Source: https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Johannes_20&diff=24093&oldid=19578
Timestamp: 2019-12-13 10:13:47+00:00

Document:
Johannes 20: Unterschied zwischen den Versionen – Die Offene Bibel
Johannes 20: Unterschied zwischen den Versionen
Version vom 4. Januar 2015, 18:31 Uhr (Bearbeiten)
K (fix for osis exporter)
{{S|1}} {aber} Am ersten [Tag] der Woche kam<ref name="HP">[[Historisches Präsens]].</ref> Maria Magdalena (die Magdalenerin) früh, als es noch dunkel war,<ref>Gen. abs. mit temporaler Bedeutung, als Nebensatz aufgelöst. </ref> zum Grab und sah<ref name="HP" />, dass der Stein vom Grab entfernt worden war.<ref>''sah, dass … entfernt worden war'' AcP (Ptz. Pf. Pass.)</ref>
{{S|1}} {aber} Am ersten [Tag] der Woche kam Maria Magdalena (die Magdalenerin) früh, als es noch dunkel war,<ref>[[Gen. abs.]] mit temporaler Bedeutung, als Nebensatz aufgelöst. </ref> zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab entfernt worden war.<ref>''sah, dass … entfernt worden war'' [[AcP]] (Ptz. Pf. Pass.)</ref>
{{S|2}} Da (darum) rannte sie {und kam}<ref>''rannte sie {und kam}'' 2x [[Historisches Präsens]].</ref> zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: „Sie haben den Herrn aus dem Grab geholt (weggebracht), und wir wissen nicht, wo sie ihn hingebracht haben!“
{{S|2}} Da (darum) rannte sie {und kam} zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: „Sie haben den Herrn aus dem Grab geholt (weggebracht), und wir wissen nicht, wo sie ihn hingebracht haben!“
{{S|3}} Da (darum) machten<ref>''machten sich auf'' Gr. im Sg., im Deutschen ist der Plural nötig. </ref> sich Petrus und der andere Jünger auf und liefen zum Grab.
{{S|4}} Dabei rannten die beiden gemeinsam, und der andere Jünger rannte schneller als Petrus voraus und kam als erster beim Grab an
{{S|5}} und indem (als) er sich vorbeugte,<ref>''indem (als) er sich vorbeugte'' Modal (Klammer: temporal) aufgelöstes Ptc. coni. </ref> sah er die Leinentücher daliegen, ging allerdings nicht hinein.
{{S|5}} und indem (als) er sich vorbeugte,<ref>''indem (als) er sich vorbeugte'' Modal (Klammer: temporal) aufgelöstes [[Ptc. coni.]]. </ref> sah er die Leinentücher daliegen, ging allerdings nicht hinein.
{{S|6}} Dann (da) kam<ref name="HP" /> auch Simon Petrus an, der ihm gefolgt war,<ref>''der ihm gefolgt war'' Ptc. coni., als Relativsatz aufgelöst. </ref> und betrat (ging hinein in) das Grab, und er sah sich die daliegenden Leinentücher an,<ref>''sah sich die daliegenden Leinentücher an'' AcP wie in V. 5, aber wegen des anderen Wahrnehmungsverbs, das eine Auflösung mit Nebensatz nicht zulässt, wurde er etwas anders aufgelöst. </ref>
{{S|6}} Dann (da) kam auch Simon Petrus an, der ihm gefolgt war,<ref>''der ihm gefolgt war'' [[Ptc. coni.]], als Relativsatz aufgelöst. </ref> und betrat (ging hinein in) das Grab, und er sah sich die daliegenden Leinentücher an,<ref>''sah sich die daliegenden Leinentücher an'' [[AcP]] wie in V. 5, aber wegen des anderen Wahrnehmungsverbs, das eine Auflösung mit Nebensatz nicht zulässt, wurde er etwas anders aufgelöst. </ref>
{{S|7}} und das Tuch (Gesichtstuch), das auf seinem Kopf [gelegen hatte]<ref>''[gelegen hatte]'' W. „war“</ref>, lag nicht bei den Leinentüchern, sondern für sich (gesondert) aufgerollt (gefaltet) an einer [anderen] Stelle.
{{S|8}} Daraufhin ging {dann} auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war,<ref>''der ... gekommen war'' Attr. Ptz., als Relativsatz aufgelöst. </ref> und er sah und glaubte.
