Source: https://ramom.de/rechtsthemen/autounfall/restwert.html
Timestamp: 2018-04-23 19:17:26+00:00

Document:
Erwägt der Geschädigte den Verkauf des Fahrzeugs nach dem Autounfall, so sollte umgehend ein Restwert durch einen Sachverständigen ermittelt werden. Zu diesem Restwert darf der Geschädigte das Fahrzeug verkaufen. Dadurch, dass die unfallbedingten Schäden am Fahrzeug durch einen Sachverständigen aufgenommen worden sind, kann der Geschädigte das Auto nach dem Autounfall zu dem ermittelt Restwert verkaufen und braucht nicht auf eine Freigabe der gegnerischen Versicherung warten.
Wenn Sie Ihren Verkehrsunfall abwickeln lassen wollen, sich also keine Gedanken um Restwert, Wiederbeschaffungswert, Nutzungsausfall oder merkantilen Minderwert machen wollen, können Sie einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl beauftragen. Wurden Sie unverschuldet in den Autounfall verwickelt, hat die Haftpflichtversicherung des Autounfallverursachers diese Kosten zu erstatten. Wir wickeln Autounfälle bundesweit online ab. D. h. Unterlagen können per Mail, Fax, Post oder persönlich übergeben werden. Bei uns kann der Mandant online Einsicht in seine Akte nehmen. In der eAkte sieht man den aktuellen Stand der Bearbeitung, ob Geld eingegangen ist und welche Schriftstücke ein- oder ausgegangen sind. Haben Sie Fragen, dann nutzen Sie unser Tool kostenlose Anfrage.
Der Bundesgerichtshof hat in einer Entscheidung vom 12.07.2005, AZ: VI ZR 132/04, erneut deutlich gemacht, dass der geschädigte Autofahrer nach einem unverschuldeten Autounfall berechtigt ist, sein Unfallfahrzeug an seine vertraute Vertragswerkstatt zu veräußern. Der Bundesgerichtshof hat mit dieser Entscheidung die Rechte des geschädigten Autofahrers deutlich gestärkt, da er nunmehr auch unmissverständlich klargestellt hat, dass Restwertbörsengebote in einem Schadengutachten nichts zu suchen haben und kein Geschädigter verpflichtet ist, sein Fahrzeug an ihn suspekte Restwertaufkäufer zu veräußern.
Diese Entscheidung stärkt den Geschädigten auch deshalb, weil nunmehr nochmals dokumentiert wurde, dass der vertraute Vertragshändler erster Ansprechpartner für einen geschädigten Autofahrers sein kann. Haftungsrisiken beispielsweise durch den Verkauf an dubiose Restwerthändler sind durch die Entscheidung ausgeschlossen. Es besteht auch keine Verpflichtung, zuerst den gegnerischen Versicherer zu fragen, ob er mit der Veräußerung an den vertrauten Vertragshändler einverstanden ist. Der Geschädigte ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Herr des Verfahrens und das von ihm in Auftrag gegebene Gutachten ist Grundlage der Regulierung. Aus diesem Grund sollte der geschädigte Autofahrer nach einem Verkehrsunfall einen unabhängigen Kfz-Sachverständigen einschalten, der sein Gutachten unter Berücksichtigung der aktuellen BGH-Rechtsprechung erstellt. Der Kfz-Betrieb ist bei der Auswahl des Sachverständigen selbstverständlich behilflich.
Die Entscheidung des Bundesgerichtshofes zur Anrechnung des Restwertes im Totalschadenfall ist auch aus wirtschaftlichen Gründen für den Geschädigten hilfreich. Durch den Verkauf an einen so genannten Restwerthändler hat der Geschädigte keinerlei Vorteile, da sein Ersatzanspruch stets auf den Wiederbeschaffungswert insgesamt begrenzt ist. Verkauft er jedoch sein Fahrzeug an seinen Vertragshändler, besteht oft die Möglichkeit, ihm bei Erwerb eines Neu- oder Gebrauchtfahrzeuges ein günstigeres Angebot zu machen.
Beispiel: Am Fahrzeug ist ein Totalschaden eingetreten. Der Sachverständige ermittelt einen Restwert von 1.000,00 €. Der Geschädigte verkauft für 1.000,00 € an das Autohaus, dass das Fahrzeug für 2.000,00 € weiterveräußert. Der Versicherer trägt nun vor, der Restwert hätte bei 2.000,00 € gelegen und rechnet seinerseits den Schaden mit 2.000,00 € ab. Dem Autohaus/ Geschädigten fehlen im Ergebnis 1.000,00 €.
