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Timestamp: 2019-07-20 08:19:58+00:00

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Taschengeld / Urlaubsgeld / Weihnachtsgeld für Kinder | Erwerbslosenforum Deutschland
Taschengeld / Urlaubsgeld / Weihnachtsgeld für Kinder
Themenstarter Antragsgegner
kinder taschengeld urlaubsgeld weihnachtsgeld
ich habe mir einmal erlaubt, das SGB VIII welches die Unterbringung von Kindern in Heimen und Pflegefamilien regelt mit dem SGB II zu vergleichen.
Hierbei bin ich auch erschreckende und skandalöse Umstände gestoßen.
Während der Staat Kindern in ALG II Haushalten weder Taschengeld, noch Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld zubilligt, zeigt er sich gegenüber Kindern in Pflegefamilien deutlich großzügiger.
So wird z.B. staatlich versorgten Kindern in Pflegefamilien und in der Heimfürsorge ein großzügiges Taschengeld zur ausschließlich privaten Verwendung zuerkannt. Dieses ist ausdrücklich nicht zur Verwendung für den Lebensunterhalt bestimmt, sondern soll der Entwicklung des Kindes zum selbständigen und eigenverantwortlichen Umgang mit Geld dienen.
Geregelt ist dies in § 39 SGB VIII. Hiernach bekommte z.B. ein 17 jähriges Pflegekind monatlich ein zusätzliches Taschengeld in Höhe von 63,10 EURO zur freien Verfügung.
13 jährige erhalten 30,10 EURO
14 jährige erhalten 34,00 EURO
15 jährige erhalten 42,70 EURO
16 jährige erhalten 50,40 EURO
17 jährige erhalten 63,10 EURO
18 jährige erhalten 97,00 EURO
Dies muß man sich einmal vorstellen. Während Kinder in ALG II Haushalten keinerlei Taschengeld erhalten und der normale Regelsatz für sie sogar niedriger ist als für Erwachsene, billigt der Staat Kindern die direkt seiner Obhut anvertraut sind alleine ein zusätzliches Taschengeld von bis zu 100 EURO zu. Und dies zur alleinigen freien Verfügung.
Weiterhin wird diesen Kindern ein jährlicher Urlaub sowie ein großzügiger Rahmen für Weihnachtsgeschenke eingeräumt. Von dem jährlich zu bezahlenden Fahrrad welches das Gesetz ebefalls vorsieht ganz zu schweigen.
Der Staat verletzt hierbei in eklatanter Weise das Gleichheitsgebot und benachteiligt die Kinder in ALG II Haushalten in skandalöser Weise. Auf dieser Basis ist ein von den Eltern dem Staat zur Heim- oder Unterbringung bei Pflegeeltern anvertrautes Kind ein vielfaches bessergestellt, als ein Kind welches von seinen Eltern selbst versorgt wird, auch wenn diese dazu durch eigenen ALG II Bezug kaum in der Lage sind.
Der Staat schafft damit ein 2 Klassen System bei Kindern die seiner Obhut obliegen. Denn versorgt werden von ihm beide Kindergruppen. Die einen jedoch im Überfluß, während die ALG II Gruppe kurzgehalten wird.
Die Argumente welche im SGB VIII für Heimkinder und Kinder in Pflegefamilien ausdrücklich angeführt werden unm deren Entwicklung zu fördern gelten jedoch merkwürdigerwesie in keiner Weise für Kinder in ALG II Haushalten. Diese Diskremenierung ist so nicht hinzunehmen. Der Staat ist zur Gleichbehandlung verpflichtet.
Es erstaunt mich, daß dies scheinbar bisher noch niemandem aufgefallen ist, aber mein eigener Rechtsanwalt, ein Fachanwalt für Sozialrecht mußte mir erstaunt Recht geben, auch Ihm war dieser skandalöse Umstand bisher nicht aufgefallen, weil offensichtlich die Heimunterbringung und Versorgung nach dem § 39 SGB VIII und den diversen dort anknüpfenden Verwaltungsvorschriften der Bundesländer in der Sozialgerichtsbarkeit kaum auftauchen.
