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Timestamp: 2016-10-23 20:27:03+00:00

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126 II 36640. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung vom 7. Juni 2000 in Sachen X. gegen Reformierte Kirchgemeinde Bubikon, Gemeinderat Bubikon sowie Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)
Art. 7, 11, 13 et 15 LPE; tintement de cloches d'�glise. Application de l'art. 11 al. 2 et 3 LPE aux installations existantes (consid. 2b). Principes pour �valuer une sonnerie de cloches qui ne figure pas dans une des annexes de l'OBP (consid. 2c et 2d). �valutation, sous l'angle du droit de la protection contre le bruit, du son des cloches matinales de l'�glise r�form�e de Bubikon (consid. 3-5). Les autorit�s locales disposent d'une marge d'appr�ciation lors d'�v�nements qui sont l'expression d'une ancienne tradition (consid. 3c, 5b). Prise en compte du r�glement communal de police dans l'exercice de ce pouvoir d'appr�ciation (consid. 4 et 5). Faits � partir de page 367
Nachdem der Gemeinderat Bubikon am 1. Oktober 1997 auf einen Antrag von X., das Fr�hgel�ut der reformierten Kirche Bubikon von 05.00 Uhr auf 07.00 Uhr zu verschieben, nicht eingetreten war, zog er am 18. Februar 1998 seinen Entscheid in Wiedererw�gung und ordnete an, dass dieses Fr�hgel�ut nicht vor 06.00 Uhr stattfinden d�rfe und auf durchschnittlich 50 Schl�ge zu beschr�nken sei.
Gegen diesen Entscheid f�hrte X. erfolglos Rekurs bei der Baurekurskommission III und Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich.
Gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 29. Januar 1999 hat X. beim Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Die Beschwerdef�hrerin beantragt, der Entscheid des Verwaltungsgerichts sei aufzuheben und es sei anzuordnen, dass das Fr�hgel�ut der reformierten Kirche Bubikon ausnahmslos nicht vor 07.00 Uhr ert�nen d�rfe.
2. a) Es ist unbestritten, dass kirchliches Glockengel�ut, auch soweit es Teil der Religionsaus�bung darstellt und unter dem Schutz der Glaubens- und Gewissensfreiheit steht (Art. 15 Abs. 2 BV bzw. Art. 50 Abs. 1 aBV), zum Schutz der �ffentlichen Ruhe gewissen Einschr�nkungen unterworfen werden darf (Art. 36 BV; BGE 36 I 374 E. 3 S. 378; ULRICH H�FELIN, Kommentar BV 1874, Art. 50 Rz. 24 f. und dortige Hinweise; PETER KARLEN, Das Grundrecht der Religionsfreiheit in der Schweiz, Z�rich 1988, S. 230, 308 und 318). Auch steht ausser Frage, dass die Umweltschutzgesetzgebung grunds�tzlich auf Kirchengel�ut anwendbar ist.
b) Das Glockenspiel der reformierten Kirche Bubikon ist eine mit einer Baute dauerhaft verbundene ortsfeste Einrichtung und damit eine Anlage im Sinne von Art. 7 Abs. 7 des Bundesgesetzes vom 7. Oktober 1983 �ber den Umweltschutz (USG; SR 814.01) und Art. 2 Abs. 1 der L�rmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41). Da die Kirche samt ihrem L�utwerk bereits vor dem Inkrafttreten des Umweltschutzgesetzes am 1. Januar 1985 bestanden hat und keine Erweiterung der Anlage beabsichtigt ist, untersteht sie nicht den Vorschriften f�r Neuanlagen (Art. 