Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F04-03-2010-6B_21-2010
Timestamp: 2016-10-28 10:31:41+00:00

Document:
Mord; Strafzumessung; willk�rliche Beweisw�rdigung, Grundsatz in dubio pro reo,
Beschwerde gegen das Urteil des Geschworenengerichts des Kantons Z�rich vom 19. September 2007 und den Zirkulationsbeschluss des Kassationsgerichts des Kantons Z�rich vom 12. November 2009.
Am 19. September 2007 verurteilte das Geschworenengericht des Kantons Z�rich B.X._________ wegen Mordes an G.Z.________ sowie wegen Vergehens gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren unter Anrechnung von 1'130 Tagen Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft. Sein Bruder A.X.________ als Mitt�ter wurde wegen Mordes sowie der groben Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Gesamtstrafe von 12 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, unter Anrechnung von 1'129 Tagen Haft sowie unter Ber�cksichtigung der mit Strafbefehl vom 22. Februar 2002 durch die Bezirksanwaltschaft Hinwil ausgef�llten bedingten Gef�ngnisstrafe von drei Monaten.
B.X._________ und A.X.________ erhoben Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht des Kantons Z�rich, das die Verfahren vereinigte und die Beschwerden mit Urteil vom 12. November 2009 abwies, soweit es darauf eintrat.
B.a B.X._________ f�hrt gegen die Urteile des Geschworenengerichts und des Kassationsgerichts des Kantons Z�rich Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht. Er beantragt, diese Urteile seien aufzuheben und zur Neubeurteilung an das Geschworenengericht zur�ckzuweisen.
Eventualiter seien der angefochtene Entscheid aufzuheben und das Verfahren zur Neubeurteilung an das Kassationsgericht zur�ckzuweisen, unter Kosten- und Entsch�digungsfolge zulasten der Staatskasse.
Ferner seien ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren und Rechtsanwalt Marco Uffer als unentgeltlicher Rechtsvertreter beizugeben.
Das Kassationsgericht des Kantons Z�rich geht von folgendem Sachverhalt aus:
Der Beschwerdef�hrer und A.X.________ entschlossen sich am 14. August 2004, G.Z.________ an dessen Arbeitsplatz in Z�rich aufzusuchen. G.Z.________ war der Ehemann von F.Z.________, einer Schwester von B.X._________ und A.X.________. Die Eheleute Z.________ standen in einem Scheidungsverfahren. Im Pausenraum hielten sich zu diesem Zeitpunkt G.Z.________ sowie I.________ auf. A.X.________ begann sofort, mit den F�usten auf G.Z.________ einzuschlagen. Der Beschwerdef�hrer nahm seine mitgef�hrte Pistole zur Hand, verlangte von G.Z.________ niederzuknien und richtete die Pistole auf dessen R�cken. Der Beschwerdef�hrer und A.X.________ forderten I.________ auf, den Raum zu verlassen. Nachdem dieser gegangen war, schoss der Beschwerdef�hrer G.Z.________ aus einer Distanz von wenigen Zentimetern in den R�cken. Er durchschoss die Hauptschlagader des Opfers, worauf dieses in kurzer Zeit verblutete.
2.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt eine willk�rliche Beweisw�rdigung sowie die Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" betreffend Erstellung des Anklagesachverhalts (Beschwerde, S. 5 ff. und S. 26 f.). Er macht anhand einer ausf�hrlichen Schilderung des Sachverhalts geltend, das Geschworenengericht habe die Einsch�tzung seiner Aussagen sowie derjenigen von I.________ v�llig unhaltbar und damit willk�rlich vorgenommen. Eine Gesamtbetrachtung der Aussagen betreffend Kernanklagesachverhalt ergebe, dass die Aussagen von I.________ pauschal als glaubhaft und diejenigen von ihm pauschal als unglaubhaft einzustufen seien. Dies sei mit Blick auf den Grundsatz "in dubio pro reo" offensichtlich abwegig, komme einer missbr�uchlichen Handhabung des richterlichen Ermessens gleich und sei daher willk�rlich (Beschwerde, S. 22).
