Source: http://palikanon.de/khuddaka/jataka/j491.htm
Timestamp: 2017-03-29 07:11:37+00:00

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Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 491. Die Erzählung von dem großen Pfau (Mahamora-Jataka)
„Wenn ich gefangen ward um Geldes willen“ §A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen unzufriedenen Mönch. Als diesen nämlich der Meister fragte: „Ist es wahr, o Mönch, dass du unzufrieden bist?“, und die Antwort erhielt: „Es ist wahr, Herr“, sprach er: „O Mönch, wie sollte die Lust nach sinnlicher Ergötzung einen solchen wie du nicht auch quälen? Der Sturm, der den Sineru-Berg erschüttert, scheut sich ja auch nicht vor einem verdorrten Blatt, das in der Nähe ist! In der Vorzeit wurden auch reine Wesen, die siebenhundert Jahre lang die Befleckung durch die Lüste von sich abgehalten hatten, dennoch von dieser Lust befallen.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.
§1. „Wenn ich gefangen ward um Geldes willen, so töt mich nicht, nimm lebend mich gefangen und bringe mich zum König hin, mein Lieber; gar vieles Geld erhältst du dafür, glaub ich.“
§2. „Nicht habe ich, um dich zu töten, heute den Pfeil hier auf den Bogen aufgelegt. Die Schlinge möchte ich von dir zerstören; es möge gehn der Pfau, wohin er will.“
§3. „Nachdem du sieben Jahre mich verfolgtest, bei Tag und Nacht Hunger und Durst ertragend, warum willst du mich jetzt, da in der Schlinge ich mich gefangen, von der Fessel lösen?
§4. Hast du heut keine Lust, Tiere zu töten, gibst allen Wesen du Schonung des Lebens, dass du mich jetzt, da ich mich in der Schlinge gefangen, von der Fessel lösen willst?“
§5. „Sag dem, der keine Lust hat an der Tötung, der allen Wesen Schonung gibt des Lebens, — ich frage dich danach, du Pfauenkönig — wenn er hier stirbt, was für ein Glück erhält er?“
§6. „Der keine Lust zur Tötung hat, dem sag ich und dem, der allen Schonung gibt des Lebens:
§8. „Sonne und Mond, die beide schön zu schauen, sie wandeln glänzend durch den Himmelsraum. Gehörn sie dieser Welt oder der andern? Wie spricht darüber man unter den Menschen?“
§9. „Sonne und Mond, die beide schön zu schauen, sie wandeln glänzend durch den Himmelsraum. Zur andern Welt gehörn sie, nicht zu dieser; Götter sind es, so sagt man bei den Menschen.“
§10. „Dann sind geschlagen sie, die niedrig reden, es lügen die, die nicht vom Karma sprechen [6], hier sei die Frucht vom Guten und vom Bösen, und die das Schenken eine Torheit nennen.“
§12. Was soll ich tun, wie handeln und wie leben, was soll ich ehren, wie Askese treiben? O teile mir dies mit, du Pfauenkönig, damit ich nicht der Hölle einst verfalle!“
§13. „Die Büßer alle, die auf Erden wandeln, sind gelb gekleidet, haben keine Heimat; am Morgen gehn sie zum Almosen Suchen, denn später [7] wollen Heilige nicht betteln.
§14. Zur rechten Zeit geh zu den Heil'gen hin und frage sie, was dir dein Herz bewegt; sie werden dir wahrheitsgemäß verkünden, was es mit dieser Welt ist und der andern.“
§15. „Wie ihre alte Haut die Schlange abstreift und wie ein grüner Baum die gelben Blätter, so geb ich auf meinen Beruf als Jäger, noch heut verlass ich dieses Jägerleben.“
§16. „Die Vögel alle, die von mir gefangen in meinem Hause weilen, viele hundert, denen schenk ich das Leben heut und Freiheit; sie sollen heimkehren zu ihrem Neste.“
[10] Die drei Kennzeichen der weltlichen Dinge sind 1. die Unbeständigkeit, 2. das Leiden, 3. dass sie nicht das Selbst sind.
[13] Das Bild bedeutet nur, dass er tat, wie ihm jener geraten. [14] Die drei Gewänder, Almosenschale, Gürtel, Schermesser, Nadel und Seiher.

References: §1

§2

§3

§4

§5

§6

§8

§9

§10

§12

§13

§14

§15

§16