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Timestamp: 2020-01-28 01:41:18+00:00

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412.014.056
Jahrgang 2010 Nr. 310 ausgegeben am 4. November 2010
über die berufliche Grundbildung Berufsfeld Landwirtschaft und deren Berufe1
I. Gegenstand, Schwerpunkt und Dauer
1) Die Berufsbezeichnungen sind: Gemüsegärtnerin/Gemüsegärtner, Geflügelfachfrau/Geflügelfachmann, Landwirtin/Landwirt, Obstfachfrau/Obstfachmann, Weintechnologin/Weintechnologe, Winzerin/Winzer.
2) Die Berufsleute des Berufsfeldes Landwirtschaft und deren Berufe beherrschen namentlich folgende Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Haltungen aus:
a)	Sie erfüllen die multifunktionellen Aufgaben der Landwirtschaft und der Veredelung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen fachgerecht und selbstständig.
b)	Sie arbeiten auf Produktions- und Verarbeitungsbetrieben von landwirtschaftlichen Produkten.
c)	Sie befassen sich mit wirtschaftlichen, gesetzlichen, technischen, sozialen und ökologischen Zusammenhängen.
d)	Sie kennen die Prozesse entlang der Wertschöpfungskette von der Produktion über die Verarbeitung und Vermarktung.
e)	Sie verhalten sich fachlich, sozial und methodisch kompetent.
f)	Sie verfügen über die notwendigen Grundkenntnisse der Betriebswirtschaft und interessieren sich für das gesellschaftliche, politische und kulturelle Leben.
g)	Sie fördern ihre Persönlichkeit sowie das Verantwortungsbewusstsein durch die permanente Weiterbildung.
3) Innerhalb des Berufsfeldes Landwirtschaft und deren Berufe gibt es den Schwerpunkt Biolandbau für folgende Berufe: Gemüsegärtnerin/Gemüsegärtner, Geflügelfachfrau/Geflügelfachmann, Landwirtin/Landwirt, Obstfachfrau/Obstfachmann, Winzerin/Winzer.
4) Der Schwerpunkt wird vor Beginn der beruflichen Grundbildung im Lehrvertrag festgehalten.
2) Für Lernende, die bereits Inhaberin/Inhaber eines Fähigkeitszeugnisses einer anderen Berufsrichtung im Berufsfeld Landwirtschaft und deren Berufe sind, dauert die berufliche Grundbildung in der Regel ein Jahr. Für Lernende, die bereits Inhaberin/Inhaber eines Berufsattests aus dem Berufsfeld Landwirtschaft und deren Berufe sind, dauert sie zwei Jahre.
1) Die Fachkompetenz umfasst Kenntnisse und Fähigkeiten in folgenden Bereichen:2
Gemüsegärtnerin/ Gemüsegärtner
Geflügelfachfrau/ Geflügelfachmann
Obstfachfrau/ Obstfachmann
Weintechnologin/ Weintechnologe
Kulturen im Ackerbau säen und pflanzen
Werkstoffe fachgerecht einsetzten
2) Für den Schwerpunkt Biolandbau werden die detaillierten Spezialkompetenzen im Bildungsplan definiert.
a)	Arbeitstechniken und Zeitmanagement;
f)	Kreativitätstechniken;
g)	Problemlösen.
g)	Belastbarkeit;
h)	Flexibilität;
i)	Selbständigkeit;
k)	Neugierde, Eigeninitiative.
4) Die Lernenden dürfen entsprechend ihrem Ausbildungsstand für gefährliche Arbeiten herangezogen werden. Voraussetzung ist, dass die Lernenden entsprechend den erhöhten Gefährdungen ausgebildet, angeleitet und überwacht werden; diese besonderen Vorkehrungen werden im Bildungsplan als begleitende Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt.
