Source: http://www.klartext-jura.de/2015/05/04/versuchsbeginn-und-die-teilverwirklichungslehre/
Timestamp: 2019-09-16 12:22:19+00:00

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Versuchsbeginn und die Teilverwirklichungslehre | klartext-jura.de
Auch wenn der Täter bereits ein objektives Tatbestandsmerkmal verwirklicht hat, spricht im Regelfall vieles dafür, dass ebenfalls § 22 erfüllt ist: […]
Rengier schreibt also “spricht im Regelfall vieles dafür” – daraus macht Ladiges “stets”. Rengier erläutert jedoch im folgenden Satz, warum ein solcher Automatismus gerade nicht besteht:
Die Bejahung des § 22 beruht aber nicht auf einer Regel „Teilverwirklichung = § 22“, sondern rührt daher, dass in solchen Fällen das Ansetzen, so wie es § 22 erfordert, typischerweise bereits auf die Verwirklichung aller Tatbestandsmerkmale gerichtet ist.
Rengier nennt auch ein Beispiel, bei dem besondere Vorsicht angezeigt ist:
Wo Letzteres nicht der Fall ist, kann auch § 22 nicht bejaht werden, so wenn ein Betrüger mit der Täuschung noch nicht denjenigen Irrtum hervorrufen will, der die schädigende Vermögensverfügung auslösen soll.
In der Fall-Lösung von Ladiges geht es gerade um einen versuchten Betrug.
Es gibt keinen Automatismus der Art: Teilverwirklichung = § 22 StGB.

References: § 22
 § 22
 § 22
 § 22
 § 22
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