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Timestamp: 2016-10-23 14:34:16+00:00

Document:
4P.296/2001 (06.09.2002)
Bundesrichterin und Bundesrichter Corboz, pr�sidierendes Mitglied, Klett, Ersatzrichter Schwager,
Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Michel Stavro, Spitalgasse 9, Postfach 6164, 3001 Bern,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch F�rsprecher Hans Horlacher, Thunstrasse 46, Postfach, 3000 Bern 7,
Die Galerie X.________ AG, welche in Y.________ ein Auktionshaus betreibt, stand w�hrend l�ngerer Zeit in gegenseitigen Gesch�ftsbeziehungen mit dem Antiquar A.________. Dieser lieferte einerseits Antiquit�ten ein, die vom Auktionshaus �ffentlich zur Versteigerung gebracht wurden. Kam kein Zuschlag zustande, wurden die Gegenst�nde, soweit sie nicht f�r eine sp�tere Versteigerung zur�ckbehalten wurden, wieder zur�ckgegeben. Anderseits ersteigerten A.________ und die B.________ & Cie., an welcher er damals als Gesellschafter beteiligt war, anl�sslich von Auktionen der Galerie Gegenst�nde anderer Einlieferer.
Schon in den achtziger Jahren waren sich die Parteien �ber die Abrechnungen uneinig. Am 23. Juli 1997 schlossen die Galerie X.________ AG sowie A.________, der f�r sich und die B.________ & Cie. handelte, eine Teilvereinbarung, mit der eine Regelung bez�glich eines noch nicht zur�ckgegebenen Einlieferungsgegenstandes getroffen wurde sowie Fragen der Verj�hrung und Verrechnung behandelt wurden. In dieser Teilvereinbarung verpflichteten sich die Parteien auch zur Aufarbeitung der abrechnungsm�ssigen finanziellen Pendenzen.
Am 28. August 1997 reichte A.________ beim Handelsgericht des Kantons Bern Klage gegen die Galerie X.________ AG ein. Der Kl�ger verlangte die Zahlung eines Fr. 30'000.-- �bersteigenden Betrages nebst Zins sowie die Herausgabe verschiedener im Gewahrsam der Beklagten befindlicher Gegenst�nde. Die Beklagte widersetzte sich der Klage und erhob ihrerseits Widerklage f�r einen Fr. 30'000.-- �bersteigenden Betrag. Anl�sslich der Hauptverhandlung vom 3. Juni 1998 bezifferte der Kl�ger seine Forderung auf Fr. 380'152.70 zuz�glich Zins und verlangte nebst der Herausgabe der Gegenst�nde zus�tzlich eine Zahlung f�r Verzugsschaden. F�r den Fall, dass die herausverlangten Gegenst�nde nicht mehr verf�gbar sein sollten, forderte er eine Entsch�digung in Geld in der H�he von insgesamt Fr. 281'400.--. Im Verlauf des weiteren Verfahrens �nderte der Kl�ger sein Rechtsbegehren erneut und begehrte schliesslich anl�sslich der Fortsetzungsverhandlung vom 21. September 2001 die Herausgabe der Gegenst�nde sowie eine Zahlung von insgesamt Fr. 729'349.-- nebst Zins, die er als Schadenersatz f�r nicht mehr vorhandenes Mobiliar, Schadenersatz wegen Nichtherausgabe des Mobiliars sowie als Saldo aus dem Abrechnungsverh�ltnis der Parteien begr�ndete. Die Beklagte beantragte weiterhin die Abweisung der Klage und verlangte im Rahmen ihrer Widerklage die Bezahlung eines gerichtlich zu bestimmenden, Fr. 50'000.-- �bersteigenden Betrags nebst Zins.
Mit Urteil vom 5. Oktober 2001 verpflichtete das Handelsgericht die Beklagte zur Herausgabe bestimmter Gegenst�nde (Dispositivziffer 1) sowie zur Zahlung von Fr. 38'099.-- als Saldo der gegenseitigen Forderungen und wies Klage und Widerklage soweit weiter gehend ab (Dispositivziffer 2). In den Dispositivziffern 3 und 4 regelte es die Gerichts- und Parteikosten.
