Source: http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost_constitutions/documents/hf_jp-ii_apc_15081990_ex-corde-ecclesiae_ge.html
Timestamp: 2014-11-22 21:37:25+00:00

Document:
Apostolische Konstitution "Ex Corde Ecclesiae", 15. August 1990, Johannes Paul II.
APOSTOLISCHE KONSTITUTIONSEINER HEILIGKEITPAPST JOHANNES PAUL II.�BER DIE KATHOLISCHEN UNIVERSIT�TEN
EINLEITUNG 1. AUS DEM HERZEN der Kirche hervorgegangen, hat sich die Katholische Universit�t in den Strom der Tradition eingef�gt, die mit den ersten Anf�ngen der Universit�t als Institution begonnen hat. Seither war sie immer wie ein herausragendes Zentrum sch�pferischer Kraft und Wissensverbreitung zum Wohl und Nutzen des Menschengeschlechtes. Aufgrund ihrer Aufgabe widmet sich die Universit�t als Universitas magistrorum et scholarium der Forschung und der Lehre sowie der Bildung der Studierenden, die mit ihren Lehrern in der gleichen Liebe zur Wissenschaft frei verbunden sind.(1) Mit den anderen Universit�ten gemeinsam ist ihr das gaudium de veritate, welches dem heiligen Augustinus so teuer war, jene Freude n�mlich, die Wahrheit auf allen Gebieten der menschlichen Erkenntnis zu suchen, zu entdecken und weiterzugeben.(2) Ihre hervorragende Aufgabe besteht darin, �in der geistigen Arbeit selbst zwei Ordnungen der Wirklichkeit existentiell zu verbinden, die man allzuoft einander entgegenzustellen geneigt ist, als handelte es sich um Gegens�tze: die Suche nach der Wahrheit und die Gewi�heit, die Quelle der Wahrheit bereits zu kennen�.(3)
2. Ich selbst habe mehrere Jahre hindurch die wohltuende Erfahrung dessen gemacht, wodurch ich auch innerlich bereichert wurde, was die Eigenart universit�ren Lebens ausmacht: leidenschaftliches Forschen nach der Wahrheit und hochherziges Teilhabenlassen der jungen Studierenden und all jener, die lernen, streng methodisch zu denken, um recht zu handeln, und so der menschlichen Gesellschaft besser dienen zu k�nnen.
Daher m�chte Ich allen von Herzen bezeugen, wie hoch ich die Katholische Universit�t sch�tze und wie sehr ich zugleich die Arbeit lobe, die dort in den verschiedenen Bereichen der menschlichen Erkenntnis geleistet wird. Besonders m�chte ich hier auch meine Freude dar�ber zum Ausdruck bringen, da� mir der Herr bei meinen h�ufigen apostolischen Reisen sehr oft die Begegnung mit den katholischen Universit�tsgemeinschaften in den verschiedenen Kontinenten der Welt gestattet hat. Sie sind f�r mich ein lebendiges und hoffnungsvolles Zeichen der Fruchtbarkeit des christlichen Geistes im Herzen einer jeden menschlichen Kultur. Sie geben mir begr�ndete Hoffnung auf ein neues Erbl�hen der christlichen Kultur unter den so vielf�ltigen und reichen Gegebenheiten dieser sich ver�ndernden Zeit, die vor gro�en Herausforderungen steht, die aber auch Tr�gerin so gro�er Verhei�ungen unter dem Wirken des Geistes der Wahrheit und der Liebe ist.
Meine Wertsch�tzung und meine Dankbarkeit m�chte ich ferner all den zahllosen katholischen Dozenten in nicht-katholischen Universit�ten aussprechen. Ihre im Licht des christlichen Glaubens gelebte akademische und wissenschaftliche Aufgabe mu� f�r das Wohl der Universit�t, in der sie arbeiten, als wertvoll angesehen werden. Ihre Pr�senz ist in der Tat ein st�ndiger Ansporn zu vorurteilsfreier Suche nach der Wahrheit und nach der Weisheit, die von oben kommt.
3. Vom Beginn meines Pontifikats an habe ich mich bem�ht, meinen engsten Mitarbeitern, den Kardin�len, der Kongregation f�r das Katholische Bildungswesen, wie auch jenen M�nnern und Frauen, die im Bereich der Kultur in der ganzen Welt arbeiten, meine feste �berzeugung mitzuteilen: Das Gespr�ch, das die Kirche mit den verschiedenen Kulturen der heutigen Zeit f�hrt, ist der lebendige Ort, �auf dem das Schicksal der Kirche und der Welt am Ende dieses unseres Jahrhunderts entschieden wird�.(4) Denn es gibt nur eine einzige Kultur: Die Kultur des Menschen, die vom Menschen ausgeht und f�r den Menschen da ist.(5) Die Kirche, die nach einem von meinem Vorg�nger Papst Paul VI. vor der UNO gebrauchten Wort �Expertin in Menschlichkeit�(6) ist, erforscht mit Hilfe ihrer Katholischen Universit�ten und mit Hilfe von deren humanistischem und wissenschaftlichem Erbe die Geheimnisse des Menschen und der Welt, und durchdringt sie im Lichte der ihr geschenkten Offenbarung.
4. Es liegt in der Ehre und Verantwortung einer Katholischen Universit�t, sich ohne Vorbehalt der Sache der Wahrheit zu widmen. Dies ist die ihr eigene Weise, der W�rde des Menschen und zugleich der Sendung der Kirche zu dienen. Die Kirche ist zutiefst davon �berzeugt, �da� die Wahrheit ihre wirkliche Bundesgenossin ist ... und da� Erkenntnis und Vernunft treue Dienerinnen des Glaubens sind�.(7) Ohne den Erwerb n�tzlichen Wissens zu vernachl�ssigen, zeichnet sich vielmehr die Katholische Universit�t aus durch ihre freie Erforschung der ganzen Wahrheit �ber die Welt, �ber den Menschen und �ber Gott. Denn gerade unsere Zeit bedarf dringend jenes uneigenn�tzigen Dienstes, der darin besteht, den Sinn der Wahrheit zu verk�nden, die ein grundlegendes Gut ist, ohne das Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenw�rde zugrunde gehen. Aufgrund einer gewissen Art von universalem Humanismus widmet sich die Katholische Universit�t voll und ganz der Erforschung aller Aspekte der Wahrheit in ihrer wesentlichen Verbindung mit der h�chsten Wahrheit, die Gott ist. Furchtlos und mit Begeisterung l��t sie sich auf alle Wege des Wissens ein, im Bewu�tsein, da� der ihr vorausgeht, der selbst �der Weg, die Wahrheit und das Leben�(8) ist, der Logos. Sein Geist der Einsicht und der Liebe erm�glicht es dem Menschen, durch seine Vernunft die letzte Wirklichkeit zu finden, die sein Ursprung und Ziel ist, und die allein f�hig ist, in F�lle jene Weisheit zu schenken, ohne welche die Zukunft der Welt gef�hrdet w�re.
5. In Verbindung mit der unvoreingenommenen Suche der Wahrheit erh�lt auch die Beziehung von Glaube und Vernunft Licht und Sinn. �Intellege ut credas, crede ut intellegas�.(9) Diese Weisung des heiligen Augustinus gilt auch f�r die Katholischen Universit�ten. Sie sind eingeladen, mutig den Reichtum von Offenbarung und Natur zu erforschen. Das gemeinsame Bem�hen von Vernunft und Glaube l��t die Menschen die F�lle ihrer Menschlichkeit finden, die nach Gottes Bild und Gleichnis geschaffen und nach der S�nde auf noch wunderbarere Weise in Christus wiederhergestellt und dazu bestimmt ist, im Lichte des Geistes zu leuchten.
6. Die Katholische Universit�t schafft durch die Begegnung zwischen dem unerforschlichen Reichtum der heilbringenden Botschaft des Evangeliums und der Vielfalt und Gr��e der Bereiche menschlicher Erkenntnis, in die sie diese Botschaft einbringt, die M�glichkeit, da� die Kirche ein Gespr�ch von einmaliger Fruchtbarkeit mit allen Menschen jedweder Kultur f�hren kann. Denn der Mensch lebt ein seiner w�rdiges Leben nur aufgrund seiner Kultur; und wenn er seine F�lle in Christus findet, ist auch nicht daran zu zweifeln, da� das Evangelium, wenn es ihn erreicht und ihn in all seinen Dimensionen wiederherstellt, auch f�r die Kultur, von der Mensch lebt, fruchtbar ist.
7. In der Welt von heute, die so sehr gezeichnet ist durch den rapiden Fortschritt in Wissenschaft und Technik, werden Gewicht und Dringlichkeit der Aufgaben der Katholischen Universit�t immer gr��er. Die Errungenschaften von Wissenschaft und Technik bringen einerseits ein ungeheueres Wachstum der Wirtschaft und der Industrie mit sich, andererseits verlangen sie eine dementsprechende Sinnforschung, um sicherzustellen, da� die neuen Errungenschaften zum wahren Wohl der einzelnen Menschen und der ganzen menschlichen Gemeinschaft insgesamt verwendet werden. Wenn schon diese Sinnforschung Aufgabe einer jeden Universit�t ist, ist die Katholische Universit�t umso mehr dazu berufen, dieser Anforderung zu entsprechen. Ihr christlicher Geist l��t sie in die eigenen Studien die sittliche, geistige und religi�se Perspektive einbringen und die Ergebnisse von Wissenschaft und Technik aus der Sicht der ganzen menschlichen Person werten.
Daher sind die Katholischen Universit�ten aufgerufen zu st�ndiger Erneuerung, einmal weil sie Universit�ten sind, zum anderen weil sie katholisch sind. Denn �auf dem Spiel steht der Sinn der wissenschaftlichen Forschung und der Technik, des sozialen Zusammenlebens und der Kultur, doch noch tiefer betrachtet, die Bedeutung des Menschen selbst�.(10) Solche Erneuerung verlangt ein klares Bewu�tsein davon, da� schon aufgrund ihres katholischen Charakters die Universit�t besser in der Lage ist, die Wahrheit unparteiisch zu erforschen; ein Forschen, das den verschiedenartigsten Einzelinteressen weder untergeordnet noch von ihnen abh�ngig ist.
8. Nach der Ver�ffentlichung der Apostolischen Konstitution Sapientia Christiana f�r die Kirchlichen Universit�ten und Fakult�ten,(11) erscheint es angebracht, auch f�r die Katholischen Universit�ten ein entsprechendes Dokument zu verfassen, gleichsam als eine �Magna Charta�, auf die sie sich in Zukunft beziehen k�nnen. Diese �Magna Charta� umfa�t lange und fruchtbare Erfahrung der Kirche im universit�ren Bereich, sie ist offen f�r die in den kommenden Jahren zu leistende hoffnungsvolle Arbeit, die mutigen Erfindungsgeist und strenge Treue erfordert.
