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Timestamp: 2018-05-26 14:55:05+00:00

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1 Schulversäumnisse
2 Impressum Herausgeberin: Landeshauptstadt München Sozialreferat Stadtjugendamt Abteilung Kinder Jugend und Familien Prielmayerstraße München Redaktion: Hartmut Kick, Carla Pertl Erstausgabe Auflage November 2013 Kooperationspartner: Landeshauptstadt München mit den Referaten: Referat für Bildung und Sport Referat für Gesundheit und Umwelt Sozialreferat Staatliches Schulamt in der Landeshauptstadt München Regierung von Oberbayern Gedruckt auf 100% Recyclingpapier Gestaltung: Projektil Werbeagentur Zielstattstraße 11a München Inhaltsverzeichnis Seite 04 Vorwort 07 Vereinbarung zum Thema Schulversäumnisse 17 Regionale Zuständigkeiten der Münchner Erziehungsberatungsstellen 23 Regionale Zuständigkeiten der Sozialbürgerhäuser 27 Informationen zu gewichtigen Anhaltspunkten bei Kindeswohlgefährdung 33 Informationen zu Auffälligkeiten, die auf eine Erkrankung von Kinder und Jugendlichen hinweisen können 37 Zusammenarbeit des Polizeipräsidiums München mit Schulen 41 Projekt Schulverweigerung Die 2. Chance
3 Vorwort Die Landeshauptstadt München verfügt über gut ausgebaute und differenzierte Angebote zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen und deren Familien, insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Die Leistungsangebote für Kinder und Jugendliche - besonders im Zusammenhang mit der Schulzeit - werden durch unterschiedliche Institutionen erbracht, die teilweise in der Verantwortung verschiedener städtischer Referate und teilweise in staatlicher Verantwortung handeln. Dies erfordert eine konstruktive Zusammenarbeit in klar geregelten Handlungsabläufen besonders in Bezug auf die Schnittstellen. Gerade bei Schulversäumnissen sind wir zum gemeinsamen Handeln aufgefordert. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass systematische und gezielte Kooperationen wesentlich dazu beitragen, möglichst frühzeitig ungünstigen Schulbiografien entgegenzuwirken. Die Herausforderung liegt zudem in unterschiedlichen gesetzlichen Aufträgen, Organisationssystemen, Begrifflichkeiten und Haltungen, die in der Praxis miteinander in Einklang gebracht werden und mit den Vorgaben aller Systeme übereinstimmen müssen. Mit der vorliegenden Vereinbarung zum Thema Schulversäumnisse gelingt dies nachhaltig seit vier Jahren: Verschiedene Ämter des Sozialreferates, das Staatliche Schulamt, das Referat für Bildung und Sport sowie der schulärztliche Dienst des Referates für Gesundheit und Umwelt und die Polizei haben ihre Unterstützungssysteme bei Schulversäumnissen von Schülerinnen und Schülern in eine verbindliche Form der Zusammenarbeit eingebunden. Dieses verbindliche Vorgehen im Interesse der Kinder und Jugendlichen, wie gemeinsam eine enge Kooperation von Schule, Jugendhilfe und Gesundheitsdiensten erfolgen kann, hat auch einen Vorbildcharakter für andere Themen. Natürlich ist es bei allen Kooperationsvereinbarungen wichtig und notwendig, dass sich die Zusammenarbeit in der Praxis erfolgreich bewährt, wofür ich bei allen in diesem Umfeld Tätigen weiterhin werben möchte. Mein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Institutionen und vor allem den Fachkräften für ihre Geduld und Kompromissbereitschaft bei der Umsetzung der Vereinbarung Schulversäumnisse. Brigitte Meier Sozialreferentin 4 5
4 Vereinbarung zur Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe und Schulärztinnen beim Thema Schulversäumnisse 6 7
5 Ausgangslage Ziel dieser Vereinbarung ist es, Empfehlungen vorzustellen, wie Kinder- und Jugendhilfe, Schulen und Gesundheitsdienst bei Schulversäumnissen sinnvoll und gut zusammen arbeiten können. Es gibt unterschiedliche Formen schulvermeidenden Verhaltens. Dazu gehören die Schulangst, die Schulphobie, das Schulschwänzen, das Fernhalten von der Schule und die Schulvermeidung bei Psychosen. Jede dieser Formen hat unterschiedliche ursächliche Zusammenhänge und dadurch sind auch die Umgangsweisen den verschiedenen Formen anzupassen. Ein Einbezug folgender Personen und Institutionen ist im Einzelfall abzuwägen: die Schulleitung und Lehrkräfte, die Schülerin oder der Schüler, die Eltern, der schulpsychologische Dienst, die Schulärztinnen des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD), behandelnde Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, die Schulsozialarbeit, die Bezirkssozialarbeit (BSA), das Kreisverwaltungsreferat, die Jugend beamten der Polizei und eventuell das Familiengericht. Gesetzliche Grundlagen Schule und Jugendhilfe sind gemäß Art. 31 Bayerisches Gesetz über das Erziehungsund Unterrichtswesen (BayEUG) und 81 Sozialgesetzbuch (SGB) - Achtes Buch (VIII) - Kinder- und Jugendhilfe grundsätzlich zur Zusammenarbeit und Kooperation aufgefordert. Diese Zusammenarbeit ist besonders dann erforderlich, wenn es um die Unterstützung von Schülern und Schülerinnen geht, insbesondere wenn eine Gefährdung vorliegen könnte. Nach der zum in Kraft getretenen Änderung des Gesundheitsdienst- und Verbraucherschutzgesetzes (GDVG), in das der Art Schutz der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen - eingefügt wurde, wird in Abs. 3-6 die Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden mit Jugendhilfe und Schulen festgelegt. Die Kinder- und Jugendhilfe bietet neben den erzieherischen Hilfen ( SGB VIII) viele nieder schwellige Hilfen in der Kooperation mit Schulen an, diese sind im 11 und 13 SGB VIII beschrieben. Sie sind ein wichtiger Bestandteil für die Kooperation von Jugendhilfe und Schule. Artikel 118 BayEUG, der den sogenannten Schulzwang regelt, ermöglicht es den Schulen auch, Schulpflichtige zu einer Untersuchung durch den ÖGD zu verpflichten. Schulpflichtverletzungen stellen darüber hinaus Ordnungswidrigkeiten dar, die nach Art. 119 BayEUG mit Bußgeldern geahndet werden können. 