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Timestamp: 2017-10-24 01:57:07+00:00

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Bestandteile einer Rechnung iSd § 11 USTG 1994 als Voraussetzung für den Vorsteuerabzug beim Leistungsempfänger - FINCONSULT WirtschaftstreuhandgmbH - Steuerberatungsgesellschaft
Damit die vom Leistungserbringer in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer abgezogen werden darf, muß eine Rechnung im Sinne des § 11 Umsatzsteuergesetz vorliegen. Wenn auch nur ein einziger Rechnungsbestandteil fehlt, gilt die Rechnung nicht als ordnungsgemäß im Sinne des § 11 Umsatzsteuergesetz, wodurch die Vorsteuer – auch wenn die Leistung zweifelsfrei erbracht wurde und der Rechnungsbetrag einschließlich Umsatzsteuer vom Empfänger bezahlt wurde – nicht abgezogen werden darf und damit zum Kostenfaktor wird.
Welche Angaben in einem Dokument enthalten sein müssen, damit es als
“Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes” angesehen wird, ist in § 11 Umsatzsteuergesetz geregelt. Diese vom Umsatzsteuergesetz 1994 geforderten Bestandteile einer ordnungsmäßigen Rechnung wurden mit Wirkung ab 1. Jänner 2003 erweitert und werden – ebenso wie die für den Rechnungsempfänger nachteiligen Folgen des Fehlens einzelner Rechnungsbestandteile – nachfolgend dargestellt.
Ordnungsmäßige Rechnung iSd § 11 USTG als Voraussetzung für den
Vorsteuerabzug beim Leistungsempfängers
Der Vorsteuerabzug für im Inland erbrachte Lieferungen und Leistungen ist in § 12 (1) Z. 1 erster Satz Umsatzsteuergesetz wie folgt geregelt:
Der Unternehmer ( = Leistungsempfänger) kann die folgenden
Vorsteuerbeträge abziehen: Die von anderen Unternehmern in einer Rechnung (§
11) an ihn gesondert ausgewiesene Steuer für Lieferungen und sonstige
Leistungen, die im Inland für sein Unternehmen ausgeführt worden sind.
Der Leistungsempfänger kann daher auf ihn überwälzte Umsatzsteuer als
Vorsteuer nur unter folgenden Voraussetzungen abziehen:
Die Lieferung oder sonstige Leistung muß von einem (österreichischen)
Unternehmer erbracht worden sein.
Die Lieferung oder sonstige Leistung muß im Inland und für das
Unternehmen des Leistungsempfängers erbracht worden sein.
Der Leistungsempfänger muß Unternehmer im Sinne des
Umsatzsteuergesetzes 1994 sein.
Der Vorsteuerabzug darf nicht aus anderen Gründen – zB gemäß § 12 (3)
Umsatzsteuergesetz – ausgeschlossen sein: Vorsteuern im Zusammenhang mit
unecht umsatzsteuerbefreiten Umsätzen des Leistungsempfängers sind ebenso
wie alle Vorsteuern im Zusammenhang mit der Anschaffung, der Miete oder dem
Betrieb von Personenkraftwagen sind nicht abzugsfähig.
Die Umsatzsteuer muß in einer Rechnung an ihn gesondert
Unter anderem ist daher für die Zulässigkeit des Vorsteuerabzuges auch das Vorhandensein einer Rechnung im Sinne des § 11 Umsatzsteuergesetz gefordert. Liegt eine Rechnung nicht vor oder gilt die Rechnung nicht als “Rechnung im Sinne des § 11 Umsatzsteuergesetz”, weil nicht alle in § 11 USTG 1994 geforderten Rechnungsbestandteile vollständig und richtig enthalten sind, dann ist der Vorsteuerabzug nicht zulässig. Wird die Vorsteuer trotzdem abgezogen, dann muß im Falle einer abgabenbehördlichen Prüfung vom Leistungsempfänger die zu unrecht abgezogene Vorsteuer – neben einem Säumniszuschlag – ans Betriebsfinanzamt rückbezahlt werden. Bei erheblichen Steuernachzahlungen wird außerdem im Regelfall ein
Finanzstrafverfahren eingeleitet.
