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Timestamp: 2017-12-11 23:06:41+00:00

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Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSG vom 19.07.2007, RV/0007-G/05
Der unabhängige Finanzsenat hat über die Berufungen des Bw, vom 14. Mai 2001 gegen die Bescheide des Finanzamtes Graz-Stadt vom 24. April 2001 betreffend die Anträge auf Rückzahlung von zu Unrecht entrichteter Lohnsteuer gemäß § 240 Abs. 3 BAO für die Jahre 1994 und 1995 entschieden:
Der Berufungswerber beantragte für die Zeit vom 20.6.1994 bis 14.8.1994, sowie für die Zeit vom 10.7.1995 bis12.8.1995 die Rückzahlung von zu Unrecht entrichteter Lohnsteuer gemäß § 240 Abs. 3 BAO wegen Auslandstätigkeiten - Inbetriebnahme eines Metro Marktes in Debrecin. Das Finanzamt verweigerte mit den angefochtenen Bescheiden eine Rückzahlung mit dem Hinweis darauf, dass die Entsendung der österreichischen Arbeitnehmer nicht in Zusammenhang mit einem begünstigten (d.h. von einem inländischen Unternehmen ausgeführten) Vorhaben erfolgt sei, weil Errichter der Anlage ein ausländisches Unternehmen sei. Die Steuerfreiheit gemäß § 3 Abs. 1 Z 10 EStG für die entsendeten Arbeitnehmer komme daher nicht zum Tragen.
In den dagegen erhobenen Berufungen wird falsche rechtliche Beurteilung eingewendet. Im Rahmen der Konzernplanung der Metro Gruppe sei beschlossen worden, Selbstbedienungs-Großhandelsmärkte in Ungarn und Rumänien zu errichten. Zu diesem Zweck seien seitens der Muttergesellschaft der Metro Gruppe in diesen beiden Ländern Tochtergesellschaften gegründet worden. Die Metro Selbstbedienungs-Großhandel GmbH Österreich sei im Rahmen der Errichtung dieser Großhandelsmärkte mit der Projektleitung betraut worden. Dabei sei der Metro Selbstbedienungs-Großhandel GmbH Österreich die Auswahl des entsprechenden Standortes, die Bauplanung, die Gewerkkoordinierung, die Überwachung der Montage, die Beratung sowie die Schulung (z.B. EDV Warenwirtschaft usw.) der Mitarbeiter und die Inbetriebnahme der Selbstbedienungsgroßmärkte oblegen. Die erbrachten Leistungen von Metro Österreich seien der ungarischen und rumänischen Gesellschaft in Rechnung gestellt worden. Weiters wurden Österreichische Firmen genannt, die an der Errichtung der Anlage sowie bei Montagearbeiten mitgewirkt hätten. Mitarbeiter österreichischer Firmen, die an der Errichtung beteiligt gewesen wären und jeweils ununterbrochen länger als 30 Tage im Ausland verbracht hätten, hätten die Lohnsteuerbefreiung erhalten. Auch seien gleich lautende Anträge von seinen Kollegen in anderen Bundesländern bereits längst positiv erledigt worden.
Nach der Bestimmung des § 240 Abs. 3 BAO in ihrer für die hier maßgeblichen Jahre 1994 und 1995 anzuwendenden Fassung vor ihrer Änderung durch das Bundesgesetz, BGBl. I Nr. 142/2000, kann der Abgabepflichtige (Abs. 1) bis zum Ablauf des fünften Kalenderjahres, das auf das Jahr der Einbehaltung folgt, die Rückzahlung des zu Unrecht einbehaltenen Betrages beantragen, soweit nicht eine Rückzahlung oder ein Ausgleich gemäß Abs. 1 im Wege des Jahresausgleiches oder im Wege der Veranlagung zu erfolgen hat oder bereits erfolgt ist. Der Antrag ist bei der Abgabenbehörde zu stellen, die für die Heranziehung des Abgabepflichtigen zu jener Abgabe zuständig ist, um deren Rückzahlung es sich handelt.
Dies gilt unabhängig davon, ob in Fällen einer möglichen Antragsveranlagung nach § 41 Abs. 2 EStG 1988 bereits veranlagt wurde oder nicht (vgl. das Erkenntnis des VwGH vom 4. Juni 2003, 2002/13/0237, das wie im vorliegenden Fall Lohnsteuer für eine behauptete, nach § 3 Abs. 1 Z 10 EStG 1988 steuerfreie Auslandstätigkeit betreffende Erkenntnis vom 1. Juli 2003, 2002/13/0214, und das Erkenntnis vom 24. September 2003, 99/13/0007). Für die gegenständlich betroffenen Kalenderjahre liegen bereits rechtskräftige Einkommensteuerbescheide vor. Es sind dies der Einkommensteuerbescheid 1994 vom 28.8.1995 und der Einkommensteuerbescheid 1995 vom 4.7.1996.
Graz, am 19. Juli 2007
Findok-Nr: 29572.1, aufgenommen am: 31.07.2007 11:22:52, zuletzt geändert am: 28.04.2008, Dokument-ID: debf7e53-c3f0-428d-a097-2a2d6e83d722, Segment-ID: 5c7a53e5-88c1-4929-a54e-a3e6535879f2

References: § 240
 § 240
 § 3
 § 240
 § 41
 § 3