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Timestamp: 2019-07-16 05:14:48+00:00

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OVG Mecklenburg-Vorpommern, 07.11.1996 - 4 K 11/96 - dejure.org
OVG Mecklenburg-Vorpommern, 07.11.1996 - 4 K 11/96
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OVG Mecklenburg-Vorpommern, 07.11.1996 - 4 K 11/96 (https://dejure.org/1996,778)
OVG Mecklenburg-Vorpommern, Entscheidung vom 07.11.1996 - 4 K 11/96 (https://dejure.org/1996,778)
OVG Mecklenburg-Vorpommern, Entscheidung vom 07. November 1996 - 4 K 11/96 (https://dejure.org/1996,778)
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Überprüfung der Wirksamkeit einer Abfallgebührensatzung (Normenkontrollverfahren): Müllgebühren - Zeitpunkt des Entstehens der Gebühr - antizipierte Benutzungsgebühren - Kompetenzen des Kreistages - ortsgesetzgeberisches Ermessen - Gebührenkalkulation - Deckungsgrad - Abschreibungen - betriebsnotwendige Kosten - Unternehmergewinne - Einschaltung Privater - linearer Volumenmaßstab - Mitwirkungsverbot - Gesetz zur Regelung der Miethöhe
Abgabensatzung; Abfallgebühren; Öffentliche Einrichtung; Dauerbenutzung; Antezipierte Benutzungsgebühren; Gebührenkalkulation; Kostendeckungsgrundsatz; Vorteilsgrundsatz; Kostenabschreibung
NJ 1997, 280
DVBl 1997, 1072 (Ls.)
Durch Urteile vom 07.11.1996 erklärte der erkennende Senat die Abfallgebührensatzung vom 11.03.1996 für nichtig (AZ: 4 K 11/96 und 4 K 20/96).
Das Urteil des erkennenden Senates zum Aktenzeichen 4 K 11/96 (Seite 15) sei daher sachlich falsch.
bb) Bei Gebühren, die für die laufende Inanspruchnahme einer öffentlichen Einrichtung erhoben werden, wie das z.B. für die Abfallentsorgung zutrifft, ist aber die Festlegung des Zeitintervalls erforderlich, für welches die Gebühren jeweils anfallen sollen, also eine eindeutige satzungsmäßige Bestimmung, ob die Gebühr täglich, wöchentlich, monatlich, vierteljährlich oder jährlich entsteht (OVG Greifswald, Urteile vom 07.11.1996 - 4 K 11/96 -, RAnB 1997, 179 = VwRR 1997, 13, und - 4 K 20/96 - Lohmann in Driehaus, Kommunalabgabenrecht, § 6 Rdn. 661).
Ob allerdings der Satzungsgeber überhaupt die Möglichkeit hat, "antizipierte" Benutzungsgebühren durch Satzungen zu regeln so der Senat ohne nähere Begründung in den o.g. Urteilen vom 07.11.1996, aaO.; vgl. hierzu Lichtenfeld, aaO., Rdn. 721 b und 7691, oder ob es hierzu einer ausdrücklichen landesrechtlichen Ermächtigungsgrundlage bedarf, kann mangels Entscheidungserheblichkeit im vorliegenden Fall offen bleiben (vgl. Wollenteit, Überblick 1997, 298;… Schulte in Driehaus, Kommunalabgabenrecht, § 6 Rdn. 513;… Stemshorn, in Driehaus, Kommunalabgabenrecht, § 6 Rdn. 424 a).
a) Wie der erkennende Senat bereits in seinem Urteil vom 15.03.1995 - 4 K 22/94 -, RAnB 1995, 229 ff. = ZKF 1995, 230, und in den beiden Urteilen vom 07.11.1996, aaO., entschieden hat, fällt die Festsetzung und Kalkulation eines Beitragssatzes in die Kompetenz des Vertretungsorgans, hier des Kreistages; nichts anderes gilt für die Festsetzung und Kalkulation von Gebühren (vgl. § 104 Abs. 3 Nr. 6 und 10 KV 1994, weitergehend und klarstellend jetzt § 104 Abs. 3 Nr. 10 KV vom 13.01.1998, wonach die Ermittlung des Satzes der öffentlichen Abgabe in die ausschließliche Kompetenz des Kreistages fällt).
