantik einerseits und im Hinblick auf die von uns gepflegte beobachtende Teilnahme (vgl. PFADENHAUER 2005, HITZLER 2007) und die Videographie als ihrem von Hubert KNOBLAUCH (2006) protegierten Gegenstück andererseits. [5]
Dieses ganze im Vorgenannten implizierte, inzwischen ausgesprochen elaborierte Instrumentarium wird nun wiederum angewandt und erprobt in multiplen Feldern aktueller empirischer Problemstellungen5): Neben den v.a. in der Lehre viel verwendeten und immer wieder neu aufgelegten Methodenübersichten z.B. von Siegfried LAMNEK (1988) und Uwe FLICK (2004b) finden wir unter den in den vergangenen zehn Jahren publizierten deutschsprachigen Büchern z.B. vielstimmige Einführungen wie den in der einschlägigen Forschung und Lehre unverzichtbaren (und 2004 auch englisch bei Sage erschienenen), von Uwe FLICK, Ernst von KARDORFF und Ines STEINKE (2000) herausgegebenen Sammelband "Qualitative Forschung" und die von Ralf BOHNSACK, Winfried MAROTZKI und Michael MEUSER (2003) herausgegebenen "Hauptbegriffe Qualitativer Sozialforschung". Dazu kommen eine Reihe in Arbeitsweisen und Methoden einführende Monographien (z.B. GLINKA 1998, BOHNSACK 2003, MAYRING 2003, BRÜSEMEISTER 2000, ROSENTHAL 2005). Dazu kommen Sammelbände mit Grundlagentexten zu einzelnen Erhebungsverfahren und Interpretationsansätzen (z.B. HITZLER & HONER 1997, KÖNIG & ZEDLER 2002) sowie Sammelbände mit Klassikertexten (z.B. STRÜBING & SCHNETTLER 2004). Und höchst erfolgreich floriert ja bekanntlich nicht zuletzt die von Ralf BOHNSACK, Christian LÜDERS und Jo REICHERTZ seit 1999 (zunächst im Verlag Leske und Budrich, zwischenzeitlich im VS Verlag) herausgegebene Studienreihe "Qualitative Sozialforschung". [6]
Keines der Bücher führt ausdrücklich in die "qualitativen" Methoden der Soziologie ein. Das dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass aus der Soziologie heraus gar kein spezieller Methodenbedarf für die eigene Disziplin reklamiert werden muss, weil hier ohnehin die Entwicklung der "qualitativen" Forschung am längsten und grosso modo auch am avanciertesten vorangetrieben wird. Wenigstens zwei Sammelbände – ein von Franz BREUER (1996) und ein von Günter MEY (2005) herausgegebener – , wenden sich hingegen explizit an die Psychologen. (Außerdem haben wir hier natürlich den ausgezeichneten, aus der Psychologie heraus geschriebenen Sachstandsartikel in FQS [1]1 von Katja MRUCK und Günter MEY; siehe für eine überarbeitete Fassung MRUCK & MEY 2005). [7]
Für die Gesundheits- und Pflegewissenschaften haben Doris SCHAEFFER und Gabriele MÜLLER-MUNDT (2002) einen Band zusammengestellt. Gut "versorgt" mit speziell an sie adressierten Einführungen und Überblicken sind schon länger auch die Ethnologie, die empirischen Kulturwissenschaften – z.B. durch den Sammelband von Utz JEGGLE (1984) – und inzwischen vor allem auch die Erziehungswissenschaften. Für die letztgenannte Disziplin liegt u.a. ein ausgesprochen opulentes, von Barbara FRIEBERTSHÄUSER und Annedore PRENGEL (1997) herausgegebenes Handbuch zu qualitativen Forschungsmethoden im Allgemeinen und ein von Heinz-Herrmann KRÜGER und Winfried MAROTZKI (1999) publiziertes Handbuch zur Biografieforschung vor; aber z.B. auch das von Arno COMBE, Werner HELSPER und Bernhard STELMASZYK (1999) initiierte "Forum qualitative Schulforschung" sowie je ein von Gisela JAKOB und Hans-Jürgen von WENSIERSKI (1997) und ein von Cornelia SCHWEPPE (2003) zusammengestellter Sammelband aus der Sozialpädagogik (und einige andere mehr). [8]