{{S|8}} Daraufhin ging {dann} auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war,<ref>''der ... gekommen war'' [[Attr. Ptz.]], als Relativsatz aufgelöst. </ref> und er sah und glaubte.
{{S|9}} Denn bis dahin (noch nicht) hatten sie die Schrift (Schriftstelle) noch nicht verstanden (gekannt), wonach es nötig war, dass er von den Toten auferstand.
{{S|10}} Die Jünger gingen dann wieder zurück nach Hause.
{{S|11}} Doch Maria stand draußen beim Grab und weinte. Als sie {nun} weinte, beugte sie sich vor zum Grab
{{S|12}} und erblickte zwei Engel in weiß, die, einer beim Kopf und einer bei den Füßen, [dort] saßen,<ref>''die saßen'' Ptc. coni., als Relativsatz aufgelöst. </ref> wo Jesu Leichnam (Körper) gelegen hatte.
{{S|12}} und erblickte zwei Engel in weiß, die, einer beim Kopf und einer bei den Füßen, [dort] saßen,<ref>''die saßen'' [[Ptc. coni.]], als Relativsatz aufgelöst. </ref> wo Jesu Leichnam (Körper) gelegen hatte.
{{S|13}} {und} Diese sagten zu ihr: „Frau, warum weinst du?“ Sie meinte (sagte) {zu ihnen, dass}: „Sie haben meinen Herrn weggebracht, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingebracht (hingelegt) haben!“
{{S|14}} Als (während) sie das sagte, wandte sie sich nach hinten um und sah (erblickte) [dort] Jesus stehen,<ref>''sah (erblickte) [dort] Jesus stehen'' AcP. </ref> aber sie wusste (erkannte) nicht, dass es Jesus war<ref>''war'' W. „ist“. </ref>.
{{S|14}} Als (während) sie das sagte, wandte sie sich nach hinten um und sah (erblickte) [dort] Jesus stehen,<ref>''sah (erblickte) [dort] Jesus stehen'' [[AcP]]. </ref> aber sie wusste (erkannte) nicht, dass es Jesus war<ref>''war'' W. „ist“. </ref>.
{{S|15}} Jesus fragte (sagte)<ref name="HP" /> sie: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“ Sie<ref>''Sie'' W. „jene“, sinngemäß etwa „die Angesprochene“. </ref> dachte, dass er der Gärtner war<ref>''war'' W. „ist“. </ref>, [und] sagte {zu ihm}: „Herr, wenn du ihn weggetragen hast, sag mir, wo du ihn hingebracht (hingelegt) hast, dann werde ich ihn holen (fortbringen)!“
{{S|15}} Jesus fragte (sagte) sie: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“ Sie<ref>''Sie'' W. „jene“, sinngemäß etwa „die Angesprochene“. </ref> dachte, dass er der Gärtner war<ref>''war'' W. „ist“. </ref>, [und] sagte {zu ihm}: „Herr, wenn du ihn weggetragen hast, sag mir, wo du ihn hingebracht (hingelegt) hast, dann werde ich ihn holen (fortbringen)!“
{{S|16}} Jesus sagte zu ihr: „Maria“, diese wandte sich um und<ref>w''andte sich um und'' Ptc. coni., modal/temporal als Nebensatz mit „und“-Kombination aufgelöst. </ref> sagte<ref name="HP" /> zu ihm auf Hebräisch: „Rabbuni!“, das heißt „Lehrer“.
{{S|16}} Jesus sagte zu ihr: „Maria“, diese wandte sich um und<ref>''wandte sich um und'' [[Ptc. coni.]], modal/temporal als Nebensatz mit „und“-Kombination aufgelöst. </ref> sagte zu ihm auf Hebräisch: „Rabbuni!“, das heißt „Lehrer“.
