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Timestamp: 2020-04-06 04:18:52+00:00

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10.04.2019 Pränataler Bluttest darf keine Kassenleistung werden
Pränataler Bluttest darf keine Kassenleistung werden
Freiburg/Dortmund/Berlin, 10. April 2019. Wenn vorgeburtliche Pränataltests künftig von den Krankenkassen bezahlt würden, verändere dies das gesellschaftliche Bewusstsein erheblich. Eltern, die sich bewusst für ein behindertes Kind entscheiden, könnten so noch mehr Druck von außen erfahren.
Entschieden wenden sich der Deutsche Caritasverband (DCV), der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) gegen die Zulassung von nichtinvasiven Pränataltests (NIPT) als Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Anlässlich der morgigen Debatte im Deutschen Bundestag fordern sie die Abgeordneten dazu auf, sich gegen die Zulassung einzusetzen.
„Menschen mit Behinderung sind Mitglieder unserer Gesellschaft. Wenn wir akzeptieren, dass Tests als selbstverständliche Kassenleistung bezahlt werden, die die Gefahr in sich bergen, Embryos mit Auffälligkeiten zu selektieren, verändert dies den Blick auf ein Leben mit Behinderung. Das gilt es zu verhindern. Jeder Mensch hat grundsätzlich seine Würde und seinen Wert“, betont Caritas-Präsident Peter Neher. Wichtig sei, Frauen und Familien in der Gestaltung ihres Lebens mit Kindern mit einer Behinderung besser zu beraten und konkret zu unterstützen. Dies müsse als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Dafür setzten sich die Dienste und Einrichtungen der Caritas in ihrer praktischen Arbeit ein.
Eine Zulassung widerspricht auch der UN-Behindertenrechtskonvention, die 2009 in Deutschland in Kraft getreten ist und die Rechte von Menschen mit Behinderung schützt. Einem flächendeckenden Screening als Kassenleistung treten die Verbände daher mit Nachdruck entgegen. „Gerade im zehnten Jahr nach Ratifizierung der UN- Behindertenrechtskonvention in Deutschland sollte es die staatliche Aufgabe sein, für die Wertschätzung von Menschen mit Behinderung und ihren Beitrag zur Gesellschaft einzutreten. Durch die Zulassung des Pränataltests als Kassenleistung werden sie jedoch weiter diskriminiert“, kritisiert Johannes Magin, Vorsitzender des CBP.
Die Bundesvorsitzende des SkF, Anke Klaus, ergänzt: „Die sich weiterentwickelnden medizinischen Untersuchungen an Embryonen bieten viele Chancen. Gleichzeitig stellen sie für werdende Eltern einen Druck dar, alle Tests durchzuführen und schnelle Entscheidungen für oder gegen das Kind zu treffen. Viel zu oft fehlt in diesen Situationen eine gute und umfassende psychosoziale Beratung und Begleitung. Diese muss, wie im Gendiagnostikgesetz festgelegt, besser umgesetzt werden.“
In einer frühen Phase der Schwangerschaft können nichtinvasive Pränataltests genetische Auffälligkeiten beim Embryo, wie Trisomie 21, erkennen. Hinweise auf Trisomie 21 mit pränatal-diagnostischen Methoden führen in vielen Fällen zum Abbruch von Schwangerschaften.
Der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. ist ein anerkannter Fachverband im Deutschen Caritasverband. Mehr als 1.100 Mitgliedseinrichtungen und Dienste begleiten mit ca. 94.000 Mitarbeitenden rund 200.000 Menschen mit Behinderung oder mit psychischer Erkrankung und unterstützen ihre selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.
Der SkF unterstützt mit rund 10.000 Mitgliedern und 9.000 Ehrenamtlichen sowie 6.500 beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in bundesweit 143 Ortsvereinen Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die in ihrer aktuellen Lebenssituation auf Beratung oder Hilfe angewiesen sind. Sein Angebot umfasst u. a. 120 Schwangerschafts- beratungsstellen, 91 Betreuungsvereine, 38 Frauenhäuser, 36 Kindertageseinrichtungen, 34 Mutter-Kind- Einrichtungen, 31 Dienste der Kindertagespflege sowie 22 Adoptions- und 35 Pflegekinderdienste. Der SkF ist Mitglied im Deutschen Caritasverband.
Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0231 557026-25
Fax 0231 557026-60
21.03.2019 Zum Welt-Down-Syndrom-Tag: Für eine inklusive Gesellschaft
Zum Welt-Down-Syndrom-Tag: Für eine inklusive Gesellschaft
Katholische Frauenverbände KDFB, kfd und SkF: „Bluttests“ zur Erkennung von Trisomien dürfen keine Regelleistungen der Schwangerschaftsvorsorge werden
Dortmund/Düsseldorf/Köln, 21. März 2019 – Anlässlich des heutigen Welt-Down-Syndrom-Tages warnen die katholischen Frauenverbände eindringlich davor, molekulargenetische Bluttests zur Erkennung von Trisomien in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen. Gemeinsam befürchten die Katholikinnen, dass der Nichtinvasive Pränataldiagnostik-Test (NIPT) als Regelleistung der Schwangerschaftsvorsorge stärker als bisher einer selektiven Maßnahme von Kindern mit und ohne genetische Auffälligkeiten gleichkäme. Das widerspricht der UN-Behindertenrechtskonvention, die die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2009 ratifiziert hat.
„Alarmierender noch als die Frage nach der Kassenzulassung ist die schrittweise Entstehung eines gesellschaftlichen Klimas, das jede Behinderung zu einem Makel erklärt und Menschen mit Behinderungen und deren Eltern ausgegrenzt“, sagt kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil. „Jeder Mensch hat das Recht auf ‚gesundheitliche Unvollkommenheit‘, ohne dass dies bewertet oder gewichtet wird. In einer gelebten inklusiven Gesellschaft muss daher jede und jeder willkommen sein.“
Maria Flachsbarth, Präsidentin des KDFB, erklärt: „Wir stehen für das Recht jedes Lebens ein. Schwangere Frauen und ihre Partner brauchen qualitätsgesicherte, unabhängige und leicht verständliche Informationen, um selbstbestimmt über die Inanspruchnahme von Untersuchungen und Maßnahmen zu entscheiden. Auch brauchen wir für Eltern von Kindern mit Behinderungen noch viel mehr kontinuierliche, begleitende Unterstützungsangebote.“
Die Bundesvorsitzende des SkF, Anke Klaus, ergänzt: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass der Druck auf werdende Eltern wächst, alle diagnostischen Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen, um die Geburt eines Kindes mit bestimmten genetischen Auffälligkeiten zu verhindern. Die Anforderung des Gendiagnostikgesetzes an eine umfassende psychosoziale Beratung vor und nach jeder pränataldiagnostischen Untersuchung muss besser umgesetzt werden.“ ￼￼￼
Stellungnahme des KDFB „Für eine inklusive Gesellschaft. Ethische Dimensionen nichtinvasiver Pränataldiagnostik müssen berücksichtigt werden“ Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 180.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein. www.frauenbund.de
kfd-Positionspapier „Frauen im Spannungsfeld von Fortpflanzungsmedizin, Gesellschaft und Ethik“ Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit 450.000 Mitgliedern der größte katholische Verband und eine der größten Frauenorganisationen in der Bundesrepublik. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. www.kfd-bundesverband.de
Stellungnahme CBP/DCV/SkF zur geplanten Aufnahme NIPT als Regelleistung der GKV Der Sozialdienst Katholischer Frauen – Gesamtverband e.V. ist ein katholischer Frauenwohlfahrtsverband. Der SkF unterstützt in bundesweit 143 Ortsvereinen Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die in ihrer aktuellen Lebenssituation auf Beratung oder Hilfe angewiesen sind. Sein Angebot umfasst u. a. 120 Schwangerschaftsberatungsstellen, 91 Betreuungsvereine, 38 Frauenhäuser, 40 Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, 36 Kindertageseinrichtungen, 34 Mutter-Kind-Einrichtungen, 31 Dienste der Kindertagespflege sowie 22 Adoptions- und 35 Pflegekinderdienste. Der SkF ist Mitglied im Deutschen Caritasverband. www.skf-zentrale.de
SkF Gesamtverband e.V.
Nadine Mersch, Stabsstelle für Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit
0231 557026-25
KDFB e.V.
Ute Hücker, Pressereferentin
0221 86092-24
0211 44992-25 This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
18.03.2019 Frauen verdienen mehr!
Dortmund, 18.03.2019
Der heutige Equal Pay Day steht unter dem Motto „Wertsache Arbeit“ und regt dazu an, gleiche Maßstäbe bei der Bewertung von Erwerbsarbeit von Frauen und Männern anzulegen. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) als Träger von Beratungsstellen und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege mit mehrheitlich weiblichen Mitarbeitenden fordert dringend notwendige Anhebungen bei der Bewertung sozialer Berufe.
