Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F30-01-2015-8C_5-2015
Timestamp: 2016-10-25 13:55:55+00:00

Document:
8C_5/2015 (30.01.2015)
8C_5/2015 � � Urteil vom 30. Januar 2015
Die 1959 geborene A.________ arbeitete seit M�rz 2008 als Laborantin bei der Firma B.________ AG und war damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen und Berufskrankheiten versichert. Am 30. August 2012 meldete sie der Unfallversicherung eine Berufskrankheit und darauf beruhende Arbeitsunf�higkeit wegen seit Herbst 2011 wahrgenommenen Emissionen (Schall-/Infraschallwellen) am Arbeitsplatz. Das Arbeitsverh�ltnis war per Ende August 2012 aufgel�st worden. Die SUVA lehnte mit Verf�gung vom 18. April 2013 die Ausrichtung von Leistungen ab, da keine Berufskrankheit vorliege. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 30. August 2013 fest.
Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau wies eine gegen den Einspracheentscheid gef�hrte Beschwerde, mit welcher sinngem�ss ein Begutachtung durch einen erfahrenen Psychoakustiker und eine Pr�fung von eigenen Schallmessberichten durch neutrale Schallexperten beantragt worden war, mit Entscheid vom 26. November 2014 ab.
A.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und stellt sinngem�ss den Antrag, ihre Beschwerden seien als Berufskrankheit anzuerkennen.
1.1.�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Immerhin pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind. Es ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen wurden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Streitig und zu pr�fen ist, ob es sich bei den von der Versicherten geltend gemachten, vielf�ltigen Beschwerden um eine Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 UVG (in Verbindung mit Art. 14 UVV und Anhang 1 zur UVV) handelt, welche zu einer Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung f�hrt. Das kantonale Gericht hat die daf�r massgebenden Rechtsgrundlagen zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
3.1.�Das kantonale Gericht erwog vorerst, die Beschwerdef�hrerin f�hre ihre verschiedenen Beschwerden, worunter Konzentrationsst�rungen, Wortfindungsst�rungen, Zittern der H�nde, Herzdruck, Herzflattern, Unruhe, Schlafst�rungen, �belkeit und weiteres, auf an ihrem ehemaligen Arbeitsort emittierten Infraschall zur�ck. Da Erkrankungen durch Ultra- und Infraschall gem�ss Anhang I zur UVV als arbeitsbedingte Erkrankungen im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG gelten, k�nne von einer beruflich bedingten Krankheit gesprochen werden, wenn diese mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit vorwiegend, das heisst mit mehr als 50 %, durch die berufliche T�tigkeit verursacht wurde.
3.2.�Die Vorinstanz ist in eingehender W�rdigung der umfangreichen medizinischen Akten sowie der zus�tzlich von der Beschwerdef�hrerin eingereichten Literatur zum Infraschall und zum tieffrequenten Schall, ihren eigenen Wahrnehmungen und den von ihr in Auftrag gegebenen Infraschallmessungen in der eigenen Wohnung, zum Ergebnis gelangt, die Versicherte leide an einer psychischen Erkrankung in Form einer depressiven St�rung, einer somatoformen St�rung und/oder einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis. Dabei f�hre keiner der berichterstattenden �rzte die psychische Erkrankung auf eine Schallemission bei der Firma B.________ AG zur�ck. Mit Ausnahme der von ihr selbst erstellten Dokumente stelle keines der Aktenst�cke einen Zusammenhang zwischen ihren Beschwerden und den von ihrem Arbeitsort ausgehenden Emissionen her. Vielmehr spr�che die Tatsache, dass die Beschwerden unabh�ngig vom Aufenthalt an ihrem Arbeitsplatz oder vom Wohnort versp�rt w�rden, gegen eine berufsbezogene Ursache. Sie arbeite seit September 2012 nicht mehr bei der Firma B.________ AG. Trotzdem beklage sie weiterhin die angef�hrten gesundheitlichen Beeintr�chtigungen. Es liege keine Berufskrankheit vor.
