Source: https://orchester.uni-leipzig.de/orchesterstatut/
Timestamp: 2020-01-27 19:25:25+00:00

Document:
Das LUO dient der musikalischen Förderung seiner Mitglieder und der Möglichkeit zur Begegnung für Studierende verschiedener Fachrichtungen. Als Einrichtung der Universität leistet es einen Beitrag zum Musikleben der Stadt Leipzig und stellt darüber hinaus eine Plattform für junge DirigentInnen und SolistInnen dar.
Das Statut definiert die Grundstruktur des Orchesters und gibt praktische Hinweise zur Durchführung der Orchesterarbeit. Es behält solange seine Gültigkeit, bis es in der Vollversammlung vom Orchester mit Zweidrittelmehrheit verändert wird.
Das Statut soll Richtlinien darstellen. In Einzelfällen und über strittige Fragen soll der Orchestervorstand im Interesse des Orchesters kurzfristig entscheiden.
§ 1 Bindung an die Universität Leipzig
(1) Das LUO ist per Rektoratsbeschluss vom 13. Februar 2004 Teil der Leipziger Universitätsmusik (LUM). Organisation und die Auswahl künstlerische Leitung bleiben in der Hand der Orchestermitglieder, jedoch werden die Finanzen des LUO durch die LUM und den Universitätsmusikdirektor (UMD) verwaltet. Das Orchester ist nicht rechtsfähig, die rechtsgeschäftliche Vertretung obliegt einzig dem UMD.
(2) Der UMD kann als Mentor in künstlerischen Fragen fungieren.
§ 2 Organe des Orchesters
Die Organe des Orchesters sind der Vorstand und die Orchestervollversammlung.
§ 3 Weitere Positionen
(1) Weitere Positionen neben dem Vorstand sind der/die DirigentIn, die Stimmführer und Stimmgruppenverantwortlichen.
(2) Dem Orchester steht eine studentische Hilfskraft zur Verfügung, welche Angestellte der LUM ist. Sie unterstützt den Vorstand in organisatorischer Hinsicht. Die Stelle ist öffentlich auszuschreiben.
(3) Des Weiteren können zur Wahrnehmung dem Vorstand obliegender Aufgaben weitere Orchestermitglieder berufen werden. Solche Aufgaben können die Organisation des Probedirigats, die Organisation der Programmwahl und die Organisation der Probespiele sein. Diese Aufgaben werden von den Beauftragten in Absprache mit dem Vorstand erfüllt.
(1) Für die nach diesem Statut durchzuführenden Wahlen ist ein Wahlvostand aus drei Personen zu bilden, der von den anwesenden Mitgliedern mit einfacher Mehrheit zu bestätigen ist. Der Wahlvorstand überwacht das Wahlverfahren und ist für die Auszählung der Stimmen und die Bekanntgaben des Wahlergebnisses zuständig.
(2) Über den Verlauf der Wahl ist ein Protokoll anzufertigen, welches dem Orchester nach der Wahl unverzüglich bekannt zu machen ist. Die abgegebenen Stimmzettel sind für die Dauer von einer Legislaturperiode aufzuheben. War die Wahl nicht geheim, so sind die abgegebenen Stimmen sowie deren Verteilung im Protokoll zu vermerken.
(3) Die Stimmenabgeabe per Briefwahl ist nur in den in diesem Statut vorgesehenen Fällen zulässig (Durchführung Anlage 1)
§ 5 Zusammensetzung/Aufgaben
(1) Der Vorstand besteht aus organisatorischem Leiter und bis zu acht weiteren Vorstandsmitgliedern. Mitglieder des Vorstandes übernehmen Aufgaben wie z. B. Probenplan, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Sponsoring, Finanzen, Noten, Räume, Probenwochenende, Orchesterfeiern, Probespiel, Besetzung, Probedirigat, Kammermusik, Website, Programmheft, Transporte. Mehrere dieser Aufgaben in einer Person zu vereinigen, ist erlaubt.
