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Timestamp: 2020-01-25 14:06:51+00:00

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BFH, 12.01.1989 - IV R 8/88 - dejure.org
https://dejure.org/1989,715
BFH, 12.01.1989 - IV R 8/88 (https://dejure.org/1989,715)
BFH, Entscheidung vom 12.01.1989 - IV R 8/88 (https://dejure.org/1989,715)
BFH, Entscheidung vom 12. Januar 1989 - IV R 8/88 (https://dejure.org/1989,715)
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AO 1977 § 173 Abs. 1 Nr. 1, § 175 Abs. 1 Nr. 1
AO (1977) § 173 Abs. 1 Nr. 1, § 175 Abs. 1 Nr. 1
Abgabenordnung; neue Tatsachen nach Erlaß eines Änderungsbescheides
BFHE 156, 4
NVwZ-RR 1990, 281
BB 1989, 2101
DB 1989, 1218
BStBl II 1989, 438
Nach dem Urteil vom 12. Januar 1989 IV R 8/88 (BFHE 156, 4, BStBl II 1989, 438) hat das FA die ihm bei der Änderung bereits bekannten Tatsachen zu berücksichtigen.
Steuerbescheid im Sinne dieser Vorschrift ist auch ein Bescheid, der einen schon ergangenen Steuerbescheid inhaltlich abgeändert hat, da der Änderungsbescheid den ursprünglichen Bescheid in seinen Regelungsinhalt aufnimmt (vgl. BFH-Urteile vom 24. Juli 1984 VII R 122/80, BFHE 141, 470; BStBl. II 1984, 791 und vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4; BStBl. II 1989, 438).
Da der Änderungsbescheid mithin uneingeschränkt als Steuerbescheid im Sinne des § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO anzusehen ist, bezieht sich auch das Merkmal "nachträglich" auf den Zeitpunkt seines Erlasses (vgl. BFH-Urteil vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4; BStBl. II 1989, 438).
Dies entspräche insgesamt nicht dem von § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO verfolgten Regelungszweck (vgl. dazu insgesamt nur BFH-Urteil vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4; BStBl. II 1989, 438).
Hiermit ließe sich nicht vereinbaren, wenn die Finanzbehörde die ihr bekannten Tatsachen bei Erlass eines Änderungsbescheides zunächst nicht zu berücksichtigen bräuchte, sondern sie für eine erneute - spätere - Änderung des Änderungsbescheids benutzen bzw. "aufsparen" könnte (vgl. BFH-Urteil vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4; BStBl. II 1989, 438).
Denn da die in einem Grundlagenbescheid enthaltenen Angaben ohne eine eigene Sachprüfung übernommen werden müssen, kann der Finanzbehörde nicht zugemutet werden, bei jeder Folgeänderung zu überprüfen, ob neue Tatsachen oder Beweismittel vorliegen, die eine weitergehende Änderung rechtfertigen (vgl. BFH-Urteil vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4; BStBl. II 1989, 438).
Eine solche Pflicht zur (umfassenden) Berücksichtigung aller bis dahin bekanntgewordenen Tatsachen besteht insbesondere nicht bei Änderungen nach § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO, bei denen das Finanzamt den Grundlagenbescheid ohne eigene Sachprüfung übernehmen muss (BFH-Urteil vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4, BStBl II 1989, 438; von Groll in HHSp, § 173 AO Rz 212, 214;… Klein/Rüsken, a.a.O., § 173 Rz 54 f.;… Loose, a.a.O., § 173 AO Rz 50; von Wedelstädt, AO § 173 Rz 49;… Forchhammer, a.a.O., § 173 Rz 18).
Diese Änderungsbescheide setzten nämlich mit Blick auf die Verpflichtung des FA, Feststellungen von Grundlagenbescheiden ohne eigene Sachprüfung im Wege der Änderungsfestsetzung zu übernehmen, nicht eine weitergehende Prüfung voraus, ob darüber hinaus eine Anpassung aufgrund anderer zwischenzeitlich eingetretener nachträglicher Ereignisse erforderlich waren (so bereits BFH-Urteile vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4, BStBl II 1989, 438; vom 4. Juli 1989 VIII R 217/84, BFHE 157, 427, BStBl II 1989, 792;… BFH-Beschlüsse vom 23. März 1994 VIII B 50/93, BFH/NV 1994, 786;… vom 9. Dezember 2009 X R 4/09, BFH/NV 2010, 596).
