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Timestamp: 2019-10-18 17:43:58+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 25.04.2007 - 1 S 2828/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,4227
VGH Baden-Württemberg, 25.04.2007 - 1 S 2828/06 (https://dejure.org/2007,4227)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 25.04.2007 - 1 S 2828/06 (https://dejure.org/2007,4227)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 25. April 2007 - 1 S 2828/06 (https://dejure.org/2007,4227)
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Zur Rechtmäßigkeit polizeilicher Maßnahmen gegen eine stille Mahnwache aus 2 Personen anlässlich einer öffentlichen Gedenkfeier zum Volkstrauertag
Art 8 Abs 1 GG, § 1 Abs 1 VersG BW, § 15 Abs 1 VersG BW, § 15 Abs 2 VersG BW, § 7 Abs 2 FeiertG BW, § 8 Abs 3 FeiertG BW
Anforderungen an die Bildung einer Versammlung im verfassungsrechtlichen und versammlungsrechtlichen Sinne; Verbot einer stillen Mahnwache unter Hinweis auf den Charakter und die Würde des Volkstrauertags; Zeigen politischer Plakate mit rechtsgerichtetem Inhalt; ...
Bundesverfassungsrecht, Versammlungsrecht, Vereinsrecht, Sonn- und Feiertagsgesetz : Versammlung, Mahnwache, Personenzahl, Volkstrauertag, Gedenkfeier
Mündliche Verhandlung angekündigt
ESVGH 57, 197
VBlBW 2008, 60
b) Bei Zugrundelegung dieses auch vom erkennenden Senat (vgl. Urt. v. 26.01.1998 - 1 S 3280/96 - a.a.O. und v. 25.04.2007 - 1 S 2828/06 - a.a.O.) vertretenen sog. engen Versammlungsbegriffs können auch kulturelle Veranstaltungen wie Musikveranstaltungen, Theaterstücke oder Dichterlesungen als "gemischte" Veranstaltungen unter dem Schutz der Versammlungsfreiheit stehen.
Sie kann geltend machen, dass sich die zur gerichtlichen Überprüfung gestellte Maßnahme typischerweise schnell erledigt, so dass angesichts der Grundrechtsbetroffenheit die Rechtsschutzgarantie des Art. 19 Abs. 4 GG die Eröffnung der Klagemöglichkeit gebietet (vgl. Senatsurteil vom 25.04.2007 - 1 S 2828/06 - VBlBW 2008, 60 m.w.N.).
Mindestens zwei Personen können eine durch Art. 8 GG geschützte Versammlung bilden (Anschluss an VGH Baden Württemberg, Urteil vom 25. April 2007 - 1 S 2828/06 -, ESVGH 57, 197).
Der Senat schließt sich der Auffassung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg an (Urteil vom 25. April 2007 - 1 S 2828/06 -, ESVGH 57, 197 = juris Rn. 22 f.), der eine Teilnahme von zwei Personen zu gemeinsamer Meinungsäußerung bei gleichzeitiger physischer Anwesenheit für ausreichend hält, wie dies auch der bundesweit einzigen gesetzlichen Regelung in § 2 Abs. 1 des bayerischen Versammlungsgesetzes entspricht (…Dietel u.a., a.a.O.).
vgl. grundlegend BVerfG, Beschluss vom 14. Mai 1985 - 1 BvR 233/81, 1 BvR 341/81 - "Brokdorf II"; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 25. April 2007 - 1 S 2828/06 -, juris Rn. 27.
Denn das Versammlungsverbot ist nach der aus Gründen effektiver Rechtsschutzgewährung - wegen der durch Zeitablauf drohenden Hauptsacheerledigung - ausnahmsweise bereits im vorliegenden Eilverfahren nach § 80 Abs. 5 VwGO möglichst umfassend vorzunehmenden Prüfung der Sach- und Rechtslage offensichtlich rechtswidrig; sie steht im Widerspruch zur einschlägigen, auch von der Kammer für zutreffend erachteten herrschenden verfassungs- und verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung (grundlegend BVerfG, Beschl. v. 14.05.1985, BVerfGE 69, 315; vgl. ferner Beschl. v. 11.04.2002, DVBl. 2002, 970 ; Beschl. v. 05.09.2003, NVwZ 2004, 90, [BVerfG 05.09.2003 - 1 BvQ 32/03] Beschl. v. 23.06.2004, NJW 2004, 2814, Beschl. vom 16.04.2005, NJW 2005, 3202, Beschl. v. 26.01.2006, NVwZ 2006, 585, Beschl. v. 27.01.2006, NVwZ 2006, 586; VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 30.04.2002 - 1 S 1050/02 -, VBlBW 2002, 383, Urt. v. 25.04.2007 - 1 S 2828/06 -, vensa; jeweils m.w.N.).
