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Timestamp: 2020-03-30 07:54:37+00:00

Document:
Aufsichtspflicht in der Praxis
Was ist das Infektionsschutzgesetz?
Zweck des Infektionsschutzgesetzes ist es, übertragbare Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern (siehe § 1 IfSG).
Teilnehmende und LeiterInnen, die an ansteckenden Krankheiten leiden, sollten von einer Freizeit im Vorhinein ausgeschlossen werden. Diese Maßnahme ist erforderlich, damit sich ansteckende Krankheiten nicht verbreiten und die Anderen die Freizeit gesund genießen können.
Sollten während einer Freizeit eher harmlose Krankheiten (wie zum Beispiel Schnupfen und Husten ohne Fieber) auftreten, sollten ebenfalls Maßnahmen ergriffen werden, um eine Ansteckung zu verhindern. Auf keinen Fall sollte die Person in der Küche mithelfen.
Es gibt eine Reihe von Regelungen im Infektionsschutzgesetz. Als Leitung von Ferienfreizeiten sind für dich besonders folgende Punkte interessant:
Meldepflicht bei bestimmten Krankheiten,
Belehrung für Personen in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen und
Es gibt eine Reihe von Krankheiten, für die die Pflicht besteht, diese beim Gesundheitsamt zu melden. Dies gilt insbesondere für Krankheiten, die
auffällig viele Personen betreffen,
auf eine Lebensmittelvergiftung zurückzuführen sind oder
zu den meldepflichtigen Krankheiten gehören.
Die meldepflichtigen Krankheiten sind alle im Gesetz aufgeführt. Diese findest du hier in § 6 des Infektionsschutzgesetzes.
Eine Erklärung dieser Krankheiten findest du zum Beispiel auf den Seiten des Robert-Koch-Institutes.
Solltest du den Verdacht haben, dass sich ein TeilnehmendeR oder LeiterIn mit einer meldepflichtigen Krankheit infiziert hat, empfehlen wir dir, dies von einem Arzt oder einer Ärztin feststellen zu lassen. Dies hat zwei Vorteile:
Der Arzt oder die Ärztin muss das Gesundheitsamt informieren, wenn er oder sie die Krankheit festgestellt hat.
Du hast eine fachliche Einschätzung und bist somit auf der „sicheren Seite“, dass es auch die vermutete Krankheit ist.
Andernfalls musst du das als Freizeitleitung nach § 8 Abs. 1 Nr. 7. IfSG als zur Meldung verpflichtete Personen tun.
Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen Kinder und Jugendliche betreuen, müssen vor Übernahme ihrer Tätigkeit und dann im Abstand von zwei Jahren über ihre gesundheitlichen Anforderungen und Mitwirkungspflichten informiert werden.
Zu Gemeinschaftseinrichtungen im Sinne des Gesetzes gehören auch Ferienlager (vgl. §33 des Infektionsschutzgesetzes).
Kinder- und JugendgruppenleiterInnen, die an bestimmten Krankheiten leiden, dürfen ihre Tätigkeit nicht ausüben und die Jugendräume bzw. das Ferienlager nicht betreten. Eine Liste der Krankheiten findest du in § 34 (1) und (2) des Infektionsschutzgesetztes. Unter anderem gehören dazu auch Läusebefall, Scharlach und Windpocken.
Ebenfalls dürfen Kinder- und JugendgruppenleiterInnen nicht an Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Ferienlager teilnehmen, wenn in ihrer Wohngemeinschaft (z.B. Elternhaus) Personen an bestimmten Krankheiten erkrankt sind. Eine entsprechende Liste befindet sich in §34 (3) des Infektionsschutzgesetzes. Gegebenenfalls kann nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt eine Ausnahme Genehmigung beantragt werden. Die Ausnahme kann beispielsweise mit einem Impfnachweis hinsichtlich der in § 34 Abs. 3 Infektionsschutzgesetz genannten Krankheiten begründet werden.
Sollte ein Kinder- und JugendgruppenleiterIn während einer Maßnahme erkranken, muss dies dem Gesundheitsamt gemeldet werden.
Ein wichtiger Faktor, um die Verbreitung von Krankheiten zu vermeiden, ist die Einhaltung von hygienischen Standards.
Das Gesundheitsamt hat das Recht deinem Ferienlager einen Besuch abzustatten und die Infektionshygiene zu überwachen. Dieses Recht ist in § 36 Einhaltung der Infektionshygiene im Infektionsschutzgesetz festgehalten.
Bevor Personen in der Küche deines Ferienlagers tätig sein dürfen, sollte das örtliche Gesundheitsamt nach den Anforderungen gefragt werden. Zumindest die Küchenleitungsperson muss an einer Belehrung nach § 43 Abs. 1 IFSG teilgenommen haben. Diese Belehrung darf nicht älter als drei Monate sein. Als Freizeitleitung solltest du auch an einer Belehrung teilnehmen.
Am ersten Tag des Ferienlagers sollte der Küchenchef oder die Küchenchefin alle Personen, die in der Küche mithelfen, belehren. Sollten Kinder oder Jugendliche in der Küche mithelfen, müssen auch diese vom Küchenchef oder der Küchenchefin belehrt werden.
Im Folgenden geben wir dir ein paar Tipps, wie ihr für die Einhaltung der Infektionshygiene Sorge tragen könnt. Ihr könnt euch die Tipps auch ausdrucken, in der Küche aushängen und zur Belehrung am ersten Tag verwenden.
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Am besten legst du dir einen Ordner für die Küche zu, in der der Küchenchef oder die Küchenchefin die Belehrungen des Gesundheitsamtes verwahrt.
Zudem könnt ihr einen Plan anfertigen, auf dem der Küchenchef oder die Küchenchefin die Belehrungen dokumentieren kann. Hier sollte Zeit und Tag, Inhalte und Namen der Anwesenden der Belehrung aufgeschrieben werden.

References: § 1
 § 6
 § 8
 §33
 § 34
 §34
 § 34
 § 36
 § 43