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Timestamp: 2019-03-26 09:31:11+00:00

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Rechtsprechung: WM 2001, 2158 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 25.09.2001
BGH, 11.09.2000 - II ZR 370/99
GmbHG § 64 Abs. 2; ZPO § 851
GmbH - Masselose Insolvenz - Geschäftsführer - Einzug eines Kundenschecks - Debitorisches Bankkonto - Ersatzanspruch der GmbH - Pfändung des Ersatzanspruchs
Scheckeinreichung durch Geschäftsführer auf debitorisches Konto der konkursreifen GmbH als verbotene Zahlung i.S.v. § 64 Abs. 2 GmbHG
Zur Anwendbarkeit des § 64 Abs. 2 GmbHG bei dem vom Geschäftsführer einer konkursreifen GmbH veranlaßten Einzug eines Kundenschecks auf ein debitorisches Bankkonto der Gesellschaft (Fortführung BGHZ 143, 184 = WM 2000, 242); Pfändbarkeit des Anspruchs aus 64 Abs. 2 GmbHG im Falle masseloser Insolvenz der GmbH
Scheckeinreichung durch Geschäftsführer auf debitorisches Konto der konkursreifen GmbH als verbotene Zahlung i. S. v. § 64 Abs. 2 GmbHG
Geschäftsführer, Gesellschaftsrecht, Haftung, Insolvenz
Gesellschaftsrecht; Einzug eines Kundenschecks auf ein debitorisches Bankkonto in der Krise der Gesellschaft
Verbotene Zahlung i. S. v. §64 Abs. 2 GmbHG bei Scheckeinreichung durch Geschäftsführer auf debitorisches Konto der konkursreifen GmbH
NJW 2001, 304
NJW-RR 2001, 824 (Ls.)
ZIP 2000, 1896
MDR 2000, 1388
NZI 2001, 43
NZI 2001, 71
NZI 2001, 87
WM 2000, 2158
WM 2001, 2158
BB 2000, 2274
DB 2000, 2161
NZG 2000, 1222
Der Anspruch nach § 64 Abs. 2 GmbHG aF setzt im Gegensatz zur Insolvenzanfechtung nicht eine Insolvenzeröffnung, sondern nur Insolvenzreife voraus (vgl. BGH, Urteil vom 11. September 2000 - II ZR 370/99, ZIP 2000, 1896, 1897 f.;… Beschluss vom 23. September 2010 - IX ZB 204/09, ZIP 2010, 2107 Rn. 13 ff.;… Beschluss vom 2. Dezember 2014 - II ZR 119/14, ZIP 2015, 68 Rn. 8).
Zu Lasten eines Geschäftsführers, der in der in § 64 GmbHG beschriebenen Lage der Gesellschaft Zahlungen aus ihrem Gesellschaftsvermögen leistet, wird allerdings vermutet, daß er dabei schuldhaft, nämlich nicht mit der von einem Vertretungsorgan einer GmbH zu fordernden Sorgfalt gehandelt hat (BGHZ 143, 184 ff. = ZIP 2000, 184 f. [unter II 1. b];… Urt. v. 1. März 1993 - II ZR 81/94 [früher: 61/92], ZIP 1994, 841; Urt. v. 11. September 2000 - II ZR 370/99, ZIP 2000, 1896 f.).
Der hierfür anzulegende Maßstab bestimmt sich nicht allein nach den allgemeinen Verhaltenspflichten eines Geschäftsführers, der bei seiner Amtsführung Recht und Gesetz zu wahren hat; er ist vielmehr an dem besonderen Zweck des § 64 Abs. 2 GmbHG auszurichten, die verteilungsfähige Vermögensmasse einer insolvenzreifen GmbH im Interesse der Gesamtheit ihrer Gläubiger zu erhalten und eine zu ihrem Nachteil gehende, bevorzugte Befriedigung einzelner Gläubiger zu verhindern (…BGHZ 143 aaO; Urt. v. 11. September 2000 aaO).
Sollten die Entscheidungen, in denen die Berücksichtigung eines "Aktiventausches" für möglich erachtet wurde, wenn die Gegenleistung nicht nur ins Gesellschaftsvermögen gelangt ist, sondern auch darin verbleibt, anders zu verstehen sein (BGH…, Urteil vom 18. Oktober 2010 - II ZR 151/09, ZIP 2010, 2400 Rn. 21 - Fleischgroßhandel; Urteil vom 31. März 2003 - II ZR 150/02, ZIP 2003, 1005, 1006; Urteil vom 11. September 2000 - II ZR 370/99, ZIP 2000, 1896, 1897; Urteil vom 18. März 1974 - II ZR 2/72, NJW 1974, 1088, 1089), hält der Senat daran nicht fest.
