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Timestamp: 2018-12-19 00:05:23+00:00

Document:
Landesrecht Sachsen-Anhalt Ministerium für Bildung | Verwaltungsvorschrift (Sachsen-Anhalt) | Fachklassenbildung in der dualen Ausbildung an berufsbildenden Schulen | i. d. F. v. 14.05.2018 | gültig ab 01.08.2018
27.920 | Rechtsgebiete gesamt
1.595 | Arbeitsrecht
1.594 | Baurecht
238 | Europarecht
1.375 | Handels- und Gesellschaftsrecht
317 | Insolvenzrecht
1.276 | IT- und Medienrecht
1.221 | Kosten- und Gebührenrecht
1.168 | Medizinrecht
465 | Miet- und Wohnungseigentumsrecht
3.467 | Sozialrecht
3.497 | Staats- und Verfassungsrecht
655 | Steuerrecht
1.132 | Strafrecht
2.279 | Umweltrecht
848 | Verkehrsrecht
427 | Versicherungsrecht
19.851 | Verwaltungsrecht
2.554 | Zivil- und Zivilprozessrecht
Aktenzeichen: 22-82003
Erlassdatum: 14.05.2018
Gliederungs-Nr: 223172
Fundstelle: SVBl. LSA. 2018, 74
Fachklassenbildung in der dualen Ausbildung an berufsbildenden Schulen
1. Allgemeine Regelungen zur Bildung von Klassen
2. Besondere Regelungen zur Bildung von Klassen
3. Besondere Regelungen für Fachklassen gemäß § 66 BBiG i. V. m. § 42m der Handwerksordnung und Klassen mit gestreckter Ausbildung
4. Besondere Regelungen für die Beschulung von Schülern und Schülerinnen in den Berufsbildungswerken Hettstedt und Stendal
RdErl. des MB vom 14. 5. 2018 – 22-82003
Fundstelle: SVBl. LSA 2018, S. 74
Allgemeine Regelungen zur Bildung von Klassen
1.1 Die Klassenbildung erfolgt jeweils zum Beginn eines Schuljahres. Die endgültige Klassenbildung gemäß § 4 Abs. 1 der Verordnung zur Klassenbildung und zur Aufnahme an den berufsbildenden Schulen vom 27. 3. 2006 (GVBl. LSA S. 166), geändert durch Verordnung vom 5. 4. 2011 (GVBl. LSA S. 558), in der jeweils geltenden Fassung ist bis zum Stichtag der jährlich durch die oberste Schulbehörde bekanntgemacht wird, abzuschließen. Maßgeblich für die Klassenbildung ist die Zahl der angemeldeten Schüler und Schülerinnen am ersten Unterrichtstag des Schuljahres oder am ersten Unterrichtstag des ersten Unterrichtsblockes.
1.2 Für Schüler und Schülerinnen, die gemäß § 64 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) vom 23. 3. 2005 (BGBl. I S. 931), zuletzt geändert durch Artikel 14 des Gesetzes vom 17. 7. 2017 (BGBl. I S. 2581, 2613), i. V. m. § 42k der Handwerksordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. 9. 1998 (BGBl. I S. 3074, 2006 I S. 2095), zuletzt geändert durch Artikel 6 des Gesetzes vom 30. 6. 2017 (BGBl. I S. 2143, 2144), in einem anerkannten Ausbildungsberuf ausgebildet und in einer Berufsschulklasse integrativ aufgenommen werden, gilt bei der Klassenbildung der Faktor 2,0. Für die Klassenbildung gemäß § 66 BBiG oder § 42m der Handwerksordnung gilt dieser Faktor nicht.
1.3 Klassenteilungen sind mit der Aufnahme des 31. Schülers oder der 31. Schülerin vorzunehmen. Sofern die personellen und sächlichen Voraussetzungen am Schulstandort gegeben sind, kann der Schulleiter oder die Schulleiterin bereits mit der Aufnahme des 30. Schülers oder der 30. Schülerin die Klasse teilen.
Besondere Regelungen zur Bildung von Klassen
2.1 Zur Qualitätssicherung der Ausbildung sind in der Regel reine Fachklassen ab dem ersten Ausbildungsjahr mit Blockunterricht zu bilden. Für die in Anlage 1 in den einzelnen Nummern ausgewiesenen Ausbildungsberufe besteht auch weiterhin eine gemeinsame Beschulungsmöglichkeit. Darüber hinaus können auch die beiden Ausbildungsberufe Kaufmann im Einzelhandel/Kauffrau im Einzelhandel und Verkäufer/Verkäuferin gemeinsam beschult werden.