Frauen übernehmen neben der privaten Sorge und Pflege von Angehörigen, auch beruflich den Großteil der Aufgaben in Pflege, Erziehung, Sorge und Therapie sowie in der Dienstleistungsbranche. Die Bezahlung in diesen gesellschaftlich unverzichtbaren Berufsgruppen ist häufig so niedrig, dass Erzieherinnen oder Friseurinnen von ihrem Gehalt nicht leben, angemessen wohnen können und schon gar nicht für Krankheit und Alter vorsorgen können. Zwingend notwendig ist es, endlich, die Gehälter tariflich anzupassen und Tarifbindungen in den Berufsgruppen zu schaffen, die diese bislang nicht haben, besonders in den Therapie- und Dienstleistungsbereichen. Die Politik ist gefordert, die Leistungen im Sozial- und Gesundheitswesen angemessen zu refinanzieren und ausschließlich diejenigen Träger und Dienstleister zu fördern, die sich an tarifliche Löhne halten. „Es darf nicht sein, dass die öffentliche Hand Lohndumping im sozialen Bereich unterstützt und damit verantwortungsvolle Träger und engagierte Mitarbeiterinnen in Notlagen geraten; das haben Frauen nicht verdient!“, betont Anke Klaus, SkF Bundesvorsitzende.
Der SkF unterstützt mit rund 10.000 Mitgliedern und 9.000 Ehrenamtlichen sowie 6.500 beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in bundesweit 143 Ortsvereinen Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die in ihrer aktuellen Lebenssituation auf Beratung oder Hilfe angewiesen sind. Sein Angebot umfasst u. a. 120 Schwangerschaftsberatungsstellen, 91 Betreuungsvereine, 38 Frauenhäuser, 40 Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, 36 Kindertageseinrichtungen, 34 Mutter-Kind- Einrichtungen, 31 Dienste der Kindertagespflege sowie 22 Adoptions- und 35 Pflegekinderdienste. Der SkF ist Mitglied im Deutschen Caritasverband.
Nadine Mersch, Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit
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08.03.2019 Genitalverstümmelung ist Menschenrechtsverletzung!
Dortmund, 08.03.2019
Genitalverstümmelung ist Menschenrechtsverletzung!
Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März weist der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) als Träger u. a. von Beratungsstellen und Einrichtungen für Opfer von Gewalt auf die Situation von beschnittenen Frauen und Mädchen hin, deren Genitalien verstümmelt wurden oder die davon bedroht sind. Weibliche Genitalverstümmelung (auch Female Genital Mutilation – FGM) wird laut UNICEF in 30 Ländern – vornehmlich in Afrika und im Nahen Osten sowie in Asien und Südamerika durchgeführt. Aber auch in Deutschland besteht, trotz eines Verbotes, das Risiko für Mädchen, heimlich an ihren Genitalien beschnitten zu werden. Laut der 2017 veröffentlichten INTEGRA-Studie „Weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland“ wird die Zahl betroffener Frauen in Deutschland auf mindestens 47.000 geschätzt. Die geschätzte Zahl der von FGM bedrohten Mädchen in Deutschland unter 18 Jahren variiert zwischen 1.560 und 5.690. FGM wird in den meisten Ländern als schwere Menschenrechtsverletzung rechtlich verurteilt. Die Große Koalition im Deutschen Bundestag hat bekräftigt, in dieser Legislaturperiode verstärkte Maßnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelung zu ergreifen. Dies unterstützt der SkF nachdrücklich. Dr. Anke Klaus, Bundesvorsitzende des SkF: „In unseren Beratungsstellen erleben wir immer wieder, welche gravierenden Folgen weibliche Genitalbeschneidung für die Frauen und Mädchen hat – sowohl physisch als auch psychisch. Die Würde und die Unversehrtheit aller Frauen müssen geschützt werden.“
Stellungnahme des Sozialdienstes katholischer Frauen Gesamtverein (SkF) zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verbesserung der Information zum Schwangerschaftsabbruch
Der § 219a des Strafgesetzbuches (StGB) stellt werbende Handlungen hinsichtlich des Abbruchs einer Schwangerschaft unter Strafe. Bei Personen, die zugunsten eines eigenen Vermögensvorteils handeln, wird die Information darüber, dass sie einen – nach § 218a Absatz 1 bis 3 StGB straffreien – Schwangerschaftsabbruch durchführen als Straftatbestand erfasst, sofern dies öffentlich, in einer Versammlung oder durch das Verbreiten von Schriften geschieht.
