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1913 / 63 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger)
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Auf den Bericht vom 7. Februar d. J. will der Gemeinde Dillingen im H: Saarlouis auf Gru des Gese vom 11. Juni 1874 (Geseßsamml. S. 221) da Recht verleihen, zum Bau eines Schlachthauses die Grund- ftüde Flur 7 Nr. 632/182 2c., 631/182 2c., 557/180, 556/178 2c., 640/176 2c., 639/176 2c., 554/175, 636/171 2c., 635/171 2c. und 549/169 im Wege der Enteignung zu er- werben. Der vorgelegte Lageplan folgt zurü.
Berlin, den 17. Februar 1913. _ Wilhelm R.
An die Minister der öffentlihen Arbeiten, für Handel und Gewerbe, für Landwirtschaft, Domänen und Forsten und des Jnnern.
An Stelle des Unterstaatssekretärs Schreiber im Ministerium für Handel und Gewerbe ist der Tas Tui Wirkliche Geheime Rat Dr. Neuhaus in demselben Ministerium mit Wirkung vom 1. April d. J. ab zum Vorsißenden des Prüfungs- amts für Gewerbeaufsichtsbeamte (§ 17 der Vorbildungs- und Prüfungsordnung für die Gewerbeaufsihtsbeamten vom 7: E 1897, M.-Bl. d. i. V. 1898 S. 29 ff.) ernannt worden.
Dem Dirigenten des Meistershen Gesangvereins Gustav von Lüpke in Kattowiß O. S. ist der Titel „Königlicher Musikdirektor“ verliehen worden.
Königliche Akademie der Künste zu Berlin. Bekanntmachung.
Als Ersaß für den verstorbenen Bildhauer, Professor Otto Lessing ist für den Rest der Wahlperiode des Verstorbenen (bis Ende September 1913) seitens des Herrn Ministers der
eistlihen und Unterrichtsangelegenheiten der Bildhauer, Pro- fessor Peter Breuer hierselbst berufen worden.
Der Präsident der Königlichen Akademie der Künste. Ludwig Manzel.
Für die Wahlen zur zweiundzwanzigsten Legis- laturperiode des Hauses der Abgeordneten habe ih auf Grund der §8 17 und 28 der Verordnung vom 30. Mai 1849 (Geseßsamml. S. 205) als Wahltermine:
für die Wahl der Wahlmänner: den 16. Mai d. J.,
für die Wahl der Abgeordneten: den 3. Juni d. J festgeseßt. : |
____Wo mas Vornahme der Abstimmung in der Form der Mie oder Gruppenwahl (Art. T §8 3, 4 des Geseßes vom 28. Juni 1906 — Geseßsamml. S. 318 f.) die engeren "" Wahlen an den bezeichneten Tagen nicht durchgeführt werden Tönnen, haben diese Wahlen an den dafür anderweit fest- Ti enden Wahltagen stattzufinden, mit der Maßgabe, daß Di ahlen der Wahlmänner spätestens am 28. Maï, die M der Abgeordneten spätestens am 9. Juni abgeschlossen werden.
Der Minisier des Jnnern. von Dallwißt.
I. Die am 1. April 1913 fälligen Zinsscheine der preußischen Staatsschuld und der Reichsschuld werden vom 22. März ab eingelö}t dur
die R in Berlin W. 8, Tauben- traße 29,
die Königliche Seehandlung (Preußische Staatsbank) in Berlin W. 56, Markgrafenstraße 46 a,
die T dus “G ae Ad in Berlin C. 2, am Zeughauje 2,
die Reichsbankhaupt- und Reichsbankstellen und die mit v tung versehenen Reichsbanknebenstellen
die preußischen Aa K Hana ien, Kreiskafsen und haupt- amtlih verwalteten Forsikassen,
die preußischen Oberzollkassen,
die vieubichen p d sofern die. vorhandenen Barmittel die Einlösung ge tatten. :
Die Zinsscheine können in Preußen auch vom 22. März ab allgemein statt baren Geldes in Zahlung gegeben werden bei allen hauptamtlih verwalteten staatlihen Kassen, mit Ausnahme der Kassen der Staatseisenbahnverwaltung, sowie bei Entrichtung der dur die Gemeinden zur Hebung ge- geen direkten Staatssteuern. Ermächtigt, aber nicht ver- le h zur Annahme an Zahlungsstatt sind die Reichspost- anstalten.
Die Zinsscheine sind den Kassen nah Wertabschnitten ge- ordnet mit einem Seins vorzulegen, in welhem Stückzahl und Betrag für jeden Wertabschnitt, Gesamtsumme sowie Namen und Wohnung des Einlieferers angegeben sind. Von der Vorlegung eines E wird abgesehen, wenn es sih um eine geringe Anzahl von P h handelt, deren Wert leiht zu über- sehen und festzustellen ist. S a zu den Verzeichnissen werden bei den beteiligten Kassen vorrätig gehalten und nach Bedarf unentgeltlich verabfolgt. Weniger geschäftskundigen Personen wird auf Wunsch von den Kassenbeamten bei Auf- a der Verzeichnisse bereitwilligst r geleistet werden. . Die am 1. April 1913 fälligen Zinsen der in das Preußische Staatsschuldbuch und in das Reichs- [o buch eingetragenen Forderungen werden, soweit e durch die Post oder durch Gutschrift auf Reichsbankgirokonto zu berichtigen sind, vom 18. März ab gegah t. Die Bar- gay der Zinsen bei der Staatsschulden lgungskasse und bei er Reichsbankhauptkasse beginnt ebenfalls am 18., bei allen
anderen Zahlstellen am 22. März.
