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Timestamp: 2018-08-15 03:53:37+00:00

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Heimatblätter 13 - 6. Juli 2005
Nr. 13 6. Juli 2005 4. Jahrgang
der Juni hat ganz im Zeichen des 1. Musikfestivals gestanden und dieser Tag wirkt sicherlich noch einige Zeit nach. Dass es keine Eintagsfliege war, steht für die Organisatoren fest. Den beteiligten Musikgruppen wünschen wir, dass dieser Tag der Musik so nachhaltig war, dass der eine oder andere Besucher den Weg in die Probenstunden findet.
Die Themen dieser Ausgabe: • 1. Musikfestival im Stadtbezirk
• Nachtwächter in Mengede und Bodelschwingh
• Veransteltungsrückblick
• Tagesfahrt nach Warendorf
1. Musikfestival im Stadtbezirk
Bundespräsident schmückt Superkonzert
Bundespräsident Horst Köhler war Ehrengast beim Musikfestival unseres Heimatvereins
Dass er Erfolg haben würde, damit hatte Wilfried Jürgens selbst mehr gehofft als geglaubt, als er seinen Namen unter den Brief setzte, mit der er Bundespräsident Horst Köhler im Namen unseres Heimatvereins zum „1. Musikfestival in Mengede“ einlud. Die Idee dazu hatte Friedhelm Stolle vom Westerfilder Quartettverein Sangesfreunde Westhausen. Drei Wochen später kam die Zusage aus Berlin: „Der Präsident kommt!
War es schon ein Supererfolg, dass der Heimatverein 17 Chöre und Instrumentalgruppen aus dem gesamten Stadtbezirk Mengede für dieses Konzert begeistern konnte, so war der Besuch des Bundespräsidenten das absolute Sahnehäubchen der Veranstaltung, die als nicht mehr zu übertreffender Höhepunkt in die Geschichte unseres Heimatvereins und wohl auch Mengedes eingehen wird.
Köhler, der am Morgen in der „DASA“ in Dortmund die „Jugend forscht“ -Sieger geehrt hatte, suchte bereits vor seinem Eintritt in die früheren Lohnhalle der ehemaligen Zeche „Adolf von Hansemann“ (heute Zentrum des Bildungszentrums der Handwerkskammer Dortmund), in der das über vierstündige Großkonzert stattfand, den Kontakt und das Gespräch mit zahlreichen Bürgern, die ihn bei seiner Ankunft mit Beifall begrüßt hatten.
Im Konzertsaal kippte der Bundespräsident dann das ursprünglich vorgesehene Protokoll; er blieb länger als es geplant war. Und obwohl seine Entourage vorher verkündet hatte „Der Präsident spricht nicht! “, trat er ans Mikrofon und outete sich und seine ihn begleitende Ehefrau (sie singt in einem Chor in Berlin) als begeisterte Anhänger der Chormusik. Und beim Abschied bestätigte das Staatsoberhaupt, dass es ihm in Mengede gefallen hat: „Es war schön bei Ihnen!“ (Siehe auch den Redetext an anderer Stelle).
Als Erinnerung an seinen Besuch nahm Köhler, der mit „Standing Ovations“ verabschiedet wurde, ein mit Hammer und Schlegel „veredeltes“ Stück Kohle mit, das ihm Max Rehfeld, Heimatvereins-Mitglied und Chef der Kleinzeche des Bergmanns-Unterstützungs-Vereins Mengede, überreichte.
Letzte „Amtshandlung“ des Präsidenten auf Mengeder Gebiet: Er ließ sich vor der Abfahrt eine Bratwurst schmecken.
Im weiteren Verlauf des Konzertes, das vom Heimatverein-Vorsitzenden Paul Gausepohl moderiert wurde, zeichnete Bürgermeister Adolf Miksch(Bodelschwingh) den MGV Nette, der zusammen mit dem Quartettverein Mengede auftrat, mit dem er sich zusammenschließt, aus Anlass seines 110-jährigen Bestehens im Namen der Stadt aus. Neben freundlichen Worten hatte er auch eine kleine finanzielle “Starthilfe für das 111. Jahr“ mitgebracht.
Miksch zeigte auch seine Begeisterung für das gelungene Musikfestival. Er hofft, dass es nach dem erfolgreichen Start „mit dem Bundespräsidenten als Paten“ eine Fortsetzung geben wird.
