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Timestamp: 2017-02-21 12:28:00+00:00

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Gert KLÖSCH © Foliensammlung zum AVG-Block-Seminar „Verwaltungsverfahren von A (wie AVG) bis Z (wie ZustG)“ 2009 Stand: April 2009 (Abgabenverwaltungsreformgesetz) - ppt herunterladen
Gert KLÖSCH © 2009 0 Foliensammlung zum AVG-Block-Seminar „Verwaltungsverfahren von A (wie AVG) bis Z (wie ZustG)“ 2009 Stand: April 2009 (Abgabenverwaltungsreformgesetz)
Veröffentlicht von:Dietrich Appold
Präsentation zum Thema: "Gert KLÖSCH © 2009 0 Foliensammlung zum AVG-Block-Seminar „Verwaltungsverfahren von A (wie AVG) bis Z (wie ZustG)“ 2009 Stand: April 2009 (Abgabenverwaltungsreformgesetz)"— Präsentation transkript:
Gert KLÖSCH © Foliensammlung zum AVG-Block-Seminar „Verwaltungsverfahren von A (wie AVG) bis Z (wie ZustG)“ 2009 Stand: April 2009 (Abgabenverwaltungsreformgesetz) BGBl I 2008/3, I 2008/4, I 2008/5 und I 2008/87, I 2009/20
Gert KLÖSCH © Verfahrensrecht Justiz-Verwaltungs- ZPO StPO zB Kaufvertrag (ABGB) zB Straftat (StGB) EGVG VVG AVG VStG materielles Vw-Recht zB BUND: ForstG, WRG Land: K-BO, NaturschutzG ZustG (beiden Verfahrensrechtssystemen gemeinsam)
Gert KLÖSCH © Historischer Überblick 1854Dienstvorschriften und Amtsinstruktionen 1875Verwaltungsgerichtshof wird eingerichtet 1896Gesetz über das Rechtsmittelverfahren 1911Kommission zur Förderung der Verwaltungsreform 1922GENFER Protokolle 1925Verwaltungsverfahrensgesetze (EGVG, AVG, VStG, VVG) 1950Wiederverlautbarung 1988Novelle zum B-VG (Einführung der UVS) 1990Novelle zum Verfahrensrecht 1991Wiederverlautbarung 1995Novelle zum Verfahrensrecht (Berufungsvorentscheidung) 1998Novelle zum Verfahrensrecht (§ 42 AVG neu) 1999Novelle zum Verfahrensrecht (Rücksicht gegenüber beeinträchtigten Personen) 2001Verfahrensrechtsnovelle BGBl I 2001/ Verwaltungsreformgesetz I Umsetzung BGBl I 2002/65 („ELAK“, neuer Instanzenzug) 2. Verfahrensrechtsnovelle 2002 BGBl I 2002/117 (Besetzung UVS, Verwaltungsstrafverfahren) 2004 Novelle im Rahmen des „E-Government“, BGBl I 2004/ Novelle zum Verwaltungsverfahren (seit ) 2008Wiederverlautbarung des EGVG (BGBl I 2008/87) Abgabenverwaltungsreformgesetz BGBl I 2009/20 2. Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie (einheitliche Ansprechstelle) in Vorbereitung
Gert KLÖSCH © Rechtsgrundlagen im Stufenbau* der Rechtsordnung Art 11 Abs 2 B-VG EGVG, AVG, VStG, VVG, ZustellG Verwaltungsformularverordnung Zustellformularverordnung Bescheid EU *Adolf Julius MERKL. Prolegomena einer Theorie des rechtlichen Stufenbaus, in: KELSEN-Festschrift (1931) 252, abgedruckt in : Klecatsky/Marcic/Schambeck (Hrsg), Die Wiener Rechtstheoretische Schule, Band II (1968), 1311.
Gert KLÖSCH © Art 18 Abs 1 und 2 B-VG Gesetzmäßigkeitsgrundsatz („Legalitätsprinzip“) Grundsatz der Trennung von Verwaltung und Justiz Recht auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter (Grundrecht – Art 83 Abs 2 B-VG) Adhäsionsprinzip Art 10 Abs 1 Z 6 B-VG Prinzip der Adhäsion an der Sachmaterie: Verfahrensrecht Verwaltungspolizei Festsetzung von Strafen Zuweisung von Strafgeldern Bedarfskompetenz des Bundes (Art 11 Abs 2 B-VG) „Verfahrensrecht im engeren Sinne“ ausgenommen: Regelung der sachlichen Zuständigkeit Regelung der örtlichen Zuständigkeit Regelung der Organisation Art 129 b Abs 6 B-VG Verfahren der UVS Art 131 B-VG „Bescheidbeschwerde“ an VwGH Art 144 B-VG Bescheidbeschwerde an VfGH Verfassungsrechtliche Grundlagen
Gert KLÖSCH © Einfachgesetzliche Grundlagen * Einführungsgesetz zu den Verwaltungsverfahrensgesetzen 2008 (EGVG) BGBl I 2009/20 * Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991 (AVG) idF BGBl I 2009/20 * Verwaltungsstrafgesetz 1991 (VStG) idF BGBl I 2009/20 * Verwaltungsvollstreckungsgesetz 1991 (VVG) idF BGBl I 2008/3 * Zustellgesetz 1982 (ZustellG) idF BGBl I 2008/5 Wichtige Verordnungen: * Beglaubigungsverordnung 1925 BGBl II 1999/494 idF BGBl II 2008/151 * Verwaltungsformularverordnung 1999 BGBl II 1999/508 idF BGBl II 2008/152 Hinweis: Die Unterlassung der Verwendung eines Formulars stellt keinen rechtlichen relevanten Formfehler dar. (vgl VwGH /06/0096). * Zustellformularverordnung 1982, BGBl 1982/600 idF BGBl II 2008/152
Gert KLÖSCH © Anwendungsbereich I Hoheitliche VerwaltungNicht-hoheitliche Verwaltung („Privatwirtschaftsverwaltung“) Besorgung behördlicher Aufgaben Behörden (Organe mit "imperium") Über/Unterordnungsverhältnis Verwaltungsverfahrensgesetze sind anzuwenden Bescheid AmtshaftungHaftung wie ein Privater Bereitstellung von "Material" für die Verwaltung, Subventionen, Straßen und Straßenerhaltung Staat agiert wie ein "Privater" Gleichberechtigung Verwaltungsverfahrensgesetze sind nicht anzuwenden (VwGH , 93/11/0221) Vertrag
Gert KLÖSCH © Anwendungsbereich II EGVG (2008 idF BGBl I 2009/20) unmittelbarer AwB Ausnahmen (Art I Abs 4 und 5): ausdrücklich durch Art I EGVG zur Anwendung verpflichtet zB LH, Lreg, BVB „mittelbarer Anwendungsbereich“: AVG und VStG sind anzuwenden, wenn in einem Bundes- oder Landesgesetz die Anwendung ausdrücklich angeordnet wird (1) öffentl. Geldleistungen (Abgaben) (2) Angelegenheiten des Familienlastenausgleiches (3) Dienstrecht (4) Wahlen, Volksbegehren,…. (5) Disziplinarverfahren (6) Prüfungen Straftatbestände (Art III) 1. Winkelschreiberei 2. Schwarzfahren 3. Rassendiskriminierung 4. Nazi-Gedankengut
Gert KLÖSCH © „ Behörde“..rechtlich geregelte Einrichtungen, deren Organe mit Befehlsgewalt („imperium“) ausgestattet sind.. „Sachlich in Betracht kommende Oberbehörde“ „Instanzenmäßig übergeordnete Behörde“ + in einem Verwaltungsgebiet kompetenzmäßig übergeordnete Behörde + muß nicht automatisch instanzenmäßig übergeordnet sein - die in einem Administrativverfahren im Instanzenzug zur Entscheidung berufene höhere Behörde
Gert KLÖSCH © Die "ehernen" Grundsätze des Verwaltungsverfahrens ( 1)Wahrung des Parteiengehörs (2)Ausschluß wegen Befangenheit (3)Begründungspflicht von Bescheiden (4)Zulässigkeit außerordentlicher Rechtsmittel (Beschwerde an VfGH und/oder VwGH)
Gert KLÖSCH © Verwaltungsstrafbestimmungen im Art III EGVG 2008 Winkelschreiberei Schwarzfahren Diskriminierung (Rasse, Religion, Behinderung,..) Verbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes im Sinne des Verbotsgesetzes
Gert KLÖSCH © Verhältnis EU-Recht zu innerstaatlichem Recht, hier: EU-Recht - Verwaltungsverfahrensrecht Ausgangslage: Durch den EU-Beitritt ÖSTERREICHS * mit ist der gesamte Rechtsbestand des Gemeinschaftsrechts, wie er zum Beitrittszeitpunkt vorlag, einschließlich des Beitrittsvertrages Bestandteil der in ÖSTERREICH geltenden Rechtsordnung geworden. Zwei Strukturmerkmale: 1. Autonome Geltung 2. Vorrangwirkung (vor widersprechendem nationalem Recht) Grundsatz: Eine gemeinschaftsrechtliche Bestimmung, die Rechte und Pflichten begründet, welche der einzelnen vor den nationalen Behörden geltend machen kann, die sich also direkt an den einzelnen Normunterworfenen und die Vollziehung richtet, ist unmittelbar anwendbar (zB Verordnungen, Entscheidungen,..) Praktische Beispiele mit verfahrensrechtlichem Hintergrund: + Rechtssache PETERBROEK (Einschränkung des Prozeßgegenstandes) + Rechtssache CIOLA (§ 8 AVG) + Rechtssache van SCHIJNDEL/van VEEN (Zuständigkeitsabgrenzung Verwaltung/Gerichte) * BVG über den Beitritt ÖSTERREICHS zur EU, BGBl 1994/744
Gert KLÖSCH © „allgemeine Rechtsgrundsätze des EuGH“ + Effektivitätsgrundsatz („Beeinträchtigungsverbot“) Art 10 EGV + Diskriminierungsverbot („Vereitelungsverbot“) Art 12 EGV + Gebot des gerichtlichen Rechtsschutzes (Verweis auf Art 6 EMRK)..... Art 234 EGV und für das Verfahren der EU-Institutionen postulierte Grundsätze + Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit + Verhältnismäßigkeitsgrundsatz + Verbot der Doppelbestrafung
Gert KLÖSCH © Grundsätze: + (Grund)Recht auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter (Art 83 Abs 2 B-VG) + von Amts wegen wahrzunehmen, daher ++ keine prorogatio fori (Vereinbarung einer Zuständigkeit) ++ in jeder Lage des Verfahrens wahrzunehmen (Schweigen der Partei hilft nicht) + maßgebend: die im Zeitpunkt der Erlassung des Bescheides geltende Rechtslage (keine perpetutatio fori {Fortschreibung der Zuständigkeit}) + bei Unzuständigkeit: formlose Weiterleitung an zuständige Behörde ohne unnötigen Aufschub aber auf Gefahr des Einschreiters (Fristversäumnis) + mit Weiterleitung erlischt Entscheidungspflicht der abtretenden Behörde (auch bei fehlerhafter Abtretung) + bei Beharren, Bestrittenheit, keine Behörde zuständig (zB Gericht), dann Zurückweisung des Antrages mit Bescheid (kein Feststellungsbescheid !!) + Bescheide einer unzuständigen Behörde sind rechtswidrig (für nichtig erklärbar gem § 68 Abs 4 Z 1 AVG - binnen drei Jahren von sachlich in Betracht kommenden Oberbehörde) § 1 AVG Die Zuständigkeit I
Gert KLÖSCH © Die Zuständigkeit II sachliche örtliche funktionelle Welche Behörde ? Wo ?Wer entscheidet ? Anknüpfung an den Aufgabenbereich der Behörde örtliches Naheverhältnis einer Rechtssache zu einem bestimmten Gebiet Hauptwohnsitz/Amtssprengel Achtung: Die Bestimmungsgründe des § 3 AVG schließen sich gegenseitig aus (früher erwähnter greift vor später erwähntem). zB * Bgm oder GV * Einzelmitglied der Lreg oder Kollegium Quelle: Organisationsvorschriften zB K-AGO, K-GOL
Gert KLÖSCH © Die Zuständigkeit III sachliche örtliche funktionelle Welche Behörde ? Wo ?Wer entscheidet ? 1. unbewegliches Gut ---> Lage 2. Betrieb oder Unternehmung ---> Sitz 3. in sonstigen Sachen: a) Hauptwohnsitz des Beteiligten (Art 6 Abs 3 B-VG, § 1Abs 7 Meldegesetz) b) nach dem Aufenthalt c) letzter Hauptwohnsitz im Inland d) letzter Aufenthalt im Inland e) Anlaß des Einschreitens f) sachlich in Betracht kommende oberste Behörde
Gert KLÖSCH © Befangenheit absolute relative (1) In eigener Sache/“Angehöriger“/ Pflegebefohlener (2) Vertreter einer Partei (3) im Berufungsverfahren, wenn an der Erlassung des angefochtenen Bescheides oder der Berufungsvorentscheidung mitgewirkt..sonstige wichtige Gründe, die geeignet sind, die volle Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen….. Objektivität im Verfahren § 7 AVG
Gert KLÖSCH © „Angehörige“ § 36 a AVG „Angehörige“ im Sinne des AVG sind 1. der Ehegatte (auch wenn die Ehe nicht mehr besteht), 2. die Verwandten in gerade Linie und die Verwandten zweiten ( = Geschwister), dritten (= Onkel, Neffe, Nichte) und vierten (= Cousin[e]) Grades in der Seitenlinie, 3. die Verschwägerten in gerader Linie und die verschwägerten zweiten (= Schwager, Schwägerin) Grades der Seitenlinie, 4. die Wahleltern und Wahlkinder und die Pflegeeltern und Pflegekinder sowie 5. Personen, die miteinander in Lebensgemeinschaft leben, sowie Kinder und Enkel einer dieser Personen zur anderen Person.
