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Timestamp: 2019-01-24 05:23:10+00:00

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Rechtsprechung: BFH/NV 1988, 752 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BFH, 10.12.1987
Anforderungen an die Verpflichtung zur Duldung der Zwangsvollstreckung - Voraussetzungen für die Durchsetzung einer Einkommensteuernachforderung
BFH/NV 1988, 752
Diese Vorschrift ist auf die Verfolgung des Anfechtungsanspruchs durch die Finanzbehörde im Wege eines Duldungsbescheids entsprechend anzuwenden, wobei noch nicht rechtsbeständige Steuerbescheide einem vorläufig vollstreckbaren Schuldtitel und Vorauszahlungsbescheide einem unter Vorbehalt ergangenen Urteil gleichstehen (Senatsurteil vom 9. Februar 1988 VII R 62/86, BFH/NV 1988, 752; Urteil des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 3. März 1976 VIII ZR 197/74, BGHZ 66, 91).
Deshalb ist bei einem sich aus einem Vorauszahlungsbescheid ergebenden Steueranspruch in analoger Anwendung des § 14 AnfG der Vorbehalt aufzunehmen, dass die Vollstreckung davon abhängt, dass die Steuerfestsetzung für den Veranlagungszeitraum, für den der Vorauszahlungsbescheid gilt, rechtsbeständig wird (vgl. Senatsurteile vom 31. Mai 1983 VII R 7/81, BFHE 138, 416, BStBl II 1983, 545; in BFH/NV 1988, 752; BGH-Urteil in BGHZ 66, 91).
Diese Vorschrift ist auf den Fall der Verfolgung des Anfechtungsanspruchs im Wege eines Duldungsbescheids der Finanzbehörde entsprechend anzuwenden; dabei stehen noch nicht rechtsbeständige Steuerbescheide einem vorläufig vollstreckbaren Schuldtitel gleich (Senatsurteil vom 9. Februar 1988 VII R 62/86, BFH/NV 1988, 752).
Deshalb ist im Fall eines auf einem noch nicht rechtsbeständigen Steuerbescheid beruhenden Steueranspruchs in analoger Anwendung des § 14 AnfG der Vorbehalt aufzunehmen, dass die Vollstreckung davon abhängt, dass der noch nicht rechtsbeständige Steuerbescheid rechtsbeständig wird (vgl. Senatsurteile vom 31. Mai 1983 VII R 7/81, BFHE 138, 416, BStBl II 1983, 545; in BFH/NV 1988, 752).
Vollstreckbare Schuldtitel sind auch Verwaltungsakte, die zu einer Geldleistung verpflichten, wie Steuerbescheide (BFH-Beschluss vom 9. Februar 1988 VII R 62/86 BFH/NV 1988, 752; BGH-Urteil vom 3. März 1976 VIII ZR 197/74, Entscheidungssammlung des Bundesgerichtshofs in Zivilsachen (BGHZ) 66, 91;… Boeker, a.a.O, Rn. 191).
Dies gilt auch für die Anfechtung durch Duldungsbescheid nach § 191 Abs. 1 Satz 2 AO (BFH-Beschluss vom 9. Februar 1988 VII R 62/86, BFH/NV 1988, 752).
Steuerbescheide, die zwar bestandskräftig, aber noch unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehen (§ 164 Abs. 1 AO), haben ebenfalls nur die Wirkung eines vorläufig vollstreckbaren Schuldtitels (Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, 1. Juni 1997, S 0370, FMNR312400097, Ziffer 5., juris; so wohl auch BFH-Urteil vom 09. Februar 1988 - VII R 62/86, a.a.O.).
Es handelt sich dabei um eine Bedingung (BFH-Urteile vom 31. Mai 1983 VII R 7/81, BStBl II 1983, 545 und vom 9. Februar 1988 VII R 62/86, a.a.O.) im Sinne des § 120 Abs. 2 Nr. 2 AO (FG Köln, Urteil vom 11. Oktober 2017 - 9 K 1566/14, EFG 2017, 1925).
