Source: https://www.scribd.com/document/79609675/Gustav-Weigand-Vlacho-Meglen
Timestamp: 2016-12-03 20:04:09+00:00

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VjOOQIC
Jt'Tb
byCjOOQlC
Weigand, Vlacho-Meglen.
Meglenit aus Ljumnitsa.
Johann Ainbrosius Barth
Lichtdruck von Romniler
Jonas, Dresden.
EINE ETHNOGRAPHISCH-PHILOLOGISCHE
PRIVATDOCENT AN DER UNIVERSITAT LEIPZIG
-a/*-
Druck von Metzger & Wit tig in
FRIEDEICH ZARNCKE
Als ich im Som'mer 1887 von meiner Reise zu den
Olympo-Walachen zuriickgekommen und an
des mitgebrachten Materials gegangen war, wurde es mir
da8 noch ein zweiter und langerer Aufenthalt in der
Verbreitung und Eigenart der Zinzaren, als auch
Ich verdanke vor allem der Initiative
Tiirkei notig sein wurde, urn Klarheit zu erlangen, sowohl
liber ihre Sprache.
des Herrn Geheimerat Prof. Dr.
Zarncke, der von Anfang
an meinem Unternehmen das warmste Interesse entgegen
brachte, da8 mir die Ausfiihrung ermoglicht wurde.
diese Arbeit widme, so
moge das
die Kgl.
Die Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig,
Akademie zu Berlin und
die Kgl. preuBische
gierung haben gutigst die Mittel zur Reise gewahrt, wofur
ich auch an dieser Stelle meinen
warmsten Dank ausspreche.
1889 bin ich aufgebrochen und
tember 1890, also nach mehr denn 16 Monaten, wieder
nach Leipzig zurtickgekehrt.
Die Ergebnisse dieser Reise sind so umfangreich und
verschiedenseitig,
daB Jahre vergehen werden, bis
veroffentlicht sein werden.
erster Stelle,
ich, sei es
angebracht, der romanischen Grelehrtenwelt
einen selbstandigen, bis jetzt ganz unbekannten rumanischen
Dialekt darzubringen, der von einem Volkehen gesprochen
wird, das sich wesentlich durch Typus, Tracht, Lebensweise
Sitten von
den Makedo-Romanen unterscheidet.
(slav. meglen,
bezeichne mit Meglen
moglen — Nebel)
nur das Land, wie es dort geschieht, sondern auch gleiehzeitig
bestimmten Ausdruck zu
haben; denn das dort ubliche „vlaski u
— walachisch,
erste Teil handelt von Lan<?
ausfiihrlicher
schildere,
notig gewesen ware, so geschah das,
eine Idee zu geben von
den gegenwartigen Verhaltnissen
Zur Veranschaulichung dienen
vier Licht-
drucke, sowie eine topographische Skizze.
zweiten Teile
betrachte ich es als jneine Hauptaufgabe, in vergleichender
die Beziehungen festzustellen,
Meglen zum
Dako-, Makedo- und Istro-Romanischen hat, indem ich dabei
heutige Sprache zu Grunde
Die Sprach-
habe ich mich in Anmerkungen auf die Erklarung der
grammatikalischen Erscheinungen eingelassen.
geschichte gedenke ich spater in einer
Grammatik darzu-
dritte Teil bringt einige
Texte mit Ubersetzung.
Ich gebe mich der Hoffnung hin, daB die vorliegende
Arbeit nicht nur
Philologen, sondern auch
graphen und Geschichtsforscher zu statten
dem Ethnokommen und als
wird, das
und wichtiges Moment dazu beitragen
rumanischen Geschichte zu
Leipzig, im September 1891.
Inhali
Leute Wie ich das Meglen fand Reise nach und Aufenthalt
in Ljumnitsa
Ausfluge in die
Das Verhaltnis des Meglen zum Dako-, Makedound Istro-Romanischen A. Lautlehre
Lautstand Vokalismus Konsonantismus
Substantivum Nominativbildung
22 25 25 27
Kasusbildung Adjektivum
Numerale Pronomen
Verbum Wortschatz des Meglen
Die Resultate des zweiten Teiles
SchluBbetrachtung
Der Wahrwolf Der Wahrwolf und das M&dchen Das Marchen von der Schlange Die Barin und der Knabe Das Marchen vom Fuchs Der Winter
ich das Meglen fand,
Nachricht dariiber,
da6 im Karadzovain Monastir.
Gebirge Walachen
Einst zeigte
von Zinzaren
man mir auch
einen zerlumpt aussehenden Menschen,
der einen mit Thongeschirr schwer beladenen Esel vor sich her
muhamedanischer Walache aus Nonte
dort ein Jahr lang das
den walachischen Lehrern in Monastir erfuhr
daB auch
eininal
Knabe von
besucht und in auffallend kurzer Zeit Dako-Rumanisch erlernt
Naheres wuBte
nicht zu sagen,
den EntschluB, einen Ausflug
und so faBte Gegend zu machen,
mich an Ort und
Stelle selbst zu unterrichten.
Rozna,
sudostlich
von Monastir gelegenen Tschiftlik meines Freundes Am 4. Juni 1889 morgens 6 Uhr bei klarem Wetter
brach ich auf, begleitet von einem Suvari aus Fiorina.
hatte nur einen Doppelsack
Decke mitgenommen,
da ich bald wieder zuriick zu sein gedachte. Im raschen Trabe ging es nach dem am FuBe der Berge gelegenen Banitsa, von
dort die gute StraBe aufwarts,
Uhr beim Dorfe
Gornitsovo die PaBhohe erreicht hatten.
halt benutzten wir,
Einige Minuten Aufent-
uns Kaffee bereiten zu lassen.
hatten wir die
Kula (Wachthaus)
passiert, als der vorausreitende
Suvari einen gellenden Schrei ausstiefi und wie wahnsinnig mit seinem flinken Pferdchen einen holperigen Seitenweg hinausjagte
und dann mit einem plotzlichen Ruck anhielt. Ich war langsamer nachgefolgt und machte ihm einige Komplimente iiber seine Geschicklichkeit und sein flinkes Pferd, worauf er stolz und
befriedigt lachelte.
Turken gegeniiber kann man nicht
das gewinnt
Lob zu FuB
auch Landessitte.
Thai hinunter, wo wir wieder auf die StraBe
stationiert sind.
Bald erreichten wir eine Kula, wo zur Sicherheit der
Karawanen etwa 20 Soldaten
abzusteigen genotigt
verlieBen ihn auch bald wieder
und erreichten
10 Uhr den
Eand des Sees von Ostrovo. "Ober die sandige Flache, die dem Nordufer vorgelagert ist, ging es im Galoppe dahin, und wir kamen um lO 1 ^ Uhr in Ostrovo an. Fische und Eierkuchen
schmeckten uns
m&'ka."
Als ich den Handschi
Bevolkerung fragte, gab er zur Antwort: „imis ixe*vrome
(Wir konnen
griechisch.)
umgehen, daB
Er wollte so die Antwort Das Dorf hat 100 bulgaauf dem Pfade
und 50 muhamedanische Hauser.
setzten wir den
und gelangten
auf die StraBe.
hatte sich ein Gewitter
losbrach,
zusammengezogen, das ganz
Gewalt goB der Regen hernieder,
ich schon durchnaBt war, ehe ich Zeit gefunden hatte,
loszuschnallen und mir iiberzuwerfen.
einem Thale, in das von den seitlichen Abhangen das Wasser
herunterstiirzte.
Die StraBe war
kurzem fuBhoch
uberschwemmt, und da wir keinen Schutz fanden, sahen wir
uns genotigt, den
Das Unangenehmste war
mir der Umstand, daB ich Lederhosen trug, die in hohen Stiefeln
Natiirlich
nicht lange,
mit Wasser gefullt und die Lederhosen durchweicht waren.
der unangenehmsten Weise daran erinnert.
auch das Unwetter langst voriiber war, wurde ich immer noch
Uhr kamen wir nach Vladova. Wir eilten, moglichst bald nach Vodena zu kommen, und die Schonheit des vom Kremu durch3 x /4 das durch seine iippige Vegetation auf die
beriihrte
flossenen Thales,
Gegend von Vodena
damals wenig.
4 x / 4 Uhr
ritten wir
durch die engen und
schmutzisren Gassen in
eines gut situierten
einigem Suchen fand ich das
von Neveska, Namens Jorji Dimitri Tschoko, dessen Adresse ich bei meinem Aufenthalte in Neveska erfahren
Ich wurde in liebenswiirdiger Weise von ihm aufgeerste Sorge war, inich urnzukleiden.
nommen. Meine
meines Wirtes stand ich bald im bulgarischen Kostiime da, und
Kaki bewirkte, daB
mich wieder behaglich
fiihlte.
andern Morgen besuchte ich den Kaimakam,
meinen Empfehlungsbrief zu iiberreichen und
Beides gewahrte er nur ungern.
Brief und einen Suvari zur Begleitung ins Meglen zu erbitten.
vermutete in mir, wie
ich bei meiner Kiickkunft horte, einen osterreichischen Offizier,
zu sehen, wo man Kanonen aufpflanzen Walachen wegen in den beriichtigten
Karadzova gehen
mehrmaligem Drangen,
iiberschritten
Suvari.
Zwischen Garten und Maulbeerpflanzungen
nordlicher Richtung,
zogen wir in
mehrere Male einen Bach
und wandten uus dann in nordostlicher Richtung iiber einen Berg an dem Dorfe Lukoverts voriiber nach Dragomantsi, das Hier beginnt die Ebeue, das wir 2 Uhr 15 Min. erreichten.
sogenannte mantsi
Bulgaro-Meglen. Die Langsachse geht von Dragonordostlicher
lang, die Breite der
bis Fustani und ist etwa Ebene betragt zwischen 5 und 10 km.
Sie ist eingeschlossen von steil abfallenden, hohen Gebirgszugen, von denen eine Menge Bache und Bachlein herunterkommen, die die Ebene iiberreich bewassern und vereinigt unter dem Namen Meglenitsa in siidlicher Richtung abfliefien. Die geschiitzte
Lage, der gute Boden und Wasser in Hiille und Fiille
bewirken eine so iippige Vegetation und eine so groBe Fruchtbarkeit,
da6 man
selbst dreimal
im Jahre ernten kann.
Die Bewohner sind
groBten
Pomaken, d. h. muhamedanische Bulgaren die auch als fleiBige Ackerbauer bekannt sind. Durch diese Ebene ritten wir im
schnellen Trab, iiberschritten beim Dorfe Kosturian den einzigen
Ebene vorspringenden niedrigen Hohenzug und
Uhr den Hauptort Subotsko mit 200
muhame-
danischen Hausern.
Ich fand Unterkunft bei dein zinzarischen
Theodor Mischol. man sicher sein einen kann
jedem groBeren
oder mehrere Zinzaren als
Handschi oder Kramer zu finden. So auch Es waren funf Personen, die gemeinschaftlich ein Zimmer zum Schlafen gemietet hatten, wo auch ich gerade noch ein Platzchen fand, wo ich mich ausstrecken konnte, das ich immer noch dem Aufenthalte in dem schmutzigen Hane
Silberarbeiter,
vorzog.
folgenden Morgens konnte ich auf brechen,
von einem Soldaten.
uberschritten mehrere an-
geschwollene Bache, hielten uns mehr nach
dem Nordrande der
Dorfer Sevrian,
Kastanki passierten, und erreichten
12 Uhr Fustani.
meinen Begleiter verabschiedete,
geschah das Unerhorte,
iiblich anbot, zuriick-
wies. erste
den Bakschisch, den ich ihm wie
einzige Fall.
in der Tiirkei
Nachmittage zog ich weiter meinem ersehnten Reisezu.
dem Vlacho-Meglen,
Fu8 hoch
mufi mehrere Hundert Ebene zu erreichen. Auch von den Bergen des Karadzova umschlossen mit zwei
diese zweite
Ausgangen, einer nach Nordosten, der andere nach Siidwesten.
aber viel kleiner, etwa zwei Stunden lang, und weniger
fruchtbar als das Bulgaro-Meglen.
Immerhin wird
Seidenzucht getrieben, und der dortige Paprika erfreut sich in
ganz Makedonien einer groflen Beliebtheit.
Stunden von Fustani
Nonte (Notje) mit 450 Hausern, Die Bewohner sind muhamit Ackerbau
medanische Walachen,
Topferei beschaftigen.
weit umher.
Thongut ziehen
Das Dorf war friiher christlich, worauf die Nischen Mauern, fur Heiligenbilder bestimmt, hindeuten; ebenso
Einrichtung der alteren Hauser ganz
eines Klosters
oder einer Kirche sollen noch verhanden
Selbst das Kirch weihfest wird noch gefeiert,
namen sind ganz gewohnlich. Ende vorigen Jahrhunderts
Bischofe an der Spitze,
Bewohner mit dem
den Qualereien der Turken zu ent-
iibergetreten.
Heute sind sie gegen
Christen noch schlimmer, als ihre damaligen Bedriicker gegen
merkwiirdig, wie schnell sie sich in dieser
Beziehung und auch auBerlich, was wiirdige Haltung, Speise
und Kleidung betriffl, in Turken umgewandelt haben. Nur die Sprache haben sie gut bewahrt. Mein Wirt, Musta Bei, ein stattlicher Greis, an den der Brief des Kaimakams von Vodena gerichtet war, bemiihte sich eifrigst, mir den Aufenthalt in seinem Hause angenehm zu
Hier horte ich zuin erstenmal den Dialekt, „Meglen" bezeichnen
romanisch.
ich kurz mit
Sie selbst nennen ihre
Sprache „vla$ki" walachisch, die Zinzaren hingegen die ihrige
„arumune§te"
dem muhamedanischen
nicht langere Zeit ohne zu storen bleiben konnte, so
nachsten Morgen nach
Borislaf, das
dem Ende der Ebene
ein Stiindchen entfernten
Fiinf Poljaks
(Dorfhiiter) begleiteten
mich der Sicherheit wegen.
ein Tschiftlik
Das Dorfvon Nonte,
chen zahlt nur 45 Hauser und
sind nicht Eigentiimer des Bodens, sondern
haben nur einen Anteil an dem Ertrage, wofur
arbeitung auszuiuhren haben.
Ich stieg ab bei dem Vorsteher
Dutsu.
Dieser erzahlte mir ihre Leiden, wie
von ihren Herren
Nonte, von der Regierung, vou
In ohnmachtiger
den Poljaks und durchziehenden Soldaten.
im Sacke ballen. Es herrscht daher auch groBe Armut. Die Hauser sind nur einstockig, zwei und drei Familien wohnen in einem fast dunkeln Zimmer. Ihre
miissen sie die Faust
Maisbrot, Knoblauch, Zwiebel, Kase und Milch.
Fleisch giebt es nur bei ganz besonderen Gelegenheiten.
so ist es in samtlichen Dorfern, die Tschiftlik sind.
Nachmittage besuchte ich das nahe Lugunzi
und am andern Tage das hoch gelegene Osin; beide sind Tschiftlik. Von da aus ging ich in das reizend im Walde gelegene Kloster, wo drei Monche und sechs Nonnen friedlich miteinander hausen. Sonstiges von Interesse fand ich dort nicht. Abends kehrte ich wieder nach Borislaf zuriick und verbrachte die zweite Nacht in einem engen Verschlag, eingehiillt in meine Decke und iiberdies noch mit einem Schaffliefi zugedeckt, daB der scharfe eindringende Wind mir nichts anhaben konnte. Die Poljaks schliefen bei 8°K. im Freien, ohne
(Lunzi)
Juni, es war Pfingstsonntag, trat ich die
Kiickreise an.
Ich hatte mich uberzeugt, daB ich noch einmal
und zwar auf langere
den interessanten Dialekt genauer kennen lernen.
Gegend kommen musse, um Zu einem
langeren Aufenthalte war ich damals nicht vorbereitet.
Auf meine Frage nach Liedern und Marchen
mich an den walachischen Lehrer an der griechischen Schule
bulgarischen Dorfe Tusin.
nach Nonte
aB mit Musta Bei zu Mittag und gelangte in einer knappen
Stunde nach Tuschin.
beilaufig bemerkt, der einzige
bulgarische Ort in Vlacho-Meglen.
Der Lehrer war bald gefunden,
mir in der That ein groBeres Gedicht, das er von
dar, wie die
wollte. Es stellte in phanHomer nach Dacien und die Tiirkei
GroBmutter gehort haben
tastischer
Die Sprache war ein Gemisch aus Dako-
rumanisch und dem dortigen Dialekt.
bald zu, daB er selbst der Verfasser des Gedichtes
war langere
Er gestand dann auch Er sei. einem rumanischen Kloster auf dem Athos
gewesen und war dort mit rumanischer Sprache und Geschichte
Ich horte ein bulgarisches Lied, das so beginnt:
Kata godina na osamnaiset otvoia mesets januari, pamet prazdnuvme na sfeti Tanas, patriarchat Alexandriski etc. Noch an demselben Abende kam ich wieder nach Subotsko, wo ich mich nach viertagiger Fleischenthaltung an einem Hammel-
XVII braten laben konnte.
andern Tage ritt ich nach Vodena, besuchte die Wasserfalle, ergotzte mich an der herrlichen Natur
und gelangte am
12. Juni abends
nach einer zehntagigen Ab-
wesenheit wieder nach Kozna, dem Ausgangspunkte dieser meiner
den Karadzova.
Reise nach und Aufenthalt in Ljiuiinitsa.
Ich tibergehe einen Zeitraum von beinahe elf MoEpirus, Thessalien, Akarnanien, Siid-
naten, in welcher Zeit ich die zinzarischen Dorfer in West-Make-
donien, Mittel-Albanien
und Ost-Makedonien
sprachliches,
ethnographisches und geographisches Material sammelte.
in Gjovgjoli,
Station der Strecke Belgrad-Salonichi,
Obgleich das Stadtchen ziemlich bedeutend
etwa 3000 Bewohner, Bulgaren und Turken, fand
ich doch den
einem solch ekelhaften Zustande, daB ich meinen Diener
anderwarts nach einem Unterkommen urazuich noch mit
ihm redete, kam ein Herr in franund lud mich in franzosischer Sprache ein, in sein Haus zu kommen. Dankbar nahm ich das Anerbieten an. Herr Mas si, so hiefl der liebenswurdige
kischer Tracht
Herr, ein Armenier der Abstammung nach,
Unterthan; seine Frau
Walachin aus Monastir, dennoch
wollte sie lieber griechisch als ihre Muttersprache mit mir reden.
im Hause meines Gastgebers angeer als Leiter
larigt, als sich ein
gewisser Kivernitis, ein Zinzare von Vlacho-
Livadhon,
einstellte,
mich auszuforschen, wozu
griechischen Propaganda
Schulen sich verpflichtet
und Inspektor der griechischen fiihlte. Man hatte mich in griechischen
Blattern bei der tiirkischen Kegierung als rumanischen Propa-
gandisten zu verdachtigen gesucht.
hinkam, war ich
bereits bekannt, und gar zu gern hatten rich tiger Graecomanen mich entfernt, weil
sie furchteten,
wolle die Walachen,
Griechentums in
Hauptstiitze des
Makedonien, ihnen abspenstig machen.
Wirkliche Griechen giebt es in diesem Teile Makedoniens gar nicht,
wohl aber haben die Bischofe, Arzte und
Lehrer, begunstigt durch die griechisch-orthodoxe Religion, die
armen, ungebildeten Bauern in einer Weise bearbeitet, daB diese
nur im Anschlusse an Griechenland ihr Heil
der bulgarischen Partei gelungen, von
Norden her
unter der Landbevolkerung zu fassen.
Propaganda und der ungeheuren Summen, die alljahrlich geopfert werden, geht ein Dorf nach dem andern ihrem Einflusse verloren, die Leute fangen an zu sehen, auf welche Seite sie naturgemaB
der groBten Anstrengung der griechischen
gehoren.
nicht die Furcht vor den Turken, die ihrerseits,
natiirlich nicht offiziell, lieber die Griechen, als die
garen, die in ihren
Augen Rebellen
sind, unterstiitzen, so
kommt den Bulgaren
Umstand zu
einer geradezu
emporenden Weise durch die Kirchensteuer bedriicken. Sie werden darin von den tiirkischen Kaimakams und Miidiirs unterstutzt,
diesen einen Teil der Beute abgeben.
Der oben erwahnte Kivernitis, dein ich den Zweck meiner Reise in den Karadzova auseinandergesetzt hatte, ver§ 11.
mich mit der Versicherung seiner Freundschaft und Unter-
stutzung.
dessen hatte er nichts Eiligeres zu thun,
zum Kaimakam zu gehen, mit dem er natiirlich auf dem besten FuBe stent, und diesem vorzureden, daB ich die walachische Bevolkerung gegen
Turken und den Bischof
reizen wolle, und daB daher meine Abreise dorthin verhindert
miisse.
Ich horte dies
andern Tage wieder
von einem Diener des Kaimakams, einem muhamedanischen Walachen aus Nonte. An demselben Abende und mehrere Male am folgenden
Morgen machte
ich vergeblich den Versuch, den
Erst gegen Mittag lieB er sich sehen.
ich ihra mein Anliegen vorgebracht
und den Empfehlungsbrief
des Valis von Salonichi gezeigt hatte, hielt er mir vor, daB es
sei ins Gebirge zu gehen, weil es dort von Raubern wimmele; er konne die Verantwortung nicht auf sich nehmen. Ich bat ihn dann, mir eine Bedeckung bis Ljumnitsa zu geben,
zu gefahrlich
Darauf erwiderte er, daB und ich aus dem Dorfe herausgeholt werden konne. Ich erklarte mich bereit, zwei Mann zu unterhalten, aber das, meinte er, konne er nicht ohne Erlaubnis des Valis thun. Kurz, er machte soviel Umstande und Einwande, daB ich schlieBlich bestimmt erklarte, ich wiirde um zwei Uhr
ich langere Zeit verweilen wolle.
dort kein Militar liege,
mit oder ohne Suvari; er habe die Verunterstiitzen,
aber nicht, mir Schwierigkeiten
verlieB ich ihn.
zwei Suvari,
mich nach Ljumnitsa zu
§ 12. Der Weg luhrt erst durch die Ebene, dann an einem Bache entlang in westlicher Richtung am Dorfe M6ina voriiber. Auf meine Frage nach den Bewohnern dieses Dorfes, gab mein
Keradzi zur Antwort:
„Da wohnen Griechen, Bulgaren und „Und welche Sprache reden sie?"
