Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/4/84150000135.htm
Timestamp: 2018-11-17 09:38:11+00:00

Document:
4.15.135 Reutlinger und Uracher Alb
Verordnung des Landratsamtes Reutlingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Reutlinger/Uracher Alb" (Münsinger Kreiszeitung -Alb-Bote- Heimatblatt der Alb vom 09.01.1974).
Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 06. April 1970 (GBl. S. 111), und des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Tübingen als höhere Naturschutzbehörde verordnet:
Der in § 2 näher beschriebene Landschaftsteil auf den Gemarkungen Metzingen, Metzingen-Neuhausen, Dettingen/Erms, Hülben, Grabenstetten, Urach, Bleichstetten, Würtingen, Ohnastetten, Holzelfingen, Honau, Unterhausen, Pfullingen, Eningen u.A. und Glems, Landkreis Reutlingen, wird dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Dieser Landschaftsteil wird als Landschaftsschutzgebiet "Reutlinger/Uracher Alb" bezeichnet.
(1) Zu dem Schutzgebiet, das eine Größe von ca. 9476 ha hat, gehören die Landschaftsteile auf der Hochfläche östlich der Erms sowie die bewaldeten Abhänge zum Ermstal bis zur Regierungsbezirksgrenze, ferner der Landschaftsteil zwischen dem Oberlauf der Echaz und der Erms zwischen Urach und Metzingen einschließlich der bewaldeten Steilhänge.
(2) Die Grenzen des Schutzgebietes verlaufen im wesentlichen wie folgt:
Auf Markung Metzingen ist das Landschaftsschutzgebiet im Norden im wesentlichen durch die Wald/Feldgrenze der Stadt- und Staatswalddistrikte Kurleshau und Spahler gekennzeichnet. Im Süden verläuft das Landschaftsschutzgebiet gleichfalls im wesentlichen entlang der Wald/Feldgrenze. Lediglich südlich und westlich des Florian ist entlang des Waldrandes ein ca. 100 m breiter Wiesenstreifen mit in das Landschaftsschutzgebiet einbezogen. Geschützt ist auf Markung Metzingen ferner die Kuppe des Weinbergs oberhalb des höchstgelegenen Rundweges.
Auf Markung Metzingen-Neuhausen verläuft die Grenze des Landschaftsschutzgebietes auf der Nordseite des Hofwaldes (entlang der Regierungsbezirksgrenze) und schließt südlich des Hofwaldes einen durch Grünwald genutzten 100-150 m, im Bereich des Saalbaches bis 200 m breiten Streifen ein. Geschützt ist ferner die bewaldete Kuppe des Hofbühl sowie ein daran anschließender Kranz landwirtschaftlich genutzter Grundstücke bis zum ersten (auf der Südseite bis zum zweiten) Rundweg. Im Süden der Gemarkung ist in das Landschaftsschutzgebiet ferner der bewaldete Linsenbühl sowie das anschließende Gewann Egert einbezogen.
Im Bereich der Markung Dettingen/Erms umfaßt das Landschaftsschutzgebiet den bewaldeten Sommerberg einschließlich der im Gemeindebesitz befindlichen Goldländer sowie die im Gewann Neubühl unmittelbar an den Wald anschließenden Ödländer bzw. Baumwiesen, im Bereich der Buchhalde ist auch das Gewann Spitzäcker sowie der hintere Teil des Wachertales in das Landschaftsschutzgebiet einbezogen. Südlich der Erms gehören die gesamten Hangwaldungen bis zur Markungsgrenze zum Landschaftsschutzgebiet, außerdem ein landwirtschaftlich genutzter Streifen, der durchschnittlich ca. 400 m tief ist und sich vom Metzinger Ries über die Roßweide den Calverbühl, die Hirschlache bis zum Gewann Wasserstelle zieht.
Auf Markung Hülben umfaßt das Landschaftsschutzgebiet die gesamte Markungsfläche mit Ausnahme der bebauten Ortslage sowie aller langfristig möglicherweise für eine weitere Bebauung in Frage kommenden Markungsteile. Die Grenze des Landschaftsschutzgebietes verläuft im Westen ungefähr entlang der Waldgrenze, im Südwesten entlang der Markungsgrenze, im Süden im Bereich der Schlehenäcker, im Nordosten nahe der Waldgrenze und im Norden südlich des Wasserbehälters bis an die westliche Markungsgrenze.
