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Timestamp: 2016-10-23 14:22:48+00:00

Document:
K 142/04 (23.05.2006)
Pr�sident Ursprung, Bundesrichterin Widmer und Bundesrichter Sch�n; Gerichtsschreiberin Berger G�tz
H.________, Beschwerdegegner, vertreten durch den Kanton Z�rich, dieser vertreten durch die Direktion f�r Justiz und des Innern des Kantons Z�rich, Amt f�r Justizvollzug, Bew�hrungs- und Vollzugsdienste, Feldstrasse 42, 8090 Z�rich, und diese vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ueli Kieser, Ulrichstrasse 14,
Der 1969 geborene H.________ ist bei der SWICA Gesundheitsorganisation (nachfolgend: SWICA) krankenversichert. Mit Entscheid des Bezirksgerichtes A.________ vom 17. April 2002 in der Angelegenheit Bezirksnwaltschaft A.________ gegen H.________ wurde er im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Massnahmen an geistig Abnormen) und Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Behandlung von Trunk- und Rauschgifts�chtigen) in eine Heil- und Pflegeanstalt eingewiesen. In der Folge hielt er sich vom 4. Juli 2002 bis 1. April 2003 in der Dualstation und ab 1. bis 23. April 2003 in der geschlossenen Akutstation der Psychiatrischen Universit�tsklinik X.________ (nachfolgend: Uniklinik) auf. Mit Verf�gung vom 17. Juni 2003 verneinte die SWICA eine Leistungspflicht f�r den station�ren Aufenthalt in der Uniklinik vom 4. Juli 2002 bis 23. April 2003. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 8. September 2003 fest.
In Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde hob das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich den Einspracheentscheid vom 8. September 2003 auf und wies die Sache an die SWICA zur�ck, damit sie, nach erfolgten Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen, �ber den Anspruch auf �bernahme der Kosten des Aufenthaltes in der Uniklinik vom 4. Juli 2002 bis 23. April 2003 neu verf�ge (Entscheid vom 15. September 2004).
H.________ l�sst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Art. 24 ff. KVG) sowie �ber den f�r die Verg�tung von Spitalaufenthalten anwendbaren Tarif (Art. 49 und 50 KVG) zutreffend dargelegt. Dasselbe gilt f�r die Rechtsprechung zur Abgrenzung von Akutspital- und Pflegebed�rftigkeit im Sinne von Art. 49 und 50 KVG (BGE 126 V 323, 124 V 362) sowie f�r die einzur�umende angemessene Anpassungszeit f�r den �bertritt von einem Akutspital in ein Pflegeheim oder in eine Pflegeabteilung (BGE 124 V 367 Erw. 2c mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
Streitig und zu pr�fen ist, ob der Beschwerdegegner f�r den Aufenthalt in der Uniklinik in der Zeit vom 4. Juli 2002 bis 23. April 2003 grunds�tzlich Anspruch auf Leistungen der Krankenversicherung und, bejahendenfalls, ob die Krankenkasse die Kosten nach Spitaltarif gem�ss Art. 49 Abs. 3 KVG oder nach Tarif f�r den Aufenthalt in einem Pflegeheim nach Art. 50 KVG zu verg�ten hat.
3.1 Nach Auffassung des kantonalen Gerichts war in der Zeit vom 4. Juli 2002 bis 23. April 2003 eine station�re Behandlung notwendig. Die Krankenkasse habe die daraus entstandenen Kosten grunds�tzlich zu tragen. Die SWICA, an welche die Sache zur�ckzuweisen sei, habe den Sachverhalt bez�glich der Frage, ob es sich bei der erforderlichen station�ren Behandlung zwingend um eine Akutbehandlung unter Spitalbedingungen handeln musste, oder ob eine station�re Behandlung zum Pflegetarif ausreichend gewesen w�re, erg�nzend abzukl�ren und hernach erneut zu verf�gen.
