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Timestamp: 2020-01-22 04:36:50+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 13.09.2000 - 11 S 988/00 - dejure.org
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VGH Baden-Württemberg, 13.09.2000 - 11 S 988/00 (https://dejure.org/2000,6703)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 13.09.2000 - 11 S 988/00 (https://dejure.org/2000,6703)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 13. September 2000 - 11 S 988/00 (https://dejure.org/2000,6703)
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Vorläufiger Rechtsschutz gegen Abschiebung nach Ablehnung der Durchführung eines weiteren Asylverfahrens
§ 4 S 1 AsylVfG 1992, § 42 S 1 AsylVfG 1992, § 71 Abs 1 S 1 AsylVfG 1992, § 71 Abs 4 AsylVfG 1992, § 71 Abs 5 AsylVfG 1992, § 123 VwGO
VG Sigmaringen, 03.04.2000 - 8 K 1936/99
NVwZ 2001, Beilage Nr. 1, 8
VBlBW 2001, 151
Folglich geht die Prüfungskompetenz auch nicht auf die Ausländerbehörde über, wenn Umstände vom Bundesamt nicht geprüft wurden oder sich der Lebenssachverhalt (die "Gründe" für das Abschiebungshindernis im Sinne des Streitgegenstandsbegriffs) zu Gunsten oder zu Lasten des Ausländers nachträglich ändern (vgl. BVerwG, Urteil vom 7.9.1999 - 1 C 6.99 -, NVwZ 2000, 204 = InfAuslR 2000, 16; zu solchen - positiven wie negativen - "nachgewachsenen" Gründen vgl. auch VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 13.9.2000 - 11 S 988/00 -, VBlBW 2001, 151, sowie Sächsisches OVG, Beschluss vom 19.6.2001 - 3 Bs 336/00 -, EZAR 043 Nr. 53).
Die Bindung der Ausländerbehörde hängt nicht davon ab, mit welchen Umständen, die als zielstaatsbezogene Abschiebungshindernisse in Betracht kommen, das Bundesamt sich im einzelnen befasst hat (…vgl. BVerwG, Urt. v. 7.9.1999, NVwZ 2000, 204; VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 13.9.2000 - 11 S 988/00 -, AuAS 2000, 238).
In Fällen der vorliegenden Art kann auf einen Antrag auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes gegenüber dem Bundesamt hin unter den Bedingungen moderner Kommunikation und bei effektiver Gestaltung des vorläufigen Rechtsschutzverfahrens, insbesondere der umgehenden Unterrichtung der mit dem Vollzug der Abschiebung betrauten Behörden durch das Verwaltungsgericht, regelmäßig effektiver Rechtsschutz gewährt werden (vgl. Senatsbeschl. v. 13.9.2000 a.a.O.).
Gegebenfalls hätte der Antragsteller mit oder nach Stellung eines solchen Antrags rechtzeitig den Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenüber der Bundesrepublik Deutschland als Trägerin des Bundesamts beantragen können mit dem Ziel, diese zu verpflichten, es zu unterlassen, dem Antragsgegner eine Mitteilung gemäß § 71 Abs. 5 Satz 2 AsylVfG zukommen zu lassen bzw. jenem mitzuteilen, dass der Antragsteller entgegen der im früheren Asylverfahren getroffenen Feststellung (vorerst) nicht in den in der Abschiebungsandrohung bezeichneten Zielstaat abgeschoben werden darf (vgl. Senatsbeschl. v. 13.9.2000 a.a.O.).
Im Übrigen wird nach den bisherigen Erfahrungen in der Praxis die Ausländerbehörde, die sich insoweit lediglich als Vollzugsorgan in Bezug auf die Entscheidungen des Bundesamts versteht, die Durchführung der Abschiebung auf eine telefonische Mitteilung des Verwaltungsgerichts unverzüglich abbrechen (so bereits VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 13.09.2000, aaO juris Rn. 8).
Die Ausländer sind insoweit auf einen isolierten Wiederaufgreifensantrag beim Bundesamt (sog. Folgeschutzgesuch) zu verweisen (vgl. zu dieser Möglichkeit BVerwG, Urteil vom 21.03.2000 - 9 C 41.99 -, BVerwGE 111, 77 ff. = NVwZ 2000, 940 f.; VGH Bad.-Württ., vom 13.09.2000 - 11 S 988/00 -, NVwZ 2001, 151 ff.) und haben diesem gegenüber gegebenenfalls auch einstweiligen Rechtsschutz zu suchen.