Auf Markung Grabenstetten ist gleichfalls das gesamte Gebiet unter Landschaftsschutz gestellt, mit Ausnahme der im Zusammenhang bebauten Ortsteile sowie aller für eine künftige Bebauung in Frage kommender Flächen, auch hier verläuft die innere Grenze des Landschaftsschutzgebietes ringförmig und ist durch die Gewanne Vogeltal im Süden, Roßgallenäcker im Osten, Reissach im Nordwesten und Egelstein/Hahnenkamm im Westen gekennzeichnet.
Auf Markung Urach ist ausgenommen: die gesamte Tallage, und zwar im Norden das Elsachtal, seitlich bis zur Waldgrenze und talaufwärts bis zum Pfählhof; die Zittelstatt seitlich bis zur Waldgrenze bzw. zur B 28 und talauf bis zum Ende der heute bestehenden Bebauung; das Ermstal seitlich bis zur Waldgrenze und talaufwärts bis zur Markungsgrenze; das Mauchental seitlich bis zur Waldgrenze bzw. zur Ortsverbindungsstraße Urach/Hülben und talauf bis zum Ende der heute bestehenden Bebauung, vom Seltbachtal ist nur ein kleiner, bis etwa zum Freibad reichender Markungsteil ausgenommen, und im Maisental folgt die Grenze des Landschaftsschutzgebietes zunächst der Wald/Feldgrenze am Schloßberg, verläuft dann auf der Fohlensteige, um bei der Gabelung Fohlensteige/Zufahrt zum Gestütshof Güterstein nach Nordwesten das Tal zu queren und unter Einschluß des Gewanns Viehstelle in einem ca. 150 m breiten Streifen den Wald entlang bis zur Markungsgrenze im Norden zu führen.
Im unteren Ermstal verläuft die Grenze des Landschaftsschutzgebietes auf der Sommerseite entlang der Wald/Feldgrenze unter Ausschluß des Naturschutzgebietes "Nägelesfelsen".
Auf Markung Würtingen-Bleichstetten ist einbezogen: der nördliche Teil der Markungsfläche (Gewann Bühl) bis zur Ortsverbindungsstraße Bleichstetten/Urach bzw. des zwischen den beiden ehemaligen Steinbrüchen im Westen (Gewann Appenwinkel) verlaufenden Feldweges.
Auf Markung Würtingen ist einbezogen in das Landschaftsgebiet: die gesamte Markungsfläche bis zur Linie Hirtental/Kreuzbühl und Linkestal; von dort verläuft die Grenze des Landschaftsschutzgebiets entlang des Grüne-Plan-Weges Würtingen/Stahleckerhof bis zur Kreuzung mit dem vom Steingebühl kommenden Grüne-Plan-Weg, folgt diesem dann nach Südosten und schließt das Gewann Kessel noch mit ein; die Ortslage, der Hirnberg, das Ried, der Hartberg, der Alte Hau, sowie die Gewanne Krumme Äcker, Bergäcker und Anderberg sind nicht in das Landschaftsschutzgebiet einbezogen.
Auf Markung Ohnastetten ist lediglich der nördlich der Ortsverbindungsstraße Ohnastetten und Holzelfingen gelegene Gemarkungsteil unter Ausschluß des Naturschutzgebietes "Ohnastetter Bühl" unter Landschaftsschutz gestellt.
Auf Markung Holzelfingen verläuft die Grenze des Landschaftsschutzgebietes zunächst ebenfalls auf der Ortsverbindungsstraße Ohnastetten/Holzelfingen bis zur Abzweigung zum Stahlecker Hof, durchschneidet in nordwestlicher Richtung den Wald (Leimberg) und verläuft von dort auf die Gemarkungsgrenze bei der Ruine Greifenstein zu, folgt dann der Gemarkungsgrenze im Norden bis zum Burgholz und verläuft dort unter Einschluß des Sportplatzes und des Burgsteines auf dem nach Süden parallel zur Ortsverbindungsstraße Holzelfingen/Unterhausen verlaufenden Feldweg, berührt im Gewann Bussenhardt noch einmal die Gemarkungsgrenze und verläuft dann bis zum Manental parallel zur Markungsgrenze in einem Abstand von ca. 500 m. Teile der Gewanne Bussenhardt, Riegel, Herdle und Kugelbühl einschließend.
Auf Markung Honau sind in das Landschaftsschutzgebiet einbezogen lediglich die bewaldeten Hänge zwischen der Honauer Steige und dem Traifelbergfelsen. Westlich der Echaz sind keine Flächen in dieses Landschaftsschutzgebiet einbezogen.
