Source: http://www.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Anforderungen_Betriebsuebergaenge_Informationen_Kettenuebergaenge_Anforderungen_an_Betriebsuebergangs_Informationen_bei_Kettenuebergaengen_BAG_8AZR773_14.html
Timestamp: 2017-12-13 16:59:37+00:00

Document:
Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 27. Mai 2014 - 7 Sa 398/12 - wird zurück­ge­wie­sen.
Mit ei­nem wei­te­ren Schrei­ben vom 25. Ok­to­ber 2008 hat­te die V dem Kläger mit­ge­teilt, die „D“ veräußere zum 1. De­zem­ber 2008 fünf Stand­or­te der V, ua. den Stand­ort G an die T. Die Veräußerun­gen sei­en Teil ei­nes um­fas­sen-
den Per­so­nal­um­baus, den die „D“ be­schlos­sen ha­be, um sich zu­kunfts- und wett­be­werbsfähig auf­zu­stel­len.
fest­zu­stel­len, dass zwi­schen den Par­tei­en über den 1. Sep­tem­ber 2007 hin­aus ein Ar­beits­verhält­nis be­steht.
Die zulässi­ge Re­vi­si­on ist un­be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das ar­beits­ge­richt­li­che Ur­teil zu Recht zurück­ge­wie­sen. Zwi­schen dem Kläger und der Be­klag­ten be­steht seit dem 1. Sep­tem­ber 2007 kein Ar­beits­verhält­nis mehr. Der Kläger konn­te am 3. No­vem­ber 2011 dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von der Be­klag­ten auf die V nicht mehr wirk­sam wi­der­spre­chen, da sein dies­bezügli­ches Wi­der­spruchs­recht noch vor dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang von der V auf die T er­lo­schen war.
und hat der Ar­beit­neh­mer bis da­hin dem mit dem vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses nicht wi­der­spro­chen, ver­liert der vor­ma­li­ge Ar­beit­ge­ber sei­ne Ei­gen­schaft als „bis­he­ri­ger Ar­beit­ge­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB an den Zwi­schen­er­wer­ber. Will der Ar­beit­neh­mer mit ei­nem Wi­der­spruch ei­nen Fort­be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses zum vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber be­wir­ken, muss er des­halb zunächst er­folg­reich dem an den wei­te­ren Be­triebsüber­gang ge­knüpften Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber wi­der­spre­chen (grund­le­gend BAG 24. April 2014 - 8 AZR 369/13 - Rn. 17 ff., BA­GE 148, 90; zu den Fol­ge­ent­schei­dun­gen vgl. et­wa BAG 21. Au­gust 2014 - 8 AZR 629/13 -; 16. Ok­to­ber 2014 - 8 AZR 696/13 -; 13. No­vem­ber 2014 - 8 AZR 919/13 -; 11. De­zem­ber 2014 - 8 AZR 967/13 -; 16. April 2015 - 8 AZR 273/14 -; 18. Ju­ni 2015 - 8 AZR 321/14 -). Hier­an hält der Se­nat fest.
