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Timestamp: 2019-10-20 10:21:48+00:00

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BGH, 21.06.1974 - V ZR 15/73 - dejure.org
https://dejure.org/1974,419
BGH, 21.06.1974 - V ZR 15/73 (https://dejure.org/1974,419)
BGH, Entscheidung vom 21.06.1974 - V ZR 15/73 (https://dejure.org/1974,419)
BGH, Entscheidung vom 21. Juni 1974 - V ZR 15/73 (https://dejure.org/1974,419)
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Arglistige Täuschung bei Kauf eines Hotels - Verletzung einer vertragsähnlichen Treuepflicht - Verstoß gegen gute Sitten - Bezeichnung als Kauffrau - Pflicht einer Vertragspartei, eigene wirtschaftliche Bedrängnis zu offenbaren
NJW 1974, 1505
WM 1974, 866
DB 1974, 1904
Das Berufungsgericht ist zwar zutreffend davon ausgegangen, dass die arglistige Täuschung im Sinne des § 123 Abs. 1 Alt. 1 BGB keine Absicht, sondern Vorsatz erfordert, und dass insoweit bedingter Vorsatz genügt (BGH, Urteil vom 21. Juni 1974 - V ZR 15/73, WM 1974, 866, unter I).
Das kann den Arbeitgeber dazu verpflichten, dem Arbeitnehmer bei Vertragsverhandlungen eine wirtschaftliche Bedrängnis zu offenbaren (BAG 24. September 1974 - 3 AZR 589/73 - AP GmbHG § 13 Nr. 1 = EzA BGB § 823 Nr. 8; BGH 21. Juni 1974 - V ZR 15/73 - zu II c der Gründe, NJW 1974, 1505) .
Dies gilt etwa dann, wenn die Parteien nicht nur ein Geschäft mit dem üblichen Risiko für die Durchsetzbarkeit des Kaufpreisanspruchs abschließen, sondern eine Partei darüber hinaus zu erheblichen Aufwendungen oder zur Eingehung eines weitergehenden Risikos veranlasst wird (vgl. BGH NJW 1974, 1505).
Es genügt das Bewusstsein, dass der Partner ohne die Täuschung die Willenserklärung möglicherweise nicht oder nicht mit dem vereinbarten Inhalt abgegeben hätte, wobei bedingter Vorsatz ausreicht (BGH NJW 1974, 1505).
a) Gehilfe bei der Erfüllung vorvertraglicher Pflichten kann auch eine mit der Führung von Vertragsverhandlungen betraute Person sein (Senatsurt. v. 21. Juni 1974, V ZR 15/73, NJW 1974, 1505 f; allgem. Ansicht).
Die Vorschriften des Anfechtungsrechts stellen gegenüber dem Schadensersatzanspruch keine diesen ausschließende Spezialregelung dar (vgl. Senatsurt. v. 21. Juni 1974, V ZR 15/73, NJW 1974, 1505, 1506 und v. 22. Oktober 1976, V ZR 247/75, LM BGB § 123 Nr. 47;… MünchKomm-BGB/Kramer, 3. Aufl., § 123 Rdn. 30).
Eine solche Täuschung verpflichtet stets zum Schadensersatz wegen sittenwidriger Schädigung (BGH, Urteil vom 21. Juni 1974 - V ZR 15/73, NJW 1974, 1505 unter I; Senatsurteil vom 25. Januar 1984 - VIII ZR 227/82, ZIP 1984, 439 unter IV 3 m.w.Nachw.;… Soergel/Hönn, BGB, 11. Aufl.,. Rdnrn. 109, 110;… Staudinger/Schäfer, BGB, 12. Aufl., Rdnr. 8;… MünchKomm/Mertens, BGB, 2. Aufl., Rdnr. 117, je zu § 826).
Es genügte das Bewußtsein, diese wurden ohne die Täuschung die Willenserklärung möglicherweise nicht oder nicht in der Weise, wie geschehen, abgeben (Senatsurt. v. 21. Juni 1974, V ZR 15/73, WM 1974, 866).
1.1.5.1 Arglistiges Verhalten erfordert das Bewusstsein und die mindestens billigende Inkaufnahme, durch das Verschweigen der Erkrankung im Erklärungsgegner einen Irrtum zu erregen und diesen dadurch zur Abgabe einer konkreten Willenserklärung zu veranlassen (BGH NJW 1957, 988; WM 1974, 866, 867; WM 1990, 505, 506).
Im Bereich der Arglistanfechtung entspricht es gefestigter Rechtsauffassung, insbesondere auch der des erkennenden Senats, dass eine arglistige Täuschung in der Regel zugleich eine Haftung wegen Verschuldens bei Vertragsschluss begründet, mit der Folge, dass Rechte aus dem durch die Täuschung herbeigeführten Vertrag nicht geltend gemacht werden können (vgl. BGH, Urteil vom 31. Januar 1962 - VIII ZR 120/60 -, NJW 1962, 1196, 1198; Urteil vom 28. Februar 1968 - VIII ZR 210/65 -, NJW 1968, 986, 987; Urteil vom 23. April 1969 - IV ZR 780/68 -, NJW 1969, 1625, 1626; Urteil vom 21. Juni 1974 - V ZR 15/73 -, WM 1974, 866; Urteil vom 22. Oktober 1976 - V ZR 247/75 -, LM BGB § 123 Nr. 47; BGB -RGRK, 12. Aufl., § 123 Rdn. 88 und § 124 Rdn. 11; Soergel/Hefermehl, BGB , 11. Aufl., § 124 Rdn. 9; Erman/Westermann, BGB , 6. Aufl., § 123 Rdn. 26; Palandt/Heinrichs, BGB , 39. Aufl., § 123 Anm. 1 c und § 124 Arm.
Werden Erklärender oder Empfänger bei der Abgabe oder Entgegennahme der Willenserklärung rechtsgeschäftlich oder gesetzlich vertreten, so ist auch der Vertreter nicht Dritter im Sinne des § 123 Abs. 2 BGB (RGZ 101, 98; BGHZ 20, 36, 39; BGH Urt. vom 21. Juni 1974, V ZR 15/73, NJW 1974, 1505).
LAG Rheinland-Pfalz, 09.10.2012 - 3 Sa 247/12
Verschulden bei Vertragsverhandlungen - Aufklärungspflicht des Arbeitgebers - …
LAG Rheinland-Pfalz, 07.09.2004 - 11 Sa 2018/03
Anfechtung eines Prozessvergleichs wegen Täuschung durch Unterlassen. Bedeutung …
LAG Schleswig-Holstein, 05.12.2007 - 6 Sa 375/06
BGH, 02.12.1977 - V ZR 155/75
Anfechtung einer Vollmachtserteilung - Anfechtung wegen arglistiger Täuschung - …
OLG Köln, 15.05.2002 - 13 U 69/01
Anfechtbarkeit einer Abtretung von Ansprüchen aus einem Wachstumszertifikat; …

References: § 123
 § 13
 § 823
 BGH 
 BGH 
 § 123
 § 123
 § 826
 § 123
 § 123
 § 124
 § 124
 § 123
 § 123
 § 124
 § 123
 BGH