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Tacheles Rechtsprechungsticker KW 27/2016 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht Rechtsanwalt in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
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1. 1 BSG, Urteil v. 30.06.2016 – – B 8 SO 3/15 R
Sozialhilfe – Einkommenseinsatz – Leistungen der russischen Rentenversicherung – Invalidenrente, DEMO Rente, Erhöhungsbetrag bei Altersarbeitsrenten – keine Anrechnungsfreiheit nach § 82 Abs 1 S 1 SGB 12 analog – keine Vergleichbarkeit mit der Grundrente nach dem BVG – Verfassungsmäßigkeit – Verteilung auf einen angemessenen Zeitraum
2. 1 BSG, Urteil vom 09.03.2016 – B 14 KG 1/15 R
Kinderzuschlag nach § 6a BKGG 1996 – Berechnung der Höchsteinkommensgrenze – Bereinigung der Unterkunftskosten nach dem Kopfteilprinzip um Anteile, die auf nicht zur Bedarfsgemeinschaft gehörende Kinder entfallen – Aufteilung der verbleibenden Unterkunftskosten für die Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft nach dem im Existenzminimumsbericht genannten Verhältnis
1. Nur für Kinder, die der Bedarfsgemeinschaft angehören, kann Kinderzuschlag gewährt werden (vgl BSG Beschluss vom 19.6.2012 – B 4 KG 2/11 B ).
3. 1 Landessozialgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss v. 31.05.2016 – L 6 AS 173/16 B ER
Dem seien verschiedene Sozial- und Landessozialgerichte entgegengetreten, u.a auch der 3. Senat des LSG Mainz (Beschl. v. 11.02.2016 – L 6 AS 668/15 B ER). Der 6. Senat hat offen gelassen, welcher Auffassung er sich insoweit anschließt. Zumindest in einem Eilverfahren könne es hierauf nicht ankommen.
3. 2 Thüringer Landessozialgericht, Urteil v. 25.05.2016 – L 4 AS 1310/15 – rechtskräftig – Die Revision wird zugelassen.
§ 2 Abs. 3 Satz 1 ALG II-V beinhaltet eine Ermächtigung für den Leistungsträger, nach pflichtgemäßem Ermessen eine endgültige Leistungsfestsetzung nach § 328 SGB III iVm § 40 SGB II abweichend vom Zuflussprinzip auf der Basis eines tatsächlichen Durchschnittseinkommens vorzunehmen (Anschluss an Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 31. Oktober 2012 – L 12 AS 691/11).
Rechtstipp: a. A. SG Altenburg, Urteil vom 25.11.2015 – S 24 AS 145/15 – Berufung anhängig beim Thüringer LSG unter dem Az. : L 7 AS 82/16
3. 3 Thüringer Landessozialgericht, Urteil v. 13.04.2016 – L 4 AS 882/13 – rechtskräftig
3. 4 Thüringer Landessozialgericht, Urteil v. 16.03.2016 – L 4 AS 1126/13 – rechtskräftig
1. Für die Bekanntgabe eines belastenden Verwaltungsaktes, mit dem bewilligte Leistungen nach dem SGB II teilweise aufgehoben werden, kann eine Vertretungsberechtigung aus § 38 Abs. 1 SGB II nicht abgeleitet werden. Eine wirksame Bekanntgabe ist jedoch nach den allgemeinen Grundsätzen möglich (Anschluss an BSG, Urteil vom 4. Juni 2014 – B 14 AS 2/13 R).
2. Eine wirksame teilweise Aufhebung bewilligter Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II erfordert nicht die Benennung aller für den streitigen Zeitraum erlassenen Bescheide. Die beklagte Behörde kann sich im Fall einer nur teilweisen Aufhebung eines Leistungsbescheides auf die Benennung des letzten vorhergehenden Bescheides über die Höhe der Grundsicherungsleistungen beschränken (Abgrenzung zu BSG, Urteil vom 29. November 2012 – B 14 AS 196/11 R).