Unter Griechen verstand
Papistan."
„Bulgarisch, einige konnen auch etwas turkisch."
er die Anhanger des Patriarchen, Exarchen und unter Papistan die
Gerade im Bezirke Gjovgjoli hat die romisch-katholische Propaganda groBe Ruhrigkeit entfaltet, und
Romisch-Katholischen.
auf acht kleinere Gemeinden gebracht. Bald verlieBen wir das Ufer des Baches und wandten uns ziemlich steil aufwarts, bis wir in der Nahe des Dorfes noch
ein Thalchen zu passieren hatten.
Nach einem zweiundeinhalbstiegen
stiindigen Ritte hatten wir unser Ziel erreicht.
Kodzabasch
(Gemeindevorsteher)
iiberlieB
uns einen leidlich sauberen Raum, wo wir die erste
Nacht verbrachten. Am andern Tage fand sich bei seinem Bruder Stefu Bibe ein kleines Zimmerchen, getrennt von dem
gedielte
die ehizige bei seinem
Wohnhause, in das ich iiberzog. Es war wohl Wohnstube im Dorfe, die auch der Bischof
Aufenthalte benutzte.
vor allem von meinem Diener eine griindes
bequem als wenn auch mit einiger Miihe, aufgetrieben. Der Raum war aber so beschrankt, daB, wenn ich mich mit meinem Diener zum Schlafen auf dem Boden ausgestreckt hatte, fur einen Dritten kaum noch Platz war. Hier verbrachte ich nun drei Wochen. Meines Dieners Hauptaufgabe war, furs Essen zu sorgen. AuBer Zickelfleisch, Eiern, Milch und Maisbrot war nichts aufliche
Reinigung vornehmen und richtete
Selbst ein Tischchen
ein Stuhl wurden,
Gjovgjoli lieB ich mir bei Gelegenheit besseres
Brot besorgen. Waren auch diese auBeren Verhaltnisse keines-
wegs angenehmer Art, so fand ich doch so
Vergniigen an
UnanMein Wirt Stefu Bibe, sowie dessen Verwa,ndte, die beiden Knaben Anastasios Stavro aus Ljumnitsa und Stavraki Christo aus Lunzi dienten mir als Lehrer in ihrer Sprache. Gelegentlich halfen auch andere mit. In den ersten Tagen meines Aufenthaltes war mir auch der Schullehrer bei Feststellung der Flexion von ganz besonderem Nutzen. Aber bald wurde er zum Schulinspektor nach Gjovgjoli bestellt) und nach seiner Riickkunft war er durch nichts zu
des interessanten Dialektes, daB ich das
darii'ber vergaB.
bewegen, mir beizustehen.
nicht genug damit, er verbot
auch den Schulkindern zu mir zu kommen.
dem Fanatismus des Herrn Kivernitis zu danken, Nach wenigen Tagen hatte ich mich in § 14.
konnte und verstanden wurde. Mein Diener,
sprache der Leute hineingefunden, so daB ich gut verstehen
Naki Vutschu,
ein Zinzare aus Vlacho-Klisura, zog es vor, bulgarisch zu reden
nach dreiwochentliehem Aufenthalte hatte er noch
Die ungewohnte Aussprache
Schwierigkeiten im Verstandnisse.
auch haufig vorkommender Worter machte ihn mehr
ihm unbekannten dako-rumanischen Elemente.
Ausfliige in die
Eine angenehme Abwechselung in mein einformiges
Leben brachten
Ausfluge in
Umgegend und
anderen walachischen Dorfer.
gebirgig;
Stock bilden kahle, in gr5Berer
Hohe auch mit
bedeckte, schroff abfallende Kalkberge, an die sich sanft
Thonschieferlagerungen
Stellen dunkelrote
fruchtbar und wird zu Mais- und
haufigsten sind die Maulbeerpflanzungen,
die selbst ins Innere
derselben eindringen, so daB die roten Ziegeldacher gar freund-
dunkeln Griin der
hervorlugen.
einigen Stellen bricht
der grauweiBe
Kalk auch
der niederen Gegend aus ,dem Lehmboden hervor und bildet
kleinere Plateau, auf denen hochstens die Ziegen ein sparliches
findet sich eine Viertelstunde
von Ljumnitsa
runde Hochflache,
„Koruna"
corona) geheiBen, die, fast senkrecht abfallend, eine naturliche
Nur nach Osten zu
die Flache sanfter geneigt,
hier fand ich
denn auch die Spuren eines Steinwalles. Schon
auf der Sudseite waren mir beim Erklettern die gewaltigen Steintriimmer aufgefallen, die sich
am FuBe
Spur von Bearbeitung oder Mortel entdeckte,
glaubte ich, es seien Massen, die sich losgelost hatten.
des Walles oder der
Mauer beweisen
daB der Ort
Verteidigungsstatte gedient hat.
als Zufluchts- und Aber jede Erinnerung daran
dem Volkchen erloschen. Man wuBte mir nur zu sagen, daB fruher unterhalb der Koruna ein Kloster gestanden hat.
Ein ahnlicher Ort
der eine halbe Stunde von
Ljumnitsa nach
Suden gelegene „Schtur al).
Der Stamm „stur"
JBijlaatvQag ,
findet sich in thrakischen StSdtenamen Qestistynim, KccmatovQict, Aovqoijtoqov, Kanovaioqog in
der Bedeutung „Feste u zu
stkurd
— stark,
Pauli, Eine vor-
griechische Inschrift von Lemnos, Leipzig 1886.
die "Oberreste
von einem Steinwall und Graben,
imperator) dort ge-
nach Siiden
senkrecht in schwindelnde Tiefe hinab.
groBer „Amperat"
wohnt haben. Spuren einer Kohrenwasserleitung sind noch vorhanden, auch muB unterhalb des Felsens ein Dorf gelegen
haben; groBe Ziegelsteine
Steinhaufen und Topfscherben, die
Pfli'igen
hervorkommen, weisen darauf
Mai ging ich unter Begleitung meines Wirtes und Dieners nach dem etwa fiinf Viertelstunden in siidlicher Kichtung gelegenen Kupa. Nach t)bersteigung eines Berg§ 17.
riickens gelangt
in ein tiefes Thai, das sich etwas weiter
Karadzova
Das Dorfchen Kupa kommt erst zum Vorschein, wenn man unmittelbar davor steht. Es zahlt nur achtzig Hauser und ist ein sehr armes Dorf. Das Klima ist rauher als in
Ljumnitsa, die Seidenzucht infolge dessen weniger lohnend, auch
Ackerbau und Viehzucht sind unbedeutend. Wir kehrten im Hause des Pfarrers ein, dessen Frau allein zu Hause war. Bei meiner Ankunft erschrak sie sehr, da sie mich fur einen Man kann sich dies erklaren, wenn man weiB, Tiirken hielt. daB jeder Soldat oder Suvari, der durch so ein abgelegenes Dorf kommt, die Leute behandelt wie Sklaven. Wird sein Begehren nicht erfullt, so schlagt er unbarmherzig darauf los. Man muB sich wundern, wie selten man hort, daB sich der
gequalte Bauer mit Gewalt seiner unertraglichen Peiniger entledigt.
Als ich die arme Frau in ihrer Muttersprache anredete,
Bald kam auch der Pfarrer,
der die Ziegen gemolken hatte,
bewirtete uns mit frischer
Beim Abschiede
er groBes
begliickte ich ihn mit etwas Pulver,
nach Huma.
fuhrt,
Wirt, Stefu Bibe, aus Furcht vor den Kaubern nicht mitIch
Diener Naki mit.
nahm den Dorfhiiter, einen Tiirken, und meinen Wir waren gut bewaffnet und so marschierten
wir guten Mutes darauf
In nordlicher Richtung an der
oben erwahnten Koruna voriiber geht der
riicken in ein zweites Thai,
abwarts in ein
Thai, das durchschnitten wird, dann iiber einen niedrigen Berg-
wir eine Strecke folgten.
den Bach und erklommen
Wir Windungen
einen steilen Berg.
Als wir die Hohe erreicht hatten, waren
dort fuhrte der
wir gerade eine Stunde marschiert und sahen Ljumnitsa in
licher Eichtung.
nordwestlich durch
einen Eichenwald, dann an den sparlichen Ruinen des Dorfes
Guschet voriiber, das auf unsern Karten noch verzeichnet
Die Leute sind meist nach
gezogen, die Felder der Ge-
markung werden auch von dort aus noch bebaut. Vor achtzig Jahren ist das Dorf aus Wassermangel verlassen worden. Nach zweiundeinviertelstiindigem Marsche hatten wir Huma erreicht. Wir muBten eine gute Weile warten, bis wir in das Haus des fruheren Kodzabasch gefuhrt wurden. Naki briet das mitgenommene Zickelfleisch am SpieBe, Brot hatten wir auch bei uns, der Wirt lieB einheimischen Wein holen und
dann lieBen wir es uns gut schmecken. Bald stellte sich auch der Lehrer ein, aber es war wenig aus ihm herauszufragen. Lieder singt man nur in bulgarischer
zahlt nur
70 Hauser, aber
oft zwei,
auch drei Familien in einem Hause beisammen, so daB
immerhin 700 Bewohner zahlen kann.
Tiirken in Salonichi.
Tschiftlik eines
Ackerbau, Holzhandel, Seidenzucht und
etwas Viehzucht sind die Erwerbsquellen der Bewohner.
Hinter der Kirche erstieg ich eine kleine Anhohe, § 19. von wo man nordlich das eine Stunde entfernte walachische Koinsko erblickt, und wieder eine Stunde weiter liegt Sirminina.
Bergriicken, den wir auf
Den Ruckweg nahmen wir direkt iiber einen hohen dem Hinwege vermieden hatten. Der
zwar anstrengender, aber etwas kurzer und schoner,
bestandig durch prachtigen Buchenwald fiihrt und
zugleich auf seinem hochsten
Der Rodopo und
Punkte Berge
jenseits Serres begrenzen
den Horizon t, den Vardar kann man
weiBscbimmernden Hauser von Salonicbi
Auge sichtbar. Kurz vor Ljumnitsa geht es steil abwarts durch dasselbe Thai, das wir am Morgen weiter unterbalb durchschritten batten, und nacb ebenso steilem Aufstieg erreichten wir bald das Dorf. Wir batten auf dem ganzen Wege keinen Menschen getroffen, und das ist in jenen Gegenden auch das beste. Es blieben mir noch zwei D5rfer zu besucben, Tsernareka und Barovitsa; icb verband diese Tour zugleich mit meiner Riickreise, die ich am 15. Mai antrat. § 21. A Is Fiihrer und Schiitzer kam wieder der tiirkiscbe Poljak mit. DaB mir der Abschied von dem Zickelfleiscb und Maisbrot und dem ekelhaften Ungeziefer nicht scbwer wurde,
sind fur ein gutes
erst zu versichern.
Stunde hatten wir das Thai
herunterkommt. Der Anblick der von senkrechten Felsen
heruntersturzenden Bache erinnert lebhaft an die Gegend von
Verria und Vodena;
auch das Schauspiel nicht so groBartig,
wie bei letzterem Orte, so
viel wilder,
doch der Charakter der Gegend
Einige verschlossene
Einsamkeit verfehlt nicht, einen eigenen
auf den Beschauer auszuiiben.
Miihlen und Tuchstampfwerke verraten, daB auch hierhin zu-
kommen. Ein schmaler FuBpfad fuhrte uns aufwarts zum Sattel des Bergriickens. Dann hielten *wir uns rechts in den Wald hinein. Der Pfad wurde immer unwegsamer, und ich muBte mich tiet biicken, um unter den iiberhangenden Asten wegzukommen. SchlieBlich war ein Weg kaum noch zu erkennen. Aber mein
weilen Menschen
Ttirke behauptete genau die Richtung zu haben,
Endlich trafen wir tiirkische Bauern von
(Majadala), die Holz fallten.
stellte es
genau, aber ein
Thai trennte uns von
Wege, der im weiten Bogen den steilen Abhang Ein Zuriick gab es nicht. Langsam und behutsam
G O > c
stiegen wir ins
Thai hinab, wobei uns die Baume als Stiitzen und wohlbehalten, ohne daB ein Pferd gestiirzt ware,
kamen wir unten an. Der Aufstieg auf der anderen
war ebenso beschwerlich.
Da muBten
mit vereinten Kraften geschoben und
gezogen werden, um iiber Felsen und umgefallene Baumstamme hinwegzukommen. In SchweiB gebadet erreichten wir die Hohe, wo wir bald auf den richtigen Pfad stieBen. Dieser fuhrte uns in das sogenannte „KalteThal" (Valearatsi), das von einem wasserreichen, rauschenden Bache durchflossen wird. Im Schatten der Buchen machten wir eine halbe Stunde
Langs der Berge schlangelt sich von dort der Weg nach Die Entfernung von Ljumnitsa aus betragt drei und eine halbe Stunde. GroBes Leben herrschte im Dorfe, es war Kirch weihe. Ich nahm die Gelegenheit wahr, um einige Momentaufiiahmen von Tanzenden zu machen, und betrachtete
Tsernareka.
abends die auf einem Platze stattfindende Speisung der Dorfler
von Seiten der Kirche, wozu aber
vorher die Mittel,
natiirlich die
durch Geld oder Naturalien,
Beim Kodzabasch
Christo Softsche
klugen Alten
freundlichen ,
wurden wir herzlich nichts zu wunschen iibrig, nur
das Nachtlager, das er mir auf der Veranda anweisen wollte,
fand nicht meinen Beifall, es war mir zu
mich mit Naki in einem neuerbauten, noch unbewohnten Hause ein. Die Leute hier fand ich im allgemeinen etwas kultivierter
den iibrigen walachischen Dorfern des Karadzova.
Bauern sind
haben gute Acker, und die Seidenzucht
doch auf keinen griinen Zweig kommen,
„Tiirke
sind daran die hohen Steuern schuld.
und Bischof,"
meinte mein guter Christo, „reichen sich die Hand,
arme Bauern auszusaugen." Immerhin ist ein gewisser Wohlstand, wenigstens im Vergleiche zu den anderen Dorfern, nicht
Die Hauser sind
stattlicher,
viele sind zweistockig,
Kleidung der Manner
venetianischen
wie die der Bulgaren der Ebene;
Frauen tragen seidene Tucher und Schurzen und schmiicken
Goldmiinzen,
Veneditschko genannt.
Besonders wohlthuend
die iiberall herrschende Reinlichkeit.
Die Leute haben zwar eine griechische Schule, wiirden
aber eine bulgarische vorziehen.
Die bulgarische Sprache fangt
an einzudringen, und
mehr lange dauern, da6
Tsernareka so stehen wird, wie in
zwei Stunden ent-
fernten Barovitsa,
Leute noch walachisch
Ljumnitsa,
auch gemischt mit zinzarischen Wortern, denn
Anzahl Zinzaren kommt von dem hoch im Gebirge
legenen Livadhi im Herbste herunter und verbringt hier die
Zinzaren verheiratet.
manche Madchen von Tsernareka Der umgekehrte Fall kommt nie
denn der Zinzare
er seine Tochtei
einem Bauern zur Frau gabe, die dann die anstrengende Feldarbeit verrichten miiBte.
andern Tage
nach Gjumendsche, das etwa
Station entfernt
Stunden von
nordostlich gelegenen
und kehrte von dort nach Salonichi zuruck. § 23. Das nebenstehende Kartchen verbessert ganz wesentTopographie dieser Gegend.
Die walachischen Dorfer
sind elf
In Vlacho-Meglen liegen:
Walachen.
Nonte (Notje), 450 Hauser, Die iibrigen Dorfer sind
muhamedanische
2) Borislaf(Borislaftse),
45 Hauser, 450 Bewohner.
von Nonte.
Lunsi (Lugunsi), 120 Hauser, 900 Bewohner. Tschiftlik.
4) Oschin,
230 Hauser, 1500 Bewohner,
Salonichi.
der Ostseite des Karadzova liegen:
(Gopcevic 5) Ljumnitsa, 350 Hauser, 3000 Bewohner. giebt an, 320 Hauser, 460 Steuerkopfe Serben, 596 Zinzaren.
rente tUt wabtchuchai Gthleta.
"Wip des Reiftndc/i.
MaTsstab 1:560000.
Tsernareka wird bei ihm auch unter den serbischen Ortschaften
aufgefiihrt.)
Huma, 70 Hauser, 700 Bewohner,
60 Hauser, 500 Bewohner.
7) Sirminina,
Koinsko (Konitsa), 100 Hauser, 850 Bewohner, be-
ginnt bulgarisiert zu werden.
Kupa, 80 Hauser, 800 Bewohner. 800 Bewohner. 11) Barovitsa, 130 Hauser, 1000 Bewohner,
10) Tsernareka, 80 Hauser,
fast bulga-
risiert.
Diese elf Dorfer zahlen zusammen 1645 Hauser mit rund 14 000 Bewohnern nach Angabe der Kodzabasch, die dariiber
besten unterrichtet sind.
zinzarische
Sommerdorf Li-
vadhi zahlt 400 Hauser mit 2000 Bewohnern.
Als ich im Anfang meiner Reise nach Monastir
kam, wunderte
iiber die Sicherheit
Robi, die verschiedenen Nationalitaten zu unterscheiden, selbst
Kleidung keinen Anhaltspunkt
Wiirde
Zeit habe ich auch gelernt, wenigstens die Zinzaren mit Sicherheit herauszufinden.
aber fragen, woran ich
Leute erkenne, ich wiirde etwas in Verlegenheit
ja schon die Tracht, die die Nationalist verrat.
die Zinzaren
landesiibliche Tracht
nehmen gerne im fremden Orte die Dennoch sind sie gut zu erkennen,
sei es durch den Gesichtsausdruck, oder eine Geste, oder die Art zu sprechen. Das alien Gemeinsame ist das kluge, ernste, oft listig blitzende Auge, ihre lebhafte Mundbewegung und laute Stimme; das ist aber auch alles Hervorstechende. Im iibrigen kann man die allergroBten Verschiedenheiten finden.
findet sich haufiger
aufgefallen, denen aber
sind mir besonders zwei
durchaus nicht die Mehrheit des Volkes angehort.
Korperbau mit rundem
Kopfe, gewolbter hoher Stirne und meist blonden Haaren; der
andere findet sich mehr im Siiden, ganz besonders bei den Farserioten:
der Korperbau
unter mittelgroB, breit
schrotig
mit gewaltiger Brust,
niedrig, die Haare schwarz oder doch ganz dunkelblond, die Augenbrauen buschig, kurz das Ideal eines romischen Legions-
man damit den Typus im Meglen,
AufYallend
ihn ganzlich verschieden.
gultig, die
Augen ohne
das haufige Vor-
Mannern und Frauen, damit
verbunden hervorstehende Backenknochen, etwas aufgeworfene Lippen und sparlicher Bartwuchs. Ein Muster dieses Typus
auf dem Bilde.
sichter der tanzenden
Madchen, so
auch bei der Mehr-
zahl derselben die gleiche Eigenheit.
Die Gesichter sind ausbei,
nahmslos plump, und die Kleidung tragt nur noch dazu
den ungunstigen Eindruck zu vermehren.
betrachte das junge
Madchen im
Als Kopfbedeckuug dient ein silberner Deckel,
den herum eine oder zwei Keihen Silbermiinzen
kiinstliche
den Kopf verschonern.
Die Haare hangen aufgelost
Hauptkleidungsstiick
Rand und die Armelenden einen breiten und gelber Wolle aufgestickt tragen. Den Oberkorper umschlieBt
ein vorn halboffenes Mieder.
Das herab. Hemd, dessen Rand von roter
Unterhalb desselben befindet «ich
einem unformlich groBen
eine breite Leibbinde, die zugleich die rotwollene gewebte Schiirze
festhalt.
Ein lederner
Giirtel mit
teiligen silbernen Schlosse dient lediglich
zum Schmucke.
Mode ganz
silberne Giirtel aus vielen Gliedern zu tragen.
Ich besitze selbst einen solchen, der zwei Pfund wiegt.
oberste Kleidungsstuck ist eine Art von Mantel ohne
Armel, der den Vorderkorper
Sehr breite
Gamaschen und unformliche Schuhe geben den FiiBen
plumpes Aussehen.
stiicken behangen.
mit Glasperlen und Silber-
Einzelne tragen sogar Silberplatten, die mit
Reihen von Silbermunzen aus
Herren Lander behangen
je lauter das Silber
beim Tanzen oder Gehen
desto stolzer
die gliickliche Tragerin.
Alles sogenannte Silber, mit
der Miinzen,
schlechte Komposition,
herumziehenden
zinzarischen Silberschmiede den Leuten verkaufen.
Die Mode andert
nur ganz allmahlich, ein Stiick wird
Generationen hindurch getragen; aber immerhin giebt es auch
Moden, und neuerdings fangt auch der Weiberrock an, Einzug in die besseren Familien zu halten. In Tserist er
schon allgemein
Fur gewohnlich
Gamaschen und
Schuhe weg, auch das Hemd ist einfacher gestickt (s. das Bild). Eine ahnliche Tracht haben die Slavinnen westlich des Karadzova, wahrend die der Zinzarinnen ganzlich verschieden
umherziehenden
Farseriotinnen
Rocke und haben
innern weiB.
Die Manner tragen ein Hemd, das von der Leibbinde abwarts iiber die Unterhosen
und Gamaschen
versucht sein, es von weitem fur die Fustanella der Albanesen
zu halten, die auch von einigen eiteln Burschen an Festtagen
getragen wird, aber durchaus nicht national
"Cber
dem Hemde tragt man meist ein kurzes Wamschen, Enden iibereinander gehen. Der Mantel ist ahnlich dem
BarfuB sieht man nie die Manner, sie tragen Schuhe oder Sandalen, die sich jeder selbst zurechtschneidet. Die Tracht der Manner stimmt mit der der westlichen
Slaven ziemlich uberein, mit den Zinzaren haben sie nur Art das Hemd zu tragen gemein. Im iibrigen herrscht den Zinzaren je nach der Gegend Verschiedenheit.
Die Reinlichkeit laBt
zu wiinschen
tibrig.
wohl die Kopflaus,
auch die Kleiderlaus
hier gemein.
anders bei den Zinzaren!
