Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=26.01.2010&Aktenzeichen=2%20C%207.08
Timestamp: 2019-12-12 13:04:22+00:00

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BVerwG, 26.01.2010 - 2 C 7.08 - dejure.org
https://dejure.org/2010,1524
BVerwG, 26.01.2010 - 2 C 7.08 (https://dejure.org/2010,1524)
BVerwG, Entscheidung vom 26.01.2010 - 2 C 7.08 (https://dejure.org/2010,1524)
BVerwG, Entscheidung vom 26. Januar 2010 - 2 C 7.08 (https://dejure.org/2010,1524)
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BBesG § 12; LBG Bbg § 55
Gerichtsvollzieher; Bürokostenentschädigung; Vollstreckungsgebühr; sonstige Leistung; Rückforderung; Einbehaltung; Überzahlung; Leistung; Ablieferungspflicht; Gebühr; Billigkeitsentscheidung.
§ 55 BG BB, § 12 BBesG, § 49 Abs 3 BBesG
BBesG § 12; LBG § 55 Bbg
NVwZ-RR 2010, 444
Dieser Rechtsprechung hat sich die verbreitete obergerichtliche Rechtsprechung und auch der Senat angeschlossen (vgl. Urteil des Senats vom 8. November 2007 - OVG 4 B 18.06 -, s. dazu BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2010, a.a.O., Beschluss des Senats vom 28. März 2007 - OVG 4 S 14.06 -, ferner OVG Koblenz, Urteil vom 27. August 2007 - 2 A 10364.07 -, OVG Magdeburg, Beschluss vom 29. September 2008 - 1 L 128.07 -, OVG Weimar, Urteil vom 24. Oktober 2006 - 2 N 249.04 -, s. dazu BVerwG…, Beschluss vom 6. September 2007, a.a.O., OVG Greifswald, Urteil vom 23. Mai 2006 - 4 K 6.04 -, VGH München, Beschluss vom 16. Oktober 2006 - 3 N 03.1683 - u.a., OVG Münster, Urteil vom 26. März 2010 - 1 A 945.08 - und Urteil vom 27. Januar 2006 - 1 A 4120.04 -, s. dazu BVerwG…, Beschluss vom 4. Dezember 2006, a.a.O., OVG Bautzen…, Urteil vom 5. Mai 2009, a.a.O. und Urteil vom 9. Dezember 2005 - 2 D 7.04 -, OVG Lüneburg, Urteil vom 7. Juli 2005 - 5 KN 239.03 - jeweils zitiert nach juris).
Vertrauensschutzgesichtspunkte stehen der rückwirkenden Festsetzung deshalb nicht entgegen (vgl. zu entsprechenden Regelungen anderer Bundesländer BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2010, a.a.O., Rn. 21…, Beschluss vom 4. Dezember 2006, a.a.O., Rn. 8 ff., OVG Koblenz…, Urteil vom 27. August 2007, a.a.O., Rn. 42 ff., OVG Magdeburg…, Urteil vom 24. Januar 2007, a.a.O., Rn. 64 ff., OVG Weimar…, Urteil vom 24. Oktober 2006, a.a.O., Rn. 72 ff., OVG Münster…, Urteil vom 27. Januar 2006, a.a.O., Rn. 41 f., OVG Greifswald…, Urteil vom 23. Mai 2006, a.a.O., Rn. 57 ff., OVG Lüneburg…, Urteil vom 7. Juli 2005, a.a.O., Rn. 43).
Rechtsgrundlage der Ablieferungsverpflichtung ist entgegen der Auffassung des Klägers nicht § 12 Abs. 2 BBesG, sondern das allgemeine beamtenrechtliche Dienst- und Treueverhältnis, in dem der Kläger als Obergerichtsvollzieher steht (vgl. BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2010, a.a.O., Rn. 15).
Damit scheidet der vom Kläger geltend gemachte Verstoß gegen § 12 BBesG bereits deshalb aus, weil es sich bei den einbehaltenen Gebühren nicht um eine Leistung des Dienstherrn handelt, sondern um Zahlungen, die der Gerichtsvollzieher von den Kostenschuldnern für seinen Dienstherrn entgegennimmt und pflichtgemäß an ihn abzuliefern hat (vgl. BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2010, a.a.O., Rn. 12).
Wegen der strikten Gesetzesbindung im Besoldungs- und Versorgungsrecht (§ 2 Abs. 1 BBesG, § 3 Abs. 1 BeamtVG) kann § 12 Abs. 1 BBesG nicht auch auf Leistungen angewendet werden, die nicht zu den Bezügen zählen, sondern - wie die Bürokostenentschädigung der Gerichtsvollzieher - eine Aufwandsentschädigung darstellen (BVerwG, Urteil vom 19. August 2004 - 2 C 41.03 - NVwZ-RR 2005, 2014, und Urteil vom 26. Januar 2010 - 2 C 7.08 - ZBR 2011, 32).
Die sich nach Abrechnung ergebenden überschießenden Beträge sind nach dem Abrechnungssystem für Gerichtsvollzieher jedoch auch weiterhin Teil der vereinnahmten Gebühren und als solche abzuliefern (BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2010 - 2 C 7.08 - a. a. O.).
