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Timestamp: 2019-10-18 07:06:32+00:00

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Steuerermäßigung bei ausländischen Einkünften § 34c EStG - NWB Datenbank
Dokument Steuerermäßigung bei ausländischen Einkünften § 34c EStG
I. Definition der Steuerermäßigung bei ausländischen Einkünften
Die unbeschränkte Steuerpflicht (§ 1 Abs. 1 EStG ) beschränkt sich nicht auf aus dem Inland stammende Einkünfte, sondern besteuert sämtliche in- und ausländischen Einkünfte (Welteinkommensprinzip). Allerdings nehmen auch die meisten anderen Staaten dieses Prinzip für sich in Anspruch, sodass für dieselben Einkünfte eine doppelte Besteuerung im In- und Ausland droht. Eine solche Doppelbesteuerung hemmt in beiden Staaten den internationalen Wirtschaftsverkehr und ist volkswirtschaftlich schädlich. Daher sehen u.a. bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen (Verträge) mit vielen ausländischen Staaten Regelungen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung vor.
Daneben beinhaltet aber auch das deutsche Steuerrecht, soweit mit ausländischen Staaten kein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, im Wege eines einseitigen, teilweisen Verzichts auf den deutschen Steueranspruch, rein nationale Regelungen für eine Steuerermäßigung bei ausländischen Einkünften insbesondere in § 34c EStG. Durch diese Tarifvorschrift sollen Lücken im System der Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen werden. Daneben wird auch das Verfahren für die in den Doppelbesteuerungsabkommen vorgesehene Anrechnung von ausländischen Steuern in Deutschland geregelt.
KKB/Kraft, § 34c EStG, 4. Aufl. 2019, NWB
Merker, Wie werden ausländische Steuern bei der Steuerberechnung berücksichtigt?, Steuerfach-Scout
Merker, Welche Voraussetzungen müssen für die Anrechnung von ausländischen Steuern erfüllt sein?, Steuerfach-Scout
II. Ausländische Einkünfte
Grundlegende Voraussetzung für die Anwendung der Steuerermäßigung gem. § 34c EStG ist das Vorliegen „Ausländischer Einkünfte”. In § 34d EStG zählt das Gesetz abschließend auf, wann ausländische Einkünfte vorliegen.
III. Ermittlung der ausländischen Einkünfte
Art und Höhe der Einkünfte richten sich nach deutschem Steuerrecht. Für den Abzug von Betriebsausgaben und Werbungskosten gilt das Veranlassungsprinzip (es kommt entsprechend der wirtschaftlichen Veranlassung darauf an, ob die Aufwendungen bei einer Besteuerung im Inland abziehbar wären), R 34c Abs. 3 EStR.
Ausländische Währungen sind grds. am Zufluss-/Abflusstag in Euro umzurechnen, können jedoch aus Vereinfachungsgründen auch mit den monatlichen Umsatzsteuer-Umrechnungskursen angesetzt werden (R 34c Abs. 1 EStR).
Insbesondere bei ausländischen Betriebsstätten ist die Zuordnung der Einkünfte aufgrund der identischen Rechtsträgerschaft mit dem Stammhaus problematisch (maßgeblich ist das dealing-at-arm's-length-Prinzip aus Art. 7 Abs. 2 DBA-Musterabkommen: Behandlung der Betriebsstätte wie unter fremden Dritten und als wäre sie ein selbständiges Unternehmen).
Vorrangig ist die direkte Methode zur Gewinnabgrenzung anzuwenden: unmittelbare, eigene Gewinnermittlung für die Betriebsstätte.
Bei der indirekten Methode ist der Gesamtgewinn aufgrund eines sachgerechten Schlüssels (z.B: Umsätze oder Betriebseinnahmen) aufzuteilen.
Mit dem Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz 2013 wurde der sog. Authorized OECD Approach (AOA) über die Gewinnabgrenzung zwischen Stammhaus und Betriebsstätte durch eine Ergänzung von § 1 AStG in das deutsche Ertragsteuerrecht eingeführt. Dadurch wird die Gewinnabgrenzung abkommens- und ertragsteuerrechtlich einheitlich geregelt, so dass nunmehr auch für Betriebsstätten eine uneingeschränkte Selbständigkeitsfiktion gilt, die zu einer weitestgehenden Gleichstellung mit selbständigen Tochtergesellschaften führt. Details sind in einer Betriebsstättengewinnaufteilungsverordnung (BsGaV) geregelt. Das BMF hat in einem umfangreichen Schreiben vom 22.12.2016 zu den Grundsätzen für die Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes im Rahmen des § 1 Abs. 5 AStG aus Sicht der Finanzverwaltung Stellung genommen („Verwaltungsgrundsätze Betriebsstättengewinnaufteilung“ –VWG BsGa), BMF v. 22.12.2016 - IV B 5 - S 1341/12/10001 -03.
