Source: https://www.coaching-newsletter.de/archiv/2016/coaching-newsletter-maerz-2016.html
Timestamp: 2019-02-16 07:12:03+00:00

Document:
Steuerpflicht des Coachs - RAUEN Coaching-Newsletter
Coaching-Newsletter März 2016
1. Chaos in der Steuerpflicht des Coachs?
2. In eigener Sache: Coaching-Magazin 1/2016 gratis downloadbar
3. Digitale und analoge Welten im Coaching
Jährlich grüßt das Finanzamt – oder schon früher?
Jeder Coach und Coach-Ausbilder muss die Frage klären, wie die Einkünfte als selbstständiger Coach zu versteuern sind. Schlauberger meinen, Coaching sei ein Gewerbe und unterliege der Gewerbesteuer. Wiederum andere beteuern, dass Coaching freiberuflich sei und somit nicht der Gewerbesteuer unterliegen würde. Letztendlich muss jeder selbstständige Coach Umsatzsteuer erheben und abführen sowie seine Einkommenssteuer erklären. Denn, wer
Einkünfte erzielt, ist einkommenssteuerpflichtig oder körperschaftssteuerpflichtig
als Unternehmer Umsätze ausführt, ist umsatzsteuerpflichtig
ein Gewerbe betreibt, ist gewerbesteuerpflichtig.
Im Folgenden soll auf den Aspekt der Umsatzsteuer eingegangen und eine Abgrenzung, in welchen Fällen eine Gewerbesteuerpflicht vorliegt, vorgenommen werden.
Teil 1: Umsatzsteuer
Die Umsatzsteuer ist eine Verbrauchsabgabe in der Wertschöpfungskette des Wirtschaftskreislaufs. Da man mit der Zahlung von Steuern keinen Anspruch auf eine bestimmte staatliche Leistung erwirbt (§ 3 Abs. 1 Abgabenordnung (AO)), wird die Zahlungspflicht oft als Gängelung und unnötige Last gesehen. Hier wird gerne übersehen, dass das Geld aus der Steuerzahlung der Gemeinschaft als solcher zugutekommt.
Diese Verbrauchsabgabe bezieht sich auf jede Phase des Warenwirtschaftsverkehrs, sodass jeder Abnehmer einer Ware oder Leistung Umsatzsteuer zahlen muss. Wer Waren und Dienstleistungen anbietet, verlangt dafür seine Vergütung und muss die Umsatzsteuer (als Treuhänder für das Finanzamt/Staat) vom Abnehmer zusätzlich einnehmen. Wenn dieser Unternehmer für sein Unternehmen seinerseits Waren und Dienstleistungen benötigt, muss er ebenfalls neben der Vergütung die dazugehörige Umsatzsteuer zahlen. Die aus der Umsatzsteuerpflicht resultierenden Einnahmen und Ausgaben werden miteinander verrechnet.
Wer als Unternehmer startet, hat in der Regel kein großes Budget, sondern ist in der Anfangsphase auf jeden Cent und jeden Euro angewiesen. Insofern würde eine Umsatzsteuerzahlung Neuunternehmer stark belasten. Daher gibt es eine Ausnahme zur Erhebungspflicht der Umsatzsteuer für sogenannte Kleinunternehmer, was durch § 19 Umsatzsteuergesetz (UStG) geregelt ist.
Ein kurzer Blick in den § 19 UStG, Besteuerung der Kleinunternehmer:
„(1) Die für Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 (Lieferungen und sonstige Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt) geschuldete Umsatzsteuer wird von Unternehmern[…] nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird. Umsatz im Sinne des Satzes 1 ist der nach vereinnahmten Entgelten bemessene Gesamtumsatz, gekürzt um die darin enthaltenen Umsätze von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens.