9. Dieses Dokument wendet sich namentlich an die Leiter der Katholischen Universit�ten, an die akademischen Gemeinschaften und au�erdem an alle, die sich um die Universit�ten bem�hen, vor allem an die Bisch�fe, an die Ordensgemeinschaften und kirchlichen Institutionen sowie an die zahlreichen Laien, die an jenem hohen Dienst der h�heren Bildung beteiligt sind. Anliegen ist, da� �gleichsam der christliche Geist bei dem gesamten Bem�hen um die F�rderung einer h�heren Kultur �ffentlich, stets und universell pr�sent sei. Die Studenten dieser Anstalten sollen zu Menschen herangebildet werden, die in ihrer Wissenschaft bestens bewandert, wichtigen Aufgaben im �ffentlichen Leben gewachsen und Zeugen des Glaubens in der Welt sind�.(12)
10. Au�er an die Katholischen Universit�ten wende ich mich auch an die zahlreichen katholischen Institutionen der h�heren Bildung. Ihrem Wesen und ihrer Zielsetzung nach ist ihnen gemeinsam, da� sie einige oder alle Aufgaben einer Universit�t wahrnehmen und so ihren Beitrag leisten f�r Kirche und Gesellschaft durch ihre eigenen Forschungen, sei es durch Erziehung oder durch Vorbereitung f�r einen Beruf. Wenngleich dieses Dokument namentlich die Katholischen Universit�ten betrifft, so will es doch alle Institutionen der h�heren Bildung umfassen, deren Ziel es ist, Geist und Kultur des Menschen mit der Botschaft des Evangeliums Christi zu durchdringen.
Mit gr��tem Vertrauen und ebensolcher Hoffnung ermutige ich alle Katholischen Universit�ten, ihre so unersetzliche Aufgabe weiterhin zu erf�llen, die von Tag zu Tag immer notwendiger erscheint f�r die Begegnung der Kirche mit den sich fortentwickelnden Wissenschaften und mit den vielf�ltigen Kulturen unserer Zeit.
Gemeinsam mit meinen Mitbr�dern im Bischofsamt, die mit mir an der pastoralen Aufgabe teilhaben, m�chte ich Euch allen meine feste �berzeugung kundtun: Ohne Zweifel ist die Universit�t eines der besten Mittel, das die Kirche der heutigen Zeit anzubieten hat, die sichere Erkenntnis und Weisheit sucht. Weil der Kirche die Verpflichtung obliegt, allen Menschen die Frohe Botschaft zu bringen, darf sie niemals aufh�ren, sich um diese Institution zu k�mmern. Durch Forschung und Lehre helfen ihr die Katholischen Universit�ten dabei, in einer diesen unseren Tagen geeigneten Weise die neuen und alten Sch�tze der menschlichen Kultur zu erforschen, �nova et vetera� nach Jesu Wort.(13)
11. Schlie�lich wende ich mich an die gesamte Kirche in der �berzeugung, da� die Katholischen Universit�ten f�r ihr Wachstum wie auch f�r die Entfaltung der christlichen Kultur und des menschlichen Fortschritts unverzichtbar sind. Deswegen ist die ganze kirchliche Gemeinschaft eingeladen, den Katholischen Institutionen der h�heren Bildung Hilfe zu leisten und sie zu unterst�tzen bei dem Bem�hen, sich zu entfalten und zu erneuern. Vor allem jedoch ist sie aufgerufen, die Rechte und die Freiheit dieser Institutionen in der weltlichen Gesellschaft zu sch�tzen, sie finanziell zu unterst�tzen, vor allem in den Nationen, wo es besonders n�tig ist, und Hilfe zu gew�hren bei der Gr�ndung neuer Katholischer Universit�ten, wo immer es erforderlich ist.
Von Herzen w�nsche ich, da� diese Weisungen, die sich auf die Lehre des II. Vatikanischen Konzils und auf die Vorschriften des Codex Iuris Canonici st�tzen, es den Katholischen Universit�ten und den �brigen Hochschuleinrichtungen erlauben, ihre unverzichtbare Aufgabe zu erf�llen, gerade jetzt, wo mit dem neuen Jahrtausend eine neue Gnadenzeit sich er�ffnet.
CHARAKTER UND AUFGABE
A. CHARAKTER EINER KATHOLISCHEN UNIVERSIT�T
12. Jede Katholische Universit�t ist als Universit�t eine akademische Gemeinschaft, die in strenger und kritischer Methode zum Schutz und zur F�rderung der menschlichen W�rde und zugleich des Kulturerbes ihren Beitrag leistet durch Forschung und Lehre und durch die verschiedenen Dienste, die sie den �rtlichen, nationalen und internationalen Gemeinschaften zu deren Nutzen erbringt.(14) Sie besitzt jene institutionelle Autonomie, die notwendig ist, damit sie ihre Aufgaben wirksam erf�llen kann, und sie gew�hrleistet ihren Mitgliedern die akademische Freiheit, unter Wahrung der Rechte des Individuums und der Gemeinschaft, innerhalb des Anspruchs der Wahrheit und des Gemeinwohls.(15)
13. Weil es die Zielsetzung einer Katholischen Universit�t ist, angesichts der gro�en Fragestellungen in Gesellschaft und Kultur in institutionalisierter Form das Christliche im universit�ren Bereich pr�sent zu machen,(16) mu� diese Universit�t als Katholische Universit�t durch folgende Wesensmerkmale gepr�gt sein:
christliche Ausrichtung nicht nur der einzelnen Mitglieder, sondern der ganzen Universit�tsgemeinschaft als solcher; st�ndige Reflexion im Lichte des katholischen Glaubens �ber den immerfort wachsenden Schatz der menschlichen Erkenntnis, zu dem sie ihren Teil mit den ihr eigenen Studien beizutragen sucht; Treue gegen�ber der christlichen Botschaft, so wie sie von der Kirche ausgelegt wird; institutionalisierte Verpflichtung, dem Volk Gottes und der Menschheitsfamilie zu dienen auf ihrem Weg zu jenem alles transzendierenden Ziel, das dem Leben seinen Sinn gibt.(17)
14. �Im Licht dieser vier Eigenschaften ist offenkundig, da� �ber Lehre, Forschung und �ber die allen Universit�ten gemeinsamen Dienste hinaus, eine Katholische Universit�t aufgrund ihrer als Institution eigenen Verpflichtung in ihre Arbeit die Inspiration und das Licht der christlichen Botschaft einbezieht. In einer Katholischen Universit�t pr�gen und durchdringen daher katholische Ideale, Haltungen und Grunds�tze die vielf�ltige T�tigkeit der Universit�t in �bereinstimmung mit Wesen und Autonomie, die diesen T�tigkeiten eigen sind. Kurz gesagt: Da die Katholische Universit�t gleichzeitig sowohl Universit�t als auch katholisch ist, mu� sie zugleich eine Gemeinschaft von Dozenten und Studierenden aus den verschiedenen Bereichen menschlichen Wissens sein und zugleich eine akademische Institution, in der das Katholische in lebendiger Weise gegenw�rtig ist�.(18)
15. Die Katholische Universit�t ist deshalb der Ort, an dem Wissenschaftler die Tiefe der Wahrheit der Dinge mit den einer jeden akademischen Disziplin eigenen Methoden erforschen und so zur Bereicherung des Schatzes menschlichen Wissens beitragen. Jede Disziplin wird in geordneter systematischer Weise betrieben, und die verschiedenen Disziplinen stehen in einem Gespr�ch miteinander und bereichern sich so gegenseitig.
Solche Forschung ist nicht nur den M�nnern und den Frauen bei der unaufh�rlichen Suche nach Wahrheit eine Hilfe, sie ist vielmehr auch das heute so sehr notwendige Zeugnis f�r das Vertrauen, das die Kirche auf den inneren Wert von Wissenschaft und Forschung setzt.
Die Forschung an einer Katholischen Universit�t umfa�t deshalb notwendigerweise: a) das Bem�hen um Integration des Wissens; b)
den Dialog zwischen Glaube und Vernunft; c) die ethische Verantwortung; d) theologische Perspektive.
16. Die Integration des Wissens bleibt eine stets zu vervollkommende Aufgabe. Zudem macht die in unseren Tagen angewachsene F�lle des Wissens, zu der die fortw�hrend zunehmende Aufsplitterung des Wissens selbst innerhalb der einzelnen akademischen Disziplinen hinzukommt, diese Aufgabe immer schwieriger. Aber die Universit�t selbst, und vor allem die Katholische Universit�t �mu� eine "lebendige Einheit" von Organen sein, die sich der Erforschung der Wahrheit widmen. ... Es gilt daher eine solche h�here Synthese zu f�rdern, denn nur darin findet jener Durst nach Wahrheit Befriedigung, der tief im Herzen des Menschen lebendig ist�.(19) Die Universit�tsdozenten werden st�ndig bem�ht sein, mit Hilfe von Beitr�gen der Philosophie und Theologie, den Platz und die Bedeutung der einzelnen Disziplinen zu bestimmen im Rahmen eines Menschen- und Weltbildes, das vom Evangelium, und folglich vom Glauben an Christus, den �Logos� und das Zentrum der Sch�pfung und der Menschheitsgeschichte, erleuchtet ist.
17. Die Katholische Universit�t, die diese Integration des Wissens f�rdern will, mu� sich besonders dem Dialog zwischen Glaube und Vernunft widmen, damit tiefer erfa�t werden kann, wie Glaube und Vernunft in der einen Wahrheit zusammenkommen. Wenn auch jede akademische Disziplin die eigene Integrit�t und Forschungsmethode wahrt, so wird durch diesen Dialog doch hervorgehoben, da� �die methodische Forschung in allen Wissensbereichen - vorausgesetzt, sie wirklich geht in wissenschaftlicher Weise und gem�� den Normen der Sittlichkeit vor - niemals in einen echten Konflikt mit dem Glauben kommen kann, weil die Wirklichkeiten des profanen Bereichs und die des Glaubens in demselben Gott ihren Ursprung haben�.(20) Diese lebendige Wechselwirkung zweier verschiedener Ordnungen der Erkenntnis der einen Wahrheit f�hrt zu einer gr��eren Liebe der Wahrheit selbst und tr�gt zu einem breiteren Verst�ndnis des Sinns des menschlichen Lebens und des Ziels der g�ttlichen Sch�pfung bei.
