Source: https://www.arbeitsrechte.de/arbeitgeber-verweigert-urlaub/
Timestamp: 2019-01-24 13:27:19+00:00

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Arbeitgeber verweigert Urlaub: Was tun? - Arbeitsrecht 2019
Home Arbeitgeber verweigert Urlaub: Was kann ich tun?
Es ist eine ärgerliche Situation: Der lang geplante Urlaub ist endlich gebucht, doch der Arbeitgeber verweigert unerwartet den Urlaubsantrag. Muss der Arbeitnehmer dies hinnehmen und seine Urlaubspläne aufgeben?
Chef verweigert Urlaub: Was können Angestellte unternehmen?
Kann der Arbeitgeber den Urlaub verweigern? Wann können Arbeitnehmer ihren Urlaubsanspruch nicht nach ihren Wünschen geltend machen?
Kurz & knapp: Arbeitgeber verweigert Urlaub
Urlaubsanträge dürfen nur aus dringenden betrieblichen Gründen abgelehnt werden.
Eine Störung des Arbeitsalltags durch die Abwesenheit des Arbeitnehmers ist kein ausreichender Grund für eine Urlaubsverweigerung.
Verweigert ein Arbeitgeber seinem Angestellten Urlaub, muss er diesen zu einem späteren Zeitpunkt gewähren.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann eine Urlaubsverweigerung durch den Arbeitgeber möglich ist und was Sie als Arbeitnehmer bei einer Ablehnung des Urlaubsantrags tun können.
1 Kurz & knapp: Arbeitgeber verweigert Urlaub
2 Arbeitgeber verweigert Urlaub: Darf er das?
2.1 Arbeitgeber lehnt Urlaub ab: mögliche Gründe
3 Mein Arbeitgeber verweigert meinen Urlaub – was kann ich tun?
3.1 Ihr Arbeitgeber verweigert den Urlaub nach der Kündigung?
Arbeitgeber verweigert Urlaub: Darf er das?
Arbeitgeber verweigert Urlaub: Das ist nur aus dringenden betrieblichen Gründen möglich!
Damit ein Mitarbeiter Urlaub nehmen kann, muss dieser von seinem Chef genehmigt werden. Eigenmächtiger Urlaubsantritt stellt eine Pflichtverletzung des Arbeitnehmers dar und kann ein Abmahnung oder sogar eine Kündigung rechtfertigen.
Aber darf der Arbeitgeber den Urlaub verweigern, wenn sein Angestellter den Antrag stellt? § 7 des Bundesurlaubsgesetzes (BurlG) legt fest, dass bei der Festlegung des Urlaubs die Wünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen sind. Dies bedeutet, dass die Mitarbeiter grundsätzlich selbst entscheiden dürfen, wann im Jahr sie ihre Urlaubstage nehmen.
Allerdings gibt es eine Einschränkung: Eine Ablehnung vom Urlaub kann aus betrieblichen Gründen zulässig sein, wenn diese zwingend sind.
Arbeitgeber lehnt Urlaub ab: mögliche Gründe
Die Ablehnung vom Urlaubsantrag durch den Arbeitgeber ist zulässig, wenn dringende betriebliche Belange dem Urlaubswunsch des Arbeitnehmers entgegenstehen. Solche Gründe können sein:
die fristgerechte Erfüllung eines Auftrags
personelle Engpässe, z. B. weil alle Angestellten gleichzeitig Urlaub machen wollen
Abschluss- und Inventurarbeiten
ein erhöhtes Arbeitsvolumen
Dass die Abwesenheit des Mitarbeiters eine Störung des Betriebsablaufs verursacht, ist in der Regel kein ausreichender Grund für eine Urlaubsablehnung.
Wenn aus betrieblichen Gründen ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter verweigert, Urlaub zu nehmen, muss er diesen zu einem anderen Zeitpunkt genehmigen. Zudem sollte die Ablehnung vom Urlaubsantrag schriftlich erfolgen und die entsprechenden betrieblichen Gründe anführen, warum der Urlaub verweigert wurde.
