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Timestamp: 2018-09-26 08:38:31+00:00

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Studienordnung Informatik 1993 (application/pdf 78.4 KB)
Studienordnung Informatik 1993
für den Studiengang Informatik der Universität Bremen
Die folgende Studienordnung ist am 1. Oktober 1993 in Kraft getreten.
§ 1 Aufgabe und Geltungsbereich
(1) Diese Studienordnung beschreibt Ziele, Aufbau und Inhalte des Diplomstudiengangs Informatik der Universität Bremen. Sie regelt den Studienverlauf für alle Studierenden, die den Abschluß ,,Diplom-Informatikerin"
bzw. ,,Diplom-lnformatiker" anstreben. Sie dient als Grundlage für die Planung des Lehrangebots.
(1) Das Studium dient der wissenschaftlichen Vorbereitung der Studierenden auf die Berufspraxis. Diese ist durch
die Analyse, Entwicklung und Anwendung informationstechnischer Systeme in unterschiedlichen betrieblichen und gesellschaftlichen Bereichen geprägt. Ferner dient das Studium als Basis für eine wissenschaftliche
Forschungstätigkeit. Das Studium bezieht sich auf die theoretischen, praktischen und technischen Grundlagen
der Informatik, auf deren Anwendung zur Lösung konkreter Problemstellungen sowie auf die gesellschaftlichen Zusammenhänge dieser Entwicklungs- und Anwendungsprozesse. Die Studierenden sollen lernen, sich
wissenschaftlich mit Fragestellungen aus den genannten Teilbereichen auseinanderzusetzen und die Ergebnisse aufeinander zu beziehen.
(2) Im einzelnen werden folgende Ziele angestrebt:
a) Den Studierenden sollen theoretische Grundlagen vermittelt werden, die es ermöglichen, praktische und
anwendungsnahe Fragestellungen mit wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten.
b) Die Studierenden sollen im Problemlösen mit Hilfe von Algorithmen praktische Erfahrungen sammeln.
Sie sollen die Modellierung von Bereichen der Wirklichkeit in Systemen und Prozessen, wie auch die
Rückführung von Aussagen aus einem Modell in die Wirklichkeit erlernen. Dabei sollen sie die Grenzen
der Modellierbarkeit erkennen: Sie sollen sich mit den Problemen, die mit einer derartigen Reduktion der
Wirklichkeit einerseits bzw. einer Überinterpretation der entwickelten Modelle andererseits verbunden
sind, auseinandersetzen.
c) Die Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, Fragestellungen aus einem Anwendungsgebiet (z.B.
Recht und Verwaltung, Wirtschaft, Produktion) soweit wissenschaftlich erfassen zu können, daß sie algorithmische Modelle und soziotechnische Systeme für den jeweiligen Gegenstandsbereich entwickeln und
d) Die Studierenden sollen erkennen lernen, daß Wissenschaft und Technik historischem Wandel unterliegen
und gesellschaftlich bedingt sind; insbesondere sollen sie der Frage nachgehen, inwieweit Wissenschaft
und Technik geschlechtsspezifisch geprägt sind. Sie sollen Einsicht in die Zusammenhänge von Technik,
Wissenschaft und Gesellschaft gewinnen, um spätere Entscheidungen in der Berufspraxis bewußt und
verantwortlich handelnd zu treffen. Sie sollen die erkannten sozialen Wirkungen der Informatik bei der
zukünftigen Gestaltung informationstechnischer Systeme umsetzen lernen.
e) Das Studium soll dazu befähigen, sich in Fragestellungen der Informatik einschließlich ihrer Anwendungen selbständig einzuarbeiten. Darüber hinaus soll es die in der beruflichen Praxis geforderte Fähigkeit zur
Arbeit in Gruppen vermitteln. Schließlich soll es die Kommunikation und Kooperation über Fachgrenzen
hinaus fördern.
(1) Das Lehrangebot ist so zu organisieren, daß das Studium innerhalb von neun Semestern, einschließlich der
Zeit für das Anfertigen der Diplomarbeit, beendet werden kann.
(2) Das Studium unterteilt sich in:
a) den ersten Studienabschnitt (Grundstudium). Er umfaßt in der Regel das erste bis vierte Semester und
wird mit dem Vordiplom abgeschlossen. Die Studierenden weisen damit nach, daß sie die inhaltlichen
Grundlagen ihres Faches, ein methodisches Instrumentarium und eine systematische Orientierung erworben haben, die erforderlich sind, um das Studium mit Erfolg fortzusetzen (vgl. Anlage 1).
b) den zweiten Studienabschnitt (Hauptstudium). Er umfaßt in der Regel das fünfte bis neunte Semester, einschließlich eines Semesters für die Erstellung der Diplomarbeit, und wird mit dem Diplom abgeschlossen.
Die Studierenden weisen damit nach, daß sie die für die berufliche Praxis notwendigen gründlichen Fachkenntnisse erworben haben, die Zusammenhänge ihres Fachs überblicken und die Fähigkeit besitzen,
wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse der Informatik anzuwenden (vgl. Anlage 2).
§ 4 Formen der Lehrveranstaltungen
(1) Lehrveranstaltungen werden in folgenden Formen durchgeführt:
a) Kurs: Vorlesung und Übung,
b) Praktikum,
c) Seminar, Proseminar,
d) Arbeitsvorhaben, Plenum (im Projekt).
(2) Kurse dienen der systematischen Vermittlung fachwissenschaftlicher Kenntnisse sowie methodischer und instrumenteller Fertigkeiten. Sie stützen sich auf Skripte, Lehrbücher oder andere Begleitmaterialien. In der
Regel gliedern sie sich in Vorlesungen und Übungen. Die Übungen dienen der Anwendung des vorgetragenen
Stoffs, der Einübung von Methoden und dem Erwerb instrumenteller Fertigkeiten. Die Studierenden in einem
Kurs bilden in der Regel Übungsgruppen von ca. 20 Personen, die von Studierenden höherer Semester (Tutorinnen bzw. Tutoren) oder anderen Lehrpersonen betreut werden. In den Mathematikkursen werden außerhalb
der Übungszeiten im Rahmen der Gesamtstundenzahl Arbeitssitzungen durchgeführt. Die Arbeitssitzung dient
als didaktisches Bindeglied zwischen theoretischem Vorlesungsstoff und praktischer Übung.
(3) Praktika dienen der intensiven Auseinandersetzung mit einzelnen Lehrinhalten:
· durch Bearbeitung praktischer oder experimenteller Aufgaben am Computer oder an anderen Geräten
· durch Erkundung spezieller betrieblicher Anwendungsbereiche.
Sie führen zum Erwerb exemplarischer Erfahrungen und Fertigkeiten.
(4) Seminare dienen der selbständigen Erarbeitung einzelner Fachbeiträge zu einem umfassenderen wissenschaftlichen Thema. Sie werden im Hauptstudium durchgeführt. Die Studierenden erlernen dabei insbesondere
den Umgang mit der Fachliteratur, die Vermittlung komplizierter Sachverhalte im mündlichen Vortrag, die
Auseinandersetzung mit Kritik sowie die Darstellung des Themas in einer schriftlichen Ausarbeitung. Die
kontinuierliche Teilnahme am Seminar ermöglicht die Befassung mit dem Thema über den eigenen Beitrag
hinaus und fördert die Diskussion des Gegenstandsbereichs unter den Studierenden. Im Grundstudium sollen Proseminare durchgeführt werden. Sie dienen grundsätzlich den gleichen Zielen wie Seminare, sind aber
hinsichtlich Umfang und Komplexität des Themas stärker eingegrenzt. In ihnen sollen wichtige methodische
Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens sowie die Fähigkeit zur sprachlichen Formulierung komplexer
Sachverhalte erworben werden. Sie sollen die Studierenden auf die Seminare des Hauptstudiums vorbereiten.
(5) Arbeitsvorhaben sind zentrale Lehrveranstaltungen in Projekten. In ihnen bearbeiten die Studierenden abgegrenzte Probleme, die aus der Fragestellung des Projekts gewonnen werden. Wesentliche Methode soll dabei
das forschende Lernen in arbeitsteiliger Gruppenarbeit sein. Die Durchführung eines Arbeitsvorhabens wird
durch geeignete Kurse, Seminare und Praktika vorbereitet und unterstützt. Plena dienen der Zielfindung des
Projekts, der Koordination der Arbeitsvorhaben sowie dem Erfahrungsaustausch der Studierenden über den
Projektverlauf und die erreichten Zwischenergebnisse.
(1) Die Studiengangskommission wählt zu Beginn ihrer Amtszeit eine Hochschullehrerin bzw. einen Hochschullehrer des Studiengangs für die Dauer von zwei Jahren zur Studienberaterin bzw. zum Studienberater. Sie bzw.
er ist für alle Fragen der Studienberatung zuständig, soweit diese nicht anders wahrgenommen wird.
