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Timestamp: 2020-07-06 04:26:55+00:00

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Posted by Author Name 15. März 2019
Gefährliche Abfälle sind Abfälle, welche in besonderem Maße eine Gefahr für die Umwelt oder die Gesundheit darstellen. Früher wurde dieser Abfall als besonders überwachungsbedürftig bezeichnet. Die Bezeichnung änderte sich von besonders überwachungsbedürftiger in gefährlicher Abfall, da Deutschland sich im Jahr 2006 an die Vorgaben der EU angepasst hat. Gefährliche Abfälle müssen separat entsorgt werden und die Entsorgung durch Nachweise und Belege protokolliert werden.
Beispiele für gefährliche Abfälle
Vermischungsverbot gefährlicher Abfälle
Recycling der gefährlichen Abfälle
Beispiele von gefährlichen Abfällen
Es gibt eine Unzahl an verschiedenen Abfällen, welche gefährliche Eigenschaften aufweisen. Abfälle, welche explosiv, brandfördernd, entzündbar, reizend, auf jegliche Weise toxisch, karzinogen, ätzend, infektiös oder sensibilisierend sind, werden in der Abfallverzeichnis-Verordnung (kurz AVV) als gefährliche Abfälle gekennzeichnet und mit einem Sternchen versehen. Insgesamt sind 405 der 839 in der AVV gelisteten Abfallarten gefährliche Abfälle. Neben den generell gefährlichen Abfällen gibt es noch die sogenannten Spiegeleinträge, bei denen die Einstufung davon abhängt, ob und in welcher Konzentration gewisse Schadstoffe enthalten sind. In der aktuellen Fassung der Abfallverzeichnis-Verordnung gibt es 173 solcher Spiegeleinträge. Ein Beispiel für einen solchen Spiegeleintrag sind Dämmmaterialien aus Mineralwolle. Mineralwolle mit einem Produktionsdatum vor dem 01.10.2000 gilt wegen der enthaltenen lungengängigen Fasern als gefährlicher Abfall mit der AVV-Nummer 170603*. Von neueren Dämmstoffen aus Mineralwolle geht diese Gefahr nicht mehr aus, weshalb solche Dämmstoffe unter der AVV-Nummer 17 06 04 als normaler Abfall entsorgt werden dürfen.
Die folgenden Stoffe/Materialien enthalten gefährliche Stoffe und dürfen nicht in unseren Containern entsorgt werden:
Imprägniertes Holz/ Holz A4 (z.B. Gartenzaun, Gartenhaus, Außenfenster/ -türen, Terrassendielen)
Brandabfälle (z.B. verbranntes Holz oder Steine)
Schornsteine / Schlacke oder andere mit Ruß belasteten Stoffe
Teer- / bitumenhaltiger Abfall (z.B. Dachpappe oder Straßenaufbruch)
Farben und Lacke, Verdünner, Säuren
Estrich mit Teeranhaftungen
Reinigungsmittel (z.B. Rohrreiniger, Sanitärreiniger, Fleckenlösemittel)
Asbest und asbesthaltige Stoffe (z.B. in Dämmmaterialien, Dachplatten oder als Brandschutz)
Mineralwolle (KMF, produziert vor 01.10.2000)
Öl, Benzin, Altöl sowie Schlämme aus Ölabscheidern
Behälter mit gefährlichen* Restanhaftungen (z.B. Farben, Lacke)
Druckgasflaschen und Spraydosen
Quecksilberhaltige Abfälle( z.B. in Barometern/Thermometer sowie in einigen Elektronikgeräten)
PCB-haltige Stoffe (z.B. in Kühlflüssigkeit, Weichmacher oder Brandverzögerer)
Belasteter Boden (z.B. mit Schwermetallen oder Cyaniden)
Pharmazeutika /Pflanzenschutzmittel
Batterien (Bleibatterien, Ni-Cd-Batterien, Batterien mit Quecksilber)
*Gefährlich sind Stoffe, welche nach (EU) Nr. 1357/2014 Absatz III als explosiv, brandfördernd, entzündbar, reizend, auf jegliche Weise toxisch, karzinogen, ätzend, infektiös oder sensibilisierend sind.
Das Vermischungsverbot von gefährlichen Abfällen nach §9 KrWG
Damit die Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes nach § 7 Absatz 2 bis 4 und § 8 Absatz 1 erfüllt werden, besagt das Kreislaufwirtschaftsgesetz laut §9 KrWG, dass gefährliche Abfälle grundsätzlich nicht mit anderen, z.B. ungefährlichen Abfällen vermengt werden dürfen. Gefährliche Abfälle dürfen weder mit gefährlichen Abfällen anderer Kategorien oder anderen Abfällen vermengt, noch verdünnt werden. Es gibt Ausnahmen:
1. Die Vermischung ist ausnahmsweise dann zulässig, wenn dies in einer Anlage geschieht, die nach diesem Gesetz oder nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz hierfür zugelassenen ist.
2. Nach § 7 Absatz 3 müssen die Anforderungen an eine ordnungsgemäße und schadlose Verwertung eingehalten werden. Durch eine Vermischung dürfen schädliche Auswirkungen der Abfallbewirtschaftung auf die Menschen und die Umwelt nicht verstärkt werden.
3. Das Vermischungsverfahren muss dem Stand der Technik entsprechen.
4. Falls es zu einer unzulässigen Vermischung von gefährlichen Abfällen gekommen ist, sind diese wieder zu trennen, damit eine schadlose und ordnungsgemäße Verwertung nach § 7 Absatz 3 wirtschaftlich und technisch möglich ist.
