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Timestamp: 2020-08-08 18:54:16+00:00

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Kleinunternehmerklausel - Alles Wissenswerte zu § 19 UStG
Firmengründer und frische Unternehmer können von einigen Regelungen Gebrauch machen, die ihnen Erleichterungen bringen. Die Kleinunternehmerklausel ist eine davon. Unternehmer, die diese in Anspruch nehmen, müssen nämlich keine Umsatzsteuer auf ihren Rechnungen ausweisen. Und das kann dich Buchhaltung erheblich vereinfachen.
Definition Kleinunternehmerklausel
Was ist mit der Kleinunternehmerklausel gemeint?
Fehler, die jeder Kleinunternehmer vermeiden sollte
Die Kleinunternehmerklausel ist ein wichtiger Bestandteil der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG, die hierbei die Grundrichtlinien für Kleinunternehmen benennt und so definiert, ab wann ein Unternehmen noch als Kleinunternehmen angesehen werden kann.
Als Kleinunternehmer kann die Kleinunternehmerregelung genutzt werden. Die Nutzung ist hierbei frei und jede Person kann selber entscheiden, ob er oder sie diese für das eigene Unternehmen umsetzen möchte. Hierbei bestimmt die Kleinunternehmerklausel die Voraussetzungen, um als Kleinunternehmer anerkannt zu werden. Diese Klausel besagt demnach, dass das Unternehmen im vorherigen Jahr einen Umsatz von unter 22.000 Euro hatte und im aktuellen Jahr einen Umsatz von 50.000 Euro nicht überschreiten wird. Sollte dies geschehen, dann kann es dazu kommen, dass das Unternehmen nicht mehr als Kleinunternehmen gesehen und demnach umsatzsteuerpflichtig wird.
Bei einem Kleinunternehmen, welches jährlich einen Umsatz von um die 10.000 Euro verbuchen kann, trifft die Kleinunternehmerklausel in Kraft, da hier der Umsatz des vorherigen Jahres die 22.000 Euro nicht übertrifft und ebenfalls im aktuellen Jahr der Umsatz unter 50.000 Euro bleibt.
Dies kann angewendet so aussehen:
Jahr Umsatz im Vorjahr Voraussichtlicher Umsatz im aktuellen Jahr Kleinunternehmer (Ja/Nein)
2019 10.000 Euro 10.000 Euro Ja
2020 10.000 Euro 30.000 Euro Ja
2021 30.000 Euro 60.000 Euro Nein
2022 60.000 Euro 90.000 Euro Nein
Die richtige Rechnungserstellung als Kleinunternehmer
Es ist besonders wichtig den Umsatz im Auge zu behalten, denn ein Kleinunternehmer, der unter die Kleinunternehmerregelung fällt, muss auf der Rechnung die Umsatzsteuer nicht berechnen. Wenn sich der Kleinunternehmer aber dazu entschließt von der Kleinunternehmerregelung abzusehen, dann muss der Kunde 19% Umsatzsteuer an das Unternehmen zahlen.
Wenn der Kleinunternehmer von der Kleinunternehmerregelung Nutzen macht und somit von der Umsatzsteuerpflicht befreit ist, dann muss dies auf der Rechnung vermerkt werden. Das geht beispielsweise mit folgendem Satz unter der Rechnung: „Es erfolgt kein Ausweis der Umsatzsteuer aufgrund der Anwendung der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG.“
Nutze einfach eine Faktura Software für deine Rechnungsstellung als Kleinunternehmer. Du sparst damit Zeit und Geld, deine Rechnungen enthalten automatisch immer die Pflichtangaben und du hast deine Büroarbeit im Griff!
Bei einem Kleinunternehmen mit geringen Einnahmen gibt es die Möglichkeit von der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG nutzen zu machen. Hierbei müssen dem Kunden keine 19% berechnet und keine Umsatzsteuer an das Finanzamt gezahlt werden. Das ist nicht nur finanziell ein Vorteil, sondern zugleich ist die Buchhaltung stark vereinfacht.
Die Beantragung der Nutzung der Kleinunternehmerregelung kann im Antrag für die steuerliche Erfassung vermerkt werden. Hierbei wird bestätigt, dass das Einkommen im vorherigen Jahr oder im Falle einer Neugründung, im aktuellen Jahr die 22.000 Euro Grenze nicht überschreitet.
Dieser Bogen wird nach der Gründung eines Unternehmens oder Gewerbes vom Finanzamt zugeschickt. Freiberufler müssen diesen beim Finanzamt beantragen. Falls auf die Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG verzichtet werden soll, dann wird dies einfach nicht im Bogen vermerkt. Allerdings bedeutet dieser Verzicht, dass die kommenden fünf Jahre nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch gemacht werden kann.
Umsatzsteuer Freibetrag richtig anwenden
Obwohl mit der Umsatzsteuerbefreiung durch die Kleinunternehmerregelung viele positive Aspekte verbunden sind, heißt es nicht direkt, dass dies auch für jedes Unternehmen die richtige Entscheidung ist. Wenn beispielsweise ein großer Kauf geplant ist, wie beispielsweise die Anschaffung eines Firmenwagens, dann kann es sich mehr lohnen auf die Umsatzsteuerfreiheit zu verzichten und sich so die gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt wiederzuholen.
Des Weiteren gibt es viele Kleinunternehmer, die ihren Umsatz bewusst niedrig halten, um den Umsatzbetrag nicht zu überschreiten, sodass das eigene Unternehmen sich nicht vergrößern kann. Auch bei der Umsetzung der Umsatzsteuerfreiheit müssen einige Dinge beachtet werden, beispielsweise muss der Unternehmer die Umsatzsteuerbefreitheit in der Rechnung konkret vermerken, sodass es rechtlich anerkannt wird.
