Source: https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/08/11/wo-sind-freiheit-gleichheit-bruederlichkeit/
Timestamp: 2018-06-20 20:54:36+00:00

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Wo sind Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? – FASSADENKRATZER
Die Formen der Gesellschaft sind immer Ausdruck dessen, was im Menschen lebt und in der Begegnung mit den Anderen nach Entfaltung drängt. Die Frage ist nur, ob es das reine Wesen des Menschen ist, das sich ihm angemessene Strukturen schaffen kann, oder ob sich Kräfte durchsetzen, die seine freie Entfaltung beeinträchtigen und verhindern. Als in der Französischen Revolution der Ruf von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit die Welt durchtönte, fühlte sich jeder strebende Mensch davon in seinem Inneren angesprochen und begeistert. Diese Ideale haben etwas mit der Entfaltung des reinen Menschen in der Gesellschaft zu tun. Doch wo sind sie geblieben? Sie werden von den Herrschenden dieser Welt ständig phrasenhaft im Munde geführt, sind aber nur zu einem geringen Teil verwirklicht. Ihrem Wesen und inneren Zusammenhang soll hier etwas nachgegangen werden.
Entwicklung und Ursprung der Freiheit
Freiheit und Gleichheit hat es in den frühen Hochkulturen der Menschheit nicht gegeben, auch nicht geben können. Hier war die Gesellschaft hierarchisch, pyramidal aufgebaut, in der die höher Stehenden als göttergleiche Wesen angesehen wurden, denen privilegierte Befugnisse über die ihnen jeweils Untergebenen zustanden, weil sie diesen durch Geburt und Entwicklung voraus und daher überlegen waren. Ihnen kam in sittlicher Hinsicht und durch die Fähigkeit, zu höheren Erkenntnissen über die Geheimnisse des Daseins und der sozialen Ordnung zu kommen, eine natürliche Lenkungs-Autorität über die anderen Menschen zu, die diese Erkenntnisfähigkeiten (noch) nicht hatten.
Mit der im antiken Griechenland entstehenden seelischen Fähigkeit des begrifflichen Denkens, das in der Philosophie der drei großen Griechen Sokrates, Plato, Aristoteles und ihrer Nachfolger zum Ausdruck kam, erwachte in immer mehr Menschen ein wachsendes Selbstbewusstsein, das sich darauf stützte, die Wahrheit im eigenen Denken selbst erkennen und danach handeln zu können, ohne auf die Autorität von Herrschern und Priestern angewiesen zu sein (s. Die Aufgabe Europas). Dies bedeutete die Geburt und Entwicklung der inneren Freiheit und des Strebens nach äußerer Freiheit von aller politischen, religiös-kulturellen und wirtschaftlichen Macht und Bevormundung bis heute (vgl. näher Die verkannte Freiheit). In der Erkenntnisfähigkeit ist die Freiheit gegründet.
Ursprung der Gleichheit
Die Fähigkeit, aus eigener Erkenntnis das Handeln selbst bestimmen und darin die Persönlichkeit in Freiheit entfalten zu können, macht alle Menschen gleich. Die Gleichheit ist die Freiheit aller. Die gesellschaftliche Pyramide ist – der geistigen, wenn auch noch nicht der äußeren Realität nach – auf eine einzige horizontale Ebene einander gleicher Menschen abgesunken. Die Freiheit setzte sozusagen die Gleichheit aus sich heraus. In der Freiheit ist die Gleichheit gegründet.
Der aus eigener Erkenntnis Freie erwartet mit Interesse, was ihm vom Anderen, dem Gleichen, aus dessen Freiheit entgegenkommt. Wie er in sich die innere Freiheit als höchste menschliche Entfaltung seines Ichs, seiner selbst erlebt, nimmt er dessen geistiges Selbst auch in seinen freien Äußerungen und Taten wahr. Er empfindet die Würde des anderen geistigen Wesens, das ihm gleich ist, und wird darauf achten, dass er in dessen Freiheit nicht eingreift, da sie ihm ebenso unantastbar und heilig ist, wie seine eigene. Dies bestimmt das Verhalten zueinander.
