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Timestamp: 2019-10-14 07:51:46+00:00

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zfs 9/2014, Verneintes Mitverschulden eines Radfahrers b ... / 2 Aus den Gründen: | Deutsches Anwalt Office Premium | Recht | Haufe
zfs 9/2014, Verneintes Mitverschulden eines Radfahrers b ... / 2 Aus den Gründen:
[8] a) Der Vorschrift des § 254 BGB liegt der allgemeine Rechtsgedanke zugrunde, dass der Geschädigte für jeden Schaden mitverantwortlich ist, bei dessen Entstehung er in zurechenbarer Weise mitgewirkt hat (vgl. BGH, Urt. v. 18.4.1997 – V ZR 28/96, BGHZ 135, 235, 240 m.w.N.). § 254 BGB ist eine Ausprägung des in § 242 BGB festgelegten Grundsatzes von Treu und Glauben (Senatsurt. v. 14.3.1961 – VI ZR 189/59, BGHZ 34, 355, 363 f., und v. 22.9.1981 – VI ZR 144/79, VersR 1981, 1178, 1179 m.w.N.). Da die Rechtsordnung eine Selbstgefährdung und Selbstbeschädigung nicht verbietet, geht es im Rahmen von § 254 BGB nicht um eine rechtswidrige Verletzung einer gegenüber einem anderen oder gegenüber der Allgemeinheit bestehenden Rechtspflicht, sondern nur um einen Verstoß gegen Gebote der eigenen Interessenwahrnehmung, also um die Verletzung einer sich selbst gegenüber bestehenden Obliegenheit (vgl. Senatsurt. v. 17.11.2009 – VI ZR 58/08, VersR 2010, 270 Rn 16 m.w.N.; BGH, Urt. v. 14.10.1971 – VII ZR 313/69, BGHZ 57, 137, 145; v. 18.4.1997 – V ZR 28/96, a.a.O., und v. 29.4.1999 – I ZR 70/97, VersR 2000, 474). Die vom Gesetz vorgesehene Möglichkeit der Anspruchsminderung des Geschädigten beruht auf der Überlegung, dass jemand, der diejenige Sorgfalt außer Acht lässt, die nach Lage der Sache erforderlich erscheint, um sich selbst vor Schaden zu bewahren, auch den Verlust oder die Kürzung seiner Ansprüche hinnehmen muss (vgl. Senatsurt. v. 29.4.1953 – VI ZR 63/52, BGHZ 9, 316, 318 f.), weil es im Verhältnis zwischen Schädiger und Geschädigtem unbillig erscheint, dass jemand für den von ihm erlittenen Schaden trotz eigener Mitverantwortung vollen Ersatz fordert (vgl. Senatsurt. v. 14.3.1961 – VI ZR 189/59, a.a.O., und v. 22.9.1981 – VI ZR 144/79, a.a.O.; BGH, Urt. v. 14.5.1998 – I ZR 95/96, VersR 1998, 1443, 1445). Eine Anspruchskürzung gem. § 254 Abs. 1 BGB hängt nicht davon ab, dass der Geschädigte eine Rechtspflicht verletzt hat (vgl. MüKo-BGB/Oetker, 6. Aufl., § 254 Rn 3 m.w.N.). Insbesondere ist es nicht erforderlich, dass er gegen eine gesetzliche Vorschrift (vgl. Senatsurt. v. 30.1.1979 – VI ZR 144/77, VersR 1979, 369 f. m.w.N.) oder eine andere Verhaltensanweisung wie etwa eine Unfallverhütungsvorschrift verstoßen hat (vgl. Senatsurt. v. 10.3.1970 – VI ZR 218/68, – VI ZR 86/69, VersR 1970, 469, 470; v. 25.1.1983 – VI ZR 92/81, VersR 1983, 440 und v. 10.3.1987 – VI ZR 123/86, VersR 1987, 781).
[9] b) Ein Mitverschulden des Verletzten i.S.v. § 254 Abs. 1 BGB ist bereits dann anzunehmen, wenn dieser diejenige Sorgfalt außer Acht lässt, die ein ordentlicher und verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens anzuwenden pflegt (st. Rspr., vgl. etwa Senatsurt. v. 29.4.1953 – VI ZR 63/52, a.a.O., S. 318; v. 27.6.1961 – VI ZR 205/60, BGHZ 35, 317, 321; v. 18.4.1961 – VI ZR 166/60, VersR 1961, 561, 562; v. 22.6.1965 – VI ZR 53/...

References: § 254
 § 254
 § 242
 § 254
 § 254
 § 254
 § 254