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Ausgesteuert, ALG1, Rentenantrag und trotzdem bewerben? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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Ausgesteuert, ALG1, Rentenantrag und trotzdem bewerben?
ich bin seit über drei Jahren krankgeschrieben, aber ungekündigt.
Ich war schon ein Mal ausgesteuert, dann wieder im KG (da hatte ich Glück wegen der Blockfrist) und jetzt seit 12.1. wieder ausgesteuert und im ALG1.
Ich hatte bei der DRV einen Antrag auf Teilhabe gestellt, der wurde im Widerspruch abgelehnt und seit Sommer 2009 läuft die Klage gegen die DRV (auf Umschulung).
Das ist dem Arbeitsamt auch bekannt.
Jetzt hatte ich heute Termin bei meiner Sachbearbeiterin und habe ihr gleich mal eine Änderungsmitteilung vorgelegt, da ich gestern online meinen Rentenantrag auf EU-Rente abgegeben habe.
Das hat sie auch zur Kenntnis genommen, aber trotzdem soll ich ihr meine Bewerbungsunterlagen zukommen lassen - und ich frage mich wozu?
Müßte ich durch diesen Rentenantrag nach § 125 eingestuft werden? Und muß ich wirklich Bewerbungen schreiben? Und vor allem: Wofür? Wenn ich arbeiten könnte, hätte ich ja keine EU-Rente beantragt.... außerdem habe ich ja einen Arbeitgeber.
Kennt sich da jemand aus und kann mir sagen, welche § da eventuell greifen. Bin für jeden Tipp dankbar.
19.01.2011, 19:07 #2
AW: Ausgesteuert, ALG1, Rentenantrag und trotzdem bewerben?
... seit Sommer 2009 läuft die Klage gegen die DRV (auf Umschulung) .... gestern online meinen Rentenantrag auf EU-Rente abgegeben ... Wenn ich arbeiten könnte, hätte ich ja keine EU-Rente beantragt ...
Hallo ElBandita,
die Antworten auf deine Fragen sind vom Gesundheitszustand abhängig und dazu gibt es eigentlich nur widersprüchliche Angaben. Die Klage auf Umschulung deutet darauf hin, dass du dich insoweit für arbeitsfähig hältst, der EU-Rentenantrag auf das Gegenteil. Also: was sagen bisherige Gutachter? (Allerdings sind auch die oft genug nicht einer Meinung).
Die Arbeitsunfähigkeit für sich hilft da nicht weiter, denn die ist lediglich auf den letzten Arbeitsplatz bezogen beurteilt.
der Antrag auf Teilhabe ist inzwischen über vier Jahre alt und in dieser Zeit hat sich der Gesundheitszustand stetig verschlechtert.
Letztes Gutachten, erstellt durch den MDK (September 2010) stellte fest, dass eine erhebliche Minderung der Erwerbsfähigkeit vorliegt und ich bin zumindest für meinen derzeit ausgeübten Beruf auf Dauer arbeitsunfähig bin. Da ich nicht arbeitslos bin, konnte die Ärztin sich wohl explizit nur zu meinem derzeitigen Beruf äußern (so hatte ich sie wohl verstanden).
Mein Arzt meint, dass ich in einem "leidensgerechten Beruf" (was auch immer das dann sein soll) max. 4 Stunden täglich einsetzbar bin. Diese Einschätzung ist allerdins auch schon wieder über ein Jahr her, das hatte er auf eine Anfrage des Sozialgerichts geantwortet.
19.01.2011, 22:12 #4
... trotzdem soll ich ihr meine Bewerbungsunterlagen zukommen lassen - und ich frage mich wozu? ...
Ja ElBandita,
das frage ich mich auch - ist wahrscheinlich Standard um erstmal mehr über dich zu erfahren ... so wie in deinem Fall sicher auch eine ärztliche Begutachtung zum Standard der AA gehören dürfte, denn wie sonst sollte nach 3-jähriger AU und den bisherigen ärztlichen Einschätzungen Klarheit zu verschafften sein.
Also ich denke mal, du kannst das alles ganz beruhigt angehen, solange kein/e Profiling oder Potentialanalyse steht, kann von dir auch nichts bestimmtes verlangt werden, jedenfalls kann ich mir auf dieser Basis keine Eingliederungsvereinbarung vorstellen und keine Verpflichtung zu bestimmten Bewerbungen ... dafür müsste sich die Sachbearbeiterin ein näheres Bild machen.
Aber vielleicht stuft sie dich gedanklich bereits als Nahtlosigkeitsfall ein und lässt dich zunächst Alg beziehen bis die DRV zu Potte kommt - spricht doch einiges dafür.