2.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich im Sinne von Art. 9 BV ist (BGE 133 II 249 E. 1.2.2), oder wenn sie auf einer Verletzung von schweizerischem Recht im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die R�ge der offensichtlich unrichtigen Feststellung des Sachverhalts pr�ft das Bundesgericht gem�ss Art. 105 Abs. 2 BGG nur insoweit, als in der Beschwerde explizit vorgebracht und substantiiert dargelegt wird, inwiefern der Entscheid an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 133 II 249 E. 1.4.3).
2.3 Was der Beschwerdef�hrer gegen die tats�chlichen Feststellungen des Kassationsgerichts einwendet, ersch�pft sich mit Ausnahme der nachfolgend zu behandelnden R�gen in einer blossen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil, die f�r die Begr�ndung von Willk�r nicht gen�gt. Er beschr�nkt sich darauf, die eigene Sichtweise der Verh�ltnisse darzulegen und stellt in weiten Teilen das Urteil des Geschworenengerichts in Frage, obwohl grunds�tzlich das Kassationsgericht Vorinstanz des Bundesgerichts ist. Er f�gt dabei lediglich an, das Kassationsgericht habe das Vorliegen von Willk�r im Urteil des Geschworenengerichts zu Unrecht verneint. Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Das Urteil des Geschworenengerichts bildet nur in jenen Beschwerdepunkten Anfechtungsobjekt, bei denen die Strafprozessordnung des Kantons Z�rich die Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht nicht zul�sst (� 428 ff. StPO/ZH).
3.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt, das Kassationsgericht habe sich nicht mit den im Urteil des Geschworenengerichts enthaltenen Ausf�hrungen des beigezogenen Waffenexperten auseinandergesetzt, die im �brigen ohnehin nichts an seiner Glaubhaftigkeit zu �ndern verm�chten. Dass die Abzugszunge einer Pistole zur Schussausl�sung zwingend bet�tigt werden m�sse, weil eine spontane Schussausl�sung nur schwer vorstellbar sei, spreche nicht gegen die Unfallvariante, wonach sich der Schuss im Rahmen eines Handgemenges gel�st habe. Die Unfallvariante stehe deshalb im Vordergrund, weil unklar sei, weshalb sich der Schuss gel�st habe bzw. wie die Abzugszunge im Rahmen des Gerangels bet�tigt worden sei (Beschwerde, S. 11 f.).
3.2 Das Kassationsgericht kommt zum Schluss, die Auffassung des Geschworenengerichts, wonach eine spontane Schussabgabe ohne Bet�tigung der Abzugszunge nicht m�glich sei und daher gegen die Unfallversion spreche, sei ohne weiteres haltbar. Dies gelte umso mehr, als dem Opfer in den R�cken geschossen worden sei (angefochtenes Urteil, S. 22 f.).
3.3 Das Kassationsgericht befasst sich auf beinahe zwei Seiten mit den Ausf�hrungen des Waffenexperten und stellt diese der Unfallversion des Beschwerdef�hrers gegen�ber. Er behauptet daher zu Unrecht, das Kassationsgericht habe sich mit dieser Frage nicht gen�gend auseinandergesetzt. Der Beschwerdef�hrer stellt einzig die Frage in den Raum, dass nicht feststehe, wie sich der Schuss gel�st habe. Er vermag hierdurch keine Willk�r der kassationsgerichtlichen Erw�gungen darzutun.
