Source: https://www.klicktipps.de/aufgaben-nach-todesfall.php?fb=aktiv
Timestamp: 2018-05-24 15:49:26+00:00

Document:
Inhalt: Am Todestag
Nach einem Todesfall gibt es für die Hinterbliebenen viel zu tun, während man gleichzeitig eventuell geistig nicht "voll da" ist. Diese "Checkliste" soll helfen, möglichst wenig zu vergessen. Sie ist nach ungefähren Zeitabschnitten gegliedert.
Überprüfen Sie alles, was Sie von Banken, Behörden, Arbeitgebern und Anderen geschickt bekommen, auf Richtigkeit und Vollständigkeit! Obwohl immer wieder Menschen sterben, scheint es bei vielen dieser Einrichtungen, mit denen man dann zu tun hat, keine geordneten Abläufe oder Checklisten zu geben. Nur so sind meines Erachtens die vielen fehlerhaften Angaben und Zahlen zu erklären, mit denen man es in dieser Zeit zu tun bekommt.
Die mit Stern (*) gekennzeichneten Punkte werden in der Regel von Bestattungsinstituten übernommen, können aber auch von den Angehörigen selbst erledigt werden.
Die mit Plus (+) gekennzeichneten Punkte werden von manchen Bestattungsinstituten übernommen.
Wir (hier in Südhessen) haben gute Erfahrungen mit den Beerdigungsinstituten Lüft, 64625 Bensheim und Hofmann, 64347 Griesheim gemacht.
Diese Liste ist ziemlich lang. Man kann sie ganz oder in (vorher markierten) Teilen ausdrucken oder in ein Textverarbeitungsprogramm übertragen.
Danach sollte man alles deutlich streichen, was für diesen Todesfall nicht zutrifft. Alle zutreffenden Punkte können nach Erledigung abgehakt werden. Besonders wichtige Punkte kann man farblich oder z. B. mit einem Kringel markieren, der dann später abgehakt wird.
Dem Sterbenden nah sein. Mit ihm reden, Lieblingslieder singen und mit ihm beten (das Gehört ist oft das letzte aktive Sinnesorgan).
In einigen Fällen erahnen nahestehende Personen oder Pfleger den Tag an dem der Patient stirbt. Wenn ein Patient z. B. nicht mehr schlucken kann, da es sonst in die Atemwege käme, kann der Tod sehr nah sein.
Mit Kindern sollte man über den Tod sprechen. Gläubige Menschen haben oft ein Trost über den Tod hinaus. Lesen Sie dazu auch unseren wichtigsten Tipp.
Den Pfarrer informieren. Er kann mit dem sterbenden Beten und salben. Vielen Menschen schenkt dies Trost und Entspannung.
Am Todestag (erste 24 h)
In den ersten zwei Stunden:
Es kann sein, dass der Arzt in den ersten zwei Stunden keine Zeit hat zu kommen. Ärzte lassen sich gerne auch Zeit, damit der Tote auch sicher tot ist und die Zeichen des Todes erkennbar werden (Starre, Flecken auf dem Rücken).
Sollte der Arzt nicht zügig kommen sollte für den Toten folgendes getan werden:
Schließen der Augen.
Waschen. Eine letzte liebevolle Pflege.
Anziehen der Lieblingskleidung, die zum Gestorbenen passen (es muss kein Anzug sein).
Mit einer Binde sollte der Kiefer hochgebunden werden, damit der Mund geschlossen erstartt.
Abschließend sollte der Tote gerade hingelegt werden. Die Füße können dazu gestützt werden und die Hände auf den Bauch gelegt werden.
Gespräch(e) mit dem Mitarbeiter des Bestattungsinstituts;
dazu am besten einen guten und bedachten Freund/Freundin oder Angehörigen mit dabei haben, der dann das Wichtigste notiert und darauf achtet, dass die Kosten im Rahmen bleiben bzw. dass nichts unnötig Teures für die Bestattung vereinbart wird.
Informationen zu Bestattungen und Bestattungskosten finden Sie unten in dieser Seite bei den Links.
* Termin für Beerdigung, bzw. Trauerfeier vereinbaren.
* Art der Beerdigung und Ablauf/Gestaltung der Beerdigung/Trauerfeier besprechen. Achten Sie auf mögliche Verfügungen des Verstorbenen (z. B. zur Art der Bestattung).
* Sarg bzw. Urne auswählen (dabei nach den Preisen fragen!).
