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Timestamp: 2020-02-19 02:00:12+00:00

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BGH, 18.12.2008 - VII ZR 201/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,130
BGH, 18.12.2008 - VII ZR 201/06 (https://dejure.org/2008,130)
BGH, Entscheidung vom 18.12.2008 - VII ZR 201/06 (https://dejure.org/2008,130)
BGH, Entscheidung vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06 (https://dejure.org/2008,130)
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BGB §§ 138 Abs. 1, 632 Abs. 1; VOB/B §§ 2 Nr. 3 Abs. 2, 2 Nr. 5
BGB §§ 138 Abs. 1 Bb, 632 Abs. 2; VOB/B §§ 2 Nr. 3 Abs. 2, 2 Nr. 5
Überhöhter Einheitspreis für Mehrmengen im Bauvertrag kann sittenwidrig sein
Sittenwidrigkeit einer Vereinbarung bezüglich eines neu zu vereinbarenden Einheitspreises für Mehrmengen bei auffälligen, wucherähnlichen Missverhältnis zur Bauleistung; Vermutung eines sittlich verwerflichen Gewinnstrebens eines Auftragnehmers bei Vorliegen eines um ...
Sittenwidrigkeit von wucherähnlich überhöhten Einheitspreisen für Mehrmengen bei Bauvertrag
Einheitspreis - Restwerklohn für Mehrmengen
VOB-Vertrag: Sittenwidrige Überhöhung eines neu zu vereinbarenden Einheitspreises für Mehrmengen
VOB/B § 2 Abs. 2; VOB/B § 2; BGB § 138 Abs. 1
800fach überhöhter Einheitspreis! - Nach Ansicht des BGH verstößt der Bauvertrag gegen die guten Sitten
Nachtragsforderung bei überhöhten Einheitspreisen im Bauvertrag
Sittenwidrigkeit eines spekulativ überhöhten Einheitspreis
Extreme Einheitspreise können sittenwidrig sein! (IBR 2009, 128)
Bauvertrag: Spekulativ überhöhter Einheitspreis ist sittenwidrig! (IBR 2009, 127)
Kurznachricht zu "Die Kalkulationsfreiheit reicht nicht bis zur Grenze der Sittenwidrigkeit!" von Verw. Dir. Johann Rohrmüller, original erschienen in: IBR 2009, 307.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.12.2008, Az.: VII ZR 201/06 (Bauvertrag: Spekulativ überhöhter Einheitspreis ist sittenwidrig!)" von Ass. jur. Johann Rohrmüller, original erschienen in: IBR 2009, 127.
Zusammenfassung von "Sittenwidrigkeit außerordentlich überhöhter Einheitspreise; Preisfortschreibungen unterhalb der Grenze der Sittenwidrigkeit" von Direktor Michael Stemmer, original erschienen in: BauR 2009, 883 - 898.
Zusammenfassung von "Das Wucher-Urteil des Bundesgerichtshofs - Einzelfallentscheidung oder allgemeingültig?" von RA Uwe Luz, original erschienen in: BauR 2009, 878 - 883.
Zusammenfassung von "Sittenwidrige Höhe einer einzelnen Nachtragsposition?" von RA Prof. Dr. Klaus D. Kapellmann, FABau- u. ArchR, original erschienen in: NJW 2009, 1380 - 1384.
MDR 2010, 253
Kommt eine solche Vereinbarung nicht zustande, kann der Auftragnehmer den sich aus § 2 Nr. 5 VOB/B ergebenden Vergütungsanspruch im Wege der Klage geltend machen (BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, BGHZ 179, 213, Tz. 8; Urteil vom 21. März 1968 - VII ZR 84/67, BGHZ 50, 25, 30).
Es hat zu prüfen, ob der in Ansatz gebrachte Preis gerechtfertigt ist (vgl. BGH…, Urteil vom 14. April 2005 - VII ZR 14/04, BauR 2005, 1152 = NZBau 2005, 455, juris Rn. 18;… Ingenstau/Korbion/Keldungs, VOB Teile A und B, 20. Aufl., § 2 Abs. 3 VOB/B Rn. 30), wobei auch eine Schätzung nach § 287 Abs. 2 ZPO möglich ist (vgl. BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06 Rn. 37, BGHZ 179, 213).
Dabei musste er allerdings zur Berechnungsmethode nach § 2 Abs. 3 Nr. 2 VOB/B nicht Stellung nehmen (vgl. BGH…, Urteil vom 14. März 2013 - VII ZR 116/12 Rn. 17, 23, BGHZ 196, 355; Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06 Rn. 11, 29, BGHZ 179, 213).
Für ein sittlich verwerfliches Gewinnstreben des Auftragnehmers kann eine Vermutung sprechen (BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, BGHZ 179, 213).
