Source: http://drogenguide.blogspot.de/2013/
Timestamp: 2017-12-16 11:02:18+00:00

Document:
Drogenguide.de: 2013
Wer sich mit Drogen berauscht hat hinter dem Steuer eines Fahrzeugs nichts zu suchen. So weit, so richtig. Eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgericht Leipzig lässt aber selbst einen drogenkritischen Blogger wie mich nur den Kopf schütteln. Das Gericht hat diese Woche entschieden, "dass der Mischkonsum von Cannabis und Alkohol selbst dann regelmäßig eine mangelnde Fahreignung begründet, wenn die Einnahme der Substanzen nicht im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr steht".
Das bedeutet wer auch nur ab und zu kifft und Alkohol trinkt, dem droht der Führerscheinentzug. Auch wenn der Betroffene stets vollkommen nüchtern am Steuer sitzt. Die Gefahr seinen Führerschein zu verlieren droht also nicht dem der unter Rauschmitteleinfluss fährt, sondern dem der, zum Beispiel gegenüber der Polizei, unbedarft über seine Konsumgewohnheiten berichtet.
Dieser seltsame, präventive Entzug der Fahrerlaubnis ist in meinen Augen mehr als fragwürdig. Eine Gängelung von Cannabis-Konsumenten trägt jedenfalls nicht zu einer Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr bei. Dafür müsste man an anderer Stelle ansetzen. Beispielsweise die Schaffung einer Rechtsgrundlage für verdachtsunabhängige Drogenschnelltests. Im Moment sind diese nämlich nur mit Einwilligung des Betroffenen möglich. Wird der Test verweigert kann nur beim vorliegen von mutmaßlich Rauschmittel indizierten Auf- oder Ausfallerscheinungen eine Blutentnahme angeordnet werden.
Gerade beim Mischkonsum ist das für den Polizeibeamten auf der Straße schwierig zu erkennen. Mit verdachtsunabhängigen Alkohol und Drogenkontrollen ließe sich der Kontrolldruck erhöhen und damit die Verkehrssicherheit wirklich verbessern. Denn ob Kiffer oder Alkoholiker, die Gefahr geht von dem aus der sich berauscht an ein Steuer setzt. Diesen Leuten muss die Fahrerlaubnis entzogen werden und nicht denen die juristisch schlecht beraten oder einfach nur zu ehrlich sind.
Mehr zum Urteil: bverwg.de
Eingestellt von Simon am Samstag, November 16, 2013 Keine Kommentare:
Labels: Alkohol, Cannabis, Verkehr
Eingestellt von Simon am Freitag, November 08, 2013 Keine Kommentare:
Am 2. Oktober wurde die Onlineplattform "Silk Road" (auf dt. „Seidenstraße“) geschlossen und der mutmaßliche Betreiber Ross William Ulbricht von amerikanischen Behörden verhaftet. Nutzer die auf "Silk Road" zugreifen wollten bekamen nur noch eine Meldung der Behörden zu lesen (siehe Foto). Das seit Februar 2011 zugängliche Portal führte im März 2013 ca. 10.000 Artikel 70 % waren Drogen. Als Zahlungsmittel wurde ausschließlich der "Bitcoin" verwendet, wobei jede Transaktion durch ein Verschleierungsverfahren über mehrere Instanzen verschlüsselt wurde. Das von den Medien auch als "Ebay für Drogen" bezeichnete Hidden-Netzwerk arbeitete nach dem Tor- bzw. Onion Prinzip. Das sind Webseiten mit kryptischen Adressen wie http://tkficnkne8qt09ac.onion die nur über den Tor- Anonymisierungsdienst erreichbar sind. Betreiber und Besucher sollen so anonym bleiben. Dieses so genannte Darknet wird aber nicht nur von Drogenhändlern und Kinderschändern genutzt. Auch freiheitsliebende Dissidenten in autoritären Systemen greifen auf den anonymen Teil des Internets zurück.
