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Timestamp: 2020-07-08 04:29:20+00:00

Document:
Lawbrary | FinfraV - Verordnung über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
Allgemeine Bestimmungen (1 - 3)
Bewilligungsvoraussetzungen und Pflichten für alle Finanzmarktinfrastrukturen (4 - 19)
Besondere Anforderungen für systemisch bedeutsame Finanzmarktinfrastrukturen (20 - 21)
Handelsplätze und organisierte Handelssysteme
Begriffe (22 - 23)
Handelsplätze (24 - 37)
Organisierte Handelssysteme (38 - 43)
Zentrale Gegenparteien (44 - 51)
Zentralverwahrer (52 - 58)
Transaktionsregister (59 - 65)
Zahlungssysteme (66 - 70)
Aufsicht und Überwachung (71 - 72)
Insolvenzrechtliche Bestimmungen (73 - 75)
Allgemeines (76 - 84)
Abrechnung über eine zentrale Gegenpartei (85 - 91)
Meldung an ein Transaktionsregister (92 - 93)
Risikominderung (94 - 107)
Handel über Handelsplätze und organisierte Handelssysteme (108 - 112)
Dokumentation und Prüfung (113 - 114)
Offenlegung von Beteiligungen (115 - 115)
Öffentliche Kaufangebote (116 - 121)
Ausnahmen vom Verbot des Insiderhandels und der Marktmanipulation (122 - 128)
Übergangs- und Schlussbestimmungen (129 - 135)
Transaktionsregistern zu meldende Angaben
Berechnung der Höhe der Ersteinschusszahlung für ein Netting-Set
Wertabschläge auf Sicherheiten
Quantitative und qualitative Mindeststandards für Sicherheiten
1 Quantitative Mindeststandards
2 Qualitative Anforderungen
vom 25. November 2015 (Stand am 1. Januar 2019)
gestützt auf das Finanzmarktinfrastrukturgesetz vom 19. Juni 20151 (FinfraG),
(Art. 1 und 157 Fin­fraG)
die Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen und Pflich­ten für Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren;
die Pflich­ten der Fi­nanz­markt­teil­neh­me­rin­nen und -teil­neh­mer beim Han­del mit De­ri­va­ten;
die Of­fen­le­gung von Be­tei­li­gun­gen;
die öf­fent­li­chen Kau­f­an­ge­bo­te;
die Aus­nah­men von den Ver­bo­ten des In­si­der­han­dels und der Markt­ma­ni­pu­la­ti­on.
(Art. 2 Bst. b und c Fin­fraG)
1Als ver­ein­heit­lich­te und zum mas­sen­wei­sen Han­del ge­eig­ne­te Ef­fek­ten gel­ten Wert­pa­pie­re, Wert­rech­te, De­ri­va­te und Bu­ch­ef­fek­ten, die in glei­cher Struk­tur und Stücke­lung öf­fent­lich an­ge­bo­ten oder bei mehr als 20 Kun­din­nen und Kun­den plat­ziert wer­den, so­fern sie nicht für ein­zel­ne Ge­gen­par­tei­en be­son­ders ge­schaf­fen wer­den.
2Als De­ri­va­te gel­ten Fi­nanz­kon­trak­te, de­ren Preis ab­ge­lei­tet wird na­ment­lich von:
Ver­mö­gens­wer­ten wie Ak­ti­en, Ob­li­ga­tio­nen, Roh­stof­fen und Edel­me­tal­len;
Re­fe­renz­wer­ten wie Wäh­run­gen, Zin­sen und In­di­zes.
3Nicht als De­ri­va­te gel­ten:
Kas­sa­ge­schäf­te;
De­ri­vat­ge­schäf­te in Be­zug auf Strom und Gas, die:
auf ei­nem or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tem ge­han­delt wer­den,
phy­sisch ge­lie­fert wer­den müs­sen, und
nicht nach Wahl ei­ner Par­tei bar ab­ge­rech­net wer­den kön­nen;
De­ri­vat­ge­schäf­te mit Be­zug auf Kli­ma­va­ria­blen, Fracht­sät­ze, In­fla­ti­ons­ra­ten oder an­de­re of­fi­zi­el­le Wirt­schafts­sta­tis­ti­ken, die nur bei ei­nem Aus­fall oder ei­nem an­de­ren Be­en­di­gungser­eig­nis bar ab­ge­rech­net wer­den.
4Als Kas­sa­ge­schäf­te gel­ten Ge­schäf­te, die un­mit­tel­bar oder nach Ab­lauf der auf­ge­scho­be­nen Ab­wick­lungs­frist in­ner­halb von zwei Ge­schäfts­ta­gen ab­ge­wi­ckelt wer­den. Eben­falls als Kas­sa­ge­schäf­te gel­ten:
Ge­schäf­te, die in­ner­halb der für das Wäh­rungs­paar marktüb­li­chen län­ge­ren Ab­wick­lungs­frist ab­ge­wi­ckelt wer­den;
Käu­fe oder Ver­käu­fe von Ef­fek­ten un­ab­hän­gig von ih­rer Wäh­rung, die in­ner­halb der marktüb­li­chen oder re­gu­la­to­risch vor­ge­schrie­be­nen Ab­wick­lungs­frist be­zahlt wer­den;
Ge­schäf­te, die kon­ti­nu­ier­lich ver­län­gert wer­den, oh­ne dass da­zu ei­ne recht­li­che Ver­pflich­tung be­steht oder ei­ne Ver­län­ge­rung un­ter den Par­tei­en üb­lich wä­re.
Art. 3 Wesentliche Gruppengesellschaften
(Art. 3 Abs. 2 Fin­fraG)
Art. 4 Bewilligungsgesuch
(Art. 4 und 5 Fin­fraG)
1Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur reicht der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA) ein Be­wil­li­gungs­ge­such ein. Die­ses ent­hält al­le An­ga­ben, die zu sei­ner Be­ur­tei­lung er­for­der­lich sind, na­ment­lich An­ga­ben über:
den Ge­schäfts­be­reich (Art. 6);
den Ort der Lei­tung (Art. 7);
die Un­ter­neh­mens­füh­rung und -kon­trol­le (Art. 8);
das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment (Art. 9);
die Ge­währ (Art. 10);
das Min­dest­ka­pi­tal (Art. 13);
die Ei­gen­mit­tel und die Ri­si­ko­ver­tei­lung (Art. 48, 49, 56, 57 und 69);
die Prüf­ge­sell­schaft (Art. 71).
2Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur legt dem Be­wil­li­gungs­ge­such die er­for­der­li­chen Un­ter­la­gen bei, na­ment­lich ih­re Sta­tu­ten oder Ge­sell­schafts­ver­trä­ge und die Re­gle­men­te.
Art. 5 Änderung der Tatsachen
(Art. 7 Fin­fraG)
1Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur mel­det der FIN­MA ins­be­son­de­re:
je­de Än­de­rung der Sta­tu­ten oder Ge­sell­schafts­ver­trä­ge und Re­gle­men­te;
je­de we­sent­li­che Än­de­rung der Ge­schäftstä­tig­keit ei­ner Toch­ter­ge­sell­schaft, Zweignie­der­las­sung oder Ver­tre­tung im Aus­land;
den Wech­sel der Prüf­ge­sell­schaft oder der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­de bei ei­ner Toch­ter­ge­sell­schaft, Zweignie­der­las­sung oder Ver­tre­tung im Aus­land.
2Sie darf dem Han­dels­re­gis­ter Sta­tu­ten­än­de­run­gen erst zur Ein­tra­gung an­mel­den und Re­gle­ments­än­de­run­gen erst in Kraft set­zen, wenn die FIN­MA die Än­de­run­gen ge­neh­migt hat.
Art. 6 Geschäftsbereich
(Art. 8 Abs. 2 Fin­fraG)
1Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur muss ih­ren Ge­schäfts­be­reich in den Sta­tu­ten, den Ge­sell­schafts­ver­trä­gen oder den Re­gle­men­ten sach­lich und geo­gra­fisch ge­nau um­schrei­ben.
Art. 7 Ort der Leitung
(Art. 8 Abs. 1 und 2 Fin­fraG)
1Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur muss tat­säch­lich von der Schweiz aus ge­lei­tet wer­den. Aus­ge­nom­men sind all­ge­mei­ne Wei­sun­gen und Ent­schei­de im Rah­men der Kon­zern­über­wa­chung, so­fern die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur Teil ei­ner Fi­nanz­grup­pe bil­det, die ei­ner an­ge­mes­se­nen kon­so­li­dier­ten Auf­sicht durch ei­ne aus­län­di­sche Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de un­ter­steht.
2Die mit der Ge­schäfts­füh­rung der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur be­trau­ten Per­so­nen müs­sen an ei­nem Ort Wohn­sitz ha­ben, von dem aus sie die Ge­schäfts­füh­rung tat­säch­lich aus­üben kön­nen.
Art. 8 Unternehmensführung und -kontrolle
1Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur muss über ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­onss­truk­tur und Or­ga­ni­sa­ti­ons­grund­la­gen ver­fü­gen, wel­che die Auf­ga­ben, Ver­ant­wort­lich­kei­ten, Kom­pe­ten­zen und Re­chen­schafts­pflich­ten fol­gen­der Or­ga­ne fest­le­gen:
Or­gan für die Ge­schäfts­füh­rung;
Or­gan für die Ober­lei­tung, Auf­sicht und Kon­trol­le;
in­ter­ne Re­vi­si­on.
2Das Or­gan für die Ober­lei­tung, Auf­sicht und Kon­trol­le muss min­des­tens drei Mit­glie­der um­fas­sen. Die­se dür­fen nicht den Or­ga­nen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und c an­ge­hö­ren.
3Das Or­gan für die Ober­lei­tung, Auf­sicht und Kon­trol­le re­gelt die Grund­zü­ge des Ri­si­ko­ma­na­ge­ments und be­stimmt die Ri­si­ko­be­reit­schaft der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur. Es lässt sei­ne Leis­tun­gen re­gel­mäs­sig be­ur­tei­len.
4Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur sorgt für die Fest­le­gung, Ein­füh­rung und Auf­recht­er­hal­tung ei­ner Ver­gü­tungs­po­li­tik, die ei­nem so­li­den, ef­fek­ti­ven Ri­si­ko­ma­na­ge­ment för­der­lich ist und kei­ne An­rei­ze für ei­ne Lo­cke­rung der Ri­si­ko­stan­dards schafft.
5Sie muss über Me­cha­nis­men ver­fü­gen, die es er­lau­ben, die Be­dürf­nis­se der Teil­neh­mer in Be­zug auf die Dienst­leis­tun­gen der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur zu er­he­ben.
Art. 9 Risikomanagement
(Art. 8 Abs. 3 Fin­fraG)
1Für das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment muss die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur über ein Kon­zept zur in­te­grier­ten Iden­ti­fi­zie­rung, Mes­sung, Steue­rung und Über­wa­chung ver­fü­gen, ins­be­son­de­re in Be­zug auf:
recht­li­che Ri­si­ken;
Kre­dit- und Li­qui­di­täts­ri­si­ken;
Mark­tri­si­ken;
ope­ra­tio­nel­le Ri­si­ken;
Ab­wick­lungs­ri­si­ken;
Re­pu­ta­ti­ons­ri­si­ken;
all­ge­mei­ne Ge­schäfts­ri­si­ken.
2Sie muss In­stru­men­te zur Ver­fü­gung stel­len und An­rei­ze schaf­fen, da­mit die Teil­neh­mer die Ri­si­ken, die für sie sel­ber oder für die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur ent­ste­hen, fort­lau­fend steu­ern und be­gren­zen kön­nen.
3So­fern sie über in­di­rek­te Teil­neh­mer ver­fügt und die­se er­sicht­lich sind, muss sie die von die­sen für die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur aus­ge­hen­den Ri­si­ken iden­ti­fi­zie­ren, mes­sen, steu­ern und über­wa­chen.
4Die in­ter­ne Do­ku­men­ta­ti­on der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur über die Be­schluss­fas­sung und Über­wa­chung der mit Ri­si­ko ver­bun­de­nen Ge­schäf­te ist so aus­zu­ge­stal­ten, dass sie der Prüf­ge­sell­schaft er­laubt, sich ein zu­ver­läs­si­ges Ur­teil über die Ge­schäftstä­tig­keit zu bil­den.
5Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur sorgt für ein wirk­sa­mes in­ter­nes Kon­troll­sys­tem, das un­ter an­de­rem die Ein­hal­tung der recht­li­chen und un­ter­neh­mensin­ter­nen Vor­schrif­ten ge­währ­leis­tet (Com­plian­ce).
6Die in­ter­ne Re­vi­si­on hat dem Or­gan für die Ober­lei­tung, Auf­sicht und Kon­trol­le oder ei­nem sei­ner Aus­schüs­se Be­richt zu er­stat­ten. Sie muss über aus­rei­chend Res­sour­cen so­wie un­be­schränk­te Prüfrech­te ver­fü­gen.
Art. 10 Gewähr
(Art. 9 Abs. 2 und 3 Fin­fraG)
1Das Ge­such um Be­wil­li­gung für ei­ne neue Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur muss zu den mit der Ver­wal­tung und Ge­schäfts­füh­rung be­trau­ten Per­so­nen nach Ar­ti­kel 9 Ab­satz 2 Fin­fraG so­wie zu den In­ha­be­rin­nen und In­ha­bern ei­ner qua­li­fi­zier­ten Be­tei­li­gung nach Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3 Fin­fraG ins­be­son­de­re fol­gen­de An­ga­ben und Un­ter­la­gen ent­hal­ten:
3Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur hat der FIN­MA in­nert 60 Ta­gen nach Ab­schluss des Ge­schäfts­jah­res ei­ne Auf­stel­lung der an ihr qua­li­fi­ziert Be­tei­lig­ten ein­zu­rei­chen. Die Auf­stel­lung ent­hält An­ga­ben über die Iden­ti­tät und die Be­tei­li­gungs­quo­te al­ler am Ab­schluss­tag qua­li­fi­ziert Be­tei­lig­ten so­wie all­fäl­li­ge Ver­än­de­run­gen ge­gen­über dem Vor­jahr. Über vor­her nicht ge­mel­de­te Be­tei­lig­te sind zu­sätz­lich die An­ga­ben und Un­ter­la­gen nach Ab­satz 1 bei­zu­fü­gen.
(Art. 11 Fin­fraG)
1Ei­ne Aus­la­ge­rung nach Ar­ti­kel 11 Ab­satz 1 Fin­fraG liegt vor, wenn ei­ne Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur einen Dienst­leis­tungs­er­brin­ger be­auf­tragt, selbst­stän­dig und dau­ernd ei­ne für die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur we­sent­li­che Dienst­leis­tung nach Ar­ti­kel 12 wahr­zu­neh­men.
2In der Ver­ein­ba­rung mit dem Dienst­leis­tungs­er­brin­ger sind ins­be­son­de­re zu re­geln:
die aus­zu­la­gern­de Dienst­leis­tung und die Leis­tun­gen des Dienst­leis­tungs­er­brin­gers;
die Zu­stän­dig­kei­ten so­wie die ge­gen­sei­ti­gen Rech­te und Pflich­ten, ins­be­son­de­re die Ein­sichts-, Wei­sungs- und Kon­troll­rech­te der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur;
die vom Dienst­leis­tungs­er­brin­ger zu er­fül­len­den Si­cher­heits­an­for­de­run­gen;
die Ein­hal­tung des Ge­schäfts­ge­heim­nis­ses der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur durch den Dienst­leis­tungs­er­brin­ger und, so­weit dem Dienst­leis­tungs­er­brin­ger recht­lich ge­schütz­te Da­ten be­kannt ge­ge­ben wer­den, des Be­rufs­ge­heim­nis­ses;
das Ein­sichts- und Zu­gangs­recht der in­ter­nen Re­vi­si­on, der Prüf­ge­sell­schaft und der FIN­MA so­wie, bei sys­te­misch be­deut­sa­men Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren, der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank (SNB).
3Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur hat den Dienst­leis­tungs­er­brin­ger sorg­fäl­tig aus­zu­wäh­len, zu in­stru­ie­ren und zu kon­trol­lie­ren. Sie in­te­griert die aus­ge­la­ger­te Dienst­leis­tung in ihr in­ter­nes Kon­troll­sys­tem und über­wacht die Leis­tun­gen des Dienst­leis­tungs­er­brin­gers fort­lau­fend.
4Bei Aus­la­ge­run­gen ins Aus­land ist mit an­ge­mes­se­nen tech­ni­schen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Mass­nah­men si­cher­zu­stel­len, dass das Be­rufs­ge­heim­nis und der Da­ten­schutz nach schwei­ze­ri­schem Recht ein­ge­hal­ten wer­den. Ver­trags­part­ner ei­ner Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur, de­ren Da­ten an einen Dienst­leis­tungs­er­brin­ger im Aus­land ge­lan­gen sol­len, sind dar­über zu in­for­mie­ren.
5Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur, ih­re in­ter­ne Re­vi­si­on, die Prüf­ge­sell­schaft und die FIN­MA so­wie, bei sys­te­misch be­deut­sa­men Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren, die SNB müs­sen die aus­ge­la­ger­te Dienst­leis­tung ein­se­hen und prü­fen kön­nen.
6Die Ab­sät­ze 1-5 gel­ten nicht, wenn ein Zen­tral­ver­wah­rer einen Teil sei­ner Dienst­leis­tun­gen oder Tä­tig­kei­ten an ei­ne tech­ni­sche Platt­form aus­la­gert, die als öf­fent­li­che Dienst­leis­tung Ef­fek­ten­ab­wick­lungs­sys­te­me ver­bin­det. Die­se Art von Aus­la­ge­rung muss durch einen ei­ge­nen recht­li­chen und ope­ra­tio­nel­len Rah­men ge­re­gelt sein. Die­ser be­darf der Zu­stim­mung der FIN­MA.
Art. 12 Wesentliche Dienstleistungen
(Art. 11 Abs. 1 Fin­fraG)
1Als we­sent­lich gel­ten die für die Wei­ter­füh­rung wich­ti­ger Ge­schäftspro­zes­se not­wen­di­gen Dienst­leis­tun­gen, na­ment­lich in den Be­rei­chen Li­qui­di­täts­ma­na­ge­ment, Tre­so­re­rie, Ri­si­ko­ma­na­ge­ment, Stamm­da­ten­ver­wal­tung und Rech­nungs­we­sen, Per­so­nal, In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie, Recht und Com­plian­ce.
2Als we­sent­li­che Dienst­leis­tun­gen gel­ten na­ment­lich auch:
bei Han­del­splät­zen:
sämt­li­che auf die Ge­währ­leis­tung ei­nes fai­ren, ef­fi­zi­en­ten und ord­nungs­ge­mäs­sen Han­dels ab­zie­len­den Tä­tig­kei­ten,
das Be­trei­ben von Mat­ching- und Markt­da­ten­ver­tei­lungs­sys­te­men;
bei zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en:
der schuld­recht­li­che Ein­tritt in Ef­fek­ten­ge­schäf­te oder in an­de­re Kon­trak­te über Fi­nan­z­in­stru­men­te zwi­schen zwei Teil­neh­mern oder zwi­schen ei­nem Teil­neh­mer und ei­ner an­de­ren zen­tra­len Ge­gen­par­tei,
die Be­reit­stel­lung von Me­cha­nis­men zur Pla­nung und Ab­si­che­rung von Aus­fäl­len von Teil­neh­mern oder von in­te­r­ope­ra­bel ver­bun­de­nen zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en, zur Se­gre­gie­rung von Po­si­tio­nen der in­di­rek­ten Teil­neh­mer und Kun­den von Teil­neh­mern so­wie zur Über­tra­gung von Po­si­tio­nen auf an­de­re Teil­neh­mer;
bei Zen­tral­ver­wah­rern:
der Be­trieb ei­ner zen­tra­len Ver­wah­rungs­stel­le oder ei­nes Ef­fek­ten­ab­wick­lungs­sys­tems,
das erst­ma­li­ge Ver­bu­chen von Ef­fek­ten in ei­nem Ef­fek­ten­kon­to,
die Be­stan­des­ab­stim­mung;
bei Trans­ak­ti­ons­re­gis­tern:
die Samm­lung, Ver­wal­tung und Ver­wah­rung der ge­mel­de­ten Da­ten,
die Ver­öf­fent­li­chung von ge­mel­de­ten Da­ten,
die Ge­wäh­rung des Zu­gangs zu ge­mel­de­ten Da­ten;
bei Zah­lungs­sys­te­men:
die Ent­ge­gen­nah­me und Aus­füh­rung von Zah­lungs­auf­trä­gen der Teil­neh­mer,
das Füh­ren von Ver­rech­nungs­kon­ten.
Art. 13 Mindestkapital
(Art. 12 Fin­fraG)
1Das Min­dest­ka­pi­tal be­trägt für:
Han­del­splät­ze: 1 Mil­li­on Fran­ken, wo­bei die FIN­MA in be­grün­de­ten Fäl­len einen bis zu 50 Pro­zent hö­he­ren Min­dest­be­trag fest­le­gen kann;
zen­tra­le Ge­gen­par­tei­en: 10 Mil­lio­nen Fran­ken;
Zen­tral­ver­wah­rer: 5 Mil­lio­nen Fran­ken;
Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter: 500 000 Fran­ken;
Zah­lungs­sys­te­me: 1,5 Mil­lio­nen Fran­ken.
2Bei Sachein­la­ge­grün­dun­gen sind der Wert der ein­ge­brach­ten Ak­ti­ven und der Um­fang der Pas­si­ven durch ei­ne zu­ge­las­se­ne Prüf­ge­sell­schaft zu über­prü­fen. Dies gilt auch bei der Um­wand­lung ei­nes be­ste­hen­den Un­ter­neh­mens in ei­ne Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur.
Art. 14 Geschäftskontinuität
(Art. 13 Fin­fraG)
1Die Stra­te­gie nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 1 Fin­fraG ist in der Un­ter­neh­mens­or­ga­ni­sa­ti­on zu ver­an­kern und re­gelt ins­be­son­de­re:
die Auf­ga­ben, Ver­ant­wort­lich­kei­ten und Kom­pe­ten­zen;
die Pe­ri­odi­zi­tät der Über­prü­fung der Ge­schäfts­aus­wir­kungs­ana­ly­se nach Ab­satz 2;
die Be­richt­er­stat­tung, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Schu­lung.
2Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur er­stellt ei­ne Ge­schäfts­aus­wir­kungs­ana­ly­se, die den Wie­der­her­stel­lungs­grad und die Wie­der­her­stel­lungs­zeit­span­ne für die be­triebs­not­wen­di­gen Ge­schäftspro­zes­se fest­legt.
3Sie legt Op­tio­nen für die Wie­der­her­stel­lung der be­triebs­not­wen­di­gen Ge­schäftspro­zes­se fest.
4Die Stra­te­gie nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 1 Fin­fraG ist vom Or­gan für die Ober­lei­tung, Auf­sicht und Kon­trol­le ge­neh­mi­gen zu las­sen.
Art. 15 Informationstechnische Systeme
(Art. 14 Fin­fraG)
1Die in­for­ma­ti­ons­tech­ni­schen Sys­te­me müs­sen so an­ge­legt sein, dass:
die An­for­de­run­gen an die Ver­füg­bar­keit so­wie die In­te­gri­tät und Ver­trau­lich­keit der In­for­ma­tio­nen mit Blick auf die Ge­schäftstä­tig­keit an­ge­mes­sen er­füllt wer­den kön­nen;
ei­ne ver­läss­li­che Zu­griffs­kon­trol­le mög­lich ist;
Vor­keh­run­gen be­ste­hen, um Si­cher­heits­män­gel er­ken­nen und dar­auf an­ge­mes­sen rea­gie­ren zu kön­nen.
2Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur trifft ge­eig­ne­te Mass­nah­men, da­mit bei Ver­lust von ge­schäfts­re­le­van­ten Da­ten die­se wie­der­her­ge­stellt wer­den kön­nen.
Art. 16 Auslandgeschäft
(Art. 17 Fin­fraG)
1Die Mel­dung, die ei­ne Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur der FIN­MA ma­chen muss, be­vor sie im Aus­land tä­tig wird, muss al­le zur Be­ur­tei­lung der Tä­tig­keit nö­ti­gen An­ga­ben und Un­ter­la­gen ent­hal­ten, na­ment­lich:
2Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur muss der FIN­MA zu­dem mel­den:
die Auf­ga­be der Ge­schäftstä­tig­keit im Aus­land;
je­de we­sent­li­che Än­de­rung der Ge­schäftstä­tig­keit im Aus­land;
einen Wech­sel der Prüf­ge­sell­schaft;
einen Wech­sel der Auf­sichts­be­hör­de im Gast­land.
Art. 17 Diskriminierungsfreier und offener Zugang
(Art. 18 Fin­fraG)
1Ein dis­kri­mi­nie­rungs­frei­er Zu­gang ist ins­be­son­de­re dann nicht ge­währ­leis­tet, wenn zu ho­he oder sach­lich nicht ge­recht­fer­tig­te An­for­de­run­gen oder über­höh­te Prei­se für die Nut­zung der an­ge­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen ver­langt wer­den. Ge­büh­ren­struk­tu­ren dür­fen kei­ne Markt­stö­run­gen be­güns­ti­gen.
2Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur kann den Zu­gang von der Er­fül­lung ope­ra­tio­nel­ler, tech­ni­scher, fi­nan­zi­el­ler und recht­li­cher Vor­aus­set­zun­gen ab­hän­gig ma­chen.
3Macht sie ei­ne Zu­gangs­be­schrän­kung aus Grün­den der Ef­fi­zi­enz gel­tend, so hört die FIN­MA im Rah­men ih­rer Be­ur­tei­lung die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on an.
Art. 18 Vermeidung von Interessenkonflikten
(Art. 20 Fin­fraG)
Kann durch or­ga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men ei­ne Be­nach­tei­li­gung der Teil­neh­mer durch In­ter­es­sen­kon­flik­te nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, so ist ih­nen dies of­fen­zu­le­gen.
Art. 19 Veröffentlichung wesentlicher Informationen
(Art. 21 Fin­fraG)
Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur ver­öf­fent­licht re­gel­mäs­sig ne­ben den In­for­ma­tio­nen nach Ar­ti­kel 21 Fin­fraG:
die Re­geln und Ver­fah­ren für den Be­trieb der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur, ein­sch­liess­lich der Rech­te und Pflich­ten der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur so­wie der Teil­neh­mer;
die Prei­se und Ge­büh­ren für die von der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur er­brach­ten Dienst­leis­tun­gen, ein­sch­liess­lich der Be­din­gun­gen für die Ge­wäh­rung von Ra­bat­ten;
die mit den er­brach­ten Dienst­leis­tun­gen ver­bun­de­nen Ri­si­ken für die Teil­neh­mer;
die Kri­te­ri­en zur Sus­pen­die­rung und zum Aus­schluss ei­nes Teil­neh­mers;
die Re­geln und Ver­fah­ren beim Aus­fall ei­nes Teil­neh­mers;
die Re­geln und Ver­fah­ren, die er­for­der­lich sind, um die Si­cher­hei­ten, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen von Teil­neh­mern und in­di­rek­ten Teil­neh­mern ge­trennt zu hal­ten und auf­zu­zeich­nen so­wie zu über­tra­gen;
die ag­gre­gier­ten Trans­ak­ti­ons­vo­lu­mi­na und -be­trä­ge;
die An­zahl, den No­mi­nal­wert und die Emis­si­ons­wäh­rung der zen­tral ver­wahr­ten Ef­fek­ten;
wei­te­re In­for­ma­tio­nen ge­mä­ss an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards.
Art. 20 Stabilisierungs- und Abwicklungsplanung
(Art. 24 Fin­fraG)
1Der Sta­bi­li­sie­rungs­plan und der Ab­wick­lungs­plan ha­ben die Vor­ga­ben aus­län­di­scher Auf­sichts­be­hör­den und Zen­tral­ban­ken über die Sta­bi­li­sie­rung, Sa­nie­rung und Li­qui­da­ti­on zu be­rück­sich­ti­gen.
2Der Sta­bi­li­sie­rungs­plan um­fasst ins­be­son­de­re ei­ne Be­schrei­bung der zu tref­fen­den Mass­nah­men so­wie der Res­sour­cen, die für de­ren Um­set­zung er­for­der­lich sind. Er ist vom Or­gan für die Ober­lei­tung, Auf­sicht und Kon­trol­le ge­neh­mi­gen zu las­sen.
3Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur be­schreibt bei der Ein­rei­chung, wel­che Mass­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Sa­nier- und Li­qui­dier­bar­keit im In- und Aus­land (Art. 21) sie vor­be­rei­tet oder be­reits um­ge­setzt hat.
4Sie reicht der FIN­MA jähr­lich bis zum En­de des zwei­ten Quar­tals den Sta­bi­li­sie­rungs­plan und die für den Ab­wick­lungs­plan er­for­der­li­chen In­for­ma­tio­nen ein. Die­sel­ben Do­ku­men­te sind auch ein­zu­rei­chen, wenn Ver­än­de­run­gen ih­re Über­ar­bei­tung not­wen­dig ma­chen oder wenn die FIN­MA dies ver­langt.
5Die FIN­MA räumt der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur für die vor­be­rei­ten­de Um­set­zung der im Ab­wick­lungs­plan vor­ge­se­he­nen Mass­nah­men ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist ein.
Art. 21 Massnahmen zur Verbesserung der Sanier- und Liquidierbarkeit
(Art. 24 Abs. 1 Fin­fraG)
Mass­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Sa­nier- und Li­qui­dier­bar­keit der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur kön­nen ins­be­son­de­re um­fas­sen:
struk­tu­rel­le Ver­bes­se­rung und Ent­flech­tung durch:
Aus­rich­tung der Rechtss­truk­tur nach Ge­schäfts­ein­hei­ten (busi­ness-ali­gned le­gal en­ti­ties),
fi­nan­zi­el­le Ent­flech­tung zur Be­gren­zung der An­ste­ckungs­ri­si­ken durch:
2. Kapitel: Handelsplätze und organisierte Handelssysteme
Art. 22 Multilateraler Handel
(Art. 26 und 42 Fin­fraG)
Als mul­ti­la­te­ral gilt der Han­del, der die In­ter­es­sen ei­ner Viel­zahl von Teil­neh­mern am Kauf und Ver­kauf von Ef­fek­ten oder an­de­ren Fi­nan­z­in­stru­men­ten in­ner­halb des Han­dels­sys­tems zu ei­nem Ver­trags­ab­schluss zu­sam­men­führt.
Art. 23 Nichtdiskretionäre Regeln
Als nicht­dis­kre­tio­när gel­ten Re­geln, die dem Han­dels­platz oder dem Be­trei­ber ei­nes or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tems bei der Zu­sam­men­füh­rung von An­ge­bo­ten kei­nen Er­mes­sens­spiel­raum ein­räu­men.
2. Abschnitt: Handelsplätze
Art. 24 Regulierungs- und Überwachungsorganisation
(Art. 27 Fin­fraG)
1Ei­ne an­ge­mes­se­ne Re­gu­lie­rungs- und Über­wa­chungs­or­ga­ni­sa­ti­on um­fasst ins­be­son­de­re fol­gen­de Stel­len:
ei­ne Stel­le, die Re­gu­lie­rungs­auf­ga­ben wahr­nimmt;
ei­ne Han­dels­über­wa­chungs­stel­le;
ei­ne Stel­le für die Zu­las­sung von Ef­fek­ten zum Han­del;
ei­ne Be­schwer­de­in­stanz.
2Die Stel­len, wel­che die Re­gu­lie­rungs- und Über­wa­chungs­auf­ga­ben des Han­dels­plat­zes wahr­neh­men, müs­sen von der Ge­schäfts­füh­rung des Han­dels­plat­zes per­so­nell und or­ga­ni­sa­to­risch un­ab­hän­gig sein. Sie sind or­ga­ni­sa­to­risch, per­so­nell und fi­nan­zi­ell aus­rei­chend aus­zu­rüs­ten.
3Im Or­gan, das für die Zu­las­sung der Ef­fek­ten zu­stän­dig ist, müs­sen Emit­ten­ten so­wie An­le­ge­rin­nen und An­le­ger an­ge­mes­sen ver­tre­ten sein.
4Der Han­dels­platz legt die Auf­ga­ben und Kom­pe­ten­zen der Stel­len so­wie die Ver­tre­tung der Emit­ten­ten und der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger im Or­gan, das für die Zu­las­sung der Ef­fek­ten zu­stän­dig ist, in sei­nen Re­gle­men­ten fest.
Art. 25 Genehmigung von Reglementen
(Art. 27 Abs. 4 Fin­fraG)
1Bei der Ge­neh­mi­gung von Re­gle­men­ten prüft die FIN­MA ins­be­son­de­re, ob die­se:
die Trans­pa­renz und die Gleich­be­hand­lung der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger si­cher­stel­len; und
die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Ef­fek­ten­märk­te ge­währ­leis­ten.
2Die FIN­MA kann vor ih­rem Ent­scheid die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on kon­sul­tie­ren. Die­se äus­sert sich da­zu, ob die Re­gle­men­te wett­be­werbs­neu­tral sind und wett­be­werbs­be­hin­dern­de Ab­spra­chen be­güns­ti­gen oder nicht.
Art. 26 Organisation des Handels
(Art. 28 Fin­fraG)
Der Han­dels­platz legt Ver­fah­ren fest, da­mit re­le­van­te An­ga­ben zu Ge­schäf­ten mit Ef­fek­ten an dem Tag be­stä­tigt wer­den kön­nen, an dem das Ge­schäft aus­ge­führt wur­de.
Art. 27 Vorhandelstransparenz
(Art. 29 Abs. 1 und 3 Bst. b Fin­fraG)
1Der Han­dels­platz ver­öf­fent­licht wäh­rend der üb­li­chen Han­dels­zei­ten kon­ti­nu­ier­lich die über sei­ne Han­dels­sys­te­me mit­ge­teil­ten In­for­ma­tio­nen zur Vor­han­del­strans­pa­renz für Ak­ti­en.
2Zu ver­öf­fent­li­chen sind für je­de Ak­tie die fünf bes­ten Geld- und Brief­kur­se und das Vo­lu­men der Auf­trä­ge.
3Die Ab­sät­ze 1 und 2 gel­ten auch für ver­bind­li­che In­ter­es­sen­be­kun­dun­gen.
4Der Han­dels­platz kann in sei­nen Re­gle­men­ten Aus­nah­men vor­se­hen bei:
Re­fe­renz­kur­s­sys­te­men, so­fern die Re­fe­renz­kur­se breit ge­streut wer­den und von den Teil­neh­mern als ver­läss­lich an­ge­se­hen wer­den;
Sys­te­men, die aus­sch­liess­lich be­reits aus­ge­han­del­te Ge­schäf­te for­ma­li­sie­ren;
Auf­trä­gen, die mit ei­nem Auf­trags­ver­wal­tungs­sys­tem des Han­dels­plat­zes ge­tä­tigt wer­den, so­lan­ge die Ver­öf­fent­li­chung noch nicht er­folgt ist;
Auf­trä­gen mit gros­sem Vo­lu­men im Ver­gleich zum marktüb­li­chen Ge­schäfts­um­fang.
Art. 28 Nachhandelstransparenz
(Art. 29 Abs. 2 und 3 Bst. b Fin­fraG)
1Der Han­dels­platz ver­öf­fent­licht die In­for­ma­tio­nen zur Nach­han­del­strans­pa­renz über die am Han­dels­platz ge­tä­tig­ten Ab­schlüs­se ge­mä­ss sei­nen Re­gle­men­ten.
2Nach­han­dels­in­for­ma­tio­nen über Ab­schlüs­se, die an ei­nem Han­dels­platz aus­ser­halb der üb­li­chen Ge­schäfts­zei­ten ge­tä­tigt wur­den, sind vor Be­ginn des nächs­ten Han­dels­ta­ges an dem Han­dels­platz zu ver­öf­fent­li­chen, an dem das Ge­schäft ge­tä­tigt wur­de.
3Ab­satz 1 gilt auch für Ab­schlüs­se, die aus­ser­halb des Han­dels­plat­zes ge­tä­tigt wer­den, so­fern sie wäh­rend ei­nes Han­dels­ta­ges an dem für die be­tref­fen­de Ef­fek­te wich­tigs­ten Markt oder wäh­rend der üb­li­chen Han­dels­zei­ten des Han­dels­plat­zes ge­tä­tigt wer­den. An­dern­falls sind die In­for­ma­tio­nen un­mit­tel­bar vor Be­ginn der üb­li­chen Han­dels­zei­ten des Han­dels­plat­zes oder spä­tes­tens vor Be­ginn des nächs­ten Han­dels­ta­ges auf dem wich­tigs­ten Markt die­ser Ef­fek­te zu ver­öf­fent­li­chen.
4Der Han­dels­platz kann in sei­nen Re­gle­men­ten ei­ne spä­te­re Ver­öf­fent­li­chung vor­se­hen bei:
Ge­schäf­ten mit gros­sem Vo­lu­men nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 4 Buch­sta­be d;
Ge­schäf­ten:
die über einen für die Ef­fek­te ty­pi­schen Um­fang hin­aus­ge­hen,
bei de­nen ein Li­qui­di­täts­ge­ber un­an­ge­mes­se­nen Ri­si­ken aus­ge­setzt wür­de, und
bei de­nen be­rück­sich­tigt wird, ob es sich bei den Ver­trags­par­tei­en um Klein- oder Gross­an­le­ger han­delt;
Ge­schäf­ten mit Ef­fek­ten, für die kein li­qui­der Markt be­steht.
Art. 29 Ausnahmen von der Vor- und der Nachhandelstransparenz
(Art. 29 Abs. 3 Bst. b Fin­fraG)
1Nicht den Be­stim­mun­gen zur Vor- und zur Nach­han­del­strans­pa­renz un­ter­lie­gen Ef­fek­ten­ge­schäf­te, so­weit sie im Rah­men öf­fent­li­cher Auf­ga­ben und nicht zu An­la­ge­zwe­cken ge­tä­tigt wer­den von:
Bund, Kan­to­nen oder Ge­mein­den;
der Bank für In­ter­na­tio­na­len Zah­lungs­aus­gleich (BIZ);
mul­ti­la­te­ra­len Ent­wick­lungs­ban­ken ge­mä­ss Ar­ti­kel 63 Ab­satz 2 Buch­sta­be c der Ei­gen­mit­tel­ver­ord­nung vom 1. Ju­ni 20121 (ERV).
2Von den Be­stim­mun­gen zur Vor- und zur Nach­han­del­strans­pa­renz aus­ge­nom­men wer­den kön­nen Ef­fek­ten­ge­schäf­te, die von fol­gen­den Stel­len ge­tä­tigt wer­den, vor­aus­ge­setzt die Ge­schäf­te er­fol­gen im Rah­men öf­fent­li­cher Auf­ga­ben und nicht zu An­la­ge­zwe­cken, es wird Ge­gen­recht ge­währt und ei­ne Aus­nah­me steht nicht im Wi­der­spruch zum Ge­set­zes­zweck:
aus­län­di­schen Zen­tral­ban­ken;
der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB);
Stel­len ei­nes Staa­tes, die für die staat­li­che Schul­den­ver­wal­tung zu­stän­dig oder dar­an be­tei­ligt sind;
der Eu­ro­päi­schen Fi­nanz­sta­bi­li­sie­rungs­fa­zi­li­tät (EFSF);
dem Eu­ro­päi­schen Sta­bi­li­täts­me­cha­nis­mus (ESM).
3Das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment (EFD) ver­öf­fent­licht ei­ne Lis­te der Stel­len, die un­ter Ab­satz 2 fal­len.
4Ob Ge­schäf­te im Rah­men öf­fent­li­cher Auf­ga­ben und nicht zu An­la­ge­zwe­cken ge­tä­tigt wer­den, ist dem Han­dels­platz mit­zu­tei­len.
(Art. 30 Fin­fraG)
1Der Han­dels­platz legt trans­pa­ren­te Re­geln und Ver­fah­ren für einen fai­ren, ef­fi­zi­en­ten und ord­nungs­ge­mäs­sen Han­del so­wie ob­jek­ti­ve Kri­te­ri­en für die wirk­sa­me Aus­füh­rung von Auf­trä­gen fest. Er hat über Vor­keh­run­gen für ei­ne so­li­de Ver­wal­tung der tech­ni­schen Ab­läu­fe und den Be­trieb sei­ner Sys­te­me zu ver­fü­gen.
2Er muss über wirk­sa­me Sys­te­me, Ver­fah­ren und Vor­keh­run­gen ver­fü­gen, um ins­be­son­de­re si­cher­zu­stel­len, dass sei­ne Han­dels­sys­te­me:
be­last­bar sind und mit aus­rei­chen­den Ka­pa­zi­tä­ten für Spit­zen­vo­lu­mi­na an Auf­trä­gen und Mit­tei­lun­gen aus­ge­stat­tet sind;
in der La­ge sind, un­ter ex­tre­men Stress­be­din­gun­gen auf den Märk­ten einen ord­nungs­ge­mäs­sen Han­del zu ge­währ­leis­ten;
wirk­sa­men Not­fall­vor­keh­run­gen un­ter­lie­gen, um im Fall von Stö­run­gen in sei­nen Han­dels­sys­te­men die Wie­der­auf­nah­me des Ge­schäfts­be­triebs zu ge­währ­leis­ten;
Auf­trä­ge ab­leh­nen, die die im Vor­aus fest­ge­leg­ten Gren­zen für Vo­lu­mi­na und Kur­se über­schrei­ten oder ein­deu­tig irr­tüm­lich zu­stan­de ka­men;
in der La­ge sind, den Han­del vor­über­ge­hend ein­zu­stel­len oder ein­zu­schrän­ken, wenn es kurz­fris­tig zu ei­ner er­heb­li­chen Preis­be­we­gung bei ei­ner Ef­fek­te auf die­sem Markt oder ei­nem be­nach­bar­ten Markt kommt;
in der La­ge sind, in Aus­nah­me­fäl­len je­des Ge­schäft zu stor­nie­ren, zu än­dern oder zu be­rich­ti­gen; und
re­gel­mäs­sig ge­prüft wer­den, um zu ge­währ­leis­ten, dass die An­for­de­run­gen nach den Buch­sta­ben a-f er­füllt sind.
3Er hat über schrift­li­che Ver­ein­ba­run­gen mit al­len Teil­neh­mern mit ei­ner be­son­de­ren Funk­ti­on zu ver­fü­gen, na­ment­lich mit den­je­ni­gen, die an dem Han­dels­platz ei­ne Mar­ket-Ma­king-Stra­te­gie ver­fol­gen. Er un­ter­hält Sys­te­me und Ver­fah­ren, die die Ein­hal­tung der Re­geln durch die­se Teil­neh­mer ge­währ­leis­ten.
4Er kann in sei­nen Re­gle­men­ten vor­se­hen, dass Teil­neh­mer Leer­ver­käu­fe in sei­nem Han­dels­sys­tem zu kenn­zeich­nen ha­ben.
Art. 31 Algorithmischer Handel und Hochfrequenzhandel
1Der Han­dels­platz muss in der La­ge sein, Fol­gen­des zu er­ken­nen:
die durch al­go­rith­mi­schen Han­del er­zeug­ten Auf­trä­ge;
die ver­schie­de­nen für die Auf­trags­er­stel­lung ver­wen­de­ten Al­go­rith­men;
die Händ­ler der Teil­neh­mer, die die­se Auf­trä­ge im Han­dels­sys­tem aus­ge­löst ha­ben.
2Er ver­langt von Teil­neh­mern, die al­go­rith­mi­schen Han­del be­trei­ben, dies zu mel­den und die auf die­se Wei­se er­zeug­ten Auf­trä­ge zu kenn­zeich­nen, Auf­zeich­nun­gen von al­len ge­sen­de­ten Auf­trä­gen ein­sch­liess­lich Auf­trags­stor­nie­run­gen auf­zu­be­wah­ren und ins­be­son­de­re über wirk­sa­me Vor­keh­run­gen und Ri­si­ko­kon­trol­len zu ver­fü­gen, um si­cher­zu­stel­len, dass ih­re Sys­te­me:
an­ge­mes­se­nen Han­dels­schwel­len und Han­del­so­ber­gren­zen un­ter­lie­gen;
kei­ne Stö­run­gen auf dem Han­dels­platz ver­ur­sa­chen oder da­zu bei­tra­gen;
Ver­stös­se ge­gen die Ar­ti­kel 142 und 143 Fin­fraG wirk­sam ver­hin­dern;
an­ge­mes­se­nen Tests von Al­go­rith­men und Kon­troll­me­cha­nis­men un­ter­lie­gen, ein­sch­liess­lich Vor­keh­run­gen zur:
Be­gren­zung des Ver­hält­nis­ses nicht aus­ge­führ­ter Han­dels­auf­trä­ge zu Ge­schäf­ten, die von ei­nem Teil­neh­mer in das Sys­tem ein­ge­ge­ben wer­den kön­nen,
Ver­lang­sa­mung des Auf­trags­auf­kom­mens, wenn das Ri­si­ko be­steht, dass die Sys­tem­ka­pa­zi­tät er­reicht wird, und
Be­gren­zung und Durch­set­zung der kleinst­mög­li­chen Min­dest­preis­än­de­rungs­grös­se, die auf dem Han­dels­platz zu­läs­sig ist.
3Um der zu­sätz­li­chen Be­las­tung der Sys­tem­ka­pa­zi­tät Rech­nung zu tra­gen, kann der Han­dels­platz hö­he­re Ge­büh­ren vor­se­hen für:
die Er­tei­lung von Auf­trä­gen, die spä­ter stor­niert wer­den;
Teil­neh­mer, bei de­nen der An­teil stor­nier­ter Auf­trä­ge hoch ist;
Teil­neh­mer mit:
ei­ner In­fra­struk­tur zur Mi­ni­mie­rung von Ver­zö­ge­run­gen bei der Auf­trags­über­tra­gung,
ei­nem Sys­tem, das über die Ein­lei­tung, das Er­zeu­gen, das Wei­ter­lei­ten oder die Aus­füh­rung ei­nes Auf­trags ent­schei­det, und
ei­ner ho­hen un­ter­tä­gi­gen An­zahl von Prei­s­an­ge­bo­ten, Auf­trä­gen oder Stor­nie­run­gen.
Art. 32 Überwachung des Handels
(Art. 31 Abs. 2 Fin­fraG)
1Die Han­dels­über­wa­chungs­stel­le muss über die für ih­re Auf­ga­ben an­ge­mes­se­nen Sys­te­me und Res­sour­cen ver­fü­gen.
2Die Funk­ti­on der Han­dels­über­wa­chungs­sys­te­me muss auch bei er­höh­tem Da­ten­vo­lu­men oh­ne Ein­schrän­kung ge­währ­leis­tet sein.
3Die Han­dels­über­wa­chungs­stel­le über­wacht den Han­del so, dass Ver­hal­tens­wei­sen nach den Ar­ti­keln 142 und 143 Fin­fraG un­ab­hän­gig da­von, ob sie auf ma­nu­el­len, au­to­ma­ti­sier­ten oder al­go­rith­mi­schen Han­del zu­rück­zu­füh­ren sind, auf­ge­deckt wer­den kön­nen.
Art. 33 Zulassung von Effekten durch eine Börse
(Art. 35 Fin­fraG)
1Die Bör­se ge­währ­leis­tet, dass so­wohl al­le zum Han­del zu­ge­las­se­nen als auch al­le ko­tier­ten Ef­fek­ten fair, ef­fi­zi­ent und ord­nungs­ge­mä­ss ge­han­delt wer­den kön­nen.
2Bei De­ri­va­ten stellt sie ins­be­son­de­re si­cher, dass die Aus­ge­stal­tung des De­ri­va­te­han­dels ei­ne ord­nungs­ge­mäs­se Kurs­bil­dung er­mög­licht.
3Die Bör­se trifft die Vor­keh­run­gen, die not­wen­dig sind, um die von ihr zum Han­del zu­ge­las­se­nen und ko­tier­ten Ef­fek­ten auf Er­fül­lung der Zu­las­sungs- und Ko­tie­rungs­an­for­de­run­gen hin zu über­prü­fen.
Art. 34 Zulassung von Effekten durch ein multilaterales Handelssystem
(Art. 36 Fin­fraG)
1Das mul­ti­la­te­ra­le Han­dels­sys­tem ge­währ­leis­tet, dass al­le zum Han­del zu­ge­las­se­nen Ef­fek­ten fair, ef­fi­zi­ent und ord­nungs­ge­mä­ss ge­han­delt wer­den kön­nen.
2Bei De­ri­va­ten stellt es ins­be­son­de­re si­cher, dass die Aus­ge­stal­tung des De­ri­va­te­han­dels ei­ne ord­nungs­ge­mäs­se Kurs­bil­dung er­mög­licht.
3Das mul­ti­la­te­ra­le Han­dels­sys­tem trifft die Vor­keh­run­gen, die not­wen­dig sind, um die von ihm zum Han­del zu­ge­las­se­nen Ef­fek­ten auf Er­fül­lung der Zu­las­sungs­an­for­de­run­gen hin zu über­prü­fen.
Art. 35 Beschwerdeinstanz
(Art. 37 Abs. 1-3 Fin­fraG)
1Die Be­schwer­de­in­stanz ist in ih­rer recht­spre­chen­den Tä­tig­keit un­ab­hän­gig und nur dem Recht ver­pflich­tet.
2Die Mit­glie­der dür­fen we­der der Stel­le für die Zu­las­sung von Ef­fek­ten zum Han­del an­ge­hö­ren noch in ei­nem Ar­beits­ver­hält­nis oder ei­nem an­de­ren Ver­trags­ver­hält­nis mit dem Han­dels­platz ste­hen, das zu In­ter­es­sen­kon­flik­ten führt.
3Für die Mit­glie­der der un­ab­hän­gi­gen Be­schwer­de­in­stanz gel­ten die Aus­stand­be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20051.
