Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=MDR%202006,%20539
Timestamp: 2018-01-24 05:45:57+00:00

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Rechtsprechung: MDR 2006, 539 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Köln, 15.08.2005
Auch der angebliche technische Defekt des elektronischen Kalenders vom 19.12.2005 vermag den Prozessbevollmächtigten des Klägers nicht zu entlasten, denn nach seinem eigenen Vorbringen soll ja gar keine Eintragung der Berufungsbegründungsfrist im Kalender erfolgt sein; zum anderen muss bei einem EDV-gestützten Fristenkalender dafür gesorgt werden, dass vom Programm nicht ausgeführte Datensätze rechtzeitig erkannt werden (BGH MDR 2006, 539; NJW 1999, 582).
Verwendet der Rechtsanwalt einen elektronischen Fristenkalender, so muss er den spezifischen Fehlermöglichkeiten bei der Eingabe der Datensätze (Programm- oder Tippfehler) durch geeignete organisatorische Maßnahmen Rechnung tragen und spezielle Kontrollen einrichten, die sicherstellen, dass jede fehlerhafte Eingabe rechtzeitig erkannt wird.(OVG Lüneburg, Beschluss vom 4.11.2008 - 4 LC 234/07 -, juris) Dass in Bezug auf die Vermeidung von Fehlern bei der Eingabe von Datensätzen besondere organisatorische Vorgaben notwendig sind, ist in der Rechtsprechung(…BGH, Beschlüsse vom 23.3.1995 - VII ZB 3/95 -, juris Rdnr. 6…, vom 20.2.1997 - IX ZB 111/96 -, juris Rdnr. 6…, vom 12.10.1998 - II ZB 11/98 -, juris Rdnr. 5, vom 12.12.2005 - II ZB 33/04 -, juris Rdnr. 4 f., vom 2.2.2010 - XI ZB 23 und 24/08 -, juris Rdnr. 12, …und vom 17.4.2012, a.a.O., Rdnr. 8; OVG Berlin-Brandenburg…, Urteil vom 12.8.1999 - 4 A 8/99 -, juris Rdnr. 27; OVG Lüneburg…, Beschluss vom 4.11.2008, a.a.O., Rdnr. 6) und der einschlägigen Kommentarliteratur(…Bader/Funke-Kaiser/Stuhlfauth/von Albedyll, VwGO, 5. Aufl. 2011, § 60 S. 359;… Thomas/Putzo, ZPO, Kommentar, 34. Aufl. 2013, § 233 Rdnr. 16 d;… Saenger, ZPO, Handkommentar, 3. Aufl. 2009, § 233 Rdnr. 37;… Sodan/Ziekow, VwGO, Großkommentar, 3. Aufl. 2010, § 60 Rdnr. 72 (vgl. Inbezugnahme der Rechtsprechung in Fußnote 212);… Musielak, ZPO, Kommentar, 7. Aufl. 2009, § 233 Rdnr. 21) seit langem geklärt.
OLG Köln, 15.08.2005 - 4 WF 110/05
Festsetzung einer Einigungsgebühr für die Mitwirkung beim Abschluss eines Vertrages; Unmittelbare Beendigung der bisher streitigen Ansprüche durch übereinstimmende wirksame Erledigungserklärungen beider Parteien; Vertragscharakter von übereinstimmenden Erledigungserklärungen
AG Bonn, 03.05.2005 - 44 F 259/04
Das Verhalten der Beklagten beschränkte sich somit in der Hauptsache auf ein Anerkenntnis, eine Einigungs- oder Erledigungsgebühr in der Hauptsache ist deshalb nicht entstanden (vgl. BayVGH, B. v. 13.12.2012 - 2 C 12.2523; B. v. 11.6.2008 - 10 C 08.777; OLG Köln, B. v. 15.8.2005 - 4 WF 110/05).
Für das Entstehen einer Einigungsgebühr genügt auch eine Einigung hinsichtlich der Kosten (…vgl. Hartmann, 44. Aufl. 2014, Kostengesetze, 1000 VV-RVG Rd.Nr. 33;… Gerold/Schmidt, 18. Aufl. 2008, Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, 1000 VV-RVG Rd.Nr. 347; VG München, B. v. 18.12.2014 - M 8 M 14.5277; a.A. OVG Rheinland-Pfalz, B. v. 20.5.2014 - 8 A 11329/13: Das Einverständnis der Beteiligten mit der Kostentragung nach Hauptsacheerledigung im Sinne des KV-GKG hat nicht die Bedeutung eines - die Einigungsgebühr auslösenden - Kostenvergleichs; zu einer ähnlichen Fallgestaltung OLG Köln, B. v. 15.8.2005 - 4 WF 110/05).
19 Einigen sich - wie vorliegend im Hauptsacheverfahren - die Parteien nur über die Kosten, so errechnet sich die Einigungsgebühr aus den Kosten und zwar aus den gesamten gerichtlichen und außergerichtlichen Kosten beider Parteien (…vgl. Gerold/Schmidt, RVG, 1000 VV-RVG Rd.Nr. 347, 331;… Hartmann, Kostengesetze, 1000 VV-RVG Rd.Nr. 33, 85; OLG Köln, B. v. 15.8.2005 - 4 WF 110/05; OLG Hamburg, B. v. 4.8.1998 - 8 W 189/98).
Einigen sich - wie vorliegend im Hauptsacheverfahren - die Parteien nur über die Kosten, so errechnet sich die Einigungsgebühr aus den Kosten und zwar aus den gesamten gerichtlichen und außergerichtlichen Kosten beider Parteien (…vgl. Gerold/Schmidt, RVG, 1000 VV-RVG Rd.Nr. 347, 331;… Hartmann, Kostengesetze, 1000 VV-RVG Rd.Nr. 33, 85; OLG Köln, B. v. 15.8.2005 - 4 WF 110/05; OLG Hamburg, B. v. 4.8.1998 - 8 W 189/98).
OLG Köln, 19.05.2006 - 4 WF 49/06
Einigungsgebühr bei übereinstimmender Erledigungserklärung im FGG -Verfahren
Zwar hat der Senat in seiner Entscheidung vom 15. August 2005 - 4 WF 110/05 - = 44 F 259/04 (PKH II) Amtsgericht Bonn - entschieden, dass dann, wenn die Parteien lediglich nach ausgiebiger Erörterung des Sach- und Streitstandes den Rechtsstreit in der Hauptsache gemäß § 91 a ZPO übereinstimmend für erledigt erklärt haben, darin allein noch keine vertragliche Regelung der Parteien zu sehen ist, durch den der Streit oder die Ungewissheit der Parteien über ein Rechtsverhältnis beseitigt worden ist.
Der vorliegende Sachverhalt unterscheidet sich jedoch von dem, der dem Senat in seinem Beschluss vom 15. August 2005 - 4 WF 110/05 - zugrunde gelegen hat.
Nur wenn die Parteien darüber hinaus eine materiell-rechtliche Regelung treffen, die durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen mit Rechtsbindungswillen - gegebenenfalls auch durch schlüssiges Verhalten - zustande kommt, fällt eine Einigungsgebühr an (OLG Stuttgart FamRZ 2009, 145; OVG Münster NJW 2009, 2840; OLG Köln MDR 2006, 539;… JB 2006, 588 = OLGR 2006, 848; FamRZ 2009, 539;… Hartmann, a. a. O.;… N. Schneider, in: N. Schneider/Wolf, RVG, 5. Auflage, Nr. 1000 VV RVG Rn. 83).
Der Umstand, dass die Beklagten sich gleichzeitig zur Übernahme der Verfahrenskosten bereit erklärt und auf einen Kostenantrag verzichtet haben, stellt keine die Einigungsgebühr auslösende vertragliche Einigung dar (vgl. OLG Köln MDR 2006, 539).
Bei der übereinstimmenden Erklärung der Parteien bzw. Beteiligten, dass sich der Rechtsstreit in der Hauptsache erledigt habe, handelt es sich um Verfahrenshandlungen, die lediglich die Rechtshängigkeit der geltend gemachten Ansprüche beenden, nicht aber um eine Einigung im Sinne von Nr. 1000 VV- RVG (vgl. z.B. OLG Köln MDR 2006, 539 = RVGreport 2005, 470; AGS 2010, 218 = RVGreport 2010, 257; BayVGH, Beschluss v. 11.6.2008 - 10 C 08.777, veröffentlicht in juris; Hansens RVGreport 2008, 385;… Hartmann, Kostengesetze, 42. Aufl. Nr. 1000 VV RVG , Rn. 27).
Daran ändert sich auch nichts dadurch, dass die Verfahrensbevollmächtigten der Beteiligten nach Darstellung des Beschwerdeführers hier eine Vereinbarung getroffen haben, die Hauptsache übereinstimmend für erledigt zu erklären (ebenso z.B. OLG Köln MDR 2006, 539 ;… a.A. Gerold/Schmidt/Müller-Rabe, 20. Aufl., Nr. 1000 VV- RVG Rn 130).
Dieses Ergebnis steht nicht im Widerspruch zur Entscheidung des OLG Köln (Beschluss v. 15. August 2005 - 4 WF 110/05 - = OLGR 2006, 30 = MDR 2006, 539).
Es besteht dann kein Grund, die Entlastung des Gerichts gebührenrechtlich zu honorieren (vgl. OLG Köln vom 15.8.2005 MDR 2006, 539).
OVG Rheinland-Pfalz, 21.07.2014 - 8 A 11329/13
Einigungsgebühr bei Einverständnis der Beteiligten mit der Kostentragung nach …
OLG Hamm, 30.12.2013 - 6 WF 129/13
Einigungsgebühr bei übereinstimmender Erledigungserklärung im …
KG, 02.03.2010 - 19 WF 6/10
Rechtsanwaltsvergütung: Einigungsgebühr bei gerichtlich zu treffenden Maßnahmen …
SG Berlin, 14.01.2011 - S 165 SF 1919/09
Sozialgerichtliches Verfahren - Anerkenntnis - Kostenvergleich - …
LG Koblenz, 07.03.2008 - 12 T 10/08
Rechtsanwaltsgebühren: Einigungsgebühr bei übereinstimmenden …

References: § 60
 § 233
 § 233
 § 60
 § 233
 § 91