(2) Die Protokolle des Vorstandes sind allen Orchestermitgliedern zugänglich zu machen. Jedem Orchestermitglied ist es gestattet, einer Vorstandssitzung beizusitzen. § 6 Wahl Jedes Vorstandsmitglied wird einmal pro Semester in der Orchestervollversammlung mit einfacher Mehrheit in geheimer Wahl gewählt. Es erhält dadurch das Vertrauen der Orchestermitglieder und die organisatorische Verantwortung für das LUO.
Weitere Wahlämter
Der DirigentIn des LUO obliegt die künstlerische Leitung des LUO. Er/sie ist nicht Mitglied des Orchesters im Sinne dieses Statuts. Die gewählte DirigentIn wird durch den UMD berufen. Der Orchestervorstand versucht eine möglichst angemessene Bezahlung des Dirigenten zu erreichen.
(1) Die DirigentIn des LUO wird vom Orchester gewählt. Im zweijährigen Turnus wird dazu ein Probedirigat durchgeführt. Dieses wird ein halbes Jahr vorher öffentlich ausgeschrieben. Aus den Bewerbungen werden fünf KandidatInnen zu einem Probedirigat eingeladen. Die aktuelle DirigentIn kann sich als sechste KandidatIn erneut zur Wahl stellen, für ihn/sie entfällt das Probedirigat.
(2) Gewählt wird in geheimer Abstimmung durch alle beim gesamten Probedirigat anwesenden Mitglieder des Orchesters.
(3) Es gibt mehrere Abstimmungsrunden. In jeder Abstimmungsrunde fällt der KandidatIn mit den wenigsten Stimmen weg, es folgen weitere Runden bis eine KandidatIn gewählt ist. Die Mitglieder können sich in jeder Runde frei entscheiden, also auch umentscheiden.
§ 9 Probesemesterund Bestätigung
(1) Wird die neue DirigentIn in der Orchestervollversammlung nach der Probezeit von einem Semester mit einfacher Mehrheit bestätigt, so ist er für die verbleibenden drei Semester gewählt. Wird er/sie nicht bestätigt, kann die NachrückkandidatIn gefragt oder kurzfristig ein neues Probedirigat anberaumt werden. Die DirigentIn verpflichtet sich zu Beginn eines Semesters für das nachfolgende Semester.
(2) Wird die neue DirigentIn nicht bestätigt und die NachrückkandidatIn gefragt, so gilt Abs. 1. Ist die NachrückkandidatIn die vorherige DirigantIn, so entfällt das Probesemester.
Konzertmeister, Stimmgruppenverantwortliche, Stimmführer
§ 10 KonzertmeisterIn
Die KonzertmeisterIn und dessen/deren StellvertreterIn werden durch die 1. Geigen gestellt und in der Orchestervollversammlung für das Folgesemester mit einfacher Mehrheit vom Orchester bestätigt.
§ 11 Stimmgruppenverantwortliche
Die Stimmgruppenverantwortlichen werden am Ende eines Semesters für das darauf folgende Semester festgelegt. Sie führen die Anwesenheitsliste und sind das Bindeglied zwischen dem Vorstand, dem Dirigenten und ihrer Stimmgruppe.
§ 12 Stimmführer
(1) Die Stimmführer sollen sich durch musikalisches Können, Orchestererfahrung und Führungsqualitäten auszeichnen. Alle Mitglieder haben die Möglichkeit, sich für den Stimmführerposten zu bewerben.
Die Stimmführer der Streicher haben die Aufgabe, gemeinsam und in Absprache mit dem Dirigenten die Stimmen einzurichten, die Stimmproben zu leiten, wenn kein Dozent vorhanden sein sollte, die Pultreihenfolge festzulegen und Rotation zu ermöglichen.
(2) Die Stimmführer und deren Stellvertreter in den Instrumentengruppen 2. Violinen, Bratschen, Celli, Bässe, Holzbläser, Blechbläser und Schlagwerk werden in der ersten Probe des Semesters durch die jeweilige Stimmgruppe geheim gewählt.
Orchestervollversammlung
§ 13 Orchestervollversammlung
(1) Einmal im Semester wird eine Orchestervollversammlung durchgeführt, die der demokratischen Entscheidungsfindung und der Diskussion dient. Es wird mit einfacher Mehrheit über den Vorstand und den Konzertmeister abgestimmt. Jedes Mitglied hat als Teilnehmer der Orchestervollversammlung eine Stimme und darf an der geheimen Wahl teilnehmen.
