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Timestamp: 2020-03-30 22:40:58+00:00

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Anrechnung Sachbezug Arbeitgeber - ALG-Ratgeber - Hilfe zur Selbsthilfe
Anrechnung Sachbezug Arbeitgeber
Beitrag von Upstocker » Mi 8. Jan 2020, 13:08
mein AG hat mir zu Weihnachten eine Familienkarte für den hiesigen Zoo geschenkt (Für die Kids und mich). Der Sachbezug erhöht mein
steuerliches Brutto und das Netto wird natürlich in Form der Karte "ausgezahlt".
In der ALGII-VO § 2 Abs. 6 steht:"Sonstige Einnahmen in Geldeswert sind mit ihrem Verkehrswert als Einkommen anzusetzen."
Das wären dann ca. 110 Euro in meinem Fall (Ausgabepreis).
Nun ist es so, daß diese Familienkarten personalisiert sind. Nur wir können damit in den Zoo gehen (mit Lichtbild). Können die Karten auch nicht verkaufen. Ich versuche mal, daß gegenüber dem JC so darzustellen, daß uns dieser Zufluß nicht so viel besser stellt, daß daneben keine ALGII Leistungen mehr gerechtfertigt wären und die Karten eben keine "bereiten Mittel" darstellen. So gesehen gibt es auch keinen Verkehrswehrt. Außerdem, gerechnet auf die einzelne Person (der BG) würde die "Schenkung" unter 50 Euro pro Person liegen. Mal schauen, was daraus wird.
Re: Anrechnung Sachbezug Arbeitgeber
Beitrag von tigerlaw » Mi 8. Jan 2020, 13:15
M.E. gute Argumente!
Beitrag von Koelsch » Mi 8. Jan 2020, 13:19
Beitrag von Olivia » Mi 8. Jan 2020, 13:54
mein Arbeitgeber hat den Mitarbeitern und somit auch mir ungefragt und gegen meinen Willen zu Weihnachten eine personalisierte Familienkarte für den hiesigen Zoo geschenkt. Dazu stelle ich im Hinblick auf meine Leistungen aus ergänzendem ALG II-Bezug folgendes fest:
1.) Die Eintrittskarte ist weder übertragbar noch verkäuflich. Ich kann die Karte nicht verkaufen. Die personalisierte Familienkarte hat somit den Verkehrswert Null.
2.) Auch persönlich hat die Karte für mich keinen finanziellen Wert, da ich mangels Zoobesuchen keine Eintritte erspare.
3.) Die Karte bevorteiligt uns nicht dergestalt, so dass daneben keine ALG II-Leistungen mehr gerechtfertigt wären. Die Karte stellt kein "bereites Mittel" dar. Auch aus dieser Sicht gibt es keinen Verkehrswert.
4.) Zoobesuche lehne ich aus persönlichen Gründen sowie aus Gründen des Tierwohls ab und spreche an dieser Stelle auch für meine Kinder. Die Eintrittskarte wurde bereits von mir entsorgt.
Das Geschenk ist für mich komplett wertlos.
Aus den genannten Gründen sowie der persönlichen Situation scheidet eine Anrechnung der Eintrittskarte als Sachbezug im Sinne des SGB II vollständig aus. Gegen eine anderslautende Entscheidung, insbesondere auch eine nur teilweise Anrechnung, werde ich mich mit allen zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln wehren. Wenn nötig, werde ich nicht zögern, das Sozialgericht einzuschalten.
Beitrag von marsupilami » Mi 8. Jan 2020, 14:29
Punkt 1 + 3 Satz 2 von Olivias Konzept zusammenziehen und tatsächlich vorne anstellen.
Punkt 2 + 4 zusammen mit Satz 1 aus Punkt 3 zusammenziehen.
Ich persönlich hab große Schwierigkeiten mir vorzustellen, Kindern beizubringen dass Zoo nicht gut für Tiere ist.
Für die ist das doch ein Erlebnis, von dem sie dann Montag in der Schule erzählen können.
Sie haben die großen Elefanten, das dicke Nilpferd und die wilden Tiger gesehen.
Und wie die Affen durch ihr Gehege gefegt und gesprungen und geklettert sind.
Dass die "wilden" Tiger faul in der Ecke lagen und Siesta hielten wird dann wohlweislich verschwiegen bzw. in der kinder-eigenen Wahrnehmung "korrigiert".
