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Timestamp: 2016-10-24 10:39:21+00:00

Document:
4A_547/2012 (05.02.2013)
4A_547/2012
vertreten durch Rechtsanw�lte Dr. Michael Werder und Claudio Kerber,
vertreten durch Rechtsanw�lte Dr. Peter Hafner und Alexander Wintsch,
Liquidation eines Kontos/Depots,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 13. August 2012.
Am 24. Januar 2000 er�ffnete X.________ (nachfolgend: Beklagter, Beschwerdef�hrer) bei der Bank Y.________ (nachfolgend: Kl�gerin, Beschwerdegegnerin) ein Konto/Depot. Grundlage der vertraglichen Beziehung der Parteien war ein "Contract for the opening of an account and/or safekeeping account". Gleichentags unterzeichnete der Beklagte im Zusammenhang damit verschiedene Dokumente, so namentlich die Bedingungen der Kl�gerin f�r die Vermittlung von Optionskontrakten ("Conditions for Handling Options Contracts") und eine allgemeine Faustpfandverschreibung. Am 10. M�rz 2000 vereinbarten die Parteien zus�tzlich eine Kreditlimite �ber Fr. 100 Mio. Gest�tzt darauf t�tigte der Beklagte bei der Kl�gerin insbesondere Kauf, Halten und Verkauf von Aktien sowie Options- und Fremdw�hrungsgesch�ften.
Nachdem in der Konto-/Depotbeziehung eine Unterdeckung eingetreten war, forderte die Kl�gerin den Beklagten zur Nachschusszahlung ("margin call") bis zum 21. Februar 2001, 12.00 Uhr, auf. Da dieser der Aufforderung nicht nachkam, liquidierte die Kl�gerin seine Positionen am 21. Februar 2001. Sie ermittelte einen Sollsaldo auf seinem Kontokorrent von USD 1'649'040.02, inkl. Zinsen und Geb�hren per 30. November 2001.
Mit Klage vom 22. April 2004 forderte die Kl�gerin vom Beklagten vor dem Bezirksgericht Z�rich USD 1'649'040.02 nebst Zins. Der Beklagte erhob Widerklage auf Zahlung eines USD 20 Millionen �bersteigenden Betrages nach richterlichem Ermessen nebst Zins. Er bestritt den Schuldsaldo nach Grund und H�he und bez�glich jeder Einzelposition. Er machte im Wesentlichen geltend, dieser beruhe auf schlecht fixierten Liquidationskursen. Diese seien von der Kl�gerin arbitr�r festgelegt worden. Sein Portfolio sei am 21. Februar 2001 positiv gewesen. Am 30. April 2008 wies das Bezirksgericht nach Durchf�hrung eines Beweisverfahrens sowohl die Haupt- als auch die Widerklage ab.
Gegen dieses Urteil f�hrte die Kl�gerin Berufung. Mit Beschluss vom 25. Februar 2009 nahm das Obergericht des Kantons Z�rich davon Vormerk, dass das Urteil des Bezirksgerichts betreffend Abweisung der Widerklage in Rechtskraft erwachsen sei, und wies die Sache im �brigen zur Erg�nzung des Verfahrens an das Bezirksgericht zur�ck.
Das Bezirksgericht f�hrte in der Folge ein weiteres Beweisverfahren durch und holte insbesondere ein Gutachten ein, das am 15. April 2011 erstattet wurde. Mit Urteil vom 20. Januar 2012 hiess es die Klage gut und verpflichtete den Beklagten zur Zahlung von USD 1'649'040.02 nebst Zins unter Kostenfolge. Die dagegen erhobene Berufung wies das Obergericht am 13. August 2012 ab und entschied gleich wie das Bezirksgericht.
Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragt der Beklagte dem Bundesgericht, das Urteil des Obergerichts vom 13. August 2012 aufzuheben und die Klage abzuweisen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an das Obergericht zur�ckzuweisen. Die Beschwerdegegnerin schliesst auf kostenf�llige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, w�hrend das Obergericht auf Vernehmlassung verzichtet.
