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Timestamp: 2018-02-21 20:51:24+00:00

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Lexikon Steuer: Kirchensteuer bei Pauschalierung der Lohnsteuer
> Kirchensteuer bei Pauschalierung der Lohnsteuer
Auch im Fall der Pauschalierung der Lohnsteuer nach den §§ 40 ff. EStG ist grundsätzlich Kirchensteuer zu erheben. Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer ist die pauschale Lohnsteuer. Ein Verzicht auf die Erhebung der Kirchensteuer ist aber möglich, wenn der Arbeitgeber nachweist, dass die betroffenen Arbeitnehmer ganz oder zum Teil keiner hebeberechtigten Kirche angehören (BFH, 30.11.1989 - I R 14/87, BStBl II 1990, 993).
Der Nachweis wird durch
die Vorlage einer Lohnsteuerkarte (auch im Falle des § 40a EStG ) oder
die Vorlage einer Bescheinigung des Arbeitnehmers, nach der er keiner hebeberechtigten Kirchenkörperschaft angehört,
geführt. Diese Bescheinigung ist zwingend nach amtlichem Muster vorzunehmen (vgl. dazu koordinierter Ländererlass vom 17.11.2006 - 3 - S 244.4/2, BStBl I 2006, 716).
Der Steuersatz für die pauschale Kirchen-Lohnsteuer ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Er beträgt zwischen 4 % und 7 %. Die Kürzung gegenüber dem Normalsteuersatz (9 % / 8 %) trägt dem Umstand Rechnung, dass möglicherweise nur ein Teil der Arbeitnehmer einer Kirche angehört.
Die so ermittelte pauschale Kirchensteuer wird ab 2007 von der Finanzverwaltung nach regional unterschiedlichen festen Schlüsseln in evangelische und katholische Kirchensteuer aufgeteilt. Bei Mini-Jobs (bis 400 EUR) wird eine einheitliche Pauschsteuer von 2 % erhoben. Hierin ist bereits eine pauschalierte Kirchensteuer enthalten ( § 40a Abs. 2 EStG ). Hat der einzelne Arbeitnehmer mehrere Mini-Jobs, die insgesamt die Summe von 400 EUR überschreiten, kann der einzelne Arbeitgeber pauschale Lohnsteuer von 20 % erheben ( § 40a Abs. 2a EStG ).
Ein Arbeitgeber im Land Brandenburg beschäftigt nur Aushilfskräfte, die bei anderen Arbeitgebern auch Mini-Jobs haben. Die Voraussetzungen für die Pauschalierung der Lohnsteuer nach § 40a Abs. 2a EStG liegen vor. Die im Monat Januar gezahlten Aushilfslöhne betragen 500 EUR.
Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer nach § 40a Abs. 2a EStG mit 20 % pauschalieren = 100 EUR. Der Steuersatz für die pauschalierte Lohnkirchensteuer beträgt im Land Brandenburg 5 %, die zu erhebende Lohnkirchensteuer somit 5 EUR. Dieser Betrag entfällt zu 70 % = 3,50 EUR auf die ev. Lohnkirchensteuer und zu 30 % = 1,50 EUR auf die rk. Lohnkirchensteuer. Diese Aufteilung muss aber seit 2007 nicht mehr vom Arbeitgeber vorgenommen werden.
Macht der Arbeitgeber von seinem Recht Gebrauch, nachzuweisen, dass einzelne Arbeitnehmer keiner hebeberechtigten Kirche angehören, ergeben sich für die Pauschalierung der Kirchensteuer ab 2000 folgende Auswirkungen (koordinierter Ländererlass vom 17.11.2006 - 3 - S 244.4/2, BStBl I 2006, 716):
1. Pauschalierung bei Aushilfs- und Teilzeitbeschäftigten ( § 40a EStG )
- Nicht Kirchenmitglieder:
keine pauschale Kirchensteuer
- übrige Arbeitnehmer:
normaler Kirchensteuersatz (vgl. - Kirchensteuer )
2. Pauschalierung in besonderen Fällen und bei Zukunftssicherungsleistung ( § 40 ,
40b EStG )
normaler Kirchensteuersatz (8 %/9 %)
Bis 2006 war die mit dem ermäßigten Kirchensteuersatz im vereinfachten Verfahren pauschalierte Kirchensteuer nach einem fest vorgegebenen prozentualen Verteilungsschlüssel auf die Kirchen aufzuteilen. Diese prozentuale Aufteilung durch den Arbeitgeber ist ab 2007 weggefallen, weil die im vereinfachten Verfahren ermittelte pauschale Kirchensteuer in eine besondere Zeile der Lohnsteuer-Anmeldung (= Zeile 24, Kennzahl 47) eingetragen werden kann und das Finanzamt aufgrund dieser Eintragung die Aufteilung der pauschalen Kirchensteuer auf die erhebungsberechtigten Religionsgemeinschaften vornimmt.
