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Timestamp: 2018-12-17 15:39:08+00:00

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1.3.2. An­wen­dungs­be­reich
„Ver­samm­lungs­stät­ten sind bau­li­che An­la­gen oder Tei­le bau­li­cher An­la­gen, die für die gleich­zei­ti­ge An­we­sen­heit vie­ler Men­schen bei Ver­an­stal­tun­gen, ins­be­son­de­re er­ziehe­ri­scher, wirt­schaft­li­cher, ge­sel­li­ger, kul­tu­rel­ler, künst­le­ri­scher, po­li­ti­scher, sport­li­cher oder un­ter­hal­ten­der Art, be­stimmt sind so­wie Schank- und Spei­se­wirt­schaf­ten.“
[MVStättV § 2.1]
200 Be­su­cher in Ver­samm­lungs­stät­ten, Stu­dios, Disco
200 Be­su­cher in Aus­stel­lungs- und Mes­se­hal­len, Gast­stät­ten [3]
1.000 Be­su­cher in Ver­samm­lungs­stät­ten im Frei­en mit Sze­nenfl. u. Tri­bü­ne
5.000 Be­su­cher in Sport­sta­dien u. Frei­sport­an­la­gen mit fester Tri­bü­ne
Gül­tig auch für Ver­samm­lungs­stät­ten mit meh­re­ren Ver­samm­lungs­räu­men, die ins­ge­samt 200 Besucher fassen, wenn die­se ge­mein­sa­me Ret­tungs­we­ge ha­ben.
▪ auch wenn nur ein Raum be­spielt wird
gilt auch für Mes­se, Stu­dios, Gast­stät­ten, Men­sa, nichtöff. Ver­an­stal­tun­gen, Hör­säle, Kon­gress­zent­ren, Stadt­hal­len und Ki­nos
„Die Vor­schrif­ten die­ser Ver­ord­nung gel­ten nicht für
1. Räu­me, die dem Got­tes­dienst ge­wid­met sind,
2. Un­ter­richts­räu­me in all­ge­mein- und be­rufs­bil­den­den Schu­len,
3. Aus­stel­lungs­räu­me in Mu­seen,
4. Flie­gen­de Bau­ten.“
[MVStättV § 1.3]
▪ Räu­me die dem Got­tes­dienst ge­wid­met [4] sind, nur wäh­rend des Got­tes­dienstes
▪ Un­ter­richts­räu­me an Schu­len[5] (außer Aula etc.)
▪ nur Aus­stel­lungs­räu­me in Mu­seen sind aus­ge­nom­men!
Vor­trag­sä­le, Foyer und Ca­fe­te­ria fal­len in den An­wen­dungs­be­reich der VStättV
▪ für Flie­gen­de Bau­ten gilt die FlBauR (➔ S. 27 ), auch Tri­bü­nen und Büh­nen die Flie­gen­de Bau­ten sind fal­len nicht in den An­wen­dungs­be­reich der VStättV
[MVStättV § 1]
▪ die bloße An­samm­lung von Men­schen un­ter freiem Him­mel (z.B. Straßen­fest)
▪ Volks­feste (gilt je­doch z.B. für szen. Dar­bie­tung mit mehr als 1.000 Be­su­cher und Ein­zäu­nung in­ner­halb eines Volks­festes)
▪ Groß­ver­an­stal­tun­gen, die nicht ein­ge­zäunt sind und da­her je­der­zeit un­ge­hin­dert be­treten und ver­las­sen wer­den kön­nen (schon in MVStättV 2002[6])
▪ Groß­ver­an­stal­tun­gen ohne feste bau­li­che Tri­bü­nen
Ver­samm­lungs­stät­ten im Freien
fal­len nur dann unter die MVStättV, wenn sie fol­gen­de Ein­rich­tun­gen ha­ben:
▪ mehr als 1.000 Be­su­cher­plätze und
▪ Sze­nen­flä­che(n) und
▪ Tri­bü­nen, die kei­ne flie­gen­den Bau­ten sind
[MVStättV 2014 § 1]
(NRW: ganz oder teilweise aus baulichen Anlagen besteht)
[SBauVo 2016 § 1]
so­wie Sport­sta­dien und Frei­sport­an­la­gen mit Tri­bü­nen und mehr als 5.000 Be­su­chern
1.3.2.1. Bemessung der Besucherzahlen
Es gilt das Fas­sungs­ver­mö­gen des Rau­mes, der den Be­su­chern zur Ver­fü­gung steht.
Ent­schei­dend ist die An­zahl der Be­su­cher!
Mit­wir­ken­de, Ord­ner und Ser­vi­ce­per­so­nal zäh­len nicht.
Da­bei zählt die dem Pub­li­kum zu­gäng­li­che Flä­che, al­so ohne Sze­nen­flä­che, Gastro, Theke, Back­stage etc.
[MVStättV § 1.2]
Sitz­plätze an Ti­schen 1 Be­su­cher je m²
Sitz­plätze in Reihen 2 Be­su­cher je m²
Steh­plätze 2 Be­su­cher je m²
Steh­plätze auf Stu­fen­reihen 2 Be­su­cher je lfm Stu­fen­reihe
Aus­stel­lungs­räu­me 1 Be­su­cher je m²
(falls kein ge­neh­mig­ter Be­stuh­lungs­plan vor­han­den)
Die­se Be­mes­sungs­for­mel gilt auch für:
▪ An­zahl Roll­stuhl­plätze
▪ An­zahl Toi­let­ten
▪ An­zahl Be­hin­der­ten­park­plätze
Messe und Ausstellungshallen
Für die Be­mes­sungs­for­mel gilt die Grund­flä­che des Ver­samm­lungs­rau­mes.
Mehr­ge­schossi­ge Stän­de zählen nur ein­fach.
Werden Messe- oder Aus­stel­lungs­hal­len für an­de­re Ver­an­stal­tun­gen ge­nutzt, müs­sen die not­wen­di­gen Ret­tungs­we­ge auch mit 2 Be­su­chern je m² be­rech­net wer­den, oder es darf nur eine Teil­flä­che der Hal­le ge­nutzt wer­den.
1.3.2.2. Vorübergehende Bühnennutzung
Bayern u. Nieder­sach­sen
recht­zeitig An­zei­ge/An­trag an die Bau­auf­sicht
[Bayern/Nieder­sach­sen § 47]
Anzeige nach § 2.4.4 Bürokratieabbaugesetz I oder wahlweise Bau­antrag
Bau­antrag [7] oder bau­recht­liche Dul­dung be­an­tra­gen
„Wer­den baul­iche An­la­gen, die für eine an­de­re Nutzung ge­neh­migt sind, im Ein­zel­fall als Ver­samm­lungs­stät­te ... ge­nutzt, sind die Be­stim­mun­gen der MVStättV ent­spre­chend an­zu­wen­den.“
[Be­grün­dung ARGEBAU 2002, Seite 5]
[3] Niedersachsen und BW: Gaststätten > 400 Besucher
[4] muss in der Baugenehmigung drin stehen
[5] nur Unterrichtsräume an allgemeinbild. oder berufsbild. Schulen, da für diese die Muster-Schulbau-Richtlinie gilt
Universitäten fallen unter die MVStättV (Hörsäle+Aula+ .....), Ausnahme Niedersachsen
[6] Begründung ARGEBAU 2002, Seite 4
[7] Bauvorlagen­berechtigung nicht nötig für Nutzungs­änderung [VV BauO NRW 70.11]

References: § 2
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 47
 § 2