II. So­weit der Se­nat je­doch mit Ur­teil vom 11. De­zem­ber 2014 (- 8 AZR 943/13 - Rn. 29 ff.) an­ge­nom­men hat, der Ar­beit­neh­mer könne in ei­nem sol­chen Fall ein et­wa fort­be­ste­hen­des Recht zum Wi­der­spruch ge­gen den in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den Zwi­schen­er­wer­ber stets so lan­ge ausüben, wie die Rechts­ausübung nicht aus­nahms­wei­se dem durch­grei­fen­den Ein­wand der un­zulässi­gen Rechts­ausübung (§ 242 BGB) aus­ge­setzt ist, be­darf dies ei­ner Ein­schränkung: Wur­de der Ar­beit­neh­mer im Rah­men ei­ner Un­ter­rich­tung nach § 613a Abs. 5 BGB von den dort ge­nann­ten Per­so­nen über den mit dem letz­ten und dem vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen je­wei­li­gen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter Mit­tei­lung des Zeit­punk­tes oder des ge­plan­ten Zeit­punk­tes so­wie des Ge­gen­stan­des des Be­triebsüber­gangs und des Be­triebsüber­neh­mers (im Fol­gen­den „grund­le­gen­de In­for­ma­tio­nen“) in Text­form in Kennt­nis ge­setzt und wi­der­spricht er dem in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses nicht bin­nen ei­ner Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung über den in­fol­ge des wei­te­ren Be­triebsüber­gangs ein­tre­ten­den Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses, er­lischt re­gelmäßig sein auf den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang be­zo­ge­nes Wi­der­spruchs­recht. Wei­te­re Vor­aus­set­zung ist al­ler­dings, dass die-
se Mo­nats­frist ih­rer­seits noch vor dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang abläuft. Dies gilt un­abhängig da­von, ob die Un­ter­rich­tung über den an den wei­te­ren Be­triebsüber­gang ge­knüpften Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses im Übri­gen ord­nungs­gemäß iSv. § 613a Abs. 5 BGB ist.
Fort­set­zung und Be­en­di­gung ei­nes Be­rufs um­fasst, be­zieht sich die freie Ar­beits­platz­wahl ne­ben der Ent­schei­dung für ei­ne kon­kre­te Beschäfti­gung auch auf den Wil­len des Ein­zel­nen, die­se bei­zu­be­hal­ten oder auf­zu­ge­ben (st. Rspr., vgl. et­wa BVerfG 25. Ja­nu­ar 2011 - 1 BvR 1741/09 - Rn. 69 mwN, BVerfGE 128, 157; 15. Ju­li 1998 - 1 BvR 1554/89 ua. - zu C III 1 a der Gründe, BVerfGE 98, 365; 24. April 1991 - 1 BvR 1341/90 - zu C III 1 der Gründe, BVerfGE 84, 133).
3. Nach § 613a Abs. 5 BGB ha­ben der bis­he­ri­ge Ar­beit­ge­ber oder der neue In­ha­ber die von ei­nem Über­gang be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer vor dem Über­gang in Text­form über die in § 613a Abs. 5 Nr. 1 bis Nr. 4 BGB auf­geführ­ten Umstände zu un­ter­rich­ten. Die­se Un­ter­rich­tungs­pflicht steht nach der Kon­zep­ti­on von § 613a BGB in ei­nem wech­sel­sei­ti­gen Be­zug zum Wi­der­spruchs­recht nach § 613a Abs. 6 BGB (BT-Drs. 14/7760 S. 12). Die Un­ter­rich­tung soll den Ar­beit­neh­mer in die La­ge ver­set­zen, ei­ne sach­ge­rech­te Ent­schei­dung darüber zu tref­fen, ob er dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en Be­triebs(teil)in­ha­ber wi­der­spre­chen will. Nach § 613a Abs. 6 BGB wird ihm al­ler­dings für die wirk­sa­me Ausübung des Wi­der­spruchs­rechts ei­ne Frist von ei-
nem Mo­nat nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung iSv. § 613a Abs. 5 BGB ge­setzt. Da­mit trägt das Ge­setz auch den In­ter­es­sen des bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­bers so­wie des neu­en In­ha­bers an Pla­nungs­si­cher­heit Rech­nung. Bei­de sol­len es in der Hand ha­ben, durch ei­ne ord­nungs­gemäße Un­ter­rich­tung in­ner­halb ei­ner kur­zen Frist von ei­nem Mo­nat nach de­ren Zu­gang ei­ne rechts­si­che­re Zu­ord­nung der von dem Be­triebsüber­gang be­trof­fe­nen Ar­beits­verhält­nis­se zu dem bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber oder dem neu­en In­ha­ber zu be­wir­ken. Bei recht­zei­ti­ger ord­nungs­gemäßer Un­ter­rich­tung weiß der neue In­ha­ber frühzei­tig, mit wel­chen Ar­beit­neh­mern er rech­nen kann und ob er ggf. Neu­ein­stel­lun­gen vor­neh­men muss. Eben­so hat der Be­triebs­veräußerer als­bald Klar­heit, wel­che Ar­beit­neh­mer er wei­ter­beschäfti­gen oder ggf. un­ter Ein­hal­tung der kündi­gungs­recht­li­chen Re­ge­lun­gen ent­las­sen muss (BT-Drs. 14/7760 S. 19).
