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Timestamp: 2016-10-25 12:03:41+00:00

Document:
1C_356/2013 (05.03.2014)
1C_356/2013 � � Urteil vom 5. M�rz 2014
Swissgrid AG (vormals Nordostschweizerische Kraftwerke Grid AG),
Eidgen�ssische Sch�tzungskommission, Kreis 11.
Beschwerde gegen das Urteil vom 27. Februar 2013 des Bundesverwaltungsgerichts, Abteilung I.
X.________ ist Eigent�mer der nebeneinander liegenden Parzellen Gbbl. Nrn. B.________ und C.________ in der Gemeinde Z.________. Die Parzelle Gbbl. Nr. B.________, auf welcher sein Wohnhaus steht, erwarb X.________ 1974; die Parzelle Gbbl. Nr. C.________, auf welcher sich ein �konomiegeb�ude befindet, kaufte er 1989 hinzu. �ber die Parzelle Gbbl. Nr. C.________ f�hrt die im Jahr 1959 erstellte Hochspannungs-Freileitung (220 kV-Freileitung) T�ss-Weinfelden/Winkeln-Wittenwil der Nordostschweizerischen Kraftwerke Grid AG (NOK Grid AG). 1992 schlossen X.________ und die NOK Grid AG einen Dienstbarkeitsvertrag ab, welcher die �berleitung zu Lasten der genannten Parzelle gestattete. Vereinbart wurde, dass diese Dienstbarkeit bis zum Ablauf des beim Bau der Hochspannungs-Freileitung am 4. Februar 1959 abgeschlossenen Dienstbarkeitsvertrags bzw. bis zum 4. Februar 2009 gelte.
Da nach Vertragsablauf keine g�tliche Einigung �ber einen freih�ndigen Erwerb der Durchleitungsrechte erzielt werden konnte, ersuchte die NOK Grid AG am 11. September 2009 den Pr�sidenten der Eidgen�ssischen Sch�tzungskommission, Kreis 11, um Einleitung des abgek�rzten Enteignungsverfahrens. Nach einer erfolglos verlaufenen Einigungsverhandlung �berwies die Eidgen�ssische Sch�tzungskommission am 6. April 2010 die von X.________ erhobene Einsprache an das Eidgen�ssische Departement f�r Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) zur Behandlung. Mit Entscheid vom 21. Juli 2011 wies das UVEK die Einsprache ab. Es erwog zusammenfassend, die Hochspannungs-Freileitung verf�ge �ber eine unbefristet g�ltige Plangenehmigung und entspreche den gesetzlichen Vorgaben. Die subjektiven Interessen des Enteigneten k�nnten die �ffentlichen Interessen am Fortbestand der Hochspannungs-Freileitung und damit an einer sicheren und effizienten Stromversorgung der Region nicht �berwiegen. Die geltend gemachten finanziellen Forderungen seien im nachfolgenden Sch�tzungsverfahren zu pr�fen und zu behandeln. Der Entscheid des UVEK blieb unangefochten und ist in Rechtskraft erwachsen.
Im Anschluss an den Entscheid des UVEK f�hrte die Eidgen�ssische Sch�tzungskommission am 6. Dezember 2011 eine Sch�tzungsverhandlung mit Augenschein vor Ort durch, ohne dass jedoch eine g�tliche Einigung h�tte herbeigef�hrt werden k�nnen.
Mit Entscheid vom 21. Dezember 2011 sprach die Eidgen�ssische Sch�tzungskommission X.________ eine Enteignungsentsch�digung zu Lasten der NOK Grid AG in der H�he von Fr. 1'309.50 zu (Dispositiv-Ziffer 1). Die Verfahrenskosten wurden der NOK Grid AG auferlegt, welche �berdies verpflichtet wurde, X.________ eine Parteientsch�digung von Fr. 18'722.30 auszurichten (Dispositiv-Ziffern 2 und 3).
Diesen Entscheid focht X.________ am 1. Februar 2012 mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht an und stellte insbesondere die folgenden Rechtsbegehren:
"1. Ziffer 1 des Entscheides der Vorinstanz sei aufzuheben.
3. Die Enteignerin sei zu verpflichten, dem Enteigneten f�r die Werteinbusse von Parzelle Nr. B.________ eine Entsch�digung von Fr. 167'700.-- und f�r jene von Parzelle Nr. C.________ eine Entsch�digung von Fr. 184'000.--, zuz�glich gesetzlichem Zins, zu zahlen; eventuell sei die Sache zur Bemessung der Entsch�digung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
4. Die Enteignerin sei zu verpflichten, dem Enteigneten Fr. 2'761.05 f�r die erfolgte Teilabschirmung des Dachs des Geb�udes auf Parzelle Nr. C.________ zu verg�ten.
