Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F05-07-2001-U_412-2000
Timestamp: 2016-10-28 19:49:08+00:00

Document:
Bundesrichter Sch�n, Bundesrichterin Widmer und nebenamtlicher Richter B�hler; Gerichtsschreiber Fl�ckiger
M.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Fritz Dahinden, Blumenbergplatz 1, 9000 St. Gallen,
A.- Der 1958 geborene bosnische Staatsangeh�rige M.________ war seit 1991 als Maurer in der Firma H.________ AG t�tig und gest�tzt auf dieses Arbeitsverh�ltnis bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 7. November 1995 erlitt er bei der Arbeit mit einer Diamanttrennscheibe an der rechten Hand respektive am rechten Vorderarm eine Durchtrennung der Flexor carpi ulnaris-Sehne sowie ein partielle Durchtrennung des Nervus ulnaris, welche gleichentags in der Chirurgie Y.________ von Dr. med. S.________ operativ behandelt wurde. In der Unfallmeldung vom 8. November 1995 beschrieb die Arbeitgeberfirma den Unfallhergang wie folgt: "Arbeit mit Diamanttrennscheibe. Nach Stromunterbruch beim einschalten des FI Schalters �berrascht und ausgerutscht und so mit Trennscheibe an der rechten Hand verletzt."
Die SUVA kam f�r die Heilungskosten auf und richtete Taggelder aus. Der Kreisarzt der SUVA, Dr. med. A.________, ordnete am 17. Januar 1996 die Wiederaufnahme der Arbeit im angestammten Betrieb im Rahmen des M�glichen an. Gest�tzt auf einen Bericht der Klinik f�r Orthop�dische Chirurgie des Spitals X.________ vom 27. Juni 1996 wies die SUVA den Versicherten in der Folge an, die Arbeit im angestammten Betrieb und Beruf ab 12. August 1996 wieder ganztags aufzunehmen. Bereits am 15. August 1996 erschien M.________ nicht mehr zur Arbeit, worauf er vom 30. September bis 18. Oktober 1996 in der Klinik Z.________ der SUVA hospitalisiert wurde. Nachdem ein weiterer Versuch (vom 3. und 10. Februar 1997), die Arbeit im angestammten Betrieb wieder aufzunehmen, gescheitert war, setzte die SUVA mit Verf�gung vom 27. Februar 1997 r�ckwirkend ab 3. Februar 1997 die Arbeitsf�higkeit auf 50 % fest und richtete lediglich noch entsprechend gek�rzte Taggelder aus. M.________ liess dagegen Einsprache erheben. Am 7. April 1998 teilte die SUVA dem Versicherten mit, dass sie die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per 30. April 1998 einstelle. Mit Verf�gung vom 4. Mai 1998 sprach sie M.________ mit Wirkung ab 1. Mai 1998 eine Invalidenrente von 25 % sowie eine Integrit�tsentsch�digung von 5 % im Betrage von Fr. 4'860.- zu. M.________ liess auch dagegen Einsprache erheben. Mit Einspracheentscheid vom 19. August 1998 hiess die SUVA die gegen die Verf�gung vom 27. Februar 1997 erhobene Einsprache gut und anerkannte den Anspruch auf Taggeldleistungen f�r 100%ige Arbeitsunf�higkeit r�ckwirkend ab 3. Februar 1997 bis zum Zeitpunkt des Rentenbeginns (1. Mai 1998). Im �brigen wies sie die Einsprache ab.
