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Timestamp: 2019-12-08 10:45:19+00:00

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BGH, 22.09.2009 - VI ZR 312/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,881
BGH, 22.09.2009 - VI ZR 312/08 (https://dejure.org/2009,881)
BGH, Entscheidung vom 22.09.2009 - VI ZR 312/08 (https://dejure.org/2009,881)
BGH, Entscheidung vom 22. September 2009 - VI ZR 312/08 (https://dejure.org/2009,881)
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Keine Erstattung der Umsatzsteuer bei Ersatzbeschaffung ohne Mehrwertsteuerausweis
Anspruch eines Geschädigten auf Ersatz der i.R.d. von ihm gewählten Weges der Ersatzbeschaffung nicht angefallenen Umsatzsteuer; Beachtung des Wirtschaftlichkeitspostulats i.R.d. Wahl der zum Schadensausgleich führenden Möglichkeiten der Naturalrestitution
Kein Ersatz der Umsatzsteuer für Ersatzbeschaffung von Privat bei fehlendem wirtschaftlichen Totalschaden, § 249 BGB
Verkehrsunfall - Ersatzbeschaffung und Mehrwertsteuerersatz
Schadensrecht - Ersatz von Umsatzsteuer
Unfallschadensregulierung - Bei Ersatzbeschaffung von privat keine Mehrwertsteuer auf Reparaturkosten
Mehrwertsteuer - Unreparierte Inzahlungnahme und Mehrwertsteuer
Ersatzauto statt Reparatur - aber nur ohne Mehrwertsteuer
Allgemeines Schadensersatzrecht - Mehrwertsteuererstattung im Falle der Ersatzbeschaffung
Erstattung der Mehrwertsteuer bei Ersatzbeschaffung
Kein Anspruch auf fiktive Umsatzsteuer - BGH setzt der Möglichkeit der Abrechnung Grenzen
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.09.2009, Az.: VI ZR 312/08 (MWSt-Anspruch bei Ersatzbeschaffung statt Reparatur)" von VorsRiOLG a.D. / RA Hermann Lemcke, original erschienen in: r+s 2009, 525 - 527.
Zusammenfassung von "Zum Anspruch des Geschädigten auf Zahlung von Umsatzsteuer bei Verstoß gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot - Zugleich Anmerkung zum Urteil des BGH vom 22.09.2009, Az.: VI ZR 312/08, VersR 2009, 1554" von RiLG Dr. Mark Seibel, original erschienen in: VersR 2010, 736 - ...
AG Weiden/Oberpfalz, 15.07.2008 - 1 C 617/08
LG Weiden/Oberpfalz, 29.10.2008 - 22 S 73/08
LG Weiden/Oberpfalz, 03.12.2008 - 22 S 73/08
NJW 2009, 3713
MDR 2009, 1387
NZV 2010, 21
VersR 2009, 1554
VersR 2010, 736
Dieses findet gemäß § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB seinen gesetzlichen Niederschlag in dem Tatbestandsmerkmal der Erforderlichkeit, ergibt sich aber letztlich schon aus dem Begriff des Schadens selbst (BGH, Urteil vom 22. September 2009 - VI ZR 312/08, NJW 2009, 3713 Rn. 7).
Eine abweichende Betrachtung würde dazu führen, dass der Geschädigte an dem Schadensfall verdient, was dem Verbot widerspräche, sich durch Schadensersatz zu bereichern (vgl. dazu Senatsurteile vom 29. April 2003 - VI ZR 393/02 , BGHZ 154, 395, 397 f.; vom 15. Februar 2005 - VI ZR 70/04, BGHZ 162, 161, 164 f.; vom 7. Juni 2005 - VI ZR 192/04, BGHZ 163, 180, 184;… vom 6. März 2007 - VI ZR 120/06, BGHZ 171, 287 Rn. 6; vom 22. September 2009 - VI ZR 312/08, VersR 2009, 1554 Rn. 7;… vom 18. Oktober 2011 - VI ZR 17/11, VersR 2011, 1582 Rn. 6, 8;… vom 5. Februar 2013 - VI ZR 363/11, VersR 2013, 471 Rn. 11 = r + s 2013, 203 m. Anm. Lemcke, dazu auch Schneider, jurisPR-VerkR 6/2013 Anm. 1).
Denn auch wenn er vollen Ersatz verlangen kann, soll der Geschädigte an dem Schadensfall nicht "verdienen" (vgl. Senatsurteile vom 29. April 2003 - VI ZR 393/02, BGHZ 154, 395, 397 f.; vom 15. Februar 2005 - VI ZR 70/04, BGHZ 162, 161, 164 f.; vom 7. Juni 2005 - VI ZR 192/04, BGHZ 163, 180, 184;… vom 6. März 2007 - VI ZR 120/06, BGHZ 171, 287 Rn. 6; vom 22. September 2009 - VI ZR 312/08, VersR 2009, 1554 Rn. 7).
Dementsprechend hat der erkennende Senat bereits entschieden, dass eine Erstattung der Umsatzsteuer dann nicht erfolgt, wenn der Geschädigte weder eine umsatzsteuerpflichtige Reparatur hat durchführen lassen noch bei der Ersatzbeschaffung eines neuen Fahrzeugs von privat Umsatzsteuer angefallen ist (vgl. Senatsurteil vom 22. September 2009 - VI ZR 312/08, VersR 2009, 1554 Rn. 11 mwN).
