Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.12.1977&Aktenzeichen=III%20ZR%2046/75
Timestamp: 2019-10-15 20:08:28+00:00

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BGH, 08.12.1977 - III ZR 46/75 - dejure.org
https://dejure.org/1977,759
BGH, 08.12.1977 - III ZR 46/75 (https://dejure.org/1977,759)
BGH, Entscheidung vom 08.12.1977 - III ZR 46/75 (https://dejure.org/1977,759)
BGH, Entscheidung vom 08. Dezember 1977 - III ZR 46/75 (https://dejure.org/1977,759)
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Amtshaftungsklage wegen Verstoßes eines Landes gegen die beamtenrechtliche Fürsorgepflicht im Rahmen eines Beratungsverfahrens - Ursachenzusammenhang zwischen Amtspflichtverletzung und Einkommenseinbußen infolge unterbliebener Beförderung - Beweislastverteilung für den ...
Schulleiterstellen - Amtspflichtverletzung der stellenbesetzenden Behörde
MDR 1978, 735
VersR 1978, 281
VersR 1978, 282
DVBl 1978, 412
Die Beweisnot, in die der Geschädigte durch das amtspflichtwidrige Verhalten gebracht worden ist, ist in solchen Fällen durch eine sachgerechte Beweislastverteilung zu mildern (Senat, Urteil vom 8. Dezember 1977 aaO).
Das gilt jedenfalls dann, wenn bei Hinwegdenken des amtspflichtwidrigen Verhaltens die Beweislage für den Geschädigten keineswegs aussichtslos, sondern durchaus "offen" war (Senat, Urteil vom 8. Dezember 1977 aaO).
In diesem Sinne hat der Senat für die - in der Problematik ähnlich liegende - Frage nach dem hypothetischen Ausgang eines Wahl- oder Prüfungsverfahrens ausgesprochen, daß dem durch eine Fürsorgepflichtverletzung seines Dienstherrn oder die Mitwirkung eines voreingenommenen Prüfers in Beweisnot geratenen Geschädigten bis zur Umkehr der Beweislast gehende Beweiserleichterungen zugebilligt werden können (vgl. Senatsurteile vom 8. Dezember 1977 - III ZR 46/75 = LM BGB § 839 (Fd) 19 und vom 3. März 1983 - III ZR 34/82 = NJW 1983, 2241, 2242) [BGH 03.03.1983 - III ZR 34/82].
Vielmehr muß dann das Berufungsgericht von der im Bereich der haftungsausfüllenden Kausalität gegebenen Möglichkeit der Schadensschätzung nach § 287 ZPO Gebrauch machen (vgl. BGHZ 66, 70, 76; BGH Urteile vom 8. Dezember 1977, III ZR 46/75, VersR 1978, 281, 283 und vom 28. April 1982, IV a ZR 8/81, VersR 1982, 756).
Es genügt aber, wenn mit erheblicher bzw. deutlich überwiegender Wahrscheinlichkeit ein ursächlicher Zusammenhang besteht (Senatsurteil vom 8. Dezember 1977 - III ZR 46/75 - LM § 839 (Fd) BGB Nr. 19 = MDR 1978, 735, 736; BGH, Urteile vom 9. Oktober 1990 - VI ZR 291/89 - NJW 1991, 1412, 1413 und vom 5. November 1992 - IX ZR 12/92 - NJW 1993, 734).
Es kann nur prüfen, ob die Schadensermittlung auf grundsätzlich falschen und offenbar unsachlichen Erwägungen beruht und ob wesentliche, die Entscheidung bedingende Tatsachen außer acht gelassen worden sind (Senatsurteil vom 8. Dezember 1977 aaO.).
a) Auszugehen ist davon, dass der durch eine Amtspflichtverletzung Geschädigte grundsätzlich auch den Beweis zu führen hat, dass ihm hierdurch ein Schaden entstanden ist (BGH vom 8.12.1977, III ZR 46/5 = VersR 1978, 281, m.w.N.) Hierzu gehört im Fall von fehlerhaften Prüfungsentscheidungen, nachzuweisen, dass man ohne die fehlerhafte Entscheidung das Examen bestanden hätte.
Dies gilt allerdings nur, wenn nach der Lebenserfahrung eine tatsächliche Vermutung oder eine tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den ursächlichen Zusammenhang besteht, während andernfalls die Beweislast beim Geschädigten verbleibt (BGH vom 8.12.1977, III ZR 46/75 = VersR 1978, 281, m.w.N.).