5. Die Enteignerin sei zu verpflichten, dem Enteigneten die Auslagen f�r die Immissionsmessungen, die Liegenschaftensch�tzungen und das Gutachten zur Ermittlung der Minderwerte im Gesamtbetrag von Fr. 6'117.70 zu ersetzen.
Zur Begr�ndung f�hrte der Beschwerdef�hrer namentlich aus, aufgrund der Hochspannungs-Freileitung seien er und seine Familie einem massiv erh�hten Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Leitung und der Leuk�mieerkrankung seiner Tochter bestehe, sei nicht von der Hand zu weisen. Aufgrund der elektromagnetischen Strahlung h�tten seine beiden Grundst�cke einen hohen Wertverlust erlitten.
In seiner Stellungnahme vom 15. Juni 2012 hielt das Bundesamt f�r Umwelt BAFU fest, die Immissionsgrenzwerte f�r die elektrische Feldst�rke und die magnetische Flussdichte bei der Hochspannungs-Freileitung seien eingehalten und die Immissionen daher im umweltrechtrechtlichen Sinn nicht als �berm�ssig einzustufen.
Mit Urteil vom 27. Februar 2013 entschied das Bundesverwaltungsgericht, was folgt (Dispositiv-Ziffer 1) :
"Ziff. 1 der Verf�gung 21. Dezember 2011 wird aufgehoben und die Beschwerde im Sinne der Erw�gungen insoweit gutgeheissen, als die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdef�hrer f�r die Beanspruchung des Rechts zum Betrieb und Fortbestand der Hochspannungsleitung (220 kV-Freileitung T�ss-Weinfelden/Winkeln-Wittenwil) vom 5. Februar 2009 bis 4. Februar 2059 eine Entsch�digung von Fr. 1'131.20 (zzgl. Zins von 5 % seit dem 5. Februar 2009) zu bezahlen hat. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist."
Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 4'000.-- auferlegte das Bundesverwaltungsgericht der NOK Grid AG und verpflichtete diese, X.________ eine Parteientsch�digung von Fr. 11'100.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen (Dispositiv-Ziffern 2 und 3).
Mit Eingabe vom 18. April 2013 f�hrt X.________ Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht mit den folgenden Antr�gen:
"1. Ziffer 1 des Entscheides des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Februar 2013 sei im Sinne der nachfolgenden Antr�ge teilweise aufzuheben.
2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdef�hrer f�r die Werteinbusse von Parzelle Nr. B.________ in Z.________ eine Entsch�digung von Fr. 167'700.--, zuz�glich gesetzlichem Zins, zu zahlen; eventuell sei die Sache zur Bemessung der Entsch�digung an die Sch�tzungskommission zur�ckzuweisen.
3. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdef�hrer die Auslagen f�r die Immissionsmessungen, die Liegenschaftensch�tzung und das Gutachten zur Ermittlung der Minderwerte im Gesamtbetrag von Fr. 6'117.70 zu ersetzen.
4. Die Kosten sowie eine angemessene Parteientsch�digung f�r das vorliegende Beschwerdeverfahren seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen."
Die Eidgen�ssische Sch�tzungskommission stellt Antrag auf Beschwerdeabweisung. Die Vorinstanz verzichtet auf eine Vernehmlassung. Die NOK Grid AG beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten; eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen. Die Parteien halten in weiteren Eingaben an ihren Standpunkten und Antr�gen fest.
1.1.�Der angefochtene Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts (Art. 86 Abs. 1 lit. a BGG) st�tzt sich auf das Bundesgesetz vom 20. Juni 1930 �ber die Enteignung (EntG; SR 711) und betrifft demzufolge eine �ffentlich-rechtliche Angelegenheit im Sinne von Art. 82 lit. a BGG. Ein Ausschlussgrund nach Art. 83 BGG liegt nicht vor. Es handelt sich um einen Endentscheid i.S.v. Art. 90 BGG. Der Beschwerdef�hrer, dessen Entsch�digungsbegehren nicht vollumf�nglich entsprochen wurde, ist durch den angefochtenen Entscheid in besonderem Masse ber�hrt. Er ist zur Beschwerdef�hrung legitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG). Auf die Beschwerde ist unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausf�hrungen einzutreten (vgl. E. 1.3 und E. 1.4).
