Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/umsetzung-von-eu-recht-und-die-deutsche-normenkontrolle-334897
Timestamp: 2020-01-28 23:38:30+00:00

Document:
Umset­zung von EU-Recht und die deut­sche Nor­men­kon­trol­le | Rechtslupe
Umsetzung von EU-Recht und die deutsche Normenkontrolle
Umset­zung von EU-Recht und die deut­sche Nor­men­kon­trol­le
Mit der Fra­ge der Zuläs­sig­keit einer kon­kre­ten Nor­men­kon­trol­le durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bei einem Gesetz, das Recht der Euro­päi­schen Uni­on umsetzt, hat­ten sich jetzt die Karls­ru­her Ver­fas­sungs­rich­ter anhand einer Bestim­mung des Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge­ge­set­zes zu befas­sen. Und beton­te in sol­chen Fäl­len den Vor­rang eines Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen zum Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on vor einer Rich­ter­vor­la­ge zum Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt:
Die Vor­la­ge eines Geset­zes, das Recht der Euro­päi­schen Uni­on umsetzt, nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist unzu­läs­sig, wenn das vor­le­gen­de Gericht nicht geklärt hat, ob das von ihm als ver­fas­sungs­wid­rig beur­teil­te Gesetz in Umset­zung eines dem natio­na­len Gesetz­ge­ber durch das Uni­ons­recht ver­blei­ben­den Gestal­tungs­spiel­raums ergan­gen ist.
Das vor­le­gen­de Gericht muss hier­für gege­be­nen­falls ein Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­ren zum Euro­päi­schen Gerichts­hof nach Art. 267 Abs. 1 AEUV ein­lei­ten, unab­hän­gig davon, ob es ein letzt­in­stanz­li­ches Gericht ist.
Die Rich­ter­vor­la­ge
Hin­ter­grund: Die "Solange"-Rechtsprechung
Vor­ab­ent­schei­dung durch den EuGH und die Fra­ge eines Umset­zungs­spiel­raums
Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen vor Rich­ter­vor­la­ge
Im kon­kre­ten Fall…
Hin­ter­grund der Ent­schei­dung war ein Streit aus dem Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­recht: Das Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­setz (InvZulG) regelt die Zah­lung einer staat­li­chen Sub­ven­ti­on (Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge) für bestimm­te betrieb­li­che Inves­ti­tio­nen in Ber­lin und den neu­en Bun­des­län­dern. Im Mai 1998 ent­schied die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on, dass natio­na­le Bei­hil­fe­re­ge­lun­gen mit dem Gemein­sa­men Markt unver­ein­bar sei­en, die dem von der Kom­mis­si­on zuvor bestimm­ten Gemein­schafts­rah­men und den zugleich fest­ge­leg­ten zweck­dien­li­chen Maß­nah­men zur Ver­ar­bei­tung und Ver­mark­tung land­wirt­schaft­li­cher Erzeug­nis­se zuwi­der­lie­fen. Danach sind bestimm­te Inves­ti­tio­nen in land­wirt­schaft­li­che Betrie­be, unter ande­rem in Mül­le­rei­be­trie­be, von der För­de­rung aus­ge­schlos­sen. Deutsch­land wur­de in der am 2. Juli 1998 zuge­stell­ten Ent­schei­dung auf­ge­ge­ben, sei­ne Bei­hil­fe­re­ge­lun­gen bin­nen zwei Mona­ten ent­spre­chend zu ändern oder auf­zu­he­ben. Die Vor­ga­be wur­de durch die am 24. Dezem­ber 1998 in Kraft getre­te­ne Neu­re­ge­lung in § 2 Satz 2 Nr. 4 InvZulG umge­setzt. Nicht begüns­tigt waren danach bestimm­te Wirt­schafts­gü­ter im Bereich der Ver­ar­bei­tung und Ver­mark­tung land­wirt­schaft­li­cher Erzeug­nis­se, die nach dem 2. Sep­tem­ber 1998 ange­schafft oder her­ge­stellt wor­den waren. Die Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens unter­hält einen Müh­len­be­trieb in den neu­en Bun­des­län­dern. Auf der Grund­la­ge der Neu­re­ge­lung ver­sag­te ihr das Finanz­amt die Gewäh­rung einer Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge für Inves­ti­tio­nen in Höhe von 3,9 Mil­lio­nen DM mit der Begrün­dung, die­se sei­en erst nach dem 2. Sep­tem­ber 1998 durch­ge­führt wor­den. Mit ihrer hier­ge­gen erho­be­nen Kla­ge macht die Klä­ge­rin im Wesent­li­chen einen Ver­stoß gegen das ver­fas­sungs­recht­li­che Rück­wir­kungs­ver­bot gel­tend. Die betref­fen­den Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen sei­en bereits vor dem 3. Sep­tem­ber 1998 und damit auch vor Ver­kün­dung der Neu­re­ge­lung getrof­fen wor­den.