Mit "Silk Road" wurde ordentlich Geld verdient, 3,6 Millionen US-Dollar in Bitcoins wurden bei Ulbrichts Verhaftung beschlagnahmt. Bei soviel Kohle wird sich der abschreckende Effekt sicherlich in Grenzen halten. Denn auch wenn die Anonymisierung hier auf Dauer nicht erfolgreich war, wo eine Nachfrage ist kommt auch jemand der ein Geschäft machen will. Schon jetzt behaupten einige Seiten von sich Silk Road Nachfolger zu sein. Dabei kommen die Silk Road Alternativen nicht nur aus dem "Dark Net". Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) vermerkt in ihrem Report 2012 das die Zahl der Online‑Shops, die Kunden in mindestens einem EU‑Mitgliedstaat mit psychoaktiven Substanzen oder Produkten versorgen, weiter gestiegen ist. Gemeint sind hier die Onlinehändler so genannter "Legal Highs". Im Januar 2012 wurden 693 Online‑Shops gemeldet, während es im Januar 2011 nur 314 und im Januar 2010 gar nur 170 waren.
Quellen: Wikipedia und EBDD Bericht 2012
Eingestellt von Simon am Freitag, Oktober 18, 2013 Keine Kommentare:
Labels: illegale Drogen
Am Dienstag hat das Europaparlament mit großer Mehrheit schärfere Regeln für Tababakprodukte beschlossen. Schockbilder und größere Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen soll vor allem junge Menschen stärker vom Rauchen abhalten. Einer entsprechenden Neuregelung hat das Europaparlament mit großer Mehrheit zugestimmt. Auch bestimmte Aroma- und Zusatzstoffe wie Menthol, Vanille oder Schokolade im Zigaretten-Tabak werden verboten. Außerdem sollen die elektronischen Zigaretten stärker reguliert werden. So sollen beispielsweise die Inhaltsstoffe der Liquids transparenter werden.
Wer meinen Blog öfters liest, weiß dass die EU schon länger an strengeren Regeln für Tabak-Produkte arbeitet. Die aktuelle Entscheidung des EU Parlaments war ein weiterer wichtiger Schritt. Bis wir in Deutschland aber Schockbilder auf Zigarettenpackungen es sehen es wird noch einige Zeit vergehen. Zunächst muss das Votum vom Dienstag noch europäisches Recht werden. EU-Gesundheitskommissar Joe Borg ist zuversichtlich, dass das Gesetz noch vor den Europawahlen im Mai 2014 angenommen werde. Dann haben die EU-Staaten zwei Jahre Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Was bedeutet dass es erst ab 2016 Schockbilder auf Zigarettenpackungen zu sehen geben wird.
Eingestellt von Simon am Donnerstag, Oktober 10, 2013 Keine Kommentare:
Labels: Ausland (Europa), eSmoke, legale Drogen, Recht und Gesetze, Tabak
Eingestellt von Simon am Dienstag, Oktober 01, 2013 Keine Kommentare:
Eingestellt von Simon am Sonntag, September 22, 2013 Keine Kommentare:
Die Rechtsfindung im Betäubungsmittelrecht kann eine sehr zähe Materie sein. Besonders dann, wenn es sich mit neu auf den Markt kommenden Stoffen auseinandersetzen muss. Die einen wollen ein Geschäft machen, die anderen sorgen sich um die Volksgesundheit. Bis ein passender rechtlicher Rahmen und eine klare juristische Bewertung gefunden ist können Jahre vergehen.
Das zeigen auch zwei Meldungen aus dieser Woche:Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat entschieden, E-Zigaretten sind keine Arzneimittel. Damit stellt sich das Gericht gegen die Rechtsauffassungen des Landes Nordrhein-Westfalen, der Bundesrepublik Deutschland und der EU-Kommission. Die Befriedigung der Nikotinsucht sorge nicht für eine Heilung, es fehlt an einer therapeutische Wirkung. Somit greiffe das Arzneimittel Recht hier nicht, E-Zigaretten und Liquids dürfen frei gehandelt werden. Bereits im Juni entschied das Landgericht Frankfurt/Main ähnlich. Das Tauziehen ob die elektrische Kippe nun zu den Tabakerzeugnissen oder den Arzneimittel gehört wird aber sicher bis zu einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs weitergehen.
Die deutschen Gerichte bleiben hier also vorerst bei ihrer Linie E-Zigaretten und Liquids als Tabakerzeugnis zu bewerten. Für sie müssen Arzneimittel eine heilende Wirkung haben, obwohl das so keineswegs im § 2 Arzneimittelgesetz steht. Wenn das so wäre, dürfte es auch schwierig werden die Händler von "Legal Highs" wie bisher nach Arzneimittelrecht zu belangen. Eine endgültige Entscheidung wird vom EuGH kommen, hier wird derzeit geprüft ob Arzneimittel auch "ungesund" sein können. Also lediglich eine Wirkung und keine Heilwirkung vorhanden sein muss um eine Substanz als Arzneimittel zu klassifizieren Wobei das für die Strafverfolgung bei "Legal Highs" bald nicht mehr nötig sein wird, wenn man sich die zweite News der Woche anschaut.
