Source: http://ar2012.prosiebensat1.com/reports/prosiebensat1/annual/2012/gb/German/3010/geschaeft-und-rahmenbedingungen.html?addPageToWarenkorb=1
Timestamp: 2019-11-11 22:38:53+00:00

Document:
Unsere Free-TV-Sender SAT.1, ProSieben, kabel eins, sixx und SAT.1 Gold sind komplementär aufgestellt und erreichen alle kommerziell relevanten Zielgruppen im deutschsprachigen Raum. Mit unseren erfolgreichen Sendern und reichweitenstarken digitalen Angeboten sind wir der führende Bewegtbild-Vermarkter in Deutschland. Unsere digitalen Aktivitäten reichen von Deutschlands größter Online-Videothek maxdome, der Online-Plattform MyVideo über die Online-Spiele von ProSiebenSat.1 Games bis zur SevenVentures GmbH, die über Media-Investments ein attraktives Beteiligungsportfolio aufbaut. Außerdem besitzen wir mit Starwatch ein unabhängiges Musiklabel. Über die Red Arrow Entertainment Group produzieren wir internationale TV-Programme und verkaufen sie an Fernsehsender weltweit. Red Arrow ist mit 18 Produktionsfirmen in neun Ländern vertreten. Unser Hauptsitz befindet sich in Unterföhring bei München. Die ProSiebenSat.1 Media AG wurde im Jahr 2000 gegründet. Der Konzern ist börsennotiert und beschäftigt über 3.000 Mitarbeiter in zwölf Ländern.
Organisation und rechtliche Konzernstruktur
Rechtlich und strukturell hat sich die Aufbauorganisation der ProSiebenSat.1 Group im Jahr 2012 nicht geändert; das Unternehmen wird zentral von der ProSiebenSat.1 Media AG als Dachgesellschaft gesteuert. Der Konzern hat im Dezember 2012 seine nordeuropäischen TV- und Radio-Aktivitäten verkauft und fokussiert sich künftig auf den strategischen Ausbau seines wachstumsstarken Digital & Adjacent-Geschäfts. Für seine Programmproduktionssparte hat das Unternehmen weitere Beteiligungen in den USA und Großbritannien erworben. Zudem wurde das Vorstandsgremium um das Ressort "Human Resources" erweitert. Eine Übersicht zu den einzelnen Akquisitionen finden Sie hier, über personelle Änderungen in den Gremien berichten wir in diesem Kapitel.
Die ProSiebenSat.1 Media AG ist in Deutschland börsennotiert und hat ihren Hauptsitz in Unterföhring bei München. Eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht hat drei Hauptorgane: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Die Entscheidungsbefugnisse der Organe sind streng voneinander abgegrenzt.
Der Vorstand verantwortet das Gesamtergebnis der ProSiebenSat.1 Group und führt die Leiter der Geschäftsbereiche sowie Holdingeinheiten sowohl fachlich als auch disziplinarisch. Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte und ist so in alle Unternehmensentscheidungen von grundlegender Bedeutung unmittelbar eingebunden. Die Grundordnung dieses dualen Führungssystems ist in der Satzung der ProSiebenSat.1 Media AG sowie in der Geschäftsordnung für den Vorstand und den Aufsichtsrat festgelegt. Die Satzung definiert auch den Umfang der Unternehmenstätigkeit. Sie kann gemäß § 179 des deutschen Aktiengesetzes (AktG) nur durch einen mehrheitlichen Beschluss der Hauptversammlung geändert werden.
Die Aktionäre der ProSiebenSat.1 Media AG nehmen ihre Mitverwaltungs- und Kontrollrechte auf der Hauptversammlung wahr. Jede Stammaktie gewährt eine Stimme, die Vorzugsaktien sind vorbehaltlich zwingender gesetzlicher Vorschriften nicht mit einem Stimmrecht ausgestattet.
In ihrer Funktion als Konzernholding ist die ProSiebenSat.1 Media AG nicht operativ tätig. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem die zentrale Finanzierung, das konzernweite Risikomanagement sowie die Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie. Die wirtschaftliche Entwicklung der ProSiebenSat.1 Group wird maßgeblich durch die direkt und mittelbar gehaltenen Tochtergesellschaften bestimmt.
In den vorliegenden Konzernabschluss sind neben der ProSiebenSat.1 Media AG alle wesentlichen Tochtergesellschaften einbezogen — damit sind Unternehmen gemeint, an denen die ProSiebenSat.1 Media AG mittelbar oder unmittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschaft verfügt oder auf andere Weise beherrschenden Einfluss auf die Tätigkeit nehmen kann.
Eine der wichtigsten direkten Tochtergesellschaften der ProSiebenSat.1 Media AG ist die ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH. Unter ihrem Dach arbeiten alle deutschen TV-Sender in einer funktionsübergreifenden Matrixorganisation zusammen. Die ProSiebenSat.1 Media AG unterscheidet sich in ihrer Struktur deutlich von anderen TV-Unternehmen in Deutschland: Ihr gehören nicht nur alle Anteile an den TV-Sendern SAT.1, ProSieben, kabel eins, sixx und SAT.1 Gold. Auch an den Vermarktungsunternehmen ist das Unternehmen mittelbar zu 100 Prozent beteiligt. Dadurch ergeben sich Vorteile hinsichtlich der Programmierung der Sender und der Vermarktung von Werbezeiten.
Die Unternehmen im Bereich Online, Games, Pay-TV und Ventures sind ebenfalls über eigene Tochtergesellschaften indirekt mit der ProSiebenSat.1 Media AG verbunden, die unter der ProSiebenSat.1 Digital GmbH, der SevenSenses GmbH sowie der SevenVentures GmbH zusammengefasst werden.
Segmentstruktur und Wettbewerbsposition
Vor dem Hintergrund der verkauften Aktivitäten in Nordeuropa und der zur Veräußerung stehenden Aktivitäten in Osteuropa ist die operative Geschäftstätigkeit des ProSiebenSat.1-Konzerns in drei Berichtssegmente unterteilt, die strategisch, wirtschaftlich und technisch zusammenhängen und von der ProSiebenSat.1 Media AG gesteuert werden:
Segment Broadcasting German-speaking: Die TV-Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind dem Segment Broadcasting German-speaking zugeordnet. Deutschland ist mit über 80 Millionen Menschen Europas größter TV-Markt. In Deutschland ist ProSiebenSat.1 mit den Vermarktungstöchtern SevenOne Media und SevenOne AdFactory die Nummer 1 im Werbemarkt. Neben innovativen und maßgeschneiderten Vermarktungskonzepten ist die hohe Reichweite der ProSiebenSat.1-Sender ausschlaggebend für den Erfolg der Gruppe in ihrem wichtigsten Umsatzmarkt Deutschland. Die werbefinanzierten TV-Sender SAT.1, ProSieben, kabel eins, sixx und SAT.1 Gold decken aufgrund ihrer komplementären Programmierung eine breite Zielgruppe ab: Während SAT.1 ein Programm für die ganze Familie bietet, ist ProSieben Marktführer bei den jungen Zuschauern. Mit Blockbustern aus Hollywood, US-Serien wie "The Simpsons" oder Event-Shows wie "Schlag den Raab" spricht ProSieben vor allem männliche Zuschauer im Alter von 14 bis 29 Jahren an. kabel eins fokussiert sich auf Zuschauer zwischen 25 und 45 Jahren. Der Frauensender sixx ergänzt die deutsche TV-Familie seit Mai 2010 und richtet sich vor allem an weibliche Zuschauer zwischen 20 und 39 Jahren. 2012 hat die ProSiebenSat.1 Group mit SAT.1 Gold einen weiteren TV-Kanal konzipiert, dessen Kernzielgruppe Zuschauerinnen zwischen 49 und 64 Jahren sind. Der Sender ging Anfang 2013 erfolgreich on air. Mit diesem Portfolio deckt die ProSiebenSat.1 Group in Deutschland alle kommerziell relevanten Zuschauersegmente ab und bietet sowohl Werbekunden als auch Zuschauern ein breites Senderspektrum.
Im Segment Broadcasting German-speaking gewinnt darüber hinaus die Refinanzierung über Distributionserlöse zunehmend an Bedeutung. Der Konzern partizipiert an den technischen Zugangsgebühren, die IPTVIPTV Steht für Internet Protocol Television (IPTV). Filme und Fernsehen werden hier über das Internet übertragen — und im Gegensatz zu klassischem Rundfunk nicht über Kabel oder Satellit. IPTV ist weder ein Standard noch ein Konzept und damit nur ein Gattungsbegriff, der in sehr vielen unterschiedlichen Ausprägungen anzutreffen ist.-, Kabelnetz- und Satellitenbetreiber für die Bereitstellung der Sender in HD-Qualität erheben.
Segment Digital & Adjacent: Das Segment Digital & Adjacent ist stärkster Wachstumstreiber der ProSiebenSat.1 Group und bündelt die Säulen Online-Video, Online-Games, Ventures & Commerce sowie Music. Der Konzern nutzt die Reichweite und Werbekraft seiner Fernsehsender, um Produkte aus dem Digitalbereich sowie angrenzenden Geschäftsfeldern zu erfolgreichen und starken Marken aufzubauen. Auf diese Weise erschließt sich der Konzern neue Umsatzquellen und stärkt seine Unabhängigkeit von den konjunktursensitiven TV-Werbemärkten.
Mit maxdome gehört Deutschlands größte Video-on-Demandvideo-on-demand Ermöglicht es dem User, Videos zu jedem beliebigen Zeitpunkt direkt online als Streaming anzusehen oder herunterzuladen.-Plattform zur ProSiebenSat.1 Group. maxdome bietet Abonnenten über 50.000 Serien, Spielfilme, Comedy-Sendungen, Dokumentationen und weitere Genres. Darüber hinaus betreibt der Konzern ein werbefinanziertes Online-Netzwerk mit 25 Millionen Unique UserUnique User Der „einzelne Nutzer“ ist die Basis der AGOF Internet Facts. Diese Einheit drückt aus, wie viele Personen in einem bestimmten Zeitraum Kontakt mit einem Werbeträger beziehungsweise einzelnen Belegungseinheiten hatten und entspricht der Netto-Reichweite. Der Unique User bildet die Grundlage für die Berechnung von Reichweiten und Strukturen von Onlinewerbeträgern sowie für die Regulierung wesentlicher Faktoren für die Mediaplanung wie wöchentliche Nutzung, monatliche Nutzung und Kontaktaufbau. pro Monat und hat mit Onlineseiten wie MyVideo Internetmarken mit hohem Bekanntheitsgrad etabliert.