Die Rich­ter­vor­la­ge[↑]
Das Finanz­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt 1 hat dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fra­ge zur Prü­fung vor­ge­legt, ob die Rege­lung in § 2 Satz 2 Nr. 4 InvZulG inso­weit mit dem rechts­staat­li­chen Rück­wir­kungs­ver­bot ver­ein­bar ist, als sie auch Inves­ti­tio­nen umfas­se, bezüg­lich derer der Inves­tor eine bin­den­de Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dung schon vor dem 28. Sep­tem­ber 1998 – dem Tag der Ver­öf­fent­li­chung des Schrei­bens, mit dem die Bun­des­re­gie­rung die Ände­rung des Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen­ge­set­zes ange­kün­digt hat­te – getrof­fen hat. Ein Inves­tor genie­ße von dem Zeit­punkt sei­ner bin­den­den Dis­po­si­ti­ons­ent­schei­dung an Ver­trau­ens­schutz gegen­über Geset­zen, die die steu­er­li­che För­de­rung der Inves­ti­ti­on nach­träg­lich ein­schränk­ten oder auf­hö­ben; die­ses schutz­wür­di­ge Ver­trau­en sei erst mit der Ver­öf­fent­li­chung des Schrei­bens der Bun­des­re­gie­rung ent­fal­len. Die mit der Neu­re­ge­lung ver­bun­de­ne Rück­wir­kung sei ver­fas­sungs­recht­lich nicht gerecht­fer­tigt und auch nach der Ent­schei­dung der Kom­mis­si­on nicht gebo­ten. Danach bestehe eine Ver­pflich­tung nur mit Wir­kung für die Zukunft, nicht aber zur Ver­sa­gung von Bei­hil­fen für Inves­ti­tio­nen, die in Gestalt bin­den­der Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen bereits begon­nen wor­den sei­en. Da der Rechts­ver­stoß im natio­na­len Recht begrün­det sei, kom­me eine Vor­la­ge an den Euro­päi­schen Gerichts­hof nicht in Betracht.
Der Ers­te Senat des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ent­schied, dass die Vor­la­ge unzu­läs­sig ist, weil das vor­le­gen­de Finanz­ge­richt nicht aus­rei­chend geklärt hat, ob die von ihm als ver­fas­sungs­wid­rig beur­teil­te Geset­zes­vor­schrift auf einer den deut­schen Gesetz­ge­ber bin­den­den Vor­ga­be des euro­päi­schen Gemein­schafts­rechts beruht oder ihm ein Gestal­tungs­spiel­raums ver­blie­ben ist. Damit ist die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der Vor­la­ge nicht hin­rei­chend dar­ge­legt.
Hin­ter­grund: Die "Solange"-Rechtsprechung[↑]
Ein Gesetz, das Uni­ons­recht umsetzt, kann nur dann dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zur Ent­schei­dung über sei­ne Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit vor­ge­legt wer­den, wenn es der Prü­fung durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt unter­liegt. Solan­ge die Euro­päi­sche Uni­on einen wirk­sa­men Schutz der Grund­rech­te gegen­über der Hoheits­ge­walt der Uni­on gene­rell gewähr­leis­tet, der dem Grund­rechts­schutz des Grund­ge­set­zes im Wesent­li­chen gleich zu ach­ten ist, übt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sei­ne Gerichts­bar­keit über die Anwend­bar­keit von Uni­ons­recht in Deutsch­land , das als Rechts­grund­la­ge für ein Ver­hal­ten deut­scher Gerich­te und Behör­den in Anspruch genom­men wird, jedoch nicht mehr aus und über­prüft die­ses Recht mit­hin nicht am Maß­stab der Grund­rech­te. Auch eine inner­staat­li­che Rechts­vor­schrift, die eine Richt­li­nie oder einen Beschluss in deut­sches Recht umsetzt, wird nicht an den Grund­rech­ten des Grund­ge­set­zes gemes­sen, wenn das Uni­ons­recht dem deut­schen Gesetz­ge­ber kei­nen Umset­zungs­spiel­raum belässt, son­dern zwin­gen­de Vor­ga­ben macht. In die­sem Fall ist die Vor­la­ge eines Uni­ons­recht umset­zen­den Geset­zes an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt unzu­läs­sig, weil die Fra­ge sei­ner Ver­ein­bar­keit mit dem Grund­ge­setz nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich ist.