Ursprung der Brüderlichkeit
Der Freie, der im Anderen ebenfalls den Freien und damit den ihm Gleichen erlebt, sieht in ihm auch den Menschen-Bruder, der als seelisches und geistiges Wesen in dieselben irdischen Bedingungen versetzt ist wie er. Der Leib macht zur Erhaltung seiner Existenz unaufhörlich Bedürfnisse geltend, und auch in Seele und Geist entstehen Mangelerlebnisse. Brüderlichkeit wächst aus dem Erlebnis der Verwandtschaft mit dem anderen Menschen hervor, dessen Seele und Geist wie die eigenen in denselben irdischen Lebensumständen leben, in denen alle auf wechselseitige Hilfe angewiesen sind.
Doch Brüderlichkeit ist nicht Gleichheit. In einer Familie sind die Brüder (Geschwister) in Alter und Eigenart verschieden, d. h. sie stehen an unterschiedlichen Entwicklungspunkten, so dass auch ihre Bedürfnisse unterschiedlich sind. Es kann sich aber auch nicht jeder einfach in Freiheit nehmen, was er braucht, da er dann die Bedürfnisse des Bruders aus dem Auge verliert, der vielleicht dadurch völlig leer ausgeht und Mangel leidet. Alle sind als geistige Menschenwesen gleich, aber sie sind in eine leibliche Sphäre versetzt, in der nicht gleiche, sondern unterschiedliche Bedürfnisse entstehen. Jeder ist in seiner Seele und seinem individuellen Handeln frei, aber er steht in einer leiblichen Beziehung zu anderen, deren Bedürfnisse er aus brüderlicher Verbundenheit ebenso berücksichtigt wie seine eigenen.
Geltung in verschiedenen Lebensfeldern
Abstrakt begrifflich schließen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit einander aus. Das weist schon darauf hin, dass sie ihrem Wesen nach unterschiedlichen Ebenen angehören und je eigene Geltungsbereiche haben. Sie dienen, wie bereits angedeutet, verschiedenen Wesensgliedern des Menschen: die Freiheit der Seele, die Gleichheit dem Geiste (dem Ich) und die Brüderlichkeit dem Leibe. Das heißt, überall, wo der Mensch mit anderen in Beziehung tritt, benötigt er für seine Seele zur Entfaltung ihrer Erkenntnis- und Handlungsfähigkeiten Freiheit, zur Wahrung der Integrität und Würde seines Geistes Gleichheit und zur Befriedigung der durch seinen Leib entstehenden Bedürfnisse Brüderlichkeit. Darauf hat schon früh Rudolf Steiner immer wieder aufmerksam gemacht (z. B. im Vortrag vom 2.10.1916 in Bd. 171 der Gesamtausgabe).
Indem der Mensch in seiner Seele zur Fähigkeit der reinen Erkenntnis aufsteigt, die ihn zu freien Handlungen führt, verwirklicht er in diesen schöpferischen Tätigkeiten sich selbst. Dies ist nur in innerer Freiheit möglich, die zu ihrer Entfaltung der äußeren Freiheit von aller Fremdbestimmung bedarf. Am reinsten entfaltet sich der Mensch mit diesen Fähigkeiten gesellschaftlich in allem geistig-kulturellen Leben: in Wissenschaft, Kunst und Religion, die daher frei von allen staatlichen oder wirtschaftlichen Vorgaben sein müssen. Aber auch in Staat und Wirtschaft benötigt er im Rahmen des hier jeweils zweckgebundenen Handelns die Freiheit.
Der Respekt vor dem geistigen Wesen des Anderen, das mit mir gleich ist, führt zu entsprechend wechselseitigem Verhalten, das durch das Recht geregelt wird. Ihm liegt die Gleichheit aller freien Geister zugrunde. Nicht nur sind alle vor dem Recht gleich, sondern es muss auch die Gleichheit durch das Recht, die Gesetze und Verträge gewahrt bleiben. Das Recht ist gerecht, wenn in ihm die Achtung vor der Würde des Menschen als einem geistigen Wesen lebt, das sich aus Erkenntnis selbst frei bestimmen kann, und das Verhalten zueinander nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit regelt, das eine egoistische Übervorteilung des Anderen ausschließt. Keiner darf dem Anderen etwas zufügen, das er selbst an sich nicht dulden würde, weil es ihn in seiner Integrität und Würde verletzt.
Dadurch, dass der Mensch in einem physischen Leibe lebt, treten verschiedenartigste Bedürfnisse auf. Und weil die Menschen nach ihren Lebensbedingungen unterschiedliche Bedürfnisse haben, Güter und Dienstleistungen aber oft nur in begrenztem Umfange verfügbar gemacht werden können, müssen die Bedürfnisse im Geiste der Brüderlichkeit befriedigt werden. Das führt zu einem Wirtschaftsleben, das dem Wohl aller, dem Gemeinwohl dient, in dem Strukturen ausgeschlossen sind, die wenigen ungeheuren Reichtum und vielen Armut und Elend bescheren.
