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Aufschub einer Zwangsversteigerung - frag-einen-anwalt.de Hilfe & Kontakt
Anwalt? Hier lang www.frag-einen-anwalt.de Verwaltungsrecht Aufschub einer Zwangsversteigerung
18.05.2007 11:03 | Preis: ***,00 € |
Sehr geehrte Damen und Herren, welche Möglichkeiten gibt es um einen Aufschub einer Zwangsversteigerung zu erwirken. Wir haben vom Amtsgericht die Mitteilung erhalten, dass von der Dresdner Bank die Zwangsversteigerung beantragt wurde. Wir haben nun 14 Tage Zeit, um einen halbjährigen Aufschub zu erhalten. Bitte um Tipps und Möglichkeiten wie dieser halbjährige Aufschub gestellt werden kann. Achtung Archiv
18.05.2007 | 13:10
Bei dem "halbjährigen Aufschub" handelt es sich um die Möglichkeit der einstweiligen Einstellung des Verfahrens auf Antrag des Schuldners gemäß § 30a ZVG (Wortlaut: s. unten). Hierdurch ist eine Einstellung des Verfahrens bis zu sechs Monaten möglich. War das Verfahren gemäß § 30a ZVG einstweilig eingestellt, ist gem. § 30c ZVG einmalig eine weitere Einstellung für bis zu sechs Monate möglich.
Den entsprechenden Antrag müssten Sie innerhalb von zwei Wochen, ab Zustellung der Verfügung (in welcher Sie über den Einstellungsantrag belehrt wurden) stellen.
Regelmäßig kommt eine Einstellung gem. § 30a ZVG nur in Betracht, wenn der Schuldner vorträgt und glaubhaft macht, dass die Befriedigung der Gläubiger innerhalb von sechs Monaten in Aussicht ist. Dies könnte z.B. durch einen freihändigen Verkauf der Immobilie oder durch eine Umschuldung erfolgen. Nicht ausreichend ist jedoch, wenn lediglich Verkaufs- oder Umschuldungsabsichten, bzw. lose Verhandlungen darüber glaubhaft gemacht werden. Vielmehr müssten wohl schon konkrete Verhandlungen, bzw. Vertragsanbahnungen, u.U. sogar Vertragsabschlüsse in dem Antrag aufgeführt werden.
Der Antrag dürfte zudem nicht nur dazu dienen, das Verfahren zu verzögern. Die Dresdner Bank könnte zu einem von Ihnen gestellten Antrag eine Stellungnahme abgeben, in dem Sie dies versucht zu begründen. Dann könnte für die Entscheidung die Vorgeschichte mitentscheidend sein (z.B. bisherige Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, nicht eingehaltene Zahlungsversprechen, Zahlungsverhalten etc.) Neben der einstweiligen Einstellung gem. § 30a ZVG wäre auch eine Einstellung mit Bewilligung des Gläubigers gem § 30 ZVG möglich. Hier wäre z.B. ein Ansatzpunkt für Verhandlungen mit der Dresdner Bank. Sollten Sie die Immobile finanziell nicht mehr halten können, wäre ein freihändiger Verkauf die beste Lösung. Hier wären Absprachen mit der Bank durchaus denkbar und eine Zwangsversteigerung könnte so vermutlich verhindert werden.
Eine weitere Möglichkeit für die Einstellung könnte sich aus § 765a ZPO ergeben (Wortlaut: s. unten). Der Antrag hierfür könnte mit dem Antrag für §30a ZVG verbunden werden. Die Vorschrift des § 765 a ZPO stellt jedoch eine eng auszulegende Ausnahme dar, die nur in besonderen Härtefällen aus sozialen Gründen eingreift. Deshalb können nur solche Umstände Berücksichtigung finden, die weder regelmäßig im Rahmen einer Zwangsvollstreckung vorliegen noch mit speziellen Rechtsbehelfen geltend zu machen sind. Eine bloße Unbilligkeit der Zwangsvollstreckung reicht z.B. nicht aus. Sie muss vielmehr zu einem ganz untragbaren Ergebnis führen.
Ich rate Ihnen dringend, sich professionell beraten zu lassen. Zunächst müsste die aktuelle finanzielle Situation richtig erfasst werden und eine Prüfung aller relevanten Unterlagen erfolgen. Danach müsste man gezielt die richtigen Schritte einleiten. Ich rate Ihnen davon ab, selbst einen Antrag zu formulieren um eine Verzögerung des Verfahrens zu bewirken. Für eine eingehendere Beratung, wie sie im Rahmen dieser Plattform nicht möglich ist, stehe ich Ihnen gerne unter meiner Kanzleinummer (07251/3924430)zur Verfügung. Sollten Sie daran Interesse haben, rufen Sie am besten am Montag Vormittag hier an. Ansonsten empfehle ich Ihnen, auch im Hinblick auf die laufenden Fristen, sich umgehend von einem Kollegen beraten zu lassen. Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort weitergeholfen zu haben und verbleibe
(5) Die Aufhebung von Vollstreckungsmaßregeln erfolgt in den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 und des Absatzes 4 erst nach Rechtskraft des Beschlusses. Rechtsanwalt Christian Grema
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References: § 30
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 § 765
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