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Qualitätsmanagementhandbuch für den Bereich Lehre und Studium - PDF
Qualitätsmanagementhandbuch für den Bereich Lehre und Studium
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1 Qualitätsmanagementhandbuch für den Bereich Lehre und Studium Selbstdokumentation der Universität Potsdam2 Inhalt 0 Zum Handbuch Die Universität Potsdam Kurzporträt Organisationsstruktur Hochschulleitung Fakultäten Qualitätsmanagement der Universität Prozessverständnis Das Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium Hochschule führen und entwickeln Vereinbarungen zwischen Hochschule und Land Vereinbarungen zwischen Hochschulleitung und Fakultäten Leistungs- und Zielvereinbarungen Interne Ressourcensteuerung...24 Grundausstattung...24 Das interne Mittelverteilungsmodell für Lehre und Forschung...24 Innovationsförderung Berufungspolitik Chancengleichheit Gender Mainstreaming Ausländische Studierende Studierende mit Behinderung Studierendenmarketing...31 Rekrutierungsmarketing...31 Bindungsmarketing Kernprozesse in Lehre und Studium Studienprogramme entwickeln Studienberatung organisieren Studienprogramme und Lehre durchführen Zulassungsverfahren Planung von Lehrveranstaltungen Vermittlung von fachlichen, fachübergreifenden und berufsfeldbezogenen Qualifikationen...40 Fachspezifische Kompetenzen...40 Überfachliche Qualifikationen Leistungserfassung und Prüfungsverfahren Studierendenservice...43 Bibliotheken...43 Hochschulsport...44 Audiovisuelles Zentrum (AVZ)...44 Zentrale Einrichtung für Informationsverarbeitung und Kommunikation (ZEIK)3 4.4 Studienprogramme und Lehre überprüfen Studierendenstatistik/Kennzahlen Evaluation auf Ebene der Fakultäten...45 Lehrveranstaltungsevaluation...46 Studiengangsevaluation...47 Befragung ehemaliger Studierender...47 (Selbst-)Evaluation der Lehramtsstudienprogramme Dialog Überprüfung der Studienprogramme auf zentraler Ebene Externe Überprüfung laufender Studienprogramme...50 Akkreditierung von Studienprogrammen...50 Anlassbezogene Evaluation fachlicher Inhalte der Studienprogramme und Expertisen zu Struktur- und Qualitätsfragen Studienprogramme und Lehre verbessern Ableitung von Konsequenzen aus der Evaluation auf Fakultätsebene Ableitung von Konsequenzen aus den Dialogveranstaltungen Ableitung von Konsequenzen aus der Überprüfung der Studienprogramme auf zentraler Ebene Ableitung von Konsequenzen aus der externen Prüfung von Studienprogrammen4 45 Zum Handbuch Der Aufbau und die Verstetigung systematischer Verfahren der Qualitätssicherung gemäß den Standards des Europäischen Hochschulraums stehen im Mittelpunkt der Entwicklungsstrategie der Universität Potsdam. Ein wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements ist die präzise Beschreibung der Kernprozesse im Bereich Lehre und Studium. Folglich stellen Prozessbeschreibungen den Kern des vorliegenden Qualitätsmanagement-Handbuchs dar. Das QM-Handbuch verfolgt mehrere Ziele: Es soll nach innen wie nach außen gerichtet die Qualitätsentwicklungsstrategie der Universität darstellen und deren einzelne Bestandteile und Verfahrensschritte transparent machen. Den Hochschulmitgliedern soll das Handbuch bei der Durchführung und Administration von Lehre und Studium Orientierung geben und gleichzeitig ihre Zusammenarbeit erleichtern. Es soll wiederkehrende Prozessabläufe in Lehre und Studium standardisieren, ohne deren Durchführung unnötig zu formalisieren. Ziel ist es, das Lernen der Hochschule als Organisation zu fördern, indem das Wissen um die Gestaltung von Prozessen in Lehre und Studium unabhängig von den jeweils damit befassten Personen der Universität insgesamt zur Verfügung gestellt wird. So erhalten auch neue Hochschulmitglieder schnell Einblick in die einzelnen Prozessschritte, die beispielsweise bei der Einführung neuer Studiengänge zu gehen sind. Diesen Funktionen entspricht der Aufbau des Handbuchs. Es gliedert sich in eine porträtierende Darstellung der Universität Potsdam (Kap. 1 3) und als Herzstück die Beschreibung der für das Qualitätsmanagement relevanten Prozesse in Lehre und Studium (Kap. 4). Diese werden als Regelkreisläufe aus Planung, Durchführung, Bewertung und Weiterentwicklung auf der Basis der Bewertungsergebnisse also in der Logik eines Zyklus aus plan, do, check, act dargestellt. Da das Handbuch ein lebendiger Teil der Qualitätskultur an der Universität Potsdam wird, ist es als dynamisches Nachschlagewerk konzipiert: Die textlichen Prozessbeschreibungen sind durch Hyperlinks mit grafischen Darstellungen verknüpft. Diese werden im Webauftritt der Universität online zur Verfügung gestellt. Die im Text präsentierten Auszüge zeigen Zusammenfassungen der Kernprozesse, während in der Onlineversion alle Prozessschritte zu sehen sind. Die Beschreibungen der Prozessschritte enthalten Angaben zu den Prozessverantwortlichkeiten, den Prozessinhalten und, symbolisiert durch entsprechende Formen, Angaben dazu, wo wann welche Entscheidungen getroffen werden müssen. Zudem werden einschlägige Dokumente (Ordnungen und gesetzliche Regelungen, Checklisten, etc.) verknüpft. 