Source: http://docplayer.org/1961776-Kampfpreise-oder-verdraengungspreise-predatory-pricing-monopolisierung-koppelung-tying-buendelung-bundling-inkompatiblitaet.html
Timestamp: 2017-08-18 07:21:01+00:00

Document:
Kampfpreise (oder Verdrängungspreise): predatory pricing Monopolisierung: Koppelung (Tying), Bündelung (bundling), Inkompatiblität - PDF
Kampfpreise (oder Verdrängungspreise): predatory pricing Monopolisierung: Koppelung (Tying), Bündelung (bundling), Inkompatiblität
Download "Kampfpreise (oder Verdrängungspreise): predatory pricing Monopolisierung: Koppelung (Tying), Bündelung (bundling), Inkompatiblität"
Catrin Gehrig
1 Kampfpreise (oder Verdrängungspreise): predatory pricing Monopolisierung: Koppelung (Tying), Bündelung (bundling), Inkompatiblität 338
2 In diesem Abschnitt geht es um den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Zentrale Rechtsgrundlage Art. 82. Neben der Generalklausel gibt es Anwendungsbeispiele, wobei umstritten ist, ob diese Beispielliste erschöpfend ist, ob sie also alle möglichen Arten des Missbrauchs erfasst. (s. für eine entsprechend Argumentation ti O Donoghue, Padilla, S. 213) Wichtig ist bei der Auslegung die Entscheidungspraxis de EuGH Arten des von Art. 82 (2) erfassten Missbrauchs. Lit a) Ausbeutungsmissbrauch Lit b) Exclusionary abuse Lit c) Discriminatory abuse: Missbrauch durch Diskriminierung Lit d: Kopplungsmissbrauch Die letzten drei Typen können wohl unter Behinderungsmissbrauch bzw. Marktstrukturmissbrauch erfasst werden. Aus Professor Dr. Peter Krebs: Glossar zum Wettbewerbsrecht : siegen.de/fb5/rechtswissenschaften/krebs/dokumente/arbeitsgliederungen/wettbewerb_und_kartellrecht/glossar. i h ft /k b /d k t / b it d / ttb b d k t ll ht/ l pdf Ausbeutungsmissbrauch Ausbeutungsmissbrauch ist die machtbedingte Schädigung des Vertragspartners, die insbesondere vorliegt, wenn ein marktbe-herrschendes Unternehmen als Anbieter oder Nachfrager von der Marktgegenseite unangemessene Preise oder unbillige Kon-ditionen erzielt. Generell umfasst der Ausbeutungsmissbrauch Verhalten zum Erzielen von Ergebnissen, die bei funktionieren-dem Wettbewerb nicht zu erzielen gewesen wären. Die Katego-rie des Ausbeutungsmissbrauchs zielt auf den Schutz vor- und nachgelagerter Wirtschaftsstufen sowie der Verbraucher vor Ausplünderung. Regelungen zum Verbot des Ausbeutungsmiss-brauchs finden sich in 19 Abs. 4 Nr. 2 und 3 GWB und Art. 82 S. 2 lit. a) und lit. c) EG. Konditionenmissbrauch Ein Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung liegt in Form des Konditionenmissbrauchs bei der Erzwingung von un- angemessenen Geschäftsbedingungen ausgenommen der Ein- kaufs- und Verkaufspreise vor. Das Tatbestandsmerkmal der Erzwingung ist dabei weit auszulegen; es genügt bereits jeder Einsatz der besonderen Macht des marktbeherrschenden Unter- nehmens, die Ausübung von Druck ist hierfür nicht notwendig. Der Konditionenmissbrauch wird von Art. 82 S. 2 lit. a) EG und von 19 Abs. 4 Nr. 2 GWB erfasst. Continental-Can-Doktrin Der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung nach Art. 82 EG kann nach der Contintental Can Doktrin des EuGH (EuGH vom , Slg. 1973, 215) auch in der miss- bräuchlichen Veränderung der Wettbewerbsstruktur bestehen (Marktstrukturmissbrauch). Der Marktstrukturmissbrauch im Rahmen des Art. 82 EG ist dadurch gekennzeichnet, dass durch einen Unternehmenszusammenschluss eine beherrschende Stel-lung verstärkt und der Restwettbewerb auf dem relevanten Markt weiter behindert oder ausgeschlossen wird. Die im An-schluss an die Continental Can-Entscheidung geführte außeror-dentlich kontroverse Diskussion über die Anwendung von Art. 82 EG auf Unternehmenszusammenschlüsse beruhte auf dem Fehlen einer europäischen Regelung für die Fusionskontrolle und ist durch die FKVO wesentlich entschärft worden. Die Problematik reduziert sich im Wesentlichen auf die Frage, ob und in welchem Umfang Art. 82 EG neben der FKVO zur An-wendung kommt. Essential Facilities-Doktrin Eine besondere Form der Verweigerung der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen ist die Weigerung eines Unternehmens, an- deren Unternehmen Zugang zu eigenen wesentlichen Einrich-tungen zu gewähren, die ein Unternehmen in erster Linie für die eigene Geschäftstätigkeit benötigt (Essential facilities). Der Kern der Essential Facilities-Doktrin besteht in der Gewährleis- tung des Zugangs g zu wesentlichen Einrichtungen, z.b. Hafen-einrichtungen, Telekommunikations-, Energie- und Verkehrs-netzen. Die Zugangsverweigerung ist nur dann missbräuchlich, wenn sie ohne rechtfertigenden Grund (z.b. Kapazitätsgrenzen, ernsthafte Funktionsbeeinträchtigung) erfolgt. Außerdem ist der Zugang nur gegen ein angemessenes Entgelt zu gewähren. Im deutschen Kartellrecht ist die Essential Facilities-Theorie aus- drücklich in 19 Abs. 4 Nr. 4 GWB normiert. Art. 82 EG er- fasst sie durch die Generalklausel. Künstliche Verknappung Einem beherrschenden Unternehmen ist es untersagt, die Erzeu-gung, den Absatz oder die technische Entwicklung seiner eige-nen Erzeugnisse einzuschränken, wenn hierdurch Lieferanten oder Abnehmer ausgebeutet oder Wettbewerber behindert wer-den. Die Einschränkung der eigenen wirtschaftlichen Tätigkeit des beherrschenden Unternehmens führt zur Verknappung des Angebots und folglich zu höheren Preisen und Gewinnen. Zu-dem kann die künstliche Verknappung dem Kartellverbot unter-fallen. / Art. 82 S. 2 lit. b) EG, Art. 81 lit. b) EG 339