1.1 Das angefochtene Urteil des Obergerichts ist ein verfahrensabschliessender Endentscheid (Art. 90 BGG) einer letzten kantonalen Instanz im Sinne von Art. 75 Abs. 1 und 2 BGG. Sodann �bersteigt der Streitwert die Grenze nach Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG. Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist - unter Vorbehalt einer hinl�nglichen Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG) - grunds�tzlich auf die Beschwerde einzutreten.
1.2 Mit Beschwerde in Zivilsachen k�nnen Rechtsverletzungen nach Art. 95 und 96 BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen oder eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen. Mit Blick auf die Begr�ndungspflicht des Beschwerdef�hrers (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) behandelt es aber grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind; es ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 135 III 397 E. 1.4 S. 400 mit Hinweis).
Unerl�sslich ist im Hinblick auf Art. 42 Abs. 2 BGG, dass die Beschwerde auf die Begr�ndung des angefochtenen Entscheids eingeht und im Einzelnen aufzeigt, worin eine Verletzung von Bundesrecht liegt. Der Beschwerdef�hrer soll in der Beschwerdeschrift nicht bloss die Rechtsstandpunkte, die er im kantonalen Verfahren eingenommen hat, erneut bekr�ftigen, sondern mit seiner Kritik an den als rechtsfehlerhaft erachteten Erw�gungen der Vorinstanz ansetzen (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f.). Die Begr�ndung hat ferner in der Beschwerdeschrift selbst zu erfolgen, und der blosse Verweis auf Ausf�hrungen in andern Rechtsschriften oder auf die Akten reicht nicht aus (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 400).
1.3 Beruht der angefochtene Entscheid auf mehreren selbstst�ndig tragenden Begr�ndungen, die je f�r sich den Ausgang des Rechtsstreits besiegeln, so hat der Beschwerdef�hrer darzulegen, dass jede von ihnen Recht verletzt, andernfalls kann mangels gen�gender Begr�ndung auf die Beschwerde nicht eingetreten werden (BGE 136 III 534 E. 2.2 S. 535 f.; 133 IV 119 E. 6.3 S. 120 f.). Die Beschwerdegegnerin macht in diesem Sinn geltend, selbstst�ndige Alternativbegr�ndungen der Vorinstanz seien unangefochten geblieben. Dies ist vorweg zu pr�fen.
1.3.1 Umstritten war bereits im vorinstanzlichen Verfahren einzig noch die Abrechnung der Beschwerdegegnerin �ber zw�lf OTC-Transaktionen mit Optionen auf Aktien. Over-the-Counter (OTC) bedeutet, dass die betreffenden Optionen nicht an der B�rse gehandelt werden. F�r sechs Aktientitel wickelte die Beschwerdegegnerin bei der Liquidation am 21. Februar 2001 jeweils ein Transaktionspaar ab, n�mlich: Einerseits Verkauf der ausstehenden Calloptionen (Kaufrechte) mit Gutschrift der Callpr�mien zugunsten des Beschwerdef�hrers; andererseits R�ckkauf der Putoptionen (Verkaufsrechte), welche der Beschwerdef�hrer zuvor leer verkauft hatte, was zu einer Belastung in der H�he der Putpr�mie f�hrte. Dabei bezogen sich die Transaktionspaare jeweils auf die gleiche Anzahl Optionen, welche zudem den gleichen Aus�bungspreis und ein identisches Verfallsdatum aufwiesen.
