Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.04.2011&Aktenzeichen=3%20StR%20230/10
Timestamp: 2019-05-24 10:25:15+00:00

Document:
BGH, 19.04.2011 - 3 StR 230/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,6397
BGH, 19.04.2011 - 3 StR 230/10 (https://dejure.org/2011,6397)
BGH, Entscheidung vom 19.04.2011 - 3 StR 230/10 (https://dejure.org/2011,6397)
BGH, Entscheidung vom 19. April 2011 - 3 StR 230/10 (https://dejure.org/2011,6397)
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§ 129 StGB; § 25 Abs. 2 StGB; § 27 StGB; § 52 StGB; § 53 StGB; § 74 StGB
Kriminelle Vereinigung (Klammerwirkung; uneigentliches Organisationsdelikt); Deliktsserie; Mittäterschaft; Teilnahme; allgemeine Kriterien; Tateinheit; Tatmehrheit; Einziehung (Sachgesamtheit; Sammlung)
§ 25 Abs 1 StGB, § 25 Abs 2 StGB, § 26 StGB, § 27 StGB, § 52 Abs 1 StGB
Zusammenschluss zu einer kriminellen Vereinigung: Zurechnung von Einzeltaten im Rahmen des Betriebs eines Internet-Radiosenders einer rechten Gruppierung; Konkurrenzverhältnis der Einzeltaten
StGB § 25 Abs. 2; StGB § 52 Abs. 1
Feststellung der jeweiligen Tatbeteiligung des Mitglieds einer kriminellen Vereinigung als Mittäter, Anstifter oder Gehilfen nach den allgemeinen Kriterien; Zusammenfassung einer durch mehrere Personen begangenen Deliktsserie zu Organisationsdelikt bei Erbringung eines Tatbeitrages zum Aufbau einer auf Begehung von Straftaten gerichteten Infrastruktur
LG Berlin, 30.11.2009 - 81 Js 250/09
NStZ 2011, 577
Wegen der diesbezüglichen weiteren Einzelheiten verweist der Senat auf seinen Beschluss vom 19. April 2011 ( 3 StR 230/10, BGHR StGB § 129 Konkurrenzen 3).
Wiegt dagegen nur eines der betroffenen Delikte schwerer als dasjenige, das die Verbindung begründet, so bleibt es bei der Klammerwirkung mit der Folge, dass alle während der Begehung des Dauerdelikts zusätzlich verwirklichten Gesetzesverstöße zu einer Tat im Sinne des § 52 Abs. 1 StGB zusammengefasst werden ( BGHSt 31, 29, 31; BGH NStZ 1993, 39, 40; 2008, 209, 210 mwN; BGH, Beschluss vom 10. November 2010 - 5 StR 464/10 Tz. 5; vgl. auch BGH NStZ 2011, 577, 578).
Tateinheit durch Klammerwirkung wird von der Rechtsprechung daher bejaht, wenn die Ausführungshandlungen zweier an sich selbständiger Delikte zwar nicht miteinander, wohl aber mit der Ausführungshandlung eines dritten Tatbestandes (teil-)identisch sind und zwischen wenigstens einem der beiden an sich selbständigen Delikte und dem sie verbindenden (Dauer-)Delikt zumindest annähernde Wertgleichheit besteht oder die verklammernde Tat die schwerste ist (BGH, Urteil vom 28. Oktober 2004 - 4 StR 268/04, NStZ 2005, 262; Beschlüsse vom 2. Dezember 2008 - 3 StR 203/08, NStZ 2009, 692; vom 19. April 2011 - 3 StR 230/10, BGHR StGB § 129 Konkurrenzen 3; vom 11. Januar 2012 - 1 StR 386/11, wistra 2012, 310 jeweils mwN).
Voraussetzung für die sog. Klammerwirkung ist, dass zwischen wenigstens einem der an sich selbständigen Delikte und dem sie verbindenden, sich über einen gewissen Zeitraum hinziehenden (Dauer-)Delikt zumindest annähernde Wertgleichheit besteht (vgl. BGH, Beschluss vom 19. April 2011 - 3 StR 230/10 Rn. 17 mwN).
Nach § 357 Satz 1 StPO ist die Teilaufhebung auf den Mitangeklagten N. zu erstrecken, auch wenn sich dies im Ergebnis nicht auf die Gesamtstrafe auswirkt (vgl. BGH, Beschlüsse vom 9. März 2005 - 2 StR 544/04, NStZ-RR 2005, 199, 200;… vom 2. August 2000 - 3 StR 218/00, juris Rn. 3, 7; vom 14. Mai 1996 - 1 StR 245/96, NStZ 1996, 507, 508; vom 31. Juli 1996 - 3 StR 269/96 bei Kusch NStZ 1997, 379; vom 19. April 2011 - 3 StR 230/10, juris Rn. 27).

References: § 129
 § 25
 § 27
 § 52
 § 53
 § 74

§ 25
 § 25
 § 26
 § 27
 § 52
 § 25
 § 52
 § 129
 § 52
 BGH 
 BGH 
 § 129
 § 357