Source: http://www.d-u-g.org/info-briefnews/info-briefe-des-jahres-2011.html
Timestamp: 2018-11-12 21:06:28+00:00

Document:
Deutsch Ungarische Gesellschaft e.V.: INFO-BRIEFE des Jahres 2011
INFO-BRIEF vom 5. Januar 2011
zum Beginn des neuen Jahres möchte ich der aktualisierten Januar-Programmvorschau meine besten Wünsche und die der übrigen Mitglieder des DUG-Präsidiums für Sie – bildlich gesprochen – "beilegen". Möge es für jeden von Ihnen ein gutes Jahr werden, voll bester Gesundheit, mit viel Glück und zu Ihrer großen Zufriedenheit, damit Sie am Ende auf zwölf erfolgreiche Monate zurückblicken können!
Mit diesem Gruß verbinde ich meinen Dank, daß sie uns auch 2010 die Treue gehalten und uns dadurch, aber auch durch Ratschläge und Anregungen gefördert und durch Ihre Besuche unserer Veranstaltungen ideell unterstützt haben. Das war nicht selbstverständlich, gerade deshalb tat es gut! Wie es ebenso erfreute, daß es gelang, bedauerliche und unserem stillen Gedenken anempfohlene todesbedingte Mitgliederverluste gegen Ende 2010 nicht nur auszugleichen, sondern auch einen leichten Zuwachs an Mitgliedern zu erzielen.
Diese neuen Mitglieder begrüße ich sehr herzlich! Danke, daß Sie sich für Ungarn und unsere Arbeit interessieren, vielleicht sich sogar im einen oder anderen Fall aktiv in die Vereinsarbeit einbringen wollen. Denn nichts anderes ist die ursprüngliche Bedeutung von "Inter-esse": zwischen oder unter (Gleichgesinnten/Anderen) zu sein, bei etwas zu sein. Wir wünschen Ihnen eine ideell ertragreiche Zeit bei und mit uns, bereichernde, anregende, lehrreiche und unterhaltende, kurz: inspirierende Kontakte, den letztlich immer freundschaftlichen Meinungsaustausch mit anderen Besuchern und abwechslungsreiche Möglichkeiten zur informativen Freizeitgestaltung.
Rückblick auf das abgelaufene Veranstaltungsjahr
Mit 54 Veranstaltungen haben wir 2010 quantitativ eine neue Bestmarke in unserer Vereinsgeschichte gesetzt, aber – was viel wichtiger ist – wir haben auch qualitativ sehr hochwertige, beispielgebende und viel Zustimmung bringende Veranstaltungen durchführen können. Diese sind eingangs früherer Programmitteilungen hin und wieder aufgezählt oder zusammengefaßt worden, eine Wiederholung erübrigt sich, da sie auch jederzeit auf unserer Internetseite nachgelesen werden können. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, daß wir mit Essen und Regensburg zwei neue Städte in die Liste unserer auswärtigen Auftritte einfügen und nach einiger Zeit wieder an einst enge Verbindungen mit Hamburg anknüpfen konnten.
Unverändert ist unser Blick auf den Ausbau unserer Beziehungen im Bereich Bildung und Wissenschaft gerichtet. Unser mindestens fünf Begünstigte umfassendes jährliches Stipendienprogramm konnten wir fortführen. Erstmals luden wir zu einem zweieinhalbtägigen "FORUM HUNGARICUM" ein gutes Dutzend junger Wissenschaftler aus Ungarn und dessen Anrainerländern sowie aus Deutschland ein, und zwar nach Berlin.
Auf die vielen unserer Bemühungen, unsere Vorträge auch als Bereicherung bei der Ausbildung von Studenten kostenlos anzubieten, hat es – leider bisher nur – eine zusätzliche positive Reaktion gegeben, nämlich im Kolloquium am Historischen Seminar, welches der Lehrstuhl für Ost- und Südosteuropäische Geschichte an der Universität Leipzig durchführt. Wir hoffen zudem, daß wir im kommenden Semester die von unserem Kuratoriumsmitglied Herrn Prof. Dr. Günter Schödl mit uns bereits über Jahre gepflegte fruchtbare Zusammenarbeit auch mit seinem Nachfolger am Institut für Geschichte der Humboldt-Universität zu Berlin fortsetzen können. Und ich hoffe, daß wir ebenfalls das an der Freien Universität Berlin bekundete, aber bislang nicht konkretisierte Interesse in den kommenden Monaten nutzbringend umsetzen können.
Unverändert halten wir an dem kostspieligen Unterfangen fest, den größeren Teil unserer Referenten direkt aus Ungarn zu uns kommen zu lassen, um authentisch mit ihnen auf deutsch über ihr Land diskutieren zu können, anstatt mit Deutschen aus zweiter Hand über Ungarn zu reden. Darin liegt auch unsere Anerkennung, daß sich unsere ungarischen Referenten der Mühe des Deutschlernens unterzogen haben, statt sich dem Englischen zuzuwenden; denn sie sollen sehen, daß Deutsch unverändert ein tragfähiges Kommunikationsmedium bei wissenschaftlicher Arbeit ist und daß ihre Anstrengungen geschätzt werden. Und wir verfolgen damit die Idee, jüngeren ungarischen Wissenschaftlern die Chance zu geben, sich außerhalb ihres Heimatlandes ein wenig bekanntzumachen, was Ihnen dann in Ungarn hoffentlich bei ihrer weiteren Karriere zugute kommt. Dazu dienen nicht zuletzt unsere Ko-Finanzierungen von Publikationen, damit sie überhaupt in Deutschland erscheinen können.
Neuer ungarischer Botschafter in Berlin: Dr. József CZUKOR (Lebenslauf)
Am 13. Dezember 2010 wurde Dr. József CZUKOR mit Überreichung seines Beglaubigungsschreibens an Bundespräsident Wulff als der neue außerordentliche und bevollmächtigte Botschafter der Republik Ungarn akkreditiert. Der im Januar 1958 in Györ/Raab geborene József Czukor hatte nach seiner Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften (1982) anschließend im Innen-, ab 1986 im ungarischen Außenministerium gearbeitet. Von 1988 bis 1993 war er im diplomatischen Dienst an der ungarischen Botschaft in Bonn, davon die letzten beiden Jahre Leiter der politischen Abteilung. Von 1993 bis 1997 war er Abteilungsleiter für außen- und sicherheitspolitische Regierungsinformationen im Amt des Ministerpräsidenten, von wo er als Gesandter an die ungarische Botschaft in Bonn wechselte und nach deren Umzug 2001 in die deutsche Hauptstadt dann in Berlin bis 2002 tätig war. Von 2002 arbeitete er bis 2004 als Direktor des (geheimdienstlichen) Informationsamtes, war danach Botschafter in Slowenien (2005-2009) und dann für zwei Jahre stellvertretender Staatssekretär für bilaterale EU-Beziehungen und außenpolitische Planungen, bevor er 2010 nach wenigen Monaten in der Europa-Abteilung I des ungarischen Außenministeriums seine Nominierung für den Botschafterposten in Berlin erhielt.
Wir wünschen S.E. Dr. Czukor eine glückliche Hand und viel Erfolg bei der Vertretung Ungarns in Deutschland, um so mehr als sein Amtsantritt mit der Wahrnehmung der EU-Ratspräsidentschaft durch Ungarn im ersten Halbjahr 2011 zusammenfällt.
