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Timestamp: 2020-07-10 03:14:58+00:00

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Lawbrary | VStG - Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer
Einleitung (1 - 3)
Steuererhebung (4 - 20)
Steuerrückerstattung (21 - 33)
Behörden und Verfahren (34 - 60)
Strafbestimmungen (61 - 67)
Schluss- und Übergangsbestimmungen (68 - 74)
vom 13. Oktober 1965 (Stand am 1. Januar 2019)
gestützt auf Artikel 41bis Absatz 1 Buchstaben a und b und Absätze 2 und 3 der Bundesverfassung2,3 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 18. Oktober 19634,
A. Ge­gen­stand des Ge­set­zes
1Der Bund er­hebt ei­ne Ver­rech­nungs­steu­er auf dem Er­trag be­weg­li­chen Ka­pi­tal­ver­mö­gens, auf Ge­win­nen aus Geld­spie­len im Sin­ne des Geld­spiel­ge­set­zes vom 29. Sep­tem­ber 20171 (BGS), auf Ge­win­nen aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung, die nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 2 Buch­sta­ben d und e BGS die­sem nicht un­ter­ste­hen, und auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen; wo es das Ge­setz vor­sieht, tritt an­stel­le der Steu­e­ren­t­rich­tung die Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung.2
2Die Ver­rech­nungs­steu­er wird dem Emp­fän­ger der um die Steu­er ge­kürz­ten Leis­tung nach Mass­ga­be die­ses Ge­set­zes vom Bund oder vom Kan­ton zu Las­ten des Bun­des zu­rück­er­stat­tet.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 7 des Geld­spiel­ge­set­zes vom 29. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5103; BBl 2015 8387).
B. Pro­vi­si­on der Kan­to­ne
1Der An­teil der Kan­to­ne am jähr­li­chen Rein­er­trag der Ver­rech­nungs­steu­er be­trägt 10 Pro­zent.
2Er wird je­weils zu Be­ginn des Fol­ge­jah­res auf die Kan­to­ne ver­teilt. Als Be­mes­sungs­grund­la­ge dient die Wohn­be­völ­ke­rung nach dem letz­ten ver­füg­ba­ren Er­geb­nis der eid­ge­nös­si­schen Volks­zäh­lung.
3Der Bun­des­rat ord­net die Ein­zel­hei­ten nach An­hö­rung der Kan­tons­re­gie­run­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 12 des BG vom 6. Okt. 2006 zur Neu­ge­stal­tung des Fi­nanz­aus­gleichs und der Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen (NFA), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 5779; BBl 2005 6029).
C. Ver­hält­nis zum kan­to­na­len Recht
1Was die­ses Ge­setz als Ge­gen­stand der Ver­rech­nungs­steu­er oder steu­er­frei er­klärt, ist der Be­las­tung durch gleich­ge­ar­te­te Kan­tons- und Ge­mein­de­steu­ern ent­zo­gen; An­stän­de, die sich auf Grund die­ser Be­stim­mung er­ge­ben, be­ur­teilt das Bun­des­ge­richt als ein­zi­ge In­stanz (Art. 120 des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20051).2
2Die Ver­wen­dung von Ur­kun­den in ei­nem Ver­fah­ren, das in An­wen­dung die­ses Ge­set­zes durch­ge­führt wird, be­grün­det nicht die Pflicht zur Ent­rich­tung kan­to­na­ler Stem­pe­l­ab­ga­ben.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 60 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
Erster Abschnitt: Steuererhebung
A. Ge­gen­stand der Steu­er
I. Ka­pi­tal­er­trä­ge
1Ge­gen­stand der Ver­rech­nungs­steu­er auf dem Er­trag be­weg­li­chen Ka­pi­tal­ver­mö­gens sind die Zin­sen, Ren­ten, Ge­winnan­tei­le und sons­ti­gen Er­trä­ge:
der von ei­nem In­län­der aus­ge­ge­be­nen Ob­li­ga­tio­nen, Se­ri­en­schuld­brie­fe, Se­ri­en­gül­ten und Schuld­buch­gut­ha­ben;
der von ei­nem In­län­der aus­ge­ge­be­nen Ak­ti­en, Stam­man­tei­le an Ge­sell­schaf­ten mit be­schränk­ter Haf­tung, Ge­nos­sen­schafts­an­tei­le, Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­ne und Ge­nuss­schei­ne.
der von ei­nem In­län­der oder von ei­nem Aus­län­der in Ver­bin­dung mit ei­nem In­län­der aus­ge­ge­be­nen An­tei­le an ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ge­mä­ss Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­setz vom 23. Ju­ni 20063 (KAG);
der Kun­den­gut­ha­ben bei in­län­di­schen Ban­ken und Spar­kas­sen.
2Die Ver­le­gung des Sit­zes ei­ner Ak­ti­en­ge­sell­schaft, Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung oder Ge­nos­sen­schaft ins Aus­land steht steu­er­lich der Li­qui­da­ti­on der Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft gleich; die­se Be­stim­mung fin­det auf kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ge­mä­ss KAG sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.4
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 9 des BG vom 16. Dez. 2005 (GmbH-Recht so­wie An­pas­sun­gen im Ak­ti­en-, Ge­nos­sen­schafts-, Han­dels­re­gis­ter- und Fir­men­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4791; BBl 2002 3148, 2004 3969).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 8 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 8 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).
1a. Er­werb ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­rech­te
1Er­wirbt ei­ne Ge­sell­schaft oder ei­ne Ge­nos­sen­schaft ge­stützt auf einen Be­schluss über die Her­ab­set­zung des Ka­pi­tals oder im Hin­blick auf ei­ne Her­ab­set­zung ih­res Ka­pi­tals ei­ge­ne Be­tei­li­gungs­rech­te (Ak­ti­en, Stam­man­tei­le von Ge­sell­schaf­ten mit be­schränk­ter Haf­tung, An­teil­schei­ne, Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­ne oder Ge­nuss­schei­ne), so un­ter­liegt die Dif­fe­renz zwi­schen dem Er­werbs­preis und dem ein­be­zahl­ten Nenn­wert die­ser Be­tei­li­gungs­rech­te der Ver­rech­nungs­steu­er. Das­sel­be gilt, so­weit der Er­werb ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­rech­te den Rah­men der Ar­ti­kel 659 oder 783 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts2 über­schrei­tet.3
2Er­wirbt ei­ne Ge­sell­schaft oder ei­ne Ge­nos­sen­schaft im Rah­men der Ar­ti­kel 659 oder 783 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts ei­ge­ne Be­tei­li­gungs­rech­te, oh­ne an­sch­lies­send ihr Ka­pi­tal her­ab­zu­set­zen, so gilt Ab­satz 1 sinn­ge­mä­ss, wenn die Ge­sell­schaft oder die Ge­nos­sen­schaft die­se Be­tei­li­gungs­rech­te nicht in­ner­halb von sechs Jah­ren wie­der ver­äus­sert.4
3Hat ei­ne Ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft ei­ge­ne Be­tei­li­gungs­rech­te aus An­lass von Ver­pflich­tun­gen er­wor­ben, die auf ei­ner Wan­del­an­lei­he, ei­ner Op­ti­ons­an­lei­he oder ei­nem Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gungs­plan be­ru­hen, so steht die Frist zur Wie­der­ver­äus­se­rung nach Ab­satz 2 bis zum Er­lö­schen der be­tref­fen­den Ver­pflich­tun­gen, im Fal­le des Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gungs­plans je­doch längs­tens sechs Jah­re, still.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 4 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens- be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 9 des BG vom 16. Dez. 2005 (GmbH-Recht so­wie An­pas­sun­gen im Ak­ti­en-, Ge­nos­sen­schafts-, Han­dels­re­gis­ter- und Fir­men­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4791; BBl 2002 3148, 2004 3969).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 9 des BG vom 16. Dez. 2005 (GmbH-Recht so­wie An­pas­sun­gen im Ak­ti­en-, Ge­nos­sen­schafts-, Han­dels­re­gis­ter- und Fir­men­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4791; BBl 2002 3148, 2004 3969).
1Von der Steu­er sind aus­ge­nom­men:
die Re­ser­ven und Ge­win­ne ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft ge­mä­ss Ar­ti­kel 49 Ab­satz 1 Buch­sta­be a des Bun­des­ge­set­zes vom 14. De­zem­ber 19902 über die di­rek­te Bun­des­steu­er (DBG) oder Ge­nos­sen­schaft, die bei ei­ner Um­struk­tu­rie­rung nach Ar­ti­kel 61 DBG in die Re­ser­ven ei­ner auf­neh­men­den oder um­ge­wan­del­ten in­län­di­schen Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft über­ge­hen;
die in ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ge­mä­ss KAG4 er­ziel­ten Ka­pi­tal­ge­win­ne und Er­trä­ge aus di­rek­tem Grund­be­sitz so­wie die durch die An­le­ger ge­leis­te­ten Ka­pi­tal­ein­zah­lun­gen, so­fern sie über ge­son­der­ten Cou­pon aus­ge­rich­tet wer­den;
die Zin­sen von Kun­den­gut­ha­ben, wenn der Zins­be­trag für ein Ka­len­der­jahr 200 Fran­ken nicht über­steigt;
die Zin­sen der Ein­la­gen zur Bil­dung und Äuf­nung von auf den Er­le­bens- oder To­des­fall ge­stell­ten Gut­ha­ben bei An­stal­ten, Kas­sen und sons­ti­gen Ein­rich­tun­gen, die der Al­ters-, In­va­li­di­täts- oder Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung oder -für­sor­ge die­nen;
die frei­wil­li­gen Leis­tun­gen ei­ner Ak­ti­en­ge­sell­schaft, ei­ner Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung oder ei­ner Ge­nos­sen­schaft, so­fern die­se Leis­tun­gen ge­stützt auf Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 Buch­sta­be c DBG8 ge­schäfts­mäs­sig be­grün­det sind;
die Zin­sen von Pflicht­wan­del­an­lei­hen und An­lei­hen mit For­de­rungs­ver­zicht nach den Ar­ti­keln 11-13 des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 193410, so­fern:
die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA), ge­stützt auf Ar­ti­kel 11 Ab­satz 4 des Ban­ken­ge­set­zes, die An­rech­nung der An­lei­he an die er­for­der­li­chen Ei­gen­mit­tel ge­neh­migt hat, und
die An­lei­he zwi­schen dem 1. Ja­nu­ar 2013 und dem 31. De­zem­ber 2021 aus­ge­ge­ben wird;
Zins­zah­lun­gen von Teil­neh­mern an ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei im Sin­ne des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 201512 so­wie von ei­ner zen­tra­len Ge­gen­par­tei an ih­re Teil­neh­mer;
die Zin­sen von An­lei­hen­sob­li­ga­tio­nen von Ban­ken oder Kon­zern­ge­sell­schaf­ten von Fi­nanz­grup­pen, für die Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 28-32 des Ban­ken­ge­set­zes an­ge­ord­net wer­den kön­nen, so­fern:
die An­lei­hen­sob­li­ga­ti­on durch einen Sa­nie­rungs­plan nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 3 des Ban­ken­ge­set­zes re­du­ziert oder in Ei­gen­ka­pi­tal um­ge­wan­delt wer­den kann,
die FIN­MA die An­lei­hen­sob­li­ga­ti­on im Hin­blick auf die Er­fül­lung re­gu­la­to­ri­scher Er­for­der­nis­se ge­neh­migt hat:
bei nicht sys­tem­re­le­van­ten Ban­ken oder bei Kon­zern­ge­sell­schaf­ten von Fi­nanz­grup­pen: im Zeit­punkt der Emis­si­on
bei sys­tem­re­le­van­ten Ban­ken nach den Ar­ti­keln 7-10a des Ban­ken­ge­set­zes: im Zeit­punkt der Emis­si­on oder bei ei­nem Wech­sel von ei­nem aus­län­di­schen zu ei­nem schwei­ze­ri­schen Emit­ten­ten, und
die An­lei­hen­sob­li­ga­ti­on zwi­schen dem In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 18. März 2016 die­ses Ge­set­zes und dem 31. De­zem­ber 2021 aus­ge­ge­ben wird oder wäh­rend die­ser Zeit ein Wech­sel des Emit­ten­ten nach Zif­fer 2 statt­fin­det.
