Source: https://www.betriebsrat.com/br-forum/58964/reisekostenabrechnung
Timestamp: 2018-11-21 00:06:19+00:00

Document:
BR-Forum: Reisekostenabrechnung | W.A.F.
Hallo. Manche unserer MA müssen gelegentlich zum 350 km entfernten Mutterkonzern fahren. Dort gibt es eine Kantine, in welcher die MA günstig Mittagessen können. Ein Essen kostet durchschnittlich 4 Euro. Bei der Reisekostenabrechnung soll nun die Pauschale für den Verpflegungsmehraufwand um 4 Euro gekürzt werden, wenn der MA in der Kantine isst. Angeblich muss die Reisekostenabrechnungsstelle das so aus steuerlichen Gründen machen. Ist diese Handhabung richtig?
Erstellt am 21.11.2014	um 12:12 Uhr von seesee
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Erstellt am 21.11.2014	um 12:41 Uhr von ickederdicke
Jau, doppelt kassieren geht nicht.
Erstellt am 21.11.2014	um 12:52 Uhr von Pjöööng
Meines Erachtens wäre um 5,60 zu kürzen.
Erstellt am 21.11.2014	um 16:13 Uhr von Cosinus
Jau, da die 4 Euro ja vor Ort bezahlt wurden, rechnet Pjöööng hier vollkommen richtig.
Falls dich die Zahl verwirren sollte, hier ein Auszug aus einem Steuerkommentar:
Kürzung der Verpflegungspauschalen ab 2014
Zur Vereinfachung sowohl des Abrechnungs- als auch des Besteuerungsverfahrens werden ab 2014 im Fall der vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten anlässlich einer Auswärtstätigkeit zur Verfügung gestellten Mahlzeiten - im Hinblick auf den in § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG neu geregelten Besteuerungsverzicht - die ermittelten Pauschalen typisierend für ein Frühstück um 20 Prozent und für ein Mittag- oder Abendessen jeweils um 40 Prozent des Betrags der Verpflegungspauschalen für eine 24-stündige Abwesenheit gekürzt. Somit erfolgt im Inland für ein Frühstück eine Kürzung um 4,80 EUR sowie für ein Mittag- und Abendessen um jeweils 9,60 EUR (§ 9 Abs. 4a EStG). Auf die Versteuerung der Mahlzeit wird verzichtet.
Erstellt am 22.11.2014	um 06:37 Uhr von seesee
Irgendwie scheine ich da einen gedanklichen Hänger zu haben. Der Gesetzgeber unterstellt auf Reisen einen Verpflegungsmehraufwand von 9,60 Euro für ein Mittagessen. Dieser Betrag muss abgezogen werden, wenn ich eingeladen werde, weil ich ja keine Ausgaben und somit keinen Mehraufwand hatte. Soweit so gut. Wenn ich mir mittags einen Döner kaufe für 5 Euro, wird mir nichts abgezogen. Wenn ich aber in der Kantine für 5 Euro esse, sollen mir diese vom Mehraufwand abgezogen werden. Meine Ersparnis, wenn ich in der Kantine esse, liegt aber nicht bei den 5 Euro, sondern im Anteil der Vergünstigung gegenüber einem Essen im Restaurant. ...
Erstellt am 22.11.2014	um 08:19 Uhr von Dezibel
Hier komme ich jetzt auch nicht mit.
Die Kürzung erfolgt doch nur, wenn das Essen KOSTENLOS zur Verfügung gestellt wird.
Wenn ich es selbst bezahle, egal wo, dafür ist doch dann die Pauschale da. Und da ist auch egal, ob 25 Teuro im Restaurant oder 2,10 an der Würschtelbude.
Erstellt am 22.11.2014	um 15:41 Uhr von Räcer
Es geht hier ja auch nur um die zur Verfügung gestellten und nicht selbst bezahlten Mahlzeiten. Solltest du einen geringeren Betrag als den steuerlich hier vorgegebenen Zahlen, kann auch nur dieser angerechnet werden.
Wenn du dich selbst verpflegst, erfolgt dies ja durch die Spesen die dadurch ja auch abnehmen.
Genauso ist es hier, nur mit dem Unterschied, dass es jetzt eine Kantine ist, in der etwas kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Würde hier jetzt kein Abzug erfolgen, würden sich gegenüber einem Selbstzahler die Spesen ja indirekt um diesen Betrag sogar erhöhen.
