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Timestamp: 2020-07-10 03:26:04+00:00

Document:
NRW-Richtlinien
Bildung und Karriere/
Akadem. Lehrkrankenhaus/
PJ-Richtlinien
NRW-Richtlinien für die klinisch-praktische Ausbildung im 3. klinischen Studienabschnitt in den Medizinischen Einrichtungen der Hochschulen und in den akademischen Lehrkrankenhäusern
Maßgeblich für die Durchführung der klinisch-praktischen Ausbildung im 3. klinischen Studienabschnitt sind in erster Linie § 3 Abs. l und 3 sowie § 4 Abs. l Satz 2 und 4 der Approbationsordnung für Ärzte. Diese Bestimmungen seien deshalb hier aufgeführt:
§ 3 Abs. l ÄAppO
Die praktische Ausbildung nach §. l Abs. l Nr. l findet nach Bestehen des Zweiten Abschnittes der Ärztlichen Prüfung im letzten Jahr des Medizinstudiums statt. Sie beginnt jeweils in der zweiten Hälfte der Monate April und Oktober. Die Ausbildung gliedert sich in eine Ausbildung von je sechzehn Wochen
1. in Innerer Medizin,
2. in Chirurgie und
3. wahlweise in einem der übrigen klinisch-praktischen Fachgebiete.
§ 3 Abs. 3 ÄAppO
"Während der Ausbildung nach Absatz l, in deren Mittelpunkt die Ausbildung am Krankenbett seht, soll der Studierende die während des vorhergehenden Studiums erworbenen ärztlichen Kenntnisse und Fähigkeiten vertiefen und erweitern. Er soll lernen, sie auf den einzelnen Krankheitsfall anzuwenden. Zu diesem Zweck soll er entsprechend seinem Ausbildungsstand unter Anleitung, Aufsicht und Verantwortung des ausbildenden Arztes ihm zugewiesene ärztliche Verrichtungen durchführen. Er soll in der Regel ganztägig an allen Wochenarbeitstagen im Krankenhaus anwesend sein. Zur Ausbildung gehört auch die Teilnahme des Studierenden an klinischen Besprechungen einschließlich der arzneitherapeutischen und klinisch-pathologischen Besprechungen. Um eine ordnungsgemäße Ausbildung zu sichern, soll die Zahl der Studierenden zu der Zahl der zur Verfügung stehenden Krankenbetten in einem angemessenen Verhältnis stehen. Der Studierende darf nicht zu Tätigkeiten herangezogen werden, die seine Ausbildung nicht fördern."
§ 4 Abs. l Satz 2 AAppO
§ 4 Abs. l Satz 4 ÄAppO
"Ferner müssen regelmäßige klinische Besprechungen einschließlich arzneitherapeutischer und klinisch-pathlogischer Besprechungen sowie die Versorgung durch einen Pathologen gewährleistet sein.
Auf diesen Abteilungen (nämlich für Innere Medizin und Chirurgie) muß außerdem eine konsiliarische Betreuung durch Fachärzte für Augenheilkunde, für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, für Neurologie und für Röntgen- und Strahlenheilkunde sichergestellt sein."
Schließlich ist noch § 4 Abs. 2 Ziff. 6 ÄAppO anzuführen, wonach dann, wenn eine Ausbildung in der Inneren Medizin durchgeführt wird, Unterrichtslaboratorien mit einer Grundausstattung vorhanden sein müssen, in denen die Studierenden unter der Anleitung eines für die Aufgabe zur Verfügung stehenden medizinisch-technischen Assistenten oder einer sonst hierzu geeigneten Person Routineuntersuchungen zu Ausbildungszwecken durchführen können.
Die Vorgaben der ÄAppO für die klinisch-praktische Ausbildung im 3. klinischen Studienabschnitt lässt sich im wesentlichen in den folgenden zwei Sätzen zusammenfassen:
Im Mittelpunkt der klinisch-praktischen Ausbildung soll die Ausbildung am Krankenbett stehen, wo die Studierenden ihre während des vorhergehenden Studiums erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten vertiefen und erweitern und lernen sollen, sie auf den einzelnen Krankheitsfall anzuwenden. Zu diesem Zweck sollen die Studierenden entsprechend ihrem Ausbildungsstand unter Anleitung, Aufsicht und Verantwortung der ausbildenden Ärzte ärztliche Verrichtungen durchführen.
Diese Bestimmungen der ÄAppO sind bei der klinisch-praktischen Ausbildung im 3. klinischen Studienabschnitt strikt zu beachten. Darüber hinaus erwarten das Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW und die medizinischen Fachbereiche der Hochschulen des Landes NRW, dass bei der klinisch-praktischen Ausbildung im 3. klinischen Studienabschnitt auch folgende Leitlinien beachtet werden, die seinerzeit nach intensiver Vorarbeit einer besonderen Arbeitsgruppe "Praktisches Jahr" von der beim Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit errichteten "Kleinen Kommission zu Fragen der ärztlichen Ausbildung und der künftigen Entwicklung im Bereich des ärztlichen Berufsstandes" nach eingehenden Beratungen verabschiedet wurde. Diese Leitlinien haben folgenden Wortlaut:
Die Studierenden müssen in den Routinebetrieb des Krankenhauses integriert werden. Sie sollen unter Anleitung, Aufsicht und Verantwortung des ausbildenden Arztes praktisch am Patienten tätig werden.
Besondere Beachtung soll die Gesprächsführung mit dem Patienten und dessen Angehörigen finden. Den Studierenden soll Gelegenheit zur kontinuierlichen Betreuung von Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung sowie zur Vorstellung von Patienten bei Visiten gegeben werden. Während ihrer Tätigkeit sollen die ausbildenden Ärzte jede Gelegenheit zur Erläuterung ihres Handelns nutzen und den Studierenden Hinweise für das Selbststudium geben.
Im Mittelpunkt der Ausbildung in der Inneren Medizin und in den übrigen nichtoperativen Fächern sollen stehen:
Aufnahmeuntersuchungen und rationelle Diagnostik unter Einschluss konsiliarischer Untersuchungsergebnisse.
die Aufstellung des Therapieplanes, Überwachung und Durchführung der Behandlung einschliesslich des Aufklärungsgesprächs.
Vorsorgeuntersuchungen, Rehabilitation.
Im Mittelpunkt der Ausbildung in der Chirurgie und in den übrigen operativen Fächern sollen stehen:
Kleine Chirurgie.
Aufnahmeuntersuchung und rationelle präoperative Diagnostik unter Einschluss konsiliarischer Untersuchungsergebnisse und unter besonderer Berücksichtigung der Indikationsstellung für die Operation.
Die Vorbereitung der Operation einschliesslich des Aufklärungsgesprächs.
Die postoperative Nachsorge - einschliesslich Rehabilitation.
Vorsorgeuntersuchungen.
Im übrigen sind die Besonderheiten der einzelnen Fachgebiete bei der Ausbildung angemessen zu berücksichtigen.
Die Tätigkeit im Operationssaal und in der Intensivstation sollte nur einen Überblick über das Geschehen während der Operation und auf der Intensivstation geben.
Die Ausbildungsmöglichkeiten im Rettungsdienst sollen ausgeschöpft werden.
Die Studierenden sollen an den im Rahmen der Krankenversorgung stattfindenden klinischen Besprechungen, den pathologisch- anatomischen Demonstrationen sowie den Röntgendemonstrationen der jeweiligen Fachabteilung teilnehmen.
Die Studierenden müssen Gelegenheit haben, am Nacht- und Wochenenddienst teilzunehmen. Sie sollten möglichst einmal in jeweils 14 Tagen an Nachtdiensten und nicht häufiger als einmal im Monat an Wochenenddiensten teilnehmen. Während dieser Dienste begleiten die Studierenden den diensthabenden Arzt.
Die Studierenden sollen sich mit den Aufgaben und der Arbeit anderer im Krankenhaus tätiger Berufe vertraut machen und die Zusammenarbeit mit den Angehörigen dieser Berufe lernen.
Wöchentlich sind als besondere Veranstaltungen für die Studierenden anzubieten:
Eine Röntgenbesprechung.
Eine klinisch-pathologische Demonstration.
Themenbezogene Kolloquien mit Fallbesprechungen.
Bei der Organisation der Ausbildung ist zu berücksichtigen, dass die Studierenden eine angemessene Zeit zum Selbststudium benötigen.
Der tägliche Ablauf der klinisch-praktischen Ausbildung stellt sich erfahrungsgemäss so dar, dass die Studierenden am Vormittag, mit Ausnahme der gemeinsamen Röntgenbesprechung, vorwiegend auf den Krankenstationen, insbesondere bei Aufnahmeuntersuchungen, sowie in den Ambulanzen, im Kreißsaal oder in einzelnen Operationssälen anwesend sind, um dort in der empfohlenen Weise am Klinikbetrieb teilzunehmen. Für diese Teilnahme am Routinebetrieb kann man etwa 25 bis 30 Stunden pro Woche ansetzen. An den Nachmittagen sollten den Studierenden an zwei bis drei Tagen Gelegenheit zum Literaturstudium oder zur Erledigung schriftlicher Arbeiten gegeben werden. Das Schreiben von Krankengeschichten sollte aber nicht mehr als 5 Stunden pro Woche beanspruchen. An einem Nachmittag pro Woche finden die fallbezogenen Kolloquien der einzelnen Fachabteilungen statt.

References: § 3
 § 4

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