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Timestamp: 2017-12-18 07:08:48+00:00

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Bausparen in Zeiten einer kontinuierlichen Niedrigzinspolitik der EZB | Masterarbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit veröffentlichen
Eine kritische Diskussion über die Zukunftsfähigkeit von Bausparen
2. Prinzip des Bausparens
3. Phasen des Bausparens
3.1. Sparphase
3.1.1. Wohnungsbauprämie
3.1.2. Vermögenswirksame Leistungen
3.1.3. Wohn-Riester
3.2. Tarife des Bausparens
4. Zuteilungsphase des Bausparvertrages
5. Darlehens- und Tilgungsphase
6. Umkehr des Grundprinzips durch die Niedrigzinsphase
7. Wohnimmoblilienkreditrichtlinie
8. Finanzkrise – Entstehung Niedrigzinspolitik
9. Folgen der Niedrigzinspolitik
10. Bausparkassen im Wandel
10.1. Novellierung des Bausparkassengesetz
10.2. Risiken durch die Gesetzesänderung
10.3. Chancen durch die Gesetzesänderung
Abbildung 1: Das Bausparprinzip
Abbildung 2: Model Zuteilung u. Verwendung
Abbildung 3: Phasen Bausparen
Abbildung 4: Leitzins Eurozone
Abbildung 5: Anzahl der Bausparverträge in Deutschland
Bausparen ist keine brandneue Idee, sondern blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits vor ca. 230 Jahren entstand der Gedanke des Kollektivsparens in England und erreichte in der Zeit der Weimarer Republik den deutschen Raum. Nach dem 2. Weltkrieg waren die finanziellen Mittel knapp um sich eigenen Wohnraum leisten zu können. Das Konzept des Bausparens basiert auf der Idee einer Gemeinschaft indem mehrere Sparer eine freiwillige Summe in einen Fonds (Geldmittelbestand für bestimmte Zwecke) einzahlen. Durch Eigenkapital sowie durch die Darlehenszinsen der restlichen Einzahler konnten die ersten Sparer schneller ihr Bauvorhaben umsetzen. Dieses Prinzip gilt bis heute und hat sich nur auf Grund von Gesetzesänderungen an die aktuelle Situation angepasst. Jahrzehntelang war diese Methode der erste Zugang junger Sparer zum Kapitalmarkt. Lange bevor sich Aktienfonds und Banksparpläne verbreiteten, bekamen junge Auszubildende und Abiturienten Bausparverträge zum 18. Geburtstag geschenkt – um sich irgendwann einmal den Traum vom Eigenheim erfüllen zu können.[1]
In heutigen Zeiten ist es für Privatanleger besonders schwer für das hart ersparte Kapital vernünftige Anlegeoptionen zu finden, ohne ein Risiko einzugehen. In meiner Arbeit geht es um die Zukunftsfähigkeit dieser Spar- und Darlehensform sowie um die Chancen und Risiken in Verbindung mit der aktuellen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Um die Zusammenhänge besser erklären zu können werde ich zunächst auf das Prinzip Bausparen eingehen und im letzten Abschnitt meiner Arbeit werden Schlussfolgerungen aus den Erkenntnissen gezogen.
Laut § 1 Abs. 1 des Bausparkassengesetzes (BauSparkG) ist eine Bausparkasse wie folgt definiert: „Bausparkassen sind Kreditinstitute, deren Geschäftsbetrieb darauf gerichtet ist, Einlagen von Bausparern (Bauspareinlagen) entgegenzunehmen und aus den angesammelten Beträgen den Bausparern für wohnungswirtschaftliche Maßnahmen Gelddarlehen (Bauspardarlehen) zu gewähren (Bauspargeschäft). Das Bauspargeschäft darf nur von Bausparkassen betrieben werden.“[2]
Dem Sparer wird hierdurch ermöglicht in einer der 21 Bausparkassen[3] einen geeigneten Tarif für seinen Bausparvertrag abzuschließen, um seine individuellen Ziele zu erreichen.
Zuerst wird anhand von einem Schaubild das Prinzip des Bausparens betrachtet.
