Source: https://www.berlinerschachverband.de/entry/entscheidung-des-vermittlungsausschusses-im-fall-rotation-pankow.html
Timestamp: 2020-04-06 18:29:01+00:00

Document:
Entscheidung des Vermittlungsausschusses im Fall Rotation Pankow - Berliner Schachverband
Entscheidung des Vermittlungsausschusses im Fall Rotation Pankow
In dem Streitfall SC Rotation Pankow (Antragsteller) gegen den Berliner Schachverband (Antragsgegner) hat der Vermittlungsausschuss durch den Vorsitzenden Dr. Ferenc-Stephan Tóth, sowie die Beisitzer Reinhard Baier und Thomas Mothes auf der mündlichen Verhandlung vom 26. Mai 2015 beschlossen:
Der Protest des SC Rotation Pankow gegen die Entscheidung des Landesspielleiters vom 15. März 2015 wird zurückgewiesen.
Die Protestgebühr wird nicht zurückerstattet.
Verfahrensgegenständlich ist ein Lebenssachverhalt, der sich am 8. März 2015 in der 8. Runde der BMM zugetragen hat. In der Landesliga war unter anderem ein Mannschaftskampf zwischen dem SC Rotation Pankow e.V. (2. Mannschaft) und SC Zitadelle Spandau 1977 angesetzt.
Nachdem sechs Spieler der Auswärtsmannschaft von SC Zitadelle Spandau 1977 - einer ursprünglichen und zwischenzeitlich überholten Veröffentlichung des BSV folgend - sich irrtümlicherweise zunächst bei dem ehemaligen Spiellokal des SC Rotation Pankow in der Körnerstraße 40 eingefunden hatten, stellten sie fest, dass der Mannschaftskampf im Hotel Königin Luise in der Parkstraße 87 stattfinden sollte. Dort kamen sie – immer noch zu sechst und mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch, da sie davon ausgingen, es läge ein Versäumnis des SC Rotation Pankow vor – gegen 9.15 Uhr an, wo die Uhren bereits liefen. Verärgert, abgehetzt und aufgeregt stand die Frage im Raum, ob Zitadelle Spandau unter diesen Bedingungen überhaupt den Mannschaftskampf aufnehmen solle.
Schließlich machte einer, Patrick, den Vorreiter - „ehe noch mehr Bedenkzeit verloren ginge“ - und drei Mannschaftskameraden folgten seinem Beispiel. Einer von ihnen verließ nach 2 Halbzügen sogleich wieder den Raum und gesellte sich zu seinen beiden draußen verbliebenen Mannschaftskameraden, die telefonisch versuchten, die beiden noch nicht am Spiellokal eingetroffenen Mitspieler dorthin zu lotsen.
In dieser Situation traten zwei „Rotationer“ an die am Straßenrand vor dem Hotel befindliche Gruppe der „Spandauer“ heran, und schlugen „ da sie weder auf- noch absteigen könnten“, ein 4:4 vor, womit (auch) bei der Gastmannschaft alle anwesenden Spieler – „auch Patrick sonst ein erklärter Gegner von ohne Spiel vereinbarter Unentschieden“ - einverstanden waren. Der Spielberichtszettel wurde entsprechend ausgefüllt und unterschrieben. Draußen warteten die „Spandauer“ schließlich noch auf das Eintreffen ihrer letzten beiden Mannschaftskameraden, welches etwa gegen 9.45 Uhr (Carsten) bzw. kurz nach zehn (Matthias) erfolgte.
Noch am Sonntag wurde auf der Homepage des Gastvereins das Geschehen vom Vormittag – ebenso anschaulich und detailreich, wie inhaltlich zutreffend – als Spielbericht zusammengefasst und veröffentlicht.
Der Bericht lautete auszugsweise wie folgt:
„BMM 14/15, Runde 8, Bericht Erste
Koko/3 hours ago
Wenn als Ergebnis eines Mannschaftskampfes acht Unentschieden angezeigt werden, dann glaubt wahrscheinlich jeder zu wissen, wie das zustande gekommen ist, und für süffisante Kommentare braucht man dann nicht mehr zu sorgen. Doch kam es auf eine etwas andere Weise dazu als sonst üblich, und die Geschichte geht so:
Zwei Gestalten nähern sich dem in der Körnerstraße, Berlin/Niederschönhausen, gelegenen Haus mit der Nummer 40. Es ist Sonntag, der achte Tag des März im Jahre 2015, kurz vor neun Uhr. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, ein Hund bellt, wie ja meist irgendwo ein Hund bellt ...
Carsten und Matthias waren immer noch nicht da und würden mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr rechtzeitig eintreffen, zudem waren wir verärgert, abgehetzt und aufgeregt – wer soll denn da noch anständig Schach spielen können? Zähneknirschend machte Patrick aber plötzlich den Vorreiter und setzte sich ans Brett, bevor wir noch mehr Bedenkzeit verlieren, wie er meinte, und wenn er noch sein Auto umparken darf, obwohl ich eben noch gesagt hatte, dass wir unter diesen Bedingungen nicht antreten wollen, Eduardo und Uwe folgten Patricks Beispiel, also knirschte ich ebenfalls mit den Zähnen, warf meinen Rucksack ans Tischbein, schüttelte Lisek die Hand, knallte 1.d4 aufs Brett, drosch auf die Uhr, war aber außerstande nach Liseks Antwort 2.—e6 auch nur einen klaren Gedanken zu fassen, stand also wieder auf und ging zu Marko und Tony, die immer noch vor dem Hotel am Straßenrand standen und Carsten und Matthias telefonisch den Weg wiesen. Und wie wir da standen und in jedem roten Auto, das in der Ferne auftauchte, Carstens Auto zu erkennen glaubten, traten auf einmal zwei Rotationer auf mich zu und schlugen ein 4:4 vor, aufgrund der Umstände, und weil sie ohnehin weder auf- noch absteigen können, und auch wenn Carsten und Matthias deutlich zu spät kämen, aber wir wären ja immer vollzählig angetreten. Eine faire und sportliche Geste seitens der Rotationer, wofür ich mich an dieser Stelle noch mal bedanken möchte. Alle waren einverstanden, sogar Patrick, sonst ein erklärter Gegner von ohne Spiel vereinbarten Unentschieden, war diesmal geneigt, dem zuzustimmen. Der Spielberichtszettel wurde ausgefüllt und unterschrieben, womit das Ergebnis offiziell wurde. Patrick diskutierte mit seinem Gegner noch kurz über die sechs Züge, die sie aufs Brett gesetzt hatten, dann packten wir unsere Plünnen und begaben uns nach draußen, wo Marko und Tony immer noch standen, und warteten nun gemeinsam auf Carsten und Matthias. Carsten traf ungefähr viertel vor zehn ein, Matthias gar erst kurz nach zehn. Um den Rotationern zu zeigen, daß wir nun tatsächlich vollzählig sind, begaben wir uns noch einmal zurück ins Hotel, gingen erneut vorbei am Frühstücksraum, aus dem heraus uns die Kellnerinnen irritiert bis misstrauisch beäugten, waren wir doch gerade erst in entgegengesetzter Richtung vorbeigekommen, nun war diese Horde schon wieder da. Die Rotationer hatten sich eben zu einem Blitzturnier niedergelassen, wollten wohl nicht nach Hause gehen, ohne wenigstens ein bißchen Schach gespielt zu haben. Dann verabschiedeten wir uns endgültig und traten den Heimweg an.