4.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt, das Kassationsgericht sei in Willk�r verfallen, indem es den Schluss des Geschworenengerichts, wonach an der allgemeinen Glaubw�rdigkeit der Person von I.________ nicht zu zweifeln sei, als "nicht ganz nachvollziehbar" bezeichnet habe. Dies gelte umso mehr, als es gleichzeitig festgehalten habe, es sei "nicht ganz nachvollziehbar", inwiefern I.________ neben seiner hartn�ckigen L�genhaftigkeit selbst gegen�ber Beh�rdenvertretern noch eine allgemeine Glaubw�rdigkeit seiner Person zugebilligt werden k�nne (Beschwerde, S. 14). Bei der Argumentation des Kassationsgerichts, es sei nicht ersichtlich, weshalb I.________ den Beschwerdef�hrer sowie A.X.________ zu Unrecht belasten sollte, gehe vergessen, dass sich I.________ mit seinen Darlehensman�vern im Scheidungsverfahren der Eheleute Z.________ im Lager der Familie Z.________ positioniert habe. Unber�cksichtigt geblieben sei auch der Umstand, dass in l�ndlichen Regionen der T�rkei noch das dem Traditionalismus verhaftete Familien-/Clandenken herrsche (Beschwerde, S. 21).
4.2 Das Kassationsgericht h�lt fest, dass die Zubilligung einer allgemeinen Glaubw�rdigkeit in der Person von I.________ durch das Geschworenengericht zwar nicht ganz nachvollzogen werden k�nne, ein Nichtigkeitsgrund deshalb aber nicht vorliege, weil sich dessen Erw�gung nicht zum Nachteil des Beschwerdef�hrers ausgewirkt habe. Dies w�re nur der Fall gewesen, wenn das Geschworenengericht gerade wegen einer angenommenen allgemeinen Glaubw�rdigkeit auf dessen Aussagen abgestellt h�tte. Es habe jedoch betont, nicht die allgemeine Glaubw�rdigkeit einer Person, sondern die Glaubhaftigkeit der einzelnen Aussagen stehe im Vordergrund. Das Geschworenengericht habe auf diese Aussagen deshalb abgestellt, weil es diese im einzelnen gepr�ft, nicht etwa weil es I.________ als glaubw�rdig beurteilt habe (angefochtenes Urteil, S. 10). Dieser habe z�gerlich und zur�ckhaltend ausgesagt. Zudem habe er Schilderungen abgegeben sowie Ausdr�cke und Details verwendet, die er kaum habe erfinden k�nnen. Der Umstand, dass I.________ auch gegen�ber Beh�rdenvertretern hartn�ckig l�gen k�nne, verliere daher im vorliegenden Zusammenhang an Bedeutung. H�tte er den Beschwerdef�hrer und A.X.________ zu Unrecht belasten wollen, w�re er bei seinen Aussagen kaum so lange zur�ckhaltend gewesen, sondern h�tte schon fr�her dezidierte und gravierende Anschuldigungen erhoben (angefochtenes Urteil, S. 14 f.).
4.3 Die Erw�gungen des Kassationsgerichts sind nicht zu beanstanden. Es hat entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers die Zweifel an den Erw�gungen des Geschworenengerichts betreffend Glaubw�rdigkeit von I.________ ausf�hrlich begr�ndet und auch aufgezeigt, weshalb hierin kein Nichtigkeitsgrund, der zur Aufhebung des Urteils des Geschworenengerichts gef�hrt h�tte, vorliegt. Deutlich macht das Kassationsgericht auch, weshalb das Geschworenengericht trotz der allgemeinen Unglaubw�rdigkeit von I.________ dennoch auf dessen Aussagen abstellen durfte. Mit dem Hinweis auf die Rolle von I.________ im Scheidungsverfahren der Eheleute Z.________ sowie dem allgemeinen Familien-/Clandenken in l�ndlichen Gegenden der T�rkei kann der Beschwerdef�hrer nicht aufzeigen, inwiefern dies die Erw�gungen des Kassationsgerichts als geradezu unhaltbar und damit willk�rlich erscheinen liesse. Eine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" ist ebensowenig ersichtlich wie die geltend gemachte missbr�uchliche Handhabung des richterlichen Ermessens.
