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Timestamp: 2019-06-16 17:32:27+00:00

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BAG, Urteil vom 26.08.2009, 4 AZR 280/08 - HENSCHE Arbeitsrecht
BAG, Ur­teil vom 26.08.2009, 4 AZR 280/08
Schlagworte: Betriebsübergang, Tarifvertrag
Aktenzeichen: 4 AZR 280/08
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Duisburg, 13. September 2007, Az: 2 Ca 3244/06, Urteil Landesarbeitsgericht Düsseldorf 11. Kammer, 14. Februar 2008, Az: 11 Sa 1922/07, Urteil
4 AZR 280/08
26. Au­gust 2009
hat der Vier­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 26. Au­gust 2009 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Pro­fes­sor Be­p­ler, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Tre­ber und die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Win­ter so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Han­nig und Har­de­busch für Recht er­kannt:
1. Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 14. Fe­bru­ar 2008 - 11 Sa 1922/07 - wird zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über die auf das zwi­schen ih­nen be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis an­zu­wen­den­den ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen und dar­aus re­sul­tie­ren­de Zah­lungs­ansprüche des Klägers.
Der Kläger war seit 1981 bei der H GmbH und de­ren Rechts­vorgängern beschäftigt. Am 1. Sep­tem­ber 2001 wur­de über das Vermögen der H GmbH das In­sol­venz­ver­fah­ren eröff­net. Zu die­ser Zeit wa­ren die Par­tei­en des Ar­beits­ver­tra­ges kraft Mit­glied­schaft an die un­ter Be­tei­li­gung der IG Me­tall ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge für die Säge­in­dus­trie und ver­wand­te Be­trie­be ge­bun­den. Der In­sol­venz­ver­wal­ter und die IG Me­tall schlos­sen am 31. Mai 2005 ei­nen Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­trag (SanTV). In die­sem war die An­he­bung der wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von 35 St­un­den, wie sie im Man­tel­ta­rif­ver­trag für die Säge­in­dus­trie fest­ge­legt war, auf 40 St­un­den oh­ne Lohn­aus­gleich ge­re­gelt. Dies be­durf­te al­ler­dings zunächst der Zu­stim­mung des ein­zel­nen Ar­beit­neh­mers. Fer­ner wur­de ua. ei­ne Kürzung des mo­nat­li­chen Brut­to­ent­gelts um 180,00 Eu­ro ver­ein­bart. Die Kündi­gungsmöglich­kei­ten des In­sol­venz­ver­wal­ters wur­den ein­ge­schränkt. Der SanTV hat­te ei­ne Lauf­zeit bis zum 31. De­zem­ber 2007 und konn­te bis zum 15. ei­nes Mo­nats je­weils zum Mo­nats­en­de gekündigt wer­den. Am 13. Ju­li 2005 ver­ein­bar­ten die Par­tei­en des SanTV den Weg­fall des Zu­stim­mungs­er­for­der­nis­ses der Ar­beit­neh­mer zur Ar­beits­zeit­erhöhung und be­stimm­ten auch in­so­weit die un­mit­tel­ba­re Wir­kung die­ser Re­ge­lun­gen.
Am 1. Ju­li 2006 über­nahm die nicht ta­rif­ge­bun­de­ne Be­klag­te im We­ge ei­nes Be­triebsüber­gangs nach § 613a Abs. 1 BGB ua. den Be­trieb, in dem der
Kläger beschäftigt war. Mit Schrei­ben vom 13. Ju­li 2006, der Be­klag­ten am 17. Ju­li 2006 zu­ge­gan­gen, kündig­te die IG Me­tall den SanTV zum 31. Au­gust 2006. Am 27. Au­gust 2006 sand­te der Kläger ein Schrei­ben an die Be­klag­te, das aus­zugs­wei­se fol­gen­den Wort­laut hat:
„Ich neh­me Be­zug auf die Kündi­gung des Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­tra­ges sei­tens der IG Me­tall zum 31. Au­gust 2006.
Für den Fall, dass die Rech­te und Pflich­ten aus dem Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­trag zwi­schen­zeit­lich gemäß § 613a BGB in in­di­vi­du­el­les Recht trans­for­miert wor­den sind, ge­neh­mi­ge ich hier­mit die Kündi­gung des Ta­rif­ver­tra­ges vom 31. Mai 2005 bzw. 13. Ju­li 2005 auch in mei­nem ei­ge­nen Na­men.
