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Timestamp: 2017-08-24 08:54:48+00:00

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Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSK vom 10.02.2005, RV/0025-K/04
Der unabhängige Finanzsenat hat über die Berufung der E.M.GesmbH, 9020 Klagenfurt, St.V.Str., vertreten durch Steuerberatung Dipl.Ing. Harry Sterz KEG, Steuerberatungsgesellschaft, 9220 Velden, Villacher Straße 26, vom 31. Juli 2002 gegen den Haftungs- und Abgabenbescheid des Finanzamtes Klagenfurt, vertreten durch ADir Dieter Hannesschläger, vom 2. Juli 2002 betreffend Festsetzung des Dienstgeberbeitrages zum Ausgleichsfonds für Familienbeihilfen (DB) und des Zuschlages zum Dienstgeberbeitrag (DZ) für den Zeitraum 1. Jänner 1999 bis 31. Dezember 2001 entschieden:
Der angefochtene Bescheid wird zum Nachteil der Bw. dahingehend abgeändert, dass für den Zeitraum 1. Jänner 1999 bis 31. Dezember 2001 der Dienstgeberbeitrag zum Ausgleichsfonds für Familienbeihilfen mit S 42.427,00 (€ 3.083,29) und der Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag mit S 4.407,00 (€ 320,27) festgesetzt wird.
Die Fa. E.M.GesmbH (in der Folge Bw.) ist eine Gesellschaft, deren Unternehmensgegenstand das Elektroinstallationsgewerbe ist. Herr G.M. (in der Folge G.M.) ist im Ausmaß von 28% an der Gesellschaft beteiligt und deren einziger Geschäftsführer.
Bei der Bw. fand im Jahre 2002 eine den Zeitraum 1. Jänner 1999 bis 31. Dezember 2001 umfassende Lohnsteuerprüfung statt. Dabei stellte der Prüfer u.a. fest, dass die von der Bw. an den wesentlich (zu 28%) beteiligten Gesellschafter-Geschäftsführer ausbezahlten Gehälter als Arbeitslohn im Sinne des § 41 Abs. 2 Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG) in der ab 1994 anzuwendenden Fassung des Steuerreformgesetzes 1992, BGBl. Nr. 818/1992, zu qualifizieren und diese folglich im Jahre 1999 in Höhe von S 60.000,00/€ 4.360,37 und in den Jahren 2000 und 2001 in Höhe von jeweils S 360.000,00/€ 26.162,22 der Bemessungsgrundlage für den Dienstgeberbeitrag und den Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag zuzurechnen seien. Weiters in die Bemessungsgrundlage der angeführten Abgaben einbezogen wurde der Sachbezug für das vom Gesellschafter-Geschäftsführer benutzte Dienstkraftfahrzeug und zwar in Höhe von S 7.400,00/€ 537,78/1999, S 44.400,00/€ 3.226,67/2000 und S 35.067,00/€ 2548,42/2001 sowie Strafen in Höhe von S 3.700,00/€ 268,89/1999, S 1.300,00/€ 94,47/2000 und S 800,00/€ 58,14/2001.
Das Finanzamt folgte der Auffassung des Prüfungsorganes, erließ gegenüber der Bw. einen entsprechenden Haftungs- und Abgabenbescheid und setzte auf Grund der o.a. Prüfungsfeststellungen mit Bescheid vom 2. Juli 2002 den Dienstgeberbeitrag mit insgesamt S 39.269,97/€ 2.853,86 (S 3.199,50/€ 232,52/1999, S 18.256,50/€ 1.326,75/2000 und S 17.814,02/€ 1.294,60/2001) und den Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag mit insgesamt S 4.084,06/€ 296,80 (S 356,00/€ 25,87/1999, S 1.907,00/€ 138,59/2000 und S 1.821,00/ € 132,34/2001) fest.
