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Timestamp: 2019-07-20 14:42:10+00:00

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"Die nächste Krise wird 2008 wie einen Kindergeburtstag aussehen lassen" - Finanzen100
"Die nächste Krise wird 2008 wie einen Kindergeburtstag aussehen lassen"
©shutterstock.com/Petrafler
Damit unser Finanzsystem nicht ein weiteres Mal kollabiert, müssen wir umdenken, fordern die beiden Ökonomen Matthias Weik und Marc Friedrich.
Interview mit Marc Friedrich & Matthias Weik "Die nächste Krise wird 2008 wie einen Kindergeburtstag aussehen lassen"
27.05.2017 - Finanzen100
Finanzen100:
Herr Friedrich, Herr Weik, es gibt wieder ein neues Buch von Ihnen. Darin fordern Sie ein radikales Umdenken in Politik und Wirtschaft - worin unterscheidet sich das Buch damit von ihren früheren Werken?
Marc Friedrich:
In unseren ersten drei Büchern haben wir vor allem die Missstände und Probleme der Finanzwelt aufgezeigt und erklärt. In diesem Buch geht es erstmalig verstärkt um Politik. Wir gehen auf essentielle Fragen der Zukunft ein, auf die die Politik momentan noch keine Antworten hat. Wir beschäftigen uns mit dem Thema Digitalisierung und der Arbeitswelt in der Zukunft. Wir beschäftigen uns mit einer radikalen Steuerreform – alle Steuern abschaffen bis auf die Konsumsteuer – sowie dem bedingungslosen Grundeinkommen (BGE).
Matthias Weik:
Im Zuge der Industrie 4.0 und der Digitalisierung werden unvorstellbar viele Jobs, insbesondere für Menschen mit geringer Bildung, wegfallen. Selbstredend werden auch neue Jobs entstehen, jedoch größtenteils nicht für die Menschen, welche ihren Job verloren haben. Folglich werden wir alleine deshalb um ein BGE in Zukunft nicht mehr herumkommen.
Zwei zentrale Forderungen stehen im Mittelpunkt ihres Buches: Weg mit dem Steuerdschungel und her mit dem BGE - dem bedingungslosen Grundeinkommen. Lässt sich das überhaupt vereinen?
Absolut! Denn das BGE lässt sich, unserer Meinung nach, am besten durch die Abschaffung aller Steuern und dem damit verbundenen Abbau von Bürokratie finanzieren.
Wie soll ein BGE finanziert werden, mit nur einer Konsumsteuer? Was ist, wenn die Menschen trotz BGE weniger konsumieren?
Wir sehen zur Gegenfinanzierung vier maßgebliche Säulen.
Erstens: Der Wegfall der bisherigen, überbürokratisierten Transferleistungen wie Hartz4, Wohngeld, ALG, Kindergeld usw. Zweitens: Den damit verbundenen Abbau eines immens teueren und ineffizienten Wasserkopfs an Behörden und Mitarbeitern. Drittens: Durch die Einführung einer reinen Konsumsteuer. Und viertens: Durch diese Steuerrevolution wäre Steuervermeidung Geschichte. Dann würden auch Konzerne und Superreiche ihren fairen Anteil an die Gemeinschaft bezahlen und die Steuerlast würde sich erstmalig gleichmässig verteilen. Wir gehen sogar von sehr positiven Auswirkungen auf den Bundeshaushalt aus.
Warum sollten die Menschen dann mehr oder weniger Konsumieren. Bereits heute sind alle Steuern in den Preisen von Waren und Dienstleistungen enthalten. Am Ende bezahlt immer der Konsument alle Steuern. Wir erklären dies im Buch ausführlich und plausibel. Gibt es nur noch eine Konsumsteuer, quasi eine Mehrwertsteuer 2.0, dann wandern die Steuern auf Einkommen und Unternehmensgewinne, Substanzsteuern wie die Grundsteuer sowie sämtliche heutigen indirekten Steuern – schrittweise (!) – aus den Preisen aus. Dafür kann die Konsumsteuer – schrittweise (!) – ansteigen.
Von eventuellen kurzfristigen Sondereffekten abgesehen, wäre das bezüglich der Preise alles neutral. Wer etwas anderes behauptet (z. B.: „Die Unternehmen erhöhen dann die Preise, bis euer BGE sich in Luft aufgelöst hat.“), der muss letztlich bestreiten, dass es auf freien Märkten Preiswettbewerb gibt. Was wohl die kühnste These von allen wäre.
