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Timestamp: 2019-09-19 04:43:26+00:00

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﻿ ﻿ BAG – 4 AZR 16/12 | bag-urteil.com
Anspruch auf eine sog. ERA-Strukturkomponente – Auslegung einer tariflichen Verweisungsregelung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.11.2013, 4 AZR 16/12
Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 13. Oktober 2011 – 14 Sa 585/11 – aufgehoben und die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Senftenberg vom 7. Dezember 2010 – 1 Ca 231/10 – zurückgewiesen.
4 AZR 16/12 > Rn 1
4 AZR 16/12 > Rn 2
4 AZR 16/12 > Rn 3
4 AZR 16/12 > Rn 4
Jeder Arbeitnehmer erhält eine nicht anrechenbare monatliche Lohn/Gehaltserhöhung von DM 200,– ab 1. Mai 2001.
4 AZR 16/12 > Rn 5
4 AZR 16/12 > Rn 6
4 AZR 16/12 > Rn 7
4 AZR 16/12 > Rn 8
4 AZR 16/12 > Rn 9
4 AZR 16/12 > Rn 10
4 AZR 16/12 > Rn 11
4 AZR 16/12 > Rn 12
Die zulässige Revision ist begründet. Das Landesarbeitsgericht hat der Klage zu Unrecht stattgegeben. Die Klägerin kann keine Einmalzahlung nach Ziff. 4 Buchst. c TV ERA-APF („ERA-Strukturkomponente“) verlangen. Dabei kann es dahinstehen, ob aufgrund der Übertragung von Betriebsbereichen der KEM im Wege der Abspaltung iSd. § 123 Abs. 2 Nr. 1 UmwG auf die Beklagte diese an die von der KEM geschlossenen Tarifverträge gebunden ist, zumal es an den notwendigen Feststellungen des Landesarbeitsgerichts zu möglichen Festlegungen im Spaltungs- und Übernahmevertrag nach § 126 Abs. 1 Nr. 9 UmwG fehlt (dazu BAG 21. November 2012 – 4 AZR 85/11 – Rn. 22 ff.). Selbst wenn man zugunsten der Klägerin hiervon ausgeht, werden durch die von der KEM und der IG Metall geschlossenen Haustarifverträge nicht diejenigen Verbandstarifverträge erfasst, deren Geltung Ziff. 4 Buchst. c TV ERA-APF voraussetzt. In der Folge ist die Klage auch unter Berücksichtigung der vertraglichen Bezugnahmeklausel im Änderungsvertrag vom 26. Mai 1998, die nach § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB iVm. § 324 UmwG Inhalt des zwischen den Parteien bestehenden Arbeitsverhältnisses geworden ist und den ATV trotz einer fehlenden „Jeweiligkeits-Klausel“ in seiner aktuellen Fassung dynamisch einbezieht (st. Rspr., vgl. BAG 12. Dezember 2012 – 4 AZR 65/11 – Rn. 25; 20. April 2012 – 9 AZR 504/10 – Rn. 26 mwN), unbegründet.
4 AZR 16/12 > Rn 13
4 AZR 16/12 > Rn 14
4 AZR 16/12 > Rn 15
4 AZR 16/12 > Rn 16
Durch den Klammerzusatz wird deutlich, dass unter Wirksamwerden der letzten ERA-Strukturkomponente deren Auszahlung als Einmalzahlung zu verstehen ist. Damit knüpft die Tarifbestimmung nicht an einen bestimmten Auszahlungszeitpunkt, sondern an den Ablauf einer Tarifperiode an, in der die letzte ERA-Strukturkomponente „wirksam wurde“, also „zur Auszahlung kam“ (s. auch BAG 23. Februar 2011 – 5 AZR 143/10 – Rn. 15).
4 AZR 16/12 > Rn 17
Die „Wirksamkeit“ der Strukturkomponenten setzt die Geltung der entsprechenden tariflichen Regelungen kraft Tarifgebundenheit oder – im Falle einer vertraglichen Bezugnahmeregelung – zumindest deren Anwendbarkeit voraus, die die Voraussetzungen für die Auszahlung („zur Auszahlung kam“) der ERA-Strukturkomponenten festlegen (s. auch BAG 23. Februar 2011 – 5 AZR 143/10 – Rn. 15). Das zeigt auch die Bestimmung in Ziff. 4 Buchst. a Abs. 1 TV ERA-APF, die sich auf diese Entgelttarifverträge der Jahre 2002 und 2004 sowie die dort geregelten Modalitäten über die Einmalzahlung („ERA-Strukturkomponente“) bezieht.
4 AZR 16/12 > Rn 18
2. Für die Klägerin wurde die „letzte ERA-Strukturkomponente“ zum 28. Februar 2006 nicht „wirksam“ iSd. Ziff. 4 Buchst. c TV ERA-APF (s. auch BAG 23. Februar 2011 – 5 AZR 143/10 – Rn. 17). Die von der KEM geschlossenen Haustarifverträge verweisen weder auf den zwischen der IG Metall und dem Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e. V. für das Jahr 2004 vereinbarten Gehaltstarifvertrag für Berlin/Brandenburg Tarifgebiet II (vom 20. Februar 2004, GTV 2004) noch auf den am gleichen Tag geschlossenen Lohntarifvertrag (LTV 2004). Das ergibt die Auslegung des ATV (zu den Maßstäben s. nur BAG 17. Oktober 2007 – 4 AZR 1005/06 – Rn. 40, BAGE 124, 240). Ob durch die dynamische Verweisung in § 4 ATV andere Tarifverträge oder einzelne Tarifbestimmungen des sog. ERA-Tarifwerks für Berlin/Brandenburg Tarifgebiet II in Bezug genommen wurden, kann dahinstehen.
4 AZR 16/12 > Rn 19
4 AZR 16/12 > Rn 20
4 AZR 16/12 > Rn 21
4 AZR 16/12 > Rn 22
4 AZR 16/12 > Rn 23
aa) Das gilt zunächst für den Sanierungstarifvertrag vom 5. Juli 2001, der neben der Verlängerung des ATV bis Jahresende 2001 lediglich eine „Lohn/Gehaltserhöhung von DM 200,– ab 1. Mai 2001“ und unter Nr. 2 die weitere Geltung ua. von § 5 ATV bis zum 31. Dezember 2001 vorsieht. Zudem wird die Auffassung der Tarifvertragsparteien über die Notwendigkeit weiterer Verhandlungen zur „Anpassung an das Niveau des Flächentarifvertrages“ in Nr. 3 des Tarifvertrags bestätigt.
4 AZR 16/12 > Rn 24
4 AZR 16/12 > Rn 25
4 AZR 16/12 > Rn 26
4 AZR 16/12 > Rn 27
4 AZR 16/12 > Rn 28
4 AZR 16/12 > Rn 29
Anspruch auf eine sog. ERA-Strukturkomponente,
Auslegung einer tariflichen Verweisungsregelung

References: § 123
 § 126
 § 613
 § 324
 § 4
 § 5