Source: http://grundeinkommenimbundestag.blogspot.de/2012/07/der-wahnsinn-treibt-bluten-ein-pladoyer.html
Timestamp: 2013-12-05 17:28:36+00:00

Document:
Den ALGII Bezug hat Johannes Ponader auch aufgrund des öffentlichen Drucks beendet: "Ich gehe. Mein Rücktritt vom Amt"
Angriffe, Gemeinheiten, Erklärungen, eine rege Debatte... Ein Diskurs ist in Gang gekommen den ich, obgleich oft ohne Diskussionskultur geführt, begrüße weil sichtbar wird wie wir ticken.
Wer ALGII erhält muss dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Das ist eine zu erfüllende Vorraussetzung für den Bezug.
Das haben wir politisch so festgelegt.
Ein ehrenamtlicher politischer Geschäftsführer hat zwar viel zu tun, aber kein Einkommen.
Und er steht erkennbar für alle, im vollen Licht der Öffentlichkeit, dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.
Er arbeitet ja den ganzen Tag.
Auf einer BGE-Veranstaltung in Magdeburg erlebte ich einen älteren Herren, der sich sehr leise zu Wort meldete und uns mitteilte: "Ich zum Beispiel erhalte gar kein Hartz4. Ich falle da raus, weil ich dem Arbeitsmarkt nicht zu Verfügung stehe.
Ich pflege meine Mutter. Es wurde mir von Seiten der Arbeitsagentur geraten meine Mutter in ein Heim zu geben, dann stünde ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und könne ALGII beziehen."
Der Wahnsinn treibt Blüten.
Die Mutter im Heim und der Sohn, nun endlich mit einem existenzsicherndem Einkommen versehen, sitzt zu Hause oder in einer "Maßnahme" und dreht Däumchen.
Das gleiche wie bei Johannes Ponader:
Selbstbestimmtes Tun anerkennen wir nicht als Arbeit.
Hätte wir uns diese seltsame und asoziale Einstellung schon früher geleistet, wir wären vermutlich nie von den Bäumen runtergeklettert.
Wir hätten als Gruppe nicht überlebt.
Eine Mutter, die nicht gleichzeitig noch erwerbsarbeitet ?
- Bekommt sowenig Essen wie möglich. Die Kinder auch.
Pfleger und Begleiter eines älteren Menschen?
- Wird auf Diät gesetzt. Am besten Beide.
Sänger, Maler, Künstler, freiwillige Feuerwehr, Kinderbegleiter, all die ehrenamtlichen Fussballtrainer und ähnlich großartige soziale Initiativen... - Unnützer Kram.
Wie lange wollen wir noch so miteinander umgehen?
Wäre sehr wenig vorhanden, aufgrund von Missernten oder sonstigen Schicksalsschlägen, wäre doch jedem klar, dass wir das was da ist teilen werden. Das jeder die Einbußen mittragen muss.
Haben wir heute Mangel an Gütern und/oder an Menschen die Dienstleistungen erbringen wollen ?
Müssen wir Mangel verwalten und so bei jedem von uns den Gürtel so eng schnallen wie möglich?
Oder ist Geiz mittlerweile geil an sich?
Entsteht Mangel womöglich aus Geiz?
Ensteht Fülle dann aus Großzügigkeit?
Ich bin erstaunt, bis an die Grenze zur Fassungslosigkeit, warum wir es verlernt haben den Mitmenschen zu fragen:
Was brauchst du? Erstaunt, dass wir nicht selbstverständlich und mit Freude dafür sorgen, uns selbst und allen anderen gleichermaßen, ein freies und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Seien wir großzügig mit uns.
Das Bedingungslose Grundeinkommen ist die gesellschaftspolitische Ausprägung dieser liebevollen Haltung zueinander.
