Source: http://antifa.sfa.over-blog.com/tag/soldatenfriedhof%20essel/3
Timestamp: 2017-04-23 21:45:30+00:00

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Aktivitäten von Neonazis im Umfeld des Volkstrauertages -Soldatenfriedhof Essel-
#Soldatenfriedhof Essel Niedersächsischer Landtag 16. Wahlperiode Drucksache 16/1280 Kleine Anfrage mit Antwort Wortlaut der Kleinen Anfrage der Abgeordneten Pia-Beate Zimmermann (LINKE), eingegangen am 25.03.2009 Aktivitäten von Neonazis im Umfeld des Volkstrauertages In unmittelbarer zeitlicher Nähe des Volkstrauertages missbrauchen Neonazis diesen, um „Helden- gedenken“ durchzuführen. Das geschieht auch im Land Niedersachsen. Ich frage die Landesregierung: 1. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung über Veranstaltungen der beschriebenen Art im Zeitraum 2006 bis 2008 vor? 2. An welchen Orten gab es Veranstaltungen dieser Art in Niedersachsen in dem Zeitraum 2006 bis 2008, und wie viele Personen beteiligten sich an diesen (Aufschlüsselung nach Datum, Ort, Landkreis, Personenzahl)? 3. Welche rechtsextremistischen Organisationen beteiligen sich an diesen Veranstaltungen? 4. Kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesen Veranstaltungen aus anderen Bundeslän- dern und, wenn ja, wie viele und aus welchen? 5. Kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesen Veranstaltungen aus dem Ausland und, wenn ja, wie viele, aus welchen Ländern, und welchen Organisationen gehören sie an? 6. Fanden Veranstaltungen in diesem Zeitraum statt, bei denen die „Hilfsgemeinschaft auf Ge- genseitigkeit der ehemaligen Angehörigen der Waffen SS e. V.“ (HIAG) oder die „Kriegsgrä- berstiftung - Wenn alle Brüder schweigen“ Veranstalter und/oder Mitveranstalter waren und, wenn ja, wann und wo? 7. Welche Aktivitäten der beiden genannten Organisationen fanden in dem Zeitraum 2006 bis 2008 in Niedersachsen statt? 8. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung über eine Zusammenarbeit zwischen der HIAG der der „Kriegsgräberstiftung - Wenn alle Brüder schweigen“ und dem Volksbund Deut- scher Kriegsgräberfürsorge vor? 9. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung über eine Zusammenarbeit zwischen der HIAG oder der „Kriegsgräberstiftung - Wenn alle Brüder schweigen“ und dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge vor? 10. Wurden in diesem Zusammenhang Strafverfahren gegen Beteiligte aus dem rechtsextremisti- schen Spektrum eingeleitet (bitte nach Art der Straftatbestände aufschlüsseln)? 11. Wurden in diesem Zusammenhang Waffen bei den Beteiligten vorgefunden und beschlag- nahmt, und, wenn ja, um welche Art von Waffen handelte es sich hierbei? 12. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung über die Art der Bewerbung dieser Veran- staltungen vor (Internet, Flyer, Anzeigen, etc.)? (An die Staatskanzlei übersandt am 31.03.2009 - II/721 - 278) 1 Niedersächsischer Landtag – 16. Wahlperiode Drucksache 16/1280 Antwort der Landesregierung Niedersächsisches Ministerium Hannover, den 06.05.2009 für Inneres, Sport und Integration - 63.116-049-A-480010-012/09 - Aus Anlass des Volkstrauertages, der insbesondere innerhalb der neonazistischen Szene als „Heldengedenktag“ von hoher symbolhafter und identitätsstiftender Bedeutung ist, führen Rechts- extremisten regelmäßig zahlreiche Aktionen durch. In Ermangelung einer zentralen Großveranstal- tung beschränkte sich die niedersächsische rechtsextremistische Szene in den Jahren 2006 bis 2008 auf die Durchführung dezentraler Aktionen auf Soldatenfriedhöfen, an Ehrenmalen und Krie- gerdenkmälern. Der Niedersächsische Verfassungsschutz beobachtet im Rahmen der ihm nach dem Niedersächsi- schen Verfassungsschutzgesetz zugewiesenen Aufgaben jedoch nur Bestrebungen gegen die frei- heitlich demokratische Grundordnung. Die Eingriffsschwelle für eine Beobachtung durch den Ver- fassungsschutz ist gesetzlich klar festgelegt und damit verbindlich für die Arbeit des Verfassungs- schutzes. Demnach müssen „tatsächliche Anhaltspunkte“ (§ 5 Abs. 1 NVerfSchG) für eine extre- mistische Bestrebung vorliegen. Dabei ist für eine