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Timestamp: 2016-10-27 05:10:51+00:00

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1A.299/2000 (30.05.2001)
1A.299/2000/boh
Nay, Aeschlimann, F�raud, Catenazzi und Gerichtsschreiberin Tophinke.
A.X.________, B.X.________, C.X.________ und D.X.________, Beschwerdef�hrerinnen, alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Kreso Glavas, Markusstrasse 10, Z�rich,
A.- E.X.________ wurde am 2. Mai 1993 bei einer Auseinandersetzung durch Messerstiche t�dlich verletzt. Das Geschworenengericht des Kantons Z�rich verurteilte den T�ter am 7. Februar 1997 wegen vors�tzlicher T�tung und einfacher K�rperverletzung zu sieben Jahren Zuchthaus und verpflichtete ihn, der Witwe A.X.________ Fr. 50'000.-- und den drei unm�ndigen T�chtern B.X.________, C.X.________ und D.X.________ je Fr. 30'000.-- Genugtuung zuz�glich 5% Zins seit dem Datum der Tat zu bezahlen.
B.- Mit Verf�gung vom 2. Dezember 1998 sprach die Opferhilfestelle des Kantons Z�rich der Witwe eine wegen tieferer Lebenshaltungskosten in Bosnien und Herzegowina gek�rzte Genugtuung von Fr. 12'500.-- und den drei Kindern je eine solche von Fr. 7'500.-- ohne Verzinsung zu. Gegen diese K�rzung beschwerten sich die Angeh�rigen des get�teten E.X.________ beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich. Dieses hiess die Beschwerde am 3. Oktober 2000 nur insoweit gut, als den Beschwerdef�hrerinnen auf den gek�rzten S�tzen auch die Zinsen zugesprochen wurden. Im �brigen wies es die Beschwerde ab.
C.- Gegen das Urteil des Sozialversicherungsgerichts erhoben A.X.________, B.X.________, C.X.________ und D.X.________ am 20. November 2000 Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht. Sie r�gen implizit eine Verletzung von Art. 12 Abs. 2 des Bundesgesetzes �ber die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG; SR 312. 5) und machen eine willk�rliche Beweiserhebung geltend. Sie beantragen, ihnen sei mindestens die H�lfte jener Genugtuungssummen zuz�glich 5% Zins auszurichten, die ihnen das Geschworenengericht des Kantons Z�rich im Urteil vom 7. Februar 1997 zugesprochen habe. Eventualiter seien von Amtes wegen die wirtschaftlichen Verh�ltnisse in Bosnien und Herzegowina abzukl�ren. Ferner beantragen die Beschwerdef�hrerinnen die Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung.
D.- Die Direktion der Justiz und des Innern (Kantonale Opferhilfestelle) sowie das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich verzichten auf eine Vernehmlassung. Das Bundesamt f�r Justiz nimmt mit Schreiben vom 24. Januar 2001 zur Beschwerde Stellung.
1.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den kantonal letztinstanzlichen, auf Bundesverwaltungsrecht gest�tzten Entscheid des Sozialversicherungsgerichts ist zul�ssig (Art. 97 OG; BGE 126 II 237 E. 1a S. 239; 125 II 169 E. 1 S. 171, je mit Hinweisen). Die Sachurteilsvoraussetzungen sind erf�llt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.- a) Es ist nicht umstritten, dass die Beschwerdef�hrerinnen Opfer im Sinne von Art. 2 Abs. 2 OHG sind und gem�ss Art. 12 Abs. 2 OHG Anspruch auf Genugtuung wegen des gewaltsamen Todes des Ehemannes bzw. Vaters haben. Unbestritten ist ferner die H�he der vom Geschworenengericht des Kantons Z�rich im Strafurteil zugesprochenen Genugtuungssummen.
Umstritten ist einzig deren K�rzung um 75%, welche die kantonale Opferhilfestelle wegen der tieferen Lebenshaltungskosten und L�hne am Wohnsitz der Beschwerdef�hrerinnen vorgenommen und welche das Sozialversicherungsgericht gesch�tzt hat.
b) Das Opferhilfegesetz enth�lt keine Bestimmungen �ber die Bemessung der Genugtuung gem�ss Art. 12 Abs. 2 OHG.
