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Timestamp: 2019-10-16 21:05:05+00:00

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Rechtsprechung: NJW-RR 2007, 1319 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 31.05.2007
https://dejure.org/2007,789
BGH, 24.05.2007 - VII ZR 210/06 (https://dejure.org/2007,789)
BGH, Entscheidung vom 24.05.2007 - VII ZR 210/06 (https://dejure.org/2007,789)
BGH, Entscheidung vom 24. Mai 2007 - VII ZR 210/06 (https://dejure.org/2007,789)
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Unwirksamkeit einer Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Auftraggebers über einen Einbehalt zur Sicherung der Gewährleistungsansprüche mangels angemessenen Ausgleichs
Unwirksamkeit einer Klausel über durch Bürgschaft auf erstes Anfordern ablösbaren Sicherheitseinbehalt zugunsten des Auftraggebers auch bei Hinterlegungsbefugnis
Zur Unwirksamkeit einer Klausel in AGB des Auftraggebers, die einen Einbehalt zur Sicherung der Gewährleistungsansprüche vorsieht, der durch Bürgschaft auf erstes Anfordern abgelöst werden kann
Gewährleistungsbürgschaft auf erstes Anfordern in AGB
Werkvertrag: Bürgschaft auf erstes Anfordern neben Vereinbarung eines Sperrkontos in AGB unwirksam
Ein durch "Bürgschaft auf erstes Anfordern" ablösbarer Einbehalt zur Sicherung von Gewährleistungsansprüchen ist unwirksam
Bürgschaft auf erstes Anfordern (RA Dr. Ekkehart Reinelt; jurisPR-BGHZivilR 30/2007 Anm. 3)
Bürgschaft auf erstes Anfordern und Sperrkonto in AGB des Auftraggebers: Unwirksam! (IBR 2007, 422)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 24.05.2007, Az.: VII ZR 210/06 (Unwirksamkeit einer Klausel über durch Bürgschaft auf erstes Anfordern ablösbaren Sicherheitseinbehalt zugunsten des Auftraggebers)" von RA Dr. Thomas Hildebrandt, FABauR, original erschienen in: ZfIR ...
LG München I, 14.12.2005 - 24 O 8547/05
OLG München, 19.09.2006 - I U 1946/06
NZBau 2007, 583
BauR 2007, 1893
(1) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs führt ein in einem Vertrag über Bauleistungen formularmäßig vereinbarter Sicherungseinbehalt dann nicht zu einer unangemessenen Benachteiligung des Werkunternehmers, wenn ein fairer Ausgleich dafür vorgesehen ist, dass er den Werklohn nicht sofort ausgezahlt erhält, das Bonitätsrisiko des Bestellers für die Dauer der Gewährleistungsfrist tragen muss und ihm die Verzinsung des Werklohns vorenthalten wird (BGH, Urteile vom 5. Juni 1997 - VII ZR 324/95, BGHZ 136, 27, 31 f. und vom 13. November 2003 - VII ZR 57/02, BGHZ 157, 29, 31 f.; BGH, Beschluss vom 24. Mai 2007 - VII ZR 210/06, WM 2007, 1625 Rn. 6 mwN).
Kein angemessener Ausgleich liegt vor, wenn eine Bürgschaft auf erstes Anfordern (…BGH, Urteile vom 5. Juni 1997, aaO, S. 32 f. und vom 8. März 2001 - IX ZR 236/00, BGHZ 147, 99, 105; BGH, Beschluss vom 24. Mai 2007, aaO Rn. 7) oder eine solche, in der auf sämtliche Einreden aus § 768 BGB zu verzichten ist (…BGH, Urteile vom 8. März 2001, aaO, S. 104 …und vom 16. Juni 2009 - XI ZR 145/08, BGHZ 181, 278 Rn. 24), verlangt wird.
Das belastet ihn unangemessen, denn der Auftragnehmer hat ein schützenswertes Interesse daran, den ihm nach der Abnahme zustehenden Werklohn bis zur Klärung etwaiger Ansprüche des Auftraggebers liquide zu erhalten (vgl. BGH, Beschluss vom 24. Mai 2007 - VII ZR 210/06, BauR 2007, 1575, 1576 = NZBau 2007, 583 = ZfBR 2007, 671 m.w.N.), während das Sicherungsinteresse des Auftraggebers ausreichend mit einer Sicherung durch einfache selbstschuldnerische Bürgschaft gewahrt ist (vgl. BGH, Urteil vom 13. November 2003 - VII ZR 57/02, BGHZ 157, 29; Urteil vom 26. Februar 2004 - VII ZR 247/02, BauR 2004, 841 = NZBau 2004, 323 = ZfBR 2004, 372).
