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Timestamp: 2018-08-14 16:27:07+00:00

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Kitzur Schulchan Aruch – Kapitel 18 bis 23 – talmud.de
Kitzur Schulchan Aruch – Kapitel 18 bis 23
Enthält 22 Paragraphen.
Die Zeit des Morgengebetes: Die Mizwa ist, dasselbe mit dem Aufgang der Sonne zu beginnen, wie geschrieben (Ps. 72,5), sie nahen Dir voll Ehrfurcht beim Aufgang der Sonne; geschehenenfalls hat man seine Pflicht erfüllt, wenn man bereits nach Beginn der Morgenröte gebetet hat. Die Zeit erstreckt sich bis zu einem Drittel des Tages; länger darf man nicht zögern; dennoch, geschehenenfalls, wenn man übertreten und länger gezögert, selbst mutwillig, kann man bis zur Hälfte des Tages beten; wenn man auch nicht den Lohn wie für ein Gebet zur rechten Zeit dafür hat, so ist für das Gebet doch Lohn bestimmt. Hat jemand mutwillig bis zur Hälfte des Tages gewartet und nicht gebetet, so kann er es nicht mehr ersetzen, und davon heißt es (Koh. 1,15), Fehlendes kann nicht mitgezählt werden. Wenn jemand aus Versehen oder durch Verhinderung versäumt hat, wird Kap. 21 erläutert.
Wenn man zu תהלות לא׳ עליון gekommen, stehe man auf und bereite sich zum Schemone-Esre-Gebet vor, entferne Speichel und Schleim und jede Sache, die seine Andacht stören könnte, gehe drei Schritte rückwärts und sage ..תהלות לא׳ עלין bis גאל ישראל und kehre dann drei Schritte nach vorn zurück, wie man einem König naht und vor ihn hintritt. Man unterbreche nicht zwischen גאל ישראל und Schemone-Esre, selbst nicht für Kaddisch, Keduscha und Barechu, weil man die Erlösung mit dem Gebet verbinden soll. Es ist gut, es ein zurichten, die Beracha גאל ישראל gleichzeitig mit dem Vorbeter zu vollenden; denn, wenn man zuerst schließt und nachher der Vorbeter, ist zweifelhaft, ob man auf die Beracha des Vorbeters mit אמן antworten soll oder nicht; wenn man aber selbst auch gleichzeitig die Beracha zu Ende spricht, braucht man bestimmt nicht mit אמן zu antworten, da man auf die eigene Beracha nicht אמן sagt (siehe oben Kap. 6 § 11). Beim Maariv-Gebet, da die Beracha vor Schemone-Essre nicht mit גאל ישראל schließt, darf man wie sonst zwischen einem Abschnitt und dem anderen unterbrechen. — Vor Schemone-Esre sagt man den Vers (Ps. 51,17), Ewiger, öffne meine Lippen . . .; das ist keine Unterbrechung, denn er gehört zum Gebet; aber den Vers (Deut. 32,3), wenn ich den Namen des Ewigen anrufe, sage man nicht, nur bei Mussaf und Mincha spreche man ihn vor ה שפתי תפתח
Der Betende soll wissen, dass die Gegenwart des Ewigen vor ihm ist, wie geschrieben steht (Echa 2,19), gieße wie Wasser dein Herz aus vor dem Angesicht des Ewigen. Er erwecke seine Andacht und entferne alle ihn störenden Gedanken, so dass sein Denken und Sinnen beim Gebet lauter verbleibe; er stelle sich vor, dass, wenn er vor einem König von Fleisch und Blut zu reden hätte, er sicherlich seine Worte ordnen und sie gut überlegen würde, um nicht zu straucheln, um so mehr muss man vor dem König über alle Könige, dem Heiligen, gelobt sei Er, muss man vor Ihm seine Gedanken ordnen; denn vor Ihm, gepriesen sei Sein Name, ist das Denken gleich dem Sprechen, und alle Gedanken prüft Er. Vor dem Gebet denke man an die Größe Gottes, gepriesen sei Sein Name, und die Schwäche des Menschen und entferne alle irdischen Lüste aus seinem Herzen.
Der Betende muss sich im Herzen den Sinn der Worte, die er mit seinen Lippen ausspricht, vergegenwärtigen; so heißt es (Ps. 10,17), Du achtest auf ihr Herz, Dein Ohr vernimmt. Es sind bereits viele Gebetbücher mit deutscher Erklärung gedruckt worden, so dass jeder Mensch lernen und verstehen kann, was er betet. Wenn man sich den Sinn der Worte nicht vergegenwärtigen kann, so denke man wenigstens während des Gebetes Dinge, die das Herz demütigen und seinen Sinn seinem Vater im Himmel zuwenden; wenn einem ein fremder Gedanke während des Gebetes aufsteigt, schweige man und warte, bis der Gedanke sich verflüchtigt hat.
Man stelle die Füße nebeneinander, als ob sie nur ein Fuß wären, um sich den Engeln ähnlich zu machen, von denen es heißt (Jech. 1,7), ihre Füße ein grader Fuß, das heißt, ihre Füße erscheinen wie ein Fuß; man neige sein Haupt etwas nach unten und schließe die Augen, um nicht irgendeinen Gegenstand zu betrachten; und wenn man aus einem Gebetbuch betet, entferne man die Augen nicht davon. Man lege seine Hände auf sein Herz, die Rechte auf die Linke, und bete mit ganzem Herzen, mit Beben, Ehrfurcht und Demut wie ein an der Tür stehender Armer; man spreche die Worte achtsam und genau mit seinem Munde aus, und jeder bete seinem Ritus gemäß, sei es der von Aschkenas oder der von Sephard oder, ein ähnlicher; alle sind sie auf heilige Berge gegründet; aber man vermenge nicht Worte von einem Ritus in den anderen; denn in jeder Prägung sind die Worte auf Grund tiefer Erwägungen gezählt und bestimmt, so dass man weder hinzufügen noch davon wegnehmen darf.
Man achte darauf, leise zu beten; nur höre man selbst, was man sagt, aber der Nächste, der neben einem steht, vernehme nicht die Stimme, wie es von Chana heißt (I Sam. 1,13), nur ihre Lippen bewegten sich, aber ihre Stimme wurde nicht vernommen.
Man lehne sich nirgends an, nicht einmal leicht sich stützend; wenn jemand leidend ist, darf er auch im Sitzen oder im Liegen beten, nur muss er Andacht haben können; wenn er nicht mit dem Munde beten kann, so denke er wenigstens sein Gebet im Herzen.
Man halte während des Sehemone-Esre-Gebetes nur das Gebetbuch oder das Machsor in der Hand, wenn man es braucht. Man soll vorher die Stellen, an denen man zu beten hat, im Gebetbuch oder im Machsor bezeichnen, damit man nicht mitten im Gebet zu suchen braucht. Es trenne einen kein Gegenstand von der Wand, so heißt es (Jes. 38,2), Chiskijahu wandte sein Angesicht zur Wand und betete. Eine Trennung wird ein Gegenstand nur dann genannt, wenn er zehn Handbreiten hoch und vier (auf vier) Handbreiten breit ist; ein kleiner Gegenstand aber wird nicht als Trennung betrachtet; und selbst ein solcher Gegenstand, der feststeht, wie ein Schrank oder eine Lade, wird nicht als Trennung angesehen; ein Mensch trennt auch nicht. Im Notfall braucht man darauf überhaupt nicht zu achten, wenn man die Augen schließt oder aus dem Gebetbuch betet, damit einem die Andacht nicht gestört wird. Ebenso bete man nicht einem Bild gegenüber; wenn es sich so gefügt hat, dass man einem bemalten Tuch oder einer bemalten Wand gegenüber betet, schließe man die Augen; vor einem Spiegel darf man selbst mit geschlossenen Augen nicht beten. Man bete nicht auf einem offenen Platz, wie auf einem Felde; denn, wenn man sich in einem geschlossenen Raum aufhält, fällt auf einen die Furcht vor dem König, dass einem das Herz zerknirscht und demütig wird; wenn man sich auf dem Wege befindet, darf man auch auf dem Felde beten, womöglich bete man dann zwischen Bäumen.
Man stoße nicht auf und gähne nicht (גהוק bedeutet: zuweilen bringt der Mensch infolge von Sättigung einen Hauch mit dem Geschmack der Speise, die er gegessen, aus seinem Inneren in seinen Mund; manche sagen: infolge von Müdigkeit den Körper und die Arme recken. פהוק bedeutet: den Mund weit zu öffnen, wie ein Mensch, der schlafen will oder vom Schlaf aufsteht). Wenn man es notgedrungen tun muss, lege man die Hand auf den Mund, dass seine Öffnung nicht gesehen wird. Ebenso darf man nicht ausspeien; wenn einem Speichel in den Mund kommt und einem sehr unangenehm ist, dass man im Gebet gestört wird, nehme man ihn in ein Tuch oder in das Gewand auf; ist einem das widerlich, so wende man sich nach links und speie nach hinten aus, kann man nicht nach hinten, so speie man nach links aus; kann man nicht nach links, speie man nach rechts. Wenn ein Insekt einen sticht, fasse man die Kleider an, um es zu entfernen, damit die Andacht nicht gestört wird, aber man entferne es nicht mit der Hand. Wenn einem das Talit heruntergleitet, kann man es wieder zurückbringen, sogar wenn der größte Teil heruntergefallen; wenn es aber ganz heruntergefallen, darf man sich nicht damit einhüllen, das wäre eine Unterbrechung. Wenn ein heiliges Buch vor einem zur Erde gefallen ist, und man wird dadurch in seiner Andacht gestört, darf man es zwischen einer Beracha und der anderen aufheben. Alles, was während des Schemone-Esre-Gebetes verboten ist, ist verboten, bis man die Schritte rückwärts gemacht hat, (nur bezüglich einer Unterbrechung ist, wie in § 15 ausgeführt wird, ein Unterschied.)
