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Timestamp: 2018-04-19 09:34:21+00:00

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﻿ Definitionen - A. Heck Kfz-Sachverständiger | Gutachter in Achern und Umgebung
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Unfall, was tun Fragen und Antworten Definitionen Verkehrsurteile
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Alt- und Vorschäden
Ein Gutachten gibt Auskunft über den Betriebszustand des beschädigten Fahrzeuges und eine eventuell mögliche Reparatur, welche sich auf die Erstattung von Nutzungsausfall- oder Mietwagenkosten auswirkt.
Das Gutachten ist die begründete Stellungsnahme eines Sachverständigen. Es ist das schriftlich niedergelegte Untersuchungsergebnis bestimmter Fragen. Das Gutachten kann vor Gericht verwendet werden.
Ein Kostenvoranschlag ist eine Auflistung der zu erwartenden Reparaturkosten und kann somit von jeder Werkstatt erstellt werden. Es darf im Inhalt auf gestellte Fragen keine Antworten geben und kann somit auch nicht vor Gericht verwendet werden. Ein Kostenvoranschlag wird häufig für die Kosten-aufstellung eines sogenannten Bagatellschadens eingesetzt, da die Versicherungen aufgrund der Schadensminderungspflicht ein Gutachten unter ca. 715.- € für nicht notwendig erachten, um die Gesamtkosten des entstandenen Schadens so gering wie möglich zu halten.
Ein Kostenvoranschlag beinhaltet im Gegensatz zu einem Gutachten keine Beweissicherung. Bei Abrechnung nach Kostenvoranschlag trägt grundsätzlich der Ersteller des Kostenvoranschlages das Prognoserisiko. Das bedeutet, dass bei einer nachträglicher Erhöhung des Reparaturschadens kein rechtlicher Anspruch auf Nachregulierung durch die fehlende Beweiskraft des Kostenvoranschlages besteht.
Als Bagatellschaden bezeichnet man einen Schaden mit Instandsetzungskosten zum Beispiel: Kratzer im Lack von unter 715,- Euro. In diesen Fällen kann die Haftpflichtversicherung einen Ersatz der Kosten für eines vom Geschädigten in Auftrag gegebenen Gutachtens mit Berufung auf die sogenannte Schadens-minderungspflicht ablehnen. Es kann dann auf der Reparaturkosten-rechnung abgerechnet werden, um dadurch die Gesamtkosten des entstandenen Schadens so gering wie möglich zu halten.
Grundsätzlich gilt, dass ein Bagatellschaden als solcher von einem Laien erkannt werden muss, ohne dass ein Kfz-Sachverständiger hinzugezogen werden muss.
Wir empfehlen im Zweifel immer einen Kfz-Sachverständigen zu beauftragen, der sich das Fahrzeug begutachtet. Sollte der Kfz-Sachverständige erkennen, dass es sich um einen Bagatellschaden handelt, so wird er sicherlich auch nur einen Kostenvoranschlag oder ein einfaches Gutachten erstellen, sodass kein Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht besteht.
Von einem Totalschaden spricht man, wenn die Wiederherstellung des beschädigten Fahrzeuges entweder nicht möglich (technischer Totalschaden) oder unwirtschaftlich ist (wirtschaftlicher Totalschaden). Der Anspruch auf Wiederherstellung des beschädigten Fahrzeuges verwandelt sich dann in einen Anspruch auf Geldersatz.
Technischer Totalschaden liegt vor bei völliger Zerstörung des Fahrzeuges oder wenn die Reparaturkosten und ggf. anfallende Wertminderung liegen höher als ca. 70 % über dem Wiederbeschaffungswert. Das Fahrzeug ist selbst aus der Sicht eines Laien nicht mehr für die Wiederherstellung geeignet. Dabei hat der Kfz-Sachverständige unter Berücksichtigung der Schadens-minderungspflicht auf eine ausführliche Kalkulation zu verzichten und sein Grundhonorar um 30 % zu kürzen.
Der wirtschaftliche Totalschaden liegt vor, wenn unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht mehr von Reparaturwürdigkeit (Reparaturkosten und die ggf. anfallende Wertminderung höher ausfallen als der Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes) gesprochen werden kann.