2.2 In Abhängigkeit der Schülerzahlen können
Länderübergreifende Fachklassen (LÜFK),
Landesfachklassen (LFK),
Regionenübergreifende Fachklassen (RÜFK) und
Regionalfachklassen (RFK)
gebildet werden. Sofern an einem Standort in einem genehmigten Bildungsgang mindestens 20 Schüler und Schülerinnen aus dem Zuständigkeitsbereich des Schulträgers in der zuständigen Schule aufgenommen werden können, kann unabhängig von den LFK oder RFK am Standort des Schulträgers eine Klasse gebildet werden.
2.3 Länderübergreifende Fachklassen sind Fachklassen, die in der jeweils aktuellen Beilage zur „Rahmenvereinbarung über die Bildung länderübergreifender Fachklassen für Schüler/Schülerinnen in anerkannten Ausbildungsberufen mit geringer Zahl Auszubildender“ gemäß Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) vom 26. 1. 1984 aufgenommen sind oder durch bilaterale Ländervereinbarungen zu Stande kommen gemäß Beschluss der KMK vom 26. 1. 1984*.
2.4 Landesfachklassen werden nur an einem Schulstandort in Sachsen-Anhalt eingerichtet.
2.5 Die Entscheidung zur Bildung oder Fortführung einer länderübergreifenden Fachklasse oder Landesfachklasse erfordert die Zustimmung des Ministeriums.
2.6 Regionenübergreifende Fachklassen werden für den nördlichen und südlichen Bereich des Landes gebildet.
Der Bereich Nord umfasst: Altmarkkreis Salzwedel, Landkreis Stendal, Landkreis Börde, Landkreis Harz, Landkreis Jerichower Land, Salzlandkreis und die kreisfreie Stadt Magdeburg.
Der Bereich Süd umfasst: Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis, Landkreis Mansfeld-Südharz, Saalekreis, Landkreis Wittenberg, die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau und die kreisfreie Stadt Halle (Saale).
2.7 Regionalfachklassen werden für einzelne Regionen gebildet. Zur Stärkung des ländlichen Raumes werden auch Regionalfachklassen nur für einzelne Zuständigkeitsbereiche der Schulträger zugelassen, die mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet sind. Sofern die Mindestschülerzahlen für die mit einem Sternchen gekennzeichneten Regionalfachklassen nicht erreicht werden, ist ausnahmslos und unverzüglich die Abgabe der Schüler und Schülerinnen an den ausgewiesenen Standort für den Einzugsbereich der Regionalfachklasse zu veranlassen.
2.8 Sofern ein Landkreis im Einzugsbereich einer RFK an mehreren Standorten ausgewiesen ist, entscheidet der Schulträger an welchen Standort die Schüler und Schülerinnen abgegeben werden.
2.9 Im Rahmen der am Schulstandort genehmigten Bildungsgänge und zur Stärkung der dualen Ausbildung in der Region gelten abweichend von § 2 Abs. 1 der Verordnung zur Klassenbildung und zur Aufnahme an den berufsbildenden Schulen die nachfolgend aufgeführten Festlegungen für eine Klassenbildung im ersten Ausbildungsjahr.
Genehmigte duale Bildungsgänge/
LÜFK
Bei LFK mit zusätzlicher Aufnahme von Schülern und Schülerinnen aus anderen Bundesländern aufgrund bilateraler Vereinbarungen gelten die Regelungen der LÜFK.
RFK*
Bei Nichterreichen der Mindestschülerzahl erfolgt die Abgabe an den ausgewiesenen Standort für den Einzugsbereich der RFK.
2.10 Für die Klassenbildung ab zweitem Ausbildungsjahr kann der Schulleiter oder die Schulleiterin bei Vorliegen der personellen und sächlichen Voraussetzungen die unter Nummer 2.9 aufgeführten Mindestschülerzahlen um maximal zwei unterschreiten. Die Fortführung der Fachklasse ab drittem Ausbildungsjahr erfolgt unabhängig von der Mindestschülerzahl.