1.2.�Gem�ss Art. 33 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 23. M�rz 2007 �ber die Stromversorgung (Stromversorgungsgesetz, StromVG; SR 734.7) �berf�hren die Elektrizit�tsunternehmen bis sp�testens 31. Dezember 2012 das �bertragungsnetz auf gesamtschweizerischer Ebene auf die nationale Netzgesellschaft Swissgrid AG.
Die NOK Grid AG hat in ihrer Eingabe vom 29. Juli 2013 an das Bundesgericht bekannt gegeben, dass sie von der Swissgrid AG �bernommen worden ist. Damit ist das Eigentum an der strittigen Hochspannungs-Freileitung auf die Swissgrid AG �bergegangen und diese ist von Gesetzes wegen in den Prozess eingetreten (vgl. Art. 71 BGG i.V.m. Art. 17 Abs. 3 BZP [SR 273], wonach die Rechtsnachfolge kraft besonderer gesetzlicher Bestimmungen nicht als Parteiwechsel gilt).
1.3.�Das UVEK entschied am 21. Juli 2011, dass die Hochspannungs-Freileitung die Immissionsgrenzwerte einh�lt und den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Dieser Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen. R�gen, die die Rechtm�ssigkeit der Hochspannungs-Freileitung ber�hren, sind im Sch�tzungsverfahren nicht mehr zu h�ren. Die Vorinstanz ist deshalb zu Recht nicht auf das Vorbringen des Beschwerdef�hrers eingetreten, sein Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens gem�ss Art. 8 EMRK werde beeintr�chtigt, weil von der Hochspannungs-Freileitung �berm�ssige Immissionen ausgingen. Demzufolge ist auch auf die vom Beschwerdef�hrer im bundesgerichtlichen Verfahren erneut erhobene R�ge, Art. 8 EMRK sei verletzt, da die von der Hochspannungs-Freileitung bewirkte Magnetfeldbelastung permanent weit �ber dem Anlagegrenzwert liege, nicht einzutreten.
1.4.�Der Beschwerdef�hrer f�hrt aus, die Vorinstanz behaupte im angefochtenen Entscheid "pl�tzlich neu", er habe beim Erwerb der Parzelle Gbbl. Nr. C.________ im Jahr 1989 nicht darauf vertrauen d�rfen, dass die Hochspannungs-Freileitung 2009 entfernt werde. Die beiden von ihm im Verfahren vor Bundesgericht neu vorgelegten Aktenst�cke belegten das Gegenteil.
Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur soweit vorgebracht werden, als der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt, was in der Beschwerde n�her darzulegen ist (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 134 V 223 E. 2.2.1 S. 226 mit Hinweis). Solche Umst�nde k�nnen namentlich darin begr�ndet liegen, dass die Vorinstanz materiell in einer Weise urteilt, dass bestimmte Sachumst�nde neu und erstmals rechtserheblich werden.
Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erf�llt. Die Eidgen�ssische Sch�tzungskommission stellte in ihrem Entscheid vom 21. Dezember 2011 fest, der Beschwerdef�hrer habe nicht davon ausgehen d�rfen, dass die Hochspannungs-Freileitung nach Ablauf des Dienstbarkeitsvertrags aufgehoben werde (S. 15 f.). Den gleichen Standpunkt vertrat die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort an die Vorinstanz vom 16. M�rz 2012 (S. 10 f.); dem widersprach der Beschwerdef�hrer in seiner Eingabe an die Vorinstanz vom 19. April 2012 (S. 4). Die Frage, ob der Beschwerdef�hrer darauf habe vertrauen d�rfen, dass die Hochspannungs-Freileitung im Jahr 2009 entfernt werde, war somit sowohl im Verfahren vor der Eidgen�ssischen Sch�tzungskommission als auch in jenem vor der Vorinstanz Thema. Der Beschwerdef�hrer h�tte sp�testens mit seiner Stellungnahme vom 19. April 2012 die beiden nun nachtr�glich vorgelegten Dokumente, beide aus dem Jahr 1992 stammend, einreichen k�nnen. Dass ihm dies nicht m�glich war, behauptet er nicht. Die neuen Beweismittel erweisen sich folglich als unzul�ssig.