Aus diesem Grund haben wir nun bei der ARGE einen Antrag auf Gleichstellung gemäß § 39 SGB VIII für unsere beiden Kinder gestellt und ein entsprechendes Taschengeld beantragt. Gleichzeitig die Überprüfung aller zurückliegenden Bewilligungsbescheide.
Es ist mir klar, daß die ARGE dies nicht erfüllen will, bzw. kann. Erwartungsgemäß erhielten wir die Reflexartige Ablehung unseres Antrages gegen welche wir natürlich Widerspuch einlegten.
Heute erhielten wir nun ebefalls erwartungsgemäß die Ablehnung unsere Widerspruches, bei dem die ARGE sich bereits deutlich schwerer tat. Natürlich hat auch die ARGE zwischenzeitlich begriffen, daß die skandalöse und völlig ungerechte Ungleichbehandlung der Kinder tatsächlich wie geschildert besteht.
Und so wird das Ganze nun als Klage an das zuständige Sozialgericht gehen. Auch dieses wird vor dem Problem stehen, daß sich die Gesetze des SGB II und des SGB VIII direkt in unerhörtem Maße widersprechen.
Der Staat zwingt seine Behörden damit zur Verletzung des Gleichheitsgebotes und damit zum Bruch der Verfassung.
Es wird also sehr spannend werden zu verfolgen wie dieses Verfahren ausgehen wird, da bereits in der ersten Instanz vor dem Sozialgericht die Klage auch auf eine Verletzung der Verfassung gestaltet wird.
Wir erwarten auch für das Sozialgericht natürlich keine Wunder und werden mit Sicherheit dort unterliegen, aber in der dann folgenden 2. Instanz wird es schon schwerer werden. Das Landessozialgericht muß Aspekte des Grundgesetzes bereits wesentlich stärker berücksichtigen.
Ich kann allen ALG II Empfängern mit Kindern nur raten sich mit Ihren Anwälten zu beraten und entsprechende Anträge inkl. Überprüfungsanträge für die Vergangenheit bei den ARGEN zu stellen, denn hier geht es um verdammt viel Geld, welches man unseren Kindern bisher vorenthalten hat.
Wertungen: Mitch Miro, biddy, Eierbecher und 2 weitere...
Tja, ich bin jetzt gerade etwas sprachlos.
Ich finde es doch sehr bedenklich, dass Hartz4-Kinder in dieser Form benachteiligt werden.
Mich würde doch sehr interessieren, wie eine Erklärung zu dieser Ungleichbehandlung aussähe.
Wir haben hier bei uns im Ort ein Kinderheim um die Ecke.
Urlaub im Sommer ist Usus. Das mit den Fahrrädern, ne.
Die Kinder kriegen 40 € im Monat für Bekleidung. Ansonsten kriegen sie 1 oder 2 € Taschengeld die Woche. Und wenn sie etwas besorgen müssen immer mit Kassenbon.
Nikolaus ist der Witz schlechthin.
Weihnachten schätze ich mal so 100 €.
Ich denke den Kindern in Heimen und Pflegefamilien soll damit eine gewisse, finanzielle, Sicherheit gegeben werden.
In der Regel kommen diese Kinder aus recht fragwürdigen und elenden Verhältnissen.
Mir stellt sich trotzdem die Frage, ob das Ziel damit erreicht wird.
Hallo, ich hoffe das da noch mehr Leute sprachlos werden.
Anliegend mal einen kleinen Link hierzu, das Netz ist voll von den entsprechenden Regelungen:
https://www.lsjv.rlp.de/fileadmin/lsjv/downloads/Kinder_Jugend_und_Familie/Landesjugendamt/taschengeld.pdf
oder für Niedersachsen
SGB VIII: Festsetzung der monatlichen Barbeträge (Taschengeld)
Lest Euch das mal genau durch, da klingeln Euch die Ohren.
Es ist eine bodenlose Frechheit wie der Staat hier einseitig Kinder versorgt, während er alle ALG II Kinder im Regen stehen läßt.