entsprechende Zuordnung einer Organisation das Gesamtbild der Organisation maßgebend, d. h. das Zusammenspiel personeller, institutioneller und programmatischer Faktoren, die für ihre Ausrichtung und ihr Auftreten in der Öffentlichkeit prä- gend sind. Es reicht infolgedessen nicht aus, die Beobachtung einer Organisation nur auf bedenkli- che Verlautbarungen eines einzelnen (führenden) Funktionsträgers zu stützen. Verhaltensweisen von Einzelpersonen, die nicht in oder für einen Personenzusammenschluss handeln, sind nach § 4 Abs. 1 Satz 3 NVerfSchG nur dann Bestrebungen nach § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 NVerfSchG, wenn sie auf Anwendung von Gewalt gerichtet oder aufgrund ihrer Wirkungsweise geeignet sind, ein Schutzgut des NVerfSchG erheblich zu beschädigen. Bei den in den Fragen 6 bis 9 genannten Organisationen handelt es sich nicht um Beobachtungs- objekte der Niedersächsischen Verfassungsschutzbehörde. Dieses vorausgeschickt, beantworte ich die Kleine Anfrage namens der Landesregierung wie folgt: Zu 1 bis 3: Den Niedersächsischen Sicherheitsbehörden liegen Erkenntnisse über die folgenden Aktivitäten von Rechtsextremisten anlässlich der Volkstrauertage 2006 bis 2008 vor: Volkstrauertag 2006 Nordhorn/LK Grafschaft-Bentheim An einem Kriegerdenkmal wurde vermutlich von Angehörigen der rechtsextremistischen Szene ein Kranz mit der Aufschrift „Die Gedanken sind frei, unsere Seelen sind rein, wir gedenken euch Kämpfern für Volk und Heim“ abgelegt. Der Schriftzug war mit zwei Abbildungen des „Eisernen Kreuzes“ eingerahmt. Tostedt/LK Harburg Es nahmen acht Angehörige der rechtsextremistischen Szene an einer Kranzniederlegung der örtli- chen Feuerwehr und des Schützenvereins teil. Lohheide/LK Celle Ein bekannter Rechtsextremist führte mit 42 Personen, davon 15 Kinder/Jugendliche, eine Ge- denkkundgebung durch. 2 Niedersächsischer Landtag – 16. Wahlperiode Drucksache 16/1280 Bad Nenndorf/LK Schaumburg Ein Bus, besetzt mit ca. 35 Personen des rechtsextremistischen Spektrums, der sich auf der Rück- reise aus Brandenburg befand, wurde gegen Mitternacht in der Nähe des ehemaligen „Winklerba- des“ festgestellt. Dort stiegen ca. 20 Personen aus, um an dem Objekt brennende Kerzen abzustellen. Staufenberg, OT Benterode/LK Göttingen Ca. 20 Personen führten einen Fackelaufzug mit Trommeln unter Mitführung einer NPD-Fahne durch. Beim Eintreffen der Polizeikräfte befanden sich 11 Personen der rechtsextremistischen Sze- ne vor Ort. Anzeichen für eine versammlungsrechtliche Aktion waren nicht festzustellen. Die ange- troffenen Personen stammten aus Nordhessen und aus dem Raum Hann. Münden. Im Weiteren wurde am Kriegerdenkmal außerhalb der Ortschaft ein Kranz mit der Aufschrift „Ehre unseren gefallenen Kameraden“ und „Kameradschaft-Nordhessen“ aufgefunden. Wilhelmshaven Ca. 25 Angehörige der NPD, der DVU sowie der Freien Nationalisten führten auf dem Ehrenfried- hof eine Gedenkveranstaltung durch. Worpswede/LK Osterholz Sieben Angehörige der rechtsextremistischen Szene legten am Niedersachsenstein einen Kranz nieder. Volkstrauertag 2007 Vienenburg/LK Goslar Zwei bekannte NPD-Aktivisten hatten versucht, an einer offiziellen Gedenkveranstaltung teilzu- nehmen. Gegen sie wurden Betretungsverbote ausgesprochen. Essel/LK Soltau-Fallingbostel Nach Abschluss der offiziellen Gedenkveranstaltungen auf dem Soldatenfriedhof trafen 24 Perso- nen der rechtsextremistischen Szene ein und stellten sich in Marschformation unter Mitführung von Fackeln, schwarzen Fahnen und einem Kranz auf. Auf dem Friedhof wurden durch die Gruppe vorbereitete Texte verlesen und der mitgeführte Kranz niedergelegt. Die nicht angemeldete Versammlung wurde durch die Polizei aufgelöst. Bei der Gruppe handelte es sich um Angehörige der „Kameradschaft 73 Celle“. Tostedt/LK Harburg Acht Personen aus der rechtsextremistischen Szene sowie zwei Kinder nahmen an der offiziellen Kranzniederlegung der örtlichen Feuerwehr und des Schützenvereins teil. Nach Abschluss der offiziellen Veranstaltung legten die beiden Kinder einen kleinen mitgeführten Kranz nieder. Pattensen /Region Hannover Durch eine unbekannte Person wurde ein Kranz mit zwei weißen Schleifen und der Aufschrift “Hel- den fallen, sterben aber nie - in stolzer Trauer Hannovers Jugend“ an einem Denkmal abgelegt. Um den Kranz herum waren zehn brennende Grablichter halbkreisförmig aufgebaut. Volkstrauertag 2008 Esens/LK Wittmund An einer DVU-Veranstaltung unter dem Motto „Unsere Kriegstoten sind unvergessen“ nahmen ca. 55 Personen der rechtsextremistischen Szene teil. Durch die Teilnehmer wurden entsprechende Transparente aufgestellt. 