Gert KLÖSCH © Die Partei "Beteiligte" sind Personen, die eine Tätigkeit der Behörde in Anspruch nehmen oder auf die sich die Tätigkeit der Behörde bezieht. Partei Beteiligte Weder.. noch.. (Publikum)* "Parteien" sind sie, insoweit sie an der Sache vermöge eines Rechtsanspruches oder eines rechtlichen Interesses beteiligt sind. *Ausnahme: "Großverfahren" § 8 AVG
Gert KLÖSCH © Rechte im AVG der Partei der Beteiligten (1) Akteneinsicht* (2) Parteiengehör/Stellungnahme zur Beweisaufnahme* (3) Ladung zur mündlichen Verhandlung * (4) Ablehnung eines nicht-amtlichen Sachverständigen/Dolmetschers* (5) Fragen an Zeugen und Sachverständige im Zuge einer mündlichen Verhandlung* (6) Erlassung des Bescheides** (7) Erhebung von Rechtsmitteln** (8) Übermittlung der Berufungsmitteilung (9) Geltendmachung der Entscheidungspflicht** ( 1) Teilnahme an der mündlichen Verhandlung („Anhörungsrecht“) (2) Mitwirkung bei der Feststellung des maßgeblichen Sachverhaltes (3) Anfertigen von Abschriften/Kopien im Zuge eines "Großverfahrens" Anmerkung: * Behandlung als Partei bedingt noch nicht die Parteistellung. ** gegenüber der Nichtpartei: die Behörde muß sich damit auseinandersetzen. des Publikums (nur im Großverfahren) ( 1) Einsicht in den Antrag (2) Teilnahme an der öffentlichen Erörterung (Fragerecht) (3) Teilnahme an der öffentlich mündlichen Verhandlung („still“) (4) Einsicht in das Verhandlungsprotokoll (5) Einsicht in den Bewilligungsbescheid
Gert KLÖSCH © Die übergangene Partei Verabsäumt es die Behörde eine Partei (auch Legal-, Formal- und Organpartei-), der Parteistellung in einem Verwaltungsverfahren zukommt, in das Verfahren einzubeziehen, so verliert diese ihre Parteistellung nicht. Während eines laufenden Verfahrens …. Nach Abschluss des Verfahrens … + sofortige Einbeziehung in das Verfahren + Zustellung aller Beweiserhebungsergebnisse + allenfalls Wiederholung/Ergänzung der mündlichen Verhandlung + Wahrung des Parteiengehörs 1. Antrag auf Zustellung des Bescheides (jederzeit und unbefristet [Achtung: Verfallsfristen in Materiegesetzen ! { zB § 23 Abs 6 K-BO 1996 …. 3 Jahre}]) 2. Antrag auf Zuerkennung der Parteistellung (zB wenn Zustellbegehren von Behörde nicht erfüllt wird) 3. Sofortige Berufung/Beschwerde an VfGH/VwGH (sofern Bescheid schon erlassen wurde [Mehrparteienverfahren])
Gert KLÖSCH © Unterscheide: mit Bescheid abweisen mit Bescheid Zurückweisen*..wenn der (im Gesetz vorgesehene) geltend gemachte Anspruch eben nicht gegeben ist.....wenn ein prozessuales Recht geltend gemacht wird, der betreffenden Person aber keine Parteistellung zukommt oder ihre Parteistellung untergegangen ist (zB durch Präklusion)..... in der Sache „a limine“ *Gefahr: Verletzung des Rechts auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter
Gert KLÖSCH © Partei Legalpartei Formalpartei Unterscheide ²: Einräumung der Parteistellung durch Vorschriften des materiellen Rechts……………. zB § 23 Abs 1 KBO 1996: „Parteien des Baubewilligungsverfahrens sind……….“ + haben materiell subjektive Rechte + Beschwerderecht an VwGH (Art 131 Abs 1 Z 1 B-VG) Nicht mehr: „Betriebsinhaber wegen heranrückende Wohnbaubauung“ (§ 23 Abs 2 lit b KBO alt; VfGH , G 226/03-6) Einräumung der Parteistellung durch Vorschriften des materiellen Rechts an bestimmte Verwaltungsorgane zB Arbeitsinspektor, Ärztekammer bei neuer KA + „ Rechtsanspruch oder rechtliches Interesse“ (geschöpft aus: materielles öffentliches oder privates Recht - „Sache“) + ausschließlich öffentliche Interessen ergeben keine Parteistellung + bloß wirtschaftliche Interessen begründen keine Parteistellung Organpartei + Mitwirkungsrecht wird bestimmten Verwaltungsorganen eingeräumt + haben keine materiell subjektiven Rechte + Beschwerderecht an VwGH nur bei ausdrücklicher Zuordnung durch den Gesetzgeber + unterliegt keiner Präklusion (VwGH , 2002/10/0002) zB belangte Behörde im Maßnahmebeschwerdeverfahren vor dem UVS;
Gert KLÖSCH © Die prozessuale Rechts- und Handlungsfähigkeit Rechtsfähigkeit (Parteifähigkeit) Handlungsfähigkeit (Prozeßfähigkeit) Geburt geistige Reife Alter 0 - 6,9 Jahre7 - 13,9 Jahre ,9 Jahre Personen unter 7 Jahre: „Kinder“ + „vollkommen“ geschäftsunfähig + grundsätzlich deliktsunfähig „ Unmündige Minderjährige“ + beschränkt geschäftsfähig + grundsätzlich deliktsunfähig „mündige Minderjährige“ + erweiterte Geschäftsfähigkeit + Deliktsfähigkeit ab dem 14. Lebensjahr Geschäftsfähigkeit Deliktsfähigkeit § 9 AVG
Gert KLÖSCH © Die Vertretung Vertreter Rechtsbeistand ** " Vertreter ist, wer befugt ist, für einen anderen rechtswirksam zu handeln." * "stiller Berater" Vollmacht (das Dürfen im Außenverhältnis) Auftrag (das Müssen im Innenverhältnis) + auf Name oder Firma lautend + auch mündlich erteilbar (AV) + Adressat: zuständige Behörde + keine Generalvollmacht ** nicht in beliebiger Anzahl (Zulassung eines Rechtsbeistandes reicht - VwGH , 94/11/0063) * Im Fall des Widerspruches zwischen den Erklärungen einer Partei und denen ihres eigenen Vertreters kommt der Erklärung der Partei der Vorrang zu. (VwGH , 95/12/0175) §§ AVG
Gert KLÖSCH © Die Vertretung²...von einer ausdrücklichen Vollmacht kann abgesehen werden, bei der Vertretung durch (1)(a)durch amtsbekannte Familienmitglieder, Haushaltsangehörige, Angestellte (b)durch amtsbekannte Funktionäre von beruflichen (WiK, AK) oder anderen Organisationen (2)und Zweifel über Bestand und Umfang der Vertretungsbefugnis nicht obwalten... Vertreter können sein: natürliche Personen, juristische Personen, eingetragene Personengesellschaften [vormals als Personengesellschaften des Handelsrechts (OHG, KG) oder eingetragene Erwerbsgesellschaften (OEG, KEG) bezeichnet] Vertreter können nicht sein: Winkelschreiber handlungsunfähige Personen
Gert KLÖSCH © Die Vertretung³ auf eine erteilte Vollmacht können sich berufen * Rechtsanwälte * Notare * Ziviltechniker * Patentanwälte * Wirtschaftsprüfer und Steuerberater * Buchprüfer und Steuerberater * Steuerberater * Baumeister (§ 99 Ab1 Z 6GewO) aber Achtung: die Befugnis kann sachlich eingeschränkt sein (Umfang siehe Materiegesetz zB GewO, ZTG,...) im Zweifel muß die Behörde den Umfang prüfen !
Gert KLÖSCH © § 11 AVG Soll von Amts wegen oder auf Antrag gegen einen handlungsunfähigen Beteiligten, der eines gesetzlichen Vertreters entbehrt, oder gegen eine Person, deren Aufenthalt unbekannt ist, eine Amtshandlung vorgenommen werden, so kann die Behörde, wenn es die Wichtigkeit der Sache erfordert, die Betrauung einer Person mit der Obsorge* oder die Bestellung eines Sachwalters oder Kurators beim zuständigen Gericht ( § 109 JN) veranlassen. Behörde Gericht „Antrag“ entscheidet weisungsfrei *siehe Kindschaftsrechts-Änderungsgesetzes 2001 (vormals „Vormund“)
Gert KLÖSCH © AnbringenErledigung schriftlich mündlich telefonisch Grundsatz der Formfreiheit, außer : (1) Rechtsmittel (2) fristgebundene oder fristauslösende Anbringen § 13 AVG § 18 AVG hier: nur schriftliche Anbringen sind rechtswirksam SMS MMS Papier in jeder technisch möglichen Form Fax ………… ????????? Anbringen
Gert KLÖSCH © § 13 Abs 2 AVG: Form des Anbringens Das Anbringen Schriftlich in jeder technischen Form Bürger Behörde..mit jedoch nur insoweit, als für den elektronischen Verkehr zwischen der Behörde und den Beteiligten nicht besondere Übermittlungsformen vorgesehen sind … Bekanntgabe im Internet Welche ? organisatorische Beschränkungen technische Voraussetzungen
Gert KLÖSCH © Die Erfüllung des Erfordernisses der Schriftlichkeit wird nun auch dann angenommen, wenn die Behörde ein mündliches Anbringen in einer Niederschrift (§ 14 AVG) beurkundet hat (Anmerkung: Gleichstellung mit der bisherigen Judikatur des VwGH zum VStG) VwGH 6. Mai 2004, 2001/20/0195 verstärkter Senat telefonische Einbringung..wenn der Natur der Sache nach nicht tunlich, so kann die Behörde dem Einschreiter auftragen, das Anbringen innerhalb einer angemessenen Frist schriftlich oder mündlich einzubringen ….. Niederschrift
Gert KLÖSCH © Mängelbehebung (§ 13 Abs 3 AVG) Mängel (nicht Formgebrechen) verbesserungsfähige unerhebliche nicht verbesserungsfähige Mängelbehebungsauftrag formlos, von Amts wegen Auftrag erfüllt: Antrag "gilt" als ursprünglich richtig eingebracht Auftrag nicht erfüllt: Antrag ist mit (verfahrensrechtlichem) Bescheid zurückzuweisen (allerdings: der Grundsatz „ne bis in idem“ gilt nicht) - Anbringen zu allgemein - Anbringen aussichtslos (Behörde muß nicht Erfolg formulieren) - ohne konkretes Begehren negative Sachentscheidung nicht in Behandlung zu nehmen Bescheid: ----> Grundsatz ne bis in idem gilt !
Gert KLÖSCH © Frist für die Erfüllung des Mängelbehebungsauftrages im Innenverhältnis der Behörde nach außen (gegenüber der Partei/ dem Einschreiter) + unverzüglich + nur zur Beibringung einer bereits vorhandenen Unterlage - nicht aber: -- erst Beschaffung/Herstellung einzuleiten -- anderes Behördenverfahren abzuwarten Gesetz gibt Unterlagen vor Gesetz gibt Unterlagen nicht vor (Behörde bestimmt)
Gert KLÖSCH © § 13 Abs 4 AVG: Mängelbehebungsauftrag mit angemessener Frist Zweifel an der Identität des EinschreitersZweifel an der Authentizität des Anbringens Behörde bei Missachtung: Antrag gilt als zurückgezogen
Gert KLÖSCH © § 13 Abs 5 AVG: Entgegennahme von Anbringen mündliche/telefonische Anbringen schriftliche Anbringen (Empfangsgeräte betriebsbereit halten) ParteienverkehrAmtsstunden außerhalb: 1.schriftliche Anbringen 2.binnen offener Frist 3.in einer technischen Form und 4.Feststellung des Zeitpunktes des Einlangens möglich und 5. Geräte der Behörde empfangsbereit gelten als rechtzeitig eingebracht*. Behördliche Entscheidungsfristen (zB für Devolution) beginnen jedenfalls erst mit Wiederbeginn der Amtsstunden zu laufen. (Dieser Satz tritt mit außer Kraft !) Kundmachung Amtstafel und Internet *Unterscheide: Einbringen... aus der Sicht des Einschreiters Einlangen.... aus der Sicht der Behörde
Gert KLÖSCH © Unterscheide: Amtsstundenfür den Parteienverkehr bestimmte Zeit + Regelung durch VO (Anschlag an der Amtstafel, Einstellen ins Internet) + ohne Regelung: Nachweispflicht bei Behörde, wann eingelangt Achtung ! + auch außerhalb dieser Zeiten (physisch) angenommene Anbringen sind jedenfalls rechtswirksam !! *16.01 Uhr *23.59 Uhr Seit : Bei technischer Einbringung - Anbringen sind rechtzeitig eingebracht, wenn die Behörde ihre Geräte (Fax, -Server) empfangsbereit hält. (vgl Walter/Thienel, Verwaltungsverfahren, Manz-Verlag 2008, 17. Auflage, Seite 67.)
Gert KLÖSCH © § 13 Abs 6 AVG : Anbringen die sich auf keine bestimmte Angelegenheit* beziehen Prüfpflicht der Behörde sind nicht in Behandlung zu nehmen ……….. *Anmerkung: Auf „Spam-Mails“ ist nicht zu reagieren. (Quelle: EB, S 10)
Gert KLÖSCH © § 13 Abs 7 AVG: Zurückziehung von Anbringen + in jeder Lage des Verfahrens (also auch im Berufungsverfahren) Berufungsbehörde muss der Berufung Folge geben und den angefochtene Bescheid ersatzlos beheben („Kassation“) + nicht vergessen: Kosten abrechnen (mittels Bescheid !)
