Source: http://2wege.de/
Timestamp: 2019-02-22 01:53:53+00:00

Document:
Die 2 Wege (2Wege)
© Brian Brain & Ernst Albert 20150321_1225 auf www.2Wege.de mit der Bunten Rose
Was wir die 2 Wege nennen, ist so fundamental bedeutsam, dass es schockieren muss, wie wenig es bekannt ist und beherzigt wird.
Auch wenn es ein Irrtum ist, zu meinen,
dass es immer 2 Wege gibt (also immer nur 2 Wege und immer mindestens 2 Wege) und
dass man immer nur einen von beiden gehen kann und gehen sollte (vgl. das WerteQuadrat, das fordert, Schwestertugenden zu integrieren, statt gegeneinander als unvereinbare Alternativen auszuschließen),
so gibt es doch 2 Wege, von denen den richtigen zu wählen in besonderem Maße für den gesamten Lebensweg entscheidend ist und die unseres Erachtens "die 2 Wege" genannt werden sollen.
Sie kommen in recht verschiedenen Gewändern daher, über die sich jeweils v.a. Psychologen, aber auch Philosophen und Andere differenzierte Gedanken mach(t)en, die unten in verkürzter Form zusammengestellt und beschrieben sind.
Möchte man eine (moralisierend) zugespitzte erste Zusammenfassung wagen, läuft sie auf das hinaus, was bereits im Matthäusevangelium 7; 13-14 (relativ offen und prägnant formuliert und auch für Nichtchristen akzeptabel oder jedenfalls bedenkenswert) steht und sich auf die Bergpredigt (von Jesus Christus) bezieht:
die Pforte ist weit, und der Weg ist breit,
die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal,
Matthäus 7; 13-14
Gemeint ist letztlich offenbar
der richtige Weg des (Auf-)Richtigen (und Guten) einerseits (>>der zum [eigentlichen] Leben führt<<) und
der falsche Weg des Falschen (und Bösen) andrerseits (>>der ins Verderben führt<<).
Dabei ist ersterer durch Gewissenhaftigkeit ebenso gekennzeichnet, wie letzterer durch eklatante Mängel in der Moralentwicklung. Dies jedenfalls ist eine wesentliche Charakterisierung durch uns.
Zu meinen, man müsse eine Straftat oder dgl. begehen, um auf dem "falschen" Weg zu landen, ist ein Irrtum. Man kann seine Bestimmung als Mensch vielmehr auch auf andere Art verfehlen. Es geht aber nicht darum, die Menschen zu ängstigen, falsche Schritte zu tun, sondern daran zu erinnern, dass Mensch-Sein ein Privileg voller Talente ist, das auch verpflichtet, diese zu entwickeln und zu entfalten, wenn man die Welt mit sich (zum Wohle aller) bereichern (statt belasten und quälen) können möchte.
Genauer handelt es sich natürlich um 2 Bündel von Wegen, die ja im Detail gar nicht beschrieben werden.
Nur durch diese Offenheit ist überhaupt akzeptabel, dass hier — bereits ganz zu Anfang — eine klare Empfehlung gegeben wird, die inakzeptabel autoritär wäre, würde sie als Befehl missverstanden und würde das Bündel jeweils genauer beschrieben. (Abgesehen von der in Vers 13 vorangestellten Empfehlung werden die beiden Wege in den beiden Versen in vollkommen entsprechenden Formulierungen bestechend klar charakterisiert.)
Besonders "der richtige (Weg)", der jeweilige persönlich stimmig zu wählende und überhaupt zu findende Lebensweg, ist vom Individuum so sehr abhängig, dass er entsprechend ganz verschieden und vielfältig (MÖGeLICH) ausfallen kann. Ähnliches kann man sich freilich auch vom "Falschen" einbilden (wollen), zumal der sich ebenfalls auf eine Art von (Pseudo-)"Individualität" beruft und von der Mehrheit (leichtfertig mit dem Strom schwimmend als leichtester) "gewählt" wird. Obwohl dies aufgrund der schieren Masse ebenfalls ein recht breites Spektrum hervorruft, führt dieses als "Mainstream" eher nur zu einer breiten Bahn, da der wie ein (mitreißender breiter) Strom (insbesondere eine Mode) relativ einheitlich vorgestellt werden kann.
Vgl. die "TiefTautologie":
Die MEHRHEIT tut,
die MEHRHEIT tut.
© Urs Ars & Brian Brain
Es ist bekanntlich i.a. eine Minderheit, die sich entschieden mehr an ihrem ausgeprägten und hoch entwickelten Gewissen orientiert, als an dem, was andere tun. (Natürlich sind nicht alle Minderheiten automatisch so. Aber tendenziell bedarf es starker — und i.d.R. besonders guter (oder jedenfalls bedenkenswerter) — Gründe, um bewusst aus der Reihe zu tanzen.)
Dass derjenige Weg, den die Masse wählt, allzu leicht der falsche ist, wurde nie eindrücklicher deutlich als im Faschismus, der die Masse quasi nach (seinem) Belieben zu manipulieren und (alle) ins Verderben zu "führen" verstand. Es sind folgerichtig oft die Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus und seiner Zeit, die zu den unten thematisierten Ausarbeitungen führten; und die beachtlichsten Kritiker des breiten Weges sind neben Jesus Christus darum die (insbesondere jüdisch-stämmigen) Verfolgten des Naziregimes (bzw. ihre Schriften).
Latent ist das Problem, dass die Masse nicht zu den Klügsten zählt, immer vorhanden. Immer wieder wird es so groß, dass ein neuer Faschismus droht, besonders, wenn autoritär eine Gleichschaltung vorgenommen wird, die leicht faschosozialistische Züge annehmen kann (s. FaschoSozialismus auf NotWort.de).
Darum wird das Problem bereits in biblischer Zeit thematisiert, später besonders im und nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus, insbesondere von den großartig weisen und tiefsinnigen Überlebenden der verfolgten Minderheiten, aber auch wieder heute bei der (sitten- und verfassungswidrigen) Gleichschaltung durch das RundfunkErmächtigungsGesetz RBeitrStV, die uns geradezu nötigt, all die in dekadente Vergessenheit geratenen Weisheiten insbesondere vorbildlich humanistischer Gesinnung wieder hervorzuholen und in Erinnerung zu rufen, neu zu kommentieren und zusammenzustellen oder z.T. auch neu zu kreieren.
VERSIONEN der 2 Wege
Haben oder Sein — die 2 Wege nach Erich Fromm
Liebe oder Macht — die 2 Wege nach Arno Gruen
Schmaler Pfad oder breiter Weg — die 2 Wege nach dem Matthäus-Evangelium
FreiGeist oder Eigentum — Diogenes oder Alexander der Große bzw. Paul Kirchhof
Einfachheit & Freiheit oder Verschwendung & Knechtschaft — 2 Wege nach Thomas Jefferson
ÜBeLICH oder MÖGeLICH (reaktiv oder kreativ) — 2 Wege nach Ernst Albert & Co
Machtling oder Integrer — 2 Wege nach Ernst Albert & Brian Brain (Bunte Rose)
Bulle oder Baer (Urus oder Ursus) — 2 Wege der BörsenTiere
Individuell oder industriell — die 2 Wege nach Theodor W. Adorno
Ordnungssinn oder Freiheitssinn — die 2 Wege nach Gustav Radbruch & Fritz Bauer
Massenstaat oder Staat um des Menschen willen — die 2 Wege nach Bruno Bettelheim u.a.