Wenig Einschlägiges zu finden ist bislang hingegen in der Politikwissenschaft. Immerhin aber gibt es in der DVPW einen Arbeitskreis "Empirische Methoden der Politikwissenschaft", der sich, wie zu lesen ist, um die "aktive Zusammenführung qualitativer und quantitativer Forschungsansätze" (http://web.uni-bamberg.de/sowi/poltheory/meth/kurzb.html) bemüht. Speziell für die Marketingwissenschaft wird demnächst zumindest ein – meines Wissens erster – Sammelband von Renate BUBER und Hartmut HOLZMÜLLER (2007) vorliegen. Für die Kommunikations- und Medienwissenschaft haben Lothar MIKOS und Claudia WEGENER (2005) sowie Ruth AYASS und Jörg BERGMANN (2006) jeweils einen Methoden-Sammelband vorgelegt. Und sozusagen "entdeckt" werden die "qualitativen" Methoden neuerdings z.B. auch für die Organisationsforschung (vgl. z.B. KÜHL & STRODTHOLZ 2002), für die Evaluationsforschung (vgl. z.B. FLICK 2006) und für die Konsumforschung (vgl. z.B. KEIM 1999, NEUMANN-BRAUN & RICHARD 2005, BARZ, KAMPIK, SINGER & TEUBER 2001). [9]
Summarisch gesprochen: Die an Fragen wie "Ist eine Neubegründung der verstehenden Soziologie möglich?"6) anknüpfenden Anfänge der an sogenannten "qualitativen" Erkenntnissen interessierten und an einschlägigen Methoden orientierten Forschung liegen im deutschsprachigen Raum kaum 40 Jahre zurück. Gleichwohl scheint – nach turbulenten Zeiten heftiger Abgrenzungs- und Selbstverständigungsprozesse – diese "qualitative" Forschung zwischenzeitlich nicht nur faktisch zu "arbeiten", sondern sie scheint überdies, mitunter schon seit geraumer Zeit, in den genannten Disziplinen – wenn auch teils fragloser (wie etwa in den Erziehungswissenschaften und in der Soziologie), teils prekärer (wie etwa in der Psychologie und in der Politikwissenschaft), zumindest jedoch grundsätzlich – etabliert zu sein.7) Und vor allem präferiert augenscheinlich in (fast) allen diesen Disziplinen die Mehrzahl der Studierenden sogenannte "qualitative" Forschungsmethoden. [10]
Das Problem, auf das ich mich vor dem Hintergrund dieses "an sich" durchaus komfortablen Entwicklungsstandes im weiteren vor allem konzentrieren will, meint nun weniger jenen neuerdings von Jo REICHERTZ (2007, Paragraph 7) (wieder) konstatierten "misslichen Umstand, dass man mit qualitativer Forschung in keinem Fach ernsthaft Karriere machen kann". Das von mir hier behauptete Problem hängt vielmehr wesentlich damit zusammen, dass die "qualitative" Sozialforschung grosso modo im Rahmen einer interpretativen Soziologie verortet wird, ohne dass dabei auch deren epistemologische Fundamente zur Begründung der methodologischen und methodischen Standards hinlänglich konsensuell akzeptiert würden. [11]
Interpretative Sozialforschung beginnt mit der Prämisse, dass Menschen keine – etwelchen kulturell etablierten Normen und Institutionen gleichsam ausgelieferten – "(Sozial-) Strukturdeppen" sind, sondern dass ihre Handlungen und Interaktionen notwendigerweise wissensgeleitete und zugleich prinzipiell wissensgenerierende Prozesse, dass sie mithin eben interpretative Vorgänge seien. Das impliziert trivialer Weise, dass Menschen jede Situation, in der sie sich befinden, für sich definieren müssen – gleich, wie vor-definiert sie "von außen gesehen" zu sein scheint. (D.h., dass jede und jeder sich z.B. klar machen muss, welches Verhalten erwartet wird, welche Rolle er oder sie – je gerade – spielt, welche Eigenschaften zugeschrieben werden und welche Perspektive er oder sie in Relation wozu selber hat.) [12]