In der gegen diesen Haftungs- und Abgabenbescheid eingebrachten Berufung vom 29. Juli 2002 führte die Bw. aus, dass der Gesellschafter-Geschäftsführer G.M. seit 1. April 2000 einen Geschäftsführerbezug auf Grund eines Werkvertrages beziehe. Nachdem das Entgelt gewinnabhängig gezahlt werde, sollten Dienstgeberbeitrag und Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag nicht anfallen. Für das betrieblich genutzte Kraftfahrzeug werde ein Privatanteil von 10% ausgeschieden und stünde dem Geschäftsführer und seiner Ehefrau ein weiteres Kraftfahrzeug privat zur Verfügung. Daher werde der Antrag gestellt, den im Zusammenhang mit den Geschäftsführerbezügen festgesetzten Dienstgeberbeitrag sowie den Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag für die Jahre 2000 und 2001 (und zwar in Höhe von S 18.198,00/S 17.778,00 bzw. S 1.901,00 und S 1.817,00) nicht zur Vorschreibung zu bringen.
Der Berufung beigelegt wurde von der Bw. der zwischen den Gesellschaftern der Bw. (Auftraggeber) und ihrem Geschäftsführer (Auftragnehmer) abgeschlossene und mit 20. März 2000 datierte Werkvertrag mit folgendem Inhalt:
An der Gesellschaft sind folgenden Gesellschafter mit nachstehenden Anteilen am Stammkapital beteiligt:
Herr G.M.
Frau C.A.
Herr R.M.
Geschäftsführer mit Einzelzeichnungsberechtigung ist Herr G.M. . Der Auftraggeber übt die Tätigkeit als handelsrechtlich verantwortlicher Geschäftsführer und frei von persönlicher Abhängigkeit zu folgenden Bedingungen aus.
Der Auftragnehmer vertritt seit dem 31.3.1999 die Gesellschaft selbständig. Nunmehr wird das Geschäftsführungsverhältnis in Form dieses Werkvertrages geregelt.
Das Auftragsverhältnis richtet sich grundsätzlich nach den Bestimmungen dieses Vertrages. Subsidiär sind die Bestimmungen des ABGB über den Werkvertrag und das GmbHG in der jeweils geltenden Fassung anzuwenden.
§ 3 Allgemeine Rechtsstellung
Der Geschäftsführer ist in seiner Tätigkeit eigenverantwortlich und frei von persönlicher Abhängigkeit. Mit Rücksicht auf die Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages und seines Geschäftsanteiles können ihm keine Weisungen erteilt werden. Es steht fest, dass der Geschäftsführer keinen Weisungen hinsichtlich der zu ergreifenden Maßnahmen der Geschäftsführung unterliegt. Der Geschäftsführer ist an betriebliche Ordnungsvorschriften wie Arbeitsort, Arbeitszeit, arbeitsbezogenes Verhalten nicht gebunden, jedoch berechtigt und verpflichtet, diese Ordnungsvorschriften für die Dienstnehmer der Gesellschaft zu erlassen und deren Einhaltung zu überwachen.
§ 4 Aufgabenkreis und Verantwortlichkeit
Dem Auftragnehmer obliegt als Geschäftsführer die Lenkung und Überwachung des Unternehmens des Auftraggebers im Ganzen. Er hat insbesondere für die wirtschaftlichen, finanziellen und organisatorischen Belange der Gesellschaft in bestmöglicher Weise zu Gunsten aller Gesellschafter Sorge zu tragen.
§ 5 Grenzen der Geschäftsführungsbefugnis
Die Grenzen der eigenen Dispositionsfreiheit des Geschäftsführers orientieren sich an - den gesetzlichen Vorschriften - dem Gesellschaftsvertrag - dem Grundsatz von "Treu und Glauben". Die Interessen der Gesellschafter bzw. die der Summe aller Gesellschafter haben Vorrang vor dem Einzelinteresse.
§ 6 Arbeitsleistung
Der Auftragnehmer hat sich mit aller Energie, jedoch in eigener Zeitdisposition, um die Interessen der Gesellschaft zu kümmern und die Gesellschaft als Geschäftsführer verantwortlich zu führen. Bei längerer Abwesenheit hat er für geeignete Vertretung durch einen berufsmäßigen sachkundigen Parteienvertreter auf eigene Kosten zu sorgen. Dem Geschäftsführer steht kein eigener Urlaubsanspruch zu. Der Auftragnehmer hat selbst abzuschätzen, wann seine Anwesenheit nicht erforderlich ist.
