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Timestamp: 2016-10-28 14:01:35+00:00

Document:
1C_177/2011 (09.02.2012)
1C_177/2011
Bundesrichter Aemisegger, Raselli, Merkli, Chaix,
Rechtsanw�lte Ulrich Keusen und Kathrin Lanz,
F�rsprecher Christoph B�rgi,
handelnd durch den Gemeinderat Burgdorf,
Immissionen einer Solaranlage,
Beschwerde gegen das Urteil vom 8. M�rz 2011 des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern.
Am 24. September 2004 stellte Y.________ bei der Einwohnergemeinde Burgdorf ein Baugesuch f�r die Installation von Sonnenkollektoren auf dem Dach ihres Wohnhauses auf der Parzelle Nr. 1836 (Grundbuch Burgdorf). Das Wohnhaus ist im Bauinventar als erhaltenswertes Objekt und als Teil einer Baugruppe aufgenommen. Am 23. November 2004 erteilte die Einwohnergemeinde Burgdorf die Baubewilligung und im September 2005 wurde die Solaranlage installiert.
Am 17. September 2007 reichte X.________, Eigent�merin der benachbarten Parzelle Nr. 631, eine baupolizeiliche Anzeige ein. Sie beanstandete, dass die Solaranlage Blendwirkungen auf ihrem Grundst�ck verursache, und verlangte die Sanierung der Anlage und als vorsorgliche Massnahme deren Abdeckung f�r die Dauer des Verfahrens in den Monaten August bis Oktober und M�rz bis Mai. Mit Verf�gung vom 29. Juli 2008 wies die Einwohnergemeinde Burgdorf das Gesuch um Anordnung der Sanierung und um Erlass vorsorglicher Massnahmen ab.
Am 8. August 2008 erhob X.________ bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) Beschwerde gegen Ziffer 1 der Verf�gung (betreffend vorsorgliche Massnahmen) und verlangte erneut, es sei f�r die Dauer des Verfahrens ein Blendschutz anzubringen. Am 29. August 2008 f�hrte sie sodann Beschwerde gegen die weiteren Teile der Verf�gung. Mit Entscheid vom 10. November 2008 trat die BVE auf die erste Beschwerde nicht ein und wies das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen ab. Mit Entscheid vom 25. Februar 2010 wies sie die zweite Beschwerde ab.
Eine gegen den Entscheid der BVE vom 25. Februar 2010 gerichtete Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 8. M�rz 2011 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 12. April 2011 beantragt X.________, das Urteil des Verwaltungsgerichts sei aufzuheben und es sei die Sanierung der Solaranlage anzuordnen. Eventualiter beantragt sie, die Baubewilligung sei zu widerrufen und mit Nebenbestimmungen, welche die Blendeinwirkungen verhindern, neu zu erteilen bzw. die bestehende Baubewilligung sei direkt mit derartigen Nebenbestimmungen zu versehen.
Das Verwaltungsgericht, die BVE und die Beschwerdegegnerin beantragen die Abweisung der Beschwerde. Die Einwohnergemeinde Burgdorf hat sich nicht vernehmen lassen. Das ebenfalls zur Vernehmlassung eingeladene Bundesamt f�r Umwelt (BAFU) h�lt in seiner Stellungnahme fest, das Urteil des Verwaltungsgerichts stehe mit der Umweltschutzgesetzgebung des Bundes im Einklang. Den Verfahrensbeteiligten wurde in der Folge Gelegenheit einger�umt, sich zur Vernehmlassung des BAFU zu �ussern. Die Beschwerdef�hrerin reichte daraufhin ein am 19. August 2011 erstelltes Gutachten ein mit dem Titel "Gutachten �ber die festgestellten Blendwerte durch Sonnenlichtreflexionen der benachbarten Solarthermieanlage auf das Anwesen X.________". Erneut wurde den �brigen Verfahrensbeteiligten Gelegenheit zur Stellungnahme einger�umt, wovon neben der Beschwerdegegnerin auch das BAFU Gebrauch machte. Das BAFU kam zum Schluss, dass der angefochtene Entscheid auch unter Ber�cksichtigung der Mess- und Berechnungsresultate des Gutachtens vom 19. August 2011 im Einklang mit der Umweltschutzgesetzgebung des Bundes stehe. Mit Schreiben vom 23. Dezember 2011 nahm die Beschwerdef�hrerin ein weiteres Mal Stellung.
1.1 Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 lit. a BGG steht auf dem Gebiet des Raumplanungs-, Bau- und Umweltrechts zur Verf�gung. Das Bundesgerichtsgesetz enth�lt keinen Ausschlussgrund (Art. 83 BGG). Angefochten ist ein Entscheid einer letzten kantonalen Instanz (Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG). Die Beschwerdef�hrerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist als Eigent�merin einer benachbarten Liegenschaft, auf welcher Blendwirkungen bestehen, durch den angefochtenen Entscheid besonders ber�hrt und hat ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung oder �nderung (Art. 89 Abs. 1 BGG). Auf ihre Beschwerde ist grunds�tzlich einzutreten.
