Source: https://www.thueringen.de/th3/vfhs/aktuelles/veranstaltungen/2019/index.aspx
Timestamp: 2020-07-09 21:04:46+00:00

Document:
Thüringer Verwaltungsfachhochschule - Ereignisse und Veranstaltungen 2019
Gemeinsam dem 30. Jahrestag des Mauerfalls in Rotenburg a.d. Fulda gedacht
Im Rahmen der Wahlpflicht folgte der 27. Finanzanwärterlehrgang am 28. November 2019 einer Einladung der Verwaltungsfachhochschule Rotenburg a.d. Fulda zu einer gemeinsamen Veranstaltung anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls am 9. November 1989.
Der abwechslungsreiche Tag begann nach einer kurzen Führung durch das Studienzentrum mit einem Vortrag von Herrn Dr. Helbich über die Aufstände im Warschauer Pakt. Mit diesem wurde auf den Film „Das schweigende Klassenzimmer“ eingestimmt, der die Geschichte einer Schulklasse aus Stalinstadt im Jahr 1956 erzählt. Diese solidarisiert sich während der Zeit des Ungarnaufstandes mit den Aufständischen und rückt so in den Fokus des politischen Apparates der DDR. Ihre Solidarisierung erfolgte durch das Abhalten einer Schweigeminute zu Ehren der Gefallenen. Diese Gedenkminute hatte eine akribische Untersuchung durch den DDR- Bildungsminister zur Folge, mit dem Ergebnis, dass der gesamte Klassenverband der Schule verwiesen und vom Ablegen des Abiturs in der DDR ausgeschlossen wurde. Ein beeindruckender Film, darin waren sich alle Zuschauer einig.
Am Nachmittag nahmen wir an mehreren Zeitzeugengesprächen teil, welche musikalisch vom Blasorchester der Jakob-Grimm-Schule Rotenburg a.d. Fulda umrahmt wurden.
Die Veranstaltung begann nach der Begrüßung durch den Rektor der Verwaltungsfachhochschule, Herrn Karl Jennemann, mit einer kurzen Ansprache des Staatssekretärs des Hessischen Finanzministeriums, Herrn Dr. Martin Worms. Mit seinen eigenen Erinnerungen an die Zeit der Wende stimmte er uns auf das Thema „Mauerfall 1989“ ein.
Im ersten Gespräch stand uns Herr Karsten Köhler, der Klassensprecher der Schulklasse aus dem Jahr 1956, Rede und Antwort. Die Fragen, zum Beispiel zu den Konsequenzen für die Familien der Geflüchteten und zum Wiedersehen zwischen Eltern und geflohenen Kindern nach 35 Jahren zeigten, dass der Film allen ziemlich nah gegangen ist. Beeindruckend blieb für uns am Ende die Aussage von Herrn Köhler, er selbst habe nicht mit dem Mauerfall gerechnet. Eine Einschätzung von einem Menschen, der sich sein ganzes Leben lang mit diesem Thema auseinandergesetzt hat.
Auch wir als Gäste aus Thüringen ließen es uns nicht nehmen, uns mit eigenen Erinnerungen an die Zeit, in der die Mauer noch beide deutsche Staaten trennte, an der Veranstaltung zu beteiligen. Herr Rudolf Eckstein, unser Fachbereichsleiter im Fachbereich Steuern, und Herr Hendrik Hintze, sein Vertreter, berichteten über ihr Leben als Jugendliche am Todesstreifen auf der Ost- und Westseite der Grenze. Beide sind im unmittelbaren Grenzgebiet aufgewachsen. In ihrem Dialog nahmen sie auf die Lebensumstände im Grenzgebiet und auf wichtige Ereignisse in der deutsch-deutschen Geschichte Bezug.
Auch der ehemalige Leiter des Fachbereichs Steuern der Thüringer Verwaltungsfachhochschule und der Landesfinanzschule Thüringen, Herr Willi Reinemann, berichtete über seine Erinnerungen an die Zeit nach dem Mauerfall. Er war zum damaligen Zeitpunkt noch Dozent an der Verwaltungsfachhochschule in Rotenburg und erinnerte sich gemeinsam mit Herrn Hagen Fischbach, einem von elf thüringischen Anwärtern in Hessen, an die Zeit vor und nach der Wende. Beeindruckend war hierbei nicht zuletzt, dass sich aus dieser Zeit auch Freundschaften entwickelt haben, die bis heute Bestand haben.
Mit zahlreichen Eindrücken zum Thema der gemeinsamen Veranstaltung, aber auch zum Studentenleben in Rotenburg und zur Ausstattung der dortigen Bildungsstätte verabschiedeten wir uns gegen Abend, nachdem Herr Eckstein zuvor eine Einladung für 2020 nach Gotha ausgesprochen hatte.
Text: FB Steuern
Bild: Verwaltungsfachhochschule Rotenburg a.d. Fulda
"Einführung in die monetären Mysterien der Gesellschaft"
Vortrag Stefan Kübert, Mitglied des Stabes des Präsidenten der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Sachsen und Thüringen
Es ist Dienstag, der 19.11.2019. Der Tag beginnt wie jeder andere auch, doch dieser wird anders. Nach zwei regulären Stunden Unterricht, begeben wir, die beiden Kurse des 27. Finanzanwärterlehrganges, uns in den Hörsaal der Verwaltungsfachhochschule Gotha. Dort werden wir bereits erwartet. Heutiger Tagesordnungspunkt: Einführung in die monetären Mysterien der Gesellschaft. Es handelt sich um eine Präsentation des Aufbaus und der Funktionsweise der Bundesbank, sowie ihrer Einbettung in das, und die Geldpolitik des Eurosystems.
Die Erläuterungen werden vorgenommen durch ein Mitglied des Stabes des Präsidenten der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Sachsen und Thüringen, Herrn Stefan Kübert.
Der Vortrag beginnt mit einigen allgemeinen Hintergründen zum Geldsystem der Europäischen Union und dem rechtlichen Rahmen desselben. Betrachtet man den Aufbau der Europäischen Union, genauer der Funktionsweise des Geldsystems, so fällt auf, dass die Europäische Zentralbank (EZB), eine entscheidende Rolle hierin einnimmt. Sie legt die Leitlinien der Geldpolitik fest und ist verantwortlich für die Währung der Europäischen Union, den Euro (€). Auf nationaler Ebene stellt sich nun die Frage, was die EZB legitimiert derartige Handlungen durchzuführen. Schließlich wird in Artikel 73 Absatz 1 Nummer 4 des Grundgesetzes (GG) der Bundesrepublik Deutschland, dem Bund die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz über das Währungs-, Geld- und Münzwesen eingeräumt. Betrachtet man nun jedoch Art. 23 Abs. 1 Satz 2 GG und Art. 88 Satz 2 GG, klärt sich dieses Problem, da sich aus diesen ergibt, dass die Bundesrepublik Deutschland, im Rahmen der Verwirklichung eines vereinten Europas, durch Entwicklung der Europäischen Union (EU) (vergleiche Art. 23 Abs. 1 S. 1 GG), das Recht hat hoheitliche Befugnisse zu übertragen, und Aufgaben und Befugnisse der Bundesbank auf die EZB zu übertragen. Selbige wird getragen durch die Zentralbanken, wie der Deutschen Bundesbank. Diese sind an die Weisungen der EZB gebunden. Diese wiederum ist unabhängig von Politik und äußerer Einflussnahme, was bezwecken soll, dass keine nationalen Interessen oder wirtschaftliche Individualambitionen das Währungssystem der kompletten EU beeinflussen.
Im weiteren Verlauf des ersten, 90 Minuten dauernden, Teil des Vortrages bekommen wir die grundsätzliche Funktionsweise der Bundesbank, mit besonderem Schwerpunkt auf Aufbau und Ziel derselben nähergebracht.
Hierbei besonders interessant erscheinen die Ausführungen zum bargeldlosen Bezahlen, welches in Zukunft wahrscheinlich noch weiter an Bedeutsamkeit gewinnen wird. Haben Sie bereits bargeldlose Transaktionen durchgeführt? Höchstwahrscheinlich schon. Ist schließlich jede Überweisung eine solche. In unserem Fall wurde jedoch hauptsächlich das bargeldlose Bezahlen mittels Kontaktloskarten thematisiert. Hierbei erfolgte eine sachliche Analyse der Vorteile, wie der weit verbreiteten Akzeptanz, jedoch auch der Nachteile, wie des Diebstahls.
Der zweite Teil, ebenfalls 90 Minuten dauernd, behandelte die Geldpolitik des Eurosystems, sowie aktuelle Entwicklungen.
Besonders erwähnenswert erscheint hierbei die allgemeine Erläuterung zu Geld und dessen Nutzung. In der eingesetzten Präsentation tauchte hierbei eine interessante Frage auf: Warum akzeptieren wir ein Stück Papier im Austausch für Güter und Dienstleistungen? Die Frage erscheint banal, entfaltet jedoch bei näherer Betrachtung eine hohe Komplexität, wie festzustellen war. Der Vortrag liefert auch hierauf eine einfache und dennoch tiefgreifende Antwort: Letztendlich ist es unser Vertrauen darauf, dass wir das Geld jederzeit wieder in Waren und Dienste umtauschen können, welches ihm seinen Wert gibt, und unsere Bereitschaft begründet, es im Geschäftsverkehr anzunehmen. Überdenkt man diese Situation nun genauer, fällt auf, das Vertrauen der wesentliche Punkt in diesem System ist. Eben dieses ist es, welches durch die Zentralbanken, wie die Deutsche Bundesbank, aufrechterhalten werden soll. Wie dies geschieht würde im Rahmen dieses Berichtes jedoch zu weit führen.
Damit endet unsere Exkursion in die monetären Mysterien der Gesellschaft. Ich hoffe Ihnen haben die Ausführungen gefallen und womöglich gelang es mir sogar Sie für dieses Thema ebenso zu begeistern, wie Herr Kübert uns für dieses Gebiet zu begeistern wusste.
Text: Felix Behrens, FB Steuern, F 27
Bild: Helmut Herr, BZ Gotha
„Wahl-O-Mat“ vor Ort
Im Vorfeld der Thüringer Landtagswahlen konnten sich Studierende der Thüringer Verwaltungsfachhochschule und Beamtenanwärter der verschiedenen Ausbildungszweige am Bildungszentrum der Thüringer Landesverwaltung einen Überblick zu den Zielen der in Thüringen antretenden Parteien verschaffen.
