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Timestamp: 2018-08-21 20:29:58+00:00

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Finanzlexikon Buchstabe K | Konten & Co - Tagesgeldkonto, Festgeldkonto, Girokonto, Forex Konto
Siehe Entität, Finanzmittel, Finanzoligarchie, Formalkapital, Gebrauchsgüter, Investition, Kapitalangebot, Kapitalintensität, Kapitalstock, Leasinggeschäft, Misochrematie, Vermögen, Zinsallkokations-Funktion, Zwangswandelanleihe. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2002, S. 43 (zum Begriff Kernkapital), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 48 (neue Regeln für Kernkapital und ergänzungskapital). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kapital, verfügbares (disposable capital): Begriff aus Solvency-II, nämlich die Differenz zwischen marktentsprechend bewertetem Vermögen einerseits und gemäss den aufsichtsrechtlichen Vorschriften bewerteten Verbindlichkeiten einer Versicherung. Das verfügbare Kapital wird dabei in drei Qualitätsklassen (Tier 1, Tier 2 Insurance Tier 3) unterteilt. Siehe Erwartungs-Rückstellung, Solvenzbilanz. Vgl. Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 51 (nähere Erläuterungen; Zuordnungsmerkmale der jeweiligen Qualitätsklasse). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kapitaleinkommen und Kapitaleinkünfte (income upon investments): Allgemein jeder Gewinn aus einer Investition, im Regelfall in Form von Zins oder Dividende. Kapitaleinkommen unterliegt regelmässig einer besonderen Abgabe, nämlich der Kapitalertragssteuer (withholding tax, capital yield tax). Siehe Erfolg, Ertrag, Investition, Kapital, Kapitalertragssteuer-Absetzbetrag, Profitrate, Rendite, Vermögen, Vermögenswert. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kapitalerhaltungspuffer (capital conservation buffer): Gemäss Basel-III müssen Banken ab 2016 einen besonderen Puffer zur Abfederung in Stresszeiten allfällig auftretender Verluste vorhalten. Dieser muss aus hartem Kernkapital bestehen; der Puffer darf allerdings in Krisenzeiten ausnahmsweise unterschritten werden. Der Kapitalerhaltungspuffer wird anfänglich 0,625 Prozent der Aktiva betragen und schrittweise bis 2019 auf 2,5 Prozent erhöht. Siehe Aktiva-Minderung. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Siehe Altersquotient, Auslandsinvestitionen, demographiebedingte, Demographieverfestigung, Dollarisierung, Euroisierung, Fünfhunderteuro-Schein, Geldvertrauen, Kapitalbewegungen, internationale, Nebenwährung, Round Tripping, Überalterung, Vorschatten-Effekte. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2005, S. 43 f. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kapitalgarantie (capital-back guarantee): Wenn nicht anders definiert bei Zertifikaten die vertragliche Festlegung, dass der Käufer des Zertifikats in jedem Falle den Kaufpreis für das Papier bei Fälligkeit zurückerhält. Freilich muss er schlimmstenfalls auf eine Verzinsung verzichten; er hat aber dafür die Chance, an günstigen Veränderungen des Basiswertes teilzuhaben. Siehe Kapitalgarantie. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kapitalkosten-Effekt (capital cost effect): Die Tatsache, dass eine Erhöhung der Refinanzierungskosten der Banken von diesen an die Kunden weitergegeben werden (müssen). Steigende Zinsen für Darlehn aber führen über kurz oder lang zu einem geringeren Wachstum der Kredite und damit zu einer Dämpfung der kreditfinanzierten Nachfrage, in erster Linie bei betrieblichen Investitionen sowie im Wohnungsbau. Bei einer Senkung der Zinsen kann nicht unbedingt auch mit zusätzlichen Investitionen gerechnet werden, weil hier in erster Linie (und bei einem an sich schon niedrigen Zinsniveau zumal) Erwartungen hinsichtlich des Gewinns die entscheidende Rolle spielen. Siehe Bremsweg, geldpolitischer. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kapitalmarktzins (capital market interest): Wenn nicht anders definiert, so versteht man darunter die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen. Vgl. Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 17. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Karten-Allianz (card alliance): Die Absprache zweier oder mehrerer Ausgeber von Karten über verschiedene, vor allem die gegenseitige Anerkennung betreffende Geschäftsfelder. In Bezug auf Europa der Vorschlag, die zersplitterte Karten-Landschaft in Einklang zu bringen, um den beiden international führenden US-Anbietern (Visa und MasterCard) eine gleichwertige Karte an die Seite zu stellen. Siehe Cobranding-Karte, Interchange Fee, EMV-Richtschnur, Kundenkarte, Payez Mobile, Pay-Green-Initiative, Single European Payment Area, Rahmenwerk für das Europäische Kartengeschäft. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 93 ff. (derzeitiger Stand bei Chipkarten; künftige Entwicklung; wichtige Übersichten), Jahresbericht 2007 der EZB, S. 172 (Überwachungsrahmen für Kartenzahlungs-Systeme). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Karten-Echtheitsprüfung (mutual authentification): Prüfung im Chipumfeld einer Geldkarte. Dabei wird das Kryptogramm der ausgebenden Bank (bzw. dem Prozessor) zugeleitet, die es durch den Chip mit ihrer Zentraldatei (ihrem Autorisierungs-System) abgleicht. Siehe Ablehnung, Community Card, Computerzahlung, Chipkarte, EFTPOS, Geld, elektronisches, Guilloche, Karte, multifunktionale, Karteneinsatzdatei, Netzgeldgeschäft, Sparbuch, Ticketing, electronic. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Karteneinsatzdatei (activity file): Gespeicherte Transaktionsdaten für ein Kartenkonto innert eines Zeitraums. Bei „auftrags einer Karten ausgebenden Bank“ ausgeführten Leistungen (on-behalf services) erfolgt vor jeder Autorisierung eines Geschäftes ein Abgleich mit dieser Datei. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der seitens der jeweiligen Karten ausgebenden Bank vorgegebene Verfügungsrahmen (die Kreditlinie) eingehalten wird. Siehe Chipkarte, Computerzahlung, Firmenkreditkarte, Geld, elektronisches, Geldkarte, Karte, multifunktionale, Karten-Echtheitsprüfung, Netzgeldgeschäft, Pay-Green-Initiative, Pay per Touch, Prozessor, Radio Frequency Identification. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kartengeld (map copy-fee): Frühere Gebühr, die bei der Ausfertigung einer topographischen Karte seitens der Kartenkammer (Behörde, die Flurpläne verwahrte: heute Fluramt oder Grundbuchamt; land registry office) zu zahlen war. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kartenleistungsbeleg (sales slip, charge slip, sales draft, sales ticket): Der Inhaber einer Geldkarte bekommt als Nachweis seiner getätigten Transaktionen gewöhnlich vom Terminal einen Beleg in Papier. Falls der Kunde einen von Hand erstellten bzw. von einer Registrierkasse gedruckten Beleg erhält, so ist dieser regelmässig zwecks Anerkennung (Authentifizierung; authentification) des gebuchten Betrags von ihm zu unterschreiben. Siehe Lastschriftverfahren, elektronisches, Pay-Green-Initiative. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kassageld und Kassengeld (cash outpayment; payment receivable; money debt; money accepted;): Geld, das (bis zu einer gewissen Höhe) an der Kasse (checkout counter) bei einigen (Lebensmittel)Filialisten der Kunde mit einer Karte sich auszahlen lassen kann. In älteren Dokumenten ein Betrag, der ordnungsgemäss in eine (öffentliche) Kasse (public banking account) einzubezahlen ist. Der einer (öffentlichen) Kasse (treasury: the place where public revenues are deposited) geschuldete Betrag. Sorten, die von einer (öffentlichen) Kasse oder im kaufmännischen Verkehr zur Zahlung angenommen wurden. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Sie darf aus verfassungsrechtlichen Gründen (principles of constitutional law) nicht in die Hände einer von der parlamentarischen Kontrolle unabhängigen Zentralbank gelegt werden. Zudem hat die Geldpolitik auch nicht die Instrumente, um Konjunkturpolitik gestalten zu können. Siehe Ausrichtung, einzielige, Fiskalpolitik, Geldpolitik, Poltergeister, Preisniveausteuerung. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Vgl. Jahresbericht 2001 der EZB, S. 56 f., Monatsbericht der EZB vom November 2001, S. 45 ff. (ausführliche Darstellung), Monatsbericht der EZB vom Juli 2002, S. 41 ff., Monatsbericht der EZB vom Juli 2003, S. 25 f., Monatsbericht der EZB vom September 2003, S. 50 (Bericht über Fortschritte und Mängel bei der Daten-Erfassung), Monatsbericht der EZB vom August 2009, S. 68 ff. (Schwierigkeiten bei der Erfassung der Konjunktur-Indikatoren; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom September 2009, S. 60 ff. (Zusammenhang zwischen Konjunkturphase und Inflation; Übersichten; Literatur), Monatsbericht der EZB vom November 2009, S. 105 ff. (Konjunkturverläufe historisch und in Bezug auf Teile der Welt; viele Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kontensperre auch Kontensperrung (account blocking): Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kann gemäss § 6a KWG bei Verdacht der Terrorismusfinanzierung oder im Falle unerlaubt betriebener Finanzdienstleistungsgeschäfte die Blockierung entsprechender Konten verfügen. Siehe Kontenoffenlegung. Vgl. Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 208 f. (Konten eines Studenten syrischer Herkunft mit deutschem Pass werden eingefroren; die Klage des Mannes gegen die Sperrung wurde vom zuständigen Verwaltungsgericht abgewiesen [diese Tatsache noch nicht im Bericht der Bafin]) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel „Querschnittsaufgaben“. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kontensuche (account search): Bei der Ermittlung nach unbekannten Konten von Erblassern oder betreuten Personen bieten Verbände der Kreditwirtschaft teilweise Hilfe. Eine solche kann aber nicht von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gefordert werden, die im Zuge der Kontenoffenlegung alle Konteninhaber ausfindig machen könnte. Siehe Kontenoffenlegung. Vgl. Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 195. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Konto, anonymes (anonymous account): Abrechnungsverkehr mit einer Bank, ohne dass dieser die Identität des Geschäftspartners bekannt ist, in der Regel in Form eines Nummernkontos geführt. In Deutschland sind solche Konten bis anhin nicht erlaubt. Siehe Address Spoofing, Authentifizierungsgebot, Geldwäsche, Identitätsprüfungspflicht, Konto-Offenlegung, Kontosperre, Kundendaten-Informationspflicht, Nominee, Tafelgeschäft. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Im Zuge des europaweiten Datenabgleichs (data collation) der Steuerbehörden und einer öffentlichen Jagd auf Steuersünder (tax evaders) stieg auch in Deutschland die Zahl der falschen Konten an. Sie wurde zu Jahresbeginn 2010 mit fünf Prozent angegeben. In Internet-Foren werden dazu Ratschläge gegeben und Erfahrungen ausgetauscht. Siehe Address Spoofing, Authentifizierungsgebot, Bankauskunft, Financial Action Task Force on Money Laundering, Geld, schmutziges, Kontosperre, Nominee, Zahlungsverkehrsverordnung. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Man verlangt ja auch von der Post nicht, dass bei Umzug eines Kunden in eine andere Stadt die bisherige Strasse und Hausnummer beibehalten werden muss. Bei näherem Bedacht erweisen sich diesbezügliche Ansinnen, von Verbraucherverbänden (consumers‘ associations) immer wieder in die Öffentlichkeit getragen, als wirklichkeitsfremd. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Vgl. Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 73 f. (kein Anspruch auf Zweitkonto), Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 193 (Konto ist durch ständige Pfändungen blockiert), Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 204 (zwingende Gründe für die Verweigerung der Einrichtung eines Kontos). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kontoführungsgebühr oft nur Kontogebühr (activity fee, account maintenance fee): Von einer Bank in Rechnung gestellter Betrag als Ausgleich für die Kosten, die das Institut durch die Verbindung zum Kunden entstehen und damit gleichzeitig auch um umsatzlose Konten (inoperative accounts) abzuwehren. Für die Institute sind diese Gebühren eine dauerhafte, so gut wie gleichbleibende und daher vorhersehbare (predictable) Einnahmequelle (revenue stream), aus der ein Gutteil der Fixkosten gedeckt werden kann. Siehe Aufschreibgeld, Bearbeitungsgebühr, Festgebühr, Kunden. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kontohopper (account hopper): Im Jargon der Bankenbranche Kunden, die nur für kurze Zeit ein Konto bei einer Bank einrichten (meistens nur, um bei diesem Institut günstige Leistungen in Anspruch nehmen zu können), danach aber das Konto wieder auflösen und zu einer anderen Bank wechseln. Solche „mobile Kunden“ verursachen hohe Kosten, die durch Quersubventionierung von allen mitbezahlt werden müssen. Siehe Chasing Winner, Least-Cost Customer, Noise Traders, Scalper, Switcher, Zinsschnäppchenjäger. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Die Abrechnung der Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge erfolgt in bestimmten Zeitabständen (meist monatlich) zusammen mit der Zinsberechnung. – Eine Überziehung des Kontos ist in der Regel günstiger als die Inanspruchnahme einer Kreditlinie auf dem Wege einer Kreditkarte. Siehe Buchkredite, Dispositionskredit, Epoche, Rahmenkredit, Rechnung, laufende, Überziehung, Überziehungsentgelt. Vgl. zur Höhe der Überziehungsentgelte den Anhang „Statistik des Euro-Währungsgebiets“, Rubrik „Finanzmärkte“, Unterrubrik „Zinssätze für Kredite an private Haushalte“, Spalte „Überziehungskredit“ im jeweiligen Monatsbericht der EZB. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kontosperre (account blocking): Seit November 2003 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gemäss § 6a KWG das Recht, Banken (Zahlungs)Aufträge betreffend bestimmter bei ihr unterhaltenden Konten zu untersagen. Diese Befugnis wurde im Zuge der Terrorismus-Finanzierung eingeführt. Siehe Address Spoofing, Financial Action Task Force on Money Laundering, Geldwäsche, Kontenoffenlegung, Konto, falsches, Kundendaten-Informationspflicht. Vgl. Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 72, Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 216 (Anfragen von Strafverfolgungsbehörden) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel „Querschnittsaufgaben“. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kontostands-Abfrage (balance inquriy): Von Banken angebotene Möglichkeit, die (letzten) erfolgten Zahlungsvorgänge (activities of account) und den Kontostand (account position) über einen Datentransportweg (data highway) wie Telephon, Fax, Internet oder Mobile abzufragen oder über eine Karte an einem Geldautomaten abzurufen, dann häufig auch mit in der Regel gebührenpflichtiger (chargeable) Ausgabe in Papierform durch einen Kontendrucker (auch: Kontodrucker; print output) verbunden. Siehe Auszug, Geschäftsstelle, vollautomatische. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kredit (credit, loan): Im sehr weiten Sinne der volkswirtschaftlichen Geldnachfrage-Theorie alle handelbaren Schuldtitel und dann meistens dem Geld gegenübergestellt („Geld und Kredit“). Gesamtwirtschaftlich betrachtet die Summe aller Verbindlichkeiten gegenüber dem Bankensystem (Mittelbereitstellung). Jeder von einer Bank oder einem Unternehmen (etwa: Arbeitgeber-Darlehn) einem Schuldner vertraglich gewährte, rückzahlbare Geldbetrag (Borg, Gelddarlehn). Die auf Darlehngewährung gerichtete Erwartung eines Wirtschafters: sein Ansehen bei der Bank, seine Kreditwürdigkeit (creditworthiness). Die monetären Verbindlichkeiten einer Wirtschaftseinheit, die Schulden (liabilities).
Bei den Aufsichtsbehörden in Bezug auf die Bankbilanzen genau erläuterte einzelne Posten; vgl. für Deutschland § 19 KWG und § 21 KWG, dort ausführliche Aufzählung. Siehe Borg, Darlehn, Gelddarlehn, Investition, Investitionskredit, Leasinggeschäft, Rating, Übernut, Vorlage, Zins, Zinsallkokations-Funktion. Vgl. die einzelnen Posten im Sinne der Definition im Anhang „Statistik des Euro-Währungsgebiets“, Rubrik „Monetäre Entwicklungen, Banken und Investmentfonds“, Unterrubrik „Kredite der MFIs, Aufschlüsselung“ des jeweiligen Monatsberichts der EZB, Monatsbericht der EZB vom April 2005, S. 74 (Probleme der statistischen Vergleichbarkeit), Monatsbericht der EZB vom Dezember 2009, S. 58 ff. (Kredite im Eurogebiet seit 2004, aufgeschlüsselt nach verschiedenen Merkmalen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kredit, besicherter (covered loan): In der Sprache der EZB die befristete Überlassung von Liquidität gegen besondere Sicherstellung, in erster Linie durch Wertpapiere; manchmal auch gedeckter Kredit genannt. Siehe Pfand, Sicherheiten, Unterlegung.
