Source: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20001998&ShowPrintPreview=True
Timestamp: 2020-02-18 16:17:53+00:00

Document:
RIS - Emissionskatasterverordnung - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 18.02.2020
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Emissionskatasterverordnung, Fassung vom 18.02.2020
Verordnung des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft über Inhalt und Umfang der Emissionskataster (Emissionskatasterverordnung)
StF: BGBl. II Nr. 214/2002
Auf Grund des § 9 des Immissionsschutzgesetzes-Luft (IG-L), BGBl. I Nr. 115/1997, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2001, wird verordnet:
(1) Der Landeshauptmann hat gemäß § 9 Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L), BGBl. I Nr. 115/1997, Emissionskataster für jene Luftschadstoffe zu erstellen, die für die Überschreitung eines Grenzwerts gemäß Anlage 1 und 2 IG-L oder einer Verordnung gemäß § 3 Abs. 3 IG-L relevant sind, soweit dies zur Erstellung eines Maßnahmenkatalogs gemäß § 10 IG-L erforderlich ist.
(2) In Tabelle 1 sind in der linken Spalte die Luftschadstoffe gemäß Anlage 1 IG-L und einer Verordnung gemäß § 3 Abs. 3 IG-L angeführt, ausgenommen Blei im PM10, in der rechten Spalte jene relevanten Luftschadstoffe, für die ein Emissionskataster zu erstellen ist. Die Massen der Emissionen pro Bezugszeitraum sind in Tonnen anzugeben.
Luftschadstoff mit Überschreitung des Immissionsgrenzwertes
Luftschadstoff(e), dessen (deren) Emissionskataster zu erstellen ist (sind)
Summe aus Schwefeldioxid und Schwefeltrioxid angegeben als SO2
Summe aus Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid angegeben als NO2
Staub 1)
PM10 1)
(3) Im Fall der Überschreitung der Immissionsgrenzwerte für Blei im PM10 sowie Staubniederschlag und dessen Inhaltsstoffe (Anlage 2 IG-L) beschränkt sich die Erstellung des Emissionskatasters auf die Beschreibung derjenigen Quellen, welche erfahrungsgemäß als Verursacher der Überschreitung auf Grund der örtlichen Gegebenheiten in Frage kommen. Die Identifizierung der maßgeblichen Quellen kann gegebenenfalls durch eine Analyse (ua. chemische Analyse) des Staubniederschlages erfolgen.
1) Sofern durch andere objektive Verfahren (zB Vergleich von chemischen Analysen von emittiertem Staub und Schwebestaub bzw. PM10, wenn ein dafür geeignetes Messverfahren eingesetzt wird) bereits eine ausreichende Grundlage zur Erstellung des Maßnahmenplanes gegeben ist, kann von der Erstellung eines Emissionskatasters abgesehen werden.
Emittenten/Emittentengruppen
(1) Der Emissionskataster hat jedenfalls Emissionsangaben für alle jene Emittenten und Emittentengruppen zu beinhalten, deren Emissionen erwarten lassen, dass sie wesentlich zur Emission im Sanierungsgebiet beitragen. Als Emittenten oder Emittentengruppen, welche wesentlich zu den Emissionen im Sanierungsgebiet beitragen, sind grundsätzlich solche zu betrachten, welche mehr als 0,1% zu den gesamten Emissionen eines Luftschadstoffs im Sanierungsgebiet beitragen. Die Emissionen sind getrennt nach Emittenten und Emittentengruppen entsprechend Anlage 1 auszuweisen.
(2) Auf Grundlage der Feststellung gemäß Absatz 1, dass eine Emissionsangabe für einen Emittenten oder eine Emittentengruppe im Emissionskataster erforderlich ist, ist vom Landeshauptmann zu beurteilen, welches Verfahren bei der Feststellung der Emissionen anzuwenden ist.
