Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=2016-11-22&Aktenzeichen=XI%20ZR%20434%2F15
Timestamp: 2017-11-22 20:32:22+00:00

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BGH, 22.11.2016 - XI ZR 434/15 + - dejure.org
BGH, 22.11.2016 - XI ZR 434/15 +
BGB § 492 Abs. 2, § 495 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 (Fassung vom 24. Juli 2010); EGBGB Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 1 und 2, § 9 (Fassung vom 29. Juli 2009)
§ 543 Abs. 1 Nr. 1 ZPO, § ... 495 Abs. 1 BGB, § 355 BGB, § 495 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b BGB, Art. 229 § 32 Abs. 1, § 38 EGBGB, § 492 Abs. 2 BGB, Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 1 und 2 EGBGB, Art. 247 § 9 Abs. 1 Satz 1 und 3 EGBGB, § 495 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a BGB, § 31d WpHG, § 305 BGB, Richtlinie 2008/48/EG, Richtlinie 87/102/EWG, § 503 Abs. 1 BGB, Art. 247 § 6 bis 13 EGBGB, Art. 247 § 3 Abs. 1 Nr. 3 EGBGB, Art. 247 § 6 Abs. 1 Nr. 5 EGBGB, Art. 247 § 6 Abs. 1 Nr. 3 EGBGB, § 503 BGB, Art. 247 §§ 3 bis 8, 12 und 13 EGBGB, Art. 247 § 3 Abs. 1 Nr. 1 bis 7, 10 und 13 EGBGB, Art. 247 § 3 Abs. 4 EGBGB, Art. 247 § 8 EGBGB, Art. 247 § 6 Abs. 2 EGBGB, Art. 247 § 6 Abs. 1 Nr. 3 und 5 EGBGB, § 491a BGB, § 561 ZPO, § 562 Abs. 1 ZPO
§ 492 Abs 2 BGB, § 495 Abs 2 S 1 Nr 2 Buchst b BGB vom 24.07.2010, § 503 Abs 1 BGB vom 29.07.2009, Art 247 § 6 Abs 1 Nr 3 BGBEG vom 29.07.2009, Art 247 § 6 Abs 1 Nr 5 BGBEG vom 29.07.2009
Verbraucherdarlehensvertrag: Information über den Beginn der Widerrufsfrist; Angabe von Beispielen für Pflichtangaben; Voraussetzungen einer vertraglichen Erweiterung der Bedingungen für das Anlaufen der Widerrufsfrist
Widerruf eines Verbraucherdarlehensvertrages; Klare und verständliche Information des Darlehensgebers über die Voraussetzungen für das Anlaufen der Widerrufsfrist; Voraussetzungen einer vertraglichen Erweiterung der Bedingungen für das Anlaufen der Widerrufsfrist
Zulässigkeit der Erläuterung des Verweises auf § 492 Abs. 2 BGB mittels in Klammern gesetzter Beispiele in einem Verbraucherdarlehensvertrag; zu den Voraussetzungen einer vertraglichen Erweiterung der Bedingungen für das Anlaufen der Widerrufsfrist
Der Verweis auf § 492 Abs. 2 BGB in Bezug auf den Beginn der Widerrufsfrist ausreichend
Zur Information über den Beginn der Widerrufsfrist in Widerrufsbelehrung bei Immobiliardarlehensvertrag
Zu den Anforderungen an die Widerrufsbelehrung bei einem Immobiliardarlehensvertrag - Formulierung zum Fristbeginn
Immobiliendarlehen - und die Widerrufsbelehrung
Widerrufsinformationen bei Darlehensvertrag: Verweisungen in Belehrung "klar und verständlich"
Wirksame Widerrufsinformation bei Immobiliardarlehensvertrag
Korrekte Widerrufsbelehrung bei Verbraucherdarlehensvertrag
Altverträge von Baudarlehen: BGH ebnet Verbrauchern den Rechtsweg mit Chance auf Kündigung!
Widerruf: Wirksamkeit einer Widerrufsinformation bei einem Immobiliardarlehensvertrag
Wirksamkeit einer Widerrufsbelehrung bei Immobiliardarlehensvertrag mit Hinweis Aufsichtsbehörde
Widerruf von Verbraucherdarlehensverträgen nach dem 21.6.2010
Widerruf bei fehlender Nennung der Aufsichtsbehörde
Widerruf von Darlehensverträg ab dem 11.06.2010
Darlehenswiderruf - Angabe der Aufsichtsbehörde in den Allgemeinen Kreditbedingungen - reicht das?
