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Timestamp: 2017-12-12 23:36:41+00:00

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Höhe des Zauns (Nachbarschaftsrecht) - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.de Nachbarschaftsrecht Höhe des Zauns
18.08.2007 22:44 |
Wir haben folgende Gemengelage: Im letzten Jahr haben wir ein Doppelhaus in NRW (Duesseldorf) errichtet, das sich in leichter Hanglage befindet. Wir sind die "Unterlieger".
In einer Nacht- und Nebelaktion (während der Bauzeit und wir in Urlaub waren) haben die Nachbarn ihren Garten herrichten und anschütten lassen, um ihre Schräglage zu beseitigen. Wir waren uns im vorhinein nur einig, daß ein Maschendrahtzaun auf der Grundstücksgrenze errichtet werden soll, aber es wurden keine konkreten Einzelheiten über Höhe etc. getroffen. Wir wurden nicht darüber informiert, daß angeschüttet werden sollte. Es wurden beim Nachbarn auch keine L-Steine oder ähnliches zum Abstützen gesetzt. Es wurde keine schriftliche Absprache getroffen. Als wir aus dem Urlaub kamen, war der Garten nebenan angeschüttet und der Maschendrahtzaun quasi auf dem Angeschütteten errichtet. Der Zaun hat eine Höhe von 1,60 m und ist in Höhe der Terrasse auch 1,60 m hoch. Wenn wir weiter in unseren Garten hineingehen, der nun etwas abfällt, wird der Zaun natürlich höher, weil er auf dem Angeschütteten steht. Am Ende unseres Gartens ist der Zaun auf dem Angeschütteten über 2,0 m hoch. Wenn ich also auf dem Rasen stehe, dann ist der Zaun optisch dort 40 bis 50 cm höher als hinten an der Terrasse. Bisher haben wir uns nicht so viele Gedanken gemacht, aber heute wurde vom Nachbarn auf seiner Seite eine "optisch sehr ansprechende" Bambusmatte angebracht. Diese überragt nun auch noch den Zaun um 20 cm, so daß wir nun hinten im Garten immer weniger Licht haben und vor allen Dingen auf diese hohe Mattenwand blicken. Außerdem hat der Nachbar auf seiner Seite, mit ca. 50 cm Abstand vom Maschendrahtzaun eine Buchenhecke gepflanzt, die, wenn sie groß ist, noch mehr Licht wegnimmt. Mal angenommen, der Nachbar läßt sie auf seiner Seite 2 m hoch wachsen, dann haben wir im hinteren Garten schon eine gigantische Wand von 2,50 m vor uns.
Müssen wir die Höhe des Zauns hinnehmen oder haben wir einen Anspruch darauf, daß der Zaun mit abfallendem Grundstück auch niedriger werden muß?
Wie hoch darf die Buchenhecke auf der anderen Seite denn werden?
Und müssen wir uns an den Kosten für die mögliche Herabsetzung des Zauns beteiligen? Die Nachbarn haben uns im vorhinein nicht gefragt und einfach gemacht. Der Gartenbauer hat uns dann die hälftige Rechnung geschickt.
Bei dem Zaun handelt es sich um eine sog. Einfriedung.
Nach § 35 NachbarrechtsG NRW muss die Einfriedigung ortsüblich sein.
Lässt sich eine ortsübliche Einfriedigung nicht feststellen, so ist eine etwa 1,20 m hohe Einfriedigung zu errichten.
Ich kann von hieraus leider nicht beurteilen, ob sich bei Ihnen eine ortsübliche Einfriedung nicht feststellen lässt, da nach der Rechtsprechung der Obergerichte bei der Ortsüblichkeit einer Einfriedung ein Gesamtbild zu berücksichtigen ist. Es kommt daher immer auf den Gesamteindruck an.
Hinsichtlich der Grenzabstände sieht § 42 NachbarrechtsG NRW weiter vor, dass mit Hecken über 2 m Höhe 1,00 m und solche bis zu 2 m Höhe 0,50 m Abstand von der Grenze einzuhalten sind.
Insofern ist der von Ihnen mitgeteilte Abstand wohl nicht zu beanstanden.
Das NachbarrechtsG NRW enthält keine Regelungen über etwa zulässige Höhen von Hecken.
Wenn von einer Höhe der Einfriedung von ca. 1.20 m auszugehen ist, haben Sie sich an den Kosten der Herabsetzung des Zaunes durch den Nachbarn selbstredend nicht zu beteiligen.
Die hälftige Kostenbeteiligung hinsichtlich der Errichtung der Einfriedung ergibt sich aus § 37 NachbarrechtsG NRW.
Ich empfehle Ihnen abschließend einen auf Nachbarrecht spezialisierten Kollegen vor Ort zu beauftragen, da es hier um die Frage geht, ob die Einfriedung des Nachbarn ortsüblich ist oder nicht.
Hierbei ist anwaltiche Beratung sinnvoll, gerade auch deshalb, um die eigene Rechtsposition gegenüber dem Nachbarn zu vertreten.
§ 35 NachbarrechtsG NRW - Beschaffenheit
* a). das Grundstück bebaut oder gewerblich genutzt wird und es in dem im Zusammenhang bebauten Ortsteil liegt oder
* b). das Grundstück in den im Zusammenhang bebauten Ortsteil hineingewachsen ist oder in einem Bebauungsplan als Bauland festgesetzt wird und der Eigentümer oder sein Rechtsvorgänger die Errichtung der Einfriedigung verlangt hatte.
§ 42 NachbarrechtsG NRW - Grenzabstände für Hecken
* a). über 2 m Höhe 1,00 m,
* b). und bis zu 2 m Höhe 0,50 m,
§ 43 NachbarrechtsG NRW - Verdoppelung der Abstände
* a). landwirtschaftlich, gärtnerisch oder durch Weinbau genutzt oder zu diesen Zwecken vorübergehend nicht genutzt sind und im Außenbereich (§19 Abs. 2 des Bundesbaugesetzes) liegen oder
* b). durch Bebauungsplan der landwirtschaftlichen, gärtnerischen oder weinbaulichen Nutzung vorbehalten sind.
Nachbarschaftsrecht - Plane an Zaun und Weidensichtschutz 180cm Höhe angebunden
Maximale Höhe von Tannenbäumen an der Grundstücksgrenze
Höhe einer Spaliervorrichtung am Gartenzaun
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References: § 35
 § 42
 § 37

§ 35

§ 42

§ 43