Hilfs­wei­se kündi­ge ich hier­mit sämt­li­che kol­lek­ti­ven und in­di­vi­du­el­len Ver­ein­ba­run­gen, die vor und nach dem 1. Ju­ni 2005 am Stand­ort D anläss­lich des Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­tra­ges ge­trof­fen wor­den sind (und mei­ne in­di­vi­du­el­len Ar­beits­be­din­gun­gen ver­schlech­tert ha­ben), er­neut frist­ge­recht zum Mo­nats­en­de.“
Die Be­klag­te rech­ne­te das Ar­beits­verhält­nis des Klägers auf der Grund­la­ge der Re­ge­lun­gen des SanTV ab. Mit Schrei­ben vom 27. Sep­tem­ber 2006 be­gehr­te der Kläger er­folg­los von der Be­klag­ten für die Mo­na­te Ju­li 2006 und Au­gust 2006 die Zah­lung ei­nes wei­te­ren Ent­gelts iHv. 1.295,07 Eu­ro, wel­ches sich bei An­wen­dung der Ta­rif­verträge für die Säge­in­dus­trie und ver­wand­te Be­trie­be er­ge­be. Für die Mo­na­te Sep­tem­ber und Ok­to­ber 2006 for­der­te er mit Schrei­ben vom 15. No­vem­ber 2006 auf der­sel­ben Grund­la­ge ei­nen Dif­fe­renz-be­trag iHv. 1.295,07 Eu­ro.
Mit sei­ner Kla­ge ver­folgt der Kläger die Zah­lungs­ansprüche wei­ter. Der SanTV sei nicht an­wend­bar, da er so­wohl von der IG Me­tall als auch vor­sorg­lich von ihm gekündigt wor­den sei. Im Übri­gen sei mit dem Be­triebsüber­gang die Geschäfts­grund­la­ge des SanTV, die In­sol­venz des Ar­beit­ge­bers, weg­ge­fal­len.
1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 1.295,07 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 16. Ok­to­ber 2006
zu zah­len,
2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 1.233,40 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 16. De­zem­ber 2006 zu zah­len.
Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Sie ist der Auf­fas­sung, die Re­ge­lun­gen des SanTV sei­en für das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en nach wie vor ver­bind­lich. Sie sei­en nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB in das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en trans­for­miert wor­den. Die erst nach dem Be­triebsüber­gang er­folg­te Kündi­gung des SanTV könne die zu die­sem Zeit-punkt be­reits als Ar­beits­ver­trags­in­halt wir­ken­den Re­ge­lun­gen nicht mehr be­sei­ti­gen. Zu­dem ha­be die IG Me­tall ver­kannt, dass die Be­klag­te we­der Ta­rif­ver­trags­par­tei ge­we­sen noch ge­wor­den sei. Da der Sa­nie­rungs­be­darf für den Be­trieb nach wie vor be­ste­he, feh­le es auch an ei­nem Weg­fall der Geschäfts­grund­la­ge.
Die Vor­in­stan­zen ha­ben die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt der Kläger sei­ne Ansprüche wei­ter. Die Be­klag­te be­an­tragt de­ren Zurück­wei­sung.
Die zulässi­ge Re­vi­si­on ist un­be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung im Er­geb­nis zu Recht zurück­ge­wie­sen.
I. Die nach § 557 Abs. 3 Satz 2 ZPO von Amts we­gen zu berück­sich­ti­gen­den (BAG 19. Ja­nu­ar 2006 - 6 AZR 259/05 - Rn. 16 mwN, AP ArbGG 1979 § 64 Nr. 39 = EzA ArbGG 1979 § 64 Nr. 41) Pro­zess­fort­set­zungs­be­din­gun­gen lie­gen vor. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten war die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts - was das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat da­hin­ste­hen las­sen - ins­ge­samt zulässig.
