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Timestamp: 2019-01-21 03:33:38+00:00

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Bayerisches Landesamt für Steuern v. 03.12.2010 - S 2190.2.1-2/3 St32 - NWB Datenbank
Bayerisches Landesamt für Steuern v. 03.12.2010 - S 2190.2.1-2/3 St32
Bemessungsgrundlage für die Absetzung für Abnutzung nach Einlage von zuvor zur Erzielung von Überschusseinkünften genutzten Wirtschaftsgütern; Anwendung der Urteile des BFH vom 18. August 2009 (X R 40/06 – BStBl 2010 II S. 961) und vom 28. Oktober 2009 (VIII R 46/07 – BStBl 2010 II S. 964)
Bezug: BMF v. 27.10.2010 - IV C 3 - S 2190 /09/10007
1 Die AfA in gleichen Jahresbeträgen von Wirtschaftsgütern, deren Verwendung oder Nutzung zur Erzielung von Einkünften sich erfahrungsgemäß auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt, wird nach den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts ermittelt (§ 7 Absatz 1 Satz 1 EStG). Bei einer Einlage aus dem Privatvermögen in ein Betriebsvermögen tritt an die Stelle der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Einlagewert (§ 6 Absatz 1 Nummer 5 Satz 1 EStG).
2 Werden Wirtschaftsgüter nach einer Verwendung zur Erzielung von Einkünften im Sinne des § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 bis 7 EStG in ein Betriebsvermögen eingelegt, ist nach § 7 Absatz 1 Satz 5 EStG eine vom Einlagewert nach § 6 Absatz 1 Nummer 5 Satz 1 EStG abweichende AfA-Bemessungsgrundlage zu ermitteln. Die Abschreibung des eingelegten Wirtschaftsguts nach § 7 Absatz 1 EStG bemisst sich in diesem Fall abweichend von R 7.3 Absatz 6 Satz 1 und 2 EStR 2008 nach folgenden Grundsätzen:
3 Ist der Einlagewert des Wirtschaftsguts höher als oder gleich den historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, ist die AfA ab dem Zeitpunkt der Einlage nach dem um die bereits in Anspruch genommenen AfA oder Substanzverringerungen (planmäßigen AfA), Sonderabschreibungen oder erhöhten Absetzungen geminderten Einlagewert zu bemessen.
A erwarb im Jahr 01 ein Grundstück mit aufstehendem Gebäude (Anschaffungskosten 800.000 Euro, davon entfallen 700.000 Euro auf das Gebäude). Er vermietete das Grundstück an eine Versicherung und machte im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung für das Gebäude AfA geltend. Nach Beendigung des Mietverhältnisses im Jahr 25 legt er das Grundstück mit aufstehendem Gebäude zu Beginn des Jahres 26 in das Betriebsvermögen seines Einzelunternehmens ein. Das Gebäude wird nicht zu Wohnzwecken verwendet. Der Teilwert des Gebäudes beträgt zu diesem Zeitpunkt 1.000.000 Euro. Bis zur Einlage des Gebäudes hat A insgesamt 350.000 Euro als AfA in Anspruch genommen.
4 Ist der Einlagewert des Wirtschaftsguts geringer als die historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, aber nicht geringer als die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, ist die AfA ab dem Zeitpunkt der Einlage nach den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu bemessen.
5 Ist der Einlagewert des Wirtschaftsguts geringer als die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, bemisst sich die weitere AfA nach diesem ungeminderten Einlagewert.
6 Der Einlagewert eines Wirtschaftsguts nach § 6 Absatz 1 Nummer 5 Satz 1 Halbsatz 2 Buchstabe a i. V. m. Satz 2 EStG gilt gleichzeitig auch als AfA-Bemessungsgrundlage gemäß § 7 Absatz 1 Satz 5 EStG.
7 Die vorstehenden Grundsätze sind in allen noch offenen Fällen anzuwenden. Rz. 5 ist erstmals auf Einlagen anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2010 vorgenommen werden.
Dieses Schreiben entspricht dem BMF-Schreiben vom 27.10.2010 GZ IV C 3 - S 2190/09/10007 und ist im Bundessteuerblatt I S. 1204 veröffentlicht.
Zum besseren Verständnis der Fallgruppe 4 soll nachfolgendes Beispiel dienen:
A erwarb Anfang des Jahres 01 ein Grundstück mit aufstehendem Gebäude (AK 800.000 Euro, davon entfallen 700.000 Euro auf das Gebäude). Er vermietete das Grundstück an eine Versicherung und machte im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung für das Gebäude AfA geltend (jährlich 2 % von 700.000 € = 14.000 €). Nach 2 Jahren legt er das Grundstück mit aufstehendem Gebäude zu Beginn des Jahres 03 in das Betriebsvermögen seines Einzelunternehmens ein. Das Gebäude wird nicht zu Wohnzwecken verwendet. Der Teilwert des Gebäudes beträgt zu diesem Zeitpunkt 810.000 Euro. Bis zur Einlage des Gebäudes hat A insgesamt 28.000 Euro als AfA in Anspruch genommen.
Da die Einlage innerhalb von 3 Jahren nach der Anschaffung erfolgt, sind als Einlagewert des Gebäudes nicht der höhere Teilwert sondern die fortgeführten AK anzusetzen (§ 6 Absatz 1 Nummer 5 Satz 1 Halbsatz 2 Buchstabe a i. V. m. Satz 2 EStG). Diese betragen 700.000 € – 28.000 € (= AfA) = 672.000 €. Dieser Betrag bildet gleichzeitig auch die AfA-Bemessungsgrundlage gemäß § 7 Absatz 4 Satz 1 HS 2 i. V. m. § 7 Absatz 1 Satz 5 EStG. Die AfA beträgt somit jährlich 3 % von 672.000 € = 20.160 € (§ 7 Absatz 4 Satz 1 Nr. 1 EStG).
[KAAAD-58213]
BMF v. 27.10.2010 - IV C 3 - S 2190 /09/10007
Bayerisches Landesamt für Steuern v. 03.12.2010 - S 2190.2.1-2/3 St32 ablegen in?

References: § 2
 § 7
 § 6
 § 7
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 § 7
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