Source: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2013/04/26/arm-oder-tter/
Timestamp: 2013-12-09 04:35:41+00:00

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Arm oder Täter | law blog
26.4.2013	Die Staatsanwaltschaft hat extra einen Gutachter beauftragt. Der Experte, immerhin ein Informatik-Professor, wertete die Hardware meines Mandanten aus. Er kam zu einem recht eindeutigen Ergebnis:
Auf den untersuchten Beweismitteln wurde weder Bild- noch Videodateien mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten gefunden. … Es gibt keine konkreten Hinweise auf den Empfang und das zur Verfügung stellen von Bild- und Videodateien mit kinderpornografischen Inhalten.
Als “belastend” können höchstens folgende Umstände gewertet werden:
- Die IP-Adresse meines Mandanten soll bei einer Internetüberwachung aufgefallen sein. Allerdings konnte lediglich der wenige Sekunden dauernde Teilupload einer Datei über die IP-Adresse dokumentiert werden.
- Mein Mandant besitzt eine SD-Karte, die verschlüsselt ist und von der Polizei nicht gelesen werden kann.
Auch dem zuständigen Staatsanwalt und dem Gericht ist natürlich bekannt, dass die IP-Adresse also solche nichts darüber sagt, wer über den Anschluss online war. Die Möglichkeit, dass Mitbewohner, Besucher oder auch WLAN-Hacker den Upload gemacht haben, liegt ja auch nicht gerade fern.
Auch ein verschlüsselter Datenträger ist kein tragfähiges Indiz für eine Straftat. So lange nicht klar ist, was sich auf der SD-Karte befindet, kann jedenfalls nicht einfach so vermutet werden, es handele sich um strafbares Material.
Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Beschuldigte sein Passwort nicht verrät. Das ist sein gutes Recht.
Dennoch hat die Staatsanwaltschaft nun einen Strafbefehl beantragt. Der zuständige Amtsrichter hat ihn abgenickt. Das ist an sich nicht bemerkenswert. So was ist man als Strafverteidiger gewöhnt.
Interessant ist allerdings, dass es bei einer Geldstrafe bleiben soll, und zwar bei einer auffällig niedrigen. Das ist auf der einen Seite erfreulich, denn bei solchen Vorwürfen geht heute regelmäßig nichts mehr im Geldstrafenbereich. Wir reden da eher über Haftstrafen und streiten manchmal sogar, ob diese Strafen noch bewährungsfähig sein können. Aber gerade deswegen erscheint mir der Strafbefehl fragwürdig. Es sieht so aus, als habe der Staatsanwaltschaft schon gesehen, dass er am Ende aller Voraussicht nach nichts beweisen kann. Statt jedoch das Verfahren einzustellen, macht er halt ein Angebot, das der Angeklagte womöglich nicht ablehnen kann.
Der Betroffene muss jetzt nämlich überlegen, ob er mit einem “blauen Auge” davon zieht – selbst wenn er in Wirklichkeit unschuldig ist. Ein Prozess kostet Zeit und auch eine Stange Geld. Vor allem wenn er durch die Instanzen geht. Außerdem weiß natürlich niemand, ob es am Ende nicht noch schlimmer wird. Sollte es doch zu einer Verurteilung in einer Hauptverhandlung kommen, wäre der Richter vor allem nicht mehr an die Strafe gebunden, die er im Strafbefehl verhängt hat. Er kann, im Rahmen seiner Möglichkeiten, auch deutlich höher gehen. Außerdem wäre eine härtere Strafe auch im Führungszeugnis ersichtlich. Keine schöne Aussicht für jemanden, der sich demnächst auf Stellen bewerben will. Keine einfache Situation für meinen Mandanten. Und ein Beispiel dafür, wie jemand womöglich am Ende als Straftäter da steht, obwohl er in Wirklichkeit unschuldig ist. Die Staatsanwaltschaft hat extra einen Gutachter beauftragt. Der Experte, immerhin ein Informatik-Professor, wertete die Hardware meines Mandanten aus. Er kam zu einem recht eindeutigen Ergebnis: Auf den untersuchten Beweismitteln wurde...	642 Gedanken zu “Arm oder Täter”	Kommentar-Navigation
1	marcus05 sagte am 26.4.2013 um 14:29 :
Ich kann dem Strafbefehl überhaupt nichts abgewinnen. Ein Staatsanwalt spricht ein Urteil Light ohne Prozess.
Antworten	2	agtrier sagte am 26.4.2013 um 14:37 :
Auch noch zu erwähnen wäre, dass regelmäßig Fehler bei der Zuordnung der IP-Adressen passieren. Wenn es nicht noch andere Beweise gibt (hier offensichtlich nicht), ist das nicht sehr aussagekräftig.
Nebenbei würden selbst wenn die heruntergeladenen Dateien nur auf der SD-Karte gespeichert würden immer noch “Reste” (temporäre Dateien) auf der Festplatte verbleiben. Da der Computerforensiker nichts dergleichen gefunden hat, sieht das ganze eher mau aus…
Antworten	3	Kinki sagte am 26.4.2013 um 14:37 :
Stellt die StA das Verfahren ein, darf der Mandant den Kollegen Vetter aus eigener Tasche bezahlen.
Wird der Mandant angeklagt oder wehrt sich gegen einen Strafbefehl, kriegt er die Kosten beim Freispruch erstattet. Aber er hat eben das Verurteilungsrisiko.
Durch zivilrechtliche Augen würde ich einen so milden Strafbefehl als “Vergleichsangebot” der StA sehen, wobei dafür eigentlich der § 153a StPO da wäre.
Antworten	4	Udo Vetter sagte am 26.4.2013 um 14:42 :
Als Antwort auf Kinki:
Der Staat erstattet auch bei einem Freispruch nur gewisse Sätze. Die entsprechen nicht unbedingt dem Honorar des Verteidigers.
Antworten	5	HHH sagte am 26.4.2013 um 14:44 :
Wenn alles oben korrekt dargestellt ist, wäre meine Antwort eindeutig: Durchfechten.
Antworten	6	Pragmatiker sagte am 26.4.2013 um 14:49 :
Mal angenommen, ich wäre der Mandant in der beschriebenen Situation. Dann wüsste ich sicherlich, was sich auf der SD-Karte befindet und ob mich dieses belasten würde oder nicht. Wenn alles koscher wäre, würde ich sicherlich das Passwort zur Entschlüsselung herausrücken und somit aktiv dazu beitragen, meine Unschuld zu beweisen. Klar, ich müsste es nicht, aber es würde mir vermutlich eine Menge Ärger ersparen. In einer solchen Ausnahmesituation des Lebens wären mir Prinzipien nicht sonderlich wichtig.
Jemand, der das nicht tut, hat also entweder sehr noble Prinzipien und vertraut auf den Rechtsstaat – oder hat etwas Heikles zu verbergen. Gut, es könnten sich auch (völlig legale) Nacktfotos der Freundin auf der SD-Karte befinden, die man natürlich nicht offen legen will.
Fragt man als Anwalt nicht nach dem Inhalt der SD-Karte? Oder will man es auch lieber gar nicht wissen?
Antworten	7	Stefan G. sagte am 26.4.2013 um 14:49 :
Sofern es Anhaltspunkte dafür gibt, dass die Gegenseite gewillt ist, fair zu bleiben… Wer weiss, was da noch an Beweisen “gefunden” werden kann…
Antworten	8	Kinki sagte am 26.4.2013 um 14:54 :
@Udo Vetter: Die gesetzlichen Gebühren eben. Und was darüber hinausgeht, ist der Preis dafür, dass man eine Honorarvereinbarung unterschrieben hat!
Bei uns in der Provinz ist die Honorarvereinbarung leider immer noch die Ausnahme: Wenn der Anwalt mehr Geld will, als ihm nach RVG zusteht, rennt der potentielle Mandant zum nächsten Anwalt. Fündig wird er immer.
Antworten	9	Usul sagte am 26.4.2013 um 14:54 :
Ein Prozess kostet Zeit und auch eine Stange Geld
Es ist also egal, was am Ende bei raus kommt, eine (Geld-)Strafe ist es so oder so. Entweder eine Strafzahlung, und/oder Zahlungen für Anwälte, oder Gefängnis/Bewährung. Aber das man ohne Einbußen bei so was davon kommt, ist scheinbar nicht vorgesehen.
Antworten	10	Stefan G. sagte am 26.4.2013 um 14:55 :
Jemand, der das nicht tut, hat also entweder sehr noble Prinzipien und vertraut auf den Rechtsstaat – oder hat etwas Heikles zu verbergen.
Oder er ist sich nicht sicher, dass man aus dem, was auf der Karte ist, nicht noch was gegen ihn konstruieren kann.
Wer ist sich schon absolut sicher, dass sich in den Daten auf seinem Rechner nicht irgendein “Zufallfsfund” konstruieren lässt…
Man könnte natürlich auch vermuten, dass der Mandant mittlerweile schon freigesprochen wäre, wenn er einen versteckten TrueCrypt-Container als Verschlüsselungsart gewählt und auf Nachfrage (nach kurzem Sträuben) das Passwort des äußeren Containers preisgegeben hätte…
Wer sich die fünf Minuten bei der Container-Erstellung nicht nimmt, hat meiner Meinung nach vieles verdient.
Die Nacktbilder in meinem äußeren Container habe ich übrigens mit meiner Frau zusammen ausgesucht, damit Sie sich im Zweifelsfall auch schön “spontan” aufregen kann, wenn ich der Staatsanwaltschaft meine verschlüsselte Sünde beichten muss…
Und nein, in dem inneren Container ist meines Wissens nach (Stand von heute) nichts Strafbares, aber darauf will ich lieber nicht für die Zukunft wetten…
Antworten	11	Jochen sagte am 26.4.2013 um 15:01 :
Verliert man durch die Schachtelung nicht aus gehörig Speicherplatz? Soweit ich das Prinzip verstanden habe können innerer und äußerer Container nicht überlappen. Es wäre aber vermutlich schon auffällig, wenn auch einer verschlüsselten 32GB-SD-Karte nur wenige MB an Daten liegen, die zudem über Monate nicht verwendet wurden ;)
Antworten	12	Murgi sagte am 26.4.2013 um 15:03 :
Interessant ist allerdings, dass es bei einer Geldstrafe bleiben soll, und zwar bei einer auffällig niedrigen. Das ist auf der einen Seite erfreulich, denn bei solchen Vorwürfen geht heute regelmäßig nichts mehr im Geldstrafenbereich. Wir reden da eher über Haftstrafen und streiten manchmal sogar, ob diese Strafen noch bewährungsfähig sein können.
@ Udo Vetter: Gericht und StA gehen offenbar selbst davon aus, dass dem Angeschuldigten lediglich der Download eines Bildes nachgewiesen werden kann. Können Sie aus Ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz Beispiele nennen, wo es für eine Datei Haftstrafen ohne Bewährung gegeben hat (ohne dass es bereits einschlägige Vorverurteilungen mit laufenden Bewährungen gab)?
Antworten	13	John Doe sagte am 26.4.2013 um 15:04 :
Wie wäre folgendes Gegenangebot an die federführende Staatsanwaltschaft: Rücknahme des offensichtlich dünnen Strafantrags, der wohl eher der Erziehung dienen soll – Stichwort Verschlüsselung – oder Antrag auf Ermittlungen wegen falscher Verdächtigung nach § 164 StGB bei der zuständigen Oberstaatsanwaltschaft.
Antworten	14	Lars sagte am 26.4.2013 um 15:11 :
@Stefan G.: Jeder Stefan G. sollte ab jetzt wohl besser mindestens drei Containerebenen bei TrueCrypt nutzen, da Ermittlungsbehörden hierauf stossen könnten. ;-) Insbesondere wenn Sie entsprechende Bilder im ersten Container haben und verheiratet sind.
Antworten	15	Stefan G. sagte am 26.4.2013 um 15:16 :
Verliert man durch die Schachtelung nicht aus gehörig Speicherplatz?
Der innere Container ist um den Speicherplatz kleiner, den der äußere Container bei der Erstellung in Anspruch nimmt.
Auf 1GB passt eine Menge “Kram” und damit bleiben noch knapp 3/7/15/31 GB für den inneren Container…
Jeder Stefan G. sollte ab jetzt wohl besser mindestens drei Containerebenen bei TrueCrypt nutzen, da Ermittlungsbehörden hierauf stossen könnten. ;-) Insbesondere wenn Sie entsprechende Bilder im ersten Container haben und verheiratet sind.
Ich habe das beim Verfassen des Posts berücksichtigt. Kollateralschäden lassen sich leider nicht immer verhindern ;-)
Antworten	16	Andreas Moser sagte am 26.4.2013 um 15:16 :
Ist das nicht das traurige Prinzip des Strafbefehlsverfahrens?
Antworten	17	schredder66 sagte am 26.4.2013 um 15:17 :
[...Auch dem zuständigen Staatsanwalt und dem Gericht ist natürlich bekannt, dass die IP-Adresse also solche nichts darüber sagt, wer über den Anschluss online war. Die Möglichkeit, dass Mitbewohner, Besucher oder auch WLAN-Hacker den Upload gemacht haben, liegt ja auch nicht gerade fern....]
Sind also Mitbewohner, Besucher und WLAN-Hacker diejenigen, die es gilt dingfest zu machen. Immer. Und in solchen Fällen.