4 McGee s two other points: 1. Large firm will lose more from predatory pricing due to higher market share. Counterargument: Does not apply if selective application of instruments (e.g. selective price cuts) are possible. 2. Recoupment not possible, because it would require increase in price after rival leaves the market. However, the rival would re-enter if prices were to increase. Counterargument: Sunk costs! Re-entry is not costless. 341
5 Theoretische Begründungen für das Setzen von Verdrängungspreisen (als rationale Unternehmensstrategie) 342
6 Problem bei endlicher Zahl von möglichen Konkurrenten, die nacheinander (sequentiell) eintreten: Abschreckung lohnt sich beim letzten nicht, dies weiß der vorletzte, etc. 343
8 Signaling model provide a rationale for old limit-pricing story: Incument sets a low price in order to prevent entry 345
9 Signaling model provide a rationale for old limit-pricing story: Incument sets a low price in order to prevent entry 346
11 Prinicipal-agent model 348
12 1. Key financing problem: Moral hazard (shirking) by entrepreneur: unconditional funding implies low effort 349
13 Auf EU-Ebene gibt es seit Gründung vier Fälle von zur Thematik Kampfpreisbildung (s. Gruber MR-Int 5/07): AKZO (1991) Kampfpreis ggü. Konkurrenten, der begann deutschen Markt auch zu beliefern. Geldbuße 7,5Mio. Interessante Diskussion über Kostenzurechnung, zentral: variable Durchschnittskosten, Kommission rechnete Arbeitskräfte variablen Kosten zu, Akzo und EuGH den Fixkosten! EuGH setzte Geldbuße herab Tetra Pak 1996: Preise unter AVC, aber interessant hier: Lt. Tetra Pak keine Möglichkeit des Recoupments, da nicht marktbeherrschend. EuGH: Im vorliegenden Fall nicht wichtig! (Gegensatz zu US-Supreme Court.) Compagnie Maritime belge (2000): Preise über den Gesamtkosten können Kampfpreise sein! Sonderfall, da erlaubtes Kartell. France Telecom ( Wanadoo), 2007: Verkaufspreise für Internetzugang deckten Kosten je nach Zurechnung um 30, 60, 83 oder 98%! 350
14 Plaintiff: Kläger Problem: Messung der Kosten extrem schwierig! Regeln ähnlichen denen in Areeda-Turner (Harvard Law Review, 1974) 351
15 Beispiele dominante Firma, die nicht gleichen Preis nehmen darf: Deutsche Telekom In Deutschland dreht sich die Diskussion v.a. um den Verkauf unter Einstandspreisen. Es geht dabei v.a. um die Lebensmittelbranche und den darin angeblich stattfindenden Verdrängungswettbewerb.. g S. dazu ein Merkblatt des Bundeskartellamtes Wichtig dabei: Es kommt in der deutschen Auslegung nicht auf das Vorliegen einer marktbeherrschenden Stellung an, sondern nur auf die Unternehmensgröße!! (Merkblatt, S. 3: Normadressaten sind nur Unternehmen, die gegenüber kleinen und mittleren Wettbewerbern, denen sie auf denselben sachlich und räumlich relevanten Märkten begegnen, eine überlegene Marktmacht besitzen. Die Marktmacht ist allein im Vergleich zu den kleinen und mittleren Wettbewerbern zu bestimmen. Dabei sind im Wesentlichen die Kriterien des 19 Abs. 2 Nr. 2 GWB heranzuziehen, und zwar vornehmlich diejenigen Parameter, die für die Fähigkeit zu Angeboten unter dem Einstandspreis besonders relevant sind, wie insbesondere die Finanzkraft, die Sortimentsbreite oder der Zugang zu den Beschaffungsmärkten. So werden beispielsweise schon im Hinblick auf die unterschiedliche Finanzkraft selbständige, mittelständische Lebensmitteleinzelhändler (mit Gesamtumsatz < 50 Mio. ) regelmäßig gegenüber den großen Einzelhandelskonzernen (mit Gesamtumsatz > 500 Mio. ) als klein und mittelgroß anzusehen sein. Für das Merkmal "überlegen" reicht es aus, wenn es im Verhältnis zu einem Teil der Wettbewerber, den kleinen und mittleren Unternehmen des Marktes, erfüllt ist. Dass daneben weitere große und auch größere Unternehmen auf dem Markt tätig sind, ist für das Tatbestandsmerkmal der überlegenen Marktmacht ohne Bedeutung. Jedenfalls ist das Merkmal regelmäßig erfüllt, wenn ein Unternehmen auf Märkten marktbeherrschend ist, auf denen auch kleinere und mittlere Wettbewerber tätig sind. Aktueller (aber nicht überzeugender) Kommentar zur Frage der Kampfpreissetzung in Deutschland aus Wirtschaft und Wettbewerb. WuW vom , Heft 06, Seite Verschärfung der Preismissbrauchsaufsicht im Handel Der Kabinettsentwurf zur