Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.02.2001&Aktenzeichen=IX%20ZR%20191/98
Timestamp: 2019-07-23 03:49:38+00:00

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BGH, 22.02.2001 - IX ZR 191/98 - dejure.org
https://dejure.org/2001,250
BGH, 22.02.2001 - IX ZR 191/98 (https://dejure.org/2001,250)
BGH, Entscheidung vom 22.02.2001 - IX ZR 191/98 (https://dejure.org/2001,250)
BGH, Entscheidung vom 22. Februar 2001 - IX ZR 191/98 (https://dejure.org/2001,250)
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KO §§ 17, 55 Satz 1 Nr. 1, 60; BGB § 651; ZPO § 287 Abs. 2
Konkursverwalter - Werklieferant - Schiffsbauwerk - Übereignung des Werkes - Aufrechnung mit Konkursforderungen - Teilherstellung des Werkes - Gesamtbaulohn - Masseforderung
Teilbarkeit von Werkleistungen im Konkurs auch bei Werklieferungsvertrag über nicht vertretbare Sache (hier: Schiffsbauwerk)
Zulässigkeit der Aufrechnung mit Konkursforderungen gegenüber dem Werklohnanspruch der Masse, der auf die bis zur Konkurseröffnung erbrachten Leistungen aus einem Werklieferungsvertrag entfällt; zur Feststellung der (bestrittenen) Masseunzulänglichkeit
Vertragserfüllung durch den Konkursverwalter: Teilbarkeit von Leistungen
KO §§ 17, 55 Satz 1 Nr. 1 (InsO §§ 103, 95 Satz 1 Nr. 1); BGB § 651
Insolvenzverfahren; gegenseitige Verträge; Teilbarkeit; Masseunzulänglichkeit
Folgen der Erfüllungswahl des Konkursverwalters bei gegenseitigen Verträgen und Anzeige der Masseinsuffizienz
Konkursverwalter stellt Bauwerk fertig: Kann Vertragspartner mit Konkursforderungen aufrechnen? (IBR 2001, 487)
Zusammenfassung von "Die Dreiteilung des im Insolvenz-(eröffnungs-)verfahren fortgeführten Bauvertrags - Auswirkungen auf Gegenrechte des Bestellers" von RA Dr. Claus Schmitz, original erschienen in: ZInsO 2004, 1051 - 1058.
BGH, 04.10.2001 - IX ZR 191/98
BGHZ 147, 28
NJW 2001, 3704
ZIP 2001, 1380
MDR 2001, 1076
NZBau 2001, 498
NZI 2001, 537
WM 2001, 1470
DB 2001, 2041
BauR 2001, 1580
BauR 2001, 1580 m. Anm. Schmitz
Für die Teilbarkeit reicht es grundsätzlich aus, wenn sich die erbrachte Leistung feststellen und bewerten läßt (vgl. BGHZ 147, 28, 34;… MünchKomm-InsO/Kreft § 105 Rn. 14).
Denn das Verlangen des Beklagten, den Vertrag mit der ARGE zu erfüllen, hat diejenigen Ansprüche der Schuldnerin, welche auf die bei Verfahrenseröffnung bereits erbrachten Werkleistungen entfielen, nicht berührt (vgl. BGHZ 147, 28, 31 f;… MünchKomm-InsO/Kreft § 103 Rn. 51, 54).
Bei der Ermittlung des anteiligen Werklohns sind dieselben Maßstäbe anzuwenden, wie wenn der Bauvertrag im Zeitpunkt der Eröffnung der Gesamtvollstreckung aus wichtigem Grund gekündigt worden wäre (vgl. Thode ZfBR 1999, 116, 121 ff; ZfIR 2000, 165, 179; auch BGHZ 147, 28, 34).
Der Insolvenzverwalter kann in diesem Fall nicht mehr uneingeschränkt zur Leistung verurteilt werden; das Bestehen der Forderung der Neumassegläubiger ist - jedenfalls wenn eine auf sie entfallende Quote noch nicht feststeht - gerichtlich nur noch festzustellen (so zu § 60 KO BGHZ 147, 28, 36 f; BAGE 31, 288, 293 ff; BFHE 181, 202, 206; ähnlich BSGE 52, 42, 46).
Das Prozeßgericht hat die Voraussetzungen der Masseunzulänglichkeit entsprechend § 287 Abs. 2 ZPO zu beurteilen (BGHZ 147, 28, 38).
Insoweit habe die Masse aus eigenen Mitteln Aufwendungen zu erbringen (BGH, Urt. v. 22. Februar 2001 - IX ZR 191/98, WM 2001, 1470 f, z.V.b. in BGHZ 147, 28).
