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Timestamp: 2018-04-20 05:22:27+00:00

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Mit den richtigen Zahlen aus der Krise - PDF
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1 p Endlich den Wirtschaftsprüfer verstehen: Mit den richtigen Zahlen aus der Krise Leitfaden mit Checklisten Standortsicherung Sanierungsmanagement Krisenprävention Insolvenz
2 Aufbau Die Broschüre hat fünf Kapitel 1. Gegenstand des ersten Kapitels ist die Standortbestimmung. Zahlungsstockung oder Zahlungsunfähigkeit: Wo steht mein Unternehmen? Der IDW-Standard PS 800 liefert hier ein sicheres Geländer. 2. In Kapitel zwei wird nach einer positiven Fortführungsprognose entschieden: Sanieren oder trotzdem Insolvenz anmelden? Sie ermitteln zunächst die Krisenursachen nach zwei unterschiedlichen Ansätzen, dann die Krisenart und schließlich das Krisenstadium. 3. Im dritten Kapitel geht es um die Unternehmenssanierung. Wie funktioniert sie? Nach der Sanierungsprüfung wird ein Konzept zur nachhaltigen Überlebensfähigkeit erstellt. Wir stellen Ihnen Sanierungsstrategien vor. 4. Das vierte Kapitel erläutert, wie Wirtschaftsprüfer Sanierungskonzepte erstellen. Auf dieser Grundlage folgt die Analyse des Unternehmens. 5. Was im Falle einer Insolvenz zu tun ist, erklären wir Ihnen im fünften Kapitel.
3 Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser, Standortsicherung durch Sanierungsmanagement und Krisenprävention sind Themen, die viele Unternehmen zurzeit beschäftigen. Als Berater bei der Industrie- und Handelskammer Darmstadt treffe ich jeden Tag Menschen, die Unternehmen gründen, aufbauen, in der Leitung nachfolgen und leider auch zerschlagen müssen. Dabei kommt oft die Frage auf, wie eine positive Fortführungsprognose für das Unternehmen ermittelt werden kann. Wir informieren darüber in Seminaren, Vorträgen, Workshops und jetzt auch mit der vorliegenden Broschüre. Mit dem Leitfaden wenden wir uns an vorausschauende Praktiker in Unternehmen, die ihre betrieblichen Daten, Ressourcen und Prozessabläufe einer kritischen Selbstreflektion unterziehen wollen oder müssen. Unser Ziel ist es, den Verantwortlichen in komprimierter und nachvollziehbarer Form zu zeigen, wie sie auch in schwierigen Zeiten in jeder Phase einer Unternehmenskrise eine Selbstanalyse durchführen können. Dafür stellen wir Checklisten zur Verfügung, die im Selbsttest die individuelle Standortbestimmung ermöglichen. Zudem zeigen wir Ihnen die Standards, nach denen die Wirtschaftsprüfer vorgehen. Bringen Sie Ihre Zahlen in diese Form, werden Sie in Zukunft unkomplizierter mit Wirtschaftsprüfern, Sachverständigen, Bankvertretern, IHK-Krisenberatern, Steuer- und Unternehmensberatern zusammenarbeiten können. Diese Daten geben zuverlässig Auskunft über die Sanierungsfähigkeit des einzelnen Unternehmens und zeigen, wie Sie zur richtigen Zeit das Richtige anpacken. Dieses Wissen ebnet schließlich auch den Weg zu neuen Finanzierungsmitteln. Ihr Karl-Dieter Weber, IHK Darmstadt Rhein Main Neckar
4 Inhalt Einleitung: Was heißt Unternehmenskrise? 4 1. Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsstockung: Wo steht mein Unternehmen? Eine zuverlässige Basis: Die IDW-Standards Feststellen der Zahlungsunfähigkeit Bestandsaufnahme mit Liquiditätsstatus und Kurzfrist-Finanzplanung Die Fortbestehensprognose Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsstockung? 0 2. Fortbestehensprognose positiv: Trotzdem sanieren oder Insolvenz anmelden? In welcher Art von Krise stecken wir? Krisenmerkmale nach dem IDW Krisenursachen? Krisenart? Krisenstadien nach IDW 7 3. Unternehmenssanierung: Wie funktioniert sie? Ist Sanierung überhaupt möglich? Wenn ja, dann Sanierungskonzept Sanierungsstrategien für die Krisenbewältigung Eine Schlussfolgerung aus den Checklisten Sanierungsmanagement: Hindernisse und Erfolgsfaktoren Wie gelingt die Sanierung? Neun Erfolgsfaktoren Fazit: Profil der Krisenbewältigung Sanierungskonzepte: Wie die Wirtschaftsprüfer vorgehen Die passende Form: der IDW-Standard IDW S Darstellung und Analyse des Unternehmens Am Leitbild des sanierten Unternehmens ausrichten Bewältigung der Unternehmenskrise je nach Stadium Integrierte Sanierungsplanung Fazit: Wie kann es gelingen? 37 2
5 5. Insolvenz: Was ist zu tun? Insolvenzordnung Ziele des Insolvenzverfahrens Der Insolvenzantrag Örtliche Zuständigkeit Insolvenzgericht Bezirk des Insolvenzgerichts Darmstadt Veröffentlichung im Internet Eigenantrag für die Unternehmensinsolvenz Wer darf eine Insolvenz beantragen? Welche Angaben müssen gemacht werden? Welche Auskunfts- und Mitwirkungspflichten gelten? Wann soll der Insolvenzplan ausgearbeitet werden? Eigenantrag beim Amtsgericht Darmstadt Bestrittene Forderungen Ein Problem für Gläubiger 43 Glossar 44 Endnoten 45 Dank 46 Ihre Ansprechpartner bei der IHK Darmstadt 47 Impressum 48
6 4 Einleitung
7 Was heißt Unternehmenskrise? Ein Unternehmen ist dann in eine Krisenphase geraten, wenn seine Funktionsfähigkeit und Stabilität beeinträchtigt sind und die Gefahr eines Unternehmenszusammenbruchs, also einer Insolvenz, besteht. Der Bundesgerichtshof hat in seinen Entscheidungen zum Eigenkapitalersatz in GmbHs den Krisenbegriff mit der Kreditwürdigkeit von Unternehmen verknüpft. Laut dieser Definition handelt es sich dann um eine Krise, wenn ein unabhängiger Dritter keinen Kredit mehr zu marktüblichen Bedingungen gewährt und das Unternehmen ohne Kapitalzufuhr liquidiert werden müsste 1. Das GmbH-Gesetz 2 legt den Zeitpunkt als Krise fest, an dem die Gesellschafter dem Unternehmen als ordentliche Kaufleute Eigenkapital zugeführt hätten. Der juristische Begriff Krise geht noch weiter: Bereits die Vorschriften über den Verlust des halben Grund 3 - oder Stammkapitals 4 signalisieren Handlungsbedarf. Die Vorschriften sehen die Einberufung einer Gesellschafterversammlung oder Hauptversammlung vor. Das Gesetz schreibt allerdings der Unternehmensleitung nicht vor, ein umfassendes Sanierungskonzept vorzulegen. Die Anteilseigner könnten aber auf dieser Grundlage besser als bisher ihre Verhandlungsposition wahrnehmen. Und zwar dann, wenn zu diesem Zeitpunkt noch eine positive Fortführungsprognose besteht (siehe Kapitel 1.2.2). Seit Inkrafttreten der Insolvenzordnung (InsO) am 1. Januar 1999 gibt es drei Gründe, aus denen ein Insolvenzverfahren eröffnet werden kann: Zahlungsunfähigkeit ( 17 InsO): Der Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Zahlungsunfähigkeit ist in der Regel anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat. drohende Zahlungsunfähigkeit ( 18 InsO): Der Schuldner droht zahlungsunfähig zu werden, wenn er voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, die bestehenden Zahlungspflichten im Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfüllen. Überschuldung ( 19 InsO): Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, die Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich. 5
8 6 1.
9 Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsstockung: Wo steht mein Unternehmen? 1.1 Eine zuverlässige Basis: Die IDW-Standards Am 16. November 2009 hat das Institut der Wirtschaftsprüfer e.v. (IDW) einen neuen Standardkatalog herausgegeben, an dem sich Wirtschaftsprüfer in ihrer Arbeit orientieren. Die Informationen in der vorliegenden Broschüre stützen sich an vielen Stellen auf die Vorgaben des IDW. Damit erhalten Unternehmen einen zuverlässigen Leitfaden für ihre wirtschaftliche Standortbestimmung, der zudem die Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsprüfern vereinfacht. 87 Prozent aller Wirtschaftsprüfer sind Mitglied im IDW. 5 Der Nachwuchs in diesem Beruf wird anhand der IDW-Standards geprüft. Ob ein Unternehmen auf die Zahlungsunfähigkeit zusteuert, stellen die Wirtschaftsprüfer mit Hilfe des Standards IDW PS 800: Empfehlungen zur Prüfung eingetretener oder drohender Zahlungsunfähigkeit bei Unternehmen fest. Die Regelungen basieren auf einer BGH-Leitentscheidung. 6 Diese besagt, dass die so genannte Fortbestehungsprognose die Grundlage für einen rechtlich festgelegten Überschuldungsstatus nach 19 Insolvenzordnung (InsO) bildet. Dasselbe gilt auch für die Erstellung des Liquiditätstatus, mit dem die Zahlungsunfähigkeit festgestellt werden kann Feststellen der Zahlungsunfähigkeit Anhand des Standards IDW PS 800 kann ein Unternehmen schrittweise feststellen, ob die Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Zuerst muss der Liquiditätsstatus definiert werden (Schritt 1). Diese wird dann später der Kurzfrist-Finanzplanung gegenübergestellt (Schritt 2) Bestandsaufnahme mit Liquiditätsstatus und Kurzfrist-Finanzplanung a) Der Liquiditätsstatus Der Bundesgerichtshof (BGH) verlangt eine Bestandsaufnahme der Finanzen zu einem bestimmten Stichtag. In diesem Liquiditätsstatus werden den fälligen Verbindlichkeiten die an diesem Tag vorhandene und die kurzfristig zu erlangende Liquidität gegenübergestellt: die liquiden Mittel, also der vorhandene Kassenbestand, die Guthaben bei Kreditinstituten und die noch nicht eingelösten Schecks. Was sind fällige Verbindlichkeiten? Verbindlichkeiten sind spätestens 30 Tage nach Rechnungsstellung fällig, wenn nach den Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuches 8 Verzug eintritt. Allerdings können Gläubiger die Zahlung auch schon verlangen, bevor der gesetzliche Verzug eingetreten ist. Eine Forderung nach 271 Abs. 1 BGB ist nämlich zum Beispiel sofort fällig. Demzufolge müssen im Liquiditätsstatus alle zum Stichtag eingegangenen und noch nicht beglichenen (Eingangs-) Rechnungen erfasst werden. Voraussetzung: Im Rechnungswesen werden die Rechnungen nach dem Fälligkeitsdatum geordnet. 7