Wenn der gemeinsame Nenner interpretativer Soziologie (gegenüber kausal oder funktional "erklärender" Soziologie) also darin besteht, dass zwischen den – wie auch immer bestimmbaren – Gegebenheiten, Umständen und Bedingungen, unter denen Menschen leben, hie, und dem, was Menschen tun, da, ein Hiatus besteht, in Bezug auf den Stimulus-Response-Modelle (im engeren behavioristischen ebenso wie im weiteren strukturfunktionalistischen Sinne) inadäquat sind, dass Menschen vielmehr auf jeden Fall darauf verwiesen sind, zu deuten, was vor sich geht, zu klären, was los ist, und (wie routinemäßig auch immer) zu reflektieren, was sie tun müssen, sollen, können, dürfen – und was sie (tatsächlich) tun bzw. getan haben –, dann geht es in einer sich als (explorativ-) interpretativ verstehenden Sozialforschung im wesentlichen also tatsächlich um die Rekonstruktion von Sinn: um die Rekonstruktion von subjektivem Sinn und von objektiviertem Sinn; um die Rekonstruktion biografischer Sinnsetzungen; um die Rekonstruktion der Institutionalisierung von Sinn, von Sinnschemata, von Sinnstrukturen; um die Rekonstruktion der Distribution von Sinn; um die Rekonstruktion von banalem, alltäglichem und von "höherem", transzendentem Sinn, usw.; kurz: um die Rekonstruktion von Handlungssinn ebenso wie um die Rekonstruktion des Sinns von kleinen und großen, von punktuellen und umfassenden, von situativen und epochalen Handlungsergebnissen. [13]
Dass dabei trivialer Weise immer zu beachten ist, dass Handlungen für die Handelnden keineswegs nur dann sinnvoll sind, "wenn sie zu Ergebnissen führen, die mit ihren Intentionen übereinstimmen", sondern auch dann, "wenn die Handlungsfolgen von den ursprünglichen Intentionen abweichen", darauf hat vor kurzem Thomas LUCKMANN (2006, S.21) wieder einmal hingewiesen. Dass auch nicht-intendierte Handlungsfolgen mit Sinn versehen werden, den es alltäglich zu verstehen und interpretativ zu rekonstruieren gilt, das hat ganz wesentlich damit zu tun, dass die Sprache selber "ein System von Bedeutungen ist, dass die Bedeutungen einen in kommunikativen Vorgängen hergestellten Sinn objektivieren und dass dieser Sinn auf den ursprünglichen subjektiven Sinn von Erfahrungen zurückverweist – freilich ohne mit ihm identisch zu sein" (SCHÜTZ & LUCKMANN 2003, S. 508). [14]
Dass dem beizupflichten ist, steht für mich außer Frage. Diese schlichte Einsicht epistemologisch (mit Subjekt-Dekonstruktionen) oder gar ontologisch (mittels a-tergo-Unterstellungen) zu mystifizieren hingegen gehört für mich anhaltend eher zum Genre der phantastischen Literatur als in den Bereich realitätsrekonstruierender Wissenschaft. [15]
Entlang der Frage, welche Sinndimensionen denn nun im Fokus des jeweiligen Erkenntnisinteresses stehen, haben sich Betina HOLLSTEIN und Carsten G. ULRICH ja bereits 2003 mit den ihres Erachtens unverzichtbaren bzw. konstitutiven Merkmalen der von ihnen so genannten qualitativen Sozialforschung auseinandergesetzt. Sie schlagen vor, Ansätze der "qualitativen" Sozialforschung im Hinblick darauf zu klassifizieren, ob in bzw. mit ihnen (eher) nach dem subjektiven Sinn, nach dem sozialen Sinn oder nach dem objektiven Sinn gefragt wird. Ich lasse hier dahingestellt, inwiefern mir die Gesamtargumentation von