Vielfach haben Sie auch die Finanzmärkte und dessen Exzesse kritisiert. Daher fordern Sie eine rigorose Eindämmung - wie soll das konkret funktionieren?
Die letzten Jahre haben ganz klar gezeigt, dass die Deregulierung in der Finanzbranche mehr Schaden anrichtet als nützt. Die Finanzwelt neigt zu Spekulation, Gier und wir schlittern von einer Finanzmarktblase und -Krise in die nächste, für die dann wir Bürger haften und zahlen müssen. Dem muss ein Ende gesetzt werden.
Wir sind große Verfechter des Trennbankensystems. Es darf nicht sein, dass Banken mit Kundengeldern zocken. Ferner dürfen Banken nicht so groß sein, dass sie „systemrelevant“ sind und die gesamte Wirtschaft in den Abgrund reißen können. Banken müssen genauso wie alle anderen Unternehmen pleitegehen können. In einer Marktwirtschaft gehören Risiko und Haftung immer zusammen. Das muss auch für die Finanzbranche gelten. Es kann doch nicht sein, dass die dann die Probleme auslagern an die Gesellschaft.
Werden die Märkte nicht unter Restriktionen leiden, und Kapital - auch das vieler Kleinanleger - vernichtet?
Diese Probleme sehen wir nicht. Wir sind jedoch vollkommen davon überzeugt, dass der nächste große Crash kommt wenn wir so weiter machen wie bisher. Wenn wir jetzt nicht eine radikale Kehrtwende initiieren wird die kommende Krise 2008 aussehen lassen wie ein Kindergeburtstag.
Der gesellschaftliche Mehrwert wird alles übertreffen. Schon jetzt hat jeder umgerechnet 5.000 Euro pro Nase wegen der Finanzkrise bezahlt und obendrauf kommen die knapp 500 Milliarden entgangenen Zinseinnahmen der Sparer durch den historischen Nullzins der EZB. Hier wird aktiv jetzt schon Kapital vernichtet um das ganze System noch künstlich am Leben zu erhalten. Damit wird in Zukunft Altersarmut immer mehr zum Problem werden.
Kürzlich haben Sie sich auch selbst an den Finanzmarkt gewagt, mit ihrem Friedrich & Weik Wertefonds. Bislang hat sich der Fonds nur wenig im Wert verändert und ist minimal gefallen. Die Aktienmärkte haben indes deutlich zugelegt. Was haben Anleger künftig zu erwarten? Und woran messen Sie die Performance?
Der Friedrich & Weik Wertefonds (WKN: A2AQ95) hat bereits in den ersten Monaten seit erfolgter Auflage am 2.1.2017 die in ihn gesteckten Ziele erreicht und eine unter geringfügigen Schwankungen stabile Entwicklung genommen. Man darf nicht vergessen, wir haben ein völlig neues Produkt entwickelt und der Markt hat dies sehr positiv angenommen.
Friedrich & Weik Wertefonds - R EUR DIS
Der Friedrich & Weik Wertefonds investiert breit gestreut in verschiedene Sachwertanlageklassen. Traditionelle Aktien machen rund 30% des Fondsportfolios aus. Wir investieren in diesem Segment nur in Unternehmen, die sich in einer Übernahmephase befinden oder potentielle Übernahmeziele darstellen. Hierdurch erreichen wir einen sehr defensiven Anlagestil mit einer sehr geringen Schwankungsbreite. Von stark steigenden Aktienmärkten profitieren wir nicht in vollem Maße. Der Aufbau des Fondsportfolios erfolgte seit Jahresanfang natürlich in verschiedenen Etappen, insbesondere bei den Anlageklassen Gold und Edelmetallminen aber in steigende Kurse hinein.
In den letzten Wochen verzeichneten diese eine Kurskorrektur, welche sich auch auf die Wertentwicklung des Fonds auswirkte. Die aktuelle Portfoliostruktur veröffentlichen wir aktuell auf der Webseite: www.fw-fonds.de. Wir sind der festen Überzeugung, dass in Zeiten von Null- und Negativzinsen das Vermögen real, also unter Berücksichtigung der Kaufkraft, nur mit einer breiten Streuung in Sachwerte erhalten werden kann. Mit dem Fonds streben wir mittel- bis langfristig realen Kaufkrafterhalt an, diesen haben wir mit der deutschen Inflationsrate zuzüglich 3%. p.a. definiert.
