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Timestamp: 2016-10-21 13:17:44+00:00

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8C_84/2010 (01.06.2010)
8C_84/2010
F�rsprecher Urs W�thrich,
A.a Die 1957 geborene R.________ war seit Januar 1984 als kaufm�nnische Angestellte bei der Firma T.________ t�tig und dadurch bei den Genfer Versicherungen (nunmehr Z�rich Versicherungs-Gesellschaft AG; nachfolgend: "Z�rich") obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 13. November 2003 rollte ein Fahrzeug von einer erh�hten Plattform und touchierte die Versicherte, wobei sie sich eine Prellung am rechten Knie zuzog. Die Unfallversicherung gew�hrte Heilbehandlung, welche am 27. Februar 2004 abgeschlossen wurde; eine Arbeitsunf�higkeit bestand nicht.
A.b Am 26. M�rz 2008 wurde die Behandlung des rechten Knies wegen erneut auftretenden Schmerzen wieder aufgenommen. Eine MRI-Untersuchung vom 4. Juni 2008 zeigte einen breiten degenerativ bedingten Einriss vor allem am Vorderhorn des lateralen Meniskus mit einem kleinen zystischen Meniskusganglion in diesem Bereich. Am 26. Februar 2009 f�hrte Dr. med. S.________, orthop�dische Chirurgie FMH, eine arthroskopische partielle laterale Meniskektomie rechts durch. Die "Z�rich" er�ffnete R.________ mit Verf�gung vom 25. November 2008, sie erbringe f�r die erneut gemeldeten Beschwerden keine Versicherungsleistungen, da diese nicht in einem nat�rlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 13. November 2003 st�nden. Im Einspracheentscheid vom 12. Mai 2009 hielt sie daran fest.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern wies die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 18. Dezember 2009 ab.
R.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit den Rechtsbegehren, es seien ihr in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und des Einspracheentscheides die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
Die "Z�rich" schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf Vernehmlassung.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 und Art. 96 BGG erhoben werden. Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).
Streitig und zu pr�fen ist die Leistungspflicht der Unfallversicherung f�r die ab M�rz 2008 geltend gemachten Beschwerden am rechten Knie.
2.1 Die Rechtsgrundlagen f�r die Beurteilung der Streitsache sind im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt worden. Hervorzuheben ist, dass die Leistungspflicht des Unfallversicherers nebst anderem einen nat�rlichen ( BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181) und ad�quaten ( BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112) Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraussetzt. Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder �berhaupt erst manifest, entf�llt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die nat�rliche und ad�quate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsm�ssigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall fr�her oder sp�ter eingestellt h�tte (status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326, U 180/93 E. 3b). Ebenso wie der leistungsbegr�ndende nat�rliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit ( BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 f. mit Hinweisen) nachgewiesen sein.
2.2 Nach Art. 11 UVV werden die Versicherungsleistungen auch f�r R�ckf�lle und Sp�tfolgen gew�hrt. R�ckf�lle und Sp�tfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbest�nde dar (Art. 22 UVG; BGE 127 V 456 E. 4b S. 457, 118 V 293 E. 2d S. 297; SVR 2003 UV Nr. 14 S. 43 E. 4.2). Bei einem R�ckfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu �rztlicher Behandlung, m�glicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunf�higkeit kommt; von Sp�tfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe l�ngerer Zeit organische oder psychische Ver�nderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild f�hren k�nnen. R�ckf�lle und Sp�tfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend k�nnen sie eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur ausl�sen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitssch�digung ein nat�rlicher und ad�quater Kausalzusammenhang besteht ( BGE 118 V 293 E. 2c S. 296 f; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; SVR 2003 UV Nr. 14 S. 43 E. 4).
