Source: https://www.sgb2.info/DE/Kennzahlen/Hilfe-Erlaeuterungen/hilfe-erlaeuterungen-artikel.html
Timestamp: 2020-07-11 09:02:28+00:00

Document:
Die Kennzahl vergleicht die Höhe der Leistungen zum Lebensunterhalt für die Personen des Rechtskreises SGB II und nicht die Anzahl der Personen, die hilfebedürftig im Sinne des SGB II sind. Sie setzt sich aus den folgenden vom Bund finanzierten Leistungsarten zusammen:
Die Ergänzungsgröße vergleicht die Höhe der Leistungen für Unterkunft und Heizung und nicht die Anzahl der Personen, die hilfebedürftig im Sinne des SGB II sind.
Es werden die Leistungen für Unterkunft und Heizung im Sinne des § 22 SGB II aufsummiert. Der Zuschuss zu den Unterkunftskosten nach § 27 Abs. 3 SGB II (Zuschuss zu Unterkunft und Heizung bei Auszubildenden mit Förderung) wird bei der Ergänzungsgröße nicht berücksichtigt, da dieser gemäß § 27 Abs. 1 Satz 2 SGB II nicht als Arbeitslosengeld II gilt.
Im Rahmen des Vergleichs der Leistungsfähigkeit nach §48a SGB II erfasst die Ergänzungsgröße nach § 4 (2) Nr. 2 RVO für das jeweilige Jobcenter die Veränderung des Bestands an erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zwischen dem aktuellen Bezugsmonat und dem Bezugsmonat des Vorjahres. Die "Veränderung der Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten" ist ergänzend zur Kennzahl "Veränderung der Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt (ohne Leistungen für Unterkunft und Heizung)" zu sehen, da sie eine erklärende Größe darstellt, mit der die Beurteilungsfähigkeit verbessert wird.
Erwerbsfähige Leistungsberechtigte sind Personen, die das 15. Lebensjahr vollendet und die Altersgrenze nach § 7a SGB II noch nicht erreicht haben, die erwerbsfähig nach § 8 SGB II und hilfebedürftig nach § 9 SGB II sind und ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland haben.
Nenner: Durchschnittlicher Bestand der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Bezugsmonat und den vorangegangenen elf Monaten
Ein Zugang liegt grundsätzlich vor, wenn eine Person im Bezugsmonat in den Bestand der Personengruppe der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (ELB) des Jobcenters kommt. Dies ist der Fall, wenn sich für die Person der Status von "keine ELB" auf "ELB" ändert. Kurzzeitige Unterbrechungen von bis zu sieben Tagen führen zu keinem Zugang, denn hierbei kann davon ausgegangen werden, dass es sich um prozessgesteuerte Bewegungen – z. B. aufgrund einer verspäteten Antragstellung bei Weiterbewilligungen – handelt.
Abgänge liegen grundsätzlich vor, wenn erwerbsfähige Leistungsberechtigte (ELB) im Bezugsmonat den Bestand der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten des Jobcenters verlassen. Dies ist der Fall, wenn sich für erwerbsfähige Leistungsberechtigte der Status von "ELB" auf "keine ELB" ändert. Kurzzeitige Unterbrechungen von bis zu sieben Tagen führen zu keinem Abgang, denn hierbei kann davon ausgegangen werden, dass es sich um prozessgesteuerte Bewegungen – aufgrund z. B. einer verspäteten Antragstellung bei Weiterbewilligungen – handelt.
Als Integration im Sinne dieser Kennzahl gilt, wenn erwerbsfähige Leistungsberechtigte in einem Monat eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, eine voll qualifizierende berufliche Ausbildung oder eine selbständige Tätigkeit aufgenommen haben. Als Integrationen gelten auch solche, die mit Beschäftigung begleitenden Leistungen im Sinne des § 2 Abs. 2 Nummer 2 der Verordnung zur Festlegung der Kennzahlen nach § 48a SGB II (VO zu § 48a SGB II) gefördert werden. Die Aufnahme einer öffentlich geförderten Beschäftigung im Sinne des § 2 Abs. 2 Nummer 3 der VO zu § 48a ist keine Integration. Für jeden Bezugsmonat wird für jede Person maximal eine Integration gezählt.
