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Timestamp: 2018-10-23 14:11:49+00:00

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Zins­be­ginn bei Auf­lö­sung des Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­tra­ges nach § 7g Abs. 3 EStG / Auf­ga­be der Inves­ti­ti­ons­ab­sicht als rück­wir­ken­des Ereig­nis im Sin­ne des § 233a Abs. 2a <span class="caps">AO</span> | DUV Deutscher Unternehmenssteuer Verband e.V.
Zins­be­ginn bei Auf­lö­sung des Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­tra­ges nach § 7g Abs. 3 EStG / Auf­ga­be der Inves­ti­ti­ons­ab­sicht als rück­wir­ken­des Ereig­nis im Sin­ne des § 233a Abs. 2a AO
(Kiel) Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt (NFG) hat soeben ent­schie­den, dass die Auf­ga­be der Inves­ti­ti­ons­ab­sicht nach Erlass des Steu­er­be­schei­des, in dem ein Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trag berück­sich­tigt wur­de, ein rück­wir­ken­des Ereig­nis im Sin­ne des § 233a Abs. 2a AO dar­stellt.
Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts vom 17.06.2011 zum Urteil vom 05.05.2011 (Az. 1 K 266⁄10).
Damit beginnt der Zins­lauf für den steu­er­li­chen Unter­schieds­be­trag, der sich aus der Rück­gän­gig­ma­chung des Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­tra­ges im Aus­gangs­jahr (§ 7g Abs. 3 EStG) ergibt, im Gegen­satz zur Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung, nicht schon 15 Mona­te nach Ablauf des Kalen­der­jah­res, in dem der Abzugs­be­trag gel­tend gemacht wur­de, son­dern erst 15 Mona­te nach Ablauf des Kalen­der­jah­res, in dem das rück­wir­ken­de Ereig­nis ein­ge­tre­ten ist.
Die Klä­ge­rin — eine GmbH & Co. KG — hat­te für 2007 einen Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trag nach § 7g Abs. 1 EStG für noch anzu­schaf­fen­de beweg­li­che Wirt­schafts­gü­ter in Anspruch genom­men. Nach Erlass des Gewinn­fest­stel­lungs­be­schei­des für das Jahr 2007 teil­te die Klä­ge­rin dem Finanz­amt im Jahr 2010 mit, dass die Inves­ti­ti­ons­ab­sicht für die­se Wirt­schafts­gü­ter auf­ge­ge­ben wor­den sei. Das Finanz­amt änder­te dar­auf­hin den Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid für 2007 nach § 7g Abs. 3 EStG und mach­te den Abzug des Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­tra­ges gewinn­er­hö­hend rück­gän­gig. Das beklag­te Finanz­amt lehn­te es ab, in den geän­der­ten Fest­stel­lungs­be­scheid dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die Ände­rung auf einem rück­wir­ken­den Ereig­nis im Sin­ne des § 233a Abs. 2a AO beru­he.
Der 1. Senat des NFG hat der hier­ge­gen gerich­te­ten Kla­ge statt­ge­ge­ben, so Pas­sau
Für die Fra­ge, ob und in wel­chem Umfang Steu­er­nach­for­de­run­gen auf einem rück­wir­ken­den Ereig­nis im Sin­ne von § 233a Abs. 2a AO beruh­ten, kom­me es nicht dar­auf an, ob die ver­fah­rens­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO erfüllt sei­en. Maß­ge­bend sei allein, ob die Vor­aus­set­zun­gen des rück­wir­ken­den Ereig­nis­ses im Sin­ne der vom Gro­ßen Senat des BFH gepräg­ten Defi­ni­ti­on vor­lä­gen.
Gegen die Ent­schei­dung ist Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de beim BFH ein­ge­legt wor­den — Az. IV B 87⁄11.

References: § 7
 § 233
 § 7
 § 233
 § 233
 § 7
 § 7
 § 233
 § 233
 § 175