Es obliegt der versicherten Person, das Vorliegen eines nat�rlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je gr�sser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeintr�chtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des nat�rlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c in fine). Bei Beweislosigkeit f�llt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, �bernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden, sp�tere Gesundheitsst�rungen dagegen nur, wenn eindeutige Br�ckensymptome gegeben sind (Urteil 8C_506/2008 vom 5. M�rz 2009 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die Vorinstanz hat erwogen, auf Grund der medizinischen Aktenlage liege ein nat�rlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem neu geltend gemachten Meniskusschaden nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit vor, weshalb die "Z�rich" daf�r keine Leistungen zu erbringen habe. Sie stellte dabei insbesondere auf eine im Verlaufe des kantonalen Beschwerdeverfahrens eingeholte Aktenbeurteilung des Dr. med. V.________, Chefarzt Chirurgie des Spitals M.________, vom 22. Juli 2009 ab.
Demgegen�ber l�sst die Beschwerdef�hrerin vorbringen, die zur Diskussion stehenden Beschwerden seien nicht als R�ckfall zu behandeln. Vielmehr sei sie seit dem Unfall vom November 2003 nie mehr beschwerdefrei gewesen, sodass der "status quo ante" nie erreicht worden sei. Im weiteren habe das kantonale Gericht zu Unrecht auf die Ausf�hrungen des Dr. med. V.________ abgestellt. Der mit der vorinstanzlichen Beschwerdeantwort eingereichte Bericht w�rde der bundesgerichtlichen Rechtsprechung �ber den Beweiswert einer �rztlichen Beurteilung nicht entsprechen. Insbesondere st�tze sich dieser nicht auf eine umfassende Kenntnis der bestehenden Akten, was eine Auseinandersetzung mit den Berichten des Hausarztes und des operierenden Arztes verunm�glicht habe. Weiter habe dieser Arzt die Beschwerdef�hrerin weder gesehen noch gar untersucht.
4.1.1 Auf konkrete Anfrage hin erkl�rte Dr. med. K.________, Facharzt f�r Allgemeinmedizin, als Hausarzt der Versicherten, die Behandlung der Kniegelenkskontusion vom 13. November 2003 sei am 27. Februar 2004 abgeschlossen worden, nachdem die Beschwerden abgeklungen seien. Die Behandlung der Unfallfolgen sei am 26. M�rz 2008 erneut aufgenommen worden. Am 4. Juni 2008 habe eine genauere (radiologische) Abkl�rung eine Meniskusl�sion medial rechts gezeigt. Auf ausdr�ckliche Nachfrage hin erg�nzte der Hausarzt der Beschwerdef�hrerin, auch im Zeitraum vom 2. November bis 21. Dezember 2006 h�tten Behandlungen im Zusammenhang mit dem rechten Kniegelenk stattgefunden. Diese wurden aber offensichtlich nicht der Unfallversicherung in Rechnung gestellt.
4.1.2 Der urspr�ngliche Unfall wurde administrativ formlos abgeschlossen, was angesichts des Umstandes, dass keine Arbeitsunf�higkeit bestand und lediglich Heilbehandlung geleistet wurde, nicht zu beanstanden ist (Art. 51 Abs. 1 ATSG). Einzig die Beschwerdef�hrerin selbst gibt an, immer unter Schmerzen gelitten zu haben. Auch der behandelnde Hausarzt war spontan der Ansicht, dass eine erneute Behandlung erst wieder im M�rz 2008 begonnen habe. Damit fehlt es vorliegend an nachgewiesenen Br�ckensymptomen zwischen dem Unfall und der im Jahre 2008 geltend gemachten gesundheitlichen Beeintr�chtigung, weshalb die Beschwerdef�hrerin den Kausalzusammenhang zwischen dem diagnostizierten Meniskusschaden und dem versicherten Unfall mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen hat (Erw�gung 2.2).
4.2 Im angefochtenen Entscheid werden die Arztberichte und medizinischen Stellungnahmen umfassend dargestellt und begr�ndet, weshalb die Vorinstanz auf die Notiz des Dr. med. V.________ abgestellt hat. Letzteres wird von der Beschwerdef�hrerin kritisiert. Ob diese Kritik insgesamt oder in einzelnen Punkten gerechtfertigt ist, kann letztlich offen gelassen werden, da auch die von ihr selbst angef�hrten Nachweis keinen �berzeugenden Nachweis daf�r liefern, dass der geltend gemachte Meniskusschaden mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit auf den versicherten Unfall zur�ckzuf�hren ist.
