Source: http://www.hensche.de/Betriebsrat_Kuendigungsschutz_Betriebsratsmitglied.html
Timestamp: 2017-01-20 22:11:32+00:00

Document:
Wel­chen Kündi­gungs­schutz hat der Be­triebs­rat? Wel­chen Kündi­gungs­schutz hat der Be­triebs­rat ge­genüber ei­ner or­dent­li­chen Kündi­gung? Wann wird ein Be­trieb oder ei­ne Be­triebs­ab­tei­lung still­ge­legt?
Braucht der Ar­beit­ge­ber die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats für die or­dent­li­che Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds we­gen Be­triebs­still­le­gung bzw. Be­triebs­ab­tei­lungs­still­le­gung?
Wel­chen Kündi­gungs­schutz hat der Be­triebs­rat ge­genüber ei­ner außer­or­dent­li­chen Kündi­gung? Was hat der Ar­beit­ge­ber bei der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats zu be­ach­ten? Was kann der Ar­beit­ge­ber tun, wenn der Be­triebs­rat die Zu­stim­mung zu ei­ner außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds ver­wei­gert? Wann liegt ei­ne ge­richt­li­che Er­set­zung der Zu­stim­mung des Be­triebs­rats zur Kündi­gung vor?
Wel­che Fris­ten muss der Ar­beit­ge­ber bei der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats ein­hal­ten?
Wie lan­ge hat der Be­triebs­rat nach Be­en­di­gung sei­ner Amts­zeit ei­nen be­son­de­ren Kündi­gungs­schutz?
Wann ge­nießen Er­satz­mit­glie­der den be­son­de­ren, dem Be­triebs­rat zu­ste­hen­den Kündi­gungs­schutz?
Steht der Kündi­gungs­schutz für den Be­triebs­rat auch den Mit­glie­dern des Wahl­vor­stan­des und Wahl­be­wer­bern zu?
Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Be­triebs­rat - Kündi­gungs­schutz? Was kön­nen wir für Sie tun?
Wel­chen Kündi­gungs­schutz hat der Be­triebs­rat? Be­triebs­rats­mit­glie­der ge­nießen ei­nen be­son­de­ren, ge­genüber den all­ge­mei­nen Kündi­gungs­schutz­re­geln, ge­stei­ger­ten Schutz vor Kündi­gun­gen. Durch die­sen Son­derkündi­gungs­schutz soll er­reicht wer­den, dass Be­triebs­rats­mit­glie­der oh­ne Furcht vor ei­nem Ver­lust des Ar­beits­plat­zes ih­re Auf­ga­ben wahr­neh­men können, die hin und wie­der zu hef­ti­gen Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten mit dem Ar­beit­ge­ber führen können. Der Son­derkündi­gungs­schutz be­sagt, dass or­dent­li­che Kündi­gun­gen durch den Ar­beit­ge­ber im All­ge­mei­nen aus­ge­schlos­sen sind. Al­ler­dings sieht das Ge­setz die Möglich­keit or­dent­li­cher be­triebs­be­ding­ter Kündi­gun­gen aus­nahms­wei­se dorch vor, nämlich für den Fall ei­ner Be­triebs­stil­le­gung oder der Stil­le­gung ei­ner Be­triebs­ab­tei­lung. Darüber hin­aus können Be­triebs­rats­mit­glie­der zwar im Prin­zip eben­so wie an­de­re Ar­beit­neh­mer außer­or­dent­lich aus wich­ti­gem Grun­de gekündigt wer­den, al­ler­dings nur dann, wenn der Ar­beit­ge­ber zu­vor die aus­drück­li­che Zu­stim­mung des Be­triebs­rats (als Or­gan) zu der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ei­nes sei­ner Mit­glie­der er­wirkt hat.
Wel­chen Kündi­gungs­schutz hat der Be­triebs­rat ge­genüber ei­ner or­dent­li­chen Kündi­gung? Ei­ne Aus­nah­me von der Re­gel, dass or­dent­li­che Kündi­gun­gen von Mit­glie­dern des Be­triebs­rats im All­ge­mei­nen aus­ge­schlos­sen sind, sieht § 15 Abs. 4 Kündi­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) vor. Da­nach kann auch Be­triebs­rats­mit­glie­dern or­dent­lich gekündigt wer­den, wenn der ge­sam­te Be­trieb still­ge­legt wird. In die­sem Fall ist die Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds frühes­tens zum Zeit­punkt der Still­le­gung zulässig, es sei denn, dass die Kündi­gung zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt durch zwin­gen­de be­trieb­li­che Er­for­der­nis­se be­dingt ist.