Gert KLÖSCH © Änderung des verfahrenseinleitenden Antrages (§ 13 Abs 8 AVG) * Zulässig, wenn + verfahrenseinleitender Antrag betroffen + keine Veränderung des "Wesens" des Antrages + keine Veränderung der sachl. und örtl. Zuständigkeit der Behörde bedingt * Wann ? in jeder Lage des Verfahrens (auch im Berufungsverfahren) * Beachte zudem: + bei wesentlichen Änderungen ---> als neuer Antrag unter gleichzeitiger Zurückziehung des alten Antrages zu werten + bereits eingetretene Präklusionsfolgen können außer Kraft treten ("Umgehungsverbot") + für Behörde: bei Abänderung kein Neubeginn der Erledigungsfrist Hinweis: Bedingte Prozeßhandlungen sind im allgemeinen im Verwaltungsrecht unzulässig. (VwGH , 94/04/0183)
Gert KLÖSCH © Die Niederschrift 1.. verpflichtend aufzunehmen (sonst: erforderlichenfalls) : (1) über Verlauf und Inhalt einer mündlichen Verhandlung (2) über Inhalt und Verkündung eines mündlichen erlassenen Bescheides Formerfordernisse Inhalt Ausnahmefall: "abgesonderte Protokollierung" Wirkung § 14 AVG
Gert KLÖSCH © Die Niederschrift 2 § 14 Abs 1 AVG: Gegenstand und Inhalt einer Niederschrift § 14 Abs 2 AVG: „Pflicht-Inhalt“ Ziffer 1: Ort, Zeit, Gegenstand der Amtshandlung, Ziffer 2: Bezeichnung der Behörde, die Namen -des Leiters der Amtshandlung -der sonst mitwirkenden amtlichen Organe -die anwesenden Beteiligten und ihrer Vertreter - etwa vernommener Zeugen und Sachverständiger § 14 Abs 3 AVG: sofern nicht Verzicht – Durchsicht/Verlesung. Bei Verwendung von Schallträger oder elektronisch erstellt: Wiedergabe. Bei Absehen von der Wiedergabe – Antrag auf Zustellung einer Ausfertigung (dann Möglichkeit binnen zwei Wochen Einwendungen wegen Unvollständigkeit oder Unrichtigkeit zu erheben) § 14 Abs 4 AVG: Verbot der Löschung/Ergänzung/Veränderung
Gert KLÖSCH © Regel: Die Niederschrift ist vom Leiter der Amtshandlung und allen beigezogenen Personen zu unterschreiben. Aber - Bei mehr als 3 Beteiligten – Unterschrift der antragstellenden Partei + von 2 weiteren Beteiligten Fehlt die antragstellende Partei – Unterschrift von mindestens 3 Beteiligten sowie von den sonstigen beigezogenen Personen Kommt es nicht dazu – ist dieser Umstand in der Niederschrift festzuhalten (ebenso wie eine Unterschriftsverweigerung). § 14 Abs 6 AVG: Ausfolgung einer Ausfertigung § 14 Abs 7 AVG: ( besondere ) Form der Aufnahme der Niederschrift (Schallträger oder Kurzschrift ) Klassisch erstellt (Papier)Elektronisch erstellt § 14 Abs 5 erster Satz AVG: Bestätigung der Niederschrift Anstelle der Unterschrift - Verfahren zum Nachweis + der Identität des Leiters der Amtshandlung + der Authentizität der Niederschrift Anmerkung: „….Dass eine Niederschrift elektronisch (gemeint unter Einsatz eines Textverarbeitungsprogrammes) erstellt werden darf versteht sich von selbst; einer ausdrücklichen Ermächtigung dazu bedarf es ebensowenig, wie es seinerzeit einer Ermächtigung des „technischen Hilfsmittels“ der Schreibmaschine bedurfte. …Der Inhalt der Niederschrift kann den beigezogenen Personen zB auch durch Ansicht auf einem Bildschirm zur Kenntnis gebracht werden.“ (Quelle: Erläuternde Bemerkungen, S 14)
Gert KLÖSCH © Der Aktenvermerk § 16 Abs 1 AVG: Inhalt.. erforderlichenfalls sind in einem AV kurz festzuhalten : amtliche Wahrnehmungen mündliche oder telefonische Mitteilungen an die Behörde mündliche oder telefonische Belehrungen, Aufforderungen, Anordnungen und sonstige Äußerungen durch die Behörde Umstände, die nur für den inneren Dienst der Behörde in Betracht kommen wenn nichts anderes bestimmt ist und kein Anlass zur Aufnahme einer Niederschrift besteht § 16 Abs 2 AVG: Beurkundung Unterschrift durch Amtsorgan unter Beisetzung des Datums Klassisch erstellt (Papier) Elektronisch erstellt Anstelle der Unterschrift - Verfahren zum Nachweis + der Identität des Leiters der Amtshandlung + der Authentizität der Aktenvermerks
Gert KLÖSCH © Die Akteneinsicht 1 § 17 Abs 1 AVG Parteien klassisch elektronisch + Einsicht + Abschriften anfertigen + Kopien oder Ausdrucke auf eigene Kosten erstellen lassen..kann der Partei auf Verlangen Akteneinsicht in jeder technisch möglichen Form (Anmerkung: über die die Behörde verfügt) gewährt werden… § 3 E-GovG
Gert KLÖSCH © allen Parteien im gleichen Umfang Verweigerung der Akteneinsicht Partei - Nichtpartei -oder nach Abschluß des Verfahrens auch gegenüber einer Verfahrenspartei Verfahrensanordnung verfahrensrechtlicher Bescheid + subjektives Recht der Partei + nur auf Verlangen der Partei Die Akteneinsicht 2
Gert KLÖSCH © Die Erledigung § 18 Abs 1 AVG: Auftrag an die Behörde, so viel als möglich mittels einfacher, rascher und kostensparender Erledigungsform aufzuarbeiten § 18 Abs 5 AVG: besonderer Hinweis betreffend die Formerfordernisse für Bescheide und Ladungsbescheide § 18 Abs 2 AVG § 18 Abs 4 AVG „externe Erledigung“ (Ausfertigung) 1. Bezeichnung der Behörde 2. Datum der Genehmigung 3. Namen des Genehmigenden 4. die Amtssignatur, aber davon hergestellte Ausdrucke oder Kopien: keine weiteren Voraussetzungen (als 1. – 3.) Behörde „Schriftformgebot“ § 18 Abs 3 AVG wenn in den Vw-Vorschriften angeordnet wenn von der Partei verlangt „interne Erledigung“ „Genehmigungsberechtigter“ Unterschrift Anstelle der Unterschrift - Verfahren zum Nachweis + der Identität des Genehmigenden + der Authentizität der Erledigung (elektronische) Ausfertigung„sonstige“ Ausfertigung 1. Bezeichnung der Behörde 2. Datum der Genehmigung 3. Namen des Genehmigenden 4. Unterschrift des Genehmigenden oder Beglaubigung durch die Kanzlei inhaltliche Übereinstimmung Genehmigung vorhanden
Gert KLÖSCH © Die Erledigung bis 31. Dezember 2010 § 82 a AVG Keiner Unterschrift, Beglaubigung oder Amtssignatur bedürfen 1.Schriftliche Ausfertigungen von elektronisch erstellten Erledigungen; 2.Schriftliche Ausfertigungen in Form von elektronischen Dokumenten. Immer zur genehmigen ist aber die interne Erledigung !! Approbationsbefugnis
Gert KLÖSCH © Die „Checkliste“ Der Antrag/Der Antragsteller Die Abgabestelle Betriebs-/Geschäftsgeheimnis ? Vertretungsverhältnis …………….. ……………… Antrag Ermittlungsverfahren Erlassung (Zustellung) Parteiengehör …………………. ………………… …………………. …………………
Gert KLÖSCH © Exkurs: „Signaturen“ Signatur per Hand elektronisch „qualifizierte“ (§ 2 Z 3a SigG) „fortgeschrittene“ (§ 2 Z 3 SigG) BürgerkarteAmtssignatur § 4 E-GovG § 19 E-GovG
Gert KLÖSCH © "Approbationsbefugnis" nicht vorhanden "Nicht-Akt" (absolute Nichtigkeit) überschritten Akt fehlerhaft, aber der Behörde zuzurechnen Datum im Bescheid
Gert KLÖSCH © Die Ladung einfache mittels Ladungsbescheid * Aufforderung an Person zur Behörde zu kommen (schriftlich/mündlich/telefonisch) * In welcher Funktion ? (als Zeuge, Beteiligter) * Was ist mitzubringen ? (Urkunden, Belege,..) * Ist eine Vertretung zulässig ? zusätzlich: * Ladung ist zu eigenen Handen zu zustellen (RSa) * ein verfahrensrechtlicher Bescheid * Zwangsfolge für das Nichtkommen ist anzugeben (Zwangsstrafe, Vorführung) * kein Rechtsmittel gegen diesen Bescheid (nur Beschwerde an VwGH oder VfGH) + Ladung als Partei begründet für sich allein noch keine Parteistellung + nur im Amtssprengel + strenge Formvorschriften §§ AVG Achtung: Nicht verwechseln mit der „persönliche Verständigung gemäß § 41 Abs 1 AVG) !
Gert KLÖSCH © Fristen 1 gesetzliche * behördliche veränderliche * unveränderliche Ausschluß(Fall-)frist * Ordnungsfrist materiellrechtliche * prozessuale Begriff: Fristen sind Zeiträume, innerhalb derer bestimmte Handlungen gesetzt werden müssen, um Rechtswirkungen auszulösen. Verlängerbare * nicht verlängerbare restituierbare * nicht restituierbare
Gert KLÖSCH © Fristen² Hemmung Unterbrechung bestimmte Zeiträume sind nicht einzurechnen zB Hemmung des Fristablaufes durch Fristende an einem Samstag oder Karfreitag Rechtsquelle: FristAblHemmG, BGBl 1961/37 idF 1963/189 Frist beginnt nach Wegfall des Unterbrechungsgrundes neu zu laufen zB § 38 AVG Unterscheide:
Gert KLÖSCH © Fristen 3 § 32 AVG § 33 AVG § 33 Abs 3 AVG: „Die Tage von der Übergabe an einen Zustelldienst im Sinne des § 2 Z 7 des Zustellgesetzes zur Übermittlung an die Behörde bis zum Einlangen bei dieser (Postlauf) werden in die Frist nicht eingerechnet.“ Zustelldienst „privater“ (zB A-TRUST) behördlicher (dzt: BKA) elektronischerphysisch Post anderer Universaldienstbetreiber
Gert KLÖSCH © Disziplinarmittel Ordnungsstrafe * Mutwillensstrafe*..offenbar mutwillig.....in Verschleppungs- absicht... + bis max. € 726,-- + nicht gegen berufsmäßige Parteienvertreter, Beamte,.. Rechtsmittel: Berufung an Behörde im Instanzenzug gemäß Hauptsache * verfahrensrechtl. Bescheid Störung einer Amtshandlung beleidigende Schreibweise + bis max. € 726,-- + auch gegen berufsmäßige Parteienvertreter, Beamte,..
Gert KLÖSCH © Sitzungspolizei (1) Ermahnen Wortentzug (2) Androhen Ordnungsstrafe* Entfernung Wortentzug (3) Verfügen Ordnungsstrafe* Entfernung Verhandlung Vernehmung Augenschein Beweisaufnahme *unzulässig gegen Personen, die an der Amtshandlung nicht teilnehmen dürfen
Gert KLÖSCH © Das Verfahren I. Instanz Einleitungsverfahren Ermittlungsverfahren Erledigungsverfahren von Amts wegen auf Antrag Sachverhalt erheben Parteiengehör gewähren + ausdrücklich + förmlich + von Amts wegen + mit Zeit für Überlegungen durch Bescheid durch Erfüllung (zB Reisepass, Führerschein) durch Einstellung (zB Tod) "Überraschungsverbot"
Gert KLÖSCH © Grundsätze im Verfahren I. Instanz Es gilt der Grundsatz der materiellen Wahrheit der Amtswegigkeit des Verfahrens (Offizialmaxime) der Wahrung des Parteiengehörs der möglichsten Zweckmäßigkeit Raschheit Einfachheit Kostenersparnis der arbiträren Ordnung der Wahrung des Legalitätsprinzips der Verfahrenskonzentration und Verfahrenskoordination
Gert KLÖSCH © von Amts wegen über Antrag Das Einleitungsverfahren + behördliche Wahrnehmung + auch: anonyme Anzeige + „Erhebungspflicht der Behörde „Was ist gewollt ?“
Gert KLÖSCH © Der Gang des Ermittlungsverfahrens 1. maßgeblich sind die Verwaltungsvorschriften subsidiär gilt: Grundsatz der arbiträren Ordnung Behörde
Gert KLÖSCH © Das Parteiengehör ist von der Behörde einzuräumen + + ausdrücklich + förmlich + von Amts wegen + fristgerecht + nachweislich + nur Tatsachenfragen betreffend (Anmerkung: Die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes ist nicht Gegenstand des Parteiengehörs !) Behörde Erledigungsfrist (Devolution) Partei: Reagieren können (bei SV-Gutachten: auf gleicher fachlicher Ebene) § 45 Abs 3 AVG
Gert KLÖSCH © Dolmetscher und Übersetzer § 39 a AVG Ist eine Partei oder eine zu vernehmende Person der deutschen Sprache nicht hinreichend kundig, stumm, gehörlos oder hochgradig hörbehindert, so ist erforderlichenfalls der der Behörde beigegebene oder zur Verfügung stehende Dolmetscher (Amtsdolmetscher) beizuziehen. ……….. Beachte: Verordnung der Bundesregierung vom 31. Mai 1977 über die Bestimmung der Gerichte, Verwaltungsbehörden und sonstigen Dienststellen, vor denen die slowenische Sprache zusätzlich zur deutschen Sprache als Amtssprache zugelassen wird. BGBl 1977/307 idF BGBl II 2000/428. AmtssprachenVerordnungen auch für: Kroatisch, Ungarisch.
Gert KLÖSCH © Die mündliche Verhandlung 1 Kundmachungsformen Ort Zeit persönliche Verständigung der bekannten Beteiligten Anschlag in der Gemeinde Verlautbarung in der für amtliche Kundmachungen der Behörde bestimmten Zeitung besondere Form der Kundmachung (Materiegesetz) Anschlag an der Amtstafel der Behörde (§ 25 Abs 1 ZustellG)..wenn noch andere Beteiligte in Betracht kommen... „Verständigung“ gemäß § 41 Abs 1 AVG: + Inhalt wie Ladung + Hinweis auf § 42 AVG + VwGH: ist ein Bescheid ! Ladung Ladungsbescheid einfache Ladung mündlich schriftlich telefonisch Achtung: Immer Hinweis auf § 42 AVG (im Volltext)!! + Beteiligter bekannt + Abgabestelle unbekannt + nur zusätzlich oder
Gert KLÖSCH © Antragsteller Beteiligte "qualifizierte" Kundmachung“ und keine Einwendung/Zurückziehung persönliche Verständigung Anschlag in der Gemeinde Verlautbarung/Zeitung weitere Form der Kundmachung Anschlag an der Amtstafel (§ 25 ZustellG ) alternativ „besondere Form“ "geeignete Form„ (gemäß Materiegesetz) Verlust der Parteistellung § 41 Abs 1 zweiter Satz AVG Die Präklusionswirkung des § 42 AVG 1
Gert KLÖSCH © § 42 Abs 1 erster Satz AVG: „Wurde eine mündliche Verhandlung gemäß § 41 Abs 1 zweiter Satz und in einer in den Verwaltungsvorschriften vorgesehenen besonderen Form kundgemacht, so hat dies zur Folge, dass eine Person ihre Stellung als Partei verliert, soweit sie nicht spätestens am Tag vor Beginn der Verhandlung während der Amtsstunden bei der Behörde oder während der Verhandlung Einwendungen erhebt. Wenn die Verwaltungsvorschriften “ Die Präklusionswirkung des § 42 AVG 2 Anmerkung: Einwendungen können bei der Behörde auch mündlich erhoben werden; werden sie schriftlich (und nicht auch während der Verhandlung ) erhoben, müssen sie spätestens am Tag vor Beginn der Verhandlung bis zum Ende der Amtsstunden bei der Behörde eingelangt sein. (Quelle: EB, S 15)
Gert KLÖSCH © persönliche Verständigung Mangel bei der "qualifizierten" Kundmachung...Präklusion (= Verlust der Parteistellung) tritt nur gegenüber jenen Beteiligten ein, die rechtzeitig die Verständigung von der Anberaumung erhalten haben und keine Einwendung erhoben haben..... (§ 42 Abs 2 AVG) Die Präklusionswirkung des § 42 AVG 3
Gert KLÖSCH © Der Begriff der "Einwendung": zulässige unzulässige öffentlich-rechtliche privatrechtliche + ist Behauptung einer Rechtsverletzung auf ein bestimmtes Recht, dh Geltendmachung der Verletzung eines subjektiven Rechts immanent + Vorbringen, denen die Behauptung zugrunde liegt, daß eine positive Entscheidung über den Antrag die Rechte des Einwenders verletzen würde + Quelle: materielles Recht (zB § 23Abs 3 KBO 1996) - Vorbehalt einer Einwendung - Aussage "Ich bin dagegen" - Aussage "Ich bin dafür " - verspätet vorgebracht - verfrüht vorgebracht (erst ab Kundmachung zulässig) Verlust der Parteistellung *Form gewahrt ? *Zeitpunkt gewahrt ?