4.2.1 Anl�sslich der R�ntgenuntersuchung nach dem Unfall (4. Dezember 2003) wurde keine Meniskusverletzung beschrieben, hingegen auf initiale degenerative Ver�nderungen hingewiesen. Dr. med. G.________, Facharzt f�r Radiologie FMH, beurteilt den mittels MRI vom 4. Juni 2008 gefundenen breiten Einriss am Vorderhorn des lateralen Meniskus ebenfalls als degenerativ. Auf ausdr�ckliche Nachfrage der Krankenversicherung der Beschwerdef�hrerin hin f�hrt dieser Arzt aus, morphologisch sei die gefundene Ver�nderung relativ typisch f�r eine degenerative Ver�nderung des Meniskus im zentralen Bereich. Beim Unfall h�tte durchaus ein kleiner Riss entstanden sein k�nnen, welcher dann sekund�r zur Degeneration des Meniskus gef�hrt habe, der Einriss erinnere morphologisch aber eher an eine Degeneration als an ein Trauma. Die Frage nach dem Kausalzusammenhang m�sse offen gelassen werden, da dieser m�glich sei und auf Grund der Bilder aber weder definitiv best�tigt, noch ausgeschlossen werden k�nne.
4.2.2 Der Hausarzt begr�ndet seine Kausalit�tsbeurteilung damit, dass nach dem 13. November 2003 kein Trauma mehr stattgefunden habe und die Schmerzen im Bereiche des rechten Knies zunehmend gewesen seien. Er �ussert sich nicht dazu, weshalb er eine rein degenerative Ursache nicht in Betracht zieht und warum er die durch Dr. med. G.________ festgestellte Degeneration des Meniskus mit grosser Wahrscheinlichkeit auf einen durch den Unfall verursachten Einriss zur�ckf�hrt. Diese als "post hoc ergo propter hoc" zu bezeichnende Argumentation �berzeugt daher nicht.
4.2.3 Auch Dr. med. S.________ legt in seinen Ausf�hrungen vom 12. Juni 2008 nicht dar, dass mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit ein Kausalzusammenhang zwischen dem Knieunfall und der Meniskusl�sion bestehe. Schon zu Beginn seiner Ausf�hrungen stellt er eine nicht belegte These auf, indem er nicht auf die urspr�nglichen medizinischen Akten, sondern allein auf die Schilderung der Beschwerdef�hrerin abstellt ("Die Patientin beschreibt ein Kontusionstrauma bzw. ein �berstrecktrauma 2003"). "M�glicherweise" sei dabei auch das Vorderhorn des lateralen Meniskus gequetscht worden. Die bei der Kniegelenksarthroskopie gefundenen degenerativen Ver�nderungen des Restmeniskus seien vereinbar mit einem Folgeschaden oder einem Status nach einem Quetschtrauma des Meniskus. Damit begr�ndet dieser Arzt seine Kausalit�tsbeurteilung mit zwei Hypothesen: Es habe ein Quetschtrauma stattgefunden - was er zuvor als m�glich aber nicht als �berwiegend wahrscheinlich beschrieben hatte - welches eine degenerative Ver�nderung am Meniskus bewirkt habe, was er als "vereinbar" und somit als "m�glich" und wiederum nicht als �berwiegend wahrscheinlich bezeichnete. Demnach kann auch dieses Arztzeugnis den geforderten Wahrscheinlichkeitsbeweis eines nat�rlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall vom 13. November 2003 und dem im Februar 2009 n�tig gewordenen operativen Eingriff am rechten Knie der Beschwerdef�hrerin nicht erbringen. Die "Z�rich hat ihre Leistungspflicht daher zu Recht verneint.

References: Art. 95
 Art. 96
 Art. 105
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 11
 BGE 
 BGE 
in fine