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Timestamp: 2019-08-23 11:17:18+00:00

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Die stärkere Vernetzung der Blogosphäre hat sich das Projekt “Blognetz” auf die Fahnen geschrieben. Eine im Grunde lobenswerte Idee, der ich mich schon anschließen wollte, bis ich merkte, dass man um sein Blog hinzufügen zu können, ein Facebookprofil braucht und sich zugleich mit der Nutzung seiner Facebook Profil-Daten im Rahmen von blognetz einverstanden erklären und eine Facebook-App autorisieren muss.
Das ist für mich als Blogger ehrlich gesagt starker Tobak. Auch wenn ich ein Facebook-Profil habe, mag ich Facebook aus verschiedensten Gründen nicht besonders und halte es schlicht für den falschen Ansatz, eine stärkere Vernetzung von Bloggern über einen Dienst wie Facebook zu realisieren. Abgesehen davon, dass man damit einen Teil der Blogger von vornherein ausschließt, besteht der Sinn eigener Blogs auch gerade darin, sich nicht von Plattformen wie Facebook oder Google+ abhängig zu machen und sich nicht deren Spielregeln beim Publizieren von Inhalten zu unterwerfen.
Vera Bunse scheint das drüben bei CARTA ähnlich zu sehen, wenn ich ihren Beitrag richtig verstanden habe. Ein offener Ansatz hätte da vielleicht tatsächlich die Möglichkeit geboten, die Blogosphäre zu stärken. Meines Erachtens sollten Blogger vor allem stärker darauf achten, sich gegenseitig zu verlinken. Es wäre wünschenswert ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass man im Zweifel auch auf einen guten Blogbeitrag verlinken kann, anstatt immer nur auf die etablierten Medien zurückzugreifen. Das wäre eine Maßnahme, die die Blogosphäre wirklich stärken könnte. Dafür muss man freilich erst einmal Bewusstsein schaffen. Aber vielleicht nicht unbedingt in geschlossenen Gesellschaften wie Facebook.
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Dem Referenten im Bundesjustizministerium schwante, dass die Konzeption des neuen Leistungsschutzrechts schwierig werden würde. Die Abgrenzung, was genau geschützt werden solle, ließ sich vielleicht noch aufs weitere Gesetzgebungsverfahren verschieben. Aber auch die neuartige Spezies der Blogger war vielfältig.
Mit dem Entwurf eines Siebenten Gesetzes zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes gelang schließlich doch noch der Glücksgriff. „Sie gibt es in zahlreichen Varianten”, konstatierte er in der Gesetzesbegründung zu § 87f und § 87g über Blogs und erläuterte sie. Kurzfassung: Es gibt
Blogs, die dem Kaiser gehören sich durch redaktionell ausgewählte Sammlung journalistischer Beiträge, welche fortlaufend unter einem Titel erscheinen, als verlagstypische Leistung darstellen,
Blogs, auf denen sich hauptberuflich, zum Beispiel als freiberufliche Journalisten Tätige mit ihrem Schwerpunkthema auseinandersetzen und dazu Presseerzeugnisse von Dritten für gewerbliche Zwecke nutzen,
Blogs, die als Hobby unentgeltlich und ohne Bezug zur beruflichen Tätigkeit betrieben werden und dabei über Werbeeinblendungen des Hostanbieters Einnahmen für diesen generieren,
Blogs, die als Hobby ohne Gewinnerzielungsabsicht und ohne Bezug zur beruflichen Tätigkeit betrieben werden, jedoch Fachartikel aus einschlägigen Presseerzeugnissen verwenden und dabei zur Refinanzierung ihrer Unkosten Werbebanner oder den Bezahl-Button eines Micropaymentdienstes einblenden, sowie
Blogs, deren Betreiber ehrenamtlich für einen gemeinnützigen Verein tätig sind, über Vereinsaktivitäten berichten und dabei gemeinnützigen, sozialen oder karitativen Zwecken folgen.
Die Vereinfachung des Urheberrechts war geglückt, eventuelle Streitfälle durch das neue Recht würden durch Anruf bei einer der zentralen Prüfstellen für Presse-Leistungsschutzrechte geklärt werden.
