Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=14%20U%2061/06
Timestamp: 2019-07-23 10:17:03+00:00

Document:
Rechtsprechung: 14 U 61/06 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Celle, 07.12.2006
https://dejure.org/2007,3486
OLG Schleswig, 06.07.2007 - 14 U 61/06 (https://dejure.org/2007,3486)
OLG Schleswig, Entscheidung vom 06.07.2007 - 14 U 61/06 (https://dejure.org/2007,3486)
OLG Schleswig, Entscheidung vom 06. Juli 2007 - 14 U 61/06 (https://dejure.org/2007,3486)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2007,3486) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 839a BGB, § 21 Abs 3 WertV
Zwangsversteigerungsverfahren: Schadensersatz wegen fehlerhaftem Verkehrswertgutachten; Feststellung von Baumängeln als Sachverständigenpflicht
Schadensersatz wegen fehlerhaftem Verkehrswertgutachten im Zwangsversteigerungsverfahren
BGB § 839a; WertV § 21 Abs. 3
Sachliche Richtigkeit eines Verkehrswertgutachtens im Rahmen eines Zwangsversteigerungsverfahrens; Prüfung des Vorliegens einer groben Pflichtverletzung eines Sachverständigen wegen möglichen Nichterkennens von Baumängeln
Baumängel müssen in einem Verkehrswertgutachten nicht festgestellt werden! (IBR 2008, 364)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des OLG Schleswig v. 06.07.2007, Az.: 14 U 61/06 (Baumängel müssen in einem Verkehrswertgutachten nicht festgestellt werden!)" von RA Dr. Peter Bleutge, original erschienen in: IBR 2008, 364.
LG Itzehoe, 08.03.2006 - 2 O 335/05
MDR 2008, 25
In ähnlicher Weise wird auch im vergleichbaren Bereich der Wertermittlung durch gerichtliche Sachverständige eine Toleranz von bis zu 12, 5% als hinnehmbar angesehen (OLG Schleswig, Urteil vom 6. Juli 2007, 14 U 61/06, zit. nach juris, Rn. 32).
Für das Verkehrswertgutachten nach § 74a Abs. 5 Satz 1 ZVG ist zu berücksichtigen, dass es der Feststellung des Verkehrswerts des Versteigerungsobjekts dient und gerade auch in dieser Hinsicht, also bezüglich des festgestellten Verkehrswerts, "unrichtig" sein muss (OLG Schleswig, DS 2008, 32 f; OLG Rostock, DS 2008, 386, 387;… Hintzen in Hintzen/Engels/Rellermeyer, ZVG, 14. Aufl., § 74a Rn. 71).
Nach der Rechtsprechung sind Abweichungen innerhalb eines gewissen Toleranzrahmens hinzunehmen und führen nicht per se zur Unrichtigkeit der Wertermittlung (Schleswig-Holstein. OLG, MDR 2008, 25; dort: Abweichung von 12, 5 % innerhalb der Toleranz).
Baumängel haben nur Bedeutung für die Feststellung des Verkehrswertes, als diese gemäß § 23 Abs. 3 der WertV zu berücksichtigen sind; die Feststellungen im Gutachten haben hingegen keine eigenständige Außenwirkung dergestalt, dass sich ein Ersteigerer auf die Richtigkeit und Vollständigkeit der festgestellten Baumängel und Bauschäden und deren kostenmäßige Bewertung berufen oder verlassen kann (Schleswig-Holstein. OLG, Urteil vom 06.07.2007, MDR 2008, 25).
Für das Verkehrswertgutachten nach § 74a Abs. 5 Satz 1 ZVG ist zu berücksichtigen, dass es der Feststellung des Verkehrswerts des Versteigerungsobjekts dient und gerade auch in dieser Hinsicht, also bezüglich des festgestellten Verkehrswerts, "unrichtig" sein muss (BGH…, Urteil vom 10.10.-, III ZR 345/12, Rn. 17f.; OLG Schleswig, Urteil vom 06.07.2007, 14 U 61/06;… Hintzen/Engels/Rellermeyer-Hintzen, ZVG, 15. Aufl., § 74a Rn. 71).
OLG Frankfurt, 10.10.2012 - 3 U 56/07
Bei einem Sachverständigen kommt es dabei darauf an, was einem Sachkundigen sofort in den Sinn kommt (OLG Schleswig, MDR 2008, 25;… MK/Grundmann, 5. Aufl., § 276, Rdnr. 94).
Dieses entspricht nämlich der herrschenden Rechtsprechung, der sich der Senat anschließt (vgl. OLG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 03.08.2005, Az. 11 U 100/04; OLG Bamberg, Urteil vom 08.08.2002, Az. 1 U 5/02; OLG Schleswig, Urteil vom 06.07.2007, Az. 14 U 61/06; OLG Rostock, Urteil vom 27.06.2008, Az. 5 U 50/08).
Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass in der Rechtsprechung, weil es sich bei der Verkehrswertermittlung um eine Schätzung handelt, Toleranzen eingeräumt werden, innerhalb derer nicht von einer Unrichtigkeit der Begutachtung ausgegangen werden könne (Schleswig-Holsteinisches OLG MDR 2008, 25: 12, 5 % genügen noch nicht; s. a. OLG Rostock MDR 2009, 146).
