Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=24.07.1996&Aktenzeichen=X%20R%20152/90
Timestamp: 2020-08-07 12:32:37+00:00

Document:
BFH, 24.07.1996 - X R 152/90 - dejure.org
https://dejure.org/1996,6069
BFH, 24.07.1996 - X R 152/90 (https://dejure.org/1996,6069)
BFH, Entscheidung vom 24.07.1996 - X R 152/90 (https://dejure.org/1996,6069)
BFH, Entscheidung vom 24. Juli 1996 - X R 152/90 (https://dejure.org/1996,6069)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1996,6069) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Steuerliche Bewertung von Aufwendungen für den Unterhalt der geschiedenen Ehefrau - Abgrenzung der außergewöhnlichen Belastung von Sonderausgaben
EStG § 10 Abs 1 Nr 1, EStG § 32, EStG § 32a Abs 1 S 1, EStG § 33, EStG § 33 a, GG Art 3 Abs 1, GG Art 6
Grundfreibetrag; Kinderfreibetrag; Realsplitting; Verfassung
FG München, 04.07.1989 - 7 K 7095/86
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist dieser Mindestbedarf nach dem durchschnittlichen Sozialhilferegelsatz, einem Zuschlag von 20 v. H. des Regelsatzes für sog. Einmalbeihilfen sowie einem Zuschlag für den Wohn- und Heizbedarf zu ermitteln (vgl. Vorlagebeschluß vom 16. Juli 1993 III R 206/90, BFHE 171, 534, BStBl II 1993, 755, unter B. II. 2. a der Gründe; Urteile vom 21. Dezember 1993 VIII R 13/89, BFHE 174, 328, BStBl II 1994, 734; vom 14. Januar 1994 III R 194/90, BFHE 173, 528, BStBl II 1994, 429; vom 24. Juli 1996 X R 152/90, BFH/NV 1996, 889; Beschluß vom 28. Juli 1994 III B 37/90, BFHE 175, 96, BStBl II 1994, 795).
bb) Der III., VIII. und X. Senat des BFH haben bei der Ermittlung des als Existenzminimum zu berücksichtigenden Wohn- und Heizbedarfs eines Kindes übereinstimmend die sog. Differenzmethode angewendet, bei der auf den für die Kinder notwendigen Mehrbedarf abgestellt wird; sie haben dabei 10 qm Wohnfläche für ein Kind angesetzt (vlg. BFH in BFHE 171, 534, BStBl II 1993, 755, 758; BFHE 173, 528, BStBl II 1994, 429, 432; BFHE 174, 328, BStBl II 1994, 734, 738; BFH/NV 1996, 889, 890).
Dementsprechend haben der III., VIII. und X. Senat des BFH übereinstimmend die Umrechnung mit einem Steuersatz von 40 v. H. vorgenommen (in BFHE 171, 534, BStBl II 1993, 755, 758; BFHE 173, 528, BStBl II 1994, 429, 432; BFHE 174, 328, BStBl II 1994, 734, 738; BFH/NV 1996, 889, 890).
Für dieses Verständnis spricht auch, daß die 3. Kammer des 2. Senats des BVerfG mit Beschluß vom 11. Oktober 1996 2 BvR 1929/96 die Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des X. Senats in BFH/NV 1996, 889 nicht zur Entscheidung angenommen hat.
bb) Der III., VIII. und X. Senat des BFH haben bei der Ermittlung des als Existenzminimum zu berücksichtigenden Wohn- und Heizbedarfs eines Kindes übereinstimmend die sog. Differenzmethode angewendet, bei der auf den für die Kinder notwendigen Mehrbedarf abgestellt wird; sie haben dabei 10 qm Wohnfläche für ein Kind angesetzt (vgl. BFH in BFHE 171, 534, BStBl II 1993, 755, 758; BFHE 173, 528, BStBl II 1994, 429, 432; BFHE 174, 328, BStBl II 1994, 734, 738; BFH/NV 1996, 889, 890).
