Source: https://www.rechtslupe.de/stichworte/anwaltshaftung/page/2
Timestamp: 2020-04-08 18:43:51+00:00

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Anwaltshaftung 2 | Rechtslupe
Bera­tungs­pflich­ten aus dem Anwalts­ver­trag – und der Ver­trag mit Schutz­wir­kung zuguns­ten Drit­ter
Ein Drit­ter kann in den Schutz­be­reich ver­trag­li­cher Pflich­ten ein­be­zo­gen sein, wenn der geschütz­te Drit­te mit der Haupt­leis­tung des Schutz­pflich­ti­gen bestim­mungs­ge­mäß in Berüh­rung kommt, zu die­ser Leis­tungs­nä­he ein schutz­wür­di­ges Inter­es­se des Gläu­bi­gers an der Ein­be­zie­hung des Drit­ten in den Schutz­be­reich des Ver­trags hin­zu­tritt und dem Schutz­pflich­ti­gen die Ein­be­zie­hung Drit­ter in sein
Die unzu­läs­si­gen Ein­la­gen­ge­schäf­te des Treu­hän­ders
Mit der Haf­tung eines Rechts­an­walts, der als Treu­hän­der auf­grund eines Geschäfts­be­sor­gungs­ver­tra­ges Kapi­tal in einem unzu­läs­si­gen Ein­la­gen­ge­schäft anlegt, hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen: Im hier ent­schie­de­nen Fall schloss die Man­dan­ten mit dem Rechts­an­walt im Okto­ber 2009 einen Geschäfts­be­sor­gungs­ver­trag über die Kün­di­gung eines Ren­ten­ver­si­che­rungs­ver­trags und die Ver­wen­dung des hier­aus resul­tie­ren­den
Die Mit­wir­kung der im Vor­pro­zess mit der Sache befass­ten Rich­ter bei dem Erlass der Ent­schei­dung im spä­te­ren Anwalts­haf­tungs­pro­zess stellt weder einen gesetz­li­chen Aus­schluss­grund noch einen Ableh­nungs­grund wegen Besorg­nis der Befan­gen­heit dar. Die im Regreß­pro­zess geschäfts­plan­mä­ßig beru­fe­nen Rich­ter sind mit­hin wegen ihrer Mit­wir­kung im vor­aus­ge­gan­ge­nen Arzt­haf­tungs­pro­zess weder aus­ge­schlos­sen (§ 41 Nr.
Das aus­sichts­lo­se Rechts­mit­tel – und die Beleh­rungs­pflicht des Anwalts
Die mit Erhe­bung einer Kla­ge ver­bun­de­nen Risi­ken muss der Anwalt nicht nur benen­nen, son­dern auch deren Aus­maß abschät­zen. Ist eine Kla­ge prak­tisch aus­sichts­los, muss der Anwalt dies klar her­aus­stel­len und darf sich nicht mit dem Hin­weis begnü­gen, die Erfolgs­aus­sich­ten sei­en offen . Die­se Grund­sät­ze gel­ten auch für den Rechts­mit­tel­an­walt .
