Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=9%20AZR%20186/07
Timestamp: 2019-03-23 15:45:49+00:00

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BAG, 18.03.2008 - 9 AZR 186/07 - dejure.org
Rückzahlung von Ausbildungskosten; AGB-Kontrolle; "Volontariatsvertrag"
Rückzahlung von als "laufende Ausbildungsvergütung, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld" und als Zuschuss zu "Unterkunft und Verpflegung" i.R.e. Studiums erhaltenen Leistungen; Einordnung eines "Volontariatsvertrags" als Verbrauchervertrag; Pflicht des Arbeitgebers zur Beschäftigung des Studierenden nach erfolgreichem Studienabschluss als Voraussetzung der Angemessenheit der Rückzahlungsklausel eines "Volontariatsvertrags"; Überprüfung der i.R.e. "Volontariatsvertrags" vorformulierten Rückzahlungsklauseln für vom Arbeitgeber verauslagte Ausbildungskosten und Fortbildungskosten; Voraussetzungen der hinreichenden Verständlichkeit und Klarheit einer Klausel über die Rückerstattung von durch den Arbeitgeber i.R.e. Studiums erbrachten Leistungen; Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung der Transparenz einer Rückzahlungsklausel hinsichtlich der durch den Arbeitgeber verauslagten Kosten eines Studiums
Ausbildungskosten - Rückzahlung und AGB-Kontrolle Arbeitsvertrag
Studiendarlehen - Arbeitsvertragsklausel
Unklare Rückzahlungsklausel bringt dem Chef gar kein Geld
Rückzahlung von Ausbildungskosten - AGB-Kontrolle - "Volontariatsvertrag"
Kein Anspruch auf Rückzahlung von Studienkosten
Arbeitsvertragsinhalt - AGB-Kontrolle von Klauseln über die Rückzahlung von Studienkosten
Transparenzanforderungen an Rückzahlungsvorbehalte
AGB-Kontrolle: Rückzahlung von Ausbildungskosten; Wirksamkeit einer Vertragsstrafenabrede
Unklare Rückzahlungsvereinbarung von Studienkosten
Arbeitgeberin gewährt Studiendarlehen - Unklare Vereinbarung über die Rückzahlung ist unwirksam
Unwirksamkeitsfalle bei Ausbildungskostenübernahme durch Arbeitgeber
Rückzahlungsvereinbarung von Studienkosten unwirksam - Darlehensvertrag verletzt das Transparenzgebot
Zusammenfassung von "Unwirksame Rückzahlungsklauseln bei arbeitgeberseitiger Übernahme der Ausbildungskosten" von RA Dr. Frank Maier, FA ArbR und RA Tobias Mosig, original erschienen in: NZA 2008, 1168 - 1170.
ArbG Stuttgart, 30.06.2006 - 23 Ca 1692/06
LAG Baden-Württemberg, 15.02.2007 - 3 Sa 46/06
BAGE 126, 187
NZA 2008, 1004
BB 2008, 2580
DB 2008, 1805
Der Maßstab, an dem Allgemeine Geschäftsbedingungen zu messen sind, bestimmt sich nach dem Verständnis der beteiligten Verkehrskreise (vgl. BAG 18. März 2008 - 9 AZR 186/07 - Rn. 19, BAGE 126, 187) .
Zu prüfen ist, ob der Klauselinhalt bei der in Rede stehenden Art des Rechtsgeschäfts generell und unter Berücksichtigung der typischen Interessen der beteiligten Verkehrskreise eine unangemessene Benachteiligung des Vertragspartners ergibt (Senat 18. März 2008 - 9 AZR 186/07 - Rn. 19, EzA-SD 2008 Nr. 16, 7;… 11. April 2006 - 9 AZR 610/05 - Rn. 23, BAGE 118, 36).
Art und Gegenstand, Zweck und besondere Eigenarten des jeweiligen Geschäfts sind in die Beurteilung einzubeziehen (vgl. BAG 18. März 2008 - 9 AZR 186/07 - zu A III 2 der Gründe, AP BGB § 310 Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 36).
Art, Gegenstand, Zweck und besondere Eigenarten des jeweiligen Geschäfts sind zu berücksichtigen (vgl. BAG 18. März 2008 - 9 AZR 186/07 - zu A III 2 der Gründe, AP BGB § 310 Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 36).
Vielmehr wurde vereinbart, unter welchen Voraussetzungen die unmittelbar an die Hochschule geleisteten Zahlungen für die Studiengebühren vom Beklagten zu erstatten waren (vgl. BAG 18. März 2008 - 9 AZR 186/07 - zu A I der Gründe, AP BGB § 310 Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 36).
