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Timestamp: 2017-09-22 17:12:34+00:00

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Lexikon Steuer: Wohnungseigentümergemeinschaft
> Wohnungseigentümergemeinschaft
Eine Wohnungseigentümergemeinschaft kann Angestellte zur Erledigung der anfallenden Arbeiten an Stellen. Sie kann auch einen Miteigentümer im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses (z.B. als Hausmeister) beschäftigen. Wohnungseigentümergemeinschaften beschäftigen häufig Reinigungskräfte und Hausmeister. Sie sind insoweit - sofern mit diesen Personen ein Arbeitsverhältnis nach den hierfür allgemein geltenden Regelungen vereinbart wird - Arbeitgeber , da auch Personenvereinigungen Arbeitgeber sein können (BFH, 17.02.1995 - VI R 41/92, BStBl II, 390). Dies gilt auch dann, wenn ein Miteigentümer z.B. als Hausmeister oder Reinigungskraft tätig wird. Insoweit ist er Arbeitnehmer der Wohnungseigentümergemeinschaft.
Bei Einkünften aus Gewerbebetrieb gehören zu den Gewinnanteilen der Mitunternehmer zwar auch die Tätigkeitsvergütungen i.S.d. § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG . Diese Regelung ist jedoch auf andere Einkunftsarten oder auf Gemeinschaften, die - wie regelmäßig Wohnungseigentümergemeinschaften - als solche keine Einkünfte erzielen, nicht anwendbar. Ist die Eigentümergemeinschaft somit nicht gewerblich tätig, können auch Miteigentümer im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses beschäftigt werden.
Bei Wohnungseigentümergemeinschaften kommt eine Inanspruchnahme der Steuerermäßigung nach § 35a EStG für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und haushaltsnahe Dienstleistungen bzw. Handwerkerleistungen in Betracht , wenn das Beschäftigungsverhältnis zur Wohnungseigentümergemeinschaft besteht, also im Regelfall das Gemeinschaftseigentum betroffen ist (z.B. bei Reinigung und Pflege von Gemeinschaftsräumen), bzw. die Wohnungseigentümergemeinschaft - handelnd durch den Verwalter - Auftraggeberin der haushaltsnahen Dienstleistung ist (BMF, 15.02.2010 - IV C 4 - S 2296-b/07/0003).
Beschäftigt eine Wohneigentümergemeinschaft z.B. eine Reinigungskraft für die Reinigung des Treppenhauses auf Basis eines Mini-Jobs, sieht die Mini-Job-Zentrale dieses Arbeitsverhältnis nicht als pauschal zu verbeitragendes geringfügiges Beschäftigungsverhältnis im Privathaushalt gem. § 8a SGB IV an. Die Knappschaft erhebt daher die höheren Abgaben für eine geringfügige Beschäftigung i.S.d. § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV . Begünstigt sind nach § 35a Abs. 1 EStG aber nur Mini-Jobs im Sinne des § 8a SGB IV (Mini-Jobs im Privathaushalt). Damit überhaupt eine Steuerermäßigung möglich ist, können diese Aufwendungen als haushaltsnahe Dienstleistungen im Sinne des § 35a Abs. 2 EStG angesehen werden.

References: § 15
 § 35
 § 8
 § 8
 § 35
 § 8
 § 35