(2) Der Termin und die Tagespunkte der Orchestervollversammlung werden dem Orchester mindestens sechs Wochen vorher angekündigt. Das Protokoll der Vollversammlung ist jedem Mitglied zugänglich zu machen.
(3) Auf Einladung des Vorstandes können Gäste (z.B. die DirigentIn) zur Orchestervollversammlung zugelassen werden.
(1) Das LUO muss zu mindestens 90% aus Studierenden bestehen, um immer von speziell studentischer Förderung profitieren zu können. Über die Einhaltung dieses prozentualen Anteils wacht der Vorstand. Neubewerber, die ihr Studium beendet haben, werden nur in Ausnahmefällen (z.B. schwierig zu besetzende Stimmgruppen) zum Probespiel zugelassen.
(2) Die Mitgliedschaft berechtigt zur Teilnahme an der Orchestervollversammlung und allen Aktivitäten des Orchesters.
(3) Kostenfreie Teilnahme für alle Mitglieder wird angestrebt. Unkostenbeiträge (z.B. Probenwochenende, Konzertreisen, Zusatzprojekte) können jedoch erhoben werden. Es sollten soweit möglich keine bezahlten Aushilfen mitspielen.
§ 15 Probespiele, Beginn der Mitgliedschaft
(1) Ein Probespiel wird durchgeführt, um eine vergleichbare Qualität sicher zu stellen. Über die Aufnahme entscheiden Mitglieder der jeweiligen Stimmgruppe. Aktueller Dirigent, UMD und Dozenten können in beratender Funktion tätig werden. Jedes Orchestermitglied ist eingeladen, an der Diskussion über das Probespiel der Anwärter teilzunehmen.
(2) Über die endgültige Mitgliedschaft im Orchester entscheiden nach einem Probesemester der zuständige Stimmführer und der Stimmgruppenverantwortliche in Rücksprache mit der Stimmgruppe und dem /der DirigentIn.
(3) Zur Verteilung der Stimmen von Bläsern und Schlagwerk kann jedes Stimmgruppenmitglied in anwechselnder Folge einen Wunsch äußern, der in Rücksprache mit dem/der DirigentIn und den Dozenten erfüllt werden sollte.
§ 16 Anwesenheit
(1) Man verpflichtet sich stets, für ein vollständiges Semester mitzuspielen. Probleme mit Terminen sollen frühzeitig mit den Verantwortlichen (Dirigent, Stimmgruppenverantwortliche, Stimmführer und Vorstand) besprochen werden. Mehr als drei Proben-Fehltermine führen zum Ausschluss vom Konzert. Vorher ist ein Gespräch mit Stimmführer, Stimmgruppenverantwortlichem, Dirigent und Vorstand zu führen.
(2) Hinsichtlich der Fehlzeiten haben Registerproben dieselbe Bedeutung wie Tuttiproben. Das Versäumen der Freitags- oder Sonntags-Probe auf dem Probenwochenende zählt jeweils als ein Fehltermin. Das Versäumen des gesamten Probenwochenendes wird als drei Fehltermine gewertet.
(3) Anwesenheitslisten werden durch die Stimmgruppenverantwortlichen geführt. Im Krankheitsoder Ausnahmefall muss der Stimmgruppenverantwortliche umgehend in Kenntnis gesetzt werden. Unentschuldigtes Fehlen (insbesondere in Haupt-, General- oder Anspielprobe) kann zum Ausschluss vom Konzert führen.
(4) In begründeten Einzelfällen sind Ausnahmen von diesen Anwesenheitsregeln möglich. Hierüber entscheiden Stimmgruppenverantwortlicher, Stimmführer, Dirigent und Vorstand einvernehmlich.
(1) Ein Semester nach Beendigung des Studiums, Referendariats, oder Promotionsstudiums erlischt der Anspruch auf Mitgliedschaft.
(2) Engagement für das Orchester ist ein wichtiger Bestandteil der Mitgliedschaft im LUO und kann diese verlängern. Für Mitglieder, die sich mindestens ein Semester im Vorstand engagiert haben, verlängert sich der Anspruch auf Mitgliedschaft um ein weiteres Semester.
(3) Wer ein oder mehrere Semester aussetzt, muss dies vor Semesterbeginn mit dem Stimmgruppenverantwortlichen oder dem Probespielverantworlichen absprechen, ansonsten erlischt der Anspruch auf Mitspielen für das folgende Semester.
