Source: https://www.juraforum.de/lexikon/bodenrichtwert
Timestamp: 2018-05-26 12:03:22+00:00

Document:
ᐅ Bodenrichtwert - Grundstück: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Erklärung zum Begriff Bodenrichtwert - Grundstück
Bodenrichtwert – Ermittlung
Bodenrichtwert – Faktoren zur Bestimmung
Bodenrichtwert – Veröffentlichung
Als „Bodenrichtwert“ wird ein amtlicher, durchschnittlicher Lagewert des Bodens von Grundstücken gleicher Nutzung bezeichnet, welcher aus deren Kaufpreisen ermittelt wird. Insbesondre für die Besteuerung von Grund und Boden ist der Bodenrichtwert von Bedeutung, wird aber auch im Rahmen der Wertermittlung von Immobilien hinzugezogen. Dies ist allerdings nur in jenen Fällen der Fall, in denen der Bodenwert sich nicht im Vergleichswertverfahren aus Kaufpreisen ermitteln lässt. Dabei ist zu beachten, dass es sich bei dem Bodenrichtwert um keinen Verkehrswert handelt; somit hat der Bodenrichtwert keine bindende Wirkung.
Seine Rechtgrundlage erhält der Bodenrichtwert aus § 196 BauGB. Gemäß diesem ist der Bodenrichtwert unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Entwicklungszustands zu ermitteln. In bebauten Gebieten erfolgt diese Wertermittlung so, als ob der Boden unbebaut wäre. Bei der Ermittlung des Bodenrichtwerts sind sogenannte Richtwertzonen zu bilden, die sich auf Gebiete beziehen, welche nach Art und Maß der Nutzung weitgehend übereinstimmen. Solche Bodenrichtzonen können bestimmte Straßen oder Straßenzüge, aber auch ganze Ortsteile oder Ortschaften umfassen.
Sofern nicht eine häufigere Ermittlung in den Ländergesetzen vorgesehen ist, wird der Bodenrichtwert jeweils zum Ende jedes zweiten Kalenderjahrs ermittelt.
Gemäß § 193 BauGB wird der Bodenrichtwert durch den Gutachterausschuss für Grundstückswerte ermittelt. Dieser wird gemäß § 193 Abs. 1 BauGB in jenen Fällen tätig, in denen
die zuständige Behörde ein solches Gutachten beantragt,
andere Behörden ein solche Gutachten zur Wertfeststellung eines Grundstücks beantragen,
ein Gutachten von dem Eigentümer eines Grundstücks, ihm gleichstehend Berechtigte, Inhaber andere Rechte an dem betreffenden Grundstück beantragt wird, oder
das Gutachten von Justizbehörden und Gerichten beantragt wird.
Anträge auf Erstellung eines Bodenrichtwertgutachtens anhand von anderen Rechtsvorschriften werden nicht berücksichtigt.
Gemäß § 193 Abs. 5 BauGB hat der Gutachterausschuss eine Kaufpreissammlung zu führen, diese auszuwerten und dadurch die Bodenrichtwerte und andere für die Wertermittlung relevante Daten zu ermitteln. Diese Daten sind insbesondere
Kapitalisierungszinssätze, mit denen die Verkehrswerte von Grundstücken im Durchschnitt marktüblich verzinst werden (Liegenschaftszinssätze), für die verschiedenen Grundstücksarten, insbesondere Mietwohngrundstücke, Geschäftsgrundstücke und gemischt genutzte Grundstücke,
Faktoren zur Anpassung der Sachwerte an die jeweilige Lage auf dem Grundstücksmarkt (Sachwertfaktoren), insbesondere für die Grundstücksarten Ein- und Zweifamilienhäuser,
Optimaler Weise lässt sich der Bodenrichtwert aus dem Durchschnittswert der Kaufreise der vergangenen Jahre für vergleichbare Grundstücke ermitteln. Da dies in der Praxis jedoch nicht immer möglich ist, werden zur Bestimmung des Bodenrichtwerts verschiedene Faktoren herangezogen:
Allgemeine Eigenschaften des Bauplatzes
Allgemeine Lage des betreffenden Gebiets
Allgemeine Umwelteinflüsse
Einfall des Sonnenlichts
Entfernung zu größeren Straßen
Tragfähigkeit des Bodens
Gemäß § 196 Abs. 3 BauGB sind Bodenrichtwerte zu veröffentlichen und dem zuständigen Finanzamt mitzuteilen. Die Veröffentlichung erfolgt in Form von Bodenrichtwerttabellen oder Bodenrichtwertkarten.