1.2 Der rechtserhebliche Sachverhalt geht aus den Akten hinreichend hervor. Auf das Einholen eines Gutachtens und die Befragung weiterer Personen als Sachverst�ndige bzw. als Zeugen kann verzichtet werden.
2.1 Die Beschwerdef�hrerin kritisiert die Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz. Im Wesentlichen macht sie geltend, der am 14. September 2010 von einer Delegation des Verwaltungsgerichts durchgef�hrte Augenschein sei nur eine Momentaufnahme. An jenem Tag habe es denn auch leichte Schleierwolken gehabt. Zudem w�ren die Angaben eines Experten oder einer Fachstelle unerl�sslich gewesen. Die Feststellungen des Verwaltungsgerichts st�nden sodann im Gegensatz zu Beweismitteln, die sie eingereicht habe. Sie verweist auf das Schreiben eines Augenarztes, wonach die von ihm konstatierte Blendung zu irreversiblen Sch�digungen der Sehzellen der Netzhaut f�hren k�nne, weiter auf das Schreiben eines Immobilienfachmanns, der von Beeintr�chtigungen seines Sehverm�gens und einem stechenden Schmerz w�hrend mindestens einer Viertelstunde berichtet, und schliesslich auf ein weiteres Schreiben, worin die Blendwirkung mit der Intensit�t auf einem Gletscher verglichen wird. Auch behauptet sie, dass etwa bei Kindern und �lteren Menschen nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht davon ausgegangen werden k�nne, dass sie ihren Blick abwendeten, bevor eine Sch�digung des Auges eintrete. Eine derartige Sch�digung w�rde zudem auch von unsichtbarer Strahlung hervorgerufen, was nicht ber�cksichtigt worden sei. Schliesslich seien zu den m�glichen Emissionsbegrenzungen ungen�gende Abkl�rungen getroffen worden, insbesondere l�gen keine Angaben zu den Kosten m�glicher Massnahmen vor.
2.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Soweit die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen beanstandet werden und eine mangelhafte Sachverhaltsfeststellung f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend ist, kann nur geltend gemacht werden, die Feststellungen seien offensichtlich unrichtig oder beruhten auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG). Eine entsprechende R�ge ist substanziiert vorzubringen (Art. 42 Abs. 2 BGG). Vorbehalten bleibt die Sachverhaltsberichtigung von Amtes wegen nach Art. 105 Abs. 2 BGG (BGE 136 II 508 E. 1.2 S. 511 f. mit Hinweisen).
Aus dem verfassungsrechtlichen Anspruch auf rechtliches Geh�r gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV ergibt sich f�r die Parteien das Recht, Beweisantr�ge zu stellen, und f�r die Beh�rden die Pflicht, rechtzeitig und formg�ltig angebotene Beweisbegehren entgegenzunehmen und zu ber�cksichtigen. Indessen kann der Richter Beweisantr�ge ablehnen, wenn er aufgrund bereits abgenommener Beweise seine �berzeugung gebildet hat und ohne Willk�r in vorweggenommener antizipierter Beweisw�rdigung annehmen kann, dass seine �berzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht ge�ndert w�rde (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f.; 127 I 54 E. 2b S. 56; je mit Hinweisen).
2.3 Das Verwaltungsgericht st�tzte sich im Wesentlichen auf die Erkenntnisse von vier Augenscheinen. Den ersten hatte die Einwohnergemeinde Burgdorf am 9. Mai 2008 durchgef�hrt, den zweiten am 22. September 2008 die BVE, den dritten am 22. April 2009 ebenfalls die BVE und den vierten am 14. September 2010 das Verwaltungsgericht selbst. Am Tag des Augenscheins des Verwaltungsgerichts herrschte gem�ss Augenscheinsprotokoll sehr sch�nes Wetter, der Himmel war lediglich mit minimen Schleierwolken durchzogen. Dies best�tigen die Fotos, welche anl�sslich des Augenscheins gemacht wurden. Das Verwaltungsgericht untersuchte die Blenddauer und -intensit�t an verschiedenen Orten auf dem Grundst�ck der Beschwerdef�hrerin, wobei es die Lichtst�rke aufgrund der eigenen Wahrnehmung, jedoch nicht mit Messger�ten erfasste. Im angefochtenen Entscheid legte es auf dieser Grundlage dar, dass die Blendwirkungen kurzzeitig intensiv ausfallen k�nnen und wies auf die M�glichkeit hin, dass ein Nachbild von ca. 30 Sekunden entstehen k�nne, wenn man w�hrend 15 Sekunden direkt in den Reflexionskern hineinschaue. Dabei handle es sich allerdings um eine hypothetische Situation, da ein gesunder Mensch, aber auch empfindliche Personen wie Kinder, Kranke und Betagte, den Blick abwenden w�rden. Das Verwaltungsgericht ber�cksichtigte weiter einen Bericht, welches das kantonale Amt beco Berner Wirtschaft (im Folgenden: beco) und das kantonale Amt f�r Umweltkoordination und Energie (AUE) verfasst hatten. Der Bericht des beco beantwortete Fragen zur Intensit�t der Sonnenlichtreflexion, zu deren Wirkung auf den Menschen, zur Wirkung der verwendeten Materialien und zu den m�glichen technischen und betrieblichen Massnahmen zur Reduktion von Blendwirkungen. Der Bericht des AUE beantworte die Fragen, ob die Anlage zum Bewilligungszeitpunkt dem Stand der Technik entsprochen habe und mit welchen Massnahmen und zu welchen Kosten die Blendwirkungen reduziert werden k�nnten.
