Source: https://www.deubner-recht.de/produkte/familienrecht-100-mandate/p/die-bedeutung-der-beduerftigkeit-bei-der-unterhaltsberechnung-fall-mit-loesung-217844
Timestamp: 2020-02-24 23:04:08+00:00

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4 Unterhalt
Mandatssituation 4.8: Nachehelicher Unterhalt
Mandatssituation 4.1: Grundfall Kindesunterhalt Mandatssituation 4.2: Auskunft Mandatssituation 4.3: Einstweilige Anordnung Kindesunterhalt Mandatssituation 4.4: Mehrbedarf beim Kindesunterhalt Mandatssituation 4.5: Kindesunterhalt beim Wechselmodell Mandatssituation 4.6: Unterhalt des volljährigen Kindes Mandatssituation 4.7: Trennungsunterhalt (mit Wohnwert) Mandatssituation 4.8: Nachehelicher Unterhalt Mandatssituation 4.9: Unterhalt der nicht verheirateten Mutter Mandatssituation 4.10: Dreiteilung beim Ehegattenunterhalt Mandatssituation 4.11: Gutverdienender Single: "Mutti wird allmählich gebrechlich" - Die vorsorgende Beratung hinsichtlich Elternunterhalt Mandatssituation 4.12: Familienvater: "Das Sozialamt will Elternunterhalt" - Berechnung von Elternunterhalt unter Berücksichtigung mehrerer Unterhaltsberechtigter Mandatssituation 4.13: Geringverdienerkind: "Ich verdiene doch selbst nicht genug" - Schwiegerkindhaftung beim Elternunterhalt Mandatssituation 4.14: Ehegatten: "Das Ersparte war doch unsere eigene Vorsorge" - Elternunterhalt aus dem Vermögen Mandatssituation 4.15: Mehrere erwachsene Kinder: "Ich sehe nicht ein, für die anderen mitzubezahlen" - Die Geschwisterhaftung bei Elternunterhalt Mandatssituation 4.16: Das vernachlässigte Kind: "Vati hat sich nie um mich gekümmert" - Verwirkung von Elternunterhalt wegen unbilliger Härte Mandatssituation 4.17: Vorweg geerbt: "Geschenkt ist geschenkt und wiederholen ist gestohlen" - Rückforderung von Schenkung wegen Verarmung Mandatssituation 4.18: Anruf aus dem Altenheim: "Mein Geld geht zur Neige, bitte verklagen Sie meinen Sohn" - Elternunterhaltsforderung aus Sicht des Berechtigten
Paul Meister und Tine Holm waren verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Kinder: Merlin (5) und Fee (3). Paul ist Lehrer; er verdient 3.000 Euro netto monatlich. Tine betreut die Kinder und ist seit der Geburt von Fee nur noch in eingeschränktem Umfang berufstätig; ihr Nettoeinkommen beträgt 500 Euro. Sie erhält das Kindergeld.
Paul und Tine sind geschieden.
Tine möchte wissen, wie viel Unterhalt sie verlangen kann.
Wie bei allen Unterhaltsfällen gilt: Lesen Sie die für den betreffenden OLG-Bezirk gültigen Unterhaltsrechtlichen Leitlinien, insbesondere dann, wenn Sie mit einem Unterhaltsfall in einem für Sie "fremden" OLG-Bezirk tätig sind.
Folgende Prüfschritte und Informationen sind wichtig:
Vorprüfung § 1569 BGB : Kommt überhaupt ein Unterhaltstatbestand der §§ 1570 ff. BGB in Betracht?
Falls ja: Voraussetzungen des in Frage kommenden Unterhaltstatbestands prüfen
Besteht bereits eine außergerichtliche (ggf. nicht titulierte) Vereinbarung über den nachehelichen Unterhalt?
Betreiben der Unterhaltspflichtige und/oder die Berechtigte zusätzliche Altersvorsorge (z.B. Lebensversicherung, private Rentenversicherung)?
Ist die Mandantin berufstätig? Falls nein: Besteht eine Erwerbsobliegenheit? In welchem Umfang?
Dauer der Ehe?
Welches Ehemodell lag vor (Alleinverdienerehe, Doppelverdienerehe, Kindererziehung etc.)?
Sind ehebedingte Nachteile vorhanden?
Gegebenenfalls: Welche Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder sind vorhanden?
Grundsätzlich ist § 1569 BGB zu beachten: Nach der Scheidung obliegt es jedem Ehegatten, selbst für seinen Unterhalt zu sorgen. Nur wenn er dazu nicht in der Lage ist, kommt ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt in Betracht.
Die verschiedenen Unterhaltstatbestände
Die Anspruchsgrundlagen ergeben sich aus den §§ 1570 ff. BGB . Folgende Unterhaltstatbestände gibt es:
§ 1570 BGB : Betreuungsunterhalt
§ 1571 BGB : Altersunterhalt
§ 1572 BGB : Krankheitsunterhalt
§ 1573 Abs. 1 BGB : Unterhalt wegen Arbeitslosigkeit
§ 1573 Abs. 2 BGB : Aufstockungsunterhalt
§ 1575 BGB : Ausbildungsunterhalt
§ 1576 BGB : Billigkeitsunterhalt
Die in der Praxis bei weitem bedeutsamsten Unterhaltstatbestände sind der Betreuungsunterhalt (§ 1570 BGB ) und der Aufstockungsunterhalt (§ 1573 Abs. 2 BGB ).

References: § 1569
 § 1569

§ 1570

§ 1571

§ 1572

§ 1573

§ 1573

§ 1575

§ 1576