Neoliberalismus oder Humanismus — der fast vergessene Ideologienstreit (nach Byung-Chul Han u.a.)
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Die folgenden "Versionen" der 2 Wege ähneln sich, überschneiden sich und ergänzen sich. Wir haben sie meist ihren Autoren oder Protagonisten zugeordnet, die wiederum i.d.R. selbst verschiedene Kriterien dafür und entsprechend "Varianten" davon bieten.
Nicht alle Autoren sprechen von (zwei) "Wegen", kaum nehmen sie (unseres Wissens) explizit Bezug auf andere Varianten anderer.
Dies soll diese Site mit der Zusammenstellung von expliziten und (unseres Erachtens) impliziten Vorstellungen von 2 Wegen leisten, die wir als vergleichbar ansehen.
Allerdings sind die jeweils 2 Wege nicht immer in der entsprechenden Reihenfolge aufgeführt, was zwar vielleicht etwas verwirren kann, aber den jeweiligen Autoren geschuldet ist, deren Formulierungen, Graphiken, Modellierungen oder sonstigen Werke eben oft jeweils eigene Reihenfolgen vorgeben.
Ein anderer Grund ist, dass man dann, wenn man stets vom linken und vom rechten Weg sprechen wollte, allzu leicht politische Assoziationen weckte, die aber nicht gemeint sein sollten und so nur verwirren würden.
Zwar ist nämlich die bekannteste Zeit, in der der offensichtlich falsche "breite" Weg massenhaft gegangen wurde, die Zeit des rechts-extremen Nationalsozialismus, während dessen Kritiker, auf die wir uns als entschiedene Fürsprecher des "schmalen" Weges in besonderem Maße berufen, eher politisch links einzuordnen sind. Aber wenn wir nun deshalb den "breiten" Weg wegen der Rechtsextremen immer rechts verorten wollten und den "schmalen" links wegen der Kritiker, deren Herz zu Recht deutlich links schlug, dann
wäre erstens der "rechte Weg" (i.S.d. richtigen statt falschen Weges) nicht auch der "rechte Weg" im Sinne des "rechts liegenden" Weges
und wäre zweitens nur der nationalsozialistische Faschosozialismus als falscher "beiter" Weg gebrandmarkt, nicht aber auch ein eher linksextremer Faschosozialismus wie bspw. der SED-sozialistische der DDR, der wie der Stalinismus ähnliche Fehler aufwies.
© Ernst Albert 20160405_1830
Der Psychologe Erich Fromm gehört zu den Menschen, die aufgrund ihrer jüdischen Abstammung vor den Nazis (in die USA) emigrieren mussten. Dabei bekennt er sich entschieden zu einer überreligiösen Weltanschauung, die verschiedene Religionen zu verbinden, zu relativieren, aber aufgeklärt zu respektieren weiß.
Fromms Werk "Haben oder Sein" fasst schon im Titel die beiden Wege so gut zusammen, dass hier mit ihm begonnen werden soll (allerdings ohne dass wir behaupten könnten, das Werk schon mehr als ausschnittsweise gelesen zu haben).
Natürlich bekennt sich Fromm klar zur Seite des (Selbst-SEINs) und stellt sich gegen das übertriebene HABEN-Wollen.
Fromm hat in anderen Werken wunderbare weitere Gegenüberstellungen vorgenommen, die unseres Erachtens den beiden Wegen weitgehend entsprechen.
So findet sich in seinem Buch "Wege aus einer kranken Gesellschaft" der eindringliche Hinweis, dass nicht natürlich und gesund sein muss, was normal im Sinne von üblich (vgl. ÜBeLICH) ist, sondern eine ganze Gesellschaft mehrheitlich krank sein kann und seines Erachtens auch krank ist.
Dies erinnert sehr an das obige Zitat aus Matthäus, in dem ebenfalls darauf hingewiesen wird, dass eine Mehrheit auf dem falschen ("breiten") Weg unterwegs zu sein pflegt.
Fromm weist u.a. auf die Notwendigkeit hin, uns als Menschen wieder in die Natur versöhnlich zu integrieren, bekennt sich in einem seiner Credos aber klar dazu, dass dies seines Erachtens nur über den sogenannten "progressiven" Weg geht, der das typisch Menschliche, das den Menschen aus dem tierisch Natürlichen heraushebt, bewahrt, und nicht über den "regressiven" Weg gehen kann und darf, der ein bloßes Zurück zur Natur wäre unter Aufgabe und Verleugnung des typisch Menschlichen. (Diese Vorstellung stützen die Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus, in dem die niederen Instinkte der Masse angesprochen und "befriedigt" wurden, dass der Mensch zur Bestie regredierte, zum bestialisch sich benehmenden Unmenschen.)
Weiter fordert er eindringlich eine Renaissance des Humanismus, wenn unsere Kultur nicht untergehen soll, wie schon andere große Kulturen untergegangen sind.
Das Gegenteil des Humanismus ist ihm dabei ausdrücklich der Bürokratismus.
Insofern sind die 2 Wege nach Fromm auf mehrere Weisen zu benennen, die sich zwar teils überschneiden, aber auch ergänzen:
SEIN statt HABEN;
progredierend statt regredierend;
selbstbestimmt statt selbstentfremdet
(wobei Selbstentfremdung durch Fremdbestimmung in einem Wirtschafts- und Arbeitsleben, das das Leben dominiert, das Primat der Ökonomie kritisieren lässt bzw. das Neoliberale, während Selbstentfremdung durch Gruppendruck der Kollektive bzw. durch statistisch typisierende Gleichschaltung mit der Masse zwecks bürokratischer Vereinfachung den Bürokratismus kritisieren lässt;
Humanismus statt Neoliberalismus (in obigem Sinne) bzw. statt Bürokratismus.
Besonders Fromms Eintreten für den Humanismus als rechtem Weg kann insofern zusammenfassend über allen seinen Gegenüberstellungen im Zusammenhang dessen, was wir "die 2 Wege" nennen, stehen.
Darum findet man eventuell interessantes Ergänzendes unter ÖHI-P, unserer Site für den Humanismus.
Arno Gruen gehört ähnlich wie Erich Fromm zu den Psychologen und zu denjenigen Menschen, die aufgrund ihrer jüdischen Abstammung vor den Nazis (in die USA) emigrieren mussten. Auch seine typisch humanistischen Theorien ähneln denen von Erich Fromm, den er auch teilweise zitiert und anscheinend schätzt. Allerdings scheinen seine Vorstellungen von den 2 Wegen, die er jedenfalls auch als "Wege" ausdrücklich bezeichnet, trotzdem weitgehend selbständig und relativ unabhängig von Fromms entstanden zu sein.
In Bezug auf Religionen wirkt er (noch) distanzierter als Fromm. Anscheinend ist ihm ihre teilweise autoritäre Art oder/und autoritäre Gottesvorstellung recht zuwider, sodass er sogar "Gewissen" gegenüber recht skeptisch bis ablehnend eingestellt ist, wohl weil er alles Kadavergehorsame ablehnt und damit jede Autoritätshörigkeit, einschließlich eines "Gewissens" von der Art, dass es sich auf irgendeine Autorität beruft (selbst wenn diese Autorität, die einem das rechte "Gewissen" diktiert, vermeintlich Gott persönlich ist).
Obwohl für uns das Gewissen als moralische Instanz außerordentlich wichtig ist, sehen wir keinen entscheidenden Unterschied zur Position Gruens, der v.a. durch seine Anmahnung von Empathiefähigkeit deutlich auf ethisch-moralische Fähigkeit(en) pocht.