* Besprechen, ob eine Anzeige in die Zeitung soll und welchen Inhalt sie haben soll. Wollen Sie z. B. wirklich den Beerdigungszeitpunkt veröffentlichen? Jeder Zeitungsleser weiß dann, wann niemand bei Ihnen zu Hause ist.
* Wenn wenig Blumen gewünscht werden, klären, an welche Organisation ggf. Spenden gegeben werden sollen. Bankverbindung der Organisation ermitteln.
* Besprechen, wie die Traueranzeigen aussehen sollen, die verschickt werden und wieviele davon gebraucht werden.
+ Beantragung der Auszahlung von Lebensversicherung(en) oder Sterbegeldversicherung, falls vorhanden. Je nach Vertrag muss die Lebensversicherung innerhalb von 24 bis 72 Stunden über den Todesfall informiert werden, um keine Probleme mit der Auszahlung des Geldes zu bekommen(!).
Mit dem eigenen Arbeitgeber klären, ob und wieviel Sonderurlaub man als Angehöriger in diesem Fall bekommt; Sonderurlaub für die Beerdigung beantragen; wenn nötig zusätzliche Urlaubstage beantragen.
* Sterbefall beim Standesamt melden. Zuständig ist das Standesamt, in dessen Einzugsgebiet der Todesfall eintrat (§ 32 PStG).
• Personalausweis des/der Verstorbenen,
• bei ledigen Verstorbenen die Geburtsurkunde;
• bei Verheirateten die Heiratsurkunde, bzw. das Familienstammbuch.
Sie müssen in dieser Situation keinen "guten Eindruck" machen.
Schauen Sie nach, ob Ihr Personalausweis oder Reisepass noch gültig ist. Für einige der kommenden Aktionen bei Ämtern und Banken wird von Hinterbliebenen und Erben ein gültiger Ausweis benötigt.
Eine Trauerfeier könnte z. B. folgende Ablauf haben:
Flötenkreis (Choral: Was Gott tut, das ist wohl getan, JSB)
Lied: Die Güte des Herrn hat kein End. (Liedblatt)
Lied: Befiehl du deine Wege, 1 – 2 + 4 + 8 (Kirchenchor und Gemeinde – Liedblatt)
Traueransprache mit Taufspruch
Lied: Stern auf den ich schaue (Liedblatt der Familie)
Lied: Meine Hoffnung und meine Freude (Kirchenchor)
Öffentliche Aussegnung
Instrumentalstück zum Ausgang (Gemeinde zieht mit dem Sarg zum Grab)
Grabliturgie mit abschließendem Vater unser – Gebet und Segen für die Gemeinde
Familie verabschiedet sich am Grab, Gemeinde kondoliert.
+ Arbeitgeber des Verstorbenen informieren. Bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten bestehen eventuell Rentenansprüche gegenüber der betrieblichen Unfallversicherung oder der Berufsgenossenschaft.
+ Ggf. Beantragung der Auszahlung einer Unfallversicherung, falls der Todesfall durch einen Unfall verursacht wurde und eine solche Versicherung bestand.
Es ist auch zu hoffen, dass der hinterbliebene Ehepartner oder ansonsten einer der Erben eine "Vollmacht über den Tod hinaus" zumindest für das Girokonto hat. Auch damit ist es noch schwierig genug, wenn nach Meldung des Todesfalls bei der Bank keine online-Überweisungen, sondern nur noch Belege, bzw. persönlich abgegebene Überweisungen akzeptiert werden.
Vorsicht vor Betrügern und „Bauernfängern“: Keine unbekannten Personen in die Wohnung lassen! Nichts unterschreiben oder kaufen, was nicht wirklich nötig ist! Lernen Sie "Nein" zu sagen.
Keine zweifelhaften Rechnungen bezahlen, die nach Erscheinen der Todesanzeige eintreffen. Gegebenenfalls eine Vertragskopie verlangen und die dortige Unterschrift überprüfen.
Wenn der Verstorbene alleinstehend und alleiniger Mieter war:
Klären, ob die Wohnung weiter benötigt wird, oder ob der Mietvertrag gekündigt werden soll. Personen, die mit dem verstorbenen Mieter in einem gemeinsamen Haushalt gelebt haben, treten gemäß § 563 BGB in das Mietverhältnis ein, können das aber innerhalb eines Monats nach Kenntniserlangung des Todesfalls ablehnen. In letzterem Fall geht das Mietverhältnis nach § 564 BGB auf die Erben über, die innerhalb eines Monats nach Kenntniserlangung des Todesfalls und des Nichteintetens das Mietverhältnis außerordentlich mit der gesetzlichen Frist kündigen können, und zwar alle gemeinsam oder einer der Erben mit Vollmacht aller anderen (dazu § 563, § 563a und § 564 BGB).