1.3.2 Da die OTC-Optionen nicht an der B�rse gehandelt werden, existiert kein entsprechender Marktpreis. Der Preis wird vielmehr direkt zwischen den individuellen Vertragspartnern ausgehandelt. Mit finanzmathematischen Modellen, insbesondere dem Modell von Black, Scholes und Merton, kann aufgrund verschiedener Parameter der theoretische Wert einer Option und damit der theoretisch richtige (faire) Preis ermittelt werden (TOM H�USLER, Die vertraglichen Grundlagen im Bereich des Handels mit derivativen Finanzinstrumenten, 1996, S. 70 f.). Die massgeblichen Parameter sind: der aktuelle Preis des Basisobjekts (z.B. Aktienkurs), der Aus�bungspreis der Option, deren Restlaufzeit, der Marktzinsfuss f�r sichere Geldanlagen, die Ertr�gnisse des Basisobjekts (z.B. Aktiendividenden) w�hrend der Laufzeit sowie die mutmassliche k�nftige Schwankungsbreite des Preises des Basisobjekts (sog. Volatilit�t). In Befolgung des R�ckweisungsbeschlusses des Obergerichts holte das Bezirksgericht ein Gutachten �ber das von der Beschwerdegegnerin bez�glich der OTC-Transaktionen ausgewiesene Liquidationsergebnis ein. Die Gutachter hielten aufgrund ihrer statistischen Berechnungen mittels des Black-Scholes-Merton-Modells fest, der effektive Liquidationserl�s liege klar innerhalb des Vertrauensintervalls einer objektiven Marktbewertung. Es gebe keinen Grund zur Annahme, dass die Liquidation zu marktfremden Konditionen durchgef�hrt worden sei. Gest�tzt auf diese Ausf�hrungen kam das Obergericht zum Schluss, das effektive Liquidationsergebnis stelle ein in der Branche �blicherweise erzielbares Liquidationsergebnis dar, und wies die Berufung ab.
1.3.3 Weil der Beschwerdef�hrer im ersten Berufungsverfahren vor dem Obergericht selbst postuliert hatte, es w�re naheliegend gewesen, auf die Er�ffnungskurse der Basiswerte am 21. Februar 2001 abzustellen, wurden die Gutachter auch mit einer Bewertung der Optionen anhand der Er�ffnungskurse beauftragt. Auch diesbez�glich verneinte das Gutachten eine Benachteiligung des Beschwerdef�hrers. Entsprechend hielt die Vorinstanz fest, auch nach der vom Beschwerdef�hrer verlangten Rechnungsweise k�nne nicht von schlecht fixierten oder arbitr�r festgelegten Liquidationskursen ausgegangen werden.
Entgegen der Beschwerdegegnerin handelte es sich bei dieser Begr�ndung nicht um eine selbstst�ndig tragende im Sinne der Rechtsprechung. Die Vorinstanz entschied damit n�mlich nicht, eine Abrechnung auf Basis der Er�ffnungskurse w�re korrekt und damit eine Klageabweisung allein aufgrund dieses Beweisergebnisses zul�ssig gewesen. Sie verwies in diesem Zusammenhang lediglich auf die entsprechende eigene Auffassung des Beschwerdef�hrers. Aber selbst wenn es sich um eine selbstst�ndig tragende Begr�ndung handeln w�rde, w�re auf die Beschwerde einzutreten. Zwar setzt sich der Beschwerdef�hrer tats�chlich nicht im Einzelnen mit dieser Begr�ndung auseinander. Dies trifft auch zu auf den weiteren Einwand der Beschwerdegegnerin, der Beschwerdef�hrer sei auch auf eine dritte Alternativbegr�ndung der Vorinstanz, wonach auch eine Verwertung zu Tagestiefstkursen vertragsgem�ss gewesen w�re, nicht eingegangen. Der Beschwerdef�hrer legt insgesamt dar, der eingeklagte Schuldsaldo k�nne der Beschwerdegegnerin nur zugesprochen werden, wenn diese die effektiv verwendeten Parameter der Preisbestimmung, namentlich den tats�chlichen Liquidationszeitpunkt und damit den zugrundeliegenden Aktienkurs nachweise. Damit r�gt er, jede dem nicht entsprechende Abrechnung, auch eine solche zu Er�ffnungs- bzw. zu Tiefstpreiskursen, sei unzul�ssig.
