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Timestamp: 2019-12-11 14:13:24+00:00

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BFH, 07.12.2016 - I R 76/14 - dejure.org
https://dejure.org/2016,57903
BFH, 07.12.2016 - I R 76/14 (https://dejure.org/2016,57903)
BFH, Entscheidung vom 07.12.2016 - I R 76/14 (https://dejure.org/2016,57903)
BFH, Entscheidung vom 07. Dezember 2016 - I R 76/14 (https://dejure.org/2016,57903)
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Ausnahmsweise Zulässigkeit der Klage gegen sog. Nullbescheid - Gewerblichkeitsfiktion des § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f Satz 2 EStG für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Veräußerung inländischen Grundbesitzes - Gewinnermittlungsart
§ 45 der Finanzgerichtsordnung (FGO), § ... 122 Abs. 2 FGO, § 126 Abs. 2 FGO, § 40 Abs. 2 FGO, § 31 Abs. 1 Satz 1 des Körperschaftsteuergesetzes (KStG), § 10d Abs. 4 Satz 4 Halbsatz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG), § 171 Abs. 10, § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § 351 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO), § 42 FGO, § 10d Abs. 4 Satz 4 Halbsatz 2 EStG, § 52 Abs. 25 Satz 5 EStG, § 10d Abs. 4 Satz 5 EStG, § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f Satz 2 EStG, § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f EStG, § 2 Nr. 1 KStG, § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a EStG, §§ 15 bis 17 EStG, § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f Satz 1 EStG, § 15 Abs. 2 EStG, § 8 Abs. 2 KStG, § 1 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 KStG, § 21 EStG, § 8 Abs. 1 KStG, §§ 4 ff. EStG, § 49 Abs. 1 Nr. 6 EStG, § 4 Abs. 1 EStG, § 4 Abs. 3 EStG, § 140 AO, § 49 EStG, § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f Satz 1 Doppelbuchst. aa EStG, § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f Satz 1 Doppelbuchst. bb EStG, § 135 Abs. 2 FGO
§ 40 Abs 2 FGO, § 4 Abs 1 EStG 2009, § 10d Abs 4 S 4 EStG 2009 vom 08.12.2010, § 21 EStG 2009, § 49 Abs 1 Nr 2 Buchst f S 2 EStG vom 19.12.2008
Zulässigkeit der Klage gegen die Festsetzung der Körperschaftsteuer auf 0 EUR; Ertragsteuerliche Behandlung des Ertrages aus einem gläubigerseitigen Verzicht auf die Rückzahlung eines Darlehens zur Finanzierung des Erwerbs einer Immobilie
Ausnahmsweise Zulässigkeit der Klage gegen sog. Nullbescheid - Gewerblichkeitsfiktion des § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f S. 2 EStG für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Veräußerung inländischen Grundbesitzes
Zulässigkeit der Klage gegen die Festsetzung der Körperschaftsteuer auf 0 EUR
Forderungsverzicht - und die Gewerblichkeitsfiktion bei ausländischen Gesellschaften
Nullbescheid - und die trotzdem zulässige Klage
Ausnahmsweise Zulässigkeit der Klage gegen sog. Nullbescheid - Gewerblichkeitsfiktion des § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f. S. 2 EStG für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Veräußerung inländischen Grundbesitzes
Steuerverstrickung von Darlehensverbindlichkeiten
Zulässigkeit der Klage gegen Nullbescheid
KStG § 2 Nr 1, EStG § 49 Abs 1 Nr 2 Buchst a, EStG § 49 Abs 1 Nr 2 Buchst f, EStG § 4 Abs 1, DBA LUX
Doppelbesteuerung, Verstrickung, Darlehen, Ausland, Beschränkte Steuerpflicht
Kurznachricht zu "Fiktion der Gewerblichkeit für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung - Zulässigkeit der Klage gegen einen sog. Nullbescheid" von RiBFH Prof. Dr. Franceska Werth, original erschienen in: DB 2017, 1057 - 1059.
