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Timestamp: 2019-10-15 08:27:25+00:00

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Rechtsprechung: NZBau 2002, 395 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: AG Dülmen, 17.08.2001
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OLG Stuttgart, 11.04.2002 - 2 U 240/01 (https://dejure.org/2002,2035)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 11.04.2002 - 2 U 240/01 (https://dejure.org/2002,2035)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 11. April 2002 - 2 U 240/01 (https://dejure.org/2002,2035)
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Vergabe öffentlicher Bauaufträge: Einstweiliger Rechtsschutz vor den ordentlichen Gerichten bei Vergabeverstößen bei Vergaben unterhalb der Schwellenwerte
Vergabenachprüfung im Zivilprozess; Keine einstweilige Verfügung gegen Zuschlag an einen anderen Bieter; Öffentliche Ausschreibung einer Baumaßnahme unter dem Schwellenwert; Glaubhaftmachung eines Rechtsbruchs ; Willkür; Unredliche Absicht
Vergabeverstoß bei der Vergabe öffentlicher Bauaufträge unterhalb der Schwellenwerte; Umfang der Vermutungswirkung hinsichtlich des Vorliegens einer Wettbewerbsförderungsabsicht der öffentlichen Hand bei Handlungen außerhalb eines erwerbswirtschaftlichen ...
VOB/A: Bedeutung
UWG § 1; BGB § 823 Abs. 2 § 1004; GG Art. 3
Vergaberechtsschutz unterhalb Schwellenwert
LG Heilbronn, 20.08.2001 - 22 O 294/01
Ob es der Beschwerdeführerin rechtlich möglich gewesen wäre, zuvor im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes den Zuschlag zu verhindern (dazu vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 11. April 2002 - 2 U 240/01 -, NZBau 2002, S. 395; OVG Bautzen…, Beschluss vom 13. April 2006 - 2 E 270/05 -, NZBau 2006, S. 393;… Dreher, NZBau 2002, S. 419 [426 f.];… Pietzcker, NJW 2005, S. 2881 [2882]), hatte das Oberlandesgericht nicht zu entscheiden.
Die VOB/A ist - jedenfalls außerhalb des Anwendungsbereichs der §§ 97 ff. GWB (…vgl. Vygen, in: Ingenstau/Korbion, a.a.O., Einl. Rn. 37) - nicht wie eine Rechtsnorm anzuwenden (vgl. BGH, Urteil vom 21. November 1991 - VII ZR 203/90 - BGHZ 116, 149 ; OLG Stuttgart, Urteil vom 11. April 2002 - 2 U 240/01 - juris).
Ob es der Beschwerdeführerin rechtlich möglich gewesen wäre, zuvor im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes den Zuschlag zu verhindern (dazu vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 11. April 2002 - 2 U 240/01 -, NZBau 2002, S. 395; OVG Bautzen…, Beschluss vom 13. April 2006 - 2 E 270/05 -, NZBau 2006, S. 393;… Dreher, NZBau 2002, S. 419 ;… Pietzcker, NJW 2005, S. 2881 ), hatte das Oberlandesgericht nicht zu entscheiden.
Beschränkung der Anwendbarkeit der §§ 97 ff. GWB
Aufgrund dieses Zusammenhangs, in dem es nicht auf eine generelle Qualifikation der VOB als Rechtsnorm, sondern auf ihre tatsächliche Bindungswirkung in einem konkreten Vergabeverfahren ankommt, wird das Urteil zu Recht dahin verstanden, dass der Bundesgerichtshof den Verdingungsordnungen nicht abweichend von seiner früheren Rechtsprechung allgemein Rechtsnormqualität zuerkennen wollte (Motze/Pietzcker/Prieß/ Gröning, VOB/A, Syst IV Rn 107; OLG Stuttgart, U. v. 11.4.2002 ­ 2 U 240/01, S. 8; a.A. Dreher, NZBau 419, 426).