IV. Einzelne Regelungen des § 34c EStG (kein DBA-Staat)
1. Anrechnung ausländischer Quellensteuer (§ 34c Abs. 1 EStG )
Bei ausländischen Einkünften aus Staaten, mit denen kein DBA besteht (besteht ein DBA, gehen die dortigen Regelungen vor), rechnet Deutschland von Amts wegen die im Ausland gezahlte Quellensteuer unter bestimmten Voraussetzung bei der deutschen Steuer an (§ 34c Abs. 6 EStG).
unbeschränkte Steuerpflicht (in Fällen des § 50 Abs. 3 EStG , § 26 Abs. 6 KStG auch bei beschränkter Steuerpflicht möglich)
ausländische Einkünfte i.S.v. § 34d EStG
Identität des Steuerpflichtigen im In- und Ausland (keine Anrechnung z.B. von im Ausland gezahlter Körperschaftsteuer beim Anteilseigner, an den die Dividende ausgezahlt wird); bei Qualifikationskonflikten (unterschiedliche gesellschaftsrechtliche Einordnung von Gesellschaftsformen im In- und Ausland) kommt es auf die Wertung nach deutschem Steuerrecht an
Identität der Einkünfte und des Zeitraums, für den ausländische Steuer angerechnet werden soll (eine abweichende ausländische Bemessungsgrundlage und Steuerperiode ist unschädlich)
Die ausländische Steuer muss der deutschen Einkommensteuer entsprechen.
Die ausländische Steuer muss festgesetzt und gezahlt sein und ist um einen entstandenen Ermäßigungsanspruch zu kürzen (etwa im Ausland bestehende Ansprüche zur Reduzierung der ausländischen Steuer sind zu beachten; dies ist häufig bei ausländischen Quellensteuern für Zinsen, Dividenden und Lizenzen der Fall; ob der Steuerpflichtige tatsächlich den Ermäßigungsanspruch geltend macht, ist unbeachtlich). Die ausländische Steuer ist auch um bereits verjährte Erstattungsansprüche zu kürzen (z.B. wenn es der Steuerpflichtige unterlassen hat, fristgerecht seinen Ermäßigungsanspruch geltend zu machen).
Als Sondervorschrift zu § 34c EStG nimmt § 32d EStG die Berücksichtigung ausländischer Quellensteuer auf ausländische Einkünfte aus Kapitalvermögen, die der Abgeltungssteuer unterliegen, aus. Nach § 32d Abs. 5 EStG ist bei unbeschränkt Steuerpflichtigen die entrichtete ausländische Quellensteuer auf ausländische Kapitalerträge auf die deutsche Steuer mit höchstens 25% auf den einzelnen Kapitalertrag anzurechnen, höchstens bis auf 0 Euro, sofern die ausländischen Kapitalerträge der Abgeltungssteuer unterliegen (auch für sog. fiktive Quellensteuer). Damit kommt die sog. per-country-limitation im Rahmen der Abgeltungssteuer nicht zur Anwendung. Diese Regelung gilt ab dem Veranlagungszeitraum 2009.
Durch diese Sonderregelung in § 32d Abs. 5 EStG und eine entsprechende Änderung des § 34c EStG wurde erreicht, dass ausländische Kapitalerträge, die der Abgeltungssteuer unterliegen, aus dem Anrechnungs- und Abzugsverfahren des § 34c EStG herausgenommen werden (konsequente Trennung der der Abgeltungssteuer unterliegenden Kapitaleinkünfte von den übrigen Einkünften). Das gilt auch für nach DBA anzurechnende ausländische Quellensteuern.
Als Rechtsfolge ist die ausländische Quellensteuer im Rahmen einer Höchstbetragsberechnung (bis einschl. 2014) bzw. ab 2015 mit dem Durchschnittssteuersatz auf die deutsche Steuer anzurechnen (die Anrechnung kann nie zu einer Erstattung führen, da es sich bei § 34c EStG nur um eine Ermäßigungs- und nicht um eine Anrechnungsvorschrift handelt; ein etwa verbleibender, nicht abzugsfähiger Teil der ausländischen Steuer verfällt).