(2) Zu Beginn jedes Wintersemesters finden für die Studierenden des ersten Semesters Einführungstage statt. Sie
dienen der ersten Orientierung auf das Studium und dem Kennenlernen der Einrichtungen und der Lehrenden
(3) Der Studienberater bzw. die Studienberaterin haben auch die Aufgabe, mit Studierenden, die am Ende des
6. Semesters noch nicht die Diplom-Vorprüfung abgelegt haben, sowie mit Studierenden, die sich am Ende des 11. Semesters noch nicht zur Diplomprüfung gemeldet haben, ein Beratungsgespräch zu führen. Ziel
des Beratungsgesprächs ist es herauszufinden, welche Hinderungsgründe vorliegen und welche Hilfen zum
Abschluß des jeweiligen Prüfungsabschnitts gegeben werden können. Soweit die Studierenden dies für hilfreich halten, vereinbaren sie mit der Studienberaterin bzw. dem Studienberater einen Plan, der die Schritte zur
Verwirklichung des Studienziels enthält und der gemeinsam in regelmäßigen Abständen überprüft wird. Bei
den betroffenen Studierenden ist die Studienberaterin bzw. der Studienberater beim Finden eines Themas und
einer Betreuerin bzw. eines Betreuers für die Diplomarbeit behilflich.
§ 6 Das Grundstudium
(1) Die Lehrinhalte des ersten Studienabschnitts (Grundstudium) beziehen sich auf Grundwissen in folgenden
a) Mathematische Grundlagen der Informatik,
b) Theoretische Informatik,
c) Praktische Informatik,
d) Technische Informatik,
e) Angewandte Informatik,
f) Informatik und Gesellschaft.
(2) Das Grundstudium wird nach einem festen Studienplan (Anlage 1, Abschnitt 1) durchgeführt. Die wesentlichen Inhalte dieser Lehrveranstaltungen, ihr Umfang sowie die mit ihnen verknüpften Prüfungsanforderungen
(Lernziele) sind im Verzeichnis Lernziele und Inhalte des Grundstudiums (Anlage 1, Abschnitt 3) zusammengefaßt. Die überwiegende Veranstaltungsform im Grundstudium ist der Kurs, einschließlich begleitender
Übungen. Neben den Kursen werden als zweite Veranstaltungsform Praktika angeboten, in denen vertiefte
Kenntnisse und Erfahrungen in der Programmentwicklung erworben werden sollen.
Der Erwerb von Fähigkeiten in Übungen und Praktika ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium. Allen
Studierenden wird empfohlen, die Lehrinhalte des Grundstudiums selbständig zu erarbeiten und dabei die
Gruppenarbeit als Verstärkung und Rückkopplung des eigenen Lernerfolgs zu nutzen.
(3) Die Studierenden sollen bis zum Beginn des zweiten Semesters ein Anwendungsgebiet wählen. Als Anwendungsgebiete kommen in Frage:
a) ein in den Studiengang integriertes Anwendungsgebiet (zur Zeit sind dies die Gebiete Recht und Verwaltung, Wirtschaft sowie Produktion),
b) ein Anwendungsgebiet, zu dem mit einem anderen Studiengang eine Absprache über die zu besuchenden Lehrveranstaltungen und die zu erbringenden Leistungsnachweise bzw. abzulegenden Fachprüfungen
besteht. (Diese Anwendungsgebiete werden mit ihrem jeweiligen Studienplan durch Aushang bekannt gegeben.)
c) ein frei gewähltes Anwendungsgebiet. Die Studierenden haben das Recht, sich ein Anwendungsgebiet
selbst zu gestalten. Sie legen dazu dem Diplomprüfungsausschuß vorab einen Plan mit jenen Lehrveranstaltungen und Leistungsnachweisen bzw. Fachprüfungen anderer Studiengänge vor, aus denen sich das
Studium im Anwendungsgebiet zusammensetzen soll. Der Diplomprüfungsausschuß kann Änderungen
des Plans verlangen und genehmigt ihn. Der Plan ist zu der Prüfungsakte zu nehmen.
Die Veranstaltung Anwendungen und Auswirkungen der Informatik ist Grundlage für das Studium des Anwendungsgebiets. Der Umfang der Lehrveranstaltungen im Anwendungsgebiet beträgt (zusätzlich zu Anwendungen und Auswirkungen der Informatik und Informatik und Gesellschaft) im Grundstudium mindestens 10
Sind in den Fällen b) und c) Inhalte zu Informatik und Gesellschaft nicht Gegenstand der Lehrveranstaltungen
und Prüfungsleistungen der anderen Studiengänge, so sind ersatzweise die Leistungsnachweise zu Anwendungen und Auswirkungen der Informatik sowie zu Informatik und Gesellschaft des Studiengangs Informatik zu
(4) Die Prüfungsfächer und die Zahl der möglichen Leistungsnachweise sind:
Mathematische Grundlagen der Informatik: vier Leistungsnachweise,
Theoretische Informatik: zwei Leistungsnachweise,
Praktische Informatik vier Leistungsnachweise,
Technische Informatik: drei Leistungsnachweise,
Angewandte Informatik: (einschl. Informatik
vier Leistungsnachweise.
Die Voraussetzung für die Meldung zur Diplom-Vorprüfung sowie die Regelung zum Ersetzen einzelner Fachprüfungen sind in § 18 bzw. § 19 Abs. 5 der Diplomprüfungsordnung enthalten.
(5) Den Studierenden wird empfohlen, auch Lehrveranstaltungen anderer Studiengänge zu besuchen. Dort können
auch Leistungsnachweise erworben werden. Voraussetzung für die Anrechnung als Prüfungsleistung ist die
Anerkennung der Gleichwertigkeit durch die Studiengangskommission Informatik oder in Einzelfällen durch
den Diplomprüfungsausschuß Informatik.
§ 7 Das Hauptstudium
(1) Die Studieninhalte des zweiten Studienabschnitts liegen in den Gebieten:
a) Theoretische Informatik,
b) Praktische Informatik,
c) Angewandte Informatik (einschließlich Informatik und Gesellschaft).
Diese Gebiete sind zugleich die Prüfungsfächer. Der Begriff ,,Angewandte Informatik" umfaßt das Anwendungsgebiet nach § 6 Abs. 3.
(2) Jedes der drei Prüfungsfächer ist in Prüfungsgebiete unterteilt. Zu jedem Prüfungsgebiet wird in regelmäßigem
Turnus ein Angebot von Lehrveranstaltungen gemacht. Diese Veranstaltungen sollen mindestens alle vier Semester durchgeführt werden. Darüber hinaus werden Lehrveranstaltungen zu speziellen Gebieten angeboten.
Die Liste der Prüfungsgebiete ist der Aufstellung Prüfungsfächer und Prüfungsgebiete des Hauptstudiums
(Anlage 2, Abschnitt 1) zu entnehmen. Die Themengebiete des regelmäßigen Lehrverantaltungsangebots in
diesen Prüfungsgebieten, einschließlich Umfang und Prüfungsanforderungen (Lernziele), sind im Verzeichnis Lernziele und Themengebiete des Hauptstudiums (Anlage 2, Abschnitt 2) zu finden. Die Studierenden
stellen sich ihren individuellen Studienplan aus diesem Angebot unter Berücksichtigung der Bedingungen
der Diplomprüfungsordnung so zusammen, daß sie inhaltliche Schwerpunkte bilden können. Die Wahl des
Projektes hat wesentlichen Einfluß hierauf.
(3) Die Fachprüfungen beziehen sich auf die Inhalte von Lehrveranstaltungen im Umfang von ca. 10 Semesterwochenstunden (bzw. ihr inhaltliches Äquivalent).
(4) Im Hauptstudium sind studienbegleitende Leistungsnachweise für Lehrveranstaltungen im Umfang von mindestens 16 Semesterwochenstunden zu erbringen. Das Projekt umfaßt Lehrveranstaltungen im Umfang von
24 bis 28 Semesterwochenstunden.
(5) Die Studiengangskommission schreibt die Planung der Lehrveranstaltungen für die jeweils nächsten vier Semester fort. Dadurch sollen die Studierenden bei der Gestaltung ihrer Studienschwerpunkte unterstützt werden.
(6) Bei der Planung der Lehrveranstaltungen legt die Studiengangskommission auch fest, für welches Prüfungsgebiet die in den einzelnen Lehrveranstaltungen erbrachten Leistungsnachweise gelten. Ausnahmsweise kann
eine Lehrveranstaltung wahlweise mehreren Prüfungsgebieten zugeordnet werden.
(7) Den Studierenden wird empfohlen, im Hauptstudium auch Lehrveranstaltungen anderer Studiengänge zu besuchen; § 6 Abs. 5 gilt entsprechend.
