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Rechtsprechung: NVwZ 1991, 1208 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: OVG Nordrhein-Westfalen, 06.08.1990 | OVG Nordrhein-Westfalen, 21.09.1990
Zur Frage der Überleitung eines Unterhaltsanspruchs auf Sozialhilfeträger; hier: Ermessensausübung, Begründungspflicht
§ 90 BSHG, § 91 BSHG, § 35 SGB 10, § 41 SGB 10
Sozialhilferecht: Überleitung eines bürgerlich-rechtlichen Unterhaltsanspruches auf den Sozialhilfeträger
BSHG § 90 § 91; SGB X § 35 § 41
VG Stuttgart, 01.02.1990 - 9 K 3341/89
NJW 1991, 2922
NVwZ 1991, 1208 (Ls.)
VBlBW 1991, 70
VG Karlsruhe, 25.08.1998 - 2 K 1761/98
Rechtmäßigkeit einerÜberleitungsanzeige; Voraussetzungen für das Vorliegen eines …
VG Kassel, 28.11.2002 - 7 E 554/00
Den damit verbundenen Eingriff des Sozialhilfeträgers in die Rechtsbeziehung zum Hilfeempfänger braucht der Drittschuldner nur hinzunehmen, wenn die gesetzlichen Überleitungsvoraussetzungen in § 90 Abs. 1 Satz 1 und 3 BSHG erfüllt sind und das dem Sozialhilfeträger eröffnete Ermessen im Verhältnis zum Drittschuldner fehlerfrei ausgeübt worden ist (zur Notwendigkeit einer Ermessensentscheidung auch im Verhältnis zum Drittschuldner: BVerwG, Urteil vom 27.05.1993, Az.: 5 C 7/91, BVerwGE 92, 281 bis 288; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 06.09.1990, Az.: 6 S 725/90, NVwZ 1991, 1208).
§ 90 Abs. 1 Satz 1 BSHG entbindet den Sozialhilfeträger jedoch nicht von der Aufgabe, in jedem Einzelfall zu prüfen, ob zugunsten des (vermeintlichen) Drittschuldners von einer beabsichtigten Anspruchsüberleitung abzusehen oder diese der Höhe nach zu beschränken ist (vgl. BVerwG…, Urteil vom 27.05.1993, a. a. O.; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 06.09.1990, a. a. O.).
Selbst wenn man mit der Rechtsprechung des VGH Baden-Württemberg (Urteil vom 06.09.1990, a. a. O.) davon ausgeht, dass der bloße Hinweis, dass Gründe für eine andere Entscheidung nicht ersichtlich seien, jedenfalls dann ausreichend seien, wenn sich schutzwürdige Belange des Betroffenen auch bei objektiver Würdigung nicht erkennen lassen, erfüllt der vorliegende Bescheid des Beklagten in Gestalt des Widerspruchsbescheides diesen minimalsten Anforderungen nicht.
Dies ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, da bei der Interessenabwägung das Gebot der sparsamen Verwendung öffentlicher Mittel und der Grundsatz des Nachrangs die Überleitung als Regelfall rechtfertigen (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 6. September 1990 - 6 S 725/90 - NJW 1991, 2922; Bayerischer VGH, Beschluss vom 8. September 2003 - 12 CS 03.2160 - ;… Link in Eicher/Spellbrink, a.a.O., § 33 Rdnr. 43).
In seiner Entscheidung vom 06.09.1990 - 6 S 725/90 - habe der VGH Baden-Württemberg entschieden, daß der Träger der Sozialhilfe bei der Ausübung seines Ermessens bei Unterhaltsansprüchen im Regelfall davon ausgehen dürfe, daß die Überleitung den Grundsatz des Nachrangs der Sozialhilfe verwirkliche und daher geboten sei.
Die Ermessensentscheidung ist auch mit den Erwägungen ausreichend begründet, daß bei der Ausübung des Ermessens im Regelfall davon ausgegangen werden darf, daß die Überleitung den Grundsatz des Nachrangs verwirklicht und daher geboten ist, lediglich zu prüfen ist, ob ausnahmsweise eine Situation vorliegt, die ein Absehen von der Überleitung rechtfertigen könnte, und eine solche Ausnahmesituation nicht ersichtlich ist (vgl. Urt. d. Senats v. 06.09.1990 - 6 S 725/90 -, VBlBW 1990, 70).
Die Rechtsverletzung ergibt sich daraus, daß auch Unterhaltsschuldner wie die Kläger ein subjektives öffentliches Recht darauf haben, nicht im Widerspruch zu der dazu erlassenen Vorschrift des § 91 BSHG auf Unterhaltsleistungen in Anspruch genommen zu werden (Senatsurt. v. 06.09.1990 - 6 S 725/90 -, VBlBW 1991, 70, zur Überleitung).
