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Timestamp: 2017-01-21 00:04:25+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: 7 AZR 743/07
7 AZR 743/07
Ei­ne auf haus­halts­recht­li­che Gründe nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG gestütz­te Be­fris­tung setzt nicht vor­aus, dass be­reits bei Ab­schluss des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags Haus­halts­mit­tel in ei­nem Haus­halts­ge­setz aus­ge­bracht sind, aus de­nen die Vergütung des be­fris­tet beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers während der ge­sam­ten Lauf­zeit des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags be­strit­ten wer­den kann. Es genügt viel­mehr, wenn bei Ver­trags­schluss auf­grund kon­kre­ter Umstände ei­ne da­hin­ge­hen­de Pro­gno­se ge­recht­fer­tigt ist.
Arbeitsgericht Hagen, Urteil vom 23.01.2007, 1 Ca 1744/06Landesarbeitsgericht
Hamm, Urteil vom 23.08.2007, 11 Sa 348/07
7 AZR 743/07 11 Sa 348/07Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm Im Na­men des Vol­kes!
Verkündet am 22. April 2009
hat der Sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 22. April 2009 durch die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gräfl als Vor­sit­zen­de, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Koch, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gall­ner so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Cou­lin und Kroll­mann für Recht er­kannt:
- 2 - Auf die Re­vi­si­on des be­klag­ten Lan­des wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm vom 23. Au­gust 2007 - 11 Sa 348/07 - auf­ge­ho­ben.
Der Rechts­streit wird zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob ihr Ar­beits­verhält­nis auf­grund Be­fris­tung am 30. Sep­tem­ber 2006 ge­en­det hat.
Die Kläge­rin war seit Ab­schluss ih­rer Aus­bil­dung zur Jus­tiz­fach­an­ge­stell­ten ab 17. Ja­nu­ar 2003 auf der Grund­la­ge meh­re­rer be­fris­te­ter Ar­beits­verträge bei der Staats­an­walt­schaft H beschäftigt. In dem Ar­beits­ver­trag vom 7. De­zem­ber 2005 ver­ein­bar­ten die Par­tei­en:
Frau J wird ab dem 01.01.2006 bis zum 30.09.2006 als voll­beschäftig­te An­ge­stell­te auf be­stimm­te Zeit nach SR 2y BAT bei der Staats­an­walt­schaft H in der der­zei­ti­gen Beschäfti­gung als Jus­tiz­fach­an­ge­stell­te be­fris­tet wei­ter­beschäftigt, und zwar we­gen Vor­lie­gen des fol­gen­den sach­li­chen Grun­des:
Vorüber­ge­hend freie Haus­halts­mit­tel (§ 7 Abs. 3 HHG)
der in­fol­ge Son­der­ur­laubs oh­ne Bezüge bis zum 31.12.2006 zu 1/1 be­fris­tet nutz­ba­ren Stel­le derJus­tiz­an­ge­stell­ten B (§ 50 Abs. 1 BAT)....
Die An­ge­stell­te ist in der Vergütungs­grup­pe VII der An­la­ge 1a zum BAT ein­grup­piert (§ 22 Abs. 3 BAT)....“
Mit Ver­trag vom 24. Ja­nu­ar 2006 ver­ein­bar­ten die Par­tei­en mit Wir­kung vom 1. Ja­nu­ar 2006 die Ein­grup­pie­rung der Kläge­rin in VergGr. VIb der An­la­ge 1a zum BAT.
