Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.03.1992&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20291/90
Timestamp: 2019-06-19 18:12:24+00:00

Document:
BGH, 11.03.1992 - VIII ZR 291/90 - dejure.org
https://dejure.org/1992,1392
BGH, 11.03.1992 - VIII ZR 291/90 (https://dejure.org/1992,1392)
BGH, Entscheidung vom 11.03.1992 - VIII ZR 291/90 (https://dejure.org/1992,1392)
BGH, Entscheidung vom 11. März 1992 - VIII ZR 291/90 (https://dejure.org/1992,1392)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1992,1392) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Eintritt in einen "Lizenzvertrag" - Lieferung von Software-Paketen und Computer-Systemen - Weiterverkauf an Ärzte - Kaufpreisforderung - Anfechtung wegen arglistiger Täuschung - Vorliegen einer Zulassung der Computerprogramme vonseiten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für die Abrechnung gegenüber den regionalen Krankenkassen - Rechtsmissbrauch
Keine Treuwidrigkeit der Arglistanfechtung wegen zeitweiligen Wegfalls des Anfechtungsgrundes
BGB § 123, § 242
NJW 1992, 2346
ZIP 1992, 775
MDR 1992, 645
WM 1983, 1055
WM 1992, 1071
Dabei trägt der Anfechtungsgegner die Darlegungs- und Beweislast für die Kenntnis des Anfechtungsberechtigten von der arglistigen Täuschung (vgl. BGH, Urt. v. 1.03.1992, Tz. 18 - VIII ZR 291/90 - NJW 1992, 2346).
Die Darlegungs- und Beweislast für alle Voraussetzungen des Erlöschens des Anfechtungsrechts trägt zwar grundsätzlich der Anfechtungsgegner, hier also der Kläger, der damit auch beweisen muss, wann der Anfechtungsberechtigte von der arglistigen Täuschung Kenntnis erlangt hat (vgl. BGH NJW 1992, 2346).
Denn die Darlegungslast trägt insoweit der Anfechtungsgegner (BGH, Urteil vom 11. März 1992 - VIII ZR 291/90, NJW 1992, 2346, 2347).
Dies bedeutet, dass es Sache der Klägerin ist darzulegen und zu beweisen, dass die Beklagten bereits länger als ein Jahr vor ihren Anfechtungserklärungen Kenntnis von der arglistigen Täuschung hatten (vgl. BGH NJW 1992, 2346, 2347 f).
Auch in seinen Entscheidungen NJW 1992, 2346 und NJW 1971, 1795, 1800 ist der Bundesgerichtshof grundsätzlich von der Möglichkeit einer Treuwidrigkeit einer Arglistanfechtung ausgegangen, hat dafür aber das Vorliegen ganz besonderer Umstände verlangt.
Dies bedeutet, dass es Sache der Klägerinnen ist darzulegen und zu beweisen, dass die beteiligten Versicherer bereits länger als ein Jahr vor ihren Anfechtungserklärungen Kenntnis von der arglistigen Täuschung hatten (vgl. BGH NJW 1992, 2346, 2347 f).
Ob die Prozeßhandlung einer Partei die vom Gesetz aufgestellten Voraussetzungen für ein Geständnis erfüllt, kann vom Revisionsgericht selbst und auch erstmalig geprüft werden (…BGH, Urt. v. 30. September 1976 - II ZR 107/74, WM 1976, 1230, 1231; v. 26. März 1981 - IVa ZR 141/80, NJW 1981, 1562, 1563, v. 12. März 1991 - XI ZR 85/90, NJW 1991, 1683; v. 11. März 1992 - VIII ZR 291/90, BGHR ZPO § 288 - Geständniswille 2).
Dies kann der Senat, der das prozessuale Vorbringen der Parteien e igenständig zu prüfen und auszulegen hat, selbst feststellen (BGH, Urteil vom 11. März 1992 - VIII ZR 291/90, NJW 1992, 2346 unter II 2 m. w. N.;… Musielak/Ball, 9. Aufl., § 546 ZPO Rn. 7).
OLG Hamm, 17.08.2007 - 20 U 26/07
Anfechtbarkeit einer Lebensversicherung wegen Verschweigung einer früheren …

References: § 123
 § 242
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 288
 § 546