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Timestamp: 2016-10-24 01:53:09+00:00

Document:
1P.19/2000 (23.03.2000)
Ersatzrichter Seiler und Gerichtsschreiber Sass�li.
Kantonale Stipendienkommission Z�rich, Erziehungsrat (heute: Bildungsrat) des Kantons Z�rich, Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich, 4. Abteilung,
Willk�r, Anspruch auf rechtliches Geh�r,
A.- Y.________, geboren am 1. Juni 1982, absolvierte von 1989 bis 1997 die Primar- und Sekundarschule an der J�dischen Schule Z�rich. Seit September 1997 besucht sie eine dreij�hrige Ausbildung am j�dischen Seminar "Tomer Debora" in Aix-les-Bains, Frankreich. Am 14. Juli 1997 stellte ihr Vater, X.________, bei der (damaligen) Erziehungsdirektion des Kantons Z�rich ein Gesuch um Studienbeitr�ge.
Zur Begr�ndung brachte er vor, Ausbildungsziel sei ein international voll anerkanntes Diplom als j�dische Primar- und Sekundarlehrerin. Eine entsprechende Ausbildungsst�tte in der Schweiz gebe es nicht, es m�ssten daf�r Seminare im Ausland, vorwiegend in England, Israel oder Amerika besucht werden. Die Ausbildung in Aix-les-Bains berechtige zum Besuch des Fortbildungskurses am j�dischen Lehrerseminar in Israel. Zudem berechtige sie bereits zum Unterricht an j�dischen Kinderg�rten.
Die kantonale Stipendienkommission wies das Gesuch und eine daraufhin erhobene Einsprache ab. Den von X.________ dagegen erhobenen Rekurs wies der Erziehungsrat des Kantons Z�rich am 9. Juni 1998 ab. Er erwog, Y.________ verf�ge �ber keine Grundausbildung in der Schweiz und sei deshalb gem�ss � 5 Abs. 4 der kantonalen Stipendienverordnung vom 10. Januar 1996 (StipV/ZH; LS 416. 1) f�r eine Weiterbildung im Ausland nicht beitragsberechtigt. X.________ gelangte daraufhin an das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich. Dieses erwog mit Urteil vom 7. Oktober 1998, die Tochter des Beschwerdef�hrers verf�ge noch �ber keine Grundausbildung, da das Seminar "Tomer Debora" keine Grundausbildung sei, sondern allenfalls einer Mittelschule entspreche.
Die Beitragsberechtigung beurteile sich daher nicht nach � 5 Abs. 4, sondern � 5 Abs. 3 der Stipendienverordnung. Diese Bestimmung schliesse die Ausrichtung von Beitr�gen f�r den Besuch einer Mittelschule im Ausland nicht von vornherein aus, doch m�ssten daf�r erhebliche "andere Gr�nde" vorliegen.
Diese Frage sei im Lichte der bisherigen Verwaltungspraxis zu beurteilen. Die Vorinstanzen h�tten es aber unterlassen, die Grunds�tze ihrer Praxis darzulegen. Die Akten g�ben sodann auch keinen Aufschluss dar�ber, ob die Verbindung von profaner Mittelschulausbildung und Unterweisung in j�dischen F�chern zwingend sei. Zudem w�re abzukl�ren, ob die Unterrichtst�tigkeit an j�dischen Kinderg�rten und Schulen in der Schweiz auch auf Grund der z�rcherischen Kinderg�rtnerinnen- bzw. Primarlehrerausbildung m�glich sei. Das Verwaltungsgericht hiess daher die Beschwerde teilweise gut und wies die Sache zur weiteren Untersuchung und neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ck.
B.- Im zweiten Rechtsgang wies der Erziehungsrat am 29. Juni 1999 den Rekurs gegen den Einspracheentscheid der Stipendienkommission wiederum ab. Er legte dar, zwingende Gr�nde im Sinne von � 5 Abs. 3 StipV/ZH f�r den Besuch einer privaten oder ausw�rtigen Lehranstalt w�rden gem�ss Praxis der Stipendienbeh�rden nur anerkannt, wenn das Ausbildungs- bzw. Berufsziel an �ffentlichen Lehranstalten im Kanton Z�rich �berhaupt nicht erreichbar sei oder wenn das Absolvieren der Ausbildung an einer solchen Lehranstalt eindeutig unzumutbar sei. Sofern die Gr�nde f�r das Absolvieren einer ausw�rtigen oder privaten Ausbildung diesen strengen Anforderungen nicht gen�gten, deren Wahl aber dennoch als vern�nftig und unter stipendienrechtlichen Gesichtspunkten als sinnvoll erscheine, w�rden bei der Bemessung des Jahresbeitrags diejenigen Kosten einbezogen, die beim Besuch einer kantonalz�rcherischen Lehranstalt angerechnet w�rden.
