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Timestamp: 2017-07-21 06:50:49+00:00

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10.00 Feiertagsgesetz (LFtG) - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk
10.00 Feiertagsgesetz (LFtG)
.Landesgesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage (Feiertagsgesetz – LFtG)vom 15. Juli 1970(GVBL. 1970 S.225), zuletzt geändert durch Zweites Landesgesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt vom 27.10.2009 (GVBl. 2009 S. 358)Inhaltsverzeichnis§ 1Allgemeines§ 2Gesetzliche Feiertage§ 3Allgemeine Arbeitsverbote§ 4Ausnahmen von den Arbeitsverboten§ 5Schutz der Gottesdienste§ 6Verbot von Versammlungen und Veranstaltungen§ 7Verbot von Sportveranstaltungen§ 8Verbot von Tanzveranstaltungen§ 9Schutz der kirchlichen Feiertage§ 10Ausnahmen von den Verboten der §§ 5 bis 8§ 11Einschränkung von Grundrechten§ 12Ordnungswidrigkeiten§ 13(Änderungsbestimmung)§ 14Inkrafttreten####§ 1Allgemeines
Die Sonntage, die gesetzlichen Feiertage und die kirchlichen Feiertage sind nach Maßgabe dieses Gesetzes geschützt.
Der Schutz gilt von 0.00 bis 24.00 Uhr, wenn in den nachstehenden Vorschriften nichts anderes bestimmt ist.#§ 2Gesetzliche Feiertage
Gesetzliche Feiertage sindder Neujahrstag,der Karfreitag,der Ostermontag,der 1. Mai,der Tag Christi Himmelfahrt,der Pfingstmontag,der Fronleichnamstag,der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober),der Allerheiligentag (1. November) undder 1. und 2. Weihnachtstag (25. und 26. Dezember).
1 Die Landesregierung wird ermächtigt, aus besonderem Anlass durch Rechtsverordnung Werktage einmalig zu Feiertagen für das ganze Land zu erklären. 2 In der Rechtsverordnung ist zu bestimmen, welche Schutzbestimmungen dieses Gesetzes auf den einmaligen Feiertag Anwendung finden.#§ 3Allgemeine Arbeitsverbote
An Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen sind alle öffentlich bemerkbaren Tätigkeiten verboten, die die äußere Ruhe beeinträchtigen oder dem Wesen des Sonn- und Feiertages widersprechen.#§ 4Ausnahmen von den Arbeitsverboten
Von den Verboten nach § 3 Abs. 2 sind ausgenommenTätigkeiten, die nach Bundes- oder Landesrecht zugelassen sind,die Tätigkeiten der Deutschen Bundespost sowie der Versorgungsbetriebe und -anlagen,die Tätigkeiten der öffentlichen und privaten Unternehmen des Verkehrs, soweit sie für die Beförderung von Personen und Gütern notwendig sind,die Tätigkeiten der Hilfseinrichtungen, die für die Aufrechterhaltung der in den Nummern 2 und 3 aufgeführten Betriebe und Betriebsarten notwendig sind,die im Fremdenverkehr üblichen Dienstleistungen persönlicher Art,Tätigkeiten zur Verhütung oder Beseitigung eines Unglücks oder eines Notstandes oder zur Abwendung eines erheblichen Schadens an Eigentum,unaufschiebbare Tätigkeiten im Haushalt und in der Landwirtschaft,die Öffentlichkeit nicht störende, nicht gewerbsmäßige Tätigkeiten in Haus und Garten.
Videotheken dürfen an Sonntagen mit Ausnahme des Ostersonntags und des Pfingstsonntags ab 13.00 Uhr öffnen.
1 Bei den erlaubten Tätigkeiten sind unnötige Störungen und Geräusche zu vermeiden. 2 Eine unmittelbare Störung der Gottesdienste darf nicht eintreten.#§ 5Schutz der Gottesdienste
1 An Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen ist bis zur Beendigung des Hauptgottesdienstes alles zu unterlassen, was den Gottesdienst stören kann. 2 Insbesondere sind verbotenöffentliche Versammlungen sowie Aufzüge und Umzüge, soweit sie nicht der Religionsausübung oder der seelisch-geistigen Erbauung dienen;alle der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen und Darbietungen, wenn nicht ein höheres Interesse der Kunst, der Wissenschaft oder der Volksbildung vorliegt;sportliche und turnerische Veranstaltungen. 3 Diese Verbote gelten nicht für den 1. Mai und den Tag der Deutschen Einheit.
1 Als Zeitpunkt der Beendigung des Hauptgottesdienstes gilt 11.00 Uhr. 2 Die örtlichen Ordnungsbehörden können im Einvernehmen mit den zuständigen kirchlichen Stellen bestimmen, dass der Zeitpunkt der Beendigung des Hauptgottesdienstes vor 11.00 Uhr liegt. 3 Der frühere Zeitpunkt der Beendigung des Hauptgottesdienstes nach Satz 2 ist ortsüblich öffentlich bekannt zu machen.