(3) Gesamtumsatz ist die Summe der vom Unternehmer ausgeführten steuerbaren Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 abzüglich folgender Umsätze (die allerdings einen Coach in seiner Praxis bedingt treffen):
1. der Umsätze, die nach § 4 Nr. 8 Buchstabe i (Umsätze der im Inland gültigen amtlichen Wertzeichen zum aufgedruckten Wert), Nr. 9 Buchstabe b (Umsätze aus Wetten, Rennen und Lotterie) und Nr. 11 bis 28 (u.a. Jugendhilfe, Einnahmen aus Bildungsdienstleistungen an staatlich anerkannten Bildungseinrichtungen) steuerfrei sind;
2. der Umsätze, die nach § 4 Nr. 8 Buchstabe a bis h, Nr. 9 Buchstabe a und Nr. 10 (u.a. Wertpapierhandel, Verwaltung von Investmentfonds, Immobiliengeschäfte) steuerfrei sind, wenn sie Hilfsumsätze sind.“
Unternehmer mit einem Gesamtumsatz von nicht mehr als 500.000 Euro im Kalenderjahr können ihre Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten berechnen (§ 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a Satz 4 oder § 20), d.h., der Unternehmer führt die Steuer erst nach Bezahlung und nicht bereits nach Erbringung seiner Dienstleistung ab. Der Gesamtumsatz ist entsprechend nach diesen Entgelten zu berechnen. Hat der Unternehmer seine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit nur in einem Teil des Kalenderjahres ausgeübt, so ist der tatsächliche Gesamtumsatz in einen Jahresgesamtumsatz umzurechnen. Angefangene Kalendermonate sind bei der Umrechnung als volle Kalendermonate zu behandeln, es sei denn, dass die Umrechnung nach Tagen zu einem niedrigeren Jahresgesamtumsatz führt.
Der genaue Gesetzestext kann hier, die genannten weiteren Paragraphen hier eingesehen werden.
Fraglich ist nun, was die unter Nr. (1) genannten 17.500 Euro tatsächlich bedeuten: Brutto oder Netto? Nach dem Wortlaut könnte es sein, dass man erst ab einer Einnahme von 17.500 Euro im Jahr umsatzsteuerpflichtig ist und man eben die Grenze bei 17.499,99 Euro setzen muss. Dann würde der Wortlaut als Nettobetrag ausgelegt werden. Dies wäre eine Auslegung zugunsten der Unternehmer, widerspräche aber dem Prinzip der Steuer.
So mag die unternehmerfreundliche Lesart zwar für das erste Jahr richtig sein, allerdings nicht mehr ab dem zweiten Jahr, weil hier die Grenze von 50.000 Euro zu berücksichtigen ist. Denn nach dem Sinn und Zweck der Umsatzsteuer muss jeder Warenwirtschaftsverkehr besteuert werden. Also muss man den Betrag grundsätzlich inklusive Umsatzsteuer sehen, auch wenn es zwei verschiedene Beträge sind. Folglich muss hier ein Bruttobetrag zugrunde gelegt werden. Wer 19 Prozent Umsatzsteuer abführen muss, der muss die Grenze folglich bei 14.705 EUR jährlich setzen. Dies hat der Bundesfinanzhof in seiner Rechtsprechung beispielsweise mit Urteil 04.04.2003, V B 7/02 UR 2003 entschieden.
Die jährliche Bemessungsgrenze muss der Kleinunternehmer nicht nur jährlich, sondern monatlich im Auge behalten. Denn, wer über die Bemessungsgrenze hinaus Einnahmen erzielt, muss ab diesem Monat rückwirkend für die bereits vergangen Monate im Jahr die Umsatzsteuer abführen. Diese Zahlung kann für viele überraschend und unpassend kommen, wenn man mit jedem Euro rechnet, anstatt Sicherheiten und Rücklagen aufzubauen.
Wer auf seiner Rechnung keine Umsatzsteuer ausgewiesen hat, weil er es beispielsweise vergessen hat, dem wird vom Finanzamt der entsprechende Steuerprozentsatz abgezogen. Es gilt somit, bei der Rechnungsstellung stets Sorgfalt walten zu lassen.
Teil 2: Wann besteht Gewerbesteuerpflicht?
Die Gewerbesteuer betrifft die objektive Ertragskraft eines Unternehmens und stellt eine originäre Einnahmequelle der Gemeinde dar. Obwohl man mit der Steuerzahlungspflicht – wie eingangs erwähnt – keine entsprechende Gegenleistung vom Staat erhält, gibt es eine Ausnahmeargumentation bei der Gewerbesteuer.
Die Gewerbesteuer bezieht sich auf die Finanzierung und Refinanzierung der Infrastruktur der jeweiligen Gemeinde. Betroffen ist jeder Gewerbebetrieb. Einen Gewerbebetrieb kann sowohl eine juristische Person aufgrund der Rechtsform der Kapitalgesellschaft als auch eine natürliche Person darstellen. Wichtig ist also die Frage, ob der einzelne Coach nun ein Gewerbe betreibt oder nicht, denn er muss neben der Einkommenssteuer zusätzlich noch Gewerbesteuer entrichten, oder gerade nicht.
