Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW-RR%202008,%201198
Timestamp: 2017-10-22 17:28:24+00:00

Document:
BGB § 249 Hd, § 251, § 253
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 10.6.2008 - VI ZR 248/07 (Keine Nutzungsentschädigung für ein zu Freizeitzwecken genutztes Wohnmobil)" von Ass. F. Roland A. Richter, original erschienen in: SVR 2008, 382.
Kurznachricht zu "Nutzungsausfallentschädigung ohne Nachweis einer Ersatzbeschaffung bei Totalschaden" von RA/FAVerkehrsR/FAVersR Andreas Krämer, original erschienen in: ZfS 2016, 124.
Hierzu kann auf die Verkehrsanschauung abgehoben werden, wenn diese auch nicht darüber entscheiden kann, wo die Grenze des § 253 BGB verläuft (BGH, Urteil vom 10. Juni 2008 aaO; vgl. auch BGH, Urteil vom 15. November 1983 - VI ZR 269/81, BGHZ 89, 60, 62 f mwN).10Bei der Prüfung, ob nach der Verkehrsauffassung der vorübergehende Verlust der Nutzungsmöglichkeit eines Gegenstandes als wirtschaftlicher Schaden gewertet werden kann, ist ein strenger Maßstab anzulegen.
aa) Nach gefestigter Rechtsprechung stellt auch der vorübergehende Verlust der Gebrauchsmöglichkeit eines Kraftfahrzeugs einen Vermögensschaden dar, wenn der Geschädigte für die Zeit des Nutzungsausfalls auf die Anmietung eines Ersatzwagens verzichtet (BGHZ 56, 214, 215; 40, 345, 347 ff.;… BGH, NJW 2010, 2427;… Urt. v. 10.3.2009 - VI ZR 211/08, NJW 2009, 1663, 1664; Urt. v. 10.6.2008 - VI ZR 248/07, NJW-RR 2008, 1198).
Bei Fahrzeugen, auf deren ständige Verfügbarkeit die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung häufig angewiesen ist, stellt bereits die Gebrauchsmöglichkeit einen geldwerten Vorteil dar, dessen Entziehung als Vermögensschaden anzusehen ist (…BGHZ 56, 215;… BGH, NJW 2010, 2427; NJW-RR 2008, 1198).
Im Anschluss an das BGH-Urteil vom 10.06.2008, Az. VI ZR 248/07, welches freilich erst nach der hiesigen erstinstanzlichen Entscheidung erging, kann der Kläger weder aus § 280 Abs. 1 BGB in Verbindung mit dem Werkvertrag betreffend die Reparatur der Zündung noch aus § 831 Abs. 1 Satz 1 BGB von der Beklagten die geltend gemachte Nutzungsentschädigung verlangen.
Durch das Urteil des BGH vom 10.06.2008, VI ZR 248/07 ist höchstrichterlich geklärt, dass der zeitweilige Verlust der Gebrauchsmöglichkeit eines zu reinen Freizeitzwecken dienenden Wohnmobils keinen Anspruch auf abstrakte Nutzungsentschädigung begründet.
Nutzungsausfall: Auch bei 130 %-Schaden kein Warten auf Haftungsanerkenntnis

References: § 249
 § 251
 § 253
 BGH 
 § 253
 § 280
 § 831
 BGH