Wir weisen auch darauf hin, dass in Art. 4 GG zwar neben der Gewissensfreiheit auch die Religionsfreiheit gewährleistet wird und so leicht der Eindruck eines Zusammenhangs erweckt wird, der aber allenfalls vage oder latent, aber keinesfalls zwingend besteht. Vielmehr wird in Art. 4 GG auch die Freiheit des weltanschaulichen Bekenntnisses ausdrücklich geschützt, aus dem sich ebenfalls ethische Prinzipien ableiten lassen können, wie insbesondere aus dem Humanismus.
Auch Gruen beruft sich (soweit uns bekannt) nie ausdrücklich auf die 2 Wege in Matthäus und schreibt doch auffällig Passendes dazu.
Gruen schreibt:
>>Die menschliche Entwicklung bietet zwei Möglichkeiten, die der Liebe und die der Macht. Der Weg der Macht, der den meisten Kulturen zugrundeliegt, führt zu einem Selbst, das die Ideologie des Herrschens widerspiegelt. Es ist ein Selbst, das auf einem Gespaltensein beruht, nämlich jener Abspaltung im Selbst, welche Leiden und Hilflosigkeit als eigentliche Schwäche ablehnt und Macht und Herrschaft als Mittel, Hilflosigkeit zu verneinen, in den Vordergrund stellt. Ein so beschaffenes Selbst ist das Prinzip dessen, was als Erfolg in unserem Leben gilt. Darin liegt auch die Antithese zur Autonomie, der ich mich zuerst zuwenden werde.
Autonomie ist derjenige Zustand der Integration, in dem ein Mensch in voller Übereinstimmung mit seinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen ist. Im allgemeinen verstehen wir unter Autonomie etwas anderes, nämlich etwas, was mit der Behauptung der eigenen Wichtigkeit und Unabhängigkeit zu tun hat. Das gilt insbesondere für ein Selbst, das, bewußt oder unbewußt, der Ideologie des Herrschens entspricht. Deswegen dient das, was wir meistens als autonom beschreiben, einer auf Abstraktionen aufgebauten Idee des Selbst. Trotz der Rebellion, die von einem solchen Selbst ausgehen kann, reflektiert dieses nur die einschränkenden, entstellenden, selbstsüchtigen Kategorien von Eigenschaften, in welche Eltern, Schule und Gesellschaft uns gepreßt haben. Was dann mit Autonomie bezeichnet wird, ist die Freiheit, sich und anderen stets Beweise der Stärke und Überlegenheit liefern zu müssen. Ob es ein Beweisen für oder gegen die bestehenden Normen ist, macht keinen Unterschied. Das Wichtige ist das ständige Beweisen-Müssen; es ist ein kriegerischer Zustand, weit entfernt von der Fähigkeit, das Leben zu bejahen. Demgegenüber ist es der Zugang zum Lebensbejahenden, zu den Gefühlen der Freude, des Leids, des Schmerzes, kurz des Lebendigseins, aus dem die Autonomie, die ich meine, sich entwickelt. <<
Arno Gruen: Der Verrat am Selbst, dtv 1986; S. 17
Arno Gruen nennt zur Unterscheidung v.a. das Kriterium, ob Autonomie (in obigem echten Sinne) prägend ist: So ist der empfehlenswerte Weg ebenso durch Autonomie geprägt, wie der fehlgeleitete durch einen Mangel an Autonomie, ihre Verdrängung und Unterdrückung.
Dies geschieht nach Gruen durch eine Prägung auf äußere Reize, während jenes die Beschäftigung des Individuums mit seiner inneren Entwicklung fördert.
So kennzeichnet auch die Überbewertung von Besitz und Macht den zweiten Weg, während Kreativität, und überhaupt das EigenSchöpferische, den ersten Weg kennzeichnet. Darum ist die Verherrlichung und Übertreibung des Konsumptorischen auch ein Merkmal des zweiten Weges.
Dazu Gruen in einem etwas längeren Zitat, das eine Verknüpfung zu anderen Aspekten der 2 Wege knüpft, so wie er sie sieht, insbesondere aber auch zum Wortspielpaar REAKTIV & KREATIV, das den unteren Teil der Graphik von "ÜBeLICH & MÖGeLICH" beherrscht:
Wenn unsere Lebendigkeit von dem andauernden Zufluß äußerer Stimuli abhängig ist,
können wir uns aus dieser Abhängigkeit nicht lösen.
Im Gegenteil: Uns treibt die innere Unzufriedenheit,
zu deren wahren Gründen wir den Zugang verloren haben,
unmerklich in immer mehr Äußerlichkeiten.
Denn dort, so haben wir es gelernt, können wir eine Art Lebendigkeit finden.
Nur, diese Art von äußerer Stimulation löst bloße Reaktionen[*] aus,
niemals Kreativität[*].
Sie macht uns zum Roboter.
Wir handeln dann mit uns,
als ob wir uns in den Dingen da draußen finden können,
zum Beispiel in den Sachen, die wir besitzen.
Infolgedessen befassen wir uns mit dem Leben,
als ob es Ausdruck eines Besitzes von Dingen außerhalb unseres Selbst wäre.
Dadurch wird das Lebensbewußtsein reduziert zu dem, was der Markt an Ware bietet.
Unsere Persönlichkeit ist dann tatsächlich durch die Produkte der Industrie definiert.
Das Resultat ist, dass wir von Begierden motiviert werden,
die wohl den Bedürfnissen des Kommerz entsprechen,
nicht aber unseren eigenen.
[Arno Gruen: "Der Verrat am Selbst" S. 121-122]
*s. REAKTIVITÄT & KREATIVITÄT unter "UEBeLICH oder MOEGeLICH"
Schmaler Pfad oder breiter Weg — die 2 Wege nach dem Matthäusevangelium
Auch in der Bibel werden die 2 Wege thematisiert und zwar besonders eindrücklich und überzeugend im MatthäusEvangelium 7; 13-15 (oder bis 16).
Wir erwähnten und kommentierten die Bibelstelle bereits oben kurz, wobei wir u.a. darauf hinwiesen, dass die Aufforderung zu Beginn des Zitats sich gegen die anschließend (parallellisierend) beschriebene übliche Frequentierung der Wege richtet, die es umzukehren gilt, die Minderheit begründet stärkend.
Insofern gilt hier in besonderem Maße die Kritik, die lapidar(er) ausgedrückt (bekanntlich) lautet: "Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom" (Autor unbekannt).
Wir wollen hier in einem etwas ausführlicheren Zitat auch den aufschlussreichen folgenden Vers ergänzen und weitere Überlegungen einbringen.
Oft wird nun etwas verkürzend der rechte Weg als der Weg Gottes und zu Gott, in den Himmel und ins ewige Leben verstanden, während der falsche Weg als der Weg des Satans und zum Satan, in die Hölle sowie Tod und Verdammnis verstanden wird.
Das ist wohl auch richtig, solange man nicht allzu naive Vorstellungen von all dem hat. Wir haben jedenfalls oben statt "ewiges Leben" in humanistischer Terminologie "eigentliches Leben" geschrieben, das auch dann "ewig" Spuren hinterlassen kann, wenn es keine Unsterblichkeit der Seele geben sollte. Und wir zweifeln daran, ob ein christliches Leben, das sich an der Autorität der Bibel oder der Autorität der Kirche orientiert und so letztlich an dem, was die anderen (Christen — womöglich massenhaft —) tun, wirklich dem entspricht, was Jesus Christus in der Bergpredigt mit seinen Worten meinte, die Matthäus (wie oben zitiert) überliefert hat.
