Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20120424_OGH0002_0050OB00155_11X0000_000&IncludeSelf=True&ShowPrintPreview=True
Timestamp: 2020-01-29 08:32:32+00:00

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RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 5Ob155/11x - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 1Ob268/72 2Ob78/73 5Ob1...
RS0043461
1Ob268/72; 2Ob78/73; 5Ob171/74; 5Ob254/74; 7Ob281/74; 7Ob193/75; 7Ob811/76; 7Ob32/77; 8Ob195/77; 8Ob202/78; 7Ob6/79; 2Ob57/79; 7Ob760/79; 7Ob739/80; 5Ob566/81; 7Ob812/81; 8Ob97/82; 7Ob613/82; 8Ob165/82; 3Ob185/82; 7Ob630/83; 7Ob38/83; 4Ob518/85; 4Ob101/88; 7Ob628/89; 10ObS300/91; 10ObS348/91; 9ObA288/92; 10ObS72/93; 8ObA212/95; 10Ob515/95; 7Ob203/99z; 7Ob11/01w; 6Ob55/01h; 8Ob69/01g; 10ObS102/01z; 10ObS4/03s; 7Ob28/04z; 1Ob173/05f; 2Ob294/05g; 1Ob17/08v; 3Ob105/08z; 1Ob238/08v; 1Ob122/09m; 3Ob201/09v; 10Ob25/11s; 3Ob113/11f; 3Ob90/11y; 8Ob92/11d; 1Ob147/11s; 5Ob155/11x; 3Ob55/12b; 1Ob25/13b; 7Ob46/14m; 4Ob110/14a; 4Ob49/15g; 9ObA160/15t; 10Ob71/16p; 3Ob39/17g; 8ObA65/16s; 1Ob202/17p; 6Ob83/18a; 6Ob215/18p; 8Ob55/19z
31.01.1973
ZPO §463 Abs1
ZPO §488
ZPO §503 Z2 C2b
AußStrG 2005 §52 Abs2
Es begründet einen Verfahrensmangel, wenn das Berufungsgericht von den tatsächlichen Feststellungen des Erstgerichtes ohne Wiederholung der Beweisaufnahmen abgeht.
1 Ob 268/72
Entscheidungstext OGH 31.01.1973 1 Ob 268/72
2 Ob 78/73
Entscheidungstext OGH 28.06.1973 2 Ob 78/73
5 Ob 171/74
Entscheidungstext OGH 18.09.1974 5 Ob 171/74
5 Ob 254/74
Entscheidungstext OGH 18.12.1974 5 Ob 254/74
Beisatz: Führt zu Aufhebung und Zurückverweisung an das Berufungsgericht. (T1)
7 Ob 281/74
Entscheidungstext OGH 23.01.1975 7 Ob 281/74
7 Ob 193/75
Entscheidungstext OGH 20.11.1975 7 Ob 193/75
7 Ob 811/76
Entscheidungstext OGH 02.12.1976 7 Ob 811/76
7 Ob 32/77
Entscheidungstext OGH 28.04.1977 7 Ob 32/77
8 Ob 195/77
Entscheidungstext OGH 18.01.1978 8 Ob 195/77
8 Ob 202/78
Entscheidungstext OGH 05.12.1978 8 Ob 202/78
7 Ob 6/79
Entscheidungstext OGH 01.02.1979 7 Ob 6/79
2 Ob 57/79
Entscheidungstext OGH 29.05.1979 2 Ob 57/79
7 Ob 760/79
Entscheidungstext OGH 18.10.1979 7 Ob 760/79
7 Ob 739/80
Entscheidungstext OGH 12.02.1981 7 Ob 739/80
5 Ob 566/81
Entscheidungstext OGH 05.05.1981 5 Ob 566/81
7 Ob 812/81
Entscheidungstext OGH 11.02.1982 7 Ob 812/81
8 Ob 97/82
Entscheidungstext OGH 13.05.1982 8 Ob 97/82
7 Ob 613/82
Entscheidungstext OGH 29.07.1982 7 Ob 613/82
8 Ob 165/82
Entscheidungstext OGH 30.09.1982 8 Ob 165/82
3 Ob 185/82
Entscheidungstext OGH 23.02.1983 3 Ob 185/82
7 Ob 630/83
Entscheidungstext OGH 07.07.1983 7 Ob 630/83
7 Ob 38/83
Entscheidungstext OGH 17.11.1983 7 Ob 38/83
4 Ob 518/85
Entscheidungstext OGH 09.07.1985 4 Ob 518/85
4 Ob 101/88
Entscheidungstext OGH 15.11.1988 4 Ob 101/88
Auch; Beisatz: Hier: Handeln in Wettbewerbsabsicht. (T2)
7 Ob 628/89
Entscheidungstext OGH 20.07.1989 7 Ob 628/89
10 ObS 300/91
Entscheidungstext OGH 22.10.1991 10 ObS 300/91
Beis wie T1; Veröff: SSV - NF 5/113
10 ObS 348/91
Entscheidungstext OGH 14.01.1992 10 ObS 348/91
9 ObA 288/92
Entscheidungstext OGH 10.02.1993 9 ObA 288/92
10 ObS 72/93
Entscheidungstext OGH 27.04.1993 10 ObS 72/93
8 ObA 212/95
Entscheidungstext OGH 09.02.1995 8 ObA 212/95
10 Ob 515/95
Entscheidungstext OGH 20.06.1995 10 Ob 515/95
7 Ob 203/99z
Entscheidungstext OGH 22.12.1999 7 Ob 203/99z
Beisatz: Das Abgehen von den den Denkgesetzen nicht widersprechenden Feststellungen des Erstgerichts begründet ohne Wiederholung sämtlicher zu diesem Thema aufgenommener Beweise die vom Revisionswerber ausdrücklich gerügte Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens im Sinn des § 503 Z 2 ZPO und führt zur Aufhebung des Berufungsurteils und Rückverweisung der Sache an das Gericht zweiter Instanz. (T3)
7 Ob 11/01w
Entscheidungstext OGH 14.02.2001 7 Ob 11/01w
6 Ob 55/01h
Entscheidungstext OGH 26.04.2001 6 Ob 55/01h
8 Ob 69/01g
Entscheidungstext OGH 10.05.2001 8 Ob 69/01g
Auch; Beisatz: Hier: Berufungsgericht ergänzt die Feststellungen ohne überhaupt eine mündliche Berufungsverhandlung anzuberaumen. (T4)
10 ObS 102/01z
Entscheidungstext OGH 26.03.2002 10 ObS 102/01z
Auch; Beisatz: Hier: Feststellung des tatsächlichen pflegebedingten (Mehr-)Aufwands. (T5)
10 ObS 4/03s
Entscheidungstext OGH 16.03.2004 10 ObS 4/03s
7 Ob 28/04z
Entscheidungstext OGH 21.04.2004 7 Ob 28/04z
1 Ob 173/05f
Entscheidungstext OGH 22.11.2005 1 Ob 173/05f
Vgl; Beis wie T3; Beisatz: Darin liegt eine Verletzung des Unmittelbarkeitsgrundsatzes durch das Berufungsgericht. (T6)