Gert KLÖSCH © Verlust der Parteistellung Erlassung (Zustellung/Verkündung) des Bescheides Erhebung von Rechtsmitteln ( zB Berufung) Berufungsmitteilung durch die Behörde Einbringung eines Antrages auf Wiedereinsetzung Einbringung eines Antrag auf Wiederaufnahme Erhebung einer Vorstellung Geltendmachung der Entscheidungspflicht (Devolution) Erhebung einer Beschwerde an VfGH/VwGH bedeutet
Gert KLÖSCH © Einwendungen (Quelle: WALTER/THIENEL, Die Verwaltungsverfahrensnovellen 1998, MANZ-Verlag) zulässige öffentlich - rechtliche unzulässige öffentlich - rechtliche privatrechtliche meritorisch im Spruch des Bescheides zu erledigen „gelten“ durch den Spruch des Bescheides als zurückgewiesen „gelten“ durch den Spruch des Bescheides auf den Zivilrechtsweg verwiesen Antrag abgewiesen Antrag stattgegeben Einwendung stattgegeben Einwendung abgewiesen
Gert KLÖSCH © Wodurch kann eine einmal eingetretene Präklusion wieder beseitigt werden ? (1) Änderung der verfahrenseinleitenden Antrages (2) Wiederholung/Verlegung der mündlichen Verhandlung (nicht: Unterbrechung, Vertagung) (3) Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung (4) "Quasi-Wiedereinsetzung" gemäß § 42 Abs 3 AVG (gilt nur für Personen, die die Parteistellung verloren haben !) (5) Abweichen vom kundgemachten Verhandlungsgegenstand (Identität von Kundmachung und Verhandlungsgegenstand gegeben ?) (6) Änderung der Rechtslage
Gert KLÖSCH © Die mündliche Verhandlung 2 Der Ablauf Einlasskontrolle Gliederung Fragerecht Verhandlungsleiter + nur für Parteien + nur an anwesende Zeugen und Sachverständige + nur während der Verhandlung + Erstellung eines Zeitplanes + Grundsatz der Einheit der Verhandlung
Gert KLÖSCH © Das Protokoll der mündlichen Verhandlung + Wiedergabe der Verhandlung + schriftliche Äußerungen und Mitteilungen der Beteiligten (sofern mündlich vorgebracht) + Niederschriften über Beweise + Berichte + schriftliche Sachverständigengutachten + Beweiskraft einer "öffentlichen Urkunde“ (voller Beweis, wenn formgerecht ) als Schlusssatz daher immer aufnehmen: "Der Verhandlungsleiter bestätigt ausdrücklich die Vollständigkeit und Richtigkeit der Verhandlungsschrift." (VwGH , 86/05/0036)
Gert KLÖSCH © Das “Großverfahren” mehr als 100 Personen beteiligtKundmachung durch “großes Edikt” Antrag Kundmachung mittels (“großem“) Edikt Auflage des Antrages durch mind. 6 Wochen öffentliche Erörterung des Vorhabens öffentlich mündliche Verhandlung Zustellung durch “großes Edikt” möglich
Gert KLÖSCH © Das “Großverfahren” A. Grundsätzliches: + nur auf Antrag eingeleitetes Verfahren + Ermessensentscheidung der Behörde + voraussichtlich mehr als 100 Personen (Prognose-Einschätzung, wenn tatsächlich weniger: irrelevant) + 1 Verwaltungssache oder "verbundenes Verfahren" einer Behörde (zB BH, Lreg)
Gert KLÖSCH © Das “Großverfahren” B. Die Kundmachung: + mittels "Edikt" (auch "großes" Edikt genannt) + Inhalt: 1. Gegenstand des Antrages und Beschreibung 2. Frist von mindestens 6 Wochen für die Einbringung schriftlicher Einwendungen 3. Hinweis I: Rechtsfolgen (= Verlust der Parteistellung) 4. Hinweis II: "einmal Edikt, immer Edikt" (auch Kundmachungen, Bescheide so zustellbar) - verboten: 15. Juli bis 25. August sowie 24. Dezember bis 6. Jänner + allenfalls zusätzlich: ++ Kundmachung entsprechend Materiegesetz ++ "erweiterte Kundmachung" (zB Teletext, Postwurf) + Medium der Kundmachung: 1. Amtsblatt zur WIENER ZEITUNG 2. redaktioneller Teil zweier weitverbreiteter Bundesländerzeitungen ( Quelle: siehe MEDIA-Analyse )
Gert KLÖSCH © Das “Großverfahren” C. Die Auflage zur Einsicht: + solange die Einwendungsfrist läuft (mind. 6 Wochen) + bei der Behörde und beim Gemeindeamt + Was ist aufzulegen ? ++ Antrag ++ Antragsunterlagen ++ Beschreibung des Vorhabens ++ bereits vorliegende Sachverständigengutachten + Einschränkungen ? § 17 Abs 3 AVG-Akteneinsicht (Betriebs/Geschäftsgeheimnisse) + Wer ? jedermann (= öffentliche Einsicht), aber: Abschriften/Kopien/Ausdrucke nur für Beteiligte. Elektronisch geführter Akt – auf jede technisch mögliche Weise kann Beteiligten Akteneinsicht auf Verlangen gewährt werden.
Gert KLÖSCH © Das “Großverfahren ” D. Öffentliche Erörterung des Vorhabens: + im Ermessen der Behörde + Durchführung zu verlautbaren: ++ im Amtsblatt zur WIENER ZEITUNG ++ in 2 weitverbreitete Bundesländerzeitungen ++ Inhalt: ORT/ZEIT/GEGENSTAND + für jedermann zugänglich ("Publikum") - zur Information - Fragerecht an alle Anwesenden - Äußerungsmöglichkeit + Behörde kann Sachverständige beiziehen (erwägen: Einladung des Antragstellers) + keine Protokollierung der Aussagen (sinnvoll: Festhalten der "Bruchlinien") + Auswirkungen auf das eigentliche Verfahren: rechtlich keine (faktisch: Kritikpunkte)
Gert KLÖSCH © Das “Großverfahren” E. Die öffentlich mündlichen Verhandlung: normale mündliche Verhandlung + im Ermessen der Behörde öffentliche mündliche Verhandlung + durch "einleitendes" Edikt oder "eigenes" Edikt + Inhalt der Kundmachung: 1. Gegenstand der Verhandlung, Beschreibung, Zeitplan 2. Ort und Zeit der Verhandlung + Grundsatz der Volksöffentlichkeit - es gibt ++ Zuhörer (ohne Mitwirkungsbefugnisse) ++ Beteiligte (Mitwirkung an der Feststellung des Sachverhaltes) ++ Parteien (Recht auf Wahrung des Parteiengehörs) - -> Ausschluss der Öffentlichkeit möglich (§ 67 e AVG) + Verhandlungsschrift: nach Erstellung Auflage durch drei Wochen zur öffentlichen Einsicht (Abschrift/Kopie/Ausdrucke nur für Beteiligte) + Einstellung ins INTERNET (nach Maßgabe der technischen Möglichkeiten)
Gert KLÖSCH © Das “Großverfahren” F. Zustellwesen: + wenn durch großes Edikt bereits angezeigt, dann Zustellung von Bescheiden, Verfahrensanordnungen, Aufforderung zur Stellungnahme, Gutachten ebenfalls durch Edikt möglich + Wo ? 1. Amtsblatt zur WIENER ZEITUNG 2. in 2 weitverbreiteten Bundesländerzeitungen + Was ? Verlautbarung -"Ein Schriftstück bestimmten Inhaltes liegt bei der Behörde zur öffentlichen Einsicht auf" - Inhalt des Schriftstückes selbst ist nicht zu verlautbaren + Zustellungsfiktion: Zustellung "gilt" mit Ablauf von 2 Wochen (ab letzter Zeitungseinschaltung) als vorgenommen + Auflage durch mindestens 8 Wochen bei der Behörde (Ersuchen um Zusendung ohne Wirkung auf Zustellungsfiktion) + Einstellung des Schriftstückes (zur Gänze) ins INTERNET
Gert KLÖSCH © Das “Großverfahren” G. Kostentragung: + Kosten der Verlautbarungen sind Barauslagen im Sinne des § 76 AVG + Ausnahme: Kosten für sämtliche Einschaltungen im Amtsblatt zur WIENER ZEITUNG trägt Behörde + Regelfall: Grundsatz der Selbsttragung der Kosten Barauslagen Kommissionsgebühren Überwachungsgebühren "verrechenbare Kosten"
Gert KLÖSCH © Das Großverfahren "Beteiligte" sind Personen, die eine Tätigkeit der Behörde in Anspruch nehmen oder auf die sich die Tätigkeit der Behörde bezieht. Partei Beteiligte Weder.. noch.. ("Publikum")* "Parteien" sind sie, insoweit sie an der Sache vermöge eines Rechtsanspruches oder eines rechtlichen Interesses beteiligt sind. H. Parteien/Beteiligte-Überblick: * Großverfahren
Gert KLÖSCH © Das Großverfahren Partei Beteiligte I. Rechte der Verfahrensteilnehmer: Publikum (1) Einsicht in den Antrag (2) Teilnahme an der öffentlichen Erörterung (3) Teilnahme an der öffentlich mündlichen Verhandlung (4) Einsicht in das Verhandlungsprotokoll (5) Einsicht in den erledigenden Bescheid
Gert KLÖSCH © Das Großverfahren J. Erstellung eines Rasters: Name Abgabestelle Ladungsform Stellung im Verfahren Einwendung Parteistellung Partei Beteiligter Publikum Sonstiges keine tauglich untauglich erhalten verloren
Gert KLÖSCH © Aussetzung/Unterbrechung des Verfahrens Vorfrage (§ 38 AVG) + präjudizielle Rechtsfrage + von anderer Behörde/Gericht zu entscheiden + präjudiziell bedeutet: ++ für Hauptfrageentscheidung unabdingbar ++ in bindender Weise entschieden + kein Rechtsanspruch der Partei + durch verfahrensrechtlichen Bescheid + auch bloßes Zuwarten verhindert Säumnis der Behörde Einholung einer Vorabentscheidung des Europäischen Gerichtshofes (§ 38 a AVG) + nur durch Gerichte, aber auch + UVS + Art 133 Z 4 B-VG-Behörde
Gert KLÖSCH © Das Ermittlungsverfahren entfällt bei (1) Ladungsbescheid (2) Mandatsbescheid (3) Sachverhalt von vornherein klar (4) Ordnungs-/Mutwillensstrafen
Gert KLÖSCH © Das Beweisverfahren Aufgabe: ein Urteil (im logischen Sinn) des zur Entscheidung zuständigen Organs darüber herbeiführen, ob der entscheidungsrelevante Sachverhalt vorliegt voller Beweis Bescheinigung "Glaubhaftmachung" Herbeiführung eines behördlichen Urteils über die Gewißheit des Vorliegens einer entscheidungsrelevanten Tatsache Herbeiführung eines behördlichen Urteils über die Wahrscheinlichkeit einer Tatsache
Gert KLÖSCH © Das Beweisverfahren Es gilt der Grundsatz der Unbeschränktheit der Beweismittel freien Beweiswürdigung Mittelbarkeit des Verfahrens Mitwirkungspflicht der Parteien sowie - der Amtswegigkeit - der materiellen Wahrheit - des Parteiengehörs
Gert KLÖSCH © Das Beweisverfahren..im AVG genannte Beweismittel.... Urkunden Beteiligtenvernehmung Zeugen Augenschein Sachverständige private öffentliche Amts- nichtamtliche "Privat"- Vernehmungsverbot Verweigerungsrecht („Ausschließungsgründe“) („Verweigerungsgründe“) neu: Amtsverschwiegenheit neu: „Angehörige“ iS § 36 a AVG
Gert KLÖSCH © Der Sachverständige Amtssachverständiger nicht-amtlicher Sachverständiger “Privatsachverständiger”
Gert KLÖSCH © Der Sachverständige Definition : Der Sachverständige ist eine Person, die in einem Verfahren bei der Feststellung des entscheidungsrelevanten Sachverhaltes dadurch mitwirkt, dass sie Tatsachen erhebt (Befund) und aus diesen Tatsachen aufgrund besonderer Fachkundigkeit tatsächliche Schlußfolgerungen zieht (Gutachten). Aufgabenstellung: Der Sachverständige hat Tatsachen zu erheben und aufgrund seiner Sachkenntnisse deren allfälligen Ursachen oder Wirkungen festzustellen. + besondere Fachkenntnisse + umfassende Begründung des Gutachtens (“Schlüssigkeit”) + nur Tatsachenfragen, keine Rechtsfragen
Gert KLÖSCH © Der Amtssachverständige..Verwaltungsorgane, die der Behörde beigegeben sind (zB Amtsarzt) oder die ihr zur Verfügung stehen (zB bei der Oberbehörde).. + Amtsverschwiegenheit + Befangenheit wie Verwaltungsorgane + kein Ablehnungsrecht der Partei + Kosten trägt die Behörde + weisungsgebunden (Ort, Zeit, nicht inhaltlich !)
Gert KLÖSCH © Der nicht-amtliche Sachverständige..der Bestellung zum SV haben Folge zu leisten, wer zur Erstattung von Gutachten der erforderten Art öffentlich bestellt ist oder wer die Wissenschaft, die Kunst oder das Gewerbe, deren Kenntnis die Voraussetzung der geforderten Begutachtung ist, öffentlich als Erwerb ausübt oder zu deren Ausübung öffentlich angestellt oder ermächtigt ist.. + nur ausnahmsweise (kein ASV verfügbar) + zu beeiden (wenn nicht bereits gerichtlich beeidet) + von der Partei wegen Befangenheit/Fähigkeit ablehnbar + nicht weisungsgebunden + Sachverständigenhaftung gemäß ABGB
Gert KLÖSCH © Das Beweisverfahren Die Beiziehung eines nichtamtlichen Sachverständigen kann darüber hinaus dann erfolgen, wenn 1. kein ASV verfügbar oder Besonderheit des Fragestellung 2. eine wesentliche Beschleunigung des Verfahrens zu erwarten 3. Anregung der antragstellenden Partei 4. Kostenzusage der antragstellenden Partei voraussichtlich nicht überschritten 5. nicht in einem von Amts wegen eingeleiteten Verfahren
Gert KLÖSCH © “Der Privatsachverständige” + + sachkundige Person, die nicht am Verfahren teilnimmt + zur Beratung einer Partei (stellt sein Wissen zur Verfügung) + allenfalls als “Rechtsbeistand”am Verfahren beteiligbar (§ 10 Abs 5 AVG)
Gert KLÖSCH © Das Sachverständigengutachten Befund (Beschreibung der Tatsachen) Gutachten i.e.S (Verknüpfung der Tatsachen mit dem Fachwissen) Schlußfolgerungen (Ursache-Wirkung-Relation) Beweisthema
Gert KLÖSCH © Apropos.. BEWEISTHEMA bestimmt durch: 1. Antrag 2. Rechtsnormen 3. Schutzzweck der Norm geht an: * Sachbearbeiter * Sachverständigen
Gert KLÖSCH © Was der Sachverständige beachten sollte: bei der Beauftragung: * Fällt das Beweisthema in sein Fach ? * Ist das Beweisthema hinreichend klar und ausreichend ? * Ist die Datenlage ausreichend ? * Sind weitere Untersuchungen und Unterlagen erforderlich ? * Sind Gutachten aus anderen Fachbereichen vorweg nötig ? * Ist eine Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen notwendig ? * Kann das Gutachten rasch und rechtzeitig fertiggestellt werden ? bei der Ausarbeitung des Gutachtens: ° Wurde die gebotene Sorgfalt bei der Erarbeitung des Gutachtens aufgewendet ? ° Wird das Beweisthema vollständig erledigt ? ° Ist das Gutachten verständlich, vollständig, widerspruchsfrei, schlüssig im Sinne der Denkgesetze ? ° Wurden die verwendeten Begriffe, Formeln usw hinreichend erklärt ? ° Wurden die maßgeblichen Annahmen offengelegt ? ° Bewegt sich das Gutachten auf dem letzte Stand der Wissenschaft im Fachbereich ? ° Wurden allfällige Widersprüche zur herrschenden Lehrmeinung offengelegt und nachvollziehbar begründet ? ° Sind alle notwendigen Fakten und Daten erhoben und eingearbeitet ? ° Sind alle verwendeten Unterlagen, Quellen, Methoden und Kriterien erfüllt und angegeben ? ° Wurden Wertungen, Würdigungen, Abwägungen und Rechtsmeinungen vermieden bzw zumindest offengelegt ? ° Wurde jede Parteilichkeit vermieden ? ° Ergeben sich aus dem Gutachten weitere Fragen ? Schließlich: ^ rechtzeitige Vorlage der Honorarnote ^ Vertretung des Gutachtens möglich/vorbereitet ? (audiovisuelle Unterstützung ?) ^ Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen bzw der Amtsverschwiegenheit gewährleistet ? ^ regelmäßige Aktualisierung des eigenen Wissensstandes Quelle: OBERLEITNER, in Janauer/Kerschner/Oberleitner, Der Sachverständige in Umweltverfahren (1999), 21. Vgl auch: ATTLMAYER, WALZEL, Von WIESENTREU, Handbuch des Sachverständigenrechts, SPRINGER-Verlag 2006.