3 Niedersächsischer Landtag – 16. Wahlperiode Drucksache 16/1280 Nienhagen/LK Göttingen Eine Gruppe von ca. 35 Personen suchte das „Gefallenen-Mahnmal“ auf und legte einen Kranz mit Schleife (Aufschrift „Kameradschaft Gau Kurhessen“ und „Unvergessen GD“) sowie eine Reichs- kriegsflagge ab. Die nicht näher identifizierte Gruppe zog in Marschordnung, mit Fackeln und mit teilweise paramilitärischer Kopfbedeckung zu dem Mahnmal. Essel/LK Soltau-Fallingbostel Eine Gruppe von 30 Personen der rechtsextremistischen Szene besuchte den Soldatenfriedhof zwecks Niederlegung von Gestecken und Abhalten von kurzen Andachten. Tostedt/LK Harburg Am Ehrenmal in Tostedt versammelten sich anlässlich der Kranzniederlegung durch die Gemein- deverwaltung ca. 21 Angehörige der rechtsextremistischen Szene. Durch die Gemeindeverwaltung wurde vom Hausrecht Gebrauch gemacht und die Personen des Platzes verwiesen. Beckedorf/LK Osterholz Ca. 15 schwarz gekleidete Personen legten nach der offiziellen Gedenkfeier einen Kranz am Denkmal ab. Der Kranz war mit einer schwarz-weißen Schleife und mit den Aufschriften „Freie Kräfte OHZ/HB-Nord“ und „Die Jugend gedenkt ihren Helden“ versehen. Delmenhorst Eine Gruppe von ca. acht Personen der rechtsextremistischen Szene führte in den späten Abend- stunden eine nicht angemeldete Versammlung mit Fackeln und schwarz/weiß/roten Fahnen durch. Kolkhage/LK Lüneburg Ca. 11 Personen aus den Reihen der NPD und den Freien Nationalisten führten am Kriegerdenk- mal eine Gedenkveranstaltung durch. Pattensen/Region Hannover Eine Gruppe von zehn unbekannten Personen des rechtsextremistischen Spektrums führte eine nicht angemeldete Versammlung mit Fackeln und schwarz/weiß/roten Fahnen am Kriegerdenkmal durch. Abschließend wurde ein Kranz mit zwei Schleifen mit der Aufschrift: „Helden fallen, aber sterben nie - und in Stolzer Trauer Hannovers Jugend“ abgelegt. Zu 4: Im Jahre 2006 beteiligten sich Rechtsextremisten aus Nordrhein-Westfalen an der Veranstaltung in Bad Nenndorf bzw. aus Hessen an der Veranstaltung in Staufenberg. Im Jahr 2008 nahmen an den Veranstaltungen in Nienhagen Neonazis aus Hessen und in Schwanewede aus Bremen teil. Über die Personenzahl liegen dem Verfassungsschutz keine Erkenntnisse vor. Zu 5: Der Niedersächsischen Verfassungsschutzbehörde liegen keine Erkenntnisse über die Teilnahme von ausländischen Rechtsextremisten an den Veranstaltungen in Niedersachsen vor. Zu 6 bis 9: Siehe Vorbemerkungen Zu 10: Im Zusammenhang mit den nachfolgenden, auch in der Beantwortung zu Frage 1 aufgeführten, Veranstaltungen wurden durch die Polizei Ermittlungsverfahren eingeleitet: Volkstrauertag 2006 Veranstaltung in Nordhorn/LK Grafschaft Bentheim Gegen die Personen wurde ein Verfahren wegen Verstoßes gegen § 26 VersG eingeleitet. 4 Niedersächsischer Landtag – 16. Wahlperiode Drucksache 16/1280 Volkstrauertag 2007 Veranstaltung in Essel/LK Soltau-Fallingbostel Gegen alle Beteiligte wurde ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen § 28 VersG eingeleitet. Volkstrauertag 2008 Veranstaltung in Nienhagen/LK Götttingen Es wurde ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen § 26 VersG eingeleitet. Veranstaltung in Delmenhorst Ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen § 26 VersG wurde eingeleitet. Pattensen/Region Hannover Ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen § 26 VersG wurde eingeleitet. Zu 11: Entsprechende Erkenntnisse liegen nicht vor. Zu 12: Die „Heldengedenkveranstaltungen“ der rechtsextremistischen Szene werden konspirativ vorberei- tet und beworben. Eine öffentliche Mobilisierung für die Veranstaltungen über Flyer bzw. das Inter- net fand nicht statt, weil an ihnen in der Regel lediglich örtlich bzw. regional aktive Rechtsextremis- ten teilgenommen haben. Uwe Schünemann Weiterlesen