2 Ob 294/05g
Entscheidungstext OGH 19.01.2006 2 Ob 294/05g
1 Ob 17/08v
Entscheidungstext OGH 20.06.2008 1 Ob 17/08v
Beisatz: Ein Verfahrensmangel liegt aber dann nicht vor, wenn das Berufungsgericht nur auf weitere Beweisergebnisse verweist oder bislang nicht ins Treffen geführte Argumente zur Untermauerung der Richtigkeit der erstgerichtlichen Beweiswürdigung heranzieht. (T7)
3 Ob 105/08z
Entscheidungstext OGH 03.09.2008 3 Ob 105/08z
1 Ob 238/08v
Entscheidungstext OGH 16.12.2008 1 Ob 238/08v
Auch; Beisatz: Hier: Rekursgericht. (T8)
1 Ob 122/09m
Entscheidungstext OGH 06.07.2009 1 Ob 122/09m
3 Ob 201/09v
Entscheidungstext OGH 25.11.2009 3 Ob 201/09v
10 Ob 25/11s
Entscheidungstext OGH 03.05.2011 10 Ob 25/11s
3 Ob 113/11f
Entscheidungstext OGH 06.07.2011 3 Ob 113/11f
3 Ob 90/11y
Entscheidungstext OGH 12.10.2011 3 Ob 90/11y
8 Ob 92/11d
Entscheidungstext OGH 22.11.2011 8 Ob 92/11d
1 Ob 147/11s
Entscheidungstext OGH 01.09.2011 1 Ob 147/11s
5 Ob 155/11x
Entscheidungstext OGH 24.04.2012 5 Ob 155/11x
3 Ob 55/12b
Entscheidungstext OGH 15.05.2012 3 Ob 55/12b
1 Ob 25/13b
Entscheidungstext OGH 07.03.2013 1 Ob 25/13b
Vgl auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Keine Aufhebung und Zurückverweisung an das Berufungsgericht, weil dessen Fehler für den Verfahrensausgang im Ergebnis ohne Bedeutung bleibt. (T9)
7 Ob 46/14m
Entscheidungstext OGH 22.04.2014 7 Ob 46/14m
Auch; Beisatz: Das Berufungsgericht verletzt den Grundsatz der Unmittelbarkeit, wenn es von erstgerichtlichen Feststellungen, die auf einer unmittelbaren Beweisaufnahme beruhen, ohne Beweiswiederholung abgeht oder sich bei wesentlichen Feststellungen zu einem Tatsachenkomplex, die von jenen des Erstgerichts abweichen, mit einer partiellen Beweiswiederholung begnügt. (T10)
Veröff: SZ 2014/38
4 Ob 110/14a
Entscheidungstext OGH 17.09.2014 4 Ob 110/14a
4 Ob 49/15g
Entscheidungstext OGH 24.03.2015 4 Ob 49/15g
Auch; Beis wie T7
9 ObA 160/15t
Entscheidungstext OGH 25.02.2016 9 ObA 160/15t
Beis wie T7
10 Ob 71/16p
Entscheidungstext OGH 24.01.2017 10 Ob 71/16p
3 Ob 39/17g
Entscheidungstext OGH 04.07.2017 3 Ob 39/17g
8 ObA 65/16s
Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 ObA 65/16s
1 Ob 202/17p
Entscheidungstext OGH 15.11.2017 1 Ob 202/17p
6 Ob 83/18a
Entscheidungstext OGH 24.05.2018 6 Ob 83/18a
Vgl; Beisatz: Von einer Formulierung in den Feststellungen des Ersturteils, die in Wahrheit eine (dislozierte) rechtliche Beurteilung darstellt, kann das Berufungsgericht ohne Beweiswiederholung abgehen. (T11)
6 Ob 215/18p
Entscheidungstext OGH 23.05.2019 6 Ob 215/18p
Beis wie T1; Beis wie T9
8 Ob 55/19z
Entscheidungstext OGH 24.07.2019 8 Ob 55/19z
ECLI:AT:OGH0002:1973:RS0043461
JJR_19730131_OGH0002_0010OB00268_7200000_001
Rechtssatz für 8Ob297/79 8Ob517/95 5Ob...
RS0043173
8Ob297/79; 8Ob517/95; 5Ob155/11x
21.02.1980
Übernimmt das Berufungsgericht ohne Beweiswiederholung eine Feststellung des Erstgerichtes nicht, so liegt der Revisionsgrund nach § 503 Z 2 ZPO nur dann vor, wenn diese Verfahrensverletzung geeignet ist, die erschöpfende und gründliche Beurteilung der Streitsache zu verhindern.
8 Ob 297/79
Entscheidungstext OGH 21.02.1980 8 Ob 297/79
Veröff: RZ 1981/42 S 178
8 Ob 517/95
Entscheidungstext OGH 29.06.1995 8 Ob 517/95
ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0043173
JJR_19800221_OGH0002_0080OB00297_7900000_001
Rechtssatz für 1Ob660/84 7Ob658/85 7Ob...
RS0042151
1Ob660/84; 7Ob658/85; 7Ob552/86; 6Ob668/86; 5Ob553/86; 6Ob592/88; 2Ob134/88; 6Ob571/91; 2Ob39/91; 8Ob620/91; 7Ob505/93; 2Ob505/93; 6Ob609/93; 2Ob75/94; 1Ob551/94; 8Ob517/95; 9ObA2076/96a; 2Ob2288/96a; 5Ob2027/96s; 3Ob69/97m; 3Ob141/97z; 7Ob4/00i; 2Ob285/01b; 5Ob51/03s; 5Ob248/04p; 2Ob294/05g; 3Ob108/07i; 4Ob151/07w; 10Ob102/08k; 5Ob20/09s; 5Ob155/11x; 3Ob55/12b; 10Ob36/13m; 5Ob233/13w; 3Ob57/15a; 10Ob71/16p; 10Ob57/16d; 3Ob39/17g; 8Ob48/17t; 2Ob241/16d; 7Ob38/18s
11.07.1984
ZPO §498 Abs1
ZPO §502 Abs4 Z1 HII
ZPO §503 C2b
Verletzt das Berufungsgericht den Grundsatz, dass es von den erstinstanzlichen Feststellungen in Wahrnehmung der Beweisrüge nur dann abgehen darf, wenn es alle zur Feststellung der rechtserheblichen Tatsachen erforderlichen Beweise, die das Erstgericht unmittelbar aufgenommen hat, selbst wiederholt oder das Protokoll über die Beweisaufnahme in erster Instanz unter der Voraussetzung des § 281a ZPO verlesen hat, so liegt darin eine erhebliche Verletzung einer Rechtsvorschrift des Verfahrensrechtes, die der Wahrung der Rechtssicherheit dient.
