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Timestamp: 2017-08-19 03:29:40+00:00

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Offener Brief eines Scheinvaters an den Arbeitskreis Abstammung des Bundesjustizministeriums | kuckucksvater
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Offener Brief an den Arbeitskreis Abstammungesrecht des Bundesjustizministeriums – © Foto: Miguel Ugalde
Arbeitskreis Abstammung
Unterschieben von Kindern unter Verletzung von garantierten Grundrechten nach Artikel 1, 2, und 3 GG
ich befasse mich als Betroffener mit dieser Materie seit dem Jahre 2006. Der angefallene Schriftverkehr an Petitionen, Schreiben an maßgebliche Stellen sowie an Politiker füllt mehrere Ordner, ohne bislang den geringsten Erfolg verbuchen zu können, obwohl die Vaterschaftsregelung nach § 1592 Nr. 1 BGB rechtsstaatlichen Grundsätzen massiv widerspricht. Die erhaltenen und hier hinterlegten Antworten, wenn überhaupt welche erfolgten, sind teilweise nicht überzeugend dargelegt, sind ausweichend und lassen nach meiner Einschätzung zum Teil sogar Sachunkenntnis vermuten. Widersprüchliche Aussagen deuten darauf hin, dass vieles so hingedreht wird, wie man es eben braucht.
Es ist zu begrüßen, dass sich endlich ein Gremium mit diesem Thema befasst – hoffentlich mit dem ersehnten Ziel einer gerechten Lösung. Dazu mein Appell an Sie, den Sie bitte als obersten Grundsatz beachten mögen:
Die Zeugung und folglich auch die Abstammung eines Kindes sind zweifelsfrei biologisch fundiert. Auf Grund dieser Tatsachen kann der Vater eines Kindes nur der Mann sein, der es gezeugt hat und demzufolge kann das Kind nur von diesem Mann abstammen. Ich bitte Sie, diesen unverrückbaren natürlichen Vorgaben Rechnung zu tragen. – Sollten Sie dies nicht beherzigen, dann wird im Endeffekt alles so sein, wie gehabt.
In Ermangelung eines biologischen Vaters kann rechtlicher oder sozialer Vater nur ein Mann werden, der die Wahrheit kennt und sich im Sinne der Persönlichkeitsentfaltung nach Art. 2/I GG frei entscheiden kann.
Unter Beachtung unseres Grundgesetzes kann es nicht sein, dass die Vaterschaft von der Verheiratung abhängig gemacht wird, was im Klartext heißt: Die Ehefrau geht fremd, wird von ihrem Liebhaber geschwängert, weil beide zu ungeschickt sind, einen folgenlosen Geschlechtsakt zu vollziehen. Das so gezeugte Kind schiebt sie ihrem Ehemann mittels arglistiger Täuschung unter, der dann per Gesetz zum Vater gestempelt wird. So einfach ist das! Ob dadurch u. a. dessen Menschenwürde und auch die des Kindes angetastet und obendrein dessen Identität verfälscht wird, interessiert dabei nicht.
Die Zeugung eines Kindes ist der intimste Bereich in einer Ehe, in dem der Ehemann das berechtigte Interesse der Mitsprache haben muss. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ein Mann im Einvernehmen mit seiner Frau ein Kind zeugt oder ob er entgegen seinem Willen ein von einem anderen Mann gezeugtes Kind untergeschoben und zugeordnet bekommt, wie es so schön heißt. Das widerspricht nicht nur dem Sinn einer Ehe und dem verfassungsmäßig garantierten Gleichheitsgrundsatz nach Art. 3/I/II GG, sondern auch dem verbrieften Grundrecht auf freie Persönlichkeitsentfaltung. Man kann es drehen und wenden wie man will, Tatsache ist, dass beim Unterschieben eines Kindes ein Ehemann auf Grundlage von Heimtücke, Lug und Trug zu einer Vaterschaft in Form einer verkappten Adoption gezwungen wird und sich nicht einmal dagegen wehren kann, weil er die Wahrheit nicht kennt. Das ist verfassungswidrig und läutet gleich den nächsten Widerspruch ein, nämlich den „Zum Wohle des Kindes“.