Auf Markung Unterhausen sind in das Landschaftsschutzgebiet einbezogen die bewaldeten Hänge im Bereich der Stotzenhalde sowie im Bereich des Gewannes Gummerschwang bis zur Markungsgrenze. Die talseitige Grenze des Landschaftsschutzgebietes bildet die Ortsverbindungsstraße zum Göllesberg bzw. Stahlecker Hof, unter Landschaftsschutz gestellt ist ferner das gesamte Zellertal bis in die Nähe der Fischzuchtanstalt. Im nördlichen Markungsbereich fällt die Grenze des Landschaftsschutzgebietes mit der Wald/Feldgrenze bzw. der Markungsgrenze zusammen. Ausgespart ist das Landhausgebiet Göllesberg sowie der südliche Bereich bis zum Hofgut Stahleck. Westlich der Echaz sind keine Flächen in dieses Landschaftsschutzgebiet einbezogen.
Auf Markung Pfullingen ist unter Landschaftsschutz gestellt: der Urselhochberg (soweit nicht Naturschutzgebiet), die Jungviehweide bis zur Wolfsgrube und der Urselberg mit seinen bewaldeten Steilhängen einschließlich Teilen der Gewanne Frauenhalde/ Vor Buch und des Kugelberges. Auch im Bereich der Skiabfahrt beim Waldcafe sind Teile außerhalb des Waldes mit in das Landschaftsschutzgebiet einbezogen.
Ferner ist der zur Markung Pfullingen gehörende Landschaftsteil Übersberg unter Landschaftsschutz gestellt.
Auf Markung Eningen u.A. verläuft das Landschaftsschutzgebiet in nordsüdlicher Richtung unter Einbeziehung der Hochfläche und der Albberge Gutenberg, Geißberg und Drackenberg fast durchweg entlang der Wald/Feldgrenze im Tal; im Süden ist das Arbachtal einschließlich Mädlesfelsen und Mädlesfelsenhalde bis zum Hakenbühl bzw. bis zum Gewerbegebiet (die beiden letzteren aber ausgenommen) unter Landschaftsschutz gestellt.
Auf Markung Glems sind ebenfalls in das Landschaftsschutzgebiet einbezogen: das Roßfeld sowie die bewaldeten Steilhänge einschließlich einer schmalen dem Wald vorgelagerten, in Gemeindebesitz befindlichen Zone. Diese einbezogenen Öd- bzw. Grünlandflächen haben lediglich im Bereich des Gewannes Hochwiesen eine Tiefe von etwa 200 m. Von dort verläuft das Landschaftsschutzgebiet quer zur Ortsverbindungsstraße Glems/Eningen und erreicht im Gewann Unterer Hof die Markungsgrenze. Der im Westen zwischen den Gemarkungsgrenzen von Eningen und Metzingen/Neuhausen liegende Landschaftsteil (Greuth) gehört ebenfalls zum Landschaftsschutzgebiet.
(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1:25000, sowie in 104 Flurkarten im Maßstab 1 : 2500 schwarz umrandet eingetragen, die beim Landratsamt Reutlingen aufbewahrt werden. Die Karten können während der Sprechzeiten eingesehen werden.
Im Schutzgebiet sind Änderungen verboten, welche die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen oder den Naturgenuß beeinträchtigen.
(1) Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, bedürfen der vorherigen schriftlichen Erlaubnis des Landratsamtes.