Die in dem Ar­beits­ver­trag vom 7. De­zem­ber 2005 ge­nann­te Jus­tiz­an­ge­stell­te B wird un­ter der lfd. Nr. 33 der An­ge­stell­ten­lis­te der Staats­an­walt­schaft H geführt. Da­nach erhält sie Vergütung nach VergGr. VII BAT. Un­ter der Ru­brik „Wer­tig­keit der Stel­le“ ist ver­merkt: „baw VII/VIII BAT (Kanz­lei­dienst) m.W. vom 01.01.2000 um­ge­wan­delt in ei­ne baw-Stel­le VIb BAT (IT-Dienst) (VfG vom 24.02.2000 - 5122 GS­tA 1.2269 Sdh. -).“ Der Jus­tiz­an­ge­stell­ten B war auf ih­ren An­trag vom 7. Ju­li 2005 am 14. Ju­li 2005 Son­der­ur­laub oh­ne Bezüge für die Zeit vom 1. Ja­nu­ar 2006 bis zum 31. De­zem­ber 2006 be­wil­ligt wor­den. Vor ih­rer Be­ur­lau­bung war die Jus­tiz­an­ge­stell­te B als Vor­zim­mer­kraft tätig. Die Kläge­rin ist seit 1. Ja­nu­ar 2006 in der Son­der­geschäfts­stel­le 200 (Betäubungs­mit­tel) beschäftigt.
§ 7 Abs. 3 des Ge­set­zes über die Fest­stel­lung der Haus­haltspläne des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len für die Haus­halts­jah­re 2004/2005 (HG NW 2004/2005) vom 3. Fe­bru­ar 2004 lau­tet:
„(3) Plan­stel­len und Stel­len können für Zeiträume, in de­nen Stel­len­in­ha­be­rin­nen und Stel­len­in­ha­bern vorüber­ge­hend kei­ne oder kei­ne vol­len Dienst­bezüge zu gewähren sind, im Um­fang der nicht in An­spruch ge­nom­me­nen Plan­stel­len- oder Stel­len­an­tei­le für die Beschäfti­gung von be­am­te­ten Hilfs­kräften und Aus­hilfs­kräften in An­spruch ge­nom­men wer­den....“
In § 16 HG NW 2004/2005 ist be­stimmt: „Die Vor­schrif­ten und Ermäch­ti­gun­gen die­ses Ar­ti­kels gel­ten bis zur Verkündung des Haus­halts­ge­set­zes 2006 wei­ter.“
In den vom Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um er­las­se­nen All­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten zur vorläufi­gen Haus­halts- und Wirt­schaftsführung im Haus­halts­jahr 2006 heißt es:
„...2.3 Per­so­nal­aus­ga­ben (HGr.4) Per­so­nal­aus­ga­ben, die nicht auf ei­ner recht­li­chen Ver­pflich­tung be­ru­hen (z.B. Aus­ga­ben für Aus­hilfs­kräfte), dürfen bis zur Ver­ab­schie­dung des Haus­halts­plans 2006 nur bis zur Höhe von 50 v.H. der Ansätze des Jah­res 2005 oder, wenn der An­satz ge­genüber dem Vor­jahr ver­min­dert wor­den ist, der Ansätze des für das Haus­halts­jahr 2006 gel­ten­den Ent­wurfs ver­aus­gabt wer­den. Im Übri­gen bedürfen Über­schrei­tun­gen der nach Satz 1 verfügba­ren Aus­ga­be­mit­tel in ana­lo­ger An­wen­dung des § 37 LHO mei­ner vor­he­ri­gen Zu­stim­mung....
6. Plan­stel­len- und Stel­len­be­wirt­schaf­tungGemäß § 16 Haus­halts­ge­setz 2004/2005 (HG 2004/2005) gel­ten die Vor­schrif­ten zur Stel­len­be­wirt­schaf­tung im HG 2004/2005 auch für die vorläufi­ge Haus­haltsführung im Haus­halts­jahr 2006; ......6.2 In­an­spruch­nah­me von Plan­stel­len und Stel­len, Ver­bind­lich­keit Plan­stel­len und Stel­len für Be­am­tin­nen und Be­am­te, Rich­te­rin­nen und Rich­ter, An­ge­stell­te und Ar­bei­te­rin­nen und Ar­bei­ter dürfen nur in dem für das Haus­halts­jahr 2005 be­wil­lig­ten Rah­men oder, wenn ih­re Zahl ge­genüber dem Vor­jahr ver­min­dert wor­den ist, im Rah­men des für das Haus­halts­jahr 2006 gel­ten­den Ent­wurfs in An­spruch ge­nom­men wer­den....“
Ein ua. an die Ge­ne­ral­staats­anwälte in D, H und K ge­rich­te­tes Schrei­ben des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len vom 9. No­vem­ber 2005 lau­tet aus­zugs­wei­se:
„Ausführung der Per­so­nal­haus­hal­te 2005 und 2006
Verlänge­rung von be­fris­te­ten Ar­beits­verträgen über den 31. De­zem­ber 2005 hin­aus
Im Ein­ver­neh­men mit dem Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um NRW können, so­weit ent­spre­chen­de Stel­lenführungsmöglich­kei­ten bzw. Aus­hilfs­mit­tel vor­han­den sind, be­fris­te­te Ar­beits­verträge im Grund­satz über den 31.12.2005 hin­aus
- 5 - verlängert wer­den.