Bundespräsident Horst Köhler, strahlende Laune während der Begrüßung der Menschen des Stadtbezirks
Vorsitzender Paul Gausepohl:
jetzt ist es Zeit, dass der Bundespräsident uns leider, auch zu seinem eigenen Bedauern, verlassen muss. Wir alle, Teilnehmer und Gäste, dürfen uns sehr herzlich für ihren Besuch hier im Bildungszentrum Hansemann in Dortmund-Mengede bedanken. Der Applaus Herr Bundespräsident zeigt ihnen wie sehr ihr Erscheinen willkommen war.
Wir alle wünschen ihnen einen guten Rückflug nach Berlin und weiterhin viel Glück und Erfolg in ihrem sicherlich nicht leichten, eher schweren Amte.
Danke schön – Glück Auf und – Auf Wiedersehen.
Bundespräsident Horst Köhler trägt sich in das Gästebuch des Heimatvereins ein
es war schön bei ihnen, die Musik war schön, alles vielgestaltig – ich würde gern wiederkommen, versprechen tue ich es nicht, aber es könnte durchaus passieren. Herzlichen Dank dass sie uns so freundlich empfangen haben und uns diese schöne Stunde bereitet haben.
Ihnen Allen – herzlichen Dank
Die Teilnehmer des 1. Musikfestivals im Stadtbezirk Mengede:
Akkordeon-Orchester Heider Spielgruppe, Bläserchor der ev. Gemeinde Mengede, Bläsergruppe des Teckelclub Westerfilde, Groppenbrucher Jagdhornbläser, Gemischter Chor Westerfilde, Junger Chor Westerfilde, Kinder- und Mäusechor der ev. Gemeinde Westerfilde, Kath. Kirchenchor Bodelschwingh, Kath. Kirchenchor Mengede, MGV "Frohsinn" Bodelschwingh, Musikverein Mengede, Ökumenischer Chor, Take two" Mengede, Quartettverein Mengede / MGV Nette, Quartettverein Sangesfreunde Westhausen", Ritters Mandolinen Konzert Gesellschaft, Schulchor und Schulband der Albert Schweitzer Realschule, Volkschor Mengede
Nachtwächter – auch in Mengede und Bodelschwingh
Der Beruf des Nachtwächters gehörte bei allen Völkern zu allen Zeiten zu den ältesten, uns bekannten Berufen. Nur heute ist dieser Beruf vielen Orts nahezu vergessen.
Die Einrichtung von Nachtwächtern war seit jeher entweder eine militärische Institution zur Überwachung von Lagern und Befestigungen oder eine ordnungsbehördliche zur Sicherung der Bürger vor Feuersbrünsten und Dienststahl sowie zur Währung der nächtlichen Ruhe.
Bereits bei den Hebräern, Griechen und Römern sowie bei allen bedeutenden Kulturvölkern des Altertums sind Nachweise über Nachtwächter zu finden. So auch in der Bibel, wo Matthäus berichtet, dass Jesus um die „vierte Nachtwache“ auf dem Meere zu seinen Jüngern gewandelt sei, was nach unserer Zeitrechnung zwischen 3 und 6 Uhr morgens gewesen ist. Und auch Pilatus gestattete den Pharisäern, die „Nachtwache“ an das Grab Jesu zu stellen, damit nicht die Jünger den Leichnam stehlen konnten und dann sagen würden: „Er ist auferstanden“.
Auch im Gotischen sowie Alt- und Mittelhochdeutschen sind die Wörter „Wache“, „Wärter“ und „Wächter“ bekannte Begriffe. Und Kaiser Karl der Große (747 – 814) verordnete, dass „die „freien Leute außerhalb des Heeresdienstes zum Wachdienste als Tag- oder Nachtwachen verpflichtet wurden, und zwar zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Innern des Landes als auch zur Bewachung der Städte und Festungen und der Grenzen des Reiches.
Auch in Mengede und Bodelschwingh wird es bereits im Mittelalter Nachwächter gegeben haben. Allerdings liegen gesicherte Nachweise oder schriftliche Dokumente aus dieser Zeit nicht vor. Der erste Nachweis über Nachtwächter datiert aus dem Jahr 1809, als der Castroper Maire (=Bürgermeister) Graf von Bodelschwingh-Plettenberg unter dem 14. Dezember eine „Instruction für die Vorsteher und Bauerrichter der Munizipalität Castrop wegen der zu haltenden Nachtwachen erlassen hatte. Danach waren in jeder Commune – somit in jedem Ortsteil von Mengede – Nachtwachen vom Dezember bis Mai mit jeweils zwei Mann einzurichten, die von abends 9 Uhr bis morgens 4 Uhr die ganze Gemeinde durchzugehen hatten. Polizeidiener und Ortsvorsteher hatten die ordnungsgemäße Durchführung der Instruction zu überwachen und „jeden Contravationsfall anzuzeigen“. Und Bürgermeister Graf von Bodelschwingh-Plettenberg fordert den Ortsvorsteher Emschermann in Deusen mit Siegelschreiben des Großherzogtums Berg vom 29. November 1813 auf, für die ordnungsgemäße Einrichtung der Nachtwachen Sorge zu tragen und jede Entgegenhaltung zur Bestrafung anzuzeigen.
