Source: https://www.bankzweiplus.ch/internet/bziech/iech_index/iech_download/iech_download_sonstigenews/iech_download_steuerlichehinweise.htm
Timestamp: 2019-01-19 20:28:50+00:00

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Die nachfolgenden steuerlichen Hinweise gelten nur für Anleger, die natürliche in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtige Personen sind und bei denen die Erträge den Einkünften aus Kapitalvermögen im Sinne von § 20 des Einkommensteuergesetzes (nachfolgend EStG) zuzurechnen sind (der «Anleger»). Es werden folglich keine Besonderheiten berücksichtigt, die sich bei einem betrieblichen Anleger oder einer juristischen Person ergeben könnten. Soweit die in der Erträgnisaufstellung enthaltenen Kapitalerträge zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit oder Vermietung und Verpachtung gehören, sind sie diesen Einkünften und nicht den Einkünften aus Kapitalvermögen zuzurechnen, was zu einer abweichenden steuerlichen Beurteilung führen kann. Zu den Einkünften aus privaten Veräusserungsgeschäften im Sinne des § 23 EStG wird nur punktuell und nicht vollumfänglich Stellung genommen.
Die Darstellung in der Ausfüllhilfe Anlage KAP und diesen Hinweisen orientiert sich an den für einen Privatanleger erforderlichen Angaben und ist in der Erträgnisaufstellung nach den verschiedenen Ertragsarten gegliedert. Dabei werden nur Ereignisse behandelt, die steuerlich dem Jahr 2017 zuzurechnen sind.
Kapitalerträge sind grundsätzlich einkommensteuerpflichtige Einkünfte im Sinne des § 20 EStG. Soweit die in der Erträgnisaufstellung enthaltenen Kapitalerträge nicht dem deutschen Kapitalertrag- und Kirchensteuerabzug unterliegen, müssen diese in der Einkommensteuererklärung des Anlegers angegeben werden.
Um Ihnen die Erklärung der Kapitaleinkünfte in der Einkommensteuererklärung zu erleichtern, erhalten Sie neben der sich am amtlichen Formular der Anlage KAP orientierenden Ausfüllhilfe Anlage KAP, eine detaillierte Erträgnisaufstellung, aus der die Höhe der einzelnen Kapitalerträge besser nachvollzogen werden kann. Die jeweiligen Beträge wurden unter Berücksichtigung des deutschen Einkommensteuerrechts ermittelt und werden, soweit nicht anders angegeben, in EUR ausgewiesen.
Soweit Sie Wertpapiere aus Ihrem Depot veräussert haben, welche Sie vor dem 1. Januar 2009 angeschafft hatten (sog. Altbestände), werden die hieraus resultierenden Veräusserungsgewinne/-verluste grundsätzlich nicht unter den Kapitalerträgen im Sinne des § 20 Abs. 2 EStG aufgeführt. Die Veräusserung von Altbeständen unterliegt grundsätzlich nur dann der Besteuerung, wenn der Verkauf der Wertpapiere innerhalb eines Jahres nach ihrem Erwerb erfolgt (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG) und es sich beim veräusserten Wertpapier nicht um eine sog. Finanzinnovation handelt. Besonderheiten gelten für sog. Vollrisikozertifikate, die nach dem 14. März 2007 und vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden.
Angaben zur Anlage AUS sind in der Erträgnisaufstellung nicht enthalten. Die Anlage AUS ist nur noch unter besonderen Umständen erforderlich, etwa wenn die tarifliche Einkommensteuer Anwendung findet oder es sich nicht um Einkünfte aus Kapitalvermögen handelt, beispielsweise bei Betriebsvermögen.
Der Einkommensteuererklärung des Anlegers sind eventuell weitere Nachweise wie Kontoauszüge und Kauf-/ Verkaufsabrechnungen beizufügen. Dies gilt insbesondere für Nachweise über den EU-Steuerrückbehalt und für Steuerbescheinigungen über die deutsche Kapitalertragsteuer (inkl. Solidaritätszuschlag), ferner auch dann, wenn die Ermittlung des Kapitalertrags aufgrund fehlender Informationen unterblieben ist (siehe die entsprechenden Ausführungen unten). Die in bestimmten Konstellationen vorzunehmende Anrechnung von deutscher Kapitalertragsteuer (und Solidaritätszuschlag) ist nur dann möglich, wenn eine entsprechende Steuerbescheinigung im Original vorgelegt werden kann.
