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Timestamp: 2020-04-10 20:21:14+00:00

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059_2018 by AZ-Anzeiger - Issuu
aus dem bezirk affoltern I Nr. 059 I 172. Jahrgang I Dienstag, 31. Juli 2018
Die Spitex unterstützt beim Schaffen und Erhalten von Lebensqualität. > Seite 5
Sommerserie «Eintauchen»: Werner Schneiter ist der Hektik entflohen. > Seite 6
Den Ratssaal füllen Am 29. September findet in Zürich die zweite Sitzung des Jugendparlaments statt. > Seite 7
Gelungenes Waldfest Der beliebte Anlass im Uerzliker Erdbeeriholz war friedlich und gut besucht. > Seite 7
Grosse Nachfrage – kaum Anbieter Nur noch eine Bauernfamilie im Säuliamt bietet den 1.-August-Brunch an Vor acht Jahren waren es sechs Säuliämtler Bauernfamilien, die am 1. August zum Brunch eingeladen haben, jetzt ist es nur noch eine! Der Grund für die Brunchmüdigkeit ist nicht fehlende Freude oder Motivation, sondern mehrheitlich die zeitliche Belastung.
«Spass im Nass» Traumbedingungen für die Schwimmschüler in der Badi Obfelden. > Seite 9
Die Trockenheit spitzt sich zu Der Kanton Zürich hat ein Feuerverbot im und am Wald erlassen. Im Säuliamt geht eine Mehrheit der Gemeinden gar noch weiter. «Feuer verboten» heisst es aktuell in den fünf Ämtler Gemeinden Hausen, Knonau, Maschwanden, Ottenbach und Stallikon. Grund ist die Trockenheit der letzten Wochen, an der sich auch in absehbarer Zukunft nichts ändern dürfte. Im Wald und bis zu 200 Metern vom Waldrand entfernt herrscht zudem bis auf Widerruf überall ein vom Kanton verordnetes Feuerund Feuerwerksverbot. Neben den genannten fünf Gemeinden haben auch Affoltern, Bonstetten und Obfelden das kantonale Verbot noch um den einen oder anderen Aspekt verschärft. So ist in der Bezirkshauptstadt das Abbrennen von Feuerwerkskörpern über die 1.-August-Tage grundsätzlich untersagt. (tst.) ................................................... > Bericht auf Seite 3
................................................... von marianne voss Im Jahr 2010 boten sechs Bauernfamilien im Säuliamt den 1.-August-Brunch an, 2014 waren es noch drei und morgen noch eine – nämlich die Familie Duperrex vom Uttenberg. Schweizweit ist die Zahl der Brunchanbieter in den letzten Jahren mit 350 Betrieben ziemlich stabil geblieben. Und die Brunchlust in der Bevölkerung hat keineswegs abgenommen. Der feine Zmorge auf dem Bauernhof erfreut sich ungebremst grosser Beliebtheit. Wer morgen einen Bauernhof-Brunch geniessen möchte, und sich noch nicht angemeldet hat, wird aber im Säuliamt kaum noch eine Möglichkeit haben. Die Chance, dass die Plätze im Uttenberg bereits alle ausgebucht sind, ist sehr hoch. Warum geben immer mehr Bauernfamilien die beliebte Tradition auf ? Pressesprecherin Sandra Helfenstein vom Schweizer Bauernverband erklärt: «Die Gründe sind meistens der grosse zeitliche Aufwand mitten in der Erntezeit und die Schwierigkeit, genügend Mitarbeitende zu finden.» Finanziell lohne sich der Brunch nicht. «Es geht bei dem Anlass in erster Linie darum, den Kontakt zwischen der Landwirtschaft und den Konsumenten zu pflegen.» Auf Anfra-
Jubiläums-Feier in Kappel Vorbereitungen für den 1.-August-Brunch morgen auf dem Hof Stöckweid im Knonauer Uttenberg. (Bild Marianne Voss) ge bestätigen einige der Ämtler Bauernfamilien die Gründe für ihren Ausstieg: Nebst dem grossen Arbeitsdruck im Sommer und der jährlichen Helfersuche nennen sie zudem familiäre Gründe, wie kleine Kinder oder einen Generationenwechsel. Alle bedauern den Entscheid aufzuhören und betonen, dass ihnen der Brunch immer viel Freude gemacht habe. Bei der Familie Duperrex ist der Ausstieg kein Thema. Im Gegenteil – durch bauliche Massnahmen ist die In-
frastruktur sogar noch erweitert und verbessert worden. Rund 600 Personen werden morgen auf dem Uttenberg erwartet. Die Planung für den Grossanlass hat natürlich schon vor Wochen begonnen. Der grosse Tag, an dem alles eingerichtet und aufgestellt wird, ist heute. Die Familie führt den Brunch zum 21. Mal durch und kann auf rund 50 gut eingespielte Helferinnen und Helfer zählen. Zum ersten Mal möchten sie die Gäste mittels Plakaten für Foodwaste sensibilisieren.
Leider nehme die Tendenz, die Teller am Buffet masslos zu überfüllen, zu. Und welche Mengen Nahrungsmittel müssen bereit stehen? Hier zählt natürlich die langjährige Erfahrung. Für morgen braucht es beispielsweise 65 kg Zopf, 45 kg Brot, 200 Liter Kaffee, 600 Eier, 120 kg Rösti und 24 kg Bratspeck – soweit möglich, alles vom Hof oder aus der Region. Unter www.brunch.ch ist ersichtlich, wo es für morgen noch freie Plätze gibt.
Der katholische Frauenbund Zürich wurde im Jahr 1919 gegründet. Ausschlaggebend für den Zusammenschluss war damals die politische Lage: Im Zürcher Kantonsrat wurde über die Einführung des Frauenstimmrechts beraten, der katholische Frauenbund Zürich setzte sich gegen dieses Vorhaben ein. Im Verlauf des Jahrhunderts hat sich die ursprünglich konservative Ausrichtung jedoch verändert. Nun findet am 8. September in Kappel eine Jubiläums-Feier statt. ................................................... > Bericht auf Seite 11 anzeigen
Letzte freiwillige «Husi» in Affoltern Bis vor zwei Jahren besuchten Schüler und Schülerinnen der vierten Gymiklassen den Hauswirtschaftskurs, die «Husi». Bedingt durch einen Systemwechsel sind es jetzt aber die wesentlich jüngeren Mädchen und Knaben aus dem achten Schuljahr. Durch diese Verschiebung fielen zwei GymiJahrgänge zwischen Stuhl und Bank. Als Ersatz bot der Strickhof den interessierten Schülerinnen und Schülern freiwillige «Husi»-Kurse in den Sommerferien an. Der Run auf diese Kurse war unerwartet gross. Rund 500 junge Frauen und Männer gaben Sommerferienwochen her, um sich in Kochen, Hauswirtschaft, textilem und technischem Gestalten zu üben. In der vergangenen Woche fand der Abschluss des letzten Freiwilligen-Kurses in Affoltern statt. (mvo) ................................................... > Bericht auf Seite 3
Einmalig langes Naturspektakel
Der «Blutmond» zog auch im Säuliamt ein grosses Publikum an
Der «Blutmond» über dem Säuliamt – hier aus dem Reusstal. (Bild tst.)
Am vergangenen Freitagabend war am Himmel über der Schweiz eine totale Mondfinsternis zu beobachten. Während 103 Minuten tauchte der Mond in den Kernschatten der Erde ein und erschien den Betrachterinnen und Betrachtern in kupferrotem Licht. Ebenfalls aussergewöhnlich gross am Horizont zu erkennen war der Mars. Auch im Säuliamt wollten sich zahlreiche Interessierte dieses Naturspektakel nicht entgehen lassen. Hochsommerliche Temperaturen lockten die Zuschauerinnen und Zuschauer scharenweise nach draussen. So auch in Maschwanden – dort hatte das Naturbad ausnahmsweise bis 23 Uhr geöffnet. Es fand das dritte Vollmondschwimmen der laufenden Badisaison statt. Und es zeigte sich: Der «Blutmond» ist ein Publikumsmagnet. (lhä) ................................................... > Bericht auf Seite 5
Allgemeines Feuerverbot an der 1.-Augustfeier in Bonstetten Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern am 1. und in der Nacht auf den 2. August 2018 Gemäss Verfügung des Stadtrates Sicherheit vom 27. Juli 2018 ist am Nationalfeiertag (inkl. Nacht auf den 2. August 2018) auf dem gesamten Stadtgebiet das Abbrennen von Feuerwerkskörpern untersagt. Die Verfügung liegt während der Rekursfrist bei der Stadtkanzlei, 3. Stock, Marktplatz 1, 8910 Affoltern am Albis, zur Einsicht auf. Gegen diese Verfügung kann innert 30 Tagen, von der Mitteilung an gerechnet, beim Stadtrat Affoltern am Albis, Postfach, 8910 Affoltern am Albis schriftlich eine Neubeurteilung verlangt werden. Das Begehren um Neubeurteilung muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Die angefochtene Verfügung ist beizulegen.
Aufgrund der seit längerem andauernden niederschlagsfreien Periode, verbunden mit anhaltend warmen Temperaturen, hat der Gemeinderat die Situation, auch im Hinblick auf die bevorstehende 1. August-Feier, bezüglich des Abbrennens von Feuerwerk und des Feuerns im Freien beurteilt. Sowohl im Wald als auch auf Getreidefeldern, in Wiesen und in Böschungen herrscht eine grosse Trockenheit. Bereits kleine Funkenwürfe könnten Brände entfachen. Die Prognosen von Meteo Schweiz sagen weiterhin heisses und trockenes Wetter voraus. Aus diesen Gründen stuft der Gemeinderat Bonstetten die Waldbrandgefahr als erheblich ein. Die 1. Augustfeier findet heute Abend in jedem Fall statt. Jedoch verzichtet der Gemeinderat auf: • das angekündigte Feuerwerk und • das Höhenfeuer Der Lampionumzug kann (vorbehältlich einer kurzfristigen Neubeurteilung) durchgeführt werden. Im Übrigen gilt auf dem ganzen Festgelände (Hof von Peter Weiss) ein allgemeines Feuerverbot. Bonstetten, 31. Juli 2018 Gemeinderat Bonstetten
Einem allfälligen Ersuchen auf Neubeurteilung durch den Stadtrat Affoltern am Albis wird die aufschiebende Wirkung entzogen. Affoltern am Albis, 31. Juli 2018 Abteilung Sicherheit
Feuer- und Feuerwerkverbot in Hausen am Albis Der Gemeinderat Hausen am Albis hat mittels Präsidialverfügung vom 27. Juli 2018 ein per sofort und auf dem gesamten Gemeindegebiet geltendes Feuer- und Feuerwerkverbot erlassen. Weitere Informationen dazu finden sich auf der Gemeindehomepage www.hausen.ch. Rechtsmittelbelehrung Gegen diese Verfügung kann innert dreissig Tagen, von der Mitteilung an gerechnet, beim Bezirksrat Affoltern, 8910 Affoltern am Albis, schriftlich Rekurs erhoben werden. Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Hausen am Albis, 31. Juli 2018 Der Gemeinderat
Verkehrsanordnung Auf Beschluss des Gemeinderates Hausen am Albis hat die Kantonspolizei folgende Verkehrsanordnung verfügt: Kein Vortritt In Ebertswil wird der Steinbaumstrasse bei der Einmündung in die Dorfstrasse der Rechtsvortritt entzogen (Signalisation Kein Vortritt). Gegen diese Verfügung kann innert 30 Tagen, von der Veröffentlichung an gerechnet, bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, Rekursabteilung, Postfach, 8090 Zürich, Rekurs eingereicht werden. Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Die angefochtene Verfügung ist beizulegen oder genau zu bezeichnen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Das Rekursverfahren ist kostenpflichtig, die Kosten hat die unterliegende Partei zu tragen. Hausen a. A., 31. Juli 2018
Allgemeines Feuerverbot auf dem gesamten Gemeindegebiet Knonau
Feuer- und Feuerwerks- Feuerwerks- und verbot Gemeinde Höhenfeuerverbot Maschwanden für den 31. Juli und 1. August 2018
In Anwendung von § 18 der Verordnung über den vorbeugenden Brandschutz (VVB) hat der Gemeinderat für das gesamte Gemeindegebiet Knonau ein allgemeines Feuerverbot erlassen.