“Neu Drogen” sollen durch ein “beschleunigtes Verfahren” schneller als bisher verboten werden können. Bisher dauert es mindestens zwei Jahre, bis ein Stoff verboten wird. Diese Prozedur will die EU-Kommission auf zehn Monate verkürzen. Etwa ein Fünftel dieser in der EU gemeldeten Drogen haben auch einen legalen Verwendungszweck, in diesen Fällen soll ein Verbot für den Verbrauchermarkt ausgesprochen werden. Besonders gefährliche Stoffe sollen sofort vom Markt genommen werden können, um ihre Gefahren zu analysieren. Derzeit bleibt eine Substanz frei verfügbar, bis die Risikobewertung abgeschlossen ist und die Kommission reagieren kann.
Beide Nachrichten zeigen das sich die Rechtliche Bewertung von neu auf den Markt kommenden Suchtstoffen sehr schwierig und langwierig gestalten kann. Der Weg durch Behörden , Gremien und juristische Instanzen ist lang. Von einer endgültigen Lösung scheinen wir sowohl im Fall der E-Zigarette als auch bei den “Legal Higs” (oder “neuen Drogen”) noch weit entfernt zu sein.
Quelle der News: Spiegel Online
Eingestellt von Simon am Mittwoch, September 18, 2013 Keine Kommentare:
Labels: eSmoke, Legal Highs, Recht und Gesetze, Tabak
Am Montag stellte Hartmut Koschyk (Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen) einen intensivierten Bekämpfungsansatz gegen die Ausbreitung des synthetischen Rauschgifts Crystal in der deutsch-tschechischen Grenzregion vor. Nachdem der Zoll 2011 und 2012 mit den Speedway Kontrollen (DG berichtete) gegen den Methamphetamin schuggel in Sachsen und Bayern vorging, kommt nun die SOKO Crystal.
“Um dem Crystalschmuggel noch stärker zu begegnen, erhöht die Zollfahndung nun den Druck auf die hinter Käufern und Rauschgiftkurieren stehenden organisierten Drahtzieher und deren Helfer.”
Zum 1. September wurden in Dresden, Nürnberg und Weiden die Sonderkommissionen "Crystal" eingerichtet. Mit ihnen soll “die rasche und wirksame Durchführung von Ermittlungsverfahren mit allen ihm gesetzlich zur Verfügung stehenden operativen Mitteln” verstärkt werden. Insgesamt 23 erfahrene Ermittler wurden in den drei SOKO´s zusammengezogen. Sie sollen die Hintergründe des Crystalschmuggels aufhellen um “die skrupellose Profiteure und organisierte Hintermänner zu enttarnen und festzunehmen.”
Ehrbare Ziele, doch für eine wirksame Bekämpfung des Crystal-Problems bedarf es in meinen Augen mehr als drei SOKO´s des Zoll´s.
“Crystal” ist nicht nur ein Problem der Kriminalitätsbekämpfung, es ist auch ein Sucht- und Gesundheitspolitisches Problem. "Es wird uns nur gelingen, den Rauschgiftschmuggel wirksam zurückzudrängen, wenn wir uns als Staat und Gesellschaft mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entschieden wehren". sagte Hartmut Koschyk in der Pressekonferenz. Das wird natürlich schwierig wenn die politischen Konzepte fehlen. Siehe auch DG-Bericht “Crystalland Sachsen”.
Die Bundespolizei muss sich stärker als bisher der genzüberschreitenden Drogenkriminalität annehemen. Nach dem Schengen Beitritt unserer östlichen Nachbarn gehören die neuen Herrausforderungen wie Drogenschmuggel und internationale KFZ-Verschiebung in die originäre Zuständigkeit einer Polizei die für die Sicherheit der Grenzen zuständig ist. Auch in der SOKO Crystal sollte die Bundespolizei mitwirken.
Der Handel mit Crystal muss an der Quelle, also den Vietnamesen-märkten in Tschechien bekämpft werden. In Europa darf es rechtsfreie Räum dieser Größenordnung nicht geben. Auch wo die Grundstoffe zur Herstellung des Crystal kommen muss aufgehellt werden. Hier könnte Europa, in Form polizeilicher Zusammenarbeit, mal zeigen was es kann.
