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Timestamp: 2013-05-22 19:32:29+00:00

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Brandenburg, Baurecht Baurecht, Architektenrecht
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Brandenburg, Baurecht
01.05.2008 14:37 | Preis: ***,00 € |
Ich besitze ein Grundstück in Brandenburg, Ferienhausgebiet: rechteckig, insgesamt etwa 30 x 18,5 qm, davon 30 x 14 qm mit Ferienhaus bebaubar und 30 x 4,5 qm Außenbereich; Gelände gleichmäßig abfallend in beiden Richtungen N-S und O-W - jeweils um 2 bis 3 m. Direkt auf die gedachte 30-m-Trennungslinie zwischen Außen- und "Innen"-bereich wird auf dem bebaubaren Teil das Haus errichtet, Baugenehmigung liegt vor. Ich will über die gedachte Linie hinweg in den Außenbereich hinein anschließend an das Haus eine (nicht mit Mauern abgestützte)Terrasse von etwa 20 qm anlegen. Wegen der Geländeneigung ist auf der Bergseite eine Abgrabung von etwa 50 cm Höhe über eine Länge von 2,5 bis 3 m und eine Breite von 4 m (=halbe Hausbreite, etwa 5 cbm)und auf der Gegenseite eine Aufschüttung von 50 cm Höhe ebenfalls über eine Länge von 2,5 bis 3 m und eine Breite von 4 m (= halbe Hausbreite, etwa 5 cbm) notwendig, um einen planen Anschluss an die Terrassentüren des Hauses zu bekommen. Ist dieses Terrassen-Vorhaben im Außenbereich in Brandenburg genehmigungspflichtig? Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 40 weitere Antworten zum Thema:
01.05.2008 | 18:40
Gemäß § 54 Brandenburgische Bauordnung bedürfen die Errichtung, die Änderung und die Nutzungsänderung baulicher Anlagen sowie anderer Anlagen und Einrichtungen, der Baugenehmigung, soweit in den §§ 55, 58, 60, 61, 71 und 72 Brandenburgische Bauordnung nichts anderes bestimmt ist.
Eine Ausnahme findet sich in § 55 Abs. 7 Nr. 3 Brandenburgische Bauordnung. Danach bedürfen die Errichtung oder Änderung bauliche Anlagen, auf Camping- oder Wochenendhausplätzen (Ferienhäuser), in Gärten und zur Freizeitgestaltung die der Gartennutzung, der Gartengestaltung oder der zweckentsprechenden Einrichtung von Gärten dienen, wie Bänke, Sitzgruppen, Pergolen oder nicht überdachte Terrassen, ausgenommen Gebäude keiner Baugenehmigung.
Das Vorhaben ist demnach grundsätzlich genehmigungsfrei.
Gleichwohl muss das Vorhaben den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechen.
Der Verzicht auf eine Baugenehmigung geht einher mit den gesteigerten Verantwortlichkeiten der Bauherrschaft und des Entwurfsverfassers; sie haben selbst darauf zu achten, dass das Bauvorhaben dem geltenden materiellen Recht entspricht. Es gilt § 55 Abs. 1 Satz 1 Brandenb. BauO, wonach bauliche Anlagen sowie andere Anlagen und Einrichtungen auch soweit eine bauaufsichtliche Prüfung entfällt, den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechen müssen.
Bei der Freistellung bauplanungsrechtlich nicht relevanter Vorhaben sind jedoch die bundesrechtlichen Vorgaben der §§ 29 bis 37 BauGB und die Planungshoheit der Gemeinde, die in § 36 BauGB ihren Niederschlag findet, zu beachten. Eine Freistellung kommt deshalb nur bei bauplanungsrechtlich nicht relevanten Vorhaben in Betracht. Sie kann zudem dann erfolgen, wenn das Vorhaben einem anderen Zulassungsverfahren unterliegt, in dem nach den §§ 34, 35 BauGB sowie nach § 36 Abs. 1 Satz 2 BauGB über die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit entschieden wird.
Da hier der grundsätzlich genehmigungsfreie Bau der Terrasse im Außenbereich erfolgt, orientiert sich dessen bauplanungsrechtliche Zulässigkeit nach § 35 Abs. 2 BauGB. Ein privilegiertes Vorhaben nach § 35 Abs. 1 BauGB liegt nicht vor, so dass sich dessen Zulässigkeit nach § 35 Abs. 2 BauGB beurteilt.
Auf Grund dessen ist in Ihrem Fall ein erforderliches Genehmigungsverfahren für den Bau der geplanten Terrasse erforderlich.
Der Bau der Terrasse ist nur dann ausnahmsweise zulässig, wenn die Ausführung oder Benutzung öffentliche Belange nicht beeinträchtigt und die Erschließung gesichert ist.
Da hier ein enger Zusammenhang mit dem bereits genehmigten Bau eines Ferienhauses besteht und die Voraussetzungen des § 35 Abs. 3 BauGB nicht einschlägig sind ist von der Zulässigkeit der Bebauung auszugehen, dessen Genehmigung jedoch von der zuständigen Baubehörde erteilt werden muss.
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