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Timestamp: 2019-12-13 07:30:07+00:00

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BFH, 02.04.2008 - IX R 76/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,717
BFH, 02.04.2008 - IX R 76/06 (https://dejure.org/2008,717)
BFH, Entscheidung vom 02.04.2008 - IX R 76/06 (https://dejure.org/2008,717)
BFH, Entscheidung vom 02. April 2008 - IX R 76/06 (https://dejure.org/2008,717)
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EStG § 17 Abs. 1, 2 und 4; HGB § 255 Abs. 1 Satz 2
Keine Berücksichtigung der Kosten eines Darlehens oder einer Bürgschaft des nicht unternehmerisch beteiligten Aktionärs bei Auflösungsverlust
Nachträgliche Anschaffungskosten bei Finanzierungsmaßnahmen eines Aktionärs
EStG § 17 Abs. 1, 2, 4; HGB § 255 Abs. 1 S. 2
Ausfall eines Darlehens und die Aufwendungen für die Inanspruchnahme aus einer Bürgschaft als nachträgliche Anschaffungskosten bei der Ermittlung eines Auflösungsverlusts; Gewinn aus der Auflösung einer Kapitalgesellschaft als Einkünfte aus Gewerbebetrieb; Ausschluss ...
Darlehen und Bürgschaften von nicht unternehmerisch beteiligten Aktionären führen nicht zu Anschaffungskosten
Zur Verringerung des Veräußerungsgewinns aus einer wesentlichen Beteiligung
Bürgschaft führt beim Aktionär nicht zu Anschaffungskosten
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 02.04.2008, Az.: IX R 76/06 (Gesellschafter: Keine nachträglichen Anschaffungskosten bei Finanzierungsmaßnahmen eines Aktionärs ohne unternehmerische Beteiligung)" von StB/WP Prof. Dr. Wolf-Dieter Hoffmann, original erschienen ...
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH vom 02.04.2008, Az.: IX R 76/06 (Nachträgliche Anschaffungskosten)" von RA/StB Harald Schwetlik, original erschienen in: GmbH-StB 2008, 224 - 225.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 02.04.2008, Az.: IX R 76/06 (Veräußerung einer wesentlichen Beteiligung: Nachträgliche Anschaffungskosten nur bei eigenkapitalersetzenden Finanzierungsmaßnahmen...)" von StB/Dipl.-Vw. Klaus D. Hahne, original erschienen in: BB ...
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 02.04.2008, Az.: IX R 76/06 (Nachträgliche Anschaffungskosten)" von RA/StB Harald Schwetlik, original erschienen in: EStB 2008, 305 - 306.
BFHE 221, 7
NJW-RR 2009, 390
ZIP 2008, 1587
BB 2008, 1941
DB 2008, 1604
BStBl II 2008, 706
Für die Beurteilung, ob eine Finanzierungshilfe durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst war, hat der BFH darauf abgestellt, ob sie eigenkapitalersetzend war (…z.B. BFH-Urteile in BFH/NV 2001, 23; vom 2. April 2008 IX R 76/06, BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706, und in BFHE 222, 474, BStBl II 2009, 5).
Er hat dies bejaht, wenn der Gesellschafter der Gesellschaft zu einem Zeitpunkt, in dem ihr die Gesellschafter als ordentliche Kaufleute nur noch Eigenkapital zugeführt hätten (Krise der Gesellschaft), stattdessen ein Darlehen gewährt, eine Bürgschaft zur Verfügung gestellt oder eine wirtschaftlich entsprechende andere Rechtshandlung i.S. des § 32a Abs. 1 und 3 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung a.F. (GmbHG a.F.) vorgenommen hatte (sogenanntes funktionelles Eigenkapital; vgl. BFH-Urteile in BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706, …und vom 7. Dezember 2010 IX R 16/10, BFH/NV 2011, 778).
Jenseits der zivilrechtlichen Rechtsfolgen bestand hingegen kein Anlass, den Gesellschafter steuerlich anders zu behandeln als einen Drittgläubiger (BFH-Urteile in BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706, …und vom 20. August 2013 IX R 43/12, BFH/NV 2013, 1783).
Dies ist der Fall, wenn das Darlehen nach Zivilrecht kapitalersetzend ist (BFH Urteil vom 02.04.2008 - IX R 46/06, BStBl. II 2008, 706).
Bei einer AG ist auf einen Anteilsbesitz von mehr als 25 % abzustellen (BFH IX R 76/06 a.a.O.).