Der Revisionserwiderung ist darin Recht zu geben, dass in früheren Senatsurteilen der Ersatz der Umsatzsteuer beim Kauf einer gleichwertigen Ersatzsache von privat mit der Begründung versagt wurde, dass keine Umsatzsteuer angefallen sei, so dass sie "in diesem Fall auch im Rahmen einer fiktiven Schadensabrechnung nicht ersatzfähig" sei (Senatsurteile vom 22. September 2009 - VI ZR 312/08, NJW 2009, 3713 Rn. 10;… vom 2. Juli 2013 - VI ZR 351/12, NJW 2013, 3719 Rn. 7;… vgl. auch Senatsurteil vom 5. Februar 2013 - VI ZR 363/11, NJW 2013, 1151 Rn. 16).
Dementsprechend hat der erkennende Senat entschieden, dass eine Erstattung der Umsatzsteuer dann nicht erfolgt, wenn der Geschädigte weder eine umsatzsteuerpflichtige Reparatur hat durchführen lassen noch bei der Ersatzbeschaffung eines neuen Fahrzeugs von privat Umsatzsteuer angefallen ist (vgl. Senatsurteile vom 22. September 2009 - VI ZR 312/08, VersR 2009, 1554 Rn. 11;… vom 5. Februar 2013 - VI ZR 363/11, aaO Rn. 16).
Dies setzt voraus, dass die begehrte Umsatzsteuer zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands tatsächlich angefallen ist, ohne dass es darauf ankäme, welchen Weg der Geschädigte zur Wiederherstellung beschritten hat (BGH, NJW 2009, S. 3713).
Sie soll hingegen nicht mehr ersetzt werden können, wenn und soweit sie nur fiktiv bleibt, weil es zu einer umsatzsteuerpflichtigen Reparatur oder Ersatzbeschaffung bei einem Fachbetrieb oder einem anderen umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer i.S. des § 2 UStG nicht kommt (BT-Drucks. 14/7752, S. 23; vgl. auch BGH, NJW 2009, S. 3713).
Dies findet gemäß § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB seinen gesetzlichen Niederschlag in dem Tatbestandsmerkmal der Erforderlichkeit, ergibt sich letztendlich schon aus dem Begriff des Schadens selbst (BGH NJW 2009, S. 3713).
Mit dieser durch das Zweite Gesetz zur Änderung schadensrechtlicher Vorschriften vom 19. Juli 2002 (BGBl. I 2674) eingeführten gesetzlichen Regelung wollte der Gesetzgeber nichts an der Möglichkeit des Geschädigten ändern, den für die Herstellung erforderlichen Geldbetrag stets und insoweit zu verlangen, als er zur Herstellung des ursprünglichen Zustands tatsächlich angefallen ist ( BGH , VersR 2009, Seiten 1554 f. = NJW 2009, Seiten 3713 f. = DAR 2009, Seiten 689 f. = MDR 2009, Seiten 1387 f. = r + s 2009, Seiten 525 f. = NZV 2010, Seiten 21 f.; OLG Brandenburg , Beschluss vom 01.04.2009, Az.: 12 W 51/08, u. a. in: "juris"; AG Celle , NZV 2009, Seiten 144 f. ).
Wird eine gleichwertige Sache als Ersatz beschafft und fällt dafür Umsatzsteuer an, so ist die Umsatzsteuer im angefallenen Umfang aber zu ersetzen ( BGH , VersR 2009, Seiten 1554 f. = NJW 2009, Seiten 3713 f. = DAR 2009, Seiten 689 f. = MDR 2009, Seiten 1387 f. = r + s 2009, Seiten 525 f. = NZV 2010, Seiten 21 f. ).
Nur wenn für die Beschaffung einer gleichwertigen Ersatzsache - etwa beim Kauf von Privat - eine Umsatzsteuer nicht anfällt, ist sie nämlich auch nicht zu ersetzen (vgl. Gesetzesbegründung BT-Drucks. 14/7752 S. 13 f., 23 f.; BGH , BGHZ 158, Seiten 388 f.; BGH , BGHZ 162, Seiten 270 ff.; BGH , BGHZ 164, Seiten 397 ff.; BGH , VersR 2004, Seiten 927 f.; BGH , VersR 2006, Seiten 987 f.; BGH , VersR 2009, Seite 654; BGH , VersR 2009, Seiten 1554 f. = NJW 2009, Seiten 3713 f. = DAR 2009, Seiten 689 f. ).
Nur in diesem Fall wäre eine Schadensabrechnung auf der Grundlage eines Sachverständigengutachtens auch nicht ersatzfähig, weil § 249 Abs. 2 Satz 2 BGB insoweit die Dispositionsfreiheit begrenzt ( BGH , VersR 2006, Seiten 987 f.; BGH , VersR 2009, Seite 654; BGH , VersR 2009, Seiten 1554 f. = NJW 2009, Seiten 3713 f. = DAR 2009, Seiten 689 f. ).
AG Steinfurt, 26.11.2009 - 21 C 721/09
AG Hamburg-Harburg, 17.12.2014 - 648 C 259/14
Reservierungsvereinbarung - Schadensersatzanspruch des Kaufinteressenten wegen …

References: § 249
 BGH 
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 § 249
 § 2
 § 249
 BGH 
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