4Das Re­gle­ment über die un­ab­hän­gi­ge Be­schwer­de­in­stanz ent­hält Vor­schrif­ten be­tref­fend Zu­sam­men­set­zung, Wahl, Or­ga­ni­sa­ti­on und Ver­fah­ren vor der Be­schwer­de­in­stanz.
Art. 36 Aufzeichnungspflicht der Teilnehmer
(Art. 38 Fin­fraG)
1Die an ei­nem Han­dels­platz zu­ge­las­se­nen Teil­neh­mer zeich­nen sämt­li­che bei ih­nen ein­ge­gan­ge­nen Auf­trä­ge und von ih­nen ge­tä­tig­ten Ge­schäf­te in Ef­fek­ten auf.
2Die Auf­zeich­nungs­pflicht gilt auch für Auf­trä­ge und Ge­schäf­te in De­ri­va­ten, die aus Ef­fek­ten ab­ge­lei­tet wer­den, die an ei­nem Han­dels­platz zum Han­del zu­ge­las­sen sind.
3Die Auf­zeich­nungs­pflicht gilt so­wohl für Ge­schäf­te, die auf ei­ge­ne Rech­nung, als auch für Ge­schäf­te, die auf Rech­nung der Kun­din­nen und Kun­den ge­tä­tigt wer­den.
4Die FIN­MA re­gelt, wel­che An­ga­ben er­for­der­lich und in wel­cher Form auf­zu­zeich­nen sind.
Art. 37 Meldepflicht der Teilnehmer
(Art. 39 Fin­fraG)
1Die an ei­nem Han­dels­platz zu­ge­las­se­nen Teil­neh­mer mel­den sämt­li­che von ih­nen ge­tä­tig­ten Ge­schäf­te in Ef­fek­ten, die an ei­nem Han­dels­platz zum Han­del zu­ge­las­sen sind. Zu mel­den sind ins­be­son­de­re:
die Be­zeich­nung und die Zahl der er­wor­be­nen oder ver­äus­ser­ten Ef­fek­ten;
Vo­lu­men, Da­tum und Zeit­punkt des Ab­schlus­ses;
der Kurs; und
An­ga­ben zur Iden­ti­fi­zie­rung des wirt­schaft­lich Be­rech­tig­ten.
2Die Mel­de­pflicht gilt auch für Ge­schäf­te in De­ri­va­ten, die aus Ef­fek­ten ab­ge­lei­tet wer­den, die an ei­nem Han­dels­platz zum Han­del zu­ge­las­sen sind.
3Die Mel­de­pflicht gilt so­wohl für Ge­schäf­te, die auf ei­ge­ne Rech­nung, als auch auf Rech­nung der Kun­din­nen und Kun­den ge­tä­tigt wer­den.
4Nicht zu mel­den sind fol­gen­de im Aus­land ge­tä­tig­te Ge­schäf­te:
Ge­schäf­te in Ef­fek­ten, die an ei­nem Han­dels­platz in der Schweiz zum Han­del zu­ge­las­sen sind, und in dar­aus ab­ge­lei­te­ten De­ri­va­ten, so­fern dem Han­dels­platz die zu mel­den­den Tat­sa­chen ge­stützt auf ei­ne Ver­ein­ba­rung nach Ar­ti­kel 32 Ab­satz 3 Fin­fraG oder im Rah­men ei­nes In­for­ma­ti­ons­aus­tau­sches zwi­schen der FIN­MA und der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­de re­gel­mäs­sig mit­ge­teilt wer­den, wenn:
sie von der Zweignie­der­las­sung ei­nes schwei­ze­ri­schen Ef­fek­ten­händ­lers oder von ei­nem aus­län­di­schen zu­ge­las­se­nen Teil­neh­mer ge­tä­tigt wer­den, und
die Zweignie­der­las­sung oder der aus­län­di­sche Teil­neh­mer von der be­tref­fen­den aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­de zum Han­del er­mäch­tigt und im be­tref­fen­den Staat oder im Hei­mat­staat mel­de­pflich­tig ist;
Ge­schäf­te in aus­län­di­schen Ef­fek­ten, die an ei­nem Han­dels­platz in der Schweiz zum Han­del zu­ge­las­sen sind, und in dar­aus ab­ge­lei­te­ten De­ri­va­ten, die an ei­nem an­er­kann­ten aus­län­di­schen Han­dels­platz ge­tä­tigt wer­den.
5Für die Er­stat­tung der Mel­dung kön­nen Drit­te bei­ge­zo­gen wer­den.
3. Abschnitt: Organisierte Handelssysteme
Art. 38 Bewilligungs- und Anerkennungsvoraussetzungen
(Art. 43 Abs. 1 Fin­fraG)
Die Be­wil­li­gungs- und An­er­ken­nungs­vor­aus­set­zun­gen für den Be­trei­ber ei­nes or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tems rich­ten sich nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 20071.
Art. 39 Organisation und Vermeidung von Interessenkonflikten
(Art. 44 Fin­fraG)
1Der Be­trei­ber ei­nes or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tems er­lässt Re­geln zur Or­ga­ni­sa­ti­on des Han­dels und über­wacht die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen Vor­schrif­ten so­wie den Ab­lauf des Han­dels.
2Er führt chro­no­lo­gi­sche Auf­zeich­nun­gen über sämt­li­che im Rah­men des or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tems ge­tä­tig­ten Auf­trä­ge und Ge­schäf­te.
3Bei Ver­trags­ab­schlüs­sen nach dis­kre­tio­nären Re­geln dür­fen sich de­cken­de Kun­den­auf­trä­ge nur zu­sam­men­ge­führt wer­den, wenn die best­mög­li­che Er­fül­lung ge­währt wer­den kann. Aus­nah­men sind nur zu­läs­sig, so­fern die be­trof­fe­nen Kun­din­nen und Kun­den aus­drück­lich auf ei­ne best­mög­li­che Er­fül­lung ver­zich­tet ha­ben.
Art. 40 Sicherstellung eines geordneten Handels
(Art. 45 Fin­fraG)
Der Be­trei­ber ei­nes or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tems legt trans­pa­ren­te Re­geln und Ver­fah­ren für einen fai­ren, ef­fi­zi­en­ten und ord­nungs­ge­mäs­sen Han­del so­wie ob­jek­ti­ve Kri­te­ri­en für die wirk­sa­me Aus­füh­rung von Auf­trä­gen fest. Er hat über Vor­keh­run­gen für ei­ne so­li­de Ver­wal­tung der tech­ni­schen Ab­läu­fe und den Be­trieb sei­ner Sys­te­me nach Ar­ti­kel 30 Ab­sät­ze 2-4 zu ver­fü­gen.
Art. 41 Algorithmischer Handel und Hochfrequenzhandel
Um Stö­run­gen in sei­nem Han­dels­sys­tem zu ver­mei­den, muss der Be­trei­ber ei­nes or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tems wirk­sa­me Vor­keh­run­gen nach Ar­ti­kel 31 tref­fen.
Art. 42 Vorhandelstransparenz
(Art. 46 Abs. 2 und 3 Fin­fraG)
1Beim mul­ti­la­te­ra­len Han­del so­wie beim bi­la­te­ra­len Han­del, bei dem ein li­qui­der Markt ge­ge­ben ist, gel­ten die Ar­ti­kel 27 und 29 sinn­ge­mä­ss.
2Beim bi­la­te­ra­len Han­del, bei dem kein li­qui­der Markt ge­ge­ben ist, ge­nü­gen Kur­sof­fer­ten auf An­fra­ge.
Art. 43 Nachhandelstransparenz für Effekten
(Art. 46 Abs. 1 und 2 Fin­fraG)
1Beim mul­ti­la­te­ra­len Han­del gel­ten die Ar­ti­kel 28 Ab­sät­ze 1 und 4 so­wie 29 sinn­ge­mä­ss.
2Beim bi­la­te­ra­len Han­del ge­nügt ei­ne ag­gre­gier­te Pu­bli­ka­ti­on am En­de ei­nes Han­dels­ta­ges.
Art. 44 Funktion
(Art. 48 Fin­fraG)
Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei ge­währ­leis­tet ins­be­son­de­re die stan­dar­di­sier­te Auf­zeich­nung sämt­li­cher Ein­zel­hei­ten der von ihr ab­ge­rech­ne­ten Ge­schäf­te, der For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen der Teil­neh­mer so­wie ih­rer Mel­dun­gen an Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter.
Art. 45 Organisation, Geschäftskontinuität und informationstechnische Systeme
(Art. 8, 13 und 14 Fin­fraG)
1Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei hat ein Ri­si­ko­ko­mi­tee ein­zu­rich­ten, dem Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Teil­neh­mer, der in­di­rek­ten Teil­neh­mer so­wie des Or­gans für die Ober­lei­tung, Auf­sicht und Kon­trol­le an­ge­hö­ren. Die­ses berät die zen­tra­le Ge­gen­par­tei in al­len Be­lan­gen, die sich auf das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment der zen­tra­len Ge­gen­par­tei aus­wir­ken kön­nen.
2Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei hat Ver­fah­ren, ei­ne Ka­pa­zi­täts­pla­nung so­wie aus­rei­chen­de Ka­pa­zi­täts­re­ser­ven vor­zu­se­hen, da­mit ih­re Sys­te­me im Fal­le ei­ner Stö­rung al­le noch of­fe­nen Trans­ak­tio­nen vor Ta­ges­ab­schluss ver­ar­bei­ten kön­nen.
Art. 46 Sicherheiten
(Art. 49 Fin­fraG)
1Wer­den im Vor­aus fest­ge­leg­te Schwel­len­wer­te über­schrit­ten, so zieht die zen­tra­le Ge­gen­par­tei Er­stein­schuss­zah­lun­gen und Nach­schuss­zah­lun­gen min­des­tens ein­mal täg­lich ein.
2Sie ver­mei­det Klum­pen­ri­si­ken bei den Si­cher­hei­ten und stellt si­cher, dass sie recht­zei­tig über die Si­cher­hei­ten ver­fü­gen kann.
3Sie sieht Ver­fah­ren vor, an­hand de­ren sie die ih­rem Ri­si­ko­ma­na­ge­ment zu­grun­de lie­gen­den Mo­del­le und Pa­ra­me­ter über­prü­fen kann, und führt die­se Prü­fun­gen re­gel­mäs­sig durch.
4Ver­wahrt die zen­tra­le Ge­gen­par­tei ei­ge­ne Ver­mö­gens­wer­te oder Si­cher­hei­ten und Ver­mö­gens­wer­te von Teil­neh­mern bei Drit­ten, so mi­ni­miert sie die da­mit ver­bun­de­nen Ri­si­ken. Ins­be­son­de­re ver­wahrt sie die Si­cher­hei­ten und Ver­mö­gens­wer­te bei kre­dit­wür­di­gen und, so weit als mög­lich, ei­ner Auf­sicht un­ter­ste­hen­den Fi­nan­zin­ter­me­di­ären.
Art. 47 Erfüllung wechselseitiger Verpflichtungen
(Art. 50 Fin­fraG)
Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei er­mög­licht den Teil­neh­mern, ih­re Er­fül­lungs­ri­si­ken zu ver­mei­den, in­dem sie si­cher­stellt, dass die Ab­wick­lung der einen Ver­pflich­tung nur dann er­folgt, wenn auch die Ab­wick­lung der an­de­ren Ver­pflich­tung si­cher­ge­stellt ist.
Art. 48 Eigenmittel
(Art. 51 Fin­fraG)
1Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei muss Kre­di­tri­si­ken, nicht ge­gen­par­tei­be­zo­ge­ne Ri­si­ken, Mark­tri­si­ken und ope­ra­tio­nel­le Ri­si­ken mit Ei­gen­mit­teln von 8,0 Pro­zent (Min­dest-ei­gen­mit­tel) nach Ar­ti­kel 42 ERV1 un­ter­le­gen. Die FIN­MA kann nach Ar­ti­kel 45 ERV wei­te­re Ei­gen­mit­tel ver­lan­gen. Für die Be­rech­nung gel­ten der 1.-3. Ti­tel der ERV.2
2Die zu­ge­ord­ne­ten Ei­gen­mit­tel nach Ar­ti­kel 53 Ab­satz 2 Buch­sta­be c Fin­fraG be­tra­gen min­des­tens 25 Pro­zent der er­for­der­li­chen Ei­gen­mit­tel nach dem 3. Ti­tel der ERV.
3Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei hält wei­te­re Ei­gen­mit­tel, um die Kos­ten für ei­ne frei­wil­li­ge Ge­schäfts­auf­ga­be oder Re­struk­tu­rie­rung zu de­cken. Bei sys­te­misch be­deut­sa­men zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en müs­sen die­se aus­rei­chen, um den Plan nach Ar­ti­kel 72 um­zu­set­zen, min­des­tens aber um die lau­fen­den Be­triebs­aus­ga­ben wäh­rend sechs Mo­na­ten zu de­cken.
4Die FIN­MA kann in be­son­de­ren Fäl­len Er­leich­te­run­gen von den An­for­de­run­gen nach den Ab­sät­zen 1-3 zu­las­sen oder Ver­schär­fun­gen an­ord­nen.
5Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei hat über einen Plan zu ver­fü­gen, der dar­stellt, wie wei­te­re Ei­gen­mit­tel be­schafft wer­den sol­len, falls ih­re Ei­gen­mit­tel den An­for­de­run­gen nach den Ab­sät­zen 1-4 nicht mehr ge­nü­gen. Der Plan ist vom Or­gan für die Ober­lei­tung, Auf­sicht und Kon­trol­le ge­neh­mi­gen zu las­sen.
6Un­ter­schrei­ten ih­re Ei­gen­mit­tel 110 Pro­zent der An­for­de­run­gen nach den Ab­sät­zen 1-4, so un­ter­rich­tet die zen­tra­le Ge­gen­par­tei um­ge­hend die FIN­MA und ih­re Prüf­ge­sell­schaft und über­mit­telt der FIN­MA einen Plan, der dar­stellt, wie die Gren­ze wie­der ein­ge­hal­ten wer­den kann.
2 Fas­sung ge­mä­ss Bei­la­ge Ziff. 2 der V vom 11. Mai 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1725).
Art. 49 Risikoverteilung
Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei über­wacht Kre­di­tri­si­ken ge­gen­über ei­ner ein­zel­nen Ge­gen­par­tei oder ei­ner Grup­pe von ver­bun­de­nen Ge­gen­par­tei­en, ba­sie­rend auf den Be­rech­nungs­grund­sät­zen nach dem 4. Ab­schnitt des 1. Ka­pi­tels des 4. Ti­tels der ERV1.
Art. 50 Liquidität
(Art. 52 Fin­fraG)
1Als Li­qui­di­tät in ei­ner Wäh­rung nach Ar­ti­kel 52 Ab­satz 1 Fin­fraG gel­ten:
Bar­gut­ha­ben in die­ser Wäh­rung bei ei­ner Zen­tral­bank oder ei­nem kre­dit­wür­di­gen Fi­nan­z­in­sti­tut;
Bar­gut­ha­ben in an­de­ren Wäh­run­gen, die sich mit De­vi­sen­ge­schäf­ten recht­zei­tig in die­se Wäh­rung kon­ver­tie­ren las­sen;
ver­trag­lich ver­ein­bar­te, be­wil­lig­te und oh­ne wei­te­ren Kre­di­tent­scheid be­nutz­ba­re un­be­si­cher­te Li­mi­ten (Kre­dit­li­ni­en) in die­ser Wäh­rung bei ei­nem kre­dit­wür­di­gen Fi­nan­z­in­sti­tut;
die Si­cher­hei­ten ge­mä­ss Ar­ti­kel 49 Fin­fraG und Ver­mö­gens­wer­te, die sich recht­zei­tig durch Ver­kauf in Bar­gut­ha­ben in die­ser Wäh­rung um­wan­deln las­sen;
die Si­cher­hei­ten ge­mä­ss Ar­ti­kel 49 Fin­fraG und Ver­mö­gens­wer­te, die sich recht­zei­tig bei Zen­tral­ban­ken oder kre­dit­wür­di­gen Fi­nan­z­in­sti­tu­ten mit ver­trag­lich ver­ein­bar­ten be­si­cher­ten Kre­dit­li­mi­ten oder mit ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Re­po­li­mi­ten in Bar­gut­ha­ben die­ser Wäh­rung um­wan­deln las­sen.
2Die zen­tra­le Ge­gen­par­tei prüft re­gel­mäs­sig die Ein­hal­tung der An­for­de­run­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 52 Ab­satz 1 Fin­fraG un­ter ver­schie­de­nen Stress­s­ze­na­ri­en. Da­bei wen­det sie auf die Li­qui­di­tät Si­cher­heits­ab­schlä­ge an, die auch un­ter ex­tre­men, aber plau­si­blen Markt­be­din­gun­gen an­ge­mes­sen sind. Sie di­ver­si­fi­ziert ih­re Li­qui­di­täts­ge­ber.
3Die An­la­ge­stra­te­gie der zen­tra­len Ge­gen­par­tei muss im Ein­klang mit ih­rer Ri­si­ko­ma­na­ge­ment­stra­te­gie ste­hen. Sie hat Klum­pen­ri­si­ken zu ver­mei­den.
Art. 51 Übertragbarkeit
(Art. 55 Fin­fraG)
1Die Über­trag­bar­keit ist si­cher­ge­stellt, wenn:
die Über­tra­gung ge­mä­ss den mass­ge­bli­chen Rechts­ord­nun­gen durch­setz­bar ist; und
der an­de­re Teil­neh­mer ge­gen­über dem in­di­rek­ten Teil­neh­mer ver­pflich­tet ist, des­sen Si­cher­hei­ten, For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen zu über­neh­men.
2Kann ei­ne Über­tra­gung in­ner­halb der von der zen­tra­len Ge­gen­par­tei fest­ge­setz­ten Frist nicht statt­fin­den, so kann die zen­tra­le Ge­gen­par­tei al­le nach ih­ren Re­geln vor­ge­se­he­nen Vor­keh­run­gen tref­fen, um die Ri­si­ken in Be­zug auf die be­trof­fe­nen Po­si­tio­nen ak­tiv zu ver­wal­ten, in­klu­si­ve der Li­qui­da­ti­on der Ver­mö­gens­wer­te und Si­cher­hei­ten des aus­fal­len­den Teil­neh­mers, die die­ser für Rech­nung ei­nes in­di­rek­ten Teil­neh­mers oder sei­ner Kun­din­nen und Kun­den hält.
(Art. 8 Fin­fraG)
1Der Zen­tral­ver­wah­rer rich­tet für je­des von ihm be­trie­be­ne Ef­fek­ten­ab­wick­lungs­sys­tem einen Nut­zeraus­schuss ein, in dem die Emit­ten­ten und die Teil­neh­mer die­ser Ef­fek­ten­ab­wick­lungs­sys­te­me ver­tre­ten sind.
2Der Nut­zeraus­schuss berät den Zen­tral­ver­wah­rer in den we­sent­li­chen Be­lan­gen, die die Emit­ten­ten und die Teil­neh­mer be­tref­fen.
Art. 53 Grundsätze der Verwahrung, Verbuchung und Übertragung von Effekten
(Art. 62 Fin­fraG)
Zen­tral­ver­wah­rer, die ei­ne ge­mein­sa­me Ab­wick­lungs­in­fra­struk­tur ver­wen­den, le­gen iden­ti­sche Zeit­punk­te fest für:
das Ein­brin­gen von Zah­lungs- und Über­tra­gungs­auf­trä­gen in das Sys­tem der ge­mein­sa­men Ab­wick­lungs­in­fra­struk­tur;
die Un­wi­der­ruf­bar­keit von Zah­lungs- und Über­tra­gungs­auf­trä­gen.
Art. 54 Sicherheiten
(Art. 64 Fin­fraG)
1Der Zen­tral­ver­wah­rer muss über aus­rei­chen­de Si­cher­hei­ten ver­fü­gen, um sei­ne lau­fen­den Kre­di­tri­si­ken voll­stän­dig zu de­cken.
2Er ver­mei­det Klum­pen­ri­si­ken bei den Si­cher­hei­ten und stellt si­cher, dass er recht­zei­tig über die Si­cher­hei­ten ver­fü­gen kann.
3Er sieht Ver­fah­ren vor, an­hand de­ren er die sei­nem Ri­si­ko­ma­na­ge­ment zu­grun­de lie­gen­den Mo­del­le und Pa­ra­me­ter über­prü­fen kann, und führt die­se Prü­fun­gen re­gel­mäs­sig durch.
4Ver­wahrt er ei­ge­ne Ver­mö­gens­wer­te oder Si­cher­hei­ten und Ver­mö­gens­wer­te von Teil­neh­mern bei Drit­ten, so mi­ni­miert er die da­mit ver­bun­de­nen Ri­si­ken. Ins­be­son­de­re ver­wahrt er die Si­cher­hei­ten und Ver­mö­gens­wer­te bei kre­dit­wür­di­gen und, so weit als mög­lich, ei­ner Auf­sicht un­ter­ste­hen­den Fi­nan­zin­ter­me­di­ären.
Art. 55 Erfüllung wechselseitiger Verpflichtungen
(Art. 65 Fin­fraG)
Der Zen­tral­ver­wah­rer er­mög­licht den Teil­neh­mern, ih­re Er­fül­lungs­ri­si­ken zu ver­mei­den, in­dem er si­cher­stellt, dass die Ab­wick­lung der einen Ver­pflich­tung nur dann er­folgt, wenn auch die Ab­wick­lung der an­de­ren Ver­pflich­tung si­cher­ge­stellt ist.
Art. 56 Eigenmittel
(Art. 66 Fin­fraG)
1Der Zen­tral­ver­wah­rer muss Kre­di­tri­si­ken, nicht ge­gen­par­tei­be­zo­ge­ne Ri­si­ken, Mark­tri­si­ken und ope­ra­tio­nel­le Ri­si­ken mit Ei­gen­mit­teln von 8,0 Pro­zent (Min­dest-ei­gen­mit­tel) nach Ar­ti­kel 42 ERV1 un­ter­le­gen. Die FIN­MA kann nach Ar­ti­kel 45 ERV wei­te­re Ei­gen­mit­tel ver­lan­gen. Für die Be­rech­nung gel­ten der 1.-3. Ti­tel der ERV.2
2Im Üb­ri­gen gilt Ar­ti­kel 48 Ab­sät­ze 3-6 sinn­ge­mä­ss.
Art. 57 Risikoverteilung
Der Zen­tral­ver­wah­rer über­wacht Kre­di­tri­si­ken ge­gen­über ei­ner ein­zel­nen Ge­gen­par­tei oder ei­ner Grup­pe von ver­bun­de­nen Ge­gen­par­tei­en, ba­sie­rend auf den Be­rech­nungs­grund­sät­zen nach dem 4. Ab­schnitt des 1. Ka­pi­tels des 4. Ti­tels der ERV1.
Art. 58 Liquidität
(Art. 67 Fin­fraG)
1Als Li­qui­di­tät in ei­ner Wäh­rung nach Ar­ti­kel 67 Ab­satz 1 Fin­fraG gel­ten:
die Si­cher­hei­ten ge­mä­ss Ar­ti­kel 64 Fin­fraG und Ver­mö­gens­wer­te, die sich recht­zei­tig durch Ver­kauf in Bar­gut­ha­ben in die­ser Wäh­rung um­wan­deln las­sen;
die Si­cher­hei­ten ge­mä­ss Ar­ti­kel 64 Fin­fraG und Ver­mö­gens­wer­te, die sich recht­zei­tig bei Zen­tral­ban­ken oder kre­dit­wür­di­gen Fi­nan­z­in­sti­tu­ten mit ver­trag­lich ver­ein­bar­ten be­si­cher­ten Kre­dit­li­mi­ten oder mit ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Re­po­li­mi­ten in Bar­gut­ha­ben die­ser Wäh­rung um­wan­deln las­sen.
2Der Zen­tral­ver­wah­rer prüft re­gel­mäs­sig die Ein­hal­tung der An­for­de­run­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 67 Ab­satz 1 Fin­fraG un­ter ver­schie­de­nen Stress­s­ze­na­ri­en. Da­bei wen­det er auf die Li­qui­di­tät Si­cher­heits­ab­schlä­ge an, die auch un­ter ex­tre­men, aber plau­si­blen Markt­be­din­gun­gen an­ge­mes­sen sind. Er di­ver­si­fi­ziert sei­ne Li­qui­di­täts­ge­ber.
3Die An­la­ge­stra­te­gie des Zen­tral­ver­wah­rers muss im Ein­klang mit sei­ner Ri­si­ko­ma­na­ge­ment­stra­te­gie ste­hen. Er hat Klum­pen­ri­si­ken zu ver­mei­den.
Art. 59 Nebendienstleistungen
(Art. 10 Fin­fraG)
Bie­tet das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter Ne­ben­dienst­leis­tun­gen an, so muss es die­se be­trieb­lich ge­trennt von sei­nen we­sent­li­chen Dienst­leis­tun­gen er­brin­gen.
Art. 60 Datenaufbewahrung
(Art. 75 Fin­fraG)
1Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter muss die ge­mel­de­ten Da­ten:
um­ge­hend und voll­stän­dig re­gis­trie­ren;
so­wohl on- als auch off­li­ne spei­chern;
in an­ge­mes­se­ner An­zahl ko­pie­ren.
2Es zeich­net sämt­li­che Än­de­run­gen der ge­mel­de­ten Da­ten auf. Da­bei gibt es an:
auf wes­sen An­trag die Än­de­rung vor­ge­nom­men wird;
die Grün­de für die Än­de­rung;
den Zeit­punkt der Än­de­rung;
ei­ne ein­deu­ti­ge Um­schrei­bung der Än­de­rung.
Art. 61 Datenveröffentlichung
(Art. 76 Fin­fraG)
1Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter ver­öf­fent­licht min­des­tens wö­chent­lich die of­fe­nen Po­si­tio­nen, Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men und Wer­te nach fol­gen­den De­ri­va­te­ka­te­go­ri­en:
Wa­ren­de­ri­va­te;
Kre­dit­de­ri­va­te;
De­vi­sen­de­ri­va­te;
Ak­ti­en­de­ri­va­te;
Zins­de­ri­va­te;
sons­ti­ge De­ri­va­te.
2Die Da­ten müs­sen für die Öf­fent­lich­keit leicht zu­gäng­lich sein.