Man stehe mit seinem Angesicht dem Lande Israel zugewandt, so heißt es (I Kön. 8,48), sie werden zu Dir beten, ihrem Lande zugewandt; man wende sich auch in Gedanken nach Jeruschalaim, zum Heiligtum und zum Allerheiligsten. Darum müssen wir in unseren Ländern, die wir im Westen von Erez Israel wohnen, mit dem Angesicht nach Osten stehen (nicht genau nach Osten, sondern schräg nach Südosten; siehe Tore sahab und Magen Abraham im Namen des Lebusch). Die im Norden von Erez Israel wohnen, wenden sich nach Süden; die im Osten wohnen, nach Westen; und die im Süden wohnen, nach Norden; findet sich, ganz Israel wendet sich in seinem Gebet nach einem Orte, das ist nach Jeruschalaim und dem Allerheiligsten, hin; denn dort ist das Tor des Himmels, durch welches alle Gebete emporsteigen; darum wird das Allerheiligste תלפיות (Turm der Münder) genannt, wie geschrieben (Schir 4,4), gleich Davids Feste ist Dein Hals, erbaut zur Waffenburg, als Turm, zu dem sich jeder hinwendet. Wenn man an einem Ort betet, an dem man die Richtung zum Lande Israel hin nicht bestimmen kann, wende man sein Herz zu seinem Vater im Himmel, so heißt es (I Kön. 8,44), sie werden zum Ewigen beten. Wenn man nach Norden oder nach Süden steht und erinnert sich mitten in Schemone-Esre, dass man nicht richtig steht, hebe man seine Füße nicht auf, sondern wende sein Gesicht nach Osten; und wenn man das nicht kann, oder man steht nach Westen, vollende man sein Gebet so und wende sein Herz zum Allerheiligsten, hebe aber seine Füße nicht auf. Ebenso, wenn man an einem Ort betet, an dem sich im Osten Bilder befinden, bete man nach einer anderen Seite, wenn auch nicht nach Osten gewandt.
Man muss viermal in Sehemone-Esre die Knie beugen und sich verneigen: am Anfang und am Ende der ersten Beracha und am Anfang und am Ende der Beracha Modim. Wenn man ברוך sagt, beugt man die Knie, wenn man אתה sagt, verneigt man sich so tief, dass die Erhöhungen der Wirbel des Rückgrates hervortreten, und auch das Haupt beuge man; und ehe man den Schem sagt, richtet man sich langsam auf (auf Grund des Verses (Ps. 146,8), der Ewige richtet die Gebeugten auf). Ebenso beugt man die Knie und verneigt man sich bei Modim und richtet sich auf, bevor man den Schem sagt. Man bücke sich nicht übermäßig, das heißt, bis sich der Mund dem Gürtel gegenüber befindet; das wäre eine Form von Hochmut. Für einen Greis oder einen Kranken, den das Bücken anstrengt, genügt, wenn er den Kopf verneigt. Man darf bei den anderen Berachot keine Verneigungen hinzufügen, weder am Anfang noch am Ende.
Nach Schemone-Esre sagt man… א׳ נצרר und vor…עושה שלום bückt man sich und geht drei (nicht mehr) Schritte rückwärts, wie ein Knecht, der sich von seinem Herrn verabschiedet; die Schritte seien mittelgroß, wenigstens, dass man die große Zehe hinter die Ferse setze, man mache keine großen Schritte und gehe nicht mehr als drei Schritte; man gehe zuerst mit dem linken Fuß, dann mit dem rechten, und dann wieder mit dem linken; und während man noch gebückt ist; wende man sein Gesicht nach links, das ist rechts der Schechina, die zur Zeit des Gebetes und beim Ausgang aus dem Gebet einem gegenüber ist, und sage, ,,Er, der Frieden stiftet in Seinen Höhen“; dann wende man sein Gesicht nach rechts, das ist links der Schechina, und sage ,,Er stifte Frieden über uns“; dann verneige man sich nach vorn und sage ״und über ganz Israel; sprechet אמן“. Dann richtet man sich auf und sagt ״Möge es wohlgefällig sein…. dass der Tempel gebaut werde…“ Denn das Gebet ist anstelle des Opferdienstes; darum beten wir für die Erbauung des Tempels, damit wir, bald in unseren Tagen, den Opferdienst selbst ausführen können; und der Grund, dass man zuerst mit dem linken Fuß rückwärts geht, ist: weil der Mensch beim Gehen gewöhnlich den rechten Fuß zuerst aufhebt, darum hebe man hierzu erst den linken auf, um zu zeigen, dass es einem schwer fällt, vom Allgegenwärtigen, gelobt sei Er, hinweg zu gehen. Darum hebe ein Linksfüßiger seinen linken Fuß, der bei anderen Menschen der rechte ist, zuerst auf.
Wo die Schritte zu Ende sind, bleibe man mit geschlossenen Füßen wie beim Gebet stehen und wende sein Gesicht nicht nach Westen und kehre nicht an seine Stelle zurück, bis der Vorbeter bei der Keduscha hält; ebenso, wenn man allein betet, bleibe man gleich dieser Zeit stehen. Wenn der Raum eng und beschränkt ist und ebenso wenn man Piutim sagt, kehrt man zurück, wenn der Vorbeter mit dem Gebet beginnt.
Während des Schemone-Esre-Gebetes gebe man kein Zeichen mit den Augen, verziehe nicht die Lippen, deute nicht mit den Fingern und unterbreche nicht einmal für Kaddisch, Keduscha und Barechu, sondern schweige und beherzige das, was der Vorbeter und die Gemeinde sprechen; das wird einem angerechnet, als hätte man geantwortet, insofern, dass man befreit ist, und doch wird es nicht als Unterbrechung betrachtet
Aber im Gebete …א׳ נצור darf man für die Dinge unterbrechen, für die man in der Mitte eines Abschnittes in den Berachot vom Schmalesen und im Schmalesen (oben Kap. 16) unterbrechen darf. Dennoch sage man, wenn möglich, zuerst יהיו לרצון und wenn außerdem möglich, gehe man auch drei Schritte zurück. Manche haben den Gebrauch, gleich nach המברך את עמו ישראל בשלום den Vers . .. יהיו לרצון zu sagen, dann sprechen sie … א׳ נצור und noch einmal … יהיו לרצון; das ist richtig so, und es scheint mir, dass man auf diese Weise im Gebet א נצור um mit jedem אמן zu antworten, unterbrechen darf. Manche sagen, bevor man den Vers יהיו לרצון spricht, sei gut, einen Vers aus der Thora oder den Propheten oder den anderen heiligen Schriften, der mit dem Anfangsbuchstaben des Namens des Betenden anfängt und mit dem Schlußbuchstaben desselben aufhört, zu sagen (Elijahu rabba im Namen von כנפי יונה); es scheint mir, wer יהיו לרצון zweimal sagt, spreche seinen Namensvers erst vor dem zweiten יהיו לרצון
Es ist bereits in Kap. 12 § 3 erklärt worden, dass, wenn man im geringsten auch nur die Empfindung hat, man müsse seine Bedürfnisse verrichten, man nicht beten dürfe, bis man sich gereinigt hat. Und gewiss darf man sich beim Schemone-Esre-Gebet nicht zum Beten hinstellen, wenn man die Empfindung hat, man müsse seine Bedürfnisse verrichten, bis man sich gereinigt hat. Wenn man aber vorher nichts wahrgenommen hat, und nachher fühlt man während des Schemone-Esre-Gebetes, dass man seine Bedürfnisse, sei es Entfernung von Unrat oder von Abwasser, verrichten muss, so halte man sich zurück, bis man Sehemone-Esre vollendet hat und unterbreche nicht; selbst wenn die Empfindung stark ist, halte man sich doch so lang wie möglich zurück und unterbreche nicht, mitten in Schemone-Esre hinauszugehen, bis man mit המברך את עמו ישראל בשלום geschlossen hat.