Änderung des GWB vom will u. a. missbräuchlichen Preissetzungsstrategien im Lebensmittelhandel entgegenwirken. Er sieht daher eine Neufassung des 20 Abs. 4 Satz 2 GWB dergestalt vor, dass eine unbillige Behinderung kleiner und mittlerer Wettbewerber durch Unternehmen mit überlegener Marktmacht i. S. von Satz 1 insbesondere dann vorliegt, wenn Lebensmittel unter Einstandspreis oder andere Waren bzw. gewerbliche Leistungen nicht nur gelegentlich unter Einstandspreis angeboten werden, es sei denn, dies ist jeweils sachlich gerechtfertigt (z. B. drohender Verderb oder Saisonartikel). Diese Verschärfung der Preismissbrauchsaufsicht wird mit einer Beeinträchtigung der Nahversorgung im ländlichen Raum, der erheblichen Nachfragemacht des Handels gegenüber den vielfach deutlich geringer konzentrierten Herstellern sowie einem wirksamen Schutz kleiner und mittlerer Lebensmittelhändler vor Verdrängungspraktiken marktstarker Handelskonzerne begründet. Die Beeinträchtigung der Nahversorgung durch die in den letzten 30 Jahren anhaltende Konzentration im Einzelhandel hat nicht nur in Deutschland, sondern z. B. auch in Frankreich und Österreich zu kritischen Diskussionen i und gesetzlichen Maßnahmen geführt (vgl. die Loi Galland und 5 II österr. Kartellgesetz). Kurzfristig wird durch den unbestreitbar heftigen Preiswettbewerb im Einzelhandel die Verbraucherversorgung verbessert, zugleich wird jedoch die Nahversorgung und damit die Lebensqualität nicht nur im ländlichen Raum, sondern auch in Großstädten erheblich beeinträchtigt. Der zeitliche Aufwand und die Fahrtkosten verteuern den an und für sich günstigeren Einkauf, sodass die Vorteile der Konzentration zumindest zum Teil wieder aufgezehrt werden. Zudem besteht langfristig die Gefahr, dass mit immer weiter steigender Konzentration die Möglichkeit zu marktmachtbedingten Preiserhöhungen zunimmt. Die Nachfragemacht des Handels beruht insbesondere auf der größeren Sortimentsflexiblität (leichtes Auslisten) im Vergleich zur geringeren Produktionsflexibilität der Hersteller, sodass Marktmacht schon bei relativ geringen Marktanteilen erreicht wird. Die Brüsseler Diskussion über das adäquate Eingreifkriterium der europäischen Fusionskontrolle hat gezeigt, dass auch unterhalb der Schwelle der Marktbeherrschung wettbewerbsbeschränkende Effekte (sog. unilaterale Effekte) auftreten. So führen die Möglichkeiten zur Mischkalkulation marktstarker Handelskonzerne zu strukturellen Wettbewerbsnachteilen kleiner und mittlerer Unternehmen und damit langfristig zu ihrer Verdrängung. In den strukturellen Wettbewerbsnachteilen kann eine Verletzung des Individualschutzes gesehen werden, der zumindest nach h. M. neben und unabhängig vom Institutionsschutz Schutzobjekt des GWB ist. Die von der Bundesregierung in der Begründung angeführten wettbewerbsbeschränkenden Effekte müssen vom Gesetzgeber im Rahmen eines more economic approach berücksichtigt werden. Während der more economic approach aufgrund seiner mangelnden Justitiabilität im Einzelfall unbrauchbar ist, muss bei der Gesetzgebung das ökonomische Pro und Contra gegeneinander abgewogen werden. Da eine Verschärfung der Fusionskontrolle in der Vergangenheit versäumt worden ist, werden wir nunmehr mit der Forderung der Betroffenen nach einer verschärften ex-post-missbrauchsaufsicht konfrontiert, auch wenn deren Erfolg zweifelhaft ist. Prof. Dr. Ingo Schmidt, Berlin WuW, Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH
16 Tying: Koppelung Microsoft: Media Player Kopplungen / Kopplungsangebote/-geschäfte Kopplungsangebote liegen vor, wenn der Kunde von einem Un- ternehmer beim Kauf eines Produktes noch ein weiteres dazu bekommt, mit dem Ziel, den Verbraucher durch die zusätzlich gewährte Vergünstigung anzulocken. Verkaufsfördernde Kopp-lungsangebote einschließlich Zugaben stellen keine an sich wettbewerbsfremden, sondern wettbewerbskonforme Maßnah-men dar. Sie bieten sich insbesondere dann wirtschaftlich an, wenn es um das Eindringen in einen neuen Markt mit hohen Marktzutrittsschranken geht oder wenn ein Preiswettbewerb bei der Hauptleistung nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Die wettbewerbsrechtlichen Anforderungen an die Zulässigkeit von Kopplungsangeboten müssen sich an den Gefahren orientieren, die von derartigen Geschäften für den Verbraucher ausgehen. Die erste Gefahr besteht in der unrichtigen Information des Verbrauchers über das Kopplungsangebot, also in der Irrefüh-rung. Die zweite Gefahr besteht in der unzureichenden Informa-tion des Verbrauchers über das Kopplungsangebot. g Fehlt ihm eine ausreichende Information, kann er auch keine rationale o-der informierte Nachfrageentscheidung treffen. Die dritte Ge-fahr besteht in der unangemessenen unsachlichen Beeinflussung des Verbrauchers. Sie ist dann gegeben, wenn die Anlockwir-kung des Kopplungsangebots so stark