{{S|17}} Jesus sagte<ref name="HP" /> zu ihr: „Halte mich nicht fest<!-- So die Interpretation eines Profs von ~~~, müsste man natürlich nochmal überprüfen. --> (Lass mich los<!-- So Siebenthal 2011, §212e -->, Berühre mich nicht), ich bin nämlich (denn, ja) noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh {aber} zu meinen Brüdern und sage ihnen: ‚Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, {und (nämlich)} meinem Gott und eurem Gott.‘“
{{S|17}} Jesus sagte zu ihr: „Halte mich nicht fest<!-- So die Interpretation eines Profs von Ben, müsste man natürlich nochmal überprüfen. --> (Lass mich los<!-- So Siebenthal 2011, §212e -->, Berühre mich nicht), ich bin nämlich (denn, ja) noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh {aber} zu meinen Brüdern und sage ihnen: ‚Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, {und (nämlich)} meinem Gott und eurem Gott.‘“
{{S|18}} Maria ging und erzählte (berichtete)<ref>''und erzählte'' Ptc. coni., modal/temporal als Nebensatz mit „und“-Kombination aufgelöst. </ref> den Jüngern {dass}<ref>[[ὅτι recitativum]]. </ref>: „Ich habe den Herrn gesehen!“, und [dass] er ihr Folgendes gesagt hatte.
{{S|18}} Maria ging und erzählte (berichtete)<ref>''und erzählte'' [[Ptc. coni.]], modal/temporal als Nebensatz mit „und“-Kombination aufgelöst. </ref> den Jüngern {dass}: „Ich habe den Herrn gesehen!“, und [dass] er ihr Folgendes gesagt hatte.
{{S|19}} Es war Abend [an] jenem Tag, dem ersten [Tag] der Woche und die Türen [der Örtlichkeit], wo sie die Jünger aufhielten, waren aufgrund ihrer Furcht [vor] den Juden abgeschlossen.<ref>Der gesamte erste Versteil besteht aus zwei Gen. abs. und ist so als einleitende (temporale) Umstandsangabe markiert. Die beiden Partizipien wurden (den deutschen Sprachkonventionen entsprechend) als separater HS übersetzt. Das kehrt ihre Funktion im Deutschen am ehesten heraus. </ref> Jesus kam und stand in der Mitte [des Raumes] und sprach (sagte) zu ihnen: „Friede [sei mit] euch!“
{{S|19}} Es war Abend<ref name="genabs">''es war Abend'' (Partizip Präsens) und ''waren abgeschlossen'' (Partizip Perfekt). Der gesamte erste Versteil besteht aus zwei [[Gen. abs.]] und ist so als einleitende (temporale beziehungsweise modale) Umstandsangabe markiert. Die beiden Partizipien wurden (den deutschen Sprachkonventionen entsprechend) als separater HS übersetzt. Das kehrt ihre Funktion im Deutschen am ehesten heraus. </ref> [an] jenem Tag, dem ersten [Tag] der Woche<ref>''dem ersten [Tag]'' Der Gebrauch einer Kardinal- statt Ordinalzahl ist ein Semitismus (vgl. BDR § 247,1). </ref> und die Türen [der Örtlichkeit], wo sich die Jünger aufhielten<ref>Wörtl.: „waren“</ref>, waren aufgrund ihrer Furcht [vor] den Juden abgeschlossen.<ref name="genabs" /> Jesus kam und trat<ref>Der Aor. II von ἳστημι, ἒστην, bedeutet "trete hin, trete herzu, trete auf"</ref> in die Mitte [des Raumes] und sprach zu ihnen: „Friede [sei] mit euch!“<ref>Zu ergänzen ist das Hilfsverb, entweder der Konjunktiv εἲη oder der Imperativ ἒστω (vgl. BDR § 128,5). Der Gruß entspricht dem Hebräischen {{hebr}}שׇׁלוׂם לָכֶם{{hebr ende}}. </ref>
{{S|20}} {und} Als er das gesagt hatte (während er das sagte)<ref>''Als er das gesagt hatte (während er das sagte)'' Ptc. coni., als temporaler Nebensatz aufgelöst.</ref>, zeigte er ihnen [seine] Hände und [seine] Seite. Da freuten sich die Jünger, weil (als) sie den Herrn sahen.<ref>''weil (als) sie den Herrn sahen'' Kausal oder modal zu verstehendes Ptc. coni. </ref>
{{S|20}} {und} Als er das gesagt hatte (während er das sagte)<ref>''Als er das gesagt hatte (während er das sagte)'' [[Ptz. conj.]] Aorist, als temporaler Nebensatz aufgelöst.</ref>, zeigte er ihnen die [seine] Hände und die [seine] Seite. Da freuten sich die Jünger, weil (als) sie den Herrn sahen.<ref>''weil (als) sie den Herrn sahen'' Kausal oder modal zu verstehendes [[Ptz. conj.]] Aorist.</ref>
{{S|21}} Da sagte (sprach) Jesus noch einmal zu ihnen: „Friede [sei mit] euch! So, wie mich der Vater gesandt hat, so schicke ich euch!“
{{S|21}} Da sagte Jesus noch einmal zu ihnen: „Friede [sei] mit euch! So, wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“
{{S|22}} und nachdem er das gesagt hatte,<ref>''nachdem er das gesagt hatte'' Temporal als NS aufgelöstes Ptc. coni. </ref> hauchte (pustete) er sie an und sagte: „Empfangt [den] Heiligen Geist!