Pflichtangaben in der Widerrufsbelehrung bei Immobiliendarlehen
Widerruf eines Darlehensvertrags
Widerruf von Darlehen nach 2010 -Banken vorerst das Argument der Rechtsmissbräuchlichkeit gelassen
Pflichtangaben einer Widerrufsinformation bei Immobiliardarlehen
Darlehen aus August 2010 mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung
Sparkassen-Widerrufsinformation bei Darlehensverträgen ab 2010 mit Klammerzusatz fehlerhaft
Widerrufsfrist durch fehlerhafte Widerrufsbelehrung nicht in Lauf gesetzt
Widerrufsbelehrung bei Angabe der Aufsichtsbehörde nicht ordnungsgemäß, wenn diese tatsächlich fehlt
Darlehensverträge ab 2010 auch heute widerrufbar - Sparkasse erlebt Niederlage
Widerrufsinformation in Immobiliendarlehen der Sparkassen aus 2010/10 für fehlerhaft beurteilt
Widerruf von Sparkassenkrediten mit der Formularnummer 192.643.000 noch möglich
Widerruf von Darlehen: Aufsichtsbehörde muss im Kreditvertrag genannt werden
Fehlerhafte Widerrufsbelehrung bei Darlehen aus 2010
Immobiliar-Verbraucherdarlehen ab dem 11.06.2010 sind auch heute widerrufbar
Belehrung einer Sparkasse ermöglicht Widerruf
Fehlerhafte Widerrufsbelehrung bei Darlehen vom August 2010
Widerrufsrecht beim Immobiliardarlehensvertrag
Belehrung einer Sparkasse aus dem August 2010 zum Immobiliardarlehensvertrag
Darlehen: Widerrufsbelehrung der Sparkasse ist unwirksam
handelsblatt.com (Pressebericht, 08.06.2017)
Banken droht teure Widerrufswelle bei Immobiliendarlehen
Widerruf in vielen Fällen bei ab dem 11.06.2010 abgeschlossenen Immobiliendarlehen noch möglich
fc-heidelberg.de , S. 3 (Entscheidungsbesprechung, auf der Grundlage der Pressemitteilung)
LG Heidelberg, 14.10.2014 - 2 O 168/14
OLG Karlsruhe, 25.08.2015 - 17 U 179/14
ZIP 2017, 417
Eine Verweisung auf eine konkret bezeichnete gesetzliche Vorschrift stellt, wenn der Gesetzestext - wie hier das Bürgerliche Gesetzbuch und die BGB-Informationspflichten-Verordnung - für jedermann ohne weiteres zugänglich ist, keinen Verstoß gegen das Deutlichkeitsgebot dar, sondern dient im Gegenteil der Verständlichkeit, Übersichtlichkeit und Vollständigkeit der Belehrung (Senatsurteil vom 22. November 2016 - XI ZR 434/15, Umdruck Rn. 19, zur Veröffentlichung bestimmt in BGHZ).
Der Unternehmer muss nicht genauer formulieren als der Gesetzgeber selbst (Senatsurteil vom 22. November 2016 - XI ZR 434/15, Umdruck Rn. 17, zur Veröffentlichung bestimmt in BGHZ;… Senatsbeschluss vom 27. September 2016 - XI ZR 309/15, WM 2016, 2215 Rn. 8).
Insoweit gilt, dass sich der Unternehmer bei der Gestaltung einer Widerrufsbelehrung am Wortlaut des Gesetzes orientieren darf und nicht genauer formulieren muss als der Gesetzgeber selbst (Senatsurteile vom 22. November 2016 - XI ZR 434/15, WM 2017, 427 Rn. 17, zur Veröffentlichung bestimmt in BGHZ, …und vom 21. Februar 2017 - XI ZR 381/16, WM 2017, 806 Rn. 14;… Senatsbeschluss vom 27. September 2016 - XI ZR 309/15, WM 2016, 2215 Rn. 8).
Das wäre außerhalb des Anwendungsbereichs des § 312d Abs. 2 BGB aF nur der Fall, wenn die Beklagte durch den Zusatz - wie zu ihren Lasten zulässig (Senatsurteil vom 22. November 2016 - XI ZR 434/15, WM 2017, 427 Rn. 29 ff. mwN) - den Beginn der Widerrufsfrist für den Darlehensnehmer klar bestimmbar auf einen Tag hinausgeschoben hätte, an dem die Voraussetzungen des § 355 Abs. 2 Satz 3 BGB aF erfüllt waren.