10 Der Unterschied zwischen ernsthaft eingeforderten und fälligen Verbindlichkeiten? Im IDW PS 800 ist die Rede von fälligen und eingeforderten Verbindlichkeiten. Eingeforderte Verbindlichkeiten bedeutet, dass zusätzlich zur Rechnung zum Beispiel eine schriftliche oder mündliche Mahnung ausgesprochen, ein Mahnbescheid beantragt oder eine Klage eingereicht worden ist. Hierauf kommt es nach einem Urteil eines Strafsenats des BGH 9 nach der herrschenden Rechtsprechung unter der Geltung der Insolvenzordnung 10 aber nicht mehr an. Der Unterschied zu fälligen Verbindlichkeiten liegt demnach darin, dass eine Stundung endet, wenn der Gläubiger aktiv an seinen Zahlungsanspruch erinnert und unmissverständlich auf die Erfüllung besteht. Der BGH begründet dies damit, dass das bloße Übersenden einer Rechnung für eine ernsthafte Einforderung ausreicht. Geschieht dies, müssen gestundete Verbindlichkeiten im Liquiditätsstatus als fällige Verbindlichkeiten eingesetzt werden. Was ist mit Stundungsabreden? Die Geschäftsführung ist gut beraten, Stundungsabreden im Rechnungswesen zu dokumentieren. Gerade die in der Praxis weit verbreiteten konkludenten 11 Stundungsabreden muss die Geschäftsführung künftig ausführlicher darlegen und eventuell auch die Umstände beweisen. In der Praxis kommt das konkludente Einverständnis über eine Stundung zustande, wenn der Gläubiger die Zahlungsschwierigkeiten des Schuldners kennt und das Zahlungsziel ohne Mahnung verstreichen lässt. Auch Gläubiger sind nicht stets und ausnahmslos an einer schnellen Verfahrenseröffnung interessiert. Sie sind oft bereit zu warten, bis ihre Forderung zu einem späteren Zeitpunkt befriedigt wird. Die Aussicht auf ein Insolvenzverfahren ist auch für sie wirtschaftlich unattraktiv. 12 Tipp: Dokumentieren Sie die Umstände detailliert, aus denen die Zustimmung des Gläubigers zur Stundung gefolgert worden ist. Wann besteht eine Erkundungspflicht für den Gläubiger? Gewährt ein Gläubiger eine Stundung, geht er das Risiko ein, dass die später eingegangenen Zahlungen von einem potenziellen Insolvenzverwalter angefochten werden können. Das passiert dann, wenn der Schuldner seine Zahlungen nicht an alle Gläubiger wieder aufgenommen hat. Somit besteht für einen Gläubiger dann eine Erkundungspflicht, wenn ihm im Zusammenhang mit einer Stundung bekannt wird, dass der Schuldner Liquiditätsschwierigkeiten hat. Kommt der Gläubiger dieser Erkundungspflicht nicht nach, kann er sich später nicht darauf berufen, er habe Leistungen des Schuldners in Unkenntnis seiner Insolvenzlange erhalten. Stattdessen muss er das erhaltene Geld zurückgewähren. 13 Wie müssen Rechnungen mit Zahlungsziel behandelt werden? Ergibt sich aus der Rechnung ein Zahlungsziel, zum Beispiel Zahlung 30 Tage nach Rechnungszugang, muss der Schuldner dieses einhalten. Ein früherer Leistungszeitpunkt ist jedoch möglich. Rechtliche Folgen treten erst ein, wenn das Zahlungsziel verstrichen ist. Tipp: Für die Erfassung des Rechnungsbestands ist es ratsam, die Ordnung nicht nach dem Rechnungsdatum oder dem Zugang anzulegen, sondern mit dem letzten Tag des Zahlungsziels. Denn die Zahlung ist bis zum letzten Tag des Zahlungsziels gestundet. b) Die Kurzfrist-Finanzplanung Der kurzfristige Finanzplan ist die Fortentwicklung des Liquiditätsstatus. Er soll die über den Stichtag hinausgehende finanzielle Situation des Unternehmens offen legen. In ihm werden alle kurzfristig verfügbaren Mittel erfasst. Dies sind zum Beispiel: 8
11 vorgezogene Anzahlungen von Kunden, Veräußerungen von (nicht betriebsnotwendigen) Vermögensgegenständen, neue Umsatzgeschäfte und Kredite bei Banken oder Finanzeinschüsse von Gesellschaftern. Was heißt kurzfristig? Der BGH hat für diese kurzfristig zu erlangende Liquidität eine zeitliche Grenze gesetzt: Unternehmen können zum Stichtag nur solche Finanzmittel zusätzlich in den Liquiditätsstatus einfließen lassen, die es innerhalb einer Drei-Wochen-Frist besorgen kann. Der Bundesgerichtshof hat die Frist an der gesetzlichen Wertentscheidung der Drei-Wochen-Frist im GmbH 14 - und Aktiengesetz 15 festgemacht. In dieser Frist müssen ausreichend Liquiditätsreserven beschafft worden sein, um die zum Stichtag fälligen Verbindlichkeiten begleichen zu können. Der Bankkredit muss rechtzeitig beschafft werden Von der Beantragung eines Kredits über die bankinterne Beschlussfassung bis zur Valutierung kann es länger als drei Wochen dauern. Dies war dem Bundesgerichtshof bewusst. Allerdings gehen die Richter davon aus, dass die Zahlungsunfähigkeit in den seltensten Fällen überfallartig entsteht. Tipp: Wichtig für die Kurzfrist-Finanzplanung ist, dass sich die Geschäftsführung schon im Vorfeld einer akuten Liquiditätskrise um Bankkredite oder die Finanzierung durch Gesellschafter kümmert. Strafe bei Überschreitung der Drei-Wochen-Frist Die Frist darf nur in besonderen Ausnahmefällen überschritten werden. Wenn es länger dauert, die notwendigen kurzfristigen Mittel zu organisieren, muss die Geschäftsführung haften. Falls die Haftung scheitert oder nicht ausreicht, drohen Geld- und Haftstrafen. c) Kurzfrist-Liquiditätsplanung Zusammen ergeben Liqiditätsstatus und Kurzfrist-Finanzplanung die so genannte Kurzfrist- Liquiditätsplanung. Stellt sich bei der Gegenüberstellung heraus, dass die im Liquiditätsstatus ermittelte Liquiditätslücke vollständig oder bis auf einen geringfügigen Rest durch den Kurzfrist-Finanzplan gedeckt ist, so liegt nach der Leitentscheidung des BGH keine Zahlungsunfähigkeit vor. Der Status wird stattdessen Zahlungsstockung genannt Die Fortbestehensprognose Im zweiten Schritt müssen Liquiditätsstatus und Kurzfrist-Finanzplanung um die Fortbestehungsprognose erweitert werden. Auch wenn am Stichtag unter Einschluss der kurzfristig gehobenen Liquidität eine Deckungslücke klafft, folgt nach Entscheidung des BGH trotzdem nicht automatisch die Zahlungsunfähigkeit. Die Deckungslücke kann auch in dem Status noch immer auf eine behebbare Zahlungsstockung hinweisen. Es bedarf also einer Fortbestehungsprognose: Mit ihr wird festgestellt, ob die Deckungslücke vorübergehend klafft oder ob sie nicht beseitigt werden kann und in eine endgültige Zahlungsunfähigkeit umschlagen wird. Die Prognose wird zum Beispiel wegen noch zu bearbeitender Aufträge, Zusagen von Kunden oder allgemeinen Erfahrungen über die Geschäftstätigkeit im Jahresverlauf (beispielsweise immer Sauregurkenzeit im Januar ) erstellt. Damit beruht die Liquiditätsanalyse nicht allein auf einer statischen Stichtagsbetrachtung. Stattdessen bietet die Fortbestehensprognose ein dynamischeres Bild, weil sie auch die künftigen Ein- und Auszahlungsströme in den Blick nimmt. 17 9
12 1.3 Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsstockung? Dem Gesetzgeber, so der BGH in seiner Leitentscheidung, erschien es nicht gerechtfertigt, die Zahlungsunfähigkeit nur an einem festgelegten Prozentsatz der gesamten Verbindlichkeiten fest zu machen. Deshalb entwickelten die Richter in ihrer Entscheidung folgendes prozessrechtliches System: Zahlungsstockung? Ist die Liquiditätslücke zwischen vorhandener sowie kurzfristig verfügbarer Liquidität und den fälligen eingeforderten Verbindlichkeiten kleiner als zehn Prozent, ergibt die Bestandsaufnahme zunächst eine bloße Zahlungsstockung. 18 Um die Annahme einer bloßen Zahlungsstockung zu rechtfertigen, muss die Fortbestehensprognose positiv sein. Sie muss zeigen, dass sich die Liquiditätslage demnächst nicht verschärfen wird. Zahlungsunfähigkeit? Zeigt sich in der Fortbestehensprognose aber, dass sich die Liquiditätslage weiter verschärfen und die Lücke größer als zehn Prozent klaffen wird, liegt die Zahlungsunfähigkeit vor. 19 Die Geschäftsleitung ist in der Pflicht Jede Geschäftsführung ist also gut beraten, die Prognoseentscheidung mit Planungsunterlagen zu belegen und sich eventuell von einem Sachverständigen beraten zu lassen. Nach den Business Judgement Rules 20 entspricht dies dem konkretisierten Haftungsmaßstab der Sorgfalt des ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters 21. Keine Pflichtverletzung liegt vor, wenn die Geschäftsführung bei unternehmerischen Entscheidungen vernünftigerweise annehmen durfte, auf Grundlage angemessener Informationen zum Wohle der Gesellschaft zu handeln. Insolvenzverfahren: Die Drei-Wochen-Frist einhalten! Ein Insolvenzverfahren muss an dem Tag 22 beantragt werden, an dem festgestellt wird, dass die in der Kurzfrist-Liquiditätsplanung diagnostizierte Deckungslücke nicht mit den Mitteln gestopft werden kann, die die Geschäftsführung innerhalb der Drei-Wochen-Frist erwartet. Dabei kann es sich in einfachen Fällen bei dem Tag des Insolvenzantrags zugleich auch um den Stichtag der Bestandsaufnahme handeln. Dies passiert dann, wenn die Liquiditätslücke größer als zehn Prozent ist. Zudem muss die Fortbestehungsprognose negativ ausfallen, weil die Deckungslücke nicht bis auf einen kleinen Rest geschlossen werden kann. So kann sich ergeben, dass dem Unternehmen maximal zweimal drei Wochen zur Verfügung stehen, in der die Geschäftsführung letzte Rettungsversuche vor der Insolvenz starten kann: Zunächst die Drei-Wochen-Frist zur Hebung von liquiden Mitteln (siehe Kurzfrist- Liquiditätsplanung ) Die zweite Drei-Wochen-Frist ist die nach den 64 Abs. 1 GmbH-Gesetz (GmbHG) und 92 Abs. 2 Aktiengesetz (AktG). Während dieser Frist dürfen Geschäftsführung und Vorstand keine Zahlungen mehr leisten, wenn Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung der Gesellschaft eingetreten sind. Dies gilt nicht für Zahlungen, die auch nach diesem Zeitpunkt mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns oder -leiters vereinbar sind. Sind solche liquiden Mittel nach der Planung aber nicht konkret greifbar, darf diese gesetzliche Drei-Wochen-Frist nicht mehr ausgeschöpft werden
13 Liquiditätsstatus (Schritt 1) Fällige Verbindlichkeiten Vorhandene Liquidität Liquide Mittel Guthaben Schecks Liquiditätslücke? NEIN! = Zahlungsunfähigkeit JA! = Zahlungsstockung Ausgleich? + Kurzfrist-Finanzplanung (Schritt 2) Anzahlungen Veräußerungen Neue Umsatzgeschäfte Kredite / Finanzeinschüsse = Kurzfrist-Liquiditätsplanung 11
14 12 2.
