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Timestamp: 2017-11-18 17:48:48+00:00

Document:
Landschaftsplan - Abschnitt C 2.1.2.16-19 - Besondere Festsetzungen für die Naturschutzgebiete (NSG) 16 - 19 - Stadt Mülheim an der Ruhr
Landschaftsplan - Abschnitt C 2.1.2.16-19 - Besondere Festsetzungen für die Naturschutzgebiete (NSG) 16 - 19
NSG "Mintarder Ruhrtalhang und Mintarder Berg"
NSG "Untere Kettwiger Ruhraue"
NSG "Quellenhang in der Lintorfer Mark"
NSG "Schmitterbachtal"
Textliche Festsetzungen 2.1.2.16
Flächengröße etwa 28,9 Hektar (ha)
Es handelt sich um ein großes zusammenhängendes Waldgebiet am Abfall der Lintorfer und Selbecker Sandterrassen zum Ruhrtal zwischen Schmitterbachtal im Norden und der Stadtgrenze im Süden. Der Wald am Ruhrtalhang besitzt eine besondere Funktion als Bodenschutzwald.
Naturnahe, zum Teil höhlenreiche Rotbuchen- und Eichenwälder dominieren. Eingestreut sind Fichten- und Rot-Eichenbestände, Grünland und Brachen. Das Alter der naturnahen Waldbestände beträgt bis zu 140 Jahre. Strauch- und Krautschicht sind zumeist schwach ausgeprägt.
Im Süden des Naturschutzgebietes befindet sich am Mintarder Berg im Bereich einer alten Acker- und Obstgartenbrache eine großflächige, ungenutzte Magerwiese, stellenweise mit Übergängen zu Sandtrockenrasen sowie eine großer Bestand an Mispeln (Mespilus germanica).
Die Festsetzung als Naturschutzgebiet (NSG) erfolgt gemäß § 20 a), b) und c) Landschaftsgesetz (LG), insbesondere
zur Erhaltung und Entwicklung eines in weiten Teilen noch natürlichen bis naturnahen Waldbereiches auf einem Steilhang des Ruhrtales;
zur Erhaltung und Entwicklung eines größeren zusammenhängenden Waldkomplexes als Vernetzungsbiotop von regionaler Bedeutung;
zur Erhaltung und Entwicklung eines wertvollen natürlichen Gesteinsbiotops (Steilhang des Ruhrtales) und eines naturnahen Bachtales;
zur Erhaltung des bewaldeten Steilhangs des Ruhrtales wegen seiner Seltenheit, besonderen Eigenart und Schönheit;
zur Erhaltung des bewaldeten Steilhanges wegen seiner wissenschaftlichen natur- und erdgeschichtlichen Bedeutung.
Der Ruhrtalhang ist als natürlicher Aufschluss von besonderer erdgeschichtlicher Bedeutung und bildet einen wichtigen Biotopverbundkorridor. Besondere Bedeutung für den Artenschutz besitzt die Magerwiese am Mintarder Berg. Das südexponierte Gelände weist ideale Biotopbedingungen für die in Mülheim an der Ruhr seltenen Reptilien Waldeidechse und Blindschleiche, sowie weitere thermophile Arten auf. Bemerkenswert ist das Vorkommen der bundesweit gefährdeten (RL 3) Ginster-Sommerwurz (Orobanche rapum-genistae).
Der Ruhrtalhang wird im Kataster der geowissenschaftlich schutzwürdigen Objekte unter Nummer GK-4607-005 beschrieben.
2.1.1.III., Punkte 1.bis 24.
In dem Naturschutzgebiet sind folgende in den Kapiteln 3 (Zweckbestimmung für Brachflächen gemäß § 24 LG) und 4 (Forstliche Festsetzungen gemäß § 25 LG) genannte Festsetzungen zu beachten und die in Kapitel 5 aufgeführten Entwicklungs-, Pflege- und Erschließungsmaßnahmen nach § 26 LG zur Erreichung des Schutzzweckes und zur Optimierung des Schutzgebietes durchzuführen:
4.2.27,
5.1.2.40, 5.1.2.41
Textliche Festsetzungen 2.1.2.17
Flächengröße etwa 4,3 ha
zum Erhalt und zur Entwicklung des Altarmes;
zum Erhalt des Lebensraumes für zum Teil gefährdete Wasservögel, Amphibien und Libellen;
zum Erhalt des Lebensraumes für gefährdete und bedrohte Pflanzen und Pflanzengesellschaften.
Der Bereich besitzt auf Grund seiner guten strukturellen Ausprägung und seiner Vielfalt und der naturnahen Ausbildung der unterschiedlichen, lokal bedeutenden Biotoptypen einen hohen ökologischen Wert für den Arten- und Biotopschutz.
Fließgewässer mit naturnahen Uferbereichen
Natürliche und naturnahe stehende Gewässer
Regelmäßig überflutete Auenbereiche
Es gelten die Gebote nach Gliederungspunkt 2.1.1 IV, Punkte 1. bis 9.
Textliche Festsetzungen 2.1.2.18
Flächengröße etwa 104 ha
Bei dem Naturschutzgebiet "Quellenhang in der Lintorfer Mark" handelt es sich um ein geschlossenes Waldgebiet im Bereich der Selbecker Sandterrasse südlich des Golfplatzes. Es wird von der Autobahn, die eine massive Barriere darstellt, in zwei Teilflächen getrennt.
zur Erhaltung und Entwicklung eines vielfältig strukturierten und durch Quellen geprägten Waldgebietes wegen seiner lokalen Bedeutung für in Nordrhein-Westfalen gefährdete oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften;
zur Erhaltung des Auen- und Bruchwaldes wegen seiner Bedeutung für in Nordrhein-Westfalen gefährdete oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten sowie Pflanzengesellschaften;
zur Erhaltung der Hangquellen wegen ihrer wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und erdgeschichtlichen Bedeutung.