Strittig ist der Schuldsaldo auf dem Kontokorrent des Beschwerdef�hrers. Dieser macht insbesondere geltend, dass das Portfolio nicht zu marktgerechten Bedingungen liquidiert und die Beschwerdegegnerin anschliessend ihrer Abrechnungspflicht nicht geh�rig nachgekommen sei. Sie habe sich stets geweigert, die zur Preisbestimmung verwendeten Aktienkurse bzw. die genauen Liquidationszeitpunkte (von denen der im Tagesverlauf schwankende Aktienkurs abh�ngt) bekannt zu geben. Vielmehr habe sie einzig die jeweiligen Er�ffnungs-, H�chst-, Tiefst-, Schluss- und Mittelkurse vorgebracht. Zwischen einer Liquidation s�mtlicher Werte zu H�chst- bzw. zu Tiefstwerten liege eine Spanne von USD 2.286 Mio. Selbst wenn man mit dem Gutachten das Intervall auf 95 % der errechneten Werte ansetze, ergebe sich eine Spanne von rund USD 1.2 bzw. 1.1 Mio. Diese Spannen l�gen in der Gr�ssenordnung des von der Beschwerdegegnerin eingeklagten Betrages. Gem�ss Art. 400 OR sei der Beauftragte verpflichtet, �ber seine Gesch�ftsf�hrung Rechenschaft abzulegen, was auch dann gelte, wenn die Liquidationshandlungen als Kommissionsgesch�ft angesehen w�rden. Die Vorinstanz habe diese Bestimmung verletzt, indem sie mittels Gutachten einen theoretischen Wert ermittelte, statt von der Beschwerdegegnerin den Nachweis der tats�chlichen Parameter, insbesondere des Liquidationszeitpunktes zu verlangen. Mangels dieses Nachweises h�tte die Klage abgewiesen werden m�ssen.
Der Anspruch auf Rechenschaftsablegung gem�ss Art. 400 OR ist zwar selbst�ndig klagbar (vgl. zur Publikation bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 4A_13/2012 vom 19. November 2012). Streitgegenstand ist aber nur der vertragliche Anspruch der Beschwerdegegnerin auf Ausgleich des Negativsaldos aus dem Kontokorrent und nicht eine materiellrechtliche Auskunftspflicht. Eine Verletzung von Art. 400 OR ist nicht ersichtlich.
Die Beschwerdegegnerin macht geltend, Prozessthema sei, ob das Gutachten rechtsfehlerhaft gew�rdigt worden sei. Dies trifft nicht zu. Entsprechend bem�ngelt der Beschwerdef�hrer auch nicht das Gutachten als solches. Seine R�ge, das Gutachten basiere betreffend der verwendeten Parameter auf Annahmen und Hypothesen und ermittle daher nur ein �blicherweise erzielbares Liquidationsergebnis, zielt vielmehr auf den Gutachterauftrag und damit die Rechtsfrage, welchen Preis die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdef�hrer aufgrund ihrer vertraglichen Beziehung bzw. dem anwendbaren Recht abrechnen muss.
4.1 Aus den vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Parteien ergibt sich nicht, wie der Abrechnungswert zu bestimmen ist. Zwar schlossen sie einen Rahmenvertrag betreffend OTC-Gesch�fte, jedoch bezieht sich dieser nur auf OTC-Gesch�fte betreffend Fremdw�hrungstransaktionen und Optionen auf W�hrungen und Edelmetallen.
Optionen beinhalten nicht in Wertpapieren verbriefte Rechte. Die Bestimmungen �ber den Kommissionsvertrag sind nicht ohne weiteres anwendbar, da Gegenstand von Art. 425 OR bewegliche Sachen und Wertpapiere sind. Indessen rechtfertigt es sich angesichts der parallelen Interessenlage, jedenfalls in Bezug auf die Pflichten der Bank betreffend Abrechnung der get�tigten K�ufe und Verk�ufe die Art. 425 ff. OR analog anzuwenden (MYRJAM EGGEN, Finanzprodukte - Auftrag oder Kauf? in: SZW 2011 S. 628 Fn. 30; ERIC SIBBERN/HANS CASPAR VON DER CRONE, Genehmigungsfiktion und Nebenpflichten der Bankkunden, in: SZW 2006 S. 71 Fn. 11; DIETER ZOBL/STEFAN KRAMER, Schweizerisches Kapitalmarktrecht, 2004, S. 456 Rz. 1222; vgl. auch zit. Urteil 4A_13/2012; a.A.: CHRISTIAN LENZ/ANDREAS VON PLANTA, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Aufl. 2011, N. 2 zu Art. 425 OR; ANDREAS VON PLANTA, in: Commentaire romand, Code des obligations I, 1. Aufl. 2003 [Vorauflage], N. 2 zu Art. 425 OR; vgl. nun aber ANDREAS VON PLANTA/MARIE FLEGBO-BERNEY, in: Commentaire romand, Code des obligations I, 2. Aufl. 2012, N. 2 zu Art. 425 OR).