§ 8 Projekt
(1) Wesentlicher Teil des zweiten Studienabschnitts ist die Teilnahme an einem Projekt. Dadurch soll den Studierenden Gelegenheit gegeben werden, eine konkrete Aufgabenstellung zu analysieren, die Aufgabe zu präzisieren, die erlernten wissenschaftlichen Methoden bei der Lösung anzuwenden und die Ergebnisse wissenschaftlichen Anforderungen entsprechend darzustellen. Darüber hinaus besteht ein wichtiges Ziel des Projekts
in der Befähigung zu gruppenorientierter Arbeit.
(2) Die Themen der Projekte sollen praktische Relevanz haben und die gesellschaftlichen Zusammenhänge berücksichtigen. Projekte können insbesondere auch fachübergreifend zusammen mit anderen Studiengängen
veranstaltet werden. Gegenstand von Projekten sind Analyse, Planung, Gestaltung, Einsatz und Bewertung
rechnergestützter Systeme und Verfahren.
(3) Projekte orientieren sich nicht nur am angestrebten Resultat, sondern auch an den bei ihrer Durchführung
gesammelten Erfahrungen. Sie sind eine Form des Lehrens und Lernens, die von allen Beteiligten besondere Anstrengungen verlangt und besondere Erfolge erzielen läßt. Projekte genießen deswegen die besondere
Förderung durch den Studiengang.
(4) Projekte bestehen aus Arbeitsvorhaben, Seminaren, Kursen und Plena. Die eigentliche Projektarbeit findet in
den Arbeitsvorhaben statt. Seminare vertiefen einzelne Aspekte des Projektthemas; Kurse behandeln grundlegende Voraussetzungen oder Ergänzungen für die Projektarbeit. Seminare und Kurse, die zu einem Projekt
zählen, sind in der Regel auch für andere Studierende offen. Plena dienen der Zielfindung, der Koordination
und dem Erfahrungsaustausch im Projekt. Falls ein Projekt nur ein Arbeitsvorhaben hat, fällt dieses mit dem
Plenum zusammen.
(5) In jedem Sommersemester wird für die Studierenden des vierten Semesters eine Veranstaltung angeboten, die
der Vorbereitung auf das Projektstudium sowie der inhaltlichen Ausrichtung und Auswahl der Projekte dient.
Die Studiengangskommission sorgt dafür, daß neue Projekte in ausreichender Zahl angeboten werden.
(6) Projekte sollen von der Studiengangskommission für etwa 15 bis 20 Studierende geplant werden. Melden sich
für ein Projekt weniger als 12 oder mehr als 25 Studierende an, so verhandelt der Beauftragte für die Lehre
mit allen Beteiligten, um nach Möglichkeit diese Zahlen nicht zu unter- bzw. überschreiten. Die Studiengangskommission legt das zahlenmäßige Betreuungsverhältnis in den Projekten fest. Sie entwickelt ein Verfahren,
mit dem das Zustandekommen der Projekte geregelt wird und entscheidet über die Durchführung der Projekte.
(1) Mit der Diplomarbeit soll der Nachweis erbracht werden, daß die Studierenden ein Thema der Informatik oder
ihrer Anwendungen selbständig wissenschaftlich bearbeiten und die Ergebnisse wissenschaftlichen Anforderungen entsprechend darstellen können.
(2) Die Studierenden sprechen das Thema der Diplomarbeit mit einer prüfungsberechtigten Person ab; diese betreut die Arbeit. Eine unterstützende Betreuung kann durch wissenschaftliche Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter erfolgen. Themen-Vorschläge der Studierenden sollen berücksichtigt werden. Als Betreuerin bzw. als
Betreuer kann nach Genehmigung durch den Prüfungsausschuß Informatik auch eine prüfungsberechtigte
Person aus einem anderen Studiengang gewählt werden.
(3) Das Thema der Diplomarbeit ist so zu wählen, daß sie innerhalb von sechs Monaten fertiggestellt werden
kann. Diese Frist kann um bis zu drei Monate verlängert werden.
(4) Die Diplomarbeit kann als Gruppenarbeit angefertigt werden. In diesem Fall haben die Studierenden einen
Anspruch darauf, daß auf ihren Vorschlag hin bis zu zwei weitere Personen die Arbeit betreuen, falls dies vom
Umfang der Arbeit oder ihrer thematischen Breite her notwendig erscheint.
(5) Für Gruppen von Diplomandinnen und Diplomanden sollen Diplomanden-Seminare durchgeführt werden.
Sie dienen der thematischen Abstimmung von Diplomarbeiten aufeinander, der Erörterung spezieller Probleme, der Erarbeitung relevanter Fachliteratur und dem Erfahrungsaustausch zwischen den Studierenden der
Diplomphase.
§ 10 Übergangs- und Schlußbestimmungen
(1) Diese Studienordnung tritt mit Wirkung vom 1. Oktober 1993 in Kraft.
(2) Für die Studienordnung gelten die Übergangsbestimmungen der Diplomprüfungsordnung entsprechend.
(3) Die Reform des Studiums ist eine ständige Aufgabe. Erfahrungen der Studiengangskommission und des Diplomprüfungsausschusses mit der Studienordnung gehen in die Überarbeitung der Studienordnung ein. Die
Anlagen zur Studienordnung werden entsprechend der Entwicklung des Fachs durch Beschluß der Fachbereichsrats angepaßt und der senatorischen Behörde für Bildung und Wissenschaft angezeigt.
1. Studienplan des Grundstudiums
derInformatik
(einschl.Informatikund
Wählbaraus
1.bis5.
Methodenund
V+Ü:2+2
Einführungin
Algor./Datenstrukt.
Programmier-Prakt.
Fachinf.1
Informatikund
V+Ü:1+3
V+Ü:4+2
Vertiefungvon
DigitaleSchalt.,
Rechnerorg.,
Rechnerarch.
Fachinf.2
ThI1:
Komplexitätund
TeI2:
soziotechn.
ThI2:
6+8(+2)=
41+41(+2)=
Abkürzungen:V=Vorlesung,Ü=Übung,P=Praktikum,S=Proseminar
(DerUmfangderLehrveranstaltungenistinSemesterwochenstundenangegeben.)
2. Prüfungsfächer und Lehrveranstaltungen des Grundstudiums
51 Mathematische Grundlagen der Informatik
511 Mathematische Grundlagen der Informatik 1: Methoden und Grundbegriffe der Mathematik
512 Mathematische Grundlagen der Informatik 2: Algebraische Strukturen (4+2 SWS)
513 Mathematische Grundlagen der Informatik 3: Analysis (4+2 SWS)
514 Mathematische Grundlagen der Informatik 4: Stochastik (2+2 SWS)
52 Theoretische Informatik
521 Theoretische Informatik 1: Komplexität und Berechenbarkeit (2+2 SWS)
522 Theoretische Informatik 2: Formale Sprachen (2+2 SWS)
53 Praktische Informatik
531a Praktische Informatik 1: Einführung in Algorithmik/Datenstrukturen, imperative und
objektorientierte Programmierung (2+2 SWS)
531b Programmier-Praktikum (4 SWS)
532 Praktische Informatik 2: Vertiefung von Algorithmik/Datenstrukturen, imperativer und
objektorientierter Programmierung (2+2 SWS)
533 Praktische Informatik 3: Funktionale Programmierung (2+2 SWS)
534a Praktische Informatik 4: Softwaretechnik (2 SWS)
534b Software-Praktikum (4 SWS)
54 Technische Informatik
541 Technische Informatik 1: Digitale Schaltungen, Rechnerorganisation, Rechnerarchitektur
542 Technische Informatik 2: Betriebssysteme, Systemsoftware, Nebenläufigkeit (4+2 SWS)
55 Angewandte Informatik (einschließlich Informatik und Gesellschaft)
551 Fachinformatik 1 (2+2 SWS)
552 Fachinformatik 2 (2+2 SWS)
553 Informatik und Gesellschaft 1 (1+3 SWS)
554 Informatik und Gesellschaft 2 (2+2 SWS)
555 Gestaltung soziotechnischer Systeme (2+2 SWS)
3. Lernziele und Inhalte des Grundstudiums
In den Mathematik-Lehrveranstaltungen des Informatik-Grundstudiums sollen die mathematischen
Grundlagen der Informatik systematisch entwickelt werden. Ziele sind:
· Einsicht in Fragestellungen und Methoden der Mathematik,
· Erwerb mathematischer Grundkenntnisse und Grundfertigkeiten,
· Erwerb der Fähigkeit, über mathematische Gegenstände zu kommunizieren.
