Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.05.1951&Aktenzeichen=II%20ZR%2061/50
Timestamp: 2019-06-19 14:06:39+00:00

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BGH, 16.05.1951 - II ZR 61/50 - dejure.org
BGH, 16.05.1951 - II ZR 61/50
https://dejure.org/1951,76
BGH, 16.05.1951 - II ZR 61/50 (https://dejure.org/1951,76)
BGH, Entscheidung vom 16.05.1951 - II ZR 61/50 (https://dejure.org/1951,76)
BGH, Entscheidung vom 16. Mai 1951 - II ZR 61/50 (https://dejure.org/1951,76)
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Rechtliche Unwirksamkeit eines Pensionsvertrages - Zustimmung eines Aufsichtsrates zu einem Pensionsvertrag mit einem Vorstandsmitglied - Wirksamwerden eines schwebend unwirksamen Vertrages durch Genehmigung - Inanspruchnahme einer Vertragshilfe - Herabsetzung von Ruhegehältern im Wege der Vertragshilfe
BGHZ 2, 150
NJW 1951, 796
MDR 1951, 478
DB 1951, 524
Eine Genehmigung vollmachtloser Vertretung durch konkludentes Handeln des Vertretenen setzt grundsätzlich voraus, daß sich der Vertretene zumindest der Möglichkeit bewußt ist, durch sein Handeln eine in seinem Namen abgegebene Erklärung zu genehmigen (st. Rspr., vgl. BGHZ 2, 150, 153;… RGZ 118, 335, 336f, BGH, Urt. v. 18. Februar 1960, VII ZR 21/59, WM 1960, 611, 612 u. v. 5. März 1986, IVa ZR 141/84, NJW 1986, 2107, 2108).
Dabei kann dahingestellt bleiben, ob eine Genehmigung durch schlüssiges Verhalten regelmäßig voraussetzt, daß sich der Genehmigende der schwebenden Unwirksamkeit des zu genehmigenden Vertrages bewußt ist oder zumindest mit ihr gerechnet hat und daß in seinem Verhalten der Ausdruck des Willens zu sehen ist, das bisher als unverbindlich angesehene Rechtsgeschäft verbindlich zu machen (vgl. insoweit BGHZ 2, 150, 152 f;… BGH, Urt. v. 12. Juli 1957 - VIII ZR 249/56, WM 1957, 1132, 1133;… Urt. v. 8. Februar 1960 - VII ZR 21/59, WM 1960, 611, 612;… Urt. v. 4. Dezember 1980 - VII ZR 57/80, WM 1981, 171, 172;… Urt. v. 16. November 1987 - II ZR 92/87, WM 1988, 216, 217), oder ob entscheidend ist, daß das Erklärungsverhalten für den Erklärungsempfänger als Ausdruck eines bestimmten Rechtsfolgewillens erscheinen muß (BGHZ 91, 325, 327 ff [BGH 07.06.1984 - IX ZR 66/83] m.w.N.; vgl. auch K. Müller, EWiR § 35 GmbHG 1/88, 375 f).
OLG Koblenz, 27.05.2015 - 13 UF 156/15
Verkauf des Vermögens ohne Zustimmung des Ehepartners
Er muss sich also der Entscheidungssituation - nämlich der Unwirksamkeit des Vertrag ohne seine Zustimmung und damit seiner Rechtsmacht, den Vertrag verhindern zu können - bewusst sein (vgl. BGH NJW 1951, 796 und MünchKomm-BGB/Koch 6. Aufl. 2013 § 1365 Rn. 86 sowie MünchKomm-BGB/Bayreuther aaO. § 182 Rn. 11 und Palandt/Ellenberger BGB 74. Aufl. 2015 § 133 Rn. 11).
Denn ein Schuldner kann Rechte aus § 242 BGB wegen eines vom Vertragshilfegesetz erfaßten Tatbestandes nur dann nicht im ordentlichen Prozeß geltend machen, wenn er Maßnahmen begehrt, die auch das Vertragshilfegesetz vorsieht (OGHZ 1, 62, 65; BGHZ 2, 150, 153 [BGH 16.05.1951 - II ZR 61/50] ; 5, 302, 307 [BGH 03.04.1952 - IV ZR 136/51] ; 8, 344) [BGH 22.01.1953 - IV ZR 6/51] .
Selbst wenn es weitergehend ausreichen sollte, daß sie nur mit der Möglichkeit der Unwirksamkeit ohne Genehmigung gerechnet hat (BGHZ 2, 150 (153)) würde eine Genehmigung durch die Mutter des Klägers ebenfalls nicht anzunehmen sein.
BGH, 12.07.1956 - VI ZB 9/56
Das Oberlandesgericht hat auch nicht übersehen, daß die Leistungsfähigkeit der Antragstellerin nicht ohne weiteres die Gewährung gerichtlicher Vertragshilfe hindert, jedoch zu Recht bei der begehrten Kürzung eines Ruhegehaltsanspruchs einen strengen Maßstab angelegt und die dem Antragsgegner gegenüber bestehende Verpflichtung der Antragstellerin nicht für sich betrachtet, sondern auch die sonstige Pensionslast der Antragstellerin berücksichtigt (…Saage, a.a.O., § 1 Erl III 2 d; BGHZ 2, 150 [155-156]).