Der erkennende Senat ist daher - wie das Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (VV vom 1. Juni 1997, S 0370, FMNR312400097, Ziffer 5.) und wohl auch der BFH (Urteil vom 09. Februar 1988 - VII R 62/86, a.a.O.) - der Auffassung, dass auch Steuerbescheide, die zwar bestandskräftig, aber noch unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehen (§ 164 Abs. 1 AO), nur die Wirkung eines vorläufig vollstreckbaren Schuldtitels haben und die Vollstreckung nach § 14 AnfG daher davon abhängig zu machen ist, dass der Vorbehalt der Nachprüfung entweder (wegen Ablaufs der Festsetzungsfrist, § 164 Abs. 4 Satz 1 AO) entfällt oder (nach § 164 Abs. 3 AO) aufgehoben wird.
Dies gilt auch für die Anfechtung durch Duldungsbescheid nach § 191 Abs. 1 Satz 2 AO (BFH-Beschluss vom 9. Februar 1988 VII R 62/86, BFH/NV 1988, 752; BGH-Urteil vom 3. März 1976 VIII ZR 197/74, Entscheidungssammlung des Bundesgerichtshofs in Zivilsachen (BGHZ) 66, 91;… Intemann, in König, AO, 3. Aufl., § 191 Rn. 136).
Es handelt sich dabei um eine Bedingung (BFH-Urteile vom 31. Mai 1983 VII R 7/81, Bundessteuerblatt Teil II (BStBl II) 1983, 545 und vom 9. Februar 1988 VII R 62/86, BFH/NV 1988, 752) im Sinne des § 120 Abs. 2 Nr. 2 AO (Urteil des FG Stuttgart vom 9. April 1987 IX 282/82, Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 1988, 97;… Boeker, a.a.O., Rn. 192;… Dumke, a.a.O., Rn. 70a).
Denn bei der Vollstreckungsklausel nach § 14 AnfG n.F. (= § 10 AnfG a.F.) handelt es sich um eine Nebenbestimmung in Form der Bedingung (vgl. BFH-Urteil vom 9. Februar 1988 VII R 62/86, BFH/NV 1988, 752;… Dumke in Schwarz, AO/FGO, § 191 AO Rn. 70a, Stand: 6/2009;… Boecker in Hübschmann/Hepp/Spitaler, AO/FGO, § 191 AO Rn. 192, Stand: 3/2012, m.w.N.).
bbb) Für die glaubhafte Annahme des durch das FA geltend gemachten Anfechtungsanspruchs auf Wertersatz gem. § 11 Abs. 1 AnfG genügt, dass im Streitfall ein gesetzliches Schuldverhältnis nach dem AnfG besteht, das inhaltlich begründet und mit hinreichender Wahrscheinlichkeit bestimmt ist; wobei die vorherige Geltendmachung durch einen Duldungsbescheid insoweit nicht erforderlich ist (vgl. BFH-Urteil vom 09.02.1988 VII R 62/86, BFH/NV 1988, 752; FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 24.10.2000 2 K 2948/99, juris).
(aaa) Zu den in § 2 AnfG genannten vollstreckbaren Schuldtiteln gehören auch Steuerbescheide (BFH-Urteil vom 09.02.1988 VII R 62/86, BFH/NV 1988, 752).
Diese Fälligkeit wurde zwar nicht durch die gerichtlich gewährte Aussetzung der Vollziehung aufgehoben, denn die Aussetzung der Vollziehung eines Verwaltungsakts durch das FG nach § 69 Abs. 3 FGO beseitigt die Fälligkeit der Forderung nicht (Senatsurteile vom 17. September 1987 VII R 50-51/86, BFHE 151, 304, BStBl II 1988, 366, und vom 9. Februar 1988 VII R 62/86, BFH/NV 1988, 752).
Zu den vorläufig vollstreckbaren Schuldtiteln im Sinne des § 14 AnfG gehören nach der Rechtsprechung sowohl des Bundesfinanzhofs (BFH) als auch des Bundesgerichtshofs (BGH) u.a. auch Steuerbescheide bzw. Steuerfestsetzungen, die noch nicht formell bestandskräftig sind und die - auch wenn bereits formell bestandskräftig - noch unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehen (vgl. BFH-Urteil vom 09.02.1988 - VII R 62/86, BFH/NV 1988, 752 sowie BGH-Urteil vom 03.03.1976 - VIII ZR 197/74, BGHZ 66, 91, jeweils ergangen zu der § 14 AnfG entsprechenden Regelung in § 10 AnfG a.F.).
In derartigen Fällen ist dementsprechend in den Duldungsbescheid, der erlassen werden soll, eine dem Vorbehalt des § 14 AnfG entsprechende Bedingung aufzunehmen (vgl. BFH-Urteil vom 09.02.1988 - VII R 62/86, a.a.O.).