B.- Beschwerdeweise liess M.________ beantragen, die SUVA sei zur Ausrichtung der gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilbehandlung, Integrit�tsentsch�digung und Invalidenrente) sowie zur Verg�tung der Kosten des beim Psychiater Dr. med. B.________ eingeholten Berichtes zu verpflichten. Ausser dem Bericht des Psychiaters Dr. med. B.________ vom 2. Juni 1999 liess der Beschwerdef�hrer ein Privatgutachten des Neurologen Dr. med. C.________ vom 16. September 1998 sowie spezial�rztliche Berichte der Ober�rzte Dr. med. I.________/Dr. med. U.________ von der Klinik f�r Wiederherstellungschirurgie des Spitals D.________ vom 13. Juli und 30. Dezember 1998 und des Operateurs Dr. med. S.________ vom 11. Februar 1999 verurkunden. Mit Entscheid vom 15. August 2000 wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerde ab.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst M.________ beantragen, es sei die "grunds�tzliche und umfassende Leistungspflicht (Heilungskosten, Taggeld, Rente)" der SUVA festzustellen und die Streitsache zur "Festlegung der Leistungsanspr�che oder zur Beweiserg�nzung" an die SUVA oder die Vorinstanz zur�ckzuweisen sowie die SUVA zu verpflichten, ihm die Kosten der im vorinstanzlichen und im Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht "eingeholten" Arztberichte zu verg�ten. Mit seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst der Beschwerdef�hrer zwei weitere Arztberichte des erstbehandelnden Arztes Dr. med. T.________ vom 23. September 2000 und des Handchirurgen PD Dr. med. E.________ vom 10. Oktober 2000 verurkunden.
Die SUVA hat auf eine Vernehmlassung verzichtet und beantragt Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung hat sich nicht vernehmen lassen.
b) F�r die richterliche Beurteilung eines Falles sind grunds�tzlich die tats�chlichen Verh�ltnisse zur Zeit des Erlasses der angefochtenen Verwaltungsverf�gung massgebend (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen). Tatsachen, die sich erst sp�ter verwirklichen, sind jedoch insoweit zu ber�cksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verf�gungserlasses zu beeinflussen (BGE 99 V 102 mit Hinweisen).
Die vom Beschwerdef�hrer im vorinstanzlichen Verfahren verurkundeten Arztberichte der Spezial�rzte Dr. med. B.________, Dr. med. S.________ und der Ober�rzte Dr. med. I.________/Dr. med. U.________ sowie das Privatgutachten des Dr. med. C.________ beinhalten zwar gleich wie der im Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht neu aufgelegte spezial�rztliche Bericht des PD Dr. med. E.________ medizinische Tatsachen und Erkenntnisse, die erst nach Erlass des angefochtenen Einspracheentscheides vom 19. August 1998 erhoben und festgestellt wurden. Indessen stehen diese auch insoweit, als sie nicht schon zur Zeit des angefochtenen Einspracheentscheides eingetreten waren, in engem Sachzusammenhang mit dem zu beurteilenden Streitgegenstand. Sie sind geeignet, dessen Beurteilung bezogen auf den Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheides zu beeinflussen. Demgem�ss sind sie insofern zu ber�cksichtigen, als sie rechtserhebliche, medizinische Feststellungen oder Erkenntnisse enthalten.
c) Streitig sind der Anspruch des Beschwerdef�hrers auf weitere Heilbehandlung und Taggeldleistungen sowie sein Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.- a) Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf zweckm�ssige Behandlung der Unfallfolgen. Dabei hat der Unfallversicherer die Pflegeleistungen nur so lange zu erbringen, als davon eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 1. Satz UVG). Kommt die Versicherung zum Schluss, dass von einer Fortsetzung der Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann, oder h�lt sie eine vom Versicherten oder dessen Arzt vorgeschlagene Behandlung f�r unzweckm�ssig, so kann sie gest�tzt auf Art. 48 Abs. 1 UVG die Fortsetzung der Behandlung ablehnen (RKUV 1995 Nr. U 227 S. 190 Erw. 2a).
Ein Anspruch auf weitere medizinische Behandlung besteht somit nur, wenn davon noch eine erhebliche Besserung des Gesundheitszustandes mit Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann (Rechenschaftsbericht SUVA 1982 Nr. 2). Hingegen gibt weder die blosse M�glichkeit eines positiven Resultates einer weiteren �rztlichen Behandlung noch ein von weiteren Heilmassnahmen, wie zum Beispiel einer Badekur, zu erwartender nur unbedeutender, therapeutischer Fortschritt Anspruch auf deren Durchf�hrung (EVGE 1952 S. 86; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 274). Dabei darf der Gesundheitszustand des Versicherten nur prognostisch und nicht auf Grund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Rechenschaftsbericht SUVA 1982 Nr. 2; vgl. auch BGE 111 V 25 Erw. 3c in fine).
