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Timestamp: 2020-04-02 21:30:55+00:00

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Die Art. 4 des Grundgesetzes, individuell als Grundrecht und institutionell im Verhältnis von Religion und Staat. So wird die weltanschauliche Neutralität des Staates und das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften festgeschrieben. Auf dieser Basis ist das Verhältnis von Religionsgemeinschaften und Staat partnerschaftlich; es gibt also keine strikte Trennung von Kirche und Staat, sondern in vielen sozialen und schulisch-kulturellen Bereichen bestehen Verflechtungen, beispielsweise über kirchliche, aber staatlich mitfinanzierte Trägerschaft von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Ebenso berufen sich einige deutsche Parteien auf die christliche Tradition des Landes. Die christlichen Kirchen besitzen den Status von Amtskirchen und sind Körperschaften des öffentlichen Rechts, aufgrund des geltenden Staatskirchenrechts jedoch sui generis. Als öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaften sollen den Kirchen bestimmte Gestaltungsmöglichkeiten eingeräumt werden, ohne dass sie dabei einer Staatsaufsicht unterliegen; stattdessen wird sowohl der kirchliche Öffentlichkeitsauftrag teilweise in Kirchenverträgen mit den Ländern oder den entsprechenden Regelungen in den Landesverfassungen anerkannt wie auch die besondere, originäre Kirchengewalt rechtlich bekräftigt. Bestimmte christliche Kirchen sowie die jüdischen Gemeinden erheben eine Kirchensteuer, die der Staat gegen eine Aufwandsentschädigung einzieht und an die jeweiligen Kirchen (beziehungsweise an den Zentralrat der Juden in Deutschland) weiterleitet. Des Weiteren ist der Religionsunterricht laut Grundgesetz fakultatives, aber dennoch ordentliches Unterrichtsfach in den öffentlichen Schulen (mit Ausnahme von Bremen, Berlin und Brandenburg). Dieses Fach wird oft von einem Vertreter einer der beiden großen Kirchen unterrichtet.
Etwa 59 Prozent der Bevölkerung gehören einer christlichen Konfession an: römisch-katholische Kirche 28,9 Prozent (überwiegend in West- und Süddeutschland),[64] Evangelische Kirche in Deutschland (Lutheraner, Reformierte und Unierte) 27,1 Prozent (tendenziell vor allem in Norddeutschland);[64] andere christlichen Kirchen wie orthodoxe und altorientalische Kirchen, die Zeugen Jehovas, die neuapostolische Kirche und Freikirchen insgesamt ca. 3 Prozent.[64] Die Anzahl der Gottesdienstbesucher ist wesentlich geringer als die Anzahl der Kirchenmitglieder. An sogenannten Zählsonntagen besuchten 2016 die katholischen Gottesdienste 2,4 Millionen Menschen (2,9 Prozent der Gesamtbevölkerung)[65] und 0,8 Millionen (1 Prozent) jene der Evangelischen Kirche. An hohen kirchlichen Feiertagen, insbesondere zu Heiligabend, nehmen deutlich mehr Menschen an Gottesdiensten teil.[66]Etwa 37 Prozent der Bevölkerung sind konfessionslos.[67] In den neuen Ländern liegt deren Anteil zwischen 68 (Thüringen) und 81 Prozent (Sachsen-Anhalt).[68] Die DDR hatte eine atheistische Weltanschauung propagiert und vermittelt (siehe Jugendweihe) und den Kirchenaustritt gefördert. Aufgrund langfristiger Prozesse der Säkularisierung und des Wertewandels stieg der Anteil von Konfessionslosen an der Gesamtbevölkerung auch in der alten Bundesrepublik an (1970: 3,9 %; 1987: 11,4 %). Diese Entwicklung setzte sich im vereinten Deutschland fort.[69]
Artikel 20 GG legt – durch die Ewigkeitsklausel gesichert – fest, dass Deutschland als demokratischer, sozialer Rechtsstaat und föderativ organisiert sein muss. Regierungssystem ist eine parlamentarische Demokratie. Die Bundesstaatlichkeit ist in zwei Ebenen im politischen System gegliedert: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene, die in jedem der 16 Bundesländer existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive (ausführende Gewalt), Legislative (gesetzgebende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt). Die Länder wiederum bestimmen die Ordnung ihrer Städte und Gemeinden; beispielsweise sind fünf Länder in insgesamt 22 Regierungsbezirke untergliedert. Die Länder haben sich eigene Art. 24 Abs. 1 GG). Die Bundesrepublik kann als die staatsrechtliche Verbindung ihrer Bundesländer angesehen werden und erhält erst dadurch Staatscharakter, ist also Bundesstaat im eigentlichen Sinne.
Gesetzgebungsorgane des Bundes sind der Deutsche Bundestag und der Bundesrat. Bundesgesetze werden vom Bundestag mit einfacher Mehrheit beschlossen. Sie werden wirksam, wenn der Bundesrat keinen Einspruch eingelegt oder Art. 77 GG). Eine Änderung des Grundgesetzes ist nur mit der Art. 79 Abs. 2 GG). In den Bundesländern entscheiden die Landesparlamente über die Gesetze ihres Landes. Obwohl die Abgeordneten nach dem Grundgesetz Art. 38 GG), dominieren in der Praxis der Gesetzgebung Vorentscheidungen in den Art. 21 GG).
Die Art. 70 bis 72 GG) – nämlich eine ausschließliche oder in bestimmten Fällen der konkurrierenden Gesetzgebung.
