Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=06.06.2019&Aktenzeichen=I%20ZR%20206/17
Timestamp: 2020-07-15 03:19:27+00:00

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BGH, 06.06.2019 - I ZR 206/17 - dejure.org
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BGH, 06.06.2019 - I ZR 206/17 (https://dejure.org/2019,14997)
BGH, Entscheidung vom 06.06.2019 - I ZR 206/17 (https://dejure.org/2019,14997)
BGH, Entscheidung vom 06. Juni 2019 - I ZR 206/17 (https://dejure.org/2019,14997)
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§§ 8, ... 3, 3a UWG, § 4 Nr. 11 UWG, § 78 Abs. 2 Satz 2 und 3, Abs. 3 Satz 1 AMG, § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HWG, § 3a UWG, § 3 Abs. 1 UWG, Richtlinie 2005/29/EG, §§ 3, Richtlinie 2001/83/EG, Art. 34 AEUV, § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Halbsatz 1 HWG, § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Halbsatz 2 HWG, § 78 Abs. 2 Satz 2 und 3 AMG, § 78 Abs. 3 Satz 1 AMG, § 3 AMPreisV, § 7 Abs. 1 Satz 1 HWG, § 1 Abs. 1 HWG, Art. 3 Abs. 3 der Richtlinie 2005/29/EG, § 7 HWG, Art. 4 Abs. 3 der Richtlinie 2001/83/EG, Art. 94 Abs. 1 der Richtlinie 2001/83/EG, Art. 9 Abs. 1 der Richtlinie 92/28/EWG, Art. 9, Art. 94 Abs. 4 der Richtlinie 2001/83/EG, Art. 87 Abs. 3 der Richtlinie 2001/83/EG, § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 5 HWG, § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HWG, § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 bis 5 HWG, Art. 36 AEUV, Art. 34 bis 36 AEUV, Art. 3 Abs. 1 GG, Art. 12 Abs. 1 GG, § 78 Abs. 1, 2 AMG, § 78 Abs. 2 Satz 1 AMG, § 286 ZPO, § 559 ZPO, § 286 Abs. 1 ZPO, § 7 Abs. 1 HWG, § 3 UWG, § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 HWG, Art. 7 der Richtlinie 2005/29/EG, § 5a Abs. 2 bis 6 UWG, § 97 Abs. 1 ZPO
§ 3a UWG, Art 4 Abs 3 EGRL 83/2001, § 7 Abs 1 S 1 Nr 1 HeilMWerbG, § 78 Abs 2 AMG, § 78 Abs 3 AMG
Preisbindung von Arzneimitteln; Wirkung der RL 2001/83/EG zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel auf nationale Vorschriften zur Preisbindung und zu ihrer Einhaltung; Branchenferne Geschenke jeder Art und jeden Wertes als Werbegaben im Sinne des § ...
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb | Werbeabgaben in Apotheken für rezeptpflichtige Medikamente
Vergabe von Werbegeschenken bei rezepflichtigen Medikamenten ist wettbewerbswidrig
Kleine Aufmerksamkeit des Hauses - in Apotheken künftig verboten
Apotheken dürfen bei Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln keine Werbegeschenke abgeben
Apotheken dürfen beim Verkauf verschreibungspflichtiger Arzneimittel auch keine geringwertigen Werbegaben wie Brötchengutscheine oder Ein-Euro-Gutscheine gewähren
Rezeptpflichtige Medikamente und Werbegaben durch Apotheken
Apotheker dürfen Kunden mit Rezept gar keine Werbegeschenke mehr machen
zeit.de (Pressemeldung, 06.06.2019)
Keine Werbegeschenke mehr von Apotheken zum Rezept
Geringwertige Werbegaben beim Erwerb von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sind unzulässig
Gutscheine/Werbegaben von Apotheken sind unzulässig, da wettbewerbswidrig
aerztezeitung.de (Pressemeldung, 06.06.2019)
Verbot von Geschenken zu rezeptpflichtigen Arzneimitteln
Auch geringe Werbegeschenke von Apotheken bei Medikamenten-Kauf unzulässig
In der Abgabe geringwertiger Kleinigkeiten, die entgegen der arzneimittelpreisrechtlichen Vorschriften beim Kauf verschreibungspflichtiger Medikamente erfolge, liegt ein Verstoß gegen § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HWG
Wettbewerbszentrale: Keine Gutscheine in der Apotheke
Zugaben bei preisgebundenen Arzneimitteln: Aus für die Brötchen-Gutscheine
nwb-experten-blog.de (Entscheidungsbesprechung, auf der Grundlage der Pressemitteilung)
Apotheken-Geschenke verboten
it-recht-kanzlei.de (Entscheidungsbesprechung, auf der Grundlage der Pressemitteilung)
Es gibt nichts geschenkt! Auch geringwertige Werbegaben von Apotheken beim Kauf von verschreibungspflichtigen Arzneimittel sind unzulässig
MDR 2019, 1322
GRUR 2019, 1071
