Source: https://enphotoblog.com/arbeitslosengeld-1-schwanger/
Timestamp: 2020-04-06 18:30:27+00:00

Document:
Arbeitslos und schwanger was steht mir zu – elterngeld BEI arbeitslosengeld 1
Kurze Zusammenfassung: Arbeitslos und schwanger
Besteht nach der Elternzeit ein grundsätzlicher Anspruch auf Arbeitslosengeld?
Arbeitslosengeld berechnen – wie hoch kann das Arbeitslosengeld nach der Elternzeit ausfallen?
Elternzeit mit Teilzeitarbeit
An dieser Stelle gibt es jedoch auch eine Ausnahme
Kündigung nach Elternzeit – wie wird das fiktive Arbeitsentgelt ermittelt?
Arbeitslosengeld nach Elternzeit – mit welcher Höhe kann gerechnet werden?
Wenn Du nach Deiner Elternzeit nur noch in eine Teilzeitbeschäftigung gehen möchtest
Anspruch auf Arbeitslosengeld – ein Ratschlag für Dich
Arbeitslosengeld und Anspruch auf Teilzeit
Übertragung der Elternzeit: Welche Regeln gelten?
Elternzeit und Arbeits­lo­sengeld: Was kann eine Rechtsanwältin oder ein Rechts­anwalt für Sozial­recht für Betroffene tun?
schwanger und ALG 1 – was nun?
Wie wird die Anwartschaftszeit erfüllt?
Für welche Dauer erhalten Sie Arbeitslosengeld?
Versicherungspflicht in den letzten 5 Jahren (Monate)
Höchstanspruch (Monate)
Arbeitslosengeld Rechner: Das bekommen Sie
Für Arbeitslosengeld (ALG 1)
Für Arbeitslosengeld 2 (ALG 2/Hartz 4)
Wie können Sie einen Vorschuss beantragen?
Die wichtigsten Tipps für Arbeitnehmer beim Jobwechsel
Worauf sollten Sie bei ALG 2 achten?
Checkliste für ALG 2
Probezeit – Ihre Rechte
Der Zug fällt aus – eine Dienstverhinderung?
Wenn der Chef keine Arbeit hat …
Unterrichtszeit – Arbeitszeit
Eine Ausnahme bildet der Elterngeldfreibetrag für Bezieher von Arbeitslosengeld II, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren. Das ist zum Beispiel bei „Aufstockern“ der Fall oder wenn trotz Erwerbstätigkeit die Voraussetzungen für Arbeitslosengeld I nicht bestehen (weil beispielsweise die Mindestbeitragszeit in die Arbeitslosenversicherung nicht erfüllt wurde). Der Elterngeldfreibetrag richtet sich nach dem vorherigen Einkommen, beträgt aber maximal 300 Euro. Betrug das Einkommen etwa 200 Euro monatlich, so erhält man einen Freibetrag von 200 Euro.
Fiktive Bemessungsgrundlage kann zu mehreren hundert Euro weniger pro Monat führen
Wer als Beschäftigter in die Sozialversicherungen eingezahlt hat und arbeitslos wird, hat Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das beträgt 60 Prozent (bei Kinderlosen) und 67 Prozent (bei Eltern) des letzten Nettogehalts. Aber Obacht: Wird ein Elternteil nach über zwei Jahren Elternzeit arbeitslos, so wird dessen Anspruch nicht nach dem letzten Gehalt berechnet, sondern nach einem fiktiven Bemessungsentgelt. Das Arbeitslosengeld kann — je höher das Einkommen vor der Familienpause war — dadurch deutlich geringer ausfallen als es ohne Pause wäre. Gegen diese Praxis sind mehrere Verfahren von dem Bundessozialgericht anhängig.
In die Berechnung des Arbeitslosengeldes gehen viele Faktoren ein. Maßgeblich ist zunächst das letzte Bruttoeinkommen vor dem Jobverlust, sodann die Steuerklasse und die Frage, ob ein Kind im Haushalt lebt. Festgestellt wird ferner, ob ein Antragsteller tatsächlich Vollzeit arbeiten kann und will. Eine arbeitslose Mutter kleinerer Kinder muss etwa nachweisen, dass für die Sprösslinge eine Betreuung zu Verfügung steht, sonst hat sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld gemäß einer Vollzeittätigkeit. Im Klartext: Wer nur 50 Prozent der Wochenstunden arbeiten kann oder will, bekommt auch nur 50 Prozent der Leistung.
Ein Faktor, der zum Beispiel in den Broschüren zur Elternzeit gern vergessen wird, ist die Zeit. Eigentlich muss, wer Arbeitslosengeld beantragt, im Jahr zuvor mindestens 150 Tage sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, in Sonderfällen — Kindererziehung wird dabei als solcher anerkannt – kann dieser so genannte Bemessungszeitraum auf zwei Jahre ausgedehnt werden. Bei einer Mutter, die nach einem Jahr Elternzeit arbeitslos wird, wird also auf das Jahr vor der Babypause zurückgegriffen. Sie erhält dann 67 Prozent ihres letzten Nettolohns, eventuell nach Anpassung der Steuerklasse, sofern diese wegen des Kindes geändert wurde.
Problematisch wird es, wenn die Elternzeit länger dauert als ein Jahr. Zwar hat die Elternzeit aufschiebende Wirkung, das heißt, Ansprüche an die Arbeitsagentur verfallen nicht. Dennoch müssen Eltern, die in den letzten zwei Jahren vor dem Antrag auf Arbeitslosengeld nicht mindestens 150 Tage gearbeitet haben und Einkommen bezogen haben, mit Einbußen rechnen. Denn bei ihnen wird nicht das letzte Einkommen für die Berechnung herangezogen, sondern das so genannte fiktive Bemessungsentgelt. Dieses richtet sich nach der jährlich neu ermittelten Bezugsgröße, die dem Durchschnittseinkommen entspricht, und der Qualifikationsstufe des Antragstellers.