24. April 2014 - 8 AZR 369/13 - Rn. 17, BA­GE 148, 90). Da im Fal­le ei­nes Be­triebsüber­gangs die Ar­beits­verhält­nis­se gemäß § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB au­to­ma­tisch auf den neu­en In­ha­ber über­ge­hen, kann „bis­he­ri­ger Ar­beit­ge­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB nur der­je­ni­ge sein, der bis zum letz­ten Be­triebsüber­gang, al­so vor dem neu­en In­ha­ber den Be­trieb in­ne­hat­te (vgl. et­wa BAG 24. April 2014 - 8 AZR 369/13 - aaO) und nicht mehr der vor­ma­li­ge Ar­beit­ge­ber, mit­hin nicht mehr der Ar­beit­ge­ber, mit dem bis zu dem dem letz­ten Be­triebsüber­gang vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ein Ar­beits­verhält­nis be­stand.
Ar­beits­verhält­nis und Beschäfti­gungsmöglich­keit mit dem ge­setz­lich an­ge­ord­ne­ten Ar­beit­ge­ber­wech­sel auf den neu­en Be­triebs(teil)in­ha­ber. Da­bei knüpft § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB an die ob­jek­ti­ve Rechts­la­ge zum Zeit­punkt des je­weils letz­ten Be­triebsüber­gangs und nicht an ei­ne fik­ti­ve Rechts­la­ge an, die be­ste­hen würde, wenn der Ar­beit­neh­mer ein et­wa noch be­ste­hen­des Recht zum Wi­der­spruch be­zo­gen auf den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang aus­geübt hätte. Bei § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB han­delt es sich - wie auch bei der Richt­li­nie 2001/23/EG - um zwin­gen­des Recht; der Über­gang der Ar­beits­verhält­nis­se er­folgt von Rechts we­gen (vgl. ua. EuGH 26. Mai 2005 - C-478/03 - [Cel­tec] Rn. 38 mwN, Slg. 2005, I-4389; 25. Ju­li 1991 - C-362/89 - [d’Ur­so ua.] Rn. 20, Slg. 1991, I-4105; 10. Fe­bru­ar 1988 - C-324/86 - [Fo­re­nin­gen af Ar­be­jds­le­de­re i Dan­mark, „Dad­dy’s Dance Hall“] Rn. 14, Slg. 1988, 739; BAG 21. Ju­ni 2012 - 8 AZR 181/11 - Rn. 81).