a) Wie der Senat in seinen Urteilen vom 15.03.1995 und 07.11.1996, aaO., entschieden hat, ist ein Abgabensatz in den Grenzen, die der Gemeindevertretung bzw. den Kreistag durch das Vorteilsprinzip, den Kostendeckungsgrundsatz und den Gleichheitsgrundsatz gezogen sind, nach pflichtgemäßem Ermessen festzusetzen.
Aber bereits in seinen Urteilen vom 07.11.1996, aaO. hat der Senat die Unwirksamkeit der seinerzeit angefochtenen Abfallgebührensatzung 1996 des Antragsgegners damit begründet, die Erschließungskosten der Deponie N. (2.181.000 DM) und die Kosten für die Gebäude im Eingangsbereich (1.285.000 DM) hätten mindestens 10 Jahre abgeschrieben werden müssen.
Die Kosten sind auf den Zeitraum der betrieblichen Nutzungsdauer zu verteilen (OVG MV , Urteile vom 07.11.1996, aaO.;… Schulte in Driehaus, Kommunalabgabenrecht, § 6 Rdn. 153 b).
Insoweit wird auf die Ausführungen in den Urteilen des Senates vom 07.11.1996, aaO., verwiesen.
Dies wäre aber der Fall, wenn unternehmerische Gewinne aus Gesellschaftsanteilen, die auf einer Beteiligung der Kommune im gebührenrelevanten Bereich beruhen, an die Kommune ausgekehrt werden und keine Berücksichtigung in der Kalkulation erfolgen müsste (vgl. OVG Greifswald, Urteile vom 07.11.1996, aaO.).
Bereits in seinen Urteilen vom 07.11.1996, aaO., hat der Senat ausgeführt, dass dies nicht hinreichend ist.
Zu Leitsatz 3: Vergleiche VGH Kassel, Beschluss vom 27.09.2006 - 5 N 358/04 - Gemeindehaushalt 2009, 158-168; OVG Greifswald, Urteile vom 07.11.1996 - 4 K 11/96 - DVBl 1997, 1072 und 25.02.1998 - 4 K 8/97 - KStZ 2000, 12-19. (Rn.87) .
Die bei einer solchen Gesellschaft entstehenden Gewinne müssen daher, soweit sie auf die Beteiligung der Gemeinde entfallen, gebührenmindernd berücksichtigt werden (ebenso HessVGH, Beschl. v. 27.9.2006 - 5 N 358/04 - Juris; OVG Mecklenburg-Vorpommern, Urteile vom 7.11.1996 - 4 K 11/96 - DVBl 1997, 1072 und 25.2.1998 - 4 K 8/97 - KStZ 2000, 12; Wiesemann, NVwZ 2005, 391, 396;… Brüning in: Driehaus, Kommunalabgabenrecht, Stand September 2009, § 6 Rn. 197f;… Faiß, Das Kommunalabgabenrecht in Baden-Württemberg, Stand Juli 2009, § 14 Rn. 7;… Gössl/Reif, KAG für Baden-Württemberg, Stand September 2009, § 14 Anm. 4.1.2.2, S. 26 f.).
Insbesondere bedarf es keiner Klärung, ob ein solches Erfordernis aus dem landesrechtlichen Kostenüberschreitungsverbot, vgl. hierzu etwa OVG M.-V., Urteile vom 25.2.1998 - 4 K 8/97 -, KStZ 2000, 12, 17 f., und vom 7.11.1996 - 4 K 11/96 -, juris, Rn. 48 ff., oder gar einem allgemeinen bundesfinanzverfassungsrechtlichen Prinzip der Steuer- bzw. Abgabestaatlichkeit, so im Zusammenhang mit der Erhebung eines Straßenbaubeitrags OVG NRW, Beschluss vom 22.11.2005 - 15 A 873/04 -, OVGE 50, 164, 168 f.; offen gelassen: BVerwG, Beschluss vom 14.9.2006 - 9 B 2.06 -, NVwZ 2006, 1404, 1407, bzw. wenigstens einem für Abgaben mit Zwangscharakter geltenden finanzverfassungsrechtlichen Verbot gewinnerzielender Vorzugslasten abzuleiten sein könnte.