2.4 Die Kritik der Beschwerdef�hrerin an der Sachverhaltsfeststellung durch das Verwaltungsgericht verf�ngt nicht. Diese st�tzt sich auf insgesamt vier Augenscheine. Dass dabei keine Messung vorgenommen wurde, ist nicht zu beanstanden, zumal die Wahrnehmung mehrerer Personen in Bezug auf die Blendwirkung hinreichend zuverl�ssig erscheint und zumal keine wissenschaftlich gesicherten Grenzwerte bestehen, welche sich direkt auf die vorliegende Situation anwenden liessen. Es erscheint auch nicht als willk�rlich, dass das Verwaltungsgericht in Bezug auf empfindliche Personengruppen davon ausging, diese w�rden ebenfalls nat�rlicherweise den Blick abwenden und nicht solange in eine Lichtquelle schauen, bis die Augen Schaden nehmen. Weshalb diese spontane Reaktion nicht auch vor den sch�dlichen Wirkungen der nicht sichtbaren Anteile des reflektierten Sonnenlichts sch�tzen soll, wie dies die Beschwerdef�hrerin anzudeuten scheint, ist nicht ersichtlich.
Zwischen dem angefochtenen Urteil und den drei Schreiben, auf welche die Beschwerdef�hrerin hinweist, ist kein eigentlicher Widerspruch auszumachen. Dass reflektiertes Sonnenlicht zur Sch�digung des Auges f�hren kann, wird vom Verwaltungsgericht nicht in Abrede gestellt. Das Verwaltungsgericht ber�cksichtigt jedoch dar�ber hinaus, dass der Mensch nat�rlicherweise den Blick abwendet, wenn er geblendet wird. Schliesslich wird auch im angefochtenen Urteil von einem Nachbild bzw. einer Beeintr�chtigung des Sehverm�gens gesprochen. Dass ein solches Symptom desto l�nger anh�lt, je l�nger man entgegen der nat�rlichen Abwehrreaktion in eine starke Lichtquelle schaut, versteht sich von selbst. Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz erscheint auch in dieser Hinsicht keineswegs als willk�rlich.
Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung ist schliesslich auch nicht unzureichend, was m�gliche Emissionsbegrenzungen bzw. deren Kosten angeht. Wie aus den nachfolgenden Erw�gungen hervorgeht, setzt die richtige Rechtsanwendung keine exakte Kostenabsch�tzung voraus (vgl. dazu E. 6 hiernach). Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, wie sie die Beschwerdef�hrerin implizit r�gt, liegt insofern nicht vor.
3.1 Die Beschwerdef�hrerin kritisiert, das Verwaltungsgericht habe sich mit zwei Beilagen, welche sie vor der BVE eingereicht habe, nicht auseinandergesetzt. Auch sei es nicht auf ausl�ndische Regelwerke, die Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Stuttgart und des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich sowie ihre eigenen Argumente eingegangen.
3.2 Das rechtliche Geh�r nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Beh�rde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tats�chlich h�rt, pr�ft und in der Entscheidfindung ber�cksichtigt (BGE 124 I 49 E. 3a, 241 E. 2, je mit Hinweisen). Daraus folgt die Verpflichtung der Beh�rde, ihren Entscheid zu begr�nden. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einl�sslich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdr�cklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken. Die Begr�ndung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene �ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die h�here Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid st�tzt (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236 mit Hinweisen).
Der Anspruch auf rechtliches Geh�r verlangt grunds�tzlich nicht, dass sich die entscheidende Beh�rde mit ausl�ndischen Regelwerken oder Urteilen anderer Gerichte zu allenfalls vergleichbaren Sachverhalten auseinandersetzt. Es ist nach dem Gesagten ausreichend, wenn aus der Begr�ndung hervorgeht, weshalb die Beh�rde in einem bestimmten Sinn entschieden hat. Die R�ge der Beschwerdef�hrerin erweist sich in dieser Hinsicht als unbegr�ndet. Was sodann ihre eigenen Argumente und die zwei Aktenst�cke aus dem Verfahren vor der BVE anbelangt, so geht aus dem pauschalen Verweis darauf auch nicht im Ansatz hervor, inwiefern der angefochtene Entscheid nicht hinreichend begr�ndet sein sollte. Darauf ist nicht einzutreten (Art. 42 Abs. 2 BGG).
