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Timestamp: 2019-04-18 13:48:56+00:00

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BGH, 29.06.2006 - I ZR 235/03 - dejure.org
Werbung einer Anwaltskanzlei mit Informationsveranstaltungen und Werbematerial
Berufswidrige Werbemaßnahmen eines Rechtsanwalts; Unaufgefordertes Versenden von Informationsschreiben und Einladung zu Informationsveranstaltungen über die Möglichkeiten der Verminderung von Darlehensverbindlichkeiten aus Kreditverträgen zur Finanzierung von Anteilen an Immobilienfonds; Reichweite des Verbots der Werbung um Einzelfallmandate; Datenschutzwidrige Verwendung eines unzulässig erlangten Anschriftenverzeichnisses; Änderung des Streitgegenstandes auf Grund Abwandlung der Verletzungsform bei einem wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsantrag; Zulässigkeit einer Klageerweiterung im Revisionsverfahren; Einschränkung einer im Unterlassungsantrag umschriebenen Verletzungsform auf hinsichtlich ihrer Beurteilung eine Prüfung neuer Sachverhalte erfordernde Verhaltensweisen
Zur Änderung des Streitgegenstandes bei einem wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsantrag
"Anschriftenliste"; Zulässigkeit der Abwandlung der Verletzungsform bei einem wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsantrag
Verfahrensrecht - Streitgegenstand bei wettbewerbsrechtl. Unterlassungsantrag
Medienrechtliche Unterlassungsanträge, Anschriftenliste, § 308 Abs. 1 ZPO
Bei wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanträgen setzt eine "nderung des Streitgegenstandes einen entsprechenden - zulässigen - Antrag des Klägers voraus
LG Halle, 20.12.2002 - 7 O 383/02
OLG Naumburg, 10.10.2003 - 1 U 17/03
BGHZ 168, 179
NJW 2007, 2777 (Ls.)
MDR 2007, 165 (Ls.)
GRUR 2006, 960
WM 2006, 1877
Entsprechend hält sich das Gericht im Rahmen seiner Antragsbindung nach § 308 Abs. 1 ZPO, wenn es dem Geschädigten statt des "großen" den "kleinen" Schadensersatz zuerkennt (…vgl. BGH, Urteile vom 9. Mai 1990 aaO und vom 29. Juni 2006 - I ZR 235/03, BGHZ 168, 179 Rn. 16).
Eine solche ist unzulässig (vgl. BAG 25. April 2013 - 6 AZR 800/11 - Rn. 13; 28. August 2008 - 2 AZR 63/07 - Rn. 23, BAGE 127, 329; BGH 29. Juni 2006 - I ZR 235/03 - Rn. 24, BGHZ 168, 179) .
Dieser wird bestimmt durch den Klageantrag, in dem sich die vom Kläger in Anspruch genommene Rechtsfolge konkretisiert, und den Lebenssachverhalt (Klagegrund), aus dem der Kläger die begehrte Rechtsfolge herleitet (BGH, Urteil vom 3. April 2003 - I ZR 1/01, BGHZ 154, 342, 347 f; vom 29. Juni 2006 - I ZR 235/03, BGHZ 168, 179 Rn. 15).
Insoweit handelt es sich um eine Klageerweiterung, die im Revisionsverfahren grundsätzlich nicht zulässig ist (vgl. BGH, Urteil vom 23. Juni 1988 - IX ZR 172/87, BGHZ 105, 34, 36;… vom 3. April 2003, aaO S. 351; vom 29. Juni 2006, aaO Rn. 24).
Dem Kläger ist auch nicht durch Zurückverweisung der Sache an das Berufungsgericht Gelegenheit zu geben, die Klage auf neue Klagegründe zu stützen, nachdem er in den Tatsacheninstanzen keine entsprechenden Vorwürfe gegen den Beklagten erhoben hat (vgl. BGH…, Urteil vom 3. April 2003, aaO; vom 29. Juni 2006, aaO Rn. 25).
Ohnehin wäre eine Klageerweiterung im dritten Rechtszug unzulässig (vgl. BAG 28. August 2008 - 2 AZR 63/07 - Rn. 23, BAGE 127, 329; BGH 29. Juni 2006 - I ZR 235/03 - Rn. 24, BGHZ 168, 179) .
Auch aus dem Klagevortrag, der zur Antragsauslegung heranzuziehen ist (vgl. BGHZ 168, 179 Tz. 15 - Anschriftenliste;… BGH, Urt. v. 2.7. 1998 - I ZR 77/96, GRUR 1999, 272, 274 = WRP 1999, 183 - Die Luxusklasse zum Nulltarif), ergibt sich kein anderes Verständnis des gestellten Unterlassungsantrags.
Das erfordert unter anderem der Schutz des Beklagten, für den erkennbar sein muss, welche prozessualen Ansprüche gegen ihn erhoben werden, um seine Rechtsverteidigung darauf ausrichten zu können (BGH 29. Juni 2006 - I ZR 235/03 - Rn. 20, BGHZ 168, 179) .
Berechtigung des Abwicklers einer in Insolvenz geratenen Rechtsanwaltskanzlei auf …
Ein weitergehender Auskunftsanspruch kann ihm folglich gemäß § 308 Abs. 1 Satz 1 ZPO nicht zugesprochen werden, zumal eine Klageerweiterung im Revisionsverfahren grundsätzlich nicht zulässig ist (BGH, Urteil vom 3. April 2003 - I ZR 1/01, BGHZ 154, 342, 350 f; vom 29. Juni 2006 - I ZR 235/03, BGHZ 168, 179 Rn. 24).
a) Der Streitgegenstand (der prozessuale Anspruch) wird durch den Klageantrag bestimmt, in dem sich die vom Kläger begehrte Rechtsfolge konkretisiert, und den Lebenssachverhalt (Klagegrund), aus dem der Kläger diese Rechtsfolge herleitet (vgl. BGH, Urt. v. 29.6.2006 - I ZR 235/03, GRUR 2006, 960 Tz. 15 = WRP 2006, 1247 - Anschriftenliste;… Urt. v. 13.7.2006 - I ZR 222/03, GRUR 2007, 161 Tz. 9 = WRP 2007, 66 - dentalästhetika II; Beschl. v. 11.10.2006 - KZR 45/05, GRUR 2007, 172 Tz. 11 = WRP 2007, 81 - Lesezirkel II, m.w.N.).
Der prozessuale Anspruch (Streitgegenstand) wird durch den Klageantrag bestimmt, in dem sich die vom Kläger in Anspruch genommene Rechtsfolge konkretisiert, und den Lebenssachverhalt (Klagegrund), aus dem der Kläger die begehrte Rechtsfolge herleitet (BGH, Urteil vom 29. Juni 2006 - I ZR 235/03, BGHZ 168, 179 Rn. 15;… vom 5. Juli 2016 - XI ZR 254/15, WM 2016, 1831 Rn. 24;… vom 17. März 2016 - IX ZR 142/14, WM 2016, 2091 Rn. 17).
Der vorliegende Verstoß gegen § 308 Abs. 1 ZPO ist von Amts wegen zu berücksichtigen (BGH, Urteil vom 29. Juni 2006 - I ZR 235/03, BGHZ 168, 179 Rn. 13 - Anschriftenliste, mwN) und erfordert die Aufhebung des Berufungsurteils.
BAG, 24.10.2017 - 1 ABR 45/16
Zulässigkeit einer Beschwerde - Beseitigung einer Beschwer
KG, 20.04.2010 - 5 W 92/10
Irreführende Werbung mit DIN-Normen

References: § 308
 § 308
 BGH 
 BGH 
 § 308
 § 308