Source: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2001/03/rk20010320_2bvr205800.html
Timestamp: 2018-06-22 20:32:22+00:00

Document:
Bundesverfassungsgericht - Entscheidungen - Bei mehrfacher Verteidigung förmliche Zustellung des Strafurteils nur an einen Verteidiger von Verfassungs wegen nicht zu beanstanden
StartseiteEntscheidungen Beschluss vom 20. März 2001 - 2 BvR 2058/00
Rechtsanwälte Werner Deckmann und Koll.,
Limmerstraße 40, 30451 Hannover -
Es ist daher von Verfassungs wegen nicht zu beanstanden, dass das Landgericht - der fachgerichtlich vorherrschenden Ansicht folgend - annahm, dass bei mehrfacher Verteidigung die förmliche Zustellung des Urteils an einen der Verteidiger genüge (BGHSt 22, 221 <222>; 34, 371 <372>; BGH NStZ-RR 1997, S. 364; Julius in: Heidelberger Kommentar, § 145 a Rn. 5 unter Aufgabe der früheren Gegenansicht; Laufhütte in: Karlsruher Kommentar zur StPO, 4. Aufl., § 145 a Rn. 3; Müller in: KMR, § 145 a Rn. 12). Das Recht des Beschwerdeführers auf effektive Verteidigung ist dadurch nicht berührt. Seinem aus Art. 103 Abs. 1 GG folgenden Anspruch auf Information wird regelmäßig dadurch genügt, dass er nach § 145 a Abs. 3 Satz 1 StPO über die Tatsache der Zustellung an seinen Verteidiger unterrichtet wird und zugleich selbst eine Abschrift der Entscheidung erhält. Der Wahlverteidiger des Beschwerdeführers war daher gehalten, sich - entweder im Austausch mit dem Pflichtverteidiger oder durch Akteneinsicht - Kenntnis der fehlenden Seite 50 der Urteilsgründe zu verschaffen.
ECLI:DE:BVerfG:2001:rk20010320.2bvr205800
BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 20. März 2001
- 2 BvR 2058/00 - Rn. (1-5),
http://www.bverfg.de/e/rk20010320_2bvr205800.html

References: BGH 
 § 145
 § 145
 § 145
 Art. 103
 § 145