Eine solche Seite gibt es für jedes Bundesland. Und das ist Bundesrecht, keine Kannleistung, dies ist ein Muß, dies bekommt jedes Kinder in der Jugendfürsorge automatisch !
Ich will nichts weiter, als das diese Regelung, die ich im übrigen für gerecht und den Entwicklungen der Kinder als angemessen ansehe, auch für unsere Kinder angewandt wird. Hierzu haben sie und auch wir ein Recht.
Der Staat hat die verdammte Pflicht und Schuldigkeit alle Kinder die er finanziell versorgt auch gleichwertig zu behandeln. Staatsversorgte Kinder erster und zweiter Klasse darf es nicht geben.
Ansonsten wäre es so, daß ich meine Kinder gleich in die Jugendfürsorge geben könnte damit es ihnen finanziell besser geht, was ich natürlich nicht will. Aber es kann nicht angehen, daß ich meinen Kindern noch von den paar Kröten ALG II die ich bekomme Taschengeld bezahle, während der Staat auf der anderen Seite Kinder, welche er in Heimen oder Pflegefamilien versorgt, großzügig mit Taschengeld und weiteren Sach- und Geldleistungen versorgt und gesetzlich feststellt dies wäre für die normale Entwicklung des Kindes angemessen und zwingend notwendig.
Damit gesteht er ein, daß unseren Kindern diese zwingend notwendigen und angemessenen Mittel zur Entwicklung wissentlich vorenthalten werden. Dies ist damit faktisch die Anerkenntniserklärung des Staates zur Unterversorgung unserer Kinder, da ja mit dem SGB VIII der Staat selbst den notwendigen Rahmen zur finanziellen Versorgung von Kindern vorgegeben hat.
Und wenn ich damit zum BSG oder Verfassungsgericht gehen muß, das darf einfach nicht so bleiben.
Offensichtlich war dieser Umstand sogar dem Bundesverfassungsgericht nicht bekannt, als es über die Höhe der Regelleistung für Kinder verhandelt hat, ansonsten hätte es zwingend einen Verweis auf das SGB VIII geben müssen.
Danke für Deine Ausführungen ... das alles war mir ebenfalls bisher nicht bekannt und bin jetzt auch erst mal weitestgehend sprachlos wie farger4711.
Der "Knackpunkt" wird wohl - unter anderem - hier liegen (wobei Sozialhilfe natürlich nicht gleich Alg II ist, aber trotzdem jetzt mal übertragen):
Die Unterhaltshöhe und die Beihilfen oder Zuschüsse nach § 39 SGB VIII richten sich nicht nach den Sätzen der Sozialhilfe. Denn Sozialhilfe und Jugendhilfe haben unterschiedliche Funktionen und müssen daher auch unterschiedlichen Maßstäben folgen (23). Nach dem Willen des Gesetzgebers ist in der Jugendhilfe eine großzügigere Handhabung als im Sozialhilferecht gewollt.
Dazu weiß ich aber nichts weiter (außer, dass bei Alg-II-Bezug davon ausgegangen wird, dass die Hilfebedürftigkeit nur vorübergehend vorliegt, also nicht auf Dauer vorliegt, weil ja schnellstmöglich eine (über dem Bedarf liegende) Vollzeitbeschäftigung gefunden wird *räusper*, was ja, wie wir wissen, ein Trugschluss ist ...) und erklärt für mich auch nicht die Ungleichbehandlung, das ist klar ...
Denn Sozialhilfe und Jugendhilfe haben unterschiedliche Funktionen und müssen daher auch unterschiedlichen Maßstäben folgen (23). Nach dem Willen des Gesetzgebers ist in der Jugendhilfe eine großzügigere Handhabung als im Sozialhilferecht gewollt.
das hat auch seinen grund. eltern sollen auf diesem wege quasi gezwungen werden wegen ihrer kinder jeden euro ranzuschaffen den sie kriegen können. und sei auch die arbeit noch so schlecht bezahlt.
wenn ein kind aber bei pflegeeltern lebt oder in einer einrichtung ist dieser druck zu lasten der kinder nicht mehr nötig.
man kann davon ausgehen dass alle verantwortlichen genauesten wissen welche bedarfe und bedürfnisse ein kind tatsächlich hat.
