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Timestamp: 2019-07-24 06:06:18+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 16.11.2006 - A 2 S 1150/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,2958
VGH Baden-Württemberg, 16.11.2006 - A 2 S 1150/04 (https://dejure.org/2006,2958)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 16.11.2006 - A 2 S 1150/04 (https://dejure.org/2006,2958)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 16. November 2006 - A 2 S 1150/04 (https://dejure.org/2006,2958)
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Zur Frage politischer Verfolgung von Jeziden im Irak wegen ihrer Religionszugehörigkeit
§ 60 Abs 1 S 4c AufenthG 2004, § 60 Abs 7 S 1 AufenthG 2004, Art 10 Abs 1b EGRL 83/2004, Art 38 Abs 1 EGRL 83/2004
Irak, Nordirak, Verfolgung, Fluchtalternative, Nichtstaatlicher, Akteur, Religionsausübung, Religionszugehörigkeit, Jezide
AufenthG § 60 Abs. 1; RL 2004/83/EG Art. 9 Abs. 1; RL 2004/83/EG Art. 10 Abs. 1 Bst. b; AufenthG § 60 Abs. 2; AufenthG § 60 Abs. 3; AufenthG § 60 Abs. 5; AufenthG § 60 Abs. 7
Irak, Jesiden, Gruppenverfolgung, religiös motivierte Verfolgung, Religion, religiöses Existenzminimum, Verfolgungsbegriff, Anerkennungsrichtlinie, Verfolgung durch Dritte, nichtstaatliche Verfolgung, Verfolgungsdichte, Nordirak, Islamisten, KDP, PUK, interne Fluchtalternative, Sicherheitslage, Versorgungslage, Abschiebungshindernis, zielstaatsbezogene Abschiebungshindernisse, Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK, nichtstaatliche Akteure, allgemeine Gefahr, Abschiebungsstopp, Erlasslage
Allgemeines materielles Asylrecht: Irak, Nordirak, Verfolgung, Fluchtalternative, Nichtstaatlicher, Akteur, Religionsausübung, Religionszugehörigkeit, Jezide
VG Karlsruhe, 08.10.2001 - A 12 K 11052/00
BVerwG, 21.02.2007 - 1 B 17.07
c) Sollte die erneute Prüfung der Sach- und Rechtslage ergeben, dass den Klägerinnen eine asylerhebliche Verfolgungsgefahr droht, wird sich das Berufungsgericht mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob ihnen - etwa im Nordirak - eine inländische Fluchtalternative offensteht (vgl. hierzu etwa VGH Mannheim, Urteil vom 16. November 2006 - A 2 S 1150/04 - juris; OVG Saarlouis, Urteil vom 29. September 2006 - 3 R 6/06 - juris).
Allerdings ist der Schutzbereich der Religionsfreiheit durch Art. 10 Abs. 1 b der Richtlinie 2004/83/EG des Rats vom 29. April 2004 über Mindestnormen für die Anerkennung und den Status von Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen als Flüchtlinge oder als Personen, die anderweitig internationalen Schutz benötigen, und über den Inhalt des zu gewährenden Schutzes (sog. Qualifikationsrichtlinie) auf die öffentliche Glaubensbetätigung erweitert worden (vgl. OVG des Saarlandes, Beschl. v. 26.3.2007 - 3 A 30/07 -, juris; Nds. OVG, Urt. v. 19.3.2007 - 9 LB 373/06 - VGH Bad.-Württ., Urt. v. 16.11.2006 - A 2 S 1150/04 -, juris;… Marx, a.a.O., § 1 Rn. 206).
Die Vorgaben dieser Richtlinie, deren Umsetzungsfrist am 10. Oktober 2006 abgelaufen ist, sind solange unmittelbar anzuwenden, bis die noch ausstehende Transformierung in das deutsche Recht erfolgt ist (vgl. etwa VGH Bad.-Württ., Urt. v. 16.11.2006, a.a.O.).
Dies kommt zum Einen dann zum Tragen, wenn die Religionsausübung mit Sanktionen verbunden ist, die bereits selbst den Charakter einer Verfolgungshandlung im Sinne des Art. 9 der Richtlinie aufweisen (vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 16.11.2006 - A 2 S 1150/04 -).
Namentlich die Polizei und das Militär sind machtlos, weil sie weder über Mittel noch über Wege verfügen, sich dem islamistischen Einfluss zu entziehen oder Verbrechensbekämpfung vorzunehmen, geschweige denn sich selbst zu schützen (Auskunft des Europäischen Zentrums für kurdische Studien vom 7.3.2005, Lagebericht Irak vom 29.6.2006, Stellungnahme des Deutschen Orient-Instituts vom 14.2.2005, VGH Baden-Württemberg, Urt. v. 16.11.2006 - A 2 S 1150/04 -).
Der VGH Baden-Württemberg geht in seinem Urteil vom 16. November 2006 (A 2 S 1150/04, zitiert nach juris) auf der Grundlage der ihm verfügbaren Erkenntnismittel von landesweit etwa 100 Gewalttaten gegenüber Yeziden aus.
OVG Saarland, 26.03.2007 - 3 A 30/07
Der VGH Baden-Württemberg geht in seinem neueren Urteil vom 16.11.2006 - A 2 S 1150/04 -, Seite 21 und Seite 16 des Umdrucks, sowohl von den Zahlen von UNHCR mit 83 Gewalttaten aus als auch von weiteren einzeln referierten 19 Mordanschlägen (Seite 16 des Umdrucks), wobei ein Mordanschlag dem weltlichen Oberhaupt der Yeziden galt, der das Attentat leicht verletzt überlebte.
Der VGH Baden-Württemberg hat in einem aktuellen Urteil vom 16.11.2006 - A 2 S 1150/04 -, Seite 21/22 des Umdrucks übereinstimmend mit dem Senatsstandpunkt entschieden, dass die Verfolgungsdichte in quantitativer Hinsicht nicht geeignet ist eine Verfolgung der Yeziden als religiöse Gruppe zu belegen.
Dies kommt zum Einen dann zum Tragen, wenn die Religionsausübung mit Sanktionen verbunden ist, die bereits selbst den Charakter einer Verfolgungshandlung im Sinne des Art. 9 der Richtlinie aufweisen (VGH BW, Urt. v. 16.11.2006 - A 2 S 1150/04).
OVG Saarland, 05.03.2007 - 3 A 12/07
Dies kommt zum Einen dann zum Tragen, wenn die Religionsausübung mit Sanktionen verbunden ist, die bereits selbst den Charakter einer Verfolgungshandlung im Sinne des Art. 9 QR aufweisen (vgl. VGH Bad.-Württ, Urt. v. 16.11.2006 -A 2 S 1150/04 -).
Dies ist jedenfalls dann der Fall, wenn die auf die - häuslich-private, aber auch öffentliche - Religionsausübung gerichtete Maßnahme zugleich auch mit Gefahren für Leib und Leben verbunden ist oder zu einer entsprechenden Ausgrenzung des Betroffenen führt (vgl. hierzu auch VGH Bad.-Württ, Urt. v. 16.11.2006-A 2 S 1150/04 zitiert nach Juris, m.w.N.;… VG Dresden, Urt. v. 11.07.2007-A 14 K 30726/04 - ) .
Vorliegen eines Abschiebungsverbots nach § 60 Abs. 1 Aufenthaltsgesetz (AufenthG) …

References: § 60
 § 60
 § 60
 Art. 9
 Art. 10
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 Art. 10
 § 1
 Art. 9
 Art. 9
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