Unter anderem gest�tzt auf eine Auskunft des Rektors der J�dischen Schule Z�rich erwog der Erziehungsrat sodann, der Besuch der von Y.________ gew�hlten Mittelschule sei weder f�r das Absolvieren eines j�dischen Lehrerinnenseminars noch f�r eine sp�tere Unterrichtst�tigkeit an j�dischen Schulen zwingend. Sie k�nne auch nach einer hiesigen Mittelschule ein j�disches Lehrerinnenseminar besuchen. Dass dadurch die Ausbildung allenfalls etwas l�nger dauern w�rde als nach einer j�dischen Mittelschule, mache das Absolvieren einer �ffentlichen Mittelschule nicht unzumutbar. Auch die �bernahme der Kosten, die beim Besuch einer �ffentlichen Mittelschule im Kanton Z�rich ber�cksichtigt w�rden, komme nicht in Frage, da die Ausbildung am j�dischen Lehrerinnenseminar mit dem Curriculum der Z�rcher Lehrerausbildung nicht �quivalent sei. Die Tochter des Rekurrenten k�nnte mit dieser Ausbildung an �ffentlichen Schulen im Kanton Z�rich nicht und an j�dischen Schulen nur mit einer provisorischen Bewilligung zeitlich limitiert Unterricht erteilen.
Es sei daher fraglich, ob sie am Ende ihres Ausbildungswegs �berhaupt je eine existenzsichernde Stelle als Lehrerin werde finden k�nnen. Auch eine andere Ausbildung in der Schweiz w�re mangels gen�gender Anerkennung der franz�sischen Maturit�t mit Schwierigkeiten verbunden.
Der Besuch einer Mittelschule in Frankreich sei deshalb nicht sinnvoll. Abgesehen davon komme eine Unterst�tzung auch mangels stipendienrechtlicher Anerkennung des Ausbildungsgangs nicht in Frage, da die Ausbildung am Seminar "Tomer Debora" dem Niveau �ffentlicher Mittelschulen im Kanton Z�rich nicht entspreche.
Dagegen erhob X.________ erneut Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich. Dieses holte eine Vernehmlassung der Bildungsdirektion ein, welche mit Datum vom 14. Oktober 1999 einging. Das Verwaltungsgericht wies daraufhin am 17. November 1999 die Beschwerde ab. Es erwog, der Erziehungsrat sei bei seinem zweiten Entscheid den mit dem R�ckweisungsentscheid vom 7. Oktober 1998 verbundenen Anweisungen in jeder Hinsicht nachgekommen. Er habe die Frage einer Verkn�pfung von profaner Mittelschulausbildung und Unterweisung in j�dischen F�chern hinreichend gepr�ft.
Die R�gen des Beschwerdef�hrers, der Sachverhalt sei unrichtig oder unvollst�ndig festgestellt, seien unbegr�ndet. Auch habe der Erziehungsrat sein Ermessen weder missbraucht noch �berschritten, wenn er das Vorliegen erheblicher "anderer Gr�nde" im Sinne von � 5 Abs. 3 StipV/ZH verneint habe. F�r die Unterrichtst�tigkeit in s�kularen F�chern an einer j�dischen Schule gen�ge eine schweizerische Lehrerausbildung.