Gestützt auf § 18 Abs. 2 der Verordnung über den vorbeugenden Brandschutz (VVB) vom 8. Dezember 2004 kann bei besonderer Gefahrenlage, insbesondere bei Dürre oder grosser Trockenheit, allgemein verboten werden, Feuerwerk abzubrennen oder offenes Feuer anzuzünden. Zuständig für das Verbot im Wald sowie in Flächen in Waldesnähe ist der Kantonsforstingenieur, im restlichen Gebiet sind es die politischen Gemeinden.
Dieses allgemeine Feuerverbot bedeutet konkret: • Keine offenen Feuer im Freien (auch nicht in Gärten, auf Balkonen oder Grillplätzen) • Kein Grillieren mit Grillgeräten, die mit Holz, Kohle oder Holzkohle betrieben werden • Kein Abbrennen von Feuerwerk. Ausgenommen ist vorderhand das Abbrennen von Kleinfeuerwerk am 1. August auf dem Stampfiplatz unter Aufsicht und Kontrolle der Feuerwehr Knonau in den dafür vorgesehenen Zonen (vorbehältlich eines Feuerverbots der zuständigen kantonalen Behörden) • Keine Höhenfeuer Das allgemeine Feuerverbot gilt bis auf Widerruf durch den Gemeinderat. Voraussetzung für eine Aufhebung des Verbots bilden ausgiebige und flächendeckende Niederschläge, verbunden mit einem Rückgang der Temperaturen. Zuwiderhandlungen werden nach § 38 des Gesetzes über die Feuerpolizei und das Feuerwehrwesen in Verbindung mit § 18 der Verordnung über den vorbeugenden Brandschutz gebüsst. Knonau, 27. Juli 2018 Gemeinderat Knonau
Die seit längerem andauernde niederschlagsarme Periode verbunden mit anhaltend warmen Temperaturen führte zu einer sehr grossen Trockenheit. Aufgrund dieser aktuell gegebenen Gefahrenlage verhängt der Gemeinderat Maschwanden per sofort ein allgemeines Feuer- und Feuerwerksverbot auf dem gesamten Gemeindegebiet. Zuwiderhandlungen gegen das Feuerund Feuerwerksverbot werden polizeilich geahndet. Das Verbot bleibt bis auf Weiteres in Kraft und wird erst nach ergiebigen, flächendeckenden Niederschlägen wieder aufgehoben. Über kurzfristige Änderung zum Verbot, insbesondere auch am 1. August, kann sich die Bevölkerung auf der Gemeindehomepage informieren: www.maschwanden.ch. Der Gemeinderat
auf dem Gemeindegebiet Obfelden
Aufgrund der seit längerem andauernden niederschlagsfreien Periode, verbunden mit anhaltend warmen Temperaturen, hat der Gemeinderat, Vorstand Sicherheit, die Situation, auch im Hinblick auf den bevorstehenden 1. August, bezüglich des Abbrennens von Feuerwerk und des Feuerns im Freien beurteilt. Sowohl im Wald als auch auf Getreidefeldern, in Wiesen und in Böschungen herrscht eine grosse Trockenheit. Bereits kleine Funkenwürfe könnten Brände entfachen. Die Prognosen von Meteo Schweiz sagen weiterhin heisses und trockenes Wetter voraus. Abgesehen von vereinzelten Gewittern, welche kaum zu einer Entspannung der aktuellen Lage führen dürften, sind keine Niederschläge angezeigt. Aus diesen Gründen beurteilt der Gemeinderat, Vorstand Sicherheit, die Waldbrandgefahr als erheblich und hat für das Gemeindegebiet Obfelden ein
Feuerwerks- und Höhenfeuerverbot für den 31. Juli und 1. August 2018 angeordnet. Das Feuerwerks- und Höhenfeuerverbot bedeutet konkret: • Kein Abbrennen von Feuerwerk und keine Höhenfeuer am 31. Juli und 1. August 2018 auf dem Gemeindegebiet Obfelden. Die 1.-August-Feier findet am 31. Juli 2018 in der Badi Obfelden statt, es wird aber kein Augustfeuer angezündet und es dürfen keine Feuerwerke abgebrannt werden (Programm unter www.kulturobfelden.ch). Da das Feuerwerks- und Höhenfeuerverbot aufgrund der akuten Gefahr sofort umgesetzt werden muss, ist einem allfälligen Rekurs gegen diese Verfügung die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Obfelden, 27. Juli 2018 Gemeinderat Obfelden Vorstand Sicherheit
«Früher oder später führen wir ja alle selber einen Haushalt» Run auf die freiwilligen Hauswirtschaftskurse Gegen 500 Gymischülerinnen und -schüler aus dem Kanton Zürich haben in den letzten zwei Schuljahren freiwillig Ferien hergegeben, um gemeinsam einen Haushalt zu führen. Viele kamen dafür auch nach Affoltern. Jetzt ist der letzte Freiwilligen-Kurs abgeschlossen. ................................................... von marianne voss Früher nannte man es die «Rüebli-RS» oder das «Obli». Das Haushaltobligatorium war eine reine Mädchensache und fand mehrheitlich in den Sommerferien statt. Und frau lernte, das Leintuch auf dem Bett richtig umzuschlagen oder mithilfe von mindestens drei Töpfen eine Creme zu kochen. Natürlich lernten die Mädchen auch viel Nützliches und natürlich machte den meisten die gemeinsame Zeit in einem Haus, vielleicht sogar in den Bergen, auch Spass. Das ist heute noch so. Das Zusammenleben unter einem Dach ist ein wichtiger Erlebnisfaktor während der Haushaltkurse, der «Husi», für Gymischülerinnen und -schüler. Aber vieles ist inzwischen völlig anders. Der Unterricht ist praxisorientiert und auf die heutigen Lebensformen ausgerichtet. «Wir wollen nicht auf alten Traditionen beharren, sondern uns dem modernen Alltag anpassen», betont Regula Kressig, Leitung Hauswirtschaft an Mittelschulen. Wichtige Themen seien beispielsweise die Ökologie, das Zeitmanagement, das Budget
Herausgeberin: Weiss Medien AG, Obere Bahnhofstrasse 5, 8910 Affoltern a. A. Geschäftsführerin: Barbara Roth Chefredaktor: Thomas Stöckli Redaktion: Livia Häberling redaktion@affolteranzeiger.ch Copyright: Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material
Regula Kressig, Leitung Hauswirtschaft an Mittelschulen (links), und Lehrerin Andrea Sidler aus Hausen am schön dekorierten Esstisch. oder auch die Nachhaltigkeit bei der Haushaltführung. Das Büro der kantonalen Schulleiterin befindet sich in Affoltern in der ehemaligen landwirtschaftlichen Schule. Seit einigen Jahren gehören diese Gebäude zum Strickhof, dem zürcherischen Kompetenzzentrum für Bildung und Dienstleistungen in Land- und Ernährungswirtschaft. Die Hauswirtschaftskurse an Mittelschulen sind dem Strickhof unterstellt, und Affoltern ist eines von vielen Zentren, wo diese Kurse durchgeführt werden. Die Räumlichkeiten in den Schwanden werden intensiv genutzt, und mehrere Lehrerinnen sind rund um die Uhr für die Betreuung der Jugendlichen verantwortlich.
Letzter Freiwilligen-Kurs in Affoltern Weil der obligatorische «Husi»-Kurs durch einen Systemwechsel vorverschoben wurde, fiel er für zwei Jahrgänge weg. Als Ersatz bot der Strickhof eine freiwillige «Husi» in den Sommerferien an – 1800 Einladungen wurden verschickt. «Da geht doch niemand hin!», war die erste Reaktion auf
diese Bemühungen. «Welche jungen Frauen oder Männer geben Ferien her, um zu kochen oder zu putzen?» Weit gefehlt. Der Run auf diese Kurse war erstaunlich gross. Gegen 500 Jugendliche meldeten sich an. Die Kurse mussten aus Kapazitätsgründen auf zwei Schuljahre verteilt werden. Jetzt ist aber Schluss. In der vergangenen Woche fand der letzte Freiwilligen-Kurs statt, einer davon auch in Affoltern. 18 junge Frauen und Männer, die meisten aus Stadtzürcher Gymnasien, verbrachten zusammen drei Wochen am Ortsrand unseres Bezirkshauptortes. Sie befassten sich mit Kochen, Ernährungslehre, Haushaltführung, textilem und technischem Gestalten. Der «Anzeiger» machte bei ihnen einen Besuch.
Miteinander planen und kochen «Was war denn so teuer?», fragt die Lehrerin Andrea Sidler. Die Schülerinnen und Schüler haben selber ein Sommermenü geplant und dafür eingekauft, das Budget aber etwas überschritten. «Aha, es waren die Cherry-
Judith macht das Kochen Spass. Hinten sind Yaël und Jonathan auch fleissig am Werk. (Bilder Marianne Voss)
Tomaten und die Nüsse», zeigt ihnen die Lehrerin auf. Dann gehts aber an die Arbeit. «Zieht die Schürzen an, bindet die Haare zusammen und achtet wie immer auf die Hygiene. Ihr seid nun miteinander verantwortlich, dass wir um zwölf Uhr ein Dreigang-Menü essen können.» Nach dieser letzten Anweisung wird geschält, geschnetzelt, gerührt und geknetet. Und bald beginnt es in der grossen Küche fein zu duften. Auf die Frage, warum sie diesen freiwilligen Kurs in den Sommerferien besuchen, antworten Judith und Bettina: «Das ist ein meganützlicher Kurs. Etwas, das wir brauchen können. Wir wollen doch nicht verloren sein, wenn wir mal ausziehen von zu Hause.» Jonathan ist der Meinung, dass es gerade auch als Mann wichtig sei, eine Ahnung vom Haushalten zu haben. «Heute ist es nicht mehr so, dass man zum Kochen oder Putzen eine Frau hat.»
Viel fürs Leben profitiert Im oberen Stock wird genäht: Schürzen, Taschen oder Kleidungsstücke.
Bianca blickt von ihrer Arbeit auf und meint: «Früher oder später führen wir ja alle selber einen Haushalt. Im Hinblick darauf ist es doch wichtig, einiges zu lernen.» Und Silvan ergänzt: «Ja, wir lernen hier wirklich vieles sehr praxisbezogen. Und wir putzen auch, das gehört halt ebenso dazu.» Alle sind sich einig, dass sie in diesen Wochen sehr viel fürs Leben profitiert haben. Für die Lehrerinnen bedeutet das Ende der Freiwilligen-Kurse auch ein Abschied. «Es war schön, auch noch mit den etwas älteren Jugendlichen zu arbeiten, denn sie stehen kurz vor der Selbstständigkeit und wollen wirklich etwas fürs Leben lernen», erklärt Andrea Sidler. Natürlich seien die 13- bis 14-Jährigen auch zu begeistern. «Aber für sie ist ein eigener Haushalt, also der direkte Nutzen des Gelernten, noch weit weg.» Inzwischen haben die Kochgruppen draussen auf der Veranda die Tische wunderschön gedeckt und servieren pünktlich um zwölf Uhr ein schmackhaftes Mittagessen mit frischem Salat, Flammkuchen und einem fruchtigen Dessert.
Gesamtauflage: 25 470 Beratung und Verkauf Inserate: Elisabeth Zipsin/ Christine von Burg Telefon 058 200 57 00, Fax 058 200 57 01 inserat@weissmedien.ch Spezial- und Sonderseiten: Kaspar Köchli Telefon 058 200 57 14, M 079 682 37 61 kaspar.koechli@azmedien.ch
Die Mehrheit der Ämtler Gemeinden verschärft das Feuerverbot des Kantons
Trockenheit: Zumindest im Wald und in Waldnähe gilt ein grundsätzliches Feuerverbot
Annahmeschluss Inserate: Dienstagausgabe: Montag, 8.00 Uhr Freitagausgabe: Mittwoch, 16.00 Uhr Todesanzeigen: 11.00 Uhr am Tag vor Erscheinen Abonnementspreise: ¼ Jahr Fr. 79.– ½ Jahr Fr. 97.– 1 Jahr Fr. 170.– Aboservice: abo@affolteranzeiger.ch Telefon 058 200 57 00, Fax 058 200 57 01 Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner, www.azmedien.ch Beteiligungen der AZ Medien AG auf www.azmedien.ch
Seit Freitag gilt im Kanton Zürich ein Feuerverbot in Wäldern und in Waldesnähe (Sicherheitsabstand 200 Meter). Acht Ämtler Gemeinden gehen gar darüber hinaus. Die seit längerem andauernde niederschlagsfreie Periode verbunden mit anhaltend warmen Temperaturen führt zu einer sehr grossen Trockenheit. Der Kanton Zürich hat deshalb in Absprache mit dem kantonalen Fachstab Trockenheit letzten Freitag, 27. Juli, ein Feuerverbot für das ganze Kantonsgebiet in Wäldern und in Waldesnähe erlassen. Dieses Verbot gilt ausdrücklich auch für Höhenfeuer und bestehende, eingerichtete Feuerstellen bei Picknick- und Spielplätzen. Im Wald oder in Waldesnähe dürfen
zudem keine brennenden Raucherwaren und Streichhölzer weggeworfen werden. Im ganzen Kanton darf man keine Himmelslaternen aufsteigen lassen.