Ein überschatteter Start
Das äußerst ambitionierte Programm, mit dem Ungarn für die Dauer seiner EU-Ratspräsidentschaft der europäischen Politik in den kommenden sechs Monaten seinen Stempel aufdrücken möchte, hat viel Lob ob der Vorbereitung und der Themenwahl von Seiten der EU-Kommission und im Europäischen Parlament erhalten. Als verkürzende Stichworte seien unter vielen anderen nur einige Themen genannt:
die dornenreichen Beratungen über die Grundsätze für die Festlegung des von 2014 bis 2020 geltenden EU-Haushalts,
die europäische Finanzreform,
die Donaustrategie,
die europäische Energiesicherheit,
die EU-Erweiterung um Kroatien,
die europäische Roma/Zigeuner-Politik,
die derzeit blockierte Erweiterung des Schengenraums um Bulgarien und Rumänien,
die Lösung des Namensstreits zwischen Griechenland und der international als FYROM firmierenden Republik Mazedonien sowie
die Verhandlungen über die in verschiedenen Stufen befindlichen EU-Beitrittswünsche weiterer Staaten, vor allem auf dem Balkan, aber auch von Seiten Islands.
Doch ist als Folge innerungarischer Gesetzgebung – vor allem im Steuer- und Medienbereich – durch die europaweite Diskussion darüber der Beginn der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft überschattet. Das bedauert das Präsidium der DUG, und es erfüllt alle mit Betroffenheit und Sorge, deren Anliegen es jenseits aller parteipolitischer Ambitionen inner- und außerhalb Ungarns ist, für ein positives Ungarnbild zu arbeiten und das Ansehen dieses Landes in Deutschland weiter zu mehren.
In den letzten Jahren wurden dafür aufwendig viele Voraussetzungen geschaffen – wir rufen ins Gedächtnis:
die Gedenkveranstaltungen an die 1956er Revolution vor 50 Jahren,
das Gedenken an die im wahrsten Wortsinne weltbewegenden Entscheidungen Ungarns jeweils 20 Jahre zuvor beim Paneuropäischen Picknick in der Nähe von Sopron/Ödenburg und bei der mutigen Öffnung der ungarischen Grenze nach Österreich für DDR-Flüchtlinge im Jahre 1989, ferner bei der parteiübergreifenden Verabschiedung der Verfassung sowie bei der wenige Tage später erfolgten Ausrufung der (3.) Republik Ungarn am 23. Oktober 1989,
die Veranstaltungen aus Anlaß der zwanzig Jahre zuvor erfolgten ersten freien Parlamentswahlen im Rahmen des Systemwechsels 1990 und schließlich
die Feiern, als sich die Aufnahme Ungarns in die NATO im Jahre 1999 zum zehnten Male und der Beitritt Ungarns zur Europäischen Union zum fünften Male jährte.
Vor diesem Hintergrund erfüllt es die DUG mit Stolz, daß Ungarn nicht nur sich selbst die Freiheit erkämpft und konsequent den Weg in den Schoß der westeuropäischen Völkerfamilie weiter beschritten hat; wir sind um so mehr stolz, daß Ungarn mit Mut und Entschlossenheit diesen Weg selbst gewählt, sich damit unauslöschlich in die Annalen der europäischen und darüber hinaus der Weltgeschichte eingeschrieben und mit seiner errungenen Freiheit unbestreitbar die europäische und die deutsche Einheit herbeigeführt hat.
Bei keiner der im letzten Jahr abgehaltenen Veranstaltungen aus Anlaß der zwanzigsten Wiederkehr der Tage der deutschen Vereinigung im Jahre 1990 wurde auch nur einmal vergessen, auf die vorbereitende Rolle Ungarns hinzuweisen. Ungarn waren Bewunderung und Applaus sicher. Es erfüllt deshalb tatsächlich mit viel Stolz und Genugtuung, für das Ansehen dieses tapferen Landes und seiner freiheitsliebenden Menschen im Rahmen einer bi-nationalen Gesellschaft wie der DUG arbeiten zu können. Denn jede Veranstaltung, jedes Lob, jedes Gedenken an die ungarische Rolle hat die Arbeit der DUG im Rahmen der bi-nationalen Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn gefördert, wie wir auch unsererseits gern dieses Gedenken befördert haben.
Leider schwingt – wie wir es sogar an den Reaktionen aus unserer Mitgliedschaft, schlimmer noch für unsere Arbeit auch am Rückzug einiger unserer Sponsoren merken – die Stimmung um.
Augenmaß erbeten
Wir können deshalb nur alle Mitglieder der DUG und unsere Freunde, Sponsoren und die Besucher unserer Veranstaltungen und erst recht die hohe Politik herzlich bitten, die Verdienste, die sich Ungarn in den letzten zwanzig Jahren bei der Überwindung der europäischen und der deutschen Teilung erworben hat, in tagespolitischen Diskussionen nicht aus den Augen zu verlieren, wie wir auch unsere Freunde in Ungarn bitten, dieser ihrer historischen Rolle und ihrer aktuellen Aufgabe eingedenk zu sein.
Ungarn stellt den EU- Ratspräsidenten, aber es ist darüber hinaus bis zur Jahresmitte auch Hüter des EU-Vertrages und – wohlgemerkt! – der mit ihm verbundenen Grundrechtscharta. Es ist das in dieser Charta verankerte Erbe an Menschenrechten, welches sich die Bevölkerungen in Europa von der Habeas-Corpus-Akte über die französische Revolution bis hin zum ungarischen 1956er Volksaufstand erkämpft haben – wobei das umsturzreiche letzte Jahrhundert noch viele weitere Beispiele bereithält, unter anderem die Nelkenrevolution in Portugal, den Sturz des Obristen-Regimes in Griechenland und die Volksaufstände im früheren Ostblock.
Es ist dieses ideelle Erbe, das es zu bewahren und zu achten und wenn möglich zu mehren gilt. Die universelle Geltung der Menschenrechte ist ein hohes Ziel und dazu beizutragen eine große Aufgabe, damit sie möglichst ohne Abstriche im eigenen Land, in der EU und darüber hinaus für alle Menschen gelten, die sich nach ihnen sehnen.
Freiheit, das ist mehr, als nicht hinter Gittern oder Stacheldraht leben zu müssen. Freiheit, das ist auch die jederzeitige Erinnerung an die Zeiten, als man sie entbehren mußte. Und Freiheit heißt deshalb, jeden Tag um sie zu kämpfen. Denn sie als Gedanken-, Rede-, Kunst-, Lehr-, Forschungs-, aber auch Religions-, Reise-, Aufenthalts- Versammlungs- oder Gewerbefreiheit genießen zu können ist ein großartiges Geschenk, aber nicht ohne Verpflichtung, und sie für die Bürgerinnen und Bürger zu hüten und ihre Rahmenbedingungen zu erhalten, ja, sie sogar auszubauen ist deshalb eine der vorrangigsten Verpflichtungen jedes modernen nationalen und supranationalen Staatsgebildes – aber dennoch: sie wird niemandem geschenkt und bleibt niemandem ohne eigenes Zutun erhalten.
Deshalb steht sie unsichtbar als Mahnung ganz oben auf jeder Agenda, noch vor jedem technokratischen Arbeitsprogramm, sei es einer EU-Ratspräsidentschaft oder sei es einer nationalen Regierung. Und wir sind sicher, daß die Ungarn, dieses warmherzige, solidarische und tapfere Volk, eingedenk ihrer eigenen Geschichte von Jahrhunderte langen Unterdrückungen und Unfreiheiten erkennen und schätzen, welch beispielhaft ideeller Wert, welch gleichermaßen sie fordernde und ihre Mühen lohnende Aufgabe mit der jetzt wahrgenommenen EU- Ratspräsidentschaft verbunden ist.
