Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsggrossesfenn_2016
Timestamp: 2019-01-19 14:16:47+00:00

Document:
(GVBl.II/95, [Nr. 64], S.574)
geändert durch Artikel 5 der Verordnung vom 10. Juni 2016
Die im § 2 näher bezeichneten Flächen in der Gemeinde Böhne (Landkreis Havelland) werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Großes Fenn".
(1) Das Naturschutzgebiet "Großes Fenn" hat eine Größe von rund 82 Hektar. Es umfaßt die folgenden Flächen in der Gemarkung
Böhne Flur 6 Flurstücke 47, 51/1, 53-58, 59/1, 62, 63/1, 69/5.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer Übersichtskarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Großes Fenn“ und einer Flurkarte mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die Übersichtskarte mit der Blattnummer 0806-231 im Maßstab 1 : 10 000, unterzeichnet von dem Bearbeiter Herrn Dietmar am 18. September 1995, Siegelnummer 9 des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung, ermöglicht die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in der Flurkarte der Gemarkung Böhne, Flur 6, im Maßstab 1 : 5 000, unterzeichnet von dem Bearbeiter Herrn Dietmar am 18. September 1995, Siegelnummer 9 des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung.
(1) Schutzzweck ist die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes, insbesondere
als Standort seltener, in ihrem Bestand bedrohter, wildwachsender Pflanzen der Moorgesellschaften (zum Beispiel Scheidiges Wollgras) und anderer standorttypischer Arten;
als Lebensraum bestandsbedrohter Tierarten, insbesondere von Insektenarten (Schmetterlinge), als Brut- und Nahrungsgebiet für Groß-, Wasser- und Watvögel sowie als Rückzugsgebiet für Amphibien;
zur Beobachtung der natürlichen und vom Menschen nicht weiter beeinflußten Entwicklung,
zur Erhaltung und Wiederherstellung der Selbstreinigungskraft der Gewässer sowie zur Verbesserung der Wasserqualität,
zur Renaturierung als saures Hochmoor,
wegen der Bedeutung des Gebietes im Rahmen des regionalen Biotopverbundes.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Großes Fenn“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Übergangs- und Schwingrasenmooren und Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Kammmolch (Triturus cristatus), Großer Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) und Heldbock (Cerambyx cerdo) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
die Bodengestalt zu verändern, die Böden zu verfestigen, zu versiegeln, zu verunreinigen oder die Bodenerosion zu fördern;
Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrseinrichtungen anzulegen, zu verlegen oder solche Anlagen zu verändern;
Wasserfahrzeuge aller Art, einschließlich Luftmatratzen zu benutzen;
Eisflächen zu betreten;
Schmutzwasser einzuleiten oder auszubringen oder Klärschlamm auszubringen, zu lagern oder abzulagern; die §§ 4 und 5 der Klärschlammverordnung bleiben unberührt;
Zäune oder andere Einfriedungen anzulegen, soweit es sich nicht um ortsübliche Weidezäune ohne Betonfundament mit einer Drahthöhe bis zu 1,20 Meter oder für den Forstbetrieb notwendige Kulturzäune handelt;
das Verbot nach § 4 Abs. 2 Nr. 24 gilt,
die Jagd auf Wasservögel ab dem 15. November eines Jahres bis zum Ende der gesetzlichen Jagdzeit zulässig ist,
die Jagd in der Zeit vom 01. März bis zum 30. Juni eines Jahres ausschließlich vom Ansitz aus erfolgt,
ie im Sinne des § 11 Abs. 3 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher dafür genutzten Flächen;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen;
Maßnahmen zur Untersuchung von Altlastenflächen und Maßnahmen der Altlastensanierung im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde. Der Herstellung des Einvernehmens bedarf es nicht, soweit es sich um unaufschiebbare Maßnahmen handelt;
Es wird folgende Pflege- und Entwicklungsmaßnahme festgelegt:
Es wird angestrebt, den Wasserpegel zu erreichen, der jenem Wasserpegel vor dem Bau der vorhandenen Entwässerungsanlagen entspricht.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Abs. 2 Nr. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 oder den Maßgaben nach § 5 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

References: § 2
 § 7
 § 7
 § 4
 § 11
 § 11
 § 73
 § 4
 § 5