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Timestamp: 2019-10-22 01:08:44+00:00

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Ulf Dunkel – WikiMANNia
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Ulf Dunkel (* 1962) ist ein deutscher Kaufmann, Politiker, Autor, Komponist und Intaktivist, der sich seit Sommer 2012 dafür einsetzt, dass die medizinisch nicht indizierte Beschneidung von Knaben rechtlich verboten wird. Er ist Vater von fünf Kindern und grüner Politiker.
In mehreren Offenen Briefen an sämtliche Bundestags­abgeordnete und mit einem "Gedicht zur Abschaffung der Menschenrechte für Jungen in Deutschland" versuchte er, den Bundestag mit Informationen zu versorgen und zu motivieren, der schon im Sommer 2012 von Bundeskanzlerin Merkel geforderten Legalisierung von medizinisch nicht indizierter Knabenbeschneidung nicht zuzustimmen.
2.1 Netzhetze
2.2 Parteiausschlussverfahren
3 Kollektive kognitive Dissonanz
Dunkel verfasste im Oktober 2012 nach längerer Diskussion mit Volker Beck einen alternativen Gesetzes­änderung-Entwurf zum § 1631 BGB.[iw] Diesen Entwurf brachte er als Dringlichkeits­antrag zur 34. Bundes­delegierten­konferenz (BDK) von Bündnis 90/Die Grünen ein, die im November 2012 in Hannover stattfand. Der Antrag wurde, wie sämtliche anderen Anträge zum Thema Beschneidung, auf der BDK an eine "religions­politische Kommission" verwiesen. Diese Kommission hat das Thema allerdings niemals diskutiert, sondern nur festgestellt, dass das eigentlich gar kein religiöses Thema und daher in der Kommission fehl am Platz sei.
Wegen seiner kritischen Äußerungen über die Rechtmäßigkeit des § 1631d BGB in Diskussionen, eines bei Facebook geposteten Wutausbruchs nach dem Ansehen der Beschneidungs­dokumentation "It's A Boy!"[iw] und seines am 11. November 2012 veröffentlichten Gedichts ("Gedicht zur Abschaffung der Menschenrechte in Deutschland") wurde Dunkel von einer Person aus Frankfurt/Main in den Medien als Antisemit denunziert. Das löste Ende 2012, Anfang 2013 einen medialen Shitstorm, eine Morddrohung und andere Drohanrufe für Dunkel und seine Familie aus. Dunkel verzichtete, um den Druck von seiner Familie zu nehmen, auf ein mögliches Landtags­mandat, doch war dieser Verzicht formal nicht mehr möglich und daher ungültig. Dunkel war demnach formal weiterhin möglicher Nachrücker für den Nieder­sächsischen Landtag in der 17. Legislatur­periode (2013-2017).
Dieselbe Person hatte Dunkel auch bei dessen Partei denunziert, was ein Partei­aus­schluss­verfahren nach sich zog. Der Grünen-Landesvorstand Nieder­sachsen hatte Dunkels Partei­ausschluss beantragt. Ende Februar 2014 schlossen Dunkel und sein Landesvorstand in einer nicht­öffentlichen Verhandlung einen Vergleich, durch den der Vorwurf, antisemitisch und fremden­feindlich zu sein, aufgehoben wurde. Dunkel bestätigte, mit seinen Äußerungen in der Beschneidungs­debatte 2012 antisemitische Stereotype bedient zu haben. Er distanzierte sich erneut entschieden von Antisemitismus und Fremden­feindlich­keit. Das Landes­schieds­gericht verwarnte ihn wegen dieser Äußerungen. Das Verfahren wurde geschlossen; eine Revision wurde ausgeschlossen.[1]
Dunkels Grünen-Kreisverband hatte den Landesvorstand scharf für dessen Vorgehen gegen Dunkel kritisiert und sich solidarisch hinter ihn gestellt. Der Schriftsteller Tilman Jens[wp] hatte in dem Zusammenhang in seiner Streitschrift "Der Sündenfall des Rechtsstaats" kritisiert: "Jetzt jagen die Grünen schon Ketzer. Wie inquisitorisch sind meine früheren Idole, die Turnschuh-Parlamentarier, geworden!"
Dunkel wurde zudem im Januar 2013 von derselben Person bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg "wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und des Vortäuschens einer Straftat"[2] gem. § 130 + 145 StGB sowie wegen Beleidigung gem. § 185 + 186 StGB angezeigt.