1 Ob 660/84
Entscheidungstext OGH 11.07.1984 1 Ob 660/84
Veröff: SZ 57/142
7 Ob 658/85
Entscheidungstext OGH 28.11.1985 7 Ob 658/85
Auch; Beisatz: Verletzung des Unmittelbarkeitsgrundsatzes. (T1)
7 Ob 552/86
Entscheidungstext OGH 13.03.1986 7 Ob 552/86
Veröff: JBl 1987,316
6 Ob 668/86
Entscheidungstext OGH 23.10.1986 6 Ob 668/86
5 Ob 553/86
Entscheidungstext OGH 25.11.1986 5 Ob 553/86
Beisatz: Hier: Abgehen von der Feststellung des Parteiwillens, die das Erstgericht nicht nur auf Grund von Urkunden, sondern auch auf Grund anderer unmittelbar aufgenommener Beweise getroffen hat, ohne Beweiswiederholung durch das Berufungsgericht. (T2)
6 Ob 592/88
Entscheidungstext OGH 05.05.1988 6 Ob 592/88
2 Ob 134/88
Entscheidungstext OGH 25.10.1988 2 Ob 134/88
6 Ob 571/91
Entscheidungstext OGH 06.06.1991 6 Ob 571/91
2 Ob 39/91
Entscheidungstext OGH 04.07.1991 2 Ob 39/91
Beis wie T1; Beisatz: Auch ergänzende Feststellungen sind nur nach Beweiswiederholung zulässig. (T3)
8 Ob 620/91
Entscheidungstext OGH 18.10.1991 8 Ob 620/91
7 Ob 505/93
Entscheidungstext OGH 27.01.1993 7 Ob 505/93
2 Ob 505/93
Entscheidungstext OGH 21.01.1993 2 Ob 505/93
6 Ob 609/93
Entscheidungstext OGH 22.09.1993 6 Ob 609/93
2 Ob 75/94
Entscheidungstext OGH 10.11.1994 2 Ob 75/94
Beis wie T3; Veröff: SZ 67/198
1 Ob 551/94
Entscheidungstext OGH 29.08.1994 1 Ob 551/94
Auch; Veröff: SZ 67/136
9 ObA 2076/96a
Entscheidungstext OGH 04.09.1996 9 ObA 2076/96a
2 Ob 2288/96a
Entscheidungstext OGH 31.10.1996 2 Ob 2288/96a
5 Ob 2027/96s
Entscheidungstext OGH 04.09.1997 5 Ob 2027/96s
Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
3 Ob 69/97m
Entscheidungstext OGH 15.07.1998 3 Ob 69/97m
3 Ob 141/97z
Entscheidungstext OGH 16.09.1998 3 Ob 141/97z
7 Ob 4/00i
Entscheidungstext OGH 15.03.2000 7 Ob 4/00i
2 Ob 285/01b
Entscheidungstext OGH 29.11.2001 2 Ob 285/01b
5 Ob 51/03s
Entscheidungstext OGH 26.08.2003 5 Ob 51/03s
5 Ob 248/04p
Entscheidungstext OGH 24.05.2005 5 Ob 248/04p
3 Ob 108/07i
Entscheidungstext OGH 28.06.2007 3 Ob 108/07i
Ähnlich; Beisatz: Hier: Verstoß des Rekursgerichts gegen § 52 Abs 2 AußStrG 2005. (T4)
4 Ob 151/07w
Entscheidungstext OGH 02.10.2007 4 Ob 151/07w
10 Ob 102/08k
Entscheidungstext OGH 24.02.2009 10 Ob 102/08k
Vgl; Beis wie T4
5 Ob 20/09s
Entscheidungstext OGH 09.06.2009 5 Ob 20/09s
Vgl; Beisatz: Betreffen die ergänzten Feststellungen einen für die Entscheidung wesentlichen Umstand, stellt die Verletzung des Unmittelbarkeitsgrundsatzes auch eine erhebliche Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO dar. (T5)
10 Ob 36/13m
Entscheidungstext OGH 12.09.2013 10 Ob 36/13m
5 Ob 233/13w
Entscheidungstext OGH 23.04.2014 5 Ob 233/13w
Auch; Veröff: SZ 2014/41
3 Ob 57/15a
Entscheidungstext OGH 17.06.2015 3 Ob 57/15a
10 Ob 57/16d
Entscheidungstext OGH 25.04.2017 10 Ob 57/16d
Vgl auch; Beis ähnlich wie T5; Beisatz: Hier: Abgehen bzw Ergänzung von erstgerichtlichen Feststellungen durch Zugrundelegung offenkundiger Tatsachen ohne Erörterung mit den Parteien. (T6)
8 Ob 48/17t
Entscheidungstext OGH 24.08.2017 8 Ob 48/17t
2 Ob 241/16d
Entscheidungstext OGH 24.10.2017 2 Ob 241/16d
7 Ob 38/18s
Entscheidungstext OGH 20.04.2018 7 Ob 38/18s
ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0042151
JJR_19840711_OGH0002_0010OB00660_8400000_002
Rechtssatz für 8Ob13/86 7Ob729/88 7Ob5...
RS0027447
8Ob13/86; 7Ob729/88; 7Ob589/89; 10Ob2048/96s; 4Ob124/98h; 6Ob253/99w; 10Ob26/00x; 7Ob271/00d; 6Ob71/01m; 2Ob302/02d; 7Ob28/04z; 2Ob265/06v; 4Ob249/07g; 1Ob236/07y; 2Ob144/08b; 9Ob40/09m; 4Ob191/11h; 5Ob155/11x; 3Ob15/13x; 7Ob237/12x; 7Ob113/13p; 3Ob175/13a; 3Ob160/14x; 1Ob143/16k; 1Ob158/16s; 6Ob11/19i
ABGB §1295 IId2
ABGB §1319a
ABGB §1304 BIIf
ABGB §1304 BVIa
"Vor die Füße zu schauen" ist von jedem Fußgänger zu verlangen. Diese Verpflichtung gilt auch auf dem Gehsteig. (hier: Stolpern über Heizölschlauch eines Tankfahrzeuges).
