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Timestamp: 2018-02-25 21:06:42+00:00

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ᐅ Werbungskosten: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Erklärung zum Begriff Werbungskosten
Kurze Historie der Werbungkosten
Der Begriff 'Werbungskosten' beschreibt steuerlich absetzbare Ausgaben und Aufwendungen, die sich aus sogenannten Überschusseinkünften generieren. Um die Einkünfte berechnen zu können, aus der die Steuerlast ermittelt wird, werden diese Werbungskosten von den Einnahmen abgezogen.
Ihre Existenz verdanken die steuerlichen Werbungskosten dem Leistungsfähigkeitsprinzip, nach dem jeder dazu beitragen soll, die staatlichen Leistungen mitzufinanzieren, und zwar genau in dem Maß, wie es seine persönliche, ökonomische Leistungsfähigkeit gestattet. Der Abzug der Werbungskosten stellt als ein Zeichen des sogenannten objektiven Nettoprinzips keineswegs eine Steuervergünstigung dar, sondern folgt einfach dem Prinzip, dass nicht das Bruttoeinkommen zu besteuern ist, sondern das verfügbare Nettoeinkommen.
Um die Steuerberechnung zu simplifizieren, wendet die Finanzbehörde den Werbungskostenpauschbetrag an. Dabei wird davon ausgegangen, dass ein bestimmter Anteil der Einnahmen regelmäßig auch für eben die Kosten der 'Werbung' aufgewendet wird. So wurde auch in 2017 eine pauschale Summe von 1000 Euro angesetzt. Dieser Pauschbetrag wird bereits von der Lohnsteuer abgezogen. So wird also in der Steuerabrechnung bei der Einkünfteermittlung nur ein Betrag an Werbungskosten, der höher ist als 1000 Euro, einen Einfluss zeigen.
Die Werbungskosten sind wesentlicher Bestandteil der Lohnsteuer. Die Lohnsteuer fand ihre Anfänge in der katholischen Kirche des Mittelalters mit dem sogenannten 'decimae personalis' dem 'kirchlichen Personalzehnten'. Im 17. Jahrhundert führte man in Friesland den Kopfschatz ein.
'solchergestalt hat man [im 17. Jh. in Ostfriesland] bald eine grund- und viehschatzung, ... bald den kopfschatz (welcher damahls die capital-schatzung genennet wurde), bald eine personelle schatzung eingefuͤhret' - 1781 HistBeitrPreuß. I 167
In Preußen war es Karl-August Fürst von Hardenberg, der eine Klassensteuer konstituierte. 1891 ist es der Finanzminister Johannes von Miquel, der eine progressive Einheits-Einkommensteuer einführt. Die Weimarer Republik brachte die Reichseinkommensteuer, 1925 wurde die Lohnsteuerkarte eingeführt, 1934 kamen die Lohnsteuerklassen hinzu. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Kontrollratsgesetze und die Währungsreform konstituiert. Es gab Streit darum, wem die Steuereinnahmen zustünden, den Bund oder den Ländern.
1955 änderte man die Verfassung dahingehend, dass die Einkommensteuer nunmehr eine Gemeinschaftssteuer genannt wurde, so beschrieben in Artikel 106 Absatz 3 GG des deutschen Grundgesetzes. Das Einkommenssteuerreformgesetz von 1974 gestaltete unter anderem den Sonderausgabenabzug komplett neu. Im Jahre 1990 versuchte man den entstandenen 'Mittelstandsbauch' durch die Umgestaltung zum 'linear-progressiven Tarif zu bekämpfen. 1996 wurde das Existenzminimum dem Grundfreibetrag angeglichen, neu auch eine sogenannte 'Günstigerprüfung' zwischen Kindergeld und Kinderfreibetrag.
