Source: http://umsatzsteuer-voranmeldung.de/umsatzsteuerrecht.htm
Timestamp: 2018-11-21 13:32:15+00:00

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Das Umsatzsteuerrecht und Umsatzsteuergesetz
Umsatzsteuergesetz und Umsatzsteuerecht
Jeder Unternehmer gem. § 2 Umsatzsteuergesetz Umsatzsteuergesetz (UStG) (Gewerbetreibender, Freiberufler, Landwirt, Vermieter usw.) muss insbesondere seine steuerbaren Umsätze gem. § 1 Umsatzsteuergesetz (Lieferungen und Leistungen inklusive Entnahmen und unentgeltlichen Wertabgaben (Eigenverbrauch) gem. § 3 Umsatzsteuergesetz dem Finanzamt anhand der Umsatzsteuer-Voranmeldung gem. § 18 Umsatzsteuergesetz mitteilen.
Ausnahme: Kleinunternehmer gem. § 19 Umsatzsteuergesetz.
Sofern die Leistung gem. § 4 Umsatzsteuergesetz steuerbefreit ist, entsteht keine Umsatzsteuer. Ansonsten berechnet sich die Umsatzsteuer gem. § 10 Umsatzsteuergesetz aus dem Entgelt. Der anzuwendende Steuersatz beträgt gem. § 12 Umsatzsteuergesetz im Regelfall 19% und in besonderen Fällen (z.B. Bücher und Nahrungsmittel) dem ermäßigtem Steuersatz von 7% (Anlage ermäßigter Steuersatz ). Die Umsatzsteuer entsteht gem. § 13 Umsatzsteuergesetz mit Ausführung der Leistung und ist gem. § 16 Umsatzsteuergesetz nach vereinbarten Entgelten zu berechnen (Sollversteuerung). Ausnahme: Istversteuerung gem. § 20 Umsatzsteuergesetz.
Von der Umsatzsteuer kann der Unternehmer die sog. Vorsteuer gem. § 15 Umsatzsteuergesetz abziehen, d. h. die von ihm bezahlte Umsatzsteuer (Ausnahme beachten: nichtabziehbare Vorsteuer).
Der Voranmeldungszeitraum richtet sich nach § 18 Umsatzsteuergesetz. Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist demnach monatlich, vierteljährlich oder jährlich abzugeben. Existenzgründer müssen monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben. Die Umsatzsteuer-Voranmeldung muss bis zum 10. des Folgemonats beim Finanzamt eingegangen sein. Ausnahme: Dauerfristverlängerung. Bei der monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung wird dann eine Sondervorauszahlung zum 10. Februar fällig (1/11 der letzten Jahressteuer), die mit der Dezember Umsatzsteuer-Voranmeldung wieder verrechnet wird.
Ob Sie Ihre Umsatzsteuervoranmeldungen richtig abgegeben haben, kann durch eine Umsatzsteuer-Nachschau bzw. Umsatzsteuer-Sonderprüfung geprüft werden. Diese kann im Gegensatz zu einer regulären Betriebsprüfung auch ohne vorherige Ankündigung erfolgen.
Weitergehende Informationen zur Umsatzsteuer finden Sie hier:
Umsatzsteuer ,
Umsatzsteuerrichtlinien, Die Umsatzsteuerrichtlinien wurden durch den Umsatzsteuer-Anwendungserlass ersetzt.
Umsatzsteuer Anwendungserlass und
Umsatzsteuervorauszahlungen, die innerhalb von zehn Tagen nach Ablauf des Kalenderjahres gezahlt werden, sind auch dann im Vorjahr steuerlich abziehbar, wenn der 10. Januar des Folgejahres auf einen Sonnabend oder Sonntag fällt. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 27. Juni 2018 X R 44/16 entgegen einer allgemeinen Verwaltungsanweisung entschieden. Grundsätzlich sind Betriebsausg...
Grundsätzlich sind Betriebsausgaben und Werbungskosten in dem Kalenderjahr abzusetzen, in dem sie geleistet worden sind. Ausnahmsweise gelten regelmäßig wiederkehrende Ausgaben, die beim Steuerpflichtigen kurze Zeit, d. h. zehn Tage, nach Beendigung des Kalenderjahres angefallen sind, gemäß § 11 Abs. 2 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) als in dem Kalenderjahr abgeflossen, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Sie können damit bereits in diesem Jahr abgezogen werden. Auch die vom Unternehmer an das Finanzamt (FA) gezahlte Umsatzsteuer ist eine Betriebsausgabe, die dieser Regelung unterliegt. Im Streitfall hatte die Klägerin die Umsatzsteuervorauszahlung für Dezember 2014 am 8. Januar 2015 geleistet und diese Zahlung unter Bezugnahme auf § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG als Betriebsausgabe des Jahres 2014 geltend gemacht. Das FA meinte demgegenüber, diese Vorschrift sei nicht anzuwenden. Die Klägerin habe zwar innerhalb des Zehn-Tages-Zeitraums geleistet, die Umsatzsteuervorauszahlung müsse aber auch innerhalb dieses Zeitraums fällig gewesen sein. Daran fehle es. Die Vorauszahlung sei wegen § 108 Abs. 3 der Abgabenordnung (AO) nicht am Sonnabend, dem 10. Januar 2015, sondern erst an dem folgenden Montag, dem 12. Januar 2015 und damit außerhalb des Zehn-Tages-Zeitraums fällig geworden. Der BFH gab der Klägerin Recht und gewährte den Betriebsausgabenabzug für 2014. Auch wenn man fordere, dass die Umsatzsteuervorauszahlung innerhalb des Zehn-Tages-Zeitraums fällig sein müsse, sei diese Voraussetzung im Streitfall erfüllt. Denn bei der Ermittlung der Fälligkeit sei allein auf die gesetzliche Frist des § 18 Abs. 1 Satz 4 des Umsatzsteuergesetzes abzustellen, nicht hingegen auf eine mögliche Verlängerung der Frist gemäß § 108 Abs. 3 AO. Diese Verlängerung sei im Zusammenhang mit § 11 Abs. 2 EStG nicht anwendbar, da es sich um eine Zufluss- und Abflussfiktion, nicht aber um eine Frist handele, sodass sich die Frage nach einer Verlängerung erübrige. Mit seiner Entscheidung wendet sich der BFH gegen die Auffassung des Bundesministeriums der Finanzen (Amtliches Einkommensteuer-Handbuch 2017 § 11 EStG H 11, Stichwort Allgemeines, "Kurze Zeit"). Das Urteil ist immer dann von Bedeutung, wenn der 10. Januar auf einen Sonnabend oder Sonntag fällt, das nächste Mal somit im Januar 2021.
Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 54/18 vom 24.10.2018 zum Urteil X R 44/16 vom 27.06.2018

References: § 2
 § 1
 § 3
 § 18
 § 19
 § 4
 § 10
 § 12
 § 13
 § 16
 § 20
 § 15
 § 18
 § 11
 § 11
 § 108
 § 18
 § 108
 § 11
 § 11