Tatsächlich ermuntert das Gleichnis überhaupt zu einem gesunden Argwohn gegen alles Massenhafte, v.a. gegen alle Gleichschaltungsbestrebungen (gegen die sich ja vehement auch Fritz Bauer (s.u.) ausgesprochen hat).
Dafür ist das Verhalten der Masse jedenfalls nie ein Argument nach diesem Gleichnis, das darum die "Typisierung", derer sich die Legislative und Judikative bedienen, prinzipiell als bedenklich bis verwerflich kennzeichnet und als allenfalls in Einzelfällen mit christlichem Glauben vereinbar, ihm aber eigentlich widersprechend.
Freilich gibt es fast so viele Glaubensvarianten wie Christen, sodass es sein kann, dass einige (vermeintliche) Christen keine Probleme haben, wichtige Gebote zu übertreten, wo selbst Nichtchristen große moralische Skrupel hätten und haben, die ihnen dasselbe Verhalten verbieten.
Für uns ist klar, dass die Verwendung des Typisierungs-Arguments für den RBeitrStV klar dem bestens begründeten und uns tief überzeugenden Gebot in Matthäus 7; 13-15 widerspricht!
In dem hier biblisch gezeichneten Bild spielen neben den 2 Wegen — der breiten Bahn & dem schmalen Pfad — auch 2 entsprechende Zugänge zu ihnen — das breite Tor & die schmale Pforte/Tür — eine Rolle als Start- und Weichen-stellende Entscheidungsstelle für den jeweiligen Lebensweg.
Es handelt sich also nicht etwa um so etwas wie das "Tor zur Hölle" einerseits und das "Himmelstor" (oder die "Himmelspforte") andrerseits, worauf man in der Vorstellung Vieler am Ende seines Lebens(-Weges) stößt, sondern quasi umgekeht um die Eingänge zum falschen bzw. richtigen (irdischen) Lebensweg, auf die man eher schon zu Beginn seines Lebens und Lebensweges trifft.
Das deckt sich mit der Vorstellung Arno Gruens, dass für den letztlich eingeschlagenen Lebensweg schon recht früh recht entscheidend und kaum noch korrigierbar die Weichen gestellt werden.
Darin liegt zwar für diejenigen, die da schon als Kleinkind vorbildliche Eltern oder/und andere Förderer haben, eine große Chance, aber für diejenigen, die unter widrigen Bedingungen aufwachsen, auch eine umso größere Gefahr.
Die Tür-Metapher schlägt zudem eine Verbindung zu sogenannten "Ich-bin-Worten" Jesu Christi, zu denen >>Ich bin die Tür<< gehört, aber bspw. auch: >>Ich bin der gute Hirte<<, kontrastierend zum falschen Hirten, dem Wolf in Schafskleidern, wie er etwa von Gustave Doré u.a. eindrucksvoll dargestellt wurde.
Unter Verwendung einer großartigen (hier nur aus dem Gedächtnis nachgestellten) Postkarten-Idee des Konzept-Künstlers Timm Ulrichs als (von uns vorgeschlagene) Aufschrift für die Tür (die schmale Pforte), kann auch noch auf einen anderen Aspekt aufmerksam gemacht werden:
Das "Ich bin" heißt französisch "Je suis", worin das Wort "Jesus" quasi als Anagramm (mit verkehrtem Ausrufezeichen) steckt. "Je suis Jesus!" ist insofern nicht nur eine vollkommen passende Aufschrift der Tür, sondern darf jeder in Gedanken murmeln und jedenfalls empfinden, der entschieden durch diese Tür (schmale Pforte) geht, weil er quasi schon durch dies "Ich bin ..." bzw. "Je suis ...", das ihn als reflektierten und entschiedenen Schöpfer seiner selbst ausweist, auch entschieden ein Ebenbild und Kind/Sohn Gottes ist, für den die Bezeichnung "Jesus" prototypisch ist.
Um noch einmal auf die falschen Hirten, die hier "falsche Propheten" genannt werden, zurückzukommen:
Vordergründig täuschen sie nur, d.h. sie sagen die Unwahrheit bzw. versuchen, über ihren wahren Charakter hinwegzutäuschen, um zu ihren eigenen Gunsten andere zu manipulieren, sie gar ihre Beute werden zu lassen.
Sie verkörpern aber auch das Dunkle, das Teuflische oder das Tote der lichtlosen Unterwelt, des Schatten- und Totenreiches und zudem das dort (symbolisch) hausende Vampirhafte (vgl. Wolfszähne), das weitere interessante Eigenschaften symbolisiert:
Es "lebt" nach den Mythen als Totes/Untotes in der Zwischenwelt zwischen beiden Reichen bzw. pendelt zwischen ihnen, nährt sich von dem Blut (d.h. Lebenssaft) der Lebenden und nimmt sie mit in ihr Reich und ihre Zwischenexistenz, sie quasi durch den Biss ansteckend.
Hochinteressant ist, wie all diese Eigenschaften (freilich nur in übertragenem Sinne) letztlich dem "Nekrophilen" (etwa durch Arno Gruen, vgl. >Identifikation mit dem ihn Terrorisierenden< [Arno Gruen: "Wider den Gehorsam", S. 16] >unser Leben verlierend< [a.a.O. S.17]) nachgesagt werden, das Erich Fromm insbesondere dem NS-Unmenschen zuordnet.
Unwillkürlich fühlen sich verfolgte Minderheiten an ihre Peiniger erinnert, auf die im Grunde alle im Gleichnis entdeckten Eigenschaften im übertragenen Sinne zutreffen, auch auf die der heute vom Beitrags-"Service" Verfolgten.
(vgl. den StaatsTV-Satan in www.StaatsTV.de)
Im Zusammenhang mit dem Zwangsbeitrag wird bezüglich der Wege der Bibelstelle auch deutlich: Es geht um die Entscheidung zwischen:
Vernunft/Argument oder Gewalt
Gerechtigkeit oder Macht (AsozialTransfer)
Göttlichem (Gutem) oder Satanischem (Bösem)
Menschlichem oder Bestialischem
Integrität/Authentizität oder Falschheit
Minderheit oder Mehrheit/Masse
Gewissen oder Verderbtheit
Man sieht leicht, dass alle UnterscheidungsKriterien der 2 Wege letztlich auf dasselbe hinauslaufen und sich insofern ergänzen und bestätigen statt sich zu widersprechen.
Trotz des WerteQuadrats, das Macht nicht prinzipiell schlechtzumachen erlaubt, ist der bei Arno Gruen danach benannte "Weg der Macht" im Wesentlichen das Gleiche, wie der Weg in die Verdammnis bei Matthäus.
Und wenn der "breite Weg" "ins Verderben", "in die Verdammnis", also letztlich "in die Hölle" führt, dann wird die ganze Erde zur Hölle, wo dieser Weg zur Pflicht wird und zwangsweise gegangen werden muss (wie bspw. beim RBeitrStV).
Fritz Bauer, der immer für das Widerstandsrecht eingetreten ist, für Menschlichkeit und die Fülle der Möglichkeiten gegen das Schema, formuliert bestechend treffend und prägnant:
>> Wir können aus der Erde keinen Himmel machen,
aber jeder von uns kann etwas tun,
daß sie nicht zur Hölle wird. <<
Fritz Bauer: "Im Kampf um des Menschen Rechte" (s.u.)