Das Oberlandesgericht hat auch unter Berücksichtigung der an alle Ruhegehaltsempfänger der früheren Sc. Gesellschaft zu leistenden Zahlungen ohne Rechtsverstoß die wirtschaftlich sinnvolle Weiterführung des Unternehmens der Antragstellerin nicht als gefährdet angesehen (vgl. BGHZ 2, 150 [156]).
Ist dies aber der Fall, dann stellt die Erklärung deshalb keine Genehmigung dar, weil sich die Beklagte zu 2 bei der Abgabe der Erklärung der Genehmigungsbedürftigkeit des Vertrage nicht bewußt war (BGHZ 2, 150, 152 [BGH 16.05.1951 - II ZR 61/50]/153 im Anschluß an die Rechtsprechung des Reichsgerichts).
Wie der II. Zivilsenat in dem Urteil vom 16. Mai 1951 (BGHZ 2, 150 [153]) ausgesprochen hat, kann ein Schuldner neben der Möglichkeit, die Vertragshilfe nach § 21 UmstG in Anspruch zu nehmen, Rechtsbehelfe aus § 242 BGB nur dann geltend machen, wenn es sich um einen Tatbestand handelt, der im Vertragshilferecht nicht geregelt ist, oder wenn er Hilfsmaßnahmen begehrt, die über die im Vertragshilferecht gegebenen Möglichkeiten hinausgehen.
Im Vertragshilfeverfahren sind bei der Prüfung der Zumutbarkeit nicht nur die mit der Währungsreform in Zusammenhang stehenden Umstände, sondern die gesamten Verhältnisse der Parteien zu berücksichtigen, insbesondere sind auch die Auswirkungen Sowjetischer Besatzungsgesetzgebung auf die Verwertbarkeit der in der Sowjetischen Zone belegenen Nachlaßgegenstände zu beachten - vgl. auch § 1 Abs. 3 VertrHG, wo die von Kriegsereignissen und Kriegsfolgen erlittenen Vermögensverluste ausdrücklich erwähnt werden - (BGHZ 2, 150 [154]; Saage, Vertragshilfegesetz 1952, § 1 III 2 b, S. 56).
den Schuldner auf den Weg der Vertragshilfe verwiesen, soweit nicht Hilfsmaßnahmen begehrt werden, die über die im Vertragshilferecht gegebenen Möglichkeiten hinausgehen (Urt. des II. Zivilsenats vom 16. Mai 1951 = BGHZ 2, 150 [153]; des V. Zivilsenats vom 24. Oktober 1952 = BGHZ 7, 346 [364] und die dort angeführten Entscheidungen; des IV. Zivilsenats vom 22. Januar 1953 = BGHZ 8, 344 [BGH 22.01.1953 - IV ZR 6/51] ;… vgl. auch Urt. vom 29. Mai 1951 - I ZR 87/50 - [in BGHZ 2, 237 [BGH 29.05.1951 - I ZR 87/50] insoweit nicht abgedruckt]; vom 30. September 1952 - I ZR 83/52 - vom 23. Januar 1953 - I ZR 35/52 - = Lindenmaier-Möhring Nachschl § 242 (A) BGB Nr. 9; vom 27. Oktober 1953 - I ZR 100/52 -).
BGH, 18.02.1960 - VII ZR 21/59
Anforderungen an die Genehmigung des Vertreterhandelns
BGH, 14.10.1959 - V ZR 9/58
BGH, 03.04.1952 - IV ZR 136/51
BGH, 11.06.1952 - II ZR 267/51
BGH, 12.10.1954 - V ZB 21/54
Vertragshilfe. Maßgebender Zeitpunkt
BGH, 03.07.1952 - IV ZR 108/51
Vertragshilfe und Bürgschaft
BGH, 30.05.1951 - II ZR 36/50
Umstellung von Ausstattungsforderungen
BGH, 24.10.1962 - V ZR 27/61
BVerwG, 05.03.1970 - II WD 91.69
BGH, 05.12.1962 - V ZR 183/61
Wirksamkeit einer Auflassung wegen mangelnder Bevollmächtigung bei nachträglicher …
BGH, 30.05.1956 - V ZR 87/55
BGH, 05.05.1953 - V BLw 98/52
BGH, 09.11.1973 - I ZB 8/73
Entschädigungslose Enteignung eines Pachtgutes in der sowjetischen Besatzungszone …
BGH, 03.03.1960 - VII ZR 54/59
BVerwG, 10.12.1969 - II WD 29.69
Vorsätzlicher Verstoß gegen die einem Soldaten in Vorgesetztenstellung obliegende …
BGH, 07.06.1961 - V ZR 111/60
BGH, 28.01.1960 - II ZB 5/59
Zulässigkeit eines Antrags auf Gewährung von Vertragshilfe - Rechtsfolgen einer …
BGH, 30.04.1952 - II ZR 248/51
BGH, 29.02.1956 - V ZR 125/54
BGH, 05.03.1953 - IV ZR 164/52

References: § 35
 BGH 
 § 1365
 § 182
 § 133
 § 242
 § 1
 § 21
 § 242
 § 1
 § 1
 § 242