Wenn die Tochter des Beschwerdef�hrers zus�tzlich j�dische F�cher unterrichten wolle, k�nne sie sich die erforderlichen Kenntnisse innert angemessener Frist auch nach Abschluss einer schweizerischen Mittelschul- und Lehrerausbildung erwerben. Selbst wenn dadurch das Studium um mehr als ein Jahr verl�ngert w�rde, w�re ein solcher Ausbildungsgang zumutbar, da er zu einer unbeschr�nkten Lehrberechtigung auch f�r s�kulare F�cher f�hren w�rde. Falls es nur darum gehe, durch den gew�hlten Ausbildungsgang die Bef�higung zum Unterricht j�discher F�cher zu erwerben, so w�re die stipendienrechtliche Nichtanerkennung nur dann zu beanstanden, wenn f�r entsprechende Ausbildungsg�nge anderer Glaubensrichtungen Studienbeitr�ge ausgerichtet w�rden.
Das werde aber nicht geltend gemacht. Die Praxis der Vorinstanz, welche den Besuch der �ffentlichen, konfessionell neutralen Schulen auch f�r Kinder tief religi�ser Eltern f�r zumutbar halte, widerspreche nicht der Religionsfreiheit und sei nicht diskriminierend.
C.- X.________ erhebt "Beschwerde" an das Bundesgericht mit dem Antrag, den Entscheid des Verwaltungsgerichts vollumf�nglich aufzuheben.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie einzutreten sei. Von der Kantonalen Stipendienkommission ging keine Stellungnahme ein.
1.- a) Der angefochtene, kantonal letztinstanzliche Endentscheid st�tzt sich auf kantonales Recht. Das Rechtsmittel ist als staatsrechtliche Beschwerde zul�ssig, da kein anderes bundesrechtliches Rechtsmittel gegeben ist (Art. 84 Abs. 2, Art. 86 Abs. 1 und Art. 87 OG). Der Beschwerdef�hrer ist zur staatsrechtlichen Beschwerde legitimiert (Art. 88 OG).
b) Die staatsrechtliche Beschwerde ist kein ordentliches Rechtsmittel, mit dem alle M�ngel der angefochtenen Entscheidung ger�gt werden k�nnen. Der Beschwerdef�hrer kann abgesehen von hier nicht in Frage kommenden F�llen einzig die Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte r�gen (Art. 84 Abs. 1 lit. a OG). Dabei muss er darlegen, welche verfassungsm�ssigen Rechte inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden seien (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Auf ungen�gend begr�ndete R�gen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 125 I 492 E. 1b S. 495 mit Hinweisen). Auch wenn bei Laienbeschwerden weniger strenge Massst�be angelegt werden als an von Rechtsanw�lten verfasste Eingaben, gen�gt doch die vorgelegte Beschwerdeschrift diesen Anforderungen nur teilweise.
2.- a) Der Beschwerdef�hrer r�gt sinngem�ss eine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung und Beweisw�rdigung, indem das Verwaltungsgericht ungepr�ft unzutreffende Behauptungen der Bildungsdirektion �bernommen habe. Ferner r�gt er sinngem�ss eine Verweigerung des rechtlichen Geh�rs, weil das Verwaltungsgericht auf seine Ausf�hrungen und Argumente nicht eingegangen sei und keinen zweiten Schriftenwechsel durchgef�hrt habe, obwohl die Bildungsdirektion in ihrer Vernehmlassung vom 14. Oktober 1999 neue Argumente und Beweise vorgebracht habe. Da alle diese R�gen eng miteinander vermengt sind, empfiehlt es sich, sie zusammen zu behandeln.
b) Im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde kann das Bundesgericht die Sachverhaltsfeststellung und Beweisw�rdigung kantonaler Instanzen nur daraufhin �berpr�fen, ob sie willk�rlich sind (vgl. Walter K�lin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Auflage, Bern 1994, S. 77 f. mit Hinweisen). Willk�rlich ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, sondern erst dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Willk�r liegt sodann nur vor, wenn nicht bloss die Begr�ndung eines Entscheides, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (vgl. BGE 125 I 166 E. 2a S. 168; 123 I 1 E. 4a S. 5, je mit Hinweisen).