Auch bei der berühmten Begegnung von Diogenes und Alexander dem Großen treffen sich eigentlich je ein Vertreter von jedem der beiden Wege. Allerdings beweist Alexander der Große gleich mehrfach auch eine menschliche Größe, die seinem Namen alle Ehre macht und ihn darum nicht als (so) typischen Vertreter des Weges der Macht erscheinen lässt, wie man auf den ersten Blick von diesem Feldherrn denken könnte.
Bei Plutarch wird die Begegnung wie folgt beschrieben (wir zitieren ihn gemäß Wikipedia):
Plutarch: Alexandros 14
Vertreter des Weges der Macht zeigen zwar nicht selten eine scheinbare Größe und geradezu >schreckliche Güte< (nach Arno Gruen), ihren materiellen Reichtum nutzend, um Andere — scheinbar großherzig großzügig — letztlich einzuwickeln. Aber wenn uns an dieser historischen Begegnung zwischen Diogenes und Alexander, die, wenn sie nicht so stattgefunden haben sollte, doch gut ausgedacht wäre, im Zusammenhang mit der exemplarisch pointierten Herausarbeitung der 2 Wege stören sollte, dass Alexander der Große zu viel geistige Größe hat, um den Weg der Macht überzeugend genug zu vertreten, dann gibt es aktuelle Abhilfe:
Auch wenn Paul Kirchhof natürlich nie Diogenes begegnet ist, so hat er sich doch genügend herablassend über ihn geäußert, dass wir ihn als typischeren Gegenpart vorschlagen: Der Rhetoriker Kirchhof vergisst nie, sich selbst als großzügig hinzustellen, auch wenn er das genaue Gegenteil ist.
So hebt er (in seiner Abschiedsvorlesung) hervor, dass ein Diogenes (im übertragenen Sinne) vom Rechtsstaat zwar nicht geschätzt, aber von Abgaben (großzügigerweise) verschont wird. Der RhetorikBaron tut aber alles, um das zu ändern und materielle Habenichtse, die trotzdem — insbesondere um des (Schön- oder/und Hoch-)Geistigen Willen — hier (gemäß Art. 5 Abs. 3 GG) noch entschieden frei leben, zur Kasse zu zwingen, etwa durch den RBeitrStV, der zwar Obdachlose (offenbar aus Machtkalkül) verschont, aber "Diogenesse", die im deutschen Klima schon aus gesundheitlichen Gründen etwas mehr als eine Tonne als Behausung benötigen, trotzdem unbarmherzig mittels AsozialTransferleistungs-Zwang schröpfen lässt, wenn sie lieber — bzw. berufsbedingt Freiheit in besonderem Maße benötigend — unter dem offiziellen Existenzminimum leben als von Hartz4-(Sozialtransferleistungs-)Bezug. (Hartz4-Bezieher entlässt er ebenso spürbar ungern, aber ebenso berechnend aus der Zahlungspflicht, wohl um erfolgversprechende Aufstände gegen seine verfassungswidrige Regelung zu vermeiden.)
Insofern ist Paul Kirchhof, der zwar an Körpergröße imponiert, aber keine vergleichbare menschliche Größe zeigt wie Alexander der Große, der wahrscheinlich bessere Gegenpart zu Diogenes, den Kirchhof verachtet, weil er sich nicht der "Pflege des Eigentums" widmet, worin er offenbar den wichtigsten Lebenssinn sieht.
Diogenes besteht zwar darauf, an der Sonne teilhaben zu können, aber ohne sie als Eigentum zu beanspruchen oder sie gar jemandem wegzunehmen wie das Kirchhöfische uns den Himmel zu verdunkeln sich erdreistet — und ihn uns (mit unserem schmalen Weg in der einzig bestimmungsgemäßen Gottesebenbildlichkeit) geradezu zu verbieten —, uns unser Leben und unsere Freiheit nehmend (vom letzten Ersparten, das er uns zudem — mittels Asozialtransferleistungszwang — nehmen lässt, einmal ganz abgesehen).
Das (prägnantere) >>Geh' mir aus der Sonne!<<, ist darum ein zu Recht berühmter Ausspruch von Diogenes, der heute aktueller denn je ist und auch in der Version >>Geht uns aus der Sonne!<< dem neoliberal Kirchhöfischen geradezu gellend entgegengeschleudert werden muss, das uns beim Grundlegendsten grundlos in A-ohneOhren-Manier aus sicherer Entfernung (wie Drohnen-Mörder als Schreibtisch-Täter) bestiehlt.
Die Diogenes'sche Art natürlicher Teilhabe an natürlichem kostenlosem Gemeingut (bzw. Gemein-"Eigentum") ist einem wahren Menschen gemäß und vorbildlich.
Wo andere — wie Paul Kirchhof — eine Chance sehen, ihr Eigentum zu mehren oder ihre Beziehungen zu einflussreichen Männern, da lehnt Diogenes Gefälligkeiten kategorisch ab, die ihn irgendwie abhängig machen könnten.
Für uns ist klar Diogenes der Hauptprotagonist für diese Variante der 2 Wege, zumal von ihm neben der anekdotischen Begegnung mit Alexander dem Großen mindestens eine weitere Begebenheit überliefert ist, die im Zusammenhang mit den 2 Wegen erwähnenswert ist. So sollte auch deutlich werden, dass er nicht nur als Philosoph gilt, sondern auch ganz praktisch derjenige ist, der uns diese Version der 2 Wege beschert und anschaulich zu machen verstand:
Am hellichten Tag soll er mit einer brennenden Laterne in der Hand über den belebten Marktplatz gelaufen sein und "ich suche Menschen" gerufen haben.
Damit machte sich dieser Weise zwar (scheinbar) zum Narren, der geradezu nach Art eines Till Eulenspiegel den Menschen den Spiegel vorhält, sie nicht als (eigentliche) Menschen wahrnehmen zu können, der aber auch sprichwörtlich (weise) als >Narrenmund Wahrheit kundtut< und sich dabei als typischer Humanist zeigt, der von Menschen mehr erwartet als bloß menschliche Gene.
Dass wir (damit übereinstimmend) den schmalen Weg als den humanistischen Weg begreifen, sollte schon deutlich geworden sein oder/und noch deutlich(er) werden.
Einfachheit und Freiheit oder Verschwendung und Knechtschaft — 2 Wege nach Thomas Jefferson
© Ernst Albert & Brian Brain 20180820_1850 auf www.2Wege.de mit der Bunten Rose
Von Thomas Jefferson stammt eine schöne Formulierung, die ebenfalls im Grunde die 2 Wege beschreibt und sehr ähnlich dem Diogenesweg Einfachheit und Freiheit wie Geschwister und sympathische Verbündete behandelt, für die man sich entscheiden sollte (vgl. Lebensmotto-Graphik unter "UEBeLICH oder MOEGeLICH" ), statt für eine Verschwendung, wie es das Neoliberale heute besonders unverfroren predigt und zur dauernden Ankurbelung des Wirtschaftswachstums bestenfalls empfiehlt, schlimmstenfalls gar verordnet wie beim RBeitrStV, mit der resultierenden refeudalisierenden Leibeigenschaft, die Jefferson Knechtschaft nennt.
>> Wir müssen wählen
Einfachheit und Freiheit, oder Verschwendung und Knechtschaft.<<
Freiheit besteht
auf die Freiheit der Wahlmöglichkeit.
Knechtschaft besteht
alternativlos auf Knechtschaft.
Ernst Albert 20180821_1800
www.2Wege.de
Genauer müsste man heute sagen: "Wir müssen wählen können ..." oder noch genauer: "Wir müssen noch wählen dürfen zwischen Einfachheit und Freiheit einerseits oder Verschwendung und Knechtschaft andrerseits." Denn auf diese einfach selbstverständliche Freiheit der Wahlmöglichkeit besteht die Freiheit — demokratisch — , während die Knechtschaft auf Knechtschaft (& Verschwendung) — antidemokratisch — besteht.