Im Falle der Kündigung des Mietverhältnisses klären, wann die Wohnung geräumt sein muss.
Auch nach einem Todesfall gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten, d. h. die Kündigung muss spätestens zum 3. Tag eines Monats erfolgen, sonst kann erst im Folgemonat gekündigt werden, und das bedeutet für die Erben einen Monat länger Miete zahlen.
Der Umfang einer eventuellen Renovierung muss mit dem Vermieter abgesprochen werden (ggf. mit Zeuge besprechen und das Ergebnis schriftlich mit Unterschriften festhalten), und die Arbeiten müssen durchgeführt werden.
Man sollte mit dem Vermieter verhandeln, ob man wegen des Härtefalles "Tod" möglicherweise bereits früher, als die gesetzliche Kündigungsfrist es vorsieht, aus dem Mietvertrag kommen kann, da er ja den Vorteil hat, diese Wohnung nach einer raschen Renovierung bereits früher auf dem Wohnungsmarkt zu einer höheren Miete anbieten zu können.
An den Briefkasten einen Aufkleber "Bitte keine Werbung und keine Anzeigenzeitschriften" kleben, damit er nicht überquillt; Nachsendeantrag (zum Erben oder an eine geeignete Person) für Briefe und Post einrichten.
Klären, ob der Verstorbene noch Bestellungen ausgeführt hat, oder ob etwas für ihn bestellt wurde: Waren in Versandhäusern, medizinische Hilfsmittel (Brille, Hörgerät, ...) usw.
* Verstorbene Rentenempfänger bei Rentenstelle(n) und Pensionskassen: Betriebsrente, Zusatzversicherung, Kriegsbeschädigtenrente, Hinterbliebenenrente abmelden.
+ Verstorbenen mit Behinderung oder Kriegs- bzw. Zivildienstschaden beim Versorgungsamt abmelden, dabei Behindertenausweis zurücksenden; vorher aber beide(!) Seiten des Behindertenausweises kopieren!
Die Prozente aus dem Behindertenausweises werden in der Regel noch bei der Einkommensteuer-Erklärung) benötigt.
Kabelfernsehen, Rundfunkgebühr (früher GEZ), Telefon und Handy-Vertrag kündigen bzw. abmelden. Kopien der Kündigungsbriefe bzw. Abmeldungen aufbewahren und später prüfen, ob die Kündigung 'funktioniert' hat.
+ Je nach Familiensituation der Angehörigen möglichst rasch eine Witwen-, Witwer- oder (Halb-)Waisenrente bei der Deutschen Rentenversicherung (früher BfA, LVA oder Knappschaft) beantragen.
Überprüfen Sie im Rentenbescheid gründlich, ob der Versicherungsverlauf des Verstorbenen wirklich vollständig ist, d. h. ob bei der jeweiligen Rentenversicherung wirklich alle Monate ab der Schulzeit (Schule, Wehrdienst, FSJ, Ausbildung, Arbeitslosigkeit, Jobs, Minijobs, Mutterschutz, Kindererziehungszeiten, ...) lückenlos registriert sind. Jeder Monat mehr bedeutet mehr Rente! Überprüfen Sie auch, wenn die Meldungen zur Sozialversicherung vorhanden sind, ob das Gehalt zu jeden Zeitabschnitt richtig registriert wurde.
+ Den Verstorbenen bei der Krankenkasse/Krankenversicherung abmelden und Krankenkassenkarte abgeben; vorher noch die Krankenversicherungsnummer und die Telefonnummer der Krankenkasse notieren.
Klären Sie bei dieser Gelegenheit auch, ob die Krankenkassenbeiträge des Verstorbenen von Lohn oder Rente abgezogen wurden, oder ob sie von ihm direkt gezahlt wurden. Im zweiten Fall müssen eventuell noch Beiträge für den Todesmonat gezahlt werden, oder es kann (bei Überzahlung) eine Rückzahlung geben.
Wenn Angehörige des Verstorbenen mit ihm "familienversichert" waren, müssen sie sich jetzt sie ggf. selbst bei der Krankenkasse anmelden.
Sammeln Sie die Belege des Verstorbenen von Zuzahlungen, Arzneimitteln, Krankentransport und Ähnlichem. Lassen Sie sich in seiner Apotheke die Liste der von ihm gekauften Arzneimittel ausdrucken falls die Käufe dort registriert wurden: Eine Gesamtliste für's Finanzamt und eine Liste nur mit den Zuzahlungen für die Krankenkasse.