Wann immer es der Gegenstand zuläßt, soll der Zusammenhang zwischen Mathematik und Informatik
1. Sprache der Mathematik: Logische Grundbegriffe (Aussagen, Verknüpfungen, Wahrheitstafeln,
Quantoren, Negation), mengentheoretische Grundbegriffe (Mengen, Relationen, Abbildungen,
Grundkonstruktionen)
2. Methode der Mathematik: Axiomatik, Beweistechniken
3. Ordnungsstrukturen: Geordnete Mengen, Verbände, Boolesche Algebren
4. Natürliche Zahlen: Kardinal- und Ordinalzahlen, endliche Mengen, vollständige Induktion, Teilbarkeit, Kombinatorik
512 Mathematische Grundlagen der Informatik 2: Algebraische Strukturen
1. Theorie der Algebren: Algebren, Homomorphismen, Grundkonstruktionen (Unteralgebren, Kongruenzenrelationen und Quotientenalgebren, Produkte, Summen, initiale und freie Algebren)
2. Spezielle Typen von Algebren: Gruppen, Monoide und Halbgruppen; Ringe und Körper; Vektorräume (incl. Matrizen, Determinanten, lineare Gleichungssysteme, geometrische Deutung linearer Abbildungen)
3. Spezielle Algebren: Monoid der natürlichen Zahlen, Ring der ganzen Zahlen, Körper der rationalen Zahlen
513 Mathematische Grundlagen der Informatik 3: Analysis
1. Reelle Zahlen: Körper- und Ordnungsstruktur von
, metrische und topologische Struktur von
2. Reelle Funktionen: Stetigkeit, Differentiation, Integration, spezielle Funktionen (Polynome, rationale Funktionen, Potenzreihen, trigonometrische Funktionen, Exponentialfunktion und Logarithmus)
3. Anwendungen (allgemein): Kurvendiskussion; Differentialgleichungen; Flächeninhalt, Bogenlänge und Volumen; numerische Verfahren
4. Anwendungen (speziell): Approximationsprobleme (bei Verwendung von Rechnern); Probleme
der Fehlerfortpflanzung
514 Mathematische Grundlagen der Informatik 4: Stochastik
1. Beschreibende Statistik: Verteilungsfunktion, Mittelwert, Varianz
2. Wahrscheinlichkeitstheorie: Erwartungswert, bedingte Wahrscheinlichkeit, spezielle Verteilungen
3. Beurteilende Statistik: Schätzen und Testen
In der Theoretischen Informatik (TI) wird der Teil der Informatik behandelt, der sich systematisch
mit mathematischen Methoden durchdringen läßt. Ziele sind:
· Exemplarische Kenntnisse und Einsichten, die typisch für das Fach sind,
· Kenntnis einfacher Grundtatsachen, die in möglichst vielen Zusammenhängen benötigt werden,
wobei in einige dieser Zusammenhänge zwischen Theoretischer Informatik und anderen Fächern
exemplarische Einsichten gewonnen werden sollen,
· Verständnis für die mathematischen Grundlagen und Grundfragen der Informatik, insbesondere
für Sinn und Wesen von Exaktheit, präzisen Begriffen und Beweisen,
· Einsicht in die Wechselbeziehung von Intuition und gesicherter Erkenntnis.
521 Theoretische Informatik 1: Komplexität und Berechenbarkeit
1. Standarddatentypen
· Natürliche und ganze Zahlen mit arithmetischen und vergleichenden Operationen sowie
deren Gesetzmäßigkeiten
· Zeichenketten mit Konkatenation, Länge, Suchen, Sortieren u.ä. sowie deren Gesetzmäßigkeiten
· (Binäre) Bäume mit Traversieren und Balancieren sowie deren Gesetzmäßigkeiten
2. Rekursion, Iteration, Berechenbarkeit
· Einführung eines Berechenbarkeitsmodells (Turingmaschinen, formale iterative Programmiersprache o.ä.)
· Berechenbare Funktionen
· Rekursionsschemen
· Äquivalenz berechenbarer und rekursiver Funktionen
3. Formale Semantik
· Termersetzung
· Fixpunktoperator
· Denotationelle Semantik
4. Korrektheit
· Beispiele für korrekte Funktionsbeschreibungen (z.B. für Sortieren)
5. Entscheidbarkeitseigenschaften
· Nichtentscheidbarkeit des Halteproblems im allgemeinen Fall
6. Grenzen der Berechenbarkeit
· Beispiele für Nichtberechenbares (vgl. Entscheidbarkeitseigenschaften)
7. Aufwand, Komplexität
· Matrizenmultiplikation
· NP-Vollständigkeit
522 Theoretische Informatik 2: Formale Sprachen
1. Ableiten, Erzeugen, Erkennen
· Chomsky-Grammatiken und -Sprachen
· Sprachhierarchie
· Endliche Automaten
· Kellerautomaten
· Beispiele für korrekte Sprachbeschreibungen
3. Entscheidbarkeitseigenschaften
· Nichtentscheidbarkeit des Wortproblems im allgemeinen Fall
· Entscheidbarkeit des Wortproblems für monotone Grammatiken
· Analyse kontextfreier und regulärer Grammatiken
4. Aufwand, Komplexität
· Schnelle Lösungen des Wortproblems für reguläre und kontextfreie Grammatiken
5. Strukturelle Eigenschaften
· Pumping-Lemma für kontextfreie Sprachen
· Charakterisierung regulärer Sprachen
· Charakterisierung kontextfreier Sprachen
· Grundlegende Fähigkeit zur Programmentwicklung, auch der Entwicklung größerer Softwaresysteme (Programmentwicklung ,,im kleinen" und ,,im großen")
· Kenntnis der Konzepte und praktische Fertigkeiten in der Anwendung von mindestens zwei wesentlich verschiedenen Programmiersprachen (z.B. eine funktionale und eine imperative)
von Neumannsche Rechnerorganisation -- Grundlagen der Rechnerarchitektur -- Programm und
Prozeß -- imperative/funktionale/objektorientierte Programmiersprachen -- Compiler, Assembler, Loader, Linker, Interpreter, Laufzeitumgebungen, Betriebssysteme -- Browser -- Grafische
Benutzungsschnittstellen -- Shells
2. Datenstrukturen:
Information und ihre Repräsentation -- Datentypen und Typanalyse -- Elementare und zusammengesetzte Datentypen -- rekursive Datentypen -- Kanonische Operationen auf den eingeführten Datenstrukturen
3. Algorithmen:
Begriff des Algorithmus -- Beschreibung von Algorithmen -- Algorithmische Umsetzung kanonischer Operationen auf Datenstrukturen
4. Prinzipien der Programmierung:
Syntax und Methoden der Syntax-Spezifikation -- Semantik -- Programmierparadigmen:
(1) vom sequentiellen Programm zum nebenläufigen reaktiven Programmsystem, (2) von der
imperativen zur objektorientierten Programmierung -- Schnittstellen und Ein-/Ausgabe -- Kontrollstrukturen -- Rekursion
5. Prinzipien der objektorientierten Programmierung:
Abstrakte Datentypen -- Methoden -- Operationen -- Objekte -- Klassen -- Botschaften -Ereignisverarbeitung -- Attribute -- Vererbung
6. Programmierung in Java:
Java Programme und Java Applets -- Umsetzung der Punkte 1.­5. mit Java
7. Basisdienste im Internet:
telnet, ftp und ihre sicheren Varianten ssh, scp, sftp -- World-Wide Web -- Grundbegriffe von
531b Programmier-Praktikum: Programmentwicklung ,,im kleinen"
Realisierung einzelner, überschaubarer Programmieraufgaben. Vorbereitung zuhause, Betreuung durch
Tutoren bzw. Tutorinnen im Praktikumsraum unter der Leitung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin in Gruppen mit maximal 20 Personen.
1. Datenstrukturen:
Vertiefung der Themen des ersten Semesters.
