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Timestamp: 2018-09-18 15:32:15+00:00

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Gesetz zur Regelung der Miethöhe vom 18. Dezember 1974
§ 1. [Ausschluß der Kündigung; Erhöhung des Mietzinses]
Die Kündigung eines Mietverhältnisses über Wohnraum zum Zwecke der Mieterhöhung ist aus geschlossen. Der Vermieter kann eine Erhöhung des Mietzinses nach Maßgabe der §§ 2 bis 7 verlangen. Das Recht steht dem Vermieter nicht zu, soweit und solange eine Erhöhung durch Vereinbarung ausgeschlossen ist oder der Ausschluß sich aus den Umständen, insbesondere der Vereinbarung eines Mietverhältnisses auf bestimmte Zeit mit festem Mietzins ergibt.
§ 2. [Zustimmung des Mieters zur Erhöhung des Mietzinses]
(l) Der Vermieter kann die Zustimmung zu einer Erhöhung des Mietzinses verlangen, wenn
2.der verlangte Mietzins die üblichen Entgelte nicht übersteigt, die in der Gemeinde oder in ver gleichbaren Gemeinden für nicht preisgebundenen Wohnraum vergleichbarer Art, Größe, Aus stattung, Beschaffenheit und Lage in den letzten vier Jahren vereinbart oder, von Erhöhungen nach § 4 abgesehen, geändert worden sind, und
3. der Mietzins sich innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren, von Erhöhungen nach den §§ 3 bis 5 abgesehen, nicht um mehr als 30 vom Hundert erhöht. Der Vomhundertsatz beträgt bei Wohn raum, der vor dem l. Januar 1981 fertiggestellt worden ist, 20 vom Hundert, wenn
Von dem Jahresbetrag des nach Satz l Nr. 2 zulässigen Mietzinses sind die Kürzungsbeträge nach § 3 Abs. l Satz 3 bis 7 abzuziehen, im Fall des § 3 Abs. l Satz 6 mit 11 vom Hundert des Zu schusses.
(l a) Absatz l Satz l Nr. 3 ist nicht anzuwenden,
(2) Der Anspruch nach Absatz l ist dem Mieter gegenüber schriftlich geltend zu machen und zu begründen. Dabei kann insbesondere Bezug genommen werden auf eine Übersicht über die üb lichen Entgelte nach Absatz l Satz l Nr. 2 in der Gemeinde oder in einer vergleichbaren Gemeinde, soweit die Übersicht von der Gemeinde oder von Interessenvertretern der Vermieter und der Mieter gemeinsam erstellt oder anerkannt worden ist (Mietspiegel); enthält die Übersicht Mietzinsspan nen, so genügt es, wenn der verlangte Mietzins innerhalb der Spanne liegt. Ferner kann auf ein mit Gründen versehenes Gutachten eines öffentlich bestellten oder vereidigten Sachverständigen verwie sen werden. Begründet der Vermieter sein Erhöhungsverlangen mit dem Hinweis auf entsprechende Entgelte für einzelne vergleichbare Wohnungen, so genügt die Benennung von drei Wohnungen.
(3) Stimmt der Mieter dem Erhöhungsverlangen nicht bis zum Ablauf des zweiten Kalendermonats zu, der auf den Zugang des Verlangens folgt, so kann der Vermieter bis zum Ablauf von weiteren zwei Monaten auf Erteilung der Zustimmung klagen. Ist die Klage erhoben worden, jedoch kein wirksames Erhöhungsverlangen vorausgegangen, so kann der Vermieter das Erhöhungsverlangen im Rechtsstreit nachholen; dem Mieter steht auch in diesem Fall die Zustimmungsfrist nach Satz l zu.
(5) Gemeinden sollen, soweit hierfür ein Bedürfnis besteht und dies mit einem für sie vertretbaren Aufwand möglich ist. Mietspiegel erstellen. Bei der Aufstellung von Mietspiegeln sollen Entgelte, die auf Grund gesetzlicher Bestimmungen an Höchstbeträge gebunden sind, außer Betracht blei ben. Die Mietspiegel sollen im Abstand von zwei Jahren der Marktentwicklung angepaßt werden. Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates Vorschriften über den näheren Inhalt und das Verfahren zur Aufstellung und Anpassung von Miet spiegeln zu erlassen. Die Mietspiegel und ihre Änderungen sollen öffentlich bekanntgemacht werden.