Wenn ihr wüsstet, was Pflegekinder im Monat ihren Pflegeeltern sonst noch so einbringen und das dieses Geld auch nicht auf ALG2 angerechnet würde, wenn die Eltern da rein fallen würden.
Deshalb geben manche Pflegeltern wie die von Anna die Kinder auch bei der größten Überforderung nicht wieder her. Wäre auch schade um das Geld.
Bitte seht mir meinen Beitrag nach, ich bin selbst betroffen gewesen und zwar zweimal.
Ich kann jedenfalls nicht verstehen, dass Kinder in ALG2, aber auch andere Kinder der Gesellschaft so wenig wert sind.
Wer wirklich Pflegekinder will und diesen Liebe geben will, der braucht keinen so hohen finanziellen Anreiz wie es zur Zeit der Fall ist.
Wertungen: Arania und Mitch Miro
Das mag ja sein, jedoch darf der Staat trotzdem nicht den verassungsmäßig garantierten Grundsatz der Gleichbehandlung verletzen. Wenn er auf der einen Seite schreibt was zur Entwicklung eine Kindes / Jugendlichen zwingend notwendig ist, hat er damit einen Mindeststandard aufgestellt und beschrieben.
Selbst beim besten Willen kann er nun nicht mehr erklären, das dieser Mindeststandard jedoch für ein Kind aus einem ALG II Haushalt nicht gelten soll.
Das wäre so, als wenn es zwei unterschiedliche Sätze für das Existensminimum gebe würde. Einen für 'Normalbürger' und einen für Heimbewohner oder sonstwie staatlich untergebrachte Personen.
Ein Minimum ist und bleibt ein Minimum. Und der Staat wid kaum erklären können warum ein Kind keinen Anspruch auf Taschengeld oder Urlaub hat solange seine Eltern noch leben, das dies aber ganz anders wird, sobald diese mit dem Auto z.B. gegen einen Baum fahren.
Da könnte das Kind ja auf absonderliche Gedanken kommen
Ich denke eher das da was gehörig schiefgegangen ist bei der Einführung des SGB II, den die Bestandteile des SGB VIII sind wohl schon bedeutend älter. Denn dort wird ja auch auf die Sozialhilfe Bezug genommen und nicht auf das Arbeitslosengeld II.
Tja, und schon wieder wird es ein Gericht gerade biegern müssen.
Und meine Akte bei der ARGE wird noch um einen weiteren Meter anwachsen.
Irgendwann bekomme ich einen Sachbearbeiter ganz für mich allein, das wird schön.
Ich habe eine Mail an die/den Gleichstellungsbeauftragte für Kinder, Jugend etc. geschrieben, mit der Bitte um eine Erklärung, oder ggf. um die Nennung einer anderen zuständigen Behörde.
Nun bin ich neugierig, ob und wann da was kommt.
Auf jeden Fall werde ich mich dann wieder melden.
Wertungen: april
gute Idee, gib mir bitte Bescheid falls Du eine Antwort erhälst. Ich bereite zusammen mit meinem RA gerade die Klage vor, geht nächste Woche an das SG raus. Erfahrungsgemäß wird's im SG nichts, aber vor dem LSG wird es danach schon interessanter.
Oder aber das SG erklärt sich für nicht fähig eine Entscheidung zu fällen und gibt direkt an das BSG ab, glaube ich aber nicht. Die werden zunächst versuchen wie üblich den Fall einfach abzuschmettern.
Ich werde natürlich auch weiter berichten, schließlich geht es bei uns schon um reichlich Geld, 5 Jahre für 2 Kinder läppert sich. Da kommen über den Daumen so 8.000 EURO raus. Und die Überprüfungsanträge sind ja eingereicht und werden Bestandteil der Klage sein.
