Source: http://www.bagbbw.de/service/lexikon/eintraege/werkstatt-fuer-behinderte-menschen-wfbm/
Timestamp: 2017-08-20 08:09:35+00:00

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Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke ~ Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)
> Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)
Die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ist eine Einrichtung zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben und zur Eingliederung in das Arbeitsleben.
Behinderte Menschen, die wegen der Art oder Schwere ihrer Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, erhalten hier eine angemessene berufliche Bildung und eine Beschäftigung.
Die Werkstätten ermöglichen es ihnen, ihre Leistungsfähigkeit zu entwickeln, zu erhöhen oder wiederzugewinnen und ein Arbeitsentgelt zu erzielen. In Deutschland gibt es zurzeit circa 260.000 belegte Plätze in rund 700 anerkannten Werkstätten.
Aufgaben der Werkstätten für behinderte Menschen gemäß § 136 SGB IX:
Förderung des Übergangs auf den Allgemeinen Arbeitsmarkt für "geeignete" Personen.
Die Werkstätten für behinderte Menschen gliedern sich jeweils in
Eingangsverfahren,
Aufgabe des Eingangsverfahrens ist es festzustellen, ob die Werkstatt für behinderte Menschen überhaupt die geeignete Eingliederungsmaßnahme ist und welche spezifischen Werkstattbereiche und/oder ergänzende Leistungen in Betracht kommen. In der Regel dauert das Eingangsverfahren vier Wochen. Es kann jedoch im Einzelfall bis zu drei Monaten dauern. Das Eingangsverfahren ist mit der Einfühung des SGB IX im Juli 2001 zur Regelleistung in Werkstätten geworden. Ziel ist die Erstellung eines Eingliederungsplanes.
Im Berufsbildungsbereich (Arbeitstrainingsbereich) führen die Werkstätten für behinderte Menschen sowohl Einzelmaßnahmen als auch Lehrgänge durch, um eine Verbesserung der Teilhabe am Arbeitsleben zu erreichen. Ziel der Maßnahmen ist, dass die behinderten Menschen spätestens nach Teilnahme an den Berufsbildungsmaßnahmen in der Lage sind, wenigstens ein Mindestmaß wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung zu erbringen.
Der Arbeitsbereich ist auf die Abwicklung der Produktionsaufträge und die Erbringung der Dienstleistungen der Werkstatt für behinderte Menschen ausgerichtet. Auch hier sollen die Werkstätten über ein möglichst breites Angebot an Arbeitsplätzen verfügen, damit den unterschiedlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Potenzialen Rechnung getragen werden kann.
Nach der Werkstättenverordnung müssen die Werkstätten über begleitende Dienste verfügen, um die pädagogische, soziale und medizinische sowie psychologische Betreuung der behinderten Beschäftigten sicherzustellen. Auf 120 Werkstattbeschäftigte soll ein Sozialpädagoge bzw. Sozialarbeiter zur Verfügung stehen. Die Erfordernis von pflegerischen, therapeutischen und sonstigen Fachkräften ist mit den Rehabilitationsträgern abzustimmen. Die medizinische Betreuung durch einen Arzt ist vertraglich sicherzustellen.
Nach der Einführung des SGB IX setzt sich das Arbeitentgelt in den Werkstätten für behinderte Menschen aus drei Bestandteilen zusammen: dem Arbeitsförderungsgeld, dem Grundbetrag und dem individuellen Steigerungsbetrag.
Das Arbeitsförderungsgeld ist völlig unabhängig von der Arbeitsleistung und wird bedingunglos an jeden Beschäftigen in der Werkstatt ausgezahlt. Es handelt sich um eine komplementäre Zuzahlungspauschale durch die jeweiligen Rehabilitationsträger.
Der pauschale Grundbetrag des Arbeitsentgeltes wird an jeden Werkstattbeschäftigten im Arbeitsbereich ausgezahlt. Eine Mindesthöhe wird durch die Bundesagentur für Arbeit festgelegt. Der Grundbetrag wird aus dem wirtschaftlichen Arbeitsergebnis der Werkstatt bezahlt.
Die Höhe der Entlohnung der behinderten Beschäftigten ist teilweise abhängig von der wirtschaftlichen Situation und Auftragslage der Werkstatt. Diese sind nach § 12 Werkstättenverordnung dazu verpflichtet, wirtschaftliche Arbeitsergebnisse anzustreben, um ein leistungsangemessenes Arbeitsentgelt an die Beschäftigten zahlen zu können.
§ 136 Sozialgesetzbuch IX: Begriff und Aufgaben der Werkstatt für behinderte Menschen
§ 137 Sozialgesetzbuch IX: Aufnahme in die Werkstätten für behinderte Menschen
§ 138 Sozialgesetzbuch IX: Rechtsstellung und Arbeitsentgelt behinderter Menschen
§ 139 Sozialgesetzbuch IX: Mitwirkung
§ 140 Sozialgesetzbuch IX: Anrechnung von Aufträgen auf die Ausgleichsabgabe
§ 141 Sozialgesetzbuch IX: Vergabe von Aufträgen durch die öffentliche Hand
§ 142 Sozialgesetzbuch IX: Anerkennungsverfahren
§ 143 Sozialgesetzbuch IX: Blindenwerkstätten
§ 144 Sozialgesetzbuch IX: Verordnungsermächtigungen
Die anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen, Produkt- und Leistungsverzeichnis bei REHADAT
Das Internetportal der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM)

References: § 136
 § 12

§ 136

§ 137

§ 138

§ 139

§ 140

§ 141

§ 142

§ 143

§ 144