[...Auch ein verschlüsselter Datenträger ist kein tragfähiges Indiz für eine Straftat. So lange nicht klar ist, was sich auf der SD-Karte befindet, kann jedenfalls nicht einfach so vermutet werden, es handele sich um strafbares Material. (...) Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Beschuldigte sein Passwort nicht verrät. Das ist sein gutes Recht. (...) Dennoch hat die Staatsanwaltschaft nun einen Strafbefehl beantragt. Der zuständige Amtsrichter hat ihn abgenickt. Das ist an sich nicht bemerkenswert. So was ist man als Strafverteidiger gewöhnt....]
Ich oute mich mal als juristischer Blödbommel und frage (mich): Wie kommt die Strafverfolgungsbehörde an die auf dem verschlüsselten Datenträger befindlichen Daten, wen der Beschuldigte das Passwort nicht verraten will und es auch nicht muss? Wäre der Strafbefehl das geeignete Mittel, um an den Datenträger zu kommen und die eigenen Entschlüsselungsspezialisten dran zu lassen?
[...Keine einfache Situation für meinen Mandanten. Und ein Beispiel dafür, wie jemand womöglich am Ende als Straftäter da steht, obwohl er in Wirklichkeit unschuldig ist....]
Oder wie jemand am Ende als freier Mann da steht, obwohl er in Wirklichkeit schuldig ist? Was ja, nach dem Stand der Dinge, möglicherweise nicht so zu sein scheint.
Antworten	18	Franz sagte am 26.4.2013 um 15:21 :
Wenn ich diese Beschreibung richtig interpretiere
https://www.bauser-enterp...om/html/hiddenvolume.html
dann wird der innere Container nicht vom Speicherplatz des äusseren Containers abgezogen, d.h. der innere Container ist für den äusseren gar nicht sichtbar. Und wer sich nicht merkt, wie viel Platz der innere Container belegt, und zuviel Daten in den äusseren Container kopiert, wird dadurch den inneren Container zerstören. Clever gemacht.
Antworten	19	TheShadar sagte am 26.4.2013 um 15:34 :
Wenn schon dann kommt nur §344 StGB in Betracht, die Strafverfolgungsbehörde kann sich ja wohl schlecht bei sich selber falsch verdächtigen. Allerdings ist die staatsanwaltschaftliche Praxis dahingehend widersprüchlich, dass bei Besitz von Kinderpornografie ja durchaus auch gerne von Schwerstkriminalität gesprochen wird, Strafbefehle aber doch idR eher der Ahndung von Klein- und Massenkriminalität dienen soll. Vielleicht war ja einfach nur der Einstellungsbescheid mehr Arbeit als der Strafbefehl, wer weiß :D
Antworten	20	Santino sagte am 26.4.2013 um 15:40 :
ich könnte mir ein Bestehen auf mein Recht nicht leisten – würde also wohl eher zahlen. Toll
Antworten	21	Elisa sagte am 26.4.2013 um 15:44 :
Also mir geht das ganze gehörig gegen mein Rechtsempfinden. Die Unschuldsvermutung sollte bei so ekligen und schwerwiegenden Sachen nur solange gelten, bis es einen Anfangsverdacht gibt. Wenn die IP-Adresse dem Down/upload solch einer (Teil-)Datei zugeordnet werden konnte, sollte in meinen Augen der Betroffene dazu aufgefordert werden, zu allen in Frage Datenträgern Zugang zu gewähren, auch wenn sie verschlüsselt sind. Tut er das nicht, sollte man das als Schuldeingeständnis werten dürfen.
Anders kommt man solchen widerlichen Dingen nicht bei.
Antworten	22	prost sagte am 26.4.2013 um 15:53 :
@Elisa: Ein “anfangsverdacht” ist schneller konstruiert als Du bis 3 zählen kannst. Deine Forderung läuft darauf hinaus, dass jemand seine Unschuld beweisen muss. Schwer vorstellbar, so lange dieser Staat noch den Anschein eines Rechtsstaates aufrecht erhalten möchte.
Antworten	23	Stefan G. sagte am 26.4.2013 um 15:55 :
Super Idee. Nur kurz zur Abfrage: Was sind “widerliche Dinge” nochmal genau und wer definiert das verbindlich?
Vor allem, was reicht als “Anfangsverdacht” im Falle von “widerlichen Dingen” aus, damit das Leben eines Unschuldigen notfalls einfach zerstört wird und wir “Rechtschaffenen” uns trotzdem gemütlich zur Ruhe legen können?
Bitte reichen Sie diese Info doch kurz nach…
Antworten	24	Kampfschmuser sagte am 26.4.2013 um 16:02 :
Genau auf dieses Spiel läuft es seitens der StA hinaus.
Strafbefehl in einer Höhe, wo man wirtschaftlich gedacht zusagen muss, da ein Prozess bei weitem teurer ist.
Solche unfairen Spielweisen gehören bestraft. Kopf hoch, Geld ist nicht alles, also durchfechten.
Antworten	25	wonko sagte am 26.4.2013 um 16:05 :
Wie kommt man denn der widerlichen Aushöhlung rechtsstaatlicher Prinzipien bei?
Antworten	26	Quacksilber sagte am 26.4.2013 um 16:12 :
@Stefan G.: Super Idee. Nur kurz zur Abfrage: Was sind “widerliche Dinge” nochmal genau und wer definiert das verbindlich?
“Widerlich” ist etwas, was der Sprecher als abstossend empfindet. Emotionen in Gesetzen zu definieren ist eine absurde Idee.
Antworten	27	p90 sagte am 26.4.2013 um 16:15 :
@Elisa: “Einer ihrer Gäste hat bei ihnen etwas gesehen das aussah wie xyz”
Fertig ist der Anfangsverdacht. Bitte belegen sie nun ihre Unschuld indem sie zeigen, dass sie xyz nicht getan haben / besitzen.
Die Restliche Argumentation schenke ich mir einfach, da haben meine Vorschreiber ja auch schon interessante Fragen gestellt.
Antworten	28	Halloooooooooooooooo sagte am 26.4.2013 um 16:18 :
@Elisa: Die Unschuldsvermutung sollte bei so ekligen und schwerwiegenden Sachen nur solange gelten, bis es einen Anfangsverdacht gibt.
Schwerwiegend?
Es geht hierbei um den Download/Upload von Dateien.
In vielen Fällen geht es lediglich um Besitzverschaffung, also nur den Download.
Ich finde das schon faszinierend.
Bei solchene Taten(Besitz von einer strafbaren Datei nach §184b, §184c) wird von einem unglaublich brutalen Verbrechen gesprochen(ist zwar ein Vergehen, aber das spielt ja keine Rolle).
Schwerwiegend sind für mich eher Fälle, bei denen andere Menschen Opfer von realer Gewalt werden und nicht jemand, der sich Dateien herunterlädt.
Ich sehe jetzt nicht den großen Unterschied zwischen einer Besitzverschaffung nach §184b, §184c und der Besitzverschaffung eines russischen Videos, wo eine Gruppe von Jugendlichen einen andern Jugendlichen/Kind brutal zusammenschlägt, u.s.w.
Wenn man von der Opferperspektive argumentiert, dann müsste das Video auch Russland doch auch verboten werden, denn schließlich möchte dieses Opfer doch auch nicht, das sein Leiden weltweit abgerufen werden kann.
In diesem Fall gibt es aber kein Besitzverbot und jeder darf solche Videos völlig legal besitzen.
Dadurch alleine verliert die Behauptung des Opferschutzes nach §184b, §184c jegliche Glaubwürdigkeit, da das Besitzverbot nur für diese Gruppe von Opfern gilt und die anderen halt Pech gehabt haben.
Deshalb habe ich eine Frage an Sie.
Wie würden Sie denn die Besitzverschaffung bewerten von einem Video, wo ein Kind/Jugendlicher über mehrere Minuten zusammeneschlagen wird.
Ebenfalls als schwerwiegend und eklig, oder ist das etwas anderes, da diese Videos ja völlig legal sind.
Antworten	29	Michael sagte am 26.4.2013 um 16:22 :
Bei Truecrypt kann man beim Öffnen des äußeren Containers auch das Passwort des inneren angeben, der dadurch gegen Überschreibversuche geschützt wird, d.h., es gibt dann eine Fehlermeldung.
Antworten	30	zf.8 sagte am 26.4.2013 um 16:33 :
@marcus05: Dass ein Strafbefehl nicht vom Staatsanwalt sondern vom Richter erlassen wird, ist Ihnen schon klar, oder?
Antworten	31	Frage sagte am 26.4.2013 um 16:45 :
Wird nicht beim Strafbefehl dann auch die komplette Hardware einbehalten?
Antworten	32	Kinki sagte am 26.4.2013 um 16:52 :
@zf.8: Formal haben Sie Recht. In der Praxis verfasst die StA den Strafbefehl bis hin zum Gerichtsbriefkopf, und bestenfalls liest der Richter die Akte quer, bevor er seinen Friedrich-Wilhelm druntersetzt. Ach ja, und die Justizangestellte stempelt noch das Tagesdatum drauf.
Antworten	33	tph sagte am 26.4.2013 um 16:53 :
@Elisa: Das ist kein Rechtsempfinden… 1. Bei IP-Adressen müsste (auch wenn’s keiner macht) bewiesen werden, dass während aller Vorgänge d.h. von der Zuweisung durch den Provider über die Speicherung/Aufzeichnung (der vermeintlichen Tat) bis hin zur Akte und in allen anderen Zwischenschritten kein einziger Übertragungsfehler stattgefunden hat (selbst theoretisch ist diese Möglichkeit nicht Null)
(als Beispiel heise.de/ct/artikel/Unsch...nter-Verdacht-291506.html)
2. Die Unschuldsvermutung ist nicht ohne Grund in Artikel 11 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert
3. Wie das Strafbefehlsverfahren und Artikel 6 EMRK zusammenpassen, wäre generell noch zu fragen.
Antworten	34	Oliver sagte am 26.4.2013 um 16:55 :
Wo sind die guten alten „in dubio pro reo“ Zeiten hin? Mir ist übrigens so was ähnliches passiert, nur dass es nicht um Kinderpornografie, sondern um Urheberrechtsverletzung – ich habe es durchgefochten und das Urteil kommt nächste Woche.
Antworten	35	Drachenstein sagte am 26.4.2013 um 16:58 :
Den Staatsanwalt juckt das nicht, ob er den Prozess verliert. Im Gegensatz zum Beschuldigten kommen auf ihn ja keinerlei Kosten zu. DAS müsste sich ändern! Dann würde man mit etwas mehr… “Feingefühl” an die Sache gehen.
In den Genuss einer Hausdurchsuchung ist der Beschuldigte ja sicher auch gekommen. Den Rufschaden in der Nachbarschaft kann ihm keiner ersetzen.
Antworten	36	Ulf2000 sagte am 26.4.2013 um 17:03 :
Es geht bei diesen Verfahren doch nicht um Gerechtigkeit. Es gab doch neulich dieses Grundsatzurteil über “Deals” in Strafverfahren… wohin die Reise geht, kann man sehr schön hier nachlesen: rollingstone.com/politics...ug-war-is-a-joke-20121213 Noch ein paar Jährchen und wir haben hier den gleichen Filz. Oder ist es vielleicht schon so weit?
Antworten	37	MarcS sagte am 26.4.2013 um 17:13 :
Könnte man nicht das Passwort einem Notar geben, der dann die SD-Karte entschlüsselt und überprüft ob darauf Kindesmissbrauchs-Dateien sind, aber alles andere eben *nicht* der Staatsanwaltschaft zugänglich macht?
Antworten	38	Anonymous sagte am 26.4.2013 um 17:15 :
Ich stimme Elisa vollkommen zu. Kinderpornographie ist eine widerliche Sache, das muss ganz deutlich gesagt werden und darf nicht verharmlost werden. Nachfrage erzeugt ein Angebot, und dabei kommen nun mal Kinder zu schaden. Daher ist der Besitz und erst recht die Verbreitung von Kinderpornographie auf jeden Fall zu ahnden. Wenn so jemand beim Upload erwischt wird, ist eine Beweislastumkehr in der Tat verhältnismäßig. Wenn er der Ansicht ist, dass der verschlüsselte Datenträger sauber ist, dann soll er das Passwort herausgeben. Und wenn dann jemand Tricks anwendet wie Mehrfachcontainer muss das der Gutachter herausfinden und auch dafür muss das Passwort herausgegeben werden. Anders ist mit rechtsstaatlichen Mitteln keine Ahndung dieser Taten möglich. Rechtsstaat heißt nicht, dass Täter straffrei ausgehen dürfen, wenn sie nur schlau genug vorgehen. Wenn der Beschuldigte in Wirklichkeit kein Kinderpornokonsument ist, dann sehe ich als einzig wirkliches Problem, dass ja noch andere Taten in Betracht kommen könnten (z.B. Urheberrechtsverletzungen), derer sie sich durch Entschlüsselung selbst belasten könnten. Im Hinblick auf das Bedürftnis Unschuldiger, nicht als Kinderpornokonsumenten zu gelten, sollte man hier darüber nachdenken, eine Art Deal zu ermöglichen: Preisgabe des Passworts, im Austausch gegen den Verzicht des Staates auf die Verwertung aller Beweismittel, die nichts mit dem Vorwurf zu tun haben und durch die Passwortpreisgabe zugänglich werden.