Die Höhe der Vergütung für die Geschäftsführung richtet sich nach dem Gewinn, den die Gesellschaft im Wirtschaftsjahr erzielt. Dabei wird die Bemessungsgrundlage für den Geschäftsführerbezug wie folgt ermittelt: Bilanzgewinn minus Gewinnvortrag plus Geschäftsführerbezug plus Körperschaftsteuer plus Kapitalertragstuer zuzüglich/abzüglich Dotierung/Auflösung einer Investitionsfreibetrages zuzüglich/abzüglich der Dotierung/Auflösung einer Rücklage. Der Geschäftsführerbezug beträgt bei einer negativen Bemessungsgrundlage ATS 0,--, bei einer Bemessungsgrundlage zwischen ATS 0,-- und ATS 1 Mio 50 Prozent der Bemessungsgrundlage und von allen darüber hinausgehenden Beträgen 40 Prozent. Das Entgelt wird in unterjährigen Vorschüssen gewährt. Sollte sich aus obiger Formel der Berechnung des Geschäftsführerentgeltes ein geringeres Entgelt ergeben, ist der Geschäftsführer zu einer entsprechenden Rückzahlung verpflichtet. Kosten, die durch die Abwesenheit des Geschäftsführers (Urlaube, Krankenstand) entstehen, gehen zu Lasten des Geschäftsführers.
Der Auftragnehmer wird bis zum 31. Jänner bekannt geben, ob er für das Folgejahr für einen neuen Werkvertrag zur Verfügung steht. Die Gesellschafter werden bis zum 28. Februar entscheiden, ob sie gegebenenfalls einen neuen Vertrag abschließen wollen.
Ausdrücklich wird festgehalten, dass dieser Vertrag frei von Rechtsgebühren ist und das Honorar nicht der Lohnsteuer oder dem ASVG unterliegt; es finden daher auch sämtliche Vorschriften über den Dienstnehmerschutz, insbesondere für den Krankheitsfall, keine Anwendung. Der Auftragnehmer hat für die Versteuerung des Honorars (Entgelts) im Rahmen der Einkommensteuererklärung selbst zu sorgen.
§ 10 Ungültige Bestimmungen
Sollte eine der Bestimmungen dieses Geschäftsführerwerkvertrages nicht rechtswirksam sein oder ungültig werden, so berührt dies die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht. Die Vertragspartner verpflichten sich, anstelle der unwirksamen Bestimmungen unverzüglich solche zu vereinbaren, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmungen und der Zwecksetzung der Parteien am nächsten kommen.
Die mit der Errichtung dieses Vertrages verbundenen Kosten trägt der Auftraggeber.
Der vorliegende Vertrag wird zweifach ausgefertigt, wovon jeder Vertragsteil ein Exemplar erhält."
Weiters beigeschlossen wurden der Berufung Berechnungen des Geschäftsführerbezuges und zwar für 2000/2001 und 2001/2002, die folgende Daten (S bzw. €) enthalten:
Berechnung Geschäftsführerbezug 2000/2001
Handelsrechtlicher Gewinn vor Steuern, GF-Entschädigung
617.408,15
zuzüglich Dotierung Investitionsfreibetrag
Bemessungsgrundlage Geschäftsführerbezug
620.334,15
50% von 620.334,15
40% von 0,00
310.167,08
Geschäftsführerentschädigung
Berechnung Geschäftsführerbezug 2001/2002
103.684,74
50% von 72.672,83
40% von 31.011,91
48.741,42
Vom steuerlichen Vertreter der Bw. wurde über Aufforderung des unabhängigen Finanzsenates am 31. Jänner 2005 weiters die vom Geschäftsführer G.M. ermittelten Überschüsse der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben für die Jahre 2001 und 2002 vorgelegt. Darüber hinaus wurden die Berechnungen des Geschäftsführerbezuges für die angeführten Jahre übermittelt, aus denen die laut Vertrag gebührenden Nachzahlungen an Geschäftsführerbezug (nämlich S 70.167,08 für das Jahr 2001, zur Auszahlung gebracht im März 2001, und € 22.539,52 für das Jahr 2002) zu ersehen sind. Weiters wurde vom steuerlichen Vertreter am 9. Feber 2005 fernmündlich bekannt gegeben, dass die an den Geschäftsführer ausbezahlten Vorschüsse laut Werkvertrag unterjährig zur Auszahlung gebracht worden und nach Bilanzerstellung die Nachzahlungen an Geschäftsführerentgelt dem Verrechnungskonto gutgeschrieben worden seien.