Da­bei bit­te ich, mit Blick auf das noch lau­fen­de Haus­halts­auf­stel­lungs­ver­fah­ren 2006 und die ab 01.01.2006 be­gin­nen­de Per­so­nal­aus­ga­ben­bud­ge­tie­rung Fol­gen­des zu berück­sich­ti­gen:
• Die Ansätze bei den Ti­teln 427.. (Mit­tel für die Beschäfti­gung von Aus­hilfs­kräften) dürfen zunächst nur im Um­fang von zunächst ma­xi­mal 80 % der Ih­nen im Jahr 2005 be­reit ge­stell­ten Mit­tel in An­spruch ge­nom­men wer­den....“
§ 6 Abs. 8 des Ge­set­zes über die Fest­stel­lung des Haus­halts­plans des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len für das Haus­halts­jahr 2006 (HG NW 2006) vom 23. Mai 2006 (GVBl. NW S. 197) enthält ei­ne gleich­lau­ten­de Be­stim­mung wie § 7 Abs. 3 HG NW 2004/2005.
Mit der am 11. Sep­tem­ber 2006 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat sich die Kläge­rin ge­gen die Be­en­di­gung ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund der Be­fris­tung zum 30. Sep­tem­ber 2006 ge­wandt und zu­letzt be­an­tragt fest­zu­stel­len, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis auf­grund der im Ar­beits­ver­trag vom 7. De­zem­ber 2005 in der Fas­sung des Ar­beits­ver­trags vom 24. Ja­nu­ar 2006 ver­ein­bar­ten Be­fris­tung nicht zum 30. Sep­tem­ber 2006 be­en­det wur­de.
Das be­klag­te Land hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt. Durch Ver­trag vom 18. Sep­tem­ber 2006 ha­ben die Par­tei­en die be­fris­te­te Beschäfti­gung der Kläge­rin für die Dau­er des vor­lie­gen­den Rechts­streits ver­ein­bart.
Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Auf die Be­ru­fung der Kläge­rin hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt das erst­in­stanz­li­che Ur­teil ab­geändert und der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Mit der Re­vi­si­on be­gehrt das be­klag­te Land die Wie­der­her­stel­lung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils. Die Kläge­rin be­an­tragt die Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on.
- 6 - Ent­schei­dungs­gründe
Die Re­vi­si­on des be­klag­ten Lan­des ist be­gründet und führt zur Auf­he­bung des Be­ru­fungs­ur­teils und zur Zurück­ver­wei­sung des Rechts­streits an das Be­ru­fungs­ge­richt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu Recht die in dem Ar­beits­ver­trag vom 7. De­zem­ber 2005 ver­ein­bar­te Be­fris­tung der ge­richt­li­chen Kon­trol­le un­ter­zo­gen. Der Se­nat kann je­doch nicht ab­sch­ließend ent­schei­den, ob die zum 30. Sep­tem­ber 2006 ver­ein­bar­te Be­fris­tung aus haus­halts­recht­li­chen Gründen nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG ge­recht­fer­tigt ist. Da­zu be­darf es wei­te­rer tatsäch­li­cher Fest­stel­lun­gen sei­tens des Lan­des­ar­beits­ge­richts.
