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Timestamp: 2018-02-24 02:26:42+00:00

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Zeitungsartikel zum BGE und eventuell Leserbriefe - Arbeitslosen Forum
Zeitungsartikel zum BGE und eventuell Leserbriefe
THEMA: Zeitungsartikel zum BGE und eventuell Leserbriefe
Zeitungsartikel zum BGE und eventuell Leserbriefe vor 11 Jahren, 2 Monaten Karma: 0
1.12.2006: Dann regelt eine Ampel den Verkehr
Matthias BERNINGER (35), grüner Wirtschaftspolitiker, sympathisiert anders als viele Führungsgrüne mit der CDU - insbesondere wegen des Themas Grundsicherung, das auch von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus favorisiert wird.
Sie loben Dieter Althaus für seine Vorschläge zum Bürgergeld. Warum?
Weil diese Diskussion um das Bürgergeld die interessanteste sozialpolitische der letzten Jahre ist. Nicht umsonst hat Katrin Göring-Eckardt da ganz ähnliche Vorstellungen. Aus zwei Gründen: Die Arbeitskosten wer-den von den Lohnkosten getrennt. Und der Anreiz für Arbeit wird erhöht. Außerdem reduziert man die Bürokratie.
Was selten ist: Der Interviewer stellt keine kindisch-dämlichen Fragen (wie öfter in der TAZ), so nach dem Motto: Ja, wer arbeitet denn dann überhaupt noch! Liegen dann nicht alle faul auf der Haut?
dunkle Nachmittagsgrüße
Perestroika<br><br>Post ge&auml;ndert von: Perestroika, am: 07/12/2006 12:53
Re: Zeitungsartikel zum Grundeinkommen vor 11 Jahren, 2 Monaten Karma: 0
Katja Kipping, stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei.PDS, über Vollbeschäftigung, Kommunismus und den besonderen Charme eines bedingungslosen Grundeinkommens
FREITAG: Wer steht Ihnen politisch näher, der Christdemokrat Dieter Althaus, der ein Grundeinkommen vorschlägt, oder der Sozialist Oskar Lafontaine, der mehr soziale Gerechtigkeit auf herkömmlichem Wege erreichen will?
Katja Kipping: Über alle politischen Lager hinweg wird gegenwärtig die Idee des Grundeinkommens diskutiert. Das ist ein großer Fortschritt, der noch vor einem Jahr kaum möglich schien. Wenn dann, hoffentlich bald, nicht mehr über das &quot;Ob&quot;, sondern nur noch über das &quot;Wie&quot; eines Grundeinkommens gesprochen wird, werde ich mich mit Oskar Lafontaine schneller einigen können als mit Dieter Althaus.
Perestroika<br><br>Post ge&auml;ndert von: Perestroika, am: 03/12/2006 14:58
5.12.1006: Althaus macht weiter?
Dieter Althaus wirbt für Bürgergeld
Öffentliche Diskussion in der Altenburger Destille - Für und Wider zu diesem Modell
Von OTZ-Redakteur Bernd Kemter Altenburg. Der CDU-Kreisverband hatte für Montagabend zum Bürgerforum mit Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus in die Altenburger Destille eingeladen, Thema: das solidarische Bürgergeld.
dazu gibts auch einen &quot;optimistischen&quot; Kommentar -anscheinend der Redaktion?
-&gt;www.otz.de
Gangbarer Weg
Von Bernd Kemter Althaus´ Bürgergeld-Modell lässt viele Fragen offen, doch es weist einen gangbaren Weg, um sowohl Marktwirtschaft samt Wettbewerbsfähigkeit als auch soziale Verantwortung unserer Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Auch beschäftigen sich andere Parteien als die CDU mit ähnlichen Überlegungen, beispielsweise die PDS.
5.12.2006: Bringt bedingungsloses Grundeinkommen Besserung? (für Behinderte)
Bringt bedingungsloses Grundeinkommen Besserung?
Hannover (kobinet) Walter Grode, Rollstuhlfahrer und ehemaliger Sozialhilfeempfänger aus Hannover, versucht das Für und Wider eines bedingungslosen Grundeinkommens abzuwägen. omp
Von Walter Grode
Führt ein bedingungsloses Grundeinkommen zu einer Verbesserung der Situation von Behinderten Menschen?