Ein hieraus sich etwa ergebender Schadensersatzanspruch, der vor die Verwaltungsgerichte gehört, läßt den im Zivilrechtsweg zu verfolgenden Amtshaftungsanspruch unberührt (Senatsurteil vom 8. Dezember 1977 - III ZR 46/75 = LM § 839 [Fd] GG Nr. 19).
Für diese Frage kommen dem Kläger die Beweiserleichterungen des § 287 ZPO zugute, die bei einer Fallgestaltung, wie sie hier vorliegt, bis zur Umkehr der Beweislast gehen können (vgl. Senatsurteile vom 8. Dezember 1977 a.a.O. und vom 3. März 1983 - III ZR 34/82 = NJW 1983, 2241, 2242) [BGH 03.03.1983 - III ZR 34/82] .
Diese tatrichterliche Würdigung, die sich weitgehend auf die Bekundungen des damaligen Leiters der Auswahlkommission der L. stützt, kann im Revisionsrechtszug nur auf Rechtsfehler überprüft werden (vgl. Senatsurteil vom 8. Dezember 1977 a.a.O. unter IV 1).
Gleichwohl durfte es davon ausgehen, daß der Kläger mit erheblicher Wahrscheinlichkeit (Senatsurteil vom 8. Dezember 1977 a.a.O. unter IV 1) die Eignungsprüfung erfolgreich abgelegt hätte.
Ist die Beweislage des von einer Amtspflichtverletzung Betroffenen in Bezug auf die Entstehung eines Schadens durch die Amtspflichtverletzung, deretwegen er Schadensersatz begehrt, erheblich verschlechtert worden, können ihm Beweiserleichterungen bis hin zu einer Umkehr der Beweislast zugutekommen (Bestätigung BGH, Urteile vom 8. Dezember 1977, III ZR 46/75, VersR 1978, 282; vom 22. Mai 1986, III ZR 237/84, NJW 1986, 2829;… vom 29. Juni 1989, III ZR 206/88, BGHRZ Nr. 6107 und vom 21. Oktober 2004, III ZR 254/03, VersR 2005, 1079).
BGH, 22.05.1986 - III ZR 237/84
Amtspflicht des Vormundschaftsrichters bei Erteilung einer …
Wenn das nicht der Fall ist, bleibt der Geschädigte beweispflichtig (…Senatsurteile vom 27. Oktober 1983 aaO , vom 3. März 1983 - III ZR 34/82 = NJW 1983, 2241, 2242 und vom 8. Dezember 1977 - III ZR 46/75 = LM § 839/Fd/BGB Nr. 19).
Die Urteile des Bundesgerichtshofs vom 8. Dezember 1977 (VersR 1978, S. 281) und vom 21. Oktober 2004 (…NJW 2005, S. 78) sowie des Oberlandesgerichts München vom 17. August 2006 (…NJW 2007, S. 1005) verlangten für eine Beweislastumkehr hinsichtlich der Kausalität ebenfalls eine vom Anspruchsteller darzulegende und zu beweisende tatsächliche Vermutung oder Wahrscheinlichkeit.
Der Bundesgerichtshof ordnet den ursächlichen Zusammenhang zwischen Amtspflichtverletzung und Schaden dem Bereich der haftungsausfüllenden Kausalität zu (vgl. Urteil vom 8. Dezember 1977, MDR 1978, S. 736 ff. = VersR 1978, S. 281, 283; siehe auch Oberlandesgericht München…, Urteil vom 17. August 2006, NJW 2007, S. 1005, 1007 f.).
Diese Beweiserleichterung kann in besonderen Fällen - etwa dann, wenn die Beweislage eines geschädigten Beamten durch eine grobe Fürsorgepflichtverletzung seines Dienstherrn entscheidend verschlechtert wurde - bis zu einer Beweislastumkehr gehen (vgl. Bundesgerichtshof, Urteil vom 8. Dezember 1977, MDR 1978, S. 736 ff. = VersR 1978, S. 281, 283 f.; siehe auch Oberlandesgericht München…, Urteil vom 17. August 2006, NJW 2007, S. 1005, 1007 f.).
Ob und in welcher Höhe aus dem bewiesenen Verstoß des einen Vertragspartners dem davon betroffenen anderen Vertragspartner ein Schaden erwachsen ist, ist gemäß § 287 Abs. 1 ZPO zu entscheiden (BGH Urteil vom 14. April 1969 - II ZR 44/68 - WM 1969, 832, 834; Urteil vom 8. Dezember 1977 - III ZR 46/75 - VersR 1978, 281, 283).
BGH, 03.03.1983 - III ZR 34/82
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References: § 839
 § 287
 BGH 
 § 839
 § 839
 § 287
 § 839
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