Wenn Upstocker das doch tatsächlich so verkaufen und vertreten kann - soll's mir recht sein.
Dann aber auch vielleicht noch dazuschreiben, dass dieses Weihnachtsgeschenk per Post kam und somit nicht direkt persönlich mit entsprechenden Argumenten abgelehnt werden konnte.
Beitrag von Olivia » Mi 8. Jan 2020, 14:37
Dumm wäre natürlich, wenn man dann am Tiergehege dem JC-Sachbearbeiter begegnet, der den Fall bearbeitet. Oder dem Sozialrichter, bei dem der Fall dann liegt.
Nötigenfalls die entsprechenden Punkte rauslassen!
Beitrag von Koelsch » Mi 8. Jan 2020, 14:54
Ich würde überhaupt nicht so in's Detail gehen.
Die Karte ist personalisiert, kann nicht veräussert werden, hat also keinen Verkehrswert. Punkt, Ende, aus.
Es geht das "geschätzte" JC "einen feuchten" an, ob ich von Stund an in jeder nicht mit Bewerbungen pflichtgemäß verbrachten Minute Elefanten betrachte oder mich zum Affen mache.
Beitrag von marsupilami » Mi 8. Jan 2020, 14:54
So ischt äs!
Beitrag von HarzerUrvieh » Mi 8. Jan 2020, 15:04
Egal wie man die Eintrittskarte erhalten hat, denn:
a) wie ist denn der Arbeitgeber an die "Passbilder" dafür gekommen?
b) wer haut seinem AG so vor den Kopp und lehnt ein Geschenk ab?
c) mit Ablehnung des Geschenks hätte man auch das Arbeitsverhältnis gefährden können?
Trifft man SBchen im Zoo, dann wäre es gut, wenn die Raubtiere satt sind.
Kann SBchen doch egal sein, ob man in den Zoo geht..
Wenn der Blitz ins Maisfeld einschlägt, gibt es dann Popcorn?
Beitrag von Olivia » Mi 8. Jan 2020, 15:09
Mi 8. Jan 2020, 15:04
Ich vermute, dass zusammen mit der Familienkarte ein Lichtbildausweis vorgezeigt werden muss.
Die Annahme des Geschenks gehört zu den arbeitsvertraglichen Nebenpflichten.
Richtig, die Ablehnung des Geschenks würde dazu führen, dass man die Arbeitsstelle gefährdet.
Beitrag von Wampe » Mi 8. Jan 2020, 17:14
Mi 8. Jan 2020, 13:08
mein AG hat mir zu Weihnachten eine Familienkarte für den hiesigen Zoo geschenkt (Für die Kids und mich). Der Sachbezug erhöht mein steuerliches Brutto und das Netto wird natürlich in Form der Karte "ausgezahlt".
Also musst du die Karten von § 11 Abs. 1 Satz 1 SGB II
Nun ist es so, daß diese Familienkarten personalisiert sind. Nur wir können damit in den Zoo gehen (mit Lichtbild). Können die Karten auch nicht verkaufen. Ich versuche mal, daß gegenüber dem JC so darzustellen, daß uns dieser Zufluß nicht so viel besser stellt, daß daneben keine ALGII Leistungen mehr gerechtfertigt wären und die Karten eben keine "bereiten Mittel" darstellen.
nach § 11a Abs. 5 SGB II verschieben.
Ich könnte mir vorstellen, dass das JC da "überredet" werden möchte.
Ich hoffe mal, zu diesen Karten gibt's keine Betriebsvereinbarung oder sowas?
Beitrag von Olivia » Mi 8. Jan 2020, 17:36
Die Karten müssen von § 11 Abs. 1 Satz 2 SGB II aus verschoben werden.
Beitrag von Wampe » Mi 8. Jan 2020, 17:46
Auf jeden Fall aus § 11 SGB II.
Beitrag von Olivia » Mi 8. Jan 2020, 17:49
Beitrag von Upstocker » Do 9. Jan 2020, 11:15
Naja, die Karten möchten wir schon ganz gerne nutzen. Mein AG ist auch Sponsor für den Zoo und hat auch eine Patenschaft für ein Tier übernommen.