b) Im vorliegenden Fall hat der Kreisarzt der SUVA, Dr. med. A.________, auf Grund der vom Versicherten geklagten elektrisierenden, starken, lokalen "Schmerzsensationen" bereits relativ kurze Zeit nach dem Unfall vom 7. November 1995, n�mlich in seinem Untersuchungsbericht vom 23. Mai 1996, eine eventuelle Neurombildung im Bereich des am Unfalltag gen�hten Nervus ulnaris rechts und deren operative Revision zur Diskussion gestellt, doch erachteten die konsultierten, handchirurgischen Spezial�rzte der Klinik f�r Orthop�dische Chirurgie des Spitals X.________ die entsprechende Indikation als verfr�ht (Berichte vom 27. Juni und 29. August 1996). Auff�llig ist, dass in der Folge bis zur Fallerledigung mit Verf�gung vom 4. Mai 1998 eine operative Nervenrevision vom Kreisarzt der SUVA und den involvierten, versicherungsexternen Spezial�rzten nie mehr in Betracht gezogen wurde, obwohl der Versicherte weiterhin �ber starke lokale, belastungsunabh�ngige Schmerzen klagte. Erst in dem vom Versicherten im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren beigebrachten Bericht der Ober�rzte Dr. med. I.________/Dr. med. U.________ vom 30. Dezember 1998 wurde auf Grund der erhobenen, objektiven Befunde, der geklagten subjektiven Beschwerden und der durchgef�hrten Myo- und Neurographie sowie nach Konsultation des Chefarztes der Klinik f�r Wiederherstellungschirurgie des Spitals D.________, Prof. Dr. med. F.________, die Durchf�hrung einer Nervenrevision empfohlen, um allf�llige Verwachsungen mit der Flexor carpi ulnaris-Sehne zu l�sen und eine externe Neurolyse vorzunehmen. In �bereinstimmung damit f�hrt PD Dr. med. E.________ in seinem Bericht vom 10. Oktober 2000 aus, die mikrochirurgische Revision und Lyse der Verwachsungen sowie die allf�llige Neurolyse stelle die "einzige L�sung" dar, um eine Verbesserung der Handfunktion zu erreichen. Auf Grund dieser identischen, von handchirurgischen Spezial�rzten stammenden Beurteilung steht prognostisch mit ausreichender Wahrscheinlichkeit fest, dass mit der vorgeschlagenen Nervenrevision und einer allf�lligen Neurolyse eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes der rechten Hand des Beschwerdef�hrers noch erreicht werden kann. Da er bereit ist, in diese operative Heilmassnahme einzuwilligen, ist die SUVA verpflichtet, sie zu gew�hren.
3.- Sowohl f�r den Anspruch des Beschwerdef�hrers auf weitere Taggeldleistungen bis zum Abschluss der Heilbehandlung (Art. 16/17 UVG) als auch f�r seinen Invalidenrentenanspruch (Art. 19/20 UVG) ist von ausschlaggebender Bedeutung, ob die SUVA lediglich f�r die somatischen oder auch f�r die psychogenen Unfallfolgen haftet. Letzteres ist von SUVA und Vorinstanz verneint worden.
a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gem�ss UVG setzt zun�chst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod) ein nat�rlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des nat�rlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umst�nde, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist f�r die Bejahung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher St�rungen ist; es gen�gt, dass das sch�digende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die k�rperliche oder geistige Integrit�t der versicherten Person beeintr�chtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche St�rung entfiele (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
b) Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein ad�quater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als ad�quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des Eingetretenen herbeizuf�hren, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als beg�nstigt erscheint (BGE 125 V 461 Erw. 5a mit Hinweisen).