Tags: Leistungsschutzrecht Netzpolitik Urheberrechtsreform Blogs
Wochenrückblick: GEMA-Satz, TKG-Novelle, Blogprovider
Der Bundesgerichtshof bestätigt den GEMA-Satz für Freiluftveranstaltungen, der Bundestag verabschiedete die TKG-Novelle, der BGH legt eine Prüfprozedur für Bloghoster fe
Tags: Blogs Domain-Namen Facebook GEMA Google Impressum Netzforschung Persönlichkeitsrecht Pressegrosso Staatstrojaner TKG
Das Landgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 15.12.2010 (Az.: 12 O 312/10) entschieden, dass für Vorschalt- und Wartungsseiten keine Informationspflichten nach § 5 TMG und auch nicht nach § 55 RStV bestehen.
Die Impressumspflicht nach § 5 TMG verneinte das Landgericht mit der Begründung, im konkreten Fall sei der Internetauftritt zu diesem Zeitpunkt nicht mit dem Zweck der Verfolgung wirtschaftlicher Interessen betrieben worden. Das ist insoweit nachvollziehbar als, die Informationspflichten des § 5 TMG voraussetzen, dass die Website zumindest mit wirtschaftlichem Hintergrund betrieben wird. Wenn es sich also evident um die Baustellenseite eines Unternehmens handelt, muss die Beurteilung allerdings anders ausfallen.
Die Begründung für die Verneinung einer Impressumspflicht nach § 55 RStV ist dann allerdings mehr als erstaunlich. Das Landgericht geht davon aus, dass der Rundfunkstaatsvertrag nur Regelungen für den öffentlich-rechtlichen und den privaten Rundfunk trifft und eine Internet-Präsenz keine Rundfunkveranstaltung sei. Diese Rechtsansicht des Landgerichts Düsseldorf ist schlichtweg falsch. Der Rundfunkstaatsvertrag enthält seit geraumer Zeit auch Regelungen für sog. Telemedien und heißt mittlerweile auch Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien. § 55 RStV regelt ganz ausdrücklich auch Informationspflichten für Telemedien wie Websites. Wie diese Informationspflichten von denen des § 5 TMG abzugrenzen sind, habe ich anderer Stelle am Beispiel von Blogs dargestellt.
Die Entscheidung ist in ihrer Begründung evident falsch und deshalb mit höchster Vorsicht zu genießen.
Tags: Impressumspflicht RStV TMG Telemedien Blogs
Four short links: 28 October 2010
Exploring Computational Thinking (Google) -- educational materials to help teachers get students thinking about recognizing patterns, decomposing problems, and so on.
TimeMap -- Javascript library to display time series datasets on a map.
Feedly -- RSS feeds + twitter + other sites into a single magazine format.
Attention and Information -- what appears to us as “too much information” could just be the freedom from necessity. The biggest change ebooks have made in my life is that now book reading is as stressful and frenetic as RSS reading, because there's as much of an oversupply of books-I'd-like-to-read as there is of web-pages-I'd-like-to-read. My problem isn't over-supply of material, it's a shortage of urgency that would otherwise force me to make the hard decisions about "no, don't add this to the pile, it's not important enough to waste my time with". Instead, I have 1990s books on management that looked like maybe I might learn something .... (via Clay Shirky on Twitter)
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Four short links: 7 September 2010
GalaxyZoo for Climate Science? -- GalaxyZoo is the crowdsourced physics research. A group of climate scientists want the same, to help predict "weather events". See also the Guardian article. (via adw_tweets on Twitter)
Crispian's Science Map -- gorgeous Underground-style map showing scientists and their contributions. (via arjenlentz on Twitter)
Programming Things I Wish I Knew Earlier (Ted Dziuba) -- opinionated piece, but boils down to "keep it simple until you can't", and "the more you know about the actual hardware, the better you can code". With EC2, when Amazon says "I/O performance: High", what does that even mean? Is that suitable for a heavy random read scenario? (via Hacker News)
The Molecular Biology Carnival, 2ed -- collection of excellent blog writing about molecular biology. (via BioinfoTools on Twitter)
Tags: blogs climatedata crowdsourcing galaxyzoo history mapping programming science writing
Four short links: 2 Sep 2010
Guardian Science Blogs -- the latest in a series of science blog aggregators. Nobody is too sure what benefits a blog umbrella like Discovery or Nature (or the Guardian) offers bloggers. Regardless of this, the content is fantastic.
v2ex: A Community Running on AppEngine -- no hosting costs, massive scalability.
Raising Money for Vanuatu Arts Center -- a Kickstarter project to fund a 6-hectare/14.8-acre off-the-grid artists retreat, cultural preservation and technological education space in the remote Pacific island of Vanuatu. Kickstarter is incredible. (via BoingBoing)
Orbiter (XKCD) -- names are human artifacts, as every Internet mapping company knows. I'm reminded of how Gracenote, who run CDDB, store every datum submitted to them, and consequently have nearly fifty spellings of Britney Spears.
