Source: https://www.restschuldbefreiung-versagung.de/
Timestamp: 2020-02-21 04:28:46+00:00

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Versagung der Restschuldbefreiung - Informationen und schnelle Hilfe!
Ist IhreRestschuldbefreiung in Gefahr?
Wozu die Mühen einer Insolvenz, wenn Sie von Ihren Schulden nicht befreit werden? Erst die sogenannte Restschuldbefreiung sichert Ihnen die Chance auf einen wirtschaftlichen Neuanfang.
Achtung: Keinesfalls selbst ans Gericht schreiben!
…pünktlich, nicht panisch.
Jemand greift Ihre Restschuldbefreiung an? Dann ist die Sache ernst. Gerichtliche Fristen unbedingt beachten!
14 Tage sind kurz, wenn man nicht weiß, was man tun soll. 14 Tage sind ausreichend, wenn man sein Handwerk beherrscht. In jedem Fall keine Panik: es gilt nun das Richtige zu tun!
…um Kopf und Kragen.
Viele Betroffene rufen kopflos Insolvenzverwalter oder Gericht an. Nicht wenige reden sich dann um Kopf und Kragen. Nichts sagen ist immer besser, als das Falsche zu sagen. Nur ein Experte kann analysieren, worauf es jetzt ankommt.
…rein sachlich: Ja oder Nein.
Die Restschuldbefreiung ist kein Gnadenakt. Deshalb ist „Betteln“ vollkommen sinnlos. Für eine Versagung gibt es im Gesetz klare Gründe. Diese sind erfüllt oder nicht erfüllt.
Fast immer haben Betroffene vollkommen falsche Vorstellungen. Sie brauchen nun einen fachlichen Rat.
Fragen? Antworten! Die Sache gilt es nun richtig einzuschätzen. Kontakt anklicken, Name und Telefon angeben, mailen. Sie werden schnellstmöglich zurückgerufen. Kostenlos.
Das Rechtsinstitut der Restschuld­befreiung
Insolvenz statt Konkurs – Sanierung statt Abwicklung
Dass in Deutschland für eine Neuordnung dringender Bedarf bestand, kann man der Tatsache entnehmen, dass seit der Einführung fast 1.000.000 Anträge auf Restschuldbefreiung gestellt wurden. Etwa 7.000.000 Millionen Menschen denken darüber nach, einen Insolvenzantrag zu stellen. Die Zahl der stark und emotional von Insolvenz Betroffenen (Ehepartner, Kinder, Eltern etc.) liegt je nach Schätzung zwischen 13.000.000 und 15.000.000 Millionen. Somit ist jeder sechste deutsche Einwohner irgendwie in das Thema Insolvenz involviert; das sind etwa 35 % mehr als noch vor 10 Jahren.
Insolvenz und Restschuldbefreiung – zwei Seiten einer Medaille
Der Gedanke einer Insolvenz ist vollkommen anders. Hier geht es nicht mehr um die Schnelligkeit einzelner Gläubiger. Denn wird ein Insolvenzverfahren beantragt, so ist klar, dass die Forderungen in den aller seltensten Fällen vollständig bedient werden können. Es wird meist nur noch zu einer sogenannten quotalen Befriedigung kommen. Wird diese Quote dann letztendlich an die Gläubiger ausgezahlt, so ist eines der wichtigsten Ziele der Insolvenzordnung umgesetzt. Wörtlich heisst es hierzu in § 1 InsO: „Das Insolvenzverfahren dient dazu, die Gläubiger eines Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen, indem das Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt … wird.“
Wenn das Vermögen des Schuldners nicht ausreicht, um alle Gläubiger in Gänze zu bezahlen, dann soll das Vorhandene wenigstens gerecht verteilt werden. Alle Gläubiger sollen prozentual gleich viel verlieren bzw. durch die Quotenzahlung gleich viel auf ihre offene Forderung erhalten. Das ist die eigentliche Idee der Insolvenz.
Vor einem Antrag auf Restschuldbefreiung (RSB) müssen bestehende Sperrfristen beachtet werden
Für alle Verfahren, die ab dem 01.07.2014 beantragt wurden, regelt der damals neu eingeführte §287a InsO eventuelle Sperrfristen, die zu beachten sind. Diese Fristen können sowohl dann entstehen, wenn eine Restschuldbefreiung bereits einmal versagt wurde oder auch, wenn eine solche bereits einmal erteilt wurde.