Dabei orientierte sie sich zulässig am Wortlaut des § 355 Abs. 2 Satz 2 BGB a.F. Zugleich machte sie das Gemeinte durch die ausdrückliche Benennung der Vorschrift deutlich (Senatsurteil vom 22. November 2016 - XI ZR 434/15, WM 2017, 427 Rn. 19).
Die Voraussetzungen des § 492 Abs. 1a Satz 2 BGB in der hier maßgeblichen, zwischen dem 1. August 2002 und dem 18. August 2008 geltenden Fassung sind, was der Senat selbst feststellen kann (…Senatsurteile vom 19. Januar 2016 - XI ZR 103/15, BGHZ 208, 278 Rn. 17 und vom 22. November 2016 - XI ZR 434/15, WM 2017, 427 Rn. 24), erfüllt.
Zur Aufnahme zusätzlich vertraglich vereinbarter "Pflichtangaben" in Allgemeine Geschäftsbedingungen des Darlehensgebers (Fortführung von BGH, Urteil vom 22. November 2016, XI ZR 434/15, WM 2017, 427, zur Veröffentlichung bestimmt in BGHZ).
aa) Die Parteien haben, was der Senat selbst feststellen kann (…Senatsurteile vom 19. Januar 2016 - XI ZR 103/15, BGHZ 208, 278 Rn. 17, vom 22. November 2016 - XI ZR 434/15, WM 2017, 427 Rn. 24, zur Veröffentlichung bestimmt in BGHZ, …und vom 25. April 2017 - XI ZR 573/15, WM 2017, 1004 Rn. 14), einen Immobiliardarlehensvertrag im Sinne des § 503 Abs. 1 BGB in der zwischen dem 11. Juni 2010 und dem 20. März 2016 geltenden Fassung geschlossen.
bb) Die für Immobiliardarlehensverträge aus Art. 247 § 9 Abs. 1 Satz 3 EGBGB aF in Verbindung mit Art. 247 § 6 Abs. 2 EGBGB aF resultierende Verpflichtung, Angaben zum Widerrufsrecht zu machen, hat die Beklagte klar und verständlich erfüllt (Senatsurteil vom 22. November 2016 - XI ZR 434/15, WM 2017, 427 Rn. 16 ff., 21 f., 23 ff.).
Soweit die Beklagte nach der Angabe "§ 492 Abs. 2 BGB" in einem Klammerzusatz "Pflichtangaben" aufgeführt hat, bei denen es sich tatsächlich nicht um Pflichtangaben bei Immobiliardarlehensverträgen handelte, machten die Parteien wirksam die bei Immobiliardarlehensverträgen entbehrlichen Angaben nach Art. 247 § 6 Abs. 1 Nr. 3 und 5 EGBGB in der vom 11. Juni 2010 bis zum 20. März 2016 geltenden Fassung (künftig: aF) in der für gesetzliche Pflichtangaben vorgeschriebenen Form zur zusätzlichen Voraussetzung für das Anlaufen der Widerrufsfrist (Senatsurteil vom 22. November 2016 - XI ZR 434/15, WM 2017, 427 Rn. 29 f.).
Ihre Gestaltung ermöglichte es einem normal informierten, angemessen aufmerksamen und verständigen Verbraucher (…Senatsurteile vom 23. Februar 2016 - XI ZR 101/15, BGHZ 209, 86 Rn. 32 ff. und vom 22. November 2016 - XI ZR 434/15, WM 2017, 427 Rn. 14), die jeweils einschlägigen Angaben aufzufinden.
OLG Karlsruhe, 14.03.2017 - 17 U 204/15
Widerrufsbelehrung; Pflichtangaben; Immobiliardarlehensvertrag
Wird in einem Immobiliardarlehensvertrag in der Widerrufsinformation neben den Pflichtangaben nach Art. 247 § 3 Abs. 1 Nr. 1-7, 10 und 13 EGBGB sowie nach Art. 247 § 3 Abs. 4 EGBGB und nach Art. 247 § 8 EGBGB in der zwischen dem 11.06.2010 und dem 20.03.2016 geltenden Fassung die Angabe der Aufsichtsbehörde und die Information zum Verfahren bei Kündigung des Vertrages zur Voraussetzung für das Anlaufen der Widerrufsfrist erhoben (vgl. BGH, Urteil vom 22.11.2016 - XI ZR 434/15).
