Source: https://www.gfo-online.de/geschaeftsbereiche/zentrale-dienste/zentralbereich-hygiene-und-infektiologie-der-gfo/trinkwasserhygiene.html
Timestamp: 2017-08-21 04:33:49+00:00

Document:
Trinkwasserhygiene- Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe
GFO-Geschäftsstelle Olpe
Zentral-Einkauf
Zentral-Sterilisation
Hygiene in Senioren- und Pflegeeinrichtungen
Hygiene in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Schule
MRE – MRSA
Aufbau / Organisation
Das Team der GFO-Hygiene
GFO Dachmarke
Die wesentlichen Grundlagen der Trinkwasserhygiene sind festgelegt im Infektionsschutzgesetz, der Trinkwasserverordnung, der RKI Richtlinie Krankenhaushygiene, DIN-Normen und Regelwerken des DVGW und VDI, sowie den Empfehlungen des Umweltbundesamtes.
Prüfparameter, Grenzwerte und technische Messwerte, Prüfumfänge und Intervalle sind festgelegt und sind mit dem zuständigen Gesundheitsamt abzustimmen.
Hinsichtlich des Probenumfangs, der Überwachungsfrequenz und der Bewertung ist es sinnvoll, zwischen unterschiedlichen Einrichtungen (in Anlehnung an § 33 und § 36 IfSG) [3] zu differenzieren:
2.1 Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen (Altenpflegeheime, Pflegeheime, Kinderkrippen)
2.2 Einrichtungen für ambulantes Operieren, Dialyseeinrichtungen, Tageskliniken, Entbindungseinrichtungen, Einrichtungen zur Rehabilitation
2.3 Schulen, Kindergärten
2.5 Sonstige Heime
2.7 Weitere Gemeinschaftsunterkünfte entsprechend § 36 IfSG
In Einrichtungen, in denen Patienten behandelt, untersucht und gepflegt werden, bestehen zusätzliche Infektionsrisiken bei Kontamination des Wassers mit fakultativ pathogenen Mikroorganismen wie Pseudomonas aeruginosa, weswegen diese Bereiche besonders beachtet werden sollten.
Pflicht zur Überwachung & Prüfung
§ 3 Nr. 2 Buchstabe c TrinkwV 2001; Einrichtungen, aus denen Wasser für die Öffentlichkeit bereit gestellt wird,
§ 14 Absatz 3 der TrinkwV bezieht sich auf Großanlagen zur Trinkwassererwärmung, die Duschen oder sonstige Einrichtungen zur Vernebelung von Trinkwasser enthalten, sofern aus diesen Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird
§ 18 Abs. 1 Satz 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 7 TrinkwV 2001, Überwachung der Hausinstallationen, in denen Wasser für die Öffentlichkeit bereitgestellt wird
Hygienische Parameter
Koloniezahl bei 22°C und 36°C
Erfasst Mikroorganismen (Bakterien und Pilze).
Die Kolonienzahl ist in der Regel erhöht bei:
Stagnation in der Hausinstallation,
erhöhter Temperatur des Kaltwassers,
Verfügbarkeit von Nährsubstrat (z. B. aus Materialien),
fehlende oder unzureichende Desinfektionskapazität,
Vorkommen von Biofilmen in Wasserführenden Systemen.
Zu den coliformen Bakterien zählen außer der Gattung Escherichia
vor allem die Gattungen Klebsiella, Enterobacter, Citrobacter und Serratia.
Das Vorhandensein weist in der Regel auf fäkale Verunreinigung hin
Bilden bei unzureichender Desinfektion meist einen Biofilm, der nur schwer zu bekämpfen ist
sind in Risikobereichen (OP, Intensiv, Neonatologie, Onkologie, Küchen usw.) nicht zu dulden
kommt natürlicherweise in feuchten Biotopen vor und kann sich hier auch unter extrem nährstoffarmen Bedingungen vermehren. Er wird so wohl in neu verlegten Rohrleitungssystemen wie in Hausinstallationssystemen nachgewiesen. Insbesondere in Endsträngen sowie an Entnahmesystemen mit Perlatoren und Duschköpfen.