Bei k�rperlichen Gesundheitssch�den spielt die Ad�quanz als rechtliche Beschr�nkung der aus dem nat�rlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, weil die Unfallversicherung auch f�r seltenste, schwerwiegendste Komplikationen haftet, welche nach der unfallmedizinischen Erfahrung im Allgemeinen gerade nicht einzutreten pflegen (BGE 118 V 291 Erw. 3a mit Hinweisen). Demgegen�ber bildet das Ad�quanzerfordernis bei psychogenen Unfallfolgen das massgebliche Kriterium f�r die Abgrenzung von haftungsbegr�ndenden und haftungsausschliessenden Unf�llen. Ankn�pfend an die Art und Schwere der Unfallereignisse unterteilt die Rechtsprechung diese - ausgehend vom augenf�lligen Geschehensablauf - in banale bzw. leichte, schwere und mittlere Unf�lle und zieht bei letzteren weitere, unmittelbar mit dem Unfall zusammenh�ngende, objektiv fassbare Umst�nde f�r die Beurteilung der Ad�quanz psychischer Unfallfolgen heran (BGE 117 V 366 ff. Erw. 6a, 115 V 139 f. Erw. 6a und 6c/aa). Bei Unf�llen aus dem mittleren Bereich sind f�r die Beurteilung der Ad�quanzfrage namentlich folgende objektive Zusatzkriterien, welche als mit dem Unfall in Zusammenhang stehende oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtw�rdigung einzubeziehen:
- besonders dramatische Begleitumst�nde oder besondere Eindr�cklichkeit
insbesondere ihre erfahrungsgem�sse Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszul�sen;
- ungew�hnlich lange Dauer der �rztlichen Behandlung;
- k�rperliche Dauerschmerzen;
- �rztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit.
Der Einbezug s�mtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtw�rdigung ist jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach dem konkreten Umst�nden kann f�r die Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhanges zwischen Unfall und psychischer Fehlentwicklung neben dem Unfall allenfalls ein einziges Kriterium gen�gen. Das trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren F�llen im mittleren Bereich zu z�hlen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium gen�gen, wenn es in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufs. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so m�ssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unf�llen zuzuordnen ist, m�ssen die weiteren zu ber�cksichtigenden Kriterien in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sein, damit die Ad�quanz bejaht werden kann. Diese W�rdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien f�hrt zur Bejahung oder Verneinung der Ad�quanz. Damit entf�llt die Notwendigkeit, nach anderen Ursachen zu forschen, die m�glicherweise die psychische Fehlreaktion mitbeg�nstigt haben k�nnten (BGE 117 V 367 f. Erw. 6b, 115 V 140 Erw. 6c/bb).
4.- a) Gest�tzt auf das vom Neurologen Dr. med. C.________ erstattete neuropsychologische Privatgutachten vom 16. September 1998 und den beim Psychiater Dr. med. B.________ eingeholten Bericht vom 2. Juni 1999 steht fest, dass der Beschwerdef�hrer an einer posttraumatischen Anpassungsst�rung ohne organisch bedingte Beeintr�chtigung der Gehirnfunktionen leidet. Zuvor hatten bereits der SUVA-Kreisarzt Dr. med. A.________ und die �rzte der Klinik f�r Orthop�dische Chirurgie des Spitals X.________ eine zunehmende psychische "Entgleisung" des Versicherten bzw. eine "sich im Verlauf steigernde psychogene Verarbeitungsst�rung" diagnostiziert (Berichte vom 11. Juli 1997 und 21. April 1998).
Es ist nicht zweifelhaft, dass die beim Beschwerdef�hrer eingetretene, psychogene Fehlentwicklung eine Reaktion auf den ung�nstigen Heilverlauf und damit eine unmittelbare Unfallfolge darstellt. Der Beschwerdef�hrer war vor dem Unfall nach der von Dr. med. B.________ erhobenen Anamnese psychisch stabil, ausgeglichen und beschwerdefrei. Der erforderliche nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 7. November 1995 und der danach eingetretenen, psychischen Fehlentwicklung ist demgem�ss gegeben.
