Source: http://karriereplanung-inklusive.de/index.php/presseberichte
Timestamp: 2020-04-10 08:06:38+00:00

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Gelebte Inklusion: Mit Hilfe von Weiterbildung machen Menschen mit Lernschwierigkeiten Karriere
Beruflich weiterkommen, Karriere machen – wer das will, muss sich weiterbilden. Im sich immer schneller drehenden Karussell der Arbeitsanforderungen ist das oft sogar nötig, um den eigenen Arbeitsplatz zu sichern. Es gibt zwar viele Bildungsangebote, doch für Menschen mit Lernschwierigkeiten sind die Barrieren häufig unüberwindlich hoch. Bei Access helfen Bildungscoaches im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Projektes Karriereplanung inklusive, Barrieren erfolgreicher Weiterbildung zu überwinden.
Aber was brauchen Menschen mit Lernschwierigkeiten, um sich erfolgreich weiterbilden zu können? Dieser Frage gingen bei der Tagung „Karriere inklusive“ am 30.01.2018 über 100 Menschen nach. Im Rahmen eines World Cafés diskutierten die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer in Gruppen miteinander, und zwar ganz inklusiv: Von der Access-Inklusionsbegleitung unterstützte Beschäftigte mit Behinderung tauschten sich mit Stadträtinnen aus, Arbeitgeber sprachen mit der Vertreterin des Inklusionsamtes, Job-Coaches von Access mit Vertretern der IHK. Dabei trat ein Ergebnis ganz klar zu Tage: Menschen mit Lernschwierigkeiten brauchen bei inklusiver Weiterbildung vor allem individuelle Unterstützung, Motivation und geeignete Angebote.
Souverän setzten die Tagungsteilnehmenden im World Café um, was sie zuvor gehört hatten: Im Anschluss an die Grußworte des IHK-Präsidenten Dirk von Vopelius und des Sozialreferenten der Stadt Nürnberg, Reiner Prölß, stellte Geschäftsführerin Andrea Seeger die Weiterbildungserfolge im Rahmen des Projektes Karriereplanung inklusive vor. Ganz konkret ging es um einzelne Angebote und die Erfolge aus Sicht der Teilnehmenden. Diese wurden im Interview mit jeweils einer Teilnehmerin und einer Arbeitgeberin vertieft. Eva Didion, die Projektleiterin Inklusionskompetenz der IHK Nürnberg, erläuterte in leichter Sprache, wie die IHK Arbeitgeber bei Inklusion unterstützt. Das Inklusionsamt Mittelfranken engagiert sich in der Region sehr intensiv für Weiterbildung, beispielsweise mit Finanzierungshilfen. Frau Günzel erklärte den Anwesenden, was genau dafür erforderlich ist und welche Hilfen das Inklusionsamt insgesamt anbietet.
Bei den anschließenden Diskussionen profitierten alle Anwesenden vom Austausch miteinander – weil es ein Unterschied ist, ob ich etwas über eine Person mit Lernschwierigkeiten höre oder direkt mit ihr spreche und dabei sowohl deren Motivation als auch die Einschränkungen direkt erlebe. „Ganz beflügelt“ waren denn auch die Tagungsteilnehmenden am Ende der Veranstaltung – hatten doch viele von ihnen ganz konkrete Ideen für ihren eigenen Arbeitsbereich mitgenommen. Zu zahlreichenden spannenden Gesprächen und neuen Anfragen für das Bildungscoaching kam es denn auch beim anschließenden Imbiss. Für Access hieß das: „Weiter so“. Als nächster Schritt von unserer Seite wird die Sozialkompetenz-Reihe „Fit im Job“ verstetigt. Außerdem befinden sich spannende neue Projekte für die Bildung unterstützter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer derzeit in der Antragsphase.
Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Projekt Karriereplanung inklusive läuft noch bis zum 30. Juni 2018, Auskünfte zum Projekt geben gerne die Access-Bildungscoaches Björn Ballbach und Claudia Drechsel unter Tel. 0911-3009022.
CD, 10.04.2018
Interview mit dem Referenten Herrn van Dijk zur § 43 b Jahresschulung für Alltagsbegleiter_innen bei der Frank Wagner Holding 2017
Im Rahmen des Projekts „Karriereplanung inklusive“ haben die Projektpartner Menschen mit Behinderung, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten, in bestehende berufliche Weiterbildungsangebote begleitet. Wenn bestehende Angebote nicht genutzt werden konnten, wurden eigene passende Angebote – zum Teil in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen – entwickelt.
