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Timestamp: 2019-12-09 06:31:28+00:00

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Journalismus.com Forum - Rabatt beim Autokauf versteuern?
- - Rabatt beim Autokauf versteuern? (http://www.journalismus.com/_talk/showthread.php?t=17151)
unbekannter User (Gast) 07.08.2002 20:03
Rabatt beim Autokauf versteuern?
ich spiele mit dem Gedanken mir einen VW anzuschaffen.
VW bietet mir 15% auf Liste an. Muss ich diesen Betrag noch versteuern (Stichwort "Geldwerter Vorteil") ?
Vielen Dank fuer Eure Hilfe - Finanzen sind nicht mein Thema ;-)
unbekannter User (Gast) 07.08.2002 22:38
RE: Rabatt beim Autokauf versteuern?
diesen Rabatt mußt Du natürlich nicht versteuern.
Einen "geldwerten Vorteil" hast Du bei sog. Dienstwagen. Wird der Dienstwagen auch für private Fahrten genutzt, so muss dieser "geldwerte Vorteil" versteuert werden.
Die Finanzverwaltung räumt zur Ermittlung dieses geldwerten Vorteils seit dem 01.01.1996 zwei Möglichkeiten ein (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Einkommensteuergesetz):
1. Führen eines Fahrtenbuches und Abrechnung der privat gefahrenen Kilometer (Ermittlung der auf Privatfahrten entfallenden anteiligen Gesamtkosten);
2. 1 % des Gesamtkaufpreises (Listenpreis + Sonderausstattungen + MwSt.) wird monatlich als geldwerter Vorteil angesetzt zzgl. Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.
Also bleib entspannt.
Kai-Thorsten
Dipl. Kfm. (das zum Thema Finanzen ;-)))
unbekannter User (Gast) 14.08.2002 06:44
Ich zitiere hier nur mal auszugsweise den Gesetzestext des § 8 EStG:
"(1) Einnahmen sind alle Güter, die in Geld oder Geldeswert bestehen und dem Steuerpflichtigen im Rahmen einer der Einkunftsarten der § 2 Abs. 1 Nr. 4 bis 7 zufließen.
(2) Einnahmen, die nicht in Geld bestehen (Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbezüge), sind mit den um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreisen am Abgabeort anzusetzen."
Der Finanzverwaltung ist es egal, ob der Steuerpflichtige die Einnahmen vom Arbeitgeber oder wegen des Dienstverhältnisses von einem Dritten (hier Autohersteller) bezieht.
Ich denke, eine Nachfrage beim Autohersteller wird das bestätigen. Soviel ich weiß, weisen manche bereits beim Kauf auf die Steuerpflicht hin.
Um ganz sicher zu gehen, kann man ja beim Finanzamt nachfragen. Selbst wenn man die Prozente versteuern muß, lohnt es sich wahrscheinlich noch, den Presserabatt zu nutzen (kommt auf den eigenen Steuersatz drauf an).
unbekannter User (Gast) 14.08.2002 11:47
Falsch! Eingeräumte Rabatte sind KEINE Einnahmen im Sinne der genannten Gesetzestexte.
§ 2 EStG regelt klar, dass das Einkommen aus dem Gesamtbetrag der Einkünfte besteht, allerdings vermindert um die Sonderausgaben und die außergewöhnlichen Belastungen. Diese einkommensteuerpflichtigen Einkünfte wiederum werden im § 1 EStG definiert. Dabei handelt es sich ausschließlich um Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieben, selbständiger und nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung sowie Einkünfte im Sinne des § 22 (Einkünfte aus wiederkehrenden Bezügen, Leibrenten).
Der "geldwerte Vorteil" ist im § 8, Abs. 3 EStG geregelt und nur auf Zuwendungen im Rahmen eines Dienstverhältnisses beschränkt. Diese wiederum müssen auch nur dann zusätzlich versteuert werden, wenn die Pauschal-Regelung nach § 40 EStG nicht zutrifft. Ohnehin sind geldwerte Vorteile bis zum Wert von ca. 1.227,11 Euro (2.400 DM) pro Kalenderjahr steuerfrei.
unbekannter User (Gast) 28.08.2002 07:04
Absatz 2 der Ausführungen stimmt. Allerdings ist der Rest falsch. Steuerlich gesehen ist es vollkommen egal, ob der Arbeitgeber oder ein Dritter den geldwerten Vorteil aufgrund des Dienstverhältnisses gewährt.Das Steuerrecht orientiert sich ausschließlich daran, dass der Vorteil aufgrund des Dienstverhältnisses zufliesst. Als Beispiel seien hier mal die Incentive-Reisen genannt, die Firmen den Einkäufern, Vorständen etc. anderer Firmen gewähren.
Was die Steuerfreiheit angeht, so ist der o. g. Betrag doch bereits bei den meisten durch andere Vorteile ausgeschöpft und reicht bei einem Autokauf in der Regel auch nicht aus. Wenn das Auto z. B. 20.000 € kostet und sie 15 % Rabatt darauf bekommt, sind das 3.000 €!
unbekannter User (Gast) 28.09.2002 20:42
ein rabatt ist keine einnahme, sondern nur eine nichtausgabe.
wenn dir der autohaendler also den wagen zum listenpreis verkauft und dann aber einen bonus/scheck/warengutschein/sonstwas gibt, wird es vielleicht einnahme.
noch gilt fuer preise aber vertragsfreiheit, und der autohaendler kann fuer seinen wagen nehmen, was er will. nur weil ich meine tomaten bei dem gemuesehaendler kaufe, der 2 euro fuers kilo nimmt, und nicht bei dem, der 3 euro will, muss ich die differenz ja auch nicht als geldwerten vorteil versteuern (den freibetrag jetzt mal ausser 8 gelassen).
also, alles easy. anders sieht es erst beim verkauf aus. wenn es (auch bei vw manchmal moeglich) gelingt, den wagen ueber ek (einkaufspreis) zu verkaufen, ist das ein privater veraeusserungsgewinn, und da koennte steuerpflicht greifen.
unbekannter User (Gast) 29.09.2002 11:42
Das stimmt so nicht. Wie bereits - auch von Ihnen - festgestellt wurde, gibt es im Steuerrecht den sogenannten geldwerten Vorteil, welcher in § 8 EStG geregelt ist. Besagter Paragraph trägt die Überschrift "Einnahmen".
Folglich ist der geldwerte Vorteil auch als Einnahme zu versteuern. Auf die bisher gemachten Ausführungen weise ich hin.
Wäre aber schön, mal zu erfahren, ob schon jemand praktische Erfahrungen mit dem Finanzamt in dieser Angelegenheit gemacht hat.

References: § 8
 § 2

§ 2
 § 1
 § 22
 § 8
 § 40
 § 8