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Timestamp: 2019-07-17 11:03:51+00:00

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Aktivierte Eigenleistungen - Handelsrecht
Die Entscheidung, ob (im Falle des Aktivierungswahlrechts bei immateriellen Anlagegütern) bzw. wie eine Bilanzierung aktivierter Eigenleistungen vorzunehmen ist, haben alle nach den handelsrechtlichen Vorschriften der Buchführungspflicht unterliegende Kaufleute (§ 238 Abs. 1 Satz 1 HGB) zu treffen.
Für Einzelkaufleute, die die durch das BilMoG angehobenen Schwellenwerte für Umsatzerlöse und Jahresüberschuss (Euro 500.000 bzw. Euro 50.000) an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren (bzw. bei Neugründung am ersten Abschlussstichtag nach der Neugründung) nicht überschreiten, entfällt u.a. die Buchführungspflicht (§ 241a HGB n.F. i.V.m. § 242 Abs. 4 HGB n.F.).
Für Kapitalgesellschaften ist die Gliederungsvorschrift des § 275 Abs. 2 HGB bei Anwendung der Gewinn- und Verrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren verbindlich.
§ 268 – Vorschriften zu einzelnen Posten der BilanzBilanzvermerke
§ 276 – Größenabhängige Erleichterungen
Ausweis nach dem Gesamtkostenverfahren
Ein Unternehmen der Baubranche baut für sich selbst im Geschäftsjahr 01 ein Verwaltungsgebäude. Dabei fallen folgenden Kosten an:
Materialkosten in Höhe von 1.000.000 Euro (diese werden in der GuV nach dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB in dem Posten Nr. 5 a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren verbucht);
Arbeitslohnkosten in Höhe von 2.000.000 Euro (diese werden in Höhe von 1.500.000 Euro in der GuV nach dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB in dem Posten Nr. 6 a) Löhne und Gehälter sowie in Höhe von 500.000 Euro in dem Posten Nr. 6 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung verbucht).
Das Unternehmen bucht nach Fertigstellung des Gebäudes im September 01:
Gebäude1 3.000.000 Euro an Andere aktivierte Eigenleistungen2 3.000.000 Euro
Durch die Buchung der aktivierten Eigenleistung in Höhe von drei Mio. Euro werden die in den GuV-Posten Materialaufand und Personalaufwand enthaltenen Beträge in Höhe von einer Mio. Euro bzw. zwei Mio. Euro neutralisiert.
Anschließend erfolgt die Abschreibung des selbst erstellten Gebäudes über die Nutzungsdauer.
Ein Unternehmen der Automobilbranche erwirbt von einem Maschinenbauunternehmen eine technische Anlage im Wert von zehn Mio. Euro. Der Automobilhersteller erstellt durch seine eigene Werkstatt ein Fundament für die Anlage. Dabei fallen Materialkosten in Höhe von 20.000 Euro sowie Arbeitslohnkosten in Höhe von 80.000 Euro an.
Das Unternehmen bucht:
Technische Anlage 10.100.000 Euro an Bank 10.000.000 Euro
an Aktivierte Eigenleistungen 100.000 Euro
In dem GuV-Schema für das Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB) sind aktivierte Eigenleistungen als Ertragsposten nicht vorgesehen. Da aber auch im Umsatzkostenverfahren der Sachverhalt bei Vorliegen selbst erstellter Erzeugnisse des Anlagevermögens abgebildet werden muss, werden zwei Methoden als zulässig erachtet:
Im Falle selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens greift die Ausschüttungssperre des § 268 Abs. 8 Satz 1 HGB mit den Abgabepflichten des Anhangs nach § 285 Nr. 22 und Nr. 28 HGB (vgl. Beitrag Anhang).
Es wird auf das Beispiel in Abschnitt 2 verwiesen.
Eine beispielhafte Anhangangabe zu aktivierten Eigenleistungen könnte wie folgt aussehen:
Beispiel: Anhangangabe
Die anderen aktivierten Eigenleistungen beinhalten überwiegend Planungs- und Bauleistungen im Zusammenhang mit der Erweiterung der Produktionsstätte in Hamburg.
Die aktivierten Herstellungskosten umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten angemessene Gemeinkostenanteile.
1 § 266 Abs. 2 A. II. Nr. 1 HGB.
2 § 275 Abs. 2 Nr. 3 HGB.

References: § 242
 § 275

§ 268

§ 276
 § 275
 § 275
 § 268
 § 285
 § 266
 § 275