Falls eine Haushaltshilfe (mit 400€-Job) angestellt war: Endabrechnung für die Haushaltshilfe anfertigen und überweisen oder gegen Quittung auszahlen. Danach die Endabrechnung für die Bundesknappschaft (www.Minijob-Zentrale.de) anfertigen und hinschicken.
Beamte (auch im Ruhestand) haben grundsätzlich einen Beihilfeanspruch für Krankheitskosten, die vor dem Tod entstanden sind oder für Kosten die durch den Tode (Sarg, Urne, Grabnutzungsrecht, ...) des Beamten entstanden sind. Eventuell gibt es auch einen Anspruch auf Sterbegeld.
Abonnements (Tageszeitung, Zeitschriften, Buchclub, Theater, Bahncard, ...) und Mitgliedschaften (Gewerkschaft, ADAC, Vereine, sonstige Organisationen, ...) des/der Verstorbenen kündigen oder (wenn sinnvoll) auf ein anderes Familienmitglied ummelden.
Nachschauen, ob der/die Verstorbene in einem netten Internetforum oder Blog stärker aktiv war. Dort eine kurze Nachricht für die anderen Teilnehmer schreiben. Bei den häufigsten E-Mail- oder WhatsApp-Kontakten bzw. in seinem Facebook-Account ebenso.
Erben haben, wenn im Testament nichts anderes geregelt ist, legalen Zugriff auf den Computer und die Speichermedien des Verstorbenen. Sie dürfen alle Daten ansehen, löschen oder ändern. Accounts (Facebook, ICQ, XING), Avatare, Charaktere von Computerspielen usw. können von Ihnen übernommen werden.
Manche dieser Accounts (z. B. von Internetspielen mit gut aufgebauten Charakteren oder Avataren) sind sehr wertvoll und können an Interessierte verkauft werden.
Ggf. verlangen die entsprechenden Internetanbieter vor der Besitzübertragung die Vorlage des eröffneten Testaments, bzw. einen Erbschein.
Hierzu Artikel bei → www.focus.de und Legal Tribune Online.
Weitere mögliche Aktivitäten des Verstorbenen im Internet:
Kaufen und Verkaufen bei www.Amazon.de und/oder anderen Versandhäusern (Land's End, Conrad, Reichelt, Pearl, ...)
Mitwirkung in diversen Foren
Geocaching bei www.geocaching.com oder www.opencaching.de. Falls der Verstorbene selbst Geocaches versteckt hatte, sollten sie geborgen und entsorgt werden, oder von anderen Geocache-Mitspielern adoptiert werden.
Andere GPS- und Outdoor-Spiele: Wer Geocaching betrieben hat, könnte auch bei weiteren, ähnlichen GPS- und Outdoor-Aktivitäten angemeldet sein.
Und es könnte noch vieles Andere bei netten oder weniger netten kostenlosen oder teuren Anbietern zu finden sein.
Mit dem Arbeitgeber des Verstorbenen klären, ob noch Gelder an den Arbeitgeber zu zahlen sind (z. B. Essenskosten), ob der Verstorbene noch Gelder (z. B. Urlaubsgeld, Reisekosten) zu erhalten hat oder ob dem Arbeitgeber noch Schlüssel, Zeiterfassungschip, Firmenausweis usw. zurückgegeben werden müssen.
BAföG: Wenn der Verstorbene noch ein BAföG-Darlehen zurückzahlen muss, erlischt die Darlehens(rest)schuld laut § 18 Abs. 5c BAföG mit seinem Tod. Das www.bundesverwaltungsamt.de muss entsprechend informiert werden (Kopie der Sterbeurkunde).
Bei einem Kfz erst mal die Versicherung ummelden. Dort auch fragen, welche Formulare (außer Kfz-Brief, Kfz-Schein und Versicherungsnachweis) mit zur Zulassungsstelle genommen werden müssen. Bei der Kfz-Versicherung kann oftmals der Schadensfreiheitsrabatt des Verstorbenen an direkte Angehörige übertragen werden. Wenn die bisherige Versicherung dazu unwillig ist, dann bei einer anderen Versicherung nachfragen.
Bei Booten müssen auch die eingebaute Funkanlage, zugehörige Versicherungen, Registrierungen und Bescheinigungen, umgemeldet werden. Außerdem ist zu klären, was mit pyrotechnischen Signalmitteln zu geschehen hat.