18. Weil jedes Wissen im Dienst der menschlichen Person stehen soll, deshalb ist an einer Katholischen Universit�t die Forschung immer mit der Sorge um die ethischen und moralischen Inhalte verbunden, welche die Methoden und die Ergebnisse in sich bergen. Wenn diese Sorge auch mit jeder Art von Forschung verbunden ist, so ist sie besonders dr�ngend im Bereich der wissenschaftlichen und technologischen Forschung: �Wir m�ssen �berzeugt sein vom Vorrang der Ethik gegen�ber der Technik, vom Primat der Person gegen�ber den Sachen, von der �berlegenheit des Geistes gegen�ber der Materie. Die Sache des Menschen kommt voran nur, wenn sich die Wissenschaft mit dem Gewissen zusammenschlie�t. Der Wissenschaftler wird der Menschheit einen echten Dienst leisten, wenn er "den Sinn f�r die Transzendenz des Menschen gegen�ber der Welt und Gottes gegen�ber dem Menschen" bewahrt�.(21)
19. Auf der Suche nach einer Synthese des Wissens wie auch im Dialog zwischen Glaube und Vernunft kommt der Theologie eine besonders bedeutende Stellung zu. Sie leistet auch einen Beitrag f�r alle anderen Disziplinen, die sich der Sinnfrage stellen, und zwar nicht nur indem sie ihnen hilft zu pr�fen, auf welche Weise deren Ergebnisse den Menschen und die Gesellschaft beeinflussen, sondern indem sie auch eine Perspektive und eine Orientierung bereitstellt, die in deren eigenen Methoden nicht enthalten sind. Andererseits befruchtet der Austausch mit diesen anderen Disziplinen und ihren Ergebnissen auch die Theologie selbst, indem er ihr ein besseres Verst�ndnis der heutigen Zeit erm�glicht und die theologische Forschung den Anforderungen der Gegenwart n�herbringt. Im Blick auf dieses der Theologie eigene Gewicht unter den akademischen Disziplinen mu� jede Katholische Universit�t eine theologische Fakult�t oder wenigstens einen Lehrstuhl f�r Theologie haben.(22)
20. Wegen der engen Beziehung zwischen Forschung und Lehre ist es erforderlich, da� die bereits aufgez�hlten Postulate f�r die Forschung den gesamten Lehrbetrieb beeinflussen. Die einzelnen Disziplinen werden zwar in systematischer Weise und gem�� den ihnen eigenen Methoden vermittelt, doch hilft die Interdisziplinarit�t, die durch den Beitrag der Philosophie und Theologie befruchtet ist, den Studierenden, sich eine organische Sicht der Wirklichkeit zu erwerben und die st�ndige Sehnsucht nach Entfaltung des Geistes zu hegen. Bei der Vermittlung des Wissens zeigt sich, da� die menschliche Vernunft in ihrer Reflexion sich immer neuen Fragestellungen �ffnet, und wie die ersch�pfende Antwort auf diese letztlich von oben durch den Glauben gegeben wird. Au�erdem sind die moralischen Inhalte einer jeden Disziplin als wesentlicher Bestandteil bei deren Vermittlung zu werten; und dies, damit der gesamte Bildungsproze� letztlich auf die volle Entfaltung der Pers�nlichkeit ausgerichtet sei. Schlie�lich bietet die katholische Theologie, in voller Treue zu Schrift und �berlieferung und kirchlichem Lehramt gelehrt, eine klare Kenntnis der Grunds�tze des Evangeliums, wodurch der Sinn des menschlichen Lebens betont und ihm eine neue W�rde verliehen wird.
Durch Forschung und Lehre sollen die Studenten in den verschiedenen Disziplinen so gebildet werden, da� sie in jenem Bereich der Wissenschaft, in dem sie sich dem Dienst an Gesellschaft und Kirche widmen werden, eine wirkliche Sachkenntnis erwerben und gleichzeitig auch in der Lage seien, ihren Glauben vor der Welt zu bezeugen.
2. Universit�tsgemeinschaft
21. Ihre Ziele verfolgt die Katholische Universit�t auch, wenn sie sich darum bem�ht, eine wirklich menschliche und vom Geist Christi durchdrungene Gemeinschaft zu bilden. Die Quelle ihrer Einheit entspringt der gemeinsamen Hingabe an die Wahrheit, der Hochsch�tzung der menschlichen W�rde und letztlich der Person und Botschaft Christi, der dieser Institution die ihr eigene Qualit�t gibt. Aufgrund dieser Pr�gung wird die Universit�tsgemeinschaft vom Geist der Freiheit und der Liebe durchdrungen, und gekennzeichnet durch gegenseitige Achtung, durch ehrlichen Dialog und durch Schutz der Rechte eines jeden Einzelnen. Ihren Mitgliedern verhilft sie zur vollen Entfaltung ihrer Pers�nlichkeit. Die Mitglieder suchen umgekehrt als Einzelne, entsprechend ihrer Stellung und ihrer F�higkeit, die Einheit zu f�rdern und sie tragen dazu bei, die Entscheidungen zu f�llen, welche die Gemeinschaft selbst betreffen, so wie auch den katholischen Charakter dieser Institution zu wahren und zu st�rken.
22. Die Universit�tslehrer haben sich st�ndig um Fortbildung zu bem�hen und Inhalte, Gegenst�nde und Ergebnisse jeder Disziplin in ein zusammenh�ngendes Weltbild einzuordnen. Die christlichen Dozenten sind aufgerufen, Zeugen und Lehrer echt christlichen Lebens zu sein, das die erreichte Verschmelzung von Glaube und Kultur, von entsprechender beruflicher Kompetenz und christlicher Weisheit offenbart. Alle Dozenten sollen durchdrungen sein von den hohen akademischen Zielen und von den Grunds�tzen eines echt menschlichen Lebens.
23. Die Studierenden werden aufgefordert, sich eine Bildung anzueignen, die den hohen Rang der humanistischen und kulturellen Entfaltung mit der spezifischen Berufsausbildung verbindet. Diese Entfaltung mu� so beschaffen sein, da� die Lernenden sich ermutigt f�hlen, ihr ganzes Leben lang die Suche nach der Wahrheit und nach deren Sinn fortzusetzen, weil n�mlich �der menschliche Geist so gebildet werden mu�, da� die F�higkeit des Staunens, der eigentlichen Wesenserkenntnis, der Kontemplation, der pers�nlichen Urteilsbildung und das religi�se, sittliche und gesellschaftliche Bewu�tsein gef�rdert werden�.(23) Dadurch werden sie f�hig und geeignet, sich eine echte christliche Lebensweise zu erwerben, oder, wenn sie diese vielleicht schon erreicht haben, zu vertiefen. Sie m�ssen sich des Ernstes ihres Berufes bewu�t sein und Freude dar�ber empfinden, da� sie morgen qualifizierte F�hrer sein werden und Zeugen f�r Christus an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz.
24. Die verantwortlichen Leiter und Verwalter einer Katholischen Universit�t haben st�ndig das Wachstum der Universit�t und der Universit�tsgemeinschaft durch echte Pflichterf�llung im Geist des Dienens zu f�rdern. Einsatz und Zeugnis der nichtakademischen Mitarbeiter sind ebenfalls unverzichtbar f�r den Charakter und das Leben der Universit�t.
25. Viele Katholische Universit�ten sind von Ordensgemeinschaften
gegr�ndet worden und weiterhin auf deren st�ndige Unterst�tzung angewiesen. Die Ordensgemeinschaften, die sich dem Apostolat der h�heren Bildung widmen, sind daher aufgerufen, diesen Institutionen bei der Erneuerung ihrer Verpflichtung beizustehen und fortzufahren, solche Ordensm�nner und Ordensfrauen auszubilden, von denen ein echter Beitrag f�r Aufgabe und T�tigkeit einer Katholischen Universit�t geleistet werden kann.
Schlie�lich war und ist die Arbeit der Universit�t seit jeher ein Mittel, durch das die Laien eine bedeutsame Aufgabe in der Kirche erf�llen k�nnen. Im gr��eren Teil der Katholischen Universit�t besteht die akademische Gemeinschaft heute mehr aus Laien, die vermehrt viele h�here Dienste und Leitungsaufgaben wahrnehmen. Diese katholischen Laien folgen der Aufforderung der Kirche, �sich mutig und kreativ an den privilegierten Orten der Kultur, wie sie die Welt der Schulen und Universit�ten ist, eine Pr�senz zu verschaffen�.(24) Die Zukunft der Katholischen Universit�ten h�ngt zu einem ganz gro�en Teil vom sachkundigen und hochherzigen Einsatz der katholischen Laien ab. Ihren wachsenden Einsatz in diesen Bildungsst�tten wertet die Kirche als ein Zeichen gro�er Hoffnung und als eine Best�tigung der unersetzbaren Berufung der Laien in Kirche und Welt. Sie vertraut darauf, da� die Laien in Aus�bung der ihnen eigenen Aufgaben �alle zeitlichen Dinge ... so durchleuchten und ordnen, da� sie immer Christus entsprechend geschehen und sich entwickeln und zum Lob des Sch�pfers und Erl�sers gereichen�.(25)
26. Den Universit�tsgemeinschaften vieler katholischer Institutionen geh�ren Kollegen und Mitglieder aus anderen Kirchen, kirchlichen Gemeinschaften oder Religionen an, aber auch Kollegen, die sich zu keinem Glauben bekennen. Diese M�nner und Frauen k�nnen aufgrund ihrer Erfahrung dem Fortschritt der verschiedenen akademischen Disziplinen oder der Durchf�hrung anderer Aufgaben in der Universit�t n�tzen.
3. Katholische Universit�t in der Kirche
27. Als Universit�t steht jede Katholische Universit�t mit der Kirche in einer unabdingbaren Verbindung, die ihrer Natur nach zum spezifischen Wesen dieser Institution geh�rt. Als Katholische Universit�t n�mlich nimmt sie unmittelbar teil am Leben der Teilkirche, an der sie ihren Sitz hat. Insofern sie jedoch zugleich als akademische Institution in die internationale Gemeinschaft der Institutionen f�r Lehre und Forschung eingebunden ist, hat sie auch am Leben der Gesamtkirche Anteil und baut es mit auf; aus diesem Grund geht sie eine besondere Bindung an den Heiligen Stuhl ein, wegen des Dienstes der Einheit, den dieser f�r die ganze Kirche zu erf�llen gehalten ist. Aus dieser Verbindung mit der Kirche erwachsen als Konsequenzen: Treue der Universit�t als Institution zur christlichen Botschaft, Anerkennung der Autorit�t des kirchlichen Lehramts in Glaubens- und Sittenfragen und Gehorsam ihm gegen�ber. Die katholischen Mitglieder der Universit�tsgemeinschaft ihrerseits sind zur pers�nlichen Treue gegen�ber der Kirche berufen mit allen Folgen, die sich daraus ergeben. Von den nichtkatholischen Mitgliedern wird die Beachtung des katholischen Charakters der Institution gefordert, in der sie arbeiten, w�hrend die Universit�t andererseits deren Religionsfreiheit achtet.(26)
28. Die Bisch�fe haben die besondere Verpflichtung, die Katholischen Universit�ten zu f�rdern und besonders sie aufmerksam zu begleiten und ihnen in der Bewahrung und St�rkung ihrer katholischen Identit�t beizustehen, auch gegen�ber der staatlichen Autorit�t. Das wird in angemessener Weise erreicht, wenn feste personelle und pastorale Bindungen zwischen den Universit�ten und den kirchlichen Autorit�ten geschaffen und beibehalten werden, die durch gegenseitiges Vertrauen �bereinstimmende Zusammenarbeit und st�ndiges Gespr�ch charakterisiert sind. Wenn sich auch die Bisch�fe nicht unmittelbar in die innere Leitung einmischen, so d�rfen sie dennoch �nicht als von au�en her wirkend angesehen werden, sondern als Teilhaber am Leben der Katholischen Universit�t�.(27)
29. Indem die Kirche �die rechtm��ige Eigengesetzlichkeit der Kultur und vor allem der Wissenschaften� bejaht, anerkennt sie zugleich auch die akademische Freiheit der einzelnen Wissenschaftler in ihrer eigenen Disziplin gem�� den Grunds�tzen und Methoden der betreffenden Wissenschaft,(28) innerhalb des Anspruchs der Wahrheit und des Gemeinwohls.