(3) Trägt eine Emittentengruppe (zweistellige Kennziffer) gemäß Anlage 1 voraussichtlich weniger als 1% zu den gesamten Emissionen eines Luftschadstoffs im Sanierungsgebiet bei, so kann eine weitere Aufspaltung der Emissionen dieser Emittentengruppe in Emittentenuntergruppen mit vierstelliger Kennziffer gemäß Anlage 1 entfallen. Die Emissionen solcher Emittentenuntergruppen sind zusätzlich dann zu erheben, wenn im Zuge der Erstellung des Maßnahmenkataloges Maßnahmen zu ihrer Emissionsminderung erwogen werden.
(4) Sofern die verwendeten Emittentengruppen nicht denjenigen gemäß Anlage 1 entsprechen, sind die gewählten Emittenten und Emittentengruppen den am besten entsprechenden Emittenten und Emittentengruppen gemäß Anlage 1 zuzuordnen.
Räumliche Auflösung und Genauigkeit
(1) Der Emissionskataster ist mit jener räumlichen Auflösung zu erstellen, die eine hinreichend sichere Identifizierung jener Emittenten und Emittentengruppen erlaubt, deren Emissionen erwarten lassen, dass sie wesentlich zur Emission im Sanierungsgebiet beitragen.
(2) Der Emissionskataster hat jedenfalls in Abhängigkeit des Sanierungsgebietes folgende räumliche Auflösung aufzuweisen:
Gemeinde oder kleiner
Genauigkeitsstufe III (detailliert)
Bundesland bzw. Teile des Bundeslandes, die mehr als eine Gemeinde umfassen
Genauigkeitsstufe II (kleinräumig)
Genauigkeitsstufe I (großräumiger Überblick)
(3) Die Genauigkeitsstufe der Erhebung von ortsfesten Emittenten hat grundsätzlich jener von Tabelle 3 zu entsprechen. Für die Emittentengruppe „sonstige ortsfeste Emittenten“ können anstelle einer Vollerhebung in geeigneten Fällen auch Stichprobenerhebungen mit vorhandenen Statistiken kombiniert werden.
Tabelle 3: Genauigkeitsstufen der Erhebung von ortsfesten Emittenten
(kleinräumig)
(1) Kraft- und Fernheizwerke
ab 50 MW Brennstoff-Wärmeleistung Vollerhebung, sonst statistische Daten
ab 10 MW Brennstoff-Wärmeleistung Vollerhebung, sonst statistische Daten
(2) Sachgütererzeugung in Arbeitsstätten mit einer Beschäftigtenzahl von 20 Personen und mehr
Verwendung vorhandener Statistiken und Kenngrößen, vor allem Energiestatistiken und Arbeitsstättenzählung
Vollerhebung bei Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten, darunter Benützung vorhandener Statistiken und Kenngrößen sowie Erhebung mittels Stichproben
(3) Sachgütererzeugung in Arbeitsstätten mit einer Beschäftigtenzahl von weniger als 20 Personen
Verwendung vorhandener Statistiken und Kenngrößen sowie Erhebung mittels Stichproben
Vollerhebung bei produktionsspezifischen Emissionen, sonst wie Genauigkeitsstufe II
(4) Landwirtschaft
Verwendung vorhandener Statistiken und Kenngrößen (zB Viehzählung, Handelsdüngerabsatz, Energiekennzahlen)
bei Trocknungsanlagen ab 0,5 MW: Vollerhebung; bei Glashäusern: Energiekennzahlen (zB Glashausflächen), sonst wie Genauigkeitsstufe I
(5) Haushalte
Verwendung vorhandener Statistiken und Kenngrößen, vor allem Gebäude- und Wohnungszählung (Gliederung der Wohnfläche nach Brennstoff), sowie Mikrozensus
Verwendung vorhandener Statistiken, vor allem Gebäude- und Wohnungszählung (Gliederung der Wohnfläche nach Brennstoff und Heizungsart), sowie Mikrozensus unter besonderer Berücksichtigung von Gas- und Fernwärme-Versorgungsgebieten
Verwendung vorhandener Statistiken, vor allem Gebäude- und Wohnungszählung (Gliederung der Wohnfläche nach Brennstoff, Heizungsart, Gebäudeart und Gebäudealter), sowie Erhebung mittels Stichproben unter besonderer Berücksichtigung von Gas- und Fernwärme-Versorgungsgebieten
