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Timestamp: 2019-05-25 14:38:24+00:00

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BVerwG, 16.10.2013 - 8 CN 1.12 - dejure.org
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BVerwG, 16.10.2013 - 8 CN 1.12 (https://dejure.org/2013,27755)
BVerwG, Entscheidung vom 16.10.2013 - 8 CN 1.12 (https://dejure.org/2013,27755)
BVerwG, Entscheidung vom 16. Januar 2013 - 8 CN 1.12 (https://dejure.org/2013,27755)
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ILO-Konvention 182; GG Art. 12 Abs. 1, Art. ... 20 Abs. 3, Art. 28 Abs. 2, Art. 73 Abs. 1 Nr. 5, Art. 74 Abs. 1 Nr. 11; Verfassung Bayern Art. 149 Abs. 1 Satz 1; GO Bayern Art. 23 Satz 1, Art. 24 Abs. 1 Nr. 1; Bestattungsgesetz Bayern Art. 8 Abs. 1 und 9
Friedhofssatzung; Grabmale; Verwendungsverbot; Kinderarbeit, ausbeuterisch; Steinmetzbetrieb; Tätigkeit, gewerbliche; Berufsausübungsfreiheit; Gemeinschaft, örtliche; Angelegenheit; Gemeinde; Selbstverwaltung; Rechtsstaatsprinzip; Bestimmtheit; Normenklarheit; Gesetzesvorbehalt; Verhältnismäßigkeitsgrundsatz; Nachweis.
ILO-Konvention 182
Art 12 Abs 1 GG, Art 20 Abs 3 GG, Art 28 Abs 2 GG, Art 73 Abs 1 Nr 5 GG, Art 74 Abs 1 Nr 11 GG
Verwendungsverbot für Grabmale aus ausbeuterischer Kinderarbeit in städtischer Friedhofssatzung nur aufgrund gesetzlicher Regelung; zum Gebot der Normenklarheit und hinreichenden Bestimmtheit; Einschränkung der Berufsausübungsfreiheit von Steinmetzen
Regelung einer städtischen Friedhofssatzung als Benutzungsregelung des kommunalen Friedhofs bzgl. Herstellung von aufgestellten Grabmalen ohne ausbeuterische Kinderarbeit; Eingeräumte allgemeine Satzungsbefugnis der Kommunen zur Regelung der Benutzung ihrer öffentlichen Einrichtungen
Verwendungsverbot für Grabmale aus ausbeuterischer Kinderarbeit in städtischer Friedhofssatzung nur aufgrund gesetzlicher Regelung
Verwendungsverbot für Grabmale aus ausbeuterischer Kinderarbeit
Berufsausübungsfreiheit - Steinmetze dürfen Grabsteine aus Kinderarbeit verwenden
Friedhofsatzung mit Beschränkung auf "kinderarbeitsfreie" Grabmale verstößt ohne Nachweisregelung gegen das Gebot der Normenklarheit
Verwendungsverbot für Grabmale aus ausbeuterischer Kinderarbeit - nur aufgrund gesetzlicher Regelung
Verwaltungsrecht - Verwendungsverbot für Grabmale aus ausbeuterischer Kinderarbeit in städtischer Friedhofssatzung bedarf einer gesetzlicher Regelung nach Art. 12 Abs. 1 S. 2 GG
Verwendungsverbot für Grabmale aus ausbeuterischer Kinderarbeit in städtischer Friedhofssatzung
Kampf gegen Kinderarbeit ist Sache des Gesetzgebers
Art. 12 Abs. 1, Art. 20 Abs. 3, Art. 28 Abs. 2 GG
Keine Satzungsregelung zur Bekämpfung der Kinderarbeit
VGH Bayern, 27.07.2009 - 4 N 09.1300
VGH Bayern, 27.07.2009 - 4 NE 09.1301
BVerwG, 07.01.2010 - 7 BN 2.09
VGH Bayern, 06.07.2012 - 4 N 11.2673
BVerwGE 148, 133
NVwZ 2014, 527
DÖV 2014, 345
b) In der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Urt. v. 16.10.2013 - 8 CN 1/12 -, Leitsatz 3, juris) ist geklärt, dass die den Kommunen eingeräumte allgemeine Satzungsbefugnis sowie die Befugnis, die Benutzung ihrer öffentlichen Einrichtungen zu regeln, keine ausreichende Ermächtigungsgrundlage darstellen, um einen Eingriff in die durch Art. 12 Abs. 1 GG geschützte Berufsausübungsfreiheit zu rechtfertigen.