Auch die Theologie hat als Wissenschaft in der Universit�t ihren rechtm��igen Platz neben den �brigen Disziplinen. Sie hat, wie es ihr zusteht, ihre spezifischen Grunds�tze und ihre eigene Methode, die sie als Wissenschaft definieren. Insofern sie an diesen Grunds�tzen festhalten und die entsprechende Methode anwenden, erfreuen sich auch die Theologen derselben akademischen Freiheit.
Die Bisch�fe m�gen die sch�pferische Arbeit der Theologen anregen. Die Theologen dienen n�mlich der Kirche durch Forschung, die gem�� einer der Theologie eigenen Methode durchgef�hrt wird. Sie streben danach, den Sinn der christlichen Offenbarung, wie er von Schrift und �berlieferung und kirchlichem Lehramt weitergegeben wird, besser zu erfassen, tiefer zu entfalten und wirksamer kundzumachen. Sie erforschen auch Wege, auf welchen die Theologie Licht in die einzelnen Probleme der Kultur unserer Zeit bringen kann. Weil die Theologie die geoffenbarte Wahrheit zu verstehen sucht, deren authentische Interpretation den Bisch�fen der Kirche anvertraut ist,(29) geh�rt es zugleich wesentlich zu den Grunds�tzen und zur Methode der Forschung und der Lehre dieser akademischen Disziplin, da� die Theologen die Autorit�t der Bisch�fe respektieren und der katholischen Lehre anhangen m�ssen, entsprechend dem Grad der Verbindlichkeit, in der sie gelehrt wird.(30) Das Gespr�ch zwischen Bisch�fen und Theologen ist wegen der je eigenen, aber aufeinander bezogenen Aufgabe beider Seiten, �u�erst notwendig; das gilt ganz besonders heute, wo Forschungsergebnisse durch die sozialen Kommunikationsmittel so rasch und allseitig verbreitet werden.(31)
B. DIENSTAUFTRAG DER KATHOLISCHEN UNIVERSIT�T
30. Grundlegender Auftrag der Universit�t ist das st�ndige Suchen nach Wahrheit durch Erforschen, Bewahren und Verbreiten von Wissen zum Wohl der Gesellschaft. An diesem Auftrag nimmt die Katholische Universit�t durch ihre Eigenart und ihre eigene Zielsetzung teil.
31. Durch Lehre und Forschung leistet die Katholische Universit�t der Kirche eine unverzichtbare Hilfe: sie bildet M�nner und Frauen aus, die, gepr�gt durch die christlichen Grunds�tze und bef�higt, in reifer Weise und verantwortlich ihre christliche Berufung zu leben, auch Aufgaben in der Kirche �bernehmen k�nnen. Au�erdem kann die Katholische Universit�t durch die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Forschung der Kirche helfen, auf die Probleme und Anforderungen der Zeit zu antworten.
32. Die Katholische Universit�t ist wie jede andere Universit�t in die menschliche Gesellschaft eingebunden. Um der Kirche einen immer besseren Dienst leisten zu k�nnen, ist sie aufgerufen - freilich immer im Bereich ihrer Kompetenz - ein noch wirksameres Instrument des kulturellen Fortschrittes f�r den Einzelnen wie f�r die Gesellschaft zu sein. Ihre Forschungst�tigkeit mu� daher das Studium der schwierigen Probleme unserer Zeit
umfassen, wie z.B. die W�rde des menschlichen Lebens, die F�rderung der Gerechtigkeit f�r alle, die Qualit�t der pers�nlichen und famili�ren Lebensverh�ltnisse, den Schutz der Natur, die Suche nach Frieden und politischer Stabilit�t, die gerechtere Verteilung der G�ter der Welt und eine neue wirtschaftliche und politische Ordnung, damit sie besser dem allgemeinen Wohl der einzelnen Nationen und der Gemeinschaft aller Nationen dient. Die universit�re Forschung wird dahin zielen, die Wurzeln und die Ursachen der schwierigen Probleme unserer Zeit unter Beachtung vor allem der ethischen und religi�sen Dimensionen von Grund auf zu erforschen.
Wenn es erforderlich ist, mu� die Katholische Universit�t den Mut haben, auch unbequeme Wahrheiten zu sagen, die der �ffentlichen Meinung nicht gefallen, die jedoch notwendig sind, das wahre Wohl der Gesellschaft zu sch�tzen.
33. Unter christlichem Gesichtspunkt werden bevorzugt die in der modernen Gesellschaft und Kultur vorherrschenden Werte und Normen gepr�ft und beurteilt, sowie die Verpflichtung der heutigen Gesellschaft, jene ethischen und religi�sen Grunds�tze zu verk�nden, die dem menschlichen Leben seinen vollen Sinn geben. Dies ist ein weiterer Beitrag, den die Universit�t f�r die Entwicklung jener echten christlichen Anthropologie leisten kann, die ihren Ursprung von der Person Christi nimmt und die bewirkt, da� die Dynamik der Sch�pfung und Erl�sung die Wirklichkeit und die richtige L�sung der Lebensfragen beeinflu�t.
34. Im Hinblick auf die F�rderung der sozialen Gerechtigkeit ist die christliche Gesinnung des Dienstes am Mitmenschen f�r jede Katholische Universit�t von besonderer Bedeutung und mu� von den Dozenten geteilt und bei den Studenten entwickelt werden. Die Kirche setzt sich entschieden f�r die umfassende Entwicklung eines jeden Mannes und einer jeden Frau ein.(32) Das Evangelium, in der kirchlichen Soziallehre ausgelegt, ruft nachdr�cklich zur F�rderung des Fortschritts der V�lker auf, �vor allem derer, die dem Hunger, dem Elend, den endemischen Krankheiten, der Unwissenheit zu entrinnen suchen; derer, die umfassend an den Fr�chten der Zivilisation teilnehmen und ihre Begabung wirksam zur Geltung bringen wollen, die sich entschieden ihrer vollen Entfaltung zuwenden�.(33) Jede Katholische Universit�t nimmt die Verantwortung wahr, einen konkreten Beitrag zu leisten zum Fortschritt der Gesellschaft, in der sie wirkt: sie kann zum Beispiel Wege suchen, auf welchen die universit�re Bildung all jenen zug�nglich gemacht wird, die aus ihr Nutzen ziehen k�nnten, besonders den Armen oder den Mitgliedern von Minderheitsgruppen, denen diese Bildung herk�mmlicherweise vorenthalten wurde. Es ist Sache der Katholischen Universit�t, nach M�glichkeit den Fortschritt der Entwicklungsl�nder zu f�rdern.
35. In ihrem Bem�hen um eine Antwort auf diese komplexen Probleme, die so viele Aspekte des menschlichen Lebens und der Gesellschaft ber�hren, wird die Katholische Universit�t auf die Zusammenarbeit unter den verschiedenen akademischen Disziplinen dr�ngen, die bereits ihren eigenen Beitrag in der Suche nach L�sungen leisten. Weil �ber dies die einzelnen Institutionen unter begrenzter finanzieller und personeller Ausstattung leiden, ist vorrangig gefordert, da� die Katholischen Universit�ten sich selbst zu gemeinsamen Forschungsprojekten zusammenfinden und auch mit anderen privaten oder �ffentlichen Institutionen zusammenarbeiten. Unter dieser R�cksicht, wie auch bez�glich anderer spezifischer T�tigkeitsbereiche einer Katholischen Universit�t, ist die Bedeutung anzuerkennen, die den verschiedenen nationalen und internationalen Vereinigungen der Katholischen Universit�ten zukommt. Unter ihnen ist in besonderer Weise die Aufgabe der Internationalen Vereinigung der Katholischen Universit�ten (Foederatio Internationalis Studiorum Universitatum Catholicarum) zu erw�hnen, die vom Heiligen Stuhl errichtet ist,(34) welcher von ihr eine fruchtbare Zusammenarbeit erwartet.
36. Durch Programme der st�ndigen Weiterbildung der Erwachsenen, durch Ausbildung von Dozenten zum Dienst in der Beratung, durch Einsatz der neuen Kommunikationsmittel und auf vielf�ltige andere Weise kann die Katholische Universit�t erreichen, da� die wachsende Summe des menschlichen Wissens und ein von Tag zu Tag besser werdendes Glaubensverst�ndnis einer gr��eren Zahl von Menschen zur Verf�gung steht. Auf diese Weise werden die Dienste der Universit�t �ber den eigentlich akademischen Bereich hinaus ausgeweitet.
37. Im Dienst an der Gesellschaft wird die akademische, kulturelle und wissenschaftliche Welt in der Umgebung der Katholischen Universit�t der nat�rliche bevorzugte Gespr�chspartner sein. W�nschenswert sind angemessene Formen des Dialogs und der Zusammenarbeit zwischen den Katholischen Universit�ten und den anderen Universit�ten einer Nation zugunsten der Entwicklung und der Verst�ndigung zwischen den Kulturen sowie zum Schutz von Natur und Umwelt durch ein internationales �kologisches Bewu�tsein.
Zusammen mit den anderen privaten und �ffentlichen Institutionen dienen die Katholischen Universit�ten durch die h�here Bildung und durch die Forschung dem allgemeinen Wohl. Unter den verschiedensten Arten von Institutionen, die notwendig sind zum freien Ausdruck der kulturellen Verschiedenheit, stellen sie eine Form dar, und sie bem�hen sich, den Sinn f�r Solidarit�t in Gesellschaft und Welt zu f�rdern. Mit vollem Recht erwarten sie daher von der weltlichen Gesellschaft und von den �ffentlichen Autorit�ten Anerkennung und Schutz ihrer institutionellen Autonomie und ihrer akademischen Freiheit. Dar�ber hinaus haben sie das Recht auf die f�r die Gew�hrleistung ihrer Existenz und Entwicklung notwendige wirtschaftliche Hilfe.
2. Universit�tsseelsorge
38. Die Universit�tsseelsorge ist jene Aktivit�t der Universit�t, die den Mitgliedern der Universit�tsgemeinschaft Gelegenheit bietet, das akademische Studium und au�erakademische Bereiche mit den religi�sen und sittlichen Grunds�tzen zu verbinden und so das Leben durch den Glauben zu gestalten. Die Universit�tsseelsorge macht die Sendung der Kirche in der Universit�t wirksam und ist daher wesentlicher Bestandteil ihrer T�tigkeit und ihrer Struktur. Eine Universit�tsgemeinschaft, die den katholischen Charakter der Institution zu f�rdern sucht, ist sich dieser seelsorglichen Dimension bewu�t und achtet auf die M�glichkeiten und Mittel, mit denen sie alle ihre T�tigkeiten beeinflussen kann.
