Source: https://www.oda-gesundheit-bern.ch/bildung/bildungssystematik/tertiaerstufe/
Timestamp: 2020-01-25 09:22:08+00:00

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Tertiärstufe | OdA Gesundheit Bern
Wir sind die Anlaufstelle der kantonalen Behörden zu Fragen der Berufsbildung im Gesundheitswesen. Die kantonalen Organisationen der Arbeitswelt sind in der Berufsbildungsgesetzgebung legitimiert.
Berufliche Grundbildung/Sekundarstufe II
Die berufliche Grundbildung ist in der schweizerischen Bildungssystematik auf der Sekundarstufe II positioniert. Zur beruflichen Grundbildung zählen die Berufsausbildungen, die nach der obligatorischen Schulzeit von 9 Schuljahren absolviert werden können. Berufliche Grundbildungen dauern in der Regel 2 bis 4 Jahre.
Zweijährige Grundbildung (EBA)
Die zweijährige Grundbildung führt zum eidgenössischen Berufsattest. Sie ist so ausgestaltet, dass die Angebote den unterschiedlichen Voraussetzungen der Lernenden besonders Rechnung tragen (BGG Art. 17, Abs. 2).
Drei- bis vierjährige Grundbildung (EFZ)
Die drei- bis vierjährige Grundbildung führt zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (BBG Art. 17, Abs. 3). Das eidgenössische Fähigkeitszeugnis führt zusammen mit dem Abschluss einer erweiterten Allgemeinbildung zur Berufsmaturität (BBG Art. 17, Abs. 4).
verkürzte Grundbildung für Erwachsene (FaGe E)
Mit der 2-jährigen Berufslehre erhalten Erwachsene die Möglichkeit, eine Ausbildung nachzuholen, ihr Fachwissen zu vertiefen und ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) zu erwerben. Angesprochen werden Pflegeassistent/-innen, Beschäftigte ohne Berufsabschluss sowie Quereinsteiger/-innen mit einem Berufsabschluss anderer Branchen. Das Mindestalter beträgt 22 Jahre und es müssen mindestens zwei Jahre Praxis in Form einer Anstellung von mind. 60 Prozent im Berufsfeld Pflege und Betreuung nachgewiesen werden können.
Die Nachholbildung nach Art. 32 der neuen Verordnung über die Berufsbildung (BBV) richtet sich an Erwachsene, welche zu einem Qualifikationsverfahren zugelassen werden können, auch wenn sie ihre Berufskenntnisse auf eine andere Weise als in einer beruflichen Grundbildung erworben haben. Weitere Informationen finden Sie hier.
Die Validierung von Bildungsleistungen nach Art. 33 des neuen Berufsbildungsgesetzes (nBBG) ist für Fachfrauen / Fachmänner Gesundheit im Kantons Bern noch nicht möglich bzw. in Abklärung. Interessierte Kandidaten/innen werden von der Bildungs- und Kulturdirektion an andere Kantone überwiesen. Folgende Kantonen bieten das Validierungsverfahren für FaGe EFZ an: Luzern, Nidwalden, Obwalden, Uri, Schwyz, Zug, Zürich, Genf, Jura, Freiburg, Wallis. Weitere Informationen finden Sie unter www.validacquis.ch.
Höhere Berufsbildung/Tertiärstufe
Die Ausbildungen der höheren Berufsbildung sind in der schweizerischen Bildungssystematik auf der Tertiärstufe positioniert. Die Tertiärstufe ist unterteilt in:
Tertiärstufe A: Fachhochschulen und Universitäre Hochschulen
Tertiärstufe B: Höhere Berufsbildung
Die höhere Berufsbildung setzt einen beruflichen oder schulischen Abschluss der Sekundarstufe II voraus, d.h. ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, den Abschluss einer höheren schulischen Allgemeinbildung (z.B. Gymnasium, Fachmittelschule) oder eine gleichwertige Qualifikation (BBG, Art. 26, Abs. 2). Die höhere Berufsbildung verbindet solide praktische Fähigkeiten mit fundierten theoretischen Fachkenntnissen. Sie dient der Vermittlung und dem Erwerb von Qualifikationen, die für die Ausübung einer anspruchsvolleren oder einer verantwortungsvolleren Tätigkeit erforderlich sind (BBG Art. 26, Abs. 1).