Die Auswirkungen sind umso drastischer, je höher das Einkommen vor der Pause war.
Wer etwa vor der Elternzeit ein Gehalt hatte, das über der Beitragsbemessungsgrenze (2007 West: 5250 „€/Ost: 4550 „€) lag, erhält in jeder Lohnsteuerklasse etwa 800 Euro Arbeitslosengeld weniger, als ihm ohne Pause zustünde. Bei den unteren Lohn- und Gehaltsgruppen hingegen ergeben sich kaum Abweichungen. Gegen diese Praxis sind mehrere Verfahren vor dem Bundessozialgericht anhängig. Die Kläger bemängeln in erster Linie, dass dadurch Frauen benachteiligt werden und der in der Verfassung garantierte Schutz der Familie nicht genügend beachtet wird.
Indes: Zwar nutzen trotz der Neuregelung mit den Vätermonaten immer noch überwiegend Frauen die Elternzeit. Rein juristisch wäre es den Vätern möglich, es den Müttern gleichzutun — sie tun es nur nicht. Es ist aber trotzdem ärgerlich, dass die Dauer der Elternzeit und die des Bemessungszeitraums von der Arbeitsagentur nicht aneinander angepasst sind. Immerhin kommt es nicht so selten vor, dass Mütter vom Kinderzimmer direkt in die Arbeitslosigkeit geschleust werden. Und noch ärgerlicher ist es, dass all die bunten Infomaterialien zur Elternzeit auf diese Schattenseite nicht hinweisen. So erfahren arbeitslose Eltern von der zusätzlichen finanziellen Einbuße oft erst im Büro ihres Sachbearbeiters bei der Arbeitsagentur. Das muss sich definitiv ändern.
(iu / 12.12.07 / Foto: Andreas Preuß / PIXELIO)
„“ Informationen der Arbeitsagentur zur Arbeitslosigkeit
Für berufstätige Eltern ist die vom Staat eingerichtete Elternzeit eine große Unterstützung in den ersten ein bis zwei Lebensjahren des Nachwuchses. Prinzipiell können sich Eltern sich die Elternzeit untereinander aufteilen oder aber auch nur ein Part nimmt die diese Zeit mit der Zahlung des Elterngeldes in Anspruch. Wie sieht es aber mit dem Anspruch auf Arbeitslosengeld aus, wenn der betroffene Elternteil nach der Elternzeit gekündigt wird? Ist Arbeitslosengeld nach der Elternzeit möglich und wie lässt sich dann das Arbeitslosengeld berechnen? Diese und weitere Fragen werden im Laufe dieses Ratgebers geklärt.
Wenn Du nach Deiner zweijährigen Elternzeit arbeitslos werden solltest, aufgrund von Eigenkündigung oder einer Kündigung seitens Deines Arbeitgebers, dann hast Du grundsätzlich Anspruch auf Arbeitslosengeld. Allerdings musst Du bei einer Kündigung nach der Elternzeit mit einem wesentlich geringeren Arbeitslosengeld nach der Elternzeit rechnen. Der Grund liegt in der Tatsache, dass beim Arbeitslosengeld berechnen nicht von Deinem vorherigen Gehalt ausgegangen wird, sondern eine Berechnung nach einem fiktiven Bemessungsentgelt vorgenommen wird. Aufgrund dessen, ist der Anspruch auf Arbeitslosengeld deutlich geringer, was Du monatlich bei der Auszahlung schmerzlich erkennen wirst.
Solltest Du Arbeitslosengeld nach der Elternzeit benötigen, dann hast Du auch grundsätzlich einen Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn Du:
Dich arbeitslos gemeldet hast.
Die Bezeichnung „Anwartschaft“ bezieht sich auf den Zeitraum einer versicherungspflichtigen Beschäftigung. Bist Du in den zwei Jahren vor dem Jobverlust für mindestens 12 Monate entsprechend angestellt gewesen, hast Du die Anwartschaft erfüllt und natürlich auch den Anspruch auf Arbeitslosengeld. In diesem Zusammenhang gilt die Elternzeit bis zu der Vollendung des dritten Lebensjahres Deines Kindes als ein versicherungspflichtiger Zeitraum. Du musst aber direkt davor, auf einer versicherungspflichtigen Basis angestellt gewesen sein, gemäß § 26 Abs. 2a Satz 1 SGB III. Und auch der Zeitraum Deines Mutterschutzes, also die Zeit, in der Du Mutterschaftsgeld bekommen hast, wird als versicherungspflichtige Zeit gemäß § 26 Abs. 2 Nr. 1 SGB III, angesehen.
Nach einem Urteil vom LSG Rheinland-Pfalz, 31.03.2011 L 1 AL 43/10, umfasst diese Tatsache auch den Fall, wenn Du während Deiner Elternzeit noch ein Kind bekommen hast, für welches Du auch eine Beantragung des Elterngeldes vorgenommen hast. Im Genauen heißt das für Dich, dass Du Dich vom Tag der Geburt Deines ältesten Kindes bis zu dem Tag des dritten Geburtstags Deine jüngsten Kindes, einer versicherungspflichtigen Zeit befindest. Der Zeitraum von drei Jahren verändert sich allerdings nicht, wenn Du Mehrlinge auf die Welt gebracht hast. Dies ergeht aus einem Urteil von LSG Bremen, v. 01.11.2010, L 12 AL 94/09.
Ganz wichtig für Dich und für Deinen Anspruch auf Arbeitslosengeld an dieser Stelle, ist noch der Fakt, dass wenn Du wegen einer Betriebsvereinbarung oder aufgrund der sogenannten Übertragungsmöglichkeit bei mehreren Kindern, Deine Elternzeit verlängerst, hast Du unter Umständen keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld.