Auch wenn der Rechts­an­walt (nach Ein­gang des Urteils in der Kanz­lei) sei­ne Ange­stell­te im Wege einer Ein­zel­an­wei­sung ange­hal­ten hat, die feh­ler­haft ein­ge­tra­ge­ne Frist zur Beru­fungs­be­grün­dung zu kor­ri­gie­ren, so befreit ihn dies nicht davon, im Rah­men der Vor­be­rei­tung einer Pro­zess­hand­lung (wie der Ein­le­gung der Beru­fung) die Rich­tig­keit der Notie­rung der Beru­fungs­be­grün­dungs­frist
Unter­schrif­ten­kon­trol­le in der Anwalts­kanz­lei
Da die Unter­schrif­ten­kon­trol­le, die der Rechts­an­walt zuver­läs­si­gen Büro­kräf­ten über­las­sen darf, gera­de der Ver­mei­dung eines erfah­rungs­ge­mäß nicht gänz­lich aus­schließ­ba­ren Anwalts­ver­se­hens bei der Unter­schrifts­leis­tung dient, kann auf ein zeit­lich vor der unter­blie­be­nen Unter­schrifts­kon­trol­le lie­gen­des Anwalts­ver­se­hen im Zusam­men­hang mit der Unter­zeich­nung der Beru­fungs­schrift regel­mä­ßig nicht zurück­ge­grif­fen wer­den. Der ver­fas­sungs­recht­lich gewähr­leis­te­te Anspruch auf Gewäh­rung
Der Anscheins­be­weis bei der Rechts­an­walts­haf­tung und der Steu­er­be­ra­ter­haf­tung
In Fäl­len der Rechts- und Steu­er­be­ra­ter­haf­tung bestim­men sich Beweis­erleich­te­run­gen für den Ursa­chen­zu­sam­men­hang zwi­schen Pflicht­ver­let­zung und Scha­den nach den Grund­sät­zen des Anscheins­be­wei­ses . Unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen in Fäl­len der Rechts­be­ra­ter­haf­tung für den Ursa­chen­zu­sam­men­hang zwi­schen Pflicht­ver­let­zung und Scha­den zuguns­ten des Man­dan­ten Beweis­erleich­te­run­gen in Betracht kom­men, lässt sich der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs
Über­nimmt es ein Inst­anz­an­walt, im Auf­trag sei­ner Par­tei nach sei­ner Wahl einen beim Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­se­nen Rechts­an­walt mit der Ein­le­gung einer zuge­las­se­nen Revi­si­on zu beauf­tra­gen, will die­ser das Man­dat aber nur nach Abschluss einer Hono­rar­ver­ein­ba­rung über­neh­men, muss sich der Inst­anz­an­walt ver­ge­wis­sern, dass die Hono­rar­ver­ein­ba­rung mit sei­nem Man­dan­ten recht­zei­tig abge­schlos­sen wird, und
Ver­jäh­rungs­be­ginn bei anwalt­li­cher Falsch­be­ra­tung
Mit dem Beginn des Laufs der Ver­jäh­rung eines Scha­dens­er­satz­an­spruchs wegen anwalt­li­cher Falsch­be­ra­tung hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen: Ansprü­che gegen Rechts­an­wäl­te ver­jäh­ren seit dem 15.12 2004 nach den all­ge­mei­nen Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten der §§ 194 ff BGB. Danach ist ein Regress­an­spruch nach drei Jah­ren (§ 195 BGB) ab dem Schluss des
Haf­tung des Rechts­an­walts bei Frist­ver­säum­nis – und die Ver­jäh­rung
Die Ver­jäh­rung eines gegen einen recht­li­chen Bera­ter gerich­te­ten Ersatz­an­spruchs beginnt zu lau­fen, wenn der Man­dant den Scha­den und die Pflicht­wid­rig­keit des Bera­ters erkannt oder infol­ge gro­ber Fahr­läs­sig­keit nicht erkannt hat. Rät der Bera­ter zur Fort­set­zung des Rechts­streits, hat der Man­dant in der Regel auch dann kei­ne Kennt­nis von der Pflicht­wid­rig­keit
Die Pflicht­ver­let­zung des Erst­be­ra­ters und der Zurech­nungs­zu­sam­men­hang