§ 3. [Erhöhung des Mietzinses bei baulichen Änderungen] (l) Hat der Vermieter bauliche Maß nahmen durchgeführt, die den Gebrauchswert der Mietsache nachhaltig erhöhen, die allgemeinen Wohnverhältnisse auf die Dauer verbessern oder nachhaltig Einsparungen von Heizenergie oder Wasser bewirken (Modernisierung), oder hat er andere bauliche Änderungen auf Grund von Um ständen, die er nicht zu vertreten hat, durchgeführt, so kann er eine Erhöhung der jährlichen Miete um elf vom Hundert der für die Wohnung aufgewendeten Kosten verlangen. Sind die baulichen Än derungen für mehrere Wohnungen durchgeführt worden, so sind die dafür aufgewendeten Kosten vom Vermieter angemessen auf die einzelnen Wohnungen aufzuteilen. Werden die Kosten für die baulichen Änderungen ganz oder teilweise durch zinsverbilligte oder zinslose Darlehen aus öffent lichen Haushalten gedeckt, so verringert, sich , der Erhöhungsbetrag nach Satz l um den Jahres betrag der Zinsermäßigung, der sich für den Ursprungsbetrag des Darlehens aus dem Unterschied im Zinssatz gegenüber dem marktüblichen Zinssatz für erststellige Hypotheken zum Zeitpunkt der Beendigung der Maßnahmen ergibt; werden Zuschüsse oder Darlehen zur Deckung von laufenden Aufwendungen gewährt, so verringert sich der Erhöhungsbetrag um den Jahresbetrag des Zu schusses oder Darlehens. Ein Mieterdarlehen, eine Mietvorauszahlung oder eine von einem Dritten für den Mieter .erbrachte Leistung für die baulichen Änderungen steht einem Darlehen aus öffent lichen Haushalten gleich. Kann nicht festgestellt werden, in welcher Höhe Zuschüsse oder Darle hen für die einzelnen Wohnungen gewährt worden sind, so sind sie nach dem Verhältnis der für die einzelnen Wohnungen aufgewendeten Kosten aufzuteilen. Kosten, die vom Mieter oder für diesen von einem Dritten übernommen oder die mit Zuschüssen aus öffentlichen Haushalten gedeckt wer den, gehören nicht zu den aufgewendeten Kosten im Sinne des Satzes l. Mittel der Finanzierungs institute des Bundes oder eines Landes gelten als Mittel aus öffentlichen Haushalten.
(3) Der Anspruch nach Absatz l ist vom Vermieter durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Mieter geltend zu machen. Die Erklärung ist nur wirksam, wenn in ihr die Erhöhung auf Grund der entstandenen Kosten berechnet und entsprechend den: Voraussetzungen nach Absatz l erläutert wird.
(4) Die Erklärung des Vermieters hat die Wirkung, daß von dem Beginn des auf die Erklärung folgenden übernächsten Monats an der erhöhte Mietzins an die Stelle des bisher zu entrichtenden Mietzinses tritt. Diese Frist verlängert sich um sechs Monate; wenn der Vermieter dem Mieter die zu erwartende Erhöhung des Mietzinses nicht nach § 541 b Abs. 2 Satz l des Bürgerlichen Gesetz buchs mitgeteilt hat oder wenn die tatsächliche Mieterhöhung gegenüber dieser Mitteilung um mehr als zehn vom Hundert nach oben abweicht.
§ 4. (Erhöhung oder Ermäßigung der Betriebskosten] (l) Für Betriebskosten im Sinne des § 27 der Zweiten Berechnungsverordnung dürfen Vorauszahlungen nur in angemessener Höhe vereinbart werden. Über die Vorauszahlungen ist jährlich abzurechnen.