30 der Schulordnung für die Grundschulen (GrSO) und 39 der Schulordnung für die Mittelschulen (MSO) bzw. 42 Schulordnung für die Volksschulen zur sonderpädagogischen Förderung (VSO-F) regeln, wie beim Fehlen einer Schülerin oder eines Schülers zu verfahren ist und wann die Schule ein ärztliches oder schulärztliches Zeugnis einfordern kann. Basierend auf diesen rechtlichen Grundlagen bedarf es bei Schulversäumnissen einer guten Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Schule. Im Folgenden ist der empfohlene Umgang mit Schülerinnen und Schülern bei Schulversäumnissen mit den verschiedenen Eskalationsstufen dargestellt: Grundsätzlich gilt in allen Fällen: Die Verantwortung für die Überwachung der Schulpflicht obliegt der Schulleitung (vgl. Art. 57 BayEUG). 1. Schulversäumnisse treten das erste Mal oder sehr selten auf Abzuklärende Indikatoren: vereinzeltes, insbesondere unentschuldigtes Fehlen (pro Schulhalbjahr weniger als fünf Tage) keine besondere familiäre Problemlage erkennbar kein Hinweis auf zugrunde liegende Erkrankungen kein Hinweis auf Leistungsabfall kein Hinweis auf Verhaltensänderung Aufgaben und Ziele: Gespräch mit Schülerin / Schüler; Gespräch mit Eltern; Gespräch im Lehrerkollegium. Die Schule kümmert sich eigenständig um die Schülerinnen und Schüler. Wenn es sich um schulinterne Probleme handelt, regelt diese die Schule. Sie hat hierzu 8 9
6 einen im BayEUG, in der GrSO und der MSO bzw. der VSO-F festgeschriebenen Maßnahmen katalog zur Ahndung. Weitere Schulversäumnisse sollen hierdurch frühzeitig verhindert werden. 2. Schulversäumnisse treten öfter auf Abzuklärende Indikatoren: regelmäßiges, d.h. über einen längeren Zeitraum, insbesondere unentschuldigtes Fehlen (im Monat ca. 2 Tage oder mehr) Verdacht, dass Entschuldigungen nicht glaubhaft sind ärztliche Zeugnisse mit unklaren Diagnosen Hinweis auf zugrunde liegende Erkrankung Hinweis auf Leistungsabfall Hinweis auf Verhaltensänderung Hinweise, dass es möglicherweise inner- und oder außerfamiliäre Probleme bei dem Kind bzw. Jugendlichen gibt Aufgaben und Ziele: Die Schule beruft grundsätzlich Gespräche mit den betroffenen Schülerinnen und Schülern und den Eltern ein. Es werden, wenn vorhanden, die Schulsozialarbeit, der schulpsychologische Dienst und der schulärztliche Dienst einbezogen. Die beteiligten Kooperationspartner besprechen, wie dem Schüler oder der Schülerin geholfen werden kann und klären, inwieweit weitere Hilfsangebote - z.b. die regional zuständige Erziehungsberatungsstelle (s. Seite 18) - unterbreitet und / oder die Bezirkssozialarbeit mit einbezogen werden müssen. Dabei werden die Aufgaben klar verteilt, die Federführung für die Überwachung der Schulpflicht liegt bei der Schule, die Verantwortung für die Belange der Kinder- und Jugendhilfe hat, wenn die Bezirkssozialarbeit nicht eingeschaltet wird, die Schulsozialarbeit 1. Gesetzliche Grundlage für die Informationsweitergabe, falls es kein Einverständnis der Eltern gibt, ist Art. 31 BayEUG. Wenn es keine Schulsozialarbeit an der Schule gibt, agiert die Schule selbstständig unter Einbeziehung der anderen Kooperationspartner; insbesondere soll eine Zusammenarbeit mit der BSA erfolgen. Nach 30 Abs. 2 GrSO, 39 Abs. 2 MSO bzw. 42 VSO-F kann die Schule die Vorlage eines schulärztlichen Zeugnisses verlangen. Ziel ist, dass die zugrunde liegenden Probleme / Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden. Die Maßnahmen sollen Schulversäumnissen entgegenwirken und einen regelmäßigen Schulbesuch wieder sicherstellen. Die Jugendhilfe wird gezielt als Hilfsangebot eingesetzt. 3. Schulschwänzen bzw. Schulversäumnisse kommen oft und regelmäßig vor Abzuklärende Indikatoren: häufiges, insbesondere unentschuldigtes Fehlen, ab vier Tage im Monat Entschuldigungen liegen nur teilweise vor oder lassen vermuten, dass manipuliert wurde die Schülerin beziehungsweise der Schüler ist auch sonst auffällig im Verhalten, sei es durch Aggressivität oder Überangepasstheit Eltern sind nur schlecht für die Schule zu erreichen nicht nachvollziehbare ärztliche Atteste Hinweis auf zugrunde liegende Erkrankung Hinweis auf Leistungsabfall Hinweise, dass es möglicherweise inner- und oder außerfamiliäre Probleme bei dem Kind bzw. Jugendlichen gibt gewichtige Anhaltspunkte für einen Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohles 2 Aufgaben und Ziele: Wenn mehrere der obengenannten Indikatoren eingetreten sind, sollte der schulärztliche Dienst sowie das zuständige Sozialbürgerhaus (Bezirkssozialarbeit 3 ) eingeschaltet werden. Bei einem Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohles ist die Einschaltung 1 Die Schulsozialarbeit kann Hilfen zur Unterstützung einleiten oder durchführen wie z.b. eine sozialpädagogische Lernhilfe oder ein sozialpädagogisches Gruppenangebot. 