Immer noch schien die Sonne, Vögel zwitscherten, Hunde bellten... Das Leben geht weiter.“
Einem Vereinsmitglied des SC Weiße Dame, der eine in akuter Abstiegsnot befindliche – und zwischenzeitlich trotz allem auch abgestiegene – Mannschaft in der Landesliga am Start hatte, fiel der Spielbericht auf und er empfand die Lektüre augenscheinlich als gleichermaßen unterhaltsam wie aufschlussreich. Der SC Weiße Dame machte den Landesspielleiter auf den interessanten Artikel aufmerksam.
Der Landesspielleiter wertete daraufhin im Lichte der vorliegenden Erkenntnisse den Mannschaftskampf zwischen dem SC Rotation Pankow und Zitadelle Spandau mit 0:0.
Der Spielbericht wurde zwar zeitnah von der Homepage von Zitadelle Spandau genommen. Dass sich das Ganze genau so, wie in dem Artikel für jeden interessierten Leser noch am gleichen Tag detailreich und anschaulich beschrieben, zugetragen hat, steht jedoch außer Streit.
Gegen die Wertung durch den Landesspielleiter hat der SC Rotation Pankow mit Schreiben vom 28. März 2015 Protest eingelegt und begehrt den Mannschaftskampf unter Aufhebung der Entscheidung des Landesspielleiters mit 4:4 zu werten.
Der Antragsteller ist der Auffassung, die Entscheidung des Landesspielleiters entbehre einer formalen Grundlage, da der SC Weiße Dame gegen die von den beteiligten Mannschaften auf dem Spielberichtszettel mitgeteilte Wertung des Wettkampfes SC Rotation Pankow 2 gegen SC Zitadelle Spandau 1977 gerade keinen „offiziellen Protest“ eingelegt habe.
Auch inhaltlich erachtet der SC Rotation Pankow die Entscheidung des Landesspielleiters als unbegründet; „trotz aller Verteufelung bleibe ein Ergebnis von 4:4 mit 8x Remis an den Brettern ein mögliches und auch gültiges Resultat eines Mannschaftskampfes.“
Nach Ansicht des Antragstellers seien die Partien des Wettkampfes nicht nur ordnungsgemäß gestartet, sondern auch „jeweils mit einem einvernehmlichen Remisschluss gemäß der Artikel 9.1 der FIDE-Regeln beendet worden“. Entgegen der Auffassung des Landesspielleiters läge keine „unerlaubte Absprache“ vor, so dass auch weder die FIDE-Regeln, noch die Turnierordnung eine geeignete Grundlage für das „Nullen“ des Wettkampfes böte.
Augenscheinlich solle hier unter Außerachtlassung der schwierigen Rahmenbedingungen ein Exempel statuiert werden.
Die Sach- und Rechtslage wurde im Rahmen der mündlichen Verhandlung über den Protest am 26. Mai 2015, in welcher die Interessen des Antragstellers durch die Schachfreunde Martin Weber und Christian Düster und der Berliner Schachverband durch SF Martin Sebastian vertreten wurden, und an welcher auch Vertreter des SC Weiße Dame teilnahmen, umfassend und teilweise erschöpfend erörtert. Trotz entsprechender Aufforderung des Berliner Schachverbandes sämtliche Partieformulare des Wettkampfes beizureichen, vermochte der Antragsteller nur 2 vorzulegen. Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf das Verhandlungsprotokoll vom 26. Mai 2015 Bezug genommen.
Der Protest ist zulässig. Die Anrufung des Vermittlungsausschusses ist gemäß § 9 Absatz 2 der Satzung des Antragsgegners statthaft, insbesondere auch form- und fristgerecht erfolgt.
Der Protest ist jedoch unbegründet. Die Entscheidung des Landesspielleiters ist nach Auffassung des Vermittlungsausschusses in keiner Weise zu beanstanden. Im Gegenteil erscheint sie sachgerecht, folgerichtig und auch in der Rechtsfolge angemessen und verhältnismäßig; von einem „Exempel“ kann keine Rede sein.
Entgegen der Auffassung des Antragstellers ist die Entscheidung des Landesspielleiters (auch) formell rechtmäßig und entbehrt nicht einer „formalen Grundlage“ in Gestalt eines „offiziellen Protestes“. Es bedurfte für sein Handeln keines „offiziellen“ Protestes. Vielmehr war er nach Kenntniserlangung von dem Geschehen von Amts wegen gehalten einzuschreiten. Dem Landesspielleiter obliegt es vorrangig zur Aufrechterhaltung und Gewährleistung eines regelkonformen und ordnungsgemäßen Spielbetriebes beizutragen und über diesen zu wachen. Der Berliner Schachverband hat es sich zur Aufgabe gemacht das Schachspiel zu fördern (vgl. § 1 Absatz 2 der Satzung des BSV). Dafür richtet er gemäß § 1 VII seiner Satzung Turniere aus. Dafür engagieren sich seine Funktionäre – mit bisweilen erheblichem zeitlichen Aufwand – gemäß § 1 VIII seiner Satzung ehrenamtlich. So dürfte allgemein bekannt und auch anerkannt sein, dass der BSV über die Frage der Spielberechtigung der eingesetzten Spieler wacht und es ihm obliegt im Fall des Einsatzes eines nicht spielberechtigten Spielers einzugreifen und das gemeldete Ergebnis von sich aus zu korrigieren.
Solches muss erst recht im Fall einer „unzulässigen Absprache“ gelten. Dies gilt umso mehr, als dass in einem solchen Fall von den unmittelbar beteiligten Mannschaften naturgemäß ohnehin kein Protest zu erwarten ist. Vorliegend kam der Landesspielleiter durch sein unverzügliches Handeln einem „offiziellen Protest“ des Hinweisgebers, des SC Weiße Dame zuvor. Durch die erfolgte Wertung des gegenständlichen Mannschaftskampfes stellte er sowohl den SC Weiße Dame als auch andere von der Absprache mittelbar betroffene Vereine klaglos, so dass es von deren Seite gar nicht mehr zu Protesten kommen konnte.
Der Landesspielleiter hat auch in der Sache rechtmäßig gehandelt. Zutreffend wertete er das Geschehen als unerlaubte Absprache der beteiligten Mannschaften des Antragstellers und des SC Zitadelle Spandau und wertete den Mannschaftskampf folgerichtig mit 0:0.
Selbstverständlich ist dem Antragsteller ausdrücklich einzuräumen, dass auch ein 4:4 auf der Grundlage von 8 Remispartien ein grundsätzlich statthaftes und wirksames Ergebnis darstellen kann. Der Antragsteller scheint freilich – und dies ist zumindest verwunderlich – zu verkennen (oder zumindest verkennen zu wollen) dass es für die Frage, ob bei einem Mannschaftskampf eine unzulässige Absprache vorliegt, nicht auf das „nackte“ Resultat, sondern vielmehr die Art und Weise seines Zustandekommen ankommt. Der Landesspielleiter hat nichts „verteufelt“ – schon gar kein Ergebnis. Er hat aber im Hinblick auf den konkreten Lebenssachverhalt dem von den beteiligten Mannschaften einverständlich festgelegten und ihm mitgeteilten Ergebnis vollkommen zu Recht die Anerkennung versagt.
