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Timestamp: 2020-04-09 05:07:50+00:00

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BFH, 24.05.2012 - III R 95/08 - dejure.org
https://dejure.org/2012,22809
BFH, 24.05.2012 - III R 95/08 (https://dejure.org/2012,22809)
BFH, Entscheidung vom 24.05.2012 - III R 95/08 (https://dejure.org/2012,22809)
BFH, Entscheidung vom 24. Mai 2012 - III R 95/08 (https://dejure.org/2012,22809)
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Antrag auf Investitionszulage für das Jahr des Investitionsabschlusses - Bescheinigung nach § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Buchst. b InvZulG 1999 als Grundlagenbescheid - Keine Hemmung nach § 171 Abs. 10 Satz 1 AO - Objektive Klagehäufung - Anschaffungskosten und ...
Antrag auf Investitionszulage für das Jahr des Investitionsabschlusses; Bescheinigung nach § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Buchst. b InvZulG 1999 als Grundlagenbescheid; Keine Hemmung nach § 171 Abs. 10 Satz 1 AO; Objektive Klagehäufung; Anschaffungskosten und Herstellungskosten; ...
§ 2 Abs 5 S 2 InvZulG 1999, § 3 Abs 1 S 1 Nr 4 Buchst a InvZulG 1999, § 3 Abs 1 S 1 Nr 4 Buchst b InvZulG 1999, § 3 Abs 2 InvZulG 1999, § 3 Abs 3 InvZulG 1999
Antrag auf Investitionszulage auf für geltendes Kalenderjahr amtlichem Vordruck und Ablaufhemmung der Festsetzungsfrist
InvZulG 1999 § 3 Abs. 1 S. 1 Nr. 4
Mietwohnungsneubau: Wann entsteht der Investitionszulagenanspruch?
Voraussetzungen einer Investitionszulage
(4) Die von den Gemeinden auszustellenden Belegenheitsbescheinigungen sind Grundlagenbescheide im Sinne des § 171 Abs. 10 AO und materiellrechtliche Voraussetzung für die Festsetzung der Investitionszulage (BFH, Urteil vom 24. Mai 2012 - III R 95/08, BFH/NV 2012, 1658).
Sie entfalten im Zulagenfestsetzungsverfahren Bindungswirkung und sind von den Finanzbehörden weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht zu überprüfen, soweit sie außersteuerrechtliche Beurteilungen enthalten (BFH, Urteil vom 24. Mai 2012 - III R 95/08, aaO; siehe auch BFH, Urteile vom 29. August 1986 - III R 71/82, BFHE 147, 572, zu § 1 Abs. 4 InvZulG 1969, später § 2 InvZulG 1973; betreffend Bescheinigung des Bundesministeriums für Wirtschaft; vom 25. August 1989 - III R 17/84, BFHE 158, 283, BStBl II 1990, 79, § 4a Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 InvZulG 1979, betreffend Bescheinigung des Bundesamtes für gewerbliche Wirtschaft; ferner BFH…, Beschluss vom 28. Oktober 1999 - III R 50/96, BFH/NV 2000, 484; BFH, Beschluss vom 28. Mai 2003 - III B 87/02;… vgl. Cöster, in König, Abgabenordnung, 3. Aufl., § 171 Rn. 148, 151).
Dies gilt auch für die Bescheinigung nach § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Buchst. b) InvZulG 1999 (BFH, Urteil vom 24. Mai 2012 - III R 95/08, BFH/NV 2012, 1658).