Klären, ob und welche Waffen (vom Jagdgewehr bis zur kleinen Schreckschusspistole) vorhanden sind. Zusammen mit Munition, Waffenbesitzkarte(n) und Waffenschein sicher und verschlossen aufbewahren und innerhalb von 4 Wochen beim Landkreis melden (→ § 20 WaffG). Später auf neuen Besitzer umschreiben lassen oder beim Landkreis gegen Empfangsquittung abgeben.
Versicherungen des/der Verstorbenen (z. B. Unfall, Haftpflicht, Hausrat, Rechtschutz, ...) schriftlich kündigen, dabei eine schriftliche Bestätigung der Kündigung fordern und der Versicherung ein Konto nennen, wohin sie ein ggf. vorhandenes Restguthaben überweisen soll.
Versicherungen des/der Verstorbenen (Haftpflicht, Gebäude, Hausrat, Rechtschutz, ...) auf überlebenden Ehepartner oder Kind umschreiben. Dabei nach günstigeren Möglichkeiten/Tarifen fragen, oder planen, wann man die Versicherung kündigt.
Mehr dazu auf meiner Seite zum Thema Versicherungen
Als überlebender Ehepartner muss man die eigene Steuerklasse für die Lohnsteuer nicht ändern lassen. Wenn dort allerdings eine 4 oder 5 steht und man angestellt ist, sollte man die eigene Lohnsteuerklasse beim Finanzamt in '3' ändern lassen. Man zahlt dann während des Restjahres weniger Steuern.
Für die Berechnung des Kursgewinns bei einem Erben gilt der Tag der Anschaffung, nicht des Erbfalls.
Liste aller Konten (mit Stand am Todestag); hierzu können auch Konten im Internet, z. B. bei www.Paypal.de gehören
Liste des wertvollen Eigentums (neue technische Geräte, Kunstgegenstände, wertvolle Möbel, Sammlungen)
Listen der noch offenen Rechnungen (Geld, das der Verstorbene noch zahlen muss)
Liste der offenen Forderungen (Geld, das der Verstorbene zu bekommen hat)
Liste der Kosten für die Beerdigung
Auch das Bargeld des/der Verstorbenen muss gezählt werden; am besten alles in einem Portemonnaie oder einem anderen geeigneten Behältnis sammeln.
Falls ein Testamentsvollstrecker eingesetzt wurde, ist die Anfertigung des Nachlassverzeichnisses seine Pflichtaufgabe. Aber auch sonst wird es fast immer benötigt:
Es wird vom Nachlassgericht verlangt,
die Erben brauchen es gemeinsam für eine möglichst streitfreie Verteilung des Erbes,
und später hilft es bei der Aufstellung der Werte für die eventuell nötige Erbschaftsteuererklärung.
Der bekannte Wert des Nachlasses verändert sich mit der Zeit eventuell noch:
- Geld oder Wertgegenstände werden entdeckt,
- manche Wertsachen sind weniger wert als vermutet,
- es werden noch irgendwelche (Rest-) Zahlungen nötig usw.
Es ist also gut, die verschiedenen (Wissens-) Stände ausgedruckt aufzubewahren und deutlich mit dem jeweiligen Datum zu versehen.
+ Beim Steinmetz die Gestaltung von Grabstein und Grabeinfassung festlegen; dabei nach dem Preis fragen und ggf. verschiedene(!) Angebote einholen. Keine schnellen Entscheidungen treffen.
Falls eine Homepage betrieben wurde und weiter laufen soll, den www-Domainnamen auf einen anderen User umschreiben und auch die Providerkosten auf ihn übertragen. Wenn die Homepage nicht weiter betrieben wird, den Vertrag mit dem Provider kündigen; dabei darauf achten/festlegen, dass die www-Domain auch gelöscht wird.
Falls der Verstorbene ein Gewerbe oder eine freiberufliche Tätigkeit betrieben hat, und es weiter betrieben wird, müssen seine Aufgaben umverteilt werden. Das Gewerbe muss beim Gewerbeamt umgemeldet werden.
Am Ende von Umsatzsteuer-vorauszahlungszeiträumen und vom Geschäftsjahr müssen in jedem Fall die üblichen Abschlüsse und Steuererklärungen pünktlich erstellt werden.
Vielleicht hatte der Verstorbene auch Rechte an Erfindungen bzw. Patenten oder Einnahmen daraus. Einkünfte als Autor von Büchern wären ebenfalls möglich. Auch solche Rechte und die Einkünfte daraus werden in der Regel vererbt. Klären sie auch, ob es angemeldete Markennamen o. ä. gibt, und was mit diesen zu geschehen hat.