Michael Panse von der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung hatte dafür einen „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ im Foyer des Bildungszentrums installiert. Zielgruppe dieser Installation sind Jung- und Erstwähler, die nach Orientierung in der Vielfalt der verschiedenen Wahlprogramme suchen.
Der „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ ist eine analoge Variante des „Wahl-O-Mat“ im Internet und dient vor allem dazu, mit den Nutzern zu politischen Themen ins Gespräch zu kommen. Mittels eines Scanners und Druckers erfolgt eine Auswertung der Thesenbögen und jeder Nutzer erhält einen Computerausdruck, der die Übereinstimmung mit den einzelnen Parteien prozentual ausdrückt.
Herr Panse freute sich über das große Interesse der jungen Leute und die vielfältigen Fragen und interessanten Diskussionen. Die optische Darstellung von Trends mit Hilfe der verschiedenfarbigen Klebepunkte war für viele eine interessante Ergänzung zur reinen persönlichen Auswertung, wie man sie im Internet erhält.
Text und Bilder: Torsten Grimm, BZ Gotha
Link zum Wahl-O-Mat im Internet
Studienfahrt des 27. Finanzanwärterlehrganges nach Prag – Goldene Stadt, Stadt der hundert Türme –
Es ist ein Montagmorgen, die Sonne scheint, wenn auch hinter Wolken. Wir befinden uns auf dem Vorplatz des Bahnhofs von Gotha. Es geht ein leichter Wind und eine kleine Gruppe von Personen sammelt sich, manche beladen wie ein nepalesischer Sherpa, manche wie das dazugehörige Lasttier. Es werden langsam mehr und die Ansammlung beginnt den Eindruck einer unangemeldeten Demonstration zu erwecken, als diese von dannen zieht, um in einem soeben vorgefahrenen Bus zu verschwinden. So beginnt die Studienfahrt des 27. Finanzanwärterlehrganges nach Prag.
Die Stunde der Abfahrt hat geschlagen und Herr Witschel beginnt die Anwesenheit zu überprüfen. Nach „gesonderter und einheitlicher Feststellung“ der Vollzähligkeit geht es los. Das Programm versprach interessant zu werden und das Ziel lohnenswert zu sein. Erster Programmpunkt: Konzentrationslager (KZ) Theresienstadt.
Die Baustellensituation auf der Strecke ist akzeptabel und nach mehrstündiger Fahrt erreichen wir die Festung Theresienstadt. Sollten Sie nun denken, wir waren am Ziel, so irren Sie. Die Stadt gliedert sich nämlich in zwei Festungen. Die große, eigentliche Stadt, und die kleine, das KZ Theresienstadt. Nach einigem Umherirren und Imkreisfahren gelangen wir zur kleinen Festung. Die Stimmung ist ausgelassen, wenn auch nicht überschwänglich. Dies ändert sich, als wir uns dem KZ nähern. Eine Allee führt zum Eingang, zu derer Rechten sich ein Gräberfeld befindet, welches wir nur partiell einsehen können, umfasst es doch mehr als zehntausend Gräber. Nach Absprache mit den zuständigen Personen und einer kurzen Zeit des Wartens beginnt unsere Führung durch das Lager. Es handelt sich nicht, wie der Name vermuten lässt, um ein Vernichtungslager nach Art von Auschwitz oder Buchenwald, sondern um ein Durchgangslager. Die Gefangenen wurden von hier aus in andere KZ verteilt, wo viele von Ihnen ermordet wurden. Einer der berühmtesten Insassen bereits vor der Zeit des Nationalsozialismus war, wie man uns mitteilt, Gavrilo Princip, der den Anschlag auf Kronprinz Franz-Ferdinand und seine Frau ausübte, und damit den ersten Weltkrieg nicht unbedingt verursachte, so doch den letzten Anstoß zu dessen Beginn lieferte. Seine Haftbedingungen geben bereits eine Vorahnung auf die Zeit, die später noch kommen sollte. Er war in einer Einzelzelle inhaftiert, welche über kein Fenster verfügte und im Winter nicht ausreichend geheizt wurde. Unter derartigen Bedingungen sollte er 20 Jahre leben. Tatsächlich erlebte er das Ende des von ihm ausgelösten ersten Weltkrieges nicht mehr. Er verstarb zwei Jahre nach Antritt seiner Haft. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde die kleine Festung dann als KZ eingerichtet. Ursprünglich errichtet um ein Eindringen zu verhindern, machen die Verteidigungsanlagen, wie Gräben und hohe Mauern, ein Entkommen gleichfalls nahezu unmöglich. Lediglich drei Gefangene schafften es während der gesamten Zeit des Bestehens des KZ zu fliehen.
Wir werden vorbeigeführt an der Hinrichtungsstätte, durch das Tor, über welches der Kommandant des KZ, in Anlehnung an das KZ Auschwitz, „Arbeit macht frei“ schreiben ließ.
Wir betreten einen der Schlafsäle. Lediglich ein kleiner Ofen steht an der rechten Wand. Der Platz in den Betten ist vollkommen ungenügend. Es handelt sich um dreistöckige Konstruktionen, welche an der rechten Wand stehen. Selbige verdienen die Bezeichnung „Bett“ in keiner Weise. Ablagen trifft es wohl am Ehesten. In dem Raum, in dem wir uns befinden, waren über 90 Personen untergebracht. Nicht mal 1 m² stand für jeden zur Verfügung. Hygiene stellte ein ähnliches Problem dar wie die räumlichen Bedingungen. Ein winziger Abort befand sich in einem kleinen Extraraum. Im Winter fielen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, da den Gefangenen nicht genug Kohle zum Heizen zur Verfügung gestellt wurde.
Die Führung geht weiter und wir gelangen in einen weiteren Raum, jedoch wesentlich kleiner als der bisherige. Circa 47 Personen drängen sich herein, und man merkt, dass der Platz hierfür definitiv nicht ausgelegt ist. Es handelt sich um eine weitere Zelle, in welcher über 60 Gefangene im Stehen schlafen mussten. Das Fenster, welches heute Licht herein lässt, war damals verschlossen. Lediglich ein kleiner Schacht gewährte Frischluftzufuhr. Die in dieser Zelle inhaftierten Personen, vorwiegend Juden, mussten nachts in regelmäßigen Abständen im Kreis gehen, damit jeder etwas Luft zum Atmen bekam. Dennoch kam es nicht selten zu Todesfällen aufgrund von Sauerstoffmangel.
Nach Kriegsende wurde hier der Kommandant bis zu seiner Hinrichtung inhaftiert. Jedoch unter Beachtung der Regeln zur Behandlung Kriegsgefangener, soll heißen, das Fenster ließ Licht herein und er verfügte über ein eigenes Bett. Wie viele Personen den Tod im KZ Theresienstadt fanden, kann nicht abschließend geklärt werden. Zu gründlich verwischten die Verantwortlichen ihre Spuren. Einzig das Gräberfeld mit seinen zehntausenden Toten vermag zu verdeutlichen, welches Leid sich dereinst hier zutrug. Während wir unsere Reise gen Prag fortsetzten, bekamen wir noch einmal einen Eindruck von Theresienstadt. Einst errichtet als Geschenk an Maria Theresia, wurde sie zur Zeit des Nationalsozialismus als Ghetto für die deportierten Juden verwendet. Heute wirkt die Stadt bisweilen wie verlassen und nur wenige Menschen möchten ihr Leben hier verbringen. Gegen 15 Uhr erreichen wir Prag.
Guten Morgen. Es ist Dienstag, der erste vollständige Tag, welchen wir in Prag verbringen. Mehr oder minder gestärkt nach dem Frühstück treffen wir uns um 10 Uhr an der Rezeption. Heutige Tagesordnungspunkte: Stadtführung durch Prag sowie eine Fahrt auf der Moldau. Wir treten diese mit der U-Bahn an. Das Dreitagesticket gibt es zum erschwinglichen Preis von 310 tschechischen Kronen (Umrechnungskurs € → Kč 1:25). In der Prager Innenstadt angekommen, teilen wir uns in zwei Gruppen auf, welche nun die selbe Runde, jedoch in entgegengesetzter Richtung abgehen werden. Da Prag zu keiner Zeit vollständig zerstört wurde, erfolgt häufig der Verweis auf die unterschiedlichen, noch erhaltenen, Baustile der Gebäude. Wir drängen durch die Innenstadt. Nun werfen wir einen Blick über die Moldau, sofern wir noch eine freie Stelle am Geländer finden. Aha, gefunden. Das ist sie, die Moldau, Lebensader Prags, Heimat der Karlsbrücke, zu welcher wir auch schon weitergehen. Bis zur selbigen mag das Verb „gehen“ noch akzeptabel erscheinen, spätestens auf der selbigen droht „gehen“ häufiger zu „stehen“ zu werden. Diese im 14. Jahrhundert erbaute Brücke stellt, mit ihren über 500 m Länge und 30 aufstehenden Figuren, wohl eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Prags dar. Befindet man sich nun auf der Karlsbrücke, so kommt man schwerlich umhin eine weitere Sehenswürdigkeit auf dieser Brücke zu bemerken, scharren sich doch die Menschen um diese. Den Nepomuk. Noch nie gehört? Kein Problem. Es handelt sich hierbei um eine bronzene Statue des heiligen Nepomuk. Selbiger wurde, wo heute seine Statue steht, auf Geheiß Wenzel des IV. ertränkt, da er sich weigerte ihm zu sagen, was seine Gemahlin ihm gebeichtet hatte. Soviel zur Legende. Tatsächlich schien Nepomuk bereits tot gewesen zu sein, als er von der Brücke geworfen wurde. Als hohen kirchlichen Würdenträger ließ Wenzel IV. ihn töten, da ihm die Kirche zu viel Einfluss gewann. Später wurde zu Ehren des heiligen Nepomuk ein Grab in der Prager Burg errichtet. Doch dazu später. Nachdem manche, in Anlehnung an die Überlieferung, eine Berührung der Statue bringe Glück, ihren Beitrag zum Glanz der Selbigen beigetragen und wir uns erfolgreich durch die Menschenmassen gewühlt haben, erfahren wir, dass es in Tschechien nur sehr wenige einer Religionsgemeinschaft zugehörige Personen gibt, und die Kirchen sich, mangels Einnahmen aus Kirchensteuer, über die Veranstaltung von Konzerten und Ähnlichem finanzieren.