Der Grundsatz der Meistbegünstigung der Masse, unabhängig von einem Erfüllungsverlangen des Verwalters, findet im Gesetz keinen Rückhalt (BGHZ 147, 28, 32 f).
Danach habe die angefochtene Zahlung an die Beklagte, deren Anspruch gemäß § 13 Abs. 1 Nr. 3 b GesO bevorrechtigt sei, die Aktivmasse geschmälert (vgl. zur Feststellung der Masseunzulänglichkeit BGH, Urt. v. 22. Februar 2001 - IX ZR 191/98, z.V.b. in BGHZ).
Die für die Anfechtung erforderliche Gläubigerbenachteiligung wird im Verlust der Werklohnforderung durch die Aufrechnung gesehen (BGH ZIP 2001, 2055 ff.; ähnlich auch BGH WM 2001, 1470).
Entscheidend ist, welche Wertschöpfung das geschuldete Werk durch Handlungen des Schuldners im Anfechtungszeitraum erfahren hat (vgl. auch BGH WM 2001, 1470, 1472; BGH ZIP 2001, 2055, 2056).
So stellt auch der BGH (WM 2001, 1470, 1472) darauf ab, dass sich die Anfechtung nach § 30 Nr. 1 Fall 2 KO gegen die seit Zahlungseinstellung oder dem Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens (Anfechtungszeitraum) durch Wertschöpfung des Gemeinschuldners in dem später abgelieferten Werk (ebenfalls einer beweglichen Sache in den Räumen der Gemeinschuldnerin) richtet.
Für die von der Interessenlage her vergleichbare Situation bei im Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung nicht voll erfüllten gegenseitigen Werklieferungsverträgen schließt die Rechtsprechung (BGH WM 2001, 1470) die Aufrechnung auch nur insoweit aus, als die Wertschöpfung nach Verfahrenseröffnung erbracht wurde.
Die Wertschöpfung im Anfechtungszeitraum ist, sofern der anfechtende Verwalter nicht einen anderen Aufteilungsmaßstab aufzeigen kann, in entsprechender Anwendung der Minderungsformel der §§ 437, 441 BGB zu berechnen (BGH WM 2001, 1470, 1471, unter Bezug auf § 472 BGB a.F.).
Nach dem festgestellten Vertragsinhalt konnte die Schuldnerin vor Beginn des Monats Juni vergütungspflichtige (Teil-)Leistungen für diesen Monat nicht erbringen (vgl. zu Bauleistungen BGH, Urteil vom 4. Mai 1995 - IX ZR 256/93, BGHZ 129, 336; vom 22. Februar 2001 - IX ZR 191/98, BGHZ 147, 28, 33 f; vom 25. April 2002 - IX ZR 313/99, BGHZ 150, 353, 358 f).
Der Konkursverwalter kann nicht mehr uneingeschränkt zur Leistung verurteilt werden; das Bestehen der Forderung des Massegläubigers ist gerichtlich festzustellen (BAG 31. Januar 1979 - 5 AZR 749/77 - BAGE 31, 288; 6. September 1988 - 3 AZR 141/87 - AP BetrAVG § 9 Nr. 9 = EzA KO § 59 Nr. 16; Senat 11. August 1998 - 9 AZR 135/97 - AP KO § 60 Nr. 8; BGH 22. Februar 2001 - IX ZR 191/98 - BGHZ 147, 28).
Dabei reicht es regelmäßig aus, wenn er einen im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung in der Tatsacheninstanz noch zeitnahen Konkursstatus vorlegt, aus dessen Zahlenwerk sich die Masseunzulänglichkeit ablesen läßt (BAG 30. Oktober 1985 - 5 AZR 484/84 - KTS 1986, 484;… Senat 11. August 1998 aaO; BGH 22. Februar 2001 aaO).
Auch der Bundesgerichtshof (BGH 22. Februar 2001 aaO) hat diese Rechtsfrage - soweit bekannt - bisher nicht entschieden.
BGH, 16.02.2006 - IX ZR 183/05
LSG Nordrhein-Westfalen, 19.10.2006 - L 6 P 92/05
BGH, 17.06.2003 - IX ZR 188/01
Erlangung eines Gläubigerrechts durch den Empfänger einer Vorausabtretung erst im …

References: § 651
 § 287
 § 651
 § 105
 § 103
 § 60
 § 287
 § 13
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 30
 § 472
 § 9
 § 59
 § 60
 BGH 
 BGH