Source: http://www.takeover.ch/transactions/document/id/349
Timestamp: 2018-07-22 14:52:29+00:00

Document:
0300 / 01 - Mövenpick-Holding (Zur Transaktion)
Die Mövenpick-Holding („Mövenpick-Holding“ oder „Zielgesellschaft“) ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Cham (ZG). Ihr Aktienkapital beträgt CHF 11'787'648 und ist eingeteilt in 577'584 Inhaberaktien mit einem Nennwert von je CHF 15 und in 1'041'296 vinkulierte Namenaktien mit einem Nennwert von je CHF 3. Sowohl die Inhaber- als auch die Namenaktien sind an der SWX Swiss Exchange („SWX“) kotiert. Die Statuten der Mövenpick-Holding enthalten eine Opting Out Klausel.
Die Carlton-Holding AG („Carlton-Holding“ oder „Anbieterin“) ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Allschwil (BL). Das Aktienkapital beträgt CHF 400'000 und ist eingeteilt in 24 Namenaktien mit einem Nennwert von je CHF 100 (Stimmrechtsaktien) und 8 Namenaktien mit einem Nennwert von CHF 49'700. Die Carlton-Holding wird zu 100% von Luitpold von Finck beherrscht. Die Aktien der Carlton-Holding sind nicht kotiert. Per 4. Dezember 2006 hält die Carlton-Holding direkt und indirekt 495'594 Inhaberaktien und 960'827 Namenaktien der Mövenpick-Holding, was 89.96% der Stimmrechte und 87.52% des Kapitals der Zielgesellschaft entspricht.
Am 16. November 2006 kündigte die Carlton-Holding in den elektronischen Medien an, dass sie ein öffentliches Übernahmeangebot für alle sich im Publikum befindenden Inhaber- und Namenaktien unterbreiten werde („Voranmeldung“).
Am 20. November 2006 erfolgte die landesweite Publikation der Voranmeldung, indem diese in mehreren Zeitungen in deutscher und französischer Sprache veröffentlicht wurde. Der Angebotsprospekt, der Bericht des Verwaltungsrats der Zielgesellschaft sowie die Fairness Opinion wurden der Übernahmekommission vor der Publikation zur Prüfung unterbreitet.
Am 6. Dezember 2006 wird voraussichtlich die landesweite Verbreitung des öffentlichen Kaufangebots der Carlton-Holding erfolgen, indem dieses in mehreren Zeitungen auf Deutsch und Französisch veröffentlicht und den elektronischen Medien zugestellt wird. Das Angebot bezieht sich auf 81 ' 990 Inhaberaktien und 80 ' 469 Namenaktien. Der Angebotspreis beträgt CHF 400 netto je Inhaberaktie und CHF 94 netto je Namenaktie der Mövenpick-Holding. Die Carlton-Holding wird das Angebot voraussichtlich während 12 Börsentagen offen lassen. Das Angebot ist gemäss Angebotsprospekt an keine Bedingungen geknüpft.
Zur Prüfung der vorliegenden Angelegenheit wurde ein Ausschuss bestehend aus Herrn Hans Rudolf Widmer (Präsident), Frau Susan Emmenegger und Herrn Alfred Spörri gebildet.
1.1 Eine Anbieterin kann gemäss Art. 7 Abs. 1 UEV-UEK ein Angebot vor der Veröffentlichung des Angebotsprospekts voranmelden. Diese Voranmeldung muss den in Art. 7 Abs. 2 UEV-UEK genannten Mindestinhalt aufweisen. Die daran geknüpften rechtlichen Wirkungen ergeben sich aus Art. 9 UEV-UEK. Gemäss Art. 8 Abs. 1 UEV-UEK ist die Voranmeldung landesweit zu verbreiten, indem sie in zwei oder mehreren Zeitungen in deutscher und französischer Sprache veröffentlicht wird. Ausserdem ist sie nach Abs. 2 dieser Bestimmung mindestens einem der bedeutenden elektronischen Medien, die Börseninformationen verbreiten, zuzustellen. Damit die Rechtswirkungen gemäss Art. 9 UEV-UEK an diesen Zeitpunkt geknüpft werden können, muss eine Veröffentlichung der vollständigen Voranmeldung nicht nur in den elektronischen Medien, sondern auch innerhalb von drei Börsentagen in den Zeitungen erfolgen. Die blosse Zustellung an ein elektronisches Medium genügt gemäss Praxis der Übernahmekommission nicht.