b) Der Unfall vom 7. November 1995, bei welchem der Beschwerdef�hrer an der Ulnarseite der rechten Hand eine zwar schwere, aber nicht lebensbedrohliche Fr�senverletzung mit Sehnen- und (partieller) Nervendurchtrennung erlitten hat, ist nach dem �usseren Geschehensablauf als mittelschwer einzustufen, und zwar weder im Grenzbereich zu den leichten bzw. banalen noch zu den schweren Unf�llen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers ist hief�r auf das objektiv fassbare Unfallereignis und nicht auf sein subjektives Unfallerlebnis abzustellen (RKUV 1995 Nr. U 215 S. 91 Erw. 3b). Es ist daher unerheblich, dass der erstbehandelnde Arzt, Dr. med. T.________, in seinem Bericht vom 23. September 2000 best�tigt, der Beschwerdef�hrer sei unmittelbar nach dem Unfall "sichtlich psychisch betroffen im Sinne eines Schrecks" und seine psychische Verfassung sei "ad�quat schlecht" gewesen.
c)Hinsichtlich der somit f�r die Ad�quanzbeurteilung massgebenden objektiven Zusatzkriterien ergibt sich Folgendes:
aa) Dem Kriterium der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder der besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalles liegt der Gedanke zu Grunde, dass solche Umst�nde geeignet sind, beim Betroffenen w�hrend des Unfallgeschehens oder nachher psychische Abl�ufe in Gang zu setzen, die f�r eine psychische Fehlentwicklung urs�chlich oder miturs�chlich sind. Dabei ist gleich wie bei der Einteilung der Unf�lle in leichte bzw. banale, mittlere und schwere eine objektive Betrachtungsweise massgebend. Nicht was beim Versicherten beim Unfall oder danach psychisch im Einzelnen vorgeht, ist entscheidend, sondern die objektive Eignung der Begleitumst�nde des Unfalles, beim Betroffenen psychische Vorg�nge der genannten Art auszul�sen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 Erw. 3b/cc).
Der Geschehensablauf beim Arbeitsunfall vom 7. November 1995 war, so wie ihn der Arbeitgeber des Beschwerdef�hrers in der Unfallmeldung vom 8. November 1995 geschildert hat, weder von besonderer Eindr�cklichkeit noch mit dramatischen Begleitumst�nden verbunden. Gem�ss dieser urspr�nglichen Unfalldarstellung des Arbeitgebers trat bei der Arbeit mit einer Diamanttrennscheibe ein Stromunterbruch auf. Beim Wiedereinschalten des FI Schalters sei dann der Versicherte "�berrascht" worden und "ausgerutscht", was zur Fr�senverletzung an der rechten Hand gef�hrt habe. Nach Erlass der Rentenverf�gung vom 4. Mai 1998 liess der Beschwerdef�hrer durch seinen (neuen) Anwalt mit Eingabe vom 27. Mai 1998 erstmals darauf hinweisen, dass diese Unfallschilderung ganz und gar unvollst�ndig sowie teilweise unwahr war. Die gest�tzt darauf von der SUVA durchgef�hrten Abkl�rungen ergaben, dass die verwendete, alte Maschine gravierende Sicherheitsm�ngel (fehlende Schutzhaube, defekte Kunststoffgriffe, Wackelkontakt) aufwies, weshalb es am 7. November 1995 zu einem Kurzschluss kam. Nachdem der Arbeitgeber des Beschwerdef�hrers die im Sicherungskasten herausgeworfene Sicherung wieder eingesetzt und ihn angewiesen hatte, die Maschine einzuschalten, erhielt er einen Stromschlag in der linken Hand und liess den linken Griff instinktiv los. Durch die Wucht der laufenden, nur noch mit der rechten Hand gehaltenen Maschine wurde diese abgedreht, was zur schweren Verletzung an der Aussenseite der rechten Hand f�hrte.
