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Timestamp: 2018-10-15 10:37:20+00:00

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VG Aachen, 9 K 2680/00: VG Aachen: mündliche prüfung, grundsatz der gleichbehandlung, rüge, verordnung, verfügung, behinderung, schüler, schule, wiederholung, oberstufe
Urteil des VG Aachen vom 17.02.2003, 9 K 2680/00
9 K 2680/00
VG Aachen: mündliche prüfung, grundsatz der gleichbehandlung, rüge, verordnung, verfügung, behinderung, schüler, schule, wiederholung, oberstufe
Mündliche prüfung, Grundsatz der gleichbehandlung, Rüge, Verordnung, Verfügung, Behinderung, Schüler, Schule, Wiederholung, Oberstufe
Verwaltungsgericht Aachen, 9 K 2680/00
Aktenzeichen: 9 K 2680/00
Das Urteil ist hinsichtlich der Kosten vorläufig vollstreckbar. Der Kläger kann die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe des Vollstreckungsbetrages abwenden, wenn nicht die Beklagte vor der Vollstreckung in entsprechender Höhe Sicherheit leistet.
2Der Kläger besuchte im Schuljahr 1999/2000 die 13. Jahrgangsstufe der C. M. F. , ein staatlich anerkanntes privates Gymnasium des C1. B. in F. . Er leidet an tonischklonischem Stottern. Anfang 2000 litt er unter einer Viruserkrankung. Im Frühjahr 2000 unterzog er sich der Reifeprüfung. Als Leistungskurse hatte er Deutsch und Erdkunde gewählt. 3. Abiturfach war Mathematik und 4. Abiturfach war Sport. Als Hauptsportart wählte er Fußball, während Badminton und Leichtathletik die Ergänzungssportarten bildeten.
3Am 15. Mai 2000 fand die praktische Prüfung des 4. Abiturfaches statt. Der Fachprüfungsausschuss bestand aus dem Vertreter der Beklagten, der kein Fachlehrer für Sport ist, als Vorsitzenden, dem Fachprüfer, Herrn Dipl.-Sp. I. G. , sowie dem Schriftführer, Herrn Studiendirektor i. K. N. L. . Die Prüfung in der Sportart Fußball war in drei Abschnitte aufgeteilt. Bezüglich des Spiels "zwei gegen zwei" erhielt der Kläger die Note "befriedigend plus", hinsichtlich des Spiels "eins plus drei gegen drei plus eins" die Note "ausreichend" und im Hinblick auf das Spiel "elf gegen elf" ebenfalls die Note "ausreichend". Insgesamt erhielt er für diesen praktischen Teil die Note "ausreichend plus". Eine schriftliche Begründung wurde nicht abgegeben. Im Rahmen des Prüfungsabschnitts "elf gegen elf" spielte er gegen einen Schüler der Jahrgangsstufe 11, der damals Jugendspieler von C2. M1. war.
4Am 16. Mai 2000 fand der mündliche Prüfungsteil im Fach Sport statt. Die Prüfung dauerte ausweislich des diesbezüglichen Protokolls von 11.52 Uhr bis 12.22 Uhr. Zu den dem Kläger gestellten Fragen gehörten unter anderem: "Nennen und Erläutern
verschiedener Formen des Spielzuges 'Doppelpass'" und "Erläutern der Bedeutung der verschiedenen Formen von Schnelligkeit für ein Badminton- Doppel". Ein Laptop zur Eingabe seiner Antworten stand ihm im Gegensatz zu im Folgenden angesprochenen, anderen mündlichen Abiturprüfungen nicht zur Verfügung. Es war eine Tafel vorhanden, auf der ein Schaubild aufgemalt war. Er erhielt insoweit die Note "ausreichend minus". In der schriftlichen Begründung heißt es, es habe sich in allen Prüfungsteilen ein lückenhaftes Fachwissen gezeigt. Nur in einigen Teilen habe eine Präzisierung geleistet werden können. Die fachsprachliche Darstellung sei wenig angemessen gewesen.
5Als Gesamtnote dieser Fachprüfung wurde die Note "ausreichend" festgesetzt. Dabei wurden die Note für die praktische Prüfung und die Note für den mündlichen Prüfungsteil im Verhältnis 1 : 1 gewichtet.
6In den ersten drei Abiturfächern legte der Kläger Anfang Juni 2000 so genannte Bestehensprüfungen im Sinne des § 37 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die gymnasiale Oberstufe (APO-GOSt) vom 28. März 1979, zuletzt geändert durch Verordnung vom 27. Februar 1997 (APO-GOSt alte Fassung - a. F. -) ab. Ihm wurde in diesen Fächern - wie bereits erwähnt - während der jeweiligen mündlichen Prüfung ein Laptop zur Eingabe seiner Antworten und ein zusätzlicher Lehrer zum Vorlesen der eingegebenen Antworten zur Verfügung gestellt. Die Prüfung im Fach Erdkunde dauerte von 9.40 Uhr bis 10.16 Uhr, die Prüfung im Fach Mathematik von 16.34 Uhr bis 17.06 Uhr und die Prüfung im Fach Deutsch von 11.33 Uhr bis 12.08 Uhr.
7Ausweislich einer Übersicht vom 9. Juni 2000 erhielt der Kläger im so genannten Abiturbereich (vgl. § 29 Abs. 3 APO-GOSt a. F.) 96 Punkte. Mit vom Vorsitzenden des Zentralen Prüfungsausschusses unterschriebenem Bescheid vom 6. Juni 2000 teilte die Beklagte ihm mit, dass er die Abiturprüfung nicht bestanden habe. Es bestehe die Möglichkeit der Wiederholung der Abiturprüfung.
8Unter dem 6. Juni 2000 legte der Kläger "Einspruch gegen die Abiturbenotung im 4. Fach Sport" ein. Er machte geltend, die Bewertung in der praktischen Prüfung entspreche nicht seinen Leistungen. Im 3. Teil der Prüfung beim Spiel "elf gegen elf" habe er Schwächen gezeigt. Diese hätten jedoch auf seiner körperlichen Verfassung beruht. Während dieses Prüfungsabschnitts habe er Schmerzen im Leber- und Nierenbereich gehabt. Dabei habe es sich um Spätfolgen der Drüsenfiebererkrankung und einer Leberinfektion, die im März 2000 einen krankenhausbedingten, mehrwöchigen Schul- und Sportausfall zur Folge gehabt hätten, gehandelt. Ein Attest dieser Erkrankung liege der Schule vor. Darüber hinaus habe er gegen einen sehr guten Gegenspieler von C2. M1. gespielt. Dieser habe eine viel höhere Spielqua-lität aufgewiesen als er. Im direkten Vergleich dazu hätten seine Fähigkeiten nicht entsprechend seinem Können gewirkt. Auch seine Mitschüler hätten bestätigt, dass er insgesamt eine befriedigende Leistung erbracht habe. Die mündliche Prüfung habe sich aufgrund seiner sprachlichen Beeinträchtigung als schwierig erwiesen. Zu diesem Zeitpunkt sei ihm noch keine hilfreiche Schreibmöglichkeit gegeben worden, mit welcher er in den 20 Minuten mehr hätte zum Ausdruck bringen können. Ihm seien keine Fragen zum Badminton gestellt worden. Auch Fragen zu praxisorientierten Bewegungsabläufen seien außen vor geblieben. Auf sein mehrmaliges Nachfragen habe der Kursleiter, Herr G. , ihm die Bewertungen nicht verständlich und plausibel begründen können.