Antifaschistische Nachrichten: "Heldengedenken" in Essel
#Soldatenfriedhof Essel Quelle: Antifaschistische Nachrichten 4.12.2008
Essel: Neonazis ­dankten Waffen-SS
#Soldatenfriedhof Essel junge welt 26.11.2008 / Antifa / Seite 15 Essel: Neonazis ­dankten Waffen-SS Von Tobias Philipp Essel. Gleich an zwei Sonntagen hintereinander huldigten Neofaschisten in Essel bei Hannover der Waffen-SS. Am 16. November führten sie auf dem dortigen Soldatenfriedhof wie schon im Vorjahr ihr sogenanntes »Heldengedenken« durch. Beteiligt waren mehr als 30 Neofaschisten aus Niedersachsen und Ostvorpommern. Dennis Bührig, Neonazikader aus Celle, dankte der Waffen-SS und betonte: »Ihr Opfer unser Auftrag«. Auf der Gedenkschleife der Kameradschaft »Snevern-Jungs« und der Neonazigruppe »Düütsche Deerns« war der Schriftzug »In stolzer Trauer« zu lesen. Die Veranstaltung endete mit dem Absingen des SS-Liedes »Wenn alle untreu werden«. Bereits sieben Tage später versammelten sich fast 50 alte und junge Faschisten, die meisten aus Hannover, Celle und Soltau-Fallingbostel auf dem Soldatenfriedhof. Ein Sprecher der »Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS« (HIAG) gedachte »der Gefallenen verschiedener Waffengattungen, auch dem Reichsarbeitsdienst und der Waffen-SS«. Die Soldaten seien »getreu ihrem Fahneneid fürs Vaterland« gefallen. Mitglieder einer Studentenverbindung verwehrten Nazigegnern den Zutritt zum Friedhof. »Jetzt ist der Kranz der Gemeinde Essel zum Volkstrauertag eingerahmt von Nazipropaganda«, erklärte Gewerkschafter Charly Braun vom Bündnis gegen rechts am Montag in einer Presseerklärung. Er forderte alle Verantwortlichen auf, dem Treiben alter und neuer Nazis endlich ein Ende zu setzen. Weiterlesen
#Soldatenfriedhof Essel taz nord 27.11.08 der rechte rand Treue um Treue Ihre "Ehre" heißt immer noch "Treue". Der Leitspruch der Nazi-Schutzstaffel (SS) gilt bei der "Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS" (HIAG). Sie haben das Motto nur leicht erweitert: "Ehre, Treue, Kameradschaft ist weiter unser Ziel". So zu hören am Totensonntag auf dem Soldatenfriedhof Essel, als "alte Kämpfer" und "junge Mitstreiter" der "Gefallenen verschiedener Waffengattungen" gedachten. "Wie lange will der Landkreis dieses braune Treiben noch dulden?", fragt Charly Braun vom DGB Soltau-Fallingbostel. Der 1950 von der niedersächsischen Gemeinde errichtete Soldatenfriedhof wird wieder zur Nazi-Pilgerstätte. 114 "Kämpfer" sind hier begraben, schon eine Woche zuvor hatten ihnen gut 30 Neonazis gehuldigt, denn: "Ihr Opfer ist unser Auftrag". Am Totensonntag stimmte dort jetzt etwa 50 Waffen-SSler, Neonazis und Burschenschaftler das Lied vom "Guten Kameraden" an, die HIAG Hannover legte einen Kranz ab. Die Soldaten seien "getreu ihres Fahneneides fürs Vaterland" gefallen. Essel war schon einmal ein Wallfahrtsort für die rechte Szene. 1983 hatten HIAG-Anhänger vor dem Friedhof Gegendemonstranten angegriffen. Ein Transparent "Verbot der HIAG-Waffen SS" hatten sie zerrissen. Nach weiteren Protesten waren sie dem Friedhof jedoch fern geblieben - bis jetzt. Die Öffentlichkeit sucht die HIAG selten. Zu ihren Veranstaltungen im Norden kommen mitunter über 300 Anhänger, oft begleitet von ihren Enkeln. Vor knapp zwei Jahren flog in Hamburg auf, dass der Landesverband seine Monatstreffen im gutbürgerlichen "Remter" abhielt, der Gaststätte der Hamburger Handwerkskammer. Nach Protesten setzte die Handwerkskammer die ewig Gestrigen vor die Tür. "Soweit ist es mit dem Vaterland gekommen", schimpften die. Vielleicht zetern sie auch bald in Essel. Hinweis: ANDREAS SPEIT arbeitet als freier Journalist und Autor über die rechte Szene Norddeutschlands Weiterlesen
Nazis feierten "Heldengedenktag" in Essel
#Soldatenfriedhof Essel Quelle: Wochenspiegel am Sonntag 30.11.2008
Essel: Wallfahrtsort für Nazis auf Soldatenfriedhof?