Die Grundsätze des Eigenkapitalersatzes sind auf Finanzierungshilfen eines Aktionärs in der Regel nur dann sinngemäß anzuwenden, wenn er mehr als 25% der Aktien der Gesellschaft hält (BFH-Urteil vom 2. April 2008 IX R 76/06, BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706, m.w.N.).
Entsprechendes gilt für die aus der Auflösung einer Kapitalgesellschaft entstehenden Verluste (BFH-Urteil vom 2. April 2008 IX R 76/06, BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706, m.w.N.).
Da Finanzierungsmaßnahmen lediglich unter diesen Voraussetzungen als funktionelles Eigenkapital zu beurteilen sind, führen sie nur dann zu nachträglichen Anschaffungskosten gemäß § 255 Abs. 1 Satz 2 HGB, wenn der Aktionär an der Aktiengesellschaft im vorgenannten Sinne unternehmerisch beteiligt ist (BFH-Urteile in BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706; vom 8. Februar 2011 IX R 53/10, juris).
Nichts anderes ergibt sich aus dem Urteil des FG Düsseldorf vom 19. Mai 2006 (12 K 6536/04 E, EFG 2006, 1898, Rev. IX R 76/06).
Der BFH hat das zitierte Urteil des FG Düsseldorf aufgehoben (BFH, Urteil vom 2. April 2008 IX R 76/06, JurisDok) und die vorgenannten höchstrichterlichen Grundsätzen der BGH-Rechtsprechung bestätigt.
Die aktuelle Rechtsprechung des BFH (BFH, Urteil vom 2. April 2008 IX R 76/06, JurisDok) bestätigt dies.
Auf dieses Urteil bezieht sich die Rechtsprechung des Senats zu eigenkapitalersetzenden Finanzierungsleistungen eines Aktionärs stets ohne jede Einschränkung (vgl. Senatsurteile vom 2. April 2008 IX R 76/06, BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706; vom 8. Februar 2011 IX R 53/10, GmbH-Rundschau 2011, 721, und vom 6. Dezember 2016 IX R 12/15, BFHE 256, 129, BStBl II 2017, 388).
Entsprechendes gilt für die aus der Auflösung einer Kapitalgesellschaft entstehenden Verluste (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 2. April 2008 IX R 76/06, BStBl II 2008, 706, m.w.N.).
Das (objektive) Nettoprinzip wird durch den Grundsatz eingeschränkt, dass Verluste in der Privatsphäre des Steuerpflichtigen einkommensteuerrechtlich nicht berücksichtigt werden (grundlegend zum Vorstehenden BFH-Urteil vom 2. April 2008 IX R 76/06, BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706).
Gewährt er ein Darlehen und fällt mit seinem Rückzahlungsanspruch gegen seine GmbH insolvenzbedingt aus, führt dies ebenso wenig zu nachträglichen Anschaffungskosten seiner qualifizierten Beteiligung wie die Gewährung eines Darlehens für eine Aktiengesellschaft durch einen Aktionär, der an der Gesellschaft nicht unternehmerisch beteiligt ist (BFH-Urteile in BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706; vom 8. Februar 2011 IX R 53/10, GmbH-Rundschau 2011, 721).
Gewährt er ein Darlehen und fällt mit seinem Rückzahlungsanspruch insolvenzbedingt aus, führt dies grundsätzlich nicht zu nachträglichen Anschaffungskosten seiner Beteiligung (…vgl. BFH-Urteile in BFH/NV 2013, 1783; vom 2. April 2008 IX R 76/06, BFHE 221, 7, BStBl II 2008, 706; vom 25. Juni 2009 IX R 42/08, BFHE 225, 445, BStBl II 2010, 220, und vom 8. Februar 2011 IX R 53/10, GmbH-Rundschau 2011, 721; ebenso Blümich/Vogt, § 17 EStG Rz 623; Heuermann, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2008, 2089, 2092 f.; Pung/Dötsch in Dötsch/Pung/Möhlenbrock, Kommentar zum KStG und EStG, § 17 EStG, Rz 318; anderer Ansicht Schmidt/Weber-Grellet, EStG, 32. Aufl., § 17 Rz 172; Eilers/R. Schmidt in Herrmann/Heuer/Raupach, § 17 EStG Rz 201a;… Schneider, in: Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, § 17 Rz C 300).

References: § 17
 § 255
 § 17
 § 255
 § 32
 § 255
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17
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