Eine Verpflichtung zur Rückzahlung kommt dann nicht in Betracht, wenn das in den Raum gestellte Arbeitsverhältnis - wie hier - daran scheitert, dass der Arbeitgeber keinen Arbeitsvertrag schließen möchte (vgl. BAG 18. März 2008 - 9 AZR 186/07 - zu A III 4 d der Gründe, AP BGB § 310 Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 36).
Arbeitsverträge sind Verträge zwischen einem Unternehmer (Arbeitgeber) und einem Verbraucher (Arbeitnehmer) , mithin Verbraucherverträge iSv. § 310 Abs. 3 BGB (BAG 18. März 2008 - 9 AZR 186/07 - mwN, BAGE 126, 187 = AP BGB § 310 Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 36) .
Arbeitsverträge sind Verträge zwischen einem Unternehmer (Arbeitgeber) und einem Verbraucher (Arbeitnehmer) iSv. § 310 Abs. 3 BGB (BAG 18. März 2008 - 9 AZR 186/07 - AP BGB § 310 Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 36; 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28; 25. Mai 2005 - 5 AZR 572/04 - BAGE 115, 19 = AP BGB § 310 Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 3).
Nach § 310 Abs. 3 Nr. 1 BGB gelten bei Verbraucherverträgen, zu denen Arbeitsverträge gehören (vgl. BAG, 25. Mai 2005, 5 AZR 572/05, NZA 2005, 1111 ; 18. März 2008, 9 AZR 186/07, NZA 2008, 1004 ; 18. Dezember 2008, 8 AZR 81/08, NZA-RR 2009, 519 ), Allgemeine Geschäftsbedingungen als vom Arbeitgeber gestellt, es sei denn, dass sie durch den Arbeitnehmer in den Vertrag eingeführt worden sind.
(a) Allgemeine Geschäftsbedingungen sind nach ihrem objektiven Inhalt und typischen Sinn einheitlich so auszulegen, wie sie von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der normalerweise beteiligten Verkehrskreise verstanden werden, wobei nicht die Verständnismöglichkeiten des konkreten, sondern die des durchschnittlichen Vertragspartners des Verwenders zugrunde zu legen sind (vgl. BAG, 31. August 2005, 5 AZR 545/04, NZA 2006, 324 ; 24. Oktober 2007, 10 AZR 825/06, NZA 2008, 40 ; 18. März 2008, 9 AZR 186/07, NZA 2008, 1004 ; 4. Juni 2008, 4 AZR 308/07, AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 64).
Soweit auch der mit dem Vertrag verfolgte Zweck einzubeziehen ist, kann das nur in Bezug auf typische und von redlichen Geschäftspartnern verfolgte Ziele gelten (vgl. BAG, 31. August 2005, 5 AZR 545/04, NZA 2006, 324 ; 24. Oktober 2007, 10 AZR 825/06, NZA 2008, 40 ; 18. März 2008, 9 AZR 186/07, NZA 2008, 1004 ).
Danach sind vorformulierte Rückforderungsklauseln dann nach § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB unangemessen, wenn der Verwender durch einseitige Vertragsgestaltung missbräuchlich eigene Interessen auf Kosten seines Vertragspartners durchzusetzen versucht, ohne von vornherein auch dessen Belange hinreichend zu beachten und ihm einen angemessenen Ausgleich zu gewähren (BAG 18.03.2008 - 9 AZR 186/07).
Unter Berücksichtigung der beteiligten Verkehrskreise sind Art, Gegenstand, Zweck und besondere Eigenart des Geschäfts zu berücksichtigen (BAG 27.7.2010 - 3 AZR 777/08; 18.03.2008 - 9 AZR 186/07; 11.04.2006 - 9 AZR 610/05).
Das Bundesarbeitsgericht betrachtet Arbeitsverträge als Verträge zwischen einem Unternehmer (Arbeitgeber) und einem Verbraucher (Arbeitnehmer) iSv. § 310 Abs. 3 BGB (18. März 2008 - 9 AZR 186/07 - AP BGB § 310 Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 36; 14. August 2007 - 8 AZR 973/06 - AP BGB § 307 Nr. 28 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 28; 25. Mai 2005 - 5 AZR 572/04 - BAGE 115, 19 = AP BGB § 310 Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 3).
Nur falls nach Erwägung dieser Umstände Zweifel bleiben, geht dies gemäß § 305c Abs. 2 BGB zu Lasten des Verwenders ( BAG 18. März 2008 - 9 AZR 186/07 - mwN, BAGE 126, 187 = AP BGB § 310 Nr. 12 = EzA BGB 2002 § 307 Nr. 36 ) .
ArbG Ulm, 14.11.2008 - 3 Ca 244/08
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References: § 310
 § 307
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 § 1
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