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Timestamp: 2020-06-06 04:28:54+00:00

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Der Immobilienkredit als Verbraucherdarlehen - und der Verweis in der Widerrufsinformation | Rechtslupe
Der Immobilienkredit als Verbraucherdarlehen - und der Verweis in der Widerrufsinformation
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist der Ver­weis in der Wider­rufs­in­for­ma­ti­on auf § 492 Abs. 2 BGB in Kom­bi­na­ti­on mit der bei­spiel­haf­ten Auf­zäh­lung von Pflicht­an­ga­ben nach den Maß­stä­ben des natio­na­len Rechts (Art. 247 § 6 Abs. 1 EGBGB) klar und ver­ständ­lich [1].
Der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on hat mit Urteil vom 26.03.2020 [2] ent­schie­den, dass Art. 10 Abs. 2 Buchst. p der Richt­li­nie 2008/​48 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 23.04.2008 über Ver­brau­cher­kre­dit­ver­trä­ge und zur Auf­he­bung der Ver­brau­cher­kre­dit­richt­li­nie 87/​102/​EWG [3] dahin aus­zu­le­gen ist, dass er dem ent­ge­gen­steht, dass ein Kre­dit­ver­trag hin­sicht­lich der in Art. 10 die­ser Richt­li­nie genann­ten Anga­ben auf eine natio­na­le Vor­schrift ver­weist, die selbst auf wei­te­re Rechts­vor­schrif­ten des betref­fen­den Mit­glied­staa­tes ver­weist.
Die­se Ent­schei­dung ist für den vor­lie­gen­den Fall nicht ein­schlä­gig, da es hier um einen grund­pfand­recht­lich besi­cher­ten Immo­bi­li­ar­dar­le­hens­ver­trag geht, auf den die Ver­brau­cher­kre­dit­richt­li­nie nach ihrem Art. 2 Abs. 2 Buchst. a und c kei­ne Anwen­dung fin­det [4]. Wie natio­na­le Vor­schrif­ten aus­zu­le­gen sind, die nicht in den Anwen­dungs­be­reich des Uni­ons­rechts fal­len, und ob ihre Aus­le­gung durch das vor­le­gen­de Gericht rich­tig ist, fällt in die aus­schließ­li­che Zustän­dig­keit der natio­na­len Gerich­te [5]. Ent­ge­gen der Ansicht des vor­le­gen­den Land­ge­richts Saar­brü­cken [6] hat der deut­sche Gesetz­ge­ber die Ver­brau­cher­kre­dit­richt­li­nie nicht für Immo­bi­li­ar­dar­le­hen als maß­geb­lich erach­tet. Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land hat in ihrer Stel­lung­nah­me zur Vor­la­ge durch das Land­ge­richt Saar­brü­cken die Zustän­dig­keit des EuGH gerügt, weil der deut­sche Gesetz­ge­ber trotz der ihm vom Uni­ons­ge­setz­ge­ber ein­ge­räum­ten Befug­nis kei­ne Ent­schei­dung getrof­fen hat, die in der Richt­li­nie vor­ge­se­he­ne Rege­lung auf nicht in ihren Gel­tungs­be­reich fal­len­de Berei­che wie den Bereich der grund­pfand­recht­lich gesi­cher­ten Ver­brau­cher­kre­dit­ver­trä­ge anzu­wen­den [7]. Das deut­sche Recht hat auch schon vor der Ver­ab­schie­dung der Ver­brau­cher­kre­dit­richt­li­nie eine Rege­lung für sol­che Ver­trä­ge vor­ge­se­hen. Da die­se Rege­lung als richt­li­ni­en­kom­pa­ti­bel ange­se­hen wor­den ist, hat der deut­sche Gesetz­ge­ber es ledig­lich für sach­ge­recht gehal­ten, die Vor­schrif­ten für den Ver­brau­cher­kre­dit und für grund­pfand­recht­lich gesi­cher­te Dar­le­hen zusam­men­zu­fas­sen [8].
Nach alle­dem bleibt es für den vor­lie­gen­den Immo­bi­li­ar­dar­le­hens­ver­trag aus­schließ­lich bei den oben genann­ten Grund­sät­zen des natio­na­len Rechts, nach denen die streit­ge­gen­ständ­li­che Wider­rufs­in­for­ma­ti­on klar und ver­ständ­lich ist.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 31. März 2020 – XI ZR 299/​19
BGH, Urtei­le vom 22.11.2016 – XI ZR 434/​15, BGHZ 213, 52 Rn. 18 ff.; und vom 04.07.2017 – XI ZR 741/​16, WM 2017, 1602 Rn.19 ff., BGH, Beschluss vom 19.03.2019 – XI ZR 44/​18, WM 2019, 864 Rn. 15 f.[↩]
EuGH, Urteil vom 26.03.2020 – C‑66/​19, Kreis­spar­kas­se Saar­lou­is[↩]
ABl.2008, L 133, S. 66, berich­tigt in ABl.2009, L 207, S. 14, ABl.2010, L 199, S. 40, und ABl.2011, L 234, S. 46[↩]
BGH, Beschluss vom 19.03.2019 – XI ZR 44/​18, WM 2019, 864 Rn. 17; EuGH, Urteil vom 26.03.2020 – C‑66/​19 25 Kreis­spar­kas­se Saar­lou­is[↩]
EuGH, Urteil vom 26.03.2020 – C‑66/​19 31 Kreis­spar­kas­se Saar­lou­is[↩]
LG Saar­brü­cken, WM 2019, 1444 Rn. 8; vgl. auch EuGH, Urteil vom 26.03.2020 – C‑66/​19 18 Kreis­spar­kas­se Saar­lou­is[↩]
vgl. EuGH, Urteil vom 26.03.2020 – C‑66/​19 23 Kreis­spar­kas­se Saar­lou­is[↩]
vgl. EuGH, Urteil vom 26.03.2020 – C‑66/​19 24 Kreis­spar­kas­se Saar­lou­is[↩]
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References: § 492
 § 6
 Art. 10
 Art. 10
 Art. 2
 EuGH