Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/die-finanzgericht-revisionszulassung-3128273
Timestamp: 2020-04-05 23:00:22+00:00

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Die vom Finanz­ge­richt offen­bar über­se­he­ne Revi­si­ons­zu­las­sung | Rechtslupe
Die vom Finanz­ge­richt offen­bar über­se­he­ne Revi­si­ons­zu­las­sung
Nach § 115 Abs. 1 FGO steht den Betei­lig­ten gegen das Urteil des Finanz­ge­richts die Revi­si­on an den Bun­des­fi­nanz­hof nur zu, wenn das Finanz­ge­richt oder auf die Beschwer­de gegen die Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on der Bun­des­fi­nanz­hof sie zuge­las­sen hat.
Ent­hält das Urteil des Finanz­ge­richts kei­nen Aus­spruch über die Zulas­sung, so ist die Revi­si­on nicht statt­haft 1.
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts und des Bun­des­ge­richts­hofs darf eine im Urteil über­se­he­ne Revi­si­ons­zu­las­sung nur dann durch einen Berich­ti­gungs­be­schluss nach § 319 ZPO nach­ge­holt wer­den, wenn die Tat­sa­che, dass die Revi­si­ons­zu­las­sung beschlos­sen und nur ver­se­hent­lich nicht im Urteil aus­ge­spro­chen wor­den war, aus dem Zusam­men­hang des Urteils selbst oder min­des­tens aus den Vor­gän­gen bei sei­nem Erlass oder sei­ner Ver­kün­dung nach außen her­vor­ge­tre­ten ist 2. Die­se Recht­spre­chung ist auf das finanz­ge­richt­li­che Ver­fah­ren über­trag­bar. Denn der Berich­ti­gungs­be­schluss nach § 107 Abs. 1 FGO setzt eben­so ‑wie ein sol­cher nach § 319 Abs. 1 ZPO- vor­aus, dass die Unrich­tig­keit "offen­bar" ist 3.
Danach hat im vor­lie­gen­den Fall das Finanz­ge­richt die im zuge­stell­ten schrift­li­chen Urteil über­se­he­ne Revi­si­ons­zu­las­sung durch den Berich­ti­gungs­be­schluss wirk­sam nach­ge­holt:
Die unter­las­se­ne Revi­si­ons­zu­las­sung stellt eine offen­ba­re Unrich­tig­keit i.S. des § 107 Abs. 1 FGO dar, weil das Finanz­ge­richt laut Sit­zungs­pro­to­koll bei der Ver­kün­dung des Urteils in der münd­li­chen Ver­hand­lung die Revi­si­ons­zu­las­sung aus­ge­spro­chen hat. Damit ist bei Ver­kün­dung des Urteils nach außen her­vor­ge­tre­ten, dass die Revi­si­ons­zu­las­sung beschlos­sen und nur ver­se­hent­lich nicht im Urteil aus­ge­spro­chen wor­den war 4.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 28. Sep­tem­ber 2017 – IV R 50/​15
Heim­tü­cke – und die Arg­lo­sig­keit des Opfers Heim­tü­ckisch han­delt, wer in feind­li­cher Wil­lens­rich­tung bei Beginn des mit Tötungs­vor­satz geführ­ten Angriffs die Argund Wehr­lo­sig­keit des Tat­op­fers bewusst zur Tötung aus­nutzt ((vgl. BGH, Urteil…
z.B. BFH, Beschluss vom 26.09.2007 – X R 23/​07, BFH/​NV 2007, 2333, unter II. 1., m.w.N.[↩]
z.B. BAG, Urteil vom 23.05.1973 – 4 AZR 364/​72, HFR 1973, 556; BGH, Urteil vom 08.07.1980 – VI ZR 176/​78, BGHZ 78, 22[↩]
eben­so Lan­ge in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler, § 115 FGO Rz 279; Gräber/​Ratschow, Finanz­ge­richts­ord­nung, 8. Aufl., § 115 Rz 108[↩]
glei­cher Ansicht Gräber/​Ratschow, a.a.O., § 115 Rz 108; Wag­ner in: Kühn/​v. Wedel­städt, 21. Aufl., FGO, § 115 Rz 4[↩]

References: § 115
 § 319
 § 107
 § 319
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 § 115
 § 115
 § 115
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