Denn nach der bisherigen Rechtsprechung des OVG Greifswald, die im vorliegenden Fall fortentwickelt ist, gilt: Die Ungültigkeit einer Abgabensatzung ist dann anzunehmen, wenn erstens in erheblichem Umfang nicht beitragsfähiger Aufwand angesetzt und daher gegen das Aufwandsüberschreitungsverbot verstoßen wird, oder zweitens, wenn erhebliche methodische Fehler die Feststellung unmöglich machen, ob das Aufwandsüberschreitungsverbot beachtet ist oder nicht (OVG Greifswald, Urteil vom 7. November 1996 - 4 K 11/96 -, RAnB 1997, 179 = VwRR MO 1997, 13 = FiWi 1999, 234 = NJ 1997, 280 = ZKF 1997, 157 = DVBl 1997, 1072 = LKV 1997, 422 = Überblick 1997, 298).
Eine Verteilungsregelung, die einzelne realistischerweise zu erwartenden Fälle ungeregelt lässt, führt daher zur Unwirksamkeit der Maßstabsregelung insgesamt (vgl. OVG Brandenburg, Urteil vom 31. Juli 2003 - 2 D 27/02.NE -, S. 12 f. des E.A.; OVG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 7. November 1996 - 4 K 11/96 -, juris; Urteil vom 15. März 1995 - 4 K 22/94 -, S. 17 des E.A.; OVG Lüneburg, Urteil vom 11. Juni 1991 - 9 L 186/89 -, KStZ 1992 S. 55, 56).
Werden Gebühren für die laufende Inanspruchnahme einer öffentlichen Einrichtung erhoben, muss deshalb die Satzung festlegen, zu welchem Zeitpunkt und für welchen Zeitraum die Gebühr als entstanden gelten soll (VGH Baden-Württemberg…, Urteil vom 20.01.2010 - 2 S 1171/09 -, juris Rn. 26; OVG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 07.11.1996 - 4 K 11/96 -, KStZ 2000, 12; HessVGH, Beschl. v. 28.8.1986 - 5 TH 1870/86 -, juris).
Werden Gebühren für die laufende Inanspruchnahme einer öffentlichen Einrichtung erhoben, muss deshalb die Satzung festlegen, zu welchem Zeitpunkt und für welchen Zeitraum die Gebühr als entstanden gelten soll (OVG Mecklenburg-Vorpommern, Urt. v. 7.11.1996 - 4 K 11/96 - KStZ 2000, 12; HessVGH, Beschl. v. 28.8.1986 - 5 TH 1870/86 - Juris;… Lohmann in Driehaus, Kommunalabgabenrecht, Stand September 2009, § 6 Rn. 661;… Driehaus, aaO, § 2 Rn. 92).
Der Hessische VGH führt in seinem Beschluss vom 27.09.2006 (- 5 N 358/04 -, Juris; vgl. aber auch OVG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 07.11.1996 - 4 K 11/96 - DVBl 1997, 1072 und BayVGH, Urteil vom 25.04.1995 - 4 N 94.1282 - u. - 4 N 94.2947 -, Juris zu einem Fall, in dem die Beteiligten von sich aus diesen Abzug der Gewinnanteile vorgenommen hatten;… Driehaus, a.a.O., § 6 Rd.Nrn. 197e und 197 f) hierzu aus:.