HOLLSTEIN und ULRICH plausibel erscheint oder auch nicht. Dem "Ertrag" dieser Aufräumarbeit – ebenso wie z.B. der Ertrag der von Ralf BOHNSACK (2005) vorgenommenen Aufteilung in objektivistische Ansätze, subjektivistische Ansätze und dokumentarische Methode (die seines Erachtens dem interpretativen Paradigma nachgerade ideal entspricht) oder wie z.B der Ertrag der von Jo REICHERTZ (2007) vorgeschlagenen, im Hinblick auf vier "Großfragerichtungen" binnendifferenzierenden Entgegensetzung von von ihm so genannten "elaborierten" (d.h. grundlagentheoretisch informierten) Methoden und (unkontrollierten, weil theoretisch unreflektierten) "ad-hoc-Methoden" – attestiere ich jedenfalls zumindest, ein heuristisch hilfreiches und mithin rezeptionswürdiges Instrument zur Ordnung von Ansätzen zu sein.8) [16]
Stellt man die Frage nach der "richtigen" bzw. nach der gegenstandsangemessenen Epistemologie, Theorie, Methodologie, Methodik und Empirie nun weniger grundlagentheoretisch, sondern eher wissenschaftsethnographisch interessiert, dann – und das ist eine, wie von vielen anderen (wie z.B. WOHLRAB-SAHR 2000; MRUCK & MEY 2000; MAIWALD 2005; BOHNSACK 2005; REICHERTZ 2007), auch von mir schon andernorts (HITZLER 2002) verbreitete Nachricht – dann wird man nach wie vor vor allem Zeuge lebhafter "Dispute" (und auch heftiger Diskriminierungen) zwischen den diversen Fraktionen sogenannter "qualitativer" Forscher und Forscherinnen, auch wenn das offiziellere "talking about interpretative science" derzeit auf "Ökumene" bzw. auf tolerante Ignoranz eingestimmt zu sein scheint. [17]
Gestritten wird – auf der Basis des, scheinbar von allen Beteiligten geteilten, epistemologischen Grundaxioms des interpretativen Paradigmas, Realitäten durch Sinngebungsprozesse hindurch zu rekonstruieren – zwischen den "qualitativen" Lagern insbesondere und anhaltend um die Frage, wo die Analyse ansetzen und bis wohin sie reichen soll, reichen muss oder reichen darf, um als eine akzeptable Analyse zu gelten:
bis zur kontingenten, (Menschen-) Welt-konstitutiven Handlungsfähigkeit der Akteure (wie in der grosso modo phänomenologischen Tradition);
bis zu den "stillschweigenden" Basisregeln des Interagierens und Kommunizierens, welche die Handlungsweisen der Akteure (positiv oder negativ) sanktionieren und damit normalisieren (wie in der grosso modo Ethnomethodologie, aber auch in der Konversations- und Gattungsanalyse);
bis zu den jeweiligen Symbol- und Interaktionsordnungen, die bestimmte Handlungsweisen (und Handlungskompetenzen) der Akteure erzwingen, selektieren und ermöglichen (wie grosso modo im symbolischen Interaktionismus und auch in derv Wissenssoziologie);
bis zu den historischen Rahmenbedingungen und Lagerungen, die bestimmte Handlungsweisen, ja auch Handlungsfähigkeiten der Akteure evozieren (wie grosso modo in der Biographieforschung und in der BOURDIEU-Schule);
oder doch bis zu den, die Handlungsfähigkeit der Akteure konstituierenden, sozialen Diskursen (wie grosso modo in der FOUCAULT-Rezeption veranschlagt)
oder gar bis zu den deutungsgenerierenden vorsozialen (eventuell genetischen) (Tiefen-) Strukturen (wie in der objektiven Hermeneutik)? [18]
