Source: https://lawbrary.ch/en/browser/FINMAG/956_1__1/?plang=de
Timestamp: 2020-07-09 01:07:59+00:00

Document:
Lawbrary | FINMAG - Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
Organe und Personal (8 - 14)
Finanzierung und Finanzhaushalt (15 - 20)
Unabhängigkeit und Aufsicht (21 - 21)
Information der Öffentlichkeit und Datenbearbeitung (22 - 23)
Prüfung (24 - 28)
Weitere Aufsichtsinstrumente (29 - 37)
Zusammenarbeit mit inländischen Behörden (38 - 41)
Zusammenarbeit mit ausländischen Stellen (42 - 43)
Strafbestimmungen (44 - 52)
Verfahren und Rechtsschutz (53 - 54)
Vollzug (55 - 56)
Änderung bisherigen Rechts (57 - 57)
Übergangsbestimmungen (58 - 60)
Referendum und Inkrafttreten (61 - 61)
vom 22. Juni 2007 (Stand am 1. Januar 2019)
1Der Bund schafft ei­ne Be­hör­de für die Auf­sicht über den Fi­nanz­markt nach fol­gen­den Ge­set­zen (Fi­nanz­markt­ge­set­ze):
Pfand­brief­ge­setz vom 25. Ju­ni 19301;
Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­setz vom 2. April 19082;
Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­setz vom 23. Ju­ni 20063;
Ban­ken­ge­setz vom 8. No­vem­ber 19344;
Bör­sen­ge­setz vom 24. März 19955;
Geld­wä­sche­rei­ge­setz vom 10. Ok­to­ber 19976;
Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 17. De­zem­ber 20047;
Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­setz vom 19. Ju­ni 20159.
2Die­ses Ge­setz legt die Or­ga­ni­sa­ti­on und die Auf­sichts­in­stru­men­te die­ser Be­hör­de fest.
8 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
1Die­ses Ge­setz gilt, so­weit die Fi­nanz­markt­ge­set­ze nichts an­de­res vor­se­hen.
2Im Rah­men der in­ter­na­tio­na­len Quel­len­be­steue­rung ab­ge­schlos­se­ne staats­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen und da­mit zu­sam­men­hän­gen­de zwi­schen­staat­li­che Ver­ein­ba­run­gen, na­ment­lich über grenz­über­schrei­ten­de Prü­fun­gen und den Markt­zu­gang, ge­hen die­sem Ge­setz und den Fi­nanz­markt­ge­set­zen vor.1
1 Ein­ge­fügt durch Art. 46 des BG vom 15. Ju­ni 2012 über die in­ter­na­tio­na­le Quel­len­be­steue­rung, in Kraft seit 20. Dez. 2012 (AS 2013 27; BBl 2012 4943).
Der Fi­nanz­mark­tauf­sicht un­ter­ste­hen:
die Per­so­nen, die nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen ei­ne Be­wil­li­gung, ei­ne An­er­ken­nung, ei­ne Zu­las­sung oder ei­ne Re­gis­trie­rung der Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de be­nö­ti­gen; und
die kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen;
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
Art. 4 Ziele der Finanzmarktaufsicht
Die Fi­nanz­mark­tauf­sicht bezweckt nach Mass­ga­be der Fi­nanz­markt­ge­set­ze den Schutz der Gläu­bi­ge­rin­nen und Gläu­bi­ger, der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger, der Ver­si­cher­ten so­wie den Schutz der Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Fi­nanz­märk­te. Sie trägt da­mit zur Stär­kung des An­se­hens, der Wett­be­werbs­fä­hig­keit und der Zu­kunfts­fä­hig­keit des Fi­nanz­plat­zes Schweiz bei.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5247; BBl 2015 8901).
Art. 5 Rechtsform, Sitz und Name
1Die Be­hör­de, die den Fi­nanz­markt be­auf­sich­tigt, ist ei­ne öf­fent­lich-recht­li­che An­stalt mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit und Sitz in Bern.
2Sie trägt den Na­men «Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA)».
3Sie or­ga­ni­siert sich selbst nach den Grund­sät­zen ei­ner gu­ten Cor­po­ra­te Go­ver­nance und wirt­schaft­li­cher Be­triebs­füh­rung. Sie führt ei­ne ei­ge­ne Rech­nung.
1Die FIN­MA übt die Auf­sicht nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen und nach die­sem Ge­setz aus.
2Sie nimmt die in­ter­na­tio­na­len Auf­ga­ben wahr, die mit ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit zu­sam­men­hän­gen.
1Die FIN­MA re­gu­liert durch:
Ver­ord­nun­gen, wo dies in der Fi­nanz­markt­ge­setz­ge­bung vor­ge­se­hen ist; und
Rund­schrei­ben über die An­wen­dung der Fi­nanz­markt­ge­setz­ge­bung.
2Sie re­gu­liert nur, so­weit dies mit Blick auf die Auf­sichts­zie­le nö­tig ist. Da­bei be­rück­sich­tigt sie ins­be­son­de­re:
die Kos­ten, die den Be­auf­sich­tig­ten durch die Re­gu­lie­rung ent­ste­hen;
wie sich die Re­gu­lie­rung auf den Wett­be­werb, die In­no­va­ti­ons­fä­hig­keit und die in­ter­na­tio­na­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Fi­nanz­plat­zes Schweiz aus­wirkt;
die un­ter­schied­li­chen Ge­schäftstä­tig­kei­ten und Ri­si­ken der Be­auf­sich­tig­ten; und
die in­ter­na­tio­na­len Min­dest­stan­dards.
3Sie un­ter­stützt die Selbst­re­gu­lie­rung und kann die­se im Rah­men ih­rer Auf­sichts­be­fug­nis­se als Min­dest­stan­dard an­er­ken­nen und durch­set­zen.
4Sie sorgt für einen trans­pa­ren­ten Re­gu­lie­rungs­pro­zess und ei­ne an­ge­mes­se­ne Be­tei­li­gung der Be­trof­fe­nen.
5Sie er­lässt zur Um­set­zung die­ser Grund­sät­ze Leit­li­ni­en. Sie spricht sich da­bei mit dem Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment ab.
Die Or­ga­ne der FIN­MA sind:
1Der Ver­wal­tungs­rat ist das stra­te­gi­sche Or­gan der FIN­MA. Er hat fol­gen­de Auf­ga­ben:
Er legt die stra­te­gi­schen Zie­le der FIN­MA fest und un­ter­brei­tet sie dem Bun­des­rat zur Ge­neh­mi­gung.
Er ent­schei­det über Ge­schäf­te von gros­ser Trag­wei­te.
Er er­lässt die der FIN­MA de­le­gier­ten Ver­ord­nun­gen und be­schliesst die Rund­schrei­ben.
Er über­wacht die Ge­schäfts­lei­tung.
Er setzt ei­ne in­ter­ne Re­vi­si­on ein und sorgt für die in­ter­ne Kon­trol­le.
Er er­stellt den Ge­schäfts­be­richt und un­ter­brei­tet ihn vor der Ver­öf­fent­li­chung dem Bun­des­rat zur Ge­neh­mi­gung.
Er wählt die Di­rek­to­rin oder den Di­rek­tor un­ter Vor­be­halt der Ge­neh­mi­gung durch den Bun­des­rat.
Er wählt die Mit­glie­der der Ge­schäfts­lei­tung.
