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Timestamp: 2019-11-14 16:51:26+00:00

Document:
Option - NWB Datenbank
Dokument Option
infoCenter (Stand: Juni 2019)
I. Definition der Option
Zur Vermeidung wirtschaftlicher Nachteile und zur Erhaltung der Neutralität der Umsatzsteuer hat der Gesetzgeber dem Unternehmer in § 9 UStG ein Wahlrecht eingeräumt. Der Unternehmer kann bestimmte steuerfreie Umsätze steuerpflichtig behandeln, wenn seine Lieferung oder sonstige Leistung an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen ausgeführt worden ist. Der Unternehmer kann die Entscheidung zum Verzicht auf die Steuerbefreiung (= Option) bei jedem Umsatz einzeln treffen. Folge des Verzichts auf die Steuerbefreiung ist die Steuerpflicht dieser Umsätze sowie die Möglichkeit, die mit diesen Umsätzen im Zusammenhang stehenden Vorsteuerbeträge abziehen zu können.
Duscha, Option zur Steuerpflicht nach § 9 UStG, NWB 14/2019 Beilage 1/2019 S. 15
Köster/Jungen, Steuer-Stud-Reihe: Fallstudien zur Umsatzsteuer - Verzicht auf Steuervergünstigungen (Optionen), SteuerStud 5/2018 S. 326
Gehm, Die Option nach § 9 UStG unter Berücksichtigung von Teiloption und Nutzungsänderung, USt direkt digital 5/2017 S. 12
Trinks, Endlich Klarstellung zum Verzicht auf Umsatzsteuerbefreiung, NWB 2/2016 S. 88
Sterzinger, Widerruf einer Option nach § 9 UStG, USt direkt digital 10/2016 S. 9
II. Ausschluss von der Optionsmöglichkeit
Von der Optionsmöglichkeit ausgeschlossen sind:
pauschalierende Land- und Forstwirte (§ 24 UStG)
Fälle der unentgeltlichen Wertabgaben
Hinweis: Der EuGH hat entschieden, dass entgegen der Verwaltungsmeinung (analoge Anwendung des § 4 Nr. 12 UStG und Ablehnung der Option) die teilweise private Nutzung eines dem Unternehmen zugeordneten Gebäudes eine steuerpflichtige Wertabgabe darstelle.
Beachte: Der BFH versagt dem Gestaltungsmodell (sogenanntes Vorschaltmodell) in der Landwirtschaft die Anerkennung. Verpachtet ein Unternehmer ein Grundstück an einen Landwirt, der seine Umsätze gemäß § 24 Abs. 1 UStG nach Durchschnittssätzen versteuert, kann der Verpächter nicht auf die Steuerfreiheit seiner Umsätze nach § 9 Abs. 2 Satz 1 UStG verzichten (entgegen Abschn. 9.2 Abs. 2 UStAE).
III. Optionsfähige Umsätze
Optionsfähig sind nur Umsätze, die der Unternehmer an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen ausführt (zu beachten: Bagatellregelung < 10 v.H., § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG).
§ 9 Abs. 1 UStG enthält folgende abschließende Aufzählung der optionsfähigen Umsätze:
Umsätze im Geld- und Kapitalverkehr § 4 Nr. 8 Buchst. a - g UStG
Umsätze, die unter das Grunderwerbsteuergesetz fallen, § 4 Nr. 9 Buchst. a UStG Besonderheiten ergeben sich soweit ein Grundstücksverkauf mit einer Geschäftsveräußerung i.S.d. § 1 Abs. 1a UStG zusammenfällt.
Vermietung und Verpachtung von Grundstücken und anderen Umsätzen i.S.d. § 4 Nr. 12 UStG
Leistungen der Wohnungseigentümergemeinschaften, § 4 Nr. 13 UStG
Umsätze der Blinden und Blindenwerkstätten, § 4 Nr. 19 UStG
Soweit es zu keiner tatsächlichen Nutzung/Verwendung (z. B. Fehlmaßnahme) kommt, gilt Folgendes:
Auch eine „fiktive Option” zur Steuerpflicht kann das Recht auf Vorsteuerabzug begründen.
Option ablegen in?

References: § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 EuGH 
 § 4
 § 24
 § 9
 § 15

§ 9
 § 4
 § 4
 § 1
 § 4
 § 4
 § 4