Was bei all dem ebenso wie bei allen möglichen sich damit wiederum befassenden Meta-Analysen strittig, zum Teil extrem strittig und was m.E. potenziell auch schismatisch ist, das ist die Frage, was mit dem Sinn, der da jeweils gesucht wird bzw. verstanden werden soll, "eigentlich" gemeint ist bzw. gemeint sein kann, bzw. genauer: aufgrund welcher Merkmale wir überhaupt etwas als "Sinn" – und im Weiteren dann auch als "sinnvoll", oder bescheidener: als "sinnhaft" – bezeichnen können bzw. wollen. Denn eben hierauf fokussieren jene Auseinandersetzungen, die eben nicht dem "anderen" Großlager gelten (also nicht dem Lager der quantifizierend und standardisiert arbeitenden Methodiker), sondern die die sogenannten "qualitativen" Sozialforscher und Sozialforscherinnen unter sich austragen. [19]
Um es an dieser Stelle ganz deutlich zu formulieren: Aus der Antwort auf die Frage nach dem Sinn resultiert im Entscheidungsfalle das bislang – trotz allem – noch nicht ernsthaft explizierte, jedenfalls noch nicht konsequent deklarierte, geschweige denn erklärtermaßen vollzogene Schisma dieser – vor allem eben in Abgrenzung zu den in (fast) allen sozialwissenschaftlichen Disziplinen institutionell nach wie vor hegemonialen "Quantis" formierten und mithin womöglich nur in Konfrontation mit diesen überhaupt bestehenden – Quasi-"Interessengemeinschaft" mit dem Label "Qualitative Sozialforschung": das Schisma zwischen einem letztlich handlungstheoretisch-interpretativen Paradigma hie und einem struturtheoretisch-objektivistischen Paradigma da. Denn, auch hierin pflichte ich Jo REICHERTZ (2007) bei, ein diese paradigmatische Alternative übergreifendes "Alleinstellungsmerkmal" sogenannter "qualitativer" Methodik "schlechthin" existiert bei etwas näherer Betrachtung tatsächlich nicht. [20]
Dass ich selber bei diesem – bislang mit wenigen Ausnahmen also noch eher "subkutanen" – Streit eine ebenso deutliche wie für viele vielleicht "angestaubt" wirkende Position vertrete, habe ich im Verweis auf Thomas LUCKMANN ja bereits angedeutet. Dem im weiteren folgend, werde ich deshalb versuchen, die einer interpretativen Soziologie und damit auch die einer (explorativ-) interpretativen Sozialforschung m.E. zugrunde liegende Erkenntnislogik zu plausibilisieren – ansetzend nochmals bei der Rekonstruktion der Konstitution von Sinn: [21]
Sinn, wie systematisiert, wie komplex, wie überhöht er gesellschaftlich auch je zu Wissen, ja zu Gewissheiten gerinnen mag, Sinn konstituiert sich, und damit folge ich natürlich Alfred SCHÜTZ, ursprünglich in "Stellung nehmenden" Bewusstseinsakten, in denen sich das Ich auf eine bestimmte Art seinem dahinströmenden Erleben zuwendet: in der Art eben der "attention à la vie", der reflexiven Aufmerksamkeit gegenüber diesem dadurch aus dem Erlebnisstrom herausgehobenen, in der Regel vergangenen, prinzipiell aber auch als zukünftigem antizipierbaren Erlebnis: "Sinn ist (somit – R.H.) die Bezeichnung einer bestimmten Blickrichtung auf ein eigenes Erlebnis" (SCHÜTZ 2004, S.127), nämlich einer auf "Auslegung" bedachten Blickrichtung. "Objektiv" nenne ich den Sinn (wovon auch immer) mit SCHÜTZ nur dann, wenn bzw. insofern, als er (in Akten des Verstehens) gesellschaftlichen Objektivationen verliehen wird. "Subjektiv" hingegen nenne ich den Sinn dann, wenn er (in Akten des Verstehens) Bewusstseinsvorgängen verliehen wird: "Objektiver Sinn steht (folglich – R.H.) nur in einem Sinnzusammenhang für das Bewusstsein des Deutenden, subjektiver Sinn verweist daneben und darüber hinaus auf einen Sinnzusammenhang für das Bewusstsein des Setzenden" (SCHÜTZ 2004, S.270). [22]