Als nach der Völkerschlacht bei Leipzig am 18. Oktober 1813 die napoleonischen Truppen geschlagen und damit die von den Franzosen besetzten Gebiete – so auch das Großherzogtum Berg, zu dem Mengede gehörte - aufgegeben wurden, blieben die 1806 von den Franzosen eingerichteten Verwaltungseinheiten bestehen. Anstelle des bisherigen Bürgermeisters Graf von Bodelschwingh-Plettenberg wurde allerdings Bürgermeister Adolf Biggeleben eingesetzt, der in Mengede auf Haus Galen, das an der heutigen Mengeder Straße etwa gegenüber der Einmündung der Galenstraße stand, seinen Wohnsitz hatte und am 3. Dezember 1815 nachstehende Nachtwächter - Instruction für den Verwaltungsbezirk Castrop mit den Gemeinden Mengede und Bodelschwingh erließ:
§ 1. Die Nachtwache dauert vom 1. November bis 1. Mai, also sechs Monate.
§ 2. Der Nachtwächter erhält das Bauerhorn, er verfügt sich damit abends Glocke zehn aus dem Hause, patrouilliert alle Stunde bis vier Uhr morgens das ganze Dorf ab und kontrolliert sich selbst dadurch, dass er an dem ihm vorn Vorsteher bestimmten Ort ein Signal durch Blasen, und zwar um zehn Uhr einmal, um elf Uhr zweimal, um zwölf Uhr dreimal, um ein Uhr einmal, um zwei Uhr zweimal, um drei Uhr dreimal, um vier Uhr viermal einen Ton durchs Horn gibt.
§ 3. Sobald der Nachtwächter Feuersgefahr im Dorfe oder in der Nähe erblickt, bläst er Feuerlärm, und zwar dadurch, dass er anhaltend in langen Tönen bläst. Er weckt zugleich die Bewohner und benachrichtigt sie, wo das Feuer brennt.
§ 4. Alle Menschen, welche dem Nachtwächter auf der Patrouille begegnen, oder die er außer den Häusern gewahr wird, hat derselbe anzuhalten und selbige über ihre Geschäfte in der ungewohnten Stunde zu befragen. Sind es Unbekannte und scheinen sie verdächtig, so bringt er sie vorläufig zur Untersuchung an den Vorsteher, Widersetzt sich solcher der Arrestation, dann ist gleich Lärm an den Häusern zu machen, damit die Einwohner zur Hilfe eilen, um dergleichen womöglich habhaft zu werden.
§ 5. Findet der Nachtwächter an irgendeinem Hause die Türen oder Fenster offen, so wird der Bewohner geweckt, welcher die Ursache anzugeben oder im verdächtigen Falle gleich Untersuchung anzustellen hat, ob ein Diebstahl verübt ist. Ist ein solcher wirklich verübt, dann sind die Nachbarn zu wecken, damit dem Diebe nachgesetzt werden kann. Entdeckt der Nachtwächter selbst Diebe, die einen Diebstahl ausüben wollen, so hat er durch geräuschloses Zuziehen von Eingesessenen sich möglichst der Diebe zu bemächtigen, auf jeden Fall die Ausführung des Diebstahles zu verhüten.
§ 6. Für jede Stunde, welche der Nachtwächter erweislich in der Patrouille versäumt, wird derselbe mit zwei Silbergroschen, für die Versäumnis einer ganzen Nacht mit zehn Silbergroschen bestraft, und dieser Betrag ihm vom Gehalt abgezogen. Beim geringsten Vergehen gegen die Redlichkeit wird derselbe entlassen und dem Gericht übergeben.
Mengede, den 3. Dezember 1815
Der Bürgermeister von Castrop
Die in der damaligen Behördensprache verfasste Dienstanweisung regelte die Rechte und Pflichten der in der Gemeinde tätigen Nachtwächter. Sie verdeutlichte aber auch die dörfliche Wirklichkeit der damaligen Zeit. Die durch die Dörfer führenden Wege waren noch unbefestigt und unbeleuchtet. Und nur allmählich begannen die Wunden, die die französischen Armeen unter Napoleon über Land und Leute geschlagen hatten, zu heilen. Anstelle ständíger Bedrängnis durch die Besatzungstruppen sollte wieder Ruhe und Ordnung einkehren. Der Bürger sollte durch den Nachtwächter gegen unbemerkte Feuergefahren, nächtliches Diebesgesindel und ruhestörenden Lärm geschützt werden und somit ein Gefühl der Sicherheit gewinnen.