Die Beschwerdegegnerin wendet ein, der Handel mit Optionen unterliege nicht Auftragsrecht (bzw. Kommissionsrecht), sondern Kaufrecht. Die von ihr zitierte Lehre (EGGEN, a.a.O., S. 628; URS PHILIPP ROTH, Aufkl�rungspflichten im Verm�gensanlagegesch�ft der Banken, in: Banken und Bankrecht im Wandel, Festschrift f�r Beat Kleiner, 1993, S. 21) bezieht sich auf den Fall des Selbsteintritts (Art. 436 OR). Aus dem angefochtenen Urteil ergibt sich nicht, ob ein Selbsteintritt erfolgte. Die Frage kann jedoch offen bleiben. Auch wenn der Kommission�r bei Selbsteintritt kaufrechtliche Pflichten (z.B. Gew�hrleistung) �bernimmt, bedeutet dies nicht, dass Kommissionsrecht �berhaupt nicht mehr anwendbar ist. Vielmehr handelt es sich um einen gemischten Vertrag. Der Kommission�r unterliegt namentlich weiter den auftragsrechtlichen Treuepflichten. F�r die hier zu pr�fende Frage bedeutet das, dass die Bestimmung des Preises, das heisst des dem Kunden zu verrechnenden Kurses, von den kommissionsrechtlichen Regeln regiert wird (PETER NOBEL, Zur Problematik des sogenannten Kursschnittes beim Wertpapierhandel, in: Freiheit und Zwang, Festschrift zum 60. Geburtstag von Hans Giger, 1989, S. 533 f.; PIERRE ENGEL, Contrats de droit suisse, 2. Aufl. 2000, S. 560 f.). Soweit aus BGE 114 II 57 E. 6a S. 63 etwas anderes abgeleitet werden k�nnte, ist dies zu pr�zisieren.
4.2 Vor Bundesgericht ist nicht mehr streitig, dass die Beschwerdegegnerin zur Liquidierung berechtigt war. Mit seiner R�ge, mangels Konkretisierung der Parameter durch die Beschwerdegegnerin k�nne er die Korrektheit der ihm verrechneten Optionspreise nicht kontrollieren, macht der Beschwerdef�hrer sinngem�ss geltend, die Beschwerdegegnerin habe die Parameter f�r die Bewertung der OTC-Optionen namentlich mit Bezug auf die Aktienkurse der Basisobjekte zu ihren Gunsten manipuliert.
Mit der im Gutachten vorgenommenen Bewertung wurde der (theoretisch) faire Preis ermittelt. Dies ist nicht der konkrete Preis, wie er in jedem Markt durch Angebot und Nachfrage zustande kommt. Auch bei Optionen k�nnen der theoretisch richtige Preis und der effektive Preis auseinanderliegen, da zwischen Anbieter und Nachfrager sowohl objektive wie auch subjektive (insbesondere die subjektiven Volatilit�tserwartungen) Faktoren eine Rolle spielen (ERNST M�LLER-M�HL, Optionen und Futures, 5. Aufl. 2002, S. 77, 106 ff. und 117). Das Gutachten und damit auch die Beurteilung durch die Vorinstanz beruhen auf einer abstrakten (mathematisch-statistischen) Festlegung des Abrechnungspreises. Der Beschwerdef�hrer r�gt nicht, stattdessen h�tten seitens der Beschwerdegegnerin konkrete einzelne Vertragsabschl�sse nachgewiesen und abgerechnet werden m�ssen, wozu die Kommiss�rin bei Drittgesch�ften, da sie auf Rechnung des Kunden handelt, grunds�tzlich verpflichtet w�re. Darauf ist somit nicht weiter einzugehen. Vielmehr macht er geltend, bei OTC-Gesch�ften m�sse die Bank die effektiven Parameter nachweisen, auf denen die Preisberechnung beruhte. Substanziiert r�gt er in der Beschwerde sodann diesbez�glich nur noch den mangelnden Nachweis der konkreten Liquidationszeitpunkte und damit zusammenh�ngend der im betreffenden Zeitpunkt massgeblichen Intra-Day-Kurse der zugrunde liegenden Aktien; auf weitere Parameter geht er nicht mehr ein. Er geht somit ebenfalls davon aus, dass die Beschwerdegegnerin die Optionspreise aufgrund eines mathematischen Rechnungsmodells abrechnen durfte. Nur muss nach seiner Auffassung die Berechnung auf den tats�chlichen Aktienkursen im Zeitpunkt der tats�chlichen Liquidation beruhen.