Als Integrationen gelten alle Aufnahmen von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen, voll qualifizierenden beruflichen Ausbildungen oder selbständigen Erwerbstätigkeiten von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten - unabhängig davon, ob die Hilfebedürftigkeit durch die Erwerbstätigkeit beendet wird oder ob sich der Arbeitslosigkeitsstatus (arbeitslos, nicht arbeitslos arbeitsuchend, nicht arbeitsuchend) durch die Erwerbstätigkeit ändert.
Pro Monat wird für jede Person maximal eine Integration gezählt. Damit können bis zu zwölf Integrationen für erwerbsfähige Leistungsberechtigte pro Jahr gezählt werden.
Die Ausgangsmenge für die Ermittlung der Eintritte in geringfügige Beschäftigung bildet die Gruppe der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten des Vormonats. Bei ihr wird geprüft, ob ihnen die Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung gelungen ist.Geringfügige Beschäftigung ist in § 8 und § 115 SGB IV festgeschrieben.
Pro Monat wird für jede Person maximal ein Eintritt in geringfügige Beschäftigung gezählt. Damit können bis zu zwölf Eintritte für erwerbsfähige Leistungsberechtigte pro Jahr gezählt werden.
Die öffentlich geförderte Beschäftigung ist nicht das vorrangige Ziel der Integrationsarbeit der Jobcenter, sie dient aber dazu, die Beschäftigungsfähigkeit der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zu erhalten. Mit Hilfe der Ergänzungsgröße nach § 5 (2) Nr. 2 RVO kann im Rahmen des Vergleichs der Leistungsfähigkeit nach § 48a SGB II dieses Ziel gemessen werden. Die Ergänzungsgröße "Quote der Eintritte in öffentlich geförderte Beschäftigung" liefert weitere Informationen zur Kennzahl "Integrationsquote", indem sie diejenigen Beschäftigungsaufnahmen abbildet, die nicht in der Integrationsquote erfasst werden.
Die Ausgangsmenge für die Ermittlung der Eintritte in öffentlich geförderte Beschäftigung bildet die Gruppe der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten des Vormonats. Bei ihr wird geprüft, ob ihnen die Aufnahme einer öffentlich geförderten Beschäftigung gelungen ist.
Eine öffentlich geförderte Beschäftigung ist eine Maßnahme nach den §§ 16d SGB II (Arbeitsgelegenheiten) oder 16i SGB II (Teilhabe am Arbeitsmarkt). Darüber hinaus werden noch Altfälle für Arbeitsgelegenheiten in der Entgeltvariante, für den Beschäftigungszuschuss, für die Förderung von Arbeitsverhältnissen und nach dem Modellprojekt „Bürgerarbeit“ sowie dem Bundesprogramm „Soziale Teilhabe“ gezählt.
Pro Monat wird für jede Person maximal ein Eintritt in öffentlich geförderte Beschäftigung gezählt. Damit können bis zu zwölf Eintritte für erwerbsfähige Leistungsberechtigte pro Jahr gezählt werden.
K2E3 - Kontinuierliche Beschäftigung nach Integration
K2E3 - Kontinuierliche Beschäftigung nach In-tegration
Die Ergänzungsgröße "Kontinuierliche Beschäftigung nach Integration" nach § 5 (2) Nr. 3 RVO bildet im Rahmen des Vergleichs der Leistungsfähigkeit nach § 48a SGB II die Dauerhaftigkeit der Beschäftigung nach Integration in Erwerbstätigkeit ab. Hier werden aufgrund der Datenverfügbarkeit nur die Integrationen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse beobachtet.
Die Ergänzungsgröße misst den Anteil der kontinuierlichen Beschäftigungen nach Integration der vergangenen zwölf Monate an allen Integrationen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in diesem Zeitraum.
Zähler: Summe der kontinuierlichen Beschäftigungen nach Integration in den vergangenen zwölf Monaten
Nenner: Summe der Ausgangsintegrationen in sozialversi-cherungspflichtige Beschäftigung in den vergangenen zwölf Monaten
Die Ausgangsmenge für die Ermittlung kontinuierlicher Beschäftigungen nach Integration bildet die Gruppe der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, denen die Aufnahme einer sozialversiche-rungspflichtigen Beschäftigung gelungen ist. Bei ihr wird geprüft, ob sie in jedem der sechs auf die Integration folgenden Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. Dann wird eine Beschäftigung als kontinuierlich bezeichnet.