Wann wird ein Be­trieb oder ei­ne Be­triebs­ab­tei­lung still­ge­legt? Ei­ne Be­triebs­still­le­gung ist die vom Ar­beit­ge­ber be­schlos­se­ne endgülti­ge (oder je­den­falls sehr lang an­dau­ern­de) Ein­stel­lung sämt­li­cher Ar­bei­ten, d. h. die Auflösung der Pro­duk­ti­ons­ge­mein­schaft. Auch die ört­li­che Ver­la­ge­rung des Be­triebs an ei­nen weit ent­fern­ten an­de­ren Ort kann als Still­le­gung zu be­wer­ten sein, falls die bis­he­ri­ge Be­leg­schaft prak­tisch vollständig ge­gen ei­ne neue aus­ge­tauscht wird. Rest­ar­bei­ten wie La­gerräum­ung, De­mon­ta­ge von Ma­schi­nen oder Aufräum- und Rei­ni­gungs­ar­bei­ten sind kein Be­leg dafür, dass ei­ne Be­triebs­still­le­gung nicht vor­ge­nom­men wer­den soll. In Ein­z­elfällen kann es zu Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten darüber kom­men, ob wirk­lich ei­ne Be­triebs­still­le­gung vor­liegt oder nur ei­ne räum­li­che Be­triebs­ver­le­gung und/oder ob ver­blei­ben­de Ar­bei­ten Rest­ar­bei­ten im Rah­men ei­ner Be­triebs­still­le­gung sind oder aber Dau­er­auf­ga­ben in­fol­ge ei­ner Be­triebs­ver­klei­ne­rung.
Braucht der Ar­beit­ge­ber die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats für die or­dent­li­che Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds we­gen Be­triebs­still­le­gung bzw. Be­triebs­ab­tei­lungs­still­le­gung? Nein. Ei­ne sol­che Zu­stim­mung ist nur für den Fall ei­ner außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds vor­ge­se­hen. Der Ar­beit­ge­ber braucht sie da­her nicht, wenn er un­ter Be­ru­fung auf § 15 Abs. 4 oder Abs. 5 KSchG kündigt, da sol­che Kündi­gun­gen als or­dent­li­che Kündi­gun­gen an­zu­se­hen sind. Al­ler­dings muss er den Be­triebs­rat vor Aus­spruch der Kündi­gung gemäß § 102 Abs. 1 und 2 Be­trVG anhören.
Wel­chen Kündi­gungs­schutz hat der Be­triebs­rat ge­genüber ei­ner außer­or­dent­li­chen Kündi­gung? An­ders als ei­ne or­dent­li­che Kündi­gung ist ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds nicht all­ge­mein aus­ge­schlos­sen, son­dern im Prin­zip wie ge­genüber al­len Ar­beit­neh­mern zulässig, wenn ein wich­ti­ger Grund im Sin­ne von § 626 BGB vor­liegt. Als wich­ti­ge Gründe für ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung kom­men vor al­lem gra­vie­ren­de Pflicht­ver­let­zun­gen in Be­tracht, die dem Ar­beit­ge­ber die wei­te­re Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses - auch nur bis zum Ab­lauf der or­dent­li­chen Kündi­gungs­frist - un­zu­mut­bar ma­chen, wie et­wa ei­ne durch das Be­triebs­rats­mit­glied verübte straf­ba­re Hand­lung zu­las­ten des Ar­beit­ge­bers, ei­nes Ar­beits­kol­le­gen oder ei­nes Kun­den. In ei­nem sol­chen Fall wird der Ar­beit­ge­ber ei­ne außer­or­dent­li­che frist­lo­se Kündi­gung aus ver­hal­tens­be­ding­ten Gründen in Be­tracht zie­hen. Denk­bar ist aber auch ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung aus an­de­ren, d. h. nicht im Ver­hal­ten des Be­triebs­rats­mit­glieds lie­gen­den Gründen, zum Bei­spiel we­gen des dau­er­haf­ten Weg­falls ei­ner be­stimm­ten be­trieb­li­chen Funk­ti­on, die ei­ne be­trieb­lich ver­an­lass­te außer­or­dent­li­che (Ände­rungs-)Kündi­gung recht­fer­ti­gen kann. Möglich ist auch ei­ne außer­or­dent­li­che per­so­nen- bzw. krank­heits­be­ding­te Kündi­gung, wenn das Be­triebs­rats­mit­glied z. B. auf­grund ei­ner dau­er­haf­ten Er­kran­kung künf­tig nicht mehr in den Be­trieb zurück­keh­ren und sei­ne Ar­beit wie­der auf­neh­men wird.