Bitte beachten Sie: Sofern Sie über weitere steuerpflichtige Einkünfte verfügen, die in den Erträgnisaufstellungen nicht erfasst sind und bisher nicht der Kapitalertragsteuer und ggf. Kirchensteuer unterlegen haben, sind Sie verpflichtet, diese ebenfalls in Ihre Einkommensteuererklärung aufzunehmen. Der Steuerpflichtige muss nicht zwingend mit dem Konto-/Depotinhaber identisch sein (z. B. bei Treuhandvermögen). In Treuhandfällen sind die Kapitalerträge regelmässig nicht dem Treuhänder, sondern dem Treugeber zuzurechnen.
Wir weisen darauf hin, dass grundsätzlich für die in der Ausfüllhilfe Anlage KAP/Erträgnisaufstellung berücksichtigten Ertragsdaten und/oder Stammdaten von Wertpapieren die Informationen von WM Datenservice, Frankfurt am Main, verwendet wurden. Diese Ertragsdaten und Stammdaten werden von uns nicht überprüft. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Daten können wir keine Haftung übernehmen. Falls für Wertpapiere keine Informationen von WM Datenservice vorliegen, wurde auf hauseigene Daten zurückgegriffen.
Wir haben in der Ausfüllhilfe Anlage KAP/Erträgnisaufstellung nur Informationen berücksichtigt, die wir bis zum Zeitpunkt der Produktion der Aufstellung erhalten haben. Insbesondere für Fondsthesaurierungen sowie im Falle von nachträglichen Korrekturen durch die Kapitalanlagegesellschaften kann es somit erforderlich sein, weitere Bescheinigungen oder Unterlagen bei der Steuererklärung hinzuzuziehen. Eine diesbezügliche Verpflichtung übernehmen wir nicht.
Informationen zu den jeweiligen Angaben in der Ausfüllhilfe Anlage KAP
Für den Ausweis ist zu unterscheiden, ob die Erträge bereits dem deutschen Steuerabzug unterlegen haben. Wenn dies der Fall ist, werden sie unter der Rubrik «Kapitalerträge, die dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben» ausgewiesen. Mit dieser Angabe korrespondieren dann die Angaben unter «Steuerabzugsbeträge» hinsichtlich Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag. Haben die Erträge bisher noch nicht dem deutschen Steuerabzug unterlegen, werden sie gesondert unter der Rubrik «Kapitalerträge, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben» ausgewiesen.
Unter «Höhe der Kapitalerträge» werden bei beiden Kategorien die Erträge aller Konten und Depots ausgewiesen, die unter der in dieser Aufstellung vermerkten Stammnummer geführt werden. Damit beinhalten diese Beträge sowohl die laufenden Erträge als auch Erträge aus Veräusserungsgeschäften (§ 20 Abs. 1 und Abs. 2 EStG). Entstandene Verluste wurden dabei grundsätzlich als Ertragsminderung bereits berücksichtigt. Soweit Verluste auf die Veräusserung von Aktien zurückzuführen sind, dürfen diese nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden. Eine Verrechnung dieser Verluste mit sonstigen positiven Erträgen aus Kapitalvermögen ist nicht möglich. Übersteigen die Verluste aus dem Verkauf von Aktien die Gewinne aus dem Verkauf von Aktien, wird der verbleibende Verlustsaldo separat ausgewiesen.
Nach Auffassung der Finanzverwaltung werden Veräusserungsgeschäfte grundsätzlich nicht anerkannt, wenn der Veräusserungspreis die tatsächlichen Transaktionskosten nicht übersteigt. Der hieraus realisierte Verlust wird steuerlich grundsätzlich nicht anerkannt.
Die Ermittlung der Gewinne (und ggf. Verluste) aus der Veräusserung/Einlösung von Kapitalanlagen erfolgt unter Berücksichtigung der entsprechenden Anschaffungs(neben)kosten und der direkt zurechenbaren Veräusserungskosten.
Der im Rahmen der «all-in-fee» enthaltene Transaktionskostenanteil von 40 % der «all-in-fee» stellt grundsätzlich abziehbaren Aufwand dar; diese Kosten werden in der vorliegenden Erträgnisaufstellung nicht ausgewiesen und müssen durch den Anleger selbst geltend gemacht werden. Wird der Transaktionskostenanteil steuerlich geltend gemacht, können Einzelveräusserungskosten des Anlegers grundsätzlich nicht mehr berücksichtigt werden, es sei denn, es handelt sich um weiterberechnete Spesen von dritter Seite.