1bisDie Rück­zah­lung von Ein­la­gen, Auf­gel­dern und Zu­schüs­sen, die von den In­ha­bern der Be­tei­li­gungs­rech­te nach dem 31. De­zem­ber 1996 ge­leis­tet wor­den sind, wird gleich be­han­delt wie die Rück­zah­lung von Grund- oder Stamm­ka­pi­tal, wenn die Ein­la­gen, Auf­gel­der und Zu­schüs­se von der Ka­pi­tal­ge­sell­schaft oder Ge­nos­sen­schaft in der Han­dels­bi­lanz auf ei­nem ge­son­der­ten Kon­to aus­ge­wie­sen wer­den und die Ge­sell­schaft je­de Ver­än­de­rung auf die­sem Kon­to der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung (ESTV)14 mel­det.15
2Die Ver­ord­nung kann vor­schrei­ben, dass Zin­sen ver­schie­de­ner, von ei­nem Gläu­bi­ger oder Ver­fü­gungs­be­rech­tig­ten bei der glei­chen Bank oder Spar­kas­se un­ter­hal­te­ner Kun­den­gut­ha­ben zu­sam­men­zu­rech­nen sind; bei of­fen­ba­rem Miss­brauch kann die ESTV ei­ne sol­che Zu­sam­men­rech­nung im Ein­zel­fall an­ord­nen.16
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 9 des Fu­si­ons­ge­set­zes vom 3. Okt. 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2004 (AS 2004 2617; BBl 2000 4337).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 8 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 4 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).
6 Ein­ge­fügt durch Art. 25 des ABRG vom 20. Dez. 1985 (AS 1988 1420; BBl 1984 I 1129). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2019 433; BBl 2018 2325).
7 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 5 des BG vom 8. Okt. 2004 (Stif­tungs­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 4545; BBl 2003 8153 8191).
8 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2019 433; BBl 2018 2325).
9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 15. Ju­ni 2012 (AS 2012 5981; BBl 2011 6615). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 3451; BBl 2015 7083).
10 SR952.0
11 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
12 SR 958.1
13 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 3451; BBl 2015 7083).
14 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2019 433; BBl 2018 2325). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
15 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 4 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).
16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 4 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).
II. Ge­win­ne aus Geld­spie­len so­wie aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung
1Ge­gen­stand der Ver­rech­nungs­steu­er auf Ge­win­nen aus Geld­spie­len sind aus­ge­rich­te­te ein­zel­ne Ge­win­ne, die nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­ben i-iter DBG2 steu­er­frei sind.
2Ge­gen­stand der Ver­rech­nungs­steu­er auf Ge­win­nen aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung sind aus­ge­rich­te­te ein­zel­ne Ge­win­ne, die nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­be j DBG steu­er­frei sind.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 7 des Geld­spiel­ge­set­zes vom 29. Sept. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5103; BBl 2015 8387).
III. Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen
1Ge­gen­stand der Ver­rech­nungs­steu­er auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen sind Ka­pi­tal­leis­tun­gen aus Le­bens­ver­si­che­rung so­wie Leib­ren­ten und Pen­sio­nen, so­fern die Ver­si­che­rung zum in­län­di­schen Be­stand des Ver­si­che­rers ge­hört und bei Ein­tritt des ver­si­cher­ten Er­eig­nis­ses der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder ein An­spruchs­be­rech­tig­ter In­län­der ist.
2Wird ei­ne Ver­si­che­rung vom in­län­di­schen in einen aus­län­di­schen Ver­si­che­rungs­be­stand über­ge­führt oder tritt ein In­län­der sei­ne Ver­si­che­rungs­an­sprü­che an einen Aus­län­der ab, so steht dies steu­er­lich der Er­brin­gung der Ver­si­che­rungs­leis­tung gleich.
3Als Ka­pi­tal­leis­tung aus Le­bens­ver­si­che­rung gilt auch je­de Aus­zah­lung von Gut­ha­ben im Sin­ne von Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 Buch­sta­be d, un­be­küm­mert um den Grund die­ser Aus­zah­lung.
Ka­pi­tal­leis­tun­gen, wenn der ge­sam­te Leis­tungs­be­trag aus der­sel­ben Ver­si­che­rung 5000 Fran­ken nicht über­steigt;
Ren­ten und Pen­sio­nen, wenn ihr Be­trag ein­sch­liess­lich Zu­la­gen im Jahr 500 Fran­ken nicht über­steigt;
Leis­tun­gen auf Grund der Bun­des­ge­set­ze über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung1 und die In­va­li­den­ver­si­che­rung2.
2Die Ver­ord­nung kann all­ge­mein vor­schrei­ben, dass Ka­pi­tal­leis­tun­gen oder Ren­ten und Pen­sio­nen, die beim glei­chen Ver­si­che­rer auf das­sel­be Le­ben ge­stellt sind, zu­sam­men­zu­rech­nen sind; bei of­fen­ba­rem Miss­brauch kann die ESTV ei­ne sol­che Zu­sam­men­rech­nung im Ein­zel­fall an­ord­nen.
IV. Be­griffs­be­stim­mun­gen
1In­län­der ist, wer im In­land Wohn­sitz, dau­ern­den Auf­ent­halt oder sta­tu­ta­ri­schen Sitz hat oder als Un­ter­neh­men im in­län­di­schen Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist; als In­län­der im Sin­ne von Ar­ti­kel 4 gel­ten auch ju­ris­ti­sche Per­so­nen oder Han­dels­ge­sell­schaf­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit, die ih­ren sta­tu­ta­ri­schen Sitz im Aus­land ha­ben, je­doch tat­säch­lich im In­land ge­lei­tet wer­den und hier ei­ne Ge­schäftstä­tig­keit aus­üben.
2Als Bank oder Spar­kas­se gilt, wer sich öf­fent­lich zur An­nah­me ver­zins­li­cher Gel­der emp­fiehlt oder fort­ge­setzt Gel­der ge­gen Zins ent­ge­gen­nimmt; aus­ge­nom­men sind Spar­ver­ei­ne, die Ein­la­gen nur von den ei­ge­nen Mit­glie­dern ent­ge­gen­neh­men, so­wie Be­triebss­par­kas­sen, die als Ein­le­ger nur das Per­so­nal des Be­trie­bes zu­las­sen, so­fern die­se Ver­ei­ne oder Kas­sen die ih­nen an­ver­trau­ten Gel­der aus­sch­liess­lich in Wer­ten an­le­gen, de­ren Er­trag der Ver­rech­nungs­steu­er un­ter­liegt.
3Wo in die­sem Ge­setz von kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ge­mä­ss KAG1 die Re­de ist, gel­ten sei­ne Vor­schrif­ten für al­le Per­so­nen, wel­che die ent­spre­chen­den Funk­tio­nen aus­üben. Die In­vest­ment­ge­sell­schaf­ten mit fes­tem Ka­pi­tal nach Ar­ti­kel 110 KAG wer­den in die­sem Ge­setz den Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten gleich­ge­stellt.2
B. Steu­er­pflicht
I. Steu­er­pflich­ti­ger
1Steu­er­pflich­tig ist der Schuld­ner der steu­er­ba­ren Leis­tung.
2Bei kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ge­mä­ss KAG1 sind die Fonds­lei­tung, die In­vest­ment­ge­sell­schaft mit va­ria­blem Ka­pi­tal, die In­vest­ment­ge­sell­schaft mit fes­tem Ka­pi­tal und die Kom­man­dit­ge­sell­schaft steu­er­pflich­tig. Ha­ben ei­ne Mehr­heit der un­be­schränkt haf­ten­den Ge­sell­schaf­ter ei­ner Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ih­ren Wohn­sitz im Aus­land oder han­delt es sich bei den un­be­schränkt haf­ten­den Ge­sell­schaf­tern um ju­ris­ti­sche Per­so­nen, an de­nen ei­ne Mehr­heit von Per­so­nen mit Wohn­sitz oder Sitz im Aus­land be­tei­ligt sind, haf­tet die De­pot­bank der Kom­man­dit­ge­sell­schaft so­li­da­risch für die Steu­er auf den aus­be­zahl­ten Er­trä­gen.2
II. Art der Er­fül­lung
1Die Steu­er­pflicht wird er­füllt durch:
Ent­rich­tung der Steu­er (Art. 12-18); oder
Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung (Art. 19-20a).1
2Die Ver­ord­nung um­schreibt die Vor­aus­set­zun­gen, un­ter de­nen ge­gen Do­mi­zil­er­klä­rung (Af­fi­da­vit) die Ver­rech­nungs­steu­er auf Er­trä­gen von An­tei­len an kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen ge­mä­ss KAG2 nicht er­ho­ben wird.3
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2019 433; BBl 2018 2325).
III. Steu­e­ren­t­rich­tung
1. Ent­ste­hung der Steu­er­for­de­rung
1Bei Ka­pi­tal­er­trä­gen und bei Ge­win­nen aus Geld­spie­len, die nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­ben i-iter DBG1 steu­er­frei sind, so­wie bei Ge­win­nen aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung, die nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­be j DBG steu­er­frei sind, ent­steht die Steu­er­for­de­rung im Zeit­punkt, in dem die steu­er­ba­re Leis­tung fäl­lig wird.2 Wer­den Zin­sen ka­pi­ta­li­siert oder wird ei­ne Sitz­ver­le­gung ins Aus­land (Art. 4 Abs. 2) be­schlos­sen, so be­wirkt dies die Ent­ste­hung der Steu­er­for­de­rung.
1bisIm Fal­le des Er­werbs ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­rech­te nach Ar­ti­kel 4a Ab­satz 2 ent­steht die Steu­er­for­de­rung mit Ab­lauf der dort ge­re­gel­ten Frist.3
1terBei The­sau­rie­rungs­fonds ent­steht die Steu­er­for­de­rung im Zeit­punkt der Gut­schrift des steu­er­ba­ren Er­tra­ges (Art. 4 Abs. 1 Bst. c).4
2Bei Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen ent­steht die Steu­er­for­de­rung mit der Er­brin­gung der Leis­tung.
3Ist der Schuld­ner aus ei­nem in sei­ner Per­son lie­gen­den Grun­de aus­ser­stan­de, die steu­er­ba­re Leis­tung bei ih­rer Fäl­lig­keit zu er­brin­gen, so ent­steht die Steu­er­for­de­rung erst im Zeit­punkt, auf den die Leis­tung oder ei­ne an ih­re Stel­le tre­ten­de Leis­tung zahl­bar ge­stellt, in je­dem Fal­le aber, wenn sie tat­säch­lich er­bracht wird.
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 4 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 8 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).
2. Steu­er­sät­ze
1Die Steu­er be­trägt:
auf Ka­pi­tal­er­trä­gen und auf Ge­win­nen aus Geld­spie­len, die nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­ben i-iter DBG2 steu­er­frei sind, so­wie aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung, die nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­be j DBG steu­er­frei sind: 35 Pro­zent der steu­er­ba­ren Leis­tung;
auf Leib­ren­ten und Pen­sio­nen: 15 Pro­zent der steu­er­ba­ren Leis­tung;
auf sons­ti­gen Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen: 8 Pro­zent der steu­er­ba­ren Leis­tung.
2Der Bun­des­rat kann den in Ab­satz 1 Buch­sta­be a fest­ge­setz­ten Steu­er­satz auf ein Jah­res­en­de auf 30 Pro­zent her­ab­set­zen, wenn es die Ent­wick­lung der Wäh­rungs­la­ge oder des Ka­pi­tal­mark­tes er­for­dert.3
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 31. Jan. 1975 (AS 1975 932; BBl 1975 I 334). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 15. Dez. 1978, in Kraft seit 1. Jan. 1980 (AS 1979 499; BBl 1978 I 849).
3. Über­wäl­zung
1Die steu­er­ba­re Leis­tung ist bei der Aus­zah­lung, Über­wei­sung, Gut­schrift oder Ver­rech­nung oh­ne Rück­sicht auf die Per­son des Gläu­bi­gers um den Steu­er­be­trag zu kür­zen. Ver­ein­ba­run­gen, die die­ser Ver­pflich­tung wi­der­spre­chen, sind nich­tig.