5. Hat der Ar­beit­neh­mer dem mit dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ein­tre­ten­den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber er­folg­reich wi­der­spro­chen, so führt dies je­doch - an­ders als der Se­nat dies bis­lang an­ge­nom­men hat (BAG 11. De­zem­ber 2014 - 8 AZR 943/13 - Rn. 29 ff.) - nicht in je­dem Fall da­zu, dass der Ar­beit­neh­mer ein et­wa noch be­ste­hen­des Recht, dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses vom vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber auf den Zwi­schen­er­wer­ber zu wi­der­spre­chen, bis zur Gren­ze der un­zulässi­gen Rechts­ausübung (§ 242 BGB) ausüben könn­te; nicht in je­dem Fall ei­nes er­folg­rei­chen Wi­der­spruchs des Ar­beit­neh­mers ge­gen den mit dem letz­ten Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses wer­den der vor­ma­li­ge Ar­beit­ge­ber und der Zwi­schen­er­wer­ber - auf den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang be­zo­gen - wie­der „bis­he­ri­ger Ar­beit­ge­ber“ und „neu­er In­ha­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB. Das Recht, dem in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses zu wi­der­spre­chen, kann zu­vor er­lo­schen sein. Dies ist re­gelmäßig an­zu­neh­men, wenn der Ar­beit­neh­mer von den in § 613a Abs. 5 BGB ge­nann­ten Per­so­nen im Rah­men ei­ner Un­ter­rich­tung nach § 613a Abs. 5 BGB die grund­le­gen­den In­for­ma­tio­nen er­hal­ten hat, dh. über den mit dem letz­ten und dem vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen je­wei­li­gen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter Mit­tei­lung des Zeit­punk­tes oder des ge­plan­ten Zeit­punk­tes so­wie des Ge­gen­stan­des des je­wei­li­gen Be­triebsüber­gangs und des je­wei­li­gen Be­triebsüber­neh­mers (Rn. 15) in Kennt­nis ge­setzt wur­de, er dem in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses nicht bin­nen ei­ner Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung über den mit dem letz­ten Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses wi­der­spro­chen hat und die­se Mo­nats­frist ih­rer­seits noch vor dem letz­ten Be­triebsüber­gang ab­lief. Dar­auf, ob die Un­ter­rich­tun­gen über den in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen und wei­te­ren Be­triebsüber­gangs ein­tre­ten­den Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses auf den je­wei­li­gen neu­en In­ha­ber im Übri­gen ord­nungs­gemäß iSv. § 613a Abs. 5 BGB sind, kommt es in­so­weit nicht an.
vgl. et­wa BAG 10. No­vem­ber 2011 - 8 AZR 430/10 - Rn. 23; 22. Ja­nu­ar 2009 - 8 AZR 808/07 - Rn. 23 mwN). Dies folgt be­reits aus dem Wort­laut des § 613a Abs. 6 Satz 1 BGB, wo­nach der Ar­beit­neh­mer dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses in­ner­halb ei­nes Mo­nats „nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung nach Ab­satz 5“ wi­der­spre­chen kann. Da­mit setzt § 613a Abs. 6 Satz 1 BGB ei­ne den An­for­de­run­gen des § 613a Abs. 5 BGB ent­spre­chen­de Un­ter­rich­tung vor­aus. Im Übri­gen er­gibt sich dies auch aus Sinn und Zweck der in § 613a Abs. 5 BGB ge­re­gel­ten Un­ter­rich­tungs­pflicht. Da­nach ha­ben Veräußerer und/oder Er­wer­ber den Ar­beit­neh­mer so zu in­for­mie­ren, dass die­ser sich über die Per­son des Über­neh­mers und über die in § 613a Abs. 5 BGB ge­nann­ten Umstände „ein Bild ma­chen“ kann. Er soll durch die Un­ter­rich­tung ei­ne aus­rei­chen­de Wis­sens­grund­la­ge für die Ausübung oder Nicht­ausübung sei­nes Wi­der­spruchs­rechts er­hal­ten (vgl. BT-Drs. 14/7760 S. 19). Dem Ar­beit­neh­mer soll auch die Möglich­keit eröff­net wer­den, sich wei­ter­ge­hend zu er­kun­di­gen und ge­ge­be­nen­falls be­ra­ten zu las­sen, um dann auf die­ser Grund­la­ge über ei­nen Wi­der­spruch ge­gen den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses zu ent­schei­den (vgl. et­wa BAG 14. No­vem­ber 2013 - 8 AZR 824/12 - Rn. 18 und 19 mwN).