Falls der tatsächliche Kapitalertrag nicht ermittelt werden konnte, da uns hierzu benötigte Daten (insbesondere die jeweiligen Anschaffungskosten) nicht zur Verfügung standen, haben wir die betroffenen Geschäftsvorfälle entsprechend gekennzeichnet. Hier muss im Rahmen der Veranlagung unter Berücksichtigung weiterer Informationen (z. B. Wertpapierabrechnungen, aus denen die Anschaffungsdaten entnommen werden können) der jeweilige Kapitalertrag ermittelt werden, um eine zutreffende Besteuerung sicherzustellen.
Stückzinsen, die bei Erwerb von Wertpapieren bezahlt wurden, werden als negative Kapitalerträge gem. § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG erfasst. Erhaltene Stückzinsen bei Veräusserung werden als Kapitalerträge im Sinne des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 EStG erfasst. Dies gilt nach Auffassung der Finanzverwaltung auch bei Veräusserung von Wertpapieren, die vor dem 01.Januar 2009 erworben wurden (sog. Altbestände).
Wir weisen darauf hin, dass in den Summen/Salden «Kapitalerträge» vereinnahmte sog. Stückzinsen (d.h. vereinnahmte Erträge im Zusammenhang mit dem Verkauf oder der Einlösung einer Anleihe) nicht enthalten sind, wenn es sich dabei um Wertpapiere handelt, die vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden. Diese Stückzinsen haben wir separat ausgewiesen. Nach Auffassung der Finanzverwaltung sind diese vereinnahmten Stückzinsen steuerpflichtig und in der Einkommensteuererklärung anzugeben.
Erträge aus privaten Veräusserungsgeschäften (§ 23 EStG in der vor dem 1. Januar 2009 geltenden Fassung) werden nicht in der Ausfüllhilfe Anlage KAP ausgewiesen. Soweit Sie Wertpapiere aus Ihrem Depot veräussert haben, welche Sie vor dem 1. Januar 2009 angeschafft haben (sog. Altbestände), werden die hieraus resultierenden Veräusserungsgewinne und -verluste grundsätzlich nicht unter den Kapitalerträgen im Sinne des § 20 Abs. 2 EStG aufgeführt, es sei denn, es handelt sich beim veräusserten Wertpapier um eine sog. Finanzinnovation oder um bestimmte Vollrisikozertifikate.
Gewinne aus der Anschaffung und Veräusserung von Fremdwährungsbeträgen (einschliesslich Anschaffung und Veräusserung von Wertpapieren gegen Fremdwährung) können unter Umständen auch nach Einführung der Abgeltungsteuer als «privates Veräusserungsgeschäft» steuerpflichtig sein. Die Ermittlung von Wechselkursgewinnen und -verlusten ist in der Ausfüllhilfe Anlage KAP bzw. der Erträgnisaufstellung nicht enthalten. Wir empfehlen, für die Ermittlung und den Ausweis dieser Geschäfte Ihren steuerlichen Berater zu konsultieren.
Bitte beachten Sie, dass möglicherweise nicht alle steuerpflichtigen Erträge aus Kapitalanlagen in der Ausfüllhilfe Anlage KAP bzw. der Erträgnisaufstellung enthalten sind. Dies ist der Fall, wenn uns z.B. keine Angaben zu den Erträgen eines ausländischen thesaurierenden Investmentfonds vorliegen oder bei Kapitalmassnahmen, die zum Teil unter Schweizer Recht abgerechnet worden sind.
Im Ausland einbehaltene Quellensteuern sind in der Ausfüllhilfe Anlage KAP bzw. der Erträgnisaufstellung in Höhe des tatsächlich anrechenbaren Betrags (d.h. unter Berücksichtigung der Vorgaben von Doppelbesteuerungsabkommen, jedoch vor Berücksichtigung Ihrer persönlichen steuerlichen Verhältnisse) ausgewiesen. Hierunter fällt auch die schweizerische Verrechnungssteuer. Daneben wird die anrechenbare fiktive Quellensteuer in einer gesonderten Position ausgewiesen.