2Der Steu­er­pflich­ti­ge hat dem Emp­fän­ger der steu­er­ba­ren Leis­tung die zur Gel­tend­ma­chung des Rück­er­stat­tungs­an­spruchs not­wen­di­gen An­ga­ben zu ma­chen und auf Ver­lan­gen hier­über ei­ne Be­schei­ni­gung aus­zu­stel­len.
4. Mit­haf­tung
1Mit dem Steu­er­pflich­ti­gen haf­ten so­li­da­risch:
für die Steu­er ei­ner auf­ge­lös­ten ju­ris­ti­schen Per­son, ei­ner Han­dels­ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit oder ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge: die mit der Li­qui­da­ti­on be­trau­ten Per­so­nen bis zum Be­trag des Li­qui­da­ti­ons­er­geb­nis­ses;
für die Steu­er ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son oder ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge, die ih­ren Sitz ins Aus­land ver­legt: die Or­ga­ne und im Fal­le der Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge die De­pot­bank bis zum Be­tra­ge des rei­nen Ver­mö­gens der ju­ris­ti­schen Per­son und der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge.1
2Die in Ab­satz 1 be­zeich­ne­ten Per­so­nen haf­ten nur für Steu­er-, Zins- und Kos­ten­for­de­run­gen, die wäh­rend ih­rer Ge­schäfts­füh­rung ent­ste­hen, gel­tend ge­macht oder fäl­lig wer­den; ih­re Haf­tung ent­fällt, so­weit sie nach­wei­sen, dass sie al­les ih­nen Zu­mut­ba­re zur Fest­stel­lung und Er­fül­lung der Steu­er­for­de­rung ge­tan ha­ben.
3Der Mit­haf­ten­de hat im Ver­fah­ren die glei­chen Rech­te und Pflich­ten wie der Steu­er­pflich­ti­ge.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 8 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).
5. Fäl­lig­keit; Ver­zugs­zins
1Die Steu­er wird fäl­lig:
auf Zin­sen von Kas­se­nob­li­ga­tio­nen und Kun­den­gut­ha­ben bei in­län­di­schen Ban­ken oder Spar­kas­sen: 30 Ta­ge nach Ab­lauf je­des Ge­schäfts­vier­tel­jah­res für die in die­sem Zeit­raum fäl­lig ge­wor­de­nen Zin­sen;
auf den üb­ri­gen Ka­pi­tal­er­trä­gen und auf Ge­win­nen aus Geld­spie­len, die nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­ben i-iter DBG3 steu­er­frei sind, so­wie aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung, die nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­be j DBG steu­er­frei sind: 30 Ta­ge nach Ent­ste­hung der Steu­er­for­de­rung (Art. 12);
auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen: 30 Ta­ge nach Ab­lauf je­des Mo­nats für die in die­sem Mo­nat er­brach­ten Leis­tun­gen.
2Auf Steu­er­be­trä­gen, die nach Ab­lauf der in Ab­satz 1 ge­re­gel­ten Fäl­lig­keits­ter­mi­ne aus­ste­hen, ist oh­ne Mah­nung ein Ver­zugs­zins ge­schul­det. Der Zins­satz wird vom Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment be­stimmt.4
2bisKein Ver­zugs­zins ist ge­schul­det, wenn die ma­te­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen für die Er­fül­lung der Steu­er­pflicht durch Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung er­füllt sind nach:
Ar­ti­kel 20 und sei­nen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen;
Ar­ti­kel 20a und sei­nen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen; oder
dem im Ein­zel­fall an­wend­ba­ren in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men und den Aus­füh­rungs¬be­stim­mun­gen zu die­sem Ab­kom­men.6
3Wird über den Steu­er­pflich­ti­gen der Kon­kurs er­öff­net oder ver­legt er sei­nen Wohn­sitz oder Auf­ent­halt ins Aus­land, so be­wirkt dies die Fäl­lig­keit der Steu­er.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 4 des Un­ter­neh­mens­steu­er­re­form­ge­set­zes II vom 23. März 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 2893; BBl 2005 4733).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2019 433; BBl 2018 2325).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 30. Sept. 2016, in Kraft seit 15. Fe­br. 2017 (AS 2017 497; BBl 2015 5331 5365).
6. Un­ter­gang der Steu­er­for­de­rung
a. Ver­jäh­rung
1Die Steu­er­for­de­rung ver­jährt fünf Jah­re nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem sie ent­stan­den ist (Art. 12).
2Die Ver­jäh­rung be­ginnt nicht oder steht stil­le, so­lan­ge die Steu­er­for­de­rung si­cher­ge­stellt ist oder kei­ner der Zah­lungs­pflich­ti­gen im In­land Wohn­sitz hat.
3Die Ver­jäh­rung wird un­ter­bro­chen durch je­de An­er­ken­nung der Steu­er­for­de­rung von Sei­ten ei­nes Zah­lungs­pflich­ti­gen so­wie durch je­de auf Gel­tend­ma­chung des Steu­er­an­spruchs ge­rich­te­te Amts­hand­lung, die ei­nem Zah­lungs­pflich­ti­gen zur Kennt­nis ge­bracht wird; mit der Un­ter­bre­chung be­ginnt die Ver­jäh­rung von neu­em.
4Still­stand und Un­ter­bre­chung wir­ken ge­gen­über al­len Zah­lungs­pflich­ti­gen.
b. Er­lass
Die Steu­er­for­de­rung, die bei der Auf­wer­tung sa­nie­rungs­hal­ber ab­ge­schrie­be­ner Be­tei­li­gungs­rech­te oder bei der Ein­lö­sung an­läss­lich ei­ner Sa­nie­rung aus­ge­ge­be­ner Ge­nuss­schei­ne ent­stan­den ist, kann er­las­sen wer­den, so­weit der Steu­er­be­zug ei­ne of­fen­ba­re Här­te ge­gen den Emp­fän­ger der steu­er­ba­ren Leis­tung be­deu­ten wür­de.
IV. Mel­dung statt Steu­e­ren­t­rich­tung
1. Bei Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen
1Der Ver­si­che­rer hat sei­ne Steu­er­pflicht durch Mel­dung der steu­er­ba­ren Ver­si­che­rungs­leis­tung zu er­fül­len, so­fern nicht vor Aus­rich­tung der Leis­tung der Ver­si­che­rungs­neh­mer oder ein An­spruchs­be­rech­tig­ter bei ihm schrift­lich Ein­spruch ge­gen die Mel­dung er­ho­ben hat.
2Über­steigt die in­fol­ge des Ein­spruchs zu ent­rich­ten­de Steu­er die noch zu er­brin­gen­de Ver­si­che­rungs­leis­tung, so ist der Ein­spruch nur wirk­sam, wenn der Ein­spre­cher dem Ver­si­che­rer den Fehl­be­trag er­setzt.
3Die Mel­dun­gen sind in­nert 30 Ta­gen nach Ab­lauf je­des Mo­nats für die in die­sem Mo­nat er­brach­ten Leis­tun­gen schrift­lich der ESTV zu er­stat­ten.
2. Bei Ka­pi­tal­er­trä­gen
1Wür­de bei Ka­pi­tal­er­trä­gen die Steu­e­ren­t­rich­tung zu un­nö­ti­gen Um­trie­ben oder zu ei­ner of­fen­ba­ren Här­te füh­ren, so kann der steu­er­pflich­ti­gen Per­son ge­stat­tet wer­den, ih­re Steu­er­pflicht durch Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung zu er­fül­len.
2Der Bun­des­rat um­schreibt die Fäl­le, in de­nen das Mel­de­ver­fah­ren zu­läs­sig ist. Das Mel­de­ver­fah­ren ist ins­be­son­de­re bei Di­vi­den­den­aus­schüt­tun­gen und geld­wer­ten Leis­tun­gen im in­län­di­schen und grenz­über­schrei­ten­den Kon­zern­ver­hält­nis zu­zu­las­sen.
3In den Fäl­len nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2bis Buch­sta­ben a und b wird das Mel­de­ver­fah­ren un­ab­hän­gig da­von ge­währt, ob die Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung, das Ge­such um Be­wil­li­gung des Mel­de­ver­fah­rens oder die Gel­tend­ma­chung des An­spruchs auf ein Mel­de­ver­fah­ren recht­zei­tig er­folgt oder nicht.2
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. Sept. 2016, in Kraft seit 15. Fe­br. 2017 (AS 2017 497; BBl 2015 5331 5365).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2019 433; BBl 2018 2325).
3. Bei Na­tu­ral­ge­win­nen aus Geld­spie­len so­wie aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung
1Bei Na­tu­ral­ge­win­nen aus Geld­spie­len, die nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­ben i-iter DBG2 steu­er­frei sind, so­wie aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung, die nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­be j DBG steu­er­frei sind, hat die Ver­an­stal­te­rin die Steu­er­pflicht durch Mel­dung der steu­er­ba­ren Leis­tung zu er­fül­len.
2Die Mel­dung ist in­nert 90 Ta­gen nach Fäl­lig­keit des Ge­winns schrift­lich der ESTV zu er­stat­ten. Der Mel­dung ist ei­ne Wohn­sitz­be­stä­ti­gung der Ge­win­ne­rin oder des Ge­win­ners bei­zu­le­gen.
3Die ESTV lei­tet die Mel­dung an die Steu­er­be­hör­de des Wohn­sitz­kan­tons der Ge­win­ne­rin oder des Ge­win­ners wei­ter.
4Das Mel­de­ver­fah­ren wird auch dann ge­währt, wenn die Mel­dung nicht in­nert 90 Ta­gen nach Fäl­lig­keit des Ge­winns er­stat­tet wird.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 28. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2019 433; BBl 2018 2325).
Zweiter Abschnitt: Steuerrückerstattung
I. All­ge­mei­ne Vor­aus­set­zun­gen des An­spruchs
A. Rück­er­stat­tung der Steu­er auf Ka­pi­tal­er­trä­gen und auf Ge­win­nen aus Geld­spie­len so­wie aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung1
1Ein nach den Ar­ti­keln 22-28 Be­rech­tig­ter hat An­spruch auf Rück­er­stat­tung der ihm vom Schuld­ner ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er:
auf Ka­pi­tal­er­trä­gen: wenn er bei Fäl­lig­keit der steu­er­ba­ren Leis­tung das Recht zur Nut­zung des den steu­er­ba­ren Er­trag ab­wer­fen­den Ver­mö­gens­wer­tes be­sass;
auf Ge­win­nen aus Geld­spie­len, die nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­ben i-iter DBG3 steu­er­frei sind, und aus Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­len zur Ver­kaufs­för­de­rung, die nicht nach Ar­ti­kel 24 Buch­sta­be j DBG steu­er­frei sind: wenn er bei der Zie­hung Ei­gen­tü­mer des Lo­ses war oder ge­winn­be­rech­tig­ter Teil­neh­mer ist.
2Die Rück­er­stat­tung ist in al­len Fäl­len un­zu­läs­sig, in de­nen sie zu ei­ner Steuer­um­ge­hung füh­ren wür­de.
3Wo be­son­de­re Ver­hält­nis­se es recht­fer­ti­gen (Bör­sen­ge­schäf­te u. dgl.), kann die Ver­ord­nung die An­spruchs­be­rech­ti­gung ab­wei­chend von Ab­satz 1 re­geln.
II. Be­rech­tig­te
1. Na­tür­li­che Per­so­nen
a. An­spruch
1Na­tür­li­che Per­so­nen ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, wenn sie bei Fäl­lig­keit der steu­er­ba­ren Leis­tung im In­land Wohn­sitz hat­ten.
2Die Ver­ord­nung re­gelt den Rück­er­stat­tungs­an­spruch na­tür­li­cher Per­so­nen, die in­fol­ge blos­sen Auf­ent­halts zur Ent­rich­tung von Ein­kom­mens- oder Ver­mö­gens­steu­ern des Bun­des, ei­nes Kan­tons oder ei­ner Ge­mein­de ver­pflich­tet sind; sie kann, wo be­son­de­re Ver­hält­nis­se es recht­fer­ti­gen, die Rück­er­stat­tung auch für an­de­re Fäl­le vor­se­hen.
b. Ver­wir­kung
1Wer mit der Ver­rech­nungs­steu­er be­las­te­te Ein­künf­te oder Ver­mö­gen, wor­aus sol­che Ein­künf­te flies­sen, ent­ge­gen ge­setz­li­cher Vor­schrift der zu­stän­di­gen Steu­er­be­hör­de nicht an­gibt, ver­wirkt den An­spruch auf Rück­er­stat­tung der von die­sen Ein­künf­ten ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er.