Mit der Passage " nach Abschluss des Vertrages " übernahm die Beklagte den Gesetzestext aus § 495 Abs. 2 S. 1 Nr. 2a) BGB a.F. Eine weitere Präzisierung oder Paraphrasierung des dort gemeinten Zeitpunkts konnte von ihr nicht verlangt werden, da der Unternehmer nicht genauer formulieren muss als der Gesetzgeber selbst (BGH, Urteil vom 22.11.2016 - XI ZR 434/15 - Rn. 17).
(1) Die Nennung der beiden nach dem Gesetz nicht geforderten "Pflichtangaben" beeinträchtigt nicht die Wirksamkeit der Widerrufsinformation, sondern ist lediglich als vertragliches Angebot der Beklagten aufzufassen, das Anlaufen der Widerrufsfrist von der zusätzlichen Erteilung dieser beiden Angaben im Immobiliardarlehensvertrag abhängig zu machen (BGH, Urteil vom 22.11.2016 - XI ZR 434/15 -, juris Rn. 29 zu einem gleichlautenden Klammerzusatz).
Ein normal informierter, angemessen aufmerksamer und verständiger Verbraucher, auf den abzustellen ist (BGH, Urteil vom 22.11.2016 - XI ZR 434/15 -, juris Rn. 15), wird vielmehr auf einen der drei anderen Wege ausweichen, sollte er feststellen, dass er seinem Begehren über die Homepage nicht zur Geltung verhelfen kann.
Im Gegensatz zum Darlehensvertrag Nr. 310- wurden hier auch nur rechtlich geschuldete Pflichtangaben in den Klammerzusatz aufgenommen, so dass sich die vom Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung vom 22.11.2016 (XI ZR 434/15) erörterte Problematik von vereinbarten Zusatzbedingungen für den Fristlauf nicht stellt.
Das Europäische Standardisierte Merkblatt dient der Erfüllung vorvertraglicher Informationspflichten nach § 491a BGB in der vom 11.06.2010 bis zum 20.03.2016 geltenden Fassung (vgl. dazu BGH, Urteil vom 22.11.2016 - XI ZR 434/15 -, juris Rn. 30).
Die Widerrufsinformation an sich ist zwar nicht zu beanstanden (dazu BGH, Urteil vom 22.11.2016 - XI ZR 434/15 -, juris Rn. 11 ff.).
Dass die Verlängerung der Widerrufsfrist und die Information über die Voraussetzungen ihres Anlaufens in einem Akt zusammenfallen, berührt die Ordnungsmäßigkeit der Widerrufsinformation nicht (vgl. zum Ganzen BGH, Urteil vom 22.11.2016 - XI ZR 434/15 -, juris Rn. 25 ff.).
Daran fehlt es hier, denn das an Anlage 5 zu Art. 247 § 2 EGBGB in der zwischen 11.06.2010 und 12.06.2014 gültigen Fassung orientierte Merkblatt diente im Streitfall ersichtlich der Erfüllung vorvertraglicher Informationspflichten nach § 491a BGB - in der vom 11.06.2010 bis zum 20.03.2016 geltenden Fassung - (vgl. dazu BGH, Urteil vom 22.11.2016 - XI ZR 434/15 -, juris Rn. 30: dort war das Merkblatt ebenfalls mit dem Darlehensangebot der Bank ausgehändigt worden).
Denn die Parteien haben alleine den Fristbeginn (insoweit in der Tat über das Gesetz hinausgehend) vertraglich an die Mitteilung der zuständigen Aufsichtsbehörde und der für das bei einer Kündigung einzuhaltende Verfahren geknüpft (vgl. BGH, Urteil vom 22.11.2016 - XI ZR 434/15 -, juris Rn. 30: " die Voraussetzungen für das Anlaufen der Widerrufsfrist auf vertraglicher Grundlage zu erweitern "), das Widerrufsrecht selbst ist und bleibt ein gesetzliches Widerrufsrecht, das der Gesetzgeber bei Verbraucherdarlehensverträgen grundsätzlich gewährt (vgl. BGH, Urteil vom 22.11.2016 - XI ZR 434/15 -, juris Rn. 10: " gemäß § 495 Abs. 1 BGB in Verbindung mit § 355 BGB ... ein Widerrufsrecht zustand ").