Özgür Sahin18. Juli 2012 17:58...erschreckend - aber danke für diesen Artikel!AntwortenLöschenMichaelLamprecht18. Juli 2012 18:25cih bin über die Maßen erstaunt, dass wir uns immer noch auf ein Zahlungsmittel verlassen, das wir "GELD" nennen, nachdem bekannt ist, wie manche Menschen es "verdienen" und wie es "geschöpft" wird und welchen wirklichen Gegenwert es (nur relativ) besitzt!AntwortenLöschenBigiene18. Juli 2012 18:53Klar, gerechter wäre es, gar kein Geld mehr unter die Menschen zu bringen. Doch der Mensch an sich ist seit seiner Vertreibung aus Eden egoistisch geworden. Es nützte ihm teilweise auch zum Überleben, damit sich die Stärkeren durchsetzen konnten. Alles bis zu einem verträglichen Maß. Wenn das Maß überschritten wurde, gab es Aufstände und Kriege...Wir alle müssen es wollen. Das bGE ist ein wesentlicher Schritt in die geldlose und gerechtere Gesellschaft, wo einmal jeder Mensch sein Recht auf Existenz genießen wird.AntwortenLöschenAnonym18. Juli 2012 19:26Sehr geehrte Frau Wiest, die in Ihrem Artikel geschilderten Beobachtungen können wiraus unserem eigenen Erleben genauso nachvollziehen. In Gesprächen zum Thema BGE hört man immer wieder ähnliches, nach dem Motto „Mir geht es schlecht warum soll es meinem Nachbarn besser gehen?“ oder „Die Harzer sollen erst mal was tun für Ihr Geld, ich muss auch für 5 Euro die Stunde Arbeiten!“ „Geld fürs nichts tun? Kommt gar nicht in Frage!“ So und ähnlich könnte man es noch lange fortsetzen.Wenn die Masse der Bevölkerung so denkt, wird es schwierig mit der Einführung eines BGE. Ich denke die Wurzel des Ganzen heißt Angst.Denn mit Angst wird dieses Land regiert. So ist es kein Wunder das dieser Staat und dieses System am Abgrund stehen.Wir selbst haben uns dort hin manövriert.Eine Änderung gibt es nur durch Einsicht oder Katastrophe („Zitat Götz Werner“) unddie Katastrophe wird leider immer wahrscheinlicher.Um das noch abzuwenden hilft nur Aufklärung, denn Angst entsteht aus Unwissenheit.ReignitionMehr dazu in meiner Denkschrift Plan A – Grundeinkommen und dann?Kontakt: re_ignition@ymail.comAntwortenLöschenBlogger18. Juli 2012 19:41"Seien wir großzügig mit uns.Das Bedingungslose Grundeinkommen ist NICHT die gesellschaftspolitische Ausprägung dieser liebevollen Haltung zueinander, sonder wird genau das Gegenteil davon bewirken!!http://dasbge.blogspot.de/2012/05/anmerkungen-zu-den-thesen-der.htmlAntwortenLöschenAnonym18. Juli 2012 19:53Ich hab immer mehr das Gefühl ich bin mit meiner Wahrnehmung alleine, aber in meiner Wirklichkeit gibt es so gut wie keine Arbeitsplätze mehr - jedenfalls keine, die so bezahlt werden, dass man es angemessen nennen könnte, oder dass man davon wirklich "leben" könnte.Und das find ich der Hammer an der ganzen HartzIV-Diskussion. Da wird so getan, als lägen die Arbeitsplätze nur so rum und nur wir bösen Menschen sind zu faul sie anzunehmen. Dass immer mehr ausländische Mitbürger auf den Arbeitsmarkt fließen, weil sie einfach kulturbedingt nicht die Ansprüche stellen, wie wir verwöhnten Einheimischen (was ich völlig normal finde) und für uns die Drecksarbeit für ein Appel und ein Ei machen - siehe zb. die Altenbetreuung, dass immer mehr Geschäfte statt früher 2,3 oder mehr Angestellte plötzlich nur noch 1 Angestellten beschäftigen, weil wir einfach geldlich nicht mehr mithalten können mit den Billigproduzierenden Ländern - das scheint keiner zu registrieren. Wo sind denn die Jobs bitteschön ?Davon aber mal abgesehen bin ich der Meinung, das ich nicht geboren worden bin, um zu arbeiten - das denke ich mal, ist eine sehr menschliche Erfindung, die mal zu was gut war, sehr wahrscheinlich - so wie heute - ein paar reich zu machen, während die Masse für nichts malocht. Oder ?AntwortenLöschenAntwortenKiat19. Juli 2012 08:54Rahel Uhlenhoff bezeichnet Hartz IV als "Stillhalteprämie" - die Hartz IV Bezieher sollen stillhalten - und sie sollen vom ersten Arbeitsmarkt ferngehalten werden! Dieser erste Arbeitsmarkt