Die Ungarn haben seit ihrem ersten Seßbarwerden im Karpatenbecken über mehr als eintausend Jahre ihre Annäherung an das westliche Europa betrieben. Die Anbindung an den westeuropäischen Kulturkreis und schließlich 2004 die zu lange vom Kommunismus verhinderte Einfügung des Landes in das Mosaik der – bei aller individuellen Buntheit – auf gemeinsame Werte verpflichteten EU-Mitgliedsstaaten sollten eigentlich durch die verantwortungsvolle Ausübung der EU-Ratspräsidentschaft jetzt ihre glanzvolle Vollendung und symbolisch ihre historische Krönung erfahren. Mit Augenmaß kann sie gelingen! Ein Fehlschlag jedoch wäre ihre Verschiebung auf die nächste ungarische Ratspräsidentschaft in 14, 15 Jahren. Und es wäre ein zu großen Enttäuschungen führender Rückschritt im gedeihlichen Miteinander der EU-Staaten untereinander.
Gerade im zwanzigsten Jahre des Bestehens der DUG, die in Zeiten politischer Umwälzungen eine der ersten hoffnungsvollen Neugründungen bi-nationaler Vereine in Deutschland war, bitten wir alle Seiten um Augenmaß. Unsere von der Satzung geforderte parteipolitische Neutralität hindert nicht unsere Arbeitsmaxime, die da lautet, daß wir die deutsch-ungarischen Beziehungen wohlwollend-kritisch begleiten.
Das Land Ungarn und seine Menschen können sich unseres vorrangigen Wohlwollens, aber jedermann kann sich auch unserer Kritik sicher sein, wenn es gilt, Beschädigungen der beidseitigen Beziehungen zwischen Ungarn und Deutschland sowie Ungarn und der EU zu vermeiden und ihnen gegenzusteuern.
Dabei haben wir keine Rücksichten auf parteipolitische oder regierungsamtliche Überlegungen zu nehmen; denn wir erhalten von keiner Regierungsstelle und keiner von der Regierung bezahlten Organisation Gelder jedweder Art, nicht in Deutschland und nicht in Ungarn (auch wenn wir die fallweise Inanspruchnahme von Räumen, der Technik und von organisatorischen Hilfeleistungen der ungarischen Botschaft und des Collegiums Hungaricum als geldwerte Unterstützung gern dakbar und anerkennend vermerken). Wir sind also in unserer Arbeits- und Programmgestaltung frei.
Besondere Schwerpunkte der Arbeit der DUG im Jahre 2011
Die vorstehenden Betrachtungen sprechen bereits einige weitere Dinge an, die die Arbeit der DUG, aber auch vereinsinterne Überlegungen betreffen. Im Herbst soll unser zwanzigjähriges Bestehen gefeiert werden; das übliche und sehr reichhaltige Jahresveranstaltungsprogramm früherer Jahre wird aus vorgenannten finanziellen Notwendigkeiten etwas zurückgefahren beziehungsweise auf dieses Juliäum hin ausgerichtet werden müssen.
Die Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig wird auch im Sommersemester fortgesetzt. Ob wir uns das 2. Forum Hungaricum leisten können, vielleicht aus finanziellen Gründen auch in den Herbst verschieben, das wird noch zu prüfen sein. Zwei oder drei (Ko-)Finanzierungswünsche für Publikationen sind bisher an uns herangetragen worden, auch sollte eine Publikation – als Eigen- oder als Ko-Produktion – mit Themen aus der Geschichte Ungarns auf deutsch erscheinen. Auf ein eigenständiges Jahrbuch zur Würdigung unserer zwanzigjährigen Arbeit werden wir dagegen verzichten können. Außerdem wollen wir gern in unserem Jubiläumsjahr einen Studien-/Forschungsaufenthalt für eine ungarische post-graduate-Studentin finanzieren.
Auf unserer nächsten Jahreshauptversammlung – vielleicht im Mai, da wegen des späten Pfingstfestes der Juni nicht viele terminliche Möglichkeiten läßt – stehen in jedem Fall die turnusmäßigen Neuwahlen der Präsidiumsmitglieder an, vielleicht auch auf Grundlage einiger vorheriger Satzungsänderungen.
Möglicherweise ist auch überlegen, ob wir die Jahreshauptversammlung mit dem Anlaß unseres zwanzigjährigen Bestehens verbinden und im Mai deshalb nur eine einfache Mitgliederversammlung vorsehen.
Meine Bitte zum neuen Jahr: Bewahren Sie Ungarn und uns Ihre Freundschaft. Bleiben Sie unseren Programminhalten gewogen, und zeigen Sie dies durch Ihren Besuch unserer Veranstaltungen. Sofern sie bereits DUG-Mitglied sind, werben Sie bitte weitere Mitglieder; sind Sie uns aber noch nicht vereinsrechtlich verbunden, überlegen Sie freundlicherweise die Unterstützung unserer Arbeit durch Ihre Mitgliedschaft (bereits ab 16,00 Euro Jahresbeitrag!).
Wir freuen uns über und auf Ihr Interesse! Sowie auf und über Ihre Teilnahme an unseren Veranstaltungen.
INFO-BRIEF vom 14. (aktualisiert: 15.) November 2011
HINWEIS: Wegen eines technischen Fehlers bei der Versendung des nachstehenden Textes werden diesen nicht alle Empfänger unserer Informationsbriefe/Programmhinweise erhalten haben. Er wird deshalb noch einmal mit unverändertem Text verschickt; sollten einige von Ihnen den Text deshalb ein zweites Mal erhalten, ist es der technischen Störung geschuldet! Aber wegen der Einladung zur Jahreshauptversammlung: besser doppelt als gar nicht! Einigen Mitgliedern, die gestern abend beim Vortrag von Herrn Prof. Dr. Pál Pritz über die ungarische Räterepublik anwesend waren, konnte ich bereits einen Ausdruck mitgeben.
Sehr verehrte Bezieher unserer E-Mail-Rundsendung,
geehrte Mitglieder der DUG,
aus gegebenem Anlaß eine kurze aktualisierende Information zu den anstehenden Veranstaltungen, vor allem der Hinweis auf die für Mittwoch, den 16. November 2011, um 18.00 Uhr vorgesehene Votragsveranstaltung mit Herrn Prof. Dr. Pál PRITZ. Die Veranstaltung wird wie angekündigt stattfinden (s. untenstehende Hinweise), und ich lade herzlich zu ihrem Besuch ein.
Folgend zu dieser und zur nächsten Woche die Hinweise auf und die Einladungen für die restlichen Veranstaltungen in BERLIN und in LEIPZIG. Danach finden Sie die Einladung zu einem Abend in Erinnerung an die DUG-Gründung vor 20 Jahren (25. November 2011) und dann die Einladung zu unserer diesjährigen Jahreshauptversammlung (mit Satzungsänderung und Neuwahlen) am 13. Dezember 2011.
VORTRAG IN BERLIN (16.11.2011)
Am Mittwoch, dem 16. Nov. 2011, 18.00 Uhr, referiert Prof. Dr. Pál PRITZ, Historisches Institut an der ELTE-Universität, Budapest, zum Thema:
Die ungarische Räterepublik 1918/19: Genese, Ziele, Handlungsspielräume, Historiographie
Die DUG setzt damit zugleich ihre Berliner Vortragsreihe "Ungarn zwischen den beiden Weltkriegen" fort.