8 Ob 13/86
Entscheidungstext OGH 03.04.1986 8 Ob 13/86
Veröff: ZVR 1987/82 S 245
7 Ob 729/88
Entscheidungstext OGH 19.01.1989 7 Ob 729/88
Beisatz: Hier: Sturz in offene Künetten - Baugrube. (T1)
Veröff: VersR 1990,187 = ZVR 1990/85 S 233
7 Ob 589/89
Entscheidungstext OGH 06.07.1989 7 Ob 589/89
Beisatz: Hier: Schadhafte Stelle im Gehsteig (Verschuldensteilung 2 : 1 zu Lasten der straßenerhaltenden Gemeinde). (T2)
10 Ob 2048/96s
Entscheidungstext OGH 23.04.1996 10 Ob 2048/96s
Beisatz: Hier: Ausrutschen einer Begleitperson in einer Krankenanstalt auf dem noch "sichtbar feuchten Boden" (Verschuldensteilung 1 : 1). (T3)
4 Ob 124/98h
Entscheidungstext OGH 05.05.1998 4 Ob 124/98h
nur: "Vor die Füße zu schauen" ist von jedem Fußgänger zu verlangen. (T4)
6 Ob 253/99w
Entscheidungstext OGH 21.10.1999 6 Ob 253/99w
Vgl aber; Beisatz: Hier: Besucher einer Stiftsanlage; Sturz in leeres Brunnenbecken bei Rückwärtsgang; Verschuldensteilung von 2 : 1 zu Lasten der Verletzten. (T5)
Beisatz: Die Aufmerksamkeit von Personen innerhalb einer Personengruppe, die ein bestimmtes Ziel verfolgt, wie etwa eine Reisegruppe bei der Besichtigung einer Sehenswürdigkeit, gegenüber sich am Weg befindlichen Hindernissen aus verschiedenen Gründen abgelenkt ist, wie die Suche nach guten Fotomotiven und das Betrachten der Hauptgebäude. (T6)
Beisatz: Es liegt auf der Hand, dass eine leerstehende und stillgelegte Brunnenanlage die Aufmerksamkeit von Passanten weit weniger auf sich zieht als ein mit Wasser gefüllter, in Betrieb befindlicher Springbrunnen, der nicht nur optisch ansprechender und auffälliger ist, sondern auch akustisch wahrzunehmen ist. Zudem wird die Gefährlichkeit eines Sturzes in ein Brunnenbecken wesentlich reduziert, wenn dieses mit Wasser gefüllt ist. (T7)
10 Ob 26/00x
Entscheidungstext OGH 25.07.2000 10 Ob 26/00x
nur T4; Beisatz: Hier: Sturz auf nassem Fliesenboden im Kaufhaus. (T8)
7 Ob 271/00d
Entscheidungstext OGH 20.12.2000 7 Ob 271/00d
nur T4; Beisatz: Hier: Benützer eines Altpapiercontainers. (T9)
6 Ob 71/01m
Entscheidungstext OGH 26.04.2001 6 Ob 71/01m
nur T4
2 Ob 302/02d
Entscheidungstext OGH 13.03.2003 2 Ob 302/02d
Vgl aber: Beisatz: Wegen der von einem Radfahrer beziehungsweise Fußgänger erreichten unterschiedlichen Geschwindigkeiten können die Entscheidungen über das Mitverschulden eines unaufmerksamen Fußgängers nicht analog herangezogen werden. (T10)
2 Ob 265/06v
Entscheidungstext OGH 18.01.2007 2 Ob 265/06v
Beisatz: Von einem durchschnittlichen sorgfältigen Fußgänger könnte daher auch bei der Benutzung von ebenfalls der Massenbeförderung im innerstädtischen Bereich dienenden Schnellbahnen erwartet werden, dass er beim Ein- und Aussteigen die (bei Garnituren des alten Typus) vorhandenen Spaltbreiten von 24-28 cm problemlos bewältigt. (T11)
4 Ob 249/07g
Entscheidungstext OGH 14.02.2008 4 Ob 249/07g
nur T4; Beisatz: Hier: Niveauunterschied von 1,5-2,5 cm im Gehsteig. (T12)
1 Ob 236/07y
Entscheidungstext OGH 29.01.2008 1 Ob 236/07y
nur T4; Beisatz: Hier: Sturz über einen Felsstein auf einem mangelhaft beleuchteten Weg bei Kenntnis der örtlichen Verhältnisse und raschem Gehtempo (Verschuldensteilung 1 : 1). (T13)
2 Ob 144/08b
Entscheidungstext OGH 24.09.2008 2 Ob 144/08b
nur T4; Beisatz: Ebenfalls ist von jedem Fußgänger zu verlangen, der einzuschlagenden Wegstrecke Aufmerksamkeit zuzuwenden und einem auftauchenden Hindernis oder einer gefährlichen Stelle möglichst auszuweichen. (T14)
9 Ob 40/09m
Entscheidungstext OGH 26.05.2010 9 Ob 40/09m
nur T4; Beisatz: Hier: Betreten einer Liegenschaft ohne Wissen und Zustimmung des Eigentümers bei einem abschüssigen Gelände, leichter Schneelage und sonstiger auffälliger Ansammlung von Fahrnissen. (T15)
4 Ob 191/11h
Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 191/11h
Vgl auch; Beisatz: Hier wurde die (alleinige) Haftung des Lokalbetreibers wegen unterlassener Anbringung eines Handlaufs bei einer Treppe als vertretbar angesehen. (T16)
Auch; nur ähnlich T4; Beisatz: Hier: Streupflichtverletzung; Wissen der Geschädigten um die vereiste Stelle. (T17)
3 Ob 15/13x
Entscheidungstext OGH 13.03.2013 3 Ob 15/13x
7 Ob 237/12x
Entscheidungstext OGH 27.03.2013 7 Ob 237/12x
nur T4; Beisatz: Hier: Sturz nach einem Ausweichmanöver auf einer Stiege, auf der entgegen einer konkreten Verpflichtung nur auf einer Seite ein Handlauf zur Verfügung stand - Mitverschulden von 3 : 1 zu Lasten der Geschädigten bejaht. (T18)
7 Ob 113/13p
Entscheidungstext OGH 03.07.2013 7 Ob 113/13p
nur T4; Beisatz: Hier: Sturz auf bekannt unbeleuchtetem Gang bei gut ausgeleuchteter Alternative. (T19)
3 Ob 175/13a
Entscheidungstext OGH 28.11.2013 3 Ob 175/13a
3 Ob 160/14x
Entscheidungstext OGH 19.11.2014 3 Ob 160/14x
1 Ob 143/16k
Entscheidungstext OGH 30.08.2016 1 Ob 143/16k
