Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/der-vom-ehegatten-abgeschlossene-stromlieferungsvertrag-362913
Timestamp: 2020-02-23 01:36:43+00:00

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Der vom Ehe­gat­ten abge­schlos­se­ne Strom­lie­fe­rungs­ver­trag | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Die im Rah­men eines Bedarfs­de­ckungs­ge­schäf­tes nach § 1357 Abs. 1 BGB wirk­sam begrün­de­te Mit­ver­pflich­tung eines Ehe­gat­ten aus einem von dem ande­ren Ehe­gat­ten vor der Tren­nung abge­schlos­se­nen Ener­gie­lie­fe­rungs­ver­trag für die Ehe­woh­nung endet nicht ohne wei­te­res schon mit der Tren­nung oder mit dem Aus­zug des mit­ver­pflich­te­ten Ehe­gat­ten aus der Ehe­woh­nung; dies gilt auch für die nach Tren­nung oder Aus­zug ver­brauch­te Ener­gie.
Der Abschluss eines Strom­lie­fe­rungs­ver­tra­ges durch den Ehe­mann stellt ein Bedarfs­de­ckungs­ge­schäft im Sin­ne des § 1357 Abs. 1 BGB dar.
Die Rechts­fra­ge, ob die nach § 1357 Abs. 1 BGB wirk­sam begrün­de­te Mit­ver­pflich­tung eines Ehe­gat­ten aus einem von dem ande­ren Ehe­gat­ten vor der Tren­nung abge­schlos­se­nen Ener­gie­lie­fe­rungs­ver­trag für die Ehe­woh­nung ohne wei­te­res bereits mit der Tren­nung oder mit dem Aus­zug aus der Ehe­woh­nung endet, wird in der Recht­spre­chung 1 und in der Lite­ra­tur 2 ein­hel­lig und zutref­fend ver­neint:
Eine sol­che Ent­haf­tung des mit­ver­pflich­te­ten Ehe­gat­ten lässt sich ins­be­son­de­re nicht aus § 1357 Abs. 3 BGB her­lei­ten. Unmit­tel­bar ist die­se Vor­schrift hier nicht anwend­bar, weil sie für den Fall des Getrennt­le­bens nur die Wir­kun­gen des § 1357 Abs. 1 BGB und damit die Mit­haf­tung des nicht ver­trag­schlie­ßen­den Ehe­gat­ten bei Abschluss eines neu­en Bedarfs­de­ckungs­ge­schäf­tes in der Tren­nungs­zeit aus­schließt. So liegt der Fall hier nicht, weil es sich bei einem Ver­sor­gungs­ver­trag über die Lie­fe­rung von Strom um einen Bezugs­ver­trag (Dau­er­lie­fe­rungs­ver­trag) und damit um ein ech­tes Dau­er­schuld­ver­hält­nis han­delt 3 und es für die Begrün­dung der hier­aus resul­tie­ren­den For­de­run­gen auf den Abschluss des Dau­er­schuld­ver­trags und nicht auf die dar­aus her­vor­ge­hen­den Ein­zel­ver­bind­lich­kei­ten ankommt 4. Eine Rege­lung zur Ent­haf­tung eines Ehe­gat­ten von einer wäh­rend bestehen­der ehe­li­cher Lebens­ge­mein­schaft wirk­sam begrün­de­ten Mit­ver­pflich­tung lässt sich § 1357 Abs. 3 BGB dage­gen nicht ent­neh­men.
Auch eine ent­spre­chen­de Anwen­dung von § 1357 Abs. 3 BGB auf die Ent­haf­tung des getrennt leben­den Ehe­gat­ten in den Fäl­len eines Dau­er­schuld­ver­hält­nis­ses kommt nicht in Betracht. Es fehlt bereits an einer Rege­lungs­lü­cke in Bezug auf den Fort­be­stand der Mit­haf­tung des zwi­schen­zeit­lich getrennt leben­den Ehe­gat­ten für die nach der Tren­nung aus einem Dau­er­schuld­ver­hält­nis her­vor­ge­hen­den Ein­zel­ver­bind­lich­kei­ten. Ein gleich­ge­la­ger­tes Pro­blem stellt sich bei allen Bedarfs­de­ckungs­ge­schäf­ten stellt, bei denen zwi­schen Ver­trags­schluss und Leis­tungs­er­brin­gung der Fall des Getrennt­le­bens ein­tritt. Wenn es inso­weit an einer spe­zi­el­len gesetz­li­chen Rege­lung fehlt, lässt dies dar­auf schlie­ßen, dass der Gesetz­ge­ber eine auto­ma­ti­sche, nur an den Tat­be­stand des Getrennt­le­bens anknüp­fen­de Ent­haf­tung des zuvor wirk­sam mit­ver­pflich­te­ten Ehe­gat­ten nicht gewollt hat.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. April 2013 – XII ZR 159/​12
Der will­kür­li­che Rich­ter­spruch Ein Rich­ter­spruch ver­stößt nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts dann gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz in sei­ner Aus­prä­gung als Ver­bot objek­ti­ver Will­kür (Art. 3 Abs. 1 GG),…
vgl. LG Koblenz RdE 1988, 215 f.; LG Olden­burg Fam­RZ 2006, 703; AG Wup­per­tal ZMR 1980, 239, 240; AG Bad Oeyn­hau­sen RdE 1984, 28, 29; AG Erlan­gen RdE 1986, 50, 51; AG Beckum Fam­RZ 1988, 501 f.; AG Neu­rup­pin Fam­RZ 2009, 1221, 1222[↩]
vgl. Palandt/​Brudermüller BGB 72. Aufl. § 1357 Rn. 9; Münch­Komm-BGB/Roth 6. Aufl. § 1357 Rn. 49; Staudinger/​Voppel BGB [Bear­bei­tungs­stand: April 2007] § 1357 Rn. 103; Ecke­brecht in Scholz/​Kleffmann/​Motzer [Bear­bei­tungs­stand: Mai 2012] Teil A Rn. 56; Soergel/​Lange BGB 12. Aufl. § 1357 Rn. 18; Gernhuber/​CoesterWaltjen Fami­li­en­recht 6. Aufl. § 19 Rn. 71; Hahn in Beck­OK BGB [Stand: 1.02.2013] § 1357 Rn. 44; Grü­ne RdE 1986, 42, 45; Schütte/​Horstkotte in Hempel/​Franke Recht der Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gung [Bear­bei­tungs­stand: Juni 2011] § 32 AVB­Was­serV Rn. 68 mit zahl­rei­chen wei­te­ren Nach­wei­sen[↩]
Palandt/​Grüneberg BGB 72. Aufl. vor § 311 Rn. 28, 30[↩]
BGH Urteil vom 12.12.2005 – II ZR 283/​03 NJW 2006, 765 mit wei­te­ren Nach­wei­sen[↩]
BedarfsdeckungsgeschäftSchlüsselgewaltStromliefervertragStromversorgung

References: § 1357
 § 1357
 § 1357
 § 1357
 § 1357
 § 1357
 § 1357
 § 1357
 § 1357
 § 1357
 § 1357
 § 19
 § 1357
 § 32
 § 311

BGH