Sie müssen grundsätzlich als Minderung der Kosten in die Gebührenkalkulation eingestellt werden und führen somit zu einer Minderung der Gebührenhöhe (OVG Mecklenburg-Vorpommern, Urteile vom 7. November 1996 - 4 K 11/96 - , ZKF 1997, 280, und 25. Februar 1998 - 4 K 8/97, 4 K18/97 -, KStZ 2000, 12;… Schulte/Wiesemann, a.a.O., § 6 Rdn. 197f;… Lohmann in: Driehaus, a.a.O., § 6 Rdn. 670; Wiesemann, NVwZ 2005, 391, 396; kritisch dazu: Kuchler, KStZ 2003, 61, 67).
An dieser ständigen Rechtsprechung ist festzuhalten (vgl. OVG Greifswald U. v. 07.11.1996, 4 K 11/96, RAnB 1997, 179 ff., VwRR MO 1997, 13 ff.; U. v. 25.02.1998, 4 K 8/97, NordÖR 1998, 256 ff., VwRR MO 1998, 227 ff.; Senatsbeschluß vom 19.03.1998, 1 M 123/97).
OVG Mecklenburg-Vorpommern, 23.02.2000 - 1 L 50/98
Antizipierte Benutzungsgebühr, Gebührenkalkulation, Gebührenpflicht, …
Mangels Vergleichbarkeit der Ausgangssituation bei der hier streitigen Gebührenerhebung für Verbandslasten im Vergleich zu sonstigen Benutzungsgebühren - die wesentlich von einem eigenen tatsächlichen "Verbrauch" abhängen bzw. bei denen die Leistung der Kommune erst sukzessive im Laufe des Jahres erbracht wird (z.B. Abfallbeseitigung) - hat der Senat auch unter dem in der Rechtsprechung diskutierten Aspekt der Zulässigkeit so genannter "antizipierter Benutzungsgebühren" (vgl. OVG Greifswald, 07.11.1996 - 4 K 11/96 - VwRR MO 1997, 13 = RAnB 1997, 179) keine Bedenken gegen die in § 5 Abs. 1 der Satzung enthaltene Regelung, wonach die "Gebühr am 01.01.
Das erkennende Gericht hat in seiner bisherigen Rechtsprechung bereits mehrfach entschieden, dass es zur Gültigkeit der Festsetzung eines (Beitrags- oder) Gebührensatzes einer stimmigen Kalkulation bedarf, die vom satzungsgebenden Gremium mit der Beschlussfassung über die Abgabensatzung zu billigen ist und die im verwaltungsgerichtlichen Verfahren nicht nachgeschoben werden kann (vgl. OVG Greifswald, 23.02.2000 - 4 K 24/98 - 25.02.1998 - 4 K 8/97 und 18/97 -, NordÖR 1998, 256 = VwRR MO 1998, 227; 07.11.1996 - 4 K 11/96 -, a.a.O.; 15.03.1995 - 4 K 22/94 -, RAnB 1995, 229 = ZKF 1995, 230 = KStZ 1996, 114).
OVG Niedersachsen, 30.11.2009 - 9 LB 415/07
Erhebung von Straßenreinigungsgebühren für ein landwirtschaftlich genutztes …
VG Karlsruhe, 23.04.2009 - 2 K 4176/07
Notwendigkeit eines Zeitintervalls für Gebührenerhebung
OVG Schleswig-Holstein, 23.08.2000 - 2 L 226/98
Heranziehung zur Fremdenverkehrsabgabe; Rückwirkende Satzung; Begriff der …
OVG Sachsen, 20.12.2006 - 5 BS 231/06
Umfang eines rechtmäßig erlassenen Trinkwassergebührenbescheides bzw. …
VG Gelsenkirchen, 19.12.2011 - 13 K 798/08
Kostenüberschreitungsverbot; Fremdkosten; Erforderlichkeit; Altersteilzeit; …
VG Gelsenkirchen, 20.03.2008 - 13 K 2057/05
Abfallentsorgung, Abfallbegriff, blaue Tonne, Kalkulation, Selbstkostenfestpreis
VG Cottbus, 12.04.2014 - 6 K 122/13
OVG Mecklenburg-Vorpommern, 03.09.2012 - 1 L 14/07
VG Greifswald, 04.12.2009 - 3 A 1380/07
Kurabgabe für einen Kleingarten mit Laube

References: § 6
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