Das grundsätzliche Problem bei unzulässigen Absprachen dürfte abgesehen von der „Grauzone“ und der Schwierigkeit randscharf zu bestimmen, ab wann in Grenzfällen bereits von einer solchen auszugehen ist und wann noch nicht, die Feststell- und Nachweisbarkeit einer solchen sein. Die kollusiv zusammenwirkenden Mannschaften werden sich nicht nur „im Ergebnis einig sein“, sondern auch darin, dass dieses Bestand haben soll. Solange wenigstens formal, äußerlich alles mit rechten Dingen zugeht, dürfte der „vermittlungsausschussfeste“ Nachweis einer unzulässigen Absprache nur sehr schwer und auch nur in Ausnahmefällen möglich sein.
Dieses grundsätzliche Problem stellt sich freilich nicht, wenn alle entscheidenden Fakten „brühwarm“ („3 hours ago“) auf überaus unterhaltsame und anschauliche Weise (- als wäre man selbst dabei gewesen-) mit kompletten Insiderwissen im Internet veröffentlicht werden. Man fühlt sich unwillkürlich an Jugendliche erinnert, die eigene Straftaten filmen und sodann die Aufnahme ins Netz stellen.
Vorliegend kann aus Sicht des Vermittlungsausschusses – zumindest eine grobe Kenntnis der grundlegenden Regeln unterstellt - im Hinblick auf die ebenso unstreitige wie erdrückende und klare Sachlage nicht ernsthaft darüber gestritten werden, ob eine unzulässige Absprache vorliegt. Die beteiligten Mannschaften haben den Graubereich längst verlassen, „den Rubikon überschritten“ und befinden sich insoweit auf sicherem, klar definiertem Gebiet.
Allenfalls ein erster, äußerst vager Indikator für eine unzulässige Absprache, mag das „nackte Ergebnis“ in Gestalt von Remis an allen Brettern sein. Allerdings gewinnt dieses Indiz erheblich an Kraft, wenn sich dann auch noch herausstellt, dass der Spielberichtszettel der das Ergebnis mit 4:4 und Remis an allen Brettern auswies bereits nach weniger als 45 Minuten ausgefüllt und unterschrieben war. Dies gilt erst recht, wenn die „längste“ Partie eines Mannschaftskampfes 6 Züge dauerte und die kürzesten nur einen Halbzug.
Da dürfte bereits vom äußeren Geschehensablauf nicht mal mehr der Anschein eines ordnungsgemäßen Mannschaftskampfes gewahrt sein.
Es kann jedoch dahin stehen, ob dies alles für sich genommen ausreichen würde, um den Mannschaftskampf zu „nullen“. Vorliegend wurden nicht nur Partien schon Remis gegeben, bevor beide Spieler mindestens einen Zug gemacht hätten, sondern gar solche, bei denen die Spieler noch nicht einmal eingetroffen waren.
Aus aktuellem Anlass sowie auf ausdrückliche Bitte des Antragstellers erlaubt sich der Vermittlungsausschuss in diesem Zusammenhang auf nachfolgende Regelungen hinzuweisen:
Art 5 Ziffer 2 c der FIDE-Regeln besagt, dass die Partie durch eine von den beiden Spielern während der Partie getroffene Übereinkunft Remis endet. Hierzu heißt es bei Ralph Alt in seinen Kommentaren zu den FIDE-Regeln (etwa für Schiedsrichterlehrgänge):
Die Vereinbarung muss zwischen den Spielern getroffen worden sein. Dritte Personen, wie zum Beispiel auch Mannschaftsführer, Trainer, Betreuer oder Eltern können diese nicht treffen.
Ferner führt er wie folgt weiter aus: „Das Remisangebot kann nur während der Partie abgegeben werden ... Ein Remisangebot, das abgegeben wurde, bevor nicht mindestens jeder Spieler einen Zug ausgeführt hat, ist nicht gültig, ebenso eine hierauf beruhende Vereinbarung. Das Ergebnis lautet 0-0.“ (vgl. http://www.osv1887.de/wp-content/uplüads/2013/08/SR2013 FIDERegeln 1304.pdf)
Ähnlich wird es auch in den Regelauslegungen von der Schiedsrichterkommission formuliert:
„Remisvereinbarungen sind nur „während der Partie“ gestattet. Vor Beginn sowie nach Beendigung der Partie getroffene Vereinbarungen sind unwirksam. Derartige Vereinbarungen werden vom Schiedsrichter nicht akzeptiert“ (vgl. http://srk.schachbund.de/regelauslegung.html).
Da die vorliegende Absprache der beteiligten Mannschaften nur „en bloc“ vorstellbar ist, erstreckt sich ihre Regelwidrigkeit auch auf die zunächst ordnungsgemäß aufgenommenen und auch geführten Partien. Es ging bei der Absprache gerade nicht um die einzelnen Partien, sondern vielmehr um das „Gesamtpaket“.
Bereits aus dem Ausgeführten ergibt sich, dass der Landesspielleiter mitnichten „ein Exempel statuiert“ hat, sondern sich vielmehr - nach Auffassung des Vermittlungsausschusses sogar mit viel Augenmaß - darauf beschränkt hat, den Mannschaftskampf zu „nullen“ ohne auf weitergehende Konsequenzen hinzuwirken.
Möglicherweise sah er hiervon ab, da er zugunsten der Handelnden berücksichtigte, dass es vorliegend nicht bereits im Vorfeld des Mannschaftskampfes zu der unzulässigen Absprache kam, sondern sich die Anwesenden vielmehr spontan aus der Eigendynamik der eingetretenen, durch widrige Umstände gekennzeichneten Situation entschlossen, von der ordnungsgemäßen Durchführung eines Mannschaftskampfes abzusehen, sich auf ein 4:4 zu verständigen und einen Sonntag – an welchem die Sonne schien, Vögel zwitscherten und Hunde bellten – anderweitig zu nutzen.
Er mag auch vor Augen gehabt haben, dass gerade der Antragsteller aus einer Position der Stärke heraus agierte – er hätte voraussichtlich nicht nur 2 Punkte kampflos bekommen, sondern hätte auch an den übrigen 6 Brettern nicht unerheblich mehr Bedenkzeit gehabt - und sich möglicherweise gerade besonders sportlich und fair verhalten wollte. Man hatte augenscheinlich weder Lust auf Stress noch auf ein in Betracht kommendes Nachspiel. Der Antragsteller handelte mithin zumindest von verständlichen Motiven geleitet und aus Sicht des Gegners sogar durchaus kulant.
