Source: http://polyreg.ch/d/basisdocu/reglement.html
Timestamp: 2018-05-22 17:17:02+00:00

Document:
Fassung vom 11. September 2015, Inkrafttreten: 1. Nov. 2015 / 1. Jan. 2016
(Link: Übergangsreglement, Fassung vom 21. März 2014)
Dieses Reglement gilt für alle Finanzintermediäre, die der SRO PolyReg angeschlossen sind, sowie für deren Organe, geschäftsleitenden Personen und die mit Funktionen im Bereich der Finanzintermediation tätigen Mitarbeiter und Hilfspersonen.
ihre Rechts- und Reputationsrisiken global zu erfassen, begrenzen und überwachen und dafür zu sorgen, dass ihre ausländischen Zweigniederlassungen oder Tochtergesellschaften die Grundprinzipien der Geldwäschereibekämpfung einhalten. Sie berücksichtigen dabei die Gefahren, die von der Entwicklung neuer Produkte, Geschäftspraktiken und Technologien ausgehen.
1 Ein Finanzintermediär kann um Mitgliedschaft bei der SRO PolyReg nachsuchen, wenn er nebst den statutarischen die folgenden Voraussetzungen erfüllt:
Er stellt durch die internen Vorschriften und seine Betriebsorganisation die Erfüllung der Pflichten aus dem Geldwäschereigesetz und aus diesem Reglement sicher.
Er selber sowie die mit der Verwaltung und Geschäftsführung betrauten Personen und alle Mitarbeiter und Hilfspersonen, die für das Mitglied auf dem Gebiete der Finanzintermediation Funktionen wahrnehmen, geniessen einen guten Ruf in Bezug auf ihre Tätigkeit als Finanzintermediäre und bieten Gewähr für die Erfüllung der Pflichten aus dem Geldwäschereigesetz sowie aus diesem Reglement.
Der Schwerpunkt der tatsächlichen finanzintermediären Geschäftstätigkeit muss sich in der Schweiz befinden oder von der Schweiz aus erbracht werden. Betriebsstätten im Ausland müssen der Aufsicht der zuständigen ausländischen Behörde unterstehen und über eine Bewilligung verfügen.
2 Im übrigen richtet sich die Aufnahme bezüglich Voraussetzungen und Verfahren nach den Statuten.
Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person gemäss §§ 18 ff.;
Identifikation von Art und Zweck der Geschäftsbeziehung gemäss § 30;
§7 Zeitpunkt der Identifikation
3 Beim Vertragsabschluss unter Abwesenden ist die Identifikation, die Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten sowie die Identifizierung von Art und Zweck der Geschäftsbeziehung umgehend nachzuholen. Bevor dies nicht erfolgt ist, darf der Finanzintermediär keine Transaktionen oder damit zusammenhängende Vermögensdispositionen vornehmen.
Bevollmächtigungsbestimmungen bezüglich derjenigen natürlichen Personen, die im Namen der juristischen Person die Geschäftsbeziehung aufnehmen; Angaben zur Identifikation dieser Personen.
§9 Identifikation von natürlichen Personen
1 Die Identifikation von natürlichen Personen erfolgt durch Einsicht in ein mit einer Fotografie versehenes Dokument, das von einer schweizerischen oder ausländischen Behörde ausgestellt und zur Identifikation tauglich ist.
§11 Identifikation von juristischen Personen und Gesellschaften
§12 Identifikation der Vertreter juristischer Personen
2 Die Pflicht zur Identifikation einer Vertragspartei bei Kassageschäften besteht:
Wenn ein oder mehrere Geschäfte, die miteinander verbunden erscheinen, den Betrag von 25'000 Franken erreichen oder übersteigen;