Der Zurech­nungs­zu­sam­men­hang zwi­schen der Pflicht­ver­let­zung und dem Scha­dens­ein­tritt wird bei einem Ver­hal­ten Drit­ter nur dann unter­bro­chen, wenn eine gänz­lich unge­wöhn­li­che Beein­flus­sung des Gesche­hens­ab­laufs vor­liegt. Daher schei­det grund­sätz­lich eine Unter­bre­chung aus, wenn nach dem pflicht­wid­rig han­deln­den Rechts­be­ra­ter eine ande­re rechts­kun­di­ge Per­son mit der Ange­le­gen­heit befasst wor­den ist und noch in der
Wenn sich Anwäl­te durch ande­re Anwäl­te ver­tre­ten las­sen…
Wird eine Rechts­an­walts­ge­sell­schaft gemein­sam mit den beruf­lich zusam­men­ge­schlos­se­nen Rechts­an­wäl­ten wegen eines anwalt­li­chen Bera­tungs­feh­lers auf Scha­dens­er­satz ver­klagt, kann sie sich im Pro­zess von einem ande­ren Anwalt als dem der mit­ver­klag­ten Rechts­an­wäl­te ver­tre­ten las­sen und im Fal­le ihres Obsie­gens von ihrem Pro­zess­geg­ner grund­sätz­lich die Erstat­tung der ent­stan­de­nen Rechts­an­walts­kos­ten in Höhe der gesetz­li­chen
Die unter­las­se­ne anwalt­li­che Bera­tung und der Beginn der Ver­jäh­rungs­frist
Wann beginnt der Lauf der Ver­jäh­rung, wenn eine Aus­schluss­frist auf­grund einer unter­las­se­nen anwalt­li­chen Bera­tung ver­säumt wur­de? Mit die­ser Fra­ge hat­te sich jetzt der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen: Anlass hier­für bot dem Bun­des­ge­richts­hof ein Fall, in dem die Ver­jäh­rung des Anspruchs des Klä­gers sich sich gemäß Art. 229 § 12 Abs. 1 Nr.
Anwalt­li­che Beleh­rungs­pflich­ten bei einer vom Gericht emp­foh­le­nen Beru­fungs­rück­nah­me
Der Beru­fungs­an­walt darf dem Anra­ten, das Rechts­mit­tel zurück­zu­neh­men, nicht fol­gen, ohne dass sein Man­dant über die Mög­lich­kei­ten der Pro­zess­ord­nung, gegen die vor­läu­fi­ge Auf­fas­sung des Gerichts spre­chen­de tat­säch­li­che und recht­li­che Gesichts­punk­te in der Instanz oder durch ein Rechts­mit­tel zur Gel­tung zu brin­gen, so auf­ge­klärt wor­den ist, dass er die wäg­ba­ren Pro­zess­aus­sich­ten
Ver­jäh­rung­be­ginn bei Anwalts­haf­tungs-Alt­fäl­len
Für den Beginn der Ver­jäh­rung gemäß § 51b BRAO ist nicht der Zeit­punkt der Man­dats­be­en­di­gung maß­geb­lich, son­dern zu wel­chem Zeit­punkt der gel­tend gemach­te Scha­den ent­stan­den ist . Hat der Anwalt bei der Gel­tend­ma­chung von Ansprü­chen des Man­dan­ten pflicht­wid­rig ver­jäh­rungs­hem­men­de Maß­nah­men unter­las­sen, so tritt bereits mit Ver­säu­mung der Ver­jäh­rungs­frist der Scha­den
Un­rich­ti­ge Rechts­mit­tel­be­leh­rung und Prü­fungs­pflicht des Rechts­an­walts
Der be­voll­mäch­tig­te Rechts­an­walt hat bei An­fer­ti­gen der Rechts­be­schwer­de­schrift ei­gen­ver­ant­wort­lich zu prü­fen, ob der im Fris­ten­ka­len­der no­tier­te Frist­ab­lauf für die Rechts­be­schwer­de­be­grün­dung rich­tig be­rech­net wor­den ist. Eine un­rich­ti­ge Rechts­mit­tel­be­leh­rung recht­fer­tigt nicht die An­nah­me feh­len­den Ver­schul­dens des Be­tei­lig­ten an der Frist­ver­säum­nis, wenn die­se nicht dar­auf be­ruht. Die Frist für die Begrün­dung der Rechts­be­schwer­de
m Rah­men einer feh­ler­haf­ten Rechts­be­ra­tung – hier: unter­las­se­ner Hin­weis auf dro­hen­de Ver­jäh­rung – hat der Man­dant erst dann Kennt­nis von den den Anspruch begrün­den­den Umstän­den gemäß § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB, wenn für ihn Anhalts­punk­te bestehen, die eine Pflicht­ver­let­zung des Rechts­an­walts nahe­le­gen. In dem hier vom Han­sea­ti­schen Ober­lan­des­ge­richt in Bre­men
Soll Beru­fung ein­ge­legt wer­den?