Mein Diener war immer
und unsere Decken
bemiiht etwaige Spuren eines Besuches zu vertilgen, und unsern
vereinten Anstrengungen gelang es auch, uns
Die Lebensgewohnheit der Leute bringt es mit
schlaft,
das Ungeziefer bei ihnen einen giinstigen Boden findet.
wie fast iiberall in der Tiirkei,
den Kleidern; der
Gebrauch der Betten
In der besseren Jahres-
man das Freie dem dumpfen Zimmer vor, das auBerdem im Friihsommer durch die Seidenraupen vollstandig in Anspruch genommen wird. Das niedrige einstockige Haus hat in der Regel § 27.
Vorderwand durchbrochen, und der
entstehende nach
vorn offene
dient als gewohnlicher Aufenthaltsort
Schlafstatte fur die Familie.
Hingestreckt auf Binsenmatten,
mit Wolldecken oder Manteln zugedeckt, liegt die
ganze Familie in einer Reihe da.
den Kamin, dessen Feuer zugleich
Raum gewahrt.. GroBe Fenster sind nicht vorhanden. Wozu auch? Sie machen nur kalt, und, wenn die Raupenzucht
AuBer etwas Kiichengerat wie Pfanne,
drei Topfe,
beginnt, miissen sie doch verstopft werden.
Rost und DreifuB und dem runden Tische ohne FuBe, der fur
gewohnlich an der
Auge kaum etwas
mit untergeschlage-
Zimmer entdecken.
nen Beinen auf dem festgestampften Lehmboden.
Oft wohnen zwei Familien in einem Raume, der im Winter
noch dem Vieh
als Zuflucht dient.
DaB da von
lichkeit nicht viel die
sein kann, ist sehr natiirlich.
doch genug Leute, die
nur aus AnlaB eines Feiertages
wenigstens ein Gutes, das die
mit Seife waschen, und das
Festtage, etwa fiinfzig an der Zahl auBer den Sonntagen, mit
Die Lebensbedurfnisse sind sehr gering. InLjumnitsa,
wo man sich im Vergleich zu den iibrigen Dorfern, mit Ausnahme von Tsernareka, noch eines gewissen Wohlstandes ruhmen darf, giebt es auBer Maisbrot, Kase, Paprika und Zwiebel, was die gewohnliche Nahrung der Bewohner ist, auch noch Zickelfleisch,
im Winter Schweinefleisch.
einen leichten Rotwein, der meist
verkauft wird; aus den Trestern macht
allgemeinen sind die Leute sehr nuchtern.
Bei der schlechten Ernahrung und der Unreinlichkeit sind
Hautausschlage, entziindete Augen, bei Kindern die Ruhr sehr
haufig,
Einen Arzt zu holen, scheuen die Leute der Ausgabe
wegen, auch
es schwer,
uberhaupt nur einen guten Arzt zu
Die meisten bekummern sich mehr
das Wohlbefinden ihrer Nebenmenschen.
sah ich mich oft genotigt, den Kranken, so
gut ich vermochte Beistand zu
Ein „om kontat"
Mann), meinen die Leute, weiB fur
alles ein Mittel,
ein Glaube, der
mich manchmal
in nicht geringe Verlegenheit
Stirbt j em and,
wird er sofort auf den nahen
Friedhof gebracht und ohne Sarg
tief verscharrt.
schwere Platten und
eine, die etwas
mehr behauen
Aber kein Name, kein Kreuz
zeichnet die Statte.
Ein Thonkrug wird neben das Grab gekann, und die groBen
damit der Tote seinen Durst
Stangen der Tragbahre bleiben
im strengen Winter,
zu muhevoll
wenn wegen Schneefall der
Brennholz zu dienen.
auch vor,
man den Toten
zugespitzten Stange durchbohrte,
damit er sich nicht in einen
Vampir (Wahrwolf) verwandle. An den Vampir glaubt man felsenfest, dagegen sind § 30. „Albile und Dzunile" (Geister, Feen), die der Zinzare mit die
seinem Bruder in Dakien gemein hat, hier unbekannt.
sich ein Gespenst vor, das
dem Grabe
einer riesigen
sundhaften Menschen entsteigt und
der Nacht in Gestalt
Fledermaus umherzieht, urn das Blut Schlafender
auszusaugen.
Manchmal nimmt
Eingeweide aus
auch Menschengestalt an,
zerfleischt sie
an einsamen Orten die Menschen an,
reiBt ihnen die
Der Vampir, der etwa unserem Wahrwolfe entspricht, spielt im Marchen eine groBe Rolle, zuweilen auch im Leben derLeute. Der Lehrer Pappa Jerji erzahlte mir folgende Geschichte,
Einige Menschen starben schnell hintereinander,
dessen sich die Meinung verbreitete, daB ein Vampir umgehe.
das Untier los zu werden, grub
die jiingst Verstorbenen
aus und verscharrte
groBer Entfernung
Kinder starben, wiihlte man
der vor Jahren Verstorbenen auf
an funfzig
starb auch der GroBvater des Lehrers
kurz darauf andere Leute.
Es war ungewohnlich
kalt und,
man auf den noch ganz unverwesten Korper desselben stieB, man in ihm den wahren Vampir gefunden zu haben. Im Triumphe brachte man ihn weit weg und grub ihn tief in die
wirklich, das
Dorf hatte Ruhe.
kundigte
Friihjahre
der Bischof von Fiorina ins Dorf, er-
wie es gehe, und da erzahlte
vom Vampir
Darauf lieB
Erstaunt horte der Bischof zu und sagte nichts.
er die Geistlichen
zusammenkommen und
nach dem Hergange.
ganz ungebildete Leute und
dem Aberglauben befangen, bestatigten, was er schon Er lieB dann auch die Gemeindealtesten herbeirufen und, nachdem er sein Geld (28 turk. Pfund) in Empfang genommen hatte, hielt er ihnen eine Strafpredigt fur ihr' unchristliches Benehmen und kiindigte ihnen an, daB ihre Kirche geschlossen sei. Damit ritt er weg. Man denke sich, welche Wirkung das auf die armen Beselbst in
gehort hatte.
wohner machen muBte, deren ganzes Christentum im Besuche
der Kirche und im Einhalten der Fest- und Fasttage besteht.
den gestrengen Herrn zu versohnen, kaufte man das
schonste Pferd, das
auffcreiben
konnte und schickte es ihm
nach Fiorina zum Geschenke, wodurch denn auch die Sache
Erledigung fand.
geschieht so gut wie gar
der Bischof nur sein Geld bekommt, und die
Leute fur Griechenland begeistert
die Schule verfolgt keinen anderen Zweck, als
den der Graezisierung.
gewohnlich eine
Versammlung der Manner
heiten zu beraten.
uber Gemeindeangelegen-
dzabasch herum.
um den KoMit vierzehn Jahren wird der Bursche durch
im Freien im Kreise
BeschluB dieser Versammlung stimmberechtigt; halt
dumm, muB
er langer warten.
das einzige zweistockige
Gemeinde Tschiftlik; die jetzige Schule, Haus im Dorfe, war die Wohnung des Die Loskaufsumme ist noch nicht Tschorbadzi (Gutsherrn). vollstandig bezahlt, und die Gemeinde liegt im Prozesse mit
dem fruheren Herrn. Handen des Turken
eingefordert worden,
giebt es viel zu beraten, wie sie den
entwischen konnen
oder die Steuern sind
verlangt sonst unge-
rechterweise eine
Summe, wie z. B. forderte er von der Gemeinde 5 Lira Beitrag zum Baue der Kaserne in Gjovgjoli, welches
flieBt,
da naturlich die Regierung die
Streit entbrennt da,
Kosten des Baues
Mancher harte
dem der Kodzabasch Ende machen kann.
nicht anders,
durch Abstimmen ein
gefaBt worden, aber nicht zur Ausfuhrung gekommen.
Mancher kuhne und widerspruchsvolle BeschluB ist hier Schwache und Ergebung in ihr Schicksal sind die hervorragendsten Eigenschaffcen des geknechteten Volkes.
bei der Erziehung der
zeigt sich dies.
thut ihnen alien Willen.
Nicht ein Mai wahrend meines Aufent-
haltes habe ich gehort oder gesehen,
greiflich zur
Kinder hand-
Vernunft gebracht
Vater sucht ihm ein Madchen aus, das sechs auch zehn Jahre
alter ist als er, fur das er
ihre Eltern eine gewisse
bezahlen mu6,
nach der Starke und Schonheit des
Das junge Paar macht
schenke, womit die Verlobung als fest
den Zinzaren.
mit vierundzwanzig bis sechsundzwanzig Jahren und
zwar ein Madchen von vierzehn bis achtzehn Jahren;
langt auch auBerdem eine Mitgift.
Doch auch hier suchen die Eltern oder Verwandte das Madchen aus, das der junge Mann kaum fluchtig gesehen hat; denn die heiratsfahigen Madchen
Erst nach der Verlobung
sich ofter sehen.
Im Meglen ist der Verkehr zwischen Burschen und Madchen ungehindert. Selbst beim Tanze bilden sie eine Kette, wenn auch die Burschen den vorderen und die Madchen den
hinteren Teil derselben einnehmen.
Jeder der Tanzenden tragt
einen ledernen
Riemen um die Hiifte, den der Nachbar zur Rechten und Linken ergreift, wodurch die Kette geschlossen Ein Bursche blast den Dudelsack, Gaita genannt, und wird. Man bewegt sich in einer geht im Takte vor der Kette her.
einfachen Schrittart in einem grofien Kreise
Bei den J J^ J J J J vier Achteln stiirzt die ganze Kette schrag vorwarts, die folgenist vierteilig
den zwei Yiertel werden
sind Seit-
Ort getreten, die letzten vier Viertel
und Riickwartsbewegungen,
dauert so eine ganze Weile, bis ein
Fuhrer der Kette hat dabei die Aufgabe, durch gewandte Spriinge,
Umdrehungen und Verrenkungen die Zuschauer zu unterhalten und ihre Kritik herauszufordern, bis er in Schweifl gebadet dem Nachstfolgenden die Fuhrerschaft uberlaBt und sich weiter unten
Das Tempo wird
allmahlich beschleunigt.
quiekende Tone des Dudelsacks verkunden eine Pause, wahrenddessen die Kette aber nicht aufgelost wird,
sondern sich im
gewohnlichen Schritte weiterbewegt.
Bei den Zinzaren tanzen die Manner meist
Zuweilen bilden auch die jungen Frauen eine geentgegengesetzter Kichtuiig
sonderte Kette, die sich ofters in
der Gesang erschallt dann
abwechselnd von den Mannern und den Frauen.
gezeigt, daB die Walachen Typus haben, der sie von Zinzaren und Bulgaren unterscheidet, daB sie, was die Tracht betrifi% mehr mit den westlich des Karadzova wohnenden Bulgaren ubereinstimmen, als mit denen der Vardarebene, daB sie im wesentlichen dieselben Sitten und Gebrauche, denselben Aberglauben wie die umwohnenden Bulgaren haben, in allem diesem
§ 35. Ich
habe in diesem Kapitel
des Meglen einen eigenen
aber von den Zinzaren ganz verschieden sind.
Besonders verdient hervorgehoben zu werden, daB die Zinzaren eher alles andere als Ackerbauer sind
ich traf nur ganz
nien und
in Muzakie* (Landschaft zwischen Berat in Alba-
Adriatischen Meere) und in der Manjana bei
Missolongi solche, die neben der Schafzucht noch etwas Ackerbau
Die Zinzaren sind Kaufleute, Handwerker, Keradzi, Handzi und Hirten, die sich unter Umstanden in Biluber verwandeln, der Meglenit hingegen lebt vom Ackerbau und von der Seidenzucht, und in Nonte beschaftigt man sich auch mit
der Topferei.
Der Zinzare in Livadhi wohnenden Megleniten. Er
fuhlt sich erhaben iiber
den umlebhaft,
der Meglenit gleichgiiltig, energielos, stumpfsinnig.
Der Zinzare
ungebundene Freiheit auf seinen Bergen,
genug, die verbieten,
der Meglenit lebte
oder lebt noch in ganzlicher Abhangigkeit
vom Gutsherrn im Tschiftlik; Unterschiede Stamme zusammenzuwerfen.
Was uns die Sprache dieses merkwurdigen, isolierten Stammes im Karadzova, der nur etwa 14 000 Seelen zahlt, iiber sein
Verhaltnis zu den sprachverwandten Walachen in Dakien, Istrien
und auf dem Pindus
der zweite Teil zeigen.
:ctf
DAS VERHILTOIS
DES MEGLEK ZUM DAKO,
OTD ISTRO-ROMANISCHEK
Lautstaiid.
o sind
maBig geschlossen und finden sich wie auch a, i, u auf dem ganzen Gebiete, nur mit dem Unterschiede, dafi sie im Meglen im Gegensatze zu den ubrigen Dialekten, wo sie kurz und halblang vorkommen, auch entschieden lang sein
konnen, was
Dialekte einen eigenartigen Charakter giebt.
sehr offen zu sprechen, findet sich hier sowohl lang, als
auch kurz an Stelle von betontem g, y, (&, a) der andern Dialekte. g kommt nur unbetont vor, in einsilbigen Wortern nur
satzunbetont sind.
Anmerkung 1. Wie lauten g und u im D.-R.? Versuche mit den Herren Dr. Oprescu und Velculescu in Leipzig ergaben folgendes Resultat: 1. Der Kehlkopf wird nach unten gedrtickt. Zur Probe lege man die Fingerspitze auf den Einschnitt der Schildknorpel und lasse bei gerader Kopf haltung langsam und ausdrucksvollS&tze sprechen. So oft einer der beiden Laute ausgesprochen wird, ist ein Senken des
Kehlkopfes deutlich fuhlbar. 2. Die Zahne stehen beinahe aufeinander, bei g ist die Offhung ein klein wenig grofier als bei u. Ob das damit yon mir individuell beobachtete Vorschieben des Unterkiefers allgemeiner ist, vermag ich nicht zu sagen. Diese drei Punkte sind das ge3. Die Lippen sind angepreBt. meinsame Charakteristische der „gedeckten Kehlkopflaute". Der eigentiimlich dumpfe Klang wird einmal durch die Verlfingerung der Rachenhohle und dann durch den fast geschlossenen Mundraum bewirkt. 4. Die Zungenartikulation von g ist die des offenen o, die von u gleich der des u, Der Versuch kann gemacht werden mit einem dunnen St&bchen, das man zu einem Drittel in den Mund eingefuhrt auf dem Zungenriicken ruhen lfifit. Legt man das freie Ende auf den Daumen und druckt den Stab sanft an den Oberkiefer, so ftthlt man die kleinsten Verfinderungen der Zunge auf dem Daumen.
Das Gaumensegel ist gehoben, eine Nasalierung der Laute nicht statt, was die Probe mit der Stahlklinge mit Sicherheit crwies. Es ist natiirlich, dafi in der Nachbarschaft von Nasalen eine
leichte Nasalierung
die aber sofort schwindet,
man den Vokal
Der betonte w-Laut
scheint mir unbedeutend linger als der
betonte p-Laut,
B. bgtr\in gegen spgl.
salkonsonanten vor, sehr deutlich
§37. Nasal vokale kommen nur in der Nachbarschaft von Naz. B. in der Vorsilbe an lat. in.
Diphthonge.
— mehr, ao — — gewesen. zu sprechen (Ich bin nicht ob nicht zuweilen — — Madchen. ga-urg — Hohle) dem kaum horbar a zeichne mit bou — Ochse, kqyni — Hund, tou — no% — spgrui — — (kommt nur satzunbetont — kam. er3chrak, 39. Steigend: — — Eisen, %ou — — Tochter, iundi — wo, rnoarg — Muhle, uom — Mensch, fum$ig — Familie.
Fallend: a{ ao
fost-au
trej,
drei, fytg
(Ich be-
g ein offenes
anschliefit.)
vor), venii
oa, uo, ig.
Eisenfessel,
Reduktionszeichen
unter einem von zwei Vokalen nicht das
zweisilbig zu sprechen, also
bglti-a
(^) steht, so ist
kri-et
mein, %u-g
— Verstand, — Tag.
nume-a
das Beil, sti-u
wie im D.-R, I.-R, M.-R.
Im Dialekte
der Farscherioten spricht
statt r
die gutturale Spirans %,
im Auslaute tonlos
nung, die ich in keiner anderen Balkan sprache beobachtete; auch
die beiden albanesischen r sind alveolar zu sprechen.
In der Manjana (sieben walachische Dorfer in der Nahe
von Missolongi, deren Bewohner Ende des vorigen Jahrhunderts
aus Albanien dorthin eingewandert sind) fand ich endlich die
Losung des
Ratsels,
warum Daniel und Kavalliotis bald
bald rr schreiben.
Dort macht man noch einen Unterschied
zwischen intervokalischem f und r auslautend oder in Verbindung
mit Konsonanten.
nesischen
stark gerollt, gleich
und iarng), dagegen amdr bitter, trek gehe voriiber, kartg Brief. Einen etymologischen Grund hat dieses r gar nicht, denn selbst in den Fallen, wo es fur rn stent, wird es r, sobald es in den AusGiirtel, pur = m.-r. prun laut tritt, z. B. b$r = m.-r. brun
rot, \arg
spricht are
albahat,
— Winter,
(m.-r. {arg
(purn in Kruschevo)
ausgeglichen, auch
— — Pflaume, gfr
m.-r. gry,n
— Weizen.
Heutzutage hat sich diese verschiedene Aussprache im M.-R.
Kavalliotis und Daniel stimmen keinesr, Kavalliotis arrupu 214 Daniel arupe 27. Daniel are 38, arre 24 u. s. w. Man hat es mit einer rein lautlicben Erscheinung zu thun, die durch das nahe und auch den Walachen gelaufige Albanesisch hervorgerufen wurde.
iiberein mit ihren
findet sich alveolar: vale
zeihe, gglpng
— Ring.
— Thai,
bulg. i:
verer,
Solche, die viel mit Bulgaren verkehren,
ich es bei
immer vor a, o, u an, wahrenddem im Auslaut beobachtete.
wenden Frauen nur
B. atsgi
M.-R. findet sich
dialektisch in Albanien,
im Osten aber
atsel,
zu bemerken, daB dieses
albanesischen,
das slavische
konnte es mit postpalatal bezeichnen.
Bei den FarscheI:
rioten findet
(lilak)
igte(i)
m.-r. ratel
(ljup
Radchen, u(i)dk
m.-r. lulak
dental: nas
palatal: an{
und mi:
— Nase, mik —
guttural vor#, k: rngndnk
klein, mieturg
— Besen.
Spiranten.
§ 44. Vergleicht
so fehlen u, wofiir g,
man diesen Lautstand mit dem des M.-R., u im Auslaut nach Konsonanten, 8, &, die
im M.-R.
sind: i&kat
Worter eingedrungen
dialektisch sogar in romanische
(ficatum) Simt
— (ventum) (Vlacho-Klisura),
gutturalen y,
(letzteres
fand ich nur in Hristos) und das
palatale %, ganz abgesehen von den
im M.-R. dialektischen
gutturalen 5
Streng genommen fehlt auch die stimmhafte palatale Spiransy
des M.-R. (jin, jiptu
Stelle sich g% findet.
vor Vokalen bezeichne ich den Halbvokal
B. jer
nach Konsonanten bezeichnet
— Jahre,
— Traume.
die Palatalisierung derselben: ani
Vokalismus.
m.-r. betontes g,
zeigt sich offenes
y\ dementsprechend g%. Im M.-R. ist die Zungenp, artikulation der gedeckten Kehllaute so verschieden, dafl man
an der Aussprache eines einzigen Wortes wie „granum" die Heimat des Sprechenden ungefahr bestimmen kann. In der Gegend von Monastir kennt man nur die ganz kurzen Laute g und y, anderwarts wird y lang gesprochen, in Klisura mit
o-Artikulation, in Albanien mit ^-Artikulation, in Malovista,
Gobes mit sehr enger w-Artikulation, am oberen Aspropotamus nahert sich die Aussprache des g der des y, in der Manjana
der Charakter der gedeckten Kehllaute vollstandig geschwunden
reines £ geblieben, wie
im Meglen
meist sehr lang.
grQn;
gryn, gruti; m.-r. gryn, gryn
g$r.
— Wolle,
— — wann, kgini — Hund;
Giirtel,
Ziigel,
mqng
weine, Igkrum
morgen, pqini
d.-r.,
ky{ne; m.-r. kyne
— Hand, — Thrane. mqini —
er aB;
der Flexion:
Serkj,;
rngnkgm
wir essen; rngrikq
mynkg.
Auslautendes yx wird
aber zeigt sich
fumelig
— Familie, ursonig — Barin, plga%g — Regen, bukurilig — Freude, vinjg — Weinberg, kgstonig — Kastanie, lamnjg —
beruhen mufi.
— Tochter,
Drache, tSorbadioig
— Tschorbadschi.
Prothetisches a, das
so haufig
nicht vor, selten
im D.-R.:
m.-r. aspargu
ahtergu
a{er{
Anlautendes
das auf a oder
e beruht, fallt ab,
tragt:
aud avem
(aitfy)
m, amu
(aistu)
Dagegen dma
aber, trk.
Pronomen und Adverbium im hinweisenden Sinn; auch das D.-R. und das I.-R. kennen diese Erscheinung, die dem M.-R. ziemlich fremd, beim Pronomen ganz unbekannt ist:
Epithetisches a zeigt sich beim
athesta
tsgsta
(m.-r.
aistu)
la (ilium)
(ahut)
kol%
liumintrea
alminterea
atywmtra
auch in den iibrigen Dialekten
%e findet
%erp
— koche,
— Bockchen, — — Verstand.
Ijepuri
— Hase,
Anmerkung Etymon fur das
kriei beruht auf „crevellu",
kreerj, krerj, das
fuhren will, gesichert erscheint.
wodurch auch das auf „crebrum" zuriickeine Assimilation zu kr.
diese Aus-
Wort geschwunden.
und D.-R.
§ 54. S
— ich,
kann nicht iiberraschen;
sprache, die sich aus jeo, jgu entwickelt hat, findet sich auch im M.-R.
Ijopiw.
Olympo-Walachen pag.
ja bei folgendem
wird von vorausgehendem
r absorbiert.
eapg, japg
hapte, hepte
eapg, edpg, epg
%arbg
Kraut, gjarmi
Wespe, PL
giesp, jadirg
er kocht, trebuiaSti
muliere),
— — &ao
Epheu, jare
es ist notig,
— muljari — Frau, kurao — Riemen.