15 Fortbestehensprognose positiv: Trotzdem sanieren oder Insolvenz anmelden? Die Unternehmenskrise ist eine Notsituation. Sie wird entweder durch eine Sanierung überwunden oder sie endet im Zusammenbruch des Unternehmens. Das IDW 24 hat auch hierzu einen Standard veröffentlicht, an dem sich Unternehmer in der Krise messen können, um herauszufinden, was in ihrem Falle das Richtige ist. 2.1 In welcher Art von Krise stecken wir? Krisenmerkmale nach dem IDW 25 Unternehmenskrisen lassen sich anhand von drei Kriterien analysieren: Krisenursachen, Krisenart und Krisenstadium: Krisenursachen? Bei den Krisenursachen lassen sich endogene und exogene unterscheiden. a) Endogene Krisen Endogene Krisen sind im Unternehmen selbst entstanden, zum Beispiel durch Fehlkalkulationen oder Qualitätsmängel. Das IDW hat folgende Merkmale und Handlungsmuster als wichtigste endogene Krisenursachen zusammengefasst: Person des Unternehmers Ein-Mann-Regiment, patriarchaler Führungsstil starres Festhalten an früher erfolgreichen Konzepten Entscheidungsschwäche oder umgekehrt: Politik der vollendeten Tatsachen häufiger Wechsel im Management Führungsfehler zentralistischer Führungsstil, mangelndes Delegieren Koordinationsmängel fehlende Kontrolle, Konfliktscheu Organisation unübersichtliche Organisation fehlende organisatorische Anpassung zu großspurige Umstrukturierung Rechtsformnachteile Konflikte mit Arbeitnehmern Überhastete Expansion fanatisches Streben nach Umsatzerhöhung oder Marktanteilsausweitung 13
16 Aufbau von Leerkapazitäten unkritisches externes Wachstum zu früher Start mit fertig entwickelten Produkten Mängel beim Absatz unzeitgemäße Produkteigenschaften, zu hohe / zu niedrige Qualität zu breites / zu schmales Programm, kein durchdachtes Portfolio falsche Hochpreispolitik / falsche Niedrigpreispolitik keine Wertsicherung, keine Gleitpreise Mängel im Vertriebsweg Mängel in der Produktion veraltete / zu neue, noch unerprobte Technologie hoher Produktionsausschuss mangelhafte Fertigungssteuerung bei zersplitterter Produktion unwirtschaftliche Eigenfertigung statt Fremdbezug Mängel in Beschaffung und Logistik starre Bindung an Lieferanten und Rohstoffquellen politische und Währungsrisiken bei Rohstoffimport Großlager am falschen Standort Bau statt Miete von Gebäuden Verquickung von Beschaffung mit Gewinnverwendung Mängel im Personalwesen fehlende Personalplanung schnelle Entlassung unbequemer Mitarbeiter Scheu vor Belegschaftsabbau Konfliktscheu und mangelnde Härte bei Verhandlungen über Löhne, Gehälter, Sozialpläne, Sachbezüge unsachgemäße Sparsamkeit bei leistungsfähigen Mitarbeitern Unkündbarkeit, Krankheit, Tod Nepotismus, Ämterpatronage Mängel bei Investitionen fehlendes Investitionskalkül Fehleinschätzung des Investitionsvolumens Koordinationsmängel bei der Investitionsabwicklung zu frühe / zu späte Investitionen Investitionsmüdigkeit / unzweckmäßige Investitionshektik Mängel in Forschung und Entwicklung zu geringes Forschungs- und Entwicklungsengagement, keine Portfoliopflege Forschung und Entwicklung ohne Konzeption Detailbesessenheit mangelnde Sachkontrolle / zu starke Kontrolle starres Budgetdenken 14
17 Mangel an Eigenkapital hohe Zinsbelastung niedrige Kreditwürdigkeit keine Möglichkeit des Verlustausgleichs Überschätzung der Rücklagen mangelnde Fristenkongruenz im Langfristbereich Mangelhaftes Planungs- und Kontrollsystem Fehlen eines konsolidierten Abschlusses Defekte in Kostenrechnung und Kalkulation mangelhafte Erfolgsaufschlüsselung (nach Sparten, Produkten, Kundengruppen, Filialen) fehlende Finanzplanung mangelhafte Projektplanung b) Exogene Krisen Exogene Krisen entstehen durch Einflüsse von außen. Das Unternehmen gerät durch sie unter einen strategischen Anpassungsdruck. Wenn das Management nicht rechtzeitig oder angemessen reagiert, kann sich daraus eine Unternehmenskrise ergeben. Die häufigsten exogenen Krisenursachen sind: Veränderungen im Kaufverhalten sinkende Kaufkraft Konjunkturrückgang Veränderung in der Vorratspolitik Saisonschwankungen Marktsättigung Branchenüberkapazitäten Wechselkursänderungen Versorgungsschwierigkeiten Rohstoffverknappung und -verteuerung Streiks bei Kunden Katastrophen hohes Zinsniveau Billigpreiskonkurrenz Substitutionsprodukte Folgende Krisenursachen decken sich zum Teil mit den von außen erkennbaren Symptomen, die Banken oft als Anzeichen für negative Entwicklungen werten: schlechte Konjunkturaussichten schlechte Branchenaussichten verspätete oder lückenhafte Rechnungswerke Unzulänglichkeiten im Management schwache Ertragskraft geringe Kapitalausstattung fehlende Fristenkongruenz sprunghafte Umsatzentwicklung zu viel oder zu wenig Investitionen Vernachlässigung von Forschung, Entwicklung und Werbung einseitige Abhängigkeiten des Unternehmens 15
18 Umstrukturierungen und Verschachtelungen zur Haftungsbeschränkung Veränderung der Zahlungsweise starker Anstieg der Kundenforderungen und Vorräte starker Anstieg der Lieferanten- (Akzept-) Verbindlichkeiten plötzlicher Mehrkreditbedarf häufigere Anfragen über die Bonität Krisenart? a) IDW 26 Die Stakeholderkrise wird meistens durch mangelhaftes Führungsverhalten verursacht. Nicht engagiertes und gewissenhaftes Handeln prägte die Unternehmenskultur, sondern Blockaden und Nachlässigkeit. Bei einer strategischen Krise sind die Erfolgspotenziale des Unternehmens ge- oder bereits zerstört, worunter die Wettbewerbsfähigkeit gelitten hat. Eine Produkt- und Absatzkrise ist gekennzeichnet vom dauerhaften Einbruch des Hauptumsatzes, und zwar unabhängig davon, ob dies auf die Angebots- oder Nachfrageseite zurückzuführen ist. Eine Erfolgskrise liegt vor, wenn das Unternehmen Verluste erwirtschaftet, die das Eigenkapital soweit aufbrauchen, dass die Gefahr der Überschuldung droht. Eine Liquiditätskrise kommt zustande, wenn die konkrete und akute Gefahr der Zahlungsunfähigkeit oder bereits die Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Die Insolvenzreife ist eingetreten, wenn keine positive Fortsetzungsprognose mehr besteht. Die Bewertung der Vermögenswerte erfolgt im Vergleich zu den Liquidationswerten. Die Prüfung der Überschuldung und der Zahlungsunfähigkeit muss erfolgen. b) Wieselhuber & Partner Die Unternehmensberater der Dr. Wieselhuber & Partner GmbH aus München 27 unterscheiden operative und strategische Krisen und haben dazu ein Zweistufenmodell der nachhaltigen Sanierung entworfen. Im ersten Schritt gilt es, die erforderlichen Geschäfte wieder richtig zu betreiben, damit für die weitere Sanierung die erforderliche Liquidität vorhanden ist. Im zweiten Schritt müssen die Maßnahmen der gestaltenden Sanierung konzipiert und umgesetzt werden. Die Auswahl der Instrumente für die Sanierung orientiert sich an der Ausprägung der strategischen Krise. Zunächst jedoch muss geklärt werden, ob es sich um eine operative oder um eine strategische Krise handelt. Operative Krise? In einer sogenannten operativen Krise wird der noch vorhandene Unternehmenserfolg durch operative Defizite beeinträchtigt: Zum Beispiel fallen Großkunden aus, Neuinvestitionen werden falsch finanziert oder bei der Entwicklung von innovativen Nachfolgeprodukten treten Probleme auf. Mittelfristig schrumpft die Unternehmenseffizienz, die Fixkosten erhöhen sich, die Produktqualität geht zurück und gleichzeitig steigen die Reklamationskosten. Zu einer operativen Krise führen häufig handwerkliche oder methodische Managementfehler. Bei einer solchen Krise ist die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens noch intakt. Die operative Krise kann mit dem Pflichtprogramm der klassischen Unternehmenssanierung behoben werden (siehe Kapitel 3.3). 16
19 Strategische Krise? Eine strategische Krise wird dann attestiert, wenn die Innovationskraft bereits zurückgeht. Die Wettbewerbsfähigkeit reduziert sich bei gleichzeitiger Erhöhung des Preisdrucks. Manch ein Kunde kauft nur noch aus Gewohnheit. Häufig erfolgt der Verkauf nur noch über den Preis. Der Betrieb lebt immer mehr von der Vergangenheit. Neue Produkte werden nicht mehr entwickelt. Die Gefahr einer Insolvenz mit wenig positiver Fortführungsprognose wächst, wenn die Eigenkapitalquote niedrig, die Fixkosten hoch, das Factoring oder Sale-and-lease-back- Verfahren (verkaufen und zurückmieten, zum Beispiel Gebäude) bereits realisiert sind und Sicherheiten fehlen. Zur strategischen Krise führen konzeptionelle und inhaltliche Managementfehler. Man spricht von einer schleichenden Vergiftung der Erfolgsbasis des Unternehmens. Manifeste oder akute Krise? Die Symptome einer Krise ändern sich, wenn sie sich manifestiert. Es treten erste Verluste auf, Aufträge brechen weg, das Management kämpft mit der neuen Situation und die Managementmeetings dauern länger und finden öfter statt. Ist die Krise akut, sind bereits Liquiditätsengpässe eingetreten. Die eingeräumten Dispositionslinien sind nicht mehr ausreichend, werden möglicherweise geduldet überzogen. Unkontrollierte Überziehungen folgen. Lieferungen können nicht mehr skontiert werden. In der Folge erhöhen sich die Forderungen der Gläubiger. Letztendlich wird nur noch gegen Vorkasse geliefert. Im schlechtesten Fall steht die Produktion still Krisenstadien nach IDW Das Krisenstadium kennzeichnet den Grad der Bedrohung des Unternehmens. Die Bandbreite reicht von der existenzbedrohenden bis zur existenzvernichtenden Krise. Der Gesetzgeber hat zur Abgrenzung die bereits oben genannten Begriffe drohende Zahlungsunfähigkeit, Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eingeführt. ( 17, 18, 19 InsO) 17
20 Checkliste I: Das Krisenprofil 28 Ausprägung nicht zutreffend zum Teil zutreffend zutreffend Parameter Operative Krise latent manifest akut Ausfall eines Großkunden Unausgewogene Finanzstruktur Punkteller Markteinbruch (z.b. durch Wechselkurse) Probleme bei Neuprodukten Sinkendes Effizienzniveau Anstieg der Fixkosten Anstieg der Qualitäts- und Reklamationskosten Strategische Krise latent manifest akut Starker Preisdruck Me-too-Positionierung im Markt (Nachzügler im Technologiewettbewerb) Sinkende DB-Qualität Nicht ausreichende Vertriebskraft Verzettelung im Sortiment Verzettelung auf internationalen Märkten Leistungen leichter substituierbar Kundenbindung primär über den Preis Anteil Neuprodukte am Umsatz rückgängig Krisenbewältigung durch: Operative Sanierung Keine Sanierung Verwertung Gestaltende Sanierung Keine Sanierung Prophylaxe Notizen Checkliste II: Die Krisenart 29 Parameter Absatzkrise Rückgang der Marktgröße Rückgang der Absatzmengen Rückläufiger Anteil innovativer Produkte Rückgang des Marktanteils Hohe Attraktivität alternativer Produkte Ausprägung nicht zutreffend zum Teil zutreffend zutreffend
21 Fortsetzung Checkliste II Parameter Umsatzkrise Preisverfall Rückläufige Stückerlöse Erlösgefährdende Kundenstruktur Nicht wettbewerbsfähiges Preisniveau Zu hohe Aufschläge des Handels Zu breites Sortiment Kostenkrise Hohe Komplexitätskosten Zu geringe durchschnittliche Auftragskosten Steigende Materialkosten Geringe Produktivität Hohe Fixkosten Hohe Prozesskosten Hohe Bestände Zu hohe Qualitäts- / Reklamationskosten Hohe Personalkosten Finanzkrise Unnötige Kapitalbindung durch hohes Umlaufvermögen Hoher Verschuldungsgrad Hoher aufgestauter Investitionsbedarf Hohe Debitoren von Tochtergesellschaften Überfällige Kreditoren Auslaufende Darlehen Sonderfinanzbedarf (z.b. für Gesellschafterwechsel) Managementkrise Unzureichende Managementkapazität Ungeeignete Führungsstruktur Unzureichende Steuerungsinstrumente Unzureichende Sanierungserfahrung Geringe Veränderungsbereitschaft Schlechte interne Kommunikation Schlechtes Betriebsklima Notizen Ausprägung nicht zutreffend zum Teil zutreffend zutreffend
22 20 3.
