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Timestamp: 2014-04-19 09:24:30+00:00

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Mit weniger Aufwand zur Steuerrückerstattung. Jetzt Steuererklärung starten Start Service Steuertipps Arbeitnehmer und Angestellte A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Gebäude, Ausbau/Umbau Inhaltsverzeichnis 1. Hauptunterscheidung 2. Gesetzliche Neuinterpretation der Anschaffungskosten; Fallgruppe I: Maßnahmen < 3 Jahre (bzw. > 15 %) 3. Allgemeine Grundsätze zur Abgrenzung von Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten von Erhaltungsaufwendungen; Fallgruppe II: > 3 Jahre (bzw. < 15 %) 4. Abbruchkosten 4.1. Allgemeiner Überblick 4.2. Abbruch innerhalb von drei Jahren nach Erwerb 4.3. Abbruchkosten als Werbungskosten 4.4. Rückstellung wegen Abbruchverpflichtung 4.5. Abbruchkosten eines eigengenutzten Gebäudes 4.6. Abbruch nach Schadenseintritt 5. Einzelheiten bei Vermietungseinkünften 5.1. Abflussprinzip 5.2. Verteilung größerer Erhaltungsaufwendungen 5.3. Aufwendungen wegen Verwahrlosung des Gebäudes 5.4. Veranlassungszusammenhang der Durchführung von Instandsetzungsarbeiten mit der Vermietertätigkeit 5.5. Instandsetzung mittels Kaution 5.6. Umqualifizierung von Herstellungsaufwand in Erhaltungsaufwand 6. Baumaßnahmen an einem Dachgeschoss 6.1. Allgemeines 6.2. Ausbau und Aufstockung 6.2.1. Allgemeiner Überblick 6.2.2. Nachträgliche Herstellungskosten bei gleichem Nutzungs- und Funktionszusammenhang 6.2.3. Erstmalige Herstellung eines selbstständigen Wirtschaftsguts 6.3. AfA-Ermittlung bei nachträglichen Herstellungskosten 7. Literaturhinweise 8. Verwandte Lexikonartikel Zurück zur Übersicht »G« Jetzt in der Onlinesteuererklärung ausprobieren 1. Hauptunterscheidung
Aufgrund der gesetzlichen Neuregelung in § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG ist seit 2005 bei Ausbau- und Umbaumaßnahmen von der Dreijahresgrenze auszugehen. Werden die Bauänderungsmaßnahmen innerhalb von drei Jahren durchgeführt, so gilt die gesetzliche Neuregelung. Zusätzlich müssen die Baumaßnahmen die historischen Gebäude-Anschaffungskosten um 15 % übersteigen.
Für Aufwendungen, die nach Ablauf der Dreijahresfrist durchgeführt wurden – oder unterhalb der 15 %-Grenze liegen –, gelten die Kriterien des BMF-Schreibens vom 18.7.2003, BStBl I 2003, 386.
2. Gesetzliche Neuinterpretation der Anschaffungskosten; Fallgruppe I: Maßnahmen < 3 Jahre (bzw. > 15 %)
Nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 EStG ist folgende Nr. 1a (anschaffungsnahe Aufwendungen gem. § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG) eingefügt worden:
»Zu den Herstellungskosten eines Gebäudes gehören auch Aufwendungen für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Gebäudes durchgeführt werden, wenn die Aufwendungen ohne USt 15 % der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen (anschaffungsnahe Herstellungskosten). Zu diesen Aufwendungen gehören nicht die Aufwendungen für Erweiterungen i.S.d. § 255 Abs. 2 Satz 2 des Handelsgesetzbuchs sowie Aufwendungen für Erhaltungsarbeiten, die jährlich üblicherweise anfallen.«
Die Vorschrift wurde als Reaktion auf die Aufgabe der Rechtsprechung zur Aktivierung anschaffungsnaher Aufwendungen durch das StÄndG 2003 eingeführt. Sie gilt erstmals für Bauaufwendungen, mit denen nach dem 31.12.2003 begonnen wurde. Dabei ist der Zeitpunkt des Bauantrages bzw. die Einreichung der Bauunterlagen maßgebend. Für vor dem 1.1.2004 begonnene Baumaßnahmen findet die Neuregelung auch dann keine Anwendung, wenn ein Teil der Aufwendungen erst danach anfällt.
