Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20250,%20145
Timestamp: 2019-03-19 04:44:08+00:00

Document:
BFH, 18.06.2015 - VI R 10/14 - dejure.org
Kindergeld, Anforderungen an den Nachweis als Ausbildungsuchender - Anforderungen an die Substantiierung eines Beweisantrags
§ 70 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG), § ... 37 Abs. 2 der Abgabenordnung, § 90 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO, § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG, § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG, § 119 Abs. 1 des Dritten Buchs Sozialgesetzbuch (SGB III), §§ 118 ff. SGB III, § 38 SGB III, § 38 Abs. 3 SGB III, § 38 Abs. 4 Satz 2 SGB III, § 38 Abs. 3 Satz 1 SGB III, § 38 Abs. 3 Satz 2 SGB III, § 38 Abs. 2 SGB III, § 37 Abs. 3 Satz 4 SGB III, § 38 Abs. 3 Satz 3 SGB III, § 38 Abs. 4 SGB III, § 38 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 SGB III, § 38 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 SGB III, § 38 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 Alternative 2 SGB III, § 38 Abs. 3, Abs. 4 SGB III, § 76 Abs. 1 Sätze 2 und 3 FGO, § 143 Abs. 2 FGO
§ 32 Abs 4 S 1 Nr 1 EStG 2009, § 32 Abs 4 S 1 Nr 2 Buchst c EStG 2009, § 62 Abs 1 EStG 2009, § 63 Abs 1 S 2 EStG 2009, § 76 Abs 1 S 2 FGO
Kindergeld, Anforderungen an den Nachweis als Ausbildungsuchender
Kindergeld für das volljährige Kind - und die Anforderungen an die Suche einer Ausbildungsstelle
Anspruch auf Kindergeld bei ernsthafter Bemühung um einen Ausbildungsplatz
Anforderungen an den Nachweis als Ausbildungsuchender
BFHE 250, 145
NJW 2015, 3184
FamRZ 2015, 1891
BStBl II 2015, 940
Das Gesetz unterstellt typisierend, dass die Voraussetzungen der §§ 118 ff. SGB III vorliegen (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 18. Juni 2015 VI R 10/14, BFHE 250, 145, BStBl II 2015, 940, Rz 18, m.w.N.).
Als Arbeitsuchender gemeldet ist, wer gegenüber der zuständigen Agentur für Arbeit persönlich die Tatsache einer künftigen oder gegenwärtigen Arbeitslosigkeit anzeigt (vgl. BFH-Urteile vom 26. Juli 2012 VI R 98/10, BFHE 238, 126, BStBl II 2013, 443, Rz 13, m.w.N., und in BFHE 250, 145, BStBl II 2015, 940, Rz 21, m.w.N.).
Allerdings ist das FG nicht verpflichtet, unsubstantiierten Beweisanträgen nachzugehen (Senatsurteil vom 18. Juni 2015 VI R 10/14, BFHE 250, 145, BStBl II 2015, 940, m.w.N.).
In welchem Maße eine Substantiierung zu fordern ist, hängt von der im Einzelfall bestehenden Mitwirkungspflicht des Beteiligten ab (Senatsurteil in BFHE 250, 145, BStBl II 2015, 940, m.w.N.).
Der Senat kann dahinstehen lassen, ob dieser Beweisantrag hinreichend bestimmt ist oder ob es sich --wie das FG in dem angefochtenen Urteil angenommen hat-- um einen Ausforschungsbeweisantrag bzw. einen Beweisermittlungsantrag handelte, durch den die entscheidungserheblichen Tatsachen erst aufgedeckt werden sollten (dazu auch Senatsurteil in BFHE 250, 145, BStBl II 2015, 940, m.w.N.).
BFH, 18.02.2016 - V R 22/15
Als Arbeitsuchender gemeldet ist, wer gegenüber der zuständigen Agentur für Arbeit oder der Arbeitsgemeinschaft für die Grundsicherung Arbeitsuchender persönlich die Tatsache einer künftigen oder gegenwärtigen Arbeitslosigkeit anzeigt (BFH-Urteile vom 18. Juni 2015 VI R 10/14, BFHE 250, 145, BStBl II 2015, 940, und in BFHE 238, 126, BStBl II 2013, 443).
Nach ständiger Rechtsprechung erfordert dieser Berücksichtigungstatbestand, dass sich das Kind ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bemüht (Senatsurteile vom 19. Juni 2008 III R 66/05, BFHE 222, 343, BStBl II 2009, 1005, Rz 12, und vom 22. September 2011 III R 30/08, BFHE 235, 327, BStBl II 2012, 411, Rz 9;… BFH-Urteile vom 26. August 2014 XI R 14/12, BFH/NV 2015, 322, Rz 21, und vom 18. Juni 2015 VI R 10/14, BFHE 250, 145, BStBl II 2015, 940, Rz 24).
Zu berücksichtigen ist deshalb auch, ob die Tatsachen, über die Beweis erhoben werden soll, dem Wissens- und Einflussbereich des Beteiligten (Beweisführers) zuzurechnen sind (BFH-Urteil vom 18. Juni 2015 VI R 10/14, BFHE 250, 145, BStBl II 2015, 940).
Unsubstantiiert ist z.B. ein Beweisantrag, der keine beweisbedürftigen Tatsachen benennt, nicht erkennen lässt, welche entscheidungserheblichen Tatsachen bezeugt werden sollen, oder die unter Beweis gestellte Tatsache so ungenau bezeichnet, dass ihre Erheblichkeit nicht beurteilt werden kann, der das voraussichtliche Ergebnis der Beweisaufnahme in Bezug auf einzelne konkrete Tatsachen nicht genau angibt oder so unbestimmt ist, dass im Grunde erst die Beweiserhebung selbst die entscheidungserheblichen Tatsachen und Behauptungen aufdecken kann und es sich deshalb um einen Beweisermittlungs- oder -ausforschungsantrag handelt (BFH-Urteil in BFHE 250, 145, BStBl II 2015, 940, Rz 33).
In welchem Maß eine solche Substantiierung zu fordern ist, hängt vom Umfang der Mitwirkungspflicht des Beteiligten im Einzelfall (…BFH-Beschluss vom 12. März 2014 XI B 97/13, BFH/NV 2014, 1062) bzw. davon ab, wessen Wissens- und Einflussbereich die Tatsachen zuzurechnen sind (BFH-Urteil vom 18. Juni 2015 VI R 10/14, BFHE 250, 145, BStBl II 2015, 940).
Zu berücksichtigen ist deshalb auch, ob die Tatsachen, über die Beweis erhoben werden soll, dem Wissens- und Einflussbereich des Beteiligten (Beweisführers) zuzurechnen sind (BFH-Urteil vom 18.06.2015 VI R 10/14, BFHE 250, 145 , BStBl II 2015, 940 ).
Nach den vorliegenden Erkenntnissen galt diese mithin auch für den Streitzeitraum fort, denn sie war zeitlich nicht beschränkt worden (vgl. Urteil des BFH vom 18. Juni 2015, VI R 10/14, BStBl. II 2015, 940).

References: § 70
 § 90
 § 126
 § 32
 § 32
 § 119
 § 38
 § 38
 § 38
 § 38
 § 38
 § 38
 § 37
 § 38
 § 38
 § 38
 § 38
 § 38
 § 38
 § 76
 § 143

§ 32
 § 32
 § 62
 § 63
 § 76