Ein weiteres wichtiges Wachstumsfeld ist das Online-Games-Geschäft. 2012 hat sich die ProSiebenSat.1 Group unter anderem die europaweiten Exklusiv-Lizenzen an acht Blockbuster-Spielen des US-Spieleentwicklers Sony Online Entertainment gesichert. Der Konzern vereinbarte mehrere Medienkooperationen zur internationalen Vermarktung seines Online-Games-Portfolios, darunter TF1 in Frankreich sowie die türkische Dogan Media Group. Einen großen Anteil seiner Umsätze generiert ProSiebenSat.1 im Online-Games-Bereich über das sogenannte "Virtual Item Selling". Dabei erwerben Spieler virtuelle Güter für ihre Online-Games.
Auch ihr Ventures-Geschäft hat die ProSiebenSat.1 Group 2012 weiter vorangetrieben. Der Konzern baute mit dem Business-Modell Media-for-Revenue-Share/Media-for-Equity in den vergangenen Jahren ein Portfolio mit über 50 Partnerschaften inklusive strategischer Beteiligungen auf. Dabei vergibt die Gruppe Medialeistung an Erfolg versprechende Start-up-Unternehmen und erhält im Gegenzug eine Umsatz- und/oder Unternehmensbeteiligung.
Zudem entwickelten sich die Erlöse aus dem Musikgeschäft im Geschäftsjahr 2012 äußerst positiv. Mit der Starwatch Entertainment GmbH betreibt ProSiebenSat.1 ein eigenes Musiklabel, das erfolgreiche Künstler wie Lenny Kravitz, Roxette oder a-ha unter Vertrag hat. Über das klassische Musikgeschäft hinaus zählen die Bereiche Live-Entertainment und Künstlervermarktung zum Portfolio des Unternehmens.
Segment Content Production & Global Sales: Das Segment Content Production & Global Sales umfasst das internationale Programmproduktions- und Vertriebsgeschäft. Die beiden Bereiche sind unter dem Dach der Red Arrow Entertainment Group gebündelt. 2012 hat die Gruppe ihr Beteiligungsportfolio vor allem in den englischsprachigen Schlüsselmärkten ausgebaut. In Großbritannien erwarb Red Arrow im Frühjahr Mehrheitsbeteiligungen an den Produktionsfirmen CPL, Endor Productions sowie NERD. Im August folgte eine Beteiligung an dem New Yorker Produktionsunternehmen Left/Right. Damit ist die Gruppe nun sowohl im Fiction- als auch im Non-Fiction-Produktionsbereich sehr gut aufgestellt und verfügt über ein Portfolio mit 18 Mehrheitsbeteiligungen in neun Ländern. Zudem eröffnete die Gruppe 2012 eine feste Vertriebs-Dependance in Hongkong; von dort aus wird der gesamte asiatische Markt betreut. Über die Red Arrow Entertainment Group partizipiert der Konzern an der gesamten TV-Wertschöpfungskette von der Entwicklung über die Produktion bis zum Vertrieb von Fernsehprogrammen. Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist die TV-Show "The Taste". Sie wurde 2012 von der US-amerikanischen Red-Arrow-Tochter Kinetic Content entwickelt und wird vor Ort auch von Kinetic für den US-Sender ABC produziert. Die weltweiten Vertriebsrechte hält die Programmvertriebstochter Red Arrow International, die die Lizenzen neben den USA bereits nach Kanada, Indien und Australien verkauft hat.
Konzerninternes Steuerungssystem
Die Unternehmenssteuerung erfolgt bei der ProSiebenSat.1 Group zentral durch den Konzernvorstand. Vorrangiges Ziel ist es, die Unternehmensstrategie konsequent umzusetzen und den Konzern von einem klassischen TV-Unternehmen zu einem digitalen Entertainment & E-Commerce Powerhouse auszubauen. Im Fokus steht die nachhaltige Steigerung der Profitabilität. Das interne Steuerungssystem der ProSiebenSat.1 Group besteht im Wesentlichen aus folgenden Komponenten:
Finanzielle und operative Steuerungsgrößen
Monatliche Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat
Kontinuierliches Risiko- und Chancenmanagement
Management by Objectives auf allen Unternehmensebenen
Strategische Handlungsfelder zum Aufbau eines digitalen Entertainment & E-Commerce Powerhouse definiert. Wir begeistern Menschen mit erstklassiger Unterhaltung und aktuellen Informationen. Werbekunden bieten wir individuelle und medienübergreifende Werbekonzepte. Dank der Reichweite und Werbekraft unserer TV-Sender sind wir exzellent aufgestellt, um erfolgreiche Marken aufzubauen. Es ist unser Ziel, diese starke Position im TV-Geschäft zu festigen und die ProSiebenSat.1 Group gleichzeitig zu einem digitalen Entertainment & E-Commerce Powerhouse weiterzuentwickeln. Deshalb verfolgen wir einen Kurs, der auf eine Verlängerung der Wertschöpfungskette in verwandte Wachstumsfelder rund um das Kerngeschäft TV ausgerichtet ist.
Auch nach dem Verkauf der TV- und Radio-Aktivitäten in Nordeuropa konzentrieren wir uns darauf, das Kerngeschäft Free-TV auszubauen und durch die Vernetzung des Fernseh- und Digitalbereichs zukunftsweisende Geschäftsfelder zu erschließen. Hier sieht der Konzern großes Synergie- und Wachstumspotenzial. Unsere langfristigen Wachstumsziele für den Konzernumsatz bleiben bestehen: Bis Ende 2015 wollen wir gegenüber den fortgeführten Aktivitäten des Jahres 2010 — bereinigt um das Umsatzziel für die nicht-fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 150 Mio Euro — ein zusätzliches Umsatzpotenzial von mehr als 600 Mio Euro realisieren. Das Unternehmen hat bis Ende 2012 durch zielgerechte Steuerung bereits 50 Prozent seines Umsatzziels 2015 erreicht.
Neben den Wachstums- und Diversifizierungsmaßnahmen sind leistungswirtschaftliche Faktoren wie Kostenbewusstsein und effizientes Prozessmanagement zentrale Voraussetzungen, um die führende Position der ProSiebenSat.1 Group weiter zu stärken. Der Aufbau einer "Best Practice Organisation" stellt für uns deshalb weiterhin eine wichtige Aufgabe dar. Zentrale Voraussetzung dafür sind ein einheitliches Prozessmanagement sowie ein erfolgreiches internes Kontroll- und Risikomanagementsystem. Mit dem Programm PRIME hat die ProSiebenSat.1 Group alle Prozesse im Konzern inklusive ihrer Risiken systematisch abgebildet und verfügt somit über ein effizientes und transparentes Kontrollinstrument in der Prozesssteuerung. Gleichzeitig stellt das Unternehmen die erforderlichen Rahmenbedingungen für eine Kultur der Spitzenleistung zur Verfügung, indem es beispielsweise die bereichsübergreifende Vernetzung sowie den Wissenstransfer mithilfe sogenannter "Best Practice Sharing Days" fördert. Wesentliche Voraussetzung für die Wirksamkeit der Führung sind klare Zielvorgaben für Mitarbeiter aller Unternehmensebenen (Management by Objectives). 2012 hat der Konzern seine Maßnahmen zur Personalentwicklung und Talentförderung weiter intensiviert und noch enger mit den unternehmensstrategischen Zielen verknüpft. Leistungsstarke und motivierte Mitarbeiter, die ein gemeinsames Selbstverständnis leitet, sind der Kern unserer "Best Practice Organisation".
Strategische Handlungsfelder der ProSiebenSat.1 Group
1. Kerngeschäft werbefinanziertes Fernsehen im deutschsprachigen Raum ausbauen und stärken. 2. Neue Geschäftsmodelle in verwandten Bereichen entwickeln und die Wertschöpfungskette in digitale Aktivitäten verlängern. 3. Qualität und Effizienz durch herausragende Umsetzung sicherstellen.
Der ProSiebenSat.1-Vorstand steuert den Konzern anhand einer Reihe von Kennzahlen. Diese sogenannten Key Performance Indicators werden aus den zuvor genannten strategischen Handlungsfeldern der ProSiebenSat.1 Group abgeleitet und auf die einzelnen Segmente und operativen Unternehmenseinheiten heruntergebrochen. Anhand der verwendeten Kontrollgrößen machen wir den Erfolg unserer strategischen Ziele messbar. Die dazu definierten finanziellen Kennzahlen orientieren sich an den Interessen und Ansprüchen der Eigen- und Fremdkapitalgeber der ProSiebenSat.1 Group:
Ergebnissteuerung: Als operative Größen zur Profitabilitätssteuerung werden auf Konzern- und Segmentebene bzw. für die einzelnen Tochterunternehmen der Umsatz bzw. das recurring EBITDAEBITDA Abkürzung für „Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization“ (Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibung auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte). und EBITDA sowie die recurring EBITDA-Marge und EBITDA-Marge herangezogen. Das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen) spiegelt die Ertragskraft der Gruppe wider. Da Steuer- und Abschreibungseinflüsse sowie die Finanzierungsstruktur keine Berücksichtigung finden, ermöglicht das recurring EBITDA auch im internationalen Vergleich eine aussagekräftige Beurteilung der operativen Profitabilität.
