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Timestamp: 2013-12-09 04:23:59+00:00

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Wie finanziere ich die Hilfen f�r mein Kind?
NEU seit 2012: Die Familienpflegezeit Servicetelefon Wege zur Pflege: 01801 – 50 70 90 (kostenpfl.) www.wege-zur-pflege.de und www.familien-pflege-zeit.de. Die Familienpflegezeit ermöglicht Beschäftigten, die nahe Angehörige zu Hause pflegen, Pflege und Beruf besser zu vereinbaren. Sie können ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 15 Stunden reduzieren. So können beispielsweise Vollzeitbeschäftigte ihre Arbeitszeit halbieren – und das bei einem Gehalt von 75 % des bisherigen regelmäßigen Bruttoeinkommens. Zum Ausgleich müssen sie im Anschluss an die Pflegephase wieder voll arbeiten, bekommen aber weiterhin nur 75 % des Gehalts, bis der Vorschuss nachgearbeitet ist. Die Aufstockung des Arbeitsentgelts während der Pflegephase kann durch ein zinsloses Darlehen refinanziert wer-den, das Arbeitgeber beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) beantragen können. Die Rentenansprüche sind für den Beschäftigten etwa auf dem Niveau der Vollzeitbeschäftigung durch Beitrags-zahlungen aus dem reduzierten Gehalt und Leistungen der Pflegeversiche-rung in der Familienpflegezeit.Wer kann Familienpflegezeit wahrnehmen?Beschäftigte, die die Familienpflegezeit wahrnehmen möchten, benötigen die Zustimmung ihres Arbeitgebers. Ist dieser einverstanden, bedarf es einer schriftlichen Vereinbarung zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern. Ein Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit besteht nicht. (Quelle: www.familien-pflege-zeit.de) Sozialleistungen zur Finanzierung der Pflege und Betreuung behinderter Kinder Für Familien bedeutet das Zusammenleben mit behinderten Kindern eine Bereicherung. Sie erfüllen ihre Aufgaben äußerst verantwortungsvoll und mit großer Selbständigkeit. Gleichzeitig bedeutet dies für sie jedoch eine ständige hohe Belastung. Die so wichtigen sozialen Netzwerke mit Großeltern, Freunden und Nachbarn sind nur schwer aufzubauen und zu erhalten, da viele Menschen aus dem engeren sozialen Umfeld es sich nicht zutrauen, ersatzweise auch einmal die Betreuung eines behinderten Kindes zu übernehmen. Zur Entlastung bzw. Unterstützung der Familien und zur Förderung einer gleichberechtigten Teilhabe der behinderten Kinder am Leben in der Gemeinschaft gibt es deshalb vielfältige Angebote, die teils für die Eltern kostenfrei sind, teils aber auch über Sozialleistungen finanziert werden können. Die möglichen Sozialleistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) sind nachfolgend kurz dargestellt.
a) Haushaltshilfe nach § 38 SGB V erhalten Versicherte, wenn ihnen wegen
• medizinischen Vorsorgemaßnahmen (z.B. Kur)
• häuslicher Krankenpflege
• medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen
• Mütter-Kur /Müttergenesungs-Kur
• in ihrem Haushalt ein Kind (auch Pflegekind) lebt, das behindert und auf Hilfe angewiesen ist
• und eine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt nicht weiterführen kann
• bei stationärer Aufnahme eines Elternteils
Haushaltshilfe ist grundsätzlich eine Sachleistung. Scheidet für das behinderte Kind eine Weiterführung des Haushalts aus, weil:
• eine andere im Haushalt lebende Person nicht vorhanden oder wegen der Art und Schwere der Behinderung hierzu nicht in der Lage ist
• der Haushalt z. B. wegen der Behinderung des Kindes auch durch eine selbst beschaffte Haushaltshilfe nicht weiter geführt werden kann und
• die Krankenkasse auch keine Haushaltshilfe stellt, hat die Krankenkasse in angemessener Höhe Erstattungsleistungen auch für die Unterbringung des behinderten Kindes im Heim zu erbringen.
b) Pflegesachleistung nach § 36 SGB XI erhalten Pflegebedürftige bei häuslicher Pflege für • die Grundpflege und • hauswirtschaftliche Versorgung
wenn die Leistungen durch ambulante Pflegeeinrichtungen, die mit der Pflegekasse einen Versorgungsvertrag abgeschlossen haben oder geeignete Pflegekräfte, die von der Pflegekasse angestellt sind, erbracht werden. Leistung:
Bei Inanspruchnahme der häuslichen Pflegehilfe können Sachleistungen bis zu einem Maximalwert von monatlich • 450 € in Pflegestufe I
• 1.100 € in Pflegestufe II
• 1.550 € in Pflegestufe III von der Pflegekasse beansprucht werden. c) Pflegegeld für selbstbeschaffte Pflegehilfen nach § 37 SGB XI können Pflegebedürftige anstelle der der Pflegesachleistung nach § 36 SGB XI beantragen. Leistung: Pflegebedürftige erhalten monatlich • 235 € in der Pflegestufe I
• 440 € in der Pflegestufe II
• 700 € in der Pflegestufe III
wenn sie sich mit dem entsprechenden Pflegegeld die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung in geeigneter Weise selbst sicherstellen. d) Verhinderungspflege (häusliche Pflege) nach § 39 SGB XI wird von der Pflegekasse gewährt, wenn eine Pflegeperson wegen
• Krankheit oder
• Auch die Verhinderungspflege ist dem Grunde nach eine Sachleistung und richtet sich zunächst auf die Sicherstellung der Pflege im Haushalt.
