Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/beitragsvorenthaltung-und-die-notwendigen-feststellungen-3113757
Timestamp: 2020-01-23 07:25:42+00:00

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Bei­trags­vor­ent­hal­tung – und die not­wen­di­gen Fest­stel­lun­gen | Rechtslupe
Beitragsvorenthaltung - und die notwendigen Feststellungen
Bei­trags­vor­ent­hal­tung – und die not­wen­di­gen Fest­stel­lun­gen
Bei einer Ver­ur­tei­lung nach § 266a StGB sind auch bei einem gestän­di­gen Ange­klag­ten grund­sätz­lich die genaue Anzahl der Arbeit­neh­mer, ihre Beschäf­ti­gungs­zei­ten und Löh­ne sowie die Höhe des Bei­trags­sat­zes der zustän­di­gen Kran­ken­kas­se dar­zu­stel­len, um dem Revi­si­ons­ge­richt die recht­li­che Nach­prü­fung zu ermög­li­chen 1.
Da es sich dabei um Rechts­fra­gen han­delt, die sowohl der Tatrich­ter als auch das Revi­si­ons­ge­richt eigen­stän­dig zu beur­tei­len haben, genügt inso­weit auch nicht der blo­ße Hin­weis auf ent­spre­chen­de Fest­stel­lun­gen durch einen Prü­fungs­be­am­ten 2.
Die höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung hat von dem Erfor­der­nis einer genau­en Dar­stel­lung der Berech­nungs­grund­la­gen nur in Fäl­len abge­se­hen, in denen es um die schlich­te Nich­t­ent­rich­tung der Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge ging, die mit­tels ord­nungs­ge­mäß erstell­ter Bei­trags­nach­wei­se gem. § 28f III 1 SGB IV vom Arbeit­ge­ber zutref­fend gemel­det wor­den waren 3. Dies hat sei­nen Grund dar­in, dass die Bei­trags­nach­wei­se nach § 28f III 3 SGB IV für die Voll­stre­ckung als Leis­tungs­be­scheid der Ein­zugs­stel­le und im Insol­venz­ver­fah­ren als Doku­ment zur Glaub­haft­ma­chung der For­de­run­gen der Ein­zugs­stel­le gel­ten 4, mit­hin schon des­halb die Höhe der geschul­de­ten und ledig­lich nicht ent­rich­te­ten Bei­trä­ge rechts­ver­bind­lich fest­steht. Eine der­ar­ti­ge Aus­nah­me­kon­stel­la­ti­on lag nach den bis­he­ri­gen Fest­stel­lun­gen des LG aber gera­de nicht vor, viel­mehr wird dem Angekl. ange­las­tet, unzu­tref­fen­de Bei­trags­nach­wei­se erstellt und über­mit­telt zu haben.
Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg, Beschluss vom 16. Febru­ar 2016 – – 3 Ober­lan­des­ge­richt 6 Ss 16/​16
Nicht gezahl­te Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge – und die… Dem Tat­ge­richt obliegt es nach stän­di­ger Recht­spre­chung, die geschul­de­ten Bei­trä­ge – für die jewei­li­gen Fäl­lig­keits­zeit­punk­te geson­dert – nach Anzahl, Beschäf­ti­gungs­zei­ten, Löh­nen der Arbeit­neh­mer und der…
Betrug – oder Vor­ent­hal­ten und Ver­un­treu­en von Arbeits­ent­gelt? Kann sich der Tatrich­ter nicht davon über­zeu­gen, ob der Täter fak­ti­scher Geschäfts­füh­rer einer GmbH war, schei­det im Fal­le der täu­schungs­be­ding­ten Nicht­ab­füh­rung von Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen eine ungleich­ar­ti­ge…
u. a. Anschluss an BGH, Urteil vom 11.08.2010 – 1 StR 199/​10 = NStZ-RR 2010, 376 = StV 2011, 347[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 12.05.2009 – 1 StR 718/​08 = NJW 2009, 2546 = wis­tra 2009, 398 = NStZ 2009, 639 = StV 2009, 647 = BGHR StPO § 267 I Steu­er­hin­ter­zie­hung 1 [zur Dar­stel­lung der steu­er­li­chen Berech­nungs­grund­la­gen][↩]
vgl. BGH, Beschluss vom 07.10.2010 – 1 StR 424/​10 = wis­tra 2011, 69 = NStZ 2011, 161 = StV 2011, 348 = BGHR StGB § 266a Sozi­al­ab­ga­ben 8[↩]
BGH a. a. O.[↩]
ArbeitgeberBeitragsvorenthaltungSchadensschätzungSozialversicherungsbeiträge

References: § 266
 § 28
 § 28
 § 267
 § 266

BGH