Nicht nur bei vielen Linken und Grünen, sondern auch bei Neoliberalen und Teilen der CDU wird derzeit mit der Einführung eines Grundeinkommens geliebäugelt. Gedacht ist dabei, sehr verkürzt gesagt, an ein bedingungsloses Monatseinkommen von ca. 1.000 Euro, bei gleichzeitger Streichung aller sonstigen Beihilfen.
Walter Grode geht mehr auf die &quot;normalen&quot; Hartz4-Empfänger ein, als auf die Frage, ob und welchen Nutzen das BGE für Behinderte hat. Daher hab ich auch mehr die Interessen der Hartz4-Empfänger in den Vordergrund gestellt und werde noch etwas zu der Frage selbst schreiben.
Lieber Herr Grode!
Sie rühren viele BGE-Vertreter in einen Topf und unterschieben diesem dubiosen &quot;Eintopf&quot; gleiche Interessen. Dabei werden &quot;Betroffene&quot;, nämlich Erwerbsloseninitiativen, die bereits in den 80ern ein &quot;Existienzgeld&quot; ins Gespräch brachten, gänzlich ausgespart. Es gibt anscheinend nur böse Schlaumenschen (&quot;Neoliberale&quot;) und dumme Gutmenschen (linke), wobei letztere den ersteren auf den Leim gehen.
&gt; Nicht nur bei vielen Linken und Grünen,
&gt; sondern auch bei Neoliberalen und Teilen
&gt; der CDU wird derzeit mit der Einführung
&gt; eines Grundeinkommens geliebäugelt.
&gt; Gedacht ist dabei, sehr verkürzt gesagt, an
&gt; ein bedingungsloses Monatseinkommen
&gt; von ca. 1.000 Euro, bei gleichzeitger
&gt; Streichung aller sonstigen Beihilfen.
An eine gleichzeitige Streichung ALLER sonstigen Beihilfen denken die dummen Gutmenschen gar nicht. Es ist doch klar, daß es Bürger gibt, die -z.B. aufgrund einer Krankheit- mehrere 1000 Euro/Monat benötigen. Andererseits gibt es aber eben viele Millionen Bürger, die mit 800 Euro bereits zurecht kämen. Und diese Menschen -speziell die heutigen Hartz4-Empfänger müssen auch nicht &quot;sozial&quot; betreut werden. Sie brauchen nicht zu Hause sitzen und auf den Kontrollanruf staatlich subventionierter Erziehungsberechtiger zu warten und müssen nicht an Zwangsbildungsmaßnahmen teilnehmen. Es muß auch niemand ihre Betten nach Spermaflecken untersuchen und Monat für Monat in Kontoauszügen nach verzichtbaren Ausgaben schnüffeln.
Ich find es merkwürdig, wenn Sie ihre positiven Erfahrungen mit Sozialarbeitern aus den &quot;goldenen&quot; 70er Jahren mit heutigen Massenschikanen, Kontrollen und öffentlichen Diffamierungen gleichsetzen.
Und Sie tun so, als käme dieses Grundeinkommen plötzlich über uns. Tatsache ist, daß an der praktischen Umsetzung möglichst viele Menschen mit ihren jeweiligen Ideen und auf Grundlage ihrer eigenen Interessen aktiv teilnehmen sollten und dies ja auch tun.
Es ist auch gewiß nicht so, daß nach der Einführung eines BGE alle sonstigen Probleme futsch sind. Gerade auf Grundlage eines BGEs können sich viele Menschen engagieren, die dies heute nicht können.
&quot;Der Kampf geht weiter!&quot;
&gt; In Wirklichkeit (..) geht es der
&gt; Politik und den Mittelschichten jedoch
&gt; darum, (...) endlich das Problem der
&gt; Arbeitslosigkeit los zu sein, denn dann gibt
&gt; es keine Arbeitslosen mehr. Und somit ist
&gt; das Problem, dass es eine wachsende
&gt; Masse von Ausgeschlossenen gibt,
&gt; zementiert und nicht mehr Sache der
&gt; Politik.
Was heißt denn &quot;Zementierung&quot;? Wir haben jetzt über 20 Jahre Massenarbeitslosigkeit. 20 Jahre Gemurkse dürften wohl genug sein. Schauen Sie einfach in statistische Jahrbücher: von 82 Mio Bürgern sind gerade 39 Mio &quot;erwerbstätig&quot;. (Und obendrein: Und was machen diese Leute alle? Etwa nur nützliches? Arbeit egal was, Hauptsache man ist dabei?)