Laut § 11 Abs. 1 Nr. 1 Gewerbesteuergesetz (GewStG) wird natürlichen Personen und Personengesellschaften ein Freibetrag von 24.500 Euro zugestanden. Bemessungsgrundlage ist der Gewerbeertrag, also der Gewinn, der als Ergebnis nach dem Einkommenssteuer- bzw. Körperschaftssteuerrecht erzielt wird. Die Besteuerung richtet sich nach dem jeweils gültigen Hebesatz, der von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ausfallen kann.
Ein Gewerbe ist jede erlaubte, selbstständige und nach außen erkennbare Tätigkeit, die planmäßig, für eine gewisse Dauer und zum Zwecke der Gewinnerzielung ausgeübt wird und kein freier Beruf ist. Hieraus ergeben sich die folgenden Merkmale:
1. nach außen gerichtete Tätigkeit
3. planmäßig auf gewisse Dauer angelegt
Folglich ist jede selbstständige Tätigkeit eine gewerbliche Tätigkeit. Allerdings sind bestimmte Berufe und Tätigkeiten von der Gewerbesteuer gemäß § 6 Gewerbeordnung (GewO) ausgenommen (z.B. Rechtsanwälte, Erzieher, Wirtschaftsprüfer etc.).
Fraglich ist, ob der Coach ein Gewerbe betreibt. Denn Freiberufler und nichtgewerblich selbstständige Tätigkeiten werden nicht von der Gewerbesteuer erfasst. In diesem Zusammenhang muss geklärt werden, was Freiberufler und freiberuflich bedeutet. Der Freiberufler bzw. freie Beruf wird im Partnerschaftsgesellschaftsgesetz beschrieben. Laut der Legaldefinition des § 1 Abs. 2 Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG) ergibt sich der freie Beruf im Allgemeinen auf der Grundlage besonderer beruflicher Qualifikation oder schöpferischer Begabung, die persönliche, eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art im Interesse der Auftraggeber und der Allgemeinheit zum Inhalt hat.
Vier Berufsgruppen fallen in diese Kategorie; man spricht von „Katalogberufen“:
Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Hebammen, Heilmasseure und Diplom-Psychologen
Rechtsanwälte, Patentanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, beratende Volks- und Betriebswirte und vereidigte Buchprüfer
Vermessungsingenieure, Handelschemiker, Architekten, Lotsen und Sachverständige
Auch weitere Berufe können als freiberuflich verstanden werden. In diesem Zusammenhang wird mit „katalogähnlichen Berufen“ argumentiert. Über einen solchen Status wird jedoch trotz Ähnlichkeit zu den Katalogberufen stets im Einzelfall entschieden. Der Beruf des Coachs ist in der Auflistung der „Katalogberufe“ nicht namentlich zu finden. Nun kommt es bei der Einordnung darauf an, welchen Coaching-Ansatz ein Coach erlernt hat und verfolgt. Argumentationen sind bei nahezu jedem Coach möglich, müssen aber im Einzelfall sorgfältig ausgearbeitet sein. Hierzu einige Fallbeispiele:
Was der Coach ist, ist nicht eindeutig geklärt. Das Finanzgericht Nürnberg (Urteil vom 15.01.2003, V 147/2000) betont das unterrichtende Element, wenn der selbstständige Unternehmensberater seminarmäßig für Unternehmen tätig wird, um deren Mitarbeitern die Fähigkeit des Coachens zu vermitteln. Im Ergebnis ist der Coach-Ausbilder ein freiberuflich Tätiger, aber es wurde nicht über den Coach entschieden.
Andererseits hat der Bundesfinanzhof mit der Entscheidung vom 11.06.1997 den Management-Trainer bzw. Management-Berater als gewerblich tätig eingestuft, da die Lösung von zwischenmenschlichen Problemen keine erzieherische Tätigkeit sei. Bereits ein Jahr zuvor wurde der „Nur-Coacher“ als Gewerbetreibender klassifiziert, da er sich auf die spezifische Beratung des mentalen Bereichs in kommunikativer Weise konzentriere.
