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Timestamp: 2017-09-26 21:45:59+00:00

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Rechtliche Rahmenbedingungen für Preisausschreiben und Gewinnspiele › omsels.info - Der Online-Kommentar zum UWG
← a) § 5 a Abs. 2 UWG - Wesentliche Informationen
1. Teilnahmebedingungen →
Informationspflichten bei Gewinnspielen, Preisausschreiben und ähnlichen Aktionen wurden bis zum 9.12.2015 in § 4 Nr. 5 (alt) UWG gesondert geregelt. Die Vorschrift wurde richtlinienkonform ausgelegt, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die entsprechenden Informationspflichten nunmehr aus § 5a Abs. 2 UWG abgeleitet werden. In diesem Sinne nun auch:
OLG Jena, Urt. v. 17.8.2016, 2 U 14/16, II.2
Die Informationspflichten nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 TMG entsprechen denen nach § 4 Nr. 5 UWG a.F. und sind nach § 5a Abs. 4 UWG wesentlich im Sinne von § 5a Abs. 2 UWG. Insoweit bestimmen § 4 Nr. 5 UWG a.F. und § 6 Abs. 1 Nr. 4 TMG übereinstimmend, dass es sich um ein Preisausschreiben oder Gewinnspiel mit Werbecharakter handeln muss und es um die Ausgestaltung der Teilnahmebedingungen geht, die jedenfalls klar und eindeutig angegeben werden müssen.
Da kein Grund für eine Privilegierung des elektronischen Geschäftsverkehrs gegenüber anderen Vertriebsformen besteht, kann nach Auffassung des Senats das in § 6 Abs. 1 Nr. 4 TMG normierte besondere Transparenzgebot für Gewinnspiele mit Werbecharakter im Rahmen von § 5a Abs. 2 UWG herangezogen werden (BGH GRUR 2010, 158 Rn. 16 - FIFA-WM-Gewinnspiel)
Darüber hinaus verweise ich vorläufig auf die Kommentierung zu § 4 Nr. 5 (alt) UWG, der im wesentlichen auch die folgenden Ausführungen entstammen.
1. Früherer Gesetzestext des § 4 Nr. 5 UWG
2. Sonstige gesetzliche Bestimmungen
Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG
§ 6 Abs. 1 Nr. 4 TMG
8 a RStV
3. Zweck des § 4 Nr. 5 (alt) UWG
5 Preisausschreiben
6. Werbecharakter
Früherer Gesetzestext des § 4 Nr. 5 UWG
§ 4 Nr. 5 (alt) UWG
Unlauter handelt,
wer bei Preisausschreiben oder Gewinnspielen mit Werbecharakter die Teilnahmebedingungen nicht klar und eindeutig angibt
Sonstige gesetzliche Bestimmungen
20. das Angebot eines Wettbewerbs oder Preisausschreibens, wenn weder die in Aussicht gestellten Preise noch ein angemessenes Äquivalent vergeben werden
Beachte außerdem
(1) Diensteanbieter haben bei kommerziellen Kommunikationen, die Telemedien oder Bestandteile von Telemedien sind, mindestens die folgenden Voraussetzungen zu beachten: …
Teilweise wird befürwortet, § 6 Abs. 1 Nr. 4 TMG auf Sachverhalte außerhalb der elektronischen Medien analog anzuwenden und einen Verstoß § 5a Abs. 2, Abs. 4 UWG zuzuordnen. Allerdings ist es auch möglich, auf die Analogie zu verzichten und die Informationen nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 TMG für wesentlich im Sinne des § 5a Abs. 2 UWG zu halten.
§ 8 a RStV
§ 8a Gewinnspiele
(1) Gewinnspielsendungen und Gewinnspiele sind zulässig. Sie unterliegen dem Gebot der Transparenz und des Teilnehmerschutzes. Sie dürfen nicht irreführen und den Interessen der Teilnehmer nicht schaden. Insbesondere ist im Programm über die Kosten der Teilnahme, die Teilnahmeberechtigung, die Spielgestaltung sowie über die Auflösung der gestellten Aufgabe zu informieren. Die Belange des Jugendschutzes sind zu wahren. Für die Teilnahme darf nur ein Entgelt bis zu 0,50 Euro verlangt werden; § 13 Abs. 1 Satz 3 bleibt unberührt.