Was hat der Ar­beit­ge­ber bei der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats zu be­ach­ten? Ob­wohl ein Be­triebs­rats­mit­glied im Prin­zip aus all den Gründen außer­or­dent­lich gekündigt wer­den kann, die auch die außer­or­dent­li­che Kündi­gung ei­nes „nor­ma­len“ Ar­beit­neh­mers recht­fer­ti­gen würden, schützt das Ge­setz Be­triebs­rats­mit­glie­der vor außer­or­dent­li­chen Kündi­gun­gen in ei­ner be­son­de­ren Wei­se, nämlich durch ein spe­zi­el­les Ver­fah­ren, das Ar­beit­ge­ber bei der Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds zu be­ach­ten ha­ben: Der Ar­beit­ge­ber muss nämlich, will er ei­nem Be­triebs­rats­mit­glied außer­or­dent­lich kündi­gen, gemäß § 103 Abs.1 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) vor Aus­spruch der Kündi­gung die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats (als Gre­mi­um bzw. als Or­gan) ein­ho­len. Der Be­triebs­rat hat in ei­nem sol­chen Fall, auf der Grund­la­ge ei­nes Kündi­gungs­er­su­chens des Ar­beit­ge­bers, darüber zu be­sch­ließen, ob er der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ei­nes sei­ner Mit­glie­der zu­stimmt. Bei der Be­ra­tung und Be­schluss­fas­sung über die­se Fra­ge kann das be­trof­fe­ne Be­triebs­rats­mit­glied nicht mit­wir­ken, son­dern muss sich von ei­nem Er­satz­mit­glied ver­tre­ten las­sen.
Was kann der Ar­beit­ge­ber tun, wenn der Be­triebs­rat die Zu­stim­mung zu ei­ner außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds ver­wei­gert? Ver­wei­gert der Be­triebs­rat sei­ne Zu­stim­mung, so kann der Ar­beit­ge­ber beim Ar­beits­ge­richt ei­nen An­trag auf Er­set­zung der Zu­stim­mung stel­len. Das Ge­richt gibt dem An­trag im We­ge des ar­beits­ge­richt­li­chen Be­schluss­ver­fah­rens statt, wenn die außer­or­dent­li­che Kündi­gung „un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände ge­recht­fer­tigt“ ist. In dem Ver­fah­ren ist der be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer Be­tei­lig­ter. Ent­schei­det das Ge­richt rechts­kräftig für den Ar­beit­ge­ber, kann er die be­ab­sich­tig­te Kündi­gung aus­spre­chen. Er­hebt das gekündig­te Be­triebs­rats­mit­glied da­ge­gen Kündi­gungs­schutz­kla­ge, wird es mit dem Ein­wand nicht mehr gehört, es ha­be kein wich­ti­ger Grund für die Kündi­gung vor­ge­le­gen. In die­ser Hin­sicht hat das zu­vor geführ­te Zu­stim­mungs­er­set­zungs­ver­fah­ren recht­li­che Bin­dungs­wir­kung für ei­nen nach­fol­gen­den Kündi­gungs­schutz­pro­zess. Der Grund, für die­se im Ge­setz nicht klar ge­re­gel­te, aber in der Recht­spre­chung der Ar­beits­ge­rich­te un­strei­ti­ge präju­di­zie­ren­de Wir­kung der ge­richt­li­chen Zu­stim­mungs­er­set­zung für ei­nen nach­fol­gen­den Kündi­gungs­schutz­pro­zess liegt dar­in, dass es nur ei­nen ein­zi­gen ge­richt­li­chen Streit über das Vor­lie­gen bzw. Nicht­vor­lie­gen ei­nes wich­ti­gen Grun­des für ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung ge­ben soll. Ist die­ser Streit im Zu­stim­mungs­er­set­zungs­ver­fah­ren ein­mal über meh­re­re In­stan­zen geführt und ab­ge­schlos­sen wor­den, soll sein Er­geb­nis bin­dend sein für die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en.