Ein Gericht hat daher vor einer Vor­la­ge des Geset­zes an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zu klä­ren, ob dem deut­schen Gesetz­ge­ber bei der Umset­zung des Uni­ons­rechts ein Spiel­raum ver­blie­ben ist. Hier­für muss es, wenn Unklar­heit über die Bedeu­tung des Uni­ons­rechts besteht, ein Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­ren zum Euro­päi­schen Gerichts­hof ein­lei­ten, unab­hän­gig davon, ob es ein letzt­in­stanz­li­ches Gericht ist. Zwar besteht nach Uni­ons­recht eine Pflicht zur Vor­la­ge zum Euro­päi­schen Gerichts­hof aus­schließ­lich für letzt­in­stanz­li­che Gerich­te, deren Ent­schei­dun­gen selbst nicht mehr mit Rechts­mit­teln des natio­na­len Rechts ange­foch­ten wer­den kön­nen. Wenn jedoch unklar ist, ob und inwie­weit das Uni­ons­recht den Mit­glied­staa­ten einen Umset­zungs­spiel­raum belässt, sind auch Instanz­ge­rich­te vor einer Vor­la­ge an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zur Ein­lei­tung eines Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­rens zum Euro­päi­schen Gerichts­hof ver­pflich­tet. Denn hier geht es um die Bestim­mung der Prü­fungs­be­fug­nis des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts und damit um eine für die Zuläs­sig­keit der Nor­men­kon­trol­le zwin­gend zu klä­ren­de Vor­fra­ge.
Des Wei­te­ren hat das vor­le­gen­de Gericht sich in sei­ner Vor­la­ge­be­grün­dung mit der Fra­ge eines dem natio­na­len Gesetz­ge­ber belas­se­nen Umset­zungs­spiel­raums aus­ein­an­der­zu­set­zen und hin­rei­chend deut­lich die Grün­de für die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit sei­ner Vor­la­ge dar­zu­le­gen.
Vor­ab­ent­schei­dung durch den EuGH und die Fra­ge eines Umset­zungs­spiel­raums[↑]
Legt ein Gericht dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine Norm vor, die in Umset­zung von Rechts­ak­ten der Euro­päi­schen Uni­on ergan­gen ist, ist die­se Vor­la­ge wegen der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sol­chen Fäl­len prak­ti­zier­ten Zurück­nah­me der Aus­übung sei­ner Gerichts­bar­keit ent­schei­dungs­er­heb­lich, wenn das Gesetz in Aus­fül­lung eines natio­na­len Umset­zungs­spiel­raums ergan­gen ist. Ob das Uni­ons­recht im jewei­li­gen Streit­fall einen der­ar­ti­gen Umset­zungs­spiel­raum lässt, hat das Fach­ge­richt zu klä­ren und sich mit den dabei auf­tre­ten­den Fra­gen hin­rei­chend sub­stan­ti­iert aus­ein­an­der­zu­set­zen.
Ein Gesetz, das Uni­ons­recht umsetzt, kann nur dann dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG zur Ent­schei­dung über sei­ne Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit vor­ge­legt wer­den, wenn es der Prü­fung durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt unter­liegt. Solan­ge und soweit das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sei­ne Prü­fung von Uni­ons­recht und von zwin­gen­des Uni­ons­recht umset­zen­dem natio­na­lem Recht am Maß­stab des Grund­ge­set­zes zurück­nimmt, ist die Fra­ge der Ver­ein­bar­keit des Geset­zes mit dem Grund­ge­setz nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich, da sie weder vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt noch vom Vor­la­ge­ge­richt zu beant­wor­ten ist. Die Vor­la­ge eines Geset­zes an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist in einem sol­chen Fall unzu­läs­sig. Das Fach­ge­richt hat daher vor einer Vor­la­ge nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG zu klä­ren, ob das Uni­ons­recht dem natio­na­len Gesetz­ge­ber einen die ver­fas­sungs­ge­richt­li­che Prü­fung ermög­li­chen­den Spiel­raum belässt.