Mein Arbeitgeber verweigert meinen Urlaub – was kann ich tun?
Die Ablehnung des Urlaubsantrags stellt meist eine unangenehme Überraschung für den Angestellten dar – besonders wenn er fest mit den Urlaubstagen gerechnet und die freie Zeit bereits verplant hat. Gibt es also eine Möglichkeit, etwas gegen die Urlaubsverweigerung zu unternehmen?
Ihr Arbeitgeber verweigert grundlos Ihren Urlaub? Weisen Sie ihn auf das Bundesurlaubsgesetz hin!
Sind die zwingenden betrieblichen Gründe des Arbeitgebers stichhaltig, ist auch die Ablehnung des Urlaubsantrags zulässig. Der Arbeitnehmer kann dann nur versuchen, eine Einigung mit seinem Chef oder seinen Kollegen zu treffen, die seine Abwesenheit in der von ihm gewünschten Urlaubszeit im Unternehmen doch möglich macht.
Lässt sich jedoch niemand darauf ein, hat der Mitarbeiter dies hinzunehmen.
Wenn der Angestellte allerdings das Gefühl hat, die Begründung sei nicht ausreichend und ihm stehe der Urlaub zu, sollte er seinen Arbeitgeber darauf ansprechen und ihn auf § 7 BurlG hinweisen. Dabei kann es klug sein, sich Rückendeckung vom Betriebsrat zu holen. Verweigert der Arbeitgeber weiterhin den Urlaub, kann auch eine Klage in Betracht kommen. Dies sollte vom Arbeitnehmer allerdings wohl überlegt sein, da ein solcher Schritt meist das Arbeitsverhältnis nachhaltig belastet.
Ihr Arbeitgeber verweigert den Urlaub nach der Kündigung?
Was aber, wenn ein Mitarbeiter kündigt oder ihm gekündigt wird? Kann der Arbeitgeber den ausstehenden Urlaub dann auch verweigern? Bei einer Kündigung stehen Arbeitnehmern häufig noch Urlaubstage zu, bevor das Arbeitsverhältnis beendet wird. Doch auch hier gilt, dass der Arbeitgeber den Urlaub verweigern darf, wenn dringende betriebliche Gründe dagegen stehen.
In diesem Fall aber ist der Urlaub gemäß § 7 Abs. 4 BurlG vom Chef abzugelten.
Elvira B. says
Wegen meiner psychischen Belastung habe ich meine Chefin gebeten mir zum 31.7..2018 zu kündigen.
Erst war Sie sehr Verständnissvoll und einen Tag später schlug Ihre Stimmung um .
Sie rede mit mir nur das nötigste, behauptet Dinge die ich nie gesagt habe und gibt mir Aufgaben die sonst nur die Männer bei uns erledigen .
Ich arbeite auf Probe in der Küche einer Gastronomie,ich habe täglich einen stundenzettel ausgefüllt der von jemandem durch Unterschrift bestätigt wurde.In der zwischenzeit habe ich 1,5 Überstunden aufgebaut und für 3 Monate stehen mir 6 Uraubstzage zu .Nun frage ich ob der Plan für nächste Woche fertig ist, da sagt sie ja muss aber geändert werdemn, weil ich ja nicht mehr will.Ich frage wie Sie das mit den 6 Urlaubstagen regeln möchte, darauf sagt meine Chefin zu mir” was für Urlaub? Du hast soviel minusstunden das da kein Tag von übrig ist “. Ich wurde am 1.5.2018 auf 3 Monate Probezeit mit 32Std. pro Woche eingestellt und wir schreiben heute den 19.07.2018 .
Jetzt frage ich mich natürlich WIE kann ich mein Recht durchsetzen ohne frech werden zu wollen.
30. Juli 2018 at 9:55
der sicherste Weg ist der zum Anwalt. Dann sind die Risiken für Fehler am geringsten.