1. Gemäß § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG ist § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO auch im Ar­beits­ge­richts­ver­fah­ren an­wend­bar (BAG 10. Fe­bru­ar 2005 - 6 AZR 183/04 - zu 2 a der Gründe, EzA ArbGG 1979 § 64 Nr. 40; 25. März 2004 - 2 AZR 399/03 - zu B I 1 der Gründe, AP BMT-G II § 54 Nr. 5 = EzA BGB 2002 § 626 Unkünd­bar­keit Nr. 4). Da­nach muss die Be­ru­fungs­be­gründung die Be­zeich­nung der Umstände ent­hal­ten, aus de­nen sich die Rechts­ver­let­zung und de­ren Er­heb­lich­keit für die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung er­ge­ben. Die Vor­schrift soll gewähr­leis­ten, dass der Rechts­streit für die Be­ru­fungs­in­stanz aus­rei­chend vor­be­rei­tet wird, in­dem sie den Be­ru­fungsführer anhält, die Be­ur­tei­lung des Streit­falls durch den Er­strich­ter zu über­prüfen und dar­auf hin­zu­wei­sen, in wel­chen Punk­ten und aus wel­chen Gründen er das an­ge­foch­te­ne Ur­teil für un­rich­tig hält. Da­durch soll bloß for­mel­haf­ten Be­ru­fungs­be­gründun­gen ent­ge­gen­ge­wirkt und ei­ne Be­schränkung des Rechts­stoffs im Be­ru­fungs­ver­fah­ren er­reicht wer­den. Ei­ne schlüssi­ge, recht­lich halt­ba­re Be­gründung kann aber nicht ver­langt wer­den (st. Rspr., et­wa BAG 8. Ok­to­ber 2008 - 5 AZR 526/07 - Rn. 15, AP ZPO § 520 Nr. 1 = EzA ZPO 2002 § 520 Nr. 7; 15. Au­gust 2002 - 2 AZR 473/01 - zu 2 der Gründe mwN, AP ZPO § 519 Nr. 55 = EzA ZPO § 519 Nr. 14).
2. Die­sen An­for­de­run­gen wird die Be­ru­fungs­be­gründung des Klägers im Schrift­satz vom 27. De­zem­ber 2007 noch ge­recht.
Der Kläger hat zwar in sei­ner Be­ru­fungs­be­gründung aus­geführt, er stim­me dem Ar­beits­ge­richt in­so­weit zu, als die Kündi­gung der IG Me­tall ver­spätet ge­we­sen sei, da in­fol­ge des vor­he­ri­gen Be­triebsüber­gangs die durch Ta­rif­ver­trag ge­re­gel­ten Rech­te und Pflich­ten gemäß § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB be­reits In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­wor­den sei­en. Er führt aber wei­ter aus, dass das Ar­beits­ge­richt nicht be­dacht ha­be, dass durch die Kündi­gung des SanTV die frühe­ren Re­ge­lun­gen der Ver­bands­ta­rif­verträge auch in dem zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis wie­der an­zu­wen­den sei­en und lässt da­mit in knap­per, aber noch aus­rei­chen­der Wei­se er­ken­nen, dass und aus wel­chen Gründen er die recht­li­che Würdi­gung des Ar­beits­ge­richts für feh­ler­haft hält. Ob die­se Rechts­auf­fas­sung des Klägers im kon­kre­ten Fall zu­tref­fend ist, ist für die Zulässig­keit der Be­ru­fung oh­ne Be­lang.
II. Die Kla­ge ist je­doch un­be­gründet. Dem Kläger steht ein An­spruch auf die be­gehr­ten Ent­gelt­zah­lun­gen nicht zu. Ent­gelt­ansprüche nach den Ta­rif­verträgen für die Säge­in­dus­trie und ver­wand­te Be­trie­be, die über die­je­ni­gen in dem spe­zi­el­le­ren SanTV ver­ein­bar­ten Ent­gelt­re­ge­lun­gen hin­aus­ge­hen, be­ste­hen nicht.
1. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen, weil die Nor­men des SanTV nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses der Par­tei­en ge­wor­den sei­en. Vor dem Be­triebsüber­gang sei der Man­tel­ta­rif­ver­trag durch den spe­zi­el­le­ren SanTV ver­drängt wor­den. Die nach dem Be­triebsüber­gang er­folg­te Kündi­gung des SanTV ge­he ins Lee­re, weil die IG Me­tall nicht mehr Ta­rif­ver­trags­par­tei des nur noch in­di­vi­du­al­ver­trag­lich fort­gel­ten­den SanTV ge­we­sen sei. Auch die durch den Kläger erklärte Kündi­gung sei un­wirk­sam, weil es sich da­bei in der Sa­che um ei­ne un­zulässi­ge Teilkündi­gung han­de­le. Die Geschäfts­grund­la­ge für den SanTV sei nicht ent­fal­len. Zu­dem ergäbe sich hier­aus oh­ne­hin nur ein Recht zur außer­or­dent­li­chen Kündi­gung. Ei­ne sol­che sei aber nicht aus­ge­spro­chen wor­den. Selbst wenn man ein Be­ru­fen auf den Weg­fall der Geschäfts­grund­la­ge ne­ben dem Recht zur außer­or­dent­li­chen Kündi­gung für zulässig er­ach­te, er­ge­be sich hier nur ein An­spruch auf An­pas­sung des Ta­rif­ver­tra­ges, die nicht statt­ge­fun­den ha­be.
