Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=06.12.1989&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20310/88
Timestamp: 2020-02-17 03:20:15+00:00

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BGH, 06.12.1989 - VIII ZR 310/88 - dejure.org
https://dejure.org/1989,250
BGH, 06.12.1989 - VIII ZR 310/88 (https://dejure.org/1989,250)
BGH, Entscheidung vom 06.12.1989 - VIII ZR 310/88 (https://dejure.org/1989,250)
BGH, Entscheidung vom 06. Dezember 1989 - VIII ZR 310/88 (https://dejure.org/1989,250)
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Abzahlungsgesetz - Widerruf - Mündliche Verhandlung - Prozeßbevollmächtigter - Teillieferung - Vertragsanpasssung - Brauerei - Gaststätten-Pachtvertrag - Pachtzins - Jahresbezug - Pacht-Entschädigung - Schuldbeitritt
Widerrufsrecht bei ohne Belehrung erfolgtem Schuldbeitritt zu einer Getränkebezugsverpflichtung
AGBG § 9; AbzG § 1c, § 1b; BGB § 138, § 242
a) Sittenwidrig können nach der Rechtsprechung auch Geschäfte sein, durch die Dritte gefährdet oder geschädigt werden oder die in krassem Widerspruch zum Gemeinwohl stehen (Senatsurteil vom 6. Dezember 1989 - VIII ZR 310/88, NJW 1990, 567 unter B I 1 a bb, insoweit in BGHZ 109, 314 nicht abgedruckt).
1.a) Ein Hehlergeschäft ist, wie das Berufungsgericht nicht verkennt, gemäß § 138 Abs. 1 BGB sittenwidrig und infolgedessen nichtig, wenn alle Beteiligten sittenwidrig handeln, also die Tatsachen, die die Sittenwidrigkeit begründen, kennen oder sich ihrer Kenntnis zumindest grob fahrlässig verschließen (Senatsurteil vom 6. Dezember 1989 - VIII ZR 310/88, WM 1990, 519 = NJW 1990, 567 unter B I l a bb, insoweit in BGHZ 109, 314 nicht abgedruckt;… Erman/Brox, BGB, 8. Aufl., § 138 Rdnr. 41;… Palandt/Heinrichs, BGB, 50. Aufl., § 138 Rdnr. 41).
Sittenwidrig können nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auch Geschäfte sein, durch die Dritte gefährdet oder geschädigt werden oder die im Falle einer Beteiligung der öffentlichen Hand in krassem Widerspruch zum Gemeinwohl stehen (Senatsurteil vom 23. Februar 2005 - VIII ZR 129/04, NJW 2005, 1490, unter II 1 a; Senatsurteil vom 6. Dezember 1989 - VIII ZR 310/88, NJW 1990, 567, 568, unter B I 1 a bb, insoweit in BGHZ 109, 314 nicht abgedruckt), sofern alle an dem Geschäft Beteiligten sittenwidrig handeln, das heißt die Tatsachen, die die Sittenwidrigkeit begründen, kennen oder sich zumindest ihrer Kenntnis grob fahrlässig verschließen (Senatsurteile vom 9. Oktober 1991 - VIII ZR 19/91, NJW 1992, 310, unter I 1 a, …und vom 23. Februar 2005 aaO; BGH, Urteil vom 15. März 1990 - III ZR 248/88, NJW-RR 1990, 750, unter 2, jeweils m.w.Nachw.).
Mit der Revision kann der Kläger ihn nicht wieder in den Rechtsstreit einführen (vgl. BGH, Urt. v. 6. Dezember 1989, VIII ZR 310/88, BGHR ZPO § 321 Abs. 1, Entscheidungsformel 1 m.w.N.;… MünchKomm-ZPO/Musielak, § 321 Rdn. 10 a.E.;… Stein/Jonas/Leipold, ZPO, 20. Aufl., § 321 Rdn. 14;… Thomas/Putzo, ZPO, 19. Aufl., § 321 Rdn. 3).
(1) Schon grundlegend setzt eine Nichtigkeit nach § 138 BGB voraus, dass alle Beteiligten, hier der Antragsgegner und der Beigeladene, sittenwidrig handeln, d.h. die Tatsachen kennen oder sich ihrer Kenntnis grob fahrlässig verschließen, die die Sittenwidrigkeit des Rechtsgeschäfts begründen (vgl. BGH, Urteil vom 6. Dezember 1989, VIII ZR 310/88, m.w.N; BKartA…, Beschluss vom 5. Februar 2009 - VK 1 - 186/08, juris Rn. 41).
Die Klägerin hat im Vertrauen auf eine eindeutige, bis zum Außerkrafttreten des Abzahlungsgesetzes aufrecht erhaltene (vgl. BGHZ 109, 314, 318) höchstrichterliche Rechtsprechung davon abgesehen, auch der Beklagten eine Widerrufsbelehrung zu erteilen.
Dem Urteil vom 6. Dezember 1989 (BGHZ 109, 314) zufolge ist diese Norm zumindest entsprechend auf den Schuldbeitritt zu der Getränkebezugsverpflichtung eines Dritten mit der Folge anzuwenden, daß dem Beitretenden, der mit der Vereinbarung über die Schuldmitübernahme dieselbe Verpflichtung zum wiederkehrenden Bezug von Sachen auf sich nimmt wie der bisherige Alleinschuldner, ein eigenes Widerrufsrecht nach § 1 b AbzG unabhängig von dem des ursprünglichen Schuldners zusteht.
Wenn ein Vertrag neben anderen, nicht unter das Abzahlungsgesetz fallenden Regelungen die Übernahme einer Bierbezugsverpflichtung enthält, die diesem Gesetz unterliegt, bezieht sich die Widerruflichkeit nur auf die Bezugsabrede, nicht auf die anderen vertraglichen Vereinbarungen (BGHZ 109, 314, 320;… BGH, Urt. v. 3. Juli 1991 aaO.).
Für die Beurteilung als sittenwidrig i.S. des § 138 Abs. 1 BGB ist entscheidend, ob das Rechtsgeschäft seinem Inhalt nach mit den grundlegenden Wertungen der Rechts- oder Sittenordnung unvereinbar ist und alle Beteiligten sittenwidrig handeln, das heißt die Tatsachen kennen oder sich zumindest ihrer Kenntnis grob fahrlässig verschließen, welche die Sittenwidrigkeit des Rechtsgeschäfts begründen (BGH, Urt. v. 6.12.1989 - VIII ZR 310/88, NJW 1990, 567, 568).
OLG Saarbrücken, 16.08.2005 - 1 W 198/05
Bierlieferungsvertrag: Verpflichtung zur Zahlung einer …
OLG Frankfurt, 02.11.2009 - 2 U 124/09
Gewerberaummiete: Enttäuschte Erwartungen hinsichtlich der Besucherzahlen als …
AG Zeitz, 24.07.2018 - 4 C 31/18
LG Berlin, 15.02.2001 - 62 S 422/00
BGH, 16.09.1994 - V ZR 132/93
OLG Köln, 30.05.1990 - 13 U 12/90
Veräußerung einer Imbißstube als Kaufvertrag über bewegliche Sachen - …

References: § 9
 § 1
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 § 138
 § 242
 § 138
 § 138
 § 138
 § 321
 § 321
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