ei­ner kur­zen Zeit ei­ne rechts­si­che­re Zu­ord­nung der Ar­beits­verhält­nis­se her­beiführen können (vgl. BT-Drs. 14/7760 S. 19). Die­ses Ge­set­zes­ziel könn­te nicht er­reicht wer­den, wenn bei meh­re­ren Be­triebsübergängen zeit­lich un­be­grenzt auch die frühe­ren Ar­beit­ge­ber­wech­sel noch in­fra­ge ge­stellt wer­den könn­ten.
grund­le­gen­den In­for­ma­tio­nen, dh. un­ter Mit­tei­lung des Zeit­punk­tes oder des ge­plan­ten Zeit­punk­tes so­wie des Ge­gen­stan­des des je­wei­li­gen Be­triebsüber­gangs und des je­wei­li­gen Be­triebsüber­neh­mers in­for­miert wur­de.
und der Zwi­schen­er­wer­ber re­gelmäßig dar­auf ver­trau­en, dass die Rechts­la­ge, die durch den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ent­stan­den ist, nicht mehr in­fra­ge ge­stellt wird.
Rn. 30 ff. mwN, Slg. 1992, I-6577). Der In­halt je­nes Rechts ist uni­ons­recht­lich al­ler­dings nicht aus­ge­stal­tet; die Rechts­fol­gen ei­nes Wi­der­spruchs für das Ar­beits­verhält­nis rich­ten sich viel­mehr nach na­tio­na­lem Recht (ua. EuGH 7. März 1996 - C-171/94 und C-172/94 - [Merckx, Neu­huys] Rn. 35, Slg. 1996, I-1253; 16. De­zem­ber 1992 - C-132/91, C-138/91 und C-139/91 - [Katsi­kas ua.] Rn. 35 und 37, aaO). Für die Vor­aus­set­zun­gen des Wi­der­spruchs­rechts er­gibt sich nichts an­de­res (ua. BAG 18. Ju­ni 2015 - 8 AZR 321/14 - Rn. 14; 16. Ok­to­ber 2014 - 8 AZR 670/13 - Rn. 14). Zu­dem ver­pflich­tet die Richt­li­nie die Mit­glied­staa­ten schon nicht, die Auf­recht­er­hal­tung des Ar­beits­ver­trags oder Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem Veräußerer für den Fall vor­zu­se­hen, dass der Ar­beit­neh­mer sich frei dafür ent­schei­det, den Ar­beits­ver­trag oder das Ar­beits­verhält­nis nicht mit dem Er­wer­ber fort­zu­set­zen (ua. EuGH 7. März 1996 - C-171/94 und C-172/94 - [Merckx, Neu­huys] aaO; 16. De­zem­ber 1992 - C-132/91, C-138/91 und C-139/91 - [Katsi­kas ua.] aaO). § 613a Abs. 6 BGB gewährt den Ar­beit­neh­mern in­so­fern wei­ter­ge­hen­de Rech­te.
3. Läuft die Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung über den mit dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses erst nach dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ab, ist der Ar­beit­neh­mer zwar nicht ge­hal­ten, ein et­wa fort­be­ste­hen­des Recht zum Wi­der­spruch ge­gen den in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über-
gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses in­ner­halb der Mo­nats­frist aus­zuüben. Will er durch ei­nen Wi­der­spruch aber be­wir­ken, dass der an den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ge­knüpfte Ar­beit­ge­ber­wech­sel letzt­lich nicht statt­fin­det, ver­bleibt es da­bei, dass er zunächst den Ein­tritt der Rechts­fol­gen ver­hin­dern muss, die das Ge­setz an den wei­te­ren Be­triebsüber­gang knüpft. Das be­deu­tet, dass er zunächst er­folg­reich dem in­fol­ge des wei­te­ren Be­triebsüber­gangs kraft Ge­set­zes ein­tre­ten­den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber wi­der­spre­chen muss.
B. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.
zur Übersicht 8 AZR 773/14

References: § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 EuGH 
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 EuGH 
 EuGH 
 § 613
 § 97