Nach einem weiteren Fußmarsch gelingt es uns das Prager Rathaus aufzusuchen. Gerade rechtzeitig, um die astronomische Aposteluhr in Aktion zu sehen, deren Komplexität und künstlerischer Anspruch sich nur schwerlich beschreiben lassen, wohl bemerkt wegen deren hohem Anspruch. Mit dieser Sehenswürdigkeit endet die Stadtführung. Nach einer kurzen Pause geht es weiter mit der Fahrt auf der Moldau.
Kaum an Bord angekommen geht es auch schon los. Es bietet sich ein schöner Anblick Prags, wobei wir auch unter der Karlsbrücke hindurchfahren. Nach einer Stunde endet unsere kleine Flussfahrt wieder dort, wo wir sie begonnen haben. Beim Verlassen des Schiffes fällt uns noch ein „Fachbezug“ ins Auge. Gegenüber der Anlagestelle wurde ein Pkw mittels Parkkralle gepfändet.
Wir schreiben Mittwoch, den 25.09.2019, dritter Tag der Reise. Heute gilt es die Prager Burg zu besichtigen. Hinein zu gelangen, gestaltet sich ähnlich, wie den Bundestag in Berlin zu besuchen, sitzt hier doch der tschechische Staatspräsident. Taschenkontrolle und Metalldetektoren. Nach bestandener Überprüfung teilen wir uns erneut auf. Es geht über mehrere Burghöfe zum Veitsdom. Nach einer kurzen Zeit des Anstehens gelangen wir in diesen von Karl IV. in Auftrag gegebenen Dom. Am Interessantesten ist wohl das Grab des heiligen Nepomuk, welcher hier, nachträglich, durch ein Grabmal aus circa drei Tonnen Silber geehrt wurde. Nun verlassen wir langsam die Prager Burg und machen uns auf den Weg zur Botschaft der Bundesrepublik Deutschland. „Ich bin heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass Ihre Ausreise...“, und wie geht es weiter? Die Prager Botschaft weiß die Antwort: „...möglich geworden ist.“ Ein geschichtsträchtiger Satz, ermöglichte er doch circa 3.000, in die Botschaft geflüchteten, Personen mit DDR-Staatsangehörigkeit die Ausreise in die Bundesrepublik. Möglich war dies nur, da die BRD diese seit Beginn ihres Bestehens auch als Staatsangehörige der Bundesrepublik anerkannt hatte. Bedauerlicherweise bestand für uns keine Möglichkeit die Botschaft zu besichtigen, da anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Mauerfalls diverse Baumaßnahmen durchgeführt wurden.
Neuer Tag, neues Glück. Es ist Donnerstag, vierter Tag der Reise. Für heute sind ein Besuch im Schokoladenmuseum sowie eine kleine Brauereiführung angesetzt. Nach kurzer Fahrt mit der U-Bahn erreichen wir das Museum in der Prager Innenstadt. In einigen schön gestalteten, aufeinander abgestimmten Räumen wird uns die Geschichte der Schokolade näher gebracht. Am Ende erwartete uns noch eine kleine Vorführung, wie Pralinen hergestellt werden. Nachdem man sich im angeschlossenen Laden noch etwas mit Schokolade eingedeckt hat, blieb noch Zeit bis zur Brauereibesichtigung Zu Beginn bekam jeder einen noch nicht verarbeiteten Kronkorken, zwecks späterer Einlösung bei der Bierverkostung, in die Hand gedrückt. Danach teilte man uns erneut auf, wobei ein Teil der Gruppe bereits verkosten durfte, und der andere Teil zunächst eine Führung durch die Geschichte der Brauerei Staropramen sowie die Herstellung ihres Bieres bekam.
Es ist der letzte Tag unserer Reise, Freitag der 27.09.2019. Alle sitzen pünktlich im Bus. Es kann losgehen. Ein paar Minuten, ein Wendemanöver auf offener Kreuzung und mehr als eine chaotische Verkehrssituation später, sind wir auch schon auf der Autobahn. Der Rest der Fahrt verläuft ohne Zwischenfall.
So endet denn nun unsere Reise durch die goldene Stadt. Damit verabschiede ich mich von Ihnen, und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. Auf Wiedersehen.
Text und Bild: Felix Behrens, FB Steuern, F27
Ziel erreicht - Diplomierung im Fachbereich KSAV
Drei Jahre Rechts-, Wirtschafts- und Finanzlehre sowie Verwaltungs- und Sozialwissenschaften liegen hinter den Absolventen der Verwaltungsfachhochschule Gotha. Am 27.09.2019 feierten 48 Absolventinnen und Absolventen des Fachbereichs Kommunalverwaltung und staatliche allgemeine Verwaltung (KSAV) im "Gadolla-Festsaal" der Gothaer Friedenstein Kaserne ihr Diplom.
„Die Absolventinnen und Absolventen von heute sind die Experten einer modernen Verwaltung von morgen. Egal in welcher Behörde sie nächste Woche ihre Arbeit aufnehmen werden. Es kommt auf jeden Einzelnen an“, sagte Innenminister Georg Maier den Inspektorinnen und Inspektoren und wünschte ihnen einen guten Einstieg ins Berufsleben.
Die drei Lehrgangsbesten Elisa Wacke, Shannon Iffarth und Louis Zschach.
Herzlich willkommen am Fachbereich Kommunalverwaltung und staatliche allgemeine Verwaltung (KSAV)
Am 9. September 2019 begrüßte Herr Dr. Klüsener die neuen Studierenden für die Ausbildung zum gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst. Insgesamt 48 Studierende wurden vom Thüringer Landesverwaltungsamt (22), den Stadtverwaltungen (10) und den Landratsämter (16) für die fachtheoretische Ausbildung an der Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung ausgewählt.
Erste Einblicke in ihr zukünftiges Studentenleben erhielten die Studierenden bei einem Rundgang über den Campus. Um die Zwischenprüfung sowie die Laufbahnprüfung zu bestehen, sei es unabdingbar, vom ersten Tag an zu lernen und im Selbststudium sich Wissen anzueignen. Nur so werden die Bausteine für ein erfolgreiches Bestehen der Prüfungen gelegt, da dies ein sehr anspruchsvolles Studium sei, informierte Herr Dr. Klüsener die Studierenden.
Das gesamte Team des Fachbereichs KSAV wünscht allen Studierenden eine angenehme Zeit an der Verwaltungsfachhochschule und viel Erfolg.
Text: Nancy Hasenstein, FB KSAV
Bild: Torsten Grimm, BZ Gotha
Begrüßung 28 Finanzanwärterlehrgang und 20. Steueranwärterlehrgang
„Jetzt geht es los“ – Mit diesen Worten begrüßte am 04.09.2019 der Leiter des Fachbereiches Steuern der Thüringer Verwaltungsfachhochschule und Leiter der Landesfinanzschule, Rudolf Eckstein, 122 Anwärterinnen und Anwärter im Bildungszentrum Gotha. 70 Anwärterinnen und Anwärter werden im mittleren Dienst ausgebildet (20. Steueranwärterlehrgang) und 52 Anwärterinnen und Anwärter im gehobenen Dienst (28. Finanzanwärterlehrgang).
Die fachtheoretische Ausbildung im mittleren Dienst zum Finanzwirt/-in findet während den nächsten beiden Jahren an der Landesfinanzschule statt. Das Studium an der Thüringer Verwaltungsfachhochschule im Fachbereich Steuern zum Diplom Finanzwirt/-in dauert drei Jahre. Für die berufspraktische Ausbildung sind in diesem Jahr erstmals wieder die 12 Thüringer Finanzämter zuständig.
Text: Rudolf Eckstein, Leiter FB Steuern und Landesfinanzschule
Abschlussfeier 25 Finanzanwärterlehrgang und 18. Steueranwärterlehrgang
Am 30.08.2019 feierten die Absolventinnen und Absolventen der Thüringer Landesfinanzschule (S18) und des Fachbereichs Steuern der Thüringer Verwaltungsfachhochschule (F 25) im Gadolla-Saal der Friedensteinkaserne in Gotha das Bestehen der Laufbahnprüfung. 27 Anwärterinnen und Anwärter wurden 2- Jahre lang erfolgreich für den mittleren Dienst ausgebildet und 44 Anwärterinnen und Anwärter absolvierten ein 3-jähriges Studium für den gehobenen Dienst. Die Thüringer Finanzministerin, Frau Heike Taubert, überreichte den zukünftigen Finanzbeamtinnen und –beamten persönlich die Urkunden und Abschlusszeugnisse und gratulierte ihnen zu ihrem großen Erfolg. Die jungen Beamtinnen und Beamten haben zum 01.09.2019 bei den 12 Thüringer Finanzämtern ihren Dienst angetreten, wo sie schon sehnsüchtig erwartet wurden.
Die Jahrgangsbesten Finanzanwärter (v.l.Darius Marschall, Daniel Otto, Ann-Kathrin Petroschka) mit der Finanzministerin Frau Heike Taubert und dem Fachbereichsleiter Herrn Rudolf Eckstein.
Absolventen des 25. Finanzanwärterlehrgangs
Die Jahrgangsbesten Steueranwärter (v.l. Holger Fiedler, Christine Hauswald, Claudia Winkler) mit der Finanzministerin Frau Heike Taubert und dem Fachbereichsleiter Herrn Rudolf Eckstein.
Absolventen des 18. Steueranwärterlehrgangs
Brüssel, Gotha und zurück
Wir, die Studierenden des Hauptstudiums des Fachbereichs „Kommunale und staatliche allgemeine Verwaltung“, durften heute Herrn Dr. Lars Friedrichsen bei uns begrüßen. Er nahm auf Einladung unseres Rektors Herrn Dr. Klüsener den langen Weg auf sich und besuchte uns zu einem seiner Vorträge. Der promovierte Jurist und Hamburger Landesbeamte ist zur Landesvertretung des Freistaats Thüringen in Brüssel abgeordnet. Dort vertritt er seit 3 Jahren die Interessen des Freistaates Thüringen bei der Europäischen Union. Nach einem kleinen Exkurs zur europäischen Geschichte durften wir mitdiskutieren. Angefangen bei den unserer Meinung nach bekanntesten Mängeln der EU kamen wir über das Verbot von Wattestäbchen und das Gebot leistungsschwacher Staubsauger zu Dauerbrennern wie dem Dublin-Abkommen und der europäische Seenotrettung. Später erläuterte uns Herr Dr. Friedrichsen seine Aufgaben aus dem Bereich „Justiz, Inneres und Verbraucherschutz.“ Er wies auf die Bedeutung der europäischen Strukturfonds hin, aus denen Thüringen allein in der Förderperiode 2014 – 2020 ca. 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung standen.