2Die Ver­wir­kung tritt nicht ein, wenn die Ein­künf­te oder Ver­mö­gen in der Steu­er­er­klä­rung fahr­läs­sig nicht an­ge­ge­ben wur­den und in ei­nem noch nicht rechts­kräf­tig ab­ge­schlos­se­nen Ver­an­la­gungs-, Re­vi­si­ons- oder Nach­steu­er­ver­fah­ren:
nach­träg­lich an­ge­ge­ben wer­den; oder
von der Steu­er­be­hör­de aus ei­ge­ner Fest­stel­lung zu den Ein­künf­ten oder Ver­mö­gen hin­zu­ge­rech­net wer­den.
2. Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, Ge­schäfts­be­trie­be u. dgl.
1Der Bund, die Kan­to­ne und die Ge­mein­den so­wie ih­re An­stal­ten und Be­trie­be und die un­ter ih­rer Ver­wal­tung ste­hen­den Spe­zi­al­fonds ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, wenn der den steu­er­ba­ren Er­trag ab­wer­fen­de Ver­mö­gens­wert in der Rech­nung aus­ge­wie­sen ist.
2Ju­ris­ti­sche Per­so­nen und Han­dels­ge­sell­schaf­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, wenn sie bei Fäl­lig­keit der steu­er­ba­ren Leis­tung ih­ren Sitz im In­land hat­ten.
3Aus­län­di­sche Un­ter­neh­men, die für ih­re Ein­künf­te aus ei­ner in­län­di­schen Be­triebs­stät­te oder für de­ren Be­triebs­ver­mö­gen Kan­tons- oder Ge­mein­de­steu­ern zu ent­rich­ten ver­pflich­tet sind, ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der von den Ein­künf­ten aus die­sem Be­triebs­ver­mö­gen ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er.
4Aus­län­di­sche Kör­per­schaf­ten und An­stal­ten oh­ne Er­werbs­zweck ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, die von Ein­künf­ten aus Ver­mö­gen ab­ge­zo­gen wur­de, das aus­sch­liess­lich Kul­tus-, Un­ter­richts- oder an­dern ge­mein­nüt­zi­gen Zwe­cken des Aus­land­schwei­zer­tums dient.
5Die Ver­ord­nung re­gelt den Rück­er­stat­tungs­an­spruch von Stock­werk­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten so­wie von an­de­ren Per­so­nen­ver­ei­ni­gun­gen und Ver­mö­gens­mas­sen, die das Recht der Per­sön­lich­keit nicht er­langt ha­ben, aber über ei­ne ei­ge­ne Or­ga­ni­sa­ti­on ver­fü­gen und im In­land tä­tig sind oder ver­wal­tet wer­den.1
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Ju­ni 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2741; BBl 2000 634 4903). Sie fin­det erst­mals An­wen­dung auf die Rücker- stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er von steu­er­ba­ren Leis­tun­gen, die nach dem 31. Dez. 2000 fäl­lig wer­den (Ziff. II Abs. 2 der ge­nann­ten Änd.).
1Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, Han­dels­ge­sell­schaf­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit und aus­län­di­sche Un­ter­neh­men mit in­län­di­scher Be­triebs­stät­te (Art. 24 Abs. 2-4), wel­che die mit der Ver­rech­nungs­steu­er be­las­te­ten Ein­künf­te nicht ord­nungs­ge­mä­ss als Er­trag ver­bu­chen, ver­wir­ken den An­spruch auf Rück­er­stat­tung der von die­sen Ein­künf­ten ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er.
2Wo be­son­de­re Ver­hält­nis­se es recht­fer­ti­gen (Gra­tis­ak­ti­en u. dgl.), kann die Ver­ord­nung Aus­nah­men von dem in Ab­satz 1 auf­ge­stell­ten Er­for­der­nis der Ver­bu­chung als Er­trag zu­las­sen.
3. Kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen
Die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge, wel­che die Ver­rech­nungs­steu­er auf den Er­trä­gen von An­tei­len an ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ge­mä­ss KAG2 ent­rich­tet (Art. 10 Abs. 2), hat für Rech­nung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge An­spruch auf Rück­er­stat­tung der zu ih­ren Las­ten ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er; Ar­ti­kel 25 fin­det sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.
4. Aus­län­di­sche In­ha­ber von An­tei­len an kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen
Aus­län­di­sche In­ha­ber von An­tei­len an ei­ner kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge ge­mä­ss KAG2 ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der von den Er­trä­gen die­ser An­tei­le ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er, so­fern die­se Er­trä­ge zu min­des­tens 80 Pro­zent von aus­län­di­schen Quel­len ent­stam­men.
5. Aus­län­di­sche Staa­ten, in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­tio­nen, Di­plo­ma­ten u. dgl.
1Aus­län­di­sche Staa­ten ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, so­weit die­se auf Zin­sen von Gut­ha­ben ab­ge­zo­gen wur­de, die sie aus­sch­liess­lich für die Be­dürf­nis­se ih­rer di­plo­ma­ti­schen und kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tun­gen bei in­län­di­schen Ban­ken un­ter­hal­ten.
2Die ge­mä­ss dem Gast­staat­ge­setz vom 22. Ju­ni 20071 von der Steu­er­pflicht aus­ge­nom­me­nen Be­güns­tig­ten ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er, wenn sie bei Fäl­lig­keit der steu­er­ba­ren Leis­tung nach ge­setz­li­cher Vor­schrift, Ver­trags­recht oder Übung von der Ent­rich­tung kan­to­na­ler Steu­ern auf Wert­pa­pie­ren und Bank­gut­ha­ben so­wie auf dem Er­trag sol­cher Wer­te be­freit wa­ren.2
3Hält ein aus­län­di­scher Staat nicht Ge­gen­recht, so wird ihm so­wie den An­ge­hö­ri­gen sei­ner di­plo­ma­ti­schen oder kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tun­gen die Rück­er­stat­tung ver­sagt.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 9 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).
III. Gel­tend­ma­chung des An­spruchs
1. An­trag
1Wer Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er be­an­sprucht, hat sie bei der zu­stän­di­gen Be­hör­de schrift­lich zu be­an­tra­gen.
2Der An­trag kann frü­he­s­tens nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem die steu­er­ba­re Leis­tung fäl­lig ge­wor­den ist, ge­stellt wer­den.
3Wo wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen (Be­en­di­gung der Steu­er­pflicht, Auf­lö­sung ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, Kon­kurs und der­glei­chen) oder wo be­son­de­re Här­ten es recht­fer­ti­gen, kann der An­trag vor­zei­tig ge­stellt wer­den.1
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 3 des BG vom 22. März 2013 über die for­mel­le Be­rei­ni­gung der zeit­li­chen Be­mes­sung der di­rek­ten Steu­ern bei den na­tür­li­chen Per­so­nen, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 2397; BBl 2011 3593).
2. Zu­stän­di­ge Be­hör­den
1Na­tür­li­che Per­so­nen ha­ben ih­ren An­trag auf Rück­er­stat­tung bei der Steu­er­be­hör­de des­je­ni­gen Kan­tons ein­zu­rei­chen, in dem sie am En­de des Ka­len­der­jah­res, in dem die steu­er­ba­re Leis­tung fäl­lig wur­de, Wohn­sitz hat­ten.1
2Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, Han­dels­ge­sell­schaf­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit und al­le sons­ti­gen in Ab­satz 1 nicht ge­nann­ten An­spruchs­be­rech­tig­ten ha­ben ih­ren An­trag bei der ESTV ein­zu­rei­chen.
3Wo die Ver­hält­nis­se es recht­fer­ti­gen, kann der Bun­des­rat die Zu­stän­dig­keit ab­wei­chend ord­nen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 3 des BG vom 15. Dez. 2000 zur Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung der Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren für die di­rek­ten Steu­ern im in­ter­kan­to­na­len Ver­hält­nis, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2001 1050; BBl 2000 3898).
IV. Be­frie­di­gung des An­spruchs
1Die Kan­to­ne be­frie­di­gen den An­spruch in der Re­gel bis zur Hö­he der vom An­trag­stel­ler zu ent­rich­ten­den Kan­tons- und Ge­mein­de­steu­ern in Form der Ver­rech­nung, für den Über­schuss durch Rück­er­stat­tung in bar; sie kön­nen in ih­ren Voll­zugs­vor­schrif­ten die vol­le Rück­er­stat­tung in bar vor­se­hen.
2Die Kan­tons- und Ge­mein­de­steu­ern, mit wel­chen die Ver­rech­nungs­steu­er ge­mä­ss Ab­satz 1 zu ver­rech­nen ist, wer­den in den kan­to­na­len Voll­zugs­vor­schrif­ten be­zeich­net.
3Wird der An­trag auf Rück­er­stat­tung mit der kan­to­na­len Steu­er­er­klä­rung oder, wenn kei­ne sol­che ein­zu­rei­chen ist, in­nert ei­ner vom Kan­ton zu be­stim­men­den Frist ge­stellt, so wird mit den im glei­chen Jahr zu ent­rich­ten­den Kan­tons- oder Ge­mein­de­steu­ern ver­rech­net.
4Die zu ver­rech­nen­den oder zu­rück­zu­er­stat­ten­den Be­trä­ge wer­den nicht ver­zinst.
V. Un­ter­gang des An­spruchs in­fol­ge Zeita­blaufs
1Der An­spruch auf Rück­er­stat­tung er­lischt, wenn der An­trag nicht in­nert drei Jah­ren nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem die steu­er­ba­re Leis­tung fäl­lig ge­wor­den ist, ge­stellt wird.
2Wird die Ver­rech­nungs­steu­er erst auf Grund ei­ner Be­an­stan­dung der ESTV ent­rich­tet und über­wälzt, und ist die Frist ge­mä­ss Ab­satz 1 be­reits ab­ge­lau­fen oder ver­blei­ben von der Ent­rich­tung der Steu­er bis zu ih­rem Ab­lauf nicht min­des­tens 60 Ta­ge, so be­ginnt mit der Ent­rich­tung der Steu­er ei­ne neue Frist von 60 Ta­gen zur Ein­rei­chung des An­tra­ges.
B. Rück­er­stat­tung der Steu­er auf Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen
1Der Emp­fän­ger der um die Ver­rech­nungs­steu­er ge­kürz­ten Ver­si­che­rungs­leis­tung hat An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Steu­er, wenn er die Ab­zugs­be­schei­ni­gung des Ver­si­che­rers (Art. 14 Abs. 2) bei­bringt und al­le An­ga­ben ver­mit­telt, die zur Gel­tend­ma­chung der mit der Ver­si­che­rung zu­sam­men­hän­gen­den Steu­er­an­sprü­che des Bun­des und der Kan­to­ne er­for­der­lich sind.
2Wer Rück­er­stat­tung be­an­sprucht, hat sie bei der ESTV schrift­lich zu be­an­tra­gen; der An­spruch er­lischt, wenn der An­trag nicht in­nert drei Jah­ren nach Ab­lauf des Ka­len­der­jah­res, in dem die Ver­si­che­rungs­leis­tung er­bracht wor­den ist, ge­stellt wird.
3Die Ar­ti­kel 31 Ab­satz 4 und 32 Ab­satz 2 fin­den An­wen­dung.
Dritter Abschnitt: Behörden und Verfahren
I. Or­ga­ni­sa­ti­on
1. ESTV
1Die ESTV er­lässt für die Er­he­bung und Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er al­le Wei­sun­gen, Ver­fü­gun­gen und Ent­schei­de, die nicht aus­drück­lich ei­ner an­dern Be­hör­de vor­be­hal­ten sind.
2So­weit die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er den Kan­to­nen über­tra­gen ist, sorgt die ESTV für die gleich­mäs­si­ge Hand­ha­bung der Bun­des­vor­schrif­ten.
