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Timestamp: 2016-10-27 15:10:45+00:00

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6B_60/2011 (27.06.2011)
Am 25. Juli 2006 kam es auf dem Parkplatz der Liegenschaft an der S.________strasse 49 in O.________ zwischen X.________ und A.________ zu einer verbalen Auseinandersetzung. An der anschliessenden Rangelei beteiligte sich neben den beiden ebenso B.________, der Sohn von A.________. Auch der Bruder von X.________, Y.________, und sein Angestellter, Z.________, waren bei der t�tlichen Auseinandersetzung zumindest zugegen. W�hrend des Gerangels biss X.________ seinem Kontrahenten A.________ ein St�ck des linken Ohres ab. Bestritten wird, dass er ausserdem einen drei Kilogramm schweren Vorschlaghammer aufzog, um A.________ damit zu schlagen, wobei dieser dem Schlag durch eine Vorw�rtsbewegung mit dem Kopf ausweichen konnte.
Das Strafgericht des Kantons Zug sprach X.________ am 27. Januar 2010 der einfachen K�rperverletzung und der versuchten einfachen K�rperverletzung mit einem gef�hrlichen Gegenstand schuldig. Vom Vorwurf des Raufhandels sprach es ihn frei. Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten und 20 Tagen, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von drei Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 1'000.--.
Das Obergericht des Kantons Zug wies die Berufung von X.________ am 30. November 2010 ab. Es verurteilte ihn wegen Raufhandels, einfacher K�rperverletzung und versuchter schwerer K�rperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 17 Monaten und 20 Tagen, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von drei Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 1'000.--.
X.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, die Dispositiv-Ziffern 2.2.3 (Schuldspruch wegen versuchter schwerer K�rperverletzung) sowie 2.3 (Strafpunkt) des Urteils des Obergerichts des Kantons Zug vom 30. November 2010 seien aufzuheben. Er sei vom Vorwurf der versuchten schweren K�rperverletzung freizusprechen, und er sei mit einer Freiheitsstrafe von maximal acht Monaten und 20 Tagen, unter Gew�hrung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie mit einer Busse von h�chstens Fr. 500.-- zu bestrafen. Eventualiter seien die ausgef�llte Strafe und die Untersuchungs- sowie Verfahrenskosten nach bundesgerichtlichem Ermessen zu reduzieren. Subeventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Zudem ersucht X.________ um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug verzichtet auf eine Vernehmlassung. Das Obergericht des Kantons Zug beantragt unter Hinweis auf seine Erw�gungen im angefochtenen Urteil, die Beschwerde sei abzuweisen.
1.1 Anfechtungsobjekt der Beschwerde an das Bundesgericht ist der letztinstanzliche kantonale Entscheid (Art. 80 Abs. 1 BGG). Auf die Vorbringen des Beschwerdef�hrers, die sich auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bzw. das erstinstanzliche Urteil beziehen (Beschwerde S. 6 ff.), ist nicht einzutreten.
1.2 Soweit der Beschwerdef�hrer in allgemeiner Form auf seine Ausf�hrungen vor der Vorinstanz verweist (Beschwerde S. 5), ist darauf ebenfalls nicht einzutreten. Ein Hinweis auf fr�here Rechtsschriften oder auf die Verfahrensakten gen�gt den Begr�ndungsanforderungen gem�ss Art. 42 Abs. 2 bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG nicht (BGE 134 I 303 E. 1.3 S. 306; 133 II 396 E. 3.1 S. 399 f.; je mit Hinweisen).
2.1 Der Beschwerdef�hrer sieht unter Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 i.V.m. Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK sein Recht auf die Befragung von Belastungszeugen verletzt. Sofern die Aussagen von B.________ von ausschlaggebender Bedeutung seien, seien sie nicht verwertbar (Beschwerde S. 9 und S. 13).