Ausgeblendet blieb dabei freilich, dass das, was der SC Zitadelle Spandau als bemerkenswerte sportlich faire Geste des Antragstellers empfunden haben wird, von Seiten der vom Ergebnis mittelbar betroffenen anderen Mannschaften, für die eine Niederlage der Auswärtsmannschaft vorteilhaft gewesen wäre, eine Wettbewerbsverzerrung darstellt.
Nur der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass wenn vorliegend nicht auch die Vielzahl „mildernder Umstände“ bei dem Antragsgegner erkannt worden wäre, sich für das Präsidium auch die Frage einer auf § 12 Absatz 1 Ziffer der Satzung des BSV gestützten Verbandsstrafe viel drängender gestellt hätte.
Schließlich sei in diesem Zusammenhang vorsorglich darauf hingewiesen, dass Schiedsrichter, die sich an Partieabsprachen beteiligen, gemäß § 62 Absatz 2 der Satzung des Deutschen Schachbundes sogar ihre Lizenz riskieren. Es heißt dort:
„Die Schiedsrichterkommission hat mit einer Mehrheit von zwei Dritteln ihrer Mitglieder die Befugnis,
Die vom Bund verliehenen Schiedsrichterlizenzen zu entziehen,
Verliehene Schiedsrichterlizenzen nicht zu verlängern,
Nichtzulassungen zu Lizenzlehrgängen auszusprechen,
sofern ein grober Verstoß gegen die Turnierbestimmungen der FIDE oder des DSB vorliegt, z.B. bei Beteiligung an vorsätzlichen Partieabsprachen oder Ergebnismanipulationen. Die Maßnahmen können zeitlich befristet oder auf Dauer verhängt werden.
Der Schiedsrichterobmann ist berechtigt, vorläufige Maßnahmen zu ergreifen.“
Im Hinblick auf die Erfolglosigkeit des Antrages kommt eine Erstattung der Protestgebühr vorliegend nicht in Betracht.
Dr. Ferenc-Stephan Toth
Urteil im Original (67,3 KiB)
Bearbeiter: Frank Hoppe | 10.06.2015 08:35 | Archiv: BSV - Nachrichten | ID: 1738
Matthias Kribben	am 10. Juni 2015, 15:05 Uhr :
Eine kleine Korrektur zum Zeit-Ablauf: Um 8:55 Uhr war ich an dem in den Unterlagen angegebenen Spiellokal von Rotation. Weil ich niemanden vorfand, habe ich mich auf die Suche gemacht und nach einer Odysee samt telefonischer Begleitung war ich dann um 9:45 Uhr an dem in Weißensee gelegenen neuen Spiellokal von Rotation Pankow und erblickte sechs in schwarz gekleidete Mannschaftskameraden stehend vor dem Hotel.
Markus Zelanti	am 10. Juni 2015, 17:15 Uhr :
Es ist schon verwunderlich,das in der heutigen Zeit mit Computer,Facebook,Whats App etc., immer noch nicht eindeutig für manche Spieler die Spiellokale der jeweilen Gegner zu finden bzw. vorher ausfindig zu machen sind.
Bzw. sollte der Mannschaftsleiter vorher alle Spieler informieren, wo Sonntags gespielt wird.
Ich kann mir schon vorstellen,was dort wieder für Tumulte statt fanden.
Mfg Zelanti
Patrick Werner	am 12. Juni 2015, 18:43 Uhr :
Schachrechtlich ist die Wertung gar nicht anders möglich und der Landesspielleiter hatte sicherlich keine andere Wahl.
Aber mal ganz ehrlich, was ist denn das?:
"Der SC Weiße Dame machte den Landesspielleiter auf den interessanten Artikel aufmerksam."
Sorry aber ich bin mir sicher, weder die Schachfreunde von Rotation noch Zitadelle würden so etwas machen, wenn sie in der entsprechenden Position gewesen wären.
Tobias Vogel	am 13. Juni 2015, 10:36 Uhr :
Da bekommt der Begriff Rechtschaffenheit wieder eine ganz neue Bedeutung! In der Tradition der Blockwartmentalitaet und nationaler Gesinnungsschnueffelei (unser Väter und Großväter) hat doch ganz uneigennützig, aber prinzipiell ein Schachfreund am im Netz geschilderten "Vergehen" Anstoß genommenen und die Funktionäre haben reflexartig reagiert wie eine Behörde(deutsche)!
Abgesehen von der Frage, wem nützt dieses Urteil- man sollte doch, wo schon soviel im Netz veröffentlicht wurde, auch den Namen des Schachfreundes von WD veröffentlichen, ein derart pragmatischer, rechtschaffener Schachfeund muss doch gemieden werden dürfen- oder fällt der unter den Whistelblowerschutz des Berliner Schachverbandes?
Thomas Mothes	am 13. Juni 2015, 12:25 Uhr :
Es ist schon interessant zu sehen, dass jetzt über Weisse Dame her gezogen wird, anstatt über das eigentliche "Vergehen". Der BSV braucht bei solch einer Entscheidung keinen "Kläger", er MUSS von selbst tätig werden, genau wie bei einem falsch eingesetzten oder nicht spielberechtigten Spieler. Ich behaupte mal, dass es nicht das einzige "friedliche" 4:4 ist. Nur merkt es sonst keiner. Das Pech von Rotation/Zitadelle war eben, wie sie es gemacht haben und dass sie es öffentlich gemacht haben.
Weisse Dame ist dabei nur aus Zufall über den Bericht gestolpert und über den "Buschfunk" dringt sowas dann eben bis zum Landesspielleiter durch.
Auch ich lese mir gerne auf den Seiten diverser Vereine die BMM Berichte durch, nur so aus Freude an den Berichten, wenn es hier auf der Seite schon keine gibt. Über diesen Bericht wäre ich dann wohl auch gestolpert.......
Das Spielabsprachen im Sport nichts zu suchen haben ist wohl klar, weder im Fußball, im Schach oder wo anders. Sonst brauchen wir nicht mehr spielen, können uns die Spiellokale sparen und Sonntags mit der Familie ins Grüne.....die Ergebnisse stehen ja fest. Von der Außendarstellung gar nicht zu sprechen. Wenn ich als Sponsor sowas lese, frage ich mich, ob die überhaupt Geld brauchen, wenn sie gar nicht spielen.
Jan Zur	am 13. Juni 2015, 14:53 Uhr :
Interessant ist noch etwas anderes. Nämlich die Doppelmoral von unserem Hern Toth. Man braucht hier keine Reden über Fairniss zu schwingen wenn man selbst kein Mindestmaß an Sportlichkeit besitzt. Wenn man es vorzieht Entscheidungen abseits des Bretts zu fällen ist dies zumindest für mich nicht gegeben.
11. 01. 2015 - 5. Spieltag BMM 2014/15 - Zugzwang vs. Hertha
Durch ein Versehen waren die vom BSV empfohlenen Silver-Uhren auf 15 statt 30 Sekunden Inkrement programmiert. Das kann man ihnen aber leider nicht ohne weiteres ansehen. Früh im Wettkampf wurde beanstandet(von beiden Seiten), dass mit den Uhren etwas nicht stimmt. Letztlich wurde aber gespielt. Beim Stand von 2:2 kam dann von Hertha(in Form von ML Robert Schreck) das Angebot zum friedlichen 4:4. Das allein ist wohl schon fragwürdig wenn man den Ausführungen weiter oben Glauben schenkt. Wir(Zugzwang) lehnten ab. Nun stand es irgendwann 3:3 und es verblieben eine += und eine +/-(vermutlich sogar +-)-Stellung für uns. Ich hatte die zwei Mannschaftspunkte zumindest schon verbucht.