Die nach § 286 Abs. 1 ZPO dem Tatgericht obliegende Würdigung des Parteivortrags ist in der Revisionsinstanz lediglich daraufhin überprüfbar, ob sich das Tatgericht mit dem Prozessstoff umfassend und widerspruchsfrei auseinandergesetzt hat, die Würdigung also vollständig und rechtlich möglich ist und nicht gegen Denkgesetze oder Erfahrungssätze verstößt (vgl. nur BGH, Urteil vom 6. Juni 2019 - I ZR 206/17, GRUR 2019, 1071 Rn. 46 = WRP 2019, 1296 - Brötchen-Gutschein;… Urteil vom 25. Juli 2019 - I ZR 29/18, GRUR 2019, 1053 Rn. 28 = WRP 2019, 1311 - ORTLIEB II, jeweils mwN).
Das in § 7 Abs. 1 Satz 1 HWG geregelte grundsätzliche Verbot von Werbegaben soll durch eine weitgehende Eindämmung der Wertreklame im Bereich der Heilmittel der abstrakten Gefahr begegnen, dass Verbraucher bei der Entscheidung, ob und gegebenenfalls welche Heilmittel sie in Anspruch nehmen, durch die Aussicht auf Werbegaben unsachlich beeinflusst werden (BGH, Urteil vom 6. Juni 2019 - I ZR 206/17, GRUR 2019, 1071 Rn. 16 = WRP 2019, 1296 - Brötchen-Gutschein, mwN).
Auch eine Werbung für das gesamte Warensortiment der Apotheke kann produktbezogen sein (st. Rspr.;… vgl. BGH, GRUR 2017, 635 Rn. 31 - Freunde werben Freunde; BGH…, Urteil vom 29. November 2018 - I ZR 237/16, GRUR 2019, 203 Rn. 19 = WRP 2019, 187 - Versandapotheke; BGH, GRUR 2019, 1071 Rn. 22 - Brötchen-Gutschein).
Tritt eine solche Änderung nach Vornahme der beanstandeten Handlung, aber vor der gerichtlichen Entscheidung über den auf Wiederholungsgefahr gestützten Unterlassungsanspruch ein, dessen Voraussetzung die Rechtswidrigkeit der Handlung sowohl im Zeitpunkt ihrer Vornahme als auch im Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung ist (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 6. Juni 2019 - I ZR 206/17, GRUR 2019, 1071 Rn. 7 = WRP 2019, 1296 - Brötchen-Gutschein, mwN), entfällt die Wiederholungsgefahr.
b) Der auf Wiederholungsgefahr gestützte Unterlassungsantrag ist nur begründet, wenn das beanstandete Verhalten der Beklagten zum Zeitpunkt seiner Vornahme wettbewerbswidrig war und sich auch noch nach dem zum Zeitpunkt der Entscheidung in der Revisionsinstanz geltenden Rechtlage als wettbewerbswidrig darstellt (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 6. Juni 2019 - I ZR 206/17, GRUR 2019, 1071 Rn. 7 = WRP 2019, 1296 - Brötchen-Gutschein, mwN).
bb) Diese tatgerichtliche Würdigung ist vom Revisionsgericht nur eingeschränkt daraufhin zu überprüfen, ob ein zutreffender rechtlicher Maßstab zugrunde gelegt wurde, kein Verstoß gegen Denkgesetze oder Erfahrungssätze vorliegt und keine wesentlichen Umstände unberücksichtigt geblieben sind (BGH, Urteil vom 6. Juni 2019 - I ZR 206/17, GRUR 2019, 1071 Rn. 46 = WRP 2019, 1296 - Brötchen-Gutschein, mwN).
Besteht - wie hier der Fall - der Verstoß gegen eine Marktverhaltensregelung darin, dass dem Verbraucher Informationen vorenthalten werden, kann auch bei der Vorenthaltung von Informationen, die das Unionsrecht als wesentlich einstuft, nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, das Erfordernis der Spürbarkeit sei erfüllt, sondern es müssen die in § 5a Abs. 2 S. 1 UWG als zusätzliche und deshalb selbständig zu prüfende Merkmale des dort geregelten Unlauterkeitstatbestands umschriebenen Voraussetzungen vorliegen, dass nämlich der Verbraucher die ihm vorenthaltene wesentliche Information "je nach den Umständen benötigt, um eine informierte Entscheidung zu treffen" und "deren Vorenthalten geeignet ist, den Verbraucher zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte" (vgl. BGH, Urteil vom 6. Juni 2019 - I ZR 206/17 - Brötchen-Gutschein [unter B II 6 b bb (4)]; Urteil vom 28. März 2019 - I ZR 85/18 - Kaffeekapseln [unter II 4 a]; Urteil vom 7. März 2019 - I ZR 184/17 - Energieeffizienzklasse III [unter II 3 c bb (1)]; Urteil vom 31. Oktober 2018 - I ZR 73/17 - Jogginghosen [unter II 3 c cc (2)]; Urteil vom 13. September 2018 - I ZR 117/15 - YouTube-Werbekanal II [unter III 2 f aa]).

References: § 4
 § 78
 § 7
 § 3
 § 3
 Art. 34
 § 7
 § 7
 § 78
 § 78
 § 3
 § 7
 § 1
 Art. 3
 § 7
 Art. 4
 Art. 94
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 94
 Art. 87
 § 7
 § 7
 § 7
 Art. 36
 Art. 34
 Art. 3
 Art. 12
 § 78
 § 78
 § 286
 § 559
 § 286
 § 7
 § 3
 § 7
 Art. 7
 § 5
 § 97

§ 3
 § 7
 § 78
 § 78
 § 7
 § 286
 § 7
 § 5