3Auf­grund der ver­öf­fent­lich­ten Da­ten darf es nicht mög­lich sein, Rück­schlüs­se auf ei­ne Ver­trags­par­tei zu zie­hen.
Art. 62 Datenzugang für inländische Behörden
(Art. 77 Fin­fraG)
1Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter ge­währt fol­gen­den Be­hör­den un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 2 Zu­gang:
der FIN­MA: zu al­len Trans­ak­ti­ons­da­ten;
der SNB: zu al­len Trans­ak­ti­ons­da­ten;
der Über­nah­me­kom­mis­si­on: zu Trans­ak­ti­ons­da­ten über De­ri­vat­ge­schäf­te, die einen Zu­sam­men­hang zu ei­nem Ver­fah­ren in Über­nah­me­sa­chen ha­ben;
der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de: zu Trans­ak­ti­ons­da­ten über De­ri­vat­ge­schäf­te, die sie in ei­nem kon­kre­ten Auf­sichts­ver­fah­ren über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men be­nö­tigt;
der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on: zu Trans­ak­ti­ons­da­ten über De­ri­vat­ge­schäf­te, die einen Zu­sam­men­hang zu ei­nem Ver­fah­ren in Wett­be­werbssa­chen ha­ben;
der Elek­tri­zi­täts­kom­mis­si­on: zu Trans­ak­ti­ons­da­ten über De­ri­vat­ge­schäf­te, de­ren Ba­sis­wert Strom ist.
2Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter lehnt An­fra­gen ab, die auf Trans­ak­tio­nen und Po­si­tio­nen von Zen­tral­ban­ken aus­ge­rich­tet sind.
Art. 63 Datenzugang für ausländische Behörden
(Art. 78 Fin­fraG)
1Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter ge­währt aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den aus­sch­liess­lich zum Zweck des in ih­re Zu­stän­dig­keit fal­len­den Voll­zugs des Fi­nanz­markt­rechts Zu­gang zu Trans­ak­ti­ons­da­ten.
Art. 64 Verfahren
(Art. 77 und 78 Fin­fraG)
1Der Zu­gang der Be­hör­den er­folgt nach Mass­ga­be der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­to­kol­le, Da­ten­aus­tausch-Nor­men und Re­fe­renz­da­ten, die auf in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne ge­bräuch­lich sind.
2Die Be­hör­den ha­ben mit­tels ge­eig­ne­ter Mass­nah­men si­cher­zu­stel­len, dass nur die­je­ni­gen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter Zu­gang zu den Da­ten er­hal­ten, wel­che die Da­ten zur Aus­übung ih­rer Tä­tig­keit un­mit­tel­bar be­nö­ti­gen.
3Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter stellt den Be­hör­den ein For­mu­lar für ih­re An­fra­gen zur Ver­fü­gung, in dem es fol­gen­de An­ga­ben ver­langt:
An­ga­ben zur Be­hör­de;
Grund der Da­ten­an­fra­ge und Be­zug zu ih­rem Man­dat;
Rechts­grund­la­ge für die Da­ten­an­fra­ge;
Be­schrei­bung der Da­ten, die ver­langt wer­den;
Dar­le­gung der ge­trof­fe­nen Mass­nah­men zur Si­cher­stel­lung der Ver­trau­lich­keit er­hal­te­ner Da­ten.
4Von aus­län­di­schen Be­hör­den ver­langt es zu­sätz­lich die Be­stä­ti­gung, dass ei­ne Ver­ein­ba­rung zwi­schen aus­län­di­schen und in­län­di­schen Be­hör­den nach Ar­ti­kel 78 Ab­satz 1 Fin­fraG be­steht.
5Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter zeich­net In­for­ma­tio­nen über den Da­ten­zu­gang auf.
Art. 65 Datenübermittlung an Private
(Art. 79 Fin­fraG)
1Das Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter stellt den Pri­va­ten ein For­mu­lar für ih­re An­fra­gen zur Ver­fü­gung, in dem es fol­gen­de An­ga­ben ver­langt:
An­ga­ben zur Per­son;
Grund der Da­ten­an­fra­ge;
Be­schrei­bung der Da­ten, die ver­langt wer­den.
2Auf­grund der über­mit­tel­ten Da­ten darf es nicht mög­lich sein, Rück­schlüs­se auf ei­ne an­de­re Ver­trags­par­tei zu zie­hen.
Art. 66 Grundsätze der Abrechnung und Abwicklung
(Art. 82 Fin­fraG)
1Das Zah­lungs­sys­tem ge­währ­leis­tet ei­ne sach­ge­rech­te und rechts­kon­for­me Ab­rech­nung und Ab­wick­lung von Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen.
2Es legt den Zeit­punkt fest, ab dem:
ei­ne Wei­sung für ei­ne Zah­lung nicht mehr ab­ge­än­dert oder wi­der­ru­fen wer­den kann;
ei­ne Zah­lung ab­ge­wi­ckelt ist.
3Zah­lungs­sys­te­me, die ei­ne ge­mein­sa­me Ab­wick­lungs­in­fra­struk­tur ver­wen­den, le­gen iden­ti­sche Zeit­punk­te fest für:
das Ein­brin­gen von Zah­lungs­auf­trä­gen in das Sys­tem der ge­mein­sa­men Ab­wick­lungs­in­fra­struk­tur;
die Un­wi­der­ruf­bar­keit von Zah­lungs­auf­trä­gen.
4Das Zah­lungs­sys­tem wi­ckelt Zah­lun­gen so weit wie mög­lich in Echt­zeit ab, spä­tes­tens aber am En­de des Va­lu­ta­ta­ges.
Art. 67 Sicherheiten
1Das Zah­lungs­sys­tem deckt Ri­si­ken, die bei ei­ner Kre­dit­ge­wäh­rung ent­ste­hen, durch ge­eig­ne­te Mass­nah­men.
2Es ak­zep­tiert aus­sch­liess­lich Si­cher­hei­ten, die li­qui­de sind und nur ge­rin­ge Kre­dit- und Mark­tri­si­ken auf­wei­sen. Es be­wer­tet die Si­cher­hei­ten vor­sich­tig.
3Es ver­mei­det Klum­pen­ri­si­ken bei den Si­cher­hei­ten und stellt si­cher, dass es recht­zei­tig über die Si­cher­hei­ten ver­fü­gen kann.
4Es sieht Ver­fah­ren vor, an­hand de­ren es die sei­nem Ri­si­ko­ma­na­ge­ment zu­grun­de lie­gen­den Mo­del­le und Pa­ra­me­ter über­prü­fen kann, und führt die­se Prü­fun­gen re­gel­mäs­sig durch.
5Ver­wahrt es ei­ge­ne Ver­mö­gens­wer­te oder Si­cher­hei­ten und Ver­mö­gens­wer­te von Teil­neh­mern bei Drit­ten, so mi­ni­miert es die da­mit ver­bun­de­nen Ri­si­ken. Ins­be­son­de­re ver­wahrt es die Si­cher­hei­ten und Ver­mö­gens­wer­te bei kre­dit­wür­di­gen und, so weit als mög­lich, ei­ner Auf­sicht un­ter­ste­hen­den Fi­nan­zin­ter­me­di­ären.
Art. 68 Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen
1Das Zah­lungs­sys­tem er­mög­licht die Ab­wick­lung von Zah­lun­gen durch Über­tra­gung von bei ei­ner Zen­tral­bank ge­hal­te­nen Sicht­gut­ha­ben.
2Ist dies un­mög­lich oder nicht prak­ti­ka­bel, so ver­wen­det es ein Zah­lungs­mit­tel, das kei­ne oder nur ge­rin­ge Kre­dit- und Li­qui­di­täts­ri­si­ken auf­weist. Es mi­ni­miert und über­wacht die­se Ri­si­ken lau­fend.
3Für die Ab­wick­lung wech­sel­sei­ti­ger Ver­pflich­tun­gen er­mög­licht das Zah­lungs­sys­tem den Teil­neh­mern, ih­re Er­fül­lungs­ri­si­ken zu ver­mei­den, in­dem es si­cher­stellt, dass die Ab­wick­lung der einen Ver­pflich­tung nur dann er­folgt, wenn auch die Ab­wick­lung der an­de­ren Ver­pflich­tung si­cher­ge­stellt ist.
Bei sys­te­misch be­deut­sa­men Zah­lungs­sys­te­men müs­sen die Ei­gen­mit­tel aus­rei­chen, um den Plan nach Ar­ti­kel 72 um­zu­set­zen, min­des­tens aber um die lau­fen­den Be­triebs­aus­ga­ben wäh­rend sechs Mo­na­ten zu de­cken.
Art. 70 Liquidität
1Das Zah­lungs­sys­tem muss über Li­qui­di­tät ge­mä­ss Ar­ti­kel 58 Ab­satz 1 ver­fü­gen, die aus­reicht, um:
sei­nen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen auch beim Aus­fall des Teil­neh­mers, ge­gen­über dem es die gröss­te Ri­si­ko­po­si­ti­on auf­weist, un­ter ex­tre­men, aber plau­si­blen Markt­be­din­gun­gen in al­len Wäh­run­gen nach­zu­kom­men; und
sei­ne Dienst­leis­tun­gen und Tä­tig­kei­ten ord­nungs­ge­mä­ss aus­füh­ren zu kön­nen.
2Es legt sei­ne Fi­nanz­mit­tel aus­sch­liess­lich in bar oder in li­qui­den Fi­nan­z­in­stru­men­ten mit ge­rin­gem Markt- und Kre­di­tri­si­ko an.
3Es prüft re­gel­mäs­sig die Ein­hal­tung der An­for­de­run­gen ge­mä­ss Ab­satz 1 un­ter ver­schie­de­nen Stress­s­ze­na­ri­en. Da­bei wen­det es auf die Li­qui­di­tät Si­cher­heits­ab­schlä­ge an, die auch un­ter ex­tre­men, aber plau­si­blen Markt­be­din­gun­gen an­ge­mes­sen sind. Es di­ver­si­fi­ziert sei­ne Li­qui­di­täts­ge­ber.
4Die An­la­ge­stra­te­gie des Zah­lungs­sys­tems muss im Ein­klang mit sei­ner Ri­si­ko­ma­na­ge­ment­stra­te­gie ste­hen. Es hat Klum­pen­ri­si­ken zu ver­mei­den.
Art. 71 Prüfung
(Art. 84 Abs. 1 Fin­fraG)
1Die Prüf­ge­sell­schaft der Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur prüft, ob die­se die Ver­pflich­tun­gen er­füllt, die sich aus dem Ge­setz, aus die­ser Ver­ord­nung und aus ih­ren ver­trag­li­chen Grund­la­gen er­ge­ben.
2Die Prüf­ge­sell­schaft des Han­dels­plat­zes ko­or­di­niert ih­re Prü­fun­gen mit des­sen Han­dels­über­wa­chungs­stel­le und stellt ihr den Prüf­be­richt zu.
Art. 72 Freiwillige Rückgabe der Bewilligung
(Art. 86 Fin­fraG)
1Sys­te­misch be­deut­sa­me Fi­nanz­marktin­fra­struk­tu­ren er­stel­len einen Plan, der zeigt, wie die sys­te­misch be­deut­sa­men Ge­schäftspro­zes­se bei ei­ner frei­wil­li­gen Ge­schäfts­auf­ga­be ge­ord­net be­en­det wer­den sol­len. Der Plan be­rück­sich­tigt die Zeit­span­ne, die er­for­der­lich ist, da­mit sich die Teil­neh­mer an ei­ne al­ter­na­ti­ve Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur an­bin­den kön­nen. Er ist vom Or­gan für die Ober­lei­tung, Auf­sicht und Kon­trol­le ge­neh­mi­gen zu las­sen.
2Ab­satz 1 gilt auch, so­weit die Auf­ga­be ei­nes sys­te­misch be­deut­sa­men Ge­schäftspro­zes­ses nicht zur Rück­ga­be der Be­wil­li­gung führt.
Art. 73 Systemschutz
(Art. 89 Fin­fraG)
1Wei­sun­gen von Teil­neh­mern sind ins­be­son­de­re In­struk­tio­nen, die:
un­mit­tel­bar die Ab­wick­lung von Zah­lun­gen oder Ef­fek­ten­trans­ak­tio­nen be­tref­fen; oder
der Be­reit­stel­lung der nach den Re­geln des Sys­tems er­for­der­li­chen fi­nan­zi­el­len Mit­tel oder Si­cher­hei­ten die­nen.
2Ein Zah­lungs- oder Über­tra­gungs­auf­trag kann ab dem Zeit­punkt nach Ar­ti­kel 62 Ab­satz 4 Buch­sta­be a Fin­fraG und nach Ar­ti­kel 66 Ab­satz 2 Buch­sta­be a die­ser Ver­ord­nung we­der von ei­nem Teil­neh­mer die­ses Sys­tems noch von ei­nem Drit­ten wi­der­ru­fen wer­den.
Art. 74 Vorrang von Vereinbarungen bei Insolvenz
(Art. 90 und 91 Fin­fraG)
1Zu den Auf­rech­nungs­ver­ein­ba­run­gen ge­hö­ren ins­be­son­de­re Ver­rech­nungs- und Net­ting-Be­stim­mun­gen so­wie Aus­fall­ver­ein­ba­run­gen in bi­la­te­ra­len Ver­ein­ba­run­gen oder in Rah­men­ver­ein­ba­run­gen.
2Un­ter Über­tra­gung von For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen zu ver­ste­hen sind ins­be­son­de­re die Ab­tre­tung, die Auf­he­bung und die Neu­be­grün­dung durch Über­ein­kunft so­wie das Schlies­sen ei­ner Po­si­ti­on ge­folgt von der Wie­der­er­öff­nung ei­ner äqui­va­len­ten Po­si­ti­on.
3Si­cher­hei­ten in Form von Ef­fek­ten oder an­de­ren Ver­mö­gens­wer­ten, de­ren Wert ob­jek­tiv be­stimm­bar ist, ge­hen, so­weit sie in der Trans­ak­ti­ons­ket­te wei­ter über­tra­gen wor­den sind, mit der Über­tra­gung ei­ner Po­si­ti­on auf den über­neh­men­den Teil­neh­mer über.
Art. 75 Aufschub der Beendigung von Verträgen
(Art. 92 Fin­fraG)
1Auf­ge­scho­ben wer­den kön­nen ins­be­son­de­re:
Ver­trä­ge über den Kauf, den Ver­kauf, den Rück­kauf, die Lei­he von Wert­pa­pie­ren und Wert­rech­ten und den Han­del mit Op­tio­nen auf Wert­pa­pie­ren und Wert­rech­ten;
Ver­trä­ge über den Kauf und Ver­kauf mit künf­ti­ger Lie­fe­rung von Roh­stof­fen so­wie über den Han­del mit Op­tio­nen auf Roh­stof­fen oder auf Roh­stofflie­fe­run­gen;
Ver­trä­ge über den Kauf, Ver­kauf oder Trans­fer von Gü­tern, Diens­ten, Rech­ten oder Zin­sen zu ei­nem im Vor­aus be­stimm­ten Preis und künf­ti­gen Da­tum (Ter­min­han­del);
Ver­trä­ge über Swap­ge­schäf­te be­züg­lich De­vi­sen, Wäh­run­gen, Edel­me­tal­le, Kre­di­te so­wie Wert­pa­pie­re, Wert­rech­te, Roh­stof­fe und de­ren In­di­zes.
2Die Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur stellt si­cher, dass neue Ver­trä­ge oder Än­de­run­gen an be­ste­hen­den Ver­trä­gen, die aus­län­di­schem Recht un­ter­ste­hen oder einen aus­län­di­schen Ge­richts­stand vor­se­hen, nur ver­ein­bart wer­den, so­fern die Ge­gen­par­tei einen Auf­schub der Be­en­di­gung von Ver­trä­gen nach Ar­ti­kel 30a BankG an­er­kennt.
Art. 76 Kollektive Kapitalanlagen
(Art. 93 Abs. 2 Bst. e und f Fin­fraG)
Ob ei­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge als Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei oder als klei­ne Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei gilt, be­stimmt sich un­be­se­hen, ob ihr Rechts­per­sön­lich­keit zu­kommt oder nicht, ent­spre­chend den nach Mass­ga­be von Ar­ti­kel 99 Fin­fraG auf ih­re Rech­nung ge­tä­tig­ten OTC-De­ri­vat­ge­schäf­ten.
Art. 77 Unternehmen
(Art. 93 Abs. 3 Fin­fraG)
1Als Un­ter­neh­men gilt im Sin­ne des Fin­fraG, wer als Rechts­ein­heit im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist.
2Als Un­ter­neh­men gel­ten auch wirt­schaft­lich tä­ti­ge aus­län­di­sche Un­ter­neh­men, die nach dem auf sie an­wend­ba­ren Recht ju­ris­ti­sche Per­so­nen sind, so­wie Trusts oder ähn­li­che Kon­struk­tio­nen.
Art. 78 Niederlassungen
(Art. 93 Abs. 5 Fin­fraG)
Stellt die FIN­MA fest, dass ei­ne Schwei­zer Nie­der­las­sung ei­ner aus­län­di­schen Ge­gen­par­tei ei­ner Re­gu­lie­rung un­ter­steht, die den ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen in we­sent­li­chen Tei­len nicht ent­spricht, so kann sie die Nie­der­las­sung für die von die­ser ge­tä­tig­ten De­ri­vat­ge­schäf­te den Ar­ti­keln 93-117 des Fin­fraG über den Han­del mit De­ri­va­ten un­ter­stel­len.
Art. 79 Ausnahmen für weitere öffentliche Einrichtungen
(Art. 94 Abs. 2 Fin­fraG)
1De­ri­vat­ge­schäf­te mit fol­gen­den Ge­gen­par­tei­en un­ter­ste­hen der Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 104 Fin­fraG, nicht aber den an­de­ren Pflich­ten im Han­del mit De­ri­va­ten:
aus­län­di­sche Zen­tral­ban­ken;
die EZB;
die EFSF;
der ESM;
Fi­nan­z­in­sti­tu­te, die von ei­ner Zen­tral­re­gie­rung oder von ei­ner Re­gie­rung ei­ner un­ter­ge­ord­ne­ten Ge­biets­kör­per­schaft ein­ge­rich­tet wur­den, um in staat­li­chem Auf­trag auf nicht-wett­be­werb­li­cher, nicht-ge­win­n­ori­en­tier­ter Ba­sis För­der­dar­le­hen zu ver­ge­ben.
2Von der Mel­de­pflicht aus­ge­nom­men wer­den kön­nen De­ri­vat­ge­schäf­te mit aus­län­di­schen Zen­tral­ban­ken so­wie den Stel­len ge­mä­ss Ab­satz 1 Buch­sta­be e, so­weit Ge­gen­recht ge­währt wird.
3Das EFD ver­öf­fent­licht ei­ne Lis­te der aus­län­di­schen Stel­len, die un­ter Ab­satz 2 fal­len.
Art. 80 Ausgenommene Derivate
(Art. 94 Abs. 4 Fin­fraG)
Ne­ben den De­ri­va­ten nach Ar­ti­kel 94 Ab­satz 3 Fin­fraG sind auch die nach­fol­gen­den De­ri­va­te von den Ar­ti­keln 93-117 des Fin­fraG über den Han­del mit De­ri­va­ten aus­ge­nom­men:
De­ri­va­te, die in Form ei­nes Wert­pa­piers oder ei­nes Wert­rechts be­ge­ben sind;
De­ri­va­te, die in Form ei­ner Ein­la­ge ent­ge­gen­ge­nom­men wer­den.
Art. 81 Erfüllung von Pflichten unter ausländischem Recht
(Art. 95 Fin­fraG)
1Die FIN­MA an­er­kennt aus­län­di­sches Recht als gleich­wer­tig, wenn die Pflich­ten im Han­del mit De­ri­va­ten und die Be­stim­mun­gen zur Auf­sicht in den we­sent­li­chen Wir­kun­gen mit den schwei­ze­ri­schen ver­gleich­bar sind.
2Die­se Vor­aus­set­zung ist er­füllt mit Be­zug auf die:
Ab­rech­nungs­pflicht nach Ar­ti­kel 97 Fin­fraG: wenn die Ab­rech­nung die Sys­tem- und Ge­gen­par­tei­ri­si­ken aus stan­dar­di­sier­ten OTC-De­ri­va­ten weit­ge­hend re­du­ziert;
die Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 104 Fin­fraG: wenn die Mel­dung min­des­tens die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 105 Ab­satz 2 Fin­fraG ent­hält;
die Ri­si­komin­de­rungs­pflicht nach den Ar­ti­keln 107-110 Fin­fraG: wenn die ent­spre­chen­den Mass­nah­men die Sys­tem- und Ge­gen­par­tei­ri­si­ken bei nicht-stan­dar­di­sier­ten OTC-De­ri­va­ten weit­ge­hend re­du­zie­ren;
die Platt­form­han­dels­pflicht nach Ar­ti­kel 112 Fin­fraG: wenn durch den Han­del von stan­dar­di­sier­ten De­ri­va­ten über Han­del­splät­ze oder or­ga­ni­sier­te Han­dels­sys­te­me die Vor- und Nach­han­del­strans­pa­renz im De­ri­vat­markt an­ge­mes­sen ver­bes­sert wird.
3Ei­ne schwei­ze­ri­sche Ge­gen­par­tei kann ih­re Pflich­ten im Han­del mit De­ri­va­ten mit ei­ner an­de­ren schwei­ze­ri­schen Ge­gen­par­tei nach ei­nem von der FIN­MA an­er­kann­ten aus­län­di­schen Auf­sichts­recht er­fül­len, so­fern das De­ri­vat­ge­schäft oder ei­ne Ge­gen­par­tei zu die­sem ei­ne sach­li­che Be­zie­hung auf­weist. Die blos­se Rechts­wahl schafft kei­ne sach­li­che Be­zie­hung.
Art. 82 Informationsfluss innerhalb der Gruppe
(Art. 96 Fin­fraG)
Be­auf­tragt die Ge­gen­par­tei Grup­pen­ge­sell­schaf­ten und Zweignie­der­las­sun­gen im In- und Aus­land mit der Er­fül­lung ih­rer Pflich­ten nach den Ar­ti­keln 93-117 Fin­fraG, so kann sie mit die­sen al­le hier­zu er­for­der­li­chen In­for­ma­tio­nen, ein­sch­liess­lich Kun­den­da­ten, aus­tau­schen, oh­ne dass es der Ein­wil­li­gung der Kun­din oder des Kun­den be­darf.
Art. 83 Erklärung über Parteieigenschaft
(Art. 97 Abs. 3 Fin­fraG)
1Die Er­klä­rung ei­ner Ge­gen­par­tei über ih­re Par­tei­ei­gen­schaft gilt in Be­zug auf al­le Pflich­ten die­ses Ka­pi­tels.
2Ge­gen­par­tei­en ha­ben ih­re Ge­gen­par­tei­en, mit de­nen sie ge­wöhn­lich De­ri­vat­ge­schäf­te ein­ge­hen, über die Än­de­rung ih­res Sta­tus frist­ge­recht zu in­for­mie­ren.
Art. 84 Währungsswaps und Währungstermingeschäfte
(Art. 101 Abs. 3, 107 Abs. 2, 113 Abs. 3 Fin­fraG)
Als Wäh­rungs­swaps und Wäh­rungs­ter­min­ge­schäf­te, die von der Ab­rech­nungs­pflicht (Art. 97 Fin­fraG), den Ri­si­komin­de­rungs­pflich­ten (Art. 107-111 Fin­fraG) so­wie der Platt­form­han­dels­pflicht (Art. 112 Fin­fraG) aus­ge­nom­men sind, gel­ten un­ab­hän­gig von der je­wei­li­gen Ab­wick­lungs­me­tho­de al­le Ge­schäf­te zum Aus­tausch von Wäh­run­gen, bei de­nen ei­ne rea­le Er­fül­lung ge­währ­leis­tet ist.
Art. 85 Beginn der Pflicht
(Art. 97 und 101 Abs. 2 Fin­fraG)
Die Pflicht, De­ri­vat­ge­schäf­te über be­wil­lig­te oder an­er­kann­te zen­tra­le Ge­gen­par­tei­en ab­zu­rech­nen, gilt, ge­rech­net ab dem Zeit­punkt, an dem die FIN­MA die Ab­rech­nungs­pflicht für die be­tref­fen­de De­ri­va­te­ka­te­go­rie be­kannt macht:
nach Ab­lauf von 6 Mo­na­ten: für De­ri­vat­ge­schäf­te, die Teil­neh­mer an ei­ner be­wil­lig­ten oder an­er­kann­ten zen­tra­len Ge­gen­par­tei neu un­ter­ein­an­der ab­sch­lies­sen;
nach Ab­lauf von 12 Mo­na­ten: für De­ri­vat­ge­schäf­te, die:
Teil­neh­mer an ei­ner be­wil­lig­ten oder an­er­kann­ten zen­tra­len Ge­gen­par­tei mit an­de­ren Fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en, die nicht klein sind, neu ab­sch­lies­sen, oder
üb­ri­ge Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en, die nicht klein sind, neu un­ter­ein­an­der ab­sch­lies­sen;
nach Ab­lauf von 18 Mo­na­ten: für al­le üb­ri­gen De­ri­vat­ge­schäf­te, die neu ab­ge­schlos­sen wer­den.
Art. 86 Nicht erfasste Geschäfte
(Art. 94 Abs. 4 und 97 Abs. 2 Fin­fraG)1
1Ge­schäf­te mit Ge­gen­par­tei­en, die nach den Ar­ti­keln 98 Ab­satz 2 oder 99 Ab­satz 2 Fin­fraG neu der Ab­rech­nungs­pflicht un­ter­stellt sind, müs­sen nicht über ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­net wer­den, so­weit sie vor Un­ter­stel­lung un­ter die Ab­rech­nungs­pflicht ab­ge­schlos­sen wur­den.
2De­ri­vat­ge­schäf­te mit Ge­gen­par­tei­en mit Sitz oder Wohn­sitz in der Schweiz, für wel­che die Be­stim­mun­gen über den Han­del mit De­ri­va­ten nicht gel­ten, müs­sen nicht über ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­net wer­den.