Falls du vor 1961 geboren bist und eine höhere berufliche Stellung erreicht hast, könnte auch Erwerbsminderung wegen Berufsunfäigkeit (§ 240 SGB VI) eine Rolle spielen; auch die teilweise EM (drei bis unter sechst Stunden) ist denkbar.
Du kannst bei der Rentenversicherung die gesundheitlichen Einschränkungen und ihre Auswirkungen voll zur Geltung bringen, bei der Arbeitsagentur aber nur als Meinung, keinesfalls als Einschränkung über ein evtl. Gutachten der DRV bzw. des AA hinaus. So haben die den Schwarzen Peter und zahlen auf jeden Fall Arbeitslosengeld - egal ob nach § 117 / 119 oder nach § 125 SGB III.
19.01.2011, 22:22 #5
Ich hab vorsichtshalber auf die Frage, ob und wie viel ich arbeiten kann, nur sehr ausweichend geantwortet. War wohl ganz richtig.
Na dann harre ich mal der Dinge, die da so auf mich zukommen.
20.01.2011, 05:22 #6
zum Thema § 125 SGB III hat dir ja @Machts Sinn schon bestens geantwortet
Das hast du sehr gut gemacht, denn auch für den Anspruch nach § 125, muß man sich im Rahmen seiner gesundheitlichen Möglichkeiten der Vermittlung zur Verfügung stellen.
Diesen "Rahmen", hat nun allerdings die AfA durch ein amtsärztliches Gutachten festzustellen, sonst hat ja deine Vermittlerin gar keine Anhaltspunkte für die Bereiche in die sie dich (eventuell) vermitteln könnte.
Wenn du oben schreibst, dass dein Arzt für dich eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 4 Stunden täglich sieht, dann frage ich mich allerdings auch, wohin du damit noch umgeschult werden sollst
Dabei lasse ich mal außen vor, dass diese Einschätzung deines Arztes nicht unbedingt der Ansicht der DRV entsprechen muß.
Ob es da noch Sinn macht die Klage wegen der Umschulung aufrecht zu erhalten, wenn du die Möglichkeit einer Umschulung ja mit dem EM-Renten-Antrag direkt selbst in Frage stellst?
20.01.2011, 09:28 #7
ich hatte mit dem IFD telefoniert und denen das alles mal geschildert und die meinten, dass ich die Klage trotz Rentenantrag weiter laufen lassen sollte. Wenn der Rentenantrag abgelehnt wird (wovon die wohl sowieso erstmal ausgehen), dann wäre da immernoch die Klage, also noch nicht "alles verloren".
Die DRV scheint der Meinung zu sein, dass ich selbst in meinem Beruf vollschichtig arbeitsfähig bin (Stand von vor zwei Jahren) und widerspricht dabei zwei Reha-Kliniken und vier Gutachtern, die das ganz anders sehen - deshalb ja diese Klage. Als ich die eingereicht hatte ging ich ja auch noch davon aus, dass ich zumindest "irgendwas" arbeiten kann.
Ich bin inzwischen auch psychisch echt angeschlagen, ist normalerweise gar nicht "meine Art", aber irgendwann ist der Akku einfach leer *seufz*
20.01.2011, 09:41 #8
Ja, da haben wir es wieder - die Deutsche Rentenversicherung .... mann o mann o mann!!! Aber die haben halt im Gegensatz zu den Krankenkassen keine Konkurrenz, sondern ein Monopol und können tun und lassen, was sie gerade wollen ....
Also ich finde auch, du solltest die Klage nicht zurück nehmen - damit müssen die doch ein bißchen mehr denken und begründen, jedenfalls wenn sie mit der Begründung "voll fit" nicht mehr weiter kommen.
Ja, das kommt mir nur zu bekannt vor, bei der DRV ist man IMMER für irgendwas Vollzeit arbeitsfähig, selbst wenn man (sogar im Renten-Ablehnungsbescheid!!!) bereits für NICHT mehr erwerbsfähig in ALLEN bisherigen Tätigkeiten (u.A. zuletzt Telefonistin) anerkannt wird.
Mache das auch seit fast 3 Jahren (AU vom Psychiater) durch und mein Mann ist nach 4 Jahren (durchgehender AU /NICHT mehr erwerbsfähig als PFÖRTNER!!!) inzwischen im 2. EM-Renten-Antrag
Für eine Umschulung sind wir inzwischen BEIDE zu alt (hatten wir schon vor gut 10 Jahren wegen Berufsunfähigkeit) aber für die Altersrente noch ein wenig zu jung, also bekommen wir jetzt (vielleicht die nächsten rund 5 Jahre ) H4, weil die DRV NICHT zahlen will.