(2) Der Erlaubnis bedürfen insbesondere:
1. Die Errichtung von Anlagen, die nach der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung bauliche Anlagen sind oder als solche gelten, auch wenn sie keiner baurechtlichen Entscheidung bedürfen, das gleiche gilt für die der Errichtung gleichgestellten Maßnahmen;
2. der Gebrauch von Plastikfolien oder ähnlichem Material, das durch Farbe und Art der Verwendung die natürliche Eigenart der Landschaft erheblich beeinträchtigt;
3. Errichtung oder Änderung von Mauern, Zäunen oder anderen Einfriedigungen, soweit nicht bereits Nr.1 Anwendung findet;
4. Verlegen von ober- und unterirdischen Leitungen aller Art, sowie Aufstellen von Masten und Unterstützungen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;
5. die Anlage von Steinbrüchen, Kiesgruben und ähnlichen Materialentnahmestellen, sowie deren Erweiterung, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;
6. Anlage, Erweiterung oder Änderung von Plätzen (Zelt- und Campingplätze, Abstell- und Lagerplätze u.ä.) soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;
7. außerhalb der zugelassenen Plätze die Abhaltung von Zeltlagern o.ä. sowie das nicht nur vorübergehende Aufstellen einzelner Zelte, Wohn- und Verkaufswagen, auch wenn die Wagen nicht überwiegend ortsfest benutzt werden;
8. Schaffung, Beseitigung oder Änderung fließender oder stehender Gewässer sowie die Einleitung von Abwässern dorthin, mit Ausnahme von Unterhaltungsmaßnahmen, auch wenn sie keiner wasserrechtlichen Entscheidung bedürfen;
9. Ablagerungen oder auch kurzfristige Lagerung von Abfällen, Schutt, Unrat, Autowracks oder ähnlichen Gegenständen, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;
10. Anbringen von Plakaten, Schildern, Schrifttafeln und dergleichen, soweit nicht bereits § 7 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der jeweils geltenden Fassung oder Nr. 1 zutrifft. Hiervon ausgenommen sind Anlagen, die ausschließlich der Verkehrsregelung, der Kennzeichnung von Wanderwegen oder dem Hinweis auf den Landschaftsschutz dienen;
11. Änderung der Bodennutzung, insbesondere Aufforstungen und Errichtung von Intensivobstanlagen. Eine nach anderen gesetzlichen Bestimmungen vorgesehene Genehmigung für Aufforstungen, die im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde ergeht, ersetzt die nach § 4 Abs. 1 erforderlich Erlaubnis;
12. Beseitigung oder Änderung wesentlicher Landschaftsbestandteile, insbesondere von Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld- und Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen, Felsen sowie ähnlichen Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen, soweit nicht bereits § 14 Abs. 1 der Naturschutzverordnung in der jeweils geltenden Fassung zutrifft;
13. der Betrieb von Maschinen, Geräten und Einrichtungen aller Art, soweit sie lästigen Lärm verursachen.
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme Wirkungen der in § 3 genannten Art nicht zur Folge hat. Sie ist mit Auflagen oder Bedingungen zu erteilen, wenn dadurch solche Wirkungen abgewendet werden können; zur Sicherstellung der Erfüllung der Auflagen kann Sicherheitsleistung verlangt werden. In den übrigen Fällen ist die Erlaubnis zu versagen. Will das Landratsamt entgegen der Stellungnahme des Kreisbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege eine Erlaubnis erteilen, so ist zuvor die Weisung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde einzuholen.
(4) Soweit für Bauvorhaben die Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Verwaltungsbehörde nach § 36 Abs. 1 Satz 2 des Bundesbaugesetzes in der jeweils geltenden Fassung erforderlich ist, muß auch die Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde eingeholt werden. Eine allgemeine Festlegung nach § 36 Abs. 2 des Bundesbaugesetzes kann mit einer entsprechenden Regelung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde verbunden werden.
(5) Genehmigungs-, Erlaubnis und Anzeigepflichten nach anderen gesetzlichen Vorschriften bleiben unberührt.
(1) Die §§ 3 und 4 finden keine Anwendung auf das Landschaftsbild schonende Änderungen,
1. durch die Acker in Grünland oder Grünland in Acker umgewandelt wird oder
2. die nach den Regeln einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind, soweit es sich nicht um Neuaufforstungen, Errichtung von Intensivobstanlagen (§ 4 Abs. 2 Ziff. 11), die in § 4 Abs. 2 Nr. 1, 2, 3, 8 genannten Änderungen oder um Eingriffe handelt, die eine wesentliche Änderung der Landschaftsstruktur zur Folge haben.
Keiner Erlaubnis bedarf das Errichten einfacher, aus Holz gefertigter Jagdhochsitze, die in Waldränder oder Baumbestände eingebunden sind, das Aufstellen einfacher Wildfutterstellen sowie die Errichtung forstlicher Kulturzäune.
(1) In besonderen Fällen, namentlich wenn überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit vorliegen, kann das Landratsamt mit Zustimmung des Regierungspräsidiums als höhere Naturschutzbehörde Ausnahmen von § 3 zulassen.
(2) Die Ausnahme kann mit Auflagen oder Bedingungen versehen sowie widerruflich oder befristet zugelassen werden. § 4 Abs. 3 Satz 2 zweiter Halbsatz gilt entsprechend.
Bei Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen sind auf Verlangen des Landratsamtes ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.