Diese Leistung unterscheidet sich zwar in ihrer Rechtsnatur vom zivilrechtlichen Anspruch nach Art. 47 OR. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind indessen im Bereich der Opferhilfe die von den Zivilgerichten entwickelten Grunds�tze zur Bemessung der Genugtuung sinngem�ss heranzuziehen.
Dabei ist allerdings zu beachten, dass es sich bei der opferhilferechtlichen Genugtuung um eine staatliche Leistung handelt. Das Entsch�digungs- und Genugtuungssystem des Opferhilfegesetzes entspricht dem Gedanken der Hilfeleistung, nicht dem der Staatshaftung (BGE 125 II 169 E. 2b S. 173, 554 E. 2a S. 555 f.; 124 II 8 E. 3d/bb S. 14; 123 II 210 E. 3b S. 214; 121 II 369 E. 3c/aa S. 373, je mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis sind bei der Bemessung sowohl der zivil- als auch der opferhilferechtlichen Genugtuung die Lebenshaltungskosten des Berechtigten an seinem ausl�ndischen Wohnsitz grunds�tzlich nicht zu ber�cksichtigen.
Die Genugtuung stellt im Unterschied zur Schadenersatzleistung nicht einen Ausgleich f�r eine Verm�gensminderung dar. Sie soll vielmehr den erlittenen Schmerz durch eine Geldsumme aufwiegen. Diese Geldsumme ist in der Regel nach dem am Gerichtsstand geltenden Recht zu bemessen ohne R�cksicht darauf, wo der Kl�ger lebt und was er mit dem Geld machen wird (BGE 121 III 252 E. 2b S. 255 f.; 125 II 554 E. 2b S. 556). Von diesem Grundsatz kann ausnahmsweise abgewichen werden, etwa wenn die Unterschiede in den Lebenshaltungskosten zwischen der Schweiz und dem ausl�ndischen Wohnort des Berechtigten so gross sind, dass ihnen bei der Bemessung der Genugtuung Rechnung getragen werden muss. Wo die wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten von den hiesigen Verh�ltnissen markant abweichen, ist eine krasse Besserstellung des Berechtigten zu vermeiden, die nach Abw�gung aller Umst�nde mit sachlichen Gr�nden nicht zu rechtfertigen und daher im Ergebnis unbillig w�re (BGE 125 II 554 E. 2b S. 556, E. 4a S. 559; 123 III 10 E. 4c/bb S. 14 f.).
3.- a) Gest�tzt auf Art. 47 OR verpflichtete das Geschworenengericht des Kantons Z�rich im Urteil vom 7. Februar 1997 den T�ter, der Ehefrau des Get�teten Fr. 50'000.-- und den drei minderj�hrigen Kindern je Fr. 30'000.-- Genugtuung zu zahlen. Zu kl�ren ist zuerst, welche Bedeutung diesem rechtskr�ftigen Urteil f�r die Bemessung der vom Staat geschuldeten Genugtuung gem�ss Art. 12 Abs. 2 OHG zukommt.
b) Liegt ein Urteil eines Zivil- oder Strafgerichts �ber einen Genugtuungsanspruch gem�ss Art. 47 OR vor, in welchem dem Opfer nach umfassenden Sachverhaltsfeststellungen, Beweisw�rdigungen und rechtlichen Erw�gungen eine Genugtuung in bestimmter H�he zugesprochen worden ist, sollten die Opferhilfeinstanzen nicht ohne sachliche Gr�nde von diesem Urteil abweichen. Eine Abweichung rechtfertigt sich, wenn die Opferhilfebeh�rden aufgrund eigener Beweiserhebungen Tatsachen feststellen, die dem Zivil- oder Strafrichter unbekannt waren oder die er nicht beachtet hat, ferner wenn neue Tatsachen vorliegen, deren W�rdigung zu einem abweichenden Entscheid f�hrt, weiter wenn die Beweisw�rdigung des Zivil- oder Strafrichters feststehenden Tatsachen klar widerspricht oder wenn dieser bei der Anwendung des geltenden Rechts auf den Sachverhalt nicht alle Rechtsfragen abgekl�rt hat. In reinen Rechtsfragen sind die Opferhilfeinstanzen nicht an die Beurteilung durch den Zivil- oder Strafrichter gebunden. Die zivilrechtlichen Genugtuungsleistungen unterscheiden sich von den opferhilferechtlichen sowohl bez�glich des Schuldners als auch hinsichtlich der Rechtsnatur der Anspr�che.