Ob das Verhältnis von Gemeinschaftsgesetzgebung zu innerstaatlicher Gesetzgebung zur Rechtfertigung der Ungleichbehandlung ausreicht (so OLG Stuttgart, U. v. 11.4.2002 ­ 2 U 240/01 unter II 5), ist zweifelhaft.
Ein solcher - öffentlich-rechtlich geprägter - Anspruch folgt nicht, wie von den Antragstellern geltend gemacht, aus Art. 3 I GG oder, wie vom OLG Stuttgart im dortigen Fall als Anspruchsgrundlage angenommen (Urt. v. 11.04.2002, Az. 2 U 240/01; NGZBau 2002, 517, Tz. 31), in Verbindung mit §§ 823 11, 1004 BGB analog.
Davon ausgehend kommt ein Unterlassungsanspruch dann in Betracht, wenn der Auftraggeber vorsätzlich rechtswidrig, sonst in unredlicher Absicht oder jedenfalls in Bezug auf das Verfahren oder die Kriterien der Vergabe willkürlich gehandelt hat (s.a. OLG Stuttgart NZBau 2002, 395; LG Bad Kreuznach NZBau 2007, 471) bzw. wenn offenkundig ist, dass sich für die durch die zweigeteilte gesetzliche Regelung und die durch sie bewirkte Ungleichbehandlung kein sachlicher Grund finden lässt (…Weyand, Vergaberecht, 2. Aufl. 2007, GWB § 100 Rn. 1238 ff., 1242).
In allen Entscheidungen wurde jedoch ein Verfügungsanspruch unterhalb der Schwellenwerte nur für die Fälle bejaht, in denen die Vergabestelle vorsätzlich das Recht bricht oder sonst in unredlicher Absicht oder willkürlich vorzugehen droht (OLG Stuttgart, Urteil vom 11.04.2002, Az.: 2 U 240/01;… LG Frankfurt a.a.O.) bzw. das Vergabeverfahren unter einem offensichtlichen Verstoß gegen das Transparenzgebot und die Chancengleichheit stattfindet und die Vergabeentscheidung als in groben Maße rechtswidrig erscheint (…LG Cottbus, a.a.O.).
OLG Stuttgart, 19.05.2011 - 2 U 36/11
Berufungsentscheidung im einstweiligen Verfügungsverfahren des Bieters in einem …
OLG Düsseldorf NZBau 2010, 531 [juris Tz. 32 f] - dort gemäß §§ 241 Abs. 2, 311 Abs. 2 BGB; ferner Senat VergabeR 2011, 236 [juris Tz. 40 f]; vormals Senat NZBau 2002, 395; Thüringer OLG VergabeR 2009, 524 [juris Tz. 30 und 34] - auch aus §§ 311 Abs. 2, 241, 280 BGB; Schleswig-Holsteinisches OLG U. v. 09.04.2010 - 1 U 27/10 [juris Tz. 47], dort wohl gemäß § 241 Abs. 1, § 280 Abs. 1 BGB; letztlich offen gelassen; OLG Hamm VergabeR 2008, 682 [juris Tz. 22 und 24]; Brandenburgisches OLG VergabeR 2008, 294 [juris Tz. 7]; ferner Wagner in Langen/Bunte, Kommentar zum deutschen und europäischen KartellR, GWB, 11. Aufl. [2011], § 100, 2 f; Otting in Bechtold, GWB, 6. Aufl. [2010], § 100, 7 f; Dreher in Immenga/Mestmäcker, GWB, 4. Aufl. [2007], Vor §§ 97 f, 50 f; Bungenberg in Loewenheim/Meessen/Riesenkampff, KartellR, Bd. 2, GWB [2006], vor §§ 97 f, 30 f; Itzel MDR 2011, 517, 519; Braun NZBau 2008, 160).