Feuerverbote in Hausen, Knonau, Maschwanden, Ottenbach und Stallikon Gemäss aktueller Lagebeurteilung verbietet der Kanton das Abbrennen von Feuerwerkskörpern am 1. August nicht grundsätzlich, wobei zu sorgfältigem Umgang aufgerufen wird. Besonders zu beachten ist, dass ein Sicherheitsabstand von 200 Metern zu den Waldrändern eingehalten wird. Die zuständigen Stellen beobachten die Situation weiterhin aufmerksam. Die Gemeinden können bei besonderer Gefahrenlage auf ihrem Territorium jederzeit ein allgemeines Feuer-
verbot anordnen (Art. 18 der Verordnung über den vorbeugenden Brandschutz). Das haben Hausen, Knonau, Maschwanden, Ottenbach und Stallikon getan. Affoltern und Obfelden verbieten am Nationalfeiertag das Abbrennen von Feuerwerkskörpern. Aeugst und Bonstetten werden an der offiziellen Feier auf Feuerwerk und Höhenfeuer verzichten. Auch den Festbesuchern ist hier das Feuerwerken untersagt. Mit Ausnahme von Knonau, wo Grillieren mit Holz oder Kohle bis auf Widerruf generell untersagt ist, bleiben kontrollierte Grillfeuer in Siedlungsgebieten (Gärten, Schrebergärten, Terrassen) gestattet. Dennoch ist auch hier grösste Vorsicht geboten. Beim Umgang mit Feuer ausserhalb der Wälder sind folgende Vorsichtsmassnahmen einzuhalten: Keine bren-
nenden Raucherwaren und Streichhölzer wegwerfen, keine landwirtschaftlichen Räumungsfeuer entfachen, Grillfeuer dauernd beobachten, bei Funkenflug Feuer sofort löschen, Feuer vor dem Weggehen vollständig löschen, Grillasche nicht unachtsam entsorgen, bei Wind ganz auf Feuer im Freien verzichten. Das Verbot bleibt bis auf weiteres in Kraft und wird erst nach ergiebigen, flächendeckenden Niederschlägen wieder aufgehoben. Die Bevölkerung wird zu verantwortungsbewusstem Verhalten aufgerufen, um Waldund Flurbrände zu verhindern. Zuwiderhandlungen gegen das Feuerverbot werden polizeilich geahndet, wie die Baudirektion mitteilte. (tst.) Infos: www.waldbrandgefahr.ch, www.trockenheit.zh.ch sowie auf den Websites der Gemeinden.
Teilweises Feuerverbot Feuer- und Feuerwerkverbot auf dem gesamten für das Gemeindegebiet Gemeindegebiet Ottenbach Stallikon In Anwendung von § 18 der Verordnung über den vorbeugenden Brandschutz (VVB) hat der Gemeinderat für das gesamte Gemeindegebiet Ottenbach ein allgemeines Feuer- und Feuerwerkverbot erlassen. Dieses allgemeine Feuer- und Feuerwerkverbot bedeutet konkret: • Keine offenen Feuer (Ausnahme: kontrollierte Grillfeuer in Gärten und auf Terrassen unter Anwendung grösstmöglicher Vorsicht) • Bei Wind ganz auf Feuer im Freien verzichten • Keine Feuerwerke • Keine Fackeln und Höhenfeuer • Keine brennenden Raucherwaren und Streichhölzer wegwerfen Die 1.-August-Feier beim Pontonierhaus an der Reuss findet statt. Das Abbrennen von Feuerwerk ist jedoch strikt verboten. Das Feuer- und Feuerwerkverbot gilt bis auf Widerruf durch den Gemeinderat. Voraussetzung für eine Aufhebung des Verbots bilden ausgiebige und flächendeckende Niederschläge, verbunden mit einem Rückgang der Temperaturen. Der Gemeinderat wird die Aufhebung auf der Gemeindewebseite www.ottenbach.ch entsprechend bekanntgeben. Zuwiderhandlungen werden nach § 38 des Gesetzes über die Feuerpolizei und das Feuerwehrwesen in Verbindung mit § 18 der Verordnung über den vorbeugenden Brandschutz bestraft. Gegen diesen Beschluss kann innert dreissig Tagen, von der Mitteilung an gerechnet, beim Bezirksrat Affoltern, Im Grund 15, 8910 Affoltern am Albis, schriftlich Rekurs erhoben werden. Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen oder genau zu bezeichnen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Einem allfälligen Rekurs wird die aufschiebende Wirkung entzogen.
Mit Beschluss des Gemeinderates vom 29. Juli 2018 hat der Gemeinderat – als Ergänzung zum kantonalen Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe vom 27. Juli 2018 – ab sofort bis auf Widerruf ein teilweises Feuerverbot für das Gemeindegebiet Stallikon erlassen. Das bedeutet konkret: – Keine offenen Feuer im Freien (auch nicht in Gärten, auf Balkonen oder Grillplätzen) – Kein Abbrennen von Feuerwerk – Keine Höhenfeuer – Kontrollierte Grillfeuer in privaten Gärten und auf Balkonen sind unter grösster Aufmerksamkeit bis auf Weiteres erlaubt.
bestandenen Das smartec-Team gratuliert Tarek Yamout zur bestanden Lehrabschlussprüfung als MontageElektriker EFZ.
Zuwiderhandlungen gegen das Feuerverbot werden polizeilich geahndet. Das Verbot bleibt bis auf Weiteres in Kraft und wird erst nach ergiebigen, flächendeckenden Niederschlägen, verbunden mit einem Rückgang der Temperaturen wieder aufgehoben. Die Bevölkerung wird zu verantwortungsbewusstem Verhalten aufgerufen. Der Beschluss kann ab 29. Juli 2018 auf www.stallikon.ch eingesehen werden und liegt auf der Gemeindeverwaltung (Schalter Einwohnerkontrolle) während der Rekursfrist zur Einsichtnahme auf.
Prüfung Debbora Peter Fachfrau Gesundheit EFZ Wir gratulieren Debbora Peter sehr herzlich zum erfolgreich bestandenen Lehrabschluss. Für die beruﬂiche wie auch private Zukunft wünschen wir Debbora Peter alles Gute, viel Freude und Erfolg. Werkstrasse 1, 8910 Affoltern a.A. Tel: 044 762 50 40 E-Mail: info@spitexka.ch www.spitexka.ch
Gegen diesen Beschluss kann, von der Publikation an gerechnet, beim Statthalteramt Affoltern, Postfach, 8910 Affoltern am Albis wegen Verletzung von übergeordnetem Recht innert 30 Tagen schriftlich Rekurs erhoben werden (§ 19 Abs. 1 lit. a und d i.V.m. § 19b Abs. 2 lit. c VRG sowie § 20 Abs. 2 VRG). Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Die Kosten des Rekursverfahrens hat die unterliegende Partei zu tragen. Allfälligen Rekursen wird die aufschiebende Wirkung entzogen. Stallikon, 29. Juli 2018 Gemeinderat
Obfelden Am 21. Juli 2018 ist in Affoltern am Albis ZH gestorben:
Gabsa-Hundshammer Maria geb. 7. Oktober 1929, von Obfelden ZH, wohnhaft gewesen in Obfelden, mit Aufenthalt im Haus zum Seewadel, 8910 Affoltern am Albis; Witwe des Gabsa-Hundshammer Hans Ernst. Die Urnenbeisetzung findet im engsten Familienkreis statt. Die Friedhofvorsteherin
So gut wie möglich ein selbstbestimmtes Leben führen Die Spitex unterstützt individuelle Lebenskonzepte Unabhängig vom Alter wünscht man sich bei gesundheitlichen Einschränkungen – physischen und psychischen –, möglichst selbstbestimmt leben zu können, ohne das persönliche Umfeld zu sehr zu belasten. Die Spitex erbringt Pflegeleistungen und unterstützt beim Schaffen und Erhalten von Lebensqualität. ................................................... von regula zellweger Morgens um sieben. Frauen – und ein Mann – treffen im neuen Spitexzentrum Hausen ein. Leiterin Annemarie Aschwanden begrüsst, vermittelt Informationen, beantwortet Fragen. Trotz dem Kommen und Gehen herrscht eine ruhige, konzentrierte Stimmung. Die meisten nötigen Infos finden sich auf dem Computer. Nach und nach packen die Spitex-Mitarbeitenden ihren Rucksack und verschwinden. Auf der anderen Seite der Törlenmatt tauchen sie in ihren Spitex-Autos wieder auf – und schwärmen aus.
Unterstützen, nicht Verantwortung abnehmen Auf Reto Widmers Tagesplan steht ein Besuch bei zwei Kunden im selben Mehrfamilienhaus. Er kennt «seine Kunden», weiss, was ihn mit grosser Wahrscheinlichkeit erwartet. Manchmal aber treffen Spitex-Mitarbeitende auch auf unerwartete Situationen. Darauf sind sie gut vorbereitet. Sie sind bestens ausgebildet, haben Berufserfahrung und arbeiten generell professionell. Beim Ehepaar, das Reto Widmer zuerst besucht, herrscht keine gute Stimmung. Die Frau wollte ihren Mann zu einem Ausflug begleiten, sie hat sich lange darauf gefreut. Pflegende Angehörige müssen ihre persönlichen Bedürfnisse oft zurückstellen.
Der Mann klagt über Schmerzen im Arm und will zu Hause bleiben. Reto Widmer schaut sich den Arm an und empfiehlt einen Arztbesuch. Ob sie den Ausflug machen sollen? Reto Widmer erklärt: «Das müssen Sie selber entscheiden.» Er gibt beiden das Gefühl, dass er sie versteht, pocht auf ihre Eigenverantwortung und sucht nach einer konstruktiven Lösung. Der Mann bekommt Unterstützung bei der Morgentoilette und ein Schmerzmittel. Sobald sich dessen Wirkung einstellt, wollen die beiden Eheleute nochmals neu entscheiden.
Eintauchen in Welten Reto Widmer wechselt vor der nächsten Wohnungstüre Schuhe und Kleidung und desinfiziert seine Hände. Aber nicht nur das. Er wechselt die Sprache und die Art der Kommunikation. Nun ist er nicht mehr der ernsthafte, verständnisvolle Beratende wie zwei Stockwerke weiter unten. Als sich die Türe öffnet, scheint er ein anderer Mensch zu sein. Die alte Dame, eine Engländerin, scherzt mit ihm. Beide lieben den schwarzen englischen Humor und lachen viel. Die Frau ist dankbar für die Hilfe bei der Morgentoilette und geniesst sichtbar die lockere, aber nicht oberflächliche Unterhaltung in ihrer Muttersprache. Reto Widmer übte vor seiner Ausbildung als Fachmann Gesundheit andere Berufe aus, hat Lebenserfahrung. Er war auch in der Psychiatrie tätig. Er erklärt: «Jede Türe ist eine neue Geschichte. Vor jeder Wohnungstüre nehme ich mir kurz Zeit und stelle mich bewusst auf die Kunden, auf ihre Persönlichkeit und ihre Bedürfnisse ein.»