Antworten	39	Ulf2000 sagte am 26.4.2013 um 17:35 :
@Anonymous: Immerhin haben Sie uns die Erwähnung des von-der-Leyenschen “Milliardenmarktes der Kinderpornographie” erspart. Welches Kind wird nochmal schlimm geschädigt, wenn sich jemand solche Bilder runterlädt? JEDEM Kind in Deutschland wäre mit einer funktionierenden Justiz – Stichwort Unschuldsvermutung oder Unverletztlichkeit der Wohnung – auf Dauer mehr gedient als mit Aktionismus gegen Pädophile. Zumal die Strafmaße bei tatsächlichem Kindesmissbrauch vergleichsweise lächerlich niedrig sind.
Antworten	40	wonko sagte am 26.4.2013 um 17:35 :
@Anonymous: Und wenn dann jemand Tricks anwendet wie Mehrfachcontainer muss das der Gutachter herausfinden und auch dafür muss das Passwort herausgegeben werden.
de.wikipedia.org/wiki/Tru...aubhaften_Abstreitbarkeit
Anders ist mit rechtsstaatlichen Mitteln keine Ahndung dieser Taten möglich.
Das sind nur leider keine rechtsstaatlichen Mittel.
Rechtsstaat heißt nicht, dass Täter straffrei ausgehen dürfen, wenn sie nur schlau genug vorgehen. Rechtsstaat heißt, dass ich mich nicht selber belasten muss.
Rechtsstaat heißt, dass mir eine Schuld bewiesen werden muss, nicht dass ich meine Unschuld beweisen muss.
Wenn Sie damit ein Problem haben gibt es genügend Staaten, die Ihnen eher zusagen sollten.
Antworten	41	WPR_bei_WBS sagte am 26.4.2013 um 17:35 :
@HHH: Emotional stimme ich Ihnen (jetzt) zu. faktisch würde ich zumindest noch einen Punkt in meiner Überlegung mit einbeziehen:
Befinde ich mich im Gebiet des 1. Strafsenats des BGH?
Antworten	42	WPR_bei_WBS sagte am 26.4.2013 um 17:38 :
@Jochen: Was soll daran so ungewöhnlich sein? Ich habe auch genug unverschlüsselte SD-Karten / USB-Sticks, auf denen nur ein Bruchteil der Speicherkapazität benutzt ist.
Antworten	43	Volker sagte am 26.4.2013 um 17:46 :
Anonymous(#38) und “Elisa”:
Das läuft letzlich darauf hinaus, dass ihr erwartet, dass ein unter KiPo*VERDACHT stehender seine Unschuld zu beweisen hat – nicht umgekehrt. Solltet iohr das tatsächlich ernst meinen, dann wünsche ich euch, mal in genau eine solche Situation zu geraten … mit Daten auf einem Verschlüsselten Datenträger, aus denen man mit etwas Phantasie auch noch was konstruieren könnte.
Antworten	44	Anonymous sagte am 26.4.2013 um 18:22 :
@Ulf2000: “Welches Kind wird nochmal schlimm geschädigt, wenn sich jemand solche Bilder runterlädt?” Ihre Frage ist tendentiös, da kann ich genausogut fragen: Wer wird nochmal erschossen, wenn sich jemand ein Sturmgewehr kauft? Trotzdem verbieten wir den Besitz und den Handel. Es geht hier um die systematische Wirkung; Zweck des Verbotes ist, die Nachfrage zurückzudrängen und dadurch dann auch das Angebot neuen Materials, das notwendigerweise nur mit Kindesmissbrauch zustandekommt. “JEDEM Kind in Deutschland wäre mit einer funktionierenden Justiz – Stichwort Unschuldsvermutung oder Unverletztlichkeit der Wohnung – auf Dauer mehr gedient als mit Aktionismus gegen Pädophile” Unsere Justiz funktioniert sogar sehr gut. Nur heißt das nicht, dass Straftäter ein Recht darauf haben, ungeschoren davonzukommen, wenn sie nur schlau genug vorgehen. Außerdem geht es um Kinderpornoverbreitung, nicht um Pädophilie, die für sich genommen nicht strafbar ist. “Strafmaße bei tatsächlichem Kindesmissbrauch vergleichsweise lächerlich” Sie können das eine Unrecht nicht mit dem anderen rechtfertigen.
@wonko: “Konzept der glaubhaften Abstreitbarkeit” Diese Argumentation ist akademisch. Sie können eben nicht einfach so abstreiten, dass Sie verschlüsselte Daten auf der Platte haben, wenn diese bis zum Rande mit “Zufallszahlen” gefüllt zu sein scheint statt mit Nullbytes, wie es zu erwarten wäre. “Das sind nur leider keine rechtsstaatlichen Mittel …Rechtsstaat heißt, dass mir eine Schuld bewiesen werden muss, nicht dass ich meine Unschuld beweisen muss.” Nein, das heißt es nicht. Es heißt, dass Sie das Recht auf ein gesetzlich geregeltes Verfahren haben, von dem nicht politisch gesteuert oder willkürlich abgewichen werden darf, und dass Sie eine Verteidigung usw. haben dürfen. Zwingend bewiesen werden kann Schuld nie, es könnte immer auch anders gewesen sein! Von Ihren Voraussetzungen aus dürfte es daher keine Verurteilungen mehr geben. In unserem Rechtsstaat legen wir Gesetze fest, die austarieren, wie in welcher Situation zu verfahren ist, um die Schuldigen zu bestrafen und die unschuldigen zu schonen, auch im Zweifel für den Angeklagen zu entscheiden. Das heißt aber nicht, dass wir Lücken zulassen können, wo ich mit gesetzlicher Legitimation unbehelligt Straftaten begehen kann, wenn ich es nur geschickt genug anstelle. Eine Beweislastumkehr bei belastenden Tatbeständen wie dem Upload einschlägigen Materials ist ein rechtsstaatliches Mittel. Ich bin natürlich dafür, dass Verfahrensdefizite verbessert werden, z.B. Nummernverdreher verhindert werden müssen. Aber Sie müssen schon klar unterscheiden zwischen Mittel und Zweck. Wenn Zweck ist, Kinderpornos nicht mehr ahndungsfänig zu machen, dann kann ich Ihnen nicht zustimmen. Bedenken Sie, es soll bei einer Geldstrafe bleiben. Wenn der Beschuldigte das nicht möchte, kann er den Verdacht leicht ausräumen. Die Geldstrafe ist meines Erachtens im Hinblick auf den Tatvorwurf und die Beweislage angemessen. Wenn ein “Mitbewohner, Besucher oder auch WLAN-Hacker” dafür verantwortlich sein soll, muss der Beschuldigte das schon sagen, wie das denn gewesen sein soll. Wie gesagt, irgendeine alternative behaupten kann ich immer. Ich bin wirklich nicht konservativ und sehe bei Drogen und Raubkopien es kritisch, ob hier der Staat wirklich so gravierend eingreifen muss. Aber bei Kinderpornos ist bei mir und sicher dem überwiegenden Teil der Bevölkerung die Toleranzschwelle eindeutig überschritten, wo man noch sagen könnte, da drücken wir ein Auge zu.
Antworten	45	tph sagte am 26.4.2013 um 18:28 :
Zum Märchen von der Nachfrage sollte in den letzten Jahren schon genug gesagt worden sein.
Eine Beweislastumkehr ist NIE verhältnismäßig oder gar rechtsstaatlich, da es den Tatverdächtigen (und auch durch Sachverständige) schlicht nicht möglich ist sich zu verteidigen. Ihnen fehlen u.a. die Möglichkeiten die die StA hat. Auch ist es nicht möglich durch die Herausgabe eines Passwortes irgendetwas zu beweisen. Im Container kann ein versteckter Container sein, in dem wiederum ein Container ist usw… zudem gibt es auch die Möglichkeiten der Steganographie, d.h. des Versteckens von Informationen in “harmlosen” Dateien. Ein versteckter Container kann prinzipbedingt auch nicht von einem Gutachter erkannt werden (da es, nicht technisch gesagt, Zufallszahlen innerhalb von Zufallszahlen sind).
Rechtsstaatlichkeit heißt im übrigen auch, dass der Staat selbst keine Straftaten begeht. Was sowohl die Herausgabe betrifft (Nötigung), als auch den Deal (Strafvereitelung) betrifft.
Wenn so etwas tatsächlich eingeführt würde, würde damit dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet (siehe Hausdurchsuchungen). Es wäre nichts anderes als ein weiterer Baustein zum Staatsterror.
Antworten	46	Anonymous sagte am 26.4.2013 um 18:31 :
Wo hört der Verdacht auf und beginnt der “Beweis”? Schwer zu sagen. Deshalb müssen gangbare Wege gefunden werden. Daher drehe ich Ihre Aussage einmal um: Das läuft letzlich darauf hinaus, dass Sie erwarten, dass man mit genügend trickreichem Vorgehen *immer* davonkommt. Sagen Sie doch einmal, wie Kinderpornographie im digitalen Zeitalter verfolgt werden sollte. Wenn Sie eine bessere, wirksamere Lösung haben als die Beweislastumkehr nach solchen Anscheinsbeweisen, die weniger stark eingreift ohne Durchsetzungsdefizite zu bedingen, wird der Gesetzgeber das sicher dankend in Erwägung ziehen. Ich stimme ja gerne zu, dass der Rechtsstaat sich zurückhalten muss, aber das darf nicht so weit gehen, dass am Ende die Geschickten dafür sorgen können, dass sie aus dem Schneider sind.
Antworten	47	Anonymous sagte am 26.4.2013 um 18:40 :
@tph: Ich denke, dass die Nachfrage wesentlich höher wäre ohne Verbot und sinkt, je besser das Verbot durchgesetzt wird. Dies als Märchen zu bezeichnen ist unangemessen; es liegt geradezu auf der Hand. “Eine Beweislastumkehr ist NIE verhältnismäßig oder gar rechtsstaatlich” Da irren Sie. Überall gibt es die Beweislastumkehr, d.h. die Situation, ab der der Richter Sie als schuldig ansieht bis Sie sich entlasten. Es gibt immer auch eine andere Erklärung. Ihre Argumentation selbst zeigt es. Daher gäbe es nie eine Verurteilung ohne solche Beweislastumkehr. Wo dieser Punkt der Beweislastumgekehr eintritt, muss austariert werden so dass möglichst wenige Unschuldige dadurch Probleme kriegen, aber auch nicht zu viele Schuldige davonkommen, und schon gar nicht Räumen entstehen, wo Schuldige ganz prinzipiell vor Durchsetzung der Strafgesetze sicher sind. Ihre Ansicht, ein Staat, der seine Strafverfolgung so gestaltet, dass sie nicht ausgehebelt werden kann, würde im Staatsterror enden, teile ich nicht.
Antworten	48	Elisa sagte am 26.4.2013 um 18:53 :
Der Punkt ist doch, dass die Unschuldsvermutung kein so unantastbarer Bestandteil des Rechtsstaates sein muss, wie hier geschrieben vielfach wird. In manchen Fällen muss sie eben hinter wichtigere Aspekte zurücktreten. Das jemand deshalb seine Unschuld beweisen müsse, ist aber auch falsch. Im vorliegenden Fall hieße es ja blos, auf Verlangen (und nur dann) das Psswort für den Datenträger herauszugeben, um nachzuweisen, dass dort nicht die Datei gelagert wird, über deren Besitz bereits ein Anfangsverdacht herrscht.
Es ist doch nicht viel anderes, als wenn man nach einem Alibi gefragt wird. Man muss keines liefern, aber wenn man keines angeben möchte, darf geschlussfolgert werden, dass man die Tat zeitlich und räumlich begangen haben kann. Und genauso dürfte in diesem Fall geschlussfolgert werden, dass man die Datei besitzen könnte, wenn man nicht glaubhaft machen kann, wer sie sonst über den Internetzugang hochgeladen haben soll.
Natürlich muss man die Schwelle für einen Anfangsverdacht recht hoch legen, und Fehler bei der IP-Zuordung so gut wie technisch irgendmöglich möglich vermeiden.
Aber danach sehe ich keine Grund, auf ein solches Verfahren zu verzichten.
Und an all die, die mir Dinge an den Hals wünschen: Mögen diese Wünsche wie ein Boomerang zu ihren Absendern zurückkehren.
Antworten	49	Erna sagte am 26.4.2013 um 19:01 :
Man könnte die Strategie auch als “Erpressung” bezeichnen.
Antworten	50	Olli sagte am 26.4.2013 um 19:03 :
@Anonymous: Sagen wir es doch mal ganz ehrlich, es ist einfach Sittenrecht. Ich kann ohne Probleme jeden Missbrauch dokumentieren und hochladen, ohne das mir was passiert so lange es kein sexueller Missbrauch ist.
Was für eine widerliche Doppelmoral ist das denn?
Und was verhindert es? Das anfertigen von Videos und Fotos? Meinst du wirklich jemand der noch Beweise seiner Taten anfertigt kratzt die in den meisten Fällen wesentlich geringere Strafe für Weiterverbreitung?
Antworten	51	Sonstwer sagte am 26.4.2013 um 19:14 :
@WPR_bei_WBS: Dann machen wir das mit dem Gutachter doch so: Der Gutachter öffnet mit dem übergebenen Passwort den Container, prüft den Inhalt,und füllt dann den Container bis zum Rand mit einer Zufallszahlendatei um zu bestätigen, dass dieser Bereich zum Zeitpunkt der Prüfung leer war.