Gert KLÖSCH © Ist das Gutachten * verständlich, * vollständig, * widerspruchsfrei, * schlüssig im Sinne der Denkgesetze ? Der Prüfungsmaßstab
Gert KLÖSCH © Reaktion der Behörde mündlich Schriftlich formlos Bescheid "Erfüllung" Einstellung Reisepass Führerschein (1) von Amts wegen eingeleitet (2) verfahrenseinleitender Antrag zurückgezogen (3) Tod der Partei (keine Rechtsnachfolge möglich) Das Erledigungsverfahren
Gert KLÖSCH © Der Bescheid Der Bescheid ist ein individueller im Außenverhältnis ergehender normativer hoheitlicher Verwaltungsakt.
Gert KLÖSCH © Unterscheide ! Verfahrensanordnung verfahrensrechtlicher Bescheid..diejenigen prozeßleitenden Verfügungen, die aufgrund verfahrensrechtlicher Bestimmungen lediglich den Gang des Verfahrens regeln + nicht abgesondert bekämpfbar + bloß vorbereitende Akte + Beispiele: Verweigerung der Akteneinsicht gegenüber der Partei Unterbrechung des Verfahrens Wiedereinsetzung nach Präklusion + erledigt prozessuale Rechtsverhältnisse + keine Gestaltung materieller Rechtsverhältnisse + Beispiele: Landungsbescheid Ordnungs- und Mutwillensstrafe Ansatz für Abgrenzung: Rechtsschutzbedürfnis AVG: § 6 Abs 1 § 10 Abs 2 § 13 Abs 3 und 4 § 17 Abs 4 § 34 Abs 2 § 39 Abs 2 § 41 Abs 1 (VwGH, aA: Lehre und VfGH) § 42 Abs 4 § 43 Abs 2 u 5 § 52 § 53 Abs 2-4 § 54 § 66 Abs 1 u 2 § 76 Abs 4 AVG: § 19 § 36 Abs 2 § 70 Abs 1
Gert KLÖSCH © Der Bescheidinhalt Unterscheidung I: Unterscheidung II: materiellrechtliche verfahrensrechtliche Leistungsbescheid Rechtsgestaltungsbescheid Feststellungsbescheid Instanzenzug Gestaltungsinhalt
Gert KLÖSCH © Die 10 Merkmale des Bescheides (1) ausdrückliche Bezeichnung als Bescheid (2) die Bezeichnung der Behörde (3) der Adressat (4) der Spruch (5) die Begründung (6) die Rechtsmittelbelehrung (7) das Datum (8) die Unterschrift und der Name des Genehmigenden (9) die deutsche Sprache (Achtung: Volksgruppengesetz, BGBl 1976/396 idF BGBl I 2008/2) (10) die lateinische Schrift Anmerkung: Anbringung eines Amtssiegels: Beisetzung nicht konstitutiv, aber auch nicht verboten (die wesentlichen Bescheidmerkmale sind unterstrichen)
Gert KLÖSCH © (1) Die (ausdrückliche) Bezeichnung als Bescheid Judikaturdivergenz zwischen VfGH und VwGH - es fehlt an der Bezeichnung: VwGH: wenn der Inhalt keinen Zweifel an der Bescheidqualität aufkommen lässt (normativer Charakter), dann auch ohne Bezeichnung ein Bescheid. Aber nach dem Inhalt Bescheidcharakter zweifelhaft, dann ist die Bezeichnung essentiell. VfGH: auch ohne Bezeichnung ein Bescheid, wenn der Inhalt normativen Charakter hat. - Der Verwaltungsakt ist als zwar Bescheid bezeichnet, obwohl er eigentlich (inhaltlich) keiner ist: VfGH: Die Bezeichnung schlägt durch (Bescheid). VwGH: Die Bezeichnung ist bedeutungslos (kein Bescheid). auch andere Bezeichnungen sind möglich „Dekret“ (Dienstrecht), Beschluss“ (WehrG), „Aufforderung“ (WehrG) Rechtstypenzwang im öffentlichen Recht
Gert KLÖSCH © (2) Die Bezeichnung der Behörde eine unbedingte Voraussetzung (bei Fehlen: absolut nichtiger Akt) kann sich aus der Überschrift, dem Spruch, der Fertigung, der Beglaubigungsformel ergeben maßgebend für die Behördenqualität (zB Kollegialbehörde) ist der Zeitpunkt der Bescheiderlassung es muss sich um eine Behörde handeln (imperium), die im Rahmen der Hoheitsverwaltung tätig wird
Gert KLÖSCH © (3) Der Adressat eine bestimmte (natürliche oder juristische) Person oder mehrere bestimmte Personen ergibt sich aus der Anschrift, dem Spruch oder Zustellverfügung bei juristischer Person: nicht Organ oder Dienststelle/Sitz anführen Sonderfall der Adressierung : „Die Firma“
Gert KLÖSCH © Die Firma § 17 Abs 2 UGB: "Ein Kaufmann kann in Verfahren vor Gerichten oder Verwaltungsbehörden seine Firma als Parteibezeichnung führen und mit seiner Firma als Partei bezeichnet werden. Dies gilt nicht in Strafverfahren." daraus folgt: 1. nur als Partei (nicht als Beteiligte, Zeuge oder Vertreter) 2. nur Verfahren im Zusammenhang mit dem Geschäftsbetrieb (Behörde hat Zusammenhang zu prüfen) 3. nicht im Strafverfahren (egal ob Verwaltungs- oder gerichtliches Strafverfahren) 4. Wechsel des Firmeninhabers berührt Verfahren nicht 5. "Kann-Bestimmung" (Wechsel während Verfahren zulässig!) 6. Wahlmöglichkeit bei Einschreiter und Behörde 7. die Regeln des AVG sind anzuwenden: - § 13 Abs 3 AVG Verbesserungsauftrag - § 18 Abs 4 iVm § 58 AVG (Adressat) - § 62 Abs 4 AVG (Fehlerberichtigung)
Gert KLÖSCH © (4) Der Spruch (1)Hauptfrage zur Gänze (amtswegig, Parteiantrag) Ausnahmen: Teilbescheid, verbundenes Verfahren (2) angewendete Gesetzesbestimmungen (3) allfällige Kosten (4) Paritionsfrist (bei Leistungsbescheid) - für die Bemessung der Frist gilt das Motto „Anspannung aller Kräfte“ (5) Ausschluss der aufschiebenden Wirkung einer Berufung (6) Nebenbestimmungen a) Bedingungen (Achtung: „Bedingungsfeindlichkeit“ des öffentlichen Rechts) b) Auflagen c) Befristung d) Widerrufsvorbehalt
Gert KLÖSCH © Apropos Auflage („Wie müssen Auflagen beschaffen sein ?“) 1. erforderlich 2. geeignet 3. bestimmt 4. behördlich erzwingbar
Gert KLÖSCH © (5) Die Begründung hat zu enthalten - die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens - die bei der Beweiswürdigung maßgebenden Erwägungen (Achtung ! Rechtsfrage – Tatsachenfrage) - die darauf gestützte Beurteilung der Rechtsfrage(n) klar und übersichtlich („Hiezu wurde erwogen:“) Beachte ! Auch Ermessensbescheide sind zu begründen. Die Begründung von Bescheiden ist ein kardinaler Grundsatz des Verwaltungsverfahrens. Ein Widerspruch zwischen Spruch und Begründung führt zur inhaltlichen Rechtswidrigkeit des Bescheides. Ein Verweis auf die Aktenlage oder den Grundsatz der freien Beweiswürdigung genügt nicht. Ebenso wenig wie die undifferenzierte Bezugnahme auf ein Sachverständigengutachten.
Gert KLÖSCH © (6) Die Rechtsmittelbelehrung + Inhalt: I. Bezeichnung des angefochten Bescheides ("Berufungserklärung") II. begründeter Rechtsmittelantrag ("Berufungsantrag" und "Berufungsbegründung") III. Hinweis: Beschwerdemöglichkeit an VfGH und VwGH, allerdings nur dann, wenn ++ letztinstanzlicher Bescheid ++ B-VG schließt Beschwerde nicht aus ++ allenfalls Einzelhinweis (VfGH oder VwGH) ° Inhalt des Hinweises: * Beschwerdefrist (6 Wochen) * Unterschrift eines Rechtsanwaltes * Gebühren: € 180,-- (§ 17a VfGG bzw § 24 Abs 3 VwGG) ° fehlt dieser Hinweis: - keine Bescheidaufhebung - keine Wiedereinsetzung §§ 61 und 61 a AVG
Gert KLÖSCH © (7) Das Datum Das Datum der Genehmigung (Approbation). Frage des Vorhandenseins der Approbationsbefugnis. Datum des BescheidesDatum der Erlassung Unterscheide !
Gert KLÖSCH © (8) Unterschrift und Name des Genehmigenden - Unterschrift (oder Amtssignatur) des Organwalters der handelnden Behörde, wobei die Identität des Genehmigenden erkennbar sein muss (zB leserliche Beifügung des Namens des Genehmigenden, leserliche Unterschrift, andere geeignete Angabe [zB Namenszug in Maschinschrift oder Briefkopf] - eine Paraphe ist keine Unterschrift ! - siehe dazu auch die Ausführungen zu § 18 AVG (interne und externe Erledigung) - „Beglaubigung“ ersetzt Unterschrift oder Amtssignatur Begriff: Unterschrift ist ein Gebilde aus Buchstaben einer üblichen Schrift, aus der ein Dritter, der den Namen des Unterzeichnenden kennt, diesen Namen aus dem Schriftbild noch herauslesen kann. Es ist nicht zu verlangen, dass die Unterschrift lesbar ist. Es muss aber ein die Identität des Unterschreibenden ausreichend kennzeichnender, individueller Schriftzug sein, der entsprechend charakteristische Merkmale aufweist und sich als Unterschrift eine Namens darstellt (VwGH , 94/13/0021)
Gert KLÖSCH © (9) Die deutsche Sprache Art 8 Abs 1 B-VG: „Die deutsche Sprache ist, unbeschadet der den sprachlichen Minderheiten bundesgesetzlich eingeräumten Rechte, die Staatssprache der Republik.“ Ausnahmen: Art 19 StGG (1867) Art 66 Abs 4 Staatsvertrag von St. GERMAIN (1919) Art 7 Staatsvertrag von WIEN (1955) Volksgruppengesetz, BGBl 1976/396 idF BGBl I 2008/2 Fachausdrücke in lateinischer oder englischer Sprache sind zulässig.
Gert KLÖSCH © (10) Die lateinische Schrift Der Bescheid ist nicht in einer Computersprache abzufassen.
Gert KLÖSCH © Behördliche Willensbildung - Kollegiale Organe und der Bescheid Unbedingt einer Beschlussfassung durch das Kollegialorgan (zB Landesregierung, Gemeindevorstand,..) zu unterziehen sind – 1.der Spruch (einschließlich Kostenvorschreibung) 2.die Begründung (zumindest in Grundzügen) Konsequenz einer fehlenden Beschlussfassung: Der Bescheid ist rechtswidrig (nicht nichtig !)
Gert KLÖSCH © Die “Erlassung” von Bescheiden schriftlichmündlich Zustellung * in förmlicher Weise in eigener Niederschrift * Beurkundung in Verhandlungsschrift * schriftliche Ausfertigung dennoch auf Verlangen binnen drei Tagen (Rechtsbelehrung!) abwesenden Parteien ist immer zuzustellen Ausfolgung Übergabe elektronisch
Gert KLÖSCH © Unterscheide! Fehlerhaftigkeit von Bescheiden Berichtigung von Bescheiden § 62 Abs 4 AVG Fehlerkalkül innerhalb: + außerhalb: -
Gert KLÖSCH © § 62 Abs 4 AVG „Schreib – und Rechenfehler oder diesen gleichzuhaltende, offenbar auf einem Versehen oder offenbar ausschließlich auf technisch mangelhaften Betrieb einer automationsunterstützten Datenverarbeitungsanlage beruhende Unrichtigkeiten in Bescheiden kann die Behörde jederzeit von Amts wegen berichtigen.“ amtswegige Berichtigung von (erlassenen)* Bescheiden + Fehler in der Mitteilung der Behörde, nicht in der Willensbildung (Verbot der Änderung des materiellen Inhalts des Bescheides, in rechtlicher wie tatsächlicher Hinsicht) + nicht nur der Spruch, alle Teile des Bescheides (zB Zustellverfügung) verbesserbar + auch Fehler in der internen Erledigung (Urfassung) + auch eine mehrmalige Berichtigung ist zulässig (bis hin zur Berichtigung des Berichtigungsbescheides) + nicht sanierbar: - Widerspruch zwischen Spruch und Begründung - unrichtige rechtliche Beurteilung - Wechsel der Identität des Bescheidadressaten + kein Parteiengehör betreffend die Absicht einen Berichtigungsbescheid zu erlassen (nur Anregungsrecht der Partei) VersehenOffenkundigkeit Wer ? Wie ? Rechtsmittel ? Behörde, die den zu berichtigenden Bescheid erlassen hat (auch Rechtsmittelbehörde) mittels verfahrensrechtlichem Bescheid Ja, derselbe Rechtszug wie der zu berichtigende Bescheid * Bescheid kann, muss aber nicht rechtskräftig sein (wohl aber muss er dem Rechtsbestand angehören)
Gert KLÖSCH © Die Fehlerhaftigkeit von Bescheiden - Das „Fehlerkalkül“ - Die Fehlerhaftigkeit von Bescheiden - Das „Fehlerkalkül“ - Fehler außerhalb des FehlerkalkülsFehler innerhalb des Fehlerkalküls Absolut nichtiger Akt 1. Mangelnde Behördenqualität 2. Mangelnde Approbationsbefugnis 3. Fehlen des Spruches 4. Fehlen der Unterschrift 5. Adressierung an eine Nichtperson (zB Adressierung an die Firma in einem nicht die Firma betreffenden Verfahren). vernichtbarer Akt korregierbarer Akt unerheblicher Fehler (§ 68 Abs 4 AVG) 1. kompetenzwidriger Akt 2. Bescheiderlassung ohne Antrag (antragsbedürftiges Verfahren) 3. Fehlerhafte Zusammensetzung einer Kollegialbehörde.