Foto: © thodoristibilis - Fotolia.com
Eingestellt von Simon am Freitag, September 13, 2013 Keine Kommentare:
Labels: Bayern, Crystal, illegale Drogen, Sachsen, synthetische Drogen
geringe und nicht geringe Menge
Kaum ein Mythos im Rauschgift-Milieu hält sich so hartnäckig wie das der Umgang mit einer "geringen Menge" einer Droge legal sei. Aber was ist eine "geringe Menge", welchen Sinn hat sie und wo beginnt die "nicht geringe Menge"? Gibt es verbindliche Grenzwerte oder nur Richtwerte. Aufklärung bringt hier ein Blick ins deutsche Betäubungsmittelgesetz (BtMG).
Geringe Menge (einer illegalen Droge) gem. § 29 Abs. 5 in Verbindung mit § 31a BtMG
Von einer geringen Menge spricht man wenn die Brutto-Menge (mit eventuellen Streckmitteln) einer Droge, unter einem gewissen Richtwert bleibt. In dem Fall kann ein Staatsanwalt von einer Strafverfolgung absehen. Wobei die Betonung klar auf "KANN" und "RICHTWERT" liegt. Außerdem darf die Droge auch nur zum Eigenverbrauch angebaut, hergestellt, eingeführt, ausgeführt, durchgeführt, erworben oder sich in sonstiger Weise verschafft bzw. besessen werden. Wenn der Staatsanwalt ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung sieht, kann er trotzdem Anklage erheben. Beispielsweise wenn der Täter eine besondere Vorbildfunktion (Ausbilder, Erzieher) hat. Auch beim verkaufen/ handeln/ abgeben gibt es keine "Geringe Menge". Der Richtwert bis zu dem man von einer "geringen Menge" spricht ist nicht bundeseinheitlich definiert. Für Deutschlands beliebteste illegale Droge Cannabis hat sich bei den Gerichten ein Grenzwert von 6 Gramm eingebürgert. Darüber hinaus wird häufig von der Menge von 3 Konsumeinheiten einer Droge ausgegangen. (z.B. Heroin: 1g, Kokain 1g, Ecstasy Tabletten 3 Stück.
Normalmenge oder einfache Menge (einer illegalen Droge)
Wird der Richtwert der geringen Menge überschritten spricht man von der normalen oder einfachen Menge. Diese stellt eine Menge dar, die zwar oberhalb der (Bruttomenge) "geringe Menge" liegt, aber noch unterhalb der (Nettomenge) "nicht geringen Menge". Das heisst alles was keine "geringe Menge" mehr und noch keine "nicht geringe Menge" ist, wird als "Normalmenge" oder "einfache Menge" bezeichnet.
Nicht geringe Menge (einer illegalen Droge) gem. § 29a Abs. 2 BtmG
Die "nicht geringen Menge" wird gemäß Rechtsprechung des BGH anhand des Nettowirkstoffgehaltes der Bruttomenge der Droge bestimmt. Also nicht die Brutto-Menge wie bei der "geringen Menge" sondern der reine Wirkstoffgehalt welcher erst in einem Labor genau bestimmt werden kann. Für den Umgang mit einer nicht geringen Menge ist eine Strafandrohung von nicht unter einem Jahr Freiheitsstrafe vorgesehen. Im Falle der Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Mengen erhöht sich die Mindestfreiheitsstrafe auf 2 Jahre (§ 30 BtMG)und wer als Mitglied einer Bande oder mit Waffen mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge Handel treibt oder sie einführt wird mit Freiheitsstrafe nicht unter 5 Jahren (§ 30a BtMG) bestraft.
Beispiel Cannabis mit einem prozentualem Wirkstoffgehalt von 10 %
0 bis 6 Gramm brutto (Wirkstoffgehalt spielt keine Rolle) = "geringe Menge"
6 bis 75 Gramm brutto (Wirkstoffgehalt 10%) = "Normalmenge"
ab 75 Gramm brutto (Wirkstoffgehalt 10%) = "nicht geringe Menge"
Die "nicht geringe Menge" (§ 29a Abs. 2 BtmG) beginnt bei 7,5 g reinem Wirkstoff (THC)
Quellen: Wikipedia und Jurathek.de
Foto: © Christian Pedant - Fotolia.com
Eingestellt von Simon am Freitag, Juli 12, 2013 Keine Kommentare:
Labels: illegale Drogen, Recht und Gesetze
Mehr als die Hälfte aller regelmäßigen Raucher stirbt vorzeitig an Lungenkrebs, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einer anderen Atemwegserkrankung. Bei fast 15 Millionen Rauchern in Deutschland, ein enormes Schadenspotential In diesem Monat gab es drei interessante Meldung zu Deutschlands tödlichstem Laster. Eine Entscheidung der EU Gesundheitsminister, die Ergebnisse einer Studie und eine Gerichtsentscheidung. Drei Nachrichten die, besonders wenn man sie zusammen betrachtet, eine deutliche Sprache sprechen.
