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Timestamp: 2019-05-25 15:15:46+00:00

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Kinder- und Jugendhilfe – Gesellschaftsmonitoring Baden-Württemberg
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Die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wird wesentlich geprägt durch die Umstände, in denen sie aufwachsen. Dazu zählen beispielsweise die Familienformen, in denen Kinder leben, die finanzielle Situation der Familie sowie die Förderung und Bildung, die sie erhalten.
Die Kinder- und Jugendhilfe trägt dazu bei, dass junge Menschen ihr Recht auf Erziehung und Förderung ihrer Entwicklung verwirklichen können, wenn die Eltern dies nicht sicherstellen können.
Die Indikatoren bieten Daten zum Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen sowie bestehenden Hilfsangeboten und tragen damit dazu bei, Benachteiligungen zu verringern, Chancengleichheit herzustellen und Angebote zu planen und zu erweitern.
Der Indikator bildet die Anzahl der Fälle ab, in denen Adoptionsvermittlungsstellen von Baden-Württemberg aus tätig wurden.
Abbildung D2.1 Adoptionen nach Alter der Kinder* in Baden-Württemberg 2017
Tabelle D2.1 Anzahl der Adoptionen nach Staatsangehörigkeit der Kinder* in Baden-Württemberg 2017
Adoptionen insgesamt (Anzahl)
Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit (Anzahl)
Kinder mit nicht deutscher Staatsangehörigkeit (Anzahl)
1 Insgesamt 512 401 111
4 0 bis unter 3 Jahre 200 167 33
5 3 bis unter 6 Jahre 59 28 31
6 6 bis unter 9 Jahre 67 53 14
7 9 bis unter 12 Jahre 61 48 13
8 12 bis unter 15 Jahre 68 57 11
9 15 bis unter 18 Jahre 57 48 9
Im Jahr 2017 wurden Adoptionsvermittlungsstellen in Baden-Württemberg in 512 Fällen tätig. Bei 39,1 % der Fälle handelte es sich um Kinder im Alter von unter 3 Jahren. In 21,7 % aller Fälle hatten die Kinder nicht die deutsche Staatsangehörigkeit.
Eine Adoption ist häufig mit einschneidenden Veränderungen der Lebenssituation der Kinder oder Jugendlichen verbunden. Damit die Entscheidung für eine Adoption die beste Wahl im Sinne des Kindeswohls ist, müssen die jeweiligen biografischen und familialen Hintergründe differenzierter betrachtet werden.
Aufgrund einer bundesweiten methodischen Umstellung (Meldepflicht der anerkannten Auslandsvermittlungsstellen) liegen seit dem Erhebungsjahr 2014 keine Angaben zu den in Baden-Württemberg adoptierten Kindern und Jugendlichen vor, sondern nur die Zahl der Fälle, in denen Adoptionsvermittlungsstellen von Baden-Württemberg aus tätig wurden. Weitere Angaben zu Adoptionsvermittlungen sowie Pflegschaftsverhältnissen und anderen Eckzahlen zur Kinder- und Jugendhilfe finden Sie beim Statistischen Landesamt.
Tabelle D2.1 Anzahl der Adoptionen nach Staatsangehörigkeit der Kinder* in Baden-Württemberg 2016
1 Insgesamt 490 386 104
4 0 bis unter 3 Jahre 156 119 37
5 3 bis unter 6 Jahre 56 34 22
6 6 bis unter 9 Jahre 78 64 14
7 9 bis unter 12 Jahre 77 65 12
8 12 bis unter 15 Jahre 61 54 7
9 15 bis unter 18 Jahre 62 50 12
Der Indikator zeigt die Entwicklung der Inanspruchnahme erzieherischer Hilfen in Baden-Württemberg.