Wieweit sind die drei Ideale realisiert?
Am wenigsten ist von der Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben zu sehen. Hier tobt sich in gnadenlosem Konkurrenzkampf der nackte Egoismus aus, gleichsam der Kampf jedes gegen jeden. Eine Spur findet sich lediglich in dem frommen, folgenlosen Wunsch von Art. 14 Abs. 2 des Grundgesetzes, wo es heißt: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Und Art. 15 sieht vage die Möglichkeit vor, dass „Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel zum Zwecke der Vergesellschaftung … in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden“ können. Diese zarten Regungen eines sozialen Gewissens sind von den herrschenden Eliten bis heute weitgehend unbeachtet geblieben. Viele sagen, Brüderlichkeit sei Illusion, der Mensch sei eben egoistisch und würde sich nicht ändern. Ja, von Natur aus ist er egoistisch; er handelt zunächst unter dem Zwang seiner Natur, der ihn eben unfrei macht. Aber es macht gerade seine Kultur aus, sich durch Erkenntnis und freies Handeln aus der kreatürlichen Selbstbezogenheit heraus zu entwickeln. Brüderlichkeit ist über die Familienbande hinaus in der Regel keine natürliche Gabe, sondern Frucht kultureller menschlicher Entwicklung.
Die Freiheit ist als allgemeines Grundrecht in Art. 2 GG mit der Formulierung „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“ verankert und wird in Abs. 2 sowie in den Art. 4 bis 13 noch in eine Reihe spezieller Freiheitsrechte aufgegliedert. Der Schwerpunkt wird durchaus in der Freiheit der Religion (Art. 4), der Kunst und der Wissenschaft (Art. 5), also in der Freiheit des geistig-kulturellen Lebens gesehen, doch erkennt man nicht den Widerspruch, der in staatlich geführten Theatern und Hochschulen liegt, die mit abhängigen staatlichen Beamten und Angestellten betrieben werden. Sie sind im Grunde nicht wirklich frei (s. Wirtschaftswissenschaft; Bologna; Monnet-Programm). Erstrecht nicht die Lehrer des staatlichen Schulsystems, für die die Freiheit der Lehre des Art. 5 Abs. 3 noch nicht einmal gilt, und denen die Schulform und die Lehrinhalte prinzipiell vorgegeben sind. Privatschulen bilden eine grundgesetzlich garantierte Ausnahme, müssen sich aber durch die staatlichen Prüfungen, die ihre Schüler durchlaufen, auch nach staatlichen Vorgaben richten.
Aber auch das freie Handeln im Wirtschaftsleben ist vielfach durch nationale – wie z. B. durch die gesetzlichen Zwangsversicherungen – sowie durch EU-Vorschriften eingeschränkt. Dazu gehören staatliche Einfuhr- und Ausfuhrbeschränkungen, um aus politischen Gründen Wirtschaftssanktionen gegen andere Staaten durchzusetzen. Dazu gehört nicht zuletzt das staatliche Geldsystem. Geld ist ein Mittel, das den Tausch von Waren und Dienstleistungen im Wirtschaftsleben vermitteln soll. Daher muss die Verantwortung für das Geldsystem im Grunde auch in entsprechenden Organen des Wirtschaftslebens liegen. In welcher existenziellen Abhängigkeit die Realwirtschaft von den geldpolitischen Machenschaften der Politik und der dahinter stehenden Finanzwirtschaft steht, zeigt besonders drastisch die gegenwärtige Finanz- und Euro-Krise.
Am meisten scheint die Gleichheit realisiert zu sein. Art. 3 GG gebietet, dass „alle Menschen vor dem Gesetz gleich“, „Männer und Frauen gleichberechtigt“ sind und niemand wegen irgendwelcher körperlicher Bedingungen, seines Glaubens oder seiner Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Aber man muss genauer hinsehen. In Wirklichkeit sind teilweise Gesetze geschaffen worden, die eine Privilegierung weniger oder eines Teiles der Bevölkerung zur Folge haben. Am gravierendsten wirkt sich in dieser Hinsicht das private Eigentumsrecht am Grund und Boden und am Unternehmenskapital aus. Zwar steht formal jedem der Zugang dazu offen, jeder ist also vor dem Gesetz gleich. In der Praxis ist das aber nicht möglich, und durch das Gesetz wird de facto eine rechtliche Ungleichheit herbeigeführt, durch die viele von wenigen abhängig werden.