Insgesamt fallen pro Jahr in der Europäischen Union circa 100 Mio. Tonnen gefährlicher Abfall an, etwa 4% des gesamten Abfallaufkommens ist also gefährlicher Abfall (Quelle: Eurostat, 2016). Spitzenreiter bei der Produktion von gefährlichen Abfällen ist Deutschland mit 23 Mio. Tonnen pro Jahr, gefolgt von Bulgarien mit ca. 13 Mio. Tonnen gefährlichem Abfall pro Jahr. Wird das Gesamtaufkommen auf die Menge pro Einwohner heruntergerechnet, liegt der europäische Durchschnitt bei knapp 200 kg pro Einwohner. Im pro Kopf Vergleich liegt Estland mit 7358 kg gefährlicher Abfall pro Einwohner auf Platz 1 der größten Abfallerzeuger, auch hier gefolgt von Bulgarien mit knapp 1800 kg gefährlichem Abfall pro Einwohner. Mit 280 kg pro Einwohner liegt Deutschland im europäischen Formular auf Platz 10. Am wenigsten gefährlicher Abfall mit 31 kg pro Einwohner wird in Rumänien erzeugt.
Verwertungswege der gefährlichen Abfälle
Von den 23 Mio. Tonnen gefährlichem Abfall wurden 2016 etwa 21 Mio. Tonnen in Deutschland beseitigt oder verwertet. In Deutschland werden etwa 80% des aufkommenden gefährlichen Abfalls wiederverwertet, nur knapp 20% werden endgültig entsorgt. 42 % des Abfalls werden stofflich wiederverwendet, das heißt bei Thermometern wird beispielsweise das giftige Quecksilber extrahiert und die verbleibenden Materialien dem Recycling zugeführt. Neben der stofflichen Verwertung wird gefährlicher Abfall in Deutschland auch häufig (ca. 26 %) als Füllmaterial für beispielsweise Bergbaustollen verwendet. Relativ selten wird gefährlicher Abfall auf Sonderabfalldeponien deponiert (ca. 18 %) und in den wenigsten Fällen (ca. 1 %) wird gefährlicher Abfall eingeäschert. Deutschlands größter Abnehmer von gefährlichen Abfällen sind die Niederlande mit jährlich knapp 450.000 Tonnen (2016) gefolgt von Belgien mit 95.000 Tonnen (2016). Ein Grund für die Verlagerung der Abfallverwertung ins Ausland ist die höhere stoffliche Recyclingquote. In den Niederlanden werden über 65 % der anfallenden gefährlichen Abfälle einer stofflichen Wiederverwendung zugeführt.
Lohnt sich das Recycling von gefährlichen Abfällen?
Grundgedanke beim Recycling von gefährlichen Abfällen ist, dass die Schadstoffe aus dem Abfall abgetrennt und zerstört werden, sodass qualitativ hochwertige Wertstoffe zurückbleiben. Eine Wiederverwertung ist auch bei gefährlichen Abfällen in einigen Fällen ökonomisch, aber auch ökologisch sinnvoll. So ist das Mengenverhältnis von Schadstoffen(PCB) zu Wertstoffen in Altöl durchschnittlich 1/250.000, weshalb bei einer erfolgreichen Trennung von Schad- und Wertstoff große Mengen an Primärrohstoffen eingespart werden können. Auch Tonerkartuschen oder PU-Hartschaumdosen können zu einem großen Teil wiederverwendet werden, wenn die Schadstoffe abgesondert und vernichtet werden.
Durch eine Vorab- und eine Verbleibskontrolle soll sichergestellt werden, dass gefährliche Abfälle umweltgerecht entsorgt werden und so keine Gefahr mehr darstellen. Die Vorabkontrolle erfolgt über Entsorgungsnachweise, in denen geprüft wird, ob der geplante Entsorgungsweg für das zu entsorgende Material angemessen ist und allen rechtlichen Anforderungen entspricht. Erst wenn der Entsorgungsnachweis von der jeweils zuständigen Behörde bestätigt wurde, darf der gefährliche Abfall transportiert werden. Im Entsorgungsnachweis müssen der Abfallbesitzer, der Abfallentsorger samt geplantem Entsorgungsweg sowie die zuständige Behörde eingetragen sein. Standardmäßig ist ein Entsorgungsnachweis für fünf Jahre oder die im Entsorgungsnachweis angegebene Abfallmenge gültig. Die Vorabkontrolle über ein Entsorgungsnachweis entfällt bei Entsorgungsunternehmen, welche über ein gültiges Entsorgungsfachbetriebzertifikat (kurz EFB-Zertifikat) verfügen. Die Freistellung gilt nur für die Vorabkontrolle, die Verbleibskontrolle muss weiterhin erfolgen. Wenn der Abfall vom Abfallbesitzer zu der zugewiesenen Behandlungsanlage transportiert wurde, wird der Verbleib des Abfalls mit einem Begleitschein dokumentiert.
Fallen bei einem Abfallerzeuger weniger als zwei Tonnen gefährlicher Abfall pro Jahr an, tritt die Kleinmengenregelung in Kraft. In diesem Fall entfällt die Entsorgungsnachweisregelung, der Übernahmeschein des Entsorgers reicht als Dokumentation. Bei Abfallmengen von jährlich unter 20 Tonnen pro Abfallschlüssel kann das Sammelentsorgungsverfahren genutzt werden, wodurch die Vorabkontrolle vom Abfallsammler übernommen wird. Voraussetzung für das Sammelentsorgungsverfahren ist neben der Menge (<20 t.) auch, dass die einzusammelnden Abfälle denselben Abfallschlüssel und Entsorgungsweg haben und in der Zusammensetzung den im Sammelentsorgungsnachweis genannten Maßgaben entsprechen.
Categories: Gefährlicher Abfall
< Verpackungsabfälle richtig trennen und entsorgen
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References: §9
 § 7
 § 8
 §9
 § 7
 § 7