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Timestamp: 2017-07-27 22:39:53+00:00

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Cadetten Corps
Den weltlichen Professoren des Kadettenkorps wird auf Ansuchen am 17. Dezember 1799 eine standesgemäße Uniform genehmigt. Sie besteht aus einem kornblauen Rock mit schwarzem Kragen, Aufschlägen und Rabatten, deren Ränder von einer schmalen Silberstickerei eingefaßt werden; dazu Hose und Weste aus weißem Tuch, schwarze Czismen, schwarzer Hut mit schmaler Borte und zwei weißen Cordons und einem Degen mit silbernem Portepee.
Leibgarde der Trabanten
Die Leibgarde der Trabanten trägt die Uniform ähnlich der Infanterieuniform vom 10. April 1799. Sie besteht aus der paillefarbenen Weste und Kniehose, dem bis zur Herzgrube geschlossenen kornblauen Rock ohne Kragen, mit schwarzen Rabatten und Aufschlägen und silbernen Tressen. Zur Gala wird darüber ein kornblauer Überrock mit schwarzen Aufschlägen getragen. Zu dem schwarzen Hut mit Silbertressen und kleinem weißblauen Federbusch gehört die weiße Perücke mit dem kurzen Cadogan. Couse und Degen entsprechen denen der Hartschiere.
Leibgarde der Hartschiere
Hier dürfte die Datierung nicht stimmen. Der Uniformrock entspricht im Schnitt den allgemeinen Vorschriften von 1807. In der Rangliste der k.b. Armee für das Jahr 1811 ist die Uniform wie folgt beschrieben: “Rock von kornblauem Tuch, schwarzsamtene Klappen, Kragen und Aufschläge, weiße Westen, paillegelbe Beinkleider und Unterfutter, silberne Schleifen auf Klappen, Aufschlägen und Rocktaschen, Hut mit einer silbernen Tresse und Federbusch. Schwarzsamtene mit silbernen Tressen besetzte Degenkuppel, Bandoulier und Cartouche, Stiefel und Sporne. In Gala eine hellblau und schwarzsamten gestreifte Casaque, Schuhe und weiße Strümpfe.” Von Epauletten ist hier noch keine Rede, wahrscheinlich bekommen die Hartschiere, da in der gleichen Rangliste die Epauletten der Chevaulegers und der Artillerie ausdrücklich erwähnt werden, diese erst mit der allgemeinen Einführung der Epauletten. Zur Gala führen die Hartschiere die Couse.
Quittierte Offiziere
Quittierte Offiziere, das heißt jene, die ohne Pension aus dem aktiven Dienst schieden, tragen zum kornblauen Rock mit schwarzer Samtegalisierung und kornblauen Vorstößen weiße Hosen und gelbe Westen wenn sie von der Infanterie, weiße Westen, wenn sie von der Kavallerie kommen. Der unbortierte Hut wird bei den Generälen mit einer weißen Plumage, bei Kavalleristen mit einem weißblauen, aufrecht stehenden Federbusch geschmückt. Sie führen die Seitenwaffen ihrer Truppenteile weiter.
Im Armeebefehl vom 10. März 1804 heißt es: Um die gesetzliche Ordnung und Disziplin aufrecht zu erhalten, und der von höchster Aufmerksamkeit ganz besonders gewürdigten Gerechtigkeitspflege durch eine zweckmäßige, weniger Hemmung verbundene Geschäftsführung auf eine das Vertrauen der Armee erweckende Art neue Schwungkraft zu geben, wird der bisherige Kriegs-Justiz-Rath in eine selbständig wirkende Stelle unter dem Namen General-Auditoriat, welche die dritte oberste Instanz in Militär-Justizsachen bildet, umgeschaffen.” - Die Uniform behält die bisherigen Farben bei, wird aber dem neuen Schnitt angepaßt.
Das erste bayerische Kadettenkorps wird am 1. Juli 1756 von Kurfürst Max III. Joseph gegründet. Am 14. Juli 1778 wird es in die Herzoglich Marianische Landesakademie und diese am 23. September 1789 in die Militärakademie umgewandelt. Aus letzterer entsteht am 19. Januar 1805 das neue Kadettenkorps. - Die Uniform besteht aus dem hellblauen Rock mit Kragen und Aufschlägen aus schwarzem Samt, die Vorstöße und das Schoßfutter sind hochrot, die Knöpfe weiß. Dazu werden weiße Tuchhosen und schwarze Gamaschen getragen. Die Kadetten erhalten das Infanteriekasket als Kopfbedeckung. Zur Winterkleidung gehören gestrickte graue Hosen mit rotem Vorstoß. Der kurze Säbel wird hier schon in der Trageweise ab 1807 gezeigt, vorher hängt er am umgeschnallten Gürtelkoppel. Gewehre führen die vier unteren Kurse nicht.