(2) Der Vermieter ist berechtigt, Erhöhungen der Betriebskosten durch schriftliche Erklärung antei lig auf den Mieter umzulegen. Die Erklärung ist nur wirksam, wenn in ihr der Grund für die Umlage bezeichnet und erläutert wird.
(3) Der Mieter schuldet den auf ihn entfallenden Teil der Umlage vom Ersten des auf die Erklärung folgenden Monats oder, wenn die Erklärung erst nach dem Fünfzehnten eines Monats abgegeben worden ist, vom Ersten des übernächsten Monats an. Soweit die Erklärung darauf beruht, daß sich die Betriebskosten rückwirkend erhöht haben, wirkt sie auf den Zeitpunkt der Erhöhung der Be triebskosten, höchstens jedoch auf den Beginn des der Erklärung vorausgehenden Kalenderjahres zurück, sofern der Vermieter die Erklärung innerhalb von drei Monaten nach Kenntnis von der Er höhung abgibt.
2. daß die in Nummer l bezeichneten Kosten unmittelbar zwischen den Mietern und denjenigen abgerechnet werden, die die entsprechenden Leistungen erbringen.
Die Erklärung kann nur für künftige Abrechnungszeiträume abgegeben werden und ist nur mit Wir kung zum Beginn eines Abrechnungszeitraums zulässig. Sind die Kosten im Mietzins enthalten, so ist dieser entsprechend herabzusetzen.
§ 5. (Erhöhung oder Ermäßigung der Kapitalkosten] (l) Der Vermieter ist berechtigt, Erhö hungen der Kapitalkosten, die nach Inkrafttreten dieses Gesetzes infolge einer Erhöhung des Zinssatzes aus einem dinglich gesicherten Darlehen fällig werden, durch schriftliche Erklärung anteilig auf den Mieter umzulegen, wenn
1. der Zinssatz sich:
3. das Darlehen der Finanzierung des Neubaues, des Wiederaufbaues, der Wiederherstellung, des Ausbaues, der Erweiterung oder des Erwerbs des Gebäudes oder des Wohnraums oder von bau lichen Maßnahmen im Sinne des § 3 Abs. l gedient hat.
(2) § 4 Abs. 2 Satz 2 und Absatz 3 Satz l gilt entsprechend.
(3) Ermäßigt sich der Zinssatz nach einer Erhöhung des Mietzinses nach Absatz l, so ist der Miet zins vom Zeitpunkt der Ermäßigung ab entsprechend, höchstens aber um die Erhöhung nach Ab satz l, herabzusetzen. Ist das Darlehen getilgt, so ist der Mietzins um den Erhöhungsbetrag herab zusetzen. Die Herabsetzung ist dem Mieter unverzüglich mitzuteilen.
(4) Das Recht nach Absatz l steht dem Vermieter nicht zu, wenn er die Höhe der dinglich ge sicherten Darlehen, für die sich der Zinssatz erhöhen kann, auf eine Anfrage des Mieters nicht offengelegt hat.
(5) Geht das Eigentum an dem vermieteten Wohnraum von dem Vermieter auf einen Dritten über und tritt dieser anstelle des Vermieters in das Mietverhältnis ein, so darf der Mieter durch die Aus übung des Rechts nach Absatz l nicht höher belastet werden, als dies ohne den Eigentumsüber gang möglich gewesen wäre.
§ 6 [Wohnungen im Saarland] (l) Hat sich der Vermieter von öffentlich gefördertem oder steuer begünstigtem Wohnraum nach dem Wohnungsbaugesetz für das Saarland in der Fassung der Be kanntmachung vom 7. März 1972 (Amtsblatt des Saarlandes S. 149), zuletzt geändert duch Artikel 3 des Wohnungsbauänderungsgesetzes 1973 vom 21. Dezember 1973 (Bundesgesetzbl. I S. 1970) verpflichtet, keine höhere Miete als die Kostenmiete zu Vereinbaren, so kann er eine Erhö hung bis zu dem Betrag verlangen, der zur Deckung der laufenden Aufwendungen für das Gebäude oder die Wirtschaftseinheit erforderlich ist. Eine Erhöhung des Mietzinses nach den §§ 2, 3 und 5 ist ausgeschlossen.