2. Kan­to­na­le Be­hör­den
1Or­ga­ni­sa­ti­on und Amts­füh­rung der mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­trau­ten kan­to­na­len Be­hör­den wer­den, so­weit das Bun­des­recht nichts an­de­res be­stimmt, durch das kan­to­na­le Recht ge­re­gelt.
2Je­der Kan­ton be­stellt ei­ne von der Ver­wal­tung un­ab­hän­gi­ge Re­kurs­kom­mis­si­on.
3Die Kan­to­ne be­stim­men in ih­ren Voll­zugs­vor­schrif­ten die Amts­stel­len, de­nen die Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er ob­liegt (Ver­rech­nungs­steu­eräm­ter).
4Die kan­to­na­len Voll­zugs­vor­schrif­ten zu die­sem Ge­set­ze sind dem Bund1 zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten.
1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. III des BG vom 15. Dez. 1989 über die Ge­neh­mi­gung kan­to­na­ler Er­las­se durch den Bund, in Kraft seit 1. Fe­br. 1991 (AS 1991 362; BBl 1988 II 1333).
II. Amts­hil­fe
1Die Steu­er­be­hör­den der Kan­to­ne, Be­zir­ke, Krei­se und Ge­mein­den und die ESTV un­ter­stüt­zen sich ge­gen­sei­tig in der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­be; sie ha­ben sich kos­ten­los die zweck­dien­li­chen Mel­dun­gen zu er­stat­ten, die be­nö­tig­ten Aus­künf­te zu er­tei­len und in amt­li­che Ak­ten Ein­sicht zu ge­wäh­ren.
2Die Ver­wal­tungs­be­hör­den des Bun­des und die an­dern als die in Ab­satz 1 ge­nann­ten Be­hör­den der Kan­to­ne, Be­zir­ke, Krei­se und Ge­mein­den sind ge­gen­über der ESTV aus­kunfts­pflich­tig, so­fern die ver­lang­ten Aus­künf­te für die Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes von Be­deu­tung sein kön­nen. Ei­ne Aus­kunft darf nur ver­wei­gert wer­den, so­weit ihr we­sent­li­che öf­fent­li­che In­ter­es­sen, ins­be­son­de­re die in­ne­re oder äus­se­re Si­cher­heit des Bun­des oder der Kan­to­ne ent­ge­gen­ste­hen, oder die Aus­kunft die an­ge­gan­ge­ne Be­hör­de in der Durch­füh­rung ih­rer Auf­ga­be we­sent­lich be­ein­träch­ti­gen wür­de. Das Post-, Te­le­fon- und Te­le­gra­fen­ge­heim­nis ist zu wah­ren.
3An­stän­de über die Aus­kunfts­pflicht von Ver­wal­tungs­be­hör­den des Bun­des ent­schei­det der Bun­des­rat, An­stän­de über die Aus­kunfts­pflicht von Be­hör­den der Kan­to­ne, Be­zir­ke, Krei­se und Ge­mein­den, so­fern die kan­to­na­le Re­gie­rung das Aus­kunfts­be­geh­ren ab­ge­lehnt hat, das Bun­des­ge­richt (Art. 110 ff. des Bun­des­rechts­pfle­ge­ge­set­zes vom 16. Dez. 19431).
4Die mit öf­fent­lich-recht­li­chen Auf­ga­ben be­trau­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen sind im Rah­men die­ser Auf­ga­ben gleich den Be­hör­den zur Aus­kunft ver­pflich­tet; Ab­satz 3 fin­det sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.
1 [BS 3 531; AS 1948 485 Art. 86, 1955 871 Art. 118, 1959 902, 1969 737 Art. 80 Bst. b 767, 1977 237 Ziff. II 3 862 Art. 52 Ziff. 2 1323 Ziff. III, 1978 688 Art. 88 Ziff. 3 1450, 1979 42, 1980 31 Ziff. IV 1718 Art. 52 Ziff. 2 1819 Art. 12 Abs. 1, 1982 1676 An­hang Ziff. 13, 1983 1886 Art. 36 Ziff. 1, 1986 926 Art. 59 Ziff. 1, 1987 226 Ziff. II 1 1665 Ziff. II, 1988 1776 An­hang Ziff. II 1, 1989 504 Art. 33 Bst. a, 1990 938 Ziff. III Abs. 5, 1992 288, 1993 274 Art. 75 Ziff. 1 1945 An­hang Ziff. 1, 1995 1227 An­hang Ziff. 3 4093 An­hang Ziff. 4, 1996 508 Art. 36 750 Art. 17 1445 An­hang Ziff. 2 1498 An­hang Ziff. 2, 1997 1155 An­hang Ziff. 6 2465 An­hang Ziff. 5, 1998 2847 An­hang Ziff. 3 3033 An­hang Ziff. 2, 1999 1118 An­hang Ziff. 1 3071 Ziff. I 2, 2000 273 An­hang Ziff. 6 416 Ziff. I 2 505 Ziff. I 1 2355 An­hang Ziff. 1 2719, 2001 114 Ziff. I 4 894 Art. 40 Ziff. 3 1029 Art. 11 Abs. 2, 2002 863 Art. 35 1904 Art. 36 Ziff. 1 2767 Ziff. II 3988 An­hang Ziff. 1, 2003 2133 An­hang Ziff. 7 3543 An­hang Ziff. II 4 Bst. a 4557 An­hang Ziff. II 1, 2004 1985 An­hang Ziff. II 1 4719 An­hang Ziff. II 1, 2005 5685 An­hang Ziff. 7. AS 2006 1205 Art. 131 Abs. 1]. Sie­he heu­te das Bun­des­ge­richts­ge­setz vom 17. Ju­ni 2005 (SR 173.110).
IIa. Da­ten­be­ar­bei­tung
1Die ESTV be­treibt zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz ein In­for­ma­ti­ons­sys­tem. Die­ses kann be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten über ad­mi­nis­tra­ti­ve und straf­recht­li­che Sank­tio­nen ent­hal­ten, die steu­er­recht­lich we­sent­lich sind.
2Die ESTV und die Be­hör­den nach Ar­ti­kel 36 Ab­satz 1 ge­ben ein­an­der die Da­ten wei­ter, die für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben dien­lich sein kön­nen. Die Be­hör­den nach Ar­ti­kel 36 Ab­sät­ze 2 und 4 ge­ben der ESTV die Da­ten wei­ter, die für die Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes von Be­deu­tung sein kön­nen.
3Die Da­ten wer­den ein­zeln, auf Lis­ten oder auf elek­tro­ni­schen Da­ten­trä­gern über­mit­telt. Sie kön­nen auch mit­tels ei­nes Ab­ruf­ver­fah­rens zu­gäng­lich ge­macht wer­den. Die­se Amts­hil­fe ist kos­ten­los.
4Per­so­nen­da­ten und die zu ih­rer Be­ar­bei­tung ver­wen­de­ten Ein­rich­tun­gen wie Da­ten­trä­ger, EDV-Pro­gram­me und Pro­gramm­do­ku­men­ta­tio­nen sind vor un­be­fug­tem Ver­wen­den, Ver­än­dern oder Zer­stö­ren so­wie vor Dieb­stahl zu schüt­zen.
5Der Bun­des­rat kann Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen er­las­sen, ins­be­son­de­re über die Or­ga­ni­sa­ti­on und den Be­trieb des In­for­ma­ti­ons­sys­tems, über die Ka­te­go­ri­en der zu er­fas­sen­den Da­ten, über die Zu­griffs- und Be­ar­bei­tungs­be­rech­ti­gung, über die Auf­be­wah­rungs­dau­er so­wie die Ar­chi­vie­rung und Ver­nich­tung der Da­ten.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. VI 2 des BG vom 24. März 2000 über die Schaf­fung und die An­pas­sung ge­setz­li­cher Grund­la­gen für die Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten, in Kraft seit 1. Sept. 2000 (AS 2000 1891; BBl 1999 9005).
III. Schwei­ge­pflicht
1Wer mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­traut ist oder da­zu bei­ge­zo­gen wird, hat ge­gen­über an­dern Amts­stel­len und Pri­va­ten über die in Aus­übung sei­nes Am­tes ge­mach­ten Wahr­neh­mun­gen Still­schwei­gen zu be­wah­ren und den Ein­blick in amt­li­che Ak­ten zu ver­wei­gern.
2Kei­ne Ge­heim­hal­tungs­pflicht be­steht:
bei Leis­tung von Amts­hil­fe nach Ar­ti­kel 36 Ab­satz 1 und bei Er­fül­lung ei­ner Pflicht zur An­zei­ge straf­ba­rer Hand­lun­gen;
ge­gen­über Or­ga­nen der Rechts­pfle­ge und der Ver­wal­tung, die vom Bun­des­rat all­ge­mein oder vom Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment1 im Ein­zel­fal­le zur Ein­ho­lung amt­li­cher Aus­künf­te bei den mit dem Voll­zug die­ses Ge­set­zes be­trau­ten Be­hör­den er­mäch­tigt wor­den sind.
I. Steu­e­rer­he­bung
1. An­mel­dung als Steu­er­pflich­ti­ger; Selbst­ver­an­la­gung
1Wer auf Grund die­ses Ge­set­zes steu­er­pflich­tig wird, hat sich un­auf­ge­for­dert bei der ESTV an­zu­mel­den.
2Der Steu­er­pflich­ti­ge hat der ESTV bei Fäl­lig­keit der Steu­er (Art. 16) un­auf­ge­for­dert die vor­ge­schrie­be­ne Ab­rech­nung mit den Be­le­gen ein­zu­rei­chen und gleich­zei­tig die Steu­er zu ent­rich­ten oder die an ih­re Stel­le tre­ten­de Mel­dung (Art. 19 und 20) zu er­stat­ten.
3Für Mel­de­ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 20a Ab­satz 1 ist die Mel­dung in­nert 90 Ta­gen nach Fäl­lig­keit der steu­er­ba­ren Leis­tung zu­sam­men mit den Be­le­gen und ei­ner Wohn­sitz­be­stä­ti­gung der Ge­win­ne­rin oder des Ge­win­ners zu er­stat­ten.1
2. Aus­kunfts­pflicht
1Der Steu­er­pflich­ti­ge hat der ESTV über al­le Tat­sa­chen, die für die Steu­er­pflicht oder für die Steu­er­be­mes­sung von Be­deu­tung sein kön­nen, nach bes­tem Wis­sen und Ge­wis­sen Aus­kunft zu er­tei­len; er hat ins­be­son­de­re:
Steu­er­ab­rech­nun­gen, Steu­er­er­klä­run­gen und Fra­ge­bo­gen voll­stän­dig und ge­nau aus­zu­fül­len;
sei­ne Ge­schäfts­bü­cher ord­nungs­ge­mä­ss zu füh­ren und sie, die Be­le­ge und an­de­re Ur­kun­den auf Ver­lan­gen bei­zu­brin­gen.
2Die Be­strei­tung der Pflicht, die Ver­rech­nungs­steu­er zu ent­rich­ten oder ei­ne an ih­re Stel­le tre­ten­de Mel­dung zu er­stat­ten, ent­bin­det nicht von der Aus­kunfts­pflicht.
3Wird die Aus­kunfts­pflicht be­strit­ten, so trifft die ESTV ei­ne Ver­fü­gung.1
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 60 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
3. Über­prü­fung
1Die Er­fül­lung der Pflicht zur An­mel­dung als Steu­er­pflich­ti­ger, die Steu­er­ab­rech­nun­gen und -ab­lie­fe­run­gen so­wie die Er­fül­lung der Mel­de­pflicht ge­mä­ss den Ar­ti­keln 19 und 20 wer­den durch die ESTV über­prüft.
2Die ESTV kann zur Ab­klä­rung des Sach­ver­halts die Ge­schäfts­bü­cher, die Be­le­ge und an­de­re Ur­kun­den des Steu­er­pflich­ti­gen an Ort und Stel­le prü­fen.
3Er­gibt sich, dass der Steu­er­pflich­ti­ge sei­nen ge­setz­li­chen Pflich­ten nicht nach­ge­kom­men ist, so ist ihm Ge­le­gen­heit zu ge­ben, zu den er­ho­be­nen Aus­set­zun­gen Stel­lung zu neh­men.