Veranstaltungsort: Untergeschossiger Theaterraum der Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer von Stalinismus / Kommunismus, Nikolaikirchplatz 5-7, 10178 Berlin-Mitte.
Zum Inhalt seines Vortrags hat Herr Prof. Dr. Pritz folgende Zusammenfassung übermittelt:
Gegenstand erheblicher und tiefgreifender Meinungsdifferenzen sind die Geschichte der ungarischen Räterepublik, ausgerufen am 16. November 1918 – also am Tag des Vortrags genau 93 Jahre zuvor – und die Folgeerscheinungen einer vor den Problemen in die Knie gegangenen bürgerlich-(sozial)demokratischen Regierung (deren "Revolution" hatte am 31. Oktober 1918 im Rahmen der vom 28. bis 31. Oktober dauernden Asternrevolution – ?szirózsás forradalom – stattgefunden, als Graf Károlyi vom Kaiser in Wien mit der Kabinettsbildung beauftragt wurde, und führte nach dem am 11./13. Oktober ausgesprochenen Regierungsverzicht des ungarischen Königs Karl IV., gleichzeitig als österreichischer Kaiser Karl I. die Klammer für den Zusammenhalt der k.u.k Monarchie, dann zur Unabhängigkeit Ungarns von Österreich und mit der vom ungarischen Parlament am 16. November 1918 auf Graf Mihály Károlyi übertragenen obersten Staatsgewalt zur I. [Volks-]Republik Ungarn). So ist es kein Wunder, daß sich die Beurteilung der Räterepublik zwischen extremen Polen bewegt. Nach einer der Auffassungen ist diese Diktatur der Höhepunkt der ungarischen Geschichte (vor allem natürlich aus Sicht der ungarischen Kommunisten, deren Parteigründung nur eine Woche nach Proklamation der Räterepublik dann am 24. November erfolgte, aber auch aus Sicht der "Republikaner", die endlich Ungarn unanhängig von Österreich und von Königs- und Kaisertum sahen). Nach anderer Meinung war die Weichenstellung zur Diktatur nur ein vergessenswerter Unfall in Ungarns Geschichte, denn die Räterepublik sei kein organischer Teil von ihr.
Nach dem Urteil des Referenten ist die Räterepublik sehr wohl ein organischer Teil der ungarischen Historie, was auch bezüglich ihres Entstehens und ihrer Existenz anhand verschiedener Ursachen belegbar ist:
1. Die Wirkung der russischen bolschewistischen Revolution auf eine durch den Ersten Weltkrieg und die Niederlage traumatisierte und weitgehend verarmte Bevölkerung. Die Ausrufung der Räterepublik erfolgte unmittelbar nach den aus ungarischer Sicht demütigenden Waffenstillstandsabkommen von Padua (03. Nov. 1919) und Belgrad (13. Nov. 2019).
2. Die Ungarnpolitik der Entente, die selbst aus Sicht ihrer eigenen Standpunkte verfehlt war und ihren Sieg (und ihren – vor allem französisch gespeisten – Haß auf die k.u.k. Doppelmonarchie) einseitig auf Kosten des Königreichs Ungarn auslebte.
3. Die unübersehbaren – vor allem innenpolitischen – Schwächen der Oktoberrevolution, die ihre Macht (auch aus eigener Unfähigkeit, mehr noch aber aus der nicht beherrschbaren Lage Ungarns) nicht erhalten konnte.
Bis zum Sieg der Räterepublik wurde die Politik der Entente-Siegermächte im Donaubecken vorwiegend vom Frankreich bestimmt. Der Sinn der Entente-Note (der sogenannten Vix-Note vom 20. März 1919 mit der Neufestlegung der Demarkationslinien) bestand darin, Rumänien territorial zu sichern und ihm den Rücken freizuhalten. Diese Sicherung war unnötig.
In ihren ersten Wochen hatte die Räterepublik zwar eine Massenbasis, die aber wegen ihrer voluntaristischen Wirtschaftspolitik und der verfehlten Bauernpolitik (Bodenreform!) Schritt für Schritt zugrunde ging. Der siegreiche Nordfeldzug konnte keinen dauerhaften Erfolg bringen, der geplante Zusammenschluß mit der Roten Armee gelang nicht, und die kommunistische Diktatur als Staatsform war für die Entente keinesfalls akzeptabel.
Dieser Diktatur standen überwiegend Sozialdemokraten vor, die auf kommunistische Art handelten, aber sich angesichts der schweren Funktionsdefizite der Diktatur dann ab Juni 1919 wieder auf sozialdemokratische Politik besannen. Das war für die Einstellung der Entente-Mächte zur Ungarischen Räterepublik im allgemeinen und unter Béla Kun (21. März bis 01. August 1919) im besonderen zu spät. Übrigens auch für die Mehrheit der ungarischen Gesellschaft, die die neue Republik nur mit wenig positiver Resonanz unterstützte, zumal sie diese Regierung für nicht genug "ungarnsinnig" hielt (ein Vorwurf, der damals generell gegenüber der Sozialdemokratie erhoben wurde, der man deshalb mit größtem Mißtrauen begegnete). Die Mehrheit sah vielmehr die Garantie einer "ungarischen Wiedergeburt" allein in einer erneuten Konterrevolution (obwohl zehn Monate zuvor bereits Graf Mihály Károlyi mit der Schaffung des Ungarischen Nationalrats und der sechs Tage später am 30. Oktober 1918 gebildeten, nur zwei Tage überlebenden Regierung unter bürgerlichen Vorzeichen an eben denselben objektiven Gründen gescheitert war).
Auch die Entente sah ihre Ziele bei den gegenrevolutionären Kräften unter Miklós Horthy besser aufgehoben, weil sie ihm zutraute, die parlamentarische Ordnung zu verwirklichen und vor allem den Friedensvertrag zu unterschreiben (Vertrag von Trianon am 04. Juni 1929).
Die Teilnahme am Vortrag und an der anschließenden Diskussion ist jedem Interessierten (und als Nichtmitglied in der DUG als deren Gast) möglich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.
VORTRAG IN LEIPZIG (17.11.2011)
Einen Tag später, am Donnerstag, dem 17. November 2011, wird Prof. Dr. Pál PRITZ seinen Vortrag vom Vortage im Rahmen des von der DUG mit ungarischen Themen und ungarischen Referenten unterstützten Kolloquiums des Lehrstuhls von Herrn Prof. Dr. Wolfgang Höpken, Lehrstuhl für Ost- und Südosteuropäische Geschichte im Historischen Seminar am GWZ (Geisteswissenschaftlichen Zentrum), Philosophische Fakultät der Universität Leipzig, Beethovenstr. 15, 04107 Leipzig, wiederholen.
Zeit: 17.11.2011, 17.15 bis 18.45 Uhr
Ort: Hörsaal GWZ H 3.215, Beethovenstr. 15
Der Vortrag mit anschließender Diskussion, beide auf deutsch, ist nicht nur universitätsöffentlich, sondern kann von jedem Interessierten besucht werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.
VORTRAG IN BERLIN (17.11.2011)
Am selben Tag findet nicht nur in Leipzig, sondern auch in Berlin eine Vortragsveranstaltung statt, insofern ist die Datumsangabe kein Schreibfehler! Für die freundliche Unterstützung der Berliner Veranstaltung durch die "Inselgalerie" dankt die DUG herzlich.
