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Timestamp: 2019-10-17 01:51:47+00:00

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OVG Sachsen, 07.02.2018 - 5 A 1246/17.A - dejure.org
OVG Sachsen, 07.02.2018 - 5 A 1246/17.A
https://dejure.org/2018,2194
OVG Sachsen, 07.02.2018 - 5 A 1246/17.A (https://dejure.org/2018,2194)
OVG Sachsen, Entscheidung vom 07.02.2018 - 5 A 1246/17.A (https://dejure.org/2018,2194)
OVG Sachsen, Entscheidung vom 07. Februar 2018 - 5 A 1246/17.A (https://dejure.org/2018,2194)
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AsylG § 3, AsylG § 3a, AsylG § 3b, AsylG § 3c, AsylG § 26, AsylG § 28 Abs. 1a
Syrische Asylbewerber; Flüchtlingseigenschaft; illegale Ausreise aus Syrien; flüchtlingsrelevante Verfolgung; Wehrpflicht in Syrien; Wehrdienstentzug durch Ausreise ins Ausland; zugeschriebene regimefeindliche Gesinnung; Familienangehörige; Reflexverfolgung; Sippenhaft
AsylG § 3, AsylG § 3a, AsylG § 3b, AsylG § 3c, AsylG § 26, AsylG § 28 Abs. 1a, AsylG § 4
Syrien, Familienangehörige, Sippenhaft, illegale Ausreise, Militärdienst, Flüchtlingseigenschaft, subsidiärer Schutz, politische Verfolgung, minderjährig, Berufung, Reflexverfolgung, Verfolgungsgrund
Syrische Flüchtlinge: Wehrpflichtige haben Anspruch auf Flüchtlingsstatus
VG Leipzig, 13.07.2017 - 7 K 1011/16
b) Angesichts der dargestellten Erkenntnislage hat der Senat nicht die Überzeugung gewonnen, dass allein der Militärdienstentzug oder die Desertion eines syrischen Militärdienstpflichtigen bzw. Soldaten für dessen Familienmitglieder zu Verfolgungsmaßnahmen seitens der syrischen Sicherheitskräfte führen (im Ergebnis ebenso VGH BW, U.v. 9.8.2017 - A 11 S 710.17 - juris; SächsOVG, U.v. 7.2.2018 - 5 A 1246/17.a - juris).
Allerdings verweist das Oberverwaltungsgericht Bautzen im Urteil vom 7. Februar 2018 - 5 A 1246/17.A - (…juris Rn. 55) darauf, dass von männlichen Personen berichtet werde, "deren Herkunft aus einem Oppositionsgebiet sie bei einer Rückkehr nach Syrien dem Verdacht einer oppositionellen Haltung aussetzen kann".
Bestätigt wird dies durch den vom Oberverwaltungsgericht Bautzen (Urteil vom 7. Februar 2018 - 5 A 1246/17.A - juris Rn. 55) beschriebenen Fall eines syrischen Rückkehrers, der im August 2015 aus Australien kommend in Syrien zunächst festgenommen worden sei, weil er aus einer Oppositionshochburg gestammt habe, und dann als vermeintlicher Geldgeber inhaftiert und gefoltert worden sei, da er Rückkehrhilfe-Gelder der australischen Behörden bei sich gehabt habe.
Allerdings führt das Oberverwaltungsgericht Bautzen (Urteil vom 7. Februar 2018 - 5 A 1246/17.A - juris Rn. 55) weiter aus, weitere Erkenntnismittel sprächen dafür, dass das syrische Regime vor allem die wehrfähigen Männer und Jungen im Alter von über zwölf Jahren aus den (ehemals) umkämpften Oppositionsgebieten verfolge.
Das Oberverwaltungsgericht Bautzen (Urteil vom 7.Februar 2018 - 5 A 1246/17.A - juris Rn. 55) führt als Quelle zum einen die Herkunftslandinformationen des UNHCR zur Unterstützung der Anwendung des UNHCR-Länderleitfadens "Feststellung des internationalen Schutzbedarfs von Asylsuchenden aus Syrien - "illegale Ausreise" aus Syrien und verwandte Themen", Februar 2017 (deutsche Version April 2017), S. 20 f., an, in der sich die vom Oberverwaltungsgericht Bautzen wiedergegebene Einschätzung findet.