Wer unverschuldet in einen Unfall verwickelt wird, hat Anspruch auf Inanspruchnahme eines Mietwagens für den Zeitraum, in dem sein unfallbeschädigtes Fahrzeug instandgesetzt wird. Auch bei vorliegendem Totalschaden des Fahrzeugs besteht Anspruch auf Inanspruchnahme eines Mietwagens für den Zeitraum, der zur Wiederbeschaffung eines vergleichbaren Fahrzeuges erforderlich ist. Alternativ zur Beanspruchung eines Mietwagens ergibt sich die Möglichkeit, eine Nutzungsausfallentschädigung zu erhalten.
Der Geschädigte, der kein Ersatzfahrzeug anmietet, hat grundsätzlich Anspruch auf Geldentschädigung im Sinne von § 249 Abs. 2 BGB für die Entziehung der Nutzungsmöglichkeit seines beschädigten PKW`s. Die Höhe der Nutzungsausfallentschädigung bemisst sich u. a. nach der Reparaturdauer. Der konkrete Tagessatz kann beispielsweise aus der Nutzungsausfall-entschädigungstabelle (Sanden, Danner, Küppersbusch) entnommen werden. Der Kfz-Sachverständige wird im Schadensgutachten die technische Einordnung des Fahrzeuges für den Nutzungsausfall vornehmen.
Der Wiederbeschaffungswert eines unfallgeschädigten Kraftfahrtzeuges ist nach dem Preis zu bestimmen, den ein Geschädigter aufzubringen hat, unter Berücksichtigung bei der Ermittlung vom Kfz-Sachverständiger sämtliche den Wiederbeschaffungswert beeinflussende Faktoren und der örtliche Marktlage, wenn er von einem seriösen Händler ein vergleichbares Kraftfahrzeug, nach sämtlichen technischen Überprüfungen erwerben will.
Der Wiederbeschaffungsaufwand bezeichnet die Differenz aus Wieder-beschaffungswert und den Restwert. Da der Restwert dem Geschädigten verbleibt, ist bei der fiktiven Abrechnung auf Gutachterbasis der zu ersetzende Schaden nach oben durch den Wiederbeschaffungsaufwand begrenzt.
Lässt der Geschädigte sein unfallbeschädigtes Fahrzeug nicht reparieren, sondern realisiert er durch dessen Veräußerung den Restwert, ist sein Schaden in entsprechender Höhe ausgeglichen. Deshalb wird auch bei Abrechnung nach den fiktiven Reparaturkosten in solchen Fällen der Schadenersatzanspruch durch den Wiederbeschaffungsaufwand begrenzt, sodass für die Anwendung sogenannter 70 % Grenze kein Raum ist.
Alt - und Vorschäden
Als Vorschaden bezeichnet man den Schaden am Fahrzeug der schon vor langer Zeit entstanden ist, jedoch zwischenzeitlich sach- und fachgerecht behoben wurde.
Unter einem Altschaden versteht man eine noch nicht behobene Beschädigung an einem Kraftfahrzeug. Dies können Unfallschäden, Gebrauchtschäden wie Beulen, Kratzer oder auch Korrosionsschäden sein. Auch Betriebsschäden (Verschleißschäden) sind Altschäden.
Unter dem Begriff Restwert versteht man den Betrag, der für ein unfallbeschädigtes Fahrzeug im Unfallzustand in einem örtlich begrenzten Gebiet bei einem seriösen Händler durchschnittlich erzielt werden kann. Beim Restwert handelt es sich regelmäßig um den meist umstrittensten Wert in einem Gutachten, da hier für die regulierungspflichtige Versicherung das höchste Einsparpotenzial innerhalb der Schadensregulierung liegt.
Zur Definition des Restwertes hat der BGH bereits am 04.06.1993 entschieden, dass der Geschädigte bei Ausübung der Ersetzungsbefugnis des § 249 Abs. 2 BGB die Veräußerung seines beschädigten Kraftfahrzeuges grundsätzlich zu demjenigen Preis vornehmen darf, der ein von ihm eingeschalteter unabhängiger Kfz-Sachverständiger als Wert auf dem allgemeinen Markt ermittelt hat. Auf höhere Ankaufspreise spezieller Restwertaufkäufer muss der Geschädigte sich in der Regel nicht verweisen lassen.
