Source: http://jataka.nibbanam.com/Band_III/j354.htm
Timestamp: 2019-05-25 02:10:48+00:00

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354 Uraga-Jataka
354. Die Erzählung von der Schlange (Uraga-Jataka)
§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen Gutsbesitzer.
§D. Die Begebenheit gleicht der andern, wo die Frau gestorben war [Jataka 328], oder der, wo der Vater gestorben war [Jataka 352]. —
§B. Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, nahm der Bodhisattva in einem Dorfe am Tore der Stadt in einer Brahmanenfamilie seine Wiedergeburt. Er unterhielt seine Familie und erwarb sich durch Ackerbau seinen Lebensunterhalt. Er hatte zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Nachdem der Sohn herangewachsen war, führte er ihm aus einer gleichartigen Familie ein Mädchen als Frau zu. Auf diese Weise waren es mit der Magd zusammen sechs Personen: der Bodhisattva, seine Gattin, sein Sohn, seine Tochter, seine Schwiegertochter und seine Magd. Diese wohnten einträchtig und verträglich in Liebe zusammen.
§1. „Wie ihre alte Haut die Schlange
nur abstreift und dann weitergeht,
so ist es, wenn der Körper nicht mehr
genießt, wenn man gestorben ist.
§2. Da er verbrannt ist, weiß er nicht,
dass die Verwandten um ihn klagen.
Deshalb betraure ich ihn nicht;
er ist zu seinem Ziel gekommen.“
§3. „Unaufgefordert kam er her
und ohne Abschied ging er wieder.
So wie er kam, so ging er auch;
warum sollt' ich darüber jammern?
§4. Da er verbrannt ist, weiß er nicht,
§5. „Abmagern würd' ich, wenn ich weinte;
was könnt' mir dies für Vorteil bringen?
würd' ich dann weniger gefallen.
§6. Da er verbrannt ist, weiß er nicht,
§7. „Wie wenn ein kleines Kind muss weinen,
wenn es den Mond am Himmel sieht [2],
so kindisch würd' sich der verhalten,
der Trauer zeigt um einen Toten.
§8. Da er verbrannt ist, weiß er nicht,
§9. „So wie ein Wassertopf, wenn er
zerbrochen, nicht mehr ist zu heilen,
so nutzlos handelt wohl der Mann,
§10. Da er verbrannt ist, weiß er nicht,
er ist zu seinem Ziel gekommen.“ —
§C. Nachdem der Meister diese Lehrunterweisung beschlossen und die Wahrheiten verkündigt hatte, verband er das Jataka mit folgenden Worten (am Ende der Verkündigung der Wahrheiten aber gelangte jener Gutsbesitzer zur Frucht der Bekehrung): „Damals war die Magd Khujjuttara, die Tochter war Uppalavanna, der Sohn war Rahula, die Mutter war Khema, der Brahmane aber war ich.“
[1] Nach dem Folgenden bedeutet dieser Ausdruck hier nur: Ich will ihnen Gelegenheit geben, sich über ihre Tugend zu äußern.
[2] Der Kommentator sagt dazu: Wenn ein Kind den Mond sieht, möchte es ihn haben und weint, wenn es ihn nicht erhält.

References: §1

§2

§3

§4

§5

§6

§7

§8

§9

§10