39. Als nat�rlichen Ausdruck ihres katholischen Selbstverst�ndnisses wei� die Universit�tsgemeinschaft auch, den Glauben im Alltag lebendig zu machen in bedeutenden Augenblicken der Besinnung und des Gebetes. So werden den katholischen Mitgliedern dieser Gemeinschaft gute M�glichkeiten geboten, sich in ihrem Leben katholische Lehre und katholische Lebensweise anzueignen. Sie werden n�mlich ermutigt zur Teilnahme an den Sakramenten, vor allem am Sakrament der Eucharistie als dem vollkommensten Akt gemeinsamen Gottesdienstes. Jene akademischen Gemeinschaften, in denen nicht wenige Mitglieder verschiedenen Kirchen, kirchlichen oder religi�sen Gemeinschaften angeh�ren, werden deren Initiativen zu Meditation und Gebet respektieren, und dies zum Schutz von deren Glauben.
40. Die Universit�tsseelsorger werden die Professoren und Studenten auch einladen, sich st�rker ihrer Verpflichtung gegen�ber dem geistig oder k�rperlich Behinderten bewu�t zu werden. Nach dem Vorbild Christi m�gen sie sich in besonderer Weise um die Armen k�mmern und um jene, die unter Ungerechtigkeit im wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder religi�sen Bereich zu leiden haben. Diese Verpflichtung kommt in erster Linie innerhalb der akademischen Gemeinschaft zum Tragen; sie kann aber auch au�erhalb derselben erf�llt werden.
41. Die Universit�tsseelsorge ist eine unverzichtbare Aufgabe, wodurch die katholischen Studenten in Erf�llung ihres Taufversprechens vorbereitet werden k�nnen zu t�tiger Teilnahme am Leben der Kirche. Sie kann ferner dazu beitragen, die Hochsch�tzung der Ehe und des famili�ren Lebens zu n�hren und zu mehren, geistliche Berufungen f�r Priestertum und Ordensleben zu wecken, das christliche Engagement der Laien anzuregen und jedweden Einsatz mit dem Geist des Evangeliums zu durchdringen. Ein Einvernehmen zwischen der Universit�tsseelsorge und den Institutionen, die unter der Leitung des Bischofs oder mit dessen Billigung in der Teilkirche arbeiten, wird zum allgemeinen Nutzen dienlich sein.(35)
42. Verschiedene Vereinigungen und Bewegungen des geistlichen und apostolischen Lebens, haupts�chlich aber jene, die eigens f�r die Studenten gegr�ndet sind, k�nnen von gro�em Einflu� sein auf das Wachstum der pastoralen Aspekte des Universit�tslebens.
43. Ihrem Wesen gem�� f�rdert die Universit�t die Kultur durch ihre Forschung, sie hilft, die Kultur des Ortes den nachfolgenden Generationen durch ihre Lehre zu vermitteln und pflegt durch die ihr eigenen Bildungsangebote kulturelle Initiativen. Sie ist f�r alle menschliche Erfahrung offen, bereit zum Dialog und bereit, aus jeder Kultur selbst zu lernen. An diesen Proze� beteiligt sich die Katholische Universit�t dadurch, da� sie die reiche kulturelle Erfahrung der Kirche einbringt. Im Bewu�tsein dessen, da� die menschliche Kultur f�r Offenbarung und Transzendenz offen ist, ist die Katholische Universit�t der prim�re und spezifische Ort f�r einen
fruchtbaren Dialog zwischen Evangelium und Kultur.
44. Die Katholische Universit�t steht der Kirche gerade durch einen solchen Dialog bei, indem sie ihr hilft, zu einer besseren Kenntnis der verschiedenen Kulturen zu kommen, zwischen deren positiven und negativen Aspekten zu unterscheiden, deren echte menschliche Beitr�ge anzunehmen und jene Mittel zu entwickeln, durch welche sie den Menschen einer bestimmten Kultur den Glauben verst�ndlicher machen kann.(36) Wenn es wahr ist, da� das Evangelium nicht mit einer bestimmten Kultur gleichgesetzt werden kann, sondern da� es vielmehr alle Kulturen �bersteigt, ist es auch zutreffend, da� �das Reich, das das Evangelium verk�ndet, von Menschen gelebt wird, die zutiefst an eine Kultur gebunden sind, und da� die Errichtung des Gottesreiches nicht darauf verzichten kann, sich gewisser Elemente der menschlichen Kultur und Kulturen zu bedienen�.(37) �Ein Glaube, der sich am Rande des Menschlichen und damit der Kultur vollz�ge, w�re ein unzuverl�ssiger Glaube gegen�ber der F�lle dessen, was das Wort Gottes offenbart und enth�llt, ein gek�pfter Glaube, ja geradezu ein Glaube im Proze� der Selbstaufl�sung�.(38)
45. Die Katholische Universit�t soll immer mehr die Kulturen der heutigen Welt beachten wie auch die kulturellen Traditionen innerhalb der Kirche, um einen st�ndigen und fruchtbaren Dialog zwischen dem Evangelium und der heutigen Gesellschaft zu f�rdern. Unter den Kriterien, welche den Wert einer jeden Kultur kennzeichnen, haben Vorrang: das Gesp�r f�r die menschliche Person, ihre Freiheit und ihre W�rde; das Gesp�r f�r ihre Verantwortung und ihre Offenheit f�r das Transzendente. Mit der Achtung der Person ist das hohe Gut der Familie verbunden, Urzelle jeder menschlichen Kultur.
Die Katholischen Universit�ten sollen bem�ht sein, die Zielsetzungen und Widerspr�che der heutigen Kultur zu unterscheiden und gut zu gewichten suchen, um sie so f�r die volle Entfaltung der Personen und die umfassende Entwicklung der V�lker f�hig zu machen. Es wird besonders empfohlen, durch geeignete Untersuchungen den Einflu� zu erforschen, welchen die moderne Technologie und vor allem die Medien auf die Personen, die Familie, die Institutionen und auf die Kultur insgesamt aus�ben. Die �berkommenen Kulturen sind in ihrem urspr�nglichen Wesen zu sch�tzen, indem man ihnen hilft, die Werte dieser Zeit anzunehmen, ohne ihr Erbe preiszugeben, das ein Gut der ganzen Menschheitsfamilie ist. Universit�ten in Gegenden mit alter kultureller Tradition haben die Kulturen dieser Orte mit dem fruchtbaren Beitrag der j�ngeren Kulturen umsichtig in Einklang zu bringen.
46. Ein Bereich von besonderem Interesse f�r die Katholische Universit�t ist der Dialog zwischen dem christlichen Denken und den modernen Wissenschaften. Diese Aufgabe erheischt Menschen, die in den einzelnen Disziplinen besonders ausgewiesen und zugleich hinreichend theologisch gebildet und f�hig sind, die epistemologische Fragestellung auf der Ebene des Verh�ltnisses von Glaube und Vernunft zu behandeln. Diese Aufgabe bezieht sich sowohl auf die Naturwissenschaften, wie auch auf die Humanwissenschaften, die neue und komplexe philosophische und ethische Probleme stellen. Der christliche Forscher mu� aufzeigen, wie die menschliche Vernunft durch die h�here, vom Evangelium stammende Wahrheit bereichert wird: �Der Verstand wird dadurch niemals beeintr�chtigt, sondern im Gegenteil angespornt und gest�rkt durch die innere Erkenntnisquelle einer tieferen Einsicht in das Wort Gottes, durch die Hierarchie der Werte, die sich aus ihm ergibt. Die Katholische Universit�t tr�gt auf ihre einzigartige Weise dazu bei, den Vorrang des Geistes sichtbar zu machen, der sich unter Gefahr der Selbstaufgabe niemals darauf einlassen kann, sich g�nzlich etwas anderem zu widmen als der Erforschung der Wahrheit�.(39)
47. Neben dem kulturellen Dialog kann die katholische Universit�t, unter Beachtung ihrer eigenen Zielsetzung, unter Ber�cksichtigung des verschiedenen religi�s-kulturellen Kontextes und in Befolgung der von der rechtm��igen kirchlichen Autorit�t erlassenen Weisungen dem �kumenischen Dialog von Nutzen sein, um die Suche nach der Einheit aller Christen und den Dialog zwischen den Religionen dadurch zu f�rdern, da� sie hilft, die den �brigen Religionen eigenen geistlichen Werte zu erkennen.
48. Prim�re Aufgabe der Kirche ist es, das Evangelium so zu verk�ndigen, da� die Verbindung von Glaube und Leben sicher bewahrt wird sowohl in den einzelnen Menschen wie im soziokulturellen Kontext, in dem die Menschen leben, arbeiten und einander begegnen. �Evangelisierung besagt f�r die Kirche, die Frohbotschaft in alle Bereiche der Menschheit zu tragen und sie durch deren Einflu� von innen her umzuwandeln und die Menschheit selbst zu erneuern... F�r die Kirche geht es nicht nur darum, immer weitere Landstriche oder immer gr��ere Volksgruppen durch die Predigt des Evangeliums zu erfassen, sondern zu erreichen, da� durch die Kraft des Evangeliums die Urteilskriterien, die bestimmenden Werte, die Interessensbereiche, die Denkgewohnheiten, die Quellen der Inspiration und die Lebensmodelle der Menschheit, die zum Wort Gottes und zum Heilsplan im Gegensatz stehen, umgewandelt werden�.(40)
49. Jede Katholische Universit�t leistet ihrem eigenen Wesen gem�� der Kirche eine gro�e Hilfe beim Werk der Evangelisierung. Es handelt sich um ein lebendiges Zeugnis auf institutioneller Ebene, das Christus und seiner Botschaft geleistet wird, und das so notwendig ist in den durch den S�kularismus gepr�gten Kulturen, oder wo Christus und seine Botschaft noch nicht bekannt sind. Nebst dem werden alle Aktivit�ten einer Katholischen Universit�t mit dem Evangelisierungsauftrag der Kirche harmonisch verbunden: Forschung, im Licht der christlichen Botschaft, welche die neuen Errungenschaften den einzelnen Menschen sowie der Gesellschaft zugutekommen l��t; Bildung im Kontext des Glaubens, welche die Menschen zu vern�nftigem und kritischem Urteil f�hig macht und sie der hohen W�rde der menschlichen Person bewu�t werden l��t; Berufsausbildung, welche die ethischen Werte und die Bereitschaft zum Dienst an den einzelnen Menschen sowie an der Gesellschaft miteinbezieht; Dialog mit der Kultur, der zu einem besseren Verst�ndnis des Glaubens f�hrt; theologische Forschung, welche hilft, den Glauben in neuer Sprache auszudr�cken. �Gerade weil sich die Kirche immer mehr ihrer Heilssendung f�r die gesamte Welt bewu�t wird, m�chte sie mit diesen Einrichtungen in enger Verbindung stehen; denn bei der Verbreitung der wahren Botschaft Jesu Christi sollen sie pr�sent sein und wirksam mitarbeiten�.(41)
� 1. Diese Allgemeinen Normen fu�en auf dem Codex Iuris Canonici,(42) dessen weitere Ausf�hrung sie sind, und auf zus�tzlichen Gesetzen der Kirche, unbeschadet des Rechts des Heiligen Stuhls, seine Autorit�t einzusetzen, wenn es erforderlich sein sollte. Sie gelten f�r alle Katholischen Universit�ten und katholischen Hochschuleinrichtungen in der ganzen Welt.