Möglicherweise haben Sie nun geerbt, und Sie wollen jetzt das Geld anlegen. Lassen Sie sich mit Entscheidungen über die künftige Anlage des Geldes Zeit. Nutzen Sie nicht das erstbeste Angebot eines Beraters, sondern fragen Sie bei verschiedenen Banken nach! Sie lernen dabei kostenlos.
Natürlich sollte man das Geld in dieser Zeit nicht nutzlos auf einem Girokonto oder Sparbuch herumliegen lassen. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, Geld auf einem Tagesgeld-Konto anzulegen und erläutern hier, wie das funktioniert.
Falls Sie den Verdacht haben, dass Sie mehr Schulden als Guthaben geerbt haben, sollten Sie prüfen, ob die Erbschaft (gemäß § 1944 BGB bis § 1959 BGB) ausschlagen.
Wenn ein eröffnetes Testament vorliegt, hat das für die Bank zu genügen. Wenn sie den Erbschein trotzdem will, muss sie ihn laut Urteil BGH XI ZR 311/04 bezahlen (siehe kostenlose-urteile.de oder siehe lexetius.com, besonders Randziffer 16 und 18).
Im September 2013 gab es sogar das BGH-Urteil XI ZR 401/12, das den Erbschein für Banken als unnötig einstuft (siehe auch Pressestelle des BGH).
Gemäß eröffnetem Testament das Geld auf die Erben übertagen, am einfachsten und klarsten per Überweisung. Wenn Geld bar oder Besitz (z. B. Schmuck oder Wertgegenstände) direkt weitergegeben wird, dies nur gegen eine Quittung tun, die das Objekt eindeutig beschreibt! Falls nötig, Zeugen dazu holen und mit unterschreiben lassen.
Wenn Anteile von Genossenschaften (z. B. Volks- und Raiffeisenbanken) vorhanden sind, muss geklärt werden, was die Satzung der Genossenschaft für diesen Fall vorsieht. Der §77 Genossenschaftsgesetz nennt mehrere Möglichkeiten.
Die Banken, Bausparkassen usw. des Verstorbenen senden nach dem Bekanntwerden eines Todesfalls bei Guthaben ab 5.000 € eine Meldung an das Finanzamt (gemäß § 33 ErbStG in Verbindung mit dem § 5 ErbStDV). Sie enthält die Höhe des Guthabens und der bis zum Todestag angefallenen Zinsen.
Bei einem verstorbenen Rentner nachprüfen, ob Renten und Pensionen auch wirklich noch komplett für den Monat, in dem der Todestag liegt, bezahlt wurden. Dies ist bei den meisten Renten und auch bei Pensionen im öffentlichen Dienst üblich.
Wir haben erlebt, dass bei der Pensionszahlung einer Firma laut deren Regeln die Rente bis zum Todestag hätte gezahlt werden sollen. Es wurde aber für den letzten Monat einfach gar keine Pension gezahlt. Wir mussten die korrekte Zahlung erst zweimal per Brief anfordern, bis es dann funktioniert hat.
Bei Verstorbenen mit Pflegestufe nachprüfen, ob die Pflegeversicherung wirklich noch für den Monat, in dem der Todestag liegt, bzw. anteilig bis zum Todestag gezahlt hat. Was überzahlt wurde, muss zurückgezahlt werden. Falls die Pflegeversicherung länger als nötig gezahlt hat, ist eine Rückzahlung fällig.
Zwei Beispiele für solche größeren oder etwas kleineren Auktionshäuser: Lempertz in Köln, Nagel in Stuttgart , Metz in Heidelberg oder van Ham in Düsseldorf. Wir haben erlebt, wie ein Möbelstück im Auktionshaus mehr als das doppelte von dem gebracht hat, was uns in unserer Stadt vom Möbelrestaurator angeboten wurde.
Sie haben nun gerade erlebt, wie es ist, wenn der Verstorbene seine Unterlagen gut oder schlecht sortiert hatte. Sortieren Sie doch mal Ihre eigenen Unterlagen. Sie bekommen dadurch einen Überblick über Ihre Sachen und es hilft vor allem Ihnen selbst, künftig schnell das Gesuchte zu finden.
Gehen Sie also regelmäßig zum Arzt.
Machen Sie regelmäßig Gesundheitschecks (Blutdruck, Blutwerte, EKG, Zucker).