I. Die in dem Ar­beits­ver­trag vom 7. De­zem­ber 2005 ver­ein­bar­te Be­fris­tung un­ter­liegt der ge­richt­li­chen Be­fris­tungs­kon­trol­le. Dem steht die am 18. Sep­tem­ber 2006 ge­trof­fe­ne Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en über die be­fris­te­te Beschäfti­gung der Kläge­rin für die Dau­er des vor­lie­gen­den Rechts­streits nicht ent­ge­gen. Nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Se­nats un­ter­liegt bei meh­re­ren auf­ein­an­der fol­gen­den be­fris­te­ten Ar­beits­verträgen zwar grundsätz­lich nur die in dem letz­ten Ver­trag ver­ein­bar­te Be­fris­tung der Be­fris­tungs­kon­trol­le. Dies gilt al­ler­dings nicht, wenn die Par­tei­en dem Ar­beit­neh­mer bei Ab­schluss des letz­ten Ver­trags das Recht vor­be­hal­ten ha­ben, die zu­vor ver­ein­bar­te Be­fris­tung ge­richt­lich über­prüfen zu las­sen. Dann ist die Be­fris­tungs­kon­trol­le auch für den vor­letz­ten Ver­trag eröff­net. So verhält es sich bei ei­ner Ver­ein­ba­rung über die vorläufi­ge Wei­ter­beschäfti­gung für die Dau­er ei­ner Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge. Vor­aus­set­zung für die be­fris­te­te Beschäfti­gung ist nach dem erklärten Par­tei­wil­len die Führung des Rechts­streits über die Wirk­sam­keit der zu­vor ver­ein­bar­ten Be­fris­tung.
II. Der Se­nat kann nicht ab­sch­ließend ent­schei­den, ob die in dem Ar­beits­ver­trag vom 7. De­zem­ber 2005 ver­ein­bar­te Be­fris­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG sach­lich ge­recht­fer­tigt ist. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt ge­ge­be­nen Be­gründung kann der Kla­ge nicht statt­ge­ge­ben wer­den. Ent­ge­gen der
- 7 - Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts war es nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG nicht er­for­der­lich, dass die für die be­fris­te­te Beschäfti­gung der Kläge­rin benötig­ten Haus­halts­mit­tel be­reits bei Ab­schluss des Ar­beits­ver­trags am 7. De­zem­ber 2005 für die ge­sam­te Ver­trags­lauf­zeit bis zum 30. Sep­tem­ber 2006 in ei­nem Haus­halts­ge­setz aus­ge­bracht wa­ren. Es genügte viel­mehr, wenn das be­klag­te Land bei Ver­trags­schluss da­von aus­ge­hen konn­te, dass bis zum 30. Sep­tem­ber 2006 Haus­halts­mit­tel für ei­ne be­fris­te­te Beschäfti­gung der Kläge­rin zur Verfügung stan­den und die Kläge­rin ent­spre­chend der haus­halts-recht­li­chen Zweck­set­zung beschäftigt wer­den konn­te. Dies ist vom Lan­des­ar­beits­ge­richt auf­zuklären.
1.a) Nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG liegt ein sach­li­cher Grund für die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags vor, wenn der Ar­beit­neh­mer aus Haus­halts-mit­teln vergütet wird, die haus­halts­recht­lich für ei­ne be­fris­te­te Beschäfti­gung be­stimmt sind, und er ent­spre­chend beschäftigt wird. Der Sach­grund des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG er­for­dert nach der Recht­spre­chung des Se­nats die Vergütung des Ar­beit­neh­mers aus Haus­halts­mit­teln, die mit ei­ner kon­kre­ten Sach­re­ge­lung auf der Grund­la­ge ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Zweck­set­zung ver-se­hen sind. Die für die Vergütung des be­fris­tet ein­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mers verfügba­ren Haus­halts­mit­tel müssen für ei­ne Auf­ga­be von nur vorüber­ge­hen­der Dau­er vor­ge­se­hen sein (BAG 18. Ok­to­ber 2006 - 7 AZR 419/05 - Rn. 11, BA­GE 120, 42 = AP Tz­B­fG § 14 Haus­halt Nr. 1 = EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 34). Die Vor­aus­set­zun­gen des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG lie­gen nicht vor, wenn Haus­halts­mit­tel le­dig­lich all­ge­mein für die Beschäfti­gung von Ar­beit­neh­mern im Rah­men von be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­sen be­reit­ge­stellt wer­den. Dies folgt aus der Aus­le­gung des Ge­set­zes un­ter Berück­sich­ti­gung sei­ner Ent­ste­hungs­ge­schich­te so­wie un­ter der ge­bo­te­nen Be­ach­tung der ver­fas­sungs­recht­li­chen und ge­mein­schafts­recht­li­chen Vor­ga­ben (vgl. da­zu die ausführ­li­che Be­gründung des Se­nats in sei­ner Ent­schei­dung vom 18. Ok­to­ber 2006 - 7 AZR 419/05 - Rn. 12 - 22, aaO).
