Source: https://dejure.org/BGBl/2009/BGBl._I_S._2495
Timestamp: 2018-10-21 17:51:29+00:00

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Ein nachrangiger sozialhilferechtlicher Anspruch auf Leistungen der Eingliederungshilfe ergäbe sich aus § 19 Abs. 3 SGB XII (bis 31.12.2010 in der Fassung, die die Norm durch das Gesetz zur Anpassung der Regelaltersrente an die demografische Entwicklung und zur Stärkung der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung vom 20.4. 2007 - BGBl I 554 - erhalten hat; ab 1.1. 2011 in der Normfassung des Gesetzes zur Ermittlung von Regelbedarfen und zur Änderung des Zweiten und Zwölften Buches Sozialgesetzbuch vom 24.3. 2011 - BGBl I 453) iVm § 53 Abs. 1 Satz 1 SGB XII (in der Normfassung des Gesetzes zur Einordnung des Sozialhilferechts in das Sozialgesetzbuch vom 27.12.2003 - BGBl I 3022), § 54 Abs. 1 Satz 1 SGB XII (in der Normfassung des Gesetzes zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs im Krankenhaus vom 30.7. 2009 - BGBl I 2495) und § 55 Abs. 2 Nr. 6 SGB IX (Hilfen zu selbstbestimmtem Leben in betreuten Wohnmöglichkeiten), wobei die Beurteilung der Frage, ob die gegenüber dem Kläger erbrachten Hilfen als Hilfen zum selbstbestimmten Leben in betreuten Wohnmöglichkeiten zu den Leistungen der Eingliederungshilfe nach § 54 Abs. 1 Satz 1 SGB XII iVm § 55 Abs. 2 Nr. 6 SGB IX zählen, allerdings weitere Feststellungen des LSG (§ 163 SGG) zum Inhalt der dem Kläger erbrachten Leistungen verlangen würden.
Die Betreuung in einer Pflege- bzw. Gastfamilie sei eine besondere Form der Hilfe zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft nach § 54 Abs. 3 Satz 1 SGB XII bzw. eine Hilfe zum selbstbestimmten Leben in betreuten Wohnmöglichkeiten nach § 54 Abs. 1 Satz 1 SGB XII i.V.m. § 55 Abs. 2 Nr. 6 SGB IX, aber auch eine Hilfe nach dem offenen Leistungskatalog des § 55 SGB IX. Subsidiär kämen zudem die laufenden Grundsicherungsleistungen nach dem Vierten Kapitel des SGB XII zum Tragen, die einem Aufenthalt in einer Pflegefamilie nicht erst seit der Änderung des § 28 Abs. 5 SGB XII (i.d.F. vom 30. Juli 2009, BGBl. I 2495) im Jahre 2009 bzw. seit dem 1. Januar 2011 nach § 27a Abs. 4 Satz 3 SGB XII (i.d.F. vom 24. März 2011, BGBl. I 453, 481 f.) durch eine individuelle Erhöhung des Regelbedarfs Rechnung tragen könnten und nach dem Meistbegünstigungsgrundsatz von dem ersten Antrag bei dem Beklagten vom 19. Mai 2006 mit umfasst gewesen seien.
Ob sich der von der Klägerin geltend gemachte Anspruch (auch) aus einer individuellen Erhöhung des Regelbedarfs nach §§ 41, 42 Nr. 1 SGB XII i.V.m. § 28 Abs. 5 SGB XII (i.d.F. vom 30. Juli 2009, BGBl. I 2495), gültig vom 5. August 2009 bis zum 31. Dezember 2010, bzw. nach § 27a Abs. 4 Satz 3 SGB XII i.d.F. vom 21. März 2011 (BGBl. I 453, 481 f.), gültig ab 1. Januar 2011, ergeben könnte, ist in diesem Rechtstreit nicht zu beantworten.
Auch der Umstand, dass sich der von der Klägerin geltend gemachte Anspruch ggf. aus der erst im Laufe des Klageverfahrens erfolgten Änderung des § 28 Abs. 5 SGB XII (für die Zeit vom 5. August 2009 bis zum 31. Dezember 2010, BGBl. I 2009, 2495) bzw. § 27a Abs. 4 Satz 3 SGB XII (für die Zeit ab 1. Januar 2011, BGBl. I 2011, 453, 481 f.) ergeben könnte, weil danach bei einer in einer Pflegefamilie untergebrachten Person eine individuelle Erhöhung des Regelbedarfs nach Maßgabe der Vollzeitpflegesätze der Jugendhilfe ermöglicht worden ist, rechtfertigt keine verfahrensrechtliche Einbeziehung der Bewilligungsbescheide der Gemeinde H. nach § 96 Abs. 1 SGG (in entsprechender Anwendung).