Finanzplanung: Der Free CashflowFree Cashflow Wichtige Steuerungsgröße zur Beurteilung der Finanzkraft des Konzerns. Summe der im operativen Geschäft erwirtschafteten liquiden Mittel abzüglich des Saldos der im Rahmen der Investitionstätigkeit verwendeten und erwirtschafteten Mittel. als finanzwirtschaftlicher Überschuss ist eine wichtige Steuerungsgröße zur Beurteilung der Finanzkraft des Konzerns. Er wird ermittelt als die Summe der im operativen Geschäft erwirtschafteten liquiden Mittel abzüglich des Saldos der im Rahmen der Investitionstätigkeit verwendeten und erwirtschafteten Mittel. Die Kennzahl zeigt, wie viel Liquidität den Kapitalgebern der Gesellschaft aus der Geschäftstätigkeit einer Periode zur Verfügung steht.
Eine weitere Steuerungsgröße in der Planung der Kapitalstruktur auf Konzernebene ist der VerschuldungsgradVerschuldungsgrad Gibt an, wie hoch die Netto-Finanzverschuldung in Relation zum recurring EBITDA der letzten zwölf Monate ist. ( Leverage-FaktorLeverage-Faktor Marktübliche Kennzahl zur Messung der Verschuldungssituation. Errechnet als Verhältnis der Netto-Finanzverschuldung zum recurring EBITDA der letzten zwölf Monate.). Er gibt die Höhe der Netto-FinanzverschuldungNetto-Finanzverschuldung Saldo aus Kreditverbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel und den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten. im Verhältnis zum sogenannten LTM recurring EBITDA an, also dem bereinigten EBITDA, das die ProSiebenSat.1 Group in den jeweils letzten zwölf Monaten (LTM = last twelve months) realisiert hat. Die Steuerung des Verschuldungsgrades nimmt im Zusammenhang mit dem Kapitalstrukturmanagement der ProSiebenSat.1 Group einen besonders hohen Stellenwert ein.
Das Unternehmen bewegt sich in einem Branchenumfeld, das von einem dynamischen Veränderungsprozess geprägt ist. Es ist deshalb besonders wichtig, dass die verschiedenen operativen Einheiten flexibel agieren und auftretende Marktchancen schnell nutzen können. Aus diesem Grund handeln die einzelnen Tochtergesellschaften zwar auf Basis zentraler Zielvorgaben, sind mit voller Umsatz- und Ergebnisverantwortung jedoch operativ eigenständig.
Zur laufenden Kontrolle unserer kunden-, markt- und angebotsbezogenen Zielerreichung dienen neben finanziellen Key Performance Indicators auch operative Steuerungsgrößen. Eine der wichtigsten operativen Kennzahlen sind die Zuschauermarktanteile der Free-TV-Sender. Sie sind Indikatoren für die Programmpopularität und damit ein wichtiger Leistungsnachweis gegenüber der Werbewirtschaft. Abweichungen der aktuellen Zuschauerquoten von den Planungswerten werden im Rahmen der Risikofrüherkennung bewertet. Für den Werbemarkt sind darüber hinaus Kennzahlen zur Markenbekanntheit und Werbewirksamkeit wichtige Leistungswerte. Die Performance der Pay-TV-Sender wird anhand der Abonnentenzahlen gemessen und gesteuert. Im Segment Digital & Adjacent ist für das Online-Geschäft unter anderem die Anzahl der Unique User relevant. Als weitere maßgebliche Steuerungsgrößen dienen im Bereich Video-on-Demand die technische Verfügbarkeit und die Anzahl der Nutzer bzw. Abonnenten.
Der konzernweite Steuerungs- und Planungsprozess umfasst zusätzlich zu diesen konzerneigenen Leistungsindikatoren externe Kennzahlen. Aktuelle Konjunkturdaten wie die Entwicklung des privaten Konsums, der Auftragseingänge und der Einzelhandelsumsätze sowie das Bruttoinlandsprodukt dienen zum Beispiel als relevante Indikatoren für die Investitionsbereitschaft der werbungtreibenden Unternehmen.
Übersicht wichtiger Key Performance Indicators
Zentrale finanzielle Steuerungsgrößen > Umsatz
> Recurring EBITDA und recurring EBITDA-Marge
> EBITDA und EBITDA-Marge
> Free Cashflow
Ausgewählte operative Steuerungsgrößen > Zuschauermarktanteile
> Unique User
> Nutzer bzw. Abonnenten
Planungsziele werden im Rahmen des Strategieprozesses entwickelt. Der Vorstand der ProSiebenSat.1 Media AG gibt die Unternehmensstrategie und daraus resultierend die operativen kurzfristigen und langfristigen Planungsziele für den Konzern und seine Segmente zentral vor. Im Rahmen der Strategieklausur werden die Zielsetzungen jährlich bewertet. In den Entscheidungsprozess fließen aktuelle Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie SWOT-Analysen ein. Dabei handelt es sich um systematische Bewertungen von Marktbedingungen und Wettbewerbspositionen, auf deren Grundlage Risiken bewertet, Chancen priorisiert und Maßnahmen zur Zielerreichung definiert werden. Die strategische Planung ist fest in die operativen Prozesse eingebunden. So folgt zum Ende jedes Geschäftsjahres aus der Definition der strategischen Ziele die Budgeterstellung für die kommenden zwölf Monate sowie die Mehrjahresplanung. Darüber hinaus sind alle Mitarbeiter dazu angehalten — auch unabhängig vom formalen Prozess — bewusst mit potenziellen Risiken für das Unternehmen umzugehen und sich bietende Chancen zu analysieren und zu nutzen.
Systematischer Planungsprozess dient der zielgerechten Steuerung. Die Planung basiert auf den strategischen und operativen Unternehmenszielen. Die ProSiebenSat.1 Group legt für die zuvor erläuterten Kennzahlen interne Zielgrößen jeweils für die einzelnen Tochterunternehmen der Gruppe, für die entsprechenden Segmente sowie für den Gesamtkonzern fest. Die einzelnen Schritte des Planungsprozesses — das Monatsberichtswesen, die Budgeterstellung sowie die Mehrjahresplanung — werden systematisch aufeinander abgestimmt. Dieses Vorgehen ist von grundlegender Bedeutung, um die Zielgrößen bzw. die Bewertung von Chancen und Risiken wirksam zu steuern.
Planungsuhr
(Operative Jahresplanung auf Monatsbasis) Die operative Jahresplanung erfolgt im sogenannten Gegenstromverfahren. Dieses Verfahren stellt eine zeitlich versetzte Kombination aus Top-down- und Bottom-up-Planung dar. In einem ersten Schritt definiert der Vorstand die übergeordneten Ziele der Gruppe (Top-down). Grundlage hierfür sind fundierte Unternehmens- und Umfeldanalysen. Die Detailplanung, wie diese Ziele erreicht werden sollen, erfolgt dann in einem zweiten Schritt auf operativer Ebene (Bottom-up). Dazu werden unternehmensspezifische Daten über die Gewinn- und Verlustrechnung bzw. die Bilanzerstellung und Kapitalflussrechnung der einzelnen Tochterunternehmen auf Segment- und Konzernebene verdichtet. Insbesondere die Volumen- und Preisplanung, die Programmplanung, die Kosten- und Investitionsplanung sowie die Personalplanung werden dabei berücksichtigt. Das Budget erstellt das Unternehmen jeweils zum Ende eines Geschäftsjahres für das nächstfolgende Berichtsjahr. Es weist Zielgrößen auf Monatsbasis aus und wird von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedet.
(langfristige Unternehmensplanung auf Quartalsbasis) Das Budget bildet die Grundlage für den Mehrjahresplan: Auf Quartalsbasis werden Planungsgrößen für die finanziellen und operativen Steuerungskennzahlen festgelegt. Die Planungsgrößen basieren dabei auf der Konzernstrategie und berücksichtigen Erkenntnisse und Einschätzungen des Managements. Diese für die kommenden fünf Jahre geplanten Soll-Werte werden wie das Budget Bottom-up kalkuliert.
(Trendprognosen) Das Monatsberichtswesen ist ein Element der kurzfristigen Steuerung. Mithilfe unterjähriger Trendprognosen gleicht das Unternehmen kontinuierlich Ist-Zahlen mit dem Budget ab und leitet bei Bedarf Maßnahmen zur Gegensteuerung ein. Dazu wird auf Basis der Ist-Zahlen die voraussichtliche Umsatz-, Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung des aktuellen Geschäftsjahres berechnet und mit dem Budget verglichen. Neben dieser monatlichen Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat werden potenzielle Risiken im Rahmen des vierteljährlichen Reportings an den Group Risk and Compliance Officer gemeldet. Hier wird insbesondere analysiert, wie sich die zuvor genannten Frühwarnindikatoren im Zeitablauf verändert haben. So wird sichergestellt, dass geeignete Steuerungsmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können.
Strategieklausur Im Rahmen der Strategieklausur werden die strategischen Ziele festgelegt.
Die ProSiebenSat.1 Media AG muss eine Vielzahl an börsenrechtlichen und gesetzlichen Vorschriften beachten. Als eine in Deutschland börsennotierte Aktiengesellschaft unterliegt sie insbesondere dem deutschen Aktien-, Mitbestimmungs- und Kapitalmarktrecht und hat die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex zu berücksichtigen. Wichtige Berichtspflichten, die sich aus den rechtlichen Rahmenbedingungen für den vorliegenden Lagebericht ergeben, werden nachfolgend erfüllt.
Übernahmerechtliche Angaben gemäß § 315 Abs. 4 des Handelsgesetzbuchs (HGB) und deren Erläuterungen gemäß § § 124 a Satz 1 Nr. 3, 176 Abs. 1 Satz 1 Aktiengesetz (AktG): Die auf den Inhaber lautenden, stimmrechtslosen Vorzugsaktien der ProSiebenSat.1 Media AG sind im Teilbereich des Regulierten Markts der Frankfurter Wertpapierbörse mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) zum Börsenhandel zugelassen.