2. Dem folgt der Se­nat im Er­geb­nis und in wei­ten Tei­len der Be­gründung. Die Re­ge­lun­gen des SanTV wa­ren im Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en für den streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raum die maßge­ben­de Grund­la­ge für den Um­fang der - länge­ren - Ar­beits­zeit und die Ent­geltkürzung. Des­halb ste­hen dem Kläger kei­ne wei­ter rei­chen­den Ansprüche auf Grund­la­ge der von ihm an­geführ­ten Ver­bands­ta­rif­verträge zu.
a) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend er­kannt, dass zum Zeit­punkt des Be­triebsüber­gangs zwi­schen dem In­sol­venz­ver­wal­ter und dem Kläger der SanTV nor­ma­ti­ve Wir­kung ent­fal­tet hat. Sei­ne Nor­men wur­den in­fol­ge des am 1. Ju­li 2006 statt­ge­fun­de­nen Be­triebsüber­gangs gemäß § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses zwi­schen den Par­tei­en und be­stimm­ten ua. die für das Ar­beits­verhält­nis gel­ten­de re­gelmäßige Wo­chen­ar­beits­zeit in Höhe
von 40 St­un­den und die Ent­gelt­re­du­zie­rung um 180,00 Eu­ro je Mo­nat. Der in § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB vor­ge­se­he­nen Trans­for­ma­ti­on stand we­der ein Weg­fall der Geschäfts­grund­la­ge des SanTV noch die Re­ge­lung des § 613a Abs. 1 Satz 3 BGB ent­ge­gen.
aa) § 613a Abs. 1 BGB fin­det auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en An­wen­dung. Der Be­trieb, in dem der Kläger am 30. Ju­ni 2006 beschäftigt war, ist mit dem 1. Ju­li 2006 durch Rechts­geschäft auf die Be­klag­te über­ge­gan­gen. Da­mit ist die Be­klag­te in die Rech­te und Pflich­ten aus dem bis­her mit dem In­sol­venz­ver­wal­ter be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis ein­ge­tre­ten.
bb) Der SanTV galt am 30. Ju­ni 2006 als Fir­men­ta­rif­ver­trag zwi­schen dem In­sol­venz­ver­wal­ter und dem Kläger kraft bei­der­sei­ti­ger Or­ga­ni­sa­ti­ons­zu­gehörig­keit nach § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1 TVG. Für die Dau­er sei­ner Gel­tung bis zum 31. De­zem­ber 2007 ver­dräng­te der SanTV nach dem Spe­zia­litätsprin­zip als Fir­men­ta­rif­ver­trag die - an sich nach wie vor wei­ter­gel­ten­den - Nor­men der ein­schlägi­gen Ver­bands­ta­rif­verträge für die Säge­in­dus­trie und ver­wand­te Be­trie­be, auf die der Kläger sein Be­geh­ren stützt, auch in­so­weit, wie er die Re­ge­lun­gen der Ver­bands­ta­rif­verträge zu Las­ten der Ar­beit­neh­mer abänder­te (vgl. BAG 4. April 2001 - 4 AZR 237/00 - zu II 1 d der Gründe mwN, BA­GE 97, 263, 269).
cc) Die Trans­for­ma­ti­on der Nor­men des SanTV in das Ar­beits­verhält­nis des Klägers schei­tert ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on nicht dar­an, dass durch den Be­triebsüber­gang die Geschäfts­grund­la­ge für den SanTV ent­fal­len wäre, weil der spe­zi­el­le Sa­nie­rungs­be­darf beim Er­wer­ber nicht be­ste­he. Da­bei kann es ent­ge­gen dem Lan­des­ar­beits­ge­richt da­hin­ste­hen, ob das Be­ru­fen auf den Weg­fall der Geschäfts­grund­la­ge schon des­halb aus­schei­det, weil auch dann nach § 313 Abs. 1 BGB nur ein An­spruch auf ei­ne Ver­trags­an­pas­sung be­ste­he, zu der es aber nicht ge­kom­men sei.