Eine Klausel, die die Ablösung eines Gewährleistungseinbehalts durch eine Bürgschaft auf erstes Anfordern vorsieht, kann nicht in der Weise aufrecht erhalten werden, dass der Auftragnehmer berechtigt ist, den Sicherheitseinbehalt durch eine selbstschuldnerische Bürgschaft abzulösen (BGH, Beschluss vom 24. Mai 2007 - VII ZR 210/06, aaO; Urteil vom 9. Dezember 2004 - VII ZR 265/03, BauR 2005, 539 = NZBau 2005, 219 = ZfBR 2005, 255; Urteil vom 8. März 2001 - IX ZR 236/00, BGHZ 147, 99, 105 f.; Versäumnisurteil vom 22. November 2001 - VII ZR 208/00, BauR 2002, 463 = NZBau 2002, 151 = ZfBR 2002, 249 m.w.N.).
Zutreffend geht das Berufungsgericht davon aus, dass eine Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Bestellers, die - wie hier - vorsieht, dass der Unternehmer einen Gewährleistungssicherheitseinbehalt von 5 % der Auftragssumme nur gegen Stellung einer Bürgschaft auf erstes Anfordern ablösen kann, den Unternehmer unangemessen benachteiligt (BGH, Beschluss vom 24. Mai 2007 - VII ZR 210/06, BauR 2007, 1575, 1576 = NZBau 2007, 583; Urteil vom 9. Dezember 2004 - VII ZR 265/03, BauR 2005, 539, 540 f. = NZBau 2005, 219; jeweils m.w.N.).
Denn diese Möglichkeiten führen nicht dazu, dass der Auftragnehmer den ihm nach der Abnahme gesetzlich zustehenden Werklohn ausgezahlt bekommt und damit Liquidität erlangt (vgl. BGH, Beschluss vom 24. Mai 2007 - VII ZR 210/06, BauR 2007, 1575, 1576 = NZBau 2007, 583 = ZfBR 2007, 671 für die Hinterlegung).
Dem Umstand, dass der hinterlegte Sicherheitseinbehalt gegebenenfalls verzinst wird und der private Auftraggeber im Gegensatz zum öffentlichen Auftraggeber im Rückforderungsprozess nicht gerichtskostenfrei auftreten kann, kommt kein entscheidendes Gewicht zu (vgl. BGH, Beschluss vom 24. Mai 2007 - VII ZR 210/06, BauR 2007, 1575 = NZBau 2007, 583 = ZfBR 2007, 671).
Denn er muss befürchten, dass ihm die Liquidität, die er sich durch die Ablösung des Sicherheitseinbehalts verschafft, sogleich wieder entzogen wird, wenn der Bürge in Anspruch genommen wird (vgl. BGH, Urteil vom 24.05.2007 - VII ZR 210/06, NJW-RR 2007, 1319).
OLG Frankfurt, 05.07.2010 - 10 U 75/09
https://dejure.org/2007,3247
BGH, 31.05.2007 - III ZR 258/06 (https://dejure.org/2007,3247)
BGH, Entscheidung vom 31.05.2007 - III ZR 258/06 (https://dejure.org/2007,3247)
BGH, Entscheidung vom 31. Mai 2007 - III ZR 258/06 (https://dejure.org/2007,3247)
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BGB § 823; BbgFischereiG §§ 3, 4
Schadensersatz wegen Beeinträchtigung von Fischereirechten im Falle der Reusenfischerei durch eine Bootssteganlage; Selbstständiges Fischereirecht nach § 4 Abs. 2 Fischereigesetz für das Land Brandenburg (BbgFischG) als deliktsrechtlich geschütztes dingliches Recht; ...
BGB § 823; BbgFischG § 3 § 4
Schadensrecht - Fischereirecht als "sonstiges Recht"
AG Brandenburg, 24.06.2003 - 30a (8) C 445/97
LG Potsdam, 25.09.2006 - 7 S 157/03
a) Das Berufungsgericht hat im Ansatz zutreffend angenommen, dass beschränkte dingliche Rechte - wie das der der E. AG in Form einer beschränkten persönlichen Dienstbarkeit (§ 1090 Abs. 1 BGB) eingeräumte Nutzungsrecht - als "sonstiges Recht" im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB zu qualifizieren und damit deliktsrechtlich geschützt sind (vgl. Senatsurteile vom 25. September 1964 - VI ZR 140/63, VersR 1964, 1201, 1202; vom 21. November 2000 - VI ZR 231/99, VersR 2001, 648, 649 f.; BGH, Urteil vom 31. Mai 2007 - III ZR 258/06, VersR 2007, 1281;… MünchKomm/Wagner, aaO, Rn. 146;… Staudinger/Hager, aaO, Rn. B 126 jeweils mwN).