Für die auf den Namen lautenden, stimmberechtigten Stammaktien der Gesellschaft wird hingegen kein organisierter Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) in Anspruch genommen. Sie sind nicht zum Börsenhandel zugelassen und gemäß der Satzung der ProSiebenSat.1 Media AG nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragbar. Vor diesem Hintergrund entfallen übernahmerechtliche Angaben gemäß § 289 Abs. 4 HGB im Lagebericht bzw. gemäß § 315 Abs. 4 HGB im Konzernlagebericht der ProSiebenSat.1 Media AG. Auch ein erläuternder Bericht des Vorstands zu diesen Angaben gemäß § § 124 a Satz 1 Nr. 3, 176 Abs. 1 Satz 1 AktG ist daher nicht erforderlich.
Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und Schlusserklärung des Vorstands nach § 312 Abs. 3 AktG: Gemäß § 312 AktG hat der Vorstand der ProSiebenSat.1 Media AG für das Geschäftsjahr 2012 einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der folgende Schlusserklärung enthält: "Der Vorstand erklärt, dass die Gesellschaft nach den Umständen, die dem Vorstand im Zeitpunkt, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch, dass die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt wurde." Bei den im Berichtsjahr vorgenommenen Rechtsgeschäften zwischen der ProSiebenSat.1 Media AG und der Lavena 1 S.à.r.l. sowie den mit ihr verbundenen Unternehmen hat die ProSiebenSat.1 Media AG in jedem Einzelfall eine angemessene Gegenleistung im Sinne des § 312 AktG vereinbart und — soweit dies im Berichtsjahr zu erfüllen war — eine entsprechende Leistung erhalten.
Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB und Corporate-Governance-Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex: Die Erklärung der Gesellschaft zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB und der Corporate-Governance-Bericht nach Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex ist auf der Homepage der Gesellschaft veröffentlicht. Zudem sind die Erklärung zur Unternehmensführung und der Corporate-Governance-Bericht auch im Geschäftsbericht enthalten. Der Abschlussprüfer hat den Corporate-Governance-Bericht gemäß IDW-Prüfungsstandard kritisch gelesen. Teil der Durchsicht durch den Abschlussprüfer waren auch die Erklärung zur Unternehmensführung bzw. die jährliche Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG.
Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB: Der Risikobericht umfasst die gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB erforderlichen Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.
Der Vergütungsbericht beschreibt die Grundzüge des Vergütungssystems von Vorstand und Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media AG und erläutert die Struktur und Höhe der Vergütung der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Er ist Bestandteil des geprüften Konzernlageberichts und entspricht den anwendbaren gesetzlichen Vorschriften; ferner berücksichtigt er die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012.
Die Vorstandsmitglieder der ProSiebenSat.1 Media AG stehen zusätzlich zu ihrer Organfunktion auch in vertraglicher Beziehung zu der Gesellschaft. Für den Abschluss der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands ist der Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media AG zuständig. Die Vorstandsdienstverträge haben eine maximale Laufzeit von fünf Jahren und regeln auch die Vergütung. Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung werden auf Vorschlag des Personalausschusses vom Aufsichtsrat festgelegt und regelmäßig überprüft. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden einerseits die persönliche Leistung sowie der Tätigkeits- und Verantwortungsbereich der einzelnen Vorstandsmitglieder, andererseits die Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung in vergleichbaren Unternehmen, die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft sowie die Vergütungsstruktur der ProSiebenSat.1 Media AG.
Das Vergütungssystem für den Vorstand der ProSiebenSat.1 Media AG ist darauf ausgerichtet, einen Anreiz für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zu schaffen. Es setzt sich aus fixen und erfolgsbezogenen Bestandteilen zusammen. Die Vorstandsvergütung bestand im Geschäftsjahr 2012 aus folgenden Komponenten:
Sämtliche Vorstandsmitglieder erhielten jeweils ein fixes Basisgehalt, das sich am Tätigkeits- und Verantwortungsbereich des jeweiligen Vorstandsmitglieds orientiert und monatlich ausgezahlt wurde.
Zusätzlich zu diesem fixen Basisgehalt erhielten die Vorstandsmitglieder eine erfolgsabhängige, variable Jahresvergütung in Form eines Jahresbonus. Die konkrete Ausgestaltung dieses Jahresbonus ist einheitlich in den jeweiligen Vorstandsdienstverträgen geregelt: Die Höhe hängt von der Erreichung vorab definierter Erfolgsziele ab, die sich aus dem EBITDAEBITDA Abkürzung für „Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization“ (Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibung auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte). und der Netto-FinanzverschuldungNetto-Finanzverschuldung Saldo aus Kreditverbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel und den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten. des Konzerns sowie persönlichen Zielvereinbarungen zusammensetzen. Dabei kann der Bonus maximal 200 Prozent des vertraglich festgelegten Zielbetrags entsprechen; im Falle von Zielverfehlungen kann die variable Vergütung auch vollständig entfallen.
Bei den in den Jahren 2011 und 2012 neu bestellten Vorstandsmitgliedern kann der Aufsichtsrat Anteile der erfolgsabhängigen variablen Jahresvergütung in eine mehrjährige erfolgsabhängige variable Vergütung umwandeln: Die Auszahlungshöhe ist dann nicht mehr ausschließlich von der Erreichung der Erfolgsziele eines Jahres, sondern von der durchschnittlichen Zielerreichung über drei Jahre hinweg abhängig.
Zudem erhalten die Vorstandsmitglieder eine langfristige aktienbasierte Vergütungskomponente. Das bisherige, erstmals im Jahr 2005 eingeführte Aktienoptionsprogramm (Long Term Incentive Plan) wurde im Jahr 2012 von einem neuen aktienbasierten Vergütungsprogramm (Group Share Plan) abgelöst. Der Group Share Plan ist als Aktientantiemeprogramm ausgestaltet und wird aus eigenen Vorzugsaktien der Gesellschaft bedient. An die Teilnehmer werden dabei sogenannte Performance Share Units (PSUs) ausgegeben, die ab Beginn des Jahres der Zusage zum Bezug von Vorzugsaktien nach Ablauf einer vierjährigen Haltefrist berechtigen. Der Umrechnungsfaktor, mit dem die PSUs nach Ablauf der Haltefrist in ProSiebenSat.1-Vorzugsaktien umgetauscht werden, hängt von der Erreichung im Voraus festgelegter Jahresziele während der Haltefrist ab. Diese beziehen sich auf die Entwicklung des EBITDA der Gruppe. Der Umrechnungsfaktor kann zwischen 0 Prozent und 150 Prozent variieren. Bei außergewöhnlichen Entwicklungen kann der Aufsichtsrat den Umrechnungsfaktor unter Berücksichtigung der individuellen Leistung der einzelnen Vorstände zusätzlich um bis zu 25 Prozentpunkte erhöhen oder vermindern. Nach Ende eines jeden Jahres der vierjährigen Haltefrist wird ein Viertel der gewährten PSUs unverfallbar; Voraussetzung hierfür ist, dass in dem betreffenden Jahr ein Konzernjahresüberschuss erzielt wird und das EBITDA der ProSiebenSat.1 Group bestimmte Mindestgrenzen nicht unterschreitet.
Im Rahmen des ausgelaufenen Aktienoptionsprogramms (Long Term Incentive Plan) wurden zuletzt im Jahr 2009 Aktienoptionen an Vorstandsmitglieder ausgegeben. Aus diesem Programm verfügen noch die Vorstände Thomas Ebeling und Axel Salzmann über Aktienoptionen, die ihnen als Vorstand zugeteilt wurden. Jede Aktienoption berechtigt bei Erfüllung bestimmter Ausübungsvoraussetzungen zum Erwerb einer ProSiebenSat.1-Vorzugsaktie. Zu den Ausübungsvoraussetzungen zählen neben einer bereits abgelaufenen zweijährigen Haltefrist die Erreichung eines an die Kursentwicklung der ProSiebenSat.1-Vorzugsaktie geknüpften Erfolgsziels sowie der Eintritt einer über fünf Jahre gestaffelten Unverfallbarkeitsfrist. An jedem auf die Ausgabe folgenden Geschäftsjahresende wird ein Fünftel der ausgegebenen Aktienoptionen unverfallbar.
Weitere Informationen zum Group Share Plan 2012 sowie zu den noch bestehenden Aktienoptionen unter dem Long Term Incentive Plan finden sich im Anhang des Konzernabschlusses auf Seite 240.
Für alle Mitglieder des Vorstands wurden Versorgungsverträge abgeschlossen: Die Gesellschaft zahlt für die Dauer des Dienstverhältnisses einen monatlichen Beitrag auf ein von der Gesellschaft geführtes persönliches Versorgungskonto ein. Der von der Gesellschaft getragene Beitrag entspricht 20 Prozent des jeweiligen fixen Monatsbruttogehalts. Jedes Vorstandsmitglied hat das Recht, im Rahmen der Entgeltumwandlung zusätzliche Beiträge in beliebiger Höhe auf das Versorgungskonto einzuzahlen. Nach Beendigung des Dienstverhältnisses erfolgen keine weiteren Einzahlungen. Die Gesellschaft garantiert das eingezahlte Kapital sowie eine jährliche Verzinsung in Höhe von zwei Prozent. Die eingezahlten Beträge werden am Geld- und Kapitalmarkt angelegt. Wenn das jeweilige Vorstandsmitglied das 60. bzw. die am 1. Oktober 2012 zum Vorstand bestellte Heidi Stopper das 62. Lebensjahr vollendet hat und mindestens für volle drei Jahre als Vorstand bestellt war, wird ein Ruhegehalt gezahlt. Dieser Anspruch besteht auch im Falle einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit. Das monatliche Ruhegehalt ergibt sich aus einer zum Zeitpunkt der Anspruchsberechtigung versicherungsmathematisch errechneten lebenslangen Altersrente. Anstelle einer lebenslangen Altersrente können die Vorstandsmitglieder bei Eintritt der Anspruchsvoraussetzungen die Auszahlung des Garantiekapitals verlangen.