Er er­lässt das Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment und die Richt­li­ni­en über die In­for­ma­ti­ons­tä­tig­keit.
Er ge­neh­migt den Vor­an­schlag.
2Er be­steht aus sie­ben bis neun fach­kun­di­gen Mit­glie­dern, die von den Be­auf­sich­tig­ten un­ab­hän­gig sind. Der Ver­wal­tungs­rat wird für ei­ne Amts­dau­er von vier Jah­ren ge­wählt; je­des Mit­glied kann zwei­mal wie­der­ge­wählt wer­den.
3Der Bun­des­rat wählt den Ver­wal­tungs­rat. Er ach­tet da­bei auf ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­tre­tung bei­der Ge­schlech­ter. Er be­stimmt die Prä­si­den­tin oder den Prä­si­den­ten und die Vi­ze­prä­si­den­tin oder den Vi­ze­prä­si­den­ten. Er legt die Ent­schä­di­gun­gen fest. Ar­ti­kel 6a des Bun­des­per­so­nal­ge­set­zes vom 24. März 20001 gilt sinn­ge­mä­ss.
4Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent darf we­der ei­ne an­de­re wirt­schaft­li­che Tä­tig­keit aus­üben noch ein eid­ge­nös­si­sches oder kan­to­na­les Amt be­klei­den, es sei denn, dies lie­ge im In­ter­es­se der Auf­ga­ben­er­fül­lung der FIN­MA.
5Der Bun­des­rat be­ruft Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­rats ab und ge­neh­migt die Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses der Di­rek­to­rin oder des Di­rek­tors durch den Ver­wal­tungs­rat, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für die Aus­übung des Am­tes nicht mehr er­füllt sind.
Sie er­lässt die Ver­fü­gun­gen nach Mass­ga­be des Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ments.
Sie er­ar­bei­tet die Ent­scheid­grund­la­gen des Ver­wal­tungs­rats und be­rich­tet ihm re­gel­mäs­sig, bei be­son­de­ren Er­eig­nis­sen oh­ne Ver­zug.
Sie er­füllt al­le Auf­ga­ben, die nicht ei­nem an­de­ren Or­gan zu­ge­wie­sen sind.
3Das Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
1Die FIN­MA ist in Fach­be­rei­che auf­ge­teilt. Das Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
2Bun­des­rat und Ver­wal­tungs­rat sor­gen für ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­tre­tung der ver­schie­de­nen Fach­be­rei­che in Ver­wal­tungs­rat und Ge­schäfts­lei­tung.
Die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­kon­trol­le ist die ex­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le und er­stat­tet dem Ver­wal­tungs­rat und dem Bun­des­rat über das Er­geb­nis ih­rer Prü­fung Be­richt.
Art. 13 Personal
1Die FIN­MA stellt ihr Per­so­nal öf­fent­lich-recht­lich an.
2Ar­ti­kel 6a des Bun­des­per­so­nal­ge­set­zes vom 24. März 20002 gilt sinn­ge­mä­ss.
3Die be­ruf­li­che Vor­sor­ge des Per­so­nals rich­tet sich nach der Ge­setz­ge­bung über die Pen­si­ons­kas­se des Bun­des.
4Der Ver­wal­tungs­rat re­gelt in ei­ner Ver­ord­nung:
das Ar­beits­ver­hält­nis des Per­so­nals, ins­be­son­de­re Ent­löh­nung, Ne­ben­leis­tun­gen, Ar­beits­zeit, Treue­pflicht und Kün­di­gung;
die Zu­sam­men­set­zung, das Wahl­ver­fah­ren und die Or­ga­ni­sa­ti­on des pa­ri­tä­ti­schen Or­gans des Vor­sor­ge­werks der FIN­MA.
5Er un­ter­brei­tet die Ver­ord­nung dem Bun­des­rat zur Ge­neh­mi­gung.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
1Das Per­so­nal und die Or­ga­ne sind zur Ver­schwie­gen­heit über amt­li­che An­ge­le­gen­hei­ten ver­pflich­tet.
2Die Pflicht zur Ver­schwie­gen­heit bleibt auch nach Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses oder der Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­nem Or­gan der FIN­MA be­ste­hen.
3Die An­ge­stell­ten und die ein­zel­nen Or­ga­ne der FIN­MA dür­fen sich oh­ne Er­mäch­ti­gung der FIN­MA bei Ein­ver­nah­men und in Ge­richts­ver­fah­ren als Par­tei, Zeu­gin­nen und Zeu­gen oder Sach­ver­stän­di­ge nicht über Wahr­neh­mun­gen äus­sern, die sie bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben ge­macht ha­ben und die sich auf ih­re amt­li­chen Auf­ga­ben be­zie­hen.
4Dem Amts­ge­heim­nis un­ter­ste­hen auch al­le von der FIN­MA Be­auf­trag­ten (Prüf­be­auf­trag­te, Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­te, Sa­nie­rungs­be­auf­trag­te, Li­qui­da­to­ren, Sach­wal­ter).1
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
1Die FIN­MA er­hebt Ge­büh­ren für Auf­sichts­ver­fah­ren im Ein­zel­fall und für Dienst­leis­tun­gen. Zu­dem er­hebt sie von den Be­auf­sich­tig­ten jähr­lich pro Auf­sichts­be­reich ei­ne Auf­sichts­ab­ga­be für die Kos­ten der FIN­MA, die durch die Ge­büh­ren nicht ge­deckt sind.
2Die Auf­sichts­ab­ga­be wird nach fol­gen­den Kri­te­ri­en be­mes­sen:
Für die Be­auf­sich­tig­ten nach Ar­ti­kel 1a des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19342, nach dem Bör­sen­ge­setz vom 24. März 19953 und dem Pfand­brief­ge­setz vom 25. Ju­ni 19304 sind Bi­lanz­sum­me und Ef­fek­ten­um­satz mass­ge­bend; für die Be­auf­sich­tig­ten nach Ar­ti­kel 1b des Ban­ken­ge­set­zes sind Bi­lanz­sum­me und Brut­to­er­trag mass­ge­bend.
Für die Be­auf­sich­tig­ten nach dem Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­setz vom 19. Ju­ni 20156 sind Bi­lanz­sum­me und Ef­fek­ten­um­satz oder, wenn kei­ne Ef­fek­ten um­ge­setzt wer­den, der Brut­to­er­trag mass­ge­bend.
Für die Be­auf­sich­tig­ten nach dem Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­setz vom 23. Ju­ni 20067 sind die Hö­he des ver­wal­te­ten Ver­mö­gens, der Brut­to­er­trag und die Be­triebs­grös­se mass­ge­bend.
Für ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nach dem Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 17. De­zem­ber 20048 ist sein An­teil an den ge­sam­ten Prä­mi­enein­nah­men al­ler Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mass­ge­bend; für Ver­si­che­rungs­ver­mitt­le­rin­nen und -ver­mitt­ler nach Ar­ti­kel 43 Ab­satz 1 des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 2004 sind ih­re An­zahl und die Be­triebs­grös­se mass­ge­bend.