Klären Sie, ob Ihre eigenen Impfungen (Tetanus, FSME, Polio, Keuchhusten, Diphterie usw.) noch aktuell sind. Lassen Sie sich künftige Impftermine vom Arzt mit Bleistift in Ihren Impfausweis eintragen.
Nehmen Sie besonders in den ersten 2 Jahren nach dem Trauerfall regelmäßig an gründlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen teil!
Frauen: Abstrich und Mammografie; Männer: Prostata
Beide: Leberflecken checken lassen; Stuhl- und Urinproben checken lassen.
Lassen Sie Ihre Zähne checken und wenn nötig reparieren.
Ideen: Beantragen Sie eine Kur und/oder lassen Sie sich hochwertige Vitaminpräparate verschreiben.
Planen Sie für Ihre eigene neue Zukunft! In meinem Downloadbereich finden Sie dafür eine praktische Jahres- oder Mehrjahres-Tabelle. Notieren Sie sich die Termine, die sie in den obigen Punkten ermittelt haben:
- Impftermine,
- Vorsorgeuntersuchungen bei Ärzten und Zahnärzten,
- Verlängerung von Ausweisen,
- TÜV/ASU für's Auto
- Wartung von Heizung und Feuerlöschern im Haus
- Ablauf von Geldanlagen
Ein Gespräch mit einem Steuerberater vor(!) Unterzeichnung von Verkaufs-, Teilungs- oder anderem Vertrag über eine Immobilie kann deutlich Kosten sparen.
Für einen alleinstehenden Verstorbenen muss noch eine Einkommensteuererklärung für die Zeit vom Jahresanfang bis zum Todestag ausgefüllt werden. Sammeln Sie von Anfang an alle Unterlagen, die Sie dafür brauchen!
Um die Steuererklärung vorzubereiten (bzw. dafür zu "üben"), können Sie sich schon mal provisorisch Steuerformulare vom Vorjahr holen und ausfüllen. Im neuen Jahr kann man das dann in die zum Jahr des Todesfalls gehörenden Formulare übertragen und die abgeben.
Wenn der Verstorbene verheiratet war, wird die Einkommensteuererklärung wie sonst üblich ausgefüllt. Die Besteuerung erfolgt im Sterbejahr und im Folgejahr so, als hätte der Verstorbene das ganze Kalenderjahr gelebt.
Bei alleinstehenden Verstorbenen gelten die gleichen Freibeträge und Pauschalen wie für ein ganzes Jahr.
Wenn für den Verstorbenen eine Pensionszahlung "auf Lohnsteuer(karte)" erfolgte, wird nach Beendigung dieser Zahlungen eine Lohnsteuerbescheinigung geschickt. Prüfen Sie, ob dort der richtige Zeitraum "von - bis" angegeben ist, und ob die Beträge für Brutto und Steuern korrekt angegeben sind. Wir hatten vom Zahler einer Pension einen Monat zu wenig gezahlt bekommen und außerdem noch eine fehlerhafte Lohnsteuerbescheinigung bekommen.
Sammeln Sie auch schon die Unterlagen, die Sie für ihre eigene Einkommensteuererklärung brauchen. Sie ersparen sich damit viel Arbeit und Sucherei.
In diesem Fall gehören auch Fahrtkosten (PKW: 0,30 € pro gefahrenem km) zu Pfarrer, Beerdigungsinstitut, Standesamt, Trauerfeier und Beisetzung usw. mit zu den Kosten.
Überlegen Sie mal, welchen Traum Sie selbst schon immer verwirklichen wollten (Ausbildung, Reise, Hobby, Fernwanderung, ...). Es kann sein, dass Sie nach diesem Todesfall mehr Geld, Zeit oder Unabhängigkeit als bisher zur Verfügung haben, oder dass Ihr Bedarf an Ruhe und Erholung jetzt sehr hoch ist. Hier in www.KlickTipps.de finden Sie einige Anregungen zu neuen Hobbies und Unternehmungen.
Wenn der Verstorbene eine Mietwohnung hatte, kann im Sommer des folgenden Jahres noch eine Nebenkostenabrechnung kommen. Diese Abrechnung sollte gut geprüft werden, und für eine eventuelle Nachzalung sollte noch Geld vorhanden sein.
Wenn das Erbe bei oder über den Freibeträgen der Erbschaftsteuer liegt, sollte man schon mal selbst einen Fragebogen für die Erbschaftsteuer beim Finanzamt holen und ausfüllen. Später vergisst man immer mehr, was man geerbt hat und was nicht (das Ausfüllen des Fragebogens und das Suchen der Belege wird zunehmend schwieriger), und es droht unnötiger Ärger mit dem Finanzamt.
