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Timestamp: 2020-02-21 15:50:29+00:00

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BFH, 23.01.2008 - I R 40/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,708
BFH, 23.01.2008 - I R 40/07 (https://dejure.org/2008,708)
BFH, Entscheidung vom 23.01.2008 - I R 40/07 (https://dejure.org/2008,708)
BFH, Entscheidung vom 23. Januar 2008 - I R 40/07 (https://dejure.org/2008,708)
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EStG § 4 Abs. 2
Nachträ;gliche Bildung von Rückstellungen
Berichtigung einer im Zeitpunkt ihrer Erstellung dem Maßstab des Erkenntnisstands und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechenden Bilanz; Berücksichtigung der Bildung einer Rückstellung für die Kosten der Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen bei der ...
Voraussetzungen für Bilanzberichtigung und Bilanzänderung
Nachträgliche Bilanzberichtigung ist bei zunächst ordnungsgemäßer Bilanz ausgeschlossen
Voraussetzungen für die Änderung einer Bilanz
Bilanzberichtigung und außerbilanzielle Gewinnkorrekturen
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH v. 23.01.2008, Az.: I R 40/07 (BFH: Bilanzberichtigung und Bilanzänderung - Nachträgliche Bildung von Rückstellungen)" von Achim Bergemann, original erschienen in: BB 2008, 1446 - 1448.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 23.1.2008, Az.: I R 40/07 (Gewinnermittlung: Voraussetzungen für eine Bilanzberichtigung oder -änderung durch nachträgliche Bildung von Rückstellungen)" von WP/StB Prof. Dr. Wolf-Dieter Hoffmann, original erschienen in: GmbHR ...
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH v. 23.01.2008, Az.: I R 40/07 (Bilanzberichtigung und -änderung)" von RA/StB Dr. Jürgen Schimmele, original erschienen in: EStB 2008, 234.
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH v. 23.01.2008, Az.: I R 40/07 (Bilanzberichtigung und -änderung)" von RA/StB Dr. Jürgen Schimmele, FA SteuerR, original erschienen in: GmbH-StB 2008, 225.
BFHE 220, 361
BB 2008, 1329
BB 2008, 1446
BB 2009, 43
DB 2008, 1354
BStBl II 2008, 669
Der BFH hat diese Rechtsprechung durch das Urteil vom 5. Juni 2007 I R 47/06 (BFHE 218, 221, BStBl II 2007, 818) bestätigt (ebenso BFH-Urteile vom 23. Januar 2008 I R 40/07, BFHE 220, 361, BStBl II 2008, 669; vom 17. Juli 2008 I R 85/07, BFHE 222, 418, BStBl II 2008, 924;… vom 16. Dezember 2008 I R 54/08, BFH/NV 2009, 746, …und vom 16. Dezember 2009 IV R 18/07, BFH/NV 2010, 1419).
Dieser sog. subjektive Fehlerbegriff (…der zum Teil auch als "normativ-subjektiver" Fehlerbegriff bezeichnet wird, z.B. Wied in Blümich, a.a.O., § 4 EStG Rz 983) gilt nach bisheriger Rechtsprechung nicht nur für Tatsachenkenntnisse, sondern auch für die Beurteilung der rechtlichen Verhältnisse (z.B. BFH-Urteile vom 14. August 1975 IV R 30/71, BFHE 117, 44, BStBl II 1976, 88; vom 12. November 1992 IV R 59/91, BFHE 170, 217, BStBl II 1993, 392; vom 5. April 2006 I R 46/04, BFHE 213, 326, BStBl II 2006, 688; vom 23. Januar 2008 I R 40/07, BFHE 220, 361, BStBl II 2008, 669).
