Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=17.08.2015&Aktenzeichen=XI%20S%201/15
Timestamp: 2019-05-23 00:09:54+00:00

Document:
BFH, 17.08.2015 - XI S 1/15 - dejure.org
https://dejure.org/2015,25595
BFH, 17.08.2015 - XI S 1/15 (https://dejure.org/2015,25595)
BFH, Entscheidung vom 17.08.2015 - XI S 1/15 (https://dejure.org/2015,25595)
BFH, Entscheidung vom 17. August 2015 - XI S 1/15 (https://dejure.org/2015,25595)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2015,25595) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
GKG § 52 Abs. 3 Satz 2, §... 63 Abs. 2, § 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 des Umsatzsteuergesetzes (UStG), § 363 Abs. 2 Satz 1 der Abgabenordnung, § 52 Abs. 3 Satz 2 des Gerichtskostengesetzes (GKG), § 10 Abs. 5 UStG, § 52 Abs. 3 Satz 2 GKG, § 52 Abs. 3 Sätze 1 und 2 GKG, § 52 Abs. 3 GKG, § 71 Abs. 1 Satz 2 GKG, Art. 3 Abs. 1 Nr. 18 Buchst. a, Art. 50 2. KostRMoG, § 52 Abs. 3 Satz 1 GKG, § 40 GKG, § 39 Abs. 1 GKG, § 66 Abs. 3 Satz 3 GKG
§ 52 Abs 3 S 2 GKG vom 23.07.2013, § 63 Abs 2 GKG
GKG § 52 Abs. 3 S. 2
Begrenzte Erhöhung des Streitwerts in einer Umsatzsteuersache
Zur Streitwerterhöhung nach § 52 Abs. 3 S. 2 GKG
BFHE 250, 327
BStBl II 2015, 906
Es bestehen keine Bedenken, zur Auslegung dieses Tatbestandsmerkmals im sozialgerichtlichen Verfahren die Grundsätze heranzuziehen, die insbesondere vom Bundesfinanzhof (BFH) für das finanzgerichtliche Verfahren entwickelt worden sind (…vgl. BFH, Beschluss v. 21.7.2017, X S 15/17, BFH/NV 2017, 1460 ff. = juris-Rdnr. 19 ff.; Beschluss v. 17.8.2015, XI S 1/15, BFHE 250, 327).
Im Übrigen sei der BFH-Beschluss vom 17.08.2015 in dem Verfahren XI S 1/15 zu beachten.
Der vom Erinnerungsführer zitierte BFH-Beschluss vom 17.08.2015 (XI S 1/15) betreffe zudem die Umsatzsteuer, während es im vorliegenden Verfahren um eine Klage gegen Einkommensteuerbescheide gegangen sei.
(1) Ein Antrag entfaltet im finanzgerichtlichen Verfahren dann "offensichtlich absehbare Auswirkungen auf künftige Geldleistungen oder auf noch zu erlassende, auf derartige Geldleistungen bezogene Verwaltungsakte" i.S.v. § 52 Abs. 3 Satz 2 GKG, wenn ohne umfangreiche Prüfung oder aufwändige Überlegungen, d.h. also auf den ersten Blick, erkennbar ist, dass der konkret verwirklichte Sachverhalt auch die Höhe zukünftiger Steuerfestsetzungen beeinflusst (vgl. BFH-Beschluss vom 17.08.2015 - XI S 1/15, BStBl II 2015, 906 m.w.N.; Müller, BB 2013, 2519 f.; Just, DStR 2014, 2481, 2483).
Nicht ausreichend ist es, wenn dieselbe rechtliche Problematik zwar in zukünftigen Zeiträumen auftritt, die Verwirklichung des entsprechenden konkreten Sachverhalts aber nicht hinreichend sicher absehbar ist (vgl. BFH-Beschluss vom 17.08.2015 - XI S 1/15, a.a.O. mit Hinweis auf OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 18.10.2013 - 1 E 987/13, juris, zur Beihilfe für Krankheitskosten).