Alltagspragmatisch beschränken wir uns nun zumeist darauf, den dergestalt "objektiven" Sinn (von Verhaltensweisen, Vorgängen und Ereignissen ebenso wie von materialen Dingen und kulturellen Gebilden jeglicher Art) zu erfassen – und dadurch zu wissen, was "los", was zu tun, was zu lassen, was zu berücksichtigen ist, damit wir nicht "in Schwierigkeiten" kommen. So verstandenes Wissen nämlich, so Hubert KNOBLAUCH in seinem kanonischen Kompendium zur Wissenssoziologie (2005, S.348), "ist die Form des Sinns, den wir mit anderen teilen." Für den demgegenüber "ursprünglichen" subjektiven Sinn, den ich selber mit meinem, vor allem aber für den subjektiven Sinn, den andere mit ihrem Handeln verbinden, interessieren wir uns in der alltäglichen Bewusstseinsspannung hingegen zumeist nur dann, wenn uns (warum auch immer) Dinge als problematisch, Vorgänge und Ereignisse als unverständlich und Verhaltensweisen als befremdlich erscheinen, bzw. dann, wenn wir vor- oder übergeordnete Gründe haben dafür, uns mit dem, was mit uns selber oder mit anderen "los" ist, intensiver zu befassen. [23]
Unbeschadet dessen gehen wir auch in der alltäglichen Bewusstseinsspannung in aller Regel selbstverständlich davon aus, dass das, was mit mir "los" ist, "letztinstanzlich" nur ich weiß, und dass das grundsätzlich niemand besser weiß als ich selber. Was hingegen mit einem anderen "los" ist, weiß "letztinstanzlich" nur dieser andere (vgl. SCHÜTZ & LUCKMANN 2003, S.451), und es lässt sich grundsätzlich auch nur näherungsweise eruieren (vor allem anhand von – durchaus nicht verlässlichen – Selbst-Auskünften dieses anderen, noch deutlich weniger verlässlich anhand seiner Verhaltensweisen). [24]
Nur Wesen mit höheren Einsichtsfähigkeiten als "wir alle" können den anderen ins Herz, ins Bewusstsein oder gar in das hineinschauen, was sich unter, hinter oder über deren Bewusstsein abspielt. Erleuchtete und begnadete Menschen – und vielleicht auch Strukturalisten und Objektivisten – mögen das können. Interpretativ arbeitende Sozialwissenschaftler vermögen es jedenfalls nicht. Wie für jeden von uns, so ist auch für den Sozialwissenschaftler fremder, subjektiv gemeinter Sinn unabdingbar nur über "bezeichnende Indizien" – von "einfachen" körperlichen Appräsentationen bis hin zu komplexen kulturellen Objektivationen – rekonstruierbar und trivialer Weise eben keineswegs unmittelbar erfassbar. [25]
Die deutenden Sinngebungen der Menschen – die banalen ebenso wie die "höheren" – rekonstruieren wir in diesem Verstande "einfachen" wissenschaftlichen Interpreten und Interpretinnen zwangsläufig ebenfalls deutend. Diese Unumgänglichkeit des Deuten-Müssens ist ja bereits Max WEBER (1976, S.7) zufolge "gerade das dem soziologischen Erkennen spezifische". Denn der Beobachtung und Erklärung natürlicher Ereignisse "von außen" steht die Teilhabe an und das Verstehen von kulturellen Phänomenen, d.h. von Sinngebilden (vgl. SOEFFNER 2006, S.61) "von innen" gegenüber – was für eine Vorstellung sich dann auch immer mit diesem "Innen" verbindet. Anders ausgedrückt: Während natürliche Ereignisse keinen (jedenfalls keinen uns modernen Menschen in alltäglicher Bewusstseinsspannung zugänglichen) Sinn "in sich" tragen und deshalb deren Bedeutung souverän von den Beobachtenden definiert wird, sind kulturelle Phänomene eben "immer schon" mit Sinn versehen. Und diesen, letztlich im Handlungssinn begründeten, Eigen-Sinn ebenso wie die Prozesse seiner "Setzung" zu rekonstruieren, begreife ich folglich als das grundsätzliche und übergreifende Anliegen interpretativer Soziologie. [26]
