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Quelle:Uh/Renzikowski 2001
Angaben zur Quelle [Bearbeiten] Autor Joachim Renzikowski
Titel Die strafrechtliche Beurteilung der Präimplantationsdiagnostik
Seiten 2753 ff.
[1.] Uh/Fragment 180 01 - DiskussionZuletzt bearbeitet: 2014-03-14 09:11:29 SleepyHollow02BauernOpfer, Fragment, Renzikowski 2001, SMWFragment, Schutzlevel, Uh, ZuSichten
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Quelle: Renzikowski 2001Seite(n): 2754, Zeilen: 0
Bislang herrschte zumindest Einigkeit darüber, dass die PID an totipotenten Zellen nicht zulässig ist. Die Gewinnung einer totipotenten Zelle aus einem Embryo verstößt gegen das Verbot des § 6 ESchG. Weiter stellt die Untersuchung der totipotenten Zelle eine missbräuchliche Verwendung menschlicher Embryonen gemäß § 2 Abs. 1 ESchG dar, da die Zelle hierdurch verbraucht wird. Der Fortschritt in der Reproduktionsmedizin eröffnet allerdings die Möglichkeit, pluripotente Zellen zu untersuchen, die sich im Laufe ihrer weiteren Teilung gerade nicht mehr zu einem Individuum entwickeln können und daher nicht mehr unter den Begriff des Embryos nach § 8 Abs. 1 ESchG fallen. Ob die PID an nicht mehr totipotenten Zellen nach dem ESchG verboten ist, wird heftig diskutiert. Die Bundesärztekammer ist der Meinung, dass die PID auch ohne Gesetzesänderung anwendbar ist und geht von der grundsätzlichen rechtlichen Zulässigkeit aus.648
648 Renzikowski: Die strafrechtliche Beurteilung der Präimplantationsdiagnostik, NJW 2001, S. 2753 (2754)
Bislang herrscht Einigkeit darüber, dass die PID an totipotenten Zellen 5 unzulässig ist. Zunächst verstößt die Gewinnung einer totipotenten Zelle aus einem Embryo gegen das Klonierungsverbot des § 6 Absatz I ESchG 6. Sodann stellt die Untersuchung der totipotenten Zelle eine missbräuchliche Verwendung menschlicher Embryonen nach § 2 Absatz I ESchG dar, da die Zelle dadurch verbraucht wird 7. Neuerdings eröffnet der humangenetische Fortschritt die Möglichkeit, „pluripotente” Zellen zu untersuchen, die sich im Wege ihrer weiteren Teilung gerade nicht mehr zu einem Individuum entwickeln können und deshalb nicht mehr unter den Begriff des Embryos nach § 8 Absatz I ESchG fallen 8. Ob die PID an nicht mehr totipotenten Zellen ebenfalls nach dem Embryonenschutzgesetz verboten ist, wird kontrovers diskutiert. Die Bundesärztekammer hat im März 2000 einen „Diskussionsentwurf zu einer Richtlinie zur Präimplantationsdiagnostik” vorgestellt, in dem sie von der grundsätzlichen rechtlichen Zulässigkeit ausgeht 9.
5 Totipotente Zellen sind Zellen, aus denen sich ein Mensch entwickeln kann, s.§ 8 Absatz I ESchG. 6 Günther, in: Keller/Günther/Kaiser, ESchG, 1992, § 2 Rdnr. 54; Beckmann, ZfL 1999, 65 (67). 7 S. Günther (o. Fußn. 6), § 2 Rdnrn. 13, 54; Ratzel/Heinemann, MedR 1997, MEDR Jahr 1997 Seite 540 (MEDR Jahr 1997 Seite 541); Schneider, MedR 2000, MEDR Jahr 2000 Seite 360 (MEDR Jahr 2000 Seite 360f.). 8 Ihre Gewinnung verstößt deshalb auch nicht gegen das Klonierungsverbot des § ESCHG § 6 ESCHG § 6 Absatz I ESchG, s. Schneider, MedR 2000, MEDR Jahr 2000 Seite 361. Die humangenetischen Probleme liegen zum einen darin, dass die PID nicht zu spät erfolgen darf, wenn ein Transfer auf die Frau noch innerhalb desselben Zyklus' erfolgen soll. Zum anderen ist nicht unumstritten, ab welchem Zeitpunkt die einzelne Blastomere ihre Totipotenz verliert, vgl. einerseits Beier, Ethik Med (1999) 11, 23; andererseits Denker, Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik 2000, 291; Kollek, JVL-Schriftenreihe Nr. 17 (2000), 39 (42f.). 9 DÄBl 2000, A-525ff.; zustimmend auch Bioethik-Kommission des Landes Rheinland-Pfalz v. 26. 6. 1999, Präimplantationsdiagnostik - Thesen zu den medizinischen, rechtlichen und ethischen Problemstellungen, S. 42; Ratzel/Heinemann, MedR 1997, MEDR Jahr 1997 Seite 541 (MEDR Jahr 1997 Seite 541f.); Neidert, MedR 1998, MEDR Jahr 1998 Seite 347 (MEDR Jahr 1998 Seite 353); Tag, in: Kämmerer/Speck (Hrsg.), Geschlecht und Moral, 1999, S. 87 (97ff.); Stefan Müller (o. Fußn. 4), S. 298; Ludwig et al, Prenatal Diagnosis, 2000, 567ff.; Hepp, DÄBl 2000, A-1216; Schneider, MedR 2000, MEDR Jahr 2000 Seite 362; Schreiber, DÄBl 2000, A-1135f.; ablehnend Beckmann, ZfL 1999, 67; Laufs, Ethik Med (1999) 11, 55 (58f.); ders., JVL-Schriftenreihe Nr. 17 (2000), 81 (84f.); Kollek (o. Fußn. 1), S. 192; Riedel, DÄBl 2000, A-586; Haasis, DÄBl 2000, A-1130.
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