Gert KLÖSCH © Die Bescheidwirkungen formelle Rechtskraft materielle Rechtskraft Unanfechtbarkeit Unwiderrufbarkeit Verbindlichkeit Unwiederholbarkeit Beginnt: (a) Erlassung eines letztinstanzlichen Bescheides (b) Rechtsmittelfrist verstreicht (c) Verzicht auf Rechtsmittel rechtswirksam (d) Zurückziehung des Rechtsmittels rechtswirksam Endet: mit Abänderung
Gert KLÖSCH © Grenzen der Bescheidwirkung objektivesubjektive res iudicata angenommener Sachverhalt angewendete Rechtsnorm Partei des Verfahrens Erweiterung möglich durch: Gesamtrechtsnachfolge Einzelrechtsnachfolge dingliche Wirkung ausdrückliche gesetzliche Anordnung
Gert KLÖSCH © Der Bescheid als Erledigung im Verwaltungsverfahren Berufungsverfahren 1 Antragsteller/mehrere Parteien 1 Verfahren 1 Bescheid an alle Parteien 1 Bescheid/mehrere Berufungen 1 Berufungsverfahren 1 Berufungsbescheid Ausnahmen: Auszuscheiden aus dem Verfahren sind und mit eigenem Bescheid zu erledigen: + unzulässige Berufungen + verspätete Berufungen
Gert KLÖSCH © Rechtsschutz im AVG ordentliche Rechtsmittel außerordentliche Rechtsmittel Abänderung und Behebung von Bescheiden von Amts wegen Rechtsbehelfe Berufung Vorlageantrag (Berufungsvorentscheidung) Vorstellung gegen Mandatsbescheide - Wiederaufnahme des Verfahrens Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (Säumnis der Partei) Devolutionsantrag (Säumnis der Behörde)
Gert KLÖSCH © Der Instanzenzug 1 unmittelbare Bundesverwaltung mittelbare Bundesverwaltung Landesverwaltung Selbstverwaltung
Gert KLÖSCH © Der Instanzenzug 2..die hierarchische Anordnung der zur Entscheidung bzw Überprüfung von Entscheidungen berufenen Behörden.. unmittelbare BVw mittelbare BVw Landesverwaltung Selbstverwaltung (Gde) Finanzamt BVB (Bezhptm/Bürgermeister einer Statutarstadt) BVB (Bezhptm/Bürgermeister einer Statutarstadt) Bürgermeister 2. Unabhängiger Finanzsenat Landes- hauptmann Landes- regierung Gemeindevorstand (K, NÖ, Tirol) 3. Bundesminister Gemeinderat Vorstellung (*nur bei Devolution) Instanz UVS* * * Siehe Generalklausel im § 2 lit c K-UVSG
Gert KLÖSCH © Der Instanzenzug 2 bei verfahrensrechtlichen Bescheiden Nach dem Zusammenhang Besonders geregelte Fälle
Gert KLÖSCH © Inhalt und Form Die Berufung 1 : Jede Berufung hat zu enthalten (1) Berufungserklärung (2) Berufungsbegründung (3) Berufungsantrag Schriftform* §§ 63 ff AVG ist auch durch eine von der Behörde aufgenommene Niederschrift gegeben, VwGH , 2001/20/0195 (verstärkten Senat !!)
Gert KLÖSCH © Die Berufung 2 : Die Entscheidung der Berufungsbehörde..als unzulässig zurückweisen.. Sachentscheidung Behebung und Zurückverweisung an eine Behörde unterer Instanz Kassation (ersatzlose Behebung des angefochtenen Bescheides zB nach Zurückziehung des Antrages im antragsbedürftigen Verfahren) Für das Berufungsverfahren gilt: * es gibt kein Neuerungsverbot * es gibt kein Verschlechterungsverbot * die Berufungsbehörde ist an das Berufungsvorbringen nicht gebunden
Gert KLÖSCH © Zurückzuweisen ist eine Berufung, wenn..... Unzulässig unbehebbare Mängel der Berufung verspätet (Vorsicht bei Verwendung der Worte „fristgerecht“ oder „binnen offener Frist“ ) kein Bescheid Berufung unzulässig (kein Rechtsmittel statthaft) fehlende Berufungslegitimation Keine Parteistellung Berufungsverzicht „alles bekommen“ (mangelnde Beschwer) stringente Prüfung, niemals „a limine“ zurückweisen Dokumentation im Akt Achtung ! Fehlt ein begründeter Berufungsantrag, so ist ein Verbesserungsauftrag nach § 13 Abs 3 AVG zu erteilen und die Berufung nicht „a limine“ zurückzuweisen.
Gert KLÖSCH © Die Berufung 3 : Die Berufung an den UVS § 67 h AVG... „Widerspruch“ der belangten Behörde ? UVS darf nur noch kassatorisch entscheiden (also aufheben oder bestätigen)
Gert KLÖSCH © Die Berufungsvorentscheidung (BVE) Instanz Bescheid Berufungsentscheidung Instanz BerufungBerufung Berufungsvorentscheidung Berufung Vorlageantrag Monate
Gert KLÖSCH © Die Berufungsvorentscheidung² Berufung zulässig und rechtzeitig Berufung unzulässig oder verspätet Grundsatz der Einheitlichkeit des Verfahrens Parteien = alle Parteien des Hauptverfahrens Sachentscheidung: Vorlageantrag Berufungsbehörde (entscheidet im normalen Berufungsverfahren) Aufhebung in jeder Richtung Abänderung keine Bestätigung keine Zurückverweisung Verfahren wird ausgeschieden Partei = nur der verspätete/unzulässige Berufungswerber Berufung mit BVE zurückweisen Vorlage an Berufungsbehörde "normale" Berufungsentscheidung: als verspätet oder unzulässig zurückzuweisen Achtung ! Eine BVE ist unzulässig, wenn sicher ein Vorlageantrag zu erwarten ist (so WALTER/THIENEL in „Die Verwaltungsverfahrensnovellen 1998“, Manz-Verlag 1999, Seite 67)
Gert KLÖSCH © Die „Vorstellung“ gegen Mandatsbescheide Mandatsbescheid die Vorstellung + Bescheid ergeht ohne Ermittlungsverfahren + nur zulässig, wenn (a) Vorschreibung von Geldleistungen nach einem gesetzlich, statutarisch oder tarifmäßig feststehenden Maßstab oder (b) wenn wegen Gefahr in Verzug unaufschiebbare Maßnahmen zu treffen sind + Schriftform + angefochtenes Mandat ist anzuführen + bedarf keiner Begründung + einzubringen binnen zwei Wochen, bei der Behörde die Mandat erlassen hat + aufschiebende Wirkung nur bei Geldleistung + remonstrativ Ermittlungsverfahren Außerkrafttreten des Mandates § 57 Abs 2 AVG
Gert KLÖSCH © Die Wiederaufnahme des Verfahrens - § 69 AVG von Amts wegen auf Antrag Als außerordentliches Rechtsmittel zulässig, wenn (1) Bescheid vorliegt (2) kein ordentliches Rechtsmittel mehr möglich (3) ein Wiederaufnahmegrund gegeben (a) strafbare Handlung oder Bescheiderschleichung neue Tatsachen, Beweismittel (b) Neuerungen + von Einfluß auf die Entscheidung (c ) abweichende Vorfragenentscheidung "Glaubhaftmachen" subjektive Frist objektive Frist (2 Wochen) (3 Jahre)
Gert KLÖSCH © Die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand § 71 AVG Rechtsbehelf zur Beseitigung der Rechtsfolgen unverschuldeter Fristversäumnis nur verfahrensrechtliche Fristen nur auf Antrag einer Partei nur bei Vorliegen der zwei Gründe - 1) unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis ohne Verschulden oder nur minderer Grad des Versehens 2) Bescheid enthält - keine Rechtsmittelbelehrung - keine Rechtsmittelfrist - falsche negative Rechtsmittelbelehrung
Gert KLÖSCH © Der Devolutionsantrag § 73 AVG Rechtsbehelf gegen Säumnis der Behörde Antrag Entscheidung"erlassen"..ohne unnötigen Aufschub, spätestens aber binnen sechs Monaten (Achtung! Teilweise kürzere Fristen) Devolutionsantrag (schriftlicher Antrag der Partei auf Übergang der Entscheidungsbefugnis)
Gert KLÖSCH © Der Devolutionsantrag² § 73 AVG...der Devolutionsantrag ist abzuweisen, wenn die Verzögerung nicht auf ein überwiegendes Verschulden der Behörde zurückzuführen ist.... erweiterte Prüfungsverpflichtung der sachlich in Betracht Oberbehörde (oder UVS) Dokumentation der "verfahrensbeschleunigenden Schritte durch "Unterbehörde"
Gert KLÖSCH © Abänderung/Behebung/Nichtigerklärung von Bescheiden Abs 1Abs 2 Abs 3Abs 4..über ein und dieselbe Verwaltungssache darf nur einmal rechtskräftig entschieden werden.. (auch als Grundsatz „ne bis in idem“ bezeichnet)..Bescheide aus denen niemand ein Recht erwachsen ist.. (a) Leben/Gesundheit gefährdet (b) volkswirt. Schaden..zur Wahrung des öffentlichen Wohles.. (1) unzuständige Behörde (2) strafgesetzwidriger Erfolg (3) tatsächlich undurchführbar (4) ausdrücklich mit Nichtigkeit bedrohter Fehler durch: + bescheiderlassende Behörde + sachlich in Betracht kommende Oberbehörde + UVS durch: + Behörde, die Bescheid in letzter Instanz erlassen hat + sachlich in Betracht kommende Oberbehörde + UVS durch: + sachlich in Betracht kommende Oberbehörde § 68 AVG
Gert KLÖSCH © Verfahrenskosten Kosten der Beteiligten Kosten der Behörde "Grundsatz der Selbsttragung" Ausnahmen vom Grundsatz der Selbsttragung Barauslagen Vw-Abgaben Kommissionsgebühren..von der Partei ohne Gefährdung des notdürftigen Unterhalts zu tragen..
Gert KLÖSCH © Kostentragung im Rechtsmittelverfahren "verfahrenseinleitender" Antragsteller stellt Antrag Mehrparteienverfahren dringt nicht/nicht zur Gänze durch dringt zur Gänze durch Barauslagen sind zu tragen Barauslagen = tragen (BKA-VD) Barauslagen = tragen (WALTER/THIENEL) Rechtsmittel ao Rechtsmittel/Rechtsbehelfe es zahlt verfahrens- einleitender Antrag- steller, außer: 1. Verschulden klar 2. "Zwischenverfahren" 3. nach RK des Bescheides (zB übergangene Partei) "Zwischenverfahren" Grundsatz: "Wer beantragt, zahlt."
Gert KLÖSCH © Das Vollstreckungsverfahren JustizrechtVerwaltungsrecht ZPO Urteil EO UmsetzungAVG Bescheid VVG
Gert KLÖSCH © Organe der Vollstreckung BVB BPD Gemeinden Gerichte (nicht in KÄRNTEN)(nur Geldleistungen) „politische“ Exekution gerichtliche Exekution
Gert KLÖSCH © Das Verwaltungsvollstreckungsverfahren Titelbescheid Erhebungen Vollstreckungs- verfügung Berufung Anmerkungen: + muß vollstreckbar sein + kein neuerliches Ermittlungsverfahren + ein Bescheid
Gert KLÖSCH © Die Vollstreckungsmittel Vermögenspfändung (Geldleistungen) Ersatzvornahme (vertretbare Leistung) Zwangsstrafen* (Geld oder Haft) unmittelbarer Zwang (Vorführung) unvertretbare Leistungen Grundsatz der Verhältnismäßigkeit * auch gegen: - juristische Personen - eingetragene Personengesellschaften Kostenvorauszahlungsauftrag (Bescheid nach AVG Berufung)
Gert KLÖSCH © „ Die einstweilige Verfügung“ Voraussetzungen Zweck Verfahren (1)Die Verpflichtung steht fest oder ist wahrscheinlich (2)Es besteht eine „subjektive“ Gefahr der Vereitelung + Sicherung des Vollstreckungsverfahrens + Verhinderung der „Vereitelung“ einer Vollstreckung - „reduziertes“ Ermittlungsverfahren - durch Vollstreckungsverfügung der Vollstreckungsbehörde anzuordnen - nur zulässig: wenn noch keine Exekution geführt wird oder der angestrebte Zweck anders nicht erreicht werden kann nur Maßnahmen, die zur Sicherung der Leistung notwendig und unvermeidlich sind
Gert KLÖSCH © Kostentragung der Verpflichtete der „Betreiber“ § 11 VVG
Gert KLÖSCH © „ Die Zwangsstrafe“ § 5 VVG Androhung der Zwangsstrafe Verhängung der Zwangsstrafe Vollziehung der Zwangsstrafe Kein Bescheid ! Vollstreckungsverfügung = Bescheid Faktische Amtshandlung Achtung: Keine Geldstrafen gegen Körperschaften öffentliche Rechts !
Gert KLÖSCH © Rechtsschutz im Vw-Vollstreckungsverfahren Vollstreckungsverfügung (Bescheid) Berufung Berufungsentscheidung (Bescheid) Die 3 Berufungsgründe sind: (1) Vollstreckung unzulässig (2) Vollstreckungsverfügung stimmt mit Titelbescheid nicht überein (3) unzulässige Vollstreckungsmittel 1. Instanz: BVB/BPD 2. Instanz: LH/Lreg/SID ohne aufschiebende Wirkung !
