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Timestamp: 2019-06-19 18:12:09+00:00

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BFH, 31.07.1996 - XI R 74/95 - dejure.org
BFH, 31.07.1996 - XI R 74/95
https://dejure.org/1996,382
BFH, 31.07.1996 - XI R 74/95 (https://dejure.org/1996,382)
BFH, Entscheidung vom 31.07.1996 - XI R 74/95 (https://dejure.org/1996,382)
BFH, Entscheidung vom 31. Juli 1996 - XI R 74/95 (https://dejure.org/1996,382)
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UStG 1973/1980 § 3 Abs. 2
UStG (1973/1980) § 3 Abs. 2
Umsatzsteuer - Reihengeschäft - Abnehmer - Erneute Einschaltung - Begriffsbestimmung
§ 3 Abs. 2 UStG 1980
Umsatzsteuer; kein Reihengeschäft bei erneuter Einschaltung des ersten Unternehmers als Abnehmer
UStG § 3 Abs 2 J: 1973, UStG § 3 Abs 2 J: 1980, UStG § 15 Abs 1 Nr 1, AO § 173 Abs 2 J: 1977, AO § 370 J: 1977, AO § 169 Abs 2 J: 1977
Ablaufhemmung; Mittelbare Täterschaft; Reihengeschäft; Steuerhinterziehung; Verfügungsmacht; Verjährung
FG Saarland, 27.09.1995 - 1 K 60/94
Bei der hier vorliegenden Sachverhaltskonstellation braucht der Senat nicht zu entscheiden, ob - namentlich für etwaige Ausnahmefälle möglicherweise gutgläubiger Transporteure - in Abweichung von herkömmlicher Dogmatik auch für das echte Unterlassungsdelikt des § 370 Abs. 1 Nr. 2 AO (vgl. auch Bender wistra 2004, 368, 371) eine strafrechtliche Verantwortlichkeit des Hintermannes, der das von den Transporteuren unmittelbar verwirklichte Einfuhrgeschehen beherrscht, aus dem Rechtsgedanken der mittelbaren Täterschaft oder auch der Ingerenz (vgl. BFH BStBl II 1997, 157, 159 f.;… Joecks 27 - 13 - in Franzen/Gast/Joecks aaO § 370 Rdn. 162a;… Hellmann in Hübschmann/ Hepp/Spitaler aaO § 370 Rdn. 110; vgl. auch BGHSt 43, 381, 396 f.;… ablehnend Kohlmann aaO § 370 Rdn. 90 und 279 m.w.N.) zu begründen wäre.
Vorsätzlich handelt auch, wer es für möglich hält, daß er den Tatbestand verwirklicht oder das billigt oder doch in Kauf nimmt (bedingter Vorsatz, vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 31. Juli 1996 XI R 74/95, BFHE 181, 230, BStBl II 1997, 157).
In bezug auf andere als Besuchs- und Freizeitaufenthalte ist indessen durch die BFH-Rechtsprechung geklärt, daß auch bei zeitlich unregelmäßigen Aufenthalten in einer inländischen Wohnung dort ein Wohnsitz begründet werden kann (Senatsurteil vom 19. März 1997 I R 69/96, BFHE 182, 296, BStBl II 1997, 447; Senatsbeschluß vom 29. August 1996 I B 12-13/96, BFH/NV 1997, 96).
Die genannte Vermutung besteht unabhängig vom Umfang der tatsächlichen Nutzung (Senatsbeschluß in BFH/NV 1997, 96), und zwar entgegen der Ansicht des Klägers nicht nur bei verheirateten, sondern auch - und gerade - bei alleinstehenden Arbeitnehmern.
Dem steht nicht entgegen, dass im Umsatzsteuerrecht auch Gestaltungen denkbar sind, in denen nur für eine juristische Sekunde die Verfügungsmacht verschafft wird, etwa an den Zwischenerwerber im Rahmen von Reihengeschäften (vgl. BFH-Urteil vom 31. Juli 1996 XI R 74/95, BFHE 181, 230 , BStBl II 1997, 157 ;… von Wallisin Bunjes/Geist, UStG , 6.Aufl., § 3 Rz. 72 ff.).
Dem gegenüber hat der BFH stets Liefervorgänge verneint, wenn das zivilrechtliche Eigentum vom Veräußerer übertragen wird, jedoch von vornherein feststeht, dass er dies binnen kurzer Zeit zurückerwerben wird (BFH-Urteile vom 26. Oktober 1967 V 230/64 BFHE 90, 379, BStBl 11 1968, 110; vom 12. Mai 1993 XI R 56/90, BFHE 172, 148, BStBl II 1993, 847 - Pumpspeicherfall; in BFHE 181, 230 , BStBl II 1997, 157 ;… Beschluss vom 20. August 1997 V B 114/96 BFH/NV 1998, 229 - Karussellgeschäfte).
In dieser Konstellation ist nach ständiger Rechtsprechung des BFH die Annahme eines Reihengeschäfts ausgeschlossen (BFH-Beschluss vom 17. Dezember 1981 V S 20/80 BFHE 135, 92 , BStBl II 1982, 279 ; Urteil in BFHE 181, 230 , BStBl II 1997, 157 ;… Beschluss in BFH/NV 1998, 229; a. A. offenbar Raudszus, UStB 2002, 320 [322]).
Vorsätzlich handelt auch, wer es nur für möglich hält, dass er den Tatbestand verwirklicht, und dies billigend in Kauf nimmt (bedingter Vorsatz; vgl. BFH-Urteil vom 31. Juli 1996 XI R 74/95, BStBl II 1997, 157 [BFH 31.07.1996 - XI R 74/95] ).
Vorsätzlich handelt auch, wer es für möglich hält, dass er den Tatbestand verwirklicht oder dies billigt oder doch in Kauf nimmt (bedingter Vorsatz, vgl. Urteil des BFH vom 31. Juli 1996 XI R 74/95, BStBl II 1997, 157).
Steuerhinterzieher kann nur derjenige sein, den eine Erklärungs- und Garantenpflicht trifft (Urteil des BFH vom 31. Juli 1996 XI R 74/95, a.a.O.).
Nichts anderes ist auch dem von der Klägerin zitierten BFH-Urteil vom 31. Juli 1996 XI R 74/95 (BFHE 181, 230, BStBl II 1997, 157) zu entnehmen.
Dabei ist eine Würdigung aller Umstände des Einzelfalles vorzunehmen (s. z.B. den BFH-Beschluss vom 29. August 1996 I B 12-13/96, BFH/NV 1997, 96).
b) Soweit die Kläger behaupten, einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens nach § 46 Abs. 1 Satz 3 FGO gestellt zu haben, ist ein solcher Antrag der Sitzungsniederschrift vom 16. November 2005 nicht zu entnehmen (vgl. § 94 FGO i.V.m. § 160 Abs. 3 Nr. 2 der Zivilprozessordnung --ZPO--; zur Beweiskraft des Protokolls vgl. BFH-Beschluss vom 29. August 1996 I B 12-13/96, BFH/NV 1997, 96).
FG Saarland, 07.12.1999 - 1 K 167/99
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References: § 3
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§ 3
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 § 3
 § 15
 § 173
 § 370
 § 169
 § 370
 § 370
 § 370
 § 370
 § 3
 § 46
 § 94
 § 160