— Wurm
jermu), giaspi
Eisenfessel, jarbe
(m.-r. mtiljare
£ (aus
lat. e,
g folgt.
m.-r. vedde
n$o
burgti
m.-r. nedo.
m.-r. sedrg
sedrg, sarg
— Schwamm, — prividqri — Wieder— weiblich, p$ti — Fisch, — Kirche, sehen, fymini — Finger, — Lappen, pqdikg — Hindernis, purtsqo — — Ferkel, mgsqo — Backzahn, In slavischen — Wortern: kr^mini — Feuerstein, — junge Frau, — Heilmittel. muB auf ed beruhen Dach, d$ — Hiigel,
sftsgri
bisfyrikg
z$st
turtsqhti
tiirkisch.
nevqstg
im D.-R. zu g wird, wenn nicht
m.-r. peril
spinzur
spimzur
spinzuru
vedti
anvets
\mvgts
pgmnnt
wird o aus g nach
d.-ir.
z aus d
sgd (sed)
ts\m
vitsgi
vitsgl (vitsel)
jitsel, jitsgi
kgtsgi deSgrt
kgtsgl
kgtselj
kgtsgi
unkolzgs
ynkglzgsk
ynkgldzesku
ampgrtsgs
zburos
ympgrtsgsk
ympgrtsesku
spuresku, zburgsku
Von besondererWichtigkeit
fur die Lautgeschichte
der Umstand, daB
k und g hervorgcgangen
Ubergang nicht bewirkt haben tertium tsorts, aber incerto antsert, tserp, tser, tsing, xiner etc. Es ist dies ein Beweis dafur, daB zu jener Epoche die beiden Laute noch verschieden gewesen sein mtissen, wie auch jetzt im D.-K., und zwar muB ts aus k cine breitere
Aussprache gehabt haben, als ts aus t weil lctzteres ubereinstimmend auf dem ganzcn Gebiete die spitze Aussprache hat. Meine Vermutung (Ol.-Wal. 55), daB der urspriingliche Reflex von k eine breitere Aussprache gehabt habe, wird hiermit zur GewiBheit. Ob dieses nun ts wie auf dem Olymp und in Istrien, oder th wie in Dakien gewesen ist, kommt wenig in Betracht, wenn wir wissen, daB fa dcs M.-R. und
Meglen der jtingere Laut
Fern, den PLgleich
bukuriljg
— Reben; — Tochter; — Freuden. Neutra: spik — — Ahre; ark — — Bogen; kgntik — — Lied; unglpi — ungljg — Nagel kupitqn{ — kupitonjg — Kopfkissen; Gen. primaverelyg — — des
dem Sg. haben
%g,
wodurch manche
il%g
vitsg
spitsg
kgntitsg
Friihlings; hi TaSglig
Tasso's.
ausgeht: pqkti
bgltie
— Fisch, — Tage, mari — groB — Ungie — Steigbugel,
nicht betontes
das im D.-R. nach Zischlauten und r zu
u wurde,
uzqt
erscheint hier als g, im M.-R. zeigt sich
auf einem Teile des Gebietes auch nach dz,
auzy,%
m.-r. avdzii
auzut
avdzgtg
awzit
supsqri
suptsure
suptsire
ru&qni
kutsqt
ruhyne
aruUne, arsune
insii,
essuj.
wtyi rud
bgtykg
beUkg
bihqkg
Anmerkung 6. H und, si dafi, haben das i als satzunbetonte Worter bewahren konnen. Verba auf -sesku bewahren auch im Aor. i, z. B. pikisii von pikises merken aber ankglxos ankghoi. Wegen utsit siehe Anmerk. 5.
Die Vorsilbe in im M.-R. als un,
erscheint hier als an,
in, n, an,
im D.-R.
als gn, n.
antrep
— ankliid — —
— verschlucke, anzur — schwore, — ganz, anuntru — ansor — — anrait ampqdik — hindere, ankalik — besteige (das Pferd), ankg — noch ningg, umplu), amflu — ampliu — aufblasen, anschwellen umflu), anmar — des erwarteten mar aus hat man wohl nur zum Unterschied von mari — groB, — hoch, In man das a wie
betrinke, angljit
frage, antrek
heirate,
schlieBe,
antsert
streite,
nikg),
(d.-r.,
bitter, statt
statt analt,
ein ur-
spriingliches fallen,
da man an bei folgendem Vokale nicht
Vorsilbe empfand.
alb. nalt.
neben ynalt
gittfed
der Dat. des Pron. pers. y,n%, der sich ans
anlehnt, zu an\ geworden y£ folgten.
aus tin hervorgegangen, und so wird auch Verbum wie eine Vorsilbe
worauf dann
al% al statt tds> uli,
im Auslaut wird % nach
bleibt es er-
iibrigen Konsorianten fallt es ab,
seinen EinfluB gezeigt hat, nur
wie im Istrischen ganz
unberuhrt geblieben.
arburj
Wiirmer, des
— Baume, — dicht
vitsgli
— Kalber, an% — Jahre,
giermi
PI. de§, furnigg
besteigst, jet
— Zicklein,
lup),
PI. furnis, ankalits
(d.-r.
skuj/p,
m.-r. askutyu) setzen ein scupio voraus.
Jedes anlautende o wird uo,
der Brechung
Ich weifi
Erscheinung im D.-R. vorkommt, im M.-R. und
I.-R. ist
uom Mensch, uopt PL gasi Knochen.
— acht,
— Tanz,
iibrigen verhalt sich das
Meglen wie
o bewahrt: korn
o gebrochen zu ga durch
(grop
ngapti
Nacht, kgastg
pits' or
fur welch letzteres sich jetzt i
Rippe, grgapg
— Knoten, glgabg — Geldstrafe
erwarteten ga spricht;
bulg.),
pithgari
FuB, Bein, not
doch stoning
Anmerkung 7 a. Das im Stiicke II vorkommende krqblg — MehlKorb konnte lat. „corbla, corbula" sein, wogegen allerdings o
ein Verhoren meinerseits ist nicht
ausgeschlossen bei der groBen Ahnlichkeit von o und ga.
im Rumanischen, auch
in keiner Balkansprache.
frunzg
— Laub, frunti —
ozuw vor
— verberge, kumpgr — kaufe, — Kranz kununti).
Interesse ist zu wissen, wie sich
das Meglen zu der im Rumanischen stattgefundenen Vermischung
von U gleich o und u
oa zeigen, wie
d.-r. cot,
In den wenigen Worten, die
scot, nor,
toamng, ploa%e, moare stimraen
Dialekte uberein, aber in
%uni
arodmigu
auf Seite des D.-R.
fallt ab,
Auslautendes u
durch Muta
Liquida geschiitzt war, wie im D.-R.
d. -r.
m.-:r.
negru (Zagori)
kglkoni
domn somn
kglkuiil
domnu somnu
kglh&niu
Xil{u
lupu (lupu)
(vedti)
ante (an)
DaB u nach
ganzen Gebiet: anglpt
— verschlucke,
wurde, findet sich auf
sugtyits
— schluchzen.
iu, i%u
— wo,
8. iundi = d.-r. unde wo, konnte vielleicht durch der durchziehenden Zinzaren veranlaBt sein.
u nach a wird behandelt wie im
das M.-R. bietet
m.-r. gavrg
D.-R., das I.-R.
(labio-labial),
gaurg
(Aspropotamos)
— blicke
Koiisonantismus.
§ 70. r
wird nicht wie im D.-R. einem folgenden
rv wird rb: korp
— Rabe,
kunung, ankurunari
kv/nunare,
— kochen
— feiere
ist lat. servire,
— arbeite,
d.-r. serbesk,
serbire
entsprechen wtirde, hat mit
serbex
nichts zu thun; es
das sich hier erhalten hat;
Serbesk
— diene,
Psalm des Psaltire des Ivan din Vasluiu von 1710;*) soil auch in Transilvanien in der Bedeutung „arbeiten" erhalten haben.
wird bewahrt wie im M.-R. und I.-R.
ggliing
ul%it
a%l%
m.-r. golfing
ult (aggrhesku)
ggljr$
(tsesdn)
gol{
Manner, Ij/umintrea
— anders,
ct,il%u
moMlj,
— Sohn
intervokal wird r wie anderwarts: burik
dagegen kglgari
— Nabel,
kgrodre,
kgldurg) wohl durcb Dissimilation aus kgroare entstanden.
haben das Wort verloren.
ep: step,
d.-r. stea, m.-r.
stedug, stem,
— n:
wird ug: midug,
mgduvg,
mgdug.
lantu neben laltu m.-r. alantu.
likhor,
m.-r. lihor, niSor, nikhor, d.-r. uhdr.
im Auslaut wird
bei der Artikulation
auch da noch erhalten.
m.-r. neliX
(Maj. arel??)
puiampu
paing\inu
pangul-(u)
pawuku
n wird behandelt wie im
M.-R.,
auch der Rotazismus des
I.-R. (D.-R.) ist
Gaster, Chrestomathie roumaine, Leipzig 1891.
m.-r. jinje
vije (vin%e
gruu (gran)
bine (bire)
kglkqni — Ferse,
kupitqni — Kopf-
kgstgnig — Kastanie,
w-Vorschub findet sich in numer, wie im M.-R.
und D.-R. neben umgr,
erscheint hier erhalten wie
m.-r. durniire
miruses
— Wert
mirosesk
niirusesku
P. blastimi
vjfirmi
blgstini
mieturg
miilok
meturg
miturg
njqldxukU
me&lok
In andern Wortern findet sich ni wie im M.-R.
oder Doppelformen, was ich mir nicht anders als durch den
Verkehr mit den Zinzaren von Livadhi erklaren kann.
ni&rkj
m.-r. njergu
(mei?)
nj^s
mi&rlg
njfidxu
mierlg, nierlg
nprlg
nierkuri
nielti
mierkuri, nierkuri
mjerkuri
mlyxre
furnikg
fumigg
Anmerkung 10. un%k — wenig (putsin ist geschwunden) scheint mir un mik zu sein. Im M.-R. fand ich in KruSovo die Form niak
fur niiky
was ein Anhaltspunkt
fur obige Etymologie ware.
wird im Meglen ganz verschieden
skand im
und Meglen.
domnu somnu skamnu
— Zeichen
kumndt
semnu — Narbe, bilek lemn lemnu kumnai kumnatU
(buhl
lemn%
(kunjat
pvlm Faust pumn pulmg— Handvoll „
amnar,
das Miklosich, Lambrior von igniarium ableiten, ist zweifellos man-dry wie auch die Form im M.-R. und Meglen (mandr) und die Bedeutung (Handgriff, Stiel, auch Feuerstahl) beweisen.
gehe, ebenso im I.-R.
und M.-R. neben
imnu, y,mnu; D.-R.
wird uberall gleicb behandelt, selbst „teneo".
supsgri
— diinn
m.-r. tsin
tsir.
fur suptsgri, urzikg
— Nessel,
urzikg,
m.-r. urdzikg zeigt uberall einen
durch den EinfluB des r her-
vorgerufenen stimmhaften Laut.
— GruB (ebenso im galithini — Verhatschelung mit
klinithuni
-tionem wird thuni: Ijertgthmi
M.-R., im
— Verzeihung, anD.-R. unkingthune) Stamm, perithuni — AbI.-R.,
nebmen des Mondes.
wird z wie im D.-R. und
dz im M.-R.
(awzit-
und Moldauiscben.
%ug
%iug, %i
auzi%,
avdzii
auzui
Auslaute werden im Meglen
Laute stimmlos.
orz, m.-r. ordzu) aber artikuliert orzu.
tyt, hgs, hadi
hed, hez% hade.
fallt in:
d im Auslaut nach n
kurgn
im M.-R. und
im D.-R. und
I.-R.,
§ 75. pi, bi wird erhalten wie
der Moldau der entsprechende Palatallaut
per d, pierd
per, pier
lup, Ivpi
m. -r. kierdu
lup, luki
i. -r.
plierdu
lup PI. lup
askukiai
skupii
skmpai
pikgturg
kikutg
pitsor
tsitsor
pikgses
akikgsesku
— verstehe
%erp II. Pers.
korb, korbi
korbu, korgi
/ergi
zgilesku, zgier
PI. ailp
albu, algi
ab, alb
Drei Worter scheinen eine
Ausnahme zu machen,
Ausnahme, das
kjeptu
auf Seite des M.-R.
stellen; merkwiirdigerweise
bilden zwei derselben auch
fehlt dort.
I.-R. eine
piept (kiept)
kljfipt
kiaptine
pieptene (kkptene)
ihaptir
apropii (aprokii)
aprokiu
Anmerkung 13. Wir liaben es in den beiden ersten Wortern mit dem Typus piekt zu thun. Wenn man beriicksichtigt, da6 ct zu pt wird, und zwar ausnahmslos auf dem ganzen Gebicte, so entstand piept
kiept, kiaptine,
und hieraus durch Dissimilation unterstutzt durch Organassimilation ebenso aus propiu prokiu. Diese beiden ersten Worter konnen recht gut den AnstoB zu der Bewegung gegeben haben, da8 im M.-R. die Labialreihe durch die Palatalreihe ersetzt wurde. Es
w8re auch nicht unmoglich, da6 „piectti durch Metathese zu k%ept, dann erst der Obergang von ct znpt allgemein geworden w&re; dann ware letzteres der jtingere Vorgang, was nicht gut anzunehmen ist, da er auf dem ganzen Gebiete verbreitet ist. cf. Olympo-Walachen 40.
14. „ipse" findet sich hier
Form gn§
— Per-
sonen, m.-r. inh (ngsy,
(insu-ni
— ich selbst),
d.-r. inh%.
„nupta u
nuntg
d.-r.; m.-r.
nuntg, numtg, lumtg.
k palatal wird
wie im M.-R.,
iml.-R.,
— Himmel, antsert —
— Abendbrot,
dultsi
imD.-R.
suB, tsgpg
streite etc.
In tSinuSg
Asche, tStreS
ts eintrat.
— Kirschbaum haben
wir es mit einer Assimilation an das folgende s zu thun oder richtiger,
verhinderte, da6 die
Verengung zu
wird pt
iiberall: dirept
— acbt
ahtept
dehtept
recht, g%ipt
— Nahrung,
Einige Worter machen eine Ausnahme.
Anin. 16.
hteptu
ahteptu
dihteptu
dehteptat
fat § 90.
diMeptat
faptg
fapt (fgkut)
fakut
D.-R., haufiger
x wird s (+ i = h). Formen auf ps, die vereinzelt im M.-R. vorkommen, konnte ich nicht ent-
tsgsil
duty (dusei)
zisi (zisei)
iesii
dzih (dxghi)
adap§(u) alephfuj
friph[u]
frdpsing-
adau&j, (adausei)
(alesei)
friph (fripsei)
koapsg
y,ns6r
ans&r
u-ns&r
Anmerkung 16. Im Meglen haben die si-Perfekta iiberhandgenommen und nicht nur die auf psi verdr&ngt, sondern auch andere,
das jetzt fes lautet, nach ars, %ih
J£ine weitere
war, daB dann auch die Participia ihr p verloren, fat statt fapt, oder in eine andere Klasse iibergingen wie fris (m.-r. friptg) les (m.-r. aleptu
ales verb.).
kopt adj.
In Substantiven und Adjektiven wurde pt behtet verb,
gegeniiber dirept adj.
net (nx) zeigt meist nt (ns) wie
im D.-R., wahrend
das M.-R. mt (mps)
das sich dialektisch sogar in Worter
eingedrangt hat, die urspriinglich nt hatten.
frqrik
m. -r. umtu
fry,mtg
frunh (frunsei)
frumphfu]
strimt
sy,nt
neben Sumtsi
symtu
vintu, vimtu,
atunthi
tuntsea
atumtsia
pumpxg, punge
§ 92. dz,
g palatal wird z, das auf dz beruht; D.-R.
M.-R. dz, I.-R.
zenukfyu,
dzenukiu,
— Schwiegersohn, — — Finger brauen, dzeddzitu, — Blut, mdr(d)zini — Schwelle.
lark PI. Iqts
dzenuktyu,
weit, zeni
— Augen-
zerunkliu,
zazet, d.-r. dedzet),
sgn(d)zi
Anmerkung 17. Ich fand in meinen Aufzeichnungen bei verschiedenen Wortern dz nach n und r. Was ich in Anm. 5 iiber k
gesagt habe,
auch fur
j wird wie im D.-R. durch z zok (dzok)
I.-R.) reflektiert,
das M.-R. bietet dz.
m.-r. adzokit
(m.-r. g%os, gies),
— schwore,
erreiche, zimitati
— Halfte, zos — zungtyu — schlachte
Art vonWeste.
ich liege darnieder, zeigt % auch im D.-R. Anmerkung 18. xak Das M.-R. hat das Wort verloren. Anmerkung 19. di findet sich nur in Fremdwortern, wie
diamur%
— Scheiben,
vi ist
dxumgdani
— Jacke von Wolle,
— Wein — komme
§ 95. v%
wie im D.-R. bewahrt in
(Moldau) jinic
jinjfi
vinjg
— Vieh
(jitsel
— Kalb)
wird g% eine Erscheinung, die ich bei den Zinzaren nur in dem Dorfe Malovista fand, wo man auch g$n
g%is
— Traum
ausspricht; es soil auch in
li&rm
g%armi
gjaspi giiu
(vietsuesk)
(bgnedzu)
(iivesku)
giatsg
vjutsg
rnuseatsg etc.
giies ist eine
Bildung auf esku von dem Adj.
-\- eatsg.
g%iu; ebenso giatsg
viatsg
von viu
dultse-eatsg, fru-
%i, wie
Moldau, und
indem /
abiiel.
d. -r. fiu
m.-r. Xiliu
Xiljfi
fiikg
X&rbu
Xirti
(kuhesk)
(fije
— jeder
fie-kare
(ka&e)
= „fial")
Anmerkung 21. fit ist schon in einer frtihen Periode /t geworden, wie das Moldauische und das M.-R. beweisen. In einer sp&teren Periode, die speziell dem Meglen angehort, fiel anlautendes Xi un d wurde im Inlaut durch /"ersetzt. Aus dem slavischen Stamme kix~ wurde Die huste. x kifkgies J e *z * e * n dem Meglen unbekannter Laut. Erscheinung beruht auf bulgarischem Einflusse. Im dortigen bulga-
rischen Dialekte sagt
itro fur
x^°
— schlau
(slav.-griech.)
h (gutturale stimmlose Spirans) scheint wie die pageschwunden zu
sein oder richtiger, sich
latale Spirans
strgug
y>or
— Dach, — Tanz,
m.-r. strgahg;
surumdu
— arm,
m.-r. horu, d.-r. horg.
man auch Uma
22. In Erisio hat sich h erhalten; (Dorf bei Ljumnitsa).
FLEXIONSLEHRE.
Substantivum.
Nominativbildung.
Die Feminina der § 98. im D.-R. und M.-R., das I.-R.
pulpg
endigen auf
Die Maskulina aus der
und IV. Dekl. bilden
mit Abwerfung des u,
den Nom. wie im D.-R. und
I.-R. meist
wahrend das M.-R. das u meist bewahrt.
(Olymp. pag. 35.)
d,r.,
Die Fern, der
Dekl. bieten
anderwarts
t^bergange in die erste Klasse zeigen die Substantiva auf
die anderwarts %e lauten, hier zu jg wurden.
(fiikg)
/Hie
VlaSka.
fem., d.-r.
M.-R. abweichend numg. lume sagt
nume neutr., i.-r. lume ist im man auch in Dacien im Distrikte
Dekl. endigen auf
Die Mask, aus der
das anderwarts bewahrt wird.
frati d.-r.,
(Moldau, Olymp
frati.)
m.-r. frate.
das M.-R. "Obergange in die
Dekl. zeigt, hat sich hier die
Eudung
meist bewahrt,
im D.-R. kommen beide Formen
m.-r. birbekU
birbetsi
berbethe
birbetse
gjarmi
vjerme
pehte,
py,ntekti
pontitsi
puntetSe
Soarethe
Sgdrikti
Pluralbildung.
nur nach n, m,
(aus %),
Die Maskulina bilden den Plural auf % das sich I, r und Vokalen halt; s, d, k, g in &, ts, s t, s (aus d%, z) verwandelt und nach $, p (b) spurlos
wie im Istrischen
prun, pruni
d.--r.
ka%li
pom, pomj.
boi nnsi, insi
borbatsi
kal%
arbur, arbur\
bou, boi
(qns),
insfij
bgrbdt, bgrbdts
iet(-du),
bgrbats
iedxi
porky ports
(pipirugg, pipirus fern.)
mohj moh
lup, lup
korp(-bu), korp
arietsi
fratsi
sarpi, horp
§erki
giarmi, gjprmi
jern%
liermi
Die Feminina bilden den Plural meist auf
aus e;
die auf dg f
gg werden wie Maskulina behandelt. und im M.-R. finden sich vielfach Doppelformen. D.-R.
a) grQapg,
m.-r. groape, groty
groapi
Plur. d.-r. gropi
ropg, rgjn, rqp
kasg, kasi
rupe, rypj.
kase, kgs%
kase, kg§, k$suri
mga§g,
mgdke
mgake
koafy, kgazi
— Eiche
b) grindg, grins
grinx%
pgietsi
pojatg, poj#ts
fumigg, furnis
HhQkg, bihgts
ngprqtkg, ngprgtki
furnidfy
bgMtty
furnits
muBte wegen der Konsonanz
104. Feminina auf
werden behandelt wie die Maskulina.
punti, ptmts
noaptij nopts
punts{
noptsi
krutsi, kruts
buti, buts
kruthj,
Eine Eigentumlichkeit des Meglen bilden die Fetsg,
minina auf
im Plural unverandert
cf. §
vitsg,
ebenso sgatsg
— Genossin, — Tochter,
niatsg
bukurilig
— Katze, — Freude
m.-r. jitse
ursganjg
Feminina auf
ebenso vngheo
— Backenzahn, purtseo — Ferkel
m.-r. steale, stele
hao, tyili
d-.r.
m.-r. Sale
kurao, kuroity
zug, zgli
sorg, surori
norg, nurori
zu suror%.