Auch nach dem Zeitpunkt der Beendigung des Hauptgottesdienstes ist bei allen Tätigkeiten darauf zu achten, dass Gottesdienste nicht gestört werden.#§ 6Verbot von Versammlungen und VeranstaltungenUnbeschadet der §§ 3 bis 5 sind öffentliche Versammlungen, Aufzüge und Umzüge, soweit sie nicht der Religionsausübung dienen oder dem Charakter des Feiertages entsprechen, sowie alle der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen und Darbietungen, die nicht dem Charakter des Feiertages angepasst sind, verbotenam Karfreitag, am Totensonntag und am Volkstrauertag jeweils ab 4.00 Uhr,am Allerheiligentag von 13.00 bis 20.00 Uhr undam Tag vor dem 1. Weihnachtstag ab 13.00 Uhr.#§ 7Verbot von SportveranstaltungenÖffentliche sportliche oder turnerische Veranstaltungen sind verbotenam Karfreitag,am Ostersonntag, am Pfingstsonntag, am Totensonntag, am Volkstrauertag und am 1. Weihnachtstag jeweils bis 13.00 Uhr undam Tag vor dem 1. Weihnachtstag ab 13.00 Uhr.#§ 8Verbot von TanzveranstaltungenÖffentliche Tanzveranstaltungen sind verbotenvon Gründonnerstag 4.00 Uhr bis Ostersonntag 16.00 Uhr,am Allerheiligentag, am Volkstrauertag und am Totensonntag jeweils ab 4.00 Uhr undvom Tag vor dem 1. Weihnachtstag 13.00 Uhr bis zum 1. Weihnachtstag 16.00 Uhr.#§ 9Schutz der kirchlichen Feiertage
An den kirchlichen Feiertagen, die nicht gesetzliche Feiertage sind, soll in der Nähe von Kirchen oder anderen religiösen Handlungen dienenden Gebäuden alles vermieden werden, was den Gottesdienst unmittelbar stören kann.
Am Buß- und Bettag (Mittwoch vor dem letzten Trinitatissonntag) ist den bekenntniszugehörigen Beschäftigten und Auszubildenden auf Antrag unbezahlte Freistellung oder Urlaub zu gewähren, soweit nicht zwingende dienstliche oder betriebliche Belange entgegenstehen.#§ 10Ausnahmen von den Verboten der §§ 5 bis 8
1 Die örtlichen Ordnungsbehörden können aus wichtigen Gründen Ausnahmen von den Verboten nach §§ 5 bis 8 zulassen. 2 Eine unmittelbare Störung der Gottesdienste darf durch die ausnahmsweise genehmigten Veranstaltungen nicht eintreten. 3 Die zuständigen kirchlichen Stellen sind vor der Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zu hören.
1 Auf das Verwaltungsverfahren finden die Bestimmungen über die Genehmigungsfiktion nach § 42 a des Verwaltungsverfahrensgesetzes Anwendung. 2 Das Verfahren kann über einen einheitlichen Ansprechpartner im Sinne des § 1 Abs. 1 des Landesgesetzes über die einheitlichen Ansprechpartner in Verwaltungsangelegenheiten vom 27. Oktober 2009 (GVBl. S. 355, BS 2010-6) in der jeweils geltenden Fassung abgewickelt werden.#§ 11Einschränkung von GrundrechtenDas Grundrecht der Versammlungsfreiheit (Artikel 8 Abs. 2 des Grundgesetzes) wird nach Maßgabe des § 5 Abs. 1 Nr. 1 und des § 6 eingeschränkt.#§ 12Ordnungswidrigkeiten
Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässigan Sonntagen oder gesetzlichen Feiertagen öffentlich bemerkbare Tätigkeiten ausübt, die die äußere Ruhe beeinträchtigen oder dem Wesen des Sonn- oder Feiertages widersprechen (§ 3 Abs. 2);an Sonntagen oder gesetzlichen Feiertagen bei erlaubten Tätigkeiten vermeidbare Störungen und Geräusche verursacht (§ 4 Abs. 2);an Sonntagen oder gesetzlichen Feiertagen während der Zeit des Hauptgottesdienstes Versammlungen oder Veranstaltungen der in § 5 Abs. 1 bezeichneten Art durchführt;am Karfreitag, am Totensonntag oder am Volkstrauertag ab 4.00 Uhr,am Allerheiligentag zwischen 13.00 und 20.00 Uhr oderam Tag vor dem 1. Weihnachtstag ab 13.00 Uhrdem Versammlungs- und Veranstaltungsverbot des § 6 zuwiderhandelt;am Karfreitag,am Ostersonntag, am Totensonntag, am Volkstrauertag oder am 1. Weihnachtstag bis 13.00 Uhr oderam Tag vor dem 1. Weihnachtstag ab 13.00 Uhröffentliche sportliche oder turnerische Veranstaltungen durchführt (§ 7);in der Zeit von Gründonnerstag 4.00 Uhr bis Ostersonntag 16.00 Uhr,am Allerheiligentag, am Volkstrauertag oder am Totensonntag von 4.00 bis 24.00 Uhroderc)vom Tag vor dem 1. Weihnachtstag 13.00 Uhr bis zum 1. Weihnachtstag 16.00 Uhröffentliche Tanzveranstaltungen durchführt (§ 8).
Zuständige Verwaltungsbehörden im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten sind die örtlichen Ordnungsbehörden.#§ 13(Änderungsbestimmung)#§ 14Inkrafttreten

References: § 3
 § 42
 § 1
 § 5
 § 6
 § 5
 § 6
 § 36