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Timestamp: 2016-10-23 07:55:07+00:00

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BFH, 16.06.2009 - X E 4/09 - Bestimmung des Streitwertes anlässlich eines Rechtstreites über Grund und Höhe von Steuern i.F. einer Einkommensteuervorauszahlung | Urteile auf anwalt24.de
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BFH, 16.06.2009 - X E 4/09 - Bestimmung des Streitwertes anlässlich eines Rechtstreites über Grund und Höhe von Steuern i.F. einer Einkommensteuervorauszahlung
BundesfinanzhofBeschl. v. 16.06.2009, Az.: X E 4/09Gericht: BFHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 16.06.2009Referenz: JurionRS 2009, 19973Aktenzeichen: X E 4/09 Rechtsgrundlagen:§ 47 Abs. 1 GKG§ 66 Abs. 1 GKGFundstelle:Jurion-Abstract 2009, 224292 (Zusammenfassung)Gründe1I.Mit Urteil vom ... hat der angerufene Senat die Revision des Kostenschuldners und Erinnerungsführers (Kostenschuldner) gegen das Urteil des ... Finanzgerichts (FG) vom ... als unbegründet zurückgewiesen und dem Kostenschuldner die Kosten des Verfahrens auferlegt. Daraufhin hat die Kostenstelle des Bundesfinanzhofs (BFH) durch Kostenrechnung den Streitwert mit 21 607 EUR und die Gerichtskosten nach Nr. 6120 des Kostenverzeichnisses zu § 3 Abs. 2 des Gerichtskostengesetzes (GKG) mit 1 440 EUR gegen den Kostenschuldner angesetzt.2Dagegen hat sich der Kostenschuldner mit Schreiben vom ... gewandt. In Bezug auf das Streitjahr 2001 weist er darauf hin, dass der Steuerbescheid "in DM verfasst" worden sei, so dass die Euro-Beträge nur unter Vorbehalt zur Kenntnis genommen werden könnten. Für die Streitjahre 2002 bis 2005 kommt er wegen der Nichtberücksichtigung des jährlichen Beitrags für eine politische Partei jeweils zu einem um 68 EUR reduzierten zu versteuernden Einkommen. In Bezug auf das Jahr 2006 bezweifelt der Kostenschuldner die Richtigkeit der gewählten Methode, den Streitwert für die Vorauszahlungen der ersten drei Quartale festzusetzen. Da diese Beträge auch teilweise Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens X B ... gewesen seien, hätte nach seiner Auffassung zudem eine entsprechende Kürzung vorgenommen werden müssen, um eine doppelte Beschwer des Kostenschuldners zu vermeiden. Die Gesamtsumme der Streitwerte dürfe die höchstmögliche Entlastung bei der Einkommensteuer nicht überschreiten.3II.Die Erinnerung ist unbegründet.41.Mit der Erinnerung gemäß § 66 Abs. 1 GKG gegen den Kostenansatz können nur Einwendungen erhoben werden, die sich gegen die Kostenrechnung selbst richten, also gegen Ansatz und Höhe einzelner Kosten oder gegen den Streitwert (BFH-Beschluss vom 1. September 2005 III E 1/05, BFH/NV 2006, 92). Die an den Kostenschuldner gerichtete Kostenrechnung weist in dieser Hinsicht keinen ihn belastenden Rechtsfehler auf.52.Substantiierte Einwendungen, die zu einem anderen Streitwert führen könnten, hat der Kostenschuldner nicht vorgebracht.6a)Seine Bedenken gegen den Streitwertansatz des Jahres 2001 sind unbegründet, da der Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2001 bereits die Steuerschuld sowohl als Euro-Betrag als auch als entsprechenden DM-Betrag ausgewiesen hat.7b)Die Streitwertansätze der Jahre 2002 bis 2005 enthalten ebenfalls keinen den Kostenschuldner belastenden Fehler. Die ursprünglich nicht berücksichtigten Parteibeiträge reduzieren zwar jeweils das zu versteuernde Einkommen, aber ebenso das begehrte zu versteuernde Einkommen.8c)Auch die Bestimmung des Streitwerts des Jahres 2006 ist nicht zu beanstanden. Bei Vorauszahlungen ist zwar der Streitwert grundsätzlich nach dem vollen Steuerbetrag zu bemessen, wenn der Rechtsstreit um den Grund und die Höhe der letztlich zu zahlenden Steuer geführt wird (vgl. Gräber/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., Vor § 135 Rz 35 Stichwort "Vorauszahlungen", m.w.N. aus der BFH-Rechtsprechung). Aufgrund der Tatsache, dass der Kostenschuldner ausdrücklich seinen Klageantrag auf die ersten drei Quartale des Jahres 2006 beschränkt hatte, wurden jedoch --zugunsten des Kostenschuldners-- bei der Streitwertberechnung lediglich die steuerlichen Auswirkungen von drei Quartalen zugrunde gelegt. Dabei begegnet es keinen Bedenken, dass --auch hier wiederum zugunsten des Kostenschuldners-- nur von den im Jahr 2006 gezahlten Einkommensteuervorauszahlungen ausgegangen wurde und nicht von der Jahressteuer 2006. Die Einkommensteuervorauszahlungen (am 10. März, 10. Juni und 10. September 2006 in Höhe von je 2 300 EUR sowie am 10. Dezember 2006 in Höhe von 1 248 EUR) führten für drei Quartale zunächst zu einer Einkommensteuer von 6 111 EUR. Die dann konsequenterweise linear auf die drei Quartale verteilten steuerlichen Auswirkungen der Nichteinbeziehung der Alterseinkünfte in die Bemessungsgrundlage hatten eine steuerliche Entlastung in Höhe von 3 749 EUR zur Konsequenz. Das Zugrundelegen von 3/4 der Jahressteuer 2006 hätte größere steuerliche Auswirkungen und damit einen entsprechend höheren Streitwert in Höhe von 5 104 EUR (3/4 von 6 806 EUR) zur Folge gehabt.9d)Eine Berücksichtigung des Streitwerts des Verfahrens zur Zulassung der Revision X B ... bei der Festsetzung des Streitwerts für dieses Revisionsverfahren scheidet aus. Gemäß § 47 Abs. 1 GKG bestimmt sich der Streitwert nach den Anträgen des Rechtsmittelführers. Der Kostenschuldner hat ausweislich des Sitzungsprotokolls ... den Antrag gestellt, die Einkommensteuervorauszahlungen für die ersten drei Quartale jeweils ohne den Ansatz der Einkünfte aus seinen Leibrenten festzusetzen. Für eine Reduzierung oder Aufteilung des Streitwerts wegen eines anderen prozessual eigenständigen Verfahrens ist, auch wenn das andere Verfahren dasselbe Streitjahr betrifft, kein Raum. Es handelt sich um unterschiedliche Verfahren, die selbständige Angelegenheiten mit einem eigenen Streitwert bleiben (vgl. Hartmann, Kostengesetze, 39. Aufl., Anh II § 52 GKG Rz 10 Stichwort "Klagenhäufung").103.Die Entscheidung ergeht gerichtsgebührenfrei; Kosten werden nicht erstattet (§ 66 Abs. 8 GKG).Hinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. 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References: § 27
 § 3
 § 66
 § 135
 § 47
 § 52