Source: http://www.wf-kanzlei.de/de/wf-info/artikel/spanisches-erbrecht/berechnung-spanische-erbschaftssteuer.html
Timestamp: 2018-07-19 21:29:46+00:00

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Spanische Erbschaftssteuer - Berechnung
Nachfolgender Beitrag gibt einen Überblick über die Berechnung der spanischen Erbschaftsteuer bei Steuerpflicht in Spanien.
I. Erster Schritt: Ermittlung des steuerpflichtigen Erwerbs
Zunächst ist der Nettowert des erworbenen Vermögens, welcher sich nach Abzug der Lasten, Schulden und Ausgaben ergibt, zum Zeitpunkt des Todes zu ermitteln. Hierzu muss zunächst der Wert des Vermögensanfalles ermittelt werden. Dabei ist im Grundsatz der Verkehrswert maßgeblich. Im übrigen richtet sich die Bewertung des Vermögens richtet sich nach den Bewertungsgrundsätzen des Vermögensteuergesetzes. Hiernach wird wie folgt bewertet.
1. Bankguthaben
Saldo zum Zeitpunkt des Erbfalls
2. Immobilien
Der höchste nachfolgender Werte
Der Steuerkontrollwert (Katasterwert x Koeffizient)
Der von der Behörde festgestellte Wert
Die für den Erwerb erbrachte Gegenleistung
3. Anteile an Kapitalgesellschaften
Für börsennotierte Anteile an Kapitalgesellschaften ist der einen Tag vor dem Erbfall geltende Kurswert maßgeblich. Nicht notierte Anteile werden nach dem Wert der letzten genehmigten Bilanz bewertet.
II. Zweiter Schritt: Ermittlung der Freibeträge
Im 2. Schritt ist der oder die Freibeträge zu ermitteln.
1. Allgemeiner persönlicher Freibetrag nach Art. 20 Ziff. 1 spanisches Erbschatssteuer - Gesetz
Den allgemeinen persönlichen Freibetrag des Art. 20 Ziff. 1 ErbStG (Spanien) kann jeder in Anspruch nehmen. Die höhe ist abhängig vom Verwandtschaftsgrad:
2. Persönlicher Freibetrag eines Behinderten nach Art. 20 Ziff. 2 a) spanisches Erbschaftssteuer – Gesetz
Behinderte können nach Art. 20 Ziff. 2 a) spanisches Erbschaftssteuer – Gesetz i.V.m. Art. 42 Ziff. 2 einen weiteren Freibetrag in Abzug bringen. Der Freibetrag beträgt im Grundsatz EUR 47.858,59. Bei einer Behinderung von mehr als 65 % Behindert beträgt der Freibetrag EUR 150.253,03.
3. Persönlicher Freibetrag bei Erwerb eines Familienbetriebes nach Art. 20 Ziff. 2 c) spanisches Erbschaftssteuer – Gesetz
Erwirbt eine Ehegatte, Nachkomme oder Adoptivkind des Erblassers ein Einzelunternehmen, einen gewerblichen Betrieb oder eine Beteiligung an einer Körperschaft oder ein Nießbrauchsrecht hieran, so wird der Wert des steuerpflichtigen Erwerbs um 95 % gekürzt.
4. Freibetrag für Wohnung des Erblassers nach Art. 20 Ziff. C) des spanischen Erbschaftssteuer – Gesetz
Wird eine Wohnung vererbt, so ist diese bis zu einem Höchstbetrag von EUR 122.606.47 zu 95 % steuerfrei, wenn (kumulativ)
die Wohnung vom Erblasser selbst als Wohnung selbst genutzt wurde (nicht nur als Feriendomizil!),
der Erbe der Ehegatte, ein Vorfahre, ein Nachkommen (z.B. Kind) oder ein Verwandter der Nebenlinie (Älter als 65 Jahre und 2 Jahre zusammen mit dem Erblasser die Immobilie bewohnt) ist,
der Erbe die Immobilie 10 Jahre nicht veräußert.