A.________ hat gegen das Urteil des Handelsgerichts staatsrechtliche Beschwerde und Berufung eingereicht. Mit der vorliegenden Beschwerde stellt er den Antrag, die Ziffern 2, 3 und 4 des Dispositivs des Urteils des Handelsgerichts aufzuheben und die Sache zu neuer Beurteilung an dieses zur�ckzuweisen. Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom 13. M�rz 2002 stellte die Beschwerdegegnerin das Gesuch, der Beschwerdef�hrer sei zur Sicherstellung einer allf�lligen Parteientsch�digung und eines allenfalls auf sie entfallenden Gerichtskostenvorschusses zu verpflichten. Darauf reichte sie innert der bis 15. M�rz erstreckten Frist am 14. M�rz 2002 ihre Vernehmlassung zur staatsrechtlichen Beschwerde ein.
Durch die Sicherstellung einer allf�lligen Parteientsch�digung gem�ss Art. 150 Abs. 2 OG soll eine Prozesspartei vor Auslagen bewahrt werden, wenn die Ersatzm�glichkeit seitens der Gegenpartei zweifelhaft erscheint. Aufgrund ihres Zweckes kann sich die Sicherstellung immer nur auf k�nftige Kosten beziehen und kommt nicht mehr in Frage f�r Kosten, die im Zeitpunkt der Gesuchstellung schon erwachsen sind (BGE 118 II 87 E. 2 S. 88; 79 II 295 E. 3 S. 305; Geiser, in Geiser/M�nch, Prozessieren vor Bundesgericht, 2. Aufl. 1998, Rz 1.46). Die Beschwerdegegnerin hat bereits am Tag, als ihr Sicherstellungsbegehren beim Bundesgericht einging, ohne den Entscheid dar�ber abzuwarten und ohne ein Begehren um R�cknahme der Fristansetzung zu stellen, ihre Vernehmlassung zur staatsrechtlichen Beschwerde eingereicht. Im Zeitpunkt, als das Bundesgericht �ber das Sicherstellungsbegehren entscheiden konnte, waren der Beschwerdegegnerin die damit verbundenen Kosten somit bereits erwachsen. Da im schriftlichen Verfahren �ber die Beschwerde entschieden wird (Art. 91 Abs. 1 OG), war die Prozesst�tigkeit der Beschwerdegegnerin mit der Einreichung der schriftlichen Vernehmlassung abgeschlossen. Ihr Gesuch um Sicherstellung einer allf�lligen Parteientsch�digung ist unter diesen Umst�nden als gegenstandslos abzuschreiben. Das gilt auch f�r das Gesuch um Sicherstellung eines allf�lligen Gerichtskostenvorschusses, da im Zeitpunkt, als das Gesuch gestellt wurde, die Gerichtskosten f�r das bundesgerichtliche Verfahren bereits durch einen vom Beschwerdef�hrer geleisteten Vorschuss sichergestellt waren.
Willk�r liegt nach st�ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht schon dann vor, wenn eine andere L�sung ebenfalls in Betracht zu ziehen oder gar vorzuziehen w�re. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 122 III 130 E. 2a S. 131; 121 I 113 E. 3a S. 114 und 120 Ia 369 E. 3a S. 373 je mit Hinweisen). Eine Verletzung von Art. 9 BV liegt deshalb nur vor, wenn Tatsachenfeststellungen, die rechtserheblich sind, mit den Akten in klarem Widerspruch stehen oder sonstwie offensichtlich falsch sind. Wird Willk�r in der Beweisw�rdigung ger�gt, ist zu beachten, dass dem kantonalen Sachgericht ein weiter Ermessensspielraum zusteht (BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40). Das Bundesgericht greift auf staatsrechtliche Beschwerde hin nur ein, wenn das Sachgericht sein Ermessen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schl�sse zieht (BGE 112 Ia 369 E. 3 S. 371 mit Hinweisen), erhebliche Beweise �bersieht oder solche willk�rlich ausser Acht l�sst (BGE 118 Ia 28 E. lb S. 30; 112 Ia 369 E. 3 S. 371; 100 Ia 119 E. 4 und 5 S. 127 ff.). Ein Entscheid ist ausserdem nur dann aufzuheben, wenn er sich im Ergebnis als willk�rlich erweist (BGE 122 I 61 E. 3a S. 66 f. mit Hinweisen). Die den Willk�rvorwurf begr�ndenden Elemente sind im �brigen in der Beschwerde im Einzelnen aufzuzeigen (BGE 110 Ia 1 E. 2a S. 3 f.).