Die höhere Berufsbildung wird erworben durch (BBG Art. 27)
- eine eidgenössische Berufsprüfung (BP) oder eine eidgenössische höhere Fachprüfung (HFP).
- eine eidgenössisch anerkannte Bildung an einer höheren Fachschule (HF).
Eine Berufsprüfung ist eine Weiterbildung auf Tertiärstufe, mit welcher spezifische Fachkenntnisse vertieft und Führungskenntnisse erworben werden.
Berufsprüfung Fachmann/Fachfrau Langzeitpflege und –betreuung
Seit 2015 ist die Prüfungsordnung zur Berufsprüfung Fachmann/Fachfrau Langzeitpflege und –betreuung in Kraft.
Fachfrauen/Fachmänner Langzeitpflege und –betreuung mit eidgenössischem Fachausweis verfügen über erweiterte generelle Fachkompetenzen u.a. in den Bereichen Pflegeprozess oder Komplexitätsmanagement, erweiterte Fachkompetenzen der Langzeitpflegepflege und –betreuung u.a. in den Bereichen Gerontopsychiatrie oder Palliative Care, erweiterte Sozialkompetenzen u.a. in den Bereichen Führung oder Beziehungsgestaltung und erweiterte Persönlichkeitskompetenzen u.a. in den Bereichen Selbstmanagement oder Informationskompetenz.
Aktuelle Informationen zur Berufsprüfung Fachmann/Fachfrau Langzeitpflege und –betreuung
Mit der Berufsprüfung stellte sich die Frage nach der Einstufung der Berufsleute mit Berufsprüfung Langzeitpflege und –betreuung im Stellenplan Pflege. Das Alters- und Behindertenamt (ALBA), der Verband Berner Pflege- und Betreuungszentren (vbb), der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) Sektion Bern und die Schweizerische Vereinigung der Pflegedienstleiterinnen und Pflegedienstleiter (SVPL) Regionalgruppe Bern zweimal getroffen, um über diesbezügliche, eventuell notwendige Anpassungen im Stellenplan Pflege zu diskutieren (siehe Schreiben ALBA). Das ALBA hat diesbezüglich eine Studie in Auftrag gegeben, deren Erkenntnisse Klärung in die Diskussion bringen soll. Vorübergehend wird die Berufsprüfung im Stellenplan auf Stufe 2 angesiedelt.
Folgende Berufsprüfungen werden aktuell erarbeitet:
BP Medizinische/r Masseur
BP Fachfrau/Fachmann für neurophysiologische Diagnostik
BP Medizinische/r Kodierer/in
BP Berater/in für Atembehinderungen und Tuberkolose
BP Transportsanitäter/in
BP Medizinische/r Praxiskoordinator/in
Das Bestehen einer eidgenössischen Höheren Fachprüfung (HFP) führt zu einem gesamtschweizerisch anerkannten Abschluss der Tertiärstufe B (höhere Berufsbildung). Berufsleute mit höherer Fachprüfung können sich als Expertin/Experte in ihrem Fachgebiet ausweisen.
Folgende Höhere Fachprüfungen werden derzeit erarbeitet:
HFP Expertin/Experte in Biomedizinischer Analytik
HFP Expertin/Experte Operationsbereich
HFP Expertin/Experte in Zytodiagnostik
HFP Fachexpertin/Fachexperte für Infektionsprävention im Gesundheitswesen
Grafik Bildungssystematik

References: Art. 17
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 32
 Art. 33
 Art. 26
 Art. 26
 Art. 27