c) Der Anspruch auf rechtliches Geh�r floss bisher aus Art. 4 aBV und ist jetzt in Art. 29 Abs. 2 der am 1. Januar 2000 in Kraft getretenen neuen Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) ausdr�cklich gew�hrleistet. Er gebietet, dass die Beh�rde alle rechtlich erheblichen Vorbringen einer Partei tats�chlich h�rt, sorgf�ltig und ernsthaft pr�ft und in der Entscheidfindung ber�cksichtigt (BGE 112 Ia 109 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch 124 II 146 E. 2a S. 149 mit Hinweisen und Georg M�ller, Kommentar BV, Art. 4, Rz. 112 f.). Das bedeutet jedoch nicht, dass im Entscheid alle �usserungen und �berlegungen, die irgendwie im Zusammenhang damit angestellt worden sind, wiedergegeben werden m�ssen. Die Begr�ndung kann sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschr�nken; dem Betroffenen soll die M�glichkeit gegeben werden, sich �ber die Tragweite eines Entscheides Rechenschaft zu geben und allenfalls in voller Kenntnis der Gr�nde ein Rechtsmittel zu ergreifen (BGE 124 II 146 E. 2a S. 149; 121 I 54 E. 2c S. 57; 119 Ia 264 E. 4d S. 269, je mit Hinweisen; M�ller, a.a.O., Rz. 114; Ren� A.
Rhinow/Beat Kr�henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Erg�nzungsband, Basel 1990, S. 286 f. mit Hinweisen).
d) Im Verfahren vor Verwaltungsgericht ist ein einmaliger Schriftenwechsel die Regel. Nach z�rcherischem Verwaltungsverfahrensrecht wie auch unmittelbar auf Grund der Bundesverfassung (Art. 4 Abs. 1 aBV bzw. Art. 29 Abs. 2 BV) besteht ein Anspruch auf einen zweiten Schriftenwechsel, wenn in der Rechtsmittelantwort neue, nicht ohne weiteres aktenkundige Tatsachen vorgebracht werden, die f�r den Entscheid erheblich sind und zu denen der Beschwerdef�hrer noch nicht Stellung nehmen konnte (BGE 119 V 317 E. 1 S. 323; 114 Ia 307 E. 4b S. 314; 111 Ia 2 E. 3 S. 3; Alfred K�lz/Isabelle H�ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Z�rich 1998, S. 239 Rz. 672; Alfred K�lz/J�rg Bosshart/Martin R�hl, Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Z�rich, 2. Auflage, Z�rich 1999, N 28 zu � 8 S. 164 und N 32 f. zu � 58 S. 487).
e) Sowohl f�r die Pr�fungs- und Begr�ndungspflicht als auch f�r die allf�llige Pflicht, einen zweiten Schriftenwechsel anzuordnen, sind nur die rechtserheblichen Argumente und Tatsachen von Bedeutung, auf die sich der Entscheid des Verwaltungsgerichts st�tzt. Das Verwaltungsgericht brauchte sich nicht mit Argumenten auseinander zu setzen, die f�r seinen Entscheid auf Grund seiner rechtlichen Beurteilung gar nicht erheblich waren. Soweit sich die Vernehmlassung der Bildungsdirektion und die von ihr eingereichten Unterlagen auf Aspekte bezogen, die das Verwaltungsgericht f�r seine Beurteilung als unerheblich beurteilte, brauchte es dem Beschwerdef�hrer auch keine Gelegenheit zu einem zweiten Schriftenwechsel zu geben. Zu pr�fen ist daher zun�chst, welche Sachverhaltselemente �berhaupt rechtserheblich sind.
3.- a) Ausgangspunkt der Beurteilung sind die rechtlichen Voraussetzungen f�r den Erhalt von Stipendien: Unterst�tzt werden gem�ss � 5 Abs. 1 StipV/ZH schulische und berufliche Ausbildungen, die zu einem vom Bund, vom Kanton oder von der kantonalen Stipendienbeh�rde anerkannten Studien- oder Berufsabschluss f�hren, sowie notwendige Vor- und Weiterbildungskurse. Gem�ss Abs. 2 wird in erster Linie der Besuch von kantonalz�rcherischen und diesen stipendienrechtlich gleichgestellten Ausbildungsst�tten unterst�tzt.