4Lässt sich der An­stand nicht er­le­di­gen, so trifft die ESTV einen Ent­scheid.
5Die an­läss­lich ei­ner Prü­fung ge­mä­ss Ab­satz 1 oder 2 bei ei­ner Bank oder Spar­kas­se im Sin­ne des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19341, bei der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank oder bei ei­ner Pfand­brief­zen­tra­le ge­mach­ten Fest­stel­lun­gen dür­fen aus­sch­liess­lich für die Durch­füh­rung der Ver­rech­nungs­steu­er ver­wen­det wer­den. Das Bank­ge­heim­nis ist zu wah­ren.
4. Ent­schei­de der ESTV
Die ESTV trifft al­le Ver­fü­gun­gen und Ent­schei­de, wel­che die Er­he­bung der Ver­rech­nungs­steu­er not­wen­dig macht; sie trifft einen Ent­scheid ins­be­son­de­re dann, wenn:
die Steu­er­for­de­rung, die Mit­haf­tung oder die Über­wäl­zungs­pflicht be­strit­ten wird;
für einen be­stimm­ten Fall vor­sorg­lich die amt­li­che Fest­stel­lung der Steu­er­pflicht, der Grund­la­gen der Steu­er­be­rech­nung, der Mit­haf­tung oder der Über­wäl­zungs­pflicht be­an­tragt wird;
der Steu­er­pflich­ti­ge oder Mit­haf­ten­de die ge­mä­ss Ab­rech­nung ge­schul­de­te Steu­er nicht ent­rich­tet.
5. Ein­spra­che1
1Ver­fü­gun­gen und Ent­schei­de der ESTV kön­nen in­nert 30 Ta­gen nach der Er­öff­nung mit Ein­spra­che an­ge­foch­ten wer­den.
2Die Ein­spra­che ist schrift­lich bei der ESTV ein­zu­rei­chen; sie hat einen be­stimm­ten An­trag zu ent­hal­ten und die zu sei­ner Be­grün­dung die­nen­den Tat­sa­chen an­zu­ge­ben.
3Ist gül­tig Ein­spra­che er­ho­ben wor­den, so hat die ESTV die Ver­fü­gung oder den Ent­scheid oh­ne Bin­dung an die ge­stell­ten An­trä­ge zu über­prü­fen.
4Das Ein­spra­che­ver­fah­ren ist trotz Rück­zug der Ein­spra­che wei­ter­zu­füh­ren, wenn An­halts­punk­te da­für vor­lie­gen, dass die Ver­fü­gung oder der Ent­scheid dem Ge­setz nicht ent­spricht.
5Der Ein­spra­cheent­scheid ist zu be­grün­den und hat ei­ne Rechts­mit­tel­be­leh­rung zu ent­hal­ten.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 28 des BG vom 4. Okt. 1991 (AS 1992 288; BBl 1991 II 465). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 60 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 60 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
6. Kos­ten
1Im Ver­an­la­gungs- und im Ein­spra­che­ver­fah­ren wer­den in der Re­gel kei­ne Kos­ten be­rech­net.
2Oh­ne Rück­sicht auf den Aus­gang des Ver­fah­rens kön­nen Kos­ten von Un­ter­su­chungs­mass­nah­men demje­ni­gen auf­er­legt wer­den, der sie schuld­haft ver­ur­sacht hat.
7. Zwangs­voll­stre­ckung
a. Be­trei­bung
1Wird der An­spruch auf Steu­ern, Zin­sen und Kos­ten auf Mah­nung hin nicht be­frie­digt, so ist Be­trei­bung ein­zu­lei­ten; vor­be­hal­ten bleibt die Ein­ga­be in ei­nem Kon­kurs.
2Ist die Steu­er­for­de­rung noch nicht rechts­kräf­tig fest­ge­setzt und wird sie be­strit­ten, so un­ter­bleibt ih­re end­gül­ti­ge Kol­lo­ka­ti­on, bis ein rechts­kräf­ti­ger Steu­e­rent­scheid vor­liegt.
b. Über­gang der Rück­griffs­an­sprü­che1
1Fällt der Steu­er­pflich­ti­ge in Kon­kurs oder wird in ei­ner ge­gen ihn ge­rich­te­ten Be­trei­bung das Pfän­dungs­be­geh­ren ge­stellt, be­vor er sei­ner Pflicht zur Steu­er­über­wäl­zung nach­ge­kom­men ist, so ge­hen die ihm zu­ste­hen­den Rück­griffs­an­sprü­che bis zur Hö­he der noch nicht be­zahl­ten Steu­er auf den Bund über.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 16. Dez. 1994, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1995 1227; BBl 1991 III 1).
2 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 12 des BG vom 16. Dez. 1994, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1995 1227; BBl 1991 III 1).
c. Si­cher­stel­lung
1Die ESTV kann Steu­ern, Zin­sen und Kos­ten, auch wenn sie we­der rechts­kräf­tig fest­ge­setzt noch fäl­lig sind, si­cher­stel­len las­sen, wenn:
der Be­zug als ge­fähr­det er­scheint;
der Zah­lungs­pflich­ti­ge kei­nen Wohn­sitz in der Schweiz hat oder An­stal­ten trifft, den Wohn­sitz in der Schweiz auf­zu­ge­ben oder sich im Han­dels­re­gis­ter lö­schen zu las­sen;
der Zah­lungs­pflich­ti­ge mit der Zah­lung der Steu­er in Ver­zug ist oder wie­der­holt in Ver­zug war.
2Die Si­cher­stel­lungs­ver­fü­gung hat den Rechts­grund der Si­cher­stel­lung, den si­cher­zu­stel­len­den Be­trag und die Stel­le, wel­che die Si­cher­hei­ten ent­ge­gen­nimmt, an­zu­ge­ben. Wird die Si­cher­stel­lung auf­grund von Ab­satz 1 Buch­sta­be a oder b an­ge­ord­net, so gilt die Si­cher­stel­lungs­ver­fü­gung als Ar­rest­be­fehl im Sin­ne von Ar­ti­kel 274 des Bun­des­ge­set­zes über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs1; die Ein­spra­che ge­gen den Ar­rest­be­fehl ist aus­ge­schlos­sen.2
3Ge­gen Si­cher­stel­lungs­ver­fü­gun­gen der ESTV kann beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den.3
4Be­schwer­den ge­gen Si­cher­stel­lungs­ver­fü­gun­gen ha­ben kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.4
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 12 des BG vom 16. Dez. 1994, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1995 1227; BBl 1991 III 1).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 60 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 28 des BG vom 4. Okt. 1991 (AS 1992 288; BBl 1991 II 465). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 60 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 28 des BG vom 4. Okt. 1991 (AS 1992 288; BBl 1991 II 465). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 60 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
II. Steu­er­rück­er­stat­tung
a. Pflich­ten des An­trag­stel­lers
1Wer Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er ver­langt, hat der zu­stän­di­gen Be­hör­de über al­le Tat­sa­chen, die für den Rück­er­stat­tungs­an­spruch von Be­deu­tung sein kön­nen, nach bes­tem Wis­sen und Ge­wis­sen Aus­kunft zu er­tei­len; er hat ins­be­son­de­re:
die An­trags­for­mu­la­re und Fra­ge­bo­gen voll­stän­dig und ge­nau aus­zu­fül­len;
auf Ver­lan­gen Steu­er­ab­zugs­be­schei­ni­gun­gen (Art. 14 Abs. 2) zu be­schaf­fen und Ge­schäfts­bü­cher, Be­le­ge und an­de­re Ur­kun­den bei­zu­brin­gen.
2Kommt der An­trag­stel­ler sei­nen Aus­kunfts­pflich­ten nicht nach und kann der Rück­er­stat­tungs­an­spruch oh­ne die von der Be­hör­de ver­lang­ten Aus­künf­te nicht ab­ge­klärt wer­den, so wird der An­trag ab­ge­wie­sen.
b. Pflich­ten Drit­ter
1Der Aus­stel­ler ei­ner Steu­er­ab­zugs­be­schei­ni­gung ist ver­pflich­tet, dem An­trag­stel­ler auf sein Ver­lan­gen zu­han­den der zu­stän­di­gen Be­hör­de er­gän­zen­de schrift­li­che Aus­künf­te zu er­tei­len.
2Mit­ge­sell­schaf­ter, Mit­ei­gen­tü­mer und Ge­samt­hän­der sind ver­pflich­tet, der zu­stän­di­gen Be­hör­de auf Ver­lan­gen über das Rechts­ver­hält­nis, das sie mit dem An­trag­stel­ler ver­bin­det, ins­be­son­de­re über sei­ne An­tei­le, An­sprü­che und Be­zü­ge, Aus­kunft zu er­tei­len.
3Be­strei­tet der Drit­te sei­ne Aus­kunfts­pflicht, so trifft die Be­hör­de ei­ne Ver­fü­gung, die mit Ein­spra­che und Be­schwer­de an­ge­foch­ten wer­den kann.
c. Über­prü­fung
1Die zu­stän­di­ge Be­hör­de ist be­fugt, die vom An­trag­stel­ler oder ge­mä­ss Ar­ti­kel 49 Ab­satz 2 von Drit­ten er­teil­ten Aus­künf­te an Ort und Stel­le nach­zu­prü­fen und da­bei in die Bü­cher und Be­le­ge so­wie in an­de­re Ur­kun­den Ein­blick zu neh­men.
2Die ESTV ist über­dies be­fugt, die Steu­er­ab­zugs­be­schei­ni­gun­gen (Art. 14 Abs. 2) und die sie er­gän­zen­den Aus­künf­te (Art. 49 Abs. 1) beim Aus­stel­ler zu über­prü­fen. Ar­ti­kel 40 Ab­satz 5 fin­det An­wen­dung.
3Die kan­to­na­len Be­hör­den kön­nen im Üb­ri­gen von den ih­nen als Ver­an­la­gungs­be­hör­de ein­ge­räum­ten Be­fug­nis­sen Ge­brauch ma­chen.
2. Rück­er­stat­tung durch den Bund
1Ent­spricht die ESTV ei­nem An­trag nicht oder nur teil­wei­se, und lässt sich der An­stand nicht auf an­de­re Wei­se er­le­di­gen, so trifft sie einen Ent­scheid.
2Die nicht auf ei­nem Ent­scheid nach Ab­satz 1 be­ru­hen­de Rück­er­stat­tung steht un­ter dem Vor­be­halt ei­ner spä­te­ren Nach­prü­fung des An­spruchs; nach Ab­lauf von drei Jah­ren seit Ge­wäh­rung der Rück­er­stat­tung ist die Nach­prü­fung nur noch in Ver­bin­dung mit ei­nem Straf­ver­fah­ren zu­läs­sig.
3Er­gibt die Nach­prü­fung, dass die Rück­er­stat­tung zu Un­recht ge­währt wor­den ist, und ver­wei­gern der An­trag­stel­ler, sei­ne Er­ben oder die Mit­haf­ten­den die Wie­der­ein­zah­lung, so trifft die ESTV einen auf Wie­der­ein­zah­lung lau­ten­den Ent­scheid.
4Die Ar­ti­kel 42-44 über das Ein­spra­che- und Be­schwer­de­ver­fah­ren und die Ver­fah­rens­kos­ten so­wie, im Fal­le von Ab­satz 3, auch die Ar­ti­kel 45 und 47 über Be­trei­bung und Si­cher­stel­lung fin­den sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.
3. Rück­er­stat­tung durch den Kan­ton
a. Ent­scheid des Ver­rech­nungs­steu­er­am­tes
1Das kan­to­na­le Ver­rech­nungs­steu­er­amt prüft die bei ihm ein­ge­reich­ten An­trä­ge, un­ter­sucht den Sach­ver­halt und trifft al­le Mass­nah­men, wel­che die rich­ti­ge Er­mitt­lung des Rück­er­stat­tungs­an­spruchs nö­tig macht.
2Nach Ab­schluss sei­ner Un­ter­su­chung trifft das Ver­rech­nungs­steu­er­amt einen Ent­scheid über den Rück­er­stat­tungs­an­spruch; der Ent­scheid kann mit der Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung ver­bun­den wer­den.