Im Er­geb­nis heißt das nicht, dass ein Be­triebs­rats­mit­glied, das der Ar­beit­ge­ber außer­or­dent­lich kündi­gen möch­te, nach ei­nem rechts­kräftig für den Ar­beit­ge­ber ent­schie­de­nen ge­richt­li­chen Zu­stim­mungs­er­set­zungs­ver­fah­ren kei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge mehr er­he­ben könn­te, wenn die ge­plan­te Kündi­gung dann end­lich auf dem Tisch liegt. Al­ler­dings kann der gekündig­te Be­triebs­rat ge­gen die Wirk­sam­keit der Kündi­gung dann nur noch Einwände er­he­ben, die mit der Fra­ge ei­nes wich­ti­gen Grun­des nichts zu tun ha­ben. So könn­te er sich im Kündi­gungs­schutz­pro­zess z. B. dar­auf be­ru­fen, dass die Kündi­gung nicht or­dent­lich un­ter­schrie­ben wur­de und da­her nicht schrift­lich aus­ge­spro­chen wur­de, oder dass die Per­son, die die Kündi­gung erklärte, vom Ar­beit­ge­ber nicht aus­rei­chend be­vollmäch­tigt war. Wann liegt ei­ne ge­richt­li­che Er­set­zung der Zu­stim­mung des Be­triebs­rats zur Kündi­gung vor? Das Ge­setz schreibt nur all­ge­mein vor, dass der Ar­beit­ge­ber für die außer­or­dent­li­che Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats braucht, und dass er ei­ne vom Be­triebs­rat ver­wei­ger­te Zu­stim­mung durch ei­nen Be­schluss des Ar­beits­ge­richts er­set­zen las­sen kann.
Wel­che Fris­ten muss der Ar­beit­ge­ber bei der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ei­nes Be­triebs­rats ein­hal­ten? Möch­te der Ar­beit­ge­ber ei­nem Ar­beit­neh­mer aus „wich­ti­gem Grun­de“ kündi­gen, muss der Kündi­gungs­an­lass so er­heb­lich sein, dass ei­nem nor­ma­len Ar­beit­ge­ber das Ab­war­ten der or­dent­li­chen Kündi­gungs­frist nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann. Dann würde er sich aber wi­dersprüchlich ver­hal­ten, wenn er ei­nen sol­chen mas­si­ven Grund länge­re Zeit auf sich be­ru­hen las­sen würde, um dann plötz­lich ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung zu erklären. Das Ge­setz schreibt da­her vor, dass ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung nur in­ner­halb von zwei Wo­chen aus­ge­spro­chen wer­den kann, nach­dem der zur Kündi­gung Be­rech­tig­te den wich­ti­gen Grund er­fah­ren hat, § 626 Abs. 2 BGB. Da die Wah­rung der Zwei­wo­chen­frist dem Ar­beit­ge­ber unmöglich wäre, würde man die Bit­te um Zu­stim­mung des Be­triebs­rats (mit­samt ei­nem, u. U. er­for­der­li­chen, ge­richt­li­chen Zu­stim­mungs­er­set­zungs­ver­fah­ren) in die Zwei­wo­chen­frist hin­ein­rech­nen. Der Ar­beit­ge­ber muss je­doch auf zwei Din­ge ach­ten:
Wie lan­ge hat der Be­triebs­rat nach Be­en­di­gung sei­ner Amts­zeit ei­nen be­son­de­ren Kündi­gungs­schutz? Auch nach Be­en­di­gung der Amts­zeit ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds ist des­sen or­dent­li­che Kündi­gung aus­ge­schlos­sen, und zwar ein Jahr lang, ge­rech­net vom Zeit­punkt der Be­en­di­gung der Amts­zeit. Während die­ses nach­wir­ken­den Kündi­gungs­schut­zes braucht der Ar­beit­ge­ber zwar ei­nen wich­ti­gen Grund für ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung des Be­triebs­rats­mit­glieds, d. h. er kann nur ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung aus­spre­chen, während ei­ne or­dent­li­che Kündi­gung im All­ge­mei­nen aus­ge­schlos­sen ist. Doch muss er für ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung nicht mehr die vor­he­ri­ge Zu­stim­mung des Be­triebs­rats nach § 103 Be­trVG ein­ho­len, denn die­ser be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che As­pekt des Son­derkündi­gungs­schut­zes gilt nur für am­tie­ren­de Be­triebs­rats­mit­glie­der. Bei ehe­ma­li­gen Be­triebs­rats­mit­glie­dern genügt die Anhörung des Be­triebs­rats gemäß § 102 Abs. 2 Be­trVG zu der ge­plan­ten außer­or­dent­li­chen Kündi­gung. Kei­nen nach­wir­ken­den Kündi­gungs­schutz ge­nießen ehe­ma­li­ge Mit­glie­der des Be­triebs­rats, wenn die Be­en­di­gung ih­rer Mit­glied­schaft auf ei­ner ge­richt­li­chen Ent­schei­dung be­ruht. Das ist z. B. dann der Fall, wenn der Ar­beit­ge­ber, ein Vier­tel der wahl­be­rech­tig­ten Ar­beit­neh­mer oder ei­ne im Be­trieb ver­tre­te­ne Ge­werk­schaft, beim Ar­beits­ge­richt den Aus­schluss ei­nes Mit­glieds aus dem Be­triebs­rat oder die Auflösung des Be­triebs­rats „we­gen gro­ber Ver­let­zung sei­ner ge­setz­li­chen Pflich­ten“ be­an­tragt ha­ben. Wann ge­nießen Er­satz­mit­glie­der den be­son­de­ren, dem Be­triebs­rat zu­ste­hen­den Kündi­gungs­schutz? Im Un­ter­schied zu den Be­triebs­rats­mit­glie­dern sind die Er­satz­mit­glie­der des Be­triebs­rats vor Kündi­gun­gen zunächst ein­mal nicht be­son­ders geschützt. Erst dann, wenn sie zeit­wei­se oder dau­er­haft in den Be­triebs­rat nachrücken, steht ih­nen der ge­setz­li­che Son­derkündi­gungs­schutz zu.