23 Unternehmenssanierung: Wie funktioniert sie? Sanierung 31 wird definiert als Zusammenfassung aller organisatorischen, finanziellen und rechtlichen Maßnahmen, die ein Unternehmen aus einer ungünstigen wirtschaftlichen Situation herausführen sollen, um seine Weiterexistenz zu sichern. Dazu gehören zum Beispiel: die Umstellung des Einkaufs, der Produktion und des Absatzes die Abstoßung von Unternehmensteilen die Neuordnung der Unternehmensleitung die Herabsetzung und der Neugewinn von Eigen- und Fremdkapital die Umwandlung von kurzfristigem in langfristiges Eigenkapital sowie von Fremdkapital in Eigenkapital die Verschmelzung mit anderen Unternehmen 31 Während die finanzielle Sanierung Maßnahmen beinhaltet, die die Finanzlage eines existenzbedrohten Unternehmens neu gestalten soll, umfasst die leistungswirtschaftliche Sanierung alle Änderungs- und Rationalisierungsmaßnahmen innerhalb der betrieblichen Sphäre eines Unternehmens Ist Sanierung überhaupt möglich? Die Sanierungsprüfung muss innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums erfolgen. Sie stellt an die Sachverständigen hohe Anforderungen und birgt eine Vielzahl von Prognoserisiken und Fehlerquellen in sich. Im betriebswirtschaftlichen Sinn wird die Prüfung als Soll-Ist-Vergleich mit anschließender Urteilsbildung verstanden. So wird bei einer Sanierungsprüfung zunächst das Ist-Objekt beschrieben, das heißt das Unternehmen in der Krise. Dieser Schritt ist in der Praxis der Wirtschaftsprüfer unumgänglicher Bestandteil jeder Sanierung. Da allerdings bei der Durchführung des Soll-Ist-Vergleichs kein Soll-Objekt vorhanden ist, wird im Rahmen der Sanierungsprüfung eine Beurteilung der Sanierungsaussichten erfolgen. 3.2 Wenn ja, dann Sanierungskonzept Das Sanierungskonzept muss in Form einer Liste erstellt werden, die Schritt für Schritt vorgibt, welche konkreten Sanierungsaktionen dem Unternehmen nach und nach helfen sollen. Beispiel: Ein Wirtschaftsprüfer strukturiert den Sanierungsplan, in dem er das Unternehmen in drei aufeinander folgenden Szenarios beschreibt: 1. als (gesundes) Unternehmen in der Vergangenheit 2. als Problemfall in der Krise sowie 3. als Leitbild (Vision) des sanierten Unternehmens. Die Sanierung des Unternehmens gelingt nur, wenn die Verantwortlichen eine treffende Vorstellung (Vision) des Unternehmens in der Zukunft entwickeln können. Deshalb ist der Aufbau 21
24 eines tragfähigen Leitbildes vom sanierten Unternehmen der schwierigste Part beim Erstellen des Sanierungskonzeptes, wie erfahrene Wirtschaftsprüfer des IDW berichten. Grundlage für das Sanierungsleitbild ist die Analyse des gegenwärtigen Unternehmenszustandes und seiner Umwelt. Mit einer Lageprognose muss untersucht werden, wie sich im gegenwärtigen Zustand die zukünftige Entwicklung ohne Sanierungsmaßnahmen gestalten würde. Bei der Gegenüberstellung der gewonnenen Erkenntnisse mit den formulierten Zielen treten die Probleme zutage, die mit dem Sanierungskonzept gelöst werden müssen. Allein schon die erwartete von Liquiditäts- und Vermögensentwicklung gibt Aufschluss über das Krisenstadium und erste Hinweise auf die Krisenart. 3.3 Sanierungsstrategien für die Krisenbewältigung Je nach Krisenart und Eskalationsstufe werden im Wesentlichen folgende Sanierungsstrategien zur Krisenbewältigung eingesetzt: 33 a. Kostensanierung mit den wichtigsten Stellschrauben: Personalkosten, Materialkosten, Sachkosten und den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Hinzu kommt die Prozesskostensenkung als zweiter Schritt. b. Umsatzsanierung mit dem Ziel, Absatz und Umsatz zu optimieren und neue Marktpotenziale zu erschließen. c. Konzentration der Geschäfte mit dem Ziel, Kostentreiber abzubauen und die Ertragskraft zu steigern. d. Rekonfiguration der Geschäfte zum Abbau strategischer Defizite und zur Schließung einer möglicherweise vorhandenen strategischen Lücke. Die drei ersten Strategien (a-c) beschreiben die klassische, also operative Sanierung. Punkt d die strategische. Klassische Unternehmenssanierung Die operative Sanierung unterzieht die Märkte, auf denen das Unternehmen tätig ist, einer kritischen Prüfung. Zudem wird das Geschäftsmodell im Bezug hinsichtlich Erlösträgern und Wertschöpfung hinterfragt. Außerdem muss das Personal im Hinblick auf sein Know-how geprüft werden. Der Schwerpunkt bei der operativen Sanierung liegt also darauf, die richtigen Geschäfte richtig zu betreiben. Ansatzpunkte sind das Management von Liquidität, Erträgen und Kosten sowie die Bilanzoptimierung. Die Ziele sind, die Zahlungsfähigkeit kurzfristig wieder herzustellen, die Ertrags- und Kostensituation zu verbessern und die Gewinn- und Verlustrechnung zu optimieren. Bekämpft man eine strategische Krise reichen die Instrumente zur operativen Sanierung nicht mehr aus. 22
25 Checkliste III: Die Erfolgsaussichten alternativer Sanierungsstrategien 34 Ausprägung nicht zutreffend zum Teil zutreffend zutreffend Potenziale Kostensanierung Reduzierung der Personalkosten Senkung der speziellen Materialkosten Reduzierung Materialeinsatz Reduzierung sonstigen betrieblichen Aufwands Senkung des außergewöhnlichen Aufwands Verbesserung der Kundenstruktur Verbesserung der Arbeitsstruktur Verbesserung der Auftragsstruktur Erste Prozessoptimierung Umsatzsanierung Vertriebsintensivierung Erhöhung der Kundenausschöpfung Neukundengewinnung Markterschließung Konzentration der Geschäfte Aufgabe von Randgeschäften Konzentration auf Ertragsbringer Rückzug aus schwachen Märkten Outsourcing fixkostenintensiver Bereiche Rekonfiguration Potenziale durch veränderten Geschäftemix Neue Konzernstruktur Anpassung des Geschäftsmodells Neuausrichtung der Führungsorganisation Neue Gesellschafter Notizen 23
26 Checkliste IV: Instrumentenmix bei der operativen Sanierung 35 Instrumente Liquiditätsmanagement Investitionsstopp Einstellungsstopp Debitorenmanagement Ausgabenvermeidung Kostenmanagement Kurzfristige Maßnahmen zur Senkung der Personalkosten Kurzfristige Maßnahmen zur Senkung der Materialkosten Kurzfristige Maßnahmen zur Senkung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen Sonstige Kostensenkungspotenziale Ertragsmanagement Potenziale durch Anpassung Sortimentstuktur Potenziale durch Anpassung Kundenstruktur Forcierung ertragsstarker Artikel Forcierung ertragsstarker Kundengruppen Potenziale durch Preiserhöhung Potenziale durch Margenverbesserung Bilanzmanagement Nur geringe Bewertungsrisiken außerordentliche Erträge durch Assetverkauf Potenziale durch Abbau von Forderungen Potenziale durch Abbau von Beständen Potenziale durch Factoring Potenziale durch nicht betriebsnotwendiges Vermögen Potenziale durch Verkauf von Anlagevermögen Notizen Ausprägung nicht zutreffend zum Teil zutreffend zutreffend
27 Checkliste V: Wertschöpfungsstruktur zeigt das Lebenszyklusprofil 36 Parameter Marktlebenszyklus Einführung Wachstum Reife Rückgang Unternehmenslebenszyklus Gründung Wachstum Reife Degeneration Unternehmensorientierung Produktionsorientiert Produktorientiert Technikorientiert Prozessorientiert Kundenorientiert Kundenprozessorientiert Umsatzorientiert Kostenorientiert Liquiditätsorientiert Auswertung Wertetreiber Gute Bekanntheit und Marktzugang Unausgeschöpfte Kundenpotenziale Spezialisierungsvorteile auf einzelnen Wertschöpfungsebenen Nutzbare Economies of scale Gute Technologie und Know-how Vorteilhafte Sortimente und Komplementärpotenziale Ausprägung Kostentreiber Vielfalts- und Komplexitätskosten Volumennachteile auf einzelnen Wertschöpfungsstufen Unzureichende Vertriebskraft Standort- und Prozessnachteile Altlasten Fehlende Einkaufsmacht Ausprägung nicht zutreffend zum Teil zutreffend zutreffend
28 Checkliste VI: Kosten- und Wertetreiber 37 Antriebskräfte Kostentreiber Hohe Pensionsrückstellungen Steigende Cashflowbelastung durch Pensionen Hohe Gewährleistungsansprüche Langfristige Mietverträge Sonstige Vertragsrisiken Nicht kostendeckende Aufträge Denkmalschutz- und Altlastenauflagen Kostentreiber gesellschaftlich abtrennbar Wertetreiber Potenziale durch Volumenbündelung Potenziale im Vertriebskanal Markenpotenziale Potenziale durch Marktzugang Möglichkeiten durch Komplementärprodukte Chancen durch Vertriebswegetrennung Technologiepotenziale Sortimentspotenziale Kritische Betriebsgrößen Insgesamt suboptimale Betriebsgröße In einzelnen Geschäftsfeldern suboptimale Betriebsgröße Bei Trennung der Kosten- und Wertetreiber suboptimale Betriebsgröße Partner im Geschäftsfeld der Wertetreiber unerlässlich Partner im Bereich der Kostentreiber unerlässlich Notizen Ausprägung nicht zutreffend zum Teil zutreffend zutreffend
29 Checkliste VII: Instrumentenmix der gestaltenden Sanierung 38 Instrumente Marktsegmentierung Potenziale durch Neusegmentierung der Märkte Nicht bediente Marktsegmente Ausreichender Marktzugang zu strategisch wesentlichen Segmenten Neue Regionalmärkte Künftig strategisch relevante Märkte Geschäftsmodell Das Geschäftsmodell zeigt Anpassungspotenziale Das Geschäftsmodell ist auf die Vergangenheit ausgerichtet Technik und Produktion bestimmen das Geschäftsmodell Der USP ist unscharf / unklar Die Erlösträger sind im Wesentlichen unverändert Die Wertschöpfung ist seit langem gleich Das Geschäftsmodell ist unklar Das Geschäftsmodell ist generisch Das Geschäftsmodell ist leicht kopierbar Ressourcen Die Personalressourcen reichen für die Anpassungen im Geschäftsmix aus Die Kompetenzen müssen nur punktuell ergänzt werden Die Produktonsressourcen sind zukunftsorientiert Eine Trennung der Ressourcen nach Kosten- und Wertetreiber ist unerlässlich Die Finanzstruktur kann ohne zusätzliche Gesellschafter an die Erfordernisse angepasst werden Strategische Allianzen Die strategische Lücke kann aus eigener Kraft geschlossen werden Das Unternehmen verfügt strategisch über die notwendige Basis für eine Buy-and-Build-Strategie Die strategische Lücke kann nur in Allianz geschlossen werden Notizen Ausprägung nicht zutreffend zum Teil zutreffend zutreffend