Auskünfte über die Bodenrichtwerte sind für alle Bürgern zugänglich. Diese Informationen können entweder über entsprechende Internetportale eingeholt werde, oder aber in den Geschäftsstellen der Gutachterausschüsse (meistens bei den Kataster- und Vermessungsämtern). Dabei ist zu beachten, dass schriftliche Auskünfte über Bodenrichtwerte generell kostenpflichtig sind.
Ermittlung Geschäftswert/Verkehrswert Sonnenblume3411 schrieb am 23.11.2017, 09:17 Uhr:
Schenkung eines Grundstückes von Vater auf Tochter. Auf dem Grundstück befindet sich ein unbewohnbares Einfamilienhaus, dass abgerissen werden muss.Der Geschäfstwert für die Notarrechnung wurde anhand Bodenrichtwert festgelegt.Ist das korrekt? Können die Abriss-und Entsorgungskosten den Geschäftswert mindern? » weiter lesen
Ausgleichsfläche in Umlegungsgebiet fschmiedl schrieb am 04.09.2017, 14:20 Uhr:
Die Gemeinde A streibt zur Erschließung eines neues Baugebietes die Aufstellung eines B-Planes mit anschließendem Umlegungsverfahren an.Im Naturschutzgutachten wurde eine Fläche im Bereich der Umlegung festgelegt, die in ihrer jetzigen Art und Weise erhalten bleiben muss (Obstbäume und andere wichtige Gehölzer).Die Gemeinde A hat... » weiter lesen
Grundstückskauf von abwesenden Erben Amselkönig schrieb am 08.06.2017, 15:01 Uhr:
Was sagen die Experten zu diesem Musterfall:Eine Erbengemeinschaft möchte ein Grundstück verkaufen, sagen wir mal 11 Erben und nur noch 3 sind anwesend. 8 Erben sind seit dem Krieg nicht mehr auffindbar. Die anwesenden Erben einigen sich mit dem Käufer auf einen Preis. Das zuständige Amtsgericht möchte um eine Abwesenheitspflegschaft... » weiter lesen
Ausgleichszahlungen? Kklaus schrieb am 31.03.2014, 17:13 Uhr:
Guten Tag,hier der Fall:Eltern wollen das Grundstück mit Haus schon zu Lebzeiten den Kindern A und B schenken. Das Grundstück wird geteilt, A bekommt die größere Hälfte ohne Haus. Die andere Grundstückshälfte mit Haus wird anteilig aufgeteilt, B bekommt 70% und A 30%, so dass beide Kinder nach Bodenrichtwert und Hausschätzung denselben... » weiter lesen
Steuerfrage Abschreibung Gebäude heinzcarsten schrieb am 13.06.2013, 14:50 Uhr:
Hallo, wer kann helfen ? Vor Jahren wurde Haus mit Garage übertragen auf Sohn. Der vermietet jetzt Garage mit Zufahrt (Baujahr nach 1950). Kann er 2% absetzen von dem Verkehrswert heute-oder damals ? Oder wie berechne ich das jetzt logisch und teile das dann mit Anlage V dann mit ? Danke vorab » weiter lesen
Welcher Wert für Grunderwerb- und Schenkungssteuer? urmelfix schrieb am 02.12.2011, 21:07 Uhr:
Folgen der Fall: Ein vorhandenes Grundstück (1.500m2) wurde in zwei neue Grundstücke geteilt (1.000 + 500 m2). Die Eigentümer sind Schwestern. Nun wird über einen Notarvertrag das größere Grundstück mit EFH auf Schwester 1 als alleinige Eigentümerin und das kleinere, unbebaute Grundstück auf Schwester 2 und ihren Freund 3... » weiter lesen
Abweichende Bewertung vom Bodenrichtwert möglich? karh schrieb am 15.11.2011, 12:34 Uhr:
Ein unbebautes Grundstück (Grünland) ist im aktuellen Bebauungsplan als "Fläche für Landwirtschaft" ausgewiesen. Die Fläche liegt aber mitten in der Ortschaft, angrenzend an "Dorffläche" und Baugebieten. Laut Anfrage beim Gutachterausschuss ergibt sich ein Bodenrichtwert für landwirtschaftliche Fläche, hier Grünland. Kann das... » weiter lesen
Abweichende Bewertung vom Bodenrichtwert möglich? karh schrieb am 15.11.2011, 11:26 Uhr:
OLG Dresden zur Vorteilsannahme und Bestechlichkeit
19.08.2005 | Recht & Gesetz
OLG Dresden entscheidet: Vorerst kein Strafverfahren gegen Stollberger Landrat In der Strafsache gegen den Stollberger Landrat Udo H. sowie den früheren Geschäftsführer einer städtischen GmbH hat der 2. Strafsenat des OLG Dresden mit Beschluss vom 17. August 2005 die sofortige Beschwerde der Staatsanwaltschaft Chemnitz gegen den Beschluss des Landgerichts Chemnitz, das Hauptverfahren nicht zu eröffnen, verworfen. Damit wird es jedenfalls... » weiter lesen
Bodenrichtwert - Grundstück Urteile und Entscheidungen
Ein Grundstückswert für ein unbebautes Grundstück kann für Bewertungsstichtage vor dem 1. Januar 2007 nicht festgestellt werden, wenn der Gutachterausschuss für das Grundstück keinen Bodenrichtwert ermittelt hatte.
» BFH, 25.08.2010, II R 42/09
Für den Nachweis eines niedrigeren gemeinen Grundstückswerts kommt es auch nach der bis zum Jahr 2006 geltenden Rechtslage nicht auf die Wertverhältnisse zum 1. Januar 1996, sondern zum Bewertungsstichtag an. Dies gilt sowohl für bebaute als auch für unbebaute Grundstücke .
» BFH, 05.05.2010, II R 25/09
1. Bei der Streitwertfestsetzung für eine Verpflichtungsklage auf Erteilung eines Bauvorbescheids über die planungsrechtliche Zulässigkeit eines Bauvorhabens ergibt sich die Bedeutung der Sache im Regelfall aus der mit der Bebaubarkeit verbundenen Wertsteigerung des Grundstücks (wie VGH Baden-Württemberg, Beschluß v 05.06.1990 - 8 S...
» VGH-BADEN-WUERTTEMBERG, 12.02.1992, 3 S 3196/91
Sicherheitsfrage 67 + Se,c,hs =
Bodenrichtwert - Grundstück – Weitere Begriffe im Umkreis
Beim Kauf einer bestehenden Immobilie ist es nicht immer leicht, deren tatsächlichen Wert zu bestimmen. Insbesondere Laien haben nicht das nötige Hintergrundwissen, um eine Immobilie richtig bewerten zu können. dies führt in der Praxis häufig...
Bewertung des Grundvermögens - Erbschaftsteuerreform
Inhaltsübersicht 1. Allgemeines 2. Bewertung unbebauter Grundstücke, §§ 178 - 179 BewG 3. Bewertung bebauter Grundstücke, §§ 180 - 197 BewG 3.1 Allgemeines 3.2 Vergleichswertverfahren 3.3 Ertragswertverfahren 3.3.1...
1. Vorbemerkung Nach dem am 31.01.2007 veröffentlichten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG, 07.11.2006 - 1 BvL 10/02) war die vormalige Ausgestaltung des § 19 ErbStG nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Das Erbschaftsteuerrecht war...

References: § 196
 § 193
 § 193
 § 193
 § 196
 § 19