Grundsätzlich erscheint dies richtig zu sein, da der Management-Berater keine akademische Ausbildung wie ein Arzt, Rechtsanwalt oder Psychologe benötigt. Allerdings hat sich das Bild des Management-Beraters in den letzten 15 Jahren deutlich verändert. Mit reinem Menschenverstand kommt man nicht mehr weit, sondern bedarf des pädagogischen und psychologischen Wissens von menschlicher Entwicklung (Motivationspsychologie usw.), so dass wir bei den Katalogberufen sind. Zugleich scheint hier ein Verständnisproblem der Richter vorzuliegen, da ihnen nicht deutlich erklärt wurde (Beweispflicht der streitenden Partei), was ein Coach ist und was nicht.
Der Coach von Spitzensportlern wird als Gewerbetreibender eingestuft, weil er dem Sportler beibringt, wie man den Sport auszuüben hat, stellt Regeln des Trainierens und Lernens bereit und hilft, sich mental auf den Gegner und die Wettkämpfe einzustellen. Eine Ausnahme wird gemacht, wenn der Coach medizinisch qualifiziert ist, so dass ein Freier Beruf, sprich Katalogberuf vorliegt, der nicht von der Gewerbesteuer erfasst wird, sondern allgemein von der Einkommenssteuer.
Den Coach müssen wir ebenfalls wie den Management-Berater differenziert betrachten: Es spricht viel dafür, den gemeinen Coach als Gewerbetreibenden einzustufen, da der Beruf nicht geschützt ist und keiner Ausnahme bzw. gesondertem Schutz bedarf.
Beim ausgebildeten Coach sollte man die Parallele zum Unternehmensberater ziehen, welcher grundsätzlich nicht als Gewerbetreibender eingestuft wird. Denn die Ausbildung und das Selbststudium sind bei ihm ausschlaggebend für die berufliche Dienstleistung (Tätigkeit). Allerdings wird der Unternehmensberater als Gewerbetreibender angesehen, wenn Spezialisierungen vorliegt wie etwa Marktforschungsberater, Outplacement-Berater, Projektmanager usw.
Insofern hängt es vom Einzelfall ab: Ist man Coach oder Coach-Ausbilder, ausgebildeter oder selbsternannter Coach? Da viele Coaching-Ansätze auch auf die Feldkompetenz und eine beratende Tätigkeit setzten, sind Vertreter dieses Coachings gewerbesteuerpflichtig.
Nina Meier, Dipl.-iur., Rechtsanwältin und Coach, Coach-Ausbilderin, Mentorin, Trainerin. Seit 2005 verbindet sie Recht und Coaching, sodass Hilfe in der Sache und für die Person professionell angeboten und ausgebildet wird; denn der Coach trägt die Prozessverantwortung, nicht die Verantwortung zur Lösungsfindung oder für das Ergebnis, sodass auch eine Abgrenzung zu Führung, Beratung, Training und Therapie zwingend erfolgen muss.
http://www.die-coaches.de
Nina Meier ist Mitglied in der RAUEN Coach-Datenbank:
http://www.coach-datenbank.de/coach/nina-meier.html
Die aktuelle Ausgabe 1/2016 des Coaching-Magazins ist gratis downloadbar.
Im Interview wird diesmal Dr. Anke Nienkerke-Springer vorgestellt. Die Online-Ausgabe des Coaching-Magazins 1/2016 erhalten Sie hier.
Coaching-Interview mit Dr. Anke Nienkerke-Springer
Wissen kompakt: Dreiecksgespräche. Unternehmenseinfluss im Coaching (David Ebermann)
Konzeption: Personzentriertes Coaching: Veränderung durch Beziehung. Die Klient-Coach-Beziehung im Mittelpunkt (Dorothe Kunze)
Praxis: Stabübergabe. Generationenwechsel in mittelständischen Familienunternehmen (Gudrun Happich)
Praxis: Coaching von Führungskräften ab 55 (Alfred Freudenthaler)
FAQ: Fragen an Hans-Georg Huber
Spotlight: Weshalb Kurzzeit-Interventionen kein eigenständiges Coaching darstellen (Ralf-Torsten Zitterbart)
Coaching-Tool: K-I-E® Skala – Ein universelles Bewertungssystem für Kognition und Intuition (Richard Graf)
Bad Practice: Die Selbstregulierung der Coaching-Branche. Die Arbeit eines Sachverständigenrates als Antwort auf „Bad Practice“ (Dr. Walter Schwertl)
Wissenschaft: Erkennen Coaches einen Psychotherapiebedarf ihrer Klienten? Eine Pilotstudie weckt Zweifel (Frederik Werner & Thomas Webers)
Philosophie/Ethik: Moral am (Schwarz-)Markt (Samuel Kis)
Humor: Personzentriertes Coaching (Dr. Jan Tomaschoff)
Möchten Sie die Artikel der aktuellen Ausgabe 1/2016 des Coaching-Magazins lesen? Sie können das Magazin im Abonnement oder als Einzelheft bestellen:
Der dritte, von der Hochschule für angewandtes Management (HAM) veranstaltete Coaching-Kongress „Coaching heute: Zwischen Königsweg und Irrweg“ fand vom 25.–26.02.2016 in Erding statt und befasste sich mit dem Einsatz digitaler Medien im Coaching. Ein Vor-Ort-Bericht von Dr. Daniela Riess-Beger.
