Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Dresden&Datum=12.05.2004&Aktenzeichen=2%20Ws%20660/03
Timestamp: 2019-06-17 22:10:58+00:00

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OLG Dresden, 12.05.2004 - 2 Ws 660/03 - dejure.org
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OLG Dresden, 12.05.2004 - 2 Ws 660/03 (https://dejure.org/2004,14320)
OLG Dresden, Entscheidung vom 12.05.2004 - 2 Ws 660/03 (https://dejure.org/2004,14320)
OLG Dresden, Entscheidung vom 12. Mai 2004 - 2 Ws 660/03 (https://dejure.org/2004,14320)
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Verhängung einer Disziplinarmaßnahme wegen der Weigerung der Abgabe einer Urinprobe in der Anwesenheit eines Vollzugsbediensteten; Begründetheit einer Rechtsbeschwerde gegen die Aufhebung einer Disziplinarmaßnahme in Form der Beschränkung der Verfügung über das Hausgeld für einen Monat; Gesetzliches Beweisverwertungsverbot bezüglich der Verwendung einer rechtswidrig erzwungenen Urinprobe sowie bezüglich nachteiliger Schlussfolgerungen aufgrund der Weigerung des Gefangenen; Mangelnde Ermächtigungsgrundlage für die Anordnung der Urinprobe
StVollzG § 56 Abs. 2 § 101 § 102 Abs. 1
LG Leipzig - II StVK 2106/03 St-TG
OLG Dresden, 12.05.2004 - 2 Ws 221/04
NStZ 2005, 588
OLG, Beschluss vom 31. Januar 2005 - 1 Ws 409/04 - ZfStrVo 2006, S. 118 f.; aus der Literatur zustimmend Arloth, StVollzG, 2. Aufl. 2008, § 56 Rn. 9; a.A.: Riekenbrauk, in: Schwind/Böhm/Jehle, StVollzG, 4. Aufl. 2005, § 56 Rn. 8, sowie - einen über die Anlasstat hinaus konkreter begründeten Konsumverdacht fordernd - Boetticher/Stöver, in: Feest, AK-StVollzG, 5. Aufl. 2006, § 56 Rn. 3; ebenso wohl OLG Dresden, Beschluss vom 12. Mai 2004 - 2 Ws 660/03 -, NStZ 2005, S. 588; für das Erfordernis eines konkreten Verdachts ohne Erläuterung, ob einschlägige Vorbelastung hierfür ausreichen soll, Calliess/Müller-Dietz, StVollzG, 11. Aufl. 2008, § 56 Rn. 5).
KG, 26.01.2006 - 5 Ws 16/06
Strafvollzug: Disziplinarmaßnahmen gegen die Weigerung eines Strafgefangenen zur …
Durch keine Tatsachen belegte Vermutungen (so im Fall des OLG Dresden NStZ 2005, 588, 589) reichen nicht aus.
Daraus folgt, daß in den im Strafvollzugsgesetz vorgesehenen Fällen (§ 101 Abs. 1 StVollzG und § 56 Abs. 2 StVollzG) Eingriffe in die Grundrechte auch über die in anderen Rechtsgebieten, etwa der Strafprozeßordnung, vorgesehnen Ermächtigung hinaus zulässig sind (…vgl. OLG Rostock aaO; OLG Koblenz NStZ 1989, 550, 552; a.A. OLG Dresden NStZ 2005, 588).
KG, 26.01.2006 - 5 Ws 630/05
Derartige Drogenscreenings dürfen nicht nur bei Verdacht des Drogenmissbrauchs durch den betroffenen Gefangenen auf Grund aktueller konkreter Umstände - z.B. aktueller Drogenfund in seinem Haftraum (vgl. hierzu OLG Dresden, NStZ 2005, 588; OLG Jena, NStZ-RR 2008, 59 - jew. mwN) oder - etwa auf Grund von einschlägigen Vorbelastungen oder des der Vollstreckung zu Grunde liegenden Erkenntnisses - bekannter Suchtgefährdung des Gefangenen (vgl. OLG Hamburg, Beschl. v. 19.09.2007 - 3 Vollz (Ws) 47/07 mwN) angeordnet werden.
20 Da die Maßnahme ihre Rechtsgrundlage in einer Vorschrift zur Gefahrenabwehr und nicht in einer zur Gesundheitsvorsorge geschaffenen Regelung hat, spielt die frühere Kontroverse, ob § 56 Abs. 2 StVollzG (Bund) als Grundlage für die Verhängung einer Disziplinarmaßnahme wegen der Verweigerung einer Urinprobe in Betracht kam, keine Rolle mehr (vgl. dazu befürwortend KG, Beschluss vom 26. Januar 2006 - 5 Ws 16/06 Vollz - [juris]; wohl ablehnend OLG Dresden NStZ 2005, 588 [beck-online], jeweils mit weit. Nachweisen).

References: § 56
 § 101
 § 102
 § 56
 § 56
 § 56
 § 56
 § 56
 § 56