Zu guter Letzt: Was passiert, wenn sich nichts ändert? Wenn ihre Kritik ungehört bleibt? Wird sich der Crash-Boom-Zyklus immer weiter drehen? Oder wird der nächste Crash eine Katharsis bringen? Und, die alles entscheidende Frage, wie können Anleger sich absichern?
Dann knallt´s! Der nächste Crash wird alle vorherigen Crashes in den Schatten stellen. Denn seit 2008 haben wir die Probleme lediglich mit einem historischen Notenbankexperiment in die Zukunft verschoben und das wird uns auf die Füsse fallen. Noch nie wurde eine Krise durch Gelddrucken gelöst.
Eine zweite Finanzkrise wie 2008 kann sich die Welt schlichtweg nicht leisten. Dann wäre definitiv Schicht im Schacht, weil die Kollateralschäden alles bisherige massiv übersteigen würde. Niemals zuvor war mehr Geld im System. Wir haben momentan die Mutter aller Blasen - die Staatsanleihenblase. Diese wird auf jeden Fall platzen, denn Staaten bezahlen niemals ihre Schulden zurück. Es werden lediglich alte Schulden mit neuen Schulden bezahlt. Nicht einmal Deutschland als Exportweltmeister mit
Rekordsteuereinnahmen und Rekordüberschüssen bezahlt seine Schulden. Wer bitteschön wenn nicht wir als Wirtschaftslokomotive und wann wenn nicht jetzt in Rekordjahren? Da der Mensch vor allem durch Scheitern und Katastrophen lernt, befürchten wir das der Titel unseres 2. Buches „Der Crash ist die Lösung“ eintreffen wird.
In Zukunft geht es um Vermögenserhalt. In unserer Honorarberatung und in unserem Fonds machen wird genau das und bereiten unsere Kunden optimal darauf vor. Wir sagen schon lange: Raus aus Papier - rein in Sachwerte. In unserer Beratung und in unseren Büchern geben wir wichtige und krisenbewährte Tips: Angefangen bei den Geldmetallen Gold und Silber über Wald, Acker, Diamanten usw. bis hin zu schottischem Whisky. Da ist für jeden was dabei. Essentiell ist es sich mehrere Vermögensstandbeine aufzubauen um breit gestreute und sicher zu stehen beim nächsten Finanzsturm.
Herr Friedrich, Herr Weik, vielen Dank für das Gespräch!
Interview von Maximilian Nagel
... wird Marc Friedrich am Sonntag, den 28.05.2017, bei Thomas Gottschalk zu Gast sein und in dessen Sendung "Mensch Gottschalk" (ab 20:15, RTL) über das BGE debattieren!
Über Matthias Weik & Marc Friedrich
©Friedrich&Weik
Die beiden Ökonomen und Autoren Marc Friedrich und Matthias Weik.
Mehr Infos zum Buch "Der größte Raubzug der Geschichte"
In ihrem zweiten Buch, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, haben sie u.a. die EZB Leitzinssenkung und Minuszinsen für die Banken, die Absenkung des Garantiezinses bei den Lebensversicherungen sowie den Ausgang der EU-Wahl richtig prognostiziert. Der Crash ist die Lösung war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014.
Mehr Infos zum Buch "Der Crash ist die Lösung"
Im Mai 2016 ist ihr drittes Buch „Kapitalfehler - Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ erschienen welches es auf Anhieb auf die Spiegelbestsellerliste geschafft hat.
Mehr Infos zum Buch "Kapitalfehler"
Am 24. April 2017 ist ihr viertes Buch „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“ erschienen das sie gemeinsam mit Götz Werner (Gründer des Unternehmens „dm-drogeriemarkt“) schreiben.
Mehr Infos zum Buch "Sonst knallt's!"
Matthias Weik und Marc Friedrich sind Initiatoren von Deutschlands erstem offenem Sachwertfonds dem FRIEDRICH&WEIK WERTEFONDS sowie der Petition „EZB Stoppen – wir zahlen nicht für Eure Krise“.
Weitere Informationen zum FRIEDRICH&WEIK WERTEFONDS

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