3Wird dem Rück­er­stat­tungs­an­trag nicht oder nicht in vol­lem Um­fan­ge ent­spro­chen, so ist der Ent­scheid kurz zu be­grün­den.
4Die vom Ver­rech­nungs­steu­er­amt be­wil­lig­te Rück­er­stat­tung steht un­ter dem Vor­be­halt ei­ner Über­prü­fung des An­spruchs durch die ESTV ge­mä­ss Ar­ti­kel 57.
b. Ein­spra­che
1Ge­gen den Ent­scheid des kan­to­na­len Ver­rech­nungs­steu­er­am­tes kann in­nert 30 Ta­gen nach der Er­öff­nung bei die­ser Amts­stel­le schrift­lich Ein­spra­che er­ho­ben wer­den.
2Auf das Ein­spra­che­ver­fah­ren fin­den die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 42 und 44 sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.
3Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 55.
c. Be­schwer­de an die kan­to­na­le Re­kurs­kom­mis­si­on
1Ge­gen den Ein­spra­cheent­scheid des kan­to­na­len Ver­rech­nungs­steu­er­am­tes kann in­nert 30 Ta­gen nach der Er­öff­nung bei der kan­to­na­len Re­kurs­kom­mis­si­on schrift­lich Be­schwer­de er­ho­ben wer­den; die Be­schwer­de hat einen be­stimm­ten An­trag zu ent­hal­ten und die zu sei­ner Be­grün­dung die­nen­den Tat­sa­chen an­zu­ge­ben. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 55.
2Die Re­kurs­kom­mis­si­on trifft die er­for­der­li­chen Un­ter­su­chungs­mass­nah­men; die Ar­ti­kel 48-50 fin­den sinn­ge­mäs­se An­wen­dung.
3Der ESTV ist Ge­le­gen­heit zu ge­ben, am Ver­fah­ren teil­zu­neh­men und An­trä­ge zu stel­len.
4Das Be­schwer­de­ver­fah­ren ist trotz Rück­zug der Be­schwer­de wei­ter­zu­füh­ren, wenn An­halts­punk­te da­für vor­lie­gen, dass der Ent­scheid dem Ge­setz nicht ent­spricht, oder wenn die Eid­ge­nös­si­sche oder die kan­to­na­le Steu­er­ver­wal­tung An­trä­ge ge­stellt hat und auf­recht­er­hält.
5Die Re­kurs­kom­mis­si­on trifft den Be­schwer­de­ent­scheid auf Grund des Er­geb­nis­ses ih­rer Un­ter­su­chung oh­ne Bin­dung an die ge­stell­ten An­trä­ge.
6Der Be­schwer­de­ent­scheid ist zu be­grün­den und hat ei­ne Rechts­mit­tel­be­leh­rung zu ent­hal­ten; er ist den von ihm un­mit­tel­bar Be­trof­fe­nen so­wie der kan­to­na­len und der ESTV schrift­lich zu er­öff­nen.
d. Er­gän­zen­des kan­to­na­les Recht
Der Kan­ton kann in sei­nen Voll­zugs­vor­schrif­ten be­stim­men, dass sich das Ein­spra­che­ver­fah­ren und das Ver­fah­ren vor der kan­to­na­len Re­kurs­kom­mis­si­on nach den für die An­fech­tung und Über­prü­fung der Steu­er­ver­an­la­gung mass­ge­ben­den kan­to­na­len Ver­fah­rens­vor­schrif­ten (ein­sch­liess­lich der Fris­ten) rich­tet, wenn der Ent­scheid über den Rück­er­stat­tungs­an­spruch mit ei­ner Ver­an­la­gungs­ver­fü­gung ver­bun­den wor­den ist.
e. Be­schwer­de an das Bun­des­ge­richt
Der Ent­scheid der kan­to­na­len Re­kurs­kom­mis­si­on kann durch Be­schwer­de beim Bun­des­ge­richt an­ge­foch­ten wer­den.
C. Ab­rech­nung zwi­schen Bund und Kan­to­nen
I. Rech­nung­stel­lung; Über­prü­fung; Kür­zung
1Die Kan­to­ne stel­len dem Bund Rech­nung über die von ih­nen zu­rück­er­stat­te­ten Ver­rech­nungs­steu­ern.
2Die ESTV über­prüft die Ab­rech­nun­gen der Kan­to­ne; sie kann da­bei in al­le mass­ge­ben­den Un­ter­la­gen der Kan­to­ne, Be­zir­ke, Krei­se und Ge­mein­den Ein­sicht neh­men, im Ein­zel­fal­le wei­te­re Un­ter­su­chungs­mass­nah­men an­ord­nen oder von den Un­ter­su­chungs­be­fug­nis­sen ei­nes Ver­rech­nungs­steu­er­am­tes sel­ber Ge­brauch ma­chen.
3Er­gibt die Über­prü­fung, dass die vom Ver­rech­nungs­steu­er­amt ge­währ­te Rück­er­stat­tung zu Un­recht er­folgt ist, so ord­net die ESTV vor­sorg­lich ei­ne ent­spre­chen­de Kür­zung des Be­tra­ges an, den der Kan­ton mit ei­ner der nächs­ten Ab­rech­nun­gen be­an­sprucht.
4Nach Ab­lauf von drei Jah­ren seit En­de des Ka­len­der­jah­res, in dem der Ent­scheid des Ver­rech­nungs­steu­er­am­tes über die Rück­er­stat­tung rechts­kräf­tig ge­wor­den ist, kann die Kür­zung nur noch in Ver­bin­dung mit ei­nem Straf­ver­fah­ren an­ge­ord­net wer­den.
II. Fol­gen der Kür­zung
1Ist ge­mä­ss Ar­ti­kel 57 Ab­satz 3 vor­sorg­lich ei­ne Kür­zung an­ge­ord­net wor­den, so kann das kan­to­na­le Ver­rech­nungs­steu­er­amt von demje­ni­gen, der in den Ge­nuss der be­an­stan­de­ten Rück­er­stat­tung ge­langt ist, de­ren Rück­leis­tung ver­lan­gen; der Rück­leis­tungs­an­spruch des Kan­tons er­lischt, wenn er nicht in­nert sechs Mo­na­ten seit Er­öff­nung der vor­sorg­li­chen Kür­zung durch Ent­scheid gel­tend ge­macht wird.
2Ge­gen den Ent­scheid über die Rück­leis­tungs­pflicht kann der Be­trof­fe­ne in­nert 30 Ta­gen seit der Er­öff­nung bei der kan­to­na­len Re­kurs­kom­mis­si­on Be­schwer­de er­he­ben; die Ar­ti­kel 54 und 56 fin­den An­wen­dung.
3Stellt der Be­schwer­de­ent­scheid fest, dass kei­ne Rück­leis­tungs­pflicht be­steht, so fällt die vor­sorg­li­che Kür­zung da­hin; schützt er den Rück­leis­tungs­an­spruch ganz oder zum Teil, so wird die Kür­zung in die­sem Um­fan­ge end­gül­tig.
4Macht das Ver­rech­nungs­steu­er­amt oh­ne Zu­stim­mung der ESTV die Rück­leis­tung nicht gel­tend oder hat es sie in sei­nem rechts­kräf­tig ge­wor­de­nen Ent­scheid nicht in der vol­len Hö­he gel­tend ge­macht, so wird die vor­sorg­li­che Kür­zung end­gül­tig, so­fern sie der Kan­ton nicht in­nert neun Mo­na­ten nach ih­rer Er­öff­nung durch Kla­ge beim Bun­des­ge­richt an­ficht (Art. 120 des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20051).2
5Der rechts­kräf­ti­ge Rück­leis­tungs­ent­scheid des kan­to­na­len Ver­rech­nungs­steu­er­am­tes oder der kan­to­na­len Re­kurs­kom­mis­si­on steht ei­nem voll­streck­ba­ren Ge­richts­ur­teil im Sin­ne von Ar­ti­kel 80 des Schuld­be­trei­bungs- und Kon­kurs­ge­set­zes3 gleich.
D. Re­vi­si­on und Er­läu­te­rung von Ent­schei­den1
1Auf die Re­vi­si­on und die Er­läu­te­rung von Ent­schei­den der ESTV und der kan­to­na­len Be­hör­den wer­den die Ar­ti­kel 66-69 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19682 sinn­ge­mä­ss an­ge­wandt.3
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 52 des BG vom 27. Ju­ni 1973 über die Stem­pe­l­ab­ga­ben, in Kraft seit 1. Ju­li 1974 (AS 1974 11; BBl 1972 II 1278).
3 Fas­sung ge­mä­ss Art. 52 des BG vom 27. Ju­ni 1973 über die Stem­pe­l­ab­ga­ben, in Kraft seit 1. Ju­li 1974 (AS 1974 11; BBl 1972 II 1278).
4 Auf­ge­ho­ben durch Art. 52 des BG vom 27. Ju­ni 1973 über die Stem­pe­l­ab­ga­ben, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1974 (AS 1974 11; BBl 1972 II 1278).
5 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 60 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
E. Be­rich­ti­gung von kan­to­na­len Ab­rech­nun­gen
1Rech­nungs­feh­ler und Schreib­ver­se­hen in der Ab­rech­nung der Kan­to­ne ge­mä­ss Ar­ti­kel 57 kön­nen in­nert drei Jah­ren seit der Rech­nungs­stel­lung be­rich­tigt wer­den.1
2Lässt sich der An­stand nicht er­le­di­gen, so trifft die zu­stän­di­ge Be­hör­de einen Ent­scheid, der mit Ein­spra­che und Be­schwer­de an­ge­foch­ten wer­den kann.
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 52 des BG vom 27. Ju­ni 1973 über die Stem­pe­l­ab­ga­ben, in Kraft seit 1. Ju­li 1947 (AS 1974 11; BBl 1972 II 1278).
Vierter Abschnitt: Strafbestimmungen
A. Wi­der­hand­lun­gen
I. Hin­ter­zie­hung
Wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig, zum ei­ge­nen oder zum Vor­teil ei­nes an­dern
dem Bun­de Ver­rech­nungs­steu­ern vor­ent­hält,
die Pflicht zur Mel­dung ei­ner steu­er­ba­ren Leis­tung (Art. 19 und 20) nicht er­füllt oder ei­ne un­wah­re Mel­dung er­stat­tet,
ei­ne un­ge­recht­fer­tig­te Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er oder einen an­dern un­recht­mäs­si­gen Steu­er­vor­teil er­wirkt,
wird, so­fern nicht die Straf­be­stim­mung von Ar­ti­kel 14 des Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­set­zes vom 22. März 19742 zu­trifft, we­gen Hin­ter­zie­hung mit Bus­se bis zu 30 000 Fran­ken oder, so­fern dies einen hö­he­ren Be­trag er­gibt, bis zum Drei­fa­chen der hin­ter­zo­ge­nen Steu­er oder des un­recht­mäs­si­gen Vor­teils be­straft.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 10 des An­hangs zum VStrR, in Kraft seit 1. Jan. 1975 (AS 1974 1857; BBl 1971 I 993).
II. Steu­er­ge­fähr­dung
1Wer die ge­setz­mäs­si­ge Durch­füh­rung der Ver­rech­nungs­steu­er ge­fähr­det, in­dem er vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig:
im Steu­e­rer­he­bungs­ver­fah­ren der Pflicht zur An­mel­dung als Steu­er­pflich­ti­ger, zur Ein­rei­chung von Steu­er­er­klä­run­gen, Auf­stel­lun­gen und Ab­rech­nun­gen, zur Er­tei­lung von Aus­künf­ten und zur Vor­la­ge von Ge­schäfts­bü­chern und Be­le­gen nicht nach­kommt;
als Steu­er­pflich­ti­ger oder an sei­ner Stel­le ei­ne un­rich­ti­ge Ab­zugs­be­schei­ni­gung aus­hän­digt (Art. 14 Abs. 2);
in ei­ner Auf­stel­lung oder Ab­rech­nung, in ei­ner Mel­dung oder ei­nem Af­fi­da­vit (Art. 11), in ei­nem An­trag auf Rück­er­stat­tung der Steu­er, in ei­nem Ge­such um Steu­er­er­lass oder -be­frei­ung un­wah­re An­ga­ben macht oder er­heb­li­che Tat­sa­chen ver­schweigt oder da­bei un­wah­re Be­le­ge über er­heb­li­che Tat­sa­chen vor­legt;
als Steu­er­pflich­ti­ger, An­trag­stel­ler oder aus­kunfts­pflich­ti­ger Drit­ter un­rich­ti­ge Aus­künf­te er­teilt;
Rück­er­stat­tungs­an­sprü­che gel­tend macht, die ihm nicht zu­ste­hen oder für die er be­reits be­frie­digt wor­den ist;
der Pflicht zur ord­nungs­ge­mäs­sen Füh­rung und Auf­be­wah­rung der Ge­schäfts­bü­cher, Re­gis­ter und Be­le­ge zu­wi­der­han­delt, oder
wird, so­fern nicht ei­ne der Straf­be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 14-16 des Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­set­zes vom 22. März 19742 zu­trifft, mit Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken be­straft.3
2Bei ei­ner Wi­der­hand­lung im Sin­ne von Ab­satz 1 Buch­sta­be g bleibt die Straf­ver­fol­gung nach Ar­ti­kel 285 des Straf­ge­setz­bu­ches4 vor­be­hal­ten.
