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Steuerliche Behandlung Beteiligung an einer Hong Kong Ltd. Kapitalgesellschaften www.frag-einen-steuerprofi.de
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Frage geschrieben am 21.05.2014 17:32:31
Betreff: Steuerliche Behandlung Beteiligung an einer Hong Kong Ltd.
folgende Situation ist gegeben: ich (deutscher Staatsbürger mit unbeschränkter Steuerpflicht und Wohnsitz in Deutschland) möchte mich an einer Hong Kong Ltd. Company beteiligen.
Die Beteiligungshöhe wird wahrscheinlich zwischen 8% und 18% betragen (also deutlich unter 50%).
Die Beteiligung soll entweder im Privatvermögen gehalten werden, oder über eine deutsche Holding GmbH.
Geschäftszweck der Hong Kong Ltd. ist das Eingehen, Halten und Veräußern von Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften (Venture Capital Investments).
Die Hong Kong Ltd. hat ihre Geschäftsführung, Büro und Buchhaltung in Hong Kong und tritt dort am Markt als Beteiligungsgesellschaft und Holding auf.
Ich selbst bin als Berater für diese Hong Kong Ltd. tätig.
Frage: gibt es hier eventuell Probleme, als daß mir oder meiner deutschen Holding GmbH nach Außensteuergesetz Vierter Teil hier vom deutschen Finanzamt eine Beteiligung an einer Zwischengesellschaft unterstellt werden kann, und es somit zu einer Besteuerung der Erträge der Hong Kong Ltd. in Deutschland auf meiner privaten Ebene oder der Ebene meiner Holding GmbH kommt?
Antwort geschrieben am 21.05.2014 19:55:48
meiner Antwort zu Ihrer Anfrage möchte ich zunächst Folgendes vorausschicken:
Fragen rund um die Hinzurechnungsbesteuerung sind absolutes Spezialgebiet und nicht geeignet, durch eine Anfrage im Internet umfassend beantwortet zu werden. Hier müssen Sie ggf. eine größere mittelständische Kanzlei oder die sog. Big Four kontaktieren.
Meine Ausführungen sind daher als erste unverbindliche Orientierung für weitere Gestaltungsschritte zu verstehen:
Ihre Anfrage zeigt, dass Sie jedoch in die richtige Richtung denken. Die Hinzurechnungsbesteuerung nach AStG soll verhindern, dass Erträge aus sog. passiver Tätigkeit in das niedrig besteuerte Ausland verlagert werden. Ihren Fall würde man im Rahmen einer groben kursorischen Prüfung wie folgt abhandeln (Fall der direkten Beteiligung, für eine deutsche Holding gilt das Gleiche):
-	Sie sind unbeschränkt steuerpflichtig, § 7 Abs. 1 AStG.
-	Sie sind beteiligt an einer ausländischen Gesellschaft, die als Zwischengesellschaft fungiert. Wenn Sie eine Holding GmbH dazwischen schalten, wird „durchgerechnet". In der Tat planen Sie, eine Beteiligung unter 50% zu halten, so dass § 7 Abs. 1 und Abs. 2 AStG nicht erfüllt scheint.
-	Jedoch handelt es sich bei der beschriebenen Ltd. nach Ihren Ausführungen um eine Zwischengesellschaft mit Kapitalanlagecharakter (=Holding), § 7 Abs. 6 S.1 iVm Abs. 6a AStG und § 8 AStG. Für solche Zwischengesellschaft gilt jedoch eine andere Beteiligungsgrenze, nämlich mindestens 1% bei gemischten Erträgen (solche aus Kapitalanlagecharakter und solche aus anderen passiven Einkünften) bzw. GAR KEINE Beteiligungsgrenze/Beherrschung (bei reiner Holdingtätigkeit von 90% zu den Gesamtbruttoerträgen). Das scheint hier der Fall zu sein, so dass eine Hinzurechnungsbesteuerung grundsätzlich in Frage kommt.
-	Nicht zu den passiven Tätigkeiten gehören jedoch reine Gewinnausschüttungen, § 8 Abs. 1 Nr. 8 AStG und in bestimmte Fällen Veräußerungsgewinne oder Kapitalmaßnahmen. D.h. im Prinzip werden hauptsächlich Zinserträge erfasst.
-	Bei Hongkong gehe ich davon aus, dass eine „niedrige Besteuerung" iSd § 8 Abs. 3 AStG vorliegen wird (< 25%), da Hongkong ja die „Spardose" für alle großen Konzerngestaltungen ist.
-	Je nach dem, ob reiner Kapitalanlagecharakter oder gemischte passive Tätigkeiten vorliegen, könnte bei letzterem die Freigrenze des § 9 AStG greifen (< 10% der Bruttoerträge passive Erträge UND weniger als TEUR 80 p.a.)
-	Nach § 20 AStG wird auch eine mögliche Steuerbefreiung nach DBA „ausgeschaltet" (treaty override).
-	Die Beteiligungen der Hongkong Ltd Holding selbst können ggf. nach § 14 AStG als nachgeschaltete Zwischengesellschaft betrachtet werden, so dass ggf. dort erzielte passive Einkünfte steuerlich auf die Ltd „durchgeschleust" und für die Hinzurechnungsbesteuerung erfasst werden.
Ihre Gestaltung könnte daher tatsächlich ein Problem nach AStG auslösen, weshalb ich die Einholung von weiterem steuerlichem Rat empfehle. Ich hoffe jedoch, Ihnen eine Orientierung für weitere Gestaltungsmaßnahmen und Recherchen gegeben zu haben.
Ergänzende Informationen vom Steuerprofi geschrieben am 21.05.2014 20:58:28
Lieber Fragesteller, nur um in der komplexen Materie den Überblick zu behalten, zur Sicherheit ergänzend, da ggf. oben missverständlich:
Das reine Halten von Beteiligungen und das Beziehen von Dividenden ist eine AKTIVE Tätigkeit, d.h. fällt nicht unter die Hinzurechungsbesteuerung. Nur der Kapitalanlagecharakter (also z.B. Geldanlage und Zinserträge) fiele darunter. Insofern ist dies eine "holdingfreundliche" Regelung. Wenn reine Holdingtätigkeit (ohne Zinseerträge), dann gilt auch wieder die 50%-Grenze, dann wären Sie mit Ihren 8-18% wieder raus!
Zusätzlich ist aber noch das Thema Zwischenschaltung einer funktionslosen oder -schwachen Holding zu beachten, die unter die Hinzurechnungsbesteuerung fallen kann.
Sollte man außerdem zum Ergebnis kommen, dass Ihre "beratende Tätigkeit" eigentlich Geschäftsleitungsfunktion im INLAND hätte, so würde die Gesellschaft voll im DE steuerpflichtig, ohne AStG.
P. Färber, StB
Steuerrechtliche Behandlung Vorstand einer AG
Veräußerungsgewinn an einer Unternehmensbeteiligung
Steuerliche Aspekte einer in Deutschland tätigen LTD
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References: § 7
 § 7
 § 7
 § 8
 § 8
 § 8
 § 9
 § 20
 § 14