Die ausländische Steuer wird nur auf den Teil der deutschen Steuer angerechnet, der auf die ausländischen Einkünfte des jeweiligen Staates entfällt. Stammen ausländische Einkünfte aus mehreren ausländischen Staaten, sind die Höchstbeträge für jeden einzelnen Staat gesondert zu berechnen (per-country-limitation), § 34c Abs. 1 S. 1 EStG, § 68a S. 1, 2 EStDV.
Eine Anrechnung von ausländischen Steuern aus Drittstaaten ist nicht möglich; die ausländische Steuer muss in dem Staat erhoben worden sein, aus dem die Einkünfte stammen.
Ist keine deutsche Einkommensteuer zu entrichten, weil z.B. der Gesamtbetrag der Einkünfte negativ ist, scheidet eine Anrechnung ausländischer Steuer aus, auch wenn die ausländischen Einkünfte positiv sein sollten.
Auch die auf negative ausländische Einkünfte, die unter § 2a Abs. 1 EStG fallen, entfallende ausländische Steuer ist im Rahmen des Höchstbetrages grds. anrechenbar (R 34c Abs. 2 EStR).
Höchstbetragsberechnung bis einschl. 2014:
Ausländische Einkünfte eines Staates x Deutsche Steuer (§ 2 Abs. 5 EStG) : Summe der Einkünfte
Zur Höchstbetragsberechnung bei der Anrechnung ausländischer Steuern hatte der EuGH mit Urteil vom 28.02.2013 entschieden, dass es gegen EU-Recht verstößt, wenn die Höchstbetragsberechnung an das Verhältnis der ausländischen Einkünfte zur Summe der Einkünfte und somit ohne Berücksichtigung von Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen anknüpft. Dem ist nunmehr der Gesetzgeber durch das Gesetz zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (ZollkodexAnpG) ab 01.01.2015 durch Anwendung eines Durchschnittssteuersatzes gefolgt. Die bisher mögliche vorläufige Steuerfestsetzung und Gewährung von Aussetzung der Vollziehung ist nicht mehr möglich.
Berechnungsbeispiel für die Höchstbetragsberechnung in den Hinweisen der Finanzverwaltung
Der Abgeltungssteuer unterliegende ausländische Kapitalerträge, für die die Sonderregelung des § 32d Abs. 5 EStG gilt, werden nicht bei der Höchstbetragsberechnung des § 34c EStG berücksichtigt.
Ab dem VZ 2003 sind in die Höchstbetragberechnung nur noch die ausländischen Einkünfte einzubeziehen, die nach dem Recht des ausländischen Staates dort besteuert werden (ausländische Einkünfte, die der Quellenstaat nicht besteuert, können keiner Doppelbesteuerung unterliegen und bleiben bei der Bemessung des Anrechnungshöchstbetrages außer Ansatz), § 34c Abs. 1 S. 3, Abs. 6 S. 3 EStG, R 34c Abs. 3 EStR.
Bei der Zusammenveranlagung von Ehegatten wird der Höchstbetrag einheitlich für beide Ehegatten ermittelt (R 34c Abs. 3 EStR).
Bei der Ermittlung der ausländischen Einkünfte sind die §§ 3 Nr. 40 und 3c Abs. 2 EStG zu beachten, allerdings ist die ausländische Steuer nicht zu kürzen (R 34c Abs. 2 EStR).
Anrechnungshöchstbetrag ab 2015:
Nach dem Gesetz zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (ZollkodexAnpG) wird der Anrechnungshöchstbetrag ab 01.01.2015 in der Weise ermittelt, dass der sich bei der Veranlagung, bezogen auf das zu versteuernde Einkommen einschließlich der ausländischen Einkünfte, nach den §§ 32a, 32b, 34, 34a und 34b EStG ergebende durchschnittliche Steuersatz auf die ausländischen Einkünfte angewendet wird (Durchschnittssteuersatz).
Steuerermäßigung bei ausländischen Einkünften § 34c EStG ablegen in?

References: § 34
 § 34
 § 34
 § 34
 § 34
 § 34
 Art. 7
 § 1
 § 1
 § 34
 § 50
 § 26
 § 34
 § 34
 § 32
 § 32
 § 32
 § 34
 § 34
 § 34
 § 34
 § 68
 § 2
 EuGH 
 § 32
 § 34
 § 34
 § 34