#Soldatenfriedhof Essel Quelle: Schwarmstedter Rundschau 27.11.2008 Weiterlesen
#Soldatenfriedhof Essel Auf dem Waldfriedhof in Essel in der Lüneburger Heide kam es in Vergangenheit zu einem beständigen Gedenken alter und neuer Nazis, dass Mitte der 1990er einschlief. In den vergangenen Jahren lebte dieses Gedenken aber wieder auf, sowohl bei Alt- als auch bei Neonazis. „Recherche Nord“ hat dazu einen sehr lesenswerten Beitrag verfasst. Dessen Lektüre wird Interessierten unbedingt empfohlen. Im Folgenden wird der Inhalt dieses Beitrages verkürzt wiedergegeben. Historischer Hintergrund der so genannten „Heldengedenken“ in Essel war eine für die deutsche Seite militärisch sinnlose Schlacht um den „Aller-Brückenkopf“, der ganz im Sinne von Hitlers Aushalte-Befehlen verteidigt wurde. Dabei kämpften auf deutscher Seite Angehörige einer Marine-Einheit, Panzer-Grenardiere und Mitglieder der Waffen-SS. Fünf Jahre nach Kriegsende wurde von der Gemeinde ein Soldatenfriedhof errichtet, worauf 114 gefallene Soldaten bestattet sind. Schnell wurde aus dem Friedhof ein „Wallfahrtsort für Alt- und Neonazis“ („Recherche Nord“). Der Waffen-SS-Traditions-Verein „Hilfsorganisation auf Gegenseitigkeit der Soldaten der ehemaligen Waffen SS“ (kurz: „HIAG“) konnte bis in die 1970er Jahre problemlos mit Gemeinevertretern, örtlichen Vereinen und dem „Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge“ (VDK) am jährlichen Gedenken teilnehmen (Nach nicht zur Gänze bestätigten Angaben war der HIAG seit 1958 korporatives Mitglied des Volksbundes und erst 1986 wurde die Mitgliedschaft suspendiert.). Erst das gewalttätige Auftreten von HIAG-Mitgliedern zerstörte diese Gedenk-Harmonie. HIAG-Mitglieder griffen in den 1970ern Pastor Dreier an, weil dieser es „gewagt“ hatte auch NS-Opfer in seiner Rede auf dem Friedhof zu erwähnen. Der Pastor musste von Mitgliedern des örtlichen Schützenvereins geschützt die Veranstaltung fluchtartig verlassen. Dieses Ereignis führte zur Spaltung des Gedenkens. Es entstanden zwei voneinander abgetrennte Veranstaltungen. Der HIAG durfte aber weiter am Nachmittag des alljährlichen Volkstrauertages sein Gedenken auf dem Friedhof abhalten. Nach und nach vergrößerte sich das HIAG-Gedenken und „alte Kameraden“ aus der Bundesrepublik und Belgien (flämische Waffen-SS-Mitglieder) stießen hinzu. Ebenso kamen Vertreter der neonazistischen „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“ (OdR); Mitglieder des „Bundes der Notgemeinschaft ehemaliger Berufsmäßiger Arbeitsdienstangehöriger und ihrer Hinterbliebenen“ und Bundeswehr-Reservisten dazu. So nahmen an 1983 auch mehrere Mitglieder der „Reservistenkameradschaft Militärsport Buchholz/Aller“ teil. Diese Benutzung des Friedhofs blieb aber nicht ohne Kritik. Am 13. November 1983 protestierten Aktivisten und Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Friedensbewegung mit einem Transparent gegen die HIAG. Abermals wurden HIAG-Leute gewalttätig und griffen die Demonstrierenden an. Übrigens nicht das erste Mal, dass HIAG-Mitglieder GegendemonstrantInnen angreifen. Darauf hin fanden in den Jahren 1984 und 1985 größere Demonstrationen gegen das braune Treiben in Essel statt. Diese waren erfolgreich weil die HIAG nun wieder verdeckter agierte. Nur noch ein paar Kränze zeigten ein Fortbestehen des HIAG-Gedenkens an. Die erste größere Nutzung des Friedhofs fand in den 1990ern durch die 1995 verbotene Neonazi-Partei FAP statt. Danach wurde es still um den Friedhof. Inzwischen wurde die HIAG bundesweit offiziell 1992 aufgelöst. Regional existieren bis heute aber einige HIAG-Zirkel weiterhin, die teilweise über gute Kontakte zu Neonazis verfügen. Es sollen u.a. noch folgende HIAG-Gruppen bestehen: HIAG Zweibrücken-Contwig, HIAG Rheinhessen, HIAG Westsachsen, HIAG-Ortsverband in Detmold, der HIAG-Kameradenkreis in Enger, HIAG Karlsruhe, HIAG Bruchsal-Bretten, HIAG Stuttgart, HIAG Kempten, HIAG Celle, HIAG-Kameradenkreis Berlin, HIAG Rheinhessen, HIAG München, HAIG Hannover … Im Jahr 2006 fand sich wieder ein HIAG-Kranz vor Ort und 2007 versuchten über 20 Neonazis in Essel aufzumarschieren, was