Professionalität Die Spitex Knonaueramt übernimmt in unserem Bezirk wichtige soziale und medizinische Aufgaben. Agnes Meili, Assistentin der Geschäftslei-
tung, erklärt: «Die ambulante Pflege ist seit Jahren stark wachsend. Dies aufgrund des veränderten Verhaltens der älteren Menschen. Am liebsten bleiben alle Menschen heutzutage so lange wie möglich zu Hause. Auch die Fallpauschalen in den Spitälern führen dazu, dass die Patienten nicht vollständig genesen nach Hause geschickt werden, und somit ambulante Pflege zu Hause benötigen.»Signifikant wachsend ist auch der Bedarf an ambulanter psychia- Pflegefachmann Reto Widmer misst einem Kunden den Blutdruck und unterhält sich mit ihm. trischer Pflege. Da- (Bild Regula Zellweger) mit werden die anspruchsvollen Aufgaben der Spitex- Klingelt ein Spitex-Mann an der Haus- Es geht ihm dabei nicht nur um den Mitarbeitenden immer komplexer. türe, so ist das manchmal noch ein Fachkräftemangel, sondern um die Ohne grosses persönliches Engage- etwas ungewohntes Bild für die Kun- Freude, einen anspruchsvollen, aber auch sinnvollen Beruf auszuüben. Vorment und stete Weiterbildung, welche den. Reto Widmer liebt seine Arbeit. teile sieht er viele. Als dreifacher Vater die Professionalität sicherstellt, geht es nicht. Der Arbeitsmarkt im Pflege- Hingabe ist für ihn ein wichtiger Be- schätzt er die Möglichkeit zur Teilzeitbereich ist ausgetrocknet, es ist griff. Die menschlichen wie fachlichen arbeit. Ihm gefällt, dass er am Morgen schwierig, hochqualifizierte Leute zu Herausforderungen nimmt er bewusst nie weiss, was ihn erwartet, und er bekommen. «Wir investieren darum wahr und reagiert darauf mit grossem grosse Flexibilität an den Tag legen viel in die Ausbildung von FaGe und Verantwortungsgefühl, aber auch mit muss, dies auf der Basis der ProfessioPflegefachpersonen», sagt Agnes Meili. Selbstreflexion. Er ist sich beispiels- nalität und mit dem Wissen um die weise des Machtgefälles zwischen Pfle- grosse Verantwortung. Denn bei den Kunden zu Hause genden und Kunden sehr bewusst. Männer in Pflegeberufen Und seiner Vorbildfunktion für Män- sind die Spitex-Mitarbeitenden auf sich gestellt. Es bestehen aber gute AnReto Widmer gehört zur Minderheit ner in Pflegeberufen. gebote, mit denen schwierige Erlebder Männer in der Pflege und Hausnisse im Team oder mit einer Fachperwirtschaft/Betreuung bei der Spitex. son aufgearbeitet werden können. LaDas Verhältnis Frau-Mann ist weniger Eine anspruchsvolle, chend meint Reto Widmer: «Wir haals ein Mann auf zehn Frauen. Er ist aber auch sinnvolle Tätigkeit sich dieser Rolle sehr bewusst und Gern würde Reto Widmer mit Blick ben super Vorgesetzte, die das Herz sieht sich quasi als Vorreiter, der die auf die eigenen Erfahrungen nicht nur am rechten Fleck haben.» Akzeptanz von männlichen Pflege- Männer motivieren, in der Lebensmitfachpersonen bewusst erhöhen will. te in einen Pflegeberuf umzusteigen. Weitere Infos unter www.spitexka.ch.
Plaudern und planschen im Mondschein Drittes Vollmond-Schwimmen im Naturbad Maschwanden Am vergangenen Freitag fand in Maschwanden das dritte Vollmondschwimmen der Badisaison statt. Die Mondfinsternis und die heissen Temperaturen sorgten für eine rege Teilnahme. «Die Mondfinsternis hat bestimmt dazu beigetragen, dass heute so viele Gäste da sind», war sich die KioskBetreiberin Susy Florida sicher. Die genaue Besucheranzahl konnte sie zwar nicht nennen, zwischen 80 und 100 Gästen dürften es jedoch gewesen sein. Sie alle liessen ihren Freitagabend bei hochsommerlichen Temperaturen im Naturbad Maschwanden ausklingen. Manche von ihnen erfrischten ausschliesslich ihren Gaumen in der Beiz, andere wollten es wissen und nützten die Gelegenheit für einen nächtlichen Schwumm. Einige zogen im Bad gewohnt ihre Längen, andere liessen sich von aufblasbaren Gummiringen über das Wasser tragen, und Dritte gaben sich im schummrigen Licht der Nacht am Beckenrand ein bisschen der Leidenschaft hin. So hatten alle ihren Spass. (lhä)
Zur diamantenen Hochzeit Zur diamantenen Hochzeit dürfen wir Rita und Hans Huber-Strebel aus Wettswil gratulieren. Am 2. August 1958, also übermorgen vor 60 Jahren, liessen sich die beiden trauen. Wir wünschen Ihnen viele weitere harmonische und glückliche gemeinsame Jahre.
Zur goldenen Hochzeit Zwei Ehepaare feiern ihre goldene Hochzeit am Donnerstag, 2. August. Marianne und Walter Josef Dürr-Frick in Affoltern und Käthe und Hans LipsBuser in Obfelden. Wir wünschen den Jubelpaaren einen schönen Festtag und alles Gute auf dem weiteren gemeinsamen Lebensweg.
Zum 85. Geburtstag Morgen Mittwoch, 1. August, feiert Ernst Leutert-Müller in Obfelden seinen 85. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich und wünschen ihm ein schönes Geburtstagsfest und gute Gesundheit.
Der «Star» des Abends machte sich rar: Nach dem Eindunkeln stand der Blutmond anfangs tief über dem Horizont und blieb deshalb hinter den Bäumen und dem Badigebäude versteckt. (Bild Livia Häberling)
Am Donnerstag, 2. August, wird Hedwig Bosshard in Affoltern 80 Jahre jung. Wir gratulieren von Herzen und wünschen viel Freude und ein tolles Fest.
Eine wohltuende Auszeit, auch wenn sie kurzzeitig unterbrochen wird Sommerserie «Eintauchen» (5): Werner Schneiter im Kloster Kappel Zwei Tage Eintauchen ins Kloster Kappel tun gut, auch wenn die selbst verordnete Auszeit an geschichtsträchtiger Stätte selbst verschuldet kurzzeitig unterbrochen wird.
dreimal täglich – Morgen, Mittag und Abend – stattfindenden Tagzeitengebete. Ich besuche den viertelstündigen Gottesdienst um 18 Uhr, dieses Mal gehalten von Jürgen Schultz, dem seit 2012 pensionierten Pfarrer von Hausen. Ein freudiges Wiedersehen, denn schliesslich absolvierte Schultz vor vielen Jahren einen dreimonatigen Stage bei der «Anzeiger»-Redaktion. Dem Singen und Beten im sakralen, beeindruckenden Raum folgt dann allerdings ein Abstecher in weltliche Gefilde: Termin mit einer Kollegin in Hausen. Danach gestatte ich mir vor der Nachtruhe im klosternahen «Adler» noch einen Schlummertrunk.
................................................... von werner schneiter Um 1185 beauftragten die Freiherren von Eschenbach-Schnabelburg Zisterziensermönche aus Hauterive mit dem Aufbau eines Klosters in Kappel am Albis. Ich mache einen jahrhundertelangen Sprung in die vierte Phase der Klosteranlage, die im Jahr 1983 ihren Anfang nahm: der Übergang zum Seminar- und Bildungshaus. Zu diesem Zeitpunkt hiess es «Haus der Stille und Besinnung», seit 2008 wieder Kloster Kappel. Dessen Anlage befindet sich im Besitz des Vereins Kloster Kappel, dem die 13 evangelisch-reformierten Kirchgemeinden des Säuliamtes sowie die Zürcher Landeskirche angehören.
Keine Mönche, sondern freundliche Empfangsdamen Mein Alltag ist zwar nicht mehr so hektisch wie zu Berufszeiten. Dennoch verordne ich mir zwei Tage Eintauchen ins Kloster. Und da erwarten mich keine Kutten tragenden Mönche, sondern freundliche Empfangsdamen an der Réception, die mir den Schlüssel für eines der 80 Hotelzimmer aushändigen. Die vor noch nicht allzu langer Zeit aufgefrischten Räume sind sauber und hell, aber ohne Luxus und Schnickschnack. Dafür öffnet sich ein herrlicher Blick durchs grosse Fenster auf viel Grün und bis tief in die Zentralschweiz. Der sonst übliche Fernseher fehlt. Atem holen, arbeiten, feiern und erleben, wie sich die Kraft Jahr-
Die Verantwortlichen im Kloster Kappel: Elisabeth Wyss, temporär theologische Leiterin, und Geschäftsführer Jürgen Barth. hunderte alter Klostermauern mit moderner Gastfreundschaft verbindet, heisst schliesslich die von der Klosterleitung propagierte Losung. Arbeiten, das lasse ich hier nun mal beiseite. Stattdessen wandle ich durch die Anlage, wage einen Blick in die Seminarräume, wo man sich gruppenweise Spirit für den (Berufs-)Alltag holt, sich in Seminaren der Weiterbildung widmet, in Retraiten die Firmenphilosophie einer Prüfung unterzieht oder einen Kurs besucht. Derzeit sind Sommerferien, aber man kann sich auf das freuen, was danach angeboten wird: auf Shibashi Qi Gong, Ikebana
(Einführung in japanische Blumenkunst), auf «Sufismus – die Kraft des Gebets» oder auf «das heilende Berühren» und auf anderes. Es gibt Kurse zu gleichen Themen und immer wieder neue, auch themengebundene. Buddhistische Morgenmeditation gehört zu den einmaligen Angeboten. Auf dem Programm steht auch eine am 26. August beginnende Ausstellung, die den Titel «99 schönste Gottesnamen» trägt, arabische Weisheiten und arabische Kalligrafie. Wegen Umgestaltung der Aussenanlage bleiben Hotel, Klostercafé und Restaurant zwischen 16. Juli und 19. August geschlossen.
Jürgen Schultz, pensionierter Pfarrer von Hausen, leitete das viertelstündige Tagzeitgebet in der Kirche.
Auf zum Tagzeitgebet Fast alle 18 Seminarräume tragen grosse Namen, sei es im Konventgebäude, im Amtshaus oder im benachbarten Haus am See: Zwinglisaal, Bullinger- und Hirzelstube, Eschenbacher-Stube, Zisterzienser-Stube, Udalhild von Schnabelburg-Raum. Man kann im Amtshaus aber auch in den Abtkeller, in die Simon- und Judas-Kapelle, ins Gartenzimmer, an die Stehbar, in die Bibliothek oder ins Café. In den Klosterkeller zum Essen, in den Kreuzgang oder in die Eckstube. Oder einfach in die Kirche zu einem der
Dem morgendlichen Tagzeitgebet folgt dann wieder eine kurze, terminbedingte Auszeit von der Auszeit, ehe ich in der Kloster-Bibliothek die Verantwortlichen zum Gespräch treffe: Pfarrerin Elisabeth Wyss-Jenny, seit dem Wegzug von Markus Sahli Ende Mai 2018 temporär theologische Leiterin, und Jürgen Barth, Geschäftsführer. Von ihnen erfahre ich, dass sich im Hotel, nach dem Holiday Inn in Affoltern das zweitgrösste im Bezirk Affoltern, gut die Hälfte (gegen 55 Prozent) Firmengäste einschreiben. Individualgäste – Durchreisende und Feriengäste – machen 15 bis 20 Prozent aus. Gäste aus kirchlichen Kreisen, die das Kursangebot nutzen, partizipieren mit 20 bis 25 Prozent. «Gruppentourismus hingegen kennen wir hier nicht, obwohl bei diesem Segment Potenzial vorhanden ist», sagt Jürgen Barth. Man hebt sich also bewusst ab von anderen Betrieben, holt aber Feedback ein von den Gästen – und nimmt bei Bedarf auch Korrekturen vor. «Bei uns erwarten Gäste besondere Freundlichkeit und besondere, individuelle Aufmerksamkeit, weil man sich als Stammgast eben zu Hause fühlt», ergänzt Elisabeth Wyss und räumt ein, dass das nicht immer einfach sei. Und der Stammgäste sind viele in Kappel: Pro Kurs kommen zwei Drittel der Teilnehmenden wieder, im Hotelleriebereich sind etwa die Hälfte der Gäste Rückkehrende. Jürgen Barth hat ausgerechnet, dass die Hotelgäste übers Jahr im Durchschnitt 1,81 Tage im Kloster verweilen. Der Hotelleriebetrieb ist in Kappel sehr gut ausgelastet, 55 Prozent übers ganze Jahr – die jetzt fünf Wochen dauernde Pause eingerechnet. «Das ist weit über unseren Erwartungen», fügt Jürgen Barth bei. Mein Fazit: Es waren wohltuende 36 Stunden im Kloster Kappel, auch wenn die Auszeit durch kurze Auszeiten unterbrochen war.
Herrlicher Blick durchs grosse Fenster ins Grüne.