Das Verwaltungsgericht hat zutreffend festgestellt, daß die Inanspruchnahme der Kläger, die gegenüber der Überleitung eine eigenständige öffentlich-rechtliche Entscheidung ist und sich von der - privatrechtlichen - Realisierung des beanspruchten Unterhalts unterscheidet (Senatsurt. v. 06.09.1990, a.a.O.), gegen § 91 Abs. 3 Satz 1, 2. Hs. BSHG in der seit April 1984 geltenden Fassung verstößt.
So z. B.: OVG NW, Urteil vom 23.06.1992 - 24 A 1622/89 - m.w.N.; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 06.06.1990 - 6 S 725/90 -, NJW 1991, 2922 - VG Minden, Urteil vom 24.04.1995 - 6 K 293/93 - (rechtskräftig) m.w.N.
Das schließt indes nicht aus, daß der Sozialhilfeträger gebunden ist, bei der Ausübung seines Ermessens zugleich rechtlich geschützte Interessen des Drittschuldners zu berücksichtigen (BVerwG…, Urt. vom 27.05.1993 - 5 C 7.91 -, BVerwGE 92, 281 (285 ff.); Senat, Urteile vom 06.09.1990 - 6 S 725/90 -, VBlBW 1991, 70, vom 29.01.1992 - 6 S 2911/91 -, FEVS 43, 377, und vom 27.01.1993 - 6 S 2705/91 -).
VG Freiburg, 17.01.1991 - 5 K 855/90
Voraussetzungen der Überleitung von Unterhaltsansprüchen nach §§ 90, 91 BSHG ; …
Regelmäßig wird allerdings vom Vorrang des öffentlichen Interesses auszugehen sein, weil Leistungen Dritter schon von der gesetzlichen Konzeption des BSHG her Vorrang vor der Sozialhilfeleistung haben (vgl. etwa Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, Urteil vom 6.9.1990, NJW 1991, 2922).
VGH Baden-Württemberg, 14.09.1990 - 6 S 3410/88
Zur Frage, ob Bereicherungsansprüche zum Schonvermögen iSd BSHG § 88 Abs 2 Nr 8 …
Der Beklagte durfte daher ohne weiteres davon ausgehen, daß es sich vorliegend um den Regelfall handelt, wonach die Überleitung dazu dient, das Gebot sparsamer Bewirtschaftung öffentlicher Mittel und den Nachrang der Sozialhilfe durchzusetzen (vgl. Senatsurt. v. 06.09.1990 -- 6 S 725/90 --).
OVG Nordrhein-Westfalen, 06.08.1990 - 22 A 57/89
Festsetzung der Hebesätze für Realsteuer
VG Köln, 06.08.1990 - 20 K 1572/87
NVwZ 1991, 1208
vgl. OVG Münster, Urt. v. 6. August 1990 - 22 A 57/89 -, NVwZ 1991, 1208 f.; Troll/Eisele, GrStG, 10. Aufl. 2010, § 25 Rn. 3, 7; Stöckel/Volquardsen, Grundsteuerrecht, Kommentar, 2. Aufl. 2012, § 25 Rn. 3; Rehn/Cronauge/von Lennep/Knirsch, GO NRW, Band 2, Loseblatt, § 78 Anm. III. 3.; Holtbrügge, in: Driehaus (Hrsg.), Kommunalabgabenrecht, Kommentar, Bd. I, Loseblatt, § 2 KAG Rn. 4; vgl. auch OVG Lüneburg, Urt. v. 19. September 1990 - 13 C 4/87 -, NVwZ 1991, 907, 908; BayVGH, Beschl. v. 21. Februar 2006 - 4 ZB 05.1169 - VG Karlsruhe, Urt. v. 18. Februar 2004 - 7 K 4720/02 -, jeweils zit. nach juris.
vgl. OVG Münster, Urt. v. 6. August 1990 - 22 A 57/89 -, NVwZ 1991, 1208 m.w.N.; BayVGH, Beschl. v. 21. Februar 2006 - 4 ZB 05.1169 -, zit. nach juris.
vgl. OVG Münster, Urt. v. 6. August 1990 - 22 A 57/89 -, NVwZ 1991, 1208 f.; Troll/Eisele, GrStG, 10. Aufl. 2010, § 25 Rn. 3, 7; Stöckel/Volquardsen, Grundsteuerrecht, Kommentar, 2. Aufl. 2012, § 25 Rn. 3; Rehn/Cronauge/ von Lennep/Knirsch, GO NRW, Band 2, Loseblatt, § 78 Anm. III. 3.; Holtbrügge, in: Driehaus (Hrsg.), Kommunalabgabenrecht, Kommentar, Bd. I, Loseblatt, § 2 KAG Rn. 4; vgl. auch OVG Lüneburg, Urt. v. 19. September 1990 - 13 C 4/87 -, NVwZ 1991, 907, 908; BayVGH, Beschl. v. 21. Februar 2006 - 4 ZB 05.1169 - VG Karlsruhe, Urt. v. 18. Februar 2004 - 7 K 4720/02 -, jeweils zit. nach juris.