56 Abbildung 1: Aufbau der Prozessbeschreibungen Auf diese Weise soll das Handbuch in der Kombination seiner Bestandteile die beabsichtigte Wirkung entfalten: als Leitlinie für die standardisierte Durchführung von qualitätsrelevanten Prozessen. Mit diesem Verständnis des QM-Handbuchs geht auch sein stets vorläufiger Charakter einher: Prozessbeschreibungen werden fortlaufend erweitert, angepasst, neu priorisiert und standardisiert. Anpassungen und Aktualisierungen des QM-Handbuchs werden als Ergebnis der kontinuierlich geführten Qualitätsdebatte an der Universität eingearbeitet. Den Adressaten innerhalb der Universität möchten wir eine hilfreiche Ressource zur Bewältigung der zunehmend komplexer werdenden Aufgaben im Management von Lehre und Studium an die Hand geben. Gleichzeitig hoffen wir, durch die gewählte Darstellung eine belastbare Beurteilungsgrundlage für die externe Überprüfung der Qualitätssicherungsverfahren an der Universität Potsdam im Rahmen der Systemakkreditierung zu schaffen. Potsdam, im Juni7 1 Die Universität Potsdam 1.1 Kurzporträt Die Universität Potsdam ist integraler Bestandteil der Wissenschaftslandschaft in der deutschen Hauptstadtregion. Als größte Universität Brandenburgs orientiert sich die Universität Potsdam an den ausgeprägten interdisziplinären Forschungseinrichtungen in den Natur-, Human-, Geistes- und Sozialwissenschaften (vgl. Abbildung 2). Das scharf konturierte Forschungsprofil ist in Verbindung mit mehr als 20 außeruniversitären Einrichtungen im Netzwerk pearls Potsdam Research Network 1 institutionalisiert. Im dichten Verbund mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen entwickelt die Universität erfolgreich ihr Kreativitätspotenzial und ihre internationale Ausstrahlung, was sich konkret im nationalen und globalen Wettbewerb um exzellente Nachwuchswissenschaftler und Forschungsgelder zeigt. Zu den Partnern der Universität Potsdam gehören Institute der Max-Planck-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft, Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren sowie das Hasso-Plattner-Institut für Softwaretechnik (vgl. Abbildung 2). Forschung und Lehre sind eng miteinander verknüpft und bilden zugleich die Basis für einen Wissens- und Technologietransfer, der sich an den Bedürfnissen von Gesellschaft und Arbeitsmarkt orientiert. Die Universität Potsdam setzt ihre Schwerpunkte über die Lehr- und Forschungstätigkeit der einzelnen Institute hinaus, insbesondere mit der Etablierung eines fakultätsübergreifenden Exzellenzbereichs (Kognitionswissenschaften/Cognitive Sciences) und gegenwärtig acht Profilbereichen als Ergebnis interner Evaluation. Die strategischen Ziele der Universität sind im Leitbild 2 verankert. Sie beziehen sich auf: die Vernetzung zwischen Fakultäten, fakultätsübergreifenden Einrichtungen und Dienstleistungsbereichen, den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und kulturellen Institutionen der Region, hin zu einer international wettbewerbsfähigen Forschungsuniversität die Entwicklung kompetenzorientierter und forschungsbasierter Studien- und Promotionsprogramme, die sich an der Lebenswirklichkeit und den Berufsperspektiven der Studierenden orientieren die hochschuldidaktische Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Professorenschaft die an der Realität von Schule und Unterricht und dem aktuellen Forschungsstand orientierte Lehrerbildung Seit ihrer Gründung 1991 ist die Universität Potsdam stetig gewachsen und heute mit über Studierenden die größte Hochschule des Landes Brandenburg. Die Universität Potsdam bietet als einzige Hochschule in Brandenburg die Lehramtsausbildung an. Entsprechend umfangreich gestaltet sich das Fächerspektrum. 3 Dabei sind die Philosophische Fakultät und die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät mit jeweils knapp Studierenden die größten Fakultäten der Universität Potsdam. Die insgesamt fünf Fakultäten verteilen sich auf drei Hauptstandorte: Campus Neues Palais (Philosophische Fakultät und das Departement Sport- und Gesundheitswissenschaften als Teil der Humanwissenschaftlichen Fakultät) Campus Golm (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät und Humanwissenschaftliche Fakultät) Campus Babelsberg/Griebnitzsee (Juristische Fakultät, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, das Institut für Informatik und das Hasso-Plattner Institut für Softwaretechnik als Teile der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät) 1 Veröffentlicht unter Das vollständige Studienangebot findet sich unter: 78 Abbildung 2: Die Universität Potsdam im Überblick: Daten und Fakten (Auszug) Studierende (Wintersemester 2009/10) Zahl der Studierenden: davon Studienanfänger (1. Fachsemester): davon ausländische Studierende: davon Frauen: Verteilung der Studierenden auf die Fakultäten Juristische Fakultät: Philosophische Fakultät: Humanwissenschaftliche Fakultät: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät: Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät: An-Institute Abraham Geiger Kolleg ggmbh (www.abraham-geiger-kolleg.de) Akademie für Psychotherapie und Interventionsforschung GmbH (www.api.uni-potsdam.de) Erich Pommer Institut für Medienrecht und Medienwirtschaft ggmbh (www.epi-medieninstitut.de/home_de.html) Evangelisches Institut für Kirchenrecht e.v. (www.uni-potsdam.de/u/eikr) Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (www.hpi.uni-potsdam.de) Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung e.v. (www.uni-potsdam.de/u/ifk) Johannes-Overath-Institut e.v. Kanonistisches Institut e.v. (www.uni-potsdam.de/u/ikr) Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien e.v. (www.mmz-potsdam.de) Verein Weiterqualifizierung im Bildungsbereich (WiB) e.v. (www.wib-potsdam.de) Exzellenzbereich Kognitionswissenschaften (Cognitive Science) 89 Profilbereiche Empirische Bildungswissenschaften Erdwissenschaften (Earth Sciences) Funktionale Weiche Materie (Functional Soft Matter) Funktionelle Ökologie/Evolutionsforschung (Functional Ecology