Abbildung 1: Das Bausparprinzip[4]
Bausparen ist ein Kombinationsprodukt aus angespartem Guthaben und einem zinsgünstigen Bauspardarlehen. Die bei Vertragsabschluss festgeschriebenen Konditionen sind garantiert obwohl das Darlehen meist erst nach vielen Jahren beansprucht wird und demzufolge die Zinssituation auf dem Kapitalmarkt völlig anders sein kann.
Vor Beginn der Sparphase wird die benötigte Bausparsumme festgelegt (Abschlussphase). Davon werden 30 bis 50 % zunächst selbst angespart (je nach Tarif).[5] Dieses Vorsparen wird im Rahmen bestimmter Einkommensgrenzen durch die Wohnungsbauprämie staatlich gefördert und Arbeitnehmer erhalten zusätzlich die Arbeitnehmersparzulage. Eine weitere Förderung für Wohnungseigentum ist der sogenannte Wohn-Riester, den es erst seit Anfang 2008 gibt.[6]
Prämienberechtigte nach § 1 Wohnungsbau-Prämiengesetz (WoPG 1996), dass sind Personen die das 16. Lebensjahr vollendet haben, erhalten je Kalenderjahr 8,8 % auf die jährlich eingezahlten Beiträge. Das Gesetz regelt unter § 2a die Einkommensgrenze und beträgt 25.600 € bzw. 51.200 € bei Ehegatten – maßgebend ist aber das zu versteuernde Einkommen. Gefördert werden Sparleistungen von maximal 512 € (Ledige) bzw. 1024 € (Ehepaare). Der Anspruch auf die Prämie entsteht mit Ablauf des Sparjahres, also in dem Jahr in dem die prämienbegünstigten Aufwendungen geleistet worden sind.[7]
Die Wohnungsbauprämie unterliegt einer Zweckbindung nach steuerlichen Gesichtspunkten und darf nur für wohnungswirtschaftliche Vorhaben verwendet werden. Die Gutschrift der Wohnungsbauprämie erfolgt erst nach Zuteilung des Sparvertrags und wird über das Finanzamt abgewickelt nachdem der Nachweis für wohnwirtschaftliche Zwecke belegt worden ist.[8]
Vermögenswirksame Leistungen nach dem 5. VermBG können Leistungen des Arbeitgebers sein, die dieser zusätzlich zum Tariflohn gewährt, als auch vermögenswirksam angelegte Teile des Arbeitslohns. Bis zu einem Anlagebetrag von 470 € jährlich bei Ledigen sowie 940 € bei Verheirateten werden diese unter bestimmten Voraussetzungen mit der Arbeitnehmersparzulage in Höhe von 9 % der Einzahlung gefördert.
Dies wird anhand folgender Tabelle gezeigt:
Um die Arbeitnehmersparzulage zu beantragen ist in der Steuererklärung die „VL-Bescheinigung“ vom Anlageinstitut auszufüllen, worauf das Finanzamt die Arbeitnehmersparzulage jährlich festsetzt bzw. die automatische Gutschrift nach Ablauf der 7-jährigen Bindefrist erfolgt.[10]
Grundsätzlich erhalten diejenigen die Riester-Förderung die von der Rentenreform 2001 betroffen sind und gleichzeitig der unbeschränkten Einkommenspflicht (§ 1 Abs. 1 bis 3 EStG) unterliegen. Die seit dem Januar 2008 geltende Riester-Förderung nach dem Eigenheimrentengesetz setzt voraus, dass die Immobilie nach dem 31.12.2007 gekauft bzw. gebaut worden sein muss und innerhalb Deutschland selbst genutzt wird. Ausgeschlossen sind Modernisierungs- und Energiesparmaßnahmen. Das Guthaben kann mit einem beliebigen Betrag (bis zu 75 %) oder auch komplett für den Bau, Kauf oder Entschuldung einer selbstgenutzten Immobilie verwendet werden.[11]
Wohn-Riester Sparer erhalten eine jährliche Zulage vom Staat in Höhe von 154 € auf seinen Riester-Bausparvertrag. Hinzu kommen 185 € für jedes vor 2008 geborene Kind und 300 € für jedes spätere geborene Kind. Das Geld fließt als zusätzliche Tilgung in den Vertrag und reduziert die Darlehenshöhe. Dazu kommen mögliche Steuervorteile – maximal 2100 € pro Jahr – diese zählen als Sonderausgaben. Allerdings werden die Zulagen von der Steuerersparnis aus dem Sonderausgabenabzug abgezogen. Um die vollen Zulagen zu erhalten müssen Sparer im Jahr 4 % des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens – Zulagen mitgerechnet – einzahlen.[12]
Zum 01. Januar 2014 sind wichtige Änderungen in Kraft getreten die dass Wohn-Riestern noch flexibler gestalten, dazu zählt z.B. die Entnahme bis zum Beginn der Auszahlungsphase. So ist es nun möglich Beträge ab 3000 € vom Guthabenkonto zu entnehmen wenn diese für den Bau oder den Kauf eines selbstgenutzten Wohneigentums oder für die Tilgung eines Immobiliendarlehens genutzt werden. Allerdings müssen min. 3000 € Bausparguthaben verbleiben.[13]
Beim Abschluss dieses Vertrages ist neben den Fördermöglichkeiten auch die richtige Wahl des Tarifes zu beachten. Je nachdem welche Ziele verwirklicht werden sollen gibt es eine Vielzahl verschiedener Tarife je nach Bausparkasse. Zum Beispiel: Bauen oder Kaufen, Energetische Modernisierung, Altersgerechte Modernisierung oder auch als Anschlussfinanzierung.
