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Timestamp: 2020-01-28 04:31:31+00:00

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BVerwG, 11.02.1999 - 9 B 381.98 - dejure.org
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BVerwG, 11.02.1999 - 9 B 381.98 (https://dejure.org/1999,338)
BVerwG, Entscheidung vom 11.02.1999 - 9 B 381.98 (https://dejure.org/1999,338)
BVerwG, Entscheidung vom 11. Februar 1999 - 9 B 381.98 (https://dejure.org/1999,338)
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Aufklärungspflicht; Ablehnung eines Beweisantrags auf Einholung von Sachverständigengutachten; eigene Sachkunde des Gerichts; Nachweis der eigenen Sachkunde; Ermessen bei der Entscheidung über die Einholung weiterer Sachverständigengutachten.
Aufklärungspflicht des Gerichts - Ablehnung eines Beweisantrags - Sachverständigengutachten - Nachweis eigener Sachkunde - Erkenntnismittel
VwGO § 86 Abs. 1; ZPO § 412
NVwZ 1999, 89
NVwZ Beilage 1999, 89
DVBl 1999, 1206
InfAuslR 1999, 365
Lehnt das Gericht einen Antrag auf Einholung eines Sachverständigengutachtens mit dem Hinweis auf die eigene Sachkunde ab, so muss es begründen, woher es diese Sachkunde hat (Beschluss vom 11. Februar 1999 - BVerwG 9 B 381.98 - Buchholz 310 § 86 Abs. 2 VwGO Nr. 42).
Kosten für Pensionskassen
zur Entbehrlichkeit der Einholung eines Sachverständigengutachtens bei eigener Sachkunde des Gerichts etwa: BVerwG, Urteil vom 10.11.1983 - 3 C 56.82 -, BVerwGE 68, 177 (182), Beschlüsse vom 19.11.1998 - 8 B 148.98 -, Buchholz 310, § 88 VwGO, Nr. 41, und vom 11.2.1999 - 9 B 381.98 -, InfAuslR 1999, 365.
Das Tatsachengericht muss seine Entscheidung aber für die Beteiligten und das Rechtsmittelgericht nachvollziehbar begründen und gegebenenfalls angeben, woher es seine Sachkunde hat (vgl. etwa Beschlüsse vom 31. Juli 2002 BVerwG 1 B 128.02 Buchholz 310 § 86 Abs. 1 VwGO Nr. 326, vom 5. Februar 2002 BVerwG 1 B 18.02 Buchholz 310 § 86 Abs. 1 VwGO Nr. 319, vom 27. März 2000 BVerwG 9 B 518.99 Buchholz 310 § 98 VwGO Nr. 60, vom 27. Januar 2000 BVerwG 9 B 613.99 Buchholz 402.25 § 1 AsylVfG Nr. 228 und vom 11. Februar 1999 BVerwG 9 B 381.98 Buchholz 310 § 86 Abs. 2 VwGO Nr. 42; jeweils m.w.N.).
Das Berufungsgericht stützt sich insoweit auf die ständige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, nach der die Tatsacheninstanzen einen Beweisantrag auf Einholung von Sachverständigengutachten oder einer amtlichen Auskunft im allgemeinen nach tatrichterlichem Ermessen gem. § 98 VwGO in entsprechender Anwendung des § 412 ZPO oder mit dem Hinweis auf eigene Sachkunde verfahrensfehlerfrei ablehnen können (vgl. zuletzt die Beschlüsse des Senats vom 11. Februar 1999 - BVerwG 9 B 381.98 - Buchholz 310 § 86 Abs. 2 VwGO Nr. 42 = DVBl 1999, 1206 und vom 10. Juni 1999 - BVerwG 9 B 81.99 - ; jeweils m.w.N.).
Schöpft das Gericht seine besondere Sachkunde aus vorhandenen Gutachten und amtlichen Auskünften, so muß der Verweis hierauf dem Einwand der Beteiligten standhalten, daß in diesen Erkenntnisquellen keine, ungenügende oder widersprüchliche Aussagen zur Bewertung der aufgeworfenen Tatsachenfragen enthalten sind (vgl. den Beschluß vom 11. Februar 1999, a.a.O.).
Das Tatsachengericht muss seine Entscheidung allerdings für die Beteiligten und das Rechtsmittelgericht nachvollziehbar begründen und gegebenenfalls angeben, woher es seine Sachkunde hat (vgl. Beschlüsse vom 27. März 2000 - BVerwG 9 B 518.99 - Buchholz 310 § 98 VwGO Nr. 60, vom 27. Januar 2000 - BVerwG 9 B 613.99 - Buchholz 402.25 § 1 AsylVfG Nr. 228, vom 11. Februar 1999 - BVerwG 9 B 381.98 - Buchholz 310 § 86 Abs. 2 VwGO Nr. 42 und vom 5. Februar 2002 - BVerwG 1 B 18.02 - Buchholz 310 § 86 Abs. 1 VwGO Nr. 319).