Nach herrschender Meinung ist eine gesonderte Satzung über die Festlegung der Hebesätze rechtlich zulässig (Glier, Grundsteuergesetz, Anm. 3 a zu § 25; Hölzl/Hien/Huber, Gemeindeordnung, Anm. 6 d zu Art. 63; OVG Münster vom 6.8.1990 NVwZ 1991, 1208; OVG Lüneburg vom 19.9.1990 NVwZ 1991, 907).
§ 25 Absätze 1 und 3 GrStG, denen gegenüber Art. 2 Abs. 1 KAG schon nach seinem Wortlaut subsidiär ist, ermächtigen aber auch zum Erlass einer besonderen Hebesatzsatzung (OVG NRW KStZ 1991, 174 = NVwZ 1991, 1208; Troll/Eisele § 25 GrStG RdNr. 3; Glier § 25 GrStG Anm. 3a).
vgl. OVG Münster, Urt. v. 6. August 1990 - 22 A 57/89 - , NVwZ 1991, 1208 f.; Troll/Eisele, GrStG, 10. Aufl. 2010, § 25 Rn. 3, 7; Stöckel/ Volquardsen, Grundsteuerrecht, Kommentar, 2. Aufl. 2012, § 25 Rn. 3; Rehn/Cronauge/ von Lennep/Knirsch, GO NRW, Band 2, Loseblatt, § 78 Anm. III. 3.; Holtbrügge, in: Driehaus (Hrsg.), Kommunalabgabenrecht, Kommentar, Bd. I, Loseblatt, § 2 KAG Rn. 4; vgl. auch OVG Lüneburg, Urt. v. 19. September 1990 - 13 C 4/87 - , NVwZ 1991, 907, 908; BayVGH, Beschl. v. 21. Februar 2006 - 4 ZB 05.1169 - VG Karlsruhe, Urt. v. 18. Februar 2004 - 7 K 4720/02 -, jeweils zit. nach juris.".
vgl. OVG NRW, Urteil vom 06.08.1990 - 22 A 57/89 -, NVwZ 1991, 1208 f.; OVG Lüneburg, Urteil vom 19.09.1990 - 13 C 4/87 -, NVwZ 1991, 907 (908); VG Arnsberg, Urteil vom 17.02.2014 - 5 K 1087/13 -, juris, Rn. 29 f. m.w.N.
OVG Nordrhein-Westfalen, 21.09.1990 - 24 A 727/87
Kosten der Anschlußrenovierung; Sozialhilfeempfänger; Wohnungswechsel; Befreiung vom allgemeinen unternehmerischen Risiko
VG Münster, 12.02.1987 - 5 K 679/86
NJW 1991, 2853
Das weiter vom Kläger zitierte Urteil des OVG Nordrhein-Westfalen vom 21.09.1990 (24 A 727/87, FEVS 41, 148) hatte eine Übernahme von Renovierungskosten im Verhältnis Leistungsträger zu Leistungsempfänger zum Gegenstand und ist damit für das vorliegende Verfahren ohne Relevanz.
Dies ist insbesondere dann anzunehmen, wenn Renovierungsarbeiten geboten sind, um die Wohnung in einem ordentlichen Zustand zu halten, oder jedenfalls dann, wenn sie nach dem Mietvertrag dem Mieter zur Last fallen, vgl. BVerwG, Urteil vom 30. April 1992 - 5 C 26/88 -, BVerwGE 90, 160; OVG NRW, Urteile vom 21. September 1990 - 24 A 727/87 -, FEVS 41, 148, und - 24 A 1075/87 -, NVwZ-RR 1992, 30; OVG Berlin, Beschluss vom 19. März 1984 - 6 S 2/84 -, NDV 1986, 407; Schellhorn/Schellhorn, BSHG, 16. Aufl., 2002, § 12 Rn. 17.

References: § 90
 § 91
 § 35
 § 41
 § 90
 § 91
 § 35
 § 41
 § 90

§ 90
 § 33
 § 91
 § 91
 § 88
 § 25
 § 25
 § 78
 § 2
 § 25
 § 25
 § 78
 § 2
 § 25
 Art. 63

§ 25
 Art. 2
 § 25
 § 25
 § 25
 § 25
 § 78
 § 2
 § 12