{{S|22}} Und nachdem er das gesagt hatte,<ref>''nachdem er das gesagt hatte'' Temporal als NS aufgelöstes [[Ptz. conj.]]. </ref> hauchte (pustete, blies) er sie an und sagte: „Empfangt [den] Heiligen Geist!
{{S|23}} [Allen], deren Sünden ihr vergebt, [denen] sind [sie] vergeben, [allen, bei] denen ihr [die Vergebung (die Sünden)] vorbehaltet, [denen] sind [sie] vorbehalten.
{{S|23}} Welchen ihr die Sünden vergeben werdet, [denen] werden [sie] vergeben, welchen ihr [sie] behaltet<ref>''welchen ihr [sie] behaltet'' oder: „zurückhalten, festhalten“ – gemeint ist: nicht vergeben. ''[sie]'' bezieht sich auf die Sünden. </ref>, [denen] werden sie behalten.<ref>Konditionalsatz (Futuralis): das Satzgefüge liegt in der Zukunft. </ref>
{{S|24}} Aber Thomas, einer von den Zwölfen, der „Zwilling“ (Didymos) genannt wird, war nicht bei den anderen, als Jesus kam.
{{S|25}} Die anderen Jünger erzählten (sagten) ihm daraufhin (darum): „Wir haben den Herrn gesehen!“ Er aber sagte zu ihnen: „Wenn ich ihn nicht auf seinen Händen die Spuren (Male, Narben) der Nägel sehe und meine Hand in (an) seine Seite lege, werde ich bestimmt nicht glauben!“
{{S|24}} Aber Thomas, einer von den Zwölfen, der „Zwilling“ (Didymos) genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
{{S|26}} Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder drinnen und Thomas [war] bei ihnen. Jesus kam<ref name="HP" /> [herein], obwohl die Türen abgeschlossen waren,<ref>''obwohl die Türen verschlossen waren'' Gen. abs., konzessiv aufgelöst. </ref> {und} stellte sich (stand) in die Mitte und sprach (sagte): „Friede [sei mit] euch!“
{{S|25}} Die anderen Jünger erzählten (sagten) ihm nun (darum): „Wir haben den Herrn gesehen!“ Er aber sagte zu ihnen: „Wenn ich ihn nicht in (auf) seinen Händen die Spuren (Male, Narben) der Nägel sehe und meine Hand in (an) seine Seite lege, werde ich bestimmt nicht glauben!“
{{S|27}} Dann sagte<ref name="HP" /> er zu Thomas: „Lege deinen Finger hierher, und schau meine Hände an, und nimm deine Hand und führe (lege) sie an meine Seite, und sei nicht länger ungläubig, sondern gläubig!“
{{S|26}} Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder drinnen und Thomas [war] bei ihnen. Jesus kam [herein], obwohl (nachdem) die Türen verschlossen waren,<ref>''obwohl die Türen verschlossen waren'' [[Gen. abs.]], konzessiv aufgelöst, möglich wäre auch temporal: nachdem </ref> {und} trat in die Mitte und sprach (sagte): „Friede [sei] mit euch!“
{{S|28}} Thomas erwiderte {und sagte zu ihm}: „Mein Herr und mein Gott!“
{{S|27}} Dann sagt er zu Thomas: „Reiche deinen Finger hierher, und schau meine Hände an, und reich deine Hand und führe (lege) sie an meine Seite, und sei nicht (zeige dich nicht als) ungläubig, sondern gläubig!“
{{S|29}} Jesus sagte zu ihm: „ Weil du mich gesehen hast, glaubst du jetzt (hast du geglaubt)<ref>''glaubst du jetzt (hast du geglaubt)'' Beide Verben sind Perfekte. Da das gr. Perfekt das Ergebnis der vergangenen Handlung betont, wurde das zweite sinngemäß als Präsens mit „jetzt“ wiedergegeben. </ref>.(?)<ref>In Nestle-Aland 28 ist der Satz als Frage punktiert: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du jetzt?“ Das ist ebenso gut denkbar. </ref> Glücklich zu nennen (beneidenswert/wie glücklich) sind diejenigen, die nicht sehen und [doch] glauben.<ref>''die nicht sehen und [doch] glauben'' Zwei als Relativsatz aufgelöste subst. Ptz. </ref>
