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Timestamp: 2020-04-04 20:18:15+00:00

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﻿ ﻿ BAG – 8 AZR 575/11 | bag-urteil.com
Aufhebungsvertrag – Betriebsübergang – Befristung mit Betriebserwerber
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 25.10.2012, 8 AZR 575/11
Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln vom 25. Februar 2011 – 3 Sa 670/10 – wird zurückgewiesen.
8 AZR 575/11 > Rn 1
8 AZR 575/11 > Rn 2
8 AZR 575/11 > Rn 3
8 AZR 575/11 > Rn 4
8 AZR 575/11 > Rn 5
§ 3 BTV regelt, wie viele der bei der Insolvenzschuldnerin tätigen Arbeitnehmer von der Beklagten ab dem Zeitpunkt des Erwerbs – befristet oder unbefristet – beschäftigt werden sollten. Danach sollte die Beklagte zum Zeitpunkt des Erwerbs des Betriebs B inklusive der zu diesem Betrieb gehörenden Betriebsstätten in D und M sowie des Betriebs H insgesamt 1.132 Arbeitnehmer unbefristet und 400 befristet (inkl. der Auszubildenden) beschäftigen.
8 AZR 575/11 > Rn 6
8 AZR 575/11 > Rn 7
Zur Vermeidung der Betriebsstilllegung ohne übertragende Sanierung ist daher geplant, die Betriebsmittel der I Innomotive zum 01.06.2008 an einen Dritten zu übertragen. Der Dritte (die N Beteiligungsgesellschaft mbH …) hat jedoch die vorherige Beendigung der Arbeitsverhältnisse der Beschäftigten verbunden mit dem Übertritt in eine Transfergesellschaft zur Bedingung der Übernahme der Betriebsmittel gemacht, weil eine Fortführung des Betriebes mit der gesamten Belegschaft und auch der Eintritt in alle Arbeitsverhältnisse nach § 613 a BGB aus seiner Sicht nicht möglich ist. …
Die Arbeitsverhältnisse aller vom Geltungsbereich dieser Vereinbarung erfassten Beschäftigten sollen daher zum Ablauf des 31.05.2008 durch Aufhebungsverträge im Rahmen von so genannten 3-seitigen Verträgen beendet werden, um eine übertragende Sanierung nach dem Sanierungsmodell wie es letztlich den Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts (8 AZR 324/97, 8 AZR 349/06) zu Grunde liegt, zu ermöglichen. …
(3) [Zustandekommen des 3-seitigen Vertrags] Zu diesem Zweck verpflichtet sich der Arbeitgeber allen in der Anlage 2 genannten Beschäftigten den individuell angepassten – in der Musterfassung – als Anlage 3 beigefügten 3-seitigen Vertrag auszuhändigen, sofern und soweit diese in der Transfergesellschaft eine versicherungspflichtige Beschäftigung fortsetzen. Der betroffene Beschäftigte hat nach Übergabe des hinsichtlich der offenen Punkte auf ihn angepassten 3-seitigen Vertrags (3 Ausfertigungen) bis zum 14.05.2008, 16 Uhr (Überlegungsfrist) die Möglichkeit, diesen Vertrag zu unterzeichnen und dem Arbeitgeber zu übergeben.
8 AZR 575/11 > Rn 8
8 AZR 575/11 > Rn 9
8 AZR 575/11 > Rn 10
8 AZR 575/11 > Rn 11
8 AZR 575/11 > Rn 12
8 AZR 575/11 > Rn 13
8 AZR 575/11 > Rn 14
8 AZR 575/11 > Rn 15
8 AZR 575/11 > Rn 16
8 AZR 575/11 > Rn 17
8 AZR 575/11 > Rn 18
8 AZR 575/11 > Rn 19
8 AZR 575/11 > Rn 20
8 AZR 575/11 > Rn 21
8 AZR 575/11 > Rn 22
8 AZR 575/11 > Rn 23
8 AZR 575/11 > Rn 24
8 AZR 575/11 > Rn 25
8 AZR 575/11 > Rn 26
8 AZR 575/11 > Rn 27
8 AZR 575/11 > Rn 28
8 AZR 575/11 > Rn 29
Die Dreiwochenfrist des § 17 Satz 1 TzBfG ist gewahrt. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts ist es unbedenklich, dass die Klage bereits vor Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit erhoben worden ist (vgl. BAG 23. Juni 2010 – 7 AZR 1021/08 – Rn. 12, AP TzBfG § 14 Nr. 76 = EzA BGB 2002 § 620 Altersgrenze Nr. 8).
