Source: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20005363
Timestamp: 2015-10-06 20:17:18+00:00

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RIS - Gesamte Rechtsvorschrift für Interventionsverordnung - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 06.10.2015
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Interventionsverordnung, Fassung vom 06.10.2015
Verordnung des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft über Interventionen bei radiologischen Notstandssituationen und bei dauerhaften Strahlenexpositionen (Interventionsverordnung – IntV)StF: BGBl. II Nr. 145/2007 [CELEX-Nr.: 31989L0618, 31996L0029]
Auf Grund der §§ 36l Abs. 3 sowie 37 Abs. 5 Z 6 des Strahlenschutzgesetzes (StrSchG), BGBl. Nr. 227/1969, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 13/2006, wird verordnet: Inhaltsverzeichnis1. TeilAllgemeine Bestimmungen§ 1.Ziel und Geltungsbereich§ 2.Begriffsbestimmungen§ 3.Grundsätze bei Interventionen2. TeilInterventionen bei einer radiologischen Notstandssituation§ 4.Interventionswerte§ 5.Interventionsmaßnahmen§ 6.Bewertung und Anpassung von Interventionsmaßnahmen§ 7.Lagedarstellung§ 8.Information der Öffentlichkeit§ 9.Interventionspläne§ 10.Notfallübungen§ 11.Meldepflichten für Ereignisse auf österreichischem Staatsgebiet§ 12.Interventionspersonal§ 13.Physikalische und ärztliche Kontrolle von Interventionspersonal§ 14.Aufzeichnungspflichten§ 15.Personaleinsatz bei einer radiologischen Notstandssituation§ 16.Information militärischer Dienststellen3. TeilInterventionen bei einer dauerhaften Strahlenexposition§ 17.Interventionen bei einer dauerhaften Strahlenexposition § 1
1. TeilAllgemeine BestimmungenZiel und Geltungsbereich§ 1. (1) Ziel dieser Verordnung ist der Schutz der Gesundheit von Personen vor den Gefahren durch ionisierende Strahlung im Fall radiologischer Notstandssituationen oder im Fall einer dauerhaften Exposition auf Grund der Folgen einer radiologischen Notstandssituation oder auf Grund eines früheren Umgangs oder früherer Arbeiten mit Strahlenquellen.(2) Durch diese Verordnung werden1.Titel IX der Richtlinie 96/29/EURATOM zur Festlegung der grundlegenden Sicherheitsnormen für den Schutz der Gesundheit der Arbeitskräfte und der Bevölkerung gegen die Gefahren durch ionisierende Strahlung, ABl. Nr. L 159 vom 29.06.1996 S. 1, sowie2.die Richtlinie 89/618/EURATOM über die Unterrichtung der Bevölkerung über die bei einer radiologischen Notstandssituation geltenden Verhaltensregeln und zu ergreifende Gesundheitsschutzmaßnahmen, ABl. Nr. L 357 vom 07.12.1989 S. 31,in österreichisches Recht umgesetzt.(3) Diese Verordnung gilt1.für Interventionen im Fall einer radiologischen Notstandssituation oder im Fall einer dauerhaften Strahlenexposition auf Grund der Folgen einer radiologischen Notstandssituation oder eines früheren Umgangs oder früherer Arbeiten mit Strahlenquellen sowie2.für die Information der Öffentlichkeit zur Vorbereitung auf eine radiologische Notstandssituation und im Fall einer radiologischen Notstandssituation.
Begriffsbestimmungen§ 2. Im Sinn dieser Verordnung bezeichnet1.„effektive Dosis“ die Dosis laut Definition gemäß Anlage 2 der Allgemeinen Strahlenschutzverordnung (AllgStrSchV), BGBl. II Nr. 191/2006;2.„Interventionspersonal“ jene Personen, die für die Durchführung von Interventionsmaßnahmen bei einer radiologischen Notstandssituation geeignet und ausgebildet sind;3.„Interventionswerte“ Dosiswerte für Interventionsmaßnahmen, die im Fall einer radiologischen Notstandssituation unter Berücksichtigung der Lage festgelegt und angewandt werden;4.„Maßnahmenkatalog“ die Zusammenstellung von Interventionsmaßnahmen für radiologische Notstandssituationen.
Grundsätze bei Interventionen§ 3. (1) Im Sinn von § 36l Abs. 2 Z 1 StrSchG hat eine Intervention im Fall einer radiologischen Notstandssituation nur zu erfolgen, wenn die Minderung der gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Strahlung ausreicht, um den Schaden und die Kosten einschließlich der volkswirtschaftlichen Kosten der Intervention zu rechtfertigen.(2) Form, Umfang und Dauer von Interventionen sind im Sinn von § 36l Abs. 2 Z 2 StrSchG zwecks Optimierung so zu wählen, dass der Nutzen, der durch die Minderung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen der betroffenen Bevölkerung erreicht wird, abzüglich des Schadens, der mit der Intervention verbunden ist, maximiert wird.(3) Die Dosisgrenzwerte für Einzelpersonen der Bevölkerung und für beruflich strahlenexponierte Personen sind bei radiologischen Notstandssituationen nicht anzuwenden.
2. TeilInterventionen bei einer radiologischen NotstandssituationInterventionswerte§ 4. (1) Im Fall einer radiologischen Notstandssituation hat der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft die Lage zu evaluieren. Falls erforderlich, hat er Interventionswerte festzulegen.(2) Die Interventionswerte dürfen von den Interventionsrichtwerten gemäß Anlage 1 nur bei Vorliegen schwerwiegender Gründe abweichen. Die Festlegung unterschiedlicher Interventionswerte für verschiedene Regionen des Bundesgebietes ist zu vermeiden. Bei einer grenzüberschreitenden radiologischen Notstandssituation ist eine Harmonisierung der Interventionswerte mit potenziell oder tatsächlich betroffenen Nachbarländern anzustreben.
Interventionsmaßnahmen§ 5. (1) Im Fall einer radiologischen Notstandssituation hat der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft unter Mitwirkung der Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend im Sinn des § 37 Abs. 5 Z 3 StrSchG auf Basis der Evaluierung der Lage erforderlichenfalls Interventionsmaßnahmen zu empfehlen. Ist eine Überschreitung von nach § 4 festgelegten Interventionswerten zu erwarten, hat er eine solche Empfehlung jedenfalls auszusprechen.(2) Bei einer grenzüberschreitenden radiologischen Notstandssituation ist eine Harmonisierung der Interventionsmaßnahmen mit betroffenen Nachbarländern anzustreben.(3) Der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat einen Maßnahmenkatalog unter Berücksichtigung der in Anlage 2 zusammengestellten Interventionsmaßnahmen auszuarbeiten. Diesen Katalog hat er im Fall einer radiologischen Notstandssituation für die Empfehlung von Interventionsmaßnahmen zu berücksichtigen.