4.1 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, der vorinstanzliche Entscheid verletze das Umweltschutzgesetz (SR 814.01). Sie beantragt, die Solaranlage sei zu sanieren, eventualiter sei die Baubewilligung zu widerrufen und mit Nebenbestimmungen neu zu erteilen bzw. direkt mit Nebenbestimmungen zu versehen.
4.2 Die Sanierung ist in Art. 16 ff. USG geregelt. Gem�ss Art. 16 Abs. 1 USG m�ssen Anlagen, die den Vorschriften dieses Gesetzes oder den Umweltvorschriften anderer Bundesgesetze nicht gen�gen, saniert werden. Die Bestimmungen �ber die Sanierung beziehen sich auf Anlagen, die �lter sind als die Vorschriften, denen sie nicht gen�gen (sogenannte nachtr�gliche Fehlerhaftigkeit). Nicht erfasst sind Anlagen, welche Vorschriften missachten, die bereits im Zeitpunkt der Errichtung der Anlage galten (sogenannte urspr�ngliche Fehlerhaftigkeit). Vorliegend haben sich die relevanten Umweltnormen seit Erteilen der Baubewilligung nicht ge�ndert. Eine Sanierung im Sinne von Art. 16 ff. USG ist deshalb nicht angezeigt. Dies schliesst indessen nicht aus, dass ein allenfalls vorschriftswidriger Zustand nachtr�glich korrigiert werden k�nnte. Die Pr�fung der nachtr�glichen Anordnung von Massnahmen zur Emissionsbegrenzung erscheint gerade in jenen F�llen als angezeigt, wo - wie vorliegend - die Immissionen bei Erteilen der Bewilligung nicht oder nicht vollst�ndig vorausgesehen wurden oder wo eine zuverl�ssige Prognose schwierig ist. Die Herstellung des rechtm�ssigen Zustands setzt in diesen F�llen eine umfassende Interessenabw�gung voraus (Urteile 1A.108/2004 vom 17. November 2004 E. 3.5-3.6 mit Hinweis, in: URP 2005 S. 243; 1C_283/2007 vom 20. Februar 2008 E. 2.2, in: DEP 2008 p. 620; ANDR� SCHRADE/HEIDI WIESTNER, in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2001, N. 20 zu Art. 16 USG; ALAIN GRIFFEL/HERIBERT RAUSCH, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2011, N. 10 zu Art. 16 USG). Dabei kommt dem Interesse an der Wahrung der Rechtssicherheit bzw. am Vertrauensschutz nicht dasselbe Gewicht zu wie beim vollst�ndigen Widerruf einer Verf�gung, zumal der Eingriff in die Rechtsposition des Betroffenen weniger stark ausf�llt.
Im Folgenden ist in einem ersten Schritt zu pr�fen, ob die Anlage den von der Beschwerdef�hrerin angerufenen umweltschutzrechtlichen Bestimmungen widerspricht. Gegebenenfalls ist dann in einem zweiten Schritt zu pr�fen, ob die nachtr�gliche Anordnung von Massnahmen zur Emissionsbegrenzung verh�ltnism�ssig ist.
5.1 Die Beschwerdef�hrerin ist der Ansicht, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Immissionen der Solaranlage nicht sch�dlich oder l�stig sind (Art. 11 Abs. 3 USG). Die Tatsache, dass ein Durchschnittsb�rger bei der Blendung seinen Blick abwende oder eine Sonnenbrille aufsetze, zeige bereits deutlich, dass die Einwirkung jedenfalls l�stig sei. Das Auftreten eines Nachbilds bzw. eines r�tlichen Fleckens sei ein Beweis daf�r, dass das Auge eine �berm�ssige Einwirkung durch Strahlen erfahren habe. Bei der Beurteilung, ob eine sch�dliche oder l�stige Einwirkung vorliege, habe die Vorinstanz zudem empfindliche Personengruppen unber�cksichtigt gelassen. Dies verletze Art. 13 Abs. 2 USG.
5.2 Das Umweltschutzgesetz sieht in seinem Zweckartikel unter anderem den Schutz von Menschen, Tieren und Pflanzen, ihrer Lebensgemeinschaften und Lebensr�ume vor sch�dlichen und l�stigen Einwirkungen vor (Art. 1 Abs. 1 USG). Als Einwirkungen gelten nach Art. 7 USG unter anderem Strahlen, die durch den Bau und Betrieb von Anlagen erzeugt werden. Dazu geh�rt auch das Sonnenlicht, das von einer Solaranlage reflektiert wird (vgl. GRIFFEL/RAUSCH, a.a.O., N. 11 zu Art. 7 USG). Nach Art. 11 USG werden Emissionen mit Massnahmen an der Quelle begrenzt (Abs. 1). Dabei sind Emissionen, unabh�ngig von der bestehenden Umweltbelastung, im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich m�glich und wirtschaftlich tragbar ist (Abs. 2). Die Emissionsbegrenzungen werden versch�rft, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Ber�cksichtigung der bestehenden Umweltbelastung sch�dlich oder l�stig werden (Abs. 3). F�r die Beurteilung der sch�dlichen oder l�stigen Einwirkungen legt der Bundesrat nach Art. 13 USG Immissionsgrenzwerte fest. Diese sind bei Luftverunreinigungen gem�ss Art. 14 USG so festzulegen, dass nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung Immissionen unterhalb dieser Werte Menschen, Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensr�ume nicht gef�hrden (lit. a), die Bev�lkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich st�ren (lit. b), Bauwerke nicht besch�digen (lit. c) und die Fruchtbarkeit des Bodens, die Vegetation und die Gew�sser nicht beeintr�chtigen (lit. d). Die Anforderungen von Art. 14 USG geben allgemeine Regeln wieder. Obwohl sie nach dem Wortlaut vorab f�r Luftverunreinigungen gelten, sind sie deshalb auch auf die Einwirkung von Strahlen anzuwenden, wie sie vorliegend zu beurteilen sind (BGE 124 II 219 E. 7a S. 230 mit Hinweis).