Beis wie T5; Beisatz: Sturz auf vereister Stelle vor einer Autowaschbox. Wenn das Berufungsgericht dem Kläger als Aufmerksamkeitsfehler anlastete, nicht vor die Füße geschaut zu haben, diese Sorglosigkeit jedoch weit weniger stark gewichtete (Anm.: 25% Mitverschulden) als jene der Beklagten wegen des unterlassenen Streuens der vereisten Fläche, liegt darin keine aufzugreifende Fehlbeurteilung. (T20)
1 Ob 158/16s
Entscheidungstext OGH 27.09.2016 1 Ob 158/16s
6 Ob 11/19i
Entscheidungstext OGH 23.05.2019 6 Ob 11/19i
Auch; Beis wie T14
ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0027447
JJR_19860403_OGH0002_0080OB00013_8600000_001
Entscheidungstext 5Ob155/11x
immolex‑LS 2012/61 = MietSlg 64.206 = MietSlg 64.717
5Ob155/11x
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Hon.-Prof. Dr. Danzl als Vorsitzenden, die Hofrätinnen Dr. Hurch und Dr. Lovrek sowie die Hofräte Dr. Höllwerth und Mag. Wurzer als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Elisabeth D*****, vertreten durch Dr. Thomas Stoiberer, Rechtsanwalt in Hallein, gegen die beklagten Parteien 1. B***** KEG, *****, vertreten durch Tinzl & Frank Rechtsanwälte-Partnerschaft in Innsbruck und 2. Eigentümergemeinschaft der Liegenschaft EZ 88 GB *****, vertreten durch Dr. Gerlich & Co Hausverwaltung ***** GmbH, *****, diese vertreten durch Dr. Markus Kroner, Rechtsanwalt in Salzburg, wegen 30.236,52 EUR sA und Feststellung (Streitinteresse 1.000 EUR), über die außerordentliche Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 6. Juni 2011, GZ 6 R 85/11d-24, womit infolge der Berufungen der klagenden und der zweitbeklagten Partei das Teil- und Zwischenurteil des Landesgerichts Salzburg vom 22. Februar 2011, GZ 8 Cg 25/10k-16, teilweise bestätigt und teilweise abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung
I. den
1.) Die außerordentliche Revision der Klägerin wird hinsichtlich der Erstbeklagten zurückgewiesen.
Die Klägerin ist schuldig, der Erstbeklagten die mit 1.680,84 EUR (darin 280,14 EUR USt) bestimmten Kosten der Revisionsbeantwortung binnen 14 Tagen zu ersetzen.
II. zu Recht erkannt:
Im Übrigen wird der Revision der Klägerin teilweise Folge gegeben und die Entscheidung des Berufungsgerichts hinsichtlich der Zweitbeklagten dahin abgeändert, dass das Teil- und Zwischenurteil des Erstgerichts wiederhergestellt wird.
Die Kosten des Berufungs- und Revisionsverfahrens sind weitere Verfahrenskosten.
Das Erstgericht legte seiner Entscheidung folgenden Sachverhalt zu Grunde:
Der Sohn der Klägerin ist Eigentümer der Wohnung top Nr 11 der im Wohnungseigentum stehenden Liegenschaft EZ 88 GB *****. Die Klägerin bewohnt mit ihrem Ehegatten diese Wohnung. Auf den allgemeinen Teilen der Liegenschaft bestehen einerseits gepflasterte Gehwege, andererseits ein Parkplatz, dessen Parkflächen einzelnen Wohnungseigentümern zugeordnet sind.
Seit Errichtung der Wohnanlage im Jahr 1999 kam es mehrmals zu einem Wechsel der Hausverwaltung. Im Jahr 2001 schloss die damalige Hausverwalterin, die K***** KEG, mit der S***** M*****-S***** regGenmbH (im Folgenden: M*****) einen Vertrag über die Besorgung des Winterdienstes auf Teilen der Liegenschaft. Dabei wurde hinsichtlich einer gewerblich genutzten Fläche (B*****-Markt samt Parkplatz) die Räumung und Streuung zur Gänze dem M***** übertragen. Hinsichtlich der allgemeinen Teile der Liegenschaft ist im schriftlichen Vertrag vom November 2001 festgehalten, dass der M***** ab der Saison 2001/2002 den Winterdienst „der im Anhang bezeichneten Flächen“ des Wohnhauses M***** bis ***** übernimmt. Ein Anhang mit Flächenbezeichnung war allerdings nicht angeschlossen. Vertragsgegenstand war nach dem Inhalt des Vertrags die Durchführung der ordnungsgemäßen Schneeräumung, wobei die Worte „und Streuung“ im Vertragstext durchgestrichen waren. Im weiteren Text des Vertrags heißt es, dass die Parkfläche und die sonstigen Flächen in der Zeit von 6:00 Uhr bis 22:00 Uhr schnee- und eisfrei zu halten sind. Die Betreuung der Stellplätze im Freien lag im Verantwortungsbereich der jeweiligen Wohnungseigentümer. Die Allgemeinfläche des Parkplatzes oblag der Räumung durch den M*****. Es ist möglich, dass der M***** - obwohl dies im schriftlichen Vertrag gestrichen war - fallweise auch Streugut auf der Allgemeinfläche aufgebracht hat.
Für Reinigungsarbeiten im Inneren und Äußeren der Wohnhausanlage, wozu auch die Schneeräumung und Streuung gehörte, im Außenbereich eingeschränkt auf die gepflasterten Gehwege zwischen den Hauszugängen und der Parkfläche (Müllentsorgungsplatz), bestand im Jahr 2006 und den Jahren davor eine auf einem „Reinigungsplan“ festgehaltene Vereinbarung der Wohnungseigentümer. Demnach war wochenweise bestimmt, welcher Wohnungseigentümer jeweils für diese Arbeiten zuständig war. Dieser Plan war im Stiegenhaus angeschlagen. In der 12. Kalenderwoche 2007, in der der Unfalltag lag, war die „Wohnung Top 11“ und nach interner Vereinbarung mit Sohn und Gatten die Klägerin zuständig, die gepflasterten Gehwege zwischen den Hauszugängen und der Parkfläche zu betreuen.