Die Gesundheitsminister der EU einigten sich darauf, dass 65 Prozent der Fläche von Zigarettenpackungen künftig mit Warnhinweisen und abschreckenden Bildern versehen werden müssen. Damit wird es künftig in der Europäischen Union große Warnhinweise vor den Folgen des Rauchens auf Zigarettenschachteln geben, inklusive großflächige Schockbilder von schwarzen Lungen und Raucherbeinen wie in Australien (siehe Foto). Der Deutsche Zigarettenverband (DZV) kritisiert, über Nacht würden binnen Jahrzehnten aufgebaute Marken zerstört. Das Vorhaben bedarf aber noch der Zustimmung des EU-Parlament, die Verhandlungen beginnen im Herbst.
Die Quote jugendlicher Raucher ist so niedrig wie nie zuvor, nur noch jeder zehnte Teenager greift heute zur Zigarette. Das entspricht einer Halbierung innerhalb von zehn Jahren. Nichtrauchen sei zu einer "gesellschaftlichen Norm" geworden, erklärte die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Elisabeth Pott bei der Vorstellung der Studie.
Nikotinhaltige Flüssigkeiten für E-Zigaretten gehören laut einem Urteil des Landgerichts Frankfurt/Main zu den Tabakerzeugnissen. Für den Handel mit so genannten E-Zigaretten gilt deswegen das Tabakgesetz. Das Gericht verurteilte einen Geschäftsmann deshalb zu 8100 Euro Geldstrafe und zog zugleich rund 15.000 Behälter mit nikotinhaltiger “Liquids” ein. Während die EU-Kommision E-Zigarretten als Arzneimittel bewertet, halten es die deutschen Gerichte für ein Tabakerzeugnis. Endgültige Klärung wird es wohl erst beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe geben. Staatsanwaltschaft und Verteidigung erwägen Revision.
In meinen Augen sind das drei gute Nachrichten. Der Zigarette wird immer mehr die Maske von “Freiheit und Abenteuer” entrissen. Schon beim Kauf wird der Süchtige mit der Wahrheit von “Krankheit und Tot” konfrontiert. Die Realität verdrängt das Image, ein Weg der bei Jugendlichen ganz offensichtlich zum Erfolg, genauer gesagt zum “nicht rauchen” führt. Und auch die Gesetzeslücke in der sich die E-Zigarette bewegt hat wird geschlossen werden. Egal wie der BGH entscheidet, die Luft wird selbst für die E-Zigaretten dünner.
Quelle der Nachrichten: Spiegel Online
Foto: Ines G. aus Australien...DANKE ;-)
Eingestellt von Simon am Freitag, Juni 28, 2013 Keine Kommentare:
die 10 gefährlichsten Drogen Deutschlands
Je nachdem wie man Faktoren wie Verbreitung, rechtlicher Status, Gesundheitsgefahr und Suchtpotential gewichtet,lassen sich vermeintlich objektive Drogenrankings nach belieben beeinflussen. Für meine “10 gefährlichsten Drogen Deutschlands” greife ich auf die Daten des in dieser Woche vorgestellten "Drogen- und Suchtbericht 2013" zurück. Für den jährlichen Drogen- und Suchtbericht werden keine eigenen Daten erhoben, sondern die Daten anderer Studien und Erhebungen zusammengefasst und bewertet. Daher werden Drogen und Suchtgefahren auch uneinheitlich dargestellt. Um dennoch ein möglichst objektives Ranking zu erstellen habe ich jeweils eine Top 5 der legalen und illegalen Drogen zusammengestellt:
Top 5 legale Drogen und Suchtgefahren (nach Verbreitung in Deutschland):
Schätzungen gehen in Deutschland von 1,4 bis 1,5 Millionen Menschen mit Medikamentenabhängigkeit aus. Im Rahmen von Entzugsbehandlungen wird jährlich bei 10.000 Personen die Diagnose Medikamentenabhängigkeit gestellt. An 36 Todesfällen waren psychoaktive Medikamente 2012 nachweislich beteiligt.