and Evolution) Komplexe Systeme (Complex Systems) Kulturelle Begegnungsräume (Unsettled Cultures) Pflanzengenomforschung und Systembiologie (Plant Genomics/Systems Biology) Politik, Verwaltung und Management (Public Policy and Management) Kooperationsbeziehungen mit außeruniversitären Einrichtungen Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) (www.dife.de) Einstein Forum Potsdam (www.einsteinforum.de) Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung Golm (IAP) (www.iap.fhg.de) Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik/Institutsteil Medizinische Biotechnologie Golm (IBMT) (www.ibmt.fraunhofer.de/fhg/ibmt/index.jsp) Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik (FIRST) (www.first.fraunhofer.de) Helmholtz-Zentrum Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Forschungsstelle Potsdam (AWI) (www.awi-potsdam.de) Helmholtz-Zentrum Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY) Hamburg (www.desy.de/html/home/index.html) und Institut für Hochenergiephysik Zeuthen (www.ifh.de/main/html/home) Helmholtz-Zentrum GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH (www.gkss.de) Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie (HZB) (www.helmholtz-berlin.de) Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ (www.ufz.de) Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ (www.gfz-potsdam.de) Institut für Dünnschichttechnologie und Mikrosensorik e. V. (IDM) (www.idm-teltow.de) IRS-Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (www.irs-net.de/index.php) Leibniz-Institut Astrophysikalisches Institut Potsdam (AIP) (www.aip.de) 910 Kooperationsbeziehungen mit außeruniversitären Einrichtungen (Fortsetzung) Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e. V. (ATB) (www.atb-potsdam.de) Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. Müncheberg (www.zalf.de) Leibniz-Institut Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) (www.diw.de/deutsch) Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt e. V. (www.igzev.de) Leibniz-Institut Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) (www.pik-potsdam.de) Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) (www.aei.mpg.de/deutsch/aktuelles/home/index.php) Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung (www.mpikg-golm.mpg.de/aktuelles/nachrichten/index.html) Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie (www.mpimp-golm.mpg.de) Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr (www.sowi.bundeswehr.de) Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (www.spsg.de) Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e. V. (www.uvb-online.de) Zentrum für angewandte Psycho- und Patholinguistik (ZaPP) (www.patholinguistik.de) Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) (www.zzf-pdm.de) ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH (ZAB) (www.zab-brandenburg.de ) 1011 1.2 Organisationsstruktur Strukturell gliedert sich die Universität in Fakultäten als organisatorische Grundeinheiten für Lehre und Forschung, wissenschaftliche Einrichtungen, Betriebseinheiten und die Universitätsbibliothek sowie die zentrale Universitätsverwaltung. Die Struktur der Universität ist in der Grundordnung der Universität Potsdam (GrundO) 4 festgelegt. Abbildung 3: Organigramm der Universität Universität Potsdam Statistiken 2009/10 Organisationseinheiten, Organe, Gremien der Universität Potsdam Stand: Januar 2010 Senat Präsidium Präsidentin Hauptamtlicher Vizepräsident Zwei nebenamtliche Vizepräsidenten Kanzlerin Präsidialkollegium Referat für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium Studierendenmarketing und Alumni UP Transfer Entwicklungsplanung und Finanzen (EPK) Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (FNK) Lehre und Studium (LSK) Zentrale Kommissionen Verkehrskommission des Senats Satzungskommission Kommission für Chancengleichheit (CGK) Vergabekommission für Graduiertenförderung Ethikkommission Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wiss. Fehlverhaltens Zentrale Einrichtungen Universitätsbibliothek Fakultäten Juristische Fakultät Zentrale wissenschaftliche Einrichtungen Menschenrechtszentrum Zentrale Einrichtung für Info.- verarbeitung/kommunikation (ZEIK) Philosophische Fakultät Potsdam Graduate School (PoGS) Zentrum für Sprachen und Schlüsselkompetenzen Zentrum für Hochschulsport Zentrum für Lehrerbildung Humanwissenschaftliche Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät Brandenburgisches Institut für Existenzgründung u. Mittelstandsförderung - Centrum für Entrepreneurship und Innovation (BIEM/CEIP) Kommunalwissenschaftliches Institut Zentrale Verwaltung / AVZ / HGP-UP Sicherheitswesen 4 Dezernate Bauverwaltung Zentr. Abteilung/ Audiovisuelles Zentrum Hochschulgebäude-Management Potsdam/UP Fachschaften Allgemeiner Studierendenausschuss Studierendenparlament 4 Veröffentlicht unter 1112 1.2.1 Hochschulleitung Die zentralen Entscheidungsgremien auf Universitätsebene sind das Präsidium und der Senat. Das Präsidium setzt sich zusammen aus: der Präsidentin, dem hauptamtlichen Vizepräsidenten für Lehre und Studium, dem Vizepräsidenten für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, dem Vizepräsidenten für Wissens- und Technologietransfer und der Kanzlerin. Die Zuständigkeiten der Präsidentin umfassen die Gesamtverantwortung für den gesetzlichen Aufgabenbereich der Universität, die Vorbereitung des Struktur- und Entwicklungsplans, die Berufungen, die Internationalisierung, die Aufstellung und Bewirtschaftung des Haushalts, die Zuweisung von Mitteln und Stellen sowie