Das Ding zieh ich auf jeden Fall durch. Damals hatte ich auch das Nichtvorlegenmüssen der Kontoauszüge auch schon vor dem LSG durch, bevor es dann irgend jemand vor dem BSG versemmelt hat. Der Witz ist, daß unsere ARGE sich bis heute an das von mir erstrittene Urteil hält, zumindest wir mußten niemals wieder Kontoauszüge vorlegen.
Vielen Dank. Ich hatte schon mal in einem Interview angeregt, dass alle Eltern im Hartz Iv-Bezug dafür sorgen sollten, dass ihre Kinder in einem Heim untergebracht werden. Allein der Verpflegungsatz beläuft sich da tägl. zwischen 6,50 - 7,80 Euro (ohne Regiekosten).
Unsere Kinder- und Jugendhilfe ist eben eher auf Menschen zentriert, wie es die AsylBlG, Hartz -Iv- oder Sozialhilfe ist.
Ich tacker das mal oben fest. Und wir sollten damit arbeiten. Allerdings nicht juristisch, sondern politisch skandalisierend. Das wird wesentlich effektiver seiin, da nach dem Bundesverfassungsgerichtuteil genau diese Sachen nicht mehr ins Feld gezogen werden können.
Sorry, wenn ich hier widersprechen muss. Meine Bekannte (HartzIV) hat die Zwillis ihrer verstorbenen Lebenspartnerin zur Pfege. Sie erhält pro Kind ca 500 € als Unterhalt und 240 € Erziehungsgeld. Vom Unterhalt müssen die Zwillis ihren Mietanteil zahlen. Lediglich die 240 € Erziehungspauschale werden nicht als Einkommen meiner Bekannten angerechnet.
das kann so nicht vollständig sein, da z.B. das ges. garantierte Taschengeld nicht zur Unterhaltssicherung sprich nicht durch das Heim oder die Pflegeeletern verwendet werden darf. Dies ist ges. zwingend direkt an die Kinder auszuzahlen.
Dadurch wird es natürlich auch niemals durch die Pflegeeltern erwähnt, weil es für sie 'bedeutungslos' ist.
Dies ist eine echte Zusatzleistung mit ges. Anspruch der Kinder und Jugendlichen und ließe sich mühelos einklagen.
Das gleiche gilt für Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld.
Die Verordnungen der Länder zum § 39 SGB VIII sind eindeutig.
danke, ich denke auch das hier entsprechende politische Anfragen und Proteste effektiv sind. Deshalb habe ich es ja ins Forum gestellt.
Trotzdem werde ich außerdem den Klageweg einschlagen. Soll doch der Staat erklären warum er diese Leistungen auf der einen Seite für Kinder der Sozialfürsorge für zwingend notwendig erklärt und ohne Wenn und Aber erbringt, auf der anderen Seite aber den Kindern aus ALG II Haushalten genau diese Leistungen vorenthält.
Dies wäre so als wenn z.B. ein Knacki den doppelten Hartz IV Satz erhält nur weil er einsitzt, um mal ein übertriebenes Beispiel zu gebrauchen.
Ich habe auch eine entsprechende Anfrage an meine Landesminister für Bildung und Kultur Herrn Dr. Ekkehard Klug, sowie an den Minister für Arbeit und Soziales Dr. Heiner Garg gerichtet und bin gespannt auf die (erwartungsgemäß nichtssagende) Antwort.
Trotzdem sollte die ernorme Diskrepanz zwischen SGB II und SGB VIII ständig weiter verfolgt werden, schließlich ist das SGB VIII dem SGB II übergeordnet.
SGB VIII § 10 Verhältnis zu anderen Leistungen und Verpflichtungen
Damit ist das SGB VIII dem SGB II rechtlich übergeordnet.
Hierzu ist anzumerken, daß bereits Sozialgerichte das SGB VIII benutzt haben um zusätzliche Leistungen zum SGB II zu begründen. Hier insbesonders ein (inzwischen überholtes) Urteil zu den zwingend erforderlichen Fahrtkosten für den Schulbus zum Besuch eines Gymnasiums und der Übernahme dieser Kosten durch die ARGE. Auch hierbei wurde das SGB VIII über das SGB II gestellt.