Für Baumaßnahmen nach dem 31.12.2004 ist aufgrund der Sonderregelung in § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG bei Übersteigen der 15 %-Grenze innerhalb der Dreijahresfrist die BHF-Rechtsprechung nicht mehr anwendbar.
Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Anschaffung/Herstellung eines Gebäudes durchgeführt werden, sind – unabhängig davon, ob sie zu den jährlich üblicherweise anfallenden Erhaltungsarbeiten i.S.v. § 6 Abs. 1 Nr. 1a Satz 2 EStG zählen – nicht als Erhaltungsaufwand sofort abziehbar, wenn sie im Rahmen einheitlich zu würdigender Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen anfallen; vor dem Hintergrund des Typisierungszwecks des § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG scheidet eine Atomisierung einer einheitlichen Maßnahme aus (vgl. BFH Urteil vom 25.8.2009, DB 2009, 2638).
Die 15 %-Grenze ist wirtschaftsgutsbezogen. Dies bedeutet, dass bei Erwerb eines Mehrfamilienhauses die Aufwendungen für Renovierung einer Wohnung nicht zu Herstellungskosten führen, wenn die 15 %-Grenze bezogen auf den Gesamt-Gebäudepreis nicht überstiegen wird. Werden jedoch einzelne als Sondereigentum aufgeteilte Wohnungen erworben, ist die 15 %-Grenze für jede Wohnung separat zu prüfen (Koordinierter Ländererlass vom 14.11.2005, DB 2005, 2718).
3. Allgemeine Grundsätze zur Abgrenzung von Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten von Erhaltungsaufwendungen; Fallgruppe II: > 3 Jahre (bzw. < 15 %)
Für Aufwendungen, die nach Ablauf der Dreijahresfrist anfallen bzw. die 15 %-Grenze nicht übersteigen, ist weiterhin nach den Kriterien des BMF-Schreibens vom 18.7.2003, BStBl I 2003, 386 zu entscheiden, ob Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorliegen (Verfügung der OFD München vom 11.6.2004, DB 2004, 1464).
Aufwendungen, die für eine Erweiterung des Gebäudes verausgabt werden (§ 255 Abs. 2 Satz 1 HGB, Rz. 19 bis 24 des BMF-Schreibens vom 18.7.2003, a.a.O.). Zur Abgrenzung des Herstellungsaufwands vom Erhaltungsaufwand s. das BFH-Urteil vom 16.1.2007 (IX R 39/05, BStBl II 2007, 922). Unter dem Gesichtspunkt der Erweiterung sind (nachträgliche) Herstellungskosten gegeben, wenn nach Fertigstellung etwas Neues geschaffen wurde, also – gemessen an ihrer Funktion – bisher nicht vorhandene Bestandteile in das Gebäude eingefügt werden, deren Einbau neben der Substanzmehrung auch eine »Erweiterung der Nutzungsmöglichkeit des Gebäudes« zur Folge haben (vgl. im Einzelnen BFH-Urteil vom 14.7.2004, IX R 52/02, BStBl II 2004, 949). Dies gilt z.B., wenn durch die Baumaßnahme ein größerer Raum geschaffen und damit zugleich die Wohnfläche vergrößert wird (vgl. BFH Urteil vom 22.1.2003, X R 9/99, BStBl II 2003, 596);
Aufwendungen, die zu einer über den ursprünglichen Zustand hinausgehenden wesentlichen Verbesserung führen (sog. Standardhebung, § 255 Abs. 2 Satz 1 HGB, Rz. 25 bis 32 des BMF-Schreibens vom 28.7.2003, a.a.O.). Eine wesentliche Verbesserung ist bei einem Wohngebäude immer dann gegeben, wenn der Gebrauchswert (das Nutzungspotential; vgl. BFH-Urteil vom 9.5.1995, IX R 116/92, BStBl II 1996, 632) des Gebäudes durch die Baumaßnahmen in bestimmter Weise gehoben wird (s.a. BFH-Urteil vom 16.1.2007, IX R 39/05, BFH/NV 2007, 1475). Dies setzt voraus, dass mindestens drei der Kernbereiche der Ausstattung einer Wohnung, nämlich Elektro-, Heizungs-, Sanitärinstallationen und Fenster, von Grund auf erneuert werden (sog. Standardsprung).
