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Timestamp: 2019-06-19 04:30:24+00:00

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BVerwG, 06.07.1998 - 9 C 45.97 - dejure.org
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BVerwG, 06.07.1998 - 9 C 45.97 (https://dejure.org/1998,561)
BVerwG, Entscheidung vom 06.07.1998 - 9 C 45.97 (https://dejure.org/1998,561)
BVerwG, Entscheidung vom 06. Juli 1998 - 9 C 45.97 (https://dejure.org/1998,561)
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Zulässigkeit und Begründetheit einer Verpflichtungsklage - Pflicht zur Herbeiführung der Spruchreife - Rechtmäßigkeit einer Zurückverweisung an die Behörde - Unterlassen einer Verfahrensrüge - Verlust des Rügerechts
VwGO § 113 Abs. 3; VwGO § 113 Abs. 5 S. 1; VwGO § 173; ZPO § 295; ZPO § 558
D (A), Verfahrensrecht, Verpflichtungsklage, Spruchreife, Verfahrensmangel, Rügerecht, Berufungsinstanz, Revisionsinstanz
VwGO § 113 Abs. 3, 5 S. 1 § 173; ZPO § 295 § 558
Verwaltungsprozeßrecht - Verpflichtungsklage; Pflicht zur Herbeiführung der Spruchreife; keine "Zurückverweisung" an Behörde; Unterlassen einer Verfahrensrüge; Verlust des Rügerechts
VG München, 30.04.1996 - M 24 K 96.50581
VGH Bayern, 13.10.1997 - 11 B 96.32675
BVerwGE 107, 128
NVwZ 1999, 65
DVBl 1999, 97
Die Aufhebung des angefochtenen Verwaltungsaktes wegen unzureichender Ermittlungen im Verwaltungsverfahren war bei einer kombinierten Anfechtungs- und Leistungsklage allerdings unzulässig; die Vorschrift erfasste nur die Situation der Anfechtungsklage (…BSGE 98, 198 ff = SozR 4-1500 § 131 Nr. 2; ebenso zur wortgleichen Regelung des § 113 Abs. 3 Satz 1 Verwaltungsgerichtsordnung: BVerwGE 107, 128, 130 f mwN) .
b) § 113 Abs. 3 VwGO, nach dem das Gericht in Fällen, in denen es eine weitere Sachaufklärung für erforderlich hält, unter bestimmten Voraussetzungen einen Verwaltungsakt aufheben kann, ohne in der Sache selbst zu entscheiden, gilt unmittelbar nur für die Anfechtungsklage (BVerwG, Urteil vom 6. Juli 1998 - 9 C 45.97 - BVerwGE 107, 128 ).
Das Bundesamt ist keine Behörde, der gegenüber den Gerichten eine strikte Entscheidungsprärogative zukommt (BVerwG, Urteil vom 6. Juli 1998 - 9 C 45.97 - BVerwGE 107, 128 ).
Dabei ist in jedem Fall zu beachten, dass die Zulassung einer isolierten Anfechtung nicht zu einer Umgehung von spezifisch für die Verpflichtungsklage geltendem Verfahrensrecht führen darf wie beispielsweise der Unanwendbarkeit des § 113 Abs. 3 VwGO (vgl. Urteil vom 6. Juli 1998 - BVerwG 9 C 45.97 - BVerwGE 107, 128 ).
Die Aufhebung des angefochtenen Verwaltungsakts wegen unzureichender Ermittlungen im Verwaltungsverfahren (§ 131 Abs. 5 SGG) ist bei einer kombinierten Anfechtungs- und Leistungsklage unzulässig (Vergleiche BVerwG vom 6.7.1998 - 9 C 45/97 = BVerwGE 107, 128).
Dementsprechend gilt auch § 113 Abs. 3 VwGO nur für diese Klageart (so überzeugend BVerwGE 107, 128, 130 f mwN;… Gerhardt aaO, § 113 RdNr 55 mwN;… Kopp/Schenke, VwGO, 14. Aufl 2005, § 113 Rz 166;… aA Schmidt in Eyermann/Fröhler, VwGO, 12. Aufl 2006, § 113 RdNr 40).
Im Zeitpunkt des Entwurfs eines Gesetzes zur Modernisierung der Justiz durch die Bundesregierung vom 2.9.2003 hatte jedoch das BVerwG bereits in gefestigter Rechtsprechung entschieden, dass § 113 Abs. 3 Satz 1 VwGO nur auf die reine Anfechtungsklage anwendbar ist (BVerwGE 107, 128, 130 f mwN; BVerwG Buchholz 402.25 § 34 AsylVfG Nr. 4; BVerwG vom 14.6.1999 - 7 B 332/98).