9In einer Stellungnahme der Mitglieder des Fachprüfungsausschusses bezüglich des klägerischen Abiturfaches Sport vom 13. Juni 2000 heißt es unter anderem:
10" ... Im Spiel 'elf gegen elf' trifft es in der Tat zu, dass während einer Spielphase U. Q. , ein Jugendspieler von C2. M1. und Schüler unserer Jahrgangsstufe 11, Gegenspieler von B1. S. war. Jedoch muss festgestellt werden, dass nach den Richtlinien Sport jeder Prüfling auf mindestens zwei Positionen beobachtet und beurteilt werden muss, so dass diese Darstellung nur für eine Hälfte des 3. Prüfungsteils zutrifft. Es ist richtig, dass alle Prüfungsabschnitte mit gleichen Anteilen in die Prüfung eingehen. Es konnte das Spiel 'zwei gegen zwei' mit 'drei plus (befriedigend plus)', das Spiel 'eins plus drei gegen drei plus eins' mit 'vier' und das Spiel 'elf gegen elf' mit 'vier' bewertet werden. Daraus ergab sich einstimmig die Note 'ausreichend plus' für den praktischen Prüfungsteil. ... Es ist zutreffend, dass sich die mündliche Prüfung auf Grund der sprachlichen Beeinträchtigung des Prüflings schwierig gestaltete. Diesem Umstand Rechnung tragend wurde die Prüfung um 10 Minuten über die Regeldauer von 20 Minuten hinaus verlängert..."
11In einem Schreiben der Beklagten an die Bezirksregierung Köln vom 6. Juli 2000 wurde angeführt, dass dem Kläger hinsichtlich des 4. Abiturfaches Sport während der mündlichen Prüfung ein erstelltes Tafelbild zur Verfügung gestanden habe, um die Fragen zu den verschiedenen Spielsystemen im Fußball anhand der Tafel auch grafisch erläutern zu können.
12Mit Widerspruchsbescheid vom 5. Oktober 2000, als Einschreiben zur Post gegeben am 20. Oktober 2000, wies die Bezirksregierung Köln den "Widerspruch gegen das Nichtbestehen der Abiturprüfung 2000" zurück. Im Rahmen der Begründung bezüglich des praktischen Prüfungsteils im Fach Sport wurde ausgeführt, dass im 3. Teil der praktischen Prüfung jeder Prüfling auf mindestens zwei Positionen beobachtet werde. Hinsichtlich des mündlichen Prüfungsteils hieß es, die Regelprüfungszeit sei von 20 auf 30 Minuten verlängert worden. Es seien Fragen zur Ergänzungssportart Badminton gestellt worden. Schließlich seien mit Blick auf die Frage betreffend den Spielzug "Doppelpass" auch praxisorientierte Bewegungsabläufe abgefragt worden. Auch sei insoweit für die Fachprüfung die Note "ausreichend" in der Gewichtung 1 : 1 ermessensfehlerfrei erteilt worden.
13Der Kläger hat am 21. November 2000 Klage erhoben. Mit dem Klageschriftsatz hat er zunächst ausdrücklich beantragt, "den Bescheid bzgl. des Nichtbestehens der Abiturprüfung in Form des Widerspruchsbescheides vom 5. Oktober 2000 - zugestellt am 21. Oktober 2000 - aufzuheben". Er macht geltend, die Bewertungen im Fach Sport entsprächen nicht seinen tatsächlichen Leistungen. Mit Blick auf die praktische Prüfung im Fach Sport sei er aufgrund der im März 2000 erlittenen Viruserkrankung (Pfeiffer- Drüsenfieber), welche auch einen Krankenhausaufenthalt im März 2000 zur Folge gehabt habe, beeinträchtigt gewesen. Insbesondere beim Spiel "elf gegen elf" habe er aufgrund seiner schlechten konditionellen körperlichen Verfassung infolge der infektiösen Erkrankung Schwächen gezeigt, weil er während dieses Prüfungsabschnittes Schmerzen im Leber- und Nierenbereich verspürt habe. Er habe die Prüfungskommission vor der praktischen Sportprüfung von seiner Krankheit in Kenntnis gesetzt. Bei der Schule sei auch ein Attest vorgelegt worden. Dass er sich gleichwohl der Prüfung gestellt habe, könne nicht zu seinen Lasten gehen. Man müsse ihm zugute halten, dass er sich in einer Situation höchster körperlicher und psychischer Anspannung befunden habe und sich dem Druck ausgesetzt gesehen habe, die Prüfung
bestehen zu müssen. Es wäre Sache der Beklagten gewesen, Maßnahmen zu seinem Schutz zu ergreifen und ihn nicht einfach kommentarlos die Prüfung durchführen zu lassen. Der Beklagten sei auch hinreichend bekannt gewesen, dass seine langwierige Vorerkrankung ihn an einem ordnungsgemäßen Training gehindert habe. Ausweislich einer in diesem Zusammenhang unter anderem vorgelegten ärztlichen Bescheinigung des Herrn Dr. med. X. K. aus F. vom 11. Oktober 2002 sei er auch nach Beendigung des Sportverbots im Grunde genommen nicht in der Lage gewesen, korrekte Leistungen für die in Rede stehende Prüfung zu erbringen, er habe diesen Tatbestand aber selbst nicht richtig einschätzen können. Da er in dem 3. Prüfungsabschnitt gegen einen "Profi" von C2. M1. habe spielen müssen, hätten seine Fähigkeiten im direkten Vergleich zu diesem Spieler mit wesentlich höherer und besserer Spielqualität nicht entsprechend seinem Können wirken können. Im Übrigen hätten auch aktive und inaktive Mitschüler auf seine kritische Nachfrage bestätigt, dass er gute Leistungen gezeigt habe.