3. 5 Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss v. 16.06.2016 – L 11 AS 261/16 B ER
Zur Absetzung von Einkommen beim Antragsteller, der als selbständiger Musiklehrer, Berufsmusiker und Komponist tätig ist – Übernahme von Einlagerungskosten für Möbel, Gitarren, Noten und Unterlagen – Gewährung von Umzugskosten in Bezug auf die eingelagerten Gegenstände nach § 22 Abs 4 SGB II käme in Betracht – Betriebseinnahmen – Betriebsausgaben
Bei den Fahrtkosten handelt es sich um nach § 11b Abs 1 Satz 1 Nr 5 SGB II zu berücksichtigende Aufwendungen, da die Fahrten zwischen Wohnung und dem Einsatzort in M. als "Betriebsstätte" dem "privaten Bereich" zuzuordnen sind, obwohl es sich auch um Betriebsausgaben handelt (BSG, Urteil vom 05.06.2014 – B 4 AS 31/13 R ). Sie können folglich nach § 3 Abs 2 Alg II-V aufgrund des eindeutigen Wortlauts der Vorschrift nicht als Betriebsausgaben berücksichtigt werden, wobei allerdings eine Absetzung der Aufwendungen vom Einkommen aus selbständiger Tätigkeit anschließend noch vorzunehmen ist. Die Kfz-Haftpflichtversicherung wird von § 11b Abs 1 Satz 1 Nr 3 SGB II erfasst, so dass hierfür gleiches gilt. Weitere Kosten in Bezug auf das Kfz für Reparaturen, Steuer, Benzin, etc. können als Betriebsausgabe nur berücksichtigt werden, wenn das Fahrzeug überwiegend, also zu mehr als 50 vH betrieblich genutzt wird.
3. 6 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 21.06.2016 – L 13 AS 17/13
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren – Aufhebung eines Verwaltungsakts mit Dauerwirkung bei Änderung der Verhältnisse – Grundsicherung für Arbeitsuchende – vorläufige Entscheidung bei Ungewissheit über die Höhe von Einkommen – Erforderlichkeit einer abschließenden Entscheidung nach § 328 Abs. 3 S. 2 Halbs. 1 SGB III – Umdeutung – sozialgerichtliches Verfahren – Zulässigkeit der Berufung bei verbundenen Klagen
1. Hat das Sozialgericht ursprünglich getrennt erhobene Klagen verbunden, errechnet sich der Beschwerdewert nach § 144 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 SGG aus der Summe der streitigen Ansprüche. Dies gilt auch bei mehreren Klägern (Anschluss an BSG, Urteil vom 13. Juli 2014 – B 1 KR 33/02 R – Rn. 14).
3. 7 Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil v. 28.04.2016 – L 37 SF 159/14 EK AS
3. 8 Sächsisches Landessozialgericht, Urteil v. 14.01.2016 – L 3 BK 12/14
3. 9 Sächsisches Landessozialgericht, Urteil v. 24.03.2016 – L 3 AS 1898/13
Zur Verwertung einer Lebensversicherung ( hier bejahend ) – Verwertung stelle auch keine unzumutbare Härte dar
eingezahlten Beiträge – zuzüglich eines kleinen Gewinns – und nicht den wegen der Zuschüsse
3. 10. Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 13.06.2016 – L 7 AS 707/16 B – rechtskräftig
Gewährung von PKH – Erfolgsaussicht bejahend
3. Der Umstand, dass die Kläger den Widerspruch ausdrücklich nur gegen den "Bescheid zur Erstattung von Leistungen" gerichtet haben, ist unbeachtlich. Zum einen ist die Erstattungspflicht die eigentlich die Kläger treffende Belastung, die – wie ausgeführt – mit der endgültigen Festsetzung unmittelbar zusammenhängt. Zum anderen ist ein Widerspruchsantrag (ebenso wie ein Klageantrag) unter Berücksichtigung des Meistbegünstigungsprinzips (vgl. BSG, Urteil vom 07. 11. 2006 – B 7b AS 8/06 R) unabhängig vom Wortlaut unter Berücksichtigung des wirklichen Willens so auszulegen, dass das Begehren möglichst weitgehend zum Tragen kommt.