Das Handelsgericht ist zum Ergebnis gelangt, dass die Parteien in der Teilvereinbarung vom 23. Juli 1997 die Forderungen zwischen der Beschwerdegegnerin einerseits und dem Beschwerdef�hrer sowie seiner Ehefrau C.________ und der B.________ & Cie. anderseits in ein einheitliches Abrechnungsverh�ltnis �berf�hrt und damit den Ausschluss der Verrechnung wegen fehlender Identit�t der Parteien aufgehoben h�tten. Im Weitern hat der Beschwerdef�hrer nach dem angefochtenen Urteil in der Teilvereinbarung f�r sich und die B.________ & Cie. ohne Vorbehalt, das heisst auch bez�glich einer allenfalls schon eingetretenen Verj�hrung, auf die Einrede der Verj�hrung verzichtet. Diese Auslegung der Teilvereinbarung bzw. der ihr zugrunde liegende Sachverhalt, wie er vom Handelsgericht festgestellt worden ist, wird vom Beschwerdef�hrer als willk�rlich angefochten.
3.1 Die Feststellung des Handelsgerichts, dass die Parteien mit der Teilvereinbarung vom 23. Juli 1997 die verschiedenen Forderungen der Beteiligten in ein einheitliches Abrechnungsverh�ltnis zwischen dem Beschwerdef�hrer und der Beschwerdegegnerin �berf�hren wollten, ist rechtlich relevant im Zusammenhang mit der Verrechnungsm�glichkeit und wirkt sich damit auch auf die Zinsberechnung aus. Letztere wird vom Beschwerdef�hrer indessen nicht angefochten. Die Beanstandung der genannten Feststellung f�llt unter diesen Umst�nden zusammen mit dem Vorwurf der Willk�r bez�glich der vom Handelsgericht angenommenen Aufhebung des Ausschlusses der Verrechnung wegen fehlender Identit�t der am jeweiligen Forderungsverh�ltnis Beteiligten.
Gem�ss dem Ingress bezieht sich die Teilvereinbarung vom 23. Juli 1997 auf das "Abrechnungsverh�ltnis Auktionshaus Galerie X.________ AG/Herrn und Frau A.________ und C.________; B.________ & Cie.". Dies ist ein wesentliches Indiz f�r den vom Handelsgericht angenommenen Willen der Beteiligten, ein einheitliches Abrechnungsverh�ltnis zwischen dem Beschwerdef�hrer und der Beschwerdegegnerin zu schaffen. Der Beschwerdef�hrer unterzeichnete die Vereinbarung auch nur mit einer einzigen Unterschrift "f�r sich und B.________ & Cie." Ebenso findet sich die in Ziffer 3 ausdr�cklich vereinbarte Aufhebung des Ausschlusses der Verrechnung in unmittelbarem Anschluss an den Verj�hrungsverzicht, welcher vom Beschwerdef�hrer "f�r sich und die B.________ & Cie." erkl�rt wurde. Wenn die Verrechnung von Forderungen ohne R�cksicht auf die fehlende Identit�t zwischen dem Beschwerdef�hrer und der Kollektivgesellschaft, an welcher er beteiligt war, zugelassen wurde, ergab sich daraus f�r die gegenseitige Abrechnung eine Vereinfachung, da damit Meinungsverschiedenheiten �ber die Zuordnung der einzelnen Verpflichtungen ausgeschaltet wurden. Nachdem die Differenzen bez�glich der gegenseitigen Abrechnung zu einem grossen Teil schon auf mehr als zehn Jahre zur�ckgingen, durfte das Handelsgericht ohne Willk�r annehmen, beiden Seiten sei an einer solchen Vereinfachung gelegen gewesen. Gest�tzt wird der Schluss auf einen solchen �bereinstimmenden Willen durch die anschliessende Vertragsbestimmung, in welcher sich "beide Parteien" zur Aufarbeitung der abrechnungsm�ssigen finanziellen Pendenzen verpflichteten.