5.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt eine willk�rliche Beweisw�rdigung und Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" betreffend Erstellung des Sachverhalts bzw. Motivs f�r die Mordqualifikation. Entgegen dem Geschworenen- und Kassationsgericht bestehe kein Zusammenhang zwischen einer Strafaktion und dem Umstand, dass seine Schwester F.Z.________ der Grund f�r das Scheidungsverfahren gewesen sei. Gleiches gelte f�r den unrechtm�ssigen Entzug von Familienverm�gen vor der g�terrechtlichen Auseinandersetzung durch das Opfer sowie das Verh�ltnis seiner Schwester mit J.________. Dieses habe zwar zwei Monate vor der Tat zu einem heftigen Streit zwischen ihm (dem Beschwerdef�hrer) und seiner Schwester gef�hrt, so dass sie bis heute nicht mehr miteinander gesprochen und verkehrt h�tten. Dass es an einem Motiv fehle, k�nne entgegen der Ansicht des Kassationsgerichts nicht zu seinen Ungunsten gewertet werden. Ebenso finde die Argumentation, er habe von der Drohung seines Bruders am 26. Juli 2004 gegen�ber dem Opfer gewusst, keine St�tze in den Akten (Beschwerde, S. 24 f.).
Der Grund, weshalb er G.Z.________ am Tattag aufgesucht habe, habe darin bestanden, seiner Schwester spontan eins auswischen. Er habe das Opfer dar�ber aufkl�ren wollen, dass die Anzeige seiner Schwester gegen ihn wegen Diebstahls des Familienschmucks nicht den Tatsachen entsprochen habe. Er habe sie dadurch in ein schlechtes Licht stellen und ihr in den R�cken fallen wollen. Ausl�ser sei die Heiratsabsicht seiner Schwester mit J.________ gewesen (Beschwerde, S. 25 f.).
5.2 Das Kassationsgericht erw�gt, die Argumentation des Beschwerdef�hrers gehe an der Sache vorbei, weil dieser dem Opfer mit direktem Vorsatz in den R�cken geschossen habe. Der Beschwerdef�hrer habe eine T�tungsabsicht in Abrede gestellt und sich nicht zu einem Motiv ge�ussert. Das Geschworenengericht habe sich daher nur mit den ihr bekannten Umst�nden befassen k�nnen. Die bestehende Unzufriedenheit mit dem Opfer sei aufgrund des Finanzgebarens im Scheidungsverfahren sowie der ehewidrigen Beziehung seiner Frau entstanden. Das Geschworenengericht habe willk�rfrei davon ausgehen k�nnen, diese Unzufriedenheit sei nach wie vor aktuell und habe f�r den Beschwerdef�hrer sowie dessen Bruder Anlass gebildet, das Opfer zur Rechenschaft zu ziehen. Von Bedeutung sei auch, dass der Beschwerdef�hrer ihm bereits anfangs 2002 aufgrund der seiner Schwester angelasteten Fremdbeziehung gefragt haben soll, was er "der Frau gesagt" habe. Dieselben Worte habe der Beschwerdef�hrer gegen�ber dem Opfer unmittelbar vor der Tat erneut ge�ussert. Das Geschworenengericht habe willk�rfrei folgern k�nnen, dessen �usserungen �ber die Fremdbeziehung seiner Ehefrau h�tten im Tatzeitpunkt f�r den Beschwerdef�hrer nach wie vor eine wesentliche Rolle gespielt. Dieser habe G.Z.________ get�tet, weil ihm missfallen habe, wie dieser sich gegen�ber seiner Schwester verhalten hatte (angefochtenes Urteil, S. 27 f.).
5.3 Der Beschwerdef�hrer vermag keine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung des Kassationsgerichts aufzuzeigen. Die Begr�ndung, weshalb er G.Z.________ am Tattag zusammen mit seinem Bruder aufgesucht hat, vermag - wie das Kassationsgericht zu Recht ausf�hrt - nicht zu �berzeugen. Nach der f�r das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellung hat der Beschwerdef�hrer das Opfer mit direktem T�tungsvorsatz erschossen. Das angebliche Ziel des Besuchs, seine Schwester beim Opfer in ein schlechtes Licht zu stellen und ihr in den R�cken fallen zu wollen, vermag die vors�tzliche T�tung weder zu begr�nden noch das vorinstanzlich gesch�tzte Motiv in Frage zu stellen oder als willk�rlich erscheinen zu lassen.