(2) Die Erhöhung nach Absatz l ist vom Vermieter durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Mie ter geltend zu machen. Die Erklärung ist nur wirksam, wenn in ihr die Erhöhung berechnet und er läutert wird. Die Erklärung hat die Wirkung, daß von dem ersten des auf die Erklärung folgenden Monats an der erhöhte Mietzins an die Stelle des bisher zu entrichtenden Mietzinses tritt; wird die Erklärung erst nach dem fünfzehnten eines Monats abgegeben, so tritt diese Wirkung erst von dem ersten des übernächsten Monats an ein.
(3) Soweit im Rahmen der Kostenmiete Betriebskosten im Sinne des § 27 der Zweiten Berech nungsverordnung durch Umlagen erhoben werden, kann der Vermieter Erhöhungen der Betriebs kosten in entsprechender Anwendung des § 4 umlegen.
(4) Ermäßigen sich die laufenden Aufwendungen, so hat der Vermieter die Kostenmiete mit Wir kung vom Zeitpunkt der Ermäßigung ab entsprechend herabzusetzen. Die Herabsetzung ist dem Mieter unverzüglich mitzuteilen.
(5) Die Absätze l bis 4 gelten entsprechend für Wohnraum, der mit Wohnungsfürsorgemitteln für Angehörige des öffentlichen Dienstes oder ähnliche Personengruppen unter Vereinbarung eines Wohnungsbesetzungsrechtes gefördert worden ist, wenn der Vermieter sich in der in Absatz l Satz l bezeichneten Weise verpflichtet hat.
§ 7. [Bergmannswohnungen] (l) Für Bergmannswohnungen, die von Bergbauuntemehmen ent sprechend dem Vertrag über Bergmannswohnungen, Anlage 8 zum Grundvertrag zwischen der Bun desrepublik Deutschland, den vertragschließenden Bergbauuntemehmen und der Ruhrkohle Aktien gesellschaft vom 18. Juli 1969 (Bundesanzeiger Nr. 174 vom 18. September 1974), bewirtschaftet werden, kann die Miete bei einer Erhöhung der Verwaltungskosten und der Instandhaltungskosten in entsprechender Anwendung des § 30 Abs. l der Zweiten Berechnungsverordnung und des § 5 Abs. 3 Buchstabe c des Vertrages über Bergmannswohnungen erhöht werden. Eine Erhöhung des Mietzinses nach § 2 ist ausgeschlossen.
(2) Der Anspruch nach Absatz l ist vom Vermieter durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Mie ter geltend zu machen. Die Erklärung ist nur wirksam, wenn in ihr die Erhöhung berechnet und er läutert wird.
(3) Die Erklärung des Vermieters hat die Wirkung, daß von dem ersten des auf die Erklärung fol genden Monats an der erhöhte Mietzins an die Stelle des bisher zu entrichtenden Mietzinses tritt; wird die Erklärung erst nach dem fünfzehnten, eines Monats abgegeben, so tritt diese Wirkung erst von dem ersten des übernächsten Monats ab ein.
§ 8. [Form der Erklärungen] Hat der Vermieter seine Erklärungen nach den §§ 2 bis 7 mit Hilfe automatischer Einrichtungen gefertigt, so bedarf es nicht seiner eigenhändigen Unterschrift.
§ 9. [Kündigungsrecht des Mieters] (l) Verlangt der Vermieter eine Mieterhöhung nach § 2, so ist der Mieter berechtigt, bis zum Ablauf des zweiten Monats, der auf den Zugang des Erhöhungsver langens folgt, für den Ablauf des übernächsten Monats zu kündigen. Verlangt der Vermieter eine Mieterhöhung nach den §§ 3, 5 bis 7, so ist der Mieter berechtigt, das Mietverhältnis spätestens am dritten Werktag des Kalendermonats, von dem an der Mietzins erhöht werden soll, für den Ab lauf des übernächsten Monats zu kündigen. Kündigt der Mieter, so tritt die Mieterhöhung nicht ein.