Sofern die Erträge in der Schweiz dem EU-Steuerrückbehalt unterliegen, kann diese Quellensteuer in voller Höhe auf die deutsche Einkommensteuer angerechnet werden. Diese Position ist deshalb separat dargestellt. Detaillierte Informationen finden Sie in der gesonderten Aufstellung «Nach der Zinsinformationsverordnung (ZIV) anzurechnende Quellensteuern» (Aufstellung ZIV), falls tatsächlich eine entsprechende Quellensteuer einbehalten wurde. Nimmt der Anleger am sog. Meldeverfahren teil, wird diese gesonderte Aufstellung grundsätzlich nicht beigefügt. Um die Anrechnung des EU-Steuerrückbehalts auf die deutsche Einkommensteuer zu erreichen, ist im Rahmen des Veranlagungsverfahrens eine entsprechende Bescheinigung vorzulegen. Diese kann grundsätzlich auch in Form einer Erträgnisaufstellung erfolgen.
Wurde ein Vollrisikozertifikat nach dem 14. März 2007 erworben und in 2017 veräussert, stellt der erzielte Ertrag einen steuerpflichtigen Kapitalertrag dar, der in der Anlage KAP anzugeben ist. Besonderheiten können sich bei Vollrisikozertifikaten mit Andienungsrecht im Falle der Ausübung des Andienungsrechts ergeben, wenn das Andienungsrecht nach dem 31. Dezember 2009 ausgeübt wird.
Wurde das Vollrisikozertifikat demgegenüber vor dem 15. März 2007 erworben, ist ein Verkauf in 2017 grundsätzlich steuerfrei.
In 2017 erzielte Erträge aus sog. Finanzinnovationen unterliegen in jedem Fall der Besteuerung nach dem System der Abgeltungsteuer und sind in der Anlage KAP anzugeben, soweit sie noch nicht dem deutschen Steuerabzug unterlagen. Zu diesen Erträgen zählen insbesondere auch Einnahmen aus sog. Garantiezertifikaten, bei denen dem Anleger entweder eine Verzinsung und/oder eine (teilweise) Kapitalrückzahlung zugesichert werden.
Besonderheiten gelten auch im Zusammenhang mit der Besteuerung von Fondsprodukten. So können Erträge aus Fondsanlagen auch dann steuerpflichtig sein, wenn diese nicht ausgeschüttet, sondern thesauriert werden. Umgekehrt können ausgeschüttete Erträge teilweise oder vollständig steuerfrei sein.
Entscheidend für die Besteuerung ist, wie sich die Erträge des Fonds zusammensetzen und ob die Besteuerungsgrundlagen entsprechend der Vorgaben von § 5 des Investmentsteuergesetzes (nachfolgend InvStG) bekanntgemacht wurden. Dabei hat die Bekanntgabe grundsätzlich innerhalb von vier Monaten nach Ablauf des Geschäftsjahres in deutscher Sprache zu erfolgen und ist im elektronischen Bundesanzeiger zu veröffentlichen.
Sofern der Fonds die Besteuerungsgrundlagen nach Massgabe des § 5 InvStG veröffentlicht, können die steuerrelevanten Daten auch auf der Homepage des elektronischen Bundesanzeigers abgerufen werden. Sollte der Fonds die Besteuerungsgrundlagen nicht oder nicht fristgerecht veröffentlichen, unterliegen die Erträge nach § 6 InvStG einer pauschalierten (Straf-)Besteuerung. Danach gelten beim Anleger die Fondsausschüttung, der Zwischengewinn sowie 70 Prozent des Mehrbetrages, der sich zwischen dem ersten im Kalenderjahr festgesetzten Rücknahmepreis und dem letzten im Kalenderjahr festgesetzten Rücknahmepreis eines Investmentanteils ergibt, als zugeflossener steuerpflichtiger Ertrag; mindestens sind aber 6 % des letzten im Kalenderjahr festgesetzten Rücknahmepreises anzusetzen. Wird kein Rücknahmepreis festgesetzt, tritt der Börsen- oder Marktpreis an dessen Stelle.