{{S|28}} Thomas erwiderte (antwortete) {und sagte zu ihm}: „Mein Herr und mein Gott!“
{{S|29}} Jesus sagt (spricht) zu ihm: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du jetzt (hast du geglaubt)<ref>''glaubst du jetzt (hast du geglaubt)'' Beide Verben sind Perfekte. Da das gr. Perfekt das Ergebnis der vergangenen Handlung betont, wurde das zweite sinngemäß als Präsens mit „jetzt“ wiedergegeben.</ref>.(?)<ref>In Nestle-Aland 28 ist der Satz als Frage punktiert: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du jetzt?“ Das ist ebenso gut denkbar. </ref> Glücklich zu nennen (beneidenswert/wie glücklich) sind diejenigen, die nicht sehen und [doch] glauben.<ref>''die nicht sehen und [doch] glauben'' Zwei als Relativsatz aufgelöste [[subst. Ptz.]]. </ref>
{{S|30}} Jesus hat {nun} vor [den Augen] (in Gegenwart) seiner Jünger noch viele weitere Zeichen (Wunder) getan, die nicht in diesem Buch niedergeschrieben sind.
{{S|31}} Diese wurden niedergeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias (Christus) der Sohn Gottes ist, und damit ihr [als] Glaubende (durch den Glauben) Leben in seinem Namen habt.
Exegetischer Kommentar zu Johannes 20
Lesefassung (Johannes 20)
← Johannes 19, ↓ Studienfassung (Johannes 20)
Studienfassung (Johannes 20)
← Johannes 19, ↑ Lesefassung (Johannes 20)
1 {aber} Am ersten [Tag] der Woche kam Maria Magdalena (die Magdalenerin) früh, als es noch dunkel war,〈a〉 zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab entfernt worden war.〈b〉2 Da (darum) rannte sie {und kam} zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: „Sie haben den Herrn aus dem Grab geholt (weggebracht), und wir wissen nicht, wo sie ihn hingebracht haben!“ 3 Da (darum) machten〈c〉 sich Petrus und der andere Jünger auf und liefen zum Grab. 4 Dabei rannten die beiden gemeinsam, und der andere Jünger rannte schneller als Petrus voraus und kam als erster beim Grab an 5 und indem (als) er sich vorbeugte,〈d〉 sah er die Leinentücher daliegen, ging allerdings nicht hinein. 6 Dann (da) kam auch Simon Petrus an, der ihm gefolgt war,〈e〉 und betrat (ging hinein in) das Grab, und er sah sich die daliegenden Leinentücher an,〈f〉7 und das Tuch (Gesichtstuch), das auf seinem Kopf [gelegen hatte]〈g〉, lag nicht bei den Leinentüchern, sondern für sich (gesondert) aufgerollt (gefaltet) an einer [anderen] Stelle. 8 Daraufhin ging {dann} auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war,〈h〉 und er sah und glaubte. 9 Denn bis dahin (noch nicht) hatten sie die Schrift (Schriftstelle) noch nicht verstanden (gekannt), wonach es nötig war, dass er von den Toten auferstand. 10 Die Jünger gingen dann wieder zurück nach Hause. 11 Doch Maria stand draußen beim Grab und weinte. Als sie {nun} weinte, beugte sie sich vor zum Grab 12 und erblickte zwei Engel in weiß, die, einer beim Kopf und einer bei den Füßen, [dort] saßen,〈i〉 wo Jesu Leichnam (Körper) gelegen hatte. 13 {und} Diese sagten zu ihr: „Frau, warum weinst du?“ Sie meinte (sagte) {zu ihnen, dass}: „Sie haben meinen Herrn weggebracht, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingebracht (hingelegt) haben!