Die Höhe der Pauschalkirchensteuer mit Einzelheiten für die jeweiligen Bundesländer ergibt sich aus der folgenden Übersicht:
Bundesland / Kirchenkörperschaft
Pauschalkirchensteuer
evangel. Landeskirche Baden
evangel. Landeskirche Württemberg
israel. Religionsgemeinschaft
freirelig. Landesgemeinde Baden
evangel. Luth. Kirche Bayern
Landesverb. D. isr. Kultusgem
ev. Kirche schles. Oberlausitz
ev.-luth. Landesk. Mecklenburg
pommersche evang. Kirche
ev. Kirche Kirchenprovinz Sachsen
röm.-kath. Erzbistum Berlin
röm.-kath. Erzbistum Görlitz
röm.-kath. Bistum Magdeburg
bremisch evang. Kirche
israel. Gemeinde
evangel.-luth. Gesamtverband
vereinigt. protest. Gemeinde
nordelb. evang.-luth. Kirche
evang..-luth. Landesk. Hannover
röm.-kath. Erzbistum Hamburg
Mennonitengemeinde Hamburg Altona
evang. Kirche Hessen / Nassau
evang. Kirche Kurhessen-Waldeck
evang. Kirche Rheinland
freirelig. Gem. Mainz/Offenbach
jüdische Gemeinde Frankfurt/M.
jüdische Gemeinden Bad Nauheim, Darmstadt, Gießen, Kassel, Offenbach
evang.-luth. Landesk. Mecklenburg
evang. Kirche Berlin-Brandenburg
ev.-luth. Landesk. Braunschweig
ev.-luth. Landesk. Schaumburg-Lippe
lipische. Landeskirche
jüdische Kultusgem. Westfalen
evang. Kirche Pfalz
freireligiöse Landesgem. Pfalz
Religionsgem. Freie Protestanten
ev.-luth. Kirche Thüringen
röm.-kath. Bistum Dresden/Meissen
röm.-kath. Bistum Görlitz
evang.-ref. Kirche Lübeck
röm.-kath. Bistum Erfurt
röm.-kath. Diözese Fulda
Lässt sich nicht eindeutig feststellen, wie viel der Bemessungsgrundlage für die pauschale Kirchensteuer (pauschale Lohnsteuer) jeweils auf die Kirchenmitglieder und -nichtmitglieder entfällt, kann die pauschale Lohnsteuer aus Vereinfachungsgründen nach Köpfen auf die beiden Gruppen aufgeteilt werden.
Arbeitgeber Redlich mit Sitz in Nordrhein-Westfalen beschäftigt im Juli 10 Aushilfen. Die Voraussetzungen für eine Pauschalierung der Arbeitslöhne von insgesamt 2.500 EUR gemäß § 40a Abs. 2a EStG liegen vor. Drei der Arbeitnehmer haben Redlich schriftlich bestätigt, dass sie keiner Religionsgemeinschaft angehören.
Die pauschale Lohnsteuer beträgt 20 % von 2.500 EUR = 500 EUR. Die pauschale Kirchensteuer beträgt grundsätzlich 7 % von 500 EUR. Da Redlich jedoch für einen Teil der Arbeitnehmer den Nachweis geführt hat, dass sie keiner Religionsgemeinschaft angehören, ist die Kirchensteuer mit 9 % (normaler Kirchensteuersatz) für die übrigen Arbeitnehmer wie folgt zu berechnen: Auf Kirchenmitglieder entfallen 7/10 von 500 EUR = 350 EUR. Kirchensteuer: 9 % von 350 EUR = 31,50 EUR.
Die Finanzverwaltung sieht eine Erhebung der Kirchensteuer mit dem Regelsatz von 8 % bzw. 9 % vor, wenn der Arbeitgeber für einzelne Arbeitnehmer die Nichtzugehörigkeit zu einer hebeberechtigten Kirche nachweist.
Kirchensteuer - Rechtsmittel und Rechtsweg
Kirchensteuer - Sonderausgabe - Erstattung
Kirchensteuer - Übersichten

References: § 40
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