Vorgehensweise: Der Geschädigte ist berechtigt, das Fahrzeug zu dem Wert zu veräußern, den ein vom ihm eingeschalteter Sachverständiger auf dem allgemeinen Markt, d. h. dem Markt der seriösen Kfz-Betriebe der Region, ermittelt hat. Veräußert der Geschädigte zu diesem Wert, ist der Versicherer nicht mehr berechtigt, später zu einem höheren Wert abzurechnen. Entscheidend ist also, dass der Kfz-Betrieb das Fahrzeug vom Kunden erwirbt bevor der Versicherer ein höheres Angebot, dass für den Geschädigten ohne weiteres annehmbar wäre, vorlegt
Urteil des BGH vom 13.01.2009, AZ: VI ZR 205/08
Urteil des BGH vom 06.03.2007, AZ: VI ZR 120/06
Urteil des LG Köln vom 30.01.2007, AZ: 11 S 177/06
Der Sachverständige ist nicht verpflichtet, bei der Ermittlung des Restwertes eine Online-Recherche zu betreiben. Die Ermittlung auf dem regionalen Markt genügt
Urteil des AG Pankow-Weißensee vom 07.12.2006, AZ: 102 C 282/06
Maßgeblich ist nur der Horizont des Geschädigten und die diesem zuzumutenden Verwertungsmöglichkeiten...
Urteil des AG Rathenow vom 04.10.2006, AZ: 4 C 751/05
Der Sachverständige hat bei der Restwertermittlung die Preise des allgemeinen Marktes zu Grunde zu legen...
Urteil des AG Ingolstadt vom 13.09.2006, AZ: 13 C 2595/05
Es ist keine Pflichtverletzung, wenn der Sachverständige seine Recherche zum Restwert auf den allgemeinen, regionalen Markt beschränkt
Urteil des LG München I vom 31.07.2006, AZ: 6 S 7842/06
Zur Ermittlung des Restwertes ist die Heranziehung von Onlinebörsen im Internet nicht erforderlich
Urteil des AG Celle vom 23.06.2006, AZ: 13 C 1243/05 (8)
Es ist nicht zu beanstanden, wenn der Sachverständige zur Restwertermittlung einen Mittelwert aus allen Restwertangeboten bildet
Urteil des BGH vom 30.05.2006, AZ: VI ZR 174/05
Urteil des OLG Celle vom 23.05.2006, AZ: 16 U 123/05
Der vom Unfallbeteiligten beauftragte Sachverständige hat den Restwert des zerstörten Fahrzeuges zu ermitteln und dabei die dem Geschädigten obliegenden Pflichten zu beachten...
Urteil des AG Gummersbach vom 03.04.2006, AZ: 1 C 339/05
Die Nichtberücksichtigung von Onlinebörsen bei der Restwertermittlung ist nicht fehlerhaft und führt daher nicht zu einer Haftung des Sachverständigen
Sachverständiger ist nicht verpflichtet, Sondermarkt für Restwertaufkäufe im Internet zu nutzen
Urteil des AG Buxtehude vom 25.01.2006, AZ: 31 C 967/04
Geschädigter kann nicht darauf verwiesen werden, Angebote von speziellen Restwertaufkäufern einzuholen
Urteil des LG Rottweil vom 21.12.2005, AZ: 1 S 161/05
Sachverständiger hat sich für Restwertermittlung am örtlichen Markt zu orientieren, wobei Seriosität und Bonität des Fahrzeugverwerters und problemlose und rasche Abwicklung im Vordergrund zu stehen haben
Urteil des OLG Düsseldorf vom 19.12.2005, AZ: I-1 U 128/05
Geschädigter ist nicht verpflichtet, mit der Veräußerung des Unfallfahrzeugs zu warten, bis die Versicherung eventuell ein höheres Angebot vorlegt
Urteil des AG Bad Schwartau vom 16.12.2005, AZ: 3 C 64/04
Geschädigter darf Veräußerung grundsätzlich zu dem Preis vornehmen, den Sachverständiger als Wert auf dem allgemeinen Markt ermittelt hat; ...