Es begründet die Vermutung, der Auftraggeber, der über entsprechende Informationen möglicherweise nicht verfügt oder die mit der Preisgestaltung verfolgte Absicht im Einzelfall nicht erkennt, solle aus sittlich verwerflichem Gewinnstreben übervorteilt werden (BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, aaO Rn. 15).
dd) An die Stelle der nichtigen Vereinbarung zur Vergütung tritt die Vereinbarung, die Leistungen nach den üblichen Einheitspreisen zu vergüten (vgl. BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, aaO Rn. 29 ff.).
Die Prüfung der Sittenwidrigkeit kann sich zwar grundsätzlich auch auf die Vereinbarung einzelner Einheitspreise beziehen (BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, aaO Rn. 9).
Bei der Beurteilung der Sittenwidrigkeit eines Teils eines Rechtsgeschäfts muss allerdings der Zusammenhang mit dem gesamten Rechtsgeschäft gewürdigt werden (BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, aaO Rn. 14).
Der Anspruch ergibt sich aus den Preisermittlungsregelungen der VOB/B. Er entsteht in der sich daraus ergebenden Höhe mit der Mengenmehrung oder der Ausübung des einseitigen Leistungsbestimmungsrechts nach § 1 Nr. 3 VOB/B (vgl. BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, BGHZ 179, 213 Rn. 8; Urteil vom 27. November 2003 - VII ZR 346/01, BauR 2004, 495 = NZBau 2004, 207 = ZfBR 2004, 254).
Es bietet sich deshalb eine entsprechende Anwendung des § 632 Abs. 2 BGB an, wonach die übliche Vergütung als vereinbart anzusehen ist, wenn die Höhe der Vergütung nicht bestimmt ist (vgl. auch BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, aaO Rn. 32).
An die Stelle der nichtigen Vereinbarung über die Vergütung tritt die Vereinbarung, die Leistungen nach dem üblichen Preis zu vergüten (Fortführung von BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008, VII ZR 201/06, BGHZ 179, 213).
Bei der Beurteilung kommt es maßgeblich darauf an, welcher Preis im Vertrag vereinbart ist und wie sich dieser Preis auf die neue Vergütung auswirkt (vgl. BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, BGHZ 179, 213 Rn. 9).
Dafür erforderlich ist sowohl ein objektiv auffälliges, wucherähnliches Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung als auch das Hinzutreten subjektiver Umstände, wie zum Beispiel das Zutagetreten einer verwerflichen Gesinnung des Begünstigten (BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, aaO Rn. 11 m.w.N.).
Dabei sind die subjektiven Umstände des Tatbestandes des § 138 Abs. 1 BGB häufig einem direkten Nachweis nicht zugänglich und können oft nur aus den objektiven Umständen erschlossen werden, wobei in manchen Fallgestaltungen Art und Ausmaß der objektiven Umstände eine Vermutung für das Vorliegen auch der subjektiven Tatbestandsmerkmale begründen (BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, aaO Rn. 11 m.w.N.).
Der Senat hat es in seinem Urteil vom 18. Dezember 2008 (VII ZR 201/06, aaO) für unerheblich gehalten, ob das auffällige Missverhältnis zwischen neu ermitteltem Preis und Gegenleistung auf einer Mengenmehrung im Sinne von § 2 Nr. 3 Abs. 2 VOB/B oder einer Änderung des Bauentwurfs oder anderen Anordnungen im Sinne von § 2 Nr. 5 VOB/B beruht.
Diese Vermutung ist widerlegbar (vgl. BGH, Urteil vom 18. De-zember 2008 - VII ZR 201/06, aaO Rn. 16 ff.).
Für das weitere Verfahren weist der Senat auf Folgendes hin: Für den Fall, dass das Berufungsgericht die Sittenwidrigkeit der Vergütungsvereinbarung für die in Rede stehenden Leistungen bejaht, tritt an die Stelle der nichtigen Vereinbarung zur Vergütung die Vereinbarung, die Leistungen nach den üblichen Einheitspreisen zu vergüten (vgl. BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, aaO Rn. 29 ff.).
VOB-Vertrag: Ergänzende Auslegung eines Einheitspreisvertrages bezüglich des …
a) § 2 Nr. 3 VOB/B trifft eine spezielle Regelung für die ansonsten als Wegfall der Geschäftsgrundlage einzuordnende Mengenänderung (BGH, Beschluss vom 23. März 2011 - VII ZR 216/08, BauR 2011, 1162 = NZBau 2011, 353; Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, BGHZ 179, 213 Rn. 36 m.w.N.).
Werden durch Änderung des Bauentwurfs oder andere Anordnungen des Auftraggebers die Grundlagen des Preises für eine im Vertrag vorgesehene Leistung geändert, so ist ein neuer Preis unter Berücksichtigung der Mehr- oder Minderkosten zu vereinbaren, § 2 Nr. 5 Satz 1 VOB/B. Haben die Parteien eine solche Vereinbarung nicht getroffen, so entscheidet das angerufene Gericht (BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008 - VII ZR 201/06, BGHZ 179, 213, 216; Urteil vom 20. August 2009 - VII ZR 205/07, BGHZ 182, 158, 176).