Gert KLÖSCH © Neu ! Bundesgesetz über die Vollstreckung von Geldstrafen und Geldbußen von Verwaltungsbehörden im Rahmen der Europäischen Union (EU- Verwaltungsvollstreckungsgesetz EU-VstVG), BGBl I 2008/3 ab Verfahrensrecht: VVG Behörde: Vollstreckungsbehörden gemäß VVG
Gert KLÖSCH © Begriff : „ Die Zustellung ist das rechtlich geregelte Verfahren, an dessen rechtmäßigen oder tatsächlichen Vollzug sich die Rechtswirkungen behördlicher schriftlich ausgefertigter Erledigungen knüpfen.” Das Zustellgesetz Hoheitsverwaltung
Gert KLÖSCH © Die Zustellung die Zustellverfügung “Ergeht an:.....” der eigentliche Zustellvorgang “Heilung”
Gert KLÖSCH © Übersicht - Änderungen im Zustellgesetz durch BGBl I 2008/5: 1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen § 2 ZustG Begriffsbestimmungen § 3 ZustG Durchführung der Zustellung § 4 ZustG Stellung des Zustellers § 5 ZustG Zustellverfügung § 7 ZustG Heilung von Zustellmängeln § 9 ZustG Zustellungsbevollmächtigter § 10 ZustG Namhaftmachung eines Zustellungsbevollmächtigten § 12 ZustG Zustellung ausländischer Dokumente im Inland 2. Abschnitt: Physische Zustellung Zustellung an den Empfänger: § 13 ZustG Zustellung an den Empfänger § 17 ZustG Hinterlegung § 18 ZustG Nachsendung § 20 ZustG Verweigerung der Annahme § 21 ZustG Zustellung zu eigenen Handen § 22 ZustG Zustellnachweis § 23 ZustG Hinterlegung ohne Zustellversuch § 24 ZustG Unmittelbare Ausfolgung § 24 a ZustG Zustellung am Ort des Antreffens § 26 ZustG Zustellung ohne Zustellnachweis: § 27 ZustG „Ausstattung der Dokumente, Zustellformulare, Zustellnachweise“ 3. Abschnitt: Elektronische Zustellung § 28 ZustG Anwendungsbereich § 29 ZustG Leistungen der Zustelldienste § 30 ZustG Zulassung als Zustelldienst § 31 ZustG Aufsicht § 32 ZustG Bestimmung des Ermittlungs- und Zustelldienstes § 33 ZustG An- und Abmeldung § 34 ZustG Ermittlung des Zustelldienstes und Übermittlung des zuzustellenden Dokuments an diesen § 35 ZustG Zustellung mit Zustellnachweis durch einen Zustelldienst § 36 ZustG Zustellung ohne Zustellnachweis durch einen Zustelldienst § 37 ZustG Zustellung an einer elektronischer Zustelladresse oder über das elektronische Kommunikationssystem der Behörde § 37 a ZustG Unmittelbare elektronische Ausfolgung 4. Abschnitt: Schlussbestimmungen § 38 ZustG Verweisungen § 39 ZustG Vollziehung § 40 Abs 5 und 6 ZustG Inkrafttreten § 41 ZustG Sprachliche Gleichbehandlung
Gert KLÖSCH © Anwendungsbereich 1 § 1 ZustG: regelt den Geltungsbereich § 2 ZustG: Begriffsbestimmungen Empfänger: die von der Behörde in der Zustellverfügung namentlich bezeichnete Person, in deren Verfügungsgewalt das zuzustellende Dokument gelangen soll. Dokument: eine Aufzeichnung, unabhängig von ihrer technischen Form, insbesondere eine behördliche schriftliche Erledigung. Zustelladresse: eine Abgabestelle oder elektronische Zustelladresse. Abgabestelle: die Wohnung oder sonstige Unterkunft, Elektronische Zustelladresse: eine vom Empfänger der Behörde für die Zustellung in einem anhängigen oder gleichzeitig anhängig gemachten Verfahren angegebene elektronische Adresse. POST: die Österreichische Post AG (§ 2 Z 2 Postgesetz 1997, BGBl I 1998/18) Zustelldienst: die POST und ein anderer Universaldienstbetreiber gemäß § 5 Abs 1 bis 3 PostG 1997 im Anwendungsbereich des 2. Abschnitts sowie ein elektronischer Zustelldienst im Anwendungsbereich des 3. Abschnitts. Ermittlungs- und Zustelldienst: der elektronische Zustelldienst, der die Leistungen gemäß § 39 Abs 2 zu erbringen hat; Kunde: Person, gegenüber der sich ein elektronischer Zustelldienst zur Zustellung behördlicher Dokumente verpflichtet hat.
Gert KLÖSCH © Anwendungsbereich 2 : 1. von Gerichten und Verwaltungsbehörden 2. in Ausübung hoheitlicher Tätigkeiten 3. vorzunehmende Übermittlung von Dokumenten mit Zustellnachweis ohne Zustellnachweis
Gert KLÖSCH © Durchführung der Zustellung: Besorgung des Zustellvorganges durch die POST Poststrukturgesetz BGBl 1996/201 idgF Postgesetz 1997 BGBl I 1998/18 Postordnung BGBl 1957/110 idgF Behördenorgane eigene Gemeinde andere Organe (Ausnahme !) (zB österr. Botschaft) „gelbe Post“ § 3 ZustG Zustelldienst physisch elektronisch „anderer Universaldienstbereiber“ Privater Zustelldienst Behörde Leiter einer Anstalt (zB Strafvollzug) unmittelbar vorgesetztes Kommando (Militär)
Gert KLÖSCH © Stellung des Zustellers § 4 ZustG „Wer mit der Zustellung betraut ist (Zusteller), handelt hinsichtlich der Wahrung der Gesetzmäßigkeit der Zustellung als Organ der Behörde, deren Dokument zugestellt werden soll. “ Haftung
Gert KLÖSCH © Zustellverfügung § 5 ZustG „Die Zustellung ist von der Behörde zu verfügen, deren Dokument zugestellt werden soll. Die Zustellverfügung hat den Empfänger möglichst eindeutig zu bezeichnen und die für die Zustellung erforderlichen sonstigen Angaben zu enthalten.“ Zu bestimmen sind also (soweit dies notwendig ist): 1.Der Empfänger (Titel, akadem. Grad, Vor- und Familienname, allenfalls Geburtsdatum) 2.Vertretungsbefugnis/ Zustellungsvollmacht erteilt ? 3.Die Abgabestelle 3.Ob die Zustellung mit oder ohne Zustellnachweis zu erfolgen hat. 4.Ob eine Zustellung zu eigenen Handen vorzunehmen ist. 5.Die für die Zustellung sonst, insbesondere gemäß §§ 13 bis 16 ZustG wesentlichen Vermerke (Anmerkung: zB Ersatz-Empfänger-Ausschluss, Soldaten, Häftlinge). 6. Die Art oder das technische Verfahren, in dem zuzustellen ist, sofern sich dies nicht schon allein aus der Zustelladresse ergibt.
Gert KLÖSCH © Abgabestelle (Ort der {zulässigen} Zustellung) BehördeEmpfänger..eine Zustellung im Inland ist nur an einer Abgabestelle zulässig, außer Einverständnis des Empfängers 2. Ausfolgung bei der Behörde 3. keine Zustelladresse vorhanden Abgabestellen sind (Aufzählung ohne Rangordnung !!): + Wohnung oder sonstige Unterkunft + Betriebsstätte + Sitz + Geschäftsraum + Kanzlei + Arbeitsplatz des Empfängers + Ort einer Amtshandlung + ein vom Empfänger der Behörde für die Zustellung im laufenden Verfahren angegebener Ort keine Abgabestellen (im Sinne des ZustG) sind - Postfach - Abgabestelle, die untergegangen* ist (Haft, Wehrdienst)... - Postschließfach - offene Straße (aber Achtung: § 24 a ZustG) - Büro (nur Anrufbeantworter)
Gert KLÖSCH © Untergang der Abgabestelle „längerfristige Abwesenheit“ …….. bedeutet längere Zeit hindurch andauernd, also nicht : Die typisch berufsbedingte Abwesenheit unter Tags nicht : Eine urlaubsbedingte Abwesenheit, eine Kur, Krankheit. Wohl aber: 2 Monate (VwGH , 2001/02/0050) 4 Monate (OGH SZ 60/74) Haftstrafe Präsenzdienst Behörde muss die Umstände prüfen – Erhebungen vor Ort (Hinweise auf ein Verlassen, Verlegen des Lebensmittelpunktes) Befragung des Post-Zustellers (Wer angetroffen ? )
Gert KLÖSCH © Mehrmalige Zustellung § 6 ZustG Ist ein Dokument zugestellt, so löst die neuerliche Zustellung des gleichen Dokuments keine Rechtswirkungen aus.
Gert KLÖSCH © Heilung von Zustellmängeln 1 § 7 ZustG § 7 ZustG: Unterlaufen im Verfahren der Zustellung Mängel, so gilt die Zustellung als in dem Zeitpunkt dennoch bewirkt, in dem das Dokument dem Empfänger (Anmerkung: auszugehen ist von einem „formellen Empfängerbegriff“) tatsächlich zugekommen ist. keine Heilung bei fehlerhaften Bezeichnung der Person als Empfänger in der Zustellverfügung !
Gert KLÖSCH © “Heilung” von Zustellungsmängeln 2 “heilbare” Mängel “unheilbare” Mängel Zustellvorgang Zustellverfügung Sanierung in dem Zeitpunkt, in dem das (Original)Schriftstück dem von der Behörde angegebenen Empfänger/Zustellbevollmächtigten tatsächlich zugekommen ist. “Betroffener” muß sich gegen Bescheidinhalt allenfalls wehren.
Gert KLÖSCH © Änderung der Abgabestelle Verwaltungsverfahren Änderung der Abgabestelle durch Partei oder Zustellungsbevollmächtigten Unverzügliche Mitteilung an die Behörde keine Benachrichtigung Zustellung an neue Abgabestelle Zustellung durch Hinterlegung (ohne Zustellversuch) Grundsatz der Mitwirkungspflicht der Partei im Verwaltungsverfahren § 8 ZustG:
Gert KLÖSCH © Der Zustellungsbevollmächtigte 1 Partei oder Beteiligter natürliche Personen juristische Personen eingetragene Personengesellschaften kann bestellen Zustellungsbevollmächtigte(r) Behörde (Hauptwohnsitz/befugter Vertreter im Inland) ausschließlich als Empfänger zu bezeichnen § 9 ZustG:
Gert KLÖSCH © Der Zustellungsbevollmächtigte² + die Behörde hat an ihn zuzustellen (und nur an ihn !!) Zustellverfügung + ein Zustellungsbevollmächtigter für mehrere Parteien oder Beteiligte: die Zustellung einer einzigen Ausfertigung des Dokuments an ihn bewirkt die Zustellung an alle Parteien oder Beteiligten + Anbringen mehrerer Parteien oder Beteiligter ohne Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten: es gilt der an erster Stelle Genannte (automatisch) als Zustellungsbevollmächtigter + einer Partei/Beteiligten, die über keine inländische Abgabestelle verfügt, kann seitens der Behörde die Bestellung eines Zustellungsbevollmächtigten aufgetragen werden (Frist: mindestens 2 Wochen) Voraussetzung: bestimmtes anhängiges oder für alle bei dieser Behörde künftig anhängig werdenden Verfahren Konsequenz bei Nichterfüllung des Auftrages: Zustellung durch Hinterlegung bei Behörde ohne vorhergehenden Zustellversuch (Achtung: diese Rechtsfolge ist anzukündigen) Dieser Auftrag ist nicht mehr zulässig, wenn - ein Zustellbevollmächtigter bestellt - inländische Abgabestelle geschaffen und der Behörde mitgeteilt
Gert KLÖSCH © Unterscheide ! („Vertretungs-“) Vollmacht gemäß § 10 AVG Zustellungsvollmacht gemäß § 9 ZustG Postvollmacht gemäß § 13 Abs 2 ZustG und §§ 150 ff PostO
Gert KLÖSCH © Die „Postvollmacht“ § 13 Abs 2 ZustG §§ 150 ff PostO + der Bevollmächtigte ist kein Ersatzempfänger + auch Zustellung von RSa möglich (Frage der Vollmacht) + Zustellung auch zulässig, wenn Empfänger nicht regelmäßig an Abgabestelle anwesend + Recht der Annahmeverweigerung + Postbevollmächtigter ist aber kein Empfänger im Sinne des ZustellG + Postbevollmächtigter ist kein Zustellbevollmächtigter
Gert KLÖSCH © Zustellung an den Empfänger § 13 ZustG: 2. Abschnitt: „Physische Zustellung“ § 13 Abs 1 : Das Dokument ist dem Empfänger an der Abgabestelle zuzustellen. Empfänger (natürliche Person) gegenüber Organen eines Zustelldienstes oder Gemeinde bevollmächtigte Person Vertreter (juristische Person) Angestellte(r) einer zur berufsmäßigen Parteienvertretung befugten Person
Gert KLÖSCH © Der Empfänger* von der Behörde bezeichneter Empfänger Ersatzempfänger Zustellverfügung + “erwachsen” (Einsichtsfähigkeit) + empfangsbereit (Ausnahme: im gemeinsamen Haushalt lebend) + Arbeitnehmer oder Arbeitgeber (nicht Kollege !) + an derselben Abgabestelle wohnend keine “Heilung” bei Fehler !! * formeller Empfängerbegriff Empfänger nicht anwesend Abgabestelle nicht untergegangen Ersatzempfänger anwesend keine Zustellung zu eigenen Handen verfügt
Gert KLÖSCH © Formen der Zustellung: physisch elektronisch mit Zustellnachweis ohne Zustellnachweis durch öffentliche Bekanntmachung mit Zustellnachweis ohne Zustellnachweis RSa RSb körperlich technisch mit Telefax* Einlegen Zurücklassen Anschlag an der Amtstafel Edikt („Großverfahren“) durch Ausfolgung durch Ausfolgung *Anmerkung: Die formlose Übermittlung eines Dokumentes per Fax ist keine Zustellung im Sinne des ZustG. (so WALTER/THIENEL, MSA Verwaltungsverfahren, 16. Auflage (2004), Seite 378) Elektronisches Kommunikationssystem der Behörde
Gert KLÖSCH © Ersatzzustellung (RSb): Zustellversuch an Empfänger Ersatzempfänger Voraussetzungen: + Abgabestelle + regelmäßiger Aufenthalt an der Abgabestelle bereit nicht bereit Zustellung durch Übergabe berechtigt unberechtigt Hinterlegung Zurück- lassung Hinterlegung.. wenn weder Empfänger noch Ersatzempfänger an Abgabe- stelle anwesend sind.. § 16 ZustG:
Gert KLÖSCH © Zustellung durch Hinterlegung 1. bei RSa, wenn Empfänger beim Zustellversuch nicht anwesend 2. bei RSb, wenn weder Empfänger noch Ersatzempfänger anwesend 3. Änderung der Abgabestelle durch Partei ohne vorherige Meldung an Behörde 4. bei Annahmeverweigerung (und wenn Zurücklassung nicht möglich) 5. Aufforderung zur Bestellung eines Zustellungsbevollmächtigen mißachtet § 17 ZustG: zuständige Geschäftsstelle des Zustelldienstes Gemeindeamt Behörde, wenn in der Gemeinde der Abgabestelle gelegen Wo ? : 5. auffordernde Behörde
Gert KLÖSCH © Die Hinterlegungsanzeige + ist kein Bescheid + ist unabdingbare Voraussetzung der Zustellung durch Hinterlegung + ist in den für die Abgabestelle bestimmten Briefkasten (Briefeinwurf, Hausbrieffach) einzulegen oder an der Abgabestelle zurückzulassen (zB Einklemmen zwischen Tür und Türstock,..) + Das Risiko der Beschädigung oder Entfernung der an der in der Zustellverfügung genannten Abgabestelle ordnungsgemäß angebrachten Verständigung trägt der Empfänger !! Die Behauptung, keine Hinterlegungsanzeige erhalten zu haben, löst keine behördliche Ermittlungspflicht aus – den Empfänger trifft die Beweislast !! + Allenfalls ein Wiedereinsetzungsgrund (wenn kein Verschulden vorliegt) + Der Umstand der Zustellung (Anbringen/Hinterlassen einer Hinterlegungsanzeige) ist jedenfalls im Rahmen des Parteiengehörs vorzuhalten (etwa bei einem Antrag auf Zustellung des Bescheides durch den [betreffend diese Zustellung ahnungslosen] Empfängers).