ist auch im Schwinden. Gründe: Fortschreitende Globalisierung und damit Verlagerung der Arbeitsplätze in ferne Länder und fortschreitende Automatisierung! Also muss die Lebenslüge "Vollbeschäftigung" aufrecht erhalten werden! Es werden Potemkinsche Dörfer errichtet - mit getricksten Statistiken, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind! Und die Armen werden zu den "Überflüssigen" erklärt, die irgendwann entsorgt werden und sei es als Kanonenfutter für sicher kommende kriegerische Auseinandersetzungen.LöschenAntwortenYves Klaue18. Juli 2012 19:54Wer weiter Kleinkriminalität und von Ämtern genervte Bürger hervorrufen will der sollte auf das BGE verzichten !!!AntwortenLöschenBunny18. Juli 2012 19:58Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.AntwortenLöschenBunny18. Juli 2012 20:05Das mit dem BGE ist so eine Sache.In Österreich war man ganz erstaunt, dass auf einmal die Zahl der BGE Empfänger um 45% anstieg (absolute Zahlen wurden kein genannt) - die Maßnahme wurde letztes Jahr beschlossen - sie wurde bekannt - wäre meine Vermutung. Aus dem Mund (Feder) des Präsidenten der Wirtschaftskammer Oberösterreich.a) Es kam sofort die Leier, die braven ehrlichen Leute die um 7 Uhr aufstehen, das Hirn bei der Stechuhr abgeben und dann im Unternehmen dahinsiechen wären ja die Betrogenen - man schaue in .de auf die Statistik (10% Interessiert ihre Arbeit - vermutlich die Unternehmer und die anderen nicht). Also ist nicht anzunehmen, dass alle anderen fleißig sind.Aber ein Musiker wäre ein Feindbild, da er um halb 12 aufsteht und sich bei Lärm, den er noch dazu selbst produziert die Nacht um die Ohren schlägt, obwohl die Gesellschaft scheinbar durch Anwesenheit bei seinem Konzert oder Lokal, in dem er spielt, bekundet, dass sein Schaffen anerkannt ist.b) In einem System in dem BGE gilt, wäre für eine Organisation für die Wirtschaftskammer zu fragen:1) Akzeptiert die Gesellschaft die Organisation und deren Leistung überhaupt und 2) das Gehalt sämtlicher Mitarbeiter wäre das BGE auch das des Präsidenten, außer die Kammer könnte zusätzliche Leistungen vermarkten, die wären dann genauso gesellschaftlich akzeptiert - aber nicht mittels Zwang vom Staat aufrechterhalten.c) Wer Menschen eine Arbeitsleben bis 70 und keine namhafte Altersversorgung in Aussicht stellen kann sollte1) Sich nicht wunderen, dass die Menschen in Zwischenpension gehen2) Froh sein, dass es ein BGE gibt, denn wer pflegt die alternden Menschen oder die jungen.d) Er hat zuerst reklamiert, 'Wir haben dafür gesorgt, dass eine Verbindung mit dem AMS (Arbeitsmarktservice besteht) - sprich Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt' - sich aber nachher beschwert, dass das den Leuten egal ist. Klar denn1) In einer spezialisierten Volkswirtschaft finde den Richtigen ...2) Jemand der BGE bezieht ist eher 'Unternehmertyp', der findet die 90% Mainstream, die zusätzlich vom System zusehends vertrottelt werden, als Behinderung - ist am Ergebnis interessiert.3) Die Ergebnisorientierung ist ja bei unselbstständig Erwerbstätigen hinderlich ... widerspricht jeder Ratio und dem Arbeitsvertrag.4) Ist die Verbindung zwischen Agentur für Arbeit und Personalverleasern faschistoid. Staatlicher eingriff im Sinne einer in der Wirtschaft tätigen Minderheit zugunsten einer anderen Minderheit. Mit dem tollen Ergebnis, - früher wurden spezielle Talente gesucht und heute wurde es zu mühseelig, deswegen werden einfach ganz normale Jobs mit Leasing besetzt - der Gewinn aber durch Unterbezahlung unter dem KV erwirtschaftet, das gilt insbesondere für Unternehmen aus .de.Solange die Wirtschaft ein quasi Bewertungsmonopol hata) Was ist wertschöpfendb) Wie wird sie bewertetist ein BGE Illusion. Gesellschaft ist nicht Wirtschaft. Die Wirtschaft ist der Gesellschaft unterzuordnen. D.h. wenn es BGE gibt, dann müssen jene Wirtschaft und es sind 80% einfach mal den Hintern heben und das Ergebenis verbessern und nicht so tun als würden sie Arbeiten