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Timestamp: 2019-09-16 05:04:17+00:00

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BGH, 28.09.1977 - VIII ZR 51/77 - dejure.org
BGH, 28.09.1977 - VIII ZR 51/77
https://dejure.org/1977,545
BGH, 28.09.1977 - VIII ZR 51/77 (https://dejure.org/1977,545)
BGH, Entscheidung vom 28.09.1977 - VIII ZR 51/77 (https://dejure.org/1977,545)
BGH, Entscheidung vom 28. September 1977 - VIII ZR 51/77 (https://dejure.org/1977,545)
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Haftung des Prozessbürgen - Vollstreckung eines Vorbehaltsurteils - Abwendung der Vollstreckung durch Stellung einer Bürgschaft
BGHZ 69, 270
NJW 1978, 43
MDR 1978, 221
DB 1977, 2323
aa) Die dreijährige Regelverjährung einer zur Abwendung der Sicherungsvollstreckung nach § 720a Abs. 3 ZPO erteilten Prozessbürgschaft beginnt grundsätzlich mit Rechtskraft des Urteils zu laufen, dessen Vollstreckung durch die Bürgschaftsbestellung abgewendet werden soll (vgl. BGH, Urteil vom 28. September 1977 - VIII ZR 51/77, BGHZ 69, 270, 273; LG München I, WM 1993, 751, 752;… Staudinger/Horn, BGB, Neubearbeitung 2013, Vorbem zu §§ 765-778 Rn. 123).
Dasselbe gilt auch, wenn der Schuldner zur Abwendung der Zwangsvollstreckung aus einem Vorbehaltsurteil zahlt, das zwar ein formell rechtskräftiges, aber durch eine etwaige Aufhebung im Nachverfahren auflösend bedingtes Endurteil ist (vgl. hierzu BGHZ 69, 270, 272 [BGH 28.09.1977 - VIII ZR 51/77] m.w.Nachw.).
Aus der Entscheidung BGHZ 69, 270 [BGH 28.09.1977 - VIII ZR 51/77] kann die Revision nichts für sich herleiten.
Das hat der Bundesgerichtshof unter Geltung des - zum 1. Dezember 2010 aufgehobenen - § 13 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 HinterlO für ein Wechselvorbehaltsurteil entschieden, welches gemäß §§ 600 Abs. 2, 302 Abs. 4 Satz 2 ZPO auch nach Eintritt der formellen Rechtskraft im Nachverfahren aufgehoben werden kann (BGH, Urteil vom 28. September 1977 - VIII ZR 51/77, BGHZ 69, 270 unter II 2 [juris Rn. 13]).
Bei einer Hinterlegung gemäß §§ 711, 108 ZPO sind das die Beteiligten des Rechtsstreits (vgl. BGH, Urteil vom 28. September 1977 aaO), hier also der weitere Beteiligte und der Antragsteller.
Der Einwendungsausschluß bei der Wechselforderung soll in erster Linie die Verkehrsfähigkeit des Wechsels gewährleisten und in zweiter Linie die beschleunigte Erreichbarkeit eines Titels (BGH, Urt. v. 28. September 1977 - VIII ZR 51/77, NJW 1978, 43 [BGH 28.09.1977 - VIII ZR 51/77]).
Darüber hinaus kann - selbst bei rechtskräftigen Vorbehaltsurteilen (vgl. BGH, Urt. v. 28. September 1977 - VIII ZR 51/77, aaO) - die Zwangsvollstreckung einstweilen eingestellt werden (§ 707 ZPO).
Soweit in diesem Urteil unter Bezugnahme auf die Entscheidung BGHZ 69, 270 ausgeführt worden ist, die in jenem Fall gestellte Prozeßbürgschaft habe dem Gläubiger eine Sicherheit dafür verschaffen sollen, daß der Hauptschuldner nach Eintritt der Rechtskraft des Vorbehaltsurteils und vor Abschluß des Nachverfahrens die Urteilssumme bezahlen würde, wenn ein weiterer Vollstreckungsaufschub (§ 707 ZPO) nicht bewilligt würde, gibt dies für die Entscheidung des vorliegenden Falles nichts her.
Der Umfang der Haftung des Prozeßbürgen richtet sich grundsätzlich nach dem Zweck der Sicherheitsleistung und kann im konkreten Einzelfall häufig der gerichtlichen Anordnung entnommen werden (vgl. RGZ 141, 194, 196; BGHZ 69, 270, 272 m.w.Nachw.; vgl. ferner BGH, Urteile vom 20. November 1978 - VIII ZR 243/77, WM 1979, 15, 16 und vom 20. Oktober 1988 - IX ZR 47/87, WM 1988, 1883, 1885).
Bei dieser Sachlage (…vgl. zur Wirkung der prozessualen Sicherheitsleistung Thomas/Putzo ZPO 18. Aufl. § 108 Rn. 15 f. und zur insoweit erbrachten Bankbürgschaft insbes. BGH Urteile vom 19. März 1975 - VIII ZR 250/73 = BGHWarn 1975 Nr. 59 = NJW 1975, 1119, 1120 f.; BGHZ 69, 270 [BGH 28.09.1977 - VIII ZR 51/77] und vom 20. November 1978 - VIII ZR 243/77 = BGHWarn 1978 Nr. 287 = NJW 1979, 417 f. [BGH 20.11.1978 - VIII ZR 243/77]) sind die Voraussetzungen einer Verjährungsunterbrechung gemäß § 209 Abs. 2 Nr. 5 BGB als erfüllt anzusehen.
Das Vorbehaltsurteil nach § 599 ZPO führt zu einer Verurteilung des Beklagten unter der auflösenden Bedingung, daß dessen im Urkundenprozeß unzulässige Einwendungen im Nachverfahren die Klage unbegründet machen (vgl. BGHZ 69, 270, 272) [BGH 28.09.1977 - VIII ZR 51/77].
Sicherungsfall bei der Abwendungssicherheit ist die Rechtskraft des Urteils, hier des Vorbehaltsurteils des erkennenden Senats vom 08.03.2005, vgl. hierzu Hüßtege in Thomas/Putzo, 29. Auflage, Rn 14 zu § 108 ZPO, BGH NJW 78, 43.
Dies gilt, obwohl das Senatsurteils unter Vorbehalt ergangen, mithin durch eine etwaige Aufhebung im Nachverfahren auflösend bedingt ist, vgl. BGH NJW 78, 43.
Dieses Vorbehaltsurteil ist, wie bereits ausgeführt, rechtskräftig, die Abwendungsbefugnis der Beklagten damit entfallen, vgl. BGH, NJW 78, 43.
OLG München, 04.12.2002 - 3 U 3944/02
Anspruch auf Befriedigung aus der zur Abwendung der Sicherungsvollstreckung …
Auslegung der Hinterlegungsvereinbarung, Anspruch auf Auszahlung des hinterlegten …
OLG Jena, 08.05.2001 - 5 U 1400/00
Auslegung eines Prozessbürgschaft
AG München, 12.10.2015 - 453 C 2622/08
Erstattungsfähigkeit von Avalzinsen

References: § 720
 § 13
 § 108
 BGH 
 § 209
 § 599
 § 108
 BGH 
 BGH