Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20R%2011/85
Timestamp: 2020-02-17 09:11:32+00:00

Document:
BFH, 14.10.1987 - II R 11/85 - dejure.org
https://dejure.org/1987,1178
BFH, 14.10.1987 - II R 11/85 (https://dejure.org/1987,1178)
BFH, Entscheidung vom 14.10.1987 - II R 11/85 (https://dejure.org/1987,1178)
BFH, Entscheidung vom 14. Januar 1987 - II R 11/85 (https://dejure.org/1987,1178)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1987,1178) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
HundStG § 6 i.d.F. des Hamburgischen Hund-StÄndG Art. 1 Nr. 2; GG Art. 2 Abs. 1, 3 Abs. 1, 14 Abs. 1, 20 Abs. 1, 28 Abs. 1 Satz 1
BFHE 151, 285
BStBl II 1988, 73
Die Hundesteuer ist eine traditionelle örtliche Aufwandsteuer, denn das Halten eines Hundes geht über die Befriedigung des allgemeinen Lebensbedarfs hinaus und erfordert einen - wenn auch unter Umständen nicht sehr erheblichen - zusätzlichen Vermögensaufwand (vgl. nur Urteile vom 19. Januar 2000 - BVerwG 11 C 8.99 - BVerwGE 110, 265 und vom 16. Mai 2007 - BVerwG 10 C 1.07 - Buchholz 401.65 Hundesteuer Nr. 12 S. 4 ff.; Beschluss vom 25. April 2013 - BVerwG 9 B 41.12 - Buchholz 401.65 Hundesteuer Nr. 13 S. 1 und BFH, Urteil vom 14. Oktober 1987 - II R 11/85 - BFHE 151, 285).
Die weitere Voraussetzung ist dadurch erfüllt, daß der Landesgesetzgeber die Gesetzgebungskompetenz tatsächlich in Anspruch genommen hat (vgl. das Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 14. Oktober 1987 II R 11/85, BFHE 151, 285, BStBl II 1988, 73).
Dies folgt aus §§ 118 Abs. 1 Satz 2 FGO i. V. m. § 1 Nr. 4 bzw. § 2 Nr. 3 des hamburgischen Abgabengesetzes vom 17. Februar 1976 (GVBl HA 1976, 45; vgl. auch BFH in BFHE 151, 285, BStBl II 1988, 73, und BFH-Urteil vom 7. August 1985 I R 309/82, BFHE 145, 7, BStBl II 1986, 42).
vgl. BVerwG, Beschluss vom 12. Januar 1978 7 B 73.77 -, NJW 1978, 1870; Urteil vom 9. Oktober 1959 VII C 97.58 -, NJW 1960, 165; BFH, Urteil vom 14. Oktober 1987 II R 11/85 -, BFHE 151, 285 (287); OVG NRW, Urteil vom 24. April 1977 II A 1394/75 -, OVGE 33, 44 (45).
vgl. speziell zum Billigkeitserlass der Hundesteuer BVerwG, Urteil vom 19. Januar 2000 11 C 8.99 -, BVerwGE 110, 265 (271); BFH, Urteil vom 14. Oktober 1987 - II R 11/85 -, BFHE 151, 285 (288); Hess. VGH, Urteil vom 9. September 1985 11 UE 2732/84 -, ZKF 1986, 11.
auch legitimerweise auf die Gefährdung von Kindern, Fußgängern und Radfahrern, die nicht nur vereinzelt von Hunden angefallen und verletzt werden, hingewiesen (BFH, Urt. v. 14.10.1987, BStBl. II 1988, 73 ff, 74;… VG Hannover, Urt. v. 20.8.1991, ZKF 1992, 111).
Grundsätzlich läßt die Auferlegung von Geldleistungspflichten die Eigentumsgarantie unberührt, es sei denn die Geldleistungspflichten belasteten den Betroffenen übermäßig und beeinträchtigten seine Vermögensverhältnisse grundlegend (BFH, Urt. v. 14.10.1987, a.a.O., 74).
Nur die Einhaltung dieser äußersten Grenzen der gesetzgeberischen Freiheit (Willkürverbot) ist vom BVerfG nachzuprüfen (vgl. nochmals BVerfGE 65, 325 ff. , sowie -- auf den Besteuerungsmaßstab bezogen -- BVerfGE 123, 1 ff. ; vgl. ferner das BFH-Urteil vom 14. Oktober 1987 II R 11/85, BFHE 151, 285, BStBl II 1988, 73).
VGH Bayern, 23.09.2010 - 4 ZB 09.2136
Gestaffelte Hundesteuer bei Haltung mehrerer Hunde in einem Haushalt
Dass die Erhebung der Hundesteuer mit einem erhöhten Steuersatz für den zweiten und jeden weiteren im Haushalt gehaltenen Hund verfassungsrechtlich zulässig ist, ist seit den Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. Oktober 1959 (NJW 1960, 165) und des Bundesfinanzhofs vom 14. Oktober 1987 (BFHE 151, 285) geklärt.
Die große Zahl von Hunden und die Möglichkeit, daß sich die Hundehaltung immer weiter unkontrolliert ausbreitet, können eine Besteuerung zur Eindämmung der Hundehaltung erfordern (so schon BVerwG, Urteil v. 9.10.1959 -- VII C 97.85 -- Buchholz 401.65, Hundesteuer Nr. 2; BFH Urteil v. 14.10.1987 -- II R 11/85 -- BFHE 151, 285).
Insoweit weist der beschließende Senat ergänzend darauf hin, daß einerseits Hundesteuersätze von 50 DM für den ersten Hund und von 100 DM für jeden weiteren Hund keine Art. 14 Abs. 1 GG verletzende erdrosselnde Wirkung haben, weil sie die Hundehaltung im Regelfall nicht wirtschaftlich unmöglich machen und im Fall auftretender Härten die Möglichkeit des Steuererlasses nach §§ 163, 227 AO besteht (vgl. BFH, Urteil vom 14. Oktober 1987 - II R 11/85 - BFHE 151, 285 ; FG Hamburg, Urteil vom 7. Dezember 1984 - III 287/84 - KStZ 1985, 197 ; BVerfG, Urteil vom 22. Mai 1963 - 1 BvR 78/56 - BVerfGE 16, 147 [BVerfG 22.05.1963 - 1 BvR 78.56] ), und daß es andererseits nicht gegen das Willkürverbot des Gleichheitssatzes verstößt, wenn der Gesetzgeber das Halten mehrerer Hunde in einem Haushalt durch Erhöhung der Steuer für den zweiten und jeden weiteren Hund zu erschweren und einzudämmen versucht (Urteil vom 9. Oktober 1959 - BVerwG VII C 97.58 - Buchholz 401.65 Hundesteuer Nr. 2 S. 2).
In diesem Zusammenhang wird neben der Verschmutzung von Gehwegen und Grünanlagen, Kinderspielplatzen u.a. auch legitimerweise auf die Gefährdung von Kindern, Fußgängern und Radfahrern, die nicht nur vereinzelt von Hunden angefallen und verletzt werden, hingewiesen (BFH, Urt. v. 14.10.1987, BStBl. II 1988, 73 ff, 74;… VG Hannover, Urt. v. 20.8.1991, ZKF 1992, 111).
BFH, 14.10.1987 - II R 66/85

References: § 6
 Art. 1
 Art. 2
 § 1
 § 2
 Art. 14