Darum besteht das Grundgesetz auf uneinschränkbare Grund- und Freiheitsrechte. Das ist wichtig zu betonen, da i.d.R. ein unerträglich oberflächliches Demokratieverständnis gepflegt und akzeptiert wird, das annimmt, dass Mehrheitsentscheidungen immer demokratisch seien, halbwegs faire freie Wahlen vorausgesetzt. Selbst wenn sich eine Mehrheit gegen Freiheit und Demokratie ausspricht, müssen sie aber erhalten bleiben, dass wenigstens die Minderheit sie noch nutzen kann und hoffentlich die Mehrheit ebenfalls wieder sie irgendwann mehr zu schätzen weiß, als ersatzweise beauftragte Führer, wie den "Präsidial-Diktator" Erdogan, dessen Präsidial-Diktatur zwar von einer Mehrheit und insofern "demokratisch" wirkend gewählt wurde, aber ethisch unrechtmäßig und nach deutschen Maßstäben auch rechtlich unrechtmäßig, da eben Demokratie auch mit Mehrheiten nicht in insofern "demokratisch" wirkender (aber unzulässiger) Wahl abgeschafft werden darf. In Freiheit darf man über das eigene Leben bestimmen, nicht aber über das Anderer!
Darum ist auch weder sogenannte Typisierung ein zulässiges Argument für den RBeitrStV, noch eine Volksabstimmung über solche Problematik eine zulässige oder gar besonders demokratische Methode! Die Schweiz ist zwar in mancher Hinsicht meist demokratisch vorbildlich, aber eine Volksabstimmung über ihre Rundfunkfinanzierung kann kein Vorbild für Deutschland sein und wäre auch in der Schweiz als antidemokratisch zu kritisieren, wenn das Erhebungssystem dort dem RBeitrStV in Deutschland entspricht.
Die Rücksicht auf das Leben Anderer begrenzt jede Freiheit selbstverständlich auf ganz natürliche Weise und sollte auch schon nach der entsprechend ausgerichteten allgemeinen Handlungsfreiheit gemäß Art. 2 GG unbedingt geübt werden, die (bereits in Abs. 1) (diese) 2 Aspekte hat:
Das eigene Leben frei leben — genauer: die eigene Persönlich frei (ihr und ihren (insbes. ethischen) Überzeugungen entsprechend) entfalten.
Die Freiheit (und sonstigen Rechte) Anderer (entsprechend) respektieren.
Genauer lautet Abs. 1 des GG-Artikels wie folgt, auch ausdrücklich auf Sittlichkeit achtend:
>>Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit,
und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.<<
Art. 2, Abs. 1 GG
Zum ersten Aspekt passend, bemerkt auch John F. Kennedy (vergleichsweise lapidar):
>>Freiheit ist,
und sein eigenes Leben leben zu dürfen.<<
"und sein eigenes Leben entsprechend leben zu dürfen", möchte man (schärfer fordernd und erläuternd) ergänzend einfügen.
Entsprechend formulierte es auch Malwida von Meysenbug, es zugespitzt als geradezu das erste aller Rechte und gar erste Bürger-Pflicht (vgl. das Naturrecht) bezeichnend:
und ein Leben diesen gemäß
ist das erste der Rechte und die erste der Pflichten eines Menschen.
Malwida von Meysenbug*
Im Zitat von Kennedy wird inhaltlich außer dem ersten Aspekt unserer Handlungsfreiheit nebenbei auch ansatzweise Art. 4 GG thematisiert, jedenfalls in unserer Ergänzung, ferner auch Art. 5 GG (wenn auch alles sicher nicht bewusst). Erst recht gilt das für's Zitat von M. v. Meysenbug.
Und zum zweiten Aspekt der Handlungsfreiheit passend, bemerkt Abraham Lincoln richtig:
>>Wer anderen die Freiheit verweigert,
verdient sie nicht für sich selbst.<<
Kein Mensch (und auch keine Menschenmasse) hat die Freiheit, die Freiheit aller abzuschaffen! Und wenn doch einer oder eine Gruppe die Macht dazu hat, so wäre es Machtmissbrauch, es zu tun! Machtmissbrauch (auch dieser Art) gibt es zwar, aber gegen ihn ist Widerstand nötig und naturrechtlich und vernunftrechtlich erlaubt, ja sogar geboten (auch wenn er gewöhnlich von Machtmissbrauchenden (zusätzlich Macht-missbrauchend) verboten wird.
Unter Symmetrisierung eines Zitats (unklarer Herkunft, wohl) von Papst Leo XIII., das wohl durch die Friedens- und Anti-AKW-Bewegung der Siebziger Jahre (evtl. Petra Kelly) in griffigerer Form populär wurde (und dann — sehr wahrscheinlich fälschlich — Bertold Brecht zugeschrieben wurde), erinnern wir daran:
und Unrecht zu Recht,
da Widerstand zur Pflicht wird
und Gehorsam zum Verbrechen.
Integrativ symmetrisierte Version
eines bekannten (verschieden variierten) Zitats
unklarer Herkunft,
wohl ursprünglich auf Papst Leo XIII. zurückgehend,
von der Friedensbewegung (evtl. Petra Kelly) griffiger populär gemacht
und wohl fälschlich häufig Bertold Brecht zugeschrieben.
Dabei könnte man statt Gehorsam" genauer auch "Kad(av)erGehorsam" schreiben.
Bemerkung: Ein Vertauschen der Reihenfolgen von Recht & Unrecht in den ersten 2 Zeilen würde zwar zu scheinbar mehr Parallelisierung (und so zu noch mehr Symmetrisierung) führen, aber fälschlich betonen, dass doch normalerweise Gehorsam ein Recht sei und Widerstand ein Unrecht, was aber erstens spätestens dann ganz und gar nicht mehr gilt, wenn wirkliches Recht verfolgt und wirkliches Unrecht belohnt wird (also nach dem Lesen der ersten 2 Zeilen), und zweitens nach Arno Gruens Buch "Wider den Gehorsam" schon immer ein Problem (und kein Recht) war und ist. Stets besteht vielmehr die Pflicht, Befehle mittels "Sapere-aude" und Gewissen darauf zu prüfen, ob sie sittlich und (fundamental-)rechtlich (sowie was die Vernunft betrifft) in Ordnung sind und ansonsten zu widersprechen oder bei Bedarf schärfere Formen des Widerstands zu nutzen.
Auch Jeffersons obige titelgebende Äußerung fiel natürlich im Zusammenhang mit der Bedeutung von Freiheit. Welch Segen, wenn ein Land solche Präsidenten hat (und welch Fluch, wenn sie vom Typus Trump sind)!
So sagte Jefferson in diesem Zusammenhang auch:
>>Ich bin nicht einer von denen, die das Volk fürchten.
Beim Volke und nicht bei den Reichen
liegt die Sicherheit für dauernde Freiheit<<
Und die Freiheit muss darum natürlich beim Volke, genauer bei jedem Einzelnen, liegen! Und sie muss dort unter allen Umständen bleiben, also wie gesagt selbst dann, wenn eine Mehrheit im Volk sie abwählen möchte, was jeder in ihr jeweils nur individuell für sich selber beschließen kann und mit keiner Mehrheit der Welt für alle verbindlich machen kann, ja mit keiner Mehrheit der Welt für alle verbindlich machen können darf!