Ende 2006 wurde die Erstbeklagte unter anderem von der Klägerin betreffend die Übernahme der Hausverwaltung kontaktiert. Gegen Ende 2006 fand eine Hausversammlung statt, bei der ein Wechsel der Hausverwaltung auf die Erstbeklagte beschlossen und die Klägerin von den Miteigentümern zur Hauptansprechpartnerin der neuen Hausverwaltung bestellt wurde. Sie übermittelte auch dem neuen Hausverwalter Informationen und Unterlagen. In diesem Zusammenhang teilte die Klägerin dem neuen Hausverwalter mit, dass er sich nicht um den Winterdienst zu kümmern brauche, sondern dass dies anhand eines Stiegenhausplans funktioniere und außerdem ein Vertrag mit dem M***** bestehe. Die Erstbeklagte ersuchte die Klägerin daraufhin um Übermittlung des angesprochenen Plans und hängte diesen, adaptiert auf das Jahr 2007, im Stiegenhaus auf mit dem Ersuchen an die Wohnungseigentümer, diesen Plan weiterhin bei- und einzuhalten.
Den schriftlichen Vertrag mit dem M***** erhielt die Erstbeklagte nicht vor dem gegenständlichen Unfall.
Von Verwaltungsübernahme an bis zum Unfalltag am 22. 3. 2007 wurden an die Hausverwaltung weder Beschwerden über eine mangelhafte Schneeräumung und Streuung im Bereich der Wohnanlage herangetragen noch sind in dieser Zeit Unfälle bekannt geworden. Mindestens einmal wöchentlich besichtigte die Erstbeklagte die Außenanlagen und konnte dabei keine Unzulänglichkeiten feststellen.
Zwischen dem 19. und 21. 3. 2007 gab es in W***** Schneefall, die Temperaturen lagen insbesondere in der Nacht noch im Minusbereich. Tagsüber fand am 21. 3. 2007 eine Erwärmung auf Plusgrade statt, in der darauffolgenden Nacht gefror es wieder.
Der 22. 3. 2007 war ein Tag, an dem es allgemein eisig war. Die Parkfläche der Wohnanlage war erkennbar eisig, teilweise sehr rutschig, es war nicht gestreut.
Die Klägerin kam am 22. 3. 2007 zwischen 7:30 Uhr und 8:00 Uhr beim Überqueren der Allgemeinfläche des Parkplatzes (Parkdeck) zu Sturz. Sie trug dabei Winterschuhe. Durch den Sturz zog sich die Klägerin Brüche im Bereich des rechten Sprunggelenks und des rechten Unterschenkels zu.
Mit der vorliegenden Klage begehrt die Klägerin von der Erstbeklagten als Verwalterin der Liegenschaft und der zweitbeklagten Eigentümergemeinschaft zur ungeteilten Hand Zahlung eines Betrags von 30.236,52 EUR aus dem Titel des Schadenersatzes (Schmerzengeld, Verdienstentgang, Fahrt- und Heilungskosten) sowie die Feststellung der Haftung beider Beklagten für Folgeschäden aus dem Unfall vom 22. 3. 2007.
Das Begehren gegenüber der Erstbeklagten gründete sie darauf, dass diese zu Jahresbeginn 2007 die Hausverwaltung übernommen habe. Sie sei daher verpflichtet gewesen, zu überprüfen, ob der Winterdienst ordnungsgemäß funktioniere. Die Erstbeklagte habe es verabsäumt, sich den Vertrag mit dem M***** zu beschaffen, wodurch sie erkannt hätte, dass in diesem die Streuung der Allgemeinflächen ausdrücklich ausgenommen war. Die Wohnungseigentümer selbst seien nur für die Räumung und Streuung der Gehwege der Liegenschaft zuständig gewesen. Weil ein Gehweg wegen Aufgrabungsarbeiten nicht passierbar gewesen sei, habe die Klägerin den Weg zu den Mülltonnen über die Parkplatzfläche nehmen müssen. Sie sei auf einer nicht sichtbaren Eisplatte zu Sturz gekommen. Die mangelnde Organisation des Winterdienstes habe die Erstbeklagte zu vertreten.
Darüber hinaus hafte auch die zweitbeklagte Eigentümergemeinschaft ebenfalls für die mangelnde Organisation des Winterdienstes und die Unzulänglichkeiten der Schnee- und Eisräumung bzw Streuung. Der zwischen der vorherigen Hausverwaltung und dem M***** abgeschlossene Vertrag habe die Streuung ausdrücklich nicht beinhaltet.
Beide Beklagten bestritten das Klagebegehren, beantragten die Abweisung der Klage und brachten vor, die Klägerin treffe das Alleinverschulden an ihrem Unfall. Ihr sei die Ausgestaltung des Winterdienstes genau bekannt gewesen. Sie habe dem Geschäftsführer der Erstbeklagten erklärt, dass die Arbeiten auf den Allgemeinflächen in Eigenregie durchgeführt würden und es in der Vergangenheit nie Probleme gegeben habe. Der Erstbeklagten sei vor dem Unfall ein Vertrag mit dem M***** nicht einmal bekannt gewesen. Mehrmalige Besichtigungen hätten ergeben, dass Schneeräumung und Streuung durchgeführt worden und nicht zu beanstanden seien. Den Wochenplan über die jeweilige Zuständigkeit für diese Arbeiten habe die Klägerin selbst der Erstbeklagten übergeben. Sie bzw der Wohnungseigentümer der von ihr bewohnten Wohnung sei am Unfalltag selbst für die Arbeiten zuständig gewesen.
Auch hätte die Klägerin die Gefahrensituation selbst leicht erkennen können und sich darauf einstellen müssen. Sie hätte die Parkplatzfläche nicht betreten müssen.
Ausgehend von den eingangs wiedergegebenen Feststellungen wies das Erstgericht das Klagebegehren gegen die Erstbeklagte mit Teilurteil ab. Grundsätzlich hafte die Eigentümergemeinschaft ihren Mitgliedern und deren Angehörigen, wie hier der Klägerin, deliktisch für die Verletzung der ihr im Rahmen der Verwaltung obliegenden Pflichten, wozu auch die Besorgung bzw Veranlassung des Winterdienstes gehöre. Sei ein Verwalter bestellt, so seien dessen Handlungen und Unterlassungen der Eigentümergemeinschaft zuzurechnen. Eine persönliche Haftung des Verwalters gegenüber Dritten, aber auch gegenüber einzelnen Wohnungseigentümern setze hingegen ein eigenes Organisations- oder Auswahlverschulden voraus. Ein Organisationsverschulden liege auch dann vor, wenn ein Hausverwalter die ordnungsgemäße Durchführung einer ihm bekannt gegebenen Organisation des Winterdienstes nicht in angemessener Weise überwache. Die maßgeblichen Feststellungen ließen allerdings einen solchen Vorwurf nicht zu. Aufgrund der der Erstbeklagten erteilten Auskünfte, dem Fehlen von Beanstandungen und eigener regelmäßiger Nachforschungen habe es keinen weiteren Handlungsbedarf gegeben. Den Räum- und Streuplan für das Jahr 2007 habe die Erstbeklagte an allgemein sichtbarer Stelle im Haus aufgehängt.