ist, dass auch bei einem verständigen Verbraucher ausnahmsweise die Rationalität der Nachfrageentscheidung vollständig in den Hintergrund tritt. Richtet sich die Werbung an besonders schutzbedürftige Verbraucherkreise (z.b. Kinder und Jugendliche), kann bereits eine geringere Anlockwirkung die Unlauterkeit begründen. Die vierte Gefahr besteht in der gezielten Behinderung von Mitbe-werbern und der allgemeinen Marktbehinderung. Daraus erge-ben sich folgende Anknüpfungspunkte für eine wettbewerbs-rechtliche Bewertung: Irreführung durch positives Tun ( 5Ab Abs. 1, 2S1UWG) S.1 UWG); Irreführung durch hverletzung gesetzlicher In-formationspflichten fli [Die Verletzung spezieller gesetzlicher In-formationspflichten ist unlauter unter dem Gesichtspunkt des Wettbewerbsverstoßes durch Rechtsbruch ( 4 Nr. 11 UWG) und der Irreführung durch Unterlassen ( 5 Abs. 2 S. 2 UWG)]; Irreführung durch Verletzung ungeschriebener Informations-pflichten; unangemessene unsachliche Beeinflussung; gezielte Behinderung von Mitbewerbern und allgemeine Marktbehinde-rung ( 4 Nr. 10 UWG). Ein Kopplungsgeschäft im Sinne des Art. 81 Abs. 1 lit. e) EG liegt vor, wenn ein Unternehmen den Abnehmern seiner Produkte zusätzlich zu den nachgefragten Produkten weiter, nicht nachgefragte Produkte in der Weise auf-zwingt, dass der Bezug des nachgefragten Produkts von der Ab-nahme des nicht nachgefragten Produkts abhängig gemacht wird. Kopplungsgeschäfte sind hier Vereinbarungen, die einen Beteiligten verpflichten, Waren oder gewerbliche Leistungen abzunehmen, die weder sachlich noch nach Handelsbrauch in Beziehung zum Vertragsgegenstand stehen, mit dem Ziel dem Kunden Leistungen aufzunötigen, die nicht wünschenswert oder anderweitig günstiger zu beziehen sind. Verbot: Art. 81 Abs. 1 lit. e) EG. Kopplungsgeschäfte stellen auch eine Fallgruppe missbräuchlichen Verhaltens aus dem Beispielskatalog des Art. 82 Abs. 2 EG dar.(lit. d). / 4 Nr. 4 in Verbindung mit 3 UWG, Art. 81 Abs. 1 lit. e) EG, Art. 82 S. 2 lit. d) EG. Aus: und kartellrecht/glossa 353
17 Fälle zum Qualitätsproblem: VW-Identteile, IBM-Lochkarten 354
19 Casablanca and Son of Godzilla Wichtig: Negative Korrelation der Zahlungsbereitschaften 356
22 Beispiele, in denen Commitment nicht funktioniert, da keine technische Hindernisse des getrennten Verkaufs bestehen: United Shoe: Wartungs-und Serviceverträge für Maschinen zur Schuhherstellung waren gekoppelt Times-Picayune: New Orleans Newspaper => Anzeigentarife 359
24 Chicago! 361
25 Motta-Beispiel für fehlerhaftes Untersagen einer Kopplung: Ilford case: Englischer Filmhersteller, der die Entwicklung an den Filmverkauf koppelte => Effizienzgründe (Unabhängige Labors hatten Probleme mit den Filmen, da sie anders funktionierten als Kodak => Marktaustritt von Ilford!! Deutsche Praxis (s. Schmidt e.g. S. 305): Ständige Rechtsprechung: Kopplung durch marktbeherrschende Unternehmen ist per se mißbräuchlich. Ausnahmefall: Kombinationstarif Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten Anzeigentarif 362
29 Behandelte Themen 366
30 Beispiele: Telefontarife mit Grundgebühren, Studentenvergünstigungen, Flugtickets Zwei Probleme bei Preisdiskriminierung (aus Sicht des diskriminierenden Unternehmens): 1. Man muss die verschiedenen Kundensegmente identifizieren können. 2. Man muss Arbitrage verhindern können. 367
31 Quantity discounts: Mengenrabatte infolge zweistufiger Tarife Niedrigerer Preis bedeutet näher an den Grenz- und damit näher an den sozialen Kosten 368
32 Die Lambdas sind die Anteile der jeweiligen Gruppe: lambda =0,6 => 60 Prozent der Kunden sind Typ l, haben also eine niedrige Zahlungsbereitschaft. Einfache lineare Nachfragefunktionen, nur vertikaler Achsenabstand ist unterschiedlich. Uniform pricing: normale Preise Two-part tariff: zweigliedriger oder zweiteiliger Tarif
33 Die Lambdas sind die Anteile der jeweiligen Gruppe: lambda =0,6 => 60 Prozent der Kunden sind Typ l, haben also eine niedrige Zahlungsbereitschaft. Einfache lineare Nachfragefunktionen, nur vertikaler Achsenabstand ist unterschiedlich. Uniform pricing: normale Preise Bei Monopolproblem kann man nach Preis oder Menge ableiten! Wichtig: Leitet man nach p ab, muss man für q die Nachfragefunktion einsetzen!
34 Achtung: Die Graphiken sind nur Skizzen, Massstab passt nicht. Anmerkung: Die Definition der aggregierten Nachfrage gilt nur für p < 12. Für p > 12 entspricht die Nachfrage der High-demand Konsumenten der aggergierten Nachfrage. Ich unterstelle, dass es von jedem Typen einen Konsumenten gibt! Profit uniform pricing: 50!
36 Profit two-part tariff: 2*18+2*16=68. Konsumenten sind schlechter gestellt als vorher, total surplus ist aber größer. Dead weight loss Dreiecke deutlich kleiner!
37 Welfare analysis: Consumers loose, but: greater incentive to invest in product innovation, since expected profits are higher.
