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Timestamp: 2018-06-21 19:44:24+00:00

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Rechtsanwalt Mord Totschlag | Fachanwalt Strafrecht München
Rechtsanwalt Strafrecht München Volker Dembski verteidigt umfassend im Rechtsgebiet Kapitalstrafrecht. Das Kapitalstrafrecht befasst sich mit den Tötungs- und Körperverletzungsdelikten.
1. Mord (§ 211 StGB)
Eine Strafbarkeit wegen Mord gemäß § 211 StGB setzt die Tötung eines anderen Menschen unter Verwirklichung mindestens eines der in drei Gruppen unterteilbaren Mordmerkmale voraus. Generell ist bedingter Tötungsvorsatz ausreichend, soweit dies noch mit der Annahme bestimmter Mordmerkmale vereinbar ist. Das Mordmerkmal der Heimtücke ist restriktiv und am Verhältnismäßigkeitsgrundsatz orientiert auszulegen. Beim Vorliegen von außergewöhnlichen Begebenheiten ist grundsätzlich eine Strafrahmenverschiebung möglich. Derartige besondere Umstände können bei schwerer Kränkung und Provokation durch das Opfer oder bei notstandsähnlichen Situationen gegeben sein.
2. Totschlag (§ 212 StGB)
Eine Strafbarkeit wegen Totschlag gemäß § 212 StGB setzt voraus, dass der Täter mit Tötungsvorsatz gehandelt hat. Je gefährlicher sich die Gewalthandlung darstellt, desto eher kann auf einen entsprechenden Vorsatz geschlossen werden. Dieser besteht aus einer Wissens- und Willenskomponente. In Fällen von Provokation durch Misshandlung oder schweren Beleidigungen liegt möglicherweise nur ein minder schwerer Fall des Totschlags gemäß § 213 StGB vor.
3. Körperverletzung (§§ 224, 227 StGB)
Wenn der Täter zwar die Lebensbedrohlichkeit seiner Vorgehensweise erkannt hat, gleichwohl aber ernsthaft auf ein Ausbleiben des Todeseintritts vertrauen durfte, liegt mangels des erforderlichen Willenselements kein Vorsatz, sondern nur bewusste Fahrlässigkeit vor. In diesen Fällen wird dann aber der Straftatbestand der Körperverletzung mit Todesfolge gemäß § 227 StGB zu prüfen sein.
Zur Abgrenzung vom bloßen Gefährdungs- und Körperverletzungsvorsatz bedient sich der BGH der so genannten Hemmschwellentheorie, wonach angesichts der hohen Hemmschwelle gegenüber der Tötung eines Menschen immer die Möglichkeit in Betracht gezogen werden muss, dass der Täter die Gefahr des Todes nicht erkannt oder darauf vertraut hat, dass dieser nicht eintritt. Insbesondere bei einer spontanen und in affektiver Erregung ausgeführten Einzelhandlung kann nicht zwangsläufig auf das erforderliche voluntative Vorsatzelement geschlossen werden. Der Tatrichter hat immer eine Gesamtwürdigung aller Tatumstände vorzunehmen. Wenn kein Tötungsvorsatz nachgewiesen werden kann und die Todesfolge ausgeblieben ist, findet oftmals nur der Straftatbestand der gefährlichen Körperverletzung gemäß § 224 StGB Anwendung.
4. Notwehr (§ 32 StGB)
Bei Tötungs- und Körperverletzungsdelikten ist immer zu prüfen, ob möglicherweise eine Rechtfertigung der Tat wegen Notwehr gegeben ist. Bei rein defensiven Abwehrmaßnahmen liegt Schutzwehr vor, bei einem zu Abwehrzwecken geführten Gegenangriff handelt es sich um Trutzwehr.
5. Maßregeln (§§ 63, 64, 66 StGB)
Insbesondere die Begehung eines Tötungsdeliktes kann neben oder anstelle der Bestrafung auch zur Anordnung einer Maßregel der Besserung und Sicherung führen. Denkbar sind die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt, in einem psychiatrischen Krankenhaus oder in der Sicherungsverwahrung. Mit der Entlassung aus dem Vollzug der Unterbringung tritt Führungsaufsicht ein.
Die Sicherungsverwahrung wird im Anschluss an die Verbüßung der Strafe vollzogen, d. h. der Verurteilte wird nicht entlassen, sondern in der SV-Abteilung einer JVA untergebracht. Im Gesetz sind verschiedene Arten der Sicherungsverwahrung geregelt.
6. Tötung auf Verlangen (§ 216 StGB)
Grundsätzlich besteht ein Fremdtötungsverbot. Das gilt selbst dann, wenn ein Sterbehelfer durch ein ausdrückliches und ernsthaftes Tötungsverlangen zur Tötung bestimmt worden ist. Der Straftatbestand der Tötung auf Verlangen gemäß § 216 StGB erzeugt eine Einwilligungssperre.
Lediglich die Selbsttötung ist straflos. Auch die Veranlassung, Förderung oder fahrlässige Ermöglichung eines freiverantwortlichen Suizides erfüllt keinen Straftatbestand. Das Fremdtötungsverbot wird jedoch durch die von der Rechtsprechung entwickelten Regeln zur Sterbehilfe im Grenzbereich zwischen Leben und Tod gelockert.

References: § 211
 § 212
 § 213
 § 227
 BGH 
 § 224
 § 216