b) Der Sach­grund des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG er­for­dert ne­ben der nur zeit­lich be­grenz­ten Verfügbar­keit von Haus­halts­mit­teln den über­wie­gen­den
- 8 - Ein­satz des be­fris­tet beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers ent­spre­chend der Zweck­set­zung der be­reit­ste­hen­den Haus­halts­mit­tel. Da­bei sind die Umstände bei Ver­trags­schluss maßgeb­lich. Dies gilt auch für die Fra­ge, ob der Ar­beit­neh­mer aus den Haus­halts­mit­teln vergütet wor­den ist. Wird später fest­ge­stellt, dass der Ar­beit­neh­mer tatsächlich nicht aus den bei Ver­trags­schluss verfügba­ren Haus­halts­mit­teln vergütet oder ent­spre­chend der Zweck­set­zung der zur Verfügung ste­hen­den Haus­halts­mit­tel beschäftigt wird, kann dies da­her nur ein In­diz dafür sein, dass der Be­fris­tungs­grund in Wirk­lich­keit nicht ge­ge­ben, son­dern nur vor­ge­scho­ben ist. Es ob­liegt in die­sem Fall dem Ar­beit­ge­ber, die vom Ver­trag ab­wei­chen­de Hand­ha­bung zu erklären (BAG 14. Fe­bru­ar 2007 - 7 AZR 193/06 - Rn. 11, BA­GE 121, 336 = AP Tz­B­fG § 14 Haus­halt Nr. 2 = EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 38).
c) Die auf § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG gestütz­te Be­fris­tung ist nicht nur dann ge­recht­fer­tigt, wenn be­reits bei Ab­schluss des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags in ei­nem Haus­halts­ge­setz Haus­halts­mit­tel aus­ge­bracht sind, aus de­nen die Vergütung des be­fris­tet beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers während der ge­sam­ten Ver­trags­lauf­zeit be­strit­ten wer­den kann. Es reicht viel­mehr aus, wenn bei Ver­trags­schluss die Pro­gno­se ge­recht­fer­tigt ist, dass die Vergütung des be-fris­tet beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers während der Ver­trags­lauf­zeit aus Haus­halts­mit­teln be­strit­ten wer­den kann, die haus­halts­recht­lich für ei­ne be­fris­te­te Beschäfti­gung be­stimmt sind, und der Ar­beit­neh­mer ent­spre­chend beschäftigt wer­den kann. Ei­ne haus­halts­jahrüberg­rei­fen­de Be­fris­tung ist je­doch nicht nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG sach­lich ge­recht­fer­tigt, wenn bei Ver­trags­schluss kei­ne tatsächli­chen An­halts­punk­te dafür vor­lie­gen, dass der künf­ti­ge Haus­halts­plan er­neut aus­rei­chen­de Haus­halts­mit­tel für die be­fris­te­te Beschäfti­gung des Ar­beit­neh­mers be­reit­stel­len wird.