Diesem tats�chlichen Unfallhergang kann eine gewisse Eindr�cklichkeit nicht abgesprochen werden. Eine besondere Eindr�cklichkeit oder besonders dramatische Begleitumst�nde liegen jedoch nicht vor. Der Versicherte hat beim Unfall auch keine Verletzungen von ausgesprochener Schwere oder einer Art erlitten, welche erfahrungsgem�ss zu psychischen Fehlentwicklungen Anlass gibt.
bb)Nach dem vorstehend in Erw. 2 Gesagten steht fest, dass die �rztliche Behandlung der somatischen Unfallfolgen heute, f�nfeinhalb Jahre nach dem Unfall, noch nicht abgeschlossen ist. Der Umstand, dass die operative Nervenrevision mit allf�lliger Neurolyse anf�nglich, d.h. im Fr�hjahr/Sommer 1996, durch die vom Kreisarzt Dr. med. A.________ konsultierten Handchirurgen des Spitals X.________ diskutiert, in der Folge aber nicht mehr in Betracht gezogen und deren Indikation erst wieder durch die handchirurgischen Spezial�rzte des Spitals D.________ sowie durch PD Dr. med. E.________ in ihren vom Beschwerdef�hrer selbst veranlassten Berichten vom 30. Dezember 1998 und 10. Oktober 2000 klar bejaht wurde, ist nicht vom Beschwerdef�hrer, sondern von der SUVA zu vertreten. Das Kriterium der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung ist daher erf�llt.
cc) Die von Kreisarzt Dr. med. A.________ konsultierten handchirurgischen Spezial�rzte des Spitals X.________ haben in ihrem letzten Bericht vom 11. Juli 1997 die vom Beschwerdef�hrer geklagte ausgepr�gte Schmerzhaftigkeit gegen�ber geringgradigen Ber�hrungen im Narbengebiet der rechten Hand als "nicht objektivierbare Restbeschwerden" taxiert. Die anstaltseigenen �rzte Dr. med. A.________ und Dr. med. G.________ haben zwar in ihren Aktengutachten vom 21. April 1998 (Dr. med. A.________) bzw. 23. Juli 1998 (Dr. med. G.________) diese Beurteilung nicht tel quel �bernommen, sondern "restige Schmerzempfindungen" und eine "starke Empfindlichkeit auf Ber�hrung" an der ulnaren Seite der rechten Hand und des rechten Handgelenkes sowie an der Beugeseite der Finger IV und V rechts bzw. "gewisse neuralgiforme Schmerzen" anerkannt. Insgesamt haben sie aber diese Beschwerden als so geringf�gig erachtet, dass dem Beschwerdef�hrer jede leichte, manuelle Arbeit, d.h. sog. "Frauenarbeit" mit Gewichten bis zu 5 kg, ganztags und ohne Leistungseinschr�nkung zumutbar sei.
Demgegen�ber Haben die versicherungsexternen Spezial�rzte das vom Beschwerdef�hrer geklagte Beschwerdebild wesentlich ung�nstiger beurteilt. Der Operateur Dr. med. S.________ hat bereits in seinem Bericht vom 28. August 1997 der Beurteilung durch die handchirurgischen Spezial�rzte des Spitals X.________ klar widersprochen und festgehalten, man habe es mit einem objektivierbaren "eindeutigen Schmerzzustand" und einem "ausserordentlich schwierigen Problem" zu tun. In dem vom Beschwerdef�hrer selbst eingeholten Bericht vom 11. Februar 1999 hat dieser Arzt die verschiedenen physiologischen Ursachen sowie die "Problematik" der vom Beschwerdef�hrer geklagten Schmerzen erneut dargelegt. Die Ober�rzte Dr. med. I.________/Dr. med. U.________ von der Klinik f�r Wiederherstellungschirurgie des Spitals D.________ veranlassten eine elektroneurographische Untersuchung und stellten gest�tzt auf deren Ergebnisse die Verdachtsdiagnose eines ektopen Reizzentrums im Verletzungsbereich (Bericht vom 30. Dezember 1998). In �hnlicher Weise hat PD Dr. med. E.________ die "elektrisierenden Schmerzen beim Beugen der Hand" mit den Verwachsungen im Operationsgebiet erkl�rt und betont, dass die vom Beschwerdef�hrer geklagten Beschwerden nicht belastungsabh�ngig seien (Bericht vom 10. Oktober 2000).