• Stellt die Pflegekasse die Ersatzpflege nicht durch eigene Angebote sicher, können diese auch z. B. in einem Behindertenwohnheim erbracht werden.
• Die Leistung ist gesetzlich begrenzt auf die Dauer von 28 Tagen und 1.550 € je Kalenderjahr. Eine Begrenzung der Leistung auf kalendertäglich 1/28 ist nicht zulässig.
Ausgenommen von einer Erstattung sind jedoch Kosten für die Unterkunft und Verpflegung sowie die Fahrtkosten.
Voraussetzung: Eine Leistung kommt nur in Betracht, wenn der behinderte Mensch mind. in Pflegestufe I eingestuft ist und sie/er vor der ersten Verhinderung mind. 6 Monate in ihrer/seiner häuslichen Umgebung gepflegt wurde.	e) Kurzzeitpflege nach § 42 SGB XI
Auf Kurzzeitpflege besteht Anspruch, wenn
• häusliche oder teilstationäre Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden kann.
Die Leistungen sind begrenzt auf
• höchstens vier Wochen und bis zu 1.510 € je Kalenderjahr.
• Kurzzeitpflege ist bei erwachsenen Menschen mit Behinderung nur in Einrichtungen zulässig, die die Voraussetzungen nach § 71 Abs. 2 SGB XI erfüllen und für die ein Versorgungsvertrag besteht (Pflegeeinrichtungen). Bei Kindern bis zum 18. Lebensjahr wird die Kurzzeitpflege auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe gewährt.
Persönliche Voraussetzung ist, dass der Pflegebedürftige mindestens in Pflegestufe I eingestuft ist.
f) Leistungen für Pflegebedürftige mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf nach § 45b SGBXI
Mit dem Pflegeleistungsergänzungsgesetz wurden zusätzliche Leistungen der Pflegeversicherungen eingeführt, wenn der Pflegebedürftige zu Hause gepflegt wird und bei dem ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist.
Die Leistungen betragen je nach Umfang des erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarfs mtl. 100 € oder 200 € und können, wenn sie nicht ausgeschöpft werden, in das Folgejahr übertragen werden. Sie werden auch an Personen gewährt werden, die einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung haben, der nicht das Ausmaß der Pflegestufe I erreicht und eine geistige Behinderung oder psychischen Erkrankungen haben, wodurch die Alltagskompetenz dauerhaft erheblich eingeschränkt ist. Die Leistungen sind zweckgebunden und dienen zur Entlastung der pflegenden Angehörigen. Zusätzliche Betreuungsleistungen können für die Erstattung von Aufwendungen bei Inanspruchnahme von Tages- oder Nachtpflege sowie Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Die Leistungen werden erbracht bei Inanspruchnahme von • Betreuungsgruppen für Menschen mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf
• Kreisen von Helferinnen und Helfern zur stundenweisen Entlastung pflegender Angehöriger im häuslichen Bereich
• Vermittlungsdiensten für Betreuungsleistungen für Pflegebedürftige mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf • Tagesbetreuung in Kleingruppen (Tagesmuttermodell) oder Einzelbetreuung
• Familienentlastenden Diensten
Aufgabe der Sozialhilfe ist es, den Leistungsberechtigten die Führung eines menschenwürdigen Lebens zu ermöglichen. Die Sozialhilfe umfasst u. a. auch die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen und die Hilfe zur Pflege sowie die jeweils gebotene Beratung und Unterstützung. Die für die jeweilige Leistung entsprechenden Sozialhilfeanträge erhalten Sie beim Amt für Soziales und Senioren. Sie können diese auch telefonisch anfordern. Kontakt:
Amt für Soziales und Senioren, Fischmarkt 2, 69117 Heidelberg, T 06221 5837000, F 06221 5838900, E-mail: sozialamt@heidelberg.de
Eingliederungshilfe für geistig, körperlich oder mehrfach behinderte Kinder
Personen, die durch eine Behinderung wesentlich in ihrer Fähigkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben, eingeschränkt oder von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind, erhalten nach §§ 53 ff SGB XII Leistungen der Eingliederungshilfe, wenn und solange nach der Besonderheit des Einzelfalls, insbesondere nach Art und Schwere der Behinderung, Aussicht besteht, dass die Aufgabe der Eingliederungshilfe erfüllt werden kann.
