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Timestamp: 2020-03-28 08:39:08+00:00

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OVG Nordrhein-Westfalen, 10.04.2007 - 18 B 303/07 - dejure.org
OVG Nordrhein-Westfalen, 10.04.2007 - 18 B 303/07
https://dejure.org/2007,3304
OVG Nordrhein-Westfalen, 10.04.2007 - 18 B 303/07 (https://dejure.org/2007,3304)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 10.04.2007 - 18 B 303/07 (https://dejure.org/2007,3304)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 10. April 2007 - 18 B 303/07 (https://dejure.org/2007,3304)
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Aufenthaltserlaubnis Ehegattennachzug Gültigkeit Eheschließung Dänemark Erteilungsvoraussetzungen Daueraufenthalt Schengen-Visum Ermessensentscheidung generalpräventive Gründe Nachholung Visumsverfahren
VwGO § 80 Abs. 5; AufenthG § 30; AufenthG § 5 Abs. 2 S. 1 Nr. 1; AufenthV § 39 Nr. 5; AufenthG § 5 Abs. 2 S. 2
D (A), Ehegattennachzug, Familienzusammenführung, Eheschließung, Dänemark, allgemeine Erteilungsvoraussetzungen, Visum nach Einreise, Ermessen
Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zum Zweck des Ehegattennachzugs; Anforderungen an die Glaubhaftmachung einer rechtswirksamen Eheschließung in Dänemark; Konsequenz für die Ausländerbehörde im Falle der Erteilung eines Schengen-Visums an einen Ausländer zu ...
VG Münster, 01.02.2007 - 5 L 968/06
FamRZ 2007, 1553 (Ls.)
DVBl 2007, 852 (Ls.)
Andererseits soll die Einhaltung des Visumverfahrens kein Selbstzweck sein (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 10. April 2007 - 18 B 303/07 -, juris mit weiteren Nachweisen und Beschluss vom 5. Oktober 2006 - 18 B 1767/06 -, ZAR 2006, 413; OVG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 4. Juli 2006 - 2 O 210/06 -, juris;… Renner, Ausländerrecht - 8. Auflage 2005 -, § 5 AufenthG Rdnr. 59).
Im Rahmen der zu treffenden Güterabwägung unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit darf die Ausländerbehörde als beachtlichen öffentlichen Belang mit in ihre Erwägungen einstellen, dass die Einhaltung des Visumverfahrens der Regelfall bleiben soll und dass die Verpflichtung, auch im Falle der Herstellung der familiären Lebensgemeinschaft im Bundesgebiet vor der Einreise ein Visum einzuholen, Art. 6 GG nicht verletzt (vgl. BVerwG, Urteil vom 9. Dezember 1997 - BVerwG 1 C 19.96 -, BVerwGE 106, 13; OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 10. April 2007, a.a.O.; Bay. VGH, Beschluss vom 19. Oktober 2006 - 24 CE 06.2757 -, juris und Beschluss vom 31. März 2006 - 24 C 06.402 -, juris).
Insoweit ist ein beachtlicher öffentlicher Belang, dem Eindruck bei anderen Ausländern entgegenzuwirken, man könne durch eine Einreise stets vollendete Tatsachsen schaffen (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 10. April 2007, a.a.O.).
Auf diese Weise wird einerseits sichergestellt, dass die Steuerungsmechanismen des Aufenthaltsgesetzes nicht lahm gelegt und die dort vorgesehenen Zugangskontrollen hinsichtlich eines Aufenthalts in der Bundesrepublik nicht unterlaufen werden; andererseits wird durch die Regelung deutlich, dass die Einhaltung der Visumsregeln kein Selbstzweck sein soll (vgl. OVG NW, Beschl. v. 10.04.2007, a. a. O., m. w. Nachw.).
Die Grenze liegt dort, wo das Beharren auf die Einhaltung des Visumverfahrens objektiv als unangemessen empfunden werden müsste (OVG NW, Beschl. v. 10.04.2007, a. a. O.).
Versagung einer Aufenthaltserlaubnis wegen Nichtdurchführung des Visumverfahrens
In der Regel ist es schon aus generalpräventiven Gründen gerechtfertigt, dem Eindruck bei anderen Ausländern entgegenzuwirken, man könne durch die Einreise ohne Beachtung, sondern unter Umgehung des Visumverfahrens vollendete Tatsachen schaffen (vgl. OVG NW, Beschluss vom 10. April 2007- 18 B 303/07 - juris Rn. 34; OVG BBg…, Urteil vom 16. Juli 2009 - OVG 2 B 19.08 - juris Rn. 35; OVG RP…, Beschluss vom 20. April 2009 - 7 B 10037/09 - juris Rn. 22; NdsOVG…, Beschluss vom 27. Juli 2009 - 11 ME 171/09 - juris Rn. 21;… Hailbronner, Ausländerrecht A 1 § 5 Rn. 74).
vgl. zur Wirksamkeit von Eheschließungen in Dänemark noch die Zweifel bei OVG NRW Beschlüsse vom 10. April 2007 - 18 B 303/07 - und 6. September 2006 - 18 B 1682/06 - NJW 2007, 314; a.A. Mörsdorf-Schulte Dänische Eheschließung vor dem OVG", NJW 2007, 1331; VGH BaWü Beschluss vom 30. März 2006 - 13 S 389/06 -, EZAR 22 Nr. 1.
vgl. OVG NRW Beschluss vom 10. April 2007 - 18 B 303/07 -.