3.2 Die SWICA ist der Ansicht, der Beschwerdegegner habe sich als HMO-Versicherter f�r die in Frage stehende Hospitalisation nicht an seine eingeschr�nkte Wahl bez�glich des Leistungserbringers gehalten, weshalb die Krankenversicherung keine Kosten zu �bernehmen habe. Zudem entfalle die Leistungspflicht auch auf Grund der Tatsache, dass keine Krankheit im Rechtssinne vorliege. Selbst wenn man von einer Krankheit ausgehen w�rde, sei zu ber�cksichtigen, dass die in Frage stehende Behandlung gem�ss Gutachten des Dr. med. T.________, Facharzt f�r Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 24. Dezember 2001 auch ambulant h�tte erfolgen k�nnen. Im �brigen seien Strafvollzugskosten - als solche seien die Kosten f�r den Spitalaufenthalt zu qualifizieren, nachdem der Beschwerdegegner im Rahmen strafrechtlicher Massnahmen ins Spital eingewiesen worden sei - nicht von der Krankenversicherung zu tragen. Schliesslich beweise der Umstand, dass der Beschwerdegegner nach gescheitertem Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik wieder in Haft gewesen und sp�ter ins Therapiezentrum Y.________ eingewiesen worden sei, die fehlende Notwendigkeit des vorg�ngigen Spitalaufenthaltes. Der Kanton verf�ge �ber gen�gend geeignete Therapiestellen ausserhalb einer Heilanstalt.
3.3 Der Beschwerdegegner bringt vor, bei der vorliegenden besonderen Konstellation werde das beschr�nkte Wahlrecht gem�ss Art. 41 Abs. 4 KVG dadurch konkretisiert, dass die Wahl des Leistungserbringers durch das Gericht vorgenommen werde. Die Einweisung in die Klinik am 4. Juli 2002 sei sodann aus medizinischen Gr�nden und nicht etwa nur aus ordnungspolitischen �berlegungen gerechtfertigt gewesen. Die Spitalbed�rftigkeit ergebe sich aus dem Gutachten des Dr. med. T.________ vom 24. Dezember 2001. Ziel der angeordneten strafrechtlichen Massnahme sei das medizinische Angehen eines bestimmten Krankheitsgeschehens gewesen, womit die Leistungspflicht der Krankenversicherung bez�glich der Kosten der station�ren Behandlung feststehe.
4.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung �bernimmt die Kosten f�r die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 KVG). Diese Leistungen umfassen unter anderem die Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen, die ambulant, bei Hausbesuchen, station�r, teilstation�r oder in einem Pflegeheim von �rzten oder �rztinnen, Chiropraktoren oder Chiropraktorinnen oder von Personen durchgef�hrt werden, die auf Anordnung oder im Auftrag eines Arztes oder einer �rztin Leistungen erbringen, sowie den Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (Art. 25 Abs. 2 lit. a und e KVG).
Nach Art. 41 Abs. 1 KVG k�nnen die Versicherten unter den zugelassenen Leistungserbringern, die f�r die Behandlung ihrer Krankheit geeignet sind, frei w�hlen. Laut Art. 41 Abs. 4 KVG k�nnen sie ihr Wahlrecht im Einvernehmen mit dem Versicherer auf Leistungserbringer beschr�nken, die der Versicherer im Hinblick auf eine kosteng�nstigere Versorgung ausw�hlt (Art. 62 Abs. 1 und 3 KVG). Der Versicherer muss dann nur die Kosten f�r Leistungen �bernehmen, die von diesen Leistungserbringern ausgef�hrt oder veranlasst werden; Art. 41 Abs. 2 KVG gilt sinngem�ss. Die gesetzlichen Pflichtleistungen sind in jedem Fall versichert.
Im Rahmen von Art. 41 Abs. 4 KVG sind besondere Versicherungsformen zul�ssig, wie beispielsweise die HMO-Gesundheitszentren und die Hausarztmodelle. Die einer HMO angeschlossenen Versicherten erkl�ren sich bereit, alle Behandlungen und Untersuchungen durch das bezeichnete HMO-Gesundheitszentrum durchf�hren oder sich von einem solchen an Dritte �berweisen zu lassen; ausgenommen sind Notf�lle, bei welchen die Inanspruchnahme der HMO nicht m�glich oder angemessen ist. Sinn und Zweck der in Art. 41 Abs. 4 KVG geregelten Einschr�nkung der freien Wahl des Leistungserbringers liegen darin, dass im Sinne einer Kosteneind�mmungsmassnahme Versicherer den Versicherten, die bereit sind, sich bei der Wahl des Leistungserbringers einzuschr�nken, eine Pr�mienreduktion gew�hren k�nnen (Art. 62 Abs. 1 KVG). Dadurch k�nnen Versicherer mit ausgew�hlten, besonders kosteng�nstigen Leistungserbringern Vertr�ge abschliessen und ihren Versicherten - die bereit sein m�ssen, sich auf diese Leistungserbringer zu beschr�nken - eine tiefere Pr�mie anbieten (Botschaft des Bundesrates �ber die Revision der Krankenversicherung vom 6. November 1991, BBl 1992 I 128; RKUV 2003 Nr. KV 241 S. 74 [Urteil H. vom 6. Februar 2003, K 58/02]).