2 Eine wesentliche Gefährdungsursache des Kindeswohles ist die Vernachlässigung. Nach Heinz Kindler gibt es verschiedene Arten von Vernachlässigung: So wird in der Regel körperliche Vernachlässigung ebenso als Unterform betrachtet wie kognitive und erzieherische Vernachlässigung (z.b. fehlende erzieherische Einflussnahme auf einen unregelmäßigen Schulbesuch, Delinquenz, fehlende Beachtung eines besonderen Erziehungs- oder Förderbedarfs) sowie emotionale Vernachlässigung und unzureichende Beaufsichtigung. 3 Die Bezirkssozialarbeit in den Sozialbürgerhäusern ist nach Sozialregionen und Straßenzuständigkeiten regionalisiert s.seite 24. Die Bezirkssozialarbeit der Abteilung zentrale Wohnungslosenhilfe (ZEW) ist für akut wohnungslose Haushalte in Pensionen, Notquartieren und Clearinghäusern zuständig
7 der Bezirkssozialarbeit unbedingt notwendig 4. Falls die Schule unsicher ist, ob hinreichende Verdachtsmomente für eine Gefährdung des Kindeswohles bestehen, kann eine anonymisierte Fallbesprechung mit dem Sozialbürgerhaus und den Schulärztinnen des ÖGD vereinbart werden. Die vorliegende Vereinbarung beinhaltet Hinweise zur Wahrnehmung und Beurteilung gewichtiger Anhaltspunkte zur Erkennung der Gefährdung des Kindeswohles im Sinne des 8a SGB VIII (s. Seite 28). Wird die Bezirkssozialarbeit einbezogen, sind in der Regel die Eltern 5 und gegebenenfalls die Schülerin bzw. der Schüler durch die Schule über diesen Schritt zu informieren. Ein runder Tisch an der Schule mit Schulsozialarbeit und Bezirkssozialarbeit und allen anderen Kooperationspartnern wird parallel zu den im jeweiligen Einzelfall durch die Schule und die Bezirkssozialarbeit gegebenenfalls sofort zu treffenden Maßnahmen zur Klärung der Situation und Festlegung von Handlungsschritten einberufen. Wenn die Eltern nicht von Beginn an eingebunden waren, nimmt die Bezirkssozialarbeit nach Einschaltung durch die Schule in der Regel durch einen Hausbesuch Kontakt zu den Eltern auf. Sie klärt insbesondere ab, ob tatsächlich eine Kindeswohlgefährdung vorliegt bzw. ob die Eltern und der Schüler bzw. die Schülerin bereit sind, eine Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe anzunehmen. Für die Überwachung der Schulpflicht ist die Schule verantwortlich, für Maßnahmen der Jugendhilfe das Sozialbürgerhaus / die Bezirkssozialarbeit. In jedem Fall sollte festgehalten werden, ob bzw. zu welchen Sachverhalten ein weiterer Informationsaustausch erforderlich ist bzw. ob eine weitere Zusammenarbeit angezeigt erscheint. Grundsätzlich sollte eine Rückmeldung der Bezirkssozialarbeit erfolgen, ob eine Kontaktaufnahme gelungen ist. Für die Jugendhilfe ist für eine Informationsweitergabe die Einwilligung der Betroffenen erforderlich, es sei denn es besteht eine akute Kindeswohlgefährdung. 4 Wenn Schulsozialarbeit an der Schule ist, sollte die Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit wie unter Punkt 2 beschrieben erfolgt sein. Die Schulsozialarbeit kann sich von der insoweit erfahrenen Fachkraft beraten lassen. Wenn der Einbezug der Schulsozialarbeit nicht geschehen ist, soll diese über die Einschaltung der Bezirkssozialarbeit informiert werden. 5 Nur in Fällen der Kindeswohlgefährdung ist die Informationsweitergabe ohne (vorherige) Einwilligung der Eltern möglich, vgl. Art. 31 BayEUG und 65 Abs.1 Nr. 2 SGB VIII. In Zweifelsfällen setzen Sie sich bitte bei Grund- und Mittelschulen mit der Rechtlichen Leitung des Staatlichen Schulamts bzw. bei Förderschulen mit der Rechtsabteilung der Regierung von Oberbayern in Verbindung. Zusätzlich beraten die zuständigen Sozialbürgerhäuser und die Abteilung zentrale Wohnungslosenhilfe. Es besteht in diesen Fällen ein dringender Handlungsbedarf. Wenn die Eltern durch Einladungen zu Gesprächen nicht erreicht werden, ist ein Hausbesuch durch die Bezirkssozialarbeit ggf. mit der Schule, der Schulsozialarbeit vorzunehmen. Die Bezirks sozialarbeit versucht die Situation zu Hause zu analysieren und bietet weitergehende Hilfsangebote an. Es wird verbindlich zwischen Schule und Jugendhilfe geregelt, wer welche Verantwortung hat. Ziel ist, dass die zugrunde liegenden Probleme / Erkrankungen erkannt werden, ein regelmäßiger Schulbesuch wieder ermöglicht wird und Voraussetzungen geschaffen werden, die der Schülerin bzw. dem Schüler ermöglichen, einen positiven Weg in die Zukunft einzuschlagen. 4. Einleitung von Bußgeldverfahren: Gemäß Art. 119 BayEUG kann unter anderem mit Geldbuße belegt werden, wer als Erziehungsberechtigte bzw. Erziehungsberechtigter entgegen Art. 76 Satz 1 BayEUG nicht dafür sorgt, dass minderjährige Schulpflichtige am Unterricht regelmäßig teilnehmen und die sonstigen verbindlichen Schulveranstaltungen besuchen. Der Bußgeldbescheid kann sich auch gegen Schulpflichtige richten, wenn sie zum Zeitpunkt der Schulversäumnisse bereits 14 Jahre alt und damit strafmündig sind. Die Schulleitung entscheidet unter Ausübung ihres pädagogischen Ermessens, ob eine Anzeige an die Bußgeldstelle des Referats für Bildung und Sport gestellt wird. Das Bußgeldverfahren beginnt mit der Anhörung der Erziehungsberechtigten oder der Schulpflichtigen durch die Schule. Die Bußgeldstelle des Referats für Bildung und Sport prüft die Anzeige. Dazu sind die Angaben der Pädagoginnen und Pädagogen zu den bereits von der Schule veranlassten pädagogischen und sozialpädagogischen Maßnahmen unbedingt erforderlich. Bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen erlässt die Bußgeldstelle einen Bußgeldbescheid. Die Schule erhält einen Abdruck des Bußgeldbescheids und entscheidet in eigener Zuständigkeit, ob der Bußgeldbescheid an die Bezirkssozialarbeit aufgrund eines Unterstützungsbedarfs weitergegeben wird
8 In diesem Fall fügt die Schule dem Bescheid Folgendes bei: den Grund für den Bußgeldbescheid eine kurze Information zum bisherigen Verlauf (= was ist schon von Schulseite getan worden, bzw. wo sieht die Schule Handlungsbedarf ) Ansprechpartner und Telefonnummer der Schule Unterschriften Staatliches Schulamt in der Landeshauptstadt München / Fachliche Leitung Sozialreferat Stadtjugendamt Leitung 5. Zusammenfassung: Es wird den Münchner Grund-, Mittel- und Förderschulen empfohlen, diese Vereinbarung zu beachten. Schule, Gesundheitsbereich und Kinder- und Jugendhilfe sind dazu aufgefordert, schnell und konsequent zu agieren. Wichtig sind beim gemeinsamen Vorgehen gute und detaillierte Absprachen, schriftliche Information und Dokumentation sowie ein kontinuierlicher Informationsaustausch aller Beteiligten im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten. Diese Vereinbarung wurde von Vertreterinnen und Vertretern der Regierung von Oberbayern, des Staatlichen Schulamtes in der Landeshauptstadt München, der Leitung der Bezirkssozialarbeit und der Sozialbürgerhäuser, des Stadtjugendamtes, des Amtes für Wohnen und Migration, des Referates für Gesundheit und Umwelt und des Referates für Bildung und Sport erarbeitet. Beate Eckert-Kalthoff Schulamtsdirektorin 1. Stellvertreterin der Fachlichen Leitung Sozialreferat Leitung der Bezirkssozialarbeit und der Sozialbürgerhäuser / Ursula Hügenell Regierung von Oberbayern Schulreferentin in der Landeshauptstadt München für Förderschulen Dr. Maria Kurz Adam Staatliches Schulamt in der Landeshauptstadt München / Rechtliche Leitung Hedwig Schwager Referat für Bildung und Sport / Rechtliche Leitung Eva Windolf Daniela Moisl-Faas Referat für Gesundheit und Umwelt Hauptabteilung Gesundheitsvorsorge Leitung Sozialreferat Amt für Wohnen und Migration Leitung Andrea Mager-Tschira Rudolf Stummvoll 14 15
9 Regionale Zuständigkeiten der Münchner Erziehungsberatungsstellen 16 17
10 Münchner Erziehungsberatungsstellen (mit regionalem Versorgungsauftrag) Adresse Altstadt - Lehel, Ludwigsvorstadt - Isarvorstadt, Maxvorstadt (Stadtbezirke 1, 2 und 3) Evang. Beratungszentrum München e.v. / Diakonie Beratung für Eltern, Kinder, Jugendliche und Familien Landwehrstraße 15 Rgb München Kath. Jugendfürsorge Psychologische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Unsöldstraße München Schwabing - West, Schwabing - Freimann (Stadtbezirke 4 und 12) Landeshauptstadt München Sozialreferat / Stadtjugendamt Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Aachener Straße München Au - Haidhausen, Bogenhausen (Stadtbezirke 5 und 13) Verein-Schule-Beruf e.v. / DPWV Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Kirchenstraße München Telefon / Fax Tel Fax Tel Fax Tel Fax Tel Fax Adresse Sendling, Sendling-Westpark (Stadtbezirke 6 und 7) Caritasverband e.v. Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und Familien Hansastraße München Schwanthalerhöhe, Laim (Stadtbezirke 8 und 25) Landeshauptstadt München Sozialreferat / Stadtjugendamt Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Westendstraße 193 / III München Neuhausen - Nymphenburg, Moosach (Stadtbezirke 9 und 10) Landeshauptstadt München Sozialreferat / Stadtjugendamt Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Dantestraße 27 / I München Milbertshofen - Am Hart (Stadtbezirk 11) AWO KV München-Stadt und Verein Stadtteilarbeit Milbertshofen Lebens- und Erziehungsberatungsstelle Georgenschwaigstraße München Eltern-, Kind- und Schule e.v. Beratung am Harthof Neuherbergstraße München Telefon / Fax Tel Fax Tel Fax Umzug zum Tel Fax Tel Fax Tel Fax
11 Adresse Telefon / Fax Adresse Telefon / Fax Berg am Laim, Trudering - Riem (Stadtbezirke 14 und 15) Tel Fax Aubing - Lochhausen - Langwied Pasing - Obermenzing, Allach - Untermenzing Tel Fax SOS Kinderdorf e.v. SOS Kinder- und Jugendhilfen München und Erding Beratungs- und Familienzentrum St.-Michael-Straße München Familien- und Beratungszentrum Mitbacher Straße München Kinder- und Familientreff Astrid-Lindgren-Straße 65 Astrid-Lindgren-Straße München Tel. Neueröffnung 2014 Tel Pro Familia Ortsverband München e.v. Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Bodenseestraße München Landeshauptstadt München Sozialreferat / Stadtjugendamt Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Hillernstraße München Tel Fax Ramersdorf - Perlach (Stadtbezirk 16) Ökumenische Beratungsstelle Caritasverband e.v. und Evangelisches Beratungszentrum e.v. / Diakonie Lüdersstraße München Tel Fax Feldmoching - Hasenbergl (Stadtbezirk 24) Diakonie Hasenbergl e.v. Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Riemerschmidtstr München Tel Fax Obergiesing, Untergiesing - Harlaching (Stadtbezirke 17 und 18) Landeshauptstadt München Sozialreferat / Stadtjugendamt Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Oberbiberger Straße München Tel Fax Für weitere Infos benutzen Sie folgende URL oder scannen Sie den unteren QR-Code mit Ihrem Smartphone. Elternbriefe/Beratungsstellen/uebersicht.html Thalkirchen - Obersendling - Fürstenried - Forstenried - Solln (Stadtbezirke 19) Caritasverband e.v. Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und Familien Königswieserstraße München Tel Fax
12 Erziehungsberatungsstellen (mit stadtweitem Arbeitsauftrag) Adresse Telefon / Fax Deutscher KinderschutzBund Ortsverein München e.v. KinderschutzZentrum München Kapuzinerstraße 9 D München Tel Fax Evangelisches Beratungszentrum e.v. Psychologische Informations- und Beratungsstelle für Schüler / innen, Eltern und Lehrer / innen Landwehrstraße 22 / 4. OG München Erziehungsberatungsstelle der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern K.d.ö.R c / o Sozialabteilung St.- Jakobs-Platz München Tel Fax Tel Fax Regionale Zuständigkeiten der Sozialbürgerhäuser MADHOUSE gemn. GmbH Erziehungs- und Ehe-, Familien- und Lebensberatung für Sinti und Roma Landsberger Straße München Tel Fax
13 SBH Nord 03(Stadtbezirk 11, 24) SBH Laim - Schwanthalerhöhe 07 (Stadtbezirke 8, 25) (Milbertshofen - Am Hart,Feldmoching - Hasenbergl) Knorrstraße München Telefon oder Telefax oder (Schwanthalerhöhe, Laim) Dillwächterstraße München Telefon Telefax SBH Schwabing - Freimann 04(Stadtbezirk 4, 12) SBH Sendling - Westpark 08 (Stadtbezirke 6, 7 (Schwabing - West, Schwabing - Freimann) Heidemannstraße München Telefon Telefax (Sendling, Sendling - Westpark) Meindlstraße München Telefon Telefax SBH Orleansplatz 05 (Stadtbezirke 5, 13) 09 Mitte (Stadtbezirke 1, 2, 3) (Au - Haidhausen, Bogenhausen) Orleansplatz München Telefon Telefax (Altstadt-Lehel, Ludwigsvorstadt - Isarvorstadt) Schwanthalerstraße München Telefon Telefax SBH Pasing 01(Stadtbezirke 21, 22, 23) SBH Neuhausen-Moosach 02 (Stadtbezirke 9, 10) (Pasing, Obermenzing, Aubing, Lochhausen, Langwied, Allach, Untermenzing) Landsberger Straße München Telefon Telefax (Neuhausen, Nymphenburg, Moosach) Ehrenbreitsteiner Straße München Telefon Telefax SBH Berg am Laim - Trudering Riem 06(Stadtbezirke 14, 15) (Berg am Laim, Trudering - Riem) Streitfeldstraße München Telefon Telefax oder SBH Plinganserstraße 10(Stadtbezirke 19, 20) (Thalkirchen - Obersendling - Forstenried - Fürstenried - Solln, Hadern) Plinganserstraße München Telefon Telefax
14 SBH Giesing - Harlaching 11(Stadtbezirke 17, 18) (Obergiesing - Fasanengarten, ntergiesing - Harlaching) Streitfeldstraße München Telefon Telefax SBH Ramersdorf - Perlach 12(Stadtbezirk 16 (Ramersdorf - Perlach) Thomas - Dehler München Telefon Telefax ZEW Zentrale Wohnungslosenhilfe im Amt für Wohnen und Migration Franziskanerstraße München Telefon Telefax Hinweise zur Wahrnehmung und Beurteilung gewichtiger Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung im Sinne des 8a SGB VIII 26 27
15 Basierend auf dem ASD Internethandbuch des Deutschen Jugendinstituts (DJI) (cgi.dji.de/cgibin/projekte/outputphp?projekt=146) wurde nachfolgende Zusammenstellung gefährdungsrelevanter Kriterien erstellt. Sie kann als Strukturierungshilfe bei der Informationsgewinnung und Gefährdungseinschätzung dienen und flexibel für unterschiedliche Fallkonstellationen genutzt werden. Anhaltspunkte beim Kind oder Jugendlichen 6 2. Zeitweilige und dauerhafte Belastungen und Risikofaktoren umfassen: Generelle Belastungen für Familien dazu gehören: Arbeitslosigkeit; beengte Wohnverhältnisse; Mangel an materiellen, kulturellen und sozialen Ressourcen; Alleinerziehendenstatus. Eine sehr ausgeprägte ökonomische Unterversorgung erhöht deutlich das Vernachlässigungsrisiko. Spezifische Risikofaktoren entstanden aus den Eigenheiten von Kindern und der Reaktion der Eltern (aggressive Überforderung und / oder Rückzug) auf die dadurch erhöhten Erziehungs- und Fürsorgeanforderungen des Kindes Ausgangspunkt für die Einschätzung einer möglichen Gefährdung eines Kindes bilden zum Einen die Vergegenwärtigung der individuellen, altersabhängigen kindlichen Bedürfnisse. Zum Anderen zeitweilige oder dauerhafte Belastungen und Risikofaktoren für einzelne Familienmitglieder und / oder die gesamte Familie. 1. Zentrale kindliche Bedürfnisse lassen sich differenzieren: Bedürfnis nach Existenz dazu gehören: physiologische Bedürfnisse wie regelmäßige und ausreichende Ernährung, Körperpflege und angemessener Wach- und Ruherhythmus, Schutz vor schädlichen äußeren Einflüssen (z. B. Witterung), Gefahren (z. B. Straßenverkehr) und Krankheiten, Unterlassen von Gewalt und anderen physisch, psychisch oder sexuell verletzenden Verhaltensweisen bzw. der Schutz davor. Bedürfnis nach sozialer Bindung, Verbundenheit und Wachstum dazu gehören: kognitive, emotionale, ethische und soziale Anregungen und Erfahrungen, Sprachanregung, Spiel, Explorations- und Leistungsverhalten, Teilhabe an ausgewählten Aktivitäten der Erwachsenen, Bewältigung altersabhängiger Aufgaben sowie die Anerkennung dafür, Vermittlung von Werten, Normen und Verhaltensgrenzen. Anhaltspunkte in Familie und Lebensumfeld 7 Es ist zu klären, mit welchen Handlungen, Verhaltensweisen oder Unterlassungen Eltern oder andere Personen ein Kind ggf. psychisch, physisch oder sexuell verletzen oder schädigen ( 1666 Abs. 1 BGB). Dazu gehören: Missbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge, z. B. bewusste Schädigung des Kindes, mangelnde Berücksichtigung von Kindesinteressen, körperliche und psychische Misshandlung, sexueller Missbrauch, Verweigerung einererforderlichen ärztlichen Behandlung, gefährdender Erziehungsstil, mangelnder elterlicher Beistand bei Entwicklungsschwierigkeiten. Vernachlässigung des Kindes, z. B. erzieherische (etwa Mangel an Gespräch, Spiel und anregenden Erfahrungen), emotionale (etwa Mangel an Wärme, fehlende Reaktion auf emotionale Signale des Kindes) oder körperliche (unzureichende Versorgung mit Nahrung, Kleidung, Hygiene) Vernachlässigung. 6 Bezug ASD Internethandbuch DJI: Artikel Nummer 73 Welche Aspekte können insgesamt bei der Einschätzung von Gefährdungsfällen bedeutsam sein (Susanna Lillig) 7 Bezug ASD Internethandbuch DJI: Artikel Nummer 73 Welche Aspekte können insgesamt bei der Einschätzung von Gefährdungsfällen bedeutsam sein (Susanna Lillig) 28 29
16 Unverschuldetes Versagen der Eltern, z. B. fehlende Erziehungskompetenzen (wie altersunangemessene Erwartungen an Fähigkeiten und Selbstständigkeit eines Kindes; eingeschränktes Einfühlungsvermögen; überdurchschnittliche Gefühle der Belastung durch das Kind; überdurchschnittlich ausgeprägte Gefühle der Hilflosigkeit in der Erziehung; feindselige Erklärungsmuster für Problemverhaltensweisen des Kindes etc.) aufgrund Suchterkrankungen, psychischer Störungen, mangelnder Feinfühligkeit hinsichtlich kindlicher Bedürfnisse, intellektueller Einschränkungen oder bestimmter religiös oder weltanschaulich geprägter Erziehungspraktiken. Anhaltspunkte zur Mitwirkungsbereitschaft und -fähigkeit 8 Eine Reihe von Punkten können zur Einschätzung der elterlichen Veränderungsbereitschaft und -fähigkeit herangezogen und zu einem Gesamtbild zusammengefasst werden: Zufriedenheit der Eltern mit der gegenwärtigen Situation, z. B.: Wahrnehmung der Lebenssituation der Familie, insbesondere der der Kinder. Einsicht (eingeschränkt oder nicht vorhanden) für Gefahren und Belastungen. Haltung gegenüber belegbaren Kindeswohlgefährdungen, z. B.: Eine Verantwortung verleugnende und / oder bagatellisierende Haltung von Eltern gegenüber belegbaren Kindeswohlgefährdungen in der Vorgeschichte. Selbstvertrauen und realistische Hoffnung auf Veränderung, z. B.: Realistische Einschätzung und Selbstvertrauen der Eltern über erreichbare Zukunftsperspektiven sowie über in der Vergangenheit erreichte Ziele, beobachtbare Stimmungen dazu. Geschichte der Inanspruchnahme und Wirkung von Hilfe, z. B.: Die Geschichte der möglicherweise bereits stattgefundenen Hilfeprozesse; die Geschichte der familiären Mitarbeit bei früheren Hilfen; unzureichende Wirkung früherer, prinzipiell geeigneter Hilfen etc. muss in die Beurteilung einbezogen werden. Subjektive Normen zur Hilfesuche, z. B.: wenn Eltern ihre Privatsphäre sehr stark betonen wenn Autoritäten oder Glaubenssätze vorhanden sind, die nicht infrage gestellt werden dürfen wenn die Eltern von einer Nutzlosigkeit der angebotenen Hilfen überzeugt sind Die Einschätzung eines eventuell vorhandenen Risikos anhand der genannten Anhaltspunkte zum Wohl eines Kindes, zum Verhalten der (sorgeberechtigten) Eltern und deren Kooperationsbereitschaft bzw. Fähigkeit führt zur Beantwortung folgender grundsätzlicher Fragen 9 : Gewährleistung des Kindeswohls: Ist das Wohl des Kindes durch den Sorgeberechtigten gewährleistet oder ist dies nur zum Teil oder überhaupt nicht der Fall? Problemakzeptanz: Sehen die Sorgeberechtigten und die Kinder selbst ein Problem oder ist dies weniger oder gar nicht der Fall? Problemkongruenz: Stimmen die Sorgeberechtigten und die beteiligten Fachkräfte in der Problemkonstruktion überein oder ist dies weniger oder gar nicht der Fall? Hilfeakzeptanz: Sind die betroffenen Sorgeberechtigten und Kinder bereit, die ihnen gemachten Hilfe angebote anzunehmen und zu nutzen oder ist dies nur zum Teil oder überhaupt nicht der Fall? Neben den Risikofaktoren sollen auch vorhandene Ressourcen und Schutzfaktoren des Kindes und seiner Familie angemessen berücksichtigt werden. Die Gesamtbeurteilung einer Gefährdungssituation kann je nach Fallverlauf, Hilfeprozess, individuellen oder familiären Zuspitzungen zu verschiedenen Zeitpunkten erneut notwendig sein. 8 Bezug ASD Internethandbuch DJI: Artikel Nummer 72 Wie kann Veränderungsbereitschaft und -fähigkeit 9 Strafrechtliche Relevanz sozialarbeiterischen Handelns; Deutscher Städtetag; April 2003; Seite 5 ff von Eltern eingeschätzt werden? (Heinz Kindler) 30 31
17 Auffälligkeiten bei Schulkindern und Jugendlichen, die auf eine Erkrankung, Sucht oder Vernachlässigung / Misshandlung hinweisen können 32 33
18 Aufmerksamkeitsstö- ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung), Häufige Migräne, psychosomatische Störung, Sehstörung rung/konzentrations- psychosoziale Störung, Suchterkrankung (Alkohol, sonst. Kopfschmerzen störung Drogen, Computer), Beginn einer (degenerativen) Hirnerkrankung, Epilepsie ( Absencen- Epilepsie mit kurzen Häufige Psychosomatische Störung, chronische Darmer- Aussetzern ), Depression Bauchschmerzen krankung (verbunden mit Durchfällen), chronische Harnwegsentzündung (häufiger Toilettengang), auch Blässe, Müdigkeit Blutarmut (Anämie), Fehlernährung (z. B. veganische an sexuellen Missbrauch denken, Verstopfung durch Ernährung), Schlafmangel, Drogenkonsum Fehlernährung Deutlicher genereller Psychosoziale Störung, Suchterkrankung (Alkohol, Häufige Verwahrlosung, Ausnahme: angeborene Abwehr- Leistungsabfall sonst. Drogen, Computer), Beginn einer (degenera- Hautinfektionen schwäche tiven) Hirnerkrankung, psychische Erkrankung, z. B. Depression Körperliche Chronische Suchterkrankung, schwere Depression, Verwahrlosung massive psychosoziale Schwierigkeiten, Vernachlässi- Eingeschränkte Erkrankung der Atemwege (chronische Bronchitis, Asth- gung Belastung im Sport ma) Blutarmut, Schilddrüsenunterfunktion, Fehlernährung (fehlendes Frühstück, Unterzuckerung), niedriger Kollaps, Kreislaufprobleme (zu niedriger Blutdruck), Epilepsie, Blutdruck mit Kreislaufproblemen, chronische Erkran- Bewußtlosigkeit Unter- oder Überzuckerung (Hypoglykämie, meist nur kung, Muskelerkrankung bei diabetischen Kindern und Jugendlichen), Intoxikation (Alkohol, andere Drogen), Hyperventilation Einnässen/Einkoten Massive psychosoziale, familiäre Probleme, auch Ver- (extremes Ein- und Ausatmen) in Stresssituationen nachlässigung, Missbrauch, emotionale Misshandlung begleitet von Verkrampfungen der Hände und Füße, sog. Pfötchenstellung) Extreme Gewichtszu- Abnormes Essverhalten, Bewegungsmangel, psycho- nahme soziale Schwierigkeiten, Depression Rückzug, Introver- Psychosoziale und familiäre Schwierigkeiten, Verdacht tiertheit, ausgeprägte auf Misshandlung oder Missbrauch, Depression Extreme Essstörung, Magersucht, schwere chronische Erkran- Schüchternkeit Gewichtsabnahme kung, Depression, psychosoziale Schwierigkeiten Schwindel, Übelkeit Fehlernährung (fehlendes Frühstück, Unterzuckerung), Große Pupillen bei Akute Drogenwirkung (Cannabis), Tropfen bei Untersu- niedriger oder erhöhter Blutdruck mit Kreislaufproble- hellem Licht chung durch Augenarzt/-ärztin. (Achtung: bei Heroin- men, erhöhter Blutalkoholgehalt, andere Drogen missbrauch extrem enge Pupillen) 34 35
19 Selbstverletzungen (Schnitte, Stiche, Haut, Nägel) Psychosoziale und familiäre Schwierigkeiten, psychische Störungen Überangepasstes Verhalten Verdacht auf Misshandlung oder Missbrauch Übertriebene Ängste Angsterkrankung, Überforderung, psychosoziale Schwierigkeiten, Schulangst Unruhe, Schwitzen, Zittrigkeit Entzugssyptome bei Suchterkrankung, Über- oder Unterzuckerung bei Diabetikern, Schilddrüsenüberfunktion Verlangsamung, Denkstörung Wiederholte Krätze, Läuse Chronischer Alkohol oder Drogenkonsum, Beginn einer (degenerativen) Hirnerkrankung, Epilepsie (Absencen- Epilepsie mit kurzen Aussetzern ), psychiatrische Erkrankung Verwahrlosung, mangelnde Hygiene und unzureichende medizinische Behandlung Zusammenarbeit des Polizeipräsidiums München mit Schulen hinsichtlich von Schulversäumnissen Sachgebiet Gesundheitsvorsorge für Kinder und Jugendliche im Referat für Gesundheit und Umwelt 36 37
20 1. Polizeiliche Maßnahmen im Vorfeld des Schulzwanges Seit Beginn der Schulschwänzerinitiative (1. Schulhalbjahr 2000 / 2001) bis zum Ende des 2. Schulhalbjahres 2012 / 2013 wurden beim Polizeipräsidium München insgesamt Schulschwänzerfälle polizeilich bekannt. Hierbei handelt es sich um Aufgriffe von Polizeibeamten anlässlich von Kontrollen und Schwerpunkteinsätzen sowie um Unterstützung von Schulen. Schulpflichtige, die dem Schulunterricht vorsätzlich fernbleiben, werden im Regelfall gem. Art 17 Abs. 2 PAG von der Polizei in Gewahrsam genommen und primär den Sorge- bzw. Erziehungsberechtigten oder der Schule zugeführt. Vor der Überstellung zur Schule wird mit dieser Verbindung aufgenommen sowie der / die Sorgeberechtigte / n, insbesondere im Hinblick auf die präventive Wirkung einer polizeilichen Schulzuführung, baldmöglichst informiert. In Fällen der Unterstützung von Schulen verfolgt die Polizei das Ziel eine eventuell vorliegende Gefährdung des fehlenden Schülers zu verhindern. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein bislang zuverlässiger Schüler unentschuldigt dem Unterricht fern bleibt und die Schule selbst keine geeigneten Maßnahmen zur Klärung des Sachverhalts (z. B. Kontaktaufnahme und Nachfrage bei den Eltern) einleiten kann bzw. diese bereits erfolglos ausgeschöpft wurden. Bei bekannt werden bzw. Erkennen einer möglichen Gefährdung (familiäre Problemlagen u.a.) informiert die Polizei (neben der Schule) das Jugendamt bzw. die Bezirkssozialarbeit. Darunter fallen auch Fälle des unberechtigten Fernbleibens vom Schulunterricht. 4. Zusammenarbeit der Jugendbeamten mit der Jugendhilfe In München gibt es zusätzlich eine gute Zusammenarbeit von Polizei und Jugendhilfe durch die Jugendbeamten der Polizei. Diese sind im häufigen Kontakt mit der Schulsozialarbeit und unterstützen diese bei der Arbeit mit häufig die Schule schwänzenden Schülerinnen und Schülern. 2. Polizeiliche Unterstützung im Rahmen des Schulzwanges Insbesondere bei notorischen Schulschwänzern kann die Schule bei der Kreisverwaltungsbehörde gem. Art. 118 Abs. 1 BayEUG die Durchführung des Schulzwanges beantragen und den Schüler durch ihre Beauftragten (Offizianten) zwangsweise der Schule zuführen. Die vorgenannten Beauftragten sind dazu befugt Wohnungen, Geschäftsräume und befriedetes Besitztum zu betreten und unmittelbaren Zwang auszuüben (Art. 118 Abs. 2 BayEUG). Soweit erforderlich, leistet die Polizei bei der Durchführung des Schulzwanges Vollzugshilfe gem. Art. 50 PAG. 3. Information an das Jugendamt 38 39
21 Projekt Schulverweigerung Die 2. Chance 40 41
22 Schulverweigerung Die 2. Chance ist ein ESF-Programm, das im Auftrag der Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wird. Es ist Teil der Initiative Jugend stärken und hat eine Förderdauer von September 2008 bis 31. Dezember Ziele: Ziel dieses Projektes ist die Senkung der Rate der Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Schulabschluss. Ein großer Teil der Schulabgänger / -innen ohne Abschluss sind Jugendliche, die den Besuch der Schule entweder passiv (dauernde Unaufmerksamkeit, fortwährendes Träumen usw.) oder aktiv (unentschuldigtes Fehlen, häufige Fehlzeiten) verweigern. In der 2. Chance sollen Jugendliche, die eine schulverweigernde Haltung einnehmen und dadurch ihren Schulabschluss gefährden, in das Regelschulsystem reintegriert werden. Je früher auf Auffälligkeiten reagiert wird, desto besser gelingt die Reintegration in die Schule und desto weniger Schulstoff, der für das Erreichen des Hauptschulabschlusses notwendig ist, wird versäumt. Auch das Begleiten ins Übergangssystem, das Finden einer passenden Anschlussmaßnahme, das dortige Ankommen ist ein Ziel der 2. Chance. Vor allem, wenn der Schulabschluss nicht mit Beenden der allgemeinen Schulpflicht erreicht oder keine Ausbildungsstelle gefunden wurde. So wird der Übergang Schule-Beruf erleichtert und auch die Nachhaltigkeit des Erfolges gesichert. Vorgehen: Das Kernstück der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern in der 2. Chance ist der Beziehungsaufbau und die individuelle Förderplanung. Das Problem der Schulverweigerung ist meist sehr vielschichtig und komplex, die einzelnen Faktoren wirken sich aufeinander aus, bedingen und beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb wird jede / r Schüler /in von einem Casemanager, einer Casemanagerin begleitet und unterstützt, die Schritt für Schritt die verschiedenen Ursachen für das schulverweigernde Verhalten ermittelt, für die unterschiedlichen Bereiche Ziele vereinbart und die Schülerin, den Schüler dabei unterstützt, diese umzusetzen. Die Casemanagerin der 2. Chance ordnet die Bereiche und strukturiert, so dass zielgerichtet mit allen Beteiligten zusammen gearbeitet werden kann. In der Praxis bedeutet dies, dass eine Sozialpädagogin bzw. ein Sozialpädagoge zu der / dem Jugendlichen Kontakt aufnimmt, gleichzeitig aber auch zu allen andern beteiligten Personen, die in das System des jungen Menschen eingebunden sind. Dies sind die Eltern, Vormund, Lehrer, Schulsozialarbeiter /-innen, Bezirkssozialarbeiter / -innen, Mitarbeiter / -innen der ARGE u.s.w. Das Angebot der Casemanagerin an die Jugendlichen ist sehr vielfältig und für die Beteiligten transparent. Es reicht von Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung über Sport- und Freizeitangebote bis hin zur Begleitung zu Terminen, zur Schule oder anderen Einrichtungen. Auch berufliche Orientierung, Vermittlung in Praktika oder berufsvorbereitende Aktivitäten gehören zu dem Angebot, ebenso die Einleitung eines Schulwechsels, falls dieser notwendig sein sollte. Zielgruppe und Kontaktaufnahme: Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler, die eine Mittelschule, Förderschule oder andere Schule, an der der Erwerb des Hauptschulabschlusses möglich ist, besuchen und bei der Aufnahme in das Projekt mindestens 12 Jahre sind. Der erfolgreiche Schulbesuch muss durch aktive und / oder passive Verweigerung sichtbar gefährdet sein. Die Kontaktaufnahme mit der Casemanagerin oder der Koordinierungsstelle der 2. Chance kann über die Lehrkräfte, die Bezirkssozialarbeit, die Schulsozialarbeit, die Eltern oder jedem anderen, der in Kontakt mit der / dem Jugendlichen steht und Auffälligkeiten bemerkt, erfolgen. Das Team der 2. Chance unterliegt der Schweigepflicht und ist im gesamten Raum München verteilt. Die Unterstützungsdauer beträgt ein Jahr, sie kann gegebenenfalls auch verlängert werden. Ein Einstieg ist jederzeit möglich. In einer Steuerungsrunde treffen sich regelmäßig das Jugendamt, das Staatliche Schulamt, die Bezirkssozialarbeit und die Träger der 2. Chance, um eine optimale Unterstützung der Schülerinnen und Schüler durch das Projekt zu gewährleisten. Projektträger der 2. Chance sind der ETC e.v. (Koordinierungsstelle und verantwortlicher Träger), die Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) und das Adelgundenheim der katholischen Jugendfürsorge. Zentral kann Kontakt über die Koordinierungsstelle aufgenommen werden. ETC e.v. Sonnenstraße München Telefon:

References: Art. 31
 Art. 119
 Art. 57
 Art. 31
 Art. 31
 Art. 119
 Art. 76
 Art. 118
 Art. 50