Der Änderungsbescheid tritt insoweit verfahrensrechtlich an die Stelle des ursprünglichen Bescheids (BFH-Urteile vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4, BStBl II 1989, 438, und vom 19. August 1983 VI R 177/82, BFHE 139, 343, BStBl II 1984, 48).
Allerdings ist für die Frage des nachträglichen Bekanntwerdens grundsätzlich auf den Zeitpunkt des Erlasses eines späteren Änderungsbescheids abzustellen (BFH-Urteil vom 12.1.1989 IV R 8/88, BStBl. II 1989, 438 (439)).
Dies gilt insbesondere für Änderungen, die - wie hier - nach § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO lediglich im Hinblick auf einen ergangenen Grundlagenbescheid vorgenommen werden (BFH-Urteil vom 12.1.1989 IV R 8/88, BStBl. II 1989, 438 (439); ebenso für die Rechtslage nach der Reichsabgabenordnung bereits BFH-Urteil vom 17.7.1975 IV R 233/71, BStBl. II 1975, 892 (893)).
Nimmt das Finanzamt aus Anlass einer Änderung nach § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO weitere Überlegungen zu Änderungsmöglichkeiten vor, so hat der BFH bisher nur dann angenommen, dass der Änderungsbescheid für die Frage des nachträglichen Bekanntwerdens maßgeblich wird, wenn diese Überlegungen sich in der konkreten Anwendung einer weiteren Korrekturvorschrift niederschlagen (BFH-Urteil vom 12.1.1989 IV R 8/88, BStBl. II 1989, 438 (440)).
Dieser ist kein Änderungsbescheid, bei dessen Vorliegen der Zeitpunkt seines Erlasses für die Beurteilung, ob eine Tatsache nachträglich bekanntgeworden ist, maßgebend ist (vgl. BFH-Urteile vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4, BStBl II 1989, 438, und vom 19. August 1983 VI R 177/82, BFHE 139, 343, BStBl II 1984, 48).
Da auch ein Steueränderungsbescheid "Steuerbescheid" i. S. von § 173 Abs. 1 AO 1977 ist (BFH, Urteil vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4, BStBl II 1989, 438), kommt es darauf an, ob das zutreffende Gesamtgewicht nach Erlaß des Änderungsbescheides vom 24. April 1973 festgestellt worden ist.
Denn das Finanzamt ist bei einer punktuellen Änderung gem. § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO nach ständiger Rechtsprechung des BFH nicht verpflichtet, gleichzeitig neue Tatsachen im Sinne des § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO zu berücksichtigen (BFH-Urteile vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4, BStBl II 1989, 438;vom 4. Juli 1989 VIII R 217/84, BFHE 157, 427, BStBl II 1989, 792;… BFH-Beschluss vom 23. März 1994 VIII B 50/93, BFH/NV 1994, 786).
Begründet wird dies damit, dass das Finanzamt den Grundlagenbescheid ohne eigene Sachprüfung übernehmen müsse und ihm nicht zugemutet werden könne, bei jeder Folgeänderung zu überprüfen, ob neue Tatsachen oder Beweismittel vorlägen, die eine weitergehende Änderung rechtfertigten (BFH-Urteil vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4, BStBl II 1989, 438).
Steuerbescheid im Sinne des § 173 AO ist auch ein Bescheid, der einen schon ergangenen Steuerbescheid inhaltlich abgeändert hat, denn der Änderungsbescheid nimmt den Erstbescheid in seinen Regelungsinhalt auf (BFH-Urteile vom 24.Juli 1984 VII R 122/80, BStBl II 1984, 791 und vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BStBl II 1989, 438).
Der Änderungsbescheid tritt insoweit verfahrensrechtlich an die Stelle des ursprünglichen Bescheids (BFH-Urteil in BStBl II 1989, 438).
Dies beruht darauf, dass das FA den Grundlagenbescheid ohne eigene Sachprüfung übernehmen muss und ihm nicht zugemutet werden kann, bei jeder Folgeänderung zu überprüfen, ob neue Tatsachen oder Beweismittel vorliegen, die eine weitergehende Änderung rechtfertigt (BFH-Urteil in BStBl II 1989, 438).
Erledigungserklärung eines Widerspruchs; abgabenrechtliche Rechtsfolge
FG Baden-Württemberg, 29.06.2000 - 9 K 351/98
Keine Berichtigung einer Kindergeldfestsetzung nach § 70 Abs. 2 EStG für …

References: § 173
 § 175
 § 173
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 § 173
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 § 173
 § 173
 § 70