In Hamburg haben die Bildungscoache der Hamburger Arbeitsassistenz (HAA) zusammen mit einem Träger der Altenhilfe eine inklusive Schulung für Alltagsbegleiter_innen (sogenannte „§43b-Schulungen“) durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine verpflichtende jährliche Nachschulung für die Alltagsbegleiter_innen. Im Anschluss an die Schulung befragte Bildungscoach Achim Gösling von der HAA den Kursleiter:
Frage: Ist die § 43 b Jahresschulung vom 12./13:06.2017 als inklusive Schulung geplant und durchgeführt worden?
Antwort: Die Schulung ist als inklusive geplant worden, da alle Mitarbeiter mit Schulungsbedarf eingeladen wurden und nicht zwischen Menschen mit und ohne Handicap unterschieden wurde. Es haben 20 Mitarbeiter_innen teilgenommen. Ideal wären 15 Teilnehmer.
Durchgeführt wurde sie von mir als inklusive Schulung, da es Teilnehmer_innen mit Handicap gab.
Wie wurden die Teilnehmer_innen ausgewählt?
Es gab keine besonderen Auswahlkriterien. Angesprochen waren alle § 43 b Kräfte der Frank Wagner Holding mit Schulungsbedarf.
Darüber hinaus hatten auch Externe §43 b Kräfte die Möglichkeit an der Schulung teilzunehmen.
Wie haben Sie sich auf den Teilnehmer-innenkreis eingestellt?
Zunächst einmal sind mir die Arbeitsbereiche der §43 b Kräfte gut bekannt. Da ich mir in der Frank Wagner Holding die Tätigkeiten der § 43 b Kräfte mit Hilfe der Methodik „Teilnehmende Beobachtung“ häufig anschaue konzipiere ich die Schulungen sehr praxisbezogen. Das bedeutet, dass in der Schulung die Fragen der Teilnehmer_innen Priorität haben. Hierbei ist es unerheblich, von wem und welche Fragestellungen auftauchen. Die Fragen verstehe ich immer als Hinweis auf eine Problematik im Arbeitsalltag. So lassen sich dann gut Praxisbeispiele der Teilnehmer_innen einbauen und z. B. mit Hilfe von Rollenspielen für alle verständlich aufbereiten. Wichtig ist für mich das meine Konzentration bei den Teilnehmer_innen ist und in ihren Reaktionen ablesen kann, ob sie etwas verstehen oder nicht. Nur so kann ich auf die Bedürfnisse und unterschiedlichen Kenntnisse eingehen. Das heißt, ich passe meine Lehrinhalte nach Möglichkeit an die Bedürfnisse in der aktuellen Situation an.
Ein Vorbereitungstreffen mit den Schulungsteilnehmer_innen hat es nicht gegeben.
Welche Barrieren gibt es am Veranstaltungsort?
Die Räume sind barrierefrei.
Was nehmen Sie aus der Schulung mit, was ist gut und was weniger gut gelaufen?
Sehr wichtig ist, die Fragen mit denen die einzelnen Teilnehmer_innen kommen festzuhalten und mit ihnen zu arbeiten. Diese Fragen sind der entscheidende Hinweis auf die Arbeitsproblematiken der § 43 b Kräfte. In den Bereichen : Bewohner, Zusammenarbeit in der Einrichtung, etc. Hierbei hilft mir, dass ich als Referent täglich mit diesen Problematiken in der Frank Wagner Holding befasst bin.
War die Zusammenarbeit mit dem Bildungscoach ausreichend?
Ich hab über genug Vorinformation bezüglich der Teilnehmerinnen der Hamburger Arbeitsassistenz (HAA) verfügt. Die Kommunikation per mail reichte aus.
Wie waren die Reaktionen der Schulungsteilnehmer auf die Teilnehmer mit kognitiven Einschränkungen?
Es gab für die Teilnehmerinnen der HAA ein großes Verständnis und es entwickelten sich keine Konflikte. Sie waren anerkannter und normaler Bestandteile der Schulung.
Bericht in der BAG UB Impulse No 81
den Bericht finden Sie direkt unter dem Artikel als PDF zum Download.
Bericht in der BAG UB Impulse No 81 [PDF] 75 kB
Erfolgreich in Sozialkompetenzen weitergebildet: Fünfzehn von ACCESS begleitete Arbeitnehmer sind „Fit im Job“
Rückblick: Veranstaltung „Vielfalt beruflicher Wege für junge Menschen mit Handicap“ am 19.05.2016 in Annaberg

References: § 43
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