25 USG, Art. 7 LSV). Indessen ist die Sanierung der ortsfesten Anlage anzuordnen, BGE 126 II 366 S. 368wenn sie den Vorschriften des Umweltschutzgesetzes nicht gen�gt (Art. 16 Abs. 1 USG). Zu diesen Vorschriften z�hlen auch die in Art. 11 Abs. 2 und 3 USG enthaltenen Bestimmungen. Danach sind Emissionen im Rahmen der Vorsorge unabh�ngig von der bestehenden Umweltbelastung so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich m�glich und wirtschaftlich tragbar ist (Abs. 2). Wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Ber�cksichtigung der bestehenden Umweltbelastung sch�dlich oder l�stig werden, sind die Emissionsbegrenzungen zu versch�rfen (Abs. 3). Solche Begrenzungen werden gem�ss Art. 12 Abs. 2 USG durch Verordnungen oder, soweit diese nichts vorsehen, durch unmittelbar auf das Umweltschutzgesetz abgest�tzte Verf�gungen vorgeschrieben. Daran �ndert nichts, ob bekannt ist, dass die Immissionsgrenzwerte �berschritten werden, oder dass Art. 13 der LSV die Sanierungspflicht nur f�r jene bestehenden ortsfesten Anlagen vorsieht, welche wesentlich zur �berschreitung der Immissionsgrenzwerte beitragen. Schutzmassnahmen nach Art. 12 Abs. 2 USG sind nicht erst zu ergreifen, wenn die Umweltbelastung sch�dlich oder l�stig wird, sondern es m�ssen gest�tzt auf das Vorsorgeprinzip schon s�mtliche unn�tigen Emissionen vermieden werden (BGE 113 Ib 393 E. 3 S. 400; BGE 115 Ib 446 E. 3d S. 453 f.; BGE 119 Ib 179 E. 2e S. 190). Dies ist allerdings nicht so zu verstehen, dass jeder im strengen Sinne nicht n�tige L�rm v�llig untersagt werden m�sste. Es gibt keinen absoluten Anspruch auf Ruhe; vielmehr sind geringf�gige, nicht erhebliche St�rungen hinzunehmen (Art. 15 USG; BGE 123 II 325 E. 4d/bb S. 334 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 18. M�rz 1998 in: URP 1998 S. 529 E. 5b/c; CHRISTOPH Z�CH, Kommentar USG, N. 13 zu Art. 15).
c) Die L�rmimmissionen ortsfester Anlagen sind grunds�tzlich anhand der vom Bundesrat festgelegten Belastungsgrenzwerte (Anh�nge 3-8 LSV) zu beurteilen (Art. 40 Abs. 1 LSV). F�r die L�rmbelastung durch Glockenspiele hat der Bundesrat keine Grenzwerte festgelegt. Fehlen solche Werte, so m�ssen die L�rmimmissionen im Einzelfall nach den Kriterien der Art. 15, 19 und 23 USG bewertet werden (Art. 40 Abs. 3 LSV; BGE 126 II 300 E. 4c/aa S. 307; BGE 123 II 74 E. 4a und b S. 82 f.; BGE 118 Ib 590 E. 3b S. 596). Im Rahmen dieser Einzelfallbeurteilung sind der Charakter des L�rms, Zeitpunkt und H�ufigkeit seines Auftretens sowie die L�rmempfindlichkeit bzw. L�rmvorbelastung zu ber�cksichtigen (BGE 123 II 74 E. 5a S. 86, 325 E. 4d/bb S. 335; BGE 118 Ib 590 E. 4a S. 598). Dabei ist nicht auf das subjektive L�rmempfinden einzelner Personen abzustellen, BGE 126 II 366 S. 369sondern eine objektivierte Betrachtung unter Ber�cksichtigung von Personen mit erh�hter Empfindlichkeit (Art. 13 Abs. 2 USG) vorzunehmen (BGE 126 II 300 E. 4c/aa S. 307; BGE 123 II 74 E. 5a S. 86, 325 E. 4d/bb S. 334; Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezember 1994 in URP 1995 S. 31, E. 4c; CHRISTOPH Z�CH, a.a.O., N. 14 zu Art. 15).