Ziel des vorliegenden „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Information über einen Schwangerschaftsabbruch“ ist die Verbesserung der Information für Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen sowie Rechtssicherheit für Ärztinnen, Ärzte, Krankenhäuser und Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Gleichzeitig soll das Werbeverbot für einen Schwangerschaftsabbruch erhalten bleiben, um das Rechtsgut des ungeborenen Lebens zu schützen.
Der Gesetzesentwurf sieht dementsprechend folgende Änderungen vor:
1. Im Strafgesetzbuch (StGB)
„219a (4) Absatz 1 gilt nicht, wenn Ärzte, Krankenhäuser oder Einrichtungen
1. auf die Tatsache hinweisen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche unter den Voraussetzungen des § 218a Absatz 1 bis 3 vornehmen, oder
2. auf Informationen einer insoweit zuständigen Bundes- oder Landesbehörde, einer Beratungsstelle nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz oder einer Ärztekammer über einen Schwangerschaftsabbruch hinweisen.“
2. Im Schwangerschaftskonfliktgesetz
„§ 13 (3) Die Bundesärztekammer führt eine Liste der Ärztinnen und Ärzte nach Absatz 4 sowie der Krankenhäuser und Einrichtungen, die ihr mitgeteilt haben, dass sie Schwangerschaftsabbrüche unter den Voraussetzungen des § 218a Absatz 1 bis 3 des Strafgesetzbuches durchführen. Die Liste enthält auch Angaben über die jeweils angewendeten Methoden zur Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs. Die Bundesärztekammer aktualisiert die Liste monatlich, veröffentlicht sie im Internet und stellt sie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben und den Ländern zur Verfügung.“
„§ 13a Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch:
(1) Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung veröffentlicht die von der Bundesärztekammer nach § 13 Absatz 3 geführte Liste und weitere Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch, der unter den Voraussetzungen des § 218a Absatz 1 bis 3 des Strafgesetzbuches vorgenommen wird.
(2) Der bundesweite zentrale Notruf nach § 1 Absatz 5 Satz 1 erteilt Auskunft über die in der Liste nach § 13 Absatz 3 enthaltenen Angaben.“
Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) als Träger von bundesweit mehr als 100 Schwangerschaftsberatungsstellen engagiert sich seit über 120 Jahren für Frauen, die sich in Not und Krisensituationen befinden. Dabei setzt sich der SkF entschieden für die Stärkung, Begleitung und Beratung der Frauen bei ihren jeweiligen Lebensentscheidungen und für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Frauen und ihre Kinder ein. Die Entwicklung der Schwangerschaftsberatung zielte von Anfang an auf die gesellschaftliche Mitverantwortung für eine einzigartige Situation, in der eine Frau und ihr ungeborenes Kind existenziell miteinander verbunden sind. Der 1995 hart errungene Kompromiss, die sogenannte Beratungsregelung zum Schutz des ungeborenen Lebens, ist der Garant für die Unterstützung aller Beteiligten im existenziellen Schwangerschaftskonflikt. Damit ist es in Deutschland gelungen, eine Individualisierung des Schwangerschaftskonfliktes zu verhindern und die Gesellschaft mit in die Verantwortung zu nehmen.
Der nach langen politischen, gesellschaftlichen sowie juristischen Auseinandersetzungen gefundene Kompromiss zu den §§ 218 und 219 StGB beinhaltet aus Sicht des SkF wichtige Elemente zum Schutz des ungeborenen Lebens, die es zu bewahren gilt. Das Werbeverbot im § 219a StGB ist wichtiger Bestandteil dieses Gesamtkonzeptes.
Der SkF ist der Auffassung, dass der § 219a StGB nicht aufgegeben werden kann, ohne die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zum Lebensschutz zu unterlau- fen und die Gesamtstatik der gesetzlichen Lösung zu gefährden. In der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskussion um den § 219a hätte der SkF eine unter- gesetzliche Lösung bevorzugt.
