Source: http://ziviling.wueringer.net/Honorarrichtlinien.htm
Timestamp: 2019-04-20 11:11:59+00:00

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AUTONOME HONORARRICHTLINIEN der ZIVILTECHNIKERKANZLEI WÜRINGER
§ 1 Allgemeines 2
§ 2 Anwendungsbereich 2
§ 3 Schwierigkeitsklassen 3
§ 4 Honorarberechnung 4
§ 5 Nebenkosten 5
§ 6 Umsatzsteuer 6
§ 7 Zahlungsbedingungen 6
Die Allgemeinen Honorarrichtlinien (AHR) dienen der Ermittlung der Honorare der Ziviltechniker und nehmen neben dem Zeitaufwand auch auf den Wert und die damit verbundene Verantwortung der zu bearbeitenden Leistung Bedacht.
Aus nachstehenden Bemessungsrichtlinien und Honorarsätzen errechnet sich das angemessene Honorar für die in diesen Honorarrichtlinien genannten Leistungen.
(1) Die Autonomen Honorarrichtlinien (AHR) finden Anwendung:
1. Auf Leistungen der Ziviltechniker, soweit deren Honorar durch Gesetz oder Verordnung nicht einer anderen Regelung zuzuordnen ist.
2. Auf Leistungen der Ziviltechniker aufgrund vertraglicher Vereinbarungen unabhängig von anderen Regelungen.
(2) Das Recht auf freie Vereinbarung des Honorars der Ziviltechniker wird durch die AHR nicht berührt.
(3) Für die Vereinbarung gemäß (1) Z. 2. oder (2) wird Schriftform empfohlen.
(4) Honorarsätze
Die Honorarsätze der AHR setzen Ziviltechnikerleistungen, die eine durchschnittliche Bewertung zulassen, voraus. Leistungen der Ziviltechniker, die nach Art, Bearbeitungszeit und/oder Umfang den Durchschnitt erheblich übersteigen sind dem Umfang, der Mühewaltung und dem Ergebnis der Leistung entsprechend sowie unter Rücksicht auf die persönlichen Verhältnisse des Auftraggebers erhöht zu honorieren. Dabei gilt in der Regel die Einstufung in die nächst höhere Wertstufe als
§ 3 Schwierigkeitsklassen
(1) Schwierigkeitsklasse 1:
Einfache mündlich formulierte Befunde
Einfache mündliche Beratungen
(2) Schwierigkeitsklasse 2:
Beratung durchschnittlicher Schwierigkeiten
(3) Schwierigkeitsklasse 3:
Schriftliche Befunde einfacher Art (einfache Beweissicherungen)
Gutachten auf Basis der Befunde einfacher Art
Einfache Überprüfungen und Kontrolle fremder Projekte (einschließlich z.B. Rechnungsprüfung)
Beratungen und Besprechungen in Konferenzform
(4) Schwierigkeitsklasse 4:
Schwierige, schriftliche Befunde (komplexe Beweissicherungen)
Befunde und Gutachten mit ausführlicher fachlicher Begründung
Gutachten auf Basis schwieriger, schriftlicher Befunde (komplexe Beweissicherungen)
Komplizierte Überprüfung und Kontrolle fremder Projekte (einschließlich z.B. Rechnungsprüfungen)
(5) Schwierigkeitsklasse 5:
Befunde und Gutachten mit ausführlicher wissenschaftlicher Begründung (z.B. Obergutachten)
Befunde und Gutachten mit Beantwortung von Bewertungsfragen (z.B. Gutachten zu wirtschaftlicher und technischer Abbruchreife)
Sonstige schwierige Sonderleistungen
§ 4 Honorarberechnung
Als Bemessungsgrundlage für die Ziviltechnikerleistungen, welche nach dem Zeitaufwand zu verrechnen sind, wird der Neuwert der zu bearbeitenden Anlage, des Gegenstandes oder der Sache, zumindest jedoch der Streitwert, herangezogen.
(2) Honorare
Das Honorar ist nach diesen Honorarrichtlinien einschließlich allfälliger Zuschläge sowie unter Berücksichtigung der Nebenkosten zu verrechnen. Das Honorar ist jeweils für alle vom Ziviltechniker für die Bearbeitung dieser Leistungen aufgewendeten Zeiten, d.h. auch für Vor- und Nebenleistungen und sonstige Zeitaufwendungen zu verrechnen.