� 2. Die Bischofskonferenzen und die anderen Organe der Katholischen Kirche(43) m�ssen die Allgemeinen Normen an den einzelnen Orten und in den einzelnen Regionen in �bereinstimmung mit dem Codex Iuris Canonici und den zus�tzlichen kirchlichen Gesetzen anwenden, unter Ber�cksichtigung der Statuten der betreffenden Universit�t oder Institution und - wo es geschehen kann und opportun ist - auch des weltlichen Rechts. Nach �berpr�fung durch den Heiligen Stuhl(44) gelten die �rtlichen und regionalen Rahmenordnungen f�r alle Katholischen Universit�ten und katholischen Hochschuleinrichtungen der Region, ausgenommen die Kirchlichen Universit�ten und Fakult�ten, die n�mlich, ebenso wie die Kirchlichen Fakult�ten, die zu einer Katholischen Universit�t geh�ren, den Normen der Apostolischen Konstitution Sapientia Christiana unterstehen.(45)
� 3. Eine Universit�t, die vom Heiligen Stuhl, von einer Bischofskonferenz oder von einem anderen Organ der Katholischen Hierarchie oder von einem Di�zesanbischof errichtet oder anerkannt ist, mu� diese
Allgemeinen Normen und ihre Anwendung, die �rtliche und die regionale, den sich auf ihre Leitung beziehenden Instrumenten einf�gen und ihre geltenden Statuten sowohl an die Allgemeinen Normen wie an deren Anwendung anpassen und sie der rechtm��igen kirchlichen Autorit�t zur Genehmigung vorlegen. Auch die �brigen, nicht in den zuvor erw�hnten Formen eingerichteten Universit�ten haben im Einvernehmen mit der kirchlichen Autorit�t des Ortes diese Allgemeinen Normen, und deren �rtliche oder regionale Applikationen auf sich zu beziehen und sie den sich auf ihre Leitung beziehenden Instrumenten einzuf�gen und - soweit es geschehen kann - ihre geltenden Statuten sowohl an diese Allgemeinen Normen
wie auch an deren Anwendung anzupassen.
Art. 2 - Wesen einer Katholischen Universit�t
� 1. Eine Katholische Universit�t ist wie jede Universit�t eine Gemeinschaft von Studierenden, welche die verschiedenen Gebiete des menschlichen Wissens behandelt. Sie widmet sich der Forschung, der Lehre und verschiedenen Dienstleistungen, die ihrer kulturellen Aufgabe entsprechen.
� 2. Eine Katholische Universit�t durchdringt als Katholische Universit�t ihre Forschung und Lehre und die �brigen Aufgaben mit den katholischen Zielen, Grunds�tzen und Haltungen und handelt danach. Sie ist an die Kirche gebunden entweder durch eine bestimmte konstitutive und satzungsm��ige Bindung oder aufgrund einer Verpflichtung der Institution, welche die f�r sie Verantwortlichen �bernommen haben.
� 3. Jede Katholische Universit�t mu� ihren katholischen Charakter verdeutlichen entweder durch die Erkl�rung ihrer Aufgabe oder durch ein anderes geeignetes �ffentliches Instrument, sofern nicht etwas anderes von der zust�ndigen kirchlichen Autorit�t gebilligt ist. Sie mu�, besonders durch ihre Struktur und ihre Ordnungen, M�glichkeiten vorsehen, um jenen Charakter zum Ausdruck zu bringen und zu wahren gem�� � 2.
� 4. Die katholische Lehre und die katholische Disziplin m�ssen sich auswirken auf alle T�tigkeiten der Universit�t, wobei jedoch die Gewissensfreiheit einer jeden Person voll zu beachten ist.(46) Jeder �ffentliche Akt der Universit�t mu� mit ihrem katholischen Wesen �bereinstimmen.
� 5. Eine Katholische Universit�t besitzt die n�tige Autonomie, das ihr eigene Wesen zu entfalten und ihre Aufgabe zu erf�llen. Die Forschungs- und die Lehrfreiheit ist anzuerkennen und zu wahren je nach den Grunds�tzen und Methoden einer jeden Disziplin, wenn nur die Rechte der einzelnen Person und die der Gemeinschaft gesch�tzt werden, innerhalb des Anspruchs der Wahrheit und des Gemeinwohls.(47)
Art. 3 - Errichtung einer Katholischen Universit�t
� 1. Eine Katholische Universit�t kann errichtet und anerkannt werden vom Heiligen Stuhl, von einer Bischofskonferenz, oder von einem anderen Organ der Katholischen Hierarchie oder von einem Di�zesanbischof.
� 2. Mit Zustimmung des Di�zesanbischofs kann eine Katholische Universit�t auch von einem Ordensinstitut oder von einer anderen �ffentlichen juristischen Person eingerichtet werden.
� 3. Eine Katholische Universit�t kann von anderen Personen, Geistlichen oder Laien, eingerichtet werden. Eine solche Universit�t kann als Katholische Universit�t nur gelten mit Billigung durch die zust�ndige kirchliche Autorit�t, gem�� den Bedingungen, welche die Parteien vereinbart haben.(48)
� 4. In den F�llen von � 1 und � 2 m�ssen die Statuten von der zust�ndigen kirchlichen Autorit�t genehmigt werden.
Art. 4 - Universit�tsgemeinschaft
� 1. Die Verantwortung f�r den Schutz und die St�rkung des katholischen Charakters der Universit�t kommt vor allem der Universit�t selbst zu. Wenngleich diese Verantwortung insbesondere den Autorit�ten der Universit�t, (einschlie�lich, wo es sie gibt, des Gro�kanzlers und/oder des Verwaltungsrates oder eines anderen gleichwertigen Organs) obliegt, betrifft sie, wenn auch nicht in demselben Ma�, auch alle Mitglieder der Universit�tsgemeinschaft. Daher ist es erforderlich, da� f�r die Universit�t geeignete Personen, haupts�chlich Professoren und Verwaltungsbedienstete, gewonnen werden, die bereit und in der Lage sind, diesen Charakter zu f�rdern. Der Charakter einer Katholischen Universit�t ist vornehmlich gebunden an die Qualit�t der Professoren und an die Beachtung der katholischen Lehre. Sache der rechtm��igen Autorit�t ist es, gem�� den Vorschriften des Codex Iuris Canonici �ber diese beiden grundlegenden Bedingungen zu wachen.(49)
� 2. Die Professoren und alle Verwaltungsbediensteten sind zum Zeitpunkt ihrer Ernennung �ber den katholischen Charakter der Institution und �ber dessen Folgen in Kenntnis zu setzen, ebenso �ber ihre Verpflichtung, diesen Charakter zu f�rdern oder, wenigstens, zu beachten.
� 3. Auf eine Weise, die den verschiedenen akademischen Disziplinen entspricht, sind die katholische Lehre und die katholische Sittenordnung sowohl in der Forschung wie in der Unterweisung von allen katholischen Dozenten getreu anzunehmen und von den �brigen zu beachten. Insbesondere die katholischen Theologen haben im Bewu�tsein dessen, da� sie einen Auftrag der Kirche wahrnehmen, dem Lehramt der Kirche als dem authentischen Interpreten von Schrift und �berlieferung treu zu sein.(50)
� 4. Dozenten und Verwaltungsbedienstete, die anderen Kirchen, kirchlichen Gemeinschaften oder Religionen angeh�ren, und jene, die sich zu keinem religi�sen Glauben bekennen, sowie alle Studenten sind verpflichtet, den katholischen Charakter der Universit�t anzuerkennen und zu beachten. Damit der katholische Charakter der Universit�t oder der Hochschuleinrichtung nicht gef�hrdet wird, mu� jedenfalls vermieden werden, da� die nicht-katholischen Dozenten einen mehrheitlichen Teil in der Institution bilden, die katholisch ist und katholisch bleiben mu�.
� 5. Die Bildung der Studenten mu� die akademische und berufliche Reife verbinden mit der Pr�gung durch die sittlichen und die religi�sen Grunds�tze und mit der Kenntnis der Soziallehre der Kirche. Die Studienordnung f�r einen jeden Beruf mu� eine angemessene ethische Bildung f�r den Beruf vorsehen, auf den sie vorbereitet. Au�erdem mu� erreicht werden, da� alle Studierenden Vorlesungen �ber die katholische Lehre h�ren k�nnen.(51)
Art. 5 - Katholische Universit�t in der Kirche
� 1. Jede Katholische Universit�t mu� Gemeinschaft halten mit der Gesamtkirche und mit dem Heiligen Stuhl; eng mu� sie mit der Teilkirche verbunden sein, mit den Di�zesanbisch�fen der Region oder der Nation, wo sie t�tig ist. Entsprechend dem ihr als Universit�t eigenen Charakter hat die Katholische Universit�t zu dem der Kirche �bertragenen Werk der Evangelisierung ihren Beitrag zu leisten.
� 2. Pflicht eines jeden Bischofs ist es, den guten Gang der Katholischen Universit�ten seiner Di�zese zu f�rdern; er hat das Recht und die Pflicht, f�r Schutz und St�rkung von deren katholischen Charakter zu sorgen. Wenn bez�glich dieser notwendigen Bedingung Probleme entstehen, hat der Ortsbischof die Ma�nahmen zu treffen, die zu ihrer L�sung n�tig sind, im Einvernehmen mit den rechtm��igen akademischen Autorit�ten und im Einklang mit den festgelegten Verfahren(52) und - wenn es erforderlich sein sollte - mit Hilfe des Heiligen Stuhls.
� 3. Zu bestimmten Zeiten mu� eine jede Katholische Universit�t, von der Art. 3 �� 1-2 handelt, der zust�ndigen kirchlichen Autorit�t �ber die Universit�t und ihre T�tigkeiten berichten. Die �brigen Katholischen Universit�ten m�ssen �ber diese Angelegenheiten den Bischof der Di�zese informieren, in welcher sich der Hauptsitz der Institution befindet.
Art. 6 - Universit�tsseelsorge
� 1. Die Katholische Universit�t hat die Seelsorge der Mitglieder der Universit�tsgemeinschaft zu f�rdern und vor allem das geistliche Wachstum derer, die sich zum katholischen Glauben bekennen. Jene Wege sind zu bevorzugen, welche der Vollendung der menschlichen und der beruflichen Bildung durch die religi�sen Werte im Lichte der katholischen Lehre dienen, so da� die Erkenntnis des Verstandes mit der religi�sen Dimension des Lebens verbunden wird.
