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Timestamp: 2017-05-22 15:39:25+00:00

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Anwalt? Hier lang www.frag-einen-anwalt.de Mietrecht, Wohnungseigentum Themen: Zweifamilienhaus Wohnungen JavaScript scheint in Ihrem Browser deaktiviert zu sein. Bitte aktivieren Sie JavaScript, um alle Vorteile unserer Webseite nutzen zu können.
05.10.2005 22:03 | Preis: ***,00 € |
In unserem Zweifamilienhaus ist eine Wohnung eigengenutzt, eine WE vemietet und im Dachgeschoß soll eine separate Wohnung ausgebaut werden. Da das Objekt bereits 1999 angeschaft wurde aber erst 2005 bezogen wurde bestehen nur noch zwei Jahre Förderzeitraum auf die Anschaffungskosten. EHZ wurde bis jetzt noch nicht beantragt.
Beabsichtigt ist jetzt das ein Ehepartner die EHZ fuer die eigengenutzte Wohnung beantragt für den verbliebenen Förderzeitraum. Der andere Ehepartner beantragt EHZ und Baukindergeld für das auszubauende Dachgeschoß.
1. Ist die o.g. Vorgehensweise möglich?
2. Wie muß die DG-Wohnung genutzt werden (Eigennutzung, Vermietung oder Überlassung an nahe Verwandte) um EHZ und Baukindergeld zu bekommen?
Zweifamilienhaus Wohnungen Notfall?
Ihre Rechtsfragen beantworte ich auf der Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:
Nachdem aber offenbar alle Wohneinheiten des Zweifamilienhauses Ihnen beiden gemeinschaftlich zu Eigentum gehören (und nicht etwa jedem ein bestimmter Teil der Immobilie), macht es in der Regel auch nur Sinn, die Förderanträge für die eigengenutzte und die Dachgeschosswohnung jeweils gemeinsam zu beantragen.
Andernfalls stünde Ihnen die Eigenheimzulage nämlich nur für den jeweiligen Miteigentumsanteil zu (z.B. nur zu 50% bei gleichen Anteilen), siehe § 9 Abs. 2 Satz 2 des Eigenheimzulagengesetzes (EigZulG)!
Es besteht auch kein Vorteil in der von Ihnen angedachten Vorgehensweise im Hinblick auf die Einkunftsgrenzen nach § 5 EigZulG, da diese sich ohnehin verdoppeln bei Vorliegen der Voraussetzungen der steuerlichen Ehegattenveranlagung nach § 26 Abs. 1 des Einkommenssteuergesetzes (EStG), und zwar egal ob gemeinsame oder getrennte Veranlagung gewählt ist. Es ist insoweit lediglich erforderlich, dass Sie beide unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben.
Hier gilt § 4 EigZulG abschließend. Diese Vorschrift lautet:
Demnach ist eine Überlassung an nahe Verwandte förderungswürdig, nicht aber eine Vermietung.
Den Kreis der Angehörigen, bei denen eine Förderung in Betracht kommt, bestimmt § 15 AO. Dieser lautet:
(1) Angehörige sind: 1. der Verlobte, 2. der Ehegatte,
Die Voraussetzungen für die Kinderzulage (früher: Baukindergeld nach § 10e EStG) sind nunmehr in § 9 Abs. 5 EigZulG geregelt. Dieser lautet:
Die Kinderzulage beträgt jährlich für jedes Kind, für das der Anspruchsberechtigte oder sein Ehegatte im jeweiligen Kalenderjahr des Förderzeitraums einen Freibetrag für Kinder nach § 32 Abs. 6 des Einkommensteuergesetzes oder Kindergeld erhält, 800 Euro. Voraussetzung ist, daß das Kind im Förderzeitraum zum inländischen Haushalt des Anspruchsberechtigten gehört oder gehört hat. Sind mehrere Anspruchsberechtigte Eigentümer einer Wohnung, und haben sie zugleich für ein Kind Anspruch auf die Kinderzulage, ist bei jedem die Kinderzulage zur Hälfte anzusetzen. Der Anspruchsberechtigte kann die Kinderzulage im Kalenderjahr nur für eine Wohnung in Anspruch nehmen. Der Kinderzulage steht die Steuerermäßigung nach § 34f des Einkommensteuergesetzes gleich. Absatz 2 Satz 3 ist entsprechend anzuwenden.