Der Umstand, dass die Beklagte den Kläger wirksam über das ihm zustehende Widerrufsrecht informiert hat (vgl. BGH, Urteil vom 22.11.2016 - XI ZR 434/15 -, juris Rn. 11 ff.) und sich daher eine Nachbelehrung erübrigte (II 97), ist vor diesem Hintergrund unerheblich.
Das Berufungsurteil orientiert sich an der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. nunmehr BGH, Urteil vom 22.11.2016 - XI ZR 434/15 - juris).
Soweit das Oberlandesgericht Frankfurt (…Urteil vom 18.05.2016 - 17 U 67/15 -, juris Rn. 51) das Europäische Standardisierte Merkblatt für die Erfüllung der Informationspflichten hinsichtlich der Angabe der zuständigen Aufsichtsbehörde hat ausreichen lassen, war dieser Gesichtspunkt dort nicht tragend und hat sich die Entscheidung durch das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 22.11.2016 (XI ZR 434/15) überholt.
Es überspannte die Anforderungen des Verständlichkeitsgebots, verlangte man den gesonderten Abdruck oder die Aushändigung einer für den Geschäftszweig geltenden Vorschrift, die der Kunde unschwer einsehen kann (vgl. BGH, Urteil vom 22.11.2016, XI ZR 434/15).
Ferner schuldete die Beklagte nicht eine Auflistung der vollständigen Pflichtangaben (vgl. BGH, Beschluss vom 25.10.2016, XI ZR 6/16; BGH, Urteil vom 22.11.2016, XI ZR 434/15).
bb) Durch die beispielhafte Auflistung von "Pflichtangaben", bei denen es sich tatsächlich nicht um Pflichtangaben im Sinne des § 492 Abs. 2 BGB handelt, haben die Parteien einverständlich und wirksam die bei Immobiliendarlehensverträgen entbehrlichen Angaben nach Art. 247 § 6 Abs. 1 Nr. 3 und 5 EGBGB in der vom 30.07.2010 bis 03.08.2011 geltenden Fassung (im Folgenden aF) zu zusätzlichen Voraussetzungen für das Anlaufen der Widerrufsfrist gemacht (vgl. BGH, Urteil vom 22.11.2016, XI ZR 434/15).
Dieses - weil ihnen günstig unbedenkliche - Angebot haben die Darlehensnehmer durch Unterzeichnung des Darlehensvertrags angenommen (vgl. BGH, Urteil vom 22.11.2016, XI ZR 434/15).
Aufgrund der Entscheidungen des BGH vom 22.11.2016 (XI ZR 434/15) und vom 04.07.2017 (XI ZR 741/16) sind die entscheidungserheblichen Fragen höchstrichterlich geklärt.
OLG Frankfurt, 11.04.2017 - 25 U 110/16
Darlehensvertrag: Wirksamkeit einer Widerrufsbelehrung außerhalb der …
LG Köln, 22.12.2016 - 15 O 335/15
KfW-Förderkredit ist kein Verbraucherdarlehn!
Belehrung über die Rechtsfolgen des Widerrufs unter Beachtung der …
OLG Frankfurt, 03.07.2017 - 23 U 172/16
Wirksamkeit einer Widerrufsbelehrung zum Darlehensvertrag (Abkastung innerhalb …
OLG Frankfurt, 12.06.2017 - 17 U 48/17
Wirksamkeit einer Widerrufsbelehrung zum Verbraucherdarlehensvertrag …
OLG Köln, 06.03.2017 - 12 U 133/16
OLG Düsseldorf, 26.06.2017 - 9 U 12/17

References: § 492
 § 495
 Art. 247
 § 6
 § 9

§ 543
 § 355
 § 495
 Art. 229
 § 32
 § 38
 § 492
 Art. 247
 § 6
 Art. 247
 § 9
 § 495
 § 31
 § 305
 § 503
 Art. 247
 § 6
 Art. 247
 § 3
 Art. 247
 § 6
 Art. 247
 § 6
 § 503
 Art. 247
 Art. 247
 § 3
 Art. 247
 § 3
 Art. 247
 § 8
 Art. 247
 § 6
 Art. 247
 § 6
 § 491
 § 561
 § 562

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 § 495
 § 503
 § 6
 § 6
 § 492
 § 492
 BGH 
 § 312
 § 355
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 § 9
 Art. 247
 § 6
 Art. 247
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 § 3
 Art. 247
 § 3
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 § 491
 Art. 247
 § 2
 § 491
 § 495
 § 355
 § 492
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