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Timestamp: 2020-02-23 17:06:11+00:00

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Steu­er­hin­ter­zie­hung, Urkun­den­fäl­schung – und die Geld­stra­fe neben einer Frei­heits­stra­fe | Rechtslupe ")}}return a.proceed()});scriptParent=document.getElementsByTagName("script")[0].parentNode;if(scriptParent.tagName.toLowerCase!=="head"){head=document.getElementsByTagName("head")[0];aop_around(head,"insertBefore");aop_around(head,"appendChild")}aop_around(scriptParent,"insertBefore");aop_around(scriptParent,"appendChild");var a2a_config=a2a_config||{};a2a_config.no_3p=1;var addthis_config={data_use_cookies:false};var _gaq=_gaq||[];_gaq.push(["_gat._anonymizeIp"])}
Steuerhinterziehung, Urkundenfälschung - und die Geldstrafe neben einer Freiheitsstrafe
Für die Ver­hän­gung einer Geld­stra­fe neben einer Frei­heits­stra­fe, die im Übri­gen nach der Vor­schrift des § 41 StGB Aus­nah­me­cha­rak­ter hat 1, ist erfor­der­lich, dass der Täter sich berei­chert hat oder ver­sucht hat, sich zu berei­chern, er also eine güns­ti­ge­re Ver­mö­gens­la­ge für sich ange­strebt hat 2.
Hier­für genügt jedoch auch, wenn der Täter eine Ver­mö­gens­min­de­rung ver­hin­dert 3, wie es bei Urkun­den­fäl­schun­gen der Fall ist, die gera­de der Ver­schleie­rung der Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen und damit dem Erhalt des dar­aus resul­tie­ren­den Ver­mö­gens­vor­teils die­nen soll­ten.
Beden­ken begeg­net für den Bun­des­ge­richts­hof auch – ohne dass es hier­auf im vor­lie­gen­den Fall noch tra­gend ankä­me – die Erwä­gung, dass der Ange­klag­te über kein Ver­mö­gen und nur gerin­ges Ein­kom­men ver­fü­ge, wes­halb eine kumu­la­ti­ve Geld­stra­fe nicht ange­zeigt sei.
Ein Bedürf­nis für die Ver­hän­gung einer Geld­stra­fe neben einer Frei­heits­stra­fe wur­de ins­be­son­de­re im Wirt­schafts­straf­recht gese­hen, weil ver­mö­gen­de Täter häu­fig gera­de gegen­über Geld­stra­fen beson­ders emp­find­lich sei­en 4. Der Bun­des­ge­richts­hof hat dem­entspre­chend die Anwen­dung von § 41 StGB gegen ein­kom­mens- und ver­mö­gens­lo­se Täter bean­stan­det, wenn die­se nicht wenigs­tens siche­re Erwerbs­aus­sich­ten hat­ten 5.
Es bestehen Zwei­fel, ob dar­an unein­ge­schränkt fest­ge­hal­ten wer­den kann. Eine vor allem an den Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen des Ange­klag­ten aus­ge­rich­te­te Aus­le­gung des Merk­mals "ange­bracht" in § 41 StGB kann zu mit dem ver­fas­sungs­recht­li­chen Schuld­grund­satz und dem in § 40 StGB zum Aus­druck kom­men­den Grund­ge­dan­kens des ein­kom­mens­un­ab­hän­gi­gen Stra­fens 6 schwer ver­ein­ba­ren Kon­se­quen­zen füh­ren.
Die nach § 41 StGB zusätz­lich ver­häng­te Geld­stra­fe ist kei­ne kon­fis­kato­ri­sche Maß­nah­me 7. Sie ist viel­mehr eine "kom­bi­nier­te Übel­zu­fü­gung" 8, wobei sich die im Ent­zug von Geld zu bestim­men­de Sank­ti­on nach den Ein­künf­ten des Ange­klag­ten rich­tet. Der Schuld­grund­satz gebie­tet, bei der Ver­hän­gung von Geld­stra­fe neben einer Frei­heits­stra­fe das Gesamt­straf­ü­bel inner­halb des durch das Maß der Ein­zel­tat­schuld eröff­ne­ten Rah­mens fest­zu­le­gen. Die zusätz­li­che Geld­stra­fe muss des­halb bei der Bemes­sung der Frei­heits­stra­fe straf­mil­dernd berück­sich­tigt wer­den 9. Dürf­te gerin­ges oder feh­len­des Ein­kom­men bzw. Ver­mö­gen als Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­um dafür her­an­ge­zo­gen wer­den, ob einem Ange­klag­ten über­haupt die Wohl­tat einer kumu­la­ti­ven Geld­stra­fe zuteil wird, kann dies mit den im vor­ste­hen­den Absatz genann­ten Grund­sät­zen in Wider­spruch gera­ten.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Novem­ber 2015 – 1 StR 389/​15
Gesamt­stra­fe – und die bereits bezahl­te ein­be­zo­ge­ne… Die Anrech­nung von Zah­lun­gen auf die ein­be­zo­ge­ne Geld­stra­fe erfolgt kraft Geset­zes (§ 51 Abs. 2, 4 Satz 1 StGB). Für ein Ermes­sen des Gerichts ist…
Geld­stra­fe – neben der Frei­heits­stra­fe Macht der Straf­rich­ter von der in sei­nem pflicht­ge­mä­ßen Ermes­sen ste­hen­den Mög­lich­keit, geson­dert auf Geld­stra­fe zu erken­nen, Gebrauch gemacht (§ 53 Abs. 2 Satz 2 StGB),…
vgl. BGH, Urtei­le vom 24.08.1983 – 3 StR 89/​83, BGHSt 32, 60, 65; und vom 28.04.1976 – 3 StR 8/​76, BGHSt 26, 325, 330; Stree/​Kinzig in Schönke/​Schröder, StGB, 29. Aufl., § 41 Rn. 1; Rad­tke in Münch­Komm-StGB, 2. Aufl., § 41 Rn. 32[↩]
so schon RG, Urteil vom 27.02.1917 – – V 1/​17, RGSt 50, 277, 279[↩]
BGH, Urteil vom 18.12 1975 – 4 StR 472/​75, NJW 1976, 525, 526; Rad­tke in Münch­Komm-StGB, 2. Aufl., § 41 Rn. 18; Häger in LK-StGB, 12. Aufl., § 41 Rn. 7[↩]
BT-Drs. V/​4095 S. 21 f.; sie­he dazu auch BGH, Urteil vom 24.08.1983 – 3 StR 89/​83, BGHSt 32, 60, 62[↩]
etwa BGH, Urteil vom 21.03.1985 – 4 StR 53/​85, wis­tra 1985, 147 f.; BGH, Beschluss vom 24.07.2014 – 3 StR 176/​14, NStZ-RR 2014, 338 f.[↩]
vgl. BT-Drs. V/​4095 S.20[↩]
BGH, Beschluss vom 15.11.2002 – 2 StR 302/​02, NStZ 2003, 198[↩]
Fischer, StGB, 63. Aufl., § 41 Rn. 3[↩]
sie­he nur BGH, Urteil vom 24.08.1983 – 3 StR 89/​83, BGHSt 32, 60, 66[↩]
FreiheitsstrafeGeldstrafeSteuerhinterziehungStrafzumessung

References: § 41
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 § 40
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 § 41
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