Source: http://reichstadt.eu/EnEV.htm
Timestamp: 2018-11-17 03:20:25+00:00

Document:
III A 4 - 10 51 64 / 5
BS 34 - 83 06 03 - 2.2
Bonn, den 28. Juni 1999
- R e f e r e n t e n e n t w u r f -
Auf Grund der §§ 1 Abs. 2, 2 Abs. 2 und 3, 3 Abs. 2 sowie der §§ 4 und 5 des Energie-einsparungsgesetzes vom 22. Juli 1976 (BGBI. I S. 1873), von denen die §§ 4 und 5 durch Artikel 1 des Gesetzes vom 20. Juni 1980 (BGBI. I S. 701) geändert worden sind, verordnet die Bundesregierung:
Fußnote für die Verkündigung:
*) Die §§ 1 bis 6 und 7 Abs. 3, die §§ 14 bis 17, 19 und 20 sowie die Anhänge 1, 2 und 4 dienen der Umsetzung des Artikels 5 der Richtlinie 93/76/EWG des Rates vom 13. September 1993 zur Begrenzung der Kohlendioxid- emissionen durch eine effizientere Energienutzung - SAVE - (ABI. EG Nr. L 237 S. 28), § 7 dient der Umsetzung des Artikels 2 dieser Richtlinie. Die § 10 Abs. 1 und 3 sowie die Nrn. ...a) des §18 dienen der Umsetzung der Richtlinie 92/42/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 über die Wirkungsgrade von mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickten neuen Warmwasserheizkesseln (ABI. EG Nr. L 167 S. 17, L 195 S. 32).
a) Nach Vorliegen der Bußgeldregelungen einzusetzen
Begrenzung des Energie- und Wärmebedarfs bei zu errichtenden Gebäuden und Anlagen
§ 5 Dichtheit
§ 6 Bauteilbezogene Anforderungen, Mindestwärmeschutz
§ 7 Änderung von bestehenden Gebäuden
§ 8 Nachrüstung bei bestehenden Gebäuden und Anlagen
§ 9 Aufrechterhaltung der energetischen Qualität
§ 10 Inbetriebnahme von Heizkesseln
§ 11 Verteilungseinrichtungen und Warmwasseranlagen
§ 12 Raumlufttechnische Anlagen
Gemeinsame Vorschriften, Bußgeldvorschriften und Schlußbestimmungen
§ 13 Energiekennzahlen, Ausweise über Energie- und Wärmebedarf
§ 14 Gebäude mit gemischter Nutzung
Anforderungen an zu errichtende Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen
Anforderungen bei Änderung von Außenbauteilen bestehender Gebäude
Begründung zum Referentenentwurf der EnEV
1. Anlaß und Ziele der Novellierung
2. Neues Anforderungsniveau
3. Inbezugnahme technischer Regeln
3.2 Zentrale Norm für die Rechenverfahren zum vorgelegten Verordnungsentwurf DIN EN 832
3.3 Heizungs- und anlagentechnische Kennwerte
3.4 Sommerlicher Wärmeschutz / klimatisierte Gebäude
4. Weitere Erschließung von Einsparpotentialen im Gebäudebestand
4.1 Bedingte Anforderungen
4.2 Weitere Nachrüstungsverpflichtungen für Heizungs-/Anlagentechnik
4.3 Nachrüstungsverpflichtungen zum Wärmeschutz
4.4 Energiebedarfsausweise auch bei bestehenden Gebäuden
5. Wirtschaftliche Vertretbarkeit der Anforderungen, Auswirkungen auf die Baukosten, Mieten und Preise
6. Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte
Zu § 1 "Geltungsbereich"
Zu § 2 "Begriffsbestimmungen"
Zu § 3 "Gebäude mit normalen Innentemperaturen''
Zu § 4 "Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen''
Zu § 5 "Dichtheit"
Zu § 6 "Bauteilbezogene Anforderungen, Mindestwärmeschutz, Wärmebrücken"
Zu § 7 "Änderung von bestehenden Gebäuden"
Zu § 8 "Nachrüstung bei bestehenden Gebäuden und Anlagen"
Zu § 9 "Aufrechterhaltung der energetischen Qualität"
Zu § 10 "Inbetriebnahme von Heizkesseln" sowie § 11 "Verteilungseinrichtungen und Warmwasseranlagen''
Zu § 12 "Raumlufttechnische Anlagen"
Zu § 13 "Energiekennzahlen, Ausweise für Energie- und Wärmebedarf"
Zu § 14 "Gebäude mit gemischter Nutzung"
Zu § 15 "Regeln der Technik"
Zu § 16 "Ausnahmen"
Zu § 17 "Härtefälle"
Zu § 18 "Bußgeldvorschriften"
Zu § 19 "Übergangsregelungen"
Zu § 20 "Inkrafttreten, Außerkrafttreten"
III Zu den Anhängen
Zu Anhang 1 - "Anforderungen an zu errichtende Gebäude mit normalen Innentemperaturen"
Zu Anhang 2 - "Anforderungen zur Begrenzung des Jahres-Transmissionswärmebedarfs"
Zu Anhang 3 - "Anforderungen bei Änderung von Außenbauteilen bestehender Gebäude"
Zu Anhang 4 - "Anforderungen an die Dichtheit"
Zu Anhang 5 - "Begrenzung der Wärmeverluste von Rohrleitungen und Armaturen''
Bereits in der Begründung zur Novelle der Wärmeschutzverordnung vom 16. August 1994, ist die Bundesregierung davon ausgegangen, daß für Neubauten vor Ende des Jahrzehnts eine weitere Anpassung des Anforderungsniveaus möglich sein wird, die zu zusätzlichen Verbrauchssenkungen von rd. 25 - 30 % führt. Der Bundesrat hat seinerzeit eine entsprechende Verschärfung für Neubauten sowie ein Konzept zur Ausweitung ordnungsrechtlicher Vorschriften im Gebäudebestand in einer gesonderten Entschließung gefordert.
Die jetzt vorgesehene Verschärfung der Energieeinsparanforderungen ist auch Bestandteil der Initiative der Bundesregierung zur Senkung der CO2-Emissionen, wonach bis zum Jahre 2005 eine Verminderung der Emission gegenüber dem Stand von 1990 um 25 % erreicht werden soll.
Durch weiter an den technischen Fortschritt angepaßte wirtschaftlich vertretbare Anforderungen an neu zu errichtende Gebäude soll der Anstieg des Energieverbrauchs und damit der CO2-Ernissionen gedämpft werden, die mit dern Zuwachs an beheiztem Gebäudevolumen einhergehen. Außerdem sollen durch Anpassung der bedingten Anforderungen für bestehende Gebäude (beispielsweise bei baulichen Änderungen) die Energieeinsparpotentiale optimal genutzt werden, die sich anläßlich laufend erforderlicher ErhaltungS- und Modernisierungsmaßnahmen im Gebäudebestand bieten. Auch durch zusätzliche Nachrüstungsverpflichtungen im heizungstechnischen und im baulichen Bereich - soweit diese als wirtschaftlich vertretbar begutachtet wurden - soll das Einsparpotential im Gebäude- und Anlagenbestand weiter erschlossen werden.
Weitere Erfordernisse für eitle Fortschreibung der bisherigen Regelungen haben sich darüber hinaus auch aus der Weiterentwicklung des europäischen Binnenmarktes ergeben. In weiten Bereichen des Bauwesens worden in den kommenden Jahren europäische technische Spezifikationen in Kraft treten, dar-unter auch Prüf- und Berechnungsnormen für die thermische Bauphysik sowie Produktnormen für wärmeschutzrelevante Produkte. Hier wird insbesondere eine weitere Abstimmung mit den Verfahren nach dem Bauproduktenrecht erforderlich.
Die fortgeschrittene europäische Normung hat allerdings auch die Möglichkeit geboten, die vorliegende Verordnung durch weitgehende Verweise auf diese Regeln der Technik von technischen Inhalten zu entlasten. Das "wärmetechnische Verhalten von Gebäuden" für wohn- und wohnähnliche Nutzung wird insbesondere in der europäischen Berechnungsnorrn DIN EN 832 aus 1998, Mit Ergänzungen in der nationalen Umsetzungsnormen DIN V 4108 Teil 6 beschrieben.
Entsprechend den eingangs genannten politischen Vorgaben geht der vorliegende Entwurf von einer energetischen Verbesserung der Gebäude von durchschnittlich etwa 30 % aus. Allerdings ist wegen des Wechsels der Anforderungsmethodik eitle Klarstellung erforderlich, worauf diese Prozentangabe bezogen ist-.
Das Anforderungsniveau der geltenden Wärmeschutzverordnung wird durch eine mit steigendem Verhältnis der Oberfläche des Gebäudes zu seinem Volumen (ANVerhältnis) ansteigende Gerade dargestellt. An der Abhängigkeit der Anforderungen von diesem Verhältnis Soll aus physikalischen Gründen auch künftig festgehalten werden. Wird bei den Gebäuden nach der geltenden Wärmeschutzverordnung eine an den Anforderungen der geltenden Heizungsanlagen-Verordnung orientierte Zentralheizung zugrunde gelegt, ergibt sich als Jahres-Heizener iebedarf gegenüber dem derzeit noch in der Wärmeschutzverordnung geregelten Jahres-Heizwärmebedarf zunächst eine Verschiebung etwa um den Faktor 1,25 nach oben. Davon ausgehend wird das Anforderungsniveau der Energieeinsparverordnung durch eine Absenkung bzw. Verschärfung von durchschnittlich 30 % definiert. Für den Bereich kleine Gebäude liegt diese etwa bei 25 % und für große, kompakte Gebäude bei etwa 35 %.
Dieses verschärfte Anforderungsniveau muß aufgrund der Ermächtigungsgrundlagen im Energieeinsparungsgesetz sowohl nach dem Stand der Technik generell erfüllbar als auch wirtschaft-lich vertretbar sein. Unabhängige Gutachten zeigen, daß für das sich aus der Summe aller vorgesehenen Anforderungen ergebende Anforderungsniveau diese Wirtschaftlichkeitsvorgabe erfüllt ist und die mögliche Erhöhung der Gebäudekosten ebenfalls in vertretbaren Grenzen (siehe Nr. 5) gehalten werden kann.