Was bei den Gewinneinkünften beispielsweise aus einem Gewerbebetrieb die Betriebsausgaben sind, sind die Werbungskosten bei den Überschusseinkünften. Überschusseinkünfte sind regelmäßig Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Einkünfte aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus nicht-selbstständiger Arbeit. Weiter gibt es noch die sonstigen Einkünfte. Definiert findet sich dies in den §§ 19 bis 22 EStG des Einkommensteuergesetzes. Im § 9 EStG des Einkommensteuergesetzes heißt es:
Theoretisch wird ein Gegenstand zum Arbeitsmittel im steuerlichen Sinne, wenn er vorwiegend, überwiegend für beruflichen Zwecke angeschafft wurde und in diesem Bezug auch benutzt wird. Das könnte eine Aktentasche, Fachliteratur oder der PC sein. Das Arbeitszimmer daheim, bis vor kurzer Zeit noch sozusagen eine Steueroase, hat in diesem Sinne ausgedient. Abzusetzen sind hier nur noch Kosten, wenn das Arbeitszimmer tatsächlich für berufliche, betriebliche Arbeit genutzt werden muss, weil kein anderer Arbeitsplatz vorhanden ist. Dann kann ein Betrag von 1250 Euro geltend gemacht werden. Ist der Arbeitsraum jedoch das Zentrum der Tätigkeit, kann alles abgesetzt werden.
Auch die Kosten für eine zweite Ausbildung sind abzusetzen, wenn ein Jahr in Vollzeit eine Erstausbildung absolviert wurde. Die Kosten, die für die erste Ausbildung entstehen, können mit 6000 Euro im Jahr einfließen, unbegrenzt werden sie angerechnet, wenn eine weitere Berufsausbildung angegangen wird, wenn ein weiteres Studium begonnen wird. Was die Kleidung angeht, werden herkömmliche Kleidungsstücke, die man also auch im Alltag tragen wird, nicht zu den Kosten zählen, die absetzbar sind. Geltend gemacht werden können lediglich Robe und Barett eines Richters, Arztmantel, Operationshose, Sicherheitsschuhe, Blaumann, Arbeitskittel, Uniform, die Amtstracht eines Geistlichen. Von der Steuer abgesetzt, in die Werbungskosten hinein fließen auch Beiträge zu Berufsverbänden, beispielsweise die Ärztekammer oder die Anwaltskammer. Alle Finanzen, die für eine Bewerbung aufgewendet werden, Kosten für Fotokopien, Porto, Telefon, nicht vom Arbeitgeber bezahlte Reisen zu Vorstellungsgesprächen. Diese Posten können in der Steuererklärung auftauchen. Promotions- und Habilitationskosten werden übernommen, sind sie beruflich von Nöten.
Eine doppelte Haushaltsführung aus beruflichen Gründen ist als Aufwendung abzusetzen. Dabei geht es nicht nur um die Kosten der Zweitwohnung, sondern auch um Verpflegungsmehraufwendungen während der ersten drei Monate nach dem Umzug und die Umzugskosten. Was die Fahrten von und zur Arbeit angeht, kann hier eine Pauschale von 0,30 Euro pro Kilometer geltend gemacht werden, wenn man mehr aufwendet, sind die entsprechenden Belege vorzulegen. Begrenzt ist diese Pauschale, die Entfernungspauschale, auf grundsätzlich 4500 Euro im Jahr. Wenn eine Feier mit Kollegen, Geschäftsfreunden, Vorgesetzten abgehalten wird, das Fest zumindest in Teilen beruflich veranlasst war, kann es als Teil der Werbungskosten angegeben werden. Dass dies sich tatsächlich so verhält, beweist das steuerzahlerfreundliche BFH-Urteil vom 20. Januar 2016, Az. VI R 24/15.
Nahezu jedwede Art von Fortbildung, Bildungsmaßnahmen, Seminare, Lehrgänge, Tagungen sind steuerlich absetzbar. Busführerscheine und LKW-Führerscheine sind generell von der Steuer abzusetzen, ein Führerschein für einen PKW dagegen wird immer zu den Privatkosten zählen. Das gilt auch dann, wenn das Auto unentbehrlich ist, um zur Arbeit zu gelangen. Auch eine Kreditkarte, also die Führungsgebühren, können anteilig abgesetzt werden, dasselbe gilt für die Kontoführungsgebühren auf einem Girokonto, auf dem regelmäßig geschäftliche Transaktionen verbucht werden.