VORTRAG PROF. DR. PÉTER KENDE (Paris): "Was für ein System ist das politische System des ungarischen Ministerpräsidenten und FIDESZ-Parteivorsitzenden Viktor Orbán?"
Die Veranstaltung in deutscher Sprache moderiert Bernd-Rainer BARTH, Historiker und Hungarologe, Publizist, Berlin
Datum: Donnerstag, 17. November 2011, 19.00 Uhr
Ort: INSELGALERIE, Torstr. 207, 10115 Berlin (wenige Meter von der Kreuzung Tor- und Chausseestraße)
ANMELDUNG nicht erforderlich. EINTRITT frei. GÄSTE herzlich willkommen.
EINFÜHRUNG IN DAS THEMA und ANGABEN ZUM REFERENTEN
Der ungarische Politologe und Publizist Prof. Dr. Péter KENDE (Paris) untersucht und bewertet anhand der bisherigen Entwicklung den Aufbau des vom ungarischen Ministerpräsidenten und Fidesz-Parteivorsitzenden Viktor Orbán verfolgten politischen Systems.
Der Referent befaßt sich mit der politischen Vorgeschichte und vor dem Hintergrund der spezifisch ungarischen Aspekte mit der Entwicklung Ungarns seit dem Systemwechsel von 1989/90. Anhand einiger herausgehobener Faktoren versucht er, den erdrutschartigen Wahlsieg der Fidesz-Partei im April 2010 und das seitdem in rasantem Tempo entstehende "Orbán-System" begreiflich zu machen.
Zu den Besonderheiten der ungarischen Transformationsphase zählt der Referent u. a. die Tatsache, daß die Mehrheit der ungarischen Gesellschaft ab 1989 die parlamentarische Demokratie, wenn überhaupt als "Geschenk", dann als eine Art "Geschenk von außen" empfand, nicht als etwas Eigenes, selbst Erkämpftes. Große Teile der Gesellschaft blieben seit 1989/90 passiv, die Wahlbeteiligungen auch in den folgenden Jahren weit unter den in Westeuropa üblichen. Die Gesellschaft war schon zur Zeit des politischen Systemwechsels in etwa zwei gleich starke Lager gespalten, den Graben zu überwinden gelang nicht, vielmehr vertiefte er sich sogar noch von Regierungsperiode zu Regierungsperiode.
Bedeutende Teile der ungarischen Gesellschaft waren mit der Entwicklung nach 1989 unzufrieden. Die schwere Erblast der ungarischen Nationalgeschichte und ihre bis heute nachwirkenden Traumata (u. a. der Friedensvertrag von Trianon und der Verlust von zwei Dritteln des Territoriums sowie die Folgen in der Zwischenkriegszeit), auch die Rolle des einzelnen in der kommunistischen Zeit blieben bis heute unverarbeitet. Hinzu kamen als weiterer entscheidender Faktor die negativen wirtschaftlichen Folgen des Übergangs zur Marktwirtschaft, die den Lebensstandard breiter Schichten der Bevölkerung absinken ließen, und die in Enttäuschung umgeschlagenen, wenn auch einst überzogenen Hoffnungen der Bevölkerung auf den EU-Beitritt.
Vor diesem geschichtlichen Hintergrund analysiert der Referent das Entstehen des von Viktor Orbán geformten politischen Systems, welches dessen Partei, den Fidesz, als eine nach dem Führer-Prinzip aufgebaute und gelenkte, auf den – nicht mehr abwählbaren – Parteivorsitzenden ausgerichtete Organisation sieht. Der Referent versucht, die Beweggründe und die ideologischen Grundlagen dieses Systems zu erforschen, welches ihm auf Machtkonzentration, Etatismus und eine mindestens mehrere Legislaturperioden währende Herrschaftserhaltung ausgerichtet scheint. Er untersucht dafür beispielhaft das Schlagwort von der "einheitlichen Nation" als Gegenbild zur pluralistischen Demokratie, den Vorwurf des Nationalismus (und das Verhältnis zu rechtsradikalen Parteien und Bewegungen) und die – ihm in sich weit widersprüchlicher erscheinende – antikapitalistische Grundhaltung der Parteiführung.
Bei einer Bewertung des staatlichen Systems, wie es Viktor Orbán offenbar anstrebt, befaßt sich der Referent mit dem – nach Orbáns eigenen Worten (selbst bei zukünftigen politischen Umschwüngen) die Unumkehrbarkeit garantierenden – Staatsumbau und mit den seit April 2010 durchgesetzten radikalen Veränderungen im politisch-parlamentarischen und im Rechtssystem Ungarns, in der staatlichen Verwaltung sowie in der Kulturpolitik im allgemeinen und in der Medienpolitik im besonderen. Festschreibungen in der am 1. Januar 2012 in Kraft tretenden neuen Verfassung und Absicherungen in verfassungsähnlichen, weil nur mit Zwei-Drittel-Mehrheit zu ändernden Gesetzen sollen die Gewähr bieten, daß die neue staatliche Struktur und das neue politische System Ungarns "verewigt" werden.Auf Grund der gewonnenen Ergebnisse sucht der Referent abschließend nach möglichen Einschätzungen und Kategorisierungen, die im Vergleich mit anderen politischen Systemen das "neue ungarische System" zu verorten helfen, soweit dies überhaupt die noch nicht abgeschlossene Entwicklung bereits gestattet.
Der ungarischstämmige Referent Prof. Dr. Péter (Pierre) KENDE ist Soziologe und Politologe. Er arbeitet(e) in Paris als politischer Publizist und Essayist (unter anderem in Esprit, La Nouvelle Alternative, Commentaires), ferner als Historiker über das kommunistische Herrschaftssystem, worüber er mehrere Bücher als (Ko-)Herausgeber veröffentlichte, unter anderem über das politische System der Sowjetunion; über den "Normalisierungs"-Prozeß in Mitteleuropa, in Ungarn, der Tschechoslowakei und in Polen; über das sowjetische System nach Breschnjew (auch auf deutsch erschienen); über Wirtschaftstruktur, Nationaleinkommen und Lebensstandard im Nachkriegs-Ungarn; über die Rolle der Opposition und oppositioneller Gruppen am Vorabend der Demokratisierung in Polen und Ungarn (1987-1988); über den tschechoslowakischen Frühling 1968; über Ungarn im 20. Jahrhundert; über die Intellektuellen und Europa von 1945 bis heute; über das andere Europa: die Zukunft des Sozialismus in Osteuropa; über das kommunistische System – eine expandierende Welt (EHSS-Kolloquium1982); über die Frage, ob der Überfluß möglich ist (Essay über die Grenzen der Wirtschaft); über Marxismus oder liberaler Sozialismus; über die Frage: Warum gibt es keine Ordnung im östlichen Mitteleuropa?; über die ungarische Herausforderung: von Trianon bis Brüssel; über die große Herausforderung: Osteuropa 1989-1990; über die Zweite Oktoberrevolution; usw.
Als Journalist in den 1956er Aufstand involviert, floh Péter Kende nach der Niederschlagung der Revolution und ließ sich in Paris nieder, wo er seine noch in Budapest begonnenen Studien abschloß und sich auf das kommunistische System in der UdSSR und in den Satellitenstaaten spezialisierte; er lehrte unter anderem als Inhaber einer Professur für Politische Wissenschaften an der Pariser Sorbonne (Université Paris X), an der Universität Aix-Marseille III und an der sozialwissenschaftlichen postgradualen Hochschule École des Hautes Études en Science Sociales (EHSS) in Paris.