Streit besteht darüber, ob die von der Bw. in den Kalenderjahren 2000 und 2001 für die Geschäftsführertätigkeit an den wesentlich beteiligten Gesellschafter-Geschäftsführer G.M. ausbezahlten Gehälter als Einkünfte nach § 22 Z. 2 EStG 1988 (zweiter Teilstrich) zu qualifizieren und folglich sowohl in die Beitragsgrundlage des Dienstgeberbeitrages zum Ausgleichsfonds für Familienbeihilfen als auch in die Beitragsgrundlage des Zuschlages zum Dienstgeberbeitrag einzubeziehen sind oder nicht.
Der Gesellschafter-Geschäftsführer G.M. vertritt die Bw. laut Firmenbuch seit 31. März 1999 (Fortsetzung der Gesellschaft nach einem Konkursverfahren, das mit Abschluss eines Zwangsausgleiches gemäß § 157 KO am 23. November 1998 beendet wurde) selbständig. Wie dem zwischen der Bw. und dem Geschäftsführer abgeschlossenen Werkvertrag entnommen werden kann, umfasst die Tätigkeit des Geschäftsführers die Lenkung und Überwachung der Bw. im Ganzen; insbesondere hat er für die wirtschaftlichen, finanziellen und organisatorischen Belange der Bw. Sorge zu tragen. Damit steht jedenfalls fest, dass die Tätigkeit des Geschäftsführers nicht in der Abwicklung eines konkreten Projektes besteht. Aus dem umfassenden Aufgabenbereich des Geschäftsführers und dem Umstand, dass dieser seit Fortbestehen der Bw. durchgehend als Geschäftsführer tätig ist, ist von einem Dauerschuldverhältnis auszugehen und auf dessen Eingliederung in den geschäftlichen Organismus der Bw. zu schließen.
Soferne die Bw. die freie Wahl des Arbeitsplatzes und der Arbeitszeit sowie den fehlenden Urlaubsanspruch des Geschäftsführers als Argumente, die gegen ein Dienstverhältnis sprechen, ansieht, muss ausgeführt werden, dass diese Kriterien für die Einstufung der Tätigkeit unmaßgeblich sind (vgl. Erkenntnisse des VwGH vom 30. November 1999, Zl. 99/14/0226, hinsichtlich fixem Arbeitsort, vom 22. September 2000, Zl. 2000/15/0075, hinsichtlich fixer Arbeitszeit, vom 26. April 2000, Zl. 99/14/0339, u.s. hinsichtlich Urlaubsregelung). Auch die dem Geschäftsführer eingeräumte Möglichkeit, sich jederzeit vertreten lassen zu können, ändert nichts an der Beurteilung seiner Eingliederung in den geschäftlichen Organismus, weil es nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes (vgl. Erkenntnis vom 10. Mai 2001, Zl. 2001/15/0061) nicht unüblich ist und einem Dienstverhältnis nicht entgegen steht, wenn sich leitende Angestellte, insbesondere Geschäftsführer, bei bestimmten Verrichtungen vertreten lassen können.
Wenn die Bw. aus dem zwischen ihr und ihrem Geschäftsführer abgeschlossenen Werkvertrag ein Indiz für das Vorliegen einer selbständigen Tätigkeit abzuleiten versucht, so ist ihr entgegen zu halten, dass die zivilrechtliche Einstufung des Leistungsverhältnisses zwischen der Gesellschaft und ihrem Geschäftsführer unmaßgeblich ist (vgl. Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 19. Juni 2002, Zl. 2001/15/0088).
Für die Beurteilung der Einnahmenseite ist zunächst festzuhalten, dass das Vertragsverhältnis jährlich (und damit insbesondere auch im nahen zeitlichen Zusammenhang mit einer allfälligen wirtschaftlichen Krise) von jedem Vertragspartner durch "Nichtfortsetzung" gelöst werden und in der Folge die schuldrechtliche Vereinbarung geändert werden kann. Ein Indiz für ein wirtschaftliches Risiko des Geschäftsführers kann in dieser vertraglichen Gestaltung nicht erkannt werden.