Die Zahlung der Zinsen durch die Post geschieht, wenn kein g rútellivee ntrag gestellt ist, La des Deutschen Reihs im Wege des Postüberweisungs- und Scheckverkehrs. Dabei werden Beträge bis 1500 46 und im Falle der Ueberweisung auf ein Postscheckonto auch ae eträge ohne Abzug der Postgebühren gezahlt; nur die s fallen dem Empfänger zur Last. erden da- gegen ie Zinsen auf Wunsh durch Postanweisung oder Geld- T gezahlt, so hat der Empfänger Postgebühren und Porto zu tragen.
T. Die Staats\chuldentilgungskasse ist am 29. März für das Publikum geschlossen, am 31. März ist sie von 11 bis 1 Uhr, an den übrigen erftagen von 9 bis 1 Uhr geöffnet.
Hauptverwaltung der Staatsschulden und Reichs\huldenverwaltung. von Bischoffshausen.
für die am 27. März 1913, Vormittags 11 Uhr, im stadt - seitigen Bahnhofsgebäude zu Magdeburg stattfindende : 61. ordentlihe Sißun des Bezirkseisenbahnrats für den Direktionsbezirk Magdeburg.
I. Geshäfts8ordnungs8angelegenheiten.
a. Mitteilungen der Königlichen Eisenbahndirektion über die Zusammenseßung des Beztrkseisenbahnrats. b. Vorlage der Königlichen Eisenbahndirektion über P evvaiaus des § 1 Absay 1 der Vorschriften für den Ge- äftsgang. __ Der Bezirkseisenbahnrat wolle beschließen : im § 1 Absay 1 der Vorschriften für den Geschäftsgang des Bezirkseisenbahnrats zu Magdeburg statt der Worte „am dritten Donnerstag der Monate März und September“ zu seßen „am dritten Donnerstag im März und am ersten Donnerstag im Oktober“.
Der Bezirkseisenbahnrat Hannover/Münster hält feine Herbst- fißungen saßungs8gemäß am dritten Mittwoch im September ab, d sein ständiger Aus\chuß tritt am Tage vorher zur Vorberatung zusammen.
Da die ordentlichen Sißungen des Bezikselsenbahnrats Magde- burg nah den Vorschriften für den Geschäftsgang im Herbst am dritten Donnerstag im September stattfinden, fallen die ordent- lihen Sibungen beider Körperschaften auf zwet einander unmittelbar folgende Tage, und diejenigen Auss{hußmitglieder des Bezirkseisen- bahnrats Hannover/Münster, welche gleichzeitig dem Beztrkseisenbahnrat Magdeburg angehören, find gezwungen, -sih im Herbst sogar an drei Tagen hintereinander. an Stgzungen beider De en zu beteiligen.
Den Bezirkseisenbahnräten Haunover/Münster und Magdeburg gehören gleichzeitig 8 Herren an.
Zur Begegnung wiederholter Klagen über den erwähnten Miß- stand wird vorgeschlagen, die Herbstsizung im Bezirkseisenbahnrat Magdeburg auf den ersten Donnerstag im Oktober zu verlegen. Ein anderer Zeitpunkt — etwa ein Tag in der zweiten oder vierten Woche im September — kann nit in Aussicht genommen werden, weil dann wieder ähnlihe Verhältnisse mit den Bezirkseisenbahnräten Breslau, Bromberg uno Frankfurt eintreten würden.
IT. Mitteilungen dér Königlichen Eisenbahndipektion über wichtigere Tarif- und Verkehrsmaßnabmen. *
ITI. Fahrplanangelegenheiten.
Mitteilungen der Königlichen Eisenbahndirektion über den vom 1. Mai 1913 gültigen Fahrplan. (Der erste Entwurf ist am 1. März 1913 versandt worden.)
IV. Festsezung des E für die nächste Aus\chuß- ißung. Magdeburg, den 10. März 1913. Königliche Etisenbahndirektion. Sommer.
Aiclamtlißes.
Preußen, Berlin, 13. März 1913.
Seine Majestät der Kaiser und König nahmen heute im hiesigen Königlihen Schlosse die Vorträge des Kriegs- ministers, Generals der Jnfanterie von Heeringen, des Chefs des Generalstabes der Armee, Generals der Jnfanterie von Moltke, des Chefs des Militärkabinetts, Generals der Jnfanterie Preiyeren von Lyncker, des Präses der Artillerieprüfungs- ommission, Generalmajors Sieger und des Kommandeurs der Jnfanterieschießshule, Obersten Mühry entgegen:
Seine Majestät der König Gustav von Schweden und seine Schwiegertochter, Jhre Kaiserlihe Hoheit die Herzogin MariavonSödermanland, find, wie „W. T. B.“ meldet, gestern auf dem hiesigen Stettiner Bahnhof eingetroffen, wo sie von dem s{chwedishen Gesandten Grafen Taube und mehreren Been der shwedischen Gesandtschaft empfangen wurden. Seine Majestät der König und Jhre Kaiserliche Hoheit die Herzogin begaben sih zunächst nah der {hwedischen Gesandtschaft und statteten später Jhren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin im Königlichen Schlosse einen Besuch ab. Seine Majestät der König nahm an dem Botschafterdiner, das Abends bei Seiner Majestät dem Kaiser stattfand, teil und reiste danach mit Jhrer Kaiserlichen Hoheit der Herzogin Maria vom Anhalter Bahnhof nah Jtalien ab.