Wenn man fühlt, dass man eine Blähung haben wird, und man kann sie nicht zurückhalten, — wenn man zu Hause betet, gehe man vier Ellen rückwärts oder nach den Seiten, um die Blähung zu entfernen, und warte, bis der schlechte Geruch zu Ende; dann kehre man an seine Stelle zurück und spreche: Herr der Welten, Du hast uns mit vielen Öffnungen und Höhlungen erschaffen; vor Dir ist unsere Schande und Schmach bekannt und offenbar, Schande und Schmach, so lang wir leben, Motte und Gewürm, wenn wir tot sind; und vollende sein Gebet. Wenn man die Blähung notgedrungen an seiner Stelle gehabt hat, und ebenso, wenn man mit der Gemeinde betet und sich schämen würde, sich rückwärts zu entfernen, braucht man sich nicht zu entfernen und auch nicht ריבון zu sprechen, sondern warte, bis der Geruch zu Ende, und vollende sein Gebet.
Innerhalb der vier Ellen eines Schemone-Esre Betenden darf man nicht sitzen, sei es vor ihm oder hinter ihm oder an den Seiten; wenn sich aber der Sitzende ebenfalls mit etwas, was zur Gebetordnung gehört, beschäftigt, ist es erlaubt, manche erleichtern, dass selbst, wenn man sich nicht mit Worten des Gebetes beschäftigt, sondern Thora mit dem Mund lernt, man sich nicht zu entfernen brauche. Wer das Wort des Ewigen fürchtet, sitzt nicht vor einem Schemone-Esre Betenden, so weit er ihn sehen kann, auch wenn er selbst das Schma liest; hinter ihm und an den Seiten braucht man nicht zu erschweren; stehen darf man immer, auch vor ihm.
Wenn der Sitzende ein schwacher Mensch ist, braucht man ihm nicht zu wehren.
Wenn der Sitzende bereits vorher saß, und dann kam der andere und stellte sich neben ihn oder vor ihm zum Beten hin, so dass sich der Sitzende hinter ihm befindet, braucht er nicht aufzustehen, weil der andere in sein Gebiet gekommen ist; wenn er sich aber hinter ihm zum Beten hingestellt hat, so dass sich der Sitzende vor ihm befindet, soll dieser sich in Acht nehmen und aufstehen. All dies gilt, wenn man zu Hause betet; wenn man aber in einem Raum betet, der für ein festes Minjan bestimmt ist, und um so mehr in der Synagoge, die für jeden bestimmt ist, da zu beten, muss man aufstehen, wenn man auch bereits vorher saß, weil der Raum für jeden zum Beten bestimmt ist.
Man darf nicht innerhalb vier Ellen vor einem Schemone-Esre Betenden vorübergehen. Wenn darum jemand betet und sein Gebet vollendet hat, und ein anderer steht hinter ihm und betet und ist noch nicht fertig, gehe der Vordere nicht die Schritte rückwärts, weil es so wäre, als ginge er vor einem Betenden vorüber. An den Seiten und gewiss hinter ihm vorüberzugehen, ist erlaubt.
Ein Betrunkener, der vor einem großen, angesehenen Manne nicht sprechen könnte, darf nicht beten; hätte er dies übertreten und doch gebetet, so ist sein Gebet ein Gräuel, und er muss noch einmal beten, wenn der Einfluss des Weines von ihm gewichen. Wenn inzwischen die Zeit des Gebetes vorübergegangen, ersetzt er es beim nächsten Gebet gleich der Vorschrift für einen, der aus Versehen oder infolge einer Verhinderung (weiter Kap. 21) nicht gebetet hat. (Die Vorschriften für das Gebet einer abgesonderten Frau siehe weiter Ende Kap. 153.)
Im Winter sagt man משיב הרוח ומוריד הגשם, man fängt damit in Mussaf von Schemini-Azeret an, und zwar ruft der Synagogendiener vorher משיב הרוח ומוריד הגשם aus. Wenn er es nicht ausgerufen hätte, sagt man es in diesem Falle in der leisen Mussaf-Schemone-Esre noch nicht. Ein Kranker, der allein zu Hause betet, oder Leute in Dörfern, die kein Minjan haben, sollen mit dem Mussafgebet bis zu der Stunde warten, da man in den Städten bereits Mussaf gebetet hat; dann sollen auch sie Mussaf beten und es sagen. — Man sagt es bis Mussaf am ersten Tag Pessach; das heißt, die Gemeinde und auch der Vorbeter sagen es noch im leisen Gebet; bei der Wiederholung des Gebetes aber unterlässt der Vorbeter, es zu sagen; und dann sagt es auch die Gemeinde nicht mehr in Mincha, da sie vom Vorbeter bereits vernommen, dass er unterlassen hat, es zu sagen. Wer allein betet, bete in diesem Fall das Mussafgebet recht früh, so dass der Vorbeter in den Städten noch nicht aufgehört hat, es zu sagen; denn wer betet, nachdem der Vorbeter bereits aufgehört hat, es in Mussaf zu sagen, sagt es nicht mehr. An manchen Orten sagen sie im Sommer משיב הרוח ומוריד הטל so rufe der Synagogendiener vor Mussaf am ersten Tag Pessach aus; dann fangen sie schon im leisen Mussafgebet so an und unterlassen, מוריד הגשם zu sagen.
Hat man sich geirrt und משיב ומוריד הגשם nicht gesagt, wenn man sich erinnert, bevor man die Beracha מחיה המתים gesagt hat, spricht man es da, wo man sich erinnert, nur sei es nicht in der Mitte eines Satzes; wenn es einem z. B. nach den Worten ״und Er hält die Treue“ einfällt, sage man auch noch ״denen, die im Staube schlummern“ und spreche משיב הרוח und dann מיכמוך; wenn man will, kann man das Ganze wiederholen משיב הרוח ומוריד הגשם מכלכל חיים — Wenn man sich aber erst erinnert, nachdem man die Beracha מחיה המתים geschlossen hat, muss man zum Anfang des Schemone-Esre-Gebetes zurückkehren, (und es genügt nicht, dass man bei אתה גבור anfängt; denn die drei ersten Berachot werden in der Beziehung wie eine betrachtet, dass, wenn man eine Beracha nicht richtig geschlossen hat, man zum Anfang des Gebetes zurückkehren muss.) Hat man sich in Maariw oder Schacharit oder Mussaf vom ersten Tag Pessach geirrt und es nicht gesagt, braucht man nicht zu wiederholen (Derech hachaim).
Hätte man sich an Orten, wo man im Sommer משיב הרוח ומוריד הטל sagt, geirrt und auch im Winter so gesprochen, wenn man sich erst erinnert, nachdem man bereits ‚ברוך אתה ה gesagt hat, schließe man die Beracha מחיה המתים ; und man braucht, wegen der Erwähnung des Regens nicht zu wiederholen, da man schon den Tau erwähnt hat. Wenn man sich aber erinnert, ehe man den Schem ausgesprochen, sagt man, wo ein Satz zu Ende, מוריד הגשם
Wenn man sich im Sommer geirrt und משיב הרוח ומוריד הגשם gesagt hätte, wenn man sich erinnert, bevor man die Beracha מחיה המתים gesprochen, fängt man noch einmal … אתה גבור an (das ist nicht als neuer Beginn zu betrachten, sondern geschieht, damit die Beracha erkenntlich gemacht wird, dass man in ihr nicht משיב הרוח ומוריד הגשם sagt). Wenn man sich aber erst erinnert, nachdem man מחיה המתים geschlossen hat, kehre man zum Anfang von Schemone-Esre zurück. Wenn man nur משיב הרוח aber nicht מוריד הגשם gesagt hat, schadet es nichts, und man fährt fort . .. מכלכל חיים. Wenn man sich in Maariw oder Schacharit von Schemini-Azeret geirrt und es gesagt hätte, braucht man nicht noch einmal anzufangen.
Man beginnt טל ומטר im Maariw-Gebet des sechzigsten Tages von der Tekuphat Tischri an zu sagen, das ist am fünften oder (im Dezember vor einem 29. Februar) sechsten Dezember, und sagt es bis Peßach.
Wenn man sich geirrt und טל ומטר nicht gesagt hat, wenn man sich erinnert, bevor man die Beracha מברך השנים geschlossen hat, sagt man dort ,,und gib Tau und Regen zum Segen auf die Fläche der Erde und sättige uns . . .“ und schließt, wie vorgeschrieben; wenn man sich aber erst erinnert, nachdem man die Beracha geschlossen hat, betet man weiter und sagt in der Beracha שמע קולינו nach אל תשיבנוund gib Tau und Regen zum Segen; denn Du erhörst. . .“ Und selbst, wenn man sich da noch nicht erinnert hat, bis man bereits ברוך אתה gesagt, kann man, solange man den Schem noch nicht gesagt, noch ״und gib Tau und Regen zum Segen, denn Du erhörst . . .“ sagen. Wenn man sich aber erst erinnert, nachdem man die Beracha שומע תפלה geschlossen, fängt man noch einmal bei .. . ברך עלינו an. Wenn man sich erst erinnert, nachdem man den Schlußvers . . . יהיו לרצון gesprochen, fängt man Schemone-Esre noch einmal von vorne an.
Hat man sich im Sommer geirrt und טל ומטר gesagt, fängt man noch einmal … ברך עלינו an; wenn man sich aber erst erinnert, nachdem man den Vers יהיו לרצון gesagt, fängt man Schemone-Esre von vorne an.