Aufwendungen zur Herstellung der Betriebsbereitschaft stellen gem. § 255 Abs. 1 HGB qua AfA absetzungsfähige Anschaffungskosten (AK) des Gebäudes dar. Ein Gebäude ist betriebsbereit, wenn es entsprechend seiner Zweckbestimmung genutzt werden kann. Die Betriebsbereitschaft ist bei einem Gebäude für jeden Teil des Gebäudes, der nach seiner Zweckbestimmung selbstständig genutzt werden soll, gesondert zu prüfen. Dies gilt auch für Gebäudeteile (z.B. die einzelnen Wohnungen eines Mietwohngebäudes), die als Folge des einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhangs mit dem Gebäude keine selbstständigen Wirtschaftsgüter sind).
Zur Zweckbestimmung gehört auch die Entscheidung, welchem Standard das Gebäude künftig entsprechen soll (sehr einfach, mittel oder sehr anspruchsvoll). Baumaßnahmen, die das Gebäude auf einen höheren Standard bringen, machen es betriebsbereit und sind damit AK (Rz. 9).
Der Standard eines Wohngebäudes bezieht sich auf die Eigenschaften einer Wohnung. Wesentlich sind vor allem Umfang und Qualität der Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen sowie der Fenster (zentrale Ausstattungsmerkmale). Führt ein Bündel von Baumaßnahmen bei mindestens drei Bereichen der zentralen Ausstattungsmerkmale zu einer Erhöhung und Erweiterung des Gebrauchswertes, hebt sich der Standard eines Gebäudes.
Treffen Baumaßnahmen, die ihrer Art nach – z.B. als Erweiterung i.S.v. § 255 Abs. 2 Satz 1 HGB – stets zu Herstellungskosten führen und einen der den Nutzungswert eines Gebäudes bestimmenden Bereiche der zentralen Ausstattungsmerkmale betreffen, mit der Verbesserung von mindestens zwei weiteren Bereichen der zentralen Ausstattungsmerkmale zusammen, ist ebenfalls eine Hebung des Standards anzunehmen.Abb.: Erhaltungsaufwand bei Gebäuden
4.1. Allgemeiner ÜberblickStpfl. hat das Gebäude auf einem ihm bereits gehörenden Grundstück errichtet.Stpfl. hat das Gebäude in der Absicht erworben, es als Gebäude zu nutzen (Erwerb ohne Abbruchabsicht).Stpfl. hat das Gebäude zum Zweck des Abbruchs erworben (Erwerb mit Abbruchabsicht).Stpfl. plant den Abbruch eines zum Privatvermögen gehörenden Gebäudes und die Errichtung eines zum Betriebsvermögen gehörenden Gebäudes (Einlage mit Abbruchabsicht).Im Jahr des Abbruchs sind die Abbruchkosten und der Restbuchwert des abgebrochenen Gebäudes sofort abziehbare Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten (H 6.4 [Abbruchkosten] EStH 2008). Voraussetzung ist, dass das abgerissene Gebäude zuvor zur Erzielung von Einkünften genutzt wurde (s. BFH-Urteil vom 16.4.2002, BStBl II 2002, 805 unter Abbildung Abbruchkosten bei Selbstnutzung).War das Gebäude technisch oder wirtschaftlich nicht verbraucht, so gehören sein Buchwert und die Abbruchkosten, wenn der Abbruch des Gebäudes mit der Herstellung eines neuen Wirtschaftsgutes in einem engen wirtschaftlichen Zusammenhang steht, zu den » Herstellungskosten dieses Wirtschaftsgutes, sonst zu den Anschaffungskosten des Grund und Bodens.War das Gebäude im Zeitpunkt des Erwerbs objektiv wertlos, so entfällt der volle Anschaffungspreis auf den Grund und Boden.Der Wert des abgebrochenen Gebäudes und die Abbruchkosten gehören zu den Herstellungskosten des neu zu errichtenden Gebäudes; der Einlagewert des Gebäudes ist nicht schon deshalb mit 0 € anzusetzen, weil sein Abbruch beabsichtigt ist.