Für einen alleinstehenden Verstorbenen muss für die Zeit von Jahresanfang bis Todestag eine Einkommensteuererklärung ausgefüllt werden.
Einkünfte, die danach anfallen, müssen in einer "Feststellungserklärung" ans Finanzamt gemeldet werden. mehr dazu: Einkommensteuererklärung nach Todesfall)
Kontrollieren Sie, dass die Zahlen in den Bescheinigungen vom Arbeitgeber bzw. der Rentenkasse auch stimmen.
Klären Sie, welche Einkünfte der Verstorbene aus Kapitalerträgen (Konten, Sparbücher, Aktien, ...) hatte, und wieviel davon an Steuern und Solidaritätszuschlag von den Zinsen angezogen wurde. Für einen Verstorbenen gibt es keinen Freistellungsauftrag mehr, und diese Steuern werden zunächst abgezogen. Mit der Einkommensteuererklärung können sie ganz oder teilweise zurückgeholt werden.
Die Erben müssen für die Zeit nach dem Todesfall die Einkünfte (oder Verluste) z. B. aus Kapitalerträgen oder aus Vermietung in einer Feststellungserklärung ans Finanzamt melden. Das FA teilt die Einkünfte und die daraus resultierenden Steuern (bzw. die Steuererstattung) dann entsprechend auf. (mehr dazu: Einkommensteuererklärung nach Todesfall)
Wenn sich die Aufteilung des Erbes in ein weiteres Jahr zieht (auch wenn sich die Erben einig sind, kann es manchmal dauern), und für die Erben (Erbengemeinschaft) weitere gemeinsame Einkünfte anfallen, kann pro Jahr je eine weitere Feststellungserklärung nötig werden.
Wenn der Verstorbene verheiratet war, wird die Einkommensteuererklärung vom überlebenden Partner wie sonst üblich ausgefüllt. (mehr dazu: Einkommensteuererklärung)
Das Finanzamt berechnet im Sterbejahr und auch im folgenden Kalenderjahr die Einkommensteuer wie bei Verheirateten nach der günstigeren Splittingtabelle.
Wenn es mehrere Erben gibt und für sie gemeinsame Einkünfte anfallen, kann auch hier eine Feststellungserklärung für die Zeit ab dem Todestag nötig werden.
Wenn der Testamentsvollstrecker ein Entgelt für seine Bemühungen bekommt, muss er das in Anlage S zu seiner eigenen Einkommensteuererklärung angeben. Er macht dazu eine Aufstellung des Entgelts und der zugehörigen Ausgaben. Die Differenz wird versteuert.
Informationen über Bestattungskosten, den Ablauf einer Beisetzung und ein Verzeichnis über Bestatter bundesweit. Nutzer können außerdem kostenlos und unverbindlich Angebote anfordern und bequem vergleichen.
www.purovivo.de/todesfall
Ein "Ratgeber Todesfall" mit einer Checkliste und mit einer schönen Auswahl an Trauersprüchen bzw. Beileidsformulierungen.
Weitere Informationen zum Thema "Todesfall" mit je einer Checkliste für die wichtigsten Tätigkeiten und die in Deutschland üblichen Bestattungskosten
Informationen, Tipps und Foren für verwitwete und verwaiste Menschen.
Trauernde in Südhessen können hier ein Stück Bergleitung bei ihrer Trauer erhalten: Einzelgespräche, Offene Gruppen, Geschlossene Gruppen und weitere Angebote
Informationen zu Bestattungen, Erbschaft, Testament und Verfügungen
www.finanztip.de/recht/erbrecht/...
Auch hier gibt es eine gute und kurze Checkliste zu dem, was vor allem im Bereich Standesamt, Finanzen, Erbschaft, Miete bei einem Todesfall zu tun ist. Außerdem gibt es viele weitere gute Seiten zu den Themen Erbschaft und Testament.
Nach all dem Ganzen braucht man Erholung. Im Wellnesshotel Rothfuss in Bad Wildbad im Schwarzwald kann man wieder etwas zu sich selbst kommen.
• DGzRS - Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
• Christusträger-Waisendienst
• CBM - Christoffel Blindenmission

References: § 563
 § 564
 § 563
 § 563
 § 564
 § 18
 § 20
 § 1944
 § 1959
 BGH 
 §77
 § 33
 § 5