(6) Fremdenverkehr
Verwendung vorhandener Statistiken, vor allem Energiestatistiken, Übernachtungszahlen und Arbeitsstättenzählung
Verwendung vorhandener Statistiken, vor allem Energiestatistiken und Übernachtungszahlen unter Berücksichtigung der Bettenkategorien; Vollerhebung bei Betrieben mit mehr als 150 Betten
wie Genauigkeitsstufe II
Verwendung vorhandener Statistiken, vor allem Energiestatistiken und Arbeitsstättenzählung
Verwendung vorhandener Statistiken sowie Erhebung mittels Stichproben
(8) Natur
diverse Unterlagen, zB über die Flächennutzung, Forstinventur sowie meteorologische Daten
(9) Sonstige ortsfeste Emittenten
Verwendung vorhandener Statistiken, vor allem Energiestatistik und Arbeitsstättenzählung, sowie Erhebung mittels Stichproben
Unter Vollerhebung ist eine möglichst vollständige Einzelerfassung emissionsrelevanter Daten zu verstehen. Diese kann vorhandene Emissionsmessungen, Emissionserklärungen und sonstige Erhebungen erforderlicher Daten umfassen.
Bei einer Erhebung mittels Stichproben werden Daten von einer repräsentativen Auswahl relevanter Emittenten erhoben. Die Daten können aus Emissionsmessungen, Emissionserklärungen und sonstigen Erhebungen (zB Fragebögen) stammen. Sinkt die Anzahl der Emittenten in einem Sektor unter 5, ist eine Vollerhebung vorzunehmen.
(4) Die Genauigkeitsstufe der Erhebung von Verkehrsemissionen hat jedenfalls jener von Tabelle 4 zu entsprechen.
Tabelle 4: Genauigkeit der Erhebung von Verkehrsemissionen
(großräumiger Überblick)
Autobahnen, Schnell- und Bundesstraßen als Linienquellen, Rest als Flächenquellen
Autobahnen, Schnell-, Bundes- und Landesstraßen als Linienquellen, Rest als Flächenquellen
Autobahnen, Schnell-, Bundes- und Landesstraßen sowie verkehrsrelevante Gemeindestraßen als Linienquellen, Rest als Flächenquellen
aus bestehenden Verkehrszählungen (Bund, Länder, sonstige) sowie Abschätzung des Flächenverkehrs
aus bestehenden Verkehrszählungen (Bund, Länder, sonstige) sowie mathematischen Modellen, Dringlichkeitsreihungen der Behörden und ähnlichem; Abschätzung des Flächenverkehrs
aus vorhandenen und speziellen Verkehrszählungen sowie Abschätzung des Flächenverkehrs
nach Straßenart
mittlere Fahrgeschwindigkeit aus bestehenden Unterlagen mit Stichprobenerhebung
stichprobenartige Verteilung von Fahrzyklen (einschließlich Stauneigung)
wie Genauigkeitsstufe I, jedoch unter besonderer Berücksichtigung der Flottenstatistik
wie Genauigkeitsstufe II unter der Berücksichtigung des „stop and go“-Verkehrs bei Staus
Straßencharakteristik
Steigung, absolute Höhe
Lage von Emissionsquellen
Die Lage von Emissionsquellen ist gemäß Anlage 2 zu beschreiben.
Emissionsdaten und Emissionsfaktoren
(1) Sind Betreiber gesetzlich zur regelmäßigen Abgabe von Emissionserklärungen verpflichtet, so sind die daraus ableitbaren Emissionsdaten zu verwenden. Macht die Erstellung des Emissionskatasters gemäß § 3 die Erhebung der Emissionen von weiteren Einzelemittenten erforderlich, haben Betreiber von Anlagen dem Landeshauptmann auf Verlangen Auskünfte über vorhandene Messergebnisse für die in § 1 Tabelle 1 genannten Luftschadstoffe sowie über vorhandene emissionsbezogene Daten, wie Menge, Art und Zusammensetzung der Brennstoffe, Produktionsmittel und Produkte, den zeitlichen Verlauf der Emission, die Austrittsbedingungen und emissionsmindernde Vorkehrungen zu erteilen. Soweit vorhanden, sind diese Messergebnisse und Daten der Behörde in elektronischer Form zur Verfügung zu stellen.