Die Finanzbehörden sind nicht befugt, die Bewilligung von Investitionszulagen unter Hinweis auf die inhaltliche Unrichtigkeit oder Rechtswidrigkeit der vom Antragsteller vorgelegten, aber wirksamen Belegenheitsbescheinigungen zu versagen (vgl. BFH, Urteil vom 17. Dezember 1996 - IX R 91/94, BFHE 182, 175;… Beschluss vom 28. Mai 2003 - III B 87/02, Rn. 34, juris; Urteil vom 24. Mai 2012 - III R 95/08, Rn. 56, juris).
Wird eine Klage vor Abschluss des Vorverfahrens erhoben, ist sie auch dann zulässig, wenn die Einspruchsentscheidung während des Klageverfahrens ergeht (BFH, Urteile vom 24. Mai 2012, III R 95/08, BFH/NV 2012, 1658; vom 17. Mai 1985, III R 213/82, BStBl II 1985, 521; FG Köln, Urteil vom 22. November 2018, 4 K 2652/17, EFG 2019, 480).
Die Klägerin geht allerdings nicht auf die Senatsrechtsprechung ein, nach der das FA mit dem Investitionszulagenbescheid eine einheitliche (Jahres-)Investitionszulage, nicht etwa für jede begünstigte Investition eine gesonderte Zulage festsetzt (Senatsurteil vom 24. Mai 2012 III R 95/08, BFH/NV 2012, 1658).
Der in § 110 Abs. 1 Satz 1 AO zu Grunde gelegte Verschuldensmaßstab verlangt vom Steuerpflichtigen in jedem Fall, Hinweise in den amtlichen Vordrucken zu beachten (BFH vom 24.05.2012 - III R 95/08, BFH/NV 2012, 1658 für einen verspäteten Antrag auf Investitionszulage).
Ein Antrag auf Erlass einer Freistellungsbescheinigung ist als außerprozessuale empfangsbedürftige Verfahrenserklärung grundsätzlich entsprechend §§ 133, 157 BGB auszulegen, sofern er auslegungsbedürftig ist (vgl. BFH-Urteil vom 24. Mai 2012 - III R 95/08, BFH/NV 2012, 1658 zur Auslegung eines Antrags auf Investitionszulage).
Bei der Ermittlung des in dem Antrag verkörperten Willens können nur solche Umstände berücksichtigt werden, die für die Finanzverwaltung als Empfänger im Zeitpunkt des Zugangs der Erklärung erkennbar waren (vgl. BFH-Urteil vom 24. Mai 2012 - III R 95/08, BFH/NV 2012, 1658).
Denn der Antrag auf Gewährung von Investitionszulage (§ 5 InvZulG 1999) ist nach dem BFH-Urteil vom 24. Mai 2012 III R 95/08 (BFH/NV 2012, 1658, m.w.N.) keine materiell-rechtliche, sondern eine eigenständige formelle Voraussetzung des Investitionszulageanspruchs.
Die Investitionszulage wird gemäß § 5 InvZulG 1999 auf Antrag festgesetzt (vgl. BFH, Urteil vom 24.5.2012, III R 95/08, BFH/NV 2012, 1658 [1660]).
Hierfür ist entscheidend, wie das Zollamt als Erklärungsempfänger den Antrag nach seinem objektiven Erklärungswert verstehen musste (BFH, Urteil vom 24. Mai 2012, III R 95/08, juris).
Wenn - insoweit über den Klägervortrag hinaus - Anhaltspunkte für eine schuldhafte Pflichtverletzung des FA oder Verletzung einer Hinweispflicht aus § 89 AO bestünden, wäre die Steuerpflichtige nach Fristablauf nicht schutzlos gestellt, sondern könnte sie einen Amtshaftungsanspruch unter den Voraussetzungen des § 839 BGB nach Art. 34 GG zivilgerichtlich verfolgen (vgl. BFH-Urteile vom 24.05.2012 III R 95/08, BFH/NV 2012, 1658;… vom 27.02.2007 III B 158/06, BFH/NV 2007, 1090).

References: § 3
 § 171
 § 3
 § 171

§ 2
 § 3
 § 3
 § 3
 § 3
 § 3
 § 171
 § 1
 § 2
 § 4
 § 171
 § 3
 § 110
 § 5
 § 89
 § 839
 Art. 34