28. August 2018 at 14:20
Ich hätte dazu auch eine Frage. Wie verhält es sich denn wenn der Arbeitgeber IMMER mit der Maßgabe kommt es sei mehr Arbeitsaufwand als sonst. Bereits seit 1 Jahr bekomme ich nur Einzeltage und immer mit dem Hinweis das das Arbeitsvolumen mehr sei. Er will nur Urlaub im Sommer genehmigen. Ich kann mir nur leider nicht leisten in den teuren Sommermonaten mal wegzufahren (Teilzeitjob) und ich weiss eben auch das nicht immer Saison bei uns ist. Darf der AG einfach einen einzelnen Zeitraum im Jahr festlegen wann ich meinen Urlaub zu nehmen habe?
gemäß § 7 Absl. 2 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) ist …
“Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, daß dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen. Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden, und hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub von mehr als zwölf Werktagen, so muß einer der Urlaubsteile mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage umfassen.”
Zur konkreten Rechtslage in Ihrem Fall fragen Sie bitte einen Anwalt. Wir bieten keine Rechtsberatung an.
25. September 2018 at 9:18
Mein Freunde hatte mitte August‘18 einen arbeitsunfall und hat sich dabei die Finger gebrochen. Daraufhin erfolgte eine Krankschreibung und der Arbeitgeber erforderte nach dem frischen bruch das er trotzdem zu einer Fortbildung mit soll. Mein Freund verweigerte aber dies. Vor 2 Wochen musste er nochmals den Arzt zur Kontrolle aufsuchen. Er fühlte sich fit und wollte wieder arbeiten aber auf den Röntgenbild war der Bruch noch leicht zu sehen und der Arzt schrieb ihn weitere 2 Wochen krank und sagte er soll die Physio erstmal beenden. Heute waren wir bei den Arbeitgeber um zu melden das er wieder nächste Woche arbeiten kommt. Daraufhin dürfte er sich anhören das viel zutun sei und er jetzt schon arbeiten kommen soll und hielt ihn das mit der Fortbildung vor. Mitte Oktober haben wir Urlaub und haben auch schon den Urlaub gebucht und bezahlt. Jetzt sagte der Arbeitgeber er wird diesen Urlaub nicht genehmigen. Erst 6 Wochen krank machen und dann gleich nach 3 Wochen Urlaub für eine Woche haben wollen. Er ist der einzige Mitarbeiter der in diesen Zeitraum Urlaub hat. Wer kommt für die Kosten auf weil alles schon gebucht ist?
16. Oktober 2018 at 12:30
ein Rechtsanwalt kann Ihnen genau erklären, ob und welche Ansprüche Sie gegen wen haben. Wir sind zu dieser Rechtsberatung nicht befugt.
Wie lange hat der arbeitgeber zeit um der urlaub zu genemigen oder zum ableneh?
zwar gibt es keinen festgelegten Zeitraum, aber der Arbeitgeber hat umgehend auf den Antrag zu reagieren.
Brigitte T. says
Der Arbeitgeber meines Mannes weigert sich, den Urlaubsantrag überhaupt erst anzunehmen. Er hat ihm das Formular wieder in die Hand gedrückt, mit der Aussage, dass noch nicht klar sei, wie die Firma die Urlaubsplanung in 2019 gestaltet. Muss er ihm den Antrag jetzt per Einschreiben zuschicken?
5. Dezember 2018 at 15:31
wenden Sie sich dazu an den Betriebsrat oder einen Anwalt für Arbeitsrecht. Diese können Sie zu den angemessenen nächsten Schritten beraten.
8. Dezember 2018 at 4:40
Hallo, ich habe fristgerecht zum 31.12 gekündigt. Ich habe noch 7 Tage Resturlaub, die ich zum Ende nehmen wollte. Mein Chef will aber nicht mein Urlaubsantrag unterschreiben, obwohl die andere Kollegen in diesem Zeitraum nicht in Urlaub sind (insgesamt sind wir 3 Assistenzärzte). Er hat gemeint, dass mein Urlaub verfallen wird.