Die für die Be­fris­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG er­for­der­li­che Pro­gno­se ist aus­rei­chend fun­diert, wenn der öffent­li­che Ar­beit­ge­ber bei Ab­schluss des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags auf­grund nach­prüfba­rer Tat­sa­chen da­von aus­ge­hen kann, dass für die ge­sam­te Ver­trags­lauf­zeit aus­rei­chen­de Haus­halts­mit­tel für die Vergütung des be­fris­tet beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers
- 9 - be­reit­ste­hen wer­den. Ei­ne sol­che Er­war­tung kann im Be­reich der Lan­des­ver­wal­tun­gen zB ge­recht­fer­tigt sein, wenn sich der Ent­wurf ei­nes Haus­halts­ge­set­zes, auf des­sen Be­stim­mun­gen die Be­fris­tung gestützt wer­den könn­te, be­reits im Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren be­fin­det oder der In­halt des Ent­wurfs fest­steht und sei­ne Ein­brin­gung in das par­la­men­ta­ri­sche Ver­fah­ren zeit­nah er­fol­gen soll. Die zuständi­gen Stel­len der Lan­des­ver­wal­tung können in die­sen Fällen je­den­falls dann von der zukünf­ti­gen Verfügbar­keit der er­for­der­li­chen Haus­halts­mit­tel aus­ge­hen, wenn der Ge­setz­ent­wurf die für die Be­fris­tung maßgeb­li­che Be­stim­mung und ge­ge­be­nen­falls die er­for­der­li­chen Haus­halts-mit­tel des bis­he­ri­gen Haus­halts­ge­set­zes in­halt­lich fort­schreibt und kei­ne An­halts­punk­te für die An­nah­me be­ste­hen, dass die­ser Teil des Ge­setz­ent­wurfs nicht mit dem im Ent­wurf ent­hal­te­nen In­halt als Ge­setz ver­ab­schie­det wer­den könn­te.
Die­se Aus­le­gung des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG steht im Ein­klang mit der vor In­kraft­tre­ten des Tz­B­fG er­gan­ge­nen Se­nats­recht­spre­chung zur Be­fris­tung aus Haus­halts­gründen. Der Se­nat hat es bei haus­halts­jahrüber-grei­fen­den Be­fris­tun­gen nicht als er­for­der­lich an­ge­se­hen, dass die für die Vergütung benötig­ten Haus­halts­mit­tel be­reits bei Ver­trags­schluss in ei­nem Haus­halts­ge­setz aus­ge­wie­sen wa­ren. Bei Ab­schluss des be­fris­te­ten Ar­beits-ver­trags muss­te nur durch be­son­de­re haus­halts­recht­li­che Be­stim­mun­gen si­cher­ge­stellt sein, dass die Haus­halts­mit­tel, aus de­nen die Vergütung des be­fris­tet beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers be­strit­ten wer­den soll­te, während der ge­sam­ten Ver­trags­lauf­zeit zur Verfügung stan­den (BAG 24. Sep­tem­ber 1997 - 7 AZR 654/96 - zu I 2 b der Gründe mwN, RzK I 9 a Nr. 121). Die­ses Verständ­nis liegt auch der bis­he­ri­gen Se­nats­recht­spre­chung zur Be­fris­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG zu­grun­de. In der Ent­schei­dung vom 18. Ok­to­ber 2006 (- 7 AZR 419/05 - BA­GE 120, 42 = AP Tz­B­fG § 14 Haus­halt Nr. 1 = EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 34) hat der Se­nat die Recht­fer­ti­gung der Be­fris­tung mit ei­ner außer­halb des Haus­halts­jah­res en­den­den Ver­trags­lauf­zeit in Be­tracht ge­zo­gen. In dem zu­grun­de lie­gen­den Sach­ver­halt hat­te das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um zum Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses be­reits All­ge­mei­ne Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten zur vorläufi­gen Haus­halts- und Wirt­schaftsführung im fol­gen­den Haus­halts­jahr
- 10 - er­las­sen, außer­dem stand die Ver­ab­schie­dung des be­tref­fen­den Haus­halts­ge­set­zes un­mit­tel­bar be­vor. In sei­ner Ent­schei­dung vom 16. Ok­to­ber 2008 (- 7 AZR 360/07 - Rn. 16, EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 53) hat der Se­nat ei­ne haus­halts-jahrüberg­rei­fen­de Be­fris­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG für denk­bar ge­hal­ten, weil die Vergütung des Klägers bis zu dem ver­ein­bar­ten Ver­trags­ab­lauf aus ei­ner im Stel­len­plan aus­ge­brach­ten Plan­stel­le er­fol­gen konn­te, de­ren Verfügbar­keit bis zum En­de der ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit durch ei­nen ent­spre­chen­den Ver­merk im Haus­halts­plan ab­ge­si­chert war.