Die Offiziere des Kadettenkorps tragen kornblaue Uniformröcke mit Kragen, Klappen und Aufschlägen aus schwarzem Samt, rotem Schoßfutter und -Umschläge, roten Vorstößen, silbernen Knöpfen und Auszeichnungen, weiße Tuchhosen in hohen Stiefeln, schwarze Zweispitze mit gebogter Silberborte.
Der Armeebefehl vom 1. Mai 1804 bringt neue strengere Bedingungen für die Beförderung zum Regimentschirurgen. Dazu ist in Zukunft ein abgeschlossenes Studium mit Erwerb der ärztlichen Approbation notwendig, die sehr kostspielige Promotion bleibt den Militärärzten noch erlassen. - Die Bekleidung der Ärzte entspricht den allgemeinen Vorschriften für die oberen Militärbeamten. Im Gegensatz zu unserer Darstellung wird 1805 die Uniform noch nach der Vorschrift vom 20. August 1799 getragen und besteht aus einem langen dunkelblauen Rock ohne Klappen; Kragen und Aufschlägen aus gleichem Tuch, rotem Futter und glatten weißen Knöpfen. Die Rockschöße werden nicht umgeschlagen. Der Rang wird durch die Silberstickerei auf Kragen und Aufschlägen angezeigt. Die Weste ist bis 1804 dunkelblau mit doppelter Silberborteneinfassung, dann weiß wie die Hose. Der sehr hohe Hut ist schwarz, mit Silberborten besetzt, die schwarze Schleife wird von silberner Schlinge mit silbernem Knopf gehalten.
Hier gilt bezüglich der Uniform das gleiche wie beim Stabsarzt. Die gezeigte Bekleidung wird erst mit Erlaß vom 21. April 1824 eingeführt. Zum kleinen Dienst werden im Gegensatz zur Gala dunkelblaue Pantalons mit rotem Vorstoß getragen. Militärärzte und Verwaltungsbeamte haben scharlachrote, Justizbeamte karmoisinrote Auszeichnung. Der Hut wird etwas kleiner und bekommt statt der Borteneinfassung beim Verwaltungs- und Justizpersonal entsprechend der Knopffarbe zur Kokarde eine goldene, bei den Ärzten eine silberne Sternschleife. Die Knöpfe erhalten einen aufgeprägten Löwen. Gleichzeitig wird für die Militärbeamten der Armeedegen M/1818 eingeführt. - Bis 1822 gehören die Militärbeamten dieser Rangklasse zum Unter-, dann zum Mittelstab.
Employé / Aktuar
Die Uniformvorschriften entsprechen den obigen Figuren zur Militärverwaltung. Die Unterbeamten haben keine Stickerei auf Kragen und Aufschlägen. Sie behalten auch nach Einführung der Sternagraffe zur Kokarde die einfache Hutschlinge.
1811 bestehen Offizierscorps und Stab der Hartschiere aus:General-Lieutenant Graf Minucci - Capitain en chefGeneral-Lieutenant Graf Tauffkirchen - LieutenantGeneral-Major Graf Marsigli - LieutenantOberst Graf Tampieri - LieutenantOberst Graf Livizzani - CornetOberst Graf Preysing - CornetOberst Baron Scheberras - ExemptOberst Baron Gummpenberg - ExemptOberst Graf Vichy - ExemptOberst Graf La Rosée - ExemptRittmeister Roßkopf - AdjutantOberlieutenant Reger - Premier-BrigadierOberlieutenant Weiß - Premier-BrigadierOberlieutenant Plattner - Premier-BrigadierOberlieutenant Niedermaier - Premier-BrigadierUnterlieutenant Leutbecher - Sous-BrigadierUnterlieutenant Bayer - Sous-BrigadierUnterlieutenant Schäffer - Sous-BrigadierUnterlieutenant Lechner - Sous-BrigadierRittmeister Schütz - QuartiermeisterRittmeister Wolff - StaabsauditorHerr Heß - Chirurg
Sekretär beim General-Comando
Die Diener im Kadettenkorps, meist felddienstuntaugliche oder ausgediente Soldaten bekommen eine dem Überrock ähnliche Uniform mit zwei Reihen weißen Knöpfen und schwarzen Aufschlägen, dazu eine blaue Weste mit kleineren Knöpfen und ebenfalls schwarzen Aufschlägen, eine blaue, mit einem Dutzend weißer Knöpfe besetzte Hose und einen schwarzen Filzhut. Der graue Hausanzug hat den gleichen Knopfbesatz.