Nun traten die Herren Toth und Schreck auf die Zugzwangspieler zu. Sinngemäß sagten sie: "Entweder ihr macht jetzt 4:4 oder wir protestieren wegen den Uhren." Ferenc Toth legte gleich noch nach indem er sagte, dass er im Vermittlungsausschuss sei und wüsste, dass wir gegen den Protest eh verlieren. Und siehe da, meine Mannschaft willigte unter dem Druck ein.
Leider konnten wir uns dann nicht mehrheitlich dazu durchringen gegen diese Art der Wettkampfführung vorzugehen.
Aber vermutlich empfanden die Herthaner dieses Verhalten als "bemerkenswerte sportlich faire Geste". Ich sehe es eher so. "Wir spielen erstmal und wenns knapp wird ziehen wir den Juristerei-Joker. Ich bin Richter, meine Autorität stellt keiner in Frage."
Hat geklappt, klappt aber hoffentlich nie wieder!
Matthias Kribben	am 13. Juni 2015, 22:33 Uhr :
Für den Fall, dass sich dieser von Jan Zur geschilderte unglaubliche Vorfall bei Zugzwang - Hertha tatsächlich so abgespielt haben sollte, müsste wohl über eine Fortsetzung der Tätigkeit im Vermittlungsausschuss diskutiert werden.
Manfred Strzeletz	am 14. Juni 2015, 15:29 Uhr :
Der Vorwurf des Schachfreundes Jan Zur wiegt außerordentlich schwer.
Hier muss der BSV unmittelbar tätig werden und Ermittlungen anstellen, um das vorgeworfene Verhalten des Schachfreundes Thomas Mothes entweder auszuräumen, oder die notwendigen Maßnahmen unmittelbar zu treffen. Vielleicht wäre es auch sinnvoll, vorläufige Maßnahmen personeller Art zu treffen, ggf. bis zum Abschluss des Verfahrens.
Es darf nicht der leiseste Zweifel zurückbleiben, ansonsten bliebe ein schwerer Schaden für den BSV zurück.
Ferenc Tóth	am 14. Juni 2015, 19:54 Uhr :
Frisch aus dem Kurzurlaub zurückgekehrt stelle ich fest, dass mir hier zwischenzeitlich von Jan Zur "Doppelmoral" vorgeworfen wurde.
Man wird mir sicherlich nachsehen, dass ich - auf solche Art persönlich angegriffen - dazu ein paar Dinge klarstellen möchte.
Der von Herrn Zur angesprochene Mannschaftskampf endete ebenso, wie der hier streitgegenständliche mit 4:4, wobei auch wir - von Hertha 06 - nur zu sechst erschienen sind.
Damit enden aber auch schon die Gemeinsamkeiten.
Wir haben 2 Partien kampflos abgegeben, die auch ebenso nämlich mit +:- zu Recht für Zugzwang gewertet wurden. An den übrigen 6 Brettern wurde gespielt und gekämpft. Tatsächlich holten wir uns den Ausgleich an den Brettern. Und so stand es nach - ich glaube - mehr als 4 Stunden Spielzeit 2,5 : 2,5. Als noch drei Partien liefen, auch meine eigene war darunter, wurde festgestellt, dass, wie bereits zu Beginn des Mannschaftskampfes bemerkt und erfolglos beanstandet, tatsächlich Uhren falsch eingestellt waren, so dass die Spieler über zu wenig Bedenkzeit verfügten. In dieser Situation, für die wir als Auswärtsmannschaftz wirklich nichts konnten, wurden die letzten drei Bretter, beginnend mit meiner Partie, Remis gegeben. Ich selbst hatte zu diesem Zeitpunkt in einem Leichtfigurenendspiel einen Bauern mehr ohne dass ich allerdings ernsthafte Gewinnversuche hätte unternehmen können (- ebenso sah es übrigens auch "Fritz" bei der anschließenden häuslichen Analyse sowohl bezüglich der Schlussstellung, als auch derjenigen der vorangehenden 10 Züge). Die Stellung war ausgespielt und totremis, weswegen sie von meinem Gegner und mir auch Remis gegeben wurde. An den letzten beiden Brettern hätte sicherlich noch weiter gespielt, weiter gekämpft und hätten demgemäß auch noch von beiden Seiten Fehler gemacht werden können. Statt dessen wurden nach mehr als 4 Stunden echter Spiel- und Kampfzeit auch diese beiden Spiele Remis gegeben, so dass schließlich ein hart erkämpftes 4:4 (mit "Kampflosen", Siegen/Niederlagen und auch Unentschieden) zu Buche stand.
Dass dieses Ergebnis mit zwei kampflosen Partien im Rücken für die Heimmannschaft von Zugzwang gegen einen "Abstiegskandidaten" sicherlich enttäuschend war ist verständlich. Das ändert jedoch nichts an seinem regulären Zustandekommen. Es lag mitnichten eine verbotene Absprache vor. Vielmehr wurde gespielt und gekämpft, ehe man sich zum Schluss - und zwar duraus sportlich und fair -auf Augenhöhe trennte. Weder wurde irgend jemand genötigt, noch hat sich irgend jemand nötigen lassen.
Unter "Doppelmoral" verstehe ich, wenn gleiche Lebenssachverhalte je nach Interessenlage völlig unterschiedlich beurteilt werden. Davon kann aus den dargelegten Gründen jedoch gerade keine Rede sein.
Schließlich noch "in eigener Sache": ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, Richter zu sein. Ich vermute, dies wird auch zunächst der Grund gewesen sein, dass man an mich herantrat und mich fragte, ob ich bereit wäre den Vorsitz des Vermittlungsausschusses zu übernehmen. Mein Beruf ist nichts dessen ich mich schämen müsste oder schämen würde.
Thomas, Reinhard und ich bemühen uns seither als Vermittlungsausschuss "einen guten Job" zu machen.
Dass man sich zwangsläufig als Vorsitzender des Vermittlungsausschusses nicht nur "Freunde" schafft, war mir von vornherein klar. Sachliche Kritik kann dabei hilfreich sein und dazu beitragen, den eingenommenen Standpunkt zu überdenken.
Persönliche, beleidigende Angriffe gehören meines Erachtens aber nicht dazu. Sie sind verletztend und für die Motivation nicht gerade förderlich.
Sachliche Kritik am Inhalt der relativ ausführlich begründeten beiden letzten Entscheidungen des Vermittlungsausschusses - sei sie nun zustimmender oder auch ablehnender Natur - habe ich bisher übrigens noch nicht lesen können. Meines Erachtens wäre es sicherlich wünschenswert, wenn das Forum (zumindest) auch einer konstruktiven, inhaltlichen Auseinandersetzung dienen würde.