Wie wir einkaufen, wie wir Musik hören, wie wir arbeiten oder mit unserer Gesundheit umgehen: Digitalisierung ergreift alle gesellschaftlichen Bereiche und Branchen. Wie verändert aber Digitalisierung Coaching? Finden in fünf Jahren die meisten Coachings in virtuellen Welten statt? Und wenn ja, in welchen Formen? Was bedeutet Digitalisierung für die Coaching-Beziehung? Welche Kompetenzen braucht ein Coach zukünftig, wenn er Coaching mit dem Einsatz digitaler Medien anbietet?
Mit diesen Fragen befasste sich der dritte Erdinger Coaching-Kongress. Unter dem Titel „Digitale Medien im Coaching“ boten Experten und Expertinnen aus Forschung und Praxis Stoff zum Nachdenken und Weiterdenken. Prof. Dr. Claas Triebel, Wirtschaftspsychologe an der HAM, eröffnete in seiner Keynote das Feld. Wie sieht der digitale Wandel aus? Was wird im Coaching auf analoger, was auf digitaler Seite stehen? Triebel positioniert Face-to-face-Coaching (mit Beziehung und Begegnung als zentralem Element) als analoge Form der Dienstleistung gegenüber digitalen Coaching-Apps. Apps und Software werden in Zukunft eine große Rolle spielen, so seine Prognose, doch die direkte Begegnung im Coaching sei „nicht ersetzbar“. Allerdings werde Präsenz-Coaching seine Wirksamkeit gegenüber digitalen Formen unter Beweis stellen müssen, Evaluationsstudien seien umso wichtiger.
Noch, so zeigt die aktuelle 14. Coaching-Umfrage von Jörg Middendorf, bilden Präsenz-Coachings mit 85 Prozent die häufigste Form des Coachings, Telefon (7 Prozent) und Videosysteme wie Skype (4 Prozent) folgen auf niedrigem Niveau. Rein digitale Formen wie E-Mail, virtuelle Räume und onlinegestützte Expertensysteme machen derzeit zusammen nur 4 Prozent aller Coaching-Kanäle aus.
Wie nun diese digitale Zukunft des Coachings in der Praxis aussehen könnte, demonstrierte Prof. Dr. Harald Geißler, Forscher an der Hamburger Helmut-Schmidt Universität und selbst Entwickler eines virtuellen Coaching-Tools, in seinem Überblicksvortrag zum aktuellen Stand des digitalen Medieneinsatzes. Jürgen Bache, Vorsitzender der International Coach Federation Deutschland (ICF-D) verglich Vor- und Nachteile der jeweiligen Formen – im Hinblick auf die Einengung von Wahrnehmungskanälen – von der ganzheitlichen Wahrnehmung im Präsenz-Coaching bis hin zu reduzierten Formen der Wahrnehmung am Telefon oder per E-Mail.
In verschiedenen Workshops konnten sich die Besucher anschließend über virtuelle Coaching-Formate informieren: Sie bieten alle eine klare Struktur mit vorgegebenen Fragenkatalogen und verschiedenen virtuellen Anwendungen (von einfachen Männchen bis hin zu Avataren und Virtual Reality), die dann der jeweiligen Situation angepasst werden können. Weitere Workshops mit ganz analogen Live-Coachings machten deutlich, wie die direkte Begegnung im Coaching wirksam werden kann. Diese Coaching-Beziehung ist, das zeigten Jörg Middendorf und Peter Behrendt in ihren Workshops, neben der Ressourcenorientierung ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Coaching. Klaus Eidenschink schloss den Kongress mit einem fulminanten Vortrag zu einer „Metatheorie der Veränderung“, also einer methodenübergreifenden Theorie für Coaching.