9,5 Millionen Bundesbürgern trinken mehr als gesund ist, 1,3 Millionen gelten als Alkoholabhängig. An den direkten und indirekten Folgen ihres übermäßigen Alkoholkonsums sterben pro Jahr 74.000 Menschen. Die volkswirtschaftliche Schaden durch Alkohol liegt bei 26,7 Milliarden Euro, davon 7,4 Milliarden direkte Kosten für das Gesundheitssystem.
In Deutschland rauchen insgesamt 14,7 Millionen Frauen und Männer ab 15 Jahren. Mit etwa 110.000 Todesfällen pro Jahr stellt das Rauchen das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland dar. Mehr als die Hälfte aller regelmäßigen Raucher stirbt vorzeitig an Lungenkrebs, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einer anderen Atemwegserkrankung. Jeder zweite dieser vorzeitigen Todesfälle tritt bereits im mittleren Lebensalter ein. Tabakkonsum verkürzt das Leben um durchschnittlich etwa zehn Jahre.
In Deutschland gelten ca. 560.000 Menschen als internetabhängig und ca. 2,5 Millionen Menschen als problematische Internetnutzer. Ein Großteil der Betroffenen weist ein problematisches bzw. krankhaftes Nutzungsverhalten in Bezug auf Online-Spiele auf.
Ca. 250.000 pathologische Glücksspieler gibt es in Deutschland. Im Jahr 2011 wurden ca. 15.000 Glücksspieler in ambulanten betreut. Hinzu kommen rund 2.000 Personen in stationärer Therapie. Etwa 75 Prozent der ratsuchenden Spieler spielen an Geldspielautomaten.
Top 5 illegale Drogen (nach Todesfällen):
Heroin (und verwandte Opiate)
241 Drogentote im Jahr 2012 gehen auf das Konto dieser Substanzgruppe an weiteren 375 Todesfällen sind die Opiate beteiligt. Ca. 75.000 Patienten befinden sich in Deutschland in einer Substitutionsbehandlung mit Heroinersatzstoffen. 47 % der Klienten von Suchtberatungsstellen in Deutschland geben Opiate als ihre Problemsubstanz an.
Amphetamin/Methamphetamin (und Derivate)
22 Drogentote im Jahr 2012 gehen auf das Konto dieser Substanzgruppe an weiteren 43 Todesfällen ist Amphetamin/Methamphetamin beteiligt. Hier sind Todesfälle in Verbindung mit Amphetamin verwandten Medikamente noch nicht eingerechnet. 11 % der Klienten von Suchtberatungsstellen in Deutschland geben Stimulanzien (Crystal) als ihre Problemsubstanz an. In Sachsen ist der Anteil fast 4 mal so hoch.
21 Drogentote im Jahr 2012 gehen auf das Konto dieser Substanzgruppe an weiteren 32 Todesfällen sind Kokain/Crack beteiligt. 6 % der Klienten von Suchtberatungsstellen in Deutschland geben Kokain als ihre Problemsubstanz an.
Designerdrogen (neue psychoaktive Substanzen)
1 Drogentoter im Jahr 2012 geht auf das Konto dieser Substanzgruppe an weiteren 11 Todesfällen sind Designerdrogen beteiligt. Im Jahr 2012 wurde in Europa eine Rekordzahl von 73 erstmalig entdeckten Substanzen gemeldet
Es ist die meistkonsumierte illegale Droge in Deutschland. Jeder vierte Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren hat schon einmal Erfahrung mit Cannabis gemacht. Regelmäßig konsumieren aber nur etwa 0,6 Prozent der Erwachsenen. 36 % der Klienten von Suchtberatungsstellen in Deutschland geben Cannabis als ihre Problemsubstanz an. Drogentote mit Bezug zu Cannabis sind allerdings nicht zu beklagen.
Zum Schluss noch noch einige interessante Fakten aus dem aktuellen Drogen und Suchtbericht 2013. In München gab es 2012 deutlich mehr Rauschgifttodesfälle (35) als in Frankfurt (21). Zwar sind immer noch ein Großteil der Rauschgifttoten männlich, deren Zahl nahm aber zumindest gegenüber 2011 ab von 837 auf 746, die Zahl der weiblichen Toten stieg von 144 auf 177. Das Durchschnittsalter der Rauschgifttoten lag wie 2011 bei 37 Jahren.