Kredit, notleidender (non-performing loan, NPL): Allgemein ein Darlehn, dessen vollständige Rückzahlung fraglich ist, und für das seitens der Bank ein Einzelwertberichtungs-Bedarf entsteht. In Deutschland wurde im Jahr 2005 der Anteil notleidender (leistungsgestörter, „fauler“) Kredite am Kreditvolumen gesamthaft auf 7 Prozent geschätzt. Nach der Begriffsbestimmung der Financial Soundness Indicators ein leistungsgestörtes Darlehn mit einem Zahlungsverzug (default in payment) von neunzig Tagen. Notleidende Kredite können von den Banken verkauft werden; mit einem Anteil von etwa vier Fünftel nehmen Hedge-Fonds im Markt für leistungsgestörte Kredite heute die führende Rolle ein.
Siehe Default, Einzug, Forderung, kontaminierte, Forderung, dubiose, Kreditausfälle, Kreditereignis, Kreditvergabe-Grundregel, Kunde, fauler, Luftpapiere, Nonperforming Loans, Papiere, toxische, Reintermediation, Risikoabteilung, Subprime-Krise, Verlustausgleich, steuerlicher, Zitronenhandel. Vgl. Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 131 f. (Übersicht der NPLs seit 1998), Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 137 f. (Rechtslage beim Verkauf von NPLs), Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 134 (Umfang der NPLs ging zurück; Schaubild) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2008, S. 25 (Anteil der Hedge-Fonds am Handel mit notleidenden Krediten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kreditauskunft (credit report): Wenn nicht anders definiert, so versteht man darunter die im Zuge der Bank Lending Survey bei den Banken erfragten Grössen. Dies sind neben den Kreditbedingungen auch Merkmale wie Kreditnebenkosten (verschiedene Arten von Gebühren wie Bereitstellungsprovision für revolvierende Kredite, Verwaltungsgebühren, Kosten für Nachforschungen, Garantien und Kreditversicherung), Sicherheitserfordernisse, Zusatzvereinbarungen, bei Wohnungsbaukrediten die Beleihungsquote und weitere Details. Die entsprechenden Daten werden im Rahmen der Bank Lending Survey von der EZB veröffentlicht. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2009, S. 16 (Aufzählung in Fussnote 4), S. 27 (Zusatzfragen seit Herbst 2007). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kreditbanken (commercial banks): In der Statistik der Deutschen Bundesbank der Oberbegriff von Grossbanken, Regionalbanken, sonstige Kreditbanken sowie Zweigstellen ausländischer Banken. Siehe Bank, Direktbank, Finanzdienstleistungsinstitut, Finanzinstitut, monetäres, Internetbank, Kreditinstitut. Vgl. den Statistischen Teil des jeweiligen Monatsberichts der Deutschen Bundesbank, Rubrik „Banken“. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
In Deutschland sind nach der Definition des § 1 KWG diejenigen Unternehmen Kreditinstitute, die bestimmte Bankgeschäfte gewerbsmässig betreiben (aufgezählt sind vor allem Einlagen-, Kredit-, Diskont-, Effekten-, Depot-, Investment-, Garantie-, Emissions-, Geldkarten-, Netzgeld- (Computergeld) und Giro-Geschäfte sowie der Ankauf von Forderungen vor Fälligkeit), sofern der Umfang dieser Aktivitäten einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. Siehe Bank, Finanzdienstleister, Finanzdienstleistungsinstitut, Finanzinstitut, monetäres, Institut, Kreditbanken. Vgl. Monatsbericht der EZB vom April 1999, S. 47. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Emittenten solcher Karten gelten in Deutschland als Finanzunternehmen. Sie bedürfen einer Erlaubnis und unterliegen der Aufsicht; siehe § 1, Abs. 3, № 4 KWG. Siehe Auszahlung, Card Verification Value, Chipkarte, Geld, elektronisches, Firmenkreditkarte, Geldkarte, Interchange Fee, Karte, multifunktionale, Kreditkartenfiasko, Pay-Green-Initiative, Pay per Touch, Prozessor, Überziehung, Verbraucherbeschwerden. Vgl. Jahresbericht 2002 der BaFin, S. 84 hinsichtlich der Erlaubnis, Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 93 ff. (ausführliche Darstellung der Bezahlverfahren; viele Übersichten), Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 212 f. (Kundenbeschwerden wegen Sperrung der Karten von Kontoinhabern der Direktbanken bei den Geldausgabeautomaten der Sparkassen und Volksbanken). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Soweit die Ausgeber der Karten das Ausfallrisiko über Verbriefung weitergegeben hatten (nach verlässlichen Schätzungen immerhin 47 Prozent der Kreditkartenschulden), so führten diese toxischen Papiere zu Verlusten bei den Käufern der Verbriefungspapiere in der gesamten Welt, was die Finanzkrise weiter verschärfte. Bemerkenswert ist, dass sich die meisten Portfolios der verbrieften Forderungen nicht aus den Kreditkartenforderungen der Schuldner gesamthaft zusammensetzten. Vielmehr wurden (fast) nur Forderungen gegenüber bonitätsschwachen Schuldnern (bad debts, irrecoverable debts) verbrieft. Die einbringlichen Forderungen (lucrative debts) behielten die Ausgeber bzw. Banken in ihrer Bilanz. Siehe Karte, Kreditvergabe-Grundregel, Pay-Green-Initiative. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Siehe Abrufrisiko, Ausserbilanzgeschäft, Back-Up-Facility, Bankkunden-Profil, Darlehn, Borgkraft, Insolvenz, Kreditzusage, unwiderrufliche, Mittel, liquide, Puffer, Rückübertragungs-Klausel, Subprime-Krise, Überziehungsentgelt, Unterlegung. Vgl. Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 219 f. (grosszügige interne Limite [internal limit that is too generous and that well exceeds the approved credit line] erhöhen die Gefahr einer missbräuchlichen Nutzung des Kontos). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kreditqualität (credit quality): Wenn nicht anders definiert, die Bonität der Darlehnsnehmer einer Bank gesamthaft, gemessen am Wertberichtigungs-Bedarf (allowance for doubtful accounts receivable). Siehe Bonitätsrisiko, Credit Default Swap, Kredit, notleidender, Kreditereignis, Kreditkartenfiasko, Kredit-Punktbewertungsverfahren, Kreditvergabe-Grundregel, Kunde, fauler, Luftpapiere, Papiere, toxische, Pay-Green-Initiative, Risikoabteilung, Rating, Zahlungsmoral. Vgl. Monatsbericht der EZB vom März 2004, S. 39 ff. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Im Rahmen der Bank Lending Survey werden Änderungen der Kreditrichtlinien von der EZB erfragt und entsprechend bewertet. Siehe Kreditrisiko, Kreditmediator, Kreditqualität, Kreditvergabe-Grundregel. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2009, S. 16 (Bedeutung der Kreditrichtlinien), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Februar 2009, S. 31 (Bankkonditionen in Deutschland 2004 bis 2009). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Siehe Abschottung, Beobachtungsliste, Call Centre, Chinese Wall, Corporate Governance, Due Diligence, Insider, Mitarbeiterleitsätze, Need-to-know-Prinzip, Organkredite, Regel 404, Service Line, Sperrlisten, System Securities Watch Application (SWAP), Transaktionsüberwachung, Verhaltenskodex, Wall Crossing, Wohlverhaltensregeln. Vgl. Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 131 (schwerpunktmässige Prüfung der Kundenberatung) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Siehe Address Spoofing, Authentifizierungsgebot, Bankauskunft, Fluchtgeld, Geld, schmutziges, Geldwäsche, Hawala, Identitätsprüfungspflicht, Informationspflicht, Insider-Transaktion, Kontenoffenlegung, Kontensperre, Konto, anonymes, Nominee, Nummernkonto, Offshore-Finanzplätze, Outsourcing, Pasion-Falle, Zahlungsverkehrsverordnung, Zinsinformationsverordnung. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.
Kundenkarte (storecard): Karte, bei denen der Ausgeber gleichzeitig auch Erbringer der Leistung ist; in Deutschland vor allem von Kaufhäusern ausgegeben und lediglich dort zur Zahlung bzw. Gutschrift verwendbar. In der Regel enthalten diese Karten auch eine Kredtzusage: der Kunde kann bis zu einem jeweils festgelegten Betrag mit der Karte beim Ausgeber (dem Handelsunternehmen) einkaufen. Solche „zweiseitige Systeme“ in der Sprache der Aufsichtsbehörden unterliegen noch nicht der Genehmigung und Aufsicht. Bis anhin gibt es keine verlässlichen Angaben über den Umfang der Geschäfte mit Kundenkarten. Siehe Cobranding-Karte, Karten-Allianz, Pay-Green-Initiative. Vgl. Jahresbericht 2002 der BaFin, S. 84. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

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