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Timestamp: 2019-10-22 07:24:13+00:00

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Rechtsprechung: BFH/NV 1996, 663 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BFH, 07.12.1995
https://dejure.org/1992,557
BFH, 25.11.1992 - X R 34/89 (https://dejure.org/1992,557)
BFH, Entscheidung vom 25.11.1992 - X R 34/89 (https://dejure.org/1992,557)
BFH, Entscheidung vom 25. November 1992 - X R 34/89 (https://dejure.org/1992,557)
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EStG § 10 Abs. 1 Nr. 1a, § 22 Nr. 1 Sätze 1 und 3, § 22 Nr. 3, § 24 Nr. 1 Buchst. a, § 20 Abs. 1 Nr. 7 (= EStG 1983 § 20 Abs. 1 Nr. 8)
Steuerliche Bewertung der Zahlungen zur Ablösung eines vorbehaltenen Nießbrauchs
Einkommensteuer; Verzicht auf Vorbehaltsnießbrauch als Vermögensübergabe gegen Versorgungsleistungen
BFHE 170, 76
NJW 1994, 679
BB 1993, 1719
DB 1993, 816
BStBl II 1996, 663
BFH/NV 1996, 663
Wird das gegen Leibrente veräußerte Grundstück zum Teil betrieblich genutzt, ergibt sich der als Betriebsausgaben abziehbare anteilige Zins aus dem Unterschiedsbetrag zwischen den Rentenzahlungen einerseits und dem jährlichen Rückgang des Barwerts der Leibrentenverpflichtung andererseits (Anschluss an das BFH-Urteil vom 25. November 1992 X R 34/89, BFHE 170, 76, BStBl II 1996, 663).
Allerdings berechnen sich diese Betriebsausgaben nicht nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 Satz 2 EStG; anzusetzen ist vielmehr der anteilige Zinsanteil, der sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen den Rentenzahlungen einerseits und dem jährlichen Rückgang des Barwerts der Leibrentenverpflichtung andererseits ergibt (R 16 Abs. 4 Sätze 2, 3 der Einkommensteuer-Richtlinien 1998; vgl. ferner BFH-Urteile vom 23. Mai 1991 IV R 48/90, BFHE 164, 532, BStBl II 1991, 796, und vom 25. November 1992 X R 34/89, BFHE 170, 76, BStBl II 1996, 663).
Diese den §§ 9, 10 und 22 EStG seit 1954 zugrunde liegenden gesetzgeberischen Wertungen entsprechen dem in § 2 EStG normierten Grundsatz, daß die "erzielten", d. h. am Markt erwirtschafteten Einkünfte als Maßgröße objektiver Leistungsfähigkeit zur Einkommensteuer herangezogen werden, nicht aber bloße Vermögensumschichtungen (Beschluß des Großen Senats des BFH vom 25. Juni 1984 GrS 4/82, BFHE 141, 405, 425, BStBl II 1984, 751; BFH in BFHE 170, 76, 81 [BFH 25.11.1992 - X R 34/89] ;… Ruppe in Tipke (Hrsg.), Übertragung von Einkunftsquellen im Steuerrecht, Köln 1978, S. 18;… Raupach/Schenking in Herrmann/Heuer/Raupach, a. a. O., § 2 EStG Anm. 10;… Meincke in Littmann/Bitz/Hellwig, a. a. O., § 2 Rn. 27;… Kirchhof, in: Kirchhof/Söhn, a. a. O., § 2 Rdnr. A 95).
dd) Der erkennende Senat weicht nicht von der Rechtsprechung des X. Senats des BFH ab, nach der der Zinsanteil grundsätzlich finanzmathematisch unter Verwendung eines Rechnungszinsfußes von 5, 5 v. H. zu berechnen ist und zur Ermittlung der Laufzeit der wiederkehrenden Bezüge die biometrischen Durchschnittswerte der Allgemeinen Deutschen Sterbetafel (VStR Anhang 3) heranzuziehen sind (BFH in BFHE 170, 76, 81) [BFH 25.11.1992 - X R 34/89] .