Der Besuch weiterer (d.h. auch ausl�ndischer) Ausbildungsst�tten wird gem�ss Abs. 3 unterst�tzt, wenn ein entsprechendes �ffentliches Angebot im Kanton Z�rich fehlt oder andere Gr�nde f�r deren Wahl vorliegen; zudem muss der Ausbildungsgang stipendienrechtlich anerkannt sein. Sind die Gr�nde f�r die Wahl einer solchen Ausbildungsst�tte nicht zwingend, wird bei der Bemessung der Beitr�ge von der kosteng�nstigeren L�sung ausgegangen.
b) Die kantonalen Beh�rden gehen davon aus, dass der Besuch ausl�ndischer Mittelschulen nur zur�ckhaltend unterst�tzt werden soll, da ein gen�gendes und zumutbares Angebot im Kanton Z�rich bestehe. Auch Kindern tief religi�ser Eltern sei der Besuch der �ffentlichen Schulen grunds�tzlich zumutbar. Die Mittelschulausbildung in "Tomer Debora" sei deshalb nur dann zu unterst�tzen, wenn die dort vermittelte Verbindung von profaner Mittelschulausbildung und Unterweisung in j�dischen F�chern im Hinblick auf die von der Tochter des Beschwerdef�hrers angestrebte Berufsausbildung zwingend sei. Hingegen sei es nicht der Zweck des Stipendienwesens, Ausbildungen zu unterst�tzen, die deshalb absolviert werden, weil die Gesuchsteller Zugang zu Instituten finden wollen, welche allein aus religi�sen Gr�nden eine staatliche Vorbildung nicht anerkennen.
c) Diese Rechtsauffassung der kantonalen Beh�rden wird vom Beschwerdef�hrer jedenfalls nicht substanziiert in Frage gestellt. Sie ist auch nicht zu beanstanden:
Die Schweiz kennt ein konfessionell neutrales �ffentliches Schulsystem (vgl. Art. 27 Abs. 2 und 3 aBV, Art. 62 Abs. 2 BV; BGE 125 I 347 E. 3b und 4a S. 355 f.; 123 I 296 E. 4b/bb S. 308 ff., je mit Hinweisen). Dessen Besuch ist f�r Angeh�rige aller Konfessionen zumutbar, zumal den religi�sen Bed�rfnissen auf Grund der Religionsfreiheit (vgl. Art. 49 aBV und Art. 15 BV) auch in der Schule entgegenzukommen ist (vgl. Art. 27 Abs. 3 aBV und BGE 119 Ia 178 E. 6 S. 187 ff.; 117 Ia 311 E. 4 und 5 S. 317 ff.). Die Religionsfreiheit erlaubt zwar den Besuch konfessioneller Privatschulen, gibt aber keinen Anspruch auf staatliche Unterst�tzung, sondern nur Anspruch auf Gleichbehandlung aller Konfessionen, wenn eine staatliche Unterst�tzung ausgerichtet wird (vgl. BGE 125 I 347 E. 4e S. 357 und E. 5 S. 358 ff.; Peter Karlen, Das Grundrecht der Religionsfreiheit in der Schweiz, Z�rich 1986, S. 179 f.). Der Beschwerdef�hrer macht nicht geltend, gem�ss der Praxis der kantonalen Beh�rden w�rden Angeh�rigen anderer Konfessionen oder Glaubensrichtungen Stipendien f�r den Besuch ausl�ndischer religi�ser Mittelschulen ausgerichtet. Soweit der Beschwerdef�hrer f�r seine Tochter einzig aus religi�sen Gr�nden den Besuch einer j�dischen Mittelschule anstrebt, ist dies daher von vornherein kein Grund f�r die Ausrichtung von Stipendien. Rechtserheblich ist hingegen, ob der Besuch einer solchen Mittelschule notwendig ist, damit die Tochter ihr Berufsziel als j�dische Lehrerin erreichen kann. Eine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung oder eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs kann von vornherein nur hinsichtlich von Tatsachen vorliegen, die f�r die Beurteilung dieser Frage erheblich sind.
4.- Die R�gen des Beschwerdef�hrers sind im Lichte des Gesagten zu pr�fen.
a) Die Beschwerde enth�lt teilweise (vor allem auf S. 2) eine allgemeine Kritik an der Vorgehensweise des Verwaltungsgerichts.