Sollten einzelne Fonds ihre Angaben zum Zeitpunkt der Erstellung unserer steuerlichen Ausfüllhilfe noch nicht veröffentlicht haben, haben wir dies entsprechend kenntlich gemacht. Bitte überprüfen Sie, ob in diesem Fall der entsprechende Fonds bis zum Zeitpunkt der Erstellung Ihrer Einkommensteuererklärung die erforderlichen Angaben noch fristgerecht veröffentlicht hat. Der Gewinn bzw. der Verlust aus dem Verkauf von Fondsanteilen ist – mit Ausnahme von Altbeständen - grundsätzlich steuerpflichtig nach § 20 Abs. 2 EStG. Weiterhin möchten wir darauf hinweisen, dass ein bei Verkauf eines Fondsanteils vereinnahmter Zwischengewinn steuerpflichtig ist. Umgekehrt kann unter bestimmten Voraussetzungen (insbesondere wenn ein Ertragsausgleich auf Ebene des Fonds ermittelt wird) ein bei Erwerb gezahlter Zwischengewinn als negativer Kapitalertrag zum Abzug gebracht werden. Zu diesem Zweck hat die Investmentgesellschaft bewertungstäglich den Zwischengewinn zu ermitteln und mit dem Rücknahmepreis zu veröffentlichen. Kommt die Investmentgesellschaft dieser Verpflichtung nicht nach, sind grundsätzlich 6 % des Entgelts für die Rückgabe oder Veräusserung des Investmentanteils als vereinnahmter Zwischengewinn anzusetzen, wobei insoweit nach Auffassung der Finanzverwaltung korrigierend eine besitzzeitanteilige Ermittlung zu erfolgen hat. Wir haben die gezahlten und vereinnahmten Zwischengewinne in unserer Ausfüllhilfe Anlage KAP kenntlich gemacht.
Wandel-, Umtausch- oder Aktienanleihen zeichnen sich dadurch aus, dass diese entweder mit einem Gestaltungsrecht des Inhabers oder einem Andienungsrecht des Emittenten ausgestattet sind und bei Ausübung dieses Rechts anstelle der Rückzahlung des Nominalbetrages die Übertragung einer vorher festgelegten Anzahl von Wertpapieren vorsehen. Bei Ausübung des Rechts wird für steuerliche Zwecke fingiert, dass die Forderung mit dem Entgelt als veräussert gilt, zu dem die Forderung erworben wurde. Dieses Entgelt ist gleichzeitig als Anschaffungskosten der erlangten Wertpapiere anzusetzen. Die erlangten Wertpapiere gelten dabei regelmässig im Zeitpunkt der Rechtsausübung, bzw. im Zeitpunkt, in dem nach den Emittentenbedingungen feststeht, dass es zur Lieferung kommt, als angeschafft.
Bei Kapitalmassnahmen handelt es sich um gesellschafts- und wertpapierrechtliche Vorgänge, die Auswirkungen auf den Depotbestand und die Vermögenssituation eines Wertpapierinhabers haben. Die steuerliche Behandlung von Kapitalmassnahmen ist uneinheitlich und bedarf einer genauen Würdigung im Einzelfall. Mit Einführung des Systems der Abgeltungsteuer in 2009 hat der deutsche Gesetzgeber jedoch verschiedene Vereinfachungsregelungen eingeführt, die nachstehend kurz skizziert werden sollen:
Kommt es aufgrund einer gesellschaftsrechtlichen Massnahme zu einem Tausch von Unternehmensanteilen (z. B. in Folge einer Verschmelzung von Kapitalgesellschaften), erfolgt der Anteilstausch grundsätzlich steuerneutral, sofern keine Einschränkung des deutschen Besteuerungsrechts besteht und die Anteile weder zu einem Betriebsvermögen gehören noch eine wesentliche Beteiligung i. S. d. § 17 EStG vorliegt. Um die Steuerneutralität im Zeitpunkt des Anteilstauschs zu gewährleisten, treten die in Folge des Tauschvorgangs in das Depot eingebuchten Anteile rechtlich in die Stellung der hingegebenen Anteile. Wird im Rahmen des Anteilstauschs neben den Anteilen noch eine weitere Leistung (z. B. eine Barkomponente) gutgeschrieben, ist diese steuerlich wie eine Dividendenzahlung zu behandeln.
Werden Bezugsrechte veräussert, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung gegen Einlagen zugeteilt wurden, sind die Anschaffungskosten für die Bezugsrechte mit 0 Euro anzusetzen. Die früher erforderliche Aufteilung der (einheitlichen) Anschaffungskosten der Altaktien auf die Altaktien und die zugeteilten Bezugsrechte entfällt.