Wer dem Gutachter beide Passworte eines Doppelcontainers mit legalen Daten gegeben hat, löscht die Datei und gut ist.
Wer nur den äußeren Container angegeben hat, hat danach nur noch legale Daten – auch gut.
Antworten	52	Franz sagte am 26.4.2013 um 19:14 :
Ein Problem sehe ich dann aber doch mit dem inneren Container. Wenn der Forensiker sich genau anschaut, welche Sektoren vom äusseren Container belegt sind, dann wird ihm u.U. die grosse Lücke des inneren Containers auffallen (vorausgesetzt der äussere Container hat auch Daten “hinter” dem inneren Container).
Das könnte man aber kaschieren indem man den inneren Container möglichst klein hält oder mehrere kleine innere Container mit unterschiedlichen Grössen und mit unterschiedlichen Abständen dazwischen anlegt. Dann sehen die Lücken aus wie “natürliche” Lücken.
Antworten	53	Der Steuerzahler sagte am 26.4.2013 um 19:18 :
Wer nichts zu Verbergen hat verschlüsselt auch nicht!
Antworten	54	marcus05 sagte am 26.4.2013 um 19:37 :
@zf.8: du meinst, richter nickt ab ohne zu lesen? der StA schreibt ihn und veranlasst ihn
Antworten	55	Der Steuerzahler sagte am 26.4.2013 um 19:49 :
Noch mal eine andere Frage, warum hat die Justiz nicht einfach die Fraglichen Bilder auf den Rechner geladen, damit der Gutachter den Rechner im Zustand der Tat begutachten kann?
Würde das ganze doch vereinfachen.
Antworten	56	3247 sagte am 26.4.2013 um 19:52 :
@Elisa: Es ist bekannt, dass gerade die Leute, die Dreck am Stecken haben, besonders laut schreien. Dein Posting begründet also den Anfangsverdacht, dass du selbst Kinderpornografie besitzt! Bitte beweise nun das Gegenteil!
Antworten	57	Scharnold Warzenegge sagte am 26.4.2013 um 20:02 :
@Franz: Sie haben sich mit Verschlüsselung noch nicht beschäftigt, oder? Meinen Sie wirklich die Programmierer von Truecrypt und anderen Verschlüsselungsprogrammen machen so offensichtliche Fehler, daß man “Lücken” in den Daten erkennen könnte?
Bei der Erstellung einer verschlüsselten Datei oder eines Datenträgers wird dieser komplett mit verschlüsselten Daten oder zufälligen Daten (über- bzw.) geschrieben. Da sich bei einer guten Verschlüsselung keine Unterschiede zwischen zufälligen Daten und richtigen Daten finden lassen, kann man dann auf dem Datenträger leer lassen oder Platz vollschreiben, wie man will. Das Ergebnis ist stets das Gleiche: ein Volume mit komplett zufällig aussehenden Daten. Es ist schlicht nicht möglich zu erkennen, wieviele Daten sich darin befinden oder ob ein versteckter Bereich mit anderem Passwort vorhanden ist. Man kann ohne das Passwort eigentlich gar nichts feststellen. Und mit Passwort können sich darin verschachtelt dennoch weitere versteckte Bereiche befinden. Da man nicht wissen kann, ob es nur ein oder mehrere Passworte gibt, kann man dem Benutzer auch nicht unterswtellen es gäbe versteckte Daten.
Antworten	58	Roadrunner sagte am 26.4.2013 um 20:02 :
Darf ich mal deine Wohnung durchwühlen?
Wer sich nicht an die Regeln hält, der begeht einen Rechtsbruch. Gilt auch für den Staat, Ende der Diskussion.
Antworten	59	marcus05 sagte am 26.4.2013 um 20:08 :
@Der Steuerzahler: Der Gutachter könnte problemlos erkennen, dass diese Dateien nach dem Zeitpunkt der HD auf die HD kopiert wurden. Das wäre mal ein sauberes Eigentor.
Antworten	60	Franz sagte am 26.4.2013 um 20:19 :
@Scharnold Warzenegge
Doch doch, mit Verschlüsselung kenne ich mich schon aus, auch mit diversen Datei-Systemen, nur leider haben Sie nicht alles gelesen und daher falsche Schlüsse gezogen. Es geht nicht um eine(!) verschlüsselte Partition, wie Sie glauben, sondern um eine Partition in einer anderen Partition, bzw. den äusseren und inneren Container.
Dazu nochmal der Link der das graphisch verdeutlicht:
Vielleicht verstehen Sie nach Studium der Graphik besser worum es geht, und dass der äussere Container sehr wohl eine grössere Lücke hat wenn es einen inneren Container gibt.
Antworten	61	Stefan G. sagte am 26.4.2013 um 20:33 :
@59/marcus05
@60/Franz
Und weil Menschen mit ihrer Sachkenntnis bei der Staatsanwaltschaft und auf Richterbänken sitzen, verschlüssele ich grundsätzlich meine Daten (PC und Datenträger) und rücke die Passwörter nicht raus…
Antworten	62	gerhardq sagte am 26.4.2013 um 20:45 :
Es geht vor allem um die Zustimmung des Beklagten. Wenn er den Strafantrag akzeptiert, dann kann er nicht wieder zurück. Das Gericht will ein richtiges Urteil vermeiden!
Ich habe das gleiche Prinzip in einem Zivilprozess erlebt. Das Gericht erpresste die Beklagte so lange, bis sie sich mit einem Vergleich einverstanden erklärte.
Antworten	63	Christian sagte am 26.4.2013 um 20:47 :
Fiese Sache.. einmal weil die Beweise einfach nur dünn sind.. ist ja ein Straf und kein Zivilprozess..
Was man bei den Angeklagten noch berücksichtigen sollte…
Hat jemand schon von der Anklage mitbekommen ?
Ein Strafbefehl kann man ja recht anonym “wegstecken” , so ein Prozess, vorallen wenn er öffentlich ist, ist nicht wirklich “ruffördernd” Außer, die ganze Nachbarschaft weiß eh schon bescheid, dann sollte man doch lieber Kämpfen um seine Unschuld zu beweisen
Antworten	64	Christian sagte am 26.4.2013 um 20:54 :
@3247:
Es ist bekannt, dass gerade die Leute, die Dreck am Stecken haben, besonders laut schreien. Dein Posting begründet also den Anfangsverdacht, dass du selbst Kinderpornografie besitzt!
Elisa ist hier eine bekannte KiPo-Händerlin. Bekannt deshalb, weil die sich mit ziemlich rüden Methoden die Konkurrenz von Halse hält. Bei allen gab es Wohnungsdurchsuchungen und danach die allfälligen Verurteilungen. Seltsamerweise ist Elisa bis heute ungeschoren davongekommen.
Antworten	65	ralf124c41+ sagte am 26.4.2013 um 21:13 :
Ich meine, diese bisherige Diskussion geht an einigen wesentlichen Punkten vorbei.
1.) Grundsätzlich ist es möglich, sicher zu verschlüsseln. Ob man mit Truecrypt nun mehrere oder geschachtelte Container anlegt – es scheint sicher zu sein. Soweit ich mich erinnere, hat in einem Fall die NSA nach einem Jahr aufgegeben, einen Truecrypt-Container zu entschlüsseln.
Und selbst nach Passwortpreisgabe ist nicht beweisbar, dass nicht noch mehr Daten verschlüsselt sind, es sei denn, der Container ist restlos gefüllt (aber auch das mag mit einer passenden Verschlüsselung von Geheimdaten innerhalb der Klartext-Daten nicht der Fall sein. Stenografie wäre ein Beispiel).
Da muss ein Richter schon sagen: “Der Typ hat eine krumme Nase, daher muss er noch weitere Daten versteckt haben, und will uns das Passwort nicht geben!” Muss ich sowas kommentieren?
2.) Es gibt viele vollkommen normale und völlig legale Gründe für Datenverschlüsselung. Etwa:
- Firmendaten, Firmengeheimnisse, Personendaten. Die Konventionalstrafen in Vertraulichkeitsvereinbarungen betragen gerne mal 500.000,- €, und da möchte ich keine Risiken mit einem Richter, Staatsanwalt oder Sachverständigem eingehen.
- Besitz von “Hackingtools”. In meinem Fall völlig normal, weil eine Bank den Auftrag vergeben hat, ihr Online-Portal zu hacken. Solche Penetrationstests sind für die Bank vorgeschrieben. Der Besitz solcher Software, welche auch vom BSI herausgegeben wird, ist für Privatpersonen illegal, für mich im Rahmen des Auftrags aber legal. Weil ich aber nicht immer den schriftlichen Auftrag dabeihabe um das nachzuweisen, und weil mein Virenscanner sich regelmäßig über z.B. das “böse” Metasploit aufregt, befindet diese Software sich ebenfalls in einem Container.
3.) Ich meine, dass berufliche Daten von Medizinern, Steuerberatern (ja, ja, ich weiß….) oder Rechtsanwälten grundsätzlich zuverlässig verschlüsselt sein sollten. Während es aufwändig ist, Mengen von Aktenordnern oder Karteikarten zu stehlen und durchzuarbeiten, ist das bei elektronisch vorliegenden Daten viel einfacher, sie sind schnell auszuwerten, und dabei lassen sich sehr einfach Beziehungen herstellen. Was ist nicht alles schon auf ebay auf gebrauchten Datenträgern aufgetaucht!
4.) Bin ich nach wie vor davon überzeugt, das die Gesetzgebung und die Durchführung zur Kinderpornographie auch dazu dienen soll, Jemanden mundtot machen zu können oder gar in seiner Existenz zu vernichten, natürlich unter Umgehung jeglicher Rechtsstaatlichkeit. Einen Richter muss man ja ggf. davon überzeugen können, das er diesen Jemanden in die Psychatrie einliefern soll. Summa summarum:
- Es ist nicht möglich nachzuweisen, dass jemand alle Daten offengelegt hat.
- Fehlende Verschlüsselung kann in der heutigen Zeit ggf. zur Vernichtung von Existenzen führen.
- Ich meine, im geschilderten Fall ist Rechtsstaatlichkeit bereits aufgegeben worden, und es gibt auch keine “moralisch angewiederte” Rechtfertigung für ein solches Vorgehen.
Antworten	66	Franz sagte am 26.4.2013 um 21:30 :
ralf124c41+ schrieb: “Und selbst nach Passwortpreisgabe ist nicht beweisbar, dass nicht noch mehr Daten verschlüsselt sind, es sei denn, der Container ist restlos gefüllt”
Der äussere Container muss nicht restlos gefüllt sein um die Lücke des inneren Containers erkennen zu können. Es müssen dazu nur Dateien des äusseren Containers sowohl vor als auch hinter dem inneren Container gespeichert sein.
Möglicherweise bietet Truecrypt (weiss ich jetzt nicht genau da ich es noch nie benutzt habe) die Möglichkeit per Konfiguration zu erzwingen dass der äussere Container Daten immer am Anfang versucht zu schreiben (dann muss man aber auch aufpassen dass man nicht zuviel Daten drauf kopiert damit der Platz hinter dem inneren Container nicht benutzt wird). Eine solche Konfiguration wird dem Forensiker (der ja in unserem Fall das Passwort zum äusseren Container hat) aber auch verdächtig vorkommen, denn normalerweise wird, um die Lebensdauer des Datenträgers zu erhöhen, immer gleichmässig geschrieben, also auch hinter dem inneren Container.
Wie auch immer, ich habe dazu ja die “Abwehrmassnahme” beschrieben. Einfach viele kleine innere Container mit unterschiedlicher Grösse und unterschiedlichem Abstand anlegen (die man dann ja zu einem logischen Laufwerk verbinden kann und die auch ruhig alle das gleiche Passwort haben können).
Dem Forensiker werden die vielen kleinen Lücken dann wie natürliche Lücken erscheinen die so auch entstehen wenn kein innerer Container vorhanden ist.
Sowas einzurichten ist aber nicht ganz einfach.
Antworten	67	p90 sagte am 26.4.2013 um 21:39 :
Das ist doch genau das was man heute macht.
Sie fordern nun aber das aus dem “Wir wissen es nicht ergo ist es weder ein Beweis für die Unschuld noch Schuld des Beklagten”
ein “Wir wissen es nicht, er könnte es uns sagen ergo muss es etwas Verbotenes sein und wir behandeln es als einen Beweis gegen ihn”
Antworten	68	Densor sagte am 26.4.2013 um 21:43 :
@Elisa: Ich stimmte Ihnen da vollkommen zu! Ich finde aber auch das bei Ihren Äußerungen, der Anfangsverdacht gegeben ist, dass Sie nicht viel von unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung halten. Von daher sollte der Verfassungsschutz sich mal mit Ihnen beschäftigen. Denen sollen Sie dann bitte beweisen das Sie ein Freund unserer FdGO sind. Zur Erbringung dieses Beweises kann Sie der Verfassungsschutz bestimmt mit ein paar “erweiterten Verhöhrmethoden” unterstützen.
Damit sollten Sie wohl kein Problem haben, ist ja alles für einen guten Zweck und die Kinder, ganz wichtig die Kinder!
Antworten	69	Christian sagte am 26.4.2013 um 21:46 :
Die brauchen gar nicht mehr den Original Datenträger.. wozu auch.. er hat keine Chance mehr irgendwas zu verändern.