Über die Anwend­bar­keit von Uni­ons­recht in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, das als Rechts­grund­la­ge für ein Ver­hal­ten deut­scher Gerich­te und Behör­den in Anspruch genom­men wird, übt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt – jen­seits des hier nicht in Rede ste­hen­den Ultra­vi­res- und Ver­fas­sungs­iden­ti­täts­vor­be­halts 2 – sei­ne Gerichts­bar­keit nicht mehr aus und über­prüft die­ses Recht mit­hin nicht am Maß­stab der Grund­rech­te des Grund­ge­set­zes, solan­ge die Euro­päi­sche Uni­on einen wirk­sa­men Schutz der Grund­rech­te gegen­über der Hoheits­ge­walt der Uni­on gene­rell gewähr­leis­tet, der dem vom Grund­ge­setz jeweils als unab­ding­bar gebo­te­nen Grund­rechts­schutz im Wesent­li­chen gleich zu ach­ten ist, zumal den Wesens­ge­halt der Grund­rech­te gene­rell ver­bürgt 3. Dies gilt auf der Grund­la­ge von Art. 23 Abs. 1 GG nicht nur für Ver­ord­nun­gen, son­dern auch für Richt­li­ni­en nach Art. 288 Abs. 3 AEUV und an die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gerich­te­te Beschlüs­se der Kom­mis­si­on nach Art. 288 Abs. 4 AEUV 4. Auch eine inner­staat­li­che Rechts­vor­schrift, die eine Richt­li­nie oder einen Beschluss in deut­sches Recht umsetzt, wird inso­weit nicht an den Grund­rech­ten des Grund­ge­set­zes gemes­sen, als das Uni­ons­recht kei­nen Umset­zungs­spiel­raum lässt, son­dern zwin­gen­de Vor­ga­ben macht 5.
Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen vor Rich­ter­vor­la­ge[↑]
Stellt sich einem Fach­ge­richt die Fra­ge der Ver­ein­bar­keit eines für sein Ver­fah­ren ent­schei­dungs­er­heb­li­chen, aus dem Uni­ons­recht abge­lei­te­ten Geset­zes mit den Grund­rech­ten, ist es daher zunächst sei­ne Auf­ga­be – gege­be­nen­falls durch eine Vor­la­ge an den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on 6 nach Art. 267 Abs. 1 AEUV – zu klä­ren, ob das Uni­ons­recht dem deut­schen Gesetz­ge­ber einen Umset­zungs­spiel­raum belässt. Erst wenn dies fest­steht, kann das den Umset­zungs­spiel­raum aus­fül­len­de Gesetz der Prü­fung sei­ner Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt unter­lie­gen und damit eine Vor­la­ge an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Betracht kom­men.
Die Pflicht des vor­le­gen­den Gerichts zur Klä­rung der Ver­bind­lich­keit der uni­ons­recht­li­chen Vor­ga­ben für den deut­schen Gesetz­ge­ber folgt aus dem Erfor­der­nis der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit. Eine Vor­la­ge gemäß Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG ist nur zuläs­sig, wenn sie für die Ent­schei­dung des Aus­gangs­ver­fah­rens ent­schei­dungs­er­heb­lich ist. Inso­fern muss zum einen das vor­ge­leg­te Gesetz für das von dem vor­le­gen­den Gericht zu ent­schei­den­de Ver­fah­ren ent­schei­dungs­er­heb­lich sein. Da das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nur mit für das Aus­gangs­ver­fah­ren Ent­schei­dungs­er­heb­li­chem befasst wer­den soll, setzt die Vor­la­ge eines vom Gericht als ver­fas­sungs­wid­rig beur­teil­ten Geset­zes zum ande­ren vor­aus, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt über die auf­ge­wor­fe­ne Ver­fas­sungs­rechts­fra­ge ent­schei­den kann. Letz­te­res ist nicht der Fall, wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sich mit Rück­sicht auf der Euro­päi­schen Uni­on über­tra­ge­ne Hoheits­rech­te einer Prü­fung des deut­schen Umset­zungs­rechts am Maß­stab des Grund­ge­set­zes ent­hält. Dann ver­mag die Vor­la­ge an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nichts zur Lösung des Aus­gangs­falls bei­zu­tra­gen; das Ergeb­nis einer sol­chen Vor­la­ge ist nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich.
Im Ver­hält­nis zum Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist es vor­ran­gig Auf­ga­be der Fach­ge­rich­te, die Fra­ge eines uni­ons­recht­li­chen Umset­zungs­spiel­raums für den natio­na­len Gesetz­ge­ber zu klä­ren, gege­be­nen­falls durch Vor­la­ge an den Euro­päi­schen Gerichts­hof nach Art. 267 Abs. 1 AEUV.
Besteht Unklar­heit über die Bedeu­tung von Uni­ons­recht, kommt eine Vor­la­ge an den Euro­päi­schen Gerichts­hof nach Art. 267 Abs. 1 AEUV in Betracht, anläss­lich derer der Euro­päi­sche Gerichts­hof im Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­ren über die Gül­tig­keit und die Aus­le­gung von Uni­ons­recht, aber auch über die Hand­lung eines Uni­ons­or­gans, wie etwa über die Fra­ge der Bin­dung eines Mit­glied­staats an einen Beschluss der Kom­mis­si­on nach Art. 288 Abs. 4 AEUV, befin­den kann.