Wurden dem Depot Anteile an einer Körperschaft (insb. Aktien und aktienähnliche Genussrechte) oder ähnliches zugeteilt, werden der Ertrag und die Anschaffungskosten dieser Anteile mit 0 Euro angesetzt, wenn es sich bei den zugewiesenen Anteilen nicht um Bezugsrechte aus einer Kapitalerhöhung gegen Einlage und auch nicht um Anteile aus der Ausübung eines Rechts aus einer Wandel-, Umtausch- oder Aktienanleihe handelt und die Ermittlung der Höhe des Kapitalertrages nicht möglich ist. Ermittlungsschwierigkeiten hinsichtlich der Höhe des Kapitalertrages sind regelmässig bei solchen Kapitalmassnahmen anzunehmen, die von ausländischen Gesellschaften ausgehen. Soweit es für die steuerliche Würdigung auf die steuerliche Wirksamkeit einer der oben beschriebenen Kapitalmassnahmen ankommt, ist auf den Zeitpunkt der Einbuchung in das Depot des Steuerpflichtigen abzustellen.
Seit dem 01. Januar 2011 können in der Schweiz ansässige Kapitalgesellschaften unter bestimmten Voraussetzungen die Kapitaleinlagereserven nach schweizerischem Steuerrecht quellensteuerfrei zurückzahlen. Grundsätzlich unterliegen diese Kapitalrückzahlungen beim Anleger der Besteuerung. Denn § 27 des Körperschaftsteuergesetzes, der die Steuerfreiheit von Kapitalrückzahlungen nach deutschem Steuerrecht regelt, findet nur für Kapitalgesellschaften mit Sitz in Deutschland oder einem anderen EU-Staat Anwendung. Diese Zahlungen stellen damit regelmässig Kapitalerträge im Sinne des § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG dar.
Werden die Kapitalerträge über eine vermögensverwaltende Personengesellschaft erzielt, sind die Einkünfte nach deutschem Steuerrecht gesondert und einheitlich festzustellen. Der Feststellungsbescheid entfaltet nach Ansicht der Finanzverwaltung insbesondere hinsichtlich der Frage der Qualifizierung der Einkunftsart keine Bindungswirkung für den Steuerbescheid. Änderungen im Gesellschafterbestand einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft können zu steuerlichen Erträgen der Gesellschafter führen oder in sonstiger Weise steuerlich relevant sein. Diese Vorgänge sind in der Ausfüllhilfe Anlage KAP bzw. in den Erträgnisaufstellungen nicht berücksichtigt. Bitte wenden Sie sich insofern an Ihren steuerlichen Berater. In Fällen von geringer Bedeutung, insbesondere weil die Höhe des festgestellten Betrages und die Aufteilung feststehen, kann auf die gesonderte und einheitliche Feststellung der Kapitalerträge verzichtet werden. Dies trifft regelmässig bei Gemeinschaftskonten von Ehegatten zu. Ob in Ihrem Fall eine gesonderte und einheitliche Gewinnfeststellung erforderlich oder entbehrlich ist, sollten Sie durch Ihren steuerlichen Berater klären lassen.
Bitte beachten Sie, dass wir trotz der gebotenen Sorgfalt bei der Erstellung der Ausfüllhilfe Anlage KAP und der Erträgnisaufstellungen sowie der ggf. beigefügten gesonderten Aufstellung ZIV keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der dort getroffenen Angaben übernehmen können. Auch können wir keine Gewähr für die in diesen steuerlichen Hinweisen getroffenen Aussagen übernehmen. Wir bitten Sie daher, die Richtigkeit und Vollständigkeit der in der Ausfüllhilfe Anlage KAP und in den Erträgnisaufstellungen sowie der in der ggf. beigefügten gesonderten Aufstellung ZIV getroffenen Angaben anhand Ihrer Kontoauszüge und Wertpapierabrechnungen zu überprüfen und sich hinsichtlich der steuerlichen Würdigung der entsprechenden Beträge mit Ihrem steuerlichen Berater in Verbindung zu setzen.

References: § 20
 § 23
 § 20
 § 20
 § 20
 § 20
 § 20
 § 5
 § 5
 § 6
 § 20
 § 17
 § 27
 § 20