Zähler: Summe der Integrationen von alleinerziehenden erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Bezugsmonat und den elf vorangegangenen Monaten
Nenner: Durchschnittlicher Bestand an alleinerziehenden erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Vormonat und den vorangegangenen elf Monaten
Als Integrationen gelten alle Aufnahmen von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen, voll qualifizierenden beruflichen Ausbildungen oder selbständigen Erwerbstätigkeiten von alleinerziehenden erwerbsfähigen Leistungsberechtigten – unabhängig davon, ob die Hilfebedürftigkeit durch die Erwerbstätigkeit beendet wird oder ob sich der Arbeitslosigkeitsstatus (arbeitslos, nicht arbeitslos arbeitsuchend, nicht arbeitsuchend) durch die Erwerbstätigkeit ändert.
Die Ausgangsmenge für die Ermittlung der Zahl der Integrationen bildet die Gruppe der alleinerziehenden erwerbsfähigen Leistungsberechtigten des Vormonats. Bei ihr wird geprüft, ob ihnen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gelungen ist.
Pro Monat wird für jede Person maximal eine Integration gezählt. Damit können bis zu zwölf Integrationen für alleinerziehende erwerbsfähige Leistungsberechtigte pro Jahr gezählt werden.
Langzeitleistungsbeziehende sind erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in den vergangenen 24 Monaten mindestens 21 Monate hilfebedürftig waren.
K3 - Veränderung des Bestands an Langzeitleistungsbeziehenden
Durch die Kennzahl "Veränderung des Bestands an Langzeitleistungsbeziehenden" nach § 6 (1) RVO werden im Rahmen des Vergleichs der Leistungsfähigkeit nach § 48a SGB II die Bemühungen der Jobcenter abgebildet, die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nicht in den Langzeitleistungsbezug übergehen zu lassen und den Bestand an Langzeitleistungsbeziehenden (LZB) zu verringern.
Die Kennzahl misst das Verhältnis der LZB im Bezugsmonat zu den LZB im Bezugsmonat des Vorjahres.
LZB sind erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in den vergangenen 24 Monaten mindestens 21 Monate erwerbsfähige Leistungsberechtigte waren. Die Dauer wird dabei tagesgenau berechnet, d. h. Personen gelten als LZB, wenn sie von 730 Tagen (per Definition 2 * 365 Tage) mindestens 638 Tage (= 730 Tage / 24 Monate * 21 Monate) erwerbsfähige Leistungsberechtigte waren.
K3E1 - Integrationsquote der Langzeitleistungsbeziehenden
Die Ergänzungsgröße "Integrationsquote der Langzeitleistungsbeziehenden" nach § 6 (2) Nr. 1 RVO dient im Rahmen des Vergleichs der Leistungsfähigkeit nach § 48a SGB II zur Messung, in welchem Umfang erwerbsfähige Langzeitleistungsbeziehende (LZB) in Erwerbstätigkeit integriert werden konnten. Die Integrationsquote der LZB dienz dazu, die Veränderung des Bestands an LZB besser zu erklären.
Als Integrationen gelten alle Aufnahmen von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen, voll qualifizierenden beruflichen Ausbildungen oder selbständigen Erwerbstätigkeiten – unabhängig davon, ob die Hilfebedürftigkeit durch die Erwerbstätigkeit beendet wird oder ob sich der Arbeitslosigkeitsstatus (arbeitslos, nicht arbeitslos arbeitsuchend, nicht arbeitsuchend) durch die Erwerbstätigkeit ändert.
Die Ausgangsmenge für die Ermittlung der Zahl der Integrationen bildet die Gruppe der LZB des Vormonats. Bei ihr wird geprüft, ob ihnen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gelungen ist.
Pro Monat wird für jede Person maximal eine Integration gezählt. Damit können bis zu zwölf Integrationen für LZB pro Jahr gezählt werden.
K3E2 - Aktivierungsquote der Langzeitleistungsbeziehenden
Die Ergänzungsgröße "Aktivierungsquote der Langzeitleistungsbeziehenden" nach § 6 (2) Nr. 2 RVO dient im Rahmen des Vergleichs der Leistungsfähigkeit nach § 48a SGB II zur Messung des Erhalts der Beschäftigungsfähigkeit der Langzeitleistungsbeziehenden (LZB) durch aktivierende Eingliederungsmaßnahmen. Die Aktivierungsquote der Langzeitleistungsbeziehenden ergänzt die Kennzahl K3 "Veränderung des Bestands an Langzeitleistungsbeziehenden" und die Ergänzungsgröße K3E1 "Integrationsquote von Langzeitleistungsbeziehenden".