Für die Selbst­re­gu­lie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen nach dem Geld­wä­sche­rei­ge­setz vom 10. Ok­to­ber 19979 sind Brut­to­er­trag und An­zahl Mit­glie­der mass­ge­bend; für die der FIN­MA di­rekt un­ter­stell­ten Fi­nan­zin­ter­me­di­äre nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 3 des Geld­wä­sche­rei­ge­set­zes vom 10. Ok­to­ber 1997 sind Brut­to­er­trag und Be­triebs­grös­se mass­ge­bend.
3Der Bun­des­rat kann die Auf­tei­lung der Auf­sichts­ab­ga­be in ei­ne fi­xe Grund­ab­ga­be und ei­ne va­ria­ble Zu­satz­ab­ga­be vor­se­hen.
4Er re­gelt die Ein­zel­hei­ten, na­ment­lich:
die Be­mes­sungs­grund­la­gen;
die Auf­sichts­be­rei­che nach Ab­satz 1; und
die Auf­tei­lung der durch die Auf­sichts­ab­ga­be zu fi­nan­zie­ren­den Kos­ten un­ter den Auf­sichts­be­rei­chen.
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
10 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
Die FIN­MA bil­det in­nert an­ge­mes­se­ner Frist für die Aus­übung ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit Re­ser­ven im Um­fang ei­nes Jah­res­bud­gets.
1Die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­ver­wal­tung ver­wal­tet im Rah­men ih­rer zen­tra­len Tre­so­re­rie die li­qui­den Mit­tel der FIN­MA.
2Sie ge­währt der FIN­MA zur Si­cher­stel­lung der Zah­lungs­be­reit­schaft Dar­le­hen zu markt­kon­for­men Be­din­gun­gen.
3Die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­ver­wal­tung und die FIN­MA le­gen die Ein­zel­hei­ten die­ser Zu­sam­men­ar­beit ein­ver­nehm­lich fest.
1Die Rech­nungs­le­gung der FIN­MA stellt ih­re Ver­mö­gens-, Fi­nanz- und Er­trags­la­ge voll­stän­dig dar.
2Sie folgt den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen der We­sent­lich­keit, Ver­ständ­lich­keit, Ste­tig­keit und Brut­to­dar­stel­lung und ori­en­tiert sich an all­ge­mein an­er­kann­ten Stan­dards.
3Die aus den Rech­nungs­le­gungs­grund­sät­zen ab­ge­lei­te­ten Bi­lan­zie­rungs- und Be­wer­tungs­re­geln sind of­fen­zu­le­gen.
1Die Ver­ant­wort­lich­keit der FIN­MA, ih­rer Or­ga­ne, ih­res Per­so­nals so­wie der von der FIN­MA Be­auf­trag­ten rich­tet sich un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 2 nach dem Ver­ant­wort­lich­keits­ge­setz vom 14. März 19581.2
2Die FIN­MA und die von ihr Be­auf­trag­ten haf­ten nur, wenn:
sie we­sent­li­che Amts­pflich­ten ver­letzt ha­ben; und
Schä­den nicht auf Pflicht­ver­let­zun­gen ei­ner oder ei­nes Be­auf­sich­tig­ten zu­rück­zu­füh­ren sind.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
1Die FIN­MA ist von je­der Be­steue­rung durch den Bund, die Kan­to­ne und die Ge­mein­den be­freit.
2Vor­be­hal­ten bleibt das Bun­des­recht über:
die Mehr­wert­steu­er;
die Ver­rech­nungs­steu­er;
die Stem­pe­l­ab­ga­ben.
1Die FIN­MA übt ih­re Auf­sichtstä­tig­keit selbst­stän­dig und un­ab­hän­gig aus.
2Sie er­ör­tert min­des­tens ein­mal jähr­lich mit dem Bun­des­rat die Stra­te­gie ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit so­wie ak­tu­el­le Fra­gen der Fi­nanz­platz­po­li­tik.
3Sie ver­kehrt mit dem Bun­des­rat über das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment.
4Die eid­ge­nös­si­schen Rä­te üben die Ober­auf­sicht aus.
1Die FIN­MA in­for­miert die Öf­fent­lich­keit jähr­lich min­des­tens ein­mal über ih­re Auf­sichtstä­tig­keit und Auf­sichtspra­xis.
2Sie in­for­miert nicht über ein­zel­ne Ver­fah­ren, es sei denn, es be­ste­he da­für ein be­son­de­res auf­sichts­recht­li­ches Be­dürf­nis, ins­be­son­de­re, wenn die In­for­ma­ti­on nö­tig ist:
zum Schutz der Markt­teil­neh­me­rin­nen und -teil­neh­mer oder der Be­auf­sich­tig­ten;
zur Be­rich­ti­gung falscher oder ir­re­füh­ren­der In­for­ma­tio­nen; oder
zur Wah­rung des An­se­hens des Fi­nanz­plat­zes Schweiz.
3Hat sie über ein Ver­fah­ren in­for­miert, so in­for­miert sie un­ver­züg­lich auch über des­sen Ein­stel­lung. Auf Ver­lan­gen des Be­trof­fe­nen kann da­von ab­ge­se­hen wer­den.
4Sie trägt bei ih­rer ge­sam­ten In­for­ma­ti­ons­tä­tig­keit den Per­sön­lich­keits­rech­ten der Be­trof­fe­nen Rech­nung. Die Ver­öf­fent­li­chung von Per­so­nen­da­ten kann in elek­tro­ni­scher oder ge­druck­ter Form er­fol­gen.
1Die FIN­MA be­ar­bei­tet im Rah­men der Auf­sicht nach die­sem Ge­setz und den Fi­nanz­markt­ge­set­zen Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­len. Sie re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
2Sie führt ein Ver­zeich­nis der Be­auf­sich­tig­ten. Die­ses Ver­zeich­nis ist in elek­tro­ni­scher Form öf­fent­lich zu­gäng­lich.
1Die FIN­MA kann nach Mass­ga­be der Fi­nanz­markt­ge­set­ze (Art. 1 Abs. 1) die Prü­fung der Be­auf­sich­tig­ten selbst aus­füh­ren oder sie aus­füh­ren las­sen durch:
von den Be­auf­sich­tig­ten be­auf­trag­te und der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de nach Ar­ti­kel 9a des Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 20052 zu­ge­las­se­ne Prüf­ge­sell­schaf­ten; oder
Prüf­be­auf­trag­te ge­mä­ss Ar­ti­kel 24a.
2Die Prü­fung ori­en­tiert sich ins­be­son­de­re an den Ri­si­ken, die vom Be­auf­sich­tig­ten für die Gläu­bi­ge­rin­nen und Gläu­bi­ger, die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger, die Ver­si­cher­ten und die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Fi­nanz­märk­te aus­ge­hen kön­nen. Dop­pel­spu­rig­kei­ten bei der Prü­fung sind so weit mög­lich zu ver­mei­den.
3Für die Ge­heim­hal­tung durch die Prüf­ge­sell­schaf­ten gilt Ar­ti­kel 730b Ab­satz 2 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts3 sinn­ge­mä­ss.
4Der Bun­des­rat re­gelt bei der Prü­fung ge­mä­ss Ab­satz 1 Buch­sta­be a die Grund­zü­ge für den In­halt und die Durch­füh­rung der Prü­fung so­wie die Form der Be­richt­er­stat­tung. Er kann die FIN­MA er­mäch­ti­gen, Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu tech­ni­schen An­ge­le­gen­hei­ten zu er­las­sen.
5Die Be­auf­sich­tig­ten tra­gen die Kos­ten der Prü­fung.
Art. 24a Prüfbeauftragte
1Die FIN­MA kann ei­ne un­ab­hän­gi­ge und fach­kun­di­ge Per­son be­auf­tra­gen, Prü­fun­gen bei Be­auf­sich­tig­ten durch­zu­füh­ren.
2Sie um­schreibt in der Ein­set­zungs­ver­fü­gung die Auf­ga­ben der oder des Prüf­be­auf­trag­ten.
3Die Kos­ten der oder des Prüf­be­auf­trag­ten tra­gen die Be­auf­sich­tig­ten.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
Art. 25 Pflichten der geprüften Beaufsichtigten
1Wird ei­ne Prüf­ge­sell­schaft zur Prü­fung ein­ge­setzt oder zieht die FIN­MA ei­ne Prü­fungs­be­auf­trag­te oder einen Prüf­be­auf­trag­ten bei, so ha­ben die Be­auf­sich­tig­ten die­ser oder die­sem al­le Aus­künf­te zu er­tei­len und Un­ter­la­gen her­aus­zu­ge­ben, die sie oder er zur Er­fül­lung ih­rer oder sei­ner Auf­ga­ben be­nö­ti­gen.
2Die oder der Be­auf­sich­tig­te hat die FIN­MA über die Wahl ei­ner Prüf­ge­sell­schaft zu in­for­mie­ren.
1Die Prüf­ge­sell­schaft er­stat­tet der FIN­MA Be­richt über ih­re Prü­fun­gen. Die Prüf­ge­sell­schaft stellt den Be­richt dem obers­ten Lei­tungs­or­gan der oder des ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten zur Ver­fü­gung.1
2Stellt sie Ver­let­zun­gen auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen oder sons­ti­ge Miss­stän­de fest, so setzt sie der oder dem ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist zur Her­stel­lung des ord­nungs­ge­mäs­sen Zu­stan­des. Wird die Frist nicht ein­ge­hal­ten, so in­for­miert sie die FIN­MA.
3Bei schwe­ren Ver­let­zun­gen auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen und schwe­ren Miss­stän­den be­nach­rich­tigt die Prüf­ge­sell­schaft die FIN­MA oh­ne Ver­zug.
2Die FIN­MA und die Eid­ge­nös­si­sche Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de er­tei­len ein­an­der al­le Aus­künf­te und über­mit­teln al­le Un­ter­la­gen, die sie für die Durch­set­zung der je­wei­li­gen Ge­setz­ge­bung be­nö­ti­gen.2
Art. 28a Wahl und Wechsel der Prüfgesellschaft
1Für die Prü­fung im Rah­men ei­nes Be­wil­li­gungs­ver­fah­rens so­wie für die üb­ri­gen Prü­fun­gen sind zwei un­ter­schied­li­che Prüf­ge­sell­schaf­ten zu be­auf­tra­gen.
2Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Fäl­len vom Be­auf­sich­tig­ten den Wech­sel der Prüf­ge­sell­schaft ver­lan­gen.
3Die FIN­MA in­for­miert die Eid­ge­nös­si­sche Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de vor der An­ord­nung ei­nes Wech­sels nach Ab­satz 2.
1Die Be­auf­sich­tig­ten, ih­re Prüf­ge­sell­schaf­ten und Re­vi­si­ons­stel­len so­wie qua­li­fi­ziert oder mass­ge­bend an den Be­auf­sich­tig­ten be­tei­lig­te Per­so­nen und Un­ter­neh­men müs­sen der FIN­MA al­le Aus­künf­te er­tei­len und Un­ter­la­gen her­aus­ge­ben, die sie zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­tigt.
2Die Be­auf­sich­tig­ten und die Prüf­ge­sell­schaf­ten, die bei ih­nen Prü­fun­gen durch­füh­ren, müs­sen der FIN­MA zu­dem un­ver­züg­lich Vor­komm­nis­se mel­den, die für die Auf­sicht von we­sent­li­cher Be­deu­tung sind.1
Er­ge­ben sich An­halts­punk­te für Ver­let­zun­gen auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen und er­öff­net die FIN­MA ein Ver­fah­ren, so zeigt sie dies den Par­tei­en an.
Ver­letzt ei­ne Be­auf­sich­tig­te oder ein Be­auf­sich­tig­ter die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes oder ei­nes Fi­nanz­markt­ge­set­zes oder be­ste­hen sons­ti­ge Miss­stän­de, so sorgt die FIN­MA für die Wie­der­her­stel­lung des ord­nungs­ge­mäs­sen Zu­stan­des.
Art. 32 Feststellungsverfügung
Er­gibt das Ver­fah­ren, dass die oder der Be­auf­sich­tig­te auf­sichts­recht­li­che Be­stim­mun­gen schwer ver­letzt hat, und müs­sen kei­ne Mass­nah­men zur Wie­der­her­stel­lung des ord­nungs­ge­mäs­sen Zu­stan­des mehr an­ge­ord­net wer­den, so kann die FIN­MA ei­ne Fest­stel­lungs­ver­fü­gung er­las­sen.
1Stellt die FIN­MA ei­ne schwe­re Ver­let­zung auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen fest, so kann sie der ver­ant­wort­li­chen Per­son die Tä­tig­keit in lei­ten­der Stel­lung bei ei­ner oder ei­nem von ihr Be­auf­sich­tig­ten un­ter­sa­gen.
2Das Be­rufs­ver­bot kann für ei­ne Dau­er von bis zu fünf Jah­ren aus­ge­spro­chen wer­den.
1Liegt ei­ne schwe­re Ver­let­zung auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen vor, so kann die FIN­MA ih­re End­ver­fü­gung nach Ein­tritt der Rechts­kraft un­ter An­ga­be von Per­so­nen­da­ten in elek­tro­ni­scher oder ge­druck­ter Form ver­öf­fent­li­chen.
2Die Ver­öf­fent­li­chung ist in der Ver­fü­gung sel­ber an­zu­ord­nen.
1Die FIN­MA kann den Ge­winn ein­zie­hen, den ei­ne Be­auf­sich­tig­te, ein Be­auf­sich­tig­ter oder ei­ne ver­ant­wort­li­che Per­son in lei­ten­der Stel­lung durch schwe­re Ver­let­zung auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen er­zielt hat.
2Die­se Re­ge­lung gilt sinn­ge­mä­ss, wenn ei­ne Be­auf­sich­tig­te, ein Be­auf­sich­tig­ter oder ei­ne ver­ant­wort­li­che Per­son in lei­ten­der Stel­lung durch schwe­re Ver­let­zung auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen einen Ver­lust ver­mie­den hat.
3Lässt sich der Um­fang der ein­zu­zie­hen­den Ver­mö­gens­wer­te nicht oder nur mit un­ver­hält­nis­mäs­si­gem Auf­wand er­mit­teln, so kann die FIN­MA ihn schät­zen.
4Das Recht zur Ein­zie­hung ver­jährt nach sie­ben Jah­ren.
5Die straf­recht­li­che Ein­zie­hung nach den Ar­ti­keln 70-72 des Straf­ge­setz­bu­ches1 geht der Ein­zie­hung nach die­ser Be­stim­mung vor.
6Die ein­ge­zo­ge­nen Ver­mö­gens­wer­te ge­hen an den Bund, so­weit sie nicht Ge­schä­dig­ten aus­be­zahlt wer­den.
1Die FIN­MA kann ei­ne un­ab­hän­gi­ge und fach­kun­di­ge Per­son da­mit be­auf­tra­gen, bei ei­ner oder ei­nem Be­auf­sich­tig­ten einen auf­sichts­recht­lich re­le­van­ten Sach­ver­halt ab­zu­klä­ren oder von ihr an­ge­ord­ne­te auf­sichts­recht­li­che Mass­nah­men um­zu­set­zen (Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­te oder Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­ter).
2Sie um­schreibt in der Ein­set­zungs­ver­fü­gung die Auf­ga­ben der oder des Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­ten. Sie legt fest, in wel­chem Um­fang die oder der Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­te an Stel­le der Or­ga­ne der Be­auf­sich­tig­ten han­deln darf.
3Die Be­auf­sich­tig­ten ha­ben der oder dem Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­ten Zu­tritt zu ih­ren Räum­lich­kei­ten zu ge­wäh­ren so­wie al­le Aus­künf­te zu er­tei­len und Un­ter­la­gen of­fen­zu­le­gen, wel­che die oder der Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­te zur Er­fül­lung ih­rer oder sei­ner Auf­ga­ben be­nö­tigt.
4Die Kos­ten der oder des Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­ten tra­gen die Be­auf­sich­tig­ten. Sie ha­ben auf An­ord­nung der FIN­MA einen Kos­ten­vor­schuss zu leis­ten.
Art. 37 Entzug der Bewilligung, der Anerkennung, der Zulassung oder der Registrierung
1Die FIN­MA ent­zieht ei­ner oder ei­nem Be­auf­sich­tig­ten die Be­wil­li­gung, die An­er­ken­nung, die Zu­las­sung oder die Re­gis­trie­rung, wenn sie oder er die Vor­aus­set­zun­gen für die Tä­tig­keit nicht mehr er­füllt oder auf­sichts­recht­li­che Be­stim­mun­gen schwer ver­letzt.
2Mit dem Ent­zug ver­liert die oder der Be­auf­sich­tig­te das Recht, die Tä­tig­keit aus­zuü­ben. Die üb­ri­gen Fol­gen des Ent­zugs rich­ten sich nach den an­wend­ba­ren Fi­nanz­markt­ge­set­zen.
3Die­se Fol­gen gel­ten ana­log, wenn ei­ne Be­auf­sich­tig­te oder ein Be­auf­sich­tig­ter tä­tig ist, oh­ne über ei­ne Be­wil­li­gung, ei­ne An­er­ken­nung, ei­ne Zu­las­sung oder ei­ne Re­gis­trie­rung zu ver­fü­gen.
1Die FIN­MA und die zu­stän­di­ge Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de tau­schen die im Rah­men der Zu­sam­men­ar­beit und zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen aus. Sie ver­wen­den die er­hal­te­nen In­for­ma­tio­nen aus­sch­liess­lich zur Er­fül­lung ih­rer je­wei­li­gen Auf­ga­ben.1
2Sie ko­or­di­nie­ren ih­re Un­ter­su­chun­gen, so­weit mög­lich und er­for­der­lich.
3Er­hält die FIN­MA Kennt­nis von ge­mein­recht­li­chen Ver­bre­chen und Ver­ge­hen so­wie Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die­ses Ge­setz und die Fi­nanz­markt­ge­set­ze, so be­nach­rich­tigt sie die zu­stän­di­gen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
Art. 39 Andere inländische Behörden
1Die FIN­MA ist be­fugt, an­de­ren in­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den so­wie der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­che In­for­ma­tio­nen zu über­mit­teln, die die­se zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­ti­gen.
2Sie kann zu­dem mit dem Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­che In­for­ma­tio­nen über be­stimm­te Fi­nanz­markt­teil­neh­mer aus­tau­schen, wenn es der Auf­recht­er­hal­tung der Sta­bi­li­tät des Fi­nanz­sys­tems dient.
Die FIN­MA kann die Be­kannt­ga­be von nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­chen In­for­ma­tio­nen und die Her­aus­ga­be von Ak­ten ge­gen­über Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den und an­de­ren in­län­di­schen Be­hör­den ver­wei­gern, so­weit:
die In­for­ma­tio­nen und die Ak­ten aus­sch­liess­lich der in­ter­nen Mei­nungs­bil­dung die­nen;
de­ren Be­kannt- oder Her­aus­ga­be ein lau­fen­des Ver­fah­ren ge­fähr­den oder die Er­fül­lung ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit be­ein­träch­ti­gen wür­de;
sie mit den Zie­len der Fi­nanz­mark­tauf­sicht oder mit de­ren Zweck nicht ver­ein­bar ist.
Über Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten in der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen der Fin­ma ei­ner­seits und Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den und an­de­ren in­län­di­schen Be­hör­den an­der­seits ent­schei­det das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt auf Er­su­chen ei­ner der be­trof­fe­nen Be­hör­den.
4. Abschnitt: Zusammenarbeit mit ausländischen Stellen
1Die FIN­MA kann zum Voll­zug der Fi­nanz­markt­ge­set­ze aus­län­di­sche Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den um In­for­ma­tio­nen er­su­chen.
2Sie darf aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­che In­for­ma­tio­nen nur über­mit­teln, so­fern:
die­se In­for­ma­tio­nen aus­sch­liess­lich zum Voll­zug des Fi­nanz­markt­rechts ver­wen­det oder zu die­sem Zweck an an­de­re Be­hör­den, Ge­rich­te oder Or­ga­ne wei­ter­ge­lei­tet wer­den;
die er­su­chen­den Be­hör­den an ein Amts- oder Be­rufs­ge­heim­nis ge­bun­den sind, wo­bei Vor­schrif­ten über die Öf­fent­lich­keit von Ver­fah­ren und die Ori­en­tie­rung der Öf­fent­lich­keit über sol­che Ver­fah­ren vor­be­hal­ten blei­ben.
3Für den Aus­tausch von In­for­ma­tio­nen zwi­schen der FIN­MA und aus­län­di­schen Be­hör­den, Ge­rich­ten und Or­ga­nen, die in die Sa­nie­rung und Ab­wick­lung von Be­wil­li­gungs­in­ha­bern ein­ge­bun­den sind, gel­ten die Ab­sät­ze 1 und 2 sinn­ge­mä­ss.
4Die Amts­hil­fe wird zü­gig ge­leis­tet. Die FIN­MA be­rück­sich­tigt den Grund­satz der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit. Die Über­mitt­lung von In­for­ma­tio­nen über Per­so­nen, die of­fen­sicht­lich nicht in die zu un­ter­su­chen­de An­ge­le­gen­heit ver­wi­ckelt sind, ist un­zu­läs­sig.
5Die FIN­MA kann im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­amt für Jus­tiz zu­stim­men, dass über­mit­tel­te In­for­ma­tio­nen zu ei­nem an­de­ren als dem in Ab­satz 2 Buch­sta­be a ge­nann­ten Zweck an Straf­be­hör­den wei­ter­ge­lei­tet wer­den, so­fern die Rechts­hil­fe in Strafsa­chen nicht aus­ge­schlos­sen ist.
Art. 42a Amtshilfeverfahren
1Be­fin­det sich die FIN­MA noch nicht im Be­sitz der zu über­mit­teln­den In­for­ma­tio­nen, so kann sie die­se von den In­for­ma­ti­ons­in­ha­be­rin­nen und -in­ha­bern ver­lan­gen. Aus­kunfts­per­so­nen kön­nen ei­ne Be­fra­gung nach Ar­ti­kel 16 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19682 ver­wei­gern.
2Be­tref­fen die von der FIN­MA zu über­mit­teln­den In­for­ma­tio­nen ein­zel­ne Kun­din­nen oder Kun­den, so ist das Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz vom 20. De­zem­ber 1968 un­ter Vor­be­halt der Ab­sät­ze 3-6 an­wend­bar.
3Die FIN­MA kann die Ein­sicht­nah­me in die Kor­re­spon­denz mit aus­län­di­schen Be­hör­den ver­wei­gern. Ar­ti­kel 28 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 1968 bleibt vor­be­hal­ten.
4Die FIN­MA kann aus­nahms­wei­se da­von ab­se­hen, die be­trof­fe­nen Kun­din­nen und Kun­den vor Über­mitt­lung der In­for­ma­tio­nen zu in­for­mie­ren, wenn der Zweck der Amts­hil­fe und die wirk­sa­me Er­fül­lung der Auf­ga­ben der er­su­chen­den Be­hör­de durch die vor­gän­gi­ge In­for­ma­ti­on ver­ei­telt wür­de. In die­sen Fäl­len sind die be­trof­fe­nen Kun­din­nen und Kun­den nach­träg­lich zu in­for­mie­ren.
5In den Fäl­len nach Ab­satz 4 in­for­miert die FIN­MA die In­for­ma­ti­ons­in­ha­be­rin­nen und -in­ha­ber so­wie die Be­hör­den, de­nen das Er­su­chen zur Kennt­nis ge­bracht wur­de, über den In­for­ma­ti­ons­auf­schub. Die­se dür­fen bis zur nach­träg­li­chen In­for­ma­ti­on der be­trof­fe­nen Kun­din­nen und Kun­den über das Er­su­chen nicht in­for­mie­ren.
6Der Ent­scheid der FIN­MA über die Über­mitt­lung der In­for­ma­tio­nen an die aus­län­di­sche Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de kann von der Kun­din oder dem Kun­den in­nert zehn Ta­gen beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt an­ge­foch­ten wer­den. Ar­ti­kel 22a des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 1968 fin­det kei­ne An­wen­dung. In den Fäl­len nach Ab­satz 4 kann das Rechts­be­geh­ren le­dig­lich auf Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit lau­ten.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
Art. 42b Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Gremien
1Die FIN­MA kann zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 6 an mul­ti­la­te­ra­len In­itia­ti­ven in­ter­na­tio­na­ler Or­ga­ni­sa­tio­nen und Gre­mi­en teil­neh­men, in de­ren Rah­men In­for­ma­tio­nen aus­ge­tauscht wer­den.
2Bei mul­ti­la­te­ra­len In­itia­ti­ven von gros­ser Trag­wei­te für den Schwei­zer Fi­nanz­platz er­folgt die Teil­nah­me am In­for­ma­ti­ons­aus­tausch im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment.
3Bei ei­ner Teil­nah­me kann die FIN­MA nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­che In­for­ma­tio­nen an in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­tio­nen und Gre­mi­en nur über­mit­teln, so­fern:
die­se In­for­ma­tio­nen aus­sch­liess­lich zur Er­fül­lung von Auf­ga­ben im Zu­sam­men­hang mit der Aus­ar­bei­tung und Ein­hal­tung von Re­gu­lie­rungs­stan­dards oder zur Ana­ly­se von sys­te­mi­schen Ri­si­ken ver­wen­det wer­den;
die Ge­heim­hal­tung ge­währ­leis­tet ist.
4Die FIN­MA ver­ein­bart mit den in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen und Gre­mi­en den ge­nau­en Ver­wen­dungs­zweck und ei­ne all­fäl­li­ge Wei­ter­lei­tung der über­mit­tel­ten In­for­ma­tio­nen. Ab­satz 3 bleibt vor­be­hal­ten.
Art. 42c Informationsübermittlung durch Beaufsichtigte
1Be­auf­sich­tig­te dür­fen den zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den und wei­te­ren mit der Auf­sicht be­trau­ten aus­län­di­schen Stel­len nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­che In­for­ma­tio­nen über­mit­teln, so­fern:
die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 42 Ab­satz 2 er­füllt sind;
die Rech­te von Kun­den und Drit­ten ge­wahrt blei­ben.
2 Dar­über hin­aus dür­fen sie nicht öf­fent­li­che In­for­ma­tio­nen, die im Zu­sam­men­hang mit Ge­schäf­ten von Kun­den und Be­auf­sich­tig­ten ste­hen, aus­län­di­schen Be­hör­den und den von die­sen be­auf­trag­ten Stel­len über­mit­teln, wenn die Rech­te von Kun­den und Drit­ten ge­wahrt blei­ben.
3Ei­ne In­for­ma­ti­ons­über­mitt­lung von we­sent­li­cher Be­deu­tung nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 2 be­darf der vor­gän­gi­gen Mel­dung an die FIN­MA.
4Die FIN­MA kann den Amts­hil­fe­weg vor­be­hal­ten.
5Sie kann die Über­mitt­lung, die Ver­öf­fent­li­chung oder die Wei­ter­ga­be von Ak­ten aus dem Auf­sichts­ver­hält­nis von ih­rer Zu­stim­mung ab­hän­gig ma­chen, wenn dies im In­ter­es­se der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben liegt und kei­ne über­wie­gen­den pri­va­ten oder öf­fent­li­chen In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.
1Die FIN­MA kann zum Voll­zug der Fi­nanz­markt­ge­set­ze di­rek­te Prü­fun­gen bei Be­auf­sich­tig­ten im Aus­land sel­ber vor­neh­men oder durch Prüf­ge­sell­schaf­ten oder bei­ge­zo­ge­ne Prüf­be­auf­trag­te vor­neh­men las­sen.1
2Sie darf aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den di­rek­te Prü­fun­gen bei Be­auf­sich­tig­ten er­lau­ben, so­fern:
die­se Be­hör­den im Rah­men der Her­kunfts­land­kon­trol­le für die Auf­sicht des ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten oder in ih­rem Ho­heits­ge­biet für die Be­auf­sich­ti­gung der Tä­tig­keit des ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten ver­ant­wort­lich sind; und
die Vor­aus­set­zun­gen für die Amts­hil­fe nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 2 er­füllt sind.2
3Durch grenz­über­schrei­ten­de di­rek­te Prü­fun­gen dür­fen nur An­ga­ben er­ho­ben wer­den, die für die Auf­sichtstä­tig­keit der aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den not­wen­dig sind. Da­zu ge­hö­ren ins­be­son­de­re An­ga­ben dar­über, ob ein In­sti­tut kon­zern­weit:
die in sei­ner Ge­schäftstä­tig­keit ent­hal­te­nen Ri­si­ken an­ge­mes­sen er­fasst, be­grenzt und über­wacht;
durch Per­so­nen ge­lei­tet wird, die Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäftstä­tig­keit bie­ten;
Ei­gen­mit­tel- und Ri­si­ko­ver­tei­lungs­vor­schrif­ten auf kon­so­li­dier­ter Ba­sis er­füllt; und
sei­nen Be­richt­er­stat­tungs­pflich­ten ge­gen­über den Auf­sichts­be­hör­den kor­rekt nach­kommt.3
3bisSo­weit die aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den bei di­rek­ten Prü­fun­gen in der Schweiz In­for­ma­tio­nen ein­se­hen wol­len, die di­rekt oder in­di­rekt mit dem Ver­mö­gens­ver­wal­tungs-, Ef­fek­ten­han­dels- oder Ein­la­gen­ge­schäft für ein­zel­ne Kun­din­nen oder Kun­den zu­sam­men­hän­gen, er­hebt die FIN­MA die In­for­ma­tio­nen selbst und über­mit­telt sie den er­su­chen­den Be­hör­den. Glei­ches gilt für In­for­ma­tio­nen, die di­rekt oder in­di­rekt ein­zel­ne An­le­ge­rin­nen oder An­le­ger kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen be­tref­fen. Ar­ti­kel 42a fin­det An­wen­dung.4
3terDie FIN­MA kann der aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de, die für die kon­so­li­dier­te Auf­sicht des ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten ver­ant­wort­lich ist, für Zwe­cke nach Ab­satz 3 er­lau­ben, ei­ne be­schränk­te An­zahl ein­zel­ner Kun­den­dos­siers ein­zu­se­hen. Die Aus­wahl der Dos­siers muss zu­fäl­lig an­hand von im Vor­aus fest­ge­leg­ten Kri­te­ri­en er­fol­gen.5
4Die FIN­MA kann die aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den bei ih­ren di­rek­ten Prü­fun­gen in der Schweiz be­glei­ten oder durch ei­ne Prüf­ge­sell­schaft oder ei­ne Prüf­be­auf­trag­te oder einen Prü­fungs­be­auf­trag­ten be­glei­ten las­sen. Die be­trof­fe­nen Be­auf­sich­tig­ten kön­nen ei­ne Be­glei­tung ver­lan­gen.6
5Die nach schwei­ze­ri­schem Recht or­ga­ni­sier­ten Nie­der­las­sun­gen ha­ben den zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den und der FIN­MA die zur Durch­füh­rung der di­rek­ten Prü­fun­gen oder der Amts­hil­fe durch die FIN­MA not­wen­di­gen Aus­künf­te zu er­tei­len und Ein­sicht in ih­re Bü­cher zu ge­wäh­ren.
6Als Nie­der­las­sun­gen gel­ten:
Toch­ter­ge­sell­schaf­ten, Zweignie­der­las­sun­gen und Ver­tre­tun­gen von Be­auf­sich­tig­ten oder aus­län­di­schen In­sti­tu­ten; und
an­de­re Un­ter­neh­mun­gen, so­weit ih­re Tä­tig­keit von ei­ner Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de in die kon­so­li­dier­te Auf­sicht ein­be­zo­gen wird.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
Art. 44 Tätigkeit ohne Bewilligung, Anerkennung, Zulassung oder Registrierung
1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich oh­ne Be­wil­li­gung, An­er­ken­nung, Zu­las­sung oder Re­gis­trie­rung ei­ne nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen be­wil­li­gungs-, an­er­ken­nungs-, zu­las­sungs- oder re­gis­trie­rungs­pflich­ti­ge Tä­tig­keit aus­übt.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich der FIN­MA, ei­ner Prüf­ge­sell­schaft, ei­ner Selbst­re­gu­lie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on, ei­ner Be­auf­trag­ten oder ei­nem Be­auf­trag­ten falsche Aus­künf­te er­teilt.
Art. 46 Pflichtverletzungen der Beauftragten
1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich als Be­auf­trag­te oder Be­auf­trag­ter die auf­sichts­recht­li­chen Be­stim­mun­gen grob ver­letzt, in­dem sie oder er:2
im Be­richt we­sent­li­che falsche An­ga­ben macht oder we­sent­li­che Tat­sa­chen ver­schweigt;
ei­ne vor­ge­schrie­be­ne Mel­dung an die FIN­MA nicht er­stat­tet; oder
ei­ne Auf­for­de­rung nach Ar­ti­kel 27 an die oder den ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten un­ter­lässt.
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
4 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
die nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen vor­ge­schrie­be­ne Jah­res­rech­nung nicht durch ei­ne zu­ge­las­se­ne Prüf­ge­sell­schaft prü­fen oder ei­ne von der FIN­MA an­ge­ord­ne­te Prü­fung nicht vor­neh­men lässt;
die Pflich­ten, die ihm oder ihr ge­gen­über der Prüf­ge­sell­schaft oder ge­gen­über der oder dem Be­auf­trag­ten ob­lie­gen, nicht er­füllt.
Art. 48 Missachten von Verfügungen der FINMA
Mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken wird be­straft, wer ei­ner von der FIN­MA un­ter Hin­weis auf die Straf­dro­hung die­ses Ar­ti­kels er­gan­ge­nen rechts­kräf­ti­gen Ver­fü­gung oder ei­nem Ent­scheid der Rechts­mit­tel­in­stan­zen vor­sätz­lich nicht Fol­ge leis­tet.
Von der Er­mitt­lung der straf­ba­ren Per­so­nen kann Um­gang ge­nom­men und an ih­rer Stel­le der Ge­schäfts­be­trieb zur Be­zah­lung der Bus­se ver­ur­teilt wer­den (Art. 7 des BG vom 22. März 19741 über das Ver­wal­tungs­straf­recht), wenn:
die Er­mitt­lung der Per­so­nen, die nach Ar­ti­kel 6 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 1974 über das Ver­wal­tungs­straf­recht straf­bar sind, Un­ter­su­chungs­mass­nah­men be­dingt, wel­che im Hin­blick auf die ver­wirk­te Stra­fe un­ver­hält­nis­mäs­sig wä­ren; und
für die Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die Straf­be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes oder der Fi­nanz­markt­ge­set­ze ei­ne Bus­se von höchs­tens 50 000 Fran­ken in Be­tracht fällt.
