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Timestamp: 2019-04-20 06:57:55+00:00

Document:
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Dümpel an der Landwehr" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Dümpel an der Landwehr"
(NSG LÜ 174)
Amtsblatt der Bezirksregierung Lüneburg Nr. 12 vom 15.06.1989, Seite 147
V e r o r d n u n g der Bezirksregierung Lüneburg über das Naturschutzgebiet "Dümpel an der Landwehr" in der Gemarkung Ochtmissen, Stadt Lüneburg, Landkreis Lüneburg vom 25. April 1989
Aufgrund des § 24 und des § 29 Abs.1 in Verbindung mit § 54 Abs. 2 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) vom 20.03.1981 (Nds. GVBl. S. 31), zuletzt geändert durch das 5. Gesetz zur Änderung der Niedersächsischen Bauordnung vom 11.04.1986 (Nds. GVBl. Nr. 14 vom 15.04.1986, S. 103) wird verordnet:
Das in § 2 näher bezeichnete Gebiet in der Gemarkung Ochtmissen, Stadt Lüneburg, Landkreis Lüneburg wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Dümpel an der Landwehr".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rd. 20 ha.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ergibt sich aus der auf der Seite 148 mitveröffentlichten Karte. Sie verläuft auf der dem Gebiet abgewandten Seite der schwarzen Punktreihe. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.
- der auf feuchte bis nasse, zum Teil moorige Standorte angewiesenen Hochstaudenfluren, Rieder, Röhrichte, Gebüsch- und Laubwaldgesellschaften,
- temporär überstauter Grünlandflächen,
- der unbefestigten Graswege mit begleitenden Baum- und Strauchhecken,
- der auf vorgenannte Lebensräume angewiesene Tier- und Pflanzenarten
b) die Erhaltung des Gebietes mit seiner auf engem Raum anzutreffenden Vielfalt an natürlichen und naturnahen Erscheinungsformen als gliederndes und belebendes Landschaftselement und als Objekt für Forschung und Heimatkunde.
a) zu lagern, zu zelten oder Wohnwagen oder andere für die Unterkunft geeignete Fahrzeuge oder Einrichtungen aufzustellen,
b) Hunde unangeleint laufen zu lassen,
c) die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören (insbesondere durch Tonwiedergabegeräte, Modellflugzeuge u.ä.),
e) wildlebenden nicht jagdbaren Tieren nachzustellen, sie zu stören, zu füttern, zu fangen oder zu töten.
Die Anlage von Wildäckern, die Errichtung von Jagdhütten, mit dem Boden fest verbundenen Hochsitzen und anderen baulichen Anlagen fallen jedoch unter das Veränderungsverbot des § 24 Abs. 2 NNatG.
- die ordnungsgemäße Bewirtschaftung der in der mitveröffentlichten Karte mit Punktraster dargestellten Grünlandflächen ohne Umbruch, ohne zusätzliche Entwässerungsmaßnahmen, ohne Veränderung des Bodenreliefs (Mulden, Senken, Erhöhungen, Geländerücken), ohne Verwendung von Pflanzenschutzmitteln bei einer ersten Mahd ab dem 15. Juni,
- die ordnungsgemäße Bewirtschaftung der in der mitveröffentlichten Karte dargestellten Ackerfläche als Acker oder Grünland,
- die einzelstamm- bis horstweise Holzentnahme in der Zeit vom 1. Oktober bis 28. Februar unter Förderung des Strauch- und Krautbewuchses, insbesondere entlang der Wirtschaftswege,
- die ordnungsgemäße Unterhaltung der Gräben, Durchlässe und Sammlerrohre, soweit sie für die Entwässerung von landwirtschaftlichen Nutzflächen erforderlich sind, in der Zeit vom 1. Oktober bis 28. Februar, ohne Beseitigung des randlichen Gehölzbe-wuchses,
- die Errichtung von Hochsitzen und Ansitzleitern, soweit sie sich nach Material und Bauweise der Landschaft anpassen,
- die ordnungsgemäße Unterhaltung von Wirtschaftswegen mit heimischem Sand, Kies oder Lesesteinen,
- das Betreten und Befahren des Gebietes, soweit dies zur rechtmäßigen Nutzung und Bewirtschaftung erforderlich ist, sowie das Betreten von Grundstücken durch die Eigentümer, Bewirtschafter und deren Beauftragte,
- das Betreten des Gebietes
a) durch die Naturschutzbehörden und deren Beauftragte
- Untersuchungen bzw. Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die im Einvernehmen mit der Bezirksregierung Lüneburg durch geführt werden.
- die Anlage von Wasserflächen für Naturschutzzwecke in den nicht mehr zur Bewirtschaftung freigestellten Bereichen
- die Mahd auf den Brachflächen.
Die Maßnahmen werden durch den Landkreis Lüneburg nach vorheriger Absprache mit den Eigentümern und Bewirtschaftern durchgeführt. Die zugelassene Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen darf nicht durch Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen beeinträchtigt werden.
Sofern die Handlung nicht nach § 329 Abs. 3 des Strafgesetzbuches (StGB) als Straftat gegen die Umwelt bestraft wird, kann sie mit einer Geldbuße nach § 65 NNatG geahndet werden, die im Falle des § 64 Nr. 1 NNatG bis zu 10.000 DM, im Falle des § 64 Nr. 4 bis zu 50.000 DM betragen kann.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung über die einstweilige Sicherstellung des geplanten Naturschutzgebietes "Dümpel an der Landwehr" vom 10.10.1985 (Amtsblatt für den Regierungsbezirk Lüneburg Nr. 21 vom 01.11.1985) außer Kraft.
Lüneburg, den 25. April 1989
Naturschutzgebiet "Dümpel an der Landwehr"

References: § 24
 § 29
 § 54
 § 2
 § 24
 § 329
 § 65
 § 64
 § 64