— Wolke,
— Schwiegertochter
bat ndrur%.
ramg, ramuri
Einige Feminina bilden den Plural auf
vali, voliuri
yxrburi
— Kraut;
— Thai, Bach;
prahti, pros' turi
— Schleuder.
— Zweig;
jarbg,
ts, i
Die Neutra haben im PL
2) g,
vorausgeht, 3) ur%.
sind meist dieselben, wie anderwarts.
1) skant,
skamne
dxeddxite
thithgare
idzete
pitsore
zest, xesti
dedxete, deSte
piih&r, pithgari
pithoare
QOSl
nodurj
pulm, pulmi
ninel, nineli
kiept,
kiepts
kiepii
arbet, arbeti
— Kiicken
lemn, lemni
thelik, ihelixi
— Dachbalken
2) spik, spitsg
ark, artsg
spikurj.
burikuri buritse
burik, buritsg
buritse
buburek, buburetsg -- Niere
mustdk, mustatsg
kqntik, kgntitsg
mustgtsi
mustgts
kuntitse
ggrnuts, ggrnutsg
ungliu, unglig
kglkqinj,,
— Kornchen
d.•r. gropi
kuntethe
ungi{
kglkuje
ungl%e
kglkiinie
kglkganjg
3) grop, grobur%
timp, timpurj.
dor, doruri
visurj.
timpurj.
i.-•r.
dorur%
kolkurj— Schenkel
drum, drumur%
kupirit, kupirituri
(koperihurj,)
simenat, simendturi
nor, noruri
sgmungturi
— Kalte,
noruri, nuori
(m.-r. arkgare, xiavrg).
Anmerkung 25. Beziiglich der Plurale auf tsg bemerke ich, da6 auch im D.-K. dialektisch tsg, sg, rg fur tse, se, re gesprochen wird. Ich habe dies im M.-R. nicht beobachtet, wohl aber werden im Norden (Monastir) samtliche Maskulina auf Its, nts, rts statt in % in g geendet, also: multsg, muntsg, portsg.
Die Maskulina haben im Sg. u wie im D.-R. und
I.-R., die
wie uberall.
steht 1%
vor dem das reduzierte
volltonend wird.
D.-R., I.-R. zeigen
l%i.
uom-u
odmini-li
odmini-i
om-lu (omul)
oaminl%i
omir-i
Sg. pork-u
portsi-li
pork-u
portU-i
fratsi'i
porku-lu (porkul)
portstyi
frate-le
frats-lii,
ports-i
Sg. frate-li
fratsi-li
fraslii
frats-i
Anmerkung 26. In Huma ist das / des Artikels noch horbar, aber mit sehr gutturaler Aussprache, die im Begriffe ist, sich im vorausgehenden u aufzulosen. Im M.-R. hort man meist om-lu, in Zagori omu-lu, in Malovista omu-l. —jermu-l, pangul, sokrul etc. hort man auf
weiterem Gebiete.
Die Feminina haben a im
Sg.,
im PL, wobei zu
vor a bewahrt wurde, und
tonend wird.
Sg. kasg, kasa
kase-le
m.-r, kas-a
kasa-a
kasi, kasili
Sg. noapti, noaptea
noapte-a
noptsi-le
?wapte-a
noptsi-li
nopte-a
nopte-le
noptSy noptsili
fokur% fokurili
fokuri-le
fokur[i]-le
fokur-le
masc. apu vor.
apg in der Bedeutung „Bach"
Kasusbildung.
w-Maskulina.
Sg. N. Ac.
domnili
G. d&mnului
V. domnuli
e-Maskulina.
PI. fratsili
frdteli
G. frdtelui
= lu frateli
fratelor
fratsilor
la frateli
la fratsili
fratsili
= frateli
a-Feminina.
ste\ua
PI. s^/i7i
ste/ulig
lu st$ua
stqlilor
/a ste]ua
la stelili
stelili
V. s^'wa
4) e-Feminina.
PI. mulierili
N. Ac. muliarea
G. muliarilig
= /w muliarea
mulierilcyr
la mulierili
muliarea
V. muljuri
mulierili
Der Genitiv wird gewohnlich durch lu mit dem artikulierten Nom. gebildet, wie im Istrischen, sehr selten auf lui, in welchem Falle nie a vorausgeht wie im M.-R. oder al etc. Das Femininum bietet lig fiir lie, cf. § 58. wie im D.-R.
Ijfii,
Der Dat. wird immer durch la gebildet, was bedingungsweise auch im D.-R. und M.-R. geschieht. Stuck V: 3. Der Vokativ wird wie im D.-R. gebildet.
fokuli, lupuliy pinuli etc.
Das M.-R. hat
Bildung ver(e
Fem.).
durch die slavische ersetzte
Auch im Meglen
Formen auf
Gebrauch: matso! sorof
Die Bildung auf
im Vok.
im D.-R. scheint im
Meglen nicht vorhanden zu
Anmerkung 28. Der Gen. kann dem regierenden Subst vorausz. B. la Domnului grop nach dem Grabe dcs Herrn.
1st das Subst.
mit dem unbestimmten Artikel oder
mit einem Adjekt. verbunden, so geschieht die Flexion immer
durch lu
den Gen.,
la fiir
den Dat.
Tahgl%g.
Eigennamen: Janku Gen. lu Jankglig;
l%o.
eine merkwiirdige Doppelbildung,
dann nach Art der Fern, auf
Dat. la Janka. Vok. Janku.
D.-R, lautet der Gen. lui Janku, im M.-R. a lui Janku oder
Ich hfttte auch noch eine Neubildung auf ta anfuhren konnen; da sich diese aber nur bei wenigen Substantiven findet, so schien es mir richtiger, sie bei den Adverbien § 138 unterzubringen.
eine Art Ablativ
AdjektiTum.
1) alp, albg;
ajJLp,
gros, groasg; gro$, grgasi.
2) verdi; vers.
3) nott,
noaug;
no%,
noaug
rgu, raug; rgil% rali.
d.-r. grey,,
greo; greHi, greli.
grea; gre% grele.
m.-r. greu, gre/ZQ; gre%y greale (grele).
grewuy gr$; grel%
Formen auf eale im Meglen, M.-R. und I.-R. Analogiebildungen zur Gruppe sieaug — steale sind, so hat man im Meglen und I.-R. aus dem Fern, eale ein Mask, eli gebildet. Diesen Adj. hat sich das Pron. poss. angeschlossen, das im Meglen und I.-R.
Die Verbindung des Adj. mit dem Subst. geschieht
wie im D.-R.
M.-R. macht
uomu tsela bunu, PI. odminili tselia bunil%. Im man einen Unterschied zwischen omlu atsel bun
Ersteres bedeutet allgemein „der gute
atsel bunlu.
Mann",
letzteres „ein bestimmter,
mir bekannter guter Mann". „Porkulu
ayrulu"
porkulu
Erzahlungen bekannte Wildschwein",
§ ,120.
Die Komparation geschieht durch mai, wie im
D.-R. und
wahrend das M.-R.
ma und kama
Die gebrauchlichsten Adjektiva:
klein, PI. minuts,
{mits
wird nur als Subst. „die
Jungen" gebraucht).
groB, Yl. rngtSkdls,
beifie)
mgr%.
— Jung, %uni — anrait —
daB wir
(muthku
bitgrn
— — supsor —
anvakgt
— bejahrt,
mghkdt
groBkornig.
vekliu
schwach, bukurds
Form macht
mir wahrscheinlicher,
mit einer Metathese aus „in~i-ra~tus",
— erkennen.) skgmp — — schon muhat unbekannt), urgt — ab— scheulich, nebun — haBlich, flgmunt — hungrig, — — stinkend, per6s — haarig, — — — geschickt, kgntdt — — — glubaf — dumm, hammert), uskdt — trocken, takut — schweigsam, ampera— — weiB, — negru — schwarz, — blau, lurekos — grun, roh — galbin — —
ngrlgitU
,reus" zu
thun haben, wie Miklosich
m.-r. ngrgit,
sgtui
bi§6s
serbitsus
fleiBig,
anvitsdt
gelehrt, Uiiit
skutsgt
spitz, thokuit
kastriert (ge-
kaiserlich,
gelb, verdi
glatt, serin
Das Meglen
neigt auf Seite des D.-R. durch die
Komparativbildung mit
munt, lurekds,
durch die Adj. bukords,
sgtul, flg-
die samtlich
dem M.-R.
tsints y hasi,
pretsi,
hapti,
ung, doi
doaug, tre% patru,
uopt, nQaug, xetsi; unspretsi, daospretsi, tres-
daozgts, tre%x6ts etc.
miljp.
des M.-R., o die des D.-R., I.-R.
Die Kontraktionen unspretsi
unsprethe,
wahrend M.-R. uspredzatse
daQZQts
in usparatse ktirzt.
das M.-R. jingits, I.-R. dvajzet.
dem d.-r. douxeihi, dagegen hat Auch hier kann man wie im
Istrischen haufig slavische Zahlen horen.
IV. puni
prima (invar.) der erste, auch prima lege du ihn zuerst.
prima %ug
vgltrk.
gebraucht auch das der
Sprache entnommene piHm: iou sam di
la skol%6
ich bin der erste in der Schule.
prima findet sich in keinem rum. Dialekte; da weder die umwohnenden Bulgaren, noch die Turken (ias Wort haben,
auch eine Einschleppung durch die griechische Schule ausgeschlossen
als ein echt
rum. betrachtet
primgvarg, prihier
tsqrts,
werden, das sich nur hier erhalten hat.
m.-r. primgvearg.)
m.-r. tsgrts in
dem Ausdrucke an
tsqrts
— vor zwei Jahren.
Andere Ordinalia
existieren nicht;
auch im M.-R. konnte
nur an wenig Orten das Vorkommen der von Bojadschi
gegebenen Formen
ich nirgends fand.
mit Ausnahme von primlu, das
ori" also mit
klSrt habe.
Anmerkung 31. „Um drei Uhr" wird im Meglen mit „la dem artikulierten Kardinale ubersetzt. Im M.-R.
es „tu treili",
ich mit zu ergftnzendem ore (ori oder sghgts) erp. 75.
Olympo - Walachen
Dazu bemerkt
Tiktin, Lt.
rom. Ph. 12. 464, es
sei offenbar
der m&nnliche Artikel Sg.
vgl. d.-r. y,n al optulea tsas.
Ich mochte nur gem wissen, welches Mask, zu erg&nzen w&re. ihas ist unbekannt und garg und sghate sind fem. Es besteht kein Zweifel, dafi wir es mit einer Nachbildung des gr. v eig rag Tqeig" zu thun haben.
Distributivum.
tre%
ebenso im
D.-R. und M.-R.
an %ug
or% kgti
patru fak daospretsi.
dgaug
immer satzunbetont, kann daher
g be-
Die in §§ 124, 125 angefuhrten Formen nahern
Personale konj.
tu 5)
a-ts, St, s,
Sg. N. jpu 1)
D. a-n% 2)
la*)
N. noi D. na 3) A. na s)
va 3) va
lia*)
1) iou gleich d.-r., i.-r. ieu, iou im Westeii und Siiden.
mine im Norden,
ieu, igu,
%o, m.-r.
ats, al% sind dem Meglen eigen; d.-r. um% mi, i.-r. m%i, Die Meta these st fiir ts habe ich im M.-R. nicht beobachtet. ich gebe dir es nicht. Die Abschleifung zu s, resp. % nu-st-la dau ist auf dem ganzen Gebiete gebr&uchlich.
m.-r. nii.
Die Dative na,
va, fo.stehen d.-r. ne, vg,
m.-r. ng, vg,
ne, ve,
gegeniiber, denen sich auch die Ac.
na, va anschlieBen,
den andern Dialekten gleich lauten.
der Ac. Sg.
tya fur d.-r. ul,
m.-r. lu (ul) lit }
aus ng,
vg, Ig (ul),
Die Formen auf a: na, va, la> l%a entstanden a, es sind Neubildungen des Meglen, keinestine vollstandig
wegs Formen,
5) tu ist
die den iibrigen Dialekten lautlich entsprechen.
im M.-R. zu Gunsten von
geschwunden,
sich ieu erhalten hat.
Boj. giebt tu an.
Pers. absol.
Pers. konj., der
lautet mini,
tini, %el, ja, der
G. wird durch
der D. durch la mit
Formen wie
des Pron. konj.
Pron. poss. wieder,
noug, voug sind geschwunden.
Pron. reflex.
m.-r. Sg, sg,
III. Pers.,
B. tatg-su la lat-au ku
das Pron. pers. der
Vater hat ihn
ku ngsu.
Dieses ngsic wird im M.-R. nicht nur als Reflex., sondern ganz
gewohnlich als Personale der III. Pers. gebraucht.
Zuweilen wird das Fem. ag
als Neutr. ge-
braucht, was ich auch im M.-R. und Albanesischen beobachtet habe.
ich habe es gethan. St. I. li-u dedi la kgini fat schlug den Hund; im M.-R. sagt man: au deadi pisti kapu schlug auf den Kopf. au htiu ich weiB es, etc.
— — er
Regel, das Obj. durch das Pron. vor
dem Verbum
kiinden, wie im Big., Alb., weniger im M.-R. und Neugriechischen.
Possessivuin.
meu, m%, me$% meli
tg%li,
su, sa;
sejlj,
sali (lui).
nostru, ngastrg; nohtri, ngas'tri.
vostru, vgastrg; vohtri, vgaMri.
lor ; lor.
wieder: meli,
me%l%,
sel%.
tgili,
Ngas'tri, vgastri
stimmt auch nur mit dem Istrischen
^in, die
anderen Dialekte haben noastre resp. anoastre
Die Anwendung des Poss.
iiberall gleich;
men, aber in der dritten Person
fratesu,
Die Uinschreibungen mit
lor sind ge-
Demonstrativum.
tsesta; tsiMa,
tsehti.
tsista,
tsela,
tsistuja; tsistora.
ts%;
tselia,
tseli.
G. D. tseluia;
ts%,
tselora.
Ubereinstimmung mit dem Istrischen: Auch mit dem D.-R. zeigt sich inniger Zusammenhang, da auch dort die Formen mit nachgestelltem a haufig sind: atsela, atselu%a. Das M.-R. weicht ab; es kennt
woftir aistu (aestu) in
(auch in der
Moldau), noch die Formen auf
Relativum, Interrogativum.
iiberall
Letzteres wird auch
neben kare
doch meist
Indefinitum.
3. nitsi
— jemand; we-un; tsiUiukare — irgend jemand; un — niemand;
nits-ur; m.-r.
m.-r. tsuMukare.
vgrun nu, seltener
nitsi un.
12. lalant,
— etwas = und Das — xug — saki sfakg — jeder; — — ganz, — im M.-R. niMikqts — kgta — kgta; — kuL — anderer;
jeder, i
taglich; d.-r. fie-kare; m.-r. ka&e.
(slav.).
solcher;
atare; m.-r. ahtare.
tots, toati
einige; m.-r. neskgnts.
atut; m.-r. ahut.
wieviel;
d.-r. glalt; (i.-r. at); m.-r.
alantu.
Das Meglen zeigt Ubereinstiminung mit dem I.-R. in 6, 10, mit dem D.-R. in 5, 7, mit dem M.-R. in 2, 9, mit dem D.-R. und M.-R. in 12, mit dem I.-R. und M.-R. in 4. In 1, 3, 8,
alle uberein.
Selbstandig zeigt sich das Meglen in den
des Personale,
ganz eng verbunden mit dem Istrischen durch
des Possessivums, Demonstrativums
und kgta
das sich nur in diesen beiden Dialekten
besonders aber in
des D.-R.
Adrerbia.
Das Adv.
bine wird nur in wenigen
jfis",
gebraucht: bine vents, bine afla% bine
sonst wird es durch
4. kgtelin
— kgterqu — —
was ich anderwarts nicht beobachtet habe. schnell, eilig, m.-r. ku jie; i.-r. vreda.
kgtinel;
ngadale alb.
und pay ale gr.; i.-r. pomalo si. 5. ung H ung im Nu.
din ding oarg
preuna
— zusammen; umpreung; aVminterea; l%umintrea — anders; multu; mult — bun ma% bun — ganz
einem Mai.
m.-r. de
m.-r. al%umtra.
sehr; d.-r. foarte; m.-r.
vorziiglich St. III.
— sa— nur ma$. nuniai; groB; aha kgta mare — mare; ahut mare; kgta mare, kahi — — ha aha; — = = na — 15 dip de gar %undi — wo; wide; iu; Quve), diundi — woher; denude; diu; ud — and; — akolea; nginte — ngpoi — nuntru — drinnen. ngfarg — drauBen; afarg; ngfoarg; 24. din zur — ringsum. — unten; zos — oben. 26. sus dinkoa — dinkoathe; — proapi — nahe. — geradeaus. — 31. — — anderswo. — warm; kgn kundu; tynd; 35. kmo, motsi (Kupa) — akmu; amu; kmo. ankg — noch. — 37. — damals, dann. napkum — dann, 40. prima — 41. mqnka — 42. vakqt — langem. 43. an timp —
il, tuku 12.
big.; d.-r. m.-r.
13. ka,
so, ja; d.-r.
m.-r. ahi, ahitse, akhitsine;
hier; d.-r. aitty; m.-r.
ansfaj,
19. kola
akloftsej;
far%.
(anzos)
m.-r. ngjps, ngjes.
(ansus)
diesseits;
m.-r. y,nkoa.
28. detsindea
jenseits;
dethindea;
m.-r. dindparte.
30. dirept
dir^pta
links big.;
la sty,nga, m.-r. la styngg.
33. l%urea 34.
kgnt.
m.-r. tora,
38. tuntsea
big.;
pokle.
friiher.
— vorgestern; aoaltadz; 47. mgini — morgen. 48. pojmoini — ubermorgen. 49. pustalantg — — am Abend, dimnqsta — am Morgen, 50. Auf moptista — am folgenden Tage, jarnata im Winter. — warum; 51.
46. odltari
45. jer%
— heute;
m.-r. azg, cistgdzg, dstgndzg;
astes.
alaltgier%;
iiberuberinorgen.
ta: strata
kQtsi
kgtty; m.-r. kgtse;
Selbstandig zeigt sich das Meglen ganz besonders in
3, 40, 49, 50, weniger in 1, 5, 6, 10, 11, 15 b, 32, 41, 42,
Bildung wie im D.-R. und I.-R, die Form
mit letzterem hat es nur
wie im M.-R.;
24 ausschlieBlich gemein, mit
12, 39, mit
dem D.-R.
51, mit
D.-R. und I.-R. 14, 17,
TJbereinstimmung auf dem ganzen Gebiete, doch
als auf Seite des M.-R. steht.
verkennen, daB das Meglen mehr auf Seite des D.-R. und
Prapositionen.
frikg
— Ballen aus Schnee; — aus Furcht; — wegen der Kalte, durch Kalte. din — aus din und din %wrdi — um herum. — aus diesem Grunde. dintru — von. an — nach; yn; a kasg — zu Hause. %-dusi kasg — ging nach Hause. Die Weglassung der Prap. a fand auch im B. me lasdt-aw kasa — haben mich nach Hause — nach, an; ku — mit; forgdi — ohne. — zu Pferd; an&ur pri domnu — ich schwore pri
§ 140. di
aus, von; tophi dingo
di frik
(ortlich);
m.-r. y,n, tu.
Istrischen wieder,
pristi noapti
(m.-r. pisti;
— auf — mitten prin pgzgriUi —
peste);
den Markt hin;
— durch
den Kamin hindurch.
= pri
angg mini
— neben
langg vali
— langs
lungg; m.-r. ningg.
Anmerkung. angg
ingg resp. angg bildete.
eine Neubildung aus pringg, woraus
sup n%ua
dem Schnee;
m.-r. sub,
suptu, suntu.
— gegen, — pqnan — pgnla — pgndi —
suprg, disuprg
hinter; d.-r. dupg;
bis (zeitlich).
dup%; m.-r. dipu, dupg.
bis (ortlich). bis (ungefahr).
Die Prapositionen sind
In der Form abweichend
Istrischen (D.-R.?) die
kutru, dupu, an, in der Bildung
Weglassung von a bei kasg gemein
Das im M.-R.
so haufige tu, tru
standig, ebensowenig ditu
findet sich nicht selbst-
Koiijunktionen.
m.-r. kara.
— sowohl 142. H — und; H auch. — weder noch. dar; ma, ama; ma, ama — aber; ma. — daB daB kasi — daB, damit; ka sg; — wenn (aku gebrauchlicher) dakg; — ohne daB; pqn — daB. — wie auch kakum ka — denn, daB; kg; kg; kgn — wahrend.
(folg.),
(Absicht).
m.-r. ta si, trisi(kasg).
big. ist
fgrg si
1) wie,
weil; 3)
d.-r. ka,
tetg-sa.
an Konj. ebenso arm, wie das
Istrische; ka
fur die verschiedensten Verhaltnisse herhalten:
%-vini, xisi f$a,
vgmpiru
ka veru{d, ka-je
s-f$si ngdptea,
nur, sagte das
Abend wurde etc.
St. II.
144. Neubildungen sind nicht vorhanden;
karasi steht das bulgarische aku
m.-r. kara,
dakg,
gegeniiber.
"Ober tna, ama, ebenso im M.-R. bin ich nicht im Zweifel, daB
wir es mit einem Lehnwort
tiirk.
(auch bulg.)
rnaj,
zu thun haben, und nicht mit
wiagis,
das hier durch
Beim M.-R. kann auch das alb. und neugr. mitgewirkt haben, im Istrischen das ital. ma,
kglkari
vidqri
zitsiri
durmiri
kglkafrej
xithere
(dxitseare)
durnj/ire
m.-r. kglkare
purtd
xitse
D.-R. und I.-R. stimmen formell und auch im Gebrauche
uberein,
wahrend das Meglen und das M.-R.
zwar formell
des D.-R. anschlieBen, im Gebrauche aber
Infinitiv nicht
In beiden kann der
nach Hilfsverben
(big.
auf den substantivischen Gebrauch be-
EinfluB).
noch haufiger finden
Immerhin kann man ihn im Meglen im M.-R.
periri uq trimqsi
dila viniri primaverelig
Friihlings.
bung prividgri
— um umzukommen schickte — auf das Kommen des
gliickliches
d.-r. la
gewohnliche Abschiedsformel
„Ich kann nicht
revedere; m.-r. s-ne vedem.
sg jin;
kommen" heiBt im Meglen: nu pot si nu pot veni; i.-r. nu pok vin.