Eine Pflicht zur Vor­la­ge zum Euro­päi­schen Gerichts­hof besteht nach Uni­ons­recht aus­schließ­lich für letzt­in­stanz­li­che Gerich­te, deren Ent­schei­dun­gen selbst nicht mehr mit Rechts­mit­teln des natio­na­len Rechts ange­foch­ten wer­den kön­nen (Art. 267 Abs. 3 AEUV). Auch letzt­in­stanz­li­che Gerich­te eines Mit­glied­staa­tes sind nicht zur Durch­füh­rung eines Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­rens ver­pflich­tet, wenn die betref­fen­de uni­ons­recht­li­che Fra­ge bereits Gegen­stand einer Aus­le­gung durch den Euro­päi­schen Gerichts­hof war oder die rich­ti­ge Anwen­dung des Uni­ons­rechts der­art offen­kun­dig ist, dass für ver­nünf­ti­ge Zwei­fel kein Raum bleibt. Ein letzt­in­stanz­li­ches natio­na­les Gericht darf einen ver­nünf­ti­gen Zwei­fel an der Ent­schei­dung der gestell­ten Fra­ge nur ver­nei­nen, wenn es über­zeugt ist, dass auch für die Gerich­te der übri­gen Mit­glied­staa­ten und den Euro­päi­schen Gerichts­hof die glei­che Gewiss­heit bestün­de. Nur wenn die­se Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind, darf das letzt­in­stanz­li­che inner­staat­li­che Gericht davon abse­hen, die­se Fra­ge dem Euro­päi­schen Gerichts­hof vor­zu­le­gen und sie statt­des­sen in eige­ner Ver­ant­wor­tung beant­wor­ten (acte-clair-Dok­trin 7).
Auch Instanz­ge­rich­te sind aller­dings zu einer Klä­rung uni­ons­recht­li­cher Fra­gen durch eine Vor­ab­ent­schei­dung beim Euro­päi­schen Gerichts­hof ver­pflich­tet, wenn unklar ist, ob und inwie­weit das Uni­ons­recht den Mit­glied­staa­ten einen Umset­zungs­spiel­raum belässt, sofern Anlass zur Vor­la­ge des natio­na­len Umset­zungs­rechts wegen Unver­ein­bar­keit mit dem Grund­ge­setz nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG besteht.
Dass Art. 267 Abs. 2 AEUV den nicht letzt­in­stanz­li­chen natio­na­len Gerich­ten aus uni­ons­recht­li­cher Sicht inso­fern einen grö­ße­ren Ent­schei­dungs­spiel­raum ein­räumt, wider­spricht dem nicht, weil die hier in Rede ste­hen­de Vor­la­ge­pflicht ihre Grund­la­ge im Vor­be­halt der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG 8 und damit im natio­na­len Ver­fas­sungs­pro­zess­recht fin­det.
Die­se Pflicht der Instanz­ge­rich­te zur Ein­lei­tung eines Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­rens nach Art. 267 AEUV kor­re­spon­diert mit der im Ver­hält­nis zum Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­ran­gig den Fach­ge­rich­ten zukom­men­den Kom­pe­tenz und Auf­ga­be, das ein­fa­che inner­staat­li­che Recht aus­zu­le­gen 9 und gege­be­nen­falls die Aus­wir­kun­gen des Uni­ons­rechts auf eine ein­fach­recht­li­che inner­staat­li­che Rechts­vor­schrift zu beur­tei­len. Es liegt dabei in der Kom­pe­tenz der natio­na­len Fach­ge­rich­te, das Uni­ons­recht aus­zu­le­gen, soweit es für ihre Ent­schei­dung dar­auf ankommt. Eben­so wie die Aus­le­gung und Anwen­dung des ein­fa­chen Rechts in ers­ter Linie den Fach­ge­rich­ten obliegt, sind sie auch zur Aus­le­gung und Anwen­dung des Uni­ons­rechts beru­fen 10. In die­sem Rah­men haben sie auch die Ver­bind­lich­keit uni­ons­recht­li­cher Vor­ga­ben für den natio­na­len Gesetz­ge­ber zu klä­ren und erfor­der­li­chen­falls den Euro­päi­schen Gerichts­hof anzu­ru­fen. Die Beur­tei­lung der Aus­wir­kun­gen der vom Euro­päi­schen Gerichts­hof geklär­ten uni­ons­recht­li­chen Fra­gen auf das natio­na­le Recht ist sodann wie­der­um in ers­ter Linie Auf­ga­be der Fach­ge­rich­te und nicht des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts. Es ent­sprä­che hin­ge­gen nicht der im Grund­ge­setz ange­leg­ten Kom­pe­tenz­ver­tei­lung zwi­schen dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt und den Fach­ge­rich­ten, wenn sie im Ver­hält­nis zum Uni­ons­recht unge­klär­tes natio­na­les Umset­zungs­recht nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­le­gen dürf­ten und so das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sei­ner­seits zur Ein­lei­tung eines Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­rens nach Art. 267 Abs. 3 AEUV ver­an­las­sen könn­ten, sofern es nur auf die­se Wei­se sei­nen ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Prü­fungs­um­fang bestim­men könn­te.