Das heutige private Eigentumsrecht am Boden macht dem Einzelnen etwas zu eigen, was ihm nicht gehören kann. Boden ist keine Ware, die er selbst hätte produzieren oder von anderen als deren Produkt hätte erwerben können. Es handelt sich eigentlich nicht um ein handhabbares Eigentum an einem Stück Boden, der ja unbeweglich ist, sondern um das dauerhafte Recht auf alleinige Nutzung, das andere davon ausschließt. Es ist eine rechtliche Privilegierung. Da in dicht besiedelten Gebieten Boden nur begrenzt vorhanden ist, kann er nur im alleinigen Recht eines kleineren Teils der Bevölkerung sein, so dass die Anderen, die auch irgendwo leben und schlafen müssen, von ihnen abhängig sind und eine Bodenrente zahlen müssen (Bearbeitung des Themas s. hier).
Auch das Eigentum am Unternehmenskapital verleiht Privileg und Macht. Es gestattet die unbegrenzte Verfügungsbefugnis über das Kapital und seinen Profit, erlaubt sowohl Macht über die Mitarbeitenden auszuüben, die in ein Abhängigkeitsverhältnis kommen, als auch mit dem alleinigen Gewinn das Kapital ständig zu vermehren, dadurch wirtschaftliche Macht ungeheuer zu vergrößern und so zu einer gesellschaftlich bestimmenden Macht zu werden. Hier liegt ein wesentlicher Grund der Schere zwischen Reich und Arm. Der Staat schafft Privilegien, die aus dem gesetzten Recht hervorgehen, das seiner inneren Natur nach Unrecht ist, weil es die Gleichheit partiell aufhebt. (s. Die ungebändigte Macht).
Wirken im falschen Felde
Wie schon erwähnt, schließen dem Begriffe nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit einander aus. Das geschieht auch in der Praxis dann, wenn sie nicht in dem ihnen jeweils angemessenen Lebensfeld bleiben, sondern auf andere übergreifen.
Überschreitet die Freiheit die Sphäre des geistig-kulturellen Lebens und dringt in das Rechtsleben ein, wird sie zur Willkür und löst die Gleichheit und Gegenseitigkeit als Grundlage der Gerechtigkeit auf. Dies ist in den oben geschilderten privilegierenden Eigentumsrechten am Boden und Unternehmenskapital in gravierender Weise der Fall, mit verheerenden sozialen Folgen. Im Wirtschaftsleben führt das freie, willkürliche Handeln zur geschilderten gnadenlosen Konkurrenz, in der die Stärksten sich gegen die Schwächeren durchsetzen und die egoistische Profitsucht die Brüderlichkeit vernichtet. Damit haben wir es in der heutigen Wirtschaft im höchsten Maße zu tun.
Greift die Gleichheit des staatlich-rechtlichen Lebens in das geistig-kulturelle Leben über, ebnet sie dessen fruchtbare Vielfalt zur Einförmigkeit ein, beschränkt die Freiheit auf ein wirkungsloses Maß oder hebt sie ganz auf. Dies geschieht heute, wie wir gesehen haben, in hohem Grade dadurch, dass der Staat das Bildungswesen, den Kern und die Quelle des Geisteslebens, okkupiert und verwaltet. In gleichen, allgemein verbindlichen Lehrplänen, Prüfungsinhalten und sonstigen Vorschriften legt sich die Gleichheit lähmend über das Bildungswesen und damit über das ganze geistig-kulturelle Leben, das der ständigen Erneuerung aus einem freien Bildungswesen bedarf.
Würde sich die Brüderlichkeit des Wirtschaftslebens, so es sie denn gäbe, in das geistig-kulturelle Leben ausdehnen, würde die notwendige geistige Auseinandersetzung durch falsche Kompromisse und geistige Fraktionsbildungen verhindert und die Freiheit untergraben. Im staatlich-rechtlichen Leben würde die Brüderlichkeit die Gerechtigkeit durch Sentimentalität und Bevorzugung ersetzen und so die Gleichheit aushöhlen.