bei Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt beim Gesunden gering
bei Antibiotika therapierten, abwehrgeschwächten Nutzer.
Kontakt mit verletzter Haut, Schleimhaut
bei Reinigung der Eintrittsstelle von Kathetersystemen
Neben Hautinfektionen mit Pusteln, Ohrinfektionen wie Otitis externa bei immunologisch gesunden Personen
Häufige nosokomiale Infektionen
Pneumonien, Wundinfektionen und Harnwegsinfektionen
insbesondere bei vor geschädigter Haut wie bei Verbrennungen oder über Kathetereintrittsstellen bei Harnwegskathetern.
Pseudomonas aeruginosa gilt als einer der wichtigsten durch Trinkwasser übertragenen Erreger nosokomialer Infektionen, mit häufig eine hoher Antibiotikaresistenz.
Trinkwasser in Einrichtungen, in denen Patienten medizinisch behandelt, untersucht und gepflegt bzw. Kleinstkinder betreut werden muss frei von Pseudomonaden sein.
Legionellen sind Bakterien, die sich in geringer Konzentration bereits im angelieferten Kaltwasser befinden. Wird das Wasser über einen längeren Zeitraum auf Temperaturen zwischen 30 und 60 °C erwärmt, vermehren sich die Legionellen. Wird dann dieses Wasser – z.B. in Duschen – fein versprüht und eingeatmet, kann es besonders bei immungeschwächten Menschen zu einer Legionellose, einer gefährlichen Lungenerkrankung kommen. Das Trinken des Wassers ist hingegen unbedenklich.
Die gesetzliche Untersuchungspflicht nach § 14 Absatz 3 der TrinkwV
bezieht sich auf Großanlagen zur Trinkwassererwärmung, die Duschen oder sonstige Einrichtungen zur Vernebelung von Trinkwasser enthalten, sofern aus diesen Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird.
In der Trinkwasserverordnung ist ein „Technischer Maßnahmenwert“ von 100 Legionellen pro 100 ml Wasser festgelegt, bei dessen Erreichen oder Überschreitung Maßnahmen zur Reduzierung Legionellenbelastung erforderlich werden.
Trinkwasser Chemie
In der Trinkwasserverordnung sind Grenzwerte für 53 chemische, physikalische und mikrobiologische Eigenschaften (Parameter) sowie Verfahrensweisen bei ihrer Überschreitung angegeben.
Für den Überwiegenden Teil ist der Trinkwasserversorger zuständig und muss die Einhaltung laufend nachweisen.
Die Parameter: Blei, Kupfer und Nickel werden wesentlich von der Hausinstallation beeinflusst. (Versorger hält in der Regel die Vorgaben ein)
Konstruktion der Wasserversorgungsanlagen insbesondere der Hausinstallation (Leitungen, Armaturen)
Betriebsbedingungen (Fließ- und Stagnationszeiten, Verbraucherverhalten)
Alter der Trinkwasserinstallation
chemische und physikalische Beschaffenheit des Trinkwassers
Blei und Kupfer stellen wegen ihrer Toxizität bei oraler Aufnahme ein Problem dar, wobei Blei überwiegend in Altinstallationen zu finden ist. Nickel kann durch zunehmend festgestellt Nickelunverträglichkeiten, -allergien zu Problemen bei der Körperpflege führen.
Das Gesundheitsamt als Aufsichtsbehörde
Der Inhaber einer Wasserversorgungsanlage hat dem Gesundheitsamt unverzüglich anzuzeigen:
jede Veränderungen in der Hauswasserinstallation
die Überschreitung von Grenzwerten und technischen Maßnahmewerten
Der Einsatz von Desinfektionsverfahren (Chlorung usw.)

References: § 33
 § 36
 § 36

§ 3

§ 14

§ 18
 § 19
 § 14