BFHE 256, 314
BB 2017, 2719
DB 2017, 759
BStBl II 2017, 704
Für die der tariflichen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte wird mit der Regelung des § 10d Abs. 4 Satz 4 EStG eine inhaltliche Bindung des Verlustfeststellungsbescheids an den Einkommensteuerbescheid erreicht, obwohl der Einkommensteuerbescheid kein Grundlagenbescheid ist (BFH-Urteile vom 13. Januar 2015 IX R 22/14, BFHE 248, 530, BStBl II 2015, 829; vom 12. Juli 2016 IX R 31/15, BFHE 255, 1, und vom 7. Dezember 2016 I R 76/14, BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704, zum Körperschaftsteuerbescheid).
a) Bei sog. Nullbescheiden fehlt es regelmäßig an der Beschwer (ständige Rechtsprechung, vgl. Senatsurteile vom 8. November 1989 I R 174/86, BFHE 158, 540, BStBl II 1990, 91; vom 7. Dezember 2016 I R 76/14, BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704, m.w.N.).
Ausnahmsweise kann die Klage gegen einen Nullbescheid aber zulässig sein, wenn der Bescheid sich für den Kläger deshalb nachteilig auswirkt, weil in ihm angesetzte Besteuerungsgrundlagen im Rahmen anderer Verfahren verbindliche Entscheidungsvorgaben liefern (Senatsurteile vom 8. Juni 2011 I R 79/10, BFHE 234, 101, BStBl II 2012, 421; vom 21. September 2011 I R 7/11, BFHE 235, 273, BStBl II 2014, 616; in BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704, jeweils m.w.N.).
Sie bewirkt aber eine inhaltliche Bindung des Verlustfeststellungsbescheids an den Einkommen- oder Körperschaftsteuerbescheid (…Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 10. Februar 2015 IX R 6/14, BFH/NV 2015, 812; Senatsurteil in BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704).
Der Steuerpflichtige wird infolgedessen mit Blick auf die Verlustfeststellung nunmehr auch durch einen Nullbescheid beschwert, wenn bei der Festsetzung ein aus seiner Sicht zu hoher Gesamtbetrag der Einkünfte zu Grunde gelegt worden ist (Senatsurteil in BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704, m.w.N.).
b) Für die der tariflichen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte wird mit der Regelung des § 10d Abs. 4 Satz 4 EStG eine inhaltliche Bindung des Verlustfeststellungsbescheides an den Einkommensteuerbescheid erreicht, obwohl der Einkommensteuerbescheid kein Grundlagenbescheid ist (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 13. Januar 2015 IX R 22/14, BFHE 248, 530, BStBl II 2015, 829; vom 12. Juli 2016 IX R 31/15, BFHE 255, 1; vom 7. Dezember 2016 I R 76/14, BFHE 256, 314 zum Körperschaftsteuerbescheid).
Daraus folgt, dass im Feststellungsverfahren des verbleibenden Verlustvortrages die Einkünfte nicht eigenständig zu ermitteln bzw. zu überprüfen sind (BFH-Urteile in BFHE 248, 530, BStBl II 2015, 829; in BFHE 255, 1; in BFHE 256, 314 zum Körperschaftsteuerbescheid).
Wegen der inhaltlichen Bindungswirkung in Bezug auf die Verlustfeststellung ist er durch einen entsprechenden Einkommensteuerbescheid auch dann beschwert, wenn es sich um einen sog. Nullbescheid handelt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 256, 314 zum Körperschaftsteuerbescheid, m.w.N.).
Bei sog. Nullbescheiden fehlt es regelmäßig an der Beschwer (ständige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs - BFH -, vgl. BFH-Urteile vom 8. November 1989 I R 174/86, BFHE 158, 540, BStBl II 1990, 91; vom 7. Dezember 2016 I R 76/14, BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704, m.w.N.).
Ausnahmsweise kann die Klage gegen einen Nullbescheid aber zulässig sein, wenn der Bescheid sich für den Kläger deshalb nachteilig auswirkt, weil in ihm angesetzte Besteuerungsgrundlagen im Rahmen anderer Verfahren verbindliche Entscheidungsvorgaben liefern (BFH-Urteile vom 8. Juni 2011 I R 79/10, BFHE 234, 101, BStBl II 2012, 421; vom 21. September 2011 I R 7/11, BFHE 235, 273, BStBl II 2014, 616; in BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704, jeweils m.w.N.).
Sie bewirkt aber eine inhaltliche Bindung des Verlustfeststellungsbescheids an den Einkommensteuerbescheid (…BFH-Urteile vom 10. Februar 2015 IX R 6/14, BFH/NV 2015, 812; in BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704).