Das Verfahren wurde von der StA OL als unbegründet nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt. Der Denunziant legte hiergegen Beschwerde ein, die von der General­staats­anwaltschaft Oldenburg ebenfalls als unbegründet abgewiesen wurde.[3] Die angezeigten Delikte lägen nicht vor. Dunkel habe "lediglich eine Kritik einer unhaltbaren Einfluss­nahme der jüdischen Gemeinschaft bzw. einzelner Personen des jüdischen Lebens auf das Gesetz­gebungs­verfahren [offen angebracht]".[4]
Die GStA OL übte deutliche Kritik an den Einwendungen des Denunzianten: "Soweit Sie darüber hinaus versuchen, dem Beschuldigten national­sozialistische Agitation nachzuweisen, erscheinen Ihre Schluss­folgerungen konstruiert, wie etwa die Gleichsetzung des Verwendens des Begriffs der deutschen Schuld in Anführungs­zeichen mit dem Leugnen des Holocausts. [...] Ihre Anzeige erschöpft sich denn auch in Vermutungen."[5]
Der Begriff Kollektive kognitive Dissonanz wurde in der Beschneidungs­debatte 2012 von Ulf Dunkel geprägt und beschreibt das auch über Generationen bestehende Problem der kognitiven Dissonanz für eine Gruppe von Menschen. Zu diesem psychologischen Phänomen schreibt das Zirkumpendium:
Häufig zu beobachten sind Leugnungen des Verlustes, wie sie auch beim Verlust anderer Körperteile auftreten. Diese Verleugnung kann dazu führen, das Väter eine Beschneidung ihres Sohnes befürworten, um nicht an ihren eigenen Verlust erinnert zu werden. Der eigene Körper wird dabei als "normal" definiert und die Vorhaut zum Fremdkörper umgedeutet. Die eigenen Eltern werden als "gut" empfunden, deshalb wird dieses Bild auch auf die von den Eltern veranlasste Zirkumzision projiziert, damit diese Empfindung erhalten bleiben kann. Um später selber ein "guter" Vater zu sein, also dem Idealbild der eigenen Eltern zu folgen, wird dann der als "gute Sache" umgedeutete Verlust der Vorhaut an den Sohn weitergegeben, indem man auch ihn beschneiden lässt.[6][7]
Ulf Dunkel engagiert sich nach wie vor in seiner Partei für die Intaktheit aller Kinder, u. a. als Mitglied im BAK Säkulare Grüne[iw], durch Aufklärungs­arbeit und scharfe Kritik an den Befürwortern des Beschneidungsgesetzes in seiner Partei. Er ist seit Juli 2015 organisatorischer Geschäfts­führer des GRÜNE-Kreisverbands Cloppenburg.[8]
Beschneidung - Das verborgene Trauma: Auswirkungen einer amerikanischen kulturellen Praxis auf Säuglinge und letztlich auf uns alle, Übersetzung des englischen Buches "Circumcision the Hidden Trauma: How an American Cultural Practice Affects Infants and Ultimately Us All"[9] von Ronald Goldman, 2019.
Unaussprechliche Verstümmelungen: Beschnittene Männer sprechen darüber, Übersetzung des englischen Buches Unspeakable Mutilations von Lindsay R. Watson[iw], CreateSpace 2015, ISBN 1-5168-5470-5[10]
Beschneidung - Mythen und Fakten, (noch nicht veröffentlicht)
Beschneidungsdebatte 2012: Warum Deutschland zur Komikernation wurde (noch nicht veröffentlicht)
Fangt endlich an, vom Kind her zu denken, Der Freitag am 20. März 2016 (Leben die grüne Parteiführung und die Hälfte der grünen Bundestags­fraktion von 2012 mit Hinblick auf die Rechte von Kindern eine Doppelmoral aus?)