Als Maßgebend für die Entscheidung, ob Du Arbeitslosengeld nach der Elternzeit bekommst, ist immer die zweijährige Rahmenfrist vor dem Jobverlust verantwortlich und ob Du in dieser Zeit einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen bist. Generell gilt als versicherungspflichtige Zeit, innerhalb der Elternzeit, nur die Zeit bis zu dem dritten Geburtstag Deines jüngsten Kindes.
Solltest Du also bei mehreren Kindern die Elternzeit auch nach der Vollendung des dritten Lebensjahres Deines jüngsten Kindes noch Elternzeit in Anspruch nehmen, kannst Du eventuell Schwierigkeiten dabei haben, auf die nötigen zwölf Monate zu kommen. In so einem Fall wäre es dann für Dich besser, wenn Du während dem Rest der Elternzeit zu mindestens auf Teilzeit beschäftigt wärst. So kannst Du auf jeden Fall ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis nachweisen und Dir das Arbeitslosengeld nach der Elternzeit sichern.
Auf Basis einer Entscheidung des Sozialgerichtes Speyer und der Entscheidung vom Bundessozialgericht sowie des Bundesverfassungsgerichts, verstößt die Regelung, dass nur die Elternzeit bis zu der Vollendung des dritten Lebensjahres als Grund zur Anwartschaft ist, nicht gegen das Verfassungsrecht (Urteil v. 07.03.2012, S 1 AL 31/11).
Kommt es zu einer Kündigung nach der Elternzeit, dann könnt ihr als Eltern schnell mal in Bedrängnis geraten, denn in der Regel beträgt das Arbeitslosengeld 60 Prozent vom vorherigen Gehalt. Hast Du ein oder mehrere Kinder, dann erhöht sich dieser Prozentsatz auf 67 Prozent Deines einstigen Gehaltes. Als Kinder werden dabei nicht nur die leiblichen Kinder angesehen, sondern auch Stiefkinder, Pflegekinder und Adoptivkinder. Unabhängig von der Anzahl Deiner Kinder erhältst Du diesen erhöhten Prozentsatz als Leistung. Dass das Arbeitslosengeld nicht nach der Anzahl der Kinder gestaffelt wird, hält das Bundesverfassungsgericht für verfassungsgemäß. Somit ist das Arbeitslosengeld ein Pauschalisierung auf Basis des Nettogehaltes.
Damit das pauschalisierte Nettogehalt berechnet werden kann, werden die Bruttoeinkünfte des vorherigen Jahres vor dem Eintritt in die Arbeitslosigkeit zu Grunde gelegt. In diesem Zusammenhang wird auch von dem sogenannten Bemessungsrahmen gesprochen, welcher aufgrund von Rückrechnungen ermittelt und festgelegt wird, und nach einem Jahr abläuft (§ 150 Abs. 1 SGB III). Sämtliche beitrags- und steuerpflichtigen Einnahmen werden zu Deinem Arbeitseinkommen hinzugezählt. Zugehörig ist daher nicht nur Dein monatliches Gehalt, sondern auch Sonderzahlungen wie Tantiemen, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und Gratifikationen.
Der Bessungsrahmen wird dann auf zwei Jahre erweitert, wenn Du innerhalb des Jahres vor Deinem Jobverlust nicht auf insgesamt 150 Tage Arbeitsentgelt kommst, gemäß § 150 Abs. 3 Nr. 1 SGB III. Hast Du Dich also während des Jahres vor Deiner Arbeitslosigkeit in Elternzeit befunden und konntest daher keine Arbeitsentgelte erzielen, weitet sich der Bemessungsrahmen dann auf zwei Jahre aus.
Wenn Du von Deiner Elternzeit nur ein Jahr in Anspruch genommen hast, dann wird beim Arbeitslosengeld berechnen, das Einkommen berücksichtigt, welches Du innerhalb des Jahres vor Deiner Elternzeit bezogen hast. Arbeitslosengeld nach der Elternzeit berechnet sich dabei immer ab dem ersten Tag Deiner Arbeitslosigkeit, wo es dann zur Rückrechnung der letzten zwei Jahre kommt und ob Du in den vergangenen 24 Monaten für mindestens 150 Tage ein Arbeitsentgelt erzielt hast.
Beim Arbeitslosengeld berechnen, wird weder der Zuschuss seitens des Arbeitgebers zum Mutterschaftsgeld, noch das Mutterschaftsgeld an sich oder das Elterngeld mit in die Ermittlung des Arbeitslosengeldes einbezogen. Der Grund dafür liegt in dem Fakt, dass es sich dabei nicht um ein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt handelt. So unterliegt der Zuschuss zu dem Mutterschaftsgeld weder der Sozial- noch der Steuerversicherungspflicht (§ 3 Nr. 1d EStG, § 2 Abs. 1 Nr. 6 SvEV). Beim Arbeitslosengeld berechnen kann es daher nicht zu dem Arbeitslosengeld nach der Elternzeit, berücksichtigt werden. Entsprechend des SG Aachen, Urteil v. 30.06.2011, S 15 AL 118/11 WA, wurde dem von gesetzlicher Seite so zugestimmt. Des Weiteren erkannte das Gericht hier weder eine Verletzung des Eu-Rechts, noch des Verfassungsrechts.
Die Zeit des Mutterschutzes und auch die Elternzeit werden nur dann als Grund zur Anwartschaft berücksichtigt, wenn es um den Anspruch auf Arbeitslosengeld geht. Allerdings nicht, wenn es um das Arbeitslosengeld berechnen geht. Solltest Du die vollen zwei Jahre Elternzeit in Anspruch genommen haben und daher auch innerhalb des erweiterten Bemessungsrahmen über zwei Jahre hinweg, auf keine 150 Tage Bezug von Arbeitsentgelt kommen, dann erfolgt das Arbeitslosengeld berechnen nicht auf Basis Deines letzten Gehaltes, sondern wird fiktiv, nach einer gewissen Pauschale ermittelt (§ 152 Abs. 1 SGB III). Regelmäßig wäre das somit der Fall, wenn Du Dich zwei Jahre oder sogar noch länger innerhalb der Elternzeit befunden hast.