Wird mit dem Abbruch eines Gebäudes innerhalb von drei Jahren nach dem Erwerb begonnen, so spricht der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass der Erwerber das Gebäude in der Absicht erworben hat, es abzureißen (H 6.4 [Abbruchkosten] EStH 2010).
Abbruchkosten eines Gebäudes können auch als » Werbungskosten berücksichtigt werden. Werbungskosten gem. § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG sind Aufwendungen im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, bei denen ein wirtschaftlicher Zusammenhang mit der Vermietung besteht. Voraussetzung für den Abzug von Abbruchkosten als Werbungskosten ist, dass das Gebäude ohne Abbruchabsicht erworben wurde. Dies gilt auch
(Näheres s. BFH Urteil vom 31.3.1998, X R 26/96, BFH/NV 1998, 1212).
Der Restwert eines Gebäudes und die Abbruchkosten sind auch dann sofort als Werbungskosten abzugsfähig, wenn die Vermietung des Gebäudes bereits 2 1/2 Jahre zurückliegt und es seitdem leer gestanden hat (rechtskräftiges Urteil FG Rheinland-Pfalz vom 19.8.1999, 4 K 2234/97, EFG 1999, 1275).
Der Abzug von Abbruchkosten als Werbungskosten scheidet aus, wenn sie ganz überwiegend durch eine nachfolgende Veräußerung des Grundstücks veranlasst sind. In diesem Fall beruht der Wertverlust auf Erwägungen, die im Vermögensbereich liegen (BFH Beschluss vom 13.12.2000, IX B 106/00, BFH/NV 2001, 766).
Zur Bildung einer Rückstellung für die Abbruchverpflichtung s. » Rückstellungen.
4.5. Abbruchkosten eines eigengenutzten Gebäudes
4.6. Abbruch nach Schadenseintritt
Nach dem BFH-Urteil vom 1.12.1992 (IX R 333/87, BStBl II 1994, 12) sind die Abbruch- und Aufräumungskosten für das bis zum Schadenseintritt vom Stpfl. zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung genutzte Gebäude ebenso wie die AfaA als Werbungskosten abziehbar. Eine Entschädigung des Versicherers gehört nur insoweit zu den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 Abs. 1 Nr. 1 EStG), als sie Werbungskosten (wie z.B. AfaA und Abbruchkosten) ersetzen soll. Die Entschädigung mindert auch nicht die (Wieder-)Herstellungskosten.
Erhaltungsaufwand ist in dem Jahr als » Werbungskosten abzuziehen, in dem er geleistet wird.