Bestandteile einer Rechnung gemäß § 11 Umsatzsteuergesetz
Gemäß § 11 Umsatzsteuergesetz müssen Rechnungen folgende Angaben
den Namen und die Anschrift des liefernden oder leistenden
den Namen und die Anschrift des Abnehmers der Lieferung oder des
Empfängers der sonstigen Leistung. Bei Rechnungen, deren Gesamtbetrag 10.000 Euro übersteigt, ist weiters die dem Leistungsempfänger vom Finanzamt erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer anzugeben, wenn der leistende Unternehmer im Inland seinen Wohnsitz (Sitz), seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder eine Betriebsstätte hat und der Umsatz an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmer ausgeführt wird.
oder die Art und den Umfang der sonstigen Leistung;
den Tag der Lieferung oder der sonstigen Leistung oder den Zeitraum, über
den sich die sonstige Leistung erstreckt. Bei Lieferungen oder sonstigen
Leistungen, die abschnittsweise abgerechnet werden (zB
Lebensmittellieferungen), genügt die Angabe des Abrechnungszeitraumes,
soweit dieser einen Kalendermonat nicht übersteigt;
das Entgelt für die Lieferung oder sonstige Leistung (§ 4) und den
anzuwendenden Steuersatz, im Falle einer Steuerbefreiung einen
Hinweis, daß für diese Lieferung oder sonstige Leistung eine
Steuerbefreiung gilt;
eine fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur
Identifizierung der Rechnung einmalig vergeben wird;
Nach der Judikatur müssen in der Rechnung – oder in anderen Belegen, auf die in der Rechnung verwiesen wird – alle diese Angaben vollständig und richtig angeführt sein, weil sonst der Vorsteuerabzug nicht zusteht
Fehlerquellen – die zur Versagung des Vorsteuerabzuges führen – sind
unrichtige Bezeichnung oder falsche Anschrift des Rechnungsausstellers
fehlende Anschrift des Leistungsempfängers
ungenaue Bezeichnung des Gegenstandes der Lieferung oder der Art der
fehlende Angabe des Leistungszeitraumes (bei Rechnungen über erbrachte
Dienstleistungen kann nach der Judikatur die Angabe des Leistungszeitraumes
nicht durch das Rechnungsdatum ersetzt werden)
fehlende Angabe von Entgelt ( = “Nettobetrag” der Rechnung) oder
keine fortlaufende Nummer auf der Rechnung
fehlende Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Rechnungsausstellers
bei Rechnungen mit Gesamtbetrag von über 10.000 Euro fehlende Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Rechnungsempfängers
Nur auf Kleinbetragsrechnungen dürfen einige der oben genannten Angaben fehlen!
Risiko liegt beim Rechnungsempfänger
Wenn vom Umsatzsteuergesetz geforderte Angaben fehlen und daher keine Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes 1994 vorliegt, ist der Vorsteuerabzug zwingend zu versagen. Im Falle einer abgabenbehördlichen Prüfung wird daher die zu Unrecht abgezogene Vorsteuer als Nachzahlung gemäß Betriebsprüfung vorgeschrieben. Nur wenn eine Berichtigung der Rechnung – durch den ausstellenden Unternehmer – noch möglich ist, kann der Vorsteuerabzug nachträglich aufgrund der berichtigten Rechnung vorgenommen werden, womit als Kostenbelastung beim Rechnungsempfänger nur ein Säumniszuschlag von 2% verbleibt.
Wenn aber der Rechnungsaussteller mittlerweile Konkurs angemeldet hat oder nicht mehr auffindbar ist und die Rechnung daher nicht mehr berichtigt werden kann, wird die infolge Nichtvorliegens einer ordnungsmäßigen Rechnung iSd Umsatzsteuergesetzes 1994 nicht abzugsfähige Vorsteuer beim Rechnungsempfänger endgültig zum Kostenfaktor. Die seinerzeit eingekauften Lieferungen oder sonstigen Leistungen haben sich – lediglich infolge formaler Mängel auf der Rechnung – um die darauf entfallende Umsatzsteuer verteuert, wodurch bei geringer Handelsspanne aus einem guten Geschäft plötzlich ein Verlustgeschäft geworden ist.
Organisatorische Maßnahmen bei der Rechnungsprüfung notwendig
Neben einer Anpassung der Formulare für Ausgangsrechnungen – womit das Problem für Ihre Kunden entschärft wird – sind vor allem organisatorische Maßnahmen im Einkauf und bei der Prüfung der Eingangsrechnung notwendig.
Stellen Sie sicher, daß in jedem Fall noch vor Bezahlung der gelieferten Ware eine vom Lieferanten ausgestellte Rechnung vorliegt, die alle oben aufgelisteten Rechnungsbestandteile enthält. Wenn auf einer Rechnung eine oder mehrere dieser Angaben fehlen, schicken Sie die Rechnung an den Lieferanten mit der Bitte um Berichtigung zurück und zahlen Sie die gelieferten Waren bzw. die erbrachten Dienstleistungen erst nach Erhalt der berichtigten Rechnung!
Überprüfen Sie insbesondere bei dauernden Geschäftsbeziehungen – mit hohem Einkaufsvolumen – die vom Lieferanten gemachten Angaben hinsichtlich Adresse und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, indem Sie sich vom Lieferanten eine Kopie des Bescheides betreffend Umsatzsteuer-Identifikationsnummer schicken lassen.
Keine Vorsteuer ohne korrekter Rechnung
Die Angabe des Leistungsempfängers auf der Rechnung

References: § 11
 § 11
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 § 12
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