Die Crux des Einheitsstaates
Der Staat beansprucht noch immer die Gesamtvertretung und Fürsorge seiner Bevölkerung in allen Lebensgebieten. Durch gesetzliche Regelungen im geistig-kulturellen Leben und im Wirtschaftsleben verbreitet er gewaltsam das nur im Rechtsleben berechtigte Gleichheitsprinzip auch in diese Lebensfelder der Menschen. Es liegt auf der Hand, dass diese zerstörerischen Übergriffe nur ausgeschlossen werden können, wenn diese beiden Lebensfelder der Zugriffsmöglichkeit des Staates entzogen werden und eine je eigene koordinierende Selbstverwaltung erhalten, wie es ihrem eigenen Wesen entspricht. Der Staat würde dadurch auf sein eigentliches Gebiet der äußeren und inneren Sicherheit, auf das die persönliche Integrität und das friedliche und gerechte Zusammenleben schützenden Rechts reduziert, in dem allein die Gleichheit heilsam gelten kann.
Autor hwludwigVeröffentlicht am 11. August 2015 21. August 2015 Katgeorien Demokratie, Freie Individualität, Kultur, Soziale FrageSchlagwörter Beziehung zu Seele, Brüderlichkeit, Einheitsstaat, Französische Revolution, Geist, Gleichheit, Leib, Ursprung von Freiheit
19 Kommentare zu „Wo sind Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit?“
11. August 2015 um 08:26
suckertoosuckertoo sagt:
11. August 2015 um 09:52
„Dies geschieht heute, wie wir gesehen haben, in hohem Grade dadurch, dass der Staat das Bildungswesen, den Kern und die Quelle des Geisteslebens, okkupiert und verwaltet.“
Eine der fünf Totsünden!!
11. August 2015 um 09:54
„Brüderlichkeit“ ist freimaurerischer/kommunistischer Unsinn. Von „Brüderlichkeit“ kann mann nur innerhalb einer sehr homogenen Gruppe reden, was lediglich bei totalitären Kollektivisten (links wie rechts) zu finden ist, oder in abgeschotteten Inzest-Nestern. Danke, nein.
Keine zwei Individuen sind „gleich“. „Gleichheit“ reduziert den Menschen auf ein Ding, wie man es bereits von Sowjetrussland oder Nazi-Deutschland kennt. Wählen Sie einen anderen Begriff, evtl. wäre „Gleichberechtigung“ oder „rechtliche Gleichstellung“ besser geeignet. Auch wenn wir wissen, dass es nur eine Lüge ist und die „Mächtigen“ immer „gleicher“ sind als die anderen, wie Orwell so schön sagt.
„Freiheit“ ist so ein verdammter Begriff, der sehr unterschiedlich definiert wurde und ich sehe da auch in Zukunft keine Einigung kommen. Jeder will „seine“ Freiheitsgrade selbst definieren, viele wollen sie auf kosten anderer erweitern, oder gar in eine totale Anarchie entgleiten lassen. Wahre Freiheit ist nur in Gedanken möglich, nicht in einer materiellen Welt, wo quasi alles voneinander abhängig ist.
Eins noch: Ihren Wunsch nach Selbstverwaltung kann ich gar nicht nachvollziehen, das hatten wir schon damals in der Stammesgesellschaft, mit bekannten negativen Auswirkungen. Abgesehen davon will eine Mehrzahl der Menschen geführt werden und „dazu gehören“, während eine psychopathische Minderheit immer nach der Macht greifen wird, somit fehlt schon mal die grundlegende Basis für solche Ideen.
11. August 2015 um 20:13
Auch hier sind sie von den Realitäten gebannt, die ich auch kenne. Mir geht es aber darum, von Idealen auszugehen, nach denen die Realitäten zu verändern sind, wenn eine menschlich-kulturelle Entwicklung sein soll.
Das Anliegen ist mir klar und es ist auch wichtig, nur sehe ich die Umsetzung erst in einer sehr fernen Zukunft als möglich. Ich wage es zu behaupten, da sind noch einige Jahrtausende (Hunderttausende?) Evolution notwendig. Wir sind als Spezies noch nicht so weit, leider ist ein immer noch zu großer Anteil nur durch die Verwendung der Sprache vom Affen zu unterscheiden.
Die von Dir angebrachten Punkte sind doch unter Missbrauch eines Ideals zu sehen und so auch im Artikel angemerkt.
Ideal (theorie) und Praxis sind nun mal zwei paar Schuh. Das wissen wir doch seit Kein und Abel.
