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Timestamp: 2020-04-10 09:53:25+00:00

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BFH, 04.03.1986 - VII S 33/85 - dejure.org
https://dejure.org/1986,838
BFH, 04.03.1986 - VII S 33/85 (https://dejure.org/1986,838)
BFH, Entscheidung vom 04.03.1986 - VII S 33/85 (https://dejure.org/1986,838)
BFH, Entscheidung vom 04. März 1986 - VII S 33/85 (https://dejure.org/1986,838)
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AO 1977 §§ 34 Abs. 1, 69; FGO § 142; ZPO § 114
GmbH - Mehrere Geschäftsführer - Verantwortlichkeit von Geschäftsführern - Interne Aufgabenteilung
Uneingeschränkte steuerliche Haftung eines GmbH-Geschäftsführers trotz unterschiedlicher interner Aufgabenverteilung auf mehrere Geschäftsführer
AO (1977) § 34 Abs. 1, § 69; FGO § 142; ZPO § 114
BFHE 146, 23
ZIP 1986, 1247
BB 1986, 865
BStBl II 1986, 384
In einem solchen Fall soll es auch für die Haftung gegenüber dem Steuergläubiger auf eine schriftliche Aufgabenverteilung nicht ankommen (BFHE 146, 23, 26).
Die Begrenzung, die sich auch auf die Haftung auswirkt, setzt jedoch voraus, daß von vornherein, klar und eindeutig -- und somit schriftlich -- festgelegt worden ist, welcher der gesetzlichen Vertreter für welche Aufgabe zuständig ist (BFH- Entscheidungen vom 26. April 1984 V R 128/79, BFHE 141, 443, BStBl II 1984, 776; vom 4. März 1986 VII S 33/85, BFHE 146, 23, BStBl II 1986, 384;… Klein/Rüsken, Abgabenordnung, 6. Aufl., 1998, § 34 Anm. 2, m.w.N., § 69 Anm. 5).
Die Begrenzung gilt allerdings nur insoweit und nur solange, als kein Anlaß besteht, an der ordnungsgemäßen Erfüllung der steuerlichen Pflichten durch den zuständigen gesetzlichen Vertreter zu zweifeln (BFH-Beschluß in BFHE 146, 23, BStBl II 1986, 384).
Es muß gewährleistet sein, daß die Geschäfte die Grenzen des laufenden Geschäftsverkehrs nicht überschreiten und daß bei einer auch nur entfernt zu befürchtenden Gefährdung der Liquidität oder des Vermögens der juristischen Person alle gesetzlichen Vertreter unverzüglich unterrichtet werden (s. BFH-Entscheidungen in BFHE 141, 443, BStBl II 1984, 776; in BFHE 146, 23, BStBl II 1986, 384;… s.a. BFH-Urteil vom 13. Januar 1987 VII R 86/85, BFH/NV 1987, 550).
Ein Geschäftsführer darf sich zwar darauf verlassen, dass sich der nach der internen Aufgabenverteilung vorrangig zuständige Geschäftsführer um seinen Aufgabenbereich kümmert (vgl. BGH…, Beschluss vom 28.05.2002 - 5 StR 16/02, zitiert nach juris, dort Rn. 25; BGH…, Urteil vom 06.07.1990 - 2 StR 549/89, zitiert nach juris, dort Rn. 48; BGH…, Urteil vom 15.10.1996 - VI ZR 319/95, zitiert nach juris, dort Rn. 20-22; BFH…, Urteil vom 26.04.1984 - V R 128/79, zitiert nach juris, dort Rn. 18; BFH, Beschluss vom 04.03.1986 - VII S 33/85, zitiert nach juris, dort Rn. 11).
Das gilt aber nur, solange es keine Anhaltspunkte für eine ungenügende Aufgabenerfüllung gibt (vgl. BGH…, Beschluss vom 28.05.2002 - 5 StR 16/02, zitiert nach juris, dort Rn. 25-26; BGH…, Urteil vom 06.07.1990 - 2 StR 549/89, zitiert nach juris, dort Rn. 48; BGH…, Urteil vom 15.10.1996 - VI ZR 319/95, zitiert nach juris, dort Rn. 21-22; BFH…, Urteil vom 26.04.1984 - V R 128/79, zitiert nach juris, dort Rn. 20, 24; BFH, Beschluss vom 04.03.1986 - VII S 33/85, zitiert nach juris, dort Rn. 11-12).