die Wahrung der Ordnung und die Ausübung des Hausrechts. Der Vizepräsident für Lehre und Studium ist als einziger der drei Vizepräsidenten hauptamtlich beschäftigt und ständiger Vertreter der Präsidentin. Er ist zuständig für den Bereich Lehre und Studium sowie das Qualitätsmanagement in Lehre und Studium. Darüber hinaus begleitet der Vizepräsident für Lehre und Studium das Change- Management an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät sowie an der Humanwissenschaftlichen Fakultät. Der Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs ist verantwortlich für den Bereich Forschung und den wissenschaftlichen Nachwuchs. Darüber hinaus begleitet der Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs das Change-Management an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Der Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer ist zuständig für den Bereich Wissens- und Technologietransfer und das Ressort Chancengleichheit und arbeitet in der Steuerungsgruppe Audit Familiengerechte Hochschule mit. Darüber hinaus begleitet der Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer das Change Management an der Juristischen Fakultät und an der Philosophischen Fakultät. Die Kanzlerin leitet die Verwaltung der Hochschule und ist Beauftragte für den Haushalt. Sie vertritt die Präsidentin in Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten. Das Präsidialkollegium, dem die Vizepräsidenten, die Dekaninnen/die Dekane und die Kanzlerin angehören, berät die Präsidentin. Weiterhin sind je nach Beratungsinhalt der oder die Senatsvorsitzende, die zentrale Gleichstellungsbeauftragte, der oder die Beauftragte der Lehrerbildung sowie ein/e Vertreter/in des ausführenden Organs der Studierendenschaft beteiligt. Der Senat erlässt die Grundordnung und sonstige Satzungen, 5 er nimmt Stellung zu Satzungen der Fakultäten sowie zur Einrichtung und Auflösung von Studienprogrammen. Er entscheidet weiterhin in grundsätzlichen Fragen der Lehre, der Forschung, des Studiums und der Prüfungen, über den Entwicklungsplan sowie Berufungsvorschläge der Fakultäten und wählt die Präsidentin und die Vizepräsidenten bzw. wählt diese ab. 6 5 Sofern diese nicht in die Zuständigkeit der Fakultäten fallen. 6 Die vollständigen Beschreibungen der Zuständigkeiten sind in der GrundO Art.14 festgeschrieben. 1213 Zur Vorbereitung der Senatsentscheidungen bzw. der Beratungen des Präsidialkollegiums setzt die Universität Senatskommissionen ein. Diese beraten, prüfen vor und erstellen Vorlagen für den Senat. Folgende Kommissionen werden eingesetzt: die Kommission für Lehre und Studium (LSK) unter der Leitung des Vizepräsidenten für Lehre und Studium. Die Kommission für Lehre und Studium ist insbesondere zuständig für die Beratung von Studien- und Prüfungsordnungen, die Studienreform und die Evaluation von Studium und Lehre. 7 die Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (FNK) unter der Leitung des Vizepräsidenten für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Kommission ist insbesondere zuständig für die Weiterentwicklung von Forschungsstrukturen und Instrumenten der Forschungsförderung sowie für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Sie unterstützt die Verbindung von Forschung und Lehre und die Organisation und Vernetzung fakultäts- und hochschulübergreifender Forschung. 8 die Kommission für Chancengleichheit (CGK) unter der Leitung der zentralen Gleichstellungsbeauftragten. Die Kommission ist insbesondere zuständig für die Umsetzung des gesetzlichen Auftrags zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern und zur Beseitigung bestehender Nachteile für Frauen an der Universität. Sie wirkt auf die Vereinbarung von Beruf, Studium und Familie hin, unterstützt die Gleichstellungsbeauftragten bei der Umsetzung des Gleichstellungskonzeptes der Universität und initiiert Maßnahmen zur Frauenförderung sowie Lehr- und Forschungsvorhaben zur Frauen- und Geschlechterforschung. 9 Mitglied der Kommission ist der Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer. die Kommission für Entwicklungsplanung und Finanzen (EPK) unter der Leitung der Präsidentin. Die Kommission ist insbesondere zuständig für die Struktur- und Entwicklungsplanung, Grundsätze der Verteilung von Sach- und Personalmitteln und der Haushalts- und Finanzplanung. In allen Gremien und Kommissionen sind die Beteiligung und das Stimmrecht der Studierenden über die Grundordnung gesichert. 7 Vgl. GrundO Art. 15 Nr.3. 8 Vgl. GrundO Art. 15 Nr Vgl. GrundO Art. 15 Nr14 1.2.2 Fakultäten Die Fakultäten bilden die organisatorischen Grundeinheiten für Forschung und Lehre. Sie können rechtlich unselbständige organisatorische Einheiten zur angemessenen Wahrnehmung ihrer Aufgaben bilden. An der Universität Potsdam gibt es fünf Fakultäten: Juristische Fakultät Philosophische Fakultät Humanwissenschaftliche Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät Organe aller Fakultäten sind die Dekanin bzw. der Dekan und der Fakultätsrat. Die Dekanin bzw. der Dekan leitet die Fakultät und vertritt sie innerhalb der Hochschule. Er oder sie ist insbesondere für die Studien- und Prüfungsorganisation, die Koordination von Forschung und Lehre und die Sicherstellung des zur Einhaltung der Studienordnung notwendigen Lehrangebots verantwortlich sowie zur regelmäßigen Berichterstattung (Lehr- und Forschungsbericht der Fakultät) an die Präsidentin verpflichtet. Zur Unterstützung des Dekans bzw. der Dekanin hat jede Fakultät ein Dekanat gebildet: Die Prodekanin bzw. der Prodekan vertritt den Dekan/die Dekanin. Der