Für alle Verfahren, deren Beantragung vor dem Stichtag liegt, wurden die Fristen, die durchaus länger sein konnten als heute, durch den seinerzeit gültigen Stand der Insolvenzverordnung (InsO) oder aber durch die Rechtsprechung bestimmt.
Ein Antrag auf Restschuldbefreiung (RSB) schützt vor Vollstreckung
Diese Hinweise des Gerichts werden zumeist mit Fragen verbunden, deren Beantwortung das Gericht zur Entscheidung über den Fremdantrag benötigt. Diese Fragen werden mit einer Frist – normaler Weise zwei Wochen – verbunden. Bis zum Ablauf dieser Frist kann der Schuldner darauf vertrauen, dass das Verfahren auf den Fremdantrag hin, nicht eröffnet wird.
Dieses dauert allerdings maximal 6 Jahre, gerechnet ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Sollte also ein ungewöhnlich kompliziertes Verfahren, in dessen Verlauf unter Umständen umfangreiche Immobilienvermögen verwertet oder komplexe Rechtsstreitigkeiten ausgetragen werden müssen, einmal länger als sechs Jahre dauern, so ist dem Schuldner dennoch nach Ablauf der Dauer seiner Abtretungserklärung nach § 287 Abs. 2 InsO die Restschuldbefreiung zu erteilen.
„Mangels Masse abgewiesen“ – für den redlichen Schuldner kein Hindernis
Da die gesamte Insolvenz unter dem Gedanken der Schuldner-Gläubiger-Autonomie steht, wird die Redlichkeit des Schuldners nur überprüft, wenn im Schlusstermin ein glaubhafter Antrag durch einen Gläubiger gestellt wird, dem Schuldner die Restschuldbefreiung zu versagen. Dieser Antrag auf RSB-Versagung ist für den Laien etwas irreführend. Wenn man die Systematik des gesamten Verfahrens betrachtet, wird gem. § 290 InsO vielmehr festgestellt, ob berechtigte Zweifel an der Redlichkeit des Schuldners vorliegen oder nicht. Liegen diese vor und verwehrt das Gericht nach Prüfung die Restschuldbefreiung, dann bedeutet das, dass dieser Schuldner zum Restschuldbefreiungsverfahren, das – wir erinnern uns – an das Insolvenzverfahren anschließt, überhaupt nicht zugelassen wird.
Salopp gesagt: Der Schuldner hat die Qualifikation nicht geschafft! Und demzufolge läuft der eigentliche Wettbewerb – das Restschuldbefreiungsverfahren – ohne ihn.
wie bereits erwähnt, die Verurteilung gem. § 283 StGB von mehr als 90 Tagessätzen oder mehr als 3 Monaten
Vermögen verschwendet (z.B. ins Casino gehen und alles auf rot gesetzt)
Auskunfts- und Mitwirkungspflichten in der Insolvenz vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzen (das gilt auch bereits im Eröffnungsverfahren!)
Zu diesen Themen – und nur zu diesen Themen – kann ein im Verfahren beteiligter Gläubiger den Antrag stellen, dass dem Schuldner die Restschuldbefreiung nicht angekündigt und damit von vorne herein versagt wird. Der Gläubiger muss einen solchen Antrag glaubhaft machen. Tut er das nicht, so liegt kein wirksamer Antrag vor. Wichtig ist aber vor allem auch, dass der Schuldner das vom Gläubiger Vorgetragene bestreitet. Das Gericht wird den Schuldner immer informieren, wenn ein Antrag auf Versagung seiner RSB vorliegt. Auch wird das Gericht beim Schuldner eine Stellungnahme anfordern und ihm hierzu eine ausreichende Zeit geben
Allerspätestens im Schlusstermin ist die letzte Gelegenheit, einen vorliegenden Antrag zu bestreiten. In der Regel findet ein solcher Schlusstermin heute schriftlich statt. Aber das ist nicht zwingend. Das Gericht kann auch einen Termin in einem Verhandlungsraum bei Gericht beschließen. Spätestens dort kann ein Gläubiger einen Antrag auf Versagung stellen, und spätestens dort, kann der Schuldner einem Antrag widersprechen.
Merke! Deshalb unbedingt und immer zum Schlusstermin gehen, wenn ein solcher als Verhandlung im Gericht mit Datum und Uhrzeit festgesetzt wurde. Pünktlich sein!