Es wird grundsätzlich ein forensiches Image gemacht und auf diesen werden die Beweise gesichert. Also keine Chance was zu verändern, die brauchen im Endeffekt nur das Passwort
Antworten	70	p90 sagte am 26.4.2013 um 21:46 :
Und sie haben keine Ahnung wie die Technik dahinter funktioniert.
Sagen wir ich habe eine Festplatte mit 1TB, einen äußeren Container über die ganzen 1TB und darin einen inneren (bzw. hidden nennt es sich ja) Container von 500GB. Haben sie jetzt nur das äußere Passwort sehen sie die ganzen 1TB, können darauf rumschreiben etc. Sie können sogar eine Zufallszahl von 1TB da rein schreiben. Nur werden die Daten dann im Inneren Container überschrieben und dadurch zerstört. Sie haben also gerade Beweise vernichtet. Es gibt auch keine Möglichkeit zu überprüfen ob es einen inneren Container gibt. Den das zu verhindern ist das ganze System ja für ausgelegt worden. Solange auf der Festplatte beim ersten öffnen mit den äußeren Passwort unbelegter Speicherplatz vorhanden ist (und auf welcher Festplatte haben sie das nicht) kann in diesem Bereich eine innere Partition versteckt sein. Nur das sie niemals ohne das innere Passwort beweisen können das sie da ist oder eben nicht.
Antworten	71	Anonymous sagte am 26.4.2013 um 21:51 :
@Olli: Ich kann Ihre Argumentation nicht nachvollziehen. Zweck des Kinderpornographieverbots, und ich denke ein guter, ist es zuvorderst, die Anfertigung von Kinderpornographie möglichst stark einzudämmen, denn wo sie angefertigt wird, da werden Kinder missbraucht. Ich denke auch, dass das Gesetz diesen Zweck erfüllt, auch wenn das auf den ersten Blick nicht ganz intuitiv ist. Ihren Vorwurf der Doppelmoral verstehe ich nicht. Rechtsstaatlichkeit bitte ja, aber bitte ebenso auch eine Gesetzesdurchsetzung, die sich nicht aushebeln lässt, wenn man es nur geschickt anstellt.
@3247: Sie demonstrieren sehr gut, was eine haltlose Anschuldigung ist, im Gegensatz zu dem Anscheinsbeweis, der in diesem Fall IMO erfolgreich geführt wurde, und wodurch IMO ein Punkt erreicht ist, wo man eine Beweislastumkehr bejahen kann. Indizienverfahren sind rechtsstaatlich und sind zulässig. Der zwingende Beweis muss nicht geführt werden.
@ralf124c41+: Sie vergessen bei all dem eins: Niemand hat einfach mal so eine Platte voller vermeintlicher Zufallszahlen. Wenn also in Ihrer entschlüsselten Partition plötzlich viele Zufallszahlen drinstehen statt Nullbytes, dann kann man von Ihnen verlangen, dass Sie das plausibel erklären. “Plausible Deniability” ist ein mathematisches Konzept, das dem gesunden Menschenverstand der Richter nicht standhalten dürfte. Das Dogma “wer nur geschickt genug verschlüsselt, muss auch dann, wenn er die Tat tatsächlich begangen hat, vor Strafdurchsetzung immun sein” wird keinen Bestand haben. Niemand sagt, dass Verschlüsselung illegal ist, aber da State-of-the-art-Verschlüsselung, wie Sie richtig sagen, sehr stark ist, muss auch der Staat entsprechend starke verfahrensstrategische Gegenmaßnahmen ergreifen können, um den Missbrauch dieses Mittels zu verhindern und nicht ausgebootet zu werden. Das muss natürlich in der bestmöglichen und rechtsstaatlichsten Art und Weise geschehen. Sie reden nur davon, wie die Rechte des Angeklagten gestärkt werden sollen, erklären aber nicht, wie der Staat denn noch die Gesetze durchsetzen können soll. Das klingt bei Ihnen alles so, als wollten Sie die Gesetze am liebsten abschaffen. Das kann doch nicht die Lösung sein.
Antworten	72	Christian sagte am 26.4.2013 um 22:10 :
Es gibt da noch das “man muss sich nicht selber belasten”
Wären also gleich zwei Dinge, die man bei der “Zwangsherausgabe Passwort” über Bord werfen müsste.. Außerdem gibt es bei einem Vollverschlüsselten Truecrypt Datenträger keine Möglichkeit festzustellen, ob dieser Verschlüsselt ist oder sicher gelöscht ist. Lediglich ein Verschlüsseltes Betriebssystem fällt durch den Bootloader auf (Indiz, dass verschlüsselt wurde). Und: Jeder Mensch kann Passwörter vergessen ? Ausrede ? Ja, vielleicht, vielleicht auch nicht. Passwörter, die ich jeden Tag eingebe, vergesse ich nicht. Aber auch ich habe irgendwelche Truecrypt Container, die ich nicht mehr öffnen kann, weil ich vor 4 Jahren das letzte mal das Passwort eingegeben habe. Könnte also nie meine Unschuld beweisen.. müsste ich jetzt den Truecrypt Container löschen ? Mist.. dann sind trotzdem wieder zufallszahlen, die wie verschlüsselung aussehen können.. und einfache löschung , löscht nicht.. also müsste ich alles mit logisch 0 oder 1 beschreiben… sorry..das macht niemand.
Das Fazit wäre: Jeder der seine Festplatten sicher löscht oder Passwort vergisst ist automatisch Straftäter
Antworten	73	Olli sagte am 26.4.2013 um 22:16 :
@Anonymous:Was ist daran so schwer zu verstehen? Jeder Missbrauch an Kindern kann verbreitet werden Hauptsache es ist kein Sex im Spiel. Und es mag für viele Puristen unvorstellbar sein aber man kann Leuten grausame Dinge antun auch ohne Sex. Und davon sind die meisten nicht verboten. Schon auf Youtube gibt es diverse Videos zu allen Möglichen Gewalttaten an Kindern.
Antworten	74	Mike sagte am 26.4.2013 um 22:34 :
Ich habe letztens Fotos digitalisiert und auf einen USB Stick kopiert um sie der Familie zu geben – und verschlüsselt.
Ganz normale Familienfotos, teils noch schwarz-weiß, meiner Urgroßeltern und Großeltern, Tante, Kinderfotos von mir, Familienfeiern usw.
Verschlüsselt deswegen, weil man sowas ja auch verlieren oder irgendwo liegen lassen kann. Wäre zwar so gesehen nicht schlimm, aber es sind halt private Fotos die niemanden etwas angehen.
Und nein, ich möchte auch nicht, bzw. würde es nicht wollen, das der Staat/Polizei whatever diese Fotos sehen kann, einfach, weil es sie nichts angeht. Deshalb sehe ich es auch nicht für erforderlich an, dass mir irgend ein mir unbekannter Ermittler sagt, ja, okay, die Bilder sind in Ordung. Ich kann auch nicht in seinen Familienalben blättern (und würde es gar nicht wollen). Deshalb würde ich das Passwort auch nicht rausrücken.
Antworten	75	p90 sagte am 26.4.2013 um 22:37 :
Ich glaube sie verstehen gar nicht was sie da eigentlich Fordern.
Würde ich ihre Forderung umsetzen kann ich JEDEM Menschen mit einem PC beschuldigten verschlüsselt etwas gespeichert zu haben.
Woher wissen sie den, das ein Bereich auf der Festplatte verschlüsselt ist oder nicht? Genau, gar nicht. Ich könnte sie also Beschuldigen etwas gespeichert zu haben auch wenn sie es nicht getan haben, fordere von ihnen das Passwort das sie mir natürlich nicht geben können weil es ja gar nicht existiert und sie dann in den Knast stecken um dieses Passwort von ihnen zu bekommen. Oder ich sehe ihre nicht Herausgabe des Passwortes als Schuldeingeständnis und stecke sie direkt in den Knast. Toll oder? Also wie unterscheide ich zwischen dem der nicht verschlüsselt und dem der verschlüsselt? Genau, gar nicht.
Antworten	76	Thea Tralisch sagte am 26.4.2013 um 22:41 :
Hier gehen alle davon aus, dass der Mandant das Passwort nicht herausgeben will. Nun, ich hätte in so einem Fall ein ganz anderes Problem. Ich Schlamperl habe hier 3 Verschlüsselte USB Sticks und ich weiss das Passwort nicht mehr. Nun die liegen hier auch nur noch weil ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe :-)Ich habe hier auch verschlüsselte dienstliche Datenträger deren Passwort ich nicht herausgeben darf ohne mich wiederum strafbar zu machen. Ggf hätte meine Arbeitgeberin ein Einsehen…
Antworten	77	Franz sagte am 26.4.2013 um 22:49 :
Dass auf den leeren Bereichen der Platte nur Null-Bytes/gleiche Bytes sind, wird nur in den ersten Tagen/Wochen der Benutzung so sein. Sobald mal alle Sektoren benutzt wurden (und das passiert wegen dem sektorenschonenden verteilten Schreiben recht schnell) sind die gleichen Bytes alle Weg.
Es könnte allerdings auffallen dass im verschlüsselten Bereich kaum oder keine lesbaren Fragmente auftauchen. Bei einer unverschlüsselten Platte wird man im “leeren” Bereich desöfteren lesbare Satz- oder Wortfragmente finden.
Beim Löschen einer Datei werden im Normalfall nicht die Bytes gelöscht/zurückgesetzt, sondern nur der Eintrag im Inhaltsverzeichnis. Kann man natürlich so konfigurieren dass beim Löschen Null-Bytes geschrieben werden, aber damit macht man sich auch wieder verdächtig.
Antworten	78	FruchtZwerg sagte am 26.4.2013 um 23:03 :
Mein PC ist verschlüsselt und ich habe da auch noch ein Container mit einem anderen PW. Da sind Fotos von meiner Freundin mit bestimmten sexuellen Vorlieben. Ich würde eher sterben als die nen notgeilen Polizisten oder der Staatsanwaltschaft auszuhändigen. Es gibt viele legale Gründe seine Passwörter nicht herzugeben.
Antworten	79	meinereiner sagte am 26.4.2013 um 23:04 :
An die crypto Fraktion: Unrechtsstaaten lösen crypto Probleme so:
@Elisa & co: Beweist mal das der nicht zuordenbare Datenmüll auf Euren Festplatten nicht doch irgendwie zu cryptocontainern gehören.
Antworten	80	Stefan G. sagte am 26.4.2013 um 23:07 :
Kann man natürlich so konfigurieren dass beim Löschen Null-Bytes geschrieben werden, aber damit macht man sich auch wieder verdächtig.
Vor gar nicht allzulanger Zeit haben z.B. das BSI oder auch der WDR-Computerclub noch einen “Gutman-Wipe” empfohlen, um Dateien sicher zu löschen, bevor man eine Festplatte gebraucht weiterverkauft. Die meisten Tools haben dabei auch gerne mal Zufallszahlen oder Nullbytes (je nach Einstellung) hinterlassen, weil der Datenstrom beim Löschen aus verschiedenen Gründen keine Regelmäßigkeiten aufweisen sollte…
Alle Sektoren Nullbytes = VERDÄCHTIG!
Alle Sektoren Zufallszahlen = VERDÄCHTIG!
Eine Mischung aus Beidem = VERDÄCHTIG+VERDÄCHTIG! :-)
Also reicht der blosse Besitz einer Festplatte als Anfangsverdacht aus… Wenn ich sowieso verdächtig bin, kann ich auch weiter verschlüsseln…
Antworten	81	kai sagte am 26.4.2013 um 23:20 :
@anonymous: Also ich überschreibe regelmäßig meine Speicherkarten mit Zufallszahlen, damit bei Verlust meine Daten nicht rekonstruiert und in falsche Hände kommen können.
Ups, schon ist Ihre Argumentation im Eimer. Sorry.
Und nur weil es verschlüsselte Container gibt, heisst es noch lange nicht, dass Besitz/Tausch/Verbreitung von KiPo nicht mehr ahndungsfähig wäre. Es gibt noch eine Menge andere Arten und Wege, Beweise zu erhalten.
Strafbefehl zu akzeptieren heisst aber auch, die Folgen in Kauf zu nehmen:
- Eintrag im erweiterten Führungszeugnis für wohl 10 Jahre, damit
- Betreuungsverbot (Beaufsichtigung, Betreuung, etc) von ca. 5 Jahren von Kindern und Jugendlichen, selbst wenn kein Führungszeugnis verlangt wird.
- Einzug der Hardware
Ich finde es unverschämt, wenn man bei so dünner Beweislage einfach jemand abstrafen will. Ist denn das Ermittlungsverfahren nicht Strafe genug? Aber nein, es soll ja bloss kein möglicherweise Schuldiger ohne Strafe davonkommen. Ein paar Unschuldige bleiben halt auf der Strecke. Und bloss nicht das Ego des StA ankratzen, wenn man niemanden bestrafen konnte. Nachher muss man sich eingstehen, dass man einen Unschuldigen am Wickel hatte. Geht ja gar nicht. Alle schuldig!
Antworten	82	wonko sagte am 26.4.2013 um 23:22 :
Sie können eben nicht einfach so abstreiten, dass Sie verschlüsselte Daten auf der Platte haben, wenn diese bis zum Rande mit “Zufallszahlen” gefüllt zu sein scheint statt mit Nullbytes, wie es zu erwarten wäre.