An die Einbeziehung der Beurteilung von Rechtsfragen in den subjektiven Fehlerbegriff hat der vorlegende Senat in jüngerer Zeit in einer Reihe von Entscheidungen angeknüpft, in denen die Steuerpflichtigen im Wege von Bilanzberichtigungen nach § 4 Abs. 2 Satz 1 EStG nachträglich gewinnmindernde Rückstellungen für drohende Verbindlichkeiten (§ 249 Abs. 1 Satz 1 HGB) gebildet hatten, deren Berechtigung zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung umstritten und höchstrichterlich noch nicht geklärt war, die aber später vom BFH anerkannt worden waren (Senatsurteile in BFHE 213, 326, BStBl II 2006, 688, und in BFHE 218, 221, BStBl II 2007, 818: Rückstellungen für künftige Beihilfeansprüche; Senatsurteile in BFHE 220, 361, BStBl II 2008, 669; in BFHE 222, 418, BStBl II 2008, 924;… vom 16. Dezember 2008 I R 54/08, BFH/NV 2009, 746: Rückstellungen für künftige Kosten der Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen).
Das gilt auch für Rechtsfragen, die --auch wenn sie die Bilanzansätze an sich nicht berühren-- mit Bilanzierungsfragen in Zusammenhang stehen können, wie beispielsweise solche in Zusammenhang mit der Nichtabziehbarkeit von Betriebsausgaben, mit der Erfassung von Übernahmegewinnen gemäß § 12 Abs. 2 des Umwandlungssteuergesetzes 1995 (vgl. zu beidem das Senatsurteil in BFHE 220, 361, BStBl II 2008, 669) oder mit verdeckten Gewinnausschüttungen i.S. von § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG 1996.
Demgemäß konnte aus Sicht der Geschäftsführung der B-GmbH auch kein Zweifel darüber bestehen, dass am Bilanzstichtag 31. Dezember 2004 (bzw. nach Maßgabe des Kenntnisstands an dem Zeitpunkt, an dem die B-GmbH die Bilanz spätestens hätte erstellen müssen, s. BFH-Urteil vom 3. Juli 1991 X R 163-164/87, BFHE 164, 556, BStBl II 1991, 802; s.a. Senatsurteil vom 23. Januar 2008 I R 40/07, BFHE 220, 361, BStBl II 2008, 669) nur ein hinreichend sicherer Anspruch aktiviert werden durfte, wovon allerdings im Hinblick auf das den Anspruch abweisende LG-Urteil keine Rede sein konnte.
Dieser sog. subjektive Fehlerbegriff gilt nach bisheriger Rechtsprechung nicht nur für Tatsachenerkenntnisse, sondern auch für die Beurteilung von Rechtsfragen (z.B. BFH-Urteile vom 14. August 1975 IV R 30/71, BFHE 117, 44, BStBl II 1976, 88; vom 12. November 1992 IV R 59/91, BFHE 170, 217, BStBl II 1993, 392, sowie Senatsurteile vom 5. April 2006 I R 46/04, BFHE 213, 326, BStBl II 2006, 688; vom 23. Januar 2008 I R 40/07, BFHE 220, 361, BStBl II 2008, 669).
Denn für eine Bilanzberichtigung nach Maßgabe dieser Vorschrift ist kein Raum, wenn ein Bilanzansatz zwar bei rückschauender Betrachtung objektiv fehlerhaft ist, nach dem Maßstab des Erkenntnisstandes im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung aber den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht (Senatsurteile vom 5. Juni 2007 I R 47/06, BFHE 218, 221, BStBl II 2007, 818; vom 23. Januar 2008 I R 40/07, BStBl II 2008, 669, m.w.N.).
Diese Situation liegt, wie der Senat für vergleichbare Fallgestaltungen wiederholt entschieden hat (Urteile in BFHE 218, 221, BStBl II 2007, 818; in BStBl II 2008, 669), im Streitfall vor.
Denn nach der Rechtsprechung des Senats ist bei der Anwendung des § 4 Abs. 2 Satz 1 EStG jede der kaufmännischen Sorgfalt entsprechende Bilanzierung als "richtig" anzusehen, solange nicht die maßgeblichen Umstände in einem bestimmten Sinne geklärt sind (Senatsurteile vom 5. April 2006 I R 46/04, BFHE 213, 326, 331, BStBl II 2006, 688, 691; in BFHE 218, 221, BStBl II 2007, 818; in BStBl II 2008, 669, 670); dieser Grundsatz gilt im Zusammenhang mit § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG gleichermaßen.
