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Timestamp: 2019-09-18 12:35:07+00:00

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OLG Karlsruhe, 27.02.2002 - 7 U 134/00 - dejure.org
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OLG Karlsruhe, 27.02.2002 - 7 U 134/00 (https://dejure.org/2002,4797)
OLG Karlsruhe, Entscheidung vom 27.02.2002 - 7 U 134/00 (https://dejure.org/2002,4797)
OLG Karlsruhe, Entscheidung vom 27. Februar 2002 - 7 U 134/00 (https://dejure.org/2002,4797)
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Fehlerhafte Tragwerksplanung: Erkundigungspflichten des Tragwerksplaners; Haftung des Bauherrn für den Architekten als Erfüllungsgehilfen; gesamtschuldnerische Haftung von Tragwerksplaner und Architekt
Schadensersatzpflicht eines Tragwerksplaners wegen fehlerhafter Planung aufgrund unrichtiger Beurteilung der Tragfähigkeit des Baugrundes bzw. Nichteinholung eines erforderlichen Bodengutachtens; Notwendigkeit eines Bodengutachtens bei einem Bauvorhaben in einem zum Teil ...
BGB § 254 § 276 (a.F.) § 278 § 631 Abs. 1
Pflichten eines Tragwerksplaners
Wer ist für die Klärung der Bodenverhältnisse verantwortlich? (IBR 2003, 1019)
LG Karlsruhe, 14.07.2000 - 3 O 488/99
BauR 2002, 1884
Sind den Mitarbeitern der Beklagten die Verhältnisse hinter der Holzständerwand/Lattenkonstruktion nicht bekannt, hätten sie sich über sie vergewissern und gegebenenfalls für eine sachgerechte Information durch andere Beteiligte - etwa der Klägerin - sorgen müssen (BGH, Urteil vom 04.03.1971, Az.: VII ZR 204/69, u.a. in: WM 1971, Seiten 682 ff. = BauR 1971, Seiten 265 ff.; BGH, Urteil vom 02.10.1969, Az.: VII ZR 109/67, u.a. in: Rspr. BauZ 3.01 - Blatt 421 = FHZivR 16, Nr. 786 OLG Karlsruhe, Urteil vom 27.02.2002, Az.: 7 U 134/00, u.a. in: BauR 2002, Seiten 1884 ff.).
Nach dem eigenen Vorbringen der Beklagtenseite soll die Klägerin den Mitarbeitern der Beklagten nämlich überhaupt keine Informationen über die örtlichen Verhältnisse und Gegebenheiten hinter der Holzständerwand/Lattenkonstruktion zur Verfügung gestellt haben (OLG Karlsruhe, Urteil vom 27.02.2002, Az.: 7 U 134/00, u.a. in: BauR 2002, Seiten 1884 ff.).
Insofern hätte die Klägerin auf Nachfrage der Mitarbeiter der Beklagten diese wohl auf die historischen (denkmalgeschützten) Fliesen direkt hinter der Holzständerwand/Lattenkonstruktion aufmerksam machen müssen (BGH, Urteil vom 18.04.2002, Az.: VII ZR 70/01, u.a. in: NJW-RR 2002, Seiten 1175 f.; BGH, Urteil vom 23.10.1986, Az.: VII ZR 267/85, u.a. in: NJW 1987, Seiten 644 f.; BGH, Urteil vom 22.03.1984, Az.: VII ZR 50/82, u.a. in: NJW 1984, Seiten 1676 ff.; OLG Koblenz, Urteil vom 03.11.2005, Az.: 5 U 450/05, u.a. in: OLG-Report 2006, Seiten 153 f.; OLG Frankfurt/Main, BauR 2004, Seite 1669; OLG Karlsruhe, BauR 2002, Seiten 1884 f.).
Die Rechtsprechung hat eine Mitverantwortung des Auftraggebers z.B. für den (gegenüber dem vorliegenden Sachverhalt umgekehrten) Fall abgelehnt, dass eine Statik - auch - deshalb fehlerhaft war, weil die vom Architekten vorgelegten und der Statik zugrundegelegten Architektenplände mangelhaft waren (vgl. OLG Karlsruhe, Urteil vom 27.02.2002, 7 U 134/00, BauR 2002, 1884).
Vielmehr treffen den Statiker in einem solchen Fall Hinweispflichten (vgl. OLG Karlsruhe BauR 2002, 1884; OLG Oldenburg BauR 1981, 399).
So ist in Rechtsprechung und Literatur in Bezug auf die Schaffung der Tatsachengrundlage seiner Planung anerkannt, dass der Statiker in eigener Verantwortung z. B. zu prüfen hat, welche besonderen Gründungsmaßnahmen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten erforderlich sind (vgl. Thode a. a. O.. OLG Karlsruhe BauR 2002, 1884).
Dafür hat die Klägerin aufzukommen (BGH NJW 1984, 1676, 1677; BGH NJW-RR 2002, 1175; OLG Frankfurt BauR 2004, 1669; OLG Karlsruhe BauR 2002, 1884, 1885).
So ist in Rechtsprechung und Literatur in Bezug auf die Schaffung der Tatsachengrundlage seiner Planung anerkannt, dass der Statiker in eigener Verantwortung z. B. zu prüfen hat, welche besondere Gründungsmaßnahmen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten erforderlich sind (…vgl. Thode aaO.; OLG Karlsruhe BauR 02, 1884).
Stellt, um bei diesem Beispiel zu bleiben, der Auftraggeber bzw. sein Architekt ausreichende Angaben zum Baugrund nicht zur Verfügung, so darf der Tragwerksplaner sich nicht auf allgemeine Erfahrungswerte stützen und muss sich entweder selbst über die speziellen örtlichen Verhältnisse vergewissern oder ggf. dem Bauherrn empfehlen, ein Gutachten einzuholen (…vgl. Thode aaO.; OLG Karlsruhe, BauR 02, 1884).
Das OLG Karlsruhe (Urteil vom 27.02.2002, 7 U 134/00, BauR 2002, 1884) hat im Verhältnis zwischen Statiker und Bauherrn nur im Ausnahmefall den Architekten als Erfüllungsgehilfen des Bauherrn nach § 278 BGB angesehen und den höchstrichterlich (vgl. BGH, Urteil vom 04.03.1971, VII ZR 204/69, BauR 1997, 265) festgehaltenen Grundsatz, dass regelmäßig Architekt und Statiker dem Bauherrn gleichgeordnet als Gesamtschuldner haften, betont.

References: § 254
 § 276
 § 278
 § 631
 BGH 
 § 278