Kende war 1989 einer der Gründer und dann Kuratoriumsdirektor des Instituts für die Geschichte der Revolution von 1956 (des 1956er Instituts), Budapest, ferner bis 1993 Forschungsdirektor des wissenschaftlichen Forschungsinstituts Centre National de la Recherche Scientifique, Paris. Er ist seit 1993 Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und Inhaber vieler Auszeichnungen und internationaler Ehrungen.
VORTRAG IN BERLIN (21.11.2011)
Am Montag, dem 21. November 2011, 18.00 Uhr, referiert die Mitarbeiterin im Historischen Archiv der Staatssicherheit Ungarns (Geheimdienstarchiv), Frau Dr. Ágnes JOBST auf deutsch zum Thema
Stasi in Ungarn
und steht anschließend zur Diskussion zur Verfügung. Mit dieser Veranstaltung knüpft die DUG an ihre Vortragsveranstaltungen mit dem im Range eines Staatssekretärs berufenen Direktor des Geheimdienstarchivs Herrn Prof. Dr. György Gyarmati an, der am 7. und 9. Juni des letzten Jahres in Leipzig und in Berlin über die politische Polizei in Ungarn erstens zur Zeit des Stalinismus (1945 bis 1953/56) und zweitens von Stalins Tod 1953 bis zur ungarischen Revolution 1956 referiert hatte.
Die jetzige Referentin wird ihr Thema in breiterem zeitgeschichtlichen und inhaltlichem Rahmen behandeln.
Vortragsort: Untergeschossiger Theaterraum der Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer von Stalinismus / Kommunismus, Nikolaikirchplatz 5-7, 10178 Berlin-Mitte.
Die Referentin hat ihr Linguistik- und Literaturstudium an der ELTE-Universität 1984 abgeschlossen. Sie wurde dort 1989 mit ihrer Doktorarbeit über die Erneuerung der katholischen Presse in Ungarn am Anfang des 20sten Jahrhunderts promoviert. Nach ihrer sechsjährigen Tätigkeit als Museologin am Budapester Semmelweis Ignác Museum für Medizingeschichte ist sie seit 1997 Mitarbeiterin des Historischen Archivs der Staatssicherheitsdienste Ungarns. 2007 erhielt sie ebenfalls an der ELTE ihr Doktorat der Philosophie mit der Dissertation über die "Enteignung des politischen Diskurses" seitens der ungarischen Kommunistischen Partei nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihr Hauptaugenmerk in ihrer Arbeit liegt auf den Beziehungen zwischen den Staatssicherheitsorganen der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik und der Ungarischen Volksrepublik sowie auf der Propagandageschichte und den Manipulationstechniken der kommunistischen Diktatur in Ungarn. Frau Dr. Jobst ist Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Verfasserin zweier Bücher sowie zahlreicher Aufsätze und Lexikonartikel.
VORTRAG IN LEIPZIG (22.11.2011)
Einen Tag nach ihrem Vortrag in Berlin wiederholt Frau Dr. Ágnes JOBST in Leipzig ihren Vortrag im Rahmen des von der DUG mit ungarischen Themen und ungarischen Referenten unterstützten Kolloquiums des Lehrstuhls von Herrn Prof. Dr. Wolfgang Höpken, Lehrstuhl für Ost- und Südosteuropäische Geschichte im Historischen Seminar am GWZ (Geisteswissenschaftlichen Zentrum), Philosophische Fakultät der Universität Leipzig, Beethovenstr. 15, 04107 Leipzig:
Zeit: 22.11.2011, 17.15 bis 18.45 Uhr
Der Vortrag mit anschließender Diskussion ist nicht nur universitätsöffentlich, sondern kann von jedem Interessierten besucht werden. Der Vortrag ist auf deutsch. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.
Als die elektronische Versendung vorstehender Informationen am 14. November bereits begonnen hatte, habe ich die Aussendung gestoppt, um die Mitteilungen der ungarischen Botschaft betreffend die DUG- Jahreshauptversammlung berücksichtigen zu können. Ein Neuaufbau der Reihenfolge der Informationen wurde aus Zeitgründen nicht vorgenommen, so daß der eigentliche Höhepunkt im Jahresablauf eines Vereins, nämlich die Jahreshauptversammlung, nunmehr am Ende steht (was aber nicht bedeuten soll, daß sie am Ende ist).
Die Mitteilung darüber in einem allgemeinen elektronischen Rundbrief entspricht einer seit langem geübten Praxis und ist im übrigen unschädlich, weil unsere Versammlungen sowieso allgemein öffentlich sind und damit auch Nichtmitgliedern zum Zuhören offenstehen. Im übrigen haben wir keine Geheimnisse, und vielleicht steigert eine frühe Information der Nichtmitglieder deren Interesse an unserer Arbeit, deren Bereitschaft zur Teilnahme an unseren Veranstaltungen und schließlich auch deren Wunsch nach einer Mitgliedschaft.
Ich hatte in einer früheren Information gebeten, sich den Abend des 25. November 2011 freizuhalten, weil es – noch dazu an einem für Feiern geeigneten Freitag – das Datum unserer Vereinsgründung vor 20 Jahren ist. Eine Kombination von Jahreshauptversammlung mit kleinem Festprogramm hätte deshalb nahelegen. Leider ist durch den Finnougristik-Kongreß in Berlin in diesen Tagen einschließlich des Wochenendes kein Raum in der Botschaft oder im Collegium Hungaricum zu bekommen.
Vor die Frage gestellt, deshalb auf eine Veranstaltung am 25. November zu verzichten oder mit anderem Inhalt und in anderer Umgebung unserer Gründung zu gedenken, wollen wir nun in einem eher privaten, das heißt auf unsere Mitgliedschaft und einige Gäste (bei Interesse auch aus dem Kreis der mit dieser E-Mail angesprochenen Damen und Herren) sowie auf Freunde der DUG abzielenden Rahmen zu unserem "Geburtstag" am 25. November 2011 ein ausschließlich auf Liszt-Werke ausgerichtetes Klavierkonzert anbieten. Es spielt die von uns aus den USA eingeladene junge, aber schon mehrfach ausgezeichnete ungarische Pianistin Éva POLGÁR, gefördert im Jahre 2011 mit einem Eötvös-Stipendium des ungarischen Staates für ihr Doktoratsstudium an der North Texas University, Denton.
Da unsererseits in diesem dem Andenken an Ferenc [Franz] Liszt gewidmeten Jahr noch nichts zu Ehren dieses großen, in Ungarn und Deutschland verwurzelten paneuropäischen Künstlers veranstaltet worden ist, wollen wir es hiermit nachholen; und weil dieses Jahr ein Doppel-Gedenkjahr und zusätzlich Béla Bartók gewidmet ist, werden wir dem dann im Rahmen unserer Jahreshauptversammlung am 13. Dezember 2013 mit einem Konzert der ungarischen Pianistin Kriszta FEJES Rechung tragen.
Dem Konzert am 25. November ist eine kurze Würdigung von Ferenc Liszt vorgeschaltet, die der Wissenschaftliche Mitarbeiter am Forschungsprojekt "Neudeutsche Schule" und Liszt-Forscher Dr. Daniel ORTUNO, Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena (Hochschule für Musik Franz Liszt, Weimar), dankenswerterweise vornehmen wird. Der Beginn der Veranstaltung ist um 17.00 Uhr im Kaminzimmer, 1. Etage, Hotel Adlon, Pariser Platz.