Ebenso durfte Aktuelles im Ergebnis der Europawahl nicht fehlen. Gemeinsam analysierten wir die jüngsten Wahlergebnisse und die Fraktionsbildung im europäischen Parlament. Neben den vor der Wahl bekannten Spitzenkandidaten sprachen wir über die aktuellen Personalien für die EU-Spitzenposten. Ganz besonders interessant sind in dem Zusammenhang die Fragen, wer Kommissionspräsident und Hoher Vertreter der Union für Außen- und Sicherheitspolitik wird. Im Gespräch haben wir weiterhin die kommenden Herausforderungen an Europa herausgearbeitet. Zum Ende sprach Herr Dr. Friedrichsen eine Einladung an alle Studierenden für einen Besuch in der Thüringenvertretung in Brüssel aus. Im Namen meines Jahrgangs bedanke ich mich recht herzlich für die weite Anreise, den Vortrag und die angeregte Diskussion zum Thema Thüringen und Europa.
Text und Bilder: Marc Raabe, FB KSAV, Kurs 17/2
"Wenn man ins Wasser kommt, lernt man schwimmen.“
Problembasiertes Lernen als fächerübergreifende Lernmethode
Ein Schwerpunkt im 2. Abschnitt des Grundstudiums war in diesem Jahr das „Problembasierte Lernen“.
Problembasiertes Lernen (kurz: PBL) ist eine Lernmethode, bei der die Studierenden selbständig eine Lösung für ein vorgegebenes Problem finden, bzw. in unserem Fall einen Vortrag zu einem Thema erarbeiten sollen. In der Literatur steht PBL für selbstbestimmtes und entdeckendes Lernen, für einen handlungsorientierten und vor allem für einen fächerübergreifenden Unterricht und Selbstevaluation.
Zunächst wurden Gruppen von drei bis vier Studierenden ausgelost, die eines von sechs fächerübergreifenden Themen zu bearbeiten hatten. Die Themen wurden ebenso im Losverfahren den Gruppen zugeteilt. Die zur Verfügung stehenden Themen hatten ihren Ursprung aus den Fachgebieten der Abgabenordnung, Besteuerung von Personen-gesellschaften, Bilanzsteuerrecht, Einkommensteuer, Sozialwissenschaften und Umsatzsteuer.
Nachdem sich alle Gruppen zusammengefunden hatten, waren sie mit ihrem Thema ganz auf sich allein gestellt. Dann wurden erste eigene Recherchen vorgenommen und Ideen ausgetauscht. Anhand dieses Vorgehens lernten die Studenten, ein Thema oder eine Frage zu analysieren, geeignete Informationsquellen zu finden und zu nutzen. Die gefundenen Lösungen wurden in der Gruppe diskutiert. Für die Ausarbeitung und Präsentation der Themen hatten die Studierenden insgesamt drei Unterrichtstage zur Verfügung. Am Schluss präsentierte jede Gruppe das Ergebnis ihrer Recherchen. Unter den Zuhörern waren ein Fachdozent für das jeweils vorgestellte Thema sowie eine Dozentin/ein Dozent der Fachgruppe Sozialwissenschaftliche Grundlagen des Verwaltungshandelns, die die Präsentation im Anschluss gemeinsam auswerteten.
Dabei wurden Fachdozenten als Tutoren eingesetzt, die den einzelnen Gruppen für fachliche Fragen und Anregungen beratend zur Seite standen. Die Initiative der Kontaktaufnahme sowie die Gesprächsinhalte gingen jedoch stets von den Gruppen aus. Von allen Teilnehmern wurde Initiative und selbstgesteuertes Lernen erwartet. Jede Gruppe erarbeitete die Aufgabenstellung selbständig und völlig unterschiedlich, so dass letztendlich interessante und sehr lehrreiche Präsentationen zustande kamen.
Alles in allem fördert PBL neben den Sozialkompetenzen auch den Erwerb flexibel nutzbaren Wissens sowie die Entwicklung fächerübergreifender Kompetenzen. Die Finanzanwärterinnen und -anwärter setzten diese Lernmethode engagiert um und gaben ein sehr positives Feedback ab..
Text: Lydia Wimmer, FB Steuern, F 26
Bild: Antje Färber, FB Steuern
Zweiter Hochschultag – Zusammenkunft der drei Fachbereiche in Gotha
„Ich begrüße Sie recht herzlich zu unserem diesjährigen Hochschultag an der Verwaltungsfachhochschule Gotha“, so empfing der Rektor der VFHS Gotha und Fachbereichsleiter KSAV, Herr Dr. Klüsener die Gäste am 16. Mai 2019. Nachfolgend begrüßte er die Ministerialbeamten Frau Roth und Herrn Menzel, die Leiter der Fachbereiche Steuern und Polizei, Herrn Eckstein und Frau Langguth, sowie die Mitwirkenden und anwesenden Anwärter. Hierbei wurde besonders die Verbundenheit zwischen den drei Bereichen hervorgehoben, die sich durch den Austausch an solchen Tagen entwickelt und bis in die Zukunft wirken sollte.
Im Jahr 2018 fand der erste Hochschultag der Verwaltungsfachhochschule in Meiningen an der Polizeischule statt. Somit war der diesjährige Hochschultag in Gotha eine Premiere, auf die sich die Fachbereiche Polizei, Steuern und KSAV intensiv vorbereitet haben. Entwickelt wurde ein interessanter Ablaufplan für den Hochschultag, den die Studierenden im Laufe des Tages stationsweise durchlaufen konnten.
Hierbei präsentierte der Fachbereich Polizei in der Turnhalle der Fachhochschule die Eingriffstechniken unter Verwendung von Blauwaffen und Einsatzschlagstöcken, wobei es auch zu einem intensiven Körperkontakt der mitwirkenden Personen kam. Zudem hielten sie Vorträge über das Thema Reichsbürger sowie Alkohol und Drogen. Der Fachbereich Steuer hingegen vollführte eine interaktive Vorstellung seines Bereichs im Hörsaal, welcher durch ein spannendes Quiz untermauert wurde. Im Anschluss an die vorranggegangenen Vorstellungen präsentierte sich der Fachbereich KSAV durch eine lebensechte Gemeinderatssitzung, in der es auch zu hitzigen Diskussionen kam. Außerdem hielt eine zweite Gruppe Vorträge über „Die allgemeine Verwaltung – Begleiter in allen Lebensabschnitten“.
Am Ende des Tages erfolgte eine Evaluation durch die Studierenden und es wurde zu Kaffee und Kuchen in der „Kanne“ der Verwaltungsfachhochschule gebeten. Hierbei wurden die Ereignisse des Tages Revue passiert und es kam zum Austausch zwischen den Studierenden. Meiner Meinung nach war der zweite Hochschultag eine sehr gelungene und interessante Veranstaltung, durch die fachbereichsübergreifend Kontakte geknüpft werden konnten, welche auch in Zukunft gepflegt und ausgebaut werden sollten. Somit endete ein ereignisreicher Tag und alle Anwesenden fiebern dem dritten Hochschultag entgegen.
Text: Victoria Rosenstock, FB KSAV, Kurs 17/2
Link: Alle Bilder der Veranstaltung
Präsentation des Fachbereiches Steuern zum Hochschultag
Der Fachbereich Steuern hatte für die Studierenden der Polizei und des KSAV ein Rollenspiel vorbereitet, in dem auf typische Fragen, die den Finanzbeamtinnen und –beamten häufig von Angehörigen, Freunden und Bekannten gestellt werden, eingegangen wurde. Anschließend wurde in einem kurzen Vortrag Ablauf und Schwerpunkte des Studiums der Steuerbeamtenausbildung im gehobenen Dienstes erläutert. Inhalt war auch die zukünftige Zusammenarbeit mit den beiden anderen Fachbereichen. So arbeitet das Finanzamt zum Beispiel bei der Erhebung der Gewerbesteuer mit den Gemeinden zusammen. Das Finanzamt erlässt zunächst einen sog. Gewerbesteuermessbescheid, auf dessen Grundlage die Gemeinde dann die Gewerbesteuer erhebt. Zuletzt konnten die Studierenden der anderen Fachbereiche unter dem Motto „Wir suchen den Steuerfuchs“ ihr Wissen über Steuern in einem Quiz unter Beweis stellen. Kleine Preise belohnten am Ende die Teilnehmer.
Nach einhelliger Meinung aller Studierenden war der gesamte Hochschultag eine gelungene Abwechslung im Studienalltag.
Text: Lisa Schmidt, FB Steuer, F26
Übersicht aller Veranstaltungen und Vorträge zum Hochschultag:
E-Government - Gastvortrag des Bundestagsabgeordneten Herr Tankred Schipanski
Am Montag, den 13. Mai 2019 hielt Herr Tankred Schipanski einen Gastvortrag zum Thema E-Government an der Thüringer Verwaltungsfachhochschule. Herr Schipanski ist seit 2009 direkt gewählter Bundestagsabgeordneter und digitalpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Er wird aus dem Bundestagswahlkreis 192 (Gotha-Ilm-Kreis) entsendet.
Herr Dr. Klüsener, Rektor der Thüringer Verwaltungsfachhochschule und Leiter des Fachbereiches KSAV, begrüßte Herrn Schipanski, der die hohe Bedeutung einer modernen Verwaltung und damit auch der Verwaltungsfachhochschule verdeutlichte. Begrüßt wurden weiterhin die Dozenten und Anwärter der Fachbereiche KSAV und Steuern, sowie Vertreter des Fachbereichs Polizei.
Seit nun mehr als 20 Jahren ist die Digitalisierung der Verwaltung ein aktuelles Thema in Thüringen. Dennoch konnte bisher noch kein einheitliches System erarbeitet werden. In der Verwaltung nimmt das Thema E-Government aber einen hohen Stellenwert ein.
Die Digitalisierung der Verwaltung, auch „Digitale Agenda 1“ genannt, beinhaltet vier Handlungsstränge und Herausforderungen: den Portalverbund, die Digitalisierung der Verwaltung, Nutzerkonten sowie die Registermodernisierung. Bei der Digitalisierung der Verwaltung werden u. a. Onlineanträge in Zusammenarbeit von Vertretern der Verwaltung, Informatikern und Bürgern in Digitalisierungslaboren entwickelt. Diese Maßnahmen sollen als bürgerfreundlicher Service verstanden werden, so Herr Schipanski. Die Digitale Agenda 1 ist eine Digitalstrategie für alle Lebensbereiche.