� 2. Eine hinreichende Zahl geeigneter Personen - Priester, Ordensm�nner, Ordensfrauen, Laien - ist zu bestellen, die f�r die Universit�tsgemeinschaft die spezifische Seelsorge leisten, die in �bereinstimmung und in Zusammenarbeit mit der Seelsorge in der Teilkirche unter der Leitung oder Approbation des Di�zesanbischofs auszu�ben ist. Alle Mitglieder der Universit�tsgemeinschaft sind einzuladen, sich in die Universit�tsseelsorge einzubringen und an deren Vorhaben mitzuwirken.
� 1. Zur besseren Bew�ltigung der Probleme der heutigen Gesellschaft und zur St�rkung des katholischen Charakters der Institutionen ist es n�tig, in Forschung und Lehre und bei den �brigen T�tigkeiten der Universit�t die regionale, nationale und internationale Zusammenarbeit aller Katholischen Universit�ten, auch der Kirchlichen Universit�ten und Fakult�ten zu f�rdern.(53) Diese Kooperation ist, gleicherma�en zu f�rdern auch zwischen den Katholischen Universit�ten und den anderen Universit�ten und Forschungs- und Lehreinrichtungen, sowohl den �ffentlichen wie den privaten.
� 2. Die Katholischen Universit�ten haben sich, wenn es m�glich ist, und in �bereinstimmung mit den Grunds�tzen der katholischen Lehre, an den �ffentlichen Planungen und an den Projekten der nationalen und internationalen Institutionen zu beteiligen, die sich um Gerechtigkeit, Entwicklung und Fortschritt bem�hen.
Art. 9 - Die Durchf�hrung der Konstitution ist der Kongregation f�r das Katholische Bildungswesen �bertragen, deren Aufgabe es sein wird, die dazu notwendigen Normen zu erlassen.
Art. 10 - Aufgabe der Kongregation f�r das Katholische Bildungswesen wird es sein, wenn es im Laufe der Zeit die Umst�nde erfordern, �nderungen vorzuschlagen, die in diese Konstitution einzuf�gen sind, damit die Konstitution den neuen Anforderungen der Katholischen Universit�ten stets angepa�t ist.
Art. 11 - Teilkirchliche Gesetze oder Gewohnheiten, die gegenw�rtig in Geltung sind und dieser Konstitution zuwiderlaufen, werden aufgehoben. Ebenso werden aufgehoben die bis zum heutigen Zeitpunkt vom Heiligen Stuhl physischen und juristischen Personen gew�hrten Privilegien, die dieser Konstitution widersprechen.
Die Aufgabe, welche die Kirche mit gro�er Hoffnung den Katholischen Universit�ten anvertraut, hat kulturelle und religi�se Bedeutung von gr��tem Gewicht, da sie die Zukunft der Menschheit betrifft. Die Erneuerung, die von den Katholischen Universit�ten gefordert wird, soll diese f�higer machen, den Auftrag zu erf�llen, Christi Botschaft den Menschen, der Gesellschaft und den Kulturen zu �berbringen: �Jede menschliche - individuelle und gemeinschaftliche - Wirklichkeit ist ja von Christus erl�st worden: Die Menschen sind erl�st mit all ihrem Tun, dessen erhabenster und den Menschen eigenster Ausdruck die Kultur ist. Das Heilswirken der Kirche im Rahmen der Kulturen vollzieht sich in erster Linie durch die Vermittlung der Personen, der Familien und der Erzieher... Unser Erl�ser Jesus Christus bietet sein Licht und seine Hoffnung allen M�nnern und Frauen an, welche die Wissenschaft und die K�nste, die Literatur und die zahllosen, von der modernen Kultur entwickelten Bereiche pflegen. Alle Kinder der Kirche m�ssen sich daher ihrer Sendung bewu�t werden und entdecken, wie das Evangelium die vorherrschenden Mentalit�ten und Werte durchdringen und erneuern kann, welche die verschiedenen Kulturen und die ihnen entspringenden Meinungen und Haltungen inspirieren�.(54)
Voller Hoffnung �bergebe ich dieses Dokument allen M�nnern und Frauen, die auf vielfache Weise die schwere Aufgabe der katholischen h�heren Bildung versehen.
Geliebte Br�der und Schwestern, meine Ermutigung und mein Vertrauen begleiten Euch bei Eurer harten t�glichen Arbeit, die von Tag zu Tag gr��er, dr�ngender, notwendig wird f�r die Evangelisierung, f�r die Zukunft der Kultur und der Kulturen. Kirche und Welt brauchen Euer Zeugnis und Euren sachkundigen, frei und verantwortungsbewu�t geleisteten Einsatz.
Gegeben zu Rom bei St. Peter am 15. August 1990, dem Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, im zw�lften Jahr meines Pontifikats.
(1) Vgl. ALEXANDER IV., Schreiben an die Universit�t Paris vom 14. April 1255, Einleitung: Bullarium Diplomatum, t. III, Augustae Taurinorum 1858, S. 602.
(2) AUGUSTINUS, Bekenntnisse 10,23,33: �Gl�ckseliges Leben ist ja Freude an der Wahrheit. Und Freude an dir, mein Gott, der du 'die Wahrheit bist, meine Erleuchtung, du Heil meines Angesichts, mein Gott'� (Ps. 26, 1 und 41,12): PL 32, 793-794; vgl. THOMAS VON AQUIN, �ber das �bel 9, 1: �Es ist n�mlich dem Menschen naturgem��, da� er nach Erkenntnis der Wahrheit strebt�.
(3) JOHANNES PAUL II., Ansprache an das �Institut Catholique� in Paris vom 1. Juni 1980: Insegnamenti di Giovanni Paolo II, III, 1 (1980), S. 1581; Oss. Rom. dt. 10 (1980) Nr. 25 vom 20. Juni 1980, S. 5.
(4) JOHANNES PAUL II., Ansprache an die Kardin�le vom 9. November 1979:
Insegnamenti di Giovanni Paolo II, II, 2 (1979), S. 1096; vgl. Ansprache an die UNESCO in Paris vom 2. Juni 1980: Insegnamenti di Giovanni Paolo II,
III, 1 (1980), SS. 1636-1655.
(5) Vgl. JOHANNES PAUL II., Ansprache an die Universit�t Coimbra vom 15. Mai 1982: Insegnamenti di Giovanni Paolo II, V, 2 (1982), S. 1692.
(6) Vgl. PAUL VI., Ansprache an die Vertreter der Nationen vom 4. Oktober 1965: Insegnamenti di Paolo VI, III (1965), S. 508.
(7) JOHN HENRY CARDINAL NEWMAN, The Idea of a University, London, Longmans, Green and Company, 1931, S. XI.
(8) Joh 14, 6
(9) Vgl. AUGUSTINUS, Sermo 43, 9: PL 38, 258. Vgl. auch ANSELM, Proslogion,
cap. I: PL 158, 227.
(10) JOHANNES PAUL II., Ansprache an den Internationalen Kongre� �ber die Katholischen Universit�ten vom 25. April 1989, Nr. 3: L'Osservatore Romano vom 26. April 1989; Oss. Rom. dt. 19 (1989) Nr. 30/31 vom 28. Juli 1989, S. 18 f.
(11) Vgl. JOHANNES PAUL II., Apost. Konst. Sapientia Christiana �ber die Kirchlichen Universit�ten und Fakult�ten vom 15. April 1979: AAS
71 (1979), SS. 469-521.
(12) II. Vat. Konzil, Erkl�rung �ber die christliche Erziehung
10: AAS 58 (1966), S. 737.
(13) Mt 13,52.
(14) Vgl. La �Magna Charta� delle Universit� Europee, �Principi fondamentali�. Dieses Dokument wurde am 18. September 1988 in Bologna/Italien herausgegeben.
(15) II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution �ber die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes,
59: AAS 58 (1966), S. 1080. vgl. II. Vat. Konzil, Erkl�rung �ber christliche Erziehung Gravissimum Educationis,
10: AAS 58 (1966), S. 737. Institutionelle Autonomie hei�t, da� die akademische Leitung ist und (ver) bleibt innerhalb der Institution. �Akademische Freiheit�ist die all jenen, die in Lehre und Forschung t�tig sind, gegebene feste Zusage, innerhalb ihres besonderen Wissenschaftsbereichs und gem�� den je eigenen Methoden dieses Bereichs, die Wahrheit zu suchen, wohin auch immer Untersuchung und Gewi�heit sie f�hren, und gleichermassen die Ergebnisse solcher Forschung zu lehren und zu ver�ffentlichen, unter Beachtung der oben genannten Kriterien und des Schutzes der Rechte des Einzelnen und der Rechte der Gemeinschaft, innerhalb des Anspruchs der Wahrheit und des Gemeinwohls.
(16) Der Begriff �Kultur� wird in diesem Dokument in doppeltem Sinn verwendet, n�mlich in humanistischem und in sozial-historischem Sinn. �Unter Kultur im allgemeinen versteht man alles, wodurch der Mensch seine vielf�ltigen geistigen und k�rperlichen Anlagen ausbildet und entfaltet; wodurch er sich die ganze Welt in Erkenntnis und Arbeit zu unterwerfen sucht; wodurch er das gesellschaftliche Leben in der Familie und in der ganzen b�rgerlichen Gesellschaft im moralischen und institutionellen Fortschritt menschlicher gestaltet; wodurch er endlich seine gro�en geistigen Erfahrungen und Strebungen im Lauf der Zeit in seinen Werken vergegenst�ndlicht, mitteilt und ihnen Dauer verleiht - zum Segen vieler, ja der ganzen Menschheit. Daraus folgt, da� die Kultur des Menschen notwendig eine geschichtliche und eine gesellschaftliche Seite hat und darum der Begriff der Kultur meist das Gesellschaftliche und das V�lkische mitbezeichnet� (II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution �ber die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes.
53: AAS 58 [1966], S. 1075).
(17) L'Universit� Catholique dans le monde moderne. Document final du 2�me Congr�s des D�l�gu�s des Universit�s Catholiques, Romae, 20-29 Novembris 1972, 1.
(19) JOHANNES PAUL II., Ansprache an den Internationalen Kongre� �ber die Katholischen Universit�ten vom 25. April 1989, Nr. 4: L'Osservatore Romano vom 26. April 1989; Oss. Rom. dt. 19 (1989) Nr. 30/31 vom 28. Juli 1989, S. 18 f; vgl. auch II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution �ber die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes,
61: AAS 58 (1966), SS. 1081-1082. Auch Kardinal NEWMAN bemerkt: Die Universit�t �erkl�rt, allen an ihr gepflegten Disziplinen, den ihnen eigenen Platz und den ihnen eigenen Bereich zu gew�hren; die Rechte f�r den gegenseitigen Bezug festzulegen; die wechselseitigen Beziehungen zwischen den einzelnen und allen Disziplinen zu f�rdern� (Newman, The Idea of a University, S. 457).
(20) II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution �ber die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes,
36: AAS 58 (1966), S. 1054. Einigen Wissenschaftlern haben wir folgendes zu bedenken gegeben: �Wenn Wissenschaft und Glaube zwei unterschiedliche Erkenntnismethoden darstellen, die in ihren Vorgehensweisen unabh�ngig voneinander sind, so m�ssen sie sich letztlich beim Erkennen der ganzen Wirklichkeit, die ihren Ursprung in Gott hat, zusammenfinden�. (JOHANNES PAUL II., Ansprache an die Teilnehmer des Konvents �ber die �Wissenschaft Galileis�, 9. Mai 1983, Nr. 3:
AAS 75 (1983), S. 690; (vgl. auch Oss. Rom. dt. 13 (1983) Nr. 21 vom 27. Mai 1983, S. 9).