30 Checkliste VIII: Erfolgpotenziale der Instrumente der gestaltenden Sanierung I 39 Nutzbare Erfolgspotenziale und Anlässe Restrukturierung Optimierung der Strukturen Reduzierung Overheads Senkung Personalkosten Senkung Materialkosten Senkung Sachkosten Aufgabe C-Kunden Einstellen C-Artikel Zusatzerlöse für C-Aufträge Anpassung der Prozesse Neuausrichtung der Prozesse auf neue Mengengerüste Gesamtanpassung an neue Geschäfte Fokussierung Schärfung des Kerngeschäftes Reduzierung Leistungsbreite Konzentration auf Kern- / Marktsegmente Konzentration auf Regionen Zusammenführung von Standorten Konzentration auf Vertriebskanäle Konzentration auf Wertschöpfungssegmente Konzentration auf Zielgruppen Übertragung Mehrere Sparten ohne tiefen Verbund Attraktive Teilgeschäfte Attraktive Standorte Trennbare Vertriebskanäle Verlustbringer mit strategischen Assets Potenziale zur Aufdeckung stiller Reserven Strategische Assets in Unternehmensteilen Notizen Ausprägung nicht zutreffend zum Teil zutreffend zutreffend
31 Checkliste IX: Erfolgpotenziale der Instrumente der gestaltenden Sanierung II 40 Nutzbare Erfolgspotenziale und Anlässe Transformation Regelung von Nachfolgeproblemen Neuausrichtung des Geschäftszwecks Muttergesellschaft mit optimalem Geschäft und Auslandsmärkten Finanzierung Firmenkäufe durch Mutter Unzureichender Cashrückfluss an Mutter Vorfinanzierung der Töchter durch Debitoren Finanzierung der Töchter durch Konzerndarlehen Unzureichender Cashflow aus dem operativen Geschäft der Mutter Bedrohte Kapitaldienstfähigkeit von Mutter Cashüberschuss der Töchter Gemischt operativ strategische Führung Keine gleichartige Führung gleichartiger Strukturen Aufspaltung Trennung von Geschäften mit unterschiedlichen Erfolgsfaktoren beziehungsweise Risikoprofilen Wertschöpfungsprozesse mit divergierenden Erfolgsfaktoren Unterschiedliche Alleinstellungsmerkmale von Geschäften und Teilwertschöpfung Spreizungsfähige, unausgenutzte Marke Gegenseitige Behinderung der (Teil-)Geschäfte Trennbarkeit von Vertriebswegen Abtrennbarkeit von Kostentreibern Abtrennbarkeit von Wertetreibern Vertikale Auf- / Abspaltungspotenziale (Trennung der Geschäfte) Komplettverlauf Austausch des Gesellschafters aus strategischen Gründen Austausch des Gesellschafters aus Liquiditätsgründen Austausch des Gesellschafters aus bilanziellen Gründen Doppelnützige Treuhand mit Sicherungsabrede und Bedienungsfall Erteilung M&A-Auftrag durch Altgesellschafter ausreichend Nur zeitliche Fristsetzung für Verkauf durch Altgesellschafter ohne Bedingungsfall Ausprägung nicht zutreffend zum Teil zutreffend zutreffend
32 3.3.1 Eine Schlussfolgerung aus den Checklisten Sind operative und strategische Krise gleichzeitig in einem akuten Stadium, ist häufig die Sanierung selbst aus der Insolvenz heraus nicht mehr möglich. Dann sind Zerschlagung und Verwertung unausweichlich. 3.4 Sanierungsmanagement: Hindernisse und Erfolgsfaktoren Checkliste X: Sanierungsmanagement: Zielführende notwendige Maßnahmen 41 Maßnahmen Anpassungen im Management Ausscheiden der / des Gesellschafters aus der Geschäftsführung Austausch angestellter Geschäftsführer Ausgleich mangelnder Sanierungserfahrung von außen Einsatz Zeitmanager als Sanierer Einsatz Zeitmanager als Funktionsspezialist Neue Führungskraft von außen Neue Führungskraft aus dem Unternehmen Keine Anpassung Sanierung mit vorhandenem Management Echtes Commitment des Inhabers Beirat als Sanierungsinstrument Sanierung ohne Beirat / Aufsichtsrat Es wird ein Lenkungsausschuss implementiert Es existiert ein Beirat Es wird ein Sanierer in den Beirat berufen Der Beirat wird aktiv als Sanierungsinstrument genutzt Der Sanierer ist der Beiratsvorsitzende Der Sanierungsbeirat sitzt im Lenkungsausschuss Ausprägung nicht zutreffend zum Teil zutreffend zutreffend
33 Fortsetzung Checkliste X Maßnahmen Zusammensetzung des Sanierungsteams Der Lenkungsausschuss ist mit ausreichend Sanierungserfahrung besetzt Die Umsetzer sind in der Konzeption integriert Die Konzeptentwickler sind in die Umsetzung integriert Der Lenkungsausschuss hat Weisungsbefugnis in der Projektorganisation Die Organe setzen Empfehlungen des Lenkungsausschusses in Anweisungen um Management und Sanierungsberater sind ein Team Die Projektorganisation bindet die Hoffnungsträger ein Die Teammitglieder stehen hinter den Sanierungszielen Externe Spezialisten sind gut eingebunden Anlässe für eine Treuhandschaft Es fehlt das Commitment des Inhabers Das Unternehmen soll / muss verkauft werden Nachfolge und Führung sind zu regeln Die Eigenkapitalbasis muss verstärkt werden Die Linien müssen zurückgeführt werden Gesellschafterstämme sind zu polen Gewählte Form der Treuhand Doppelnützige Treuhand geschlossen Fiduziarisches Treuhandverhältnis begründet Notizen Ausprägung nicht zutreffend zum Teil zutreffend zutreffend
34 3.4.1 Wie gelingt die Sanierung? Neun Erfolgsfaktoren Schnelle, lückenlose Bestimmung der tatsächlichen Krisenursachen no surprises Die Basis für eine erfolgreiche Sanierung ist die schonungslose Offenlegung aller Krisenursachen. Damit erhalten die Gläubiger einen Überblick über die erforderliche Sanierungsfähigkeit und -würdigkeit, um eine drohende Illiquidität oder Überschuldung abzuwenden. 2. Weit reichende Sanierung (so weit wie möglich, so weit wie nötig) no compromises Die vereinbarten Maßnahmen müssen konsequent umgesetzt werden, auch unter Inkaufnahme von Fehlern. Strukturanpassungen und Personalabbau müssen ohne nachträgliche Korrekturen und langwierige postoperative Behandlung auf Anhieb gelingen. Allerdings ist auch hier zu beachten, dass das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden darf. Das heißt: Kein absoluter Kahlschlag, sondern mit der Olympiamannschaft weiterarbeiten, das heißt zum Beispiel den zehn bis 20 wichtigsten von Die Messlatte hoch legen, ambitionierte, aber erreichbare und messbare Ziele no hype Missstände müssen beherzt mit der notwendigen Härte angegangen werden. Allen Beteiligten muss bewusst sein, dass es ums Ganze geht. 4. Nachhaltige Sanierung durch Beseitigung vorhandener strategischer Defizite no gap Wettbewerbsnachteile und Strategiedefizite müssen beseitigt und strategische Lücken geschlossen, Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsvorteile herausgearbeitet werden. 5. Mobilisierung sämtlicher Wertetreiber ( gestaltende Sanierung ) Trennung von Kostentreibern und Wertevernichtern. Das können zum Beispiel wenig verkaufte Produkte sein oder gemietete Hallen, in denen diese Produkte hergestellt werden. Wertetreiber müssen mobilisiert werden als Grundlage für künftig erfolgreiche Geschäfte. Wenn keine ausreichende Basis für eine Stand-alone -Konzeption vorhanden ist, muss diese als Ausgangspunkt für strategische Allianzen und Kooperationen mit anderen Unternehmen genutzt werden. 6. Keine Rücksichtnahme auf heilige Kühe, auch im Managementbereich Die Nagelprobe für den Sanierungswillen findet insbesondere beim Management statt. Die Sanierung ist gescheitert, wenn diese um Erbhöfe und bestehende Machtstrukturen herum erfolgt. Alte Gewohnheiten sind zu stoppen, die Wurzeln der Probleme zu beseitigen. 7. Rechtzeitige und umfassende Kommunikation aller Stakeholder Durch glaubhafte, schlüssige und nachvollziehbare Kommunikation müssen alle Beteiligten rechtzeitig eingebunden werden. Dies gilt insbesondere für Banken, Lieferanten, das Finanzamt, Sozialversicherungsträger, Mitarbeiter und Führungskräfte. 8. Konzeption und Umsetzung aus einer Hand durchgängiges Sanierungsmanagement Die Akteure, die später die Sanierung umsetzen, müssen in die Konzeptphase eingebunden werden. Entscheidend ist, dass das Konzept möglichst schnell umgesetzt wird. 9. Konsequente Umsetzung stringentes Maßnahmencontrolling Hoher Umsetzungsdruck ist wichtig, um das Ziel zu erreichen. Hierzu bedarf es eines zeitnahen Monitoring- und Reportingprozesses. Damit wird sichergestellt, dass der Lenkungsausschuss, die Banken und die Inhaber immer aktuell über die Ergebnis- und Liquiditätslage informiert sind. 32
35 3.5 Fazit: Profil der Krisenbewältigung 43 Checkliste XI: Wo steht mein Unternehmen? 1. Krisenprofil operative Krise latent manifest akut strategische Krise latent manifest akut 2. Sanierungsstoßrichtung operative Sanierung Prophylaxe gestaltende Sanierung Verwertung aus der Insolvenz 3. Krisenart Absatz Umsatz Kosten Finanzen Management 4. Notwendige Sanierungsbausteine finanzwirtschaftliche Sanierung leistungswirtschaftliche Sanierung bilanzielle Sanierung 5. Perspektive Stand-alone-Perspektive Perspektive nur in Allianz 6. Marktlebenszyklus junger Markt Wachstumsmarkt reifer Markt rückläufiger Markt 7. Unternehmensorientierung Produktion Produkt Technologie Prozess Kunde Kundenprozess 8. Instrumente der operativen Sanierung Liquiditätsmanagement Kostensenkung Ertragssteigerung Bilanzverkürzung 9. Instrumente der strategischen Sanierung neue Marktsegmentierung Anpassung Geschäftsmodell Anpassung Wertschöpfung strategische Neuausrichtung Beseitigung Ressourcenengpässe 10. Maßnahmen des Sanierungsmanagements Managementwechsel Zeitmanager aufnehmen Gesellschafter aus Geschäftsführung Sanierungsbeirat Treuhänder 11. Größte Erfolgspotenziale Fokussierung der Geschäfte Verkauf von Randgeschäften Konzentration auf ein Standbein Trennung Kosten- und Wertetreiber Neuausrichtung Konzernstruktur und Konzernführung Aufdeckung stiller Reserven 12. Geeignetes Instrument der gestaltenden Sanierung Restrukturierung Übertragung Aufspaltung Fokussierung Transformation Komplettverkauf 33
36 34 4.
