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Timestamp: 2018-02-19 19:59:22+00:00

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Vorsteuerberichtigung bei Erwerb eines Wirtschaftsgutes für den pauschalierten Betrieb und späterer Verwendung für den nicht pauschalierten Betrieb - Findok Internet
Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSL vom 30.12.2003, RV/1890-L/02
Vorsteuerberichtigung bei Erwerb eines Wirtschaftsgutes für den pauschalierten Betrieb und späterer Verwendung für den nicht pauschalierten Betrieb
RV/1890-L/02-RS1 Permalink
Wird ein in einem Vorjahr für den pauschalierten Betrieb angeschafftes Wirtschaftsgut nunmehr (zur Gänze) für den nicht pauschalierten Bereich verwendet, liegt ein Anwendungsfall für eine Vorsteuerberichtigung (zu Gunsten des Unternehmers) vor.
Pauschalierung, Gewerbebetrieb, Wirtschaftsgut, Vorsteuerberichtigung
Der unabhängige Finanzsenat hat über die Berufung des U.H., vertreten durch Dr. Hans Peter Huber, gegen den Bescheid des Finanzamtes Grieskirchen vom 4. Juni 2002 betreffend Umsatzsteuer für das Jahr 2000 entschieden:
Gesamtbetrag der Entgelte einschließlich Anzahlungen und Eigenverbrauch:
öS 1.269.622,53
öS 134.237,95
öS 770.204,98
öS 154.041,00
zu versteuern mit 10%
öS 365.179,60
öS 36.517,96
öS 10.694,84
öS 6.922,95
öS 6.754,10
öS 1.350,82
davon mit 10% zu versteuern
öS 168,85
öS 16,88
Vorsteuern (ohne Nachstehende):
- öS 103.483,09
- öS 60,00
- öS 1.367,71
- öS 10.694,84
Berichtigung der Vorsteuer gemäß § 12 Abs. 10
- öS 4.400,00
Gemäß § 204 BAO gerundete Zahllast:
Euro 6.003,93
Der Berufungswerber verwendet einen im Jahr 1996 zur Gänze für seine pauschalierte Landwirtschaft angeschafften Kompostlader seit dem Jahr 1998 zur Gänze für seine gewerbliche (also nicht pauschalierte) Kompostierung.
In der Umsatzsteuererklärung für 2000 machte er eine Vorsteuerberichtigung (zu seinem Gunsten) in Höhe von 1/5 der auf dem Kompostlader ruhenden Umsatzsteuer geltend.
Das Finanzamt verwehrte dies mit der Begründung, dass keine Änderung der Verhältnisse nach § 12 Abs. 10 und 11 UStG vorliege, wenn ein Gegenstand, der zunächst für den pauschalierten Betrieb angeschafft wurde und in der Folge im Gewerbebetrieb verwendet wird, weil der Gegenstand weiterhin zur Ausführung steuerpflichtiger Umsätze verwendet wird.
Der steuerliche Vertreter wendete dagegen in der Berufung ein:
Im vorliegenden Fall wurde die Umsatzsteuer hinsichtlich der Landwirtschaft pauschaliert erhoben, hinsichtlich des Gewerbebetriebes erfolgte sie nach den allgemeinen Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes.
Werden Gegenstände sowohl in dem einen als auch in dem anderen Betrieb verwendet, dann erfolgt der Vorsteuerabzug im Verhältnis der Verwendung, weil wegen der Vorsteuerpauschalierung im landwirtschaftlichen Betrieb ein gesonderter Vorsteuerabzug nicht zulässig ist. Ändert sich in den Folgejahren das Nutzungsverhältnis, ändern sich somit die Verhältnisse, die für den Vorsteuerabzug maßgebend waren. Eine Vorsteuerkorrektur nach § 12 Abs. 10 UStG steht damit zu (siehe auch Kranich, Siegl, Waba, § 22, Anmerkung 120 und Ruppe, UStG 19942, § 22 Tz 43).
Der VwGH hat bezüglich des umgekehrten Falles (Gegenstand wird für Unternehmensteile außerhalb des pauschalierten Betriebes mit Vorsteuerabzug erworben und in der Folge im pauschalierten Betrieb verwendet) im Erkenntnis vom 14.9.1993, 93/15/0105, ausgesprochen, dass dies ein Anwendungsfall des § 12 Abs. 10 UStG sei. Ruppe, a.a.O., bezweifelt dies in Tz 42 zu § 22, meint aber andererseits in Tz 43, bei gemischter Verwendung und nachträglicher Nutzungsänderung sei eine Vorsteuerberichtigung vorzunehmen. Damit widerspricht sich Ruppe nach Ansicht des Referenten selbst, weil es wohl keinen Unterschied ausmacht, ob der Gegenstand zunächst in einem Verhältnis von 100 zu 0 (bzw. 0 zu 100) oder in einem beliebigen anderen Verhältnis für den pauschalierten bzw. gewerblichen Bereich angeschafft wird und in der Folge in einem anderen Verhältnis, und sei dies auch 0 zu 100 (bzw. 100 zu 0) genutzt wird. Damit erweisen sich die Zweifel an der angeführten Judikatur des VwGH nicht begründet. Folglich steht auch für den hier vorliegenden umgekehrten Fall eine Vorsteuerberichtigung zu. Überdies sind Verhältnisse, die für den Vorsteuerabzug maßgebend sind, auch jene, die darin bestehen, dass einmal die Vorsteuer pauschal und einmal gesondert zusteht.
Die Berufung erweist sich somit als begründet.
Findok-Nr: 7861.1, aufgenommen am: 16.02.2004 08:53:21, zuletzt geändert am: 30.03.2006, Dokument-ID: 0d28497d-91f6-4835-acc6-8438d90ca263, Segment-ID: 82a6aa39-32dd-4da6-af05-c9b20cada421

References: § 12
 § 204
 § 12
 § 12
 § 22
 § 22
 § 12
 § 22