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Timestamp: 2020-08-15 05:17:45+00:00

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asp Ausgabe 05/2016
Mit freundlicher Empfehlung www.autoservicepraxis.de B43 385 D 10,90 EURO 05.2016 SPRINGER AUTOMOTIVE MEDIA REIFENSERVICE Anspruchsvolle Herausforderungen AUTONOMES FAHREN Das ist heute technisch schon möglich GETRIEBEÖL Praxistipps für den regelmäßigen Wechsel TEILEVERMARKTUNG So könnte es im Jahr 2025 aussehen TÜV SÜD-AKTUELL TÜV SÜD präsentiert gute Zahlen für 2015 Schraders neuester programmierbarer RDKS Sensor Erster Sensor mit der Fähigkeit 100% aller Fahrzeuge abzudecken Unterstützt zu 100% die positionsabhängige Druckwertanzeige im Fahrzeug Erfüllt OEM Anforderungen zu 100% Clamp-in starrer Winkel Schrader International GmbH Gewerbepark 15 85250 Altomünster, DE E-mail: aftermarket@schrader.co.uk tpmseuroshop.de sensata.com Besuchen Sie uns auf der Reifen in Essen, 24.05.-27.05.2016 HALLE 1, STAND 1C30 Snap-in PERFORMANCE SENSORS Clamp-in variabler Winkel www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 1
So gut wie neu. EXCHANGE-Turbolader ■ Wiederaufbereiteter Ersatz für alle Marken vom weltweit führenden Produkthersteller ■ Die perfekte Wahl für qualitäts- und kostenbewusste Kunden ■ Neuteile in OEM-Qualität werden zum Ersatz von kleinen Bauteilen verwendet ■ Mit OEM-Geräten und -Methoden zusammengebaut, ausgewuchtet und getestet ■ Mit der gleichen hohen Performance und Zuverlässigkeit wie neu hergestellte Originalturbolader ■ Schützt die Umwelt und natürliche Ressourcen turbo.borgwarner.com feel good about driving
LEITARTIKEL Digitale Be- oder Entschleunigung? eulich in einem mittelständischen Kfz-Betrieb: Aufgeregt erzählte mir ein Unternehmer der nächsten Generation von einem besonderen IT- GAU. Völlig ohne Vorwarnung entschieden sich die Einsen und Nullen für einen digitalen Warnstreik und legten den kompletten Betrieb lahm. Tagelang. Keine Arbeitserleichterung dank DMS, kein Auftragsbestätigungs-Ausdruck und die Teilebestellung erfolgte per Telefon. In diesem „Back to the roots“- Zustand schien das Telekommunikationsunternehmen des Vertrauens auch keine große Hilfe gewesen zu sein. Denn genau dort lag das Problem. Und der eingangs erwähnte Unternehmer musste gemeinsam mit seinem Team die sogenannte Zwangsentschleunigung meistern – und darüber hinaus noch die Kunden bei Laune halten. Die Digitalisierung bietet auch für Werkstattchefs exzellente Möglichkeiten. Warum ich das hier schreibe? Die Digitalisierung bietet auch für Werkstattchefs exzellente Möglichkeiten, ihr Geschäft weiter zu professionalisieren – keine Frage. Und dabei meine ich noch gar nicht die Spezialisierung auf Zukunftsthemen wie autonomes Fahren oder Leichtbau als Folge der wachsenden E-Mobilität. Vielmehr spiele ich auf effizientere Abläufe in der Werkstatt, die Chancen der neuen Medien für den Teileeinkauf sowie das Potenzial von Communities an. Denn je stärker die Verbraucher die Transparenz des Internets für ihre Entscheidungsfindung, also auch bei der Werkstattwahl, nutzen, desto mehr gewinnt dieser Kanal auch für den eigenen Betrieb in Sachen Markenbildung an Bedeutung. „Tue Gutes und rede darüber“ bekommt so in der Internetcommunity eine ganz andere Dynamik. Spätestens, wenn die ehrliche Arbeit am Fahrzeug und der gute Service an der Bühne mit fünf Sternen oder zahlreichen Likes bewertet werden. Quasi Mundpropaganda 2.0. Der Pferdefuß dabei: Die Digitalisierung der Prozesse zwingt den Unternehmer – wie gezeigt – mitunter in die Rolle des Krisenmanagers – und das fühlt sich dann leider völlig analog, sprich echt, an. Viel Spaß beim Lesen! Patrick Neumann, Koordinator asp AUTO SERVICE PRAXIS www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 3
INHALT 11 Alles rund ums Rad in Essen Händler, Reifen- und Felgenhersteller sowie Werkstattausrüster präsentieren ihre Neuheiten. 26 Hände weg vom Lenkrad? Teilautomatisiertes Fahren ist nichts Neues, doch wann kommt das autonome Fahren? 46 Boxenstopp in Huglfing Aus einer ehemals freien Tankstelle wird ein florierender Kfz-Betrieb. TITEL 11 Messevorschau Das sind die Neuigkeiten auf der „Reifen“ in Essen 15 TÜV SÜD Reifenzentrum Eigenschaftsprüfung und Zertifizierung bei TÜV SÜD 16 Reifenservice Reifenwechsel im Audi Zentrum Augsburg 18 Reifenstudie Aktuelle Studie gibt Einblicke ins Käuferverhalten WEITERBILDUNG 22 Auto Service Meister 2016 Seite für den Chef – Wissenswertes über Unfallverhütung 23 ASM-Fragebogen 3 Wie fit seid ihr beim Thema Arbeitssicherheit? 24 Meisterschule im Porträt Haus des Kfz-Gewerbes in Dresden 25 Die ASM-Preise Viel zu gewinnen: Geldpreise, Rennsportevents & Werkzeug AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 AUTOMOBILTECHNIK 26 Technikserie, Teil 1 Kommt autonomes Fahren ab 2030 in Deutschland? 28 Pegasus Neues Forschungsprojekt zum automatisierten Fahren 30 Stoßdämpfer Neueste Entwicklungen für besseren Bodenkontakt 32 Kupplung Schaeffler E-Clutch – schalten ohne kuppeln 34 Produkte Neues aus den Bereichen Ersatzteile, Schmierstoff & Co. WERKSTATTTECHNIK 36 Getriebeöl Auch Getriebeöl muss gewechselt werden 40 Hebetechnik autop Maschinenbau und Stenhøj wachsen zusammen 42 Klimaservice Zukunftsweisend: CO2-Klimaservicegerät BETRIEBSPRAXIS 46 Best Practice Erfolgreiche Unternehmensübernahme 48 Recht Das Haftungsrisiko für Geschäftsführer 50 Werkstattkonzept ZF Services über das exklusive proTech plus 52 Best Brands 2016 Michelin: Gesamt- und Sparten-Sieger 54 Mehrmarkenhandel Das Autohaus Hofbauer setzt auf Toha und AC Auto Check 56 Freier Teilemarkt Drastische Änderung der Marktstrukturen bis 2025 58 Teilevermarktung Die Einkaufsgemeinschaft ATR auf Wachstumskurs RUBRIKEN 03 Leitartikel 06 Nachrichten 35 ASA-News 44 TÜV SÜD-Aktuell 55 Impressum Dieses Symbol im Heft verweist auf weitere Inhalte im asp ePaper. § 29 AUTO SERVICE PRAXIS veröffentlicht regelmäßig sämtliche im Verkehrsblatt abgedruckten Mitteilungen des Bundesministers für Verkehr, soweit diese für § 29 StVZO relevant sind. AUTO SERVICE PRAXIS-Abonnenten verfügen damit über die im Sinne der AU-Anerkennungsrichtlinie erforderlichen Informationen und sind somit vom Bezug des ansonsten vorgeschriebenen Verkehrsblattes befreit. 44 Neue Leitung Philip Puls ist neuer Leiter der Technischen Prüfstelle für den Kfz-Verkehr in Bayern. www.autoservicepraxis.de
© treenabeena, fotolia SUCHMASCHINENOPTIMIERUNG LEICHT GEMACHT WERDEN SIE DIE NUMMER 1 Auch im Automobilmarkt gilt die Regel: Wer im Internet nicht gefunden wird, ist als Unternehmen nicht präsent. Es reicht jedoch nicht aus, in den gängigen Suchmaschinen „nur aufzutauchen“. Wer sich nicht unter den ersten drei Suchergebnissen platziert, hat kaum eine Chance, neue Interessenten und Kunden zu gewinnen. In unserem SEO-Seminar vermitteln wir Ihnen fundiertes und praxisbezogenes Basiswissen, das jedes Autohaus und jede Werkstatt selbstständig umsetzen kann. Und: Unsere Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung kosten kein Marketingbudget. Ihre Referentin „Wer in Google nicht gut gefunden wird, ist für potenzielle Kunden praktisch nicht existent! Mit dem nötigen Basiswissen kann Suchmaschinenoptimierung von jedem Webseiten-Betreiber relativ einfach selbst umgesetzt werden.“ Antje Socher, Socher Marketing Consulting Information und Anmeldung unter autohaus.de/akademie Mit freundlicher Unterstützung von:
NACHRICHTEN ABGASNACHBEHANDLUNG Ringform gegen Stickoxide Continental hat eine Lösung für die Abgasnachbehandlung entwickelt, damit Fahrzeuge mit hubraumreduzierten Ottomotoren und Turbolader in allen Fahrsituationen zukünftige Stickoxidgrenzwerte (NO X ) besser erfüllen können. Mit dem motornahen Ringkatalysator lassen sich NO X -Emissionen fast vollständig abbauen. Im Kern des Ringkatalysators befindet sich ein Rohr, das die Komponente auf der Meistgeklickte Artikel im April 1. PSA: Möglicher Ölverlust bei Citroën und Peugeot 2. Mercedes-Benz: ESP-Problem bei A-, B- und CLA-Klasse 3. Schadstoffwerte: Mitsubishi hat betrogen – Autobranche unter Druck 4. Land Rover: Räder können blockieren 5. Kraftfahrt-Bundesamt: Ergebnisse des Dieselauto-Tests Meldung verpasst? Mit dem kostenlosen Newsletter von asp wäre das nicht passiert. Abo unter www.autoservicepraxis.de/newsletter. Frage der Woche (04. bis 10. April) Letztens hat der kalifornische Autobauer Tesla das neue Model 3 angekündigt. Könnte der Stromer den Startschuss für die Elektromobilität bedeuten? ■ Ja, endlich ein faires Preis-Leistungs- Verhältnis: 32 % ■ Da bin ich skeptisch, ob der Auslieferungstermin gehalten werden kann: 17 % ■ Nein, ein zentraler Hemmschuh wird die (Lade-)Infrastruktur werden: 44 % ■ Keine Meinung: 7 % AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 gesamten Länge durchzieht. Erst am Ende des Rohres wird das Gas um 180 Grad umgelenkt und durchströmt nun den katalytisch wirksamen Teil. Beides sorgt mit dem Metallsubstrat für eine bessere Durchmischung des Abgasstroms und eine wirksamere Umwandlung der Stickoxide. SEMINAR/BUCH Ganz oben Wer als Autohaus nicht in den ersten drei Suchergebnissen von Google auftaucht, hat kaum eine Chance, neue Kunden über das Internet zu gewinnen. Doch wie lässt sich die eigene Webseite so optimieren, dass Suchmaschinenbetreiber wie Google sie als hochwertig einstufen? Das verrät Antje Socher in dem AUTOHAUS-Seminar „Suchmaschinenoptimierung leicht gemacht“, das am 21. Juni in München, 22. Juni in Frankfurt am Main und 23. Juni in Hannover jeweils von 10 bis 17 Uhr stattfindet (Teilnahmegebühr 391,51 Euro). Alternativ lässt sich das Wissen auch im Buch „SEO für Autohaus und Werkstatt“ nachlesen (Kosten: 36,38 Euro). aj ■ TEILEHANDEL Einfache Suche aj ■ Autozulieferer TRW hat mit „Part Finder“ eine App für Smartphones und Tablets programmiert, mit der Händler, Werkstätten oder Endverbraucher Teile schnell und einfach finden können. Neben der Suche über die Fahrgestellnummer („Suche über Fahrzeug“) gibt es auch eine länderspezifische Suche – beispielsweise über SIV (Système d‘Immatriculation des Véhicules) in Frankreich oder über das Nummernschild in Großbritannien und Irland. Die TRW-App ist kostenlos im App Store oder im Google Play Store erhältlich. aj ■ www.autoservicepraxis.de Foto: Alexander Junk Foto: Springer Fachmedien Foto: Continental
ASA-VERBAND Einsatz für die Werkstattausrüster Richard Linzing (links) löst Winfried Hummel als Geschäftsführer des ASA-Verbands ab. Winfried Hummel, Geschäftsführer des ASA-Bundesverbandes, geht nach 16 Jahren in dieser Funktion in den Ruhestand. Im Jahr 2000 hatte er die Leitung der Geschäftsstelle übernommen. Zuvor war er bei Bosch im Produktbereich „Prüftechnik“ in einer verantwortlichen Position tätig. Bereits seit 1973 kennt er die Werkstattausrüstungsbranche. „Ich blicke gerne auf die letzten 16 Jahre zurück. Die Zusammenarbeit mit den vier Präsidenten, die ich begleiten durfte, den Vizepräsidenten und den Fachbereichsleitern hat mir viel Freude bereitet. Wir können auf das Erreichte stolz sein. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich Fotos: ASA bei dem Vorstand, den Mitgliedern und den Partnern des ASA-Verbandes für die gute Zusammenarbeit herzlich bedanken“, so Winfried Hummel. Während seiner 16-jährigen Tätigkeit als ASA-Geschäftsführer hatte das Schärfen des Verbandprofils oberste Priorität. Die Öffentlichkeitsarbeit wurde professionalisiert, eine durchgängige Corporate Identity entwickelt und die Kontakte zu den Meinungsbildnern intensiviert. Es ist mit sein Verdienst, dass der ASA-Verband heute als kompetenter Ansprechpartner bekannt ist und in gesetzgeberische Entscheidungsprozesse eingebunden wird. Richard Linzing, neuer Leiter der ASA-Geschäftsstelle ab 1. Juni, ist seit 1995 in unterschiedlichen Positionen als Fach redakteur und seit 2005 als Pressereferent des ASA-Verbandes tätig. „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem ASA-Vorstand die von Winfried Hummel begonnene Arbeit weiterführen zu dürfen. Unsere Branche steht vor einer spannenden Zukunft. Ich nehme die Herausforderung gerne an, mich auch in der neuen Funktion für die Interessen der Werkstattausrüster einzusetzen“, so Richard Linzing. asp ■ EINWEIHUNG Neue Lukoil-Europazentrale Ende April hat der Mineralölkonzern Luk oil Lubricants Europe in Wien die neue Europa-Zentrale feierlich eröffnet. Der russische Konzern baut damit Wien weiter zur wichtigsten Drehscheibe für seine internationalen Aktivitäten aus. Das Kernstück des Ausbaus sind eine schwimmende Schiffsanlegestelle und Ölübernahmestation, die Errichtung von mehreren Lagertanks und der Umbau von bestehenden Lager- in Produktionstanks. Die bisherigen Kapazitäten wurden mehr als verdoppelt und jetzt können auch Schiffe be- und entladen werden. Neben Professor Harry Kopietz (Wiener Landtagspräsident, ganz links) nahmen unter anderem Walter Ruck (Wiener Wirtschaftskammerpräsident), www.autoservicepraxis.de Foto: Lukoil Lubricants Gerald Kaspar (Marketing Manager Lukoil Lubricants), Valery Grayfer (Lukoil-Aufsichtsratvorsitzender) und Maxim Donde (Generaldirektor Lukoil Lubricants) an der Eröffnung teil. aj ■
NACHRICHTEN Foto: VW ABGASSKANDAL Rückruf von 630.000 Fahrzeugen Die Autohersteller Audi, Porsche, Mercedes, Volkswagen und Opel rufen freiwillig insgesamt 630.000 Fahrzeuge zurück. Das teilte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit. Im Zuge der VW- Affäre hat das Verkehrsministerium bei 53 Dieselfahrzeugen die Emissionen nachgemessen und Auffälligkeiten entdeckt. Die Fahrzeuge seien sowohl auf dem Rollenprüfstand als auch unter realen Bedingungen auf der Straße getestet worden. Bei den betroffenen Autos müsse die Technik zur Abgasreinigung bei bestimmten Temperaturen geändert werden, hieß es aus Regierungskreisen in Berlin. Es handele sich ausschließlich um Autos, die ihre Zulassung in Deutschland erhalten hätten. Fahrzeuge mit einer Abschalteinrichtung wie bei VW seien bei den Untersuchungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) nicht identifiziert worden, hieß es weiter. Thermofenster anpassen Unabhängig davon stellen viele Hersteller die Abgastechnik ihrer Fahrzeuge so ein, dass die Filter erst ab einer bestimmten Außentemperatur arbeiten. Diese sogenannten Thermofenster sind nach den AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 EU-Richtlinien legal. Das Bundesverkehrsministerium bezweifelt jedoch bei 22 von 53 untersuchten Diesel-Automodellen, dass die Abgasreinigung richtig läuft. So schalten manche Modelle die Abgasreinigung schon unter 17 Grad Celsius Außentemperatur aus. Dies geht aus einem entsprechenden Bericht zu Nachmessungen hervor, den Dobrindt in Berlin vorstellte. Zwar fanden die Prüfer bei ihren Straßentests in den Abgasen von Dieselautos Stickoxid-Werte, die deutlich von den Ergebnissen auf dem Prüfstand abwichen. Diese Fahrzeuge gehören jedoch nach Einschätzung des KBA in eine Gruppe von Autos, bei denen sich das Herunterregeln der Emissions-Reduzierung bei bestimmten Temperaturen mit einem „Bauteil-Schutz“ erklären lässt. Zu den Fahrzeugen, bei denen das Argument „Bauteil-Schutz“ zur Erklärung der Abweichungen laut Dobrindt nicht ausreicht, zählt unter anderem ein Audi A6 V6 (Euro 5). Bei einem Straßentest mit diesem Auto lag der Stickoxid-Wert laut Prüfbericht etwa beim Siebenfachen des Grenzwertes. dpa/aj ■ BETROFFENE MODELLE ■ Alfa Romeo Giulietta 2.0 l (Euro 5) ■ Audi A6 V6 3.0 l (Euro 5) ■ Chevrolet Cruze 2.0 l (Euro 5) ■ Dacia Sandero 1.5 l (Euro 6) ■ Fiat Ducato 3.0 l (Euro 5) ■ Ford C-Max 1.5 l und 2.0 l (Euro 6) ■ Hyundai ix35 2.0 l (Euro 5) ■ Hyundai i20 1.1 l (Euro 6) ■ Jaguar XE 2.0 l (Euro 6) ■ Jeep Cherokee 2.0 l (Euro 5) ■ Land Rover Range Rover 3.0 l (Euro 5) ■ Mercedes V 250 Bluetec 2.1 l (Euro 6) ■ Nissan Navara 2.5 l (Euro 5) ■ Opel Insignia 2.0 l ■ Opel Zafira 1.6 l (Euro 6) ■ Porsche Macan 3.0 l V6 (Euro 6) ■ Renault Kadjar 1.6 l und 1.5 l (Euro 6) ■ Suzuki Vitara 1.6 l (Euro 6) ■ Volkswagen Amarok 2.0 l N1 (Euro 5) ■ Volkswagen Crafter 2.0 l N1 (Euro 5) www.autoservicepraxis.de
AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum (G11 und G12) Ende 2014 bis 11.12.2015 Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Metallpartikel in der Steuerung des Airbags/Diese können einen Kurzschluss verursachen und das Entfalten des Airbags bei einem Aufprall verhindern/Airbagsteuermodul muss getauscht werden. 2.600 keine Angabe keine Angabe Citroën C3 2016 Nicht der Spezifikation entsprechende Verschraubung am Turbolader/Ölaustritt auf heiße Moto- keine Angabe keine Angabe keine Angabe renteile und Rauchentwicklung möglich/ Austausch der Schraube samt Dichtungen. C4 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben C4 Cactus siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben C4 Picasso 2015 Fehler in der Mechanik der Türschlösser möglich/ 1.587 siehe oben siehe oben Türen lassen sich nicht schließen oder öffnen sich ungewollt/Austausch der Schlösser notwendig. DS4 2016 Nicht der Spezifikation entsprechende Verschraubung am Turbolader/Ölaustritt auf heiße Moto- keine Angabe siehe oben siehe oben renteile und Rauchentwicklung möglich/ Austausch der Schraube samt Dichtungen. Dodge Challenger (LC) 2007 bis 2010 Gehäuse des Fahrerairbag-Gasgenerators kann 7 R37 keine Angabe während einer Airbag-Auslösung bersten/Metallsplitter könnten Fahrzeuginsassen treffen und schwer verletzen/Austausch des Fahrerairbag- Gasgenerators. Ford Explorer 2011 und 2012 Riss in einem oder mehreren der vier Türöffnungshebel möglich, dadurch kann sich die Türinnengriff-Rückholfeder aus ihrer Position lösen/ Türinnengriff kann lose werden oder nicht mehr in seine vollständig geschlossene Stellung zurückkehren/Alle vier Türöffnungshebel-Einheiten werden überprüft, ggf. Einbau neuer Türöffnungshebel. 45 keine Angabe keine Angabe ASP-WERKSTATTUMFRAGE Golden Rules Die asp-Werkstattumfrage, welche gemeinsam mit dem International Car Distribution Programme (icdp) durchgeführt wurde, ergab zehn Golden Rules für Kfz- Betriebe. Diese interessanten Tipps für das erfolgreiche Werkstattgeschäft, ob zum Thema Kundenpflege, Internetauftritt oder Reifeneinlagerung, sind online im asp-ePaper abrufbar. Auch der Gewinner des iPad mini, das im Rahmen der asp-Werkstattumfrage unter allen Teilnehmern verlost wurde, steht jetzt fest. Gewonnen hat die Autowerkstatt Wolfgang Schneider & Beda von den Driesch GmbH aus Budenheim. Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit dem iPad mini. vg ■ Günstig direkt vom Hersteller Inkl. kostenfreier Typenstatik Erdnagelbefestigung Reifenregale zu Top-Koditionen Verkaufspavillons für Gebrauchtwagenplätze Günstig und variabel durch Systembauweise Repräsentativ, modern, hochwertig Optisch individuell gestaltbar Auf Wunsch inkl. Bauantrag Reifenlagerhallen & Reifencontainer & Reifenregale Über 500 Referenzen im Automobilbereich Werkstatthallen und Direktannahmen ab 30 m 2 Günstig + variabel durch Systembauweise Inkl. kostenfreier Typenstatik Kurze Lieferzeiten Auf Wunsch inkl. Bauantrag Hacobau GmbH · 31785 Hameln · Tel. 0 51 51- 80 98 76 · info@hacobau.de · www.hacobau.de Nicht verpassen: Schnell online die Golden Rules aus der asp-Werkstattbefragung nachlesen! www.autoservicepraxis.de
NACHRICHTEN AKTUELLE RÜCKRUFE (TAGESAKTUELL: WWW.AUTOSERVICEPRAXIS.DE/RUECKRUFE) Marke Modell Produktionszeitraum Jeep Cherokee (KL) 04.01.2013 bis 18.02.2015 Land Rover Defender (VIN ID461900 - ID464300) 24.10.2014 bis 04.12.2014 Maserati Ghibli seit Produktionsbeginn bis 2016 Mercedes-Benz Gründe/Maßnahmen Fahrzeuge (D) interner Code Vollzug erkennbar an Wassereintritt in elektronische Heckklappe möglich/Kurzschluss der Kabelstecker des Steuergeräts der elektronischen Heckklappe möglich, es besteht Brandgefahr/Untersuchung des Steuergeräts der elektronischen Heckklappe, ggf. korrodierte Kabelstecker austauschen und Wassersperre einbauen. Einbau spröder Schrauben an den Vorder- und Hinterradträgergruppen/Schrauben können brechen, Bruch der Bremsscheibe sowie instabile Achse und Stabilität möglich/Schrauben in der Rad- und Nabenbaugruppe müssen bei den Vorder- und Hinterrädern ausgetauscht werden, bei weiteren Schäden ersetzt der Händler alle dazugehörigen Bauteile. Fußmattenbefestigungen gebrochen oder nicht verlegt/Mögliche Verklemmung des Gaspedals/ Ersatz der Gaspedalabdeckung und falls nötig der vorderen Fußmatten. 2.833 R27 keine Angabe 253 P053 keine Angabe keine Angabe keine Angabe keine Angabe Quattroporte siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben A-Klasse 2012 bis 2014 Falsche Software auf Steuergerät des ESP-Systems keine Angabe keine Angabe keine Angabe (BR 176) installiert/Funktionseinschränkungen des ESP möglich/Installation neuer ESP-Software. B-Klasse (BR 246) CLA-Klasse (BR 117) Nissan Pulsar (C13) 22.05.2014 bis 21.12.2015 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Softwareeinstellung für die Scheinwerfereinstellung mit automatischem Nivelliersystem falsch festgelegt/Scheinwerferhöhe kann bei schwerer Beladung nicht nivelliert werden/Intelligent Power Distribution Module wird umprogrammiert und das System initialisiert. 4.517 keine Angabe keine Angabe Peugeot 208 2016 Nicht der Spezifikation entsprechende Verschraubung am Turbolader/Ölaustritt auf heiße Moto- keine Angabe keine Angabe keine Angabe renteile und Rauchentwicklung möglich/ Austausch der Schraube samt Dichtungen. 2008 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 308 2015 Fehler in der Mechanik der Türschlösser möglich/ 3.298 siehe oben siehe oben Türen lassen sich nicht schließen oder öffnen sich ungewollt/Austausch der Schlösser notwendig. 308 2016 Nicht der Spezifikation entsprechende Verschraubung am Turbolader/Ölaustritt auf heiße Moto- keine Angabe siehe oben siehe oben renteile und Rauchentwicklung möglich/ Austausch der Schraube samt Dichtungen. 3008 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben 5008 siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Renault Trafic III seit Fertigungsbeginn 03.09.2015 Unzureichendes Anzugsmoment der Befestigungsschrauben des Motorhaubenschlosses/ Schrauben können sich lösen und Motorhaube kann während der Fahrt aufgehen/Befestigungsschrauben müssen überprüft, evtl. nachgezogen oder ausgetauscht werden. 7.197 0C59 Eintrag im ICM- Renault-Netz Suzuki Swift (NZ) 2015 und 2016 Halteschrauben für die Hinterachse nicht ausreichend gesichert/Schrauben können sich lösen keine Angabe HUT3 keine Angabe und zu unsicheren Fahrzuständen führen/Schrauben werden ausgetauscht. SX4 S-Cross (JY) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben Vitara (LY) siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben siehe oben AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 www.autoservicepraxis.de
TITEL REIFEN ESSEN Ausstellerrekord zum Abschied Die Messe Reifen findet vom 24. bis 27. Mai 2016 zum letzten Mal in Essen statt. 675 Aussteller präsentieren auf rund 60.000 Quadratmetern Fläche die gesamte Wertschöpfungskette des Reifens. evor die Messe Reifen ab September 2018 zukünftig zusammen mit der Automechanika in Frankfurt am Main stattfindet, zeigt sie sich vom 24. bis zum 27. Mai 2016 in Essen nochmals in Bestform: 675 Aussteller (2014: 670 Aussteller) präsentieren ihre Neuheiten auf insgesamt 60.000 Quadratmetern Fläche. Damit verzeichnet die Messegesellschaft eine neue Bestmarke bei der Ausstelleranzahl und der verfügbaren Ausstellungsfläche in der Geschichte der Reifen. Der Anteil internationaler Aussteller liegt mit mehr als 70 Prozent auf gleichbleibend hohem Niveau. Das Gros der Aussteller kommt aus Deutschland, auf den weiteren Plätzen folgen China, Italien, Großbritannien, die Niederlande, Taiwan und die USA. Die 20 größten Reifenhersteller der Welt sind mit dabei, darunter die Global Player Bridgestone, Continental, Cooper Tires, Goodyear, Falken Tyre Europe, Hankook, Maxxis, Michelin, Pirelli und Yokohama. Außerdem steigt die Nachfrage nach Standflächen für Werkstattausrüster: Mit Ravagiogli, Rema Tip Top und Corghi präsentieren sich namhafte Anbieter aus der Branche. Komplette Wertschöpfungskette Gemeinsam mit der parallel stattfindenden RubberTech Europe zeigt die Reifen die gesamte Wertschöpfungskette des Reifens: Die Palette reicht von der Vorproduktion über Herstellung und Handel bis zu Runderneuerung und Recycling. Ein weiteres internationales Highlight setzt die messebegleitende Future Tire Conference vom 24. bis zum 25. Mai mit Vertretern aus Verbänden, Politik und von Herstellern. Alexander Junk ■ REIFEN ESSEN Wann: 24. bis 27. Mai 2016 Wo: Messe Essen Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag: 10:00 bis 18:00 Uhr Freitag: 10:00 bis 16:00 Uhr Eintrittspreise: Tageskarte mit Katalog: 38 Euro (online 28 Euro) Fachschüler und Studenten mit Katalog: 24 Euro (online 14 Euro) Zwei-Tages-Karte mit Katalog: 57 Euro (online 47 Euro) Vier-Tages-Karte mit Katalog: 94 Euro (online 84 Euro) Die nächste Reifen findet parallel zur Automechanika vom 11. bis 15. September 2018 in Frankfurt am Main statt. Foto: Messe Essen www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 11
TITEL BOSCH Ergonomisch heben Auf dem Messestand von Bosch erwarten den Besucher gleich mehrere Premieren. Das Unternehmen stellt die neuen Wuchtmaschinen der Reihe WBE 424x und 444x vor. Diese zeichnen sich durch die automatische Sonar-Felgenbreitenmessung aus. Ebenfalls brandneu im Programm: der Radlift TSL 230, der für die Montiermaschinen der Modellreihe TCE 4400 bis 4470 einsetzbar ist. Denn ergonomische Gesichtspunkte spielen auch in der Werkstatt eine immer größere Rolle und werden zunehmend berücksichtigt. Außerdem wird im Bereich Montieren beispielsweise die elektrisch-pneumatische Reifenmontiermaschine TCE 4400- Foto: Snap-on Equipment 22 S40 präsentiert (siehe Abbildung). Sie verfügt über einen 22-Zoll-Drehteller, eine kippbare Montagesäule und lässt sich über ein Fußpedal in zwei Drehgeschwindigkeiten bedienen. Der Reifenabdrücker sowie die Assistenzsäule TCE 330 mit zwei unabhängigen Druckpunkten sorgen für eine sichere und einfache Montage und Demontage von allen gängigen Reifen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Der verstellbare Reifen abdrücker bietet dabei einen verbesserten Schutz von Reifen und Felgen. Robert Bosch GmbH Halle 1.0, Stand 1C23 SNAP-ON EQUIPMENT Mit maximaler Drehzahl Snap-on Equipment zeigt auf der Reifen in Essen seine neue smartSpeed-Technologie, beispielsweise bei der monty 3300 racing smartSpeed (siehe Abbildung). Mit dieser Inverttechnik wird das maximale Drehmoment nicht überschritten und damit das Risiko für Beschädigungen des Reifenwulstes minimiert. Die erste Pedalposition mit einer fest eingestellten niedrigen Drehzahl von 7 UpM eignet sich laut Hersteller vor allem für Arbeiten, die besonderer Sorgfalt und Kontrolle bedürfen. In der zweiten Pedalposition wählt smartSpeed die maximal mögliche Drehzahl von bis zu 18 UpM. So soll die Taktzeit reduziert und die Produktivität erhöht werden. Im Bereich Wuchten stellt Snap-on Equipment die neue Auswuchtmaschine geodyna 7340 vor und auch zur Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen bietet das Unternehmen ab sofort ein Justage- Kit an, das in Verbindung mit bestimmten Hofmann-Achsmessgeräten einsetzbar ist. Snap-on Equipment GmbH Halle 1.0, Stand 1C18 Foto: Bosch HAWEKA Waschen, wuchten und montieren AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 Haweka Werkstatttechnik aus Glauchau präsentiert auf der diesjährigen Reifenmesse viele Produktneuigkeiten rund ums Rad: ob aus dem Bereich Wuchten, Waschen oder Montieren. Der Besucher kann sich beispielsweise die Haweka-4x4-Radwaschmaschine (siehe Abbildung), die neue Montiermaschine Jet Tornado oder die Radwuchtmaschinen BM 820 und 820 P genauer ansehen. Diverse Spannmittel wie die variable Typenspannplatte „QuickPlate“, das Zentrierwerkzeug „DuoExpert“ sowie Achsvermessungsgeräte, der handgetriebene Motorrad-Wuchtbock „BikeBoss“ und der ergonomische Radheber „AirgoLift“ runden den Messeauftritt ab. Haweka Werkstatt-Technik Glauchau GmbH Halle 1.0, Stand 1B34 Foto: Haweka www.autoservicepraxis.de
HUNTER Vollautomatisch Die neue Revolution TCR1S von Hunter feiert in Essen Premiere. Das Nachfolgemodell der bewährten Revolution ist jetzt noch platzsparender und schneller. Vollautomatisch montiert die Reifenmontiermaschine alle Rad-Reifen- Kombinationen und erleichtert dem Anwender so gerade bei großen Rad-Reifen-Kombinationen die Arbeit. Dabei steuert der Anwender den Ablauf über ein Fußpedal. Entsprechende Grafiken und Anweisungen auf dem Display, das direkt an der Maschine befestigt ist, führen durch die Arbeitsschritte. Hunter Deutschland GmbH Halle 1.0, Stand 1C29 CORGHI Der Allrounder Der italienische Hersteller Corghi präsentiert in diesem Jahr auf der Reifen unter anderem sein patentiertes Radeinspannsystem WiNut. Der Vorteil: Mit WiNut kann das automatische Spannsystem mit nur einer Hand gesteuert werden. In der Regel muss bei Auswuchtmaschinen das Pedal oder ein Hebel unten am Gehäuse mit dem linken Fuß gedrückt werden. Die Bedienung mit einer Hand sei wesentlich ergonomischer, so der Hersteller. Weiteres Highlight: das automatische Reifenmontage- und Diagnosecenter Uniformity. Mit diesem lässt sich das Match Mounting direkt auf der Reifenmontiermaschine durchführen, wodurch der Anwender den Reifen in einer optimierten Weise auf die Felge montieren kann. Das verhindert beispielsweise Vibrationsprobleme. Mit der Uniformity ist damit ein mehrmaliges Wechseln zwischen zwei Maschinen nicht mehr notwendig und der Mechaniker gewinnt wertvolle Zeit. ASE Corghi S.p.A. Halle 1.0, Stand 1B23 www.autoservicepraxis.de Foto: Corghi Foto: Hunter SERIENERSATZ? GANZ KLAR: BILSTEIN! Wir freuen uns auf Ihren Besuch: Schwenker Schau, 04.-05.06.2015, Bilster Berg Drive Resort. BILSTEIN B3. Schraubenfedern der Extraklasse. Als erfolgreicher Erstausrüster namhafter Automobilhersteller wissen wir ganz genau, worauf es ankommt: kompromisslose Qualität. Dieser Maxime folgt auch unser Serienersatz-Feder-Programm BILSTEIN B3. bilstein.de
TITEL LAUFENN Budget-Trio aus Korea Pünktlich zur Reifen präsentiert der koreanische Hersteller Hankook erstmals Produkte seiner neuen Budgetmarke Laufenn. Drei Sommerreifen für Pkw, SUV/Vans und Leicht-Lkw sind ab sofort auf dem europäischen Markt erhältlich: Den Anfang macht der „S Fit EQ“ für das Performance-Segment (siehe Abbildung). Der „G Fit EQ“ ist für das Touring- und der „X Fit Van“ für das Transporter- und Van-Segment geeignet. Hankook Tire Europe GmbH Halle 3.0, Stand 3A34 Foto: Hankook Tire Europe BORBET Dynamische Präsenz Foto: Borbet Der Turbinen-Look liegt bei Felgen momentan im Trend. Das Sauerländer Familienunternehmen Borbet trägt dem Rechnung und hat mit dem neuen „LS2“ aus dem „Sports“-Programm eine entsprechende Felge parat. Optisch erinnert das Mehrspeichenrad an die Turbine eines Flugzeugs, was dem Fahrzeug eine dynamische Präsenz verleiht. Die feingliedrige Optik macht die Fünf-Loch-Felge zum echten Hingucker. Laut Hersteller soll die Lackierung in den Farben „brilliant silver“ und „black matt“ zudem sehr witterungsbeständig sein. Erhältlich ist das LS2 in den Zollgrößen 8 x 17 und 8 x 18. Borbet GmbH Halle 3.0, Stand 3A33 Vienna meets Essen Von Andorra über Mauritius bis hin zu Samoa und Vienna – hinter dieser „Weltreise“ verbirgt sich ein Teil der aktuellen Räderkollektion des Würzburger Räderund Reifenspezialisten DBV, der auf der Messe Reifen in Essen vorgestellt wird. Premiere hat dort das rotationspolierte MICHELIN Breites Produktportfolio Foto: Michelin Rad Vienna in der Lackierung „Gun Metal matt“ (siehe Abbildung), das in der Größe 8,0 x 18 Zoll mit den Einpresstiefen 30, 40 und 48 Millimeter angeboten wird. DBV Würzburg GmbH Halle 2.0, Stand 2E35 AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 Foto: DBV Pneu-Produzent Michelin stellt auf der Reifen eine breite Auswahl aus seinem Produktportfolio vor. Darüber hinaus ist der weltweit agierende Reifenhersteller mit seinen Marken Kleber, BFGoodrich, Euromaster sowie den Runderneuerungsspezialisten Recamic, Laurent retread und Michelin Remix auf der Branchenplattform vertreten. Schwerpunkt des Michelin-Messeauftritts ist das vielseitige Pkw- Reifenangebot, darunter auch der neue UHP-Reifen „Pilot Sport 4“ (siehe Abbildung). Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA Halle 3.0, Stand 3C20 www.autoservicepraxis.de
TITEL REIFENPRÜFUNG Hier läuft alles rund Im Reifen- und Räderprüfzentrum helfen die Experten von TÜV SÜD der Reifen- und Fahrzeugindustrie bei der Eigenschaftsprüfung und Zertifizierung von rollendem Material. DAS REIFENZENTRUM VON TÜV SÜD TÜV SÜD verfügt mit dem Reifen- und Räderprüfzentrum über die größte unabhängige Prüfeinrichtung für Räder und Reifen. Getestet werden unter anderem: ■ Reifeneigenschaften (beispielsweise Rollwiderstandsprüfung nach ISO 28580) ■ Reifenhaltbarkeit ■ Geschwindigkeitstests ■ Materialeigenschaften Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben Ende 2009 die EU-Reifenkennzeichnungsverordnung erlassen. Die Kennzeichnung umfasst Rollgeräusch, Nasshaftungseigenschaften und Kraftstoffeffizienz und gilt seit November 2012. Gemäß der Verordnung müssen die Hersteller entsprechende Informationen bei den Verkaufsstellen und im Werbematerial angeben. Die Messung des Rollwiderstands für das Labeling von Reifen nach (EG) Nr. 1222/2009 übernimmt TÜV SÜD als Mitglied der Expertenkommission für die Messung des Rollwiderstands sowie des europäischen Netzwerkes von Referenzlaboren. ie Anforderungen des Gesetzgebers an Qualität und Kennzeichnung von Reifen sind streng. Als Bindeglied von Fahrzeug und Straße sind gute Reifen eine Lebensversicherung. Nicht minder komplex sind die Anforderungen an Räder, die serienmäßig in neuen Fahr- Foto: TÜV SÜD (2), leroy131/Fotolia (1) TÜV SÜD verfügt im Testzentrum über die modernsten Prüfeinrichtungen. zeugen verbaut werden sollen. Hier hat sich das Reifen- und Räderprüfzentrum von TÜV SÜD als verlässlicher Partner der Reifen- und Fahrzeugindustrie bewährt. Die Experten im Prüfzentrum können alle erforderlichen Tests und Prüfungen durchführen, sowohl im Freigelände als auch Reifenlabel für Pneus: Es informiert Käufer über Kraftstoffeffizienz und Lärmemission. unter Laborbedingungen. TÜV SÜD ist in der Lage, zur Entlastung der Entwicklungsabteilungen der Industrie das komplette Lieferantenmanagement für Fahrzeughersteller zu übernehmen. Dazu gehören das gesamte Projekthandling einschließlich der Dokumentation. Dietmar Winkler ■
TITEL REIFENSERVICE Für jede Rad-Reifen-Kombination Räder wechseln leicht gemacht: Im Audi Zentrum Augsburg unterstützt die vollautomatische Reifenmontiermaschine Revolution von Hunter die Mechaniker im Werkstattalltag. Wie jedes Jahr ist im April Hochsaison beim Audi Zentrum in Augsburg. Die Reifen von rund 30 Fahrzeugen täglich müssen gewechselt werden. Und das in einer vernünftigen Zeit und vor allem in einer optimalen Qualität. Kein Wunder, dass die neue vollautomatische Reifenmontiermaschine schon voll im Einsatz ist. Bereits die zweite Saison unterstützt sie die Mechaniker in der Werkstatt. „Wir standen vor der Herausforderung, dass die Rad-Reifen- Kombinationen immer anspruchsvoller und größer werden. Und die Zeiten, in denen mit zwei Montiereisen montiert wurde, sind vorbei“, erklärt Maik Carl, Serviceleiter vom Audi Zentrum Augsburg. Für das zur Schwaba-Gruppe gehö- KURZFASSUNG Aktuelle Rad­Reifen­Kombinationen sind anspruchsvoller denn je. Kfz­Betriebe und Autohäuser wie das Audi Zentrum Augsburg investieren daher in geeignete Reifenmontiermaschinen. Wichtigstes Ziel dabei: die sichere Montage der Reifen sowie ein minimiertes Risiko, Felgen oder RDKS­ Systeme zu beschädigen. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 rende Autohaus mit rund 70 Mitarbeitern ist die Radsaison besonders wichtig. Denn der zweimal jährliche Kontakt bietet die Möglichkeit, die Kundenbeziehung zu pflegen und den Kunden mit seinem „fast wichtigsten Gut, den Reifen und Felgen vernünftig zu bedienen“, so Maik Carl. „Wir verkaufen sehr hochwertige und schnelle Fahrzeuge, die teilweise über 250 Stundenkilometer fahren. Da muss die Rad-Reifen-Kombination zu 100 Prozent passen und ich muss mich auf meine Reifen und auf die Bremse verlassen können. Denn der sichere Kontakt zur Straße sollte bleiben.“ Um den gestiegenen Ansprüchen moderner Reifen gerecht zu werden, musste eine neue Reifenmontiermaschine her. Die Wahl fiel auf die vollautomatische Revolution von Hunter. Nicht die günstigste Maschine, wie Serviceleiter Maik Carl zugibt. Aber die Qualität sei überzeugend. „Und wir haben uns nicht gleich für die 30.000-Euro-Variante entschieden“, erzählt Werkstattleiter Marcus Gassner. Vielmehr sei man bei Hunter vor Ort in Greifenberg gewesen und habe sich verschiedene angesehen. „Wir haben sie angefasst, ausprobiert und Reifen mon- tiert. Wie funktioniert der Reifenwechsel mit welcher Maschine? Irgendwann standen wir dann doch an der großen Revolution und das war der Knackpunkt“, so Marcus Gassner. Auch der Monteur, der die Maschine letztendlich in der täglichen Anwendung bedienen muss, erkannte das Potenzial. Heute will die Revolution keiner mehr missen: „Wir sind froh, dass wir sie haben, das war genau die richtige Entscheidung“, ist Maik Carl überzeugt. Nach den Vorteilen gefragt, müssen die beiden nicht lange überlegen: „Wir minimieren damit das Risiko von Felgen- und Reifenbeschädigungen und bieten dem Mechaniker optimale Arbeitsbedingungen. Und das noch so schnell wie möglich für einen hohen Durchsatz“, so Maik Carl. Vollautomatische Montage „Die Handhabung der Revolution ist vollautomatisch und intuitiv. Nach wdk- Vorschrift muss nur die Position der RDKS-Ventile angegeben werden, um diese nicht zu beschädigen. Den Rest macht die Maschine“, erklärt Rolf Lapp, Key Account Manager von Hunter Deutschland. Dabei sei der Ablauf für jede Rad-Reifen-Kombination gleich und www.autoservicepraxis.de
Fotos: Valeska Gehrke dauere nur rund 2,5 Minuten. Einfache kleine Stahlfelgen seien aber zugegebenermaßen mit herkömmlichen Reifenmontiermaschinen schneller montiert. „Dafür haben wir unsere alte Maschine noch und für die hochwertigen Rad-Reifen-Kombis ab 20 Zoll aufwärts verwenden wir die neue große“, erläutert Werkstattleiter Marcus Gassner. Ihn habe besonders die selbsterklärende Menüführung überzeugt. Wenn der Mechaniker beispielsweise nicht mehr weiterweiß, helfen ihm kurze Erklär-Videos. Dennoch sollten Ungeübte die Revolution nicht bedienen. Denn auch wenn der Mechaniker nicht mehr mit vollem Körpereinsatz gefordert ist, sollte er wissen, was wann passiert, um im Bedarfsfall eingreifen zu können. „Wenn der Reifen zu hart ist, muss ich stoppen und nacharbeiten“, bestätigt auch Rolf Lapp. Selbst hier unterstützt die Revolution den Anwender, der eine entsprechende Wulstmassage auswählen kann. Das notwendige Hintergrundwissen zur Bedienung erhielten fünf Mechaniker des Audi Zentrums in einer Einweisung vom zuständigen Sorgfältiges Fetten ist das A und O bei der Reifenmontage. Hunter-Mitarbeiter. „Diese transportieren das Wissen weiter an die anderen Anwender. Und selbst unser ältester, knapp 55 Jahre alter Mechaniker, der anfangs skeptisch war, ist inzwischen begeistert“, so Werkstattleiter Marcus Gassner. Zufriedene Mechaniker und Kunden Im Audi Zentrum Augsburg ist man überzeugt die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Auch wenn es keine unerhebliche Investition war. Aber eine langfristige, und eine, die den Kunden und den Mitarbeitern gleichermaßen zugutekommt. Denn wer als Unternehmer seinen Mechanikern geeignete Hilfsmittel zur Verfügung stelle und ihnen Arbeitserleichterungen biete, der profitiere von einem niedrigeren Krankenstand, ist Serviceleiter Maik Carl überzeugt. Und die beschädigungsfreie, professionelle Montage von hochwertigen Rad-Reifen-Kombinationen wiederum führe zu zufriedenen Kunden. „Und das ist das Wichtigste, dafür gehen wir in die Arbeit: der zufriedene Kunde, der gerne wiederkommt und unser Gehalt zahlt.“ Valeska Gehrke ■ Die Revolution wird vor allem für große Rad- Reifen-Kombinationen eingesetzt. ATH-Reifenmontiermaschinen jetzt WDK-zertifiziert ATH-Heinl ATH M92 ATH M72 + A34 ATH M52 + A34 Maik Carl, Serviceleiter beim Audi Zentrum Augsburg www.autoservicepraxis.de Marcus Gassner leitet die Werkstatt. • Neue verwindungssteife Konstruktion mit hochpräziser Laserschnittverarbeitung • Sehr widerstandsfähige Hammerschlag-Pulverbeschichtung WDK-fähig • Pneumatische Montagekopf-Spannung mit einstellbarer, automatischer vertikaler und horizontaler Felgenentfernung • Jetzt auch WDK-zertifiziert (nur in Verbindung mit optionalem WDK-Kit) Typ M92 M72+A34 M52+A34 Preis* € 7.436,- € 2.924,- € 1.995,- Preis WDK-Kit* € 525,- € 550,- € 550,- * Werkseitig montiert, steckerfertig geliefert. Alle Preise verstehen sich zzgl. Fracht und MwSt. ATH-Heinl GmbH & Co. KG | www.ath-heinl.de 13. - 17.09.2016 Halle 8.0, Stand A41
TITEL REIFENSTUDIE Reden ist Gold In einem rückläufigen Reifenmarkt behaupten sich freie Werkstätten als dritte Kraft. Eine Käuferstudie zeigt: Bei kompetenter Beratung und umfassendem Service rückt die leidige Preisdiskussion in den Hintergrund. KURZFASSUNG Foto: Fotolia.com/ Tyler Olson us den aktuellen Marktdaten zum Reifenersatzgeschäft 2015, die der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) mit Unterstützung des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (wdk) er- Wie der Kunde tickt Das Marktforschungsunternehmen Puls aus Schwaig bei Nürnberg führte im Auftrag von AUTOHAUS, Schwestermagazin von asp, und in Zusammenarbeit mit Reifenhersteller Pirelli, dem RR-Team sowie Tyre & Wheel Systems von Oktober bis November 2015 eine Umfrage in Stichproben unter privaten Autobesitzern durch. In insgesamt 711 Online-Interviews wurden Privatpersonen zum Kaufverhalten beim Reifenkauf befragt, die über die Wahl der Werkstatt bei Reparaturen und Wartungsarbeiten am eigenen Fahrzeug entscheiden. Darunter waren 611 Fahrzeugbesitzer, die bevorzugt eine Vertragswerkstatt aufsuchen sowie 100 Personen, die vornehmlich in die freie Werkstatt gehen. Auch wenn sich die Studie überwiegend mit dem Käuferverhalten von Vertragsmittelte, geht hervor, dass sowohl Vertrags- als auch freie Werkstätten im Jahr 2015 ihre Position im Reifenersatzmarkt festigen und sogar leicht ausbauen konnten. Mit einem Anteil der Vertragshäuser von 23 Prozent sowie 16,1 Prozent bei den SCHADEN GANZJAHRESREIFEN DEM REIFENGESCHÄFT? Milde Winter und ein stark angewachsenes Angebot an Modellen, kombiniert mit großem Werbeaufwand, führten im vergangenen Jahr zu wachsendem Interesse an Ganzjahresreifen. Auch die Kosten für RDKS­Systeme machen die Allrounder aus Sicht der Kunden interessant. Leidet darunter das über Jahre mühsam aufgebaute Reifengeschäft der Kfz­Betriebe? Sind diese Kunden wieder für Jahre aus der Werkstatt verschwunden, was man doch mit dem zweimaligen Reifenservice pro Jahr verhindern wollte? Nach Ansicht des BRV wohl eher nicht. „Einsparungen durch weggefallene Sommer­/Winterräderwechsel ergeben gegenüber den höheren Preisen und niedrigeren Laufleistungen der Ganzjahresreifen eine Milchmädchenrechnung“, so Geschäftsführer Hans­Jürgen Drechsler. Und bei aller technischer Weiterentwicklung bleiben sie eine Alternative für Wenigfahrer in gemäßigten Klimaregionen. Deshalb sollte im Beratungsgespräch das Fahrprofil eines Kunden genau ermittelt werden. Der Marktanteil für Ganzjahresreifen liegt bei rund zehn Prozent. Genaue Zahlen lassen sich derzeit noch nicht ermitteln, weil Ganzjahresreifen in der Statistik unter Sommerreifen geführt werden. Eine separate Erfassung wird derzeit diskutiert. Die Studie zeigt außerdem, dass mehr als die Hälfte der Ganzjahresreifenkunden außerhalb der stark frequentierten Umrüstphasen Reifen kaufen. Da bleibt mehr Zeit für entsprechende Beratung. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 Ansprache erwünscht: Eine aktuelle Studie gibt Einblicke in das Verhalten und die Ansprüche von Reifenkunden. Vordergründig auf den Preis fokussiert, honorieren sie adäquate Beratungs­ und Serviceleistung. freien Kfz-Betrieben liegt man gemeinsam fast gleich auf mit dem Reifenfachhandel (42,7 Prozent), der in den letzten Jahren Anteile verlor. Der Online-Handel hat sich, nach einer Verdoppelung der Anteile von 2010 (4,8 Prozent) bis 2013 (10,5), bei knapp unter 11 Prozent eingependelt. Insgesamt wurden 2015 in Deutschland 40,8 Millionen Pkw-Reifen verkauft, der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Vor allem der Absatz an Winterreifen sank seit 2010 (27,4 Mio. Stück) kontinuierlich auf 18,7 Millionen Stück in 2015. Einziger Lichtblick: SUV-Reifen, deren Anteil parallel zum Fahrzeugmarkt deutliches Wachstum zeigt und nach Schätzung des BRV in diesem Jahr die 4-Millionen- Grenze übersteigen wird. www.autoservicepraxis.de
werkstattkunden beschäftigt, lassen sich doch aus den Ergebnissen einige Erkenntnisse für den freien Werkstattmarkt ablesen. So zeigt die Umfrage, dass nur rund die Hälfte (52 Prozent) der Vertragswerkstattkunden auch ihre Reifen dort kaufen. Onlinekäufer nicht verloren Als Hauptargument gegen einen Reifenkauf in der Vertragswerkstatt nennen 71 Prozent der Kunden, die ihre Reifen nicht dort gekauft haben, den Preis. Immerhin 16 Prozent kauften ihre Reifen im Internet, 22 Prozent beim Reifenhandel und vier Prozent in der freien Werkstatt. Vor allem jüngere Kunden (bis 30 Jahre) nutzen zum Reifenkauf die freie Werkstatt oder das Internet. Die Online-Käufer gehen den Werkstätten jedoch nicht unbedingt verloren. Etwa ein Viertel (26 Prozent) der im Internet gekauften Reifen werden in der freien Werkstatt montiert, 31 Prozent in der Vertragswerkstatt. Vor dem Kauf steht die Information. Reifenkunden sind preissensibel und nutzen häufig Internet und Telefon zum WERKSTÄTTEN PROFITIEREN VOM ONLINE-REIFENHANDEL ����������������� ��� ��������������� ���������������� ��� ��� ������������������������ ������������ ������������� ����� ��������������������������� ����������� �������������� ������ ����������������������������������� ������������������������������ �������� �� �� ��� Quelle: Puls Marktforschung GmbH, Reifen & Räder 11/2015, Basis n=99 (Reifen-/Rädereinkauf online) Wo haben Sie die Reifen/Räder an Ihr Fahrzeug montieren lassen? Die Antworten zeigen: Im Service profitieren die Werkstätten vom Online-Reifenhandel. Preisvergleich. So informierten sich 60 Prozent der Befragten vor einer Kaufentscheidung in diversen Onlinequellen. Die Studie zeigt aber auch, dass eine persönliche und aktive Ansprache durch den Serviceberater einen entscheidenden Impuls zum Reifenkauf geben kann. Während abgefahrene oder beschädigte Reifen zu 47 Prozent nicht in der Vertragswerkstatt ersetzt wurden, kaufen nur noch sechs Prozent der Kunden ihre Reifen außerhalb der Vertragswerkstatt, wenn sie von einem Serviceberater aktiv auf das Thema angesprochen wurden. Im Fokus des Kunden- SENKEN SIE MIT UNS IHREN ÖKOLOGISCHEN FUSSABDRUCK. YOUR PARTNER FOR THE FUTURE REMA TIP TOP AUF DER REIFEN 2016 24.5 - 27.5.2016, Halle 1.0, Stand 1D11 DIE REPARATUR EINES REIFENS REDUZIERT IHRE CO 2 -EMISSIONEN UM 50 PROZENT.* *Im Vergleich zur Entsorgung eines Altreifens und der Produktion eines Neureifens. � www.rema-tiptop.com
TITEL INFORMATIONSVERHALTEN VOR DER KAUFENTSCHEIDUNG ������������ ��� ��� �������������������� ��� ��� �������������� ���������� ������������ ��������������� �� ��� ��� ��� ��� ��� ���������������������������� ���������������������������������� Quelle: Puls Marktforschung GmbH, Reifen & Räder 11/2015, Basis: n=276 (Reifen-/Räderkauf in Vertragswerkstatt), n=276 (Reifen-/Räderkauf nicht in Vertragswerkstatt) Und worüber haben Sie sich informiert? Kunden informieren sich vor dem Kauf vor allem über Reifenpreise (siehe Grafik). GUTE LEISTUNG ERHÖHT DIE CHANCE AUF FOLGEVERKÄUFE ����������� ��� ���� �� ��� ����������������������������� ����� ����������������������������� ��� ��� Quelle: Puls Marktforschung GmbH, Reifen & Räder 11/2015, Basis: n=611 (Kunde: Vertragswerkstatt) Würde eine gute Betreuung/Angebot/Service im Bereich Reifen/Räder durch die Vertragswerkstatt Ihrer Marke die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Sie auch weiterhin Wartung & Service durch diese Vertragswerkstatt/Händler durchführen lassen? VERTRAGSWERKSTATTKUNDEN SIND EHER TREU ��������������������������������� �������������������������� ����������������������������������� ���������������������������� ��� ��� ��� ���������������������������� ���������������������������������� ��� Quelle: Puls Marktforschung GmbH, Reifen & Räder 11/2015, Basis n=205 (Reifen-/Räderkauf in Vertragswerkstatt), n=185 (Reifen-/Räderkauf nicht in Vertragswerkstatt) Stellen Sie sich vor, der von Ihnen bevorzugte Händler bietet nicht die von Ihnen bevorzugte Reifenmarke an. Würden Sie eher ... AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 interesses stehen vor allem die Reifenpreise, Produkteigenschaften und Testergebnisse. Die Studie zeigt: Durch eine stärkere, aktive Ansprache der Kunden durch die Serviceberater auf das Thema Räder und Reifen könnten die Potenziale im Reifengeschäft besser ausgeschöpft werden. So wurden rund zwei Drittel der Kunden, die ihre Reifen nicht in ihrer Vertragswerkstatt gekauft haben, im Vorfeld nicht vom Serviceberater auf das Thema angesprochen. Auch wenn sich die Studie vorwiegend auf die Vertragswerkstatt bezieht, dürfte sich dieses Ergebnis auch auf freie Werkstätten übertragen lassen. Der Kunde wünscht eine individuelle und fachkompetente Beratung, etwa zum Thema Reifendruckkontrollsysteme, dann rücken auch Preisdiskussionen in den Hintergrund. Beratung bringt Mehrwert Wie die Studie weiter zeigt, bringt ein kompetentes Beratungsgespräch häufig einen spürbaren Mehrwert. Es führt häufig nicht nur zum Reifenkauf, sondern auch dazu, die Reifeneinlagerung zu nutzen, höherwertige Reifen oder zusätzlich Felgen bzw. gleich Kompletträder zu kaufen. Diese Kunden nutzen außerdem in hohem Maße verschiedene Serviceleistungen, neben dem Räderwechsel, der Entsorgung der Altreifen und der Einlagerung lassen 39 Prozent ihre in der Werkstatt gekauften Reifen auch dort montieren. Nur acht Prozent der Befragten nahmen keine Zusatzleistungen in Anspruch. Aber auch Kunden, die ihre Reifen aus anderen Quellen als der Werkstatt besorgt haben, nutzen deren Serviceleistungen, so zum Beispiel zu 46 Prozent den Montageservice. Leistung überzeugt Abschließend zeigt die Studie, dass sich eine hohe Zufriedenheit der Kunden im Reifenservice auch auf weitere Leistungen der Werkstatt positiv auswirkt. Rund drei Viertel der Befragten würden in diesem Fall auch die Wartung und den Service für ihr Fahrzeug der Werkstatt übertragen. Insgesamt führt die Studie zu dem Ergebnis, dass im Reifengeschäft vorrangig der Preis im Fokus der Kunden steht. Aktive Ansprache, kompetente und individuelle Beratung sowie entsprechende Serviceangebote überzeugen jedoch viele Kunden und nehmen dem Preisgespenst seinen Schrecken. Dieter Väthröder ■ www.autoservicepraxis.de
Be a Hero! Auto Service Meister 2016! Seite Seite Seite Seite Inhalt Die Seite für den Chef Was man über Unfallverhütung wissen muss Der dritte Fragebogen (3/4) Arbeitssicherheit Meisterschule im Porträt Haus des Kfz-Gewerbes Dresden Diese Preise warten auf Teilnehmer Geldpreise, Rennsportevents und Werkzeug Alle Infos: autoservicemeister.de Eine Initiative von Unterstützt von
WEITERBILDUNG UNFALLVERHÜTUNG Den Kollegen ein Vorbild Geschäftsführer und Inhaber von Autohäusern und Kfz-Werkstätten sind gesetzlich verpflichtet, sich um die Betriebssicherheit zu kümmern. Die Mitarbeiter von der Notwendigkeit der Sicherheitsmaßnahmen zu überzeugen, ist jedoch nicht immer leicht. In der Kfz-Werkstatt müssen Mitarbeiter immer wieder mit gefährlichen Stoffen hantieren – damit es nicht zu Unfällen kommt, sollten sie eine entsprechende Unterweisung erhalten. Die Anforderungen des Arbeitsschutzes in Deutschland sind hoch. Damit Unternehmer für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter Sorge tragen können, dürfen sie sich bei allen Sicherheitsfragen von einer Fachkraft für Arbeitssicherheit oder von ehrenamtlich bestellten Sicherheitsbeauftragten unterstützen lassen. Nach § 22 SGB VII sind Betriebe, die 20 Mitarbeiter und mehr beschäftigen, sogar dazu verpflichtet, einen Sicherheitsbeauftragten im Betrieb (SiBe) zu benennen. „Dabei soll es sich um einen Mitarbeiter handeln, der durch seine Verantwortungsbereitschaft und umfassende Orts­, Fachund Sachkenntnisse der jeweiligen Arbeitsplätze für die Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter in besonderer Weise geeignet ist“, sagt Peter Steger, Mitgeschäftsführer und ausgebildete Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der Firma R & R Kfz Reparatur GmbH in Überacker westlich von München. Das Amt des Sicherheitsbeauftragten ist ein Ehrenamt, das schriftlich unter Beteiligung des Betriebs­ oder Personalrats (§ 22 SGB VII) bestellt werden muss. „Da AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 der SiBe die Mitarbeiter und seine Kollegen dazu anhalten muss, die gesetzlichen Vorschriften zum Arbeitsschutz im Betrieb einzuhalten, sollten stets Mitarbeiter dieses Amt wahrnehmen, die von der gesamten Belegschaft respektiert werden“, so Peter Steger. „Andernfalls wird er schnell in seiner Autorität angezweifelt.“ Der Sicherheitsbeauftragte bei R & R empfiehlt daher nur bewährte und lang gediente Mitarbeiter in dieses Amt zu berufen. Wichtig ist auch, dass der SiBe selbst immer als gutes Peter Steger informiert sich regelmäßig bei Kollegen, Berufsgenossenschaften und Versicherungen über die neuesten Vorschriften. Foto: Fotolia/atlang Foto: Marcel Schoch Beispiel vorangeht. Da die beauftragte Person diese Aufgaben neben ihrer Haupttätigkeit durchführt, muss ihr von Seiten des Unternehmens auch die nötige Zeit für die Arbeitsplatzprüfungen und Unterweisungen der Mitarbeiter eingeräumt werden. „Dies umfasst auch die Zeit für Fortund Weiterbildungen, damit sie sich das nötige Wissen für ihren Aufgabenbereich zulegen kann“, so Peter Steger. Die jeweiligen Berufsgenossenschaften, aber auch Prüforganisationen wie TÜV SÜD bieten hierzu Seminare an. Externe Fachkraft für Arbeitssicherheit Für kleinere Betriebe kann es ratsam sein, sich regelmäßig eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit (FaSi) ins Haus zu holen. Ihre berufliche Tätigkeit ist im Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) und den Unfallverhütungsvorschriften BGV A2 festgelegt, die der FaSi weitreichende Befugnisse einräumt. „Aufgrund ihrer gesetzlichen Legitimation stellt sie quasi als Amtsperson eine starke Autorität dar und wird daher von Mitarbeitern sehr ernst genommen“, weiß Peter Steger. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, verpflichtende Fachschulungen im Betrieb anzubieten. Vor allem Hersteller und Vertriebe von Gefahrstoffen, wie Öle oder Reinigungsmittel, bieten diese an. So kann bei Liqui Moly eine Gefahrstoffmanagement­Schulung vor Ort gebucht werden. Der Schmierstoff­Hersteller bietet dabei eine einstündige Unterweisung der Mitarbeiter und eine eineinhalbstündige Betriebsbegehung an. Ein ähnliches Konzept findet sich auch bei Berner. Der Berner Betriebs­ und Chemie­Check vermittelt dabei alles, was Mitarbeiter und Unternehmer über mögliche Gefahren in Autohaus und Werkstatt wissen müssen. „Diese Schulungen arbeiten u.a. mit drastischen Bildern von Unfällen“, sagt Peter Steger. „Selbst hartgesottene Sicherheits­ Ignoranten können sich ihrer Wirkung nicht entziehen.“ Marcel Schoch ■ www.autoservicepraxis.de
ASM 2016 Fragebogen 3 Jetzt mitmachen unter: www.autoservicemeister.de Sponsorenfrage 1. Welches Motorenöl macht es dem Anlasser bei einem Kaltstart im Winter bei -15°C leichter? ☐ 5W-20 ☐ 0W-30 ☐ 10W-30 2. Besondere Vorsicht ist bei Flaschenbatterieschweißgeräten, die mit Acetylen und Sauerstoff betrieben werden, angebracht. Um eine Verwechslung beim Anschluss der Gasflaschen auszuschließen, besitzen die unterschiedlichen Gase verschiedene Anschlüsse. Wie müssen diese Anschlüsse beschaffen sein? ☐ Acetylenflaschen werden über einen Bügelverschluss, Sauerstoffflaschen mit einem normalen Rechtsgewinde angeschlossen. ☐ Acetylenflaschen werden über einen Schnappverschluss, Sauerstoffflaschen mit einem normalen Rechtsgewinde angeschlossen. ☐ Acetylenflaschen werden über einen Klickverschluss, Sauerstoffflaschen mit einem Linksgewinde angeschlossen. 3. Zum Umgang mit schweißtechnischen Geräten in der Werkstatt schreiben die Berufsgenossenschaften vor, dass die Mitarbeiter … ☐ das 21. Lebensjahr vollendet haben, mit den schweißtechnischen Einrichtungen und Verfahren vertraut sind und die Lehre abgeschlossen haben. ☐ das 16. Lebensjahr vollendet haben und mit den schweißtechnischen Einrichtungen und Verfahren vertraut sind. ☐ das 18. Lebensjahr vollendet haben und mit den schweißtechnischen Einrichtungen und Verfahren vertraut sind. Das gilt jedoch nicht, wenn das Schweißen zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich ist. 4. Welches Volumen muss eine Auffangwanne zur Lagerung von Ölfässern (Motor- und Getriebeöl) mit 60 bis 200 Litern Inhalt und Gebinden mit einem Inhalt von über 20 Litern u.a. mindestens haben? ☐ Mindestens 10 Prozent des gelagerten Volumens ☐ Mindestens 20 Prozent des gelagerten Volumens ☐ Mindestens 30 Prozent des gelagerten Volumens Meisterfrage 8. Wie sollen gesundheitsschädliche Dämpfe abgeführt werden, die schwerer als Luft sind? ☐ Über eine Abzugshaube nach oben ☐ Über eine Rand- bzw. nach unten wirkende Absauganlage ☐ Über einen ausreichend dimensionierten Fensterventilator, der den gesamten Arbeitsraum entlüftet Diese Frage wird gestellt von: 5. Um bei Arbeiten mit Hebebühnen unbeabsichtigtes Absenken der Last oder das Herabfallen des Fahrzeuges zu vermeiden, müssen alle Hebebühnen im Bereich der Kfz-Instandhaltung … ☐ drei Wochen nach ihrer ersten Inbetriebnahme einer Abnahmeprüfung durch Experten von Prüforganisationen unterzogen werden. ☐ vor ihrer ersten Inbetriebnahme einer Abnahmeprüfung am Aufstellungsort durch befähigte Personen (ehemals Sachkundige) unterzogen werden. ☐ ein Jahr nach der ersten Inbetriebnahme einer ersten Prüfung am Aufstellungsort durch befähigte Personen (ehemals Sachkundige) unterzogen werden. 6. Auf welcher gesetzlichen Basis wird eine „Fachkraft für Arbeitssicherheit“ bestellt? ☐ Die Fachkraft für Arbeitssicherheit wird auf Basis des Arbeitssicherheitsgesetzes und der Unfallverhütungsvorschrift BGV A2 bestellt und muss für ihre Tätigkeit berufliche und fachliche Voraussetzungen vorweisen. ☐ Die Fachkraft für Arbeitssicherheit wird auf Basis des Sozialgesetzbuches nach § 22 SGB VII und der Gefahrgutverordnung bestellt und muss für ihre Tätigkeit Sachkundenachweise und fachliche Erfahrungen vorweisen. ☐ Die Fachkraft für Arbeitssicherheit wird auf Basis der jeweiligen Tarifverträge vom Betriebsrat gewählt und vom Geschäftsführer beziehungsweise vom Inhaber in die Position einer verantwortlichen Person erhoben. Rex Farkas Ausbilder, Haus des Kfz-Gewerbes Punkte Punkte je Frage Punkte Im gesamten Wettbewerb sind 210 Punkte zu erreichen. Der Teilnehmer mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt. Bei gleicher Punktzahl wird der Gewinner per Losentscheid ermittelt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Teilnahmebedingungen unter: www.autoservicepraxis.de www.autoservicemeister.de/teilnahmebedingungen. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 23 Einsendeschluss 4. Juli 2016
WEITERBILDUNG MEISTERSCHULE IM PORTRÄT Der Osten ruft Das Haus des Kfz-Gewerbes Dresden bietet im neuen Gebäude beste Voraussetzungen für die Meisterausbildung im Kfz-Techniker-Handwerk. Steckbrief Lehrgangsinhalte: Vorbereitung Meisterprüfung Teile I bis IV Sachkundelehrgänge Klima und Airbag und AU-Lehrgang Termine: Vollzeit: Teilzeit: ab Februar und August jährlich nach den Sommerferien ab August/September Unterrichtszeiten: Vollzeit: Mo bis Fr 8:00 bis 15:45 Uhr Teilzeit: Di und Do von 17:00 bis 20:15 Uhr und 2 Samstage pro Monat von 7:00 bis 20:15 Uhr oder Freitagabend 17:00 bis 20:15 Uhr und Sa 7:00 bis 14:00 Uhr Interview as Haus des Kfz­Gewerbes Dresden gehört heute mit zu den zehn größten kraftfahrzeugtechnischen Ausbildungseinrichtungen bundesweit. Nach dem Umzug 1996 in die Dresdner Tiergartenstraße bietet die Einrichtung beste Voraussetzung für ein breites Ausund Weiterbildungsangebot. Davon profitieren auch die Vorbereitungskurse für die Meisterprüfung im Kfz­Techniker­Handwerk. Nach der Einweihung des neuen Gebäudekomplexes 1996 konnte das gesamte Lehrgangsangebot bedeutend erweitert werden. Auf dem Gelände des ehemaligen Kraftverkehrs Dresden entstand auf einer Fläche von über 30.000 Quadratmetern ein moderner Ausbildungskomplex. Den Lehrgangsteilnehmern stehen neben den Werkstatt­ und Theorieräumen eine benachbarte Wohnanlage und eine Mensa zur Verfügung. Eine Besonderheit in Dresden: Ein komplett eingerichtetes Musterautohaus ergänzt den Gebäudekomplex. Dort kann im Rahmen der Ausbildung die Fahrzeugannahme live erprobt werden. Auf den Rechnern steht aktuelle Werkstatt­Software für Schulungszwecke zur Verfügung. Der sichere Umgang mit Hochvolttechnik steht ebenfalls auf dem Lehrplan. Als Partner eines erst kürzlich beendeten Teilprojekts des Förderprogramms „Schaufenster Elektromobilität“ kann die Schule einen ansehnlichen Elektro­ und Hybridfuhrpark vorweisen, unter anderem einen BMW i3 oder einen Toyota Prius Hybrid. Die Dresdner können auf eine stolze Bilanz von mehr als 2.500 Absolventen der Meisterausbildung verweisen. Das Dozententeam des HDK besteht zurzeit aus 9 festangestellten Meistern und 10 nebenberuflich tätigen Dozenten, die neben den Meisterlehrgängen in Vollzeit­ und Teilzeitform auch die zukünftigen Kfz­ Mechatroniker in den überbetrieblichen Lehr gängen schulen, die Lehrlinge auf ihre Prüfungen vorbereiten, technische, kaufmännische und rechtliche Seminare und Sachkundeschulungen anbieten. Bei den Vorbereitungslehrgängen für die Kfz­Meisterprüfung Teil I bis IV besteht derzeit eine halbjährige Wartezeit. Die Kurse werden in Vollzeit oder alternativ in Teilzeit angeboten. Dietmar Winkler ■ Rex Farkas ist Ausbilder im Haus des Kfz-Gewerbes Dresden Womit motivieren Sie Ihre Schüler? Es kommt darauf an, mit den gestellten Aufgaben die Neugierde zu wecken und einen Ansporn zu geben, die richtige Lösung zu finden. „Geht nicht, gibt es nicht“, heißt die Devise in der Werkstatt. Es ist mir außerdem wichtig, bei den Meisterschülern Freude und Begeisterung für das Handwerk immer wieder neu zu erzeugen. Steigen die Anforderungen im Beruf? Die Anforderungen sind deutlich gestiegen, denn die Fahrzeuge werden immer komplexer. Wir sehen eine rasante Entwicklung in allen technologischen Bereichen, vor allem in der Elektronik und im Infotainment- und Multimediabereich sowie bei der Elektromobilität. Was macht Ihnen Spaß an Ihrem Beruf? Dass ich meine eigene Begeisterung auf die Schüler übertragen kann. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 www.autoservicepraxis.de
AUTO SERVICE MEISTER 2016 Mitmachen lohnt sich! Den Teilnehmern des Wissenswettbewerbs Auto Service Meister 2016 winken wieder attraktive Preise unserer Sponsoren. itgemacht ist halb gewonnen. Deshalb gilt für alle angehenden Meister im Kfz­Gewerbe: Jetzt beim Wissenswettbewerb online anmelden und Fragebögen ausfüllen. Den ersten drei Gewinnern winken attraktive Geldpreise. Doch nicht nur hinter der Ziellinie warten attraktive Gewinne: Unter allen angemeldeten Teilnehmern verlosen wir zweimal hochwertiges Spezialwerkzeug von Hazet. Die Sponsoren des Wettbewerbs ermöglichen zudem die Teilnahme an aufregenden Rennsportevents wie DTM und ADAC GT Masters. Dietmar Winkler ■ Foto: Picture Alliance/Hoch Zwei Die Preise Attraktive Geldpreise: Den Gewinnern des Wettbewerbs winkt Bargeld Platz 1: 3.000 Euro Platz 2: 1.500 Euro Platz 3: 1.000 Euro Wir suchen nicht nur den besten Meisterschüler, sondern prämieren zusätzlich die beiden besten Schulklassen mit jeweils einem Geldpreis in Höhe von 1.000 Euro! Verlosung unter allen Teilnehmern: Im Laufe des Wettbewerbs verlosen wir unter allen angemeldeten Teilnehmern zudem zwei Knarren-Ring-Maulschlüssel- Sätze 606N/6 von Hazet. Nachwuchsförderung auf ganzer Strecke: SACHS unterstützt künftige Meister. SACHS ist eine Traditionsmarke mit Zukunftsorientierung. Deshalb unterstützen wir Jahr für Jahr aktiv den Nachwuchs der Branche. Profitieren Sie von unserem fundierten Know-how und unserer langjährigen Erfahrung im Bereich Kupplungen und Stoßdämpfer! www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 25 www.zf.com/sachs
AUTOMOBILTECHNIK TECHNIKSERIE, TEIL 1 Ab 2030 fahrerlos unterwegs Im ersten Teil unserer neuen Technikserie geht es um das autonome Fahren. Teilautomatisierte Autos sind schon heute möglich, bis 2030 sollen Autos ohne Fahrer auf Deutschlands Straßen rollen können. KURZFASSUNG Bis 2030 sollen Autos auf Deutschlands Straßen autonom fahren können, wenn die Infrastruktur vorhanden ist und rechtliche Aspekte geklärt sind. Dank zahlreicher Fahrzeugsensoren ist heute schon teilautomatisiertes Fahren möglich. infach in das Auto einsteigen und sich vom Fahrzeug von A nach B transportieren lassen – das könnte bereits in nicht allzu ferner Zukunft Realität werden. Autonom fahrende Autos würden den Verkehr nicht nur sicherer, sondern auch effizienter und komfortabler machen. Durch den optimierten Verkehrsfluss und weniger Staus würden sich zudem die CO 2 -Emissionen reduzieren. Und gerade in Rushhour-Zeiten würde der Fahrer entlastet werden. Geht es nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (AIO), die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) durchgeführt wurde, sind die technischen Voraussetzungen bis 2020 dafür gegeben, dass Autos hochautomatisiert fahren können (siehe Grafik rechts). Über einen gewissen Zeitraum kann das Auto dann in spezifischen Situationen, beispielsweise auf der Autobahn, das Steuer übernehmen, sodass sich der Fahrer anderen Tätigkeiten widmen kann. Der nächste Schritt wäre das vollautomatisierte Fahren, bei dem wiederum in spezifischen Situationen kein Fahrer mehr notwendig ist. Der Unterschied zum hochautomatisierten Fahren: Der Fahrer aktiviert auf Wunsch das System und muss es nicht dauerhaft überwachen. Er wird somit entlastet und in bestimmten Fällen rechtzeitig zur Übernahme der Fahraufgabe aufgefordert. Die höchste Stufe wäre das fahrerlose oder autonome Fahren, bei dem das Fahr- zeug den kompletten Weg alleine fahren kann, der Fahrer ist nicht mehr notwendig. Diese Zukunftsvision ist laut Experten nicht vor 2030 zu erwarten, da neben der passenden Straßeninfrastruktur auch rechtliche Fragen zu klären sind. Bislang war laut Wiener Übereinkommen immer der Fahrer verantwortlich. Das Bundeskabinett hat nun beschlossen, dass auch Fahrzeugsysteme das Fahrzeug führen dürfen. Nach wie vor ungeklärt sind jedoch Haftungsfragen: Bei einem vollautomatisierten oder autonomen Fahrzeug wird der Fahrer zum Passagier, was bei einem Unfall die Haftung an den Hersteller des Fahrzeugs übertragen würde. Zahlreiche Sensoren notwendig Der technische Fortschritt auf dem Weg zum autonomen Fahrzeug zeigt sich jedoch schon heute: Moderne Fahrzeuge haben vermehrt Fahrerassistenzsysteme (FAS) an Bord, die den Fahrer in vielen Technikserie Teil1 Fotos: Fotolia/RioPatuca Images, VDA, Google/dpa AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 www.autoservicepraxis.de
Situationen unterstützen. Sie informieren, warnen und können sogar aktiv regelnd ins Fahrgeschehen eingreifen. So signalisiert der heute schon verfügbare Spurverlassenswarner den unbeabsichtigten Spurwechsel. Weiter fortgeschrittene Systeme halten das Fahrzeug selbsttätig in der Spur. Hinzu kommen Einparksysteme, die den Fahrer auf eine geeignete Parklücke hinweisen und auf Wunsch sogar das Einparken übernehmen. Die neue E-Klasse von Mercedes-Benz ist sogar in der Lage, selbsttätig Ausweichmanöver durchzuführen oder autonom zu bremsen. Alle automatisierten Systeme sind auf verschiedene Sensoren rund ums Fahrzeug angewiesen: Radarsensoren, die meistens im vorderen und hinteren Bereich des Fahrzeugs angebracht sind, können beispielsweise andere Fahrzeuge oder Hindernisse erkennen. Der rückwärtige Sensor erfasst den sich von hinten nähernden und überholenden Verkehr. Der vorausfahrende Verkehr wird vom Fernbereichsradar überwacht. Kameras eignen sich wiederum zur Erkennung von Fahrstreifenmarkierungen, Verkehrszeichen, Ampeln und anderen Verkehrsteilnehmern. Und Ultraschallsensoren können Parklücken während der Fahrt vermessen und erkennen, wenn Fahrzeuge auf der Nebenspur fahren. Mit all diesen Daten kann der Pkw mithilfe eines leistungsfähigen Rechners künftig ein vollständiges Bild der Umgebung in Echtzeit erzeugen, was das automatisierte Fahren erst ermöglicht. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Funktionssicherheit gelegt. Durch Redundanzen und Plausibilitätsprüfungen, ob die Umgebungsdaten korrekt erfasst wurden, wird eine fehlerhafte Interpretation der Daten verhindert. Dabei werden die Signale der Fahrzeugsensoren untereinander verglichen. Nur wenn die Daten stimmig sind, werden Lenkung und Motor angesteuert. Probleme bereiten den Sensoren beispielsweise noch Regen und Schnee. Dass der Schritt zum selbstfahrenden Auto nicht mehr weit ist, zeigt der IT- Riese Google mit seiner Fahrzeugflotte an autonom fahrenden Autos. In Kalifornien und Nevada haben die Google-Autos schon mehrere Millionen Kilometer absolviert. Und in den sechs Jahren Testzeit gab es laut Google gerade einen einzigen selbstverschuldeten Unfall – ein Mensch könnte das nicht besser. Alexander Junk ■ Google macht es vor: Rund 20 Test-Autos fahren in Kalifornien und Nevada bereits autonom. Schon heute haben Autos zahlreiche Sensoren, die für autonomes Fahren Voraussetzung sind. Von manuell bis komplett fahrerlos: Fünf Stufen der Automatisierung wurden definiert. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 27
AUTOMOBILTECHNIK AUTOMATISIERTES FAHREN Grenzen der Sicherheit Weil etablierte Testverfahren bei der hohen Zahl von hochautomatisierten Fahrsituationen nicht weiterhelfen, werden im Forschungsprojekt Pegasus neue Test­ und Freigabemethoden entwickelt. Foto: Fotolia/Sven Krautwald utos dürfen heute noch nicht, was sie eigentlich schon könnten. Die Vision vom automatischen Fahrroboter, der seine Fahrgäste autonom von A nach B bringt, wird wohl schon aus rechtlichen Gründen nicht so schnell in die Realität umgesetzt werden. Denn immer noch gilt die Devise: Das letzte Wort und damit die Verantwortung für das Fahrzeug hat der Fahrer. Festgeschrieben ist das im Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr, einem internationalen Vertrag aus dem Jahr 1968 zur Standardisierung wichtiger Verkehrsregeln. Es schreibt vor, dass der Fahrzeugführer jederzeit sein Fahrzeug beherrschen muss und stets in der Lage sein muss alle Fahrbewegungen selbst auszuführen. Das Recht hinkt hinterher 2014 wurde das Regelwerk erweitert, damit Fahrzeuge zumindest zeitweise auch autonom fahren können. Allerdings müssen die Systeme jederzeit vom Fahrer übersteuert oder abgeschaltet werden können. Auch viele zulassungsrechtliche Fragen müssen erst noch geklärt werden. Das gilt für alle KURZFASSUNG Automatisierte Funktionen, die in die Fahrdynamik eines Autos eingreifen, müssen in jeder denkbaren Fahrsituation funktionieren. Um das zu gewährleisten, müssen Prüfmethoden erst noch entwickelt werden. TÜV SÜD ist hier ganz vorne mit dabei. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 INTERVIEW MIT ALEXANDER KRAUS, TÜV SÜD asp: Welche Bedeutung hat das Projekt Pegasus? A. Kraus: Aus unserer Sicht gehört Pegasus in seiner Relevanz, Größenordnung und Reichweite europaweit zu den wichtigsten Projekten zum automatisierten Fahren. Das zeigt schon die namhafte Liste der beteiligten Industrieunternehmen, Instituten und Prüforganisationen. In dem auf drei Jahre angelegten Projekt arbeiten wir konzentriert daran, die Wirksamkeit und Zuverlässigkeit der technischen Systeme für das automatisierte Fahren zu simulieren und zu testen. asp: Welche Aufgabe hat TÜV SÜD ganz konkret? A. Kraus: Im Rahmen von Pegasus werden Werkzeuge, Messparameter und Prozesse entwickelt, um die Wirksamkeits­ und Zuverlässigkeitsanalyse für automatisierte Systeme durchführen zu können. Szenarien für den Verkehr, die zunächst im Computer gerechnet und simuliert werden, müssen irgendwann in die reale Welt übertragen, im Fahrversuch abgeglichen und in standardisierte Methoden entwickelt werden. TÜV SÜD versteht sich als einziger technischer Dienst im Projekt einerseits in der Rolle des neutralen Partners, der die Ergebnisse in die entscheidenden Gremien trägt, die Zulassungs­ und Testprozeduren festlegen. Zum anderen definieren wir die Prüfgeländetests und führen diese mit eigenen Ressourcen auch durch. asp: Wo steht Deutschland technologisch? A. Kraus: Die deutschen Autohersteller und Zulieferer sind aus meiner Sicht auf jeden Fall Technologieführer. Die Stärke der deutschen Automobilindustrie besteht auch in der langen Tradition. Man hat hier mehr als hundert Jahre Erfahrungen mit Fahrzeugen gesammelt, das können IT­getriebene Anbieter wie Google oder Apple nicht so schnell aufholen und das lässt sich auch nicht ohne Weiteres zukaufen. Hier darf man aus meiner Sicht die Innovationskraft der Automobilindustrie nicht unterschätzen. asp: Wann kommen die ersten Fahrroboter auf die Straße? A. Kraus: Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten zehn Jahren vollautomatisierte Fahrzeuge zunächst auf der Autobahn sehen werden. Erst im zweiten Schritt sind Fahrroboter, in denen kein Fahrer mehr an der Steuerung beteiligt ist, in Städten vorstellbar. Hier ist die Komplexität der Verkehrssituationen einfach noch viel größer. Die Technologie ist im Prinzip da. Aber es ist eine große Herausforderung, mit einer Vielzahl an Verkehrsteilnehmern die Sicherheit jederzeit zu gewährleisten. asp: Durch die jüngste Änderung des Wiener Übereinkommens werden teil- und hochautomatisierte Systeme zulässig. Autonomes Fahren ist aber dadurch noch nicht erlaubt. A. Kraus: Die Industrie sagt deshalb zu Recht, dass die jüngste Änderung zwar ein wichtiger Schritt in Richtung hochautomatisierte Systeme ist. Fahrroboter wären dadurch aber nicht möglich. Die Industrie würde hier gerne noch viel schneller vorankommen. www.autoservicepraxis.de
Systeme, bei denen der Fahrer die Hände vom Lenkrad nimmt. Bislang sind solche Testfahrten der Hersteller auf der Straße nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. Zulassungsrechtlich sei vor allem die UN­ ECE­Richtlinie für Lenk­ und Bremsanlagen anzupassen, fordert der Verband der Automobilindustrie (VDA). Aktive Lenkeingriffe oberhalb einer Geschwindigkeit von 10 km/h sind derzeit noch ausgeschlossen. Das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) hat deshalb auf nationaler Ebene das ehrgeizige Forschungsprojekt „Pegasus“ ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts sollen Grundlagen für die Entwicklung von Testmethoden, insbesondere für das hochautomatisierte Fahren auf Autobahnen bis Tempo 130 km/h, entwickelt werden. Neben dem Who‘s who der deutschen Automobilindustrie, Zulieferern und IT­Spezialisten ist auch TÜV SÜD Projektpartner bei Pegasus. Die Prüforganisation leitet gemeinsam mit Daimler und BMW eines von vier Teilprojekten. Zu den Aufgaben gehören die Vorbereitung und Durchführung Huf Group Nach Hackerangriffen auf Fahrzeuge zeichnet sich die IT­Security als nächstes großes Thema ab. von Tests und Simulationen von Fahrsituationen. Die Kernfrage, die in dem Projekt Pegasus beantwortet werden soll, lautet: Was muss ein hochautomatisiertes Auto leisten und wie kann die Zuverlässigkeit der Systeme nachgewiesen werden? TÜV SÜD bringt bei der Wirksamkeitsbewertung und beim Testen von Fahrerassistenzsystemen bereits jahrelange Erfahrung mit. Die Prüforganisation ist dabei eng eingebunden in die Entwicklung von Hardware und Software. Vor allem muss sichergestellt sein, dass die Systeme in jeder nur denkbaren Fahrsituation funktionstüchtig sind. „Da bringen wir aus der Vergangenheit sehr viel Erfahrung mit“, sagt Alexander Kraus, Senior Vice President Automotive TÜV SÜD Mobility Division. Bisher basiert die Entwicklung in der Fahrzeugindustrie darauf, dass technische Systeme auf der Teststrecke getestet wurden. „Das wird für das vollautomatisierte Fahren nicht ausreichen“, sagt Kraus. „Neben der Technologie müssen die Methoden zur Wirksamkeitsbewertung und zur funktionalen Sicherheitsbewertung weiterentwickelt werden.“ Schutz vor Hackern Die größte Herausforderung: Mehr als 10 hoch 9 mögliche Szenarien können im Straßenverkehr eintreten. Ergänzend zum Testen im Realbetrieb wird das Thema Simulation immer wichtiger. Dazu müssen die Softwareprogramme erst noch entwickelt werden. Künftig sind Szenarien vorstellbar, wo neue Funktionalitäten auf das Auto per WLAN aufgespielt werden, ähnlich wie eine App auf das Smartphone. Nach spektakulären Hackerangriffen auf Fahrzeuge zeichnet sich ein weiteres Thema ab, das die Prüforganisationen beschäftigen wird: Die IT­Security, also der Schutz von automatisierten Fahrzeugen vor Angriffen von außen. Dietmar Winkler ■ App to date: Die IntelliSens App. REIFEN 2016 Messe Essen, Halle 1, Stand 1A21 Das Reifendruckkontrollsystem, das vorausfährt. Die innovative App für Smartphone, Tablet und PC erleichtert die Programmierung mit vielen Vorteilen: Abdeckung aller Universalsensoren und aller gängigen OE-Sensoren, automatische Updates, einfache, intuitive Bedienung. Die einzigartige Teamviewer-Funktion bietet direkten Support. IntelliSens-App, HC1000 und Sensor – mehr über das unschlagbare Team: www.intellisens.com
AUTOMOBILTECHNIK STOSSDÄMPFER Die Bodenhaftung nicht verlieren Stoßdämpfer sorgen für einen festen Halt und Bodenkontakt der Räder – ob in Kurven, bei Unebenheiten auf der Straße und beim Bremsen. Wir stellen die aktuellen technischen Entwicklungen vor. chlaglöcher, unwegsames Gelände, schwere Beladung oder Anhängerbetrieb – die Stoßdämpfer im Auto müssen viel aushalten und sind für die Fahrzeugsicherheit von entscheidender Bedeutung. Auch Umwelteinflüsse wie Schmutz, Nässe oder Streusalz können ihnen zusetzen. Dabei wirkt sich ihre Funktionsfähigkeit auf das gesamte Fahrzeug aus: Nur einwandfreie Stoßdämpfer Stoßdämpfer werden oft nicht als sicherheitsrelevantes Bauteil gesehen, sind aber für die reibunglose Funktion des Fahrwerks sehr wichtig. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 verkürzen den Bremsweg, sorgen in Kurven für stabiles Fahrverhalten und unterstützen die reibungslose Funktion von modernen Sicherheitssystemen wie ABS, ESP und ASR. Im Regelfall kommen in Autos Hydraulik­ und Gasdruckstoßdämpfer zum Einsatz. Dabei wird das Öl im Dämpfergehäuse durch enge Ausgleichsräume und Ventilsysteme gepresst. Dieser Vorgang Fotos: ZF Friedrichshafen, Wulf Gaertner Autoparts, Bilstein, Tenneco erzeugt einen hydraulischen Widerstand. Hydraulische Stoßdämpfer bezeichnet man aufgrund der sich im Dämpfergehäuse befindenden Kolbenstange auch als Teleskopstoßdämpfer. Die Kolbenstange eines Teleskopstoßdämpfers kann eingedrückt und ausgezogen werden, was als Druckhub und Zughub bezeichnet wird. Teleskopstoßdämpfer lassen sich wiederum in Zweirohrdämpfer, in hydraulischer oder gashydraulischer Ausführung, und in Einrohrdämpfer, auch Gasdämpfer oder Hochdruckgasdämpfer genannt, unterscheiden. Je nach Typ des Stoßdämpfers ist das Fahrgefühl sehr unterschiedlich. Eine sichere und stabile Straßenlage erfordert eine straffere und härtere Dämpfung, eine weichere Dämpfung wird hingegen mit mehr Fahrkomfort in Verbindung gebracht. Im Regelfall sind Stoßdämpfer aus Stahl hergestellt. Fahrzeughersteller setzen bei Oberklassefahrzeugen aber häufig auf Aluminium­Stoßdämpfer, um das Gewicht zu reduzieren. Stoßdämpfer aus dem vielseitigen Werkstoff tragen dadurch auch zur Kraftstoffersparnis der Fahrzeuge bei. Gleichzeitig sind Leichtbaumodelle ebenso langlebig und belastbar wie Stahl­Stoßdämpfer. Pneumatische und elektronisch einstellbare Stoßdämpfer können in Zukunft die Straßenlage von Fahrzeugen und den Komfort nochmals verbessern, sind jedoch noch sehr teuer. Zudem erfordert es viel Zeit und Geduld sie korrekt einzustellen. Korrosionsbeständig Das Angebot an Stoßdämpfern ist groß und es tummeln sich zahlreiche Hersteller auf dem Markt. Ein besonders breites Produktportfolio hat ZF Services mit den Stoßdämpfer­Modellen der Marke Sachs im Angebot, die alle gängigen Fahrzeuge abdecken. Auch der Hersteller Tenneco deckt mit Monroe­Stoßdämpfern den weltweiten Ersatzteilmarkt und den Erstausrüstungsmarkt ab. Bei der Herstellung der Monroe­Stoßdämpfer für den Aftermarket kommt dieselbe Technik wie bei der Fertigung der Erstausrüstungs­Stoßdämpfer zum Einsatz. Eines der Produkthighlights ist die kontinuierlich variable semiaktive Fahrwerkstechnologie „Continuously Variable Semi­Active Suspension” (CVSA). Dabei sind die Stoßdämpfer in der Lage, ihre Ein­ und Ausfederungskräfte kontinuierlich an veränderte Fahrbedingungen wie Fahrbahnzustand oder www.autoservicepraxis.de
TOHA Automobil- Vertriebs GmbH Deutschland Wulf Gaertner Autoparts AG legt bei den Meyle-Stoßdämpfern sehr viel Wert auf die Haltbarkeit und stattet sie mit einem verbesserten Korrosionsschutz aus. Die Monroe-Stoßdämpfer vom Typ CVSA können per Elektronik an den Zustand der Fahrbahn und die Geschwindigkeit angepasst werden. Ob sportlich oder komfortabel: Bilstein hat unterschiedliche Stoßdämpfer-Typen parat. ARGUMENTE FÜR KUNDEN Rund 15 Prozent der deutschen Pkw sind mit defekten Stoßdämpfern unterwegs. Das gefährdet nicht nur die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs, sondern kann auch zu Folgeschäden am Fahrwerk führen. Stoßdämpfer sollten deshalb regelmäßig überprüft werden. Folgende Dinge sollten dabei beachtet werden: ■ Ein „schwammiges“ Fahrverhalten, ein längerer Bremsweg oder ein starker Reifenverschleiß deuten auf defekte Stoßdämpfer hin. ■ Empfehlenswert ist eine erste Überprüfung der Stoßdämpfer nach 80.000 Kilometern Laufleistung oder fünf bis sechs Jahren Laufzeit des Fahrzeugs. Danach ist ein Check alle 20.000 Kilometer erforderlich. ■ Kommt es zum Austausch von Stoßdämpfern, sollten sie stets paarweise pro Achse ausgetauscht werden. ■ Stoßdämpfer aus Aluminium sollten auch durch ein Leichtbauprodukt aus gleichem Material ersetzt werden. Geschwindigkeit mit Hilfe einer elektronischen Steuerung anzupassen und so für eine bessere Bodenhaftung und Lenkfähigkeit zu sorgen. Daraus entsteht ein Plus an Sicherheit und Komfort für den Autofahrer. Wulf Gaertner Autoparts AG vertreibt unter der Marke Meyle Stoßdämpfer, die besonders resistent gegen Verschleiß sein sollen. Um dies zu erreichen, haben die Ingenieure des Unternehmens ein besonderes Augenmerk auf einen verbesserten Korrosionsschutz gelegt. Eine dickere Schutzschicht schützt dabei gegen abrasive Einflüsse und starke Beanspruchungen und beugt Korrosion vor. Durch eine Nachbehandlung der Kolbenstangenoberfläche mit einem speziellen Polierverfahren wird die Anzahl und Tiefe von Mikrorissen zudem reduziert, was zu einer besseren Abdichtung führt. Das Meyle­Stoßdämpfer­Sortiment umfasst dabei rund 600 Produkte. Als Hersteller von Hochleistungs­Stoßdämpfern hat Koni mit der „Frequency­Selective­ Damping“­Technologie (FSD) Stoßdämpfer speziell für Alltagsfahrzeuge und Sportwagen entwickelt, die eine gute Straßenlage und Komfort ermöglichen sollen. Die FSD­Technologie ist eine rein mechanische Lösung und kommt ohne elektronische Komponenten aus. Komfort und Handling können grundsätzlich in zwei unterschiedliche Frequenzbereiche unterteilt werden. Der Gasdruck­Stoßdämpfer „B6“ vom Hersteller Bilstein bietet als „verbesserter Serienersatz“ ebenfalls optimale Performance und Komfort durch noch mehr Dämpfkraft. Damit soll er laut Hersteller selbst bei voller Beladung oder im Anhängerbetrieb mit guter Bodenhaftung und Spurstabilität sowie extralanger Lebensdauer punkten. Fans einer sportlichen Tieferlegung greifen hingegen zu den speziell verkürzten Hochleistungsdämpfern „B8“, die gerade in Kombination mit strafferen und kürzeren Sportfedern eine ideale Ergänzung sind. Alexander Junk ■ www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 31
AUTOMOBILTECHNIK AUTOMATISIERTE KUPPLUNG Schalten ohne kuppeln Im Ford-Focus-Testfahrzeug gab Schaeffler einen Vorgeschmack auf E-Clutch. Fotos: Schaeffler, Alexander Junk Schaeffler hat mit „E-Clutch“ ein Kupplungssystem vorgestellt, mit dem sich Gänge ohne Pedal schalten lassen. Im Gegensatz zum Automatikgetriebe lässt sich das System leichter integrieren und ist günstiger. as Handschaltgetriebe ist nach wie vor wichtig: Weltweit wird jedes zweite im Pkw verbaute Getriebe manuell geschaltet, in Europa verfügen sogar über 60 Prozent der Fahrzeuge über ein Handschaltgetriebe. Bis in die 1980er-Jahre hinein waren dabei mechanische Kupplungen Standard. Betätigte der Fahrer das Kupplungspedal, wurde die Kraft über einen Seilzug zu einem Hebelmechanismus in der Kupplungsglocke übertragen. Durch den engeren Bauraum und gestiegene Komfortansprüche sind moderne Kupplungen heute zunehmend mit einer hydraulischen Kupplungsbetätigung ausgestattet, denn die Komponenten müssen eine Vielzahl von Anforderungen erfüllen – ob weiches Anfahren, schnelles KURZFASSUNG Mit E-Clutch von Schaeffler lassen sich Schaltvorgänge ohne Kupplungspedal oder mit elektronischem Kupplungspedal durchführen. Das Fahrzeug kann auch im Segelmodus betrieben werden. Das System ist eine Alternative zur Automatik. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 Schalten, mehr Laufruhe oder weniger Geräusche. Die Kupplung muss zudem leicht bedienbar sein, damit sich der Kraftfluss sicher dosieren oder unterbrechen lässt. Segeln zur Kraftstoffreduzierung Automobilzulieferer Schaeffler geht nun einen Schritt weiter und hat mit der „E-Clutch“ ein automatisiertes Kupplungssystem vorgestellt, das sich mit verschiedenen OEM in der Erprobung befindet und bis Ende 2017 serienreif sein soll. Je nach Ausbaustufe übernimmt E-Clutch das Kuppeln nur in bestimmten Fahrsituationen oder führt alle Kupplungsvorgänge vollautomatisiert durch – ein Treten des Kupplungspedals ist dann nicht mehr notwendig. Damit können kraftstoffsenkende Fahrstrategien wie „Segeln“ bis hin zum elektrisch unterstützten Fahren auch bei Fahrzeugen mit manuellem Schaltgetriebe eingesetzt werden. Bislang ist dies nur in Verbindung mit Automatikgetrieben möglich. Das ist entscheidend, um die immer strenger werdenden Emissionsvor- schriften zu erfüllen. Für die Handschaltgetriebe hat Schaeffler drei nach dem Grad der Automatisierung abgestufte Konzepte einer E-Clutch entwickelt. In der einfachsten Variante „MTplus“ wird das Grundprinzip der hydraulischen Kraftübertragung beibehalten, aber ein zusätzlicher Aktuator direkt in die Druckleitung eingebaut. Der Vorteil: Bei dieser Anordnung sind die Anforderungen an die Betätigungszeit und -anzahl geringer. Bei konstanter Fahrt wird der Motor vom Getriebe getrennt und entweder ganz abgeschaltet oder im Leerlauf weiterbetrieben (Segeln). Das Auskuppeln übernimmt dabei MTplus. Das Signal dazu gibt der Fahrer indirekt, indem er vom Gas geht. Laut Schaeffler soll sich im künftigen Verbrauchsmesszyklus nach WLTP der Kraftstoffverbrauch mit dem Einsatz von MTplus um mindestens drei Prozent senken lassen. Die Funktion Segeln wird sogar zukünftig als Möglichkeit zur CO 2 -Emissionsreduktion für die Homologation von Kraftfahrzeugen anerkannt. Die Mehrkosten der MTplus-Technik gegenüber einer www.autoservicepraxis.de
klassischen Kupplung halten sich darüber hinaus laut Schaeffler in Grenzen. In der zweiten E-Clutch-Ausbaustufe Clutch-by-Wire („CbW“) wird die mechanische oder hydraulische Anbindung des Pedals an das Ausrücksystem vollständig ersetzt. Die jetzt fehlende Gegenkraft des Ausrücksystems auf das Pedal wird über einen von Schaeffler entwickelten Pedalkraftsteller erzeugt. Dieser enthält zudem einen Sensor, der die Pedalstellung an den Kupplungsaktor meldet. Dadurch nimmt der Fahrer nicht unmittelbar wahr, dass die Kupplungsbetätigung automatisiert ist, sondern fährt weiterhin, wie er es vom Handschalter gewohnt ist. Das eigentliche Öffnen und Schließen der Kupplung übernimmt in allen Fahrsituationen ein intelligenter Aktor. Er besteht aus einem Grundaktor, der die gesamte Elektronik, den E-Motor und einen Spindeltrieb beinhaltet. Die anwendungsspezifische Anbindung an die Kupplungsbetätigung übernimmt ein mechanisches oder hydraulisches Modul. Der modulare Aufbau macht das System universell einsetzbar und reduziert sowohl die Entwicklungsals auch die Systemkosten. Das Ausrücksystem eignet sich auch für Situationen, die einen hoch dynamischen Eingriff erfordern – zum Beispiel schnelles Schalten und schlagartiges Bremsen. Die Umsetzung von Pedalweg in Kupplungsweg lässt sich zudem elektrisch tunen. Das ermöglicht eine gangabhängige Adaption oder die Wahl eines Sportmodus, was bisher Automatikgetrieben vorbehalten war. Als dritte E-Clutch-Variante ist das elektronische Kupplungsmanagement („EKM“) identisch zu Clutch-by-Wire, verzichtet jedoch auf das Kupplungspedal. Das Signal zum Auskuppeln liefert ein Sensor in dem Moment, in dem der Fahrer zum Schalten ansetzt. Ebenso erfolgt das Einkuppeln automatisch, wenn der Gang eingelegt ist. Der noch höhere www.autoservicepraxis.de Von links: Dr. Roland Welter, Professor Peter Gutzmer und Matthias Zink (alle Schaeffler) Automatisierungsgrad von EKM bietet gute Voraussetzungen, um einen Elektromotor in den Antriebsstrang zu integrieren. Bei entsprechend dimensionierter Batterie in einem 48-Volt-Bordnetz übernimmt dieser den Vortrieb in allen Fällen, in denen der Verbrennungsmotor unwirtschaftlich arbeitet – zum Beispiel beim Einparken, im Stop-and-Go-Verkehr oder im Stadtbetrieb bei geringer Drei Varianten von E-Clutch sind als Alternative zum Schaltgetriebe realisierbar. Geschwindigkeit. „EKM ermöglicht einen technisch eleganten und wirtschaftlichen Einstieg in die milde Hybridisierung, wie er so mit einem Automatikgetriebe nicht darstellbar wäre“, erläutert Dr. Roland Welter, Leiter Produktlinie Gesamtsystem Kupplungen bei Schaeffler. Mit E-Clutch ermöglicht Schaeffler den hybridisierten Antrieben somit neue Märkte. Alexander Junk ■
PRODUKTE RDKS Auch für Niederquerschnittsreifen Teilespezialist Herth+Buss hat ab sofort einen RDKS-Radsensor mit Snap-In- Gummiventil im Programm. Er eignet sich für Leichtmetall- und Stahlfelgen und kann auch mit Niederquerschnittsreifen montiert werden. Der Sensor ist zehn Gramm leichter und flacher konstruiert als sein Metallventil-Pendant. Er ist für Foto: Veedol Deutschland eine Höchstgeschwindigkeit von 210 Kilometer pro Stunde ausgelegt und wird mit einem Torx-10-Schlüssel und einem Drehmoment von zwei Newtonmeter am Ventil angeschraubt. aj ■ Herth+Buss Fahrzeugteile GmbH & Co. KG www.herthundbuss.com SCHMIERSTOFFE Leichtlauf-Trio Foto: Herth+Buss Fahrzeugteile Schmierstoff-Spezialist Veedol hat drei neue Leichtlauf-Öle auf den Markt gebracht. „Sintron J 0W16“ ist ein kraftstoffsparendes SAE-0W16-Motorenöl, das für Pkw-Benzin-Motoren japanischer Hersteller entwickelt worden ist. Das universelle „Sintron P 0W30“ eignet sich hingegen für moderne Benzin- und Dieselmotoren von Peugeot, die auch mit Turbolader ausgestattet sein können. Aktuelle Benzin- und Dieselmotoren in Pkw und Transportern sind die Zielgruppe für das neue „Sintron S 0W30“. aj ■ Veedol Deutschland GmbH www.veedol-deutschland.de ERSATZTEILE Sauberer verbrennen Federal-Mogul Motorparts hat die Produktpalette seiner PSG-Drucksensor- Glühkerzen („Pressure Sensor Glow Plug“) unter dem Markenlabel Beru erweitert. Die Glühkerze „PSG007“ ermöglicht eine Verbrennungsregelung in Echtzeit, wodurch strengste Schadstoffauf lagen erfüllt AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 Foto: Optimal werden können. Die in Erstausrüsterqualität gefertigte Glühkerze ersetzt das Modell „PSG002“ und ist für die gängigen Modelle des Volkswagenkonzerns, darunter der Volkswagen Golf, Sharan und REPARATUR-KIT Kostengünstige Achs-Reparatur Foto: Federal-Mogul Tiguan, Audi A1, A3 sowie Seat Ibiza und Skoda Octavia erhältlich. aj ■ Federal-Mogul Aftermarket GmbH www.federalmogul.com Mit den neuen PSA-Hinterachs-Kits von Optimal kann die Hinterachse älterer Fahrzeuge des PSA-Konzerns effizient und kostengünstig repariert werden. Das in Kooperation mit Paschke Profitec entwickelte Werkzeug macht nicht nur den Ausbau der Hinterachse überflüssig, sondern es ist auch eine einseitige Instandsetzung möglich. Das Reparatur-Kit eignet sich unter anderem für die Peugeot-Modelle 106, 205, 206, 306, 309 sowie die Citroën-Modelle Berlingo, Xsara (Picasso) und Saxo. aj ■ Optimal AG & Co. KG www.optimal-germany.com www.autoservicepraxis.de
ASA NEWS REIFENSERVICE Transparentere Zertifizierung Die wdk-Richtlinie zur Prüfung und Zertifizierung von Montiermaschinen für die beschädigungsfreie Montage und Demontage von UHP- und Runflat-Reifen wird zur Zeit an den Stand der Technik angepasst und soll voraussichtlich im Sommer dieses Jahres veröffentlicht werden. „Der Ablauf bei der Prüfung zur Zertifizierung nach wdk-Richtlinie wird künftig detaillierter beschrieben und für alle transparent und verständlich dargestellt. Ferner wird es ein Update der Rad-/Reifenkombinationen für den Zertifizierungsprozess geben und die Reifendruckkontrollsysteme werden stärker berücksichtigt“, fasst Bernhard Hoffmann, Leiter des ASA-Fachbereichs Reifendienst und Achsvermessung, zusammen. Geplant ist des Weiteren, die Liste der wdk-zertifizierten Montiermaschinen in zwei Teile aufzuteilen – einen mit aktuellen und einen mit nicht mehr gefertigten Modellen. Mit dieser Maßnahme sollen Werkstätten beim Erwerb gebrauchter Maschinen einen besseren Überblick über wdk-zertifizierte Montiermaschinen und deren Zubehör erhalten. In diesem Zusammenhang weist Hoffmann darauf hin, dass viele Kfz-Werkstätten noch nicht mit einer wdk-zertifizierten Montiermaschine ausgestattet sind. Damit laufen sie Gefahr, die Reifen zu beschädigen und schlimmstenfalls einen Unfall zu verursachen. „Um dieses Risiko auszuschließen, empfehlen wir dringend, das Equipment für die Reifenmontage auf den aktuellsten Stand der Technik zu bringen“, so Hoffmann. Foto: Snap-on KOMPAKT Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. Foto: ASA Harald Hahn (AVL DiTEST) wurde auf der jüngsten Sitzung des ASA-Fachbereichs Diagnose einstimmig für weitere zwei Jahre in seinem Amt als Fachbereichsleiter bestätigt. Antonio Multari (MAHA) bleibt wie bisher sein Stellvertreter. Vom 7. bis 9. Juni 2016 findet die Automechanika Birmingham statt. Es ist die erste Automechanika in Großbritannien. 550 einheimische und internationale Aussteller werden dort den Messebesuchern ihre Produkte und Dienstleistungen aus circa 150 Produktkategorien präsentieren. KONTAKT wdk-zertifizierte Montiermaschinen verhindern Reifenschäden und Haftungsrisiken beim Montageprozess. MESSEN ASA-Stand auf der Automechanika Geschäftsstelle ASA Bundesverband Tel. 0 71 56/95 83-87 Fax 0 71 56/95 83-88 geschaeftsstelle@asa-verband.de www.asa-verband.de Auf der Frankfurter Automechanika 2016 wird sich der ASA-Verband an einem neuen Standort und mit einem neuen Konzept dem Fachpublikum präsentieren. Der ASA-Stand wird in diesem Jahr in der Halle 8.0 Stand B60 zu finden sein. Das offen gestaltete Lounge-Konzept wird viele Möglichkeiten bieten, die Messebesucher über den ASA-Verband, dessen Aktivitäten und die Vorteile einer Mitgliedschaft zu informieren. Der ASA- Verband ist ideeller Träger der Automechanika. Die weltweit führende Messe im automobilen Aftermarket ist für alle Entscheider in der Kfz-Branche eine unverzichtbare Veranstaltung. Sie bietet einen umfassenden Überblick über Produkte und Dienstleistungen für einen effizienten Service am Automobil. Die Werkstattausrüster werden auch in diesem Jahr innovative Lösungen zeigen, die es ermöglichen, mit den Anforderungen im Fahrzeugservice Schritt zu halten, die Betriebsabläufe zu optimieren und somit die Rendite zu verbessern. Mit dem Ausstellungsbereich „Tomorrow’s Service & Mobility“ wird es erstmalig einen gebündelten Einblick in die After-Sales-Welt von morgen geben. Die Werkstatt der Zukunft wird dort genauso gezeigt wie Produkte und Lösungen aus den Bereichen Connectivity, alternative Antriebe, automatisiertes Fahren und Mobility Services. Auch das Thema Aus- und Weiterbildung wird einen wichtigen Schwerpunkt bilden. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 35
WERKSTATTTECHNIK GETRIEBEÖL Zweimal Ölwechsel, bitte! Es ist nicht lange her, da propagierten Automobilhersteller Lifetime-Getriebeöl-Füllungen als umweltfreundlich und Kosten sparend. Heute weiß man: Getriebeöle müssen regelmäßig gewechselt werden. Fotos: Marcel Schoch iele Kfz-Profis erinnern sich noch gut daran, als Anfang der 90er- Jahre der VW-Konzern erstmals in Getrieben sogenannte Lifetime-Getriebeöle verwendete. Damit sollte der Getriebeölwechsel endgültig der Vergangenheit angehören. Das Konzept bewährte sich auch zunächst recht gut, so dass VW und andere Hersteller dazu übergingen, zu Beginn der 2000er-Jahre auch in Automatikgetrieben Lifetime-Öle einzufüllen. Man war seinerzeit nämlich zur Überzeugung gelangt, dass moderne Automatik-Getriebeöle einen sehr hohen Entwicklungsstand erreicht hätten und deshalb ebenfalls nicht mehr gewechselt werden müssen. Zudem dachte man, dass sie in Schalt- oder Auto- matikgetrieben weniger Verschleiß ausgesetzt sind als ihre Pendants im Motor. Seit einigen Jahren ist jedoch bekannt, dass auch Lifetime-Getriebeölfüllungen aufgrund hoher Scheer-, Quetsch- und Temperaturbelastungen vor allem in Automatik-, CVT- beziehungsweise in Direktschaltgetrieben verschleißen und altern können. Hinzu kommen hygroskopische Eigenschaften, die Getriebeöle mit der Zeit Wasser aufnehmen lassen. In Folge nehmen die Schmier- und Druckeigenschaften stetig ab, da die Öle durch Viskositätsverlust immer dünnflüssiger werden. Erhöhter Feinst-Abrieb ist die Folge, der zusätzlich die Schmiereigenschaften reduziert und Ölbohrungen beziehungsweise den Getrie- Das richtige Getriebeöl können Anwender auf der Homepage von Liqui Moly abfragen. KURZFASSUNG Getriebeölwechsel standen lange Zeit nicht auf den Servicelisten der Fahrzeughersteller. Dies hat sich seit einiger Zeit wieder geändert – besonders bei Automatikgetrieben. Hierauf haben auch Schmierstoffhersteller wie Liqui Moly und Motul reagiert und bieten neuerdings Profi-Getriebeölwechselgeräte an. Passendes Zubehör, umfassende Informationen und eine große Auswahl an Schmierstoffen sollen dabei den Getriebeölwechsel so einfach wie möglich machen. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 www.autoservicepraxis.de
beölfilter zusetzt. Ist dieser Prozess einmal in Fahrt gekommen, beschleunigt er sich mit jedem gefahrenen Kilometer. Der Kunde bemerkt hiervon zunächst wenig, da es sich um einen schleichenden Prozess handelt. Zusehends verschlechtert sich aber dann das Schaltverhalten. Ruckeln beim Gangwechsel, Vibrationen unter Last oder erhöhte Motordrehzahlen, bis der Schaltvorgang durchgeführt wird, sind die ersten Alarmzeichen, dass das Getriebeöl dringend gewechselt werden muss. Aus den genannten Gründen empfehlen daher sowohl die führenden Getriebeölproduzenten als auch Getriebehersteller, nach 80.000 bis 120.000 Kilometer oder nach vier bis sechs Jahren Automatikgetriebeöle zu wechseln. Um der steigenden Nachfrage nach professionellem Service für die Getriebe moderner Fahrzeuge gerecht zu werden, hat Motul mit dem MotulEvo ATM 0915 und Liqui Moly mit Gear Tronic für Werkstätten professionelle Automatikgetriebeöl-Wechselgeräte für den Getriebeölservice im Angebot. Beide Geräte lösen das Problem, dass bei einem herkömmlich durchgeführten Ölwechsel ein Viertel bis ein Drittel des verbrauchten Öls noch im Getriebe verbleibt und sich beim Befüllen mit Frischöl mit diesem und den Schmutzstoffen wieder vermischt. Nach dem Wechsel des Ölfilters kann die gereinigte Ölwanne wieder montiert werden. www.autoservicepraxis.de Motul liefert einen umfassenden Adaptersatz mit. Er genügt für die meisten Fahrzeuge. Motul: Frischöl für Maserati und Co. Ortstermin bei der Scuderia GT im oberbayerischen Irschenberg. Thomas Gerhofer, Geschäftsführer und Inhaber der Scuderia GT GmbH, einer freien Werkstatt für Ferrari und Maserati, hat seit einigen Monaten das MotulEvo ATM 0915 in seiner Werkstatt im Einsatz. „Wir benutzen es hauptsächlich, um bei den Hochleistungssportwagen von Ferrari Automatikgetriebeölwechsel durchzuführen“, sagt Thomas Gerhofer. „ Diese Fahrzeuge haben bereits im Serienzustand 740 PS, was von einigen Besitzern durch Tuningmaßnahmen gelegentlich noch gesteigert wird. Aufgrund der extremen Belastungen, kommt es deshalb bei den Getrieben oft zu Fehlfunktionen, wenn das Öl verbraucht ist. Letztendlich hilft da nur, auch wenn dieser im Service nicht immer vorgeschrieben ist, ein Ölwechsel mit vorheriger Ölspülung.“ Der Wechsel ist denkbar einfach, da die notwendigen Schritte größtenteils vollautomatisch ablaufen beziehungsweise der Anwender über ein Display durch alle Arbeitsschritte geführt wird. Nach Anschluss des MotulEvo ATM 0915 an eine 220-Volt- Steckdose werden im ersten Arbeitsschritt die Fittiche oder Flansche der Ölkühler- Leitungen geöffnet und aus dem umfangreichen Adaptersatz passende Adapter herausgesucht und angeschraubt. Danach müssen nur die Zu- und Ablaufleitungen des MotulEvo ATM 0915 an die Adapter angeflanscht werden. Zum Wechsel des Öls wird der Motor gestartet und die Funktion Spülung am Touchscreen des Geräts aufgerufen. MotulEvo ATM 0915 saugt hierauf Nach der Spülung und Reinigung wird frisches Automatikgetriebeöl in das Getriebe gepumpt. das alte Öl ab und pumpt neues zum Spülen durch das Getriebe. Um die Reinigungswirkung der Spülung zu erhöhen, können in Härtefällen dem Öl Reinigungsdetergentien zugegeben werden. Befüllung in wenigen Minuten Nach der Spülung wird dann die Ölwanne demontiert und der Ölfilter ausgebaut. „Jetzt ist es sinnvoll, nochmals das Getriebe mit frischem Getriebeöl zu spülen“, sagt Stefan Kaunzinger, Key Account Manager Getriebeservice der Motul Deutschland GmbH. Um das Öl aufzufangen, muss bei dieser Spülung unter dem geöffneten Getriebe eine Ölauffangwanne angebracht werden. Die Spülung ist nach wenigen Minuten abgeschlossen. Nach dem Reinigen der Dichtflächen und dem Einsetzen des neuen Ölfilters folgt die Montage der Ölwanne. Anschließend drückt man am Touchscreen des MotulEvo ATM 0915 „Getriebe füllen“, um das automatische Befüllen des Getriebes zu starten. Nach rund zwei Minuten ist das Getriebe befüllt. Nach Demontage der Adapter und Zusammenschrauben der Ölleitungen ist der Ölwechsel abgeschlossen. „Auf die Füllmenge muss beim MotulEvo nicht geachtet wer- ALGEMA Slider Das Abschleppfahrzeug mit dem Knick-Schiebeplateau www.algema.de
WERKSTATTTECHNIK den“, erklärt Stefan Kaunzinger. „Nach Eingabe der Fahrzeugdaten in MotulEvo ATM 0915 greift das Gerät auf seine Datenbank zu, kalibriert die richtige Füllmenge und gibt vor, welches Öl in das Getriebe eingefüllt werden muss.“ Trotzdem sollte der korrekte Getriebeölstand nach der Füllung zur Sicherheit kontrolliert werden. Liqui Moly: Vollautomatisch wechseln Auch Robert Pollner, Mitgeschäftsführer der Firma R&R Kraftfahrzeug-Reparatur GmbH aus Überacker westlich von München, empfiehlt seinen Kunden bei Automatikgetriebeproblemen das Öl zu wechseln. Hierfür kommt bei R&R das vollautomatische ATF Ölwechselgerät GearTronic von Liqui Moly zum Einsatz. Wie beim MotulEvo ATM 0915 handelt es sich beim Gear Tronic um ein universal einsetzbares Profi-Getriebeölwechselgerät. Entsprechend ist im Lieferumfang ein umfassendes Adapter-Kit zum Anschließen direkt am Getriebe, am Messstab (so genannter Dipstick-Mode) oder für die Schlauchanschlüsse am Getriebeölkühler beigelegt. Die Durchführung des Ölwechsels funktioniert genauso wie beim Motul Evo ATM 0915. Lediglich der Stromanschluss mit 12 Volt, abgenommen von der Fahrzeugbatterie, und die Zugabe der Reinigungsadditive unterscheiden sich. Um diese bei der Spülung dem Ölwechsel-Kreislauf zuzugeben, wird ein wieder befüllbarer Additivbehälter in die Zulaufleitung integriert. Zusammen mit frischem Getriebeöl werden dann beim Reinigungsvorgang die Additive circa zehn Minuten lang bei laufendem Motor durch das Getriebe gepumpt. Dabei werden Verschmutzungen und Ölrückstände gelöst und im Gerät zusammen mit dem Spülöl gesammelt. Der umfassende Adaptersatz von Liqui Moly reicht für die meisten Fahrzeugtypen völlig. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 Während der Reinigung muss der Motor laufen und das Getriebe mindestens zweimal durch alle Wahlhebelstellungen durchgeschaltet werden. Während der Reinigung empfiehlt Liqui Moly das Getriebe mindestens zweimal durch alle Wahlhebelstellungen und Gangstufen durchzuschalten. Zur anschließenden Befüllung wird der Additivbehälter aus dem Kreislauf entfernt und anhand der Bedienungs- oder Wartungsanleitung des Fahrzeugherstellers die erforderliche Getriebeölmenge und die richtige Automatikgetriebeölspezifikation bestimmt. Alternativ hierzu können die Daten im Internet auch bei Liqui Moly direkt abgefragt werden. Nach Befüllen des Ölwechselgerätes mit der passenden Menge Frischöl kann dann der Befüllvorgang (ggf. nach Wechsel des Ölfilters und Reinigung der Getriebeölwanne) durch Drücken der Liter-Taste bei laufendem Motor gestartet werden. Liqui Moly empfiehlt hier die Ölmenge immer aufzurunden – zum Beispiel bei einer Getriebeölkapazität des Fahrzeugs von 6,5 Liter die 8-Liter-Taste zu drücken. Nach Abschluss der Befüllung, die durch ein akustisches Signal angezeigt wird, kann bei Bedarf noch über den Additivbehälter ein Getriebeadditiv zugegeben werden. Hierfür wird der Motor erneut gestartet. Durch die Getriebeölzirkulation wird so das Additiv dem Öl beigemischt. Ist das Getriebe befüllt, muss auch beim GearTronic nochmals der korrekte Ölstand „manuell“ überprüft werden. Bei Zuviel oder Zuwenig lässt sich durch Drücken der Taste +1/2 Liter bzw. -1/2 Liter die Ölmenge entsprechend korrigieren. Nach Abklemmen der Leitungen und Verschrauben der Ölleitungen ist der Ölwechselvorgang abgeschlossen. „Wir haben das GearTronic seit gut drei Monaten im Einsatz“, sagt Robert Pollner. „Die meisten Automatikgetriebe-Probleme konnten wir seitdem schnell beheben.“ Besonders hilfreich war für Robert Pollner das umfangreiche Additiv-Programm von Liqui Moly, das vom Reiniger bis zum Getriebeölzusatz keine Wünsche offenlässt. Zufrieden ist auch Thomas Gerhofer mit Motul. „Uns hat besonders die Datenbank überrascht. Trotz der von uns betreuten exklusiven Marken Ferrari und Maserati mussten wir nicht erst mühsam anfangen, Daten zu sammeln, denn die meisten sind bereits vorhanden. Außerdem finden sich im umfassenden Adapterangebot immer passende Anschlussstücke, auch für unsere Italiener.“ Professioneller Getriebeölwechsel Beide Geräte sind bestens für freie Kfz- Betriebe geeignet. Sie bieten alles, um sich im Geschäftsfeld Getriebeservice zu spezialisieren und zu positionieren. Sowohl Liqui Moly als auch Motul unterstützen ihre Partner-Betriebe mit dem notwendigen Know-how durch Schulungen oder Vor-Ort-Beratungen und durch hochwertige Getriebeöle, die speziell formuliert eine breite Herstellerabdeckung gewährleisten. Letztendlich ist es eine Entscheidungsfrage, die von persönlichen Vorlieben oder Bezügen zur jeweiligen Schmieröl-Marke abhängt, für welches der beiden Geräte man sich entscheidet. Marcel Schoch ■ Weitere Bilder, Infos und Tipps zu beiden Geräten finden Sie im asp ePaper. www.autoservicepraxis.de
Advertorial Schrader auf der REIFEN der „Leuchtturm“ in Sachen RDKS Mit dem auffälligen Leuchtschriftzug ist Schrader als Marktführer bei Reifendruckkontrollsensoren auf der diesjährigen REIFEN schon von weitem gut zu sehen. Dabei ist der Messestand perfekt auf die Zielgruppe der Werkstätten zugespitzt und fungiert im unruhigen Fahrwasser der RDKS-Welt vom 24. bis 27. Mai als eine Art Leuchtturm. Ein echtes Highlight ist dabei das neue RDKS- Programmiergerät. Das innovative Tool ermöglicht die einfache, bequeme und kostengünstige RDKS-Programmierung. Es kann vor Ort übrigens nicht nur nach Herzenslust getestet werden: Eine limitierte Edition wird auch verlost oder kann zu speziellen Messekonditionen direkt bestellt werden. Wegweisend möchte der größte Anbieter von RDKS-Sensoren aber nicht nur mit seinen Produkten sein. Markus Schmid, Head of Marketing Global Aftermarket: „Für uns zählt nicht das einzelne Produkt, sondern das Gesamtpaket. Wir wollen den Werkstätten Lösungen anbieten, welche den gesamten RDKS-Prozess abdecken: Schulung, Einbau, Programmierung, Service und Wartung.“ Auf seiner Homepage www.tpmseuroshop.com führt das Unternehmen deshalb auch sämtliche relevanten Informationen zum Thema RDKS zusammen. Der einladend offen und nach den neuen Designrichtlinien gestaltete Messestand versteht sich ebenfalls als Informationsplattform und widmet sich explizit dem Wissenstransfer und dem Dialog zwischen Werkstatt- und Schrader-Mitarbeitern. Ruhige Sitzecken sind deshalb genauso vorhanden wie ein Felgenmodell, an dem die Montage zahlreicher Sensoren demonstriert und erläutert werden kann. Da ein RDKS-Sensor sehr filigran aufgebaut ist und viele Details mit dem bloßen Auge kaum unterscheidbar beziehungsweise einsehbar sind, präsentiert Schrader große, zoombare 3D-Modelle des EZ-Sensors 2.0. Diese können Besucher auf einem Touchscreen mit einem 42-Zoll-Display – das entspricht einer Bildschirmdiagonalen von mehr als einem Meter begutachten. Auch hier führen mehrteilige Video-Tutorials des Sensor-Herstellers perfekt an das Thema RDKS heran. Leicht nachvollziehbar zeigen sie unter anderem, welche einzelnen Schritte für das Montieren, Programmieren und Instandhalten von RDKS- Sensoren notwendig sind. Zudem ermöglicht der Bildschirm direkten Zugriff auf den Webshop des OE Weltmarktführers. Alle Schrader Produkte sind verfügbar unter: www.tpmseuroshop.com
autop und Stenhøj werden zu einer Marke. HEBETECHNIK Gemeinsam stärker autop und Stenhøj wachsen zusammen. Als gemeinsame Marke mit erweiterter Produktpalette soll die Marktposition in Deutschland und im Export weiter ausgebaut werden. KURZFASSUNG In Rheine stellten autop Maschinenbau und die Stenhøj Gruppe ihre Unternehmensstrategie als gemeinsame Marke vor. Die Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie ist auch in Zukunft zentral und verlangt eine globale Ausrichtung. Noch wehen am Unternehmenssitz von autop Maschinenbau in Rheine zwei Flaggen, doch schon bald wird hier eine gemeinsame „Autopstenhoj“-Fahne zu sehen sein. Denn zum 1. Juli werden die beiden Unternehmen autop und Stenhøj zusammengeführt. „Es wächst zusammen, was zusammen gehört“, erklärte Søren Madsen, AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 CEO der Stenhøj Holding in Rheine. Schon seit 1996 ist das auf Unterflur- Hebebühnen spezialisierte Unternehmen autop Maschinenbau GmbH eine 100-prozentige Tochter des dänischen Stenhøj Konzerns. Stenhøj A/S in Dänemark ist wiederum einer der weltweit führenden Hersteller von Überflur-Hebebühnen. „Gemeinsam wollen wir jetzt moderner am Markt auftreten. Nicht frei von Historie – denn die Tradition liegt in uns, aber wir sind nicht mehr so an sie gebunden“, so Søren Madsen. Denn beide Unternehmen blicken auf eine lange Geschichte zurück: autop auf über 65 Jahre, Stenhøj feiert nächstes Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Zusammen addiert habe man in rund 165 Jahren ganze 480.000 Hebebühnen weltweit vertrieben, weiß Karsten Meinhausen, verantwortlich für Marketing und Vertrieb. autop besitzt einen stolzen Marktanteil in der Unterflur- Hebetechnik von mehr als 35 Prozent in Deutschland und baut heute rund 1.600 Hebebühnen jährlich. Dabei gehen 35 Prozent des Umsatzes in den Export, 65 Prozent verbleiben in Deutschland. Stenhøj hingegen ist vor allem im Export stark. 96 Prozent des Umsatzes werden außerhalb Dänemarks erzielt, da der nationale Markt sehr klein ist. Globale Ausrichtung Auf diese Erfolge will man mit der One- Brand-Strategie aufbauen und vor allem den Export stärken. Zwar habe man bereits in der Vergangenheit eng zusammengearbeitet, jetzt wolle man sich aber www.autoservicepraxis.de
Fotos: Valeska Gehrke Søren Madsen (links), CEO der Stenhøj-Gruppe, im Gespräch mit Thomas Liesenfeld (ganz rechts) vom Autohaus Brüggemann, Referenzkunde von autop Maschinenbau. unter der gemeinsamen Marke noch mehr verzahnen und eine gemeinsame erweiterte Produktpalette anbieten. „Kein Kunde kauft nur Unterflur- oder nur Überflur-Hebebühnen, da war es nur natürlich das zusammenzuführen“, ist Søren Madsen überzeugt. Als Neuheit wird in Zukunft auch die Prüftechnik, bisher als eigenständige Firma Sherpa bekannt, unter Autopstenhoj international vermarktet, bleibt aber parallel auch als Marke bestehen. „Das Beste aus drei Unternehmen führen wir hier zusammen“, erklärte Søren Madsen. So werde man ein stärkerer Wettbewerber für etablierte Player auf dem Markt und hebe sich durch die Produktqualität von vielen anderen Anbietern Hoher Anspruch Der neue Slogan „Uplifting Company“ verpflichtet: Autopstenhoj will sich stetig verbessern und das vor allem global als Teil der neuen Strategie. „Dafür arbeiten wir eng mit der Automobilindustrie zusammen. Freigaben und Empfehlungen sind zwar viel Aufwand, aber dadurch haben wir die Nase immer ein stückweit vorne“, so Karsten Meinshausen. Die Entwicklungsabteilung von Autopstenhoj ist daher nicht ohne Grund in Rheine angesiedelt, um flexibel und schnell auf Anforderungen reagieren zu können. Doch nicht nur die Organisationsstruktur mit Vertrieb, Marketing, Aftersales und Entwicklung muss zusammengeführt werden, auch der Außenauftritt als neue Marke ist entscheidend. Dafür wurde nicht nur ein neues Logo entwickelt, die Herausforderung bestand vor allem darin Homepage, Prospekte und Preislisten zu vereinheitlichen. „Jedes Produkt ist zukünftig www.autoservicepraxis.de NEUES VON DEN KLIMA- PROFIS Komplett-Programm für die Werkstatt www.airconservice.de/klimaprofi Komplett mit autop-Bühnen ausgestattet: Autohaus Brüggemann in Rheine-Mesum nur noch unter einer Artikelnummer mit einem Listenpreis und einem Rabattsystem verfügbar“, erläuterte Karsten Meinshausen. Dabei sollen die Preise gleich bleiben, minimale Abweichungen sind der Vereinheitlichung geschuldet. Beim Internetauftritt und dem Produktkatalog nutzte das Marketing-Team die Chance und führte viele Verbesserungen ein. Produktinformationen sowie viele weitere Dokumente wie Fundamentpläne oder Freigabedateien sind beispielsweise im Extranet abrufbar. Pünktlich zum 1. Juli sollen die neue Webpage und die Kommunikation umgestellt sein. Auch das Gebäude in Rheine wird bis dahin mit einem frischen Anstrich im neuen Glanz erstrahlen, während die dann gemeinsame Fahne frischen Wind für das zusammengeführte Unternehmen ankündigt. Valeska Gehrke ■ WAECO Werkstatt-Award 2016 Welche clevere Idee passt ins Gesamtbild? Mitmachen & Gewinnen: www.airconservice.de/klimaprofi Im WAECO AirCon Service Sortiment finden Sie alles, was Sie für ein erfolgreiches Klimageschäft brauchen: Servicegeräte mit maximaler Kältemittel-Rückgewinnung (R 134a / R 1234yf), Verbrauchs material, Spezialöle, Werkzeug.
WERKSTATTTECHNIK KLIMASERVICE Frischer Wind AVL Ditest erweitert sein Angebot: das CO2-Klimaservicegerät ADS 310 vervollständigt jetzt das Sortiment und bietet Werkstätten die Möglichkeit, auch Klimaservice für CO2-Klimaanlagen anzubieten. Fotos: AVL Ditest iagnosespezialist AVL Ditest beweist sein Können erneut im Bereich Klimaservice und stellt seine neueste Entwicklung vor: das Klimaservicegerät ADS 310 für CO 2 . Erst vor rund zwei Jahren war das Grazer Unternehmen mit zwei Klimaservicegeräten für R-134a und R-1234yf neu in das Geschäftsfeld eingestiegen und bietet inzwischen mit dem Einsteigermodell ADS 110, den beiden Modellen ADS 120 und ADS KURZFASSUNG AVL Ditest hat in Zusammenarbeit mit Daimler ein Klimaservicegerät für CO2 entwickelt. Denn neben den beiden Kältemitteln R-134 und R-1234yf könnte zukünftig CO2 als umweltfreundliche Alternative an Bedeutung gewinnen. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 130 die ganze Bandbreite vom handlichen Einsteigermodell bis zum High-Endgerät an. „Vor einigen Jahren haben wir uns entschieden, dieses Geschäftsfeld strategisch zu besetzen. Unsere Nähe zu den Automobilherstellern sowie die Vorgaben vom Gesetzgeber ergaben eine sehr gute Zukunftsperspektive. Dies hat sich nun bei der Entwicklung der CO 2 -Klimageräte gezeigt. Zusammen mit Daimler haben wir ein sehr leistungsfähiges Gerät entwickelt. Für dieses CO 2 -Gerät als auch für die R-1234 yf-Geräte besitzen wir die Freigabe. Von daher blicken wir sehr optimistisch auf das Geschäftsfeld“, erklärt Harald Hahn, Geschäftsführer von AVL Ditest. Umweltfreundliches Kältemittel CO 2 könnte zukünftig als umweltfreundliches Kältemittel an Bedeutung gewinnen. Denn Hersteller wie Mercedes-Benz haben angekündigt für bestimmte Fahrzeugmodelle auf CO 2 zu setzen. Schließlich sei die CO 2 -Klimaanlage der heutigen R-1234yf- Anlage hinsichtlich Wirkungsgrad, Abkühlungsdynamik und Umweltverträglichkeit überlegen, heißt es bei AVL Ditest. Für den CO 2 -Klimaservice stellt das Unternehmen jetzt das vollautomatische Klimaservicegerät ADS 310 vor, welches auch bei den deutlich höheren Systemdrücken einer CO 2 -Klimaanlage ein sicheres Arbeiten gewährleistet. Menügeführte Prozesse mit Sicherheitshinweisen und systemgesteuerte interne Plausibilitätschecks sorgen für die hohe Arbeitssicherheit. Eine selbsterklärende Benutzeroberfläche führt den Bediener durch die Anwendung. Dabei läuft der Klimaservice selbst vollautomatisch ab. Bei Bedarf ist www.autoservicepraxis.de
auch ein manueller Ablauf für Wartungsarbeiten sowie die Funktionsüberprüfung der Klimaanlage möglich. Beim Design des Geräts legten die Entwickler besonderen Wert auf die intuitive und einfache Handhabung. Die kompakte Form soll etwa einen flexiblen Einsatz sicherstellen und ein rasches Wechseln der CO 2 -Flaschen ermöglichen, wobei laut Hersteller alle gängigen Flaschentypen unterstützt werden. Für besonders ergonomisches Arbeiten kann sich der Anwender das grafische Farbdisplay nach Belieben verstellen. Interessantes Detail: Das Gerät wird mit einem Einhand-Drehregler bedient, der je nach aktuellem Zustand des Systems farblich gekennzeichnet ist. Investition in die Zukunft Durch niedrigste Wartungskosten und kaum anfallende Verbrauchsmaterialien ist das Gerät laut Hersteller sehr rentabel. Werkstätten könnten damit ihr Service- Angebot erweitern und so neue Einnahme quellen erschließen. Bis CO 2 als Kältemittel auch in freien Werkstätten ankommt, dürfte es aber noch eine Weile dauern: „Dies hängt weitgehend von der Population sowie davon ab, ob andere Fahrzeughersteller nachziehen und dieses absolut umweltverträgliche Kältemittel und diese innovative Technologie auf breiter Front einführen. In der Regel setzen sich solche Technologien als Standard in einem Zeitraum von zehn Jahren durch“, ist Harald Hahn überzeugt. Valeska Gehrke ■ www.autoservicepraxis.de Für 8.980 Euro (UVP) kommt das ADS 310 auf den Markt. Nur ein Detail. Aber 100.000 Meilen wert. Eine unwiderstehliche Garantie! MEYLE-Wasserpumpen stehen in jeder Ausführung für Qualität: Bereits als Standard-Ausführung erfüllen sie alle Anforderungen. Hochwertige Komponenten wie z. B. die spezielle SiC/SiC- Gleitringdichtung garantieren höchste Sicherheit. Unsere Premium- Marke MEYLE-HD bietet darüber hinaus weitere ausgereifte Details, wie zusätzlich verstärkte Lager. Unsere 100.000 Meilen Laufleistungsgarantie gilt für alle MEYLE-Wasserpumpen.* Damit Sie auf der sicheren Seite sind. Hoch abriebfeste SiC/SiC-Gleitringdichtungen sind nur eine von vielen Detaillösungen, die MEYLE-Wasserpumpen so zuverlässig machen. www.meyle.com * Unsere Garantiebedingungen finden Sie unter www.meyle.com/garantie
TÜV SÜD-AKTUELL Fragen an ... Philip Puls, Leiter Technische Prüfstelle für den Kfz-Verkehr in Bayern Welche Themen liegen Ihnen für das Kfz- Prüfgeschäft besonders am Herzen? Mir ist wichtig, dass die TÜV SÜD-Sachverständigen in unseren Service-Centern und draußen in den Werkstätten als kompetenter Lösungsanbieter wahrgenommen werden. Dazu müssen wir vielleicht noch mehr erklären, was wir tun und weshalb wir das tun. Gemäß unserem hohen Qualitätsanspruch müssen wir dabei immer die Sicherheit im Blick haben, das müssen wir aber eben auch gut kommunizieren. Wie erreichen Sie damit die Mitarbeiter? Es geht darum, dass sich das Selbstverständnis als serviceorientierter Kümmerer und Problemlöser in den Köpfen der Mitarbeiter durchsetzt. Das muss über die Unternehmenskultur und im permanenten Austausch mit den Prüfern vermittelt werden und natürlich auch immer wieder vorgelebt werden. Auf mehr Offenheit und Transparenz setzen wir deshalb auch bei der Gestaltung der Prüfstellen. Dort kann der Kunde zuschauen, was an seinem Fahrzeug gemacht wird. Er kann dem Prüfer über die Schulter schauen und jederzeit Fragen stellen. Annahme- und Prüfbereich sind dort nicht mehr räumlich getrennt. Wie läuft es eigentlich mit dem HU-Adapter in der Hauptuntersuchung? Bis auf anfängliche Schwierigkeiten ist die Einführung sauber gelaufen. Die Nutzer machen damit gute Erfahrungen. So kann beispielsweise die Bremswirkungsprüfung mit dem HU-Adapter sehr effektiv durchgeführt werden, weil die ausgelesenen Referenzprüfwerte weit aussagekräftiger sind als eine Hochrechnung des Bremsdrucks. Im nächsten Schritt werden wir die Schwingungsdämpfer-Prüfung fakultativ mit aufnehmen sowie die Ansteuerung von lichttechnischen Einrichtungen. Der Prüfer kann dann mit dem Fahrzeug noch besser kommunizieren. Das macht die HU noch effektiver und effizienter. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 TECHNISCHE PRÜFSTELLE FÜR DEN KFZ-VERKEHR IN BAYERN Philip Puls folgt auf Jürgen Wolz Seit 1. März 2016 ist Philip Puls (38) neuer Leiter der Technischen Prüfstelle für den Kfz-Verkehr in Bayern bei der TÜV SÜD Auto Service GmbH. Er folgt damit auf Jürgen Wolz, der diese Funktion seit 2011 innehatte und nun in die Geschäftsleitung gewechselt ist. Philip Puls war bereits seit 2011 dessen Stellvertreter. „Seit mehr als 10 Jahren ist Philip Puls bei der TÜV SÜD Auto Service GmbH und von Anfang an mit dem Thema Haupt untersuchung (HU) beschäftigt – einen besseren Fachmann auf dieser Position kann ich mir nicht vorstellen“, unterstreicht Patrick Fruth, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV SÜD Auto Service GmbH. Gleich nach dem Studium des Maschinenwesens an der Technischen Universität München startete Puls seine Karriere bei TÜV SÜD – zunächst als amtlich anerkannter Sachverständiger in der Fahrzeugprüfung. Bereits 2006 übernahm er die Leitung des TÜV SÜD Service- Centers in Garching. 2010 wechselte der gebürtige Münchner in die Konzernzentrale nach München, wo er zwei Jahre lang für die Entwicklung der elektronischen HU verantwortlich zeichnete. Bereits seit 2011 war der dreifache Familienvater stellvertretender Leiter der Technischen Prüfstelle in Bayern und zudem als Leiter des Technischen Dienstes national wie international mitverantwortlich für die Globalisierung des Geschäftsbereiches, beispielsweise in Korea, Japan und China. Eine der größten Herausforderungen ist für Puls die Harmonisierung der HU in der Europäischen Union: „Die Partnerschaft zwischen Werkstätten und unabhängigen Prüfdienstleistern ist eine Erfolgsgeschichte und Vorbild für die gesamte EU“, unterstreicht Puls. Zudem will Puls die Interessen der Autofahrer bei der HU stärker in den Blick nehmen: „Behördliche Anforderungen transparenter machen und so für mehr Akzeptanz sorgen, wenn das Auto zum ‚TÜV‘ muss – das ist eine unserer Hauptaufgaben für die Zukunft“, so Philip Puls. Auch die zunehmende Digitalisierung beschäftigt die Prüfer: „Schon heute verfügen Fahrzeuge über eine Vielzahl elektronischer Fahrer- Assistenzsysteme. Und der Ausrüstungsgrad wird in den nächsten Jahren weiter steigen“, erklärt Puls. „Diese Systeme müssen ein Fahrzeug-Leben lang zuverlässig funktionieren. Entsprechend müssen wir Prüfmethoden entwickeln, mit denen sich dies im Rahmen der Hauptuntersuchung überprüfen lässt. Foto: TÜV SÜD Die periodische Fahrzeugüberwachung ist Kerngeschäft der TÜV SÜD Auto Service GmbH. www.autoservicepraxis.de
TÜV SÜD BILANZ 2015 Antworten auf die Digitalisierung Der TÜV SÜD-Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr.-Ing. Axel Stepken, bei der Bilanzpressekonferenz. Foto: Dietmar Winkler TÜV SÜD ist 2015 weiter gewachsen und hat neue Bestmarken bei Umsatz, Gewinn und Mitarbeiterzahl erreicht: Der internationale Dienstleistungskonzern konnte den Umsatz um 8 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro steigern (2014: 2,1 Mrd. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) stieg auf rund 190 Mio. Euro (2014: 187 Mio. Euro), der Jahresüberschuss wuchs um über 9 Prozent auf 114 Mio. Euro (2014: 104 Mio. Euro). Die stärksten Wachstumsimpulse kamen aus dem Ausland, vornehmlich aus Fernost sowie aus Nord- und Südamerika. Mittlerweile werden 42 Prozent des Umsatzes im Ausland erwirtschaftet. Fast drei Viertel des Umsatzanstiegs gehen auf Kunden im Ausland zurück. TÜV SÜD-Kontakt TÜV SÜD Auto Service Philip Puls Tel. 0 89/57 91-23 20, Fax -23 81 philip.puls@tuev-sued.de TÜV SÜD Auto Partner Thomas Gensicke Tel. 0 7 11/72 20-84 73, Fax -84 88 thomas.gensicke@tuev-sued.de Zentraler Vertrieb Tel. 07 11/7 82 41-246 vertrieb-as@tuev-sued.de Ein wichtiges Wachstumsfeld ist die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung, die alle Bereiche der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Lebens betreffen. Künftig soll ein Chief Digital Officer (CDO) das Thema Digitalisierung über alle Geschäftsbereiche von TÜV SÜD hinweg aktiv vorantreiben. Der neue CDO berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr.-Ing. Axel Stepken. „Der digitale Wandel bei unseren Kunden in allen Wirtschaftsbereichen wird auch Änderungen der Strukturen bei TÜV SÜD beeinflussen. Daher haben wir das Thema direkt an den Vorstand angebunden“, sagte Stepken anlässlich der Bilanzpressekonferenz des Konzerns. Um die digitalen Kompetenzen im Unternehmen zu stärken, baut TÜV SÜD neue Digital-Units auf. „Erst kürzlich haben wir in Singapur unser neues Center of Excellence Digital Service eröffnet“, berichtete Stepken. In den kommenden drei Jahren wird TÜV SÜD einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Bei der Entwicklung von Schutzmaßnahmen gegen fremde Zugriffe und Cyberangriffe sieht sich TÜV SÜD in einer Schlüsselposition. Im Rahmen von PEGASUS, einem Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, sollen neue Test- und Freigabemethoden für hochautomatisiertes Fahren definiert werden. TÜV SÜD AUTO SERVICE Marius Krause kümmert sich um die Großkunden der TÜV SÜD Auto Service GmbH. Marius Krause ist neuer Leiter Key Account Management Retail Mit Wirkung zum 1. April 2016 wurde Marius Krause (36) zum neuen Leiter Key Account Management Retail bei TÜV SÜD Auto Service ernannt. Er unterstützt damit Stefan Herzog, der als Leiter Vertrieb bisher diese Funktion innehatte und bislang die Key Account Manager direkt führte. Erfahrung mit Großkunden Der studierte Betriebswirt Krause betreute bei TÜV SÜD Auto Service bereits von 2009 bis 2013 als Key Account Manager die Fahrzeughersteller. In Folge koordinierte er das weltweite Geschäft der TÜV SÜD Gruppe mit den drei Großkunden BMW, Daimler und Volkswagen als Global Key Account Manager bei der TÜV SÜD AG. „Unsere Großkunden suchen überregional leistungsfähige Partner. Gemeinsam mit ihnen entwickeln wir dabei als Berater Lösungen, die sie weiterbringen. Beispielsweise beschleunigen die verschiedenen Bausteine des TÜV SÜD-Schadenmanagements die Prozesse im Autohaus und steigern damit die Kundenzufriedenheit bei optimierten Kosten“, erklärt Krause die Bedürfnisse im Großkundensegment. Modular aufgebaute Leistungen Das Key Account Management Retail vermarktet die modular aufgebauten TÜV SÜD- Leistungen aus den Bereichen Automobilhandel, Flotte, Retail-Organisationen der Hersteller sowie Leasinggesellschaften. Hierbei reicht das Dienstleistungsangebot von der Autohaus-Beratung über den Werkstatt-Test bis hin zum kompletten Fahrzeugmanagement mit Aufbereitung und Zulassung. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung und kann meine bisherigen Branchen-Erfahrungen perfekt einbringen“, so Krause. www.autoservicepraxis.de AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 45
BETRIEBSPRAXIS BEST PRACTICE Boxenstopp in Huglfing Wie aus einer ehemals freien Tankstelle eine kleine Werkstatt und schließlich ein florierender Kfz-Betrieb wurde – ein Ortsbesuch im oberbayerischen Huglfing. igentlich wollte Jan Kasperlik lediglich vermeiden, dass vor seine Erdgeschosswohnung im oberbayerischen Huglfing, unweit des malerischen Staffelsees, eine Industriehalle oder eine Wohnanlage gebaut wird. „Die Tankstelle mit kleiner Werkstatt, die sich auf dem Nachbargrundstück befand, sollte aus Altersgründen verkauft werden“, erinnert sich Kasperlik. Als sein Nachbar ihn über diese Pläne informierte, war er gerade dabei, seine Grundstückseinfahrt zu bepflanzen. „Und da habe ich zum ersten Mal bewusst wahrgenommen, wie stark die Straße, an der die Tankstelle liegt, befahren ist und mir überlegt, dass der Kaufpreis für die Immobilie durchaus durch den Tankstellenbetrieb finanziert werden könnte.“ Der Plan geht auf Genauere Berechnungen bestätigten, dass dieser spontane Gedanke durchaus realistisch war. So kam es, dass Jan Kasperlik gemeinsam mit seinem Freund Wolfgang Völk die K&V Vermögensverwaltung GbR gründete, die im Dezember 2013 die Immobilie inklusive Tankstelle und kleiner Kfz-Werkstatt kaufte. Anschließend renovierten die beiden den Tankstellenshop – zum Großteil in Eigenleistung. „Danach begann eine der stressigsten Phasen meines Lebens“, sagt Kasperlik lachend. Denn er betrieb die Tankstelle gemeinsam mit Völk, dessen Lebenspartnerin Ulrike Clement sowie seiner heutigen Ehefrau Claudia Kasperlik quasi nebenbei, da alle vier hauptberuflich anderswo beschäftigt waren. Dank eines ausgeklügelten, aber dennoch nicht KURZFASSUNG Nach der Übernahme einer freien Tankstelle baute Jan Kasperlik die dazugehörige kleine Werkstatt zu einem Kfz-Betrieb aus, in dem auch die GT4-Rennautos der Allied-Racing GmbH betreut werden. Von der Motor sportkompetenz profitiert das gesamte Werkstattgeschäft. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 Fotos: Allied-Racing Engagierte Unternehmer: Jan Kasperlik (l.) und Dietmar Lackinger, Geschäftsführer Allied-Racing Kombinierte Werkstatt Denn seit 2012 fährt Jan Kasperlik Autorennen. Um ins Profilager zu wechseln, gründete er 2012 gemeinsam mit dem österreichischen GT4-Piloten Dietmar Lackinger die Allied-Racing GmbH (siehe Kasten rechte Seite). „Unsere Ziele im Rennsport lassen sich nur mit einer eigenen Werkstatt realisieren, die aus den Fahrzeugen alles technisch Mögliche herausholt“, sagt Kasperlik. „Finanziell ist dies allerdings nur zu stemmen, wenn die Mechaniker auch unter der Woche ausgelastet sind.“ Deshalb ist er ausgesprochen froh darüber, dass er sich dazu entschloss, die Werkstatt nicht zu verpachten. Stattdessen integrierte Kasperlik sie in die Alminder anstrengenden Schichtplans gelang es ihnen, den Betrieb von morgens fünf Uhr bis abends 20 Uhr aufrechtzuerhalten. „Bereits nach drei Monaten zeigte sich, dass die Tankstelle sogar noch besser lief, als wir gedacht hatten“, sagt Kasperlik. „Der erste Druck ließ nach. Und nach neun Monaten haben wir Mitarbeiter für die Tankstelle eingestellt.“ Heute managen Ulrike Klement und Claudia Kasperlik das gesamte Tankstellengeschäft. Parallel dazu suchten Kasperlik und Völk nach einem Pächter für die kleine Kfz-Werkstatt. Sie fanden aber keinen Interessenten, mit dem sie sich eine langfristige Zusammenarbeit vorstellen konnten. „Der Betriebshof ist recht eng und wir wollten sichergehen, dass der Werkstattpächter einige Grundregeln insbesondere rund um das Parken auf dem Gelände einhalten würde, um den Tankstellenbetrieb nicht zu behindern“, erzählt Jan Kasperlik. Schließlich beschloss er, die Werkstatt selbst zu führen und sie mit seiner kleinen Motorsportwerkstatt zu verschmelzen, die er neben seiner Wohnung gebaut hatte und die er für seine privaten Rennsportaktivitäten nutzte. www.autoservicepraxis.de
lied-Racing GmbH und ließ sie von Februar bis Oktober 2014 umbauen. Sogar Estrich und Heizungsanlage wurden erneuert. Darüber hinaus wurde sie mit aktuellen Diagnosesystemen, vier Hebebühnen sowie Bremsen- und Fahrwerksprüfstand ausgestattet. Rund 150.000 Euro investierte Allied-Racing in den Betrieb. Hoch motiviertes Team Zum Zeitpunkt der Übernahme waren dort keine Mitarbeiter mehr beschäftigt. Parallel zum Umbau machte sich Kasperlik daher auf die Suche nach einem Werkstattteam inklusive Werkstattleiter. Jan Kasperlik ist Elektroingenieur, Dietmar Lackinger Maschinenbau-Ingenieur – damit sind die formellen Voraussetzungen zum Betrieb einer Kfz-Werkstatt erfüllt. „Und auch beim Schrauben kennen wir uns natürlich aus“, betont Kasperlik. Was den beiden dagegen fehlt, ist die Zeit. Denn Lackinger lebt größtenteils in seiner oberösterreichischen Heimat, Kasperlik ist geschäftsführender Gesellschafter der Audiocoustic GbR in Ottobrunn bei München. In der Huglfinger Werkstatt arbeiten derzeit ein Kfz-Meister als Betriebsleiter, ein angehender Kfz-Meister, ein Kfz- Spengler sowie eine Bürokraft. Und soweit es ihre Zeit zulässt, sind auch Jan Kasperlik und Dietmar Lackinger mit von der Partie. Qualifizierte und hoch motivierte Mitarbeiter zu finden sei vor allem wegen der Rennsportaktivitäten nicht allzu schwer gewesen, erinnert sich Kasperlik und betont, dass die fachliche Qualität seines Werkstattteams hervorragend ist. „Denn wer ein Rennauto betreut, der kann jedes Straßenfahrzeug reparieren.“ Die Faszination der Werkstattmitarbeiter für den Rennsport im Allgemeinen und für die ALLIED-RACING: HOHE INVESTITIONEN VORM DURCHSTARTEN Im Jahr 2012 gründeten Jan Kasperlik und Dietmar Lackinger, sechsfacher Meister der BMW 325 Challenge, die Allied-Racing GmbH. „Basis-Idee zur Firmengründung war die Vereinigung zu einem Rennteam mit steuerlicher Legitimation, um das Hobby Motorsport kostengünstiger betreiben zu können“, sagt Kasperlik. Mit einem BMW M3 der Baureihe E92, den sie als Unfallwagen kauften und 2014/2015 in Eigenregie aufbauten, nahmen Dietmar Lackinger und Jan Kasperlik 2015 zum ersten Mal an einem Rennen der GT4 European Series teil. Für die Touren durch Europa kaufte Allied-Racing im vergangenen Jahr einen Motorsportauflieger, der ebenfalls in Eigenregie ausgebaut wurde. Er bietet Platz für zwei Rennautos, Ersatzteile sowie einen Team- und Cateringbereich. Im Januar 2016 wurde ein zweites baugleiches Rennauto angeschafft. „Damit steht die Infrastruktur, um in der internationalen Meisterschaft an den Start zu gehen“, sagt Kasperlik. 2016 plant Allied-Racing die Teilnahme an insgesamt sechs GT4-Rennen. Noch ist das Rennsportunternehmen auf der Suche nach einem Hauptsponsor. Der wird nicht nur auf den Fahrzeugen, den Rennanzügen und im Rahmen der vielfältigen Social-Media-Aktivitäten präsentiert, sondern kann dank des Hospitality-Programms auch seine Kunden und Geschäftspartner zu den Rennen einladen. „Dadurch kann ein Unternehmen die Faszination Rennsport auch für sein Marketing nutzen“, betont Kasperlik. „Schließlich finden die Rennen der GT4 Series an Europas schönsten Rennstrecken statt.“ beiden BMW von Allied-Racing im Besonderen führt zudem dazu, dass sie recht häufig auch nach offiziellem Dienstschluss noch in der Werkstatt anzutreffen sind. Und das ist auch gut so: Denn der Betrieb floriert. „Sogar in den Wintermonaten sind wir voll ausgelastet“, betont Kasperlik. „Denn durch den Rennsport haben wir uns in der Region schnell einen guten Namen aufgebaut.“ Zwar führt die Werkstatt alle Kfz-Arbeiten aus. Doch die Motorsport-Expertise wird zunehmend für den sportlichen Umbau von Straßenfahrzeugen in Sachen Fahrwerke, Auspuffanlagen, Felgen und Leistungsoptimierung eingesetzt. „Viele auf dem Markt verfügbaren Standard-Fahrwerkslösungen bringen nicht die gewünschte Performance auf die Straße“, erklärt Kasperlik. Daher werden in der Huglfinger Werkstatt auch Kunden-Rennfahrzeuge gewartet und technisch je nach Einsatzzweck ver- bessert. „Diesen Geschäftsbereich wollen wir in den nächsten Jahren ausbauen. Denn in unserer Region gibt es überraschend viele Rennfahrzeuge, die im Profiund Amateurbereich eingesetzt werden.“ Rennerfahrung inklusive Neben den Verbesserungen an den Fahrzeugen selbst bietet Allied-Racing weitere Motorsport-Dienstleistungen wie etwa Fahrertrainings oder die Betreuung an der Rennstrecke an. „Wir sind eine Profi- Werkstatt mit Rennerfahrung – und das kommt so gut an, dass wir uns derzeit überlegen, wie wir den Standort vergrößern können.“ Die Übernahme von Tankstelle und Werkstatt hat Jan Kasperlik trotz des nicht unerheblichen Arbeitsund Organisationsaufwands ganz und gar nicht bereut. „Das Geschäft brummt – und trägt dazu dabei, den Rennsport zu finanzieren.“ Eva Elisabeth Ernst ■ Reifentechnik für Profis Spannbereich bis 24“ Erfolgreiche Unternehmensübernahme: Die freie Tankstelle und der Kfz- Betrieb laufen gut. www.autoservicepraxis.de Bezug über den autorisierten Fachhandel. info@longus.de • www.longus.de
BETRIEBSPRAXIS GESCHÄFTSFÜHRER Nicht in die Haftungsfalle tappen Auch der Geschäftsführer eines Kfz-Betriebs muss unbedingt gewisse Pflichten beachten, damit er nicht in die Haftungsfalle gerät. Welche, verraten unsere Experten diesmal im ersten Teil zu Haftungsfragen. Fotos: benedesign/Fotolia, RAW er Geschäftsführer bestimmt in jedem Unternehmen die Unternehmenspolitik. Er hat eine herausragende Stellung, die aber auch gewisse Pflichten mit sich bringt. Im Gegensatz zu den Gesellschaftern einer GmbH oder einer GmbH & Co. KG, für die grundsätzlich die Haftung begrenzt ist, besteht für den Geschäftsführer ein umfangreiches Haftungsrisiko. Dabei ist zu beachten, dass es verschiedene „Arten“ von Geschäftsführern gibt, die Haftung ist jedoch immer die gleiche. Gerade im Zuge einer Unternehmens­ nachfolge kann es immer wieder zu brenzligen Situationen kommen. Ein klassischer Fall ist der des faktischen Geschäftsführers. Dieser übergibt die Geschäftsführung formal an seinen Nachfolger, das heißt, der faktische Geschäftsführer, also der Senior, ist nicht mehr zum Geschäftsführer bestellt und ist darüber hinaus auch nicht im Handelsregister eingetragen. Im Einvernehmen mit den Gesellschaftern und dem neuen Geschäftsführer agiert er aber tatsächlich, sowohl betriebsintern als auch nach außen wie ein Geschäftsführer und nimmt be­ stimmenden Einfluss auf sämtliche Geschäftsvorfälle. Die Folge daraus ist, dass der faktische Geschäftsführer genauso haftet wie der bestellte und eingetragene Geschäftsführer. KURZFASSUNG Für Geschäftsführer besteht generell ein umfangreiches Haftungsrisiko. Doch vor allem im Zuge einer Unternehmensnachfolge kann es immer wieder zu brenzligen Situationen kommen. Ein Stichwort lautet: faktischer Geschäftsführer. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 www.autoservicepraxis.de
Das umgekehrte Beispiel ist das des stellvertretenden Geschäftsführers. Im Rahmen der Unternehmensnachfolge übergibt der Vater seinem Sohn die Gesellschaft und zieht sich aus der Tagespolitik zurück. Für „Notfälle“ ist er aber weiter als Geschäftsführer bestellt und im Handelsregister eingetragen. Hier reicht die formale Bestellung und Eintragung dafür aus, dass der Vater genauso haftet wie sein Sohn als aktiver Geschäftsführer. In diesem Fall wäre es zur Umgehung der Haftung sinnvoll, den Vater nur als Prokuristen zu bestellen. Hinweis zu Prokuristen & Co. Prokuristen, Kaufmännische Leiter oder Leiter Rechnungswesen sind keine Geschäftsführer und unterfallen folglich auch nicht diesem Haftungsrisiko. Folgende Pflichten müssen Geschäftsführer unbedingt beachten, damit sie nicht in die Haftungsfallen geraten. Nach dem Gesetz wird die Gesellschaft durch den Geschäftsführer gerichtlich und außergerichtlich vertreten. Sein ganzes Handeln steht unter der Generalpflicht zur ordnungsgemäßen Unternehmensführung. Maßstab dafür ist, wie eine Person in der verantwortlichen leitenden Stellung eines Verwalters fremden Vermögens handeln würde. Weiterhin hat der Geschäftsführer die Pflicht die Unternehmensinteressen zu fördern und nicht mit der Gesellschaft in Wettbewerb zu treten. KOMMENTAR Sozialversicherungsbeiträge Der Geschäftsführer hat die Pflicht sicherzustellen, dass die Sozialversicherungsbeiträge für die Arbeitnehmer korrekt abgeführt werden. Diese Beiträge müssen unbedingt vorrangig gezahlt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge unabhängig von der Auszahlung des Lohnes ist. Die Nichtabführung von Sozialversicherungsbeiträgen hat erhebliche persönliche Folgen für den Geschäftsführer. Einerseits kann dem Geschäftsführer aufgrund von § 266 a StGB eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren drohen, andererseits kommt dann noch die persönliche zivilrechtliche Haftung für die nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträge dazu. Steuerliche Pflichten Der Geschäftsführer hat grundsätzlich die steuerlichen Pflichten, Steuervoranmeldungen und Steuererklärungen rechtzeitig und richtig abzugeben und die Steuerzahllast rechtzeitig auszugleichen. In der Praxis ist die Verletzung von steuerlichen Pflichten eine der größten Haftungsfallen. Probleme treten immer wieder bei der nicht rechtzeitigen und richtigen Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen und der Umsatzsteuerjahreserklärung, oder bei der Abführung der Lohnsteuer auf. Handelt der Geschäftsführer schuldhaft, das heißt, mit Vorsatz oder grob fahrlässig, dann haftet er nach der Abgabenordnung persönlich für den entstandenen Steuerschaden. Dabei entschuldigt den Geschäftsführer eine mangelnde Sachkenntnis gerade nicht! Zudem besteht in diesem Bereich auch die Gefahr, dass der Geschäftsführer wegen Steuerhinterziehung strafrechtlich verfolgt und belangt wird. In unserem nächsten Teil werden wir kurz auf die Pflichten des Geschäftsführers in der Krise eingehen, aber vor allem auf die Möglichkeiten einer Haftungsreduzierung. Maximilian Appelt Rechtsanwalt, Steuerberater, muc@raw-partner.de ■ POLE- POSITION MIT DER GEBRAUCHT- UND NEUWAGEN SYSTEM-GARANTIE für Autohäuser und KFZ-Werkstätten 80 % Rückvergütung nicht genutzter Kosten. Jeder Typ, jedes Alter und jede Laufleistung. 24 Stunden Night & Day Assistance im Garantiefall. JETZT UNTERLAGEN ANFORDERN UND BARES GELD SPAREN! www.meneks.de info@meneks.de Tel +49 7308 9283-0 In der Praxis sieht man immer wieder Geschäftsführer, die der Ansicht sind, dass es im Fall eines Liquiditätsengpasses wichtiger sei, andere Gläubiger wie Lieferanten zuerst zu bedienen, ganz nach dem Motto, der Fiskus sei ein geduldiger Gläubiger. Machen Sie diesen Fehler nicht. Der Fiskus ist genauso zu behandeln wie alle anderen Geschäftspartner. Reicht die Liquidität nicht zur Begleichung aller Rechnungen in voller Höhe aus, so müssen Zahlungen, auch an den Fiskus, anteilig geleistet werden. Zudem sollte ein Antrag auf Stundung der Steuern beim Finanzamt gestellt werden. Machen Sie nie den Fehler, dass Sie den Arbeitnehmern in der Krise Nettobeträge auszahlen und an das Finanzamt die Lohnsteuer nicht entrichten, sonst haften Sie sofort persönlich! Müssen Gehälter gekürzt werden, dann muss die Kürzung so berechnet sein, dass auch die Lohnsteuer bezahlt werden kann. www.autoservicepraxis.de Barbara Lux-Krönig Wirtschaftsprüferin Steuerberaterin
BETRIEBSPRAXIS ZF SERVICES D wie Detailkonzept Mit proTech spricht ZF Services gezielt Betreiber von Pkw- und Nutzfahrzeug-Werkstätten an. Wir haben uns mit Markus Schmitt, Leiter Werkstattkonzepte, in Schweinfurt getroffen. ie Zahl steht für sich allein: Wer von seinen Trainingsteilnehmern die Schulnote 1,3 erhält, kann nicht so viel verkehrt gemacht haben. Zumal es sich bei dieser Traumzensur um einen Durchschnittswert handelt, wie Markus Schmitt in Schweinfurt verrät. Mit fränkischem Zungenschlag spricht der Leiter Werkstattkonzepte bei ZF Services sichtlich stolz über sein zweistufiges Detailkonzept proTech, mit dem er hierzulande Pkw- und Nfz-Werkstätten unterstützen möchte. Exklusive plus-Partnerschaft Im Rahmen ihrer exklusiven proTechplus-Partnerschaft kommen Werkstattunternehmer beziehungsweise deren Mechaniker etwa in den Genuss von professionellen, technischen Trainings. Auch AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 dieses Jahr stehen für diese Partner wieder rund 60 Trainings im Kalender. Verteilt auf 40 Regionen. „Wir kommen zu den Leuten. Die Trainings finden jeweils nah an unseren Partnern in den Regionen statt und bieten neben der ganzheitlichen Betrachtung von Antriebstrang, Fahrwerk und Lenkung auch die Möglichkeit, sich mit anderen Spezialisten auszutauschen und das eigene Netzwerk zu erweitern“, erläutert Schmitt das Konzept. Bei ZF Services heißt das: „der direkte Draht zum Erstausrüster“. Die Nähe zu und der direkte Kontakt mit den Kfz-Betrieben ist ihm ganz wichtig. In den Trainings, so Schmitt, herrsche eine kollegiale Stimmung – förderlich auch beim Netzwerken. Schnell sei man in der lockeren Atmosphäre beim Du. Der Leiter Werkstattkonzepte weiß aber auch, Foto: ZF Services dass er den Kfz-Meistern bei den Trainings vor Ort dann einen echten Mehrwert bieten muss. Training am 528i So arbeiten die maximal 15 Teilnehmer innerhalb von zwei Trainings tagen konkrete Probleme am Fahrzeug ab. In diesem Jahr kam in Sachen Antrieb und Fahrwerk beispielsweise neu der BMW 528i hinzu. Neben der Theorie vermitteln jeweils zwei Trainer technische Raffinessen der Münchner Business Class wie die Besonderheiten von xDrive, die Fehler suche bei einem 8HP-Getriebe oder die Funktion eines CDC-Fahrwerks. Darüber hinaus dürfen auch das Einmessen einer DSG-Kupplung und die Auswirkungen von Fehlern beim Benzin- Direkteinspritzer auf die Schaltperformance nicht fehlen. Immer direkt am Fahrzeug aus der bayerischen Landeshauptstadt. Unterm Strich geht es um ein Plus an Effizienz und Schnelligkeit, von dem die Profis später im hektischen Werkstattalltag profitieren sollen. Grundsätzlich orientieren sich die Schweinfurter in puncto Trainingsinhalten am aktuellen Marktgeschehen: Demnach entschied man sich schon frühzeitig, eine Hochvolt-Schulung ins Programm zu nehmen. Das Ziel: die stark wachsende Zahl an Fahrzeugen mit elektrischen Antriebskomponenten auch für freie Werkstätten PROTECH PLUS ZF Services bietet folgende Leistungen: persönliche Betreuung, persönlicher Ansprechpartner beim Getriebeservice, zweitägiges technisches Trainingsmodul (obligatorisch), Online-Partnerbereich, fahrzeugspezifische Montagehinweise, Online-Teilekatalog, Einbauhotline, Produkthotline, Konzept-Helpline, Serviceaktionen der Fahrzeughersteller, Werbemittelshop, proTech-plus-Schild für den Werkstattbereich, Umsatzverpflichtung mit Produkten von ZF Services www.autoservicepraxis.de
als Potenzial zu erschließen. Ein Ansatz, der offenbar aufgeht. Die Buchungsrate der Trainings von beachtlichen 100 Prozent gibt den Schweinfurtern Recht. Persönlicher Austausch Abgesehen von der praxisnahen wie kostenlosen Weiterbildung nennt Manager Schmitt weitere Vorteile von proTech plus (siehe Infokasten): unter anderem den Online-Partnerbereich und -Teilekatalog, einen persönlichen Ansprechpartner beim Getriebeservice von ZF Services, eine Einbau- und Produkt-Hotline sowie Serviceaktionen der Autobauer – und den direkten wie persönlichen Austausch vor Ort. „Die Werkstatt muss besonders betreut werden“, weiß Schmitt. Acht Mitarbeiter umfasst aktuell der proTech-plus-Außendienst. Um den direkten Draht zum Erstausrüster nutzen zu können, verpflichten sich die Teilnehmer zu einer bestimmten Netto-Umsatzgröße beim Großhändler. Wer in seiner Werkstatt ein bis zwei Mitarbeiter beschäftigt, sollte im Jahr Produkte der Schweinfurter im Wert von 5.000 Euro ordern, bei drei bis fünf Mitarbeitern sind es 7.500 Euro, ab sechs Angestellten 10.000 Euro. Zudem werden eine jährliche Systemgebühr von 400 Euro und eine Einstiegsgebühr von 100 Euro fällig. Die Dokumentation dieser Umsätze übernehmen die Werkstattchefs selbst. Schmitt: „Das ist ein einmaliges Konzept. Das gibt es bei keinem anderen Industrieunternehmen der Branche.“ Eine selbstbewusste Aussage, die der Leiter Werkstattkonzepte gleich mit harten Fakten untermauert. Im April 2012 gestartet, zählt ZF Services aktuell hierzulande 850 proTech-plus-Partner. „Wir sind schnell gewachsen“, sagt Schmitt und lächelt dabei zufrieden. Basisprogramm für Einsteiger Doch auch im proTech-Basisprogramm, für das eine einmalige Neukunden- Markus Schmitt, Leiter Werkstattkonzepte bei ZF Services Gebühr in Höhe von 150 Euro fällig wird, bekommen freie Werkstätten Schmitt zufolge ein umfassendes Leistungspaket: So erhalten die derzeit 4.200 proTech- Partner bereits hier einen Zugriff auf fahrzeugspezifische Montagehinweise zu Produkten wie Kupplungen, Stoßdämpfern, Fahrwerksteilen und Lenkungskomponenten sowie Unterstützung bei Getriebeproblemen. Ferner gibt es unter anderem einen Zugang zum Online-Teilekatalog WebCat. Interessant: Wer als Werkstattchef und proTech-Partner denkt, beim einen oder anderen technischen Thema noch Nachholbedarf zu haben, für den steht ab 2017 ein exklusives proTech-Trainingsprogramm zur Verfügung, zu dem er sich kostengünstig einbuchen kann. Patrick Neumann ■ Foto: ZF Services
BETRIEBSPRAXIS SIEGERPORTRÄT BEST BRANDS 2016 Mehr als rund und schwarz In einer Serie stellen wir die Sieger der Leserumfrage „Best Brands“ vor. Michelin belegt nicht nur den ersten Platz in der Kategorie Reifenhersteller, sondern ist auch Gesamtsieger aller Sparten. as haben die Pariser Metro, der Airbus A380 und die neueste Generation des Mondfahrzeugs der NASA gemeinsam? Sie alle sind mit Reifen von Michelin bestückt. Selbst das Spaceshuttle startete auf Michelin- Pneus ins All. Michelin ist einer der größten Reifenhersteller der Welt und produziert für nahezu jedes Transportmittel spezielle Reifen: für Pkw, Transporter, Lastkraftwagen, Omnibusse, Landwirtschafts- und Erdbewegungsmaschinen sowie Sonderfahrzeuge, Stadtbahnen, U-Bahnen, Flugzeuge, Motorräder, Motorroller und Fahrräder. Die Michelin-Gruppe erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 19,6 Milliarden Euro sowie einen Nettogewinn von 1,03 Milliarden Euro. 2014 produzierte das Unternehmen weltweit 178 Millionen Reifen und auch 13 Millionen Karten und Reiseführer, für die Michelin ebenfalls bekannt ist. Der Michelin-Konzern beschäftigt in 68 Werken und über 170 Vertriebsorganisationen weltweit 112.300 Mitarbeiter. In Deutschland ist das Unternehmen seit über 100 Jahren vertreten. Mit einer Jahresproduktion von rund 17,1 Millionen Reifen und insgesamt rund 8.440 Mitarbeitern ist die Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA einer der größten Reifenhersteller in Deutschland. An den Standorten Karlsruhe, Bad Kreuznach, Homburg, Bamberg und Trier gibt es rund 5.930 Arbeitsplätze in der Produktion, im Vertrieb, der Verwaltung und der Logistik. Hinzu kommen zahlreiche Mitarbeiter bei Tochterunternehmen. Auch beim Markenimage ist Michelin der Überflieger und hat bei der diesjährigen Best-Brands-Umfrage (siehe Kasten unten) mit 8,98 von 10 möglichen Punkten nicht nur das beste Ergebnis aller Reifenhersteller erreicht, sondern ist auch Gesamtsieger aller Produktsparten. Fokus auf Innovationen Was ist das Geheimnis des Erfolgs? Für Anish K. Taneja, Vetriebsdirektor bei Michelin, ist die Sache klar: „Wir schaffen es, unseren Kunden sehr gut zuzuhören und Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind.“ Den gesamten Konzern kennzeichnet eine starke technologische Orientierung. Laut eigenen Angaben investiert kein Reifenhersteller so viel in Forschung BEST BRANDS 2016 Bereits zum zweiten Mal haben sich asp AUTO SERVICE PRAXIS und AUTO HAUS mit Hilfe ihrer Leser auf die Suche nach den beliebtesten Marken der Kfz-Branche gemacht. Die telefonische Befragung „Best Brands“, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut puls, ermittelte auf der repräsentativen Basis von 900 asp- und AUTOHAUS-Lesern die Anbieter mit dem besten Image in insgesamt zwölf Produktgruppen und drei Gesamtsieger über alle Sparten. Gefragt wurde nach dem Image einer Marke, außerdem wurde das Markenbild nach den Faktoren „Preis-Leistungs-Verhältnis“ und „Qualität“ differenziert. Sieger in der Sparte „Reifen- Hersteller“ und Gesamtsieger wurde Michelin. Fotos: Michelin, Alexander Junk und Entwicklung wie Michelin. Das Ergebnis sind mehr als 250 neue Patente pro Jahr. In den vergangenen drei Jahren hat Michelin 1,9 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert, davon mehr als 640 Millionen Euro allein in 2014. Michelin unterhält jeweils ein Technologiezentrum auf drei Kontinenten: am Stammsitz Clermont-Ferrand (Frankreich), in Laurens (USA) und in Tokio/ Ota (Japan). Für Erprobungen und Fahrversuche stehen darüber hinaus die Testzentren in Fontange (Frankreich), Almeria (Spanien) und Charlotte (USA) zur Verfügung. Ziel bei der Reifenentwicklung ist es dabei immer, den besten Nutzen für den Kunden zu realisieren und nicht nur möglichst viele Reifen zu verkaufen. Das wird Michelin ist schon zum zweiten Mal bester Reifenhersteller bei den Best Brands. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 www.autoservicepraxis.de
INTERVIEW MIT ANISH K. TANEJA asp: Was macht Michelin zur Nummer eins unter den Reifenherstellern und zum Gesamtsieger aller Sparten bei den Lesern von asp AUTO SERVICE PRAXIS und AUTOHAUS? A. Taneja: Wir schaffen es, unseren Kunden sehr gut zuzuhören und Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Wir bauen Reifen, die in allen Disziplinen eine gute Performance abliefern, Kompromisse wird es bei uns nicht geben. Dieser „Total-Performance“-Leitgedanke ist bei uns fest im Unternehmen verankert, egal, ob es sich um R&D oder Marketing handelt. Der Kunde merkt, dass er mit Michelin einen Mehrwert hat. asp: Wie lautet Ihr Marktversprechen mit Blick auf Ihre Produkte? A. Taneja: Der einzige Verbindungspunkt zwischen Fahrzeug und Straße ist der Reifen. Wir müssen auch zukünftig mit Innovationen auf den Markt kommen, die den Bedürfnissen unserer Kunden entsprechen und alle Sicherheitsstandards erfüllen. Ein Alleinstellungsmerkmal unserer Reifen ist die hohe Laufleistung – und das über die gesamte Lebensdauer hinweg. Elementare Eigenschaften wie Bremsweg oder Grip nehmen mit zunehmender Laufleistung bei Michelin-Reifen nur unwesentlich ab. Wenn Sie einen Reifen von Michelin, der zu zwei Anish K. Taneja ist geschäftsführender Prokurist und Direktor Vertrieb Deutschland, Österreich und Schweiz bei der Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA in Karlsruhe. Dritteln abgefahren ist, gegen den Wettbewerb vergleichen würden, dann würde Michelin häufig deutlich dominieren. asp: Wie viel Aufwand muss Michelin denn betreiben, um das hervorragende Image weiter zu erhalten? A. Taneja: Für uns ist immer entscheidend, an was der Kunde denkt, wenn er Michelin hört und womit er unser Unternehmen verbindet. Unsere Kunden verbinden uns mit Zuverlässigkeit, Sicherheit, Innovation und Produkten, die ihnen im Alltag helfen. Es gibt auch einen immer größeren Kundenstamm, der Michelin mit einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Produktion verbindet. Wir bringen deshalb immer mehr Produkte auf den Markt, die weniger Rohstoffe verbrauchen und in effizienteren Prozessen hergestellt werden. Ein wichtiges Markenzeichen ist auch unser Michelin-Mann, den es seit über 100 Jahren gibt. Das ist ein starker Träger unseres Images, da er positiv belegt ist. asp: Wie wichtig ist das Engagement im Motorsport? A. Taneja: Wir sind traditionell beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans dabei und wir sind auch wieder in den MotoGP eingestiegen. Wenn wir Sponsoring betreiben, wollen wir das so nahe wie möglich am originären Produkt machen. besonders bei der Entwicklung des Radialreifens deutlich, den das Unternehmen 1946 erfunden hat und dessen Prinzip noch heute in sämtlichen Pkw-Reifen zu finden ist. Die stabilisierenden Wicklungen im Unterbau verbesserten dabei die Fahreigenschaften erheblich und verdoppelten die Lebensdauer der Pneus. 1965 entwickelte Michelin den „XAS“-Reifen, dessen Lauffläche sich – dank asymmetrischem Profil – erstmals an die unterschiedlichen Belastungen und Fahrzustände anpasste. Der erste Niederquerschnittsreifen kam 1975 ebenfalls aus Clermont-Ferrand: Die niedrigere Reifenflanke reduzierte die Walkarbeit des Reifens. Seitenführungskraft, Lenkpräzision, Spurtreue und Bremswege konnten erheblich verbessert werden. Mit dem brennstoffzellengetriebenen Konzeptfahrzeug www.autoservicepraxis.de „Hy-Light“ demonstriert Michelin zudem, dass sich mit innovativen Technologien Mobilität und Umweltfreundlichkeit miteinander in Einklang bringen lassen. Die Mitarbeiterförderung sowie die per manente Aus- und Weiterbildung genie ßen im Unternehmen traditionell ebenfalls einen hohen Stellenwert. 96 Prozent aller Mitarbeiter nahmen laut Michelin 2013 an Trainings- und Fortbildungsmaßnahmen teil, im Durchschnitt investierte das Unternehmen dabei pro Mitarbeiter 70 Stunden. Mit der kontinuierlichen Qualifizierung seiner Beschäftigten trägt Michelin der rasanten Entwicklung und den wachsenden Anforderungen des Marktes Rechnung. Die Angestellten sind immer auf dem neuesten Wissensstand und tragen so zur Zukunftsfähigkeit des Unternehmens bei. Alexander Junk ■
BETRIEBSPRAXIS FREIER MEHRMARKENHANDEL Niederbayerische Freiheit Helmut und Heidi Hofbauer haben sich für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden – und die Verträge mit den Marken Skoda und Ssangyong zurückgegeben. Eine richtige Entscheidung? eit Anfang des Jahres spürt er vom Hersteller keinen Druck mehr. Die Rede ist von Helmut Hofbauer, der im niederbayerischen Bayerbach ein kleines Autohaus betreibt. Der Chef macht einen zufriedenen Eindruck, Gleiches gilt für seine Frau Heidi. „Jetzt ist es besser als zuletzt“, sagt sie im Gespräch. „Heute sind wir frei. Wir können mehr selber entscheiden.“ Schon von der Straße aus sieht man den Mehrmarkenwelt­Pylon, ein Indiz dafür, dass Helmut Hofbauer neuerdings KURZFASSUNG Seit Kurzem setzt das Autohaus Hofbauer im niederbayerischen Bayerbach auf zwei Standbeine: EU-Neuwagen über Toha sowie das Full-Service-Werkstattkonzept AC Auto Check. Den Vertriebs- und Servicevertrag mit Skoda und Ssangyong vermissen die Betreiber nicht. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 in der Lage ist, seinen Kunden 25 Automarken zu offerieren. Die EU­Reimporte bekommt der Firmenchef über Toha aus Hinterschmiding. Vorbei also die Zeiten, als die Hofbauers noch Vertragspartner der Marken Skoda und Ssangyong waren. Besucher, die im Verkaufsraum genauer hinschauen, können an der einen oder anderen Stelle noch letzte Reminiszenzen an den geflügelten Pfeil erkennen. Eigentlich schließt sich im Autohaus Hofbauer nun der Kreis. Im Jahr 1984 als freie Werkstatt gestartet, schloss man zehn Jahre später den Vertriebs­ und Servicevertrag mit Skoda ab. 2011 fiel dann der Entschluss, den Vertriebsvertrag wieder zu kündigen. Vier Jahre danach, also Ende 2015, war dann auch mit dem Skoda­Service Schluss. „Warum haben wir das nicht schon früher gemacht?“, fragt sich Heidi Hofbauer. Auch mit Ssangyong sei man nicht glücklich geworden – deshalb die Trennung. 1 Neben dem Verkauf von EU-Reimporten setzt das Autohaus Hofbauer in Bayerbach ... 2 ... auf das Werkstattkonzept AC Auto Check. 3 Helmut und Heidi Hofbauer in ihrem Betrieb 4 Skoda-lastig: Im Verkaufsraum dominiert immer noch der geflügelte Pfeil. Existenzielle Fragen Natürlich fiel dem Ehepaar der große Schritt in die neue Freiheit nicht leicht. Zumal sich die Hofbauers in der Region und darüber hinaus als Skoda­Händler einen Namen gemacht hatten – mehr als 20 Jahre lang. Teilweise nehmen die Kunden auch heute noch eine Strecke von 50 Kilometern auf sich, nur damit ihr Skoda­ Modell hier in Bayerbach gewartet oder repariert wird. Wie reagiert generell der Kunde? Wie groß ist das Vertrauen der Stammkunden in die handelnden Personen vor Ort? Und überhaupt: Wie stark ist die Autohaus­Marke Hofbauer? Existenzielle Fragen, die die Inhaber vergangenes Jahr beschäftigten. Dennoch sprangen sie ins kalte Wasser und vertrauen seit Anfang 2016 verstärkt auf die Reimportexperten von Toha und das Werkstattkonzept AC Auto Check, mit ATR als Konzeptzentrale im Hintergrund. „Wir sind mit unseren Partnern Toha und ATR sehr zufrieden“, betont Helmut Hofbauer. Persönlicher Austausch Nachdem die Marken Skoda und Ssangyong dem Kfz­Betrieb keine Fahrzeuge mehr auf den Hof stellen, bezieht das Ehepaar Hofbauer seine Autos über Toha – zu guten Konditionen, so Helmut Hofbauer. Er hebt vor allem die gute Fahrzeugübergabe, den persönlichen Austausch mit dem Toha­Team und die Tatsache hervor, dass man immer mit demselben Ansprechpartner zusammenarbeite. Hingucker: Der Pylon verrät auf einen Blick die Vorteile der Mehrmarkenwelt von Toha. Fotos: Patrick Neumann www.autoservicepraxis.de
30 bis 40 EU­Neu wagen haben sich die Autohausbetreiber für dieses Jahr vorgenommen. Das gängigste Procedere: Gemeinsam mit den Kunden konfigurieren sie am Verkäuferarbeitsplatz das Wunschfahrzeug, aktuell meistens noch aus der Skoda­Range. „Die Leute wissen ja, dass wir lange Jahre Skoda verkauft haben“, erklärt der Firmenchef. „Für uns ist das somit einfacher.“ Und andere interessante Automarken? Etwas zögerlich nennen Helmut und Heidi Hofbauer VW, Seat und eventuell Toyota. Doch momentan möchten sie noch die Skoda­Schiene fahren und mit den Interessenten das Wunschfahrzeug via Online­Plattform Carset zusammenstellen. Übrigens aus mehr als 300.000 Konfigurationsmöglichkeiten. Dank der detaillierten Gegenüberstellung von EU­ Neuwagen und deutschem Modell – mit dem Rabatt in Prozent und Euro – ist die Frage nach einem möglichen Nachlass schnell vom Tisch. Das Angebot am Bildschirm zeigt seine Wirkung. Helmut Hofbauer: „Die Rabattdiskussion ist vorbei.“ Neuland betreten die Inhaber nun auch, was das Thema Marketing angeht. So betrachtet es Heidi Hofbauer als Nachteil, dass der Betrieb natürlich ohne den Vertriebs­ und Servicevertrag nicht mehr auf der Skoda­Webseite gelistet ist. Man TOHA-NEWS: HEIMAT FÜR EX-VERTRAGSHÄNDLER Ein elitärer Kreis – so stellt sich Anton Donnerbauer seine neuen Stützpunktpartner vor. Mit ihnen hebt Toha sein Angebot auf eine neue Stufe. Die Resonanz sei enorm, so der Toha-Geschäftsführer. Und er hat handfeste Vorteile parat: Toha bietet etwa einen Gebietsschutz im Umkreis von 20 Kilometern bei einer jährlichen Abnahme von 100 Fahrzeugen, einen Paketeinkauf zu Vorteilskonditionen, Großhändler-Konditionen bei Finanzierungs- und Leasinganbietern sowie die kostenlose Unfallschadensabwicklung durch die spezialisierten Partner-Rechtsanwälte. Doch nicht nur konzeptionell, sondern auch in Sachen IT schiebt Geschäftsleitungsmitglied Hannes Falk eine Menge an. „Noch nie war das Konfigurieren von Fahrzeugen aus 27 EU-Ländern so einfach und übersichtlich wie jetzt“, betont er. So biete die neue Version des Toha Configurators über zwei Millionen Konfigurationsmöglichkeiten. Neben Features wie Alternativangebote und automatische Paketauswahl ist hier das neue Verfügbarkeitsbarometer hervorzuheben. „Damit erhält der Verkäufer erstmals in Echtzeit bei jedem Mausklick auf ein Ausstattungselement alle verfügbaren Angebote aus 27 EU- Ländern mit der höchstmöglichen Ersparnis in Euro und Prozent angezeigt“, sagt Falk. Außerdem erkenne man nun sofort, wenn eine gewählte Ausstattung die Konfiguration einschränken würde. müsse jetzt selbst Marketing machen, mit großer Unterstützung von ATR und Toha. Letzteres etwa bei der neuen Homepage. Service für alle Marken Dank AC Auto Check wartet und repariert Kfz­Meister Helmut Hofbauer mit seinen zwei Mechanikern jede Marke. „Alles, was eine gute Werkstatt ausmacht“, heißt es im Firmenflyer. Fünf bis acht Werkstattdurchgänge stehen täglich im Kalender. Abgesehen von der Inspektion nach Herstellervorgaben bietet der fünf Mitarbeiter zählende Betrieb unter anderem die Motordiagnose, die Unfallinstandsetzung, die Haupt­ und Abgas­ untersuchung sowie einen Klima­ und Autoglasservice an. Alles natürlich mit System, weshalb man unters Full­Service­ Werkstattkonzept­Dach schlüpfte. Schon nach wenigen Monaten möchte man die Hotline, die technischen Informationen, die IT­Programme sowie die vier Mal am Tag existierende Belieferung von AC Auto Check nicht mehr missen. Ferner hebt Heidi Hofbauer die kostenlosen Schulungen hervor, in denen echte Probleme aus den Betrieben behandelt würden und die somit sehr lösungsorientiert seien. Das kennen die Hofbauers von ihren ehemaligen Importeuren auch ganz anders. Patrick Neumann ■ IMPRESSUM ISSN NR. 1437-1162 Anschrift von Verlag und Redaktion Springer Automotive Media Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Str. 30 · 81549 München Tel. 0 89/20 30 43-0 Fax Redaktion 0 89/20 30 43-12 18 Fax Anzeigen 0 89/20 30 43-12 40 http://www.autoservicepraxis.de Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Science + Business Media Redaktion Herausgeber Dipl.-Ing. Jürgen Wolz (TÜV SÜD Auto Service GmbH), Lars Kammerer (TÜV SÜD Auto Service GmbH) Anschrift siehe Verlag Chefredaktion (V.i.S.d.P.) Ralph M. 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AUTOMOBILTECHNIK FREIER KFZ-TEILEMARKT Drastische Veränderungen In zehn Jahren werden wir den automobilen Ersatzteilmarkt nicht wiedererkennen. Neue Marktteilnehmer, digitale Geschäftsprozesse und der Angriff der Autohersteller verändern den Service massiv. VERÄNDERUNGEN IM EUROPÄISCHEN AFTERMARKT BIS 2025 2013 - 2025 Werkstatt-Konzepte IAM Großhändler Marken-Werkstätten Freie Werkstätten Marktvolumen Aftermarkt 45.723 85.248 370.102 316 Mio. 119 Mrd. € -15 - 20 % -12 - 15 % -5 - 10 % -10 - 15 % +30 - 35 % +32 - 38 % Quelle: Wolk After Sales Experts Bis 2025 wird es mehr Fahrzeuge, aber weniger Werkstätten und Teilegroßhändler geben. er Verein Freier Teilehandel VREI Key Figures warf Europe einen Blick Forecast in die Zukunft. Am Ende des Marketing-Kongresses in Frankfurt war vor allem eines klar: Neue Mitspieler werden die Spielregeln des Marktes verändern und den direkten Kontakt zum Endkunden an sich ziehen, Autos werden rollende Computer sein und der Werkstattkunde hat ein ziemlich genaues Gespür dafür, wie viel ein Ersatzteil kosten darf und wo er es notfalls billiger bekommt. Das alles wird dafür sorgen, dass Kfz- Ersatzteile schneller den Weg vom Teilehersteller in die Werkstatt finden. Zwischenstufen des Teilehandels werden verschwinden, in bestimmten Bereichen könnte der Handel ganz überflüssig werden. Beispiel Schadensteuerung: Antti Wolk von der Unternehmensberatung KURZFASSUNG Die Veränderungen im Service werden auch zu neuen Strukturen im Teilehandel führen. Durch die neue Transparenz für Endkunden im Internet wird der Preiskampf noch härter. Hersteller versuchen, verlorenes Terrain wieder gutzumachen. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 Wolk After Sales Experts rechnet damit, dass das Potenzial für das Routing in die Werkstatt durch den Versicherer bei 25 Prozent liegen könnte gemessen am gesamten Fuhrpark in Deutschland. „Versicherer könnten eines Tages auf die Idee kommen, Teile direkt beim Teilehandel zu kaufen“, sagte Wolk mit Blick auf den größten Kfz- Versicherer HUK-Coburg mit über elf Millionen Kfz-Kunden. Der Versicherer verfügt heute über 1.200 angeschlossene Servicepartner, die an der Schadensteuerung teilnehmen. Derzeit baut HUK ein eigenes Werkstattkonzept mit zunächst 300 Werkstätten auf, die Wartung und Reparaturen nach Herstellervorgaben zu Festpreisen durchführen werden. Spätestens dann stellt sich die Frage, wo die Teile herkommen, die dort verbaut werden. „Versicherer werden in ihren Werkstätten auf lange Sicht nicht nur mehr Originalteile vom Autohersteller verbauen“, glaubt Wolk. „Man geht dazu über auch Originalteile vom Teilehersteller ohne OE-Stempel einzubauen. Der nächste Schritt wäre dann die Reparatur mit günstigeren Identteilen.“ In der Konsequenz würde die strikte Trennung von Herstellerservice und freiem Aftermarkt mehr und mehr aufgehoben. Wolks These: Über kurz oder lang werde sich an der Schnittstelle zwischen Werkstattkunde und Werkstatt eine Vermittlerinstanz setzen. Diese Rolle kann von Versicherungen übernommen werden, aber auch von Leasing-Unternehmen oder von Onlineplattformen. Dass Kunden, die über eine Onlineplattform Kfz-Teile kaufen, auch gleich in die passende Werkstatt geroutet werden, könnte ein nächster Schritt sein. Erfolgreich praktiziert wird das innerhalb der eigenen Marke von den Werkstattketten wie A.T. U., Euromaster oder Pitstop. Auch Reifenplattformen im Internet haben teilweise das Werkstattrouting bereits implementiert. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Onlineportale in das Vermittlungsgeschäft von Kunden an Werkstätten einklinken“, ist Wolk überzeugt. Autohersteller erobern Markt zurück Viel diskutiert wurde über mögliche Servicestrategien der Markenhersteller, die in den letzten Jahren massiv Marktanteile im Service verloren haben. „Die Hersteller haben im Service in den letzten sechs Jahren 28 Prozent verloren“, rechnete Gwenael de Calan von der Unternehmensberatung GIPA vor. „Die Konzerne werden alles tun, um die Mauern zwischen Markenservice und IAM einzureißen“, ist sich der Marktkenner sicher. Bestes Beispiel hierfür sei derzeit der französische Konzern PSA Peugeot Citroën, der bereits viele Kanäle außerhalb der angestammten OEM-Welt bedient. Die Franzosen haben vergangenes Jahr die Teileplattform Mister Auto gekauft und steigen damit direkt in den freien Online-Teilemarkt ein. Das ist ein weiterer Schritt Richtung freier Aftermarket, nachdem PSA schon mit der Mehrmarkenkette Eurorepar Car Service erfolgreich den markenunabhängigen Servicemarkt bedient. Die Zielsetzung ist klar: Die Franzosen wollen mit dem Serviceangebot vor allem die Besitzer älterer Fahrzeuge errei- www.autoservicepraxis.de
Michael Borgert, BBE: „Das Auto ist auch jungen Menschen wichtig.“ Marcus Scheelen, Efficons: „Die Preise werden insgesamt sinken.“ Antti Wolk, Wolk After Sales Experts: „Routing Kunden wird wichtiger.“ Gwenael de Calan, GIPA: „PSA ist derzeit Vorreiter im Aftersales.“ Stephanie Fiegert, GfK: „E-Mobility ist ein Problem für den Aftermarket.“ Thomas Fischer, VREI: „Ganz neue Themen werden wichtig.“ Fotos: Dietmar Winkler chen, die keinen großen Wert auf den Einbau von Originalersatzteilen legen. Marktmacht der Investoren Der Teilehandel wird sich auch deshalb verändern, weil finanzstarke Investoren und große Handelsgruppen den Markt entdecken, vornehmlich aus dem Ausland. Beispiele für große neue Player im Kfz-Teilehandel sind die französische „Alliance Automotive Group“, die US-amerikanische Gruppe LKQ oder die erst 2014 gegründete Handelskooperation Nexus. Erst im vergangenen Jahr hat Alliance Automotive Group den deutschen Teilehändler Coler gekauft. „Die klassischen Preisstrukturen im Teilehandel verändern sich, die Abverkaufspreise werden auf allen Handelsstufen sinken“, prognostizierte Marcus Scheelen von Efficons. Dazu trägt auch die größere Transparenz bei, die die digitalen Medien im Bereich Autoteile schaffen: „Die Kunden haben heute im Internet die Möglichkeit, Preise zu vergleichen. Der Werkstattkunde ist nicht länger das dumme Schaf, das nichts über die Qualität von Teilen weiß“, so Scheelen. Je nachdem, wie stark und wie schnell sich die Elektromobilität durchsetzt, könnte der Teilemarkt ein Problem bekommen, stellte Stephanie Fiegert von dem Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK fest. Die Zahl der Verschleißteile im Elektroauto könnte von 1.400 auf nur noch 210 Teile sinken. Die gute Nachricht kam von Michael Borgert, Geschäftsführer der Unternehmensberatung BBE: In einer Umfrage unter jungen Menschen von 18 bis 39 Jahren hat man keine Anzeichen dafür gefunden, dass das Auto in Zukunft weniger wichtig sein wird als heute. Dietmar Winkler ■
BETRIEBSPRAXIS TEILEVERMARKTUNG Anpfiff mit kleinerer Mannschaft Die Einkaufsgemeinschaft ATR will national und international weiter wachsen. Als Konzeptgeber für Werkstattsysteme setzt ATR künftig voll auf die Qualität der Partnerbetriebe. einem Schaden eine Kulanzreparatur vom Fahrzeughersteller deshalb abgelehnt wird, weil die Reparatur in einer freien Werkstatt durchgeführt wurde. „Im Digital-Marketing unterstützt ATR Betriebe beispielsweise dabei eine Website mit responsivem Design zu gestalten, damit die Seite auf allen Endgeräten angezeigt werden kann“, erklärt Sülzle. Außerdem biete man einen „Social-Media-Leitfaden“. Partnerwerkstätten von Meisterhaft und AC Auto Check können auf ihrer individuellen Facebook-Präsenz Inhalte teilen, die zentral von ATR produziert werden, beispielsweise Imageclips für die freie Werkstatt. Dietmar Winkler ■ ass ATR Anfang des Jahres alle Werkstattpartner und Kunden nach Berlin zum großen Kongress einlud hatte seine Gründe: Bei der Großveranstaltung mit über 1.800 Teilnehmern, die unter dem Fußball-Motto „Anpfiff “ stand, ging es um die künftige strategische Ausrichtung der Werkstattkonzepte Meisterhaft, AC Auto Check und AutoPartner. Nach dem Ausscheiden des Gesellschafters Wessels & Müller (WM) aus der Kfz- Teile-Handelskooperation ATR Ende 2015 musste ATR den Partnerbetrieben viele Fragen beantworten – allen voran, wie es mit den Werkstattsystemen weitergeht? Denn der Übernahme des Großhändlers Trost durch WM hat das Bundeskartellamt nur unter der Auflage zugestimmt, dass WM aus der Einkaufsgemeinschaft ATR austritt. Damit war absehbar, dass viele Werkstätten, die einem ATR-System angehörten und bislang von WM beliefert wurden, vor einem Systemwechsel stehen. Tatsächlich haben sich zahlreiche von ATR betreute Werkstätten dazu entschieden, ihrem Teilelieferanten treu zu bleiben und das Werkstattkonzept zu wechseln. In Berlin machte Roland Dilmetz, Vorstand der ATR International AG und Ge- schäftsführer der ATR Service GmbH klar, dass die ATR ihre Rolle als Werkstattsystemgeber auf jeden Fall aufrechterhält. ATR will mit den eigenen Werkstattsystemen unbedingt weiter wachsen. Derzeit verteilen sich noch 1.500 Betriebe auf die ATR-Werkstattsysteme. Schwerpunkt der weiteren Entwicklung soll allerdings der klare Fokus auf die Qualität der Partnerbetriebe sein, erklärt Thomas Sülzle, Leiter Marketing Services der ATR. Die Versorgung mit Kfz-Teilen sei über die ATR Großhandelspartner Stahlgruber, PV Automotive, Matthies und Neimcke sichergestellt. „Wir setzen bei der Weiterentwicklung unserer Werkstattsysteme AC Auto Check, Meisterhaft und AutoPartner auf Servicequalität. Zentrale Elemente bilden dabei die Erweiterung des Schulungsangebots und der Nachwuchsförderung, interne Qualitätschecks und spezielle Seminare sowie der Ausbau des Werbe- und Marketingangebots.“ Als Systemgeber wolle man den Partnerwerkstätten mit interessanten Angeboten im Wettbewerb helfen. So können Werkstätten eine Garantie- und Kulanzausfallversicherung abschließen. Sie übernimmt 50 Prozent der Reparaturkosten, wenn bei Foto: ATR AUTO TEILE RING (ATR) ATR ist eine international agierende Einkaufsgemeinschaft für den Kfz-Aftermarket. Unter dem Dach der in Stuttgart ansässigen ATR sind die Auto-Teile-Ring GmbH, die ATR International AG und die ATR Service GmbH zusammengefasst. ATR ist seit 50 Jahren aktiv und damit die älteste Handelskooperation für Kfz-Ersatzteile in Deutschland. Die Gründungsmitglieder Johannes J. Matthies GmbH & Co KG in Hamburg und Stahlgruber GmbH in Poing sind bis heute Gesellschafter. Der Gesamtumsatz der Gruppe, die mittlerweile mit 224 Handelsunternehmen in 53 Ländern aktiv ist, lag 2015 bei etwa 10 Milliarden Euro. Die ATR Service GmbH ist Konzeptgeber für vier Werkstattsysteme in Deutschland. Insgesamt betreut die Gesellschaft 1.500 Werkstattpartner: ■ Meisterhaft ■ AutoPartner ■ AC Auto Check Als internationales Werkstattkonzept wird zudem ACC Auto Check Center vermarktet. AUTO SERVICE PRAXIS 05/2016 www.autoservicepraxis.de
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