Mengen -- Bags -- Funktionen -- Listen -- Stapel -- Bäume -- Graphen
2. Algorithmen:
Suchen mit Bäumen -- Suchen mit Hashing -- Sortieren -- Algorithmen zur Syntaxprüfung -Aufwand von Algorithmen
3. Prinzipien der Programmierung:
Operationelle Semantik für imperative Sprachen -- Nebenläufigkeit -- Nichtdeterminismus
4. Prinzipien der objektorientierten Programmierung:
Polymorphismus -- Overloading
5. Programmierung in Java:
Java Klassenbibliotheken -- Umsetzung der Punkte 1.­4. mit Java
6. Spezifikation von Programmen:
Vor- und Nachbedingungen -- Zusicherungen -- Trace-Spezifikationen -- Temporallogische
Aussagen -- Signaturen und Axiome -- Grundbegriffe von UML
7. Verifikation und Test:
Partielle und totale Korrektheit sequentieller Programme -- Korrektheit nebenläufiger Programme -- Reviews und Inspektionen -- Formale Verifikation -- Strukturelle Induktion -- Modultest,
Integrationstest, HW/SW-Integrationstest, Systemtest
533 Praktische Informatik 3: Funktionale Programmierung
1. Grundlagen der funktionalen Programmierung:
Rekursion -- Definition von Funktionen durch rekursive Gleichungen und Pattern Matching -Auswertung, Reduktion, Normalform -- Funktionen höherer Ordnung, currying -- Typkorrektheit und Typüberprüfung
Algebraische Datentypen -- Typkonstruktoren -- Typklassen -- Polymorphie -- Standarddatentypen (Listen, kartesische Produkte, Lifting) und Standardfunktionen darauf (fold, map, filter)
-- Listenkomprehension
3. Algorithmen und Datenstrukturen:
Unendliche Listen (Ströme) -- Bäume -- Graphen -- zyklische Datenstrukturen
Module -- Interfaces -- Abstrakte Datentypen
5. Theoretische Aspekte:
Operationale und denotationelle Semantik -- Referentielle Transparenz -- Lambda-Kalkül -Kombinatorlogik -- Beweis durch Induktion und Koinduktion -- Programmentwicklung durch
6. Fortgeschrittene Funktionale Programmierung:
Monaden -- Funktionale I/O mit Monaden -- Reaktive und nebenläufige Programmierung -Existentielle Typen
534a Praktische Informatik 4: Softwaretechnik
1. SW-Entwicklungsprozeß:
· Softwaresysteme, Einbettung der Systeme in ihre Umgebung
· Modelle des SW-Entwicklungsprozesses: Wasserfallmodell, evolutionäre SW-Entwicklung, SW-Entwicklung mit Prototypen, V-Modell, Spiralmodell, SW-Entwicklung mit
formalen Methoden
2. Anforderungsdefinition
· Benutzungsschnittstellen und Benutzerhandbuch
· Methoden und Verfahren insbesondere des objektorientierten Entwurfs
· Entwurf mit Diagrammen
· statische und dynamische Aspekte
· Klassendiagramme, Objektlebenszyklen, Attribut- und Operationsspezifikationen
· Übersetzung von Entwurfskonzepten in Implementierungskonzepte
· Programmier- und Dokumentationsrichtlinien
· Verwendung von Komponenten
· Validation, Verifikation
· Testen, Testverfahren
534b Software-Praktikum: Programmentwicklung ,,im großen"
Arbeitsteilige Entwicklung eines umfangreichen Softwaresystems aufgrund gegebener Anforderungen. Vorbereitung zuhause, Betreuung durch Tutoren bzw. Tutorinnen im Praktikumsraum in Gruppen
mit maximal 20 Personen.
In den Lehrveranstaltungen zur Technischen Informatik soll in den Aufbau von Rechnern, ihre GerätePeripherie und die gerätebedingten Grundlagen der Systemsoftware eingeführt werden. Ziele sind:
· Kenntnisse über digitale Schaltungen und Rechnerorganisation, insbesondere: Kenntnis der logischen Grundlagen digitaler, elektronischer Bauelemente sowie der Grundzüge ihrer technischen
Realisierung, soweit sie für Informatikerinnen und Informatiker relevant sind,
· Kenntnisse über Mikroprozessoren und Rechnerarchitektur,insbesondere: Kenntnisse über Steuerund Rechenwerk (ALU), Speicher und Ein/Ausgabe-Strukturen sowie über die Hardware-Grundlagen unterschiedlicher Datentypen (wie integer, real, boolean) und deren Hardware-Arithmetik.
Kenntnis über konkrete Architekturen, wie sie im Studiengang eingesetzt werden, sowie deren
· Kenntnisse über systemnahe Software und Betriebssysteme (am Beispiel Unix), insbesondere:
Kenntnisse über Rechnerbetriebsformen und die Grundfunktionen von Betriebssystemen wie
Prozesse, Speicherverwaltung und Befehlsinterpreter. Kenntnis der wesentlichen Elemente der
Vernetzung von Rechnern.
1. Digitale Schaltungen und Rechnerorganisation:
· Ansicht eines Rechners, Wurzeln der Datenverarbeitung, semiotische und logische Grundlagen, schematischer Aufbau eines Rechners, Von Neumann Rechnerkonzept
· Schaltungslogik, Boolesche Funktionen, Normalformen logischer Funktionen, Darstellungs- und Manipulationsmethoden
· Digitallogische Schaltungen, Schaltfunktionen, Sequentielle Schaltungen
· Mikroelektronische, integrierte Schaltungen, Bausteinfamilien, Kombinatorische Hardware-Normalformen, Multiplexer, Addierwerke
· Schaltungen mit Speicherbausteinen, Zustandsdiagramme, Entwurf sequentieller Schaltungen, Iterative Netze, Register
2. Rechnerarchitektur:
· Einfache Zahldarstellungen im Rechner, Stellensysteme zur Darstellung natürlicher Zahlen, Wortarithmetik
· Aufbau und Arbeitsweise einer Zentraleinheit, Rechenwerk: Arithmetische und Logische Einheit (ALU), Steuerung eines Prozessors, Zentraleinheit, Registertransfersprachen
· Maschinenbefehle und Mikroprogrammierung, Maschinenbefehlssatz, Beispiel einer RISCArchitektur, Maschinensprache, Beispiel einer Assemblersprache, Struktur von Assemblersprachen, Aufbau eines einfachen Assemblierers und Linkers, maschinennahe Programmiersprache
· Rechnerarithmetik, Festkommazahlen, Gleitkommazahlen, Gleitkomma-Koprozessoren
· Ein/Ausgabe-Organisation, Busse, Konkurrente Steuerung von Peripherieprozessoren,
Mikroprozessorbusse, spezielle Ein/Ausgabebusse, allgemeine Verbindungsnetzwerke
· Speicherhierarchie und Zusatzspeicher, automatische Fehlerkorrektur, Speicherhierarchie, Assoziativspeicher, schnelle Pufferspeicher (Cache), Speicherseitenverwaltung(Paging), reale Speicherhierarchien, Zusatzspeicher
542 Technische Informatik 2: Betriebssysteme, Systemsoftware, Nebenläufigkeit
1. Betriebssysteme: Aufgaben, Rechnerbetriebsformen und Elemente von Betriebssystemen, Anmerkungen zur Geschichte und Überblick über die Entwicklung der Betriebssysteme
2. Prozeßverwaltung, Einfache Prozesse, Prozeßeigenschaften, Unterbrechungen, Systemaufrufe,
Ausnahmen, Echtzeitbetrieb
3. Speicherverwaltung, Ein/Auslagerungsverfahren
4. Dateisystem: Namen, Baumstruktur; Zugriffsoperationen; Abbildung auf reale Geräte; Ein/Ausgabe
5. Befehlsinterpreter, unter anderem grafisch orientierte Befehlsinterpreter
6. Nebenläufigkeit
· Synchronisation: Semaphore, (bedingte) kritische Abschnitte, Ereignisse, Monitore, synchroner/asynchroner Nachrichtenaustausch, ,,Rendezvous", Kanäle, verteilte Systeme
mit Prozedurfernaufrufen
· Verklemmungen, Lebendigkeit, Fairness; Korrektheit
· Formale Spezifikation nebenläufiger Systeme, z.B. mit Petri-Netzen
· Spezielle nebenläufige Systeme: Speisende Philosophen, Erzeuger/Verbraucher, Leser/
Schreiber usw.
7. Rechnernetze, Client/Server-Architekturen, lokale und globale Netze
8. Sicherheit, Schutzmechanismen, Zugriffsrechte
551a Fachinformatik 1a: Medieninformatik (2+2 SWS)
552a Fachinformatik 2a: Medieninformatik (2+2 SWS)
· Kenntnis der grundlegenden Begriffe und Konzepte der Mediengestaltung, Entwicklung eines
Verständnisses von der veränderten Rolle des ,,Computers als Medium"
· Exemplarische Kenntnis einzelner Anwendungen digitaler Medien im betrieblichen, öffentlichen
und privaten Bereich, einschließlich ihrer Rahmenbedingungen
· Fähigkeit, interdisziplinäre Methoden zur Analyse, Bewertung und Gestaltung multimedialer Systeme anzuwenden
1. Historische Entwicklung und theoretische Fundierung der Medien
(Sozialhistorische Entwicklung, Medienbegriffe, medientheoretische Ansätze)
2. Anwendungsfelder der Medieninformatik
(Produkte, Dienstleistungen, Märkte)
3. Medientypologie
(Multimedia/Hypermedia, Informations-/Interaktionsmedien,Kommunikations-/Kooperationsmedien)
4. Physiologische/psychologische, gestalterische und technische Grundlagen der Medieninformatik
(Wahrnehmungstheorien, Grundlagen der Gestaltung, technische Grundlagen der Telekommunikationssysteme, der Grafik-, Bild- und Audioverarbeitung sowie der Multimedia-Datenbanksysteme)
5. Grundlagen und Praxis der Gestaltung digitaler Medien
(Inhaltsaufbereitung und -erschließung, Grafik-, Kommunikations-; und Mediendesign, MedienErgonomie, Organisation und Technik der Medienproduktion, Media Engineering)
6. Nutzungsformen und Wirkungen digitaler Medien
7. Institutionalisierung der Medien
(Medienökonomie, Medienrecht, Medienpolitik)
551b Fachinformatik 1b: Wirtschaftsinformatik (2+2 SWS)
552b Fachinformatik 2b: Wirtschaftsinformatik (2+2 SWS)
· Kenntnis der Grundbegriffe der Betriebswirtschaftslehre
· Exemplarische Kenntnis einzelner Anwendungen in betrieblichen Teilbereichen
· Fähigkeit, unterschiedliche Konzepte und Methoden zur bereichsspezifischen Bewertung des betrieblichen Informationstechnikeinsatzes anzuwenden.