Bewertung und Anpassung von Interventionsmaßnahmen§ 6. Sind Interventionsmaßnahmen in Durchführung begriffen, so hat der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft1.ihre Wirksamkeit zu bewerten und2.erforderliche Anpassungen dieser Maßnahmen bzw. ihre Aufhebung zu empfehlen.Zu diesem Zweck haben die Landeshauptleute Informationen über Status und Wirksamkeit der in Durchführung begriffenen Interventionsmaßnahmen an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft zu übermitteln.
Lagedarstellung§ 7. Der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat ein geeignetes EDV-gestütztes System zur Lagedarstellung einzurichten und zu betreiben. Dieses System muss die Erfassung insbesondere folgender Informationen ermöglichen:1.Daten zur radiologischen Notstandssituation,2.Bewertung der Lage und Abschätzung der Folgen,3.Interventionsmaßnahmen und Abschätzung ihrer Wirksamkeit und4.Hintergrundinformationen.Die im Zusammenhang mit Interventionen tätigen Stellen erhalten Zugriffsrechte zu den für sie relevanten Informationen.
Information der Öffentlichkeit§ 8. (1) Der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat die Öffentlichkeit1.zur Vorbereitung auf eine radiologische Notstandssituation in angemessener Form und2.im Fall einer radiologischen Notstandssituation nach Erfordernis der Situationzu informieren. Diese Informationen haben den in Anlage 3 vorgegebenen Kriterien zu entsprechen.(2) Die Information zur Vorbereitung auf eine radiologische Notstandssituation hat der Öffentlichkeit über elektronische Medien ständig zugänglich zu sein.
Interventionspläne§ 9. (1) Der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat unter Einbeziehung aller betroffenen Bundesministerien einen gesamtstaatlichen Interventionsplan zu erstellen.(2) Auf Grundlage des gesamtstaatlichen Interventionsplanes haben die gemäß § 38 StrSchG für die Durchführung der Interventionsmaßnahmen zuständigen Landeshauptleute Interventionspläne für ihren Wirkungsbereich zu erstellen.(3) Die Interventionspläne nach Abs. 1 und 2 müssen die in Anlage 4 angeführten Inhalte abdecken. Die Interventionspläne sind von den für ihre Erstellung Zuständigen in angemessenen Zeitabständen auf ihre Aktualität zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren.(4) Die von den Landeshauptleuten erstellten bzw. aktualisierten Interventionspläne sind dem Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft zur Kenntnis zu bringen.
Notfallübungen§ 10. Die für Interventionen bei einer radiologischen Notstandssituation zuständigen Behörden haben unter Einbeziehung des Interventionspersonals in angemessenen Zeitabständen Notfallübungen abzuhalten. Dabei ist insbesondere1.eine Überprüfung der Interventionspläne auf Schwachstellen durchzuführen,2.die Zusammenarbeit der an Interventionen beteiligten Personen und Organisationen zu üben sowie3.der Einsatz von organisatorischen und technischen Mitteln unter möglichst realistischen Bedingungen zu üben und auf Schwachstellen zu überprüfen.Bei diesen Notfallübungen sind die in Anlage 5 angeführten Kriterien zu berücksichtigen.
Meldepflichten für Ereignisse auf österreichischem Staatsgebiet§ 11. (1) Im Fall einer durch ein Ereignis auf österreichischem Staatsgebiet verursachten radiologischen Notstandssituation hat die zuständige Behörde den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft unter Einhaltung der in den Interventionsplänen vorgesehenen Meldewege entsprechend den in Anlage 6 festgelegten Inhalten zu informieren. Diese Meldepflicht gilt nicht bei Ereignissen, deren Auswirkungen nach Einschätzung der zuständigen Behörde aus Sicht des Strahlenschutzes außer Acht gelassen werden können.(2) Erstmeldungen haben unverzüglich zu erfolgen und müssen zumindest die Inhalte gemäß Anlage 6 Z 1 bis 4 abdecken. Bei wesentlichen neuen Erkenntnissen sowie bei gravierenden Änderungen der Situation sind aktualisierte Meldungen zu übermitteln.(3) Bei den Meldungen gemäß Abs. 1 sind Informationen, die vom Inhaber einer strahlenschutzrechtlichen Bewilligung auf Grund bescheidmäßiger Vorschreibung gemäß §§ 6, 7 und 10 StrSchG bei Eintreten einer radiologischen Notstandssituation in der bewilligten Anlage bzw. beim bewilligten Umgang an die zuständige Behörde zu übermitteln sind, zu berücksichtigen.
Interventionspersonal§ 12. (1) Interventionspersonal muss eine Ausbildung besitzen, die es zur Durchführung der Interventionsmaßnahmen, zur Einschätzung des damit verbundenen Risikos und zu Selbstschutzmaßnahmen befähigt. Inhalt und Umfang einer solchen Ausbildung für Interventionspersonal sind in Anlage 7 festgelegt.(2) Für den Einsatz von Interventionspersonal bei radiologischen Notstandssituationen sind die in Anlage 8 festgelegten Dosisrichtwerte für Notfallexpositionen zu berücksichtigen. Ein Richtwert von 250 Millisievert für die effektive Gesamtdosis während der Lebenszeit dieser Personen sollte nicht überschritten werden. Einsätze, bei denen eine effektive Dosis von 20 Millisievert überschritten werden könnte, dürfen nur freiwillig erfolgen.(3) Interventionspersonal muss für seinen Einsatz mit der notwendigen persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet sein.