Ihnen das Messer wegnehmen, Facebook am 31. Mai 2016[11]
Fangt endlich an, vom Kind her zu denken!, Der Freitag am 20. März 2016[12]
Grüne Doppelmoral, Blogbeitrag am 24. November 2015 (Doppelmoral)
Unaussprechliche Verstümmelungen, Blogbeitrag am 18. August 2015
FGM folgt MGM, Blogbeitrag am 25. Juli 2014
Alternativer Gesetzesänderung-Entwurf § 1631 BGB, Blogbeitrag am 30. Oktober 2012
↑ Pressemitteilung zum PAV, Ulf Dunkel (Blog) am 4. März 2014
↑ Ermittlungen gegen Ulf Dunkel eingestellt, Ulf Dunkel (Blog) am 25. Oktober 2013 (Presseerklärung)
↑ van der Kolk BA[wp] (Juni 1989) The compulsion to repeat the trauma: re-enactment, revictimization, and masochism. Psychiatr Clin North Am 1989; 12(2):389-411
↑ Goldman R.[wp] (Januar 1999) The psychological impact of circumcision. BJU Int 1999; 83 Suppl. 1:93-103
↑ GRÜNE-Kreisverbands Cloppenburg: Geschäftsführung
↑ Unter der Überschrift "Ihnen das Messer wegnehmen" hat der Grüne Ulf Dunkel einen Vortrag Dr. Christoph Kupferschmid vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland zum Thema Genitalverstümmelung ("Beschneidung") bei Jungen online gestellt
↑ "Leben die grüne Parteiführung und die Hälfte der grünen Bundestagsfraktion von 2012 mit Hinblick auf die Rechte von Kindern eine Doppelmoral aus?"
Webpräsenz: ulfdunkel.wordpress.com
Einbringung V48 von Ulf Dunkel u.a - Redner: Ulf Dunkel (21. März 2013) (Länge: 4:25 Min.) (Antragsnummer: V-48 DRINGLICH)
Einbringung V24 von Sergey Lagodinsky (21. März 2013) (Länge: 3:50 Min.) (Gegenrede zu V24)
Anuschka Kramer: Parteiausschlussverfahren: Ulf Dunkel wird von Grünen verwarnt, NWZ Online am 5. März 2014 (Löninger darf nach Vergleich Mitglied bleiben)
Jörg Rupp: Nein, so geht es nicht, Jörg Rupps Blog am 6. Januar 2013
James T. Kirk: Ulf Dunkel - Held des deutschen Volkes, Neues aus dem Gender-Universum am 5. Januar 2013 (Ulf Dunkel - Direktkandidat der Grünen in Nieder­sachsen - ist der neue Held in der Beschneidungsdebatte. Er hat jüdische wie muslimische Beschneidungs­befürworter als Arschlöcher und blinde Fanatiker bezeichnet und in zwei Gedichten mit scharfen Worten das Ritual der Beschneidung kritisiert. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat daraufhin freundlich darum gebeten, daß Dunkel doch bitte scharf zurecht­gewiesen werden und auf seine Kandidatur bei der nieder­sächsischen Land­tags­wahl verzichten solle. Dieter Graumann[wp], Chef des Zentralrates, warf Dunkel "haß­erfüllten Hochmut" vor. Henryk M. Broder spricht vom "Günter Grass der Grünen" und bezeichnet Ulf Dunkel als "delirierenden Grünen" - alles freilich ohne inhaltliche Aus­einander­setzung oder Begründung von Anti­semitismus­vorwürfen.)
Andreas Molau: Vorhaut-Poet Ulf Dunkel und die Neue Völkische Erbauungslyrik, Integrationsblogger am 3. Januar 2013
Ulf Dunkel: Grünen-Politiker entschuldigt sich für Schmähgedicht, Die Welt am 1. Januar 2013 (Der Grüne Ulf Dunkel hat ein Hetzgedicht über die Beschneidung von jüdischen und muslimischen Jungen verfasst. Jetzt entschuldigt er sich ausdrücklich für das "nicht angemessene" Machwerk.)
Daniel Brössler: Grünen-Politiker sorgt für Empörung in Beschneidungsdebatte: Wetzt das Messer, singt ein Lied ..., Süddeutsche Zeitung am 30. Dezember 2012 (Mit Gedichten gegen die Beschneidung jüdischer Neugeborener hat ein Landtagskandidat der niedersächsischen Grünen für Empörung gesorgt. Ulf Dunkel schreibt von "Arschlöchern" und "blinden Fanatikern". Nach scharfer Kritik vom Zentralrat der Juden[wp] haben die Landeschefs Dunkel aufgefordert, seine Kandidatur zurückzuziehen - der reagiert mit einem Reim.)
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ulf Dunkel (23. Mai 2015) aus der freien Enzyklopädie IntactiWiki. Der IntactiWiki-Artikel steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der IntactiWiki ist eine Liste der Autoren verfügbar, die vor Übernahme in WikiMANNia am Text mitgearbeitet haben.
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References: § 1631
 § 1631
 § 130
 § 185
 § 170
 § 1631