Gegen die Auffassung des Handelsgerichts wendet der Beschwerdef�hrer ein, der Text der Vereinbarung enthalte keine Schuld�bernahme seinerseits bez�glich der Verpflichtungen der B.________ & Cie. F�r eine Verrechnungsvereinbarung ist eine Schuld�bernahme indessen nicht erforderlich (vgl. zur Verrechnungsvereinbarung: Aepli, Z�rcher Kommentar, N 33 zu Art. 120 OR; Peter, Basler Kommentar, 2. Aufl. 1996, N 1 Vorb. zu Art. 120-126 OR und N 9 zu Art. 120 OR; von Tuhr/Escher, Allgemeiner Teil des Schweizerischen Obligationenrechts, Bd. II, 3. Aufl. 1974, S. 208 f.; Gauch/Schluep/Schmid/Rey, Schweizerisches Obligationenrecht Allgemeiner Teil, 7. Aufl. 1998, N 3375 und 3383). Vielmehr gen�gt der �bereinstimmende Wille, eine koordinierte Tilgung der Forderungen im Drei- oder Mehrecksverh�ltnis zuzulassen. Der Beschwerdef�hrer will sodann die Klausel bez�glich der Aufhebung des Ausschlusses der Verrechnung nur auf einen fr�her zwischen ihm und der Beschwerdegegnerin vereinbarten Verrechnungsausschluss f�r gegenseitige Forderungen beziehen. Gegen eine solche Einschr�nkung spricht, dass die Aufhebung des Ausschlusses der Verrechnung nach dem Wortlaut auf seiner Seite wie der vorangehende Verj�hrungsverzicht "ebenso", das heisst f�r ihn und die B.________ & Cie., gelten soll. Dass auch mit der Kollektivgesellschaft ein Ausschluss der Verrechnung vereinbart gewesen w�re, wird hingegen nicht geltend gemacht. Auch bez�glich des behaupteten fr�heren Verrechnungsausschlusses zwischen dem Beschwerdef�hrer und der Beschwerdegegnerin liegt keine entsprechende Vereinbarung vor, sondern nur ein Begleitschreiben der Beschwerdegegnerin zu ihren Rechnungen an den Beschwerdef�hrer f�r seine K�ufe aus der Herbstauktion 1984. In diesem Schreiben vermerkt die Beschwerdegegnerin, dass vereinbarungsgem�ss keine Verrechnung mit seinen Verk�ufen bei ihr erstellt werden k�nne. Dabei bleibt offen, ob die erw�hnte Vereinbarung auch die Verrechnung gegenseitiger f�lliger Forderungen oder nur ein Zuwarten des Beschwerdef�hrers mit der Begleichung der Rechnungen aus seinen K�ufen bis zum Vorliegen f�lliger Gegenforderungen aus seinen Einlieferungen ausschloss.
Wenn die Beschwerdegegnerin im Verfahren vor dem Handelsgericht weiterhin die Forderungen aus K�ufen des Beschwerdef�hrers und aus K�ufen der B.________ & Cie. in getrennten Aufstellungen aufgef�hrt hat, diente dies der Transparenz und spricht nicht gegen den vom Handelsgericht angenommenen Willen zur Schaffung eines einheitlichen Abrechnungsverh�ltnisses. Wenn die Beschwerdegegnerin dann allerdings im Juni 1998 die Forderungen aus den Auktionsk�ufen der B.________ & Cie. separat ihr gegen�ber einklagte und deswegen beim Handelsgericht die Sistierung des vom Beschwerdef�hrer eingeleiteten Verfahrens beantragte, k�nnte dies f�r sich allein betrachtet ein gegenteiliges Indiz darstellen. Die Beschwerdegegnerin hatte indessen zuvor in ihrer Klageantwort und Widerklage Letztere gerade auch mit den Forderungen aus den K�ufen der Kollektivgesellschaft begr�ndet. Dieses nachfolgende Verhalten der Beschwerdef�hrerin ist somit uneinheitlich und spricht nicht zwingend gegen das, was das Handelsgericht als tats�chlichen Willen der Beteiligten beim Abschluss der Teilvereinbarung vom 23. Juli 1997 angenommen hat. Seine Annahme, die Parteien h�tten die Verrechnung von Forderungen ohne R�cksicht auf das Vorhandensein verschiedener Personen auf der Seite des Beschwerdef�hrers, seiner Ehefrau und der Kollektivgesellschaft zulassen wollen, ist somit keineswegs unhaltbar, womit sich der Vorwurf der willk�rlichen Feststellung eines solchen Willens als unbegr�ndet erweist.