Der Bundesrat versammelte sih heute zu einer Plenar- sißung; vorher hielten der Aus\huß für Zoll- und Steuerwesen, die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Justizwesen, der Ausschuß für Handel und Verkehr, die ver- einigten Ausschüsse für Justizwesen und für Rechnungswesen sowie die vereinigten Ausschüsse für Justizwesen und für Handel und Verkehr Sißungen.
Der frühere vortragende Rat im Reich3postamkt, Mane Ses Oberpostrat Bernhardt ist am 9. März 1913 Naumburg (Saale) im 65. Lebensjahre gestorben. Er trat 1869 in den höheren Telegraphendienst des Nord- deutschen Bundes ein, machte 1870/71 den Feldzug gegen
ranfreih im Heere mit und erwarb das Eiserne Kreuz
. Klasse. 1877 bestand er die höhere Telegraphenver- waltungsprüfung, 1887 wurde er in das Reichspostamt be- rufen, dem er bis zu seinem Uebertritt in den Ruhestand — 1. Januar 1909 — angehört hat. / 1889 wurde er zum Ober- postrat und ständigen Hilfsarbeiter im Reichspostamt, 1893 zum vortragenden Rat und 1897 zum Geheimen Oberpostrat ernannt. 1907 wurde ihm der Charakter als Wirk- licher Geheimer Oberpostrat mit dem Range eines Rats erster Klasse verliehen. Seit Oktober 1901 war er Abteilungsdirigent in der zweiken Abteilung des Reichs- postamts (Telegraphen- und N, Bei seinem Scheiden aus dem Dienst erhielt er den Königlichen Kronen- orden II. Klasse mit dem Stern.
Der Heimgegangene- hat dank seiner hervorragenden Begabung und unermüdlichen Hingebung an seinen Beruf der Reichspost- und Telegraphenverwaltung wertvolle Dienste geleistet. Sie wird sein Andenken in Ehren halten.
Laut Meldung des „W. T. B.“ sind S. M. S. „Eber“ am 10. März ‘in Porto Grande auf St. Vincent ((Cap Verdische Jnseln) und S. M. S. „Nürnberg“ am 11. März in Tís\ingtau eingetroffen.
Der König von Sachsen ist gestern, wie „W. T. B.“, meldet, zum Besuh der Erzherzogin Maria Josepha in Wien eingetroffen und stattete Mittags dem Kaiser Franz Joseph einen längeren Besuh in Schönbrunn statt.
— Ein gestern veröffentlichtes amtlihes Communiqué besagt obiger Quelle zufolge:
Die St. Petersburger Telegraphen - Agentur veröffentlicht im Anschluß an das g’stern zur Ausgabe gelangte, zwischen der öster- reichish-ungarishen und der russishen Regierung vereinbarte gleih- lautende Communiqué etnen ergänzenden Passus. Die Aufnahme dieses in der bezüglihen Vereinbarung der beiden Kabinette nicht inbegriffenen Passus in den im Einvernehmen veröffentlihten Text der Communiqués wurde von seiten Oesterreich- Ungarns schon aus dem Grunde für unnötig befunden, weil unsere politishe Haltung gegenüber unseren südlihen Nacbarn sich nit erft aus den bei dem gegenwärtigen Anlaß gepflogenen Erörterungen ergab. Es braucht in dieser Nichtung nur darauf hingewiesen zu werden, daß Graf Berchtold s{hon am 5. November vor dem kompetenten Forum der Delegationen die Erklärung abgab, daß die Monarchie bereit sei, die Grundlage: zu einem dauernden freundshaftlihen Einvernehmen mit den Baikanstaaten zu \{chafen.
_—— Wie Die „Militärische Rundschau“ bekannt gibt, hat das Kriegsministerium hinsihtlih der Rückbeurlaubung der Reservisien im wesentlihen folgende Verfügungen erlaffen:
Alle gegenwärtig ‘beim ersten bis vierzehnten Korps zur teilweifen Ergänzung des Heeres in aktiver Dienstleistung stebenden Reservisten des Assentjahrgangs 1908 (aus\chließlih Kavallerie) find in das nicht- aktive Verhältnis zurückzuverseßen. Bei der Kavallerie können die Ne- gimentskommandeure der Berücksihtigung würdige Neservisten des Affentjahrgangs 1908, s\oweit es die Dienstverhältnisse geltatten (Rücksichten auf die notwendige Pferdewartung usw.), in das nichtaktive Verhältnis zurücversetzen.
Der türkishe Botschafter und Hakki Pascha sprachen gestern nahmittag im Auswärtigen Amte vor.
Wie das „Reutersche Bureau“ erfährt, ist den verbündeten Balkanstaaten deutlich erklärt worden, daß die Entscheidung über die Zukunft Skutaris. — ob die Festung fällt oder niht — in den Händen der Mächte liegt.
— Jn der gestrigen Sißzung des Unterhauses standen Anfragen auf der Tagesordnung.