Die AfA /Arge weiß auch nicht wohin mit uns, da sind wir (lt. Amtsarzt-GA) gar nicht (mehr) vermittelbar, stimmt ja auch, interessiert aber die DRV NICHT.
21.01.2011, 14:11 #10
selbst beim Sozialgericht seid ihr nicht weitergekommen (oder wart ihr da noch gar nicht?)
Es kann doch echt nicht angehen, dass die sich sowas erlauben und damit auch noch durchkommen?
Dass die bei mir gleiche erstmal ablehnen werden ist mir eigentlich sowieso schon klar und damit rechne ich auch.
Der Lieblingsspruch der Ärzte in der letzten Reha-Klinik war: "Pförtner geht immer!" Anscheinend ja nicht und selbst da kommt ihr nicht weiter?
Ich drück euch die Daumen, dass ihr da doch noch einen Weg findet um der DRV da mal "auf die Sprünge zu helfen".
21.01.2011, 14:47 #11
21.01.2011, 14:54 #12
Doch mein Männe hat das schon durch, da war sich der Richter mit der Beklagten (DRV!) "einig", dass die Klage keinen Erfolg haben kann und zurückgenommen werden sollte
Männe bekam dann von der DRV "goßzügig" eine "Teilhabe am Arbeitsleben" bewilligt, in unserem Alter ist das eine Zusage an einen AG, der bereit ist uns "leidensgerecht" zu beschäftigen, ihm dafür (mindestens 2 Jahre) einen guten Lohnzuschuß zu zahlen.
Die AG wären angeblich ganz scharf darauf das Geld von der DRV zu bekommen, bei Männe war da bisher KEINER scharf drauf, das Stück Papier kann man besser anderen Zwecken zuführen.
Nach der Klagerücknahme war er (fast) direkt wieder in der Klinik, die ihm zum 3. Mal (innerhalb 2 Jahren) bescheinigt hat, dass er NICHT mehr arbeiten KANN, darauf hin haben wir den 2. Renten-Antrag gestellt.
Der läuft aktuell seit Mai letzten Jahres....
Die gucken zuviel alte Filme, Pförtner sind inzwischen bei Wachschutzfirmen angestellt, haben inzwischen deutlich mehr Aufgaben (Rundgänge /Monitorüberwachung/ PC-Arbeiten/Telefondienst/Empfang/Poststelle usw.) als früher und arbeiten generell im Schichtdienst, meist 12-Stunden-Schichten.
Das ALLES kann/darf mein Mann nicht mehr machen!!!
Die brauchen eiigentlich NUR an ihren eigenen Empfang zu schauen, da sitzen auch welche von irgendeinem Wachschutzunternehmen.
Die WOLLENS einfach nicht kapieren, dass es diese Sorte Pförtner eigentlich gar nicht mehr gibt, die sie sich da vorstellen, EIN Blick ins Berufe-Net der AfA würde genügen DAS festzustellen.
Mit der Telefonistin sieht es ähnlich aus, habe die letzten fast 10 Jahre im Call-Center gearbeitet, DORT arbeiten heutzutage "Telefonistinnen" !!!
JA, DAS IST ZUM HEULEN!!!
Mein Renten-Antrag ist seit November am Sozialgericht, mal sehen wie das wieder endet???
Kleines PS, wir sind BEIDE noch in unseren Firmen fest angestellt!!!
Vielen Dank fürs Daumen drücken, das können wir wirklich gebrauchen.
Da ich neu in diesem Forum bin, erstmal ein Riesen-Dankeschön
an die Mitglieder, die sich hier die Zeit nehmen, anderen zu helfen!
Ist ja ziemlich selten heutzutage....
Ich bin in einer ähnlichen Lage wie ElBandita und hätte ein paar Fragen.
Kurze Übersicht: Seit Oktober 2010 ausgesteuert
Ab November 2010 ALG1 nach § 117
Antrag auf Teilhabe (RV) abgelehnt;
liegt beim Sozialgericht
Laut AMD nicht mehr einsetzbar im alten Beruf
(Kraftfahrer)...
... allerdings über 6 Stunden einsetzbar mit
vielen Einschränkungen... , (aber wo??)
Meine erste Frage bezieht sich auf ALG1.
Ich habe hier schon die Foren durchgewühlt, aber ich wüßte gerne den Unterschied zwischen ALG1 nach § 117 und § 125.
