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Timestamp: 2019-12-08 08:24:53+00:00

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Es ist: 08.12.2019, 10:24 Hallo, Gast! (Anmelden — Registrieren)
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Mervielle hat Recht ? Ich sehe das auch so ! Die Rechtfertigungsgründe § 32 und § 34 sind zu verneinen und ich kann schön in der Schuld § 16 durchprüfen.
Aber, sieht noch jemand das Problem der Pflichtenkollision der S bei den Rettungsmaßnahmen ?
(08.09.2011 17:07)Freshfields schrieb: Das Problem der nicht gegebenen Gegenwaertigkeit hat man mit dem par. 35 doch genauso.
Ne, da geht das als "Dauergefahr" durch.
09.09.2011, 10:33 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.09.2011 10:33 von Weppenstolf.)
(08.09.2011 17:10)Oliver schrieb: in der Schuld § 16 durchprüfen. Aber, sieht noch jemand das Problem der Pflichtenkollision der S bei den Rettungsmaßnahmen ?
Nochmal für doofe bitte :
Über welche Tatumstände irrt sich F?
Die Pflichtenkollision (stellst du hier auf Selbstschutz vs. Schutz des F ab?) sehe ich unproblematisch. In der Zeit, in der F gerettet wird, hat sie ja Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Die Polizei kann sie auch ja gleich mitalarmieren. Eine "Pflicht", ein fiktives Mordkomplott nicht "auffliegen" zu lassen, hat sie nicht. In jedem Fall wiegt das Leben des F schwerer.
Habe mir mal eure Gedankengänge durchgelesen...
Verstehe ich es denn richtig, dass ihr einzig §§212,211,13 prüft? Bzw den Ehemann und dessen Freund in einer Prüfung?
Ihr habt euch doch gegen §16, §222 und den Notstand entschieden oder liege ich da falsch? (Fragen über Fragen!)
Noch einmal im Detail zum Aufbau: Da wir mehrere Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe prüfen, wie sollte man aufbautechnisch die jeweiligen Irrtümer am besten einbauen? Ist bspw. ein Irrtum über 32 überhaupt relevant/erwähnenswert, wenn 34 oder 35 einschlägig sind?
12.09.2011, 13:24 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.09.2011 13:45 von ISB_55.)
ISB_55
Sieht hier noch jemand das sich bei der Prüfung des Mordes bzw. Totschlags durch Unterlassen eröffnende Problem im Bereich der Kausalität? Dort wird von der hM die Feststellung einer hypothetischen Erfolgsverhinderung mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" gefordert. Genau das ist ja laut SV nicht gegeben (Rettungschance von (lediglich) 50%).
--> Entweder man schließt sich hier der Mindermeinung an (Stichwort "Risikoverringerungslehre") oder man schneidet sich die Diskussion eines großen Problemkreises (Garantenstellung aus Ingerenz; Mordmerkmal Verdeckungsabsicht), auf die der SV ja eigentlich auch ganz offensichtlich ausgelegt ist, ab?
*edit* mittlerweile halte ich es für den wohl besten weg, den tatbestand der §§ 212 I, 211, 13 in ermangelung eines zurechenbaren erfolges zu verneinen und dann mit §§ 212 I, 211, 22, 23 I, 12 I, 13 I weiterzumachen. hier hätte dann auch wieder die erörterung der oben angesprochenen probleme platz
(12.09.2011 13:24)ISB_55 schrieb: tatbestand der §§ 212 I, 211, 13 in ermangelung eines zurechenbaren erfolges zu verneinen
Elaboriere? Die F geht ja gerade davon aus, dass O erfriert. Genau dieser Erfolg tritt ein.
wovon sie ausgeht oder nicht ist doch nur für den sub. TB von bedeutung, ich hingegen bezog mich auf den obj. TB und dort im speziellen auf die frage der kausalität bzw. der obj. zurechnung.
ich zitiere hier einfach mal aus einem einschlägigen lehrbuch zum strafrecht:
[zur kausalität]: "Die Ursächlichkeit des Unterlassens für den Eintritt des tatbestandlichen Erfolges lässt sich anhand der conditio sine qua non Formel nicht ermitteln. Die hM behilft sich daher mit der Modifizierung der Formel und fragt danach, ob die rechtlich erwartete Handlung nicht hinzugedacht werden kann, ohne dass der tatbestandliche Erfolg entfiele. Dazu genügt die Feststellung einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit
Demgegenüber genügt es nach der sog. "Risikoverringerungslehre" zur Bejahung der Kausalität des Unterlassens, dass die gebotene Handlung das Risiko des Erfolgseintritts merklich verringert hätte."
[zur obj. Zurechnung]: "Zu bejahen ist das [die Frage, ob der Erfolgseintritt gerade auf der Pflichtwidrigkeit des Unterlassens beruht] nur, wenn die Vornahme der gebotenen Rettungshandlung in der konkreten Gefahrensituation mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zur Erhaltung des gefährdeten Rechtsgutes [...] geführt hätte.
Genau diese an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit ist bei 50%iger Überlebenschance offensichtlich nicht zu bejahen. Folglich ist schon der obj. TB der §§ 212 I, 211, 13 nicht gegeben, es sei denn man folgt der von der Mindermeinung vertretenen Risikoverringerungslehre (die aber mE nicht wirklich zu überzeugen vermag)
bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass hier der versuchte totschlag bzw. mord durch unterlassen geprüft werden soll...
die Versuchsstrafbarkeit scheidet ja bekanntermaßen nicht schon deshalb aus, weil der von S gewollte Erfolg tatsächlich eingetreten ist (bezog sich dein einwand evtl. darauf?). S müsste den Erfolg eben auch zurechenbar verursacht haben (nochmal: genau hierfür ist es irrelevant, wovon F ausging). Genau das hat sie aber, wie nun hoffentlich verständlich dargelegt, nicht.
Ja, danke für die Erläuterung, ISB.
Einen Versuch zu pruefen ist nicht geboten, da der tatbestandliche Erfolg sich doch in jeder Hinsicht realisiert.
Einzig sinnvoller Aufbau erscheint mir hier den Notstand exemplarisch zu pruefen ueber par. 34 und an der fehlenden Gegenwaertigkeit scheitern zu lassen. Und danach zu par. 211, 212 ueberzugehen. Par. 211 an den fehlenden Mordmerkmalen scheitern zu lassen, sowohl Heimtuecke als auch Habgier und dann schliesslich auf den 212 abzustellen. Die Verdeckungsabsichten gegenueber F aus 211 sind problematisch, da sie einerseits nicht ihrer originaeren Motivation entsprechen und andererseits ihr Unterlassen mitnichten einem Tun entspricht, da die Ueberlebenschancen des F lediglich bei 50 Prozent liegen.
Die Irrtuemmer von par. 16 ff halte ich fuer wenig relevant, da sie sich gerade ueber keine Aspekte des TB irrt. Ob sie sich in einem Erlaubnistatbestandsirrtum befindet, darueber laesst der Sachverhalt keinen finalen Schluss zu.
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 § 34
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