Hinsichtlich der Zweitbeklagten fasste das Erstgericht ein Zwischenurteil, wonach das Klagebegehren auf Zahlung von 30.236,52 EUR gegenüber der Zweitbeklagten dem Grunde nach zu Recht bestehe. Die zweitbeklagte Eigentümergemeinschaft sei ihrer Verpflichtung, für eine ordnungsgemäße Organisation des Winterdienstes Sorge zu tragen, nicht nachgekommen. Tatsächlich sei nur eine lückenhafte und missverständliche Regelung veranlasst worden, wonach bestimmte Bereiche von unterschiedlichen Personen bzw dem M***** zu räumen gewesen wären. Der schriftliche Vertrag mit dem M***** sei sogar in sich widersprüchlich gewesen. Einerseits sei ausdrücklich eine Streuverpflichtung aus dem Vertrag entfernt, andererseits aber die Verpflichtung zum Freihalten von Schnee und Eis getroffen worden. Eine derart missverständliche und schlampige Vertragsgestaltung und lückenhafte Organisation habe sich die Zweitbeklagte zurechnen zu lassen. Sie hafte daher der Klägerin für die Folgen des von ihr erlittenen Unfalls auf der am Unfalltag trotz Glatteises nicht gestreuten Parkfläche.
Es habe sich aber auch die Klägerin ein Mitverschulden anrechnen zu lassen. Sie habe zwar kein untaugliches Schuhwerk getragen, wäre auch nicht verpflichtet gewesen, ausschließlich den Gehweg zu benützen, doch hätte sie der erkennbaren Glätte der Parkplatzfläche mit besonderer Vorsicht begegnen müssen. Dass es bei wechselnden Temperaturen am Ende des Winters dort immer wieder zu Glatteisbildung komme, müsse ihr als langjähriger Bewohnerin des Hauses bekannt sein. Darüber hinaus habe sie die Hausverwaltung durch die unvollständige Information, der Winterdienst würde durch die Bewohner selbst und den M***** besorgt, im Glauben gelassen, es wären keine besonderen Veranlassungen notwendig. Hätte sie sie vollständig über den Inhalt des Vertrags, insbesondere darüber, dass dem M***** eine Streupflicht nicht übertragen worden war, informiert, hätte die Hausverwaltung eine ausreichende Organisation des Winterdienstes betreffend die Parkplatzfläche bewirken können.
Das Erstgericht gelangte daher im Verhältnis der geschädigten Klägerin zur Eigentümergemeinschaft zu einer Verschuldens- und Schadensteilung im Verhältnis 1:1.
Der gegen die Abweisung des Klagebegehrens hinsichtlich der Erstbeklagten erhobenen Berufung der Klägerin gab das Gericht zweiter Instanz nicht Folge.
Hingegen gab es der Berufung der Zweitbeklagten Folge und änderte das erstinstanzliche Urteil dahin ab, dass das Klagebegehren auch hinsichtlich dieser abgewiesen wurde. Die Entscheidung über das Feststellungsbegehren sowie die Prozesskosten behielt es hinsichtlich der Zweitbeklagten dem Endurteil vor.
Der Beweisrüge der Klägerin erkannte das Berufungsgericht keine Berechtigung zu.
Seiner rechtlichen Beurteilung legte das Berufungsgericht zugrunde, dass die Klägerin aufgrund des Wochenplans am Unfalltag selbst die Verpflichtung zur Schneeräumung und Streuung der „gesamten Außenanlage“ getroffen habe. In der 12. Kalenderwoche sei es - nach den Vereinbarungen der Wohnungseigentümer sowie einer Vereinbarung mit ihrem Sohn und ihrem Gatten - ausschließlich ihr oblegen, für eine ordnungsgemäße Schneeräumung und Streuung auf der Allgemeinfläche der Wohnanlage Sorge zu tragen. Das Berufungsgericht folgerte dies aus dem Wortlaut des Wochenplans, worin die Schneeräumung und Streuung der „Außenanlage“ angeführt ist, und stehe auch in Übereinstimmung mit den Angaben der Klägerin. Von der Klägerin selbst sei nämlich mehrfach vorgebracht und auch im Rahmen ihrer Parteieneinvernahme ausgesagt worden, dass sie selbst vom Inhalt eines Vertrags der Eigentümergemeinschaft bzw K***** KEG mit dem M***** keine Kenntnis gehabt habe. Angesichts dieses Umstands und des Textes des Wochenplans (Schneeräumung und Streuung der „Außenanlage“) wäre daher die Klägerin selbst dazu verpflichtet gewesen, am Unfalltag für eine hinreichende Schneeräumung und Streuung der gesamten Außenanlage zu sorgen.
Das Berufungsgericht sprach aus, dass der Wert des Entscheidungsgegenstands 30.000 EUR übersteigt und die ordentliche Revision mangels Vorliegens einer Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO nicht zulässig sei.
Gegen dieses Urteil richtet sich die außerordentliche Revision der Klägerin wegen Aktenwidrigkeit, Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens und unrichtiger rechtlicher Beurteilung mit dem Antrag auf Abänderung des angefochtenen Urteils im Sinn einer gänzlichen Klagsstattgebung gegen beide beklagten Parteien; hilfsweise wird auch ein Aufhebungsantrag gestellt.
Erst- und zweitbeklagte Partei haben nach Freistellung Revisionsbeantwortungen erstattet und darin beantragt, die Revision der Klägerin zurückzuweisen, in eventu ihr nicht Folge zu geben.
Die außerordentliche Revision der Klägerin ist hinsichtlich der Erstbeklagten mangels Vorliegens von erheblichen Rechtsfragen iSd § 502 Abs 1 ZPO nicht zulässig.
Hinsichtlich der Zweitbeklagten ist die außerordentliche Revision der Klägerin hingegen zulässig und auch teilweise berechtigt.
1.) Zur außerordentlichen Revision hinsichtlich der Erstbeklagten:
Nach den maßgeblichen - zwar von der Klägerin in ihrer Berufung (ON 17) bekämpften, jedoch vom Berufungsgericht als unbedenklich übernommenen (Seite 7 ff in ON 24) - Feststellungen hatte die Erstbeklagte keinen Anlass, für die ordnungsgemäße Organisation eines Winterdienstes Sorge zu tragen, weil ihr von der Klägerin als Vertreterin der Miteigentümer bei Verwaltungsübernahme erklärt worden war, für den Winterdienst sei ausreichend gesorgt. Zum einen seien die Miteigentümer dafür verantwortlich, zum anderen bestehe (hinsichtlich der Allgemeinfläche auf dem Parkplatz) eine Vereinbarung mit dem M*****. Weil weiters fest steht, dass die Erstbeklagte regelmäßig Besichtigungen der Situation vorgenommen hat, keine Unzulänglichkeiten hervorkamen und auch keine Beschwerden erfolgten, ist die Beurteilung, eine Haftung des Verwalters scheide aus, weil die Erstbeklagte keine Versäumnisse begangen habe, jedenfalls vertretbar und im konkreten Einzelfall daher auch nicht zu beanstanden bzw korrekturbedürftig.