Nur ausnahmsweise, etwa wenn der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgewiesen oder das Insolvenzverfahren nach Bestätigung eines Insolvenzplans aufgehoben worden ist (BGH, Urteil vom 11. September 2000 - II ZR 370/99, ZIP 2000, 1896, 1897 f.;… Urteil vom 7. Juli 2008 - II ZR 26/07, ZIP 2008, 2094 Rn. 8 ff.), kann auch ein Gläubiger oder die Gesellschaft selbst den Anspruch geltend machen.
Allenfalls dann, wenn mit den von dem Geschäftsführer bewirkten Zahlungen ein Gegenwert in das Gesellschaftsvermögen gelangt und dort verblieben ist, kann erwogen werden, eine Masseverkürzung und damit einen Erstattungsanspruch gegen das Organmitglied zu verneinen (Sen.Urt. v. 11. September 2000 - II ZR 370/99, WM 2000, 2158 = ZIP 2000, 1896;… ebenso Altmeppen in Roth/Altmeppen, GmbHG 4. Aufl. § 64 Rdn. 43, 57 f. m.w.N.; Heidenhain, LM Nr. 18 zu § 64 GmbHG;… Scholz/K. Schmidt, GmbHG 9. Aufl. § 64 Rdn. 23 f.), weil dann der Sache nach lediglich ein Aktiventausch vorliegt.
c) Dazu steht nur scheinbar in Widerspruch die Rechtsprechung des II. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs, wonach der Anspruch nach § 64 Abs. 2 GmbHG a.F. (§ 64 GmbHG) zu seiner Geltendmachung die Eröffnung des Insolvenzverfahrens voraussetze (BGH, Urt. v. 11. September 2000 - II ZR 370/99, NJW 2001, 304, 305;… ebenso Nerlich in Michalski, GmbHG aaO § 64 Rn. 47;… Koch in Bartl/Bartl/Fichtelmann/Koch/Schlarb, GmbH-Recht 6. Aufl. § 64 Rn. 9;… Kleindieck in Lutter/Hommelhoff, GmbHG 17. Aufl. § 64 Rn. 16;… Hachenburg/Ulmer, GmbHG 8. Aufl. § 64 Rn. 38; Fleck GmbHR 1974, 224, 230).
Wird das Insolvenzverfahren mangels Masse nicht eröffnet, ist § 64 Abs. 2 GmbHG a.F. (§ 64 GmbHG) gleichwohl anwendbar, weil kein Grund besteht, den Geschäftsführer besser zu stellen; hier kann der einzelne Gläubiger im Wege der Einzelzwangsvollstreckung Zugriff auf den Anspruch der Gesellschaft nehmen (BGH, Urt. v. 11. September 2000 aaO).
Diese Begrenzung des zeitlichen Anwendungsbereichs der Vorschrift entspreche der Rechtsprechung des II. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs(Das Landgericht verweist auf BGH NZI 2001, 87 f.) und sei durch Sinn und Zweck des § 64 GmbHG als Massesicherungsanspruch gerechtfertigt.
Allerdings setzt nach der Rechtsprechung des II. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs die Haftung nach dieser Norm im Regelfall zusätzlich die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens voraus (vgl. BGH, Urteil vom 11. September 2000 - II ZR 370/99 -, juris, Rn. 11; BGH…, Beschluss vom 2. Dezember 2014 - II ZR 119/14 -, juris, Rn. 8; BGH…, Urteil vom 15. März 2016 - II ZR 119/14 -, juris, Rn. 15); es ist dann Sache des Insolvenzverwalters, den Anspruch zwecks Auffüllung der Masse geltend zu machen (vgl. BGH, Urteile vom 11. September 2000, a.a.O., …und vom 15. März 2016, a.a.O.).
Dies folgt aus dem Sinn und Zweck des in der Vorschrift normierten Zahlungsverbots, die verteilungsfähige Vermögensmasse einer insolvenzreifen Gesellschaft im Interesse der Gesamtheit der Gläubiger als zukünftige Insolvenzgläubiger zu erhalten (BGH, Urteil vom 11. September 2000, a.a.O.).
Ist die Eröffnung des Konkurs- bzw. Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt worden, spielt der insolvenzrechtliche Gesichtspunkt der verhältnismäßigen Befriedigung aller Insolvenzgläubiger keine ausschlaggebende Rolle mehr und ist daher dem einzelnen Gläubiger der Zugriff auf den gem. § 64 Abs. 2 GmbHG der Gesellschaft zugeordneten Anspruch im Wege der Einzelzwangsvollstreckung eröffnet (…Baumbach/Hueck/Schulze-Osterloh, GmbHG, 18. Aufl. 2006 § 64 RndNr. 82; BGH NJW 2001, 304).