Der SkF ist erleichtert, dass die Fraktionen von CDU/ CSU und SPD mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf einen Kompromiss gefunden haben, mit dem unter Beibehaltung des Werbeverbotes vorhandene Informationslücken geschlossen werden können und mehr Rechtssicherheit für Ärzte, Ärztinnen und Kliniken erreicht wird. Es ist positiv zu bewerten, dass mit dem Gesetzentwurf möglichst wenig in die bestehenden Gesetze eingegriffen werden soll.
Aus der Beratungspraxis der Schwangerschaftsberatungsstellen in Trägerschaft des SkF wissen wir, dass Frauen in einer Not- und Konfliktsituation umfassende, qualitätsgesicherte, schnellverfügbare Informationen benötigen, um eine informierte Entscheidung treffen zu können. Hierzu gehören auch Informationen darüber, welche Ärzte, Ärztinnen, Kliniken Schwangerschaftsabbrüche durchführen.
Den Vorschlag, das Führen und Aktualisieren von Adresslisten von Ärzten, Ärztinnen, Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche nach § 218a Absatz 1 bis 3 StGB durchführen, an eine neutrale staatliche Stelle wie die Bundesärztekammer zu bin- den, bewertet der SkF als richtig. Damit kommt der Staat seiner Pflicht und Verantwortung nach, das Schutzkonzept für das ungeborene Leben zu bewahren und gleichzeitig Frauen in Not- und Konfliktsituationen die angemessenen Informationen für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch zur Verfügung zu stellen. Da das Internet als Informationsquelle eine wichtige Rolle eingenommen hat, hält der SkF es für sinnvoll, dass diejenigen Stellen, die Schwangerschaftsabbrüche unter den Voraussetzungen des § 218 a Absatz 1 bis 3 StGB durchführen, diese Information seriös im Netz benennen dürfen.
Es ist aus Sicht des SkF folgerichtig, dass vertiefende, weitergehende Informationen im Internet nur über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammen mit den von der Bundesärztekammer erstellten Listen veröffentlicht werden. Eben- falls folgerichtig ist es, dass das Hilfetelefon, das niedrigschwellig rund um die Uhr für Menschen in Not- und Konfliktsituationen erreichbar ist, in den Gesetzentwurf aufgenommen wurde.
Die Ziele des § 219a, das Rechtsgut des ungeborenen Lebens zu schützen und zu verhindern, dass ein Schwangerschaftsabbruch in der Öffentlichkeit verharmlost dar- gestellt und kommerzialisiert wird, sieht der SkF durch den Gesetzentwurf gestützt. Wir betonen ausdrücklich, dass diese Ziele weiterhin unmissverständlich bestehen bleiben müssen.
Dortmund, 14.02.2019
Gesamtverein e. V.
0231 557026-23
Stellenausschreibung für eine Sozialpädagogin für Johanna Wohngruppenbereich unbefristet für 28 bis 30 Std./Woche
Der JOHANNA-Wohngruppenbereich
Bei der Johanniskirche 17
sucht für die stationäre Betreuung
eine Sozialpädagogin oder vergleichbare Qualifikation
unbefristet für 28 bis 30 Std./Woche
für die Arbeitsbereiche der Bezugsbetreuung, sowie der Durchführung und Anleitung von Gruppen- und tagesstrukturierenden Angeboten.
Der JOHANNA-Wohngruppenbereich ist eine sozialtherapeutische Übergangseinrichtung für 24 junge Frauen zwischen 16-27 Jahren mit einer psychischen Erkrankung. Die Frauen leben in unterschiedlichen Wohngruppen und Einzelappartements gemeinsam unter einem Dach. Die Betreuung der Frauen erfolgt durch ein multiprofessionelles Team inkl. hauswirtschaftlichem Bereich und Nachtbereitschaften.
