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Timestamp: 2019-05-26 16:42:04+00:00

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BGH, 23.02.1978 - III ZR 97/76 - dejure.org
https://dejure.org/1978,384
BGH, 23.02.1978 - III ZR 97/76 (https://dejure.org/1978,384)
BGH, Entscheidung vom 23.02.1978 - III ZR 97/76 (https://dejure.org/1978,384)
BGH, Entscheidung vom 23. Februar 1978 - III ZR 97/76 (https://dejure.org/1978,384)
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Falschauskunft - Geschoßzahl eines Wohngebändes - Einholung eines Vorbescheids - Abgabe einer der objektiven Rechtslage widersprechenden Auskunft durch einen Beamten - Schadensersatz auf Grund einer Amtspflichtverletzung - Verbindlichkeit einer mündlichen Auskunft über das Maß einer baulichen Nutzung - Vertrauen auf die Richtigkeit und Verbindlichkeit einer mündlichen Auskunft hinsichtlich eines Bauvorhabens - Abgrenzung zwischen mündicher Auskunft und schriftlichem Bauvorbescheid - Einholung eines Bauvorbescheides als Rechtsmittel im Sinne des § 839 Abs. 3 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Die Beteiligung der Gemeinden an der Erteilung von Baugenehmigungen (Johannes Hager; BayVBl 1980, 131)
NJW 1978, 1522
VersR 1978, 640
DVBl 1978, 704
BauR 1978, 473
So betraf das Senatsurteil vom 23. Februar 1978 (aaO) eine mündliche Falschauskunft der unteren Bauaufsichtsbehörde über die zulässige Geschoßzahl eines Wohngebäudes, aufgrund deren der Eigentümer von vornherein darauf verzichtet hatte, einen schriftlichen Vorbescheid einzuholen.
Die von der Revision geltend gemachte Rechtsfolge kann nur eintreten, wenn der Betroffene schuldhaft ein Rechtsmittel unterläßt, das sich gegen das amtspflichtwidrige Verhalten als solches richtet mit dem Ziel, dieses zu ändern (vgl. BGH, Urteil vom 23. Februar 1978 - III ZR 97/76, NJW 1978, 1522, 1523).
a) Der Begriff der "Maßnahme« ist vom Gesetz bewußt weit gefaßt worden (Senatsurteil vom 23. Februar 1978 - III ZR 97/76 = NJW 1978, 1522/3;… Rietdorf/Heise/Böckenförde/Strehlau, Ordnungs- und Polizeirecht in Nordrhein-Westfalen 2. Aufl. OBG § 41 Rn. 11;… vgl. auch Krämer/Müller, OBG NW 2. Aufl. § 41 Rn. 4).
Nicht nur den förmlich erlassenen Verwaltungsakt hat der Senat als Maßnahme im Sinne des § 39 Abs. 1 OBG gewertet, sondern auch die Erteilung einer mündlichen Auskunft, wenn und solange der auskunftsuchende Bürger auf ihre Richtigkeit vertrauen durfte (Urteil vom 23. Februar 1978 aaO).
Auch auf die Erklärungen und Belehrungen eines Beamten darf der Bürger im allgemeinen vertrauen, ohne daß ihm bei einer Unrichtigkeit der Erklärung - sofern die Annahme einer Unrichtigkeit nicht dringlich nahelag - der Vorwurf eines Mitverschuldens gemacht werden kann (vgl. BGH, Urt. v. 23. Februar 1978 - III ZR 97/76, NJW 1978, 1522, 1524; v. 10. Juli 1980 - III ZR 23/79, NJW 1980, 2573, 2575).
vgl. Bundesgerichtshof (BGH), Urteil vom 23. Februar 1978 - III ZR 97/76 -, in: Neue Juristische Wochenschrift (NJW) 1978, 1522.
vgl. BGH, Urteil vom 23. Februar 1978 - III ZR 97/76 -, a.a.O.; Schnellenbach, Beamtenrecht in der Praxis, 6. Aufl. 2005, Rn. 414, m.w.N.
vgl. BVerwG, Urteil vom 17. Oktober 1985 - 2 C 12.82 -, a.a.O.; BGH, Urteil vom 23. Februar 1978 - III ZR 97/76 -, a.a.O.