37 Sanierungskonzepte: Wie Wirtschaftsprüfer vorgehen Die IHK Darmstadt veröffentlicht im Folgenden für ihre Mitgliedsunternehmen die Original- IDW-Standard-Grundlagen Anforderungen an die Erstellung von Sanierungskonzepten. Damit möchten wir Unternehmen, die ihr Problem erkannt haben, die richtigen Maßnahmen an die Hand geben, um richtig darauf zu reagieren. So kann eine erfolgreiche Sanierung funktionieren. Tipp: Durchgearbeitete Nächte und gut durchdachte Pläne helfen nichts, wenn die Wirtschaftsprüfer die Zahlen und Daten letztendlich in einer anderen Zusammenstellung oder Abfolge brauchen. Sind die Fakten aber einmal in der richtigen Form, fördert das die unkomplizierte und vor allem effektive Zusammenarbeit mit dem Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Und nicht nur das: Die richtige Vorbereitung beschleunigt auch die Reaktionsfähigkeit der Unternehmen auf eventuelle Krisen. 4.1 Die passende Form: der IDW-Standard IDW S 6 Der IDW-Standard IDW S 6 basiert auf den Ausführungen in der IDW-Stellungnahme FAR 1/1991: Anforderungen an Sanierungskonzepte. Bei der Überarbeitung wurden sowohl die Entwicklungen in der betriebswirtschaftlichen Fachliteratur, als auch in der Sanierungspraxis berücksichtigt. Mit dem neuen Standard wird ausdrücklich differenziert zwischen umfassenden Sanierungskonzepten zur betriebswirtschaftlichen Neuausrichtung eines Unternehmens und den oft nachgefragten, weniger weitgehenden Konzepten zur Beseitigung der Insolvenzantragsgründe. Zudem werden die Modalitäten der Auftragsvereinbarung erläutert sowie die unterschiedlichen Krisenstadien. Regelungen zur Prüfung sind in IDW S 6 dagegen nicht mehr enthalten. Der IDW-Standard gibt den Rahmen vor, in dem für jeden Einzelfall die passende Lösung gefunden werden kann. Dabei ist die glaubhafte, schlüssige und nachvollziehbare Darstellung der Sanierungsfähigkeit des Unternehmens Grundlage für die Erarbeitung des individuellen Sanierungskonzeptes. Die Erstellung des Sanierungskonzeptes orientiert sich an folgenden Grundlagen: Kernanforderungen an Sanierungskonzepte Abhängigkeit des Sanierungskonzeptes vom Krisenstadium Festlegung des Auftragsinhalts und der Verantwortlichkeit Die folgenden Textteile bis einschließlich Kapitel 4.6 sind entnommen aus: IDW-Standard: Anforderungen an die Erstellung von Sanierungskonzepten (IDW S 6). Er wurde am 20. August 2009 verabschiedet und ist in den IDW Fachnachrichten Heft 11/2009 veröffentlicht worden
38 4.2 Darstellung und Analyse des Unternehmens Anforderungen an die Qualität der Informationen Basisinformationen über das Unternehmen Die wirtschaftlichen und rechtlichen Daten sind hier die wesentlichen Aspekte. Sanierungsrelevante Sachverhalte werden fokussiert. Analyse der Unternehmenslage Analyse des Umfeldes Analyse der Branchenentwicklung Analyse der internen Unternehmensverhältnisse Hier erfolgen eine Lagebeurteilung, die Analyse des bereits eingetretenen Krisenstadiums und der Krisenursachen. Nach der Feststellung des Krisenstadiums, der Analyse der Krisenursachen erfolgen nun die wesentlichen Aussagen zur Unternehmensfortführung. Aussagen zur Unternehmensfortführung Aussagen zur Zahlungsunfähigkeit nach 17 InsO Aussagen zur Überschuldung nach 19 InsO Aussagen zur Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit nach 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB 4.3 Am Leitbild des sanierten Unternehmens ausrichten Ein umfassendes Sanierungskonzept beinhaltet zwingend das Leitbild des sanierten Unternehmens. Dieses umschreibt die Konturen des Unternehmens. Dabei ist in wirtschaftlicher Hinsicht mindestens eine nachhaltige durchschnittliche branchenübliche Umsatzrendite und Eigenkapitalquote aufzuweisen. Inhaltlich ist abzustellen auf: Bedeutung des Leitbildes des sanierten Unternehmens Beschreibung der Unternehmensstrukturen Beschreibung von Wettbewerbsvorteilen und Wettbewerbsstrategien 4.4 Bewältigung der Unternehmenskrise je nach Stadium Inhalte und Maßnahmen des Sanierungskonzeptes werden durch das jeweilige Krisenstadium bestimmt. Aufgrund der Dringlichkeit werden die Sanierungsmaßnahmen zunächst auf die Beseitigung von Insolvenzgründen, d. h. auf die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit und auf die Schuldendeckung, danach auf das Erreichen der Gewinnzone gerichtet. Effiziente Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen und eine strategische (Neu-) Ausrichtung des Unternehmens folgen. IDW 6 empfiehlt hier folgende Vorgehensweise: Überwindung der Insolvenz Vermeidung der Insolvenz Überwindung der Liquiditätskrise Überwindung der Erfolgskrise Überwindung der Produkt- und Absatzkrise Überwindung der Strategiekrise Überwindung der Stakeholderkrise 36
39 4.5 Integrierte Sanierungsplanung Eine zahlenmäßige Planung des Sanierungsablaufes ist Grundlage des Sanierungskonzeptes. Die Finanzierbarkeit der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen wird durch eine rechnerische Verprobung belegt. Auf Basis des Status quo müssen Maßnahmeneffekte zusammengefasst und in der Unternehmensplanung integriert werden. Tragfähigkeit und Stimmigkeit sind anhand geeigneter Kennzahlen im Planungszeitraum zu plausibilisieren. Die einzelnen Schritte sind: Darstellung der Problem- und Verlustbereiche Darstellung der Maßnahmeneffekte Aufbau des integrierten Sanierungsplans (Ergebnis-, Finanz- und Vermögensplan) Kennzahlen 4.6 Fazit: Wie kann es gelingen? Selbst bei bester und vorausschauender Unternehmensplanung sowie eines Portfolio- und Risikokreditmanagements sind Unternehmenskrisen grundsätzlich nicht auszuschließen. Heilsam für die Unternehmen ist die Krise, wenn der maßgebliche Antrieb zur Krisenbewältigung aus dem Unternehmen selbst kommt. Absolute Voraussetzung ist dabei eine positive Fortführungsprognose. Dabei ist es dringend notwendig, dass die Anteilseigener gleiche Ziele verfolgen. 37
40 38 5.