Das dergestalt verortbare Verstehen interpretativ arbeitender Sozialwissenschaftler, das die scheinbar objektiven Gegebenheiten als objektivierte Konstrukte erfasst, ist also tatsächlich nichts anderes als eine Pointierung dessen, was uns allen als "Thomas-Theorem" sattsam bekannt und geläufig ist: eine Pointierung darauf hin, dass eben nicht ein wie auch immer als "objektiv" hypostasierter Sachverhalt, sondern dass das Erleben der Akteure maßgeblich sei für deren Situationsdefinition – und für die für sie daraus folgenden (Handlungs-) Konsequenzen (vgl. dazu HITZLER 1999). [27]
Unsere epistemologische "Bürde" dabei ist und bleibt jedoch – von WEBER noch zu wenig bedacht, seit SCHÜTZens Fundierungsarbeit aber sozusagen evident – der Umstand, dass eben auch den Sozialwissenschaftlern lediglich ihr eigener subjektiv tatsächlich gemeinter Sinn "tatsächlich" zugänglich ist, während sie jeden anderen subjektiv gemeinten Sinn lediglich indirekt – und qua Analogiebildungen – erschließen können: "Das Festhalten an der subjektiven Perspektive" bietet, so SCHÜTZ (in SCHÜTZ & PARSONS 1977, S.65f), "die einzige, freilich auch hinreichende Garantie dafür, dass die soziale Wirklichkeit nicht durch eine fiktive, nicht existierende Welt ersetzt wird, die irgendein wissenschaftlicher Beobachter konstruiert hat". Denn dessen Konstruktionen sind "Konstruktionen zweiter Ordnung", und sie sind als solche eben zwangsläufig vereinfachende, ja in gewisser Weise "karikierende" Modelle menschlicher Sinnsetzungen, menschlichen Handelns und menschlichen Miteinanders: Modelle, welche wir alle (seit Max WEBER) vermutlich am besten als "Idealtypen" kennen. [28]
Unter Berücksichtigung auch einschlägiger aktueller Debatten in den eingangs genannten Nachbardisziplinen stellt sich vor dem Hintergrund dieser – hier argumentativ absichtsvoll überpointierten – "Zweispurigkeit" (m.E. schärfer als vor dem Hintergrund der Debatte um methodische Standards) nun abschließend also die Ausgangsfrage noch einmal, wohin diese gegenwärtig beobachtbaren Entwicklungen von unter dem Etikett "qualitativ" versammelten Ansätze absehbar weisen. Bei der Antwort hierauf ist einmal mehr daran zu erinnern, dass das, was die im hier propagierten Verstande dezidiert interpretativ arbeitenden Sozialwissenschaftler und Sozialwissenschaftlerinnen gegenüber den ("nur") auf Erklärungen abzielenden typischerweise auszeichnen sollte, zum einen den systematisch reflektierenden Einbezug auch ihrer eigenen Deutungsakte in ihre Deutungen impliziert9), und zum anderen, dass die Konstruktionslogik ihrer "Modelle" explizit bestimmten Postulaten – v.a. dem der subjektiven Interpretation und dem der (Sinn-) Adäquanz (vgl. HITZLER & EBERLE 2000) – entspricht. Ansonsten rekurrieren beide Varianten der Wirklichkeitskonstruktion zwar natürlich nicht auf die gleichen Messmethoden, prinzipiell jedoch auf gemeinsame Forschungsstandards. [29]