3. 11 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 02.06.2016 – L 7 AS 955/16 B ER – rechtskräftig
Slowakische Staatsangehörige hat Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts in Höhe des Regelbedarfs im einstweiligen Rechtsschutzverfahren – Leistungspflicht des erstangegangenen Sozialleistungsträgers
Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats im einstweiligen Rechtsschutzverfahren (vergl. Beschlüsse vom 16.12.2015 – L 7 AS 1466/15 B ER, vom 17.12.2015 – L 7 AS 1711/15 B ER, vom 04.03.2016 – L 7 AS 2143/15 B ER, vom 22.03.2016 – L 7 AS 354/16 B ER und vom 05.04.2016 – L 7 AS 453/16) ist der Antragsgegner als Träger von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II (§§ 6, 44 b Abs. 1 SGB II) nach § 43 SGB I zur Erbringung vorläufiger Leistungen verpflichtet.
3. 12 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 22.06.2016 – L 19 AS 721/16 B ER – und – L 19 AS 782/16 B – rechtskräftig
4. 1 SG Berlin, Beschluss v. 15.06.2016 – S 24 AS 5811/16 ER
4. 2 Sozialgericht Aachen, Beschluss v. 24.06.2016 – S 14 AS 525/16 ER
3. Unfreiwilligkeit der Arbeitslosigkeit liegt vor, wenn diese unabhängig von dem Willen des Antragstellers bzw. nicht aus einem in seinem Verhalten liegenden Grund eingetreten oder durch einen legitimen Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses von seiner Seite gerechtfertigt ist (vgl. Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 17. März 2016 – L 19 AS 390/16 B ER; LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 11.11.2014 – L 8 SO 306/14 B ER ).
5. 1 Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil v. 27.01.2015 – L 14 AL 84/11
Sozialdatenschutz – Bundesagentur für Arbeit
6. 1 LSG Baden-Württemberg Urteil vom 9.6.2016 – L 7 SO 3237/12
7. 1 SG Gießen, Urteil v. 07.06.2016 – S 18 SO 108/14
8. 1 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 23.06.2016 – L 20 AY 38/16 B ER – und – L 20 AY 43/16 B – rechtskräftig
Zu im Wege des Eilrechtsschutzes erbringende Leistungen nach dem AsylbLG – vorläufige Erbringung der Kosten für die Unterbringung im Frauenhaus zuzüglich der Leistungen zum Lebensunterhalt in Höhe der Leistungen nach § 3 AsylbLG
2. Die für den tatsächlichen Aufenthaltsort zuständige Behörde – hat vorbehaltlich einer abschließenden Beurteilung im Hauptsacheverfahren – auch dann vorläufig einzutreten, wenn – wie hier – beide Leistungsträger die Erbringung von Leistungen im Hinblick auf ihre angeblich örtliche Unzuständigkeit ablehnen und die Klärung dieses Kompetenzkonflikts wegen des existenzsichernden Charakters der begehrten Leistungen nicht abgewartet werden kann, denn § 10a AsylbLG will unabhängig von Zuständigkeitsfragen eine möglichst schnelle Deckung des geltend gemachten Bedarfs sicherstellen (vgl. BSG, Urteil vom 24.03.2015 – B 8 SO 20/13 R zu der inhaltsgleichen Vorschrift des § 98 Abs. 2 S. 3 SGB XII).
3. Es handelt sich bei den in Rede stehenden Leistungen für die Unterbringung in einem Frauenhaus ferner um sonstige Leistungen i.S.v. § 6 Abs. 1 S. 1 Alt. 2 AsylbLG, denn der Aufenthalt in einem Frauenhaus geht über die bloße Bereitstellung einer Unterkunft hinaus (s.o.) und unterfällt damit insbesondere nicht dem notwendigen Bedarf für Unterkunft und Heizung nach § 3 AsylbLG. Entsprechendes dürfte vorbehaltlich einer abschließenden Beurteilung im Hauptsacheverfahren – als Annex zu der Unterbringung – auch für den weiteren notwendigen Bedarf i.S.v. § 3 Abs. 1 S. 1 AsylbLG (u.a. Ernährung, Kleidung, Gesundheits- und Körperpflege, Gebrauchs- und Verbrauchsgüter des Haushalts) sowie den Barbetrag nach S. 2 der Vorschrift gelten, auch wenn diese nicht von dem Einrichtungsträger erbracht werden.

References: § 82
 § 6

§ 2
 § 328
 § 40
 § 38
 § 22
 § 11
 § 3
 § 11
 § 328
 § 144
 § 43
 § 3
 § 10
 § 98
 § 6
 § 3
 § 3