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Timestamp: 2019-11-20 06:19:24+00:00

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BFH, 24.02.2005 - V R 62/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,4132
BFH, 24.02.2005 - V R 62/03 (https://dejure.org/2005,4132)
BFH, Entscheidung vom 24.02.2005 - V R 62/03 (https://dejure.org/2005,4132)
BFH, Entscheidung vom 24. Februar 2005 - V R 62/03 (https://dejure.org/2005,4132)
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AO § 233a § 227
Erlass festgesetzter Zinsen nach § 233a AO
Voraussetzungen für das Vorliegen einer einen Steuererlass rechtfertigenden Unbilligkeit aus sachlichen Gründen; Widerspruch der Festsetzung von Nachzahlungszinsen zu den der Verzinsungsregelung zu Grunde liegenden Wertungen; Zweck der Regelungen in § 233a Abgabenordnung ...
Zusammenfassung von "Urteilsanmerkung zu BFH v. 24.02.2005 - Az.: V R 62/03 - Kein Erlass festgesetzter Nachzahlungszinsen bei zu Unrecht erstatteten Vorsteuerbeträgen" von RA Hendrik Jacobsen; StB Dieter Tietjen, original erschienen in: UR 2005, 394 - 397.
Für die Frage eines Zinsvorteils, den der Steuerpflichtige wegen seines unberechtigten Vorsteuerabzugs entstanden ist, kommt es nur auf das zwischen dem Steuerpflichtigen und dem Finanzamt bestehende konkrete Steuerschuldverhältnis an (BFH-Entscheidungen vom 24. Februar 2005 V R 62/03, BFH/NV 2005, 1220;… vom 15. Januar 2008 VIII B 222/06, BFH/NV 2008, 753;… vom 21. Mai 2010 V B 91/09, BFH/NV 2010, 1619; Finanzgericht -FG- des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 15. Juli 2009 3 K 377/09, nicht veröffentlicht, siehe Juris).
Die "rechtsgrundlosen" Umsatzsteuerzahlungen des Klägers an die Handwerker (Rechnungsaussteller) sind bei dieser Betrachtung auszublenden (BFH-Urteil vom 24. Februar 2005 V R 62/03, BFH/NV 2005, 1220).
Der BFH ist Bedenken im Schrifttum (Jacobsen/Tietjen, UR 2003, 417; Körner, Deutsches Steuerrecht -DStR- 2010, 1363; Englisch, UR 2011, 648; Slapio/Claus, UR 2014, 346; Behrens, Finanzrundschau -FR- 2015, 215), die ähnlich wie der Kläger argumentieren, ausdrücklich nicht gefolgt (vgl. BFH-Entscheidungen vom 24. Februar 2005 V R 62/03, BFH/NV 2005, 1220;… vom 29. Oktober 2010 V B 48/10, BFH/NV 2011, 856;… vom 1. März 2013 V B 112/11, BFH/NV 2013, 901).
Das Urteil des BFH vom 11. Juli 1996 V R 18/95 (BFHE 180, 524, BStBl II 1997, 259) betraf einen Sonderfall (vgl. auch BFH-Urteil vom 24. Februar 2005 V R 62/03, BFH/NV 2005, 1220) und ist -soweit ersichtlich- der einzige Fall, bei dem ein Anspruch auf Erlass der Zinsen zuerkannt wurde.
Ob die möglichen Zinsvorteile tatsächlich gezogen worden sind, ist grundsätzlich unbeachtlich (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 15. Oktober 1998 IV R 69/97, BFHE 187, 198; vom 23. Oktober 2003 V R 2/02, BFHE 203, 410, BStBl II 2004, 39, unter II. 2. b aa; vom 15. Juli 2004 V R 76/01, BFHE 207, 1, BStBl II 2005, 236, unter II. 1.; vom 24. Februar 2005 V R 62/03, BFH/NV 2005, 1220, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung --HFR-- 2005, 627, unter II. 2. b).
§ 233a AO 1977 sieht nicht die Berücksichtigung eines fiktiven Sachverhalts vor (vgl. BFH-Urteil vom 24. Februar 2005 V R 62/03, BFH/NV 2005, 1220; HFR 2005, 627, unter II. 2. c).
§ 233a AO stellt allein auf das Steuerschuldverhältnis zwischen dem Steuerpflichtigen und dem FA ab (vgl. BFH-Urteil vom 24. Februar 2005 V R 62/03, BFH/NV 2005, 1220).
