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Timestamp: 2016-12-06 00:48:46+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: 7 ABR 100/09
Das Ar­beits­ge­richt ist in ers­ter und letz­ter In­stanz in vol­ler Kam­mer­be­set­zung für die Ent­schei­dung über ei­nen An­trag zuständig, mit dem ein Ei­ni­gungs­stel­len­vor­sit­zen­der we­gen Be­sorg­nis der Be­fan­gen­heit ab­ge­lehnt wird. Das er­gibt ei­ne Ana­lo­gie zu § 1037 Abs 3 Satz 1, § 1062 Abs 1 Nr 1 Var 2, § 1065 Abs 1 Satz 2 ZPO.
Arbeitsgericht Hamburg, Beschluss vom 14.11.2008, 13 BV 10/08
7 ABR 100/09 1 TaBV 1/09
2. hat der Sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der Anhörung vom 17. No­vem­ber 2010 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Lin­sen­mai­er, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gall­ner, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Kiel so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Bea und Dr. Ger­scher­mann für Recht er­kannt:
- 2 - Die Rechts­be­schwer­de des Be­triebs­rats ge­gen den Be­schluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ham­burg vom 16. April 2009 - 1 TaBV 1/09 - wird mit der Maßga­be zurück­ge­wie­sen, dass die Be­schwer­de des Be­triebs­rats ge­gen den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ham­burg vom 14. No­vem­ber 2008 - 13 BV 10/08 - als un­zulässig ver­wor­fen wird.
- 3 - Be­sorg­nis der Be­fan­gen­heit des Vor­sit­zen­den aus­zu­set­zen. Die­ser An­trag wur­de mit der Stim­me des Vor­sit­zen­den an­ge­nom­men.
I. Sie ist zulässig, ins­be­son­de­re statt­haft. Nach § 92 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 ArbGG ist ge­gen ei­nen Be­schluss die Rechts­be­schwer­de statt­haft, wenn das Be­schwer­de­ge­richt sie in dem Be­schluss aus­drück­lich zu­ge­las­sen hat.
- 4 - 1. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat als Be­schwer­de­ge­richt die ge­gen dieEnt­schei­dung des Ar­beits­ge­richts er­ho­be­ne Be­schwer­de für zulässig ge­hal­ten und über sie in der Sa­che ent­schie­den. Es hat an­ge­nom­men, über die Be­schwer­de sei nicht ent­spre­chend § 98 Abs. 2 ArbGG zu ent­schei­den, son­dern nach den Re­geln des all­ge­mei­nen Be­schluss­ver­fah­rens im Be­schwer­de­rechts­zug nach §§ 87 bis 91 ArbGG. Die Be­schwer­de sei un­be­gründet. In ana­lo­ger An­wen­dung der §§ 1036 ff. ZPO be­ste­he kein Grund für die Ab­leh­nung des Ei­ni­gungs­stel­len­vor­sit­zen­den we­gen Be­sorg­nis der Be­fan­gen­heit.
2. Die Rechts­be­schwer­de ist zulässig, ob­wohl be­reits die Ent­schei­dungdes Ar­beits­ge­richts über die Ab­leh­nung des Ei­ni­gungs­stel­len­vor­sit­zen­den we­gen Be­sorg­nis der Be­fan­gen­heit in ana­lo­ger An­wen­dung der § 1036 Abs. 2, § 1037 Abs. 3 Satz 1, § 1062 Abs. 1 Nr. 1 Var. 2, § 1065 Abs. 1 Satz 2 ZPO un­an­fecht­bar war.
a) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt kann ei­ne Rechts­be­schwer­demöglich­keit, dienicht be­steht, al­ler­dings nicht da­durch eröff­nen, dass es die Rechts­be­schwer­de zulässt. Durch ein ge­setz­wid­ri­ges Ver­fah­ren wird ein (wei­te­res) Rechts­mit­tel nicht statt­haft. Das Rechts­be­schwer­de­ge­richt ist zwar nach § 92 Abs. 1 Satz 2, § 72 Abs. 3 ArbGG an die Zu­las­sung ge­bun­den. Die Bin­dung be­steht aber nur hin­sicht­lich der Fra­ge, ob es Zu­las­sungs­gründe gibt. Die Zu­las­sung hat dem­ge­genüber kei­ne Wir­kung, wenn die Rechts­be­schwer­de von vorn­her­ein un­statt­haft ist (vgl. für die st. Rspr. BAG 22. Ju­li 2008 - 3 AZB 26/08 - Rn. 25 mwN, BA­GE 127, 173; 15. Sep­tem­ber 2005 - 3 AZB 48/05 - zu II 1 der Gründe mwN, NZA-RR 2006, 211).
b) Die­se Be­schränkung gilt dann nicht, wenn es dar­um geht, die ge­setz-ge­be­ri­sche Ent­schei­dung, nach der ein Be­schluss un­an­fecht­bar ist, ge­genüber ei­nem Ge­richt durch­zu­set­zen, das in ei­nem Rechts­mit­tel­ver­fah­ren in der Sa­che ent­schie­den hat (vgl. BAG 25. No­vem­ber 2008 - 3 AZB 64/08 - Rn. 8, AP ZPO § 164 Nr. 6 = EzA ZPO 2002 § 319 Nr. 1). Das un­ter­schei­det die ge­ge­be­ne Fall­ge­stal­tung von dem Fall, dass be­reits das Be­schwer­de­ge­richt zu Recht ei­ne An­fech­tungsmöglich­keit des Ur­sprungs­be­schlus­ses ver­neint und die Rechts-
- 5 - be­schwer­de zu­ge­las­sen hat (vgl. da­zu BGH 14. Ju­li 2004 - XII ZB 268/03 - zu II 1 der Gründe, NJW-RR 2005, 46).
- 6 - vom 22. De­zem­ber 1997 [BGBl. I S. 3224] 9. Mai 1995 - 1 ABR 56/94 - zu B II der Gründe, BA­GE 80, 104).
- 7 - b) Die plan­wid­ri­ge Ge­set­zeslücke ist ent­ge­gen der über­wie­gen­den Auf-
- 8 - die­sel­be ist wie im Ver­fah­ren der An­fech­tung des Ei­ni­gungs­stel­len­spruchs. Über die An­fech­tung ent­schei­det das Ar­beits­ge­richt in vol­ler Kam­mer­be­set­zung. Ei­ne ana­lo­ge An­wen­dung des § 98 Abs. 1 Satz 1 ArbGG be­gründe­te da­ge­gen die Zuständig­keit des Kam­mer­vor­sit­zen­den.
- 9 - Ge­richts führt nicht zur Statt­haf­tig­keit ei­nes von der Rechts­ord­nung nicht vor­ge­se­he­nen Rechts­mit­tels.
Bea Ger­scher­mann	m.hensche.de
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References: § 1037
 § 1062
 § 1065
 § 92
 § 98
 § 1036
 § 1037
 § 1062
 § 1065
 § 92
 § 72
 § 164
 § 319
 BGH 
 § 98