38 Parallel imports: Unternehmen (z.b. Pharmahändler kann dorthin fahren, wo Preis niedrig ist, dort einkaufen e und in Land mit hohem Preis verkaufen. e Verfahren gegen Apple: Competition: European Commission confirms sending a Statement of Objections against alleged territorial restrictions in on-line music sales to major record companies and Apple Reference: MEMO/07/126 Date: 03/04/2007 HTML: EN PDF: EN DOC: EN MEMO/07/126Brussels, 3rd April 2007Competition: European Commission confirms sending a Statement of Objections against alleged territorial restrictions in on-line music sales to major record companies and Apple The European Commission can confirm that it has sent a Statement of Objections to major record companies and Apple in relation to agreements between each record company and Apple that restrict music sales: consumers can only buy music from the itunes' on-line store in their country of residence. Consumers are thus restricted in their choice of where to buy music, and consequently what music is available, and at what price. The Commission alleges in the Statement of Objections that these agreements violate the EC Treaty's rules prohibiting restrictive business practices (Article 81). Apple operates a series of itunes on-line stores in the European Economic Area (EEA) which sell music downloads. The Statement of Objections alleges that distribution agreements between Apple and major record companies contain territorial sales restrictions which violate Article 81 of the EC Treaty. itunes verifies consumers' country of residence through their credit card details. For example, in order to buy a music download from the itunes' Belgian on-line store a consumer must use a credit card issued by a bank with an address in Belgium.The Statement of Objections does not allege that Apple is in a dominant market position and is not about Apple's use of its proprietary Digital Rights Management (DRM) to control usage rights for downloads from the itunes on-line store. Procedural backgroundstatements of Objections are a formal step in European antitrust investigations. After receiving such statements, companies have two months to defend themselves in writing. They can also ask the Commission to hear their case at an oral hearing which usually takes place about one month after the written reply has been received. Only after having heard the company's defence can the Commission take a final decision, which may be accompanied by fines of up to ten per cent of a company s worldwide annual turnover. 375
39 Intuition für Ergebnis 1: Nachfrager mit niedriger Preiselastizität müssen mehr zahlen, diese haben aber die höhere Zahlungsbereitschaft als die mit der hohen Elastizität. Durch Umschichtung des Outputs zu den aus sozialer Sicht falschen Nachfragern geht im Aggregat Konsumentenrente verloren. Wenn ein Markt durch Zwang zu einheitlichen Preisen nicht mehr bedient wird, ist die Wohlfahrt bei einheitlichen Preisen (häufig) niedriger als bei einheitlichen Preisen. Fallbeispiele: UK Distillers (s. Fußnote 116, s. 496): Einstellung des Verkaufs einer bestimmten Whiskymarke nach Verfahren vor EuGH. 376
40 Bei einheitlichen Preisen verkauft Unternehmen nur im Norden, bei Preisdiskriminierung auch im Süden. Gilt auch für noch etwas niedrigere Grenzkosten. EU-Beispiel: Deutschland Portugal. Fallbeispiel: S. vorne. Zudem: Triumph-Motorräder, s. nächste Seite
41 Beispiel für die ersten beiden Punkte, bei denen EU-Entscheidung nicht besonders gelungen erscheint: Triumph- Motorräder. Triumph versuchte Re- Import aus Holland und Belgien zu verhindern. Von EU untersagt. => Überlebensfähigkeit von Triumph? Gleichzeitig Wohlfahrtseffekt eher beschränkt. 378
42 Nicht alle Arten der Preisdiskriminierung sind relativ unproblematisch. Treuerabatte sind eher bedenklich, obwohl sie ähnlich wie Mengenrabatte aussehen. (Standardfälle: United Brands, Hoffmann-LaRoche, Michelin, British Airways vs. Virgin (Reisebüro-Rabatte) Hoffman-La Roche: Loyalitäts- und Sortimentsrabatte; Michelin: Performance-Rabatte; EC:... no discounts unless linked to a genuine cost reduction Aber: kein geeigneter Test; relevant ist Mengenerhöhung & kein Ausschluss (zus. Preise > zus. Kosten) PD: Politik Virgin/British Airways, Hilti, Akzo, Tetra Pak: meet but not beat bei dominanter Firma EC (fast) per se rule; strikt bei geografischer PD (Bayer, Glaxo); nicht gerechtfertigt Geeigneter Test: Unterscheidung zw. predatorischer Preissetzung und niedrigeren Preisen aufgrund höherer firmenspezifischer Elastizität wegen Konkurrenz Mengenerhöhung (bzw. Marktpenetration)? Zur deutschen Situation s. wieder Schmidt S. 292 f. und insb. Auch die Einschätzung S Sehr stark geht es in D um die First-Line competition: Wettbewerb unter Verkäufern (auf der Einzelhandelsebene), weniger um second-line competition: Wettbewerb unter Käufern. Im ersten Fall geht es v.a. um Rabatte etc. um Konkurrenten aus dem Markt zu drängen. Müller-Milch Sonderzahlungen an Neulieferanten Wal-Mart: Verkauf unter Einstandspreisen Beispiel für zweiten Punkt: Asbach: verschiedene Rabatte an zwei Typen von Großhändlern. Sachlich hnicht gerechtfertigt. 379
43 Textilquote der EU im Handel mit China im Jahre 2005: 380
45 Siehe die Seite des Department of Justice (http://www.usdoj.gov/atr/cases/ms_index.htm) und unzählige andere Seiten. DC: erstes Verfahren: Judge Thomas Penfield Jackson DC: zweites Verfahren: Judge Colleen Kollar-Kotelly 382
46 Bei Preiserhöhung von Windows würden Konsumenten nicht zu Mac OS switchen, weil Kosten für neue Hard- und Software und Kundenfragen anfallen und wegen Netzwerkeffekte (je mehr Leute ein gewisses BS kaufen, desto mehr Anwendungen werden dafür geschrieben, was wiederum den Kundennutzen dieses BS erhöht. Netzwerkeffekte: je mehr Leute ein gewisses BS kaufen, desto mehr Anwendungen werden dafür geschrieben, was wiederum den Kundennutzen dieses BS erhöht.