4 Bei der Ausführung von Zahlungsaufträgen gibt der Finanzintermediär den Namen, die Adresse und die Kontonummer des Auftraggebers sowie den Namen und die Kontonummer der begünstigten Person an. Liegt keine Kontonummer vor, so ist eine transaktionsbezogene Referenznummer anzugeben. Die Adresse des Auftraggebers kann durch das Geburtsdatum und den Geburtsort, die Kundennummer oder die nationale Identitätsnummer des Auftraggebers ersetzt werden und kann bei Zahlungsaufträgen innerhalb der Schweiz weggelassen werden, wenn der Finanzintermediär in der Lage ist, sie den zuständigen schweizerischen Behörden auf Anfrage hin innert drei Arbeitstagen zu übermitteln.
2 Bei Ausgabe von Kredit- und Konsumkarten auf dem Korrespondenzweg kann auf das Erfordernis der Echtheitsbestätigung der Kopie des Identifikationsdokuments verzichtet werden, sofern die Monatslimite für die auszustellende Karte auf 25'000 Franken beschränkt wird.
ein Kassageschäft von erheblichem Wert nach § 14 Abs. 2 Bst. a) oder b) getätigt wird, das den Betrag von 25'000 Franken erreicht oder übersteigt;
3 Kann die Identifizierung eines Anteilsinhabers wegen dessen mangelhafter Mitwirkung nicht innert drei Monaten erfolgen oder scheitert die Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten, so prüft die Investmentgesellschaft unverzüglich, ob eine Meldung nach Art. 9 GwG oder Art. 305ter StGB erfolgen muss resp. angezeigt ist.
die Meldestelle für Geldwäscherei ihm nach einer Meldung nach Art. 9 Abs. 1 lit. a. GwG innert zwanzig Arbeitstagen keine Mitteilung macht, oder mitteilt, dass die Meldung nicht an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet wird, oder mitteilt, dass die Meldung an eine Strafverfolgungsbehörde weitergeleitet wird, und er ab dem Zeitpunkt dieser Mitteilung innert Frist von fünf Arbeitstagen keine Verfügung der Strafverfolgungsbehörde erhält;
er nach erfolgter Meldung nach Art. 9 Abs. 1 lit. c. GwG innert fünf Arbeitstagen keine Verfügung der Strafverfolgungsbehörde erhält; oder
er nach Ausübung des Melderechts gemäss Art. 305ter StGB von der Meldestelle die Mitteilung erhält, dass die Meldung nicht an die Strafverfolgungsbehörde weitergeleitet wird.
Der Finanzintermediär muss in den folgenden Fällen die wirtschaftlichen Hintergründe und den Zweck einer Transaktion oder einer Geschäftsbeziehung abklären: {tolerance 5000 itemitem{a)} wenn eine Geschäftsbeziehung oder eine Transaktion als ungewöhnlich erscheint, es sei denn, ihre Rechtmässigkeit sei erkennbar;
1 Der Finanzintermediär prüft im Einzelfall oder mit einem System zur Transaktionsüberwachung, ob eine Geschäftsbeziehung ein erhöhtes Risiko darstellt. Er berücksichtigt bei seiner Beurteilung die Anhaltspunkte für Geldwäscherei gemäss Anhang zur GwV-FINMA. Stellt eine Person ein erhöhtes Risiko dar, so ist es unerheblich, ob sie als Vertragspartei, Kontrollinhaber, wirtschaftlich Berechtigter oder Vertreter auftritt. Als allgemeine Risikokriterien kommen je nach Geschäftsaktivität des Finanzintermediärs insbesondere in Frage:
3 Eine Geschäftsbeziehung enthält immer ein erhöhtes Risiko, wenn:
die Geschäftsbeziehung mit politisch exponierten Personen des Inlands oder mit politisch exponierten Personen bei zwischenstaatlichen Organisationen oder mit einer Person eingegangen wird, welche einer solchen politisch exponierten Person nahesteht und mindestens ein zusätzliches Risikokriterium nach Buchstabe d) - e) oder nach § 32 Abs. 1 und 2 hinzutritt;
die Geschäftsbeziehung mit politisch exponierten Personen in führenden Funktionen bei internationalen Sportverbänden oder mit einer Person eingegangen wird, welche einer solchen politisch exponierten Person nahesteht und mindestens ein zusätzliches Risikokriterium nach Buchstabe d) - e) oder nach § 32 Abs. 1 und 2 hinzutritt;