Nachfrage vom Fragesteller	06.10.2005 | 08:01
Demzufolge ist folgende Vorgehensweise möglich: Für die eigengenutzte Wohnung im OG erhalten wir die EHZ für den restlichen Förderzeitraum von 2 Jahren.
Die seperate Wohnung im Dachgeschoß wird ausgebaut und an meine Frau überlassen.Dafür bekommen wir 8 Jahre lang die EHZ und die Kinderzulage.
Ist der zeitliche Zusammenhang (Einzug ins OG 08/2005, Ausbau DG-Wohnung 10/2005) und der räumliche Zusammenhang (OG Wohnung, DG Wohnung; allerdings korrekt mit seperaten Eingang getrennt und OG Wohnung mit Bad/Kochgelegenheit und ca. 30m2) ein Problem?
Muß der Antrag für die EHZ/Kinderzulage vor oder nach dem Dachausbau gestellt werden?
Besten Dank für Ihre Bemühungen! Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt
06.10.2005 | 14:59
Ehegatten können gemäß § 6 Abs. 1 EigZulG die Eigenheimzulage für zwei, jedoch nicht gleichzeitig für zwei in räumlichem Zusammenhang belegene Objekte in Anspruch nehmen, wenn beide im Zeitpunkt, in dem die beiden Objekte fertig gestellt oder angeschafft worden sind, unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben.
Von einem räumlichen Zusammenhang ist z. B. auszugehen, wenn die beiden Objekte durch geringfügige Baumaßnahmen zu einer Einheit verbunden werden können. Das kann bei den beiden Wohnungen eines Zweifamilienhauses, aber auch bei zwei neben- oder übereinander liegenden Eigentumswohnungen oder sogar bei nebeneinander liegenden Reihenhäusern der Fall sein.
In Ihrem Fall sehe ich jedoch den räumlichen Zusammenhang wegen des separaten Eingangs nicht als gegeben an. Dabei gehe ich davon aus, dass es auch ein separates Treppenhaus gibt, so dass entsprechende Umbaumaßnahmen, mit denen eine zusammenhängende Wohneinheit geschaffen werden könnte, mit unverhältnismäßigem Aufwand verbunden wäre.
Ein räumlicher Zusammenhang wäre außerdem unschädlich, wenn die andere Wohnung unentgeltlich einem Angehörigen überlassen wird (BFH vom 28.6.2002 – BStBl 2003 II S. 119), der nicht bereits selbst Anspruchsberechtigter der Eigenheimzulage sein kann (hier also nicht die Ehefrau als Miteigentümerin).
Aus dem nahen zeitlichen Zusammenhang ergeben sich keine Probleme. Zu beachten ist lediglich, dass der im zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit der Entstehung der Dachgeschosswohnung angefallene Bauaufwand zuzüglich des Werts der Eigenleistung nach überschlägiger Berechnung den Wert der Altbausubstanz (Verkehrswert) übersteigt.
Die von Ihnen nunmehr geplante Vorgehensweise ist somit meines Erachtens aussichtsreich.
Gemäß § 10 EigZulG entsteht der Anspruch auf Eigenheimzulage erst mit Beginn der Nutzung der hergestellten oder angeschafften Wohnung zu eigenen Wohnzwecken
Einen Antrag können Sie zwar auch schon vor der Fertigstellung der Dachgeschosswohnung einreichen, dieser kann aber erst verbeschieden werden, wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen und nachweisen.
Sollten im Verlauf des Bewilligungsverfahrens noch Probleme auftauchen, stehe ich Ihnen gerne für eine weitere – kostenpflichtige – Beratung oder Vertretung zur Verfügung. Ich bedanke mich für die positive Bewertung und wünsche Ihnen viel Erfolg.
Eigenheimzulage für zwei Wohnungen im gleichen Haus © 2017 QNC GmbH

References: § 9
 § 5
 § 26
 § 4
 § 15
 § 10
 § 9
 § 32
 § 34
 § 6
 § 10