«Eintauchen» Die Sommerserie hat Tradition beim «Anzeiger» Diesmal steht sie unter dem Motto «Eintauchen». Das Thema lässt vieles offen: Eintauchen kann man in eine fremde Szene, in einen Verein oder eine Religionsgruppe, in eine andere Rolle, Lebenshaltung oder eine neue Aktivität. Sie als Leser dürfen sich überraschen lassen – bis Mitte August in jedem «Anzeiger» aufs Neue. (tst.) Bereits erschienen: Mit Spass zum Wohlbefinden, 17. Juli; Leben hinter Schloss und Riegel, 20. Juli; Auf den Spuren von Quellnymphen,
Gäste aus kirchlichen und weltlichen Kreisen checken ein: Das Kloster Kappel hat ein vielschichtiges Angebot.
Teilnehmende eines Firmenseminars oder – wie hier im Bild – Trauergäste nach einer Abdankung werden bei schönem Wetter ausserhalb des Kloster-Restaurants bedient. (Bilder Werner Schneiter)
Gletschern und den Uerzliker Böcken, 24. Juli; Sandy von der Zürichstrasse 82, 27. Juli.
«Wir wollen den Ratssaal komplett füllen» Am Samstag, 29. September, findet in Zürich die zweite Jugendparlamentssitzung statt 2015 wurde der Verein Jugendparlament Kanton Zürich gegründet. Inzwischen zählt er über 150 Jugendparlamentarier und -parlamentarierinnen. Die Säuliämtler Politjugend ist gemäss Salome Hurschler allerdings noch stark untervertreten.
Mitdebattieren am 29. September? Salome Hurschler im Kurzinterview
................................................... von livia häberling Es war an einer Jugendsession im Bundeshaus. Da fiel der Ebertswilerin Sarah Schmid auf, dass es in den meisten Kantonen ein Jugendparlament gibt – nur in Zürich nicht. Um das zu ändern, hat eine Gruppe von Jugendlichen im Jahr 2015 den Verein Jugendparlament Kanton Zürich gegründet. Im Herbst 2017 wurde dieser durch Jacqueline Fehr (SP) im Namen des Regierungsrats offiziell anerkannt. Sarah Schmid hat ihr Amt als Co-Präsidentin im Frühling 2018 abgegeben. Die 21-Jährige wird ab September Kommunikation studieren und zieht dafür nach Winterthur. Mit der Affoltemerin Salome Hurschler ist jedoch wieder eine junge Frau aus dem Säuliamt in den Vorstand nachgerückt.
Mehr Einsatz gegen Foodwaste gefordert Am Samstag, 24. März 2018, hat schliesslich im Rathaus Zürich die erste Jugendparlamentssitzung stattgefunden. Knapp 100 Jugendliche nahmen teil. Ein gelungener Start, wie Salome Hurschler findet: «Wir konnten mit dieser ersten Sitzung viele Jugendliche erreichen.» Das Ziel jedoch ist klar: «Wir möchten den Ratssaal mit seinen 180 Plätzen am liebsten komplett füllen», erklärt sie. Im Vorfeld der halbjährlichen Sitzungen werden die Mitglieder nach Themenvorschlägen angefragt. An der Auftaktsitzung vom 24. März ging es dann um Suchtmittel, Tierethik, Ernährung oder politische Bildung im Schulunterricht. Aber auch um das Stimmrecht, oder um die religiöse Radikalisierung.
«Anzeiger»: Wer kann dem Verein Jugendparlament Kanton Zürich beitreten? Salome Hurschler: Alle Jugendlichen, die im Kanton wohnen, können ab ihrem zwölften Geburtstag in unserem Verein Mitglied werden. Ausländerinnen und Ausländer haben in der Schweiz kein Stimm- und Wahlrecht. Brauchts bei Ihnen ebenfalls den Schweizer Pass? Nein. Bei uns spielt die Nationalität keine Rolle. Alle sind willkommen.
An der ersten Jugendparlamentssitzung vom 24. März wurde hitzig debattiert. (Bild Jugendparlament Kanton Zürich)
Am Schluss des Tages wurden dem Kantonsrat vier Petitionen überreicht. Die breiteste Unterstützung im Jugendparlament erhielt das Thema Foodwaste. Mit 81 Ja- gegenüber 11 Nein-Stimmen forderten die Jugendlichen, dass Lebensmittelhändler und -verarbeiter dazu verpflichtet werden, Angebote zur Weitergabe von unverkauften Lebensmitteln durch gemeinnützige Organisationen anzunehmen und die Lebensmittelverschwendung durch ein Anreizsystem deutlich zu vermindern. Salome Hurschler zieht zur ersten Jugendparlamentssitzung eine positive Bilanz: «Wir konnten unsere Forderungen im Kantonsrat platzieren. Anhand der Rückmeldungen haben es viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschätzt, sich in diesem Rahmen zu politischen Themen äussern zu können.»
Noch wenig Politnachwuchs aus dem Säuliamt mit dabei Am 29. September findet die zweite Jugendparlamentssitzung statt. Dann werden sich die Jugendlichen unter anderem mit der privaten Energiegewinnung, dem Waffenrecht, mit Suchtprävention oder mit der Gleichstellung der Geschlechter befassen. Wie gut stehen die Chancen, dass der Ratssaal bei der nächsten Sitzung komplett gefüllt ist? «Derzeit stehen wir bei 150 Mitgliedern. Tendenz steigend. Damit stellt Zürich bereits heute das mitgliederstärkste Jugendparlament der Schweiz», so Salome Hurschler. Der Bezirk Affoltern sei allerdings noch stark untervertreten. «Viel mehr als eine Handvoll Mitglieder sind es bisher noch nicht», erklärt sie. Beim Politnachwuchs hat das Säuliamt also noch Luft nach oben.
Wie siehts mit der Altersdurchmischung Ihrer Mitglieder aus? Sind auch Jüngere dabei? Ja. Wir haben einige Mitglieder, die zwölf oder dreizehn Jahre alt sind. Bis 21 Jahre sind alle Altersstufen vertreten. Was, wenn man sich politisch noch nicht so gut auskennt? Das macht nichts. Es braucht kein Vorwissen, um bei uns mitzumachen. Es geht auch darum, bei uns erste Erfahrungen über politische Themen und den Politbetrieb an sich sammeln zu können. Ausserdem bieten wir für unsere Mitglieder den «Polit-Crashkurs» an. Wie läuft eine Jugendparlamentssitzung ab? Jedes Mitglied wählt im Vorfeld zur Sitzung seine Themenprioritäten aus. Anhand derer werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Kommissionen zugeteilt. Am Morgen arbeiten diese Gruppen zusammen mit einer Fachperson die Forde-
rungen aus. Nach dem gemeinsamen Mittagessen werden die Anliegen am Nachmittag im Ratssaal dem Plenum präsentiert und diskutiert. Am Schluss wird abgestimmt. Was kostet die Mitgliedschaft im Verein Jugendparlament Kanton Zürich? Im ersten Jahr nach dem Beitritt ist sie kostenlos. Danach richtet sich der Mitgliederbeitrag nach dem Einkommen. Da die meisten unserer Mitglieder noch zur Schule gehen, kostet sie das jährlich zehn Franken. Verpflichten sich die Jugendlichen mit ihrer Mitgliedschaft zu etwas? Nein. Sie erhalten dadurch die Möglichkeit, sich zu vernetzen, den Politbetrieb kennenzulernen, sich zu engagieren und dadurch Teil des Sprachrohrs der Zürcher Jugend zu sein. Aber sie verpflichten sich zu nichts. Die Mitgliedschaft ist ans Alter gebunden. Was passiert nach dem 21. Geburtstag? Unsere Mitglieder bleiben im Verein, bis sie das 21. Altersjahr vollendet haben. Dann wird die Mitgliedschaft beendet. Auf Wunsch können uns die Jungparlamentarierinnen und -parlamentarier jedoch weiterhin mit einem freiwilligen Beitrag unterstützen. Sie erhalten im Gegenzug Informationen zum Verein und Einladungen zu ausgewählten Veranstaltungen. Wie wird man bei Ihnen Mitglied? Auf unserer Website www.jupazh.ch findet sich das elektronische Anmeldeformular. (lhä)
Ein friedliches Fest im Wald für Gross und Klein Gut besuchtes Uerzliker Waldfest im Erdbeeriholz Das Wetter war perfekt, der Besuch gut, die Stimmung fröhlich. Das bekannte und beliebte Waldfest dauerte am vergangenen Samstag wieder bis in die frühen Morgenstunden. Ob Jung oder Alt, alle genossen den wunderschönen, gemütlichen Sommerabend im Wald. ................................................... von marianne voss Die Organisatoren waren sehr zufrieden. Das Waldfest im Uerzliker Erdbeeriholz lief nahezu perfekt ab, es gab nichts zu beklagen. Auch das Wetter hatte sich umstimmen lassen. Statt des angesagten Abendregens wurde es vormittags nass. «Wir waren am Aufstellen, die meisten hatten keinen Regenschutz dabei. Aber das machte uns nichts aus», berichtete Reto Gantenbein, Präsident des veranstaltenden Unihockey Clubs «Albis Devils». So strömten die Gäste schon vor 19 Uhr auf den Festplatz, und als der Musikverein Harmonie Hausen zum ersten mitreissenden Marsch aufspielte, waren bereits viele Tische gut besetzt. Während sich die Kleinen beim Ringli- oder Fischlispiel vergnügten, sassen die Erwachsenen an den langen
Als der Musikverein Harmonie Hausen zum ersten Marsch aufspielte, waren die Tische schon gut besetzt. (Bilder Marianne Voss) Festtischen und genossen das Zusammensein, das Austauschen und den Genuss von einem Glas Wein oder einem feinen Burger. Alle Generationen waren dabei – wirklich beinahe von null bis hundert!
Extrem friedlich Das Uerzliker Waldfest ist d a s Ferienereignis im Säuliamt. Für viele, die
nicht verreisen, ist der Anlass ein unverzichtbares Highlight in den Sommerwochen. Warum? «Das Waldfest hat einfach einen ganz besonderen Charme», erklärte ein älterer Mann. Seine Partnerin ergänzte: «Ja, es ist hier extrem friedlich und gemütlich.» OK-Präsident Dave Andermatt betonte: «Unser Ziel ist, dass hier jeder eine Ecke findet, wo es ihm gefällt.» Solche «Ecken» gab es wirklich verschiedene.
Zufriedene Organisatoren. Von links: Lukas Hess (Chef Küche), Reto Gantenbein (Präsident «Albis Devils») und OK-Präsident Dave Andermatt.
Wer genug hatte vom Sitzen, konnte sich zum Beispiel in der Bar an den Stehtischen verweilen oder auch das Tanzbein schwingen zur Musik des «Duo Amarillos». Bis zum ersten Tageslicht hielten es die letzten Gäste im Erdbeeriholz aus. Rund 800 Personen hatten dieses Jahr am Waldfest teilgenommen. Und rückblickend sagten die Organisatoren: «Das Fest war extrem friedlich.
Das Besondere ist, dass wir wohl noch der letzte Anlass dieser Grösse sind in der Region, der ohne Sicherheitsdienst auskommt.» Das kommt nicht von ungefähr. Die jungen, engagierten Männer dürfen auch stolz sein auf ihre eigene grosse Leistung. Sie haben zusammen mit einer grossen Helfercrew keinen Aufwand gescheut für das Gelingen dieses fröhlichen und eben sehr friedlichen Festes.