b) Der geltend gemachte Anspruch ergibt sich nicht aus §§ 53 Abs. 1 Satz 1, 54 Abs. 3 SGB XII. Nach letztgenannter Norm (in der vom 5. August 2009 bis zum 2. Dezember 2013 geltenden Fassung vom 30. Juli 2009, BGBl. I 2495) ist eine Leistung der Eingliederungshilfe auch die Hilfe für die Betreuung in einer Pflegefamilie, soweit eine geeignete Pflegeperson Kinder und Jugendliche über Tag und Nacht in ihrem Haushalt versorgt und dadurch der Aufenthalt in einer vollstationären Einrichtung der Behindertenhilfe vermieden oder beendet werden kann.
Der Gesetzgeber hat eine Ausweitung der Vorschrift auf erwachsene Menschen mit Behinderung in Pflegefamilien aufgrund der möglichen Hilfeleistung nach dem offenen Leistungskatalog des § 54 SGB XII nicht für erforderlich gehalten (vgl. BT-Drs. 16/13417 S. 6 zu § 54 SGB XII).
Dass die Betreuung innerhalb einer Pflege- bzw. Gastfamilie materiell der sozialhilferechtlichen Eingliederungshilfe zugeordnet werden kann, ergibt sich nicht zuletzt auch aus dem zum 5. August 2009 eingeführten § 54 Abs. 3 Satz 1 SGB XII (i.d.F. vom 30. Juli 2009, BGBl. I 2495), der hier allerdings wegen der Volljährigkeit der Klägerin nicht anwendbar ist (s.o.).
Damit wird erreicht, dass auch diese Möglichkeit als Alternative zur vollstationären Betreuung in Anspruch genommen wird, wenn dies dem Wohl des Kindes entspricht." (vgl. Beschlussempfehlung und Bericht zum Entwurf eines Gesetzes zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs im Krankenhaus, BT-Drs. 16/13417 vom 17.06.2009, S. 6).
Um das Wohl des Kindes oder Jugendlichen in der Pflegefamilie zu gewährleisten, bedarf die Pflegeperson einer Erlaubnis nach § 44 SGB VIII." (vgl. Beschlussempfehlung und Bericht zum Entwurf eines Gesetzes zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs im Krankenhaus, BT-Drs. 16/13417 vom 17.06.2009, S. 6).
Rechtsgrundlage für den geltend gemachten Anspruch auf Kostenübernahme durch den zuständigen (§ 97 Abs. 1, § 98 Abs. 1 SGB XII iVm § 3 Abs. 2 Satz 1 SGB XII und §§ 1, 2 AG-SGB XII) Beklagten - zur eigenständigen Prüfung des Landesrechts ist der Senat mangels Berücksichtigung durch das LSG entgegen § 202 SGG iVm § 560 Zivilprozessordnung (ZPO) befugt (…vgl BSGE 103, 39 ff RdNr 12 = SozR 4-2800 § 10 Nr. 1) - bilden § 19 Abs. 3 (in den Normfassungen des Gesetzes zur Anpassung der Regelaltersgrenze an die demografische Entwicklung und zur Stärkung der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung vom 20.4.2007 - BGBl I 554 - und des Gesetzes zur Ermittlung von Regelbedarfen und zur Änderung des Zweiten und Zwölften Buches Sozialgesetzbuch vom 24.3.2011 - BGBl I 453) iVm § 53 Abs. 1 Satz 1 (in der Normfassung des Gesetzes zur Einordnung des Sozialhilferechts in das Sozialgesetzbuch vom 27.12.2003 - BGBl I 3022) , § 54 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB XII (in den Normfassungen des Gesetzes vom 27.12.2003 und des Gesetzes zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs im Krankenhaus vom 30.7.2009 - BGBl I 2495) und § 12 Abs. 1 Nr. 1 Eingliederungshilfe-Verordnung - Eingliederungshilfe-VO - (in der Fassung, die diese durch das Gesetz vom 27.12.2003 erhalten hat) iVm § 92 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 SGB XII (in den Normfassungen des Gesetzes vom 27.12.2003 und vom 24.3.2011).
Kinder- und Jugendhilfe - Hilfe zur Erziehung - Vollzeitpflege - Verhältnis zur …

References: § 19
 § 53
 § 54
 § 55
 § 54
 § 55
 § 54
 § 54
 § 55
 § 55
 § 28
 § 27
 § 28
 § 27
 § 28
 § 27
 § 96
 § 54
 § 54
 § 54
 § 44
 § 98
 § 3
 § 202
 § 560
 § 10
 § 19
 § 53
 § 54
 § 12
 § 92