F�r den Schutz vor sichtbarem Licht bestehen bis anhin keine bundesrechtlich verbindlichen Regelungen, weshalb die rechtsanwendenden Beh�rden in Beachtung von Art. 12 Abs. 2 USG unmittelbar Art. 11-14 und Art. 16-18 USG anzuwenden haben (Urteil 1C_105/2009 vom 13. Oktober 2009 E. 3.1).
5.3 Das Haus der Beschwerdegegnerin liegt im S�dwesten der Liegenschaft der Beschwerdef�hrerin. Die Sonnenkollektoren bestehen aus sieben, in einer Reihe auf der s�d�stlichen Seite des geknickten Walmdachs angebrachten Elementen und weisen eine Absorberfl�che von gut 15 m2 auf. Die k�rzeste Distanz (Luftlinie) zum Grundst�ck der Beschwerdef�hrerin betr�gt ca. 10 m, jene bis zur S�dfassade des Wohnhauses der Beschwerdef�hrerin ungef�hr 20 m. Laut dem angefochtenen Entscheid spiegelt sich w�hrend einer gewissen Phase im Fr�hling und Herbst - diese dauere nach Angabe der Beschwerdef�hrerin jeweils rund zweieinhalb Monate - die Sonne so in den Kollektoren, dass auf dem Grundst�ck der Beschwerdef�hrerin Blendwirkungen auftreten, die �ber das Grundst�ck wandern. W�hrend den beiden Phasen nehme die Intensit�t der Blendwirkung zu und klinge wieder ab. Sie sei auf wenige Quadratmeter begrenzt und dauere auf dem gesamten Grundst�ck maximal eineinhalb Stunden pro Tag, wobei sie w�hrend dieser Zeit vom Balkon �ber die Fassade in den Garten wandere. An einem spezifischen Punkt blende es h�chstens 15 Minuten. Am 14. September 2010 sei die Lichtspiegelung auf dem Balkon innerhalb von 14 Minuten 2,9 m von Westen Richtung Osten gewandert und habe insgesamt keine halbe Stunde gedauert. Die l�ngste Blenddauer an einem Punkt sei an diesem Tag auf dem unteren Gartensitzplatz oben am Tisch aufgetreten und habe ca. 13 Minuten betragen. Am Augenschein vom 22. September 2008 sei auf dem ganzen unteren Sitzplatz eine Blenddauer von insgesamt 15 Minuten festgestellt worden, am Augenschein vom 22. April 2009 eine solche von ca. 20 Minuten. Selbst wenn man f�r den 22. April 2009 die 10 Minuten hinzurechne, w�hrend denen die Sonne von den Wolken verdeckt gewesen sei, ergebe dies eine Blendzeit auf dem gesamten unteren Sitzplatz von h�chstens 30 Minuten. Die Blendintensit�t variiere w�hrend des maximal eineinhalbst�ndigen Blendzeitraums. Zwar k�nnten die Blendungen kurzzeitig intensiv ausfallen, so dass ein ungesch�tzter Blick in die Reflexion ein Nachbild zur Folge haben k�nne bzw. das Lesen einer auf dem Tisch liegenden Zeitung ohne Sonnenbrille unm�glich sei. Selbst bei hoher Intensit�t seien sie aber schw�cher als jene der Sonne. Zudem seien sie gut ertr�glich, wenn man eine Sonnenbrille aufsetze oder den Blick leicht abwende. Insgesamt resultiere keine erhebliche Beeintr�chtigung des Wohlbefindens, auch nicht bei Personengruppen mit erh�hter Empfindlichkeit. Eine sch�dliche oder l�stige Umweltbelastung sei zu verneinen.
5.4 Das BAFU hat sich im bundesgerichtlichen Verfahren zweimal vernehmen lassen, einmal vor und einmal nach der Einreichung des Gutachtens vom 19. August 2011.