Als Kleinunternehmer muss vor allem auf die Rechnung geachtet werden, die je nachdem, ob die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen wird oder nicht, besonderen Richtlinien unterliegt. Glücklicherweise kannst du hierfür eine unserer vielen Vorlagen nutzen und dann nach deinen eigenen Wünschen und deinem eigenen Unternehmen anzupassen.
Fehler passieren schnell, vor allem wenn man gerade die ersten Schritte mit dem eigenen Unternehmen geht. Dabei gibt es vor allem diese sechs Fehler, die mit einer optimalen Vorbereitung und dem nötigen Wissen vermieden werden können.
Die Kleinunternehmerregelung anwenden, obwohl es sich nicht lohnt
Es hört sich so an, dass die Kleinunternehmerregelung nur Vorteile für die Kleinunternehmer bereithält. Der Verzicht auf die Umsatzsteuer, keine Zahlung der Umsatzsteuer an das Finanzamt und die vereinfachte Buchhaltung. Das trifft aber nicht für jedes Unternehmen zu, denn besonders wenn intern im Unternehmen einmalig oder regelmäßig hohe Kosten aufkommen, bei der von einem anderen Unternehmen eine Umsatzsteuer berechnet wird, kann sich die Rückzahlung der Umsatzsteuer schließlich mehr rentieren, als der Verzicht. Es muss zwar ein Umsatzsteuer Voranschlag an das Finanzamt gezahlt werden, doch diese Summe kann von den eigenen Kunden wieder eingeholt werden und schließlich bekommt der Kleinunternehmer, der selber die Umsatzsteuer an andere Unternehmen zahlt, diese ebenfalls vom Finanzamt zurück. In diesem Fall kann es sich lohnen, den Aufwand der Buchführung und Rechnung auf sich zu nehmen.
Kleintunternehmer unterliegen den allgemeinen Regelungen des Umsatzsteuergesetzes und müssen die Pflichtangaben auf einer Kleinunternehmer Rechnung beachten.
Sich beim Umsatz verschätzen
Besonders ärgerlich ist es, wenn der Umsatz falsch eingeschätzt wird oder womöglich völlig aus den Augen gerät. Im schlimmsten Fall kann es dann passieren, dass das Kleinunternehmen während des aktuellen Jahres nicht mehr unter die Kleinunternehmerregelung fällt und das ganze Jahr über dem Kunden keine Umsatzsteuer berechnet wurde. Nun gibt es zwei Optionen, zum einen kann es passieren, dass 19% des Umsatzes aus eigener Tasche bezahlt oder das jede Rechnung neu geschrieben werden muss und der Kunde diese nachträglich zahlt. So oder so, ist dies mit viel Arbeit und hohen Kosten verbunden.
Die Kleinunternehmerregelung erst nicht wahrnehmen und dann im Folgejahr beanspruchen
Leider funktioniert es nicht, dass der Kleinunternehmer in einem Jahr auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet und im kommenden Jahr diese in Anspruch nimmt, denn die Kleinunternehmerregelung fällt unter die fünf Jahres Regelung, sodass der Verzicht bedeutet, dass fünf Jahre auf den Anspruch verzichtet werden und demnach nicht aktiv nutzbar ist.
Den Hinweis der Umsatzsteuerbefreiung auf der Rechnung vergessen
Es ist wichtig sich damit auseinanderzusetzen, wie die Rechnung eines Kleinunternehmers genau aussehen muss. Wenn beispielsweise auf die Umsatzsteuer verzichtet wird, dann muss dies auch auf der Rechnung vermerkt werden, damit dies auch vom Finanzamt anerkannt wird. Hierbei reicht ein simpler Satz unter der Rechnung aus, der auf diese Befreiung hinweist.
Die Mehrwertsteuer auf der Rechnung ausweisen
Wenn von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch gemacht wird und dennoch die 19% Umsatzsteuer dem Kunden abgeführt wird, dann ist dies schlichtweg falsch. Die Regelung zeichnet sich dadurch aus, dass dem Kunden keine Umsatzsteuer berechnet werden muss und demnach auf keine Abgabe an das Finanzamt gezahlt wird.
Die Kleinunternehmerregelung für mehrere Unternehmen anwenden
Bei der Kleinunternehmerregelung muss das Einkommen, beziehungsweise der Umsatz unter bestimmte Richtlinien fallen. Der Umsatz darf im letzten Jahr die 22.000 Euro nicht überschreiten und im aktuellen Kalenderjahr die 50.000 Euro Grenze. Wenn allerdings mehrere Unternehmen durch die Kleinunternehmerregelung geführt werden, dann zählt dennoch der allgemeine Umsatz für alle Unternehmen zusammen und nicht einzeln. Heißt, der Umsatz aller Unternehmen darf die Umsatzgrenze nicht überschreiten.
Das Fazit zu der Kleinunternehmerklausel
Die Kleinunternehmerklausel ist ein wichtiger Bestandteil der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG und definiert die konkreten Richtlinien, die beschreiben, ob ein Unternehmen noch als Kleinunternehmen angesehen werden kann oder eben nicht. Hierbei kommt es immer auf den Umsatz an der im aktuellen Kalenderjahr und im vorherigen Jahr verbucht werden konnte. Es lohnt sich, sich mit dieser Klausel vertraut zu machen und diese hinsichtlich des eigenen Kleinunternehmens zu berücksichtigen. So können sie optimal auf das eigene Unternehmen angewendet werden.

References: § 19
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