Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2009-11-03/4-str-445_09
Timestamp: 2017-09-20 13:55:55+00:00

Document:
BGH, 03.11.2009 - 4 StR 445/09 - Pflicht zur Berücksichtigung der durch eine strafrechtliche Verurteilung zwingend erfolgenden Beendigung eines Beamtenverhältnisses bei der Festsetzung einer schuldangemessenen Strafe | anwalt24.de
Beschl. v. 03.11.2009, Az.: 4 StR 445/09
Referenz: JurionRS 2009, 26908
Aktenzeichen: 4 StR 445/09
LG Essen - 04.03.2009
§ 267 Abs. 3 S. 1 StPO
§ 24 Abs. 1 Nr. 1 BeamtStG
am 3. November 2009 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO
Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Essen vom 4. März 2009 im Strafausspruch aufgehoben.
Nach § 46 Abs. 1 Satz 2 StGB sind bei der Festsetzung der schuldangemessenen Strafe die Wirkungen zu berücksichtigen, die von der Strafe für das künftige Leben des Täters in der Gesellschaft zu erwarten sind. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gehören dazu auch die berufs- und standesrechtlichen Folgen der Strafe (Senatsbeschluss vom 14. September 1982 - 4 StR 436/82 - NStZ 1982, 507; BGH, Urteil vom 3. Dezember 1996 - 5 StR 492/96 - NStZ-RR 1997, 195). Deshalb ist der Umstand, dass eine strafgerichtliche Verurteilung nach den Vorschriften des Beamtenrechts die Beendigung des Beamtenverhältnisses zur Folge hat, bei der Straffestsetzung regelmäßig als bestimmender Strafzumessungsgrund im Sinne des § 267 Abs. 3 Satz 1 StPO zu erörtern (BGH, Beschluss vom 17. Oktober 1986 - 2 StR 501/86 - BGHR StGB § 46 Abs. 1 Schuldausgleich 2).

References: § 267

§ 24
 § 349
 § 46
 § 267
 § 46