d) Die L�rmschutzvorschriften des Umweltschutzgesetzes sind in erster Linie zugeschnitten auf Ger�usche, die als unerw�nschte Nebenwirkungen einer bestimmten T�tigkeit auftreten. Diese k�nnen grunds�tzlich mit geeigneten Massnahmen an der Quelle reduziert werden, ohne dass dadurch die entsprechenden T�tigkeiten als solche in Frage gestellt werden. Daneben gibt es jedoch auch Ger�usche, welche den eigentlichen Zweck einer bestimmten Aktivit�t ausmachen. Dazu geh�ren beispielsweise das L�uten von Kirchen- oder Kuhglocken, das Musizieren sowie das Halten von Reden mit Lautverst�rkern an Anl�ssen in der �ffentlichkeit. Solche L�rmemissionen k�nnen nicht v�llig vermieden und in der Regel auch nicht in der Lautst�rke wesentlich reduziert werden, ohne dass zugleich der Zweck der sie verursachenden T�tigkeit vereitelt w�rde. Derartige L�rmemissionen als unn�tig und unzul�ssig zu qualifizieren, w�rde implizieren, die betreffende T�tigkeit generell als unn�tig zu betrachten. Die Rechtsprechung hat im Allgemeinen solche Emissionen zwar aufgrund des Umweltschutzgesetzes beurteilt, aber zugleich unter Ber�cksichtigung des Interesses an der L�rm verursachenden T�tigkeit diese nicht v�llig verboten, sondern bloss einschr�nkenden Massnahmen unterworfen (Urteil des Bundesgerichts vom 18. M�rz 1998 in Pra 87/1998 Nr. 170 S. 904 und in URP 1998 S. 529 betr. Schussanlage zur Abwehr von V�geln in Rebbergen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 2. August 1995 i.S. R., RDAT 1996 I 62183, betr. Freiluftmusikveranstaltungen; aus der kantonalen Praxis: URP 1996 S. 668 [Verwaltungsgericht Z�rich] betr. Kirchenglocken; RDAF 1995 S. 75 [Verwaltungsgericht Waadt] betr. Freiluftkonzerte). Da eine Reduktion der Schallintensit�t meist den mit der betreffenden T�tigkeit verfolgten Zweck vereiteln w�rde, bestehen die emissionsbeschr�nkenden Massnahmen in der Regel nicht in einer Reduktion des Schallpegels, sondern in einer Einschr�nkung der Betriebszeiten (BGE 119 Ib 463 E. 4-6; BGE 118 Ib 234 E. 2b S. 239 f.; SCHRADE/LORETAN, Kommentar USG, N. 29 zu Art. 12). Dabei ist eine Interessenabw�gung vorzunehmen zwischen dem Ruhebed�rfnis der Bev�lkerung und dem Interesse an der l�rmverursachenden T�tigkeit. Zu beachten sind insbesondere BGE 126 II 366 S. 370der Charakter des L�rms, Zeitpunkt, Dauer und H�ufigkeit seines Auftretens sowie die L�rmempfindlichkeit bzw. die L�rmvorbelastung der betroffenen Zone (BGE 126 II 300 E. 4c/cc S. 307 f.; BGE 123 II 325 E. 4d/bb S. 334 f., BGE 123 II 74 E. 5a S. 86; Pra 87/1998 Nr. 170 S. 908). Den �rtlichen Beh�rden ist ein gewisser Beurteilungsspielraum zuzugestehen, soweit es sich um Anl�sse mit lokaler Auspr�gung oder Tradition handelt (BGE 126 II 300 E. 4c/dd S. 309).
3. a) Die Baurekurskommission hat anl�sslich eines Lokaltermins festgestellt, das Gel�ut der reformierten Kirche Bubikon weise eine eher dunkle Klangfarbe, aber einen relativ harten Anschlag sowie eine beachtliche Intensit�t auf. Der davon ausgehende Schall sei zumindest in den unmittelbar dem Kirchturm zugewandten Zimmern der Rekurrentin offensichtlich laut vernehmbar. Das Verwaltungsgericht hat sich zur Intensit�t des Gel�uts nicht ge�ussert bzw. auf die Feststellungen der Baurekurskommission abgestellt. Das BUWAL f�hrt aus, Untersuchungen der SUVA h�tten ergeben, dass in 50 Meter Distanz von einem mittelhohen Kirchturm bei mittelgrossen Kirchenglocken am Ohr der Betroffenen im Innern eines Geb�udes (bei gekipptem Fenster zur Bel�ftung des Zimmers) ein Schalldruckpegel von mehr als 60 dB(A) entstehe. Bei einem solchen Schalldruckpegel sei nachts mit Aufwachreaktionen zu rechnen. Das bedeute, dass von einer erheblichen St�rung im Sinne von Art. 15 USG gesprochen werden m�sse.