Die Pflicht der Fach­ge­rich­te, vor einer Vor­la­ge an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt Inhalt und Ver­bind­lich­keit des Uni­ons­rechts, gege­be­nen­falls durch Ein­lei­tung eines Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­rens nach Art. 267 Abs. 1 AEUV zu klä­ren, steht nicht in Wider­spruch zu der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bestä­tig­ten Mög­lich­keit der Fach­ge­rich­te, zwi­schen Nor­men­kon­trol­le nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG und Vor­la­ge zum Euro­päi­schen Gerichts­hof zu wäh­len, da dies ande­re Fall­kon­stel­la­tio­nen betrifft.
Steht in Streit, ob eine im Aus­gangs­ver­fah­ren ent­schei­dungs­er­heb­li­che Rechts­vor­schrift mit Uni­ons­recht und Ver­fas­sungs­recht ver­ein­bar ist, gibt es nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts aus der Sicht des deut­schen Ver­fas­sungs­rechts grund­sätz­lich kei­ne fes­te Rang­fol­ge unter den vom Fach­ge­richt gege­be­nen­falls ein­zu­lei­ten­den Zwi­schen­ver­fah­ren nach Art. 267 Abs. 2 oder 3 AEUV und der Vor­la­ge nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG. Ein Gericht, das sowohl uni­ons­recht­li­che als auch ver­fas­sungs­recht­li­che Zwei­fel hat, darf daher nach eige­nen Zweck­mä­ßig­keits­er­wä­gun­gen ent­schei­den, wel­ches Zwi­schen­ver­fah­ren es zunächst ein­lei­tet 11. Im Unter­schied dazu geht es bei der hier in Fra­ge ste­hen­den Bin­dung des natio­na­len Gesetz­ge­bers an vor­ran­gi­ges Uni­ons­recht um die Bestim­mung der Prü­fungs­be­fug­nis des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts und damit um eine für die Zuläs­sig­keit der Nor­men­kon­trol­le zwin­gend zu klä­ren­de Vor­fra­ge.
Für die Beur­tei­lung der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der Vor­la­ge­fra­ge im Rah­men einer kon­kre­ten Nor­men­kon­trol­le ist grund­sätz­lich die Rechts­auf­fas­sung des vor­le­gen­den Gerichts maß­ge­bend, sofern die­se nicht offen­sicht­lich unhalt­bar ist 12. Dies folgt aus der in ers­ter Linie den Fach­ge­rich­ten vor­be­hal­te­nen Auf­ga­be zur Aus­le­gung und Anwen­dung des ein­fa­chen Rechts wie auch des Uni­ons­rechts.
Für die Fra­ge nach der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit einer Vor­la­ge, die Uni­ons­recht umset­zen­des natio­na­les Recht zum Gegen­stand hat, ist eine so weit­ge­hen­de Zurück­nah­me der Kon­trol­le der Rechts­auf­fas­sung des vor­le­gen­den Gerichts jedoch nicht gerecht­fer­tigt. Denn mit der Ent­schei­dung über die Reich­wei­te der uni­ons­recht­li­chen Bin­dung des natio­na­len Gesetz­ge­bers wird zugleich über die Gren­zen der ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Prü­fung am Maß­stab des Grund­ge­set­zes befun­den. Die Bestim­mung der Vor­aus­set­zun­gen für die Aus­übung der eige­nen Gerichts­bar­keit und damit die Beant­wor­tung der Fra­ge, ob es das natio­na­le Recht am Maß­stab der Grund­rech­te des Grund­ge­set­zes misst oder dar­auf ver­zich­tet, muss im Ver­hält­nis zum vor­le­gen­den Gericht in der Hand des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ver­blei­ben. Die Ent­schei­dung eines Fach­ge­richts dar­über, ob und inwie­weit Uni­ons­recht im Sin­ne eines acte­c­lair dem Gesetz­ge­ber einen Umset­zungs­spiel­raum belässt, ist daher nicht nur einer Offen­sicht­lich­keits­kon­trol­le durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt unter­wor­fen. Die­sem steht inso­weit viel­mehr ein wei­ter­ge­hen­des Über­prü­fungs­recht zu 13. Andern­falls hät­te es das Fach­ge­richt in der Hand, auch mit einer nicht über­zeu­gend begrün­de­ten Annah­me eines dem natio­na­len Gesetz­ge­ber ver­blei­ben­den Umset­zungs­spiel­raums eine inhalt­li­che Prü­fung durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zu ver­an­las­sen, sofern sie sich nur nicht als offen­sicht­lich unhalt­bar erweist.