(2) Sofern die Emissionsdaten mittels Emissionsfaktoren ermittelt werden, sind die Emissionsfaktoren zusätzlich zu den Emissionsdaten gemeinsam mit den verwendeten statistischen Hilfsgrößen sowie entsprechende Quellenangaben ebenfalls im Emissionskataster zu dokumentieren.
(3) Brennstoffe sind gemäß Anlage 3 zu bezeichnen bzw. zuzuordnen und Aktivitäten sowie Emissionsfaktoren in Einheiten gemäß Anlage 4 anzugeben. Sofern zweckmäßig, sind genauere Unterteilungen vorzunehmen.
Einzelquellen und Linienquellen
(1) Einzelquellen und Linienquellen sind in Abhängigkeit von der Genauigkeitsstufe gemäß § 3 zu beschreiben.
(2) Falls es zur Erstellung des Maßnahmenplanes erforderlich ist, sind für Einzelquellen zusätzlich zur Emission auch der zeitliche Verlauf der Emission, die Austrittsbedingungen, die eingesetzten Brenn- und Einsatzstoffe sowie die bereits gesetzten Maßnahmen zur Emissionsminderung anzugeben. Für Linienquellen sind Verkehrsmengen und Fahrcharakteristik entsprechend § 3 Abs. 4 auszuweisen.
Die Emissionen sind für den Bezugszeitraum eines Kalenderjahres zu ermitteln. Kann durch die Wahl eines anderen Bezugszeitraumes die Aussagekraft des Emissionskatasters im Hinblick auf die Erstellung eines Maßnahmenkatalogs deutlich verbessert werden, so sind die Emissionsdaten zusätzlich auch für diesen anzugeben. Die Erhebung der Emissionen hat in jedem Fall repräsentativ für jenes Jahr zu sein, in dem die Überschreitung aufgetreten ist, die die Erstellung eines Maßnahmenplanes erforderlich macht.
Ein gemäß dieser Verordnung erstellter Emissionskataster ist jedenfalls alle fünf Jahre zu aktualisieren. Diese Fortschreibung des Emissionskatasters ist solange fortzusetzen, bis die im Maßnahmenkatalog vorgesehenen Maßnahmen im betreffenden Sanierungsgebiet umgesetzt worden sind und das Sanierungsziel nachweislich erreicht worden ist.
Anlage 1 zu § 2 Emittenten/Emittentengruppen
Öffentliche Elektrizitätsversorgung
Kohlebergbau, Öl/Gas-Förderung, Transport in Rohrfernleitungen
Wärmeerzeugung (Haushalte, Gewerbe und öffentlicher Dienst)
Feuerungsanlage in Gewerbe und öffentlichem Dienst
Feuerungsanlage im Haushalt (Hausbrand)
Feuerungsanlage in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischzucht
Verbrennungsprozesse in der produzierenden Industrie
Feuerungsanlage in der Produktionsindustrie – Dampfkessel, Gasturbinen, Motorenkraftwerke
Feuerungsanlage in der Produktionsindustrie – Feuerungsanlage ohne direkten Kontakt zwischen Flamme und Produkt
Feuerungsanlage in der Produktionsindustrie – Feuerungsanlage mit direktem Kontakt zwischen Flamme und Produkt
Herstellung von anorganischen chemischen Grundstoffen
Herstellung von organischen chemischen Grundstoffen
Prozesse in der Holz-, Papier-, Nahrungsmittel- und anderen Industrie
Produktion von halogenierten Kohlenwasserstoffen und Schwefelhexafluorid
Förderung und Erstbehandlung fossiler Brennstoffe
Förderung und Erstbehandlung fester fossiler Brennstoffe
Förderung, Erstbehandlung und Verladen flüssiger fossiler Brennstoffe
