Source: https://www.wiwiweb.de/steuerbilanzen/bewertung/herstellung/hkbestandtei.html
Timestamp: 2020-01-21 08:02:05+00:00

Document:
Steuerrechtliche Grundlagen - Herstellungskosten nach § 255 II HGB - Bestandteile und Berechnung
Handelsrechtliche Pflichtbestandteile der Herstellungskosten
Handelsrechtliche Wahlbestandteile der Herstellungskosten
Berechnung der handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Obergrenze der Herstellungskosten
Ansatzverbot
Kursangebot | Steuerrechtliche Grundlagen | Herstellungskosten nach § 255 II HGB - Bestandteile und Berechnung
Video: Herstellungskosten nach § 255 II HGB - Bestandteile und Berechnung
Im vorigen Abschnitt hatten wir über den Wert von Vermögensgegenständen gesprochen, die angeschafft wurden (Anschaffungskosten). Im jetzigen Abschnitt reden wir hingegen über Vermögensgegenstände, die selbst erstellt sind (Herstellungskosten).
Verwechsle niemals die Begriffe Herstellungskosten und Herstellkosten. Der erste Begriff entstammt dem externen Rechnungswesen (= Jahresabschluss), letzterer, also der Begriff der Herstellkosten, ist vielmehr Teil des internen Rechnungswesens (= Kostenrechnung).
Wahlbestandteile (nämlich bestimmte Gemeinkosten).
Zu den handelsrechtlichen Pflichtbestandteilen gehören die Materialeinzelkosten, die Fertigungseinzelkosten und die Sondereinzelkosten der Fertigung (§ 255 II, 2 HGB). Bei den Sondereinzelkosten der Fertigung handelt es sich um auftragsabhängige Größen nicht stückabhängige Größen. Ein wichtiges Beispiel für Sondereinzelkosten der Fertigung sind Spezialwerkzeuge. Weiterhin existieren weitere Pflichtbestandteile, nämlich die
Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst
Schließlich existieren Wahlbestandteile, die einbezogen werden können, aber nicht müssen:
Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs Aufwendungen für freiwillige soziale Leistungen
All jene Positionen dürfen einbezogen werden in die Herstellungskosten, müssen es aber nicht. Insofern handelt es sich hier um Bewertungswahlrechte (keine Ansatzwahlrechte!). Interessant ist die Formulierung in § 255 II 3 HGB. Hier spricht das Gesetz davon, dass Kosten der allgemeinen Verwaltung etc. nicht eingerechnet zu werden brauchen.
Verständlich wird diese Formulierung also erst im Umkehrschluss: Sie brauchen zwar nicht eingerechnet zu werden, dürfen es aber. Insofern besteht ein Bewertungswahlrecht auf jene Positionen. Insbesondere nicht unmittelbar verständlich ist die Formulierung über die Fremdkapitalzinsen in § 255 III HGB. So spricht Satz 1 davon, dass Zinsen für Fremdkapital nicht zu den Herstellungskosten gehören.
Im selben Atemzug, nämlich in Satz 2, wird diese Aussage aber relativiert, wenn nicht sogar zurückgenommen, da Zinsen für Fremdkapital, das zu Finanzierung der Herstellung eines Vermögensgegenstandes verwendet wird, angesetzt werden dürfen, wenn sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Ein explizites Verbot des Einbezugs in die Herstellungskosten enthält § 255 II 6 HGB, nach dem Vertriebskosten nicht einbezogen dürfen.
Durch den § 6 I Nr. 1b EStG sind die handels- und steuerrechtlichen Wertuntergrenzen als auch Wertobergrenzen für die Herstellungskosten identisch. Die einzelnen Bestandteile, sowohl Pflicht- als auch Wahlbestandteile, enthält nochmals folgende Übersicht:
+ unechte Gemeinkosten
+ Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst
= Handels- und steuerrechtliche Untergrenze der Herstellungskosten
+ Zinsen für Fremdkapital, soweit auf den Zeitraum der Herstellung entfallend
und soweit das Fremdkapital zur Finanzierung der Herstellung des
Vermögensgegenstandes verwendet wird
= Handelsrechtliche und steuerrechtliche Obergrenze der Herstellungskosten
Ein Ansatzverbot besteht für die Vertriebskosten. Die Höhe der Herstellungskosten beträgt also mindestens die Untergrenze und höchstens die Obergrenze.
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Was gehört zu den handelsrechtlichen Pflichtbestandteilen der Herstellungskosten?
Kosten für die betriebliche Altersvorsorge
Was gehört NICHT zu den handelsrechtlichen Pflichtbestandteilen der Herstellungskosten?
Bei den Herstellungskosten besteht ein für die Vertriebskosten.

References: § 255
 § 255
 § 255
 § 255
 § 255
 § 255
 § 6