3.2 Der Beschwerdef�hrer r�gt die Auslegung des in Ziffer 3 der Teilvereinbarung vom 23. Juli 1997 enthaltenen Verzichts auf die Verj�hrungseinrede insoweit als willk�rlich, als dieser nach der Auffassung des Handelsgerichts auch f�r Forderungen gelten soll, die in diesem Zeitpunkt bereits verj�hrt waren. Das Handelsgericht st�tzte sich darauf, dass der Wortlaut der Vereinbarung keine Einschr�nkung und keinen Vorbehalt enth�lt, obwohl sich der Beschwerdef�hrer bzw. die Kollektivgesellschaft zuvor bereits auf den Eintritt der Verj�hrung f�r die Forderungen aus den Auktionsk�ufen von 1984 bis 1986 berufen hatte. Der dagegen vom Beschwerdef�hrer angerufene Grundsatz "in dubio contra stipulatorem" ist ein Element der Vertragsauslegung nach dem Vertrauensprinzip und kann bei der Ermittlung des tats�chlichen Willens der Parteien nicht ins Feld gef�hrt werden. Der ebenfalls in Ziffer 3 der Teilvereinbarung enthaltene Hinweis, dass die Parteien an den von ihnen eingenommenen materiellen Rechtsstandpunkten festhalten, findet sich im einleitenden Absatz 1. Der in Absatz 2 folgende Verzicht auf die Einrede der Verj�hrung wie auch die Aufhebung des Ausschlusses der Verrechnung in Absatz 3 beinhalten demgegen�ber klare Abweichungen von der bisherigen Rechtslage, sodass aus Absatz 1 nicht auf einen uneingeschr�nkten, absoluten Willen zur Erhaltung des rechtlichen status quo geschlossen werden muss. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdef�hrers waren die Gegenforderungen der Beschwerdegegnerin am 23. Juni 1997 sodann schon lange konkretisiert, indem diese ihm bzw. der B.________ & Cie. wiederholt detaillierte Kontoausz�ge zugestellt hatte. Alle Forderungen der Beschwerdegegnerin gegen�ber der B.________ & Cie., welche das Handelsgericht zur Verrechnung zugelassen hat, stammen aus den Jahren 1984 bis 1986. Ein Verzicht auf die Einrede der Verj�hrung seitens der Kollektivgesellschaft h�tte demnach keinen Sinn gemacht, wenn die bereits eingetretene Verj�hrung davon ausgeklammert worden w�re. Die Annahme des Handelsgerichts, dass der Verzicht auf die Einrede der Verj�hrung nach dem Willen der Parteien auch bereits verj�hrte Forderungen umfasste, kann somit nicht als willk�rlich betrachtet werden.
Der Beschwerdef�hrer r�gt weiter, das Handelsgericht habe bez�glich der Forderungen der Beschwerdegegnerin gegen�ber der B.________ & Cie. willk�rlich eine ungen�gende bzw. versp�tete Bestreitung seinerseits angenommen und gest�tzt darauf diese Forderungen gem�ss den Vorbringen der Beschwerdegegnerin ohne weitere Beweisabnahmen gutgeheissen. Inwieweit das Handelsgericht dabei Vorschriften des kantonalen Prozessrechts willk�rlich angewendet haben soll, wird vom Beschwerdef�hrer indessen nicht dargelegt. Der blosse Hinweis, dass die Zivilprozessordnung des Kantons Bern keine strenge Substanziierungspflicht kenne, gen�gt daf�r nicht. Soweit bundesrechtliche Schranken zur Diskussion stehen, ist deren Verletzung bei berufungsf�higen Entscheiden gem�ss Art. 84 Abs. 2 OG mit Berufung zu r�gen.