Dies bedeutet nicht, dass sich die erforderlichen Vorgaben ohne weiteres aus dem Wortlaut des Gesetzes ergeben müssten; es genügt, dass sie sich mit Hilfe allgemeiner Auslegungsgrundsätze erschließen lassen, insbesondere aus Zweck, Sinnzusammenhang und Vorgeschichte der Regelung (…vgl. BVerfGE 82, 209 - Juris Rn. 65; BVerwG, Urteil vom 16.10.2013 - 8 CN 1/12 -, Juris Rn. 26).
Dessen ungeachtet folgt aus dem Vorbehalt des Parlamentsgesetzes der Grundsatz, dass der Gesetzgeber seinen Einfluss auf den Inhalt des zu erlassenden Satzungsrechts nicht gänzlich preisgeben darf (zum Ganzen: BVerfG, Beschlüsse vom 9. Mai 1972 - 1 BvR 518/62 und 308/64 - BVerfGE 33, 125 , vom 22. Juni 1977 - 1 BvL 23/75 - BVerfGE 45, 393 und vom 13. Juli 2004 - 1 BvR 1298/94 u.a. - BVerfGE 111, 191 ;… BVerwG, Urteile vom 25. Januar 2006 - 8 C 13.05 - BVerwGE 125, 68 Rn. 13 und vom 16. Oktober 2013 - 8 CN 1.12 - BVerwGE 148, 133 Rn. 26 f.).
Vergleiche zur Frage der Gesetzgebungskompetenz des Landes für die Regelung des § 15 Abs. 3 BestattG BW: BVerwG, Urt. v. 16.10.2013 - 8 CN 1/12 -, NVwZ 2014, 527.(Rn.43).
Anders als im vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 16.10.2013 - 8 CN 1.12 - entschiedenen bayerischen Fall bestehe in Baden-Württemberg mit § 15 Abs. 3 BestattG eine ausreichende gesetzliche Grundlage.
Der Senat folgt insoweit den Ausführungen im Urteil des Bundesverwaltungsgericht vom 16. Oktober 2013 zur Friedhofssatzung der Stadt Nürnberg (vgl. BVerwG, Urt. v. 16.10.2013 - 8 CN 1.12 - juris, Rn. 19; ebenso zur Gesetzgebungskompetenz die Bundesregierung, vgl. BT-Drucks. 16/14091, S. 2; Lorenzmeier BayVBl. 2011, 485 ; Kaltenborn/Reit NVwZ 2012, 925 ; a.A. Hoppe LKV 2010, 497 ).
Solche Regelungen betreffen Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft, für die die Gemeinden Satzungen nach § 4 GemO erlassen können (vgl. zu Bayern: BVerwG, Urt. v. 16.10.2013, a.a.O., Rn. 17; ebenso bereits Lorenzmeier BayVBl. 2011, 485 ; Kaltenborn/Reit NVwZ 2012, 925 ; a.A. Misera/Kessler KommJur 2009, 52 ).
Mit § 15 Abs. 3 BestattG hat der Gesetzgeber selbst die vom Parlamentsvorbehalt erforderte grundlegende Entscheidung getroffen, dass die Berufsfreiheit der Steinmetze nach Art. 12 Abs. 1 GG, in die Satzungsregelungen wie die streitige eingreifen, gegenüber dem Gemeinschaftsinteresse zurücktreten muss, dadurch dass auf Friedhöfen ein Verwendungsverbot für Grabsteine und Grabeinfassungen erlassen werden kann, die nicht nachweislich aus fairem Handel stammen und ohne ausbeuterische Kinderarbeit im Sinne der ILO-Konvention 182 hergestellt sind (vgl. hierzu BVerwG, Urt. v. 16.10.2013, a.a.O., Rn. 25 ff.).