Wenn also in Ihrer entschlüsselten Partition plötzlich viele Zufallszahlen drinstehen statt Nullbytes, dann kann man von Ihnen verlangen, dass Sie das plausibel erklären.
Vielleicht können Sie mir zunächst plausibel erklären, warum an einer bestimmten Stelle auf einem Datenträger Null-Bytes zu erwarten sind?
Antworten	83	schwehrverbrecher sagte am 26.4.2013 um 23:38 :
So viele Kommentare. Das Thema ist düster.
Ich würde gern sehen wie ein solcher Fall vor Gericht aussieht. Ich hätte das Geld wohl, jedoch nich die Zeit. Nur jemanden zu finbden der streiten möchte und sich unterstüzen lässt, ist schwer.
Meist ist bei diesem Tätertyp aber noch ein Hintergrund der auf eine Paraphilie hindeutet (Kinderkleidung, Poster, legale Bilder auf dem PC, Kommunikation bis hin zum “Grooming”). Gesellschaftlich fragwürdig, wie man mit einem Menschen umgeht der seine Interessen wohl offensichtlich straffrei im Verborgenen hält.
Antworten	84	Essisch sagte am 27.4.2013 um 00:30 :
Jeder der ein Notebook etc. besitzt, sollte dessen HD aus Sicherheitsgründen sofort bei Installation des Betriebssystems vollständig verschlüsseln.
Wenn ich nun das Passwort vergessen habe (zu meinem Bedauern muss ich gestehen, dass mir dies sogar schon mal passiert ist), dann bin ich also schuldig.
Da habe ich Sie doch richtig verstanden oder ?
Ich habe eine kleine Frage an Sie : Vor die Wahl zwischen den beiden nachfolgenden Alternativen gestellt, was würden Sie vorziehen : einen Schuldigen laufen lassen oder einen Unschuldigen bestrafen ?
Können Sie diese Frage beantworten. Das wär sehr nett.
Antworten	85	Anonymous sagte am 27.4.2013 um 00:38 :
@Olli: Vorweg, ich habe auf Youtube trotz langjähriger Nutzung noch kein Video gesehen, das auch nur in diese Richtung gegangen wäre. Aber selbst wenn es so etwas gibt: Es bedeutet nicht, dass das Verbot von Kinderpornographie falsch ist und seine Ziele nicht erreicht. Gewalt gegen Kinder ist nicht das gleiche wie sexueller Missbrauch. Beides gehört ausgerottet, aber da es nunmal verschiede Dinge sind, geht das nur mit verschiedenen Mitteln. Z.B. ist es bei Gewalt gegen Kindern häufig so, dass die Eltern dies selbst im Nachhinein bereuen, oder, wie es oft bei fundamentalistischen Christen der Fall ist, sich selbst dazu zwingen trotz größter Widerstände ihres Gewissens, weil sie dem Irrglauben verfallen sind, das sei der Wille Gottes. Bei Kinderpornographie hingegen haben Sie die gegenteilige Situation, diese wirkt ja auf Personen mit entsprechender Veranlagung gerade nicht von Natur aus abstoßend. Also: Bitte nicht verschiedene Dinge gleich behandeln. Bitte missverstehen Sie mich nicht: Ich sage nicht, dass diese Gewaltvideos erlaubt sein sollten. Wenn es unter einen der einschlägigen Paragraphen fällt, z.B. weil es sexualisierte Gewalt ist, darf es gerne als Kinderpornographie geahndet werden.
@p90: Ich fordere nichts dergleichen. Ich halte diese Beweislastumkehr in bestimmten, klar beschränkten Situationen für richtig, wo eben wie hier schon gewisse Anscheinsbeweise vorliegen. Ich sage nirgends, dass jemand in den Knast kommen soll, nur weil er verschlüsselte Daten hat. Es war überhaupt nicht von Knast die Rede. Hier geht es außerdem um eine Geldbuße!
@Franz: Man kann eine normale Benutzung von einer Verschlüsselung sehr gut unterscheiden. Pausible Deniability ist ein theoretisches Konzept, das aufgrund der Gegebenheiten der Praxis dort nicht funktioniert, Stichwort Seitenkanäle. Sie zeigen ja selbst einige naheliegende Möglichkeiten auf. Dass Sie beim Löschen Null-Bytes schreiben, wird niemand gegen Sie auslegen. Wenn der Vorwurf Besitz von Kinderpornographie ist, aber auf der Platte Nullbytes sind, dann ist der Vorwurf aktuell zumindest falsch. Das wäre ein Fall, wo ich durchaus sagen würde, selbst wenn da mal Kinderpornographie drauf war, kann das Strafverfolgungsinteresse zurücktreten. Wie ich schon sagte, es ist eine Frage des Austarierens der Durchsetzung im Detail.
@kai: Das können Sie dann ja als Entlastung angeben. Die Frage ist nur, ob der Gutachter Ihnen glaubt oder doch Anhaltspunkte dafür findet, dass Sie eben nicht die Wahrheit sagen. Sie dürfen nicht damit rechnen, dass Sie durchkommen müssen, wenn Sie lügen. Wenn Sie z.B. gar kein Programm installiert haben, um solche Löschungen durchzuführen, und auch keins nennen können, dann wird der Richter Ihnen sicherlich nicht glauben. Es zwingt Sie niemand, den Strafbefehl zu akzeptieren. Sie können es ja auf ein Verfahren ankommen lassen. Der Ball liegt bei Ihnen. Es gibt nun mal aber keine Garantie, dass sie durchkommen, wenn Sie tatsächlich schuldig sind.
@wonko: Weil Datenträger im Lieferzustand mit Nullbytes gefüllt sind. Reine Zufallszahlen sind in der Praxis meist auf komprimierte Daten zurückzuführen und treten dann aber in anderen Kontexten auf. Es gibt Anzeichen, anhand denen man die Erklärung “Verschlüsselte Daten” von anderen Erklärungen unterscheiden kann.
Antworten	86	Anonymous sagte am 27.4.2013 um 00:50 :
@Essisch: “Wenn ich nun das Passwort vergessen habe (zu meinem Bedauern muss ich gestehen, dass mir dies sogar schon mal passiert ist), dann bin ich also schuldig” Das sage ich nicht. Nur ist das eine abwegige Begründung. Vergessen tut man das Passwort, mit dem man alle seine Daten auf dem Rechner verschlüsselt hat, naturgemäß eher selten und es ist davon auszugehen, dass Sie zur Sicherheit irgendwo auch eine Gedächtnisstütze haben. Wenn die Beweisaufnahme feststellt, dass Sie den Rechner kürzlich noch benutzt haben, wird man Ihnen nicht abnehmen können, dass Ihnen das Passwort so plötzlich entfallen ist. Zu Ihren Alternativen: Ich würde selbstverständlich weder einen Schuldigen laufen lassen, noch einen Unschuldigen bestrafen. Dass der Rechtsstaat fehlbar ist und beides vorkommt, liegt in der Natur der Sache, und deshalb gibt es auch entsprechende Rechtsmittel. Wenn der Richter zu dem Schluss kommt, dass er von der Schuld des Angeklagen nicht überzeugt ist, muss er ihn freisprechen. Ich sage nur, dass der Rechtsstaat vor Verschlüsselung nicht einfach so kapitulieren darf und unter engen (!) Voraussetzungen eine Beweislastumkehr eintreten sollte, wo wie hier schon ein gewisser Anscheisbeweis vorliegt. Dann kann sich der Beschuldigte dazu äußern und meintwegen sagen, er weiß das Passwort nicht mehr, oder sind nur Zufallszahlen für die Löschung, und dann kann der Richter, ggfs. mit gutachterlicher Hilfe, eben urteilen, ob diese Aussage ihn an der Schuld zweifeln lässt oder eben nicht. Einen Automatismus “Verschlüsselung = Schuld” habe ich keineswegs gefordert.
Antworten	87	ralf124c41+ sagte am 27.4.2013 um 00:55 :
@Anonymous: @ralf124c41+: Sie vergessen bei all dem eins: Niemand hat einfach mal so eine Platte voller vermeintlicher Zufallszahlen. Wenn also in Ihrer entschlüsselten Partition plötzlich viele Zufallszahlen drinstehen statt Nullbytes, dann kann man von Ihnen verlangen, dass Sie das plausibel erklären. “Plausible Deniability” ist ein mathematisches Konzept, das dem gesunden Menschenverstand der Richter nicht standhalten dürfte. Das Dogma “wer nur geschickt genug verschlüsselt, muss auch dann, wenn er die Tat tatsächlich begangen hat, vor Strafdurchsetzung immun sein” wird keinen Bestand haben. Niemand sagt, dass Verschlüsselung illegal ist, aber da State-of-the-art-Verschlüsselung, wie Sie richtig sagen, sehr stark ist, muss auch der Staat entsprechend starke verfahrensstrategische Gegenmaßnahmen ergreifen können, um den Missbrauch dieses Mittels zu verhindern und nicht ausgebootet zu werden. Das muss natürlich in der bestmöglichen und rechtsstaatlichsten Art und Weise geschehen. Sie reden nur davon, wie die Rechte des Angeklagten gestärkt werden sollen, erklären aber nicht, wie der Staat denn noch die Gesetze durchsetzen können soll. Das klingt bei Ihnen alles so, als wollten Sie die Gesetze am liebsten abschaffen. Das kann doch nicht die Lösung sein.
a) es handelt sich bei der hier diskutierten Truetype-Software nicht um eine starke, sondern um eine sichere Verschlüsselung mit sehr vielen Optionen. Deshalb ist diese so weit verbreitet. Es ist also nur unter Herausgabe aller Passworte und der Kenntnis von allen Containern möglich, alle Daten zu lesen. Am “knacken” ist ja die NSA gescheitert, und das will etwas heißen. Es ist insbesondere -vor allem, wenn ein kompletter Datenträger als Container eingerichtet ist-, nicht möglich, überhaupt zu beweisen, das eine Verschlüsselung vorliegt. Ich denke, das haben hier viele Foristen schon technisch klar beschrieben.
b) es wurden viele Beispiele gebracht, warum verschlüsselt wird / werden muß und der Inhalt einen Ermittler/Staatsanwalt/Richter nichts angeht, und warum man sich ggf. sogar strafbar machen würde. Das Argument der Informellen Selbstbestimmung will ich hier nicht bringen.
c) da daher der Staat nicht in der Lage ist wg. mathematisch praktisch unmöglich, hier etwas durchzusetzen oder zu beweisen (alle Verordnungen der StVO erlauben es dem Staat beispielsweise ja auch nicht, Autounfälle zu verhindern, aber das währe wesentlich eher möglich), lässt sich nicht einmal ein “Missbrauch dieses Mittels” feststellen, sondern nur willkürlich annehmen. Es gibt eben Dinge, die grundsätzlich nicht durchsetzbar sind.
d) dafür lassen sich andere Dinge durchsetzen. Jetzt wird es böse. Hätte ich Ihre email-Adresse, könnte ich ein passendes Bild heraussuchen. Etwa ein in anderen Ländern erlaubtes Manga, oder eins mit einer 18-jährigen mit Zöpfen, welches ein Richter als “AnscheinsKiPo” ansehen könnte. Das ganze z.B. base64 als normaler Text kodiert, es gibt also keinen extra Anhang zur email. Wird nur etwas groß. Mit copy & paste in das email-Programm ins Textfenster kopieren und abschicken. Wenn Sie keinen guten Spamfilter haben, wird die email mit Sicherheit auf ihren PC zugestellt. Sie sind jetzt im Besitz von etwas, mit dem Sie nichts anfangen können, ja nicht einmal wissen, dass Sie sich mit dem Empfang dieser nicht verhinderbaren email bereits strafbar gemacht haben. Sie sind im BESITZ. “Angefixt” nach der Logik unserer v.d.Laien sind sie aber auch nicht. Niemand ist Schaden zugefügt worden. Als gültiges Datenformat (base64 kodiert) kann der Staatsanwalt sogar annehmen, dass Sie Mitglied eines KiPo-Rings sind, welches besonders raffiniert Bilddatenaustausch verschleiern will (gewerblich???), und die ausgetauschten Dateien wieder von base64 nach JPEG zurückkodiert ;-) DIE STRAFVERFOLGUNG MUSS VOM STAAT DURCHGESETZT WERDEN, oder?
Und auch, wenn Sie es bemerken – viel Spaß beim PC sauber machen. Cache, temporäre Dateien, email-Dateien. Spätestens beim Provider ist innerhalb der nächsten Tage mit hoher Wahrscheinlichkeit die email noch zu finden. Sie am besten schon ein paar Stunden früher bei Staatsanwalt anschwärzen, damit die Hausdurchsuchung und Beschlagnahme pünktlich um 6 Uhr beginnen kann.
Ich habe jetzt ein Beispiel gegeben, wie jemand ihre Existenz mit einen email vernichten kann. d) war zugegebenermassen etwas off topic. Wollen aber Sie wirklich solchen Irrsinn durch mögliche Willkür noch gesteigert haben? Gar keine Möglichkeit mehr haben, wenigstens die schlimmsten Folgen zu vermeiden?
Antworten	88	wonko sagte am 27.4.2013 um 00:58 :
@Anonymous: Weil Datenträger im Lieferzustand mit Nullbytes gefüllt sind. Wir sprechen hier aber nicht über Datenträger im Lieferzustand. Reine Zufallszahlen Noch so ein Punkt – woran erkennen Sie eigentlich, dass es sich bei den betrachteten Daten um Zufallszahlen handelt (und dann auch noch reine)?