4 Bei seinen Kriterien zur Abschätzung, ob die hinterzogenen Steuern bei einem möglichen qualifizierten Steuerdelikt nach Art. 305bis Ziffer 1bis StGB den Schwellenwert erreichen, kann der Finanzintermediär auf den Maximalsteuersatz des Landes des Steuerdomizils des Kunden abstellen und auf die Ermittlung der individuellen Steuerfaktoren verzichten. Er berücksichtigt bei seiner Beurteilung die Steuern gemäss DBG, StHG und Abgabebetrug im Sinne von Art. 14 VStrR.
5 Die Aufnahme von Geschäftsbeziehungen mit erhöhten Risiken bedarf der Zustimmung einer vorgesetzten Person oder Stelle oder der Geschäftsführung (§ 34 Abs. 4).
auf ein Mal oder gestaffelt Bargeld, Inhaberpapiere oder Edelmetalle im Wert von 100'000 Franken oder mehr physisch eingebracht oder zurückgezogen werden;
2 Der Finanzintermediär kann in Konkretisierung von Absatz 1 für seinen Bereich und seinen Kundenkreis selbständig detaillierte Kritierien für Transaktionen mit erhöhtem Risiko festlegen. Er muss diese Kriterien der Geschäftsstelle der SRO PolyReg zur Kenntnisnahme einreichen.
die Aufnahme von dauernden Geschäftsbeziehungen mit politisch exponierten Personen gemäss § 32 Abs. 3 Bst. a) und b) und alljährlich über deren Weiterführung;
2 Die Finanzintermediäre führen ein GwG-Register über alle GwG-relevanten Geschäftsbeziehungen gemäss § 44 Absatz 1 der Statuten und dokumentieren Identifikation, Feststellungen und Abklärungen gemäss §§ 7-36 sowie Meldungen nach Art. 9 GwG. Dossiers über Geschäftsbeziehungen mit erhöhtem Risiko oder mit politisch exponierten Personen sind entsprechend zu kennzeichnen. Meldeakten sind separat zu führen.
3 Die im Bereich der Geld- und Wertübertragung tätigen Finanzintermediäre führen ein aktuelles Verzeichnis aller von ihnen beigezogenen Hilfspersonen und Agenten von Systembetreibern, das dem Geschäftsführer bei jeder Änderung einzureichen ist. Sie stellen sicher, dass sie selbst und ihre Hilfspersonen die Bestimmungen von Art. 2 Abs. 2 lit. b. GwV3 einhalten.
4 Beim Geld- und Wertübertragungsgeschäft ist ein informatikgestütztes System zur Ermittlung und Überwachung von Transaktionen mit erhöhten Risiken einzusetzen, sofern das Volumen 500 Transaktionen innerhalb der letzten 12 Monate übersteigt. Der Geschäftsführer kann die Verwendung eines solchen Systems auch für andere Bereiche von Massengeschäften anordnen.
2 Der Finanzintermediär bezeichnet eine oder mehrere qualifizierte Personen innerhalb seines Betriebs als Geldwäschereifachstelle. Die gegenüber der SRO bezeichnete Kontaktperson und der Ausbildungsverantwortliche sollen Mitglied der Geldwäschereifachstelle sein und üben die Funktion der Geldwäschereifachstelle aus, sofern keine anderen Personen bezeichnet wurden.
3 Die Geldwäschereifachstelle bereitet die internen Weisungen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung vor und plant und überwacht die interne Ausbildung. Sie unterstützt und berät die Linienverantwortlichen und die Geschäftsleitung bei der Umsetzung dieses Reglements, ohne diesen die Verantwortung dafür abzunehmen.
4 Bei grösseren Betrieben, die mehr als zwanzig Personen mit GwG-relevanten Aufgaben beschäftigen, ist eine personelle Trennung zwischen der überwachenden und der geschäftsverantwortlichen Person zu gewährleisten und die Geldwäschereifachstelle hat zusätzlich folgende Aufgaben:
5 Der Finanzintermediär mit mehr als acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die eine dem GwG unterstellte Tätigkeit ausüben, hat in schriftlicher Form ein Konzept zur Kontrolle der betriebsinternen Abläufe zu erstellen. Dieses enthält insbesondere Weisungen und Informationen:
3 Hat ein Finanzintermediär keinen begründeten Verdacht nach Art. 9 Abs. 1 lit. a. GwG oder keinen Grund nach Art. 9 Abs. 1 lit. c. GwG, hat er aber Wahrnehmungen gemacht, die darauf schliessen lassen, dass Vermögenswerte aus einem Verbrechen oder einem qualifizierten Steuervergehen herrühren oder der Terrorismusfinanzierung dienen, so kann er diese gestützt auf das Melderecht von Art. 305ter Abs. 2 StGB der Meldestelle für Geldwäscherei melden.
2 Sie erfolgt per Fax, oder – wenn ein Faxgerät nicht zur Verfügung steht – per A-Post. Eine Meldung per E-Mail ist nicht zulässig.
3 Dabei ist in der Regel das von der Meldestelle vorgesehene Meldeformular zu verwenden.
4 Mit der Meldung ist der Name oder die Firma des meldenden Finanzintermediärs sowie eine Ansprechperson anzugeben, welche für die Meldung zuständig ist. Das weitere mit dem Fall befasste Personal des Finanzintermediärs kann in der Meldung anonymisiert werden.
5 Der Finanzintermediär stellt sicher, dass die bezeichnete Ansprechperson während der Geschäftszeiten erreichbar ist.
6 Die SRO PolyReg ist ohne Verzug mit einer Kopie über die erstattete Meldung zu informieren. Das gilt auch für Meldungen nach Art. 305ter Absatz 2 StGB.
1 Der Finanzintermediär darf weder Betroffene noch Dritte darüber informieren, dass er eine Meldung nach Art. 9 GwG oder nach Art. 305ter Abs. 2 StGB erstattet hat. Nicht als Dritte gilt die Selbstregulierungsorganisation, welcher der Finanzintermediär angeschlossen ist.
{tolerance 5000 itemitem{e)} der Hinterlegung und der damit, soweit tunlich, verbundenen Anlagen von Vermögenswerten in zivilrechtlichen oder öffentlichrechtlichen Angelegenheiten vor ordentlichen Gerichten oder Schiedsgerichten und in Verfahren des Zwangsvollstreckungsrechts (Kennzeichnung z.B. "Vorschüsse", "Sicherstellung Gerichtskaution", "Konkursmasse", "Schiedsgerichtsverfahren" etc.).
1 Durch Annahme der Statuten ermächtigen die Mitglieder den Vorstand, ständige unabhängige Prüfstellen zu bestellen, denen die periodische ordentliche Prüfung der Mitglieder übertragen wird. Prüfstellen nach § 33 und § 34 der Statuten müssen von der SRO PolyReg nach Art. 11a Abs. 2 RAV zugelassen sein.
2 Die Prüfstellen handeln im Auftrag der SRO PolyReg, aber auf Rechnung des überprüften Finanzintermediärs und erstatten dem Geschäftsführer zu Handen des Vorstands über die erfolgten Prüfungen schriftlich Bericht.
3 Bei der Prüfung von Berufsgeheimnisträgern unterstehen die Prüfstellen dem besonderen Berufsgeheimnis des Finanzintermediärs. Sofern der Prüfbericht geheimnisrelevante Angaben enthält, rapportieren sie direkt der Vorstandsdelegation.
Die Durchführung besonderer Prüfungen zur Abklärung festgestellter Unregelmässigkeiten oder von Verstössen erfolgt – soweit sie nicht vom Geschäftsführer selbst vorgenommen oder im Rahmen eines Sanktionsverfahrens abgeklärt werden – durch einen unabhängigen Untersuchungsbeauftragten, der im Auftrag des Vorstands handelt und dem Vorstand über seine Feststellungen schriftlich Bericht erstattet. Der Finanzintermediär trägt die Kosten der besonderen Prüfung des unabhängigen Untersuchungsbeauftragten.