Er muss deshalb den zu prüfenden Steuerpflichtigen sowie den sachlichen und zeitlichen Prüfungsumfang erkennen lassen; ein eigener Entscheidungsspielraum steht dem beauftragten Finanzamt insoweit nicht zu (vgl. BFH, Urteil vom 10. Dezember 1987 IV R 53/86, BFH/NV 1988, 752).
In Bezug auf den sachlichen Prüfungsumfang bedeutet dies, dass auch die zu prüfenden Steuerarten bezeichnet werden müssen (BFH, Urteil in BFH/NV 1988, 752).
Da es sich vorliegend nur um unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehende Steuerbescheide gehandelt habe, sei nach der Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 9.2.1988 VII R 62/86, BFH/NV 1988, 752) eine entsprechende Klausel im Duldungsbescheid erforderlich gewesen.
Nach der Rechtsprechung des BFH muß diese Klausel nicht nur in Zivilurteilen, sondern auch in Duldungsbescheiden aufgrund vorläufiger Steuerbescheide enthalten sein, mit denen die Finanzämter das Recht der Gläubigeranfechtung ausüben (Urteile vom 31. Mai 1983 VII R 7/81 BStBl II 1983, 545 und vom 9.2.1988 VII R 62/86 BFH/NV 1988, 752).
Insbesondere mit den Voraussetzungen der Anfechtungsberechtigung nach § 2 AnfG a.F. und zu der hierzu vorliegenden Rechtsprechung des BFH (vgl. das Senatsurteil vom 9. Februar 1988 VII R 62/86, BFH/NV 1988, 752) hat sich der Kläger nicht auseinander gesetzt.
In dieser Hinsicht könnte sich im Streitfall sogar die Frage stellen, ob das FG die nach dem Ergehen der Einspruchsentscheidung, aber vor der letzten mündlichen Verhandlung beim FG, von der Vollstreckungsschuldnerin abgegebene eidesstattliche Versicherung im Klageverfahren noch zu Lasten des Klägers hätte berücksichtigen müssen (vgl. BFH in BFH/NV 1988, 752, wo der BFH allerdings den Zeitpunkt, zu dem die Anfechtungsvoraussetzungen vorliegen müssen, offen gelassen hat).
FG München, 24.07.2002 - 10 K 1976/01
Erlass der Prüfungsanordnung durch das beauftragende Finanzamt (FA); Beanstandung …
BFH, 10.12.1987 - IV R 53/86
Überprüfbarkeit einer Prüfungsanordnung durch das Finanzamt
Der BFH hat in verschiedenen Urteilen diese Ansicht ebenfalls zu Grunde gelegt, allerdings ohne weitere Problematisierung (BFH, Urteile vom 10.12.1987 IV R 77/86, BStBl II 1988, 322; IV R 53/86, BFH/NV 1987, 752; vom 11.12.1991 I R 66/90, BStBl II 1992, 595;… vom 27.11.2003 I B 119, S 11/03, BFH/NV 2004, 756).
Der Prüfungsauftrag muss danach den zu prüfenden Steuerpflichtigen sowie den zeitlichen und sachlichen Umfang der Prüfung erkennen lassen; dem beauftragten FA steht ein eigener Entscheidungsspielraum insoweit nicht zu (BFH-Urteil vom 10. Dezember 1987 IV R 53/86 BFH/NV 1988, 752).
Er muss deshalb den zu prüfenden Steuerpflichtigen sowie den sachlichen und zeitlichen Prüfungsumfang erkennen lassen; ein eigener Entscheidungsspielraum steht dem beauftragten Finanzamt insoweit nicht zu (vgl. BFH-Urteil vom 10.12.1987 IV R 53/86, BFH/NV 1988, 752).
Ein eigener Entscheidungsspielraum steht dem beauftragten FA insoweit nicht zu (BFH-Urteile vom 10. Dezember 1987 IV R 53/86, BFH/NV 1988, 752; vom 10. Dezember 1987 IV R 77/86, BStBl. II 1988, 322 [324]).

References: § 14
 § 14
 § 191
 § 120
 § 14
 § 164
 § 164
 § 191
 § 191
 § 120
 § 14
 § 10
 § 191
 § 191
 § 11
 § 2
 § 69
 § 14
 § 14
 § 10
 § 14
 § 2