Es gibt Anzeichen, anhand denen man die Erklärung “Verschlüsselte Daten” von anderen Erklärungen unterscheiden kann.
Antworten	89	Anonymous sagte am 27.4.2013 um 01:39 :
@ralf124c41+: a) Ich möchte mich mit Ihnen nicht über Worte wie “stark” und “sicher” streiten. Dass Sie für alle Verschlüsselungsebenen das Passwort brauchen, hat auch niemand bestritten. In einem Rechtsstaat muss nicht alles bewiesen werden, manchmal genügen Indizien. Rechtsstaat heißt nicht, dass es eine Garantie für Sie gibt, freigesprochen zu werden, wenn Sie schuldig sind und es nur geschickt genug anstellen (“perfektes Verbrechen”). b) Stand nicht zur Debatte. c) Die Mathematik ist nicht die Realität, ich denke das wurde zur genüge diskutiert. d) Nein, wenn Sie mir eine solche Email schicken, machen Sie sich strafbar, nicht ich. Aus dem § 184b Abs. 4 StGB folgt, dass der Besitz nur strafbar ist, wenn man es selbst unternommen hat, ihn sich zu verschaffen. Dieses Tatbestandsmerkmal fehlt in Ihrem geschilderten Fall. Ich sehe auch nicht, wo das etwas mit der hier diskutierten Problematik zu tun hätte. Dass der Rechtsstaat missbraucht werden kann, um Mitmenschen böswillig Ärger zu machen, steht doch außer Frage. Das gilt aber ganz allgemein.
@wonko: Von alleine weichen die Daten nicht vom Lieferzustand ab. Sie wollten eine plausible Erklärung für Nullbytes, das ist eine. Zu Ihren technischen Fragen: Das müssen wir hier nicht diskutieren. Lesen Sie eine Einführung in Informationstheorie und Seitenkanalangriffe, dann kommen Sie von alleine auf den Trichter. Ein einschlägiger Uniabschluss, falls noch nicht vorhanden, könnte dabei hilfreich sein.
Antworten	90	turtle of doom sagte am 27.4.2013 um 01:42 :
Mal etwas polemisch angerührt: Man kann doch gleich alle Haftstrafen durch Beugehaft ersetzen.
Angeschuldiger X. gibt sein Passwort nicht raus. Wir vermuten auf seiner Festplatte Kinderpornografie. Aber hey, das wäre ja dämlich. Kindergartenkram. Wir müssen richtig Eindruck schinden.
Also: Wir vermuten auf seiner Festplatte die Pläne zur Sprengung verschiedener Bahnhöfe zur morgendlichen Spitzenzeit.
Reicht ein Jahr Beugehaft? Zwei? Drei? Vier? Oder sogar fünf oder… zehn?
Das Beugehaft-”Strafmass” wird selbstverständlich nicht durch ein ordentliches Verfahren mit Beweismittelaufnahme festgesetzt. Es basiert alles auf Geheimdienstakten, in welche kein einziger Rechtsanwalt jemals Einsicht bekommen wird.
Antworten	91	Wintermute sagte am 27.4.2013 um 01:46 :
@Anonymous: Naschön, dann gebe ich mal eine Erklärung für “Zufallszahlen”. Binärfile auf vfat filesystem, welches gelöscht wurde und daher teilweise überschrieben wurde. Und jetzt?
(Wobei die “Zufallszahlen” echt Schwachsinn sind. Ohne fileheader, der einen Hinweis gibt, was das Zeug sein soll, ist sowas immer nur Datenmüll. Wie du das von “Zufallszahlen” unterscheiden willst, will ich garnicht wissen.)
Antworten	92	Oachkatzl sagte am 27.4.2013 um 01:55 :
@Anonymous Ich glaube, Sie haben eine Tatsache noch immer nicht verstanden:
Wenn ich meine Festplatte verschlüssel, dann wird diese initialisiert, sodass sie auch im entschlüsselten Zustand in den noch nicht beschriebenen Sektoren nur Rauschen enthält. Dass sich in diesen vom Dateisystem nicht verwendeten blöcken kein versteckter Container befindet lässt sich nicht beweisen.
Soweit mein Wissensstand. Sie behaupten in Post 89, sie wüssten wie man aus diesem Rauschen eine Struktur erkennnen kann (vorhandensein von verschlüsselten Nutzaten). Bitte erklären Sie mir wie. Universitätsstudium mit Schwerpunkt auf IT-Sicherheit und Kryptografie ist vorhanden, Sie dürfen also gerne in’s Detail gehen.
Antworten	93	Anonymous sagte am 27.4.2013 um 02:04 :
Wintermute: Wann ist eine Datei spezifisch “binär”? Alle Dateien auf einem modernen Rechner sind binär (bestehen aus 0 und 1). Ich sehe keine Notwendigkeit, hier zu diskutieren, wie man so etwas konkret unterscheidet. Gehe einfach davon aus, dass die Unterscheidung zwischen einerseits “Hier liegen verschlüsselte Daten auf der Platte” und andererseits “Hier sind gewisse Daten, die nicht auf Verschlüsselung zurückzuführen sind” in der Praxis sehr gut möglich ist. Es wird sicherlich theoretische Fälle geben, wo der Gutachter aufgibt und feststellt, dass man es nicht sagen kann, aber darum geht es ja nicht. Es geht darum, dass der Staat nicht kapitulieren darf, sobald Verschlüsselung im Spiel ist. Wer glaubt, den Staat mit ein paar mathematischen Theoremen austricksen oder überflüssig machen zu können, ist auf dem Holzweg.
Antworten	94	turtle of doom sagte am 27.4.2013 um 02:16 :
@Anonymous: “Es geht darum, dass der Staat nicht kapitulieren darf, sobald Verschlüsselung im Spiel ist.”
Au au au auaaa. Nicht kapitulieren?
Das wird dann so ablaufen: “Wir vermuten auf ihrer Festplatte nach wie vor Pläne für terroristische Anschläge. Wir bedanken uns für das Passwort, aber es scheint nicht das richtige zu sein. Geben Sie uns das Passwort, und wir lassen Sie frei.”
Wie soll der Angeschuldigte beweisen, dass sich keine Terrorpläne auf der Festplatte befinden?
Antworten	95	Anonymous sagte am 27.4.2013 um 02:17 :
@Oachkatzl: “Bitte erklären Sie mir wie. Universitätsstudium mit Schwerpunkt auf IT-Sicherheit und Kryptografie ist vorhanden, Sie dürfen also gerne in’s Detail gehen” Es erstaunt dann, dass Sie trotz meiner Hinweise mit dem Zaunpfahl das nicht selbst erkennen. Ihre leider sehr akademische Argumentation lässt jedenfalls vermuten, dass Sie in die vollkommen falsche Richtung denken. Manches was akademisch gesehen ummöglich oder sehr schwer ist, geht aufgrund den Umständen der Praxis eben doch. Und nein, ich habe kein Bedürftnis, hier Methoden offenzulegen, nicht zuletzt weil dies ein juristisches Blog ist und kein technisches. Wie so etwas funktioniert, spielt doch nun wirklich keine Rolle für die juristischen Fragen.
Antworten	96	Oachkatzl sagte am 27.4.2013 um 02:28 :
@Anonymous: *schnauf*
Ich denke in die falsche Richtung? Das soll hier juristisch und nicht technisch sein? Nagut, also nocheinmal:
(1) Ich habe eine verschlüsselte Platte
(2) Ich habe keinerlei versteckte verschlüsselte Daten
(3) Ich gerate unter Anfangsverdacht, verbrechen XYZ begangen zu haben
(4) Die Ermittler wollen meine versteckten Daten
(5) Ich gebe ihnen mein Passwort (sind ja nur Firmendaten drauf)
(6) Ermittler sagen: “Nein, das andere, das, für die versteckten Daten”
(7) Ich: “Hab’ ich nicht”
(8) Beugehaft
Dieses Vorgehen wäre nur in Ordnung, wenn ich als beschuldigter die Möglichkeit habe, mich frei zu beweisen. (Ob diese Beweislastumkehr nun wünschenswert ist oder nicht ist eine andere Frage)
Also: Wie kann sich eine Person hier freibeweisen?
Antworten	97	Wintermute sagte am 27.4.2013 um 02:30 :
Du tust so, als wärst du vom Fach. Binär zum Unterschied von ascii, natürlich.
>Gehe einfach davon aus, dass die Unterscheidung zwischen einerseits “Hier liegen verschlüsselte Daten auf der Platte” und andererseits “Hier sind gewisse Daten, die nicht auf Verschlüsselung zurückzuführen sind” in der Praxis sehr gut möglich ist.
Manche kryptographiealgorithmen hinterlassen typische Spuren. Andere nicht. Diese Verallgemeinerung ist Unfug.
>Es geht darum, dass der Staat nicht kapitulieren darf, sobald Verschlüsselung im Spiel ist. Wer glaubt, den Staat mit ein paar mathematischen Theoremen austricksen oder überflüssig machen zu können, ist auf dem Holzweg.
Okay, vergiss es. Mit dieser Einstellung läßt sich nicht diskutieren. Wenn getrollt, dann well done. Wenn nicht, dann tust du mir leid.
Antworten	98	Anonymous sagte am 27.4.2013 um 02:46 :
@Oachkatzl: Ein solches Vorgehen habe ich niemals befürwortet. Die reine *Behauptung*, dass da irgendwo Verschlüsselung vorliegt, darf natürlich *nicht* Anlass für eine Beweislastumkehr sein, da sind wir uns denke ich einig.
@Wintermute: Ich habe jetzt wirklich zur genüge gesagt, dass ich nicht hier bin um über technische Details zu diskutieren, zumal die Mutmaßungen vollkommen in die falsche Richtung gehen. Zum Verhältnis Staat und Kryptographie habe ich nur meine Meinung gesagt, und ich halte nun mal nicht viel von Kryptographiegläubigkeit (nach der Art, da ist nun irgendwo starke Kryptographie drin, damit können wir das Denken einstellen), Kryptoanarchismus und ähnlichen Ansichten. Jemanden als Troll zu bezeichnen, alternativ als jemanden, der einem leid tun muss, nur weil er sich solchen Denkmoden nicht anschließt, ist nun wirklich etwas arm.
Antworten	99	Wintermute sagte am 27.4.2013 um 02:48 :
@Oachkatzl: @Anonymous: Mach dir nicht die Mühe. Wir haben es hier mit unfundierten und unbewiesenen Aussagen (“Geh einfach davon aus, daß….”), absichtlichen Haarspalten (“alle Daten sind binär”) und haarsträubenden Ideen gegenüber dem Prinzip des Rechtsystems zu tun.
Fachlich kommt nichts außer vagen Andeutungen im Sinne von “Ich weiß es besser als ihr alle”, kontextmäßig nur Herumgeschäume.
Antworten	100	Wintermute sagte am 27.4.2013 um 03:01 :
@Anonymous: >Ich habe jetzt wirklich zur genüge gesagt, dass ich nicht hier bin um über technische Details zu diskutieren, zumal die Mutmaßungen vollkommen in die falsche Richtung gehen.
Schon recht. Behauptungen aufstellen, aber dann Retourgang einlegen, wenn auf der anderen Seite der Diskussion jemand vom Fach auftaucht, und beim Rückwärtsgehen noch schnell den anderen als Deppen hinstellen. > und ich halte nun mal nicht viel von Kryptographiegläubigkeit (nach der Art, da ist nun irgendwo starke Kryptographie drin, damit können wir das Denken einstellen)
Wer zum Henker hat das hier gesagt? Deine Aussage war es, daß der Staat Kryptographie im Privatgebrauch nicht tolerieren darf – “Beweislastumkehr” und ähnliches Herumgebeiße, alles im Namen der Kinder. “Denkmoden” *kopfschüttel*
Antworten	101	p90 sagte am 27.4.2013 um 03:01 :
1. Die meisten Pädophilen wissen selber das es Falsch ist sich von Kindern angezogen zu fühlen.
Deswegen gibt es doch immer wieder Versuche z.B. Hotline für Anonyme Pädophile einzurichten was aber jedes mal
durch die “Gebt uns die Namen von denen damit wir ihnen die Schwänze abhacken können”-Brigaden kaputt gemacht wird.
Viele Pädophile suchen Hilfe und viele finden leider keine. Und ich rede hier von den Menschen unter uns die wirklich Pädophil sind, nicht die Menschen die eine primäre Ausrichtung auf Erwachsene haben und trotzdem Kinder missbrauchen.
2. Welche Situationen meinen sie den?
Dann wenn der Beschuldigte behauptet, dass es sich um eine verschlüsselte Partition handelt? Sonst haben sie genau das Problem das sie niemals wissen ob er etwas verschlüsselt hat oder nicht.
Und wenn es keine Repressalie geben soll, welches neue Mittel wollen sie dem Staat den an die Hand geben? Entweder ich darf es gegen ihn verwenden, darf ihn zwingen mir das (nicht) vorhandene Passwort zu verraten (Wie? Geldstrafe, Knast? In UK gehen sie heute schon für bis zu 6 Monate in Beugehaft wenn sie ein Passwort nicht raus rücken selbst wenn sie es gar nicht können) oder eben nicht.