Für den Fall der vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses durch die Gesellschaft ohne wichtigen Grund beinhalten die ab dem Geschäftsjahr 2011 abgeschlossenen Vorstandsverträge eine Abfindungszusage in Höhe von zwei Jahres-Gesamtvergütungen i.S.v. Ziffer 4.2.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex, maximal jedoch in Höhe der Vergütung, die bis zum Vertragslaufzeitende zu zahlen wäre.
Vergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2012
Für die zum Ablauf des Geschäftsjahres 2012 von der Gesellschaft bestellten Vorstandsmitglieder wurde die folgende Gesamtvergütung festgesetzt:
Mehrjährige variable Jahresvergütung (Umwandlung aus Jahresvergütung)
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung im Geschäftsjahr
Variable Jahresvergütung
Fixe Neben-leistungen3
Dienstzeit-aufwand4
1Drei-Monats-Basis: Mitglied des Vorstands seit 1.10.2011. 2Drei-Monats-Basis: Mitglied des Vorstands seit 1.10.2012. 3Enthalten Leasingraten für Dienstwagenbereitstellung und Versicherungsprämien (exkl. D&O). 4Dienstzeitaufwand nach IFRS für die in dem jeweiligen Geschäftsjahr erworbenen Versorgungsansprüche. Ohne Berücksichtigung von Ansprüchen aus eigenen Zahlungen (Stand: 31.12.2011 bzw. 31.12.2012).
Thomas Ebeling 2012 1.000,0 1.100,0 10,9 2.110,9 - 570,2 175,5 653,7
2011 1.000,0 947,6 10,9 1.958,5 - 183,2 160,5 432,7
Conrad Albert 2012 500,0 383,4 8,8 892,2 - 377,1 66,2 79,4
20111 125,0 42,2 2,2 169,4 51,6 - 56,0 13,3
Axel Salzmann 2012 675,0 488,8 19,2 1.183,0 - 435,9 109,4 473,6
2011 650,0 419,6 19,2 1.088,8 - 107,1 96,8 323,3
Heidi Stopper 20122 125,0 93,8 2,2 220,9 - 188,5 60,1 14,4
Dr. Christian Wegner 2012 500,0 383,4 17,4 900,8 - 377,1 54,8 65,8
20111 125,0 42,2 2,4 169,6 51,6 - 44,3 10,5
Zusätzliche Angaben zu aktienbasierten Vergütungsinstrumenten (Aktienoptionsprogramm)
Der Bestand der von den aktiven Vorständen gehaltenen Aktienoptionen hat sich im Geschäftsjahr 2012 wie folgt entwickelt:
Bestandsentwicklung der von aktiven Vorständen gehaltenen Aktienoptionen im Geschäftsjahr 2012
Im Geschäftsjahr ausgeübt/ zurückgekauft
Gewichteter Durchschnitt der Ausübungspreise
Gewichteter Durchschnitt Aktienkurs
gewichteter Durchschnitt der restlichen Vertragslaufzeit
Thomas Ebeling 2012 315.000 1,58 € 105.000 19,35 € 1,58 € 210.000 1,58 € 1,58 € 3,00
2011 525.000 1,58 € 210.000 15,39 € 1,58 € 315.000 1,58 € 1,58 € 4,00
Axel Salzmann 2012 240.000 5,19 € 60.000 19,35 € 1,58 € 180.000 6,39 € 1,58 €-16,00 € 2,67
2011 450.000 6,39 € 210.000 17,90 € 7,76 € 240.000 5,19 € 1,58 €-16,00 € 3,75
Im Geschäftsjahr 2010 und 2011 wurden an die Mitglieder des Vorstands keine Aktienoptionen gewährt.
Vergütung für im Jahr 2012 ausgeschiedene Vorstände
Der im Berichtsjahr ausgeschiedene Vorstand Andreas Bartl hat im Jahr 2012 folgende Vergütung erhalten:
Vergütung des 2012 ausgeschiedenen Vorstandsmitglieds Andreas Bartl
Fixe Neben-leistungen2
Dienstzeit-aufwand3
1Andreas Bartl war bis zum 29.2.2012 zum Vorstand bestellt, sein Anstellungsverhältnis endete zum 31.12.2012. 2 Enthalten sowohl Leasingraten für Dienstwagenbereitstellung als auch Versicherungsprämien (exkl. D&O). 3Dienstzeitaufwand nach IFRS für die in dem jeweiligen Geschäftsjahr erdienten Versorgungsansprüche. Ohne Berücksichtigung von Ansprüchen aus eigenen Zahlungen (Stand: 31.12.2011 bzw. 31.12.2012).
Andreas Bartl 20121 650,0 120,0 16,7 786,7 - 54,2 103,7 448,3
2011 650,0 364,4 16,1 1.030,5 - 98,4 91,8 305,9
Der Bestand der Aktienoptionen des im Jahr 2012 ausgeschiedenen Vorstands Andreas Bartl hat sich in der Berichtsperiode wie folgt entwickelt:
Bestandsentwicklung der Aktienoptionen des Vorstandsmitglieds Andreas Bartl im Geschäftsjahr 2012 (Ausgeschieden 2012)
Andreas Bartl 2012 315.000 8,45 € 175.000 21,98 € 11,47 € 140.000 4,67 € 1,58 €-16,00 € 2,79
2011 425.000 8,24 € 110.000 15,39 € 1,58 € 315.000 8,45 € 1,58 €-16,00 € 3,52
An ehemalige Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2012 Gesamtbezüge (Versorgungsleistungen) in Höhe von 0,3 Mio Euro (Vorjahr: 0,3 Mio Euro) ausbezahlt. Die Pensionsrückstellungen für frühere Vorstandsmitglieder betrugen zum 31. Dezember 2012 nach IFRS 8,7 Mio Euro (Vorjahr: 7,8 Mio Euro).
Im Geschäftsjahr 2012 wurden 51.000 Aktienoptionen von ehemaligen Mitgliedern des Vorstands zurückerworben bzw. ausgeübt. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis betrug 1,58 Euro je Option, der gewichtete durchschnittliche Ausübungskurs belief sich je Option auf 20,49 Euro.
Im Geschäftsjahr 2012 sind den Pensionsrückstellungen für aktive und ehemalige Mitglieder des Vorstands nach IFRS insgesamt 2,9 Mio Euro (Vorjahr: 1,3 Mio Euro) zugeführt worden. Hiervon entfallen 2,4 Mio Euro auf Personalaufwendungen (Vorjahr: 0,9 Mio Euro) und 0,5 Mio Euro (Vorjahr: 0,4 Mio Euro) auf Zinsaufwendungen. Zum 31. Dezember 2012 belaufen sich die Pensionsrückstellungen für aktive und ehemalige Mitglieder des Vorstands in Summe auf 12,8 Mio Euro (Vorjahr: 10,1 Mio Euro).
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung der ProSiebenSat.1 Media AG festgelegt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste jährliche Vergütung. Sie beträgt für die ordentlichen Aufsichtsratsmitglieder 50.000 Euro und für den Aufsichtsratsvorsitzenden bzw. den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden jeweils 100.000 Euro. Zudem werden Sitzungsgelder für die Mitarbeit in den Ausschüssen gezahlt. Dieses beträgt für einfache Mitglieder des Audit and Finance Committee 3.000,00 Euro pro Teilnahme an einer Sitzung und für einfache Mitglieder eines anderen Ausschusses 1.500,00 Euro pro Teilnahme an einer Sitzung. Die Ausschussvorsitzenden erhalten jeweils den doppelten Betrag des Sitzungsgeldes. Eine erfolgsorientierte variable Vergütung wird nicht gewährt.
Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2012
Die Aufsichtsratsmitglieder bezogen für das Geschäftsjahr 2012 folgende Vergütung:
Vergütung der Mitglieder des Ausichtsrats für das Geschäftsjahr 2012
Sitzungsgelder Präsidialausschuss
Sitzungsgelder Prüfungsausschuss
Sitzungsgelder Personalausschuss
1Mitglied des Aufsichtsrats seit 15. Mai 2012. 2Mitglied des Aufsichtsrats bis 15. Mai 2012. 3Mitglied des Aufsichtsrats vom 1. Juli 2011 bis 15. Mai 2012. 4Mitglied des Aufsichtsrats bis 30. Juni 2011.
Götz Mäuser 2012 100,0 3,0 15,0 15,0 133,0
2011 100,0 6,0 12,0 6,0 124,0
Johannes Peter Huth 2012 100,0 - 12,0 6,0 118,0
2011 100,0 6,0 12,0 7,5 125,5
Drs. Fred Th. J. Arp1 2012 31,3 - - 3,0 34,3
Robin Bell-Jones2 2012 25,0 - 9,0 - 34,0
2011 50,0 3,0 15,0 - 68,0
Herman M.P. van Campenhout3 2012 25,0 - - 3,0 28,0
2011 25,0 - - - 25,0
Gregory Dyke 2012 50,0 - - 4,5 54,5
2011 50,0 - - 4,5 54,5
Stefan Dziarski1 2012 31,3 1,5 6,0 - 38,8
Philip Freise 2012 50,0 1,5 15,0 - 66,5
2011 50,0 3,0 12,0 - 65,0
Lord Clive Hollick 2012 50,0 1,5 - - 51,5
2011 50,0 3,0 - - 53,0
Dr. Jörg Rockenhäuser 2012 50,0 1,5 - - 51,5
Adrianus Johannes Swartjes4 2012 - - - - -
2011 25,0 - - 1,5 26,5
Prof. Dr. Harald Wiedmann 2012 50,0 - 30,0 - 80,0
2011 50,0 - 30,0 - 80,0
Summe 2012 562,6 9,0 87,0 31,5 690,1
2011 550,0 24,0 81,0 19,5 674,5
Zusätzlich zu dieser fixen Jahresvergütung bzw. den Sitzungsgeldern erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats einen Ersatz aller Auslagen sowie eine Ausgleichszahlung für die auf ihre Vergütung und Auslagen zu entrichtende Umsatzsteuer.
Vergütungen und Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Geschäftsjahr 2012 nicht gewährt. Mitglieder des Aufsichtsrats beziehen vom Unternehmen keine Kredite.