11. August 2015 um 20:07
Ich bin, wie Sie gelesen haben müssten, von den 3 Idealen der Französischen Revolution ausgegangen. Brüderlichkeit wird ja vielfach auch durch Solidarität ersetzt, aber auf den Namen kommt es nicht an, sondern darauf, was damit gemeint ist. Wer Brüderlichkeit für Unsinn hält, will am Ausleben des Egoismus festhalten, der letztlich zum Kampf jedes gegen jeden führt, also immer sozial zerstörerisch wirkt.
Natürlich ist der Mensch von Natur aus egoistisch, er handelt, wie ich oben schrieb „zunächst unter dem Zwang seiner Natur, der ihn eben unfrei macht. Aber es macht gerade seine Kultur aus, sich durch Erkenntnis und freies Handeln aus der kreatürlichen Selbstbezogenheit heraus zu entwickeln. Brüderlichkeit ist über die Familienbande hinaus in der Regel keine natürliche Gabe, sondern Frucht kultureller menschlicher Entwicklung.“ Entweder man strebt diese an oder nicht.
Auch geht aus meinem Text hervor, dass ich Gleichheit im Sinne von rechtlicher Gleichstellung beschreiben habe. In Bezug auf Leib und Seel sind die Menschen sehr verschieden, aber insofern jeder ein Ich, d. h. ein Geist ist, sind alle einander gleich. Und die Achtung des Anderen als ein mir Gleicher, vor seiner Würde als geistiges Wesen, führt zu einem Rechtsleben der Gegenseitigkeit, „das eine egoistische Übervorteilung des Anderen ausschließt. Keiner darf dem Anderen etwas zufügen, das er selbst an sich nicht dulden würde, weil es ihn in seiner Integrität und Würde verletzt.“
Zur Freiheit schreiben Sie ganz richtig: “ Wahre Freiheit ist nur in Gedanken möglich, nicht in einer materiellen Welt, wo quasi alles voneinander abhängig ist.“ Eben dies habe ich ausgeführt, indem ich schrieb: “ In der Erkenntnisfähigkeit ist die Freiheit gegründet.“
Sie dürfen nicht übersehen, dass ich nicht von äußeren Zuständen ausgegangen bin, sondern von den Begriffen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit selbst, diese versucht habe, begriffslogisch zu entwickeln, um dann die bestehenden Realitäten an ihnen zu messen.
„Wer Brüderlichkeit für Unsinn hält, will am Ausleben des Egoismus festhalten“
So war das natürlich nicht gemeint. Lediglich diese falsche Idee der „Brüderlichkeit“ lehne ich ab. Trotzdem kann man menschlich, empathisch, solidarisch und „normal“ sein und sich in ein gesundes soziales Gefüge integrieren. Das benötigt keinerlei „Brüderlichkeit“.
Man weiß ja, dass die französische Revolution ein Freimaurer-Experiment war, daher wurden ihre Ideale übergestülpt. Mit einer echten menschlichen Welt hat das nichts zu tun, das ist schlicht Cliquenbildung und (in meinen Augen) einer der ersten Versuche, eine Art kommunistischer Diktatur einzurichten.
Wie Sie evtl. gemerkt haben, bin ich etwas verbittert in meinen Kommentaren – das hat mit Ihnen nichts zu tun, sondern damit, dass diese Begriffe in diversen Ecken unglaublich oft missbraucht und fehl gedeutet werden, daher meine Einwürfe. Ich beziehe mich weniger auf Ideale, sondern eher auf historische Erfahrungen. Unter diesen Parolen wurden unzählige Menschen getötet und schlimmste Diktaturen eingerichtet, gerade die franz. Revolution ist ein gutes Beispiel dafür. Oder die bolschewistische, oder der Aufstieg von NSDAP usw. Alle werben immer mit den selben „catchwords“, die aber in der Praxis jeder beliebig interpretiert oder nur auf eigene Sippe anwendet.
Da gibt es nur eins zu tun.
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In den bisherigen Kommentaren wurde der Gegensatz zwischen Egoismus und dem Gemeinschaftsinteresse bereits verdeutlicht. Aus astrologischer Sicht entspricht diese Gegensätzlichkeit der Interessen der Löwe-Wassermann-Achse. Das Zeichen Löwe symbolisiert den Bestand des Ego, das Zeichen Wassermann den Bestand der Gesellschaft.