Prodekan bzw. die Prodekanin wird vom Fakultätsrat aus dem Kreis der ihm angehörenden Professorinnen und Professoren gewählt. Die Studiendekanin bzw. der Studiendekan unterstützt die Dekanin/den Dekan vor allem bei der Studien- und Prüfungsorganisation, der Koordination von Lehre und Studium und der Sicherstellung des zur Einhaltung der Studienordnungen notwendigen Lehrangebots. Die Studiendekanin bzw. der Studiendekan koordiniert weiterhin die fachbezogenen Studienberatungen und leitet die Kommission für Lehre und Studium der Fakultät. Er oder sie ist Mitglied der zentralen Kommission für Lehre und Studium und gehört dem Studienausschuss an, der das Lehrangebot von Studiumplus (vgl. Kapitel 4.3.3) strukturiert. Basisorgan aller Lehr- und Lernprozesse im Studium sind die Studienkommissionen. Diese werden als neue Elemente entsprechend der Grundordnung von den Fakultäten für einzelne Fächer oder fachübergreifend eingerichtet. Sie sind paritätisch mit Studierenden und Lehrenden besetzt und insbesondere zuständig für die Lehrveranstaltungsplanung, die Vorbereitung neuer Studienprogramme, Interpretation und Nutzung der Evaluationsergebnisse und Verbesserung der Programmqualität, die organische Weiterentwicklung laufender Studienprogramme (Formulierung von Verbesserungsvorschlägen) und zur Konfliktlösung zwischen Lehrenden und Studierenden im laufenden Betrieb (Clearingstelle). Die Aufgaben der Fakultätsgeschäftsführerin bzw. des Fakultätsgeschäftsführers liegen vor allem im Bereich der Finanzverwaltung (Budgetverantwortung). Im weiteren Detail variieren die konkreten Zuständigkeiten innerhalb der Fakultäten, entsprechend des Steuerungsprinzips der Fakultätsautonomie. Der Fakultätsrat ist zuständig für den Erlass von Satzungen der Fakultät, er entscheidet über die Struktur- und Entwicklungsplanung der Fakultät, über Berufungsvorschläge und Habilitationen sowie die Einrichtung und Zusammensetzung eines Dekanats. Er wirkt an der Evaluation und Koordination von Lehre und Forschung in der Fakultät mit, er wählt die Dekanin/den Dekan und deren/dessen Vertreter/in und beaufsichtigt die Dekanin/den 1415 Dekan in Bezug auf die Erfüllung ihrer/seiner Aufgaben. 10 Der Fakultätsrat ist ein gewähltes Organ der Fakultät, dem Vertreter der Hochschullehrer/innen, der Studierenden, der akademischen Mitarbeiter/innen und der Mitarbeiter/innen aus Technik und Verwaltung angehören. Für jedes Studienprogramm wird vom Fakultätsrat ein Prüfungsausschuss bestellt, dem Vertreter/innen der Gruppe der Hochschullehrer/innen des Faches, ein/e akademische/r Mitarbeiter/in und ein/e Studierende/r angehören. Der Prüfungsausschuss wählt aus dem Kreise der ihm angehörenden Hochschullehrer/innen eine/n Vorsitzende/n und ihren/seinen Stellvertreter. Der Prüfungsausschuss achtet darauf, dass die Bestimmungen der Ordnung eingehalten werden, entscheidet in Zweifelsfragen zu Auslegungsfragen der Ordnung und gibt Anregungen zur Reform der Ordnung. Der Prüfungsausschuss ist insbesondere zuständig für: Entscheidungen über Anträge von Studierenden oder Lehrkräften bezüglich der Anwendung dieser Ordnung, Einordnung der Lehrveranstaltungen in Module und Festlegung der Anzahl der Leistungspunkte (Beurteilungsgrundlage ist dabei der Vorschlag der jeweiligen Lehrkraft). Dabei wird für jedes Modul vom Prüfungsausschuss aus dem Personenkreis der Lehrenden ein/e Modulbeauftragte/r benannt, der/die bei Modulprüfungen die erforderlichen Prüfungsvorleistungen kontrolliert, ggf. Besetzung der Zulassungskommission für den Masterstudiengang, regelmäßiger Bericht an die Fakultät über die Erfahrungen mit der Anwendung dieser Ordnung und ggf. Vorschläge zu ihrer Reform sowie Anerkennung von Studien-, Graduierungs- und Prüfungsleistungen. 11 Die Fakultätsräte haben zur Erfüllung ihrer Aufgaben Fakultätskommissionen gebildet. Die Anzahl der gebildeten Kommissionen variiert in den einzelnen Fakultäten. 12 In allen Kommissionen sichern die Fakultäten die Beteiligung und das Stimmrecht der Studierenden über die Geschäftsordnungen der Fakultäten bzw. Institute. 10 Vgl. Art. 21 GrundO. 11 Veröffentlicht unter 12 Aufgrund ihrer geringen Größe wurden bisher an der Juristischen Fakultät keine Kommissionen gebildet. Alleinige/r Ansprechpartner/in in Angelegenheiten von Studium und Lehre ist derzeit der Studiendekan/die Studiendekanin, in übergeordneten Angelegenheiten der Dekan/die Dekanin. 1516 2 Qualitätsmanagement der Universität Ziel des Qualitätsmanagements ist die kontinuierliche Weiterentwicklung der Lehr- und Studienqualität im Kontext des spezifi schen Profi ls der Universität Potsdam. Hierfür setzt die Universität ein Verfahren des Qualitätsmanagements ein, das ihren Fakultäts- und Fächerkulturen entspricht und passgenau auf ihre Entwicklungsbedarfe abgestimmt ist. Die Konzeption des Qualitätssicherungssystems von Lehre und Studium ist auf die Umsetzung der European Standards and Guidelines for Quality Assurance (ESG) des European Network for Quality Assurance in Higher Education (ENQA) 13 ausgerichtet. Darüber hinaus folgt die Universität den Zielen der Qualitätsentwicklung von Lehre und Studium unter Berücksichtigung der von der KMK formulierten Kriterien der Qualitätssicherung in der Lehre, den Empfehlungen des Wissenschaftsrats, der Schaffung von Transparenz sowie der Weiterentwicklung wissenschaftsadäquater Methoden der Qualitätssicherung. Anfang 2010 haben Hochschulleitung und Fakultäten gemeinsam die Umsetzung der Qualitätsentwicklungsziele anhand konkreter Kriterien im Rahmen der Metaevaluation beschlossen (vgl. Kapitel 4.5.1). 