Im Bereich der Verwaltung sollen bis zum Jahr 2022 alle Verwaltungsleistungen in Deutschland digital angeboten und über einen Portalverbund verknüpft werden. Herr Schipanski verweist dabei allerdings auf Schwierigkeiten bei der Durchführung: Zum Ersten geht es um die Finanzierung und zum Zweiten die Selbstverwaltung der Länder. „Jedes Land hat eben seine Vorstellung“, so Herr Schipanski.
Im Anschluss des Vortrages wurde eine rege Diskussionsrunde eröffnet. Es konnten viele Fragen geklärt und Anmerkungen gesammelt werden. Herr Schipanski signalisierte wiederholt, dass die Bürgerfreundlichkeit und die Bürgernähe während und nach der Digitalisierungsphase immer die höchste Priorität haben werden. Zum Abschluss seines Vortrages wies Herr Schipanski nochmals darauf hin, dass mögliche Herausforderungen unter Berücksichtigung der föderalen Strukturen mit Kompromissen gelöst werden sollten und müssen.
Text: Denise Müller, FB KSAV, Kurs 17/2
Bild: Emanuel Cron
Ein Erlebnis zwischen Kultur und Politik - KSAV 17 auf Studienfahrt in die Hauptstadt
Am Dienstagvormittag, dem 07.05.2019, begann am Erfurter Bahnhof die Studienfahrt nach Berlin.
Der erste Tag war durch die Anreise und einem Besuch der Humboldt Universität bestimmt. Bei der Vorlesung zum Thema der Bankenregulierung bei Herrn Prof. Dr. Klöhn konnten sich die Studierenden zu den Ausführungen äußern. Mit dem Beginn eines neuen Themengebietes haben sich die Studierenden angeregt am Argumentationsaustauch beteiligt.
Der zweite Tag begann mit der Ausstellung „Wege, Irrwege, Umwege - Die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland“. In dieser wurden die Studierenden von den beiden Vortragenden durch jene Epochen der deutschen Geschichte geleitet, in denen die Grundlagen für die politische Ordnung der Bundesrepublik Deutschland gelegt wurden.
Am Nachmittag konnte Potsdam erkundet werden. So traf man immer wieder Studierende bei der Besichtigung des Holländischen Viertels, der St. Nikolai Kirche und rund um das Schloss Sanssouci. Als kulturellen Abschluss des Tages bot die Schifffahrt von Potsdam nach Wannsee interessante Einblicke in die Entwicklung der Uferregionen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze.
Der dritte Tag der Studienfahrt war mit vielen Highlights geplant, beginnend mit dem Besuch des Museums Barberini in Potsdam, um eine seltene Chance wahrzunehmen mit einer Führung die Ausstellung „Picasso. Das späte Werk“ zu erleben. Darauf folgte die Erkundung der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, in welcher sich die Studierenden die Ausstellung „Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden“ ansehen konnten.
Im Anschluss hatte der Abgeordnete Carsten Schneider zu einer Gesprächsrunde im Deutschen Bundestag eingeladen. Zunächst erhielten die Studierenden eine Einführung durch seinen Büroleiter in die Vorgänge und Arbeitsweise der Verwaltung im Deutschen Bundestag. Herr MdB Schneider, der später zur Gruppe hinzustieß, unterhielt sich angeregt mit den Studierenden über deren Fragen.
Anschließend stand die Teilnahme an einer Sitzung im Plenarsaal des Deutschen Bundestages auf dem Programm. In dieser Sitzung konnten die Vorgänge um eine Antragsstellung durch eine Partei im Deutschen Bundestag beobachtet werden.
Mit dem Besuch der Reichstagskuppel als letzten Tagesprogrammpunkt endete schließlich dieser ereignisreiche Tag.
Der letzte Tag stand ganz im Zeichen Thüringens. So besuchten wir die Thüringer Landesvertretung in Berlin. In lockerer Atmosphäre konnte man aus erster Hand erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, in der Thüringer Vertretung zu arbeiten und was die Feinheiten, Schwierigkeiten und Unterschiede in der Arbeit der Verwaltung in Berlin im Vergleich zu Thüringen sind.
Auf der Rückfahrt mit der Deutschen Bahn reflektierten die Studierenden ihre unterschiedlichen Erlebnisse und Eindrücke. Es stellte sich dabei heraus, dass jeder begeistert von der ereignisreichen, lehrreichen und sehr gelungenen Studienfahrt in die Hauptstadt Berlin war. Ich schließe mich gerne den Meinungen meiner Kommilitonen an und konnte viele interessante Aspekte für mich mitnehmen. Ein besonderer Dank gilt dem Organisator Herrn Dr. Steinrücken, welcher trotz plötzlicher Terminänderungen für einen reibungslosen Ablauf gesorgt hatte.
Text und Bilder: Karsten Hustedt, FB KSAV, Kurs 17/2
„Brexit, Populismus und Europawahl – Krise der Europäischen Union“ - Chef der Thüringer Staatskanzlei Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff referiert über europapolitische Fragen
„Brexit, Populismus und Europawahl – Krise der Europäischen Union“ – über dieses Thema hielt Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff am 11. April 2019 eine lebendige Vorlesung in der Thüringer Verwaltungsfachhochschule. Der Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten referierte bereits das vierte Jahr in Folge vor einem interessierten Publikum in Gotha. „Ich finde es gut, Theorie und Praxis zu verzahnen. Mit meinen Gastvorträgen möchte ich den Studierenden die Möglichkeit geben, ein Gefühl zu bekommen, wie sich die Praxis gestaltet. Zudem bin ich einfach ein genereller Fan von Verwaltungsfachhochschulen“, begründet Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff seinen Besuch.
Den diesjährigen Gegenstand seiner Vorlesung entwickelte der Linken-Politiker gemeinsam mit den Studierenden. Sie konnten ihm im Vorfeld Themenvorschläge zusenden. In puncto Brexit verfolgte er den Ansatz, darzulegen, wie und warum es zu dem Referendum kommen konnte. Er warnte eindringlich davor, die Geschehnisse stets nur aus kontinentaleuropäischer Sicht zu betrachten. Um die britischen Denkweisen besser zu verstehen, beleuchtete er deshalb die Geschichte und politische Parlamentskultur in Großbritannien.
In seinen Ausführungen machte Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff deutlich, dass die Brexit-Debatte von Populismus geprägt war und ist. In diesem Zusammenhang ermunterte er die Studierenden am Ende seines Vortrages dazu, keine vorschnellen Urteile zu fällen und sich ruhig auch mal anderen Meinungen auszusetzen: „Ich glaube, dass es in politischen Kontexten immer unbequeme Wahrheiten gibt, vor denen wir die Augen nicht verschließen dürfen. Hier geht es um die Fähigkeit, darüber zu reden, zu diskutieren und Widersprüche zu benennen. Jetzt müssen wir noch lernen, diese auszuhalten. Möglicherweise wird uns die Europawahl hier weiterhelfen.“
Text: Jenny Schröder, FB KSAV, Kurs 17/2
Bilder: BZ Gotha
Studium im Gerichtssaal
Wo könnte man besser als in einem Finanzgericht erfahren, wie ein Finanzgericht arbeitet? Wer könnte besser als ein Finanzrichter die Arbeit eines Finanzrichters erklären? Deshalb stand der Besuch des Thüringer Finanzgerichts auf dem Stundenplan des 25. Finanzanwärterlehrganges. In mehreren Verhandlungen konnten die Studierenden verfolgen, wie die rechtsprechende Gewalt Entscheidungen ihrer Finanzamtskollegen überprüft. Zusätzlich stand der Präsident des Finanzgerichts, Herr Gunnar Skerhut, den Studierenden so freundlich wie ausgiebig Rede und Antwort. Das Themenspektrum reichte von der Frage, wie man Finanzrichter bzw. ehrenamtlicher Beisitzer wird, über die Reihenfolge der Stimmabgabe im Senat bis zum Sinn der schwarzen Richterrobe.
Text: Hendrik Hintze, FB Steuern, Dozent
Bild: Nina Küstner, FB Steuern, F25
Nebenamtliche Lehrkräften verstärken das Team im Fachbereich Steuern und der Landesfinanzschule
In den nächsten Jahren sollen die Anwärterzahlen in der Thüringer Steuerverwaltung weiter ansteigen. Diese Entwicklung bedingt eine frühzeitige Verstärkung der Dozententeams im Fachbereich Steuern der Thüringer Verwaltungsfachschule und der Landesfinanzschule.
Hierzu fand am 3. April 2019 im Bildungszentrum eine Informationsveranstaltung für Interessentinnen und Interessenten statt. Diese hatten sich aufgrund einer Interessenbekundung des Thüringer Finanzministeriums bereit erklärt, als nebenamtliche Lehrkraft zu unterrichten, bei der Korrektur von Klausuren und in den mündlichen Prüfungsverfahren mitzuwirken.
Text: Antje Färber, FB Steuern
28. März 2119
Girl‘s und Boy‘s Day 2019 im TMIK
(Plakate: https://www.girls-day.de/ - https://www.boys-day.de)
Am 28. März 2019 war es wieder soweit - der jährliche Girl‘s und Boy‘s Day fand im Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales (TMIK) in Erfurt statt.
Diese bundesweite Veranstaltung hat sich zum Ziel gesetzt, Mädchen die Möglichkeit zu bieten die Berufe näher kennenzulernen, die sonst eher dem männlichen Geschlecht zugeordnet sind. Ebenso sind die Jungen dazu eingeladen, ihren späteren Beruf nicht ausschließlich auf die traditionellen Männerberufe zu stützen.
Um 09:00 Uhr wurden die 44 Mädchen und 33 Jungen vom Herrn Staatssekretär Udo Götze herzlich begrüßt. Dabei gab er einen Überblick über seinen eigenen Werdegang und welche Behörden an diesem Berufsorientierungstag für Fragen und Informationen zur Verfügung stehen.
Das Ministerium bot den Schülerinnen und Schülern verschiedene Informationsstände im Foyer des Gebäudes und im Außenbereich an, bei denen neben der Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (VFHS) auch die Thüringer Verwaltungsschule, das Thüringer Landesverwaltungsamt sowie die Thüringer Polizei und die Berufsfeuerwehr der Stadt Erfurt vertreten waren. Zudem konnten sie sich einen Einblick in den Ministerbereich und die Arbeit der verschiedenen Abteilungen verschaffen.