In seiner ersten Vernehmlassung f�hrt das BAFU aus, aufgrund der Erfahrungen des Augenscheins und insbesondere dem Selbstversuch anl�sslich des dritten Augenscheins in Form eines ungesch�tzten Blicks in den Kern der Reflexionen w�hrend 15 Sekunden sei davon auszugehen, dass keine Gefahr von direkten Sch�den bestehe. Im Hinblick auf die Frage, ab welcher Zeitdauer Immissionen durch reflektiertes Sonnenlicht als erhebliche Bel�stigung im Sinne des Umweltschutzgesetzes gelten, l�gen bisher keine Empfehlungen vor. Eine solche Bel�stigung k�nne jedoch jedenfalls vor dem Hintergrund der Feststellungen des Verwaltungsgerichts verneint werden.
In seiner zweiten Vernehmlassung setzt sich das BAFU mit dem Gutachten vom 19. August 2011 auseinander. Erstmals l�gen nun konkrete Werte zur Intensit�t des reflektierten Sonnenlichts vor. Dieses liege einerseits im Maximum 90 mal h�her als die Schwelle zur Absolutblendung. (Eine Absolutblendung liegt vor bei einer Leuchtdichte, an welche sich das Auge nicht mehr anpassen kann.) Andererseits liege es mehr als 160 mal unter der Leuchtdichte des direkten Sonnenlichts. Die Blendungen erreichten gem�ss den Berechnungen des Gutachters pro Tag, an dem sie auftreten k�nnten, an den f�nf bestimmten Immissionsorten je w�hrend ca. 20 bis 40 Minuten das Mass einer Absolutblendung. Die vom Gutachter ermittelte Zeitdauer sei somit h�her als die maximal 15 Minuten, von denen die Vorinstanz ausgegangen sei. Im Ergebnis sei aber auch aufgrund des Gutachtens nicht von einer direkten Sch�digung durch das reflektierte Sonnenlicht auszugehen. W�hrend beim direkten Blick in die Sonne nach 0.88 Sekunden der Grenzwert erreicht werde, welcher in der EU gem�ss einer Richtlinie zum Schutz der Arbeitnehmer gelte, dauere es vorliegend ganze 140 Sekunden. Bei der Beurteilung der St�rung des Wohlbefindens habe der Gutachter Richtwerte verwendet, welche sich aus den "Hinweisen zur Ermittlung und Beurteilung der optischen Immissionen von Windenergieanlagen (WEA-Schattenwurf-Hinweise)" des deutschen L�nderausschusses f�r Immissionsschutz (LAI) von 2002 ableiteten. Da diese Richtwerte die Grenze bei 30 Minuten pro Tag und kumulierten 30 Stunden pro Jahr setzten, beurteile der Gutachter die vorliegenden Einwirkungen als nicht mehr zumutbar. Es sei indessen fraglich, ob diese Richtwerte die Kriterien von Art. 14 USG erf�llten. Zum einen gehe es bei den WEA-Schattenwurf-Hinweisen nicht um eine Blendung durch kontinuierliches Sonnenlicht, sondern um den periodischen Wechsel von Helligkeit und Dunkelheit, wie er durch den Schattenwurf von Windenergieanlagen hervorgerufen werde. Ob diese beiden unterschiedlichen Immissionen ein vergleichbares St�rpotenzial aufweisen w�rden, sei empirisch nicht untersucht worden. Mangels empirischer Erhebungen sei zum andern das f�r die Bel�stigungswirkung von reflektiertem Sonnenlicht relevante Dosismass nicht klar. Das BAFU deutet diesbez�glich an, dass nicht einfach auf die Zeitdauer, w�hrend der eine Absolutblendung vorliegt, abzustellen sei, sondern ber�cksichtigt werden sollte, wie intensiv die Reflexionen w�hrend dieser Zeit sind. Schliesslich weist es mit Blick auf die deutsche Vollzugspraxis darauf hin, dass die zeitbezogenen Richtwerte dort eher die Funktion einer Interventionsschwelle h�tten, bei der eine Sanierung der verursachenden Anlage �berhaupt erst zu pr�fen sei. Bei dieser Pr�fung w�rden in einer Interessenabw�gung aber auch die Orts�blichkeit der Nutzung der Solaranlage, die wirtschaftliche Zumutbarkeit von Emissionsminderungsmassnahmen und die M�glichkeit von Selbstschutzmassnahmen der Betroffenen ber�cksichtigt. Im Gegensatz dazu seien beim �berschreiten eines nach Art. 14 USG festgelegten Immissionsgrenzwerts auf jeden Fall versch�rfte emissionsmindernde Massnahmen zu treffen, unabh�ngig von deren wirtschaftlicher Tragbarkeit. Hinsichtlich des vorliegenden Falls sei zudem darauf hinzuweisen, dass sich alle vom Gutachter festgelegten Immissionsorte, f�r welche Berechnungen durchgef�hrt worden seien, ausserhalb des Hauses der Beschwerdef�hrerin bef�nden (Balkon, Gartensitzpl�tze, Weg). Betreffend das Haus selbst werde einzig f�r das (hinter dem Balkon liegende) Schlafzimmer eine Blendwirkung geltend gemacht. Insgesamt sei auch unter Ber�cksichtigung des Gutachtens nicht von einer erheblich st�renden Blendwirkung, welche im Sinne von Art. 14 USG l�stig sei, auszugehen.