Abbildung D2.2 Anzahl erzieherischer Hilfen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf
– beendete und am Jahresende andauernde Hilfen –
Tabelle D2.2 Anzahl erzieherischer Hilfen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf – beendete und am Jahresende andauernde Hilfen
Ambulante und teilstationäre erzieherische Hilfen (Anzahl)
Erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses (Anzahl)
Sonstige Hilfen (Anzahl)
1 2007 98.761 76.639 16.332 5.790
2 2008 103.394 80.695 16.098 6.601
3 2009 107.049 83.201 16.393 7.455
4 2010 111.345 85.894 16.958 8.493
5 2011 111.656 85.603 17.146 8.907
6 2012 112.293 85.500 17.423 9.370
7 2013 113.920 86.156 17.617 10.147
8 2014 117.726 88.114 18.411 11.201
9 2015 119.455 87.673 20.208 11.574
10 2016 125.327 87.815 25.109 12.403
Die Kinder- und Jugendhilfe bietet ein breites Spektrum erzieherischer Hilfen an, wenn junge Menschen unter 27 Jahren ihre Probleme nicht alleine oder mit Hilfe ihrer Familie bewältigen können. Im Jahr 2016 wurden insgesamt 125.327 erzieherische Hilfen gewährt. Darunter waren 87.815 ambulante und teilstationäre Hilfen und 25.109 erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses. Seit 2007 ist die Inanspruchnahme erzieherischer Hilfen stetig angestiegen.
Die Inanspruchnahme erzieherischer Hilfen ist ein Indikator für auftretende Entwicklungsprobleme junger Menschen und den Unterstützungsbedarf von Familien.
Beendete und am Jahresende andauernde Hilfen. Weitere Angaben zu Hilfen zur Erziehung finden Sie beim KVJS hier.
Verfahren zur Einschätzung der Kindeswohlgefährdung
Der Indikator zeigt die Zahl der Verfahren zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung nach § 8a SGB VIII, differenziert nach dem Ergebnis des Verfahrens.
Abbildung D2.3 Verfahren zur Einschätzung der Kindeswohlgefährdung nach § 8a SGB VIII in Baden-Württemberg 2016 nach Ergebnis des Verfahrens
Tabelle D2.3 Verfahren zur Einschätzung der Kindeswohlgefährdung nach § 8a SGB VIII in Baden-Württemberg 2016
Verfahren (Anzahl)
Verfahren (in %)
1 Insgesamt 12.133 100,0
2 akute Kindeswohlgefährdung 1.814 15,0
3 latente Kindeswohlgefährdung 2.181 18,0
4 keine Kindeswohlgefährdung, aber Hilfebedarf 4.420 36,4
5 keine Kindeswohlgefährdung und kein (weiterer) Hilfebedarf 3.718 30,6
Im Jahr 2016 wurde in Baden-Württemberg für 12.133 Kinder und Jugendliche ein Verfahren zur Gefährdungseinschätzung nach § 8a Abs. 1 SGB VIII vorgenommen.
Eine akute Gefährdungssituation wurde bei 1.814 Gefährdungseinschätzungen, das sind 15,0 % aller Verfahren, festgestellt. In diesen Fällen ist eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten.
Eine sogenannte latente Kindeswohlgefährdung lag in 2.181 Fällen (18,0 %) vor.
Keine Kindeswohlgefährdung, wohl aber ein anderweitiger Unterstützungsbedarf, z.B. Inanspruchnahme erzieherischer Hilfen ergab sich bei 4.420 Gefährdungseinschätzungen (36,4 %). Bei 30,6 % der Gefährdungseinschätzungen (3.718 Verfahren) wurden keine Gefährdung und kein weiterer Hilfebedarf ermittelt.
Das Kindeswohl ist ein zentraler Entscheidungsmaßstab sowohl im Familienrecht als auch in der Kinder- und Jugendhilfe. Das Kindeswohl kann durch unterschiedliche Handlungen, aber auch durch Unterlassungen gefährdet oder bedroht sein. Werden einem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, obliegt nach § 8a SGB VIII dort die Aufgabe, das Gefährdungsrisiko für diesen jungen Menschen einzuschätzen.
Tabelle D2.3 Verfahren zur Einschätzung der Kindeswohlgefährdung nach § 8a SGB VIII in Baden-Württemberg 2012
1 Insgesamt 9.630 100,0
2 akute Kindeswohlgefährdung 1.498 15,6
3 latente Kindeswohlgefährdung 1.965 20,4
4 keine Kindeswohlgefährdung, aber Hilfebedarf 3.278 34,0
5 keine Kindeswohlgefährdung und kein (weiterer) Hilfebedarf 2.889 30,0
Der Indikator zeigt die Zahl der Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen nach Anlässen.
