Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20BvR%201540/01
Timestamp: 2019-06-26 09:21:26+00:00

Document:
BVerfG, 19.03.2003 - 2 BvR 1540/01 - dejure.org
https://dejure.org/2003,3197
BVerfG, 19.03.2003 - 2 BvR 1540/01 (https://dejure.org/2003,3197)
BVerfG, Entscheidung vom 19.03.2003 - 2 BvR 1540/01 (https://dejure.org/2003,3197)
BVerfG, Entscheidung vom 19. März 2003 - 2 BvR 1540/01 (https://dejure.org/2003,3197)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2003,3197) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Keine Verletzung von GG Art 103 Abs 1 durch die Anwendung der Präklusionsregelung der StPO §§ 338 Nr 1 Halbs 2, 222b Abs 1 auf die verspätete Hinzuziehung eines Ergänzungsschöffen
Verfassungsmäßigkeit des § 338 Nr. 1, Hs. 2 Strafprozessordnung (StPO); Anforderungen an die Verfassungsmäßigkeit von Präklusionsvorschriften; Vereinbarkeit der Auslegung der §§ 338 Nr. 1, Hs. 2, 222b Abs. 1 StPO durch den Bundesgerichtshof (BGH) mit den Vorschriften des Grundgesetzes; Anwendbarkeit der Präklusionsregelung der §§ 338 Nr. 1, Hs. 2, 222b Abs. 1 StPO auf die verspätete Einbeziehung von Ergänzungsschöffen; Rechtmäßigkeit der von § 243 Abs. 1 StPO abweichenden Bestimmung des Beginns der Hauptverhandlung im Rahmen des § 222b Abs. 1 StPO
StPO § 338 Nr. 1 2. Hs. § 222b Abs. 1
BVerfGK 1, 87
NJW 2003, 3545
Dagegen spricht schon, dass - anders als bei Präklusionsnormen von Verfassungs wegen vorausgesetzt - die Fristvorgabe des § 41a Abs. 3 Satz 3 SGB II nicht hinreichend eindeutig ist (vgl nur BVerfG (Kammer) vom 19.3.2003 - 2 BvR 1540/01 - NJW 2003, 3545, 3546 mwN: Präklusionsvorschriften müssen sich durch ein besonderes Maß an Klarheit auszeichnen).
Die Präklusionsregelung der § 338 Nr. 1, § 222b Abs. 1 StPO genügt indes den an sie zu stellenden verfassungsrechtlichen Anforderungen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 19. März 2003 - 2 BvR 1540/01, BVerfGK 1, 87).
Mit den durch das Strafverfahrensänderungsgesetz 1979 eingeführten Rügepräklusionsvorschriften der §§ 338 Nr. 1, 222 b Abs. 1 StPO wollte der Gesetzgeber erreichen, daß Besetzungsfehler bereits in einem frühen Verfahrensstadium erkannt und geheilt werden, um zu vermeiden, daß ein möglicherweise mit großem justiziellem Aufwand zustande gekommenes Strafurteil allein wegen eines Besetzungsfehlers im Revisionsverfahren aufgehoben und in der Folge die gesamte Hauptverhandlung - mit erheblichen Mehrbelastungen sowohl für die Strafjustiz als auch für den Angeklagten - wiederholt werden muß (vgl. die Begr. zum Entwurf des StVÄG 1979, BT-Drucks. 8/976, S. 25 ff.; BVerfG, Beschluß vom 19. März 2003 - 2 BvR 1540/01 -, BA S. 8/9).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn einem Gefangenen hinsichtlich der Wiedereinsetzung in die versäumte Frist zur Stellung eines Antrages nach § 112 Abs. 1 StVollzG ein Säumnisverschulden seines Prozessbevollmächtigten zugerechnet wird (vgl. BVerfGE 60, 253 ;… BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 17. Januar 2006 - 1 BvR 2558/05 -, NJW 2006, S. 1579 ; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 19. März 2003 - 2 BvR 1540/01 -, NJW 2003, S. 3545 ;… BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Zweiten Senats vom 21. Juni 2000 - 2 BvR 1989/97 -, NVwZ 2000, S. 907; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 21. Oktober 1999 - 2 BvR 1940/99 -, [...]; BVerfG, Beschluss der 1. Kammer desm 11. Dezember 1992 - 2 BvR 1471/92 -, [...];… BVerfG, Vorprüfungsausschuss , Beschluss vom 14. März 1984 - 2 BvR 249/84 -, NStZ 1984, S. 370 ; H OLG Hamburg, Beschluss vom 17. Oktober 1977 - Vollz (Ws) 12/77 -, ZfStrVo SH 1978, S. 52; OLG Frankfurt, Beschluss vom 8. Mai 1981 - 3 Ws 63/81 -, NStZ 1981, S. 408; OLG Frankfurt, Beschluss vom 1. April 1982 - 3 Ws 179/82 -, NStZ 1982, S. 351; Arloth, StVollzG, 2. Aufl. 2008, § 112 Rn. 5; Schuler, in: Schwind/Böhm/.

References: § 338
 § 243
 § 222
 § 338
 § 222
 § 41
 § 338
 § 222
 § 112
 § 112