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Timestamp: 2018-09-21 09:55:44+00:00

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EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen | Rechnungswesenforum
EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen
Diskutieren Sie EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen im Allgemeine Fragen zum Rechnungswesen Forum im Bereich Buchführung / Buchhaltung; Hallo, ich habe schon mehrere Threads zu dem Thema gelesen, irgendwie bin ich aber aufgrund meiner unten ausgeführten Überlegung (sorry, etwas länger)...
ojeoje Neues Mitglied
ich habe schon mehrere Threads zu dem Thema gelesen, irgendwie bin ich aber aufgrund meiner unten ausgeführten Überlegung (sorry, etwas länger) weiterhin nicht sicher, wie ich eine private Zahlung (private Vorauslage) für eine geschäftliche Rechnung buche, weil diese ja je nach Buchung im EÜR-Formular noch einmal extra als Einlage erfasst wird oder eben nicht.
Es wird in Threads häufig gesagt, dass die Buchung solcher privat vorgestreckter Zahlungen auf 1371 (Verrechnungskonto für Gewinnermittlung 4/3, nicht ergebniswirksam) oder auch an 1890 (Privateinlage) für 4/3-Rechner erfolgen könne, es wäre egal, ob das eine oder das andere Konto.
Ich bin Freiberuflerin, mache daher eine EÜR (4/3 Rechnung) , buche (trotzdem) in SKR03 und wende IST-Besteuerung an.
Ich habe bisher alle geschäftlichen Rechnungen, die ich privat gezahlt habe, ganz einfach auch an 1890 (Privateinlage) gebucht und auch die Vorsteuer gezogen (da eine einwandfreie Rechnung vorlag).
Ich bin mir da aber jetzt nicht mehr sicher (und bitte hier um Unterstützung), denn:
Alles, was ich an 1890 (Privateinlage) buche, wird ja noch einmal im Formular EÜR 2012 in Zeile 78, Feld 123 aufgeführt. Dort sollen lt. Erklärung des EÜR-Formulars noch einmal alle Einlagen erfasst werden, also Geldeinlagen auf die Bank oder in die Kasse, aber auch Sach-, Leistungs- und Nutzungseinlagen. Und mein Steuerprogramm verlinkt das Konto 1890 sowieso direkt mit diesem Feld.
Alles was ich jedoch an 1371 (Verrechnungskonto für Gewinnermittlung 4/3, nicht ergebniswirksam) buche, erscheint nicht noch einmal in der EÜR (bis auf natürlich der Aufwand oben unter Betriebsausgaben). Ebenso wie ja auch Bank oder Kasse nicht dort erscheinen.
Für meine Gewinnermittlung durch die EÜR hat dieser Unterschied zwar keine Bedeutung , denn das Feld 123 hat damit nichts zu tun.
Trotz dessen würde ich die Steuerfälle gern richtig zuordnen, damit über die Buchung an 1890 auch nur die Beträge in Feld 123 der EÜR kommen, die da für das Finanzamt auch richtig reingehören. Nicht, dass es Ärger gibt
Ich kaufe ein geschäftliches Fachbuch für 50,-- Euro netto plus 3,5 Euro Mwst (7%) und zahle dieses noch durch mein privates Bankkonto, da ich die geschäftliche ec-Karte gerade nicht dabei habe. Das Buch ist aber eindeutig geschäftlich veranlasst, nie für den Privatbereich gedacht und auch die Rechnung ist einwandfrei für einen Vorsteuerabzug ausgestellt.
Erste Möglichkeit: Buche ich dies dann (so habe ich bisher gemacht) 4940 Zeitschriften Bücher (50,-- Euro), 1571 Vorsteuer 7% (3,5 Euro) an 1890 Privateinlage (53,50)? Folge wäre, dass in der EÜR die 50,-- Euro in Feld 183 kommen (übrige unbeschränkt abziehbare Aufwendungen), die 3,50 in Feld 185 (gezahlte Vorsteuerbeträge). Zusätzlich würden die gesamten 53,50 noch einmal in dem Feld 123 aufgeführt werden (als Einlage nach §4 Abs. 41 EStG). Das ist dann zwar nicht weiter ergebniswirksam, steht aber als Betrag halt noch einmal unten in der EÜR (im Gegensatz zu allen Geldkonten).