Förderung, Erstbehandlung und Verladen gasförmiger fossiler Brennstoffe
Flüssigbrennstoff-Verteilungskette (außer Motorenkraftstoffe-Verteilung in 0505)
Motorenkraftstoff-Verteilungskette
Gas-Verteilungsnetz
Lösemitteleinsatz und Einsatz anderer direkt emittierter Stoffe
Farb- und Lackanwendung
Entfetten, Putzereien und Elektronik
Herstellung und Verarbeitung chemischer Produkte
Anderer Lösemittelgebrauch und verwandte Tätigkeiten
Verwendung von NH3, N2 O, HFC, PFC und SF6
LKW < 3,5 t
LKW > 3,5 t und Omnibusse
Mopeds und Motorräder < 50 cm3
Mopeds und Motorräder > 50 cm3
Treibstoff-Verdunstungsverluste bei Fahrzeugen
Reifen- und Bremsverschleiß, Staubaufwirbelung von der Fahrbahnoberfläche
Andere Fahrzeuge und Maschinen – Militär
Andere Fahrzeuge und Maschinen – Eisenbahnen
Andere Fahrzeuge und Maschinen – Binnenschifffahrt
Andere Fahrzeuge und Maschinen – See- und Küstenschifffahrt
Andere Fahrzeuge und Maschinen – Flugverkehr
Andere Fahrzeuge und Maschinen – Landwirtschaft
Andere Fahrzeuge und Maschinen – Forstwirtschaft
Andere Fahrzeuge und Maschinen – Industrie
Andere Fahrzeuge und Maschinen – Haushalte und Gärtner
Andere Fahrzeuge und Maschinen – andere
Abfallbehandlung, Deponien und Krematorien
Offene Verbrennung landwirtschaftlicher Restprodukte (außer am Feld 1003)
Andere Abfallbehandlung
Gedüngte Pflanzenkulturen
Ungedüngte Pflanzenkulturen
Strohverbrennung auf offenem Feld
Verdauungsbedingte Emissionen
Jauchemanagement betreffend organische Verbindungen
Jauchemanagement betreffend Stickstoffverbindungen
Andere Quellen und Senken
Nicht bewirtschafteter Laubwald
Nicht bewirtschafteter Nadelwald
Natürliches Grünland
Bewirtschafteter Laubwald
Bewirtschafteter Nadelwald
Änderung des Vorrates von holziger Biomasse
Umwandlung von Wald- und Weideflächen
Brachlegung bewirtschafteten Landes
CO2-Emissionen aus/oder Bindung in Böden (außer 1006)
Anlage 2 Zu § 4 1. Verortung von Emissionsquellen
Die Lage von Emissionsquellen kann durch die Angabe von Koordinaten (1.1) oder durch die Flächencodierung nach ÖSTAT (1.2) beschrieben werden.
1.1 Koordinatenangaben über die Lage von Emissionsquellen
Bei den Koordinatenangaben handelt es sich um die Koordinaten y, x von rechtsdrehenden kartesischen Koordinatensystemen.
1.1.1 Koordinatensystem
Die Lage von Emissionsquellen ist im System der Landesvermessung (§ 9 Abs. 2 Z 3 VermG) anzugeben. Die Drei-Grad-Streifensysteme der Landesvermessung (Gauß-Krüger-Projektion) mit den Bezugsmeridianen 28, 31 und 34 Grad östlich Ferro decken folgende Bereiche ab:
M 28 Vorarlberg, Teil von Tirol,
M 31 Teil von Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Teil von Niederösterreich, Teil von Steiermark,
M 34 Teil von Niederösterreich, Teil von Steiermark, Wien, Burgenland.
Kennzeichnung der Koordinaten im System der Landesvermessung
Durch die Gauß-Krüger-Projektion entstehen ebene rechtwinkelige Koordinaten, wobei die x-Werte in Richtung des Bezugsmeridians vom Äquator ausgehend und die y-Werte normal dazu vom jeweiligen Bezugsmeridian ausgehend (östlich positive, westlich negative Werte) angegeben werden.