Wenn man im Zweifel ist, ob man משיב הרוח gesagt hat oder nicht, wenn es nach dreißig Tagen ist, dass man schon neunzigmal wie vorgeschrieben gebetet hat, ist anzunehmen, dass man auch jetzt gewohnheitsmäßig wie vorgeschrieben gebetet hat; aber innerhalb von dreißig Tagen muss man noch einmal beten; ebenso, wenn man bei טל ומטר im Zweifel ist, nachdem man bereits neunzig Gebete wie vorgeschrieben gebetet hat, nehmen wir an, dass man auch jetzt wie vorgeschrieben gebetet hat; vorher müsste man noch einmal beten.
Hat man sich in Maariw der ersten Nacht Pessach geirrt und Schemone-Esre-Gebet von Wochentag angefangen und erinnert sich, nachdem man ברך עלינו beginnen, so dass man nach der Vorschrift (wie weiter in Kap. 76 vorkommt) jene ganze Beracha zu Ende sagen muss, spricht man nicht טל ומטר weil es auch die Gemeinde nicht sagt. Wenn der Beginn der Bitte (das ist der Tag, an dem man טל ומטר anfängt), auf Schabbat fällt, und man hätte sich geirrt und von Wochentag gebetet und ברך עלינו angefangen, sagt man auch nicht טל ומטר weil die Gemeinde noch nicht damit begonnen hat und der Einzelne sich immer nach der Gemeinde richtet.
Hat man am Rosch chodesch in Schacharit oder Mincha oder am Chol hamoed, sei es in Schacharit oder Mincha oder Maariw, יעלה ויבא vergessen, wenn man sich erinnert, bevor man יהיו לרצון gesagt hat, fängt man noch einmal רצה an; selbst wenn man sich erinnert, bevor man מודים angefangen; weil man die Beracha המחזיר שכינתו לציון bereits geschlossen hat, muss man noch einmal רצה anfangen (wie auch bei משיב הרוח steht). Wenn man sich aber vor der Beracha המחזיר שכינתו לציון erinnert, sagt man es dort und schließt .. ותחזינה עינינו — Wenn man sich erst nach יהיו לרצון erinnert, fängt man das Gebet von vorne an. Wenn man am Rosch chodesch יעלה ויבא in Maariw vergessen hat, ob Rosch chodesch zwei Tage oder nur ein Tag ist, sobald man בתך אתה ה׳ gesagt und also bereits den Schem erwähnt hat, wiederholt man nicht mehr, sondern schließt המחזיר שכינתו לציון und betet zu Ende. Der Grund hierfür ist, weil man den Neumond nicht in der Nacht heiligte (der oberste Gerichtshof die Festsetzung des Rosch chodesch nur am Tag vornahm).
Hat man am Rosch chodesch oder am Chol hamoed יעלה ויבא in Schacharit vergessen, muss man, wenn man sich erst erinnert, nachdem man Mussaf gebetet (so dass man Rosch chodesch und Chol hamoed bereits erwähnt hat), trotzdem noch einmal Schacharit beten. Wäre die Zeit bereits vorübergegangen, ergänze man es beim Mincha-Gebet (siehe Schaare-Teschuba 108,12), wie weiter Kap. 21 § 4, — Siehe weiter Kap. 20 § 10.
Jedesmal, wenn man noch einmal von vorn anfangen muss zu beten, warte man so lange, dass man vier Ellen weit gehen könnte.
Wenn sich der Vorbeter im leisen Gebet geirrt hat, betet er, um nicht die Gemeinde zu belästigen, nicht noch einmal von vorn an, sondern verlässt sich auf das Gebet, das er laut beten wird (darum sage er nach der Wiederholung des Gebetes . . . א‘ נצור und gehe drei Schritte rückwärts).
Wenn er sich jedoch in den drei ersten Berachot geirrt und sich (bald) erinnert hat, bevor er sein Gebet vollendet hat, so dass er durch seine Wiederholung die Gemeinde nicht belästigt, bete er noch einmal.
Am Fasttag, sei es am Fasttag der Gemeinde oder dem Fasten eines Einzelnen, sagt man im Mincha-Gebet ענינו in der Beracha שמע קולינו und wenn man bei בכל עת צרה וצוקה hält, schließt man כי אתה שומע Wenn man ענינו vergessen hat zu sagen, wenn man sich erst erinnert, nachdem man den Schem in der Beracha שומע תפלה gesagt hat, sagt man es nicht noch einmal, sondern sage es, nachdem man das ganze Gebet vollendet hat, nach א׳ נצור ehe man rückwärts geht, bis בכל עת צרה וצוקה und schließe mit יהיו לרצון; wenn man sich erst erinnert, nachdem man rückwärts gegangen, sagt man es nicht mehr.
Wenn der Vorbeter nach dem leisen Gebet rückwärts gegangen, bleibe er an seiner Stelle so lange stehen, dass man vier Ellen weit gehen könnte, dann kehre er an seinen Ort zurück, sage leise ה׳ שפתי תפתח und beginne laut ברוך אתה. Jeder achte dann sehr darauf, dass er schweige und gut zuhöre und das beherzige, was der Vorbeter sagt, und auf jede Beracha, wie vorgeschrieben, mit ברוך הוא וברוך שמו und אמן antworte. Selbst lernen darf man nicht in der Zeit, wenn der Vorbeter das Gebet wiederholt, und man braucht nicht zu sagen, dass man sich vor überflüssigen Reden in Acht zu nehmen habe. Wem es nicht schwer fällt, stehe, als ob er selbst Sehemone-Esre bete, entweder mit geschlossenen Augen, oder verfolge im Gebetbuch, was der Vorbeter sagt. Manche pflegen nach der Keduscha die Raschis-Tefillin abzunehmen und Rabbenu Tams-Tefillin zu legen; diese tuen nicht recht (siehe Peri Megadim 34 Mischbez. 2).
Bei der Wiederholung des Gebetes durch den Vorbeter müssen, da der Vorbeter für sich bereits leise gebetet hat und er das Gebet nur wegen der Zuhörer wiederholt, bestimmt neun zuhören und antworten, damit seine Berachot nicht vergeblich seien (und das gleicht nicht dem, was Kap. 15 § 7 steht). Wenn darum genau Minjan ist, muss man darauf achten, dass der Vorbeter nicht anfange, das Gebet zu wiederholen, bis alle ihr Gebet vollendet, damit sie antworten können.
Der Vorbeter muss darauf achten, wenn er eine Beracha geschlossen, die nächste Beracha nicht anzufangen, bis der größte Teil der Gemeinde אמן gesagt hat. Wenn er gleich die nächste Beracha angefangen hätte, er hätte z. B. מגן אברהם geschlossen und gleich אתה גביר angefangen, dann würde man, da er schon אתה גבור angefangen zu sagen, nicht mehr אמן sprechen; und die Strafe für die Versäumnis des אמן würde auf ihn fallen. (Siehe Abodat hakod. hechadasch Ende Kap. 9.)
Bei der Keduscha achte jeder darauf, die Füße so zu stellen, dass sie zusammen seien, als wären sie ein Fuß (wie es heißt Jech. 1,7) ihre Füße waren ein gerader Fuß, wenn man dreimal קדוש sagt, und ebenso bei ברוך und ימלך hebe man seinen Körper und seine Fersen empor; auch pflegt man seine Augen zum Himmel zu erheben; es ist aber gut, wenn sie dabei geschlossen sind.
Wenn der Vorbeter bei Modim hält, bückt sich die ganze Gemeinde und sagt das von den Weisen angeordnete Modim, das ganze in gebeugter Haltung. Wer im Schemone-Esre-Gebet steht und hört, wie der Vorbeter zu Modim kommt, wenn er mitten in einer Beracha hält, bückt er sich ebenfalls; wenn er aber am Anfang oder am Ende einer Beracha hält, darf er sich nicht bücken, weil man am Anfang oder am Ende einer Beracha zu den von unseren Lehrern sel. Andenkens festgesetzten Verneigungen (wie oben Kap. 18 § 11) nicht hinzufügen darf.
Ehe der Vorbeter שים שלום sagt, spricht er … א׳ וא׳ אבותינו ברכנו und wenn er וישמרך gesagt, spricht die Gemeinde יהי רצון כן sage aber nicht אמן; ebenso, wenn er ויחנך und שלום gesagt. Man sagt es nur morgens und in Mussaf, nicht in Mincha; nur am Fasttag der Gemeinde, wenn man auch in Mincha שים שלום sagt, dann spricht der Vorbeter auch א׳ וא׳ אבותינו Man sagt es nicht im Hause eines Trauernden und nicht am neunten Aw in Schacharit.
Nachdem der Vorbeter das Gebet vollendet hat, spreche er leise … יהיו לרצון aber drei Schritte rückwärts braucht er nicht zu gehen, da er sich auf die Schritte am Ende von ganz Kaddisch stützen kann.