3.3.�Die letztinstanzlich dagegen vorgebrachten Einwendungen f�hren, zumal sie sich im Wesentlichen in einer Wiederholung der bereits im kantonalen Verfahren erhobenen und entkr�fteten R�gen ersch�pfen, zu keinem anderen Ergebnis.
3.3.1.�Die Beschwerdef�hrerin begn�gt sich vorwiegend mit der wiederholten Darstellung ihrer eigenen Sicht der Dinge. Dass keiner der involvierten �rzte und Gutachter ihr Leiden richtig diagnostiziert habe, liege am Umstand, dass diese nicht entsprechend ausgebildet seien und sich noch nicht mit der Thematik der Wirkung von Infraschall auf den Menschen auseinandergesetzt h�tten. Damit kann jedoch die Sachverhaltsfeststellung von SUVA und kantonalem Gericht nicht in Frage gestellt werden. Die letztinstanzlich neu aufgelegten medizinischen Akten (beispielsweise das im Auftrag der Invalidenversicherung erstellte Gutachten der medizinischen Abkl�rungsstelle C.________ vom 14. April 2014 und ein �rztliches Attest der Dr. med. D.________ vom 20. August 2014) stellen ebenso Noven dar wie die neu beantragten Zeugenbefragungen. Diese sind gem�ss Art. 99 Abs. 1 BGG im bundesgerichtlichen Verfahren unzul�ssig. Voraussetzungen f�r eine ausnahmsweise Zul�ssigkeit sind weder geltend gemacht noch ersichtlich, sodass entsprechende Beweisantr�ge unbeachtlich bleiben m�ssen (vgl. Urteil 8C_362/2014 vom 25. Juni 2014 E. 1.2). Die Beschwerdef�hrerin verkennt auch, dass es nicht Sache der Unfallversicherung ist, einen Gegenbeweis zu den von ihr vorgebrachten Behauptungen zu erbringen.
3.3.2.�Auch der Einwand, die Vorinstanz habe die notwendigen wissenschaftlichen Abkl�rungen nicht vornehmen lassen, geht fehl. Im angefochtenen Gerichtsentscheid wird einl�sslich dargelegt, weshalb von weiteren Untersuchungen und Abkl�rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten seien. Insbesondere der Hinweis auf die Tatsache, dass die Versicherte die Beschwerden unabh�ngig vom Aufenthalt an ihrem Arbeitsplatz und auch noch Jahre nach Aufgabe der Erwerbst�tigkeit und beispielsweise auf Autofahrten versp�rt, l�sst den �berzeugenden Schluss zu, dass sich die gesundheitlichen Beeintr�chtigungen auch entwickelt h�tten, wenn sie nicht bei der Firma B.________ AG besch�ftigt gewesen w�re. Damit entf�llt aber bereits der f�r die Anerkennung einer Berufskrankheit notwendige Schluss, die gesundheitliche Beeintr�chtigung sei vorwiegend durch die berufliche T�tigkeit verursacht worden. Da von zus�tzlichen Abkl�rungsmassnahmen somit keine neuen entscheidwesentlichen Erkenntnisse zu erwarten sind, haben Verwaltung und Vorinstanz zu Recht auf die Abnahme weiterer Beweise verzichtet (antizipierte Beweisw�rdigung: BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 124 V 90 E. 4b S. 94).
Die offensichtlich unbegr�ndete Beschwerde wird im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG - ohne Durchf�hrung eines Schriftenwechsels, mit summarischer Begr�ndung, und unter Verweis auf den kantonalen Entscheid (Art. 102 Abs. 1 und Art. 109 Abs. 3 BGG) - erledigt.
Dem Prozessausgang entsprechend sind die Gerichtskosten der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 65 Abs. 4 lit. a und Art. 66 Abs. 1 BGG).

References: Art. 95
 Art. 9
 Art. 14
 Art. 9
 Art. 99
 BGE 
 Art. 109
 Art. 109
 Art. 66