Soweit nicht konkrete R�gen erhoben werden, ist darauf nicht einzutreten (vgl. vorne E. 1b).
b) Der Beschwerdef�hrer hatte in seiner Beschwerde vom 13. Juli 1999 an das Verwaltungsgericht zahlreiche Aspekte vorgebracht, die keinen sachlichen Zusammenhang mit der rechtserheblichen Fragestellung hatten. Das betrifft z.B. die Kritik an der Darstellung der Abteilung "Le S�minaire" in Tomer Deborah (S. 3 und 4 der Beschwerde an das Verwaltungsgericht), an Aktennotizen betreffend Termine (S. 4 und 5) oder die Kritik an der Qualifikation der Schule NOAM (S. 12 und 13). Soweit in der Vernehmlassung der Bildungsdirektion auf diese Vorhalte geantwortet wurde, bestand von vornherein kein Anlass f�r eine Auseinandersetzung damit oder f�r einen zweiten Schriftenwechsel. Dasselbe gilt f�r die Ausf�hrungen �ber die stipendienrechtliche Anerkennung (S. 13-18 der Beschwerde vom 13. Juli 1999). Die stipendienrechtliche Anerkennung muss gem�ss � 5 Abs. 3 StipV/ ZH kumulativ zu den "anderen Gr�nden" vorliegen, die eine Ausbildung im Ausland rechtfertigen. Das Verwaltungsgericht kam zum Ergebnis, dass es schon an diesen "anderen Gr�nden" fehle. Es hat daher die Frage der stipendienrechtlichen Anerkennung offen gelassen (S. 12 des angefochtenen Entscheids).
Das ist nicht zu beanstanden: Wenn von zwei Voraussetzungen, die kumulativ erf�llt sein m�ssen, bereits die erste nicht gegeben ist, ist es m�ssig, sich �ber das Vorhandensein der zweiten zu �ussern. Die entsprechenden Ausf�hrungen in der Vernehmlassung der Bildungsdirektion (S. 22-33) waren daher f�r die verwaltungsgerichtliche Beurteilung nicht erheblich.
Insoweit bestand keine Notwendigkeit, sich im Einzelnen mit den entsprechenden Vorbringen auseinander zu setzen oder einen zweiten Schriftenwechsel durchzuf�hren.
c) Der Beschwerdef�hrer hatte sodann in seiner Beschwerde an das Verwaltungsgericht vorgebracht, die j�dische Ethik entspreche nicht den heute an den �ffentlichen Schulen herrschenden Str�mungen und (Un)sitten. Es sei ausgeschlossen, die Kinder unter 20 Jahren den heutigen nicht j�dischen Einfl�ssen auszusetzen. Deshalb sei der Besuch einer �ffentlichen Mittelschule f�r seine Tochter nicht zumutbar. Damit machte er weitgehend pers�nliche religi�se oder weltanschauliche Gr�nde geltend, die nach dem Gesagten nicht rechtserheblich sind.
d) aa) Der Erziehungsrat hatte in seinem Entscheid vom 29. Juni 1999 ausgef�hrt, gem�ss Auskunft des Rektors der J�dischen Schule Z�rich w�rden die meisten Sch�lerinnen bereits unmittelbar nach der j�dischen Sekundarschule ein j�disches Lehrerinnenseminar besuchen.
Sodann k�nne die Tochter des Beschwerdef�hrers auch nach einer z�rcherischen �ffentlichen Mittelschule ein j�disches Lehrerinnenseminar besuchen. Die Ausbildung w�rde in diesem Fall rund ein Jahr l�nger dauern als nach dem Besuch einer Mittelschule, die auch j�dische F�cher unterrichte. Der Besuch einer hiesigen �ffentlichen Mittelschule w�rde der Tochter des Beschwerdef�hrers zudem nach dem Besuch eines j�dischen Lehrerinnenseminars eine (staatliche) Lehrerinnenausbildung in der Schweiz erm�glichen, was ihre beruflichen M�glichkeiten verbessern w�rde. Der Besuch der Mittelschule in Aix-les-Bains sei deshalb f�r eine sp�tere Unterrichtst�tigkeit an j�dischen Schulen nicht zwingend.
bb) In seiner Beschwerde an das Verwaltungsgericht hatte der Beschwerdef�hrer geltend gemacht, das Lernen der j�dischen F�cher und die Unterweisung in j�discher Weltanschauung seien untrennbar miteinander verbunden. Die j�dische Weltanschauung ("Haschkofo") entscheide �ber die Aufnahme oder Nichtaufnahme in eine orthodoxe Schule. Zudem w�rde eine Lehrerin, welche eine �ffentliche Mittelschule besucht h�tte, von seinem Kreis nicht mehr als Lehrerin f�r j�dische F�cher akzeptiert. Nach dem Besuch der �ffentlichen Mittelschule h�tte seine Tochter keine Chance, im orthodoxen Lehrerinnenseminar Ofakim in Israel zugelassen zu werden.