Zweite Möglichkeit:Ich buche 4940 Zeitschriften Bücher, 1571 Vorsteuer 7% an 1371 (53,50). Das ändert nichts an der Gewinnermittlung, jedoch würde das Feld 123 der EÜR dann frei bleiben.
Gerade wenn einige geschäftliche Zahlungen noch über ein Privatkonto laufen (weil z.B. nur paypal möglich ist und das auf das private Girokonto zugreift oder weil die Geschäfts-ec-Karte eben nicht dabei war), sammelt sich bei Buchung auch dieser Fälle an 1890 (Privateinlage) dann ein mehr oder weniger hoher Betrag an, der dann auch in Feld 123 der EÜR erscheint.
Aber gehört ein solcher Kauf überhaupt als Einlage in Feld 123?
Lt. Ausfüllanleitung des EÜR-Formulars zu Zeile 78, Feld 123 sollen dort Geldeinlagen auf die Bank oder in die Kasse, aber auch Sach-, Leistungs und Nutzungseinlagen erfasst werden. Folgende Fälle sind daher für mich eindeutig Einlagen, die in Feld 123 auch erscheinen müssen und daher an 1890 (Privateinlage gebucht werden müssen).
Einlage eines vorher privaten Gegenstandes ins Betriebsvermögen (Sacheinlage): Buchung mit i.d.R. Teilwert an 1890 (Haben)
Einlage von privatem Bargeld oder private Überweisung in Bank oder Kasse des Geschäfts (Bareinlage): Buchung an 1890 (Haben)
Anteilige Kosten der geschäftlichen Nutzung z.B. des privaten Telefons(Nutzungseinlage): Buchung an 1890 (Haben)
Wie bucht man denn jetzt nach o.a. Überlegungen die Bezahlung von geschäftlichen Rechnungen mit privatem Bargeld oder über die private Bank? Und zwar so, dass auch der Wert in Feld 123 der EÜR dem entspricht, was dort tatsächlich hin soll. Sofern an 1890 erschienen diese Zahlungen ja wie beschrieben brutto dort und gelten als Einlage nach § 4 Abs 4a EStG?
Und wenn solche Fälle auch ins Feld 123 müssen (also Einlagen nach §4 Abs 4a EstG sind und dann auch an 1890 gebucht werden müssen), was buche ich denn dann überhaupt noch an das Verrechnungskonto 1371???
Entschuldigung für den langen Text. Ich hoffe, ich konnte dadurch meine Überlegungen verdeutlichen.
Wie seht Ihr das? Wo bucht Ihr die Fälle 1-3 hin (auch an 1890?) und (für mich die noch viel wichtigere Frage):
Wie bucht Ihr dann die privaten Zahlungen geschäflicher Rechnungen?
Ist ja anscheinend auch irgendwie die Frage, ob diese private Zahlung geschäftlicher Rechnungen eine Einlage nach § Abs 4a EstG ist, die dann in Feld 123 kommt....
EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen Beitrag #1 14. März 2013
Eine sehr komplexe Frage, um mit dem BB zu antworten. Fuer Aufwendungen das Unternehmen betreffend und nicht vom Geschaeftskonto bezahlt ist 1371 das richtige Konto. Echte Privateinlagen buchst du ueber 1890.
EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen Beitrag #2 14. März 2013
Privat beglichene Rechnungen 1371
Danke für Deine Antwort - trotz des langen Textes.
Dann kann man also wirklich nicht alles über einen Kamm scheren.
Demnach ist es also richtig:
Zitat von ojeoje: ↑
Folgende Fälle sind daher für mich eindeutig Einlagen, die in Feld 123 auch erscheinen müssen und daher an 1890 (Privateinlage gebucht werden müssen).
Und die einfache Zahlung geschäflicher Rechnungen über ein privates Bankkonto (wie mein Bücherfall) kommt dann auf 1371.
EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen Beitrag #3 14. März 2013
Vom Grundsatz ja! Bei Leistungsentnahmen (PKW TELEFON .... Gegenkonto 1880 und bei Einlagen auf Einlagefrist beachten zur Wertermittlung (mir fehlen hier Unterlagen).
Gesendet vom BB.
EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen Beitrag #4 14. März 2013
lisari Benutzer
die Frage ist überhaupt nicht komplex. Es ist technisch egal, ob Du privat verauslagte geschäftliche Zahlungen über 1371 oder über 1890 buchst. Beides ist richtig. Du hast den Unterschied jedoch erkannt: Die Zahlungen stellen tatsächliche Privateinlagen dar. Deswegen wird der Saldo des Konto 1371 am Jahresende, bevor die EÜR-Erklärung ausgefüllt wird, gegen das Konto 1890 ausgebucht, so dass 1371 am Jahresende auf 0,00 steht. Also genau eine Buchung: 1371 / 1890.
Und siehe da, alle Fragen gelöst: Nach der Umbuchung gehen die Beträge auch summiert in das Feld Privateinlagen in der EÜR mit ein.
Trotzdem ist zu empfehlen, die privaten und die geschäftlichen Ausgaben gescheit zu trennen und für jede ein eigenes Bankkonto zu verwenden. Wenn Deine Aufzeichnungen jemals überprüft werden, sind alle Unterlagen vorzulegen, über die geschäftliche Vorgänge gelaufen sind.
Wenn nämlich das private Girokonto auch für geschäftliche Ausgaben genutzt wurde, könnte ja ein Steuerprüfer analog vermuten, dass es auch für geschäftliche EINNAHMEN genutzt wurde. Um eine solche Vermutung zu entkräften, müsste man die kompletten Kontoauszüge des Privatkontos vorlegen. Wenn man das lieber vermeiden möchte, nimmt man das Privatkonto NICHT für geschäftliche Ausgaben, sondern sorgt für eine exakte Trennung!
Mich stört es nicht, zwei EC-Karten dabei zu haben. Falls das doch zu viel ist, würde ich immer die geschäftliche EC-Karte vorziehen. Eine private Zahlung vom Geschäftskonto kann ich in der Buchhaltung leicht als Privatentnahme verbuchen. (Umgekehrt ist es deutlich ungünstiger, siehe oben.)
EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen Beitrag #5 14. März 2013
Alex-D Benutzer
ich würde alle Rechnungen, die man Privat bezahlt hat, Aufwandkonto auf 1890 Privateinlage buchen. Letztendlich hast du mit privatem Geld bezahlst. Ob du das Geld in die Firma einlegst oder Rechnungen privat bezahlst, ist es egal.
Wäre nur blöd, wenn du mehr in die Firma einlegst als aus der Firma entnimmst. Es wird immer +/- gerechnet. Für deine Auswertung (BWA) ist es auch vorteilhaft.
EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen Beitrag #6 14. März 2013
Aha: 1371 wird gegen 1890 gebucht
danke für Eure neuen Infos.
Besonders interessant find ich auch Lisas Info, dass ich das Konto 1371 am Ende des Jahres sowieso gegen 1890 buchen müsste. So dass auch die privaten Zahlungen geschäflicher Dinge tatsächlich Privateinlagen nach EstG wären, die in EÜR Feld 123 gehören. Das hatte ich noch nicht gehört.
Zitat von lisari: ↑
Die Zahlungen stellen tatsächliche Privateinlagen dar. Deswegen wird der Saldo des Konto 1371 am Jahresende, bevor die EÜR-Erklärung ausgefüllt wird, gegen das Konto 1890 ausgebucht, so dass 1371 am Jahresende auf 0,00 steht. Also genau eine Buchung: 1371 / 1890.
Dann kann ich ja auch gleich immer (bzw. weiterhin) die 1890 nutzen (ob ich nun jeweils 1371 im Haben buche oder 1890 ist die gleiche "Arbeit").