Auch das Niveau der bedingten Anforderungen für den Gebäudebestand wurde hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Vertretbarkeit gutachterlich untersucht und entsprechend aktualisiert. Dabei Wurde für verschiedene Gebäudekonfigurationen und in Abhängigkeit von den unterschiedlichen, im Gebäudebestand vorzufindenden technischen Ausgangsbedingungen die jeweilige Grenze der wirtschaftlichen Vertretbarkeit ermittelt. Die in den Entwurf aufgenommenen Anforderungen bewegen sich in diesem zulässigen Rahmen.
Auch künftig sollen die Energieeinsparvorschriften nicht mit umfänglichen technischen Regelungen befrachtet werden, sondern es soll - soweit wie möglich und vertretbar auf Regeln der Technik verwiesen werden, und zwar vorrangig auf inzwischen europäisch harmonisierte technische Normen.
Im Bau- und Heizungsbereich befinde[ sich das System der technischen Regeln gegenwärtig durch Maßnahmen der europäischen Harmonisierung im Umbruch. Hierbei gibt es zwangsläufig Übergangssituationen und -regelungen, während derer für einzelne technische Sachverhalte bereits europäische technische Regeln vorliegen, für andere Sachverhalte hingegen gleichzeitig noch auf nationale technische Regeln zurückgegriffen werden muß. Neben starren Inbezugnahmen technischer Regeln ist es daher - wie auch bisher schon - erforderlich, durch Bekanntmachungen im Bundesanzeiger auf aktuelle (bzw. künftig neue) Regeln der Technik hinzuweisen (vergleiche § 15 Abs. 1 des Entwurfs).
Für die Rechenverfahren, die zum Nachweis der Einhaltung der Anforderungen anzuwenden sind, wird im wesentlichen auf die neue DIN EN 832, Ausgabe 1998 und die nationale Umsetzungsnorm V 4108, Teil 6 verwiesen. Die DIN EN 832 stellt zwar ausdrücklich nur auf Gebäude mit wohn- und ähnlicher Nutzung ab, das darin enthaltene Rechenverfahren kann jedoch mit den im VerordnUngsentwurf enthaltenen Vorgaben auch für andere normal beheizte Gebäude herangezogen werden. Die in der Norm vorgesehenen Rechenverfahren (das (Monats-) und das Heizperioden-Bilanzverfahren) werden durch ergänzende nationale Festlegungen (in der vorgenannten Umsetzungsnorm V 4108, Teil 6 und im Verordnungsentwurf) ergänzt. Bei diesen national festgelegten Randbedingungen handelt es sich insbesondere um
Klimadaten (Temperaturgänge, Strahlungsangebote, Windbeanspruchungen usw.),
nutzungs- und lebensstandardsabhängige Daten (Innentemperaturen, interne Wärmegewinne, Lüftungsraten u.s.w.)
von der Bautradition bestimmte Daten (z. B. Zusammenhänge zwischen den geometrischen Größen).
Einige wichtige nationale, Festlegungen der DIN V 4108, Teil 6 wurden zum Zwecke der Eindeutigkeit der öffentlichrechtlichen Anforderungen zusätzlich im Verordnungsentwurf aufgeführt.
DIN EN 832 enthält für die Berechnung von Gebäuden unter Einschluß der Anlagentechnik zwar methodische Vorgaben und definiert gewisse energetische Kennwerte der Anlagen, verweist jedoch zur näheren Bestimmung dieser Kennwerte auf nationale bzw. künftige europäische Regeln. Mit harmonisierten Normen die für die Verordnung nutzbar sind, kann zwar erst in einigen Jahren gerechnet werden. Es konnten jedoch inzwischen durch gemeinsame Anstrengungen insbesondere der betroffenen Wirtschaftskreise und wissenschaftlicher Fachinstitute (das Bundesbauministerium hat mehrere Forschungsvorhaben durchführen lassen) beim DIN nationale technische Regeln erarbeitet werden (DIN 4701, Teil 10), welche auch die für die Verordnung benötigten Kennwerte definieren, und zwar bis hin zu abgestimmten Faktoren für eine primärenergetische Bewertung der unterschiedlichen Heizsysteme und Energieträger. Für eine Anwendung der Nachweisverfahren der Verordnung liegt somit ein geeignetes Verfahren zur Bestimmung der energetischen Eigenschaften von Heizungsanlagen vor. Der Vorentwurf der vorgenannten Norm enthält eine allgemeine Berechnungsregel sowie Tabellen und vereinfachte Formeln, mit deren Hilfe für die wesentlichen in Deutschland verwendeten Systeme Aufwandszahlen für die Berechnung des Energiebedarfs bestimmbar sind.
Eine im Ansatz bereits in der geltenden Wärmeschutzverordnung enthaltene Regelung zum Wärmeschutz im Sommer wird entsprechend der technischen Fortentwicklung fortgeschrieben, verbessert und verschärft. Sie stützt sich auf die im Vorentwurf der deutschen Umsetzungsnorm DIN V 4108, Teil 6 enthaltenen rechnerischen Ansätze zur Begrenzung des Sonnenenergieeintrags. Außerdem ei-folgt für Gebäude, die nutzungsbedingt eine besondere Ausführung der Fassade und eine sommerliche Kühlung erfordern, eine Begrenzung der Kühlleistung.
Auch weiterhin sollen im Zusammenhang mit ohnehin durchzuführenden Erneuerungen (Instandsetzungen, Modernisierungen, Ersatzmaßnahmen) energetische Verbesserungen vorgeschrieben werden. Der Maßnahmenkatalog für diese bedingten Anforderungen wurde gegenüber der geitenden Wärmeschutzverordnung unter, Berücksichtigung der technischen Entwicklung erweitert, z. B. um den Tatbestand der AußenputzErneuerung. Die wirtschaftliche Vertretbarkeit ist durch unabhängige Gutachten belegt.
Soweit die Investitionsbereitschaft im Gebäudebestand durch Förderprogramme der öffentlichen Hand gestützt wird, kommt diesen bedingten Anforderungen erfahrungsgemäß verstärkte Geltung zu. Dies trifft insbesondere auf den Gebäudebestand in den neuen Bundesländern zu, wo nach wie vor ein erhöhter Modernisierungsbedarf besteht.
Im Regelungsbereich der geltenden Heizungsanlagen-Verordnung wurden bereits in der Vergangenheit einige Nachrüstungsverpflichtungen umgesetzt. Weitere Einsparpotentiale sollen hier durch Austausch bzw. Erneuerung von Heizkesseln erschlossen werden, die vor 1978 eingebaut worden sind. Eine entsprechende Vorschrift ist aufgenommen worden (§ 9 Abs. 1). Ebenso wird eine Pflicht zur nachträglichen Dämmung von Wärme- und WarmwasserverteilungseinrichtUngen eingeführt.
Insgesamt wird daran festgehalten, daß auch bei wesentlichen Änderungen bestehender Anlagen (z. B. Einbau neuer Heizkessel, neuer Wärme- und Warmwasserverteilungsleitungen, Erweiterung des Netzes, nachträglicher Einbau einer Klimaanlage usw.) insoweit die Anforderungen für neue Anlagen zu beachten sind.
Unabhängige Untersuchungen haben auch die wirtschaftliche Vertretbarkeit der nachträglichen Dämmung oberster Geschoßdecken unter nicht ausgebauten Dachräumen sowie bei Kellerdecken bestätigt. Entsprechende Nachrüstungsverpflichtungen wurden in den Verordnungsentwurf aufgenommen.
Künftig soll auch die "wesentliche Änderungen" bestehender Gebäude, d. h. wenn ein erheblicher Umfang von Modernisierungsmaßnahrnen erfolgt, mit der Aufstellung eines Energiebedarfsausweises verbunden werden.
Die vorgesehene Verschärfung der Anforderungen führt in der Regel zu einer wirtschaftlich vertretbaren Erhöhung der Gebäudekosten. Auf dem Markt werden bereits heute Niedrigenergiehäuser angeboten, die das Anforderungsniveau der vorliegenden Verordnung sogar ohne Mehrkosten erfüllen können. Die Innovationen bei Baustoffen und Bauteilen haben in den zurückliegenden Jahren zu energetisch leistungsfähigeren Produkten ohne nennenswerte Preissteigerungen geführt. Auf das Beispiel wärmeschutzverglaster Fenster sei hingewiesen.
Bei großen Wohngebäuden (insbesondere Mehrfamilienhäusern) wurden trotz deutlich höherer Anforderungen als im Bereich kleinerer Wohngebäude (insbesondere Einfamilienhäuser) die Mehraufwendungen mit nur 1 - 1,5 % der Gebäudekosten ermittelt. Für kleinere Wohngebäude ist mit Mehraufwendungen von rd. 1,5 - 2 % der Gebäudekosten zu rechnen. Die Angaben beziehen sich auf den Fall, daß die energetischen Verbesserungen allein auf der baulichen Seite erfolgen. Verbesserungen im Heizungsanlagenbereich können in der Regel bereits durch verbesserte Planungsansätze erreicht werden. Die durch die neuen Anforderungen bedingten Kostensteigerungen sind sämtlich durch umfangreiche Untersuchungen unabhängiger Gutachter sowie Erkenntnisse aus Förderprogrammen hinreichend abgesichert und belegt.
Aus unabhängigen Gutachten zur Wirtschaftlichkeit ergibt sich, daß die Mehraufwendungen deutlich innerhalb der üblichen Gebäude- und Anlagennutzungsdauern bzw. bei bestehenden Gebäuden der Restnutzungsdauern durch die laufenden Energiekosteneinsparungen generell wiedererwirtschaftet werden können, Das für die Festlegung der Anforderungen geltende "Wirtschaftlichkeitsgebot" (§ 5 und § 4 Abs. 3 des Energieeinsparungsgesetzes - EnEG) ist damit beachtet.
Der Einfluß des durch die Verordnung veranlaßten Investitionsmehraufwandes auf die Mieten und Gesamtwohnkosten neuer Gebäude kann in engen Grenzen gehalten werden. Da einige Bauprodukte von hoher energetischer Qualität künftig Standardprodukte sein werden, ist bei diesen sogar mit einer gewissen Senkung der Baupreise zu rechnen, die tendenziell auch zu Mietsenkungen, zumindest aber zu einer Stabilisierung der Preise in diesem Bereich führen können.
Wahrnehmbare Auswirkungen auf das Preisniveau, insbesondere das Verbraucherpreisniveau, können somit gering gehalten werden.