Dem steht nicht ent­ge­gen, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt das Unter­las­sen einer Vor­la­ge zum Euro­päi­schen Gerichts­hof durch ein letzt­in­stanz­li­ches Gericht im Rah­men einer auf einen Ver­stoß gegen Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG gestütz­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­de ledig­lich auf eine unhalt­ba­re Hand­ha­bung der Vor­la­ge­pflicht nach Art. 267 Abs. 3 AEUV kon­trol­liert 14. Denn in jenen Fäl­len geht es nicht um die Ent­schei­dung über die Aus­übung der ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Prü­fung bei einer Nor­men­kon­trol­le, son­dern um die auch sonst nur in wei­ten Gren­zen über­prüf­te Hand­ha­bung des Pro­zess­rechts durch die Gerich­te im Hin­blick auf die Wah­rung des gesetz­li­chen Rich­ters.
Mit der Pflicht des Gerichts, vor der Vor­la­ge eines Uni­ons­recht umset­zen­den Geset­zes an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Ver­bind­lich­keit der uni­ons­recht­li­chen Vor­ga­ben zu klä­ren, kor­re­spon­diert eine ent­spre­chen­de Dar­le­gungs­pflicht im Rah­men der Vor­la­ge.
Gemäß Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG in Ver­bin­dung mit § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG muss das vor­le­gen­de Gericht dar­le­gen, inwie­fern sei­ne Ent­schei­dung von der Vor­la­ge abhängt und dass das Gericht die gebo­te­ne Prü­fung der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit vor­ge­nom­men hat. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung muss dem Beschluss mit hin­rei­chen­der Deut­lich­keit zu ent­neh­men sein, dass und aus wel­chen Grün­den das Gericht bei der Gül­tig­keit der Vor­schrift zu einem ande­ren Ergeb­nis kom­men wür­de als im Fall ihrer Ungül­tig­keit 15. Das vor­le­gen­de Gericht muss im Hin­blick auf die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der Vor­la­ge­fra­ge den ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fungs­maß­stab nen­nen und die für sei­ne Über­zeu­gung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit maß­ge­ben­den Erwä­gun­gen nach­voll­zieh­bar und umfas­send dar­le­gen 16. Dabei muss das Gericht auf nahe­lie­gen­de tat­säch­li­che und recht­li­che Gesichts­punk­te ein­ge­hen. Ins­be­son­de­re kann es erfor­der­lich sein, die Grün­de zu erör­tern, die im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren als für die gesetz­ge­be­ri­sche Ent­schei­dung maß­ge­bend genannt wor­den sind 17.
Die­se Maß­stä­be gel­ten ent­spre­chend für die Pflicht des Gerichts, sei­ne – womög­lich ohne Ein­lei­tung eines Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chens gewon­ne­ne – Annah­me dar­zu­le­gen, dass das ein­schlä­gi­ge Uni­ons­recht dem natio­na­len Gesetz­ge­ber in der in Streit ste­hen­den Fra­ge einen Umset­zungs­spiel­raum belässt. Auch dies­be­züg­lich hat es mit hin­rei­chen­der Deut­lich­keit die Grün­de dafür auf­zu­zei­gen, dass die Vor­la­ge des Geset­zes ent­schei­dungs­er­heb­lich ist.
Im kon­kre­ten Fall…[↑]
Die­sen Anfor­de­run­gen genügt die Vor­la­ge des Finanz­ge­richts nicht. Es hat sich schon nicht mit der Mög­lich­keit einer ein­ge­schränk­ten ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt befasst. Zudem fehlt es an hin­rei­chen­den Aus­füh­run­gen zum Umfang der Bin­dungs­wir­kung der Kom­mis­si­ons­ent­schei­dung. Die Fest­stel­lung, die Kom­mis­si­on habe nur eine Rege­lung für die Zukunft getrof­fen, zwingt nicht zu dem Schluss, dass nach Ablauf der zwei­mo­na­ti­gen Umset­zungs­frist eine Gewäh­rung von Inves­ti­ti­ons­zu­la­gen zuläs­sig blei­ben soll­te, wenn eine bin­den­de Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dung bereits vor Frist­ab­lauf getrof­fen wor­den war. Nach ihrem Wort­laut gab die Ent­schei­dung der Kom­mis­si­on viel­mehr vor, dass nach Frist­ab­lauf kei­ne Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge mehr gewährt wer­den durf­te, und zwar unab­hän­gig davon, ob ein Inves­tor bereits eine bin­den­de Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dung getrof­fen hat­te oder nicht. In Anbe­tracht des­sen hat das Finanz­ge­richt die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der Vor­la­ge schon nicht aus­rei­chend dar­ge­tan.