Nun, die MEHRHEIT der Bevölkerung ist nicht erwerbstätig und daher vom Wohlwollen und der &quot;Opferbereitschaft&quot; lieber Eltern, Kindern oder Behördenfritzen abhängig. Gerade Behinderte haben doch erfolgreich dafür gesorgt, daß sie unabhängig vom Wohlwollen anderer existieren &quot;dürfen&quot;. Und das soll nun bei nicht Behinderten anders sein?
Sie verkennen auch die Lage: Ausgeschlossen sind die Menschen nicht, weil sie keine &quot;Erwerbsarbeit&quot; finden, sondern, weil sie sich Monat für Monat um ihre profane Existenz, um Futter, Wohnen und Kleidung sorgen dürfen. Sie können effektiv nichts machen und müssen vor laufender Kamera beweisen, daß sie &quot;arbeiten&quot; würden, wenn es denn &quot;Arbeit&quot; gäbe. Es sind &quot;Freigänger&quot;. Und genau das ist zementierte Ausgrenzung. Ein BGE würde es dagegen jedem frei stellen, ob und welcher Arbeit er nachginge. Es könnten auch wieder &quot;alternative&quot; Arbeits- und Lebensformen entstehen. Es gibt dann eben keine &quot;Arbeitslosen&quot; mehr und die Anzahl &quot;Bedürftiger&quot; würde enorm gesenkt. Aber anscheinend kommen gerade damit viele &quot;Interessenvertreter&quot; von &quot;Armen, Schwachen und Bedürftigen&quot; mental nicht zurecht?
Hier der zweite Leserbrief:
In Ihrem Artikel haben Sie leider die Probleme der Behinderten mit den Problemen der &quot;Arbeitslosen&quot; vermengt. Das Grundeinkommen betrifft nunmal hauptsächlich die Menschen, die mit 800 oder 1000 Euro gerade mal existieren können und die für weitere Konsumbedürfnisse eben, wie heute auch schon, einer bezahlten Arbeit nachgehen. (Zu diesem Thema hab ich den ersten unteren Leserbrief geschrieben.)
Behinderte Menschen sind ganz anders betroffen. Hier sieht man übrigens erst recht die Schizophrenie unserer &quot;Arbeitsgesellschaft&quot;. Während man den gewöhnlichen Arbeitslosen &quot;zumutbare&quot; aufnötigt, werden behindertengerechte Arbeitsplätze eingerichtet, um dem Bedürfnis dieser Menschen nach Arbeit nachzukommen. Hier werden &quot;Arbeitgeber&quot; gezwungen &quot;zumutbare&quot; Arbeitsplätze zu schaffen.
Die &quot;dummen Gutmenschen&quot; vertreten darüber hinaus ja die Ansicht, daß so ein Grundeinkommen auch das soziale Engagement vieler Menschen fördern würde. Warum soll es neben staatlich erzwungener &quot;Intergration&quot; nicht auch private Initiativen geben, die mit und für Behinderte etwas aufbauen, diese gibts meines Wissens auch schon heute!
1. 12.2006: (Verdi) Bedingungsloses Grundeinkommen für jede und jeden?
senioren.verdi.de
Ein kurzer Überblick über viele Pros und Kontras zum BGE.
Gemeinsam ist ihnen der Ansatz, mit Taten und endlich verändernd gegen die seit Jahrzehnten andauernde (!) Massenarbeitslosigkeit vorzugehen, nachdem alle anderen Konzepte – nachfrage- oder angebotsorientierten Wirtschaftens, begleitet von ständigen gegenseitigen Beschwörungen der Politiker („Auf Arbeitsplätze kommt es an“, na was denn sonst? „Sozial ist, was Arbeit schafft.“) – nichts wirklich entscheidend verändert haben.
Man kann offenbar keinen Leserbrief, aber dafür eine email an Kurt Pittelkau oder an die Redaktion schreiben:
kurt-pit@arcor.de
isc-redaktion@verdi.de
Lieber Kurt Pittelkau!
Ich habe mit Interesse Ihren Kommentar zum BGE gelesen. Sie fassen ganz gut den momentanen Stand der Dinge zusammen. Ergänzend dazu möchte ich erwähnen, daß das BGE als &quot;Existenzgeld&quot; bereits 1982 auf dem 1.Frankfurther Erwerbslosen-Kongress ganz vehement in die Diskussion gebracht wurde. Anscheinend ist das im Laufe der Jahrzehnte vergessen worden?