Zur Entlohnung des Gesellschafter-Geschäftsführers hat die Bw. einerseits auf die Regelung im Werkvertrag vom 20. März 2000 hingewiesen und andererseits Berechnungen der in den Jahren 2000 und 2001 gebührenden Honoraransprüche des Geschäftsführers vorgelegt. Was die angeführten Vereinbarungen anbelangt, ist die Bw. auf die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes hinzuweisen, dass nämlich - um gerade bei wesentlich beteiligten Gesellschafter wegen des häufig vorzufindenden Umstandes des Selbstkontrahieren notwendigen Objektivitätserfordernis Rechnung zu tragen - für Feststellungen betreffend das Unternehmerwagnis der nach außen in Erscheinung tretenden tatsächlichen Abwicklung des Leistungsverhältnisses die entscheidende Bedeutung beizumessen ist (vgl. Erkenntnis vom 18. Dezember 2002, Zl. 2001/13/0141, und vom 12. September 2002, Zl. 2002/15/0117).
Nach den Angaben der Bw. wurden dem Geschäftsführer unterjährig Vorschüsse an Geschäftsführerbezügen zur Auszahlung gebracht, die sich im Jahre 2000 auf S 360.000,00 beliefen. Den vom Bw. im Zuge des Berufungsverfahrens vorgelegten Unterlagen wiederum kann entnommen werden, dass dem Geschäftsführer im Jahr 2001 S 90.000,00 für die Monate Jänner bis März und S 270.000,00 für die Monate April bis Dezember, somit insgesamt S 360.000,00 zur Auszahlung gebracht. Weiters wurde diesem die Nachzahlung laut Vertrag per 31. März 2001 in Höhe von S 70.167,08 für das Jahr 2000 im Jahr 2001 zur Überweisung gebracht.
Aus dem zwischen der Gesellschaft und ihrem Geschäftsführer ins Treffen geführten Entlohnungssystem lässt sich ein Unternehmerrisiko aus folgenden Gründen nicht ableiten: Die als Bemessungsgrundlage für die Geschäftsführerbezüge herangezogenen wirtschaftlichen Parameter der Bw. (Gewinn unter Abzug diverser Betriebsgrößen) in den (Wirtschafts-) Jahren 2000/2001 und 2001/2002 zeigen einen durchgehend positiven Trend mit deutlicher Aufwärtsbewegung. Mit der Bindung der Geschäftsführerbezüge an diese Betriebsgröße war dem Geschäftsführer in dem im Rede stehenden Zeitraum daher bereits ein Mindesteinkommen garantiert, was gegen ein Unternehmerrisiko spricht. In der Entgeltvereinbarung im Werkvertrag vom 20. März 2000 ist dem Geschäftsführer darüber hinaus eine Aufzahlung ab einer Bemessungsgrundlage von über 1 Million Schilling zugesagt. Diese Aufzahlung kam bereits im dritten Jahr des Tätigwerdens des Geschäftsführers (allerdings außerhalb des Streitzeitraumes) zum Tragen. Derartige Auszahlungen weisen den Charakter von Erfolgsprämien auf, die auch bei klassischen Dienstverhältnissen leitender Angestellter nicht ungewöhnlich sind (vgl. Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 30. November 1999, Zl. 99/14/0270), sodass auch daraus ein Unternehmerwagnis nicht abgeleitet werden kann. Dass dem Geschäftsführer die sich zwischen den geleisteten unterjährigen Vorschüssen und den Entgeltansprüchen laut Werkvertrag vom 20. März 2000 ergebenden Differenzbeträge nachweislich tatsächlich zur Auszahlung gebracht wurden, kann an der vorgenommenen Beurteilung nichts ändern, weil das Entlohnungssystem für sich - wie bereits eingangs erwähnt - kein solches ist, das ein Unternehmerrisiko beinhaltet. Mit der sich im Werkvertrag befindlichen Klausel, wonach der Geschäftsführerbezug bei einer negativen Bemessungsgrundlage 0 beträgt, ist zudem von vorneherein sicher gestellt, dass der Geschäftsführer an einem allfälligen Verlust der Bw. nicht teilnimmt und diesen daher auch nicht mitträgt.