Zudem hät­te es die hier maß­geb­li­che Aus­le­gungs­fra­ge für das Vor­lie­gen eines natio­na­len Umset­zungs­spiel­raums dem Euro­päi­schen Gerichts­hof im Rah­men eines Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­rens vor­le­gen müs­sen, weil die­se sich nicht zwei­fels­frei im Sin­ne der Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts beant­wor­ten lässt.
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 4. Okto­ber 2011 – 1 BvL 3/​08
Ein Pfört­ner darf nicht Kreis­rat wer­den Der Pfört­ner in einem als Eigen­be­trieb des Land­krei­ses geführ­ten Kli­ni­kums kann nicht Kreis­rat wer­den. Die ent­spre­chen­de Vor­schrift der baden-würt­tem­ber­gi­schen Land­kreis­ord­nung ist nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs…
Umset­zung von EU-Recht und die deut­sche Nor­men­kon­trol­le Mit der Fra­ge der Zuläs­sig­keit einer kon­kre­ten Nor­men­kon­trol­le durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bei einem Gesetz, das Recht der Euro­päi­schen Uni­on umsetzt, hat­ten sich jetzt die Karls­ru­her…
FG Sach­sen-Anhalt, Beschluss vom 20.12.2007 – 1 K 290/​01[↩]
vgl. dazu BVerfGE 123, 267, 353 f.; 126, 286, 302 f.[↩]
vgl. BVerfGE 73, 339, 387; 102, 147, 162 ff.; 118, 79, 95[↩]
frü­her: Ent­schei­dun­gen der Kom­mis­si­on nach Art. 249 Abs. 4 EGV[↩]
vgl. BVerfGE 118, 79, 95 f.; 125, 260, 306 f.[↩]
im Fol­gen­den: Euro­päi­scher Gerichts­hof[↩]
vgl. EuGH, Urteil vom 06.10.1982, Rs. C283/​81, C.I.L.F.I.T., Slg.1982, S. 3415; BVerfGE 82, 159, 193[↩]
s.o. aa[↩]
vgl. BVerfGE 79, 1, 24; 86, 382, 386 f.; 113, 88, 103[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss des Ers­ten Senats vom 19.07.2011 – 1 BvR 1916/​09, Rn. 89; fer­ner BVerfGE 126, 286, 316[↩]
vgl. BVerfGE 116, 202, 214[↩]
vgl. BVerfGE 2, 181, 190 f., 193; 88, 187, 194; 105, 61, 67[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss des Ers­ten Senats vom 19.07.2011 – 1 BvR 1916/​09, juris, Rn. 90[↩]
vgl. zuletzt BVerfGE 126, 286, 315 ff.; BVerfG, Beschlüs­se des Ers­ten Senats vom 25.01.2011 – 1 BvR 1741/​09, NJW 2011, S. 1427, 1431 [Tz. 104 f.] und vom 19.07.2011 – 1 BvR 1916/​09, juris, Rn. 98[↩]
vgl. BVerfGE 86, 71, 77; 88, 187, 194; 105, 48, 56; 105, 61, 67[↩]
vgl. BVerfGE 86, 71, 77 f.; 88, 70, 74; 88, 187, 194; BVerfGK 14, 429, 432[↩]
vgl. BVerfGE 86, 71, 77 f.; BVerfGK 14, 429, 432[↩]
NormenkontrolleVorabentscheidungsersuchen

References: Art. 100
 Art. 267
 EuGH 
 § 2
 § 2
 EuGH 
 Art. 100
 Art. 100
 Art. 23
 Art. 288
 Art. 288
 Art. 267
 Art. 100
 Art. 267
 Art. 267
 Art. 288
 Art. 100
 Art. 267
 Art. 100
 Art. 267
 Art. 100
 Art. 267
 Art. 267
 Art. 100
 Art. 267
 Art. 100
 Art. 101
 Art. 267
 Art. 100
 § 80
 Art. 249