Geschäfts­grund­la­ge ei­ner Trans­for­ma­ti­on nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB ist al­lein die nor­ma­ti­ve Gel­tung der Ta­rif­re­ge­lun­gen im Ar­beits­verhält­nis vor dem Be­triebsüber­gang. Die Grund­la­ge der Trans­for­ma­ti­on sind die Tat-be­stands­merk­ma­le des § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB; die Geschäfts­grund­la­ge der
trans­for­mier­ten Ta­rif­nor­men selbst ist da­bei nicht von Be­deu­tung. Dass die tatsächli­chen Be­din­gun­gen beim Er­wer­ber an­de­re sind als die­je­ni­gen im Veräußer­er­be­trieb, ist die Re­gel. Die Trans­for­ma­ti­on nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB fin­det selbst beim Bran­chen­wech­sel statt, oh­ne auf die mögli­che Geschäfts­grund­la­ge der Bran­chen­be­zo­gen­heit der ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen ab­zu­stel­len, fer­ner beim Fir­men­ta­rif­ver­trag, ob­wohl das Un­ter­neh­men des Be­triebs­er­wer­bers re­gelmäßig an­de­re Be­din­gun­gen auf­weist. Sie er­fasst auch für den Fall des Bran­chen­wech­sels die vor­her gel­ten­den all­ge­mein­ver­bind­li­chen Ta­rif­verträge oh­ne Rück­sicht auf die wei­te­re Erfüllung des Quo­rums, des so­zi­al­po­li­ti­schen Bedürf­nis­ses und der er­for­der­li­chen Anträge der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en gemäß § 5 TVG. Über die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen hin­aus kann bei der in § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB an­ge­ord­ne­ten Trans­for­ma­ti­on ei­ne in­halt­li­che Ab­glei­chung zwi­schen den Be­din­gun­gen beim Er­wer­ber und den­je­ni­gen beim Veräußerer nicht vor­ge­nom­men wer­den.
Ein an­de­res kann gel­ten, wenn die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en die Gel­tung ei­nes Sa­nie­rungs­ta­rif­ver­tra­ges in Form ei­ner auflösen­den Be­din­gung an die fort­be­ste­hen­de In­ha­ber­schaft des­je­ni­gen Ar­beit­ge­bers ge­bun­den ha­ben, der den Ta­rif­ver­trag ge­schlos­sen hat. Das ist vor­lie­gend aber nicht der Fall.
b) Die Re­ge­lun­gen des SanTV gal­ten für den streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raum un­verändert als In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses gemäß § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB. Man­gels un­mit­tel­ba­rer Gel­tung des SanTV bei der Be­klag­ten konn­te die­ser nicht durch die von der IG Me­tall ihr ge­genüber erklärte Kündi­gung zum 31. Au­gust 2006 be­en­det wer­den. Glei­ches gilt auch für die Ge­neh­mi­gung der Kündi­gung durch den Kläger. Sch­ließlich sind die nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB trans­for­mier­ten Rech­te und Pflich­ten des SanTV auch nicht durch die von ihm im Schrei­ben vom 27. Au­gust 2006 erklärte hilfs­wei­se Kündi­gung ent­fal­len.
aa) Die Kündi­gungs­erklärung der IG Me­tall geht al­ler­dings ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts nicht be­reits des­halb „ins Lee­re“, weil sie nach dem Be­triebsüber­gang nicht mehr Par­tei des Ta­rif­ver­tra­ges ge­we­sen ist. Die­se Auf­fas­sung ist un­zu­tref­fend. Der Über­gang ei­nes Be­trie­bes, für den ein
Fir­men­ta­rif­ver­trag ab­ge­schlos­sen wur­de, führt nicht da­zu, dass die­ser Ta­rif­ver­trag zwi­schen den vor­ma­li­gen ver­trags­sch­ließen­den Par­tei­en nicht mehr gilt. Al­lein der Um­stand, dass es auf­grund der Be­triebs­veräußerung an ei­nem (räum­li­chen) An­wen­dungs­be­reich für den Fir­men­ta­rif­ver­trag fehlt, weil der In­sol­venz­ver­wal­ter be­zo­gen auf den veräußer­ten Be­trieb sei­ne Geschäftstätig­keit ein­ge­stellt hat, folgt nicht, dass der Ta­rif­ver­trag recht­lich kei­nen Be­stand mehr hat (Däubler/Dei­nert TVG 2. Aufl. § 4 Rn. 77; Wie­de­mann/Wank TVG 7. Aufl. § 4 Rn. 14). Die IG Me­tall ist des­halb auch nach dem Be­triebüber­gang be­fugt ge­blie­ben, ge­genüber der an­de­ren Ta­rif­ver­trags­par­tei, dem In­sol­venz­ver­wal­ter, den SanTV zu kündi­gen.