Den Restwert ermittelt ein unabhängiger Kfz-Sachverständiger unter Berücksichtigung des konkreten Schadensbildes und regionaler Marktgegebenheiten. Die objektive Restwertermittlung durch einen unabhängigen Kfz-Sachverständigen kann dem Fahrzeugbesitzer viel Geld sparen.
Der Minderwert ist ein erstattungsfähiger Schaden, der damit begründet wird, dass ein Unfallwagen im Falle eines späteren Verkaufs einen geringeren Erlös erzielen kann, als Fahrzeuge ohne Vorschäden. Man unterscheidet zwischen technischer und merkantiler Wertminderung und definiert diese wie folgt:
Beim technischen Minderwert handelt es sich um die Herabsetzung des Wertes eines Fahrzeuges, bei welchem trotz Instandsetzung gegenüber dem Zustand vor dem Unfall noch technische Mängel zurückgeblieben sind. Diese technischen Mängel müssen sich auf die Gebrauchsfähigkeit, Betriebs-sicherheit, die Lebensdauer oder das äußere Aussehen des Fahrzeuges in nachteiliger Weise auswirken.
Der merkantile Minderwert betrifft keine schon erkannten Mängel, wie Sie im Bereich der technischen Wertminderung Berücksichtigung finden, sondern er bezieht sich auf den Verdacht verborgener Mängel, die sich erst in der Folgezeit bemerkbar machen können und somit den Verkehrswert des Fahrzeugs mindern.
Der Minderwert wird durch einen unabhängigen Kfz-Sachverständigen im Gutachten gesondert ausgewiesen.
Die 130 % Grenze oder sogenannte Opfergrenze Regelung betrifft ausschließlich Haftpflichtschäden. Übersteigen die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert um bis zu 30 %, kann der Geschädigte das Fahrzeug dennoch instandsetzen lassen, soweit er das Fahrzeug weiter nutzt und die Reparatur fachgerecht durchgeführt wird.
Von Seiten des Fahrzeughalters wird jedoch großer Wert auf eine Instandsetzung und Weiterbenutzung des Fahrzeuges gelegt. Die Inanspruchnahme der Opfergrenze bleibt der rechtlichen Würdigung vorbehalten.
Mit Beschluss vom 18. 11. 2008 – VI ZB 22 / 08 hat der BGH eindeutig festgestellt, dass in den Fällen der Reparatur im Rahmen der 130 % die Reparaturkosten inklusive der Integritätsspitze sofort fällig sind. Teilweise wurde von verschiedenen Versicherungen erst auf Totalschaden (Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert) abgerechnet mit dem Hinweis, dass nach den sechs Monaten eine Restregulierung auf Basis der 130 % erfolgt.
Der Geschädigte kann gemäß § 249 BGB frei wählen, ob er das Fahrzeug instandsetzen lässt oder ob er sich die ermittelten Reparaturkosten auszahlen lässt. Diesen Vorgang bezeichnet man als fiktive Abrechnung oder Abrechnung nach Gutachten. Ohne Gutachten ist diese Form der Regulierung nicht möglich.
Liegen die Reparaturkosten oberhalb von 70 %, wird bei der fiktiven Abrechnung nach herrschender Rechtsprechung der Restwert in Abzug gebracht (Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert = Entschädigungsbetrag). Der Geschädigte darf in diesen Fällen sein beschädigtes Fahrzeug zu dem Wert veräußern, den der Kfz-Sachverständige als Wert auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat. Auf höhere Restwertangebote des Versicherers muss er sich nur dann einlassen, falls er sein Fahrzeug noch nicht veräußert hat (BGH, Urteil vom 06. 04. 1993, AZ VI ZR 181 / 92 – und BGH, Urteil vom 30. 11. 1999, AZ VI ZR 219 / 98).
Alle diese Gründe ermöglichen es dem Geschädigten, fiktive Reparaturkosten gemäß einem Kostenvoranschlag oder einem vom ihm eingeholten Sachverständigengutachten oder den Wiederbeschaffungswert gemäß einem Sachverständigengutachten zu verlangen, da der Geschädigte eben gerade gemäß § 249 Abs. 2 BGB Anspruch auf den zur Wiederherstellung seines Fahrzeugs erforderlichen Geldbetrag hat.
Quelle: BVSK.de
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References: § 249
 BGH 
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