Tags: blogs geo googleappengine kickstarter mapping science
Tags: Medien Netzpolitik Blogosphäre Blogs Wb 2.0
Axolotl Roadkill – Plagiat oder nicht
Die kulturinteressierten unter unseren Lesern haben sicherlich vergangene Woche die „Plagiat oder Remix“-Debatte um Helene Hegemanns Roman „Axolotl Roadkill“ verfolgt. Sie flaut (zum Glück) grade etwas ab, da sie teilweise etwas hysterische Züge angenommen hatte.
Eine der wichtigen Fragen dabei ist, was ist eigentlich ein Plagiat? iRights-Autor Matthias Spielkamp hat sich schon vor einiger Zeit der Sache angekommen. Sein Text beginnt mit der Feststellung: „Die größte Schwierigkeit liegt darin zu bestimmen, was genau ein Plagiat ist.“
Die einen brandmarken die Übernahme von Formulierungen (wörtlich oder in überarbeiteteter, aber durchaus wiedererkennbarer Form) als jedenfalls ethisch verwerfliches Plagiat, vor allem weil der eigentliche Autor – der Blogger Airen – nicht genannt wurde (erst in der zweiten Auflage des Buches taucht er in der Danksagung auf).
Die anderen, die tendenziell literaturwissenschaftlich geschult sind, verteidigten das Hegemannsche Vorgehen als ein völlig legitimes literarisches Verfahren, das schon Goethe, Büchner, Thomas Mann und unzählige andere Schriftsteller angewendet haben. Der Artikel von Hellmuth Karasek ist von 1990. Daran merkt man, dass die Plagiatsdebatte periodisch wieder auftaucht – nicht Neues unter der Sonne also!
Interessanterweise vertritt in diesem Falle das normalerweise so internetkritische deutsche Feuilleton die permissivere Position (jedenfalls mein Eindruck beim Durchgehen der Beiträge – aber ich habe nicht nachgezählt) als die netzaffine Blog-Gemeinde, die sich um einen der Ihren scharrt.
Viele stört auch einfach, dass auf der einen Seite das Feuilleton das Internet (also ob es so etwas wie “das” Internet gäbe) als Hort der Räuber und Piraten darstellt, aber wenn eine, die in den Feuilletons wegen ihrer Papierpublikation (ob zu Recht oder zu Unrecht sei einmal dahin gestellt – ich habe das Buch noch nicht fertig gelesen) gefeiert wird, „Stellen“ aus einem Blog übernimmt, plötzlich von Intertextualität redet.
Das heißt nun nicht, dass das mit der Intertextualität eine Ausrede ist – es ist tatsächlich so, „dass ein Schriftsteller auch Texte fremder Autoren in sein Werk aufnehmen darf, soweit sie ‘Gegenstand und Gestaltungsmittel seiner eigenen künstlerischen Aussage bleiben.“ Das Zitat bezieht sich auf eine Klage der Brecht-Erben, die meinten, dass Heiner Müllers Übernahmen in seinem Stück „Germania 3 Gespenst am toten Mann“ zu weitgehend waren. 2000 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass unter bestimmten Umständen legitim wäre (Ich werde mal versuchen, dieses Urteil aufzutreiben – es ist ja interessant, dass es kaum erwähnt wurde). Der Blog-Autor Uwe Wittstock kommentiert dies folgendermaßen: „Ein Urteil, das gerade mit Blick auf die ausgeprägten Neigung postmoderner Autoren zum Zitat und ihres deshalb programmatisch laxen Umgangs mit dem geistigen Eigentum anderer, von herausragender Bedeutung ist.“ (Sein Text hat nichts mit Hegemann und dem mexikanischen Lurch zu tun – nur damit keine falschen Erwartungen geweckt werden.
Dass „Axolotl Roadkill“ ein eigenes Werk ist, stellen auch Airen und sein Verlag Sukultur nicht in Frage. Airen sagt in einem Interview mit der FAZ: „Ich habe ihren Roman gelesen, es ist genau die Art von Buch, die ich gern lese, aber es wäre auch ohne meine Stellen cool gewesen“ und auch dem Verleger gefällt es „schon ganz gut“.