Berufstöter statt Milizjagd? Die Realität sieht anders aus, Leserbrief vom 24. Juli. Die Extrem-Tierschützerin Nicole Holzherr ist offensichtlich allergisch auf sachliche Information und auf Argumente. Ob sie die Argumente der Milizjäger nicht verstehen kann oder will, bleibe dahingestellt. Jedenfalls verbreitet sie immer die gleichen Halbwahrheiten und Verdrehungen. So behauptet sie einmal mehr, dass keine Zunahme von Krankheiten und Wildunfällen zu befürchten wäre, wenn im Kanton Zürich nicht mehr gejagt würde, weil die Natur grösstenteils selbst für eine Bestandesregulierung bei den Wildtieren sorgen könnte. Das stimmt – aber eben nur bezogen auf unberührte, wilde Natur. In einer dicht besiedelten Kulturlandschaft führt die «Selbstregulierung» jedoch dazu, dass die einen Tierarten überhandnehmen und andere aussterben. Als zweites ist zu beachten, wie diese Selbstregulierung erfolgt. Beim Fuchs zum Beispiel sind es hauptsächlich zwei Seuchen, die als natürliche Regulierung bei Überbeständen auftreten, nämlich die Räude und die Tollwut. Beide führen zu einem elendiglichen, langsamen Tod (Thema «vermeidbares Tierleid») und sind darüber hinaus auch eine akute Gefährdung für Haustiere, die Tollwut sogar für den Menschen. Auch bei den für die Zürcher Jagd wichtigen Wildarten Reh, Hirsch und
Wildschwein ist die Fähigkeit zu Selbstregulierung durch steigende oder sinkende Fruchtbarkeit bekannt. Allerdings, und dies verschweigt Frau Holzherr, hat die Wissenschaft auch belegt, dass dieser Effekt erst bei Extrembeständen einsetzt, die um ein Mehrfaches höher oder niedriger sind als im Schweizer Mittelland. Dass solche Bestände zu grossen Verbiss- und Frassschäden in der Land- und Forstwirtschaft führen würden, ist wissenschaftlich bewiesen – ebenso, dass die Verkehrsunfälle mit Wild weiter drastisch zunehmen würden. Aber «neimedure» kann ich sowieso nicht verstehen, wieso Frau Holzherr und ihresgleichen die Notwendigkeit der Jagd infrage stellen. Denn sie wollen ja gar nicht die Jagd abschaffen, sondern «nur» die in der Schweiz sehr gut funktionierende Milizjagd durch ein staatliches Regime mit vollamtlichen Wildhütern ersetzen. Im Kanton Genf müssen heute die Wildhüter, welche die Milizjagd ersetzen, zu Hilfsmitteln und Jagdmethoden greifen, die in der übrigen Schweiz verboten sind, um die an sie gestellten Anforderungen zu erfüllen. Wer also die bewährte Milizjagd nicht durch ein System mit unter massivem Erfolgsdruck stehenden Berufstötern (genannt Wildhüter) ersetzen will, stimmt am 23. September Nein zur Initiative «Wildhüter statt Jäger». Fredy Kradolfer, Ottenbach
Mit Trinkwasser das Dach gekühlt Der Haselbach liegt trocken, «Anzeiger» vom 27. Juli.
eine Empfehlung zum Wassersparen herausgegeben wurde, sind den Behörden die Hände gebunden. Selbstverständlich geben auch wir unseren Bäumen und Pflanzen Wasser, bevor sie austrocknen. Auch stehen für Igel, Vögel, Schmetterlinge Wasserschalen im Garten. Selbige jedoch auf einer mittlerweile gelben Wiese, da diese nie getränkt wird. Braucht es wirklich Notfall-Szenarios, Rationalisierung des Trinkwassers, um auch die Letzten zum Nachdenken zu bringen? Braucht es noch mehr Verbote/Gebote, weil gesunder Menschenverstand und Vernunft verloren gehen? Wir hinterlassen diese Welt unseren Kindern und Enkeln. Nur weil man Wasser bereits in der Miete bezahlt, ist dies längst kein Grund, es so zu verschwenden. Trinkwasser gehört eigentlich auch nicht in die Toilettenspülung, aber den Wasserverbrauch eines Monats einer vierköpfigen Familie an einem einzigen Tag über ein Dach fliessen zu lassen, entbehrt jeglicher Logik oder Erklärung, denn diese gibt es nicht. Es handelt sich nach wie vor um Trinkwasser!
Die Wasserknappheit zeigt sich überall. Diverse Gemeinden beziehen offenbar bereits Wasser aus dem Zürichsee oder aus Flüssen. Während Quellen versiegen, Fische sterben, Bäche austrocknen, Bauern Mühe haben, ihre Felder zu bewässern, stimme ich Herrn Edelmanns Aussage vollumfänglich zu. Wir tragen einerseits mit unserem Verhalten zur Klimaveränderung bei und nutzen Wasser, als sei es ein unerschöpfliches Gut. Leider scheinen all diese Umstände für manche keinen Grund zum Nachdenken zu liefern; ganz im Gegenteil. Was ich leider seit dem Hitzesommer 2003 alljährlich im Sommer sehen muss, sind die immer gleichen Gemeindemitglieder der Energiestadt(!) Mettmenstetten, welche alljährlich das Dach über ihrer Wohnung während Stunden wässern, um vielleicht ein psychologisches Grad Kühlung zu erhalten. Ein Klimagerät würde die Abkühlung wohl eher erreichen. Kostet halt Strom. Das Wasser aus dem Gartenschlauch ist in den Mietkosten bereits inklusive. Da nur
K. Schärer, Mettmenstetten
«Fall Anzeiger» oder Trugschluss?
Zuschriften sind willkommen
Öffentliche Aufträge nur an Angepasste, «Anzeiger» vom 27. Juli.
Der «Anzeiger» nimmt Zuschriften an redaktion@affolteranzeiger.ch gerne an. Ein Leserbrief muss mit Namen, vollständiger Adresse und Telefonnummer des Verfassers versehen sein, soll in maximal 2000 Zeichen ein Thema aus der Region aufgreifen und darf keine persönlichen Angriffe enthalten. Redaktionsschluss für Beiträge in der Freitagausgabe ist Mittwochmittag, Zuschriften für die Dienstagausgabe sollten bis Freitagmittag vorliegen. Über die Publikation, den Erscheinungstermin und Kürzungen entscheidet die Redaktion ohne Rücksprache. (Red.)
Wenn also Arbeitsplätze geschaffen, Löhne regelmässig bezahlt werden und die Firma erfolgreich ist, dann ist die Firmenkultur in Ordnung. Auch wenn diese ethisch und moralisch mehr als zweifelhaft ist. Ist das wirklich nur ein «Fall Anzeiger», wie Toni Bortoluzzi es nennt? Wenn Staatsoberhäupter ebenso handeln, ist das dann nur ein Fall «linke, unwissende, gutmenschliche Presse»? Hansruedi Huber, Affoltern
Der FC Affoltern bereitet sich auf den Start der Drittliga-Saison vor. > Seite 12
Der 11. Türlerseelauf beginnt für die Läufer des Hauptrennens bereits um 10.15 Uhr. > Seite 12
Freestyle-Hochburg Mettmenstetter Misra Torniainen, Trainer des Swiss-Freeski-Teams, im Interview. > Seite 13
Seit 30 Jahren «Spass im Nass» Traumbedingungen für die Schwimmschüler in der Badi Obfelden
«Das Spielerische ist das A und O»: Spass im Nass mit Hans Schmutz und Ines Thomi in der Badi Obfelden. (Bild Thomas Stöckli)
Rund 200 Kinder lernen diesen Sommer an den Kursen in der Badi Obfelden schwimmen. Zum 30-jährigen Bestehen seiner Schwimmschule Aquarius hat Hans Schmutz das FerienkursAngebot von zwei auf drei Wochen ausgedehnt. Ausgebuchte Kurse, gutes Wetter und sommerliche Temperaturen. Die erste Woche Sommerferien-Schwimmkurse
dieses Jahr in der Badi Obfelden darf als voller Erfolg bezeichnet werden. Das zeigte sich auch beim Besuch des «Anzeigers» am Mittwoch: Die jüngsten Schwimmschüler schwebten als «Seerosen» auf dem Wasser, tauchten gemeinsam unter und hatten sichtlich «Spass im Nass» – ganz nach dem bekannten Motto der Ämtler Schwimmschule Aquarius. Im Sommer 1987 durfte Hans Schmutz von einer Schwimmlehrerin seinen ersten Kurs übernehmen, am
Baarer Bier sucht «Brauzeugen»
Freibier am Freitag, 3. August, in Baar «Brauzeugen» können miterleben – und schriftlich bestätigen – wie nachhaltig ihre beliebten Bierspezialitäten gebraut werden. Austauschbare Erzeugnisse prägen die tägliche Angebotspalette. Als direkte Folge steigt das Bedürfnis nach ehrlichen, lokalen und nachhaltigen Produkten. Diesem Trend folgen die Mitglieder der Interessengemeinschaft unabhängiger Schweizer Brauereien (IG Bier) nun auf originelle Art. So auch die Brauerei Baar. Nach dem Motto «Brauzeugen gesucht…!» laden sie ihre Kunden in die Brauerei ein. «Die Konsumenten wollen wissen, woher ihre bevorzugten Produkte stammen. Ob und wie natürlich sie hergestellt werden», so Martin Uster von der Brauerei Baar. Diese Verbraucheranliegen werden die Baarer Braumeister mit der Aktion «Brauzeugen gesucht…!» nun auf unterhaltend-informative Art umsetzen. Private Unternehmen wie die Brauerei Baar möchten sich mit nachhaltig gebrauten Eigenmarken aus der Fülle auswechselbarer Produkte genussvoll abheben. Diese Unterschiede werden die Besucher auch als «Brauzeugen» mitverfolgen und im goldenen Brauerei-Buch per Unterschrift bestätigen können. Dem pflichtete auch der als Gast anwesende Präsident des Schweizer Bauernverbandes, Nationalrat Markus Ritter, bei. Die Schweizer Bauern und Brauer verfolgen ähnliche
Ziele. Sie produzieren hochwertige Schweizer Produkte und sind immer wieder gefordert, innovative, neue Produkte auf den Markt zu bringen.
Eine Stunde Freibier am 3. August Baarer Bier wurde an der Branchenveranstaltung im Rheintal mit dem Qualitäts-Siegel «Brau-Ring» ausgezeichnet. «Eine wertvolle Bestätigung, dass unsere Bierspezialitäten den höchsten Testansprüchen genügen», stellte Martin Uster fest. Am Freitag, 3. August, gibts in der Brauerei Baar von 17 bis 18 Uhr eine Stunde Freibier! Dort können sich die Besucher ins neue Brauzeugen-Buch eintragen. Damit startet die Aktion «Brauzeugen gesucht …» so richtig überschäumend. Prost. (pd.)
Mittwochnachmittag. Es war die Geburtsstunde seiner eigenen Schwimmschule Aquarius. Als Motto stand bald «Spass im Nass» fest. Das gilt für die jungen Schwimmschüler auch heute noch: «In dem Alter ist das Spielerische das A und O», betont Schmutz. Kein Wunder also, hat der Claim «Spass im Nass» nicht nur ihn selber überzeugt. Vor rund 15 Jahren zeigte Swimsports, das Kompetenzzentrum für Schwimmsport und Wasserfitness, Interesse am Domainnamen. Zur Übernahme ist es
Zwei weitere Kurswochen folgen Seit dem Start vor 30 Jahren hat sich einiges getan in der Schwimmschule Aquarius. Heute beschäftigt Hans Schmutz 15 Mitarbeitende. Sie teilen sich die wöchentlich rund 40 Lektionen von Montag bis Samstag auf. Für den Branchennachwuchs sorgt die
Weitere Infos unter www.spass-im-nass.ch.
Erfahrung und technisches Geschick
Die Arthur Girardi AG verabschiedet langjährigen Mitarbeiter Roman Gianola hat die letzten 14 Jahre bei der Schreinerei Arthur Girardi AG in Hedingen als Möbelschreiner gearbeitet. Per Ende Juli verlässt er das Unternehmen und tritt in den wohlverdienten Ruhestand. Zum Abschied lobte Geschäftsführer Rico Girardi Roman Gianola in den höchsten Tönen. Er dankte ihm im Namen der ganzen Belegschaft für die gute Zusammenarbeit über die vielen Jahre und wünschte ihm alles Gute für seine Zukunft. Roman Gianola war ein gewissenhafter Mitarbeiter und versierter Maschinist. Mit seiner grossen Erfahrung und seinem Können löste er auch die schwierigsten Aufgaben. Dank seines technischen Geschicks reparierte er diverse Maschinen oder hielt sie ordentlich in Stand. Gianola war bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr beliebt, insbesondere auch bei den Lernenden, für die er stets ein offenes Ohr hatte. Sie alle bedauern seinen Weggang sehr.
Umfassende Ausbildung zum Schreiner
Braumeister Urs Rüegg (links) und Kurt Uster mit dem Brauzeugen-Buch. (zvg.)
nicht gekommen, aber für Drucksachen und Kampagnen hat die Vereinigung den Claim fortan verwendet.