2 Der Geschäftsführer der SRO PolyReg gibt der Prüfstelle den konkreten Auftrag zur Vornahme einer Prüfung bei einem bestimmten Finanzintermediär an oder bis zu einem genau bezeichneten Zeitpunkt. Er kann aus zureichenden Gründen Fristerstreckungen gewähren.
bei den zwei vorangegangenen Prüfungen keine wesentlichen Mängel festgestellt wurden; bei inaktiven oder nicht berufsmässig tätigen Finanzintermediären genügt in Abweichung von Bst. a) und b) eine vorangegangene Prüfung.
die Tätigkeit des Mitglieds aufgrund der Grössenverhältnisse (Transaktionsvolumina, verwaltetes Vermögen, Anzahl Kunden etc.), der Herkunft der Kunden und der Stabilität der Geschäftsbeziehungen nur ein geringes Geldwäschereirisiko in sich birgt. Das Geld- und Wertübertragungsgeschäft gilt in jedem Fall als Geschäft mit erhöhtem Risiko.
6 Der überprüfte Finanzintermediär hat der Prüfstelle die Unterlagen und Dokumente vorzulegen, anhand welcher die Einhaltung der Pflichten überprüft werden kann. Die Prüfstelle kann auch Einblick in die Buchhaltung des Finanzintermediärs und in die Belege seiner Firmen- oder Kundenkonti verlangen. Ausserdem sind der Prüfstelle alle sachdienlichen Auskünfte zu erteilen.
7 Die Prüfer weisen sich in ihrer Funktion gegenüber dem Finanzintermediär durch einen Prüfauftrag der SRO PolyReg aus. Die Prüfer und die SRO PolyReg wahren das Geschäfts- oder Berufsgeheimnis der Mitglieder.
2 Die Prüfung erfolgt nach den Bestimmungen des Kontrollkonzepts und erstreckt sich insbesondere darauf, ob: {tolerance 2000 itemitem{a)} die verlangten Dokumente in Umsetzung der Sorgfalts- und Dokumentationspflichten ordnungsgemäss erstellt und aufbewahrt werden;
1 Bei Verstössen gegen das Geldwäschereigesetz, andere Finanzmarktgesetze, Bestimmungen der Statuten oder des Reglements zur Umsetzung des GwG oder betreffend Pflichten gegenüber dem Verein können gegen den fehlbaren Finanzintermediär folgende Sanktionen ausgesprochen werden:
Busse von 300 bis 1'000'000 Schweizer Franken;
Androhung des Ausschlusses;
Ausschluss aus der Selbstregulierungsorganisation.
2 Der Bussenrahmen gemäss Abs. 1 Bst. b) erhöht sich auf den höheren der Beträge von 10% des Grundkapitals oder 10% des Jahresertrages des Finanzintermediärs, wenn einer dieser Werte den Maximalbetrag des Bussenrahmens übersteigt.
3 Soweit notwendig ist die Sanktion zu verbinden mit einer Aufforderung zur Wiederherstellung des ordnungs- und gesetzmässigen Zustandes innert einer Frist von längstens drei Monaten. Die Aufforderung kann verbunden werden mit Weisungen und Auflagen zur internen Organisation des Finanzintermediärs.
1 Bei der Bemessung einer Busse ist auf die Schwere des Verstosses, den Grad des Verschuldens und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Finanzintermediärs abzustellen. Parallele staatliche Massnahmen und/oder Strafen hindern die vereinsinterne Sanktion nicht. Sie sind jedoch mildernd zu berücksichtigen, wenn sich aus der Kumulation eine unangemessene Härte ergibt.
2 Bei fahrlässig begangenen Bagatellverstössen kann anstelle einer Busse eine Verwarnung ausgesprochen oder von einer Sanktion abgesehen werden.
1 Der Ausschluss kann angeordnet werden bei Verstössen nach § 54 Abs. 1, wenn der fehlbare Finanzintermediär den gesetzmässigen, reglementarischen oder statutarischen Zustand innert gesetzter Frist nicht wiederherstellt oder bei wiederholtem Verstoss.
1 Wird gegen einen angeschlossenen Finanzintermediär ein Sanktions- oder Ausschlussverfahren angehoben, das mit einer Busse oder einem Ausschluss aus der SRO PolyReg enden könnte, so werden die Entscheide über die Eröffnung und den Abschluss des Verfahrens der FINMA mitgeteilt.
1 Die Finanzintermediäre und alle mit Funktionen im Bereich der Finanzintermediation befassten Mitarbeiter sind verpflichtet, die von der SRO PolyReg vorgesehenen Schulungen zu absolvieren. Die Mitarbeiter sind zusätzlich betriebsintern bezüglich der vom Finanzintermediär getroffenen Massnahmen und Weisungen zur Verhinderung der Geldwäscherei zu schulen.
2 Die Ausbildung besteht aus einer Grundschulung und einer jährlichen Weiterbildung.
1 Die Durchführung der Schulungen obliegt der von der SRO PolyReg beauftragten Organisation, soweit die Veranstaltungen nicht direkt durch die SRO angeboten werden. Der Geschäftsführer kann auf vorgängiges Gesuch hin die Erfüllung der Weiterbildungspflicht durch den Besuch anderer Schulungsveranstaltungen anerkennen.
2 Der Finanzintermediär kann mit Bewilligung des Geschäftsführers eigene Schulungen durchführen, wenn er über einen geeigneten Ausbildungsverantwortlichen mit fundierten Kenntnissen verfügt. Diesfalls hat der Finanzintermediär ein detailliertes schriftliches Schulungskonzept zu erstellen, das dem Geschäftsführer zur Genehmigung zu unterbreiten ist. Die SRO PolyReg übt in diesem Fall die Aufsicht über die Umsetzung des Ausbildungskonzeptes aus. Die Prüfstellen haben dessen Einhaltung anlässlich ihrer Prüfung zu kontrollieren und zu dokumentieren.
3 Neu eintretende Mitarbeiter und neu aufgenommene Finanzintermediäre sind innert angemessener Frist, längstens aber innerhalb von sechs Monaten durch Grundschulung auszubilden.
4 Mindestens ein Vertreter des Finanzintermediärs, in der Regel der Ausbildungsverantwortliche und die Kontaktperson, haben an einer jährlichen Weiterbildung teilzunehmen und haben für die entsprechende interne Schulung der übrigen Mitarbeiter zu sorgen.
1 Haben neu eintretende und im Bereich der Finanzintermediation tätige Mitarbeiter bereits andernorts eine Ausbildung über Pflichten und Umsetzung des GwG absolviert, so kann das Mitglied ein schriftliches Dispensationsgesuch an die SRO PolyReg stellen. Dieses ist zu begründen und innerhalb von drei Monaten einzureichen. Diese Mitarbeiter sind vom Mitglied ergänzend bezüglich der Vorschriften der SRO PolyReg und der betriebsintern gültigen Massnahmen und Weisungen zur Verhinderung der Geldwäscherei zu schulen.
2 Die beim nichtberufsmässig tätigen Finanzintermediär4 im Bereich der Finanzintermediation tätigen Personen sind von der jährlichen Weiterbildungspflicht befreit, solange vom Mitglied keine berufsmässige Tätigkeit ausgeübt wird. Voraussetzung ist die rechtzeitige Inaktivitätserklärung für das Folgejahr. Vergehen zwischen der letzten Ausbildung und dem Wechsel zur berufsmässigen Tätigkeit mehr als drei Jahre, so müssen die betroffenen Personen erneut eine Grundausbildung besuchen. Der Geschäftsführer kann auf schriftliches Gesuch hin Ausnahmen bewilligen.
1 Die im Bereich der Finanzintermediation tätigen Personen müssen je nach Funktionsstufe diejenigen Kenntnisse über die gesetzlichen Vorschriften, die Erscheinungsformen der Geldwäscherei, die Regulierung durch die SRO PolyReg und die innerbetrieblichen Massnahmen zur Verhinderung der Geldwäscherei haben, welche für eine zuverlässige Umsetzung des GwG erforderlich sind.