“ 14 Als (während) sie das sagte, wandte sie sich nach hinten um und sah (erblickte) [dort] Jesus stehen,〈j〉 aber sie wusste (erkannte) nicht, dass es Jesus war〈k〉. 15 Jesus fragte (sagte) sie: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“ Sie〈l〉 dachte, dass er der Gärtner war〈m〉, [und] sagte {zu ihm}: „Herr, wenn du ihn weggetragen hast, sag mir, wo du ihn hingebracht (hingelegt) hast, dann werde ich ihn holen (fortbringen)!“ 16 Jesus sagte zu ihr: „Maria“, diese wandte sich um und〈n〉 sagte zu ihm auf Hebräisch: „Rabbuni!“, das heißt „Lehrer“. 17 Jesus sagte zu ihr: „Halte mich nicht fest (Lass mich los, Berühre mich nicht), ich bin nämlich (denn, ja) noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh {aber} zu meinen Brüdern und sage ihnen: ‚Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, {und (nämlich)} meinem Gott und eurem Gott.‘“ 18 Maria ging und erzählte (berichtete)〈o〉 den Jüngern {dass}: „Ich habe den Herrn gesehen!“, und [dass] er ihr Folgendes gesagt hatte. 19 Es war Abend〈p〉 [an] jenem Tag, dem ersten [Tag] der Woche〈q〉 und die Türen [der Örtlichkeit], wo sich die Jünger aufhielten〈r〉, waren aufgrund ihrer Furcht [vor] den Juden abgeschlossen.〈p〉 Jesus kam und trat〈s〉 in die Mitte [des Raumes] und sprach zu ihnen: „Friede [sei] mit euch!“〈t〉20 {und} Als er das gesagt hatte (während er das sagte)〈u〉, zeigte er ihnen die [seine] Hände und die [seine] Seite. Da freuten sich die Jünger, weil (als) sie den Herrn sahen.〈v〉21 Da sagte Jesus noch einmal zu ihnen: „Friede [sei] mit euch! So, wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“ 22 Und nachdem er das gesagt hatte,〈w〉 hauchte (pustete, blies) er sie an und sagte: „Empfangt [den] Heiligen Geist! 23 Welchen ihr die Sünden vergeben werdet, [denen] werden [sie] vergeben, welchen ihr [sie] behaltet〈x〉, [denen] werden sie behalten.〈y〉24 Aber Thomas, einer von den Zwölfen, der „Zwilling“ (Didymos) genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Die anderen Jünger erzählten (sagten) ihm nun (darum): „Wir haben den Herrn gesehen!“ Er aber sagte zu ihnen: „Wenn ich ihn nicht in (auf) seinen Händen die Spuren (Male, Narben) der Nägel sehe und meine Hand in (an) seine Seite lege, werde ich bestimmt nicht glauben!“ 26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder drinnen und Thomas [war] bei ihnen. Jesus kam [herein], obwohl (nachdem) die Türen verschlossen waren,〈z〉 {und} trat in die Mitte und sprach (sagte): „Friede [sei] mit euch!“ 27 Dann sagt er zu Thomas: „Reiche deinen Finger hierher, und schau meine Hände an, und reich deine Hand und führe (lege) sie an meine Seite, und sei nicht (zeige dich nicht als) ungläubig, sondern gläubig!“ 28 Thomas erwiderte (antwortete) {und sagte zu ihm}: „Mein Herr und mein Gott!“ 29 Jesus sagt (spricht) zu ihm: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du jetzt (hast du geglaubt)〈aa〉.(?)〈ab〉 Glücklich zu nennen (beneidenswert/wie glücklich) sind diejenigen, die nicht sehen und [doch] glauben.〈ac〉30 Jesus hat {nun} vor [den Augen] (in Gegenwart) seiner Jünger noch viele weitere Zeichen (Wunder) getan, die nicht in diesem Buch niedergeschrieben sind. 31 Diese wurden niedergeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias (Christus) der Sohn Gottes ist, und damit ihr [als] Glaubende (durch den Glauben) Leben in seinem Namen habt.