Für dieses Verständnis spricht auch, daß die 3. Kammer des 2. Senats des BVerfG mit Beschluß vom 11. Oktober 1996 2 BvR 1929/96 die Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des X. Senats vom 24. Juli 1996 X R 152/90 (BFH/NV 1996, 889) nicht zur Entscheidung angenommen hat.
Der Antrag ändert den Rechtscharakter der Aufwendungen beim Geber (vgl. BFH-Urteil vom 24. Juli 1996 X R 152/90, BFH/NV 1996, 889, 890; die Verfassungsbeschwerde dagegen wurde vom BVerfG mit Beschluss vom 11. Oktober 1996 2 BvR 1929/96, Steuer-Eildienst --StE-- 1996, 746 nicht zur Entscheidung angenommen), und bewirkt gleichzeitig die Steuerpflicht der Unterhaltsleistungen beim Empfänger (BFH-Urteile in BFHE 157, 484, BStBl II 1989, 957; vom 22. September 1999 XI R 121/96, BFHE 190, 320, BStBl II 2000, 218).
a) Wie der X. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) in seinem die Einkommensteuer-Veranlagungen des Klägers für 1984 und 1985 betreffenden Urteil vom 24. Juli 1996 X R 152/90 (BFH/NV 1996, 889) bereits ausgeführt hat, ist es verfassungsrechtlich weder geboten, dass Unterhaltsleistungen für die Kinder in der vollen Höhe des bürgerlich-rechtlichen Unterhaltsanspruchs berücksichtigt werden noch, dass die steuerliche Entlastung für kindbedingte Aufwendungen am bürgerlich-rechtlichen Unterhalt ausgerichtet wird.
Die Verfassungsbeschwerde des Klägers gegen das die Streitjahre 1984 und 1985 betreffende BFH-Urteil in BFH/NV 1996, 889, in dem gleichfalls die Vorschrift des § 33a Abs. 1 a EStG im Streit stand, hat das BVerfG nicht zur Entscheidung angenommen (Beschluss vom 11. Oktober 1996 2 BvR 1929/96, Steuer-Eildienst 1996, 746).
Der BFH hat wiederholt entschieden, dass der in dieser Vorschrift genannte Höchstbetrag den verfassungsrechtlichen Anforderungen genügt (für die Veranlagungszeiträume 1984 und 1985 BFH-Urteil vom 24. Juli 1996 X R 152/90, BFH/NV 1996, 889;… für die Veranlagungszeiträume 1998 und 1999 BFH-Beschluss vom 25. Februar 2005 III B 77/04, BFH/NV 2005, 1276).
Die Höchstbeträge in § 10 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 EStG sind auch betragsmäßig vom BFH wiederholt gebilligt und vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG) von Verfassungs wegen nicht beanstandet worden (BFH-Urteil vom 24. Juli 1996 X R 152/90, BFH/NV 1996, 889, bezüglich der in den Jahren 1984 und 1985 geltenden Höchstbeträge von 9 000 DM).
BFH, 03.02.2000 - XI B 35/99
Es ist höchstrichterlich geklärt, dass Unterhaltsaufwendungen für Kinder steuerlich durch Kindergeld, Kinderfreibetrag, ggf. Ausbildungsfreibetrag abgegolten werden (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 24. Juli 1996 X R 152/90, BFH/NV 1996, 889).
Für die Bestimmung des existenznotwendigen Mindestbedarfs eines Kindes sei weder die tatsächlich erbrachte Unterhaltsleistung noch der bürgerlich-rechtlich geschuldete Unterhalt maßgeblich (BFH-Urteil vom 24.07.1996 X R 152/90, BFH/NV 1996, 889).
BFH, 03.02.2000 - XI B 36/99

References: § 10
 § 32
 § 32
 § 33
 § 33
 § 33
 § 10