1. Sichtweisen von Wissenschaft und Praxis auf Unternehmen
2. Betriebswirtschaftslehre als selektive fachwissenschaftliche Modellierung
3. Grundkonzepte und -begriffe der Betriebswirtschaftslehre
4. Funktionsbereiche der Unternehmen und ihre computergestützte Modellierung in Anwendungssystemen (Produktion, Beschaffung, Absatz usw.)
5. Integrationstendenzen und neuere Modelle der Unternehmensführung, Büro- und Telekommunikationssysteme
6. Anwendungen im Dienstleistungsbereich (Versicherungen, Banken, Handel, Touristik)
7. Wirtschaftlichkeit von Anwendungen unter quantitativen und qualitativen Gesichtspunkten
551c Fachinformatik 1c: Produktionsinformatik (2+2 SWS)
552c Fachinformatik 2c: Produktionsinformatik (2+2 SWS)
· Kenntnis der Grundbegriffe und Verständnis der Strukturen materieller Produktion
· Exemplarische Einsichten in Probleme der Trennung von Kopf- und Handarbeit, Werkzeuggebrauch und Automation
· Sensibilisierung für produktionsspezifische Perspektiven (Form, Funktion, Stoff usw.)
· Kenntnis exemplarischer Anwendungen
· Befähigung zur Spezifikation von Anwendungen
1. Grundlagen der Produktion
· das Produkt: Eigenschaften, Gebrauch, Wirkungen
· der Produktionsprozeß: Funktionen, Organisation
· Hilfsmittel der Formalisierung und Objektivierung. Möglichkeiten und Grenzen
· Entwicklung und Konstruktion (Erfindung, Gestaltung, Design)
· Ingenieurwissenschaftliche Unterstützung
· Fertigungsverfahren
· Fertigungseinrichtungen und Steuerungen
· Fertigungsstrukturen
2. Arbeitsplanung und -organisation in der rechnergestützten Produktion
· Fertigungsplanung und -steuerung
· Qualitätssicherung und Instandhaltung
· Integration und Vernetzung betrieblicher Funktionen (CIM)
· Simulation als Planungs- und Qualifikationsmittel
· Gestaltung von Arbeit und Technik
· Interessenkonstellationen, Vereinbarungen, Betriebskulturen
3. Exemplarische Anwendungen
(Computer Aided Design, Speicherprogrammierbare Steuerungen, Computer Numerical Control,
Produktionsplanungs- und -steuerungs-Systeme)
· Grundlegendes Verständnis der gesellschaftlichen Wirkungen und Gestaltungsoptionen der Informations- und Kommunikationstechnologien
· Befähigung zu wissenschaftlichem Arbeiten (Recherche, Analyse, Strukturierung, Darstellung
von fachlichen Zusammenhängen); Befähigung zur Präsentation von Arbeitsergebnissen in unterschiedlichen Kontexten
1. Das Verhältnis der Informatik zu ihren Anwendungen: Kerninformatik -- Angewandte Informatik -- Fachinformatik -- Informatik und Gesellschaft
2. Konzepte der Informatik: Historische Dimension und zukünftige Entwicklung -- Systematische
· Agenten-Technologie
3. Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens
Inhalte der Propädeutik:
1. Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens
2. Problemformulierung und Recherchemethoden (Bibliotheken, Online-Datenbanken, Internet)
3. Strukturierung und Formulierung im Rahmen wissenschaftlicher Argumentation
4. Präsentationsmethoden
· Präsentationskontext (Adressaten, Situation), Präsentationsformen (mündliche/schriftliche Darstellung, Projektpräsentation, usw.), Präsentationswerkzeuge
· Präsentationswerkstatt (praktische Übungen anhand von Präsentationssoftware, Kommunikationstraining, systematisches Feedback)
· Kenntnis der Grundlagen sozialwissenschaftlicher Wirkungsforschung bei informationstechnischen Systemen
· Fähigkeit, die individuellen und gesellschaftlichen Wirkungen des Informationstechnikeinsatzes
exemplarisch analysieren und bewerten zu können.
· Fähigkeit, Gestaltungsoptionen der Informationstechnik zu erkennen und umzusetzen
1. Computer und Arbeit:
Konzepte der Automation und ökonomische Rahmenbedingungen der Automatisierung: Betriebliche Wirkungen des Rechnereinsatzes; gesamtgesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche Wirkungen, zwischenbetriebliche Kooperation und Vernetzung, Arbeitsmarktentwicklung unter dem
Einfluß des Informationstechnikeinsatzes,geschlechtsspezifische Segmentierung des Arbeitsmarktes, gesellschaftliche Strategien zur Vermeidung negativer sozialer Wirkungen, betriebliche Ansätze zur Gestaltung computergestützter Arbeitssysteme; neue Formen der Arbeit: Telearbeit,
2. Computer und Umwelt: Umweltfolgen der Informationstechnik, Beitrag der Informatik zum Umweltschutz
3. Computereinsatz in Bildung, Ausbildung und Weiterbildung, Computer und Persönlichkeit, geschlechtsspezifische Effekte
4. Computer und Alltag: Informations-, Kommunikations-; und Mediendienste, Neue Medien und
Computerkultur; Freizeit, Haushalt und Familie, Gesundheitswesen, Technikfaszination und
-akzeptanz: geschlechtsspezifische Zugangsweisen.
5. Computereinsatz im Bereich der inneren und äußeren Sicherheit: Polizei und Militär
6. Datenschutz: Abgrenzung Datenschutz und Datensicherheit; verfassungsrechtliche und gesetzliche Grundlagen, Prinzipien und Institutionen des Datenschutzes; rechtliche, technische und organisatorische Maßnahmen des Datenschutzes; Datenschutz durch Technikgestaltung
7. Wissenschaftstheoretische und ethische Aspekte der Informatik, Verantwortung der Informatiker
und Informatikerinnen
· Kenntnisse über die Organisation von Systemgestaltungsvorhaben (Planung, Realisierung, Folgenabschätzung)
· Kenntnis der verschiedenen Analyse-, Bewertungs- und Gestaltungsverfahren
· Fähigkeit, eine angemessene Anforderungsdefinition zu entwickeln.
1. Soziotechnische Systeme
2. Analyse und Bewertung von Arbeitstätigkeiten
3. Gestaltung von Arbeitstätigkeiten
4. Organisationsgestaltung
5. Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen
6. Datenschutz als Gestaltungsansatz
7. Zielkonflikte in der Systemgestaltung
8. Projektmanagement und -organisation
1. Prüfungsfächer und Prüfungsgebiete des Hauptstudiums
Die drei Prüfungsfächer des Hauptstudiums gliedern sich in die folgenden Prüfungsgebiete. Vor dem jeweiligen Gebiet sind die Nummern angegeben, die die Lehrveranstaltungen im Hauptstudium an der zweiten
und dritten Stelle der Veranstaltungskennziffer aufweisen. Über diese Nummern sind die Prüfungsgebiete im
Vorlesungsverzeichnis zu identifizieren.
Die Anforderungen (Lernziele), die Themengebiete und der Umfang (Semesterwochenstunden) der Lehrveranstaltungen zu den genannten Prüfungsgebieten sind in Abschnitt 2 aufgeführt.
