Source: http://www.myjurazone.de/strafrecht/delikte-gegen-das-verm%C3%B6gen/unterschlagung/
Timestamp: 2018-08-16 01:59:15+00:00

Document:
myJurazone - Unterschlagung
Probleme bei der Unterschlagung:
Begriff der Zueignung
Die wiederholte Zueignung
Schutz bei Anvertrauen aus gesetzes- oder sittenwidrigen Zweck
Anwendung der Subsidiaritätsklausel
Weite Manifestationstheorie: Eine Zueignung liegt vor, wenn der Täter objektiv eine Handlung vorgenommen hat, in der sich der Zueignungswille manifestiert; die Handlung kann mehrdeutig sein (Kritik: Zu weiter Anwendungsbereich des § 246 StGB im Unterlassungsbereich)
Enge Manifestationstheorie: Eine Zueignung liegt nur dann vor, wenn der Täter aus der Sicht eines objektiven Beobachters eine Handlung vorgenommen hat, in der sich der Zueignungswille eindeutig manifestiert.
s.a. Wittig, in: BeckOK, § 246 StGB, Rn. 3 ff. (Stand: 01.03.2016)
Tatbestandslösung: Zueignung beinhaltet Enteignung; eine wiederholte Enteignung ist aber – begrifflich – unmöglich (Kritik: Wertungswiderspruch bei anfänglicher Schuldunfähigkeit z.B. Volltrunkenheit beim Diebstahl)
Konkurrenzlösung: Eine wiederholte Zueignung, insbesondere eine Drittaneignung nach einer anfänglichen Selbstaneignung, ist möglich; allerdings tritt sie als mitbestrafte Nachtat auf Konkurrenzebene zurück (Kritik: Die Verjährungsfrist wird praktisch außer Kraft gesetzt!
(+) Ermöglicht eine Bestrafung von Teilnehmern, die sich erst an der Verwertungstat beteiligen; Tatbestandslösung, dass diese inkonsequent sei, wenn sie auch denjenigen Täter gem. § 246 I StGB bestrafe, der sich nach einem im Rauschzustand begangenen Diebstahl die weggenommene Sache im nüchternen Zustand zueigne
s.a. Eser/Bosch, in: Schönke/Schröder, § 246 StGB, Rn. 19 (29. Aufl. 2014)
Schutz bei Anvertrauen aus gesetztes- oder sittenwidrigen Zweck
M1 (hM): Anvertrauen als rein tatsächliches Verhältnis (+)
M2 (a.A.): Vertrauensbruch bei gesetztes- oder sittenwidrigen Verhältnissen soll keinen besonderen Schutz erhalten (-)
s.a. Hohmann, in: MüKo, § 246 StGB, Rn. 53 (2. Aufl. 2012)
M1 (BGH): Anwendung bei allen Delikten, mit denen § 246 StGB zu einer prozessualen Tat verbunden ist
M2 (Restriktiv): Nur bei Delikten mit gleicher Schutzrichtung
s.a. Wittig, in: BeckOK, § 246 StGB, Rn. 16 (Stand: 01.03.2016)
Die dargestellten Meinungsstreitigkeiten sind angelehnt an Rengier, Rudolf, Strafrecht BT I: Vermögensdelikte und BeckOK §§ 246 ff. StGB.

References: § 246
 § 246
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