Jan Zur	am 14. Juni 2015, 20:55 Uhr :
Der genaue Verlauf(Reihenfolge) stimmt jetzt nicht ganz. Aber sei es drum. Die andere ausgekämpfte Stellung war übrigens ein T-L-Endspiel(gleichfarbig) mit Mehrfreibauern und unsererseits 200 DWZ mehr(ohne Zeitnot) an Brett 7. Da kann sich ja jeder selber einen Reim draus machen.
Die entscheidene Frage ist ob etwas gesagt wurde wie:
"Entweder ihr macht 4:4 oder wir legen Protest ein. Ich bin im Vermittlungsausschuss, da verliert ihr eh."
Das hast du zumindest nicht bestritten, was ich sehr löblich finde. Der Rest ist in meinen Augen Makulatur.
Mit Doppelmoral meine ich, dass man einerseits Absprachen(richtigerweise) anprangert und andererseits selbst Absprachen unter besonders "interessanten" Umständen tätigt. Damit will ich aber insbesondere nicht die Arbeit des Vermittlungsausschusses kritisieren.
Ich konnte beim zweiten Lesen des Textes einfach nicht an mich halten. Immerhin liegt mir der Mannschaftskampf(und das nicht wegen des Ergebnisses) noch immer schwer im Magen. Wer verliert schon gern neben dem Brett?
Thomas Mothes	am 14. Juni 2015, 21:16 Uhr :
Es wäre auch schön, wenn Herr Manfred Strzeletz bevor er seine verbale Keule raus holt, die in seinem Text verwendeten Namen prüft...... Danke
Manfred Strzeletz	am 14. Juni 2015, 21:59 Uhr :
Au weiah, da ist mir tatsächlich ein Irrtum unterlaufen.
Ich entschuldige mich bei Thomas Mothes, ich bezog mich natürlich auf den SF Toth, wie von Jan Zur dargelegt.
Als verbale Keule würde ich meinen Text nicht verstehen, er legt vielmehr nahe, dass der BSV nun tätig werden muss, um den Sachverhalt aufzuklären, denn so im Raum stehen lassen kann man den Vorfall eher nicht.
Aber wirklich noch einmal sorry für die falsche Namensnennung!
Ferenc Tóth	am 16. Juni 2015, 11:12 Uhr :
Ich begrüße ausdrücklich die sich abzeichnende zunehmende Versachlichung der "Diskussion", die sich augenscheinlich weniger um den veröffentlichten Protestfall, als um meine Person drehte.
Die entscheidenden Unterschiede zwischen den Mannschaftskämpfen zwischen Rotation und Zitadelle einerseits und Zugzwang und Hertha 06 andererseits dürften hinreichend klargestellt sein, so dass es ersichtlich auch dem gegen mich erhobenen persönlichen Vorwurf der "Doppelmoral" an einer Grundlage fehlt.
Leider legt SF Zur nun allerdings noch eins drauf, indem er behauptet, ich hätte sinngemäß geäußeert, ich würde meine Position im Vermittlungsausschuss dazu mißbrauchen, um einem etwaigen eigenen Protest meines Vereins zum Erfolg zu verhelfen.
Dies ist aber schlicht nicht wahr. Das habe ich nicht getan. - Nur der Ordnung halber sei erwähnt, dass ich von einer Mitwirkung an einer Entscheidung über einen Protestfall meines Vereines eh - und zwar richtigerweise - ausgeschlossen gewesen wäre, da ich nicht "Richter in eigener Sache" sein kann. Die mir zugeschriebene Äußerung macht also noch nicht einmal Sinn.
Dass der seinerzeitige Mannschaftskampf SF Zur "noch immer schwer im Magen liegt" ist durchaus verständlich. Seine Mannschaft war als klarer Favorit angetreten und lag nach einer halben Stunde dank zwei kampfloser Partien (- einer unserer Schachfreunde war zum falschen Spiellokal gefahren und ein anderer war auf einer Treppe gestürzt und musste sich ärztlich versorgen lassen -) gegen einen Abstiegskandidaten mit 2:0 vorne. Was sollte da schon passieren?! Nun kam es aber tatsächlich anders. Wir gewannen an 2 Brettern und eine Partie endete Remis, so dass es zum zwischenzeitlichen 2,5:2,5 kam. Der Mannschaftskampf war gekippt und wieder offen. Und dann stellte sich auch noch heraus, dass tatsächlich unter nicht ordnungsgemäßen Bedingungen gespielt worden war, da mehrere Uhren falsch gestellt waren.
Ich glaube SF Zur und ich sind uns einig, dass die Bedenkzeit einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf einer Partie hat. Im übrigen war es sein Gegner, Wolfgang Stark, der an Brett 1 spielend in einer schwierigen und aussichtsreichen Stellung in Zeitnot geriet. Berücksichtigt man, dass die Uhren üblicherweise neben den Brettern stehen, ist die Einschätzung, dass der Mannschaftskampf "neben dem Brett" entschieden wurde, so gesehen gar nicht einmal falsch. Allerdings wurde er entgegen dem, was SF Zur mit seinen Ausführungen suggerierr und wohl auch so empfindet (- weswegen ich auch n i c h t den Vorwurf der Doppelmoral gegen ihn erhebe -) nicht unsportlich entschieden.
Kein Mensch weiss wirklich, was dieser an Irrungen und Wendungen nicht gerade arme Mannschaftskampf noch an Kapriolen zu Stande gebracht hätte, und wie er schließlich ausgegangen wäre. Und natürlich ist es richtig, dass im Hinblick auf die nicht ordnungsgemäß eingestellten Uhren auch das Damoklesschwert eines durchaus aussichtsreich erscheinenden Protestes, durch den meine Mannschaft entweder die Punkte (und zwar b e i d e Mannschaftspunkte) tatsächlich "am grünen Tisch" zugesprochen bekommen hätte oder zumindest der Mannschaftskampf insgesamt neu angesetzt worden wäre, über uns schwebte. Wenn nun im Hinblick auf diese Situation nach über 4 Stunden echtem Kampf, an welchem sich SF Zur übrigens genauso beteiligte, wie auch ich selbst, die verbliebenen 3 Begegnungen einverständlich Remis gegeben werden, ist daran nun wirklich nichts zu beanstanden. Weder die beteiligten Spieler, noch die beiden - zumindest mittelbar mit kritisierten - Mannschaftsführer Rene Schildt und Robert Schreck haben sich irgend etwas vorzuwerfen.
Sollte Dir, SF Zur, immer noch etwas "schwer im Magen liegen" stehe ich auch gern zu einem persönlichen Gespräch zur Verfügung - sei es bei einem Kaffee, einem Wasser, einem Bier oder auch einem Magenbitter.
Du hast die "Wahl der Waffen".
Markus Zelanti	am 16. Juni 2015, 12:40 Uhr :
Dies ist ja echt eine ungeheuerliche Art und Weise wenn es sich so zugetragen hat. Obwohl ich nicht glaube, das ein Berufsrichter ,sich so im privaten Leben verhält. Das mann allerdings Ämter die man von der Allgemeinheit verliehen bekommt,dazu benutzt, um sich irgendwo Vorteile zu sichern gerade im Sport ist daß natürlich nicht hinzunehmen. Egal was auch in Zukunft passiert, ein grauer Schleier wird über dem Vermittlungsausschuß liegen bleiben. MFG
Dominic Freyberg	am 16. Juni 2015, 14:02 Uhr :
Klären wir mal die Frage, warum sind die SF von Spandau in ein Spiellokal gefahren, dass wir seit drei Jahren nicht mehr nutzen.