Das Verwaltungsgericht hat sich zur Begründung seiner gegenteiligen Ansicht auf die o.a. Entscheidung des BGH vom 23. Februar 1978 - III ZR 97/76 -, a.a.O., berufen.
Wenn die Beamten davon absahen, den Kläger über diese Möglichkeit zu belehren, sondern sich darauf einließen, mündliche Auskünfte zu geben, mußten diese richtig, klar unmißverständlich und vollständig sein, damit der Kläger sich bei seinen Dispositionen entsprechend einrichten konnte (Senatsurteil vom 23. Februar 1978 - III ZR 97/76 = NJW 1978, 1522 = LM NRW OBG Nr. 4 = DVBl 1978, 704 m.w.Nachw.).
Die (nach § 287 ZPO zu beurteilende) Frage nach der Kausalität der Amtspflichtverletzung für die Entstehung des Schadens stellt sich dahin, wie die mündliche Antrage des Klägers nach der baulichen Nutzbarkeit des Geländes bei rechtmäßigem Vorgehen von den Bediensteten der Beklagten beantwortet worden wäre und welche Dispositionen er dann getroffen hätte (vgl. Senatsurteil vom 23. Februar 1978 a.a.O. unter IV 1 a;… BGB-RGRK a.a.O. § 839 Rdn. 302).
Ein Bürger darf zwar im allgemeinen auf Erklärungen und Auskünfte eines Beamten vertrauen, solange er nicht begründeten Anlaß zu Zweifeln an ihrer Richtigkeit hat (Senatsurteil vom 23. Februar 1978 aaO).
Bei dieser Sachlage läßt sich nicht ausschließen, daß die Auskunft - dem Stande der Erkenntnismöglichkeiten des Beamten entsprechend - unvollständig und unrichtig war (vgl. Senatsurteile vom 23. Februar 1978 - III ZR 97/76 = NJW 1978, 1522, vom 17. April 1980 - III ZR 167/78 = NJW 1980, 2576 und vom 10. Juli 1980 - III ZR 23/79 = NJW 1980, 2573).
Die Erteilung einer unrichtigen mündlichen Auskunft über die Bebaubarkeit eines Grundstücks bildet eine rechtswidrige Maßnahme im Sinne des § 41 Abs. 1 Buchst. b) des nordrhein-westfälischen Gesetzes über Aufbau und Befugnisse der Ordnungsbehörden - Ordnungsbehördengesetz (OBG) - in der hier maßgeblichen Fassung vom 28. Oktober 1969 (GVBl. S. 732) - heute § 39 Abs. 1 Buchst. b) in der Fassung des OBG vom 13. Mai 1980 (GVBl. S. 528) -, wenn und soweit der Auskunftsuchende auf die Richtigkeit vertrauen und seine wirtschaftlichen Dispositionen danach ausrichten darf (Senatsurteil vom 23. Februar 1978 aaO).
Der Begriff der "Maßnahme" ist bewußt weit gefaßt worden (Senatsurteil NJW 1978, 1522 = DVBl 1978, 704;… Rietdorf/Heise/Böckenförde/Strehlau, Ordnungs- und Polizeirecht in Nordrhein-Westfalen 2. Aufl. 1972 § 41 OBG Rdn. 11, 14, 15;… vgl. auch Krämer/Müller OBG NW 2. Aufl. 1971 § 41 Rdn. 4).
OLG Schleswig, 01.03.2018 - 11 U 40/17
Notveräußerung eines Tieres nach Aufhebung der Beschlagnahme
Auslegung des Begriffes "Rechtsmittel" im Sinne des § 839 Abs. 3 Bürgerliches …

References: § 839
 § 41
 § 41
 § 39
 BGH 
 § 287
 § 839
 § 41
 § 39
 § 41
 § 41
 § 839