Da die x-Werte für Österreich zwischen 5 130 000 m und 5 440 000 m liegen, kann die Millionenstelle weggelassen werden.
Für die Eindeutigkeit der Ortsangaben ist entweder zu den Koordinaten der Bezugsmeridian anzugeben, oder es sind die y-Koordinaten-Translationen des Bundesmeldenetzes (BMN) zu verwenden (yBMN = Rechtswert).
Tabelle 1: Kennzeichnung der Koordinaten
Kennzeichnung durch
a) Angabe des Bezugsmeridians
b) Umrechnung ins Bundesmeldenetz
Erhebungslisten oder Datenfiles sind mit der Bezugsmeridian-Bezeichnung
Durch folgende Translationen der y-Koordinaten ergeben sich eindeutige Koordinaten ohne Angabe des Bezugsmeridians
System M 28: Rechtswert = y + 150 000 m
System M 31: Rechtswert = y + 450 000 m
System M 34: Rechtswert = y + 750 000 m
Wahl und Dokumentation der Koordinatenart
Es empfiehlt sich, die Koordinatenart der für die Erhebung der Emissionsdaten verwendeten Kartengrundlage zu übernehmen:
Österreichische Luftbildkarte 1 : 10 000 und Katastralmappe:
Systeme der Landesvermessung (Erhebungen der Genauigkeitsstufe III)
Österreichische Karte 1 : 200 000 (ÖK 200) und österreichische Karte 1 : 50 000 (ÖK 50):
Bundesmeldenetz (Erhebungen der Genauigkeitsstufen I und II)
Die verwendete Koordinatenart ist in der Dokumentation des Emissionskatasters anzuführen.
Arbeitsbreite der Koordinatensysteme
Im Hinblick auf die Darstellung der Emissionen in Rasterfeldern sind in jedem der drei Koordinatensysteme die Emissionsdaten bis zu einem y-Wert von +- 120 km beiderseits des Bezugsmeridians zu verorten. Es entsteht damit im Norden Österreichs an den Grenzmeridianen der Meridianstreifen eine Überlappung von zirka 20 km und im Süden eine Überlappung von zirka 10 km. Innerhalb dieser Überlappungszonen sind die Koordinaten bei der Datenerhebung auch in das Nachbarsystem zu transformieren.
1.1.2 Lageangabe von Punktquellen
Punktquellen sind mit Koordinaten gemäß 1.1.1 zu erheben.
1.1.3 Lageangabe von Linienquellen
Linienquellen sind als Polygonseiten mit Lagekoordinaten gemäß 1.1.1 zu erfassen. Die Emissionsdaten sind den Seiten zuzuordnen.
1.1.4 Lageangabe von Flächenquellen
Flächenquellen sind in polygonal abgegrenzten Flächen oder in einem quadratischen Koordinatenraster zu erheben.
Polygonal abgegrenzte Flächenquellen
Das Umgrenzungspolygon (zB Dauersiedlungsgebiet) ist in Lagekoordinaten gemäß 1.1.1 festzulegen. Die Emissionsdaten sind der eingeschlossenen Fläche zuzuordnen.
Erhebungsraster bei Flächenquellen
Es ist ein quadratischer Raster mit Gitterlinien in ganzzahligen Koordinaten-Kilometern (gemäß 1.1.1) oder -Hektometern (bei Rasterquadraten unter 1 km Seitenlänge) zu verwenden. Die Emissionsdaten sind den Rasterquadraten zuzuordnen.
1.2 Flächencodierung nach ÖSTAT
Als kleinste Bezugsfläche für die Zuordnung von Emissionsquellen dienen in der Regel die Zählsprengel. Abweichungen sind in der Dokumentation zu begründen. Jeder Zählsprengel wird durch eine achtstellige Nummer beschrieben, wobei die erste Stelle für das Bundesland steht, die zweite und dritte für den Bezirk, die vierte und fünfte für die Gemeinde, die sechste und siebte für den Zählbezirk und die achte für den Zählsprengel.