Foto: © plop123451 - Fotolia.com Quelle der Daten: “Drogen und Suchtbericht 2013”
Eingestellt von Simon am Samstag, Juni 01, 2013 Keine Kommentare:
Labels: Bericht/Statistik, illegale Drogen, legale Drogen, stofflose Sucht
Eingestellt von Simon am Freitag, Mai 24, 2013 Kommentare:
Junge Menschen wollen Party machen und Alkohol trinken. Das war schon immer so und wird so bleiben, egal was irgend ein kritischer Blogger davon hält. Prävention in diesem Bereich kann und muss aber den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol fördern. Dazu gehört auch das sich in einer Gruppe die gemeinsam feiern will, jemand bereit erklärt nüchtern zu bleiben und seine “Peergroup” als Fahrzeugführer sich durch die Nacht zu bringen. Hier setzt das Präventionsprojekt “BOB” an.
BOB wurde 1995 in Belgien konzipiert, wobei die Buchstaben an sich keine tiefere Bedeutung haben. Als einfacher und einprägsamer Name in Verbindung mit einem knallig-gelben Schlüsselanhänger erobert das Präventionsprojekt seit 2009 auch Deutschland. Im Kern vermittelt das Projekt das der Fahrer (BOB) eben nicht "der Dumme" ist sondern der Verantwortung für die Gruppe übernimmt indem er ohne Alkohol zu trinken mit feiert. Auch wenn es keine direkte Eingrenzung des Alters gibt, setzt es seinen Schwerpunkt bei den jungen Fahrern im Alter von 18 bis 24 Jahren. Um die Popularität von BOB zu steigern, erhält er von vielen Partnern Vergünstigungen wie ein Gratis Drink. Natürlich alkoholfrei. Ziel ist dabei immer das Verhalten freiwillig und nachhaltig zu verändern.
Neben dem Saarland indem BOB vor vier Jahren zuerst eingeführt wurde, sind noch Rheinland Pfalz, Hessen, Thüringen und Bayern an dem mittlerweile gegründeten, bundesweiten Netzwerk beteiligt. Allerdings gibt es BOBmäßig in den nördlichen Bundesländern noch Nachholbedarf. Denn das BOB wirkt hat eine wissenschaftliche Studie der Uni Gießen für das Polizeipräsidium Mittelhessen bewiesen. Die Unfallzahlen gingen im Vergleich zu anderen Regionen um 44 Prozent zurück. Wenn das BOB-Netzwerk die angedachte Entwicklung einer Handy-App und die Einbeziehung sozialer Netzwerke umsetzt steht einen weitern BOB-Siegeszug in Deutschland nichts im Weg.
http://www.aktion-bob.com
Quelle: Artikel, Zeitschrift “Deutsche Polizei” Mai 2013
Foto: Logo BOB Saarland
Eingestellt von Simon am Donnerstag, Mai 16, 2013 Keine Kommentare:
Labels: Alkohol, Bayern, Hessen, Kampagne/Projekt, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen
Ob man sie nun “Legal Highs” oder “Research Chemicals” nennt, die zweifelhafte Erfolgsgeschichte der in diesem Blog schon öfters thematisierten “neuen Drogen” geht weiter. Auf einschlägigen Internetseiten werden sie je nach Darreichungsform als Badesalz, Kräutermischungen, Reinigungsmittel oder direkt unter dem Stichwort Research Chemicals verkauft. Im Juli 2012 wurden 28 gängige Legal High-Wirkstoffe den Bestimmungen des BtMG unterstellt, in kürzester Zeit wurden die Produktpaletten der Händler angepasst. Das heisst die Wirkstoffe wurden chemisch leicht abgewandelt so dass sie gleich oder ähnlich wirken und nicht mehr verboten sind. Ob bei den Cannabinoiden in den diversen Kräutermischungen, der Gruppe der Cathinone oder den neuen Amphetaminen, es gibt zahlreiche Problemfelder:
Der Jahresbericht 2012 der europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht hat spricht von 693 Onlineshops die mindestens einen EU-Mitgliedstaat versorgen, 2011 waren es nur 314 Shops. Die Bestellseiten wirken professionell und seriös, die “Legal Highs” kommen auf dem Postweg. Drogen kaufen wird so einfach wie bei Zalando Schuhe bestellen, entsprechend gering ist die Hemmschwelle es auch zu tun. Dabei verschleiern die Hintermänner ihre digitalen Spuren oder geben sich Ahnungslos. Schließlich schreiben sie ja “Nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt” auf die Verpackung. In Blogs und Foren wird dann die Werbetrommel gerührt und die psychoaktive Wirkung besprochen.