Bei diesem Punkt kann es sich nur um ein Alibi handeln, um gut da zustehen. Woher will man denn wissen, bei wem das Kind besser aufgehoben ist? Der Gesetzgeber kennt doch die betreffenden Personen überhaupt nicht. Das Familienleben spielt sich ausschließlich in den eigenen Wänden ab. Um einer solchen Aussage gerecht zu werden, müsste man sich auch darum kümmern und jeden Fall einzeln prüfen, wie beispielsweise bei einer Adoption. Wie will man sonst wissen ob der Putativvater für eine solche Aufgabe überhaupt geeignet ist? Ist er Alkoholiker? – Ist er Choleriker? – Ist er kriminell – Ist er finanziell dazu in der Lage? – Wie ist es um dessen Familienleben bestellt? – und dergleichen mehr. Alles Fragen, die ein adoptionswilliger Mann über sich ergehen lassen muss und die auch nachgeprüft werden. Beim Unterschieben eines Kindes fragt kein Mensch nach solchen elementaren Voraussetzungen.
Um hier alle mir bekannten Widersprüche aufzulisten, müsste ich mehrere Seiten schreiben. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass die Eheschließung auch ein Vertrag ist, und zwar in erster Linie auf Grundlage gegenseitigen Vertrauens. Es heiratet kein Mann eine Frau, um sich von ihr ein außereheliches gezeugtes Kind unterschieben zu lassen. In einem solchen Fall bewegt sich die Ehefrau außerhalb des abgesteckten Rahmens, weil sie gegen ihr Ehegelöbnis verstößt und das von ihrem Ehemann entgegengebrachte Vertrauen auf die übelste Art missbraucht. Dies ist charakterlich unterste Schublade, dies ist sittenwidrig und im Grunde genommen auch kriminell. Wenn eine Ehefrau gegen einen Ehebruch keine Bedenken hat, dann muss sie zusammen mit dem biologischen Vater des Kindes auch für die Folgen geradestehen und nicht ihr Ehemann. Wer da anderer Meinung ist, dessen Gerechtigkeitssinn dürfte erheblich gestört sein.
In diesem Zusammenhang muss ich besonders auf die an Narrenfreiheit grenzenden Wahl- und Spekulationsmöglichkeiten der Ehefrau hinweisen, denen der Ehemann schutzlos ausgeliefert ist:
1. Sie kann über ihren Ehebruch frei entscheiden – Art. 2/1 GG – Der gehörnte Ehemann über dessen Folgen nicht. – Obwohl er betrogen wurde, wird er für das Handeln seiner Ehefrau noch haftbar gemacht.
2. Obwohl nur sie weiß, wer der Vater ihres Kindes ist, wird von ihr nicht verlangt die Wahrheit zu sagen – auch nicht beim Standesamt. Sie verfälscht dadurch die Identität, respektive die Abstammung des Kindes, was dem verbotenen Auswechseln eines Typenschildes bei einem Kraftfahrzeug gleich kommt. Hier strafbar – beim Kind nicht, was schon seltsam und unverständlich ist.
4. Sie kann sich ihrem Liebhaber zuwenden, was sie tun wird, wenn dies zu ihrem
5. Sie kann das Kind, aus welchen Gründen auch immer, problemlos ihrem Ehemann unterschieben und dabei dem biologischen Vater sein Kind und dem Kind den Vater vorenthalten. Dazu lädt die derzeitige Regelung geradezu ein.
6. Sie hat den Vorteil, vor Gericht als Zeuge, im Grunde genommen in eigener Sache, aussagen zu können – wohingegen der Ehemann die Beweispflicht hat. Dies trifft insbesondere für den Fallstrick der zweijährigen Verjährungsfrist zu. Mit dieser Frist wird neues Unrecht geradezu heraufbeschworen, weil sie extrem manipulierbar ist.
Der gehörnte Ehemann hat keine Wahlmöglichkeiten, diesem teuflischen Spiel aus dem Weg zu gehen. Er ist der spekulativen Willkür seiner Ehefrau ausgeliefert und wird als Zahlvater für ein ihm fremdes Kind in die Pflicht genommen.
Es ist nicht zu verstehen, dass aus der natürlichsten Sache der Welt so ein Hickhack gemacht wird, wo einfache Regelungen auf den Grundlagen natürlicher Vorgaben ohne Weiteres möglich sind. Die derzeitige Handhabung ist für Kuckucksväter und auch für Kuckuckskinder nicht nur menschenunwürdig, sondern auch psychisch und physisch äußerst belastend. Dies alles nur, weil einer Ehebrecherin nicht zugemutet werden kann, die Wahrheit zu sagen und sie dadurch andere in ihren Sumpf hineinzieht.