14Die mündliche Prüfung habe sich aufgrund seiner sprachlichen Beeinträchtigung als schwierig erwiesen. Er leide unter tonisch-klonischem Stottern, welches in Stresssituationen entsprechend verstärkt sei. Dies führe dazu, dass er nicht in der Lage sei, eine Frage fließend zu beantworten. Ferner sei es schwer, ihn entsprechend zu verstehen. Der Schule sei die Sprachbehinderung bekannt gewesen. Seitens der Lehrerschaft sei beschlossen worden, dass ihm in den Abiturfächern ein Laptop zur Verfügung gestellt würde. Zudem habe während der mündlichen Prüfungen ein vierter Lehrer teilnehmen sollen, der unter Umständen seine geschriebenen Antworten vorlesen könnte. Einen entsprechenden Beschluss habe sich seine Mutter von dem ehemaligen Direktor der Schule, Herrn Dr. E. I2., bestätigen lassen. Die zehnminütige Verlängerung der mündlichen Prüfung im Fach Sport sei vor dem Hintergrund zu relativieren, dass auch die Prüfungen in den drei anderen Abiturfächern 30 Minuten anstatt 20 Minuten gedauert hätten. Ihm sei in der mündlichen Prüfung im Fach Sport die vorhandene Tafel nicht als Hilfsmittel angeboten worden. Auf der Tafel sei ein Spielzug aufgemalt gewesen, den er unter anderem zu erörtert gehabt habe. Er sei aber nicht darauf hingewiesen worden, dass er auf der Tafel auch Antworten schriftlich hätte vermerken können. Dies hätte auch zu viel Zeit in Anspruch genommen. Die zehnminütige Verlängerung der Prüfungszeit ohne entsprechende Hilfsmittel habe keinen adäquaten Ausgleich zu den anderen Schülern schaffen können, die nicht mit einer solchen Sprachbehinderung belastet seien. Denn bei einer einfachen Antwort brauche er ein Vielfaches der Zeit, die ein nicht sprachbehinderter Schüler benötige. Mit Blick auf den Gleichbehandlungsgrundsatz habe ihm ein geeignetes Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Die Nichtzurverfügungstellung des Laptops habe letztlich zum Nichtbestehen der Prüfung geführt. Die Prüfung im Fach Sport - jedenfalls die mündliche Prüfung - habe aus diesem Grunde nicht gewertet werden dürfen und sei zumindest zu wiederholen. Die Beklagte sei aufgrund seiner Behinderung verpflichtet gewesen, die Schulaufsichtsbehörde einzuschalten, um eine Einigung über dessen bestmögliche Förderung zu erzielen. Dieses ergebe sich aus § 7 Abs. 1 des Schulpflichtgesetzes. Er habe eine Behinderung im Sinne der §§ 2 Abs. 1 Nr. 3 und 5 Abs. 2 der Verordnung über den sonderpädagogischen Förderbedarf. Eine Behinderung habe nach § 2 VO-SF zwar nicht in jedem Fall sonderpädagogischen Förderbedarf zur Folge; jedoch stelle die in Rede stehende Behinderung den Regelfall der Erforderlichkeit einer sonderpädagogischen Förderung dar, so dass die Beklagte hätte tätig werden müssen. Überdies seien in der mündlichen Prüfung im Fach Sport keine Fragen zum Badminton gestellt worden. Auch Fragen zu praxisorientierten Bewegungsabläufen in allen drei Sportarten seien ausgeblieben. Schließlich sei er von Herrn Dr. N1. , welcher kein Fachlehrer für das Fach Sport sei, befragt worden.
15Unter dem 8. November 2001 hat der Kläger schriftsätzlich ergänzend beantragt, die Beklagte zu verpflichten, die Abiturprüfung als bestanden zu erklären, hilfsweise die Beklagte zu verpflichten, ihm die Wiederholung der mündlichen Abiturprüfung, ggf. der gesamten Abiturprüfung im Fach Sport unter Zurverfügungstellung geeigneter Hilfsmittel zu gestatten. Der Verpflichtungsantrag sei gemäß § 74 der Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) fristgemäß gestellt worden. Ihm sei es immer ausschließlich um das Bestehen der Abiturprüfung gegangen. Das Klagebegehren sei von vornherein als auf den entsprechenden Verpflichtungsantrag ausgerichtet anzusehen. Selbst wenn man eine Klageänderung zugrunde legen würde, wäre die Stellung des Verpflichtungsantrages fristgemäß erfolgt. Denn in diesem Fall wäre auf den Zeitpunkt der Erhebung der Anfechtungsklage abzustellen. Der Streitstoff sei unverändert geblieben. Ginge man von einer Änderung des Streitgegenstandes aus, so bezöge sich diese ausschließlich auf die Änderung des Klageantrags zur Verdeutlichung des erstrebten Klagebegehrens. Der Klagegrund sei hingegen gleich geblieben.
17die Beklagte unter Aufhebung ihres Bescheides vom 6. Juni 2000 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides der Bezirksregierung Köln vom 5. Oktober 2000 zu verpflichten, die Abiturprüfung als bestanden zu erklären,
18hilfsweise, die Beklagte unter Aufhebung ihres Bescheides vom 6. Juni 2000 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides der Bezirksregierung Köln vom 5. Oktober 2000 zu verpflichten, ihm die Wiederholung der mündlichen Abiturprüfung, gegebenenfalls der gesamten Abiturprüfung, im Fach Sport unter Zurverfügungstellung geeigneter Hilfsmittel wegen seiner Sprachstörung (gegebenenfalls durch Bereitstellung eines Laptops) zu gestatten.
21Sie trägt vor, das Verfahren hinsichtlich der Prüfung im Fach Sport sei nicht zu beanstanden. Mit Blick auf die praktische Prüfung sei der Kläger - wie alle anderen Prüflinge auch - ausdrücklich gefragt worden, ob er körperlich in der Lage sei, die Prüfung abzulegen. Er habe zunächst in der Tat auf mögliche Auswirkungen der vorangegangenen Erkrankung verwiesen. Als er daraufhin noch einmal konkret gefragt worden sei, ob er sich gleichwohl in der Lage sehe, die praktische Prüfung ohne Einschränkung abzulegen, habe er dieses eindeutig bejaht. Er habe auch kein Attest vorgelegt, das eine etwaige Einschränkung seiner Prüfungsfähigkeit belegen könnte. Vor diesem Hintergrund habe es für die Beklagte keinen Anlass gegeben, von einer Durchführung der praktischen Prüfung abzusehen. Während der Prüfung habe er sich nicht bei den zuständigen, ihn prüfenden Lehrern gemeldet und auf etwaige Beeinträchtigungen hingewiesen. Der Umstand, dass er möglicherweise gegen einen besseren Mitschüler im Fußballspiel habe antreten müssen, habe die Bewertung seiner Leistungen nicht beeinflusst. Es sei keinesfalls offensichtlich, dass der Umstand, gegen einen besseren Spieler antreten zu müssen, von vornherein zu einer nicht gerechtfertigten minderwertigen Beurteilung der Fähigkeiten des Klägers habe führen müssen. Seine sprachliche Behinderung sei der Beklagten bekannt gewesen. Deshalb sei die Prüfungszeit in der mündlichen Prüfung im Fach Sport von 20 auf 30 Minuten
verlängert worden. Einen Beschluss, nach dem ihm generell ein Laptop zur Verfügung zu stellen gewesen sei, habe es nicht gegeben. Im Übrigen sei ihm auch in der mündlichen Prüfung im Fach Sport eine vergleichbare Hilfestellung geleistet worden. Denn ihm habe eine Tafel zur Verfügung gestanden, auf der die prüfungsgegenständlichen Schaubilder bereits aufgezeichnet gewesen seien. Er habe ohne weiteres die Möglichkeit gehabt, auf der Tafel schriftlich seine Ausführungen zu verdeutlichen bzw. zu vertiefen. Insofern sei der sprachlichen Beeinträchtigung sowohl durch die Verlängerung der Prüfungszeit als auch durch die Zurverfügungstellung der Tafel Rechnung getragen worden. Es seien Fragen zum Badminton gestellt worden. Auch sei er nach praxisorientierten Bewegungsabläufen gefragt worden. Er habe unter anderem verschiedene Formen des Spielzuges "Doppelpass" nennen und erläutern müssen. Es sei nicht richtig, dass er von Herrn Dr. N1. befragt worden sei. Dieser habe eine von einem Kollegen gestellte Frage zum besseren Verständnis lediglich erläutert. Er habe keine eigenen Fragen gestellt. Dieses wäre im Übrigen auch nicht unzulässig gewesen. Der Vorsitzende der Prüfungskommission sei selbstverständlich berechtigt, Fragen zu dem Fachgebiet zu stellen.