IV. dorm
Prasens Ind.
III. zik
doarmi
kalkg
kglkqm
kglkdts
videts
zitsim
zitsets
durmim
durmits
IV. herrscht iJbereinstimmung auf dem ganzeu
g, ves fur vez, vedz etc.
abgesehen von den lautlichen Veranderungen wie p Aber in III. in der 1. und 2. PL
Meglen und D.-R. stammbetont: imzim, bdtim, vindim etc., wahrend I.-R. und M.-R. sich der Betonung der II. angeschlossen haben: undzem, bgtem, vind&m, ein Vorgang der sich im M.-R. auch in den schwankenden Formen des Infinitivs
zeigt: arudere
aridedre, bdtere
bgtedre etc.
Prasens Konj.
Nur Form auf
kalkg, vedg,
zikg,
doarmg, ebenso im M.-R.
D.-R. zeigt die
Konjugation noch eine Endung
die iibrigen
der Konj. bis
auf geringe Spuren
wie anderwarts,
Unkasi,
gewiBheit, Absicht auszudriicken, also namentlich nach
in Relativsatzen: xia
ajbg bidiiklii
rCy a pas
d'homme qui
pas de poux.
Das Meglen stimmt im wesentlichen mit dem D.-R. iiberin der I. und III. haben wir die III. Sg. Pras., in der
die II. Sg.,
IV. bald die
II. Sg.,
bald die III. Sg.
Sg. Pras.
II. Prs.,
Prasens.
Das M.-R. bevorzugt
immer die Umschreibung mit
III. Prs.
die III. Prs. Sg. angewandt, selten aber
die II. Sg.
Vereinzelt haben sich alte
aa.-r.
st oi
f9 fg
konnte auch durch das
big. stoi beeinflufit
„sta u hinweist. ielg bulg. wfihrend das Istrische stg auf stg gewohnlich fiir vino (d.-r., m.-r., i.-r.). Beim verneinten Imper.
wie im D.-E. der
Infinitiv stehen:
fa oder si
kglkdm
kglkdi
vidqm
vidqi
kglkd
vidfyn
vid{ts
kglkdu
vidqu
Wie vid$m
(durm(m).
gebt aucb hgt{m (duts$m, fatsgm) und vinqm
Die Formen auf %m, hervorgegangen aus edm cf. §§ 54, 160 sind Neubildungen, denen sich auch die Verba der IV. angeschlossen haben. Hervorzuheben ist, dafi das Meglen das u in der III. Prs. PL bewahrt hat, wie im D.-R., wahrend es im M.-R. geschwunden ist; kglkd gegeniiber kglkau. Das Istrische
geht seine eigenen, ganz abweichenden Wege: kglk^ia, vidfya
kglkds'
zih"
IV. durmfy
ziseh
durrmk
durmim.
kglkgm
vizuts
zisits
kglkara
durmira
II. Prs.
Selbstandig zeigt sich das Meglen in der
eingedrungen sind, wahrend M.-R. und fruher
auch D.-R. Formen auf
kglkdt etc.,
ra, aus rg hervorgegangen, wie
einigen Dorfarn noch spricht.
Anmerkung 36. Offenbar hatte der p-Laut in der Nachbarschaft von r noch so viel von seiner ursprunglichen a-Artikulation bewahrt, denn wir haben es mit Plusquamperfektformen {-rant und nicht -runt) zu thun, da6 er in der Periode, wo die gedeckten Kehllaute zu schwinden begannen (o fur y) zu reinem a werden konnte.
tgkuj,
Verba der
hezuj,
perdiij,
tsgsui.
wie bgtui, vindui, kriskui,
Die s-Praterita sind gut erhalten, haben auch
andere in ihren Kreis gezogen: arh, ankl%is, dauh, „adauxi"9
(m.-r. adapSu), du§, fe$, frip§, fron§, ier§ („ferbui"), kop§, les („elegi")>
mer§, plonS, pu§, spu§, ros, rgmd§, spars, stinh, string,
nnh, utsxh, vinh, zi&, zunh.
tors', turih,
D.-R. sind obige
im M.-R. haben
arhu, arsu,
und zwar unter den
II. Prs. Sg. ist
im Meglen immer
flexionsbetont,
M.-R. (auf
dem Olymp und
arupsiS,
in Za/ori) finden sich
stammbetonte
aumphik, drhih gegeniiber rupse§, unseh>
im Meglen.
„veni"
Flexion iibergegangen
bewahrt hat mnj,
im Meglen, wie im D.-R. in die schwache venij, venira, wahrend M.-R. die starke
vinirg.
„dedi" flektiert:
dides, dedi, dedim, dedits, dedira.
m.-r. dedu, dides,
deade, dedim, deditti, dedirg.
— Aor. — Aor. ampljai, spar — erschrecke, Aor. spgru%
speie,
oder dedu, deddih, dedde, deddim, dedditU, deddirg.
skupii, m.-r. askukjai, d.-v.skuipai, skujpi^
ampliu
umplu%
wmplui
m.-r. aspgrd\, d.-r. spgria%
Participium Perf. Pass.
kglkdt
III. zis
IV. durmit
Ebenso im D.-R. und
das M.-R.
g: kglkdtg, vgdzutg, dzgssg, durmitg.
Ein etymologischer Grund
sovvenig vorhanden, wie
ist fur dieses g ebendas dialektische -org (fosigrg) im D.-R*
Die meisten der s-Praterita bilden auch das Part.
ankliis etc.
oder haben Doppel-
%ert
m.-r. rupto
Xertg
adj. strimt
fgkut
strympt
strumt% strimtU
strumtg
friimtH
adj. front
(frum)
frumtg
friptg
plumtg
adj. aleptu,
verb, alesg
spars, spart
(pisiit)
skridtg
skris (skriat Banat)
D.-R. und I.-R. kann das Hilfsverbum nachge-
werden, ein Gebrauch, den ich im M.-R.
kglkat-am, ebenso d.-r."und
i.-r.;
kglkatg.
man im Gesprach
Perfektum mit sam, was ich meist
Analogiebildung zu
Immerhin konnen einzelne Verba, wenn das Resultat einer Handlung hervorgehoben werden soil, mit „sam" verbunden werden: St. V. pinu ra kriskut Die Fichte war gewachsen (als er sie wiedersah, und nicht, wahrend er fort war).
Natur war.
Ahnliches im M.-R.: noi avem venitg and de mult kero
Wir sind vor langer Zeit hierhergekommen Lwnga wir stammen von Lunga.
noi X^
venits din
Plusquamperfektum.
AuBer dem oben angefuhrten „ra kriskut kann ich kein Plusquampf. anfuhren. Es wird ersetzt durch den Aorist und
das Perf.
M.-R. kann
sehr gut sagen „aveam kglkatg"
im D.-R. kglkasem.
wird es meist durch das Perf. oder bei wiederdie
Handlung durch
Neubildung kglkavejt-am
Das Meglen weicht ab von den
D.-R. und I.-R. bildet
iibrigen Dialekten.
das Fut. durch vo%
durch va sg
Konj. im Norden, durch va
im M.-R. Konj. im Siiden;
+ Inf.,
im Meglen durch si Konj. AnmerkuDg 38. Wir haben
als Slteste
Vertretung fur das Futurum
anzunehmen, das sich im D.-R. (wenn auch in geschw&chter Form) und im I.-R. erhalten hat. Als im Siiden des Gebietes durch big. EinfluB der Gebrauch des Inf. im Abnehmen begriffen war, gewann die Ausdrucksweise mit der Konjunktion sg und dem Konjunktiv die Oberhand: voi sg fakU, vre% sg fats, va sg fakg etc. Durch das Eindringen der III. Prs. Sg. entstand die im Norden gebrauchliche Ausdrucksweise va s-fakfi, im Siiden durch griechischen EinfluB va fakU = &a xa{t(o. Im Meglen, wo man im Gegensatze zum M.-R. das Fut. haufig durch das Pras., wie im Big. ersetzt, hat man sich mit der Konj. si begniigt, ahnlich wie im Big., wo man kio nicht als Verbum empfindet. Im Alb. (Elbassan) richtet man sich nach dem Anlaut des Verbums, vor Vokalen wird tg erhalten, vor Dentalen f&llt es immer, vor anderenKonsonanten nach Belieben do t-ap; do kam (do 1g kam)\ do thel
Er wird wie im
Big. durch das Imperf. ersetzt:
ako v$m pari, ag kumpgrdm kasa. ako da imah pari,
kupvah kgk(ata.
dakg aveam ban{, kumpgram kasa;
kara s-avedm pardts, vream sg kump&rdm kasa.
oder dakg ah avea ban% ah kumpgra kasa.
pines',
kumpgra
Verba der IV. Konj. auf Zischlaut oder fremde
Verba der IV. Konj. auf r haben infolge des Lautgesetzes § 60 Das Imperf. lautet auf am, urspninglich ihre eigne Flexion. iam, und beweist, daB die Formen auf $m Neubildungen sind, die erst dann eingetreten sind, als * bereits von dem vorausgehenden Zischlaute aufgenommen war.
(iizori?)
„audire".
Pr. ut
Aor. uzq{
P. P. uzqt
uzqh
uzqts
uzqra
%es9 %eh, ehi,
bi&ij..
isqm,
ihqts, ies.
Impf. team.
ihqi,
i$qt, m.-r. insitg.
umor Impf. umr dm. Aor. umrqi,
P. P. umrqt.
im D.-K.
Impf. omoram, Aor. omoruj,, P. P. omorut.
omorum, Ebenso die Verba
auf Zischlaute, wenigstens in der Moldau: auzu%
uzqi, auzut
uzgt.
M.-K. dagegen meist avdzi%, avdzitg, doch auch
im Norden avdzui, avdzutg.
serbes"
Inchoativa.
arbeite, Impf. serb$m 9 Aor. serbii, P. P. serbit
Imperat. serb%
serbits
staune,
wirre, pgstres
anvgrtes
— — schale,
anraes
iiberlege,
reinige, pisies
mi pothudes — — mische, desmintes — — me anluMs — werde mi ubides — suche, zggrpes — — breche mich,
— werde
zerreiBe,
2) ankglzqs
— erwarme,
Impf. ankglzdm, Aor. arikglzq%
P. P. ankglzqt
Konj. ankglzeskg
futsqs
ich schnarche,
silts' qs
mi dismorqs
— ruhe
ich drehe, walze,
ampgr-
Die zweite Klasse der Inchoativa entspricht dem
(Moldau) unkglxgsk, urgsk.
(presku)
M.-K. haben die r-Stamme
mache mich groB. Einige Verba fremder Herkunffc zeigen im Norden (Monastir) g: zburgsku spreche, urgsku hasse. Auf dem Olymp und im Suden sagt man: spuresku. (Ich habe Olymp.- Wal. 40 wahrscheinlich falschlich
— mgresku —
gresku
— spreche
muntresku
nehme wahr,
— schaue upgresku —
hin, buresku
verbriihe,
sburesku geschrieben.)
Die Verba auf
es (gs)
friiher die
esku gehabt und sind nicht etwa durch Mischung der Verba auf edxu entstanden, deren Endung lautlich auch zu es werden muBte. Wir haben es mit dem Abfall des k zu thun, das im Konjunktiv fserbeskg)
wiedererscheint.
fur j&kt% entsprechend
fiir serbes'ti
weist darauf hin, ferner der Konj. %es
m.-r. iesku
Verba auf ex
-edxu, -ets) sind wie
geschwunden oder
Konj. iibergegangen
bates Impf. batesdm.
krhtesk.
batesdi, d.-r. bgtex, m.-r. bgtedxti, pgtets,
(serbesj,
1) Pr. Ind.
lukrex, m.-r. lukredxti,
„esse".
d.-r. sy,nt
sam, sgm
m.-r. esku,
<*&>
suntets
suntu, suntu
gar vier sgm,
sich das 2) Pr.
sind drei slav.
Formen: sam,
gsmo,
In im,
Meglen auf
(fijen)
(fijets)
Xibg
I.-R. dienen
wird nur als Konj. resp. Fut. benutzt, es entspricht
m.-r. esku.
Die eingeklammerten Formen des
als Imperativ.
d.-r. fie,
wahrend M.-R. eine Anavon Mm.
logiebildung zu
3) Impf.
zeigt: /ibg, cf. htibg
{eram
%era%
fijeja
\eram
{erats
fij&an
fij&ats
Das Meglen ist selbstandig, indem es e fallen lafit, schlieBt dem D.-R. an in ran; das I.-R. zeigt Neubildung.
4) Aorist: fu%, fus", fu, fum, futs, fura zeigt die Neubilfuts
m.-r. futti).
hat den Aorist
5) P. P.
fost, d.-r. fost, m.-r. futg, i.-r.
Nur das M.-R.
„habere".
Impf. vem
Aor. vu%
P. P. vut
vu§
Konj. a%bg
das Istrische
wie das Meglen die
ohne anlautendes a: ren
= vem,
= vets,
v$ja
= vut
= m.-r.
avutg.
Perf. bedient
sich der kurzeren
au wie D.-R.
vut-au
dagegen im M.-R. meist
gehabt;
avut-a;
m.-r. are
avutg;
vut-aw.
Reflexivum.
mi bukur
bukur%
bukurg
na bukurgm
va bukurdts
Wort geschwunden, ebenso mi
jpu ats
— — ich
Auf dem ganzen
Gebiete dient das Reflexivum
zugleich als Passivum.
mgtsing grgnu
Weizen gemahlen war.
Impersonalia.
merzi ploaio
da ploaje
da neo (grindini)
fatsi frik
fatsi koloari
ie frig je
da neao
triskuteSti
trebujas'ti
fuldzerg
askapirg
prinde, lipseah'te
se veade
si fatsi
tfbersicht der Zeiten.
(portari)
(portando)
Part. P. portal
portdt
portundalui
portatg
portfu]
portaveja
portdm
porta%
portat-am
portavejt-am
voi porta voi fost porta
aveam portatg
va-s-portu
vo% porta
fi portdt
Fut. Konj.
portarim
ah% porta
portdr
res porta res fost porta
Kond. Kond.
mea[m]s-port u
armsten, das L-R.
In der Entwickelung der Zeiten
auffallend durch seine Neubildungen,
doch rauB hervorgehoben werden, daB das Perfektum zugleich
als Aor.,
Plusquamperf. und zuweilen auch als Imperf. dient,
portavtya, portav^t-am
dienen wesentlich zur Be-
zeichnung der wiederholten Handlung.
Das Fut. wird im Meglen meist durch das Pras. ersetzt, Kond. immer durch das Imperf. Ich konnte keine Spur der des Ger. entdeken, das im Siiden des M.-R. sehr haufig angewandt wird; doch siehe kurqn eilig.
WORTSCHATZ DES MEGLEN.
Wir haben im Laufe dem D.-R. gemein
unserer Betrachtung eine
ganze Anzahl Worter kennen gelernt,
schlieBlich mit
das Meglen aussolche, die es
dem M.-R. gemein
sprungs durch fremde Worter ersetzt worden sind oder manch-
einem kleinen Gebiete oder selbst nur in einem
Dorfe bewahrt haben, wir auch kein
valliotis besitzen
habe in Ochridha ein groBeres Manudieses Jahrhunderts entdeckt,
skript aus
dem Anfange
Bearbeitung ich noch nicht herangetreten bin
in erster Linie unser
so miissen wir
diejenigen Begriffe richten,
anschlieBt.
im M.-R. und D.-R. abweichende Worter finden, welchem von beiden Dialekten sich das Meglen
ihrer Stelle behandelt
Ich berucksichtige nur die Substantiva und Verba,
ich die anderen Redeteile bereits
Die Liste kann naturlich keinen Anspruch auf Voll-
standigkeit machen.
denen das Meglen
dem D.-R. ubereinstimmt, wahrend das M.-R. einen andern Stamm zeigt. Ich stelle diese Gruppe in den Vordergrund, weil sie am auffalligsten den innigen Zusammenhang zwischen
— schicke — pimint — Boden nas — Nase
D.-R. und Meglen
m.-r. pitreku
vatgm
utsld
pgmunt
pgmlnt
— Nasenloch — Mund — Kalte — Fieber — Gehirn, Verstand Jahr Ump — gdurg — Loch — verstehe nurngr — zahle
gurg m.-r. gurg
arkoare
frigurj.
frigurj,
Xiavrg
kriei
kreer% minte
mgdug, minte
(kero,
gdurg
vaht)
dukesku
guvg {gavrg Asprop.)
(Alb.),
antseleg
untseleg
denen Meglen und D.-R.
Rumanische Worter,
— Kuchen vink — mich mi bukur — mi rok — skimp — wechsele Baumbliite (Blume) — pisg (Tsernareka)— Katze drum — Weg — verges — Tier nalbg — Malve pqdikg — Hindernis pgstres — aufbewahren urmg — FuBsohle semt — Zeichen kurqn —
plgptsindg
iibereinstimmen, wahrend das M.-R. ein
nikisesku
n%-e
plgtUndg m.-r. pitg
y,nving
me bukur me rog
haraug
pgrgklgsesku (rog - bete)
aleksesku
arxlnt
ardiint
pisikg
kale (lat.)
aggrs'esku
uljAt
prgvdu
(w^Grebena)
nalbg
peadekg
Narbe ku jie
(bilek)
(kury,nd Alb.)
peritsuni- Abnehmen des
§ 173. III.
Fremde Elemente,
Meglen und D.-R.
— Greis — po%atg —
mo§
trgjes
gemeinsam haben, wahrend M.-R. abweicht.
pgtsesku
po%atg
sfgrsit
— — Wetter — Feuchtigkeit babg — Groflmutter — Arznei — SpieB — Spiegel vrgptMn —
sfursit
m.-r. askapatU
umiditate? Neveska
tsapg Mol.
jdlie
oglindalg
oglindg
pdsere
weicht ab: puskg — — Freund,
furtati
— Monat, lung; — Freund), Gast, Brautfuhrer gewohnlich buburek — Niere; rgrunk%U; rao — araug Neveska buburek, — Tochter, rnaskur — brumq; zburgsku, mannlich, Schwein; xburgs — spreche, — Warme; vorbesku;
Essig, d.-r. otset;
IV. Meglen und M.-R. stimmen uberein,
(oaspe
prietin;
arnikliu,
il{g
m.-r. %ilie, d.-r. fiikg;
kgloari
m.-r. kgrgari, d.-r., m.-r. kgldurg.
V. Elemente, in denen das Meglen vorztiglich mit
ubereinstimmt:
dem Istrischen domn Gott
— kuljp — Nest skant — Stuhl mgrikg — Muhe
flgmunt
kul%ib
ku#>
dumnidzeu
ku$b[ar]
skamnu
monk%
hlgmunt
munkg
flgmund
kgtiin,
hungrjg
— Sieb — Paradies — Dorf rgpg — Stein — vergesse
kgtiin
iU%it
kgtun
— (Fels, Anhohe) kjatrg
aggrhesku
1) serbes
VI. Elemente, die nur im Meglen vorkommen:
arbeite;
Purzelbaum); urdini
— Reihe,
tumbg
scheint nicht direkt mit m.-r.,
urdin vrb. zusammenzuhangen
lat.?
zuerst; krgblg
In der Bildung abweichend sind: bunitati, m.-r. buniapgr; ninel,
d.-r. inel, m.-r.
tedtse; dqpgr, m.-r., d.-r.
nel; mastik
— mische;
— kaue,
bewirte,
mische, m.-r. ameastikU
mutSku,
m.-r. 7nusku.
— — blende.
— Fleisch stimnes da$ — Spiellammchen oder Woher? &anfl(6vco) — Widder und denke an den zu 213. von de§a Aor; dahiru — Liebling Stamm „da§"
friihstucke, m.-r. ngustedz
(ngr.
3) gustes
koste, m.-r., d.-r. gustu
fresse; bibg
bei Boj.
Besonders zahlreich sind die slavischen Elemente
Meglen eingedrungen und zwar weit mehr noch, als in Ljumnitsa.
den kleineren Dorfern
des Slavischen resp. Makedo-Bulgarischen sind auch eine ganze
Worter den Walachen gelaufig geworden.
tuldriMi
(si.?
— zu Mittag — schreibe — glaube kuptH — Schnalle zobi — Futter — Riicken liutemk — Nacken dedo — GroBvater — Tante putso, putkg — Scham ravnik — Ebene. (Diese Form Maked. ramng.) — Krug stomng, kolk — Oberschenkel — Kotkehlchen Nachtigall) — Schmetterling
verujes
In Serbien ein Dorf „Tulari u
ma-nnl., weibl.
ostbulg., in
stomnits'kg
(si.?)
slovej
— — Schlussel usng — Lippe remi — Unwohlsein — Onkel — Schwester dodg Mlkg — Schildkrote — Glas — Storch — Schwalbe
v ikies
— suche — rufe
vujpcg
saris' i
lastgvitsg
piperiigg
— Maulbeerbaum
Pite, Stojp,
Die onomatopoetischen Worter „grap", „kau", „kukuriku" sind wie im Slavischen, ebenso die Vornamen: Bude, Dutsu y
Dzedzu, Diipu, Gono, Marko, Mirtse, Moska, Mure,
Vothi;
Donu, Kanu, Maru. Nedu,
Tusu,
scheint mir das bulg.-tiirk. biba
dieses Vogels ist sehr beliebt.
— Truthenne
Die slavischen Vorsilben %a, pri sind haufig auch iu Verbelle, zgkdts bindung mit rum. Wortern getreten: zglatgr Die tiirkischen Worter sehe wieder etc. ergreife, prived
tyngie
pikises
— — Kraft, und —
Feldfriichte,
Steigbiigel, koldn
verstehe), kinises
— Heimat, sindufy — — Gurt, kimer — kuvet — — griechischen miruses — akikgsesku — pikds — vermute, — mache mich pustanes — und
mimliket
rieche, arises
gefalle,
ermiide,
andere sind auch im Mak.-Bulg. gebrauchlich.
Die Resultate des zweiten Telles sind folgende: Im Lautstande zeigt das Meglen eine Vermin§ 178. derung gegeniiber den iibrigen Dialekten, namentlich dem M.-R. Hat letzteres durch griech. und alban. EinfluB an Lauten zugenommen, so hat das Meglen durch bulg. EinfluB
eingebiifit.