Ist der Schuldner – oder ein Vertreter – im Schlusstermin nicht anwesend und wird demzufolge ein Gläubigerantrag nicht bestritten, so wird dem Gläubigerantrag entsprochen. Eine spätere Heilung ist nicht mehr möglich.
Allerdings sollte sich der Schuldner auch nicht weiter zu den Ausführungen eines Gläubigers im Schlusstermin äußern. Sollten Gericht oder Insolvenzverwalter oder gar der Gläubiger mit dem Schuldner in eine Art Verhör einsteigen, so gilt die Devise „Mund zu und Schweigen!“. Am besten weist der Schuldner darauf hin, dass er sich nun zunächst einmal mit seinem Anwalt beraten muss.
Und dabei gilt es keine Zeit zu verschwenden, denn das Gericht setzt für die Stellungnahme üblicher Weise kurze Fristen. Und ein kompetenter Anwalt, der sich gerade in dieser Sache auskennt, ist nicht so leicht zu finden.
Neue Obliegenheit für alle Schuldner, die ihren Insolvenzantrag am 01.07.2014 oder später stellten
Die sogenannten Obliegenheiten, die einem Restschuldbefreiung begehrenden Schuldner auferlegt werden, die gab es bis zum Juli 2014 nur in der sogenannten Wohlverhaltensphase (WVP). Bis dahin erwartete niemand, dass ein Schuldner in der Insolvenz einer Arbeit nachgehen musste. Dies hat sich geändert. Ab dem 1.7.2014 gilt die Obliegenheit, einer angemessenen Beschäftigung analog § 295 Abs. 1 Nr. 1 InsO nachzugehen, bereits ab Insolvenzeröffnung. Verstöße können hier ebenfalls gem. § 290 InsO zum Verlust der RSB führen. Details hierzu (siehe weiter unten).
Wird im Schlusstermin kein Antrag eines Gläubigers auf Versagung der RSB gestellt oder wird ein solcher Antrag abgewiesen, so wird dem Schuldner vom Gericht, die Restschuldbefreiung angekündigt. In der Ankündigung wird dem Schuldner zugesagt, dass er unter der Maßgabe, dass er seine Obliegenheiten gem. § 295 InsO beachtet, er nach Ablauf von sechs Jahren – gerechnet ab Insolvenzeröffnung – Restschuldbefreiung erlangen wird.
Kurz darauf wird das Insolvenzverfahren aufgehoben und der Schuldner tritt automatisch ins Restschuldbefreiungsverfahren ein, das weit verbreitet und irreführend auch „Wohlverhaltensphase“ genannt wird.
Der Jurist muss sich immer wieder wundern, auf welche Ideen Insolvenzschuldner kommen können. Das Traurige dabei ist, dass Schuldner in der Insolvenz oft soviel Selbstvertrauen eingebüßt haben, dass sie vollkommen ohne Murren auch Einschränkungen elementarer, durch die Verfassung garantierter Grundrechte – wie etwa die freie Berufswahl (Art. 12 GG) – als gegeben annehmen.
Hier treffen wir in § 297 InsO wieder auf die „rechtskräftige Verurteilung“ wegen eines Bankrottdeliktes nach den §§ 283 bis 283c StGB. Diese Hürde hatte der Schuldner ja bereits im Schlusstermin nehmen müssen. Nun wird die Restschuldbefreiung für den Fall erneut bedroht, wenn eine solche Verurteilung zwischen Schlusstermin und Aufhebung des Insolvenzverfahrens oder aber während der Laufzeit der Abtretungserklärung – also in der WVP – erfolgt ist. Eine Gefahr, die der Schuldner sich selbst schnell mit „ja!“ oder „nein!“ beantworten kann.
Im § 298 InsO geht es wie so oft ums liebe Geld, denn für seine Tätigkeit während der Wohlverhaltensphase muss der Treuhänder natürlich auch entlohnt werden. Seine Vergütung bemisst sich grundsätzlich an den Geldern, die ihm durch die Abtretung gem. § 287 InsO oder auf anderem Wege zur Verteilung an die Insolvenzgläubiger zugehen. Aber auch für den Fall, dass diese Gelder nur sehr knapp fließen oder – wie gar nicht so selten – keine Gelder vom Treuhänder eingenommen werden, steht diesem eine Mindestvergütung zu. Sie beträgt derzeit 100 Euro zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer pro Jahr.