Zusammenfassend steht fest, dass der Beschwerdef�hrer nach wie vor an einem objektivierbaren, nicht belastungsabh�ngigen, erheblichen Schmerzzustand in der rechten Hand leidet, dessen Schwere von den anstaltseigenen �rzten wahrscheinlich untersch�tzt worden ist. Das Kriterium der k�rperlichen Dauerschmerzen ist daher ebenfalls erf�llt.
dd) Die Erledigung eines Versicherungsfalles, sei es durch die Behandlung als Naturalleistung der Versicherung, sei es durch die Abkl�rungen der Kreis- und anderen beigezogenen �rzte, kann zur Verschlimmerung oder Verfestigung von psychogenen Beschwerden beitragen. Solche Umst�nde sind bei der Ad�quanzbeurteilung einer unfallbedingten, psychischen Fehlentwicklung mitzuber�cksichtigen und unter das Kriterium der �rztlichen Fehlbehandlung zu subsumieren (SVR-Rechtsprechung 1996 UV Nr. 58 S. 194 Erw. 4e).
Der Kreisarzt Dr. med. A.________ stellte in seinem Bericht vom 23. Mai 1996 eine operative Nervenrevision bei m�glicher Neurombildung zur Diskussion. Die �rzte der Klinik f�r Orthop�dische Chirurgie des Spitals X.________, an welches der Kreisarzt den Versicherten zur Kl�rung dieser Frage �berwiesen hatte, empfahlen jedoch zun�chst unter Hinweis auf die noch nicht abgeschlossene Nervenregeneration und eine noch vorhandene Heilungstendenz einen Aufschub der Operation (Berichte vom 27. Juni und 29. August 1996) und vertraten sp�ter den Standpunkt, angesichts des offensichtlich guten Resultats respektive der nicht objektivierbaren Restbeschwerden sei ein operativer Eingriff nicht indiziert (Stellungnahmen vom 21. Januar und 11. Juli 1997). Wie bereits dargelegt (Erw. 2b hievor), steht jedoch auf Grund der zwischenzeitlich aufgelegten Berichte der Ober�rzte Dr. med. I.________/Dr. med. U.________ vom 30. Dezember 1998 und des PD Dr. med. E.________ vom 10. Oktober 2000 mit ausreichender Wahrscheinlichkeit fest, dass eine Operationsindikation besteht. Es ist zwar verst�ndlich, dass der Eingriff im Hinblick auf die noch nicht abgeschlossene Nervenregeneration zun�chst aufgeschoben wurde. Angesichts der neueren spezial�rztlichen Stellungnahmen muss jedoch r�ckblickend davon ausgegangen werden, dass es ein Fehler war, die Nervenrevision anl�sslich der entsprechenden, erneuten Diskussion im Januar 1997 zu verwerfen. Durch einen damals vorgenommenen Eingriff h�tten die Unfallfolgen wahrscheinlich gemildert werden k�nnen. Die Beschwerdegegnerin hat f�r die Folgen dieser Fehleinsch�tzung einzustehen. Das Kriterium der �rztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, ist daher als erf�llt zu betrachten.
ee) Es kann dahingestellt bleiben, ob dem Beschwerdef�hrer trotz der dargelegten, weiterhin behandlungsbed�rftigen, somatischen Befunde im Operationsbereich seiner rechten Hand (vgl. vorne Erw. 2b) seit 1. Mai 1998 eine leichte Hilfst�tigkeit ganztags zugemutet werden kann und somit die von Vorinstanz und SUVA bejahte entsprechende, 100%ige Arbeitsf�higkeit seither tats�chlich gegeben ist. Denn es steht fest, dass es somatisch bedingt jedenfalls an der dem Beschwerdef�hrer von der SUVA abverlangten Arbeitsf�higkeit als Maurer bis zur Rentenverf�gung vom 4. Mai 1998, d.h. w�hrend rund zweieinhalb Jahren, vollst�ndig fehlte. Eine so lange Periode der vollst�ndigen Arbeitsunf�higkeit in der einem Versicherten vom Unfallversicherer zugemuteten angestammten T�tigkeit erf�llt das Kriterium der aussergew�hnlich langen Dauer der k�rperlich bedingten, vollst�ndigen Arbeitsunf�higkeit.