1.5.�Streitgegenstand des Verfahrens vor der Vorinstanz bildete die Frage, in welcher H�he der Beschwerdef�hrer als Eigent�mer der Parzellen Gbbl. Nrn. B.________ und C.________ f�r die ihm per 5. Februar 2009 zwangsweise auferlegte Dienstbarkeit zu entsch�digen ist.
Der Beschwerdef�hrer ficht das vorinstanzliche Urteil insoweit nicht an, als ihm eine weitergehende enteignungsrechtliche Entsch�digung f�r den Minderwert der Parzelle Gbbl. Nr. C.________ (�konomiegeb�ude) und f�r die von ihm vorgenommene Teilabschirmung des Dachs des �konomiegeb�udes verweigert worden ist. Er r�gt jedoch, die Vorinstanz habe ihm bez�glich der Parzelle Gbbl. Nr. B.________ (Wohnhaus) zu Unrecht keine Enteignungsentsch�digung zugesprochen (vgl. nachfolgend E. 2). Zugleich beanstandet er in diesem Zusammenhang, dass ihm seine Auslagen nicht ersetzt worden seien (vgl. nachfolgend E. 3).
2.1.1.�Eine Enteignung kann nur gegen volle Entsch�digung erfolgen (Art. 26 BV und Art. 16 EntG). Bei ihrer Festsetzung sind alle Nachteile zu ber�cksichtigen, die dem Enteigneten aus der Entziehung oder Beschr�nkung seiner Rechte erwachsen; zu verg�ten sind demnach a) der volle Verkehrswert des enteigneten Rechts (Art. 19 lit. a EntG), b) wenn von einem Grundst�ck oder von mehreren wirtschaftlich zusammenh�ngenden Grundst�cken nur ein Teil in Anspruch genommen wird, auch der Betrag, um den der Verkehrswert des verbleibenden Teils sich vermindert (sog. Minderwert; Art. 19 lit. b EntG) sowie c) alle weiteren dem Enteigneten verursachten Nachteile, die sich nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge als Folge der Enteignung voraussehen lassen (sog. Inkonvenienzentsch�digung; Art. 19 lit. c EntG).
Dienstbarkeiten sind keine Marktg�ter oder Handelsware und weisen daher keinen Verkehrswert im Sinne von Art. 19 lit. a EntG auf. Werden Dienstbarkeiten auf dem Enteignungsweg errichtet, so gelangen f�r die Bemessung der Entsch�digung die Regeln �ber die Teilenteignung nach Art. 19 lit. b EntG zur Anwendung.
2.1.2.�Die Hochspannungs-Freileitung f�hrt allein �ber die Parzelle Gbbl. Nr. C.________. Im Verfahren vor Bundesgericht strittig ist indes, ob die Vorinstanz bez�glich der Nachbar-Parzelle Gbbl. Nr. B.________, auf welcher sich das Wohnhaus des Beschwerdef�hrers befindet, eine Entsch�digungspflicht zu Recht verneint hat.
Das Enteignungsrecht sieht in Art. 5 EntG vor, dass die aus dem Grundeigentum hervorgehenden Nachbarrechte Gegenstand der Enteignung bilden k�nnen. Damit wird insbesondere auf das in den Art. 679 und Art. 684 ZGB umschriebene Recht des Grundeigent�mers verwiesen, �berm�ssige, von benachbarten Grundst�cken ausgehende Immissionen abzuwehren.