Nach § 82b EStDV i.d.F. des HBeglG 2004 kann der Stpfl. größere Aufwendungen für die Erhaltung von Gebäuden, die im Zeitpunkt der Leistung des Erhaltungsaufwands nicht zu einem Betriebsvermögen gehören und überwiegend Wohnzwecken dienen, abweichend von § 11 Abs. 2 EStG auf zwei bis fünf Jahre gleichmäßig verteilen. Der Erhaltungsaufwand muss nach dem 31.12.2003 entstanden sein (§ 84 Abs. 4a Satz 2 EStDV). Unter folgenden Voraussetzungen ist eine Verteilung möglich:
Gebäude im Privatvermögen;
Gebäude dient überwiegend Wohnzwecken. Das ist der Fall, wenn die Grundfläche der Wohnzwecken dienenden Räume des Gebäudes mehr als die Hälfte der gesamten Nutzfläche beträgt. Zur Wohnfläche zählen auch zum Gebäude gehörende Garagen, soweit in ihnen nicht mehr als ein Pkw für jede in dem Gebäude befindliche Wohnung untergestellt werden kann.
Im Kj. 04 wurde folgender Erhaltungsaufwand geleistet (§ 11 Abs. 2 EStG):AprilAußenanstrich4 000 €MaiDachreparatur8 000 €NovemberFußboden3 000 €Summe15 000 €
Er kann die gesamten Aufwendungen i.H.v. 15 000 € im VZ der Zahlung (§ 11 Abs. 2 EStG) als Werbungskosten nach § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG geltend machen.
Er kann die gesamten 15 000 € ab dem Jahr der Zahlung gem. § 82b Abs. 1 EStDV gleichmäßig auf zwei bis fünf Jahre verteilen:VZ 04 und 05je 7 500 €VZ 04, 05 und 06je 5 000 €VZ 04, 05, 06 und 07je 3 750 €VZ 04, 05, 06, 07 und 08je 3 000 €
Der Stpfl. kann auch jede einzelne Maßnahme einzeln behandeln. So kann er z.B. die Aufwendungen für den Außenanstrich i.H.v. 4 000 € sofort im Jahr der Zahlung als Werbungskosten abziehen und die Aufwendungen für die Dachreparatur sowie den Fußboden i.H.v. insgesamt 11 000 € auf zwei bis Jahre gleichmäßig verteilen.
nicht mehr zur Einkunftserzielung genutzt,
ist der noch nicht berücksichtigte Teil des Erhaltungsaufwands in diesem Jahr als Werbungskosten abzusetzen.
Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwendungen für ein Gebäude sind nicht allein deshalb als Herstellungskosten zu beurteilen, weil die Wohnungen wegen Abnutzung und Verwahrlosung nicht mehr zeitgemäßen Wohnvorstellungen entsprechen und deshalb nicht mehr vermietbar sind (BFH-Urteil vom 13.10.1998, BStBl II 1999, 282).
Bei Aufwendungen für Reparaturarbeiten, die der Stpfl. (noch) während der Zeit der Vermietung durchführt, wird typisierend davon ausgegangen, dass sie (noch) durch die Vermietungstätigkeit veranlasst sind. Derartige Erhaltungsaufwendungen sind auch im Fall anschließender Eigennutzung bzw. Veräußerung der Immobilie grundsätzlich als Werbungskosten abziehbar (BFH-Urteil vom 10.10.2000, IX R 15/96, BStBl II 2001, 787; BFH-Urteil vom 20.2.2001, IX R 49/98, BFH/NV 2001, 1022; BFH-Urteil vom 11.3.2003, IX R 16/99, BFH/NV 8/2003, 1043). Gem. BMF-Schreiben vom 26.11.2001 (BStBl I 2001, 868) sind die Grundsätze dieser Urteile mit folgender Maßgabe anzuwenden: Aufwendungen für Erhaltungsaufwendungen, die der Stpfl. noch während der Vermietungszeit an einem anschließend selbst genutzten Gebäude durchführt, dürfen ausnahmsweise dann nicht als Werbungskosten abgezogen werden, wenn die Erhaltungsaufwendungen für die Selbstnutzung bestimmt sind und in die Vermietungszeit vorverlagert werden. Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn das Mietverhältnis bereits gekündigt ist und die Maßnahme unter Zugrundelegung eines objektiven Maßstabs nicht nur zur Wiederherstellung oder Bewahrung der Mieträume und des Gebäudes erforderlich sind. Der BFH stellt mit Urteil vom 11.3.2003 (IX R 16/99, BFH/NV 8/2003, 1043) fest, dass die Vermietungstätigkeit so lange andauert, wie der Vermieter dem Mieter die Nutzung der Mietsache überlässt; die Vermietungszeit endet mit dem Wegfall des Nutzungsrechts des Mieters. Anhaltspunkte dafür können z.B. ein ausdrücklicher oder konkludent geschlossener Aufhebungsvertrag, die Kündigung, ein Übergabeprotokoll als Dokumentation der endgültigen Rückgabe der Mietsache oder der Umstand sein, bis zu welchem Zeitpunkt der Mieter den Mietzins entrichtet bzw. der Vermieter Mieteinnahmen erklärt hat.