Abgeschlossenes Studium der Sozialpädagogik oder vergleichbare Qualifikation
Erfahrungen in der Arbeit mit psychisch erkrankten und belasteten Menschen
Eigenverantwortlicher, selbständiger Arbeitsstil
1-2 Spätdienste pro Woche und ca. alle 9 Wochen ein Wochenende
Souveränes Auftreten im Kontakt mit Behörden und Kostenträgern
Einen vielseitigen, interessanten Arbeitsplatz mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten
Vergütung nach AVR-Caritas
Zusätzliche Altersversorgung (KZVK)
Kirchenzugehörigkeit ist wünschenswert
Ihre schriftliche Bewerbung richten Sie bitte per E-Mail an This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
Fragen beantwortet Ihnen Astrid Krenz
gern unter Telefon Nr.: 040 41 43 58 60
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung! www.skf-altona.de
08.11.2018 - SkF ist entsetzt über das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs
Dortmund, 08.11.2018
SkF ist entsetzt über das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs
Anlässlich der heutigen Bundesvorstandssitzung erklärt die Bundesvorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), Dr. Anke Klaus:
Seit einigen Wochen liegen die Ergebnisse der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ vor. In vielen Gesprächen mit ehrenamtlich und beruflich Engagierten im SkF ist spürbar, dass wir alle entsetzt sind; entsetzt über das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs und wütend über den bisherigen Umgang mit Opfern und Tätern. Zornig macht uns vor allem, dass dem offenkundig erhebliche strukturelle Mängel zu Grunde liegen. Der SkF sieht ein systematisches Verdrängen, Verschweigen, Verleugnen und Ignorieren der verantwortlichen Amtsträger der katholischen Kirche.
Für uns als ehrenamtliche und berufliche Mitarbeitende ist diese Situation ausgesprochen schwierig. Das Zutrauen in die katholische Kirche ist erschüttert und unsere Loyalität der Kirche gegenüber wird auf eine empfindliche Probe gestellt.
Wir erwarten eine wirklich konsequente Aufarbeitung mit externer Kontrolle und Weitergabe aller relevanten Fakten an die Staatsanwaltschaften. Es muss unmissverständlich klar sein, dass Rechtsbrüche konsequent geahndet werden. Innerhalb der Kirche muss es eine Atmosphäre geben, die Konflikte und Kritik zulässt und sie als konstruktiv förderlich anerkennt.
Da offenkundig gerade die Machtstrukturen innerhalb der katholischen Kirche den Missbrauch begünstigen, erwarten wir hier spürbare und erkennbare Veränderungen. Strukturen, die Missbrauch bedingen, müssen überwunden werden. Die Stärkung eines selbstbewussten Umgangs mit Sexualität und die Förderung von Grenzziehung gegenüber übergriffigem Verhalten ist darüber hinaus dringend notwendig. Dafür setzt sich der SkF als Frauenwohlfahrtsverband seit langem beispielsweise mit Angeboten der Gewaltprävention und der Sexualpädagogik entschieden ein.
Nadine Mersch, Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V.
Tel. 0231 557026-10, Fax 0231 557026-60, E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
Armutsrisiko Frausein
Berlin/ Dortmund/ Freiburg, 1.10.2018. Das Armutsrisiko von Frauen liegt weiterhin deutlich über dem der Männer – darauf machten anlässlich einer gemeinsamen Tagung in Berlin der Deutsche Caritasverband (DCV), der Katholische Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit (IN VIA) und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) aufmerksam. „Armut hat oft ein weibliches Gesicht“, so das Fazit der Verbände. „Armut beginnt für Frauen sehr häufig dann, wenn familiäre Konstellationen die eigene Berufsbiografie behindern, oder die Entlohnung so niedrig ist, dass sie auch bei Alleinstehenden für eine eigenständige Existenzsicherung nicht ausreicht.
Frauen tragen weiterhin den deutlich höheren Anteil an Sorge- und Pflegeaufgaben. Elternzeiten und die Pflege von Angehörigen führen dazu, dass Frauen gar nicht, nur in Teilzeit oder in Minijobs erwerbstätig sind. Eine eigenständige wirtschaftliche Existenz und eine auskömmliche Rente können sie damit nicht erwirtschaften. Bei Krankheit und Tod des Partners sowie nach Trennungen führt dies für sie oft in finanzielle Not.
„Der berufliche Wiedereinstieg von Frauen ist immer noch durch tradierte Rollenbilder in Betrieben und in Familien erschwert. Es braucht gezielte Unterstützungsmodelle. Dazu gehört für uns, dass vollzeitnahe oder Vollzeiterwerbstätigkeit für Mütter und die Übernahme von Leitungsaufgaben auch in Teilzeit aktiv gefördert werden“, fordert Renate Jachmann-Willmer, Bundesgeschäftsführerin des SkF. Zudem müsse die Bezahlung in den Sorge- und Pflegeberufen, in denen zumeist Frauen tätig sind, deutlich angehoben werden.