6.1 Der Beschwerdef�hrer macht eine Verletzung von Bundesrecht bez�glich der Qualifizierung der vors�tzlichen T�tung als Mord geltend. Die Situation zwischen ihm und G.Z.________ sei schon seit Jahren angespannt gewesen. Eine Eskalation habe im Sommer 2004 nicht stattgefunden. Die Mordqualifikation k�nne nicht mit einem undifferenzierten Konflikt zwischen ihm und dem Opfer begr�ndet werden, und krasser Egoismus l�ge nicht vor. So habe trotz der Befragung einer grossen Zahl sogenannter Umfeldzeugen in der Untersuchung kein Motiv f�r den angeklagten Mord gefunden werden k�nnen. Die f�r die Mordqualifikation notwendige besondere Skrupellosigkeit habe deshalb nicht bestanden (Beschwerde, S. 27 ff.).
Auch das Element der Kaltbl�tigkeit bzw. Gef�hlsk�lte habe nicht vorgelegen. Mangels entsprechender Aussagen von ihm und aufgrund fehlender Beweismittel k�nne kein verl�sslicher Schluss zu allf�lligen Gef�hlsregungen bei der Tatausf�hrung gezogen werden. Die in der Literatur genannten Regelbeispiele des Mordes passten nicht auf ihn. Es entbehre im �brigen jeglicher Lebensn�he, dass er zugestandenermassen den Tatentschluss erst Sekunden bis wenige Minuten vor der Tat gefasst habe, ihm jedoch eine eigentliche Hinrichtungshandlung, die gerade ein l�nger geplantes Vorhaben voraussetze, unterstellt werde (Beschwerde, S. 32 f.).
6.2 Das Geschworenengericht h�lt fest, der Beschwerdef�hrer habe sein Opfer aus krassem Egoismus get�tet, und die T�tung habe einzig dazu gedient, um eigene, im Verh�ltnis zum Leben des Opfers unbedeutende Interessen durchzusetzen. Ab dem Fr�hjahr 2002 sei es wegen der Trennung der Eheleute Z.________ zu Spannungen sowie verbalen und t�tlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Beschwerdef�hrer und dem Opfer gekommen. Anlass dazu h�tten drei Liegenschaften gegeben, die das Opfer im Scheidungsverfahren der g�terrechtlichen Auseinandersetzung entzogen habe. Diese Liegenschaften seien dem Bruder des Opfers zwecks Tilgung angeblicher Schulden �berschrieben worden. Die illegalen Mittel zur Verschaffung finanzieller Vorteile h�tten dem Beschwerdef�hrer stark missfallen. Hinzu gekommen sei, dass das Opfer seiner Ehefrau ein ehewidriges Verh�ltnis zu J.________ angelastet und dies gegen�ber mehreren Landsleuten kund getan habe. Entgegen der Ansicht der Verteidigung h�tten diese �ber zwei Jahre zur�ckliegenden Spannungen im Tatzeitpunkt immer noch Aktualit�t gehabt. Das Scheidungsverfahren sei weiterhin h�ngig, und auch die Beziehung der Schwester des Beschwerdef�hrers mit J.________ sei nicht aus der Welt geschafft gewesen. Diese Beziehung habe mit dem Opfer zwar direkt nichts zu tun gehabt; aber dazu gef�hrt, dass das Verh�ltnis zwischen diesem und dem Beschwerdef�hrer bis zur Tat angespannt geblieben sei. Die Aktualit�t der Spannungen habe sich auch darin gezeigt, dass der Bruder des Beschwerdef�hrers am 26. Juli 2004 im t�rkischen Konsulat eine Drohung gegen das Opfer ausgesprochen und der Beschwerdef�hrer im Pausenraum unmittelbar vor der Tat seinen bereits 2002 gegen�ber dem Opfer ge�usserten Vorhalt "Was du der/dieser Frau gesagt" wiederholt habe (Urteil Geschworenengericht, S. 109 ff.). Ausl�ser der Tat sei daher nicht ein differenzierter Konflikt mit einem einf�hlbaren Tatmotiv gewesen. Der Beschwerdef�hrer habe vielmehr eigene, im Verh�ltnis des Opfers unbedeutende Interessen durchgesetzt, was als krass egoistisch zu werten sei (Urteil Geschworenengericht, S. 111 f.)