Der erforderliche Veranlassungszusammenhang mit der Vermietertätigkeit ist nicht gegeben, soweit die Aufwendungen allein oder ganz überwiegend durch die Veräußerung des Mietobjekts veranlasst sind. Aufwendungen für die im Rahmen der Veräußerung eines Mitwohngrundstücks vom Verkäufer übernommene Instandsetzung sind auch dann nicht als Werbungskosten bei den bisherigen Vermietungseinkünften zu berücksichtigen, wenn die betreffenden Arbeiten noch während der Vermietungszeit durchgeführt werden (BFH-Urteil vom 14.12.2004, IX R 34/03, BStBl II 2005, 343). Die typisierende Annahme, während der Vermietungszeit durchgeführte Erhaltungsmaßnahmen dienten noch der Vermietungstätigkeit (BFH-Urteil vom 10.10.2000, IX R 15/96, BStBl II 2001, 787), setzt einen für solche Fälle üblichen (typischen) Geschehensablauf voraus.
Aufwendungen für Schönheitsreparaturen und zur Beseitigung kleinerer Schäden und Abnutzungserscheinungen, die der Stpfl. an einer bisher vermieteten Wohnung vor deren eigenen Nutzung durchführt, sind grundsätzlich keine Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung (BFH-Urteil vom 11.7.2000, IX R 48/96, BStBl II 2001, 784). Das gilt auch dann, wenn vertragsgemäß der Mieter diese Reparaturen sowie allgemein Schönheitsreparaturen hätte durchführen müssen (s.a. BFH-Urteil vom 18.12.2001, IX R 24/98, BFH/NV 7/2002, 905).
Aufwendungen zur Beseitigung eines Schadens, der die mit dem gewöhnlichen Gebrauch der Mietsache verbundene Abnutzung deutlich übersteigt (z.B. mutwillig verursachter Schaden), sind Werbungskosten. Ein Werbungskostenabzug besteht entweder i.H.d. Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung gem. § 7 Abs. 1 Satz 7 EStG oder i.H.d. Reparaturaufwendungen (BFH Urteil vom 11.7.2000, BStBl II 2001, 784).
Zur Behandlung von Erhaltungsaufwendungen, die mit Mitteln der einbehaltenen Mieterkaution durchgeführt werden, s. » Mieterkaution.
Liegen nach Fertigstellung des Gebäudes Herstellungsaufwendungen vor und betragen diese Aufwendungen für die einzelne Baumaßnahme nicht mehr als 4 000 € (Rechnungsbetrag ohne USt) je Gebäude, so ist auf Antrag dieser Aufwand stets als Erhaltungsaufwand zu behandeln (R 21.1 Abs. 2 Satz 2 EStR 2008).
Ein Dachboden ist der Teil der im Dachgeschoss befindlichen Räumlichkeiten, der weder zum dauernden Aufenthalt von Menschen geeignete Räume noch Nebenräume enthält und dessen Grundfläche deshalb nicht in die Wohnflächenberechnung einzubeziehen ist.