Wohl nur scheinbar widersprüchlich zu seiner vorigen Äußerung stellte Jefferson mit demselben Freisinn fest:
>>Wo das Volk die Regierung fürchtet, herrscht Tyrannei.
Wo die Regierung das Volk fürchtet, herrscht Freiheit.<<
Immer sind es schlechte Regierungen,
die Freiheit beim Volk fürchten (und zu reduzieren suchen)
statt schätzen und fördern!
Ernst Albert 20180826_0515 (aber ähnlich auch schon früher)
Dabei soll im vorher geäußerten Sinn Jeffersons diese bestechend griffige Formel dahingehend abgeschwächt werden, dass eine gute Regierung ihre Rechtschaffenheit dadurch beweist, dass sie ein freies Volk nicht fürchtet, sondern begrüßt und die Menschen zur Freiheit ermuntert und einlädt! Denn immer sind es schlechte Regierungen, die Freiheit beim Volk fürchten (und zu reduzieren suchen) statt schätzen und fördern!
Theodor W. Adorno hat solchen Staat geradezu zum Kategorischen Imperativ erklärt, was vor dem Hintergrund der faschosozialistischen Geschichte Deutschlands auch schon zu den selbstverständlichen guten Sitten gehören sollte.
>>Hitler hat den Menschen im Stande ihrer Unfreiheit einen neuen kategorischen Imperativ aufgezwungen: ihr Denken und Handeln so einzurichten, daß Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe.<<
Theodor W. Adorno: Negative Dialektik, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970, S. 356
Insbesondere in Deutschland gehörte solches Denken einer wehrhaften Demokratie durch couragierte Bürger und einen Staat, der alles daransetzt, sie zu unterstützen, länger auch offiziell zur erklärten Politik und den Guten Sitten. (Es fand bspw. auch seinen Niederschlag in den Rahmenrichtlinien der Schulgesetze der Bundesländer.) Leider scheint es daraus inzwischen klammheimlich verschwunden zu sein, wie auch (insbesondere durch den Neoliberalismus) der Anspruch auf höhere Moralentwicklung geradezu dem ungenierten Gegenteil gewichen ist: Das Kirchhöfische fördert Stufe 2 der Kohlberg'schen Moralentwicklungs-Stufen, also noch die unterste Ebene 1, die gewöhnlich nur bis zum 9-ten Lebensjahr eingenommen wird, typischerweise aber oft auch von kriminellen Erwachsenen. Wir bestehen aber darauf, dass die höchste Ebene 3 mit den Stufen 5 und 6, welche Prinzipien wie den Kategorischen Imperativ Kants oder/und den Adornos zu berücksichtigen weiß, durch das Kirchhöfische nicht zu Grabe getragen werden darf, sondern vor diesem zu beachten und zu achten ist, wie Grundrechte und überpositive Menschenrechte vor jedem (sonstigen) bloß gesatztem Recht.
Denn weder ist der Faschismus längst überwunden, wie sich bspw. ein Generalsekretär Tauber erblödete (oder erdreistete?) zu behaupten, ohne dass sein Interviewpartner von den kirchhöfischen sogenannten "Qualitätsmedien" (DLF) ihm zu widersprechen für nötig erachtete. Noch gehören alle, die von diesen oder/und anderen Qualitätsmedien als Wutbürger oder gar Hassbürger verunglimpft werden, die pauschal in rechtsextreme Ecken gestellt werden, auch nur ansatzweise in deren Nähe! Aber das moralisch immer unterirdischere Niveau einer kirchhöfisch infiltrierten Obrigkeit mit ihrem staatsdirigistisch gehätschelten Staatsfunk ermutigt Menschen anderer ähnlich niedriger Gesinnung, massenhaft aus der vermeintlich ewigen Versenkung zu kommen und braunes "Gedankengut" ungeniert öffentlich und parlamentar wiederaufleben zu lassen. Und deren Gejohle und Einschüchterungsgehabe, das dasjenige in Nadelstreifen (nur ordinärer) nachahmt, dient dann als Vorwand, jede entschiedene Art von Empörung auf der Straße oder im Internet zu beargwöhnen, schlecht zu machen und zu zensieren oder indirekt zu verbieten und unmöglich zu machen. Nichts scheint solcher Herrschaft wichtiger zu sein, als ihre eigene DeutungsHohlheit unter allen (auch antidemokratischen) Umständen durchzusetzen.
Vgl. zur leider längst untergegangenen moralischen Hochphase deutscher Nachkriegsära auch Willy Brands: >>Mehr Demokratie wagen<< und seine Äußerung:
>>Wo die Zivilcourage keine Heimat hat,
reicht die Freiheit nicht weit.<<
Jefferson und Brandt machten so (ähnlich wie auch Theodor W. Adorno in Erziehung nach Auschwitz (ZEIT)) deutlich, dass der frei denkende couragierte Bürger der beste Garant für Freiheit ist, die letztlich auch am besten Sittlichkeit, Recht und auch sonstige Sicherheit gewährleisten kann.
Im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den sitten- und verfassungswidrigen RBeitrStV stehen alle Zitate (und Zitierten) klar auf unserer Seite und unterstützen unsere Anliegen einer wehrhaften freien Demokratie emanzipierter Bürger.
*Sämtliche (mit Sternchen markierte) Fremd-Zitate dieses Artikels sind zitiert nach GuteZitate.com. (Ob sie dort korrekt zitiert und zugeordnet sind, wurde von uns nicht geprüft.)
ÜBeLICH oder MÖGeLICH — 2 Wege nach Ernst Albert & Co.
© Ernst Albert & Brian Brain 20160223_2020 auf www.2Wege.de mit der Bunten Rose
Die folgende Graphik aus einem 2x2-Wortspiel und einem ähnlichen 2x2-Wortspiel bildet ebenfalls eine Art Tabelle, die als Tabelle für die 2 Wege interpretiert werden kann. Sie soll hier einen extra Aufsatz bekommen.
Eingeführt werden die WortSchöpfungen ÜBeLICH & MÖGeLICH, die zum Einen von ÜBLICH & MÖGLICH abgeleitet sind, aber auch ans ÜBEL/Üble & MÖGEnswert LiebLICHE erinnern sollen.
Während das Übliche auf eine große Anhängerschaft hinweist, weist das Mögliche auf ein großes Potenzial an vielfältigen Möglichkeiten hin, wird aber nur von einer Minderheit wahrgenommen.
Die große Anhängerschaft des Üblichen bildet sich ein, dadurch, dass sie bspw. zwischen einer Vielzahl von Automobilen wählen kann oder unter einer Vielzahl von Fernsehprogrammen, dass ihr eine Vielfalt zur Wahl steht. Tatsächlich hat sie aber diejenige Wahl nicht, die erst entsteht, wenn man sich auch in der Lage sieht, nachhaltig auf alle derartigen Produkte verzichten zu können, und dann insbesondere im Inneren eine Vielfalt an Möglichkeiten entdecken und kreieren lässt. Diese nur meint das MÖGeLICHE!
Insofern ist der zugehörige "schmale Pfad" nicht ein enger vorgezeichneter Pfad, von dem man nicht abweichen kann, sondern eher so etwas wie ein persönlicher Trampelpfad, den man sich erst individuell zur jeweiligen Bestimmung passend, selber noch bahnen muss, statt auf einem vorgebahnten "breiten Weg" zwar viel leichten Spielraum zu haben, aber letztlich kanalisierter und kontrollierter darauf geleitet zu werden.