4.2 Der Beschwerdegegner hat bei der Beschwerdef�hrerin eine HMO-Versicherung abgeschlossen. Nach den Zusatzbedingungen (Ausgabe 2002), Krankenpflegeversicherung "FAVORIT HMO", S. 7, Art. 3 Abs. 2, �bernimmt die SWICA die H�lfte der anfallenden Kosten, wenn sich der Versicherte, ohne dass ein Notfall vorliegt, ohne �berweisung oder Einverst�ndnis des Gesundheitszentrums ambulant oder station�r behandeln l�sst. Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin kann die Leistungspflicht also gar nicht vollst�ndig dahinfallen, wenn die versicherte Person ihrer eingeschr�nkten Wahlm�glichkeit keine Rechnung tr�gt.
Bei der vorliegenden Konstellation (Einweisung in eine Heil- und Pflegeanstalt durch Bezirksgerichtsentscheid) liegt es auf der Hand, dass der Versicherte durch seinen Eintritt in die Uniklinik kein Wahlrecht ausge�bt hat. Er hatte vielmehr - �hnlich wie bei einem Notfall - �berhaupt keine Steuerungsm�glichkeit bez�glich des Leistungserbringers. Somit kann ihm entgegen der Meinung der Krankenversicherung nicht vorgeworfen werden, er habe sich nicht an seine eingeschr�nkte Wahl bez�glich des Leistungserbringers gehalten. Eine Verordnung eines Arztes oder einer �rztin eines SWICA-Gesundheitszentrums musste er bei dieser Sachlage nicht einholen. Weder er noch das Gesundheitszentrum h�tten eine andere Institution bestimmen k�nnen. Die richterliche Einweisung l�sst eine Abkl�rung der Situation durch ein Gesundheitszentrum obsolet werden, weil das Gericht die Notwendigkeit und Verh�ltnism�ssigkeit einer station�ren Behandlung ebenfalls pr�fen muss, und damit bei seinem Entscheid dem gesetzgeberischen Ziel des Art. 41 Abs. 4 KVG (Kosteneind�mmung) gleichsam automatisch Rechnung tr�gt. Die Leistungspflicht der Krankenversicherung ist somit vorliegend nicht schon deshalb eingeschr�nkt, weil der Eintritt in die Uniklinik auf gerichtliche Einweisung hin erfolgt ist.
Die Krankenversicherung lehnt eine Pflicht zur �bernahme von Kosten im Zusammenhang mit dem fraglichen Spitalaufenthalt auch mit der Begr�ndung ab, es bestehe keine Krankheit im Rechtssinne, und selbst wenn man von einer Krankheit ausgehen w�rde, sei zu ber�cksichtigen, dass deren Behandlung auch ambulant h�tte erfolgen k�nnen. Zudem seien Strafvollzugskosten nicht von der Krankenversicherung zu tragen.
5.1.1 Gem�ss Gutachten des Dr. med. T.________ vom 24. Dezember 2001 leidet der Versicherte unter einer schizophreniformen psychotischen St�rung bei sch�dlichem Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.50); differentialdiagnostisch gibt der Experte eine episodische paranoide Schizophrenie mit zunehmendem Residuum an (ICD-10 F20.3, andernorts: ICD-10 F20.5). Ung�nstig auf die Legalprognose w�rden sich unter anderem die gelegentliche �berm�ssige Gewaltanwendung, die zuf�llige Opferauswahl, mehrmaliges Anwenden von Gewalt gegen andere, eine hohe R�ckfallwahrscheinlichkeit, die h�ufige psychotische Dekompensation in der Vergangenheit und geringe Frustrationstoleranz sowie (unter Alkohol) hohe Impulsivit�t auswirken (daneben nennt der Experte diverse weitere Umst�nde, welche sich ung�nstig auswirken). Als g�nstig bezeichnet Dr. med. T.________ insbesondere mutmasslich intakte famili�re Beziehungen, vordergr�ndige Zufriedenheit mit dem gegenw�rtigen Leben, die gut wirksame Behandlungsmethode der psychischen St�rung, der feste Wohnsitz und nicht zuletzt der Umstand, dass die Behandlung grunds�tzlich ambulant erfolgen k�nne. Mit Blick auf die im �bermass vorhandenen ung�nstigen Umst�nde und die bislang stets gescheiterten Versuche einer ambulanten Therapie wird in der Expertise aber ein station�rer Aufenthalt empfohlen und die Massnahmebed�rftigkeit (kombinierte Massnahme im Sinne von Art. 43 und 44 StGB) bejaht. F�r die festgestellte St�rung gebe es eine erfolgsversprechende Behandlung (Neuroleptika zur Vermeidung k�nftiger psychotischer St�rungen und abstinenzorientierte Therapie). Eine Behandlung k�nne die Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten vermindern. Der Versicherte sei allerdings kaum bereit, sich einer Behandlung zu unterziehen, weil ihm die Krankheitseinsicht fehle. Die Einweisung in eine psychiatrische Klinik (Dualstation) sei w�nschens- und erw�genswert, weil sich nur dort gen�gend fachlich qualifiziertes Personal befinde, welches mit den festgestellten St�rungen umgehen k�nne.
