Source: https://www.finanzprofit.de/news-kfzversicherung/mehrfacher-regress-des-kfz-haftpflichtversicherers-gegen-den-versicherungsnehmer.html
Timestamp: 2017-12-15 06:17:03+00:00

Document:
Mehrfacher Regress des Kfz-Haftpflichtversicherers gegen den Versicherungsnehmer
(epn) 10.000,– € Regress des Kfz-Haftpflichtversicherers gegen den eigenen VN bei Trunkenheitsfahrt und Fahrerflucht
Verursacht der alkoholisierte Fahrer einen Verkehrsunfall und entfernt er sich unerlaubt vom Unfallort kann das einen Regress des Kfz-Haftpflichtversicherers in Höhe von 10.000,– € bedeuten.
Der BGH hat sich jetzt eindeutig positioniert: dem Fahrer ist zum einen eine Obliegenheitsverletzung vor Eintritt (Fahren im alkoholisierten Zustand – § 2 b 11 e AKB) und eine nach Eintritt des Versicherungsfalls (Unfallflucht – § 7 1 AKB) vorzuwerfen.
Nach den Versicherungsbedingungen (AKB) ist die Leistungsfreiheit des Versicherers für die vorher begangene Obliegenheitsverletzung auf 5.000,– € und für die nach dem Unfall begangene Unfallflucht in einem vorsätzlich begangenen schweren Fall ebenfalls auf 5.000,– € beschränkt.
Der BGH hat nunmehr in seiner Entscheidung vom 14.09.2005 klargestellt, dass die Regressbeträge in derartigen Fallkonstellationen zu addieren sind. Der BGH weist darauf hin, dass der verständige Versicherungsnehmer die Klauseln in § 2 b AKB einerseits und in § 7 AKB andererseits getrennt voneinander betrachtet. Beide Regelungssachverhalte stehen selbständig nebeneinander. Wer im angetrunkenen Zustand Auto fährt, muss nicht notwendigerweise wenn er obendrein noch einen Unfall verursacht hat, den Tatbestand der Unfallflucht verwirklichen. Andererseits wird nicht jede Unfallflucht unter Alkoholeinfluss begangen.
Jede Handlungsvariante räumt dem Versicherer jedoch die Möglichkeit eines Regresses in Höhe von jeweils 5.000,– € gegen den eigenen VN ein. Kommen beide Handlungsvarianten zusammen, nämlich eine Obliegenheitsverletzung vor Eintritt und eine Obliegenheits­verletzung nach Eintritt des Versicherungsfalls, können sich beide Regressbeträge auf insgesamt 10.000,–€ addieren.
Mit dieser Entscheidung hat der BGH die zum Teil uneinheitliche erst- und zweitinstanzliche Rechtsprechung für die Zukunft vereinheitlicht.

References: BGH 
 § 2
 § 7
 BGH 
 BGH 
 § 2
 § 7
 BGH