Es gibt 4 Grundtypen von Bauspartarifen:
[1] Vgl. Paysol GmbH & Co. KG, Bezahlen.de: Bausparkonto – Die Grundlage für die eigene Immobilie, www.bezahlen.de/bausparkonto.php, (abgerufen am 21.03.2017)
[2] § 1 Abs. 1 Bausparkassengesetz (BauSparkG) i.d.F. der Bekanntmachung v. 15.02.1991 (BGBI. I S. 454) zuletzt geändert durch Art. 6 Abs. 14 des Gesetzes vom 28.08.2013 (BGBl. I S. 3395) unter Berücksichtigung der Änderungen des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über Bausparkassen vom 21. 12.2015 (BGBl. I Nr. 54, S. 2399).
[3] Vgl. Nr. 1 der Drucksache 18/6441: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Gerhard Schick, Nicole Maisch, Dr. Thomas Gambke, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drucksache 18/6243 - vom 20.10.2015 des Deutschen Bundestags.
[4] Grafik entnommen: Karl H. Lindmayer/Hans-Ulrich Dietz: Geldanlage und Steuer 2015, Wiesbaden, 32. Aufl. 2015, S. 101.
[5] Vgl. Dirk Eilinghoff, Dr. Manuel Kayl: Finanztip: Wann sich ein Bausparvertrag lohnt, www.finanztip.de/bausparvertrag; (abgerufen am .24.03.2017)
[6] Vgl. Karl H. Lindmayer/Hans-Ulrich Dietz, 2015, S. 99 sowie S. 104.
[7] Vgl. § 3 Abs. 1 und 2 sowie § 4 Abs 1 Wohnungsbau-Prämiengesetz (WoPG) i. d. F. der Bekanntmachung v. 30.10.1997 (BGBI. I S. 2678). Gesetz geändert durch Artikel 9 des Gesetzes vom 18.07.2014 (BGBI. I S. 1042)
[8] Vgl. Karl H. Lindmayer/Hans-Ulrich Dietz, 2015, S. 103.
[10] Vgl. Haufe: Bausparen 2012 – Zahlen, Daten, Fakten, Planegg, Auflage 2012, S. 10.
[11] Vgl. Haufe: Wohn-Riester – Zahlen, Daten, Fakten, Planegg, Auflage 2012, S. 27.
[12] Vgl. LBS: https://www.lbs.de/finanzieren/f/wohn_riester_1/index.jsp, (abgerufen am 02.04.2017)
[13] Vgl. Karl H. Lindmayer/Hans-Ulrich Dietz, 2015, S. 104.
V373490
9783668517509
9783668517516
Bausparen Zinsen Niedrigzinspolitik Zukunftsfähig EZB Sparphase Zuteilungsphase Darlehensphase Tilgungsphase Wohnimmobilienkreditrichtline
Stefan Haßfurter (Autor), 2017, Bausparen in Zeiten einer kontinuierlichen Niedrigzinspolitik der EZB, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373490
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References: § 1
 § 1
 § 2
 § 1
 Art. 6
 § 3
 § 4