Ich denke, so abwegig ist die Rechtsverfolgung hier gar nicht.
Breitflächige Anträge und Verfahren vor den SG's sollten hier hilfreich sein, begründet sind sie in diesem Fall allemal.
Antragsgegner meinte:
Kindergeld als Einkommen der Pflegeeltern käme ggf. auch noch dazu. Würde die Familie Alg II beziehen, würde für das 1. und 2. Pflegekind nur die Hälfte als Einkommen bei den Pflegeeltern angerechnet, weil das Kindergeld bereits zum Teil auf das Pflegegeld angerechnet wird - davon "träumen" ja z.B. alleinerziehende Hilfebedürftige, die für ihre Kinder Unterhalt erhalten (Stichwort: hälftiger Abzug des Kindergeldes beim Unterhaltsschuldner nach Unterhaltsrecht) schon lange und bisher umsonst, deren Kindergeld und Unterhalt zu 100 % auf den Bedarf der Kinder angerechnet wird.
ab Rz. 11.117: https://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A015-Oeffentlichkeitsarbeit/Publikation/pdf/Gesetzestext-11-SGB-II-Zu-beruecks-Einkommen.pdf
Ich bin sehr gespannt, wie DAS ausgeht
Ich war in meiner Jugend selbst 5 Jahre lang in einem Heim untergebracht und mir mangelte es an nichts - materiell gesehen.
Taschengeld, Kleidergeld...
Sogesehen war das besser als "zuhause", wo es nichts gab.
Mal ganz abgesehen von anderen Problemen wie Eltern-Kind-Bindung und dergleichen.
Enorm, das muss sich erst einmal setzen.
Eigentlich müsste man jetzt wirklich, wie der Martin weiter oben schon angedeutet hat, sobald wie möglich beim Jugendamt auf der Matte stehen.
Einfach unfassbar das Kinder die das Unglück haben in einer mehr oder weniger funktionstüchtigen Familie leben zu müssen wo sich die Eltern jeden Tag den ***** aufreißen um die Situation so erträglich wie möglich zu gestalten, dermaßen beschissen werden um Druck ausüben zu können.
genau das ist gewollt. das ganze wird auf dem rücken von kindern ausgetragen; wohlgemerkt wissentlich und beabsichtigt. das ist der eigentliche skandal bei der sache.
Hier in diesem Urteil des SG Schleswig (in dem es zwar um die Nichtanrechnung des Pflegegeldes bei Alg II geht, aber eben auch etwas zur Argumentation des Gerichts, Ungleichbehandlung ja/nein herauszulesen ist, für mich also im Vergleich Pflegekinder zu Alg-II-beziehenden Kindern, die nicht Pflegekinder sind) wird z.B. auch die Arbeitsfähigkeit der Leistungsempfänger nach dem SGB II, also Selbsthilfemöglichkeit, die das Gesetz "abstrakt in sich trägt" (§ 7), zur Unterscheidung herausgestellt und dass es keine Ungleichbehandlung ist, weil Zweck des Pflegegeldes auch ist"dass durch die verbesserten materiellen Leistungen für die Pflegekinder [es] möglich gewesen sei, breitere Bevölkerungsschichten zur Aufnahme von fremden Kindern zu interessieren (BR-Drs. 503/89, S. 73). Die Pflegefamilien sollen einen wirtschaftlichen Anreiz haben, Pflegekinder aufzunehmen (vgl. Kunkel in LPK-SGB VIII, § 39 Rn. 6). Dieser vom Gesetzgeber gewollte Anreiz schließt die Rechtfertigung der Anrechnung aus" ... also übertragen auch die Rechtfertigung, dass Pflegekinder rechtmäßig mehr Geld zur Verfügung stehen soll als Kindern aus Alg-II-beziehenden Familien.