3 Fas­sung des letz­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. 10 des An­hangs zum VStrR, in Kraft seit 1. Jan. 1975 (AS 1974 1857; BBl 1971 I 993).
III. Ver­let­zung der Über­wäl­zungs­vor­schrift
Wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig die Über­wäl­zung der Ver­rech­nungs­steu­er un­ter­lässt oder zu un­ter­las­sen ver­spricht, wird mit Bus­se bis zu 10 000 Fran­ken be­straft.
IV. Ord­nungs­wid­rig­kei­ten
1Mit Bus­se bis zu 5000 Fran­ken wird be­straft, wer:
ei­ne Be­din­gung, an wel­che ei­ne be­son­de­re Be­wil­li­gung ge­knüpft wur­de, nicht ein­hält;
ei­ner Vor­schrift die­ses Ge­set­zes, ei­ner Aus­füh­rungs­ver­ord­nung oder ei­ner auf­grund sol­cher Vor­schrif­ten er­las­se­nen all­ge­mei­nen Wei­sung oder un­ter Hin­weis auf die Straf­dro­hung die­ses Ar­ti­kels an ihn ge­rich­te­ten Ein­zel­ver­fü­gung zu­wi­der­han­delt;
für die Hand­lun­gen nach Ar­ti­kel 20 Ab­satz 3 die Fris­ten nach des­sen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen nicht ein­hält;
die Frist nach Ar­ti­kel 20a Ab­satz 2 nicht ein­hält.1
2Straf­bar ist auch die fahr­läs­si­ge Be­ge­hung.
Art. 65 und 66
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. 10 des An­hangs zum VStrR, mit Wir­kung seit 1. Jan 1975 (AS 1974 1857; BBl 1971 I 993).
B. Ver­hält­nis zum Bun­des­ge­setz über die Ver­wal­tungs­straf­recht; Be­son­der­hei­ten für Wi­der­hand­lun­gen im kan­to­na­len Ver­fah­ren1
1Das Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­setz vom 22. März 19742 fin­det An­wen­dung; ver­fol­gen­de und ur­tei­len­de Ver­wal­tungs­be­hör­de im Sin­ne je­nes Ge­set­zes ist die ESTV.3
2Wird die Wi­der­hand­lung im Ver­fah­ren vor ei­ner kan­to­na­len Be­hör­de be­gan­gen, so ist die­se zur An­zei­ge an die ESTV ver­pflich­tet.
3Die kan­to­na­le Be­hör­de kann für Ord­nungs­wid­rig­kei­ten (Art. 64) Bus­sen bis zu 500 Fran­ken ver­hän­gen; das Ver­fah­ren rich­tet sich nach den ein­schlä­gi­gen Be­stim­mun­gen der kan­to­na­len Steu­er­ge­setz­ge­bung.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 10 des An­hangs zum VStrR, in Kraft seit 1. Jan. 1975 (AS 1974 1857; BBl 1971 I 993).
A. Än­de­rung bis­he­ri­gen Rechts
1 Die Än­de­run­gen kön­nen un­ter AS 1966 385 kon­sul­tiert wer­den.
B. Über­gangs­recht
I. Für Aus­län­der
1Aus­län­di­sche In­ha­ber von Ob­li­ga­tio­nen, die von ei­ner in­län­di­schen öf­fent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaft vor dem 10. Ok­to­ber 1921 mit dem Ver­spre­chen aus­ge­ge­ben wor­den sind, dass die Zin­sen oh­ne je­den Steu­er­ab­zug aus­be­zahlt wer­den, ha­ben An­spruch auf Rück­er­stat­tung der von die­sen Zin­sen ab­ge­zo­ge­nen Ver­rech­nungs­steu­er.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 8 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 5379; BBl 2005 6395).
III. Über­gangs­be­stim­mung zur Än­de­rung vom 10. Ok­to­ber 19972
Die Ar­ti­kel 4a, 12 Ab­satz 1bis und 16 Ab­satz 2 sind auch auf Tat­be­stän­de an­wend­bar, wel­che vor In­kraft­tre­ten die­ser Be­stim­mun­gen ein­ge­tre­ten sind, es sei denn, die Steu­er­for­de­rung sei ver­jährt oder be­reits rechts­kräf­tig fest­ge­setzt.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 4 des BG vom 10. Okt. 1997 über die Re­form der Un­ter­neh­mens­be­steue­rung 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1998 669; BBl 1997 II 1164).
2 AS 1988 669
IV. Über­gangs­be­stim­mung zur Än­de­rung vom 15. De­zem­ber 2000
Na­tür­li­che Per­so­nen ha­ben ih­ren An­trag auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er für die vor dem 1. Ja­nu­ar 2001 fäl­li­gen steu­er­ba­ren Ein­künf­te bei der Steu­er­be­hör­de des­je­ni­gen Kan­tons ein­zu­rei­chen, in dem sie zu Be­ginn des der Fäl­lig­keit der steu­er­ba­ren Leis­tung fol­gen­den Ka­len­der­jah­res Wohn­sitz hat­ten.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 3 des BG vom 15. Dez. 2000 zur Ko­or­di­na­ti­on und Ver­ein­fa­chung der Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren für die di­rek­ten Steu­ern im in­ter­kan­to­na­len Ver­hält­nis, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2001 1050; BBl 2000 3898).
V. Über­gangs­be­stim­mun­gen zur Än­de­rung vom 30. Sep­tem­ber 2016
1Die Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2bis und 20 sind auch auf Sach­ver­hal­te an­wend­bar, die vor In­kraft­tre­ten der Än­de­run­gen vom 30. Sep­tem­ber 2016 ein­ge­tre­ten sind, es sei denn, die Steu­er­for­de­rung oder die Ver­zugs­zins­for­de­rung sei ver­jährt oder be­reits vor dem 1. Ja­nu­ar 2011 rechts­kräf­tig fest­ge­setzt wor­den.
2Er­füllt die steu­er­pflich­ti­ge Per­son die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2bis, so wird auf ihr Ge­such der be­reits be­zahl­te Ver­zugs­zins oh­ne Ver­gü­tungs­zins zu­rück­er­stat­tet.
3Das Ge­such ist in­ner­halb ei­nes Jah­res nach In­kraft­tre­ten die­ser Än­de­rung zu stel­len.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 30. Sept. 2016, in Kraft seit 15. Fe­br. 2017 (AS 2017 497; BBl 2015 5331 5365).
VI. Über­gangs­be­stim­mung zur Än­de­rung vom 28. Sep­tem­ber 2018
Ar­ti­kel 23 Ab­satz 2 gilt für An­sprü­che, die seit dem 1. Ja­nu­ar 2014 ent­stan­den sind, so­fern über den An­spruch auf Rück­er­stat­tung der Ver­rech­nungs­steu­er noch nicht rechts­kräf­tig ent­schie­den wor­den ist.
C. Auf­he­bung der Cou­po­n­ab­ga­be
1Die Stem­pe­l­ab­ga­be auf Cou­pons wird vom In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes an nicht mehr er­ho­ben; die da­mit in Wi­der­spruch ste­hen­den Be­stim­mun­gen der Bun­des­ge­setz­ge­bung tre­ten aus­ser Kraft.
2Die aus­ser Kraft ge­setz­ten Be­stim­mun­gen blei­ben mit Be­zug auf Ab­ga­be­for­de­run­gen, Tat­sa­chen und Rechts­ver­hält­nis­se, die vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ent­stan­den oder ein­ge­tre­ten sind, auch nach die­sem Zeit­punkt an­wend­bar.
3Ist die Ab­ga­be auf Cou­pons aus­län­di­scher Wert­pa­pie­re durch ein­ma­li­ge Pau­schal­zah­lung ent­rich­tet wor­den, so wird für Cou­pons, die nach dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes fäl­lig wer­den, kein an­teil­mäs­si­ger Be­trag zu­rück­er­stat­tet.
4Die Cou­pons im Sin­ne des Bun­des­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19211 be­tref­fend die Stem­pe­l­ab­ga­be auf Cou­pons und die ih­nen durch die eid­ge­nös­si­sche Stem­pel­ge­setz­ge­bung gleich­ge­stell­ten Ur­kun­den dür­fen von den Kan­to­nen nicht mit Stem­pe­l­ab­ga­ben oder Re­gis­trie­rungs­ge­büh­ren be­legt wer­den.
D. Auf­he­bung bis­he­ri­gen Rechts
1Mit dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes sind auf­ge­ho­ben:
der Bun­des­rats­be­schluss vom 1. Sep­tem­ber 19431 über die Ver­rech­nungs­steu­er;
der Bun­des­rats­be­schluss vom 13. Fe­bru­ar 19452 über die Si­che­rung der Steu­er­an­sprü­che bei Ver­si­che­run­gen;
die Ar­ti­kel 34-40 und 48 des Bun­des­be­schlus­ses vom 22. De­zem­ber 19383 über die Durch­füh­rung der Über­gangs­ord­nung des Fi­nanz­haus­hal­tes.
2Die Ar­ti­kel 35-40 und 48 des Bun­des­be­schlus­ses vom 22. De­zem­ber 19384 über die Durch­füh­rung der Über­gangs­ord­nung des Fi­nanz­haus­hal­tes blei­ben an­wend­bar auf al­le wäh­rend ih­rer Gül­tig­keits­dau­er ein­ge­tre­te­nen Tat­sa­chen.
1 [BS 6 326; AS 1949 II 1801 Art. 1 Bst. B Ziff. 1 Bst. d, 1950 II 1463 Art. 2 ad Art. 2, 1954 1314 Art. 2, 1958 362]
2 [BS 6 345; AS 1949 II 1801 Art. 1 Bst. B Ziff. 1 Bst. e, 1950 II 1463 Art. 2 ad Art. 2, 1954 1314 Art. 2]
3 [BS 6 38 40; AS 1949 II 1801 Art. 1 Bst. A, 1950 II 1463 Art. 2 ad Art. 1, 1954 1314 Art. 2]
4 [BS 6 38 40; AS 1949 II 1801 Art. 1 Bst. A, 1950 II 1463 Art. 2 ad Art. 1, 1954 1314 Art. 2]
E. Voll­zug
1Der Bun­des­rat und die Kan­to­ne er­las­sen die er­for­der­li­chen Voll­zugs­vor­schrif­ten.
2Kann ein Kan­ton die Voll­zugs­vor­schrif­ten nicht recht­zei­tig er­las­sen, so trifft der Bun­des­rat vor­läu­fig die er­for­der­li­chen Mass­nah­men.
F. In­kraft­tre­ten
Der Bun­des­rat be­stimmt den Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ses Ge­set­zes.

References: Art. 25
 Art. 86
 Art. 118
 Art. 80
 Art. 52
 Art. 88
 Art. 52
 Art. 12
 Art. 36
 Art. 59
 Art. 33
 Art. 75
 Art. 36
 Art. 17
 Art. 40
 Art. 11
 Art. 35
 Art. 36
 Art. 131
 Art. 52
 Art. 52
 Art. 52
 Art. 52

Art. 65
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 1
 Art. 2
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