Genanntes kannst Du auch zu Grunde legen, wenn Du innerhalb Deiner Elternzeit in einem Teilzeitjob tätig warst. Zwar hast Du dann Arbeitsentgelt erzielt, allerdings werden die Erziehung und die Betreuung von Deinem Kind unter drei Jahren, bei dem Arbeitslosengeld berechnen, nicht in Betracht gezogen, da es aufgrund der Erziehung und Betreuung von Deinem Kind zu einer Minderung der wöchentlichen Arbeitszeit oder des Arbeitsentgeltes gekommen ist. Dies entspricht einer gesetzlichen Regelung nach § 150 Abs. 2 Nr. 3 SGB III. Letztere Regelung soll Dich als arbeitslose Person davor schützen, dass beim Arbeitslosengeld berechnen, Zeiträume von Entgelten berücksichtigt werden, welche nicht repräsentativ für das Arbeitsentgelt waren (BT-Drs. 15/1515, S. 85).
Es erfolgt nur eine Berechnung vom Arbeitslosengeld auf Basis eines Vollzeitentgeltes, wenn Du in den vergangenen zwei Jahren (erweiterter Bemessungsrahmen) für mindestens 150 Tage ein Anrecht auf ein Vollzeitgehalt hattest. Es ist zudem nicht möglich, den Bemessungsrahmen über mehr als zwei Jahre zu erweitern, gemäß BSG, Urteil v. 06.05.2009, B 11 AL 7/08 R. Zu einer fiktiven Bemessung kommt es dann, wenn innerhalb der vergangenen zwei Jahre nicht mindestens 150 Tage mit Anrecht auf (Vollzeit-) Arbeitsentgelt bestand.
Sollte bei der fiktiven Berechnung vom Bemessungsentgelt ein Ergebnis erzielt werden, welches für Dich nachteiliger als das erzielte Entgelt aus Deinem Teilzeitjob, dann wird beim Arbeitslosengeld berechnen Dein tatsächlich erwirtschaftetes Teilzeitgehalt zu Grunde gelegt. In § 150 SGB III in Ziffer 150.2. wird nach fachlicher Weisung von der Bundesagentur für Arbeit vorgesehen, dass es nicht zur Anwendung der Vorschrift § 150 Abs. 2 kommt, wenn daraus ein ungünstigeres Ergebnis erzielt wird.
Kommt es zur Bemessung vom fiktiven Arbeitsentgelt, dann basiert diese nicht auf das individuelle erzielbare Gehalt, sondern auf Basis von einer pauschalen Regelung. In diesem Rahmen wirst Du dann in eine von insgesamt vier Qualifikationsgruppen eingestuft, welche von Deinem Hochschul- oder Berufsabschluss abhängig gemacht wird. Jede Gruppe hat dabei eine spezielle Zuordnung, was das pauschale Entgelt betrifft. Hierdurch wird das Elternteil in Elternzeit, welches zwar über eine gute Qualifikation für seinen Job verfügt und auch entsprechend gut verdient hat, benachteiligt, da es formal gesehen nur über eine beendete Berufsausbildung verfügt. Innerhalb der Qualifikationsgruppe ist dieses pauschale Arbeitsentgelt nämlich in der Regel massiv weniger, als es bei dem in der Realität bezogenen Gehalt der Fall war.
Eine Pharmareferentin im Außendienst erzielte vor ihrer Elternzeit ein Gehalt von 3.087 Euro. Innerhalb der Ausübung ihres Berufes qualifizierte sie sich hierfür, hatte hingegen aber „nur“ eine abgeschlossene Ausbildung zur MTA (Medizinisch-Technische Laborassistentin) über einen Zeitraum von drei Jahren vorzuweisen. Aufgrund dessen, wird sie von der Agentur für Arbeit in die Qualifikationsgruppe 3 eingestuft. Innerhalb genannter Gruppe beträgt das Arbeitsentgelt auf fiktiver Basis jedoch nur 1.959,90 Euro. Im Zuge dessen und um eine Einstufung in eine bessere Qualifikationsgruppe zu erreichen, klagte sie. Allerdings war ihre Klage vor dem Bundessozialgericht nicht von Erfolg gekrönt, denn entscheidend, so befand es der oberste Richter, sei für die Einstufung nur der formale Berufsabschluss (BSG, Urteil v. 04.07.2012, B 11 AL 21/11 R).
Gemäß BVerfG, Beschluss v. 14.03.2011, 1 BvL 13/07 wurde hier vom Bundesverfassungsgericht keine verfassungswidrige Benachteiligung erkannt und auch ein möglicher Verstoß gegen das europäische Gemeinschaftsrecht ist vom zuständigen Bundessozialgericht negiert worden (BSG, Urteil v. 25.08.2011, B 11 AL 19/10 R).
In einzelnen Fällen kann es durch die fiktive Ermittlung vom Arbeitslosengeldes auch zu Gunsten des Leistungsempfängers kommen, allerdings geht es hier nur um vereinzelte Ausnahmefälle. Solltest Du z.B. in Deinem Beruf äußerst schlecht entlohnt worden sein, dann kann es sein, dass Du beim Arbeitslosengeld berechnen eine höhere Leistung zugesprochen bekommst, unabhängig von Deinem vorherigen Niedriglohn (BSG, Urteil v. 21.07.2009, B 7 AL 23/08 R). Gleiches kann auch der Fall sein, wenn Du mit Deiner Teilzeitarbeit weniger Einkommen erzielt hast.