Nach dem Bericht des ,W. T. B." fragte der Abg. Byles an, ob die Erklärungen der Staatsfekretäre von Jagow und von Tirpiß in der Budgetkommission des Deutschen Reichstags eine Aënderung im britishen Flottenetat zur Folge haben würden. Der Parlamentsuntersekretär Macnamara erwiderte, Churchill werde bei Einbringung des Flottenetats am 26. März eine ausführliche Er- klärung abgeben. Desgleichen stellte der Kriegsminister Seely eine eingehende Erklärung über die Luftflotte bei Vorlegung des Heeres- etats in Ausficht.
Der Abg. Nees richtete an den Staatssekretär des Innern Mc Kenna die Anfrage, ob Luftschiffe in einer Höhe von über 350 Fuß festgestellt oder angehalten werden könnten und was für Schritte die Regierung zu tun gedenke, um die kürzlih getroffenen Bestimmungen durhzusegen. Mc Kenna erwiderte, die Antwort auf die erste Anfrage hängt vom Stande der Witterung ab. Unter ge- wöhnlihen Witterungsverhältnissen kann Form und Typ cines Lust- schiffes genügend unterschieden werden, um es festzustellen. Wo die Bestimmungen übertreten werden, wird die Polizei mit dem Luftschif auf dem gewöhnlihen Weyze verfahren, wenn es landet. Gegen Lust- schiffe, die niht landen, werden die Militärbehörden vorgeben.
Der Abg. Nees fragte weiter, welhe Schritte die Regierung zu unternehmen beabsichtige, um die Verteidigungsmittel des Landes zu verstärken, mit Rücksicht auf die in dieser Richtung von anderen europäisdben Mächten getroffenen Maßnahmen. Der Premier- minister Asquit h antwortete, daß die Absihten und Pläne der Re- gterung ausführlih dargelegt werden würden, sobald der Heeres- und Flottenetat eingebraht werde. Der Heeresetat werde in der nächsien Woche vorgelegt werden.
Die Reichsduma hat gestern eine dringlihe Jnter- pellation der Rechten angenommen, in der der Handelsminister laut Meldung des „W. T. B.“ betreffs des Bestehens eines ungeseßlihen Naphthatrusts befragt wird, der innerhalb zweier Jahre die Naphthapreise im Wolgarayon beinahe ver- doppelt habe und sie jeßt zu verdreifahen strebe. Die Juter- pellanten {lagen eine Normierung der Naphthaausfuhr und Naphthaproduktion oder Monopolisierung des Naphtha- handels vor.
Jn der Deputiertenkammer erklärte gestern, wie „W. T. B.“ meldet, der Ministerpräsident de Broqueville auf eine Anfrage, daß, nachdem die Sozialisten den General- streik abgesagt hätten, die Regierung sich auf das Wahlergebnis vom Juni 1912 berufe und sih höchstens nur dazu verstehen könne, das Kommunal- und Provinzialwahlrecht zu revidieren. Das bedeutet, wie die anschließende Debatte feststellte, die Ab-
lehnung jeder Verfassungsrevision im Sinne des gleichen Wahlrechts. R | E
Nach einer Meldung des „W. T. B.“ erklärte der Finanz- 4ninister in einem Jnterview, daß die Finanzlage der Türkei zwar nicht glänzend, aber auch nicht verzweifelt sei. Die Regierung fände jederzeit Geld zum Kriegführen durch Vor- hüsse, wie jenen von 500 000 Pfund, den die Anatolische Eisenbahn gewährt habe, dur öffentliche Sammlung und Be- gebung von Schaßscheinen. Das Defizit des laufenden Budget- jahres werde nicht außerordentlich groß sein, da die Verwaltungs- ausgaben für Tripolitanien und die europäische Türkei erspart würden.
— Gestern ist kein Kriegsbulletin veröffentliht worden. Vom „W. T. B.“ verbreiteten Konstantinopeler Privat- meldungen zufolge dauern die Vorpostensharmügel bei Bulair fort und gestalten sich, seitdem sih die türkische Flotte an ihnen beteiligt, lebhafter.
Der Beginn der zweiten Woche der Dauerdebatte über die Marinebill im canadishen Unterhause wurde haupt- sächlih bemerkenswert durch die Verlesung einer bisher un- veröffentlichten Denkschrift des englishen Marine- ministers Churchill. Wie „W. T. B.“ meldet, enthält die Denkschrift die Empfehlung, die canadishen Schlacht- chiffe in England zu bauen, und bezweifelt, daß es zweckmäßig sei, sie in Canada zu bauen, wie von der canadishen Opposition vorgeshlagen worden war. Die Opposition erhob gegen die Verlesung im Auszug Einspruch und verlangte die Verlesung des vollen Textes. Der Premierminister Borden tat dies und rief damit große Ueberraschung hervor. Die Liberalen waren in Verlegenheit, charakterisierten die Bemerkungen Churchills als eine un- berehtigte Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Dominiums und bestritten die Richtigkeit der Behauptungen und Schlußfolgerungen Churchills. Der Premierminister Borden wandte sih gegen die Angriffe auf Churchill, vertrat die Ansicht, daß der Premierminister einer Kolonie das Recht habe, die Behörden im Mutterlande um Rat zu fragen, und übernahm die volle Verantwortung dafür, daß er dies getan habe.
— Im mexikanischen Senate sind die ersten sieben Paragraphen des Geseßes, das die Aufnahme einer Anleihe von 120 000000 Pesos vorsieht, angenommen worden.