8 AZR 575/11 > Rn 30
8 AZR 575/11 > Rn 31
8 AZR 575/11 > Rn 32
8 AZR 575/11 > Rn 33
8 AZR 575/11 > Rn 34
8 AZR 575/11 > Rn 35
8 AZR 575/11 > Rn 36
8 AZR 575/11 > Rn 37
8 AZR 575/11 > Rn 38
8 AZR 575/11 > Rn 39
8 AZR 575/11 > Rn 40
8 AZR 575/11 > Rn 41
Insoweit hat der Streitfall Ähnlichkeit mit dem „Lotterie-Urteil“ (BAG 18. August 2011 – 8 AZR 312/10 – Rn. 35, AP BGB § 613a Nr. 414 = EzA BGB 2002 § 613a Nr. 128), in welchem der Senat ausgeführt hat:
8 AZR 575/11 > Rn 42
8 AZR 575/11 > Rn 43
cc) Etwas anderes folgt nicht daraus, dass der Betriebsübergang auf die Beklagte aus der Insolvenz heraus erfolgt ist. § 613a BGB ist in der Insolvenz uneingeschränkt anwendbar, sofern es um den Bestandsschutz der Arbeitsverhältnisse geht (vgl. BAG 25. Oktober 2007 – 8 AZR 917/06 – Rn. 27 ff., AP BGB § 613a Nr. 333 = EzA BGB 2002 § 613a Nr. 82). Es besteht auch keine Notwendigkeit einer besonders „sanierungsfreundlichen“ Auslegung der Norm. Durch § 613a BGB soll insbesondere verhindert werden, dass eine Betriebsveräußerung zum Anlass genommen wird, die erworbenen Besitzstände der Arbeitnehmer abzubauen. Dagegen bezweckt § 613a BGB nicht, Sanierungen im Falle von Betriebsübernahmen zu ermöglichen oder zu erleichtern (BAG 19. März 2009 – 8 AZR 722/07 – Rn. 26, BAGE 130, 90 = AP BGB § 613a Nr. 369 = EzA BGB 2002 § 613a Nr. 108).
8 AZR 575/11 > Rn 44
8 AZR 575/11 > Rn 45
8 AZR 575/11 > Rn 46
8 AZR 575/11 > Rn 47
8 AZR 575/11 > Rn 48
4. Einen Sachgrund nach § 14 Abs. 1 TzBfG hat die Beklagte nicht substanziiert dargelegt. Ein sachlicher Grund für die Befristung kann nicht allein in dem geplanten Betriebsübergang liegen (BAG 30. Oktober 2008 – 8 AZR 855/07 – Rn. 40, AP BGB § 613a Nr. 359 = EzA BGB 2002 § 613a Nr. 102). Es ist aber nicht ausgeschlossen, wie auch § 613a Abs. 4 Satz 2 BGB zeigt, dass andere mit der Veräußerung des Betriebs zusammentreffende Umstände als der Wechsel des Arbeitgebers einen sachlichen Befristungsgrund darstellen (BAG 2. Dezember 1998 – 7 AZR 579/97 – zu II 3 b der Gründe, AP BGB § 620 Befristeter Arbeitsvertrag Nr. 207 = EzA BGB § 620 Nr. 161). Ist ein Sachgrund für die Befristung gegeben, so liegt in aller Regel keine Umgehung des § 613a BGB vor (vgl. BAG 15. Februar 1995 – 7 AZR 680/94 – zu II 3 der Gründe, AP BGB § 620 Befristeter Arbeitsvertrag Nr. 166 = EzA BGB § 620 Nr. 130).
8 AZR 575/11 > Rn 49
8 AZR 575/11 > Rn 50
8 AZR 575/11 > Rn 51
NZA 2013, 203
Befristung mit Betriebserwerber,

References: § 3
 § 613
 § 17
 § 14
 § 620
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 613
 § 14
 § 613
 § 613
 § 613
 § 620
 § 620
 § 613
 § 620
 § 620