Bei einer Kündigung nach der Elternzeit, hast Du Anspruch auf Arbeitslosengeld und wenn Du innerhalb der zwei Jahren, des erweiterten Bemessungsrahmen, für mindestens 150 Tage ein Arbeitsentgelt bezogen hast, dann kommt es bei Dir zu keiner fiktiven Berechnung beim Arbeitslosengeld nach der Elternzeit. Eine Beispielrechnung:
Innerhalb des erweiterten Bemessungsrahmen hast Du vor dem Beginn Deiner Arbeitslosigkeit nur während eines Zeitraumes (Bemessungszeitraum) vom 01.01. bis zu dem 30.09. ein Arbeitsentgelt von 2.500 Euro brutto monatlich verdient. Jenes Bruttogehalt wird dann durch geteilt durch die Anzahl der Kalendertage, innerhalb des Bemessungszeitraumes. In der Beispielrechnung wären das dann 243 Kalendertage und somit beläuft sich das durchschnittlich errechnete tägliche Bemessungsentgelt auf 92,59 Euro (22.500 Euro / 243 Tage).
Beläuft sich der Bemessungszeitraum auf ein komplettes Jahr, wo es zur Abrechnung von Deinem Arbeitsentgelt gekommen ist, dann wird Dein Jahreseinkommen geteilt durch 365 Tage. Sobald das Brutto-Bemessungsentgelt ermittelt wurde, ist die erste Hürde zur Ermittlung vom Arbeitslosengeld nach Elternzeit genommen. Jetzt folgt noch die Berechnung des sogenannten Netto-Leistungsentgeltes. Hierzu kommt es zu pauschalisierten Abzügen.
Für die Sozialversicherung werden als Arbeitnehmeranteil pauschal 21 Prozent von dem Bemessungsentgelt heruntergerechnet. Zudem erfolgt der Abzug vom Soli und der Lohnsteuer, wobei sich die Höhe nach Deiner Lohnsteuerklasse richtet. Solltest Du der Kirche angehörigen, solltest Du wissen, dass es nicht zu dem Abzug von der Kirchensteuer kommt. Es ist Dir durchaus möglich, Dein Arbeitslosengeld nach Elternzeit selber zu berechnen. Von der Bundesagentur für Arbeit wurde hierzu ein spezieller Rechner zur Ermittlung des Arbeitslosengeldes, zur Verfügung gestellt.
Auf der Internetseite kannst Du im ersten Schritt erst einmal das Jahr auswählen, in welchem Du arbeitslos wurdest. Im Anschluss trägst Du Dein Bruttogehalt ein, welches Du monatlich bezogen hast. Hierzu kannst Du das errechnete Arbeitsentgelt kalendertäglich anwenden oder Du entnimmst aus der Tabelle das fiktive. Mit 365 Tagen musst Du das dann multiplizieren und dann durch 12 Monate dividieren.
Sollte es zu einer Kündigung nach der Elternzeit kommen, weil Du nach Deiner Elternzeit aufgrund der Kinderbetreuung nur noch eine Teilzeitbeschäftigung anstrebst, wird das ganze Unterfangen für Dich noch dramatischer. Von der Arbeitsagentur wird in so einem Fall genau überprüft, ob die Betreuung von Deinem Kind nach Deiner Beschäftigungsaufnahme auch wirklich gewährleistet ist.
Nimmst Du nur einen Teilzeitjob an, dann kommt es zur Kürzung Deines Arbeitslosengeldes auf Basis der verminderten Arbeitszeit gegenüber der Vollarbeitszeit. Arbeitest Du beispielsweise dann nur im Rahmen einer 20-Stundenwoche, bekommst Du im Gegensatz zu einer Vollzeitstelle mit 40 Stunden pro Woche, nur Arbeitslosengeld in halber Höhe.
Du solltest Dir also vorher genau überlegen, ob Du nicht die Möglichkeit findest, die Betreuung von Deinem Kind noch anders gewährleisten zu können. Kreuze für den Antrag zum Arbeitslosengeld berechnen auch wirklich nur dann Teilzeit an, wenn Du das tatsächlich entweder so willst oder nicht anders organisieren kannst.
Optimal ist es natürlich wenn es erst gar nicht zu einer Kündigung nach der Elternzeit kommt. Gerade wenn Du selber in Betracht ziehst, Deinen Job zu kündigen, solltest Du nochmals genau abwägen. Bei einer Kündigung nach der Elternzeit durch den Arbeitgeber empfiehlt sich zudem immer eine Beratung auf rechtlicher Ebene. In vielen Fällen liegt nämlich keine ausreichende Begründung für die Kündigung nach Elternzeit vor.
Wie auch der Anspruch auf Arbeitslosengeld, hast Du auch Anspruch auf eine Beschäftigung in Teilzeit, insofern das Unternehmen über mehr als 15 Mitarbeiter verfügt. Deinem Arbeitgeber ist nur dann eine Ablehnung der Teilzeitbeschäftigung möglich, wenn diese auf betrieblichen Gründen basiert. An genannte Gründe gibt es ein hohes Maß an Anforderungen.
Sollte es zu einer Ablehnung in Bezug auf den Wunsch der Teilzeitbeschäftigung kommen, dann hast Du somit noch sehr gute Chancen, dass Du Dich mit Deinem Arbeitgeber noch auf eine einvernehmliche Lösung einigen kannst. So eine Einigung kann z.B. auch ein Aufhebungsvertrag sein, in Verbindung mit der Zahlung von einer Abfindung.
Unschwer lässt sich anhand dieses Ratgebers erkennen, dass das Arbeitslosengeld nach Elternzeit ein sehr komplexes und komplizierteres Unterfangen ist. Ein Anspruch auf Arbitslosengeld nach der Elternzeit besteht für Dich grundsätzlich, jedoch musst Du viele wichtige Dinge zu dem Arbeitslosengeld nach Elternzeit wissen, damit Du auch wirklich das Beste für Dich herausholen kannst.