Nach einem vom „W. T. B.“ verbreiteten Telegramm aus Nogales in Arizona ist in dem mexikanischen Staat Sinaloa eine Revolution gegen Huerta ausgebrochen. Sinaloa hat sich einen vorläufigen Gouverneur gewählt.
Asien. Nach einer Meldung des „W. T. B.“ hat der russische
Geschäftsträger in Teheran gestern der persischen Regierung
einen Betrag von 200000 Pfund Sterling, rüczahlbar innerhalb dreier Jahre ab Juli 1914, angeboten.
Der Bericht über die gestrige Sizung des Preußischen Herrenhauses und der Schlußbericht über die gestrige Sißung des Hauses der Abgeordneten befinden sich in der Ersten und Zweiten Beilage.
— Die heutige (26.) Sißung des Herrenhauses eröffnete der Präsident von Wedel mit der Mitteilung, daß gestern das am 27. Januar 1908 aus besonderem Königlichem Ver- trauen in das Haus berufene Mitglied Bankier Ludwig Delbrück gestorben ist. Das Haus ehrte das Andenken an den Verstorbenen in der üblichen Weise. i
Jn einmaliger Schlußberatung wurden dann die Geseß- entwürfe, betreffend Errichtung von Amtsgerichten in Gronau in Westfalen und in Brühl, nach den Referaten der Herren Fürst zu Salm-Horstmar und Graf zu Hoens- broech ohne Diskussion unverändert angenommen.
Darauf folgte die Beratung des vom Abgeordnetenhause auf Antrag der Abgg. Freiherr von Zedliy und Neukirch, Krause-Waldenburg und Genossen angenommenen Geseß- entwurfs zur Ergänzung des Gesetzes über die Haftung des Staats und anderer Verbände für Amtspflichtverlegungen von Beamten bei Ausübung der öffentlihen Gewalt vom 1. August 1909. Durch diesen Geseßzentwurf soll dem bestehenden Geseß ein neuer § 4a eingefügt werden, wonah die Vorschriften des Geseßes auch auf die Lehrer und Lehrerinnen eines Schulverbandes, ebenso auf die Lehrpersonen der Schulsozietäten sowie der sonstigen zur Unterhaltung von öffentlichen Unterrichtsanstalten verpflichteten Verbände und Stiftungen des öffentlichen Rechts Anwendung finden sollen. Dieser Passus war schon in den Entwurf des Geseßes von 1909 als § 9 seitens des Herren- hauses hineingeseßt, aber vom Abgeordnetenhause gestrichen worden. : /
Die Justizkommission des Herrenhauses _ hat einstimmig den Beitritt zu dem Juitiativgeseßentwurf der reifonservativen des anderen Hauses empfohlen. Ueber die ommissionsverhand- sungen «Mrierie in ausführlihster Weise Herr Dr. Brunner. Ohne Debatte beschloß das Haus nah dem Kommissions- antrage. ;
Bezüglich der Rechnung von den Verwaltungsein- nahmen und -ausgaben der Preußischen Zentral- genossenschaftskasse für 1908, welche Rechnung an die Sinamkommission zurückverwiesen war, beantragte dieje dur hren Referenten Herrn Dr. Oehler, die Entlastung der Re-
gierung auszusprehen. Das Haus beschloß demgemäß, nachdem Herr von Buch erklärt hatte, u fee As 1A O
i p tehende finanzpolitische Fragen, 0
n N f Viimosptulation, im nächsten Jahre zurück-
Fommen zu wollen.
Dann folgten Kommissionsberichte über Petitionen.
Die T binaltonnission erstattete dur den Fürsten zu Salm- Horstmar mündlichen Bericht über die Petition des Danziger M'etervereins um Beseitigung des Vorrechts der Haus- besiger bei den Stadtverordnetenwahlen (§ 16 der Städte- ordnung vom 30. Mai 1853). Die Kommission hat darüber am 17. Mêrz 1912 verhandelt; der Antrag, die etition der Regierung als Material zu überweisen, gelangte ohne Diskussion zur Annahme.
Dieselbe Kommission eantragte dur denselben Berichterstatter, über die Petition des Bürgermeisters zu Kray und von Einwohnern der Gemeinden Kray und Leithe um Abstandnahme von einer Nufteilung dieser Gemeinden unter die Gemeinden Steele und
Rotthausen zur Tagesordnung überzugehen.
Herr Dr. von Dziembowski beantragte, die Petition der Staatsregierung zur Erwägung zu überweisen. Der Wunsch der Ge- meinden nah Selbständigkeit sei beredtigt, fie hätten eine ree Ein- wohnerzahl und bedeutende kommunale Einrichtungen ge\chaffen. Jedenfalls habe die Regierung selbst anerkannt, daß die Sache noh nicht \pruchreif sei. Da man die Sache nicht ganz Me könne, sei es bedenklich, einem so weitgehenden Antrag wie Uebergang zur Tagesordnung zuzustimmen.
Der Antrag von Dziembowski wurde angenommen.
Herr Veltman- Aachen berichtete namens derselben Kommission über die Petition des Magistrats zu Elmshorn um Verleihung des passiven kommunalen Wahlrechts an die Volks- \chullehrer. Die Kommission beantragte Ueberweisung an die Regterung als Material. : 4
Herr von Sydow-Stolzenfelde: Ih habe die Erklärung ab- zugeben, daß, wenn wir der Ueberweisung der Petition als Material li timmen, wir damit nicht dem materiellen Inhalt der Petition zu-
Das Haus beschloß nah dem Antrage der Kommission.