Dahingehende Anhaltspunkte enthält auch die "Schnellrecherche der SFH-Länderanalyse vom 5. Juli 2017 zu Syrien: Situation in Aleppo", nicht, auf die sich das Oberverwaltungsgericht Bautzen (Urteil vom 7. Februar 2018 - 5 A 1246/17.A - juris Rn. 55) ebenfalls stützt.
19 Angesichts der einhelligen obergerichtlichen Rechtsprechung, wonach zurückkehrenden syrischen Asylbewerbern nicht mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit flüchtlingsrelevante Verfolgung wegen illegalen Verlassens des Landes und des Aufenthalts im Ausland sowie einem dort gestellten Asylantrag droht, auf die zur weiteren Begründung verwiesen wird (vgl. Sächsisches Oberverwaltungsgericht, Urteil vom 7. Februar 2018 - 5 A 1246/17.A - juris, Rn. 21 m.w.N.), hält die Kammer an ihrer bisherigen gegenteiligen Ansicht nicht fest.
Das Gericht ist entgegen der Ansicht des Nds. OVG (vgl. Urteil vom 27. Juni 2017 - 2 LB 91/17 -, Beschluss vom 22. Februar 2018 - 2 LB 1789/17 - juris) der Auffassung, dass bereits das grundsätzliche Unterworfensein von syrischen Männern unter eine nicht verlässlich eingrenzbare Dienstpflicht flüchtlingsrechtlich (hier nach § 3a Abs. 2 Nr. 1 - 3 AsylG) relevant ist und folgt insofern der Rechtsprechung des Bayerischen VGH (Urteile vom 14. Februar 2017 - 21 B 16.31001 - und vom 12. Dezember 2016 - 21 B 16.30372 - juris), des VGH Baden-Württemberg (Urteile vom 28. Juni 2017 - A 11 S 664/17 -,14. Juni 2017 - A 11 S 511/17 - und 2. Mai 2017 - A 11 S 562/17 - juris), des Hessischen VGH (Urteil vom 6. Juni 2017 - 3 A 3040/16.A - juris) und des Sächsischen OVG (Urteil vom 7. Februar 2018 - 5 A 1246/17.A - juris).
Die Kammer nimmt ebenso Bezug auf die Ausführungen des Sächsischen OVG in dem Urteil vom 7. Februar 2018 (5 A 1246/17.A, juris, Rn. 26-44), wonach zurückkehrenden syrischen Männern im wehrpflichtigen Alter staatliche Maßnahmen drohen, die nach ihrer objektiven Gerichtetheit an den in § 3b Abs. 1 Nr. 5 AsylG genannten Verfolgungsgrund der - ihnen vom syrischen Staat gemäß § 3b Abs. 2 AsylG zugeschriebenen - politischen Überzeugung anknüpfen.
Auch das Sächsische OVG nimmt nicht an, dass Familienangehörigen von Klägern, die wegen Wehrdienstentzugs politische Verfolgung durch den syrischen Staat zu befürchten haben, mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrelevante Reflexverfolgung droht (vgl. Urteil vom 7. Februar 2017 - 5 A 1246/17.A -, juris, Rn. 37-53).
Zur Begründung wird auf die Rechtsprechung des 21. Senats des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (…U.v. 20.6.2018 - 21 B 17.31605 - juris Rn. 52 ff;… U.v. 22.6.2018 - 21 B 18.30852 - juris Rn. 39), des erkennenden Senats (…U.v. 9.5.2019 - 20 B 19.30534 - juris Rn. 63 -81), des VGH Baden-Württemberg (…U.v. 9.8.2017 - A 11 S 710.17 - juris Rn. 50), des Sächsischen OVG (U.v. 7.2.2018 - 5 A 1246/17.A - juris Rn. 49-50) und des Nordrhein-Westfälischen OVG (…U.v. 12.12.2018 - 14 A 847/18.A - juris Rn. 37) Bezug genommen.