d) Zusammenfassend ergibt sich, dass im vorliegenden Fall vier der f�r die Ad�quanzbeurteilung von unfallbedingten, psychogenen Gesundheitsst�rungen massgebenden Kriterien erf�llt sind. Es liegt somit ein mittelschwerer Unfall vor, bei dem sich die massgebenden, objektiven Zusatzkriterien in geh�ufter Weise verwirklicht haben, weshalb die Ad�quanz des beim Beschwerdef�hrer eingetretenen psychischen Gesundheitsschaden selbst dann zu bejahen w�re, wenn der Unfall vom 7. November 1995 nach seiner Art und Schwere im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen einzustufen w�re (vgl. vorne Erw. 3b in fine).
5.- a) Auf Grund dieser Sach- und Rechtslage ist die Streitsache an die SUVA zur�ckzuweisen zur rechtskonformen Fallerledigung durch:
- Gew�hrung der dargelegten Heilbehandlung (Erw. 2);
- Ausrichtung von Taggeldleistungen nach Massgabe der r�ckwirkend
ab 1. Mai 1998 unter Mitber�cksichtigung des psychischen
Gesundheitsschadens des Beschwerdef�hrers festzusetzenden
Arbeitsunf�higkeit;
Heilbehandlung und unter Mitber�cksichtigung der psychisch
bedingten Arbeitsunf�higkeit des Beschwerdef�hrers.
b) Von Amtes wegen ist festzuhalten, dass die vom Beschwerdef�hrer geltend gemachten Kinderzulagen f�r sein am 23. Dezember 1997 geborenes drittes Kind entgegen seiner im Einspracheverfahren vertretenen Auffassung zwar nicht beim Valideneinkommen, wohl aber bei der Neufestsetzung des versicherten Verdienstes zu ber�cksichtigen sind (Art. 22 Abs. 2 lit. b UVV).
6.- Der Beschwerdef�hrer verlangt die Verg�tung der Kosten der von ihm selbst im Verlaufe des erst- und zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahrens eingeholten Arztberichte.
Nach der Rechtsprechung sind vom Versicherten selbst veranlasste medizinische Untersuchungen, Berichte und Privatgutachten einer vom Unfallversicherer angeordneten ambulanten Begutachtung im Sinne von Art. 57 UVV gleichzustellen und deren Kosten von diesem unter anderem dann zu tragen, wenn sich der medizinische Sachverhalt erst auf Grund der vom Versicherten beigebrachten Untersuchungsergebnisse schl�ssig feststellen l�sst (BGE 115 V 63 Erw. 5d; RKUV 2000 Nr. U 362 S. 44 Erw. 3b; nicht ver�ffentlichte Urteile K. vom 25. Januar 1994, U 75/93 und H. vom 13. September 1993, U 56/92).
Im vorliegenden Fall trifft diese Voraussetzung - wie sich aus den vorstehenden Erw. 2-4 ergibt - auf folgende, vom Beschwerdef�hrer selbst eingeholte Arztberichte und Privatgutachten zu:
1998 (inkl. vorl�ufiger Bericht vom 18. August 1998 und
- Berichte der Ober�rzte Dr. med. I.________/Dr. med.
U.________ von der Klinik f�r Wiederherstellungschirurgie
Die SUVA hat demgem�ss dem Beschwerdef�hrer die Kosten dieser Arztberichte und des Privatgutachtens Dr. med. C.________ sowie der ihnen zugrunde liegenden �rztlichen Untersuchungen zu verg�ten, soweit sie von ihm selbst getragen worden sind.
und die Sache wird an die SUVA zur�ckgewiesen, damit
sie im Sinne der Erw�gungen 5 und 6 verfahre und �ber
die Anspr�che des Beschwerdef�hrers auf Taggeldleistungen

References: Art. 10
 Art. 48
 BGE 
in fine
in fine
 Art. 57