Source: https://neunsight.de/2017/05/22/urlaubsbilder-im-internet-alles-erlaubt/
Timestamp: 2020-05-25 23:11:39+00:00

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Urlaubsbilder im Internet: Alles erlaubt? – NEUNsight
Zukunft Krankenhaus: Wachsende Anforderungen
Kliniken im Wandel. Einerseits nimmt die Digitalisierung an Bedeutung zu, andererseits stellt diese die starren Entscheidungsebenen in den Kliniken auf den Kopf. Erfahren Sie, was in Zukunft von Krankenhäusern erwartet werden kann.
Urlaubsbilder im Internet: Alles erlaubt?
Mit nur einem Klick werden die schönsten Momente des Urlaubs auf einem Foto festgehalten. Über soziale Netzwerke, Blogs und eigene Website finden die Bilder schnell ihren Weg ins Internet. Doch was ist erlaubt und was ist rechtlich bedenklich? Eine Übersicht.
Grundsätzlich kann jede private Person frei darüber bestimmen, was mit dem gemachten Bild passiert. Der §22 des KunstUrhG (Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie – nicht amtliche Bezeichnung: Kunsturhebergesetz) regelt laut aktueller Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) ideelle und kommerzielle Interessen. Keine Regel ohne Ausnahme, das gilt auch bei diesem Paragrafen.
Wann dürfen Bilder nicht gemacht und geteilt werden?
Verstößt das Foto gegen die Menschenwürde des Abgelichteten, so begeht der Fotografierende eine Rechtsverletzung. Gleiches gilt für den Fall, dass das Foto einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht darstellt. Laut § 201a Strafgesetzbuch (StGB) kann ein solcher Eingriff mit bis zu zwei Jahren Haft oder Geldstrafe bestraft werden. Dieser Paragraf wurde speziell für die „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ geschaffen. Ferner ist es auch verboten, Bilder von Personen zu verbreiten, die keine Einwilligung erteilt haben. Auch hier kann § 201a StGB greifen.
Im Urlaubsalltag
Für den gemeinen Hobbyfotografen ergibt sich auch der Rechtslage folgendes Bild. Das Fotografieren für das heimische Album ist kein Problem, das Veröffentlichen und Verbreiten im Internet kann strafbar sein.
Fotografieren von Personen
Wer gezielt fremde Menschen fotografiert – und sei es nur die Marktfrau auf dem orientalischen Basar – kann teure Post vom Rechtsanwalt bekommen. Eine Unterlassungs- und Löschungsverpflichtung – als Abmahnung bekannt – geht meist mit einer hohen Gebühr einher. Eine Einwilligung ist nicht nur erforderlich, wenn das Gesicht erkennbar ist. Auch individuelle Merkmale einer Person können eine Persönlichkeitsrechtsverletzung darstellen.
Das Persönlichkeitsrecht greift auch noch zehn Jahre über den Tod der abgelichteten Person hinaus. Der postmortale Schutz wurde vom BGH (05.10.2006 Nr. 132/2006) bestätigt.
Die Panoramafreiheit erlaubt es, Fotos von Gebäuden und öffentlichen Kunstwerken zu machen. Beschränkt ist diese Freiheit auf Außenaufnahmen, für Innenaufnahmen bedarf es einer Genehmigung. Die Panoramafreiheit – fällt unter § 22 KunstUrhG – erlaubt auch das Fotografieren von fremden Personen, insofern diese nicht im Fokus des Bildes sind. Der Gesetzgeber spricht in diesem Fall vom „unwesentlichen Beiwerk“, geregelt im § 57 UrhG (Urheberechtsgesetz).
Erlaubt ist es auch, private Gegenstände fremder Personen zu fotografieren. Insofern das Foto eines exklusiven Gegenstandes von einem öffentlichen Platz aufgenommen wurde, unterliegt es nicht dem Urheberrecht.
Autor: Stefan Alter
Bild: Michael Storks
Grundsätzlich – allein dieser Ausdruck lässt im Juristendeutsch vielfältige Ausnahmen zu – ist das Fotografieren für den privaten Gebrauch kein Problem. Wird das Bild aber veröffentlicht, ist vielfach eine Genehmigung oder ein Ankauf der Rechte zur Veröffentlichung dazu nötig. Wer sich nicht sicher ist, sollte die betreffende Person oder Institution fragen und sich die Genehmigung zum Fotografieren schriftlich einholen. Einzige Ausnahme ist die Panoramafreiheit von Gebäuden und öffentlichen Kunstwerken.
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References: §22
 § 201
 § 201
 BGH 
 § 22
 § 57