(4) Nach mehr als vier Semestern durchgängiger Abwesenheit erlischt der Anspruch auf Mitgliedschaft. Erneute Anmeldung zum Probespiel ist aber möglich.
(5) Ein zeitweiliger oder endgültiger Ausschluss aus dem Orchester bei Verstößen gegen dieses Statut ist durch eine Entscheidung des Vorstandes und der Stimmführer in Rücksprache mit dem Dirigenten möglich. Das Orchester ist über den Ausschluss und die Gründe unverzüglich zu informieren.
Die Arbeit des Orchesters
§ 18 Programm/ Solisten
(1) Ein Ausschuss aus Orchestermitgliedern holt Vorschläge des Orchesters ein, besorgt Aufnahmen und Partituren, um in mehreren Treffen geeignete Stücke vorauszuwählen. Vom Dirigenten, den Stimmführern und dem Vorstand bestätigte Programmkombinationen werden dem Orchester zur Wahl gestellt.
(2) Zunächst wird über das Hauptwerk entschieden, dann über mögliche kombinierbare Werke. Die Abstimmung erfolgt per Handzeichen. In jeder Abstimmungsrunde fällt das Werk mit den wenigsten Stimmen weg, es folgen weitere Runden bis ein Werk gewählt ist. Die Mitglieder können sich in jeder Runde frei entscheiden, also auch umentscheiden. Sollten feste konzeptorientierte Werkkombinationen zur Wahl stehen, entscheidet der Programmausschuss über die Wahlmodalitäten.
(3) Jedes anwesende Orchestermitglied kann für maximal ein nicht anwesendes Mitglied mit abstimmen. Dazu muss im Vorfeld das nicht anwesende Mitglied eine Liste mit der persönlichen Rangfolge aller Werke pro Kategorie an das anwesende Mitglied schicken.
(4) Die Wahl der Solisten treffen der Dirigent und Mitglieder des Orchesters unter besonderer Berücksichtigung von Studierenden der HMT, Professoren von Musikhochschulen können zur Beratung hinzugezogen werden. Ein Probespiel kann hierfür veranstaltet werden.
§ 19 Proben
(1) Während der Vorlesungszeit probt das Orchester einmal wöchentlich für drei Stunden. Dabei sollen neben Tuttiproben auch Registerproben stattfinden. Zusätzliche Probentermine sind möglich.
(2) Ein Wochenende im Semester müssen sich die Mitglieder für eine intensive Probenphase freihalten.
(3) Der Vorstand organisiert für die Registerproben professionelle Dozenten.
§ 20 Konzerte
(1) Es wird pro Semester ein Programm erarbeitet, welches mindestens in einem Konzert der Öffentlichkeit präsentiert wird.
(2) Die feierliche Immatrikulation zu Beginn des Wintersemesters soll regelmäßig durch das LUO mitgestaltet werden.
(3 )Der Konzert-Eintrittspreis für Studierende sollte auf möglichst niedrigem Niveau gehalten werden.
(4) Kammermusik-Konzerte des LUO sollen dem musikalischen Dialog der Mitglieder dienen.
(5) Das LUO soll stets bemüht sein, innovativ und ideenreich das Spektrum der Auftrittsmöglichkeiten zu erweitern. Dazu zählt die Vernetzung mit anderen Klangkörpern, KünstlerInnen, Bildungseinrichtungen etc.
(1) Für jeden Neubewerber wird automatisch ein Account auf der Website des LUO angelegt, der allerdings nach nicht bestandenem Probespiel wieder gelöscht wird. Dies dient der Mitgliederverwaltung und Kommunikation.
(2)Wer nicht ausdrücklich widerspricht, wird nach beendeter Mitgliedschaft automatisch als Alumni gespeichert. Sollte das Löschen des Accounts gewünscht sein, so muss eine Mitteilung an die Verantwortlichen erfolgen.
(3) Alle Orchestermitglieder verpflichten sich, vertrauensvoll mit den ihnen zugänglichen persönlichen Daten umzugehen.

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 5
 § 6

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13

§ 15

§ 16

§ 18

§ 19

§ 20