Wenn am Fasttag der Gemeinde zehn Fastende, die den ganzen Tag fasten, in der Synagoge sind, sagt der Vorbeter in Schacharit und Mincha Anenu vor רפאנו; wenn er sich geirrt und es nicht gesagt hat, wenn er sich erinnert bevor er den Schem der Beracha … רופא חולי gesagt hat, kehrt er zurück und spricht Anenu und רפאנו Wenn er sich aber erst erinnert, nachdem er den Schem gesprochen, vollendet er die Beracha רופא חולי עמו ישראל und sagt Anenu in der Beracha שומע תפלה und schließt mit שומע תפלה wie jeder Einzelne. Wenn er es auch dort vergessen hat, sagt er es nach Schluss des Gebetes, ohne mit ברוך zu schließen.
Man wiederholt das Schemone-Esre-Gebet laut nur dann, wenn wenigstens sechs großjährige Männliche, das ist der größte Teil von Minjan, jetzt mitgebetet haben; wenn aber nicht sechs großjährige Männliche jetzt mitgebetet haben, sagt man nicht ganz Schemone-Esre laut, sondern einer sagt laut bis הא׳ הקדוש; alle sprechen die Keduscha, und der eine vollendet leise sein Gebet.
In allen Fällen, in denen der Einzelne wegen eines Irrtums noch einmal beten muss, muss auch der Vorbeter bei der Wiederholung des Gebetes, wenn er sich geirrt hat, noch einmal laut vorbeten, außer Schacharit am Rösch chodesch und Chol hamoed; wenn er sich nämlich da geirrt und יעלה ויבא nicht gesagt und sich erst erinnert hat, nachdem er das Gebet vollendet hat, lässt man ihn nicht wiederholen. Denn, um die Gemeinde nicht zu belästigen, verlassen wir uns auf seine Erwähnung im Mussafgebet. Wenn er sich aber erinnert, ehe er das Gebet vollendet hat, kehrt er zu רצה zurück; das ist keine Belästigung der Gemeinde.
Man ist verpflichtet, die Keduscha mit der Gemeinde zu sagen, ebenso ist אמן nach הא׳ הקדוש und nach שומע תפלה eine Pflicht wie die Keduscha, ebenso ist man verpflichtet, auf die Kaddeschim, die der Vorbeter sagt, zu antworten, und ferner, sich mit der Gemeinde bei Modim zu bücken. Wenn man darum spät in die Synagoge gekommen, so dass man nicht mehr mit der Gemeinde zusammen Schemone-Esre beten kann und genötigt ist, allein zu beten, soll man, außer wenn die Zeit vorüber gehen würde, darauf achten, Schemone-Esre nicht zu einer Zeit zu beten, in der er versäumen würde, auf eines von diesen zu antworten; man warte vielmehr, bis man geantwortet, und bete dann Schemone-Esre. Man warte aber nicht zwischen גאל ישראל und dem Schemone-Esre-Gebet, da man die Erlösung mit dem Gebet verbinden muss und nicht dazwischen unterbrechen darf; sondern man warte vor שירה חדשה (siehe weiter Kap. 69 § 7).
Wenn ein Einzelner im Schemone-Esre-Gebet steht und die Gemeinde, wie er מחיה המתים schließt, die Keduscha von ובא לציון oder die Keduscha in יוצר אור sagt, sagt er nicht mit ihr קדוש weil die Keduschot nicht gleich sind; wenn aber die Gemeinde die Keduscha von Mussaf sagt, obschon er Schacharit betet, antworte er mit ihr .. . קדוש ; und ebenso umgekehrt, da die Keduscha von Schacharit und die von Mussaf gleich sind.
Es ist bereits in Kap. 18 § 1 erklärt worden, dass, wenn man die Zeit des Gebetes freventlich hat vorübergehen lassen, man keinen Ersatz dafür hat; wenn man aber aus Versehen oder infolge eines Notfalles nicht gebetet oder sich im Gebet bei einer solchen Sache geirrt hat, dass man noch einmal Sehemone-Esre beten muss, kann man es nach dem nächsten Gebet ersetzen. Man muss unbedingt erst das Gebet, das an der Zeit ist, beten und dann das Ersatz-Gebet; das heißt, wenn man Schacharit nicht gebetet, wenn dann die Zeit des Mincha-Gebetes da ist, bete man zuerst Schemone-Esre für Mincha und sage Tachanun; dann spreche man gleich Aschre und bete noch einmal Schemone-Esre für Schacharit. Wenn man Mincha nicht gebetet hat, so bete man zuerst Maariw, warte nur so lang, dass man vier Ellen weit gehen könnte, und sage nicht Aschre, sondern bete gleich Schemone-Esre für Mincha. Wenn man Maariw nicht gebetet hat, so sage man nach dem Schacharit-Gebet Tachanun und Aschre und bete Schemone-Esre für Maariw; und dann spreche man למנצח und …ובא לציון Man darf nicht essen, ehe man auch dieses Gebet, das für Arevit bestimmt ist, verrichtet hat.
Wenn jemand nicht gebetet hat, als noch Zeit zum Beten war, weil er dachte, es bleibe ihm noch Zeit, wenn er die Sache beendet haben würde, mit der er beschäftigt war, inzwischen ist aber die Gebetszeit vorübergegangen; ebenso, wenn jemand wegen seines Vermögens in Anspruch genommen war, um nicht zu Schaden zu kommen, dadurch hat er aber die Gebetszeit versäumt, obschon man wegen Geldverlustes die Zeit des Gebetes nicht vorübergehen lassen darf, so heißt dies doch ein Notfall, und er kann es ersetzen. Ebenso, wenn jemand infolge von Trunkenheit nicht zum Beten geeignet war, wird es ebenfalls wie ein Notfall angesehen, obschon er auf verbotene Weise, als nämlich schon die Gebetszeit da war, angefangen hat zu trinken.
Einen Ersatz für ein Gebet gibt es nur im nächsten Gebet; wenn man aber noch länger gezögert hat, gibt es keinen Ersatz mehr; wenn man z. B. Schacharit und Mincha nicht gebetet hätte, dann gäbe es für Mincha einen Ersatz nach Maariw, das darauf folgt, aber für Schacharit gäbe es keinen Ersatz, weil dafür schon zwei Gebetszeiten vorüber sind, in denen er es nicht gebetet, die eigentliche Zeit von Schacharit und die Zeit von Mincha.
Wenn man jedoch an einem Tag, an dem Mussaf gebetet wird, Schacharit versäumt hätte, könnte man es nach Mincha ersetzen, (weil nämlich die Zeit des Mussafgebetes geschehenenfalls ebenso wie Mincha bis zur Nacht geht, hat man also noch nicht zwei Gebetszeiten vorübergehen lassen); im Anschluss an das Mussafgebet aber kann man das Schacharitgebet nicht (durch eine Wiederholung des Mussafgebetes) ersetzen (denn, weil man darin das Mussafopfer erwähnt, könnte es nicht für das Schacharitgebet eintreten; siehe Peri Megadim, Eschel Abraham 108,6); wenn jedoch die Zeit des Schacharitgebetes noch nicht vorüber ist, kann man noch Schacharit beten, obschon man bereits Mussaf gebetet hat.
Für ein Gebet, das man versäumt hat, gibt es nur in der Zeit, da man das nächste Gebet verrichtet, einen Ersatz, aber nicht zu einer anderen Zeit, in der man nicht betet; wenn man z. B. nach dem für diese Zeit vorgeschriebenen Gebet längere Zeit gewartet hätte, kann man den Ersatz für das versäumte Gebet nicht mehr beten, weil unsere Lehrer sel. And. den Ersatz für ein versäumtes Gebet nur für die Zeit, in der man mit dem für die darauffolgende Zeit vorgeschriebenen Gebet beschäftigt ist, angeordnet haben; weil man da doch mit dem Gebet beschäftigt ist, kann man auch das Fehlende ergänzen.
Das Ersatzgebet, das man betet, muss man ebenso beten, wie das für jene Zeit vorgeschriebene Gebet; wenn man z. B. am Erew-Schabbat Mincha nicht gebetet, betet man abends zwei Schemone-Esre von Schabbat, obschon das zweite als Ersatz für ein Wochentag-Gebet kommt, weil aber jetzt Schabbat ist, betet man doch von Schabbat; hätte man von Wochentag gebetet, müsste man noch einmal beten. Ebenso, wenn man am Erew Rosch chodesch nicht Mincha gebetet hätte, bete man zweimal Maariw-Schemone-Esre und sage beide Male יעלה ויבא wenn man am Rosch chodesch Maariw nicht gebetet, so dass man Schacharit zweimal betet, und hätte יעלה ויבא vergessen, auch wenn es im zweiten Schemone-Esre-Gebet wäre, muss man noch einmal beten, (obschon es der Ersatz für die Nacht ist und bei Nacht man nicht wiederholt hätte; jetzt aber ist Tag). Wenn man am Schabbat Mincha nicht gebetet, betet man ebenfalls zweimal Maariw-Schemone-Esre von Wochentag, nur ist bei אתה חוננתנו ein Unterschied; im ersten Gebet sagt man אתה חוננתנו im zweiten sagt man es nicht. Der Grund hierfür ist: אתה חוננתנו ist gleich einer Hawdala (Unterscheidung von Schabbat und Wochentag), und man spricht die Hawdala nicht zweimal im Gebet aus. Ebenso wäre es umgekehrt; wenn man beim Ausgang des Schabbat Maariw vergessen, betet man zweimal Schacharit-Schemone-Esre und sagt אתה חוננתנו im Ersatzgebet, weil die ursprüngliche Anordnung war, im Gebet die Hawdala einzuschalten.
Hat man sich am Rosch chodesch in Mincha geirrt und יעלה ויבא nicht gesagt, und am nächsten Tag ist nicht Rosch chodesch, so dass man nichts gewinnt, auch wenn man zweimal Maariw betet, da man יעלה ויבא nicht mehr sagen kann und ohne יעלה ובא man bereits gebetet hat, betet man aus diesem Grund überhaupt kein Ersatzgebet.
Obschon die Zeit des Mussafgebetes den ganzen Tag und demnach Maariw das nächste Gebet ist, gibt es doch in der Nacht keinen Ersatz mehr für Mussaf, weil das Mussafgebet angeordnet ist, (Hosch. 14,3) auf dass wir mit unseren Lippen die Stieropfer ersetzen, und das Opfer ausfällt, wenn dessen Zeit vorübergegangen.
Wenn jemand zweimal Schacharit oder zweimal Mincha beten muss und er vorbetet, genügt es für ihn, dass er das Gebet laut wiederholt.
Wer im Zweifel ist, ob er gebetet hat oder nicht, wiederholt heutzutage (da wir ein freiwilliges Gebet nicht verrichten dürfen) das Gebet nicht.
Nach Schemone-Esre sagt man Tachanun mit gesenktem Haupte. Zwischen Schemone-Esre und Tachanun darf man nichts Unheiliges sprechen.
Am Morgen neigt man sich, weil man die Tefillin auf dem linken Arm hat, auf die rechte Seite, aus Ehrerbietung für die Tefillin; zu Mincha neigt man sich auf die linke Seite.
Das Senken des Hauptes geschehe im Sitzen; im Notfall jedoch kann man auch dabei stehen. Nach Tachanun sagt man ,,wir wissen nichts anderes.“ Das sage man im Sitzen; dann stehe man auf und spreche ,,was wir tun sollen, als zu Dir unsere Augen zu erheben.“
Das Senken des Hauptes geschieht nur in einem Raum, in dem sich eine Sefer-Thora befindet; in einem Raume aber, in dem sich keine Sefer-Thora befindet, wenn auch andere heilige Bücher da sind, senkt man das Haupt nicht, sondern spricht den Psalm ohne Senken des Hauptes. Wenn man im Vorhof der Synagoge betet und der Eingang der Synagoge offen ist, wird das betrachtet, als wäre eine Sefer-Thora zugegen.
Wenn man im Hause eines Trauernden oder, wo jemand gestorben ist, wenn auch kein Trauernder da ist, (während der siebentägigen Trauer) betet, sagt man an den sieben Tagen, selbst zu Mincha des siebten Tages, kein Tachanun; auch, wenn man nach Hause kommt, ist der Gebrauch, es nicht nachzuholen. Wenn ein Trauernder in der Synagoge ist, richtet sich die Gemeinde nicht nach ihm und sagt Tachanun, nur der Trauernde sagt es nicht.
In einer Synagoge, in der eine Beschneidung stattfindet, sagt man kein Tachanun, oder wenn der Baal Berit (der Vater des Kindes) oder der Sandek (der das Kind bei der Beschneidung hält) oder der Mohel dort betet, wenn auch die Beschneidung in einem anderen Hause stattfindet. Wenn man im Hause des Kindes vor dem Festmahl des Berit oder während des Festmahles Mincha betet, sagt man es auch nicht; wenn man aber nach dem Tischgebet betet, sagt man es, nur der Baal Berit, der Sandek und der Mohel sagen es nach dem Tischgebet auch nicht, weil für sie Festtag ist.
Ebenso sagt man es nicht in einer Synagoge, in der sich ein Neuverheirateter befindet, während der ganzen sieben Tage seines Hochzeitsfestes, wenn der Neuverheiratete ein Jüngling oder die Neuverheiratete eine Jungfrau war; ein Witwer aber, der eine Witwe geheiratet hat, hat nur drei Tage, und dann sagt man es wieder; zu Schacharit am Hochzeitstag sagt man es auch; zu Mincha kurz vor der Trauung sagt man es nicht.
Man sagt Tachanun nicht am Rosch chodesch, nicht am fünfzehnten Aw und nicht am fünfzehnten Schewat, nicht am Chanuka und nicht beide Tage von Groß-Purim und nicht beide Tage von Klein-Purim, nicht am dreiunddreißigsten Tag im Omer, nicht den ganzen Monat Nissan, nicht am neunten Aw, nicht an den Tagen zwischen Jom hakipurim und Sukkot und nicht von Rosch chodesch Siwan bis nach Issru-chag von Schewuot (achten Siwan) und nicht am Issru-chag von Sukkot (vierundzwanzigsten Tischri). An allen diesen Tagen sagt man es auch zu Mincha vorher nicht; am Erew Roschhaschana aber und Erew Jom hakipurim sagt man es zu Mincha vorher; Erew Rosch-haschana sagt man es auch noch in den Selichot, nur nachher sagt man es nicht mehr.
Weil Montag und Donnerstag Tage des Wohlgefallens sind, denn in den vierzig Tagen zum Empfang der zweiten Bundestafeln bestieg unser Lehrer Mosche den Berg am Donnerstag und kam am Montag wieder herab; darum mehrt man an ihnen Bußgebete und sagt והוא רחום vor Tachanun. Man sagt es stehend und muss es andächtig und langsam sprechen, wie es für ein Bußgebet passt; an Tagen, an denen man kein Tachanun sagt, spricht man es nicht.
Nach Tachanun sagt man Halb-Kadisch; am Montag und Donnerstag sagt man stehend א׳ ארך אפים . . . Siehe weiter Kap. 25 § 2, wann man es nicht sagt.
Enthält 30 Paragraphen.
Wenn man die Sefer-Thora aus der heiligen Lade nimmt und zu dem Pult trägt, auf dem man vorliest, trägt man sie an der Nordseite der Synagoge, das ist rechts für den, der sie trägt; und wenn man sie in die heilige Lade zurückbringt, trägt man sie an der Südseite; man hält die Sefer-Thora mit der rechten Hand, und für jeden, an dem die Sefer-Thora vorüberkommt, ist es Pflicht, sie bis zum Pult zu begleiten (siehe weiter § 28).
Wer zur Thora aufgerufen wird, soll sich mit einem mit Zizit versehenen Talit umhüllen (siehe oben Kap. 9 § 7), gehe den Weg hinauf, der für ihn der kürzeste, und gehe den längeren hinunter; wenn beide Wege gleich sind, gehe er rechts hinauf und den anderen Weg hinunter. Es ist Gebrauch, oben zu warten, bis der nächste Aufgerufene die Nachberacha gesagt hat, und zwischen einem Aufgerufenen und dem anderen hinunterzugehen.
Man öffne die Sefer-Thora und sehe nach, wo vorzulesen ist, ergreife sie so geöffnet mit beiden Händen, schließe die Augen und spreche: Lobet den Ewigen, Er ist lobenswert! Man sage es laut, damit die ganze Gemeinde es höre; und sie antworte: Gelobt sei der Ewige, der Lobenswerte, immer und ewig! Wenn die Gemeinde nicht gehört hat, wie er die Beracha gesagt, wenn sie auch hört, dass der Vorbeter antwortet, antworte sie nicht mit ihm, sondern, wenn der Vorbeter fertig ist, antworte sie darauf mit אמן. Nachdem die Gemeinde ברוך ה׳ המבורך לעולם ועד geantwortet, wiederholt der Aufgerufene und sagt ebenfalls . . . ברוך ה׳ המבורך (siehe oben Kap. 16 § 3) und spreche die Beracha . . .אשר בחר בנו, und die Gemeinde antwortet אמן . Dann nehme er die linke Hand und halte während des Vorlesens die Sefer-Thora nur mit der Rechten. Der Vorleser liest vor, und er lese leise mit; der Vorleser darf nicht anfangen vorzulesen, bis das אמן aus dem Munde der Gemeinde zu Ende und die ganze Gemeinde richte ihren Sinn darauf, bei der Vorlesung aus der Thora gut zuzuhören. Nach der Vorlesung fasst der Aufgerufene auch wieder mit der Linken an, rollt zu und sagt die Nachberacha.
Man darf die Sefer-Thora nicht unvermittelt mit bloßen Händen anfassen, sondern ergreift sie mittels des Talit oder fasse ihre Holzsäulen an; manche erschweren, dass man auch die Holzsäulen nicht bloß, sondern mittels des Talit anfasse.
Sowohl der Aufgerufene als auch der Vorleser müssen stehen; selbst sich an irgend etwas anzulehnen, ist verboten, weil sie ehrfürchtig stehen sollen; denn gleich der Ehrfurcht bei der Gesetzgebung müssen auch wir der Thora Ehrfurcht bezeugen. Nur wer schwach ist, kann sich leicht etwas anlehnen.
