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Timestamp: 2019-10-16 21:45:51+00:00

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Die feh­ler­haf­te Kla­ge­ab­wei­sung durch Pro­zes­sur­teil | Rechtslupe
Die feh­ler­haf­te Kla­ge­ab­wei­sung durch Pro­zes­sur­teil
Weist das Finanz­ge­richt eine Kla­ge zu Unrecht durch Pro­zes­sur­teil als unzu­läs­sig ab, statt zur Sache zu ent­schei­den, liegt nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ein Ver­fah­rens­feh­ler i.S. von § 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO vor 1.
Ein der­ar­ti­ger Man­gel ist ins­be­son­de­re gege­ben, wenn das Gericht des­halb nicht zur Sache ent­schei­det, weil es zu Unrecht davon aus­geht, dass die Kla­ge­frist ver­säumt ist 2.
Ein Urteil ist stets als auf der Ver­let­zung von Bun­des­recht beru­hend anzu­se­hen, wenn einem Betei­lig­ten das recht­li­che Gehör ver­sagt war (§ 119 Nr. 3 FGO). Das Vor­lie­gen eines abso­lu­ten Revi­si­ons­grun­des hat grund­sätz­lich zur Fol­ge, dass das Urteil des Finanz­ge­richt auf­zu­he­ben und die Sache an das Finanz­ge­richt zurück­zu­ver­wei­sen ist. Bei Vor­lie­gen eines abso­lu­ten Revi­si­ons­grun­des ist § 126 Abs. 4 FGO daher grund­sätz­lich nicht anwend­bar 3.
Eine Aus­nah­me vom Grund­satz der Zurück­ver­wei­sung ist aller­dings dann zuge­las­sen, wenn das Finanz­ge­richt die Kla­ge abge­wie­sen hat und sich die­se Abwei­sung ‑unge­ach­tet des Vor­lie­gens eines Ver­fah­rens­feh­lers- im Ergeb­nis aus pro­zes­sua­len Grün­den als rich­tig erweist 4.
Da § 126 Abs. 4 FGO nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs im Ver­fah­ren über die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ent­spre­chen­de Anwen­dung fin­det 5, ist die Beschwer­de jeden­falls dann zurück­zu­wei­sen, wenn das Finanz­ge­richt die Kla­ge als unzu­läs­sig abge­wie­sen hat und sich die­se Abwei­sung aus pro­zes­sua­len Grün­den als zutref­fend erweist. In die­sem Aus­nah­me­fall kann es wegen der Unzu­läs­sig­keit der Kla­ge zu kei­ner mate­ri­ell-recht­li­chen Prü­fung des Kla­ge­be­geh­rens kom­men 6, sodass das Finanz­ge­richt nach einer Zurück­ver­wei­sung die Kla­ge erneut als unzu­läs­sig abwei­sen müss­te.
BFH, Urteil vom 24.09.1985 – IX R 47/​83, BFHE 145, 299, BSt­Bl II 1986, 268; BFH, Beschlüs­se vom 26.05.2010 – VIII B 228/​09, BFH/​NV 2010, 2080, und in BFH/​NV 2013, 1537[↩]
BFH, Urtei­le in BFH/​NV 2001, 1037, Rz 13; in BFH/​NV 2001, 1277, Rz 16, sowie in BFH/​NV 2002, 493, Rz 12; BFH, Urteil vom 24.09.1998 – V R 82/​97, BFH/​NV 1999, 487, Rz 16; BFH, Urtei­le vom 08.07.1994 – III R 78/​92, BFHE 175, 7, BSt­Bl II 1994, 859, Rz 29; vom 10.03.1987 – IX R 51/​86, BFH/​NV 1988, 35, Rz 18; vom 21.01.1999 – IV R 40/​98, BFHE 188, 523, BSt­Bl II 1999, 563, Rz 17; und vom 02.07.1998 – IV R 79/​95 Rz 15, sowie vom 11.06.1969 – I R 27/​68, BFHE 95, 529, BSt­Bl II 1969, 492, Rz 8; eben­so Lan­ge in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler, § 119 FGO Rz 232; Seer in Tipke/​Kruse, a.a.O., § 119 FGO Rz 18; Rüs­ken in Beermann/​Gosch, FGO § 126 Rz 42; Gräber/​Ratschow, a.a.O., § 119 Rz 3[↩]

References: § 115
 § 126
 § 126
 § 119
 § 119
 § 126
 § 119