Den größten Anteil am Naturschutzgebiet stellen alte Eichen-Rotbuchenwälder, die hauptsächlich im südlichen Bereich beider Flächen verbreitet sind. Die Bestände sind heterogen strukturiert, so kommen im Wechsel Buchenhochwälder, Buchen-Eichen-Mischwälder und Übergänge zu Eichen-Hainbuchen-Wald mit gut ausgeprägter Strauch- und Krautschicht vor. Naturverjüngung ist vorhanden. Innerhalb des Waldes befinden sich einige Kleingewässer. Das gesamte Gebiet entwässert mit zahlreichen temporär wasserführenden Bächen und Gräben nach Südwesten. Insbesondere nahe der Autobahn herrschen nasse Standortbedingungen vor, hier befindet sich ein Gewässer mit ausgeprägter Verlandungsvegetation, das von einem torfmoosreichen Schwarz-Erlen- und einem Birkenbruchwald umgeben ist. Kleinflächig sind weitere Erlenbrücher vorhanden. An Gräben und an Lichtungen dominiert häufig Pfeifengras.
Neben den naturnahen Waldbereichen finden sich auch große Parzellen, die mit Kiefern aufgeforstet wurden. Zwei kleine Halden (ehemals Erzbergwerk) sind mit Kiefern im Stangenholzalter bestockt.
Der Forstgraben östlich "Im Hülgrath" fließt unbefestigt in einem vertieften Bachbett. Er wird von einemSchwarzerlenwald begleitet. Zum angrenzenden Acker ist der Waldmantel gut ausgeprägt. Er wird von Rotbuche und Zitterpappel aufgebaut, der krautige Saum ist allerdings schmal. Westlich schließt sich ein Hybridpappelbestand mit brennnesselreicher Krautschicht an. Östlich der Straße ist am Fredenbach in direkter Nachbarschaft zu Ackerflächen eine kleine Feuchtwiesenbrache ausgebildet.
10. Die ausschließlich einzelstamm- bis truppweise Nutzung der Schwarzerlen-Bruchwälder und bachbegleitenden Erlenwälder; dabei ist eine bodenschonende Entnahme sicherzustellen.
In dem Naturschutzgebiet ist folgende in Kapitel 4 (Forstliche Festsetzungen gemäß § 25 LG) genannte Festsetzung zu beachten: 4.2.30
Textliche Festsetzungen 2.1.2.19
Flächengröße etwa 37,6 ha
Kleines Seitental der Ruhr zwischen Auberg und Mintard.
Am Südrand des ehemaligen Standortübungsplatzes liegen in einem gemeinsamen Grabensystem die Quellen von Schmitterbach und Haubach (Bifurkation). Während der Haubach das Gebiet grabenartig nach Westen verlässt und zum Rhein fließt, durchquert der Schmitterbach ostwärts eine quellige Feuchtwiesenbrache und einen Wald auf dem Weg zur Ruhr. Die Quellen werden von hochwertigen Feucht- und Magerwiesen umgeben, randlich stehen Wald und Heckenstreifen. Der im Wald tief eingetalte Schmitterbach wird stellenweise von Schwarz-Erlen begleitet, die Hänge nehmen meist ältere Rotbuchen ein. Der Bach besitzt einen naturnahen Verlauf, das Kerbtal zeigt ausgeprägte Mäander. Unter der Ruhrtalbrücke endet der Bach in einem kleinen Teich, der als Schlammfang für die nachfolgende Verrohrung zum Poldergraben dient.
Die Festsetzung als Naturschutzgebiet erfolgt gemäß § 23 (1) 1. bis 3. BNatSchG, insbesondere
wegen seiner Bedeutung für den regionalen Biotopverbund;
zur Erhaltung des Bachtales wegen seiner besonderen Eigenart und Schönheit;
zur Erhaltung des Bachtales wegen seiner wissenschaftlichen natur- und erdgeschichtlichen Bedeutung.
Das bewaldete Bachtal trägt in besonderer Weise zur Attraktivität des Landschaftsbildes bei. Durch die Verbindung der Quellbereiche mit denen des Haubaches entsteht ein regional bedeutsamer Biotopverbundkorridor zwischen den Gewässersystemen der Ruhr und des Rheines weit oberhalb der Ruhrmündung. Wegen ihrer erdgeschichtlichen Bedeutung sind einzelne Aufschlüs­se und vor allem die Verbindung der Quellbereiche interessant.
Im Gebiet sind folgende Biotope nach § 30 BNatSchG ausgewiesen:
Naturnahe Fließgewässer mit naturnahen Uferbereichen
Zusätzlich zu den Geboten nach Gliederungspunkt 2.1.1. IV., Punkte 1. bis 9 ist erforderlich:
10. Hunde sind an der Leine zu führen.
3.2.17,
4.2.26,
Unberührt von den unter 2.1.1.III festgesetzten Verboten bleiben Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im Sinne des § 4 BBodSchG.

References: § 20
 § 24
 § 25
 § 26
 § 25
 § 23
 § 30
 § 4