Bei Ansatz von 1,5 % Investitionskostenerhöhung und einem Hochbauvolumen von rd. 39 Mrd. DM bei Bund, Ländern und Gemeinden (1996) kann mit Mehrkosten in Höhe von jährlich rd. 585 Mio. DM gerechnet werden. Da sich der Energiebedarf der neuen Gebäude allerdings um rd. 30 % verringert, führen die Mehrkosten über eine Senkung der Energiekosten mittel- und langfristig sogar zu einer Entlastung der Haushalte.
u § 13 "Energiekennzahlen, Ausweise für Energie- und Wärmebedarf"
Durch die erfolgte Zusammenfassung der Regelungsbereiche der bisherigen Wärmeschutzverordnung und der Heizungsanlagen-Verordnung wurde eine ausführlichere Definition der Geltungsbereiche am Anfang der Verordnung erforderlich.
führt in Abhängigkeit von der Nutzung die verschiedenen Gebäudearten auf, an deren energetische Qualität (einschließlich der Heizungs-, Raumluft- und Warmwasseranlagen) die Verordnung Anforderungen stellt.
Satz 1 definiert dabei den Bereich der in der Verordnung als "Gebäude mit normalen Innentemperaturen" bezeichnet wird. Die den verschiedenen Gebäudearten vorangestellten Nummern werden im gesamten Verordnungstext auch benutzt, um differenzierte Anforderungen und Ausnahmen kurz und präzise zuzuordnen.
Satz 2 definiert den Bereich, der in der Verordnung als "Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen" bezeichnet ist.
Die Zuordnung der Gebäudearten zu diesen beiden Gruppen ist gegenüber der Einteilung in der geltenden Wärmeschutzverordnung kaum verändert. Lediglich für bestimmte Waren- und Geschäftshäuser (z. B. Selbstbedienungsläden) wurde es aufgrund der Erfahrungen im bisherigen Vollzug erforderlich, diese Gebäudearten temperaturabhängig auf die beiden Gruppen ("normale" bzw. "niedrige" Innentemperaturen) aufzuteilen.
nennt die Ausnahmen vom Geltungsbereich.
Satz 1 stellt - wie bisher - klar, daß diejenigen technischen Einrichtungen der Prozeß kette "Heizen", die sich außerhalb des Gebäudes befinden (z.B. bei Fernheizung), - mit Ausnahme von Kesseln in separaten Heizhäusern, die von der EU-Heizkesselwirkungsgradrichtlinie erfaßt sind - wegen der Ermächtigungsgrundlagen im EnEG grundsätzlich nicht Gegenstand der Regelungen dieser Verordnung sein können. Soweit Ausnahmen von der bisherigen Heizungsanlagen-Verordnung fortbestehen müssen, sind sie in Satz 1 mit erfaßt.
Satz 2 beschreibt die Ausnahmen, die im wesentlichen auch bereits zur geltenden Wärmeschutzverordnung bestehen.
In Nummer 5 und 6 werden aufgrund der praktischen Erfahrungen zwei weitere Bereiche mit besonderen Bedingungen vom Geltungsbereich der Verordnung ausgenommen.
Weitere Ausnahmen bzw. Abweichungen von Anforderungen der Verordnung, über die im Einzelfall zu entscheiden ist, sind in § 16 (z. B. für Baudenkmäler) und § 17 (Härtefälle) geregelt.
Insbesondere durch die Einbeziehung des Regelungsbereichs der bisherigen Heizungsanlagen-Verordnung wurden mehrere neue Begriffsbestimmungen wegen der damit im Zusammenhang stehenden Umsetzung der Inbetriebriahmevorschriften der EU-Heizkesselwirkungsgradrichtlinie erforderlich.
§ 3 enthält die wesentlichen Anforderungen an die Gruppe der Gebäude, die in § 1 als "Gebäude mit normalen Innentemperaturen" definiert ist.
faßt folgende drei wesentliche Anforderungen zusammen:
1.Begrenzung des Jahres-Heizenergiebedarfs (Hauptanforderung - entspricht dem rechnerischen Endenergieverbrauch)
2.Begrenzung des Jahres-Primärenergiebedarfs (Nebenanforderung zur Berücksichtigung unterschiedlicher heizungs- und energieträgerbezogener Gegebenheiten)
3.Begrenzung des Jahres-Heizwärmebedarfs (Nebenanforderung zur Erhaltung des durch die bisherige Wärmeschutzverordnung erreichten baulichen Standards).
Das Niveau der Höchstwerte für den Jahres-Heizenergiebedarf wurde entsprechend den Ergebnissen der unabhängigen Gutachten über die wirtschaftliche Vertretbarkeit der Anforderungen festgelegt. Bei diesen Untersuchungen wurde als Referenzfall für die Berücksichtigung des Heizsysterns die in Deutschland ganz überwiegend verwendeten Warmwasser-Zentralheizungen zugrunde gelegt. An diesem Referenzfall orientiert sich auch die Festlegung des Jahres-Primärenergiebedarfs.
Zu Nummer 2 (Begrenzung des Jahres-Primärenergiebedarfs):
Diese Zusatzanforderung wurde insbesondere aus Gründen der Gleichbehandlung und Sachgerechtigkeit erforderlich: Durch die der harmonisierten Normung folgenden Einbeziehung des Heizsystems in die Energiebilanzierung müssen wesentlich unterschiedliche Sachverhalte der verschiedenen Heizsysteme und Energieträger künftig auch angemessen und vertretbar berücksichtigt werden. Insbesondere waren deshalb bei der Festsetzung der Höhe dieser Nebenan-forderung folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen:
außerhalb der Gebäudegrenzen ergeben sich bei der Energieumwandlung und beim Transport in Abhängigkeit vorn jeweiligen Energieträger unterschiedliche Verluste (Primärenergiefaktor bei Heizöl und Gas von etwa 1,1 und beim Haushaltsstrom von etwa 3,0 sowie bei Fernwärme aus der Kraft-Wärrme-Kopplung von etwa 0,75;
jede konventionelle Heizungsanlage benötigt neben ihrem "Haupt-Energiebedarf- auch einen elektrischen "HilfsEnergiebedarf", der im Referenzfall bei etwa 1_-_2 % liegt.
Aufgrund dieser Gegebenheiten wurde der Jahres-Primärenergiebedarf auf 115 % des Höchstwertes für den JahresHeizenergiebedarf festgelegt.
Zu Ziffer 3. (Begrenzung des Jahres-Heizwärmebedarfs):
Durch diese weitere Nebenanforderung soll sichergestellt werden, daß der entsprechend der geltenden Wärmeschutzverordnung erreichte Wärmedämmstandard nicht unterschritten wird. Dies entspricht auch Forderungen seitens der Länderbauressorts.
Um sicherzustellen, daß die Berechnung der in Absatz 1 geregelten Begrenzungen der Energie- und Wärmebedarfe nach einheitlichen und damit vergleichbaren Regeln und Bedingungen erfolgt, sind die dafür anzuwendenden technischen Regelwerke und Festlegungen über Absatz 2 in Anhang 1 Nummern 2 und 3 in Bezug genommen. Auf ergänzende technische Regeln insbesondere für baustoff-, bauteil- und ausführungsspezifische Angaben (wie z. B. Wärmedurchgangskoeffizienten, Gesamtenergiedurchlaßgrade, anlagentechnische Verluste) kann aufgrund von § 15 der Verordnung hingewiesen werden.
enthält Anforderungen zur Begrenzung des Energiebedarfs irn Sommer. Um den Nachweisaufwand gering zu halten, sind diese Anforderungen auf Gebäude beschränkt, bei denen an einer Fassade der Fensterflächenanteil 25 % übersteigt.
Satz 2 enthält eine Öffnungsklausel für Gebäude besonderer Art und Nutzung. Es ist davon auszugehen, daß die Einhaltung der Anforderungen bei Gebäuden, die nutzungsbedingt bei den Fassaden wenig Gestaltungsspielraum lassen, von Fall zu Fall nicht möglich ist. Dies führt dann in der Praxis meist dazu, daß solche Gebäude mit raumlufttechnischen Anlagen mit Kühlfunktion (Klimaanlagen) ausgestattet werden. Die Verordnung legt für diese Fälle fest, daß die Kühlleistung nach dem Stand der Technik so gering wie möglich zu halten ist. Durch eine solche "Optimierung" auf der Bauseite können erhebliche Energieeinsparungen durch Verwendung "sanfter" Klimatechniken (z. B. adiabate Kühlung, Nachtlüftung aus Erdwärmetauschern) möglich gemacht werden. Satz 4 nimmt Klimaanlagen, die überwiegend mit erneuerbaren Energien betrieben werden, von den Anforderungen des Absatzes 3 aus.
Für Gebäude mit bestimmten Heizsysternen, die von dem den Anforderungen nach Absatz 1 zugrunde gelegten Referenzsystem (Warmwasserzentralheizung) erheblich abweichen, können die Anforderungen nach Absatz 1 an den Jahres-Heizenergiebedarf und den Jahres-Primärenergiebedarf in dieser Weise nicht gestellt werden. Für diese Gebäude wird stattdessen ausschließlich der Jahres-Heizwärmebedarf begrenzt. Die Begrenzungen sind - zur Vermeidung weiterer Anforderungstabellen - unter Bezug auf Anhang 1 Tabelle 1 (Jahres-Heizenergiebedarf) als vomHundert-Werte angegeben. Dabei sind die in Anhang 1 Nummer 1.2 vorgesehenen Zuschläge für die Warmwasserbereitung nicht einzubeziehen.
Nummer 2 ist eine begünstigende Regelung für Beheizungsformen, für die sich auch bei genauer Rechnung ein besonders geringer Jahres-Primärenergiebedarf ergeben würde. Die Regelung Soll zusätzliche Anreize zur Verwendung erneuerbarer Energien und von Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung schaffen.
