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Timestamp: 2017-11-23 05:35:14+00:00

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Unterhaltsleistungen - Wehrdienstkinder:
Für die Zeit der Ableistung des Grundwehr- oder Zivildienstes besteht kein Anspruch auf einen Kinderfreibetrag oder auf Kindergeld (§ 32 Abs. 4 EStG). Es ist daher die steuerliche Entlastung gem. § 33a Abs. 1 EStG - Abzug der Unterhaltszahlungen - grundsätzlich möglich. Unterhaltszahlungen für diesen Personenkreis können im Rahmen des § 33a Abs. 1 EStG bis zu dem jeweiligen Höchstbetrag als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden, vgl. Unterhaltsleistungen. Lebt der Sohn während der Dienstzeit grundsätzlich noch zu Hause, kann davon ausgegangen werden, dass die Eltern ihn monatlich mit dem Höchstbetrag gem. § 33a Abs. 1 EStG in Höhe von 640 EUR bis 2009 bzw. 667 EUR ab 2010 unterstützen, ohne den Unterhalt im Einzelnen nachweisen zu müssen (R 33a.1 Abs. 1 Satz 5 EStR).
Bei der Ermittlung der eigenen Einkünfte und Bezüge, die zur Bestreitung des Unterhalts bestimmt oder geeignet sind, sind bei Grundwehrdienstleistenden der Wehrsold, die Sachbezüge wie Unterkunft und Verpflegung, das Weihnachts- und das Entlassungsgeld zu berücksichtigen.
2. Übersicht zur Ermittlung der anrechenbaren Bezüge wehrdienstpflichtiger Kinder:
- Sachbezugswert für Verpflegung monatlich
Grundlagen: Sachbezugsverordnung/SvEV
- Sachbezugswert für Unterkunft (incl. Heizung und Beleuchtung)monatlich:
Weihnachtszuwendung: ab 2010 wegen der Verkürzung des Dienstes = 115,20 EUR (VZ 2002 bis VZ 2009 = 172,56 EUR)
Die besondere Zuwendung wird im Dezember gezahlt. Falls dieses auf Grund der kurzen Wehrdienstzeit nicht möglich ist, wird dieser Betrag bei der Entlassung geleistet.
Entlassungsgeld: ab 2010 wegen Verkürzung des Dienstes = 460,80 EUR (bis VZ 2009 = 690,24 EUR)
ggf. wird gem. § 41a ZDG i.V.m. § 8c WSG ein Zuschlag in Höhe von 20,45 EUR kalendertäglich gezahlt
Entlassungsgeld nach Ableistung des vollen Grundwehrdienstes: Leisten Eltern Unterhalt an ihren Sohn nur während der Dauer seines Wehrdienstes, so unterbleibt die Anrechnung des Entlassungsgeldes, da es insoweit auf die Zeit nach Beendigung des Grundwehrdienstes entfällt (BFH, 26.04.1991 - III R 48/89, BStBl II 1991, 716). Nur bei Zahlung des Entlassungsgeldes am 31.12. erfolgt die Zuordnung doch rein nach dem Zuflussprinzip im laufenden Jahr (BFH, 15.07.2010 - III R 22/09, BFH/NV 2010, 256). Weitere Informationen zum Zufluss vgl. Stichwort Entlassungsgeld)
Als Bezüge von Grundwehrdienst- und Zivildienstleistenden werden folgende Beträge gezahlt: (vgl. Wehrsoldgesetz 30.05.2005, BGBl 2005 I S. 1510; Neufassung durch Bekanntmachung v. 13.08.2008, BGBl. 2008 I S. 1718)
Wehrsoldtagessatz (bis 2007)
Umrechnung auf einen Monatsbetrag bei 30 Tagen (bis 2007)
9,41 EUR (7,41 EUR)
282,30 EUR (222,30 EUR)
10,18 EUR (8,18 EUR)
305,40 EUR (245,40 EUR)
10,95 EUR (8,95 EUR)
328,50 EUR (268,50 EUR)
11,71 EUR (9,71 EUR)
351,30 EUR (291,30 EUR)
3. Anzurechnende Monatsbezüge auf einen Blick
Wehrsold:
x 30Tage
Summe der anzurechnenden eigenen Bezüge
550,80EUR
605,60 EUR
Wehrsold: Tagessatz x
Sachbezugswert Verpflegung
Sachbezugswert Unterkunft
200,30EUR
268,50EUR
4. Eigene Bezüge des Zivildienstleistenden
Zivildienstleistenden stehen die gleichen Geld- und Sachbezüge zu wie einem Soldaten des untersten Mannschaftsdienstgrads (Grenadier), der den Grundwehrdienst leistet (§ 35 Abs. 1 Zivildienstgesetz). Die vorgenannten anzurechnenden Bezüge gelten daher entsprechend.
5. Grundwehrdienst im Ausland
Leistet die unterstützte Person ihren Wehrdienst im Ausland und ist diese nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, ist bei der Ermittlung der abziehbaren Aufwendungen die Ländergruppeneinteilung zu beachten.
6. Mobilitätszuschlag
Als eigener Bezug ist auch ggf. ein sog. Mobilitätszuschlag gem. § 8d Wehrsoldgesetz zu berücksichtigen. Dieser wird Soldaten gezahlt, die Grundwehrdienst leisten und deren Standort mehr als 30 km von ihrem Wohnort entfernt ist. Der Mobilitätszuschlag wird zum Ausgleich der heimatfernen Einberufung gewährt. Er ist aber nicht zweckgebunden, da Heimfahrten der Wehrpflichtigen mit öffentlichen Verkehrsmitteln kostenlos sind.
Die Eltern unterstützen 2010 ihren 20-jährigen Sohn, der im Juni 2010 sein Abitur besteht, ganzjährig mit monatlich 275 EUR. Ab dem 01.07.2010 leistet S seinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr in Köln. Eigene Einkünfte und Bezüge hat S bis zum 01.07. nicht. Er wohnt in Köln.
Kindberücksichtigung:
S kann als Kind von Januar bis Juni berücksichtigt werden (6 Monate: Kindergeld oder Kinderfreibetrag).
Unterstützungszahlungen gem. § 33a Abs. 1 und 4 EStG :
a) Zahlungen im Zeitraum Januar - Juni = keine Berücksichtigung, da Anspruch auf Kinderfreibetrag oder Kindergeld besteht.
b) Zahlungen im Zeitraum Juli - Dezember gem. § 33a Abs. 1 EStG zu berücksichtigen:
Zahlungen: 275 EUR x 6 = 1.650 EUR
Höchstbetrag 6/12 von 8.004 EUR = 4.002 EUR
Eigene Einkünfte und Bezüge des Sohnes im 2. Halbjahr 2010
Wehrsold + Sachbezüge
(Verpflegung und Unterkunft):
Wehrsold mtl
Unterkunft mtl
Verpflegung mtl
monatlich x 6 =
verbleiben als Bezüge
abzüglich anrechnungsfrei 6/12
von 624 EUR =
verbleiben anzurechnen
Der gekürzte Höchstbetrag von 4.002 EUR ist um den anzurechnenden Betrag von 2.913 EUR zu vermindern. Es verbleibt ein Betrag von 1.089 EUR. Da der insoweit verbleibende Höchstbetrag von 1.089 EUR geringer ist als die tatsächlichen Unterhaltszahlungen von 1.650 EUR, können auch nur 1.089 EUR steuerlich gem. § 33a Abs. 1 EStG berücksichtigt werden.

References: § 33
 § 33
 § 33
 § 41
 § 8
 § 8
 § 33
 § 33
 § 33