Die Antwort ist, weil in dem vorläufigen BMM Heft diese Adresse angegeben wurde. Warum? Wer ist dafür verantwortlich?
Die SF aus Spandau waren so eifrig und motiviert (Schach zu spielen), dass sie vermutlich das erste Heft, welches veröffentlich wurde ausdruckten und dann verteilten. Dadurch hatte alle die falsche Adresse.
Hier kommt vermutlich der Vergleich von SF Zur. Wo ist der Unterschied zwischen der falsch eingestellten Uhr, die dazu führt, dass man ein Remis vereinbart (an den restlichen Bretter) und dem Zeitverlust durch das Ansteuern des falschen Spiellokals?
Fakt ist, es gab zwei Partien die nicht ordnungsgemäß beendet wurden. Das sind die beiden Partien der SF Kribben und Schirrmacher, die leider noch im Auto durch Pankow/Weißensee irrten, weil es leider in Pankow/Weißensee zwei Parkstraßen gibt. Da sie im Auto saßen, konnten sie die Remisangebote ihrer Gegner nicht annehmen.
Die restlichen sechs Partien sind ordnungsgemäß beendet worden, da alle SF am Brett saßen und es einige Züge gab. Das natürlich eine Partie mit 4 Zügen keinen schachlichen Wert hat und sie daher niemand aufhebt, sollte auch logisch sein und niemanden verwundern. Die meisten SF notieren ihre Partien für die heimische Nachbereitung und nicht, weil sie glauben, dass sie juristisch relevant sind.
Die "unzulässige Absprache" ist, dass zwei Partien remis gegeben wurden, die regeltechnisch mit +:- hätten gewertet werden müssen, da zwei SF es nicht rechtzeitig geschafften haben. (Wie oft passiert es in den unteren Ligen, dass aus -:- 0,5:0,5 oder +:- 1:0 wird um Strafen zu entgehen?)
Wir hätte das Problem umgangen werden können, der Schiedsrichter hätte durch besonderen Umstände den Beginn des Wettkampfes nach hinten legen können und dann wären auch diese beiden Remispartien nicht zu beanstanden (sofern natürlich die SF Kribben und Schirrmacher die Remisangebote angenommen hätten, was ihre Entscheidung gewesen wäre).
Im ML Protokoll von 2009 (das aktuellste, was ich fande http://wiki.berlinerschachverband.de/upload/d/d1/Protokoll_ML-Beratung_23.09.2009.pdf ), steht, dass die ML ihren Spielern nahe legen dürfen, ein Remisangebot anzunehmen.
Dies ist offensichtlich passiert. Vermutlich ist dies auch beim Wettkampf Zugzwang-Hertha passiert und es ist so auch gewollt. Natürlich kann jeder SF selber entscheiden und ist nicht verpflichtet das Remisangebot anzunehmen. (wenn man den sozialen Druck/Stallordnung mal nicht berücksichtigt)
Ich bin einer der beiden Rotationer (ML), der rausgegangen ist und den ML von Spandauer gefragt hat, ob sie mit einem 4:4 leben können. Daraufhin gab es ein Meinungsbild und ich legten meinen Mitspielern nahe Remis zu bieten.
Die Motivation war sehr einfach, Abbau von Aggressionen und Frust. Man sollte nicht vergessen, dass dies unser Hobby ist und wir alle (oder fast alle) in unsere Freitzeit und aus Liebe zum Schach spielen. Und wenn dann da 8 frustrierte SF von Zitadelle vor mir stehen und einige damit kämpfen, ihren Ärger und Frust zurückzuhalten, ist es denke ich menschlich, dass man nach einem sinnvollen Ausgang strebt (ähnlich wie scheinbar in dem von SF Zur beschriebenem Wettkampf).
Mir stellt sich auch die Frage, was fördert das Schachtreiben. Dort eiskalt 8 SF aus Spandau zu frustrieren, die durch teilweise fremdverschulden mit 0:2 in Rückstand geraten (dafür dann auch noch eine Nichtantrittsstrafe hätten zahlen müssen) und an den anderen Brettern mit empfindlichen Zeitnachteilen spielen zu müssen. Hilft das weiter?
Es gab auch einige Stimmen, die unter diesen Bedingungen starke Bedenken hatten überhaupt zu spielen (oder sich vielleicht geweigert hätten).
Der Worst Case dieses Szenarios wäre gewesen, dass Spandau nicht antritt und verliert und das sie unter Umständen dadurch absteigen. Ob dies der Langzeitmotivation an BMM Wettkämpfen teilzunehmen zu guten gekommen wäre, mag ich stark bezweifeln.
Haben wir andere damit geschädigt? Nein, ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass trotz der Nullnummer beide Mannschaften nicht abgestiegen sind.
Was mich ein bisschen gestört hat, ist die Vorverurteilung durch den Spielleiter. Eine Woche nach dem Wettkampf wurden wir ohne angehört zu werden, durch die BSV Homepage darüber informiert, dass wir genullt wurden. Das man Urteile fällt ohne die beiden Parteien dazugehört zu haben, war mir bis dahin neu.
Mich persönlich hat die Art und Weise doch schockiert.
Mich stört ebenfalls " unwillkürlich an Jugendliche erinnert, die eigene Straftaten filmen und sodann die Aufnahme ins Netz stellen." Meine Assoziation sind gewalttätige Jugendliche (Sachbeschädigung oder Gewalt gegen ahnungslose Mitmenschen). Ich vermute es geht den meisten so und dieser Vergleich ist meiner Meinung nach völlig überzogen.
Positiv erkenne ich die milde dieses Urteils an. Bedeutet auch, dass man sich der besonderen Umstände bewußt war und diese ebenfalls berücksichtigt hat.
Ich möchte auch anmerken, dass ich keinerlei Kroll gegen die SF Weiße Dame hege und wir in der 9. Runde auch harmonische Gespräche mit SF Gross (zu diesem Thema) hatten (trotz einer 3:5 Niederlage). Der SF von Weiße Dame, der das dem Spielleiter gemeldet hat, hat sich nichts zu schulden kommen lassen. Jegliche Anfeindungen oder verbale Keulen gegen diesen sind unsachlich und helfen nicht weiter.
Die Entscheidung des Spielleiters diesem Hinweis nachzugehen, kann ich ebenfalls nachvollziehen.
Ich persönlich wäre für eine genauere Besprechung/Definition der "unzulässigen Absprache". Korrekt wurde hier auch angemerkt, dass es eine "Grauzone" gibt. Ab wann verlässt man die genau?
Das sind meine Anmerkungen zu diesem Fall und dem Urteil.
Und ich möchte nochmal ausdrücklich anmerken, dass beide Mannschaft an diesem schönen Sonntag Schach spielen wollten. Die Gründe für das Scheitern dieses Vorhabens habe ich dargestellt.