Auf Basis der Bemessungsgrundlage ist der Stundensatz gemäß Tabelle (3) entsprechend den Wertstufen und den Schwierigkeitsklassen 1 – 5 zu ermitteln und mit dem Indexfaktor zu multiplizieren.
Der Indexfaktor beträgt ab 1.1.2007 132/120 = 1,1
Ab 1.3.2008 beträgt der Indexfaktor 138/120 = 1,15
Ab 1.1.2009 beträgt der Indexfaktor 144/120 = 1,20
Ab 1.1.2012 beträgt der Indexfaktor 150/120 = 1,25
Ab 1.2.2014 beträgt der Indexfaktor 156/120 = 1,30
Ab 1.1.2018 beträgt der Indexfaktor 162/120 = 1,35
Leistungen, die durch Mitarbeiter oder sonstige Hilfskräfte des Ziviltechnikers erbracht werden, sind leistungskonform nach tatsächlicher Leistung zu verrechnen. Die Stundensätze gem. (3), multipliziert mit dem Indexfaktor, werden für die Mitarbeiter oder sonstigen Hilfskräfte entsprechend der Kategorie mit nachstehenden Leistungsfaktoren abgemindert.
Kategorie Leistungsfaktor
Ziviltechniker und leitende Mitarbeiter ............................. 1,00
Senior Experts, Experts
Technische und wirtschaftliche Aufgaben ....................... 0,80
Experts, Junior Experts
Administrative Aufgaben.................................................. 0,60
(3) Honorar: Stundensatz in EUR exkl. USt.
Bemessungsgrundlage Schwierigkeitsklassen
=Wertstufe in EUR 1 2 3 4 5
f = 1,0 f = 1,3 f = 1,6 f = 1,9 f = 2,2
fix bis 5.000 120 156 192 228 264
10.000 144 187 230 273 316
50.000 198 258 317 376 436
100.000 222 288 355 421 488
200.000 245 319 392 466 539
500.000 276 359 442 525 608
1.000.000 300 390 480 569 659
5.000.000 354 461 567 673 779
10.000.000 378 491 604 718 831
30.000.000 415 540 664 789 913
ab 50.000.000 432 562 692 822 951
f = Faktor für die jeweilige Schwierigkeitsklasse
Zwischenwerte werden linear interpoliert.
Eine genaue Berechnung kann nach folgender Formel erfolgen, wobei die sich
ergebenden Werte kaufmännisch auf ganze Euro zu runden sind:
H = f * 78,0961 * log ( W * 13,7603 / 2000)
H ...............= Honorar
f .................= Faktor für die jeweilige Schwierigkeitsklasse
78,0961 .....= Formelfaktor
W...............= Wertstufe in EUR = Bemessungsgrundlage
§ 5 Nebenkosten
(1) Die bei der Bearbeitung der Ziviltechnikerleistungen anfallenden Nebenkosten, ausgenommen Kilometer-Gelder für KFZ-Fahrten, sind nach den angefallenen Kosten zu verrechnen.
(2) Kilometergelder für KFZ-Fahrten sind nach den amtlichen Kilometergeldern zu verrechnen.
Die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) ist in den Honoraren sowie in den Nebenkosten nicht enthalten und im gesetzlichen Ausmaß zu verrechnen.
Der Ziviltechniker hat Anspruch auf leistungskonforme laufende aconti (§ 1014 ABGB).
Der Ziviltechniker hat umgehend nach Beendigung seiner Leistungen das Honorar samt Nebenkosten und Umsatzsteuer geltend zu machen und der Auftraggeber dieses binnen 14 Tagen zu bezahlen.
Für den Fall des Zahlungsverzuges durch den Auftraggeber ist der Ziviltechniker berechtigt, Zinsen in der Höhe von 7 % über dem von der europäischen Zentralbank bekannt gegebenen Zinssatz zu
verrechnen (Richtlinie 2000/35/EG).

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 3

§ 4

§ 5