2.11 Die Beschulungsstandorte für die Fachklassen der dualen Ausbildung sind der Anlage 1 zu entnehmen. Darüber hinaus sind spezifische Hinweise für einzelne Bildungsgänge ausgewiesen.
2.12 Abweichend von Nummer 2.1 Satz 1 kann die Beschulung im Ausbildungsberuf „Kraftfahrzeugmechatroniker“/„Kraftfahrzeugmechatronikerin“ für die Schwerpunkte Personenkraftwagentechnik, Nutzfahrzeugtechnik und System- und Hochvolttechnik im ersten Ausbildungsjahr sowie im Ausbildungsberuf „Elektroniker“/„Elektronikerin“ Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik und „Elektroniker für Betriebstechnik“/„Elektronikerin für Betriebstechnik“ im ersten und zweiten Ausbildungsjahr gemeinsam erfolgen.
Besondere Regelungen für Fachklassen gemäß § 66 BBiG i. V. m. § 42m der Handwerksordnung und Klassen mit gestreckter Ausbildung
3.1 Fachklassen gemäß § 66 BBiG i. V. m. § 42m der Handwerksordnung werden mit einer Mindestschülerzahl von acht gebildet.
3.2 Sofern die Schülerzahl kleiner als acht ist, erfolgt eine integrative Beschulung im anerkannten Ausbildungsberuf. Für eine Lerngruppe ab drei Schüler und Schülerinnen können für den berufsbezogenen Unterricht im
ersten Ausbildungsjahr zwei,
zweiten Ausbildungsjahr drei und
dritten Ausbildungsjahr vier
Differenzierungsstunden als Zusatzbedarf beim Landesschulamt beantragt werden.
3.3 Abweichend von Nummer 3.2 obliegt es dem Schulleiter oder der Schulleiterin bei entsprechenden personellen Voraussetzungen eine reine Fachpraktikerklasse zu führen, wenn die Mindestschülerzahl sechs beträgt. Bei Absinken der Schülerzahl unter sechs gelten die Regelungen der Nummer 3.2.
3.4 Für die Ausbildung in Fachklassen mit gestreckter Ausbildung gelten die Regelungen der Nummern 3.1 und 3.2 ebenso.
3.5 Die Beschulungsstandorte für die Fachklassen gemäß § 66 BBiG i. V. m. § 42m der Handwerksordnung und Klassen mit gestreckter Ausbildung sind der Anlage 2 zu entnehmen.
Besondere Regelungen für die Beschulung von Schülern und Schülerinnen in den Berufsbildungswerken Hettstedt und Stendal
Für die Beschulung von Schülern und Schülerinnen der Berufsbildungswerke Hettstedt und Stendal gelten abweichend folgende Regelungen:
An den Berufsbildenden Schulen Mansfeld-Südharz in der Fachklasse „Fachpraktiker Küche“/„Fachpraktikerin Küche“ und „Mode- und Textilschneider“/„Mode- und Textilschneiderin“ einschließlich „Mode- und Textilnäher“/„Mode- und Textilnäherin“ und am Berufsschulzentrum Stendal in der Beschulung in der Fachklasse „Polster- und Dekorationsnäher“/„Polster- und Dekorationsnäherin“ können abweichend von den Regelungen der Nummern 3.1 und 3.2 die Klassen unabhängig von der Mindestschülerzahl gebildet werden.
Für Schüler und Schülerinnen, die ihre Ausbildung vor dem 1. 8. 2018 begonnen haben, gelten weiterhin die Regelungen des RdErl. des MK vom 24. 3. 2016 über Regionale und überregionale Fachklassen an berufsbildenden Schulen (SVBl. LSA S. 56) und des RdErl. des MK vom 24. 3. 2016 über die Bildung von Mischklassen ohne notwendige äußere Differenzierung an den berufsbildenden Schulen (SVBl. LSA S. 70).
Dieser RdErl. tritt am 1. 8. 2018 in Kraft.
Anlage 1: zu Nummern 2.1 Satz 2 und 2.11 Satz 1
Anlage 2 (zu Nummer 3.4): Beschulungsstandorte für Fachklassen Fachpraktiker - Werker - Gestreckte Ausbildung
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References: § 66
 § 42
 § 4
 § 64
 § 42
 § 66
 § 42
 § 2
 § 66
 § 42
 § 66
 § 42
 § 66
 § 42