Ob die möglichen Zinsvorteile tatsächlich gezogen worden sind, ist grundsätzlich unbeachtlich (vgl. BFH-Urteile vom 23. Oktober 2003 V R 2/02, BFHE 203, 410, BStBl II 2004, 39, unter II.2.b, aa; vom 15. Juli 2004 V R 76/01, BFHE 207, 1, BStBl II 2005, 236, unter II.1.; vom 24. Februar 2005 V R 62/03, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung --HFR-- 2005, 627, unter II.2.b).
§ 233a AO 1977 sieht nicht die Berücksichtigung eines fiktiven Sachverhalts vor (vgl. BFH-Urteil in HFR 2005, 627, unter II.2.c).
Die Festsetzung von Zinsen nach § 233a AO 1977 ist grundsätzlich rechtmäßig, wenn der Schuldner der Steuernachforderung Liquiditätsvorteile gehabt hat (…vgl. BFH-Urteile vom 20.01.1997 - V R 28/95, BStBl II 1997, 716, vom 16.08.2001 - V R 72/00, BFH/NV 2002, 545 und vom 24.02.2005 V R 62/03, DStRE 2005, 915).
Denn § 233 a AO 1977 stellt auf einen Vorteil nicht des Fiskus, sondern des Steuerpflichtigen ab (vgl. BFH-Urteil, DStRE 2005, 915 unter II. 2. c der Gründe).
Das Urteil entspricht im Übrigen der ständigen Rechtsprechung des BFH (s. a. Urteil vom 24.05.2005 - V R 62/03, DStRE 2005, 915 …und Beschlüsse vom 06.04.2005 - V B 60/04, BFH/NV 2005, 1976 …und vom 28.10.2005 - V B 196/04, BFH/NV 2006, 245).
§ 233a AO stellt allein auf das konkrete Steuerschuldverhältnis --hier zwischen dem Beschwerdeführer und der Bundesrepublik Deutschland-- ab (vgl. BFH-Urteil vom 24. Februar 2005 V R 62/03, BFH/NV 2005, 1220).
cc) Bei der Prüfung, ob ein Erlass mangels Liquiditätsvorteils geboten ist, sind nach dem BFH-Urteil vom 24. Februar 2005 V R 62/03 (BFH/NV 2005, 1220) grundsätzlich keine fiktiven Sachverhalte zu berücksichtigen.
Aus dem Urteil vom 22.02.2005 V R 62/03 (BFH/NV 2005, 1220) sei zu entnehmen, dass der BFH im Zusammenhang mit dem Begriff des Steuerschuldverhältnisses den Steueranspruch der Bundesrepublik Deutschland gegen ihre Bürger von anderen Ansprüchen, nämlich einer etwaigen Zahlungsverpflichtung der Bürger der Bundesrepublik Deutschland gegenüber Drittstaaten oder anderen Steuerpflichtigen aus privatrechtlichen Schuldverhältnissen abgrenze.
Ferner hat der BFH einen Liquiditätsvorteil nicht ausgeschlossen, weil der Steuerpflichtige ihm zu Unrecht erstattete Vorsteuern an den Rechnungsaussteller gezahlt hatte (vgl. BFH-Urteil vom 24.02.2005 V R 62/03, BFH/NV 2005, 1220) bzw. weil eine andere Person, die ihr zu Unrecht erhobene Steuer anstelle des Steuerpflichtigen an den Fiskus geleistet hatte (…vgl. BFH-Beschluss vom 10.03.2006 V B 82/05, BFH/NV 2006, 1433;… ebenso BFH-Urteil vom 21.10.2009 I R 112/08, BFH/NV 2010, 606).
Soweit der Beklagte sich auf das BFH-Urteil vom 24. Februar 2005 V R 62/03 berufe, habe dieses für den vorliegenden Rechtsstreit keinerlei Aussagekraft, weil es sich um "mögliche Zinsvorteile" handeln müsse.
Die Rechtsprechung sehe die tatsächlich gezogenen Zinsvorteile für einen Erlass von Nachforderungszinsen als grundsätzlich unbeachtlich an (BFH, Urteil vom 24. Februar 2005 V R 62/03, HFR 2005, 627).
Diese Grundsätze gelten auch für den Erlass festgesetzter Zinsen nach § 233a AO (vgl. BFH-Urteil vom 24. Februar 2005 - V R 62/03, BFH/NV 2005, 1220).
Denn die Regelung sieht die Berücksichtigung eines fiktiven Sachverhalts nicht vor und stellt allein auf das Steuerschuldverhältnis zwischen dem Steuerpflichtigen und dem FA ab (vgl. BFH-Urteil vom 24. Februar 2005 - V R 62/03,a.a.O.).

References: § 233
 § 227
 § 233
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