5.5 Das Bundesgericht hat unter Ber�cksichtigung der Kritik der Beschwerdef�hrerin keinen Anlass, von den Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts und des BAFU abzuweichen. Die Sch�dlichkeit der Blendwirkungen kann aufgrund der im Vergleich mit dem Sonnenlicht geringen Leuchtdichte und den nat�rlichen Abwehrreflexen des Menschen verneint werden. Anl�sslich des dritten Augenscheins ergab sich, dass selbst ein 15 Sekunden dauernder ungesch�tzter Blick in den Kern der Reflexionen lediglich zu einem wieder abklingenden Nachbild f�hrt. Der Beschwerdef�hrerin kann auch nicht gefolgt werden, wenn sie argumentiert, die Tatsache, dass ein Durchschnittsb�rger bei der Blendung seinen Blick abwende oder eine Sonnenbrille aufsetze, zeige bereits deutlich, dass die Einwirkung jedenfalls l�stig sei. Massgebend sind vielmehr sowohl die Intensit�t als auch die Einwirkungsdauer. Diesbez�glich kommt das von der Beschwerdef�hrerin in Auftrag gegebene Gutachten zwar zu l�ngeren Blenddauern pro Tag als die beh�rdlichen Feststellungen an den vier erw�hnten Augenscheinen. Dies l�sst sich m�glicherweise damit erkl�ren, dass bei den Augenscheinen die Reflexion unter einer gewissen Leuchtdichte nicht mehr als st�rend empfunden wurde, obwohl ein direkter Blick in den Kern der Reflexion die Adaptionsf�higkeiten des Auges noch �berstiegen h�tte. Es ist in dieser Hinsicht indessen nicht zu beanstanden, dass das Verwaltungsgericht auf die eigenen Wahrnehmungen sowie auf jene der BVE und der Gemeindebeh�rden abgestellt hat. Die Beschwerdef�hrerin und ihr Rechtsvertreter waren insbesondere am Augenschein des Verwaltungsgerichts anwesend und �usserten sich bei dieser Gelegenheit auch in verschiedener Hinsicht, wie aus dem Augenscheinsprotokoll hervorgeht. Die Feststellungen der Instruktionsrichterin zur Dauer der Blendungen stellten sie indessen nicht in Frage. Auch wenn die Blendwirkung von Personen mit erh�hter Empfindlichkeit w�hrend etwas mehr als der vorinstanzlich festgestellten 15 Minuten f�r einen bestimmten Punkt (bzw. maximal 30 Minuten f�r den gesamten unteren Sitzplatz) als unangenehm empfunden werden k�nnte, so durfte die Vorinstanz doch insgesamt eine erhebliche St�rung des Wohlbefindens im Sinne von Art. 14 lit. b USG verneinen. Die R�ge der Beschwerdef�hrerin, der vorinstanzliche Entscheid verletze Art. 11 Abs. 3 und Art. 13 Abs. 2 USG, ist unbegr�ndet.
6.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung der Bestimmungen zur vorsorglichen Emissionsbegrenzung (Art. 1 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 2 USG). Das Verwaltungsgericht sei zum Schluss gekommen, dass alle Massnahmen zur Reduktion der Immissionen aufwendig seien, ohne dazu konkrete Untersuchungen angestellt zu haben (so bez�glich der Kosten, der M�glichkeit des Wechsels der Oberfl�chenbeschichtung der Sonnenkollektoren oder des Versetzens auf eine andere Dachseite). Unber�cksichtigt geblieben seien zudem die Investitionen der Beschwerdegegnerin in die Anlage und die Wertminderung der Liegenschaft der Beschwerdef�hrerin.
6.2 Als m�gliche Massnahmen zur nachtr�glichen Reduktion der Blendungen werden im angefochtenen Entscheid das Versetzen der Sonnenkollektoren auf die S�dwestseite des Dachs oder in den Garten, die �nderung der Neigung der Kollektoren, deren tempor�re Abdeckung, das Anbringen einer anderen Oberfl�chenbeschichtung oder das Pflanzen eines Baums genannt. Die letztgenannte L�sung wurde laut der Vorinstanz von den Parteien selbst verworfen, weil es zu lange dauere, bis der Baum gross genug w�re, weil dieser mangels Bl�tter im Fr�hling nutzlos w�re und weil der Balkon dadurch nicht abgeschirmt w�rde. Das Verwaltungsgericht legt dar, dass alle in Betracht gezogenen technischen Massnahmen aufwendig w�ren, massgeschneiderte Ersatzl�sungen erforderten, welche die Energieproduktion der Solaranlage schm�lerten, oder erhebliche bauliche Eingriffe und Sonderl�sungen bedingten, die ihrerseits unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten problematisch w�ren. Es kommt zum Schluss, dass keine verh�ltnism�ssigen Massnahmen zur deutlichen Verbesserung der Situation zur Verf�gung st�nden. Das BAFU teilt in seiner Vernehmlassung diese Auffassung.