Angesichts des im Hinblick auf das Klageverfahren ruhenden Einspruchsverfahrens betreffend Einkommensteuer 2013 ist auf den ersten Blick anhand der vorliegenden Akten erkennbar, dass zum Zeitpunkt der Klageerhebung offensichtlich absehbare Auswirkungen auf die Höhe der festzusetzenden Einkommensteuer in den auf die Streitjahre 2011 und 2012 folgenden Besteuerungszeiträumen bestanden (vgl. die entsprechende Fallsituation im BFH-Beschluss vom 17.08.2015 - XI S 1/15, a.a.O.).
Zudem lässt sich auch aus dem Beschluss des BFH vom 17.08.2015 (XI S 1/15, a.a.O.) ableiten, dass rein faktische, offensichtlich absehbare Auswirkungen auf die Steuerfestsetzungen der Folgejahre ausreichen.
Im finanzgerichtlichen Verfahren hat ein Antrag dann i.S. von § 52 Abs. 3 Satz 2 GKG "offensichtlich absehbare Auswirkungen auf künftige Geldleistungen oder auf noch zu erlassende, auf derartige Geldleistungen bezogene Verwaltungsakte", wenn ohne umfangreiche Prüfung oder aufwändige Überlegungen, also auf den ersten Blick, erkennbar ist, dass der konkret verwirklichte Sachverhalt auch die Höhe zukünftiger Steuerfestsetzungen beeinflusst (BFH, Beschluss vom 17. August 2015 XI S 1/15, BFHE 250, 327 , BStBl. II 2015, 906 m.w.N.).
Nicht ausreichend ist es, wenn dieselbe rechtliche Problematik zwar in zukünftigen Zeiträumen auftritt, die Verwirklichung des entsprechenden konkreten Sachverhalts aber nicht hinreichend sicher absehbar ist (BFH, Beschluss vom 17. August 2015 XI S 1/15, BFHE 250, 327 , BStBl. II 2015, 906 m.w.N.).
Insoweit kommt es auf die Bestimmbarkeit der zukünftigen Auswirkungen zum Zeitpunkt der die Instanz einleitenden Antragstellung an (BFH, Beschluss vom 17. August 2015 XI S 1/15, BFHE 250, 327 , BStBl. II 2015, 906 m.w.N.).
Zudem lässt sich auch aus dem Beschluss des BFH vom 17. August 2015 ( XI S 1/15, BFHE 250, 327 , BStBl. II 2015, 906) ableiten, dass rein faktische, offensichtlich absehbare Auswirkungen auf die Steuerfestsetzungen der Folgejahre ausreichen.
Gleichzeitig wurde die Erhöhung auf das Dreifache begrenzt (BT-Drucks 17/11471 (neu), S. 245 und 312) (BFH, Beschluss vom 17. August 2015 XI S 1/15, BFHE 250, 327 , BStBl. II 2015, 906).
Im finanzgerichtlichen Verfahren hat ein Antrag dann i.S. von § 52 Abs. 3 Satz 2 GKG "offensichtlich absehbare Auswirkungen auf künftige Geldleistungen oder auf noch zu erlassende, auf derartige Geldleistungen bezogene Verwaltungsakte", wenn ohne umfangreiche Prüfung oder aufwändige Überlegungen, also auf den ersten Blick, erkennbar ist, dass der konkret verwirklichte Sachverhalt auch die Höhe zukünftiger Steuerfestsetzungen beeinflusst (BFH, Beschluss vom 17. August 2015 XI S 1/15, BFHE 250, 327, BStBl. II 2015, 906 m.w.N.).
Nicht ausreichend ist es, wenn dieselbe rechtliche Problematik zwar in zukünftigen Zeiträumen auftritt, die Verwirklichung des entsprechenden konkreten Sachverhalts aber nicht hinreichend sicher absehbar ist (BFH, Beschluss vom 17. August 2015 XI S 1/15, BFHE 250, 327, BStBl. II 2015, 906 m.w.N.).