2.1 Gemäss Art. 11 UEV-UEK i.V.m. Art. 15 Abs. 2 lit. c BEHV-EBK handelt die Anbieterin grundsätzlich in gemeinsamer Absprache mit allen Mitgliedern ihres Konzerns und den sie beherrschenden Aktionären. Auch die Zielgesellschaft gilt als eine Person, die in gemeinsamer Absprache mit der Anbieterin handelt, wenn sie im Zeitpunkt der Veröffentlichung des Angebotsprospekts oder der Voranmeldung von der Anbieterin beherrscht wird (vgl. Empfehlung in Sachen Generali S.p.A. vom 6. April 2006, Erw. 2 ).
3. Nichtanwendung der Bestimmungen über den Mindestpreis
Die Carlton-Holding hält bereits 89.96% der Stimmrechte an der Mövenpick-Holding und wird folglich durch ihr Angebot den Grenzwert von 33 1/3% der Stimmrechte an der Zielgesellschaft nicht überschreiten. Somit kommen die Bestimmungen über den Mindestpreis im vorliegenden Fall nicht zur Anwendung (Art. 10 Abs. 4 UEV-UEK). Im Übrigen ist anzufügen, dass die Statuten der Mövenpick-Holding eine Opting Out Klausel enthalten.
Gemäss art. 10 Abs. 6 UEV-UEK dürfen die Anbieterin und die mit ihr in gemeinsamer Absprache handelnden Personen nach Veröffentlichung des Angebots keine Beteiligungspapiere der Zielgesellschaft zu einem über dem Angebotspreis liegenden Preis erwerben, ohne diesen Preis allen Empfängern des Angebots anzubieten (sogenannte „Best Price Rule“). Gemäss Praxis der Übernahmekommission gilt diese Regel ab Veröffentlichung der Voranmeldung während der ganzen Dauer des Angebots und während sechs Monaten nach Ablauf der Nachfrist (vgl. u.a. Empfehlung in Sachen Absolute Invest AG vom 17. Oktober 2003, Erw. 5 ). Die Prüfstelle hat zu bestätigen, dass die Best Price Rule eingehalten wurde (Art. 27 UEV-UEK).
6. Bericht des Verwaltungsrats der Zielgesellschaft
6.1 Jahres- oder Zwischenabschluss
6.1.1 Gemäss Art. 29 Abs. 1 BEHG hat der Verwaltungsrat der Zielgesellschaft einen Bericht zu veröffentlichen, in dem er zum Angebot Stellung nimmt. Art. 29 Abs. 1 UEV-UEK hält sodann als Grundsatz fest, dass dieser Bericht alle Informationen enthalten muss, die notwendig sind, damit die Empfänger des Angebots ihre Entscheidung in Kenntnis der Sachlage treffen können.
6.2 Interessenkonflikte / Fairness Opinion
6.2.1 Gemäss Art. 31 Abs. 1 UEV-UEK hat der Bericht des Verwaltungsrats der Zielgesellschaft auf allfällige Interessenkonflikte von Mitgliedern des Verwaltungsrats und der obersten Geschäftsleitung hinzuweisen. Er muss im Besonderen die finanziellen Folgen des Angebots für die genannten Personen schildern. Der Bericht hat offen zu legen, ob die Mandate der Mitglieder des Verwaltungsrats und der obersten Geschäftsleitung zu gleichwertigen Bedingungen weitergeführt werden. Ansonsten sind die neuen Konditionen darzulegen. Verlassen gewisse Mitglieder des Verwaltungsrats oder der obersten Geschäftsleitung die Zielgesellschaft, ist anzugeben, ob sie eine Abgangsentschädigung erhalten und wie hoch diese ist. Die Angaben müssen individuell erfolgen (vgl. u.a. Empfehlung in Sachen Berna Biotech AG vom 13. Dezember 2005, Erw. 6.2.2 ).
Das öffentliche Kaufangebot der Carlton-Holding AG, Allschwil, an die Aktionäre der Mövenpick-Holding, Cham, entspricht dem Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel vom 24. März 1995.
Die Parteien können diese Empfehlung ablehnen, indem sie dies der Übernahmekommission spätestens fünf Börsentage nach Empfang der Empfehlung schriftlich melden. Die Übernahmekommission kann diese Frist verlängern. Sie beginnt bei Benachrichtigung per Telefax zu laufen. Eine Empfehlung, die nicht in der Frist von fünf Börsentagen abgelehnt wird, gilt als von den Parteien genehmigt. Wenn eine Empfehlung abgelehnt, nicht fristgerecht erfüllt oder wenn eine genehmigte Empfehlung missachtet wird, überweist die
Übernahmekommission die Sache an die Bankenkommission zur Eröffnung eines Verwaltungsverfahrens.

References: Art. 7
 Art. 7
 Art. 9
 Art. 8
 Art. 9
 Art. 11
 Art. 15
 art. 10
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 31