b) Diese tats�chlichen Feststellungen der Baurekurskommission und des BUWAL werden von keiner Seite bestritten. Der beantragte Augenschein er�brigt sich deshalb. Die Beschwerdef�hrerin verlangt auch nicht, dass das Glockengel�ut etwa durch Schallschutzmassnahmen in der Glockenstube einged�mmt werde. Eine solche Massnahme m�sste denn auch wohl bedacht werden, da das Erzielen einer breiten Aussenwirkung gerade der Zweck des kirchlichen L�utens und nicht (unerw�nschtes) Nebenprodukt irgendeiner T�tigkeit ist: Kirchengel�ut soll m�glichst vielen Menschen feierlich den neuen Tag ank�ndigen und sie zur Besinnung mahnen oder auch je nach Tageszeit zum Gebet, zum Gottesdienst oder zu einer kirchlichen Feier rufen (zum kirchlichen und weltlichen Glockenbrauchtum vgl. HARTWIG NIEMANN, Das Liturgische L�uten, Seine Geschichte und die Rechtsgrundlagen, in: Glocken in Geschichte und Gegenwart, Band 2, Karlsruhe 1998, S. 26). Diesem Zweck w�rden Schallschutzmassnahmen zuwiderlaufen (vgl. dazu immerhin einen Entscheid des Verwaltungsgerichts Aargau, ZBl BGE 126 II 366 S. 37190/1989 S. 499 ff., inbes. S. 506 ff.; ferner zur Problematik des Selbstzwecks des Kirchengel�uts MONIKA K�LZ, Die Anwendbarkeit der bundesrechtlichen L�rmschutzvorschriften auf menschlichen Alltagsl�rm und verwandte L�rmarten, in URP 1993 S. 398). Hingegen fordert die Beschwerdef�hrerin eine Einschr�nkung der Betriebszeit beim morgendlichen Fr�hgel�ut, was ebenfalls eine m�gliche Massnahme zur Emissionsbegrenzung sein kann (Art. 12 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 USG). Umstritten ist, ob bei einem Fr�hgel�ut um 06.00 Uhr morgens noch von einer Nachtruhest�rung gesprochen werden kann und ob Kirchengel�ut �berhaupt von einem wesentlichen Teil der Bev�lkerung als erheblich st�rend empfunden wird.
c) Glockengel�ut wird - jedenfalls tags und ab einer gewissen Distanz zu den Glocken - von den meisten Menschen nicht als st�rend empfunden. Es kann - wie die Musik - nicht mit Verkehrs- oder Industriel�rm gleichgesetzt werden. Kirchenglocken haben f�r viele Leute einen Wohlklang, und ihr regelm�ssiges Ert�nen - auch fr�hmorgens - entspricht weit verbreiteter alter Tradition. Kirchengel�ut hat sich weit �ber den Kreis der Gl�ubigen hinaus im Bewusstsein der Menschen eingepr�gt, vermag auch religi�s gleichg�ltige Leute zu bewegen und geh�rt f�r weite Teile der Bev�lkerung zum festen Tagesablauf.
Das Gef�hl der St�rung h�ngt �hnlich wie bei Musik stark davon ab, zu welcher Tages- oder Nachtzeit die Glocken ert�nen und wie nahe bei der L�rmquelle sich die Betroffenen befinden. Mehrheitsmeinungen in einer Gemeinde k�nnen nicht ohne weiteres als Massstab f�r die Befindlichkeit der "Bev�lkerung" im Sinne von Art. 15 USG dienen, da in der Regel nicht eine Mehrheit nahe bei der L�rmquelle wohnt. "Bev�lkerung" ist vielmehr im Sinn einer objektiven, durchschnittlichen L�rmempfindlichkeit zu verstehen. Da aber auch auf Personengruppen mit erh�hter L�rmempfindlichkeit (Kranke, Betagte usw.) R�cksicht zu nehmen ist (Art. 13 Abs. 2 USG), muss tendenziell von einer eher �ber dem Durchschnitt liegenden L�rmempfindlichkeit ausgegangen werden (CHRISTOPH Z�CH, Kommentar USG, Art. 15 N. 15). Indessen ist auch die Orts�blichkeit (Vorbelastung des Gebiets, Zonenlage, Tradition) in die Beurteilung miteinzubeziehen (Urteile des Bundesgerichts vom 1. Dezember 1994 i.S. T., E. 3c, in URP 1995 S. 31 ff., und vom 13. Juni 1997 i.S. X., E. 2b/bb, in Pra 86/1997 Nr. 138 S. 743). Diesbez�glich ist zu beachten, dass sich die Wohnung der Beschwerdef�hrerin in der Kernzone befindet, die der L�rmempfindlichkeitsstufe BGE 126 II 366 S. 372III zugewiesen ist, d.h. wo m�ssig st�render L�rm hingenommen werden muss (Art. 43 Abs. 1 lit. c LSV).