Anschluss an Bundesgerichtshof, Urteil vom 18.12.2008, VII ZR 201/06.
Der BGH hat mit Urteil vom 18.12.2008 (NJW 2009, 835) der spekulativen Preisbildung für Mengenmehrungen in VOB/B- Bauverträgen Grenzen gesetzt.
Diese Spekulation sei jedenfalls dann sittlich verwerflich, wenn sie zu dermaßen überhöhten Preisen führt (BGH NJW 2009, 835).
Denn dieses spekulative Bieterverhalten sei nicht schützenswert (NJW 2009, 835, 837).
Die Einheitspreise haben vielmehr eine eigenständige Bedeutung, wie sie insbesondere bei der Preisbildung nach Mengenmehrungen hervortritt, sei es aufgrund dem Vertrag zugrunde liegender Fehlschätzungen der Mengen, sei es aufgrund von Leistungsänderungen oder zusätzlichen Leistungen (BGH NJW 2009, 835).
Diese Spekulation ist jedenfalls dann sittlich verwerflich, wenn sie zu dermaßen überhöhten Preisen führt (BGH NJW 2009, 835).
Wie die Vermutung eines unangemessenen spekulativen Gewinnstrebens vom Auftragnehmer widerlegt werden kann, lässt die Entscheidung des BGH (NJW 2009, 835) offen.
Ist dieser Teil wegen Sittenwidrigkeit unwirksam, tritt an dessen Stelle die Vereinbarung, die Mehrmengen nach dem üblichen Preis zu vergüten (BGH NJW 2009, 835).
Bei den einer Nachprüfung nach dem GWB nicht unterliegenden (reinen) Konzessionsvergaben nach § 46 EnWG ergibt sich - im Sinn einer unselbständigen Nebenpflicht - eine Verpflichtung der Bieter, den Auftraggeber insbesondere auch auf Rechtsverstöße im Vergabeverfahren hinzuweisen, im Übrigen aus dem durch Anforderung der Vergabeunterlagen begründeten vorvertraglichen Schuldverhältnis nach §§ 241 Abs. 2, 311 Abs. 2 Nr. 1 BGB (…vgl. dazu BGH, Urt. v. 9.6.2011 - X ZR 143/10, VergabeR 2011, 703, Rettungsdienstleistungen II; zu Hinweispflichten siehe BGH, Urt. v. 18.12.2008 - VII ZR 201/06, NZBau 2009, 232, Rn. 15, 23; BGH, NJW-RR 1987, 1306, 1307; OLG Frankfurt am Main, Beschl. v. 23.12.2005 - 11 Verg 13/05, BeckRS 2006, 12422;… OLG Düsseldorf, Urt. v. 13.1.2010 - I-27 U 1/09, VergabeR 2010, 531, 536 zu den auf Konzessionsvergaben übertragbaren Regeln bei Vergaben unterhalb der Auftrags-Schwellenwerte;… LG Köln, Urt. v. 7.11.2012 - 90 O 59/12, Entscheidungsgründe unter 2.a); a.A. OLG Schleswig, Urt. v. 22.11.2012 - 16 U (Kart) 22/12, UA 37 f.).
Wenn die Leistungsbeschreibung zu technischen Mängeln des Werks führt, hat dies der Auftragnehmer - nach Anmeldung seiner Bedenken (vgl. nach Vertragsabschluss § 4 Nr. 3 VOB/B und im Vergabeverfahren gemäß der vorvertraglichen Hinweispflicht, vgl. BGH, Urt. v. 18.12.2008 - VII ZR 201/06, NZBau 2009, 232, Rn. 15, 23; BGH NJW-RR 1987, 1306, 1307; OLG Frankfurt a.M., Beschl. v. 23.12.2005 - 11 Verg 13/05, BeckRS 2006, 12 422) - ebenso hinzunehmen wie die Ausschreibung einer - überflüssigen und den haushaltsrechtlichen Vorschriften widerstreitenden - Luxusausführung.
BGH, 23.03.2011 - VII ZR 216/08
VOB-Vertrag: Vertragliche Regelung zur Preisgestaltung bei Massenüberschreitung …
Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision bei behaupteter Widerlegung der …
Berechtigung zum Verzicht auf Werklohnansprüche; Abänderung des Werklohnanspruchs …
Erhebliche Mengenüberschreitung: AN erhält (nur) übliche Vergütung!
OLG Celle, 05.08.2010 - 16 U 11/10
Sittenwidrige Preisüberhöhung

References: § 2
 § 2
 § 138
 BGH 
 BGH 
 § 2
 § 2
 § 287
 § 2
 § 1
 § 632
 § 138
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 BGH 
 BGH 
 § 46
 § 4
 BGH