2.2 Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch des Angeschuldigten, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Mit der Garantie soll ausgeschlossen werden, dass ein Strafurteil auf Aussagen von Zeugen abgest�tzt wird, ohne dass dem Angeschuldigten wenigstens einmal angemessene und hinreichende Gelegenheit gegeben wurde, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Zeugen zu stellen. Der Beschuldigte muss namentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage zu pr�fen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und in Frage zu stellen. Dem Anspruch, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, kommt insofern grunds�tzlich absoluter Charakter zu. Nach der Rechtsprechung kann indes unter besonderen Umst�nden auf eine Konfrontation des Angeklagten mit dem Belastungszeugen oder auf die Einr�umung der Gelegenheit zu erg�nzender Befragung des Zeugen verzichtet werden. So etwa, wenn der Zeuge inzwischen verstorben ist oder trotz angemessener Nachforschungen unauffindbar blieb. In solchen F�llen ist gest�tzt auf Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. d EMRK erforderlich, dass der Beschuldigte zum streitigen Zeugnis hinreichend Stellung nehmen kann, die Aussagen sorgf�ltig gepr�ft werden und der Schuldspruch nicht alleine darauf abgest�tzt wird, d.h. der belastenden Aussage nicht ausschlaggebende Bedeutung zukommt bzw. sie nicht den einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstellt (Urteil 6B_10/2009 vom 6. Oktober 2009 E. 2.2.3 mit Hinweisen).
2.3 Die Vorinstanz bezieht sich in ihrer Beweisw�rdigung im angefochtenen Entscheid mehrfach auf die belastenden Aussagen von B.________ betreffend den Vorschlaghammer (S. 10 f. und S. 12 ff.). So erachtet sie es als entscheidend, dass A.________ sowie B.________ und C.________ den Beschwerdef�hrer �bereinstimmend und glaubhaft damit belasteten, versucht zu haben, A.________ mit einem Vorschlaghammer zu schlagen. Weiter erw�gt sie, die Angaben von A.________ und B.________ st�nden denjenigen von Y.________, Z.________ und des Beschwerdef�hrers gegen�ber. Demgem�ss st�tzt die Vorinstanz das Beweisergebnis entgegen ihrer Auffassung massgebend sowohl auf die belastenden Aussagen des Zeugen C.________ als auch auf diejenigen von B.________. Der Beschwerdef�hrer hatte die M�glichkeit, Ersterem durch seinen Verteidiger an der Einvernahme vom 14. Dezember 2007 (Ordner X.________, act. 2/17) Fragen zu stellen. Mit B.________ fand keine Konfrontation statt. Der Beschwerdef�hrer konnte ihm auch keine erg�nzenden Fragen stellen. Die Vorinstanz nennt keine Gr�nde, weshalb dies nicht m�glich war bzw. ist. Unter diesen Umst�nden durfte sie die belastenden Aussagen von B.________ nicht verwerten. Zu Recht h�lt sie im �brigen fest, dass auf das Protokoll der Konfrontationseinvernahme vom 6. Februar 2007 nicht abgestellt werden kann (angefochtenes Urteil S. 10, Ordner X.________, act. 2/16).
Die Beschwerde erweist sich als begr�ndet. Auf die �brigen R�gen des Beschwerdef�hrers - der willk�rlichen Feststellung des Sachverhalts und der Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" - ist bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht einzugehen.
Die Beschwerde ist gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die Dispositiv-Ziffern 2.2.3 (Schuldspruch wegen versuchter schwerer K�rperverletzung) sowie 2.3 (Strafpunkt) des Urteils des Obergerichts des Kantons Zug vom 30. November 2010 sind aufzuheben, und die Sache ist zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG). Der Kanton Zug hat dem Beschwerdef�hrer dessen Parteikosten f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu ersetzen (Art. 68 Abs. 2 BGG). Die Entsch�digung ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers zuzusprechen. Das Gesuch des Beschwerdef�hrers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung ist damit gegenstandslos.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die Dispositiv-Ziffern 2.2.3 (Schuldspruch wegen versuchter schwerer K�rperverletzung) sowie 2.3 (Strafpunkt) des Urteils des Obergerichts des Kantons Zug vom 30. November 2010 werden aufgehoben, und die Sache wird zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Der Kanton Zug hat den Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers, Rechtsanwalt Giuseppe Mongiov�, mit Fr. 3'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 42
 Art. 106
 Art. 32
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
in dubio