Ergo: Beim Selbstzahler nehmen seine Spesen um den zu zahlenden Betrag ab.
Beim kostenlosen Mittagessen würden sie dagegen dann ja gleich bleiben. Eigentlich logisch, dass hier ein Abzug vorzunehmen wäre.
Erstellt am 22.11.2014	um 18:29 Uhr von seesee
Aber in der Kantine wird doch gar NICHTS KOSTENLOS zur Verfügung gestellt... Jetzt bin ich total verwirrt...
Erstellt am 22.11.2014	um 19:53 Uhr von Dezibel
> dass es jetzt eine Kantine ist, in der etwas kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
So ein Quatsch! Das hat hier bisher keiner gesagt.
Du solltest wirklich erst einmal lesen lernen!
Oh mann, begreift es keiner?
Erstellt am 23.11.2014	um 12:52 Uhr von Hoppel
"Bei der Reisekostenabrechnung soll nun die Pauschale für den Verpflegungsmehraufwand um 4 Euro gekürzt werden, wenn der MA in der Kantine isst. Angeblich muss die Reisekostenabrechnungsstelle das so aus steuerlichen Gründen machen. Ist diese Handhabung richtig? "
Ich vermute mal, dass die Kantine bzw. das Essen seitens Eures AG subventioniert wird. Somit muss unabhängig von der gezahlten Verpflegungspauschale ein geldwerter Vorteil versteuert werden. Wenn ich die Regelungen gem. EStG richtig verstanden habe, ergäbe sich folgende Rechnung:
Eintägige Dienstreise, Abwesenheit mehr als 8 bis 24 Stunden > Pauschale Verpflegungsmehraufwand = 12 Euro
Satz 8 > Abzug für Mittagessen 40% (Mittagessen wird vom AG subventioniert, also geldwerter Vorteil und sehr wahrscheinlich pauschale Besteuerung) = 4,80 Euro
Satz 9 > AN bezahlt für das Mittagessen 4 Euro, dieser Betrag muss vom Kürzungsbetrag (4,80 €) abgezogen werden
Frag nochmal in Eurer Buchhaltung nach; ich vermute fast, dass hier ein sprachliches Missverständnis vorliegt.
§ 9 Abs.4a EStG: (Satz 8) Wird dem Arbeitnehmer anlässlich oder während einer Tätigkeit außerhalb seiner ersten Tätigkeitsstätte vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten eine Mahlzeit zur Verfügung gestellt, sind die nach den Sätzen 3 und 5 ermittelten Verpflegungspauschalen zu kürzen:
1. für Frühstück um 20 Prozent,
2. für Mittag- und Abendessen um jeweils 40 Prozent,
der nach Satz 3 Nummer 1 gegebenenfalls in Verbindung mit Satz 5 maßgebenden Verpflegungspauschale für einen vollen Kalendertag; die Kürzung darf die ermittelte Verpflegungspauschale nicht übersteigen.
(Satz 9) Satz 8 gilt auch, wenn Reisekostenvergütungen wegen der zur Verfügung gestellten Mahlzeiten einbehalten oder gekürzt werden ODER die Mahlzeiten nach § 40 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1a pauschal besteuert werden.
(Satz 10) Hat der Arbeitnehmer für die Mahlzeit ein Entgelt gezahlt, mindert dieser Betrag den Kürzungsbetrag nach Satz 8.
Abs.2: Abweichend von Absatz 1 kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz von 25 Prozent erheben, soweit er
1a. oder auf seine Veranlassung ein Dritter den Arbeitnehmern anlässlich einer beruflichen Tätigkeit außerhalb seiner Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte Mahlzeiten zur Verfügung stellt, die nach § 8 Absatz 2 Satz 8 und 9 mit dem Sachbezugswert anzusetzen sind
4. Vergütungen für Verpflegungsmehraufwendungen anlässlich einer Tätigkeit im Sinne des § 9 Absatz 4a Satz 2 oder Satz 4, soweit die Vergütungen die nach § 9 Absatz 4a Satz 3, 5 und 6 zustehenden Pauschalen um nicht mehr als 100 Prozent übersteigen,
Hier wird´s nochmal verständlich erklärt > http://www.lexware.de/buchhaltung-und-steuern/reisekostenreform-2014-die-wichtigsten-aenderungen-auf-einen-blick
Zulässiger Verpflegungsmehraufwand ist nicht kostendeckend.

References: § 8

§ 9
 § 40
 § 8
 § 9
 § 9