3De­ri­vat­ge­schäf­te, an de­nen ein Emit­tent ei­ner ge­deck­ten Schuld­ver­schrei­bung oder ein Rechts­trä­ger ei­nes De­ckungs­stocks für ge­deck­te Schuld­ver­schrei­bun­gen be­tei­ligt ist, müs­sen nicht über ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­net wer­den, wenn fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:
Das De­ri­vat­ge­schäft dient aus­sch­liess­lich der Ab­si­che­rung von Zins- oder Wäh­rungs­ri­si­ken, die sich für den De­ckungs­stock aus der ge­deck­ten Schuld­ver­schrei­bung er­ge­ben.
Das De­ri­vat­ge­schäft wird im Fal­le ei­nes Sa­nie­rungs- oder Kon­kurs­ver­fah­rens, das über den Emit­ten­ten der ge­deck­ten Schuld­ver­schrei­bung oder über den Rechts­trä­ger des De­ckungs­stocks er­öff­net wird, nicht be­en­det.
Die Ge­gen­par­tei des Emit­ten­ten der ge­deck­ten Schuld­ver­schrei­bung oder des Rechts­trä­gers des De­ckungs­stocks ist min­des­tens gleich­ran­gig mit den Gläu­bi­gern der ge­deck­ten Schuld­ver­schrei­bung; aus­ge­nom­men sind Fäl­le, in de­nen:
die Ge­gen­par­tei die säu­mi­ge oder die be­trof­fe­ne Par­tei ist; oder
die Ge­gen­par­tei auf die Gleich­ran­gig­keit ver­zich­tet.
Die üb­ri­gen un­ter dem Net­ting-Set ab­ge­schlos­se­nen De­ri­vat­ge­schäf­te hän­gen mit dem De­ckungs­stock zu­sam­men.
Die Be­si­che­rungs­quo­te des De­ckungs­stocks be­trägt min­des­tens 102 Pro­zent.2
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 5. Ju­li 2017, in Kraft seit 1. Aug. 2017 (AS 2017 3715).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 5. Ju­li 2017, in Kraft seit 1. Aug. 2017 (AS 2017 3715).
Art. 87 Derivatgeschäfte zur Reduzierung von Risiken
(Art. 98 Abs. 3 Fin­fraG)
De­ri­vat­ge­schäf­te zur Re­du­zie­rung von Ri­si­ken sind un­mit­tel­bar mit der Ge­schäftstä­tig­keit oder der Li­qui­di­täts- oder Ver­mö­gens­be­wirt­schaf­tung der Nicht­fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei ver­bun­den, wenn sie:
der Ab­si­che­rung von Ri­si­ken ei­ner Ver­än­de­rung des Werts der Ak­ti­ven oder Pas­si­ven die­nen, über die die Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei oder de­ren Grup­pe ent­spre­chend ih­rer Ge­schäftstä­tig­keit nach ver­nünf­ti­gem Er­mes­sen ver­fügt;
der Ab­si­che­rung von Ri­si­ken die­nen, die sich aus in­di­rek­ten Aus­wir­kun­gen von Schwan­kun­gen der Zins­sät­ze, In­fla­ti­ons­ra­ten, De­vi­sen­kur­se oder Kre­di­tri­si­ken auf den Wert der Ak­ti­ven und Pas­si­ven er­ge­ben;
als Ab­si­che­rungs­ge­schäf­te nach ei­nem Rech­nungs­le­gungs­stan­dard gel­ten, der nach Ar­ti­kel 1 der Ver­ord­nung vom 21. No­vem­ber 20121 über die an­er­kann­ten Stan­dards zur Rech­nungs­le­gung an­er­kannt ist; oder
als pau­scha­le Ab­si­che­rungs­ge­schäf­te im Rah­men ei­ner Be­wirt­schaf­tung von Ge­schäfts­ri­si­ken (Port­fo­lio- oder Ma­cro­hed­ging) oder mit­tels Nä­he­rungs­ver­fah­ren (Proxy Hed­ging) nach an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards ab­ge­schlos­sen wer­den.
Art. 88 Schwellenwerte
(Art. 100 Fin­fraG)
1Für die Durch­schnitts­brut­to­po­si­tio­nen aus­ste­hen­der OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te von Nicht­fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en gel­ten die fol­gen­den Schwel­len­wer­te:
Kre­dit­de­ri­va­te: 1,1 Mil­li­ar­den Fran­ken;
Ak­ti­en­de­ri­va­te: 1,1 Mil­li­ar­den Fran­ken;
Zins­de­ri­va­te: 3,3 Mil­li­ar­den Fran­ken;
De­vi­sen­de­ri­va­te: 3,3 Mil­li­ar­den Fran­ken;
Roh­wa­ren­de­ri­va­te und sons­ti­ge De­ri­va­te: 3,3 Mil­li­ar­den Fran­ken.
2Für die Durch­schnitts­brut­to­po­si­ti­on al­ler aus­ste­hen­den OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te von Fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en gilt ein Schwel­len­wert von 8 Mil­li­ar­den Fran­ken auf Stu­fe Fi­nanz- oder Ver­si­che­rungs­grup­pe.
Art. 89 Durchschnittsbruttoposition
Bei der Be­rech­nung der Durch­schnitts­brut­to­po­si­ti­on der aus­ste­hen­den OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te gel­ten fol­gen­de Re­geln:
Es wer­den die bei der Be­rech­nung ak­tu­el­len Wech­sel­kur­se ver­wen­det.
Po­si­tio­nen aus OTC-De­ri­vat­ge­schäf­ten wer­den ein­ge­rech­net, auch wenn sie frei­wil­lig zen­tral ab­ge­rech­net wer­den.
Po­si­tio­nen von voll­kon­so­li­dier­ten Grup­pen­ge­sell­schaf­ten, ein­sch­liess­lich der­je­ni­gen mit Sitz aus­ser­halb der Schweiz, wer­den un­ab­hän­gig vom Sitz der Mut­ter­ge­sell­schaft ein­be­rech­net, wenn die­se Grup­pen­ge­sell­schaf­ten in der Schweiz als Fi­nan­zi­el­le oder Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei gel­ten wür­den.
An­pas­sun­gen des Nenn­be­trags wäh­rend der Lauf­zeit wer­den ein­be­rech­net, wenn sie ver­trag­lich be­reits bei Be­ginn der Trans­ak­ti­on vor­ge­se­hen sind.
Die ei­nem Ab­si­che­rungs­ge­schäft ei­ner Nicht­fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei in der Ket­te nach­fol­gen­den Ge­schäf­te gel­ten eben­falls als Ab­si­che­rungs­ge­schäf­te.
Ei­ne Ver­rech­nung ist bei ent­ge­gen­ge­setz­ten Po­si­tio­nen in De­ri­va­ten er­laubt, die sich auf die glei­chen Ba­sis­in­stru­men­te be­zie­hen, auf die­sel­be Wäh­rung lau­ten und den glei­chen Fäl­lig­keits­ter­min ha­ben. Da­bei müs­sen die Re­fe­renz­zins­sät­ze bei zins­va­ria­blen Po­si­tio­nen, die fi­xen Zins­sät­ze und die Zins­fest­set­zungs­ter­mi­ne iden­tisch sein.
De­ri­va­te, die ge­mä­ss Ar­ti­kel 101 Ab­satz 3 Buch­sta­be b Fin­fraG nicht von der Ab­rech­nungs­pflicht er­fasst sind, wer­den nicht ein­be­rech­net.
Art. 90 Grenzüberschreitende Geschäfte
(Art. 94 Abs. 2 und 102 Fin­fraG)
Es muss bei grenz­über­schrei­ten­den Ge­schäf­ten nicht über ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­net wer­den, so­fern die aus­län­di­sche Ge­gen­par­tei:
ih­ren Sitz in ei­nem Staat hat, des­sen Recht von der FIN­MA als gleich­wer­tig an­er­kannt wor­den ist; und
nach dem Recht die­ses Staa­tes nicht ab­rech­nungs­pflich­tig ist.
Art. 91 Gruppeninterne Geschäfte
(Art. 103 Bst. b Fin­fraG)
Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en un­ter­lie­gen ge­eig­ne­ten zen­tra­li­sier­ten Ri­si­ko­be­wer­tungs-, -mess- und -kon­troll­ver­fah­ren, wenn sie über ei­ne pro­fes­sio­nel­le zen­tra­le Tre­so­re­rie ver­fü­gen.
Art. 92 Pflicht
(Art. 104 Fin­fraG)
1De­ri­vat­ge­schäf­te mit Par­tei­en, die von den Be­stim­mun­gen über den Han­del mit De­ri­va­ten aus­ge­nom­men sind, sind von der dem Ge­setz un­ter­stell­ten Ge­gen­par­tei zu mel­den.
2Un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 104 Ab­satz 4 Fin­fraG sind zen­tral ab­ge­rech­ne­te Ge­schäf­te, die über einen Han­dels­platz oder über ein or­ga­ni­sier­tes Han­dels­sys­tem ge­han­delt wer­den, je­weils von der­je­ni­gen Ge­gen­par­tei zu mel­den, die sich in der Ket­te nä­her bei der zen­tra­len Ge­gen­par­tei be­fin­det.
3Vor­be­hält­lich ei­ner an­ders­lau­ten­den Ei­ni­gung wird die Ei­gen­schaft als ver­kau­fen­de Ge­gen­par­tei nach den bran­chen­üb­li­chen und an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards be­stimmt.
4Vor­be­hält­lich Ar­ti­kel 105 Ab­satz 4 Fin­fraG kann ei­ne Ge­gen­par­tei oh­ne Ein­wil­li­gung oder In­for­ma­ti­on ih­rer Ge­gen­par­tei oder ei­ner End­kun­din oder ei­nes End­kun­den Da­ten an ein Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter im In- oder Aus­land mel­den, so­weit dies in Er­fül­lung von Pflich­ten nach dem drit­ten Ti­tel des Fin­fraG er­folgt.
Art. 93 Inhalt der Meldung
(Art. 105 Abs. 2 Fin­fraG)
Die Mel­dung ent­hält die An­ga­ben nach An­hang 2.
Art. 94 Pflichten
(Art. 107-111 Fin­fraG)
1Die Ri­si­komin­de­rungs­pflich­ten fin­den nur bei De­ri­vat­ge­schäf­ten un­ter Un­ter­neh­men An­wen­dung.
2Be­stimmt die FIN­MA, dass ein De­ri­vat­ge­schäft nicht mehr von der Ab­rech­nungs­pflicht er­fasst sein soll, so gibt sie dies den Ge­gen­par­tei­en recht­zei­tig be­kannt und räumt ih­nen ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist für die not­wen­di­gen An­pas­sun­gen ein.
Art. 95 Bestätigung der Vertragsbedingungen
(Art. 108 Bst. a Fin­fraG)
1Die Ver­trags­be­din­gun­gen müs­sen spä­tes­tens am über­nächs­ten Ge­schäfts­tag nach dem Ab­schluss des OTC-De­ri­vat­ge­schäfts ge­gen­sei­tig be­stä­tigt wer­den.
2Nach 16 Uhr ab­ge­schlos­se­ne OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te sind spä­tes­tens am drit­ten Ge­schäfts­tag nach Ab­schluss zu be­stä­ti­gen.
3Für kom­ple­xe Trans­ak­tio­nen und für klei­ne Ge­gen­par­tei­en ver­län­gern sich die Fris­ten um einen Ge­schäfts­tag.
4Die Ge­gen­par­tei­en kön­nen ver­ein­ba­ren, dass ein OTC-De­ri­vat­ge­schäft auch dann als be­stä­tigt gilt, wenn ei­ne von ih­nen auf die Be­stä­ti­gung hin kei­nen Wi­der­spruch er­hebt.
Art. 96 Portfolioabstimmung
(Art. 108 Bst. b Fin­fraG)
1Die Mo­da­li­tä­ten zur Ab­stim­mung der Port­fo­li­os sind vor Ab­schluss ei­nes OTC-De­ri­vat­ge­schäfts zu ver­ein­ba­ren.
2Die Port­fo­lio­ab­stim­mung um­fasst die we­sent­li­chen Be­din­gun­gen der ab­ge­schlos­se­nen OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te und de­ren Be­wer­tung.
3Sie kann durch einen von den Ge­gen­par­tei­en bei­ge­zo­ge­nen Drit­ten vor­ge­nom­men wer­den.
4Sie ist durch­zu­füh­ren:
an je­dem Ge­schäfts­tag, wenn zwi­schen den Ge­gen­par­tei­en 500 oder mehr OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te aus­ste­hen;
ein­mal pro Wo­che, wenn zwi­schen den Ge­gen­par­tei­en zu ir­gend­ei­nem Zeit­punkt wäh­rend der Wo­che zwi­schen 51 und 499 OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te aus­ste­hen;
ein­mal pro Quar­tal, wenn zwi­schen den Ge­gen­par­tei­en zu ir­gend­ei­nem Zeit­punkt wäh­rend des Quar­tals 50 oder we­ni­ger OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te aus­ste­hen.
5De­ri­va­te, die ge­mä­ss Ar­ti­kel 101 Ab­satz 3 Buch­sta­be b Fin­fraG nicht von der Ab­rech­nungs­pflicht er­fasst sind, wer­den zur Be­stim­mung der aus­ste­hen­den Ge­schäf­te nach Ab­satz 4 nicht ein­be­rech­net.
Art. 97 Streitbeilegung
(Art. 108 Bst. c Fin­fraG)
1Ge­richts­stand und an­wend­ba­res Recht bei all­fäl­li­gen Strei­tig­kei­ten sind spä­tes­tens bei Ab­schluss ei­nes OTC-De­ri­vat­ge­schäfts zu ver­ein­ba­ren.
2In der Ver­ein­ba­rung sind Ver­fah­ren fest­zu­le­gen:
zur Fest­stel­lung, Auf­zeich­nung und Über­wa­chung von Strei­tig­kei­ten im Zu­sam­men­hang mit der An­er­ken­nung oder Be­wer­tung des Ge­schäfts und dem Aus­tausch von Si­cher­hei­ten zwi­schen den Ge­gen­par­tei­en; die Auf­zeich­nung hat da­bei min­des­tens den Zeit­raum, über den die Strei­tig­keit be­steht, die Ge­gen­par­tei und den strit­ti­gen Be­trag zu er­fas­sen;
zur zü­gi­gen Bei­le­gung von Strei­tig­kei­ten und zu ei­nem spe­zi­el­len Pro­zess für die­je­ni­gen Strei­tig­kei­ten, die nicht in­ner­halb von fünf Ge­schäfts­ta­gen bei­ge­legt wer­den.
Art. 98 Portfoliokompression
(Art. 108 Bst. d Fin­fraG)
1Auf ei­ne Port­fo­lio­kom­pres­si­on kann ver­zich­tet wer­den, wenn sie zu kei­ner mass­ge­bli­chen Ver­rin­ge­rung des Ge­gen­par­tei­ri­si­kos füh­ren wür­de und die pflich­ti­ge Ge­gen­par­tei dies min­des­tens al­le sechs Mo­na­te do­ku­men­tiert.
2Zu kei­ner mass­ge­bli­chen Ver­rin­ge­rung des Ge­gen­par­tei­ri­si­kos führt ei­ne Port­fo­lio-kom­pres­si­on na­ment­lich dann, wenn:
das Port­fo­lio kei­ne oder nur we­ni­ge sal­die­rungs­fä­hi­ge OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te ent­hält;
sie die Wirk­sam­keit der in­ter­nen Ri­si­ko­pro­zes­se und -kon­trol­len ge­fähr­den wür­de.
3Auf ei­ne Port­fo­lio­kom­pres­si­on kann auch dann ver­zich­tet wer­den, wenn der ent­spre­chen­de Auf­wand ver­gli­chen mit der zu er­war­ten­den Ver­rin­ge­rung des Ge­gen­par­tei­ri­si­kos un­ver­hält­nis­mäs­sig wä­re.
Art. 99 Bewertung ausstehender Geschäfte
(Art. 109 Fin­fraG)
1Markt­be­din­gun­gen, die kei­ne Be­wer­tung ei­nes OTC-De­ri­vat­ge­schäfts zu Markt­prei­sen zu­las­sen, sind ge­ge­ben, wenn:
der Markt in­ak­tiv ist; oder
die Band­brei­te der plau­si­blen Zeit­wert­schät­zun­gen si­gni­fi­kant ist und die Wahr­schein­lich­kei­ten der ver­schie­de­nen Schät­zun­gen nicht ge­nü­gend be­wer­tet wer­den kön­nen.
2Ein Markt für ein OTC-De­ri­vat­ge­schäft wird als in­ak­tiv an­ge­se­hen, wenn:
die no­tier­ten Prei­se nicht oh­ne Wei­te­res und nicht re­gel­mäs­sig ver­füg­bar sind; und
die ver­füg­ba­ren Prei­se kei­ne Markt­trans­ak­tio­nen re­prä­sen­tie­ren, die re­gel­mäs­sig und un­ter marktüb­li­chen Be­din­gun­gen er­fol­gen.
3Ist ei­ne Be­wer­tung nach Mo­dell­prei­sen zu­läs­sig, so muss das Mo­dell:
al­le Fak­to­ren ein­be­zie­hen, die die Ge­gen­par­tei­en bei der Fest­le­gung ei­nes Prei­ses be­rück­sich­ti­gen wür­den, ein­sch­liess­lich ei­ner grösst­mög­li­chen Nut­zung von Markt­be­wer­tungs­in­for­ma­tio­nen;
mit an­er­kann­ten öko­no­mi­schen Ver­fah­rens­wei­sen für die Preis­be­stim­mung von Fi­nan­z­in­stru­men­ten über­ein­stim­men;
an­hand der Prei­se von be­ob­acht­ba­ren ak­tu­el­len Markt­trans­ak­tio­nen mit dem­sel­ben Fi­nan­z­in­stru­ment ka­li­briert und auf sei­ne Va­li­di­tät ge­prüft sein oder sich auf ver­füg­ba­re be­ob­acht­ba­re Markt­da­ten stüt­zen;
im Rah­men der in­ter­nen Ri­si­ko­ma­na­ge­ment­pro­zes­se un­ab­hän­gig va­li­diert und über­wacht wer­den;
ord­nungs­ge­mä­ss do­ku­men­tiert und vom Lei­tungs­or­gan, von der Ge­schäfts­lei­tung oder von ei­nem durch die­se de­le­gier­ten Ri­si­ko­aus­schuss ge­neh­migt und min­des­tens ein­mal jähr­lich über­prüft wer­den.
Art. 100 Pflicht zum Austausch von Sicherheiten
(Art. 110 Fin­fraG)
1Müs­sen Ge­gen­par­tei­en Si­cher­hei­ten aus­tau­schen, so er­folgt dies in Form:
ei­ner Er­stein­schuss­zah­lung, die ge­eig­net ist, die Trans­ak­ti­ons­part­ner vor dem po­ten­zi­el­len Ri­si­ko zu schüt­zen, dass es wäh­rend der Schlies­sung und des Er­sat­zes der Po­si­ti­on im Fal­le des Aus­falls ei­ner Ge­gen­par­tei zu Markt­preis­ver­än­de­run­gen kommt; und
ei­ner Nach­schuss­zah­lung, die ge­eig­net ist, die Trans­ak­ti­ons­part­ner vor dem lau­fen­den Ri­si­ko von Markt­preis­ver­än­de­run­gen nach Aus­füh­rung der Trans­ak­ti­on zu schüt­zen.
2Ei­ne Er­stein­schuss­zah­lung ha­ben nur Ge­gen­par­tei­en zu leis­ten, de­ren ag­gre­gier­te Mo­nats­end-Durch­schnitts­brut­to­po­si­ti­on der OTC-De­ri­va­te, die nicht über ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­net wer­den, ein­sch­liess­lich der De­ri­va­te nach Ar­ti­kel 107 Ab­satz 2 Buch­sta­be b Fin­fraG, auf Stu­fe Fi­nanz- oder Ver­si­che­rungs­grup­pe oder Kon­zern für die Mo­na­te März, April und Mai ei­nes Jah­res grös­ser ist als 8 Mil­li­ar­den Fran­ken; da­bei wer­den grup­pen­in­ter­ne Ge­schäf­te nicht mehr­fach aus der Sicht je­der Grup­pen­ge­sell­schaft ge­zählt.
3Die Pflicht nach Ab­satz 2 be­steht je­weils wäh­rend des ge­sam­ten dar­auf­fol­gen­den Ka­len­der­jah­res.
Art. 100a Ausnahmen von der Pflicht zum Austausch von Sicherheiten
1Auf einen Aus­tausch von Er­stein­schuss- und Nach­schuss­zah­lun­gen kann ver­zich­tet wer­den, wenn:
die aus­zut­au­schen­de Si­cher­heit klei­ner als 500 000 Fran­ken wä­re;
am Ge­schäft klei­ne Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en be­tei­ligt sind.
2Auf einen Aus­tausch von Er­stein­schuss­zah­lun­gen kann ver­zich­tet wer­den, wenn die­se für die Wäh­rungs­kom­po­nen­te von De­vi­sen­de­ri­va­ten zu leis­ten wä­ren, bei de­nen der No­mi­nal­be­trag und die Zin­sen in ei­ner Wäh­rung ge­gen den No­mi­nal­be­trag und die Zin­sen in ei­ner an­de­ren Wäh­rung zu ei­nem im Vor­aus be­stimm­ten Zeit­punkt und nach ei­ner im Vor­aus be­stimm­ten Me­tho­de aus­ge­tauscht wer­den.
3Ist ei­ne der Ge­gen­par­tei­en ei­nes De­ri­vat­ge­schäfts ein Emit­tent ei­ner ge­deck­ten Schuld­ver­schrei­bung oder ein Rechts­trä­ger ei­nes De­ckungs­stocks ei­ner ge­deck­ten Schuld­ver­schrei­bung, so kann die­se Ge­gen­par­tei un­ter den Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 86 Ab­satz 3 mit ih­rer Ge­gen­par­tei ver­ein­ba­ren, dass:
auf einen Aus­tausch von Er­stein­schuss­zah­lun­gen ver­zich­tet wird; oder
der Emit­tent der ge­deck­ten Schuld­ver­schrei­bung oder der Rechts­trä­ger des De­ckungs­stocks kei­ne Nach­schuss­zah­lun­gen und die Ge­gen­par­tei Nach­schuss­zah­lun­gen in bar leis­tet.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 5. Ju­li 2017, in Kraft seit 1. Aug. 2017 (AS 2017 3715).
Art. 100b Reduktion der Ersteinschusszahlungen
1Die Ge­gen­par­tei­en kön­nen die Er­stein­schuss­zah­lun­gen um höchs­tens 50 Mil­lio­nen Fran­ken re­du­zie­ren.
2Die Hö­he der Er­stein­schuss­zah­lun­gen ei­ner Ge­gen­par­tei, die ei­ner Fi­nanz- oder Ver­si­che­rungs­grup­pe oder ei­nem Kon­zern an­ge­hört, be­stimmt sich un­ter Ein­be­zug al­ler Grup­pen- oder Kon­zern­ge­sell­schaf­ten.
3Bei grup­pen- oder kon­zern­in­ter­nen Ge­schäf­ten kann die Er­stein­schuss­zah­lung um höchs­tens 10 Mil­lio­nen Fran­ken re­du­ziert wer­den.
Art. 101 Zeitpunkt der Berechnung und Leistung der Ersteinschusszahlung
1Die Er­stein­schuss­zah­lung ist erst­mals in­ner­halb ei­nes Ge­schäfts­ta­ges nach Aus­füh­rung des De­ri­vat­ge­schäfts zu be­rech­nen. Sie ist re­gel­mäs­sig, min­des­tens je­doch al­le 10 Ge­schäfts­ta­ge neu zu be­rech­nen.
2Be­fin­den sich bei­de Ge­gen­par­tei­en in der­sel­ben Zeit­zo­ne, so ist die Be­rech­nung auf der Grund­la­ge des Net­ting-Sets des Vor­ta­ges vor­zu­neh­men. Be­fin­den sich die Ge­gen­par­tei­en nicht in der­sel­ben Zeit­zo­ne, so ist die Be­rech­nung auf der Grund­la­ge der­je­ni­gen Trans­ak­tio­nen im Net­ting-Set durch­zu­füh­ren, die in der frü­he­ren der bei­den Zeit­zo­nen am Vor­tag vor 16 Uhr ge­tä­tigt wur­den.
3Die Er­stein­schuss­zah­lung ist am je­wei­li­gen Be­rech­nungs­tag nach Ab­satz 1 zu leis­ten. Für die Ab­wick­lung gel­ten die han­dels­üb­li­chen Fris­ten.
Art. 101a Zeitpunkt der Berechnung und Leistung der Nachschusszahlung
1Die Nach­schuss­zah­lun­gen sind min­des­tens an je­dem Ge­schäfts­tag neu zu be­rech­nen.
2Ba­sis der Be­rech­nung ist die Be­wer­tung des aus­ste­hen­den Ge­schäfts nach Ar­ti­kel 109 Fin­fraG. Im Üb­ri­gen ist Ar­ti­kel 101 Ab­satz 2 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.
3Die Nach­schuss­zah­lun­gen sind am je­wei­li­gen Be­rech­nungs­tag nach Ab­satz 1 zu leis­ten. Für die Ab­wick­lung gel­ten die han­dels­üb­li­chen Fris­ten.
4In Ab­wei­chung von Ab­satz 3 ist die Leis­tung von Nach­schuss­zah­lun­gen bis spä­tes­tens zwei Ge­schäfts­ta­ge nach dem Be­rech­nungs­tag zu­läs­sig, wenn:
ei­ne Ge­gen­par­tei, oh­ne zur Leis­tung ei­ner Er­stein­schuss­zah­lung ver­pflich­tet zu sein, vor dem Be­rech­nungs­tag zu­sätz­li­che Si­cher­hei­ten ge­leis­tet hat und fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:
die zu­sätz­li­chen Si­cher­hei­ten wur­den be­rech­net un­ter Be­rück­sich­ti­gung ei­nes ein­sei­ti­gen Kon­fi­den­z­in­ter­valls von 99 Pro­zent bei der Be­wer­tung der zu be­si­chern­den OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te über die re­le­van­te Nach­schuss-Ri­si­ko­pe­ri­ode,
die Nach­schuss-Ri­si­ko­pe­ri­ode be­trägt min­des­tens so vie­le Ta­ge, wie zwi­schen dem Be­rech­nungs­tag und dem Tag der Leis­tung der Nach­schuss­zah­lun­gen lie­gen, wo­bei der Be­rech­nungs­tag und der Leis­tungs­tag auch mit­zu­zäh­len sind; oder
die Ge­gen­par­tei­en Er­stein­schuss­zah­lun­gen un­ter Be­rück­sich­ti­gung ei­ner Nach­schuss-Ri­si­ko­pe­ri­ode ge­leis­tet ha­ben, die min­des­tens fol­gen­de Zeit­span­nen ab­deckt:
die Zeit­span­ne von der letz­ten Leis­tung von Nach­schuss­zah­lun­gen bis zum mög­li­chen Aus­fall der Ge­gen­par­tei zu­züg­lich der Ta­ge vom Be­rech­nungs­tag bis zum Tag der Leis­tung der Nach­schuss­zah­lung, und
die Zeit­span­ne, die schät­zungs­wei­se not­wen­dig ist, um die be­tref­fen­den OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te zu er­set­zen oder die dar­aus re­sul­tie­ren­den Ri­si­ken ab­zu­si­chern.
Art. 102 Handhabung der Ersteinschusszahlung
1Für die Er­stein­schuss­zah­lung darf kei­ne ge­gen­sei­ti­ge Auf­rech­nung er­fol­gen.
2In bar ge­leis­te­te Er­stein­schuss­zah­lun­gen müs­sen bei ei­ner Zen­tral­bank oder ei­ner von der leis­ten­den Ge­gen­par­tei un­ab­hän­gi­gen schwei­ze­ri­schen Bank oder ei­ner un­ab­hän­gi­gen aus­län­di­schen Bank, die ei­ner an­ge­mes­se­nen Re­gu­lie­rung und Auf­sicht un­ter­steht, ge­hal­ten wer­den.
3Nicht in bar ge­leis­te­te Er­stein­schuss­zah­lun­gen kön­nen von der emp­fan­gen­den Ge­gen­par­tei oder ei­nem von die­ser be­auf­trag­ten Drit­ten ge­hal­ten wer­den. Beim Drit­ten kann es sich um die leis­ten­de Ge­gen­par­tei han­deln.
4Ei­ne Wei­ter­ver­wen­dung der Er­stein­schuss­zah­lun­gen ist nicht zu­läs­sig. Aus­ge­nom­men ist die Wei­ter­ver­wen­dung von in bar ge­leis­te­ten Er­stein­schuss­zah­lun­gen durch einen ver­wah­ren­den Drit­ten, so­weit ver­trag­lich si­cher­ge­stellt ist, dass die Wei­ter­ver­wen­dung die Si­cher­heit und ih­re Ver­wert­bar­keit nicht be­ein­träch­tigt.
5Die emp­fan­gen­de Ge­gen­par­tei und der ver­wah­ren­de Drit­te ha­ben die nicht in bar emp­fan­ge­nen Er­stein­schuss­zah­lun­gen von den ei­ge­nen Ver­mö­gens­wer­ten zu tren­nen und ei­ne Tren­nungs­ver­ein­ba­rung ab­zu­sch­lies­sen. Die­se sieht ins­be­son­de­re vor, dass:
die Er­stein­schuss­zah­lung für die emp­fan­gen­de Ge­gen­par­tei im Fal­le ei­nes Kon­kur­ses oder ei­ner Zah­lungs­un­fä­hig­keit der leis­ten­den Ge­gen­par­tei um­ge­hend ver­füg­bar ist; und
die die Er­stein­schuss­zah­lung leis­ten­de Ge­gen­par­tei im Fal­le ei­nes Kon­kur­ses oder ei­ner Zah­lungs­un­fä­hig­keit der emp­fan­gen­den Ge­gen­par­tei oder des ver­wah­ren­den Drit­ten ge­nü­gend ab­ge­si­chert ist.
Art. 103 Berechnung der Ersteinschusszahlung
1Die Er­stein­schuss­zah­lung be­rech­net sich als pro­zen­tua­ler Ab­schlag auf die Brut­to­po­si­tio­nen der ein­zel­nen De­ri­vat­ge­schäf­te. De­ri­vat­ge­schäf­te, die Ge­gen­stand ei­ner zwi­schen den Ge­gen­par­tei­en ab­ge­schlos­se­nen Auf­rech­nungs­ver­ein­ba­rung bil­den («Net­ting-Set»), kön­nen zu­sam­men­ge­fasst wer­den.
2Sie be­trägt nach De­ri­va­te­ka­te­go­ri­en:
1 Pro­zent für Zins­de­ri­va­te mit ei­ner Rest­lauf­zeit von bis zu 2 Jah­ren;
2 Pro­zent für Kre­dit­de­ri­va­te mit ei­ner Rest­lauf­zeit von bis zu 2 Jah­ren und für Zins­de­ri­va­te mit ei­ner ver­blei­ben­den Rest­lauf­zeit zwi­schen 2-5 Jah­ren;
4 Pro­zent für Zins­de­ri­va­te mit ei­ner Rest­lauf­zeit von mehr als 5 Jah­ren;
5 Pro­zent für Kre­dit­de­ri­va­te mit ei­ner Rest­lauf­zeit zwi­schen 2-5 Jah­ren;
6 Pro­zent für Fremd­wäh­rungs­de­ri­va­te;
10 Pro­zent für Kre­dit­de­ri­va­te mit ei­ner Rest­lauf­zeit von mehr als 5 Jah­ren;
15 Pro­zent für Ak­ti­en-, Roh­stoff-, Wa­ren- und für al­le üb­ri­gen De­ri­va­te.
3Fällt ein Ge­schäft in mehr als ei­ne De­ri­va­te­ka­te­go­rie nach Ab­satz 2, so fällt es:
in die De­ri­va­te­ka­te­go­rie des Hauptri­si­ko­fak­tors, so­weit die­ser im be­trof­fe­nen Ge­schäft ein­deu­tig iden­ti­fi­zier­bar ist;
in die De­ri­va­te­ka­te­go­rie mit dem höchs­ten pro­zen­tua­len Ab­schlag, so­fern im be­trof­fe­nen Ge­schäft ein Hauptri­si­ko­fak­tor nicht ein­deu­tig iden­ti­fi­zier­bar ist.
4Die Er­stein­schuss­zah­lung für ein Net­ting-Set be­rech­net sich ge­mä­ss An­hang 3.
5Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en, die einen von der FIN­MA ge­neh­mig­ten Mark­tri­si­ko-Mo­del­lan­satz nach Ar­ti­kel 88 der ERV1 für die Be­rech­nung der nach Ri­si­ko ge­wich­te­ten Po­si­tio­nen oder ein von der FIN­MA ge­neh­mig­tes Markt­mo­dell nach den Ar­ti­keln 50a-50d der Auf­sichts­ver­ord­nung vom 9. No­vem­ber 20052 zur Be­rech­nung der Sol­va­bi­li­tät im Rah­men des Schwei­zer Sol­venz­test (SST) ver­wen­den, kön­nen die Er­stein­schuss­zah­lung ge­stützt dar­auf be­rech­nen, so­lan­ge sich kein in­ter­na­tio­nal har­mo­ni­sier­tes, bran­chen­weit an­er­kann­tes Stan­dard­mo­dell eta­bliert hat. Die FIN­MA re­gelt die tech­ni­schen Kri­te­ri­en, die der Mo­del­lan­satz oder das Markt­mo­dell er­fül­len muss.
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 5. Ju­li 2017, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2017 (AS 2017 3715).
Art. 104 Zulässige Sicherheiten für Ersteinschuss- und Nachschusszahlung
1Zu­läs­si­ge Si­cher­hei­ten sind:
Ba­r­ein­la­gen, ein­sch­liess­lich Kas­se­nob­li­ga­tio­nen oder ver­gleich­ba­re von ei­ner Bank emit­tier­te In­stru­men­te;
hoch­wer­ti­ge Schuld­ver­schrei­bun­gen, die von ei­ner Zen­tral­re­gie­rung, ei­ner Zen­tral­bank, ei­ner öf­fent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaft mit dem Recht zur Er­he­bung von Steu­ern, der BIZ, dem In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds, dem ESM und Mul­ti­la­te­ra­len Ent­wick­lungs­ban­ken emit­tiert wur­den;
hoch­wer­ti­ge Schuld­ver­schrei­bun­gen von Un­ter­neh­men;
hoch­wer­ti­ge Pfand­brie­fe und ge­deck­te Schuld­ver­schrei­bun­gen;
Ak­ti­en ei­nes Haupt­in­de­xes ge­mä­ss Ar­ti­kel 4 Buch­sta­be b ERV1 ein­sch­liess­lich Wan­del­an­lei­hen;
Geld­markt­fonds;
An­tei­le an Ef­fek­ten­fonds nach Ar­ti­kel 53 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 20063, wenn:
die An­tei­le täg­lich be­wer­tet wer­den, und
die Ef­fek­ten­fonds aus­sch­liess­lich in Ver­mö­gens­wer­te nach den Buch­sta­ben a-g oder in De­ri­va­te in­ves­tie­ren, die sol­che Ver­mö­gens­wer­te ab­si­chern.
2Hoch­wer­tig sind Si­cher­hei­ten, die hoch­li­qui­de sind, ei­ne ho­he Wert­be­stän­dig­keit auch in ei­ner Stress­pe­ri­ode auf­wei­sen und in­ner­halb ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist mo­ne­ta­ri­siert wer­den kön­nen.
3Wie­der­ver­brie­fungs­po­si­tio­nen sind nicht als Si­cher­hei­ten zu­ge­las­sen.
4Die Si­cher­hei­ten sind täg­lich neu zu be­wer­ten.
Art. 105 Wertabschläge auf Sicherheiten
1Der Wert der Si­cher­hei­ten ist durch Ab­schlä­ge auf dem Markt­wert nach An­hang 4 zu re­du­zie­ren.
2Ein zu­sätz­li­cher Ab­schlag von 8 Pro­zent ist vor­zu­neh­men in Fäl­len, in de­nen:
die Wäh­rung der ge­leis­te­ten Er­stein­schuss­zah­lung von der Wäh­rung ab­weicht, die für die je­wei­li­ge Be­en­di­gungs­zah­lung ver­ein­bart wur­de;
die Wäh­rung der nicht in bar ge­leis­te­ten Nach­schuss­zah­lung von den Wäh­run­gen ab­weicht, die im De­ri­vat­ver­trag, in der Net­ting-Rah­men­ver­ein­ba­rung oder im Be­si­che­rungs­an­hang für die Nach­schuss­zah­lung ver­ein­bart wur­den.1
3Ge­gen­par­tei­en dür­fen die Wert­ab­schlä­ge mit­tels ei­ge­ner Schät­zun­gen der Markt­preis­vo­la­ti­li­tät und der Wech­sel­kurs­vo­la­ti­li­tät er­mit­teln, wenn sie die qua­li­ta­ti­ven und quan­ti­ta­ti­ven Min­dest­stan­dards in An­hang 5 er­fül­len.
4Sie tref­fen Mass­nah­men, um:
Ri­si­ko­kon­zen­tra­tio­nen auf be­stimm­ten Ar­ten von Si­cher­hei­ten aus­zu­sch­lies­sen;
aus­zu­sch­lies­sen, dass die ak­zep­tier­ten Si­cher­hei­ten vom Si­che­rungs­ge­ber oder ei­nem mit ihm ver­bun­de­nen Un­ter­neh­men emit­tiert wur­den;
we­sent­li­che Kor­re­la­ti­ons­ri­si­ken aus er­hal­te­nen Si­cher­hei­ten zu ver­mei­den.
Art. 106 Grenzüberschreitende Geschäfte
(Art. 94 Abs. 2 und 107 Fin­fraG)
1Die Pflicht, bei grenz­über­schrei­ten­den Ge­schäf­ten Si­cher­hei­ten aus­zut­au­schen, be­steht un­ter Vor­be­halt der Ab­sät­ze 2, 2bis und 2ter auch dann, wenn die aus­län­di­sche Ge­gen­par­tei der aus­tausch­pflich­ti­gen Schwei­zer Ge­gen­par­tei aus­tausch­pflich­tig wä­re, wenn sie ih­ren Sitz in der Schweiz hät­te.1
2Kei­ne Si­cher­hei­ten müs­sen aus­ge­tauscht wer­den, so­fern die aus­län­di­sche Ge­gen­par­tei:
nach dem Recht die­ses Staa­tes kei­ne Si­cher­hei­ten aus­tau­schen muss.
2bisDie Schwei­zer Ge­gen­par­tei kann auf die Leis­tung von Er­stein­schuss- und Nach­schuss­zah­lun­gen an die aus­län­di­sche Ge­gen­par­tei ver­zich­ten, wenn ei­ne un­ab­hän­gi­ge recht­li­che Über­prü­fung er­ge­ben hat, dass:
die Auf­rech­nungs- oder Be­si­che­rungs­ver­ein­ba­run­gen ge­gen­über der aus­län­di­schen Ge­gen­par­tei recht­lich nicht je­der­zeit si­cher durch­setz­bar sind; oder
Ver­ein­ba­run­gen zur Tren­nung von Si­cher­hei­ten nicht in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten Stan­dards ent­spre­chen.2
2terSie kann auf die Ein­for­de­rung von Er­stein­schuss- und Nach­schuss­zah­lun­gen von der aus­län­di­schen Ge­gen­par­tei ver­zich­ten, wenn die Vor­aus­set­zun­gen nach Ab­satz 2bis Buch­sta­be a oder b er­füllt sind und:
ei­ne un­ab­hän­gi­ge recht­li­che Über­prü­fung er­ge­ben hat, dass die Ent­ge­gen­nah­me von Er­stein­schuss- oder Nach­schuss­zah­lun­gen von der aus­län­di­schen Ge­gen­par­tei im Ein­klang mit den Be­stim­mun­gen des Fin­fraG oder die­ser Ver­ord­nung nicht mög­lich wä­re; und
das Ver­hält­nis der nach In­kraft­tre­ten der Pflicht zur Ein­for­de­rung von Er­stein­schuss- und Nach­schuss­zah­lun­gen ab­ge­schlos­se­nen und aus­ste­hen­den un­be­si­cher­ten Trans­ak­tio­nen zu al­len OTC-De­ri­vat­ge­schäf­ten klei­ner ist als 2,5 Pro­zent, wo­bei grup­pen­in­ter­ne Ge­schäf­te bei der Be­rech­nung nicht mit­ein­zu­be­zie­hen sind.3
3Die üb­ri­gen Ri­si­komin­de­rungs­pflich­ten, die ein Mit­wir­ken der Ge­gen­par­tei er­for­dern wür­den, kön­nen ein­sei­tig er­füllt wer­den, so­weit dies an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards ent­spricht.
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 5. Ju­li 2017, in Kraft seit 1. Aug. 2017 (AS 2017 3715).
Art. 107 Gruppeninterne Geschäfte
(Art. 111 Fin­fraG)
1Nicht als recht­li­che Hin­der­nis­se im Sin­ne von Ar­ti­kel 111 Buch­sta­be c Fin­fraG gel­ten in­sol­venz­recht­li­che Be­stim­mun­gen.
2Im Üb­ri­gen ist Ar­ti­kel 91 an­wend­bar.
Art. 108 Beginn der Pflicht
(Art. 112 Fin­fraG)
Die Pflicht, ein De­ri­vat­ge­schäft nach Ar­ti­kel 112 Fin­fraG über einen Han­dels­platz oder ein or­ga­ni­sier­tes Han­dels­sys­tem zu han­deln (Platt­form­han­dels­pflicht), gilt, ge­rech­net ab dem Zeit­punkt, an dem sie die FIN­MA für das be­tref­fen­de De­ri­vat­ge­schäft be­kannt macht:
nach Ab­lauf von 9 Mo­na­ten: für De­ri­vat­ge­schäf­te:
die Teil­neh­mer an ei­ner be­wil­lig­ten oder an­er­kann­ten zen­tra­len Ge­gen­par­tei mit an­de­ren Fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en neu ab­sch­lies­sen, oder
die üb­ri­ge Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en, die nicht klein sind, neu un­ter­ein­an­der ab­sch­lies­sen;
nach Ab­lauf von 12 Mo­na­ten: für al­le üb­ri­gen De­ri­vat­ge­schäf­te, die neu ab­ge­schlos­sen wer­den.
Art. 109 Nicht erfasste Geschäfte
1Ge­gen­par­tei­en, die nach den Ar­ti­keln 98 Ab­satz 2 oder 99 Ab­satz 2 Fin­fraG neu platt­form­han­dels­pflich­tig wer­den, müs­sen Ge­schäf­te, die sie vor Ent­ste­hung ih­rer Pflicht ab­ge­schlos­sen ha­ben, nicht über be­wil­lig­te oder an­er­kann­te Han­del­splät­ze oder Be­trei­ber ei­nes or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tems han­deln.
2De­ri­vat­ge­schäf­te mit Ge­gen­par­tei­en nach Ar­ti­kel 94 Ab­satz 1 Fin­fraG wer­den von der Platt­form­han­dels­pflicht nicht er­fasst.
Art. 110 Handel über ausländische organisierte Handelssysteme
(Art. 95 und 112 Fin­fraG)
Die Platt­form­han­dels­pflicht kann durch Han­del über ein aus­län­di­sches or­ga­ni­sier­tes Han­dels­sys­tem er­füllt wer­den, so­weit die­ses ei­ner aus­län­di­schen Re­gu­lie­rung un­ter­steht, die von der FIN­MA in sinn­ge­mäs­ser An­wen­dung von Ar­ti­kel 41 Fin­fraG als gleich­wer­tig an­er­kannt wor­den ist.
Art. 111 Grenzüberschreitende Geschäfte
(Art. 94 Abs. 2 und 114 Fin­fraG)
Es muss bei grenz­über­schrei­ten­den Ge­schäf­ten nicht über einen Han­dels­platz oder ein or­ga­ni­sier­tes Han­dels­sys­tem ge­han­delt wer­den, so­fern die aus­län­di­sche Ge­gen­par­tei:
ih­ren Sitz in ei­nem Staat hat, des­sen Recht von der FIN­MA als gleich­wer­tig an­er­kannt wor­den ist;
nach dem Recht die­ses Staat nicht platt­form­han­dels­pflich­tig ist.
Art. 112 Gruppeninterne Geschäfte
(Art. 94 Abs. 2 und 115 Fin­fraG)
Auf die grup­pen­in­ter­nen Ge­schäf­te ist Ar­ti­kel 91 an­wend­bar.
6. Abschnitt: Dokumentation und Prüfung
Art. 113 Dokumentation
(Art. 116 Fin­fraG)
1Fi­nan­zi­el­le und Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en re­geln schrift­lich die Ab­läu­fe, mit de­nen sie die Um­set­zung der Pflich­ten si­cher­stel­len:
zur Ab­rech­nung über ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei (Art. 97 Fin­fraG);
zur Er­mitt­lung der Schwel­len­wer­te (Art. 100 Fin­fraG);
zur Mel­dung an ein Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter (Art. 104 Fin­fraG);
zur Ri­si­komin­de­rung (Art. 107 Fin­fraG);
zum Han­del über Han­del­splät­ze und or­ga­ni­sier­te Han­dels­sys­te­me (Art. 112 Fin­fraG).
2Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en, die nicht mit De­ri­va­ten han­deln wol­len, kön­nen die­sen Be­schluss schrift­lich fest­hal­ten und sind dann von der Pflicht nach Ab­satz 1 be­freit.
3Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei­en, die von an­de­ren Fi­nan­zi­el­len oder Nicht­fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en mit der Um­set­zung von de­ren Pflich­ten be­auf­tragt wer­den, re­geln die ent­spre­chen­den Ab­läu­fe ge­mä­ss Ab­satz 1 sinn­ge­mä­ss.
Art. 114 Prüfung und Anzeige
(Art. 116 und 117 Fin­fraG)
1Die Re­vi­si­ons­stel­le prüft bei Nicht­fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei­en, ob die­se Vor­keh­run­gen ge­trof­fen ha­ben, um ins­be­son­de­re die in Ar­ti­kel 113 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a-e ge­nann­ten Pflich­ten beim Han­del mit De­ri­va­ten ein­zu­hal­ten.
2Sie trägt bei der Prü­fung den Grund­sät­zen der ri­si­ko­ori­en­tier­ten Prü­fung und der We­sent­lich­keit Rech­nung.
3Die Re­vi­si­ons­stel­le nach Ar­ti­kel 727 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts (OR)1 hält das Re­sul­tat der Prü­fung im um­fas­sen­den Be­richt an den Ver­wal­tungs­rat nach Ar­ti­kel 728b Ab­satz 1 OR fest.
4Die Re­vi­si­ons­stel­le nach Ar­ti­kel 727a OR in­for­miert das ver­ant­wort­li­che Or­gan des ge­prüf­ten Un­ter­neh­mens über das Re­sul­tat der Prü­fung.
5Stellt die Re­vi­si­ons­stel­le Ver­stös­se ge­gen die Be­stim­mun­gen über den Han­del mit De­ri­va­ten fest, so hält sie die­se in der Be­richt­er­stat­tung nach den Ab­sät­zen 3 und 4 fest. Sie setzt ei­ne Frist für die Be­he­bung der ge­mel­de­ten Ver­stös­se.
6Hat die ge­prüf­te Ge­sell­schaft wäh­rend der Prüf­pe­ri­ode kei­ne De­ri­vat­ge­schäf­te ge­tä­tigt und ste­hen an de­ren En­de auch kei­ne aus, so kann die Be­richt­er­stat­tung nach den Ab­sät­zen 3 und 4 un­ter­blei­ben.
7Die Re­vi­si­ons­stel­le mel­det die Ver­stös­se dem EFD, wenn die Ge­sell­schaft die Ver­stös­se nach Ab­satz 5 nicht in­ner­halb der ge­setz­ten Frist be­hebt oder wenn sich die­se wie­der­ho­len.
(Art. 120 Fin­fraG)
1Die Be­tei­li­gungs­pa­pie­re ei­ner Ge­sell­schaft mit Sitz im Aus­land gel­ten als in der Schweiz haupt­ko­tiert, wenn die Ge­sell­schaft min­des­tens die­sel­ben Pflich­ten für die Ko­tie­rung und die Auf­recht­er­hal­tung der Ko­tie­rung an ei­ner Bör­se in der Schweiz zu er­fül­len hat wie Ge­sell­schaf­ten mit Sitz in der Schweiz.
2Die Bör­se ver­öf­fent­licht, wel­che Be­tei­li­gungs­pa­pie­re von Ge­sell­schaf­ten mit Sitz im Aus­land in der Schweiz haupt­ko­tiert sind.
3Ge­sell­schaf­ten mit Sitz im Aus­land, de­ren Be­tei­li­gungs­pa­pie­re in der Schweiz haupt­ko­tiert sind, ha­ben die ak­tu­el­le Ge­samt­zahl der aus­ge­ge­be­nen Be­tei­li­gungs­pa­pie­re und die da­mit ver­bun­de­nen Stimm­rech­te zu ver­öf­fent­li­chen.
(Art. 125 Abs. 1 Fin­fraG)
Für öf­fent­li­che Kau­f­an­ge­bo­te gilt Ar­ti­kel 115 be­tref­fend Haupt­ko­tie­rung.
(Art. 126 Abs. 5 Fin­fraG)
1Die Über­nah­me­kom­mis­si­on er­hebt bei Un­ter­brei­tung des An­ge­bots von je­dem An­bie­ter ei­ne Ge­bühr für die Prü­fung des An­ge­bots.
2Die Ge­bühr wird im Ver­hält­nis zum Wert der Trans­ak­ti­on be­rech­net:
0,5 Pro­mil­le bis zu 250 Mil­lio­nen Fran­ken;
0,2 Pro­mil­le: für den Teil zwi­schen 250 und 625 Mil­lio­nen Fran­ken;
0,1 Pro­mil­le: für den Teil, der 625 Mil­lio­nen Fran­ken über­steigt.
3Die Ge­bühr be­trägt min­des­tens 50 000 Fran­ken und höchs­tens 250 000 Fran­ken. In be­son­de­ren Fäl­len kann die Ge­bühr, je nach Um­fang und Schwie­rig­keit der Trans­ak­ti­on, um bis zu 50 Pro­zent ver­min­dert oder er­höht wer­den.
4Wer­den Ef­fek­ten zum Tausch an­ge­bo­ten, die an ei­ner Bör­se ko­tiert sind, so wird der Ge­samt­be­trag des An­ge­bots auf­grund des vo­lu­men­ge­wich­te­ten Durch­schnitts­kur­ses der börs­li­chen Ab­schlüs­se der letz­ten 60 Bör­sen­ta­ge vor der Un­ter­brei­tung des An­ge­bots be­zie­hungs­wei­se der Vor­an­mel­dung an die Über­nah­me­kom­mis­si­on er­mit­telt. Für nicht li­qui­de oder nicht ko­tier­te Ef­fek­ten wird die Ge­bühr auf­grund der Be­wer­tung durch die Prüf­stel­le er­mit­telt.
5In be­son­de­ren Fäl­len, na­ment­lich wenn die Ziel­ge­sell­schaft oder ei­ne qua­li­fi­zier­te Ak­tio­nä­rin oder ein qua­li­fi­zier­ter Ak­tio­när der Über­nah­me­kom­mis­si­on be­son­de­ren Auf­wand ver­ur­sacht, kann die Über­nah­me­kom­mis­si­on auch die Ziel­ge­sell­schaft oder die qua­li­fi­zier­te Ak­tio­nä­rin oder den qua­li­fi­zier­ten Ak­tio­när zur Ent­rich­tung ei­ner Ge­bühr ver­pflich­ten. Die­se be­trägt min­des­tens 20 000 Fran­ken, höchs­tens aber die Ge­bühr, die der An­bie­ter zu be­zah­len hat.