Schon bei ordnungsgemäßer Erfüllung der Aufgaben verbleibt es in jedem Fall bei einer Überwachungspflicht des nicht vorrangig zuständigen Geschäftsführers (vgl. BGH…, Beschluss vom 28.05.2002 - 5 StR 16/02, zitiert nach juris, dort Rn. 25; BFH…, Beschluss vom 22.07.2010 - VII B 126/09, Rn. 7; BGH…, Urteil vom 15.10.1996 - VI ZR 319/95, zitiert nach juris, dort Rn. 21; BFH, Beschluss vom 04.03.1986 - VII S 33/85, zitiert nach juris, dort Rn. 10).
Anderenfalls bestünde die Gefahr, dass im Haftungsfall jeder Geschäftsführer auf die Verantwortlichkeit eines anderen verweist (…ständige Rechtsprechung, vgl. BFH, Beschlüsse vom 21.10.2003 VII B 353/02, BFH/NV 2004, 157, und vom 04.03.1986 VII S 33/85, BStBl II 1986, 384; BFH, Urteil vom 26.04.1984 V R 128/78, BStBl II 1984, 776).
Aber selbst bei Vorliegen einer klaren, eindeutigen und schriftlichen Aufgabenverteilung muss der nicht mit den steuerlichen Angelegenheiten einer Gesellschaft betraute Geschäftsführer einschreiten, wenn die Person des Mitgeschäftsführers oder die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft dies erfordern, beispielsweise in finanziellen Krisensituationen (BFH, Beschluss vom 04.03.1986 VII S 33/85 aaO).
Danach kommt einer internen Aufgabenverteilung eine haftungsbegrenzende Wirkung nur dann zu, wenn die nähere Ausgestaltung der Aufgabenzuweisungen vor Aufnahme der Geschäftsführertätigkeit klar und eindeutig schriftlich festgelegt worden ist (BFH-Entscheidung vom 4. März 1986 VII S 33/85, BFHE 146, 23, BStBl II 1986, 384), wofür im Streitfall keine Anhaltspunkte bestehen.
Im Übrigen kann nach der Rechtsprechung des Senats eine Haftungsbegrenzung durch eine interne Aufgabenverteilung nur dann Platz greifen, wenn die Aufgabenzuweisung klar und eindeutig, d.h. in schriftlicher Form, festgelegt worden ist (BFH-Entscheidungen vom 4. März 1986 VII S 33/85, BFHE 146, 23, BStBl II 1986, 384, und vom 26. April 1984 V R 128/79, BFHE 141, 443, BStBl II 1984, 776), wofür im Streitfall jegliche Anhaltspunkte fehlen.
BFH, 23.08.1988 - VII B 58/88
Verwirklichung des Haftungstatbestands auf Grund fehlender …
Mit der Nichtzulassungsbeschwerde macht der Kläger geltend, die Vorentscheidung weiche ab von der Entscheidung des Senats vom 4. März 1986 VII S 33/85 (BFHE 146, 23, BStBl II 1986, 384).
Die von der Beschwerde behauptete Divergenz (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung - FGO -) der Vorentscheidung von dem Beschluß des Senats in BFHE 146, 23, BStBl II 1986, 384 liegt nicht vor.
Diese Ausführungen des FG stehen in Einklang mit der Rechtsprechung des BFH, wie sie auch in dem Beschluß des Senats in BFHE 146, 23, BStBl II 1986, 384 zum Ausdruck kommt.
BFH, 06.05.1997 - VII B 23/97
FG München, 28.06.2007 - 14 K 934/06
Haftung des Geschäftsführers für Steuerschulden einer GmbH; Erstreckung der …
FG Hamburg, 21.12.1998 - V 202/96
Haftung gemäß § 71 AO für hinterzogene Umsatzsteuer für einen Grundstücksverkauf; …

References: § 142
 § 114
 § 34
 § 69
 § 142
 § 114
 § 34
 § 69
 § 71