(21) JOHANNES PAUL II., Ansprache an die UNESCO in Paris vom 2. Juni 1980, Nr. 22: Insegnamenti di Giovanni Paolo II III, 1 (1980), S. 1654. Am Ende dieser Stelle habe ich Worte aus der Ansprache an die P�pstliche Akademie der Wissenschaften vom 10. November 1979 wiederholt.
(22) Vgl. II. Vat. Konzil, Erkl�rung �ber die christliche Erziehung
(23) II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution �ber die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes,
59: AAS 58 (1966), S. 1080. Kardinal NEWMAN beschreibt die betreffende Zielsetzung wie folgt: �Es wird eine Geisteshaltung gepr�gt, die ein Leben lang anh�lt und deren Kennzeichen sind: Freiheit, Gerechtigkeitsgef�hl, Ruhe, Ma� und Weisheit� (NEWMAN, The Idea of a University, SS. 101-102).
(24) JOHANNES PAUL II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Christifideles Laici
vom 30. Dezember 1988, Nr. 44: AAS 81 (1989), S. 479.
(25) II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution �ber die Kirche Lumen Gentium,
31: AAS 57 (1965), SS. 37-38; vgl. II. Vat. Konzil, Dekret �ber das Apostolat der Laien Apostolicam actuositatem, passim: AAS 58 (1966), SS. 837 ff.; vgl. II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution �ber die Kirche in der Welt von heute Gaudium et spes, 43: AAS 58 (1966), SS. 1061-1064.
(26) Vgl. II. Vat. Konzil, Erkl�rung �ber die Religionsfreiheit
Humanae, 2: AAS 58 (1966), S. 930-931.
(27) JOHANNES PAUL II., Ansprache an die katholischen Hochschullehrer in der �Xavier University of Louisiana� in New Orleans vom 12. September 1987, Nr. 4: AAS 80 (1988), S. 764; [vgl. auch Oss. Rom. dt. 17 (1987) Nr. 40 vom 2. Oktober 1987, S. 14].
(28) II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution �ber Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes,
59: AAS 58 (1966). S. 1080.
(29) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution �ber die g�ttliche Offenbarung Dei Verbum,
8-10: AAS 58 (1966), S. 820-822.
(30) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution �ber die Kirche
25: AAS 57 (1965), S. 29-31.
(31) Vgl. Kongregation f�r die Glaubenslehre, Instruktion �ber die kirchliche Berufung des Theologen vom 24. Mai 1990.
(32) Vgl. JOHANNES PAUL II., Enzyklika Sollicitudo rei socialis, 27-34:
AAS 80 (1988), SS. 547-560.
(33) PAUL VI., Enzyklika Populorum progressio, 1: AAS 59 (1967), S. 257.
(34) �Da also diese universit�ren Bildungsst�tten so gl�cklich verbreitet sind, erscheint es durchaus n�tzlich, da� deren Dozenten und Studenten sich zu gemeinsamer Vereinigung zusammenschlie�en, die, gest�tzt auf die Autorit�t des Papstes als des Vaters und Lehrers aller, in gegenseitigem Meinungsaustausch und mit vereinten Kr�ften das Licht Christi wirksamer verbreiten und ausbreiten soll� (PIUS XII., Apostolisches Schreiben Catholicas Studiorum Universitates zur Errichtung der Internationalen Vereinigung der Katholischen Universit�ten (Foederatio Internationalis Studiorum Universitatum Catholicarum, FIUC): AAS 42 (1950) S. 386.
(35) Der Codex Iuris Canonici umschreibt die Aufgaben des Bischofs gegen�ber den Studenten der Universit�ten wie folgt. �Der Di�zesanbischof hat angelegentlich f�r die Seelsorge der Studenten zu sorgen, auch durch Errichtung einer Pfarrei oder wenigstens durch auf Dauer dazu bestellte Priester, und er hat daf�r zu sorgen, da� bei den Universit�ten, auch den nichtkatholischen, katholische Universit�tszentren bestehen, die den Studenten Hilfe, vor allem geistliche, bieten� (CIC, can. 813).
(36) �In gleicher Weise nimmt die Kirche, dis im Lauf der Zeit in je verschiedener Umwelt lebt, die Errungenschaften der einzelnen Kulturen in Gebrauch, um die Botschaft Christi in ihrer Verk�ndigung bei allen V�lkern zu verbreiten und zu erkl�ren, um sie zu erforschen und tiefer zu verstehen, um sie in der liturgischen Feier und im Leben der vielgestaltigen Gemeinschaft der Gl�ubigen besser Gestalt werden zu lassen� (II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution �ber die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes,
58: AAS 58 (1966), S. 1079).
(37) PAUL VI., Apostolisches Schreiben Evangelii nuntiandi, 20: AAS
68 (1976), S. 18; vgl. II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution �ber die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes,
58: AAS 58 (1966), S. 1079.
(38) JOHANNES PAUL II., Ansprache in Medell�n, Kolumbien, an die Vertreter von Kultur und Wissenschaft vom 5. Juli 1986, Nr.3: AAS 79 (1987), S. 99, [vgl. Oss. Rom. dt. 16 (1986), Nr. 30 vom 25. Juli 1986, S. 15]; vgl. auch II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution �ber die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes,
(39) PAUL VI., Ansprache an die Delegierten der Internationalen Vereinigung der Katholischen Universit�ten (FIUC) vom 27. November 1972: AAS 64 (1972) S. 770; [vgl. Oss. Rom. dt. 3 (1973), Nr. 4 vom 26. Januar 1973, S. 6].
(40) PAUL VI., Apostolisches Schreiben Evangelii nuntiandi, 18-19:
AAS 68 (1976) SS. 17-18.
(41) PAUL VI., Ansprache an die Pr�sidenten und Rektoren der Universit�ten der Gesellschaft Jesu vom 6. August 1975, Nr. 2: AAS 67 (1975), S. 533, [vgl.
Oss. Rom. dt. 5 (1975), Nr. 36 vom 5. September 1975, S. 4]. Am 25. April 1989 habe ich in der Ansprache an die Teilnehmer des Internationalen Kongresses �ber die Katholischen Universit�ten folgendes hinzugef�gt (Nr. 5): �In einer Katholischen Universit�t treffen also die Sendung der Kirche zur Evangelisierung und die Sendung zur Forschung und zum Lehren zusammen und erg�nzen sich gegenseitig�; vgl. L'Osservatore Romano vom 26. April 1989; [Oss. Rom. dt. 19 (1989), Nr. 30/31 vom 28. Juli 1989, S. 18].
(42) Vgl. vor allem das Kapitel des CIC: �Katholische Universit�ten und andere Hochschuleinrichtungen� (CIC, cann. 807-814).
(43) Bischofskonferenzen sind in der Lateinischen Rituskirche eingerichtet. Die �brigen Rituskirchen haben andere Organe der Katholischen Hierarchie.
(44) Vgl. CIC, can. 455 � 2.
(45) Vgl. JOHANNES PAUL II., Apostolische Konstitution Sapientia Christiana �ber die Kirchlichen Universit�ten und Fakult�ten vom 15. April 1979: AAS 71 (1979), SS. 469-521. Kirchliche Universit�ten und Fakult�ten sind jene Institutionen, die das Recht haben, akademische Grade in der Autorit�t des Heiligen Stuhles zu verleihen.
(46) Vgl. II. Vat. Konzil, Erkl�rung �ber die Religionsfreiheit
Humanae, 2: AAS 58 (1966), SS. 930-931.
(47) Vgl. II. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution �ber die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes,
57 und 59: AAS 58 (1966), SS: 1077-1080; vgl. II. Vat. Konzil, Erkl�rung �ber die christliche Erziehung Gravissimum educationis, 10: AAS 58 (1966), S. 737.
(48) Sowohl die Verfassung [Grundordnung] einer solchen Universit�t als auch die Bedingungen, gem�� denen sie als Katholische Universit�t gelten kann, m�ssen den vom Heiligen Stuhl, von der Bischofskonferenz oder von einem anderen Organ der Katholischen Hierarchie erlassenen Leitnormen [Rahmenordnung] entsprechen.
(49) Can. 810 CIC umschreibt die diesbez�glichen Pflichten der zust�ndigen Autorit�t: �� 1. Aufgabe der nach den Statuten zust�ndigen Autorit�t ist es, daf�r zu sorgen, da� in katholischen Universit�ten als Dozenten berufen werden, die sich, au�er durch wissenschaftliche und p�dagogische Eignung, durch Rechtgl�ubigkeit und untadeliges Leben auszeichnen, und da� sie unter Einhaltung des in den Statuten festgelegten Verfahrens aus ihrem Amt abberufen werden, wenn die geforderten Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind. - � 2. Die Bischofskonferenzen und die beteiligten Di�zesanbisch�fe haben die Pflicht und das Recht, dar�ber zu wachen, da� in diesen Universit�ten die Grunds�tze der katholischen Lehre getreu beachtet werden�. Vgl. auch Art. 5 � 2 der Allgemeinen Normen dieser Konstitution.
(50) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution �ber die Kirche
Lumen Gentium, 25: AAS 57 (1965), S. 29; vgl. II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution �ber die g�ttliche Offenbarung Dei Verbum,
AAS 58 (1966), S. 820-822; vgl. CIC Can. 812: �Wer an einer Hochschule eine theologische Disziplin vertritt, mu� einen Auftrag der zust�ndigen kirchlichen Autorit�t haben�.
(51) Vgl. CIC, can. 811 � 2.
(52) F�r die Universit�ten von denen Art. 3 �� 1-2 handelt, sind diese Verfahren festzulegen in den von der kirchlichen Autorit�t zu genehmigenden Statuten. F�r die �brigen Katholischen Universit�ten, sind sie von den Bischofskonferenzen oder den anderen Organen der Katholischen Hierarchie festzusetzen.
(53) Vgl. CIC, can. 820; vgl. JOHANNES PAUL II., Apostolische Konstitution Sapientia Christiana �ber die Kirchlichen Universit�ten und Fakult�ten vom 15. April 1979, Verordnungen Art. 49: AAS
71 (1979), S. 512.
(54) JOHANNES PAUI. II., Ansprache an den P�pstlichen Rat f�r die Kultur vom 13. Januar 1989, 2: L'Osservatore Romano vom 14. Januar 1989;
[Oss. Rom. dt. 19 (1989), Nr. 5 vom 3. Februar 1989, S. 9, Nr. 2 Abs. 1].

References: Art. 2

Art. 3

Art. 4

Art. 5
 Art. 3

Art. 6

Art. 9

Art. 10

Art. 11
 Art. 5
 Art. 3
 Art. 49