Armeebefehl vom 11. Oktober 1812. Auszüge aus dem Edikt (Die Errichtung einer Gensd’armerie betreffend). “Wir Maximilian Joseph, von Gottes Gnaden König von Bayern. - In Folge der Konstitution des Reiches Titel VI. §V., worin die Errichtung einer Gensd’armerie festgesetzt worden ist, haben Wir beschlossen und beschliessen Wir, wie folgt: I. Errichtung der Gensd’armerie. Es soll eine Gensd’armerie errichtet, und dieser die bisher dem Polizei-kordon obgelegene Handhabung der Polizei, und die Erhaltung der Ruhe, Ordnung und Sicherheit im Innern des Reiches mit dem nächsten Jahre anfangend anvertraut werden .... VII. Uniform, Bewaffnung. Art. 44. Die berittene Gensd’armerie erhält die Uniform nach dem Zuschnitte, welcher der Cavallerie der Armee vorgeschrieben ist, jedoch statt kurzen, lange Röcke, sowie dieselben Pferde-Equipagen mit grünen Decken; zum Unterscheidungszeichen trägt sie jedoch statt der Kaskets schwarze Tschakos mit rothen Federbüschen und Achselschnüren. Die Grundfarbe der Uniform und die der Beinkleider ist durchaus grün, jene der Aufschläge scharlach. Art. 45. Die Infanterie erhält die Uniform nach dem Zuschnitte der leichten Linien-Infanterie, jedoch gleichfalls lange Röcke und Tschakos mit rothen Huppen und Achselschnüren; auch bei ihr sind der Rock und die Beinkleider grün, die Aufschläge scharlachroth. Art. 46. Die Borten, womit die Tschakos besezt werden, sind bei der gemeinen Mannschaft von gelben Kameelgarn, jedoch verschieden nach ihrer Breite; bei den Ober-Offizieren vom Golde, die Knöpfe gelb. Art. 47. Die Unterscheidungszeichen des Ranges und das Port-d’Epée sind dieselben, wie jene der Linien-Truppen. Art. 48. Die Qualität der Uniforme soll gut und dauerhaft seyn, weshalb sich strenge an die mitzutheilenden Muster zu halten ist. Art. 49. Die gelben Schilde, womit die Tschakos versehen sind, werden oberhalb dem königlichen Wappen die Nummer der Legion, und die Umschrift: “Gensd’armerie” erhalten. Art. 50. Zur Bewaffnung erhält der berittene Gensd’arme einen Karabiner, 2 Pistolen und einen Säbel; der Unberittene einen Säbel und eine Musquete samt Bajonet, mit dem für die Linien-Truppen vorgeschriebenen Kaliber. Art. 51. Die Anschaffung übernimmt das Aerar, den Unterhalt im brauchbaren Stande hingegen hat der Gensd’arme zu bestreiten.” Nicht beschrieben im Edikt ist das im Gegensatz zu den Linientruppen schwarze Lederzeug, die Patronentasche der Fußmannschaften und die Kartusche der Berittenen, deren Deckel der gekrönte Namenszug und bei Offizieren eine silberne Kante schmückte. Mit Reskript vom 18. April 1816 werden auch den Offizieren der Gendarmerie zu Fuß der inzwischen weiße Busch, die goldenen Achselschnüre und die Kartusche statt des Haussecols genehmigt. Entgegen der ersten Anordnung im Edikt wird der Tschako nicht mit dem Wappen, sondern mit dem allgemeinen Emblem, dem gekrönten Namenszug geschmückt. Die Infanterie trägt dazu rote Pompoms. Mit Edikt vom 2. März 1820 werden Tschakobehang und Epaulettefransen bei der gesamten Gendarmerie abgelegt.

References: Art. 44
 Art. 45
 Art. 46
 Art. 47
 Art. 48
 Art. 49
 Art. 50
 Art. 51