Die angestrebte berufliche Laufbahn innerhalb der religi�sen Bev�lkerung sei nur m�glich, wenn eine j�dische Mittelschule besucht werde. Eine solche gebe es in der Schweiz nicht.
In ihrer Vernehmlassung bestritt die Bildungsdirektion, dass am Seminar in Ofakim Bewerberinnen nur nach j�discher Mittelschule aufgenommen w�rden. Im �brigen gebe es in Israel gen�gend andere Lehrerinnenseminare, welche den Besuch einer j�dischen Mittelschule nicht zwingend voraussetzten, so zum Beispiel das Seminar "Orot Israel College". Bewerberinnen ohne j�dische Mittelschule h�tten allenfalls ein Vorbereitungsprogramm (Sommer-Intensivkurs oder einj�hriges Vorbereitungsjahr) zu absolvieren. Dabei st�tzte sich die Bildungsdirektion unter anderem auf Aussagen des Rabbiners der Israelitischen Cultusgemeinde.
Das Verwaltungsgericht erwog, dass der Erziehungsrat gest�tzt auf die Ausk�nfte des Rektors der J�dischen Schule Z�rich zutreffend erwogen habe, das Absolvieren der Mittelschule Tomer Debora sei nicht zwingend. Dass die Tochter des Beschwerdef�hrers nach dem Besuch der �ffentlichen Mittelschule rund ein Jahr oder allenfalls auch mehr aufwenden m�sste, um die j�dischen F�cher nachzuholen, sei zumutbar.
cc) Der Beschwerdef�hrer beanstandet in seiner Beschwerde an das Bundesgericht, die gesamte Stellungnahme der Bildungsdirektion, der sich das Verwaltungsgericht unkontrolliert angeschlossen habe, beruhe auf Argumenten, die aus dem zionistischen, von ihm als areligi�s bezeichneten Judentum stammten und nichts mit dem charedisch-orthodoxen Judentum, dem er angeh�re, zu tun h�tten. Auch die Israelitische Cultusgemeinde und deren Rabbiner gingen das streng orthodoxe Judentum nichts an.
dd) Dazu ist zun�chst zu sagen, dass sich das Verwaltungsgericht in seinem Urteil nicht auf die Stellungnahme der Bildungsdirektion und die darin erw�hnten Aussagen des Rabbiners der Israelitischen Cultusgemeinde oder auf die beigelegten Dokumente aus dem Umfeld der "World Zionist Organization" abst�tzte, sondern in erster Linie auf die vom Erziehungsrat in seinem Entscheid zitierten Aussagen des Rektors der J�dischen Schule Z�rich. Der Beschwerdef�hrer hatte im Verfahren vor dem Erziehungsrat wie auch in der Beschwerde an das Verwaltungsgericht Gelegenheit, sich zu dieser Aussage zu �ussern. Das Verwaltungsgericht setzte sich mit diesen �usserungen auseinander (S. 8 des angefochtenen Urteils).
Eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs liegt nicht vor.
ee) Der Beschwerdef�hrer geht von der Annahme aus, die vom Verwaltungsgericht geforderte Pr�fung, ob ein Zusammenhang zwischen profaner Mittelschulausbildung und Unterweisung in den j�dischen F�chern bestehe, beziehe sich auf das streng charedische orthodoxe Judentum. Soweit er damit pers�nliche religi�se Gr�nde geltend machen will, die zum Besuch ganz bestimmter Schulen f�hren w�rden, w�re dies nach dem vorne Ausgef�hrten nicht massgebend. Die Stipendien dienen dazu, eine Berufsausbildung zu erwerben, nicht aber dazu, eine religi�se oder weltanschauliche Bildung zu vermitteln.