2. Da­nach ist die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung auf­zu­he­ben (§ 563 Abs. 1 ZPO). Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat rechts­feh­ler­haft die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne auf § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG gestütz­te Be­fris­tung ver­neint, weil bei Ab­schluss des Ar­beits­ver­trags am 7. De­zem­ber 2005 noch kei­ne haus­halts-recht­li­che Be­stim­mung vor­lag, wo­nach die we­gen der Be­ur­lau­bung der Jus­tiz-an­ge­stell­ten B vorüber­ge­hend frei­en Haus­halts­mit­tel für ei­ne be­fris­te­te Beschäfti­gung der Kläge­rin bis zum 30. Sep­tem­ber 2006 ver­wen­det wer­den durf­ten. Da­mit hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt die für den Ab­schluss ei­nes nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags be­ste­hen­den An­for­de­run­gen ver­kannt. Die Haus­halts­mit­tel, aus de­nen die Vergütung der Kläge­rin be­strit­ten wer­den soll­te, muss­ten nicht be­reits zum Zeit­punkt der Ver­ein­ba­rung der Be­fris­tung am 7. De­zem­ber 2005 in ei­nem Ge­setz aus-ge­bracht wor­den sein. Es war viel­mehr aus­rei­chend, wenn das be­klag­te Land bei Ver­trags­schluss auf­grund nach­prüfba­rer Tat­sa­chen da­von aus­ge­hen durf­te, dass die Vergütung der Kläge­rin bis zum 30. Sep­tem­ber 2006 aus Haus­halts­mit­teln be­strit­ten wer­den konn­te, die haus­halts­recht­lich für ei­ne be­fris­te­te Beschäfti­gung be­stimmt wa­ren, und die Kläge­rin ent­spre­chend beschäftigt wer­den konn­te. Dies ist vom Lan­des­ar­beits­ge­richt auf­zuklären.
a) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat im Aus­gangs­punkt zwar zu­tref­fend er­kannt, dass § 7 Abs. 3 HG NW 2004/2005 nur ei­ne auf die Haus­halts­jah­re 2004 und 2005 be­schränk­te Ermäch­ti­gung für den Ab­schluss von be­fris­te­ten Ar­beits­verträgen mit Aus­hilfs­an­ge­stell­ten ent­hielt und dass dem be­klag­ten Land auf­grund der Über­g­angs­be­stim­mung in § 16 HG NW 2004/2005 Haus­halts­mit­tel
nur bis zur Verkündung des Haus­halts­ge­set­zes 2006 zur Verfügung stan­den. Auch die auf der Grund­la­ge von § 5 LHO vom Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um er­las­se­nen All­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten über die vorläufi­ge Haus­halts- und Wirt­schaftsführung im Haus­halts­jahr 2006 tra­fen Re­ge­lun­gen nur bis zur Verkündung des Haus­halts­ge­set­zes für das Jahr 2006. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat aber ver­kannt, dass es für die Be­fris­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG genügt, wenn das be­klag­te Land bei Ver­trags­schluss am 7. De­zem­ber 2005 da­von aus­ge­hen konn­te, dass auch für die Zeit nach dem Außer­kraft-tre­ten der Über­g­angs­re­ge­lung in § 16 HG NW 2004/2005 Haus­halts­mit­tel für ei­ne be­fris­te­te Beschäfti­gung der Kläge­rin zur Verfügung stan­den, aus de­nen ih­re Vergütung bis zum ver­ein­bar­ten Ver­trags­en­de am 30. Sep­tem­ber 2006 be­strit­ten wer­den konn­te. Ei­ne sol­che Pro­gno­se könn­te zB dann ge­recht­fer­tigt ge­we­sen sein, wenn zum Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses am 7. De­zem­ber 2005 be­reits der Ge­setz­ent­wurf der