In den Pausen wurde intensiv diskutiert: Können Coaching-Anbieter nun auch ohne tiefere Ausbildung virtuelle Coaching-Formate nutzen? Heißt Coaching nicht auch, einen Reflexions- und Erlebensraum zu kreieren, der sich der Beschleunigung der digitalen Welt entgegensetzt? Nutzen nicht schon viele Coaches zwischen Präsenzterminen mit ihren Kunden ohnedies Online-Tools wie psychometrische Tests, Telefon und E-Mail – bieten also bereits Blended-Coaching-Formate an?
Einig waren sich alle Referenten in der Forderung, digitale Formen des Coachings erforderten weitere Kompetenzen des Coachs – neben der Technikkompetenz auch neue Wahrnehmungs- und Interventions-Kompetenzen. Der nächste Erdinger Coaching-Kongress findet vom 16.–17.02.2017 statt und wird sich dem Schwerpunktthema „Resilienz für die VUCA-Welt“ (volatility, uncertainty, complexity, ambiguity) widmen. Der Call-for-Speakers läuft bis zum 30.06.2016. (Dr. Daniela Riess-Beger)
Im Rahmen eines an der SRH Hochschule Berlin durchgeführten und von Prof. Dr. Carsten Schermuly geleiteten Forschungsprojektes werden die Ursachen und Folgen von Coaching-Abbrüchen näher untersucht. Coaches sind aktuell dazu aufgerufen, sich an einer Online-Befragung zu beteiligen.
http://www.coaching-report.de/news/detail/studienaufruf-ursachen-und-folgen-von-abgebrochenen-coachings.html
http://www.coaching-report.de/news/detail/coach-trainer-award-2016-ausgeschrieben.html
Ende Januar 2016 führte der DBVC in Wiesloch sein jährlich stattfindendes Dialogforum durch. In diesem Jahr stand die Veranstaltung unter dem Thema „Strategische Personalentwicklung und Coaching“. Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung stellten Unternehmensvertreter Beispiele gezielter Personalentwicklungsmaßnahmen und kohärenter Coaching-Prozesse aus der Praxis vor.
http://www.coaching-report.de/news/detail/dbvc-dialogforum-2016-strategische-personalentwicklung-und-coaching.html
Coaching Initiative: Integrations-Coaching für Lehrer
Die Coaching Initiative (CI) hat gemeinsam mit der ICF-D, dem DCV und DBVC ein Unterstützungsprojekt für Lehrer von Schulklassen mit hohem Flüchtlingskinder-Anteil gestartet. Erfahrene Coaches unterstützen die Lehrer pro bono bei der Integrationsarbeit.
http://www.coaching-report.de/news/detail/coaching-initiative-integrations-coaching-fuer-lehrer.html
Beste Abschlussarbeit ausgezeichnet
Die HAM verlieh im Februar den Erdinger Coaching-Preis für Forschungsarbeiten.
http://www.coaching-report.de/news/detail/beste-abschlussarbeit-ausgezeichnet.html
Die von uns geführte Gesamtliste der Coaching-Literatur umfasst inzwischen 1.960 Einträge und 348 Rezensionen von Coaching-Büchern. Folgend finden sich die neuesten Rezensionen.
von Bill O´Connell, Stephen Palmer & Helen Williams Claudia Campisi (Hrsg.) (2014)
Rezension von Hans-Jürgen Ramisch: Das Buch bietet einen guten Überblick über die Thematik des „lösungsorientierten Coachings in der Praxis“. Die praxisorientierte, verständlich geschriebene Einführung zielt eher auf Neulinge im Coaching bzw. im Bereich des lösungsorientierten Coachings sowie Personalverantwortliche und animiert sie zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema. Auch erfahrene Coaches können von den Tipps profitieren und neue Ideen für ihre Coachings finden.