1Die Über­nah­me­kom­mis­si­on er­hebt auch ei­ne Ge­bühr, wenn sie in an­de­ren Über­nah­me­sa­chen ent­schei­det, ins­be­son­de­re über das Be­ste­hen ei­ner An­ge­bots­pflicht. Sie kann auch für die Prü­fung von Aus­kunft­s­er­su­chen ei­ne Ge­bühr er­he­ben.
2Die Ge­bühr be­trägt je nach Um­fang und Schwie­rig­keit des Fal­les bis zu 50 000 Fran­ken.
3Falls die Ge­such­stel­le­rin oder der Ge­such­stel­ler ein An­ge­bot un­ter­brei­tet, nach­dem ein Aus­schuss ent­schie­den hat, so kann die Über­nah­me­kom­mis­si­on die­se Ge­bühr von der in Ar­ti­kel 117 vor­ge­se­he­nen Ge­bühr in Ab­zug brin­gen.
Die Über­nah­me­kom­mis­si­on kann von je­der Par­tei einen Vor­schuss in der Hö­he der vor­aus­sicht­li­chen Ge­bühr ver­lan­gen.
(Art. 137 Abs. 1 Fin­fraG)
Zur Fest­stel­lung, ob der Grenz­wert von 98 Pro­zent nach Ar­ti­kel 137 Ab­satz 1 Fin­fraG über­schrit­ten ist oder nicht, wer­den ne­ben den di­rekt ge­hal­te­nen Ak­ti­en auch die Ak­ti­en be­rück­sich­tigt:
de­ren Stimm­rech­te ru­hen;
die der An­bie­ter im Zeit­punkt des Ge­suchs um Kraft­los­er­klä­rung in­di­rekt oder in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che mit Drit­ten hält.
(Art. 137 Fin­fraG)
1Er­hebt der An­bie­ter ge­gen die Ge­sell­schaft Kla­ge zwecks Kraft­los­er­klä­rung der rest­li­chen Be­tei­li­gungs­pa­pie­re, so macht dies das Ge­richt öf­fent­lich be­kannt und es weist die rest­li­chen Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre dar­auf hin, dass sie dem Ver­fah­ren bei­tre­ten kön­nen. Es setzt da­für ei­ne Frist von min­des­tens drei Mo­na­ten fest. Die Frist be­ginnt am Tag der ers­ten Be­kannt­ma­chung.
2Die Be­kannt­ma­chung ist drei­mal im Schwei­ze­ri­schen Han­delsamts­blatt zu ver­öf­fent­li­chen. In be­son­de­ren Fäl­len kann das Ge­richt noch in an­de­rer Wei­se für an­ge­mes­se­ne Ver­öf­fent­li­chung sor­gen.
3Tre­ten Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre dem Ver­fah­ren bei, so sind sie in ih­ren Pro­zess­hand­lun­gen von der be­klag­ten Ge­sell­schaft un­ab­hän­gig.
4Die Kraft­los­er­klä­rung ist so­fort im Schwei­ze­ri­schen Han­delsamts­blatt, nach Er­mes­sen des Ge­richts auch an­der­wei­tig, zu ver­öf­fent­li­chen.
(Art. 142 Abs. 2 und 143 Abs. 2 Fin­fraG)
Die Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels le­gen fest, in wel­chen Fäl­len Ver­hal­tens­wei­sen zu­läs­sig sind, die un­ter die Ar­ti­kel 142 Ab­satz 1 und 143 Ab­satz 1 Fin­fraG fal­len.
1Der Rück­kauf ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­pa­pie­re im Rah­men ei­nes öf­fent­li­chen Rück­kau­f­an­ge­bots (Rück­kauf­pro­gramm) zum Markt­preis, der un­ter die Ar­ti­kel 142 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und 143 Ab­satz 1 Fin­fraG fällt, ist un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 124 zu­läs­sig, wenn:
das Rück­kauf­pro­gramm höchs­tens drei Jah­re dau­ert;
der Um­fang der Rück­käu­fe ge­samt­haft 10 Pro­zent des Ka­pi­tals und der Stimm­rech­te und 20 Pro­zent des frei han­del­ba­ren An­teils der Be­tei­li­gungs­pa­pie­re nicht über­steigt;
der Um­fang der Rück­käu­fe pro Tag 25 Pro­zent des Ta­ges­vo­lu­mens nicht über­steigt, das wäh­rend dreis­sig Ta­gen vor der Ver­öf­fent­li­chung des Rück­kauf­pro­gramms auf der or­dent­li­chen Han­dels­li­nie durch­schnitt­lich ge­han­delt wur­de;
der Kauf­preis nicht hö­her ist als:
der letz­te un­ab­hän­gig er­ziel­te Ab­schluss­preis auf der or­dent­li­chen Han­dels­li­nie, oder
der ge­gen­wär­tig bes­te un­ab­hän­gi­ge An­ge­bots­preis auf der or­dent­li­chen Han­dels­li­nie, so­fern die­ser un­ter dem Preis nach Zif­fer 1 liegt;
wäh­rend Han­dels­un­ter­brü­chen so­wie der Er­öff­nungs- oder der Schlussauk­ti­on kei­ne Kur­se ge­stellt wer­den;
Ver­käu­fe ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­pa­pie­re wäh­rend des Rück­kauf­pro­gramms aus­sch­liess­lich zur Er­fül­lung von Mit­ar­bei­ter­be­tei­li­gungs­pro­gram­men er­fol­gen oder die fol­gen­den Be­din­gun­gen er­fül­len:
sie wer­den am Bör­sen­tag nach de­ren Vor­nah­me der Bör­se ge­mel­det,
sie wer­den spä­tes­tens am fünf­ten Bör­sen­tag nach de­ren Vor­nah­me vom Emit­ten­ten ver­öf­fent­licht, und
sie über­stei­gen pro Tag den Um­fang von 5 Pro­zent des Ta­ges­vo­lu­mens nicht, das wäh­rend dreis­sig Ta­gen vor der Ver­öf­fent­li­chung des Rück­kauf­pro­gramms auf der or­dent­li­chen Han­dels­li­nie durch­schnitt­lich ge­han­delt wur­de;
der we­sent­li­che In­halt des Rück­kauf­pro­gramms mit­tels Rück­kau­fin­se­rat vor Be­ginn des Rück­kauf­pro­gramms ver­öf­fent­licht wird und wäh­rend der ge­sam­ten Dau­er des Rück­kauf­pro­gramms öf­fent­lich zu­gäng­lich bleibt; und
die ein­zel­nen Rück­käu­fe der Bör­se als Teil des Rück­kauf­pro­gramms spä­tes­tens am fünf­ten Bör­sen­tag nach dem Rück­kauf ge­mel­det und vom Emit­ten­ten ver­öf­fent­licht wer­den.
2Der Rück­kauf ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­pa­pie­re im Rah­men ei­nes Rück­kauf­pro­gramms zum Fest­preis oder durch die Aus­ga­be von Put-Op­tio­nen, der un­ter die Ar­ti­kel 142 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und 143 Ab­satz 1 Fin­fraG fällt, ist un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 124 zu­läs­sig, wenn:
das Rück­kauf­pro­gramm min­des­tens zehn Bör­sen­ta­ge dau­ert;
die ein­zel­nen Rück­käu­fe spä­tes­tens einen Bör­sen­tag nach En­de des Rück­kauf­pro­gramms vom Emit­ten­ten ver­öf­fent­licht wer­den.
3Die Über­nah­me­kom­mis­si­on kann im Ein­zel­fall Rück­käu­fe in ei­nem grös­se­ren Um­fang als nach den Ab­sät­zen 1 Buch­sta­ben b und c und 2 Buch­sta­be b vor­ge­se­hen be­wil­li­gen, wenn dies mit den In­ter­es­sen der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ver­ein­bar ist.
4Es wird ver­mu­tet, dass die Ar­ti­kel 142 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und 143 Ab­satz 1 Fin­fraG nicht ver­letzt sind, wenn der auf ei­ner se­pa­ra­ten Han­dels­li­nie be­zahl­te Kauf­preis ma­xi­mal 2 Pro­zent hö­her ist als:
der letz­te er­ziel­te Ab­schluss­preis auf der or­dent­li­chen Han­dels­li­nie; oder
der ge­gen­wär­tig bes­te An­ge­bots­preis auf der or­dent­li­chen Han­dels­li­nie, so­fern die­ser un­ter dem Preis nach Buch­sta­be a liegt.
1Ar­ti­kel 123 Ab­sät­ze 1 und 2 fin­den kei­ne An­wen­dung auf den Rück­kauf ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­pa­pie­re, wenn das Rück­kauf­pro­gramm an­ge­kün­digt oder der Rück­kauf ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­pa­pie­re vor­ge­nom­men wird:
wäh­rend der Emit­tent die Be­kannt­ga­be ei­ner kurs­re­le­van­ten Tat­sa­che ge­mä­ss den Be­stim­mun­gen der Bör­se auf­schiebt;
wäh­rend zehn Bör­sen­ta­gen vor der öf­fent­li­chen Be­kannt­ga­be von Fi­nan­z­er­geb­nis­sen; oder
mehr als neun Mo­na­te nach dem Stich­tag des letz­ten ver­öf­fent­lich­ten kon­so­li­dier­ten Ab­schlus­ses.
2Vor­be­hal­ten bleibt der Rück­kauf zum Markt­preis durch:
einen Ef­fek­ten­händ­ler, der vor der Er­öff­nung des Rück­kauf­pro­gramms be­auf­tragt wur­de und sei­ne Ent­schei­de oh­ne Be­ein­flus­sung durch den Emit­ten­ten in­ner­halb der von die­ser vor­ge­ge­be­nen Pa­ra­me­ter trifft;
ei­ne Han­dels­ein­heit, die mit In­for­ma­ti­ons­bar­rie­ren ge­schützt wird, so­fern es sich beim Emit­ten­ten um einen Ef­fek­ten­händ­ler han­delt.
3Die Pa­ra­me­ter ge­mä­ss Ab­satz 2 Buch­sta­be a müs­sen vor der Ver­öf­fent­li­chung des Rück­kau­f­an­ge­bots fest­ge­legt wor­den sein und kön­nen wäh­rend der Dau­er des Rück­kauf­pro­gramms ein­mal im Mo­nat an­ge­passt wer­den. Wer­den die Pa­ra­me­ter in­ner­halb ei­ner der Fris­ten nach Ab­satz 1 fest­ge­legt oder an­ge­passt, so darf der Rück­kauf erst nach ei­ner War­te­frist von 90 Ta­gen vor­ge­nom­men wer­den.
Das Rück­kau­fin­se­rat nach Ar­ti­kel 123 Ab­satz 1 Buch­sta­be g und Ab­satz 2 Buch­sta­be c muss min­des­tens fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:
In­for­ma­tio­nen zum Emit­ten­ten, ins­be­son­de­re zu:
sei­ner Iden­ti­tät,
dem aus­ge­ge­be­nen Ka­pi­tal,
sei­ner Be­tei­li­gung am ei­ge­nen Ka­pi­tal,
den Ak­tio­närs­be­tei­li­gun­gen nach Ar­ti­kel 120 Fin­fraG;
Art, Zweck und Ge­gen­stand des Rück­kauf­pro­gramms;
den Zeit­plan.
Ef­fek­ten­ge­schäf­te, die bezwe­cken, den Kurs ei­ner Ef­fek­te, die an ei­ner Bör­se in der Schweiz zum Han­del zu­ge­las­sen ist, zu sta­bi­li­sie­ren und un­ter die Ar­ti­kel 142 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und 143 Ab­satz 1 Fin­fraG fal­len, sind zu­läs­sig, wenn:
sie in­ner­halb von 30 Ta­gen nach der öf­fent­li­chen Plat­zie­rung der zu sta­bi­li­sie­ren­den Ef­fek­te ge­tä­tigt wer­den;
sie höchs­tens zum Emis­si­ons­preis oder, beim Han­del mit Be­zugs- oder Wan­del­rech­ten, höchs­tens zum Markt­preis ge­tä­tigt wer­den;
die Dau­er, wäh­rend der die Ef­fek­ten­ge­schäf­te längs­tens ge­tä­tigt wer­den kön­nen, und der für ih­re Tä­ti­gung zu­stän­di­ge Ef­fek­ten­händ­ler vor Auf­nah­me des Han­dels mit der zu sta­bi­li­sie­ren­den Ef­fek­te ver­öf­fent­licht wer­den;
sie der Bör­se spä­tes­tens am fünf­ten Bör­sen­tag nach der Vor­nah­me ge­mel­det und vom Emit­tent spä­tes­tens am fünf­ten Bör­sen­tag nach Ab­lauf der Frist ge­mä­ss Buch­sta­be a ver­öf­fent­licht wer­den; und
der Emit­tent die Öf­fent­lich­keit spä­tes­tens am fünf­ten Bör­sen­tag nach der Aus­übung ei­ner Mehr­zu­tei­lungs­op­ti­on über den Zeit­punkt der Aus­übung so­wie die An­zahl und die Art der be­trof­fe­nen Ef­fek­ten in­for­miert.
1Fol­gen­de Ef­fek­ten­ge­schäf­te sind auch dann zu­läs­sig, wenn sie un­ter die Ar­ti­kel 142 Ab­satz 1 Buch­sta­be a und 143 Ab­satz 1 Fin­fraG fal­len:
Ef­fek­ten­ge­schäf­te zur Um­set­zung des ei­ge­nen Ent­schlus­ses, ein Ef­fek­ten­ge­schäft zu tä­ti­gen, ins­be­son­de­re der Er­werb von Ef­fek­ten der Ziel­ge­sell­schaft durch den po­ten­zi­el­len An­bie­ter im Hin­blick auf die Ver­öf­fent­li­chung ei­nes öf­fent­li­chen Kau­f­an­ge­bots, vor­aus­ge­setzt der Ent­schluss wur­de nicht auf­grund ei­ner In­si­de­r­in­for­ma­ti­on ge­fasst;
Ef­fek­ten­ge­schäf­te, so­weit sie im Rah­men öf­fent­li­cher Auf­ga­ben und nicht zu An­la­ge­zwe­cken ge­tä­tigt wer­den von:
Bund, Kan­to­nen oder Ge­mein­den,
der SNB,
der BIZ, und
mul­ti­la­te­ra­len Ent­wick­lungs­ban­ken ge­mä­ss Ar­ti­kel 63 Ab­satz 2 Buch­sta­be c der ERV1.
2Ab­satz 1 kann auch für Ef­fek­ten­ge­schäf­te an­wend­bar er­klärt wer­den, die von fol­gen­den Stel­len ge­tä­tigt wer­den, vor­aus­ge­setzt die Ge­schäf­te wer­den im Rah­men öf­fent­li­cher Auf­ga­ben und nicht zu An­la­ge­zwe­cken ge­tä­tigt, es wird Ge­gen­recht ge­währt und ei­ne Aus­nah­me steht nicht im Wi­der­spruch zum Ge­set­zes­zweck:
der ESM.
3Das EFD ver­öf­fent­licht ei­ne Lis­te der Stel­len, die un­ter Ab­satz 2 fal­len.
(Art. 142 Abs. 2 Fin­fraG)
Die Mit­tei­lung ei­ner In­si­de­r­in­for­ma­ti­on an ei­ne Per­son fällt nicht un­ter Ar­ti­kel 142 Ab­satz 1 Buch­sta­be b Fin­fraG, wenn:
die­se Per­son zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen oder ver­trag­li­chen Pflich­ten auf die Kennt­nis der In­si­de­r­in­for­ma­ti­on an­ge­wie­sen ist; oder
die Mit­tei­lung im Hin­blick auf den Ab­schluss ei­nes Ver­tra­ges un­er­läss­lich ist und die In­for­ma­ti­ons­in­ha­be­rin oder der In­for­ma­ti­ons­in­ha­ber:
die In­for­ma­ti­ons­emp­fän­ge­rin oder den In­for­ma­ti­ons­emp­fän­ger dar­auf hin­weist, dass die In­si­de­r­in­for­ma­ti­on nicht aus­genützt wer­den darf, und
die Wei­ter­ga­be der In­si­de­r­in­for­ma­ti­on und den Hin­weis nach Zif­fer 1 do­ku­men­tiert.
4. Titel: Übergangs- und Schlussbestimmungen
Art. 129 Finanzmarktinfrastrukturen
1Die Pflich­ten nach den Ar­ti­keln 27, 28 Ab­sät­ze 2-4, 30 Ab­sät­ze 2 und 3, 31, 40 zwei­ter Satz und 41-43 sind spä­tes­tens ab dem 1. Ja­nu­ar 2018 zu er­fül­len.2
1bisDie Auf­zeich­nungs- und Mel­de­pflich­ten nach den Ar­ti­keln 36 Ab­satz 2 und 37 Ab­sät­ze 1 Buch­sta­be d und 2 sind spä­tes­tens ab dem 1. Ok­to­ber 2018 zu er­fül­len. Zwi­schen dem 1. Ja­nu­ar 2018 und dem 30. Sep­tem­ber 2018 ein­ge­tre­te­ne Sach­ver­hal­te, wel­che un­ter die­se Pflich­ten fal­len, sind bis spä­tes­tens 31. De­zem­ber 2018 nach­füh­rend auf­zu­zeich­nen und nach­zu­mel­den.3
1terAus­län­di­sche Zweignie­der­las­sun­gen von schwei­ze­ri­schen Ef­fek­ten­händ­lern und aus­län­di­sche Teil­neh­mer an ei­nem Han­dels­platz ha­ben ih­re Pflich­ten nach den Ar­ti­keln 36 Ab­satz 2 und 37 Ab­sät­ze 1 Buch­sta­be d und 2 spä­tes­tens ab dem 1. Ja­nu­ar 2019 zu er­fül­len.4
2Die Aus­nah­me von der Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 37 Ab­satz 4 kann bis zum 31. De­zem­ber 2017 oh­ne ei­ne Ver­ein­ba­rung nach Ar­ti­kel 32 Ab­satz 3 Fin­fraG oder oh­ne einen In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen der FIN­MA und der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­de in An­spruch ge­nom­men wer­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2703).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 5. Ju­li 2017, in Kraft seit 1. Aug. 2017 (AS 2017 3715).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 5. Ju­li 2017, in Kraft seit 1. Aug. 2017 (AS 2017 3715).
Art. 130 Meldung an ein Transaktionsregister
1Die Pflicht zur Mel­dung an ein Trans­ak­ti­ons­re­gis­ter nach Ar­ti­kel 104 Fin­fraG muss spä­tes­tens er­füllt wer­den:
nach 6 Mo­na­ten, ge­rech­net ab der ers­ten Be­wil­li­gung oder An­er­ken­nung ei­nes Trans­ak­ti­ons­re­gis­ters durch die FIN­MA: für zu die­sem Zeit­punkt of­fe­ne De­ri­vat­ge­schäf­te, wenn die zur Mel­dung ver­pflich­te­te Per­son kei­ne klei­ne Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei oder ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei ist;
nach 9 Mo­na­ten, ge­rech­net ab der ers­ten Be­wil­li­gung oder An­er­ken­nung ei­nes Trans­ak­ti­ons­re­gis­ters durch die FIN­MA: für zu die­sem Zeit­punkt of­fe­ne De­ri­vat­ge­schäf­te, wenn die zur Mel­dung ver­pflich­te­te Per­son ei­ne klei­ne Fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei oder ei­ne Nicht­fi­nan­zi­el­le Ge­gen­par­tei ist, die nicht klein ist;
ab dem 1. Ja­nu­ar 2024: für zu die­sem Zeit­punkt of­fe­ne De­ri­vat­ge­schäf­te in al­len üb­ri­gen Fäl­len.1
2Für die Mel­dung von De­ri­vat­ge­schäf­ten, die über Han­del­splät­ze oder den Be­trei­ber ei­nes or­ga­ni­sier­ten Han­dels­sys­tems ge­han­delt wur­den, ver­län­gern sich die Fris­ten nach Ab­satz 1 um je­weils 6 Mo­na­te.
3In be­son­de­ren Fäl­len kann die FIN­MA die Fris­ten nach die­sem Ar­ti­kel er­stre­cken.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3377).
Art. 131 Risikominderungspflichten
1Die Pflich­ten zur recht­zei­ti­gen Be­stä­ti­gung, Port­fo­lio­ab­stim­mung, Streit­bei­le­gung und Port­fo­lio­kom­pres­si­on nach Ar­ti­kel 108 Buch­sta­ben a-d Fin­fraG gel­ten ge­rech­net ab dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung:
nach 12 Mo­na­ten: für zu die­sem Zeit­punkt of­fe­ne De­ri­vat­ge­schäf­te un­ter Ge­gen­par­tei­en, die nicht klein sind, so­wie für zu die­sem Zeit­punkt of­fe­ne De­ri­vat­ge­schäf­te mit ei­ner klei­nen Fi­nan­zi­el­len Ge­gen­par­tei;
nach 18 Mo­na­ten: für al­le üb­ri­gen zu die­sem Zeit­punkt of­fe­nen De­ri­vat­ge­schäf­te.
2Die Pflicht zur Be­wer­tung of­fe­ner De­ri­vat­ge­schäf­te nach Ar­ti­kel 109 Fin­fraG gilt ge­rech­net ab In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung nach 12 Mo­na­ten für zu die­sem Zeit­punkt of­fe­ne De­ri­vat­ge­schäf­te.
3Die Pflicht zum Aus­tausch von Si­cher­hei­ten nach Ar­ti­kel 110 Fin­fraG gilt nur für De­ri­vat­ge­schäf­te, die nach Ent­ste­hen der Pflich­ten nach den Ab­sät­zen 4-5bis ab­ge­schlos­sen wer­den.1
4Die Pflicht zum Aus­tausch von Nach­schuss­zah­lun­gen gilt:
ab dem 1. Sep­tem­ber 2016: für Ge­gen­par­tei­en, de­ren ag­gre­gier­te Mo­nats­end-Durch­schnitts­brut­to­po­si­ti­on der nicht zen­tral ab­ge­rech­ne­ten OTC-De­ri­va­te auf Stu­fe Fi­nanz- oder Ver­si­che­rungs­grup­pe oder Kon­zern für die Mo­na­te März, April und Mai 2016 je­weils grös­ser ist als 3000 Mil­li­ar­den Fran­ken;
ab dem 1. Sep­tem­ber 2017: für al­le an­de­ren Ge­gen­par­tei­en.
5Die Pflicht zum Aus­tausch der Er­stein­schuss­zah­lung gilt für Ge­gen­par­tei­en, de­ren ag­gre­gier­te Mo­nats­end-Durch­schnitts­brut­to­po­si­ti­on der nicht zen­tral ab­ge­rech­ne­ten OTC-De­ri­va­te auf Stu­fe Fi­nanz- oder Ver­si­che­rungs­grup­pe oder Kon­zern:
für die Mo­na­te März, April und Mai 2016 je­weils grös­ser ist als 3000 Mil­li­ar­den Fran­ken: ab dem 1. Sep­tem­ber 2016;
für die Mo­na­te März, April und Mai 2017 je­weils grös­ser ist als 2250 Mil­li­ar­den Fran­ken: ab dem 1. Sep­tem­ber 2017;
für die Mo­na­te März, April und Mai 2018 je­weils grös­ser ist als 1500 Mil­li­ar­den Fran­ken: ab dem 1. Sep­tem­ber 2018;
für die Mo­na­te März, April und Mai 2019 je­weils grös­ser ist als 750 Mil­li­ar­den Fran­ken: ab dem 1. Sep­tem­ber 2019;
für die Mo­na­te März, April und Mai 2020 je­weils grös­ser ist als 8 Mil­li­ar­den Fran­ken: ab dem 1. Sep­tem­ber 2020.2
5bisDie Pflicht zum Aus­tausch von Si­cher­hei­ten für nicht zen­tral ab­ge­rech­ne­te OTC-De­ri­vat­ge­schäf­te, bei de­nen es sich um Op­tio­nen auf ein­zel­ne Ak­ti­en, In­de­x­op­tio­nen oder ähn­li­che Ak­ti­en­de­ri­va­te wie De­ri­va­te auf Ak­ti­en­kör­be han­delt, gilt ab dem 4. Ja­nu­ar 2020.3
6Die FIN­MA kann die Fris­ten nach die­sem Ar­ti­kel er­stre­cken, um an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards und der aus­län­di­schen Recht­s­ent­wick­lung Rech­nung zu tra­gen.
Art. 132 Prüfung
Die Pflicht nach Ar­ti­kel 114 zur Prü­fung durch die Re­vi­si­ons­stel­len gilt nach 12 Mo­na­ten ge­rech­net ab dem In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung.
Art. 133 Vorsorgeeinrichtungen und Anlagestiftungen
1Für Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen und An­la­ge­stif­tun­gen nach den Ar­ti­keln 48-60a des Bun­des­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19822 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge gilt die Ab­rech­nungs­pflicht nach Ar­ti­kel 97 Fin­fraG bis zum 31. Au­gust 2019 nicht für De­ri­vat­ge­schäf­te, die sie im Sin­ne von Ar­ti­kel 87 zur Re­du­zie­rung von Ri­si­ken ein­ge­hen.3
2Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern kann die Frist nach Ab­satz 1 er­stre­cken, um an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards und der aus­län­di­schen Recht­s­ent­wick­lung Rech­nung zu tra­gen.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des EDI vom 26. Ju­li 2018, in Kraft seit 16. Aug. 2018 (AS 2018 2995).
Art. 134 Änderung anderer Erlasse
Die Än­de­rung an­de­rer Er­las­se wird im An­hang 1 ge­re­gelt.
Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 2016 in Kraft.

