Source: http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/auslndische-arbeitnehmer.html
Timestamp: 2017-09-21 01:28:29+00:00

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Der wesentliche Vorteil, den die Neuregelung für diesen Personenkreis mit sich bringt, ist die Möglichkeit der familiengerechten Besteuerung Verheirateter nach der Steuerklasse III und dem Splittingtarif (Besonderheiten bei Grenzgängern ). Darüber hinaus können seit 1996 auch Arbeitnehmer mit Wohnsitz außerhalb der EU, die in der Bundesrepublik weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt haben, unter bestimmten Voraussetzungen auf Antrag als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt werden.
Die gesamten Einnahmen sind Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit, und zwar auch im Heimatland in ausländischer Währung ausgezahlte Teile des Arbeitslohns. Falls der Arbeitnehmer auf die im Heimatland ausgezahlten Beträge auch eine ausländische Steuer zu entrichten hat, die der deutschen Lohn- oder Einkommensteuer entspricht, kommt eine Anrechnung dieser auf die deutsche Einkommensteuer in Betracht. Dazu muss allerdings ein Antrag auf Einkommensteuerveranlagung gestellt werden. Selbst wenn ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, wird die Lohnsteuer in der Regel im Tätigkeitsstaat erhoben; Ausnahmen enthalten die Doppelbesteuerungsabkommen z.B. für eine vorübergehende Auslandstätigkeit (weniger als 183 Tage). Falls der ausländische Arbeitnehmer der Meinung ist, dass nach den Doppelbesteuerungsabkommen keine Lohnsteuerpflicht besteht, erteilt das Betriebsstättenfinanzamt des Arbeitgebers eine entsprechende Freistellungsbescheinigung , die der Arbeitgeber zum Lohnkonto nehmen muss. Den Antrag beim Betriebsstättenfinanzamt kann sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer stellen.
Grundsätzlich sind Arbeitnehmer dieser Personengruppe beschränkt einkommensteuerpflichtig mit ihren inländischen Einkünften ( §§ 1 Abs. 4 , 49 EStG ). Für den Lohnsteuerabzug erhalten die Arbeitnehmer vom Betriebsstättenfinanzamt ihres Arbeitgebers eine besondere Bescheinigung ( § 39d Abs. 1 EStG ), aus der sich die für den Lohnsteuerabzug maßgebenden Merkmale ergeben. Erzielen Arbeitnehmer, die zu dieser Personengruppe gehören, ihre Einkünfte ganz oder fast ausschließlich in der Bundesrepublik, können sie auf Antrag als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass ihre Einkünfte im Kalenderjahr zu mindestens 90 % der deutschen Einkommensteuer unterliegen und die restlichen, nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte, nicht mehr als 6.136 EUR betragen. Die Grenze von 6.136 EUR ist je nach Heimatstaat des Arbeitnehmers entsprechend der Ländergruppeneinteilung ( § 33a EStG ) um 1/3 bzw. 2/3 auf 4.091 EUR bzw. 2.045 EUR zu kürzen. Die Ausübung des Wahlrechts setzt ferner voraus, dass die Höhe der nicht der deutschen Steuer unterliegenden Einkünfte durch eine Bescheinigung der ausländischen Steuerbehörde nachgewiesen wird.
Für Zwecke des Lohnsteuerabzugs erhalten auch Arbeitnehmer, die auf Antrag als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt werden, keine Lohnsteuerkarte, sondern eine Bescheinigung des Betriebsstättenfinanzamtes ( § 39c Abs. 4 EStG ), die dem Arbeitgeber zu Beginn des Dienstverhältnisses bzw. zu Beginn des Kalenderjahres vorgelegt werden muss.
Wohnt der Ehegatte des unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Arbeitnehmers in einem Staat der EU /EWR gelten für die Besteuerung nach § 1a EStG im Wesentlichen dieselben Bestimmungen wie für unbeschränkt steuerpflichtige Ehegatten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Einkünfte im Kalenderjahr zu mindestens 90 % der deutschen Einkommensteuer unterliegen und die restlichen, nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte, nicht mehr als 12.272 EUR betragen (maßgebend sind bei nicht getrennt lebenden Ehegatten die gemeinsamen Einkünfte). Die Grenze von 12.272 EUR ist je nach Heimatstaat des Arbeitgebers entsprechend der Ländergruppeneinteilung ( § 33a EStG ) um 1/3 bzw. 2/3 auf 8.182 EUR bzw. 4.091 EUR zu kürzen. Die Höhe der nicht der deutschen Steuer unterliegenden Einkünfte ist auch hier durch eine entsprechende Bescheinigung der ausländischen Steuerbehörden nachzuweisen (Einzelheiten dazu s.o.).
Der Arbeitnehmer erhält zwar keine Lohnsteuerkarte, dafür aber eine Bescheinigung nach § 39c Abs. 4 EStG , auf der auf Antrag die Steuerklasse III, Kinderfreibeträge und ggfs. ein Freibetrag nach § 39 a EStG eingetragen werden können.
Sind die Ehegatten geschieden oder leben dauernd getrennt, können Unterhaltsleistungen auch dann als Sonderausgaben abgezogen werden ( § 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG ), wenn der Ehegatte nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist (Realsplitting). Voraussetzung ist, dass die Besteuerung der Unterhaltsleistungen beim Unterhaltsempfänger durch eine Bescheinigung der ausländischen Steuerbehörden nachgewiesen wird.

References: § 39
 § 33
 § 39
 § 1
 § 33
 § 39
 § 39
 § 10