aber durch die Polizei verhindert wurde. Dieses Jahr kehrten nicht nur erneut Neonazis zum Friedhof zurück, sondern auch die HIAG. Nach Berichten marschierten am Volkstrauertag 32 Neonazis auf und in der Woche darauf kam der HIAG zurück nach Essel. Nach Angaben von „Recherche Nord“ nahmen am HIAG-Gedenken am Totensonntag (23.11.08) „rund 50 Personen, vorwiegend aus Soltau-Fallingbostel, Celle und Hannover“ teil, darunter auch Jüngere. Zurückgelassen wurde dabei ein Kranz der „HIAG Hannover“. „Recherche Nord“ schreibt zu diesem Revival der HIAG: „In den vorangegangenen Jahren wurden nur wenig über die Aktivitäten dieser Strukturen bekannt. Öffentlichkeit wurde weitestgehend und wo möglich vermieden. Nach außen traten die Strukturen bislang vor allem durch die Publikation »Der Freiwillige – Monatszeitschrift der Waffen-SS« und eine geringe Anzahl, bekannt gewordener Zusammenkünfte.“ Quellen: * Recherche Nord: Essel: Neue Wallfahrtsstätte von Neonazis in Essel?, 24.11.2008, http://www.recherche-nord.com/index.php?option=com_content&task=view&id=248&Itemid=74 * HIAG und Kameradschaftszene in Essel, 24.11.2008, http://de.indymedia.org/2008/11/233823.shtml Quelle: http://braunzonebw.blogsport.de/2008/11/25/geschichte-eines-nazi-heldengedenkens-und-sein-revival/ 25.11.2008 Weiterlesen
23.11.08 Soldatenfriedhof Essel: Jetzt auch noch die HIAG Waffen SS
#Soldatenfriedhof Essel 23.11.08 Soldatenfriedhof Essel: Jetzt auch noch die HIAG Waffen SS Kadavergehorsam gepredigt: "getreu ihrem Fahneneid fürs Vaterland" gefallenEssel. Stunden nachdem die Esseler Vereine am Volkstrauertag auf dem Soldatenfriedhof Essel den Kriegstoten gedacht haben, zelebrierten 32 Neonazis aus Niedersachsen und Ostvorpommern ihr sog. "Heldengedenken". Eine Woche später, am Totensonntag 23.11.08, scharten sich fast 50 Alte und Junge dort zum wiederholten Male um ehemalige Kämpfer der Waffen SS. Während die Polizei eine Woche zuvor, die Nazi-Kameradschaftsszene nur in Dreier-Gruppen auf den Friedhof ließ, pochten die alten SSler jetzt auf ein angebliches Hausrecht. Drei Mitglieder einer Studentenverbindung aus Hannover verwehrten vermeintlichen Nazigegnern den Zutritt zum Friedhof. Am 16.11.08 hatte der Celler Nazi-Führer und Anmelder für den Nazi-Aufmarsch am 1.MAI 2009 in Hannover, Dennis Bührig, der Waffen-SS gedankt und gefordert: "Ihr Opfer unser Auftrag" und zum Schluß das Treuelied der SS kümmerlich absingen lassen. Sieben Tage später versammelten sich fast 50 Alte und Junge, meist aus Hannover, Celle und Soltau-Fallingbostel auf dem Soldatenfriedhof. Ein Sprecher der HIAG (Traditionsorganisation der verbotenen Waffen-SS) gedachte "der Gefallenen verschiedener Waffengattungen, auch dem Reichsarbeitsdienst und der Waffen-SS", wie er ausdrücklich betonte. Als wäre Kadavergehorsam selbstverständlich, hob der Redner gleich zwei mal hervor, dass die Soldaten "getreu ihrem Fahneneid fürs Vaterland" gefallen seien. Die Verbrechen der Waffen-SS verschweigend sagte der uneinsichtige Mann: "Bei den Bombenangriffen (auf Deutschland) wurden erbarmungslos Männer, Frauen und Kinder getötet.." Die musikalische Umrahmung waren: ein Lied auf dem Akkordeon zum Auftakt, das militaristische Lied vom "Guten Kameraden", geblasen von einem Kyfhäuserähnlich Gekleideten, zum Ablegen des Kranzes mit schwarzen Schleifen von "Die Kameraden der HIAG Hannover", und zum Schluß der "Zapfenstreich" wieder aus der Trompete. Ein anderer alter Kämpfer dankte im Schlußwort den "jungen Leuten aus Hodenhagen" die bei der Gedenkfeier dabei waren. Dann bemerkte er, dass sie das Gedenken sehr kurz gemacht hätten, um nicht weiter "behelligt" zu werden und er erinnerte, dass man sich anschließend in Schwarmstedt zum Kaffeetrinken treffen wolle. Die Teilnehmenden dieser gespenstischen Heldenfeier kamen zumeist aus Hannover, Celle und Soltau-Fallingbostel, wie auch aus Münster. Manche Kfz-Kennzeichen lassen Vermutungen auf rechtslastige Gesinnung zu (... U 880, ...JN.., ... AH .., ... 