Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/feuerbach_recht_1801?p=366
Timestamp: 2020-02-23 20:16:52+00:00

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II. Buch. I. Theil. II. Titel II. Abschnitt.
Damit nicht die Aussöhnung wegen eines
begangenen Ehebruchs verhindert und nicht
der häusliche Friede, vielleicht auf blossen
Verdacht eines Fremden gestört werde, so er-
lauben die Gesetze nur dann einen Criminal-
process wegen begangenen Ehebruchs, wenn
der beleidigte Theil oder einer der nächsten
Anverwandten deswegen Anklage erhoben
hat *). Dies bestätigt auch die P. G. O. **), ob-
gleich die ältere Praxis dieses nicht anerken-
nen will ***).
Dem Ehemann giebt das römische R.
die Gewalt, den in seinem Hause auf der
That ertappten Ehebrecher zu tödten. Der
Vater der Ehebrecherin, wenn diese noch in sei-
heit der Personen" bezieht sich auf den Unterschied
zwischen Manns und Weibspersonen. -- Ueber
die Praxis überhaupt. vergl. Leyser Sp. 576. m.
1. Carrach rechtl. Urtheile u. Gutachten. Nr. 83.
85. u. 88. Cramer obs. jur. T. III. obs. 894. T.
IV. Obs. 1164. Westphal a. a. O. Anm. 70.
Quistorp Thl. I. §. 459.
*) L. 30. C. ad L. Iul. de adulteriis. vergl. mit L. 11.
§. 10. L. 26. D. ad L. Iul. de adulteriis.
**) P. G. O. Art. 120. Dass die Worte "so ein Ehe-
mann beklagt" -- "Eheweib -- beklagt" blos
enunciativ zu nehmen seyen, wie Boehmer ad Art.
120. §. 8. glaubt, hat keinen Grund. vergl. Klein-
schrod a. Abhandl. §. 22.
***) Leyser Sp 575. m. 11. Boehmer ad Carp-
zov Q. 51. obs. 1.
II. Buch. I. Theil. II. Titel II. Abſchnitt.
Damit nicht die Auſſöhnung wegen eines
der häusliche Friede, vielleicht auf bloſsen
Verdacht eines Fremden geſtört werde, ſo er-
lauben die Geſetze nur dann einen Criminal-
proceſs wegen begangenen Ehebruchs, wenn
der beleidigte Theil oder einer der nächſten
hat *). Dies beſtätigt auch die P. G. O. **), ob-
gleich die ältere Praxis dieſes nicht anerken-
Dem Ehemann giebt das römiſche R.
die Gewalt, den in ſeinem Hauſe auf der
Vater der Ehebrecherin, wenn dieſe noch in ſei-
heit der Perſonen“ bezieht ſich auf den Unterſchied
zwiſchen Manns und Weibsperſonen. — Ueber
die Praxis überhaupt. vergl. Leyſer Sp. 576. m.
85. u. 88. Cramer obſ. jur. T. III. obſ. 894. T.
IV. Obſ. 1164. Weſtphal a. a. O. Anm. 70.
Quiſtorp Thl. I. §. 459.
**) P. G. O. Art. 120. Daſs die Worte „ſo ein Ehe-
mann beklagt“ — „Eheweib — beklagt“ blos
enunciativ zu nehmen ſeyen, wie Boehmer ad Art.
ſchrod a. Abhandl. §. 22.
***) Leyſer Sp 575. m. 11. Boehmer ad Carp-
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[338/0366] II. Buch. I. Theil. II. Titel II. Abſchnitt. §. 421. Damit nicht die Auſſöhnung wegen eines begangenen Ehebruchs verhindert und nicht der häusliche Friede, vielleicht auf bloſsen Verdacht eines Fremden geſtört werde, ſo er- lauben die Geſetze nur dann einen Criminal- proceſs wegen begangenen Ehebruchs, wenn der beleidigte Theil oder einer der nächſten Anverwandten deswegen Anklage erhoben hat *). Dies beſtätigt auch die P. G. O. **), ob- gleich die ältere Praxis dieſes nicht anerken- nen will ***). §. 422. Dem Ehemann giebt das römiſche R. die Gewalt, den in ſeinem Hauſe auf der That ertappten Ehebrecher zu tödten. Der Vater der Ehebrecherin, wenn dieſe noch in ſei- ner *) *) L. 30. C. ad L. Iul. de adulteriis. vergl. mit L. 11. §. 10. L. 26. D. ad L. Iul. de adulteriis. **) P. G. O. Art. 120. Daſs die Worte „ſo ein Ehe- mann beklagt“ — „Eheweib — beklagt“ blos enunciativ zu nehmen ſeyen, wie Boehmer ad Art. 120. §. 8. glaubt, hat keinen Grund. vergl. Klein- ſchrod a. Abhandl. §. 22. ***) Leyſer Sp 575. m. 11. Boehmer ad Carp- zov Q. 51. obſ. 1. *) heit der Perſonen“ bezieht ſich auf den Unterſchied zwiſchen Manns und Weibsperſonen. — Ueber die Praxis überhaupt. vergl. Leyſer Sp. 576. m. 1. Carrach rechtl. Urtheile u. Gutachten. Nr. 83. 85. u. 88. Cramer obſ. jur. T. III. obſ. 894. T. IV. Obſ. 1164. Weſtphal a. a. O. Anm. 70. Quiſtorp Thl. I. §. 459.
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Zitationshilfe: Feuerbach, Paul Johann Anselm von: Lehrbuch des gemeinen in Deutschland geltenden Peinlichen Rechts. Giessen, 1801, S. 338. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/feuerbach_recht_1801/366>, abgerufen am 23.02.2020.

References: Art. 120
 Art.
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 Art. 120
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