Die Armutsgefährdung nach Trennung und Scheidung ist deutlich erhöht. In Familien, in denen die Sorge für die Kinder bei einem Elternteil alleine liegt, reicht – wie in anderen Einverdienerhaushalten – das Einkommen häufig nicht zur Existenzsicherung. Besonders Frauen sind stark betroffen, da die Kinder meist bei ihnen leben. Es ist für sie schwierig, eine existenzsichernde Arbeit zu finden, weil zeitlich flexible Kinderbetreuungsplätze sowie kreative Zeitmodelle bei potenziellen Arbeitgebern fehlen. „Neben einer verlässlichen Kinderbetreuung ist eine angemessene Arbeitsteilung der Sorge- und Erziehungsarbeit zwischen den Eltern eine wichtige Voraussetzung für den Zugang zur Erwerbsarbeit. Fehlanreize bei der Familienbesteuerung und der Familienförderung sowie die sogenannten Minijobs, die das Partnerschaftsmodell der Zuverdienstehe begünstigen, sind zu beheben“, erklärt IN VIA-Generalsekretärin Marion Paar.
„Wir brauchen eine Abschaffung der Steuerklasse V, eine Reform des Ehegüterrechts zur Errungenschaftsgemeinschaft“, unterstreicht Eva M. Welskop-Deffaa, Vorstand Sozial- und Fachpolitik des DCV. „Zeiten der Kindererziehung und der Sorge für Angehörige sind bei der Rente stärker zu berücksichtigen. Vorschläge zur Einführung eines permanenten Versorgungsausgleichs in der gesetzlichen Rentenversicherung, die seit Jahren diskutiert werden, müssen von der Rentenkommission der Bundesregierung endlich aufgegriffen werden.“
IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit - Deutschland e.V.
Tel. 0761 200-639
Leiterin Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 030 28444-744
21.06.2018 - Im Mittelpunkt der Reproduktionsmedizin muss das Kindeswohl stehen
Im Mittelpunkt der Reproduktionsmedizin muss das Kindeswohl stehen
Dortmund/Bergisch Gladbach, 21.06.2018. Schwerpunktthema am letzten Tag der Delegiertenversammlung 2018 des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Bergisch Gladbach war das Thema „Reproduktionsmedizin“. Der Frauenfachverband ist u. a. Träger von Schwangerschaftsberatungsstellen und Adoptions- und Pflegekinderdiensten. In diesen, wie in anderen sozialen Diensten, ist der SkF mit Fragen und Sorgen von werdenden Eltern und Paaren mit Kinderwunsch befasst. Gastrednerin war Frau Prof. Dr. Bobbert, Direktorin des Moraltheologischen Instituts der katholischen Fakultät der Universität Münster. In ihrem Vortrag referierte sie zu den aktuellen Fragen der Reproduktionsmedizin und plädierte für eine standardmäßige psycho-soziale Beratung für Paare mit dem Wunsch nach Kindern. Der Forderung von Prof. Bobbert nach einer verantworteten Elternschaft mit Priorität des Kindeswohls schließt sich der SkF voll an. „Gesellschaftliche grundsätzliche Diskussionen zu den Möglichkeiten und Folgen der Reproduktionsmedizin finden kaum statt, während die medizinische Entwicklung rasant verläuft und zu neuen Realitäten führt“, bemängelt SkF Bundesvorsitzende Dr. Anke Klaus. Der Frauenwohlfahrtsverband hält eine Intensivierung der gesellschaftlichen Diskussion für erforderlich und will mit seiner Positionierung, die das Kindeswohl in den Mittelpunkt stellt, zu einem breiten ethischen Diskurs beitragen. Mit einer großen Mehrheit wurde ein Positionspapier „für einen ethischen Diskurs zu den Herausforderungen der Reproduktionsmedizin“ von den 130 Delegierten beschlossen.
Auf der Delegiertenversammlung treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der bundesweit rund 140 SkF Ortsvereine, um über aktuelle und zukünftige Herausforderungen in den sozialen Fachdiensten und Einrichtungen zu beraten und Entscheidungen zu treffen.
Nadine Mersch, Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit
28.02.2020 - Erziehung und Pflege gehen alle an!
3 freie WG-Plätze bei JOHANNA Einzelfallhilfe im trägereigenen Wohnraum

References: § 219
 § 218
 § 218
 § 218
 § 13
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 § 219
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