01.02.2011, 04:52 #14
§ 125 kommt (hauptsächlich) NUR dann zum Tragen, wenn eine Aussteuerung aus dem Krankengeld erfolgt ist, dieser § steht generell nicht im Bescheid, wird aber in deiner "AfA-Akte" im PC hinterlegt.
Es ist also (eher im Hintergrund) die gesetzliche Basis dafür, dass du (trotz weiterer AU) überhaupt einen Anspruch auf ALGI geltend machen kannst, im Bescheid steht üblicherweise der "normale" ALG § 117, eine wirkliche Erklärung gibt es dafür ansonsten nicht.
Für die Höhe der Leistung macht es keinen Unterschied, solange deine Erwerbsfähigkeit nicht vom Amtsarzt (der AfA) auf 3-unter 6 Stunden festgestellt wird.
In diesem Fall wird leider oft das ALG entsprechend heruntergekürzt "weil du nicht mehr Vollzeit vermittelbar bist", bei korrekter Anwendung des § 125 dürfte das aber gar nicht sein.
Du wurdest für 6 und mehr Stunden (also Vollzeit) begutachtet, damit "versucht" man dich zu "vermitteln"!
Die Frage "Wohin" sollte eigentlich dein Arbeitsberater/Vermittler mit dir zusammen versuchen zu beantworten, aber SOVIEL Diensteifer darf man wohl heute nicht mehr erwarten
Mit welcher Begründung wurde denn dein Antrag auf Teilhabe von der DRV abgelehnt?
Was erhoffst du dir für eine "Teilhabe", eine Umschulung (da wäre es interessant in welchem Alter du bist)???
Es gibt nämlich auch Arten der "Teilhabe" von der DRV (speziell für Ältere) für die sich ein Gerichtsverfahren nicht wirklich lohnt, weil man damit dann im Anschluß beruflich auch nicht weiter kommt
01.02.2011, 20:22 #15
"Der Lieblingsspruch der Ärzte in der letzten Reha-Klinik war: "Pförtner geht immer!" Anscheinend ja nicht und selbst da kommt ihr nicht weiter?
Das ist echt zum heulen."
Mit dir zusammen kann das SG diesen Spruch auch nicht leiden. Da gibt es ganz viele Entscheidungen. Ich weiß schon, warum ich mir ein Attest besorgt habe, dass ich nicht in eine Reha muss. Mit solchen Sprüchen komme ich gar nicht mehr klar.
03.02.2011, 01:12 #16
Danke für die Auskunft zum § 125.
Ich hatte gehofft, das ein längerer Anspruch auf ALG1
Was den Sachbearbeiter angeht:
Ich bin ehrlich erstaunt, das der Mann so umgänglich ist...
Nach der Begutachtung durch den AMD wollte er nur noch
einen Lebenslauf von mir.
"Machen Sie sich selbst keinen unnötigen Druck;
solange die Klage gegen die DRV läuft, werden Sie von mir
nichts hören. Wenn die Klage nicht erfolgreich sein sollte,
werde ich eine Teilhabe anordnen."
Mit dem "vermitteln" fiel im nichts ein...
....ausgenommen...... Wachdienst!!...
( An dieser Stelle einen Gruß an Muzel )
Die Teilhabe wurde von der RV abgelehnt... wegen
Aufgrund der vorliegenden Berichte der
ReHa-Einrichtung ist eine Weiterbeschäftigung als
Kraftfahrer möglich... Es liegt lediglich ein
Schulter-Arm-Syndrom vor...
Die Gutachten von MDK, Orthopäde und Schmerzklinik
wurden offenbar nicht zur Kenntnis genommen.
Ich mußte die Gutachten zweimal hinschicken, da der
erste Brief seltsamerweise verlorenging
Von der Teilhabe erhoffe ich mir, das mir eine halbwegs
interessante Umschulung/Fortbildung angeboten wird.
Bin noch 45 und habe immer nur im Handwerk gearbeitet.
Abgesehen von den letzten 6 Jahren Lkw fahren.
Büro ist auch blöd, darf nicht lange sitzen, nicht lange
stehen, nicht hocken oder knieen, nicht heben ohne
Hilfsmittel, keine Arbeit mit Armvorhaltung oder über Kopf,
keine Zwangshaltungen...blablabla...
Übrigens bin ich auch noch offiziell Mitarbeiter meiner
Firma; auf dem Papier jedenfalls.
Und nu ?!!?
alg1, ausgesteuert, bewerben, rentenantrag
Rentenantrag laüft, darf man trotzdem Auswandern? gabra Allgemeine Fragen 1 30.09.2007 19:16

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 § 117
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