2 Das Ausbildungsprogramm vermittelt Kenntnisse über die Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäscherei, insbesondere die Sorgfaltspflichten (Art. 3-8 GwG), die Meldepflicht (Art. 9 GwG), die Vermögenssperre (Art. 10 GwG) und das Verbot, Betroffene oder Dritte über die Meldung zu informieren (Art. 10 Abs. 3 GwG) sowie über die Ausführungsbestimmungen zum GwG, die massgeblichen Bestimmungen des Strafgesetzbuches (Art. 260ter, 260quinquies, Art. 305bis und Art. 305ter StGB), die von der SRO PolyReg erlassenen Vorschriften und die betriebsintern zur Verhinderung der Geldwäscherei getroffenen Massnahmen.
3 Die SRO PolyReg informiert ihre Mitglieder schriftlich über das Ausbildungsangebot des Vereins. Sie erstellt ein Ausbildungskonzept.
3 § 4 Abs. 1 Bst. d) erfährt keine rückwirkende Anwendung.
Dieses Reglement ist von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA mit Verfügung vom 01.10.2015 genehmigt worden. Es tritt bezüglich der Abschnitte L., M. und N. innert 30 Tagen nach Genehmigung und im übrigen am 1. Januar 2016 in Kraft.
PolyReg: Zürich, den 11. September 2015
§ 6 Übersicht über die Pflichten des Finanzintermediärs 3
§ 7 Zeitpunkt der Identifikation 3
§ 8 Informationen über die Vertragspartei 4
§ 9 Identifikation von natürlichen Personen 4
§ 10 Vertragsabschluss auf dem Korrespondenzweg 5
§ 11 Identifikation von juristischen Personen und Gesellschaften 5
§ 12 Identifikation der Vertreter juristischer Personen 5
§ 13 Verzicht auf die Identifizierung 6
§ 16 Verzicht auf die Echtheitsbestätigung 8
§ 17 Scheitern der Identifizierung der Vertragspartei 8
§ 19 Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten 9
§ 20 Spezialgesetzlich beaufsichtigter Finanzintermediär 10
§ 21 Kollektive Anlageform oder Beteiligungsgesellschaft 10
§ 23 Sitzgesellschaften 11
§ 25 Scheitern der Feststellung der wirtschaftlichen Berechtigung 12
§ 25bis Besondere Bestimmungen für Investmentgesellschaften 12
§ 31 Besondere Abklärungspflicht 15
§ 37 Erstellung und Organisation der Dokumente 18
§ 39 Verantwortlichkeit des Finanzintermediärs beim Beizug Dritter 19
§ 39bis Verzicht auf Sorgfaltspflichten und Erleichterungen 19
§ 41 Massnahmen des Finanzintermediärs 20
§ 42 Anlass zur Meldung 21
§ 43 Form der Meldung 22
§ 44 Vermögenssperre 22
§ 45 Informationsverbot 23
§ 46 Straf- und Haftungsausschluss (Art. 11 GwG) 23
§ 47 Anwälte und Notare 23
§ 48 Dem Berufsgeheimnis unterliegende Konti 24
§ 49 Prüfstellen 24
§ 50 Unabhängige Untersuchungsbeauftragte 25
§ 51 Ordentliche periodische Prüfung 25
§ 52 Inhalt der Prüfung 26
§ 53 Ausserordentliche Prüfung 26
§ 54 Sanktionen 27
§ 55 Busse 27
§ 56 Ausschluss 27
§ 57 Durchführung des Ausschlusses 28
§ 58 Meldung an die FINMA 28
§ 59 Vereinsinterne Rechtsmittel 28
§ 60 Pflicht zur Schulung, Durchführung und Dispensation 28
§ 61 Durchführung der Schulung 29
§ 62 Dispensation 29
§ 63 Ausbildungsziel 30
§ 64 Übergangsregelung 30
§ 65 Inkrafttreten 30

References: § 30

§7

§9

§11

§12
 § 14
 Art. 9
 Art. 305
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 305
 § 32
 § 32
 Art. 305
 Art. 14
 § 32
 § 44
 Art. 9
 Art. 2
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 305
 Art. 305
 Art. 9
 Art. 305
 § 33
 § 34
 Art. 11
 § 54
 Art. 305
 Art. 305
 § 4

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13

§ 16

§ 17

§ 19

§ 20

§ 21

§ 23

§ 25

§ 25

§ 31

§ 37

§ 39

§ 39

§ 41

§ 42

§ 43

§ 44

§ 45

§ 46

§ 47

§ 48

§ 49

§ 50

§ 51

§ 52

§ 53

§ 54

§ 55

§ 56

§ 57

§ 58

§ 59

§ 60

§ 61

§ 62

§ 63

§ 64

§ 65