Während der Aufgerufene ברכו sagt und die Gemeinde mit ברוך ה׳ המבורך antwortet, muss die ganze Gemeinde stehen; aber während er die Beracha אשר בחר בנו sagt, und ebenso während der Vorlesung und bei der Nachberacha, ist keine Pflicht, dass die Gemeinde steht; nur die es mit den Geboten sehr genau nehmen, erschweren für sich und stehen; und so ist richtig. Zwischen einem Aufgerufenen und dem anderen jedoch braucht man nicht zu erschweren.
Wenn der Vorleser selbst zur Thora aufgerufen wird, muss ein anderer neben ihm stehen; denn, wie die Thora durch einen Vermittler unseren Lehrer (Mosche, Friede sei mit ihm) gegeben wurde, so müssen auch wir einen Vermittler dabei anwenden.
Wenn der Vorleser angefangen vorzulesen, darf in der ganzen Gemeinde keiner sprechen, nicht einmal Worte der Thora, auch nicht zwischen einem Aufgerufenen und dem anderen. Man darf die Synagoge nicht verlassen, während aus der Thora vorgelesen wird; aber zwischen einem Aufgerufenen und dem anderen, wenn die Sefer-Thora zugerollt ist, kann man, wenn es sehr nötig ist, hinausgehen.
Wenn ein Kohen in der Synagoge ist, muss man ihn zuerst aufrufen. Selbst wenn er ein Thoraunkundiger ist, nur ist er ein frommer Mensch, kommt er sogar vor einem Thoragelehrten. Auch wenn der Kohen verzichten will, nützt es nichts. Nach dem Kohen ruft man einen Levi auf; wenn kein Levi da ist, ruft man an seiner Stelle den Kohen, der bereits aufgerufen war, nochmals auf und sagt dabei: במקום לוי. Wenn kein Kohen in der Synagoge ist, ruft man an seiner Stelle einen Levi oder einen Israel auf; man rufe denjenigen, der am größten an Thorakenntnis von denen die da sind, auf (siehe Magen Abraham 135, 7), und sagt dabei: אם אין כאן כהן לוי במקום כהן oder ישראל במקום כהן Wenn man einen Israel an der Stelle des Kohen aufgerufen, ruft man nach ihm keinen Levi auf. Eine Ortschaft, in der alle Kohanim oder Leviim sind, mache eine Anfrage bei einem Thoragelehrten, wie sie sich führen solle.
Wenn der Kohen im Schmalesen oder in den Berachot des Schmalesens hält, und um so mehr, wenn er im Schemone-Esre-Gebet hält, rufe man ihn nicht, auch wenn kein anderer Kohen da ist. Man braucht nicht auf ihn zu warten, um die Gemeinde nicht zu belästigen, sondern man ruft einen Levi oder einen Israel auf, sagt aber nicht אם אין כאן כהן sondern sage nur: לוי במקום כהן oder ישראל במקום כהן Geschehenenfalls, wenn man ihn doch aufgerufen, wenn er im Schmalesen oder in dessen Berachot hält, gehe er hinauf und sage die Beracha, lese aber mit dem Vorleser nicht mit, sondern höre nur zu. Dennoch, wenn es ihm möglich ist, vollende er erst die Sache, in der er hält, bis dahin, wo ein Gedanke zu Ende ist, bevor er hinaufgeht. Wenn er im Sehemone-Esre-Gebet hält, gehe er nicht hinauf, auch wenn man ihn bereits aufgerufen hätte; ebenso gehe er zwischen גאל ישראל und dem Gebet nicht hinauf; im Gebet א‘ נצור gehe er hinauf. Wenn er in den Versen des Lobgesanges hält, und es ist kein anderer Kohen da, darf man ihn sogar von vornherein aufrufen, nur lese er mit dem Vorleser nicht mit; wenn aber ein anderer Kohen da ist, rufe man ihn von vorneherein nicht auf. Dasselbe gilt auch für einen Levi.
Wenn man einen Kohen oder einen Levi aufgerufen, und sie sind nicht zugegen, rufe man einen anderen nicht mit seinem Namen auf, damit man nicht vom ersten sage, er sei (wegen entweihter Abstammung) unwürdig; sondern man sage zu einem anderen: ״komm du herauf‘‘, und dieser gehe hinauf; den Sohn aber kann man auch mit seinem Namen aufrufen, denn dadurch wird der Vater nicht für unwürdig erklärt, weil, wenn der Vater unwürdig wäre, der Sohn es auch wäre. Ebenso, wenn der Kohen oder der Levi nicht hinaufgehen können, weil sie im Gebete stehen, kann man einen anderen mit seinem Namen aufrufen, da alle sehen, dass er deshalb nicht hinaufgeht, weil er nicht darf. Wenn man einen Israel aufgerufen hat, und er ist nicht zugegen, kann man einen anderen mit seinem Namen aufrufen; denn bei einem Israel gibt es keine Unwürdigkeit; ebenso, wenn man einen Kohen oder einen Levi am Schabbat oder Festtag als Acharon oder Maftir aufgerufen, und sie sind nicht zugegen, kann man einen anderen mit dem Namen aufrufen.
Wenn kein Kohen in der Synagoge war, oder er war da, nur wusste man nichts von ihm, und man hat an seiner Stelle einen Israel aufgerufen, und dieser ist hinaufgegangen und hat sogar bereits ברכו את ה׳ המבורך gesagt, nur hat er die Beracha …אשר בחר בנו noch nicht angefangen, und ein Kohen tritt ein, oder man wird aufmerksam, dass ein solcher zugegen, ruft man den Kohen auf, und er geht hinauf und sagt ebenfalls ברכו. Und damit der Israel nicht beschämt werde, bleibe er dort stehen, bis man Kohen und Levi aufgerufen, und dann rufe man ihn auf. Wenn aber der Israel bereits den Schem der Beracha gesagt hatte, er hatte schon אתה ה‘ gesprochen, wird der Kohen nicht mehr aufgerufen. Ebenso ist die Vorschrift, wenn man einen Levi an der Stelle des Kohen aufgerufen, und der Kohen tritt ein, bevor der Levi ברוך אתה ה׳ gesagt hat, geht der Kohen hinauf und der Levi wartet, und man ruft ihn nach jenem auf. Ebenso ist die Vorschrift, wenn kein Levi zugegen war, oder man wusste nichts von ihm, und man hat den Kohen auch anstelle des Levi aufgerufen, und dann trat der Levi ein, bevor der Kohen ברוך אתה ה’gesagt hatte, ruft man den Levi auf, und er geht hinauf.
Man ruft nicht zwei Brüder nacheinander auf, ob sie väterlicherseits oder mütterlicherseits Brüder sind; ebenso ruft man Vater und Sohn oder Enkel nicht nacheinander auf, aus Furcht vor bösem Auge; auch wenn sie sagen, dass sie sich nicht davor fürchten; auch wenn der eine Acharon und der andere Maftir ist; aber nur an einem Schabbat, an dem man für den Maftir keine andere Sefer-Thora herausnimmt; wenn man aber für den Maftir eine andere Sefer-Thora herausnimmt, ist es erlaubt. Ebenso ist es erlaubt, wenn der Maftir noch nicht Bar-Mizwa ist. In allen diesen Fällen, wenn man ihn aufgerufen und er bereits hinaufgegangen, gehe er nicht wieder herunter. Wenn man zwei Brüder, die nur mütterlicherseits Brüder sind, oder Vater und Enkel nacheinander aufgerufen, wenn der zweite auch noch nicht hinaufgegangen, kann er hinaufgehen; bei diesen kann man, wenn es nötig ist, sogar von vornherein erlauben, sie nacheinander aufzurufen.
Wenn jemand in einer Synagoge bereits zur Thora aufgerufen wurde, und kommt nachher in eine andere Synagoge, und man ruft ihn da ebenfalls auf, sogar zu demselben Abschnitt, zu dem er bereits aufgerufen war, geht er zum zweiten Mal hinauf und spricht die Berachot (Mag. Abr. 282, 15).
Am Fasttag der Gemeinde, wenn man ויחל vorliest, ruft man nur einen, der fastet, zur Thora auf; wenn kein anderer Kohen da ist als ein solcher, der nicht fastet, oder der nicht die Absicht hat, den ganzen Tag zu fasten, ruft man einen Israel oder einen Levi an seiner Stelle auf. Besser ist, wenn der Kohen vorher aus der Synagoge hinausgeht; ist aber ein anderer Kohen da, braucht er nicht hinauszugehen, sondern mache aufmerksam, dass man ihn nicht aufrufe; und wenn man ihn aufruft, gehe er nicht hinauf. Ist es am Montag oder Donnerstag, gehe er geschehenenfalls, wenn er nicht aus der Synagoge hinausgegangen und man ihn aufgerufen, hinauf, obschon man ויחל vorliest, weil es immerhin jetzt die Zeit einer Thoravorlesung ist.
Ebenso, wenn jemand im Lande Israel wohnt, wo man (mit Ausnahme von Rosch haschana) nur einen Tag Jom tow hält, und ist nach außerhalb des Landes gekommen und befindet sich am zweiten Tag Jom tow in einer Synagoge, soll man ihn nicht zur Thora aufrufen; und die Vorschrift ist, wie im vorigen Paragraphen steht.