Damit aber scheint mir der weitere Weg auch klar gewiesen zu sein – der weitere Weg jedenfalls einer der "Logik" einer interpretativen Soziologie im hier skizzierten und protegierten Sinne verpflichteten Sozialforschung. Dieser Weg führt hin zu einer epistemologisch, theoretisch, methodologisch und methodisch zugleich eigenständigen und trans- und interdisziplinär anschlussfähigen "normal science". Und wenn ich mir z.B. den Kriterienkatalog des derzeit noch in der Pilotphase befindlichen, nachmals jedoch "flächendeckend" für alle Disziplinen geplanten Forschungsratings des Wissenschaftsrates vor Augen führe (welcher eher über kurz als über lang als das entscheidende Instrument eingesetzt werden wird bei der Verteilung der Chancen auf Forschungsressourcen zwischen den Fächern ebenso wie in den Fächern), dann bekunde ich ohne Einschränkung, Klaus WOWEREIT aus anderem Zusammenhang zitierend: Dass die dem interpretativen Paradigma verpflichtete Sozialforschung auf dem Weg zur "normal science" ist, das ist "auch gut so". [30]
Denn eine solche handlungstheoretisch fundierte, unmanierierte interpretative Forschung wird auch in Zukunft – und meines Erachtens weit mehr noch als bisher – vielfältige Optionen haben und eröffnen, theoretisch, methodisch und vor allem forschungspraktisch zu kooperieren – auch mit und für Disziplinen, die wir gegenwärtig noch kaum im Blick haben. Ob das für strukturtheoretische bzw. objektivistische Ansätze ebenso gelten kann, das allerdings mögen hierfür Berufenere beurteilen. [31]
1) Der Beitrag geht zurück auf die Mittagsvorlesung im Rahmen des 2. Berliner Methodentreffens Qualitative Forschung (BMT) im Juli 2006. Im Archiv des BMT kann auch ein Video der Vorlesung angesehen werden. <zurück>
2) Ich denke da etwa an Namen wie Udo KELLE (1994), Susann KLUGE (1999; vgl. auch KELLE & KLUGE 1999), Ines STEINKE (1999) und – sozusagen "bedingt" – auch an Rainer DIAZ-BONE (2002). <zurück>
3) Ich nenne hier exemplarisch Bernt SCHNETTLER (2006), der die ganze Reihe "Klassiker der Wissenssoziologie" beim Universitätsverlag Konstanz verantwortet, Jörg STRÜBING (2004), Ronald KURT (2002 und 2004) und Martin ENDRESS (2000 und 2006), der auch maßgeblich an der Werkausgabe von Alfred SCHÜTZ beteiligt ist. <zurück>
4) Vgl. für viele Sammelbände und Monographien exemplarisch GÖTTLICH, MIKOS und WINTER (2001) und HEPP und WINTER (2006). <zurück>
5) Einen ersten Eindruck dieser thematisch vielfältigen Anwendungen vermittelt z.B. bereits ein Blick in die Liste der FQS-Schwerpunktausgaben. <zurück>
6) EBERLEIN (1971); vgl. aber auch bereits die grundlagentheoretische Arbeit von WEIPPERT (1966) sowie den von BÜHL (1972) herausgegebenen, programmatisch wichtigen Sammelband; für Methodenentwicklung und -anwendung im engeren Sinne vgl. Einführungen wie z.B. die von ARBEITSGRUPPE BIELEFELDER SOZIOLOGEN (1973 und 1976); HOPF und WEINGARTEN (1979); GERDES (1979); HOFFMANN-RIEM, (1980), GIRTLER (1992). <zurück>
7) Zum Stand der Entwicklung in Europa insgesamt vgl. KNOBLAUCH, FLICK und MAEDER (2005), zu Iberoamerika CINEROS PUEBLA, DOMÍNGUEZ FIGAREDO, FAUX, KÖLBL und PACKER (2006) <zurück>
8) Die Ordnung von Ansätzen ist zumindest auch ein Antidot gegen jene u.a. von REICHERTZ (2007, Paragraph 7) als grassierendes Missverständnis kritisierte Praxis, die qualitativen "Methoden als 'tools' zu begreifen und sich nach den unterschiedlichsten Gesichtspunkten dieser tools zu bedienen und so ein Patchwork von Methoden zu produzieren." <zurück>
9) Vgl. dazu auch die bereits seit Ende der 1970er Jahre erschienenen Arbeiten von SOEFFNER, v.a. in SOEFFNER 1989 und 1992. <zurück>
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References: Art. 4
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 Art. 43
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