Wirksamer als mit nachbarrechtlichen Abwehrbefugnissen verteidigt sich jedoch jener Eigent�mer gegen Immissionen, der sein Grundst�ck bzw. den sch�tzenswerten Grundst�cksteil - in der Regel ein Wohngeb�ude - mit einem sog. "Schutzschild" von Dienstbarkeitsrechten oder eigenen Grundeigentums umgibt. Die Aussicht, die ruhige Lage oder die gef�llige Umgebung eines Wohnhauses kann dadurch gesichert werden, dass die �berbaubarkeit respektive eine bestimmte Art der Bewirtschaftung der Nachbarparzellen durch Dienstbarkeiten ausgeschlossen bzw. eingeschr�nkt wird. M�glich ist auch, dass der Eigent�mer umliegende Parzellen erwirbt, von denen Immissionen ausgehen und die die Wohnqualit�t seiner Liegenschaft beeintr�chtigen k�nnten. Wird f�r den Bau eines �ffentlichen Werks ein als Schutzschild dienendes Dienstbarkeitsrecht oder Grundst�ck ganz oder teilweiseenteignet und entstehen durch das Werk oder dessen Betrieb f�r den verbleibenden Teil des Grundst�cks Immissionen, so ist der Grundeigent�mer nicht darauf beschr�nkt, die Verletzung von Nachbarrechten geltend zu machen, sondern kann sich f�r seine Entsch�digungsanspr�che auf Art. 19 lit. b EntG berufen. Eine Entsch�digungspflicht des Enteigners entsteht immer dann, wenn das Restgrundst�ck infolge von Immissionen an Wert einb�sst, sofern diese Werteinbusse in kausalem Zusammenhang zur Enteignung steht. Nicht notwendig ist hingegen, dass die durch das Werk verursachten Einwirkungen �berm�ssig im Sinne von Art. 684 ZGB sind (BGE 106 lb 381 E. 2b S. 384 f.). Nach der bundesgerichtlichen Praxis k�nnen Wohnh�user (auch im Landwirtschaftsgebiet) aufgrund von Immissionen von Hochspannungsleitungen entwertet werden, selbst wenn keine gesundheitlichen Sch�digungen zu bef�rchten sind. Ausserdem k�nnen Wohnbauten, die sich in unmittelbarer N�he einer Hochspannungsleitung befinden, zusammen mit ihrem Umschwung selbst dann einen Wertverlust erleiden, wenn die �berbaubarkeit nicht behindert wird und keine Immissionen zu erwarten sind, da sich viele K�ufer aus rein psychologischen Gr�nden f�r solche Liegenschaften nicht interessieren (BGE 129 II 420 E. 4.3.1 S. 429 mit Hinweisen; Urteil 1E.1/2007 vom 8. Juni 2007 E. 4.3).
Der ad�quate Kausalzusammenhang zwischen der Enteignung und der Werteinbusse ist zu bejahen, wenn der eingetretene Schaden, w�re nicht auf die Dienstbarkeitsberechtigung oder das Grundeigentum gegriffen worden, aller Voraussicht nach ganz oder doch gr�sstenteils h�tte vermieden werden k�nnen (BGE 106 lb 381 E. 3a S. 386). Wird von einem Besitz, der aus mehreren Grundst�cken besteht, ein Teil enteignet, entsteht ein Anspruch auf Minderwertsentsch�digung f�r den ganzen Restbesitz, vorausgesetzt, dass zwischen den einzelnen Grundst�cken ein wirtschaftlicher Zusammenhang besteht (vgl. Art. 19 lit. b EntG). Diese Voraussetzung ist nicht nur dann erf�llt, wenn die Grundst�cke zum gleichen Betrieb oder Unternehmen geh�ren, sondern bereits, wenn ihre - allenfalls auch unterschiedliche - Nutzung einem gemeinsamen wirtschaftlichen Zweck dient. Ein solcher wirtschaftlicher und funktioneller Zusammenhang kann vermutet werden, wenn das eine oder andere Grundst�ck infolge der Verbindung eine Wertsteigerung erf�hrt (BGE 106 lb 381 E. 3b S. 387 f.).
2.2.�Die Vorinstanz hat erwogen, gem�ss der in Rechtskraft erwachsenen Verf�gung des UVEK vom 21. Juli 2011 entspreche der hier strittige Abschnitt der Hochspannungs-Freileitung den gesetzlichen Vorschriften. Damit fehle es an der besonderen Schwere der Immission, und es bestehe folglich kein Entsch�digungsanspruch aus Nachbarrecht gem�ss Art. 684 ZGB.
