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Timestamp: 2019-12-13 16:44:02+00:00

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BFH, 09.08.2006 - I R 50/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,2057
BFH, 09.08.2006 - I R 50/05 (https://dejure.org/2006,2057)
BFH, Entscheidung vom 09.08.2006 - I R 50/05 (https://dejure.org/2006,2057)
BFH, Entscheidung vom 09. August 2006 - I R 50/05 (https://dejure.org/2006,2057)
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KStG 1999 a. F./KStG 2002 a. F. § 8b Abs. 5; EStG 1997 n. F. § 3c (Abs. 1); DBA-Niederlande Art. 13 Abs. 2 und 4, Art. 20 Abs. 2; EWGRL 435/90 Art. 4 Abs. 2; EG Art. 43, 48
KStG 1999 a. F./KStG 2002 a. F. § 8 b Abs. 5; EStG 1997 n. F. § 3 c (Abs. 1);
Europarechtswidrigkeit des § 8 b Abs. 5 KStG 1999 a. F./KStG 2002 a. F.
Europarechtswidrigkeit des § 8b Abs. 5 KStG
Abzugsfähigkeit von Aufwendungen einer Muttergesellschaft auf die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft mit Sitz in einem anderen EU-Mitgliedstaat; Verstoß gegen die gemeinschaftsrechtliche Grundfreiheit der freien Wahl der Niederlassung; Doppelbesteuerungsabkommen ...
Dividenden von ausländischen Kapitalgesellschaften dürfen nicht höher besteuert werden
Betriebsausgabenabzugsverbot ist bei Auslandsbeteiligungen nicht EU-konform
Zusammenfassung von "Anmerkung zu den Urteilen des BFH vom 13.06.2006, Az.: I R 78/04 und vom 09.08.2006, Az.: I R 50/05 (Fiktion eines nichtabzugsfähigen Beteiligungsaufwands als Verstoß gegen die Niederlassungsfreiheit)" von WP/StB Dr. Helmut Rehm und RA/StB Jürgen Nagler, original ...
BFHE 215, 93
BB 2007, 254
BB 2007, 317
DB 2007, 319
BStBl II 2008, 823
Der Senat hat in seinen Urteilen vom 13. Juni 2006 I R 78/04 (BFHE 215, 82, BStBl II 2008, 821), vom 9. August 2006 I R 50/05 (BFHE 215, 93, BStBl II 2008, 823) und in BFHE 214, 504, BStBl II 2007, 279 --im Anschluss an die einschlägigen Entscheidungen des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften --EuGH-- (vgl. dessen Urteile vom 18. September 2003 C-168/01 "Bosal", Slg. 2003, I-9409, sowie vom 23. Februar 2006 C-471/04 "Keller Holding", BStBl II 2008, 834)-- erkannt, dass die vorgenannte Fiktion von Betriebsausgaben und das vorgenannte Abzugsverbot infolge des gemeinschaftsrechtlichen Anwendungsvorrangs auf einen mit dem Streitfall vergleichbaren Sachverhalt nicht anzuwenden sind.
Der Senat nimmt, um Wiederholungen zu vermeiden, auf seine Urteile in BFHE 215, 93, BStBl II 2008, 823 und in BFHE 214, 504, BStBl II 2007, 279 Bezug.
Zur Begründung verweist der Senat auf die BFH-Urteile vom 9. August 2006 I R 95/05 (BFHE 214, 504, BStBl. II 2007, 279, unter II.3.c) und vom 9. August 2006 I R 50/05 (BFHE 215, 93, unter III.3.), denen er sich insoweit in vollem Umfang anschließt.
Ob anstelle des pauschalen Abzugsverbots des § 8b Abs. 5 KStG 2002 das an die tatsächlichen Beteiligungsaufwendungen anknüpfende allgemeine Abzugsverbot des § 3c Abs. 1 EStG anzuwenden ist (offen gelassen in den BFH-Urteilen vom 9. August 2006 I R 95/05, BFHE 214, 504, BStBl. II 2007, 279, unter II.4., und vom 9. August 2006 I R 50/05, BFHE 215, 93, unter III.5.b), braucht der Senat vorliegend nicht zu entscheiden.