Das nicht dem Eigentümer des Gewässergrundstücks zustehende sogenannte selbstständige Fischereirecht - hier nach Art. 8 des Bayerischen Fischereigesetzes (BayFiG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Oktober 2008 (GVBl. S. 840, ber. 2009 S. 6); vormals Art. 9 des Fischereigesetzes (FiG) für das Königreich Bayern vom 15. August 1908 (GVBl. S. 527) - stellt ein das Gewässergrundstück belastendes dingliches Recht dar und ist deliktsrechtlich geschützt (vgl. nur Senat, Urteile vom 31. Mai 2007 - III ZR 258/06, NJW-RR 2007, 1319 Rn. 12 und III ZR 260/06, juris Rn. 12;… MüKoBGB/Wagner, 6. Aufl., § 823 Rn. 218;… Braun/Keiz, Fischereirecht in Bayern, Loseblattsammlung, Stand: Juni 2012, Art. 3 Rn. 2, Art. 8 Rn. 5).
Aus dem Bestehen zahlreicher konkurrierender Nutzungsrechte folgt, dass Fischereirechte außerhalb ihres Kernbereichs (Fang und Aneignung der Fische) nur gegen spürbare Eingriffe geschützt sein können (BGH, U.v. 31.05.2007, III ZR 258/06, ; vgl. auch BVerwG, U.v. 25.09.1995, 11 A 20/96, ).
Soweit es lediglich um tatsächliche Behinderungen des Fischfangs geht, müssen nach Ausmaß und Dauer wesentliche Beeinträchtigungen vorliegen (BGH, U.v. 31.05.2007, III ZR 258/06, ).
OVG Berlin-Brandenburg, 27.03.2008 - 2 S 114.07
Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz gegen Baugenehmigung zur Errichtung einer …
Dass die Antragsteller von alters her Inhaber selbstständiger Fischereirechte im Sinne des § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 2 BbgFischG sind, haben sie anhand entsprechender Fischereiregistereintragungen für das betreffende Gewässer, auf dem diese Rechte als ein das Gewässergrundstück belastende dingliche Rechte ruhen (vgl. BGH, Urteil vom 31. Mai 2007, NJW-RR 2007, 1319), nachgewiesen; ebenso dass sie als Berufsfischer diese Rechte auch tatsächlich ausüben.
Hier summieren sich die Einwirkungen mehrerer Behinderungen der Fischereiausübung durch Steganlagen, die in einer Art Gesamtschau zusammenzurechnen sind (vgl. BGH, Urteil vom 31. Mai 2007, NJW-RR 2007, 1319, 1320).
Sie können sich auf Normen stützen, die - zumindest auch - dem Schutz ihrer Individualinteressen derart zu dienen bestimmt sind, dass der Träger des Individualinteresses die Einhaltung des Rechtssatzes soll verlangen können (…BVerwG, Urt. v. 28.06.2000 - 11 C 13.99 -, BVerwGE 111, 276, Rn. 33), denn mit ihren Fischereirechten haben sie wie das Recht am Eigentum eine wehrfähige Position gegenüber Eingriffen in die ihnen verliehenen Fangmöglichkeiten (vgl. BGH, Urteil vom 29.06.1973 - V ZR 71/71 -, MDR 1973, 1013; Urteil vom 31.05.2007 - III ZR 258/06 -, NJW-RR 2007, 1319).
Das Fischereirecht schützt nur vor solchen Maßnahmen, die einen schweren und unerträglichen Eingriff darstellen oder die das Fischereirecht in ihrer Substanz treffen (BGH, U. v. 31. Mai 2007 - III ZR 258/06).
VGH Bayern, 13.07.2009 - 22 ZB 08.570
Bewilligung einer Stauerhöhung für Wasserkraftanlage; Einwendungen des …
Dies entspricht ständiger Rechtsprechung (vgl. BayVGH vom 3.6.2008 - Az. 22 ZB 08.76 m.w.N.; BGH vom 31.5.2007 - Az. III ZR 258/06) und wird von der Antragsbegründung auch nicht in Frage gestellt.

References: BGH 
 § 768
 § 823
 § 4
 § 823
 § 3
 § 4
 § 823
 Art. 8
 Art. 9
 § 823
 Art. 3
 Art. 8
 § 3
 § 4
 BGH