Eltern dürfen einen Teil der Elternzeit übertragen und etwa nach Vollendung des dritten Lebens­jahres ihres Kindes nehmen. Dabei müssen Mütter und Väter aber beachten: Beträgt die übertragene Elternzeit mehr als zwölf Monate, kommen sie bei anschließender Arbeits­lo­sigkeit nicht mehr auf die Mindest­ver­si­che­rungs­dauer beim Arbeits­lo­sengeld.
Unter diesen Bedingungen können Mütter und Väter ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld verlieren, teilt die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltsvereins (DAV) mit. Die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht verweist auf eine Entscheidung des Landessozialgerichts Rheinland-Pfalz vom 30. August 2016 (AZ: L 1 AL 61/14).
Der Fall: Die Frau hatte sowohl nach der Geburt ihres ersten als auch nach der Geburt ihres zweiten Kindes jeweils ein Jahr der Elternzeit auf die Zeit nach Vollendung des dritten Lebensjahres ihrer Kinder übertragen. Insgesamt nahm sie ca. 14,5 Monate Elternzeit nach Vollendung des dritten Lebensjahres ihres jüngsten Kindes in Anspruch.
Unmittelbar im Anschluss an die Elternzeit war sie arbeitslos, weil sie im Rahmen eines arbeitsgerichtlichen Vergleichs der Auflösung ihres Arbeitsverhältnisses zugestimmt hatte.
Ihr Antrag auf Arbeitslosengeld wurde mit der Begründung abgelehnt, dass sie die Mindestversicherungszeit nicht erfülle. Sie sei während der ca. 14,5 Monate nicht in der Arbeitslosenversicherung versicherungspflichtig gewesen. Die Frau klagte dagegen und verlor sowohl vor dem Sozialgericht als auch dem Landessozialgericht in Mainz.
In dieser Konstellation droht tatsächlich der Verlust des Anspruchs auf Arbeitslosengeld. Beachten müssen Mütter und Väter aber, dass es in diesem Fall nur so weit kam, weil die Frau – durch Zustimmung zu der Aufhebung ihres Arbeitsverhältnisses – mitgewirkt hatte.
Die Elternzeit und deren Übertragung in die Zeit nach dem dritten Lebensjahr können Mütter und Väter in der Regel selbst beantragen. Werden die Ansprüche bei Gewährung und während der Elternzeit aber ganz oder teilweise versagt, sollte man sich wehren. DAV-Sozialrechtsanwälte setzen dann die Ansprüche der Betroffenen durch.
ich hoffe mal ich habe deine fragen richtig verstanden und versuche dir zu helfen.
arbeitslos sein an sich passiert jedem Menschen mal und ist nichts dramatisches,
aber zu deinen fragen wann du es melden musst, zu der frage wann du es dem Amt melden musst, sobald du von deinem FA deinen Mutterpass bekommen hast brauch das Amt eine Kopie der Seite auf der der errechnete Geburtstermin steht, ALG 1 steht dir auch trotz Schwangerschaft zu und bekommst es ja für einen Zeitraum für den verbleib der einbezahlt wurde also maximal 1 Jahr wenn ich da recht informiert bin, und wenn das bis zu deinem Mutterschutz gegeben ist bekommst du es also auch bis dahin.
Krankschreiben machen FA sehr ungern da schwanger sein an sich ja keine Krankheit darstellt und somit zu der Frage Bewerbungen schreiben, auch das musst du bis zum Mutterschutz 6 Wochen vor der Geburt und 8 Wochen danach, es sei denn du gehst in Elternzeit, dann musst du bei der Elterngeldstelle nach der Geburt einen Antrag auf Elterngeld stellen und musst deine Einkünfte des letzten Jahres also 12 Monaten mitteilen, demnach richtet sich die Höhe deines Elterngeldes, mindestens aber 300 Euro pro Monat.
P. s.: Dem Arbeitsamt würde ich auf jeden Fall deine Schwangerschaft schriftlich und mit Kopie deines Mutterpasses melden, demnach richtet sich auch wie viel du noch arbeiten kannst und inwiefern du vermittelbar bist, nicht jeder mag eine Schwangere einstellen, weil man Schwanger nicht mehr für alles einsetzten kann und die Zeit absehbar ist bis sie in Mutterschutz und Elternzeit geht.
Ich hoffe ich konnte dir etwas bei deinen Fragen helfen.
Arbeitslose Frauen,
die bei Beginn der Schutzfrist
als Bezieherinnen von Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit oder bei beruflicher Weiterbildung nach dem SGB III
deren Arbeitsverhältnis nicht während der Schwangerschaft zulässig gekündigt worden ist,
durch die gesetzliche Krankenkasse,
in Höhe des vor Beginn der Schutzfrist bezogenen Arbeitslosengeldes nach dem SGB III.
denen während der Schwangerschaft oder
das Arbeitsverhältnis ausnahmsweise zulässigerweise gekündigt wurde,
wie schwangere Arbeitnehmerinnen und
den Arbeitgeberzuschuss
bis zum Ende der Schutzfrist nach der Entbindung ausgezahlt, und zwar
durch die gesetzliche Krankenkasse für ihre Mitglieder,
ansonsten durch das Bundesversicherungsamt in Bonn.
die Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem SGB II („Arbeitslosengeld II„) beziehen und
deshalb keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld habe,
denen also neben einem bestehenden Arbeitsverhältnis das ALG II nicht nur aufstockend gezahlt wurde
in Höhe von 17% der maßgebenden Regelleistung (z. B. für Alleinstehende 60 €)
bis zum Entbindungstag, sowie
darüber hinaus auf Antrag
gesondert Leistungen zur Erstausstattung für Bekleidung und Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt
durch den örtlich zuständigen Grundsicherungsträger (Jobcenter).
