Source: https://www.landratsamt-dachau.de/abfall-naturschutz-umwelt/naturschutz/naturschutz/natur-und-landschaftsschutz/
Timestamp: 2020-04-04 08:48:36+00:00

Document:
Natur- und Landschaftsschutz | Landratsamt Dachau
Naturschutzprojekte im Landkreis
Bayer. Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen hat auf der Grundlage eines Landtagsbeschlusses Anfang der neunziger Jahre ein Arten- und Biotopschutzprogramm erarbeitet, das für alle Landkreise die vordringlichen Maßnahmen zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt und ihrer Lebensräume aufzeigt. Das ABSP für den Landkreis Dachau gibt die Schwerpunkte der Naturschutzarbeit im Landkreis und für die untere Naturschutzbehörde die fachliche Richtschnur vor.
Amperaltwasser
Schwerpunktbereiche und -aufgaben nach dem ABSP im Landkreis Dachau sind zum Beispiel:
das Weilach-Einzugsgebiet
verschiedenste Landschaftspflege-Maßnahmen (wie Entbuschung, Mahd, Nutzungsextensivierung) auf besonders bedeutsamen Lebensräumen und Biotopen im Landkreis
die Sicherung einzelner besonders seltener und gefährdeter Arten, für die der Landkreis aufgrund überregionaler Bedeutung besondere Verantwortung besitzt, wie zum Beispiel:
Sicherung vom Aussterben bedrohter Wildbienenarten am Leitenberg und der Schießplatz-Gedenkstätte
Sicherungs- und Optimierungsmaßnahmen für die im Dachauer Moos vorkommende Helm-Azurjungfer (Libellenart), einem der bedeutendsten Vorkommen Mitteleuropas
Grabenfräsen, naturschonende Grabenräumung
Eine Grabenräumung mittels Grabenfräse wirkt sich insbesondere bei wasserführenden Gräben erheblich nachteilig auf die daran gebundene Pflanzen- und Tierwelt aus. Insbesondere für Wirbeltiere wie Frösche, Lurche, Kleinsäuger verursacht die Fräse eine sehr hohe Tötungs- und Verletzungsrate.
Deshalb ist der Einsatz der Grabenfräse an wasserführenden Gräben generell verboten, ausser wenn aufgrund besonderer Umstände durch die Grabenräumung keine erheblichen Beeinträchtigungen für den Naturhaushalt, insbesondere für die Tierwelt eintreten (§ 39 Abs. 5 Nr. 4 BayNatSchG).
Wasserführende Gräben mit ihren Ufer- und Randzonen bieten der heimischen Flora und Fauna, die auf feuchte Standorte angewiesen ist, wertvollen Lebensraum. Sie stellen in unserer intensiv genutzten Landschaft häufig die letzten Rückzugsgebiete und Ersatzlebensräume sowie wichtige Verbindungsstrukturen für die Ausbreitung einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt dar. Nach den wasserrechtlichen Vorschriften ist bei der Unterhaltung von Gewässern auch den Belangen des Naturschutzes Rechnung zu tragen. Hierzu gehört auch der Erhalt des Lebensraumes für Tiere und Pflanzen.
Ein arbeitswirtschaftlicher Mehraufwand für eine besonders behutsame Räumungsmaßnahme (z.B. Handräumung aus Gründen des Artenschutzes) kann aus Mitteln des Naturschutzes bezuschusst werden.
Naturschonende Unterhaltung
Bayerisches Landesamt für Umwelt: Unterhaltung von Gräben
Kauf/Pacht/Pflege ökologisch wertvoller Grundstücke
Der Landkreis Dachau sichert als Kommune im Rahmen seiner Möglichkeiten ökologisch wertvolle Flächen durch Kauf oder Anpachtung und stellt hierfür Haushaltsmittel zur Verfügung. Damit wird ein wertvoller Beitrag zur Sicherung bedeutsamer Lebensstätten für seltene oder vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten geleistet. Im Rahmen dieser zivilrechtlichen Sicherung wurden beispielsweise das „Ochsenwehr“ bei Geiselbullach, die „Blindwiesen“ bei Kleinberghofen, Flächen im Bereich der Weilach und Nebengräben bei Thalhausen sowie große Areale des Weichser Mooses erworben. Zusammen mit der Gemeinde Haimhausen, dem Wasserwirtschaftsamt Freising, dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz konnten (mit finanzieller Unterstützung durch den Bayer. Naturschutzfonds und den Bezirk Oberbayern) auch wertvolle Areale im Bereich der Amper und das Schwebelbachholz bei Haimhausen durch Kauf und langfristige Anpachtung gesichert werden. Daneben sind die Naturschutzverbände wichtige Partner bei der Sicherung und Pflege wertvoller Areale im Landkreis. Herausragende Bedeutung bei der Pflege wertvoller Flächen und Lebensstätten im Landkreis kommt des weiteren dem 1993 gegründeten Landschaftspflegeverband Dachau e.V. zu.