Dies kann zu Unterschieden bei den Anspruchs- und Bemessungskriterien f�hren. Allerdings erachtet es das Bundesgericht als sinnvoll, wenn sich die Bemessung der Genugtuung nach dem Opferhilfegesetz nicht zu weit von den zivilrechtlichen Grunds�tzen entfernt (BGE 124 II 8 E. 3d S. 13 ff.).
c) Bei der umstrittenen Bemessung der Genugtuung nach Art. 12 Abs. 2 OHG handelt es sich um eine Rechtsfrage.
Die kantonalen Opferhilfebeh�rden waren daher nicht an die vom Geschworenengericht des Kantons Z�rich festgelegten Genugtuungssummen gebunden. Wie in E. 2b dargelegt, d�rfen tiefere Lebenshaltungskosten am ausl�ndischen Wohnsitz eines Anspruchsberechtigten bei der Bemessung der Genugtuung ausnahmsweise ber�cksichtigt werden. Das Strafgericht hatte die Lebenshaltungskosten am Wohnsitz der Beschwerdef�hrerinnen nicht n�her abgekl�rt und diese bei der Bemessung der zivilrechtlichen Genugtuung auch nicht beachtet (vgl. Urteil des Geschworenengerichts vom 7. Februar 1997, S. 101, 106 ff.).
Die Opferhilfebeh�rden hatten folglich einen sachlichen Grund, gest�tzt auf eigene Sachverhaltsfeststellungen eine Neubeurteilung der H�he der Genugtuung vorzunehmen.
Im Folgenden ist zu pr�fen, ob die Voraussetzungen f�r eine Reduktion der Genugtuungssummen wegen tieferer Lebenshaltungskosten am ausl�ndischen Wohnsitz der Anspruchsberechtigten vorliegen (E. 4) und ob sich das Ausmass der K�rzung sachlich rechtfertigen l�sst (E. 5).
4.- a) Die kantonale Opferhilfestelle begr�ndete die K�rzung der vom Geschworenengericht zugesprochenen Genugtuungssummen auf je einen Viertel damit, dass die Lebenshaltungskosten in Capljina in Bosnien und Herzegowina (Wohnsitz der Beschwerdef�hrerinnen) sechsmal und die L�hne dreimal tiefer seien als in der Schweiz. Gest�tzt auf ein Gutachten des Bundesamtes f�r Fl�chtlinge vom 23. September 1997 und auf von den Beschwerdef�hrerinnen eingereichten Lohnbest�tigungen von zwei in Mostar arbeitenden Personen ging die Opferhilfestelle von einem Mindest-Warenkorb f�r einen Vier-Personen-Haushalt im Betrag von Fr. 400.-- und von einem durchschnittlichen Lohn von ca. Fr. 800.-- in Bosnien und Herzegowina aus. Diesen Werten stellte sie die Lebenshaltungskosten f�r einen Vier-Personen-Haushalt in der Schweiz, die gem�ss den Richtlinien f�r die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) Fr. 2375.-- betragen, und einen schweizerischen Monatslohn einer handwerklich oder im Verkauf t�tigen Person von ca. Fr. 2'200.-- bis Fr. 2'800.-- in der fraglichen Zeit gegen�ber.