Abbildung D2.4 Inobhutnahmen durch das Jugendamt nach meist genannten Anlässen* in Baden-Württemberg 2016
*) Es konnten jeweils zwei Anlässe je Maßnahme angegeben werden.
Tabelle D2.4 Inobhutnahmen durch das Jugendamt nach meist genannten Anlässen* in Baden-Württemberg 2016
Inobhutnahmen (Anzahl)
1 Anzeichen für Misshandlung 529
2 Beziehungsprobleme 579
3 Vernachlässigung 637
4 Überforderung der Eltern / eines Elternteils 1.681
5 unbegleitete Einreise aus dem Ausland 7.752
Der häufigste Anlass für Inobhutnahmen waren mit 69,4 % im Jahr 2016 unbegleitete Einreisen von Kindern und Jugendlichen aus dem Ausland (7.752 Fälle). Seit 2013 ist hier ein stetig steigender Trend zu beobachten.
Zu den weiteren meist genannten Anlässen für eine Inobhutnahme zählen die Überforderung eines oder beider Elternteile, Vernachlässigung der Kinder, Beziehungsprobleme sowie Anzeichen für Misshandlung.
In akuten Krisensituationen werden Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zu ihrem eigenen Schutz vorübergehend von Jugendämtern in Obhut genommen. Insofern sind Anlässe für Inobhutnahmen ein wichtiger Indikator für Gefährdungsrisiken von Kindern und Jugendlichen.
Zahlen für vorläufige Schutzmaßnahmen und Adoptionen finden Sie beim Statistischen Landesamt.
Tabelle D2.4 Inobhutnahmen durch das Jugendamt nach meist genannten Anlässen* in Baden-Württemberg 2012
1 Anzeichen für Misshandlung 270
2 Beziehungsprobleme 1.729
3 Vernachlässigung 405
4 Überforderung der Eltern / eines Elternteils 652
5 unbegleitete Einreise aus dem Ausland 415
Maßnahmen des Familiengerichts auf Grund einer Gefährdung des Kindeswohls
Der Indikator zeigt Maßnahmen des Familiengerichts auf Grund einer Gefährdung des Kindeswohls, differenziert nach Art der Maßnahme.
Abbildung D2.5 Anzahl der Maßnahmen des Familiengerichts auf Grund einer Gefährdung des Kindeswohls in Baden-Württemberg 2016
Tabelle D2.5 Anzahl der Maßnahmen des Familiengerichts auf Grund einer Gefährdung des Kindeswohls in Baden-Württemberg im Zeitverlauf*
Kinder und Jugendliche im Berichtsjahr insgesamt (Anzahl)
Auferlegung der Inanspruchnahme von Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe** (Anzahl)
Aussprache von anderen Geboten oder Verboten gegenüber Personen-sorgeberechtigten oder Dritten*** (Anzahl)
Ersetzung von Erklärungen des / der Personen-sorgeberechtigten oder Dritten**** (Anzahl)
Vollständige Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder eine_n Dritte_n als Vormund oder Pfleger_in***** (Anzahl)
Teilweise Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder eine_n Dritte_n als Vormund oder Pfleger_in***** (Anzahl)
1 2012 1.994 625 247 104 563 455
2 2013 2.019 686 219 77 504 533
3 2014 2.237 687 263 77 633 577
4 2015 2.094 670 264 98 534 528
5 2016 2.703 678 271 120 1.042 592
*) Kinder und Jugendliche können unter Umständen bei den vorgegebenen Maßnahmen mehrmals gezählt werden.
**) § 1666 Abs.3 Nr.1 BGB.
***) § 1666 Abs. 2 bis 4 BGB.
****) § 1666 Abs.3 Nr.5 BGB.
*****) § 1666 Abs.3 Nr.6 BGB.
Datenquelle: Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe, eigene Darstellung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Im Jahr 2016 haben die Familiengerichte in Baden‑Württemberg auf Grund einer Gefährdung des Kindeswohls 2.703 Maßnahmen eingeleitet. In fast vier von zehn Fällen (38,5 %) zielte die Maßnahme auf eine vollständige Übertragung der elterlichen Sorge auf das Jugendamt oder Dritte als Vormund oder Pfleger_in.