Größere Bezugsflächen (zB Gemeinden, politische Bezirke, Bundesländer) ergeben sich durch Zusammenfassung von Zählsprengeln.
1.2.1 Lageangabe von Punktquellen
Punktquellen sind sowohl mit Zählsprengelcodes als auch mit Lagekoordinaten gemäß 1.1.1 zu erfassen.
1.2.2 Lageangabe von Linienquellen
Linienquellen sind derart in Abschnitte aufzuteilen, dass jeder Abschnitt in nur eine Bezugsfläche (zB Zählsprengel) fällt. Die Länge der Abschnitte und der Code der jeweils zugehörigen Bezugsfläche sind anzugeben.
1.2.3 Lageangabe von Flächenquellen
Der Code der als Flächenquelle gewählten Bezugsfläche (zB Zählsprengel) ist anzugeben.
1.3 Höhenangabe von Emissionsquellen
Zu unterscheiden sind die in 1.3.1 bis 1.3.3 angeführten Emissionshöhen.
1.3.1 Emissionshöhe über Grund
Die geometrische Emissionshöhe über Grund ist jene Strecke, die zwischen der Emissionsquelle und jenem Punkt der Erdoberfläche gemessen wird, der lotrecht unter der Emissionsquelle liegt (Bodenpunkt). Emissionsquellen sind mit Höhen in m über Grund zu erheben.
1.3.2 Absolute Höhe von Punkten der Erdoberfläche
Absolute Höhenangaben beziehen sich auf das Meeresniveau. Es sind dies jene Höhen, die den entsprechenden Höhenschichtenplänen (zB ÖK 50) oder digitalen Höhenmodellen entnommen werden können. Sie stellen die physische Erdoberfläche für Emissionskataster hinreichend genau dar.
1.3.3 Absolute Höhe von Emissionsquellen
Absolute Höhen von Emissionsquellen sind jeweils die Summe aus der Höhe über Grund gemäß 1.3.1 und der absoluten Höhe des zugehörigen Bodenpunktes gemäß 1.3.2. Sie sind erforderlichenfalls (zB als Grundlage für Ausbreitungsrechnungen) in den Emissionskataster aufzunehmen.
2. Genauigkeit der Verortung von Emissionsquellen
Die verwendete Kartengrundlage muss den Anforderungen der jeweils erforderlichen Genauigkeitsstufe entsprechen. Die Tabelle 2 stellt Minimalanforderungen dar. Diese Minimalanforderungen gelten nicht für bundesweite Emissionsbilanzen, die zur Aufnahme in internationale Emissionskataster bestimmt sind; diese sind in internationalen Vereinbarungen geregelt.
Tabelle 2: Kartengrundlagen
Empfohlener Maßstab
größer als 1 : 50 000
Beispiele für betrachtete Gebiete
Gemeindegebiet, Stadtteil
2.1 Verortungsgenauigkeit von Punktquellen
Als anzustrebender Genauigkeitswert gilt generell 1 mm in der verwendeten Kartengrundlage. Dies entspricht einem Naturmaß von 1 Promille der verwendeten Maßstabszahl (Maßstab = 1 : Maßstabszahl) in m.
Dieser Genauigkeitswert ist auch bei den Höhenangaben einzuhalten.
Als maximale Fehler für Lage und absolute Höhe gelten daher in den einzelnen Kartenwerken:
200 m bei ÖK 200
50 m bei ÖK 50
10 m bei ÖLK 1 : 10 000.
2.2 Verortungsgenauigkeit von Linienquellen
Die Unterteilungen von Linienquellen in Polygonseiten gemäß 1.1.3 bzw. in Abschnitte gemäß 1.2.2 sind so zu wählen, dass die Massenstromdichten innerhalb jeder Unterteilung jeweils annähernd homogen sind.