Hallo Lazarov,
§ 7 Abs. 4 BUrlG besagt:
“Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten.“
Für weitergehende Fragen wenden Sie sich bitte ggf. an einen Anwalt. Wir bieten keine Rechtsberatung an.
14. Dezember 2018 at 18:40
Hallo Team vom Arbeitsrecht.de,
in meinem Betrieb bin ich für die Urlaubsplanung zuständig. Alle Kollegen der Abteilung wurden in zwei Gruppen aufgeteilt Seit Jahren kommen diese Gruppen abwechselnd zwischen Weihnachten und Neujahr wegen betrieblicher Notwendigkeiten arbeiten, während sich die jeweils andere Gruppe im Urlaub befindet ( nur die Arbeitstage, keine Feiertage ).
Nun ist ein neuer Kollege zu uns gekommen welcher sich dieser Regelung für die Planung zwischen Weihnachten und Neujahr 2019 und darüber hinaus gar nicht anschließen möchte, weil er ein Schulpflichtiges Kind hat ( das Sorgerecht dafür liegt bei seiner geschiedenen Ehefrau ).
In der Abteilung ist er wohlgemerkt der einzige Kollege mit schulpflichtigem Kind.
Laut meiner Auffassung hat er dass ganze Jahr über Priorität bei seinem Urlaubsanträgen gegenüber allen anderen Kollegen – welcher ich ihm auch nicht verwehren würde. Lediglich im oben aufgeführten Zeitraum hat er sich meinem Verständnis nach den betrieblichen Belangen unterzuordnen – mit über einem Jahr Ansage im voraus.
Liege ich mit meinem Verständnis richtig, oder hat der Kollege das Recht genau zu diesem Zeitraum wegen seines schulpflichtigen Kindes ohne Sorgerecht von der internen Regelung dauerhaft freigestellt zu werden ? Vielen Dank für Ihre Rückmeldung
2. Januar 2019 at 15:48
bitte beachten Sie, dass wir keine Rechtsberatung anbieten. Wir können daher nicht beurteilen, welche Rechte einem Arbeitnehmer im Einzelfall zustehen. Bitte besprechen Sie dies ggf. mit der Rechtsabteilung Ihres Unternehmens.
Mein AG versucht regelmäßig zu verhindern, dass wir unseren Urlaub in kurzen Wochen nehmen, sprich in den Wochen mit Feiertagen. Er begründet das damit, dass wir dadurch nur längere Urlaubszeiten erreichen wollen. Ist ja grundsätzlich auch nicht falsch. Aber darf er das in dieser Form überhaupt?
“bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, daß ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.”
So steht es in § 7 Abs. 1 BUrlG. Für weitergehende Fragen wenden Sie sich bitte ggf. an einen Rechtsanwalt, da wir keine Rechtsberatung anbieten.
21. Januar 2019 at 17:24
Wir sind in der Urlaubsplanung. Mein AG hat bereits jetzt mitgeteilt das der Urlaub nicht genehmigt wird. Wir sind 4 Frauen in der Abteilung. Eine geht in Mutterschutz Anfang Mai. Ihre Vertretung fängt im März an. Meine andere Kollegin und ich müssen aufgrund der Kinder (Ferien und Schließzeiten Kita und Ferienbetreuung) gleichzeitig in den Urlaub. Es wären also noch zwei Kräfte vor Ort. Die Begründung für die Ablehnung: wir können die neue Kollegin im Sommer mit der anderen nicht alleine lassen.
Ich sehe es nicht als personellen Engpass. Wie kann bzw. Muss ich mich verhalten?
23. Januar 2019 at 11:24
diese Frage kann und darf Ihnen nur ein Anwalt beantworten. Wir hingegen bieten keine Rechtsberatung an, sodass wir auch kein bestimmtes Vorgehen empfehlen können.

References: § 7
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