6.3 Gem�ss Art. 11 Abs. 2 USG sind Emissionen unabh�ngig von der bestehenden Umweltbelastung im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich m�glich und wirtschaftlich tragbar ist. Dabei ist in Betracht zu ziehen, dass das Kriterium der wirtschaftlichen Tragbarkeit auf Unternehmungen zugeschnitten ist, die nach marktwirtschaftlichen Prinzipien, d.h. gewinnorientiert, betrieben werden. Gehen jedoch die zu bek�mpfenden Emissionen von anderen Quellen als von marktwirtschaftlich gef�hrten Unternehmen aus, so f�llt das Kriterium der wirtschaftlichen Tragbarkeit dahin und sind allf�llige wirtschaftliche Gesichtspunkte im Rahmen der allgemeinen Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung zu beachten (BGE 127 II 306 E. 8 S. 318 mit Hinweisen).
6.4 Im Rahmen von Art. 11 Abs. 2 USG ist zu ber�cksichtigen, mit welchem Aufwand eine Begrenzung der Emissionen herbeigef�hrt werden kann. Nicht massgebend ist, entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin, welche urspr�nglichen Investitionen in den Bau einer Anlage get�tigt wurden. Unter dem Gesichtspunkt der vorsorglichen Emissionsbegrenzung ebenfalls nicht direkt relevant ist zudem, ob und inwieweit die Liegenschaft der Beschwerdef�hrerin eine Wertverminderung erleidet. Indirekt findet jedoch auch dieser Aspekt Beachtung, da sich eine allf�llige Wertverminderung aus den Immissionen ergibt, welche ihrerseits bei der Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung zu ber�cksichtigen sind.
Die von der Beschwerdef�hrerin aufgeworfene Frage, ob eine andere Oberfl�chenbeschichtung der Sonnenkollektoren m�glich w�re, wird vom beco in seinem Bericht vom 15. Juni 2009 implizit verneint. Diese Einsch�tzung teilte auch die A.________ AG, welche von der Beschwerdef�hrerin angefragt wurde, ob eine Ver�nderung der Oberfl�chenstruktur m�glich sei. Nach Ansicht des beco ist das Umplatzieren die einzige technische und betriebliche Massnahme, um die Blendwirkung zu reduzieren. Dass diese Massnahme mit erheblichen Kosten verbunden w�re, ist ohne Weiteres nachvollziehbar. Die Versetzung w�re insbesondere mit einer Anpassung der auf der Innenseite des Dachs montierten Anschl�sse verbunden. Zudem ist zu ber�cksichtigen, dass die Anlage genau auf die Form des s�d�stlichen Dachs angepasst ist, um eine optimale Integrationswirkung zu erzielen. Insgesamt gibt die von der Beschwerdef�hrerin vorgetragene Kritik deshalb nicht Anlass, der Vorinstanz eine Bundesrechtsverletzung vorzuwerfen, wenn sie das Bestehen verh�ltnism�ssiger Massnahmen zur Reduktion der Blendwirkungen verneint hat.
6.5 Dass vorliegend keine verh�ltnism�ssigen Massnahmen zur Immissionsbegrenzung bestehen, bedeutet selbstredend nicht, dass beim Anbringen von Sonnenkollektoren der technologische Fortschritt auf diesem Gebiet ausser Acht gelassen werden darf. Das Vorsorgeprinzip verpflichtet vielmehr dazu, Produkte mit m�glichst niedriger Blendwirkung zu verwenden. Diese bundesrechtliche Pflicht gilt auch dort, wo Sonnenkollektoren von der Baubewilligungspflicht ausgenommen sind (siehe Art. 6 Abs. 1 lit. f und Art. 7 des Dekrets des Kantons Bern vom 22. M�rz 1994 �ber das Baubewilligungsverfahren [BewD; BSG 725.1]). In diesem Fall erscheint zudem die vorg�ngige Information durch Fachbeh�rden (das BAFU und kantonale Umweltschutzfachstellen) von besonderer Bedeutung f�r die wirksame Durchsetzung des Umweltschutzrechts.
Ergibt sich somit, dass die umstrittene Solaranlage nicht im Widerspruch zu den als verletzt ger�gten umweltrechtlichen Bestimmungen steht, so er�brigt sich die weitere Frage, ob die nachtr�gliche Anordnung von Massnahmen zur Emissionsbegrenzung verh�ltnism�ssig w�re (vgl. E. 4.2 hiervor).
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Diesem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Sie hat der obsiegenden, anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin eine dem Aufwand entsprechende Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Dieses Urteil wird den Parteien, der Einwohnergemeinde Burgdorf, der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion sowie dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern und dem Bundesamt f�r Umwelt schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 82
 Art. 95
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 16
 Art. 13
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 11
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 12
 Art. 11
 Art. 16
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 11
 Art. 13
 Art. 11
 Art. 11
 Art. 11
 Art. 6
 Art. 7