Die Klä­rung der Fra­ge, ob gegen ein Urteil Beru­fung ein­ge­legt wer­den soll, darf der Rechts­an­walt grund­sätz­lich nicht allein einem Tele­fon­ge­spräch einer Kanz­lei­kraft über­las­sen. Zwar darf der Rechts­an­walt ein­fa­che Ver­rich­tun­gen, die kei­ne beson­de­re Geis­tes­ar­beit oder juris­ti­sche Schu­lung ver­lan­gen, wie etwa Boten­gän­ge oder die Ein­tra­gung vor­her vom Anwalt ver­füg­ter Fris­ten, zur selb­stän­di­gen
"Der Pro­zess wäre sowie­so ver­lo­ren gewe­sen"
Geht ein Rechts­streit wegen eines Anwalts­feh­lers ver­lo­ren, ist ein Scha­dens­er­satz­an­spruch gegen den Rechts­an­walt nicht gege­ben, wenn das Ergeb­nis des Vor­pro­zes­ses dem mate­ri­el­len Recht ent­spricht. Hängt die Haf­tung des Anwalts vom Aus­gang eines Vor­pro­zes­ses ab, hat das Regress­ge­richt nicht dar­auf abzu­stel­len, wie jener vor­aus­sicht­lich geen­det hät­te, son­dern selbst zu ent­schei­den, wel­ches
Der Anwalts und das Pro­zess­recht
Ein Rechts­an­walt muss die Geset­ze, ins­be­son­de­re die Bun­des­ge­set­ze, ken­nen, die in einer Anwalts­pra­xis gewöhn­lich zur Anwen­dung kom­men . Im Hin­blick auf die Rege­lung des § 251 Satz 2 ZPO gilt dies umso mehr, als das Ruhen des Ver­fah­rens von den Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten der Klä­ge­rin selbst bean­tragt wor­den ist. Es bedarf daher auch
Anwalts­re­gress nach einem ver­lo­re­nen Pro­zess
Wird der Scha­den aus dem Ver­lust eines Rechts­streits gel­tend gemacht, so ist im Regress­ver­fah­ren selb­stän­dig dar­über zu ent­schei­den, wie der Vor­pro­zess rich­tig zu ent­schei­den gewe­sen wäre . Bei der Beant­wor­tung von Fra­gen, die der Kon­trol­le einer ande­ren Gerichts­bar­keit als der Zivil­jus­tiz unter­ste­hen, hat sich das zustän­di­ge Regress­ge­richt an der dort
Die ver­ges­se­ne Wie­der­vor­la­ge
Die unter­las­se­ne Anord­nung einer rou­ti­ne­mä­ßi­gen Wie­der­vor­la­ge einer Man­dan­ten­ak­te stellt kei­nen Anlass dar, der die Sekun­där­haf­tung nach altem Ver­jäh­rungs­recht aus­zu­lö­sen ver­mag. Dies ent­schied jetzt der Bun­des­ge­richts­hof in einem Rechts­streit in dem noch § 51b BRAO, der durch das Ver­jäh­rungs­an­pas­sungs­ge­setz mit Wir­kung vom 15.12.2004 auf­ge­ho­ben wur­de, noch anzu­wen­den war. Die danach maß­geb­li­che
Beru­fung und Anhö­rungs­rü­ge – gleich­zei­tig!
Bestehen Zwei­fel, ob der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stan­des 600 € über­steigt, hat der Rechts­an­walt den für sei­nen Man­dan­ten sichers­ten Weg zu beschrei­ten, selbst wenn dies zu der Not­wen­dig­keit führt, zwei Rechts­be­hel­fe (hier: Beru­fung und Anhö­rungs­rü­ge) par­al­lel anhän­gig zu machen. In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall hat­te der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des Klä­gers zunächst

References: Art. 229
 § 12
 § 51
 § 199
 § 251
 § 51