Der Steuerpflichtige wird infolgedessen mit Blick auf die Verlustfeststellung nunmehr auch durch einen Nullbescheid beschwert, wenn - wie die Kläger im Streitfall geltend machen - bei der Festsetzung ein aus seiner Sicht zu hoher Gesamtbetrag der Einkünfte zu Grunde gelegt worden ist (BFH-Urteile in BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704;… vom 31. Januar 2018 I R 25/16, BFH/NV 2018, 838).
a) Nach der Neukonzeption des Verhältnisses zwischen Steuerfestsetzung und Verlustfeststellung durch das Jahressteuergesetz 2010 (JStG 2010) vom 8. Dezember 2010 (BGBl I 2010, 1768, BStBl I 2010, 1394) kann eine Beschwer im Hinblick auf einen Nullbescheid gegeben sein, wenn der Festsetzung Besteuerungsgrundlagen zugrunde gelegt worden sind, die zur Feststellung eines zu niedrigen verbleibenden Verlustvortrags führen können (vgl. Senatsurteile vom 7. Dezember 2016 I R 76/14, BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704;… vom 31. Januar 2018 I R 25/16, BFH/NV 2018, 838).
a) Hinsichtlich der auf 0 EUR lautenden Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuermessbescheide folgt die Zulässigkeit der Klage daraus, dass das darin ermittelte Einkommen und der darin ermittelte Gewerbeertrag gemäß §§ 8 Abs. 1 des Körperschaftsteuergesetzes (KStG), 10d Abs. 3 Satz 4, 2. Halbsatz EStG, 42 der Finanzgerichtsordnung (FGO) bzw. gemäß §§ 35b Abs. 2 Satz 2, 2. Halbsatz des Gewerbesteuergesetzes (GewStG), 42 FGO für die Feststellung der Verlustvorträge zum 31.12.2011 bindend sind und sich deshalb aus der nach Ansicht der Klägerin zu niedrigen Verlustermittlung die nach § 40 Abs. 2 FGO erforderliche Beschwer ergibt (vgl. BFH, Urteil vom 07.12.2016 I R 76/14, BFHE 256, 314, BStBl. II 2017, 704).
Dies ist bei der Anfechtung eines Nullbescheids regelmäßig nicht der Fall (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 07.12.2016 I R 76/14, BStBl. II 2017, 704 und vom 08.11.1989 I R 174/86, BStBl II 1990, 91;… BFH-Beschluss vom 16.12.2014 X B 113/14, BFH/NV 2015, 510, m.w.N.).
Die gesetzliche Neukonzeption bewirkt eine inhaltliche Bindung des Verlustfeststellungsbescheids an den Einkommen- oder Körperschaftsteuerbescheid (BFH-Urteil vom 7. Dezember 2016 I R 76/14, BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704).
Der Steuerpflichtige wird infolgedessen mit Blick auf die Verlustfeststellung nunmehr gegebenenfalls auch durch einen Nullbescheid beschwert, wenn bei der Festsetzung ein aus seiner Sicht zu hoher Gesamtbetrag der Einkünfte zu Grunde gelegt worden ist (BFH-Urteil vom 7. Dezember 2016 I R 76/14, BFHE 256, 314, BStBl II 2017, 704).
b) Hinsichtlich des auf 0 Null lautenden Körperschaftsteuerbescheids folgt die Beschwer daraus, dass die im Körperschaftsteuerbescheid enthaltene Ermittlung des im Streitjahr zu versteuernden Einkommens bindend für die gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags zur Körperschaftsteuer zum 31.12.2012 ist (§§ 10d Abs. 4 Satz 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG), 8 KStG, 42 FGO; vgl. BFH, Urteil vom 07.12.2016 I R 76/14, BFHE 256, 314, BStBl. II 2017, 704).

References: § 49

§ 45
 § 126
 § 40
 § 31
 § 10
 § 171
 § 175
 § 351
 § 42
 § 10
 § 52
 § 10
 § 49
 § 49
 § 2
 § 49
 § 49
 § 15
 § 8
 § 1
 § 21
 § 8
 § 49
 § 4
 § 4
 § 140
 § 49
 § 49
 § 49
 § 135

§ 40
 § 4
 § 10
 § 21
 § 49
 § 49
 § 49
 § 2
 § 49
 § 49
 § 4
 § 10
 § 10
 § 40