Nummer 3 ist gegenüber Absatz 1 eine wirtschaftlich begründete Spezialregelung, ohne die die Errichtung von Gebäuden mit elektrischer Speicherheizung wirtschaftlich kaum möglich wäre. Der vom-Hundert-Satz wurde so festgesetzt, daß unter Berücksichtigung des hierbei anzusetzenden Energiepreises die wirtschaftliche Vertretbarkeit noch gegeben ist. Elektrische Direktheizsysteme unterliegen dagegen den allgemeinen Anforderungen nach Absatz 1.
ist die Grundlage für ein vereinfachtes Verfahren, das - ähnlich wie in der bisherigen Wärmeschutzverordnung - für kleinere Wohngebäude alternativ zum ausführlichen Energiebilanzverfahren Anwendung finden darf. Die in Anhang 1 Nummer 5 vorgegebenen Randbedingungen führen im Regelfall zu einem Anforderungsniveau, das auch bei ausführlicher Rechnung des Gebäudes (Energiebilanzierung) der Verordnung genügen würde. Die Vergleichbarkeit der vorgegebenen Anforderungsniveaus kann allerdings nur durch eine Einschränkung des Anwendungsbereiches auf einen bestimmten Bereich von Fensterflächenanteilen erreicht werden. Diese Begrenzung des Anwendungsbereiches schließt allerdings in der Praxis nur wenige Fälle aus. Das in Anhang 1 Nummer 5 festgelegte Anforderungsniveau hängt unmittelbar mit den dort ebenfalls vorgegebenen Randbedingungen bzw. Zusatzanforderungen zusammen. Entsprechende Wirtschaftlichkeitsberechnungen wurden durchgeführt.
Analog zu § 3 werden hier durch Verweis auf Anhang 2 Höchstwerte (Absatz 1) und Rechenverfahren (Absatz 2) für die Gebäudegruppe vorgegeben, die als "Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen" definiert sind. Hier wird - wie bei der geltenden Wärmeschutzverordnung - lediglich der Jahres-Transmissionswärmebedarf begrenzt, weil für diese Gebäude eine Begrenzung etwa des Jahres-Heizwärmebedarfs nicht möglich ist, weil die Luftwechselraten und insbesondere die interne Wärme nutzungsbedingt in einen weiten Spektrum schwanken können. Zu dieser Grundanforderung kommen allerdings - wie bei Gebäuden mit normalen Innentemperaturen - noch die generell geltenden Anforderungen der §§ 5, 6, 10, 11 und 13 hinzu.
Die Dichtheitsanforderungen (dauerhaft luftundurchlässiges Abdichten der wärmeübertragenden Umfassungsflächen einschließlich der Fugen und Begrenzung der Fugendurchlässigkeit von Fensterfugen) stellen - wie in der bisherigen Wärmeschutzverordnung - eine besonders wichtige Nebenanforderung dar. Durch die Einschränkung 1. entsprechend dem Stand der Technik" wird die Forderung "dauerhaft luftundurchlässig" insoweit präzisiert. Mit Satz 3 wird eine -insoweit bedingte - Anforderung an eine Dichtheitsprüfung nach Anhang 4 Nummer 2 eingeführt. Die Regelung geht zunächst davon aus, daß - trotz gewisser technischer Zwänge - eine Dichtheits-prüfung nach der Verordnung nicht ausdrücklich vorgeschrieben ist. An einen freiwilligen Nachweis der Dichtheitsüberprüfung knüpft die Verordnung dagegen an verschiedenen Stellen gewisse Anforderungserleichterungen.
stellt sicher, daß neben der geforderten Gebäudedichtheit auch Vorkehrungen zur Gewährleistung eines zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung (Verbrennungsluft) ausreichenden Luftwechsels erfolgen. Mit Satz 2 werden in Verbindung mit Anhang 4 Nummer 3 folgende Mindestanforderungen an verwendete Lüftungseinrichtungen gestellt: Sie müssen - vorbehaltlich abweichender oder zusätzlicher Anforderungen nach dem Bauordnungsrecht der Länder a) stufenlos einstellbar (d. h. auch schließbar) und leicht regulierbar sein und - 11 b) im geschlossenen Zustand den DichtheitsanforderUngen der neuen EN 12207- 1998 genügen.
Wie in der bisherigen Wärmeschutzverordnung müssen neben den Anforderungen an das Gebäude als Ganzes auch bauteilbezogene Zusatz-Anforderungen gestellt werden, um bei energetisch besonders kritischen Stellen der Außenbauteile energiesparende Mindestanforderungen sicherzustellen. Die Nachweisverfahren sowie die aus Normen entnommenen Kennwerte für Heizungsanlagen setzen implizit die Einhaltung solcher Mindestanforderungen voraus.
Die Absätze 1 und 2 enthalten keine materiellen Änderungen gegenüber der bisherigen Wärmeschutzverordnung. In Absatz 3 wurde gegenüber der bisherigen Regelung lediglich der Abstand des Heizkörpers vor den Fensterflächen präzisiert.
Absatz 4 enthält eine Mindestanforderung an den "Bereich von Rolladenkästen" (damit ist gesamte Bereich der Außenwand, in dem der Rolladenkasten integriert ist, einschließlich des Kastens gemeint) aus der bisherigen Wärmeschutzverordnung, die jetzt auf alle beheizten Gebäude ausgeweitet wird.
Absatz 5 enthält ebenfalls eine Regelung aus der bisherigen Wärmeschutzverordnung (Mindest-Wärmeschutz im Sinne bauphysikalischer Lind hygienischer Belange).
Absatz 6 schreibt erstmals vor, den Einfluß konstruktiver Wärmebrücken so gering wie möglich ("nach dem Stand der Technik") zu halten. Der noch verbleibende Einfluß der Wärmebrücken ist nach einem der in Anhang 1 Nummer 3.2 vorgegebenen Möglichkeiten zu berücksichtigen.
§ 7 enthält Anforderungen, die bei der Änderung von bestehenden Gebäuden beachtet werden müssen. Es handelt sich im wesentlichen um eine Fortschreibung aus der bisherigen Wärmeschutzverordnung.
enthält in Verbindung mit Anhang 3 bedingte Anforderungen (Begrenzung der Wärmedurchgangskoeffizienten), die bei bestimmten in Anhang 3 im einzelnen aufgeführten baulichen Maßnahmen insoweit beachtet werden müssen, wie Außenbauteile von der Baumaßnahme betroffen sind. Für diese Anforderungen braucht - wie bisher - nur der durch die Anforderungen der Verordnung veranlaßte Anteil des Investitionsaufwandes einer Wirtschafflichkeitsuntersuchung unterzogen werden; für die in Anhang 3 enthaltenen Anforderungen konnte die wirtschaftliche Vertretbarkeit nach dem EnEG nachgewiesen werden.
Satz 2 Nr. 1 enthält die Bagatellregelung zu Satz 1, die materiell der bisherigen Wärmeschutzverordnung entspricht.
Satz 2 Nrn. 2 und 3 enthalten Öffnungsklauseln für Gebäude, deren energetische Qualität nach der Änderung insgesamt dem derzeit für Neubauten geltenden Anforderungsniveau nahekommt und bei denen deshalb auf bedingte Anforderungen bei Ersatz oder Erneuerung verzichtet werden kann. Will der Bauherr hiervon Gebrauch machen, ist er allerdings gehalten, für das gesamte Gebäude den Jahres-Heizenergiebedarf zu ermitteln. Durch diese Regelung ergibt sich für diese Fälle eine größere Flexibilität. Sie soll ferner Anreize schaffen, auch bei bestehenden Gebäuden den Jahres-Heizenergiebedarf zu ermitteln und diesen in Energiebedarfsausweisen festzuhalten
soll ebenfalls zu einer vermehrten Aufstellung von Energiebedarfsausweisen für bestehende Gebäude führen. Die Hauptanwendungsfälle der hier definierten "wesentlichen Änderungen" bedingen im Regelfall - im Gegensatz zu sonstigen Modernisierungsmaßnahmen - ohnehin einen nicht unerheblichen Planungsaufwand, so daß davon ausgegangen werden kann, daß ein Energiebedarfsausweis mit wirtschaftlich vertretbarem Mehraufwand aufgestellt werden kann.
stellt klar, daß bei einer bestimmten Erweiterung des beheizten Gebäudevolumens (z. B. durch Anbauten oder Dachausbauten bzw. Aufstockungen) der neu hinzugekommene beheizte Bereich den "Neubauanforderungen" genügen muß. Die wirtschaftliche Vertretbarkeit ist auch hier gegeben.
Die Bagatellgrenze (30 m3) entspricht der in der bisherigen Wärmeschutzverordnung enthaltenen, wobei wegen der Geltung dieser Regelung auch für Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen die Angabe in "m3" erfolgte. Die Verfahrensvereinfachung in § 16 Abs. 3 für kleine Bauvolumina bis 100 m3 ist auch auf die baulichen Erweiterungen kleineren Umfanges anzuwenden.
Zu Nr. 1: Für die energetische Effizienz einer Heizungsanlage ist neben der Wärmeerzeugung auch die Wärmeverteilung von besonderer Bedeutung. Vor allem durch nicht oder nur unzureichend gedämmte Rohrleitungen und Armaturen können große Wärmeverluste entstehen, sofern sie sich in unbeheizten Räumen wie z. B. Kellerräumen befinden und ihre Wärmeabgabe nicht einem gewollten Heizzweck dient. Untersuchungen zeigen, daß der jährliche Wärmeverlust, der durch ungedämmte Verteilleitungen und Armaturen im Kellerbereich verursacht wird, bei bisher üblicher Auslegung des Rohrnetzes bis zu einem Viertel des gesamten Jahres-Heizenergieverbrauchs eines Wohngebäudes betragen kann. Solche Zustände finden sich häufig noch bei Zentralheizungen, die vor dem Inkrafttreten der ersten Heizungsanlagen-Verordnung errichtet wurden. Rohrdämmungen sollen daher nachgerüstet werden, soweit dazu keine auf wendigen Vor- oder Nacharbeiten (Aufbrechen und Wiederherstellen von Verkleidungen, Installationsschächten usw.) erforderlich sind.
Zu Nr. 2 : - In Heizungsanlagen, die vor dem Inkrafttreten der ersten HeizungsanlagenVerordnung (1.10.1978) errichtet bzw. in Betrieb genommen wurden, sind nach statistischen Angaben (Statistik aus der Überwachungstätigkeit nach der 1. BImSchV, der Verordnung über Kleinfeuerungsanlagen) noch rd. 3 Mio. veraltete Heizkessel in Betrieb. Die Brennstoffausnutzung und damit die energetische Qualität dieser Kessel ist im Vergleich zum heutigen Standard im allgemeinen schlechter, da sie u. a. häufig überdimensioniert und nur unzureichend gegen Wärmeverluste gedämmt sind. Durch den Einbau neuer CE-gekennzeichneter Kessel kann der Energieverbrauch dieser veralteten Heizungsanlagen im Durchschnitt um etwa 20 % gesenkt werden. Das hiermit erschließbare CO2Minderungspotential wird auf insgesamt rd. 7,5 - 9 Mio. t/a geschätzt.