5. Weitere Freibeträge der spanischen Erbschaftssteuer
Folgende weitere Freibeträge gibt es, die in der Regel für Deutsche keine Rolle spielen:
Land- und forstwirtschaftliche Betriebe, vgl. erste Schlussbestimmung Ziff. 1 span. ErbStG
Historisches Erbe, vgl. Art. 20 Ziff. 2c) spanisches Erbschaftssteuer - Gesetz
III. Dritter Schritt: Ermittlung der Steuerklasse der spanischen Erbschaftssteuer
Die Steuerklasse richtet sich nach dem Grad der Verwandtschaft des Erblassers und des Erwerbers (Erbe, Vermächtnisnehmer, Pflichtteilsberechtiger).
Abkömmling (Kind oder Kindeskind) unter 21 Jahren
Adoptivkinder unter 21 Jahren
Abkömmlinge über 21 Jahre
Verwandte 2. Grades
Verwandte 3.Grades
Verwandte ab 4. Grad
Nichtverwandte
Nichtehelicher Lebensgefährte
IV. Vierter Schritt: Steuertarif nach Art. 21 spanisches Erbschaftssteuer Gesetz (Spanien)
Nach Art. 21 ErbStG (Spanien) wird der Steuersatz wie folgt ermittelt:
Steuerpflichtiger Erwerb bis zu EURO
Grundbetrag der Steuer in EURO
Restbetrag bis zu EURO
V. Fünfter Schritt: Berücksichtigung des Multiplikators
Die spanische Erbschaftsteuer berücksichtigt außerdem auch die Vermögenssituation des Erben. So wird - abhängig von dessen (Vor-) Vermögen der ermittelt Wert nochmals durch einen sog. Multiplikator geändert. Diese Multiplikatoren berechnen sich wie folgt:
Herr Manfred Klug, deutscher Staatsbürger, wohnhaft in Berlin, möchte, dass seine langjährige Lebensgefährtin, Frau Else Lang, wohnhaft in Berlin, nach seinem Tod eine Villa auf Teneriffa im Wert von 850.000, EUR erhält. Frau Else Lang hat in Spanien kein (Vor-) Vermögen.
Frau Lang ist in Spanien beschränkt steuerpflichtig, d.h. die Immobilie in Spanien unterfällt der spanischen Erbschaftssteuer. Als Nicht-Verwandte fällt Frau Lang unter die Steuerklasse IV. Somit steht ihr kein Freibetrag zur Verfügung. Bis zu einem Betrag von 797.555,08 Euro muss sie entsprechend der Tabelle 199.291,40 EUR zahlen. Der effektive Steuersatz von 34% wird auf den sich ergebenen Differenzbetrag zwischen 797.555,08 Euro und 850.000 Euro, also 52.444,92 Euro angewendet. Dies ergibt eine Steuerschuld von weiteren 17.831,27 Euro. Die Erbschaftsteuerschuld beträgt somit 217.122,67 Euro. Dieser Betrag ist nochmals zu verdoppeln. Insgesamt sind somit 434.245,34 Euro Erbschaftsteuer fällig. Hinzu kommt u.U. noch die gemeindliche Wertzuwachsteuer (Plus Valia).
Fazit Berechnung spanische Erbschaftssteuer
Die Freibeträge in Spanien sind im Vergleich mit den deutschen Freibeträgen gering. Viele Vergünstigungen können Deutsche außerdem in der Praxis nicht nutzen. Da auch die Freibeträge in Spanien niedriger sind als in Deutschland ( mehr Informationen), und eine Anrechnung auf die deutsche Erbschaftsteuer nicht immer vollumfänglich möglich ist ( mehr Informationen), sollte geprüft werden, ob durch eine steuerliche Optimierung spanische Erbschaftsteuer gespart werden kann ( mehr Informationen). Gleichzeitig sollten Sie prüfen, ob nicht auch deutsche Erbschaftssteuer gespart werden kann.

References: Art. 20
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 42
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 21
 Art. 21