http://www.coaching-report.de/literatur/rezensionen/rezension-details/loesungsorientiertes-coaching-in-der-praxis.html
Interkulturelles Coaching: Coaching-Tools für 17 Kulturkreise (Edition Training aktuell)
Rezension von Dr. Christine Kaul: Wem mit einem oberflächlichen Überblick zu interkulturellen Kautelen des Coaching gedient ist, der hält hier das Buch seiner Wahl in Händen. Wer sich das unbekümmerte Erstaunen über die Vielfalt unserer Welt erhalten hat, wird in diesem Buch eine Bestätigung finden. Als „Praxishandbuch“ für interkulturelles Coaching (wie angepriesen) ist es nur eingeschränkt bzw. kaum tauglich. So wird niemand aufgrund der Darstellung angemessen Chinesen, Türken oder Rumänen coachen können.
http://www.coaching-report.de/literatur/rezensionen/rezension-details/interkulturelles-coaching-coaching-tools-fuer-17-kulturkreise-edition-training-aktuell.html
Im Februar 2016 konnten folgende Coaches neu in die RAUEN Coach-Datenbank aufgenommen werden:
Dr. Stephanie Steimann, D - 58091 Hagen
http://www.coach-datenbank.de/coach/stephanie-steimann.html
Angela Mende, D - 76227 Karlsruhe
http://www.coach-datenbank.de/coach/angela-mende.html
Heike Schulte, D - 58640 Iserlohn
http://www.coach-datenbank.de/coach/heike-schulte.html
Torsten Poppek, D - 40477 Düsseldorf
http://www.coach-datenbank.de/coach/torsten-poppek.html
Ernst-Abbe-Hochschule Jena Fachbereich Sozialwesen
Ausbildungsbeginn: 01.04.2016
Ausbildungstitel: Master of Arts Coaching und Führung
Kosten: 8.000,00 Euro zzgl. USt.
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/ernst-abbe-hochschule-jena-fachbereich-sozialwesen.html
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/die-coachingakademie-muenchen.html
Ausbildungsbeginn: 04.04.2016
Ausbildungstitel: Ausbildung zum/zur Organisationsberater/in
Kosten: Für Privatpersonen 7.950,00 EUR (pro Teilnehmer/in, zahlbar in 15 monatlichen Raten). Für Unternehmen 9.500,00 EUR (pro Teilnehmer/in). Wir fördern gemeinnützige Organisationen, z.B. aus dem sozialen Bereich. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Die Ausbildung ist von der Umsatzsteuer befreit. Eine Ratenzahlung ist möglich.
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/artop-institut-an-der-humboldt-universitaet-zu-berlin.html
Ausbildungsbeginn: 06.04.2016
Ausbildungsbeginn: 07.04.2016
86672 Augsburg
Kosten: 5.900,- Euro. Ermäßigung und Ratenzahlung für Selbstzahler möglich.
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/ico-institut-fuer-coaching-organisationsberatung.html
Ausbildungstitel: Zertifizierte Ausbildung zum Personzentrierten Coach (DCG)
Ausbildungsbeginn: 08.04.2016
Kosten: Reguläre Coaching-Ausbildung, Firmentarif: 7.950 Euro, Privatzahler: 5.760 Euro. Umsatzsteuerbefreit, Ratenzahlung möglich (4 bzw. 8 Raten).
Ausbildungstitel: 23. Ausbildung Systemisches Coaching, zertifiziert vom DCV e.V.
Kosten: 6.480,- Euro inkl. MwSt. Ratenzahlung ist möglich.
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/change-concepts-professionalitaet-im-coaching.html
Ausbildungsbeginn: 12.04.2016
Kosten: 4.950,00 EUR netto inklusive 1. MotivStrukturAnalyse (MSA), 2. Arbeitsordner und -buch, 3. individualisierter Coachingkoffer. Ratenzahlung ist möglich.
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/die-coaches-hamburg.html
management forum wiesbaden (DBVC-anerkannt)
Ausbildungsbeginn: 14.04.2016
Ausbildungstitel: Coachingausbildung Gruppe 34 (DBVC anerkannt)
Kosten: 6.780 Euro, zzgl. USt inkl. Unterkunft und Vollpension. Die Kosten für den 1. Teil der Coachingausbildung betragen 3.290 Euro, für den 2. Teil 3.490 Euro jeweils zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Für Privatzahler bieten wir auch Ratenzahlung an. Im Preis enthalten sind Übernachtung und Vollpension in ausgesuchten Hotels. Privatzahler erhalten einen Nachlass.
Ausbildungsbeginn: 15.04.2016
Kosten: 6.480,00 Euro, zzgl. USt. Ratenzahlung in 10 Raten möglich.
