Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=10.04.1986&Aktenzeichen=III%20ZR%20121/84
Timestamp: 2019-07-21 03:39:18+00:00

Document:
BGH, 10.04.1986 - III ZR 121/84 - dejure.org
https://dejure.org/1986,1449
BGH, 10.04.1986 - III ZR 121/84 (https://dejure.org/1986,1449)
BGH, Entscheidung vom 10.04.1986 - III ZR 121/84 (https://dejure.org/1986,1449)
BGH, Entscheidung vom 10. April 1986 - III ZR 121/84 (https://dejure.org/1986,1449)
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Nichtigkeit eines Darlehensvertrages wegen des Verstoßes gegen ein gesetzliches Verbot - Darlehen zur Finanzierung des Beitritts zu einer Abschreibungsgesellschaft mit dem Zweck der Erzielung steuerlicher Vergünstigungen - Gefahr wucherischer Darlehenskonditionen - Treuhandvertrag und Darlehensvertrag als einheitliches Rechtsgeschäft - Anfechtung eines Kreditvertrags wegen arglistiger Täuschung - Verletzung von Aufklärungspflichten und Schutzpflichten durch ein Kreditinstitut
BGB § 607; GewO § 56 Abs. 1 Nr. 6
NJW-RR 1986, 1433
WM 1986, 995
Das hat auch der Bundesgerichtshof in einer Reihe von Entscheidungen zum Anlaß genommen, darauf hinzuweisen, daß die Norm des § 56 Abs. 1 Nr. 6 GewO nicht dem Schutz der vertraglichen Abschlußfreiheit des Kapitalanlegers dient (vgl. BGH Urteile v. 17. Januar 1985 - III ZR 135/83, WM 1985, 221, 222; v. 25. April 1985 - III ZR 27/84, WM 1985, 993; v. 20. Februar 1986 - III ZR 223/84, WM 1986, 700; v. 10. April 1986 - III ZR 121/84, WM 1986, 995).
Der Senat hat sich erstmals in seinem Urteil vom 17. Januar 1985 (III ZR 135/83 = BGHZ 93, 264, vollständig in WM 1985, 221 = NJW 1985, 1020 [BGH 17.01.1985 - III ZR 135/83] ) und in der Folgezeit wiederholt (zuletzt Urteile vom 10. April 1986 - III ZR 121/84 = WM 1986, 995 und vom 30. Juni 1986 - III ZR 13/85 - mit einer Zusammenstellung der zwischenzeitlichen Entscheidungen unter I. 2. a) mit Fällen befaßt, die andere von der T. GmbH und ihrem Gesellschafter G. initiierte und betreute Grundstücksabschreibungsgesellschaften betrafen.
Eine Aufklärungs- und Warnpflicht kann nur ausnahmsweise im Einzelfall nach Treu und Glauben (§ 242 BOB) gegeben sein, wenn ein besanderes Aufklärungs- und Schutzbedürfnis des Darlehensnehmers besteht, etwa dann, wenn die Bank oder Sparkasse - für sie selbst erkennbar - über einen konkreten Wissensvorsprung hinsichtlich der speziellen Risiken des zu finanzierenden Vorhabens verfugt oder wenn sie selbst einen besonderen Gefährdungstatbestand für den Anleger und Kreditnehmer schafft oder begünstigt (BGH WM 85, 910, 911; BGH WM 86, 700, 701; BGH WM 86, 995, 996; BGH WM 87, 1546; BGH WM 89, 1368, 1370 = NJW 89, 2881).

References: § 607
 § 56
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