Den deutschen TV-Markt kennzeichnet ein duales Rundfunksystem mit privaten Anbietern sowie einem finanzstarken öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der private Fernsehmarkt wird vor allem in zwei Senderfamilien organisiert: der ProSiebenSat.1 Group, dem Marktführer im deutschen Werbemarkt, sowie der RTL Group. Während die privaten Anbieter als eigenständige Wirtschaftsunternehmen agieren, ist die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gesetzlich garantiert und über den Rundfunkbeitrag sichergestellt. Im Jahr 2012 betrug die Gebühr je TV-Gerät 17,98 Euro pro Monat, im Jahr 2000 belief sie sich noch auf monatlich 28,25 DM bzw. 14,44 Euro. Zusätzlich erwirtschaften die Anstalten Einnahmen aus Rundfunkwerbung und Sponsoring. 2012 betrugen die Brutto-Werbeeinnahmen der ARD insgesamt 262,3 Mio Euro, das ZDF erzielte 246,5 Mio Euro. 2011 beliefen sich die Einnahmen auf 266,8 bzw. 233,1 Mio Euro. Jährlich erzielt der öffentlich-rechtliche Rundfunk Gebühren in Höhe von rund 7,5 Mrd Euro.
Im Januar 2013 traten verschiedene gesetzliche Neuregelungen in Kraft. Zum einen wird statt der gerätebezogenen Rundfunkgebühr nun ein Rundfunkbeitrag für alle Haushalte erhoben, unabhängig vom Besitz eines Rundfunkgeräts. Zum anderen wurde zu Jahresbeginn ein Verbot für Sponsoring im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nach 20.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen wirksam. Dies kommt der Forderung der privaten Rundfunkunternehmen nach einem Ausstieg des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus der Werbefinanzierung entgegen. In Großbritannien beispielsweise finanziert sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk ausschließlich über Gebühreneinnahmen. In keinem europäischen Land verfügen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten über ähnlich hohe Budgets wie in Deutschland. Durch steigende Einnahmen aus Rundfunkgebühren bei den öffentlich-rechtlichen Sendern geraten die Finanzierungsgrundlagen der beiden Säulen des dualen Systems in Deutschland zunehmend ins Ungleichgewicht, wie folgende Darstellung zeigt:
ÄNDERUNG DER GESAMTUMSÄTZE IM RUNDFUNK IM VERGLEICH [2000 = 100]
Um das Finanzierungsmodell der privaten Anbieter nicht zu gefährden, sollte im Einklang mit dem öffentlichen Grundversorgungsauftrag eine klare Beschränkung für die Digital- und Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender gelten. Folgende Beispiele geben einen Einblick in die aktuelle Wettbewerbssituation:
Während eine geplante gemeinsame Video-on-Demandvideo-on-demand Ermöglicht es dem User, Videos zu jedem beliebigen Zeitpunkt direkt online als Streaming anzusehen oder herunterzuladen.-Plattform der ProSiebenSat.1 Media AG und der Mediengruppe RTL 2011 aufgrund der marktbeherrschenden Stellung beider Unternehmen im TV-Werbemarkt untersagt wurde, gründeten Tochtergesellschaften öffentlich-rechtlicher Anstalten 2012 die Gesellschaft "Germany‘s Gold", um eine kommerzielle Video-on-Demand-Plattform zu betreiben. Die Frage, ob es dadurch zu Wettbewerbsbeschränkungen käme, wird derzeit noch kartellrechtlich geprüft.
Des Weiteren expandiert der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit digitalen Spartenprogrammen. Die öffentlich-rechtlichen Programme erreichen mit ihren Hauptsendern ARD und ZDF immer weniger junge Menschen. 2012 lag der durchschnittliche Marktanteil bei den 14- bis 29-Jährigen bei 4,7 Prozent (ARD) und 4,0 Prozent (ZDF). Um diesem Trend entgegenzuwirken, diskutieren die öffentlich-rechtlichen Sender unter anderem die Gründung eines neuen Jugendkanals. Da aus Gebührengeldern neben den Hauptprogrammen bereits drei öffentlich-rechtliche Nachrichtenkanäle, vier Kultursender sowie ein Unterhaltungsprogramm und ein Serviceprogramm finanziert werden, sollte aus Sicht des privaten Rundfunks vor der Diskussion eines weiteren Spartenangebots dieses Überangebot digitaler Spartenkanäle grundsätzlich überprüft werden.
Regulatorische Rahmenbedingungen für den privaten Rundfunk in Deutschland. Fernsehen wird in Deutschland durch eine Vielzahl quantitativer und qualitativer Einschränkungen kontrolliert und im Vergleich zu anderen Mediengattungen stärker reguliert. So ist zum Beispiel die Werbezeit für deutsche TV-Sender auf maximal zwölf Minuten pro Stunde beschränkt, die Möglichkeiten zur Platzierung von Werbung in bestimmten Sendungen begrenzt. Daneben regulieren das Medienkonzentrationsrecht sowie programmliche Auflagen den privaten Rundfunk in Deutschland, zusätzlich zu allgemeingültigen Bestimmungen zum Schutz der Jugend oder des Urheberrechts. Zur Sicherung der Meinungsvielfalt ist etwa SAT.1 gesetzlich verpflichtet, Regionalprogramme für insgesamt fünf Verbreitungsgebiete zu finanzieren und in der Hauptsendezeit parallel auszustrahlen. Entsprechend den Anforderungen des Rundfunkstaatsvertrags finanziert SAT.1 zudem Sendungen, die von Drittunternehmen unabhängig produziert und inhaltlich verantwortet werden.
Globalisierung des Wettbewerbs erfordert neue Medienordnung. Die zunehmende Digitalisierung und wachsende Bedeutung von Online-Angeboten eröffnet der ProSiebenSat.1 Group weitreichende Wachstumschancen. Gleichzeitig treten immer mehr internationale Wettbewerber wie Google oder Facebook in den deutschen Medienmarkt ein, die nicht demselben Regulierungsrahmen unterliegen. Durch die zunehmende Verbreitung konvergenter Endgeräte wie Smart TV, Tablets und Smartphones stehen neue Medienangebote auf demselben Bildschirm im direkten Wettbewerb mit klassischen Fernsehangeboten. Aus Sicht von ProSiebenSat.1 ist deshalb eine neue Medienordnung erforderlich, die einen ausgeglichenen und angemessenen Regulierungsrahmen auf dem deutschen Medienmarkt schafft und so einen fairen Wettbewerb für alle Anbieter audiovisueller Inhalte gewährleistet. Die ProSiebenSat.1 Group wird 2013 den medienübergreifenden Dialog über eine Neuordnung der Regulierung in einem zunehmend globalen Markt deshalb weiter intensivieren.
Verbreitung der TV-Programme und technologische Rahmenbedingungen
Refinanzierung über HD-Distributionserlöse gewinnt an Bedeutung. Wenige große Kabelnetzbetreiber beherrschen den deutschen Medienmarkt. Seit der Übernahme von Kabel Baden-Württemberg durch Unitymedia Ende 2011 gibt es nur noch zwei große Anbieter: Unitymedia mit einer Reichweite von ca. 6,9 Mio Haushalten sowie Kabel Deutschland mit einer Reichweite von ca. 8,6 Mio Haushalten. Auch 2012 schritt die Konsolidierung weiter voran: Die Kabel Deutschland GmbH hat die Übernahme der TeleColumbus GmbH ankündigt, die allerdings noch der Zustimmung des Kartellamts bedarf. Mit circa einer Mio Haushalten ist TeleColumbus der momentan drittgrößte Kabelnetzbetreiber in Deutschland.
In Deutschland entrichten die Fernsehsender Einspeisungsentgelte an die großen regionalen Kabelnetzbetreiber. Für die analoge Einspeisung der Programme zahlen sowohl private als auch öffentlich-rechtliche TV-Sender rund 0,22 Euro pro Haushalt. Im Unterschied dazu führen Kabelnetzbetreiber in vielen europäischen Märkten, etwa im Großteil Skandinaviens, einen Teil ihrer Erlöse für die Bereitstellung der Inhalte an die Fernsehsender zurück. Die Refinanzierung über Distributionserlöse gewinnt jedoch auch für deutsche TV-Sender zunehmend an Bedeutung: Bei der Verbreitung ihrer Programme in hochauflösender Qualität (HD) partizipieren die ProSiebenSat.1-Sender bereits an den technischen Zugangsgebühren, die Kabelnetz- und IPTVIPTV Steht für Internet Protocol Television (IPTV). Filme und Fernsehen werden hier über das Internet übertragen — und im Gegensatz zu klassischem Rundfunk nicht über Kabel oder Satellit. IPTV ist weder ein Standard noch ein Konzept und damit nur ein Gattungsbegriff, der in sehr vielen unterschiedlichen Ausprägungen anzutreffen ist.-Plattformbetreiber erheben. Die ProSiebenSat.1 Group hat sich seit 2010 mit zahlreichen Anbietern wie Kabel Deutschland oder Unitymedia auf die Einspeisung und Verbreitung ihrer deutschen HD-Sender geeinigt. 2012 hat der Konzern unter anderem seine IPTV-Vereinbarung mit der Deutschen Telekom ausgebaut und weitere Verträge mit neuen und bestehenden Partnern geschlossen. Mit der wachsenden Zahl internetfähiger TV-Geräte gewinnen neben Umsätzen aus der Verbreitung linearer HD-Angebote Einnahmen aus sogenannter "Over-the-Top"-Verbreitung wie Video-On-Demand-Diensten an Bedeutung.
Analoges Satellitensignal abgeschaltet. Im April 2012 hat Deutschland als eines der letzten europäischen Länder das analoge Satellitensignal abgeschaltet. Die digitale Übertragung ist weniger störanfällig und ermöglicht eine bessere Ton- und Bildqualität wie beispielsweise HD-Fernsehen. Gleichzeitig lassen sich durch das digitale TV-Signal mehr Programme übertragen. Langfristig soll in Deutschland auch das analoge Kabelsignal abgeschaltet werden.