Lan­des­re­gie­rung über die Fest­stel­lung des Haus­halts­plans des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len für das Haus­halts­jahr 2006 mit der § 7 Abs. 3 HG NW 2004/2005 ent­spre­chen­den Re­ge­lung in § 6 Abs. 8 HG NW 2006 in den Land­tag ein­ge­bracht war oder des­sen Ein­brin­gung zeit­nah be­vor­stand. So­fern dies der Fall war und nicht be­son­de­re Umstände vor­la­gen, aus de­nen sich er­gab, dass trotz des Ge­setz­ent­wurfs die ge­plan­te, § 7 Abs. 3 HG NW 2004/2005 ent­spre­chen­de Re­ge­lung, die seit Jah­ren Be­stand­teil der Haus­haltspläne des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len war, mögli­cher­wei­se nicht in das Haus­halts­ge­setz für das Jahr 2006 über­nom­men wer­den würde, konn­te bei Ab­schluss des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags mit der Kläge­rin am 7. De­zem­ber 2005 die Pro­gno­se ge­recht­fer­tigt sein, dass de­ren Vergütung während der ge­sam­ten Ver­trags­lauf­zeit aus den durch die Be­ur­lau­bung der Jus­tiz­an­ge­stell­ten B vorüber­ge­hend frei­ge­wor­de­nen Haus­halts­mit­teln be­strit­ten wer­den konn­te. Dies ist vom Lan­des­ar­beits­ge­richt auf­zuklären. Soll­te bei Ab­schluss des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags mit der Kläge­rin noch kein ent­spre­chen­der Ge­setz­ent­wurf vor­ge­le­gen ha­ben, wird vom Lan­des­ar­beits­ge­richt auf­zuklären sein, ob auf­grund sons­ti­ger Umstände die Pro­gno­se ge­recht­fer­tigt war, dass im Haus­halts­jahr 2006 Haus­halts­mit­tel für die be­fris­te­te Beschäfti­gung der Kläge­rin bis
- 12 - zum 30. Sep­tem­ber 2006 be­reit­ste­hen würden und die Kläge­rin ent­spre­chend der Zweck­set­zung die­ser Haus­halts­mit­tel beschäftigt wer­den konn­te.
b) Soll­te die neue Ver­hand­lung vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt er­ge­ben, dass bei Ver­trags­schluss am 7. De­zem­ber 2005 die Pro­gno­se ge­recht­fer­tigt war, dass auch der künf­ti­ge Haus­halts­plan ei­ne § 7 Abs. 3 HG NW 2004/2005 ent­spre­chen­de Re­ge­lung ent­hielt, wird das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu prüfen ha­ben, ob die wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Be­fris­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG iVm. § 7 Abs. 3 HG NW 2004/2005 bzw. der ent-spre­chen­den Re­ge­lung im Haus­halts­plan 2006 bei Ver­trags­schluss vor­la­gen. Die Kläge­rin hat be­strit­ten, dass ih­re Vergütung aus den vorüber­ge­hend frei-ge­wor­de­nen Haus­halts­mit­teln der Jus­tiz­an­ge­stell­ten B be­strit­ten wur­de und dass die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Beschäfti­gung als Aus­hilfs­kraft iSd. § 16 HG NW 2004/2005 iVm. § 7 Abs. 3 HG NW 2004/2005 (vgl. hier­zu die Ent­schei­dung des Se­nats vom 14. Fe­bru­ar 2007 - 7 AZR 193/06 - BA­GE 121, 236 = AP Tz­B­fG § 14 Haus­halt Nr. 2 = EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 38) vor­la­gen. Dies wird das Lan­des­ar­beits­ge­richt in der neu­en Ver­hand­lung auf­zuklären ha­ben.
Gräfl Koch Gall­ner
Cou­lin Kroll­mann	m.hensche.de
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References: § 14

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 § 37
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