Für die Nachrüstungen nach Absatz l ist eine ausreichende Übergangsfrist bis Ende des Jahres 2005 vorgesehen. Dadurch sollen auch die eventuellen Auswirkungen der Anforderungen auf die Preise der Produkte und Mieten verringert werden.
Für Heizkessel, die z. B. aufgrund der Anforderungen der 1. B1mSchV in den letzten Jahren durch Brennererneuerung verbessert wurden, ist aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Verhältnismäßigkeit die Nachrüstfrist um 3 Jahre verlängert. Ebenfalls aus Wirtschaftlichkeitsgründen gilt die Nachrüstverpflichtung als erfüllt, wenn die Anlage mit NT- oder Brennwertkessel ausgestattet ist - auch wenn diese Kessel noch nicht der CE-Kennzeichnung unterlagen.
Ungedämmte, zugängliche, aber nicht begehbare oberste Geschoßdecken bilden ein Potential für Energiesparmaßnahmen, das häufig im Rahmen von Erneuerungen nach § 7 nicht erschlossen wird. Bedingte Anforderungen nach § 7 greifen in der Regel nicht, da hier vom Gebäudeeigentümer nur selten Maßnahmen nach Anhang 3 Nrn. 1 bis 5 ergriffen werden. Begehbare Decken wurden ausgenommen, weil hier die Wirtschaftlichkeit aufgrund einer bestehenden Nutzung des Dachraumes (z. B. als Abstell- oder Trockenraum) oder eines später-en Ausbaus des Dachraumes unter Umständen nicht gegeben ist.
Die Dämmung der obersten Geschoßdecken ist nach vorliegenden Untersuchungen eine der wirtschaftlichsten Maßnahmen zur Energieeinsparung im Bestand. Deshalb wird diese Nachrüstmaßnahrne (mit entsprechender Fristsetzung) gefordert.
Vorliegende gutachterliche Untersuchungen zeigen auch für die nachträgliche Dämmung zugänglicher Kellerdecken eine ausreichende Wirtschaftlichkeit, die es rechtfertigt, diese Maßnahme innerhalb einer angemessenen Frist allgemein zu fordern. Ein Vorbehalt hinsichtlich baupolizeilicher Vorgaben ist hier jedoch unverzichtbar: Eine nachträgliche Dämmung dieser Decken ist nicht immer ohne weiteres mit der geforderten Mindesthöhe der Räume oder mit Brandschutzvorschriften vereinbar.
In den rechnerischen Nachweisen des Jahres-Heizenergiebedarfs und Jahres-Transmissionswärmebedarfs ist die Anlagentechnik mit einbezogen. Während der Lebensdauer der Außenbauteile bzw. Gebäudehülle stehen jedoch viele Komponenten der Anlagentechnik - in der Regel sogar mehrfach - zur Erneuerung an. Deshalb ist sicherzustellen, daß bei iesen Erneuerungsmaßnahmen eine mindestens gleichwertige Technik zum Einsatz kommt und somit die energetische Qualität des Gebäudes nicht verschlechtert wird. Es ist davon auszugehen, daß derartige Maßnahmen, die bei der Errichtung des Gebäudes wirtschaftlich waren, in der Regel auch anläßlich einer Erneuerung - z. B. eines Austausches des Heizkessels - wirtschaftlich sind, zumal im Bereich der Anlagentechnik eine stetige Verbesserung der angebotenen Technik zu beobachten ist. Diese Überlegungen treffen entsprechend auch für das Verschlechterungsverbot für die Außenbauteile (z. B. Dächer, Fenster und Außenwände) zu.
Satz 1 enthält eine Anforderung zur Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft von solchen Einrichtungen, deren positiver Einfluß auf den Energiebedarf bei der Errichtung des Gebäudes im Nachweis berücksichtigt wurde. Bei vielen dieser Einrichtungen, insbesondere solchen zur Nutzung erneuerbarer Energien, könnte ansonsten bei einem Ausfall eine Reparatur unterlassen werden, was zur Erhöhung des Energiebedarfs des Gebäudes führen würde.
Damit die Anforderung aber nicht zu einem Hemmnis für die Anwendung neuer Techniken und regenerativer Energien führt und um eine vertretbare Flexibilität zu ermöglichen, sollen die Gebäudeeigentümer nicht gezwungen werden, derartige Einrichtungen unbegrenzt betreiben zu müssen. Statt dessen soll es ausreichen, wenn ein energetischer Ausgleich durch andere bauliche oder anlagentechnische Maßnahmen erfolgt.
Die Regelungen enthalten energetische Mindestanforderungen für Heizungs- und Warmwasseranlagen. Hierzu wurden, soweit dies technisch erforderlich, wirtschaftlich vertretbar und rechtlich/gemeinschaftsrechtlich zulässig ist, die bewährten Anforderungen aus der bisherigen Heizungsanlagen-Verordnung übernommen. Sie gelten - wie bisher -für
die Errichtung neuer Anlagen zur Inbetriebnahme in Neubauten
den erstmaligen Einbau von (neuen) Anlagen in bestehende Gebäuden sowie
den Ersatz oder die Erneuerung bestehender Anlagen oder Anlagenkomponenten.
übernimmt die bestehenden Regelungen zur Umsetzung der EU-Heizkesselwirkungsgradrichtlinie für die Inbetriebnahme von Heizkesseln aus der bisherigen Heizungsanlagen-Verordnung. Die zusätzlichen Regelungen für die Verwendung von Standardheizkessel in Absatz 2 aus der Heizungsanlagen-Verordnung wurden überarbeitet, um gemeinschaftsrechtlichen Bedenken der Europäischen Kommission Rechnung zu tragen. Auf das grundsätzliche Verbot von Standard-heizkesseln bei Neubauten (§ 3 Abs. 1 der bisherigen Heizungsanlagen-Verordnung) wurde daher verzichtet. Dies erscheint vertretbar, weil nach der vorliegenden Verordnung die Qualität des Heizkessels in die Nachweisrechnung mit eingeht und somit im Falle der Verwendung eines Standardheizkessels die damit verbundene geringere Energieeffizienz der Anlage an anderer Stelle z. B. durch Verbesserungen am Gebäude aufgefangen werden müßte. Bei bestehenden Gebäuden soll der Einsatz von Standardheizkesseln dann möglich sein, wenn die Heizungsanlage Vorkehrungen enthält, die die Auswirkungen der geringeren Effizienz dieser Kessel abmindern.
Der Energiebedarf raumlufttechnischer Anlagen wird zum einen durch das Lastprofil (Luftwechselzahl, sensible und latente Wärmelasten, abzuführende Geruchs- und Schadstofflasten) und die planerische Anpassung der Anlage an dieses Lastprofil, zum anderen aber durch die Art der ablaufenden Prozesse und ihre Regelung sowie durch die Effizienz der Hauptbauteile und den Strömungswiderstand der Luftkanäle bestimmt. Zwar gibt es derzeit und wohl auch in den nächsten Jahren noch keine anerkannten technischen Regeln für derartige energiebedarfsbestimmende und Leistungsmerkmale dieser Anlagen. Die Anforderungen können insoweit und so lange jedoch auf andere für die jeweiligen Anlagen einschlägige technische Regeln gestützt werden.
Sobald für die Planung und Ausführung derartiger Anlagen anerkannte Regeln der Technik vorliegen, wird darauf nach § 15 Abs. 1 in Bekanntmachungen hingewiesen.
Für Wohnungs-Lüftungsanlagen, insbesondere mit Wärmerückgewinnung, wurden 1997 Arbeiten an einer umfassenden Norm über die Energieeffizienz aufgenommen, die in 2 bis 4 Jahren zu einer europäischen Norm führen dürften (CEN-TC 156).
Absätze 1 bis 3 und 6
stellen eine Fortschreibung der Regelung aus § 12 der- geltenden Wärmeschutzverordnung dar. Der Wortlaut wurde im wesentlichen lediglich an die neue Anforderungsstruktur angepaßt. An die Stelle des Wärmebedarfsausweises tritt jetzt für die Gebäude mit normalen Innentemperaturen der Energiebedarfsausweis. Es ist beabsichtigt, bei der ebenfalls erforderlichen Anpassung der allgemeinen Verwaltungsvorschrift, auch Regelungen aufzunehmen, wonach bei Gebäuden mit normalen Innentemperaturen sowohl der Jahres-Heizwärmebedarf als auch seine Aufteilung auf die einzelnen Energieträger und der Jahres-Primärenergiebedarf anzugeben ist. Dadurch wird die Transparenz dahingehend vergrößert, daß Bauherr und Nutzer (z. B. Mieter) ihre Entscheidungen in Kenntnis des rechnerischen Endenergieverbrauchs und der Energiekosten sowie der Zur Beheizung und Belüftung des erforderlichen Endenergie- und Primärenergieaufwandes treffen können.
enthalten Regelungen für die zum Zwecke der Transparenzverbesserung vorgesehene, freiwillige Verwendung von Energieverbrauchszahlen mit den entsprechenden Vergleichszahlen, zu deren Bekanntgabe die federführenden Bundesministerien verpflichtet werden.
Diese Vorschrift enthält - wie bisher - die erforderliche Abgrenzungsregelung für Gebäude mit gemischter Nutzung.
enthält das auf § 5 Abs. 3 Energieinsparungsgesetz gestützte Instrument zum deklaratorischen Hinweis auf Regeln der Technik. Hiervon soll insbesondere hinsichtlich neu erscheinender technischer Normen zur Bestimmung energiebezogener Produkt-, Bauteil- oder Systemeigenschaften Gebrauch gemacht werden. Die Beibehaltung dieser Klausel für den Hinweis auf anzuwendende Regeln der Technik ist vor allem deshalb weiter erforderlich, weil einschlägige nationale technische Regeln in den nächsten Jahren schrittweise durch europäische technische Normen abgelöst werden, die dann anerkannte Regeln der Technik" darstellen, die wiederum bei Berechnungen nach dieser Verordnung angewendet werden sollen.
Enthält hinsichtlich der nach dieser Verordnung anzuwendenden Regeln der Technik die gemeinschaftsrechtlich erforderliche Gleichwertigkeitsklausel für Regeln der anderen Partnerstaaten. Dabei wird der gebräuchliche, auch von den europäischen Partnern akzeptierte Wortlaut verwendet.