Um es deutlich zu sagen: Erbt der Schuldner von Oma 100 Euro und gibt er entgegen seiner Obliegenheit (§ 295 Abs. 1 Nr. 2 InsO) keine 50 Euro beim Treuhänder ab, so kann dieser sich die 50 Euro nicht holen – nicht einmal mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers. Auch die Gläubiger müssen tatenlos zusehen, wie der Schuldner beide Hälften von Omas Erbe sinnlos verprasst. Hindern können sie den Insolvenz-Enkel daran aber nicht.
Heutzutage ist es aber nicht so unwahrscheinlich, dass jemand im Laufe der Jahre, die Insolvenz und Restschuldbefreiungsphase dauern, auch einmal arbeitslos wird. Dies darf dem Schuldner natürlich nicht zum Nachteil ausgelegt werden. Um es deutlich zu sagen: Niemand wird jemals wegen seiner Arbeitslosigkeit seine Restschuldbefreiung verlieren. Aber! – man muss nun beachten, worauf es ankommt!
Was „sich bemühen“ bedeutet, ist durch diverse Gerichtsurteile weitestgehend geregelt. So muss sich der Schuldner zwingend bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitssuchend melden und dann auch regelmäßig Kontakt zu den Mitarbeitern der Agentur halten. Zusätzlich muss er beachten, dass er 2-3 Bewerbungen pro Woche tätigen sollte. Ganz wichtig dabei: diese Bemühungen sollte der Schuldner dokumentieren, das heißt Bewerbungen sammeln, Absagen ebenso und auch die Besuchstermine bei der BA auflisten. Im Falle eines Falles ist der Schuldner dann auch in der Lage, nachzuweisen, dass er sich tatsächlich „bemüht hat“.
Die Angemessenheit ist jeweils am Einzelfall festzustellen. Hierbei spielen Alter, Ausbildung, beruflicher Werdegang sowie Krankheiten oder Behinderungen etc. eine wesentliche Rolle. Sicher aber gilt: eine Teilzeitbeschäftigung ist selten angemessen! Wer also lediglich eine Teilzeitbeschäftigung ausübt, der muss sich permanent um eine Vollzeitstelle bemühen. Und was „sich bemühen“ heisst, das haben wir ja bereits besprochen.
Von dieser Norm erfasst, werden zunächst einmal Erbschaften und Vermächtnisse, ist aber weit gefasst und orientiert sich an § 1374 BGB. Wann immer ein Vermögenszuwachs des Schuldners – unmittelbar oder mittelbar – mit dem Tod eines Menschen zu tun hat, muss der Schuldner zunächst einmal davon ausgehen, den hälftigen Wert des Erbes an den Treuhänder im Verfahren zahlen zu müssen.
Dem Schuldner darf es jedoch nicht zur Last gelegt werden, wenn er ein Erbe ausschlägt oder darauf verzichtet, ggf. sein Pflichtteilsrecht in Anspruch zu nehmen. Ob der Schuldner erbt, ist allein seine Entscheidung. Die Gläubiger haben hier keinen Einfluss. Die Norm schreibt nur für den Fall, dass der Schuldner tatsächlich Vermögen erlangt, die Auszahlung von 50 % an die Masse.
Etwa eine Woche vor dem Umzug oder vor dem Antritt einer neuen Arbeitsstelle teilt man dem Gericht unter Angabe des Geschäftszeichen des Verfahrens mit Bezug auf § 295 Abs. 1 Nr. 3 InsO mit, dass man zum genannten Datum umziehen wird bzw. einen neuen Arbeitgeber hat. Eine Kopie dieses Schreibens schickt man zeitgleich an den Treuhänder und bittet ihn um Kenntnisnahme.
Was bleibt, das ist die Themen „nichts verheimlichen“ und „Auskünfte auf Verlangen“ zu erteilen. Hierbei sollte zunächst einmal klar sein, dass Treuhänder und Gericht natürlich nur Auskünfte, die Masse betreffend, fordern können. Hat der Schuldner also während der Restschuldbefreiungsphase im Lotto gewonnen, so geht das weder Treuhänder noch Gericht etwas an. Verheimlicht der Schuldner diesen Lottogewinn – auch im Rahmen einer ausdrücklichen Nachfrage – so kann ihm daraus kein Schaden erwachsen.