(2) Ist der Mieter rechtskräftig zur Zahlung eines erhöhten Mietzinses nach den §§ 2 bis 7 verurteilt worden, so kann der Vermieter das Mietverhältnis wegen Zahlungsverzugs des Mieters nicht vor Ablauf von zwei Monaten nach rechtskräftiger Verurteilung kündigen, wenn nicht die Vorausset zungen des § 554 des Bürgerlichen Gesetzbuchs schon wegen des bisher geschuldeten Mietzin ses erfüllt sind.
§ 10.1) [Abweichende Vereinbarungen; Geltungsbereich] (l) Vereinbarungen, die zum Nachteil des Mieters von den Vorschriften der §§ 1 bis 9 abweichen, sind unwirksam, es sei denn, daß der Mieter während des Bestehens des Mietverhältnisses einer Mieterhöhung um einen bestimmten Betrag zugestimmt hat.
(2) l Abweichend von Absatz l kann der Mietzins für bestimmte Zeiträume in unterschiedlicher Höhe schriftlich vereinbart werden. Die Vereinbarung eines gestaffelten Mietzinses darf nur einen Zeit raum bis zu jeweils zehn Jahren umfassen. Während dieser Zeit ist eine Erhöhung des Mietzinses nach den §§ 2, 3 und 5 ausgeschlossen. Der Mietzins muß jeweils mindestens ein Jahr unverän dert bleiben. Der jeweilige Mietzins oder die jeweilige Erhöhung muß betragsmäßig ausgewiesen sein. Eine Beschränkung des Kündigungsrechts des Mieters ist unwirksam, soweit sie sich auf einen Zeitraum von mehr als vier Jahren seit Abschluß der Vereinbarung erstreckt.
1. über preisgebundenen Wohnraum, soweit nicht in § 2 Abs. l a Satz 2 etwas anderes bestimmt ist,
2. über Wohnraum, der zu nur vorübergehendem Gebrauch vermietet ist,
3. über Wohnraum, der Teil der vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung ist und den der Vermie ter, ganz oder überwiegend mit Einrichtungsgegenständen auszustattet hat, sofern der Wohnraum nicht zum dauernden Gebrauch für eine Familie überlassen ist.
4. über Wohnraum, der Teil eines Studenten- oder Jugendwohnheims ist.
§ 10 a.[Mietanpassungsvereinbarungen] (l) Abweichend von § 10 Abs. l kann schriftlich verein bart werden, daß die weitere Entwicklung des Mietzinses durch den Preis von anderen Gütem oder Leistungen bestimmt werden soll (Mietanpassungsvereinbarung). Die Vereinbarung ist, nur wirk sam, wenn die Genehmigung nach § 3 des Währungsgesetzes oder entsprechenden währungs rechtlichen Vorschriften erteilt wird.
(2) Während der Geltungsdauer einer Mietanpassungsvereinbarung muß der Mietzins, von Erhö hungen nach den §§ 3 und 4 abgesehen, jeweils mindestens ein Jahr unverändert bleiben, Eine Erhöhung des Mietzinses nach § 3 kann nur verlangt werden, soweit der Vermieter bauliche Ände rungen auf Grund von Umständen durchgeführt hat, die er nicht zu vertreten hat. Eine Erhöhung des Mietzinses nach den §§ 2 und 5 ist ausgeschlossen.
(3) Eine Änderung des Mietzinses auf Grund einer Vereinbarung nach Absatz l muß durch schrift liche Erklärung geltend gemacht werden, die auch die Änderung der nach der Mietanpassungsver einbarung maßgebenden Preise nennt. Der geänderte Mietzins ist vom Beginn des auf die Erklär ung folgenden übernächsten Monats an zu zahlen.
§ II. [Übergangsregelungen für das Gebiet der ehem. DDR]
(l) In dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet sind die §§ 1 bis 10a auf Wohn raum anzuwenden, der nicht mit Mitteln aus öffentlichen Haushalten gefördert wurde und seit dem 3. Oktober 1990