Der Stand der VFHS wurden von der hauptamtlichen Lehrkraft, Herrn Dr. Steinrücken, sowie fünf Studierenden des Hauptstudiums im Bereich Kommunalverwaltung und staatlich allgemeine Verwaltung betreut. Die Studierenden hatten im Vorfeld eine Präsentation mit vielen Informationen über die VFHS und das Studium vorbereitet, welche sie im Laufe des Tages den einzelnen Schülergruppen vorstellten.
Abgerundet wurde der sehr informative Tag durch eine Nahkampfvorführung der Thüringer Polizei und einer anschließenden Vorführung der Hundestaffel. Dies war ein gelungener Abschluss der Veranstaltung, durch welche bei den 77 Schülerinnen und Schülern hoffentlich das Interesse an einem Beruf im öffentlichen Dienst geweckt wurde.
Text: Dana Czasny, FB KSAV, Kurs 17/2
Im Rahmen der Wahlpflichtveranstaltungen des Hauptstudiums besuchten auch in diesem Jahr wieder Studierende des Fachbereichs Kommunalverwaltung und staatliche allgemeine Verwaltung am 27.03.2019 die Gedenkstätte „Point Alpha“ sowie die dazugehörigen Ausstellungen. Der ehemalige NATO-Truppenstützpunkt, welcher unmittelbar an der Grenze Hessens zum thüringischen Geisa gelegen ist, bietet für Besucher einen authentischen Einblick in die militärischen Vorgehensweisen am ehemaligen Schnittpunkt der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland.
Nach einem einleitenden Vortrag durch den Hintergrund der Gedenkstätte ging es zum Mittagessen in das im amerikanischen Stil möblierte „Black Horse Inn“. Auf eine angemessene Verschnaufpause, welche den Studierenden die Möglichkeit auftat, sich auf eigene Weise noch Eindrücke von den Befestigungsanlagen und Ausstellungsstücken zu verschaffen, folgte eine Führung über das gesamte Gelände des ehemaligen US- Beobachtungsstützpunktes. Dabei bekamen die Zuhörer einen interessanten Überblick hinsichtlich verschiedener zeitlicher Entwicklungsstufen der Grenzbefestigungen im Verlauf der Jahre sowie den Methoden, welche von der Deutschen Demokratischen Republik aus aufgewendet wurden, um Bürger vor der Flucht in ein erhofftes besseres Leben abzuhalten. Am Ende des vierstündigen Aufenthaltes wurde den Anwärtern die Möglichkeit gegeben, eine Auswahl an Exponaten im „Haus der Grenze“ unweit des Camps zu besichtigen, welches neben Grenzausrüstung und Befestigungsplänen auch persönliche Geschichten von Bewohnern in unmittelbarer Nähe des Grenzstreifens aufzeigt, und somit auch eine intimere Perspektive dieses ehemaligen Schauplatzes des Kalten Krieges bietet.
Am Ende der Besichtigung konnten die Studierenden noch einmal einen Blick auf den „Weg der Hoffnung“ werfen, bevor sie sich zurück nach Gotha fuhren. Insgesamt bietet Point Alpha für Besucher einen interessanten Besichtigungsort, an welchem sie Eindrücke einer weniger bekannten Seite des Kalten Krieges erlangen können.
Text und Bilder: Eric Bertuch, FB KSAV, Kurs 17/1
Eine Reise in die Vergangenheit – Projekt über die Stasi in der DDR
Im Rahmen der Wahlpflichtveranstaltungen durften die Studierenden des Hauptstudiums der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung an einer Veranstaltung teilnehmen, welche sich mit der Arbeit des Ministeriums für Staatsicherheit (MfS) in der DDR befasste. Begleitet wurde das zweitägige Projekt von Herrn Dr. Matthias Wanitschke, Referent für politische Bildung bei dem Landesbeauftragen des Freistaates Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Historikern Frau Dr. Steffi Hummel.
Der Großteil der Teilnehmer wurde in der Zeit nach der Wiedervereinigung geboren oder hat die Wende als Kleinkind miterlebt. Umso interessanter war es für uns Studierende, dieses Kapitel der deutschen Geschichte nochmals aufzuarbeiten und sich intensiv mit der Zeit des Kalten Krieges zu befassen. Ziel des ersten Tages war es, Akten der Staatssicherheit aufzuarbeiten und sich in Gruppenarbeit mit alten Dokumenten zu beschäftigten, um sich auf das Zeitzeugengespräch am darauffolgenden Tag vorzubereiten. Zum Abschluss des Tages wurden die Ergebnisse vorgetragen und lebhaft diskutiert.
Der zweite Tag des Projektes begann mit einer Führung in der Außenstelle der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Erfurt. In der Außenstelle lagern Stasi-Unterlagen in einem Umfang von 4,5 Kilometern, die dort gesammelt und aufgearbeitet werden, um sie schließlich für die Einsicht von betroffenen Bürgern vorzubereiten. Der Leiter des Magazins gab uns einen ausführlichen Einblick in das Archiv und berichtete uns über die Arbeitsweise der Staatsicherheit in der DDR.
Im Anschluss daran besuchten wir die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt, in der sich die ehemalige Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatsicherheit befand. Im Rahmen einer Führung erhielten wir einen Einblick in die ehemaligen Zellen für politische Gefangene und besuchten die Ausstellung „Haft-Diktatur-Revolution“. Als Abschluss und Höhepunkt der zw
eitägigen Veranstaltung hatten wir die Möglichkeit, mit einem Zeitzeugen zu sprechen, der seine Tätigkeit als inoffizieller Mitarbeiter (IM) bei der Staatssicherheit nach der Wiedervereinigung offenbarte. Es entwickelte sich eine intensive Gesprächsrunde, die für uns Studierende eine wirklich interessante und einmalige Erfahrung war.
Die Wahlpflichtveranstaltung gab uns einen aufschlussreichen Einblick in die Geschichte der DDR, insbesondere in die Arbeitsweise der Staatsicherheit. Beide Tage waren Teil einer rundum gelungenen Veranstaltung, die nicht nur informierende, sondern auch spannende und bewegende Eindrücke hinterließ.
Text und Bilder: Laura Koch, FB KSAV, 17/1
„Deutschland und die EU“ – Gastvortrag Dr. Johann Christoph Jessen
Am Dienstag, dem 19.03.2019, kamen die Kurse des Abschlussstudiums der drei Fachbereiche der Thüringer Verwaltungsfachhochschule in Gotha zusammen. Anlass war der Gastvortrag des Herrn Dr. Johann Christoph Jessen, Botschafter a.D. der Bundesrepublik Deutschland, zum Thema „Deutschland und die EU – verspielen wir eine Erfolgsgeschichte?“.
Für seinen Einstieg wählte Herr Dr. Jessen den bevorstehenden „Brexit“. Er erläuterte die Vorzüge, welche die EU seit ihrer Gründung seinen Mitgliedsstaaten bietet. Weiterhin gab er seinen Zuhörern am Beispiel der Kriegs- und Nachkriegszeit den Denkanstoß, dass nur gemeinsam Konflikte und komplexe Aufgaben bewältigt werden können. Als Staat mit den meisten Nachbarstaaten in Europa sollte dies gerade Deutschland bewusst sein. Anhand von praktischen Erlebnissen während seiner Tätigkeit als Botschafter machte er den Studierenden außerdem deutlich, dass Deutschland nicht nur wirtschaftlich, beispielsweise durch den Binnenmarkt, sondern auch politisch, durch die gemeinsame Stärke verbündeter Staaten, von der EU profitiert.
Dem Vortrag folgte eine angeregte Diskussionsrunde. Den Zuhörern wurde damit Gelegenheit geboten, offene oder weiterführende Fragen zu stellen.
Zusammenfassend war es eine sehr informative und interessante Veranstaltung, in welcher die Entwicklung der EU und deren Vorzüge für ihre Mitgliedsstaaten anhand von vielen praktischen Beispielen erläutert wurden. Gern ist Herr Dr. Jessen nächstes Jahr wieder eingeladen, um seine Erfahrungen und Kenntnisse auch zu anderen Themen den Studierenden weiterzugeben und ihnen den Blick für die Welt zu öffnen.
Text: Lydia Görlich, FB KSAV, Kurs 17/1
Bilder: Torstenn Grimm, BZ Gotha
Studierende spenden für den guten Zweck
Gleich zwei soziale Einrichtungen freuten sich in diesem Frühjahr über einen Spendenscheck von Studierenden der Fachrichtung „Kommunale und staatliche allgemeine Verwaltung“. Das "Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland" in Tambach-Dietharz und das Gothaer Tierheim „Arche Noah“ erhielten jeweils 300,00 Euro. Dabei handelt es sich um den Erlös der diesjährigen Faschingsfeier, welche die Studierenden des Hauptstudiums veranstalteten.
„Gerne sind wir der Tradition gefolgt, die Einnahmen zu spenden. Das Kinderhospiz und auch das Tierheim leisten einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Wir finden es wichtig, hier finanzielle Unterstützung zu leisten“, sagt Kurssprecherin Luise Hischke.
Informationen über das Kinderhospiz und das Tierheim finden sich auf deren Internetseiten.
Bild: Fabienne Anczok, FB KSAV, Kurs 17/2
4. - 5. März 2019
Praxistipps vom Redenschreiber – Wahlpflichtveranstaltung mit Herrn Hans-Georg Roth
Mit lebhaften Beispielen und vielen Erfahrungen führte uns der ehemalige Redenschreiber und Pressesprecher Herr Hans-Georg Roth in die Welt der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ein. Diese ist nach wie vor eindeutig sein Spezialgebiet. Nach vielen Jahren der Öffentlichkeitsarbeit bei Fernsehen, Ministern und Landesregierungen lehrt der inzwischen pensionierte Ministerialrat an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen sein Handwerk und referiert über Rhetorik und Kommunikation.
Im Rahmen einer Wahlpflichtveranstaltung des Hauptstudiums konnten wir Herrn Hans-Georg Roth willkommen heißen. Am 4. und 5. März 2019 stand für 17 Studierende des Fachbereichs Kommunale und staatliche allgemeine Verwaltung das Thema Kommunikation auf dem Plan.
Das Ziel der Veranstaltung: Wirkungsvoll texten im Internet.