Ein Indiz f�r fehlenden Skrupel stelle die Kaltbl�tigkeit dar, die aus den Tatumst�nden abzuleiten sei. Die k�rperliche �berlegenheit ergebe sich bereits aus der gemeinsamen Tatausf�hrung der Gebr�der X.________, der Bewaffnung des Beschwerdef�hrers sowie der Wehrlosigkeit des Opfers. Dieses habe sich ohne Abwehrchance auf den Knien mit dem R�cken zu den beiden T�tern befunden, als es der Beschwerdef�hrer - einer Exekution gleich - von hinten erschossen habe. Dieser gezielte Schuss aus n�chster N�he manifestiere eine Gef�hlsk�lte, die sich nicht wegdiskutieren lasse (Urteil Geschworenengericht, S. 112 f.).
6.3 Eine vors�tzliche T�tung ist als Mord zu qualifizieren, wenn der T�ter besonders skrupellos handelt, namentlich wenn sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausf�hrung besonders verwerflich sind (Art. 112 StGB). Mord zeichnet sich nach der Rechtsprechung durch eine aussergew�hnlich krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. F�r die Qualifikation verweist das Gesetz in nicht abschliessender Aufz�hlung auf �ussere (Ausf�hrung) und innere Merkmale (Beweggrund, Zweck). Die f�r eine Mordqualifikation konstitutiven Elemente sind jene der Tat selber, w�hrend Vorleben und Verhalten nach der Tat nur heranzuziehen sind, soweit sie tatbezogen sind und ein Bild der T�terpers�nlichkeit ergeben. Entscheidend ist eine Gesamtw�rdigung der �usseren und inneren Umst�nde der Tat. Eine besondere Skrupellosigkeit kann beispielsweise entfallen, wenn das Tatmotiv einf�hlbar und nicht krass egoistisch war, so namentlich wenn die Tat durch eine schwere Konfliktsituation ausgel�st wurde. F�r Mord typische F�lle sind die T�tung eines Menschen zum Zwecke des Raubes, T�tungen aus religi�sem oder politischem Fanatismus oder aus Geringsch�tzung (Urteil des Bundesgerichts 6B_188/2009 vom 18. Juni 2009 E. 4; BGE 127 IV 10 E. 1a mit zahlreichen Hinweisen).
6.4 Es ist nicht zu beanstanden, wenn das Geschworenengericht aus den seit l�ngerem bestehenden Spannungen, die es ausf�hrlich beschreibt, ableitet, der Beschwerdef�hrer habe sein Opfer nicht aufgrund eines differenzierten Konflikts mit einem einf�hlbaren Tatmotiv get�tet, sondern weil ihm missfallen habe, wie sich dieser gegen�ber seiner Schwester verhalten hatte. Ausschlaggebend waren im Tatzeitpunkt gem�ss Geschworenengericht nicht ein spezifisches, konkretes Motiv des Beschwerdef�hrers, sondern bereits l�nger bestehende, aber weiterhin aktuelle, vielschichtige Gr�nde. Das Geschworenengericht durfte vor diesem Hintergrund entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers dessen Interessen als im Verh�ltnis zum Leben des Opfers unbedeutend und daher als krass egoistisch werten. Mit der Annahme des qualifizierten Mordtatbestands verletzt das Geschworenengericht kein Bundesrecht.