Bei der Vermietung dieses Wohnraums sind Preisvorschriften nicht anzuwenden. Die §§ 1 bis 10 a sind auch auf Wohnraum anzuwenden, dessen Errichtung mit Mitteln der vereinbarten Förderung im Sinne des § 88 d des Zweiten Wohnungsbaugesetzes gefördert wurde.
(2) Auf anderen als den in Absatz l bezeichneten Wohnraum in dem in Artikel 3 des Einigungsver trages genannten Gebiet sind die §§ 1 bis 10a ab 11. Juni 1995 anzuwenden, soweit sich aus den §§ 12 bis 17 nichts anderes ergibt.
§ 12. [Zustimmung des Mieters zur Mietzinserhöhung bei Bestandteilen ohne erhebliche Schäden] (l) (Abweichend von § 2 Abs. l Satz l Nr. 2 kann bis zum 31. Dezember 1997 die Zu stimmung zu einer Erhöhung des am 11. Juni 1995 ohne Erhöhungen nach Modernisierung oder Instandsetzungsvereinbarung geschuldeten Mietzinses um 20 vom Hundert verlangt werden, wenn an dem Gebäude mindestens drei der fünf folgenden Bestandteile keine erheblichen Schäden auf weisen:
5. Elektro-, Gas- oder Wasser- und Sanitärinstallationen. Der Erhöhungssatz ermäßigt sich auf 15 vom Hundert bei Wohnraum, bei dem die Zentralheizung oder das Bad oder beide Ausstattungs merkmale fehlen.
(l a) Absatz l Satz 2 gilt auch für Ansprüche, die der Vermieter vor dem 1. Januar 1996 geltend gemacht hat. Hat der Mieter einem nicht ermäßigten Erhöhungssatz zugestimmt oder ist er zur Zustimmung verurteilt worden, obwohl die Zentralheizung oder das Bad fehlte, kann er seine Zu stimmung insoweit widerrufen; - Der Widerruf ist dem Vermieter bis zum 31. März 1996 schriftlich zu erklären. Er wirkt ab dem Zeitpunkt, zu dem das Mieterhöhungsverlangen wirksam geworden ist. Soweit die Zustimmung widerrufen ist, hat der Vermieter den Mietzins zurückzuzahlen. Auf diese Änderung des Mietzinses ist § 2 Abs. l Satz l Nr. l nicht anzuwenden.
(2) Von dem in Absatz l genannten Erhöhungssatz können 5 vom Hundert erst zum 1.Januar 1997 und nur für Wohnraum verlangt werden, der in einer Gemeinde mit mindestens 20000 Einwohnern oder in einer Gemeinde liegt, die an eine Gemeinde mit mindestens 100000 Einwohnern angrenzt.
(3) Die Erhöhung nach Absatz l darf jeweils weitere 5 vom Hundert betragen bei
2. Wohnraum, der im komplexen Wohnungsbau geplant war und der nach dem 30. Juni 1990 fertig gestellt worden ist, sofern seine Ausstattung über den im komplexen Wohnungsbau üblichen Stan dard erheblich hinausgeht.
(4) Die Vom-Hundert-Sätze des § 2 Abs. l Satz l Nr. 3 sind aus dem drei Jahre zuvor geschuldeten Mietzins zuzüglich der Mieterhöhungen nach der Ersten und nach den §§ 1,2 und 4. der Zweiten Grundmietenverordnung zu berechnen. Im übrigen bleiben diese Erhöhungen bei der Anwendung, der § 2 Abs. l Satz l Nr. l und 3 außer Betracht.
(5) l Der Mieter kann die Zustimmung zu dem Erhöhungsverlangen verweigern, wenn der verlangte Mietzins die üblichen Entgelte übersteigt, die in der Gemeinde oder in vergleichbaren Gemeinden für Wohnraum vergleichbarer Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage seit dem 11. Juni 1995 vereinbart werden. Dann schuldet er die Zustimmung zu einer Erhöhung bis zur Höhe der in Satz l bezeichneten Entgelte, höchstens jedoch bis zu der sich aus den Absätzen l bis 4 erge benden Höhe.
3. Ist das Mieterhöhungsverlangen dem Mieter vor dem 1.Juli 1995 zugegangen, so schuldet er den erhöhten Mietzins ab l. August 1995.