Während des zweitägigen Seminars wurden uns von Herrn Hans-Georg Roth Grundlagen, Leitfäden, Methoden und Techniken erläutert. Diese galt es in verschiedenen Übungen anzuwenden. Herr Roth forderte Kreativität von uns Studierenden, denn nur durch eine prägnante Überschrift und einen gelungenen Text kann man Leser an den Text binden. Dies gilt nicht nur für Printmedien. Die digitale Welt wird auch für die Öffentlichkeitsarbeit einen immer größeren Stellenwert annehmen, als sie schon innehat. Ganz im Gegensatz zu Donald Trump gilt für Herrn Hans-Georg Roth: Digital First. Die digitalen Medien sind selbstverständlich auch Zukunft der Pressearbeit.
Neben Übungen und Präsentationen, interessanten Gesprächen und Diskussionen warb er ausdrücklich für die Tätigkeit als Pressesprecher bzw. als Mitarbeiter in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das Gebiet sei zwar anspruchsvoll, dennoch lockt es mit Herausforderungen, Vielseitigkeit und stetiger Weiterentwicklung. Während des Seminars wurde immer wieder deutlich, dass Herr Roth mit Leib und Seele Rhetoriker ist.
Die beiden Tage gaben uns einen tiefen Einblick in die Arbeitsweise und Methoden der Kommunikation. Das aufschlussreiche Seminar bei Herrn Hans-Georg Roth eröffnete vielen von uns einen Blick auf einen weiteren wichtigen Bestandteil der öffentlichen Verwaltung. Vielleicht führt es den einen oder anderen Absolventen des Fachbereichs KSAV später in die Pressearbeit eines Landratsamts, einer Stadtverwaltung oder eines Ministeriums.
Text und Bilder: Hannes Rytir, FB KSAV, Kurs 17/2
„Wirtschaftsfreundliche Verwaltung durch Verlässlichkeit und zielorientierte Kommunikation“ – ein Gastvortrag an der Thüringer Verwaltungsfachhochschule
Wieder einmal sorgte ein interessanter Vortrag an der Thüringer Verwaltungsfachhochschule für einen voll besetzten Hörsaal. Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, Prof. Gerald Grusser, war in Gotha zu Gast, um den dort Lernenden einen weitreichenden Überblick über die Struktur und die Aufgaben der IHK zu geben und ihnen den Stellenwert einer wirtschaftsfreundlichen Verwaltung zu verdeutlichen.
Die Zuhörerschaft bestand neben den zu einer Vielzahl erschienenen Studierenden auch aus geladenen Gästen. Zu diesen zählten unter anderem Herr Ekkehard Jentzsch, Leiter des Prüfungsamtes des Thüringer Innenministeriums, und Herr Onno Eckert, Landrat des Landkreises Gotha.
Den Schwerpunkt der 90-minütigen Veranstaltung bildete die tiefgründige Schilderung der Grundzüge der IHK und ihres Tätigkeitsbereiches. Herr Prof. Grusser erläuterte in diesem Zusammenhang ausführlich die ursprüngliche Idee zur Gründung der IHK im Jahr 1845, ging ferner auf die verschiedenen Aufgabenfelder ein und legte darüber hinaus die Funktionsweise der Finanzierung offen.
Abschließend wurde der Bezug zwischen Wirtschaft und Verwaltung wiederhergestellt indem der Professor bereits realisierte entscheidende Fortschritte in Richtung einer wirtschaftsfreundlichen Verwaltung aufzeigte. Hierbei kamen das sogenannte RAL-Gütezeichen, die IHK-Netzwerkstätte und auch der Aktionstag „Heimat shoppen“ zur Sprache.
Im Anschluss an den äußerst informativen Vortrag reihte sich zusätzlich eine rege Diskussionsrunde. In dieser konnten die Studierenden noch verbliebene offene Fragen stellen, welche mit einer hohen Bereitschaft durch den Referenten beantwortet wurden.
Zusammenfassend handelte es sich um eine sehr gelungene, aufschlussreiche und lebendige Präsentation. Dem Auditorium wurde im Laufe der Veranstaltung viel Wissenswertes hinsichtlich der Komplexität der IHK zugetragen. Auch gelang es, Verständnis und Interesse für die enorme Bedeutung des Einklangs von Wirtschaft und Verwaltung hervorzurufen und den Willen zu wecken, die Verwaltung auch weiterhin wirtschaftsfreundlich und zukunftsorientiert zu gestalten.
Text: Laura Rückner, FB KSAV, Kurs 17/1
Beschwerdemanager zwischen Bürgern und öffentlicher Verwaltung - Vortrag des Thüringer Bürgerbeauftragten Dr. Kurt Herzberg
Am Donnerstag, dem 21. Februar 2019, hielt der Thüringer Bürgerbeauftragte Dr. Kurt Herzberg einen Vortrag vor den Studierenden im Hauptstudium des Fachbereichs KSAV. Herr Dr. Herzberg thematisierte in seinen Ausführungen den Auftrag, die Arbeitsweise und die Reflexion seiner Stellung als Bürgerbeauftragten des Landes Thüringen.
Der Bürgerbeauftragte handelt im Auftrag des Thüringer Landtages, daher wird die Position auch vom Landtag gewählt. Die Grundlage für die Handlungsfähigkeit des Bürgerbeauftragten bildet das Thüringer Bürgerbeauftragtengesetz. Dr. Kurt Herzberg, welcher 2013 für sechs Jahre gewählt wurde, befindet sich aufgrund seiner Aufgabe als Bürgerbeauftragter in einem öffentlich rechtlichen Arbeitsverhältnis zum Freistaat Thüringen.
Eine Aufgabe des Thüringer Beauftragten ist die Ergänzung der Arbeit des Petitionsausschusses des Thüringer Landtages. Die Rolle des Bürgerbeauftragten liegt darin, als Form des staatlichen Beschwerdemanagements zu agieren. Folglich beinhaltet dies das Aufklären von Fehlern und Missverständnissen zwischen Bürgern und Behörden sowie die Unterstützung von Bürgern durch Erklärungen, Erläuterungen und Übersetzungen von behördlichen Handlungen und Schreiben. Ebenfalls Teil des Aufgabenbereiches des Thüringer Bürgerbeauftragten ist die unabhängige Prüfung von Sachverhalten und deren Bearbeitung innerhalb der Behörde.
Als Fazit beschrieb der Vortragende seine Position als Thüringer Bürgerbeauftragter als einen Beschwerdemanager zwischen den Bürgern und der öffentlichen Verwaltung in Form eines Lotsen, Dolmetschers und Moderator.
Der informative, anschauliche und mit einer Vielzahl von Beispielen bestückte Vortrag von Dr. Kurt Herzberg gab den Studierenden des Hauptstudiums den Anlass dafür sich noch detaillierter mit der Arbeitsweise des Thüringer Bürgerbeauftragten auseinanderzusetzen.
Text und Bilder: Michelle Mönch, FB KSAV 17/1
„Perfect Match - gesucht und gefunden“ - Hochschulfasching 2019
„Helau und hereinspaziert in die Aula des Bildungszentrums Gotha“ hieß es wieder am 14.02.2019 zur alljährlichen Faschingsfeier. Die Veranstalter, traditionell die Studierenden im Hauptstudium des Fachbereiches Kommunalverwaltung und staatliche allgemeine Verwaltung, konnten dieses Jahr 225 Gäste begrüßen. Neben Studierenden und Ehemaligen waren auch Herr Dr. Klüsener, Rektor der Thüringer Verwaltungsfachhochschule und Leiter des Fachbereiches KSAV, und Herr Eckstein, Leiter des Fachbereiches Steuern, anwesend.
Um Bezug auf den gemeinhin bekannten Tag der Verliebten, den Valentinstag, zu nehmen, stand der Abend unter dem Motto „Perfect Match - gesucht und gefunden“. Passend dazu wurden die Räumlichkeiten dekoriert und ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Unter anderem gab es eine Neuauflage der Kuppel-Show „Herzblatt“ und ein Quiz, bei dem anhand von Titeln bekannte Paare aus Film und Fernsehen erraten werden mussten. Der Höhepunkt der Veranstaltung war der Auftritt des Männerballetts. Die sieben Herren hatten sich bereits im Dezember zusammengefunden, um die Choreographien zu den Liedern „Kokomo“ und „Cordula Grün“ einzustudieren. Dabei war die Besonderheit, dass sie bei den Proben von Herr Schäfer, nebenamtlicher Dozent für die Fächer Personenstands-, Staatsangehörigkeits- und Ausländerrecht, unterstützt wurden. Das außerordentliche Engagement nach Unterrichtsende hat sich gelohnt, denn das Publikum war begeistert. An den letzten Tanz schloss sich als finaler Programmpunkt die Wahl des besten Partner- bzw. Gruppenkostüms an. Zwei Studierende des Fachbereiches Steuern konnten mit ihrer Verkleidung als Titelfiguren der Cartoon-Serie „Cosmo und Wanda“ die meisten Herzen für sich gewinnen und somit siegen.
Für das leibliche Wohl während der Veranstaltung sorgten die Frauen und Männer hinter der Bar im Nebenraum der Aula. Besonders die Bowle erfreute sich großer Beliebtheit, weshalb gegen 21:30 Uhr noch Nachschub besorgt werden musste. Musikalisch umrahmt wurde die Party von DJ Alex aus Nordhausen, der keine Mühen gescheut hat, die Vorstellungen der Veranstalter und die Wünsche des Publikums umzusetzen.
Meiner Meinung nach handelte es sich dank der gut durchdachten, langfristigen Planung des Organisationsteams um eine gelungene Faschingsfeier. Für die Studierenden war es eine gute Gelegenheit, außerhalb der Lehrräume mit Kommilitonen und Dozenten in Austausch zu treten. Weiterhin konnten Ehemalige diesen Anlass nutzen, um sich auch nach Abschluss ihres Studiums an der Verwaltungsfachhochschule wiederzusehen. Deshalb würde ich mich freuen, wenn die Studierenden auch in den folgenden Jahren weiterhin die Möglichkeit hätten, diese Tradition fortzuführen.
Text und Bild: Luisa Peter, FB KSAV 17/1
Wahl Senat der Fachhochschule und Fachbereichsräte
Am 12.02.2019 hatten die Studierenden der drei Fachbereiche der Verwaltungsfachhochschule wieder die Möglichkeit Ihre Vertreter im Senat der Fachhochschule und den jeweiligen Fachbereichsräten zu wählen.
Über diese Gremien können die Studierenden im Senat Einfluss auf grundsätzliche Entscheidungen der Fachhochschule nehmen und im Fachbereichsrat u.a. bei der personellen Besetzung des Fachbereiches und der Aufstellung und Gestaltung von Studienplänen mitwirken.