49 Zentrale Punkte: Was hat Microsoft rechtswidriges gemacht! 386
50 Nachweis der (versuchten) Monopolisierung erfordert den Nachweis, dass die Monopolstellung nicht durch überlegene Unternehmensleistung, sondern durch wettbewerbswidriges Verhalten erlangt wurde. 387
51 Nachweis der (versuchten) Monopolisierung erfordert den Nachweis, dass die Monopolstellung nicht durch überlegene Unternehmensleistung, sondern durch wettbewerbswidriges Verhalten erlangt wurde. 388
52 Nachweis der (versuchten) Monopolisierung erfordert den Nachweis, dass die Monopolstellung nicht durch überlegene Unternehmensleistung, sondern durch wettbewerbswidriges Verhalten erlangt wurde. 389
53 For details of the case see the DG comp page at SO: Statement of Objection: formelles Prüfverfahren 390
54 Kommission schließt Untersuchung gegen Microsoft mit Abhilfemaßnahmen und Geldbuße ab Reference: IP/04/382 Date: 24/03/2004 HTML: EN FR DE DA ES NL IT SW PT FI EL PDF: EN FR DE DA ES NL IT SW PT FI EL DOC: EN FR DE DA ES NL IT SW PT FI EL IP/04/382 Brüssel, den 24. März 2004 Kommission schließt Untersuchung gegen Microsoft mit Abhilfemaßnahmen und Geldbuße ab Die Europäische Kommission kam nach fünfjährigen Ermittlungen zu dem Ergebnis, dass die Microsoft Corporation durch Ausdehnung ihres Quasi- Monopols bei Betriebssystemen für PCs auf den Markt für Betriebssysteme für Arbeitsgruppenserver(1) und den Markt für Medienabspielprogramme(2) gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen hat. Da das rechtswidrige Verhalten nach wie vor andauert, hat die Kommission angeordnet, dass Microsoft innerhalb von 120 Tagen die Schnittstellen offen legen muss(3), die die Wettbewerber benötigen, damit ihre Produkte mit dem allgegenwärtigen Betriebssystem Windows kommunizieren" können. Außerdem verlangt die Kommission, dass Microsoft innerhalb von 90 Tagen PC- Herstellern (bzw. Endnutzern) die Möglichkeit gibt, das Windows-Betriebssystem auch ohne den Windows Media Player zu erwerben. Außerdem wird gegen Microsoft eine Geldbuße in Höhe von 497 Mio. EUR wegen Missbrauchs seiner Marktmacht in der EU verhängt. Beherrschende Unternehmen haben eine besondere Verantwortung, die sie zu einem Geschäftsgebaren verpflichtet, das echten Wettbewerb zulässt und nicht verbraucher- und innovationsfeindlich ist" erklärte der für Wettbewerb zuständige EU-Kommissar Mario Monti. Die heutige Entscheidung stellt sicher, dass auf den betroffenen Märkten wieder ein fairer Wettbewerb stattfinden kann, und stellt klare Spielregeln für das künftige Verhalten eines Unternehmens in einer derart beherrschenden Stellung auf," so Monti. Nach über fünfjährigen gewissenhaften und umfangreichen Nachforschungen und der Übermittlung von drei Mitteilungen von Beschwerdepunkten(4) hat die Kommission heute eine Entscheidung getroffen, in der sie zu dem Schluss kommt, dass das US-amerikanische Software- Unternehmen Microsoft Corporation wegen Missbrauchs seines Quasi-Monopols(5) (Artikel 82 EG-Vertrag) bei PC-Betriebssystemen gegen die EG- Wettbewerbsregeln verstoßen hat. Microsoft missbrauchte seine Marktmacht, indem es bewusstdie Dialogfähigkeit zwischen dem Windows Betriebssystem für PCs und nicht von Microsoft stammenden Arbeitsgruppenservern einschränkte. Microsoft missbarauchte seine Marktmacht beim PC Betriebssystem darüber hinaus, indem es seinen keinesweges konkurrenzlosen Windows Media Players (WMP) an das allgegenwärtige Windows-Betriebssystem koppelte. Durch dieses widerrechtliche Verhalten konnte sich Microsoft eine beherrschende Stellung bei Betriebssystemen für Arbeitsgruppenserver dem Herzstück eines unternehmensinternen IT-Netzes sichern, wobei die Gefahr besteht, dass der Wettbewerb auf diesem Markt insgesamt ausgeschaltet wird. Außerdem wurde durch Microsofts Verhalten auch der Wettbewerb bei multimedialer Abspielsoftware erheblich geschwächt. Dieses fortwährende missbräuchliche Verhalten bremst die Innovationsbereitschaft und geht zu Lasten des Wettbewerbs und der Verbraucher, die dadurch letztlich weniger Auswahl haben und höhere Preise zahlen müssen. Wegen dieser äußerst gravierenden Missbrauchshandlungen über einen Zeitraum von fünfeinhalb Jahren hat die Kommission eine Geldbuße von Mio. EUR verhängt. Abhilfemaßnahmen Um wieder faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen, hat die Kommission folgende Abhilfemaßnahmen angeordert: Was die Interoperabilität betrifft, so muss Microsoft binnen 120 Tagen die vollständigen und genauen Schnittstellenspezifikationen offen legen, mit denen nicht von Microsoft stammende Arbeitsgruppenserver uneingeschränkt mit Windows-PCs und Servern kommunizieren können. Konkurrierende Anbieter können so Betriebssysteme für Arbeitsgruppenserver entwickeln, die auf dem Markt konkurrenzfähig sind. Die offen gelegten Informationen müssen aktualisiert werden, sobald Microsoft neue Versionen der jeweiligen Produkte auf den Markt bringt. Sollten die Schnittstelleninformationen im EWR(6) durch geistige Eigentumsrechte geschützt sein, hätte Microsoft Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Die Anordnung