Nach Schopohl bestand die Instruktion auch in der Kommune Bodelschwingh, in der über 3 Generationen die Schneidermeister Dingemann, wohnhaft Dorfstr. 30 (heute Deininghauser Straße) das Amt des Nachtwächters ausübten. Neben der Aufgabe des Nachtwächters hatten sie auch die Aufgaben des Hochzeits- und des Leichenbitters mit der Ankündigung von Trauungen bzw. Todesfällen zu übernehmen. Zu Neujahr gratulierte er den Bewohnern von Bodelschwingh und wurde dabei reichlich beschenkt. Da in jedem Haushalt auch einige Schnäpse getrunken wurden, war der Neujahrstag für den Bodelschwingher Nachtwächter nach Schopohl „ein kritischer Tag erster Ordnung“.
Die Stadt Castrop schuf 1923 einem ihrer Nachtwächter mit der Abbildung auf einem der Notgeldscheine ein bleibendes Denkmal. Abgebildet ist hier Heinrich Echterhoff und folgender Text:
„Heinrich im Düstern mit Wolfsspitz und Schwert hast dich als Wächter von Castrop bewährt. Steig aus dem Grabe und blas uns zurück, alte Gemütlichkeit und alter Glück.“
Wie wichtig das Amt des Nachtwächters gehalten wurde, beweist auch der von jedem in Dienst tretenden Nachtwächter abzuleistenden Diensteid:
Ich gelobe und schwöre, dass ich will treu und hold sein dem Bürgermeister und dem Rate, und will sonderlich die Nachtwache treulich verwahren, des Abends zu zehn Uhr auf – und des Morgens zu vier Uhr, wann ich geblasen, abgehen, und auf allen Schilden (= Straßenkreuzungen) alle Stunden rufen und blasen, mich auch sonst unverweislich verhalten, so gewiss helfe mir Gott und sein heiliges Wort.
Die Nachtwächter in Bodelschwingh und Mengede werden mit der kommunalen Neugliederung des Ruhrgebietes und Einrichtung des Amtes Mengede im Jahre 1889 wie in vielen anderen Gemeinden des Ruhrgebietes ihre Funktion verloren haben. Im Bericht des Amtmanns Schragmüller über die Verwaltung des Amtes Mengede für die Jahre 1889 bis 1902 finden die Nachtwächter keine Erwähnung mehr. Vielmehr wurden die Aufgaben in einer der damaligen Zeit angepassten Form von der Polizei übernommen und die in der Nachtwächter-Instruktion enthaltenen Aufgaben in Polizeiverordnungen geregelt.
Wenn auch das Nachtwächterwesen weitgehend nicht mehr besteht, so sind uns zahlreiche Nachwächterlieder, die teilweise bis in das 12. und 13. Jahrhundert zurückreichen und oftmals religiösen Charakter aufweisen, überliefert und erhalten geblieben. Häufig werden die Nachtstunden mit Ereignissen aus der Heiligen Schrift, die sich um die entsprechende Stunde zutrugen, in Verbindung gebracht und daraus fromme Lehren, Mahnungen und Warnungen gezogen. Das wohl bekannteste Nachtwächterlied, das in fast allen deutschsprachigen Regionen, oft sogar in den jeweiligen Mundarten, gesprochen oder gesungen wurde, war der Stundenruf: „Hört, ihr Bürger, und lasst euch sagen, unsere Glock hat Zehn geschlagen. Zehn Gebote schärft Gott ein, lasset uns gehorsam sein!“
Wichner, Josef: Stundenrufe und Lieder der deutschen Nachtwächter, Regensburg 1897; Schopohl, Fr.: Instruktionen für den Nachtwächter der Kommune Bodelschwingh, Heimatblätter für Castrop und Umgebung 1924, S. 25 – 27; O. V.: Instruktionen für den Nachtwächter in der Bürgermeisterei Castrop 1815, Kultur und Heimat 1956, S. 143 f; Linden, Horst: Ordnung musste immer sein, Heimatspiegel der Dortmunder-Nord-West-Zeitung, Nr. 7/1956 v. 25.1.56 und Nachtwachen taten not, Die Instruktionen des Maire v. Bodelschwingh-Plettenberg in Heimat-Spiegel Nr. 52 vom 28.01.1959; Schulte-Kemminghausen, Karl, Westfalen, 2. Auflage Honnef 1962, S. 85; O. V.: Instruktionen für den Castroper Nachwächter 1815, Kultur und Heimat 1967, S. 141 f.; Scholz, Dietmar: Von der Freyheit zur Europastadt. Geschichte der Stadt Castrop-Rauxel, Stuttgart 1996
So hausten einst die Rittersleut’
Burgenausstellung findet interessante Fortsetzung
Der sensationelle Besuch des Bundespräsidenten Horst Köhler beim 1. Konzerfestival in Mengede wird wohl als unvergessliches Highlight in die Geschichte unseres Heimatvereins eingehen.