60 Theoretische Informatik
61 Algorithmen- und Komplexitätstheorie
62 Formale Sprachen
63 Theorie der Programmierung
69 Spezielle Gebiete der Theoretischen Informatik
70 Praktische Informatik
71 Rechnerarchitektur und Modellierung
72 Betriebssysteme
73 Datenbanksysteme
74 Datenkommunikation und Rechnernetze
75 Grafische Datenverarbeitung und Interaktive Systeme
76 Programmiersprachen und Übersetzer
77 Künstliche Intelligenz
78 Softwaretechnik
79 Spezielle Gebiete der Praktischen Informatik
80 Angewandte Informatik
81 Gestaltung soziotechnischer Systeme
82 Informationstechnikmanagement
83 Sozialwissenschaftliche, organisations- und entscheidungstheoretische Grundlagen der Angewandten
84 Rechtswissenschaftliche Grundlagen der Angewandten Informatik und Informationstechnikrecht
85 Informatik und Gesellschaft
86 Fachinformatik (Medieninformatik, Wirtschaftsinformatik, Produktionsinformatik)
89 Spezielle Gebiete der Angewandten Informatik
2. Lernziele und Themengebiete des Hauptstudiums
Die Theoretische Informatik, die den mathematisierten und mathematisierbaren Teil der Informatik zum
Gegenstand hat, gliedert sich in viele relativ unabhängige Teilgebiete, von denen drei vor allem aus traditionellen Gründen explizit als Prüfungsgebiete genannt sind. Mindestens zwei Teilgebiete sollen regelmäßig im Lehrangebot abgedeckt werden, wobei sich ein Gebiet üblicherweise aus einer einführenden und
einer vertiefenden Lehrveranstaltung mit je 4 Semesterwochenstunden zusammensetzt.
· vertiefte Einsichten in die Theorie der Berechenbarkeit und damit in die Gesetzmäßigkeiten von
Berechnungsmodellen sowie in die Analyse des Algorithmusbegriffs
· vertiefte Erkenntnisse über den Zeit- und Platzbedarf von Algorithmen und die Komplexität algorithmischer Probleme sowie über die zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten
Themengebiete der Lehrveranstaltungen:
1. Theorie der Berechenbarkeit
3. Analyse von Algorithmen
· Vertiefte Einsichten in die Erzeugung und Erkennung formaler Sprachen sowie in die strukturellen und entscheidbarkeitstheoretischen Eigenschaften von grammatikalischen Systemen und
Automatenmodellen einschließlich der methodischen Hilfsmittel
1. Theorie formaler Sprachen
2. Automatentheorie
· Kenntnisse über und Einsichten in die syntaktischen Voraussetzungen und semantischen Bedingungen der Programmierung beziehungsweise der Entwicklung von datenverarbeitenden Systemen sowie in ihre logischen und algebraischen Grundlagen
1. Algebraische Spezifikation
2. Logische Grundlagen der Informatik
· Kenntnisse über und Einsichten in die wesentlichen Konzepte und Fragestellungen sowie in die
Gesetzmäßigkeiten des jeweiligen Gebietes
1. Petri-Netze
2. Prozeßalgebra
3. Mathematische Grundlagen der Künstlichen Intelligenz
4. Termersetzung
5. Theorembeweisen
In jedem der Prüfungsgebiete der Praktischen Informatik werden einige Lehrveranstaltungen aufgeführt,
die regelmäßig im 4-semestrigen Rhythmus angeboten werden sollen (i. a. mit 4+2 Semesterwochenstunden; Vorlesungen + Übungen/Praktika). Dazu kommen Veranstaltungen (Kurse, Praktika, Seminare) zu
speziellen Themengebieten als Vertiefung. Im folgenden sind zu den regelmäßigen und speziellen Lehrveranstaltungen die wesentlichen Themengebiete angegeben.
· Grundlegende Kenntnis der Konzepte von verschiedenen Rechnerarchitekturen und deren Leistungsfähigkeit
· Vertiefte Kenntnis der Konzepte der Modellierung von Rechnerarchitekturen und weitgehende
praktische Erfahrung mit Modellierungswerkzeugen
Rechnerarchitektur I (Einführung)
Rechnerarchitektur II (Vertiefung)
Modellbildung zur Leistungsanalyse von Rechnerarchitekturen
1. Struktur, Funktion und Modellierung von Parallelrechnern
2. Innovative Rechnerarchitekturen und ihre Leistung
3. Optimierung der Leistung von Rechnerarchitekturen
4. Modellierungsmethoden
5. Diskrete Simulation
6. Warteschlangen, stochastische Petri-Netze
7. Zuverlässigkeitsorientierte Leistungsmodellierung
· Vertiefte Kenntnis der Konzepte von Betriebssystemen im allgemeinen und der verteilten Betriebssysteme im speziellen
· Praktische Erfahrung im Umgang mit mindestens einem klassischen und möglichst einem fortgeschrittenen Betriebssystem
Betriebssysteme I (Einführung)
Betriebssysteme II (Vertiefung)
1. Aufbau und Strukturierungskonzepte
2. Modelle für die Vergabe von Betriebsmitteln
3. Konzepte, Mechanismen und Verfahren für die Verwaltung von Betriebsmitteln
4. Kommunikation in zentralen und in verteilten Betriebssystemen
5. Sicherheitskonzepte und -verfahren
6. Verläßlichkeitskonzepte und deren Realisierung
7. Verteilte Betriebsmittel und deren Verwaltung
8. Leistungsmodellierung und -bewertung
· Vertiefte Kenntnis der Datenbanken und Informationssysteme
· Kenntnis und praktische Erfahrungen im Entwurf, der Implementierung und dem Betrieb von
Datenbanksysteme I (Einführung)
Datenbanksysteme II (Vertiefung)
1. Datenmodelle
2. Formale Grundlagen
3. Dialogschnittstellen, Programmierschnittstellen
4. Datenbankentwurf, Architektur
5. Anfrageoptimierung
· Vertiefte Kenntnis der Architektur Offener Kommunikationssysteme (Referenzmodelle: OSI, Internet) und der Dienste, Funktionen und je mindestens eines gängigen Protokolls seiner Schichten
· Grundlegende Kenntnisse im Bereich der Offenen Dokumentbearbeitung als Beispiel des Offenen Informationsaustauschs
· Grundlegende Kenntnisse der besonderen Anforderungen und Techniken der Multimediakommunikation
Rechnernetze I (Einführung)
Rechnernetze II (Vertiefung)
1. Kommunikationstechnik
(Übertragungs- und Vermittlungstechnik, Dienste und Protokolle der unteren und höheren Schichten, ,,Electronic Mail", Systemarchitekturen und Programmierschnittstellen)
2. Informationsarchitekturen
(Kodierung, offene Dokumentbearbeitung)
3. Multimediakommunikation
(Multimediale Dokumente, Mehrpunkt-, Realzeit-Protokolle, Architekturen für Telefonie und Telekooperation)
4. Standardisierung: Organisationen, Prozesse
5. Sicherheit in offenen Systemen
· Grundlegende Kenntnisse über die mathematische Beschreibung und algorithmische Behandlung
elementarer und strukturierter Grafiken sowie über den interaktiven Umgang mit grafischen Darstellungen
· Erfahrung im Umgang mit einem grafischen System sowie in der Programmierung einer umfangreicheren grafisch-interaktiven Anwendung
· vertiefte Kenntnisse in einem Spezialgebiet der grafischen Modellierung, der Bildwiedergabe
oder der Interaktion
Grafische Datenverarbeitung: Modellierung dreidimensionaler Szenen
Grafische Datenverarbeitung: Darstellung dreidimensionaler Szenen
Grafische Datenverarbeitung: Benutzungsoberflächen
Praktikum zur Grafischen Datenverarbeitung
1. Bildbegriff
2. Grundlagen der diskreten Geometrie und Rastergrafik
3. Aufbau eines grafischen Systems, Elemente grafischer Programmierung
4. geometrische Transformationen in homogenen Koordinaten
5. Modellierung von Kurven, Flächen, Körpern und Szenen im zwei- und dreidimensionalen Raum
(Polygone, Polyeder, Splines, Glattheit, CSG, Quadranten- und Oktandenbaum, Randdarstellung)
6. Wiedergabe von Szenen im Bild (Sichtbarkeit, Farbe, Licht, Schatten, Textur; Tiefenpuffer,Strahlverfolgung, Radiosity)
7. Algorithmen der Rastergrafik
8. Interaktionstechniken
9. Gestaltung grafischer Oberflächen
10. Fenstersysteme
11. Grundlagen der Modellierung von Bewegung und Computeranimation
· Vertiefte Kenntnisse der Konzepte und Erfahrungen im praktischen Umgang mit mindestens
zwei wesentlich verschiedenen Programmier- (bzw. Spezifikations-)sprachen zusätzlich zu den
im Grundstudium verwendeten
· Grundlegende Kenntnisse in allen Themengebieten der Übersetzerkonstruktion, vertieft in mindestens einem der Themengebiete sowie weitgehende praktische Erfahrungen (soweit möglich
auch mit übersetzererzeugenden Systemen)
Konzepte von Programmiersprachen (Einführung)
Übersetzer (Einführung)
Übersetzer und übersetzererzeugende Systeme (Vertiefung)
· Konzepte von funktionalen, logischen, objekt-orientierten und imperativen Programmiersprachen
· Theorie funktionaler und logischer Programmiersprachen
· Semantik von Programmiersprachen
· Spezifikationssprachen, formale Methoden der Programmentwicklung
· Lexikalische Analyse, Syntaxanalyse
· Kontext-Analyse, Attributierung, Typinferenz
· Optimierung, Codeerzeugung, Maschinenmodelle
· Spezielle Übersetzungstechniken für funktionale und logische Programmiersprachen
Eines der beiden Teilgebiete Programmiersprachen bzw. Übersetzer kann als Vertiefungsgebiet gewählt werden; in diesem Fall sind grundlegende Kenntnisse in dem jeweils anderen erforderlich.