Diese – für selbständige Schuldner extrem wichtige Regelung – sorgt immer wieder für Probleme in der alltäglichen Praxis. Die Regelung ist geeignet, dass man diese nicht sofort versteht und dies gilt nicht nur für Schuldner, sondern leider auch für viele Insol-venzverwalter, Treuhänder, Rechtspfleger und Richter. Deshalb sei der Geist, der Hinter § 295 Abs. 2 InsO steckt, hier noch einmal mit möglichst einfachen Worten dargelegt:
Um festzustellen, was der selbständige Schuldner an den Treuhänder zahlen muss, spielt sein tatsächliches Einkommen absolut keine Rolle! Insofern macht es auch keinen Sinn, dem Treuhänder – wie weit verbreitet üblich – monatlich die betriebswirtschaftlichen Auswertungen vorzulegen, damit dieser festlegt, wie viel jeweils pfändbar sei. Nirgendwo im Gesetz wird dem Treuhänder die Rolle zugedacht, den pfändbaren Betrag festzulegen. Dennoch sehen Sie sich immer wieder dazu berufen. Dabei sagt der Gesetzestext eindeutig …“obliegt es ihm“… und meint damit den Insolvenzschuldner persönlich.
Ein selbständig praktizierender Zahnarzt muss da zum Beispiel nicht lange nachdenken. Angestellte Zahnärzte werden zur Zeit gesucht und sie verdienen – wie ein kurzes Nachforschen im Internet ergibt – je nach Alter, Ausbildung und Arbeitsort etwa 4.000-4.300 Euro brutto. Dieses Bruttogehalt wird mit den Daten des Schuldners in ein Nettogehalt umgewandelt. Jetzt kann man – je nach Anzahl der Personen, denen der Schuldner zum Unterhalt verpflichtet ist – ermitteln, wie viel pfändbar ist und wie viel dem Schuldner pfändungsfrei verbleibt.
Ein praktisches Beispiel: Nehmen wir den angestellten Zahnarzt und nehmen wir an, dass ihm von seinem Bruttolohn nach Abzug von Sozialabgaben und Lohnsteuer 2.432,— Euro netto verbleiben. Diesen Betrag sucht man nun in der Pfändungstabelle, die als Anhang zum § 850c III ZPO veröffentlicht ist. Da der Zahnarzt unverheiratet und kinderlos ist – so unsere Annahme – ist der Tabelle ein Pfändungsbetrag in Höhe von 969,47 Euro zu entnehmen.
Diesen Betrag muss der selbständige Schuldner auch dann zahlen, wenn er als Zahnarzt nun sehr erfolgreich arbeitet und tatsächlich weit mehr verdient. Auch wenn der Zahnarzt nun 8.000 Euro oder gar 80.000 Euro monatlich verdient. Aufgrund seiner Selbständigkeit hat er stets die zuvor ermittelten 969,47 Euro an die Gläubiger bzw. an die Masse zu entrichten.
Nun gibt es natürlich nicht nur Zahnärzte, sondern wir leben in einer Zeit, in der viele sogenannte Solo-Selbständige gezwungen sind, sich – quasi ohne soziale Absicherung – irgendwie durchzuschlagen. Das Einkommen ist oftmals kleiner als das eines Angestellten in vergleichbarer Situation und viele dieser Selbständigen würden lieber heute als morgen in die Sicherheit eines Angestellten wechseln. Das Problem: Sie finden einfach keine Anstellung.
Gerade bzgl. dieser Schuldner findet man in der Praxis zahlreiche Schuldner, die jeden Monat ihre betriebswirtschaftlichen Auswertungen an ihren Treuhänder geben und von ihm mitgeteilt bekommen, was sie zu überweisen hätten. Nicht selten zahlen so Schuldner Tausende von Euro, obwohl sie niemals dazu verpflichtet waren. Generell sollten alle selbständigen Schuldner, die auf-gefordert sind, Umsatzzahlen etc. an ihren Treuhänder zu melden, ihre rechtliche Situation von fachkundiger Seite aus prüfen lassen.
Eine solche Prüfung ist in der Regel auch angesagt, wenn man für die eigene Selbständigkeit seine Zahlpflicht gem. § 295 Abs. 2 InsO ermitteln will, denn in der Praxis ergeben sich doch viele Fallstricke wie Dienstwagen, Überstunden, Tarife etc. Letztendlich ist aber wesentlich, dass meine seine Pflichten – oder besser Obliegenheiten – genau kennt. Nur so kann verhindert werden, dass man entweder zu Unrecht mehr zahlt als notwendig oder aber – noch schlimmer – ist aber, dass die Mühen von sechs Jahren letztendlich umsonst waren.