Der Senat kann offen lassen, ob im Anschluss an das Bundesverwaltungsgericht der Gesetzgeber auch das erforderliche Nachweissystem wegen seiner Bedeutung für die Grundrechtsausübung jedenfalls in seinen Grundzügen selbst regeln muss (vgl. BVerwG, Urt. v. 16.10.2013, a.a.O., Rn. 29; zweifelnd: Lorenzmeier BayVBl. 2011, 485 ; Kaltenborn/Reit NVwZ 2012, 925 ; je m.w.N.).
An verlässlichen Nachweismöglichkeiten fehlt es, wie bereits das Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 16. Oktober 2013 festgestellt hat (vgl. BVerwG, Urt. v. 16.10.2013, a.a.O., Rn. 22) und wovon auch die Beteiligten hier übereinstimmend ausgehen, bisher.
Dieser Gesetzesvorbehalt erlaubt Eingriffe in die Berufsfreiheit nur auf der Grundlage einer gesetzlichen Regelung, die Umfang und Grenzen des Eingriffs deutlich erkennen lässt (st. Rspr., vgl. nur BVerwG, Urt. v. 16.10.2013, a.a.O., Rn. 26, m.w.N.).
Macht ein Beschwerdeführer vor einem Landesverfassungsgericht geltend, in einem landesrechtlicher Regelung zugänglichen Bereich seien spezifische Landesgrundrechte verletzt, die nicht Maßstab der sachlichen Prüfung durch das Bundesgericht sein konnten, beruht insoweit die geltend gemachte rechtliche Beschwer nicht auf der Ausübung von Staatsgewalt des Bundes, sondern des Landes (vgl. BVerwG, Urteil vom 16.10.2013 - 8 CN 1/12 -, Juris Rn. 13 ff.;… Bay. VerfGH, Entscheidung vom 7.10.2011 - Vf. 32-VI-10 -, Juris Rn. 15 und 18 ff.).
vgl. zur allgemeinen kommunalrechtlichen Satzungsermächtigung BVerwG, Urteil vom 16. Oktober 2013, a. a. O., Rdn. 28.
Vom Normgeber wird verlangt, die Rechtsvorschriften so genau zu fassen, wie dies nach der Eigenart der zu ordnenden Lebenssachverhalte mit Rücksicht auf den Normzweck möglich ist (BVerwG, Urteil 16. Oktober 2013 - 8 CN 1.12 - BVerwGE 148, 133 Rn. 21 m.w.N.).
BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 -, juris Rn. 71; BVerwG, Urteil vom 16. Oktober 2013 - 8 CN 1.12 -, juris Rn. 21 f.
Durch die den Beteiligten bekannten Urteile des Senats zu einem Verwendungsverbot für Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit in der Friedhofssatzung der Stadt Kehl (…vgl. Senat, Urt. v. 29.04.2014 - 1 S 1458/12 - VBlBW 2014, 462) und des Bundesverwaltungsgerichts zu einer vergleichbaren Bestimmung in der Bestattungs- und Friedhofssatzung der Stadt Nürnberg (vgl. BVerwG, Urt. v. 16.10.2013 - 8 CN 1.12 - BVerwGE 148, 133) sind die rechtlichen Maßstäbe für die Überprüfung der hier streitigen Bestimmung hinreichend geklärt.
Von erheblicher Bedeutung für den verabschiedeten Gesetzestext in § 4a der nordrhein-westfälischen Bestattungsgesetzes war das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Verfahren 8 CN 1.12 (…vgl. Bericht der Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter an die Landtagsauschüsse vom 04.03.2014 [Vorlage 16/1681, S. 4] und Bericht und Beschlussempfehlung des Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales vom 27.06.2014 [LT-Drs. 16/6138]).
StGH Baden-Württemberg, 02.02.2015 - 1 VB 48/14
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VG Regensburg, 11.02.2016 - 5 K 15.511
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References: Art. 12
 Art. 28
 Art. 73
 Art. 74
 Art. 149
 Art. 23
 Art. 24
 Art. 8
 Art. 12

Art. 12
 Art. 20
 Art. 28
 Art. 12
 § 15
 § 15
 § 4
 § 15
 Art. 12
 § 4