Die Vorschrift behandelt nur den Fall, daß keine Regeln der Technik vorhanden sind, nach denen eine Bewertung insbesondere künftiger Baustoffe oder Bauteile zum Zwecke des Wärmeschutzes möglich ist. Auf Grund der europäischen Bauprodu ktenrichtlinie und des nationalen Bauproduktengesetzes wird in den nächsten Jahren das System der nationalen Regeln der Technik durch ein System der europäischen Regeln der Technik abgelöst. Werden dabei keine Angaben zum Wärmeschutz gemacht, kann es dazu kommen, daß für die Bewertung der wärmetechnischen Eigenschaften einzelner Produkte keine für die Rechnungen nach dieser Verordnung geeignete Regeln der Technik vorliegen. Nur für diesen Fall soll die Bundesregierung die Möglichkeit erhalten, in Form einer Allgemeinen Verwaltungsvorschrift mit Zustimmung des Bundesrates die dann anzuwendenden Regeln der Technik zur wärmetechnischen Bewertung der Bauprodukte festzulegen.
Generell wirkende Ausnahmetatbestände sind in § 1 Abs. 2 (Geltungsbereich) geregelt. Mehrere bisher in der Wärmeschutzverordnung und der HeizungsanlagenVerordnung als "Ausnahmen" geführte Regelungen erübrigen sich bereits durch die entsprechende Abgrenzung im Geltungsbereich der neuen Verordnung. In § 16 sind dagegen noch diejenigen Ausnahmen geregelt, die eine Beteiligung der zuständigen Stellen im Einzelfall erfordern. Es handelt sich insbesondere um Ausnahmen zugunsten des Denkmalschutzes sowie die sogenannte Technologieklausel (Absatz 2). Zur Erleichterung und Vereinheitlichung des Vollzugs wird in Absatz 2 die Bundesregierung zurn Erlaß einer allgemeinen Verwaltungsvortschrift ermächtigt, die der Zustimmung des Bundesrates bedarf.
Bei sehr kleinen Gebäudevolumina (z. B. Anbauten, freistehende Wachgebäude u. ä.) ist eine Ausnahme gerechtfertigt, weil ansonsten regelmäßig für diese Gebäudegruppe Fälle auftreten, bei denen keine wirtschaftliche Ausführung möglich ist.
Die Härtefallregelung ist durch § 5 Abs. 2 EnEG vorgegeben.
(Bußgeldtatbestände werden später formuliert).
Die Übergangsregelungen entsprechen denen vorangegangener Fassungen der energiesparrechtlichen Verordnungen.
Wegen der Einbindung der europäischen Partner (Notifizierungsverfahren) ist das tatsächliche Datum der Verkündung der Verordnung schwer voraussehbar. Damit dennoch eine angemessene Übergangsfrist für, die betroffenen Kreise sichergestellt werden kann, wird das Inkrafttreten an das Datum der Verkündung gebunden. Vorschriften, in denen zum Erlaß von Allgemeinen Verwaltungsvorschriften ermächtigt wird, müssen dagegen unmittelbar nach Verkündung in Kraft treten. Die Wärmeschutzverordnung vom 16. August 1994 und die Heizungsanlagen-Verordnung vom 4. Mai 1998 werden durch die vorliegende Verordnung ersetzt.
Anhang 1 enthält folgende wesentliche, den verfügenden Teil der Verordnung ergänzende Regelungsbereiche:
Tabelle 1 mit den Höchstwerten des Jahres-Heizenergiebedarfs - sowie die Vorgaben über die Zuschläge für die Warmwasserbereitung bei Wohngebäuden,
Nummer 2 mit der Bestimmung der anzuwendenden Rechenverfahren (Verweis auf DIN EN 832 und DIN V 4108 Teil 6),
Nummer 3 mit der Festlegung von einheitlichen Randbedingungen für die Anwendung der Rechenverfahren (insbesondere in Tabelle 2) und
Nummer 5 mit dern vereinfachtes Nachweisverfahren für kleinere Wohngebäude.
In Nummer l werden in Tabelle 1 die Höchstwerte des Jahres-Heizenergiebedarfs vorgegeben. Die Höhe dieser Hauptanforderung der Verordnung wurde aufgrund der Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen festgelegt. Zulässige Überschreitungen der Höchstwerte zur Berücksichtigung des für die Warmwasserbereitung erforderlichen Energiebedarfs sind in Nummer 1.2 geregelt. Die Höchstwerte sind - wie in der bisherigen Wärmeschutzverordnung -in tabellarischer Form und in Abhängigkeit vom bekannten A/Ve (wärmeübertragende Umfassungsfläche zum beheizte[-) Gebäudevolumen) angegeben. Für die genauere Berechnung im Einzelfall sind - wie bisher - zusätzlich Interpolationsgleichungen angegeben. Die in Spalte 2 enthaltenen Höchstwerte lassen sich durch Multiplikation mit 1/0, 32 in die flächenbezogenen Höchstwerte der Spalte 3 mrechnen; materielle Unterschiede entstehen daher in der Regel bei der Wahl des einen oder des anderen Bezugssystems nicht.
regelt die Berücksichtigung von Bedarfswerten für die Warmwasserbereitung bei Wohngebäuden. Aufgrund der Baupraxis kann davon ausgegangen werden, daß bei neu zu errichtenden Wohngebäuden stets warmes Wasser bereitzustellen ist, und zwar entweder zentral mit Speicherung oder dezentral mit Geräten zur direkten Warmwasserbereitung (Durchlauferhitzer der Kleinspeicher). Im Falle der zentralen, mit der Heizung gekoppelten Warmwasserbereitung wird die Auslegung und Größe des Jahresnutzungsgrades des Wärmeerzeugers -insbesondere bei niedrigem Heizwärmebedarf - deutlich von der Warmwasserbereitung mitbestimmt. Auch der Nutzwärmebedarf für große Verteilnetze bei Mehrfamilienhäusern konnte nach vorliegenden Erkenntnissen nicht unberücksichtigt bleiben. In der Regelung sind deshalb entsprechende Zuschläge vorgesehen. Weitere Verlustanteile (Speicher- und Verteilverluste, Bereitschaftsverluste des Wärmeerzeugers außerhalb der Heizzeit) sind von der Gebäudegröße abhängig. Diese Verlustanteile werden deshalb in der Regelung als Funktion des Verhältnisses A/Ve angegeben. Die alternativ angegebenen Zuschläge für den Fall der flächenbezogenen Berechnung führen zu entsprechenden Ergebnissen.
Bei Gebäuden mit dezentraler, direkter Warmwasserbereitung oder Warmwasserbereitung mit Kleinspeicher, die nicht mit der Heizung gekoppelt ist, bestehen dagegen die vorgenannten Abhängigkeiten nicht, so daß es gerechtfertigt ist, derartige Warmwasserbereitungssysteme bei der Berechnung des Jahres-Heizenergiebedarfs nicht zu berücksichtigen. Allerdings müssen diese Gebäude als Energiebedarf für die Warmwasserbereitung die in der Verordnung vorgegebenen festen Werte im Energiebedarfsausweis angeben.
Bei Nicht-Wohngebäuden ist - soweit überhaupt Warmwasser bereitzustellen ist -, eine Angabe des Energiebedarfs für die Warmwasserbereitung wegen der großen Unterschiede dieser Gebäude und des Fehlens gesicherter Erkenntnisse nicht möglich; von einer Berücksichtigung bei der Bedarfsermittlung wird deshalb abgesehen.
Nummer 1.3 (Definition der Bezugsgrößen)
Hier sind die für die Höchstwerte wesentlichen Bezugsgrößen: wärmeübertragende Umfassungsfläche A, beheiztes Gebäudevolumen Ve, das Verhältnis A/Ve und die Gebäudenutzfläche (AN) teilweise unter Verweis auf technische Normen definiert. Die Kenngröße "beheiztes Gebäudevolumen" wird in den Rechenverfahren nach DIN EN 832 nicht verwendet Lind muß deshalb hier gesondert definiert werden. Gleiches gilt für die Bezugsgröße AN.
Zu Nummer 2 (Rechenverfahren für Jahres-Heizenergiebedarf und Jahres-Heizwärmebedarf):
Im Interesse der gebotenen Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit wird hier bestimmt, daß als Rechenverfahren für den Nachweis der Einhaltung der vorgegebenen Höchstwerte die europäische Norm DIN EN 832 in Verbindung mit der nationalen Umsetzungsnorm DIN V 4108 Teil 6 anzuwenden sind. Diese technischen Regeln werden starr in Bezug genommen. Die Berechnung des Jahres-Heizenergiebedarfs erfolgt danach durch Bilanzierung der beteiligten "Gewinn" Lind "Verlust"-Größen. Das Berechnungsverfahren basiert auf einer Energiebilanz im stationären Zustand unter Berücksichtigung der nutzbaren internen Lind solaren Wärmegewinne. Die Berechnungsgleichung wird hier in zwei äquivalenten Schreibweisen angegeben. Die zweite Schreibweise entspricht derjenigen der deutschen Vornorm DIN 4701 Teil 10, mit deren Hilfe die verschiedenen Heizungssysteme durch Aufwandszahlen bewertet werden. (Diese Regel wird mit Rücksicht auf die in Arbeit befindlichen europäischen Normen nicht starr in Bezug genommen, sondern durch einen Hinweis nach § 15 (1).)
Nach Nummer 2.2 ist der Jahres-Heizwärmebedarf entsprechend den in Bezug genommenen Normen DIN EN 832:1998 in Verbindung mit DIN V 4108 Teil 6: 1999-00 nach dem Monatsbilanzverfahren oder dem Heizperiodenbilanzverfahren zu ermitteln. Beide Verfahren können gleichberechtigt angewendet werden. Das Monatsbilanzverfahren erfaßt die Randbedingungen genauer und bilanziert exakter. Das Heizperiodenbilanzverfahren weicht mit seinen Ergebnissen nur geringfügig und "auf der sicheren Seite liegend" davon ab. Die notwendigen nationalen Festlegungen und Vereinfachungen für das Heizperiodenbilanzverfahren stellt die nationale Norm DIN V 4108 Teil 6 zur Verfügung. Die europäische Norm EN 832 schließt eine solche Bilanzierungsmethode ausdrücklich ein.