Einen Blinden pflegt man aufzurufen, obschon man Worte der schriftlichen Lehre nicht auswendig vortragen darf, ist es dennoch heutzutage, da der Vorleser ihm vorliest, erlaubt; und man pflegt nicht darauf zu achten, ob es ein Thoragelehrter oder ein Thoraunkundiger ist, da man ohne weiteres annimmt, dass er mit dem Vorleser mitsagen kann.
Wenn man dem Aufgerufenen den Ort, wo man vorlesen wird, gezeigt hat, und er hat die Beracha gesprochen, und nachher erinnert man sich, dass es nicht die richtige Stelle, sondern dass man an einer anderen Stelle vorlesen muss, die ebenfalls vor ihm offen war, selbst nicht auf derselben Seite, aber nach der Stelle, die man ihm gezeigt hat, braucht er die Beracha nicht noch einmal zu sagen, weil seine Absicht sich auf die Stelle, wo er die Beracha gesprochen, und auf alles, was vor ihm offen war, bezog. Wenn aber die Stelle nicht vor ihm offen war und man die Sefer-Thora rollen muss oder wenn selbst die Stelle vor ihm offen war, aber sie ist vor dem Ort, den man ihm gezeigt hat, muss er die Beracha אשר בחל בנו noch einmal sprechen, ברכו aber sage er nicht noch einmal; vorher spreche er ברוך שם כבוד מלכותו לעולם ועד auf die erste Beracha, die er vergeblich ausgesprochen; wenn er nur ברוך אתה ה׳ gesagt hat, schließe er למדני חקיך. Wenn sich die Stelle, wo man vorlesen muss, über der Stelle, die man ihm gezeigt hat, befindet, aber so nahe, dass man ihm auch noch drei Verse von da an, wo er die Beracha gesagt hat, vorlesen kann, dass nämlich alles zum Abschnitt des Tages gehört, tue man so, und er sage nicht noch einmal die Beracha.
Jeder, der aufgerufen wird, muss wenigstens drei Verse lesen; am Montag und am Donnerstag und ebenso am Schabbat zu Mincha müssen alle drei zusammen zehn Verse vorlesen; man lese dem dritten vier Verse vor; geschehenenfalls, wenn man allen nur neun Verse, jedem drei, vorgelesen, hat man auch die Pflicht erfüllt. Dass man am Purim allen drei zusammen nur neun Verse vorliest, ist deshalb, weil der Gegenstand (der Abschnitt von Amalek) da zu Ende ist.
Wer aus der Thora vorliest, schließe nicht an einem Ort, von dem aus bis zum Abschnitt, das ist bis zu einem offenen oder einem geschlossenen Absatz, nicht wenigstens drei Verse übrig sind. Wenn er bereits die Nachberacha gesagt, nachdem er bei weniger als drei Verse vor dem Abschnitt geschlossen hat, braucht der nächste Aufgerufene nicht beim Vers vorher anzufangen, sondern fange da an, wo der erste aufgehört, und lese dazu noch drei Verse vom nächsten Abschnitt. Wenn ein Abschnitt nur zwei Verse hat, kann man vor demselben aufhören. Wenn ein Abschnitt mitten im Vers ist, wie z. B. am Anfang der Sidra Pinchas (Num. 26, 19), kann man sogar nach dem unmittelbar vorhergehenden Vers aufhören.
Ebenso fange man nicht weniger als drei Verse nach dem Anfang des Abschnittes an; darum höre der Vorhergehende nicht weniger als drei Verse nach dem Anfang des Abschnittes auf.
Man richte es ein, immer mit einer für Israel guten Sache zu beginnen und mit einer für Israel guten Sache zu schließen; ebenso schließe man nicht, wo von einem, der etwas Schlechtes getan, die Rede ist.
Wenn man einem nur zwei Verse vorgelesen hat, und er hat die Nachberacha gesagt, muss man ihm noch einmal vorlesen, und er sage vorher und nachher Beracha; und da er durch die Nachberacha seinen Sinn abgewandt hat, muss er noch einmal mit ברכו anfangen und die zwei Verse, die er zuerst gelesen, und noch einen Vers dazu lesen. Wenn dies beim dritten (wenn nur drei aufgerufen werden) vorgekommen (und die zwei vorher haben jeder nur drei Verse gelesen), muss man ihm noch zwei Verse dazu, damit es im ganzen vier Verse sind, vorlesen. Wenn dies beim Kohen vorgekommen, dass er nur zwei Verse gelesen, und man hat nach ihm bereits den Levi aufgerufen, und dann erinnert man sich, so ist folgendes zu beachten: wenn der Levi die Vorberacha noch nicht gesagt hat; wenn er auch schon ברכו gesagt, ist das nicht der Anfang der Beracha; dann lese der Kohen noch einmal mit den Berachot drei Verse, wie oben steht; und der Levi warte und lese nachher. Wenn aber der Levi bereits die Beracha gesagt, lese man dem Levi von da an vor, wo der Kohen aufgehört; (denn würde man dem Levi vorlesen, was man dem Kohen vorgelesen hat, so wäre das eine Herabwürdigung für die Kohanim, die zugegen sind, da man sagen würde, der Levi habe angefangen, aus der Thora vorzulesen.) Nach dem Levi sollen zwei Israelim vorlesen, damit drei aufgerufen werden, und der Kohen zählt nicht mit, (da er nur zwei Verse gelesen). Wenn das beim Levi vorgekommen, dass er nur zwei Verse gelesen und der Israel hat bereits die Vorberacha gesagt, lese man dem Israel diese zwei Verse, die der Levi gelesen, und noch einen Vers vor und rufe noch einen Israel auf, um die drei Aufzurufenden zu vervollständigen. Wenn kein Kohen in der Synagoge war, und man hat an seiner Stelle einen Israel aufgerufen, und da kam vor, dass man ihm nur zwei Verse vorlas, und man bemerkte es erst, nachdem man den zweiten Israel aufgerufen und dieser die Beracha gesagt hatte, so fange der zweite Israel am Anfang der Sidra an, und der erste Israel warte und lese nach ihm, und nach ihm rufe man noch einen Israel auf.
Ein Kind lese nicht vor und werde auch nicht aufgerufen. (Siehe weiter Kap. 97 § 9.)
Nach der Vorlesung aus der Thora sagt man Halbkaddisch und hebt die Sefer Thora in die Höhe. Der sie emporhebt, öffnet die Sefer-Thora, dass drei Seiten der Schrift offen sind, und zeigt sie nach rechts und nach links, nach vorn und nach hinten, da allen Männern obliegt, die Schrift zu sehen; und sie sprechen dabei . . . וזאת התורה Dann rollt man die Thora zu; man soll sie so zurollen, dass sich in der Mitte zwischen den beiden Rollen eine Naht befindet. Man rolle so, dass die nächste Naht in die Mitte kommt; wenn die Naht vorher näher ist, rolle man dahin, und wenn die spätere Naht näher ist, rolle man dahin; denn aus Ehrfurcht vor dem Buch der Thora ist besser, so wenig wie möglich zu rollen. (Antworten von R. Meir b. Baruch 69).
Jedesmal, wenn man aus der Thora vorliest, sagt man nachher Halbkaddisch, außer am Schabbat zu Mincha und am Festtag zu Mincha; da verlässt man sich auf Kaddisch, den man vor dem Schemone-Esre-Gebet spricht.
Am Montag und am Donnerstag sagt der Vorbeter nach dem Emporheben der Thora . . .יהי רצון Die Gemeinde soll zuhören und mit אמן antworten. Wenn man kein Tachnun sagt, sagt man auch nicht יהי רצון
Dann bringt man die Sefer-Thora in die heilige Lade zurück. Es ist für jeden, an dem die Sefer-Thora vorüberkommt, ebenso für den, der sie emporgehoben, und für den, der sie zugerollt hat, eine Pflicht, sie bis vor die heilige Lade zu begleiten.
An einem Ort, an dem keine Sefer-Thora vorhanden, lese einer laut aus einem gedruckten Pentateuch vor, und die Gemeinde höre zu, damit die Vorschrift des Vorlesens nicht in Vergessenheit gerate.
Wenn zehn zusammen beten und keine Sefer-Thora zum Vorlesen haben, bringt man ihnen keine Sefer-Thora, um vorlesen zu können, selbst wenn sie im Gefängnis eingeschlossen sind, nicht einmal am Rosch haschana und Jom hakipurim. Wenn sie aber einen oder zwei Tage vorher eine Lade oder einen Schrank zurechtgemacht, dass sie für die Thora eine feste Stätte bereitet haben, ist es erlaubt. Für einen hervorragenden Menschen, der krank ist, darf man es auch zur Vorlesung allein hinbringen; manche sagen, für einen hervorragenden Menschen, auch wenn er nicht krank ist, und für einen Kranken, auch wenn es kein hervorragender Mensch ist, ist es erlaubt. Für den Schabbat vom Abschnitt זכור und vom Abschnitt פרה kann man erleichtern, weil viele sagen, dass diese vorzulesen von der Thora geboten ist. (Siehe weiter Kap. 140.)
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References: § 11
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 § 7
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 § 7
 § 1
 § 2
 § 28
 § 7
 § 3
 § 9