References: Art. 3

Art. 4

Art. 5

Art. 6

Art. 7

Art. 8

Art. 9

Art. 10

Art. 12

Art. 13

Art. 14

Art. 15

Art. 16

Art. 17

Art. 18

Art. 19

Art. 20

Art. 21

Art. 22

Art. 23

Art. 24

Art. 25

Art. 26

Art. 27

Art. 28

Art. 29

Art. 31

Art. 32

Art. 33

Art. 34

Art. 35

Art. 36

Art. 37

Art. 38

Art. 39

Art. 40

Art. 41

Art. 42

Art. 43

Art. 44

Art. 45

Art. 46

Art. 47

Art. 48

Art. 49

Art. 50

Art. 51

Art. 53

Art. 54

Art. 55

Art. 56

Art. 57

Art. 58

Art. 59

Art. 60

Art. 61

Art. 62

Art. 63

Art. 64

Art. 65

Art. 66

Art. 67

Art. 68

Art. 70

Art. 71

Art. 72

Art. 73

Art. 74

Art. 75

Art. 76

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Art. 79

Art. 80

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Art. 85

Art. 86

Art. 87

Art. 88

Art. 89

Art. 90

Art. 91

Art. 92

Art. 93

Art. 94

Art. 95

Art. 96

Art. 97

Art. 98

Art. 99

Art. 100

Art. 100

Art. 100

Art. 101

Art. 101

Art. 102

Art. 103

Art. 104

Art. 105

Art. 106

Art. 107

Art. 108

Art. 109

Art. 110

Art. 111

Art. 112

Art. 113

Art. 114

Art. 129

Art. 130

Art. 131

Art. 132

Art. 133

Art. 134