Da es sich auch bei einem solchen Verkehrswertgutachten naturgemäß um eine Schätzung handelt, die das Marktverhalten wiedergeben soll, kann eine exakte Feststellung eines bestimmten Betrags als Verkehrswert nicht gefordert werden (Schleswig-Holsteinisches OLG vom 06.07.2007, 14 U 61/06, MDR 2008, 25).
Bei einem Sachverständigen kommt es dabei darauf an, was einem Sachkundigen sofort in den Sinn kommt (Schleswig-Holsteinisches OLG MDR 2008, 25).
LG Karlsruhe, 18.02.2009 - 6 O 48/06
Haftung eines Sachverständigen für Immobilienbewertungen für Fehler in einem vom …
LG Oldenburg, 23.03.2011 - 13 O 3477/07
Sachverständiger eines bebauten Grundstücks muss keine exakte Feststellung eines …
https://dejure.org/2006,11218
OLG Celle, 07.12.2006 - 14 U 61/06 (https://dejure.org/2006,11218)
OLG Celle, Entscheidung vom 07.12.2006 - 14 U 61/06 (https://dejure.org/2006,11218)
OLG Celle, Entscheidung vom 07. Dezember 2006 - 14 U 61/06 (https://dejure.org/2006,11218)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2006,11218) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB § 387 § 781; ZPO § 592
Rechnungsprüfungserklärung = deklaratorisches Anerkenntnis?
Urkundenklage aus geprüfter Schlussrechnung? (IBR 2007, 170)
LG Hannover, 17.03.2006 - 9 O 438/05
Regelmäßig ist davon auszugehen, dass Dienststellen der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit der Überprüfung von Rechnungen und der Anweisung von Zahlungen keine rechtsgeschäftlichen Schuldanerkenntnisse abgeben wollen, insbesondere nicht durch schlüssiges Verhalten (…BGH, Urt. v. 8.3.1979 - VII ZR 35/78, BauR 1979, 249;… BGH Urt. v. 14.1.1982 - VII ZR 296/80, BauR 1982, 283; OLG Celle Urt. v. 7.12.2006 - 14 U 61/06, IBR 2007, 170).
Nach einer Auffassung soll eine quantitative Einschränkung in dem Sinne zu machen sein, dass lediglich für "kleinere Lücken" eine Beweisführung mit Urkunden für unstreitige Tatsachen entbehrlich sein soll (…OLG München, Urt. v. 06.03.1998 - 21 U 5432/97, MDR 1998, 1180, 1181; OLG Celle, Urt. v. 07.12.2006 - 14 U 61/06, OLGR 2007, 279, 280 f., ebenso OLG Köln, Urt. v. 07.01.1993 - 18 U 1772/92, VersR 1993, 901 f., wobei im unklar bleibt, welche anspruchsbegründende, aber unstreitige Tatsache in dem konkreten Fall nicht durch Urkunden bewiesen worden sein soll).
Zur Statthaftigkeit der Werklohnklage im Urkundsprozess müssen durch Urkunden grundsätzlich der Abschluss des Werkvertrags sowie die Fälligkeit und Höhe des Vergütungsanspruchs durch Urkunden bewiesen werden können (OLGR Celle 2007, 279 ff. - zitiert nach Juris, dort Rn. 14; OLG Köln, BauR 2008;… 129 ff. - zitiert nach Juris dort Rn. 27;… Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 3. Aufl. 2008, 20. Teil, Rn. 67 - zitiert nach Beck-online).
Denn insofern ist in der Rechtsprechung anerkannt, dass aus der strengen Haushaltskontrolle, der diese unterworfen sind, eine auch der Klägerin als einem Zusammenschluss von in der Realisierung von Aufträgen der öffentlichen Hand erfahrenen Unternehmen bekannte, zumindest aber erkennbare besondere Interessenlage folgt, die dazu führt, dass Dienststellen der öffentlichen Hand in aller Regel keine rechtsgeschäftlichen Schuldanerkenntnisse abgeben wollen: Vielmehr wollen und müssen es sich Behörden aufgrund ihrer besonderen Situation regelmäßig offen halten, Einwendungen gegen Vergütungsforderungen von Bauunternehmen geltend machen zu können (BGH, Urteil vom 08.03.1979 - VII ZR 35/78; BGH, Urteil vom 14.01.1982 - VII ZR 296/80; OLG Celle, Urteil vom 30.12.1998 - 14a U 127/97; Senat, Urteil vom 07.12.2006 - 14 U 61/06).
Denn einem entsprechenden Erklärungswert ihres Verhaltens steht entgegen, dass sich die Behörde aufgrund ihrer besonderen Situation erkennbar offen halten will und muss, auch später noch Einwendungen gegen die Vergütungsforderung des Bauunternehmers geltend zu machen (…vgl. BGH NJW 1979, 1306, Rn. 29; OLG Celle OLGR 2007, 279).
Ein Vertrag, dem eine so weitgehende Rechtswirkung zukommt, kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nur unter engen Voraussetzungen angenommen werden (vgl. OLG Celle, Urteil vom 07.12.2006, Az: 14 U 61/06, zitiert nach juris).

References: § 839
 § 21
 § 839
 § 21
 § 74
 § 74
 § 23
 § 74
 § 74
 § 276
 § 387
 § 781
 § 592
 BGH 
 BGH