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Timestamp: 2020-01-29 20:54:16+00:00

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BGH, 13.06.2002 - VII ZR 30/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,891
BGH, 13.06.2002 - VII ZR 30/01 (https://dejure.org/2002,891)
BGH, Entscheidung vom 13.06.2002 - VII ZR 30/01 (https://dejure.org/2002,891)
BGH, Entscheidung vom 13. Juni 2002 - VII ZR 30/01 (https://dejure.org/2002,891)
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Revision - Haftung eines Verhandlungsführers - Verschulden bei Vertragsschluss - Hinweispflicht - Sitz einer GmbH - Schadensersatz
Haftung eines allein im eigenen Interesse handelnden Verhandlungsführers bei unterbliebenem Hinweis auf ausländischen Sitz der zum Schein vorgeschobenen GmbH
Haftung des Verhandlungsführers bei mangelnder Aufklärung über den Vertragspartner
Zur Haftung eines Verhandlungsführers aus Verschulden bei Vertragsschluss, der bei den von ihm geführten Verhandlungen den Auftragnehmer nicht darauf hinweist, dass der als GmbH mit Sitz im Inland ausgegebene Auftraggeber eine Gesellschaft ungarischen Rechts mit ...
Vertragsrecht - Haftung eines Verhandlungsführers aus c.i.c.
Dingliche Sicherheiten, eigenes wirtschaftliches Interesse, Eigeninteresse, Haftung aus Verschulden bei Vertragsschluss, persönliches Vertrauen
BGB §§ 311, 164 ff., 177 ff., 276
Wann haftet Architekt als Bauherren-Vertreter persönlich? (IBR 2002, 555)
NJW-RR 2002, 1309
ZIP 2002, 1771
NZBau 2002, 569
WM 2003, 34
BB 2002, 713
BB 2002, 953
DB 2002, 1878
BauR 2002, 1396
ZfBR 2002, 681
Ein solches liegt nur vor, wenn der Dritte, wirtschaftlich betrachtet, gleichsam in eigener Sache tätig wird, also als Quasi-Partei, wirtschaftlicher Herr des Geschäfts oder eigentlicher wirtschaftlicher Interessenvertreter tätig ist (BGH…, Urteil vom 29.01.1992, VIII ZR 80/91, Rn. 10; BGH, Urteil vom 13.06.2002, VII ZR 30/01, Rn. 11 f., jeweils zitiert nach juris).
aa)Zwar kommt grundsätzlich eine sekundäre Darlegungslast der anderen Partei in Betracht, wenn die beweisbelastete und primär darlegungspflichtige Partei außerhalb des von ihr darzulegenden Geschehensablaufs steht und keine Kenntnis der maßgebenden Tatsachen besitzt, während der Prozessgegner sie hat und ihm nähere Angaben zumutbar sind (BGH vom 28.06.2011 - KZR 75/10; 13.06.2002 VII ZR 30/01; 19.04.1999 - II ZR 331/07).
Rechtsfehlerfrei verneint das Berufungsgericht auch eine Eigenhaftung der Beklagten zu 1 als Vertreterin der Beklagten zu 2. Die Voraussetzungen einer solchen Haftung (BGHZ 88, 67, 69;… BGH, Urt. v. 1. Juli 1991, II ZR 180/90, ZIP 1991, 1140, 1142; BGHZ 126, 181, 189; BGH, Urt. v. 13. Juni 2002, VII ZR 30/01, WM 2003, 34, 35) sind nicht erfüllt.
Ein Anspruch aus § 280 Abs. 1 , § 311 Abs. 3 BGB setzt voraus, dass der nach dieser Vorschrift in Anspruch genommene Vertreter oder Verhandlungsgehilfe wirtschaftlich betrachtet gleichsam in eigener Sache tätig wird (…BGH, Urt. v. 17. Juni 1991 - II ZR 171/90, [...]Rn. 13; Urt. v. 13. Juni 2002 - VII ZR 30/01, [...]Rn. 11).
Das setzt voraus, dass der Vertreter dem anderen Teil eine zusätzliche, gerade von ihm persönlich ausgehende Gewähr für die Seriosität und die Erfüllung des Geschäftes oder für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Erklärungen, die für den Willensentschluss des anderen Teils bedeutsam gewesen sind, geboten hat oder wenn der Vertreter dem anderen Teil in zurechenbarer Weise den Eindruck vermittelt hat, er werde persönlich mit seiner Sachkunde die ordnungsgemäße Abwicklung des Geschäfts selbst dann gewährleisten, wenn der andere Teil dem Geschäftsherrn nicht oder nur wenig vertraut oder sein Verhandlungsvertrauen sich als nicht gerechtfertigt erweist (…BGH, Urt. v. 17. Juni 1991 - II ZR 171/90, [...]Rn. 13; Urt. v. 13. Juni 2002 - VII ZR 30/01, [...]Rn. 9,).
Die Vertrauenshaftung eines Verhandlungsbeteiligten, der nicht selbst Vertragspartei geworden ist, wird ferner dann bejaht, wenn der Verhandelnde in besonderem Maße persönliches Vertrauen in Anspruch genommen und dadurch die Vertragsverhandlungen beeinflusst hat, in dieser Weise also eine "persönliche Gewährübernahme" durch ihn erfolgt ist (…s. BGHZ 56, S. 81, 83 f.;… Bd. 88, S. 67, 68 f.;… Bd. 126, S. 181, 183;… BGH NJW-RR 1991, S. 1312, 1313 f.;… NJW-RR 1992, S. 605 f.; NJW-RR 2002, S. 1309, 1310;… ZIP 2003, S. 571, 573;… Palandt/Grüneberg, aaO., § 311 Rdn. 63 m.w.Nw.).
Gleiches gilt, wenn der Verhandelnde ein starkes eigenes wirtschaftliches Interesse am Vertrag hat, gleichsam "in eigener Sache" tätig wird und wirtschaftlich als "Herr des Geschehens" erscheint (…s. BGH NJW-RR 1992, S. 605; NJW-RR 2002, S. 1309, 1310;… Palandt/Grüneberg, aaO., § 311 Rdn. 61 m.w.Nw.).
Zwar tragen die Behauptungen der Kläger dessen persönliche Haftung aus einem Verhandlungsverschulden (vgl. dazu BGH, Urteil vom 13. Juni 2002 - VII ZR 30/01, WM 2003, 34, 35 mwN) nicht.
Vorsatz i.S.d. § 826 BGB erfordert insbesondere das Bewusstsein, dass das eigene Handeln den schädlichen Erfolg herbeiführen wird (BGH NJW 1963, 148, 150; NJW-RR 2002, 1309, 1310).
Anders als im Rahmen des § 823 Abs. 1 BGB muss der Vorsatz die Zufügung des Schadens umfassen, um die Haftung aus § 826 BGB nicht ausufern zu lassen (BGH NJW 1963, 148, 150; NJW 2000, 2896, 2897; NJW-RR 2002, 1309; OLG Düsseldorf NJW-RR 1990, 732, 734).
Derartige Umstände liegen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. z.B. BGH ZfBR 2002, 681ff) dann vor, wenn der Vertreter ein besonderes persönliches Vertrauen des Geschäftspartners des Vertretenen in Anspruch genommen oder ein besonderes wirtschaftliches Eigeninteresse am Vertragsschluss hat.

References: § 280
 § 311
 BGH 
 § 311
 BGH 
 § 311
 § 826
 § 823
 § 826
 BGH