Source: http://jataka.nibbanam.com/Band_V/j520.htm
Timestamp: 2019-05-20 07:38:22+00:00

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520. Die Erzählung von dem Knoten-Tindu-Baume (Gandatindu-Jataka)
§D. Die Königsermahnung ist schon oben ausgeführt [Jataka 334].
§1. „Achtsamkeit führt zum Weg des Lebens,
Nachlässigkeit führt bis zum Tode.
Die Aufmerksamen sterben nicht,
§2. Aus Rausch entsteht Nachlässigkeit,
aus Nachlassen entsteht Verlust,
ihr Gut und Reich durch Nachlässigkeit,
ihr Dorf auch viele Dorfbewohner,
§4. Denn wenn ein Fürst nachlässig ist,
in seinem Reiche, Reichsvermehrer,
dies nennt man dann des Fürsten Schuld.
§5. Dies ist nicht recht, du großer König;
nachlässig bist du schon zu lange.
Das glückliche, das blühnde Land,
§6. Nicht Söhne wirst du noch bekommen,
kein Gold und kein Getreide haben;
denn wenn dein Reich geplündert wird,
verlierst du alle deine Güter.
den achten nicht als einen Fürsten
Freunde, Verwandte und Vertraute.
§8. Die Reiter und die Leibgardisten,
die Wagenkämpfer und das Fußvolk,
§9. Wer nicht gut ordnet sein Geschäft,
wer töricht und sich schlecht bedenkt,
den Unklugen verlässt sein Ruhm
§10. Wer gut geordnet sein Geschäft,
bei Zeit aufsteht und nichts versäumt,
bei dem mehren sich alle Güter
§11. O Großkönig, geh aus auf Kunde
in deinem Reiche auf dem Lande;
wenn du dort siehst und hörst, so wirst
du dadurch selbst zum Rechten kommen.“
§12. „So soll Pancala Schmerz empfinden
in einer Schlacht vom Pfeil getroffen,
wie ich heute den Schmerz empfinde,
da ich mich an dem Dorn verletzte“,
§13. „Ein Greis bist du und schwachen Auges,
die Dinge siehst du nicht mehr gut.
Was geht es Brahmadatta an,
§14. „Des Brahmadatta Schuld ist es,
dass ich so wandern muss, Brahmane.
Nicht sind geschützt die Landbewohner,
geplagt von ungerechten Steuern.
§15. Bei Nacht verzehren uns die Räuber,
bei Tage die Steuereintreiber;
§16. In dieser großen Not, mein Lieber,
machen aus Furcht die Jünglinge
sich Örter, wo sie sich verstecken,
und holen Dornen aus dem Wald.“
§17. „Wann wird denn endlich einmal sterben
da dieser König Brahmadatta?
§18. „Das ist ein böses Wort, du Schlechte;
was Nutzen bringt, verstehst du nicht.
Woher soll denn für junge Mädchen
§19. „Nichts Böses sage ich, Brahmane;
was Nutzen bringt, versteh ich wohl.
§20. Bei Nacht verzehren uns die Räuber,
§22. „Mit Unrecht, du niedriger Mensch,
bist du auf Brahmadatta zornig,
der du den König jetzt verfluchst,
nachdem du selbst dich hast verfehlet.“
§23. „Mit vollem Rechte, o Brahmane,
bin ich auf Brahmadatta zornig.
§24. Bei Nacht verzehren uns die Räuber,
§25. Verflucht, die Köchin brachte heute
zur Unzeit mir das Mahl herbei [5];
weil ich die Speisebringerin erwartet',
ward Saliya verwundet von der Pflugschar.“
§27. „Dass eine Kuh die Milch verschüttet,
ein Rind an eine Pflugschar stößt,
was kann Brahmadatta dafür,
§28. „Zu tadeln ist der Fürst, Brahmane;
denn in des Brahmadatta Reiche
sind nicht geschützt die Landbewohner,
die wir vordem nicht melken wollten,
die haben wir heut doch gemolken,
des Sohns beraubt mög' er verdorren,
wie diese unglückliche Kuh
umherläuft ihres Sohns beraubt.“
§32. „Wenn ein Stück Vieh vom Viehhirten
entlaufen ist und traurig schreit,
wie kann denn dies hier eine Schuld
vom König Brahmadatta sein?“
§33. „Dies ist die Schuld, großer Brahmane,
von unserm König Brahmadatta.
bedrückt von ungerechten Steuern.
§34. Bei Nacht verzehren uns die Räuber,
Warum wegen 'ner Schwerterscheide
wird ein Milch trinkend Kalb getötet?“
§36. „Nicht allen Wesen ihren Schutz gewähren
die Könige auf dieser Welt, o Frosch.
Dadurch begeht der König doch kein Unrecht,
dass deinesgleichen lebend Krähen fressen.“
§37. „Fürwahr mit Unrecht spricht der Heilige [7]
nur Schmeicheleien für den König aus;
wo soviel Leute ausgeplündert werden,
verehrt der König den, der Liebes spricht.
§38. Wenn dieses Reich wär' gut regiert, Brahmane,
blühend, erfreulich und des Glückes voll,
äßen die Krähen gute Opfergaben,
§C. Hierauf verband er das Jataka mit folgenden Worten: „Damals war ich die Gottheit in dem Knoten-Tinduka-Baume.“
[2] Vgl. Jataka 468 Anm. 1 [Die vier Pfade des Unrechts sind: Lust, Hass, Verblendung und Furcht].

References: §1

§2

§4

§5

§6

§8

§9

§10

§11

§12

§13

§14

§15

§16

§17

§18

§19

§20

§22

§23

§24

§25

§27

§28

§32

§33

§34

§36

§37

§38