Ergibt sich nach Abrechnung, dass der Gerichtsvollzieher mehr an Gebühren einbehalten hat als ihm nach endgültiger Abrechnung an Vollstreckungsvergütung bzw. Bürokostenentschädigung zustehen, so hat er den überschießenden Betrag abzuführen (BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2010 - 2 C 7.08 - a. a. O.).
Für die Ermittlung der jeweils festzusetzenden Werte muss sich der Normgeber auf eine hinreichend breite empirische Basis stützen (BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2010 - 2 C 7.08 - a. a. O., m. w. N.).
vgl. auch BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2010 - 2 C 7/08 -, juris Rn. 19 m.w.N. zur diesbzgl.
vgl. BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2010 - 2 C 7/08 -, juris Rn. 9.
Dies hat das Bundesverwaltungsgericht nunmehr in ständiger Rechtsprechung entschieden (zuletzt: Urteil v. 26.01.2010, 2 C 7.08 und 2 C 8.08; juris).
Das Bundesverwaltungsgericht führt in dem Urteil v. 26.01.2010 (2 C 7.08; juris) weiter aus, dass nicht zuvor nach § 12 Abs. 2 Satz 3 BBesG geprüft werden muss, ob aus Billigkeitsgründen von einer Forderung abzusehen ist.
Mit Beschlüssen vom 26.01.2010 (2 C 7.08 und 2 C 8.08; juris) hat das Bundesverwaltungsgericht auch die vom OVG Berlin-Brandenburg in den Urteilen vom 08.11.2007 (4 B 18.06 und 4 B 19/06; juris) zugelassenen Revisionen als unbegründet zurückgewiesen.
Der erkennende Senat hat auch bereits klargestellt, dass ein Verstoß gegen das Rückwirkungsverbot nicht vorliegt, wenn ein Gerichtsvollzieher mit einer rückwirkenden Änderung der vorläufigen Festsetzung rechnen musste, etwa weil die tatsächlichen Grundlagen für die endgültige Bewertung der Entschädigung erst nach Abschluss des Jahres ermittelt werden können (Urteil vom 26. Januar 2010 - BVerwG 2 C 7.08 - Buchholz 237.21 § 55 BrbgLBG Nr. 1 Rn. 21).
Parallelentscheidung zu dem Urteil, BVerwG, 2010-01-26, 2 C 7/08, das vollständig dokumentiert ist.
OVG Nordrhein-Westfalen, 29.10.2010 - 1 A 3272/08
Anspruch des Dienstherrn gegen einen Gerichtsvollzieher auf Ablieferung …
- zu diesem Ansatz vgl. BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2010 - 2 C 7.08 -, NVwZ-RR 2010, 444 = juris Rn. 9, 13, 15 sowie vorgehend OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 8. November 2007 - 4 B 18/06 -, juris Rn. 64; dem folgend: OVG NRW, Urteil vom 26. März 2010 - 1 A 945/08 -, juris, Rn. 30, 108 f. ; Schinkel/Seifert, in: Fürst, GKÖD, Band III = Schinkel/Seifert, Besoldungsrecht des Bundes und der Länder, Stand: September 2010, BBesG § 49 Rn 58 -, macht dieser (sinngemäß) geltend: Er habe nicht erst in der mündlichen Verhandlung, sondern während des gesamten Verfahrens und damit glaubhaft dargelegt, das Anschreiben vom 17. Dezember 2003 sowie die Jahresnachweisung 2001 nicht erhalten zu haben.
vgl. BVerwG, Urteil vom 26. Januar 2010 - 2 C 7.08 -, a.a.O., juris Rn. 10, m.w.N.; OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 8. November 2007 - 4 B 18/06 -, juris Rn. 60 ff.; Schinkel/Seifert, a.a.O., § 49 Rn. 58.
Für die Ermittlung der jeweils festzusetzenden Werte muss sich der Normgeber auf eine hinreichend breite empirische Basis stützen (Urteile vom 4. Juli 2002 - BVerwG 2 C 13.01 - Buchholz 240 § 49 BBesG Nr. 2 S. 4, vom 19. August 2004 - BVerwG 2 C 41.03 - NVwZ-RR 2005, 214 und vom 26. Januar 2010 - BVerwG 2 C 7.08 - Buchholz 237.21 § 55 BrbgLBG Nr. 1; Beschlüsse vom 10. April 1996 - BVerwG 2 B 48.96 -, vom 18. April 2006 - BVerwG 2 BN 1.05 - juris…, vom 23. August 2007 - BVerwG 2 BN 2.07 - juris Rn. 2 …und vom 28. August 2007 - BVerwG 2 BN 3.07 - juris Rn. 2).
Die Gerichtsvollzieherkosten werden jedoch nicht für den als Organ der Zwangsvollstreckung tätigen Gerichtsvollzieher, sondern ausschließlich für die Staats - bzw. Landeskasse, die durch den Bezirksrevisor vertreten wird, erhoben (vgl. BGH, Urteil v. 9.11.2000 - III ZR 314/99, NJW 2001, 434 ff.; BVerwG, Urteil v. 29.4.1982 - 2 C 33/80, NJW 1983, 896 ff; Urteil v. 26.1.2010 - 2 C 7/08, NVwZ-RR 2010, 444 ff.).
OVG Niedersachsen, 05.05.2010 - 5 LA 436/08
Zur allgemeinen Stellenzulage für einen Amtsanwalt der Besoldungsgruppe A 12 …

References: § 12
 § 55

§ 55
 § 12
 § 49
 § 12
 § 55
 § 12
 § 12
 § 3
 § 12
 § 12
 § 55
 § 49
 § 49
 § 49
 § 55