Schwimmschule selber – nicht nur in der Person von Sohn Ennio Schmutz, der in die Ausbildung zum Schwimmlehrer eingestiegen ist und Ines Thomi im Büro entlasten soll. Talentierte Jugendliche dürfen als Assistentinnen und Assistenten mithelfen, sich so ein Sackgeld verdienen und später dann die Ausbildung zu Kursleitenden absolvieren. Fünf dieser «Eigengewächse» sind heute noch im Team. Die Kurse für Kinder sind das wichtigste, aber nicht das einzige Standbein der Schwimmschule Aquarius. Hans Schmutz ist schon seit 25 Jahren Experte der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (Slrg) und bildet als solcher auch Rettungsschwimmer aus. Von diesem Knowhow profitieren etwa die Badewachen der Badi Mettmenstetten in ihrer Saisonvorbereitung. Die Eltern-Kind-Kurse und die Schwimmkurse für Erwachsene runden das Angebot ab. Zurück zu den Kindern: Am Freitag haben die ersten 80 ihren Kurs mit dem begehrten Abzeichen abgeschlossen. Zwei weitere Kurswochen folgen vom 6. bis 10. sowie 13. bis 17. August. Einige wenige Plätze sind noch frei. (tst.)
Damit das wegfallende Know-How von Roman Gianola wieder ersetzt werden kann, engagiert sich die Schreinerei Arthur Girardi AG aktiv in der Lehrlingsausbildung. Aktuell beschäftigt sie vier Lehrlinge vom ersten bis vierten Lehrjahr. Neu wird Cédric Neuhaus die Aufgaben von Roman Gianola übernehmen. Er hat seine Lehre bei
Geschäftsführer Rico Girardi (links) dankt Roman Gianola für die gute Zusammenarbeit. (Bild zvg.) der Schreinerei Girardi absolviert und vor einem Jahr abgeschlossen. Amy Schwab, die ihre Lehre diesen Sommer abschliessen wird, kann ebenfalls im Betrieb weiterbeschäftigt werden. Als Schreinerei mit langer Tradition bietet die Arthur Girardi AG den Lehrlingen ein breites Umfeld, um ihre eigenen Erfahrungen sammeln zu können. Sei es in der Werkstatt oder
auf Montage, bei kompletten Umbauten von Bad, Küche und Wohnraum, allgemeinen Schreinerarbeiten oder einfachen Reparaturen – die Lehrlinge werden umfassend in den vielseitigen Beruf des Schreiners eingeführt. Damit schafft die Schreinerei Arthur Girardi AG die Basis für erfahrene Fachleute der nächsten Generation. (pd.)
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Der Katholische Frauenbund Zürich Rennen in der feiert unter dem Motto «sichtbar» Säuliämtler Natur
100 Jahre Frauenbund – Feier am 8. September in Kappel Mit vier regionalen Festen feiert der Katholische Frauenbund Zürich sein baldiges 100-JahreJubiläum. Darunter auch am 8. September in Kappel. «Zwecks gegenseitiger Fühlungsnahme, Übernahme der Funktion einer Zentrale und politischer Schulung der katholischen Frauenwelt» wurde der Katholische Frauenbund Zürich 1919 gegründet. Durch geschicktes Bewahren von Traditionen und gleichzeitiger Anpassung an den jeweiligen Zeitgeist steht die konfessionelle Frauenbewegung bald im 100. Lebensjahr. Ausschlaggebend für den Zusammenschluss der katholischen Frauen war damals die politische Lage. So heisst es im ersten Jahresbericht der Organisation: «Über dem politischen Himmel lagerte eine unheilverkündende, düstere Wolke». Denn im Zürcher Kantonsrat wurde über die Einführung des Frauenstimmrechts beraten. «Man rechnete mit der Tatsache, dass vielleicht schon bis zum Herbst das allgemeine Stimmrecht eingeführt sei». Um dem Einhalt zu gebieten, veranstaltete der Katholische Frauenbund politische Vorträge, Instruktionskurse für Referentinnen und betrieb Rechtslehre. Da die Frauenstimmrechtsinitiative 1919 jedoch verworfen wurde, fassten die Frauen zuerst eine Auflösung ihres Verbundes ins Auge, besannen sich dann aber auf sozialkaritative Tätigkeiten. Treibende Kraft der Anfangsjahrzehnte war die 1877 geborene Aloisia Bürgi-Karbacher, Ärztin mit eigener Praxis für Chirurgie.
Tiefgreifend gewandelt Die konservative Ausrichtung der Frauenbunds-Bewegung hat sich im
Verlauf der letzten 100 Jahre tiefgreifend gewandelt. Der Frauenbund gibt sich heute frauenbunt. Er bestärkt die Mitglieder in ihrem gesellschaftlichen, politischen und kirchlichen Wirken. Gleichwohl ist die Frauenbundbewegung spirituelle Heimat, vertritt eine befreiende und glaubwürdige Kirche. Sie unterstützt Frauen mit Bildung und ermöglicht sinnstiftendes Engagement. Dem Dachverband, dem Schweizerischen Katholischen Frauenbund (KFB), gehören 130 000 Mitglieder aus 19 Kantonalverbänden und 680 Ortvereinen an. Der KFB umfasst 42 Ortvereine im ganzen Kanton Zürich mit rund 5500 Mitgliedern, zudem zählt er 450 Einzelmitglieder.
Getragen von engagierten – und kritischen – Freiwilligen Im Jubiläumsheft «1919-2019 KFB Sichtbar» kommen den vergangenen zehn Dekaden entsprechend nimmermüde, weise und aufmüpfige Frauen verschiedener Generationen zu Wort: «Lange konnte ich mir nicht vorstellen, einem katholischen Frauenverein anzugehören. Schliesslich ist die katholische Kirche das Frauenfeindlichste, was es gibt», hält Francesca Stockmann Mast fest. Gleichwohl ist die feministische Theologin und Präsidentin des Katholischen Frauenvereins Dübendorf nie aus der katholischen Kirche ausgetreten, denn «dann hätte ich nicht mehr mitmotzen können – und das tue ich ausgiebig». Eine besonders Zupackende begründet im Jubiläumsheft ihren enormen freiwilligen Einsatz: «Ich leiste ihn stets erwartungslos. Ich brauche nicht jeden Tag Komplimente zu bekommen, sondern sehe, was gemacht werden muss. Diese innere
11. Türlerseelauf in Affoltern
Freiheit braucht es in der Freiwilligenarbeit, damit sie nicht belastet», so Albertina Kaufmann-Wilderhaber, Mutter von vier Kindern, dreifache Grossmutter und Geschäftsfrau mit eigenem Betrieb. Für Amanda Ehrler, aktuelle Präsidentin, hat der KFB auch in Zeiten des Wandels eine wichtige Rolle: «Die KFB-Frauen überzeugen durch ihr kreatives Engagement in Gesellschaft, Politik und Kirche. Sie stehen ein für Lebensweisheit und Lebensqualität. Sie schenken Zeit, Nähe und menschliche Wärme. Halten wir also inne und geben wir dem Raum, was werden will».
Feier in Kappel am 8. September Um das Engagement des KFB und seiner Mitgliedsfrauen sichtbar zu machen und zu würdigen, wird an vier Orten gefeiert. Darunter am 8. September 2018 in Kappel. Am regionalen Jubiläumsfest sind Frauen eingeladen, die sich in den lokalen Frauengemeinschaften engagieren. Unter dem Motto «Sichtbar» wird sowohl zurück, vor allem aber vorausgeschaut. In den prominent besetzten Talkrunden sowie unter den Gästen soll diskutiert werden, wo und wie Themen von Frauen im Kanton Zürich sichtbar werden und inwiefern die Frauenverbände dafür zeitgemässe Gefässe sind. «Aus Verbindungen wachsen neue Verbindlichkeiten», sagt KFB-Präsidentin Amanda Ehrler. Diesen neuen Verbindlichkeiten auf der Spur zu bleiben, soll Würdigung der 100 letzten Jahre Katholischer Frauenbund Zürich und Motivation für die Zukunft sein. (pd.) Weitere Informationen zu den Jubiläumsfeiern finden sich auf www.frauenbund.ch.
Der FC Affoltern bereitet sich auf die neue Saison vor
Intensives Programm bis zum Meisterschaftsstart
Einmal wettkampfmässig in der schönen Türlersee-Landschaft unterwegs sein. (Bild zvg.)
Am 25. August erfolgt der Startschuss zum 11. Türlerseelauf. Nach den Hitzeschlachten der letzten Jahre haben die Organisatoren den Start des Hauptrennens auf 10.15 Uhr vorverlegt. So können die Teilnehmenden den Lauf bei angenehmeren Temperaturen absolvieren. Das Hauptrennen über 14.1 Kilometer wird auf der Originalstrecke ausgetragen. Nach dem Start auf der Aeugsterstrasse in Affoltern führt die Laufstrecke über Wängi zum Türlersee. Der Abschnitt durch das Naturschutzgebiet um den See ist das schönste Teilstück des Laufs. Die Strecke führt dann weiter durch die Felder unterhalb von Aeugst und über Wängi zurück nach Affoltern. Das Ziel befindet sich vor dem Butzenschulhaus. Die Laufstrecke des zur Wertung des ZKB ZüriLaufCups zählenden Laufs ist anspruchsvoll und abwechslungsreich.
Vor dem Hauptrennen erfolgen ab 9 Uhr die Starts der Kategorien Piccolo/Piccola, der Jugendrennen und der Kategorie Junioren/Walking und des ZKB SchnupperLaufs. Die Piccolos rennen 800 Meter im Quartier Butzen/Pfruendhof. Alle anderen Kategorien starten in Richtung Wängi und über die Allmendstrasse zurück ins Ziel auf der Butzenstrasse in Affoltern. Für die zahlreichen laufbegeisterten Ämtlerinnen und Ämtler ist der Türlerseelauf eine attraktive Gelegenheit, einmal wettkampfmässig in der schönen Landschaft unterwegs zu sein. Erwartet werden rund 700 Läuferinnen und Läufer, rund 500 werden den Hauptlauf bestreiten. Das Festgelände befindet sich bei der Stigelihalle. Dort finden die Siegerehrungen statt, es gibt eine Festwirtschaft sowie verschiedenen Aktivitäten für Kinder. Hanspeter Feller Weitere Infos unter www.zuerilaufcup.ch.
Aus Niederlagen fürs Leben lernen
Referat von Marco Büchel in Merenschwand Am Samstag, 18. August, referiert der Ex-Skirennfahrer Marco Büchel im Postlonzihus Merenschwand.
Will man in der neuen Saison vermehrt sehen: Der Ball auf dem Weg ins gegnerische Tor. (Bild Hansruedi Good)
Mit drei Trainingseinheiten pro Woche und einigen Testspielen bereitet sich die 1. Mannschaft des FC Affoltern seit Mitte Juli auf die DrittligaSaison vor. Meisterschaftsstart ist am 26. August. Am 23. August findet die erste Runde im Regional-Cup statt.
tag, 6. August, 20 Uhr gegen Muri 2; Donnerstag, 9. August, 20 Uhr gegen Villmergen; Samstag, 18. August, 18 Uhr gegen Bassersdorf 2. Änderungen oder weitere Vorbereitungsspiele sind jeweils auf der FCA-Homepage www.fcaffoltern.ch unter Supporter/ wichtige Termine ersichtlich.
Alle Vorbereitungsspiele gegen Drittliga-Teams finden auswärts statt: Mon-
Der FC Affoltern visiert in der neuen Saison den direkten Wiederaufstieg
Wiederaufstieg als Saisonziel
an. Das wird aber nicht einfach, denn auch die ehemaligen Zweitligisten Wollishofen, Wollerau und KilchbergRüschlikon wollen wieder in die 2. Liga zurück. Meisterschaftsstart für den FC Affoltern ist am 26. August um 15 Uhr mit dem Auswärtsspiel in Siebnen. Vorgängig findet am 23. August um 19.45 Uhr die Heimpartie im Regional-Cup gegen den Zweitligisten FC Srbija statt. Walter Zech
Als Skirennfahrer ist er insgesamt 300 Weltcuprennen gefahren. Vier davon hat er gewonnen. Das heisst aber auch: 296 Rennen hat er nicht gewonnen. «Siege sind schön, wunderbar, unvergesslich, ja. Aber fürs Leben gelernt habe ich aus meinen Niederlagen», sagt Marco «Büxi» Büchel, der Liechtensteiner mit Schweizer Pass. Marco Büchel zählte jahrelang zu den besten Skirennfahrern der Welt. Er erzählt nun von seinen Erfahrungen und vielen spektakulären Geschichten. Die Leidenschaft sei der Multiplikator für die Motivation. Mit seiner emotionalen und bildlichen Sprache nimmt er die Zuhörer mit auf eine Weltcupabfahrt und gewährt exklusive Einblicke hinter die Kulissen des Skirennsports. Am 18. August haben die Besucherinnen und Besucher um 20 Uhr die
Marco Büchel ist in seiner Karriere 300 Weltcup-Rennen gefahren. (Bild zvg.) Möglichkeit, sich in der speziellen Atmosphäre des Postlonzihus in Merenschwand von vielen lehrreichen Geschichten, Erfahrungen und Emotionen von Marco Büchel begeistern zu lassen. (pd.) Samstag, 18. August, 20 Uhr, Postlonzihus Merenschwand. Abendkasse ab 19 Uhr. Vorverkauf ab dem 6. August, jeweils von Montag bis Freitag zwischen 18 und 20 Uhr, Telefon 079 530 91 21.