→ Johannes 21
a Gen. abs. mit temporaler Bedeutung, als Nebensatz aufgelöst. (Zurück zu v.1)
b sah, dass … entfernt worden war AcP (Ptz. Pf. Pass.) (Zurück zu v.1)
c machten sich auf Gr. im Sg., im Deutschen ist der Plural nötig. (Zurück zu v.3)
d indem (als) er sich vorbeugte Modal (Klammer: temporal) aufgelöstes Ptc. coni.. (Zurück zu v.5)
e der ihm gefolgt war Ptc. coni., als Relativsatz aufgelöst. (Zurück zu v.6)
f sah sich die daliegenden Leinentücher an AcP wie in V. 5, aber wegen des anderen Wahrnehmungsverbs, das eine Auflösung mit Nebensatz nicht zulässt, wurde er etwas anders aufgelöst. (Zurück zu v.6)
g [gelegen hatte] W. „war“ (Zurück zu v.7)
h der ... gekommen war Attr. Ptz., als Relativsatz aufgelöst. (Zurück zu v.8)
i die saßen Ptc. coni., als Relativsatz aufgelöst. (Zurück zu v.12)
j sah (erblickte) [dort] Jesus stehen AcP. (Zurück zu v.14)
k war W. „ist“. (Zurück zu v.14)
l Sie W. „jene“, sinngemäß etwa „die Angesprochene“. (Zurück zu v.15)
m war W. „ist“. (Zurück zu v.15)
n wandte sich um und Ptc. coni., modal/temporal als Nebensatz mit „und“-Kombination aufgelöst. (Zurück zu v.16)
o und erzählte Ptc. coni., modal/temporal als Nebensatz mit „und“-Kombination aufgelöst. (Zurück zu v.18)
p es war Abend (Partizip Präsens) und waren abgeschlossen (Partizip Perfekt). Der gesamte erste Versteil besteht aus zwei Gen. abs. und ist so als einleitende (temporale beziehungsweise modale) Umstandsangabe markiert. Die beiden Partizipien wurden (den deutschen Sprachkonventionen entsprechend) als separater HS übersetzt. Das kehrt ihre Funktion im Deutschen am ehesten heraus. (zu v.19)
q dem ersten [Tag] Der Gebrauch einer Kardinal- statt Ordinalzahl ist ein Semitismus (vgl. BDRBlass, Friedrich/Albert, Debrunner/Friedrich, Rehkopf: Grammatik des neutestamentlichen Griechisch, Göttingen <sup>18</sup>2001. § 247,1). (Zurück zu v.19)
r Wörtl.: „waren“ (Zurück zu v.19)
s Der Aor. II von ἳστημι, ἒστην, bedeutet "trete hin, trete herzu, trete auf" (Zurück zu v.19)
t Zu ergänzen ist das Hilfsverb, entweder der Konjunktiv εἲη oder der Imperativ ἒστω (vgl. BDRBlass, Friedrich/Albert, Debrunner/Friedrich, Rehkopf: Grammatik des neutestamentlichen Griechisch, Göttingen <sup>18</sup>2001. § 128,5). Der Gruß entspricht dem Hebräischen שׇׁלוׂם לָכֶם. (Zurück zu v.19)
u Als er das gesagt hatte (während er das sagte) Ptz. conj. Aorist, als temporaler Nebensatz aufgelöst. (Zurück zu v.20)
v weil (als) sie den Herrn sahen Kausal oder modal zu verstehendes Ptz. conj. Aorist. (Zurück zu v.20)
w nachdem er das gesagt hatte Temporal als NS aufgelöstes Ptz. conj.. (Zurück zu v.22)
x welchen ihr [sie] behaltet oder: „zurückhalten, festhalten“ – gemeint ist: nicht vergeben. [sie] bezieht sich auf die Sünden. (Zurück zu v.23)
y Konditionalsatz (Futuralis): das Satzgefüge liegt in der Zukunft. (Zurück zu v.23)
z obwohl die Türen verschlossen waren Gen. abs., konzessiv aufgelöst, möglich wäre auch temporal: nachdem (Zurück zu v.26)
aa glaubst du jetzt (hast du geglaubt) Beide Verben sind Perfekte. Da das gr. Perfekt das Ergebnis der vergangenen Handlung betont, wurde das zweite sinngemäß als Präsens mit „jetzt“ wiedergegeben. (Zurück zu v.29)
ab In Nestle-Aland 28 ist der Satz als Frage punktiert: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du jetzt?“ Das ist ebenso gut denkbar. (Zurück zu v.29)
ac die nicht sehen und [doch] glauben Zwei als Relativsatz aufgelöste subst. Ptz.. (Zurück zu v.29)
Abgerufen von „https://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Johannes_20&oldid=24093“

References: §212
 §212
 § 247
 § 128
 § 247
 § 128