41 Insolvenz: Was ist zu tun? In der Insolvenz sind die Handlungsmöglichkeiten der Unternehmensleitung auf ein Minimum reduziert. Ein staatliches reglementiertes Verfahren setzt diese engen Grenzen, bei dem auch der Steuerberater nur noch im vom Gesetz zugelassenen Rahmen eingreifen kann. Die Entscheidungsbefugnis liegt nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Wesentlichen beim Insolvenzverwalter allein. Ist eine Sanierung geplant, ist die Beratung eines Spezialisten mit Insolvenzerfahrung sehr zu empfehlen. 5.1 Insolvenzordnung Die Insolvenzordnung (InsO) ist am 1. Mai 1994 in Kraft getreten. Sie ist die einheitliche gesetzliche Regelung für alle Fälle der Insolvenz. 5.2 Ziele des Insolvenzverfahrens Das Insolvenzverfahren dient dazu, die Gläubiger eines Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen. Dazu wird das Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt. Stattdessen kann in einem Insolvenzplan eine abweichende Regelung insbesondere zum Erhalt des Unternehmens getroffen werden. Dem redlichen Schuldner wird damit die Gelegenheit gegeben, sich von seinen restlichen Verbindlichkeiten zu befreien ( 1 InsO) Der Insolvenzantrag Örtliche Zuständigkeit Zuständig für den Schuldner ist ausschließlich das Insolvenzgericht, in dessen Bezirk der Schuldner seinen allgemeinen Gerichtsstand hat. Liegt der Mittelpunkt einer selbständigen wirtschaftlichen Tätigkeit des Schuldners an einem anderen Ort, so ist ausschließlich das Insolvenzgericht zuständig, in dessen Bezirk dieser Ort ist. ( 2 InsO) Insolvenzgericht Sind eine Person oder ein Unternehmen zahlungsunfähig oder überschuldet, wird auf Antrag eines Gläubigers oder des Schuldners beim Insolvenzgericht ein Insolvenzverfahren beantragt und durchgeführt. Unternehmen Ein vom Gericht eingesetzter Insolvenzverwalter verwertet und verteilt das vorhandene Vermögen des Schuldners unter der Aufsicht des Insolvenzgerichts oder er versucht das Unternehmen zu erhalten und weiterzuführen, um aus den Erträgen des erhaltenen Unternehmens die Gläubiger zu befriedigen. 39
42 Privatpersonen Die Insolvenzordnung gibt auch Privatpersonen die Gelegenheit, sich von ihren Schulden zu befreien. Jeder Verbraucher kann für eine Restschuldbefreiung einen Insolvenzantrag bei dem Insolvenzgericht einreichen. Vorher muss eine außergerichtliche Schuldenbereinigung mit Hilfe eines Rechtsanwalts oder Steuerberaters oder der Schuldnerberatungsstelle des Insolvenzgerichtes gescheitert sein. Selbstständige Für Personen, die eine selbstständige wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt haben, gelten die Vorschriften des Verbraucherinsolvenzverfahrens nur dann, wenn die Vermögensverhältnisse überschaubar sind und keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen bestehen. Als überschaubar gelten die Vermögensverhältnisse dann, wenn der Schuldner zum Zeitpunkt der Antragstellung weniger als 20 Gläubiger hat. Schuldenbereinigung In einem gerichtlichen Verfahren wird, falls dies Aussicht auf Erfolg verspricht, noch einmal der Versuch unternommen, mit den Gläubigern eine Einigung über eine Schuldenbereinigung zu erzielen. Vereinfachtes Insolvenzverfahren Scheitert diese gerichtliche Schuldenbereinigung, dann wird in einem vereinfachten Insolvenzverfahren das Vermögen des Schuldners verwertet. In einer daran anschließenden Wohlverhaltensperiode muss der Schuldner sein pfändbares Einkommen an einen vom Insolvenzgericht bestellten Treuhänder abtreten, der das Geld an die Gläubiger verteilt. Nach Ablauf dieser Wohlverhaltensperiode entscheidet das Insolvenzgericht, ob der Schuldner von seinen restlichen Verbindlichkeiten befreit wird. Die Gesamtdauer von vereinfachten Insolvenzverfahren und Wohlverhaltensperiode beträgt sechs Jahre. Ist ein Nachlass überschuldet, kann ein Nachlassinsolvenzverfahren durchgeführt werden Bezirk des Insolvenzgerichts Darmstadt Das Insolvenzgericht in Darmstadt ist zuständig für alle Insolvenzverfahren im Bezirk des Landgerichts Darmstadt (mit Ausnahme der Amtsgerichtsbezirke Offenbach, Langen und Seligenstadt): Bensheim Darmstadt Dieburg Fürth / Odenwald Groß-Gerau Lampertheim Michelstadt Rüsselsheim Kontaktdaten Insolvenz- und Vollstreckungsgericht Darmstadt Gebäude D Mathildenplatz Darmstadt Telefon: Telefax:
43 5.3.4 Veröffentlichung im Internet Seit 1. März 2004 werden alle nach der Insolvenzordnung vorgeschriebenen öffentlichen Bekanntmachungen hessischer Insolvenzgerichte im Internet veröffentlicht. Die Internet- Adresse lautet: Soweit nach der Insolvenzordnung vorgeschriebene Pflichtveröffentlichungen zusätzlich im Bundesanzeiger zu publizieren sind, können diese online im elektronischen Bundesanzeiger eingesehen werden: Hinweis: Öffentliche Bekanntmachungen von Insolvenzverfahren erfolgen im Staatsanzeiger des Landes Hessen, in örtlichen Tageszeitungen und soweit vorgeschrieben im Bundesanzeiger. In 9 Abs. 1 Insolvenzordnung und der Verordnung zu öffentlichen Bekanntmachungen in Insolvenzverfahren im Internet vom ist die Verfahrensweise bei Internetveröffentlichungen geregelt. 5.4 Eigenantrag für die Unternehmensinsolvenz Das Insolvenzgericht muss die maßgebenden Umstände für seine Entscheidungen von Amts wegen ermitteln. Der Schuldner ist zur umfassenden Mitwirkung verpflichtet. In Fällen der Unternehmensinsolvenz ist dies besonders wichtig, weil sonst keine Sanierung des Unternehmens möglich ist Wer darf eine Insolvenz beantragen? Voraussetzung für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist, dass ein Insolvenztatbestand (Eröffnungsgrund) vorliegt. Bei Eigenanträgen, das heißt wenn der Rechtsträger des Unternehmens selbst das Insolvenzverfahren beantragt hat, sind je nach Rechtsform Eröffnungsgründe: die drohende oder bereits eingetretene Zahlungsunfähigkeit und die Überschuldung ( 16 bis 19 InsO). Bei juristischen Personen, zum Beispiel Kapitalgesellschaften oder eingetragenen Vereinen, ist jede gesetzliche Vertretung einzeln berechtigt, den Insolvenz-Eigenantrag zu stellen. Das gilt auch wenn er sonst nur gemeinsam mit anderen Personen vertretungsbefugt ist ( 15 Abs. 1 InsO). Dies können Geschäftsführer oder Vorstandsmitglieder sein oder bei Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit, zum Beispiel OHG oder KG, jeder persönlich haftende Gesellschafter. Anders ist es beim Eigenantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit: Ein Einzelner kann den Antrag nur stellen, wenn er auch einzeln vertretungsbefugt ist ( 18 Abs. 3 InsO). In allen Fällen, in denen einer von mehreren gesetzlichen Vertretern allein den Antrag stellt, muss bei der Antragstellung der Eröffnungsgrund glaubhaft gemacht werden ( 15 Abs. 2 InsO). Dies kann vor allem durch die Vorlage von eidesstattlichen Versicherungen oder von Urkunden geschehen Welche Angaben müssen gemacht werden? Das Insolvenzgericht muss überprüfen, ob ein Eröffnungsgrund tatsächlich vorliegt ( 5 InsO). Der Schuldner ist deshalb verpflichtet, auch nach der Antragstellung, das Gericht bei den Ermittlungen zu unterstützen. Schon bei Antragstellung müssen aussagekräftige Unterlagen vorgelegt werden, die dem Gericht ein möglichst genaues Bild der gegenwärtigen Finanz- und Vermögenslage des verschuldeten Unternehmens vermitteln. Hierzu gehören: eine geordnete und vollständige Übersicht über Vermögen und Verbindlichkeiten sowie detaillierte Verzeichnisse von Gläubigern und Schuldnern. Für eine solche Übersicht reicht es nicht aus, Bilanzen vorzulegen. 41
44 Es ist notwendig, sämtliche Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit Verkehrswert einzeln aufzuführen. Uneinbringliche oder zweifelhafte Aktiva sind als solche kenntlich zu machen und mit ihrem wahrscheinlichen Liquidationswert anzusetzen. Gegenstände, an denen Dritte ein Recht auf Herausgabe oder abgesonderte Befriedigung haben, sind unter Angabe des entsprechenden Rechts genau zu bezeichnen. Tipp: Für die Angaben zur Vermögens- und Finanzlage für den Eröffnungsantrag kann ein Fragebogen verwendet werden, der bei jedem Insolvenzgericht erhältlich ist und auf der Website der IHK Darmstadt (siehe Kapitel 5.4.5) Ist bei Antragstellung kein nennenswertes, wirtschaftlich verwertbares Vermögen mehr vorhanden, so muss im Einzelnen erklärt werden, wie diese Vermögenslage zustande gekommen ist. Das bedeutet konkret: Die geschäftliche Entwicklung des Unternehmens in den letzten zwei Jahren muss geschildert und angegeben werden, was aus dem früher vorhandenen Vermögen geworden ist Welche Auskunfts- und Mitwirkungspflichten gelten? Die Angaben bei Antragstellung geben dem Gericht nur einen vorläufigen Überblick. Die Schuldner sowie deren gesetzliche Vertreter sind deshalb verpflichtet, dem Insolvenzgericht über alle das Verfahren betreffenden Verhältnisse vollständig und wahrheitsgemäß Auskunft zu geben. Dies gilt besonders für die Ursachen, die zur Feststellung und vorläufigen Sicherung der Masse und für die Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens erforderlich sind ( 20, 97, 98, 101 InsO). Dabei müssen auch Tatsachen offenbart werden, die einen Straftatbestand oder eine Ordnungswidrigkeit bedeuten ( 20, 97 InsO). Vielfach setzt das Gericht einen Sachverständigen ein, der die Vermögenslage des Schuldners aufklärt. Zur Sicherung der Masse bestellt das Gericht einen vorläufigen Insolvenzverwalter. Er überprüft die Verhältnisse im Einzelnen. Die Schuldner sind auch gegenüber diesen Gerichtsbeauftragten zur Mitwirkung und Auskunft verpflichtet. Sie müssen ihnen alle Informationen geben und alle Unterlagen zur Verfügung stellen, die diese benötigen, um ihren Auftrag zu erfüllen. Dies gilt besonders für: sämtliche Buchführungsunterlagen sonstige Geschäftspapiere Verträge und Gesellschafterbeschlüsse. Befinden sich diese Unterlagen zum Beispiel beim Steuerberater, müssen sie von dort zurückgeholt werden. Für Auskünfte und Mitwirkung müssen die Schuldner oder deren gesetzliche Vertretung auf Anordnung des Gerichts jederzeit zur Verfügung stehen ( 97 Abs. 3 InsO). Sie müssen, falls es verlangt wird, persönlich erscheinen, um einen Sachverhalt zu erläutern. Wer entgegen diesen Auskunfts- und Mitwirkungspflichten Vermögensbestandteile, die im Falle der Verfahrenseröffnung zur Insolvenzmasse gehören, verheimlicht oder beiseite schafft, macht sich wegen Bankrotts strafbar ( 283 Abs. 1 Nr. 1 Strafgesetzbuch (StGB)). Sanktionen bei Verletzung der Mitwirkungs- und Auskunftspflicht Zur Durchsetzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflichten kann das Insolvenzgericht die Vorführung der Schuldner oder ihrer gesetzlichen Vertretung zwangsweise anordnen und notfalls in Haft nehmen ( 20, 98 InsO). 42