betrifft lediglich alle Unterlagen, die Aufschluss über die Schnittstellen geben, nicht aber den Windows-Quellcode, da dessen Kenntnis für die Entwicklung miteinander funktionsfähiger Produkte nicht erforderlich ist. - Wa die Kopplungspraxis betrifft, so muss Microsoft binnen 90 Tagen den PC- Herstellern als Alternative eine Version des PC-Betriebssystems Windows ohne WMP anbieten. Die Entkopplungsmaßnahme bedeutet jedoch nicht, dass die Verbraucher PC und Betriebssystem ohne Abspielsoftware erhalten. Die meisten Kunden kaufen einen PC von einem Hersteller, der für sie bereits ein Betriebssystem zusammen mit einer Abspielsoftware auf dem PC installiert hat. Die Abhilfemaßnahme der Kommission führt lediglich dazu, dass sich in der Zusamenstellung dieser Pakete die Kundenwünsche und nicht das Diktat von Microsoft widerspiegeln. Microsoft behält nach wie vor das Recht, sein Windows- Betriebssystem für Client PCs zusammen mit WMP anzubieten. Allerdings muss sich Microsoft jeglicher technischer, geschäftlicher oder vertraglicher Praktiken enthalten, die die Attraktivität und Leistungsfähigkeit der entkoppelten Version mindern würden. Vor allem dürfen PC-Herstellern keine Rabatte unter der Bedingung eingeräumt werden, dass sie Windows zusammen mit WMP erwerben. Nach Ansicht der Kommission sind die Abhilfemaßnahmen verhältnismäßig und geeignet, die Verstöße gegen das EG-Kartellrecht zu unterbinden; außerdem werden damit klare Spielregeln für das künftige Verhalten des Unternehmens aufgestellt. Um sicherzustellen, dass der Entscheidung innerhalb der vorgeschriebenen Fristen Folge geleistet wird, wird die Kommission einen Bevollmächtigten ernennen, der unter anderem darüber wachen wird, dass die von Microsoft offen gelegten Schnittstelleninformationen vollständig und korrekt und die beiden Versionen von der Leistungsfähigkeit her ebenbürtig sind. Gegenstand der Untersuchungen Im Dezember 1998 beanstandete Sun Microsystems, ein weiteres US-amerikanisches Unternehmen, dass Microsoft geweigert habe, Schnittstelleninformationen offenzulegen, die das Unternehmen benötigt, um Produkte entwicklen zu können, die mit dem allgegenwärtigen Windows-Betriebssystem für Client PCs kommunizieren" können. Dies wäre jedoch die Voraussetzung, um bei Betriebssystemen für Arbeitsgruppenserver voll konkurrenzfähig zu sein. Die Kommission stellte im Zuge ihrer Ermittlungen fest, dass Sun nicht das einzige Unternehmen ist, dem diese Informationen verweigert wurden, und dass deren Vorenthaltung Teil einer breiter angelegten Strategie von Microsoft ist, mit der Wettbewerber vom Markt verdrängt werden sollen. Durch dieses Geschäftsgebaren wurde der unter anderen über Aspekte wie Zuverlässigkeit, Sicherheit und Geschwindigkeit it ausgetragene Wettbewerb b zweitrangig i und Microsofts Stellung auf dem Server-Markt zementiert. t Eine überwältigende Mehrheit h der Kunden erklärte daraufhin gegenüber der Kommission, dass durch die Vorenthaltung der Schnittstelleninformationen ihre Wahl künstlich zugunsten der Server-Produkte von Microsoft beeinflusst werde. Von Microsoft selbst vorgelegte Umfrageergebnisse bestätigten den Zusammenhang zwischen dem Interoperabilitätsvorteil, den sich Microsoft vorbehält, und seinen wachsenden Marktanteilen. Im Jahr 2000 weitete die Kommission von sich aus ihre Untersuchungen aus und prüfte auch die Auswirkungen der Kopplung des Windows Media Player von Microsoft mit dessen PC-Betriebssystem Windows Das Ergebnis dieser Prüfung war, dass die plötzliche Omnipräsenz von WMP als Folge der Kopplung mit dem Windows-Betriebssystem für Client PCs den Anreiz für Produktionsfirmen aus der Medienbranche, vor allem der Musik- und Filmbranche, aber auch für Softwarehäuser und Inhalteanbieter, ihre Produktionen für andere Abspielprogramme auszulegen, künstlich verringert. Microsoft hat mit der Kopplung seiner Abspielsoftware somit eine Schwächung der Wettbewerber auf diesem Markt und eine Verringerung des Angebots bewirkt, da Konkurrenzprodukte dadurch weder preis- noch qualitätsbedingt benachteiligt werden. Die zur Verfügung stehenden Daten zeigen einen eindeutigen Trend hin zu WMP und zur Windows-Medientechnologie. Ohne das Einschreiten der Kommission steht zu erwarten, dass sich durch die Kopplung von WMP mit Windows die Balance auf dem Markt endgültig zugunsten von Microsoft verschiebt. Damit könnte Microsoft auch benachbarte Märkte im Bereich der digitalen Medien kontrollieren (z.b. den Markt für Kodierungstechnik, für Software zur Übertragung von Musik über das Internet oder zur Verwaltung von digitalen Rechten usw.). Ganz allgemein hegt die Kommission die Befürchtung, dass Microsofts Kopplungspraxis bei WMP nur ein Beispiel für eine größer angelegte Unternehmensstategie ist, die dazu führt, dass aufgrund des De-facto-Monopols von Microsoft bei Betriebssystemen für PCs in allen Technologiebreichen, die für Microsoft künftig von Interesse sein und mit Windows gekoppelt werden können, Innovationen gebremst und die Wahlmöglichkeiten für Verbraucher eingeschränkt werden. Anmerkung an die Herausgeber Die Europäische