Die gerichtliche Entscheidung hätte für den Kläger nur die Wiederholung des behördlichen Verfahrens zur Folge (vgl zum Ganzen nochmals BVerwGE 107, 128, 130).
BVerwG, Urteil vom 6. Juli 1998 - 9 C 45.97 -, BVerwGE 107, 128 = juris, Rn. 10; dem auch für Fälle folgend, in denen die Prüfung der sog. Dublin-Zuständigkeit inmitten steht, OVG NRW, Urteil vom 10. Mai 2011 - 3 A 133/10.A -, juris.
Denn eine Verpflichtung für das Gericht, die Sache selbst spruchreif zu machen, besteht nur dann, wenn ein "mit seinem Asylantrag beim Bundesamt erfolglos gebliebener Ausländer" den Klageweg beschreitet (BVerwG, Urt. v. 06.07.1998 - 9 C 45.97 - BVerwGE 107, 128 ff.).
BVerwG, Urteil vom 6. Juli 1998 - 9 C 45.97 - BVerwGE 107, 128 ff. = juris, Rn. 10.
In Anlehnung an die ganz herrschende verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung und Lite-ratur zu § 113 Abs. 3 VwGO (vgl. u.a.: BVerwG v. 06.07.1998, Az: 9 C 45/97, BVerwGE 107, 128 ff.;… Kopp/Schenke, VwGO, 13. Aufl. 2003, § 113 Rn. 166) wird in der sozial-rechtlichen Literatur zwar überwiegend vertreten, dass § 131 Abs. 5 SGG nur auf reine Anfechtungsklagen, nicht aber auf Verpflichtungsklagen Anwendung finde (…Kras-ney/Udsching, Handbuch des Sozialgerichtlichen Verfahrens, 4. Aufl. 2005, Kapitel VII, Rn. 138a;… Meyer-Ladewig in: Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 8. Aufl. 2005, § 131 Rn. 18;… Rohwer-Kahlmann, SGG, Stand: Juni 2005, § 131 Rn. 26; Bienert, SGb 2005, Sei-ten 84 ff.;… Humpert in: Berliner Kommentar zum SGG, § 131 Rn. 8).
Selbst wenn aber davon ausgegangen würde, dass der gesamte ursprüngliche Streitgegens-tand in der Berufungsinstanz anhängig wurde und eine Entscheidung des Berufungsge-richts in der Sache daher zulässig wäre, wie dies offensichtlich bei § 113 Abs. 3 VwGO in Anfechtungsstreitigkeiten von der Verwaltungsgerichtsbarkeit angenommen wird (BVerwG v. 06.07.1998, Az. 9 C 45/97, BVerwGE 107, 128 ff.), was zumindest in den Fällen prozessökonomisch wäre, in denen die Sache ohne weitere Ermittlung bereits spruchreif ist, wäre eine Zurückverweisung an das Sozialgericht entsprechend § 159 Abs. 1 SGG im vorliegenden Fall sach- und ermessensgerecht.
Insoweit geht zumindest das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass ein doppelter Verfahrensfehler des Oberverwal-tungsgerichts vorliegt, wenn dieses zu Unrecht § 113 Abs. 3 Satz 1 VwGO anwendet und auch die Frist des § 113 Abs. 3 Satz 4 VwGO nicht beachtet (BVerwG v. 18.11.2002, Az. 9 C 2/02, BVerwGE 117, 200 ff.) bzw. dass die Rüge des Revisionsklägers, das Oberver-waltungsgericht habe zu Unrecht § 113 Abs. 3 VwGO nicht angewandt, eine Verfahrens-rüge darstellt (BVerwG v. 06.07.1998, Az. 9 C 45/97, BVerwGE 107, 128 ff.).
c) Soweit die Revision einen Verfahrensfehler darin erblickt, daß das Verwaltungsgericht "entgegen der Regelung in § 113 Abs. 3 VwGO" die primäre Sachaufklärungspflicht der Behörde mißachtet habe, übersieht sie, daß diese Norm auf Verpflichtungsklagen um die es hier geht nicht anwendbar ist (Urteil vom 6. Juli 1998 BVerwG 9 C 45.97 AuAS 1998, Nr. 248).
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 § 295
 § 558
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 § 173
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 § 131
 § 113
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 § 131
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