Interessenten – auch soweit sie Mitglieder der DUG sind – werden herzlich gebeten, sich und ggf. ihre Begleitung ab sofort per E-Mail [info@d-u-g.org], notfalls telefonisch unter 030-242 45 73, anzumelden. Ich bitte dabei um Verständnis, daß die Anmeldungen der DUG-Mitglieder vorrangig berücksichtigt werden, für den Fall, daß es mit dem vorgesehenen Sitzplatzangebot knapp werden sollte. Auf Ihre E-Mail-Anmeldung warten Sie bitte die Bestätigung ab.
In jedem Fall ist wegen dieser Entwicklung die Jahreshauptversammlung der DUG von deren 20. Gründungstag abgekoppelt (wegen der bisherigen, nun überholten Planung werden Mitglieder des Präsidiums, aber wegen Reiseplänen auch andere Mitglieder der DUG am neuen Termin leider nicht anwesend sein können, wofür ich um Entschuldigung und im Hinblick auf die Terminprobleme in der ungarischen Botschaft um Verständnis bitte), und ich lade hiermit form- und fristgemäß zur
DUG-JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG
am Dienstag, dem 13. DEZEMBER 2011, ab 17.00 Uhr in die ungarische Botschaft (Unter den Linden 76, 19178 Berlin) ein. Dazu verweise ich auf die in unserer Satzung vorgeschriebene und hier geringfügig ergänzte Mindesttagesordnung:
01. Begrüßung und Feststellung der Tagesordnung
02. Grußworte
03. Feststellung der stimmberechtigten, der vertretenen und der nicht stimmberechtigten Mitglieder
05. Kassenbericht (Tischvorlage)
08. Satzungsänderungen
09. Turnusmäßige Neuwahlen nach Ablauf der Amtszeiten aller Präsidiumsmitglieder
10. Turnusmäßige Neuwahlen nach Ablauf der Amtszeiten der Kassenprüfer
11. Genehmigung der Wirtschaftsplanung für 2012
Das Präsidium behält sich vor, in der Sitzung den Antrag auf Vertagung einiger Punkte der Tagesordnungspunkte zu stellen und/oder zusätzliche Beratungspunkte zu beantragen. Dies gilt insbesondere für den TOP 8 - Satzungsänderungen -, der fristwahrend aufgenommen worden ist, da Initiativanträge auf Satzungsänderung spätestens mit der Einladung in die Tagesordnung eingefügt sein müssen (Verbot der Dringlichkeitsanträge, § 9 Abs. 4 Satz 5 der Satzung); Änderungs- und Ergänzungsanträge zum Antrag auf Satzungsänderung können jederzeit, auch noch in der laufenden Beratung des Antrags gestellt werden.
Die vorgeschlagene Satzungsänderung geht von folgenden Überlegungen aus:
1. Abgesehen von den drei Funktionen, die mit einer besonderen rechtlichen, weil nach außen wirkenden Stellung des jeweiligen Präsidiumsmitglieds verbunden sind (Präsident, Vizepräsident für Finanzen, Präsidiumsmitglied mit der Aufgabe des Schriftführers), wählt die Versammlung der DUG-Mitglieder aus ihrer Mitte einzelne Kandidaten für die übrigen, in der Satzung aufgeführten Vizepräsidentenposten (vier Aufgabengebiete [vgl. § 10 Abs. 1 der Satzung]: Geschichte und Politik; Kultur; Soziales, Schüler- und Jugendaustausch und Praktikanten; Wirtschaftspolitik).
Tatsächlich sind die einzelnen Vizepräsidenten dadurch unterschiedlich ausgelastet; andererseits gibt es Teilbereiche, derer sich mehr als ein Vizepräsident annimmt. Um mehr Flexibilität in der Vereinsarbeit zu ermöglichen, schlägt das Präsidium als Satzungsänderung vor, daß in Zukunft nur bei den Präsidiumsmitgliedern Präsident, Finanzvizepräsident und Schriftführer mit ihrer Wahl auch eine Aufgabenzuweisung verbunden wird. Allen übrigen Vizepräsidenten werden Aufgaben im Rahmen einer vom Präsidium beschlossenen Aufgabenverteilung zugewiesen. Die bisherigen Schwerpunkte der Arbeit der DUG sollen bewahrt bleiben, einige weitere Aufgaben hinzukommen.
2. Bisher umfaßte das Präsidium sieben Mitglieder. Es wird jetzt die Vergrößerung des Präsidiums auf acht Mitglieder vorgeschlagen.
3. Schon in der Anfangsphase der Existenz der DUG gab es – bei einem kleineren, nur vierköpfigen Präsidium – die Möglichkeit, ein Vereinsmitglied oder mehrere Vereinsmitglieder für jeweils einen bestimmten Aufgabenbereich als "Beauftragten" zu ernennen. Der Beauftragte hat einen kleineren Aufgabenbereich, vertritt die DUG als solche nicht nach außen, sondern handelt im Rahmen seiner Aufgabenstellung mit Vertretungsbefugnis für die DUG. Wir erhoffen uns mit dieser zusätzlichen Konstruktion, daß es uns gelingt, für ein überschaubares Projekt oder auch für eine länger wirkende Einzelaufgabe einzelne Vereinsmitglieder interessieren zu können, diese in unsere Vereinsarbeit einbinden und damit zusätzlichen Sachverstand, auch zusätzliches Engagement für unsere DUG aktivieren zu können. Andererseits ist der zeitliche Aufwand – wovor die meisten bei Übernahme eines Vizepräsidentenamtes unnötigerweise zurückschrecken – in Umfang und Dauer geringer und überschaubarer (zum Beispiel die Durchführung eines Schülerbesuches oder die Begleitung eines einzelnen, auf vier Wochen angelegten Archiv-Forschungsstipendiums; die Durchführung eines einzelnen ökologischen deutsch-ungarischen Projekts; die Organisation einer Ausstellung usw.).
Der Beauftragte handelt bei der Erledigung seiner Aufgabe(n) eigenständig. Er soll/kann in diesem Rahmen im DUG-Präsidium gehört werden, hat aber im Präsidium keinen ständigen Sitz und kein Stimmrecht. Er wird durch Präsidiumsbeschluß ernannt, auf Antrag des Präsidiums bei der Mitgliederversammlung auch durch diese, oder auf Initiative der Mitgliederversammlung bestellt.
Daraus ergeben sich folgende satzungsmäßigen Änderungen, deren Beschlußfassung für die Jahreshauptversammlung hiermit beantragt wird:
ZUR VERGRÖSSERUNG DER ZAHL DER PRÄSIDIUMSMITGLIEDER UND ZUR ZUSTÄNDIGKEIT DER EINZELNEN PRÄSIDIUMSMITGLIEDER:
§ 12 Abs. 1 der Satzung erhält folgende Fassung:
2. dem Vizepräsidenten für Finanzen (Schatzmeister),
3. fünf weiteren Vizepräsidenten,
4. einem Präsidiumsmitglied als Schriftführer.
Die Wahl der Präsidiumsmitglieder zu Nr. 1, 2 und 4 wird mit der Zuweisung ihrer Zuständigkeit verbunden. Die Aufgaben- und Zuständigkeitsverteilung auf die Vizepräsidenten im Sinne von Satz 2 Nr. 3 erfolgt nach deren Wahl durch Präsidiumsbeschluß; sie kann jederzeit durch einen neuen Präsidiumsbeschluß geändert werden.