818). Nach der Ankunft auf den Parkstreifen vorm Soldatenfriedhof begrüßten sich alle ganz herzlich. Mißtrauisch und voller ablehnender Blicke nahmen pelzbemantelte alte Frauen, alte SS-Kämpfer und Verbindungsstudenten den mit Menschen besetzten Pkw vermeintlicher politischer Gegner zentimetergenau durch die Scheiben unter die Lupe. Ein Verbindungsstudent führte vor der Windschutzscheibe die Geste eines Kotzenden vor. Die drei Mitglieder einer Studentenverbindung waren bereits wesentlich früher vor Ort und fuhren als letzte. Anschließend spielten sie in Schwarmstedt ein Pkw-Verfolgungs- und Beobachtungsspiel mit ihren vermeintlichen politischen Gegnern. Zur Erinnerung: 1983 hatten am Volkstrauertag die alten Nazis das Transparent "Verbot der HIAG Waffen SS" zerrissen und kräftig zugetreten (sh. auch radio bremen TV "buten un binnen" sowie Provinz-Bote. 1984 und 1985 organisierte ein breites Bündnis Demonstrationen vorm Soldatenfriedhof. Lange war nichts von den alten Kameraden rund um die HIAG Waffen-SS zu sehen. Irgendwann wieder ein Kranz mit schwarzer Schleife, aber ohne jeden Aufdruck, um nicht erkannt zu werden. In den letzten Jahren wieder die schwarz-geschleiften Kränze. Rechts sein ist nicht mehr schädlich, also steht seit einigen Jahren wieder auf den schwarzen Schleifen "Treue um Treue" und natürlich der Absender "HIAG Hannover". Sie meiden zwar die Beobachtung am Volkstrauertag und kommen einfach einen Sonntag später, aber sie begehen ihre militaristisch-faschistische Heldenfeier in Essel längst wieder als Gemeinschaftserlebnis. Ob es die Gemeinde Essel und deren Vereine freut, wenn ihr Kranz (Schleifenaufdruck "Den Toten zum Gedenken") neben denen der Kameradschaft 73 Celle, der HIAG Waffen SS und denen der "stolz" trauernden "Düütsche Deerns" und Kameradschaft "Snevern Jungs" liegt ? Der Soldatenfriedhof Essel steht in der Obhut des Landkreis Soltau-Fallingbostel. Wie lange will der Landkreis dieses braune Treiben noch dulden ? Der Kranz der Gemeinde Essel am 23.11.08 eingerahmt von Nazi-Propaganda, FOTO: recherche-SFA Weiterlesen
Celler Neonazi dankt auf Soldatenfriedhof Essel der SS
#Soldatenfriedhof Essel Celler Neonazi dankt auf Soldatenfriedhof Essel der SS Polizei lässt Rechtsextreme in kleinen Gruppen zu Gräbern von gefallenen Deutschen / Strafanzeige nach Rede bleibt aus ESSEL (sdr). Das Celler NPD-Mitglied Dennis Bührig (Foto) hat bei einer Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertags auf dem Soldatenfriedhof in Essel in einer Rede der nationalsozialistischen Waffen-SS gedankt. Das berichtet zumindest der Sprecher des Bündnisses gegen Rechts in Soltau-Fallingbostel, Charly Braun. „Die Erinnerung an die Waffen-SS ist uns nicht bekannt", sagt Peter Hoppe, Pressesprecher der Polizeiinspektion in Soltau. Braun hatte keine Strafanzeige erstattet. „Weil der Täter im Strafverfahren meine Adresse bekommt", begründete er seine Zurückhaltung. Die Polizei hatte bei dem Gedenktag am vergangenen Sonntag einen Zusammenstoß zwischen rund 30 Neonazis und Mitgliedern einer „Antifa-Dokumentationsgruppe" auf dem Soldatenfriedhof verhindert. Die Beamten ließen die Rechtsextremen nur in Gruppen zu je drei Personen an die Gräber, um Straftaten vorzubeugen. Immer wieder wird der Soldatenfriedhof in Essel von Neonazis aufgesucht. Der Grund: Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs sollten mit Resten verschiedener deutscher Einheiten der Aller-Brückenkopf gegen die Angriffe der Alliierten verteidigt werden. Im Esseier Wald kämpften am 11. und 12. April 1945 auf deutscher Seite Soldaten einer Marine-Einheit der Waffen-SS. Auf dem 1950 eingerichteten Soldatenfriedhof im Wald zwischen Hademstorf und der Allerbrücke sind über 114 Deutsche begraben. Die meisten von ihnen waren zwischen 17 und 20 Jahre alt. Aufgrund ihrer Beteiligung am Holocaust und an zahlreichen Kriegsverbrechen wurde die Waffen-SS 1946 vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg zur verbrecherischen Organisation erklärt. Ob ein Gericht Bührig allerdings verurteilen würde, weil er der Nazi-Elitetruppe öffentlich gedankt hat, ist fraglich. Der Bundesgerichtshof hatte vor drei Jahren entschieden, dass die Parole „Ruhm und Ehre der Waffen-SS" nicht strafbar ist. Quelle: Cellesche Zeitung 19.11.2008 Weiterlesen