Urteil des LG Kaiserslautern vom 06.12.2005, AZ: 1 S 106/05
Sachverständiger würde bei Berücksichtigung des Sondermarktes für Restwertermittlung zum Nachteil des Geschädigten, d.h. seines Auftraggebers handeln, er ist daher nur verpflichtet, drei Angebote ...
Urteil des LG Mainz vom 05.12.2005, AZ: 5 O 278/04
Aufgrund telefonischer Angaben der Versicherung zur Seriosität und Verbindlichkeit von Ankaufsgeboten ist es Geschädigtem nicht zumutbar, auf ein überregionales Restwertangebot einzugehen
Urteil des AG Köln vom 23.11.2005, AZ: 130 C 256/05
Geschädigter ist nicht gehalten, über Internet oder sonstige Informationsquellen Angebote außerhalb seines heimischen Marktes einzuholen, um den denkbar höchsten Restwert zu erzielen
Urteil des LG Baden-Baden vom 18.10.2005, AZ: 1 O 163/02
Allein entscheidend für die Restwertermittlung ist die Preisspanne des örtlich zugänglichen Markts, die Feststellung, welchen Einkaufspreis die Einzelteile des Fahrzeugs haben, ist nicht Bestandteile der Restwertermittlung
Urteil des LG Darmstadt, Beschluss vom 06.10.2005, AZ: 25 S 135/05
Das Vorliegen günstigerer Restwertangebote bei der Versicherung rechtfertigt nicht den Schluss, dass Sachverständiger seine Sorgfaltspflichten zur Restwertermittlung schuldhaft verletzt habe
Urteil des AG Wiesbaden, Beschluss vom 20.09.2005, AZ: 93 C 3475/05 - 15
Sachverständiger ist nicht verpflichtet, die eingeholten Restwertangebote dem Gutachten beizulegen, um damit einen Verkauf zu vermitteln
Urteil des LG Darmstadt, richterlicher Hinweis vom 31.08.2005, AZ: 25 S 135/05
Sachverständiger hat bei der Auswahl der von ihm zu befragenden Aufkäufer ein weites Ermessen, da es keine festen Regeln gibt, welche bestimmten Kriterien ein Restwertaufkäufer haben muss
Urteil des AG Rottweil vom 18.08.2005, AZ: 2 C 156/05
Geschädigter darf nicht auf einen ihm nicht zugänglichen Sondermarkt verwiesen werden
Die Offenlegung und Berücksichtigung etwaiger UPE-Zuschläge im Gutachten ist entscheidend für die Brauchbarkeit des Gutachtens
Urteil des LG Darmstadt, Anlage zum Protokoll vom 27.07.2005, AZ: 21 S 84/05
Aufgabe des Sachverständigen ist es, die Höhe des Schadens festzustellen, nicht jedoch, der Versicherung eine möglichst gute Verwertungsmöglichkeit nachzuweisen
Urteil des AG Darmstadt vom 20.07.2005, AZ: 305 C 76/05
Durchschnittlicher Restwert ist anhand von mindestens drei Vergleichsangeboten auf dem dem Geschädigten ohne weiteres zugänglichen allgemeinen Markt zu ermitteln
Urteil des AG Lüneburg vom 14.07.2005, AZ: 12 C 38/05
Die Beweislast, dass Sachverständiger schuldhaft eine falsche Restwertermittlung vorgenommen hat, liegt beim Anspruchssteller und nicht beim Sachverständigen
Urteil des AG Wiesbaden vom 13.07.2005, AZ: 92 C 4895/03-13
Sachverständiger hat bei Restwertermittlung Beurteilungsspielraum, aus eigener Sach- und Fachkunde Angebote für seriös oder für völlig überzogen zu halten
Urteil des BGH vom 12.07.2005, AZ: VI ZR 132/04
Zur Berücksichtigung von Restwertbörsengeboten in einem KH-Schadengutachten
Urteil des AG Hamburg - St. Georg vom 23.06.2005, AZ: 914 C 59/05
Für die Restwertermittlung sind nur seriöse Ankaufspreisangebote berücksichtigungspflichtig, d.h. sie müssen nicht nur marktkonform, sondern auch grundsätzlich realisierbar erscheinen
Urteil des LG Konstanz vom 17.06.2005, AZ: 61 S 2/05a
Geschädigter darf Unfallfahrzeug bei Aufkäufer seines Vertrauens zu dem vom Sachverständigen ermittelten Restwert in Zahlung geben, ohne den Haftpflichtversicherer vorher darüber zu unterrichten und ...