Dem Handelsgericht kann auch kein widerspr�chliches Verhalten vorgeworfen werden. Mit Verf�gung vom 3. September 1999 hat es die Parteivertreter aufgefordert, das Gericht zu informieren, welche der Rechnungen gem�ss Widerklage anerkannt bzw. welche wieso bestritten w�rden. In seiner Eingabe vom 1. Dezember 1999 �usserte sich der Beschwerdef�hrer dann zur Aktiv- und Passivlegitimation f�r diese Forderungen und zur Verj�hrung. Bez�glich der H�he der Forderungen begn�gte er sich mit dem Hinweis, die Beschwerdegegnerin trage die Beweislast daf�r, dass der Steigerungszuschlag in H�he des geltend gemachten Rechnungsbetrages erfolgte; zudem bestritt er das aufgerechnete Zinsbetreffnis. Im Sinne eines Gegenbeweises zur behaupteten unterbliebenen Zahlung verwies er schliesslich auf 16 Rechnungen aus der Zeit von November 1986 bis November 1999, welche gem�ss aufgedruckten Quittungsvermerken alle bezahlt waren, sowie auf im Jahre 1995 gef�hrte Vergleichsverhandlungen.
Zur Passivlegitimation bzw. Verrechnungsm�glichkeit sowie zur Verj�hrung hat das Handelsgericht in seinem Urteil Stellung genommen. Es ist von Steigerungsk�ufen in der H�he von insgesamt Fr. 243'793.-- exkl. Zins ausgegangen und hat sich zur Bedeutung der erfolgten Zahlung sp�terer Rechnungen ge�ussert. Entgegen dem Vorwurf des Beschwerdef�hrers hat das Handelsgericht auch nicht etwa seine Eingabe vom 1. Dezember 1999 als solche nachtr�glich als versp�tet erkl�rt. Vielmehr bezog sich der Hinweis, die Bestreitung in der Eingabe vom 1. Dezember 1999 sei zu wenig substanziiert und auch versp�tet, einzig auf die Bestreitung der erfolgten Steigerungszuschl�ge f�r die in den Rechnungen der Beschwerdegegnerin aufgef�hrten Gegenst�nde. In diesem Punkt hatte sich der Beschwerdef�hrer in seiner Eingabe vom 1. Dezember 1999 mit einem pauschalen Hinweis auf die Beweislast der Beschwerdegegnerin begn�gt, obwohl die Parteien in der Verf�gung vom 3. September 1999 aufgefordert worden waren, spezifiziert anzugeben, welche Rechnungspositionen anerkannt bzw. bestritten w�rden. Nachdem es der Beschwerdef�hrer unterlassen hatte, in seiner Eingabe konkret f�r einzelne Gegenst�nde den Steigerungszuschlag oder die H�he des Zuschlagspreises zu bestreiten, durfte das Handelsgericht somit diese Punkte, ohne in Willk�r zu verfallen, als unbestritten betrachten.
Das Handelsgericht hat die Schadenersatzforderung des Beschwerdef�hrers wegen versp�teter Herausgabe der zum Prozessgegenstand geh�renden Objekte mangels Substanziierung abgewiesen. Der Beschwerdef�hrer betrachtet dies als willk�rlich, da der Eintritt eines Schadens von der Beschwerdegegnerin eindeutig zugestanden worden und die Entstehung eines Schadens aus der Vorenthaltung dieser zum Verkauf bestimmten Waren offensichtlich sei.