Das Sozialversicherungsgericht beanstandete die von der Opferhilfestelle vorgenommene Reduktion der Genugtuungen um 75% nicht. Es kam gest�tzt auf einen weiteren Bericht des Bundesamtes f�r Fl�chtlinge vom 30. Mai 2000 zum Schluss, dass das Preisniveau in Bosnien und Herzegowina in jedem Fall bedeutend tiefer liege als in der Schweiz. Es ber�cksichtigte dabei insbesondere die unterschiedlichen Einkommensverh�ltnisse in den beiden L�ndern. Gem�ss den Feststellungen der gerichtlichen Vorinstanz kann f�r 1997 von einem in Capljina erzielbaren Bruttoeinkommen von rund Fr. 400.-- bis Fr. 2'400.-- ausgegangen werden. Das Sozialversicherungsgericht verglich den Mindestlohn von Fr. 400.-- mit einem schweizerischen Mindestlohn in der fraglichen Zeit von Fr. 2'700.-- bis Fr. 3'000.-- und hielt fest, es ergebe sich so ein Faktor von zirka 7. Wie die Opferhilfestelle ging auch das Gericht von einem Mindest-Warenkorb eines Vier-Personen-Haushaltes in Bosnien und Herzegowina von rund Fr. 350.-- bis Fr. 400.-- aus. Das Gericht hielt jedoch fest, der Vergleich dieses Mindest-Warenkorbes mit dem Grundbedarf I der Richtlinien f�r die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe (SKOS) gen�ge nicht, um einen markanten Kaufkraftunterschied in Prozents�tzen festzustellen, da nicht ersichtlich sei, ob die beiden Vergleichsgr�ssen dieselben Ausgabeposten enthielten. Der Mindest-Warenkorb k�nne einzig einen groben Hinweis auf die dortigen f�r einen Vier-Personen-Haushalt minimalen Auslagen geben. Hinsichtlich der von den Beschwerdef�hrerinnen vorgelegten Kassenzettel aus einem Gesch�ft in Mostar sowie aus zwei weiteren Gesch�ften auf dem Land hielt das Sozialversicherungsgericht fest, daraus sei ersichtlich, dass die Warenkosten im Vergleich zu den schweizerischen Preisen tiefer l�gen, zumindest was Grundnahrungsmittel wie Zucker, Kaffee, Milch oder Mehl angehe, indes nicht in einem krassen Ausmass. Es handle sich hierbei jedoch um Einkaufsgesch�fte, welche auch importierte Waren zum Verkauf anb�ten. Ein Gesch�ft mit Importwaren k�nne aber nicht als f�r den Preisvergleich massgebend beigezogen werden, da in einem solchen Importgesch�ft die Preise h�her liegen d�rften, als in den �brigen Einkaufsl�den.
Schliesslich wies das Gericht darauf hin, dass in Bosnien und Herzegowina der Lebensstandard je nach Gebiet beziehungsweise Ortschaft sehr stark variiere. Da gem�ss den Angaben des Bundesamtes f�r Fl�chtlinge die L�hne 1997 in Capljina bis zum Dreieinhalbfachen derjenigen der umliegenden Gemeinden betragen h�tten, sei mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass auch der Lebensstandard in Capljina innerhalb Bosnien und Herzegowinas �ber dem Durchschnitt liege.
b) Die Beschwerdef�hrerinnen stellen sich auf den Standpunkt, die Lebenshaltungskosten in ihrer Wohnregion seien im Vergleich zu jenen in der Schweiz bei weitem nicht so unterschiedlich, wie dies die Vorinstanzen angenommen h�tten. Sie berufen sich darauf, dass bei ihnen die Nettol�hne rund Fr. 400.-- bis Fr. 2'400.-- ausmachten. Zudem bestreiten sie, dass die eingereichten Einkaufszettel nur die Importpreise betr�fen. Es handle sich bei dem betreffenden Gesch�ft um einen normalen Laden, wo viele Leute und Einheimische in Mostar ihre Eink�ufe t�tigten.