Aufgaben, Rechte und Besetzung von Senat und Fachbereichsrat regeln die §§ 5 und 6 ThürVFHG für den Senat und §§ 8 und 9 ThürVFHG für den Fachbereichsrat. Die Vertreter der Studierenden nehmen diese Funktion jeweils für 12 Monate wahr.
Neben den Studierendenvertretern wurden in diesem Jahr auch die Vertreter der hauptamtlichen Lehrkräfte und der Verwaltung der Fachhochschule gewählt. Diese Wahl findet alle zwei Jahre statt.
Die Wahlbeteiligung lag bei den Studierenden mit rund 60 % noch einmal deutlich höher als im Vorjahr (53 %).
Text und Bild: Torsten Grimm, BZ Gotha
Teilnahme an einer Verhandlung am Bundesarbeitsgericht in Erfurt
Am 12. Februar 2019 besuchten die Studierenden des Hauptstudiums des Fachbereichs Kommunalverwaltung und allgemeine staatliche Verwaltung im Rahmen einer Wahlpflichtveranstaltung das Bundesarbeitsgericht in Erfurt. Das Bundesarbeitsgericht, bestehend aus 10 Senaten und 38 Richtern, ist das einzige Bundesgericht, welches im Freistaat Thüringen ansässig ist, und eines der fünf obersten Gerichtshöfe in der Bundesrepublik Deutschland.
Nachdem die Studierenden eine Einführung durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter über die Geschäftsverteilung, die Richter und die Gerichtsbarkeit des Bundesarbeitsgerichts erhielten, wurden sie detailliert über die einzelnen Fälle mit den komplexen Fallkonstellationen für die Sitzungen, an welchen sie teilnahmen, informiert. Im Anschluss an die Einführung nahmen die Studierenden an 3 Verhandlungen des Ersten Senats mit der Vorsitzenden Richterin und Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts Frau Ingrid Schmidt sowie 2 beisitzenden Richterinnen des Bundesarbeitsgerichts Frau Schmidt und Frau Dr. Ahrendt und 2 ehrenamtlichen Richtern Frau Wankel und Herr Prof. Dr. Rose teil. Dabei konnten die Kenntnisse aus dem Bereich Arbeits- und Tarifrecht erweitert und in der richterlichen Praxis erlebt werden. Inhalt einer der Verhandlungen war, ob eine Betriebsvereinbarung zur Altersvorsorge aus dem Jahr 1992 nach zweimaliger Betriebsfusionierung noch Anwendung finden kann, obwohl ein neuer Pensionsplan dies ausschließen würde. Besonders dieser Fall weckte das Interesse der Studierenden, da selbst die Richter den Fall als eine große Herausforderung im Hinblick auf die Entscheidung ansahen.
In einer weiteren Verhandlung war strittig, ob eine Verrechnung von einem Nachteilsausgleich mit einer Auszahlung aus einem Sozialplan stattfinden kann. Zum Abschluss des Tages wurde in einer Verhandlung noch die Notwendigkeit der Beteiligung eines Betriebsrats bei der Anordnung von Mehrarbeit behandelt. Nachdem die Verhandlungen abgeschlossen waren und der Tag im Bundesarbeitsgericht für die Studierenden endete, haben sie den Verhandlungssaal mit einem Staunen über die juristisch höchst anspruchsvollen Fälle verlassen und mit großem Interesse auf die Entscheidungen der Richter am Nachmittag hingeblickt.
Text und Bilder: Martin Lauterbach, FB KSAV, Kurs 17/1
Am 7. Februar 2019 besuchten die Studierenden des Hauptstudiums der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung den Thüringer Landtag in Erfurt. Diese Gelegenheit bot sich im Rahmen der Wahlpflichtveranstaltungen, welche jedes Jahr im Hauptstudium stattfinden. Die beiden Kurse des Jahrgangs wurden durch eine Mitarbeiterin des Besucherdienstes des Landtages begrüßt.
Eröffnet wurde das Programm mit einer Führung durch das Landtagsgebäude. Zunächst wurden im Besucherraum einige Daten und Fakten über den Landtag berichtet. Sodann erfolgte eine Erläuterung über die Bildung und Zusammensetzung des heutigen Landtages sowie über die Aufgaben der Abgeordneten, der verschiedenen Ausschüsse, des Ältestenrates und den Untersuchungskommissionen.
Sodann konnten die Studierenden eine Liveübertragung der aktuellen Sitzung im Plenarsaal verfolgen. Beispielsweise wurde im Rahmen einer Anhörung die Mindestanzahl von Schülern an Schulen diskutiert. So konnte den Studierenden ein Einblick in die Arbeit des Landtages gewährt werden.
Im Anschluss bot sich den Studierenden die Gelegenheit sich an einer Diskussionsrunde mit den Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke (AfD) sowie Matthias Hey (SPD), dem Abgeordneten Frank Kuschel (DIE LINKE) und dem Mitarbeiter Matthias Schlegel (BÜNDNIS 90 / DIE GÜNEN) zu beteiligen. Im Diskussionsverlauf konnten Meinungen geäußert und ergänzende Fragen gestellt werden. Behandelt wurden aktuellen Themen der Politik, so wurde unteranderem auch über den Stellenwert der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung im Hinblick auf den demografischen Wandel und über die Bürgernähe von Abgeordneten des Thüringer Landtages diskutiert.
Der Besuch des Thüringer Landtages weckte Interesse, das parlamentarische Geschehen weiterzuverfolgen. Den Studierenden konnte somit ein aufschlussreicher Einblick in die Arbeit der Politik gewährt werden.
Text und Bild: Franziska Kinsinger, FB KSAV, Kurs 17/1
Demokratie braucht Demokraten - Gastvortrag im Hörsaal der Thüringer Verwaltungsfachhochschule
Im voll besetzten Hörsaal der VFHS erläuterte der Präsident des Thüringer Oberverwaltungsgerichts Dr. Klaus Hinkel die Zusammenhänge zwischen dem Verfassungsgrundsatz der Versammlungsfreiheit (Art. 8 GG) und der Rolle von Gerichten bei der Anfechtung von Behördenentscheidungen zur Einschränkung der Versammlungsfreiheit nach § 15 Gesetz über Versammlungen und Aufzüge (Versammlungsgesetz).
Neben zahlreichen Studenten waren der Einladung des Rektors der Fachhochschule Herrn Dr. Robert Klüsener auch Vertreter von Politik und kommunaler Verwaltung gefolgt. Unter Ihnen der Innenminister des Freistaates Thüringen Herr Georg Maier, der Landrat des Landkreises Gotha Herr Onno Eckert und der Präsident des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen Herr Michael Brychcy.
Im Mittelpunkt des zweistündigen Vortrags standen die Fragen: Wie gehen Landkreise und Kommunen mit Veranstaltungsanmeldungen von Parteien, Organisationen oder Einzelpersonen um, welche im Verdacht stehen das verfassungsmäßige Recht auf Versammlungsfreiheit missbrauchen zu wollen und was rechtfertigt eine Einschränkung dieses hohen Rechtes?
Dr. Hinkel ging dabei insbesondere auf die Definition einer Versammlung und auf Unsicherheiten von Behörden im Umgang mit Verboten und Auflagen nach § 15 Versammlungsgesetz ein. Oft wird den Verwaltungsgerichten ein zu nachsichtiger Umgang bei der Prüfung von Versammlungsverboten vorgeworfen und dabei der Wert des Rechtes auf Versammlungsfreiheit in einer Demokratie unterschätzt. Die Feststellung der Verwirkung von Grundrechten obliegt nach Art. 18 GG allein dem Bundesverfassungsgericht. Daher müssen einzelne Verbote und Auflagen für Versammlungen gut vorbereitet und stichhaltig belegt werden, um bei Anfechtung vor einem Verwaltungsgericht Aussicht auf Bestand zu haben. Bloße Vermutungen einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung reichen nicht aus.
In jüngster Zeit waren es in Thüringen vor allem Rechtsrockkonzerte, welche erhebliche mediale Öffentlichkeit auf sich zogen und sowohl Kommunen, als auch Gerichte und Polizei vor schwierige Aufgaben stellten. Doch rein emotionale Gesinnungsentscheidungen - gerade in Bezug auf Veranstaltungen bestimmter Parteien und Organisationen - widersprechen dem Sachlichkeitsgebot. Ein funktionierender Rechtsstaat sollte gelassen mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln umgehen können, betonte Dr. Hinkel. Dafür sei vor allem ein starkes zivilrechtliches Engagement für die Demokratie notwendig.
„Demokratie braucht Demokraten“ – mit diesem Zitat beendete Dr. Hinkel seinen Vortrag und ermunterte damit vor allem die vor ihm sitzenden angehenden Staatsdiener sich aktiv für die Demokratie einzusetzen.
Bildungszentrum der Thüringer Landesverwaltung schließt sich der bundesweiten Plattform „ILIAS“ für Hochschulen der Verwaltung an
In der Bundesarbeitsgemeinschaft Digitale Lehre an den Hochschulen für den öffentlichen Dienst in Deutschland teilen sich zur Zeit 30 Bildungsstätten des öffentlichen Dienstes eine einzige ILIAS-Installation mit einem gemeinsamen Magazin. Die beteiligten Institutionen arbeiten hier nicht nur länder-, sondern auch fachübergreifend zusammen.
Das Kürzel ILIAS steht dabei für "Integriertes Lern-, Informations- und Arbeitskooperations-System" und bietet zahlreiche Möglichkeiten des online-gestützten Lehrens und Lernens. ILIAS funktioniert unabhängig vom verwendeten Medium (PC, Windows Notebook, iPad, iPhone, Android Handy ...), für die Nutzung sind lediglich eine Internetverbindung und ein Browser notwendig.
Nach einer dreimonatigen Testphase wurde die Plattform zum 1. Januar 2019 nun für alle Bildungseinrichtungen am Bildungszentrum Gotha zur Verfügung gestellt. Der bisherige Datenaustausch konnte im gleichen Zuge geschlossen werden.
Text, Bilder und Betreuung ILIAS im Bildungszentrum: Torsten Grimm, BZ Gotha
Link zur Plattform ILIAS:
http://www.thueringen.de/th3/vfhs/aktuelles/veranstaltungen/2019/
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References: Art. 23
 Art. 88
 Art. 23
 § 15
 § 15
 Art. 18