Unterschiedlich wird auch gesehen, welcher Prüfungsmaßstab bei unterschwelliger Vergabe für die gerichtliche Kontrollmöglichkeit angelegt wird (vorsätzlich rechtsbrechend, in unredlicher Absicht oder willkürlich geschehen: Senat NZBau 2002, 395; vgl. aber Senat VergabeR 2011, 236 [1 B 2 a und b) bb)]; vorsätzlich rechtswidrig, in unredlicher Absicht oder offenkundig ohne sachlichen Grund: OLG Hamm VergabeR 2008, 682 [juris Tz. 24 und 25]; ebenso Thüringer OLG VergabeR 2009, 524 [juris Tz. 31 und 32]; objektiver Vergabeverstoß: OLG Düsseldorf NZBau 2010, 328 [juris Tz. 34]; Brandenburgisches OLG VergabeR 2008, 294 [juris Tz. 7 und 13]; im Ansatz wohl ebenso: Schleswig-Holsteinisches OLG a.a.O.).
Kommt bei einer beabsichtigten Vergabe ein Verstoß gegen das Regelwerk der VOB/A in Betracht, könnte ein etwaiger Unterlassungsanspruch allenfalls dann erwogen werden, wenn glaubhaft gemacht wäre (§§ 935, 936, 920 Abs. 2 ZPO ), dass der Antragsgegner in unredlicher Absicht oder willkürlich vorzugehen droht oder ihm gar vorsätzlicher Rechtsbruch zur Last zu legen ist (so auch OLG Stuttgart, Urteil vom 11.04.2002, 2 U 240/01).
Davon ausgehend kommt ein Unterlassungsanspruch in Betracht, wenn der Auftraggeber vorsätzlich rechtswidrig, sonst in unredlicher Absicht oder jedenfalls in Bezug auf das Verfahren oder die Kriterien der Vergabe willkürlich gehandelt hat (…vgl. OLG Hamm a.a.O.; OLG Stuttgart NZBau 2002, 395; LG Bad Kreuznach NZBau 2007, 471) bzw. wenn offenkundig ist, dass sich für die durch die zweigeteilte gesetzliche Regelung und die durch sie bewirkte Ungleichbehandlung kein sachlicher Grund finden lässt (…vgl. Weyand, Vergaberecht, 2. Aufl. 2007, GWB § 100 Rn. 1238 ff., 1242).
Daher besteht selbst bei objektiv wettbewerbsgeeignetem Handeln keine tatsächliche Vermutung für eine bestehende Wettbewerbsabsicht (BGH GRUR 1990, 463 - Firmenrufnummer; GRUR 1968, 95 - Büchereinachlass; Oberlandesgericht Stuttgart NZBau 2002, 395;… Köhler in: Baumbach/Hefermehl, Wettbewerbsrecht, 23. Auflage 2004, § 2 Rdn. 13.18, 13.27; Alexander, WRP 2004, 700, 704 f).
Mangels Wettbewerbshandlung sind die geltend gemachten lauterkeitsrechtlichen Ansprüche somit nicht begründet, ohne dass es einer Entscheidung der zwischen den Parteien kontrovers diskutierten Frage bedarf, ob die VOB/A als gesetzliche Vorschrift i. S. des § 4 Nr. 11 UWG in Betracht kommt, oder ob es sich lediglich um eine interne Verwaltungsvorschrift handelt, deren Verletzung keine Ansprüche nach § 4 Nr. 11 UWG auslösen kann (in letzterem Sinne z. B. OLG Stuttgart, NZBau 2002, 395;… Gröning, in: Motzke/Pietzcker/Prieß, VOB, Teil A, Syst IV, Rdnr. 106 f).
AG Dülmen, 17.08.2001 - 3 C 190/01
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AG Dülmen, 17.08.2001 - 3 C 190/01 (https://dejure.org/2001,21747)
AG Dülmen, Entscheidung vom 17.08.2001 - 3 C 190/01 (https://dejure.org/2001,21747)
AG Dülmen, Entscheidung vom 17. August 2001 - 3 C 190/01 (https://dejure.org/2001,21747)
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NJW-RR 2001, 1596

References: § 1
 § 823
 § 1004
 Art. 3
 Art. 3
 § 100
 § 241
 § 280
 § 100
 § 100
 § 100
 § 2
 § 4
 § 4