Soldatenfriedhof Essel: Heldengedenken norddeutscher Nazis
#Soldatenfriedhof Essel Soldatenfriedhof Essel: Heldengedenken norddeutscher Nazis Anführer Dennis Bührig dankt der Waffen SS Essel 16.11.08. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erschien - von Polizei und einer Antifa-Dokumentationsgruppe erwartet - eine 32-köpfige Nazitruppe in Pkw's vorm Soldatenfriedhof Essel (an der L 190 zwischen Schwarmstedt und Walsrode, 40 km nördlich von Hannover). Weil die Polizei sie nur in Gruppen von maximal 3 Personen zum Friedhof gehen lassen wollte, verlas Dennis Bührig einen nationalistischen Heldengesang auf deutsche Soldaten des 1. und 2. Weltkrieges. Der Anführer der Celler Kameradschaft 73, NPD- Landtagskandidat und Anmelder für den geplanten Nazi-Aufmarsch am 1.MAI 2009 in Hannover, dankte dabei auch ausdrücklich der Waffen SS. Von der Polizei den Waldweg entlang bis zum Soldatenfriedhof eskortiert, durften die Nazis in Dreiergruppen auf den Friedhof. Neben dem, bereits am Vormittag niedergelegten Kranz der Gemeinde Essel, liegt jetzt ein ebenso großer der Kameradschaft 73 Celle. In langen blauen Röcken und mit Zöpfen trugen die jungen Frauen der Gruppe "Dütsche Deerns" ihr Gesteck. Natürlich fehlte auch nicht die Kameradschaft "Snevern-Jungs" unter ihrem Führer Matthias Behrens. Auf der Schleife seines Gestecks war zu lesen: "In stolzer Trauer". Behrens ebenfalls NPD-Landtagskandidat, hatte mit Kameraden in den Nächten davor Nazi-Heldenplakate in Schneverdingen und Neuenkirchen verklebt und bereits am Volkstrauertag am Kriegerdenkmal Schneverdingen ein Gesteck abgelegt. Mit von der Partie in Essel waren ausserdem u.a. braune Kameraden aus Hildesheim, Wolfenbüttel, Gifhorn, Rotenburg/ Wümme, Ostvorpommern sowie der NPD Braunschweig. Einige Nazis waren sich für Provokationsversuche gegenüber der Antifa-Dokumentationsgruppe und einem Journalisten nicht zu schade. Und die Nazis hatten extra einige Kameraden zum Fotografieren ihrer politischen Gegner abgestellt. Die gespenstische Feierstunde endete wieder an der Landstraße mit dem Vortrag von Gedichten und einem - musikalisch äußerst schlechten - Gesang des Treueliedes des SS :"wenn alle untreu werden...". Dann sammelten die Nazis Geld ein und Dennis Bührig verkündete lauthals, juristisch gegen das Verbot, gemeinsam ihre sog. "Helden" direkt auf dem Friedhof verehren zu können, vorgehen zu wollen. Aus der Rede von Dennis Bührig: ,,Ihr Opfer unser Auftrag damals wie heute alles für unsere geliebte Heimat". "Während den Kindern Tag ein Tag aus eingeredet wird das ihre Großeltern Verbrecher gewesen seien." "Wir rufen die Soldaten der Wehrmacht! Hier! Wir rufen die Soldaten der Luftwaffe ! Hier! Wir rufen die Soldaten der Marine ! Hier ! Wir rufen die Soldaten der Waffen SS ! Hier!" Zum Schluss haben die versammelten Nazis das Lied "wenn alle untreu werden" gesungen. Im Dritten Reich wurde das Lied als Treuelied von der Schutzstaffel ( SS ) verwendet. Wenn Alle Untreu Werden (Das SS Lied) Am Volkstrauertag 2007 konnte eine handvoll Polizisten, völlig überrascht, die Nazifeier, von etwa 30 Kameraden aus Celle und Hildesheim, auf dem Soldatenfriedhof Essel nur teilweise behindern. Das wollte die Polizei nicht noch einmal erleben und war mit allerlei Beamten und Hunden vor Ort. 1945: 17-jährige und Waffen SS als letztes Aufgebot: Kurz vor Ende des 2. Weltkriegs sollte mit Resten verschiedener deutscher Einheiten der Aller-Brückenkopf bei Essel gegen die Angriffe der Alliierten gehalten werden. Die Alliierten wollten schnell zum Truppenübungsplatz Bergen-Hohne (zwischen Essel-Bergen-Fallingbostel) vordringen. Im Esseler Wald kämpften vom 11. - 12.4.1945 auf deutscher Seite Soldaten einer Marine-Einheit, der Waffen SS, des Reichsarbeitsdienstes. Auf dem 1950 eingerichteten kleinen Soldatenfriedhof im Wald an der langgestreckten Kurve der L 190 zwischen Hademstorf und Allerbrücke sind über 114 Deutsche begraben, darunter die meisten 17 - 20jährig. FOTOs: recherche lüneburger-heide Weitere Bilder Weiterlesen

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