Die Ergänzungsgröße setzt die Zahl der LZB in einer Maßnahme der aktiven Arbeitsförderung ins Verhältnis zum Bestand an LZB.
Maßnahmen der aktiven Arbeitsförderung im Sinne dieser Ergänzungsgröße sind in der RVO zu 48a SGB II definiert als Maßnahmen nach den §§ 16, 16d, 16e in der bis 31. Dezember 2018 gültigen Fassung, den §§ 16f und 16i SGB II sowie nach dem Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“; jedoch keine Förderungen aus dem Vermittlungsbudget nach § 16 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II in Verbindung mit § 44 SGB III und ohne Beschäftigung begleitende Leistungen.
Beschäftigung begleitende Leistungen sind alle Maßnahmen nach § 16 Abs. 1 S. 2 Nr. 5 SGB II in Verbindung mit den §§ 88 bis 90 SGB III, Maßnahmen nach den §§ 16b und 16e SGB II sowie Förderungen nach dem „ESF-Bundesprogramm zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“.
K3E3 - Durchschnittliche Zugangsrate der Langzeitleistungsbeziehenden
Im Rahmen des Vergleichs der Leistungsfähigkeit nach § 48a SGB II dient die Ergänzungsgröße "Durchschnittliche Zugangsrate der Langzeitleistungsbeziehenden" nach § 6 (2) Nr. 3 RVO dazu, die Veränderung des Bestands an Langzeitleistungsbeziehenden (LZB) näher zu erklären. Als Zugang wird hierbei der Übergang einer erwerbsfähigen Person in den Langzeitleistungsbezug betrachtet.
Zugänge in den Langzeitleistungsbezug sind alle LZB im Bestand des aktuellen Monats, die zum Stichtag des Vormonats keine LZB waren. Die Dauer wird dabei tagesgenau berechnet, d. h. Personen gelten als LZB, wenn sie von 730 Tagen (per Definition 2 * 365 Tage) mindestens 638 Tage (= 730 Tage / 24 Monate * 21 Monate) erwerbsfähiger Leistungsberechtigte waren.
Zugänge zum Langzeitleistungsbezug liegen vor, wenn zum Stichtag erwerbsfähige Leistungsberechtigte die Dauer von mindestens 21 Monaten in den letzten 24 Monaten als erwerbsfähige Leistungsberechtigte erreichen bzw. überschreiten und zum Stichtag des Vormonats noch nicht LZB waren. Durch den Vergleich von Beständen (Langzeitleistungsbezug) an zwei aufeinander folgenden Stichtagen können erwerbsfähige Leistungsberechtigte nur einmal je Bezugsmonat in den Langzeitleistungsbezug übergehen.
K3E4 - Durchschnittliche Abgangsrate der Langzeitleistungsbeziehenden
Im Rahmen des Vergleichs der Leistungsfähigkeit nach § 48a SGB II dient die Ergänzungsgröße "Durchschnittliche Abgangsrate der Langzeitleistungsbeziehenden" nach § 6 (2) Nr.4 RVO dazu, die Veränderung des Bestands an Langzeitleistungsbeziehenden (LZB) näher zu erklären. Als Abgang wird hierbei die Beendigung des Langzeitleistungsbezugs einer erwerbsfähigen Person betrachtet.
Abgänge aus dem Langzeitleistungsbezug liegen vor, wenn Personen, die zum vorangegangenen Stichtag LZB waren, zum aktuellen Stichtag nicht mehr LZB sind. Durch den Vergleich von Beständen (Langzeitleistungsbezug) an zwei aufeinander folgenden Stichtagen können erwerbsfähige Leistungsberechtigte nur einmal je Bezugsmonat den Langzeitleistungsbezug verlassen.

References: § 22
 § 27
 § 27
 §48
 § 4
 § 7
 § 8
 § 9
 § 2
 § 48
 § 48
 § 2
 § 48
 § 8
 § 115
 § 5
 § 48
 § 5
 § 48
 § 6
 § 48
 § 6
 § 48
 § 6
 § 48
 § 16
 § 44
 § 16
 § 48
 § 6
 § 48
 § 6