Wer in dem Schutzgebiet
1. entgegen § 3 die Landschaft verunstaltet oder die Natur schädigt, oder den Naturgenuß beeinträchtigt,
2. entgegen § 4 Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, ohne vorherige schriftliche Erlaubnis des Landratsamtes vornimmt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08. Juni 1959 (GBl. S. 53), zuletzt geändert durch das Zweite Gesetz über die Änderung von Zuständigkeiten der Ministerien vom 25. Juli 1972 (GBl. S. 400) und kann mit einer Geldbuße belegt werden.
(1) Folgende Verordnungen treten mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung außer Kraft:
1. Die Verordnung des Landratsamtes Reutlingen über die einstweilige Sicherstellung der Landschaftsteile "Albberge zwischen Echaz und Erms" und "Buchhalde Etzenberg" vom 30.12.1960;
2. Die Verordnung des Landratsamtes Reutlingen über das Landschaftsschutzgebiet "Uracher Wasserfall-Schloßberg" vom 06.02.1959.
(2) Von den Bestimmungen dieser Verordnung bleiben unberührt:
1. die Verordnung des Württembergischen Kultusministers vom 09.02.1938 über das Naturschutzgebiet "Greuthau" auf Markung Honau;
2. die Verordnung des Württembergischen Kultusministers über das Naturschutzgebiet "Ursulahochberg" auf Markung Pfullingen vom 18.07.1941;
3. die Verordnung des Württembergischen Kultusministers über das Naturschutzgebiet "Nägelefelsen" auf Markung Urach vom 23.08.1937;
4. die Verordnung des Landratsamtes Reutlingen über das Landschaftsschutzgebiet "Achalm" auf den Markungen Reutlingen und Eningen u.A.
Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Im Geltungsbereich der Verordnung des Württembergischen Kultusministers zum Schutz des Landschaftsteils "Erkenbrechtsweiler-Berghalbinsel Jusi" (Kreis Nürtingen und Reutlingen) vom 25.10.1939, jedoch erst am Tage des Erlöschens dieser Verordnung, die demnächst durch eine Änderungsverordnung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt - soweit dies den Landkreis Reutlingen betrifft - außer Kraft treten wird.
Reutlingen, den 04. Januar 1974
Müller, Landrat
Verordnung des Landratsamtes Reutlingen als untere Naturschutzbehörde zur Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Reutlinger/Uracher Alb" vom 23. November 1978 (GBl. S. 638).
Aufgrund der §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 und 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654) geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S. 99), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Tübingen als höhere Naturschutzbehörde verordnet:
Die Verordnung des Landratsamtes Reutlingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Reutlinger/Uracher Alb" vom 04. Januar 1974 wird wie folgt geändert:
In § 2 Abs. 2 erhält die Beschreibung der Landschaftsschutzgebietsgrenze auf Gemarkung Urach folgende Fassung:
"Auf Gemarkung Urach ist ausgenommen: die gesamte Tallage und zwar im Norden das Elsachtal, seitlich bis zur Waldgrenze und talaufwärts bis zum Pfählhof, die Zittelstatt seitlich bis zur Waldgrenze bzw. zur B 28 und talauf bis zum Ende der heute bestehenden Bebauung; das Ermstal seitlich bis zur Waldgrenze bzw. zur Ortsverbindungsstraße Urach/Hülben und talauf bis zum Ende der heute bestehenden Bebauung; vom Seltbachtal ist nur ein kleiner, bis etwa zum Freibad reichender Markungsteil ausgenommen und vom Maisental ist nur das Gebiet zwischen Schloßberg, Flurstück Nr. 2700/7, Vic.W. 1/2, Weg Nr. 50 und Gewann Schmiede ausgenommen. Die Landschaftsschutzgebietsgrenze folgt im Gewann Am Galgengässle in einem ca. 150 m breiten Streifen dem Wald entlang bis zur Markungsgrenze im Norden".
Reutlingen, den 23. November 1978
Durch VO vom 05.09.1983 (NSG 4111 "Wendelstein") Fläche um 5 ha verringert.
Durch VO vom 15.10.1983 (NSG 4112 "Rutschen") Fläche um 232 ha verringert.
Durch VO vom 06.11.1985 (NSG 4130 und LSG 4.15.136 "Goldland-Klausenberg") Fläche um 117 ha verringert.
Durch VO vom 12.10.1987 (NSG 4141 "Kugelberg") Fläche um 27 ha verringert.