§ 12 Nr. 4 EStG; vom 23. Januar 2008 I R 40/07, BFHE 220, 361, BStBl II 2008, 669, betr.
Ein Bilanzansatz ist fehlerhaft, wenn er objektiv gegen ein handels- oder steuerrechtliches Bilanzierungsgebot oder -verbot verstößt (es darf also kein Wahlrecht bestehen) und der Steuerpflichtige diesen Verstoß nach den im Zeitpunkt der Bilanzerstellung bestehenden Erkenntnismöglichkeiten über die zum Bilanzstichtag gegebenen objektiven Verhältnisse bei pflichtgemäßer und gewissenhafter Prüfung erkennen konnte (ständige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs [BFH] seit dem Urteil vom 11. Oktober 1960 I 56/60 U, Bundessteuerblatt [BStBl] III 1961, 3; vgl. auch BFH-Urteile vom 05. April 2006 I R 46/04, BStBl II 2006, 688 ; vom 05. Juni 2007 I R 47/06, BStBl II 2007, 818 ; vom 23. Januar 2008 I R 40/07, BStBl II 2008, 669 .
Ein Bilanzansatz, der dieser Vorgabe entspricht, darf nicht nach § 4 Abs. 2 Satz 1 EStG geändert ("berichtigt") werden (BFH-Urteil vom 23. Januar 2008 I R 40/07, BStBl II 2008, 669 ).
Dies entsprach dem Kenntnisstand der B.mbH i. L. zum Zeitpunkt der Erstellung der Bilanz (vgl. nur BFH-Urteil vom 23. Januar 2008 I R 40/07, BStBl II 2008, 669 ).
Nach der Senatsrechtsprechung ist ein Bilanzansatz jedoch nur unrichtig, wenn er nach dem Kenntnisstand, den der Kaufmann im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bei pflichtgemäßer und gewissenhafter Prüfung haben konnte, kaufmännischer Sorgfalt widerspricht (vgl. z.B. Senatsurteile vom 17. Juli 2008 I R 85/07, BFHE 222, 418, BStBl II 2008, 924; vom 23. Januar 2008 I R 40/07, BFHE 220, 361, BStBl II 2008, 669; vom 5. Juni 2007 I R 47/06, BFHE 218, 221, BStBl II 2007, 818).
Aus dem Vorsichtsprinzip ergibt sich --anders als die Klägerin meint-- nichts Gegenteiliges (Senatsurteil vom 23. Januar 2008 I R 40/07, BFHE 220, 361, BStBl II 2008, 669).
Als fehlerhaft kann ein Bilanzansatz nach dem vom BFH in ständiger Rechtsprechung vertretenen subjektiven Fehlerbegriff (vgl. etwa Senatsurteile vom 11. Oktober 1960 I 56/60 U, BFHE 72, 8, BStBl III 1961, 3; vom 5. Juni 2007 I R 47/06, BFHE 218, 221, BStBl II 2007, 818; vom 23. Januar 2008 I R 40/07, BStBl II 2008, 669), von dem offenkundig auch das FG ausgegangen ist (vgl. Urteilsumdruck S. 17 f.), jedoch nur angesehen werden, wenn er gegen zwingende Vorschriften des Handels- oder des Steuerrechts verstößt und der Steuerpflichtige diese Rechtsverletzung im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung nach den Erkenntnismöglichkeiten eines ordentlichen Kaufmanns erkennen konnte.
FG Köln, 15.06.2011 - 7 K 3709/07
Fehlerhaftigkeit einer Teilwertabschreibung
BFH, 23.03.2011 - IV B 68/10
Keine Bilanzberichtigung bei fehlerhafter Gewährung eines Freibetrags gemäß § 14a …
BFH, 22.12.2008 - I B 131/08
Keine Berücksichtigung des Gesamtergebnisses des Verfahrens
FG Baden-Württemberg, 20.04.2010 - 8 K 112/06
Keine subjektive Unrichtigkeit i.S.d § 4 Abs. 2 EStG wenn Rechtsprechungsänderung …
FG Niedersachsen, 26.11.2009 - 11 K 281/07
Wertansatz für eine sog. Ackerquote - Bilanzberichtigung

References: § 4
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