Noch eine Bitte, sollten Spiellokale unklar sein, bitte im vorläufigen BMM Heft keine falschen Adressen angeben. Es ist besser das Feld freizulassen.
Dominic Freyberg	am 16. Juni 2015, 14:10 Uhr :
Die Anschuldigungen gegen SF Tóth haben mit dem Sachverhalt hier nichts zu tun.
Ich möchte auch anmerken, dass die inhaltliche Aussage von SF Tóth möglicherweise auch war, dass er aus seinem Erfahrungsschatz als Mitglieder eines solchen Gremiums denkt, dass dies Erfolg haben würde.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass SF Tóth Richter seiner eigenen Verhandlung hätten sein wollen und das der BSV dies zugelassen hätte. Wir sollten froh sein, dass wir SF finden, die ehrenamtlich für den Verband arbeiten. Logisch ist auch, dass dieser Vermittlungssausschuß nicht alle zufrieden stellen kann.
Ferenc Tóth	am 16. Juni 2015, 15:15 Uhr :
Danke Dominic! Deine beiden Forenbeiträge haben mir soeben den Glauben ans Forum ein bisschen zurückgegeben.
Zum einen freut es mich - natürlich - wenn jemand bloße Anschuldigungen als solche erkennt und hinterfragt anstatt sie ungeprüft und ohne eigene Sachkenntnis weiter zu verbreiten und schnell mal einen "Fall Tóth" oder gar - wenn auch nur versehentlich - einen "Fall Mothes" draus zu machen. Ich bin kein Baum, der hier im Forum rumsteht und den jeder mal schnell anpinkeln darf.
Zum anderen und insbesondere finde ich es gut, dass sich ein Leser ebenso ausführlich wie differenziert den Sachfragen der veröffentlichten Entscheidung zuwendet und diese gehaltvoll diskutiert. Vermutlich ist es kein Zufall, dass ausgerechnet ein von der Entscheidung unmittelbar Betroffener sich die Mühe macht, sich gründlich mit ihr auseinanderzusetzen. Dabei wirft er auch die sicherlich interessanteste Frage auf, nämlich die, wo eine legitime Vereinbarung aufhört, und wo eine unzulässige Absprache beginnt. Im vorliegenden Fall bedurfte es keiner Ausleuchtung dieses "Graubereiches", da kein "Grenzfall" vorlag, sondern aus den hinlänglich dargelegten Gründen im Ergebnis ein Musterbeispiel einer verbotenen Absprache, wenn auch ohne "böse Absicht" und sogar nachvollziehbaren Motiven.
Auf die Frage, wo genau eine "verbotene Absprache" bereits beginnt, hat der Vermittlungsausschuss bislang auch keine tragfähige Antwort. Es gibt hierzu keine "gängige Definition". Insoweit könnte sicherlich ein Meinungsbild interessierter Leser inspirierend und möglicherweise in künftigen Fällen auch als Entscheidungshilfe wirken.
Die Kritik bezüglich des Vergleiches mit Jugendlichen, die ihre eigenen Straftaten ins Netz stellen, nehme ich ausdrücklich an. Ich wollte durch den Vergleich das Verhalten der Rotationer und der Spandauer Spieler natürlich nicht in die Nähe von Straftaten rücken. Mir ging es vielmehr ausschließlich um den Gesichtspunkt der Dokumentation und Veröffentlichung des gegenständlichen Lebenssachverhaltes, der einem der Kardinalproblemen bei unzulässigen Absprachen, nämlich dem ihrer Nachweisbarkeit, von vornherein entgegenwirkte.
Jan Zur	am 16. Juni 2015, 18:26 Uhr :
Ich melde mich noch ein letztes mal abschließend zur Sache.
Als erstes ist Zeit ein relevanter Teil des Spiels, keine Frage. Aber nun spielten beide Parteien mit der gleichen Bedenkzeit und der Verlust von 40*(30-15) Sekunden Bedenkzeit macht aus dem Wettkampf auch noch keine Blitzpartie. Jeden betraf die Fehleinstellung. Und in meinen Augen akzeptiert man diese mit der Weiterführung des Wettkampfes.
Ich schrieb zu Beginn das hier:
Nun traten die Herren Toth und Schreck auf die Zugzwangspieler zu. Sinngemäß sagten sie: "Entweder ihr macht jetzt 4:4 oder wir protestieren wegen den Uhren." Ferenc Toth legte gleich noch nach indem er sagte, dass er im Vermittlungsausschuss sei und wüsste, dass wir gegen den Protest eh verlieren.
Auch wenn dies schon zur Unwahrheit gestempelt wurde, möchte ich betonen, dass ich selbst einer(!) der Zeugen des Vorfalls war und dieser sich so abspielte. Auf ein genaues Zitat muss ich fünf Monate nach dem Spiel leider verzichten. Mit diesen Aussagen wurde auf einer völlig "unschachlichen" Ebene Druck auf unsere Spieler ausgeübt. Auf eine Art und Weise, die an Unsportlichkeit seines gleichen sucht. Im Mittelpunkt stand hier nur noch die Maximierung der Mannschaftspunkte für Hertha. Der schachliche Weg dahin war bereits ausgereizt.
Jedem war übrigens bewusst, dass hier neutrale Schachfreunde urteilen würden. Es sollte uns aber klar zu verstehen gegeben werden, dass wir mit dem 4:4 den Strohhalm gereicht bekamen. Was möglicherweise gar nicht so war?! Als ich einige Zeit danach bei der ersten etwaigen Protestinstanz nachfragte, bekam ich als Antwort, dass der Schiedsrichter die Einstellung der Uhren verantwortet. Dieser wird nur formal vom Verein gestellt. Eine Neuansetzung wäre also die Folge.
Auch möchte ich betonen, dass anders als behauptet ich n i c h t Teil der Ergebnisabsprache war. Ich nahm mein Remisangebot an weil es in meinen Augen das 4,5:3,5 sicherstellte. Das hätte es auch getan, wenn nicht die Protestkeule herausgeholt worden wäre. Den Verlauf kann man auch gern in dem von mir erwähnten Bericht nochmals nachlesen.
Wie auch immer, ich begrüße die hier beschriebene Entscheidung des Vermittlungsausschusses(Rota vs. Zita) und wollte nur mal "anregen", dass man sein eigenes Handeln auch an dem eigenen "Urteil" messen kann.
Die Einladung nehme ich an, hoffe aber alsbald nicht gegen Hertha spielen zu müssen...
Gregor Salzberg	am 17. Juni 2015, 03:28 Uhr :
@ Jan Zur
Du kannst den Sachverhalt/Situation/ Dialog noch dreimal hinschreiben- denkst du wirklich, dass irgendwer das zugeben wird???? Kannste knicken.
Wenn dem so wäre (wovon man ausgegangen kann), habt ihr eure Chance verpasst -dagegen zu intervenieren. Jetzt nachtreten hilft keinem etwas.
Σ 4.020 | G 2 | H 1

References: § 9
 § 1
 § 1
 § 1
 § 12
 § 62