Die Anrufung des Familiengerichts kann darauf zurückzuführen sein, dass die Personensorgeberechtigten nicht bereit oder in der Lage waren, die Gefahr für das Kind abzuwenden oder bei der Gefährdungseinschätzung mitzuwirken oder aber einer Inobhutnahme widersprochen haben. Insofern sind die dargestellten Maßnahmen des Familiengerichts ein wichtiger Indikator für Gefährdungsrisiken von Kindern und Jugendlichen.
Angebote der öffentlich geförderten Jugendarbeit
Der Indikator zeigt Angebote der öffentlich geförderten Jugendarbeit nach Art des Trägers.
Abbildung D2.6 Anzahl der Angebote der öffentlich geförderten Jugendarbeit in Baden-Württemberg 2017
Erscheinungsweise: zweijährlich.
Tabelle D2.6 Anzahl der Angebote der öffentlich geförderten Jugendarbeit in Baden-Württemberg 2017
Angebote insgesamt (Anzahl)
offene Angebote (Anzahl)
gruppenbezogene Angebote (Anzahl)
Veranstaltungen und Projekte (Anzahl)
1 Insgesamt 26.824 2.986 5.516 18.322
3 nach Art des Trägers
4 Öffentliche Träger 8.713 1.385 1524 5.804
5 Freie Träger 18.111 1.601 3.992 12.518
Genauso vielfältig wie die Angebote selbst ist auch die Trägerstruktur. Von den öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe wurden im Berichtsjahr 2017 insgesamt 26.824 Angebote der Jugendarbeit gemeldet: Knapp zwei Drittel (18.111 Angebote) davon stammten von freien Trägern, gut ein Drittel (8.713 Angebote) von öffentlichen Trägern. Offene Jugendarbeit, zum Beispiel in Jugendhäusern, Jugendtreffs, Jugendfarmen oder Spielmobilen, machten 11,1 % der Angebote insgesamt aus. Weitere 20,6 % waren gruppenbezogene Angebote, die von jungen Menschen selbst organisiert, gemeinschaftlich gestaltet und mit verantwortet wurden. Insbesondere Kinder- und Jugendverbände sowie die Kirchen waren Träger von Angeboten, die in Gruppen stattfanden. Mehr als zwei Drittel (68,3 %) der 26.824 Angebote waren dem weiten Feld der Veranstaltungen und Projekte zuzuordnen. Dies sind in der Regel zeitlich begrenzte Aktivitäten wie zum Beispiel Freizeiten, aber auch Theater-, Zeitungs-, Film-, Foto- oder Kinderzirkusprojekte, Feste, Feiern, Konzerte, Sportveranstaltungen sowie Jugendleiter-Ausbildungen oder andere Fortbildungen und Seminare.
Jugendarbeit bietet jungen Menschen außerhalb von Schule und Familie Freiräume, um sich auszuprobieren, Fähigkeiten zu entdecken und ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Der Indikator bildet die Vielfalt dieses Lebensbereichs, seine Bedeutung für viele junge Menschen in Baden-Württemberg und das große ehrenamtliche Engagement, von dem die Jugendarbeit (mit)getragen wird, ab.
Erscheinungsweise der Daten ist zweijährlich. Die Statistik der Jugendarbeit wurde neu konzipiert und in dieser Form erstmals 2015 durchgeführt.
Weitere Daten zur Jugendarbeit finden Sie beim Statistischen Landesamt: Eckzahlen der öffentlich geförderten Jugendarbeit, ehrenamtlich tätige Personen und Angebote nach Geschlechterverteilung. Zudem bietet die Berichterstattung des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) Daten zur Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit auf kommunaler Ebene in Baden-Württemberg.
Tabelle D2.6 Anzahl der Angebote der öffentlich geförderten Jugendarbeit in Baden-Württemberg 2015
1 Insgesamt 25.940 3.286 4.068 18.586
4 Öffentliche Träger 6.732 1.156 670 4.906
5 Freie Träger 19.208 2.130 3.398 13.680

References: § 8
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 § 1666
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