Das Kommissionsrecht hat zum Ziel zu verhindern, dass der Kommiss�r, die Bank, Gewinne zulasten des Kommittenten, des Kunden, realisiert (NOBEL, a.a.O, S. 536). Ob die Beschwerdegegnerin mit ihrer Abrechnung unzul�ssige Gewinne erzielen konnte, h�ngt davon ab, zu welchem Zeitpunkt sie abrechnen musste bzw. durfte. Das Kommissionsrecht kennt Schutzbestimmungen f�r den Kommittenten im Fall des Selbsteintritts, weil der selbsteintretende Kommission�r in einem erh�hten Interessenkonflikt steht. Insbesondere im B�rsengesch�ft bestehen Manipulationsm�glichkeiten dadurch, dass er den Zeitpunkt des Selbsteintritts - im Nachhinein - abh�ngig von einer f�r ihn g�nstigen Kurssituation erkl�rt. Eine vergleichbare Interessenlage besteht bei OTC-Gesch�ften, unabh�ngig davon, ob die Bank selbst eintritt oder nicht, da in beiden F�llen kein Marktpreis besteht. Es rechtfertigt sich daher, die Bestimmung des f�r die Abrechnung massgeblichen Zeitpunkts nach vergleichbaren Grunds�tzen zu ermitteln.
Nach Ablauf der Frist zur Nachschusszahlung am 21. Februar 2001, 12.00 Uhr, war die Beschwerdegegnerin zur sofortigen Liquidation berechtigt. Diese Berechtigung ist einer solchen aus einem vor diesem Zeitpunkt erteilten Auftrag vergleichbar. Die Basistitel waren nach der Feststellung der Vorinstanz in New York b�rsenkotiert. Somit bestand die Liquidationsberechtigung vor Er�ffnung der B�rse in New York. In der Literatur (LENZ/VON PLANTA, a.a.O., N. 6 zu Art. 436 OR; VON PLANTA/FLEGBO-BERNEY, a.a.O. N. 6 zu Art. 436 OR; vgl. auch NOBEL, a.a.O, S. 537 ff.) und der aufsichtsrechtlichen Praxis (vgl. Bull EBK Nr. 20, 1990, S. 23 ff., S. 27) wird die Auffassung vertreten, dass zu Er�ffnungskursen abzurechnen ist, wenn Auftr�ge vor Er�ffnung der B�rsensitzung vorliegen. Dem ist zuzustimmen, denn damit entf�llt eine Manipulationsm�glichkeit durch Wahl eines sp�teren, f�r die Bank g�nstigeren Zeitpunkts. Die Vorinstanz hat festgehalten, dass die Beschwerdegegnerin aufgrund der Er�ffnungskurse der Basistitel sogar Fr. 189'313.-- mehr h�tte belasten k�nnen. Das blieb unbestritten. Wenn die Vorinstanz vor diesem Hintergrund den Einwand des Beschwerdef�hrers, die Beschwerdegegnerin habe die Parameter zur Bewertung der Optionen zu ihren Gunsten manipuliert, verwarf, ist dies nicht zu beanstanden.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdef�hrer kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Gerichtskosten von Fr. 15'000.-- werden dem Beschwerdef�hrer auferlegt.
Der Beschwerdef�hrer hat die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 17'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 75
 Art. 74
 Art. 106
 Art. 95
 Art. 42
 BGE 
 Art. 400
 Art. 400
 Art. 400
 Art. 425
 Art. 425
 Art. 425
 Art. 425
 Art. 425
 BGE 
 Art. 436
 Art. 436
 Art. 68