Source: http://www.vermieterforum.org/reply/re-eigenbedarf-7/
Timestamp: 2017-07-20 16:36:05+00:00

Document:
In Sachen Eigenbedarf möchte ich folgendes hinzu fügen.
Was peruzzo schreibt, ist natürlich vollkommen richtig. Gemeinschaftsordnung, Teilungserklärung, Abrechnungen etc. müssen auf jeden Fall beachtet werden.
Eine komprimierte Zusammenstellung kann ich Dir auch per mail schicken, wenn Du möchstest. Das würde hier den Rahmen sprengen.
Aber zu Deiner Frage hin mit dem Eigenbedarf, zumal der Mieter ein Rechtsanwalt ist, solltest Du folgendes wissen.
Die musst zunächst ein berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses haben. §573 BGB. Das hast du wohl, weil du ja selber einziehen möchtest.
Die Kündigungserklärung: Die Eigenbedarfskündigung muss schriftlich ausgesprochen werden. Das bedeutet, dass diese vom Dir als Vermieter unterschrieben werden muss. Im Kündigungsschreiben selbst, müssen alle Eigenbedarfsgründe angegeben werden und dabei ist der Sachverhalt konkret anzugeben.
Die Kündigungsfristen müssen beachtet werden: Wie bei jeder Kündigung hat der Vermieter auch bei der Eigenbedarfskündigung die Kündigungsfristen einzuhalten. Wohnraum kann vom Mieter einheitlich spätestens am 3. Werktag eines Monats gemäß § 573c Abs. 1 BGB zum Ablauf des übernächsten Monats gekündigt werden. Die Kündigungsfrist verlängert sich jedoch für den Vermieter gemäß § 573c Abs 1 Satz 2 BGB nach 5 Jahren Mietzeit um 3 Monate (also ein halbes Jahr Kündigungsfrist) und nach 8 Jahren Mietzeit seit der Überlassung der Wohnung um weitere drei Monate – also dem nach 9 Monate Kündigungsfrist für den Vermieter.
In dem Kündigungsschreiben muss der genaue Termin genannt sein, zu dem das Mietverhältnis beendet werden soll.
Das Widerspruchsrecht des Mieters:
Der Mieter hat ein Widerspruchsrecht gegen die Kündigung. Möchte er die Fortsetzung des Mietverhältnisses über den Kündigungstermin hinaus erreichen, muss er die Kündigung widersprechen. Es ist dem Vermieter anzuraten, den Mieter auf sein Widerspruchsrecht im Kündigungsschreiben hinzuweisen. Gemäß § 574 b Abs. 2 Satz 1 BGB muss die Widerspruchserklärung des Mieters spätestens 2 Monate vor Beendigung des Mietverhältnisses an den Vermieter zugegangen sein. Unterlässt der Vermieter den Hinweis, ist der Mieter an diese Frist nicht gebunden.
Der Mieter kann zudem die Fortsetzung des Mietverhältnisses verlangen, wenn die Kündigung für ihn, seine Familie oder andere Angehörige seines Haushalts eine unzulässige Härte bedeuten würde. Als Gründe, die die Fortsetzung des Mietverhältnisses rechtfertigen können, sind Nachteile wirtschaftlicher, finanzieller, gesundheitlicher, familiärer oder persönlicher Art zu verstehen.
Der neue Vermieter tritt in die Rechte und Pflichten des bestehenden Mietvertrages ein (Kauf bricht nicht Miete § 566 BGB) und ist somit grundsätzlich berechtigt, den Mieter wegen Eigenbedarf zu kündigen. Allerdings genießen Mieter umgewandelter Wohnungen besondere gesetzliche Schutzrechte.
Wurde an den vermieteten Wohnräumen nach der Überlassung an den Mieter Wohnungseigentum begründet und ist das Wohnungseigentum dann veräußert worden, so muss der neue Vermieter die gesetzlichen Kündigungssperrfristen beachten. Die allgemeine Kündigungssperrfrist beträgt § 577a BGB 3 Jahre. Sie beginnt, sobald der neue Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist. Während der nächsten drei Jahre darf keine Eigenbedarfskündigung ausgesprochen werden.
Zum Vorkaufsrecht des Mieters, siehe BGB § 577.
Aber bevor Du Dir eine Wohnung oder ein Haus kaufst und Du Dich finanziell verschuldest, schau doch mal auf http://www.123mietfrei.de vorbei.
Ich hoffe ich konnte Dir hiermit weiterhelfen. Wenn was unklar sein sollte, meld Dich einfach.

References: §573
 § 573
 § 573
 § 574
 § 566
 § 577
 § 577