Auch "nett" der letzte Satz:
"Die Anrechnung eines Erziehungsanteiles auf das Arbeitslosengeld II führte dazu, dass die Pflegekinder sich in ihren Beziehungen zur Umwelt faktisch einschränken müssten und ihr gesetzlich definiertes Unterhaltsniveau, nämlich dem einer durchschnittlichen Familie, auf das Niveau unterer Einkommensschichten abgesenkt würde. Dies hat der Gesetzgeber jedoch mit der Pauschalierung [SGB VIII] - wie ausgeführt - nicht bezwecken wollen."
Das ist nicht dein Ernst, hoffe ich.
Es gibt genug Kinder die trotz funktionstüchtiger Familie staatlich betreut werden. Viele davon würden lieber auf die großzügige finanzielle Ausstattung verzichten, dafür mehr Emotionalität erfahren. Rebellion führt dann meist zur Zerstörung ihrer Gesundheit.
Ich hab' jetzt ein bisschen Sorge um diesen Thread. Völlig fehl würde es laufen, wenn jetzt hier - um es mal so auszudrücken - eine Neid- und Rechtfertigungsdebatte entstehen würde.
Niemand wünscht Pflegekindern eine weniger gute Ausstattung - ich freu' mich, dass sie ausreichende finanzielle Unterstützung zur Verfügung haben (wenn es denn so ist)!
Es geht doch hier im Thread lediglich darum, dass "Alg-II-Kindern" eine ebensolche Lebensgrundlage zusteht (trotz "Selbsthilfemöglichkeit" der Eltern nach dem SGB II, die diese faktisch nicht haben).
Wertungen: april, PandorasBox und farger4711
biddy hat völlig Recht. Im Vordergrund steht, dass ALG II-Kinder gleichgestellt sein müssten mit den Kindern, die unter SGB VIII aufwachsen.
Ich missgönne den Heim- und Pflegefamilienkindern die finanielle Bevorzugung in keinster Weise. Ich bin etwas über die Vorgehensweise befremdet.
Ich bin als Pflegekind aufgewachsen und meine "Mutter" hat damals ausser dem Kindergeld und UVG nichts extra bekommen. Irgendwann habe ich dann mitbekommen, dass meine "Mutter" im Grunde genommen jeden Monat draufgezahlt hat.
Sie hat mich damals nicht anders "behandelt" als ihren leiblichen Sohn.
Im Nachhinein betrachtet, finde ich es angemessen, dass den Pflegeeltern finanziell unter die Arme gegriffen wird.
Einen finanziellen Vorteil sehe ich nicht unbedingt, wenn das Pflegekind genauso grossgezogen wird, wie die Eigenen.
Wer sich bereichern möchte, wird natürlich Mittel und Wege finden, beim Kind zu sparen.
Auch finde ich die Aussage sehr bedenklich, dass damit der Anreiz geschaffen werden soll, Pflegekinder aufzunehmen.
Im Grunde wird den zukünftigen Pflegeelter vorgegaukelt sie könnten etwas daran verdienen.
Dabei soll dieses Mehrgeld ja in das Kind investiert werden. Und wenn man das tut bleibt da auch sicher nicht wirklich etwas über.
Der Anreiz ist wohl eher so zu verstehen, dass die zukünftigen Pflegeeltern wissen, dass ihr "gutes" Herz sie nicht in die Armut treibt, oder die eigenen Kinder mit weniger auskommen müssen, nur weil ein Kind aufgenommen wird.
Ich finde es sehr traurig, dass man Kindern in Hartz4-Familien völlig aussen vor lässt. Diese Ungleichbehandlung ist in meinen Augen nicht zu verstehen.
Was biddy geschrieben hat stimmt sehr nachdenklich:"Es geht doch hier im Thread lediglich darum, dass "Alg-II-Kindern" eine ebensolche Lebensgrundlage zusteht (trotz "Selbsthilfemöglichkeit" der Eltern nach dem SGB II, die diese faktisch nicht haben).
Es ist doch heute tatsächlich so, dass man nicht mal eben schnell einen neuen Arbeitsplatz bekommt. Im Gegenteil, mehr Arbeitssuche als vorhandene Stellen.
Ich hoffe Ihr nehmt es mir nicht übel, dass meine Post doch etwas umfangreicher geworden ist ?

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