Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82150000025.htm
Timestamp: 2018-11-20 22:32:43+00:00

Document:
2.15.025 Michaelsberg - Eichelberg
Verordnung des Landratsamtes Karlsruhe als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Michaelsberg - Eichelberg" vom 29. Januar 1975 ("Badische Neueste Nachrichten" vom 24. Februar 1975)
Auf Grund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821), zuletzt geändert durch das Gesetz über die Beseitigung von Abfällen (Abfallgesetz) vom 21. Dezember 1971 (GBl. 1972 S. 1) und des § 7 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als Höhere Naturschutzbehörde folgendes verordnet:
Der in § 2 näher beschriebene Landschaftsteil auf der Gemarkung Bruchsal, Landkreis Karlsruhe, wird dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt. Dieser Landschaftsteil wird als Landschaftsschutzgebiet "Michaelsberg - Eichelberg" bezeichnet.
(1) Zu dem Schutzgebiet, das eine Größe von ca. 435 ha hat, gehört die Feldflur des Michaelsbergs und das Waldgebiet des Eichelbergs. Diese Landschaftsteile bilden die Randstufe des Kraichgaus gegen die Oberrheinische Tiefebene zwischen Bruchsal-Untergrombach und Bruchsal-Stadt.
(2) Die Grenzen des Schutzgebiets verlaufen im wesentlichen wie folgt: Von der Bundesstraße 3 ausgehend folgt die Landschaftsschutzgrenze der Klinge zwischen dem Vorderen Nährkopf und dem Steinbruch am Grombacher Weg in südöstlicher Richtung bis zum Grenzstein 108 des Staatswald-Distrikts IV (Eichelberg) und deckt sich dann mit der Staatswaldgrenze bis Grenzstein 101. Von diesem Grenzstein führt sie entlang des Weges zum Näherbrunnen bis zum befestigten Weg zur Kaserne, folgt diesem in südöstlicher Richtung etwa 230 m, biegt dann nach Südwesten um und erreicht die Grenze des Staatswald-Distrikts IV (Eichelberg) 12 m nordwestlich des Grenzsteins 96. Von hier aus folgt die Landschaftsschutzgrenze der Staatswaldgrenze entlang der Gewanne Steinbruchschlag, Dachsbauschlag, Laubiger Rain und Judenschlag bis zum Staatswaldgrenzstein 57 = Gemeindewaldgrenzstein 27. Ab hier deckt sich die Grenze des Landschaftsschutzgebietes mit der des Gemeindewalddistrikts IV (Remmerich), die vom Judenweg gebildet wird. Vom Grenzstein 1 = 59 an folgt die Landschaftsschutzgrenze in südöstlicher Richtung dem Weg, der die Gewanne Obere Steig und Heidenäcker trennt, auf einer Länge von etwa 300 m, biegt dann in Richtung Westen um und verläuft entlang des Weges, der sich zwischen den Gewannen Untere Steig und Langemorgen im Norden und Bruschelter und Untereweg im Süden hinzieht. Weiter folgt die Grenze dem zum Gewann Mulde führenden Weg und setzt sich dann oberhalb der Bebauungsgrenze von Bruchsal-Untergrombach fort, die Gewanne Mühlberg, Riedel und Kreuzweg einschließend. Das bebaute Gebiet des Gewannes Leimengrube aussparend erreicht sie die Bundesstraße 3 und folgt deren östlichem Rand entlang dem Hinteren Berg, dem Staatswald-Distrikt IV (Eichelberg, Teilstück Bildstöckle) und dem Gewann Bettlerstraße bis zum Ausgangspunkt.
(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25000, in 5 Katasterplankarten im Maßstab 1 : 5000 sowie in einer Flurkarte im Maßstab 1 : 1500 grün eingetragen. Sie verlaufen entlang der in den Karten verzeichneten Gemarkungs- und Grundstücksgrenzen sowie entlang Straßen, Wegen und Gewässern; soweit die Grenzen über Grundstücke verlaufen, bilden sie eine gerade Linie zwischen Grenzsteinen.
(4) Die Karten werden beim Landratsamt Karlsruhe in Karlsruhe aufbewahrt. Eine Mehrfertigung befindet sich beim Bürgermeisteramt Bruchsal. Die Karten können während der Sprechzeiten eingesehen werden.
(1) Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, bedürfen der vorherigen schriftlichen Erlaubnis des Landratsamtes. Der Antrag auf Erlaubnis kann entweder beim Landratsamt Karlsruhe als Untere Naturschutzbehörde oder beim Bürgermeisteramt Bruchsal gestellt werden. Sofern er beim Bürgermeisteramt Bruchsal gestellt wird, legt dieses den Antrag mit seiner Stellungnahme unverzüglich dem Landratsamt vor.
10. Ablagerung oder auch kurzfristige Lagerung von Abfällen, Müll, Erd- und Gesteinsaushub, Schutt, Unrat, Autowracks oder ähnlichen Gegenständen, soweit nicht bereits Nr. 1, das Abfallgesetz vom 21. Dez. 1971 (GBl. 1972 S. 1) oder das Abfallbeseitigungsgesetz vom 7. Juni 1972 (BGBl. I S. 873) Anwendung finden;
14. Betrieb von Maschinen, Geräten und Einrichtungen aller Art, soweit sie lästigen Lärm verursachen und nicht der erforderlichen und üblichen Bewirtschaftung der landwirtschaftlich genützten Grundstücke dienen;
15. Großkahlschläge;
16. Errichtung von Obstanlagen;
17. Errichtung von Gemeinschaftsrebanlagen.
2. die nach den Regeln einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung zur land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung erforderlich sind, soweit es sich nicht um Großkahlschläge, Ausstockungen, Neuaufforstungen oder die in § 4 Abs. 2 Nr. 1, 5, 6, 10, 16 und 17 genannten Änderungen handelt.
2. entgegen § 4 Maßnahmen, die geeignet sind, eine der in § 3 genannten Wirkungen hervorzurufen, ohne vorherige schriftliche Erlaubnis des Landratsamts/Bürgermeisteramts, der zuständigen unteren Naturschutzbehörde vornimmt,
handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (GBl. S. 53), zuletzt geändert durch das Zweite Gesetz über die Änderung von Zuständigkeiten der Ministerien vom 25.7.1972 (GBl. S. 400), und kann mit einer Geldbuße belegt werden.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamts Bruchsal zum Schutze von Landschaftsteilen auf dem Michaelsberg auf Gemarkung Untergrombach, Landkreis Bruchsal, vom 20. April 1950 außer Kraft.
Karlsruhe, den 29.1.1975
Durch VO vom 04.12.1979 (NSG 2.35 "Kaiserberg") Fläche um 8 ha verringert.
Durch VO vom 02.04.1996 (NSG 2.200 "Michaelsberg und Habichtsbuckel ") Fläche um 40 ha verringert.

References: § 7
 § 2
 § 3
 § 4
 § 4
 § 3
 § 13