Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.11.2006&Aktenzeichen=I%20ZR%20257/03
Timestamp: 2020-05-30 09:26:19+00:00

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BGH, 16.11.2006 - I ZR 257/03 - dejure.org
https://dejure.org/2006,886
BGH, 16.11.2006 - I ZR 257/03 (https://dejure.org/2006,886)
BGH, Entscheidung vom 16.11.2006 - I ZR 257/03 (https://dejure.org/2006,886)
BGH, Entscheidung vom 16. November 2006 - I ZR 257/03 (https://dejure.org/2006,886)
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BGB § 249 Abs. 1; ZPO § 256 Abs. 1
Voraussetzungen eines Schadensersatzanspruchs auf Befreiung von einer Verbindlichkeit; Schadensersatzanspruch wegen des Verlustes eines Transportgutes gegen die Transportfirma (Paketdienst); Verlust von Diapositiven eines Fotografen auf einem Transport; Auswirkungen ...
I. Zivilsenat des BGH sieht mit Revisionsurteil vom 16.11.2006 - I ZR 257/03 - in der Belastung mit einer Verbindlichkeit einen auszugleichenden Schaden.
Schadensersatz auf Befreiung von einer Verbindlichkeit (IBR 2007, 1094)
NJW 2007, 1809
MDR 2007, 767
VersR 2007, 1533
VersR 2007, 1539
Eine auf Zahlung gerichtete Klage ist selbst dann nicht möglich, wenn der Freistellungsanspruch des Klägers gemäß § 251 Satz 2 1. Halbs. BGB bereits in einen auf Geldzahlung gerichteten Anspruch übergegangen sein sollte (vgl. dazu BGH, Urteil vom 16. November 2006 - I ZR 257/03, NJW 2007, 1809).
Wer die Forderung, von der er Befreiung verlangt, selbst mit einem Rechtsbehelf bekämpft, bringt dadurch zum Ausdruck, dass er deren Beseitigung noch für möglich, den Anspruch des Dritten also für nicht endgültig gesichert hält (BGH 16. November 2006 - I ZR 257/03 - Rn. 20 mwN) .
In diesem Fall, in welchem der zu ersetzende Schaden in der Belastung mit einer Verbindlichkeit besteht, setzt der auf Freistellung gerichtete Anspruch voraus, dass die Klägerin tatsächlich mit dieser Verbindlichkeit belastet ist, mithin die Schadensersatzforderung der G. erfüllen muss (BGH, Urteil vom 16. November 2006 - I ZR 257/03, NJW 2007, 1809, 1811 Rn. 20; Urteil vom 30. November 1989 - IX ZR 249/88, NJW 1990, 1366, 1367).
In einem solchen Fall ist grundsätzlich die Klage auf Feststellung der Ersatzpflicht des in Anspruch genommenen Schädigers der richtige Weg (BGH, Urt. v. 16.11.2006 - I ZR 257/03, TranspR 2007, 161, 162 = VersR 2007, 1539).
Lehnt der Schädiger, wie vorliegend die Beklagten, die Leistung ernsthaft und endgültig ab und bestreitet darüber hinaus der Geschädigte - vorliegend der Kläger - die Verbindlichkeit - vorliegend die Vergütungspflicht gegenüber seinen Prozessbevollmächtigten - selbst nicht bzw. geht er gegen diese auch nicht vor, geht der Anspruch auf Befreiung gemäß § 250 Satz 2 Hs. 1 BGB in einen Anspruch auf Zahlung über (vgl. BGH, Urt. v. 16.11.2006 - I ZR 257/03, NJW 2007, 1809, juris Rn. 20;… BGH, Urt. v. 10.12.1992 - IX ZR 54/92, NJW 1993, 1137, juris Rn. 23;… BGH, Urt. v. 11.06.1986 - VIII ZR 153/85, NJW-RR 1987, 43, juris Rn. 28).
Da die Empfängerin der beschädigten Sendung bisher nur eine Schadensschätzung in Höhe von 70.000 $ und noch keine konkrete Schadensermittlung vorgenommen hat und damit die Höhe der Verbindlichkeit, von der Befreiung verlangt wird, nicht feststeht, kann nur auf Feststellung und nicht auf Leistung geklagt werden (BGH, Urteil vom 16. November 2006 - I ZR 257/03, NJW 2007, 1809 Rn. 20;… vgl. MünchKomm.ZPO/Becker-Eberhard, 4. Aufl., § 253 Rn. 147;… Musielak/Foerste, ZPO, 11. Aufl., § 256 Rn. 29).
Von dieser Verpflichtung hätte die Beklagte die Klägerin gemäß § 249 Abs. 1 BGB freizustellen (vgl. dazu: BGH, Urteil vom 16. November 2006 - I ZR 257/03, NJW 2007, 1809 Rn. 20).
Auf die Frage, ob die Klägerseite direkt Zahlung verlangen könnte oder sich mangels eigener Zahlung auf einen Anspruch auf Freistellung bzw. - wenn der Klägerseite bisher keine Rechnung gestellt wurde - möglicherweise derzeit auf einen Feststellungsanspruch verweisen lassen muss (BGH, NJW 2007, Seiten 1809 ff.), kommt es somit hier auch nicht an.
Aufwendungsersatzanspruch des Frachtführers wegen Verauslagung von Zollgebühren: …
Die Klägerin ist daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in der Lage, auf Freistellung und damit auf Leistung zu klagen (vgl. BGH, Urteil vom 16. November 2006 - I ZR 257/03, TranspR 2007, 161, 162 = VersR 2007, 1539).
Im Übrigen kann, solange die Höhe der Verbindlichkeit, von der Befreiung verlangt wird, nicht feststeht, nicht auf Leistung, sondern nur auf Feststellung geklagt werden (BGH, TranspR 2007, 161, 162;… MünchKomm.ZPO/Becker-Eberhard, 4. Aufl., § 253 Rn. 148;… Musielak/Foerste, ZPO, 10. Aufl., § 256 Rn. 14).
Da nach den Regelungen der Beförderungsbedingungen der Beklagten, wie dargelegt, ein Beförderungsvertrag auch bei der Übergabe und Beförderung von ausgeschlossenen Gütern zustande kommen soll, machen diese deutlich, dass die Verletzung einer Aufklärungspflicht über den Wert des Transportguts den Vertragsschluss als solchen nicht unterbinden soll (vgl. BGH, Urt. v. 16.11.2006 - I ZR 257/03, NJW 2007, 1809 Tz 29).
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References: § 249
 § 256
 BGH 
 § 251
 § 250
 § 253
 § 256
 § 249
 § 253
 § 256