Wirtschaftliche und branchenspezifische Rahmendaten
Konjunkturelle Rahmenbedingungen
Das reale Weltwirtschaftswachstum lag 2012 laut Internationalem Währungsfonds (IWF) bei plus 3,2 Prozent und war damit zum zweiten Mal in Folge rückläufig (Vorjahr: 3,9%). Nach einem guten Auftakt belasteten im Jahresverlauf die europäische Schuldenkrise, das gedämpfte Wachstumstempo in wichtigen Schwellenländern sowie die Unsicherheit über den finanzpolitischen Kurs der USA die weltweite Konjunkturlage.
Die Wirtschaft im Euroraum zeigte sich im vergangenen Jahr aufgrund der ungelösten Staatsschuldenkrisen rezessiv: Nach einer Stagnation im ersten Quartal lagen sowohl das zweite als auch das dritte Quartal im Minus (-0,2% bzw. -0,1% vs. Vorquartal). Das Schlussquartal lag mit minus 0,6 Prozent besonders deutlich unter dem Niveau des Vorquartals. Für das Gesamtjahr 2012 entspricht dies einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Euroraum um 0,5 Prozent (Vorjahr: + 1,4%).
Deutschland schloss das Jahr hingegen erneut deutlich besser ab als die großen europäischen Nachbarstaaten, wenngleich die Dynamik im Jahresverlauf etwas nachließ: Im ersten und zweiten Quartal 2012 stieg das BIP im Vergleich zum Vorquartal noch um 0,5 Prozent bzw. 0,3 Prozent. Im dritten Quartal wuchs die Wirtschaftsleistung nur noch um 0,2 Prozent; das vierte Quartal blieb mit minus 0,6 Prozent deutlich hinter dem Vorquartal zurück. Auf Jahressicht stieg das BIP um 0,7 Prozent gegenüber 2011 (Vorjahr: 3,0%). Die deutsche Exportwirtschaft zeigte sich trotz des schwierigen internationalen Umfelds und des schwächeren vierten Quartals robust und war mit einem Plus von 4,1 Prozent auf Jahressicht erneut der wichtigste Wachstumsmotor. Auch der private Konsum legte im Vergleich zum Vorjahr zu und stärkte die deutsche Konjunktur mit einem Plus von 0,8 Prozent. Die positive Stimmung beim privaten Konsum wurde durch einen weiterhin stabilen Arbeitsmarkt sowie höhere Haushaltseinkommen bei gleichzeitig moderater Inflation (+2,0%) getragen.
Preis-, saison- und kalenderbereinigt; Quelle: Destatis.
Entwicklung des Werbemarkts
In Deutschland stiegen die Brutto-Investitionen in TV-Werbung laut Nielsen Media ResearchNielsen Media Research Tochtergesellschaft des amerikanisches Marktforschungsinstituts AC Nielsen. Nielsen Media Research mit Sitz in Hamburg widmet sich der Beobachtung des Werbemarkts. Es stellt die Brutto-Werbeumsätze (AdEx-Daten) der wichtigsten Mediengattungen und Werbeträger (Fernsehen, Publikumsund Fachzeitschriften, Tageszeitungen, Funk, Online und Plakat) nach Wirtschaftsbereichen, Produktgruppen und - familien sowie Firmen und Marken fest. im Jahr 2012 um 2,0 Prozent auf 11,34 Mrd Euro (Vorjahr: 11,11 Mrd Euro). Im vierten Quartal erhöhten sich die Brutto-Werbeinvestitionen um 0,8 Prozent auf 3,69 Mrd Euro (Vorjahr: 3,66 Mrd Euro). In diesem Umfeld steigerte der ProSiebenSat.1-Werbezeitenvermarkter SevenOne Media seine TV-Brutto-Werbeeinnahmen im Jahr 2012 um 3,2 Prozent auf 4,85 Mrd Euro (Vorjahr: 4,70 Mrd Euro). Auch im vierten Quartal lag SevenOne Media mit einem Plus von 1,5 Prozent oder 1,60 Mrd Euro (Vorjahr: 1,58 Mrd Euro) deutlich über dem Marktdurchschnitt. Damit konnte SevenOne Media seinen Marktanteil um 0,5 Prozentpunkte auf 42,8 Prozent (Vorjahr: 42,3%) steigern und seine Spitzenposition im deutschen TV-Markt ausbauen.
Brutto-Ausgaben erlauben nur bedingt Rückschlüsse auf die tatsächlichen Werbeeinnahmen, da sie weder Rabatte und Eigenwerbung noch Agenturprovisionen berücksichtigen. Zudem beinhalten die Brutto-Zahlen von Nielsen Media Research auch TV-Spots aus Link: Media-for-Revenue-Share bzw. Media-for-Equity-GeschäftenMedia-for-Revenue-Share / Media-for-Equity Beschreibt ein von der ProSiebenSat.1 Group eingeführtes Geschäftsmodell, bei dem Start-Up-Unternehmen Werbezeit gegen eine Umsatzbeteiligung (Revenue Share) und / oder Unternehmensbeteiligung (Equity) erhalten.. Dabei investiert die ProSiebenSat.1 Group Medialeistung gegen eine Umsatz- bzw. Unternehmensbeteiligung vornehmlich in Start-up-Unternehmen. Die Gruppe führte die beiden Erlösmodelle Media-for-Revenue-Share und Media-for-Equity im Jahr 2009 ein und weist diese im Segment Digital & Adjacent aus.
Quelle: Nielsen Media Research, SevenOne Media; ohne N24 und 9Live.
Unter den klassischen Medien legte TV mit einem Plus von 0,5 Prozentpunkten im Jahr 2012 am stärksten zu und erzielte einen Anteil von 43,3 Prozent am deutschen Brutto-Werbemarkt, während die Print-Branche 2,3 Prozentpunkte abgeben musste. Die Internet-Branche steigerte ihren Anteil am Brutto-Werbemarkt auf 11,0 Prozent (Vorjahr: 9,5%).
Nach unseren Einschätzungen stieg das Volumen des deutschen TV-Werbemarktes 2012 auch auf Basis von Netto-Zahlen im Vergleich zum Vorjahr (+1,0 bis +2,0%). ProSiebenSat.1 hat von der positiven Preisentwicklung auf dem TV-Werbemarkt profitiert und konnte den Tausend-Kontakt-Preis (TKP)Tausend-Kontakt-Preis (TKP) Dient dem Preis-Leistungsvergleich und damit der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Werbeträgern. Gibt an, wie hoch die Kosten sind, um 1.000 Kontakte in einer Zielgruppe zu erzielen. seiner Sender auf Brutto-Basis erhöhen (SAT.1: +4,9%; ProSieben +7,1%; kabel eins +4,7%). Neben moderaten Preissteigerungen war der erfolgreiche Ausbau des Neukundengeschäfts ein wichtiger Umsatztreiber: SevenOne Media setzte 2012 wie im Vorjahr mehr als 100 Mio Euro mit TV-Neukunden um. Die Mehrzahl unter den Top-10-Industrien hat 2012 ihre TV-Werbeausgaben und den Anteil der TV-Budgets im Media-Mix erhöht; die Industriezweige mit den höchsten Steigerungsraten waren die Automobil- und Telekommunikationsbranche.
Durch die Vermarktung von Online-Werbeflächen erwirtschaftete die ProSiebenSat.1 Group 2012 Brutto-Erlöse von 294,9 Mio Euro und lag damit deutlich vor ihrem direkten Mitbewerber IP Deutschland (180,4 Mio Euro). Aus der Vermarktung von Bewegtbildwerbung im Internet erzielte SevenOne Media Brutto-Umsätze in Höhe von 110,6 Mio Euro, dies entspricht einem Marktanteil von 44,8 Prozent (IP Deutschland: 27,5%). Damit baute ProSiebenSat.1 seine führende Position in der Vermarktung von Bewegtbildwerbung auch im Internet weiter aus. Das Brutto-Volumen des Werbemarkts für Online-Videos legte mit einem Plus von 26,4 Prozent 2012 deutlich zu und belief sich auf 246,8 Mio Euro (Vorjahr: 195,3 Mio Euro). Insgesamt wurden im deutschen Online-Werbemarkt, der neben Bewegtbild- auch klassische Bannerwerbung beinhaltet, Brutto-Einnahmen von 2,892 Mrd Euro (Vorjahr: 2,465 Mrd Euro) erzielt. Das entspricht einer Zuwachsrate von 17,3 Prozent.
Auch in Österreich und der Schweiz profitierte ProSiebenSat.1 vom Marktwachstum und erhöhte seinen Anteil am Brutto-Werbemarkt. Insbesondere SevenOne Media Austria zeigte 2012 mit einem Plus von 1,3 Prozentpunkten auf 32,2 Prozent (Vorjahr: 30,3%) eine starke Entwicklung. In den weiteren internationalen Märkten, in denen die ProSiebenSat.1 Group im vergangenen Geschäftsjahr aktiv war, entwickelten sich die Investitionen in Werbung uneinheitlich.
Entwicklung der TV-Werbemärkte
Die vorliegenden Daten basieren teilweise auf Brutto-Zahlen und lassen daher nur bedingt auf die relevanten Netto-Werte schließen. Deutschland: brutto, Nielsen Media Research. Österreich: brutto, Media Focus. Schweiz: brutto, Media Focus.
Dänemark: netto, DRRB. Schweden: netto, IRM. Norwegen: netto, IRM. Finnland: netto, TNS Media Intelligence. Ungarn: netto, eigene Berechnungen/Schätzungen. Rumänien: netto, eigene Berechnungen/Schätzungen.
Deutschland 2,0
Österreich 7,0
Schweiz 4,8
Dänemark -5,5
Schweden 3,7
Norwegen 5,9
Finnland -1,0
Ungarn -23,1
Rumänien -15,2
Zwei Großereignisse prägten den deutschen TV-Zuschauermarkt im Fernsehjahr 2012: die Fußball-Europameisterschaft sowie die Olympischen Spiele. Während die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten durch die Ausstrahlungen der beiden Sportveranstaltungen ihre Zuschauerquoten bei den 14- bis 49-Jährigen ausbauen konnten (ARD: +0,4 Prozentpunkte; ZDF: +0,6 Prozentpunkte), blieben die Marktanteile der großen deutschen Privatsender unter den Vorjahreswerten.