Der Provinzialverband der hannoverschen Bürgervereine hat er- neut um Abänderung der hannover|shen Städteordnung petitioniert. Die Kommunalkommission hat Ueberweisung der Petition an die Regierung als Material beantragt. /
Berichterstatter Herr Veltman: Die Petenten wünschen vor allem die Erwerbung des Bürgerrehts niht an eine besondere Abgabe geknüpft und die Erwerbung des Wahlrechts erweitert zu sehen. Auch die Höchstzahl der Bürgervorsteher soll über 24 hinaus erhöht werden. Sie sollen autowati® mit der Zahl der Bevölkerung wachsen. Endlich wird auch noch die Oeffentlichkeit dec Verhandlungen ge- wünscht und gefordert, daß die Wahl der Magistratsmitglieder allein den Bürgervorstehern zustehe. Die Kommission hat nicht anerkennen können, daß sich ernste Unzuträglichkeiten aus dem jeßigen Rechts zustand ergeben haben. é ;
Das Haus trat dem Vorschlage seiner Kommission ohne besondere Debatte bei. O :
Shließlih referierte Herr Veltman über die Petition des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung zu Bielefeld um Einführung der geheimen Abstimmung bet den Wahlen zu der Stadtverordnetenversammlung. Die Kommission hat au hier Ueberweisung an die Regierung als Material beantragt.
Herr von Buch-Carmzow: Wenn wir dem Antrage der Kom- mission zustimmen, so wollen wir uns damit in keiner Weise präjudizieren; insbesondere wünschen wir nicht, daß die Regierung irgendwelhe Erhebungen nah dieser Richtung veranlaßt. Í ;
Dr. Freiherr Lucius von Ballhaujen beantragte, über die Petition zur Tagesordnung überzugehen.
Das Haus beschloß dementsprechend.
Der vom Abgeordnetenhause eingegangene Gesezentwurf, betreffend Ausnußung der Wasserkräste an der Oberweser, wurde E Vorschlag des Freiherrn von Richthofen einer be- sonderen Kommission von 15 Mitgliedern überwiesen.
Schluß der Sißzung 121/24 Uhr. Nächste Sißung Freitag, 11 Uhr. (Hinterlegungsordnung; kleinere Vorlagen; Petitionen.)
Die Getreidevorräte der deutshen Landwirte am 1. März 1913.
Nach dem Beispiel des Akerbaubureaus in Washington hat die Preisberichtstelle des Deutschen Landw trtshaftsrats us in diesem Jahre über die Getreidevorräte, die sih am 1. März noch im Besitze der Landwirte befanden, eine Erhebung vorgenommen. Im folgenden wird das Ergebnis mit den Vergleihszahlen für die leßten drei Jahre mitgeteilt : ;
Weizen: i
Vorrat am 1. März
in Prozent in Tonnen 28,4 1238 735 20,2 818 388
Ernte im Vorjahr
1913 . . ,. 4360 624 1912 4 066 335 L911 3 861 479 29 8 879 862 1910 . 3 755 747 22,6 852 109
Roggen: 11598 289 29,4 . 10 866 116 22,0 . 10511 160 26,9 . 11 348 415 27,8
Hafer: 41,5 3 59 Li 39 39,9 3 36,9 887 Gerste: 10S s A8 974 27A 1D e B109/915 16,5 1911 . 2 902 938 3,2 673 225 1910 . 3495 616 26,2 915 101.
Bei Beurteilung dieser Zahlen ist einmal zu beachten, daß infolge der Verzögerung der Ernte und der späten Bestellung im leßten Herbst weniger als in anderen Jahren gedroshen werden konnte, und G A ein großer Teil des Getreides sih als nicht marktfähig erwies. ieviel von den am 1. Mârz noch vorhandenen Beständen kis zum Ende des Erntejahres im eigenen Be- triebe verwendet und wieviel für den Markt abgegeben wird, is im allgemeinen äußerst s{chwierig zu beant- worten, es hängt dies meist von der S ta im Laufe des Frühjahrs und Sommers, von den Futtervorräten und anderen Faktoren ab, sodaß bei der Fragestellung bisher stets davon Abstand genommen wurde, etne solche Unterscheidung zu mahen. Immerhin geht aus den meisten Mitteilungen hervor, daß ein erheblicher Prozentsaß wegen geringer Beschaffenheit niht wird auf den Markt gebracht werden können.
3414 979 2 385 272 2 824 039 3 158 636
1915. + 1912 . 1911 . 1910 .
183 040 (25
1913 - 1912 . 1911 1910 .