22Die Beklagte hat mit Schriftsatz vom 19. Dezember 2001 die Klageabweisung bezüglich des im klägerischen Schriftsatz vom 8. November 2001 enthaltenen Antrags beantragt und zur Begründung auf ihr bisheriges Vorbringen Bezug genommen.
23Die Kammer hat den Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe mit Beschluss vom 2. Oktober 2001 auf der Grundlage des in der Klageschrift enthaltenen Klageantrages zunächst abgelehnt. Mit Beschluss vom 22. Juli 2002 hat sie dem Kläger unter Berücksichtigung des im Schriftsatz vom 8. November 2001 enthaltenen Klageantrages Prozesskostenhilfe bewilligt.
24Die Kammer hat den Kläger und den Vertreter der Beklagten in den mündlichen Verhandlungen am 23. September 2002 und am 17. Februar 2003 angehört. Insoweit wird auf die zugehörigen Sitzungsprotokolle verwiesen. Das Gericht hat Beweis erhoben gemäß der Beweisbeschlüsse vom 23. September 2002 und vom 13. Januar 2003. Hinsichtlich der Ergebnisse der Beweisaufnahmen wird ebenfalls auf die Sitzungsprotokolle Bezug genommen.
25Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf den Inhalt der Gerichtsakte und der von der Beklagten und der Bezirksregierung Köln vorgelegten Verwaltungsvorgänge verwiesen.
Zunächst ist anzumerken, dass sich die im klägerischen Schriftsatz vom 8. November 2001 enthaltene Änderung des Klageantrags als zulässig erweist. Dabei kann dahinstehen, ob es sich insoweit um eine Klageerweiterung im Sinne des § 264 Nr. 2 der Zivilprozessordnung (ZPO) in Verbindung mit § 173 Satz 1 VwGO oder um eine Klageänderung im Sinne des § 91 VwGO handelt. Denn eine Klageerweiterung im Sinne des § 264 Nr. 2 ZPO in Verbindung mit § 173 Satz 1 VwGO ist stets zulässig, während eine Klageänderung gemäß § 91 Abs. 1 VwGO jedenfalls dann zulässig ist, wenn die übrigen Beteiligten - wie hier geschehen - einwilligen. Gemäß § 91 Abs. 2 ist die Einwilligung des Beklagten in die Änderung der Klage anzunehmen, wenn er sich, 28
ohne ihr zu widersprechen, in einem Schriftsatz oder in einer mündlichen Verhandlung auf die geänderte Klage eingelassen hat. Eine entsprechende Einwilligung der Beklagten liegt insofern vor, als sie in ihrem Schriftsatz vom 19. Dezember 2001 unter Bezugnahme auf den klägerischen Schriftsatz vom 8. November 2001 schriftsätzlich beantragt hat, die Klage abzuweisen, und zur Begründung auf ihre bisherigen Ausführungen Bezug genommen hat.
Der Hauptantrag ist zulässig, aber unbegründet. 29
30Der Zulässigkeit des geänderten bzw. erweiterten Hauptantrags steht nicht die Regelung des § 74 Abs. 2 in Verbindung mit Abs. 1 VwGO entgegen. Die Einhaltung der Klagefrist erweist sich in diesem Zusammenhang zwar als nicht unproblematisch.
31Vgl. dazu: Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Urteil vom 23. März 1972 - BVerwG III C 132.70 -, Amtliche Entscheidungssammlung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwGE) 40, 25, 33; Urteil vom 16. Januar 1986 - 5 C 36/84 -, Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht (NVwZ) 1987, 412, 413; Urteil vom 30. Oktober 1997 - BVerwG 3 C 35.96 -, BVerwGE 105, 288, 291 ff.; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof (BayVGH), Urteil vom 6. Dezember 1974 - 76 I 70 -, Bayerische Verwaltungsblätter (BayVBl.) 1976, 495, 496; Rennert in: Eyermann, Verwaltungsgerichtsordnung, Kommentar, 11. Aufl. 2000, § 74 Rdnr. 11 und § 91 Rdnr. 13; Kopp/Schenke, Verwaltungsgerichtsordnung, Kommentar, 12. Aufl. 2000, § 74 Rdnr. 7; Funke/Kaiser in: Bader/Funke/Kaiser/Kuntze/von Albedyll, Verwaltungsgerichtsordnung, Kommentar, 1999, § 74 Rdnr. 12; Kuntze in: Bader/Funke/Kaiser/Kuntze/von Albedyll, am angegebenen Ort (a. a. O.), § 91 Rdnr. 11.
32In der vorliegenden Fallkonstellation geht die Kammer jedoch davon aus, dass mit der Erhebung der isolierten Anfechtungsklage eine Bestandskraft des streitbefangenen Bescheides über das Nichtbestehen der Abiturprüfung verhindert worden und der im Laufe des Klageverfahrens schriftsätzlich ergänzte Klageantrag in Form eines Verpflichtungsbegehrens vor diesem Hintergrund nicht als verfristet anzusehen ist.
33Der Bescheid der Beklagten bzw. des Vorsitzenden des Zentralen Abiturausschusses vom 6. Juni 2000 in Gestalt des Widerspruchsbescheides der Bezirksregierung Köln vom 5. Oktober 2000 ist rechtmäßig und verletzt den Kläger nicht in seinen Rechten. Er hat keinen Anspruch auf Verpflichtung der Beklagten, die Abiturprüfung als bestanden zu erklären (§ 113 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 5 VwGO).
34Rechtsgrundlage für den streitgegenständlichen Bescheid ist § 26 b Abs. 1 des Schulverwaltungsgesetzes (SchVG) in Verbindung mit § 43 der Verordnung über die Bildungsgänge und die Abiturprüfung in der gymnasialen Oberstufe (Ausbildungs- und Prüfungsordnung gemäß § 26 b SchVG - APO-GOSt) vom 28. März 1979, zuletzt geändert durch Verordnung vom 27. Februar 1997 (APO-GOSt alte Fassung - a. F. -) in Verbindung mit Nr. 43.11 der zugehörigen Verwaltungsvorschrift zur Verordnung über die Bildungsgänge und die Abiturprüfung in der gymnasialen Oberstufe (VVz-APO- GOSt) vom 19. Juli 1979 in Verbindung mit der zugehörigen Anlage 17. Die soeben näher bezeichnete Ausbildungs- und Prüfungsordnung ist einschlägig, weil der Kläger im Schuljahr 1999/2000 seine Ausbildung in der Jahrgangsstufe 13 fortgesetzt hat (vgl. die Nummer 2. der Übergangsbestimmungen der Verordnung über den Bildungsgang und die Abiturprüfung in der gymnasialen Oberstufe vom 5. Oktober 1998).
35Das im Bescheid der Beklagten vom 6. Juni 2000 mitgeteilte und im Widerspruchsbescheid der Bezirksregierung Köln vom 5. Oktober 2000 bestätigte Prüfungsergebnis, nach dem der Kläger die Abiturprüfung nicht bestanden hat, ist rechtlich nicht zu beanstanden. Gemäß § 41 Abs. 1 APO-GOSt a. F. erklärt der Zentrale Abiturausschuss die Abiturprüfung für bestanden und erkennt dem jeweiligen Schüler die allgemeine Hochschulreife zu, wenn dieser die Bedingungen gemäß § 29 Abs. 3 bis 6 APO-GOSt a. F. erfüllt hat. Der Kläger hat die vorgenannten Bedingungen nicht erfüllt, weil er im so genannten Abiturbereich (vgl. § 29 Abs. 3 Satz 2 APO-GOSt a. F.) lediglich 96 Punkte, und nicht - wie in § 29 Abs. 6 Nr. 3. APO-GOSt a. F. vorausgesetzt - 100 Punkte erreicht hat. Rechenfehler sind insoweit nicht ersichtlich. Davon ist auch im Hinblick auf die ihm erteilte Note im 4. Abiturfach Sport auszugehen, obwohl ausweislich der diesbezüglichen Niederschrift des Fachprüfungsausschusses die Note aus der praktischen Prüfung (ausreichend plus - 6 Punkte) und die aus der mündlichen Prüfung (ausreichend minus - 4 Punkte) entgegen der Vorgabe des § 39 Abs. 6 Satz 3 APO-GOSt a. F. im Verhältnis 1 : 1 gewichtet worden sind. Denn ein darin begründeter etwaiger Verfahrensfehler wäre gemäß § 46 des Verwaltungsverfahrensgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen (VwVfG NRW) unbeachtlich, weil sich bei Berücksichtigung des richtigen Verhältnisses von 2 (praktische Prüfung) : 1 (mündliche Prüfung) rein rechnerisch eine Punktzahl von 5,33 und somit auch insoweit kein anderes Ergebnis als die diesbezüglich festgesetzte Gesamtnote "ausreichend" (5 Punkte) ermitteln ließe.
36Darüber hinaus lässt die Leistungsbewertung des Klägers im 4. Abiturfach Sport Rechtsfehler nicht erkennen. Bei der nach § 21 Abs. 4 APO-GOSt an die Stelle der schriftlichen Abiturprüfung getretenen Fachprüfung Sport handelt es sich um eine pädagogisch-wissenschaftliche Beurteilung, die von den Verwaltungsgerichten nur eingeschränkt überprüft werden kann. Zwar verpflichtet das in Art. 19 Abs. 4 des Grundgesetzes verankerte Recht auf effektiven Rechtsschutz die Gerichte, auch Prüfungsentscheidungen in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht grundsätzlich vollständig nachzuprüfen. Allerdings verbleibt den Prüfungsbehörden bei prüfungsspezifischen Wertungen ein die gerichtliche Kontrolle einschränkender Beurteilungsspielraum, dessen Überprüfung darauf beschränkt ist, ob Verfahrensfehler oder Verstöße gegen anzuwendendes Recht vorliegen, ob die Prüfungsbehörde von einem unrichtigen Sachverhalt ausgegangen ist, gegen allgemeine Bewertungsgrundsätze verstoßen hat oder sich von sachfremden Erwägungen hat leiten lassen.
37Vgl. zur Kontrolldichte: Bundesverfassungsgericht (BVerfG), Beschlüsse vom 17. April 1991 - BvR 419/81, 213/83 -, Deutsches Verwaltungsblatt (DVBl.) 1991, 81 ff.; BVerwG, Urteil vom 9. August 1996 - 6 C 3.95 -, DVBl. 1996, 1381; Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG NRW), Urteile vom 27. Oktober 1995 - 19 A 4947/94.A - und vom 30. August 1996 - 19 A 3437/94 -; Urteil der Kammer vom 5. Mai 1997 - 9 K 3976/96 -.
38Derartige Mängel bei der Ermittlung der Prüfungsleistungen sind dadurch zu korrigieren, dass der Prüfling Gelegenheit erhält, die Prüfung unter fehlerfreien Bedingungen zu wiederholen, und die Neubewertung einer mündlichen Prüfung nur dann in Betracht kommt, wenn sie in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der fehlerhaft durchgeführten oder fehlerhaft bewerteten Prüfung erfolgt.
Vgl. OVG NRW, Urteil vom 27. Oktober 1995 - 19 A 4947/94 - und Beschluss vom 2. 39
Februar 2000 - 14 B 1905/99 -, DVBl. 2000, 718.
40Nach diesen Maßstäben ist die Durchführung der Fachprüfung Sport vom Mai 2000 einschließlich der anschließenden Bewertung nicht zu beanstanden.
41Die Prüfung wurde ordnungsgemäß durchgeführt. Sie beinhaltete in Anlehnung an § 21 Abs. 4 APO-GOSt a. F. eine praktische und eine mündliche Prüfung über die im Unterricht der Jahrgangsstufen 12 und 13 behandelten Gegenstände. Der Fachprüfungsausschuss bestand ordnungsgemäß aus 3 Mitgliedern (vgl. § 26 Abs. 2 APO-GOSt a. F.). Das Vorbringen des Klägers, der Vorsitzende des Fachprüfungsausschusses sei kein Fachlehrer, ist unbeachtlich, weil sich ein solches Erfordernis den Regelungen des § 26 Abs. 3 APO-GOSt a. F. nicht entnehmen lässt.
Mängel im praktischen Prüfungsteil sind nicht erkennbar. 42
43Was den klägerischen Vortrag, er sei am Tag der praktischen Prüfung wegen der im Zusammenhang mit seiner Viruserkrankung im Frühjahr des Jahres 2000 eingetretenen körperlichen Belastungen nicht imstande gewesen, sein eigentliches Leistungsvermögen unter Beweis zu stellen, anbelangt, ist dieses erstmalig in seinem Widerspruchsschreiben vom 6. Juni 2000 geltend gemachte Vorbringen verspätet und - auch wenn es zutreffen sollte - deshalb nicht berücksichtigungsfähig.
44Vor dem Hintergrund des Grundsatzes der Chancengleichheit kommt zwar ein Verfahrensfehler im Fall der Prüfungsunfähigkeit in Betracht, weil es insoweit an einer tragfähigen Grundlage für die Beurteilung fehlen könnte. Von einem rechtserheblichen Verfahrensfehler ist in diesem Zusammenhang jedoch grundsätzlich nur dann auszugehen, wenn der betroffene Prüfling seine Prüfungsunfähigkeit rechtzeitig gerügt hat. Denn der Grundsatz der Gleichbehandlung zwingt nicht zur Rücksichtnahme auf eine Prüfungsunfähigkeit, wenn sich der Prüfling in Kenntnis seines Zustandes dem Prüfungsrisiko ausgesetzt hat. Insoweit trifft den Prüfling eine entsprechende Mitwirkungspflicht.
