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Timestamp: 2016-10-23 07:59:03+00:00

Document:
8C_346/2013 (10.09.2013)
{T�0/2} 8C_346/2013 � � Urteil vom 10. September 2013
A.a.�Der 1948 geborene M.________ arbeitete als angelernter Zimmermann bei der Firma H.________ AG, als er 1975 beim Springreiten verunfallte und sich eine schwere Verletzung am rechten Knie zuzog. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) erbrachte Leistungen und richtete dem Versicherten ab 1. August 1976 eine Invalidenrente von 25 % aus, welche ab 1. Juli 1979 auf eine solche von 20 % reduziert wurde.
A.b.�Am 26. November 2009 liess M.________, der inzwischen als Reinigungsarbeiter/Hilfsabwart im Schulhaus R.________ arbeitete, einen R�ckfall melden. Wegen einer posttraumatischen Valguspangonarthrose musste sein rechtes Kniegelenk durch eine Totalprothese ersetzt werden. Da die Arbeitsf�higkeit in der Folge nicht mehr �ber 25 % gesteigert werden konnte, l�ste die Gemeinde R.________ das Arbeitsverh�ltnis per Ende Oktober 2011 auf. Mit Verf�gung vom 1. September 2011 erh�hte die SUVA den Rentenanspruch auf 28 % und sprach dem Versicherten eine Integrit�tsentsch�digung von 22 % zu. Daran hielt sie auch auf Einsprache hin fest.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern (heute: Kantonsgericht Luzern) �nderte in teilweiser Gutheissung der gegen die verf�gte Rentenh�he erhobenen Beschwerde den Einspracheentscheid dahin gehend ab, als sie die SUVA anwies, ab 1. September 2011 eine Rente auf der Basis eines Invalidit�tsgrades von 29 % auszurichten (Entscheid vom 27. M�rz 2013). Im �brigen wies es die Beschwerde ab.
M.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und beantragen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sei ihm ab 1. September 2011 eine Rente auf der Basis eines Invalidit�tsgrades von 100 % zuzusprechen; eventuell sei die Sache zur Einholung eines medizinischen Gutachtens und anschliessendem neuen Entscheid an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen.
Streitig ist die H�he der Invalidenrente ab 1. September 2011. Das kantonale Gericht hat im angefochtenen Entscheid die Grunds�tze und Bestimmungen �ber den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung im Allgemeinen (Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 4 ATSG) und auf eine Invalidenrente im Besonderen (Art. 18 ff. UVG in Verbindung mit Art. 7 und 8 ATSG) sowie die Ermittlung des Invalidit�tsgrades nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG) zutreffend dargelegt. Darauf - wie auf die Erw�gungen zur Aufgabe des Arztes oder der �rztin im Rahmen der Invalidit�tsbemessung (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261 mit Hinweisen) und auf die Grunds�tze zur Ermittlung von Validen- und Invalideneinkommen (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 297 E. 5.2 S. 301) - wird verwiesen.
3.1.�Die Parteien sind sich darin einig, dass der Versicherte infolge seines im Jahre 1975 erlittenen Traumas am rechten Knie, der wegen der Sp�tfolgen im Januar 2010 erfolgten Operation, bei welcher dem Beschwerdef�hrer eine Knietotalprothese eingesetzt wurde, und den damit verbundenen Restbeschwerden in der Leistungsf�higkeit eingeschr�nkt und ihm die zuletzt ausge�bte T�tigkeit als Hilfsabwart nicht mehr zumutbar ist. Vorinstanz und SUVA sind der Ansicht, dass ihm aber insbesondere gest�tzt auf die Angaben des Kreisarztes Dr. med. S.________, Facharzt f�r Chirurgie FMH (Berichte vom 9. Mai 2011 und 3. Januar 2012), eine leichte, wechselbelastende, vorwiegend sitzende T�tigkeit ohne Arbeiten in unebenem Gel�nde oder auf Leitern und Ger�sten, nicht kniend, kauernd, ohne regelm�ssige Gewichtsbelastung �ber 25 Kilogramm, vollst�ndig zumutbar ist.