Betreffend die Schutzschild-Funktion hat die Vorinstanz ausgef�hrt, aufgrund der �rtlichen und sachlichen Gegebenheiten k�nne nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen den Parzellen Gbbl. Nrn. B.________ und C.________ zu bejahen sei. Diese Frage brauche indes nicht abschliessend gekl�rt zu werden, da es jedenfalls am ad�quaten Kausalzusammenhang fehle. Zum Zeitpunkt des Erwerbs der Parzelle Gbbl. Nr. C.________ durch den Beschwerdef�hrer im Jahr 1989 sei die strittige Hochspannungs-Freileitung bereits in Betrieb gewesen. Die Parzelle Gbbl. Nr. C.________ habe daher die Aufgabe eines Schutzschilds zugunsten des Wohnhauses auf der Parzelle Gbbl. Nr. B.________ gar nie wahrnehmen k�nnen. Auch habe der Beschwerdef�hrer beim Kauf der Parzelle Gbbl. Nr. C.________ nicht darauf vertrauen d�rfen, dass die Hochspannungs-Freileitung nach Ablauf des Dienstbarkeitsvertrags im Jahr 2009 entfernt werde. Eine solch weitreichende Schlussfolgerung lasse sich nicht schon daraus ziehen, dass die bestehende Dienstbarkeit zeitlich befristet gewesen sei. Vielmehr liege es auf der Hand und h�tte auch f�r den Beschwerdef�hrer erkennbar sein m�ssen, dass die Betreiberin den Fortbestand der Hochspannungs-Freileitung n�tigenfalls mittels Enteignung sichern w�rde. Eine gegenteilige Zusicherung, welche allenfalls eine derartige Vertrauensgrundlage h�tte schaffen k�nnen, sei dem Beschwerdef�hrer unbestrittenermassen nicht gegeben worden. Gest�tzt auf Art. 19 lit. b EntG lasse sich somit mangels Vorliegen eines ad�quaten Kausalzusammenhangs kein Entsch�digungsanspruch herleiten f�r den vom Beschwerdef�hrer beklagten (angeblichen) Minderwert seines Wohnhauses.
2.3.�Der Beschwerdef�hrer bestreitet nicht, dass ihm kein Entsch�digungsanspruch aus Nachbarrecht gem�ss Art. 684 ZGB zusteht. Hingegen bringt er vor, die Vorinstanz habe die Schutzschild-Funktion der Parzelle Gbbl. Nr. C.________ zu Unrecht verneint. Art. 19 lit. b EntG sehe ausdr�cklich vor, dass eine Enteignungsentsch�digung auch dann auszurichten sei, wenn von mehreren wirtschaftlich zusammenh�ngenden Grundst�cken nur ein Teil in Anspruch genommen werde. Die Geb�ude auf den Parzellen Gbbl. Nrn. B.________ und C.________ st�nden allein in der freien Landschaft und bildeten eine kompakte (wirtschaftliche) Einheit. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei auch der ad�quate Kausalzusammenhang gegeben. W�rde die Hochspannungs-Freileitung nicht �ber das Grundst�ck Gbbl. Nr. C.________ f�hren, w�ren die negativen Immissionen auf das Wohnhaus aller Voraussicht nach nicht mehr vorhanden. Zudem habe er in guten Treuen davon ausgehen d�rfen, dass die Hochspannungs-Freileitung l�ngstens noch bis 2009 betrieben werde, sei doch der 1992 erneuerte Dienstbarkeitsvertrag bloss f�r eine Restdauer von 17 Jahren und nicht wie �blich f�r weitere 50 Jahre abgeschlossen worden. Sein Entsch�digungsanspruch st�tze sich somit auf Art. 19 lit. b EntG. Diese Bestimmung finde auch dann Anwendung, wenn die durch das Werk verursachten Einwirkungen nicht �berm�ssig im Sinne von Art. 684 ZGB seien. Ebenso wenig m�sse �berpr�ft werden, ob die vom beigezogenen Experten ermittelten Werte f�r elektrische Felder und magnetische Flussdichte im Wohnhaus exakt zutr�fen, oder ob die Leuk�mieerkrankung seiner Tochter eine direkte Folge des von der Hochspannungs-Freileitung erzeugten Elektrosmogs gewesen sei.
2.4.�Die Beschwerdegegnerin stellt sich in ihrer Beschwerdeantwort auf den Standpunkt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, weil das UVEK mit in Rechtskraft erwachsener Verf�gung vom 21. Juli 2011 entschieden habe, dass von der Hochspannungs-Freileitung keine �berm�ssigen Immissionen ausgingen. Zudem seien die angeblich �berm�ssigen Einwirkungen sowie ein daraus resultierender Schaden sp�testens bei der Verl�ngerung des Dienstbarkeitsvertrags im Jahr 1992 objektiv erkennbar gewesen. Allf�llige Entsch�digungsanspr�che seien somit 1992 entstanden und demzufolge verj�hrt.