Rechtserheblich k�nnte h�chstens sein, wenn das Absolvieren einer j�dischen Mittelschule Voraussetzung f�r den Besuch von j�dischen Lehrerseminaren und das Erteilen von j�dischem Unterricht an j�dischen Schulen (mithin f�r das Erreichen des Ausbildungsfernziels) w�re. Der Beschwerdef�hrer h�tte im Verfahren vor dem Erziehungsrat wie vor dem Verwaltungsgericht gen�gend Gelegenheit gehabt, seine entsprechenden Behauptungen zu belegen. Er hat jedoch im ganzen Verfahren nie entsprechende Unterlagen und Best�tigungen vorgelegt, insbesondere auch nicht in seiner Beschwerde vom 13. Juli 1999 an das Verwaltungsgericht, obwohl ihm auf Grund des ersten Urteils des Verwaltungsgerichts klar sein musste, dass dies die rechtserhebliche Frage war, und obwohl der Entscheid des Erziehungsrates sich zu dieser Frage ausdr�cklich ge�ussert hatte. Wenn der Beschwerdef�hrer vorbringt, den Beweis f�r seine Behauptung, im Seminar Ofakim w�rden nur Bewerberinnen mit j�discher Mittelschule aufgenommen, habe er mangels eines zweiten Schriftenwechsels gar nicht erbringen k�nnen, so verkennt er, dass im verwaltungsgerichtlichen Verfahren grunds�tzlich alle angerufenen Dokumente und Beweismittel bereits im ersten Schriftenwechsel, das heisst mit der Einreichung der Beschwerde, vorgebracht werden m�ssen (vgl. � 54 des kantonalen Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG/ZH; LS 175. 2]).
Im �brigen hat das Verwaltungsgericht nicht massgeblich auf das Seminar Ofakim abgestellt, sondern generell angenommen, es gebe j�dische Lehrerinnenseminare, die auch nach einer �ffentlichen Mittelschule besucht werden k�nnten. Das bestreitet auch der Beschwerdef�hrer nicht. Er legt sogar selber ein Schreiben des Rektors der J�dischen Schule Z�rich vom 23. September 1997 vor, aus welchem hervorgeht, dass bereits auf Grund der von seiner Tochter absolvierten j�dischen Sekundarschule ein �bertritt an ein j�disches Lehrerinnenseminar m�glich sei.
Auch in seiner Beschwerde an das Bundesgericht bestreitet der Beschwerdef�hrer nicht, dass es in Israel j�dische Lehrerseminare gebe, die ohne Absolvieren einer j�dischen Mittelschule besucht werden k�nnten, h�lt diese jedoch f�r staatlich und nicht religi�s. Damit macht er aus rein religi�sen Gr�nden eine Unzumutbarkeit geltend, was jedoch nach dem Gesagten nicht rechtserheblich ist.
e) Unerheblich ist schliesslich die Kritik des Beschwerdef�hrers an der Verwendung des Schreibens von Herrn Steinegger. Dieses wurde von den kantonalen Beh�rden erhoben, um die stipendienrechtliche Anerkennung gem�ss � 6 StipV/ZH abzukl�ren (s. act. 10/9/1), was aber nach dem Gesagten (vgl. vorne E. 4b) nicht entscheiderheblich ist.
Dasselbe gilt f�r die beanstandete Aussage auf S. 9 des angefochtenen Urteils; der Beschwerdef�hrer kritisiert, dass hier das Verwaltungsgericht eine Feststellung als unbestritten bezeichnet habe, obwohl sie heftig bestritten worden sei. Auch diese Aussage bezog sich auf die stipendienrechtliche Anerkennung, welche aber nicht erheblich ist. Es kann daher offen bleiben, ob die vom Verwaltungsgericht gemachte Feststellung wirklich bestritten worden war.
f) Gesamthaft hat das Verwaltungsgericht weder den rechtserheblichen Sachverhalt willk�rlich festgestellt noch die Begr�ndungspflicht verletzt oder zu Unrecht keinen zweiten Schriftenwechsel durchgef�hrt.
5.- Die staatsrechtliche Beschwerde ist somit als unbegr�ndet abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 153 und Art. 153a OG).
3.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer sowie der Kantonalen Stipendienkommission, dem Bildungsrat und dem Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich, 4. Abteilung,

References: Art. 86
 Art. 87
 BGE 
 Art. 4
 Art. 29
 Art. 4
 Art. 29
 Art. 27
 Art. 62
 BGE 
 Art. 49
 Art. 15
 Art. 27
 BGE 
 BGE 
 Art. 153
 Art. 153