Zu Nummer 3 (Randbedingungen)
Zur Anwendung der Rechenverfahren (Monats- oder Heizperiodenbilanzierung) werden verschiedene Randbedingungen benötigt, die die europäische Norm 832 nicht zur Verfügung stellt, sondern ausdrücklich auf nationale Festlegungen hierzu verweist. Die erforderlichen wesentlichen Randbedingungen sind in der deutschen Umsetzungsnorm DIN V 4108 Teil 6 geregelt. In Anhang 1 Tabelle 3 der Verordnung sind allerdings zur Erleichterung der Handhabung folgende wesentlichen Randbedingungen zusätzlich dargelegt: mittlere Gebäudeinnentemperaturen, Luftwechselraten und mittlere interne Wärmegewinne. Zu den Festlegungen der Randbedingungen im einzelnen:
Die Klimadaten, sind vom deutschen Wetterdienst ermittelt und in der Norm DIN V 4108 Teil 6 dargestellt. Um bundesweit ein einheitliches Anforderungsniveau sicherzustellen, sind für den Nachweis durchschnittliche Daten eines mittleren Standortes angegeben.
Die mittlere Gebäudeinnentemperatur von 19 °C bei normal beheizten Gebäuden gibt die reale durchschnittliche Innentemperatur des Gebäudes wieder. Sie schließt auch ein, daß verschiedene Räume über längere Zeit nicht beheizt werden oder bei längerer Abwesenheit deutlich verminderte Temperaturen auftreten. Bei dieser Festlegung wurde eine Nachtabsenkung des Heizungsbetriebs nicht berücksichtigt. Der Praxis entsprechend ist für Krankenhäuser, Pflegeheime u. ä. eine mittlere Innentemperatur von 23 °C festgelegt.
Die Luftwechselrate von n = 0,7 h-1 bei freier Fensterlüftung beschreibt den durchschnittlichen Lüftungswärmebedarf in Deutschland. Dem Wert liegen umfangreiche Messungen und rechnerische Ermittlungen zugrunde. Wegen der besonderen Bedeutung der Gebäudedichtheit für die Energieeinsparung ist es gerechtfertigt, für ausreichend dichte Gebäude (mit einem Dichtheitsnachweis mittels der Blower-door-Methode) eine geringere Luftwechselrate (n = 0,6 h1) festzulegen.
Die mittleren internen Wärmegewinne liegen für Wohngebäude in der Größenordnung der europäischen Empfehlung (5 W/m2) durch die Norm DIN EN 832. Für Büro und Verwaltungsgebäude können wegen der verstärkten Wärmeabgabe der Bürotechnik 20 % erhöhte Werte zum Ansatz gebracht werden. In dem Wert für Wohngebäude sind die nutzbaren Gewinne aus der Warmwasserbereitung mit berücksichtigt, soweit diese zentral erfolgt.
Das beheizte Luftvolumen kann aus den konkreten Innenmaßen oder vereinfacht aus dem Gebäudevolumen Ve nach den in der Verordnung angegebenen Werten ermittelt werden.
Da auch bei gut gedämmten Gebäuden, konstruktive Wärmebrücken durch entsprechende Gestaltung zwar gering gehalten, aber kaum ganz vermieden werden können, wird vorgegeben, wie der noch verbleibende Einfluß der Wärmebrücken bei dem Berechnungsverfahren zu berücksichtigen ist. Dazu stellt die Verordnung drei Alternativen zur Verfügung. Zwar ist ein genauer, aber aufwendiger Nachweis aller Wärmebrücken nach den Regeln der Technik zulässig. Der Planer hat jedoch die Möglichkeit, auf die angebotenen pauschalen Zuschlagswerte zurückzugreifen, deren Höhe davon abhängig ist, ob die angegebenen Voraussetzungen (Einhaltung der wärmebrückenarmen "Konstruktionsbeispiele aus der DIN 4108") erfüllt sind oder nicht.
Zu Nummer 3.3
Durch diese Regelung zur besonderen Berücksichtigung der solaren Wärmegewinne wird sichergestellt, daß die Errichtung mehrerer gleichartiger Gebäude (z. B. Fertighäuser) nach denselben Plänen und Berechnungen nicht behindert wird. Soweit die Fensterflächenanteile der Gebäude nicht wesentlich vom üblichen Maß abweichen, hat diese Sonderregelung keine nennenswerten Auswirkungen auf die Ausführung der Gebäude.
Zu Nummer 4 ("Voraussetzungen für die Anrechnung mechanisch betriebener Lüftungsanlagen")
Hier sind die Bedingungen geregelt, die an die Anrechnung von energiebedarfsenkenden Eigenschaften von Lüftungsanlagen bei der Berechnung des Jahres-Heizenergiebedarfs zu stellen sind. Eine generelle Anrechnung der Einflüsse von Lüftungsanlagen ohne solche Bedingungen wäre nicht vertretbar, weil solche Anlagen bei unsachgemäßer Planung auch zu einer Erhöhung des Energiebedarfs führen können.
Es wird davon ausgegangen, daß die von der Regelung erfaßten Lüftungseinrichtungen (Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung sowie selbsttätig regelnde Einzellüfter und Systeme aus selbsttätig regelnden Einzellüftern und Zuluftelementen) so lange auch Gegenstand von allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen nach dem Bauproduktenrecht sind, bis geeignete Regeln der Technik als Grundlage für die Festlegung der energiesparrelevanten Eigenschaften dieser Bauprodukte vorliegen. Für Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung wird an einer europäischen Norm gearbeitet.
Entsprechend der europäischen Berechnungsnorm DIN EN 832 soll im Rahmen des Jahres-Heizwärmebedarfs (Qh) für mechanische Lüftungsanlagen mit oder ohne Wärmerückgewinnung die Anrechnung eines verringerten Lüftungswärmebedarfs zulässig sein, Ferner soll der Effekt bedarfsgeregelter Abluftanlagen anrechenbar sein. Es wird sichergestellt, daß diese Anlagen als Voraussetzung für eine solche Anrechnung gewissen, in Anhang 1 Nr. 4 aufgeführten Mindestanforderungen genügen. Dies ist wirtschaftlich vertretbar Lind stellt kein unzulässiges Handelshemmnis für derartige Anlagen dar.
Zu Nummer 5 ("Vereinfachtes Verfahren für kleine Wohngebäude")
Nummer 5 enthält die anlagentechnischen Vorgaben und Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten der, Außenbauteile für ein vereinfachtes Nachweisverfahren. Die Anforderungen sind so gestaltet, daß bestimmte Ausführungen der Anlagentechnik (Tabelle 3) mit bestimmten Ausführungen der Außenbauteile (Tabelle 4) des Gebäudes kombiniert werden können. Dies ist möglich, indem zunächst eine Anlagenausführung nach Tabelle 3 und darin die maximal zulässigen Wärmedurchgangskoeffizienten der Außenbauteile aus Tabelle 4 ausgewählt werden oder umgekehrt.
Die Zahl der möglichen Anlagenausführungen Mußte aus Praktikabilitätsgründen deutlich eingeschränkt werden. Es wurden deshalb die am meisten verbreiteten Konstruktionen ausgewählt. Das in den Tabellen gewählte Anforderungsniveau ist nach den zugrunde liegenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen im engen Zusammenhang mit den jeweils unter den Tabellen angegebenen zusätzlichen RandbedingUngen (insbesondere Standort des Wärmeerzeugers, Dämmung des Verteilungsnetzes, Zirkulationsleitungen und Gesamtdurchlassgrade der Verglasungen) und mit der Vorgabe des Fensterflächenanteils nach Ziffer 5.3. zu sehen.
Nummer 5.3 (Fensterflächenanteil)
enthält eine Berechnungsvorschrift für den Fensterflächenanteil, weil eine solche Rechenregel, die auch Dachflächenfenster mit einbezieht, im technischen Regelwerk nicht vorhanden ist.
Nummer 5.4 ("Zusätzliche Bestimmung des Jahres-Heizenergiebedarfs und des Jahres-Primärenergiebedarfs")
Auch für Gebäude, die nach dem vereinfachten Nachweisverfahren errichtet werden, sollen Aussagen über den JahresHeizenergie- und den Primärenergiebedarf in Energiebedarfsausweisen festgehalten werden. Die dafür erforderlichen zusätzlichen Rechenschritte (Ermittlung des A/Ve-Verhältnisses) erscheinen wirtschaftlich vertretbar.
Die in Tabelle 1 enthaltenen, gegenüber der geltenden Wärmeschutzverordnung geänderten Höchstwerte und die Berechnungsgrundlagen stellen im wesentlichen eine redaktionelle Anpassung an die Berechnung nach DIN EN 832 und die Neuerungen in Anhang 1 dar. Nach vorliegenden Erkenntnissen ist eine Verschärfung der einzelnen Anforderungen aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht vertretbar. Hinsichtlich der Gradtagszahl von Gebäuden lag die Berechnung der bisherigen Regelung an der unteren Grenze des hier betrachteten Spektrums der Innentemperaturen. Aufgrund der in § 1 enthaltenen Anpassungen erscheint es gerechtfertigt, die Festlegung der Höchstwerte künftig an einer (mittleren) Innentemperatur von 150 C zu orientieren. Daraus folgt, daß der Faktor für die Berücksichtigung der Heizgradtagszahl FGt sich gegenüber der geltenden Wärmeschutzverordnung zugrunde liegenden Formel deutlich erhöht.
Auch die Indizes Lind die Berechnungsvorschrift wurden redaktionell an DIN EN 832 angeglichen. Die bisherigen
Abminderungsfaktoren finden sich künftig im deutschen Umsetzungsdokument zu DIN EN 832. Materiell ist damit keine Änderung verbunden.
spezifiziert die bedingten Bauteilanforderungen für den Gebäudebestand gemäß § 7. Die Tatbestände hinsichtlich der Erneuerung wurden gegenüber der geltenden Wärmeschutzverordnung weiter differenziert und das Anforderungsniveau zum Teil angepasst und verschärft. Überprüfungen haben gezeigt, daß eine Reihe von Maßnahmen bei Kopplung der Ausführung an eine "Ohnehin-Maßnahme" der Instandsetzung, Modernisierung oder des Ersatzes bei bestehenden Gebäuden wirtschaftlich vertretbar sind. Dies betrifft auch alle Maßnahmen, für die in der geltenden Wärmeschutzverordnung bereits bedingte Anforderungen enthalten waren.