2.5.1.�Die Argumentation der Beschwerdegegnerin ist nicht stichhaltig. Soweit die Parzelle Gbbl. Nr. C.________ eine Schutzschild-Funktion zugunsten des Wohnhauses auf der Parzelle Gbbl. Nr. B.________ wahrnehmen sollte, ist, wie dargelegt (E. 2.1.2), f�r eine Entsch�digung nach Art. 19 lit. b EntG gerade nicht erforderlich, dass die durch die Hochspannungs-Freileitung verursachten Einwirkungen �berm�ssig im Sinne von Art. 684 ZGB sind. Folglich wird dieser Entscheid durch die Verf�gung des UVEK vom 21. Juli 2011 auch nicht pr�judiziert. Zudem ist entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ein allf�lliger Entsch�digungsanspruch nicht bereits 1992, sondern am 5. Februar 2009, d.h. im Zeitpunkt der Zusprache des Rechts zum Betrieb und Fortbestand der Hochspannungs-Freileitung zulasten der Parzelle Gbbl. Nr. C.________, entstanden (vgl. auch E. 1.5 hiervor zum Streitgegenstand). Die Vorinstanz ist damit zu Recht auf die Entsch�digungsforderung eingetreten.
2.5.2.�Das bisherige �berleitungsrecht war bis zum 4. Februar 2009 befristet, d.h. ab diesem Zeitpunkt gilt die Parzelle Gbbl. Nr. C.________ insoweit als unbelastet. Zu beurteilen ist ein neues �berleitungsrecht, f�r welches ein neues Enteignungsverfahren eingeleitet und durchgef�hrt worden ist. Der Zeitpunkt des Erwerbs der beiden Grundst�cke durch den Beschwerdef�hrer ist daher f�r die Frage der Schutzschild-Funktion nicht relevant. Ebenso wenig ist von Bedeutung, ob der Beschwerdef�hrer damit rechnen musste, dass die Beschwerdegegnerin nach Ablauf des bisherigen �berleitungsrechts ein neues Enteignungsverfahren einleiten w�rde. Selbst wenn dies der Fall sein sollte, heisst das nicht, dass er deshalb keinen Anspruch auf Entsch�digung h�tte. Entscheidend ist vielmehr, dass dem Grundst�ck Gbbl. Nr. C.________ am 5. Februar 2009 - dem f�r die Bemessung der Enteignungsentsch�digung massgeblichen Zeitpunkt - bei objektiver Betrachtung eine Schutzschild-Funktion gegen�ber der Wohnliegenschaft auf der Parzelle Gbbl. Nr. B.________ zugekommen ist. Gegeben ist auch der ad�quate Kausalzusammenhang. Das Wohnhaus b�sst aufgrund der geringen Entfernung von rund 35 m zur Hochspannungs-Freileitung und der von dieser ausgehenden Immissionen an Wert ein (vgl. auch E. 2.1.2 hiervor). Diese Werteinbusse steht in kausalem Zusammenhang zur Enteignung. W�re nicht auf die Dienstbarkeitsberechtigung gegriffen und eine andere Linienf�hrung gew�hlt oder die Leitung in den Boden verlegt worden, w�re der Schaden aller Voraussicht nach nicht eingetreten. Erf�llt ist schliesslich ebenso der wirtschaftliche und funktionelle Zusammenhang. Die beiden Grundst�cke bilden trotz des zwischen ihnen verlaufenden Gemeindewegs ein einheitliches Geh�ft in weitgehend un�berbauter Umgebung. Sie erfahren durch die Verbindung eine Wertsteigerung, da sich hierdurch insbesondere die Bewirtschaftungsm�glichkeiten erweitern.
Der Beschwerdef�hrer kann sich somit mit Erfolg auf Art. 19 lit. b EntG berufen und dringt in diesem Punkt mit seiner Beschwerde durch. �ber die H�he der Entsch�digung hat die Eidgen�ssische Sch�tzungskommission zu befinden, an welche die Angelegenheit in teilweiser Aufhebung des angefochtenen Urteils zur�ckzuweisen ist.
3.1.�Der Beschwerdef�hrer macht weiter geltend, die Vorinstanz habe die Beschwerdegegnerin zu Unrecht nicht dazu verpflichtet, ihm die zur Substanziierung seiner Forderung und damit f�r eine sorgf�ltige Prozessf�hrung notwendigen Auslagen von Fr. 6'117.70 (Immissionsmessungen, Liegenschaftssch�tzung und Gutachten zur Ermittlung der Minderwerte) zu ersetzen.