2.1 Prozessverständnis Grundlage des Qualitätssicherungssystems von Lehre und Studium, an dessen Ausbau im Rahmen des Qualitätsmanagements ständig weitergearbeitet wird, bildet das Regelkreismo dell (PDCA = plando-check-act). Das Modell des Qualitätsregelkreises ermöglicht es, den zentralen Grundgedanken von QM-Systemen Rechnung Unterstützung zu tragen: Wissen in der Organisation über sich selbst und hinsichtlich des Zielerreichungsgrads aufzubauen, aus festgestellten Problemen Konsequenzen zu ziehen und die Quali- Studien- Studien- programme beratung tät der Leistungen auf dieser Basis weiterzuentwickeln. Die entwickeln organisieren Studienprogramme Studienprogramme Elemente, die den auf kontinuierliche Qualitätsverbesserung und Lehre und Lehre durchführen evaluieren, ausgerichteten Qualitätsregelkreis bilden, sind Qualitätsplanung, Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung. überprüfen Unterstützun Die analytische Perspektive bildet der student life cycle. g Damit wird die Wirkungsweise des Qualitätssicherungssystems prozesshaft am Verlauf des gesamten Studiums von der Aufnahme eines Studiums bis hin zum Übergang in den Beruf dargestellt. Die Universität Potsdam verfolgt einen ganzheitlichen institutionellen Evaluationsansatz. Sowohl einzelne Teilleistungen des Lehrprozesses als auch die organisatorischen Voraussetzungen für die Qualitätssicherung werden miteinander in Zusammenhang gebracht und in einem Qualitätsmanagementsystem integriert. Dies führt 1.) zu einer angemessenen und vollständigen Abbildung der Leistungen in den einzelnen Fächern, 2.) auf der Prozessebene zu mehr Übersichtlichkeit, Effizienz und Zielgerichtetheit und 3.) auf der mentalen Ebene der Lehrenden zu einer Weiterentwicklung des Qualitätsbewusstseins. Im Vordergrund des Qualitätsmanagementsystems steht der Leistungsbereich Lehre und Studium. Die Prozesse in Hochschulleitung und -verwaltung werden in das QM-System einbezogen, da sie einen erheblichen Anteil an der Herstellung der Lehr- und Studienqualität haben. Führungsprozesse Hochschule entwickeln Kernprozesse Lehre und Studium Zulassungs- & Prüfungsverfahren Studienprogramme und Lehre verbessern Dienstleistungsprozesse (Dienst)Leistungen von Verwaltung, Betriebseinheiten & wiss. Einrichtungen P A D C Abbildung 4: Qualitätsregelkreis mit Kern- und Unterstützungsprozessen (Eigene Darstellung; in Anlehnung an DIN ISO 9000, Deming) 13 Vgl. les/esg_3edition%20(2).pdf. 1617 Sowohl die Qualität von Lehre und Studium als auch die auf Lehre und Studium bezogenen Unterstützungsprozesse bemessen sich nach folgenden Qualitätszielen für Lehre und Studium an der Universität Potsdam: Forschungsbasierung und wissenschaftliche Aktualität organisierte und strukturierte Curricula Betreuung und Beratung gemäß den Bedürfnissen der Studierenden Orientierung auf den Erwerb relevanter Kompetenzen Weiterentwicklung durch ein zeitgemäßes Qualitätsmanagement didaktisch innovative Lehr- und Lernformen für Präsenzlehre, Selbststudium, E-Learning und Blended Learning hoher Praxisbezug internationale Vernetzung gemäß der universitären Internationalisierungsstrategie moderne, technische Infrastruktur zur Unterstützung guter Lehre kontinuierliche Professionalisierung der Lehrenden gendersensible Lehre gemäß den Empfehlungen der universitären Kommission für Chancengleichheit (CGK) Die genannten Leitziele stellen die Entwicklungsstrategie für die Gestaltung von Lehre und Studium dar, die sich aus dem Hochschulentwicklungsplan, den hochschulpolitischen Zielen der Universität und den Erfordernissen des Bologna-Prozesses ergeben. Mittelfristiges Ziel ist der Ausbau eines Qualitätsmanagementsystems, das von Lehre und Studium ausgehend sukzessive alle Leistungsbereiche der Universität umfasst, insbesondere: Forschung Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses Internationalisierung Wissens- und Technologietransfer IT-Services Verwaltungsdienstleistungen 2.2 Das Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium Die prioritären Handlungsfelder für die Qualitätsentwicklung von Lehre und Studium an der Universität Potsdam sind folgende: Weiterentwicklung der forschungsbasierten Lehre im Kontext des Forschungsnetzwerks Pearls konsequente Einlösung des Anspruchs eines strukturierten Studiums mit studierbaren Curricula und planbaren Abschlüssen in der Regelstudienzeit Kompetenzorientierung von Lehre, Studium und Prüfungssystem wissenschaftsadäquate Verfahren und Instrumente der Qualitätssicherung kontinuierliche Weiterentwicklung von Qualitätsbewusstsein und Qualitätskultur Die genannten Handlungsfelder sind in einer kohärenten Qualitätsstrategie verknüpft und werden strukturell im Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium zusammengefasst. 