Stichworte: Arbeitslosigkeit, Mutterschaftsgeld
Das Arbeitslosengeld – in den unterschiedlichen Formen ALG 1 und ALG 2 – ist für viele nur ein Notnagel. Eine Art Übergangsgeld, bis sie einen neuen Job und damit ein reguläres Einkommen gefunden haben. Wobei zwischen Arbeitslosengeld und ALG 2 noch einmal deutlich unterschieden werden muss, denn trotz der ähnlichen Begriffe handelt es sich um sehr verschiedene Ansprüche und Leistungen. Die Frage, ob Sie nach Ihrer Kündigung Anspruch auf Arbeitslosengeld haben (und wie lange), hat schon so manches Sozialgericht beschäftigt. Damit die Jobsuche reibungslos verläuft, sagen wir Ihnen, worauf Sie achten sollten…
Grundsätzlich hat jeder, der in den letzten zwei Jahren zwölf Monate in Folge in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das Arbeitslosengeld ist eine Versicherungsleistung, die Arbeitnehmern zusteht, die nach einer Beschäftigung arbeitslos werden. Dafür müssen Sie allerdings drei Voraussetzungen erfüllen, die von der Bundesagentur für Arbeit vorgeschrieben werden:
Sie müssen die zwei Jahre Anwartschaftszeit erfüllt haben.
Um überhaupt einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, müssen Sie im Vorfeld die sogenannte Anwartschaftszeit einhalten.
Die Regelanwartschaftszeit beträgt 12 Monate. Was etwas kompliziert klingt, bedeutet lediglich, dass Sie in den letzten zwei Jahren mindestens 12 Monate lang in einem sogenannten Versicherungspflichtverhältnis gestanden haben müssen.
Dazu zählt ein Arbeitsverhältnis aber auch, wenn Sie in diesem Zeitraum Krankengeld beziehen oder ein Kind von unter drei Jahren erzogen haben und bis dahin versicherungspflichtig beschäftigt waren.
Die Anwartschaftszeit kann sich auf 6 Monate beziehungsweise 180 Tage verkürzen. Dies ist laut Bundesagentur für Arbeit der Fall, wenn…
Ihr Bruttoarbeitsentgelt in den letzten 12 Monaten, gerechnet vom letzten Tag Ihrer letzten Beschäftigung an rückwärts, die Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGB IV (derzeit 37.380 Euro) nicht überstiegen hat und
Angenommen, Sie sind seit drei Jahren in einem Betrieb beschäftigt, wollen nun aber den Job wechseln. Den neuen Job haben Sie schon in der Tasche, deshalb kündigen Sie zum 31. Januar.
Die neue Stelle können Sie am 1. März antreten. Den einen Monat dazwischen können Sie gut zum Abschalten und Ausspannen nutzen und sich vielleicht schon mal ein bisschen auf die neue Position einstellen. Allerdings ist Ihr Konto nicht gerade prall gefüllt.
Versicherungswidrig bedeutet, die Versichertengemeinschaft zu belasten, weil man einen zumutbaren Job von sich aus aufgibt. Wenn Sie also als Arbeitnehmer kündigen, müssen Sie unter normalen Umständen drei Monate lang ohne finanzielle Unterstützung auskommen.
Die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes reduziert sich dadurch, sodass Sie auch insgesamt weniger Geld erhalten.
Da das Arbeitslosengeld für viele bis sie einen neuen Job gefunden haben, eine wichtige Einkommensquelle darstellt, gilt es eine Sperrfrist zu umgehen. In folgenden Fällen riskieren Sie eine Sperre:
Sie kündigen von sich aus.
Sie unterschreiben einen Aufhebungsvertrag.
Sie zeigen keine Eigenbemühungen um einen neuen Job.
Sie erscheinen nicht zu ärztlichen Untersuchungsterminen oder Beratungsterminen.
Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen, um die zwölfwöchige Sperrzeit auf drei oder sechs Wochen zu reduzieren oder komplett zu verhindern:
Sie wollen sich beruflich verändern oder verbessern, werden also nach der möglichen Sperrzeit nachweislich ein neues Beschäftigungsverhältnis eingehen oder haben zumindest die Aussicht auf eine neue Stelle.
Sie wollen mit Ihrem Ehepartner/Lebensgefährten zusammenziehen oder gemeinsam in eine andere Stadt umziehen.
Sie wollen mit Ihrem Partner zusammenziehen, um die Betreuung der Kinder zu verbessern.
Sie werden an Ihrer Arbeitsstelle stark überfordert, gemobbt oder sexuell belästigt.
Sie erhalten keine oder nur verzögerte Lohnzahlungen.
Generell ist die Arbeitsagentur nicht dafür bekannt, leichtfertig Sperrzeiten außer Kraft zu setzen. Es gibt auch sogenannte Ermessensentscheidungen, die zwar innerhalb gewisser Rahmenvorgaben stattfinden, jedoch vom jeweils zuständigen Sachbearbeiter anders getroffen werden können.
Für die letztgenannten Fälle gilt es außerdem immer entsprechende Nachweise zu erbringen, beispielsweise in Form eines ärztlichen Attests.
Die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld richtet sich einerseits danach, wie lange Sie zuvor versicherungspflichtig beschäftigt waren. Richtwert sind hier die letzten fünf Jahre vor Ihrer Arbeitslosmeldung. Andererseits spielt Ihr Alter zum Zeitpunkt des Anspruchs eine Rolle.
Faustformel: Je länger Sie in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis standen und je älter Sie sind, desto länger erhalten Sie Arbeitslosengeld.