(2) Der Veranstalter hat der für die Aufsicht zuständigen Stelle auf Verlangen alle Unterlagen vorzulegen und Auskünfte zu erteilen, die zur Überprüfung der ordnungsgemäßen Durchführung der Gewinnspielsendungen und Gewinnspiele erforderlich sind.
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten auch für Teleshoppingkanäle.
Zweck des § 4 Nr. 5 (alt) UWG
Der Zweck der Norm lag im Schutz der Teilnehmer an Preisausschreiben und Gewinnspielen mit Werbecharakter vor unsachlicher Beeinflussung und Irreführung durch unzureichende Information über die Teilnahmebedingungen.
Durch den Tatbestand der Nummer 5 wird das Transparenzgebot bei Preisausschreiben und Gewinnspielen mit Werbecharakter entsprechend den Verkaufsförderungsmaßnahmen in Nummer 4 geregelt, da insoweit ein vergleichbares Missbrauchspotenzial besteht. Die Regelung entspricht den bislang schon für den Bereich der elektronischen Medien geltenden Bestimmungen, so für die Mediendienste § 10 Abs. 4 Nr. 4 des Mediendienste-Staatsvertrages und für Teledienste § 7 Nr. 4 des Teledienstegesetzes. Nicht vom Transparenzgebot erfasst sind die tatsächlichen Gewinnchancen, da die Ungewissheit hierüber zum Charakter eines Preisausschreibens bzw. eines Gewinnspiels gehören kann. Zudem ist es einem Unternehmen häufig nicht möglich, die Gewinnchancen anzugeben, da diese in der Regel von der im Vorfeld ungewissen Anzahl der Mitspieler abhängen werden. Im Hinblick auf das in Nummer 6 geregelte Kopplungsverbot fehlt es insoweit meist an einer soliden Berechnungsgrundlage. BT-Drucks. 15/1487, S. 18
Ein Gewinnspiel ist ein Spiel, bei dem die Teilnahme unentgeltlich ist und der Gewinn nicht wesentlich von den Fähigkeiten, Kenntnissen und der Aufmerksamkeit des Spielers abhängt, sondern hauptsächlich vom Zufall. Eine klare Abgrenzung zum Preisausschreiben ist nicht möglich, aber auch nicht erforderlich, da auch Preisausschreiben von § 4 Nr. 5 (alt) UWG erfasst werden.
Ein Preisausschreiben liegt vor, wenn die Ermittlung des Gewinners von den Kenntnissen und Fähigkeiten der Teilnehmer abhängt. Wenn die Anforderungen an die Teilnehmer aber gering sind, weil z.B. eine ganz einfache Frage zu beantworten ist, liegt eher ein Gewinnspiel vor. Für die rechtliche Beurteilung ist die Abgrenzung zwischen einem Gewinnspiel und einem Preisausschreiben ohne Bedeutung.
Werbecharakter
Das Tatbestandsmerkmal des Werbecharakters ist im Rahmen des § 5a Abs. 2 UWG nicht mehr erforderlich. Es war aber schon früher mit der 'geschäftlichen Handlung' deckungsgleich, die auch bei § 5a Abs. 2 UWG vorliegen muss. Der Werbecharakter wurde wie folgt definiert:
BGH, Urt. v. 9.6.2005, I ZR 279/02, Tz. 32 – Telefonische Gewinnauskunft
Für die Annahme des Werbecharakters reicht es aus, dass das Gewinnspiel unmittelbar oder mittelbar dem Ziel dient, den Absatz von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen des eigenen oder eines fremden Unternehmens zu fördern. Der Werbecharakter liegt in der Regel schon in der mit der Gewinnauslobung verbundenen positiven Selbstdarstellung des auslobenden Unternehmens.
http://www.webcitation.org/6IwgaiIEi

References: § 5
 § 4
 § 5
 § 6
 § 4
 § 5
 § 5
 § 4
 § 6
 § 6
 § 5
 § 4
 § 4
 § 3

§ 6
 § 4
 § 4

§ 4
 § 6
 § 5
 § 6
 § 5

§ 8

§ 8
 § 13
 § 4
 § 10
 § 7
 § 4
 § 5
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