c) Gem�ss Art. 105 Abs. 2 OG ist das Bundesgericht an die Feststellung des Sachverhalts gebunden, wenn - wie im vorliegenden Fall - eine richterliche Beh�rde als Vorinstanz den Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt hat. Das Sozialversicherungsgericht st�tzte sich bei der Abkl�rung der wirtschaftlichen Verh�ltnisse in Capljina auf Ausk�nfte des Bundesamtes f�r Fl�chtlinge, setzte sich mit diesen in differenzierter Weise auseinander und kam unter Ber�cksichtigung der von den Beschwerdef�hrerinnen vorgelegten Dokumente zum Schluss, dass das Preisniveau in Bosnien und Herzegowina bedeutend tiefer liege und die Einkommen und Lebenshaltungskosten massiv tiefer seien als in der Schweiz. Hinsichtlich der Mindesteinkommen hielt es fest, dass diese in Capljina rund siebenmal tiefer seien als in der Schweiz. Aufgrund der vorliegenden Informationen und unter Ber�cksichtigung des Umstandes, dass der Lebensstandard in einzelnen Ortschaften oder Regionen in Bosnien und Herzegowina offenbar stark variiert, lassen sich die Lebenshaltungskosten am Wohnort der Beschwerdef�hrerinnen nicht exakt berechnen. Dies ist f�r die Frage der Zul�ssigkeit der K�rzung jedoch auch nicht erforderlich. Vielmehr ist festzustellen, ob die wirtschaftlichen Gegebenheiten am ausl�ndischen Wohnort von den hiesigen Verh�ltnissen markant abweichen. Es geht um die Gr�ssenordnung und nicht um feine Unterschiede. Es gibt keinen Grund, an der Richtigkeit der Angaben des Bundesamtes f�r Fl�chtlinge zu zweifeln und auch keine Hinweise daf�r, dass das Sozialversicherungsgericht den Sachverhalt offensichtlich unrichtig oder unvollst�ndig festgestellt h�tte. Zudem halten die Beschwerdef�hrerinnen in ihrer Beschwerdeschrift, S. 3, selber fest, dass die Lebenshaltungskosten in ihrer Region anerkanntermassen rund sechsmal tiefer l�gen als in der Schweiz. Bei den vom Sozialversicherungsgericht genannten, in Bosnien und Herzegowina erzielbaren Einkommen zwischen Fr. 400.-- und 2'400.-- handelt es sich entgegen der Behauptung der Beschwerdef�hrerinnen um Brutto- und nicht um Nettol�hne. Auch die von den Beschwerdef�hrerinnen beigebrachten Einkaufszettel verm�gen an der Feststellung des Sozialversicherungsgerichts, dass die Lebenskosten am ausl�ndischen Wohnsitz der Berechtigten markant tiefer seien als in der Schweiz, nichts zu �ndern. Unter diesen Umst�nden kann die K�rzung der Genugtuungssummen als solche nicht beanstandet werden.
Die Beschwerdef�hrerinnen r�gen weiter, das Sozialversicherungsgericht habe die Beweise willk�rlich erhoben, da es sich nicht zu ihrem Antrag ge�ussert habe, die notwendigen Informationen statt beim Bundesamt f�r Fl�chtlinge bei der Schweizerischen Botschaft in Sarajewo zu beschaffen.
Diese R�ge geht fehl. Das Sozialversicherungsgericht �usserte sich in E. 2 seines Urteils zu diesem Beweisantrag und hielt fest, von Bundesrechts wegen bestehe kein Mitwirkungsrecht im Sinne eines Wahlrechts bei der Bestimmung des Gutachters.
Es h�tten keine Zweifel an der Unabh�ngigkeit der beurteilenden Personen bestanden, so dass dem Einholen von weiteren Ausk�nften beim Bundesamt f�r Fl�chtlinge nichts entgegen gestanden habe. Zwar weist auch das Bundesamt f�r Fl�chtlinge in seinem Bericht vom 30. Mai 2000 darauf hin, dass die Schweizer Botschaft in Sarajewo detailliertere Informationen liefern k�nnte. Da es jedoch um die Feststellung der Gr�ssenordnung der Unterschiede in den wirtschaftlichen Verh�ltnissen ging, waren die Angaben des Bundesamtes f�r Fl�chtlinge nicht offensichtlich unvollst�ndig. Dem Sozialversicherungsgericht kann nicht vorgeworfen werden, Verfahrensrechte, namentlich den Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt zu haben.
d) Die Beschwerdef�hrerinnen machen ferner geltend, sie w�rden heute in der Schweiz leben, wenn ihr Familienvater durch die niedertr�chtige Tat nicht umgekommen w�re.