• Versorgung mit Hilfsmitteln, die nicht von der Krankenkasse oder anderen vorrangigen Sozialleistungsträgern gewährt werden
• Heilpädagogische Leistungen für Kinder im Vorschulalter
• Hilfen zur Förderung der Integration in Kindergärten und allgemein bildenden Schulen
• Übernahme der Kosten im Schulkindergarten „Pusteblume“ in Heidelberg und der Stephen-Hawking-Schule in Neckargemünd
• Kurzzeitunterbringung zur Vermeidung eines Heimaufenthaltes und zur notwendigen Entlastung der Betreuungspersonen
• Sonstige Hilfen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.
Eingliederungshilfe wird wie alle anderen Sozialhilfeleistungen auch nachrangig gewährt. Deshalb müssen Leistungen von Angehörigen oder anderer Sozialleistungsträger vorrangig in Anspruch genommen werden. Auch sind einige Leistungen der Eingliederungshilfe vom Einkommen und Vermögen der behinderten Menschen bzw. derer Eltern abhängig. Kontakt: Stadt Heidelberg: Amt für Soziales und Senioren, Fischmarkt 2, 69117 Heidelberg, Frau Karola Pracht, T 06221 5837330, F 5848510, E-mail Karola.Pracht@Heidelberg.de
Zu den Leistungen der Hilfe zur Pflege (§§ 61 ff SGB XII) gehören u. a. • Häusliche Pflege
• Kurzzeitpflege Diese werden jedoch nachrangig gewährt. Vorrangig sind insbesondere die Leistungen nach dem SGB XI wie oben dargestellt in Anspruch zu nehmen.
Kontakt: Stadt Heidelberg: Amt für Soziales und Senioren, Fischmarkt 2, 69117 Heidelberg, Herr Wellenreuther, T 06221 5837450, E-mail: Thomas.Wellenreuther@Heidelberg.de, jugendamt@heidelberg.de Landesblindenhilfe
Die Landesblindenhilfe beträgt bei volljährigen Blinden monatlich 409,03 €, bei minderjährigen Blinden monatlich 204,52 €. Werden zusätzlich Leistungen der Pflegekasse bezogen, werden diese in gesetzlich festgelegtem Umfang auf die Landesblindenhilfe angerechnet. Kontakt: Stadt Heidelberg: Amt für Soziales und Senioren, Fischmarkt 2, 69117 Heidelberg, Herr Wellenreuther, T 06221 5837450, E-mail: Thomas.Wellenreuther@Heidelberg.de
Jugendhilfe nach dem SGB VIII Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
Nach § 35a SGB VIII haben Kinder oder Jugendliche Anspruch auf Eingliederungshilfe, wenn:
2. daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist. Der Hilfebedarf, das heißt die Notwendigkeit und Geeignetheit einer Hilfe, sowie deren Art und Umfang, wird in einem Hilfeplanverfahren, an dem die Eltern beteiligt sind, geprüft und festgelegt. Grundlegend für die Hilfegewährung ist hierbei ein kinder- und jugendpsychiatrisches Gutachten, da für die Hilfeentscheidung Informationen über die seelische Gesundheit des Kindes benötigt werden, die nur ein Facharzt beurteilen kann. Zu diesem Zweck hat der beteiligte Facharzt ein standardisiertes Formblatt auszufüllen. Neben der ärztlichen Feststellung der medizinischen Voraussetzungen für eine Eingliederungshilfe stellt der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) des Kinder- und Jugendamtes fest, ob und in welchem Ausmaß das betreffende Kind in seiner Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Wird eine Eingliederungshilfe eingeleitet, werden zukünftig in regelmäßigen halbjährlichen Abständen in Form von mit allen Beteiligten durchzuführenden Hilfeplangesprächen der Verlauf der Maßnahmen und Ziele der Hilfe überprüft und fortgeschrieben. Bei teilstationären (z.B.: Betreuung des Kindes in einer Tagesgruppe) und stationären Hilfen prüft das Kinder- und Jugendamt, ob die Eltern – in Abhängigkeit von deren Einkommensverhältnissen – einen Kostenbeitrag zu der gewährten Hilfe leisten müssen.
Die Leistungen für seelisch behinderte Menschen richten sich nach § 53 ff SGB XII, soweit diese Bestimmungen auch für seelische Behinderungen Anwendung finden. Die Antragsformulare erhalten Bürger/innen der Stadt Heidelberg beim Kinder- und Jugendamt der Stadt Heidelberg. Dort werden sie auch beraten und unterstützt.
Kontakt: Stadt Heidelberg: Kinder- und Jugendamt, Friedrich-Ebert-Platz 3,
69117 Heidelberg, T 06221 5831510, F 5848510, E-mail: jugendamt@heidelberg.de

References: § 38
 § 36
 § 37
 § 36
 § 39
 § 42
 § 71
 § 45
 § 35
 § 53