Bei Linienquellen sind Unterteilungen dann zu setzen, wenn
eine Linienquelle abzweigt bzw. einmündet,
bei der Verortung gemäß 1.2 eine Bezugsfläche beginnt oder endet,
sich die Verkehrsmenge, die Verkehrszusammensetzung oder das Fahrverhalten erheblich ändert (zB Ortsgebiet),
sich die Verkehrswegecharakteristik (Steigung, absolute Höhe) erheblich ändert.
Welche Änderungen gemäß c) und d) als erheblich betrachtet werden, ist unter Berücksichtigung der Genauigkeitsstufen zu dokumentieren. Zusätzlich ist bei der Anwendung von Koordinaten ein Polygonpunkt dann zu setzen, wenn ansonsten die Abweichung von der wirklichen Lage bzw. Höhe größer ist als der zutreffende Genauigkeitswert gemäß 2.1.
2.3 Verortungsgenauigkeit von Flächenquellen
Wahl und Größe der Bezugsflächen sind unter Berücksichtigung von § 3 ausführlich zu beschreiben.
Der Emissionskataster muss nach den Luftschadstoffen und Emittenten/Emittentengruppen aufgegliedert darstellbar sein. Um Informationsverluste zu vermeiden, sollten die Emissionen nach Möglichkeit als Massenstromdichte in Polygonform dargestellt werden. Ist dies möglich und sinnvoll, kann die Massenstromdichte nur auf bestimmte Anteile der Bezugsflächen (zB Dauersiedlungsfläche, Straßenfläche) bezogen werden.
Die Darstellungsgenauigkeit muss die Mindestanforderungen gemäß Tabelle 3 erfüllen. Die Mindestanforderungen für die Genauigkeitsstufe I gelten nicht für bundesweite Emissionsbilanzen und Katasterdarstellungen, die zur Aufnahme in internationale Emissionskataster bestimmt sind.
Tabelle 3: Genauigkeit der Darstellung
Größte Seitenlänge der Rasterquadrate bei Verortung nach 1.1
Größte Bezugsflächen bei Verortung nach 1.2
Die Darstellung von Lage und Höhe hat den Bestimmungen des Abschnittes 1 dieser Anlage zu entsprechen.
Weicht die Genauigkeit der Darstellung von der Genauigkeit der Erhebung ab, ist dies in der Kartenlegende deutlich auszuweisen.
Anlage 3 zu § 5 Abs. 3 Bezeichnung der Brennstoffe:
Steinkohle (MHW > 23 865 kJ/kg)
Glanzbraunkohle (17 435 kJ/kg < MHW < 23 865 kJ/kg)
Braunkohle (MHW < 17 435 kJ/kg)
Erdölkoks
Holz und holzähnliche Abfälle
Holzabfälle (außer holzähnliche Abfälle)
Ofenheizöl
Altöl aus Benzinmotoren
Altöl aus Dieselmotoren
Lösemittelrückstände
Mischung aus Heizöl und Kohle
Raffinerieeinsatzmaterial und Zusatzstoffe
Andere flüssige Abfälle
Mineralterpentinöl
Andere flüssige Brennstoffe
Erdgas (außer verflüssigtes Erdgas)
Mischung von Kokereigas und Gichtgas
Abgas (besonders chemische Industrie)
Raffinerie- und petrochemisches Gas (nicht kondensierbar)
Andere gasförmige Brennstoffe
Anlage 4 zu § 5 Abs. 3 Einheiten, in welchen Aktivitäten und Emissionsfaktoren anzugeben sind:
Kilometer mal Zahl der Kraftfahrzeuge in Tausend
Produkte aus Gewerbe, Industrie
Menge Erdgas (zur Bestimmung von Leckraten und Emissionen bei der Förderung)
Menge deponierter Abfall
Grundsätzlich beziehen sich die Aktivitäten auf den Zeitraum eines Kalenderjahres.
Emissionsfaktoren sind stets in g Luftschadstoff/Einheit der Aktivität anzugeben.

References: § 9
 § 9
 § 3
 § 10
 § 3
 § 3
 § 1
 § 3
 § 3
 § 2
 § 4
 § 3
 § 5
 § 5