Durch VO vom 06.08.1992 (Änderung) Fläche um 11 ha verringert.
Verordnung des Landratsamtes Reutlingen als untere Naturschutzbehörde zur Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Reutlinger-Uracher Alb" vom 04.01.1974 i.d.F. vom 23.11.1978, vom 06.08.1992 (Amtsblatt Lichtenstein vom 22.08.1992).
Aufgrund der §§ 22, 58 Abs. 3 und 4, 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑ NatSchG) vom 21.10.1975 (GBl. S. 654) in der Fassung des Gesetzes zur Änderung des Naturschutzgesetzes (Biotopschutzgesetz) vom 10.11.1991 (GBl. S. 701), zuletzt geändert am 12.12.1991 (GBl. S. 848), wird verordnet:
Die Verordnung des Landratsamtes Reutlingen als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Reutlinger-Uracher Alb" vom 04.01.1974 i.d.F. vom 23.11.1978 wird wie folgt geändert:
(1) In § 2 Abs. 1 wird die Zahl "9476" durch die Zahl "9465" ersetzt.
(2) In § 2 Abs. 2 erhält die Beschreibung der Landschaftsschutzgebietsgrenzen auf Gemarkung Holzelfingen der Gemeinde Lichtenstein folgende Fassung:
Auf Gemarkung Holzelfingen verläuft die Grenze des Landschaftsschutzgebietes zunächst ebenfalls auf der Ortsverbindungsstraße Ohnastetten/Holzelfingen bis zur Abzweigung zum Stahlecker Hof, durchschneidet in nordwestlicher Richtung den Wald (Leimberg) und verläuft von dort auf die Gemarkungsgrenze bei der Ruine Greifenstein zu, folgt dann der Gemarkungsgrenze im Norden bis zum Burgholz und verläuft dort unter Ausschluß des Sportgeländes entlang des Burgsteins, von dort aus entlang des Feldweges 2077 zum Feldweg 2869, im weiteren Verlauf zum Feldweg 3830. Danach grenzt die Landschaftsschutzgebietsgrenze an das Gewann "Am Kugelbühl" an und verläuft von dort nach Osten am Weg entlang zur Manentalstraße (Feldweg 267), der sie südlich bis zur L 387 folgt. Ab hier verläuft die Landschaftsschutzgebietsgrenze nach Süden entlang der L 387 bis zur Gemarkungsgrenze Honau.
(3) In § 2 Abs. 3 werden nach Satz 1 folgende Sätze 2 und 3 eingefügt:
"Die Schutzgebietsänderungen auf Gemarkung Holzelfingen, Gemeinde Lichtenstein, sind in 2 Flurkarten des Landratsamtes Reutlingen vom 29.04.1992 und in einer Flurkarte des Landratsamtes Reutlingen vom 07.02.1992 jeweils im Maßstab 1 : 2 500 und in einer Übersichtskarte des Landratsamtes Reutlingen vom 29.04.1992 im Maßstab 1 : 25 000 gekennzeichnet und grün angelegt. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung."
Der bisherige Satz 2 wird zum Satz 4. Er erhält folgenden neuen Wortlaut: "Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Reutlingen in Reutlingen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt."
(4) In § 9 werden die Worte "§ 13 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 08. Juni 1959 (Gesetzblatt S. 53), zuletzt geändert durch das Zweite Gesetz über die Änderung von Zuständigkeiten der Ministerien vom 25. Juli 1972 (Gesetzblatt S. 400)" ersetzt durch die Worte "§ 64 Abs. 1 Nr. 2 Naturschutzgesetz".
(2) Es wird darauf hingewiesen, daß eine etwaige Verletzung von in § 59 NatSchG bezeichneten Verfahrens‑ und Formvorschriften nach § 60a NatSchG unbeachtlich ist, wenn sie nicht innerhalb eines Jahres nach Erlaß dieser Verordnung gegenüber dem Landratsamt Reutlingen schriftlich geltend gemacht worden ist. Der Sachverhalt, der die Verletzung begründen soll, ist darzulegen.
Reutlingen, den 06.08.1992
Dr. Wais, Landrat
Durch VO vom 02.11.1993 (NSG 4230 "Hohenäcker-Imenberg") Fläche um 65 ha verringert.

References: § 7
 § 2
 § 3
 § 7
 § 4
 § 14
 § 3
 § 36
 § 36
 § 4
 § 3
 § 4
 § 3
 § 4
 § 3
 § 13
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 9
 § 59
 § 60