bb) Die Kündi­gung des SanTV ist je­doch nicht ge­genüber dem In­sol­venz­ver­wal­ter, son­dern ge­genüber der Be­klag­ten und da­mit ge­genüber ei­ner an­de­ren Per­son als dem Ver­trags­part­ner des Ta­rif­ver­tra­ges er­folgt und konn­te den SanTV nicht wirk­sam kündi­gen. Eben­so wie zur Kündi­gung ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges nur der­je­ni­ge be­fugt ist, der Par­tei des Ta­rif­ver­tra­ges ist (BAG 26. April 2000 - 4 AZR 170/99 - zu II 2 a der Gründe, BA­GE 94, 266, 271), ist es auch not­wen­dig, dass die Kündi­gung ge­genüber der an­de­ren Ta­rif­ver­trags­par­tei, hier al­so dem In­sol­venz­ver­wal­ter, erklärt wird. Die Kündi­gung ge­genüber der Be­klag­ten blieb oh­ne Aus­wir­kun­gen auf den Be­stand des SanTV und konn­te des­halb auch kei­ne Fol­gen im Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en ha­ben, weil die Be­klag­te nicht in­fol­ge des Be­triebsüber­gangs Par­tei des SanTV ge­wor­den und an die­sen nicht nor­ma­tiv ta­rif­ge­bun­den war.
(1) Ei­ne ta­rif­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung über die ta­rif­recht­li­che Gel­tung des SanTV für die Be­klag­te be­steht nicht.
(2) Die Be­klag­te ist auch nicht im We­ge ei­ner Ge­samt­rechts­nach­fol­ge Ta­rif­ver­trags­par­tei des SanTV ge­wor­den. Nach dem übe­rein­stim­men­den Vor­trag bei­der Par­tei­en ist der Be­trieb der Rechts­vorgänge­rin im We­ge des Be­triebsüber­gangs nach § 613a Abs. 1 BGB auf die Be­klag­te über­ge­gan­gen.
(3) Ei­ne ta­rif­recht­li­che Wei­ter­gel­tung des SanTV nach dem Be­triebsüberüber­gang er­gibt sich ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on nicht auf­grund sei­nes Cha­rak­ters als Fir­men­ta­rif­ver­trag. Das hat der Se­nat be­reits mehr­fach
ausführ­lich be­gründet (BAG 20. Ju­ni 2001 - 4 AZR 295/00 - zu I 1 c cc der Gründe, AP TVG § 1 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 18 = EzA BGB § 613a Nr. 203; 29. Au­gust 2001 - 4 AZR 332/00 - zu I 2 c bb der Gründe, BA­GE 99, 10, 17; 15. März 2006 - 4 AZR 132/05 - Rn. 20, AP TVG § 2 Fir­men­ta­rif­ver­trag Nr. 9; jew. mwN). Dar­an hält der Se­nat trotz der da­ge­gen er­ho­be­nen Kri­tik nach wie vor fest (kri­tisch Däubler RdA 2002, 303, 303; Däubler/Lo­renz TVG 2. Aufl. § 3 Rn. 176; Däubler Ta­rif­ver­trags­recht Rn. 1534; Kem­pen in Kem­pen/Za­chert TVG 4. Aufl. § 3 Rn. 120; Kart­haus/Rich­ter in Däubler/Hjort/Hum­mel/Wol­merath Ar­beits­recht 2008 § 613a BGB Rn. 117; wie hier: Wie­de­mann/Oet­ker TVG 7. Aufl. § 3 Rn. 239, mwN in Fn. 224; Stau­din­ger/An­nus/BGB § 613a BGB Rn. 254; So­er­gel/Raab BGB § 613a Rn. 106; ErfK/Preis 9. Aufl. BGB § 613a Rn. 113; HWK/Hens­s­ler 3. Aufl. TVG § 3 Rn. 47, 199 f.; Ha­nau/Vos­sen FS Hil­ger/Stumpf 1983 S. 271, 296 f.; Ho­hen­statt in Wil­lem­sen/Ho­hen­statt/Sch­wei­bert/Seibt Um­struk­tu­rie­rung und Über­tra­gung von Un­ter­neh­men 3. Aufl. E Rn. 98; Gus­sen/Dauck Die Wei­ter­gel­tung von Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen und Ta­rif­verträgen bei Be­triebsüber­gang und Um­wand­lung 2. Aufl. Rn. 192 ff.; Ka­nia DB 1994, 529, 534; Win­zer Be­ein­flus­sung der Ta­rif­gel­tung durch den Ar­beit­ge­ber S. 192).