und die Unternehmer Ergebnisorientierung umsetzen ... Die Produktivität ist ja, ob dem Automatisierungsgrads so hoch.Wie verblödet ist der Mensch! Der Mainstream ist schon so dämlich, das er sich selbst nicht mehr aushält.Erschreckend. Deswegen wurde ich ein Hase.AntwortenLöschenArbeitsverweigerer18. Juli 2012 22:02Der Satz: ..."daß bei Missernten oder sonstigen Schicksalsschlägen doch klar ist, dass wir das teilen, was da ist". ...hat mich berührt.Vielleicht sind die Meisten nur solidarisch im engen Verwandtenkreis und ansonsten auf "Neid" getrimmt. Deswegen ist ein BGE bei den Meisten unbeliebt.AntwortenLöschenForMoreDemocracy18. Juli 2012 23:34Zitat Arbeitsverweigerer: "Deswegen ist ein BGE bei den Meisten unbeliebt."Kann ich nicht beobachten.Ich befasse mich nun schon seit mehr als dreieinhalb Jahren mit dem Thema.Ich habe zahlreich Pro/Contra-BGE-Umfragen (sowohl online als auch in TV-Talkshows) zum Thema BGE gesehen, und es war immer (!) deutlich über die Hälfte für ein BGE.Ich weiß, ist nicht representativ, aber wenn immer wieder bei den unterschiedlichsten Umfragen zum BGE die deutliche Mehrheit für ein BGE ist, dann könnte es doch sehr gut sein, dass unser Land schon viel mehr, als so mancher Skeptiker annimmt, "reif" ist für ein BGE.@ Susanne Danke für deinen Blog-Beitrag.Du sprichst mir aus der Seele.LGAntwortenLöschensvalbard_addict19. Juli 2012 04:29Unsere Gesellschaft ist in großen Teilen schon so abgestumpft und vom Konsumismus indoktriniert, dass ich mir kaum vorstellen kann, wie sich das ändern soll. Eine kleine Avantgarde denkt über Alternativen nach, hat aber nicht die Macht sie durchzusetzen. Wie kann man dem Unaufgeklärten (schrekliche Pauschalisierung) diese Thematik näher bringen, wie durchdringen durch diese Konditionierung durch Medien, wo ansetzen, wenn Bildung nur noch finanz- und produktionskonform stattfindet?Dennoch, ein schönes Plädoyer für (Mit)Menschlichkeit!AntwortenLöschenAntwortenAnonym19. Juli 2012 11:51Zitat svalbard_addict:"Wie kann man dem Unaufgeklärten (schrekliche Pauschalisierung) diese Thematik näher bringen, wie durchdringen durch diese Konditionierung durch Medien, wo ansetzen, wenn Bildung nur noch finanz- und produktionskonform stattfindet?"Näherbringen kannst Du die Alternativen am besten im persönlichen Gespräch mit Menschen aus Deinem Umfeld.Bei uns funktioiert das recht gut.Gruß Re_ignitionLöschenAntwortenKiat20. Juli 2012 08:25@susanne: Ich danke dir für diesen sehr fundierten Artikel! In meinem Umfeld muss ich leider feststellen, dass noch sehr viel Überzeugungsarbeit nötig ist! Spreche ich Menschen auf das BGE an, erhalte ich oft die Reaktion: "Wieso soll ich für die faulen Säcke arbeiten?!" Und wenn ich antworte: "Das BGE wird jeder Bürger erhalten!", dann gibt es allen Ernstes Personen, die meinen: "Das brauche ich nicht, ich arbeite selbst" ...AntwortenLöschenAntwortenAnonym21. Juli 2012 09:17Zitat Kiat: "Spreche ich Menschen auf das BGE an, erhalte ich oft die Reaktion: "Wieso soll ich für die faulen Säcke arbeiten?!" Und wenn ich antworte: "Das BGE wird jeder Bürger erhalten!", dann gibt es allen Ernstes Personen, die meinen: "Das brauche ich nicht, ich arbeite selbst" ..."Eine Diskussion mit solchen Leuten führt zu nichts, Du wirst sie nicht überzeugen.Wichtig ist aber das sie vom BGE wissen, denn früher oder später werden sie sichin einer Situation wiederfinden in der sie vielleicht anders darüber Denken.Gruß Re_ignitionLöschenAntwortenAnonym5. August 2012 16:06Ich denke, es ist einfach nicht gut, eine Arbeit nur des Geldes wegen anzunehmen.(Atheisten bitte weghören)wie Jesus schon gesagt hat "Ihr könnte nicht beiden dienen- Gott und dem Mammon"..Das erfüllt uns nicht und mit jedem Menschen mehr, der seinen eigentlichen Talenten nicht Raum geben darf und dadurch unglücklich wird, wird die Welt ein Stück trauriger.AntwortenLöschenKommentar hinzufügenWeitere laden...

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