Wegen des Ausgleichs von Einlagen und Entnahmen: Ich bin noch im Gründungsjahr, natürgemäß sind meine Einlagen da noch viel höher als die Entnahmen....soll sich aber schnell ändern
Und ja: Ich weiß, dass man bei Zahlungen über Privatkonten aufpassen muss. Es kam nur am Anfang 2012 recht häufig vor, als viele Anschaffungen zu tätigen waren, ich noch kein Geschäftskonto hatte und/oder viele dringende Bestellungen nur mit hinterlegtem Privatgirokonto schnell funktionierten.
EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen Beitrag #7 14. März 2013
also diese Umbuchungssache (13XX/1890) habe ich in meiner langjährigen Praxis auch noch nicht gehört und kenne dieses auch aus keinem Steuerbüro..............
Beachte immer, dass die Privatkonten für die abziehbaren Zinsen als Anlage zur Anlage EÜR Beachtung und Berechnung finden....
EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen Beitrag #8 14. März 2013
ratsuchender Benutzer
Macht aber doch Sinn oder nicht? Angenommen ich gründe ein Gewerbe (oder wie in diesem Fall eine freiberufliche Tätigkeit). Dann müsste ich doch später bei Gewerbeaufgabe nachvollziehen können, ob ich alle Privateinlagen und Privatentnahmen richtig verbucht habe, indem ich rechne:
Privateinlagen - Privatentnahmen + Periodengewinne - Periodenverluste + Aufgabegewinn = verbleibende Privateinlage (i.d.R. Bankguthaben und Kasse)
Oder kann man so nicht rechnen?
EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen Beitrag #9 15. März 2013
ich finde das Thema sehr spannend und es geht mir gerade nicht aus dem Kopf...
Bei der EÜR wird bekanntlich der Gewinn durch den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben berechnet (§4.3 EStG). Gewinnwirksame Bestandskonten gibt es nicht. Also auch keine Geldkonten. Eine Einlage oder Entnahme von Geld kann es im steuerlichen Sinn daher erstmal gar nicht geben.
In der Anleitung zum Vordruck „Einnahmenüberschussrechnung – Anlage EÜR“ 2012 (Zeilen 77 und 78) heißt es: "Hier sind die Entnahmen und Einlagen einzutragen, die nach § 4 Abs. 4a EStG gesondert aufzuzeichnen sind."
§4.4a ist aber gar nicht interessant. Dafür um so mehr die Erklärung im Anschluss: "Dazu zählen [...] die Geldentnahmen und -einlagen (z. B. privat veranlasste Geldabhebung vom betrieblichen Bankkonto oder Auszahlung aus der Kasse). [...]. Entnahmen und Einlagen, die nicht in Geld bestehen, sind grundsätzlich mit dem Teilwert [...] anzusetzen"
Bei den Geldentnahmen und -Einlagen handelt es sich also um die privat veranlaßten Zu- und Abflüsse bei Bestandskonten (betriebliches Bankkonto, Kasse). Ich führe bspw. keine Kasse und habe kein betriebliches Bankkonto. Geldentnahmen und -Einlagen gibt es demzufolge nicht.
Der TE hat aus betrieblichen Gründen ein Buch gekauft und bezahlt. Fertig. Ich sehe keinen Grund warum der Vorgang in den Zeilen 77,78 der EÜR landen sollte. (Bei mir, ohne betr. Bankkonto und ohne Kasse, geht es auch nicht ein.)
Achja, §4.4a EStG ist dann doch noch interessant: "Schuldzinsen sind nach Maßgabe der Sätze 2 bis 4 nicht abziehbar, wenn Überentnahmen getätigt worden sind. 2Eine Überentnahme ist der Betrag, um den die Entnahmen die Summe des Gewinns und der Einlagen des Wirtschaftsjahres übersteigen..."
Es geht hier also "lediglich" um Schuldzinsen (falls solche denn anfallen) und falls der Gewinn negativ ist. In der Erklärung zu meinem Steuerprogramm heißt es dazu in etwa: Bei Schuldzinsen bis 2.500,00 € haben die Finanzämter das fehlen der Angaben zu den Entnahmen und Einlagen bisher nicht beanstandet.
EÜR: SKR03 Private Zahlung geschäftlicher Rechnungen Beitrag #10 15. März 2013
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