Urteil des LG Köln vom 25.05.2005, AZ: 9 S 421/04
Ermittlung des Restwertes auf dem allgemeinen regionalen Mark
Urteil des LG Limburg a. d. Lahn, Beschluss vom 20.05.2005, AZ: 3 S 313/04
Gutachten muss ausweisen, welche Händler nach welchen Kriterien um Abgabe von Angeboten gebeten worden sind und welche Kenntnisse die Händler vom Zustand des Fahrzeugs hatten, da ...
Urteil des AG München vom 20.05.2005, AZ: 344 C 13078/04
Auf höhere Aufkaufpreise spezieller Restwertaufkäufer braucht sich Geschädigter nur verweisen zu lassen, wenn die Schädigerversicherung diesen Preis Zug um Zug gegen Übereignung des Fahrzeuges an ihn bezahlt
Urteil des OLG Dresden, Hinweisbeschluss vom 12.05.2005, AZ: 1 U 0465/05
Verpflichtung, vor dem Weiterverkauf den Schädiger oder dessen Versicherung zu informieren, damit dieser ein besseres Angebot unterbreiten kann, besteht nicht
Urteil des AG Essen-Steele vom 09.05.2005, AZ: 11 C 18/04
Keine Verpflichtung zur Restwertbestimmung bei Reparaturfall; Angebote aus der Internetbörse sind nicht zu berücksichtigen
Urteil des LG Frankfurt/Main vom 06.04.2005, AZ: 2-16 S 285/04
Der Sachverständige ist nicht dazu da, dem Geschädigten bei der Realisierung des Restwertes behilflich zu sein und kann und muss daher den allgemeinen Markt als Hauptquelle für die Restwertermittlung nutzen
Urteil des AG Rüsselsheim vom 15.03.2005, AZ: 3 C 657/04 (32)
Für Restwertermittlung sind nur Angebote lokaler Aufkäufer in Betracht zu ziehen, Versicherer hat die Möglichkeit, das Fahrzeug zu vom Sachverständigen geschätzten ...
Urteil des AG Augsburg vom 10.01.2005, AZ: 13 C 2244/05
Sachverständiger hat sich für Restwertermittlung am allgemeinen regionalen Markt zu orientieren
Urteil des AG Dieburg vom 20.12.2004, AZ: 24 C 128/04
Sachverständiger muss bei Restwertermittlung nicht jeder Verwertungsmöglichkeit nachgehen und ist nicht verpflichtet, elektronische Restwertbörsen in seine Recherchen mit einzubinden
Urteil des AG Frankfurt am Main vom 10.12.2004, AZ: 387 C 1545/04 (98)
Sachverständiger ist nicht gehalten, Höchstgebot als Restwert zugrunde zu legen, es ist der durchschnittlich zu erwartenden Verkaufserlös anzugeben
Urteil des LG Duisburg vom 08.12.2004, AZ: 11 S 119/03
Sachverständiger muss in Anbetracht der sich ändernden Marktverhältnisse Online-Angebote regionaler Anbieter in Restwertermittlung einbeziehen, anderenfalls ...
Urteil des BGH vom 07.12.2004, AZ: VI ZR 119/04
Geschädigter ist grundsätzlich nicht verpflichtet, einen Sondermarkt für Restwertaufkäufer im Internet in Anspruch zu nehmen, er muss sich jedoch einen höheren Erlös anrechnen lassen, ...
Urteil des AG Wetzlar vom 05.10.2004, AZ: 31 C 541/04 (31)
Bandbreite von Restwertangeboten aus Online-Börse von 3.300,00 bis 14.000,00 € bildet keine seriöse Grundlage für Restwertbestimmung
Urteil des BGH vom 30.11.1999, AZ: VI ZR 219/98
Geschädigter genügt Wirtschaftlichkeitsgebot, wenn er Fahrzeug zu Restwert des Gutachtens verkauft, Schadensgeringhaltungspflicht, wenn für ihn ohne weiteres zugängliche, günstigere Verwertungsmöglichkeit nachgewiesen wird
Urteil des BGH vom 06.04.1993, AZ: VI ZR 181/92
Geschädigter darf sein Fahrzeug zu dem Preis veräußern, den von ihm beauftragter Sachverständiger auf allgemeinem Markt ermittelt hat, er braucht sich nicht auf spezielle Restwertaufkäufer verweisen lassen

References: BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH