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Timestamp: 2016-10-21 20:22:26+00:00

Document:
U 174/03 (10.11.2004)
U 174/03
Pr�sident Ferrari, Bundesrichterin Widmer und nebenamtlicher Richter B�hler; Gerichtsschreiber Scartazzini
(Entscheid vom 12. Juni 2003)
Der 1956 geborene R.________ war bis 1992 als Gesch�ftsf�hrer einer Autogarage t�tig und absolvierte ab August 1994 im Rahmen einer beruflichen Eingliederungsmassnahme der Invalidenversicherung eine Umschulung zum Treuh�nder, bestand aber im August 1998 die Abschlusspr�fung nicht, nachdem er am 27. November 1997 bei einem Auffahrunfall ein leichtes Kontusionstrauma mit Distorsion der HWS erlitten hatte, f�r welches er gegen�ber der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft (im Folgenden: "Mobiliar") haftpflichtrechtliche Anspr�che geltend machte. Ab August 1998 war R.________ als selbst�ndiger Treuh�nder t�tig, bezog ab Oktober 1999 Arbeitslosenentsch�digung und war damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallversichert. Am 5. Januar 2000 wurde er erneut in einen Auffahrunfall verwickelt, als er im Begriffe war, seinen PW Renault Clio an der Strasse N.________ in X.________ r�ckw�rts in ein freies Parkfeld zu man�vrieren und ein in die Strasse N.________ einbiegender PW Fiat Coup� mit dem linken Heck seines PW kollidierte. R.________ begab sich am 10. Januar 2000 in Behandlung seines damaligen Hausarztes Dr. med. Z.________ der ein Distorsionstrauma der HWS diagnostizierte. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld). Zur Abkl�rung der Verh�ltnisse zog sie das neurologische Gutachten von Dr. med. D.________, Neurologische Poliklinik des Spital Y.________, vom 19. April 2000 mit Erg�nzungsgutachten vom 12. Juli 2000 sowie das biomechanische Gutachten von dipl. Ing. M.________, vom 11. Mai 2000 - beide im Auftrag der "Mobiliar" erstattet -, das vom Bundesamt f�r Milit�rversicherung (BAMV) in Auftrag gegebene polydisziplin�re Gutachten der MEDAS vom 17. Mai 2000 sowie das von der IV-Stelle Luzern eingeholte neuropsychologische Gutachten von Prof. Dr. phil. P.________, vom 16. August 2001 bei. Ausserdem liess die SUVA den Versicherten zwei Mal vom 17. April bis 19. Mai 2000 und vom 18. Dezember 2000 - 5. Januar 2001 in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik E.________ behandeln (Berichte vom 30. Mai 2000 und 10. Januar 2001), wo ebenfalls eine neuropsychologische Abkl�rung durchgef�hrt wurde (Bericht vom 24. Mai 2000). Am 27. September 2000 wurde der Versicherte durch Kreisarzt Dr. med. L.________ untersucht (Bericht vom 28. September 2000). Gest�tzt auf diese medizinischen Akten und zahlreiche weitere haus�rztliche sowie spezial�rztliche Abkl�rungsberichte stellte die SUVA mit Verf�gung vom 14. September 2001 ihre Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) ab 28. Februar 2002 ein. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 31. Mai 2002 fest.
Beschwerdeweise liess R.________ die Zusprechung weiterer Taggeldleistungen f�r eine Arbeitsunf�higkeit von mindestens 70%, einer Invalidenrente f�r einen Invalidit�tsgrad von ebenfalls mindestens 70% und einer Integrit�tsentsch�digung von mindestens 30% beantragen.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern f�hrte einen doppelten Schriftenwechsel durch und zog von der IV-Stelle Luzern die im Auftrag der Krankentaggeldversicherung von R.________, Groupe Mutuel, Villars-sur-Gl�ne, erstatteten Gutachten des Rheumatologen Dr. med. A.________ vom 12. November 2001 sowie des Spezialarztes f�r Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. F.________ vom 12. Februar 2002 bei. Mit Entscheid vom 12. Juni 2003 wies es die Beschwerde ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst R.________ seine vorinstanzlichen Rechtsbegehren erneuern; ferner l�sst er die Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung beantragen.
Die SUVA schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend das Bundesamt f�r Sozialversicherung, Abteilung Unfallversicherung (ab 1. Januar 2004 im Bundesamt f�r Gesundheit [BAG]) auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Am 10. November 2004 f�hrte das Eidgen�ssische Versichrungsgericht eine partei�ffentliche Beratung durch.
1.2 Das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist im vorliegenden Fall nicht anwendbar, da nach dem massgeblichen Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheides (hier: 31. Mai 2002) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
Streitig und zu pr�fen ist, ob der Beschwerdef�hrer aufgrund des Unfalles vom 5. Januar 2000 Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integrit�tsentsch�digung sowie allenfalls �ber den Zeitpunkt der von der SUVA auf den 28. Februar 2002 festgesetzten Leistungseinstellung hinaus Anspruch auf weitere Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) hat.
2.1 Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Bestimmungen �ber den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) sowie die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen (BGE 129 V 181 Erw. 3.1, 406 Erw. 4.3.1, 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) und ad�quaten Kausalzusammenhang (BGE 129 V 181 Erw. 3.2, 405 Erw. 2.2, 125 V 461 Erw. 5a mit Hinweisen) zutreffend wiedergegeben. Richtig sind auch die Erw�gungen zum Beweis des Wegfalls des nat�rlichen Kausalzusammenhanges bei zun�chst anerkannter Leistungspflicht (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b). Darauf wird verwiesen.
2.2 Zu erg�nzen ist, dass f�r die Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhanges nicht entscheidend ist, ob die im Anschluss an ein Schleudertrauma oder eine �quivalente Verletzung der HWS (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 Erw. 2) auftretenden Beschwerden medizinisch eher als organischer oder als psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 117 V 364 Erw. 5d/aa). Die Unterscheidung ist jedoch insoweit von Belang, als die Ad�quanzbeurteilung nicht nach den f�r Schleudertraumen der HWS und �quivalente Verletzungen (BGE 117 V 359 ff.), sondern nach den f�r psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 138 ff.) geltenden Regeln zu erfolgen hat, wenn die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung geh�renden Beeintr�chtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 Erw. 2a).
2.3 Nach der Rechtsprechung zum Beweiswert �rztlicher Berichte und Gutachten kommt den von der SUVA beigezogenen, von dritter Seite in Auftrag gegebenen Gutachten derselbe Beweiswert zu wie den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezial�rzten, sofern dem Versicherten die ihm mit Bezug auf Gutachten zustehenden Geh�rsrechte (Recht, nachtr�glich zum Inhalt des Gutachtens und zur Person des Gutachters Stellung nehmen und gegebenenfalls Erg�nzungsfragen stellen zu k�nnen) gew�hrt werden (BGE 125 V 336 ff. Erw. 4).
Hinsichtlich der von der SUVA im vorliegenden Verwaltungsverfahren beigezogenen, von der "Mobiliar", vom BAMV und von der IV-Stelle Luzern in Auftrag gegebenen Gutachten des Dr. med. D.________, dipl. Ing. M.________, der MEDAS sowie von Prof. Dr. phil. P.________ ist dem Beschwerdef�hrer das rechtliche Geh�r im Einspracheverfahren umfassend gew�hrt worden. Dasselbe gilt f�r die von der Vorinstanz beigezogenen, von der Krankentaggeldversicherung des Beschwerdef�hrers in Auftrag gegebenen Gutachten des Rheumatologen Dr. med. A.________ und des Psychiaters Dr. med. F.________. Allen diesen Gutachten externer Spezial�rzte und Fachleute kommt f�r das vorliegende Verfahren volle Beweiskraft zu, sofern sie aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten zu schl�ssigen Ergebnissen gelangt sind und keine konkreten Indizien gegen ihre Zuverl�ssigkeit sprechen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb mit Hinweisen).
3.1 Im angefochtenen Entscheid sind die in den medizinischen Akten enthaltenen wesentlichen Befunde, Diagnosen und �rztlichen Kausalit�tsbeurteilungen detailliert zusammengefasst worden. Gest�tzt darauf gelangte die Vorinstanz zum Schluss, beim Beschwerdef�hrer liege nicht das typische Beschwerdebild nach einem Schleudertrauma der HWS vor, weshalb die Ad�quanzbeurteilung nach den f�r psychische Unfallfolgen geltenden Regeln (BGE 115 V 138 ff.) erfolgen m�sse. Da es sich beim Auffahrunfall vom 5. Januar 2000 um einen leichten Unfall gehandelt habe, m�sse die Ad�quanz psychischer Unfallfolgen ohne weiteres verneint werden.
3.2 Anl�sslich der Erstbehandlung vom 10. Januar 2000 stellte der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. Z.________, die Diagnose eines Distorsionstrauma der HWS und gab als Befunde an: "Kopfweh, Leistungs-Einschr�nkung, eingeschr�nkte HWS Bewegl., Druckdolenz Dornforts. 4-7 paraverteb HWS Musk/Bew. Scap. li > 4". Gegen�ber dem Sachbearbeiter der SUVA gab der Beschwerdef�hrer anl�sslich der Befragung vom 3. April 2000 an, die Beschwerden h�tten nach dem Unfall laufend zugenommen und sich als Schlafst�rungen, M�digkeit, starke Nacken- Schulterschmerzen, Konzentrationsprobleme, Ged�chtnisl�cken, Kopfweh, Schwindel, Sehst�rungen und Schmerzen in beiden Augen, Blutdruckprobleme, Tinnitus teils im linken, teils im rechten Ohr, Schweissausbr�che bei Belastung und Zeitdruck, Magen- und Darmprobleme (Bl�hung, saures Aufstossen) und Hautausschl�ge im Bereich Kopfhaut/Stirn manifestiert.
Ein �hnlich buntes (und aktuelles) Beschwerdebild gab der Beschwerdef�hrer auch gegen�ber dem von der "Mobiliar" - im Zusammenhang mit dem ersten Auffahrunfall vom 27. November 1997 - beauftragten neurologischen Gutachter Dr. med. D.________ anl�sslich der Untersuchung vom 28. Januar 2000 an. Dieser Spezialarzt best�tigte �berdies die Diagnose eines beim Unfall vom 5. Januar 2000 erlittenen Distorsionstrauma der HWS.
Im Rahmen der im Mai 2000 in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik E.________ durchgef�hrten neuropsychologischen Abkl�rung gab der Beschwerdef�hrer zwar nicht mehr ganz so mannigfaltige subjektive Beschwerden - Augen- und Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich, Kopfschmerzen jeden zweiten Tag, erh�htes Schlafbed�rfnis und lange Anlaufzeit morgens - an. Die neuropsychologischen Testergebnisse f�hrten aber erstmals zur Diagnose einer mittelschweren bis schweren Aufmerksamkeits- und Konzentrationsst�rung.
Anl�sslich der kreis�rztlichen Untersuchung vom 27. September 2000 gab der Versicherte als Hauptbeschwerden die Konzentrationsst�rungen bei der Arbeit an und klagte weiterhin �ber Nacken- und Schultersverspannungen sowie - seit Fr�hjahr 2000 - �ber Akkomodationsst�rungen der Augen. Kreisarzt Dr. med. L.________ best�tigte die Diagnose einer indirekten HWS-Distorsion.
Am Ende der zweiten Rehabilitationsbehandlung in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik E.________ (18. Dezember 2000 - 5. Januar 2001) gab der Versicherte eine deutliche Regredienz der Schmerzen im Schulter-, Nacken- und HWS-Bereich, eine sehr gute Beweglichkeit der HWS, eine bessere Belastbarkeit und ein geringeres Schlafbed�rfnis an. Er klagte lediglich noch �ber intermittierend auftretende Kopfschmerzen, vor allem bei erh�hter Konzentration, sowie �ber Konzentrations- und Aufmerksamkeitsst�rungen.
Eine erneute neuropsychologische Abkl�rung durch Prof. Dr. phil. P.________ vom 27. Juli/16. August 2001 ergab die Diagnose einer ausgedehnten Funktionsschw�che in den Strukturen des Hirnstammes, welche f�r die Aufmerksamkeit und f�r visuelle sowie visuell-motorische Leistungen verantwortlich sind, mit geringf�giger, somit wahrscheinlich sekund�rer Auswirkung auf die Funktion der basalen Anteile der Frontallappen beidseits. Die dadurch bedingte Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit erachtete Prof. P.________ mit hoher Wahrscheinlichkeit als mit dem Unfall vom Dezember 1997 beginnend und mit ebenso hoher Wahrscheinlichkeit als durch den Unfall vom Januar 2000 verst�rkt.
Anl�sslich der Untersuchungen durch den Rheumatologen Dr. med. A.________ vom 30. Oktober 2001 und den Psychiater Dr. med. F.________ vom 15./29. Januar 2002 klagte der Beschwerdef�hrer zwar weiterhin �ber verschiedene Beschwerden wie Schlafst�rungen, M�digkeit, verminderte Leistungsf�higkeit, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsst�rungen, Sehst�rungen (Akkomodationsst�rungen) und schmerzende trockene Augen, Kopfschmerzen und schmerzbedingte Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich sowie Hautausschlag auf der Kopfhaut, gab aber gegen�ber beiden Gutachtern �bereinstimmend an, f�r die Beeintr�chtigung seiner Arbeitsf�higkeit seien die Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Sehst�rungen von ausschlaggebender Bedeutung.
3.3 Zusammenfassend ergibt sich aus diesen medizinischen Akten, dass von keinem der den Beschwerdef�hrer behandelnden oder begutachtenden �rzte die nach dem Unfall vom 5. Januar 2000 gestellte Diagnose eines Distorsionstrauma der HWS je bezweifelt wurde. Das f�r einen solchen - einem Schleudertrauma �quivalenten - Verletzungsmechanismus typische, bunte Beschwerdebild (vgl. dazu BGE 117 V 360 Erw. 4b) lag bereits in den ersten Tagen und Wochen nach dem Unfall vom 5. Januar 2000 vor und war teilweise auch noch in dem f�r die sozialversicherungsgerichtliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheides vom 31. Mai 2002 (BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 123 V 99 Erw. 2a und b sowie RKUV 2002 Nr. U 465 S. 438 Erw. 3a) gegeben. Zu dem nach einem Unfall mit Schleudertrauma h�ufig auftretenden, bunten Beschwerdebild geh�ren namentlich auch die vom Beschwerdef�hrer ab Fr�hjahr 2000 in Form von Akkomodationsst�rungen und Lichtempfindlichkeit geklagten Sehst�rungen (vgl. dazu RKUV 2001 Nr. U 412 S. 79 ff.). Zugleich ist aber nicht eindeutig feststellbar, ob die nach der �bereinstimmenden Befunderhebung der Spezial�rzte der Rheuma- und Rehabilitationsklinik E.________ sowie der Gutachter Dr. med. A.________ und Dr. med. F.________ attestierten und ebenfalls zum typischen Beschwerdebild eines HWS-Traumas geh�renden (RKUV 2001 Nr. U 412 S. 79 ff.) neuropsychologischen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsst�rungen sowie die vom Neuropsychologen Prof. Dr. phil. P.________ und von Augenarzt Dr. med. S.________ (Bericht vom 12. Februar 2001) auf ein Hirnleistungsdefizit zur�ckgef�hrten Sehst�rungen ab Herbst 2001 tats�chlich im Vordergrund standen. Ein hirnorganischer Schaden ist nach dem Unfall vom 5. Januar 2000 jedenfalls von keinem der den Beschwerdef�hrer untersuchenden oder begutachtenden Spezial�rzte je festgestellt worden, insbesondere auch nicht vom Radiologen Dr. med. U.________ anl�sslich der MRI-Untersuchung des Sch�dels vom 21. Januar 2000. Das Vorhandensein eines solchen Schadens ist im Rahmen des h�ufig auftretenden Beschwerdebildes nach einem Unfall mit Schleudertrauma allerdings auch nicht erforderlich, zumal es nach der Rechtsprechung (BGE 117 V 364 Erw. 5d/aa) nicht entscheidend ist, ob die im Anschluss an ein Schleudertrauma der Halswirbels�ule auftretenden Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden.
4.1 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers kann bei einem Schleudertrauma der HWS oder einer �quivalenten Verletzung wie einer Distorsion der HWS unter Umst�nden auch ohne organisch nachweisbare Sch�digung gegeben sein. Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung k�nnen bei solchen Verletzungen auch ohne klar ausgewiesene pathologische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausf�lle verschiedenster Art auftreten (BGE 117 V 363 Erw. 5d/aa mit Hinweisen). Der Umstand, dass die nach einem Schleudertrauma h�ufig beobachteten und deshalb von der Rechtsprechung als typisch bezeichneten Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Ged�chtnisst�rungen, �belkeit, rasche Erm�dbarkeit, Visusst�rungen, Reizbarkeit, Affektlabilit�t, Depression oder Wesensver�nderung (BGE 117 V 360 Erw. 4b) in manchen F�llen mit den heute verwendeten bildgebenden Untersuchungsmethoden nicht objektivierbar sind, darf nicht dazu verleiten, sie als rein "subjektive" Beschwerden zu qualifizieren und damit deren Relevanz f�r die Unfallversicherung in Abrede zu stellen.
Ob in solchen F�llen ein nat�rlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, �ber welche die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter im Rahmen der Beweisw�rdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht herrschenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden haben. Auch in diesem Bereich ist aber f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers unerl�sslich, dass die geklagten Beschwerden nicht lediglich den von der versicherten Person subjektiv umschriebenen Leiden entsprechen, sondern medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeintr�chtigung zugeschrieben werden k�nnen und diese Gesundheitssch�digung mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit in einem urs�chlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis steht (BGE 119 V 340 Erw. 2b/bb). Dabei vermag die Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht, die Beurteilung der Kausalit�t eines Beschwerdebildes selbst�ndig und abschliessend vorzunehmen. Ihre Aussagen zur Unfallkausalit�t sind nur im Rahmen einer gesamthaften Beweisw�rdigung bedeutsam, sofern sie �berpr�f- und nachvollziehbar, mithin �berzeugend sind und sich in die anderen (interdisziplin�ren) Abkl�rungsergebnisse schl�ssig einf�gen.
4.2 Diese Anforderungen an den Nachweis des nat�rlichen Kausalzusammenhanges zwischen den vom Beschwerdef�hrer im Zeitpunkt des angefochtenen Einspracheentscheides vom 31. Mai 2002 weiterhin geklagten Beschwerden und der beim Unfall vom 5. Januar 2000 erlittenen Distorsionsverletzung der HWS sind nicht erf�llt. Zudem hat ausser dem Neuropsychologen Prof. Dr. phil. P.________ und - hinsichtlich der Sehst�rungen - dem Augenarzt Dr. med. S.________ keiner der den Beschwerdef�hrer begutachtenden/untersuchenden Spezial�rzte f�r die von ihm geklagten Beschwerden eine beim Unfall vom 5. Januar 2000 erlittene Gesundheitssch�digung feststellen k�nnen und als urs�chlich erachtet; namentlich auch nicht im Sinne einer Teilursache. Im Gegenteil, bereits der neurologische Gutachter Dr. med. D.________ hielt in seinem Erg�nzungsgutachten vom 12. Juli 2000 fest, eine Arbeitsunf�higkeit von mehr als zwei Wochen im Anschluss an den Unfall vom 5. Januar 2000 sei neurologisch nicht erkl�rbar. Im gleichen Sinne �usserten sich Kreisarzt Dr. med. L.________ und der Rheumatologe Dr. med. A.________.
Demnach kann gest�tzt auf die zur Verf�gung stehenden medizinischen Akten die Frage, ob es sich bei den vom Beschwerdef�hrer geklagten Gesundheitsst�rungen um eine nat�rliche Folge des versicherten Unfalles handelt, nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen) beantwortet werden. Eine R�ckweisung der Sache zwecks Einholung eines weiteren interdisziplin�ren Gutachtens er�brigt sich aber; selbst wenn aufgrund zus�tzlicher Abkl�rungen der nat�rliche Kausalzusammenhang zu bejahen w�re, fehlt es - wie die nachstehenden Erw�gungen zeigen - jedenfalls an der Ad�quanz des Kausalzusammenhanges.
In analoger Anwendung der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen ist f�r die Bejahung des ad�quaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall f�r die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunf�higkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn der Unfall objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht f�llt (vgl. BGE 115 V 141 Erw. 7 mit Hinweisen). F�r die Beurteilung dieser Frage ist gem�ss BGE 115 V 138 Erw. 6 an das Unfallereignis anzukn�pfen, wobei - ausgehend vom augenf�lligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale bzw. leichte Unf�lle einerseits, schwere Unf�lle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich. Wie das Eidgen�ssische Versicherungsgericht im genannten Urteil erwogen hat, kann bei leichten Unf�llen wie z. B. einem gew�hnlichen Sturz der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und nachfolgenden Gesundheitsst�rungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 117 V 366 Erw. 6a, vgl. BGE 115 V 139 Erw. 6a).
5.1 Vorinstanz und SUVA haben das Unfallereignis vom 5. Januar 2000 als leicht eingestuft und allein deshalb das Vorliegen eines ad�quaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und den geklagten Gesundheitsst�rungen verneint.
5.2 Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht stuft Auffahrkollisionen vor einem Fussg�ngerstreifen oder einem Lichtsignal regelm�ssig als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen liegendes Ereignis ein (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 360 Erw. 4b mit Hinweisen). Zwar hat es in einzelnen F�llen auch bei Auffahrkollisionen einen leichten Unfall angenommen, so insbesondere bei einer niedrigen kollisionsbedingten Geschwindigkeitsver�nderung (Delta-v unter 10 km/h) und - zus�tzlich - weitgehendem Fehlen von unmittelbar im Anschluss an den Unfall aufgetretenen Beschwerden (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 360 Erw. 4.2 mit Hinweisen). Auch bei einem als leicht zu qualifizierenden Auffahrunfall ist indessen der ad�quate Kausalzusammenhang - als Ausnahme von der Regel - dann zu pr�fen, wenn er unmittelbare Unfallfolgen zeitigt, die sich nicht offensichtlich als unfallunabh�ngig erweisen (z. B. Komplikationen durch die besondere Art der erlittenen Verletzung, verz�gerter Heilungsverlauf, langdauernde Arbeitsunf�higkeit). In diesem Fall sind die Ad�quanzkriterien, die f�r Unf�lle im mittleren Bereich gelten, heranzuziehen (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 360 Erw. 4.2, 1998 Nr. U 297 S. 244 Erw. 3b mit Hinweis).
5.3 Aus den von der Stadtpolizei Luzern fotografisch festgehaltenen Endstellungen der beiden beteiligten Fahrzeuge und ihrer Besch�digungen geht hervor, dass der Lenker des Fahrzeuges Fiat Coup� dem r�ckw�rts in das freie Parkfeld einspurenden PW Renault Clio des Beschwerdef�hrers noch auszuweichen versuchte und diesen am hinteren linken Heck erfasste. Die Schadenbilder entsprechen eher einer seitlichen Streifkollision als einem eigentlichen Auffahrunfall mit Besch�digung der ganzen Heck- und Frontpartie der Kollisionsfahrzeuge. Aufgrund dieses Kollisionscharakters konnte die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsver�nderung auch nicht aus den aufgetretenen Fahrzeugsch�den abgeleitet werden. Vielmehr beruht die im biomechanischen Gutachten vom 11. Mai 2000 festgehaltene kollisionsbedingte Geschwindigkeitsver�nderung von 4 bis max. 7 km/h auf wissenschaftlich ausgewerteten Vergleichskollisionen. Es kommt dazu, dass der Beschwerdef�hrer sein Fahrzeug �usserlich unverletzt verlassen und der Polizei unmittelbar nach dem Unfall Red und Antwort stehen konnte.
Gesamthaft ergibt sich aus diesem �usseren Geschehensablauf, dass beim Unfall vom 5. Januar 2000 keine ausserordentlichen Kr�fte auf die Kopf- und Halsregion des Beschwerdef�hrers einwirkten. Es sind auch sonst keinerlei �ussere Umst�nde ersichtlich, die geeignet gewesen w�ren, erhebliche und langwierige Gesundheitsst�rungen mit entsprechender Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit zu verursachen. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder - wie hier - eines �quivalenten Distorsionstrauma der HWS vermag f�r sich allein die schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen nicht zu begr�nden. In dem in RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243 ff. publizierten Urteil wurde das Kriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzung bejaht, weil die betroffene Person zum Zeitpunkt des Heckaufpralls nach oben zum Schiebedach hinausschaute und gleichzeitig, um die Bedienungsm�glichkeiten des neuen Autos zu beobachten, Kopf und Oberk�rper nach links geneigt hatte. Im vorliegenden Fall hatte der Beschwerdef�hrer im Kollisionszeitpunkt keine vergleichbare K�rperhaltung eingenommen, die bei einem Schleudertrauma zu besonderen Verletzungen und Komplikationen f�hren kann. Im Gegenteil, der Beschwerdef�hrer hat gegen�ber dem Sachbearbeiter der SUVA am 3. April 2000 zu Protokoll gegeben, er habe im R�ckspiegel gesehen, dass der Lenker des herannahenden Fahrzeuges Fiat Coup� nicht mehr werde anhalten k�nnen, sich deshalb instinktiv mit beiden H�nden am Lenkrad festgehalten und den Oberk�rper gegen die Sitzr�cklehne gepresst. Demgem�ss konnte er einen Teil der auf seine Kopf- und Halsregion einwirkenden Kollisionsenergie mit seinen Extremit�ten absorbieren und damit aussergew�hnliche Verletzungen in jenem K�rperbereich gerade vermeiden.
5.4 An das Unfallereignis ankn�pfend und vom geschilderten augenf�lligen Geschehensablauf ausgehend ist somit zu schliessen, dass dem Unfall f�r die Entstehung einer Arbeits- bzw. Erwerbsunf�higkeit keine massgebende Bedeutung zukam, zumal dieser weder objektiv eine gewisse Schwere aufwies noch ernsthaft ins Gewicht fiel (vgl. BGE 115 V 141 Erw. 7 mit Hinweisen). Nicht ein leichter, sondern ein banaler Auffahrunfall liegt daher vor. Das vom Beschwerdef�hrer in den ersten Tagen und Wochen nach dem Unfall vom 5. Januar 2000 beklagte bunte Beschwerdebild beinhaltete zwar zumindest teilweise Beschwerden wie sie nach einem Schleudertrauma oder einem �quivalenten Distorsionstrauma der HWS h�ufig auftreten und deshalb von der Rechtsprechung als typisch bezeichnet werden: Kopfweh, Konzentrations- und Ged�chtnisst�rungen, Schwindel, Sehst�rungen, rasche Erm�dbarkeit (vorne Erw. 4.1). Trotzdem f�hren die unmittelbar nach dem Unfall vom 5. Januar 2000 aufgetretenen Gesundheitsst�rungen nicht zur Anwendung des Ausnahmefalles, wonach bei leichten Unf�llen die Ad�quanzkriterien heranzuziehen w�ren, die f�r Unf�lle im mittleren Bereich gelten.
Ist der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und nachfolgenden Gesundheitsst�rungen zu verneinen, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung und unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher banaler Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen, stellt sich die Frage nicht, ob die Ad�quanzbeurteilung nach den f�r Schleudertraumen der HWS und �quivalente Verletzungen (BGE 117 V 359 ff.) oder nach den f�r psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 138 ff.) geltenden Regeln zu erfolgen hat. Vorinstanz und SUVA haben somit die Leistungsvoraussetzung des ad�quaten Kausalzusammenhanges mit Wirkung ab 1. M�rz 2002 im Ergebnis zu Recht verneint.
Die unentgeltliche Verbeist�ndung kann dem Beschwerdef�hrer gew�hrt werden (Art. 152 i.V.m. Art. 135 OG), da seine Bed�rftigkeit aktenkundig ist, die Beschwerde nicht aussichtslos und die Vertretung geboten war (BGE 125 V 202 Erw. 4a und 372 Erw. 5b, je mit Hinweisen). Es wird indessen ausdr�cklich auf Art. 152 Abs. 3 OG aufmerksam gemacht, wonach die beg�nstigte Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie sp�ter dazu im Stande ist.
Zufolge Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung wird Rechtsanwalt Dr. Bruno H�fliger, Luzern, f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht aus der Gerichtskasse eine Entsch�digung von Fr. 2500.‑‑ (inkl. Mehrwertsteuer) ausgerichtet.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern und dem Bundesamt f�r Gesundheit (BAG) zugestellt.

References: BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 135
 Art. 152