Auf Grund der angeführten Umstände ist zusammenfassend festzuhalten, dass die finanzielle Abwicklung der Leistungsbeziehung zwischen der Bw. und ihrem Geschäftsführer ein Wagnis, wie es für Unternehmer üblich ist, nicht beinhaltet.
Wenn die Bw. in der unregelmäßigen Bezahlung der Geschäftsführerbezüge ein Indiz für das Vorliegen des Unternehmerrisikos sieht, ist sie auf die Rechtsprechung der Verwaltungsgerichtshofes (vgl. Erkenntnis vom 27. August 2002, Zl. 2002/14/0094) hinzuweisen, wonach es für die Annahme einer laufenden Entlohnung ausreicht, wenn die Geschäftsführervergütungen einmal jährlich dem Verrechnungskonto gutgeschrieben werden.
Der Geschäftsführer hat in seinen Einkommensteuererklärungen bei der Ermittlung seiner Einkünfte aus der Geschäftsführertätigkeit als Betriebsausgaben einerseits die bezahlten Sozialversicherungsbeiträge und andererseits das Pauschale in Höhe von 6% der Einnahmen geltend gemacht. Mit der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen geht ein Unternehmerwagnis nicht einher, weil diese in einer bestimmten Relation zu den Ausgaben stehen und auch von klassischen Dienstnehmern im Sinne des § 47 Abs. 2 EStG 1988 getragen werden (vgl. Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 24. Jänner 2002, Zl. 2001/15/0078). Auch die in Abhängigkeit von den Einnahmen stehenden, vom Geschäftsführer geltend gemachten Betriebsausgaben beinhalten kein Unternehmerwagnis. Auf Grund der bestehenden Sach- und Aktenlage ist insgesamt daher auch ein ins Gewicht fallendes ausgabenseitiges Unternehmerrisiko beim Gesellschafter-Geschäftsführer nicht zu erkennen.
Bei Betrachtung des tatsächlich verwirklichten Gesamtbildes des Rechtsverhältnisses über wiegen die Merkmale der Unselbständigkeit gegenüber jenen der Selbständigkeit und liegen somit mit Ausnahme der Weisungsungebundenheit sonst alle Merkmale eines Dienstverhältnisses vor, weshalb die Voraussetzungen für die Qualifikation der Gehälter des wesentlich beteiligten Geschäftsführers nach § 22 Z 2 zweiter Teilstrich EStG 1988 erfüllt sind. Die von der Bw. an den Geschäftsführer ausbezahlten Gehälter und sonstigen Vergütungen jeder Art (und damit auch der Sachbezug für das dem Geschäftsführer von der Bw. zur Verfügung gestellte firmeneigene Kraftfahrzeug, der von der Bw. unbestritten geblieben ist) sind gemäß § 41 Abs. 3 FLAG 1967 sowohl in die Beitragsgrundlage des DB als auch in jene des DZ einzubeziehen. In die Bemessungsgrundlage einzubeziehen war auch die bisher nicht berücksichtigte Nachzahlung für das Jahr 2000 in Höhe von S 70.167,08, die im März 2001 dem Verrechnungskonto gutgeschrieben wurde; daraus resultiert für das Jahr 2001 der Dienstgeberbeitrag zum Ausgleichsfonds für Familienbeihilfen in Höhe von S 3.157,00 (€ 229,43) sowie der Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag in Höhe von S 323,00 (€ 23,47), weshalb der angefochtene Bescheid zum Nachteil der Bw. abzuändern war.
Klagenfurt, am 10. Februar 2005
Gesellschafter-Geschäftsführer, Eingliederung in den betrieblichen Organismus, Unternehmerwagnis, gewinnabhängige Vergütung, Nichtteilnahme am Verlust der Gesellschaft
Findok-Nr: 13954.1, aufgenommen am: 04.07.2005 07:16:39, zuletzt geändert am: 03.10.2006, Dokument-ID: 039563a9-0fc3-4467-9a06-acb6a8457f52, Segment-ID: 720308b4-064f-4246-b86d-a55a2cd57769

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