Kommission sorgt bei wettbewerbsbeschränkenden Verhaltensweisen von Unternehmen und Mißbrauch von beherrschenden Stellungen für die Durchsetzung der EU-Wettbewerbsregeln für die gesamte Europäische Union, wenn dadurch der grenzüberschreitende Handel und der Wettbewerb beeinträchtigt werden. Die Kommission ist befugt, Unternehmen zu einer Änderung ihres Verhalten zu zwingen und bei Verstößen gegen kartellrechtliche Vorschriften Geldbußen von bis zu 10% ihres weltweiten Jahresumsatzes zu verhängen. Gegen die Entscheidungen der Kommission kann beim Europäischen Gericht erster Instanz in Luxemburg Widerspruch eingelegt werden. (1) Betriebssysteme, die auf Zentralrechnern laufen und Büroangestellte an jedem Platz der Welt bei ihrer täglichen Arbeit mit bestimmten Diensten (z.b. gemeinsame Nutzung von Dateien und Druckern, Sicherheitsverwaltung oder Verwaltung von Benutzerkennungen) versorgen. (2) Softwareprogramme, die Audio- und Videoinhalte über das Internet wiedergeben können.(3) Dies betrifft nicht den Windows-Quellcode, dessen Offenlegung für die Entwicklung von Produkten, die miteinander kommunizieren können, nicht nötig ist. Die Schnittstellen sind die Ansatzpunkte rund um den Quellcode, mit deren Hilfe ein Produkt mit einem anderen kommunizieren kann.(4) Mit der Mitteilung der Beschwerdepunkte, in der die Kommission dem bzw. den betroffenen Unternehmen gegenüber erläutert, was sie ihnen zur Last legt oder welche Bedenken sie hegt, wird das formale Prüfverfahren eingeleitet. (5) Weltweit laufen über 95 % aller PCs mit einem Microsoft-Betriebssystem. (6) Die Europäische Union plus Norwegen, Island und Liechtenstein. 391
Einführung in das EG-Wettbewerbsrecht mit Vergleichen zum Wettbewerbsrecht der Schweiz (KG)
Einführung in das EG-Wettbewerbsrecht mit Vergleichen zum Wettbewerbsrecht der Schweiz (KG) Nachdiplomstudium, Universität Zürich Prof. Dr. Roger Zäch, Universität Zürich 12. Januar 2007 Die materiellen
5. Kapitel Vertikale Verträge und Wettbewerbsbeschränkungen
5. Kapitel Vertikale Verträge und Wettbewerbsbeschränkungen 1 Das Basisphänomen: unvollkommene Information Idealmodell des Marktes mit völliger Marktinformation ist nur ein Grenzfall. In der Regel kaufen
Übungen im Handels- und Wirtschaftsrecht FS 2012
Übungen im Handels- und Wirtschaftsrecht FS 2012 Kurze Einführung in das UWG Prof. Dr. iur. Andreas Heinemann Definition und Ziel des UWG Definition des Wettbewerbs: Wettbewerb im Sinne des UWG liegt vor,
Rabattsysteme im Fokus der Kartellbehörden Wege zu einer kartellrechtskonformen Rabattpolitik
Rabattsysteme im Fokus der Kartellbehörden Wege zu einer kartellrechtskonformen Rabattpolitik Kundenbindung Erfolgs- oder Risikofaktor? Zielumsatz- und Treuerabatte, Leistungsboni oder Rückvergütungen
Die Beurteilung von Fusionen kollektiv marktbeherrschender Unternehmen im schweizerischen und europäischen Wettbewerbsrecht
Schweizer Schriften zum Handels- und Wirtschaftsrecht Herausgegeben von Prof. Dr. Peter Forstmoser Band 227 Die Beurteilung von Fusionen kollektiv marktbeherrschender Unternehmen im schweizerischen und
Software. Monopole. www.maik-hetmank.de hattingen@maik-hetmank.de. Keine Angst vor Computern! Jeder muss heutzutage mit dem Computer umgehen können
www.maik-hetmank.de hattingen@maik-hetmank.de Software Monopole 1 Maik Hetmank Monopol: Marktform bei der nur ein Anbieter existiert keine Konkurrenz bei der Preisgestaltung muss nur auf die Nachfrager
Der SIEC Test aus ökonomischer Perspektive
Der SIEC Test aus ökonomischer Perspektive Nutzen des UPP-Tests in der deutschen Fusionskontrollpraxis? Niels Frank L&A Wettbewerbstag 30. Januar 2013 2 Überblick Vom Marktbeherrschungstest zum SIEC-Test
7 Innovation und Marktstruktur
AVWL I Mikro (Winter 008/09) 7-1 Dr. G. Gebhardt 7 Innovation und Marktstruktur Bisher haben wir die Produktionstechnologien stets als gegeben unterstellt. Unser Hauptaugenmerk galt der statischen Effizienz
Vorlesung Deutsches und Europäisches Kartellrecht Mo 16-18 Uhr, HS I (Alte Universität)
Prof. Dr. Olaf Sosnitza Wintersemester 2009/2010 Vorlesung Deutsches und Europäisches Kartellrecht Mo 16-18 Uhr, HS I (Alte Universität) A. Literaturhinweise I. Lehrbücher Bunte, Kartellrecht, 2. Aufl.,
Symbole zur Veranschaulichung der einschlägigen Informationskategorien Interoperabilität. Name des Unternehmers. Internetverbindung
Symbole zur Veranschaulichung der einschlägigen Informationskategorien Interoperabilität Anbieter Name des Unternehmers Hardware und Software i Funktionsweise Preis Sprache Internetverbindung Preis Dauer
2. Wissenschaftlicher Roundtable, DIW Berlin, Rechtliche Umsetzbarkeit des More Economic Approach in der Praxis:
2. Wissenschaftlicher Roundtable, DIW Berlin, 26.10.2007 Rechtliche Umsetzbarkeit des More Economic Approach in der Praxis: Das Microsoft EU-Wettbewerbsverfahren Prof. Dr. Torsten Körber, LL.M. (Berkeley)

References: Art. 82
 EuGH 
 Art. 82
 Art. 82
 Art. 82
 Art. 82
 EuGH 
 Art. 82
 Art. 82
 Art. 82
 Art. 82
 Art. 82
 Art. 81
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 81
 Art. 81
 Art. 82
 Art. 81
 Art. 82