3 7 9 3 061
945 084 520 449
Die in Berlin im Reichstagsgebäude zwischen den Ver- tragsparteien des deutshen Baugewerbes geführten Vertragsverhandlungen (vgl. Nr. 51 d. Bl.) haben, wie die „Voss. Ztg.“ berichtet, gestern abend ibren vorläufigen Abschluß dadurch gefunden, daß die drei Unparteiischen gemäß einer am Dienstag getroffenen Vereinbarung ein von ihnen ausgearbeitetes Vertragösmuster den Parteien zur Genehmigung unterbreitet haben, tas über die grundsäßlihen Streitsragen nach Ar eines Schiedsspruhs cine Entscheidung herbeiführt, die Fest- seßung der Whne aber den örtlidjen Verhaudlungen über äßt. Nah kurzer Sonderberatung der Parteien erklärten ih die Arbeitnehmervertreter bereit, auf der Grundlage des Vertragsmusters die örtlihen und Bezirkêverhandlungen zu führen. Die Arbeitgeber erklärten, fie bedürften dazu erst der Zustimmung ihres Gesamtvorstands, würden diesem aber das Ver- tragsmuster empfehlen. Wenn die Arbeitgeber zustimmen, so sollen die örtlihen und Bezirksverhandlungen am 19. April beendet sein. Bis dahin läuft der alte Vertrag ti shweigend weiter.
In Barmen haben, der „Köln. Ztg.“ zufolge, die Maler - und Ansteihergehilfen gestern morgen, dem Beschluß einer vorgestern abgehaltenen Versammlung gen bei den Arbeitgebern, die ihre Gehülfen nicht ausgesperrt, aber den thnen unterbreiteten Sondertarif nicht angenommen haben, die Arbeit niedergelegt.
Aus London wird dem ,W. T. B.“ telegraphiert: Die Bäder - meister und die Angestellten haben gestern abend dem vom L zur e pcmir g des angedrohten Ausstands vorbereiteten
ergleih zugestimmt. Dieser follte heute von Vertretern betder Parteien unterzeihnet werden. (Vgl. Nr. 53 d. BL.)
Die Berlin-Brandenburgishe Krüppelkinder Heil- und Erziehungsanstalt s{childert in dem soeben ershienenen Rechenschaftsberiht, der mit zahlreihen Bildern aus Klinik, Schule und Handwerksstube ausgestattet ist und jedermann unentgeltlih auf Wunsch zugesandt wird, ihr neues, im Nohbau fertiggestelltes Heim, das am Endpunkt der neuen Wilmersdorf-Dahlemer Ss auf einem Waldgelände von 16 Morgen gelegen ist, und das nach Ein- richtung und Anlage insofern als A bezeichnet werden kann, als die von dem Direktor, Fortshe Dr. Biesalski aufgestellten Grund-
säte für den Neubau alle Fortschritte in der Orihopädie und Krüppel- fürsorge berücksichtigen und dieausführendeFirmaithre eigenen Erfahrungen im Krankenhausbau nußbringend verwendet hat. Neben dem Haupt- gebäude is ein Beamtenwohnhaus und Infektionspavillon vorhanden, umgeben von Obst- und Gemüsegärten, dem Beamtengarten, Garten- anlagen für die Schwestern und Privalpatienten, die in 2 besonderen Abteilungen Aufnahme finden. er ganze Wald. steht den Kindern zur Verfügung ; dort sind eine Waldshule, Sonnenbäder, eine Liegehalle und Spielpläyze in den verschiedensten Größen mit einer Planschwiese. Das Haus behält in der Stadt eine orthopädishe Poliklinik und Be- ratungsftelle, Skalitzerstraße 9, am Kottbuser Tor, in welher an Un- bemittelte unentgeltlich Behandlung und Auskunft gewährt wird. Der Umzug in die neue Anstalt, die für 250—300- Kinder eingerichtet ift, wird etwa in Jahresfrist erfolgen. Der Neubau ist nur dadurch er- mögliht worden, daß die Stadt Berlin, der Landesdirektor der Pro- vinz Brandenburg und eine Anzahl anderer Gemeinden B für Verzinsung und Amortisation der Bausumme übernommen haben.
Aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestehens hat die Bergwerks- Aktien-Gesellshaft Consolidation, wie „W. T. B." meldet, 100000 4 zur Schaffung von Wohlfahrtseinrihtungen für die Bergwerksarbeiter gestiftet.
A. F. Die allgemeine Sitzung der Gesellschaft für Erd- funde wurde durch den Vorsitzenden, Geheimrat Professor Dr. Hel- mann mit einem ehrenden Nachruf begonnen, der zwei langjährigen und um die Gesellschaft woblverdienten Mitglieder galt: dem Wirklichen Geheimen Rat Dr. jur. Theodor von Holleben und dem Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Paul Ascherson. Den einzigen, mit einiger Spannung erwarteten Vortrag des Abends hielt der Gehcime Hosrat Professor Dr. I. Part - Leipzig über „Die Transkontin entale Exkursion der Amerikani ilen Geographischen Gesell- \chaft". Es dürfte erinnerlih sein, daß im April vorigen Jahres diese Gesellschaft, welhe ihren Siß in New York bat, an die euro- päischen geographischen Gesellshaften Einladungen zur Teilnahme anihrer 60. Jahresfeier hatte ergehen lassen. Die Feier sollte in der Etnweihung des neuen, großen Versammlungshauses der einladenden Gesellschast und im Anschluß daran in einer sich auf 6—7 Wochen erstreckenden Wanderfahrt dur die Vereinigten Staaten bestehen. Zu der Festlichkeit und Reise waren auch drei deutshe Geographen als Gäste eingeladen und die Berliner Gesellschast für Erdkunde um die Wahl der Per- sonen gebeten