Steht der Kündi­gungs­schutz für den Be­triebs­rat auch den Mit­glie­dern des Wahl­vor­stan­des und Wahl­be­wer­bern zu? Gemäß § 15 Abs. 3 Satz 1 KSchG ist die or­dent­li­che Kündi­gung ei­nes Mit­glieds ei­nes Wahl­vor­stands vom Zeit­punkt sei­ner Be­stel­lung an, und die or­dent­li­che Kündi­gung ei­nes Wahl­be­wer­bers vom Zeit­punkt der Auf­stel­lung des Wahl­vor­schlags an, je­weils bis zur Be­kannt­ga­be des Wahl­er­geb­nis­ses un­zulässig. Zulässig ist nur die außer­or­dent­li­che Kündi­gung aus wich­ti­gem Grund, und auch die­se nur dann, wenn der Be­triebs­rat nach § 103 Be­trVG zu­ge­stimmt hat oder wenn sei­ne Zu­stim­mung ge­richt­lich er­setzt wor­den ist. Auch hier gibt es ei­nen nach­wir­ken­den Kündi­gungs­schutz, der al­ler­dings nicht wie bei Be­triebs­rats­mit­glie­dern oder Er­satz­mit­glie­dern ein gan­zes Jahr dau­ert, son­dern nur sechs Mo­na­te, ge­rech­net von der Be­kannt­ga­be des Wahl­er­geb­nis­ses an (§ 15 Abs. 3 Satz 2 KSchG). Wie beim nach­wir­ken­den Kündi­gungs­schutz zu­guns­ten von Be­triebs­rats­mit­glie­dern und von Er­satz­mit­glie­dern ist ei­ne vor­he­ri­ge Zu­stim­mung des Be­triebs­rats nach § 103 Be­trVG al­ler­dings nicht er­for­der­lich, denn dies ist nur bei „am­tie­ren­den“ Mit­glie­dern ei­nes Wahl­vor­stands bzw. Wahl­be­wer­bern er­for­der­lich. Hier genügt die Anhörung des Be­triebs­rats gemäß § 102 Abs. 2 Be­trVG.
Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Be­triebs­rat - Kündi­gungs­schutz? Wei­te­re In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Be­triebs­rat- Kündi­gungs­schutz in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:
Letzte Überarbeitung: 26. Juni 2014
Was können wir für Sie tun? So­fern man Ih­nen, als Be­triebs­rats­mit­glied, ei­ne Kün­di­gung in Aus­sicht ge­stellt hat oder wenn Ih­nen be­reits ei­ne Kün­di­gung aus­ge­spro­chen wur­de be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne. Je nach La­ge des Fal­les bzw. ent­spre­chend Ih­ren Wün­schen tre­ten wir ent­we­der nach au­ßen nicht in Er­schei­nung oder aber wir ver­han­deln in Ih­rem Na­men mit Ih­rem Ar­beit­ge­ber bzw. mit den Ver­tre­tern der Ge­sell­schaf­ter.
Ge­halts­nach­wei­se An­hö­rung zu den ge­gen Sie er­ho­be­nen Vor­wür­fen (falls vor­han­den) Kün­di­gungs­schrei­ben (falls vor­han­den) An­ge­bot Ab­wick­lungs­ver­trag (falls vor­han­den) An­ge­bot Auf­he­bungs­ver­trag (falls vor­han­den)

References: § 15
 § 15
 § 102
 § 626
 § 103
 § 626
 § 103
 § 102
 § 15
 § 103
 § 103
 § 102