Der Bundeskanzler wird auf Vorschlag des Bundespräsidenten vom Bundestag mit der Mehrheit seiner Mitglieder gewählt (Art. 63 GG), seine Amtszeit endet mit der Wahlperiode des Bundestages (Art. 69 Abs. 2 GG). Vor deren Ablauf kann der Bundeskanzler gegen seinen Willen nur dadurch aus dem Amt scheiden, dass der Bundestag mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt (Art. 67 GG, sogenanntes Art. 62 GG), deren Art. 65 Satz 1 GG). Die Führungsaufgabe in der deutschen „Kanzlerdemokratie“ kommt dem Bundeskanzler zu.[80] Der Kanzler nominiert auch den deutschen Kandidaten für das Amt eines EU-Kommissars.
Die Bundesrepublik Deutschland versteht sich als Art. 19 Abs. 4 GG). Die Richter sind unabhängig und unterliegen bei der Rechtsprechung keinerlei Weisungen.
Die Rechtsprechung wird im Wesentlichen von Gerichten der Bundesländer ausgeübt: In Zivil- und Strafsachen durch die Amtsgerichte, die Landgerichte und die Oberlandesgerichte (ordentliche Gerichtsbarkeit); an Fachgerichtsbarkeit gibt es die Arbeits-, Verwaltungs-, Sozial- und Finanzgerichtsbarkeit. Für den gewerblichen Rechtsschutz besteht das Art. 95 GG): Der Bundesgerichtshof als oberstes Zivil- und Strafgericht, das Bundesarbeitsgericht, das Bundesverwaltungsgericht, das Bundessozialgericht und der Bundesfinanzhof. Über verfassungsrechtliche Streitigkeiten urteilen die Verfassungsgerichte der Länder und das § 31 Bundesverfassungsgerichtsgesetz).
Bereits die Römer legten gepflasterte Straßen in Deutschland an, die wieder verfielen. Die ersten Chausseen wurden im 18. Jahrhundert erbaut. Die Erfindung des Automobils gab dem Straßenbau neue Impulse. Die erste Autobahn der Welt, die AVUS, wurde 1921 in Berlin eröffnet. Der Straßenverkehr hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Eisenbahn als wichtigsten Verkehrsträger abgelöst. Deutschland besitzt eines der dichtesten Straßennetze der Welt. Im Jahr 2012 umfasste das Bundesfernstraßennetz 12.845 Kilometer Autobahnen und 40.711 Kilometer Bundesstraßen. Weiterhin umfasste das überörtliche Straßennetz 86.597 Kilometer Landesstraßen, 91.520 Kilometer Kreisstraßen und die Gemeindeverbindungsstraßen.Am 1. Januar 2017 waren in Deutschland 45,8 Millionen Personenkraftwagen zugelassen.Der Fahrzeugbestand aller Kraftfahrzeuge und Anhänger betrug 62,6 Millionen.[139] Von 1995 bis 2017 sind die absoluten Kohlendioxid-Emissionen des Straßengüterverkehrs in Deutschland um 20 Prozent gestiegen.[140]
Speichern | Text der gesprochenen Version (5. September 2010)
Uwe Andersen, Onlineabfrage der Stichwörter über die bpb).
↑ Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Urteil vom 31. Juli 1973, Absatz-Nr. 54 – 2 BvF 1/73 – BVerfGE 36, S. 1 ff.: „Mit der Errichtung der Bundesrepublik Deutschland wurde nicht ein neuer westdeutscher Staat gegründet, sondern ein Teil Deutschlands neu organisiert“).
↑ a b Markus Schaller: Forests and Wildlife Management in Germany – A mini-review . In: Eurasian Journal of Forest Science . Band 10, Nr. 1. Hokkaido University Forests, EFRC, 2007, archive.org [PDF; abgerufen am 21. Januar 2019]).
↑ Norbert Bartsch, Ernst Röhrig: Waldökologie: Einführung für Mitteleuropa . 1. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-44268-5, S. 174 ff., google.de [abgerufen am 27. Januar 2019]).
↑ Stand vom 31. Dezember 2018, Fortgeschriebene Bevölkerungszahlen vom 31. Dezember 2018 des [1]) (Hilfe dazu).
↑ Ungenutzte Potenziale – Zur Lage der Integration in Deutschland (PDF; 3 MB), ISBN 978-3-9812473-1-2, S. 26 f.
↑ Sprachen. Abgerufen am 6. Januar 2013; Zur Situation von Regional- und Minderheitensprachen in Deutschland. PDF).
↑ Kirchliche Statistik. Zahlen und Fakten 2016/17, S. 46.
↑ gezählt. Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben, EKD-Statistik Broschüre 2016, S. 14 (PDF).
↑ Religionszugehörigkeiten in Deutschland 2017, 8. Oktober 2018.
↑ Vgl. 9. Juli 1951, Deutschland-Chronik (Kapitel II: Gründerjahre der beiden deutschen Staaten, Abschn. 7. Bipolare Außenpolitik und Wiederaufrüstung im Kalten Krieg). Abgerufen am 26. Januar 2019.
↑ Michael Tonry: Why Crime Rates Are Falling Throughout the Western World . In: Crime & Justice . Band 43, Nr. 1, 2014, S. 1–63, scholarship.law.umn.edu).
↑ Primärenergieverbrauch in Deutschland 2012 (PDF), abgerufen am 6. Januar 2014.
↑ Erneuerbare Energien in Zahlen.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bmwi.de (Webarchiven) , BMWI, Stand: September 2017.
↑ Bestand. Abgerufen am 13. August 2017.
Normdaten (Geografikum): AKS) | n80125931 | 00561571 | 127773629

References: Art. 4
sui generis
 Art. 24
 Art. 77
 Art. 79
 Art. 38
 Art. 21
 Art. 70
 Art. 62
 Art. 65
 Art. 19
 Art. 95
 § 31