Physikalische und ärztliche Kontrolle von Interventionspersonal§ 13. (1) Zur physikalischen Kontrolle ist das Interventionspersonal mit persönlich zugeordneten Personendosimetern auszustatten. Die Anzeige dieser Dosimeter darf nur mit speziellen Hilfsmitteln oder unter Beschädigung gelöscht werden können. Diese Dosimeter sind von einer hierfür ermächtigten Dosismessstelle gemäß § 34 StrSchG zu beziehen.(2) Die Dosimeter sind während aller Tätigkeiten, bei denen eine Exposition möglich ist, an einer repräsentativen Stelle am Körperstamm, in der Regel an der Vorderseite des Rumpfes, zu tragen. Kann auf diese Art die Exposition nicht hinreichend genau ermittelt werden, so sind zusätzliche Dosimeter zu verwenden.(3) Die Dosimeter sind von der für das Interventionspersonal verantwortlichen Person unverzüglich nach einer Intervention sowie ansonsten einmal jährlich einer Dosismessstelle gemäß § 34 StrSchG zur Auswertung zu übermitteln. Im Fall einer Intervention ist die Dosismessstelle davon in Kenntnis zu setzen, dass es sich um Notfallexpositionen handelt.(4) Soweit es die radiologische Notstandssituation erfordert, sind bei der Durchführung einer Intervention zusätzlich Dosimeter zu verwenden, die beim Überschreiten von einstellbaren Dosis- oder Dosisleistungswerten ein akustisches oder optisches Warnsignal abgeben (Warndosimeter). Die Anzahl der einem Interventionsteam zugeordneten Warndosimeter ist auf die radiologische Notstandssituation und die Art der Intervention abzustimmen.(5) Besteht der Verdacht, dass im Zuge einer Intervention radioaktive Stoffe inkorporiert wurden, hat die zuständige Behörde zu entscheiden, ob eine Bestimmung der Inkorporationsdosis zu erfolgen hat.(6) Hinsichtlich der Auswertung der Personendosimetrie und der Inkorporationsüberwachung sowie der Verpflichtung zur Übermittlung der Ergebnisse an das Zentrale Dosisregister sind die Bestimmungen des § 27 Abs. 1 bis 3 AllgStrSchV anzuwenden, wobei anstelle des Bewilligungsinhabers die für das Interventionspersonal verantwortliche Person tritt. Außerdem hat die verantwortliche Person den Betroffenen die Ergebnisse der Auswertung ihres Personendosimeters und der Inkorporationsüberüberwachung zur Kenntnis zu bringen.(7) Ergibt die Ermittlung der Dosis eine Überschreitung der gemäß § 12 AllgStrSchV für beruflich strahlenexponierte Personen zulässigen Dosen, so hat die verantwortliche Person unverzüglich eine ärztliche Untersuchung der betroffenen Person zu veranlassen.(8) Die ärztliche Untersuchung gemäß Abs. 7 ist von Ärzten, arbeitsmedizinischen Diensten oder Krankenanstalten, die gemäß § 35 StrSchG ermächtigt sind, durchzuführen. Die Kosten der ärztlichen Untersuchungen sind mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft abzurechnen.(9) Die untersuchende Stelle hat eine gesundheitliche Beurteilung vorzunehmen und in einem ärztlichen Zeugnis festzuhalten, ob durch die Exposition eine Beeinträchtigung der Gesundheit der untersuchten Person vorliegt. Sie hat das ärztliche Zeugnis der für die untersuchte Person verantwortlichen Person zu übermitteln; diese hat das ärztliche Zeugnis sieben Jahre aufzubewahren und der untersuchten Person eine Kopie des Zeugnisses zu übergeben. Weiters sind die Ergebnisse der gesundheitlichen Beurteilung von der untersuchenden Stelle an das Zentrale Dosisregister weiterzuleiten.(10) Die Abs. 7 bis 9 sind sinngemäß auch auf jene Personen anzuwenden, die gemäß § 15 Abs. 4 Interventionsmaßnahmen durchgeführt haben. Erfolgte dabei keine individuelle physikalische Kontrolle, so ist die effektive Dosis, die die betroffenen Personen bei der Durchführung der Interventionsmaßnahmen erhalten haben, von der zuständigen Behörde abzuschätzen.
Aufzeichnungspflichten§ 14. (1) Für das Interventionspersonal sind von der verantwortlichen Person individuelle Aufzeichnungen über erhaltene Dosen, über die absolvierten Aus- und Fortbildungen und sowie über die Teilnahme an Notfallübungen zu führen. Im Rahmen von Interventionen erhaltene Dosen sind dabei gesondert auszuweisen.(2) Den für Interventionen zuständigen Behörden ist auf Verlangen Einsicht in diese Aufzeichnungen zu gewähren.(3) Zwecks Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit der Aufzeichnungen hat der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft entsprechende Vordrucke für diese Aufzeichnungen in ausreichender Anzahl bereitzustellen.
Personaleinsatz bei einer radiologischen Notstandssituation§ 15. (1) Können bei der Durchführung von Interventionsmaßnahmen die gemäß § 14 AllgStrSchV für Einzelpersonen der Bevölkerung zulässigen Dosen überschritten werden, hat die zuständige Behörde unter Berücksichtigung der Abs. 2 bis 4 festzulegen, welche Personen unter welchen Voraussetzungen für diese Interventionsmaßnahmen herangezogen werden dürfen.(2) Zur Durchführung von Interventionsmaßnahmen gemäß Abs. 1 dürfen nicht herangezogen werden:1.Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,2.Schwangere und3.stillende Frauen, sofern durch Inkorporation von radioaktiven Stoffen die in Abs. 1 genannten zulässigen Dosen überschritten werden können.(3) Vorrangig ist zur Durchführung von Interventionsmaßnahmen gemäß Abs. 1 Interventionspersonal heranzuziehen.(4) Die zuständigen Behörden können auch andere Personen heranziehen, sofern1.ihr Einsatz freiwillig erfolgt,2.sie über die benötigten Kenntnisse verfügen bzw. entsprechende Anweisungen erhalten haben,3.sie über das damit verbundene Risiko aufgeklärt wurden,4.dadurch eine wesentliche Optimierung der Intervention erreicht wird.Außer in begründeten Ausnahmefällen darf beim Einsatz dieser Personen eine effektive Dosis von 20 Millisievert nicht überschritten werden. Die zum Einsatz kommenden Personen müssen mit entsprechender persönlicher Schutzausrüstung sowie mit Dosimetern ausgestattet sein, sofern die Exposition nicht auf andere Art abgeschätzt werden kann.(5) Zum Schutz von Personen, die dringend notwendige Tätigkeiten während einer radiologischen Notstandssituation auszuüben haben, ohne dass diese Tätigkeiten eine Intervention im Sinn des § 2 Abs. 21 StrSchG darstellen, sind von den zuständigen Behörden entsprechende Regelungen festzulegen.
Information militärischer Dienststellen§ 16. Für den Fall der Anforderung einer Assistenzleistung des Bundesheeres hat der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft den betroffenen militärischen Dienststellen Informationen zu übermitteln, die zumindest die in Anlage 9 angeführten Inhalte abdecken.