Der Verstorbene habe sich vor seinem Unfalltod nach den M�glichkeiten f�r den Familiennachzug erkundigt und entsprechende Vorbereitungshandlungen getroffen. Aus diesem Grunde rechtfertige sich die Auszahlung der vollen Genugtuungssummen.
Nach der bundesgerichtlichen Praxis scheidet eine Reduktion der Genugtuung aus, wenn der Berechtigte mit der Schweiz in besonderer Weise verbunden ist, etwa wenn er hier arbeitet, eine Ausbildung geniesst oder als Angeh�riger des Opfers hier Wohnsitz nehmen kann (BGE 125 II 554 E. 3b S. 558; 123 III 10 E. 4c/bb S. 14). Im konkreten Fall liegt die Aussage eines Zeugen vor, der Verstorbene habe f�r sich und seine Familie eine Wohnung gesucht. Die Beschwerdef�hrerinnen machen jedoch nicht geltend und es geht auch nicht aus den Akten hervor, dass ein Familiennachzug unmittelbar bevorgestanden h�tte bzw. ihm keinerlei rechtliche Hindernisse im Wege gestanden h�tten. Auch ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdef�hrerinnen jemals bereits in der Schweiz gelebt h�tten. Unter diesen Voraussetzungen kann nicht davon gesprochen werden, dass die Beschwerdef�hrerinnen mit der Schweiz in besonderer Weise verbunden w�ren.
e) Der angefochtene Entscheid verletzt demnach kein Bundesrecht, soweit darin die Voraussetzungen f�r eine Reduktion der Genugtuungssummen bejaht wurden.
5.- a) Die Beschwerdef�hrerinnen beanstanden insbesondere den Umfang der K�rzung von 75%. Sie verweisen auf ein Bundesgerichtsurteil vom 6. Dezember 1999 (BGE 125 II 554 ff.), in welchem den in der jugoslawischen Teilrepublik Vojvodina wohnhaften Anspruchsberechtigten die Genugtuungssummen aufgrund rund 18-mal geringerer Lebenshaltungskosten bloss um die H�lfte gek�rzt wurde. Sie machen geltend, es w�re nicht korrekt und gesetzeskonform, wenn diejenigen Parteien, die in einer Region mit noch tieferen Lebenshaltungskosten wohnten, im Verh�ltnis mehr erhielten, als jene Betroffenen, die in einer schweizerischen Verh�ltnissen vergleichbaren Art und Weise lebten. Aus diesem Grund beantragen die Beschwerdef�hrerinnen mindestens die H�lfte der vom Geschworenengericht zugesprochenen Genugtuungssummen.
b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf die Feststellung von markanten Unterschieden in den Lebenshaltungskosten nicht zu einer schematischen K�rzung der Genugtuung im gleichen oder ann�hernd gleichen Verh�ltnis f�hren, wie die Lebenshaltungskosten am Wohnsitz der Ansprecherinnen tiefer als in der Schweiz sind (BGE 125 II 554 E. 4a S. 559). Bei der Bemessung der Genugtuung ist sodann allf�lligen sozialen Beziehungen der Berechtigten zur Schweiz Rechnung zu tragen, wie z.B. der Wahrscheinlichkeit, dass sie sich konkret um eine Ausbildung oder eine Arbeitsbewilligung in der Schweiz bem�hen k�nnten (vgl. BGE 125 II 554 E. 3b S. 558, E. 4b S. 560). Auch sollen Berechtigte, die fr�her in der Schweiz Wohnsitz hatten, nicht faktisch daran gehindert werden, erneut in der Schweiz oder in einem Land mit �hnlich hohen Lebenshaltungskosten zu leben (BGE 125 II 554 E. 4a S. 559, E. 4b S. 560).