OLG Oldenburg, 10.03.2004 - 1 W 2/04
Haftung des GmbH-Geschäftsführers: Bewirkung von Kundenzahlungen auf debitorisch …
Eine solche unter § 64 Abs. 2 GmbHG fallende verbotene, einen einzelnen Gläubiger bevorzugende Maßnahme stellt nach der Rechtsprechung auch der Einzug eines Kundenschecks über ein debitorisch geführtes Konto der Gesellschaft dar (…vgl. BGH, a.a.O.; BGH ZIP 2000, 1896; OLG Hamburg ZIP 1995, 913).
Im übrigen wird zu Lasten eines Geschäftsführers, der in der in § 64 GmbHG beschriebenen Lage der Gesellschaft Zahlungen aus ihrem Gesellschaftsvermögen leistet, vermutet, dass er dabei schuldhaft, nämlich nicht mit der von einem Vertretungsorgan einer GmbH zu fordernden Sorgfalt gehandelt hat (vgl. BGH, NJW 2 000, 668; BGH, NJW 1994, 2149; BGH, NJW 2001, 304; BGH, NJW 2001, 1280).
OLG Brandenburg, 21.02.2001 - 13 U 151/99
Haftung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats einer Genossenschaft …
OLG Frankfurt, 20.02.2003 - 3 U 37/99
GmbH: Passivierung eigenkapitalersetzender Darlehen in der Überschuldungsbilanz
BayObLG, 14.08.2002 - 3Z BR 154/02
Verfahrensgeschäftsfähigkeit der trotz Löschung weiterbestehenden GmbH - Antrag …
BGH, 25.09.2001 - XI ZR 375/00
Kreditkartengeschäfte - Akquisitionsvertrag - Telefon- oder Mailorderverfahren - Forderungskauf - Rahmenvertrag - Kreditkartenverfahren - Zahlungszusage eines Kreditkartenunternehmens - Abstraktes Schuldversprechen
Vertragsverhältnis zwischen Kreditkarten- und Vertragsunternehmen als Forderungskauf oder als abstraktes Schuldanerkenntnis
Zur Frage, ob das Vertragsverhältnis zwischen Kreditkartenunternehmen und Vertragsunternehmen als Forderungskauf anzusehen ist
Vertragsverhältnis zwischen Kreditkartenunternehmer und Vertragsunternehmer (Händlers): Forderungskauf oder abstraktes Schuldversprechen?
BGB § 437 Abs. 1 § 440 Abs. 1 § 325 Abs. 1
webshoprecht.de (Auszüge)
Zahlungsabwicklung im Internet - Kreditkarten
BGB §§ 437, 440, 325, 780, 812; AGBG § 9; GVG § 132
Risikoverteilung im Kreditkartengeschäft
Rechtslage zwischen Kreditkartenunternehmen und Vertragsunternehmen
Vertragsrecht, Zur Haftung des Vertragsunternehmens gegenüber dem Kreditkartenunternehmen
BGH, 16.04.2002 - XI ZR 375/00
NJW 2002, 285
NJW-RR 2002, 775 (Ls.)
ZIP 2001, 2084
MMR 2002, 107
Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen Kreditkartenunternehmen und …
Er hat aber auf eine Anfrage des erkennenden Senats (WM 2001, 2158) gemäß § 132 Abs. 3 GVG mitgeteilt, daß er an dieser Rechtsauffassung nicht festhalte.
b) Allgemeine Geschäftsbedingungen sind nach ihrem objektiven Inhalt und typischen Sinn einheitlich so auszulegen, wie sie von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der normalerweise beteiligten Kreise verstanden werden (BGH, Urteil vom 9. Mai 2001 - VIII ZR 208/00, WM 2001, 2008, 2010, Senatsbeschluß vom 25. September 2001 - XI ZR 375/00, WM 2001, 2158, 2159 f.).
LG Hamburg, 28.09.2006 - 322 T 80/06
Einzug von Rechtsanwaltsgebühren durch Verrechnungsstelle: Abtretung des …
Die Zulässigkeit einer solchen Honorarzahlung wird damit begründet, dass kein Forderungskauf vorliegt, sondern dass die gegenüber dem Rechtsanwalt abgegebene Zahlungszusage des Kreditkartenunternehmens als abstraktes Schuldversprechen gemäß § 780 BGB anzusehen ist, so dass § 49 b BRAO nicht berührt wird (vgl. BGH NJW 2002, 285).

References: § 64
 § 851
 § 64
 § 64
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 §64
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 § 64
 § 64
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 § 64
 § 64
 § 64
 § 64
 § 64
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 BGH 
 § 64
 § 64
 § 64
 BGH 
 § 64
 BGH 
 § 64
 § 437
 § 440
 § 325
 § 9
 § 132
 § 132
 § 780
 § 49
 BGH