Entstehen berufsbedingterweise Rechtsanwaltskosten, Beratungskosten, Rechtsverfolgungskosten, Prozesskosten zum Beispiel für eine Verhandlung vor dem Arbeitsgericht, sind diese zu den Werbungskosten zu zählen, mithin von den Einkünften abzuziehen. Es ist möglich Reisekosten abzusetzen. Jede Fahrt, Übernachtung, auch der Proviant, das Essen als auch die sogenannte Verpflegungsmehraufwendung kann abgesetzt werden, wenn der Lohnsteuerzahler zu einem Seminar, einer Tagung, einem Kunden- oder Messebesuch unterwegs ist. Es werden also regelmäßig Übernachtungskosten, Fahrtkosten und Reisenebenkosten vom Finanzamt übernommen, will meinen, sie sind in den Werbungskosten aufzuführen, um sie ersetzt zu bekommen.
Selbstverständlich scheint, dass beruflich entstandene Kosten auch von der Lohnsteuer abzuziehen sein müssen. Doch hier kommt eine relative, eine subjektive Betrachtung der Sache ins Spiel. Denn ein schwarzer Frack ist in dem einen Fall für einen Kellner ganz bestimmt ein Stück Arbeitskleidung. Für den Besucher eines Theaters hingegen ist es eindeutig private Abendgarderobe. Darum gilt, wenn Kleidung auch nur ein wenig einer 'gemischten Aufwendung' gleichkommt, dann kann sie grundsätzlich nicht abgesetzt werden.
Elternbeitrag (KITA Beitrag) Berechnung Bobson schrieb am 16.05.2017, 18:18 Uhr:
Die Berechnung des Elternbeitrages für eine KITA unterliegt der jeweiligen Kommune.In der Satzung ist angegeben, dass alle Einkünfte inkl. aller steuerfreuen Einkünfte zur Berechnung herangezogen werden.Wird also neben dem Verdienst noch ein Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber ausbezahlt (pauschal besteuert), so wird dieser zum... » weiter lesen
Spekulationssteuer bei Immobilienverkauf Andi316 schrieb am 30.03.2017, 22:51 Uhr:
Mal angenommen jemand kauft ein Schnäppchen-Grundstück mit Altbestand: 2.000m² für 200.000€.Das Grundstück wird nun "bereinigt". Der Mieter bekommt eine Abfindung damit er geht, der Altbestand wird abgerissen, das Grundstück schön hergerichtet.Dank dieser Maßnahmen ist das Grundstück innerhalb kurzer Zeit im Wert massiv gestiegen,... » weiter lesen
Werbungskosten und Aufwendungen auf den Vermögensstamm Der Reisende schrieb am 02.09.2014, 18:03 Uhr:
Ich verstehe Folgendes nicht. Vielleicht kann mir das jemand erklären, sodass ich es verstehe:Zum einen weiß ich, dass man Werbungskosten geltend machen kann, wenn man Einkünfte nach § 21 EStG hat.So auch Birk in Steuerrecht 14. Auflage. Dort steht in dem Abschnitt "Vermietung und Verpachtung - Werbungskosten", dass die Erwerbskosten... » weiter lesen
Studiengebühren Werbungskosten Fairtex34 schrieb am 24.02.2010, 11:37 Uhr:
Fall: F hat eine Ausbildung seit Jahren abgeschlossen. Sie beginnt an einer privaten Hochschule ein TeilzeitStudium, das 3 Jahre dauert und insgesamt 10.000  Studiengebühren kostet sowie Fahrtkosten, Übernachtung. Wie können die Kosten steuerlich geltend gemacht werden: Variante 1: F ist mit M verheiratet und hat Steuerklasse V,... » weiter lesen
Werbungskosten bei Elternunterhalt leon berger schrieb am 26.11.2008, 19:05 Uhr:
Nehmen wir an, Mutter A hat vom Sozialamt Sozialhilfe in Form von Hilfe bei Krankheit bekommen. Das Sozialamt wendet sich an Sohn B, um die übergeleiteten Ansprüche unterhaltsrechtlich geltend zu machen. Die Werbungskosten aus dem Steuerbescheid von B summieren sich auf ca. 1900,- . Das Sozialamt schreibt dazu: Werbungskosten aus dem... » weiter lesen