(Die bisherigen Sätze 3 und 4 im Absatz 1 zählen nun als Sätze 5 und 6 und betreffen die Regelung, wer auf Grund seiner Funktion in der DUG mit beratender Stimme an den Präsidiumssitzungen teilnimmt.)
§ 12 Abs. 3 Satz 1 der Satzung erhält folgende Fassung (technische Klarstellung für die Wahlen der Präsidiumsmitglieder bezüglich der Möglichkeit der verbundenen Einzelwahl):
(3) Jedes Mitglied des Präsidiums nach Absatz 1 Satz 2 wird einzeln oder in verbundener Einzelwahl von der Jahreshauptversammlung aus ihrer Mitte auf die Dauer von zwei Jahren gewählt; ...
ZUR BESTELLUNG VON BEAUFTRAGTEN:
In § 10 Abs. 3 der Satzung wird die fehlerhafte Durchnummerierung (doppelte Zählung der Nr. 9) berichtigt, indem die zweite Nr. 9 zu Nr. 10, die bisherige Nr. 10 zu Nr. 11 und nach neuer Zählung folgende Nr. 12 angefügt wird:
12. die Ernennung eines Beauftragten (§ 12 Abs. 9) für ein einzelnes Projekt oder Sachgebiet, wenn die Beschlußfassung der Mitgliederversammlung vom Präsidium beantragt oder die Mitgliederversammlung aus eigener Initiative die Ernennung eines Beauftragten mit einer Aufgabenzuweisung beschließt.
In § 10 Abs. 3 Nr. 11 (neuer Zählung) der Satzung wird der Punkt durch ein Komma ersetzt.
In § 12 der Satzung wird folgender Absatz 9 angefügt:
(9) Das Präsidium kann für ein einzelnes Projekt oder für eine einzelne zeitlich befristete Aufgabe zur Organisation, Durchführung oder Begleitung ein Vereinsmitglied zum Beauftragten ernennen; es kann auch die Beschlußfassung über die Ernennung bei der Mitgliederversammlung beantragen. Ferner kann die Mitgliederversammlung aus eigener Initiative und aus der Mitte der Mitgliedschaft einen Beauftragten wählen. Bei der Ernennung ist der Umfang der Beauftragung festzulegen. Der Beauftragte hat keine Vertretungsbefugnis gemäß Absatz 2, sondern handelt im Rahmen eines Auftragsverhältnisses gemäß §§ 164 ff BGB einmalig oder dauerhaft als rechtsgeschäftlicher Vertreter der DUG. Der Beauftragte wird mit Ernennung nicht Mitglied im Präsidium, kann aber im Präsidium die Beratung seiner Angelegenheiten in seinem Beisein beantragen; er kann vom Präsidium gebeten werden, über Durchführung, Umfang, finanzielle Auswirkungen, Zeitdauer und Abwicklung seines Auftrages schriftlich oder mündlich zu berichten. Wenn nicht durch Ablauf der bei der Ernennung bestimmten Zeit oder durch inhaltliche Erledigung des Auftrags endet das Auftragsverhältnis durch jederzeit möglichen Beschluß des Präsidiums.
Ein endgültiges (Ablauf-)Programm für den 13. Dezember 2011 wird noch verschickt.
Für die sonstigen Veranstaltungen im Dezember ergeht eine gesonderte Information. Es sei schon darauf hingewiesen, daß wir am 01. Dezember 2011 in BERLIN einen wirtschaftshistorischen Vortrag von Frau Mária HIDVÉGI zum Thema
Ungarn in der wirtschaftlichen Globalisierung - Unternehmensstrategien zu Krisenzeiten 1918-1948
hören werden. Der Beginn des Vortrags ist um 18.00 Uhr. Der Ort wird noch mitgeteilt.
Außerdem setzt die DUG am 07. und 14. Dezember 2011 ihre in diesem Wintersemester an der Universität SAARBRÜCKEN veranstaltete Vorlesungsreihe unter Leitung des DUG-Mitglieds Frau Dr. Orsolay Heinrich-Tamáska über "Neue Forschungen zu spätantiken Transformationsprozessen zwischen Pannonien und Moesien" fort, mit der der nachwirkende Kulturtransfer in der (ab 9 n. Chr.) römischen Provinz Pannonien über die Zeit ihres Niederganges im 4. nachchristlichen Jahrhundert, über die Zeit der Hunnen und der Awaren und schließlich über die Zeit der magyarischen Landnahme hinaus während des 1. Jahrtausends erforscht und nachvollzogen wird.
Im Rahmen der Vorlesungsreihe wird in diesem Jahr noch Dr. Matthias HARDT aus Leipzig über
Gentile Königsherrschaft und das Gold der Reiterkrieger im ersten Jahrtausend
referieren (07.11.2011) und eine Woche später (14.11.2011) Dr. Georg BREITNER aus Trier über
Bauten auf dem Balkan auf Veranlassung der römischen Vier-Kaiser-Herrschaft
(eines nur 41 Jahre dauernden, kurzlebigen Regierungssystems an der Wende des 3. zum 4. Jahrhundert n. Chr. im Römischen Reich). Beide Vorträge finden jeweils um 18.00 Uhr im Universitätsgebäude B3.2, Hörsaal 0.03, mit anschließender Diskussion statt.
Ich in gebeten worden, auf den Finnougristen-Tag in Berlin aufmerksam zu machen und auf die Möglichkeit der Teilnahme hinzuweisen. Er findet mit einem sprachwissenschaftlichen Programm am 25. und 26. November 2011 im Collegium Hungaricum statt. Um vorherige Anmeldung Ihrer Teilnahme wird von Seiten der Veranstalter bei der Tagungsorganisatorin Frau Dr. Rita Hegedüs gebeten.
Auf Bitten der ungarischen Botschaft möchte ich auf eine zur Jahreszeit passende, weil karnevalistische Veranstaltung aufmerksam machen. Sie und Ihre Begleitung sind vom Herrn Botschafter Dr. Czukor herzlich eingeladen, mit den Mitarbeitern der ungarischen Botschaft und mit der "Karnevalsgesellschaft Neustadtfunken Opladen e. V." auf ungarischem Boden rheinischen Karneval zu feiern (ungarische Botschaft, Unter den Linden 76, 10117 Berlin). Für närrische Stimmung sorgen der Vorstand und die bunte Garde der Karnevalsgesellschaft, für das leibliche Wohl der Koch der ungarischen Botschaft. Zum Programm gehören die unerläßliche Büttenrede, die feurigen Tänze der Garde sowie eine Überraschung. Das Programm ist nicht nur Karneval-Fans, sondern auch Familien mit Kindern zu empfehlen, für die ein gesondertes Programm vorbereitet ist.
Die ungarische Botschaft bittet um Anmeldung unter bei ihrer Pressestelle.
Auf Ihr Interesse auch dann hoffend, wenn es in unseren DUG-Veranstaltungen weniger närrisch, aber im Hinblick auf unser nach den Vorträgen gereichtes Glas Wein auch nicht trocken und im Hinblick auf gelungene Vorträge durchaus zufrieden-fröhlich zugeht, und
uns des weiteren viele interessierte Zuhörer wünschend
Klaus RETTEL und die übrigen Mitglieder im DUG-Präsidium.

References: § 9
 § 10

§ 12

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