Ob in einem Legal High-Produkt ein dem BtMG unterliegender Wirkstoff drin ist, ist sowohl für den Konsumenten als auch für die Polizei schwierig. Es gibt zwar einiges Informationen im Internet (z.B.: http://legal-high-inhaltsstoffe.de/) aber es dauert immer eine weile bis die Inhaltsstoffe neuer Legal High-Produkte analysiert sind. Das gilt auch für die Datenbank die für die Polizei beim BKA geführt wird und über das Polizei interne Portal “Extrapol” eingesehen werden kann. Doch selbst wenn die Inhaltsstoffe bekannt sind. Während mit Verstößen gegen das BtMG wohl jeder Polizist etwas anfangen kann, hat von den Strafvorschriften im Arzneimittelgesetz längst noch nicht jeder Beamte gehört. Dessen Anwendung scheint aber im Kampf gegen Legal High-Produkte unverzichtbar zu werden.
Erkennen von Legal Highs
Nicht nur die Drogen-Schnelltest von Polizei und Justiz stoßen bei den sich schnell wandelnden Stoffgruppen an ihre Grenzen. Wenn nur Nuancen im Stoffaufbau entscheiden ob eine Substanz dem BtMG unterliegt und damit eine Straftat vorliegt wird es selbst für Labore schwierig. Grundsätzlich können die neuen Drogen in Reinform noch mit einem vertretbarem Aufwand identifiziert werden. Schwieriger wird es bei komplexen Zubereitungen diverser Legal High-Produkte oder selbst gemixte Wirkstoffcocktails. Auch bei der Analyse von Blutproben z.B. bei Drogenverdacht im Straßenverkehr, Feststellung von Todesursachen oder medizinischen Notfällen (Intoxikationen), in einem Routinescreening werden insbesondere Substanzen, die erst relativ kurz auf dem Markt verfügbar sind, oft nur in spezialisierten Laboren sicher nachgewiesen.
Festlegung der “nicht geringen Menge” bei Legal Highs
Für Polizei und Staatsanwaltschaft ist bei Drogenbesitz von entscheidender Bedeutung ob es sich nur um eine “geringe Menge” (das verfahren kann dann ohne weiteres eingestellt werden oder “nicht geringe Menge” handelt. Für klassische Drogen wir Heroin, Kokain oder Cannabis sind diese Mengen durch Gerichtsurteile genau bestimmt. Bei den vielfältigen Wirkstoffen in “Legal Highs” fehlen diese vorgaben. Zumal immer der Wirkstoffgehalt der in Frage stehenden Droge ermittelt werden muss. Dazu ist eine Differenzierung von nicht geringen Mengen für Einzelwirkstoffe, die ein ähnliches Wirkstoffprofil aufweisen, aber allesamt wissenschaftlich wenig bis gar nicht untersucht wurden sehr schwierig. Ein neuer Ansatz könnte hier eine Grenzziehung nach Konsumeinheiten sein, doch auch hier müssten ja messbare Ausgangsdaten (Größe der einzelnen Konsumeinheit) vorhanden sein.
Legal Highs werden mehr und mehr zum Massenphänomen, Wissenschaft, Gesetzgeber, Ermittlungsbehörden, Notfall- und Suchtmedizinern sind gefordert. Die Verfahresweise alle Substanzen gründlich zu Untersuchen und irgendwann ins BtMG aufzunehmen (also zu verbieten) ist viel zu träge. Davon abgesehen das sich ohnehin nicht alles allein durch Verbote regeln lässt. Selbst wenn, wie immer mehr gefordert, in Zukunft ganze Stoffgruppen ins BtMG aufgenommen werden könnten.
Quellen : J. Schäper / F. Scheuer “Legal Highs kein Ende in Sicht!” in Onlinezeitschrift für Suchtstoffrecht und EBDD Jahresbericht 2012
Foto: © SG - Fotolia.com
Eingestellt von Simon am Donnerstag, Mai 02, 2013 Keine Kommentare:
Labels: illegale Drogen, Legal Highs

References: § 2
 EuGH 
 § 29
 § 31
 § 29
 BGH 
 BGH