In BGE 125 II 554 ff., auf den sich die Beschwerdef�hrerinnen berufen, hatte das Bundesgericht den Fall von Berechtigten zu beurteilen, welche in der Vojvodina lebten.
Die kantonalen Instanzen waren dort von rund 18-mal tieferen Lebenshaltungskosten ausgegangen. Das Bundesgericht sah eine 14-mal tiefere Genugtuung als bundesrechtswidrig an und sprach den Berechtigten (ebenfalls nahen Angeh�rigen in einem T�tungsfall) eine um 50% reduzierte Genugtuung zu.
Dabei ber�cksichtigte das Bundesgericht allerdings, dass die Berechtigten einen Grossteil ihrer Kindheit in der Schweiz verbracht hatten, dass deren Grossmutter in Chur lebte und dass es nicht ausgeschlossen war, dass sie sich zu Ausbildungszwecken oder um zu arbeiten erneut in die Schweiz oder in ein anderes europ�isches Land mit �hnlichen Lebenshaltungskosten begeben w�rden (vgl. BGE 125 II 554 E. 4b S. 560).
c) Im vorliegenden Fall liegen die Lebenshaltungskosten am Wohnort der Beschwerdef�hrerinnen nach den Feststellungen der kantonalen Beh�rden rund 6- bis 7-mal tiefer als in der Schweiz. Die kantonalen Opferhilfeinstanzen haben die den Beschwerdef�hrerinnen vom Geschworenengericht zugesprochenen Genugtuungssummen um 75% gek�rzt. Bei diesem Verh�ltnis kann noch nicht von einer schematischen Reduktion gesprochen werden. Der K�rzungssatz erscheint zwar als sehr hoch. Die Bemessung der opferhilferechtlichen Genugtuungen ist indessen eine Entscheidung nach Billigkeit, bei der den kantonalen Beh�rden ein erheblicher Ermessensspielraum zusteht, den das Bundesgericht zu respektieren hat. Vorliegend ist zu beachten, dass die vom Geschworenengericht des Kantons Z�rich festgelegten Genugtuungssummen im Quervergleich relativ hoch angesetzt waren. Zudem unterscheidet sich der zu beurteilende Fall insofern von BGE 125 II 554 ff., als die Beschwerdef�hrerinnen nicht geltend machen und auch nicht aktenkundig ist, dass sie jemals in der Schweiz gewohnt h�tten. Wie aus den Akten hervorgeht, leben offenbar zwar Angeh�rige des Get�teten in Sirnach (TG). Es ist indessen nicht ersichtlich, dass die Beschwerdef�hrerinnen deswegen enge Kontakte zur Schweiz pflegen w�rden. Unter diesen Umst�nden erscheint der angefochtene Entscheid im Ergebnis nicht als geradezu unbillig. Die kantonalen Instanzen haben ihren Ermessensspielraum bei der Bemessung der opferhilferechtlichen Genugtuungen zwar voll ausgesch�pft, aber nicht in bundesrechtswidriger Weise �berschritten.
6.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich demnach als unbegr�ndet und ist daher abzuweisen.
Das Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege ist daher insoweit gegenstandslos. Im �brigen ist dem Gesuch zu entsprechen und den Beschwerdef�hrerinnen f�r das bundesgerichtliche Verfahren ein amtlicher Rechtsvertreter beizuordnen, da das vorliegend gestellte Begehren nicht aussichtslos war und die Beschwerdef�hrerinnen bed�rftig sind (Art. 152 Abs. 2 OG).
Rechtsanwalt Dr. Kreso Glavas wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren als amtlicher Rechtsvertreter bezeichnet und aus der Bundesgerichtskasse mit Fr. 1'500.-- entsch�digt.
4.- Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrerinnen, der Direktion der Justiz und des Innern, Kantonale Opferhilfestelle, und dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich, II. Kammer, sowie dem Eidgen�ssischen Justiz- und Polizeidepartement, Bundesamt f�r Justiz, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 12
 BGE 
 Art. 2
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 47
 Art. 47
 Art. 12
 Art. 47
 Art. 12
 Art. 105
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE