Source: http://www.helmholtz-berlin.de/zentrum/locations/bibliothek/themen/neuesurheberrechtfernleihe_de.html
Timestamp: 2018-01-24 11:48:39+00:00

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Hier stellen wir kurz dar, was beim Kopienversand im Rahmen der Fernleihe zu beachten ist. Grundlage dafür ist insbesondere die Fassung des § 53a UrhG vom 1.9.2017.
Kopien urheberrechtlich geschützter Werke (etwa Zeitschriftenartikel) können nach § 53a von öffentlichen Bibliotheken an Besteller versandt werden, wenn
der Besteller sich auf einen Gebrauch nach § 53 berufen kann und
der Versand per Brief oder FAX geschieht.
Der Gebrauch nach § 53 UrhG ist der für einen Wissenschaftler übliche
...bietet oft weniger ist als erwartet
Kompliziert wird es dagegen beim Versand in elektronischer Form (etwa Anhang an eine E-Mail). Der ist laut §53a nur zulässig unter der kombinierten Einschränkung, dass
ein Gebrauch nach § 53 vorliegt wie oben und
das versendete Dokument als grafische Datei vorliegt, z.B. ein Scan, nicht etwa das Verlags-pdf eines Artikels und
bei elektronischem Versand der Zugang den Mitgliedern der Öffentlichkeit nicht offensichtlich von Orten und zu Zeiten ihrer Wahl mittels eine vertraglichen Vereinbarung zu angemessenen Bedingungen ermöglicht wird
Der dritte Punkt ist in der Praxis problematisch, weil die versendende Bibliothek hier in eine riskante, zeitaufwendige und teure Prüfungs-Pflicht genommen wird. Tatsächlich polieren derzeit die Verlage ihre Angebote auf in der erkennbaren Absicht, den elektronischen (E-Mail) Versand von Artikeln ganz in ihre Hand zu bekommen.
Es an den Akteuren aus Wissenschaft und Gesellschaft liegen, ob auf Dauer mit öffentlichen Mitteln produziertes Wissen in den exklusiven Zugriff kommerziell orientierter Verwerter übergehen kann, die solches unter den zumindest gefühlt mißbräuchlich eingesetzten Schutz des Urheberrechts der Öffentlichkeit teuer verkaufen.
Durch die von der EU, der DFG und auch unserer Helmholtz-Gemeinschaft geförderten Veröffentlichungen in Open-Access-Journalen wird das Problem der bezahlten Zugänge zukünftig an Relevanz verlieren. Die Verhandlungen mit den großen Verlagen zur Transformation ihrer Journale in Open-Access-Journale (DEAL-Projekt) werden es ebenfalls kleiner werden lassen.

References: § 53
 § 53
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 §53
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