45 5.4.4 Wann soll der Insolvenzplan ausgearbeitet werden? Falls der Eröffnungsantrag gestellt wird, um das Unternehmen mit Hilfe eines Insolvenzplans zu sanieren, sollte dies bereits im Antrag mitgeteilt werden. Angegeben werden sollten die Grundzüge des Plans. Mit der Ausarbeitung der Einzelheiten sollten die Verantwortlichen des verschuldeten Unternehmens so früh wie möglich beginnen. Sie sollten dabei den Rat von Fachleuten mit besonderen Kenntnissen im Arbeits- und Wirtschaftsrecht suchen Eigenantrag beim Amtsgericht Darmstadt Das Original-Antragsformular des Amtsgerichts Darmstadt für eine Insolvenz erhalten Sie auf Dokument-Nummer Welche Orte zum Einzugsgebiet des Gerichts gehören, lesen Sie im Kapitel in dieser Broschüre Bestrittene Forderungen Ein Problem für Gläubiger 46 Der Verwalter oder Gläubiger eines insolventen Unternehmens kann einem anderen Gläubiger eine Forderung streitig machen. Dieser muss seine nun bestrittene Forderung dann einklagen. Welches Gericht ist für die Klage zuständig? Für die Klage ist ausschließlich das Amtsgericht zuständig, bei dem das Insolvenzverfahren geführt wird. Ist kein Amtsgericht für den Streitgegenstand zuständig, dann ist es das Landgericht in dessen Bezirk das Insolvenzgericht liegt. Bestand der Rechtsstreit über die Forderung bereits, bevor das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist, dann läuft die Feststellung der Forderung im Rahmen des bestehenden Rechtsstreits weiter. Tipp: Es ist ratsam, zunächst dem Verwalter zu beweisen, dass die Forderung berechtigt ist. Zudem kann man den Verwalter dazu veranlassen, die Forderung nachträglich dem Insolvenzgericht gegenüber anzuerkennen. Wenn das gelingt, besteht die Möglichkeit, die Insolvenztabelle 47 zu berichtigen. Wichtig: Ob eine bestrittene Forderung zu Recht besteht, beantwortet den Gläubigern nicht das Insolvenzgericht. Die Antwort liefert allein der Verwalter oder das Prozessgericht. 43
46 Glossar Bestrittene Forderungen 43 Business Judgment Rules 10 Drei-Wochen-Frist 9, 10 Endogene Krisen 13 Erfolgskrise 16, 36 Erkundungspflicht für den Gläubiger 8 Ernsthaft eingeforderte Verbindlichkeiten 8 Exogene Krisen 15 Fortbestehensprognose 9, 10, 13 Geschäftsführer 30, 41 IDW 7, 8, 13, 16, 17, 22, 35, 36 IDW S 6 42 Insolvenz 10, 13, 17, 30, 39, 41, 43 Insolvenzantrag 40 Insolvenzgericht 39, 40, 41, 42, 43 Insolvenzreife 16 Insolvenztabelle 43 Insolvenzverfahren 5, 8, 10, 39, 40, 41, 43 Kostensanierung 22, 23 Krisenstadien 17, 35 Kurzfrist-Finanzplanung 7, 8, 9, 11 Kurzfrist-Liquiditätsplanung 9, 10, 11 Liqiditätsstatus 11 Liquiditätskrise 11, 18, 43 Liquiditätsstatus 8, 9, 10, 11 Liquiditätstatus 9 Operative Krise 16, 18, 33 Personal 22 Produkt- und Absatzkrise 16, 36 Rekonfiguration der Geschäfte 22 Sanierung 13, 16, 18, 21, 22, 28, 29, 30, 32, 35, 39, 41 Stakeholderkrise 16 Strategiekrise 36 Strategische Krise 16, 17, 18, 22, 30, 33 Stundungsabreden 8 Umsatzsanierung 22, 23 Unternehmenskrise 5, 13, 15, 36, 37 Wirtschaftsprüfer 7, 21, 22, 35 Zahlungsstockung 6, 9, 11 Zahlungsunfähigkeit 5, 7, 9, 10, 11, 16, 17, 36, 41 44
47 Endnoten 1 BGH WM 1972, S. 75; BGHZ (Sammlung der Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Zivilsachen) 81, S a GmbH-Gesetz Aktiengesetz GmbH-Gesetz 5 In: IDW (Hrsg.): Das IDW 2008/2009 Tätigkeitsbericht. Düsseldorf 2009, S. 61f. 6 In: Zeitschrift Die Wirtschaftsprüfung, herausgegeben vom IDW, 22. Januar 1999, S Leitentscheidung des Bundesgerichtshofs vom 24. Mai 2005, Aktenzeichen: IX ZR 123/04, In: Der Betrieb (Zeitschrift), S nach 286 Abs. 3 Bürgerliches Gesetzbuch 9 Urteil vom 22. Februar 2001, Aktenzeichen: IV StR 421/00, In: Neue Zeitschrift für Strafrecht (NStZ), S. 485 f. 10 nach 17 Abs. 2 Insolvenzordnung de/inso Konkludentes Handeln bezeichnet eine stillschweigende Willenserklärung, die nicht ausdrücklich erfolgt ist. 12 vgl. hierzu Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 19. Juli 2007, Aktenzeichen IX ZB 36/07, In: Zeitschrift für Wirtschaftsrecht (ZIP, bis 1982: Zeitschrift für Wirtschaftsrecht und Insolvenzpraxis), S nach 129 Insolvenzordnung 14 nach 64 Abs. 1 GmbH-Gesetz gmbhg 15 nach 92 Abs. 2 Aktiengesetz 16 Urteil des Bundesgerichtshofs vom 21. Juni 2007, Aktenzeichen: IX ZR 231/04, In: Zeitschrift für Wirtschaftsrecht (ZIP, bis 1982: Zeitschrift für Wirtschaftsrecht und Insolvenzpraxis), S Unter Bezugnahme auf das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12. Oktober 2006, Aktenzeichen IX ZR 228/03, In: Der Betrieb (Zeitschrift), S IDW (Hrsg.): WP Handbuch 2008 Band II, Teil L, S. 162 ff. 18 vgl. Leitsatz 2 im Urteil des Bundesgerichtshofs vom 24. Mai 2005, Aktenzeichen: IX ZR 123/04, In: Der Betrieb (Zeitschrift), S vgl. Leitsatz 3 im Urteil des Bundesgerichtshofs vom 24. Mai 2005, Aktenzeichen: IX ZR 123/04, In: Der Betrieb (Zeitschrift), S Als Business Judgment Rule (BJR) wird eine rechtliche Konstruktion bezeichnet, die dem US-amerikanischen Recht ähnelt. Die BJR stellt Geschäftsleiter (also Vorstände, Geschäftsführer und Aufsichtsräte) unter genau bezeichneten Bedingungen haftungsfrei, obwohl die Geschäftsleiter bei Ausübung ihres Ermessens Fehlentscheidungen getroffen haben, die zu einem Schaden geführt haben. Sie ist durch das Gesetz zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG) im Jahr 2005 in den 93 des Aktiengesetzes eingeführt worden, soll sinngemäß aber auch für alle anderen unternehmerischen Rechtsformen angewendet werden. Hegele-Raih, Cornelia: Was ist Business Judgment Rule? In: Harvard Business Manager Online, 18. Januar gemäß 93 Abs. 1 Satz 2 Aktiengesetz 22 nach 64 Abs. 1 GmbH-Gesetz gmbhg, beziehungsweise 92 Abs. 2 Aktiengesetz 23 IDW (Hrsg.): WP Handbuch 2008 Band II, Teil L, S IDW (Hrsg.): WP Handbuch 2008 Band II, Teil F, S IDW (Hrsg.): WP Handbuch 2008 Band II, Teil F, S IDW (Hrsg.): WP Handbuch 2008 Band II, Teil F26, S. 412 ff. Und: IDW Standard: Anforderungen an die Erstellung von Sanierungskonzepten (IDW S 6) verabschiedet vom Fachausschuss Sanierung und Insolvenz (FAS) am 20. August 2009; billigende Kenntnisnahme durch den Hauptfachausschuss (HFA) am 9. September 2009, IDW Fachnachrichten Nr. 11/2009, S. 578 ff. 27 Die Unternehmensberater der Dr. Wieselhuber & Partner GmbH aus München veröffentlichen regelmäßig Publikationen für Unternehmen in der Krise. Die Checklisten in der vorliegenden Broschüre stammen, nach freundlicher Genehmigung der Urheber, aus dieser Quelle. 28 Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München 2005, S Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München 2005, S. 75 f. 30 Herausgeber Dr. Klaus Wimmer, in: Frankfurter Kommentar zur Insolvenzordnung: 2. Auflage, 220, RZ S. 58 f. Flessner, Axel: Sanierung und Reorganisation Insolvenzverfahren für Großunternehmen in rechtsvergleichender und rechtspolitischer Untersuchen, S. 2. Und: ; Peter Limmer, in: Kölner Schrift zur Insolvenzordnung, S. 932, RZ Eisele, In: Chielewitz/Schweizer, Handwörterbuch des Rechnungswesens, S Vgl. Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München 2005, S Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München 2005, S Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München 2005, S Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München 2005, S Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München 2005, S Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München 2005, S Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München 2005, S Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München 2005, S Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München 2005, Abbildung 24, S Prof. Wieslhuber & Partner: Die gestaltende Sanierung Instrumente zur nachhaltigen Krisenbewältigung, München 2005, S. 88 f. 44 Erhältlich beim IDW-Verlag in Düsseldorf 45 Bundesgesetzblatt, Teil I, S Die Informationen in diesem Abschnitt basieren auf einem Merkblatt des Amtsgerichts Darmstadt, Stand Januar Der Insolvenzverwalter stellt in der Insolvenztabelle alle angemeldeten und von ihm geprüften Forderungen zusammen. 45
48 Dank Mein Dank gilt Herrn Professor Dr. Norbert Wieselhuber und Herrn Dr. Volkhard Emmrich von der Dr. Wieselhuber & Partner GmbH Unternehmensberatung in München für die Nutzung der Managementbroschüre Die gestaltende Sanierung Instrument zur nachhaltigen Krisenbewältigung. Speziell für kritische Diskussionen im Unternehmen und zur Selbstdiagnose wurden Checklisten für den Unternehmensalltag erarbeitet, die eine Leitlinie für die schnelle und strukturierte Erstbeurteilung geben. Bei der Bewältigung von Strategiekrisen gerade im Anfangsstadium, handelt es sich um eine echte unternehmerische Aufgabenstellung. Deshalb halten wir den Themenkomplex für unsere Mitgliedsunternehmen für außerordentlich wichtig. Mein Dank gilt dem IDW-Verlag für seine freundliche Unterstützung. Der IDW-Standard wird über den IDW Verlag GmbH als Broschüre veröffentlicht. Der Verlag im Internet: Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) veröffentlicht auf seiner Homepage viele weitere Publikationen. Mein Dank gilt meiner Kollegin Anette Schminck für die kritische Durchsicht, die redaktionelle Bearbeitung und die vielfältigen Anregungen beim Korrekturlesen des Manuskripts. 46
49 Ihre Ansprechpartner bei der IHK Darmstadt Karl-Dieter Weber Geschäftsbereich Starthilfe und Unternehmensförderung Telefon Karl-Dieter Weber wurde 1953 in Laufenburg / Baden geboren. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann und seiner Tätigkeit bei einer deutschen und einer ausländischen Großbank im Außen- und Devisenhandel erfolgte ein Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Steuerrecht und Wirtschaftsprüfung. Seit 1977 ist er bei der Industrie- und Handelskammer Darmstadt in verschiedenen Geschäftsbereichen und Funktionen tätig. Seine Schwerpunkte sind die Gründungs- Aufbau-, Nachfolge und Krisenberatung. Er ist stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Starthilfe und Unternehmensförderung. Martin Proba Leiter Geschäftsbereich Starthilfe und Unternehmensförderung Telefon Martin Proba wurde 1965 in Straubing / Niederbayern geboren. Nach der Ausbildung zum Luftwaffenoffizier studierte er Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Es folgten Tätigkeiten als Offizier in Ausbildungseinheiten und in der Öffentlichkeitsarbeit. Danach war er Assistent der Geschäftsführung in einem Dienstleistungsunternehmen mit den Aufgabenbereichen Personal, Marketing und Vertrieb. Seit 1995 ist er bei der Industrie- und Handelskammer Darmstadt tätig und leitet die Geschäftsbereiche Starthilfe und Unternehmensförderung sowie International. Seine Schwerpunkte sind Gründungs-, Aufbau-, Nachfolge- und Krisenberatung sowie Marketing. 47
Mittelstand in NRW. Wenn Unternehmen scheitern Informationen für überschuldete Selbstständige Impressum Herausgeber Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen Referat Presse und

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