Wie weit die anspruchsbegr�ndenden Tatsachen inhaltlich zu substanziieren sind, bestimmt das Bundesrecht (BGE 127 III 365 E. 2b S. 368 mit Hinweisen). Eine Verletzung dieser Grunds�tze ist deshalb bei berufungsf�higen Entscheiden gem�ss Art. 84 Abs. 2 OG nicht mit staatsrechtlicher Beschwerde, sondern mit Berufung zu r�gen. Unter dem Gesichtspunkt der Willk�r bleibt damit einzig der Vorwurf zu pr�fen, das Handelsgericht habe eine ungen�gende Substanziierung angenommen, obwohl der Eintritt eines Schadens von der Beschwerdegegnerin zugestanden worden sei. Der Beschwerdef�hrer beruft sich indessen einzig auf Hinweise der Beschwerdegegnerin, dass Mitte der 80er-Jahre im Antiquit�tenmarkt ein markanter Preiszerfall erfolgt sei. Diese Hinweise konnten jedoch nicht als Zugest�ndnis verstanden werden, dass dem Beschwerdef�hrer aus dem weiteren Verbleib der Gegenst�nde bei der Beschwerdegegnerin ein von dieser verursachter Schaden erwachsen sei und erst recht nicht als Anerkennung eines diesbez�glichen Schadenersatzanspruchs des Beschwerdef�hrers. Selbst wenn der Eintritt eines solchen Schadens grunds�tzlich offensichtlich gewesen w�re, h�tte dies den Beschwerdef�hrer im �brigen nicht von einer n�heren Substanziierung der H�he dieses Schadens und der weiteren tats�chlichen Voraussetzungen f�r einen Schadenersatzanspruch befreit. Auch in diesem Punkt erweist sich die von ihm erhobene Willk�rr�ge als unbegr�ndet.
Im Rahmen seiner Klage verlangte der Beschwerdef�hrer auch Geldersatz im Betrag von Fr. 68'400.-- f�r ein Buffet "Nussbaum Renaissance", welches er der Beschwerdegegnerin eingeliefert und gem�ss seiner Darstellung nach ergebnisloser Auktion nicht zur�ckerhalten hatte. Das Handelsgericht wies diese Forderung ab, da es den Beweis f�r die R�ckgabe als erbracht betrachtete. Diese Beweisw�rdigung wird vom Beschwerdef�hrer als willk�rlich angefochten.
F�r die Annahme der erfolgten R�ckgabe st�tzte sich das Handelsgericht auf einen vom 18. Dezember 1985 datierten R�cknahmebeleg f�r dieses Objekt, der aber vom Beschwerdef�hrer nicht unterzeichnet worden war. Ausserdem hat das Handelsgericht f�nf Personen als Zeugen oder Auskunftspersonen sowie die Parteien selbst befragt. Dass das Buffet vom Beschwerdef�hrer tats�chlich abgeholt worden ist, konnte keine dieser Personen aus eigener Wahrnehmung best�tigen. Sie machten jedoch n�here Angaben zu den Abl�ufen bei der Abholung von Retouren aus den Versteigerungen durch die Einlieferer, welche es als wahrscheinlich erscheinen liessen, dass Gegenst�nde gelegentlich ohne Unterzeichnung eines R�cknahmebelegs abgeholt wurden. Nach den Aussagen des Zeugen D.________ war dies sogar h�ufig der Fall und hatte auch der Beschwerdef�hrer Sachen geholt, ohne zu quittieren. Der Schluss des Handelsgerichts, auch das Buffet "Nussbaum Renaissance" sei nach der ergebnislosen Auktion vom Beschwerdef�hrer abgeholt worden und es sei dabei lediglich aufgrund der Umst�nde die Unterzeichnung des daf�r erstellten R�cknahmebelegs unterblieben, erscheint damit als vertretbar. Der Beschwerdef�hrer vermag keine Anhaltspunkte zu nennen, welche dieser Annahme klar widersprechen w�rden. Er begn�gt sich vielmehr damit, die vom Handelsgericht angef�hrten Indizien als ungeeignet oder ungen�gend zu bezeichnen. Der Vorwurf der willk�rlichen Beweisw�rdigung erweist sich damit als unbegr�ndet.
Aus diesen Gr�nden ist die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist die Gerichtsgeb�hr dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Dieser hat die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 159 Abs. 1 und 2 OG).
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 9'000.-- wird dem Beschwerdef�hrer auferlegt.
Der Beschwerdef�hrer hat die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 11'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 150
 Art. 9
 Art. 120
 Art. 120
 Art. 120
in dubio
 Art. 84
 Art. 84