3. TeilInterventionen bei einer dauerhaften Strahlenexposition§ 17. (1) Liegt eine Situation vor, die auf Grund der Folgen einer radiologischen Notstandssituation oder auf Grund eines früheren Umgangs oder früherer Arbeiten mit Strahlenquellen zu einer dauerhaften Strahlenexposition führt, so hat die zuständige Behörde erforderlichenfalls und unter Berücksichtigung des jeweiligen Ausmaßes des Expositionsrisikos dafür zu sorgen, dass1.das betroffene Gebiet abgegrenzt wird,2.ein System zur Überwachung der Strahlenexposition eingerichtet wird,3.unter Berücksichtigung der tatsächlichen Merkmale der Situation alle geeigneten Interventionsmaßnahmen durchgeführt werden und4.der Zugang zu Gelände oder Bauten innerhalb des abgegrenzten Gebietes und deren Verwendung geregelt werden.(2) Außer in begründeten Ausnahmefällen sind bei solchen Interventionen die Dosisgrenzwerte für beruflich strahlenexponierte Personen gemäß § 12 AllgStrSchV einzuhalten.
Anlage 1zu § 4InterventionsrichtwerteDie nachstehende Tabelle enthält Dosiswerte für verschiedene Interventionsmaßnahmen und deren Berechnungsgrundlagen. Im Fall einer radiologischen Notstandssituation bilden diese Interventionsrichtswerte die Grundlage für die Festlegung von Interventionswerten nach § 4. InterventionsmaßnahmeBevölke-rungsgruppeInter-ventions-richtwertArt der Dosis Berücksichtigte ExpositionspfadeIntegrationszeit für den jeweiligen ExpositionspfadIntegrationszeit für die FolgedosisAufenthalt in GebäudenPersonen unter 18 Jahren,Schwangere1 mSvEffektiveErwartungs-dosisWolkenstrahlungKontaminierungsphase, max. 7 Tage Bodenstrahlung7 Tage InhalationKontaminierungsphase, max. 7 Tage70 JahreErwachsene10 mSvEffektiveErwartungs-dosisWolkenstrahlungKontaminierungsphase, max. 7 Tage Bodenstrahlung7 Tage InhalationKontaminierungsphase, max. 7 Tage50 JahreIodblockade durch Einnahme von KaliumiodidtablettenPersonen unter 18 Jahren10 mGyErwartete Schild-drüsen-dosis InhalationKontaminierungsphase, max. 7 Tage70 JahreErwachsene< 40 Jahre, Schwangere und Stillende100 mGyErwarteteSchilddrüsen-dosis InhalationKontaminierungsphase, max. 7 Tage50 JahreErwachsene> 40 Jahre500 mGyErwartete Schild-drüsen-dosis InhalationKontaminierungsphase, max. 7 Tage50 JahreEvakuierungAlle Bevölke-rungsgruppen50 mSvVermeidbareeffektive DosisWolkenstrahlungKontaminierungsphase, max. 7 Tage Bodenstrahlung7 Tage InhalationKontaminierungsphase, max. 7 Tage50 JahreTemporäre UmsiedlungAlle Bevölke-rungsgruppen30 mSvEffektive Erwartungs-dosisBodenstrahlung1 Monat (30 Tage) Langfristige UmsiedlungAlle Bevölke-rungsgruppen100 mSvEffektive Erwartungs-dosisBodenstrahlung1 Jahr Erwartungsdosis ist die Dosis, die im Fall einer radiologischen Notstandssituation für verschiedene Expositionspfade zu erwarten ist. Der Ermittlung der Erwartungsdosis ist die Annahme eines Aufenthalts im Freien während der für den jeweiligen Expositionspfad betrachteten Integrationszeit zugrunde zu legen. Die Wirkung von Interventionsmaßnahmen ist dabei nicht zu berücksichtigen. Für die in der Tabelle aufgelisteten Interventionsmaßnahmen sind die jeweils angeführten Expositionspfade zu berücksichtigen. Bei der Ermittlung der erwarteten Schilddrüsendosis sind nur die Iodnuklide zu berücksichtigen.Vermeidbare Dosis ist die Dosis, die durch eine Interventionsmaßnahme vermieden werden kann.
Anlage 2zu § 5 InterventionsmaßnahmenDiese Anlage enthält Interventionsmaßnahmen für die verschiedenen Phasen einer radiologischen Notstandssituation. Abhängig von der Situation kommen auch noch zusätzliche Interventionsmaßnahmen in Betracht.Eine radiologische Notstandssituation wird in folgende vier Phasen unterteilt:Vorwarnphase:Die Vorwarnphase beginnt mit dem Eintreten oder Bekanntwerden einer radiologischen Notstandssituation und endet, sobald die radioaktive Kontaminierung des betrachteten Gebietes beginnt.Kontaminierungsphase:Die Kontaminierungsphase umfasst den Zeitraum der Ausbreitungs- und Ablagerungsvorgänge der radioaktiven Stoffe im betrachteten Gebiet.Zwischenphase:Die Zwischenphase beginnt mit dem Ende der Kontaminierungsphase und dauert an, bis die radiologische Situation im Wesentlichen erfasst ist und Sofortmaßnahmen nicht mehr erforderlich sind.Spätphase:Die Spätphase folgt auf die Zwischenphase und dauert bis zur Wiederherstellung von normalen Lebensbedingungen in dem betrachteten Gebiet an. A) Maßnahmen in der Vorwarnphase–Regelmäßige Information der Öffentlichkeit–Betrieb der automatischen Messnetze im Intensivmodus–Aufenthalt in Gebäuden-Aufenthalt in schützenden Räumlichkeiten oder in Kellern-Schließen von Fenstern und Türen-Abdichten von Fenstern und Undichtheiten-Abschalten von Klimaanlagen–Vorbereitung der Iodblockade–Evakuierung (rasche, organisierte Räumung eines Gebietes) – Maßnahmen im Bereich Landwirtschaft und Nutztierhaltung-Unverzügliche Ernte von vermarktungsfähigen Produkten, insbesondere von Blattgemüse-Abdecken von Anbauflächen mit Folien-Schließen von Gewächshäusern-Verbringung von Nutztieren in Stallungen und kontrollierte Fütterung-Schließen von Stallungen-Schutz offen lagernder Futtermittel–Maßnahmen im Bereich Inverkehrbringung von Nahrungsmitteln-Schutz offen lagernder NahrungsmittelB) Maßnahmen in der Kontaminierungsphase–Regelmäßige Information der Öffentlichkeit–Verstärktes Mess- und Probenahmeprogramm–Aufenthalt in Gebäuden-Aufenthalt in schützenden Räumlichkeiten oder in Kellern-Schließen von Fenstern und Türen-Abdichten von Fenstern und Undichtheiten-Abschalten von Klimaanlagen–Iodblockade durch Einnahme von Kaliumiodidtabletten –Evakuierung (rasche, organisierte Räumung eines Gebietes); nur in Ausnahmefällen sinnvoll–Empfehlung zum Konsumverzicht kontaminierter Nahrungsmittel, insbesondere von Freilandgemüse–Zugangsbeschränkungen, Sperren von Gebieten, Verkehrsbeschränkungen–Aufenthaltsbeschränkungen im Freien (zB Absage von Veranstaltungen im Freien) und Beschränkung von Arbeiten im Freien–Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung bei Interventionen und dringend notwendigen Tätigkeiten–Empfehlung besonderer Hygienemaßnahmen–Maßnahmen zum Vermeiden von Kontaminationen der Haut im Freien–Dekontaminierung von Personen und Haustieren vor Betreten der Wohnung–Strahlenmedizinische Versorgung–Reinigen von kontaminierten Fahrzeugen–Reiseempfehlungen und -einschränkungen–Maßnahmen im Bereich Landwirtschaft und Nutztierhaltung-Weideverbot für Nutztiere, insbesondere für Milchkühe-Einschränkungen der Nutzung von Futtermitteln–Maßnahmen im Bereich Inverkehrbringung von Nahrungsmitteln-Einschränkungen des Inverkehrbringens von Nahrungsmitteln – Unterbindung des Zulaufs von Zisternen, Verzicht auf Zisternenwasser–Verzicht auf die Speicherung kontaminierten WassersC) Maßnahmen in der Zwischen- und Spätphase–Überprüfung der Interventionsmaßnahmen aus der Vorwarn- und Kontaminierungsphase–Regelmäßige Information der Öffentlichkeit–Verstärktes Probenahmeprogramm, Überwachung von Nahrungs- und Futtermitteln, Langzeitmonitoring–Zugangsbeschränkungen, Sperren von Gebieten, Verkehrsbeschränkungen–Reiseempfehlungen und -einschränkungen–Evakuierung (rasche, organisierte Räumung eines Gebietes); nur in Ausnahmefällen sinnvoll–Temporäre Umsiedlung–Langfristige Umsiedlung–Vermeidung bzw. Einschränkung von schwerer körperlicher Arbeit und Sport im Freien in hoch kontaminierten Gebieten–Beschränkung des Aufenthalts in bzw. bei kontaminierten Gewässern–Wechsel von Anlagen- und Fahrzeugfiltern–Maßnahmen im Bereich Landwirtschaft und Nutztierhaltung-Futtermittelbeschränkungen und Fütterung mit unkontaminiertem Futter-Vorrangige Verwendung von unkontaminiertem Futter während der letzten Wochen vor der Schlachtung-Beschränkungen für das Aufbringen von Klärschlamm-Entsorgungsmaßnahmen von unzulässig kontaminierten Futtermitteln (zB Unterpflügen von Futterpflanzen, Entfernen kontaminierter Vegetation, Kompostieren von Grünpflanzen)-Dekontaminierungsmaßnahmen landwirtschaftlich genutzter Böden, falls durchführbar (zB Abtrag des Oberbodens, Tiefpflügen, Tiefenlagerung des Oberbodens, Reduzierung der Stickstoffzufuhr)-Maßnahmen zur Vermeidung zusätzlicher Kontamination durch kontaminiertes Wasser (zB kein Bewässern mit kontaminierten Oberflächenwasser, keine Nutzung von stehenden Oberflächengewässern als Viehtränke)-Änderung der Fruchtfolge (zB Erhöhung des Anteils von Kulturen mit technologischer Weiterverarbeitung)-Vorverlegung des Zeitpunkts der Schlachtung von Nutztieren-Verschieben der Ernte (zB von Blattgemüse und Grünfutter); nur bei Kontamination mit kurzlebigen Radionukliden sinnvoll-Lagerung von Futtermitteln zwecks Abklingen kurzlebiger Radionuklide–Maßnahmen im Bereich Nahrungsmittelerzeugung und -inverkehrbringung sowie Konsum von Nahrungsmitteln-Entsorgung von unzulässig kontaminierten tierischen Nahrungsmitteln (zB Ausbringung von Milch auf Böden, Einleiten von Milch in Senkgruben, Vergraben oder Abdecken von Fleisch)-Entsorgung von unzulässig kontaminierten pflanzlichen Nahrungsmitteln (zB Unterpflügen von Freiland- und Wurzelgemüse sowie Getreide, Entfernen kontaminierter Vegetation, Kompostieren von Grünpflanzen, Obst, Gemüse und Kartoffeln)-Geeignete Verarbeitung von Nahrungsmitteln zur Verringerung der Kontamination-Lagerung und Konservierung von Nahrungsmitteln zwecks Abklingen kurzlebiger Radionuklide–Urbane Dekontaminierungsmaßnahmen-Dekontaminierung urbaner Flächen (zB Abspritzen von Straßen und Dächern, Erneuerung des Straßenbelages, Rasenmähen, Dekontaminierungsmaßnahmen für Böden)-Dekontaminierungsmaßnahmen bei Kinderspielplätzen–Maßnahmen bei der Entsorgung kontaminierter Materialien-Schutzmaßnahmen beim Wechsel von Anlagen- und Fahrzeugfiltern-Schutzmaßnahmen bei Entsorgung kontaminierter Abfälle und Klärschlämme (zB Beschränkung des Aufenthalts in Deponien und Kläranlagen, Abschirmung der Gammastrahlung durch Abdeckung von Deponien, Zeitbeschränkungen für das Sammeln und Transportieren von Abfällen)–Maßnahmen im Haushalt (zB gründliches Waschen und Schälen von oberflächlich kontaminiertem Obst und Gemüse)
Anlage 3zu § 8 Information der Öffentlichkeit A) Information der Öffentlichkeit zur Vorbereitung auf eine radiologische NotstandssituationDie Information hat folgende Themenbereiche abzudecken:1.Grundbegriffe der Radioaktivität und Auswirkungen der Radioaktivität auf den Menschen und auf die Umwelt,2.berücksichtigte radiologische Notstandssituationen und ihre Folgen für Bevölkerung und Umwelt,3.geplante Interventionsmaßnahmen zur Warnung, zum Schutz und zur Rettung der Bevölkerung bei einer radiologischen Notstandssituation,4.geeignete Informationen darüber, wie sich die Bevölkerung bei einer radiologischen Notstandssituation verhalten sollte,5.Benennung der bei einer Intervention im Fall einer radiologischen Notstandssituation involvierten Behörden und ihrer Zuständigkeiten.B) Information der Öffentlichkeit im Fall einer radiologischenNotstandssituation1.Bei Eintreten einer radiologischen Notstandssituation sind der tatsächlich betroffenen Bevölkerung rasch und wiederholt folgende Informationen zu geben:a)Informationen über die eingetretene Notstandssituation und nach Möglichkeit über deren Merkmale (wie Ursprung, Ausbreitung, voraussichtliche Entwicklung),b)Schutzanweisungen, die je nach Fall-insbesondere folgende Punkte umfassen können: Beschränkung des Verzehrs bestimmter, möglicherweise kontaminierter Nahrungsmittel, einfache Hygiene- und Dekontaminierungsregeln, Aufenthalt in Gebäuden, Verteilung und Verwendung von Kaliumiodidtabletten zur Iodblockade, Vorkehrungen für den Fall der Evakuierung,-gegebenenfalls mit Sonderanweisungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen verbunden werden können,c)Empfehlungen zur Zusammenarbeit im Rahmen der Anweisungen und Aufrufe der zuständigen Behörden.2.Geht der radiologischen Notstandssituation eine Vorwarnphase voraus, so sind der Bevölkerung, die im Fall einer radiologischen Notstandssituation möglicherweise betroffen sein wird, bereits in dieser Phase die erforderlichen Informationen und Anweisungen zu geben, wie beispielsweise:a)die Aufforderung, Rundfunk- oder Fernsehgeräte einzuschalten,b)vorbereitende Anweisungen für Organisationen, die besondere Gemeinschaftsaufgaben zu erfüllen haben,c)Empfehlungen für besonders betroffene Berufszweige.3.Im Fall einer radiologischen Notstandssituation sind Zusammenfassungen und Bewertungen der im Bundesgebiet erhobenen Messdaten zu geben.4.Ergänzend zu diesen Informationen und Anweisungen werden je nach verfügbarer Zeit die Grundbegriffe der Radioaktivität und ihre Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt in Erinnerung gerufen.