Im Vokalismus
Eigenheiten durch den Laut
1) zeigt es
lautendes ig 49, Abfall des anlautenden a 50, 51, g aus e 57,
(49), e
59, uo Anlaut 63.
epithetisches a 52,
2) schlieBt sich
dem D.-R. an durch
(iuni) 66,
Behandlung von auslautendem u 67,
e erhalten
mi 69.
3) schlieBt sich
4) schlieBt
dem M.-R. an durch dem I.-R. an durch
epithetisches
nach p im Auslaut 62.
durch die Behandlung von
1) zeigt
79, stimmhafte Kons. im Auslaute werden
stimmlos 83,
im Auslaute 84, p vor
h-u 97.
vi-gi 95, fi-%i-i 96,
dem D.-R. an durch Schwinden von / beim pi b% 85, nct-nt 91, j-£ 93, vi 94. 3) schlieBt sich dem M.-R. an durch r bewahrt 70, 1% 71, ella^o 73, n% 75, m{% n{ 78, k-ts 87, doch siehe Anmerk. 5. 4) schlieBt sich dem I.-R. an durch 1% 71, skant 79,
Artikel 74,
11, d-z 82,
d-z 82, fyept 86, g-z 92.
es Eigenheiten
durch Plur. auf g bei
116, Stellung des Gen.
105, 108.
Hi im PL 109, apu Anmerk.
27, Gen. auf
116, Dat. 115.
Eigennamen 117, Pron.
pers. 129.
3.4, refl.
161 und Anm. 38, 163,
Anm. 28, Verbum 149* ram 164. 3. 4.
Armut an
Zeiten 169.
mehr dem D.-R. an durch
die Nominativ-
bildung 99, Anmerk. 23, Artikulation 109, Vok. 115.3,
ma% 120, Adj. 122, Num. 128, Demonstr. 134, 137,
Adv. 139, ka
156, 160, 162,
146, 148, 149, 153, 154, 155,
5, an 165. 2, 166, 168. mehr dem M.-R. an durch die Zeitangabe
fost 164.
31, fern, als neutr.
147, 152, wir sind
34, Indef. 136.
Verb. 145,
4) schlieBt sich
an durch Gen.
lu 115.
Dem. 134, 137, Adv. 139, kasa 141. Konj. 143, Verbum 156, 164.5, Formen ohne a 165^ a = aw 165, 2.
30, Possess. 132,
Schlufibetrachtung.
zeigt eine solche
Menge von Eigen-
der Zeit seiner Selbstandigkeit entwickelt
haben oder durch slavischen EinfluB hervorgerufen wurden, daB
einen besonderen Dialekt des Rumanischen neben
D.-R., M.-R.
betrachten miissen.
mechanisch die Punkte zahlen
mit den anEnt-
deren Dialekten ubereinstimmt, so wurde das D.-R. unbedingt
das tlbergewicht
Aber man hat
scheidungen nicht nur die Quantitat, sondern noch mehr die
Qualitat der Falle ins
M.-R.' einige
Ich hebe hervor die Bewahrung
Punkte gemeinsam, 1% und n{ und dann
die schvver wiegen.
Andererseits hat es wie das D.-R. pi,
m% bewahrt,
d zu x j zu % entwickelt, wie im Istrischen ist % (%) der VerEs. treter fur palatales g, wahrend D.-R. dz> M.-R. dz bietet.
bewiesen worden, daB die makedonischen
dz aus k, g
nicht die urspriinglichen Laute sind.
In der. Flexion
sich entschiedener
auf Seite des
eine Position,
verstarkt wird durch die
§ 171 angefuhrten Worter.
hat zwar auch wie das M.-R.
bewahrt, aber auch wie im D.-R. die ganze Labialreihe, wahrend
das M.-R. und das Moldauische die Palatalreihe bieten.
n fand
im D.-R. und der Wortschatz und
D.-R. naher zu riicken.
Punkten zeigt es ich habe dabei
eine uberraschende Ahnlichkeit
mitdemMeglen;
slavischen EinfluB hervorgerufene
Ahnlichkeit ganz unberiicksichtigt gelassen.
Ich fiihre hier noch einen weiteren Grund an, der von
nicht zu unterschatzender
mit einer schreienden
energisch hervorgestoBenen Sprechweise
einen harten, knallenden Stimmeinsatz verbindet, gefallt sich der
Meglenit in einer breiten, iibermaBig gedehnten Aussprache mit
leisem Stimmeinsatze (udm, %U7idi, iapg). Ebenso hat der Walache
Stimmeinsatz und die breite Aussprache, wenn
kasg wird im
auch nicht die ubermaBigen Langen.
kgasqa
gesprochen; ich habe die einfache Orthographie beibehalten.
Grunden nehme
ich an,
daB das M.-R.
langsten selbstandig gewesen
sich also zuerst
vom Ur-
rumanischen trennte, dann gleichzeitig Meglen und
spater teilten
und und Erklarung der
lautlichen Erscheinungen einzugehen, wird Sache der historischen
Grammatik sein; vorher aber ist es no tig, den Wortschatz, zu dem ich ein reiches Material gesammelt habe, zu ordnen und
Fassen wir die Resultate des ersten und zweiten
Teiles dieser Arbeit
zusammen, so finden wir:
Die Megleniten sind ein von den Zinzaren wohlunterschiedener Volksstamm.
(fiinf)
Griechen und Albanesen sagen von den Zinzaren: „Drei Walachen bilden einen Markt."
11. Die Sprache, das Meglen, verbindet das D.-R. mit dem M.-R. so innig, daB jeder Versuch beide als selbstandig aus dem Latein entwickelte Sprachen behandeln zu wollen, zur Unmoglichkeit wird.
neigt in der Flexion und im III. Das Meglen Wortschatze mehr auf Seite des D.-R., in der Lautlehre vielleicht mehr auf Seite des M.-R.
IV. Das Istrische schlieBt sich in verschiedenen Punkten eng dem Meglen an, zeigt aber auch Eigenheiten, die es dem D.-R. naher riicken als dem M.-R.
V. Keiner der von mir aufgestellten Unterschiede ist derartig, daB er nicht seine Erklarung im Urrumanischen fande, wahrend die Dialekte in ihrer Gesamtheit sich scharf von den iibrigen romanischen Sprachen abheben.
Ich habe fur uberfliissig gehalten, hier,
darauf ankam zu sondern, die alien Dialekten gemeinsamen Merkmale besonders hervorzuheben. Wenn man die Texte vergleicht, mehr noch wenn man Leute aus den verschiedenen Gegenden reden hort, dann ist man uberrascht durch die oft auffallende tlbereinstimmung in der Ausdrucksweise, in Redewendungen in der Wahl der Bilder, kein
Zweifel, eine
dieselbe Seele belebt die vier Dialekte.
Fragen wir nach der Vergangenheit der Megleniten,
nach allem Vorausgegangenen ausgeschlossen, daB
Walachen zuriickgehen, die im Mittelalter die „ May aloft ha/ a" im westlichen Thessalien mit den Gebirgen inne hatten, von denen Nikitas, Anna Komnina, der spanische Jude Tudela berichten. Sehen wir uns nach anderen walachischen Stammen urn, so horen wir, daB gegen Ende des 12. Jahrhunderts die Bulgaren unter Fuhrung von Walachen sich aufgerafft und die Griechen bei Serres geschlagen
haben, worauf ein
bulgaro - walachisches Reich
Die Geschichte jener Periode
noch sehr wenig
aber das scheint sicher, daB die Walachen nicht sehr
zahlreich waren.
den Slaven aufgegangen
Die meisten von ihnen werden spurlos unter sein, andere mogen, namentlich nach
jenem furchtbaren Schlage auf dem Amselfelde
Gebirge zuriickgezogen haben, wo
Megleniten mit jenen Bulgaro-Walachen in Besie als
ziehung setze und
Rest derselben betrachte,
zu gehen, wenn ich auch dafiir als
direkten Beweis nur den
dere, das auf slavischen Einflufi hinweist,
Typus anfuhren kann; denn alles ankann recht gut erst in spaterer Zeit angenommen sein. Manche von ihnen mogen sich mit ihren Stammesgenossen auf dem Pindus und in Albanien
vereinigt haben.
Bestimmte Anhaltspunkte
dafiir finde ich in
nordlichsten Dorfern der Zinzaren: Oberwestlich
und Unterbeala, nord-
Presbasee.
vom Ochridasee und in Malovista, nordostlich vom Hier gebraucht man einige Worter, me kulku, ntsepii,
die die iibrigen Zinzaren nicht
fur ji aus
ferner die Artikulation
nicht zinzarisches
omul weisen darauf hin, dafl irgend ein Element hinzugekommen ist. Wenn sich diese
Spuren nicht in Krusevo,
diese Ansiedelungen
Mon astir,
Trnovo, Megarovo, die
auch sehr nordlich liegen, finden, so
dies daher,
von Walachen aus Muskopolje, Grammosti, Linotopi
gegriindet wurden.
von solchen Walachen findet man in wo der Name Starovlach in Gemarkungen vorkommen In einem Dorfe in der Nahe von Kumanovo soil man
walachisch gesprochen haben.
jener Bulgaro-Walachen sind eben
Der bedeutendste Rest
unsere Megleniten, die auf den Bergen des Karadzova Schutz
Teile be-
schriebene „Koruna" ein solcher Ort,
sich verteidigten. Es ist auch wahrscheinlich, dafi erst nach und nach die ganze Masse der jetzt dort lebenden Walachen sich zusammengefunden hat. Die in fast volliger Abgeschlossenheit liegenden Dorfer auf der Westseite werden die alteren sein, dann folgten die Dorfer auf der Westseite. Der gute Boden und das milde Klima veranlaBte sie, das Nomadenleben aufzugeben.
Erinnerungen an die Vergangenheit sind vollstandig ge-
„Argmtini"
Megleniten
bei den und Istriern verloren, das slavische „Vla§" und „vla§ki" muB Volk und Sprache bezeichnen. DaB ihr Typus von dem der Zinzaren so verschieden ist,
Dazier und
bewahrt haben,
wurde verursacht durch das
slavische,
echt bulgarisches Element, das sich ihnen schon in der altesten
noch in Mosien ihre Sitze hatten,
zugesellte.
diese schlitzaugigen,
gelb-schmutzigen Gesellen und diese
betrachtete,
konnte ich mich des Gedankens
erwehren, das anderes
flieBen miisse.
kaukasisches Blut in ihren
Die Sprache beweist nur eine ehemalige
Sprachgemeinschaft,
Stammesgemeinschaffc.
hebt auch der oben angefiihrte Satz I
den folgenden nicht
Und auBerdem haben
Hilfe der Sprache
ja auch nicht
denselben Typus, nicht einmal die Halfte.
Ehe wir mit Rumanen
an die fruhere
herantreten konnen, miissen einige
andere Fragen gelost werden.
geringsten Zweifel, daB D.-R.
Es unterliegt auch nicht dem und M.-R. auf derselben Grundes auBer
und nur der Geschichtsforscher wird
acht lassen,
diese Thatsache nicht in sein Phantasiegebilde
Frage aufwerfen, haben nicht
auf dem Pindus oder in Makedonien romanisches Element vorgefunden und dieses in sich aufgenommen? Sind nicht vielleicht die Farserioten ein
in Albanien,
alteres romanisches
(taldr
griechische Elemente
ksiliX
agno —
— FaB, pgrpodz — Strumpfe.
M.-R.?
einige nicht neu-
Bleiwiirfel) ins
die Farserioten aus alterer Zeit bewahrt?
Die slavischen Elemente miissen einer Untersuchung unterworfen werden, ebenso die Elemente, die das Albanesische mit
dem Rumanischen
gemeinschaftlich hat.
Erst dann wird es
mit einer positiven Unterlage an die Frage iiber
Vomplru. l )
Fost-au uno oarg uno muliari
Der Wahrwolf.
mit zwei Madchen,
ku doaug
uno, ao vg
llig,
nu ra bung, nu vg nitsi
tatg,
tsg lalta, tsi
hatte sie zur Tochter, war nicht
gut, aber die andere, die
ra mult bung.
luj fgto ali
Vater noch Mutter
numea Nedu, ara ra numea Maru.
tsg lalta
Ihrer Tochter war
Name Nedu,
aber die an-
dere hieB Maru.
uno zuo mumosa
uno tOrbg ku gron
trei talupi,
gab ihr Sack mit
toarko
si zlsi:
la moarg, si ao matsini
tsgsta tOrbg
z-vini
moini ku
tOrbg nigtsinato."
Weizen und gab ihrdreiFlocken Baumwolle um sie zu spinnen und sagte: „Geh in [die] Miihle, damit du diesen Sack mit Weizen mahlst und kommst morgen
kinisi,
dem gemahlenen Das Madchen, wie
ia kojnili si
kukotu.
mit sich den
dusi la moaro, ao pusi
la massing gronu.
Katze und den Hahn.
mgtsino gronu, as
Und als kommen
Miihle gesie
mgnka* tsg
turto,
Sack nieder,
zglgtgr^ koinili
zlsi:
Als der Weizen
gemahlen war, machte
fur thunlich.
„Vgmpiru" mit „Der Vampir" zu tibersetzen, hielt ich nicht Unsere Auffassung vom Wahrwolf entspricht ziemlich. Siehe dazu im I. Teile die Bemerkung tiber den Aberglauben § 30.
einen Kuchen,
aB, fing der
„Do-ni
turtg!"
dodo 1)
Maro unek
an und sagte: „Gieb mir, liebe Maru, ein
wenig Kuchen."
Si tsg fgt§, alj dedi.
Napkum
la matsa.
zgmjoriz^ niatsa
turtg
Madchen gab ihm. Darauf miaute die Katze und
verlangte ein wenig Kuchen, und sie gab auch der Katze. Darauf krahte der Hahn:
pritsgp6 kukotu:
„KukurIka, do-ni dodo Maro
turto."
§i mgnkara, dupo unek vakot zgkhimburi la usg vgnipiru si
Si ts§ ali dgdi;
Maru, ein wenig Kuchen." Und sie gab ihm; und
kgts§
grgbgiasko la usg
„Albg 2 ) Maro,
la dedo." 3)
deskliidi Usa
und nach kurzer Zeit klopfte der Wahrwolf an [die] Thiire und fing an zu kratzen an [der] Thiire und sagte: „Schone Maru, offne die
Si tsgsta
feto pikosi,
k-£Je
vgtnplru
la k^ini:
„Kum,
K^inili
fak?"
dem GroBvaterchen." das Madchen merkte, daB es der Wahrwolf ist, und sagte zum Hunde: „Wie soil ich es machen, Hund?" Der Hund sagte:
„Trimeti
„Schicke ihn, laB ihn eine
Kiste mit Geld bringen und,
sindukj di pari
ali diskljldim."
Si-li zlsi la
vgmplru
plru z-dusi, lo
si vomun sinduki di
wenn er kommt, werden wir ihm aufschlieBen." Und sie sagte [es] dem Wahrwolf und dieser ging, nahm
r „Dodo a gebraucht man nur als Beiwort bei M&dchennamen, ) auch redet die jiingere Sch wester die altere so an. 2 ) „Albg", eigentlich „weiB", dann auch „schon", „glucklich" wie im D.-E. und M.-B. v alb& s-/i" = „alb&si" ist die gewohnliche Dankesforniel im M.-E. aber nur Madchen gegenuber. Im Alban. auch bei Mannern: „tg pathim fak%e bardg." 3 ) „Dedo", alter Mann, GroBvater.
grgbgii la usg
der Thiire und kratzte
„Albg Maro,
la dedo."
diskljidi
„Schone Maru, schlieB auf
die Thiire
GroBvaterchen."
Si fete zisi:
„Wie, Katze,
soil ich [es]
„Trimeti la, las
sindukj di rubi
„Schicke ihn,
laB ihn eine^
Kiste mit Kleidern holen und,
diskliidim usa."
ali zisi sa la
wenn er kommt, werden wir ihm die Thiire aufmachen." Das Madchen sagte ihm so und dieser, eins, zwei ging und
eine Kiste mit Kleidern
un sinduki
la usg
zggrg-
bgji ara
„Albo Marg,
diskliidi
und lieB sie an der Thiire und dann kratzte er wieder und sagte „Schone Maru, schlieB auf
kotuli, si fak?"
„Wie, Hahn,
kukotu
si k^Jnili, si
„Aie kolaj
tsista lukru.
„Leicht
diese Sache.
s-fakg: kay, kau,
j[el
s-fakg:
wenn ich mache: Kikeriki und derHund, wenn er macht: hau, hau und die Katze, wenn sie
macht: mijau, mijau, wird er
fliehen."
s-fugg."
Totstreili pritsopara din ding
Alle drei schrieen mit e i n e
oarg;
fuzi.
male; der Wahrwolf
privezu dimngtsata, is§ fete la
hell wurde,
vizti
pari, rubi, si
anvesku ku bunli
sindukju di pari
Madchen aus der heraus, und als es die
vielen Sachen, Geld, [und] Klei-
n-kap
z-duko kaso.
dersah, bekleidete es sichmitden.
guten Kleidern und
Kiste mit Geld auf den
nahm die Kopf
Antro n-kasg prima
Maru, anvestsronggsti."
„Ja, vini alba
da kommt die schone
kutg, ngriditg
Maru, bekleidet und mit Geld
behangen und macht: tschring
tschring" (klingling).
Ts§ mulidri
lj-u
ung vergg
dgdi la koini.
Die Frau nahm eine Gerte und gab damit dem Hund.
Dupu unek vakot vini matsa
„Siehe
Dupu unek
vak6t vini kualba
(Ebenso beim Hahn.)
zailj,
Tsg muljari k-ao
moaro.
lui fgta,
vizii, alj si fgsi
Darauf kam die schone Maru. Als jene Frau sie sah, wurde
sie bose,
k-ao trimgsi la periri la
M^Jnista ao trimgsi
in die Miihle ge-
aflo si ia pari
dedi uno torbo di gron
schickte sie auch ihre Tochter,
trimesi
ku kojnili si ku ku kukotu la moaro.
Geld fande, und Sack mit Weizen und schickte sie mit dem Hund, der Katze und dem Hahn zur
Miihle.
dusi la moarg,
si fgsi
zur Miihle gekom-
mgtsino gronu
ung turtg monankg; si zisi
war, mahlte sie den Weizen
koinili:
und machte einen Kuchen und an zu essen; und der Hund
*) Haufig tragen die Madchen auf der Brust eine mit mehreren Reihen Geldstttcken behangene Platte. Beim Gehen oder Tanzen schlagt das Geld an, das entstehende Gerausch ahmt man durch „tsring" nach.
„Do-ni,
Nedo, unek
„Gieb mir, Hebe Nedu, ein
ku verga
tini."
pustuli^,
j[ou si
Jene gab ihm mit der Gerte und sagte: „Oh, verfluchter, ich habe
di mini,
tserura
kuk5tu,
la dedi la
Strata vini vomplru la uso
kots^
grobgiaskg
§i zisi:
„Alb9 Nedo,
diskljidi la dedo."
Hahn, aber sie Am Abend kam der Wahrwolf an die Thure und fing an zu kratzen und sagte: „Schone Nedu, mach auf dem
GroBvaterchen.
Darauf wollKatze und der gab ihnen nicht.
kojni,
„Kum
ts-umonkotso
kas turta,
sa-ts fo.
grobojaskg, vomplru
lja-ntreb^
kukotu,
tsista zisira:
Das Madchen sagte: „Wie, Hund, soil ich [es] machen?" Der Hund sagte: „Wie du fiir dich den Kuchen gegessen hast, so mache es fur dich. Wieder begann der Wahrwolf zu kratzen und das Madchen
Katze und den Hahn,
aber diese sagten:
sa-ts fo."
„Wie du
Vomplru
usa, ao fronsi usa
antro an
Als der Wahrwolf gegen Thure schlug, zerbrach er
trat in die Miihle ein
skoasi matsili
fraB jenes
Madchen und zog
Eingeweide heraus und
wickelte sie
„pust lc eigentlich „verlassen", „ode", dann aber, genau wie „s&re£", bei Verwunschungen gebraucht. „Moi Janin, Janine hkret, tg raft %iari e tg diekit" Verfluchtes Janina, das Feuer treffe und verzehre dich!
im Gegischen
mumo-sa, ka
z-dusi, la
privezu,
ihre Mutter,
als es hell
stet6, stet6 z-ving fgtg-sa.
Napmoarg, si ka li
wurde, wartete [undj wartete^ daB ihre Tochter komme. Dann
mdtsili
anviiti
cie in die
Miihle und
kgts$
ptyngg.
Kte&ow e iden
an mQarg,
vgmpiru din
fing s j e
V£ skuns
ao mgnk$
mumg-sa.
Miihle stand,
der V^hj>
wolf aus
dem Korbe, wo
sich verborgen hatte
und frab
Si Jou ani vinii di kola.
auch ihre Mutter. Auch ich bin von dort ge-
Anastasios Stavro aus Ljumnitsa, 14 Jahre
Der Wfthrwolf und das
fgtg.
si feta.
Mtidehen.
fits6r si
ung ku ung
fits6r
glgvit
an un kgttin si si dus-au mumg-sa si alj dukg kgmesli
kasg singurg.
F^ta dgr§
tsing bung, iso ng-
all vikii la tetg-sa:
Es war einmal eine Frau mit einem Knaben und einem Jener Knabe war Madchen. als Diener in einem Dorfe, und seine Mutter war gegangen urn ihm Hemden zu bringen und allein zu lieB das Madchen Hause. Das Madchen bereitete gutes Abendessen und [ein] ging hinaus und rief ihrer
„Tante,
„Teto, Jelg la noi, ka
singurg
zu uns, denn
dgr&i bung tsing."
und habe ein
gutes Abendessen bereitet."
Ttintsea
uzgvt
der Wahrwolf aus
din groburj
si zisi:
„z-vln,
Grabern und sagte: „Ich
bung tslng?"
werde kommen, aber hast du
gutes Essen?"
„Am, am, tuku
figta,
z-vlni," zisi
„Ja gewiB,
komm nur,"
ka verui&,
s-figsi
k-aje tetg-sa.
das Madchen, denn es glaubte,
noaptea, vlni vgmn-kasg.
anti*9
spgrd mult
jjD^doli
ts-ai
Nacht wurde, kam der WahrAls wolf und trat ins Haus. das Madchen ihn sah, erschrak es sehr und sagte: „Vaterchen, warum hast du
ros 6kliili?"
so rote
„J6u ku
tsista oklji tini s-ti
Augen?" diesen Augen
beu 2)."