Überdies ist zu beachten, dass insoweit nicht auf die - verfassungsrechtlich zu tolerierenden - Inhalte der Demonstration abgehoben werden darf, sondern lediglich auf über den Inhalt hinausgehende provokative Begleitumstände (vgl. BVerfG, Beschl. v. 01.09.2000, NVwZ 2000, 1406 f., [BVerfG 01.09.2000 - 1 BvQ 24/00] Beschl. v. 23.06.2004, NJW 2004, 2814, Beschl. v. 26.01.2006, NVwZ 2006, 585; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 25.04.2007 - 1 S 2828/06 -, vensa).
Denn das in diesem Zusammenhang einschlägige Grundrecht der Versammlungsfreiheit ( Art. 8 GG ) schützt Aufzüge, nicht aber Aufmärsche mit paramilitärischen oder sonstwie einschüchternden Begleitumständen (vgl. BVerfG, Beschl. v. 07.04.2001, NJW 2001, 2072, 2074 [BVerfG 07.04.2001 - 1 BvQ 17/01] , Beschl. v. 24.03.2001, NJW 2001, 2069, 2071, Beschl. v. 05.09.2003, NVwZ 2004, 90, Beschl. v. 23.06.2004, NJW 2004, 2814; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 25.04.2007 - 1 S 2828/06 -, vensa).
VG Stuttgart, 13.10.2011 - 4 K 2414/11
Gewerberechtliche Nachschau beschränkt sich auf die Geschäftsräume; Zustimmung …
Dieses besteht darin, dass sich die Maßnahme der Mitnahme der Unterlagen, wie sich gezeigt hat, typischerweise schnell erledigt, so dass angesichts der Grundrechtsbetroffenheit die Rechtsschutzgarantie des Art. 19 Abs. 4 GG die Eröffnung der Klagemöglichkeit gebietet (…vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 19.08.2010 - 1 S 2266/09 -, VBlBW 2011, 23; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 25.04.2007 - 1 S 2828/06 - VBlBW 2008, 60 m.w.N.).
VG Stuttgart, 13.10.2011 - 4 K 2413/11
Freiwilligkeit der Herausgabe von Unterlagen bei gewerberechtlicher Nachschau
Der Kläger kann für sich nichts daraus ableiten, dass eine Versammlung, die zeitweise aus weniger als drei Personen besteht (zum Meinungsstand hinsichtlich der Mindestteilnehmerzahl vgl. VGH Baden-Württemberg, Urt. v. 25.04.2007 - 1 S 2828/06 - juris), unter Umständen nicht mehr unter den Schutzbereich des Art. 8 GG fällt.
Nach § 8 Abs. 3 FTG können öffentliche Veranstaltungen und Vergnügungen an den übrigen Tagen der Karwoche (Palmsonntag bis Karsamstag), am Ostersonntag, Pfingstsonntag, an Fronleichnam, am Volkstrauertag (vorletzter Sonntag vor dem 1. Advent) und am Ersten Weihnachtstag, auch soweit sie nach § 7 Abs. 2 nicht verboten sind, von der Kreispolizeibehörde auf Antrag der Ortspolizeibehörde verboten werden, wenn sie nach den besonderen örtlichen Verhältnissen Anstoß zu erregen geeignet sind (vgl. hierzu VGH Bad. -Württ., Urt. v. 25.04.2007 - 1 S 2828/06 - juris).
Eine "negative Meinungsfreiheit", verstanden als das Recht, von der Konfrontation mit abweichenden fremden Meinungen in jeglicher Weise verschont zu bleiben, gibt es nicht (VGH BW, U. v. 25. April 2007 - 1 S 2828/06 - Rz 29).

References: § 1
 § 15
 § 15
 § 7
 § 8
 Art. 19
 Art. 8
 § 2
 § 80
 Art. 8
 Art. 19
 Art. 8
 § 8
 § 7