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Timestamp: 2019-10-16 16:11:21+00:00

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BSG Urteil vom 18.02.2010 - B 14 AS 73/08 R | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
BSG Urteil vom 18.02.2010 - B 14 AS 73/08 R
Arbeitslosengeld II. Angemessenheit der Unterkunftskosten. Wohnflächengrenze. Aufteilung der Unterkunftskosten nach Kopfzahl. Zahl der Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft. Angemessenheitsprüfung. Anforderungen an ein schlüssiges Konzept des Grundsicherungsträgers. Untersuchungsmaxime bei Fehlen des Konzeptes. Anwendung der Wohngeldtabelle mit Zuschlag
1. Der unbestimmte Rechtbegriff der Angemessenheit der Unterkunftskosten iS des § 22 Abs 1 S 1 SGB 2 ist unter Zugrundelegung der sog Produkttheorie in einem mehrstufigen Verfahren zu konkretisieren (vgl BSG vom 7.11.2006 - B 7b AS 10/06 R = BSGE 97, 231 = SozR 4-4200 § 22 Nr 2, vom 7.11.2006 - B 7b AS 18/06 R = BSGE 97, 254 = SozR 4-4200 § 22 Nr 3 und zuletzt BSG vom 17.12.2009 - B 4 AS 50/09 R = SozR 4-4200 § 22 Nr 29).
2. In Rheinland-Pfalz ist zur Bestimmung der Wohnflächengrenze mangels einer Regelung nach § 10 Abs 1 WoFG bis Februar 2007 die Verwaltungsvorschrift des Ministeriums der Finanzen zum Vollzug des Gesetzes zur Sicherung der Zweckbestimmung von Sozialwohnungen vom 17.12.1991 (MinBl 1992, 36) anzuwenden.
3. Bei Hilfebedürftigen mit Wohnort in Zweibrücken ist das Stadtgebiet Zweibrücken als räumlicher Vergleichsmaßstab zur Bestimmung der preislichen Angemessenheit der Miete zu Grunde zu legen (vgl BSG vom 20.8.2009 - B 14 AS 65/08 R = SozR 4-4200 § 22 Nr 26).
4. Das Fehlen eines schlüssigen Konzeptes des Grundsicherungsträgers zur Bestimmung des angemessenen Quadratmeterpreises kann im Endergebnis dazu führen, dass das Tatsachengericht den tatsächlichen Quadratmeterpreis zu Grunde legen darf. Allerdings sind die Unterkunftskosten in diesem Fall nicht völlig unbegrenzt zu übernehmen, sondern nur bis zu Höhe der durch einen Zuschlag maßvoll erhöhten Tabellenwerte nach § 8 WoGG 2 aF. Diese Konsequenz aus der Nichterbringbarkeit eines schlüssigen Konzepts kann das Gericht allerdings erst ziehen, wenn es zuvor (erfolglos) den Versuch unternommen hat, die insoweit unzulänglichen Feststellungen der Verwaltung mit deren Unterstützung nachzubessern (vgl BSG vom 2.7.2009 - B 14 AS 33/08 R = SozR 4-4200 § 22 Nr 25).
SGB 2 § 22 Abs. 1 S. 1; WoFG § 10 Abs. 1; SGB 2 § 7 Abs. 3; WoGG 2 § 8; SGB 10 § 20; SGG § 103
LSG Rheinland-Pfalz (Urteil vom 10.06.2008; Aktenzeichen L 3 AS 77/06)
SG Speyer (Urteil vom 11.07.2006; Aktenzeichen S 4 AS 146/05)
Die Beklagte bewilligte den Klägern mit Bescheid vom 11.1.2005 für die Zeit vom 1.1.2005 bis zum 28.2.2005 monatliche Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II in Höhe von 970,82 Euro, für den Monat März 2005 in Höhe von 923,98 Euro und für die Zeit vom 1.4.2005 bis zum 31.5.2005 in Höhe von 660,58 Euro monatlich. Als Kosten für Unterkunft und Heizung legte die Beklagte eine Kaltmiete in Höhe von 524,40 Euro, Heizkosten in Höhe von 113,16 Euro sowie Nebenkosten in Höhe von 81,80 Euro der Leistungsberechnung zu Grunde. Im anschließenden Widerspruchsverfahren bewilligte sie mit Bescheid vom 3.3.2005 für den Monat März Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts in Höhe von 926,43 Euro und für die Zeit vom 1.4.2005 bis 31.5.200...

References: § 22
 § 22
 § 22
 § 22
 § 10
 § 22
 § 8
 § 22
 § 22
 § 10
 § 7
 § 8
 § 20
 § 103