Demnach ist dieser Zweispalt nichts Neues unter dieser Sonne. Leider sind heute die gesellschaftlichen Interessen so gelagert, das einige wenige nach außen hin groß heraus geputzte Egos, z.B. auf der politischen Bühne die Richtlinien der Politik gegen das gesellschaftliche Interesse ausüben. Wahrscheinlich können sie nicht anders, weil sie selber unter Druck stehen. Ich denke da besonders an AM, die „mächtigste Frau in der EU“ und die doch nichts anderes ist als eine willfährige Vasallin der USA-Administration.
Da ebenfalls bereits von Idealen die Rede war, so möchte aus astrologischer Sicht das Ideal der Löwe-Wassermann-Achse aufzeigen. Es geht wie bei jeder Opposition um den Interessenausgleich, um das Finden der Balance zwischen beiden Interessen. Idealerweise besteht diese darin, das jeder seine ganz besonderen persönlichen Fähigkeiten in die Gemeinschaft einbringt. Dies kann aber nur auf einer freiwilligen persönlichen Entscheidung beruhen.
Die umgekehrte negative Form des Raubtierkapitalismus (=negatives Löwe-Prinzip) ist z.B.der Sozialismus (=negatives Wassermann-Prinzip) das jeden die Freiheit zum eigenen Entscheiden abnimmt und unter den Zwang des Parteidiktates stellt.
Aus astrologischer Sicht wird es keine Jahrtausende mehr dauern bis sich dieses Ideal erfüllen wird.
Denn wir stehen 2000 Jahre nach Christi Geburt am Beginn des Wassermann-Zeitalters. Die darin enthaltenen Konflikte sind bereits erkennbar und werden immer stärker spürbar. Es geht um das Aufeinanderprallen eines Machtkonfliktes zwischen gemeinschaftlichen und den Interessen privater Investoren. Es geht um den Erhalt der natürlichen Ressourcen oder deren Ausbeutung und letztendlich um deren Zerstörung.
16. August 2015 um 08:11
Wie es z.Zt. in Deutschland mit Demokratie und Rechtsstaat bestellt ist, zeigt folgende Geschichte, notwendigerweise stark verkürzt und unvollständig.
Wir werden aus Habgier von einem Begünstigten seit acht Jahren terrorisiert. Das Haus steht als Bauruine zum Zwecke der Erpressung im Dorf und kann nicht fertig gebaut werden. In ca. 20 aufgezwungenen Verfahren mit Prozeßbetrug versuchte man uns weich zu klopfen. Drohungen, angehängte Straftaten und Abkassieren sind die wenig rechtsstaatlichen Methoden dieser „Überzeugungsarbeit“. Berechtigte Beschwerden werden ignoriert oder gleich mit Rechnungen bedacht. Ein wirksames Beschwerderecht gibt es im angeblichen Rechtsstaat offensichtlich nicht!
Die StA PF bearbeitet unsere Anzeigen trotz klarer Beweise nicht. Die Polizei kommt nicht, wenn wir sie rufen. Selbst die offensichtlichsten und dümmsten Lügen der Gegenseite werden geglaubt! Hier herrscht keine Gleichheit. Unsere Rechte werden mit Füßen getreten. Wir sind offensichtlich vogelfrei im „Rechtsstaat“! Sind Deutsche Bürger nur noch Freiwild?
Was uns da in Zukunft erwartet, kann man sich lebhaft vorstellen. Leider schläft der Michel wieder einmal sehr tief und läßt sich einlullen! Man belügt und betrügt ihn und wenn er aufwacht und sich wehrt, wird er zum „Nazi“, „Schandfleck“, „Fremdenfeind“ u.s.w. Auch hier wieder nur Verleumdung!
18. August 2015 um 01:18
Der Idealismus, der in Ihren Sätzen anklingt, vernebelt mir zunächst meine Sinne. Wenn sich der Nebel gelegt hat, wird mir klar, es sind keine Ideale, sondern verführerische Abstraktionen. Die tun dem Menschen nicht gut, denn sie schaffen eine fremde Wirklchkeit, die gegen die Natur und die Liebe gerichtet ist.
Ich bin eine geworfene Kreatur. Das Eisen in meinem Hämoglobin beeinflusst mich in meinem Denken nicht weniger , als die Bakterien in meinem Darm. Wäre ich ein Baum und würde mit Magnesium atmen, würde ich die Welt anders sehen und verstehen.
“ Sag keiner, dass der Geist es richtet, der ist nur ab und zu belichtet Schon eine Pille nimmt uns auf den Arm, “ Benn
Das politische und wirtschaftliche System ist mir aufgezwungen, dem kann ich nur im engsten persönlichen Bereich Winziges entgegensetzen.