Neu ist der Tatbestand der Außenputzerneuerung. Untersuchungen zeigen, daß die Außenputzerneuerung mit ihren Positionen Gerüsterstellung, Putzabschlagen, Fassadenreinigung, Entsorgung, Neuverputz, Herstellung von Anschlüssen und Fensterbänken zwar eine relativ teure Sanierungsmaßnahme ist. Alternativ zur Putzerneuerung kann die Sanierung der Außenhaut jedoch auch durch Aufbringen eines Wärmedämmverbundsystems erfolgen. Dies kann in der Regel mit nur etwa 35 % Zusatzkosten gegenüber der ohnehin durchzuführenden Maßnahme realisiert werden. Wird eine Dämmstoffdicke von etwa 10 cm angenommen, kann unter Berücksichtigung der vorhandenen Bauteile der Wärmedurchgangskoeffizient der gedämmten Wand in der Regel auf 0,3 W/(m2 x K) verbessert werden. Diese Zusatzkosten amortisieren sich in der Regel innerhalb von 10 Jahren. Sie sind praktisch für alle verputzten Gebäude, die vor 1994 errichtet und bisher nicht ausreichend wärmegedämmt waren, wirtschaftlich vertretbar.
Das Anforderungsniveau (technische Vorgaben und Höchstwerte in Tabelle 1) für Außendämmaßnahmen wurde leicht angehoben und üblichen, am Markt befindlichen Dämmtechniken angepaßt. Es ist je nach energetischer Qualität der bestehenden Bauteile mit einem Einbau von etwa 8 - 10 cm Dämmstoff zu erreichen.
Neben der Erneuerung ganzer Fenster wurden auch Tatbestände berücksichtigt, bei denen das Altfenster zum Teil oder ganz erhalten bleibt. Verbund- und Kastenfenster sind in vielen Fällen geeignet, moderne Verglasungen aufzunehmen und bestehende Rahmen weiter zu nutzen. Die Anforderungen wurden leicht verschärft. Dabei wurde der Tatsache Rechnung getragen, daß die vom Verbraucher heute am meisten verlangten MehrscheibenIsolierverglasungen Wärmedurchgangskoeffizienten von 1,1 - 1,3 W/(m2 K) aufweisen.
Bei hoch gedämmten Konstruktionen stellt die Außentür einen Schwachpunkt dar. Viele Türenhersteller haben deshalb reagiert und bieten entsprechend wärmegedämmte Außentürprofile an. Es ist deshalb wirtschaftlich vertretbar, hier erstmals Mindestanforderungen festzulegen.
Da Flach- und Steildächer große konstruktive Unterschiede aufweisen, die auch zu unterschiedlichen Wirtschaftlichkeiten bei der Sanierung führen, wurden beide Fälle getrennt geregelt. Die Tatbestände einer Steildacherneuerung wurden dahingehend erweitert, daß auch eine Erneuerung der Innenverschalung sowie der Abseitenwände eindeutig unter die Anforderungen fällt. Das Anforderungsniveau wurde gegenüber der geltenden Wärmeschutzverordnung nicht verändert. Bei der Dämmung von Flachdächern lassen sich dagegen leicht höhere Anforderungen mit hoher Wirtschaftlichkeit umsetzen
Die Tatbestände, insbesondere hinsichtlich der Erneuerung von Bauteilen für Keller wurden erweitert. Bei der Feuchtesanierung von Kellerwänden durch das Anbringen von Feuchtigkeitssperren oder den Einbau von Dränagen ist es technisch sinnvoll* und wirtschaftlich vertretbar, dies mit Wärmedämmaßnahmen zu koppeln. Das Anbringen einer Perimeterdämmung ist wirtschaftlich, wenn die Kellerwände aus Vollsteinen, Natursteinen oder in Beton ausgeführt sind. Auch beim innenseitigen Ausbau des Kellers sind Wärmedämmmaßnahmen (z. B. durch leichte Ständerwandsysteme oder das Ankleben von Gipskartonverbundplatten mit Dämmung) wirtschaftlich vertretbar. Auch die unterste Geschoßdecke gegen den unbeheizten Keller läßt sich in der Regel dämmen. Dies ist sowohl von der Warmseite (Fußbodenaufbau) als auch von der Kaltseite (Kellerdecke) her möglich. Die Anforderungen für die außenseitige Erneuerung der Kellerwand (z. B. Perimeterdämmung) und die Dämmung der Kellerdecke wurden gegenüber der geltenden Wärmeschutzverordnung leicht verschärft, da dies wirtschaftlich vertretbar ist.
Bestehende Gebäude sind im Vergleich zum heutigen Stand der Technik oft nicht ausreichend dicht ausgeführt. Damit ergeben sich durch Ex- und Infiltration insbesondere bei höheren Windgeschwindigkeiten hohe Energieverluste. In der Folge können auch Bauschäden nicht ausgeschlossen werden. Es ist deshalb gerechtfertigt, bei bestimmten Bauteilerneuerungen und auf diese Bereiche begrenzt den Einbau einer luftdichten Schicht und dichte Bauteilanschlüsse zu verlangen.
Zu Anhang 4 "Anforderungen an die Dichtheit"
Das Anforderungsniveau zur Fugendurchlässigkeit von Fenstern und Fenstertüren wurde gegenüber der geltenden Wärmeschutzverordnung nicht verändert. In Tabelle 1 wurde lediglich der Bezug zu einer neuen harmonisierten Norm hergestellt.
Sofern - wie bisher - eine Überprüfung der Dichtheit des gesamten Gebäudes erfolgt, soll dies auch künftig unter Einhaltung gewisser Randbedingungen geschehen. Inzwischen stehen Prüfverfahren zur Verfügung, die es ermöglichen, die Dichtheit des Gebäudes (bei Mehrfamilienhäusern oder Bürohochhäusern ggf. etagenweise) zu bestimmen. Das verwendete "Blower-door-Verfahren" ist international genormt Lind soll in Kürze durch eine europäische Norm ergänzt werden. Die Einteilung in die Anforderungsklassen in Tabelle 1 beruhen auf nationalen und internationalen Erfahrungswerten und sind auf die DIN V 4108 Teil 7 "Luftdichtheit von Bauteilen und Anschlüssen" abgestützt.
Stellt sicher, daß neben den Dichtheitsanforderungen im Interesse der Gesundheit und Beheizung (notwendige Verbrennungsluft) auch eine ausreichende Lufterneuerung erfolgen kann. Sofern dazu mechanische Lüftungseinrichtungen eingesetzt werden, sollen diese allerdings den dargelegten Mindestanforderungen genügen.
Die weitgehend aus der geltenden Heizungsanlagen-Verordnung übernommenen Anforderungen wurden im Lichte der Erfahrungen aus der praktischen Anwendung überarbeitet und die Tabelle 1 entsprechend neu gestaltet.
Rohrleitungen innerhalb wärmegedämmter beheizter Räume (z. B. auf der Wand verlegte Rohre), deren Wärmeabgabe von den Nutzern beeinflußbar ist, können - wie bisher - ungedämmt verlegt werden. Dies gilt auch für Rohrleitungen in Bauteilen zwischen beheizten Räumen, wenn diese zu ein- und derselben Nutzungseinheit gehören.
Dagegen müssen Rohrleitungen, die in Bauteilen zwischen beheizten Räumen mehrerer Nutzer verlegt werden, künftig grundsätzlich gedämmt werden. Damit wird die für mindestens einen Nutzer unkontrollierbare Wärmeabgabe begrenzt, die gerade bei hoch wärmegedämmten Gebäuden über ein erträgliches Maß hinausgehen Lind zu einem energetisch ungünstigen Lüftungsverhalten führen kann. Liegen solche Rohrleitungen im Fußbodenaufbau, ist eine Dämmschicht mit einer Mindestdicke von 6 mm zulässig. Durch diese Erleichterung soll gewährleistet werden, daß vor allem Heizkörperanschlußrohre auch weiterhin kostensparend im üblichen Fußbodenaufbau untergebracht werden können.
Die Mindestdämmschichtdicke wurde bislang gemäß Heizungsanlagen-Verordnung auf die jeweilige, durch Normung festgelegte Nennweite bezogen. Bei Rohrleitungen, deren Nennweite nicht durch Normung bestimmt war, mußte anstelle der Nennweite der Außendurchmesser eingesetzt werden. Dadurch ergaben sich bei dickwandigen Kunststoffrohren, die nicht genormt sind, größere und damit teurere Dämmschichten als bei dünnwandigen Rohren aus Kupfer oder Stahl. Zudem könnten die erhöhten Gesamtdurchmesser derart gedämmter Kunststoffrohre zu vergleichsweise aufwendigen Bauteilanforderungen führen. Die bisherigen Anforderungen wurden daher von der EGKommission als Handelshemmnisse für Hersteller von Kunststoffrohren gerügt.
Diesen Erkenntnissen wird im vorliegenden Entwurf dadurch Rechnung getragen, daß sich die Mindestdämmschichtdicken künftig auf die jeweiligen Innendurchmesser beziehen und durch die Öffnungsklausel in Nummer 3 die Möglichkeit geschaffen ist, die Dicke der außen anzubringenden Dämmschicht durch Berücksichtigung der Dämmwirkung auch der Rohrwand zu verringern. Außerdem ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, daß in § 15 Abs. 2 des Entwurfs die mit den europäischen Partnern abgestimmte Gleichwertigkeitsklausel in die Verordnung aufgenommen worden ist.
Energieeinsparverordnung: Schlussentwurf vorgestellt
Für die geplante Energieeinsparverordnung (EnEV) liegt der Schlussentwurf vor. Bundeswirtschaftsminister Dr. Werner Müller und Bundesbauminister Kurt Bodewig haben den Entwurf am 29. November 2000 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Verordnung ist ein wichtiger Baustein in der Klimaschutzstrategie der Bundesregierung. Die Verordnung soll an Stelle der bisherigen Wärmeschutzverordnung (WSVO) und Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV) treten und dazu beitragen, den Energieverbrauch im Gebäudebereich nachhaltig zu reduzieren.
Die EnEV wird den Niedrigenergiehaus-Standard zur Regel machen, indem der Heizenergiebedarf von Neubauten um rund 30 Prozent gegenüber den gegenwärtigen Anforderungen gesenkt wird. Für den Gebäudebestand ist unter anderem vorgesehen, dass innerhalb einer Übergangsfrist, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebauten, besonders ineffizienten Heizkessel zu ersetzen sind. In den nächsten Wochen stehen Gespräche mit den Bundesländern sowie den Fachverbänden über den Referentenentwurf an.
Quelle: Pressemitteilung vom 29. November 2000 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie
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