Vorkaufsrecht bei Grundstückskäufen
Freistaat Bayern, Landkreis und Gemeinden u.a. stehen gemäß Art. 39 Bayer. Naturschutzgesetz Vorkaufsrechte beim Verkauf von Grundstücken zu. Dies gilt insbesondere in folgenden Fällen:
Es befinden sich oberirdische Gewässer auf dem Grundstück oder
grenzen daran an. Die Flächen liegen ganz oder teilweise in Naturschutzgebieten. Es befinden
sich Naturdenkmäler oder geschützte Landschaftsbestandteile auf den Grundstücken.
Die Ausübung des Vorkaufsrechts erfolgt durch das Landratsamt als untere Naturschutzbehörde. Von den Notariaten wird bei Grundstückskäufen daher beim Landratsamt angefragt, ob die Voraussetzungen für die Ausübung eines Vorkaufsrechts vorliegen und ggf. das Vorkaufsrecht ausgeübt wird. Jährlich gehen etwa 400 Vorkaufsfragen bei uns ein. Die Ausübung des Vorkaufsrechts stellt zwar eine seltene Ausnahme dar, die Vorkaufsanfragen müssen jedoch sämtlich geprüft und beantwortet werden. Sofern Anhaltspunkte vorliegen, dass mit dem Kauf eine unzulässige Beeinträchtigung der freien Natur (z.B. Vorbereitung einer Parzellierung von Flächen und Freizeit- oder Kleingartennutzung mit Einfriedungen oder standortfremden Anpflanzungen) oder von geschützten Flächen zu befürchten ist, werden entsprechende vorsorgliche Hinweise auf die Unzulässigkeit dieser Vorhaben gegeben. Sollten Absichten für entsprechende Nutzungen bestehen wird vor dem Kauf von in der freien Natur gelegenen Grundstücken dringend empfohlen, sich vor Vertragsabschluss bei der unteren Naturschutzbehörde nach den zulässigen Nutzungsmöglichkeiten zu erkundigen, um anschließend nicht unangenehme Überraschungen in Form von Untersagungen oder Beseitigungsanordnungen zu erleben.
Das Ökoflächenkataster ist ein Verzeichnis ökologisch bedeutsamer Flächen, welches gem. Art. 46 Nr. 5 Bayer. Naturschutzgesetz vom Bayer. Landesamt für Umweltschutz geführt und laufend fortgeschrieben wird. Im Ökoflächenkataster werden eingetragen:
die in Verbindung mit Eingriffen in Natur und Landschaft geforderten Ausgleichs- und Ersatzflächen,
zu Naturschutzzwecken mit öffentlicher
Förderung angekaufte oder dinglich gesicherte Grundstücke, sonstige ökologisch bedeutsame Flächen.
Ziele des Ökoflächenkatasters sind
Ermöglichen eines landesweiten Überblicks über die ökologisch bedeutsamen Flächen
Vollständige Erfassung der Ausgleichs- und Ersatzflächen
Beitrag zur dauerhaften Sicherung der naturschutzfachlichen Ziele auf den Grundstücken
Erleichterung eines landesweiten Biotopverbundes
Bildung einer Grundlage für eine sinnvolle, zukunftsorientierte Naturschutzarbeit
Die Flächen müssen jeweils in aufbereiteter Form grundsätzlich vom Landratsamt (bei Bebauungsplänen von den Gemeinden) an das Bayer. Landesamt für Umweltschutz, Außenstelle Nordbayern, Ref. K 7, Schloss Steinenhausen, 95326 Kulmbach, gemeldet werden.
Die Broschüre des LfU "Das Ökoflächenkataster in Bayern" sowie die entsprechenden Bögen für die Meldung von Flächen an das LfU sind bei uns erhältlich.
Betretungsrecht in der freien Natur
Das Bayer. Naturschutzgesetz trägt in den Art. 26 ff. dem Erholungsbedürfnis der Bevölkerung Rechnung und konkretisiert das in Art. 141 Abs. 3 der Bayerischen Verfassung enthaltene Betretungsrecht des Einzelnen unter Beachtung der Sozialbindung des Grundeigentümers und der Naturschutzbelange.
Art. 26 gewährt jedermann das Recht auf den Genuss der Naturschönheiten und auf die Erholung in der freien Natur. Bei der Ausübung dieses Rechts ist jedermann verpflichtet, mit Natur und Landschaft pfleglich umzugehen und auf die Belange der Grundeigentümer und Nutzungsberechtigten Rücksicht zu nehmen. Die Ausübung muss dabei gemeinverträglich erfolgen, d.h. die Rechtsausübung anderer darf nicht verhindert oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt werden.
Nach Art. 27 und 28 dürfen alle Teile der freien Natur, insbesondere Wald, Bergweide, Fels, Ödungen, Brachflächen, Auen, Uferstreifen sowie Privatwege in der freien Natur von jedermann unentgeltlich betreten werden. Landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzte Flächen dürfen während der Nutzzeit nur auf vorhandenen Wegen betreten werden. Als Betreten zählen auch das Skifahren, das Schlittenfahren, das Reiten, das Ballspielen und ähnliche sportliche Betätigungen in der freien Natur, nicht aber motorsportliche Aktivitäten.