Insoweit kommt es auf die Bestimmbarkeit der zukünftigen Auswirkungen zum Zeitpunkt der die Instanz einleitenden Antragstellung an (BFH, Beschluss vom 17. August 2015 XI S 1/15, BFHE 250, 327, BStBl. II 2015, 906 m.w.N.).
Zudem lässt sich auch aus dem Beschluss des BFH vom 17. August 2015 (XI S 1/15, BFHE 250, 327, BStBl. II 2015, 906) ableiten, dass rein faktische, offensichtlich absehbare Auswirkungen auf die Steuerfestsetzungen der Folgejahre ausreichen.
Gleichzeitig wurde die Erhöhung auf das Dreifache begrenzt (BT-Drucks 17/11471 (neu), S. 245 und 312) (BFH, Beschluss vom 17. August 2015 XI S 1/15, BFHE 250, 327, BStBl. II 2015, 906).
Auch im Hinblick auf die streitige Vorschrift des § 52 Abs. 3 Satz 2 des Gerichtskostengesetzes (GKG) kann noch nicht von einer gefestigten Rechtsprechung ausgegangen werden (vgl. BFH-Beschlüsse in BFHE 250, 327, BStBl II 2015, 906, Rz 9, und in BFH/NV 2017, 615, Rz 14).
Ist anhand der dem Finanzgericht (FG) vorliegenden Unterlagen nicht eindeutig bestimmbar, dass die Entscheidung Auswirkungen für zukünftige Steuerjahre haben wird, so scheidet eine Erhöhung des Streitwerts nach § 52 Abs. 3 Satz 2 GKG aus (vgl. im Einzelnen BFH-Beschlüsse in BFHE 250, 327, BStBl II 2015, 906, Rz 17 f., …und vom 21. Juli 2017 X S 15/17, BFH/NV 2017, 1460, Rz 19).
Ist anhand der dem FG vorliegenden Unterlagen nicht eindeutig bestimmbar, dass die Entscheidung Auswirkungen für zukünftige Steuerjahre haben wird, so scheidet eine Erhöhung des Streitwerts nach § 52 Abs. 3 Satz 2 GKG aus (vgl. im Einzelnen BFH-Beschluss vom 17. August 2015 XI S 1/15, BFHE 250, 327, BStBl II 2015, 906, unter II.4.a).
BFH, Beschluss vom 17. August 2015 - XI S 1/15 -, BFHE 250, 327, juris, Rn. 17 f., m. w. N.
Dem sollte die Vorschrift durch eine Erhöhung des Streitwerts in den Fällen Rechnung tragen, "in denen die Entscheidung absehbar Auswirkungen für den Betroffenen nicht nur auf das im Streit befindliche Steuerjahr, sondern auch auf zukünftige Steuerjahre haben wird" (BT-Drucks. 17/11471 (neu), S. 245, Bundesfinanzhof - BFH -, Beschluss vom 17.08.2015 XI S 1/15, Sammlung der Entscheidungen des BFH - BFHE - 250, 327, Bundessteuerblatt Teil II - BStBl II - 2015, 906).
Der Anwendungsbereich dieser Vorschrift auf die streitgegenständliche Fallkonstellation ist noch nicht geklärt (vgl. zu § 52 Abs. 3 Satz 2 GKG auch BFH-Beschluss vom 17. August 2015 XI S 1/15, BStBl II 2015, 906).

References: § 52
 § 10
 § 363
 § 52
 § 10
 § 52
 § 52
 § 52
 § 71
 Art. 3
 Art. 50
 § 52
 § 40
 § 39
 § 66

§ 52
 § 63
 § 52
 § 52
 § 52
 § 52
 § 52
 § 52
 § 52
 § 52
 § 52