Anlage 4zu § 9Inhalt von Interventionsplänen GliederungGesamtstaatlicher InterventionsplanInterventionsplan auf LandesebeneTITELSEITE INHALTSVERZEICHNIS 1. EINLEITUNG 1.1 ZweckBeschreibung des Zwecks des InterventionsplansBeschreibung des Zwecks des Interventionsplans1.2 AnwendungsbereichBeschreibung des Anwendungsbereichs des Interventionsplans; Verbindung zu anderen NotfallplänenBeschreibung des Anwendungsbereichs des Interventionsplans; Verbindung zu anderen Notfallplänen, insbesondere zum gesamtstaatlichen Interventionsplan1.3 Gesetzliche GrundlagenAuflistung der gesetzlichen Grundlagen, die bei radiologischen Notstandssituationen auf Bundesebene zur Anwendung kommenVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan;Auflistung der gesetzlichen Grundlagen, die bei radiologischen Notstandssituationen auf Landesebene zur Anwendung kommen2. PLANUNGSBASIS 2.1 Kategorisierung verschiedener potenzieller radiologischer NotstandssituationenBeschreibung der radiologischen Gefährdungen, die der Interventionsplan berücksichtigt; Beschreibung der für Österreich in Betracht kommenden Szenarien im AnhangVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan unter Berücksichtigung der für das Bundesland in Betracht kommenden Szenarien2.2 BegriffsbestimmungenBegriffsbestimmungen, die für die Interventionspläne von Bedeutung sindVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan2.3 Am Notfallmanagement beteiligte Organisationen und ihre ZuständigkeitenAuflistung der beteiligten Organisationen und ihrer Zuständigkeiten für verschiedene radiologische Notstandssituationen; insbesondere Auflistung der Notfalleinrichtungen und des bei Interventionen zum Einsatz kommenden Personals auf Bundesebene; Angabe, nach welcher Zeitspanne ab Alarmierung dieses Personal einsatzbereit ist. Kontaktadressen als AnhangVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan; Auflistung der beteiligten Organisationen und ihrer Zuständigkeiten für verschiedene radiologische Notstandssituationen auf Landesebene; insbesondere Auflistung der Notfalleinrichtungen und des bei Interventionen zum Einsatz kommenden Personals auf Landesebene; Angabe, nach welcher Zeitspanne ab Alarmierung dieses Personal einsatzbereit ist. Kontaktadressen als Anhang2.4 KommunikationKurze Beschreibung der Kommunikationswege zwischen den beteiligten OrganisationenKurze Beschreibung der Kommunikationswege zwischen den beteiligten Organisationen2.5 AblaufplanKurze Beschreibung des idealen Ablaufs der Reaktionen auf verschiedene radiologische NotstandssituationenVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan; kurze Beschreibung des idealen Ablaufs der Reaktionen auf verschiedene radiologische Notstandssituationen auf Landesebene3. IMPLEMENTIERUNG DER NOTFALLPLANUNG 3.1 Melde- und AlarmierungswegeBeschreibung der Melde- und Alarmierungswege für verschiedene radiologische NotstandssituationenVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan;Beschreibung der Melde- und Alarmierungswege für verschiedene radiologische Notstandssituationen auf Landesebene3.2 Bewertung der radiologischen NotstandssituationBeschreibung der Bewertung der radiologischen Notstandssituation und der Einbindung der verfügbaren technischen NotfallsystemeVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan3.3 Strahlenspüren, Probenahme, Probentransport und MessungBeschreibung der Aktivierung und des Ablaufs von Strahlenspüreinsätzen; Beschreibung des Probenahmeplans für verschiedene radiologische Notstandssituationen; Beschreibung der Umsetzung des Probenahmeplans einschließlich Probentransport und MessungVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan3.4 Auszug aus MaßnahmenkatalogAuflistung der wichtigsten Interventionsmaßnahmen, vorhandener Interventionsrichtwerte und abgeleiteter InterventionsrichtwerteVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan3.5 InterventionsmaßnahmenBeschreibung der Zuständigkeiten und der Regelungen für Empfehlungen von Interventionsmaßnahmen auf BundesebeneVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan bezüglich der Empfehlung von Interventionsmaßnahmen; Beschreibung der Durchführung von Interventionsmaßnahmen insbesondere Anordnung, Vorbereitung, Umsetzung und Überprüfung der Umsetzung3.6 Information der ÖffentlichkeitBeschreibung der Zuständigkeiten und Regelungen auf Bundesebene für die Information der Öffentlichkeit für verschiedene radiologische Notstandssituationen; vorbereitete Pressemeldungen/Meldetexte für verschiedene radiologische Notstandssituationen unter Berücksichtigung der Anlage 3 (als Anhang)Verweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan3.7 Schutz der Personen, die Interventionen durchführenBeschreibung der Regelungen zur Erfassung der Strahlenexposition und zum Schutz von Personen, die Interventionen durchführenVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan3.8 Medizinische Hilfeleistung und Eindämmung nichtradiologischer AuswirkungenOrganisatorische Regelungen für die Behandlung von Personen mit schweren deterministischen Strahlenschäden sowie für die psychische Betreuung von Interventionspersonal und BevölkerungVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan;Auflistung der vorhandenen Einrichtungen im Bundesland3.9 Aufzeichnungen und DatenmanagementAuflistung der benötigten Aufzeichnungen bei radiologischen Notstandssituationen und bei NotfallübungenVerweis auf gesamtstaatlichen Interventionsplan;Auflistung der benötigten Aufzeichnungen bei radiologischen Notstandssituationen und