Was Sie auch nicht hinterfragen, ist die &quot;Erwerbstätigkeit&quot; selbst. Nicht jede Arbeit, die uns &quot;Lohn und Brot&quot; gibt, ist wirklich nützlich, manches ist eher schädlich. Dies kann man an der Rüstungsindustrie sehr gut erkennen, wobei hier noch das zusätzliche Phänomen mit dem Ei und der Henne in Erscheinung tritt: gibt es den Irakkrieg, weil so viele Millionen &quot;gute Bürger&quot; in oft lukrativen Berufen der Rüstungsindustrie tätig sind?
Schaut man sich die realen Tätigkeiten der 39 Mio &quot;Erwerbstätigen&quot; (von 82 Mio Bürgern insgesamt) genauer an, so sind mittlerweile mehr Menschen mit der Verteilung von &quot;Waren&quot;, der Organisation der Warenproduktion und der Sicherung des Ganzen beschäftigt, als mit der eigentlichen Warenproduktion selbst. Noch 50 Jahre weiter und -wegen dem demagogischen Faktor- wir sitzen bis zum 80 Lebensjahr auf lukrativen Arbeitsplätzen in Banken und Versicherungen, während das, was wir für Geld gewöhnlich kaufen von Maschinen und Robotern unter Anleitung einiger weniger &quot;Lohnarbeiter&quot; hervorgebracht wird.
Betrachten wir nur die boom-Branchen im Telekommunikationsbereich. Anscheinend zahlen wir doch hauptsächlich Leute, die dasitzen und genau erfassen mit wem und wielange wir telefonieren, die dann die Gelder eintreiben und dabei auf steuerfinanziertes Gerichtspersonal zurückgreifen usw usf.
Kurzum der Ruf &quot;Arbeit! Arbeit! Arbeit!&quot; der seit 1982 als einzige Alternative zu der steigenden Produktivität und der seither andauernden Massenarbeitslosigkeit zu hören ist, führt so oder so in die Irre.
Was leider auch immer unerwähnt bleibt, und eigentlich mal das Thema für Gewerkschaften war, sind die &quot;Arbeitsverhältnisse&quot; selbst. Wie sieht es denn mit Genossenschafen aus, im Falle eines &quot;bedingungslosen Grundeinkommens&quot;? Was ist mit den &quot;alternativen&quot; Arbeits- und Lebensformen, die in den 70/80er doch durchaus neue gangbare Wege aufzeigten und letztlich ja an der &quot;Weltwirtschaftskrise&quot;, an der Sorge vieler Millionen Bürger um ihre profane Existenz zum Erliegen kamen?
abendliche Kreuzberggrüße
12.12.2006: Bedingungsloses Grundeinkommen. Gedanken über eine mögliche nahe Zukunft.
von -&gt;Rolf Ehlers
Worum geht es? Sicherung des Grundeinkommens heißt, dass der Staat aus Steuermitteln jedem Bürger ohne Rücksicht auf seine wirtschaftlichen Verhältnisse monatlich soviel Geld zahlt, dass dieser sich allein damit angemessen unterhalten kann. Seit eh und je gilt in unserer Gesellschaft das Leistungsprinzip: jeder ist für die Aufbringung der Mittel für seinen Lebensunterhalt selbst verantwortlich.
Da es aber immer wieder Wechselfälle des Lebens gibt, in deren Folge der Einzelne es nicht mehr ganz oder gar überhaupt nicht mehr schafft, mit Arbeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen – besonders wenn gar keine Arbeit da ist –, haben wir ein kompliziertes System geschaffen, das dem Betroffenen im Notfall Ersatzleistungen und ergänzende Leistungen zukommen lässt: Steuervergünstigungen, Subventionen, Kindergeld, Mutterschaftsgeld, Erziehungsgeld, Krankengeld, Arbeitslosengeld, Wohngeld, Sterbehilfe, betriebliche, staatliche und private Rente und vieles mehr. Alles in allem sind es überschlägig mehr als 150 verschiedene Arten sozialer Leistungen, die von endlos vielen verschiedenen Stellen bewilligt werden.
Die Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommen erklären indessen, dass der Staat nach dem neuen Modell nicht einmal mehr ausgeben muss als bisher!
Ein recht sachlicher und optimistischer Artikel.
Man kann auch unten einen Kommentar abgeben. Sind schon sieben Stück drin, fünf davon ganz vernünftig!
fröhliche Frühnachmittagsgrüße

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