Aber auch hier ist Voraussetzung für eine Versagung, dass ein Insolvenzgläubiger einen entsprechenden Antrag stellt. Eine Versagung von Amts wegen durch Richter, Rechtspfleger, Insolvenzverwalter oder Treuhänder kennt das Gesetz nicht. Im Gegenteil: immer wieder auftretenden Forderungen in diese Richtung ist der Gesetzgeber immer wieder ablehnend gegenüber getreten.
Wenn die Stundung – aus welchem Grund auch immer – abgelehnt wurde und auch keine Gelder aus Gehaltspfändung etc. eingenommen wurden, so muss der Schuldner selbst die Mindestvergütung des Treuhänders einmal jährlich bezahlen. Derzeit beträgt diese 100 Euro zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer, so dass 119 Euro an den Treuhänder überwiesen werden müssen. Wenn eine entsprechende Rechnung des Treuhänders beim Schuldner eintrifft, so ist besondere Vorsicht geboten. Wird nämlich diese Rechnung nicht bezahlt, so kann der Treuhänder beantragen, dass dem Schuldner die Restschuldbefreiung versagt wird (der einzige denkbare Fall für eine Versagung der Restschuldbefreiung ohne Gläubigerantrag).
Jeder Schuldner sollte sich hier wirklich fragen, ob das Einsparen dieser 119 Euro es wirklich wert ist, bis zu 6 Jahre Insolvenzverfahren vollkommen sinnlos werden zu lassen.
Nach Ablauf von 6 Jahren wird das Gericht über die Restschuldbefreiung beschließen und zwar – so steht es im Gesetz – nach Anhörung der Insolvenzgläubiger, des Treuhänders und des Schuldners. Die genaue Abwicklung ist von Gericht zu Gericht, auch von Insolvenzverwalter zu Insolvenzverwalter und selbst von Schuldner zu Schuldner unterschiedlich.
Der Schuldner braucht nun schnell kompetenten Beistand und ihm ist dringend angeraten, auf restschuldbefreiung-versagung.de den Button „Kontakt“ anzuklicken (oben rechts, oder hier). Kompetente Hilfe kommt dann oft sofort – immer aber innerhalb von 24 Stunden.
Zunächst gilt es, den genauen Sachverhalt, auf den sich der Gläubiger im Versagungsantrag bezieht, zu eruieren. Oft kann es nun auf Kleinigkeiten ankommen. Danach muss geprüft werden, ob der Antrag des/der Gläubiger – rein formal – überhaupt in zulässiger Weise gestellt ist (das ist nach unserer Erfahrung bei etwa 1/3 aller Versagungsanträge nämlich nicht der Fall!).
Aus den dargelegten Gründen kann festgestellt werden, dass auch bei Versagungsanträgen in der Mehrzahl aller Fälle die Restschuldbefreiung dank einer entsprechenden Verteidungsstrategie doch noch erreicht werden kann.
Sobald dies rechtskräftig festgestellt ist, wird das Insolvenzverfahren aufgehoben. Eine sogenannte Restschuldbefreiungsphase – auch Wohlverhaltensphase genannt – schließt sich in diesem Fall nicht an. Sobald die Aufhebung der Insolvenz erfolgt ist, können alle Gläubiger im Wege von Einzelzwangsmaßnahmen wieder versuchen, gegen den Schuldner zu vollstrecken.
Wie lange dauert dieser Zustand nun an? Genau solange, bis der Schuldner seine Gläubiger bezahlen kann oder er erneut versucht, durch ein Insolvenzverfahren die Restschuldbefreiung doch noch zu erhalten. Aufgrund der vorherigen Versagung sind ggf. aber Wartezeiten zu beachten.
Wie lange diese Wartezeiten sind, muss im Einzelfall geprüft werden. Dies hängt von den Gegebenheiten des Einzelfalls ab. Meist sind es 3 Jahre, es kann aber auch länger dauern. Eventuell aber ist in Ihrem Fall gar keine Wartezeit notwendig und Sie können sofort wieder ein neues Verfahren beantragen.
Das für Sie Zutreffende klären Sie am besten mit einem kompetenten Berater! Ein Klick auf „Kostenlos Hilfe anfordern“ oben auf dieser Webseite und Sie wissen bald, was für Sie gilt.

References: § 1
 §287
 § 287
 § 290
 § 283
 § 295
 § 290
 § 295
 § 297
 § 298
 § 287
 § 1374
 § 295
 § 295
 § 850
 § 295