Das Radfahren auf Privatwegen in der freien Natur ist gestattet, soweit sich die Wege dafür eignen. Im Wald ist das Radfahren nur auf Straßen und geeigneten Wegen zulässig. Auf den übrigen Flächen in der freien Natur ist das Fahren mit Rad nur mit Befugnis des Grundeigentümers gestattet.
An sportlichen Aktivitäten auf unseren oberirdischen Gewässern sind das Fahren mit kleinen Booten ohne eigene Triebkraft, der Betrieb von Modellbooten ohne eigene Triebkraft, das Baden und Tauchen ohne Atemgerät sowie Eisstockschießen und Schlittschuhlaufen zulässig (Gemeingebrauch nach Art. 21 Bayer. Wassergesetz).
Einschränkungen des Betretungsrechts und der sportlichen Aktivitäten können sich innerhalb von Schutzgebieten aus den einschlägigen Schutzgebiets-Verordnungen ergeben. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Schutzgebiete im Landkreis Dachau.
Neophyten (z. B. Riesenbärenklau, Springkraut, Ambrosia)
Was sind Neophyten und invasive Arten?
Handbuch der 50 wichtigsten invasiven Arten in Deutschland
Anmeldung zur Neophytenbekämpfungs-Aktion
Bayerische Gartenakademie und Landratsamt informieren Ambrosia - eine Pflanze mit Gefahrenpotenzial
Beim Landratsamt Dachau besteht die Naturschutzwacht seit 1981. Es sind immer wieder mal, z. B. durch Berufs- oder Wohnortwechsel, Stellen neu zu besetzen. Interessenten können sich gerne im Landratsamt Dachau informieren.
Ein Bewerber muss
gesundheitlich und zeitlich inder Lage sein, die Aufgabe wahrzunehmen,
Bergholz Rainer (0157) 37745481 Petershausen, Hilgertshausen-Tandern (mit Herrn Nagl)
Fritz Johann (08131) 81931
(0172) 9168452 Bergkirchen, Dachau, Karlsfeld
Karcher Barbara (08131) 666011
(0176) 53279259 Haimhausen, Hebertshausen, Röhrmoos
Keller Michael (08254) 1320
(0173) 4581601 Altomünster, Erdweg
Nagl Josef (08250) 433 Hilgertshausen-Tandern (mit Hr. Bergholz)
Schön Günter (0170) 1673784
geschäftlich: (089) 28923001 Indersdorf, Schwabhausen
Dr. Sedlaczek Jürgen (08136) 808732
(0172) 9463090 Vierkirchen, Weichs
Wittmann Lorenz (08254) 2171
geschäftlich: (08131) 5155-32
(0151) 16103985 Odelzhausen, Pfaffenhofen a.d. Glonn, Sulzemoos
Nach Art. 48 BayNatSchG sind bei den Naturschutzbehörden zur wissenschaftlichen und fachlichen Beratung Beiräte aus sachverständigen Personen zu bilden. Der Naturschutzbeirat bei der unteren Naturschutzbehörde besteht seit 1974. Neben der wissenschaftlichen und fachlichen Beratung soll der Naturschutzbeirat ferner das allgemeine Verständnis für den Naturschutzgedanken fördern. Eine Amtsperiode des Naturschutzbeirats dauert jeweils fünf Jahre.
Pressemitteilung: Neuer Naturschutzbeirat für den Landkreis Dachau gewählt
Zusammensetzung des Naturschutzbeirats am Landratsamt Dachau
Amtsperiode September 2019 - August 2024
Walter Demel (Bund Naturschutz)
Cyrus Mahmoudi (Landesbund für Vogelschutz)
Leonhard Mösl (Forst)
Simon Sedlmair (Agrarbereich)
Georg Bichler (Jagd)
Dr. Roderich Zauscher (Bund Naturschutz)
Johannes Hiller (Landschaftspflegeverband und Landesbund für Vogelschutz)
Lisa Schubert (Forst)
Manfred Pohl (Gartenbau und Agrarbereich)
Horst Egner (Fischerei)
Naturschutzvereine im Landkreis
Die Naturschutzvereine im Landkreis Dachau sind wertvolle Partner bei der Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Auf Kreisebene sind insbesondere folgende Organisationen aktiv:
Landschaftspflegeverband Dachau
Tel. (08131) 2795310
Tel. (08131) 80372
Amperpettenbacher Str. 7
Tel. (08131) 278661
Kinaderweg 19
Tel. (08131) 79156
Fischereibeauftragter für den Landkreis Dachau
Herr Horst Egner
Tel. (08131) 83718
Tel. (08131) 2758585
Geschäftsstelle & Zentrale Kartierung für Bayern
Tel. (089) 186207
Leonora Grehl-Didczuhn
(08131) 74-236 (08131) 74-314 119 leonora.grehl-didczuhn@lra-dah.Bayern.de
© Stefan Allmann

References: Art. 39
 Art. 46
 Art. 26
 Art. 141

Art. 26
 Art. 27
 Art. 21
 Art. 48