Das Fr�hgel�ut entspricht zudem einer �rtlichen Tradition. Einer Aufstellung im Anhang zum Beschluss des Gemeinderates vom 18. Februar 1998 ist zu entnehmen, dass im Bezirk Hinwil bzw. in angrenzenden Gemeinden sieben Gemeinden ein Fr�hgel�ut um 05.00 Uhr, drei Gemeinden um 06.00 Uhr und eine Gemeinde um 07.00 Uhr kennen. In D�rnten wurde das Fr�hgel�ut mit R�cksicht auf ausl�ndische Hotelg�ste abgeschafft.
4. a) Das Verwaltungsgericht hat massgeblich auf die Polizeiverordnung der Gemeinde Bubikon vom 1. April 1998 (PolV) abgestellt. Dieses Vorgehen ist zul�ssig, soweit es darum geht, die Handhabung des den lokalen Beh�rden zustehenden Beurteilungsspielraums bei der Auslegung und Anwendung des Umweltschutzgesetzes, insbesondere die zu ergreifenden Emissionsbegrenzungsmassnahmen, zu �berpr�fen (vgl. BGE 118 Ib 590 E. 3c S. 596 f.).
Nach Art. 19 PolV gilt von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr Nachtruhe, w�hrend welcher "jeder st�rende L�rm verboten" ist. An �ffentlichen Ruhetagen sowie von 06.00 bis 07.00, von 12.00 bis 13.00 und von 20.00 bis 22.00 Uhr ist "die Vermeidung von L�rm besonders zu beachten". L�rmige Haus- und Gartenarbeiten (Klopfen von Teppichen, Arbeiten mit motorbetriebenen Ger�ten usw.) d�rfen werktags ab 07.00 Uhr ausgef�hrt werden (Art. 21 Abs. 1 PolV). L�rmige Arbeiten in Industrie, Gewerbe und andern Unternehmen sind von 19.00 bis 07.00 Uhr sowie von 12.00 bis 13.00 Uhr untersagt (Art. 22 Abs. 2 PolV). F�r die Landwirtschaft gelten nach Art. 28 Abs. 2 PolV grunds�tzlich die Ruhezeiten gem�ss Art. 19 PolV. Das Verwaltungsgericht h�lt es f�r vertretbar, dass der Gemeinderat auf Art. 19 PolV abstellt und das Morgengel�ut nicht gleich behandelt wie Arbeiten in Haus, Garten, Gewerbe und Industrie (Art. 21 und 22 PolV). Das in der Polizeiverordnung festgelegte Ende der Nachtruhe k�nne als Ausdruck des "orts�blichen Mittelmasses" angesehen werden, bei dem auch auf Personengruppen mit erh�hter Empfindlichkeit im Sinne von Art. 13 Abs. 2 USG R�cksicht genommen werde.