5.1.2 Im Schreiben der Uniklinik vom 12. August 2002 wird angegeben, es sei seit der �berweisung aus der Untersuchungshaft am 4. Juli 2002 kein psychotisches Erleben oder Substanzenkonsum feststellbar gewesen. Auch affektiv sei der Versicherte bis jetzt ausgeglichen. Wegen erheblicher Heteroaggression und psychotischer Symptomatik vor allem unter Alkoholeinfluss in der Zeit von 1997 bis 2000 sei die Beobachtungszeit auf der Dualstation zu kurz, um �ber eine Weiterf�hrung der Massnahme in ambulanter Form entscheiden zu k�nnen.
Mit Bericht vom 28. September 2002 stellt die Uniklinik fest, aktuell sei kein Hinweis auf eine psychotische St�rung oder eine paranoide Schizophrenie gefunden worden. Den Versicherten direkt aus der Haft in die Gesellschaft zu entlassen h�tte aber - nach Ansicht der Klinik�rzte - ein zu grosses Risiko eines R�ckfalls in vorangegangene Verhaltensmuster beinhaltet und w�re nicht zu verantworten gewesen.
Gem�ss Bericht der Uniklinik vom 6. Juni 2003 war nach langmonatiger Hospitalisation trotz aller diagnostischer Abkl�rungen und therapeutischer Bem�hungen nur ein ungen�gender Therapieerfolg zu verzeichnen. Verschiedener R�ckfallereignisse wegen hielten es die Spital�rzte als nicht verantwortbar, den Versicherten in ein ambulantes Setting zu entlassen. Auf Grund eines massiven sexuellen �bergriffs auf eine Mitpatientin wurde der Beschwerdegegner in der Folge (am 23. April 2003) wieder in Haft �berf�hrt.
Gegen�ber dem Bew�hrungsdienst B.________ berichtet die Uniklinik am 21. April 2004, der Versicherte sei sehr unauff�llig im Verhalten, sehr freundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen. Auf Anfrage des Bew�hrungsdienstes gibt der Oberarzt der Dualstation am 22. Juni 2004 an, die Einweisung vom 4. Juli 2002 sei aus medizinischen Gr�nden - und nicht etwa bloss aus ordnungspolitischen �berlegungen - gerechtfertigt gewesen. In der Eintrittsphase sei kein unmittelbarer Hinweis auf eine psychotische St�rung vorhanden gewesen. Auch die anschliessende psychodiagnostische Abkl�rung habe keine Anhaltspunkte f�r eine paranoide Schizophrenie ergeben. Es m�sse aber davon ausgegangen werden, dass sich der Zustand sehr rasch verschlechtert h�tte, falls man den Versicherten ohne Betreuung aus der Untersuchungshaft entlassen h�tte. Die psychische Situation w�re "sehr rasch akzentuiert bzw. massiv verschlechtert worden", was sich bei sp�teren Versuchen der "Aussenorientierung" ja auch gezeigt habe. Diagnostisch habe man den Aspekt der Pers�nlichkeitsst�rung im Sinne einer Borderline-Pers�nlichkeitsst�rung vom dissozialen Typus (ICD-10 F60.2) h�her gewichtet und stimmungsstabilisierende Medikamente eingesetzt.