Die dazu in der außerordentlichen Revision erstatteten Ausführungen entfernen sich vom maßgeblichen Sachverhalt, der aufgrund eines mängelfreien Verfahrens zustandegekommen ist. Rechtsfragen von der Qualität des § 502 Abs 1 ZPO werden nicht dargetan, was zur Zurückweisung der außerordentlichen Revision hinsichtlich der Erstbeklagten zu führen hat.
Der Kostenzuspruch gründet sich auf §§ 41, 50 ZPO. Die Erstbeklagte hat auf die Unzulässigkeit der Revision hingewiesen (RIS-Justiz RS0035979).
2.) Zur außerordentlichen Revision hinsichtlich der Zweitbeklagten:
Das Berufungsgericht hat nach Wiedergabe der erstinstanzlichen Feststellungen und Erledigung der Beweisrüge seiner rechtlichen Beurteilung auch Sachverhaltselemente zugrundegelegt, die durch erstgerichtliche Feststellungen nicht gedeckt sind. Das Berufungsgericht ging nämlich davon aus, die Klägerin habe selbst am Unfalltag die Verpflichtung zur Schneeräumung und Streuung auf allen Allgemeinflächen der Liegenschaft („der gesamten Außenanlage“: Seite 11 des Berufungsurteils) getroffen, was jedoch den insoweit unbekämpft gebliebenen erstgerichtlichen Feststellungen über den Inhalt der zwischen den Wohnungseigentümern getroffenen Vereinbarung widerspricht: Danach waren nämlich nur die gepflasterten Gehwege zwischen den Hauszugängen und der Parkfläche als Teile der Außenanlage hievon betroffen gewesen (Seite 4 des Ersturteils ON 16). Im Ergebnis führte das nach Ansicht des Berufungsgerichts dazu, dass die Klägerin als Schuldnerin der Verrichtung eines hinreichenden Winterdienstes weder die Eigentümergemeinschaft noch die Hausverwaltung für ihre eigenen Versäumnisse in Anspruch nehmen und Schadenersatz für ihre eigene mangelhafte Vertragserfüllung verlangen könne.
Es bewirkt zwar, wie die Revision zu Recht geltend macht, eine Mangelhaftigkeit des Verfahrens, wenn das Berufungsgericht ohne Beweiswiederholung von erstgerichtlichen Feststellungen abgegangen ist (RIS-Justiz RS0043461; RS0042151), doch hat das Berufungsgericht hier im Gesamtzusammenhang seiner Ausführungen zur Erledigung der Beweisrüge erkennen lassen, dass es in Wahrheit die erstgerichtlichen Feststellungen zur Gänze übernehmen wollte und damit auch als übernommen zugrundegelegt hat.
Unter Zugrundelegung aber dieses zwischen den Parteien unstrittigen Sachverhalts, dass sich nämlich die Streupflicht der Klägerin am Unfalltag nicht auf jene Fläche bezog, auf der sich der Unfall ereignete, erweist sich die rechtliche Beurteilung des Erstgerichts als zutreffend. Nach dem festgestellten Sachverhalt hat die Zweitbeklagte, vertreten durch den vormaligen Hausverwalter, eine nur lückenhafte und missverständliche Regelung des Winterdienstes veranlasst. So war jeder einzelne Wohnungseigentümer zum Winterdienst an dem ihm selbst zugewiesenen Parkplatz verpflichtet, die Wohnungseigentümer turnusmäßig für die Betreuung der Gehwege zuständig und die Allgemeinfläche des Parkplatzes mit einem schriftlichen Vertrag dem M***** überbunden. Der Vertrag mit diesem Unternehmen war insofern widersprüchlich, als einerseits die Verpflichtung zur Streuung durch Streichung im Vertrag herausgenommen war, andererseits aber eine Verpflichtung zum Freihalten von Schnee und Eisbildung getroffen wurde.
Die Zweitbeklagte hat sich diese damit insgesamt lückenhafte Organisation der Winterbetreuung und damit den Umstand, dass am Morgen des 22. 3. 2007 die Parkfläche nicht gestreut war, als haftungsbegründendes Verschulden zurechnen zu lassen.
Allerdings steht auch fest, dass die Klägerin - nach ihren Behauptungen, ohne den Inhalt des Vertrags mit dem M***** zu kennen - der neuen Hausverwaltung trotzdem die Information weitergegeben hat, sie brauche sich um den Winterdienst „nicht zu kümmern“. Hätte sie dies unterlassen, hätte die Hausverwaltung bei Durchsicht der Unterlagen auf die Lückenhaftigkeit der Organisation des Winterdienstes aufmerksam werden und diese abstellen können.
Dazu kommt, dass die Klägerin an diesem Tag ihren Sturzunfall jedenfalls auch durch eigene Unvorsichtigkeit zu vertreten hat. Nach den Feststellungen trug sie zwar geeignetes Schuhwerk, doch war die Glätte der Eisfläche und der Umstand, dass nicht gestreut war, erkennbar (Seite 5 des Ersturteils iVm Seite 9 des Berufungsurteils). Damit hat die Klägerin als Geschädigte durch eigene Unvorsichtigkeit eine Bedingung für den Schadenseintritt gesetzt, was iSd § 1304 ABGB mangels anderer Anhaltspunkte eine Schadensteilung zu gleichen Teilen rechtfertigt. Zu diesem „Blick vor die eigenen Füße“ (RIS-Justiz RS0027447) wäre die Klägerin vor allem in Anbetracht dessen verbunden gewesen, weil gerade ihr als zum Winterdienst auf den Gehwegen Verpflichtete die Bodenverhältnisse am Unfalltag ausreichend bekannt waren.
Im Ergebnis führt dies somit zu einer Wiederherstellung des erstgerichtlichen Teil- und Zwischenurteils.
Der Kostenvorbehalt gründet sich auf § 52 ZPO.
Es war daher insgesamt spruchgemäß zu entscheiden.
E100865
ECLI:AT:OGH0002:2012:0050OB00155.11X.0424.000
JJT_20120424_OGH0002_0050OB00155_11X0000_000

References: §463
 §488
 §503
 §52
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 §498
 §502
 §503
 § 281
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 § 502
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 §1295
 §1319
 §1304
 §1304
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