b) Die Beschwerdef�hrerin wendet dagegen ein, eine Notwendigkeit, das Fr�hgel�ut vor 07.00 Uhr ert�nen zu lassen, bestehe nicht. Seit es in jedem Haushalt Wecker gebe, habe das Fr�hgel�ut seine Weckfunktion verloren. Ein grosser Teil der Bev�lkerung stehe morgens nicht (mehr) vor 07.00 Uhr auf. Diese Leute w�rden durch das BGE 126 II 366 S. 373Gel�ut um 06.00 Uhr in ihrem Wohlbefinden erheblich gest�rt. Das gelte erst recht an Samstagen und Sonntagen. Die Bauern, die einen fr�hen Tagesbeginn h�tten, machten heute nur noch den kleineren Teil der Bev�lkerung aus. Art. 19 PolV sei nicht massgebend und verletze Bundesrecht. Nach diesem gelte nur f�r den unvermeidbaren Strassenverkehrs- und Eisenbahnl�rm die Zeit zwischen 22.00 und 06.00 Uhr als Nacht (Ziff. 32 Abs. 1 Anh�nge 3 und 4 LSV). F�r den (vermeidbaren) Industrie- und Gewerbel�rm gelte als Nacht die Zeit von 19.00 bis 07.00 Uhr (Ziff. 31 Abs. 1 Anhang 6 LSV). Daraus k�nne abgeleitet werden, dass vermeidbarer L�rm wie Glockengel�ut vor 07.00 Uhr vermieden werden m�sse. Die Polizeiverordnung sei im �brigen vom Gemeinderat in eigener Kompetenz erlassen worden, ohne dass dar�ber eine Volksabstimmung stattgefunden habe; Art. 19 Abs. 1 PolV k�nne deshalb nicht als Massstab f�r das Empfinden der Bev�lkerung herangezogen werden. Zudem sei auch nach Art. 19 Abs. 2 PolV jeglicher vermeidbare L�rm zwischen 06.00 und 07.00 Uhr zu unterlassen, und �ffentlichen Unternehmen, wie die reformierte Kirche Bubikon eines sei, seien l�rmige Arbeiten vor 07.00 Uhr �berhaupt untersagt (Art. 22 PolV). Es sei willk�rlich, die Emissionen des Kirchengel�uts anders zu behandeln als Emissionen aus Gewerbe, Industrie und Haus (Art. 21 und 22 PolV), und es gebe keinen sachlichen Grund, Art. 19 Abs. 2 PolV, der vorschreibe, dass zwischen 06.00 und 07.00 Uhr auf die Vermeidung jeglichen L�rms besonders zu achten sei, f�r Kirchengel�ut nicht gelten zu lassen. Es sei auch rechtsungleich, wenn das Verwaltungsgericht in der Gemeinde Buchs ein Fr�hgel�ut vor 07.00 Uhr verboten und die Baurekurskommission III in der Gemeinde D�rnten ein solches erst um 06.30 Uhr bzw. an Wochenenden um 07.30 Uhr zugelassen habe (vgl. den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 30. August 1995, publ. in URP 1996 S. 668 ff.), in Bubikon aber das Gel�ut schon um 06.00 Uhr zugelassen werde. Das Verwaltungsgericht verletze auch das Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip, wenn es das Interesse eines Teils der Bev�lkerung an einem Fr�hgel�ut um 06.00 Uhr st�rker gewichte als das Interesse grosser Teile der Bev�lkerung am ungest�rten Schlaf bis 07.00 Uhr.
5. a) Es ist der Beschwerdef�hrerin darin beizupflichten, dass die kommunale Polizeiverordnung die Nachtruhezeit nicht anders definieren kann, als die L�rmschutz-Verordnung es tut. Letztere enth�lt indessen f�r Glockengel�ut keine Vorschrift. Auch ist es keineswegs zwingend, auf die Regeln f�r Industrie- und Gewerbel�rm (Nachtruhe von 19.00 bis 07.00 Uhr) abzustellen. Industrie- BGE 126 II 366 S. 374und Gewerbel�rm sind Emissionen aus Berufsarbeit und h�ngen deshalb von den �blichen Arbeitszeiten ab. Strassen- und Bahnverkehr f�llt hingegen zu einem grossen Teil vor und nach den �blichen Arbeitszeiten und auch in der Freizeit an, weshalb f�r ihn andere Nachtruhezeiten gelten (22.00 bis 06.00 Uhr). Es ist weder willk�rlich noch unsachlich und verletzt Bundesrecht nicht, wenn Glockengel�ut nicht dem Arbeitsl�rm gleichgestellt und morgens fr�her zugelassen wird als dieser. Soweit das Fr�hgel�ut den Zweck hat, den Tag einzul�uten und zur Besinnung oder zum Gebet zu rufen, k�nnte es diesen Zweck teilweise gar nicht erf�llen, wenn es erst erklingen d�rfte, wenn viele Leute bereits unterwegs zur Arbeit oder am Arbeitsort sind. Betriebseinschr�nkungen d�rfen grunds�tzlich nicht so weit gehen, dass sie den Zweck des Betriebs geradezu vereiteln, es sei denn, die Alarmwerte w�rden �berschritten, was hier aber nicht angenommen werden kann (Art. 14 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 LSV). Wie zudem bereits erw�hnt worden ist (E. 3c), ist der Klang der Glocken von seiner Art her nicht mit Industrie- und Gewerbel�rm oder mit L�rm von Ger�ten in Haus und Garten vergleichbar.