„D£doli, kotsi tori mgtskati
ungljili ts-ai?"
ich dich trinken."
„Vaterchen,
so groBe
Nagel?"
kratz, kratz."
tsgsti
ungiy J6u la
„Mit diesen Nageln werde
fak: grap 3), grap."
„D£doli, kotsi tori mgtsk&ts
ts-ai dintsili?"
Zahne?" „Mit diesen Zahnen werde
monank." o
ich dich fressen."
ta zisi:
mi ngf&rg,
„D£doli,
„Vaterchen, laB mich hinaus,
fak apg."
muB Wasser machen." Und der Wahrwolf sagte:
„Hier mach Wasser." Das Madchen sagte:
fo apg."
Si figta zisi:
„Lggg mi ku ung nu
veruies."
„Binde
Stricke an,
(traust)."
wie auch im Stiicke
wird der Wahrwolf
*) j
Mit Blicken verschlingen. Da von das Verbum „grgbgies"
kratze.
Und der Wahrwolf band sie am FuBe an, und als das Madchen hinausging, waren da Ziegen; und
sie ergriff eine Ziege,
vompiru aQ leg$
di pitis6 figta
ku uno
noforg, vg kapri kola;
kqteq
uno kapro
funea,
ao lego di pits6r.
stet$,
Vompiru, ka
ao trasi
zisi :
kapra zbir§, si vom„nu zbgro, mogorotso x ),
ngfkr§,
Dupu un£k
k$n ao
zaili;
und band sie am Beine fest. Als der Wahrwolf wartete, zog er am Strick, und die Ziege meckerte und der Wahrwolf sagte „Meckere nicht, Dummkopf,
vizu kapra,
nur her."
fgta ra skunsg
an kroblg
ging er hinaus und,
forin§.
vompiru k§ts$
als er die Ziege sah,
ubidgskg
bose; aber das
Madchen war
monk6.
k-ao,
mgnk^,
verborgen im Mehlkasten.
kroblg.
Wahrwolf fing an zu suchen und fand sie und frafi sie auf.
mumg-sa,
krobl§
als er sie frati, zog er ihr
kgtso
plongo.
kam, sah sie die Eingeweiden um den Kasten und brach in
Si iou anj vinii di kola.
Weinen aus. Auch in bin von dort gekommen. Anastasios Stavro, 14 Jahre, aus Ljumnitsa.
Prikazma In
Das M&rcken ron der
sarpili.
Scklange.
As vut-au un yom, mult surum&u, ku uno muliari si ku
tsints fitsori.
Vinit-au pastu;
Es gab einmal einen Mann, [der] sehr arm [war] mit einer Frau und fiinf Knaben. Ostern
Von „mggdr"
— Esel.
nu vut-au tsiva, nitsi rubi, nitsi poini. Prima zuo lja ankljls-au fits6rili n-kasg, si nu gsg ngf&rg si lja vedg lumea, ka nu
vgu rubi
hatten nichts, weder
Kleider, noch Brot.
Tage schlossen
heraus gingen, daft die Leute
Di mSzloka zuo
z-dusi
bgrbatu ku kgfalu 1 ) la vinig
sgzd pri ung ropg mari
sfir^skg
kgfalu.
sfir6
Tages ging der
mult mirakj,
tsi vg,
Kafal in den Weinberg und
lokrumj
pikau din
sarpi di
auf einen groBen
okliili.
Si ia, iso
sup ropg. Si sporu mult, ama
sarpili ztsi:
Kafal zu
Herzeleides,
Thranen tropften ihm
da, eine Schlange
schrak sehr, aber die Schlange
sfir^,
furtati,
„Erschrick
ka mult mi
Si Jet
aresi ta sfirbg.
denn dein Pfeifen
lj-o
sarpili
an gaurg,
ung veneditskg 2),
ein Goldstiick,
„Moini ara
zgristi,
vlni."
„DaB
kommst."
z-dusi prin pg-
kumpgro
pojni
kgfdl, big. kaval ist eine
veneditSkg
Art langer Pfeife mit fiinf Lochern. Venedig gepragtes Goldstiick.
und Kleider fur die Kinder, nach Hause, fand die Thiire verschlossen und rief seiner Frau. Diese machte die Thure auf, aber sah nicht, was er trug, denn sie weinte. Die
rubi la
fitsOri,
z-dusi kas§,
ankljisg usa
viknt la
muliari-sa.
kljisi
Muljari-sa aQ di§-
ama nu
vizti,
purtd,
ka ptyndz^.
Fits6rili
k-ao vizura p$inea
bukurftra mult
bukurijlig.
Kinder, als
das Brot und
Si zisi la
ljari-sa:
„Puni mgsa 1 ),
pc^ni
muka si
das Fleisch sahen, freuten sich
erfullten
monk^m
Muljari-sa,
Freude (waren auBer sich vor
Freude).
vg, antreb§:
er sagte zu seiner
Frau: „Mach den Tisch zurecht,
essen."
Als die Frau
fragte sie:
er hatte,
„Kari tsorbadzi 3) la fgsi tsista
„Welcher groBe Herr that
uns dieses Gute?"
bun ku noi?" „Domnu, muliari, na la fgsi,"
„Gott that es uns,
Frau,"
fitsorili
Darauf gingen
auf [den]
tularisti.
Marktplatz hinaus.
andern Tag ging er wie-
is6 sdrpili.
der in den Weinberg und spielte
„Bini venis, furtati!"
„Bini afl6m, furtati!"
und die Schlange kam heraus. „ Willkommen, Freund „Wohl habe ich dich ge!
funden!"
„Sfirg-ni,
zok!"
„Pfeife mir [etwas],
tanze!"
zuk$
er pfiff und die Schlange
dgdi uno vene-
ditsk§
duts£
Goldstiick
Darauf gab sie ein und er kam jeden
puni m$sa — stell den Tisch auf. Der Tisch besteht nur aus und Zarge und wird nach dem Gebrauch an die Wand gehangt.
„Brot" wird allgemein fur „Essen, Nahrung," gebraucht. thorbad&i— eigentlich „Suppenbereiter" (ehemals hohes Amt bei den Janitscharen), ist die gewohnliche Anrede bei vornehmen Herren.
ku multi
pusi mi-
Tag und wurde ein groBer Mann
mit vielem Gelde.
Dupg un6k vak^t
z-dukg la
bekam er dem
d6mnului grop
fits6r la
Grabe des Herrn zu wandern.
anvitso
sfirgskg
seinen altesten
kofalu de
lehrte er auf
Knaben dem Kafal spiewunderschon.
ung zug
la vlnjg
la lo fitsoru si la dusi
si zisi: „Sfir£." J£, is^
[und
zwar]
sdrpili si fitsoru si spgrti.
„tuku
spari,"
tatg-su,
sfirg."
Jungen mit sich in den Weinberg und sagte: „Spiele." Siehe, da kam die Schlange hervor, und der Knabe erschrak. „Erschrick nicht," sagte sein Vater,
Si ali zisi la sarpi:
er sagte zur Schlange:
„Furtati,
„Freund,
z-ving
fitsoru
si-ts sfirg sko."
S&rpili zisi:
Grabe des Herrn gehen und mein Sohn wird jeden Tag hierher kommen, um dir zu spiel en."' Die Schlange sagte:
„Freund, noch ist dem Jungen
ankg nu
lj-e
krielu la fits6r,
thust nicht gut."
tatg-su
ts-je
„S-nu
kg meu
la lgs§
aj-ankriel&t,"
s&rpili.
fitsoru I
sfir£
ded6 pari
sarpili.'
pgzgristi
Aber der Vater sagte: „Habe keine Furcht, denn mein Junge ist verstandig," und verlieB die Schlange. Aber der Knabe spielte jeden Tag und die Schlange gab ihm
furtdts,
Tages nahm er
vlnig.
fitsoru,
sarpili,
zuk$, dgdi pari
si fuzi.
[den] Markt Weg und fand zwei Freunde, die
pusi mirdki
la burik
dgari buriku
er setzte Verlangen habe Leibschmerzen.
den Leib (Nabel).
mit ihm in den Weinberg ka-
Schlange kam, tanzte, gab ihm
fitsori
(verschwand).
[aber] sagten:
zisira:
Jene Knaben
Schlange, denn
„Ai,
furtati, zunglig-la sar-
„Wohlan, Freund,
sup rOpg un kgzan
einen Kessel mit
oaro; toati;
trebuiasti
zuo la vinig."
Geld und du wirst mit einemmal alles nehmen; denn es ist
nicht notig, daB
den Weinberg gehst.
Lanta zug z-dusira la vlni§ ka is$ sarpili lj-u dgdi ku
si li-u
andern Tag gingen
den Weinberg, und
kofalu
sdrpili
rupsi kQada.
Schlange herauskam, schlug er
anverin9, la
mut§k$
dem Kafal und brach Aber ab.
den Knaben, und
Tselja
dusira
mumg-sa „T9U
Mutter und sagten:
mutsk^ un
„Deinen
berge."
la Yinjo;."
Schlange, und er starb im Wein-
Mumg-sa k§ts9 napkum si dusira,
pl9ng9
weinen, und dann gingen
la angrupara.
nahmen den Knaben und
d6m-
kam vom
nului grop
antreb^:
„Jundi ai fitsoru marili?"
Muljari-sa
der groBe Junge?"
„Nostru
mutsko
muri."
„Unsern Jungen
starb."
Schlange im Weinberg und er
Tuntsea as spusi n-kriel:
sagte er in seinem Ver-
skultaj
„Ich that nicht gut, daB
furtatu.
ich nicht auf den
horte."
Si lanta dimnetec; z-dusi
andern Morgen ging er
kgfalu
vinig-lui
sfiri.
dem Kafal
Weinhervor
Js6 sarpili di sup ropg
und sagte: „Willkommen, Freund
„Wohl habe
funden."
„Bun,
jes?"
geht's?"
„Gut, und dir?
koada rupt§?" „Tou fitsor nj-ao rupsi. Ank§
di-ng
Schwanz abgebrochen?" „Dein Sohn hat ihn mir ab-
Qar§
zok;
ts^sta
Noch einmal werde
videri ai sforsitg.
ich tanzen denn dieses Wieder-
mir£ki
n-kriel
ich dich sehe,
habe Ver-
mutskaj.
Si nap5rj[
dem abgebrochenen
di koti
Schwanze, und du erinnerst dich
sfiro,
an den Sohn,
biB."
Darauf verschwand
zu pfeifen,
Prosu Stoju, Ljumnitsa, 50 Jahre
Ursonla
si fitsoru.
Die Barin und der Enabe.
Ein Vater hatte einen Sohn.
tatg as vut-au
fitsor.
ung Qaro:
un das 1 )."
Lammchen."
— LSmmchen
oder Zicklein, mit
Im Alban.
Wort „Widder".
„Sg
)-ts ligu, iljuli."
Kinisit-au
Sein Vater sagte: „Ich werde
sg z-dukg an pgzgristi,
& fitsoru
Tatg-su la lat-au ku
Markt zu gehen, aber der Knabe
sagte: „Auch ich werde mitkommen, Vater." Sein Vater
ihn mit sich.
pustani an drum, tatg-su
Als er unterwegs ermudete,
lieB ihn sein
arburi.
Vater auf einem
ung ursonig
„Disf9
Jou-ts
disfgsi
sgm tetg."
Baume. Dorthin kam die Barin und sagte: „Mach dich los, denn ich bin
deine Tante."
ursonja
dusi kasg
sich los,
die Barin
iel si zlsi la urs:
„Ves, iou
ihn, ging
mit ihm nach
ban dus 2)?
vikgjes
zum Baren:
dlvi,
„Siehst du, welche gute Jagd-
kg Jou
sg dar 2) rutsok."
beute ich herbeigebracht habe.
wilden Tiere einladest, denn ich
will [das] Mittagessen bereiten."
z-dusi.
Ursonia,
Als die Barin den Knaben
schlachten wollte, sagte
zunglig 3 ) fitsoru, ali
„Puni-ts-la
pri prak."
„Lege deinen
Schwelle."
Fitsoru la pusi opku, ursonia
kehrt,
ihn ver-
„Nu-i bun pus."
Barin sagte:
Zlsi fitsoru:
„Er ist nicht gut gelegt." Der Knabe sagte:
*) In Lunzi, Borislaftse, Osin, Nonte, also im Westen des Karad^ova sagt man eg, kg, xisirg, im Osten si, ka, xisira und so ofters
„dus, dar" fiir „aduk, adar u der anderen Dialekte. schlachten, im M.-R. gebraucht man in diesem „%ungliari u
tgliare,
das hier nur von „schneiden, Holz fallen" gebraucht wird.
weifi nicht,
stiu so la pun,
puni la
wie ich ihn
tu prima sg vet."
lo boltia si li-o
dedi pristi
zunglj[6.
sehlachtete
und der und auf den Kopf und
legte ihn,
drubi ursonia, ao pusi
zerstiickelte
oalo sg iarbg
Jei si
den Topf, damit
koche, und er setzte sieh
zisirg
vinirg
lantili
vlti,
auf den Bodenversehlag. Als die andern Tiere kamen,
stetarg, stetarg ursonia z-ving,
und warteten, daB die Barin komme, sagten
als sie warteten
kgtsom sg rutsom;
Kgtsarg
„Auf, wir wollen anfangen
dusi sg la turgskg s^nzili
lu fitsoru pri vali."
das Blut des Knaben im Baehe
auszusehiitten."
mgnankg
„Bre,
zisirg:
zu essen und sagten:
dultsi karni."
„Ei,
siiBes Fleiseh."
Si fitsoru din at5li zisi:
Der Knabe vom Verschlage
tsopg
di ursonig."
„Wie von
einer Barin."
kgtsarg sg pung pgr-
Darauf fingen die Tiere an zu schreien und fingen an, alte
Kleider hinzulegen,
erreiehen, aber der
poturg.
Bar konnte Darnach versuch[es] nicht. ten [es] der Fuchs und der
Wolf, aber auch
atoli si tsir^
sg la katsg fitsoru,
prin badzg
ngferg
Katze und sprang auf
atqli
der zwischen Decke und Dach befindliche Raum. Das mir dunkel, auch unbetontes a im Anlaut befremdend.
PQrtali
— Lumpen,
tato-su vin£ din pgzgristi
z-dusirg
vinii di kola.
nahm den Knaben,
nach Hause mit dem
ieh bin
Lammchen. Auch dort gekommen.
Stavro Christo aus Lunzi, 13
Prikazma lu
As vg ung
si-lj
lisitsa.
Das Mftrchen rom Fuchs.
Ein Fuchs hatte
ein Schell-
lisitsg
un dzgn-
zisi la
un pin:
ehen und sagte zu einer Fichte
„Na-nj[ la ts§ni dzgnggrasu,
„Da, halte mir
die Schelle,
iou sg
mi duk
sg fur ggliini,
um Huhner
sg z-dau
la tini."
zu stehlen und werde auch dir
ggrasu
zgkgts$
dzgn-
dusi sg furg gg-
Fichte und ging
mgnk$.
lgngg pinu, ra krisktit nalt
nu put£,
sg la lig dzgnggrasu.
Zisi lisitsa:
und fraB sie auf. Als er zur Fichte kam, war sie hoch gewachsen, und er konnte die Schelle nicht nehmen. Der Fuchs sagte:
„Gieb mirdieSchelle, Fichte."
„Ich gebe
sie dir nicht."
„Do-nj[
dzgnggrasu,
nuli!"
^u-st-la 1 ) dau."
„tsi" dir, wird in
in „st-la" „st-li",
Verbindung mit ,,/a, „z-dau" fur „tsi-dau, s-dau".
immer umgestellt
„Sg mi duk sg-li zik la bgltia,
sg ving, so
Beile gehen
talig."
und ihm und dich
falle."
Bgltia
„Du-ti."
DieFichte sagte: „Geh nur."
„Auf, Beil,
felle die Fichte,"
„Ai, boltiu, so la tajli pinu.
so-lj
Beil sagte: „Ieli
„Sg mi duk la foku,
zum Feuer gehen,
ihm sagen, daB
verbrenne."
drgzaua."
sg li-o ars
Beil sagte:
fokuli,
Fuehs:
„Auf,
drgzaua la bgltia."
brenne dem Beile den
Stiel."
Das Feuer sagte: „Ich komme
nieht."
„Sg mi duk, sg vikiSs
auslosche."
„So werde ich das
valea, sg
stingg."
la stins
foku."
Fuehs „Auf, Bachlein, losche das Feuer aus." Das Bachlein sagte: „Ich
„Sg mi duk, sg la vikiSs
be/'
trinke."
„So werde ich den daB er dich
o b^i
Fuchs: „Auf, Ochse, trinke
das Bachlein."
valea."
„Sg mi duk,
sg-li
werde gehen,
la lupu, sg
mgnankg."
dich fresse."
„Ai, lupuli, sg la
Fuchs: „Auf, Wolf,
Ochsen."
n&nts bou."
sagte: „Ich
„So mi duk,
so-lj zik la
Fuchs: „So werde ich dem
lovatsu, sg ving so
tglts^skg."
daB er
Li.: tgltsos
luv&tsuli,
und dich ersehieBe." Der Wolf sagte: „Geh
lupu!"
Fuchs: „Auf, Jager, schieBe
den Wolf!"
Lovatsu
Der Jager sagte „Ich komme
„Sg mi duk, sg
sg-st-li
la vikies
so&riku
rgadg
urSkljili."
Mauschen rufen, daB es dir die Ohren abnage." Der Jager sagte: „Geh nur."
Fuchs: „Auf, Mauschen,
so&rikuli,
mondnts
urekljili
lovatsu."
dem Jager die Ohren ab!" Das Mauschen sagte: „Ich
„Sg mi duk, so viki6s
„So werde ich die
matsa, so
Soariku
Das Mauschen
„Aj, matso, sg la mg-
Fuchs: „Auf, Katze,
n&nts soariku!"
Mauschen!"
Matsa zlsi: ,Jundi JS?" Matsa dupu SQarik, soariku dupu lov&ts, lovatsu dupu lup, lupu dupu bou, bou dupu vali, valea dupu fok, foku dupu drgz&ug, bgltia dupu pin, si la
tglio pinu,
Die Katze sagte
Wo ist's ? "
Die Katze hinter der Maus,
as la lo
dzgnggrasu
kasg.
dem Jager, dem Wolf, Wolf hinter dem Ochsen, Ochse hinter dem Bache, Bach hinter dem Feuer, Feuer hinter dem Beile,
das Beil hinter der Fichte und
fallte sie
und der Fuchs nahm und ging nach
Si iou vinij di kola.
Stavro Christo aus Lunzi.
Jarna.
Jarnata ropoasg pimintu
Der Winter. Im Winter ruht die Erde
kuv6t
sammelt Kraft fur
primave'relig.
rgpoasg
kakum uomu,
doarmi noaptea
amplio di kuv6t
Po&mili perdurg
skoalg
napkuma dimn£tsata(dimn£sta).
ubaviljufrunzi.
Erde macht es wie der Mensch, auch er ruht am Abend und schlaft in der Nacht und fullt sich mit Kraft und erhebt sich dann am Morgen.
Die Obstbaume verloren jetzt und stehen die Schonheiten
ohne Blatter da.
Florili sa sparti
iarburili us-
tQati 2) sa takuti.
un puli nu kontg kmo si nitsi un vulovar (vakar) dutsi kmo vatsli an munti.
verwelkt,
kein Kinderhirte
fiihrt jetzt die
Kiihe auf [den] Berg.
Frik mult
iarnata,
fatsi nisti ori
oaminili dintru tsg
kupire*s
ku greU
kuzatsi
si ku nu pQati
sg ao lasg soba 3).
GroBe Kalte entsteht manchmal im Winter und deshalb bedecken sich die Menschen mit schweren Kleidern und Pelzen und dann kann niemand
den Ofen entbehren. Sie feuern
ankglz^s
mult bun, kotsi sg
„spartia
„tQati"
— verdorben, so ubersetzte er t-iefxaqn^ieru — verwelkt. — erganze, „lukrili" im Sinne von „6'A« U —
In den Dorfern kennt
man nur Kaminfeuerung.
ihn sehr gut, damit die
odaili kaldi.
Mults siromas
nitsi rubi
gamini nu au l^mni,
Zimmer Menfrieren
dintru teg
la-i frlk.
Ah, s§
schen haben kein Holz, auch
nicht Kleider
put£m
sg lja zut!
Ach, wen a ich ihnen
fen konnte!
kur^n
angljeteo
fatsi gliets.
gliets.
Voliurili
sa kupiriti di
angljeteg
kadi ka ngo.
kupir^sti
kupiriturili
drumurili
fats§
stimngsti okljili lu druinutoru.
Sup ngua i&rnata
kresk ubaf, kotsi
frlk.
simenaturili
veklig di
iarnata
nofero
amn6m
Das Wasser friert vor Kalte und wird schnell zu Eis. Die Bache sind bedeckt mit Eis. Vor Kalte erstarrt auch das Wasser in der Luft und fallt als Schnee. Der Schnee bedeckt die Dacher und die Wege und die Acker mit einer weiBen Oberflache und auBerdem blendet er die Augen des Wanderers. Unter dem Schnee wachsen im Winter die Saaten schon, denn
er schutzt sie vor Kalte.
des, kotsi zolili tson
tuku uopt
no&Q
konnen im Winter nicht hinausgehen,
mult nebuno. kon ueo kadi.
so oft spazieren zu
Tage nur acht neun Stunden dauern, und manchraal ist das Wetter sehr
gehen, weil die
di neo.
fitsorilj
daro topki
wenn Schnee Dann machen
Mitgeteilt mit Benutzung eines griechischen Lesestiickes von dem Lehrer Petro Papa no e in Lunzi bei meinem ersten Aufenthalte im Karadzova-Gebirge 1889.
ie III. Prs.
vom Konj.
u Pras. „%es
»'MY is
*£&S
3 2044 098 453 749
Gustav Weigand - Vlacho-Meglen by Minov197990 viewsEmbedDownloadRead on Scribd mobile: iPhone, iPad and Android.Copyright: Attribution Non-Commercial (BY-NC)Download as PDF, TXT or read online from ScribdFlag for inappropriate contentMore informationShow less
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