45Vgl. BVerfG, Beschluss vom 8. Oktober 1997 - 1 BvR 9/97 -, DVBl. 1997, 1432 - 1436; BVerwG, Urteil vom 17. Januar 1969 - VII C 77.67 -, BayVBl. 1987, 178; OVG NRW, Urteil vom 26. Februar 1992 - 22 B 650/92 -, DVBl. 1992, 1054 - 1055; OVG des Landes Schleswig-Holstein, Urteil vom 23. September 1994 - 3 L 18/94 -, Sammlung schul- und prüfungsrechtlicher Entscheidungen (SPE) Nr. 3. f. 596 Nr. 49; Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, Urteil vom 26. November 1996 - 9 S 1240/96 -, DVBl. 1997, 626 (Leitsatz); Osterloh in: Sachs, Grundgesetz, Kommentar, 2. Aufl. 1999, Art. 3 Rdnr. 317; Niehues, Schul- und Prüfungsrecht, Band 2, 3. Aufl. 1994, Rdnrn. 82, 158 ff., 237 und Rdnr. 287; Zimmerling/Brehm, Prüfungsrecht, 2. Aufl. 2001, Rdnrn. 84 ff., 326, 333, 577, 968, 974.
46Der Kläger hat diese ihm obliegende Pflicht zur unverzüglichen Rüge einer etwaigen Prüfungsunfähigkeit verletzt, indem er diese weder vor der in Rede stehenden praktischen Prüfung noch während dieser Prüfung oder im unmittelbaren zeitlichen Nachgang zu dieser Prüfung, sondern erstmals in seinem Widerspruchsschreiben vom 6. Juni 2000, also nach Erhalt des Ergebnisses über das Nichtbestehen der Reifeprüfung, geltend gemacht hat. Nach dem von ihm insoweit nicht widersprochenen Vortrag der Beklagten ist er vor Beginn der praktischen Prüfung (sogar) ausdrücklich gefragt worden, ob er sich in Anbetracht seiner vorangegangenen Erkrankung in der
Lage sehe, die Prüfung ohne Einschränkung abzulegen, was er bejaht hat. Bei dieser Sachlage kann dahinstehen, ob mit Blick auf die Besonderheiten einer mündlichen Prüfung sowie einer damit vergleichbaren praktischen Prüfung den Anforderungen an die Unverzüglichkeit einer diesbezüglichen Rüge noch hinreichend Rechnung getragen wird, wenn diese erst (kurz) nach der jeweiligen Prüfung erfolgt. Denn jedenfalls kann ein Prüfling in diesem Zusammenhang mit seiner Rüge nicht so lange zuwarten, bis ihm das negative Ergebnis der jeweiligen Prüfung bekannt ist, weil er sich andernfalls eine zusätzliche Prüfungschance eröffnen würde, die mit dem Prinzip der Chancengleichheit aller Prüflinge nicht vereinbar wäre.
47Vgl. OVG NRW, Urteil vom 23. Februar 1993 - 15 A 1163/91 -, Nordrhein-Westfälische Verwaltungsblätter (NWVBl.) 1993, 293 ff.; Verwaltungsgericht (VG) Dresden, Urteil vom 22. Juli 1998 - 5 K 1705/98 -, veröffentlicht in juris.
48Der Kläger kann sich auch nicht mit Erfolg darauf berufen, dass es Aufgabe der Beklagten bzw. der Mitglieder des Fachprüfungsausschusses gewesen wäre, Maßnahmen zu seinem Schutz zu ergreifen und ihn nicht die Prüfung durchführen zu lassen. Denn hierbei ist zu berücksichtigen, dass eine krankheitsbedingte Prüfungsunfähigkeit in die (Risiko-) Sphäre des Prüflings fällt und deren Auswirkungen auf das Prüfungsergebnis grundsätzlich nur vom Prüfling selbst und nicht von der Prüfungsbehörde abgeschätzt werden können. Gesichtspunkte, die in diesem Zusammenhang ein Abweichen von diesen Grundsätzen zugunsten des Klägers ausnahmsweise rechtfertigen könnten, sind nicht ersichtlich. Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der zur Akten gereichten ärztlichen Bescheinigung des Herrn Dr. med. K. vom 11. Oktober 2002, wonach er, der Kläger, selbst habe nicht richtig einschätzen können, ob er in der Lage gewesen sei, korrekte Leistungen in dieser Prüfung zu erbringen. Grundsätzlich hat sich der Prüfling vor und während der Prüfung selbst darüber Klarheit zu verschaffen, ob seine Leistungsfähigkeit etwa durch Krankheit oder sonstige körperliche Beschwerden erheblich beeinträchtigt ist. Von einer "unerkannten" Prüfungsunfähigkeit kann jedenfalls dann nicht ausgegangen werden, wenn ihm sein gesundheitlicher Zustand in den wesentlichen Merkmalen bewusst ist und er die Auswirkungen der Erkrankung auf seine Leistungsfähigkeit im Sinne einer "Parallelwertung in der Laiensphäre" erfassen kann.
49Vgl. Niehues, a. a. O., Rdnr. 168, mit weiteren Nachweisen zur höchstrichterlichen Rechtsprechung; Seebass, Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht (NVwZ) 1985, 521, 524.
50Der Kläger wusste, dass seine Viruserkrankung im Frühjahr des Jahres 2000 Auswirkungen auf seine konditionelle Verfassung gehabt hat, so dass es ihm im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht oblegen hätte, im Vorfeld der praktischen Prüfung einen Arzt aufzusuchen und diesen danach zu fragen, ob die Teilnahme an der praktischen Prüfung aus ärztlicher Sicht für vertretbar gehalten werde. Er hat seine Prüfungsfähigkeit jedoch nicht (unmittelbar) vor der praktischen Prüfung und auch nicht (kurz) danach ärztlich überprüfen lassen.
51Hinsichtlich der Durchführung der praktischen Prüfung ist des Weiteren anzumerken, dass ein Verfahrensfehler entgegen dem Vortrag des Klägers nicht darin begründet ist, dass dieser während eines der drei Teile der praktischen Prüfung unter anderem gegen einen seinerzeitigen Jugendspieler von C2. M1. hat spielen müssen. Hierbei ist zunächst zu berücksichtigen, dass der Umstand, einen guten Gegenspieler zu haben,
nicht zwingend dazu führen muss, dass das eigene Spielvermögen nicht hinreichend zum Ausdruck kommt. Abgesehen davon ist insoweit ein Rechtsfehler nicht erkennbar, weil diesem Gesichtspunkt im Rahmen der (der gerichtlichen Kontrolle entzogenen) Leistungsbewertung Rechnung getragen werden kann.