Allerdings gilt das nicht unendlich: Wer als 40-Jähriger auf zwanzig Jahre ununterbrochene Berufstätigkeit zurückblicken kann, bekommt dennoch nicht länger als 12 Monate Arbeitslosengeld (im Sinne von ALG 1) gezahlt. Die längste Bezugsdauer für unter 50-Jährige liegt nämlich bei 12 Monaten – allerdings sind nach unten Veränderungen möglich, sprich: Es gibt kürzere Zeiträume der Zahlung.
Erst ab Ihrem 50. Lebensjahr haben Sie Anspruch auf eine längere Zahlung des Arbeitslosengeldes von 15 Monaten, sofern Sie in den letzten fünf Jahren vor Arbeitslosmeldung mindestens zweieinhalb Jahre – also 30 Monate – beschäftigt waren. Der Höchstanspruch von zwei Jahren Arbeitslosengeld gilt für Arbeitslose, die 58 Jahre alt sind und mindestens 48 Monate Versicherungspflichtzeit nachweisen können.
Falls Sie sich im Vorfeld einen ersten Eindruck von der zu erwartenden Höhe des Arbeitslosengeldes machen wollen, gibt es inzwischen verschiedene Arbeitslosengeld-Rechner im Netz. Die folgenden Angebote sind unserer Erfahrung nach recht exakt und auf dem aktuellen Stand:
Selbstberechnung Arbeitslosengeld von der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitslosengeld 1 Rechner von Nettolohn.de
Hartz IV Rechner von HartzIV.org
Arbeitslosengeld 2 – Hartz IV Rechner von brutto-netto-rechner.info
So exakt die Rechner auch arbeiten: Die Ergebnisse können von der realen Höhe der von der Arbeitsagentur beziehungsweise vom Jobcenter bewilligten Leistung abweichen und sind keine Garantie.
Wer von häufigen Arbeitgeberwechseln betroffen ist, kann nicht immer ein finanzielles Polster aufbauen. Betroffen sind oftmals Geringqualifizierte, saisonale Arbeiter oder allgemein Arbeitnehmer, die in ihrer bisherigen Arbeitsbiographie keine Festanstellung, sondern nur befristete Arbeitsverträge vorweisen können.
Droht dann noch unvermittelt das Aus beim derzeitigen Arbeitgeber, ist guter Rat teuer: Miete und Lebenshaltungskosten müssen trotzdem bezahlt werden. Wer die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, weiß, dass er oder sie zumindest einen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat – leider brauchen Behörden meistens einige Wochen, bis die genaue Höhe berechnet und die Leistungen überwiesen werden.
Auch das ist ein Grund dafür, warum von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer sich schnellstmöglich mit der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter (je nach Zuständigkeit) in Verbindung setzen sollten. Verzögerungen im Bewilligungsablauf können außerdem zustandekommen, wenn Sie als Antragsteller nicht sämtliche benötigten Unterlagen eingereicht haben.
Sie können bei der örtlichen Arbeitsagentur (ohne zusätzlichen Antrag) direkt mit dem Leistungsantrag einen Vorschuss beantragen. Sollte sich allerdings herausstellen, dass nach abschließender Prüfung Ihnen kein Arbeitslosengeld zusteht beziehungsweise der gezahlte Vorschuss das übersteigt, was Ihnen zusteht, müssen Sie die Differenz oder den kompletten Vorschuss wieder zurückzahlen.
Hier im Überblick die wichtigsten Punkte, die Sie bei einem Jobwechsel beachten sollten. Diese Tipps können Ihnen dabei helfen, das Beste aus der Situation zu machen, einen möglichen Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht aufs Spiel zu setzen und sich auf die kommende Zeit vorzubereiten:
Umgangssprachlich ist häufig von Arbeitslosengeld 1 und 2 beziehungsweise ALG 1 und ALG 2 die Rede. Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Leistungen von verschiedenen Behörden. Sowohl die Arbeitsagentur als auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales kennen offiziell nur das Arbeitslosengeld (ALG) und das unter ALG 2 bekannte Arbeitslosengeld 2.
Der große Unterschied zwischen den beiden: Das Arbeitslosengeld speist sich aus der Arbeitslosenversicherung, rechtliche Grundlage dafür ist das Dritte Buch des Sozialgesetzbuches (SGB III).
Das Arbeitslosengeld 2 (oft als Hartz 4 bezeichnet) hingegen ist keine Versicherungsleistung, sondern eine staatliche Unterstützung für Hilfsbedürftige und dient der Grundsicherung. Rechtliche Grundlage ist hier das Zweite Buch des Sozialgesetzbuches (SGB II).
Wer also keine oder nur geringe Zahlungen aus der Arbeitslosenversicherung erhält, so dass der Lebensunterhalt nicht bestritten werden kann, hat einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 2. Anders als beim Arbeitslosengeld 1 ist für das ALG 2 nicht die Arbeitsagentur, sondern das Jobcenter oder das Sozialamt zuständig.
Verfügen Sie über eigenes Vermögen, müssen Sie dieses in der Regel zuerst aufbrauchen. Davon ausgenommen sind – in gewissen Grenzen – lediglich Vermögen für die Altersvorsorge, Riester-Renten und ein Vermögensfreibetrag sowie angemessene Einrichtungsgegenstände und ein angemessenes Fahrzeug. Wie die Berechnung konkret aussieht, erfahren Sie bei Ihrem örtlichen Jobcenter.
Zu Beginn dieses Jahres wurden die Regelsätze für Hartz IV erneut erhöht:
Alleinstehende Empfänger von ALG 2 erhalten nun 424 Euro pro Monat.
Volljährige Ehe- oder Lebenspartner bekommen 382 Euro.
Wir haben die wichtigsten Grundsätze zum Arbeitslosengeld 2 in einer Checkliste zusammengefasst, die Sie natürlich auch gratis als PDF herunterladen können.

References: § 26
 § 26
 § 150
 § 2
 § 150
 § 150
 § 150
 § 18