3.2.�Die Entsch�digungspflicht des Enteigners besteht f�r diejenigen Vorkehren des Enteigneten, welche die Enteignung betreffen und sich bei sorgf�ltiger Interessenwahrung als geboten oder doch in guten Treuen als verantwortbar erweisen, umfassend die Kosten f�r die Honorierung der beigezogenen Rechtsvertretung sowie f�r weitere durch das Verfahren bedingte Auslagen und Umtriebe (vgl. Art. 115 Abs. 1 EntG). F�r Privatgutachten sind in der Regel keine Verg�tungen zuzusprechen, da in den Sch�tzungskommissionen selbst die ben�tigten Fachleute vertreten sind oder solche, falls notwendig, zus�tzlich beigezogen werden k�nnen (vgl. auch Art. 47 der Verordnung vom 13. Februar 2013 �ber das Verfahren vor den eidgen�ssischen Sch�tzungskommissionen [SR 711.1]). Entsch�digungen f�r Privatgutachten werden mithin nur ausnahmsweise gew�hrt, so wenn sich ein Enteignungsverfahren als schwierig und die Arbeit des vom Enteigneten beigezogenen Experten im Sch�tzungsverfahren als n�tzlich erweist (BGE 109 lb 26 E. 3 S. 34 ff. mit Hinweisen).
3.3.�Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sind die Voraussetzungen f�r die Zusprechung einer Entsch�digung vorliegend erf�llt. Die Abkl�rungen des Beschwerdef�hrers sind zur sorgf�ltigen Interessenwahrung in guten Treuen als gerechtfertigt einzustufen; das Enteignungsverfahren ist insbesondere angesichts der Schutzschild-Konstellation als komplex zu bewerten, die eingeholten Gutachten sowie die vorgenommenen Immissionsmessungen erweisen sich als n�tzlich, und der ausgewiesene Betrag von Fr. 6'117.70 ist angemessen.
Zusammenfassend ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Dispositiv-Ziffer 1 des Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Februar 2013 ist aufzuheben, soweit die Beschwerde abgewiesen worden ist. Die Angelegenheit ist zur Bemessung der Enteignungsentsch�digung f�r die Werteinbusse der Parzelle Gbbl. Nr. B.________ an die Eidgen�ssische Sch�tzungskommission, Kreis 11, zur�ckzuweisen; diese wird bei ihrer Neubeurteilung die Regeln �ber die Teilenteignung gem�ss Art. 19 lit. b EntG anzuwenden haben. Des Weiteren ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdef�hrer die Auslagen f�r die Immissionsmessungen, die Liegenschaftssch�tzung und das Gutachten zur Ermittlung der Minderwerte im Gesamtbetrag von Fr. 6'117.70 zu ersetzen.
Klarstellend ist festzuhalten, dass der Entscheid der Eidgen�ssischen Sch�tzungskommission vom 21. Dezember 2011 und das angefochtene Urteil in Bezug auf die Kosten- und Entsch�digungsfolgen unangefochten in Rechtskraft erwachsen sind (jeweils Dispositiv-Ziffern 2 und 3; vgl. auch Sachverhalt lit. B. hiervor). Die Beschwerdegegnerin tr�gt damit die erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten und hat dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung von insgesamt Fr. 29'822.30 (Fr. 18'722.30 f�r das Verfahren vor der Eidgen�ssischen Sch�tzungskommission und Fr. 11'100.-- f�r das vorinstanzliche Verfahren) zu bezahlen, soweit dies noch nicht erfolgt ist.�
Die Kostenfolgen im bundesgerichtlichen Verfahren richten sich nach dem Bundesgerichtsgesetz (Art. 116 Abs. 3 EntG). Als unterliegende Partei hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG) und den Beschwerdegegner angemessen zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Dispositiv-Ziffer 1 des Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Februar 2013 wird aufgehoben, soweit die Beschwerde abgewiesen worden ist. Die Angelegenheit wird zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an die Eidgen�ssische Sch�tzungskommission, Kreis 11, zur�ckgewiesen.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdef�hrer die Auslagen f�r die Immissionsmessungen, die Liegenschaftssch�tzung und das Gutachten zur Ermittlung der Minderwerte im Gesamtbetrag von Fr. 6'117.70 zu ersetzen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Eidgen�ssischen Sch�tzungskommission, Kreis 11, und dem Bu ndesverwaltungsgericht, Abteilung I, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 82
 Art. 83
 Art. 90
 Art. 33
 Art. 71
 Art. 17
 Art. 8
 Art. 8
 BGE 
 Art. 16
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 5
 Art. 679
 Art. 684
 Art. 19
 Art. 684
 Art. 19
 Art. 684
 Art. 19
 Art. 684
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 684
 Art. 19
 Art. 684
 Art. 19
 Art. 115
 Art. 47
 Art. 19