1Für die Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die Straf­be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes oder der Fi­nanz­markt­ge­set­ze ist das Bun­des­ge­setz vom 22. März 19741 über das Ver­wal­tungs­straf­recht an­wend­bar, so­weit das vor­lie­gen­de Ge­setz oder die Fi­nanz­markt­ge­set­ze nichts an­de­res be­stim­men. Ver­fol­gen­de und ur­tei­len­de Be­hör­de ist das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment.
2Ist die ge­richt­li­che Be­ur­tei­lung ver­langt wor­den oder hält das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Frei­heits­s­tra­fe oder ei­ne frei­heits­ent­zie­hen­de Mass­nah­me für ge­ge­ben, so un­ter­steht die straf­ba­re Hand­lung der Bun­des­ge­richts­bar­keit. In die­sem Fall über­weist das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment die Ak­ten der Bun­des­an­walt­schaft zu­han­den des Bun­dess­traf­ge­richts. Die Über­wei­sung gilt als An­kla­ge. Die Ar­ti­kel 73-83 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 1974 über das Ver­wal­tungs­straf­recht gel­ten sinn­ge­mä­ss.
3Die Ver­tre­te­rin oder der Ver­tre­ter der Bun­des­an­walt­schaft und des Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ments müs­sen zur Haupt­ver­hand­lung nicht per­sön­lich er­schei­nen.
1Sind in ei­ner Strafsa­che so­wohl die Zu­stän­dig­keit des Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ments als auch der Bun­des­ge­richts­bar­keit oder der kan­to­na­len Ge­richts­bar­keit ge­ge­ben, so kann das Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­de­par­te­ment die Ver­ei­ni­gung der Straf­ver­fol­gung in der Hand der be­reits mit der Sa­che be­fass­ten Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de an­ord­nen, so­fern ein en­ger Sach­zu­sam­men­hang be­steht, die Sa­che noch nicht beim ur­tei­len­den Ge­richt hän­gig ist und die Ver­ei­ni­gung das lau­fen­de Ver­fah­ren nicht in un­ver­tret­ba­rem Mas­se ver­zö­gert.
2Über An­stän­de zwi­schen dem Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­de­par­te­ment und der Bun­des­an­walt­schaft oder den kan­to­na­len Be­hör­den ent­schei­det die Be­schwer­de­kam­mer des Bun­dess­traf­ge­richts.
Die Ver­fol­gung von Über­tre­tun­gen die­ses Ge­set­zes und der Fi­nanz­markt­ge­set­ze ver­jährt nach sie­ben Jah­ren.
Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19681 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren.
1Die An­fech­tung von Ver­fü­gun­gen der FIN­MA rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.
2Die FIN­MA ist zur Be­schwer­de an das Bun­des­ge­richt be­rech­tigt.
2Er kann die FIN­MA er­mäch­ti­gen, in Be­lan­gen von be­schränk­ter Trag­wei­te, na­ment­lich in vor­wie­gend tech­ni­schen An­ge­le­gen­hei­ten, Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu die­sem Ge­setz und zu den Fi­nanz­markt­ge­set­zen zu er­las­sen.
Die FIN­MA ist zu­stän­dig für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes und der Fi­nanz­markt­ge­set­ze.
Art. 58 Übergang von Rechten und Pflichten
1Der Bun­des­rat be­stimmt den Zeit­punkt, in dem die FIN­MA ei­ge­ne Rechts­per­sön­lich­keit er­langt. Auf die­sen Zeit­punkt tritt sie an die Stel­le der Eid­ge­nös­si­schen Ban­ken­kom­mis­si­on, des Bun­des­am­tes für Pri­vat­ver­si­che­run­gen und der Kon­troll­stel­le für die Be­kämp­fung der Geld­wä­sche­rei.
2Der Bun­des­rat be­zeich­net die Rech­te, Pflich­ten und Wer­te, die auf die FIN­MA über­ge­hen, legt den Ein­tritt der Rechts­wir­kun­gen fest und ge­neh­migt die Er­öff­nungs­bi­lanz. Er trifft al­le wei­te­ren für den Über­gang not­wen­di­gen Vor­keh­ren und er­lässt ent­spre­chen­de Be­stim­mun­gen.
3Die FIN­MA über­nimmt al­le Ver­fah­ren der Eid­ge­nös­si­schen Ban­ken­kom­mis­si­on, des Bun­des­am­tes für Pri­vat­ver­si­che­run­gen und der Kon­troll­stel­le für die Be­kämp­fung der Geld­wä­sche­rei, die bei In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes hän­gig sind.
1Die Ar­beits­ver­hält­nis­se des Per­so­nals der Eid­ge­nös­si­schen Ban­ken­kom­mis­si­on, des Bun­des­am­tes für Pri­vat­ver­si­che­run­gen und der Kon­troll­stel­le für die Be­kämp­fung der Geld­wä­sche­rei ge­hen ge­mä­ss Ar­ti­kel 58 Ab­satz 1 auf die FIN­MA über und wer­den nach dem vor­lie­gen­den Ge­setz wei­ter­ge­führt.
2Es be­steht kein An­spruch auf Wei­ter­füh­rung der Funk­ti­on, des Ar­beits­be­reichs und der or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ein­ord­nung; hin­ge­gen be­steht wäh­rend der Dau­er ei­nes Jah­res An­spruch auf den bis­he­ri­gen Lohn.
3Be­wer­bungs­ver­fah­ren wer­den nur dann durch­ge­führt, wenn es sich auf­grund ei­ner Neu­or­ga­ni­sa­ti­on oder des Vor­han­den­seins meh­re­rer Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten als not­wen­dig er­weist.
4Die FIN­MA be­müht sich, Um­struk­tu­rie­run­gen so­zi­al­ver­träg­lich aus­zu­ge­stal­ten.
1Die FIN­MA gilt als zu­stän­di­ge Ar­beit­ge­be­rin für die Ren­ten­be­zü­ge­rin­nen und -be­zü­ger:
die der Eid­ge­nös­si­schen Ban­ken­kom­mis­si­on, dem Bun­des­amt für Pri­vat­ver­si­che­run­gen und der Kon­troll­stel­le für die Be­kämp­fung der Geld­wä­sche­rei zu­ge­ord­net sind; und
de­ren Al­ters-, In­va­li­den- oder Hin­ter­las­se­nen­ren­ten aus der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes bei der Pen­si­ons­kas­se des Bun­des zu lau­fen be­gon­nen ha­ben.
2Liegt der Be­ginn der Ar­beits­un­fä­hig­keit, de­ren Ur­sa­che zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt zur In­va­li­di­tät führt, vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes und be­ginnt die Ren­te erst nach sei­nem In­kraft­tre­ten zu lau­fen, so gilt die FIN­MA eben­falls als zu­stän­di­ge Ar­beit­ge­be­rin.

References: Art. 46

Art. 4

Art. 5

Art. 13

Art. 24

Art. 25

Art. 28

Art. 32

Art. 37

Art. 39

Art. 42

Art. 42

Art. 42

Art. 44

Art. 46

Art. 48

Art. 58