Die ProSiebenSat.1 Group erzielte mit ihren deutschen Free-TV-Sendern SAT.1, ProSieben, kabel eins und sixx 2012 einen gemeinsamen Zuschauermarktanteil von 27,8 Prozent (Vorjahr: 28,9%). Damit war die Sendergruppe erneut Marktführer bei den 14- bis 49-Jährigen und lag vor der RTL-Gruppe mit 27,3 Prozent (Vorjahr: 29,3%). Der im Jahr 2011 gestartete Frauensender sixx konnte seinen Jahresmarktanteil von 0,5 auf 1,0 Prozent verdoppeln und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Gesamtquote. Bei den deutschen Free-TV-Sendern waren besonders Formate wie "Knallerfrauen" (bis zu 21,7%, SAT.1), "ran — UEFA Europa League" (bis zu 20,3%, kabel eins) oder "The Voice of Germany" (ProSieben und SAT.1) beliebt. Die zweite Staffel der Musik-Show erreichte eine Zuschauerquote von durchschnittlich 23,4 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.
Die österreichischen TV-Kanäle SAT.1 Österreich, ProSieben Austria, kabel eins austria, sixx Austria und PULS 4 haben ihre führende Position unter den privaten Sendergruppen in Österreich im vergangenen Geschäftsjahr ausgebaut und erzielten 2012 einen Marktanteil von 20,8 Prozent nach 20,2 Prozent im Vorjahr. Vor allem PULS 4 sowie der neu gestartete Frauensender sixx Austria punkteten mit ihrem Programm bei den Zuschauern. PULS 4 verzeichnete 2012 — unter anderem dank der neu erworbenen Fußballrechte an der Champions League — einen Quotenanstieg um 0,4 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent (Vorjahr: 3,3%). sixx Austria ging im Juli 2012 on air und hat sich in den ersten sechs Monaten mit einem Marktanteil von 1,1 Prozent in der Kernzielgruppe der 12- bis 49-jährigen Zuschauer äußerst erfolgreich im österreichischen TV-Markt etabliert.
Auch die nordeuropäischen TV-Sender, deren Verkauf die ProSiebenSat.1 Group im Dezember 2012 bekannt gab, haben sich im vergangenen Geschäftsjahr positiv entwickelt. In allen skandinavischen Ländern stiegen die Gruppenmarktanteile im Vergleich zum Vorjahr: In Dänemark erzielten Kanal 4, Kanal 5, 6’eren und The Voice 2012 einen gemeinsamen Marktanteil von 18,9 Prozent und lagen damit 2,7 Prozentpunkte über dem Vorjahresergebnis (16,2%). Die schwedischen Sender der Gruppe verbuchten ein Plus von 0,4 Prozentpunkten beim Gruppenmarktanteil und schlossen das Jahr mit 14,2 Prozent (Vorjahr: 13,8%) ab. Die vier norwegischen TV-Kanäle legten 2012 um 1,6 Prozentpunkte auf 19,0 Prozent zu, in Finnland verzeichnete die ProSiebenSat.1 Group mit ihren Sendern TV5 und Kutonen einen Anstieg beim Gruppenmarktanteil von 1,3 Prozentpunkten auf 6,4 Prozent. Bei den osteuropäischen Sendern, deren Veräußerung avisiert ist, gingen die Gruppenmarktanteile zurück.
Werte für Deutschland, Österreich und Schweiz beziehen sich auf 24 Stunden (Mo-So), Marktanteile in den übrigen Ländern auf Extended Prime Time (RO, FI: 18-24h/SE, NO, DK, HU: 17-24h). Deutschland: SAT.1, ProSieben, kabel eins und sixx; werberelevante Zielgruppe 14-49 Jahre; sixx: Daten sind erst ab Februar 2011 freigegeben; bei der Jahresbetrachtung 2011 geht der Januar mit 0 in die Berechnung ein. Österreich: SAT.1 Österreich, ProSieben Austria, kabel eins austria, sixx Austria (seit Juli 2012), PULS 4; werberelevante Zielgruppe 12-49 Jahre. sixx Austria: Bei der Jahresbetrachtung 2012 geht der Zeitraum bis zum 3. Juli 2012 mit 0 in die Berechnung ein. Marktanteil vom 3. Juli bis 31. Dezember 2012:1,1 Prozent; im vierten Quartal: 1,1 Prozent. Schweiz: SAT.1 Schweiz, ProSieben Schweiz, kabel eins Schweiz; werberelevante Zielgruppe 15-49 Jahre; sämtliche Daten basieren auf Tagesgewichtung und beinhalten seit 2011 ausschließlich die Nutzung des Schweizer
Signals/Programmfensters. Dänemark: Kanal 4, Kanal 5, 6'eren, The Voice; werberelevante Zielgruppe 15-50 Jahre, Basis: 14 werbefinanzierte TV-Sender. Schweden: Kanal 5, Kanal 9; werberelevante Zielgruppe 15-44 Jahre. Norwegen: TVNorge, FEM, MAX, The Voice (bis 22. Januar 2012), VOX (ab 23. Januar 2012); werberelevante Zielgruppe 12-44 Jahre. Finnland: TV5, The Voice (bis 30. August 2012), Kutonen (ab 1. September 2012); werberelevante Zielgruppe 15-44 Jahre. Ungarn: TV2, FEM3, PRO 4 (seit März 2011); Super TV2 (seit November 2012), Super TV2: Bei der Jahresbetrachtung 2012 geht der Zeitraum bis zum 2. November 2012 mit 0 in die Berechnung ein. Marktanteil im November 2012: 0,8 Prozent, im Dezember 2012: 0,7 Prozent; werberelevante Zielgruppe 18-49 Jahre. Rumänien: Prima TV, Kiss TV; werberelevante Zielgruppe 15-44 Jahre; Daten von 2011 und 2012 sind aufgrund von methodischen Umstellungen nicht vergleichbar.
Deutschland 27,9 29,6 27,8 28,9
Österreich 20,7 20,4 20,8 20,2
Schweiz 15,0 15,7 14,6 16,1
Dänemark 18,3 16,3 18,9 16,2
Schweden 15,4 15,0 14,2 13,8
Norwegen 19,1 18,1 19,0 17,4
Finnland 7,1 5,2 6,4 5,1
Ungarn 18,7 18,2 18,5 20,5
Rumänien 6,5 8,1 6,2 7,8
Die ProSiebenSat.1 Networld zählt zu den führenden Online-Netzwerken in Deutschland. Rund 25 Mio Personen nutzen monatlich unsere Online-Angebote ( Unique UserUnique User Der „einzelne Nutzer“ ist die Basis der AGOF Internet Facts. Diese Einheit drückt aus, wie viele Personen in einem bestimmten Zeitraum Kontakt mit einem Werbeträger beziehungsweise einzelnen Belegungseinheiten hatten und entspricht der Netto-Reichweite. Der Unique User bildet die Grundlage für die Berechnung von Reichweiten und Strukturen von Onlinewerbeträgern sowie für die Regulierung wesentlicher Faktoren für die Mediaplanung wie wöchentliche Nutzung, monatliche Nutzung und Kontaktaufbau.), wobei ProSiebenSat.1 insbesondere im dynamischen Wachstumsfeld der Online-Videos gut positioniert ist: Im Zuge seiner Digitalisierungsstrategie baut der Konzern die Internetplattform MyVideo sukzessive zu einem Online-TV-Sender aus. MyVideo verzeichnete im Jahr 2012 durchschnittlich 7,7 Mio Unique User pro Monat (Vorjahr: 7,9 Mio). Die Zahl der Nutzer von Premium-Videos auf MyVideo erhöhte sich auf monatlich 4,32 Mio (Vorjahr: 4,03 Mio). Auf Jahressicht stiegen die Video-Abrufe des Portals auf 490 Mio nach 340 Mio im Vorjahr; die Anzahl der registrierten Nutzer erhöhte sich im Gesamtjahr 2012 auf 11,8 Mio (Vorjahr: 9,3 Mio). Besonders erfolgreich waren sogenannte "Online-First"-Premieren mit insgesamt 44 Mio Video-Abrufen. Dabei zeigt MyVideo US-Lizenzserien noch vor ihrer Ausstrahlung im deutschen Free-TV.
Das Video-on-Demandvideo-on-demand Ermöglicht es dem User, Videos zu jedem beliebigen Zeitpunkt direkt online als Streaming anzusehen oder herunterzuladen.-Portal maxdome ist weiterhin Marktführer in Deutschland. 2012 konnte maxdome die Nutzerzahlen deutlich erhöhen und damit erneut seine Umsätze steigern. Zum Jahresende verzeichnete maxdome rund 800.000 aktive Haushalte nach rund 500.000 im Vorjahr.
Auch im Bereich Online-Games war ein starker Anstieg der Nutzerzahlen zu beobachten: Die Anzahl der Registrierungen auf den Online-Gaming-Portalen von ProSiebenSat.1 verdoppelte sich beinahe und wuchs auf 16,0 Mio (Vorjahr: 8,2 Mio). Insbesondere die Spiele aus der Lizenzpartnerschaft mit Sony Online Entertainment trugen zu diesem Anstieg bei. Der Markt für Online-Spiele ist die weltweit am schnellsten wachsende Entertainment-Branche.
MyVideo (Video-Abrufe) 490,0 340,0
maxdome (Aktive Haushalte) 0,8 0,5
Online-Games (Registrierungen) 16,0 8,2
>Unternehmensstruktur und
>Organisation und
>Konzerninternes
>Rechtliche
>Medienpolitische
>Wirtschaftliche und

References: § 179
 § 315
 § 124
 § 2
 § 289
 § 315
 § 124
 § 312
 § 312
 § 312
 § 289
 § 289
 § 161
 § 315
 § 315