Gert KLÖSCH © Rechtsfolgen der Hinterlegung Hinterlegung ohne Zustellversuch Hinterlegung mit Zustellversuch Dokument gilt als am Tag der Hinterlegung als zugestellt Dokument gilt als am 1. Tag der Abholfrist als zugestellt Hinterlegungsanzeige bei Abwesenheit von Abgabestelle: Zustellung an dem der Rückkehr an Abgabestelle innerhalb der Abholfrist folgenden Tag und ein rechtzeitiges „Reagieren“ noch möglich
Gert KLÖSCH © § 17 Abs 3 ZustG: Tag der Abholfrist * „rechtzeitig“ vom Zustellvorgang Kenntnis erlangt, um reagieren zu können Der Umstand, das der Zustellempfänger wegen Abwesenheit von der Abgabestelle von einem Zustellvorgang nicht rechtzeitig Kenntnis erlangen konnte, ist von der Behörde von Amts wegen zu prüfen. *Zustellung gilt als nicht bewirkt
Gert KLÖSCH © Nachsendung Wann ? Wohin ? Durch wen ? Wann nicht ? Wenn der Empfänger sich nicht regelmäßig an der Abgabestelle aufhält. An eine andere inländische Abgabestelle. 1.durch Organe eines Zustelldienstes 2.durch Organe der Behörde oder der Gemeinde, wenn die neue Abgabestelle ohne Schwierigkeiten feststellbar ist und im örtliche Wirkungsbereich der Behörde oder Gemeinde liegt Wenn das Dokument den Vermerk „Nachsendung ausgeschlossen“ enthält. § 18 ZustG:
Gert KLÖSCH © Rechtsfolgen der Annahmeverweigerung § 20 ZustG Zustellversuch Verweigerung der Annahme (Verleugnen, Verstecken,..) Zurücklassen an der Abgabestelle Hinterlegung gilt mit Zurücklassung als zugestelltgilt mit 1. Tag der Abholfrist als zugestellt
Gert KLÖSCH © Zustellung zu eigenen Handen (Rsa): Zustellversuch (seit : kein zweiter Zustellversuch !) Hinterlegung persönlich dritte Person + Postbevollmächtigte(r) für Rsa-Sendungen + Kanzleiangestellte(r) bei berufsmäßigem Parteienvertreter zuständige Geschäftsstelle des Zustelldienstes Gemeindeamt Zustellbehörde wenn sie ihren Sitz im Gemeindegebiet der Gemeinde hat, in die Abgabestelle liegt und ein Organ der Zustellbehörde zustellt RSa (in Zustellverfügung) dann, wenn + im Gesetz angeordnet (zB Ladungsbescheid, Straferkenntnis,..) + Vorliegen besonders wichtiger Gründe § 21 ZustG:
Gert KLÖSCH © Zustellnachweis § 22 ZustG physischelektronisch Übernehmer: + Unterschrift des Übernehmers unter Beifügung des Datums + allenfalls Darstellung des Naheverhältnisses zum Empfänger Zusteller: + Tatsache der Verweigerung der Unterschrift/Datum/ Naheverhältnis des Verweigerers zum Empfänger + unverzügliche Rücksendung des Zustellnachweises im Original an versendende Behörde oder + elektronische Übermittlung einer Kopie des Zustellnachweises (zB eingescannter Zustellnachweis) sofern nicht ausdrücklich von versendender Behörde ausgeschlossen Siehe: Zustellformularverordnung 1982, BGBl II 1982/600 idF BGBl II 2008/152 Bürgerkarte „elektronischer“ Notizblock des Zustellers Unterschrift des Empfängers Identifikation Authentifizierung
Gert KLÖSCH © Hinterlegung ohne Zustellversuch § 23 ZustG Wann ? Wie ? Wo ? 1.Unterlassung der Mitteilung der Änderung der Abgabestelle durch die Partei 2.Nichtbeachtung der Aufforderung zur Bestellung eines Zustellungsbevollmächtigten Sofortige Hinterlegung des Dokuments (ohne vorangehenden Versuch Empfänger an der Abgabestelle anzutreffen). Flankierend (…soweit „zweckmäßig“…) : Übermittlung/Hinterlassung einer schriftlichen Verständigung durch Behörde oder Zusteller Mündliche Mitteilung an Personen, die mit Empfänger in Verbindung treten können 1.bei zuständigen Geschäftsstelle des Zustelldienstes 2.bei Gemeindeamt 3.bei der (versendenden) Behörde Wirkung ? Dokument gilt am 1. Tag der Hinterlegung als zugestellt
Gert KLÖSCH © Zustellung durch Ausfolgung + durch “erlassende” Behörde oder + durch andere Dienststelle nach Übermittlung + nur ein versandbereites Schriftstück + nur an den Empfänger (nicht Ersatzempfänger) + dieser ist zur Annahme verpflichtet + gegen Übernahmsbestätigung + Vorgang liegt im Ermessen der Behörde + bei Verweigerung der Übernahme: Hinterlegung ohne Verständigung § 24 ZustG physisch elektronisch physisch elektronisch
Gert KLÖSCH © Zustellung am Ort des Antreffens § 24 a ZustG Dem Empfänger kann an jedem Ort zugestellt werden, an dem er angetroffen wird, wenn 1.zur Annahme bereit ist oder 2. über keine inländische Abgabestelle verfügt. § 22 Abs 2 – 4 ZustG [Zustellnachweis] ist anzuwenden. [Bestätigung der Übernahme des Dokuments].
Gert KLÖSCH © Zustellung durch öffentliche Bekanntmachung durch “großes Edikt” durch Anschlag an der Amtstafel + im Großverfahren nach AVG + hat zu enthalten: ++ Gegenstand des Antrages und Beschreibung ++ Frist von mind. 6 Wochen für Einwendungen ++ Hinweis auf Verlust der Parteistellung ++ Hinweis auf weitere ediktale Kundmachungen und Zustellungen + als Einschaltung in der WIENER ZEITUNG und 2 weiteren weitverbreiteten Bundesländerzeitungen des Ausführungslandes + wenn Abgabestelle unbekannt oder + Mehrheit von Personen, die der Behörde nicht bekannt sind + die Zustellung gilt binnen 2 Wochen ab Anschlag als bewirkt - unzulässig bei -- Strafverfahren (gerichtl Verf., Vw-Strafverf, DisziplinarVerf) -- Zustellbevollmächtigter vorhanden -- Änderung der Abgabestelle -- elektronische Zustelladresse bekannt § 25 ZustG:
Gert KLÖSCH © Zustellung ohne Zustellnachweis § 26 ZustG Abs 1: Wurde die Zustellung ohne Zustellnachweis angeordnet, wird das Dokument zugestellt, indem es in den für die Abgabestelle bestimmte Abgabeeinrichtung* eingelegt oder an der Abgabestelle zurückgelassen wird. Abs 2: Die Zustellung gilt als am dritten Werktag nach der Übergabe an das Zustellorgan bewirkt. Im Zweifel hat die Behörde die Tatsache und den Zeitpunkt der Zustellung von Amts wegen festzustellen. Die Zustellung wird nicht bewirkt, wenn sich ergibt, dass der Empfänger wegen Abwesenheit von der Abgabestelle nicht rechtzeitig vom Zustellvorgang Kenntnis erlangen konnte, doch wird die Zustellung mit dem der Rückkehr an die Abgabestelle folgenden Tag wirksam. * Briefkasten, Hausbrieffach oder Briefeinwurf (vgl § 17 Abs 2 ZustG)
Gert KLÖSCH © Ausstattung der Dokumente; Zustellformulare; Zustellnachweise § 27 ZustG: „Soweit dies erforderlich ist, hat die Bundesregierung durch Verordnung nähere Bestimmungen über 1.die Ausstattung der zuzustellenden Dokumente, 2.die bei der Zustellung zu verwendenden Formulare und 3.die für die elektronische Übermittlung einer Kopie des Zustellnachweises sowie für die Speicherung und Übermittlung der die Beurkundung der Zustellung betreffenden Daten erforderlichen technischen Voraussetzungen zu erlassen. “ Zustellformularverordnung BGBl 1983/600 idF BGBl II 2008/152
Gert KLÖSCH © Die elektronische Zustellung 3. Abschnitt: Elektronische Zustellung § 28 ZustG Anwendungsbereich § 29 ZustG Leistungen der Zustelldienste § 30 ZustG Zulassung als Zustelldienst § 31 ZustG Aufsicht § 32 ZustG Bestimmung des Ermittlungs- und Zustelldienstes § 33 ZustG An- und Abmeldung § 34 ZustG Ermittlung des Zustelldienstes und Übermittlung des zuzustellenden Dokuments an diesen § 35 ZustG Zustellung mit Zustellnachweis durch einen Zustelldienst § 36 ZustG Zustellung ohne Zustellnachweis durch einen Zustelldienst § 37 ZustG Zustellung an einer elektronischer Zustelladresse oder über das elektronische Kommunikationssystem der Behörde § 37 a ZustG Unmittelbare elektronische Ausfolgung
Gert KLÖSCH © Elektronische Zustellung 1 mit Zustellnachweis ohne Zustellnachweis Bürgerkarte elektronisches Kommunikationssystem der Behörde
Gert KLÖSCH © Elektronische Zustellung 2 (§ 35 ZustG) Zustelldienst (mittels Bescheid des BKA zugelassen) Behörde Empfänger Die „Verständigung“ durch den Zustelldienst an Empfänger hat zu enthalten: Datum der Absendung der elektronischen Verständigung die Internetadresse, an der das Schriftstück zur Abholung bereit liegt das Ende der Abholfrist das Erfordernis der Signierung durch Empfänger bei der Abholung (Bürgerkarte) Hinweis auf Zeitpunkt des Eintritts der Wirkungen der Zustellung elektronische Versendung physische Versendung keine Abholung der zweiten elektronischen Zusendung binnen 24 Stunden über das elektronische Kommunikationssystem der Behörde* *Achtung: Zustellung ohne Zustellnachweis !
Gert KLÖSCH © Elektronische Zustellung 3 Zustelldienst Empfänger Benachrichtigung des Empfängers durch den Zustelldienst : Dokument liegt zur (elektronischen) Abholung bereit (elektronische) Abholung durch Empfänger: sofort innerhalb der auf die Versendung folgenden 48 Stunden Wiederholung der Verständigung durch Zustelldienst bei Nichtabholung keine Reaktion binnen 24 Stunden: klassische Benachrichtigung (Papier) elektronische Signatur mittels Bürgerkarte Abholung identifiziert authentifiziert automatisiert ausgelöste Signatur (im Innenverhältnis: Zustelldienst – Empfänger)
Gert KLÖSCH © Elektronische Zustellung 4 Rechtswirkungen der Zustellung Wann bewirkt ? mit Zeitpunkt der Abholung Aber: Wenn der Empfänger von der elektronischen Zustellung keine Kenntnis hatte und wegen Abwesenheit von der Abgabestelle vom Vorgang der der Zustellung der Verständigung an der Abgabestelle nicht rechtzeitig Kenntnis erlangen konnte : Die Zustellung gilt als nicht bewirkt, doch wird sie mit dem der Rückkehr an die Abgabestelle folgenden Tag innerhalb der Abholfrist wirksam keine Abgabestelle bekannt gegeben: erster Werktag, nach Versendung der 2. elektron. Verständigung mit dem Einlangen einer der beiden, wenn die 1. elektron. Verständigung ins Leere gegangen ist, innerhalb der Abholfrist („überholender Eingang“) Abgabestelle bekannt gegeben: dritter Werktag nach Versendung an Abgabestelle
Gert KLÖSCH © Elektronische Zustellung 5 Nicht-Abholung Zustelldienst hat Behörde zu verständigen Bereithaltung des Dokuments durch 2 Wochen durch den Zustelldienst ab 1. Verständigung dann Löschung des Dokuments
Gert KLÖSCH © Elektronische Zustellung 6 Abholung bei Zustellung mit Zustellnachweis Empfänger/bevollmächtigter Person identifiziert sich mit Bürgerkarte - Signatur Zustelldienst: 1. Protokollierung der eingegangenen Daten (die Gesamtheit dieser bildet den Zustellnachweis) 2. Weiterleitung der Information an die Auftrag gebende Behörde im Einzelfall automatisiert
Gert KLÖSCH © Elektronische Zustellung 7 Zustellung ohne Zustellnachweis an eine von der Partei der Behörde bekannt gegebene -Adresse über das elektronische Kommunikationssystem der Behörde
Gert KLÖSCH © Die Zeit der Zustellung jederzeit !! also auch ………………….. + an Sonn- und Feiertagen + zur Nachtzeit
Gert KLÖSCH © Konsequenzen einer fehlerhaften Zustellung irrelevante Fehler heilbare Fehler unheilbare Fehler Zustellung ist bewirkt Rechtsfolgen laut Gesetz/Behörde Zustellung ist bewirkt Zustellung nicht bewirkt Rechtsfolgen laut Gesetz/Behörde neuerliche Zustellung erforderlich
Gert KLÖSCH © Das Problem der “übergangenen Partei” keine Rechtskraft!!!! weil am Verfahren nicht beteiligt Zustellung erreicht nicht ihr Ziel
Gert KLÖSCH © Wichtige „Bücher“ im Verwaltungsverfahren Grundbuch Firmenbuch Wasserbuch Eisenbahnbuch Wo ? Rechtsquelle Bezirksgericht (§ 118 JN) Allgemeines Grundbuchsgesetz 1955, BGBl 1955/39 idgF Allgemeines Grundbuchsanlegungsgesetz 1930, BGBl 1930/2 idgF §§ , 453, 297 a ABGB Gerichtshof 1. Instanz (zB LG) (§ 120 JN) Firmenbuchgesetz, BGBl 1991/10 BVB, geführt vom Landeshauptmann (§ 124 WRG) §§ WRG, BGBL 1959/215 idgF WasserbuchV BGBl 1948/201 idgF BG am Sitz des LG (§ 118 JN) Eisenbahnbuch-Anlegungsgesetz, BGBl 1930/777 und BGBl 1934/233 Bergbuch BG Klagenfurt für K (§ 118 JN) § 40 MinroG BGBl I 1999/38
Herunterladen ppt "Gert KLÖSCH © 2009 0 Foliensammlung zum AVG-Block-Seminar „Verwaltungsverfahren von A (wie AVG) bis Z (wie ZustG)“ 2009 Stand: April 2009 (Abgabenverwaltungsreformgesetz)"
Daniel Geiger SS  Legaldefinition in § 65 Z1 lit a-c StPO  Opfer nach § 65 Z 1 lit a StPO:  Jede Person, die durch eine vorsätzlich begangene.
Gert KLÖSCH © Teil II Verwaltungsverfahrensgesetze - Folienskriptum - Vorwort Die gegenständliche Foliensammlung als Teil II der dreiteiligen Lernunterlage.

References: § 68
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 § 3
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 § 7
 § 36
 § 8
 § 23
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 § 39
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 § 23
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 § 8
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 § 13
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