Viel Interesse fanden aber auch die übrigen Veranstaltungen, die in diesem Jahr durchgeführt wurden. Dazu gehörte die Ausstellung über die „Wasserburgen in Westfalen“ von Friedhelm Treckmann in der „Heimatstube“.
Der engagierte Heimatforscher hat aus seiner Sammlung von über 500 Bastionen des Mittelalters, die er in über 20 Jahren fotografiert hat, vor allem Schutz- und Trutzburgen ausgewählt, die - direkt oder indirekt - Bezüge zum heutigen Dortmunder Nordwesten haben.
Dazu gehören beispielsweise das Schloss Bodelschwingh und das Haus Dellwig in Lütgendortmund, das übrigens zeitweilig auch in Besitz der Mengeder Familie Rump war, ebenso wie das Haus Steinhausen in der Nähe von Husen (Schwerte). Treckmann erinnerte auch u. a. an die Mengeder Verbindungen zum Haus Strünkede in Herne. Und selbst Schloss Raesfeld war nicht ohne Grund vertreten: Im 30-jährigen Krieg rückte dort der „Westfälische Wallenstein“ Alexander II. im Auftrag der Reichstadt Dortmund mit seinen Mannen aus, um die umliegenden Gehöfte im Umland abzubrennen, damit sich dort keine Gegner der Stadt festsetzen konnten.
Wer allerdings in der Ausstellung das frühere Haus (Schloss) Mengede vermisste, muss sich noch etwas gedulden. Zu einem späteren Zeitpunkt folgen eine Extra-Ausstellung und ein Vortrag, über Mengede und sein Adelsgeschlecht.
700 kamen zum Osterfeuer
Zehn Lkw mit Gartenabfällen gingen in Flammen auf
Das Osterfeuer, das von unserem Heimatverein - wie schon im Vorjahr – wieder zusammen mit den Mengeder Bürgerschützen auf der Schützenwiese am Burgring aufgezogen wurde, erlebte einen Zuspruch, den kaum jemand erwartet hatte.
Schätzungsweise über 700 Besucher drängten sich kurz nach dem Beginn auf der grünen Wiese. Kein Wunder, dass Bier und Würstchen kräftig nachgeordert werden mussten. Zehn Lkw mit Gartenabfällen gingen lodernd in Flammen auf. Die Musik dazu machte der Bläserchor der evangelischen Remigius-Gemeinde.
Der Brauch des Osterfeuer, der in seinem Ursprung auf Zeiten zurückgeht, als unsere Vorfahren noch Heiden waren, hat in Mengede nachweislich schon seit 1347 Tradition. Rein christlicher Herkunft ist hingegen die ebenfalls uralte Sitte des Stockbrotbackens, die auch diesmal an einem Extra-Feuer von den Kindern ausgeübt werden konnte: Auf diese Weise wurde früher das Karfreitagsbrot gebacken.
Tagesfahrt nach Warendorf
Der Heimatverein veranstaltet am Sonntag, 07.08.2005 eine Eintagesfahrt nach Warendorf und Ladbergen. Es ist folgendes Programm vorgesehen:
09.15 Abfahrt mit dem Bus ab Mengede - Markt
10.45 Ankunft Warendorf, Landgestüt
11.00 Besichtigung des NRW-Landgestüts unter sachkundiger Führung
12.15 Mittagessen im Hotelrestaurant „Emshof“
14.00 Stadtbesichtigung mit Besuch des Rathauses, Bürgerhauses und Garten
16.30 Abfahrt nach Ladbergen
17.00 Ortsbesichtigung Ladbergen
17.30 Abendessen im Alten Gasthof „Möller Hof“
19.00 Abfahrt, Ankunft Mengede: gegen 20.30 Uhr
Die Fahrt und Führungskosten belaufen sich auf etwa 17,00 €/Pers. Die Kosten der Mahlzeiten in den gut bürgerlichen Restaurants sind von den Teilnehmern zu tragen.
Der Vorstand wünscht allen Teilnehmern eine schöne Fahrt mit vielen neuen Eindrücken aus dem historischen Münsterland.

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6