bei Notfallübungen auf Landesebene4. AUFRECHTERHALTUNG DER NOTFALLPLANUNG 4.1 Behörden und ihre ZuständigkeitenZuständigkeiten für Aufrechterhaltung der Notfallplanung auf BundesebeneZuständigkeiten für Aufrechterhaltung der Notfallplanung auf Landesebene4.2 RessourcenBeschreibung der Sicherstellung der für die Durchführbarkeit des Interventionsplanes erforderlichen Ressourcen auf BundesebeneBeschreibung der Sicherstellung der für die Durchführbarkeit des Interventionsplanes erforderlichen Ressourcen auf Landesebene4.3 Training und NotfallübungenBeschreibung der Regelungen zur Sicherstellung ausreichenden Trainings von Interventionspersonal; Beschreibung der Regelungen für Zuständigkeiten, Vorbereitung und Durchführung von Notfallübungen; NotfallübungspläneBeschreibung der Regelungen zur Sicherstellung ausreichenden Trainings von Interventionspersonal;Beschreibung der Regelungen für Zuständigkeiten, Vorbereitung und Durchführung von Notfallübungen; Notfallübungspläne auf Landesebene4.4 Qualitätssicherung und Aktualisierung des InterventionsplanesRegelungen für regelmäßige Durchsicht und Überarbeitung des InterventionsplansRegelungen für regelmäßige Durchsicht und Überarbeitung des InterventionsplansABKÜRZUNGEN VERTEILERLISTE ANHÄNGE Insbesondere gesamtstaatlicher Interventionsplan Anl. 5
Anlage 5zu § 10 Notfallübungen1. Übungstyp:Es ist zwischen folgenden Übungstypen ist zu unterscheiden:–Tabletop-Übung: Alle Übungsteilnehmer diskutieren gemeinsam an einem „runden Tisch“ das Übungsszenario. Kommunikation nach außen ist nicht vorgesehen, sondern wird falls notwendig lediglich simuliert. Neue Konzepte, Abläufe, Interventionspläne, Systeme etc. können auf diese Weise geübt und getestet werden.–Teil- und Gesamtnotfallübung: Koordination und Kooperation der beteiligten Organisationen stehen bei diesem Übungstyp im Mittelpunkt. Während bei Teilnotfallübungen eine Auswahl an involvierten Organisationen in die Übung miteinbezogen wird, ist bei einer Gesamtnotfallübung das gesamte Notfallmanagement in die Übung miteinbezogen.–Feldübung: Dieser Übungstyp konzentriert sich auf die Aufgaben und die Koordination des Interventionspersonals am Einsatzort.2. Übungsziele und Übungsumfang:Die Ziele und der Umfang einer Notfallübung sind vor der Übung festzulegen. Es sind Vorgaben zu machen, welche Teilbereiche des gesamten Notfallsystems geübt und getestet werden sollen. Die an der Übung teilnehmenden Organisationen, das Ausmaß ihrer Beteiligung, die Dauer der Übung und die Handlungen, die während der Übung ausgeführt werden sollen, sind festzulegen.3. Übungsintervalle:Diese sind im Notfallübungsplan, der Teil des Interventionsplanes ist, für die unterschiedlichen Übungstypen festzulegen.4. Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung:Es sind Regelungen für die Vorbereitung, die Durchführung und die Nachbereitung von Notfallübungen festzulegen. Die Aufgaben der beteiligten Organisationen sind zu benennen.5. Übungsorganisation:Die Übungsorganisation ist vor der Übung festzulegen. Dies beinhaltet die Festlegung der Verantwortlichen für die Übungsvorbereitung, der Übungsleitung, der Übungsmoderatoren und der Verantwortlichen für die Evaluierung der Notfallübung. Weiters sind die sonstigen erforderlichen Übungsteilnehmer einschließlich Beobachter festzulegen.6. Übungsszenario und Übungsanweisungen:In der Vorbereitung der Notfallübung sind das Übungsszenario festzulegen und Übungsanweisungen auszuarbeiten. Das Übungsszenario beinhaltet eine Beschreibung der wichtigsten Ereignisse und des Zeitpunkts ihres Eintretens während der Übung, ein technisches Szenario, eine detaillierte Ablaufbeschreibung sowie die Informationen und Inputdaten, die während der Übung zur Verfügung gestellt werden.7. Übungsdokumentation:Eine Übungsdokumentation ist zu erstellen. Diese beinhaltet eine Auflistung der Übungsteilnehmer, eine detaillierte Beschreibung des Übungsszenarios, die Übungsanweisungen, eine Zusammenfassung des Übungsablaufs und die Ergebnisse aus der Evaluierung der Übung.
Anlage 6zu § 11 Meldungen bei einer radiologischen Notstandssituation, die durch ein Ereignis auf österreichischem Staatsgebiet verursacht wird Diese Meldungen haben folgende Informationen zu umfassen:1.Zeitpunkt (lokale Zeit) und Datum der Meldung,2.Institution, von der die Meldung ausgeht: Name, Adresse, Tel., Fax, e-Mail,3.Kontaktperson für Nachfragen,4.Beschreibung des Ereignisses:a)Art des Ereignisses,b)Ort (Koordinaten, Koordinatensystem),c)Zeitpunkt (lokale Zeit),d)Vermutete oder festgestellte Ursache,e)bei Freisetzung von radioaktiven Stoffen: Art, Menge, physikalische und chemische Form der in die Umwelt freigesetzten radioaktiven Stoffe einschließlich Zeitverlauf und andere Parameter der Freisetzung sowie prognostizierte weitere Freisetzungen (bei Erstmeldungen zumindest als Abschätzung),f)bei Strahlenquellen ohne Freisetzung: Art und Aktivität der Quelle sowie auftretende Dosisleistungen und Charakteristik des Strahlenfeldes (bei Erstmeldungen zumindest als Abschätzung),5.Meteorologische und hydrologische Verhältnisse, die für die Vorhersage der Ausbreitung der freigesetzten radioaktiven Stoffe benötigt werden (soweit vorhanden),6.Ergebnisse der regionalen Umweltüberwachung (wie Ortsdosisleistungen und Aktivitätskonzentrationen in verschiedenen Umweltmedien),7.Ergriffene bzw. geplante Interventionsmaßnahmen,8.Entwicklung der radiologischen Notstandssituation einschließlich ihres voraussichtlichen Endes (soweit abschätzbar),9.Ende der radiologischen Notstandssituation.