3.2.�Entgegen dem Einwand des Beschwerdef�hrers, der eine 100 %ige Arbeitsf�higkeit in einer leichten den Kniebeschwerden angepassten T�tigkeit bestreitet, verm�gen die nicht begr�ndeten Angaben zur Restarbeitsf�higkeit im Bericht des operierenden Arztes Dr. med. B.________ vom 5. April 2011 die dem vorinstanzlichen Entscheid zugrunde gelegten Einsch�tzungen der Arbeitsf�higkeit nicht in Zweifel zu ziehen. Wie Dr. med. S.________ in seiner Stellungnahme vom 3. Januar 2012 ausf�hrt, beruht seine Einsch�tzung der zumutbaren Arbeitsf�higkeit weitgehend auf den Angaben des Beschwerdef�hrers selbst. Demnach konnte dieser als Hilfsabwart jeweils zwei bis drei Stunden am St�ck rein stehende/gehende Reinigungsarbeiten durchf�hren, wobei er die nach dem operativen Eingriff als zumutbar erachtete Arbeitsf�higkeit an der bisherigen Stelle von 25 % erstaunlicherweise mehrheitlich an einem einzigen Wochentag - freitags - abarbeitete und dann jeweils f�nf bis sechs Stunden t�tig war. Wenn in der Beschwerdeschrift ohne weitere Begr�ndung ausgef�hrt wird, die Ressourcen des Versicherten seien bereits nach einer vierst�ndigen vorwiegend sitzenden und wechselbelastenden Arbeit weitgehend ersch�pft, steht dies im Widerspruch zu den Angaben gegen�ber dem Kreisarzt und vermag nicht zu �berzeugen.
Weiter l�sst der Beschwerdef�hrer einwenden, er sei im Zeitpunkt der Rentenrevision bereits 63-j�hrig gewesen, weshalb sich auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt kein Arbeitgeber mehr finden lasse, der ihn f�r die verbleibende Aktivit�tsdauer von ca. zwei Jahren noch einstellen w�rde.
4.1.�Diesbez�glich bleibt darauf hinzuweisen, dass der Bundesrat im Bereich der Unfallversicherung gest�tzt auf Art. 18 Abs. 3 UVG in Art. 28 Abs. 4 UVV eine besondere Regelung f�r die Ermittlung des Invalidit�tsgrades bei Versicherten getroffen hat, welche die Erwerbst�tigkeit nach dem Unfall altershalber nicht mehr aufnehmen (Variante I) oder bei denen sich das vorger�ckte Alter erheblich als Ursache der Beeintr�chtigung der Erwerbsf�higkeit auswirkt (Variante II). In diesen F�llen sind gem�ss Art. 28 Abs. 4 UVV f�r die Bestimmung des Invalidit�tsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitssch�digung erzielen k�nnte. Damit wird bei der Invalidit�tsbemessung einerseits dem Umstand Rechnung getragen, dass nebst der - grunds�tzlich allein versicherten - unfallbedingten Invalidit�t auch das vorger�ckte Alter eine Ursache der Erwerbslosigkeit oder -unf�higkeit bildet. Andererseits wird ber�cksichtigt, dass die Invalidenrente der Unfallversicherung bis zum Tod der Versicherten zur Ausrichtung gelangt (Art. 19 Abs. 2 UVG). Mit Art. 28 Abs. 4 UVG soll demnach verhindert werden, dass bei �lteren Versicherten zu hohe Invalidit�tsgrade resultieren und Dauerrenten zugesprochen werden, wo sie mit Blick auf die unfallbedingte Invalidit�t eher die Funktion von Altersrenten aufweisen (BGE 122 V 418 E. 3a S. 421 f. mit Hinweisen).
4.2.�Das geltend gemachte vorger�ckte Alter des Beschwerdef�hrers ist bei der Beurteilung der Zumutbarkeit im Bereich der Unfallversicherung demgem�ss nicht zu ber�cksichtigen. Nach der Rechtsprechung findet Art. 28 Abs. 4 (Variante II) UVV auch dann Anwendung, wenn das vorger�ckte Alter einer versicherten Person das Zumutbarkeitsprofil - wie vorliegend - nicht zus�tzlich beeinflusst, also keine zus�tzlichen Einschr�nkungen des funktionellen Leistungsverm�gens mit sich bringt, aber einer Verwertung der Restarbeitsf�higkeit (auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt) trotzdem entgegensteht, weil kein Arbeitgeber einen Angestellten im oder kurz vor dem AHV-Alter mit gesundheitlichen Einschr�nkungen einstellen w�rde (Urteil 8C_209/2012 vom 12. Juli 2012 E. 5.3 mit Hinweisen).
Bez�glich der der Invalidit�tsbemessung hypothetisch zu Grunde gelegten Validen- und Invalideneinkommen enth�lt die Beschwerde keine Einw�nde. Es bleibt daher bei dem vorinstanzlich festgestellten Invalidit�tsgrad von 29 % und einem entsprechenden Anspruch auf eine Invalidenrente.

References: Art. 4
 Art. 7
 Art. 16
 Art. 18
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 28