Werbungskosten = Brutto oder "Netto"? fammeyer_64 schrieb am 13.06.2008, 15:31 Uhr:
A ist Auszubildender und zahlt demnach keine Lohnsteuer, möchte aber weiterhin, obwohl er die Grenze überschreitet, Kindergeld beziehen. Nach umfangreicher Recherche im Internet fand er folgendes Urteil, was seiner Meinung nach besagt, dass im Falle einer Überschreitung der Bruttowert der Jahresverdienstes herangezogen wird. Ist A im... » weiter lesen
Werbungskosten - Studenten 123Michael schrieb am 12.10.2007, 10:30 Uhr:
Hallo, ich brauch mal die Unterstützung des Forums; wie seht Ihr das: Ein Student hat in der Steuererklärung 2003 Ausgaben für die Wohnung am Studienort angegeben. Das Finanzamt erkennt diese jedoch nicht an und verweist, dass keine doppelte Haushaltsführung vorliegt. Dennoch hat der Student einen Großteil seiner Zeit, sowie die Miete... » weiter lesen
Brille als Werbungskosten absetzbar? marcus.summer schrieb am 02.10.2007, 08:09 Uhr:
Hab neulich ein Gespräch bei einem Optiker mitbekommen, in dem der Optiker meinte, dsas die neue Brille des Kunden als Werbungskosten absetzbar wären. Als Begründung wurde pauschal darauf verwiesen, dass die gesetlziche Krankenversicherung des Kunden die Kosten ja nicht mehr übernähme. Bisher dachte ich, dass eine Brille nur als... » weiter lesen
Auch Arbeitnehmer, die eine große Abschiedsfeier in einem Hotel veranstalten, können die damit verbundenen Kosten möglicherweise von der Steuer absetzen – wenn sie einige Dinge beachten. Vorliegend war ein Diplom-Ingenieur über 13 Jahre als leitender Angestellter in einem Unternehmen tätig gewesen. Nachdem er seinen Arbeitgeber gewechselt hatte, veranstaltete er eine große Feier mit ca. Gästen in... » weiter lesen
Werbungskosten Urteile und Entscheidungen
Kinderbetreuungskosten als Werbungskosten?
» NIEDERSAECHSISCHES-FG, 10.04.2003, 10 K 338/01
1. § 5 Abs. 1 Satz 2 RGebStV liegt kein eigener rundfunkrechtlicher Einkommensbegriff zu Grunde. Auch der abgabenrechtliche Begriff des Einkommens gilt insofern nicht. Vielmehr geht der Rundfunkgebührenstaatsvertrag vom sozialhilferechtlich geprägten Begriff des Einkommens (heute § 82 SGB XII) aus. 2. Naturalunterhaltsleistungen...
» HESSISCHER-VGH, 19.05.2009, 10 A 2476/08
Sind die Kosten des Betriebs zentraler Heizungsanlagen und Warmwasseranlagen - als Vorauszahlungsbetrag - in der Miete enthalten, ohne gesondert ausgewiesen zu sein, dann spricht alles dafür, dass in solchen Fällen nicht auf der Grundlage früherer Abrechnungen prognostizierte Beträge, sondern die in § 6 Abs. 2 Nr. 1 und 2 WoGV...
» SAECHSISCHES-OVG, 23.08.2007, 4 E 202/07
Sicherheitsfrage 91 - Si/e ben =
Werbungskosten – Weitere Begriffe im Umkreis
Werden dem Arbeitnehmer Arbeitsgeräte wie Werkzeuge, Fachbücher usw. für die Dauer des Dienstverhältnisses überlassen, so ist dies steuerfrei, da kein geldwerter Vorteil zufließt (BFH, 21.08.1995 - VI R 30/95, BStBl II 1995, 906; R 19.3 Abs. 2 Nr....
1. Auslandssprachkurs Das BMF hat mit Schreiben vom 26.09.2003 (BMF, 26.09.2003 - IV A 5 - S 2227 - 1/03, BStBl I 2003, 447) Stellung zur Behandlung von Aufwendungen für Auslandssprachkurse als Werbungskosten oder Betriebsausgaben nach § 9 Abs. 1...

References: § 9
 § 21
 § 5
 § 82
 § 6
 § 9