Eines steht jedenfalls fest – das war nicht das letzte Mal, dass uns das Thema Plagiat beschäftigen wird. Und auch das nächste Mal wird es keine einfachen Antworten geben.
Edited to add: Frank Böhmert plaudert aus dem Nähkästchen des Schriftstellers.
Tags: Bücher Literatur Urheberrecht Blogs Disput Feuilleton Helene Hegemann Plagiat Plagiate
iRights.info beim Safer Internet Day 2010 in Mainz
Am morgigen Dienstag den 09. Februar 2010 ist wieder der von der EU ins Leben gerufene Safer Internet Day. Es gibt in Deutschland und Europa eine Vielzahl von Veranstaltung rund um das Thema Sicherheit im Netz. Ich mache für iRights.info einen Workshop bei der zentralen Veranstaltung in Rheinland-Pfalz.
Im ZDF-Konferenzzentrum in Mainz kommen Medienscouts aus rheinland-pfälzischen Schulen zusammen. Ich erzähle was zu “Blogs, Tauschbörsen und soziale Netzwerke – deine Rechte im Internet”. Organisiert wird das ganze vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur sowie dem Ministerium des Inneren und für Sport unter Mitarbeit von klicksafe.de, jugendschutz.net, MKN-Koblenz und des Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz. Einen Programmüberblick gibt es hier.
Tags: Allgemein Bildung In eigener Sache Tagung Unterricht Veranstaltungshinweise Verbraucherschutz Blogs EU Jugendschutz Landesmedienzentrum Mainz Medienscouts Ministerium Rheinland-Pfalz Safer Internet Day 2010 Sicherheit im Internet soziale Netzwerke Tauschbörsen
On December 25th, 2009 the world was taken by surprise when news broke that Umar Farouk Abdulmutallab, a 23-year-old Nigerian citizen, had nearly succeeded in detonating explosives on a Northwest Airlines flight between Amsterdam and Detroit. The incident was the latest in a series of close-calls in airline terrorism since the attacks of September 11, 2001 and was the first case of a Nigerian attempting to carry out a suicide bombing on American soil.
In the immediate wake of the attempt, there was much speculation about the young Nigerian's background, motives and possible connections to al-Qaeda. Over the next few days it emerged that Abdulmutallab was the youngest son of prominent Nigerian banker Alhaji Umaru Abdul Mutallab; soon after it was revealed that the “underwear bomber” - as Abdulmutallab became known - was a devout but conflicted Muslim and a lonely young man who had received much of his education in Dubai, the United Kingdom, and Yemen.
Umar Farouk Abdul Mutallab. Source: U.S. Marshals Service (Public Domain)
When the news was released that Abdulmutallab was beyond doubt Nigerian citizen, some found consolation in the fact that many of his formative experiences had been made abroad. In a thoughtful post entitled “What does it mean to be a Nigerian?”, Seyi at Heal Nigeria wrote:
Jennifer Ehidiamen worried that Abdulmutallab's actions would sink Nigeria's already floundering reputation:
Though she managed to find a silver lining in the events:
Then the next day, the news surfaced that the young man’s father had sent word months earlier to security forces saying he was worried that his son had become radicalized and might even be a threat. In an instant, I was again proud to be Nigerian. I was relieved that the shame that would have hung over my country’s reputation by adding terrorism to the list of already popular vices was abated. Yet somehow, the newsflash on CNN did not reflect this development as fervently as I’d hoped.
And indeed, as many had feared, on January 4th, the US government added Nigeria to a 14 country “watch-list”. The list designates four “state sponsors of terrorism” (Cuba, Iran, Sudan and Syria) as well as 10 “countries of interest” including - in addition to Nigeria - Yemen, Pakistan, Iraq, and Algeria. Passengers flying to the United States from Nigeria and the 13 other countries listed will be subjected to enhanced security screenings, including full-body pat-downs.
Earlier our beloved minister of information had attempted to shift the blame to our nice ‘bredas’ in Ghana, pointing out that the misguided young man spent only thirty minutes in Nigeria upon arrival from Ghana before he boarded that KLM flight. The memo that she did not read apparently is the one that states that if he was so disposed, he could have actually taken a motorcycle from the airport to as far as Surulere, collected the explosives there, and returned to the airport. All in less than thirty minutes. Of course at the airport no one would have asked him questions being that he is a ‘bigman’s' son.
Tags: English International Relations Media Nigeria Politics Religion Sub-Saharan Africa U.S.A. War & Conflict Weblog blogs Terrorism violence

References: § 87
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