«Auf dem Kicker sind wir weltweit das führende Team» Interview mit dem Mettmenstetter Misra Torniainen, Trainer des Swiss-Freeski-Teams Regelmässiges, abwechslungsreiches und aufbauendes Training bis zu sechs Mal in der Woche. Für den Säuliämtler Misra Torniainen und sein Team ist das Alltag. Im Interview gibt der Trainer des Swiss-FreeskiTeams Einblicke in die heutige Freeski- und Freestyle-Szene. «Anzeiger»: Misra Torniainen, früher sind Sie auch selber über die Schanzen gesprungen. Womit haben Sie angefangen und wie war Ihr Werdegang? Misra Torniainen: Angefangen zu springen habe ich für mich selber. Ich habe es immer geliebt, Saltos auf Trampolins oder vom Sprungbrett zu springen, trainierte aber nirgends in einem Club dafür. So kam es eines Tages, dass ich ihn der Badi für mich und nebenan Martin Walti und Andreas Isoz im Jumpin trainierten. Die zwei meinten, ich soll doch rüberkommen und mit ihnen mittrainieren. Einige Male durfte ich dann am Mittwochnachmittag ins Training, wo Nationaltrainer Michel Roth ein Auge auf mich werfen konnte. Mein Potenzial hat er dort erkannt und mich im Aerials-Training integriert, womit ich dann auch ins Junioren-Nationalteam aufgenommen wurde. Mit einer ersten Schneesaison Vorwärts- und Rückwärtssalto lief es ganz gut, ich wusste zu dem Zeitpunkt aber noch nicht, wohin das führt. Zeitgleich startete ich auch mit Freeski. Beide Disziplinen übte ich über drei Jahre, zwischen 15 und 18 Jahren aus. Mit 18 musste ich mich dann entscheiden, welchem Sport ich mehr Passion zuteile. Im Freeski hatte ich mit dem Europameister oder dem Freestyle.ch-Titel mehr Erfolge erzielt und auch mehr Spass, daher fiel meine Entscheidung auf Freeski. Sie sind seit 2010 Trainer des Swiss Freeski Teams. Was waren Ihre bisher grössten Herausforderungen? Wenn du Trainer von einem talentierten jungen Fahrer bist, ist es einfach, auf ihn einzugehen. Ein kleines Team harmoniert und du kannst das Training gezielt auf den Athleten abstimmen. Wir haben sehr viele talentierte Fahrer, das heisst elf bis zwölf Fahrer auf der Piste. Bei jedem Sprung ist volle Konzentration gefordert, damit ich jedem der Athleten ein Feedback und individuelles Coaching geben kann. Ausserdem ist es mir als Trainer wichtig, jeder und jedem das Gefühl zu geben, dass sie oder er gut ist und wie ihre Potenzialausschöpfung aussieht. Das haben wir bisher super geschafft und wir haben zehn, elf Top-Athleten, die an der Weltspitze mitfahren können. Wie sieht die Saisonplanung als Trainer der Freeskier aus? Bis etwa Ende April wird Ski gefahren, danach startet die neue Saisonplanung. Mai/Juni sind ausgelegt auf Kraftaufbau, Koordinationstraining wie Parcours, Trampolin, Slackline, Tramp’n’Dive. Es werden neue Tricks aufgebaut und auf dem Trampolin oder am Bungee geübt. Man versucht, die Technik zu verbessen und die guten Tricks zu verfeinern. Ab und zu gehen wir auch auf die Wasserschanzen, um mit jungen Athleten die ersten Doubles zu üben. Eine andere Variante sind Dryslope Big Airs. Das sind Big-Air-Schanzen, die mit Teppichen ausgekleidet sind (anstelle von Schnee), wonach man auf einem riesigen Airbag landet. Die Sprünge können damit ganz einfach auf einer sicheren Unterlage, in diesem Fall dem
«Als Trainer ist es mir wichtig, jeder und jedem das Gefühl zu geben, dass sie oder er gut ist», sagt Misra Torniainen. (Bilder zvg.)
Doppelsieg für die Freeski-Schweiz: An den Olympischen Spielen holte Sarah Höfflin (links) Gold und Mathilde Gremaud Silber.
Airbag, geübt werden, um diese dann im Schnee umzusetzen.
aber oft das Umfeld oder die Gesellschaft, welche die Frauen schwächer machen. In meinen Augen müssen die Frauen unbedingt mit den Herren mittrainieren können. Damit sie auch sehen, wie die schwierigeren Tricks aussehen und selber auch merken, dass diese mit Aufbau auch für sie möglich sind. In unserem Team hat das super funktioniert. An den letzten olympischen Spielen haben unsere Freeski-Frauen so richtig abgeräumt. In der Freeski-Geschichte sind das die ersten Olympischen Medaillen, die Sarah Höfflin (Gold) und Mathilde Gremaud (Silber) in die Schweiz geholt haben. Unsere drei Frauen sind an der Weltspitze, unter anderem auch weil wir ein gemischtes Training hatten, die Jungs die Damen gepusht haben und das Team super miteinander funktionierte.
«Der beste Athlet ist nicht unbedingt der talentierteste, sondern der, welcher sich am besten anpassen kann.» ............................................................... Ab Mitte Juli startet das Schneetraining und das Rail-Training für das Fahrgefühl. Im August wird mit den Tricks auf dem Kicker gestartet, dafür gehen wir immer nach Saas Fee. Ende August müssen die Athleten dann aber schon wieder in Wettkampfform sein. In Neuseeland beginnt zu dieser Zeit bereits der Weltcup. Das ist eine Herausforderung, weil die Athleten zu dieser Zeit noch in Aufbauphase sind, wieder in Form kommen wollen und zeitgleich neue Tricks am trainieren sind. Bisher haben wir das aber gut gemeistert. Nach Neuseeland reisen wir zurück nach Saas Fee auf den Gletscher. Schnee, Kicker und Railtraining inklusive Kraft und Ausdauer. Oktober/November teilen sich auf mit Training im österreichischen Stubaital, mit sehr toller Anlage und guten Trainingsbedingungen und einzelnen City Weltcups mitten in der Stadt. Ähnlich wie die Freestyle Night in Mettmenstetten. Welche Faktoren müssen Sie sonst noch berücksichtigen? Das Wetter spielt beim Trainieren immer eine grosse Rolle, da wir auf Gletscher trainieren. Während der Saison ist es immer ein grosser BalanceAkt zwischen Krafttraining, neue Tricks lernen, Videoanalysen und ganz wichtig: Ausbildung. Viele der jungen Athleten des Schweizer Kaders sind noch in der Sportschule in Engelberg, das heisst, das Schulische muss auch noch unter den Hut gebracht werden. Es kommen immer ein paar Zivildienstler, die an der Schule angestellt sind, mit in die Camps damit mit den
Athleten an den Abenden gelernt und Prüfungen geschrieben werden können. Im Dezember sind wir meist in den USA oder in der Schweiz, je nach Bedingungen. Im Januar kommen dann die Highlights, wie die Weltcups und die X-Games. Und natürlich dann auch die Olympischen Spiele, wofür wir tagein tagaus trainieren, um am Tag X der Olympiade die Formkurve perfekt hinzukriegen. Im April sind Schweizer Meisterschaften und es geht von vorne los. Wie zu erkennen ist, trainieren Wintersportler das ganze Jahr. Die Motivation und Kraft über eine ganze Saison hochzuhalten, ist eine grosse Herausforderung für die jungen Athleten. Immerhin gibt es 15 oder sogar mehr Wettkämpfe pro Saison. Der beste Athlet ist nicht unbedingt der talentierteste, vielmehr der, welcher sich am besten anpassen kann an Wetter- und Kursbedingungen. Was trainieren Sie gerade mit dem Team? Wir sind weltweit auf dem Kicker das führende Team. Das liegt sicherlich auch an der Trainingsinfrastruktur und dem Aufbau unseres Trainings. Wir trainieren zum Beispiel «tripples» aufbauend auf dem Trampolin und dann auf dem Tramp’n’Dive. Das Tramp’n’Dive bietet uns 1:1-Möglichkeit die Sprünge auszuführen, gerade wegen der Höhe vom Absprung bis ins Wasser oder im Winter dann eben vom Absprung bis in den Schnee. Dass wir im Jumpin Mettmenstetten neben den Wassersprungschanze auch moderne Trainingsinfrastruktur wie Slacklines, Bungee-Anlage und die Trampolins haben, unterstützt uns in unserer Trainingsarbeit umso mehr. Ob Beweglichkeit, Balance, Kraft, Koordination oder Kondition, wir können alles an einem Ort vereinen. Wo unterscheidet sich das Training der Frauen von jenem der Herren? Es gibt bei uns keinen Unterschied im Training. Natürlich sind Frau und Mann körperlich anders gebaut, es ist
«Im Aerials springen Top-Frauen bereits gleiche Sprünge wie die Herren.» ............................................................... Sie haben in Ihrem Team aktuell drei Frauen, wie ist der Niveau-Unterschied von Frauen und Herren im Freeski heute? Die Tricks sind nach wie vor schwieriger bei den Herren. Im Aerials sieht man den Trend jedoch, dass Top-Frauen bereits gleiche Sprünge wie die Herren springen. Das wird im Freeskiing noch etwas dauern, aber ganz sicher kommen – je länger Frauen auch in den Herren-Trainings mittrainieren und Coaches haben. Wie die Athleten auf den Skis stehen, macht es oftmals aus. Die Herren fahren in diesem Belangen sicherer und haben ein besseres Gefühl für die Geschwindigkeit. Gerade wenn in einem Wettkampf drei Schanzen nacheinander kommen, muss die Geschwindigkeit abgeschätzt und gut eingeteilt werden, damit jeder der Sprünge top wird. Das beherrschen die Herren heute noch etwas besser. Noch ...
Wie war es damals zu Ihrer Aktivzeit? Das war alles noch etwas anders. Die Sportart war noch nicht olympisch und nicht vom Swiss-Ski unterstützt. Wir Fahrer hatten alles selber geplant und bezahlt und genossen wenig Unterstützung im Vergleich zu heute. Wir hatten keinen Konditionsund Techniktrainer, mussten die ganzen Flüge selber buchen etc. Der Vorteil war natürlich, dass man selbstständig war. Der Nachteil, dass man noch nicht auf dem Level von heute fuhr und die Technik nicht beherrschte wie es die Jungen heute tun. Übrigens ist seit gestern die Kategorie Big Air olympisch anerkannt worden, was mich super freut. Wenn Sie heute Skifahren gehen, können Sie sich beherrschen und sind Sie zum gemütlichen Skifahrer geworden oder springen Sie immer noch gerne über Schanzen, Rails etc.? Kicker und Rails fahre ich nach wie vor sehr gerne, mit zunehmendem Alter verliert man aber das SpeedGefühl, wenn man nicht mehr so viel Skifahren geht. Dadurch fährt man eher zu schnell oder zu langsam. Vorletzte Saison hatte ich einen Unfall, bei dem ich mein Knie kaputt machte. Das hiess: zwölf Monate an Krücken. In den letzten acht Jahren war das die einzige Verletzung, dennoch hat es mir aufgezeigt, dass ich nicht mehr alles auf den Kickers ausprobieren sollte. Mittlerweile bin ich gemütlich auf der Piste unterwegs, aber immer mit einer Portion Freestyle. Wo können die Freeski-Athleten als nächstes in Aktion gesehen werden? Ende August am Weltcup in Neuseeland. Interview: Sabrina Leva
Die nächste Gelegenheit für Freestyle-Action bietet sich am Freestyle Masters, dem Aerials-Wettkampf am 19. August im Jumpin Mettmenstetten. Weitere Infos unter www.jumpin.ch.
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