Aus der von der Re­vi­si­on an­geführ­ten Ent­schei­dung des ers­ten Se­nats vom 5. Fe­bru­ar 1991 (- 1 ABR 32/90 - zu B IV 2 c cc der Gründe, BA­GE 67, 168, 188 f.) er­gibt sich kein an­de­res Er­geb­nis. Der Ers­te Se­nat hat an­ge­nom­men, dass der Be­triebs­er­wer­ber in die Rech­te und Pflich­ten des „Ar­beit­ge­bers“ iSd. Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes ein­tritt und da­her ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung je­den­falls dann wei­ter­hin un­mit­tel­bar gilt, wenn die Iden­tität des Be­triebs er­hal­ten bleibt. Zwar zeigt der Re­gie­rungs­ent­wurf zu § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB, dass der Vor­schrift le­dig­lich ein Auf­fang­cha­rak­ter zu­kommt, wenn nicht die „kol­lek­tiv­recht­li­chen Re­ge­lun­gen wie üblich vor­ge­hen“ (BT-Drucks. 8/3317 S. 11, s. auch BAG 20. Ju­ni 2001 - 4 AZR 295/00 - zu I 1 c cc [2] der Gründe, AP TVG § 1 Be­zug­nah­me auf Ta­rif­ver­trag Nr. 18 = EzA BGB § 613a Nr. 203). Von ei­ner kol­lek­tiv­recht­li­chen Wei­ter­gel­tung von Nor­men kann dann aus­ge­gan­gen wer­den, wenn der Wech­sel in der Per­son des Recht­strägers die Fort­gel­tung nicht ver­hin­dert. Die Stel­lung des Be­triebsüber­neh­mers als Ar­beit-
ge­ber un­ter­schei­det sich beim Fir­men­ta­rif­ver­trag ge­genüber der­je­ni­gen bei Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen. Die Ar­beit­ge­ber­stel­lung in der Be­triebs­ver­fas­sung knüpft an die ar­beits­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ein­heit des Be­trie­bes an. Des­halb kann der Er­wer­ber auch in die Rech­te und Pflich­ten des Ar­beit­ge­bers im Sin­ne des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes ein­tre­ten (BAG 5. Fe­bru­ar 1991 - 1 ABR 32/90 - zu B IV 2 c cc der Gründe, BA­GE 67, 168, 189). Die Ta­rif­ge­bun­den­heit des Be­triebs­er­wer­bers als Par­tei des Ta­rif­ver­tra­ges iSd. § 2 Abs. 1, § 3 Abs. 1 TVG ver­mit­telt sich dem­ge­genüber erst durch den Ab­schluss ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges oder durch ei­ne ta­rif­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung mit der ver­trags­sch­ließen­den Ge­werk­schaft, dass der Fir­men­ta­rif­ver­trag wei­ter gel­ten soll, nicht aber be­reits durch den Be­triebsüber­gang als sol­chen (Gus­sen/Dauck aaO Rn. 199; Ha­nau/Vos­sen FS Hil­ger/Stumpf 1983 S. 271, 297; Ho­hen­statt aaO E Rn. 96; APS/Stef­fen 3. Aufl. § 613a Rn. 113; Ka­nia DB 1994, 529, 533). Ei­ne be­triebs-be­zo­ge­ne Be­stim­mung der Ta­rif­bin­dung kann dem TVG nicht ent­nom­men wer­den (s. nur Ho­hen­statt aaO).
cc) Wei­ter­hin ist die vom Kläger im Schrei­ben vom 27. Au­gust 2006 ent­hal­te­ne Ge­neh­mi­gung der von der IG Me­tall erklärten Kündi­gung so­wie die wei­te­re hilfs­wei­se erklärte Kündi­gung oh­ne Ein­fluss auf den In­halt des zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses. Dem Kläger steht auch un­ter Berück­sich­ti­gung des Be­triebsüber­gangs we­der ein Kündi­gungs­recht hin­sicht­lich des SanTV zu, so­dass ei­ne Ge­neh­mi­gung der Kündi­gungs­erklärung der IG Me­tall oh­ne Be­deu­tung war, noch konn­te er durch sei­ne hilfs­wei­se erklärte Kündi­gung die nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB trans­for­mier­ten Rech­te und Pflich­ten, die sich aus dem SanTV er­ge­ben, als ar­beits­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen be­en­den.