14 Auf der zentralen Ebene wird das Qualitätsmanagement durch das Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium (ZfQ) geleistet. Das ZfQ gliedert sich in die Geschäftsbereiche Evaluation, Akkreditierung, Career Service, AG elearning und Netzwerk Studienqualität (squp). Daneben gehören die Potsdam Graduate School, das Zentrum für Lehrerbildung sowie das Zentrum für Sprachen und Schlüsselkompetenzen als zentrale 14 Die Geschäftsordnung des ZfQ findet sich unter 1718 Qualitätsmanagementhandbuch für den Bereich Lehre und Studium wissenschaftliche Einrichtungen zu den Kernbestandteilen des Qualitätsmanagements in Lehre und Studium. Entsprechend intensiv gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen diesen Einrichtungen und dem Zentrum. Der Schwerpunkt der Arbeit des Zentrums liegt in der Unterstützung der Fakultäten bei der Entwicklung ihrer spezifi schen Qualitätssicherungsmaßnahmen (vgl. Career Service Abbildung 5). Neben einer für alles Operative zuständigen Geschäftsstelle ist im ZfQ ein Qualitätsbeirat eingerichtet, der die Arbeit des Zentrums und den Ausbau des Qualitätsmanagements im Bereich Lehre und Studium extern begleitet und das Präsidium berät. Der Qualitätsbeirat, bestehend aus mindestens sechs und höchstens S q U P neun Mitgliedern von universitären (darunter zwei studentische Vertreter/innen) und außeruniversitären Einrichtungen (darunter Vertreter/innen der Wirtschaft), wird von der Präsidentin bestellt. Der Beirat tritt mindestens einmal im Semester zu einer Beiratssitzung zusammen. Er erweitert die Perspektive des ZfQ um externe Einsichten und Erkenntnisse, insbesondere solche des Arbeitsmarkts. Das Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium ist als Stabstelle beim Präsidium unter Verantwortung des zuständigen Vizepräsidenten für Lehre und Studium angesiedelt. Dies entspricht der großen Bedeutung, die die Universität Potsdam dem Qualitätsmanagement in Lehre und Studium beimisst. Potsdam Graduate School elearning FAKULTÄTEN Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium Evaluation Zentrum für Sprachen und Schlüsselkompetenzen Legende: Geschäftsbereich Zusammenarbeit Unterstützung Akkreditierung Zentrum für Lehrerbildung Abbildung 5: Das Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium (Eigene Darstellung) Insgesamt verfügt das Qualitätssicherungssystem der Universität Potsdam über personelle und sächliche Ressourcen, die eine nachhaltige Entwicklung gewährleisten. Die Personalressourcen umfassen konkret fünf Stellen auf Ebene des ZfQ und der Hochschulleitung, jeweils mindestens eine halbe Stelle für dezentrale Qualitätsmanager auf der Ebene der Fakultäten und des Zentrums für Lehrerbildung sowie zwei Stellen auf der Ebene des Dezernats 2 mit der Verantwortung für PULS und TimeEdit (vgl. Kapitel 4.3). Der Geschäftsbereich Evaluation (vorher Servicestelle Lehrevaluation ) unterstützt seit 1999 die Fakultäten und Zentralen Einrichtungen bei der Durchführung der Evaluation von Lehre und Studium. Die Evaluation umfasst Lehrveranstaltungsevaluationen durch Studierende und Lehrende, Studiengangevaluationen und Absolventenbefragungen. Der Geschäftsbereich hilft bei der Entwicklung von Fragebögen, führt die Datenerhebung durch und übernimmt oder unterstützt die Auswertungen. Seit dem Wintersemester 2008/09 führt der Geschäftsbereich zudem regelmäßig zum Ende des Semesters Workload-Erhebungen durch. Neben ausführlichen Befragungen werden regelmäßig Pots- Blitz-Umfragen durchgeführt. Dies sind Kurzumfragen, die die Möglichkeit bieten, Meinungen über aktuelle Themen zu erfragen. Ziel ist es, den Qualitätsdiskurs der Hochschulmitglieder zu aktivieren. Zu diesem Zweck bietet der Geschäftsbereich Evaluation allen Hochschulmitgliedern die Möglichkeit, über das Potsdamer Evaluationsportal (PEP) in einem Blog über Themen zu Lehre und Studium zu diskutieren. Die zentrale Aufgabe des Geschäftsbereichs Akkreditierung liegt in der Sicherung und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements im Bereich Lehre und Studium an der Universität Potsdam. Dies umfasst: Durchführung der Systemakkreditierung, Begleitung der Verfahren zur Programmakkreditierung einzelner Studienprogramme, inhaltliche Unterstützung der Fakultäten bei der Erfüllung von Auflagen im Rahmen von Programmakkreditierungen und Reakkreditierungen sowie Kontrolle der Akkreditierungs- und ministeriellen Genehmigungsfristen. 1819 Der Career Service unterstützt die Studierenden bereits während des Studiums bei der Vorbereitung auf den Berufseinstieg und das zukünftige Arbeitsleben. Zum Angebot des Career Service gehören u. a. Seminare und Veranstaltungen mit Referenten aus allen Berufssparten, individuelle Beratung, Beratungs- und Serviceleistungen für Gründungsorientierte, (Gründerservice), das Mentoring-Programm für Frauen sowie, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Berufsprofiling, ein Onlinetest zur Berufsorientierung (Stärken-Schwächen-Analyse). Darüber hinaus ermöglicht der Career Service in Zusammenarbeit mit Studiumplus die Teilnahme am Career Development System (CDS). Dabei können Studierende prüfen, ob sie typische Anforderungen der Arbeitswelt bzw. des Studienalltags erfüllen. In Kooperation mit Arbeitgebern aus der Region Berlin-Brandenburg bietet der Career Service eine Praktikumsbörse sowie Informationsangebote zu Stellenausschreibungen, Firmen, Messen, Jobbörsen und Firmenpools. Zentrales Ziel der Arbeitsgruppe elearning ist die Steigerung der Studienqualität durch die nachhaltige Integration digitaler Medien in die Lehre. Der Einsatz von E-Learning in Lehre und Studium ist vor allem als eine didaktische Gestaltungsaufgabe zu verstehen. Entsprechend geht es bei der Erfüllung dieser Aufgabe um eine begründete Auswahl und den Einsatz geeigneter Konzepte, Methoden und Medien im Sinne einer Qualitätsverbesserung von Lehre und Studium. Die AG elearning bietet Beratung für Lehrende und Mitarbeiter/innen aller Studienfächer der Universität Potsdam an. Sie unterstützt Lehrende bei ihren E-Learning-Projekten durch Beratung, Weiterbildung und Workshops. Ferner unterstützt die AG elearning die Konzeption von Lehrveranstaltungen, die Umsetzung von konkreten Vorhaben und die Bedienung der Lernplattform Moodle. Die Workshops geben Lehrenden, die eigene E-Learning-Angebote planen, einen Überblick über Konzeption und Umsetzung von online-unterstützter Lehre mit Moodle. Darüber hinaus bietet die Arbeitsgruppe eteaching -Weiterbildung für Lehrende an Brandenburger Hochschulen an. Die Weiterbildung schließt mit der Vergabe der eteaching- Zertifikate ab. Das Netzwerk Studienqualität Brandenburg (sqb) ist ein landesfinanzierter Zusammenschluss der neun brandenburgischen Hochschulen zur Verbesserung der Studienqualität unter Federführung der Universität Potsdam. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung didaktischer Konzepte für Lehrveranstaltungen und Studienprogramme. An der Universität Potsdam werden die Bildungs- und Beratungsangebote des Netzwerks in der Einrichtung Studienqualität Universität Potsdam (squp) mit den bereits vorhandenen E-Learning-Aktivitäten sowie dem Evaluationskonzept von Lehre und verschiedenen Projekten der Hochschulforschung gebündelt. squp zielt auf die Entwicklung einer neuen, interaktiven und lebendigen Lehrkultur, auf ein geteiltes Qualitätsverständnis aller Lehrenden und damit auf die Exzellenz der Lehre an der Universität Potsdam ab. 15 Die Einrichtung squp vernetzt zudem die Forschungsprojekte einzelner Hochschullehrer zur hochschuldidaktischen Forschung. Die Potsdam Graduate School (PoGS) ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung an der Schnittstelle zwischen den Fakultäten und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Netzwerk pearls Potsdam Research Network 16. Die Potsdam Graduate School integriert Doktorandinnen und Doktoranden in strukturierten Promotionsprogrammen und individuelle Promovierende unter einem übergreifenden Dach. Sie ist zuständig für eine wirksame Qualitätssicherung im Interesse gesicherter Qualitätsstandards für alle Potsdamer Doktorand/ innen. Darüber hinaus unterbreitet die Potsdam Graduate School den Fakultäten Angebote für ihre Promotionsprogramme und sorgt für die Außendarstellung der Universität, um auf nationaler und internationaler Ebene 15 Vgl. Portal Nov Ressourcen bündeln und Gute Lehre lernen ; veröffentlicht unter 16 Die Geschäftsstelle von pearls bildet die Infrastruktur der Koordinierung und strategischen Planung von Kooperationen zwischen den beteiligten Instanzen. Dabei bestehen die wichtigsten Aufgaben in der gemeinsamen Forschungsplanung, in der Koordinierung interdisziplinärer und interinstitutioneller Forschung sowie im Ausbau der Schnittstelle zur Wirtschaft. Außerhalb des Netzwerkes sollen weitere nationale und internationale Kooperationen ausgebaut, gemeinsames Marketing betrieben und Nachwuchs akquiriert werden. Folglich sind die strukturierte Graduiertenausbildung nach den Richtlinien der Potsdam Graduate School und eine effiziente Wissenschaftskoordination die beiden wichtigsten Leistungen von pearls. 1920 exzellente Doktorand/innen anzusprechen. Das Qualitätsmanagement der Potsdam Graduate School richtet sich nach international anerkannten Qualitätsstandards (UNESCO 2001, EUA 2007) und bezieht sich auf die Bereiche Forschungs- und Studienprogramm, fachübergreifende Ausbildung sowie Auswahlverfahren, Betreuungsvereinbarungen und Qualitätskontrollen. Zum Erreichen der Qualitätsstandards für eine strukturierte Doktorandenausbildung wurden mit den Fakultäten Qualitätskriterien als einzuhaltende Mindeststandards vereinbart. 17 Diese umfassen schriftliche Betreuungsvereinbarungen, die Dauer der Promotion, das Promotionskonzept, die Berichtspflicht, das Betreuungsteam, Karriereentwicklungspläne, Publikationen, Mentoren, die Einhaltung der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis, Transparenz der Doktorandenförderung, Familienfreundlichkeit und Gleichstellung. Darüber hinaus können weitere (fächerspezifische) Vereinbarungen getroffen werden. Die Potsdam Graduate School ist aktives Gründungsmitglied des 2009 ins Leben gerufenen Universitätsverbands zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland (UNIWIND e. V.). 18 Das Zentrum für Lehrerbildung als wissenschaftliche Einrichtung ist zuständig für das Qualitätsmanagement in der Lehrerbildung. Ziel des Zentrums ist es, an der Universität Potsdam eine professionsorientierte, qualitativ hochwertige Lehrerbildung zu sichern, die sich an den Kompetenzen Erziehen, Unterrichten, Beraten, Betreuen, Innovieren und Organisieren orientiert und damit wissenschaftlich ausgebildete, diagnostisch kompetente, didaktisch-methodisch geschulte, selbstreflexive und aktive Lehrer hervorbringt. Die Arbeitsgruppe Studienqualität am Zentrum für Lehrerbildung befasst sich mit Aspekten der Hochschulsozialisation und insbesondere mit den Rahmenbedingungen von Studierenden im Lehramtsstudium. Ziel ist es, im Rahmen des Qualitätsmanagements der Universität das Lehramtsstudium in der Vielzahl der möglichen Fächerkombinationen an den drei unterschiedlichen Standorten der Universität überschneidungsfrei und in der Regelstudienzeit studierbar zu gestalten. Zum 1. Oktober 2010 wird das Zentrum für Sprachen und Schlüsselkompetenzen (ZeSSKo) seine Arbeit aufnehmen. Darin werden die bereits existierenden Bereiche Fremdsprachen (Sprachenzentrum), Schlüsselkompetenzen (Studiumplus) und Studienvorbereitung ausländischer Studierender (Studienkolleg) integriert. Das Zentrum als zentrale Lehreinheit hat die Aufgabe, mit entsprechenden Lehrangeboten die Studienordnungen der Fächer im Bereich der Sprachen und fachübergreifenden Schlüsselkompetenzen zu realisieren bzw. fachintegrative Angebote von Schlüsselkompetenzen zu koordinieren. 17 Vgl. 18 Veröffentlicht unter 20 Mehr anzeigen
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