Nach dem Beschluss des OVG NRW vom 10. April 2007 - 18 B 303/07 - gilt folgendes:.
Zum anderen ist es in der Regel schon aus generalpräventiven Gründen gerechtfertigt, dem Eindruck bei anderen Ausländern entgegenzuwirken, man könne durch die Einreise mit einem Schengen-Visum eines anderen Staates, das zu einem anderen Aufenthaltszweck erteilt worden ist, vollendete Tatsachen schaffen (vgl. etwa Senatsbeschl. vom 3.2.2009 - 11 ME 9/09 - 13. Senat des erkennenden Gerichts, Beschl. v. 28.8.2008 - 13 ME 131/08 -, juris;… OVG Rheinl.-Pf., Beschl. v. 20.4.2009, a.a.O.; OVG NRW, Beschl. v. 10.4.2007 - 18 B 303/07 -, AuAS 2007, 195, Kluth/Hund/Maaßen, Zuwanderungsrecht, 2008, S. 132).
Die Grenze liegt dort, wo das Beharren auf die Einhaltung des Visumsverfahrens objektiv als unangemessen empfunden werden müsste, vgl. OVG NRW, Beschlüsse vom 10. April 2007 - 18 B 303/07 - AuAS 2007, 195, und vom 5. Oktober 2006 - 18 B 1767/06 -, InfAuslR 2007, 56; BVerfG, Beschluss vom 10. Mai 2008 - 2 BvR 588/08 -, InfAuslR 2008, 347.
Es ist nämlich ein erhebliches öffentliches Interesse daran anzuerkennen, im Fall der gezielten Umgehung der Einreisebestimmungen in das Bundesgebiet - wie hier - aus generalpräventiven Gründen der Abschreckung anderer Ausländer, die Nachholung des Visumverfahrens als angemessenes Mittel zu fordern, vgl. OVG NRW, Beschluss vom 10. April 2007 - 18 B 303/07 -, a.a.O.
67 vgl. Bäuerle in: GK-AufenthG, a.a.O., § 5 Rn. 140, der allerdings irrtümlich von der Verwendung des unbestimmten Artikels spricht; Hailbronner, Ausländerrecht - Kommentar, Stand: Oktober 2010, § 5 AufenthG Rn. 47; Renner, Ausländerrecht - Kommentar, 8. Aufl., § 5 AufenthG Rn. 44; OVG NRW, Beschluss vom 10. April 2007 - 18 B 303/07 -, juris (…Rn. 20); a.A. allgemein Zeitler, HTK-AuslR, § 5 AufenthG / zu Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 06/2009 Nr. 2.2 unter Hinweis auf die Regelung des § 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AufenthG, jedoch zustimmend für den hier gegebenen Fall eines von der Visumspflicht befreiten Drittausländers (unter Nr. 3 zu Abs. 2 Satz 1 Nr. 1).
69 vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 8. Juli 2008 - 11 S 1041/08 -, juris (…Rn. 13); VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 30. März 2006 - 13 S 389/06 -, juris (…Rn. 10); Niedersächsisches OVG, Beschluss vom 28. August 2008 - 13 ME 131/08 -, juris (…Rn. 3); wohl auch Hessischer VGH, Beschluss vom 16. März 2005 - 12 TG 298/05 -, juris (…Rn. 6, 8 und 12); Bäuerle in: GK-AufenthG, a.a.O., § 5 Rn. 144 ff.; a.A. Renner, a.a.O., § 5 AufenthG Rn. 48; diese Frage nicht problematisierend OVG NRW, Beschluss vom 10. April 2007 - 18 B 303/07 -, juris (…Rn. 20) in einem Fall, in dem der Antragsteller nach der Überzeugung des Senats die Absicht eines Daueraufenthalts bereits bei der Einreise hatte.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass einerseits die Einhaltung des Visumverfahrens als wichtiges Steuerungselement der Zuwanderungskontrolle sowohl bei Vorliegen eines Anspruchs auf Erteilung eines Aufenthaltstitels als auch in allen anderen Fällen die Regel bleiben soll (vgl. BT-Drs. 15/420, S. 70), und dass andererseits allein die Verpflichtung, zur Herstellung einer familiären Lebensgemeinschaft in Deutschland vor der Einreise ein zweckentsprechendes Visum einzuholen, als solche nicht Art. 6 GG verletzt, vgl. OVG NRW, Beschlüsse vom 10. April 2007 - 18 B 303/07 - und vom 5. Oktober 2006 - 18 B 1767/06 - Bundesverfassungsgericht (BVerfG), Beschluss vom 10. Mai 2008 - 2 BvR 588/08 -, alle juris.
Auch ist nicht zu beanstanden, wenn die Ausländerbehörde als erheblichen öffentlichen Belang anführt, dass aus generalpräventiven Gründen der Abschreckung anderer Ausländer im Falle des gezielten Versuchs einer Umgehung der Erteilungsvoraussetzungen für ein nationales Visum grundsätzlich die Nachholung des Visumverfahrens als angemessenes Mittel zu fordern sei, vgl. OVG NRW, Beschluss vom 10. April 2007 - 18 B 303/07 -, a.a.O.
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References: § 80
 § 30
 § 5
 § 39
 § 5
 § 5
 Art. 6
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
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 Art. 6