Der Diktatur der Erfindungen kann ich nicht entfliehen.
Ich bin ein Kind des Himmels und der Erde und füge mich deren Gesetzen.
Außerdem bin ich ein Kind der Zeit und lebe mit deren Weisheiten und Irrtümern, ohne sie wirklich unterscheiden zu können.
Ich genieße kleine persönliche Freiheiten und manchmal,irgendwo weit oben kann ich den Hauch einer Freiheit spüren, die auf der Erde nicht zu Hause ist. Aber mehr ist es nicht.
Napoleon verwandelt Europa in ein Leichenhaus. Hitler macht Deutschland und Stalin Russland zur Hölle. Das Ganze ist durchsetzt mit kleinen Spritzern von Mitmenschlichkeit unter den Opfern.
Die Geschichte kennt viele Genies mit großartigen Ideen und noch mehr gewalttätige Dummköpfe, die sie umsetzen.
Die Bergpredigt transformiert sich in Kreuzzüge und Inquisition.
Aus der Erfahrung des Leids entstehen wunderschöne Kompositionen und Gemälde..
Das ist wie ein Kreislauf von oben nach unten und wieder hoch.
Die Gerade nach oben kann ich in der Menschheitsgeschichte nicht erkennen.
Gleichheit ist die schlimmste Abstraktion
In der Genderideologie und der Biogenetik sind wir ganz nah dran.
Religionen und Rassen werden gerade zu einem Einheitsbrei zusammengemischt.
Nur in der Rechtsprechung sind wir hinten dran. Deren Feld ist allerdings so unüberschaubar, dass sich jeder das rauspicken kann, was in sein Weltbild passt.
Zitat: „Das Eisen in meinem Hämoglobin beeinflusst mich in meinem Denken nicht weniger, als die Bakterien in meinem Darm.“
Dann sind auch Ihre Gedanken, die Sie hier äußern, entsprechend beeinflusst, Ihre Aussagen also keine Erkenntnisse, sondern notwendige Produkte „der Bakterien im Darm“. Sie sind also nichts wert, sondern heben sich selber auf. Wenn Sie über das Denken sprechen, tun Sie das auch nur mit dem Denken, setzen also das Denken als etwas voraus, das zu Erkenntnissen kommen könne. Sonst müssen Sie alle denkenden Bemühungen einstellen.
Was Sie im übrigen zu Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit schreiben, zeigt, dass Sie den Artikel gar nicht genau gelesen, insbesondere nicht realisiert haben, dass die drei Ideale jeweils nur in einem ganz bestimmten Lebensbereich gelten können, wenn sie nicht zerstörend wirken sollen.
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Man kann sich ja auch mal fragen, wo denn Freiheit im Leben unbedingt notwendig ist. Ueberall dort, wo Forschung an Objekten betrieben wird, ist Freiheit Voraussetzung der Erlangbarkeit von Erkenntnissen.
Deswegen ist Freiheit das Ideal des Geisteslebens.
Was ist Gleichheit ? Und wo ist sie am rechten Ort ? Wir können das ablesen von der Darstellung der Justitia, welche abgebildet ist mit einer Augenbinde. Diese Augenbinde soll alles bloss Persönliche ausblenden, damit im Rechtsleben geurteilt werden kann ohne Ansehen der Person.
Jenseits von Sympathie-Antipathie und so weiter. Die Abbildung der Justitia ist eine Bilderschrift, welche das Ideal der Gleichheit aller vor dem Gesetz veranschaulicht.
Das Ideal der Brüderlichkeit gehört ins Wirtschaftsleben als etwas, das zwischen Produzenten und Konsumenten das Bestimmende sein sollte.
Und nun vergleichen wir einmal diese Ideale mit dem, was wir heute wirklich haben. Wir haben ein Wirtschaftsleben, das Produkte herstellt, die oft nach Ablauf der Garantiefrist kaputtgehen.
Wir haben ein Rechtsleben, haben eine Justitia ohne Augenbinde. Einen Ueberwachungsstaat.
Und wir haben ein Geistesleben, das nicht frei ist, sich selbst zu verwalten, das abhängig ist von Staat und Lobbygruppierungen.
Wir haben versäumt, die Ideale der Revolution: Freiheit,Gleichheit,Brüderlichkeit INS LEBEN ZU UEBERFUEHREN. Deswegen sind sie zu hohlen Schlagworten verkommen.
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