worden. Die Wahl war auf die Herren Geheimrat Professor Dr. Partsh-Leipzig, Professor Dr. Jäger-Berlin und Pro- fessor Dr. von Drygalski-München gefallen. Die Genannten hatten somit als Gäste der amerikfanischen Gesellschaft und : dem noch fünf andere deut\he Herren als zahlende Teil- nehmer an der Reise teilgenommen. Im ganzen belief sih die Beteiligung Europas an der Veranstaltung auf einige 30 Personen. Die amerikanischen Teilnehmer waren beträchtlich mehr. Geheimrat Professor Dr. Partsch hatte im etgenen und im Namen der andern Teilnehmer die mündli? Berichterstattung in Berlin über- nommen. Sie beanspruchte, begleitet von zahlreißen auêgezeihneten Lichtbildern und trefflichen Karten, beinahe zwei Stunden; doch wußte der Redner seine Zuhörerschaft durch Form und Inhalt und durch dte Leb- haftiakeit und Anschaulichkeit seines Vortrages in ungewöhnlichem Grade zu fesseln. Eindrucksvoll war schon der Auftakt, mit dem nah einer kurzen Einleitung die Schilderung dex Erlebnisse einseßte, nämlich: das Bild einer Stadtgegend von New York, in der sich die Riesengebäude häufen, ein sogenannter E 9 an ‘den andern reiht. Am Morgen des 92. August begann die Fahrt. Sie richtete sich zuerst vadh den aroßen Seen, na dem Niagarafall, nah Chicago. Aber so bedeutend der Eindruck der erstaunlihen Entwicklung der amerikanishen Städte, besonders der soeben genannten Königin des Wesiens auf die Besucher au wirkte, die großartige Natur, das Bild des erdgeshihtlichen Werdens, die Vergegenwärtigung der gewaltigen Erdbildungövorgänge, die einst diese ungeheueren Seebecken ausgehöhlt, allmähli ihren Wassermassen den Ausweg nach dem Lorenzstrom gebahnt und so den gegenwarn en Zu- stand geshaffen hatten, nahmen das Interesse der eisenden doch in erhöhtem Grate in Anspruch. Hier bewährte sich, wie auch ferner- hin, den verschiedensten geographishen Bildern und Naturdenkmälein gegenüber, der Führer der Erxkursion, Pcotessor Dr. W. M. Davy an der Harvard-Universität als ein unübertreffliher Erklärer und ausgezeichneter Kenner seines Landes. Es war ein Neiz ohne- gleichen, seinen an jedem ‘Anhalte- und Aussichtspunkte gegebenen Er- läuterungen zu folgen und immer aufs neue die gegenwärtigen wirtschaftlihen Zustände der Vereinigten Staaten verständnisvoll an-
eknüpft zu sehen an den Reichtum einer Natur, die ihre Gaben ver- hwenderil über diesen Kontinent ausgeshüttet hat. Das trat besonders an den Fundorten der reichen Eisenerze am Oberen See in die Erscheinung, wo den Reisenden das Bild einer un- vergleihlih großartigen industriellen Tätigkeit vor Augen geführt wurde und sie eine Vorstellung gewannen von der Bedeutung des unterwegs vielfah beobachteten Verkehrslebens auf Seen und Kanälen, welche das wertvolle Erz in die Fabrikdistrikte an der Ostküste äußerst billig zu befördern erlauben. Auf der Weiter- fahrt kreuzte (mit entsprehenden Unterbrehungen) in vielstündiger Fahrt der Zug jene nordwestlichßen jungen Staaten der Union — zwis{hen Missouri und Mississippi einerseits und dem Felsengebirge andererseits —, die in den leßten 30 Jahren, dank einem intelligenten Anbau von Brotfrüchten, einen Aufshwung gewonnen, einen Wohlstand, eine Lebensfreudigkeit und einen Optimismus der Bewohner erzeugt haben, der überaus wohltuend ne Wenn manche unter den europäischen Teilnehmern aber geglaubt hatten, nahdem man das Felsengebirge ge» freuzt, nun an dessen Westseite auf dürre Hochsteppe zu stoßen, so war die Enttäuschung angenehm, als man auch hier rei angebautes Land, Gärten und aats béhnis Obstpflanzungen sah und erfuhr, daß dies aDes das jüngster Zeit an wisse Werk einer mit energischen
Kraftanstrengungen erzielten Bewässerung der früber dürren Steppen von dem nahen Hocgebirge her sei. Wo fonst nur der Kaktus die Steppen mit dürrem Grün bekleidete, bereitet jeßt alles auf eine - Bodenausnußung ersten Ranges vor, die hinter dem niht ferncn Californien, dem Lande, wo Mil und Honig fließt, niht weit zurückbleiben dürfte. Doch ehe die Reise- Tesellschaft ch diesem Ziel der südwestwärts gerichteten Fahrt zu- wandte, galt es noch, das landshaftlich ausgezeihnete Tal des Columbiaflusses, mehrere interessante Cañons und das malerische. Felsengewirr des Vulkangebiets von Oregon sowie den groß und wichtig gewordenen Hafen von Seattle am Stillen Ozean zu besuchen. Jener Winkel von Oregon ist noch nicht dur Cifenbahn oder Damp
erreichbar, die bs Zierher fast die einzigen Beförderungsmittel der Reisenden gewese" waren. Es mußte deshalb das Automobil in 26 Exemplaren herangezogen werden, die an der betreffenden Gisen- Erd nttubette 1 sone Gere e de enf Vulkan x Ballon einwärts en en, in jene Gegend, e j eit längst erloschen ist, die aber Berg- und
ih reihte, deren Tätig

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