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Timestamp: 2018-02-23 08:36:38+00:00

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Auch der VII. Zivilsenat des BGH sieht in dem § 287 ZPO eine Beweiserleichterung zugunsten des Klägers mit Versäumnisurteil vom 6.4.2000 – VII ZR 199/97 -. | Captain HUK
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Mittwoch, 17.05.2017 um 09:09 von Willi Wacker | · Gelesen: 16373 · heute: 6 | Noch kein Kommentar
weiter geht es mit den BGH-Urteilen zur Beweiserleichterung gemäß § 287 ZPO. Nachstehend veröffentlichen wir sogar ein Versäumnisurteil vor dem BGH zur Beweiserleichterung gem. § 287 ZPO aus dem Jahr 2000. Offenbar hatte die Beklagtenseite bereits nach der Revisionsschrift erkannt, dass ihr bisheriges Vorbringen wenig Aussicht auf Erfolg bot und schon von daher das Urteil des Kammergerichts Berlin aufzuheben sei. Auf jeden Fall ließ die Beklagtenseite Versäumnisurteil gegen sich ergehen, so dass aufgrund der Revision des Klägers das Urteil des Berufungsgerichts aufgehoben wurde. Auch in diesem Versäumnisurteil hat der zuständige VII. Zivilsenat auf die Beweiserleichterung auf Grundlage des § 287 ZPO für den Kläger (Geschädigten) abgestellt. Lest selbst das BGH-Versäumnis-Urteil und gebt dann bitte Eure sachlichen Kommentare ab.
VII ZR 199/97 Verkündet am: 6. April 2000
BGH, Urteil vom 6. April 2000 – VII ZR 199/97 – KG Berlin
Das Berufungsgericht verneint einen Anspruch gemäß §§ 5 Nr. 4, 6 Nr. 6, 8 Nr. 3 Abs. 2 Satz 1 2. Halbs. VOB/B, weil die für den Ersatz des entgangenen Gewinns erforderliche grobe Fahrlässigkeit nicht festzustellen sei.
Das läßt einen Rechtsfehler nicht erkennen. Die Revision setzt mit ihren dagegen gerichteten Rügen nur ihre eigene Einschätzung an die Stelle der maßgeblichen tatrichterlichen Beurteilung.
a) § 4 Nr. 7 Satz 2 VOB/B gewährt dem Auftraggeber vor Abnahme und bei aufrechterhaltenem Vertrag einen Anspruch auf den Ersatz des Schadens, der ihm dadurch entsteht, daß das Bauwerk deshalb später fertiggestellt wird, weil der Auftragnehmer während der Bauausführung eine mangelhafte oder vertragswidrige Leistung durch eine mangelfreie oder vertragsgemäße Leistung ersetzt (BGH, Urteil vom 29. Juni 1961 – VII ZR 174/60, LM § 4 VOB Teil B Nr. 1 = VersR 1961, 1078 = MDR 1961, 927). Dieser Grundsatz ist auf den Fall übertragbar, daß die verspätete Fertigstellung des Bauwerks dadurch mitverursacht wird, daß der Auftragnehmer die Mangelbeseitigung über einen bestimmten Zeitraum vertragswidrig nicht ausführt. Für diese Fälle enthält § 4 Nr. 7 Satz 2 VOB/B eine Spezialregelung zu § 6 Nr. 6 VOB/B, so daß die in dieser Regelung vorgesehenen Beschränkungen des Schadensersatzanspruchs nicht anwendbar sind (vgl. BGH, Urteile vom 29. Juni 1961 – VII ZR 174/60, LM § 4 VOB Teil B Nr. 1 = VersR 1961, 1078 = MDR 1961, 927; 8. Juni 1967 – VII ZR 16/65, BGHZ 48, 78, 79; 6. Mai 1968 – VII ZR 33/66, BGHZ 50, 160, 164; 12. Juni 1975 – VII ZR 55/73, BauR 1975, 344, 346 = NJW 1975, 1701, 1703).
Bei weiterbestehendem Vertrag steht dem Auftraggeber nur ein Anspruch auf den Ersatz des Schadens zu, der auf einem Mangel oder einer Vertragswidrigkeit beruht und der trotz der Beseitigung des Mangels oder der Folgen der Vertragswidrigkeit verbleibt (BGH, Urteil vom 25. Februar 1982 – VII ZR 161/80, ZfBR 1982, 122 = BauR 1982, 277). Der Umfang des Schadensersatzes richtet sich nach den §§ 249 ff BGB (BGH, Urteil vom 6. Mai 1986 – VII ZR 33/66, NJW 1986, 1524). Der Auftraggeber kann gemäß § 252 BGB für die Verzugszeit als entgangenen Gewinn auch Mietausfälle ersetzt verlangen (BGH, Urteil vom 29. Juni 1961 – VII ZR 174/60, LM § 4 VOB Teil B Nr. 1 = VersR 1961, 1078 = MDR 1961, 927; Urteil vom 29. März 1990 – VII ZR 324/88, ZfBR 1990, 194 = BauR 1990, 464).
b) Die Beklagte hat ihre Pflicht, die vorhandenen Mängel zu beseitigen, dadurch verletzt, daß sie Ende März 1993 ihre Arbeiten vertragswidrig eingestellt und die Mängel erst im März 1994 beseitigt hat. Die Beklagte war nicht berechtigt, ihre Arbeiten im März 1993 einzustellen, weil der Kläger aufgrund der Mängel berechtigt war, die geforderten Abschlagszahlungen zu verweigern. Dem Auftraggeber steht ein Leistungsverweigerungsrecht gegenüber den Abschlagsforderungen in Höhe des zwei- bis dreifachen Betrages der voraussichtlichen Mängelbeseitigungskosten zu (vgl. BGH, Urteile vom 21. April 1988 – VII ZR 65/87, BauR 1988, 474 = NJW-RR 1988, 1043 = ZfBR 1988, 215 und vom 9. Juli 1981 – VII ZR 40/80, BauR 1981, 577 = NJW 1981, 2801 = ZfBR 1981, 265). Der Kläger war danach berechtigt, die geforderten Abschlagszahlungen insgesamt zu verweigern, weil der Nachbesserungsaufwand die Abschlagszahlungen überstieg.
Für die Ermittlung eines eventuellen Schadensersatzes wird auf die Grundsätze des Senats zur Berechnung des Mietausfalls oder der Finanzierungskosten hingewiesen (BGH, Urteile vom 29. März 1990 – VII ZR 324/88, BauR 1990, 464, 465 und 14. Januar 1993 – VII ZR 185/91, BGHZ 121, 210, 213).
Thode Haß Hausmann
. Wiebel Wendt
KG Berlin, Entscheidung vom 15.05.1997

References: BGH 
 § 287
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 BGH 
 § 287
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 § 4
 § 4
 § 4
 § 6
 § 4
 § 252
 § 4