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/dr-klepsch-partner.html
Kosten: 4.750 Euro für Systemischer Coach. 5.450 Euro für Systemischer Business Coach. Jeweils zuzüglich Tagespauschale und MwSt. Teilzahlung möglich.
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/kroeber-kommunikation-koeln.html
Kosten: 10.800 Euro zzgl. USt. Die Gebühr beinhaltet die Kosten der Ausbildung, Unterlagen, Prüfungsgebühr und Pausenverpflegung. Hotel- und Verpflegungskosten bezahlen die Teilnehmer vor Ort. Für die Teilnehmer sind Zimmerkontingente in nahegelegenen Hotels reserviert.
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/munich-business-school-university-of-applied-sciences.html
Ausbildungsbeginn: 20.04.2016
Kosten: 8.010,- Euro zzgl. MwSt. 9 Bausteine, jeder Baustein einzeln zahlbar, 890,- Euro zzgl. MwSt. pro Baustein.
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/dehner-academy-konstanz.html
Ausbildungsbeginn: 21.04.2016
Ausbildungstitel: BCO Business Coach Ausbildung
Kosten: 6.900 Euro zzgl. USt. Fair geht vor! Sie buchen nur das erste Modul für 890,- Euro zzgl. MwSt. und entscheiden erst danach, ob Sie die ganze Ausbildung besuchen möchten!
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/bco-buero-fuer-coaching-und-organisationsberatung.html
Ausbildungsbeginn: 22.04.2016
Kosten: 4.750 Euro für Systemischer Coach. 5.150 Euro für Systemischer Business Coach (SHB). Zuzügl. MwSt und Tagespauschale. Teilzahlung möglich.
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/kroeber-kommunikation-leipzig.html
Ausbildungsbeginn: 23.04.2016
Umfang-Tage: 21
Kosten: 6.990,00 Euro (Ratenzahlung in vier Raten à 1.747,50 Euro, zzgl. 400,00 Euro Prüfungsgebühr). Mehrwertsteuerfrei. Kursgebühr inkl. Vorgespräch, umfangreiche, hochwertige Kursunterlagen und Tagespauschale (Mittagessen, Kaffeepausen-Pausen mit Snacks, Getränke im Seminarraum).
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/brandinvest-corporate-coaching.html
Ausbildungsbeginn: 27.04.2016
Ausbildungsbeginn: 28.04.2016
Ausbildungstitel: Integraler Coach / Integraler Business Coach ICF zertifiziert
Kosten: 7.950 Euro. Privatpersonen ohne Vorsteuerabzugsberechtigung ermäßigt: 6.680 Euro. Alle Preise für Teilnehmer aus Deutschland zzgl. 19% Mehrwertsteuer. Ermäßigungen bei mehreren Teilnehmern nach Anfrage. Ratenzahlung möglich.
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/coaching-center-berlin.html
E•S•B•A - European Systemic Business Academy (DBVC-anerkannt)
1150 Wien, Gerstnerstraße
Kosten: Semestergebühr Euro 2.800,- (für Privatpersonen, exkl. 10 Einzelcoachings).
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/esba-european-systemic-business-academy-wien.html
Ausbildungsbeginn: 29.04.2016
Ausbildungstitel: Ausbildung zum Ganzheitlich Systemischen Coach / Business Coach ab 29.04.16 in Köln (ICF anerkannt)
Kosten: 6.950 Euro, es fällt keine Umsatzsteuer an. Darin enthalten sind: - die Ausbildungskosten von 6.325 Euro und - 5 Stunden Lehrcoaching à 125 Euro. Die Ausbildung ist nach § 4 Nr. 21 a) bb) UStG umsatzsteuerbefreit, da sie auf einen Beruf vorbereitet bzw. eine berufliche Tätigkeit fördert. Rabatt ab der 2. Person aus einem Unternehmen: 500 Euro. Wollen Sie die Ausbildung mit einer Prüfung abschließen? Die Prüfungsgebühren liegen bei 350 Euro. Diese sind nicht in den Ausbildungskosten enthalten.
Ausbildungstitel: Coaching-Ausbildung 39
http://www.coaching-index.de/coach-ausbildung/christopher-rauen-gmbh.html

References: § 19
 § 19
 § 1
 § 1
 § 4
 § 4
 § 20
 § 11
 § 6
 § 1
 § 4