7.1 Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen die Strafzumessung des Geschworenengerichts. Es sei unzul�ssig, ihm eine verwerfliche Gesinnung zu attestieren, da diese dem Mord immanent sei und nicht ein weiteres Mal f�r die Bemessung des Verschuldens herangezogen werden d�rfe. Ein schweres objektives Tatverschulden k�nne schon deshalb nicht vorliegen, weil er gem�ss Sachverhaltsfeststellung den Tatentschluss kurzfristig gefasst habe, weshalb ihm gar keine Zeit geblieben sei, sich �ber die Tatfolgen vertieft Gedanken zu machen. Die Verschuldensbemessung des Geschworenengerichts verletze daher Art. 47 StGB. Es m�sse von einem geringeren Verschulden ausgegangen werden, was sich in der Strafh�he angemessen auszuwirken habe (Beschwerde, S. 34 f.).
7.2 Das Geschworenengericht f�hrt aus, der Beschwerdef�hrer sei nicht davor zur�ckgeschreckt, seine Schwester zur Witwe und seine beiden Neffen zu Halbwaisen zu machen, womit er eine evidente Hemmungslosigkeit an den Tag gelegt habe. Durch die �berwindung der pers�nlichen Bindungen zum Opfer habe der Beschwerdef�hrer eine verwerfliche Gesinnung offenbart, die verschuldenserh�hend zu ber�cksichtigen sei (Urteil des Geschworenengerichts, S. 127 f.).
7.3 Gem�ss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des T�ters zu. Es ber�cksichtigt das Vorleben, die pers�nlichen Verh�ltnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des T�ters. Nach Art. 50 StGB hat das Gericht die f�r die Zumessung der Strafe erheblichen Umst�nde und deren Gewichtung festzuhalten. Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren ber�cksichtigt. Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur in die Strafzumessung ein, wenn das Gericht den gesetzlichen Strafrahmen �ber- oder unterschritten hat, wenn es von rechtlich nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen bzw. in �berschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens falsch gewichtet hat (vgl. BGE 134 IV 17 E. 2.1; mit Hinweisen).
7.4 Das Doppelverwertungsverbot, worauf der Beschwerdef�hrer sinngem�ss hinweist, verbietet, Umst�nde, die zur Anwendung eines h�heren oder tieferen Strafrahmens (d.h. eines qualifizierten oder privilegierten Tatbestands) f�hren, innerhalb des ge�nderten Strafrahmens noch einmal als Straferh�hungs- oder Strafminderungsgrund zu ber�cksichtigen. Sonst w�rde dem T�ter der gleiche Umstand zweimal zur Last gelegt oder zu Gute gehalten. Indes darf der Richter zus�tzlich in Rechnung stellen, in welchem Ausmass ein qualifizierender oder privilegierender Tatumstand gegeben ist. Der Richter verfeinert damit einzig die Wertung, die der Gesetzgeber mit der Festsetzung des Strafrahmens vorgezeichnet hat (Urteil des Bundesgerichts 6S.44/2007 vom 6. Juni 2007 E. 4.3.2 mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung).
7.5 Es ist nicht ersichtlich, inwiefern das Geschworenengericht gegen das Doppelverwertungsverbot verstossen h�tte. Die Verwerflichkeit der Gesinnung des Beschwerdef�hrers, der mit seiner T�tung seine Schwester zur Witwe und seine beiden Neffen zu Halbwaisen gemacht hat, durfte das Geschworenengericht - ohne gegen das Doppelverwertungsverbot zu verstossen - durchaus f�r den Umfang des Verschuldens ber�cksichtigen und nach einer Gesamtw�rdigung der Tatkomponenten von einem erheblich bis schweren Tatverschulden ausgehen. Die Strafzumessung des Geschworenengerichts ist auch im Ergebnis nicht zu beanstanden. Eine Verletzung von Art. 47 StGB liegt nicht vor.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Verfahrensausgang sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er ersucht um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung. Da das Rechtsmittel von vornherein aussichtslos war, kann dem Gesuch nicht entsprochen werden (Art. 64 Abs. 1 BGG). Bei der Festsetzung der Gerichtsgeb�hr ist jedoch seinen finanziellen Verh�ltnissen Rechnung zu tragen.

References: in dubio
in dubio
in dubio
 Art. 9
 Art. 95
 Art. 105
in dubio
in dubio
 BGE 
 Art. 47
 Art. 47
 Art. 50
 BGE 
 Art. 47