Anlage 7zu § 12 Ausbildungserfordernisse für Interventionspersonal Inhalt und Umfang der Ausbildung:1)BasisausbildungDas Lehrziel der Basisausbildung ist die Vermittlung von einfachen theoretischen Kenntnissen und praktischen Fertigkeiten zur Vorbereitung auf die Durchführung von Interventionsmaßnahmen bei radiologischen Notstandssituationen.Folgende Lehrinhalte sind in der Basisausbildung abzudecken:–Einfache strahlenphysikalische Grundlagen–Strahlenexposition und Strahlenschutz–Biologische Wirkung ionisierender Strahlen, Strahlenschäden–Messtechnik, Gerätekunde und Einsatzzwecke–Personendosimetrie, Ortsdosis, Grenzwerte–Maßnahmen der ersten Hilfe bei einer Intervention–Kennzeichnung von radioaktiven Stoffen und deren Verpackung einschließlich Transportkennzeichnungen–Einsatztaktik, Einsatzgrundsätze–Nachweis von Kontamination bei Interventionspersonal und AusrüstungDie Basisausbildung umfasst 30 Stunden, wobei etwa die Hälfte der Stunden einer praktischen Ausbildung zu widmen ist.2)Aufbauausbildung IVoraussetzung für die Aufbauausbildung I ist die erfolgreiche Absolvierung der Basisausbildung.Das Lehrziel der Aufbauausbildung I ist die Vermittlung von erweiterten theoretischen Kenntnissen und praktischen Fertigkeiten für die Tätigkeit als Interventionspersonal. Mit dem positiven Abschluss dieses Kursteiles sind die Absolventen in der Lage, die Aufgaben des Strahlenspürens auszuführen.Folgende Lehrinhalte sind in der Aufbauausbildung I abzudecken:–Vertiefung der Strahlenphysik–Strahlenexposition und Strahlenschutz–Einsatz der Messgeräte–Transport radioaktiver Stoffe–Wiederholung und Vertiefung der Einsatztaktik und der Einsatzgrundsätze–Dekontaminierung–Aufbau und Anwendung von künstlichen Strahlenquellen–Grundlagen der Probenahme–Rechtliche VorschriftenDie Aufbauausbildung I umfasst 30 Stunden, wobei etwa ein Drittel der Stunden einer praktischen Ausbildung zu widmen ist.3)Aufbauausbildung IIVoraussetzung für die Aufbauausbildung II ist die erfolgreiche Absolvierung der Aufbauausbildung I.Das Lehrziel der Aufbauausbildung II ist die Vermittlung von erweiterten theoretischen Kenntnissen und praktischen Fertigkeiten für die eigenverantwortliche Tätigkeit als Interventionspersonal. Mit dem positiven Abschluss dieses Kursteiles sind die Absolventen in der Lage, in Eigenverantwortung einen Einsatz im Fall einer radiologischen Notstandssituation im Rahmen einer Einsatzorganisation zu leiten, und verfügen über eine vollständige Strahlenspürausbildung.Folgende Lehrinhalte sind in der Aufbauausbildung II abzudecken:–Wiederholung der Grundlagen der Basisausbildung und der Aufbauausbildung I–Wiederholung und Vertiefung der Strahlenphysik – Vertiefung der Personendosimetrie–Wiederholung und Vertiefung der Einsatztaktik und der EinsatzgrundsätzeDie Aufbauausbildung II umfasst 30 Stunden, wobei etwa ein Fünftel der Stunden einer praktischen Ausbildung zu widmen ist.4)SpezialausbildungenVoraussetzungen für die Spezialausbildung ist die erfolgreiche Absolvierung der Basisausbildung; Aufbauausbildung I und II sind hingegen nicht erforderlich.Das Lehrziel von Spezialausbildungen ist die Vermittlung von spezifischen Kenntnissen für die Durchführung bestimmter Interventionsmaßnahmen.Die Lehrinhalte sind den unterschiedlichen Interventionsaufgaben entsprechend zu gestalten. Die Spezialausbildung kann entfallen, sofern die betreffende Person nachweislich ausreichende Kenntnisse für die Durchführung spezieller Interventionsmaßnahmen besitzt.5)FortbildungEs ist jährlich der Nachweis über eine Fortbildung (bestehend aus theoretischen und praktischen Teilen) im Umfang von mindestens 16 Stunden zu erbringen. Eine absolvierte Spezialausbildung und die Teilnahme an Notfallübungen kann als Fortbildung angerechnet werden. Eine versäumte Fortbildung ist innerhalb der nächsten zwei Jahre nachzuholen.
Anlage 8zu § 12Dosisrichtwerte für Interventionspersonal bei radiologischen Notstandssituationen InterventionsmaßnahmenRichtwert für die effektive Dosiszum Schutz von Sachwerten20 mSvzur Abwehr einer akuten Gefahr für Personen oder zur Verhinderung einer wesentlichen Schadensausweitung100 mSvzur Rettung von Menschenleben250 mSv Anl. 9
Anlage 9zu § 16 Information militärischer Dienststellen für den Fall derAnforderung einer Assistenzleistung des Bundesheeres1.Kontaktadresse der anfordernden Behörde oder des anfordernden Organs, insbesondere:a)Name (Kontaktperson),b)Dienststelle,c)Datum, Uhrzeit,d)Tel., Fax, e-Mail,2.Beschreibung des Ereignisses, insbesondere:a)Art des Ereignisses,b)Ort (Koordinaten, Koordinatensystem),c)Zeitpunkt (lokale Zeit),3.Zusammenfassung der radiologischen Lage am Einsatzort, insbesonderea)aktuelle Ortsdosisleistung,b)Umweltkontamination am Einsatzort,c)weitere Entwicklung der radiologischen Lage,4.Assistenzzweck (Aufgabe des Bundesheeres),5.Einsatzort für den Assistenzeinsatz,6.Voraussichtliche Dauer des Assistenzeinsatzes,7.Voraussichtlicher Umfang des Assistenzeinsatzes (Stärke, Großgerät).

References: § 1
 § 36
 § 36
 § 37
 § 4
 § 38
 § 34
 § 34
 § 27
 § 12
 § 35
 § 15
 § 14
 § 2
 § 12
 § 4
 § 4
 § 5
 § 8
 § 9
 § 10
 § 11
 § 12
 § 12
 § 16