1) Die Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb umfasst über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt vier Tage pro Woche.4
2) Die Bildung in beruflicher Praxis im Schwerpunkt Bio-Landbau erfolgt in der Regel zur Hälfte, mindestens jedoch während eines Jahres, in einem anerkannten Bio-Lehrbetrieb.5
3) Die schulische Bildung im obligatorischen Unterricht umfasst 1 500 bis 1 600 Lektionen. Davon entfallen 120 bis 160 Lektionen auf den Sportunterricht.6
4) Die überbetrieblichen Kurse umfassen insgesamt mindestens acht und höchstens zehn Tage zu acht Stunden. Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung finden keine überbetrieblichen Kurse mehr statt.
1) Der von den verantwortlichen Organisationen der Arbeitswelt erarbeitete und vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) genehmigte Bildungsplan gilt in Liechtenstein als anerkannt.7
2) Der Bildungsplan führt die Handlungskompetenzen jedes Berufs des Berufsfeldes Landwirtschaft und deren Berufe nach den Art. 4 bis 6 wie folgt näher aus:
3) Der Bildungsplan legt überdies in Anbetracht der Besonderheiten jedes Berufs des Berufsfeldes Landwirtschaft und deren Berufe fest:
c)	die Qualifikationsbereiche und die Erfahrungsnote, die im Notenausweis nach Art. 21 Abs. 3 genannt werden und für die Wiederholungen nach Art. 19 zählen;
d)	die Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz;
e)	die formalisierten Verkürzungen der Grundbildung;
f)	die Themen der Wahlbereiche.
4) Dem Bildungsplan angefügt sind:
a)	das Verzeichnis der Instrument zur Förderung der Qualität der beruflichen Grundbildung mit Angabe der Bezugsquelle;
b)	die begleitenden Massnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes.8
a)	absolvierte Grundbildung in einem Beruf des Berufsfeldes Landwirtschaft (Gemüsegärtnerin/Gemüsegärtner, Geflügelfachfrau/Geflügelfachmann, Landwirtin/Landwirt, Obstfachfrau/Obstfachmann, Weintechnologin/Weintechnologe, Winzerin/Winzer) mit mindestens zwei Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
b)	einschlägiger Abschluss auf Stufe Berufsprüfung, höhere Fachprüfung oder höhere Fachschule;
c)	einschlägiger Abschluss auf der Hochschul- oder Fachhochschulstufe und mindestens zwei Jahre Berufspraxis in den entsprechenden Tätigkeitsbereichen.
2) In Betrieben, die nur eine lernende Person ausbilden dürfen, kann eine zweite lernende Person ihre Bildung beginnen, wenn die erste in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung eintritt.9
4) Als Fachkraft gilt, wer über ein Fähigkeitszeugnis oder ein Berufsattest im Fachbereich der lernenden Person oder über eine gleichwertige Qualifikation verfügt.
VII. Lerndokumentation, Bildungsbericht und Leistungsdokumentation10
Art. 14a12
2) Von der beruflichen Praxis, die nach Art. 46 Abs. 3 BBG für die Zulassung zu einem Qualifikationsverfahren verlangt ist, müssen mindestens drei Jahre im Bereich der Landwirtschaft und deren Berufe erworben worden sein.
2) Die Lernenden werden über die Kompetenzen ihres gewählten Berufsabschlusses geprüft.
a)	Praktische Arbeit, im Umfang von sechs Stunden: Die lernende Person muss im Rahmen einer vorgegebenen Arbeit oder in gestellten Situationen zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden.
b)	Berufskenntnisse, im Umfang von vier Stunden: Die lernende Person wird schriftlich und mündlich geprüft. Die mündliche Prüfung dauert höchstens eineinhalb Stunden.13
b)	das Mittel aus der Summe der Note des Qualifikationsbereichs "Berufskenntnisse" und der Erfahrungsnote mindestens die Note 4 beträgt; und
3) Die Erfahrungsnote ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe aller gewichteten Semesterzeugnisnoten des berufskundlichen Unterrichts.
2) Wird das Qualifikationsverfahren ohne erneuten Besuch der Berufsfachschule wiederholt, so wird die bisherige Erfahrungsnote beibehalten. Wird der berufliche Unterricht während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählt nur die neue Erfahrungsnote.
2) Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel im erlernten Beruf zu führen:
a)	"Gemüsegärtnerin FZ"/"Gemüsegärtner FZ";
b)	"Geflügelfachfrau FZ"/"Geflügelfachmann FZ";
c)	"Landwirtin FZ"/"Landwirt FZ";
d)	"Obstfachfrau FZ"/"Obstfachmann FZ";
e)	"Weintechnologin FZ"/"Weintechnologe FZ"; oder
f)	"Winzerin FZ"/"Winzer FZ".
3) Im Fähigkeitszeugnis wird der Schwerpunkt aufgeführt.
4) Im Notenausweis werden aufgeführt:
c)	der Schwerpunkt.
X. Qualitätsentwicklung und Organisation14
Die Regierung kann eine Kommission bestimmen, der die Förderung der Berufsentwicklung und die Sicherstellung der Qualität der Grundbildung für das Berufsfeld Landwirtschaft und deren Berufe (FZ und BA) obliegt.
1) Lernende, die ihre Bildung als Gemüsegärtnerin/Gemüsegärtner, Geflügelzüchterin/Geflügelzüchter, Landwirtin/Landwirt, Obstbäuerin/Obstbauer, Weintechnologin/Weintechnologe, Winzerin/Winzer vor dem 1. Januar 2009begonnen haben, schliessen sie nach dem bisherigen Recht ab.
2) Wer die Lehrabschlussprüfung für Gemüsegärtnerin/Gemüsegärtner, Geflügelzüchterin/Geflügelzüchter, Landwirtin/Landwirt, Obstbäuerin/Obstbauer, Weintechnologin/Weintechnologe, Winzerin/Winzer bis zum 31. Dezember 2014 wiederholt, kann verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden.
Art. 23a15
Übergangsbestimmung zur Änderung vom 7. März 2017
1) Lernende, die ihre Bildung vor dem 1. April 2017 begonnen haben und die Lehrabschlussprüfung bis zum 31. Dezember 2021 wiederholen, können verlangen, nach bisherigem Recht beurteilt zu werden.
2) Art. 17 Abs. 3 Bst. b kommt erstmalig ab dem 1. Januar 2020 zur Anwendung.
2) Die Änderungen vom 7. März 2017 treten am 1. April 2017 in Kraft.16
1 17011 Gemüsegärtnerin/Gemüsegärtner; 16403 Geflügelfachfrau/Geflügelfachmann; 15005 Landwirtin/Landwirt; 16003 Obstfachfrau/Obstfachmann; 22603 Weintechnologin/Weintechnologe; 16103 Winzerin/Winzer
2 Art. 4 Abs. 1 abgeändert durch LGBl. 2017 Nr. 67.
3 Art. 7 abgeändert durch LGBl. 2017 Nr. 67.
4 Art. 8 Abs. 1 abgeändert durch LGBl. 2017 Nr. 67.
5 Art. 8 Abs. 2 abgeändert durch LGBl. 2017 Nr. 67.
6 Art. 8 Abs. 3 abgeändert durch LGBl. 2017 Nr. 67.
7 Art. 10 Abs. 1 abgeändert durch LGBl. 2017 Nr. 67.
8 Art. 10 Abs. 4 Bst. b abgeändert durch LGBl. 2017 Nr. 67.
9 Art. 13 Abs. 2 abgeändert durch LGBl. 2017 Nr. 67.
10 Überschrift vor Art. 14 abgeändert durch LGBl. 2017 Nr. 67.
11 Art. 14 abgeändert durch LGBl. 2017 Nr. 67.
12 Art. 14a eingefügt durch LGBl. 2017 Nr. 67.
13 Art. 17 Abs. 3 Bst. b abgeändert durch LGBl. 2017 Nr. 67.
14 Überschrift vor Art. 22 abgeändert durch LGBl. 2017 Nr. 67.
15 Art. 23a eingefügt durch LGBl. 2017 Nr. 67.
16 Art. 24 Abs. 2 eingefügt durch LGBl. 2017 Nr. 67.

References: Art. 4
 Art. 21
 Art. 19

Art. 14
 Art. 46

Art. 23
 Art. 17
 Art. 4
 Art. 7
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 10
 Art. 10
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 17
 Art. 22
 Art. 23
 Art. 24