· Kenntnisse und praktische Erfahrungen mit grundlegenden KI-Methoden für Wissensrepräsentation und Wissensverarbeitung sowie mit einer geeigneten, z. B. logik-basierten Programmiersprache
· Vertiefte Kenntnisse in der Architektur von wissensbasierten Systemen und Expertensystemen
· Grundlegende Kenntnisse im Gebiet Maschinelles Lernen sowie in bezug auf die kognitionswissenschaftlichen Grundlagen der KI
Grundlagen der Wissensverarbeitung (Einführung)
Wissensrepräsentation und Wissensverarbeitung (Vertiefung)
1. Logik-basierte objekt-orientierte Wissensrepräsentation
2. Inferenzsysteme und logik-basierte Programmierung
3. Klassische und nicht-klassische Logiken
4. Heuristische Suchverfahren
6. Wissensbasierte Systeme und Expertensysteme
· Vertiefte Kenntnis der Methoden und Werkzeuge zur Entwicklung großer Softwaresysteme sowie
weitgehende praktische Erfahrungen
· Fähigkeit zur kritischen Beurteilung der mit der Entwicklung großer Softwaresysteme verbundenen Probleme
1. Methoden der Systemanalyse und der Anforderungsspezifikation
2. Formale Methoden der Softwaretechnik
3. Qualitätssicherung, Testverfahren
4. Projektplanung und -management
5. (Einsatz von) Entwicklungsumgebungen
6. Beteiligung von Benutzern und Benutzerinnen
80 Angewandte Informatik (einschließlich Informatik und Gesellschaft)
Die Prüfungen im Prüfungsfach Angewandte Informatik beziehen sich auf den Inhalt eines der beiden
Prüfungsgebiete 81 oder 82, ergänzt um den Inhalt eines der Prüfungsgebiete 83 bis 89.
Die Lehrveranstaltungen der Prüfungsgebiete 81 und 82 umfassen in der Regel 4+2 Semesterwochenstunden (Vorlesung + Übung), die der Prüfungsgebiete 83 bis 89 in der Regel 2+2 Semesterwochenstunden.
Die in den einzelnen Prüfungsgebieten regelmäßig angebotenen Lehrveranstaltungen behandeln Themen
aus den im folgenden genannten Gebieten.
· Kenntnisse über die theoretischen und praktischen Ansätze zur menschengerechten und sozialorientierten Gestaltung von Informatiksystemen
· Fähigkeit zur Analyse, Gestaltung und Evaluierung von Softwaresystemen anhand von Sozialverträglichkeitskriterien
· Fähigkeit zur Anwendung von Methoden und Werkzeugen zur Gestaltung soziotechnischer Systeme
1. Arbeits- und Aufgabenanalyse bei computergestützten Arbeitssystemen
2. Software-Ergonomie
3. Computergestützte Gruppenarbeit
4. Partizipative Systemgestaltung
5. Rechtliche, organisatorische und technische Maßnahmen des Datenschutzes
· Kenntnisse über die Rolle, die Aufgaben und die Methoden des Informationstechnikmanagements in Unternehmen und Behörden
· Kenntnisse über die relevanten technischen, organisatorischen und rechtlichen Entscheidungsfelder
· Fähigkeit zur Bearbeitung von Problemen der Planung, der Realisierung und des Betriebs von
informationstechnischen Infrastrukturen in großen Anwendungsorganisationen
1. Planung und Realisierung von betrieblichen Netzwerken, Basisstrukturen und Anwendungssystemen
2. Datenressourcenmanagement und Anwendung von Datenbanksystemen
3. Management externer Informationsdienstleistungen
4. Informationsökonomie
5. Human Ressources
83 Sozialwissenschaftliche, organisations- und entscheidungstheoretische Grundlagen der
· Kenntnis sozialwissenschaftlicher Grundbegriffe, Methoden und Konzepte zur Beschreibung sozialer Zusammenhänge
· Fähigkeit zur Beurteilung des Geltungsbereichs wissenschaftlicher Aussagen der einzelnen Anwendungsbereiche
1. Wissenschaftstheoretische Grundlagen der Sozialwissenschaften
2. Konzepte und Methoden der Technikfolgenabschätzung
3. Grundlagen der Entscheidungs- und Organisationstheorie
4. Konzepte der Informationsgesellschaft
5. Computer in Organisationen
6. Benutzerforschung
· Kenntnis der rechtlichen Bedingungen der Automation
· Berufsrechtliche Kompetenz für abhängig Beschäftigte und Selbständige
· Befähigung zum Umgang mit Beteiligten aus Justiz und Verwaltung
1. Grundlagen des Informationstechnikrechts
(Rechtstheorie, Rechtsphilosophie, Grundbegriffe des Verfassungsrechts)
4. Recht der Datensicherheit und Normung
5. Bereichsspezifisches Informationsrecht
(z.B. Recht des Informationszugangs)
6. EDV-Vertragsrecht und -Haftungsrecht, Hard- und Software-Rechtsschutz, EDV-Strafrecht
7. Rechte der Beschäftigten und ihrer Vertretungen bei der Gestaltung informationstechnischer Systeme
8. Rechtswissenschaftliche Vertiefungsgebiete
· Kenntnis der informatikrelevanten Teilgebiete der sozialwissenschaftlichen Technikforschung,
· Fähigkeit zur Umsetzung der Ergebnisse der Wirkungsanalyse in gestaltungsorientierte Anforderungen bei der Entwicklung konkreter Informatiksysteme,
· Fähigkeit zur Reflektion und Definition der eigenen Berufsrolle,
· Fähigkeit, interdisziplinäre Ansätze und Methoden in eine sozialorientierte Systemanalyse zu
1. Computer und Arbeit
2. (Gesamt)gesellschaftliche Aspekte der Informationstechnik in speziellen Einsatzbereichen
3. Historische, philosophische und wissenschaftstheoretische Aspekte der Informatik
4. Berufspraxis der Informatiker/innen
5. Frauenforschung in der Informatik
86 Fachinformatik
86a Fachinformatik a: Medieninformatik
· Vertiefte Kenntnisse der Angewandten Informatik, insbesondere der Medieninformatik
· Fähigkeit zur Beurteilung von Entwicklungstendenzen, Voraussetzungen und Folgen des Einsatzes digitaler Medien in Wirtschaft und Gesellschaft
· Fähigkeit zur Analyse und Gestaltung komplexer multimedialer Anwendungssysteme
1. Semiotik digitaler Medien
2. Multimedia- und Hypermediasysteme
3. Organisation und Management der Medienproduktion
4. Digitale Film- und Videoproduktion
5. Medien-Ergonomie und Medien-Design
6. Anwendungen digitaler Medien (E-Services, Lehr-/Lernsysteme, digitale Medien in Kunst und
Kultur, etc.)
7. Evaluation multimedialer Systeme
86b Fachinformatik b: Wirtschaftsinformatik
· Vertiefte Kenntnisse theoretischer Ansätze der Angewandten Informatik, insbesondere der Wirtschaftsinformatik
· Fähigkeit zur Beurteilung von Entwicklungstendenzen, Voraussetzungen und Folgen des Informationstechnikeinsatzes in einzelnen Branchen und betrieblichen Funktionsbereichen
· Fähigkeit zur Analyse und Gestaltung komplexer betrieblicher Anwendungssysteme
1. Technikintegration und Unternehmensführung
2. Wirtschaftlichkeit des Informationstechnikeinsatzes
3. Informationstechnik als Produktionsfaktor und Organisationstechnologie
4. Bürosysteme
86c Fachinformatik c: Produktionsinformatik
· Vertiefte Kenntnisse theoretischer Ansätze der Angewandten Informatik, insbesondere der Produktionsinformatik
· Fähigkeit zur Beurteilung von Entwicklungstendenzen, Voraussetzungen und Folgen der Automatisierungstechnik
· Fähigkeit zur Analyse und Gestaltung komplexer produktionstechnischer Anwendungssysteme
1. Produktionssysteme I/II
2. Transport und Logistik
3. Integration und Vernetzung -- Computer integrated manufacturing
4. Ingenieurwissenschaftliches Vertiefungsgebiet
(z.B. Strömungsmechanik, Verfahrenstechnik)
Conditions of study computer science 1993 Studienordnung Informatik 1993

References: § 1

§ 4

§ 6
 § 18
 § 19

§ 7
 § 6
 § 6

§ 8

§ 10