5.2.1 Nach Art. 24 in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 KVG �bernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten f�r die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen. Krankheit ist gem�ss Art. 3 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 1 KVG jede Beeintr�chtigung der k�rperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunf�higkeit zur Folge hat. Dieser Gesetzeswortlaut stimmt bis auf die mit der 4. IV-Revision eingef�gte ausdr�ckliche Erw�hnung der psychischen Gesundheit (in Kraft seit 1. Januar 2004) mit Art. 2 Abs. 1 KVG (in Kraft gewesen bis 31. Dezember 2002) �berein, sodass auf die dazu ergangene Rechtsprechung abgestellt werden kann (BGE 130 V 344 Erw. 2.2; Urteil B. vom 16. August 2005, K 1/05, Erw. 1.2; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Kommentar zum Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000, Z�rich 2003, N 1 zu Art. 3).
Beim Begriff der Krankheit handelt es sich um einen Rechtsbegriff, der sich nicht notwendigerweise mit dem medizinischen Krankheitsbegriff deckt (BGE 116 V 240 Erw. 3a mit Hinweisen, vgl. auch BGE 124 V 120 f. Erw. 3b mit Hinweisen). Nicht jede Beeintr�chtigung der Gesundheit stellt eine Krankheit dar; vielmehr muss diese den so genannten Krankheitswert erreichen (Kieser, a.a.O., N 14 zu Art. 3). Erst wenn durch den Hinzutritt der in Art. 3 Abs. 1 ATSG genannten Kriterien der Krankheitswert erreicht ist, liegt Krankheit im Rechtssinne vor (Kieser, a.a.O., N 7 zu Art. 3). Die gesundheitliche St�rung muss mithin eine gewisse Schwere aufweisen, um als Krankheit zu gelten. Eine Behandlungsbed�rftigkeit im Sinne von Art. 3 Abs. 1 ATSG liegt vor, wenn die Beeintr�chtigung der Gesundheit die k�rperlichen und geistigen Funktionen in so betr�chtlichem Masse einschr�nken, dass der Patient oder die Patientin �rztlicher Hilfe bedarf, die Gesundung ohne medizinische Hilfe wahrscheinlich nicht oder nicht mit Aussicht auf Erfolg innert angemessener Zeit zu erreichen w�re, oder wenn dem Patienten oder der Patientin nicht zugemutet werden kann, ohne wenigstens den Versuch einer Behandlung zu leben (Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, S 41, Rz 78; Urteil B. vom 16. August 2005, K 1/05, Erw. 1.2).
5.2.2 Im Gutachten des Dr. med. T.________ wird eine schizophreniforme psychotische St�rung bei sch�dlichem Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.50) diagnostiziert; differentialdiagnostisch gibt der Experte eine episodische paranoide Schizophrenie mit zunehmendem Residuum an (ICD-10 F20.3, andernorts: ICD-10 F20.5). Seit dem 10. April 1997 ist bekannt, dass der Versicherte unter einer Schizophrenie oder unter schizophreniformen St�rungen leidet. Er ist seither wiederholt durch fremdgef�hrdendes Handeln unter Drogeneinfluss aufgefallen und musste polizeilich aufgegriffen oder mittels f�rsorgerischer Freiheitsentziehung in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen werden. Der Gutachter best�tigt sowohl eine psychische St�rung, welche insbesondere bei �berm�ssigem Alkoholkonsums zutage tritt, als auch einen kausalen Zusammenhang zwischen dieser Gesundheitsbeeintr�chtigung und dem gewaltt�tigen Handeln des Beschwerdegegners. Mit Blick auf die Tatsache, dass der Versicherte bisher trotz (oder gerade wegen) seiner psychischen Verfassung auf den Drogenkonsum - auf freiwilliger Basis - nicht verzichten konnte, und auf die vollends fehlende Einsicht in die sch�digenden Auswirkungen seines Drogenkonsums steht fest, dass er unter Beschwerden mit Krankheitswert (Erw. 5.2.1 hiervor) leidet. Es muss daher vom Vorliegen einer Krankheit im Sinne von Art. 3 Abs. 1 ATSG ausgegangen werden. Daran �ndert nichts, dass die Klinik�rzte verschiedentlich zun�chst die Unauff�lligkeit des Verhaltens im station�ren Umfeld feststellten und keine Anhaltspunkte f�r eine psychische St�rung fanden. Denn es zeigte sich in zunehmendem Masse auch w�hrend des Klinikaufenthaltes, dass der Versicherte bei sich bietenden Gelegenheiten weiterhin Alkohol konsumierte und gegen�ber Pflegepersonal und Mitpatientinnen - zun�chst nur unter Alkoholeinfluss, sp�ter auch ohne Alkohol konsumiert zu haben - bedrohlich auftrat, bis er schliesslich (diesmal unter Alkoholeinfluss) im April 2003 eine Mitpatientin derart massiv sexuell bel�stigte, dass er wieder inhaftiert werden musste. Die verharmlosenden Berichte der (m�nnlichen) Klinik�rzte vom 12. August und 28. September 2002 bez�glich des Krankheitszustandes lassen sich nicht zuletzt auf den Umstand zur�ckf�hren, dass der Beschwerdegegner gegen�ber weiblichem Pflegepersonal �usserst entwertend und fordernd auftrat, w�hrend er mit M�nnern einen ausgesprochen freundlichen Umgang pflegte, was nach dem Bericht des Oberarztes der Dualstation vom 6. Juni 2003 zu widerspr�chlichen Wahrnehmungen im interdisziplin�ren Team f�hrte.