b) Schliesslich ist zu beachten, dass das Fr�hgel�ut der reformierten Kirche Bubikon Tradition hat. Wie eine Eingabe von 300 Personen an den Gemeinderat zeigt, d�rfte dieses einem gewissen �ffentlichen Interesse entsprechen, selbst wenn nicht alle Einwohner und Einwohnerinnen der Gemeinde diese Einsch�tzung teilen m�gen. Der Gemeinderat spricht in Ziff. 5 seiner Verf�gung vom 1. Oktober 1997 von Brauchtum, das Teil des Zusammengeh�rigkeitsempfindens dieser l�ndlichen Gemeinde schlechthin sei. Eine solche Tradition rechtfertigt es, Einschr�nkungen nur mit Zur�ckhaltung anzuordnen. Obschon die Polizeiverordnung nur vom Gemeinderat und nicht vom Stimmvolk beschlossen worden ist, ist sie doch Ausdruck der in der Gemeinde vorherrschenden Meinung, dass es gen�gt, eine allgemeine Nachtruhe nur bis um 06.00 Uhr morgens vorzuschreiben (Art. 19 Abs. 1 PolV). Wohl ist an �ffentlichen Ruhetagen und von 06.00 bis 07.00 Uhr der Vermeidung von L�rm besondere Beachtung zu schenken (Art. 19 Abs. 2 PolV). Wenn aber die �rtlichen Beh�rden und mit ihnen die kantonalen Rechtsmittelinstanzen davon ausgehen, dass in der Gemeinde Bubikon ein Fr�hgel�ut der reformierten Kirche um 06.00 Uhr (noch) allgemein akzeptiert werde und dass an der Aufrechterhaltung dieser Tradition ein �ffentliches Interesse bestehe, so hat das Bundesgericht keinen Anlass, von dieser Beurteilung durch die mit den �rtlichen Verh�ltnissen besser vertrauten Beh�rden abzuweichen BGE 126 II 366 S. 375(vgl. Pra 86/1997 Nr. 138 S. 743, ferner BGE 119 Ib 254 E. 2b S. 265). Es kann davon ausgegangen werden, dass sich in Bubikon nicht ein wesentlicher Teil der Bev�lkerung durch das Fr�hgel�ut im Wohlbefinden erheblich gest�rt f�hlt (vorne E. 2d), ansonst der Gemeinderat kaum darum herumk�me, bei den Kirchbeh�rden vorstellig zu werden oder sogar die Polizeiverordnung entsprechend anzupassen.
c) Es ist nicht unverh�ltnism�ssig, wenn die Vorinstanzen dem Interesse an der Beibehaltung der erw�hnten Tradition gr�sseres Gewicht beimessen als dem Ruhebed�rfnis der Beschwerdef�hrerin. Auch verletzt es die Rechtsgleichheit nicht, wenn die Gemeinden in Bereichen, wo das Bundesumweltrecht Spielraum l�sst, die Ruhezeiten verschieden regeln und wenn die kantonalen Rechtsmittelinstanzen im Zusammenhang mit der Beurteilung von Fr�hgel�ut diesen unterschiedlichen kommunalen Regelungen Rechnung tragen (vgl. BGE 125 I 173 E. 6d S. 179; s. auch BGE 126 II 300 E. 4d/ee S. 311).
Art. 12 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 USG,
Art. 14 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 LSV

References: Art. 7
 Art. 50
 BGE 
 Art. 50
 Art. 7
 Art. 2
 Art. 7
 BGE 
 Art. 11
 Art. 12
 Art. 13
 Art. 12
 BGE 
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 Art. 15
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 Art. 19
 Art. 28
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 13
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 Art. 19
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 19
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 BGE 
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Art. 12

Art. 14