Baumaßnahmen zum Ausbau eines Dachbodens sowie für die Aufstockung eines Gebäudes sind nachträgliche Herstellungskosten, soweit das ausgebaute oder aufgestockte Dachgeschoss in dem gleichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang wie das übrige Gebäude steht. Die degressive AfA nach § 7 Abs. 5 EStG kann nicht in Anspruch genommen werden (» Degressive Abschreibung, » Gebäudeabschreibung).
Baumaßnahmen zum Ausbau eines Dachbodens sowie für die Aufstockung eines Gebäudes sind Teil der erstmaligen Herstellung eines neuen selbstständigen WG, soweit das ausgebaute oder aufgestockte Dachgeschoss in einem anderen Nutzungs- und Funktionszusammenhang als das übrige Gebäude steht. Die Aufwendungen zzgl. des anteiligen Buchwerts (Restwerts) der bei der Herstellung verwendeten Teile des Gebäudes sind Herstellungskosten des erstmals hergestellten WG, für die die degressive AfA nach § 7 Abs. 5 EStG in Betracht kommt. Zur Anwendung der degressiven Gebäudeabschreibung s. H 7.4 [Neubau] EStH.
Zur Ermittlung der AfA bei nachträglichen Herstellungskosten s. R 7.4 Abs. 9 EStR und H 7.4 [Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten] EStH, BMF vom 18.7.2003, BStBl I 2003, 386.
L. Fischer, Abschied vom anschaffungsnahen Herstellungsaufwand, DStZ 2002, 860; Neufang, Anschaffungskosten und Herstellungskosten von Gebäuden – Ein Vergleich der Rspr. des BFH und der Verwaltungsauffassung, BB 2004, 78.
Autor(en): Prof. Dr. Michael Preißer Marcel Schacht Steuer-Rechner 15000 50000 85000 Bruttojahresgehalt (€): 0 5 10 Anzahl Ihrer Kinder: Weiter Verwandte Lexikonartikel Anschaffungskosten Gebäude, Begriff Gebäude, Herstellungskosten/Erhaltungsaufwand Herstellungskosten Nachträgliche Anschaffungskosten Weitere Lexikonartikel mit »G« Garagen, Abschreibung Garagenüberlassung des Arbeitnehmers an den Arbeitgeber Garantieleistung in der Kfz-Wirtschaft Garantieverzinsung Geburts- und Heiratsbeihilfen Gebäude auf fremdem Grund und Boden Gebäude, Ausbau/Umbau Gebäude, Begriff Gebäude, Finanzierung Gebäude, Herstellungskosten/Erhaltungsaufwand Interessante Steuertipps Kreditzinsen nach dem Hausverkauf Feriendomizil besser nicht verschenken! Sonderwünsche beim Hausbau Verbilligte Wohnungsvermietung Arbeitsecke als Arbeitszimmer? Verkauf eines Mietwohngrundstücks Top-Themen bei smartsteuer Lohnsteuerklassen Vorsorgepauschale Entfernungspauschale Photovoltaikanlage Nebenberufliche Tätigkeit Einsatzwechseltätigkeit Eigenheimzulage Gewerbesteuerrechner Weitere Tipps Steuer 2013 online Abgabefristen Steuererklärung Steuererklärungspflicht Vorsorgeaufwendungen Altersentlastungsbetrag Doppelte Haushaltsführung Steuertipps Freiberufler Geringwertige Wirtschaftsgüter Technischer Support (Kundenservice) (0800) 7 238 222 7 Tage die Woche, rund um die Uhr –kostenfrei! Oder senden Sie uns einfach jederzeit eine E-Mail an die Adresse hilfe@smartsteuer.de Impressum AGB Presse Datenschutz Bestellung und Zahlung Partnerprogramm Jobs ©

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 § 9
 § 82
 § 11
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 § 7
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