Ebensowenig braucht der Senat zu entscheiden, ob sich die pauschale Fiktion und Nichtabzugsfähigkeit von Betriebsausgaben auch auf Dividenden aus solchen Beteiligungen erstreckt, auf die zugleich ein abkommensrechtliches Schachtelprivileg Anwendung finden würde (vgl. auch dazu BFH-Urteil vom 9. August 2006 I R 50/05, BFHE 215, 93, unter II.5.b, mit weiteren Nachweisen).
In dieser Entscheidung bestätige der BFH seine Rechtsprechung in den Verfahren I R 78/04, IStR 2007, 70 und I R 50/05, IStR 2007, 111, in dem er unabhängig vom Bestehen eines Beherrschungsverhältnisses von der parallelen Anwendbarkeit beider Grundfreiheiten im Rahmen der Betriebsausgabenfiktion des § 8 b Abs. 5 KStG 2002 ausgehe.
Der Senat sieht sich mit dieser Rechtsauffassung in Einklang mit der Rechtsprechung des BFH zur Frage der Europarechtswidrigkeit der Regelung in § 8b Abs. 3 und Abs. 5 KStG im Jahr 2001 (…BFH-Beschluss vom 8. Juni 2010 I B 199/09, BFH/NV 2010, 1863; BFH-Urteile vom 9. August 2006 I R 50/05 BFHE 215, 93, BStBl II 2008, 823;… vom 26. November 2008 I R 7/08, BFHE 224, 50, BFH/NV 2009, 849; in diesem Sinne auch Gosch, BFH/PR 2009, 225; Dörfler/ Ribbrock, Der Betriebs-Berater - BB - 2009, 1515; Völker, IStR 2009, 705; Intemann, Gestaltende Steuerberatung 2009, 268).
In der Rechtsprechung des BFH, der der erkennende Senat insoweit folgt, ist zwischenzeitlich geklärt, dass die Regelungen des § 8b Abs. 3, Abs. 5 KStG im Streitjahr 2001 auch im Fall einer "beherrschenden" Beteiligung an Kapitalgesellschaften gegen Art. 63 AEUV verstößt (…BFH-Beschluss vom 8. Juni 2010 I B 199/09, BFH/NV 2010, 1863; BFH-Urteile vom 9. August 2006 I R 50/05 BFHE 215, 93, BStBl II 2008, 823;… vom 26. November 2008 I R 7/08, BFHE 224, 50, BFH/NV 2009, 849).
In der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs - BFH - sei im Übrigen anerkannt, dass nationale Vorschriften auf dem Gebiet der direkten Steuern, soweit sie mit Art. 43 EG unvereinbar seien, aufgrund des Anwendungsvorrangs des Gemeinschaftsrechts ohne weiteres unanwendbar seien (z.B. BFH-Urteil vom 9.8.2006 I R 50/05, Amtliche Sammlung der Entscheidungen des BFH - BFHE - 215, 93; Bundessteuerblatt - BStBl - II 2008, 823).
Ist die Gemeinschaftsrechtslage eindeutig, so bedarf es keiner Vorlage an den EuGH (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 09. August 2006 I R 50/05, DStR 07, 154 undvom 09. August 2006 I R 95/05, DStR 06, 2079 sowie die dortige Vorinstanzen zu § 8b Abs. 5 KStG a.F.; BFH-Urteil vom 13. Juni 2006 I R 78/04, IStR 2007, 70 zu § 8b Abs. 7).

References: § 8
 § 3
 Art. 13
 Art. 20
 Art. 4
 Art. 43
 § 8
 § 3
 § 8
 § 8
 § 8
 § 3
 § 8
 § 8
 § 8
 Art. 63
 Art. 43
 EuGH 
 § 8
 § 8