Auf welchem Level die derzeitige Regelung gegründet und wie unseriös sie ist, wird deutlich, wenn sich herausstellt, dass der Mann, der kraft Gesetzes alleine aufgrund einer Vermutung zum gesetzlichen Vater gestempelt wurde, von der Lüge erfährt und eine
Richtigstellung will. In einem solchen Fall sollte sich der Gesetzgeber fairer Weise zu seinem Irrtum bekennen und dem Betroffenen zu seinem Recht verhelfen. Eine solche Geste müsste eigentlich zu erwarten sein. Weil das aber nicht so ist, ist es eine folgenschwere Rücksichtslosigkeit von Seiten des Gesetzgebers “seinem gesetzlichen Vater“ gegenüber, wenn er diesen hinterher im Regen stehen lässt. Der, der ihm den Schwarzen Peter zugeschoben hat, will hinterher nichts mehr davon wissen. Wo bleibt hier die soziale Verantwortung?
Nehmen Sie mir bitte meine offene Art nicht übel. Schönreden hilft nicht und es ist nicht einfach mit geeigneten Worten die Wahrheit zu sagen, ohne Gefahr zu laufen, in ein Fettnäpfchen zu treten.
1. Eine seit zwei Jahren von ihrem Ehemann getrennt lebende Ehefrau gebar ihrem neuen Lebenspartner ein Kind. Die Vaterschaftsvermutung nach § 1592 Nr. 1 BGB war ihr, wie wohl den allermeisten Bürgern unseres Landes, nicht bekannt. Sie gab beim Standesamt wahrheitsgemäß ihren Lebenspartner als Vater ihres Kindes an, was dort nicht anerkannt wurde, weil sie verheiratet war und der Gesetzgeber ihren Ehemann als Vater vermutete, zu dem die Frau, wie gesagt, seit zwei Jahren keine Beziehung mehr hatte. Das ist überhaupt nicht zu verstehen. Diese Frau gibt wahrheitsgemäß den biologischen Vater ihres Kindes an, aber der Gesetzgeber vermutet entgegen dieser Aussage einen anderen Mann als Vater, der gar nicht in Frage kommen konnte. Erst nach einem über drei Jahre dauernden Rechtsstreit, verbunden mit Stress, Ärger und vor allem mit erheblichen Kosten zur Freude von Juristen, wurde dieser Fall zu Gunsten des biologischen Vaters, der sich ja von vorne herein zu seiner Vaterschaft bekannte, entschieden.
2. In einem anderen Fall wurde ein Mann, durch Unterschieben eines Kindes mit all den Folgen, zum gesetzlichen Vater gestempelt, der, wie sich erst später herausstellte, gar nicht zeugungsfähig ist.
Ich habe in aller Kürze versucht, Ihnen einige gravierende Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem total veralteten § 1592 Nr. 1 BGB aufzuzeigen. Ich könnte ein Buch schreiben, um all das Unrecht, die dieser, in meinen Augen verfassungswidrige Paragraph mit sich bringt, aufzuzeigen. Das Aufziehen eines Kindes ist ein Lebenswerk, das immer wieder verpflichtet. Wenn alles stimmt, ist es ja in Ordnung. So war es auch bei mir, bis der Schwindel aufgeflogen ist und ich bin mir sicher, dass auch das Kind darunter leidet.
Eine gerechte Lösung im Sinne unseres Grundgesetzes ist dringend geboten. Ich hoffe, dass Sie das auch so sehen. Dazu meine Vorschläge:
1. Vater eines Kindes ist der Mann, der es gezeugt hat.
2. Die Vaterschaftsfrage ist bei der Geburt festzustellen, und zwar entweder durch eine verbindliche Erklärung der Kindesmutter beim Standesamt – wenn das nicht möglich ist, dann mittels eines Abstammungstestes.
3. Einführung eines Straftatbestandes im Falle von Unwahrheiten, so wie bei Gericht oder beim Finanzamt.
Dies sind Minimalforderungen, um unschuldige Männer vor kriminell veranlagten Ehefrauen zu schützen.