Da die auf §§ 24 Abs. 3, 71 Abs. 5 Satz 2 AsylG gestützte Mitteilung an die Ausländerbehörde kein Verwaltungsakt ist (OVG Sachsen-Anhalt, B.v. 31.5.200 - 2 R 186/00 - juris), somit in der Hauptsache auch nicht mit der Anfechtungsklage angefochten werden kann, ist vorläufiger Rechtschutz nach zutreffender Auffassung nicht gemäß § 80 Abs. 5 VwGO, sondern dergestalt zu gewähren, dass der Antragsgegnerin im Wege der einstweiligen Anordnung gemäß § 123 VwGO aufgegeben wird, der für die Abschiebung zuständigen Ausländerbehörde mitzuteilen, dass vorläufig nicht aufgrund der nach Ablehnung des Folgeantrages an die ergangene Mitteilung eine Abschiebung erfolgen darf (vgl. grundlegend BVerfG, B.v. 16.3.1999 - 2 BvR 2131/95 -, InfAuslR 1999, 256; VGH Baden-Württemberg, B.v. 2.12.1997 - A 14 S 3104/97 -, InfAuslR 1998, 193; B.v. 13.9.2000 - 11 S 988/00 -, EZAR 632 Nr. 35).
Eine solche ablehnende Entscheidung entfaltet auch hinsichtlich der selbständig tragenden Gründe gemäß § 4 Satz 1 AsylVfG Bindungswirkung; erfolgt eine inhaltliche gerichtliche Überprüfung, so treten etwa abweichende tragende Gründe der gerichtlichen Entscheidung an die Stelle derer im Bescheid (Funke-Kaiser in: GK-AsylVfG, Stand: Juni 2008, II - § 4 RdNr. 9;… Hailbronner, Ausländerrecht, B 2, § 4 AsylVfG RdNr. 15, Renner, Ausländerrecht, 8. Aufl., § 4 RdNr. 7 f.; VGH BW, Beschl. v. 13.09.2000 - 11 S 988/00 -, VBlBW 2001, 151 [152]).
Der Kläger hat zwar am 04.08.1999, also vor Ergehen der Ausweisungsverfügung beim Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge einen Asylfolgeantrag gestellt, der ein Asylantrag im Sinne des § 48 Abs. 3 Satz 1 AuslG ist (…vgl. BVerwG, Urt. v. 21.03.2000, BVerwGE 111, 77 = NVwZ 2000, 940 = InfAuslR 2000, 410;… Urt. v. 07.09.1999, NVwZ 2000, 204 = InfAuslR 2000, 16 = DVBl. 2000, 417; VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 13.09.2000 - 11 S 988/00 - Urt. v. 17.04.1996, InfAuslR 1996, 303; BayVGH, Beschl. v. 18.07.1994 - NVwZ 1994, Beilage 8, 59 = InfAuslR 1994, 346; Renner, Ausländerrecht in Deutschland, § 48 RdNr. 228 m.w.N.; GK-AuslR, II Dezember 1998, § 48 RdNr. 117 f.; Kloesel/Christ/Häußer, Deutsches Ausländerrecht, Band 1, § 48 AuslG RdNr. 50).
Im Falle eines erfolgreichen Antrags sei dem Bundesamt aufzugeben, der für die Abschiebung zuständigen Ausländerbehörde mitzuteilen, dass vorläufig eine Abschiebung des Antragstellers nicht erfolgen dürfe (BVerfG, B.v. 16.3.1999 - 2 BvR 2131/95 - InfAuslR 1999, 256; VGH BW, B.v. 2.12.1997 - A 14 S 3104/97 - InfAuslR 1998, 193 und B.v. 13.9.2000 - 11 S 988/00 - juris; VG Augsburg, B.v. 14.3.2017 - Au 5 E 17.31264 - juris;… Funke-Kaiser in: GK-AsylG, Stand: November 2016, § 71 Rn. 379 ff., 388 ff).
Der Annahme, dass es nicht um eine Streitigkeit i.S.d. Asylverfahrensgesetzes handelt, steht auch nicht entgegen, dass die Antragsteller die Erteilung dieser Duldung wegen eines zielstaatsbezogenen Abschiebungshindernisses nach § 53 Abs. 6 Satz 1 AuslG begehren und es dem Antragsgegner aus den nachfolgend angeführten Gründen versagt ist, selbst das Vorliegen eines solchen Abschiebungshindernisses zu überprüfen (vgl. OVG Münster, Beschl. v. 17.2.2004 - 18 B 326/04 - VGH Mannheim, Beschl. v. 13.9.2000 - 11 S 988/00 -, EZAR 632 Nr. 35).
VG Augsburg, 28.11.2012 - Au 7 S 12.30341
Mazedonien; Asylfolgeverfahren
VG Augsburg, 24.04.2012 - Au 7 E 12.30143
VG Augsburg, 07.11.2013 - Au 7 E 13.30411

References: § 4
 § 42
 § 71
 § 71
 § 71
 § 123
 § 71
 § 80
 § 123
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 48
 § 48
 § 48
 § 48
 § 71
 § 53