Es gibt keine Betriebsvereinbarung für Geschenke an Arbeitnehmer. Die Karten haben wir anlasslos bekommen, weil mein AG eben meine finanzielle Situation kennt. Man will ja vor allem meinen Kindern etwas Gutes tun und mich finanziell entlasten. Die Probleme, die daraus im ALGII-Bezug entstehen, kennt der AG nicht. Er hat mich mündlich gefragt, ob ich die Karten haben möchte und ich habe das bejaht. Hätte ich das nicht gemacht, wäre man zumindest irritiert gewesen. Mir war schon klar, daß die Annahme des "Geschenks" ein Aufhänger für die SB-Schergen werden kann. Das muß ich jetzt eben ausfechten. Danke für den Hinweis auf § 11a Abs. 5 SGB II. Ich hatte das oben schon formuliert, ohne die rechtliche Begründung.
Beitrag von marsupilami » Do 9. Jan 2020, 11:31
Wenn ich es recht verstanden habe, tauchen die Karten doch nur als Mehr-Brutto auf der Lohn-/Gehalts-Abrechnung auf.
Das Netto auf der Abrechnung bleibt gleich.
In der Lohn-/Gehalts-Abrechnung wird aber garantiert nicht drinnestehen, dass damit Zoo-Karten beziffert sind.
Was, wenn im Vorfeld dem JC erstmal garnix erklärt wird?
Erst wenn die fragen, dann entsprechend sagen: es gab Zookarten für die Kids als Weihnachtsgeschenk.
Laut Aushang Zoo sind pro Karte XX,xx Euronen anzusetzen.
Erst wenn die rumzicken, dann das große Besteck auffahren.
Wäre das eine realistische und halbwegs gesetzes-konforme Handhabung?
Beitrag von Upstocker » Do 9. Jan 2020, 13:46
Guter Ansatz, marsu.
Ich schaue erstmal, was auf meinem Gehaltszettel steht, bzw. ob und als welche Lohnart die das eingetragen haben.
Dauert aber noch etwas, weil ich den erste Ende des Monats bekomme. Vorher würde ich das JC auch nicht damit konfrontieren.
Meine Bescheide bekomme ich ohnehin vorläufig. Insofern sollte da nix anbrennen.
Beitrag von HarzerUrvieh » Do 9. Jan 2020, 13:56
Besteht die Möglichkeit, dass Du innerhalb diesen Jahres aus dem Bezug ziehst?
Und dein AG könnte die KArten eventuell erst danach auf der Entgeldabrechnung erscheinen lassen?
Beitrag von Upstocker » Do 9. Jan 2020, 14:57
Do 9. Jan 2020, 13:56
Das ist alles schon gelaufen. Fehlt quasi nur noch der Ausdruck aus der Lohnsteuersoftware.
Danke für alle Einlassungen. Ich warte mal ab, was auf dem Papier steht, ggf. komme ich dann hier noch mal
Ansonsten werde ich wohl noch eine (laaaaaaaange) Weile im Bezug bleiben müssen.
Beitrag von Wampe » Do 9. Jan 2020, 15:01
Ich hab meine Zweifel, ob das mit den steuerlichen Vorschriften konform gehen würde.
Beitrag von Upstocker » Do 23. Jan 2020, 09:52
Der Arbeitgeber hat für Dezember 2019 folgende Lohnarten verbucht:
4205 Zookarten aus Verlosung 100,00
6775 Abzug Sachzuwendung-100,00
Netto ist es dann quasi wie sonst. Ich muß allerdings darauf hinweisen, daß ich laut Bescheid vom Oktober im
Dezember 2019 KEINEN Anspruch auf ALG II Leistungen habe. Ist es dann nicht sowieso egal, was mir im Dezember zufliesst?
Wir hatten so etwas ähnliches schon mal hier:
Beitrag von Koelsch » Do 23. Jan 2020, 09:55
Dann ist es egal nach meiner Meinung
Beitrag von marsupilami » Do 23. Jan 2020, 10:06
Wenn Du eh keinen Anspruch hast, dann dürfen die - eigentlich - auch nix verlangen.
Mit den Kids in den Zoo gehen, schöne Zeit haben und das JC einen guten Mann sein lassen.
Beitrag von Koelsch » Do 23. Jan 2020, 10:14
...... und das JC einen guten Mann sein lassen.
Das dürfte sehr, sehr schwierig werden
Beitrag von Upstocker » Do 23. Jan 2020, 10:45
Do 23. Jan 2020, 10:14
LOL, YMMD. :D

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