(7) Abweichend von § 2 Abs. 5 Satz 2 dürfen bei der Erstellung eines Mietspiegels, der nicht über den 30. Juni 1999 hinaus gilt, auch die nach den Absätzen l bis 4 zulässigen Entgelte zugrunde gelegt werden.
§ 13. [Einschränkung einer Erhöhung des Mietzinses bei baulichen Änderungen]
(l) Bei der Anwendung des § 3 auf Wohnraum im Sinne des § 11 Abs. 2 dürfen Mieterhöhungen, die bis zum 31. Dezember 1997 erklärt werden, insgesamt drei Deutsche Mark je Quadratmeter Wohn fläche monatlich nicht übersteigen, es sei denn, der Mieter stimmt im Rahmen einer Vereinbarung nach § 17 einer weitergehenden Mieterhöhung zu.
(2) Absatz l ist nicht anzuwenden,
1. soweit der Vermieter bauliche Änderungen auf Grund von Umständen durchgeführt hat, die er nicht zu vertreten hat,
2. wenn mit der baulichen Maßnahme vor dem 1.Juli 1995 begonnen worden ist oder
3. wenn die bauliche Änderung mit Mitteln der einkommensorientierten Förderung im Sinne des § 88 e des Zweiten Wohnungsbaugesetzes gefordert wurde.
§ 14. [Umlage der Betriebskosten] (l) Betriebskosten im Sinne des § 27 der Zweiten Berech nungsverordnung dürfen bei Mietverhältnissen auf Grund von Verträgen, die vor dem 11. Juni 1995 abgeschlossen worden sind, auch nach diesem Zeitpunkt bis zum 31. Dezember 1997 durch schriftliche Erklärung auf die Mieter umgelegt und hierfür Vorauszahlungen in angemessener Höhe verlangt werden. Sind bis zu diesem Zeitpunkt Betriebskosten umgelegt oder angemessene Vorauszahlungen verlangt worden, so gilt dies als vertraglich vereinbart. § 8 ist entsprechend an zuwenden.
(2) Betriebskosten, die auf Zeiträume vor dem 11. Juni 1995 entfallen, sind nach den bisherigen Vorschriften abzurechnen. Später angefallene Betriebskosten aus einem Abrechnungszeitraum, der vor dem 11. Juni 1995 begonnen hat, können nach den bisherigen Vorschriften abgerechnet werden.
§ 15. [Erhöhung der Kapitalkosten für Altverbindlichkeiten] Auf Erhöhungen der Kapitalkosten für Altverbindlichkeiten im Sinne des § 3 des Altschuldenhilfegesetzes ist § 5 nicht anzuwenden.
§ 16. [Erhöhung des Mietzinses für einzelne Bestandteile] (l) Bis zum 31. Dezember 1997 kann der Vermieter durch schriftliche Erklärung eine Erhöhung des Mietzinses entsprechend § 2 der Zweiten Grundmietenverordnung um 0,30 Deutsche Mark je Quadratmeter Wohnfläche monat lich für jeden Bestandteil im Sinne des § 12 Abs. l zum Ersten des auf die Erklärung folgenden übernächsten Monats verlangen, wenn an dem Bestandteil erhebliche Schäden nicht vorhanden sind und dafür eine Erhöhung bisher nicht vorgenommen wurde. § 8 ist entsprechend anzuwenden.
(2) Vor dem 11. Juni 1995 getroffene Vereinbarungen über Mieterhöhungen nach Instandsetzung im Sinne des § 3 der Zweiten Grundmietenverordnung bleiben wirksam.
§ 17. [Abweichende Vereinbarungen; Geltungsbereich] § 10 Abs. l gilt mit der Maßgabe, daß Vereinbarungen, die zum Nachteil des Mieters von den Vorschriften der §§ 1 bis 9, § 10 Abs. 2, §§ 10a bis 16 abweichen, unwirksam sind, es sei denn, daß der Mieter während des Bestehens des Mietverhältnisses einer Mieterhöhung um einen bestimmten Betrag zugestimmt hat.

References: § 1

§ 2
 § 4
 § 3
 § 3

§ 3
 § 541

§ 4
 § 27

§ 5
 § 3
 § 4

§ 6
 § 27
 § 4

§ 7
 § 30
 § 5
 § 2

§ 8

§ 9
 § 2
 § 554

§ 10
 § 2

§ 10
 § 10
 § 3
 § 3
 § 88

§ 12
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2

§ 13
 § 3
 § 11
 § 17
 § 88

§ 14
 § 27
 § 8

§ 15
 § 3
 § 5

§ 16
 § 2
 § 12
 § 8
 § 3

§ 17
 § 10
 § 10