Wenn sie jetzt sagen: Option Nummer 3 sind wir doch genau da wo wir heute sind. Option 1 und 2 bedeutet sie setzen jemanden einer Haft- oder Geldstrafe aus der unter Umständen seine Unschuld per Definition nicht Beweisen kann. Und wenn sie mir jetzt mit dem “gesunden” Menschenverstand deutscher Richter kommen übergebe ich mich in den nächsten Eimer. 3. Gehen sie nur von Magnetdatenträgern aus. Haben sie eine SSD haben sie immer Datenmüll weil die SSD Intern Daten herum schiebt, Daten vlt. löscht wenn sie sagen “löschen” oder auch nicht etc. Und selbst bei Magnetdatenträgern haben sie, sobald die Platte einmal voll war immer Datenmüll. Und ob ihr Forensiker dann erkennt, dass das mal eine Team Fortrest 2 Installation war über die die dann noch 4MB von irgendwas andere Verteilt haben und keine Zufallszahlen wage ich hier einfach mal zu bezweifeln.
4. Sie reden immer davon das “jemand durchkommt der Schuldig ist”. Wie wäre es den damit anzufangen jemanden als Unschuldig zu betrachten? Oder zumindest demjenigen die Möglichkeit zu geben sich zu entlasten? Ach ja, der kann ja das Passwort raus rücken. Für die Zufallszahlen. Oder den Datenmüll der eben keine versteckte Partition ist. Und sie können das eben nicht unterscheiden. Und er kann ihnen auch nicht Beweisen das er kein Passwort hat bzw. es nicht kennt. Full stop. Sie können niemals Beweisen, dass das was da auf der Platte liegt eine versteckte Partition ist oder nicht. Genua dafür wurde das System ja gebaut. Damit an Angreifer niemals weiß ob da noch was ist. Also entweder nehmen sie in Kauf das Unschuldige auf den bloßen Anfangsverdacht hin in den Knast kommen (und nein, sollte das jemals im Gesetz landen wird es bestimmt nicht nur bei “Geldstrafen” angewandt werden besonders da hier ja immer wieder das Thema Kinderpornografie aufkommt.)
5. Welche Anzeichen unterscheiden verschlüsselte Partitionen von Datenmüll? Klären sie mich auf, ich kenne keine. Die Kryptographen und Mathematiker mit denen ich gesprochen habe auch nicht. Und wo wir gerade dabei sind. Mathematik ist keine Realität? Jo stimmt, Mathematik bildet nicht die Realität ab. Mathematik bildet alles ab, auch das was in der Realität nicht abgebildet wird.
6. Nehmen wir mal an ralf124c41+ schickt ihnen so ein paar Mails und schreibt dazu: “Hier die Bild die sie haben wollten”. Nun erklären sie dem Staatsanwalt:
“Ich wollte das ja gar nicht haben, der hat mir das einfach so geschickt”. Dann sagt der Staatsanwalt: “Die 2000 Emails hat ihnen jemand einfach so geschickt ohne das sie das wollten? Warum sollte der das tun?”
Viel Spaß beim erklären. Und bevor sie sagen: “Das tut ja niemand”. Ist schon passiert. Glauben sie nicht?
Lesen sie hier weiter: faz.net/aktuell/wirtschaf...igem-manager-1608401.html
Wenn sie die FAZ nicht mögen, der Spiegel hatte da auch einen Artikel zu.
Antworten	102	Anonymous sagte am 27.4.2013 um 03:05 :
@Wintermute: Sie müssen mich nicht ernst nehmen, aber bitte wundern Sie sich nicht, wenn Sie die “haarsträubenden Ideen” früher oder später im praktischen Einsatz sehen (so wie in diesem Fall ja bereits andeutungsweise). Was Ihnen heute noch als “Herumgeschäume” erscheint, kann der gesunde Menschenverstand von morgen sein. Vielleicht sind Ihre Aussagen ja fundierter und *Sie* wissen es alles besser (etwas das ich für mich, anders als Sie es darstellen, nicht in Anspruch genommen habe). Ich möchte das nicht ausschließen, nur ist es meiner Erfahrung nach keine gute Strategie, wenn man abweichende Ansichten in die Idiotenecke stellt, nur weil sie nicht dem üblichen oder den eigenen entsprechen.
Antworten	103	Anonymous sagte am 27.4.2013 um 03:14 :
@Wintermute: “den anderen als Deppen hinstellen” Habe ich nicht getan. “Deine Aussage war es, daß der Staat Kryptographie im Privatgebrauch nicht tolerieren darf” Nein, im Gegenteil, von solchen Strohmannbehauptungen habe ich mich mehrfach distanziert. “Denkmoden” *kopfschüttel*” Da das Niveau der leeren Totalschlagfloskeln nun erreicht ist, sehe ich keinen weiteren Sinn, diese Diskussion fortzusetzen.
@p90: Sie wiederholen bereits gesagtes, zu dem ich mich auch bereits geäußert habe, ausgenommen ihr erster Punkt, dessen Zusammenhang mit dem Thema ich jedoch nicht erkennen konnte.
Antworten	104	Weaver sagte am 27.4.2013 um 05:07 :
Auch dieser Informatiker hier hätte ganz gerne eine Erklärung von Anonymous, wie man Datenmüll denn so verläßlich von gecrypteten Daten unterscheidet.
Also. Bekommen Oachkatzl, Wintermute, p90 und ich noch eine Erklärung, oder bleiben wir beim herablassenden “das ist zu technisch für dieses Forum”?
Antworten	105	Werner sagte am 27.4.2013 um 07:51 :
Anonymous hat sich in verschiedenen Postings hier als Kenner von Verschlüsselung und Kryprographie dargestellt. Nach einigen Recherchen meine ich, dass sich hinter Anonymous deshalb niemand anders als der Kryptochef verbirgt, meint ihr nicht auch ;-) .
Man kann nur mit einer Vollbitverschlüsselung höchstmögliche Sicherheit erreichen.
Antworten	106	wonko sagte am 27.4.2013 um 09:48 :
Das müssen wir hier nicht diskutieren.
Nein, offensichtlich nicht. Sie stellen – mit Verlaub, unsinnige – Behauptungen auf, die hier von mehreren Seiten bezweifelt werden und weigern sich beharrlich, auch nur den geringsten Beleg für deren Richtigkeit beizubringen.
Sie wollen, können nicht diskutieren, also EOD.
Antworten	107	ralf124c41+ sagte am 27.4.2013 um 10:26 :
Fazit: anonymous hat gut getrollt, die Diskussion war interessant. und ist für ein Forum sachlich geblieben. Ich denke, man kann unstreitg feststellen:
es kann keine Beweislastumkehrung geben, weil es prinzipiell einem Beschuldigten nicht möglich ist, zu beweisen, dass er keine versteckten Daten mehr hat, von seltenen Spezialfällen vielleicht abgesehen.
Umgekehrt kann nicht bewiesen/begutachtet werden, dass es eben keine (weiteren) versteckten verschlüsselten Daten gibt, es sei denn, der ganze Datenträger ist in jungfräulichem Zustand.
Ein Truecrypt-Container hat eine minimale Größe von 292kB, da kann man schon eine Menge brisantes Zeug drin unterbringen.
Dabei angesichts der email-Thematik eine Frage:
@alle Jura-Experten: befindet sich eine email schon in meinem “Besitz” und ist “verschafft worden”, wenn sie
a) erst auf dem Server des Providers (auf den ich ja vollen Zugriff habe) eingegangen ist, aber noch nicht heruntergeladen wurde?
b) wie a) aber mit dem Betreff (wie p90 meinte)”"Hier die Bild die sie haben wollten”?
c) auf einem cloud-storage wie SkyDrive, DropBox, einem cloud-Bilderdienst, liegt und mit einem öffentlichem Link dort Daten von Dritten gespeichtert werden können (keine email jetzt)?
Antworten	108	ralf124c41+ sagte am 27.4.2013 um 10:33 :
vergaß zu c):
cloud-Storage wird in der Regel ja wie eine eigene Festplatte eingebunden, und im Fall von etwa Skydrive automatisch lokal gespiegelt (heißt, alle neuen Daten werden dann automatisch auf die eigene Festplatte herunter/hochgeladen, damit beide Stände identisch sind)?
Antworten	109	Scharnold Warzenegge sagte am 27.4.2013 um 10:40 :
@Franz: Schauen Sie sich die Grafik selbst noch einmal an und denken darüber nach. Wenn Sie eine “outer” Volume öffnen, denn sehen Sie nur Daten und freien Platz. Es ist nicht erkennbar, ob sich im freien Platz noch etwas verbirgt. Dieser lässt sich auch ganz normal benutzen (wobei versteckte Dateien zerstört werden). Allenfalls kann man, wenn das Volume voll mit Daten ist, ausschließen, das noch ein versteckter Bereich existiert.
Antworten	110	Bullenpups sagte am 27.4.2013 um 11:07 :
♠ Und wer ist dann p90 ?
Antworten	111	Moon sagte am 27.4.2013 um 11:09 :
@Anonymous: Gehe einfach davon aus, dass die Unterscheidung zwischen einerseits “Hier liegen verschlüsselte Daten auf der Platte” und andererseits “Hier sind gewisse Daten, die nicht auf Verschlüsselung zurückzuführen sind” in der Praxis sehr gut möglich ist.
Und ganz plötzlich ist aus dem Autoritätsargument eine vage Vermutung geworden. Überzeugend!
Ich verschlüssle übrigens meine Platten grundsätzlich komplett. Den Laptop für den Fall, dass er gestohlen/liegen gelassen wird. Den Desktop für den Garantiefall: sollte die Platte innerhalb der Frist Probleme machen, kann ich sie einschicken und Ersatz bekommen, ohne dass ich Angst haben muss, dass ein Praktikant mit irgendwelchen Recovery-Tools drauf losgelassen wird und meine privaten, legalen (!) Fotos demnächst irgendwo auftauchen.
Antworten	112	turtle of doom sagte am 27.4.2013 um 11:23 :
@Weaver: Ich kann mir das nur so erklären dass Truecrypt-Container immer eine voraussagbare Grösse besitzen – 1 MB, 2 MB, 3 MB, aber nie 1992 KB.
Antworten	113	turtle of doom sagte am 27.4.2013 um 11:33 :
@turtle of doom: Und allenfalls auch so: Man kann von einer Person eine Festplatte bit für bit kopieren. Man hat eine Version vom Dezember 2012, eine vom Januar 2012 und eine von diesem Monat.
Und *angenommen*, der Truecrypt-Container enthält Daten, die über den ganzen Zeitraum nicht verändert wurden, so wird die Arbeit des Forensikers wenigstens vereinfacht. Im Extremfall wird die Festplatte mehrfach neu beschrieben, aber nur die 1 GB des Truecrypt-Containers bleiben gleich.
So oder so stelle ich mir aber die Arbeit des Computerforensikers extrem schwierig vor. ;)
Antworten	114	Anonymous sagte am 27.4.2013 um 11:55 :
@Weaver, Werner, wonko, ralf124c41+: Finden Sie es nicht auch ironisch, wie vehement oben jede Beweislastumkehr kritisiert wurde, Sie mir aber nun hier alle möglichen falschen moralischen und sonstigen Anschuldigungen an den Kopf werfen, nur weil ich kein Bedürftnis habe, groß und breit in einem juristischen Blog daüber aufzuklären, dass und warum genau starke Kryptographie kein Wundermittel ist, das man in der Praxis wie eine Schluckimpfung anwendet und dann plötzlich Immunität vor den Strafgesetzen garantiert bekommt? Zeigen Sie doch einfach mal, dass Sie es mit Ihrer Ansicht ernst meinen, und akzeptieren Sie es, wenn jemand sich zu einer Sache nicht äußern möchte. Wenn Sie die Expertise haben, was ich gerne voraussetze, dann werden Sie es selbst rausfinden aus dem, was ich bereits gesagt habe.
@ralf124c41+: Sie haben sich die Kinderpornographie ganz offensichtlich in keinem der drei Fälle verschafft. Selbstverständlich begehen SIE materiell keine Straftat, wenn Sie Kinderpornographie lediglich deshalb besitzen, weil sie Ihnen jemand anderes böswillig untergejubelt hat und Sie gar nichts davon wissen. Die Frage ist nur, glauben Ihnen die Strafverfolger das so einfach. Denn es könnte schließlich sein, dass der Beschuldigte es nur so aussehen lässt, als ob… Ihr Fall ist zudem reichtlich theoretisch, wie oft kommt so etwas vor? Es wurde ein Fall genannt (auf die FAZ verlinkt), wo Sie sehen können, dass am Ende die Wahrheit ans Licht gekommen ist.
Antworten	115	turtle of doom sagte am 27.4.2013 um 12:08 :
@Anonymous: “Finden Sie es nicht auch ironisch, wie vehement oben jede Beweislastumkehr kritisiert wurde, Sie mir aber nun hier alle…”
Das ist ja so hanebüchen, was du da sagst. Die Beweislast liegt am selben Ort, egal ob Wissenschaft oder Strafjustiz: Wer etwas behauptet, muss einen Beweis dafür erbringen. Das ist so weil ist so weil war schon immer so.
Indem du behauptest, man könne verschlüsselte Daten nachweisen, widersprichst du der herrschenden Meinung. Also musst du ran mit einem Beleg.
Wenn jemand anderes, die Sonne kreise um die Erde, so wäre das Zeit- und Lebensverschwendung in der reinsten Form, wenn ich beweisen muss, dass er falsch liegt.

References: § 153
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in dubio
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