52Zunächst ist kein Begründungsmangel darin zu erblicken, dass der Umstand des zeitweisen Gegenspielers (auch) im Widerspruchsbescheid nicht gewürdigt worden ist. Selbst bei Anwendbarkeit des § 39 Abs. 1 Sätze 1 und 2 VwVfG NRW (vgl. § 2 Abs. 3 Nr. 3 Satz 2 VwVfG NRW) wären in der schriftlichen Begründung nur die wesentlichen tatsächlichen und rechtlichen Gründe anzugeben, die die Behörde zu ihrer Entscheidung bewogen haben. Ob bei Bewertungen pädagogischer Art zudem § 39 Abs. 1 Satz 3 VwVfG NRW entsprechende Anwendung findet,
53vgl. in diesem Sinne Kopp/Ramsauer, Verwaltungsverfahrensgesetz, 7. Auflage, 2000, § 39, Rdnr. 28; a. A.: P. Stelkens/U. Stelkens in Stelkens/Bonk/Sachs, Verwaltungsverfahrensgesetz, 6. Auflage, 2001, § 39, Rdnr. 26,
54kann dahinstehen, weil unabhängig davon Tatsachen, die als für die Entscheidung erheblich angesehen wurden, und die tragenden Erwägungen bzw. die Beurteilungsmaßstäbe erkennbar sein müssen.
Vgl. Kopp/Ramsauer sowie P. Stelkens/U. Stelkens jeweils a.a.O. 55
56Bei der Qualifikation des Gegenspielers in der Spielsituation "11 : 11" handelt es sich aber regelmäßig nicht um einen in diesem Sinne wesentlichen Umstand, der in der schriftlichen Begründung hätte Erwähnung finden müssen. Erheblich ist nach den Richtlinien betreffend den praktischen Teil (Fußball) im Abiturfach Sport in dieser Spielsituation nicht das Spielverhalten gegenüber dem unmittelbaren Gegenspieler, sondern mannschaftstaktisches Verhalten, Einsatz und regelgerechtes Spielen. Dafür, dass fußballerische Fähigkeiten eines einzelnen Gegenspielers keiner Erwähnung bedürfen, spricht des Weiteren die Ausgestaltung der Prüfung. Das Spiel "11 : 11" ist lediglicht einer von drei Prüfungsteilen, wobei diese Spielsituation nochmals auf zwei Beobachtungspositionen aufgeteilt ist. Von diesen Grundsätzen ist nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme nicht abgewichen worden, so dass es hier nicht ausnahmsweise einer Darlegung hinsichtlich des Gegenspielers bedurfte.
57Unabhängig davon dürfte ein etwaiger Begründungsmangel nach § 45 Abs. 2 in Verbindung mit § 45 Abs. 1 Nr. 2 VwVfG NRW durch das Vorbringen zum Spiel gegen einen in fußballerischer Hinsicht besseren Mitspieler in der Klageerwiderung sowie die Ausführungen insbesondere des Schulleiters in der mündlichen Verhandlung vom 23. September 2002 geheilt worden sein.
58Im Übrigen ist nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme insoweit auch kein Rechtsfehler in materieller Hinsicht erkennbar. Nach den Ausführungen des Schulleiters und des Zeugen G. - denen nicht zu folgen die Kammer keinen Anlass hat - war bekannt, wer Gegenspieler des Klägers in der einen Spielsituation war. Darüber hinaus ist aufgrund der darin übereinstimmenden Darstellungen des Schulleiters und der Zeugen G. und L. das mannschaftstaktische Spielverhalten entsprechend den Richtlinien Beurteilungsgrundlage gewesen. Diesbezüglich hat der Schulleiter als Vorsitzender des Fachprüfungsausschusses unter anderem vorgetragen, sie würden in den Spielsituationen immer auf den Gegenspieler schauen, weil jeder Schüler für sich
beurteilt werden müsse. Wer in der einen Spielsituation der Gegenspieler des Klägers gewesen sei, sei ihnen bekannt gewesen. Es sei auch bekannt gewesen, dass er bei C2. M1. gespielt habe. Bei einem Gegenspieler, der ein "Quasi-Profi" sei, seien Schnitzer und gute Leistungen zu relativieren. In der hier in Rede stehenden Spielkonstellation "11 : 11" ginge es nicht vorrangig um ein Einzelverhalten, sondern um die Integrierung in die Mannschaft. Hier sei spieltaktisches Verhalten abgefragt worden, während Einzelleistungen vorrangig in den vorhergehenden Prüfungsteilen berücksichtigt worden seien. Der Zeuge G. hat in der besagten mündlichen Verhandlung erklärt, in dem in Rede stehenden Teil der praktischen Prüfung sei hauptsächlich das Spielverhalten im Mannschaftsbereich geprüft worden. In der Konstellation "11 : 11" sei die technische Leistung nicht Hauptgrundlage der Benotung, sondern das Stellungsspiel, der Wechsel der Positionen und die Absprache untereinander gewesen. Hauptkritikpunkte bezogen auf den Kläger seien das Stellungsspiel und das Sicheinbringen in den Verband sowie das Sichanbieten gewesen. Das sei losgelöst von der Aufgabe gewesen, den Gegenspieler zu nehmen. Sie hätten gewusst, dass er einem Spieler gegenübergestanden habe, der vereinsmäßig Fußball gespielt habe. Entscheidend sei jedoch zum Beispiel das Stehenbleiben gewesen, wenn man ausgespielt worden sei. Es sei berücksichtigt worden, dass ein Vereinsspieler Gegenspieler gewesen sei. In Übereinstimmung damit hat der Zeuge L. angegeben, Aufgabe des Klägers sei nicht nur die Verteidigung gewesen, sondern er habe auch mitgehen müssen, wenn seine Mannschaft in der Vorwärtsbewegung gewesen sei.
59Auch die mündliche Prüfung am 16. Mai 2000 wurde ordnungsgemäß durchgeführt. Ausweislich der sich im Verwaltungsvorgang der Beklagten befindlichen Niederschrift über die Fachprüfung des Klägers im Fach Sport als 4. Abiturfach hatte die mündliche Prüfung keine sachfremden Gegenstände zum Inhalt. Entgegen dem klägerischen Vortrag wurden in der mündlichen Prüfung auch Fragen zu praxisorientierten Bewegungsabläufen und zur Sportart "Badminton" gestellt (vgl. dazu: Nr. 5.6 der Anlage 2 zur Ausbildungs- und Prüfungsordnung, Verwaltungsvorschrift "Sport"), so dass es zu den Rechtsfolgen bei Fehlen entsprechender Fragen keiner Entscheidung bedarf. Darüber hinaus kann offen bleiben, ob der Vorsitzende des Fachprüfungsausschusses, der - wie bereits erwähnt - kein Fachlehrer für das Fach Sport war, den Kläger in der mündlichen Prüfung befragt hat oder eine von einem anderen Mitglied des Fachprüfungsausschusses gestellte Frage zum besseren Verständnis lediglich erläutert hat. Denn gemäß § 38 Abs. 6 Satz 2 APO-GOSt a. F. hat der Vorsitzende des Fachprüfungsausschusses das Recht, Fragen an den Schüler zu richten und eine Prüfung zeitweise selbst zu übernehmen.
60Schließlich kann dahinstehen, ob bezüglich der mündlichen Prüfung von einem - wie auch immer gearteten (vgl. § 22 Abs. 3 APO-GOSt a. F.) - Verfahrensfehler im Hinblick darauf auszugehen ist, dass der Kläger aufgrund seiner sprachlichen Beeinträchtigung in Form des so genannten tonisch-klonischen Stotterns (partiell) prüfungsunfähig gewesen sein könnte. Denn insoweit würde es sich ebenfalls um einen in rechtlicher Hinsicht nicht erheblichen Verfahrensfehler handeln, weil dessen Geltendmachung zu spät erfolgt ist. Unter Bezugnahme auf die vorstehenden Ausführungen und die dort angegebenen Fundstellen hätte es ebenso in diesem Zusammenhang der unverzüglichen Rüge einer etwaigen Prüfungsunfähigkeit des Klägers bedurft. Indem er auf das Fehlen einer hilfreichen Schreibmöglichkeit erstmals in seinem Widerspruchsschreiben vom 6. Juni 2000 hingewiesen hat, hat er seine diesbezügliche Mitwirkungspflicht auch insoweit verletzt, weil - wie ausgeführt - der Zeitpunkt nach
Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses jedenfalls als verspätet anzusehen ist. Ergänzend ist anzumerken, dass er die Beklagte auf eine etwaige Prüfungsunfähigkeit in der mündlichen Prüfung des Abiturfaches Sport nicht einmal dann hingewiesen hat, als im Vorfeld der nachfolgenden Bestehensprüfungen zum Beispiel mit dem Erdkundelehrer besprochen worden ist, dass er in der jeweiligen Prüfung einen Laptop zur Eingabe seiner Antworten würde benutzen können.
61Eine Ausnahme von dem vorstehend dargestellten Grundsatz der unverzüglichen Rüge einer krankheits- bzw. behinderungsbedingten Prüfungsunfähigkeit kommt hier auch nicht etwa insofern in Betracht, als eine etwaige Prüfungsunfähigkeit des Klägers in der mündlichen Prüfung im Abiturfach Sport evident gewesen ist, eine entsprechende Rüge aufgrund der Art der Behinderung nicht möglich gewesen wäre oder ihm aus anderen Gründen billigerweise nicht hätte zugemutet werden können.
62Vgl. in diesem Zusammenhang etwa: BVerwG, Urteil vom 17. Februar 1984 - 7 C 67/82 - , DVBl. 1984, 483 ff.; Beschluss vom 20. Oktober 1997 - 6 B 76/97 -, veröffentlicht in juris.
63Die Erklärungen der Mitglieder des Fachprüfungsausschusses haben keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass aufgrund der sprachlichen Beeinträchtigungen des Klägers von dessen evidenter bzw. offensichtlicher Prüfungsunfähigkeit auszugehen gewesen ist oder die Rüge einer etwaigen Prüfungsunfähigkeit aus anderen Gründen hätte unterbleiben können. Nach den diesbezüglich unwidersprochenen Angaben des Herrn Dr. N1. ist davon auszugehen, dass der Kläger vor Beginn der in Rede stehenden Prüfung gefragt worden ist, ob er sich gesundheitlich zur Ablegung der Prüfung in der Lage sehe, und er das bejaht hat. Des Weiteren steht aufgrund des Vortrages von Herrn Dr. N1. sowie der damit übereinstimmenden und auch insoweit glaubhaften Aussagen der Zeugen fest, dass der Kläger während der Prüfung eine Prüfungsunfähigkeit weder verbal noch auf sonstiger Weise zum Ausdruck gebracht hat.
64Bei dieser Sachlage lässt sich nicht feststellen, dass eine etwaige Prüfungsunfähigkeit des Klägers in der mündlichen Prüfung im Fach Sport für die Mitglieder des Fachprüfungsausschusses offenkundig bzw. evident gewesen wäre. Vielmehr verbleibt es vor diesem Hintergrund dabei, dass eine etwaige behinderungsbedingte Prüfungsunfähigkeit nur von ihm alleine erkannt werden konnte, so dass eine Pflicht zur unverzüglichen Rüge bestanden hat.
65Vor diesem Hintergrund kommt es nicht mehr maßgeblich darauf an, ob ihm entsprechend seinem Vortrag seitens der Beklagten (auch) vor der mündlichen Prüfung im Abiturfach Sport zugesagt worden ist, dass er einen Laptop in dieser Prüfung habe benutzen können, was in Anbetracht der Aussagen der in diesem Zusammenhang in der mündlichen Verhandlung am 17. Februar 2003 vernommenen Zeugen nicht bewiesen worden ist. Denn im Fall eines seitens der Prüfungsbehörde ausdrücklich zugesagten Hilfsmittels ist der jeweilige Prüfling bei Fehlen dieses Hilfsmittels in der mündlichen Prüfung erst recht verpflichtet, dieses unverzüglich zu rügen, und zwar bereits bei Beginn der Prüfung.
66Ein Rechtsfehler folgt entgegen dem klägerischen Vortrag ferner nicht daraus, dass seitens der Beklagten kein Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs eingeleitet wurde. Dem steht bereits entgegen, dass ein entsprechender Antrag gemäß § 10 Abs. 1 Buchstabe a der Verordnung über die Feststellung des
sonderpädagogischen Förderbedarfs und die Entscheidung über den schulischen Förderort neben der jeweiligen Schule von den Erziehungsberechtigten des betroffenen Schülers gestellt werden kann.
67Es läßt sich überdies nicht feststellen, dass sachfremde Erwägungen in die Bewertung eingeflossen sind. Diesbezügliche greifbare Anhaltspunkte sind weder vorgetragen noch sonstwie ersichtlich. Sonstige Fehler bei der Leistungsbeurteilung - soweit diese der gerichtlichen Kontrolle unterliegt - sind ebenfalls nicht ersichtlich.
68Insgesamt lässt sich im Rahmen der eingeschränkten gerichtlichen Kontrolldichte nicht feststellen, dass die Prüfungsleistung des Klägers zu Unrecht mit der Note "ausreichend" (5 Punkte) bewertet worden ist.
69Der ebenfalls zulässige, insbesondere nicht verfristete Hilfsantrag erweist sich auch als unbegründet. Denn der streitgegenständliche Bescheid der Beklagten vom 6. Juni 2000 in Gestalt des Widerspruchsbescheides der Bezirksregierung Köln vom 5. Oktober 2000 ist unter Bezugnahme auf die vorstehenden Ausführungen rechtmäßig und verletzt den Kläger nicht in seinen Rechten, so dass diesem der insoweit geltend gemachte Anspruch auf Verpflichtung der Beklagten, ihm die Wiederholung der mündlichen Abiturprüfung, gegebenenfalls der gesamten Abiturprüfung, im Fach Sport unter Zurverfügungstellung geeigneter Hilfsmittel wegen seiner Sprachstörung zu gestatten, nicht zusteht.
70Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 1 VwGO. Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit ergibt sich aus § 167 VwGO in Verbindung mit §§ 708 Nr. 11 und 711 ZPO.

References: § 37
 § 29
 § 7
 § 2
 § 74
 § 264
 § 173
 § 91
 § 264
 § 173
 § 91
 § 91
 § 74
 § 74
 § 91
 § 74
 § 74
 § 91
 § 26
 § 43
 § 26
 § 41
 § 29
 § 29
 § 29
 § 39
 § 46
 § 21
 Art. 19
 § 21
 § 26
 § 26
 Art. 3
 § 39
 § 2
 § 39
 § 39
 § 39
 § 45
 § 45
 § 38
 § 22
 § 10
 § 154
 § 167