Die Kammer folgt diesbezüglich der - soweit ersichtlich - einhelligen obergerichtlichen Rechtsprechung (so: Nds. OVG…, Urteil vom 27.06.2017 - 2 LB 91/17 - juris, Rn. 43; im Übrigen nur: Sächsisches OVG, Urteil vom 07.02.2018 - 5 A 1246/17.A - juris, Rn. 21 mwN), auf die verwiesen wird.
Zudem ist auch im Falle einer möglichen Rückkehr nach Syrien - wie oben bereits ausgeführt wurde - nicht mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrelevante Verfolgung allein wegen des illegalen Verlassens des Landes und des Aufenthalts im Ausland sowie einem dort gestellten Asylantrag anzunehmen (vgl. etwa nur Sächsisches OVG, Urteil vom 07.02.2018 - 5 A 1246/17.A - juris, Rn. 21 mwN).
Dass Familienangehörige von Personen, die wegen Wehrdienstentziehung politische Verfolgung durch den syrischen Staat zu befürchten haben, mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrelevante Reflexverfolgung droht, lässt sich nach Auswertung der vorliegenden Erkenntnismittel nicht feststellen (ebenso Sächsisches OVG, Urteil vom 07.02.2017 - 5 A 1246/17.A -, juris, Rn. 37-53; VG Oldenburg…, Urteil vom 19.04.2018 - 2 A 641/18 - juris, Rn. 52 ff.; a.A. VG Würzburg, Urteil vom 16.05.2018 - W 2 K 18.30365 - juris).
Zur Begründung wird auf die Rechtsprechung des 21. Senats des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (…U.v. 20.6.2018 - 21 B 17.31605 - juris Rn. 52 ff;… U.v. 22.6.2018 - 21 B 18.30852 - juris Rn. 39), des erkennenden Senats (…U.v. 9.5.2019 - 20 B 19.30534 - juris Rn. 63-81), des VGH Baden-Württemberg (…U.v. 9.8.2017 - A 11 S 710.17 - juris Rn. 50), des Sächsischen OVG (U.v. 7.2.2018 - 5 A 1246/17.A - juris Rn. 49-50) und des Nordrhein-Westfälischen OVG (…U.v. 12.12.2018 - 14 A 847/18.A - juris Rn. 37) Bezug genommen.
65 2.4.2 Angesichts der dargestellten Erkenntnislage hat der Senat nicht die Überzeugung gewonnen, dass allein der Militärdienstentzug oder die Desertion eines syrischen Militärdienstpflichtigen bzw. Soldaten für dessen Familienmitglieder zu Verfolgungsmaßnahmen seitens der syrischen Sicherheitskräfte führen (im Ergebnis ebenso VGH BW, U.v. 9.8.2017 - A 11 S 710.17 - juris; SächsOVG, U.v. 7.2.2018 - 5 A 1246/17.a - juris).
63 2.4.2 Angesichts der dargestellten Erkenntnislage hat der Senat nicht die Überzeugung gewonnen, dass allein der Militärdienstentzug oder die Desertion eines syrischen Militärdienstpflichtigen bzw. Soldaten für dessen Familienmitglieder zu Verfolgungsmaßnahmen seitens der syrischen Sicherheitskräfte führen (im Ergebnis ebenso VGH BW, U.v. 9.8.2017 - A 11 S 710.17 - juris; SächsOVG, U.v. 7.2.2018 - 5 A 1246/17.a - juris).
2.4.2 Angesichts der dargestellten Erkenntnislage hat der Senat nicht die Überzeugung gewonnen, dass allein der Militärdienstentzug oder die Desertion eines syrischen Militärdienstpflichtigen bzw. Soldaten für dessen Familienmitglieder zu Verfolgungsmaßnahmen seitens der syrischen Sicherheitskräfte führen (im Ergebnis ebenso VGH BW, U.v. 9.8.2017 - A 11 S 710.17 - juris; SächsOVG, U.v. 7.2.2018 - 5 A 1246/17.a - juris).

References: § 3
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 § 26
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