Ich bin 80 Jahre alt. Für mich kommt eine gerechte Lösung ohnehin zu spät. Mein Fall ist, bis auf den nie endenden seelischen Schmerz, abgeschlossen. Ich will aber, dass zukünftige Männergenerationen von solchen Desastern verschont bleiben und bin überzeugt, im Namen tausender betroffener Männer und auch hintergangener Kinder geschrieben zu haben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für Ihre Arbeit viel Erfolg und bitte Sie, dem Ruf nach Gerechtigkeit zu folgen und die bestehende Schieflage mit einer gerechten Gesetzgebung zu korrigieren.
Josef Groll ist seit vielen Jahren für die Rechte der Scheinväter und Kuckuckskinder im Einsatz. So gab er in 2011 u.a. RTL und dem Allgäu-TV Interviews, die bis heute nicht an Aktualität verloren haben – leider.
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Eine Antwort zu Offener Brief eines Scheinvaters an den Arbeitskreis Abstammung des Bundesjustizministeriums
19. April 2015 um 22:47
Sehr wohl richtig, dass,- unabhängig ob verheiratet oder nicht,- Vater eines Kindes derjenige ist, der es tatsächlich gezeugt hat.
Eine solche Identitätslüge spürt das betreffende Kind selbst dann, wenn diese noch so verborgen gehalten wird.
Das hier angeblich zum Wohle des Kindes entschieden wird, welches trotz außerehelicher Zeugung den Ehemann als biologischen Nichtvater eingetragen bekommt, kann ich nicht bestätigen, denn was mich betrifft, war ich jeglicher Gewaltakte psychischer, wie physischer Art meines gesetzlichen Vaters ausgesetzt, was insgeheim auch mütterlicherseits geduldet wurde.
Beide haben sich nicht verstanden, hatten getrennte Schlafzimmer, aber waren sich einig, mich insgeheim anzulehnen, wie psychisch und körperlich zu züchtigen, was nach außen hin vehement bestritten wurde und darüber hinaus ebenso auch vor Gericht.
Im Endeffekt stehe ich letztlich als betroffenes Kind als Lügnerin dar, Dank dieses verworrenen, veralteten Gesetzes, das keinen Test erfordert, weil mir vorgeworfen wurde, dass meine Klage auf Vermutungen beruhe, was dem nicht entspricht.
Ich habe lange Zeit gebraucht, meinen Zeugen ausfindig zu machen, der mir letztlich die Wahrheit über das Leben meiner Mutter vor meiner Geburt schilderte, aber plötzlich vor Gericht aussagte, sich angeblich nicht „direkt“ über meine Abstammung ausgesprochen zu haben, letztlich zu Gunsten meiner Mutter, dank dieses Gesetzes, welches es möglich macht, dass Mütter ihren Kindern die Wahrheit vorenthalten können, diese letztlich erneut am Pranger stehen lässt und sich diese Mütter trotz wissentlichem Unrecht dennoch im Recht fühlen und anwaltlich vertreten derart werden und von Anfang an auf Klageabweisung plädiert wurde, da sie den Test quasi „wie der Teufel das Weihwasser“ fürchtete.
Diese Lüge hat mein Leben geprägt, ebenso, wie ich verdrängt habe, doch stets wieder eingeholt wurde und mich dies bis heute begleitet.
Ich bin überzeugt, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen und zwar Männer, wie auch Frauen diese Gesetzesfassung, so wie sie seit über 100 Jahren besteht, als äußerst ungerecht und unglaublich finden, zumal dieses zulässt, dass jene Mütter letztlich machen können, was sie wollen, zum Leidwesen der Betroffenen, was keinen interessiert.
Das Wissen über die wahre Abstammung ist für jeden Menschen einfach wichtig, zu wissen wo er herkommt, wer er ist und was ihn überhaupt ausmacht.
Das Gesetz aber, hebelt,- so wie es gefasst ist,- das Recht eines jeden Kindes auf Auskunft über seine wahre Herkunft völlig aus und begünstigt die Lüge zum Nachteil der betroffenen Kinder und jener Scheinväter, die in der Beweispflicht stehen, was ihnen meist kaum möglich ist.
Man will es kaum glauben, das so etwas in heutiger Zeit überhaupt noch möglich ist.
Eine schreiende Ungerechtigkeit die zum Himmel stinkt und sicherlich weitaus mehr Menschen, als nur mich wütend macht.

References: § 1592
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 2
 § 1592
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