5.3 Das Bezirksgericht hat sich bei seinem Beschluss f�r die Anordnung der station�ren Massnahme im Wesentlichen auf das Gutachten des Dr. med. T.________ vom 24. Dezember 2001 gest�tzt, welches eine eindr�ckliche Liste von Kriterien enth�lt, die sich ung�nstig auf die Legalprognose auswirken und gleichzeitig das hohe Fremdgef�hrdungspotential aufzeigen. Auf Grund der �rztlichen Angaben erh�ht sich die Gefahr f�r die Gesellschaft, wenn der Versicherte unter Alkoholeinfluss steht. Der Experte empfiehlt auf Grund der bisher gescheiterten Versuche einer ambulanten Therapie und insbesondere mit Blick auf die fehlende Krankheitseinsicht einen station�ren Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik. Diese Auffassung wird durch den Oberarzt der Dualstation in seinem Bericht vom 22. Juni 2004 auch in der Retrospektive geteilt. Er h�lt fest, dass es sich aus medizinischer Sicht um einen "komplexen und nicht leicht auf Anhieb durchschaubaren Fall" handle, bei welchem die Indikation f�r eine station�re Behandlung gegeben war, was sich im weiteren, leider ung�nstigen Verlauf auch best�tigt habe. Nach dem Verhalten des Versicherten bis zum Antritt der Untersuchungshaft neun Monate vor dem Klinikeintritt vom 4. Juli 2002 (wiederholte Gewaltt�tigkeiten unter Drogeneinfluss, fehlgeschlagene ambulante Behandlungsversuche) ist entgegen der Ansicht der SWICA an der Notwendigkeit einer station�ren Therapie nicht zu zweifeln. Wie die Vorinstanz zu Recht festh�lt, ist einzig noch ungekl�rt, in welchen Zeiten der Versicherte Akutpatient oder Pflegepatient gewesen ist.
5.4 Schliesslich vermag auch der Umstand, dass die station�re Be-handlung des Versicherten vom Bezirksgericht im Rahmen von strafrechtlichen Massnahmen im Sinne von Art. 43 und 44 StGB angeordnet wurde, nichts an der Leistungspflicht der Krankenversicherung zu �ndern. Es besteht kein Anlass, auf die Rechtsprechung, wonach es keinen grunds�tzlichen Unterschied ausmacht, ob sich die versicherte Person auf Grund �rztlicher oder richterlicher Anordnung in einer Heilanstalt aufh�lt, zur�ckzukommen (BGE 106 V 182; RKUV 1986 Nr. K 680 S. 229). Vorliegend mag die Sozialgef�hrlichkeit Anlass f�r die Klinikeinweisung gewesen sein. Es ist dem Versicherten aber beizupflichten, dass das vordringliche Ziel der angeordneten Massnahme die wirksame Behandlung des Leidens an sich zur Behebung oder Verminderung der �beraus hohen R�ckfallgefahr war. Die Klinikeinweisung erfolgte demgem�ss krankheitsbedingt. Damit untrennbar verbunden ist der Umstand, dass die Behandlung deshalb notwendig wurde, weil sich die psychische Gesundheitseinschr�nkung unter anderem in einer massiven Fremdgef�hrdung �usserte. Bei dieser Sachlage sind die praxisgem�ssen Voraussetzungen erf�llt, um eine Leistungspflicht der Beschwerdef�hrerin - im Grundsatz - zu bejahen.
Die SWICA Gesundheitsorganisation hat dem Beschwerdegegner f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

References: Art. 43
 Art. 44
 Art. 49
 Art. 49
 Art. 50
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 3
 Art. 41
 Art. 43
 Art. 24
 Art. 25
 Art. 3
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 3
 BGE 
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 43