Hierbei ist ohne Bedeutung, dass der Nießbrauch im Falle des Verzichts nicht Gegenstand einer bürgerlich-rechtlichen "Übertragung" ist, sondern mit dem Verzicht erlischt (näher dazu z.B. Senatsurteil in BFHE 170, 76, BStBl II 1996, 663, unter 2.b cc der Gründe).
Solches ist dann in Betracht zu ziehen, wenn das Recht in anderer Weise als durch Vorbehalt anlässlich einer Übertragung von Vermögen, namentlich mittels Zuwendung oder aufgrund eines wiederum entgeltlichen Rechtsgeschäfts begründet worden ist und wenn Leistung und Gegenleistung wie unter Fremden nach kaufmännischen Grundsätzen bemessen sind (vgl. Senatsurteil vom 25. November 1992 X R 34/89, BFHE 170, 76, BStBl II 1996, 663).
Dem liegt die Erwägung zugrunde, dass ein für die Abziehbarkeit als dauernde Last erforderlicher sachlicher Zusammenhang mit der Vermögensübergabe dann besteht, wenn die Versorgungsrente --wenn auch betragsmäßig eingeschränkt-- den ursprünglich vereinbarten Vorbehaltsnießbrauch ersetzt (Senatsurteil in BFHE 170, 76, BStBl II 1996, 663; sog. gleitende Vermögensübergabe, s. BFH-Urteile vom 27. August 1996 IX R 86/93, BFHE 181, 175, BStBl II 1997, 47;… vom 13. März 1997 III R 300/94, BFH/NV 1997, 659).
Der besagte sachliche Zusammenhang tritt insbesondere dann deutlich hervor, wenn die private Versorgungsrente --wenn auch betragsmäßig eingeschränkt-- auch wirtschaftlich den ursprünglich vereinbarten Vorbehaltsnießbrauch ersetzt (Urteil in BFHE 170, 76, BStBl II 1996, 663) oder wenn Nachtragsvereinbarungen durch eine Änderung der Bedarfslage veranlasst sind (Urteil in BFHE 181, 175, BStBl II 1997, 47).
Der Senat hat --zur Gleichbehandlung im Wesentlichen gleicher Sachverhalte-- die biometrischen Durchschnittswerte der Allgemeinen Deutschen Sterbetafel als maßgebend angesehen, die ebenso wie der Rechnungszinsfuß von 5, 5 v.H. der Ertragsanteilstabelle des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG zugrunde liegen (Urteil vom 25. November 1992 X R 34/89, BFHE 170, 76, BStBl II 1996, 663).
Bei der vom FG befürworteten vollen Heranziehung der Überschussanteile unterläge daher bei einer Gesamtbetrachtung der Rentenzahlungen auch ein Teil der Kapitalrückzahlung der Besteuerung, was indes der verfassungskonform einzugrenzenden Grundaussage des § 2 Abs. 2 EStG widerspräche (näher dazu z.B. Senatsurteil vom 26. November 1992 X R 187/87, BFHE 170, 98, BStBl II 1993, 298, insbesondere unter II.2.a bis c der Gründe; ferner Senatsurteil vom 25. November 1992 X R 34/89, BFHE 170, 76, BStBl II 1996, 663, unter 2.c aa und bb der Gründe; vgl. ferner auch Beschluss des Großen Senats des BFH vom 15. Juli 1991 GrS 1/90, BFHE 165, 225, BStBl II 1992, 78, unter C.II.2.
Der Senat habe auch bei einer finanzmathematischen Berechnung zur Gleichbehandlung im Wesentlichen gleicher Sachverhalte die biometrischen Durchschnittswerte der Allgemeinen Deutschen Sterbetafel als maßgebend angesehen, die ebenso wie der Rechnungszinsfuß von 5, 5 v.H. der Ertragsanteilstabelle des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG zugrunde lägen (BFH-Urteil in BFHE 170, 76, BStBl II 1996, 663).
FG Nürnberg, 07.05.1998 - IV 113/97

References: § 10
 § 22
 § 22
 § 24
 § 20
 § 20
 § 9
 § 2
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 § 2
 § 2
 § 22
 § 2
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