(1) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on führt die Trans­for­ma­ti­on der vor­mals in ei­nem Ta­rif­ver­trag ge­re­gel­ten Rech­te und Pflich­ten nicht da­zu, dass nun­mehr dem ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer ein hier­auf be­zo­ge­nes Kündi­gungs­recht zu­steht, wel­ches sich aus dem Kündi­gungs­recht der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ab­lei­tet. Nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB ist die dort ge­re­gel­te Trans­for­ma­ti­on auf die Rechts­nor­men des Ta­rif­ver­tra­ges be­schränkt; sie gilt nicht für des­sen
schuld­recht­li­che Ab­re­den (allg. Auff.; s. nur Wie­de­mann/Oet­ker TVG 7. Aufl. § 3 Rn. 243 mwN in Fn. 229). Zu den trans­for­mier­ten Rech­ten und Pflich­ten gehört da­her nicht das zum schuld­recht­li­chen Teil ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges gehören­de Kündi­gungs­recht. Des­halb konn­te der Kläger die trans­for­mier­ten Re­ge­lun­gen des SanTV nicht in Wahr­neh­mung ei­nes den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en zu­ste­hen­den Kündi­gungs­rechts durch Ge­neh­mi­gung der von der IG Me­tall erklärten Kündi­gung be­en­den.
(2) Die nach § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB trans­for­mier­ten Rech­te und Pflich­ten des SanTV wur­den durch die hilfs­wei­se Kündi­gungs­erklärung des Klägers vom 27. Au­gust 2006 auch dann nicht be­en­det, wenn man die­se als Teilkündi­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses be­zo­gen auf den Re­ge­lungs­ge­halt des SanTV ver­steht. Es han­delt sich dann um ei­ne nur auf ein­zel­ne Rech­te und Pflich­ten des Ar­beits­verhält­nis­ses be­zo­ge­ne Kündi­gung, die den Be­stand des Ar­beits­ver­tra­ges selbst un­an­ge­tas­tet las­sen will. Ei­ne sol­che Teilkündi­gung ist un­zulässig (BAG 14. No­vem­ber 1990 - 5 AZR 509/89 - zu II 1 der Gründe, BA­GE 66, 214, 218; 25. Fe­bru­ar 1988 - 2 AZR 346/87 - zu III 3 c aa der Gründe, BA­GE 57, 344, 362; 7. Ok­to­ber 1982 - 2 AZR 455/80 - zu III 1 a der Gründe mwN, BA­GE 40, 199, 206; an­ders BAG 13. März 2007 - 9 AZR 612/05 - Rn. 32, BA­GE 121, 369, al­ler­dings für den Son­der­fall der Be­stel­lung ei­nes be­trieb­li­chen Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten und die Be­en­di­gung die­ser zusätz­li­chen Auf­ga­be im Hin­blick auf das Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot des § 4f Abs. 3 Satz 3 BDSG). Ob ei­ne Teilkündi­gung aus­nahms­wei­se dann zulässig sein kann, wenn sie ver­trag­lich vor­be­hal­ten wur­de (da­zu BAG 14. No­vem­ber 1990 - 5 AZR 509/89 - zu II 1 der Gründe, BA­GE 66, 214, 218), ist man­gels ei­ner sol­chen Ab­re­de zwi­schen den Par­tei­en nicht zu ent­schei­den.
III. Die Kos­ten der Re­vi­si­on trägt nach § 97 Abs. 1 ZPO der Kläger.
Har­de­busch
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References: § 613
 § 613
 § 613
 § 557
 § 64
 § 64
 § 64
 § 520
 § 64
 § 54
 § 626
 § 520
 § 520
 § 519
 § 519
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 3
 § 4
 § 313
 § 613
 § 613
 § 613
 § 5
 § 613
 § 613
 § 613
 § 4
 § 4
 § 613
 § 1
 § 613
 § 2
 § 3
 § 3
 § 613
 § 3
 § 613
 § 613
 § 613
 § 3
 § 613
 § 1
 § 613
 § 2
 § 3
 § 613
 § 613
 § 613
 § 3
 § 613
 § 4
 § 97