5 Es ist vom Berufungsgericht weder näher dargelegt noch sonst ersichtlich, dass es über die erforderliche Sachkunde verfügt, selbst in Abweichung von den in Auftrag gegebenen Gutachten beurteilen zu können, dass die festgestellte Lebensmittelversorgung unter den im Nordirak herrschenden Bedingungen den Flüchtlingen eine ihr Existenzminimum sichernde Nahrungsaufnahme gewährleistet (zur Notwendigkeit des Belegs eigener Sachkunde des Tatsachengerichts vgl. BVerwG, Beschluss vom 27. Februar 2001 - BVerwG 1 B 206.00 - ; Beschluss vom 27. März 2000 - BVerwG 9 B 518.99 - InfAuslR 2000, 412; Beschluss vom 10. Juni 1999 - BVerwG 9 B 81.99 - ; Beschluss vom 11. Februar 1999 - BVerwG 9 B 381.98 - Buchholz 310 § 86 Abs. 2 VwGO, Nr. 42 = DVBl 1999, 1206; jeweils m.w.N.).
vgl. zur Entbehrlichkeit der Einholung eines Sachverständigengutachtens bei eigener Sachkunde des Gerichts etwa: BVerwG, Urteil vom 10. November 1983 - 3 C 56.82 -, BVerwGE 68, 177 (182), Beschlüsse vom 19. November 1998 - 8 B 148.98 -, und vom 11. Februar 1999 - 9 B 381.98 -, InfAuslR 1999, 365.
Außerdem kann das Tatsachengericht den Antrag auf Einholung eines Sachverständigengutachtens oder einer sachverständigen amtlichen Auskunft grundsätzlich mit dem Hinweis auf die eigene Sachkunde, die zur tatsächlichen Würdigung des Sachverhalts erforderlich ist, ablehnen, muß in diesem Falle jedoch in dem Ablehnungsbeschluß oder spätestens in der Sachentscheidung nachvollziehbar begründen, woher es diese Sachkunde hat (ebenfalls stRspr; vgl. zuletzt etwa BVerwG, Beschluß vom 11. Februar 1999 - BVerwG 9 B 381.98 - Buchholz 310 § 86 Abs. 2 VwGO Nr. 42 = NVwZ 1999, Beilage Nr. 9, 89 m.w.N.).
Ebenso wie seine besondere Sachkunde muß das Gericht auch die Ausübung seines tatrichterlichen Ermessens nach § 98 VwGO i.V.m. § 412 ZPO nachvollziehbar begründen (Beschluß vom 11. Februar 1999, aaO.); hieran fehlte es bei der vom Bundesverfassungsgericht beanstandeten Ablehnungsentscheidung eines Verwaltungsgerichts (vgl. BVerfG…, Beschluß vom 30. November 1993 - 2 BvR 594/93 - aaO.).
Unabhängig davon konnte der Beweisantrag auch nach § 86 Abs. 2 VwGO, § 244 Abs. 4 Satz 1 StPO abgelehnt werden, weil der Senat angesichts der in das Verfahren eingeführten - auch aktuellen - Erkenntnismittel über die erforderliche Sachkunde verfügt, ohne dass es der Einholung weiterer Sachverständigengutachten oder Auskünfte - zum Teil derselben Institutionen - bedurfte (vgl. hierzu BVerwG, Beschluss vom 11. Februar 1999 - 9 B 381.98 - juris Rn. 4; VGH Kassel…, Beschluss vom 17. Januar 1996 - 10 ZU 3881/95 - juris Rn. 9).
Angesichts der in das Verfahren eingeführten Erkenntnismittel (insbesondere Danish Immigration Service, 05/2017, und Schweizerische Flüchtlingshilfe, Schnellrecherche der SFH-Länderanalyse vom 12. März 2015 zu Syrien: Arbeitsverweigerung) verfügt der Senat über die erforderliche Sachkunde, ohne dass es der Einholung weiterer Sachverständigengutachten oder Auskünfte bedurfte (vgl. hierzu BVerwG, Beschluss vom 11. Februar 1999 - 9 B 381.98 - juris Rn. 4; VGH Kassel…, Beschluss vom 17. Januar 1996 - 10 ZU 3881/95 - juris Rn. 9).
Ebenfalls bereits entschieden ist, dass der Verweis auf eine kriminelle Arbeit nicht zumutbar wäre, also eine Arbeit etwa im Sinne mafiöser Erwerbstätigkeit, die für eine kriminelle Organisation geleistet wird und wie bei Mitgliedern der Mafia in der fortgesetzten Begehung von oder der Teilnahme an Verbrechen besteht (…Beschluss vom 9. Januar 1998 a.a.O.; vgl. ferner zur Aufklärungspflicht in Bezug auf Prostitution den Beschluss vom 11. Februar 1999 BVerwG 9 B 381.98 DVBl 1999, 1206).
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References: § 86
 § 412
 § 86
 § 88
 § 86
 § 86
 § 98
 § 1
 § 86
 § 98
 § 412
 § 86
 § 98
 § 1
 § 86
 § 86
 § 86
 § 86
 § 98
 § 412
 § 86
 § 244