Über das Übel im Übelichen wird das Übliche als schlecht konnotiert. Obwohl ganz Ähnliches auch in Matthäus 7; 13-14 geschieht, darf es natürlich nicht auf eine pauschale MehrheitenDiskriminierung hinauslaufen, auch nicht als Gegenreaktion zur üblicheren (leichtfertigen) MinderheitenDiskriminierung
Mit dem Wort FURCHTBAR im Wortspiel mit FRUCHTBAR wird die negative Konnotation der linken Seite mit dem ÜBeLICHEN bestätigt, während FRUCHTBAR die Vielfalt/Fülle von Möglichkeiten bestätigt.
In der Verbindung mit der letzten Zeile werden die Attribute verständlich, indem das REAKTIVE im Vergleich zum KREATIVEN relativ "furchtbar" ist, während letzteres "fruchtbar" ist.
Zwischen Möglichkeiten zu wählen, die man zu diesem Zweck erst einmal auch als solche entdecken muss, bedeutet diejenige bedeutsame Freiheit, die besonders der Mensch mit entwickeltem Gewissen braucht, das ihm nämlich verbietet, sich (als die leichteste, bequemste und üblich(st)e Möglichkeit) einfach immer an dem zu orientieren, was die Anderen tun. Jedenfalls darf solche Orientierung dem Menschen mit nennenswertem Gewissen nicht über ethische Prinzipien gehen. Um diesen zu genügen, bedarf es eines größeren Horizontes an Möglichkeiten als üblich und des Selbstverständnisses, daraus in Freiheit (ohne Angst vor drohenden Nachteilen) eine zu wählen, hinter der er stehen kann, ohne bloßen Verweis auf das Verhalten der Anderen (der Masse/Mehrheit) oder gar des Führerprinzips/Befehlsnotstands.
Dass die linke Seite der Graphik besonders gut auf den (furchtbar) reaktiven Konsum von Fernsehprogramm passt, bestätigt, dass das das Übliche ist. Schöpferische Menschen verorten sich in der Graphik dagegen klar rechts.
Die folgende Graphik zu unserem Lebens-Motto "DiogenesWonne" bestätigt das mit ihrer rechten Seite, die für vielfaches Streben (also ebenfalls die Vielfalt) steht und für ambitioniertes Kreieren. Dass schöpferische Menschen zudem die (in der obigen Graphik) linke Seite der 2 Wege bewusst relativ klein (vgl. Erich Fromm) oder sogar sehr klein halten, ist im (unten dargestellten) Motto auf der linken Seite durch die Attribute einfach und bescheiden positiv ausgedrückt: Ein (äußerlich bzw. materiell) einfaches Leben wird bescheiden konsumierend gepflegt.
Diese untere Graphik thematisiert also mit ihrer linken Seite zwar auch den "breiten Weg", verwirft ihn aber klar durch die ihm entgegengesetzte Bescheidenheit im Materiellen und gehört deshalb als Ganzes (mit ihren beiden Seiten) zum "schmalen Pfad".
Neben dem Reaktiven ist das Konsumptive Gegenteil vom Kreativen. Auch der Massenkonsum kennzeichnet das MassenMedium Fernsehen, indem dies massenhaft konsumiert wird, aber auch zum massenhaften Konsum politisch (etwa durch die INSM) auffordert und zudem durch die Fernsehwerbung.
Diese Graphik repräsentiert zudem ein Motto, wie es insbesondere Diogenes (s.o. oder www.DiogenesWonne.de) haben könnte. Auch andere Menschen, die bescheiden leben, aber hohe Ansprüche an ihre Integrität und das Menschliche haben, insbesondere das Geistige oder andere menschliche Besonderheiten (Empathie, Gewissen, Freiheit, ...), kann man darum Diogenesse oder diogen nennen.
Auch obiges titelgebendes Zitat von Thomas Jefferson bestätigt unsere Wahl. Es steht inhaltlich bestätigend und verbindend quasi zwischen unseren beiden Graphiken, die beide Bekenntnisse zum "schmalen Weg" der vielfältigen inneren Möglichkeiten in kreativ-schöpferischer GottesEbenbildlichkeit sind. Wir wiederholen es hier:
Ein anderes Zitat (ebenfalls zitiert nach GuteZitate.com) von Fontane drückt geradezu eine Sehnsucht dieses anderen Künstlers nach der nun mehrfach formulierten Einfachheit im entsprechend freien Leben aus.
>>Ich sehne mich nach einfachen Formen,
wo Herz zum Herzen spricht,
und wo man das Beste hat, was man haben kann,
Ehrlichkeit, Liebe, Freiheit.<<
Zu betonen ist, dass es uns und unseren hier zitierten Seelenverwandten stets um eine Einfachheit (im Sinne von natürlicher materieller Bescheidenheit) für Freiheit geht; und nicht umgekehrt — wie Paul Kirchhof und seinen Anhängern — um Einfachheit im Sinne von undifferenzierter Pauschalisierung (und organisatorischer Simplifizierung ohne Rücksicht auf Verluste) gegen die Freiheit der Betroffenen, auch gegen die Gerechtigkeit, aber umso mehr als "gerecht" schlangenzüngig rhetorisch bezeichnet und als freiheitsdienlich hingestellt, aber lediglich der Freiheit der Unterdrücker und Herrschenden dienend, als käme es besonders und ausschließlich auf diese Art "Freiheit" an (wozu jeder Vorwand ihm recht kommt, der aber zugleich seine unerträgliche Gesinnung und rhetorisch verschlagene Art entlarvt).
© Ernst Albert & Brian Brain 20160223_1930 auf www.2Wege.de mit der Bunten Rose
Zur besseren Vorstellung der 2 Wege steuern wir zudem den Begriff des Machtlings bei, der als Typ dem Typen des Integren gegenübersteht.
Ersterer ist oft vergleichsweise gewissenlos, um erfolgreich über Leichen gehen zu können. Letzterer sollte dagegen gewissenhaft um seine innere Stimmigkeit/Integrität ebenso bemüht sein, wie um sein rücksichtsvolles Wirken in der Welt.
Wie wir unter ÜBeLICH oder MÖGeLICH aufführten (2 weiteren passenden innovativen Begriffen von uns), tendiert der Integre auch zum Schöpferischen (Kreativen), während der Machtling eher reaktiv oder gar destruktiv ist.
Machtlinge tendieren dazu, (vertikale) Hierarchien zu bilden, in denen Kadavergehorsam angesagt ist und gefordert wird.
Integre wirken dezentraler und weniger starr organisiert und eingebunden, auch verstreuter (mit mehr horizontalen Kontakten auf Augenhöhe).
Machtlinge mit ihren Hierarchien absorbieren und beherrschen in aller Regel die Mehrheit, auch wenn die höchsten Positionen nur einer Minderheit zugänglich sind.
Integre bilden gewöhnlich eine Minderheit. Das hängt auch damit zusammen, dass die hohen Ansprüche an Integrität nur von einer Minderheit erreicht werden (nach Kohlbergs Stufen der Moralentwicklung).
Das bedeutet nicht, dass alle anderen gewissenlos wären. Neben den sehr wenigen Prozent Menschen, die die Spitze der Kohlberg'schen Moralentwicklung erreichen, benimmt sich nach den Milgramexperimenten ca. ein Drittel der Menschen ebenfalls menschlich. Von den ca. 2/3 Übrigen zeigt die Hälfte immerhin, dass sie nicht ganz ohne Skrupel bösen Anweisungen folgt, wie die andere Hälfte derer, die sich unmenschlich verhalten. Behavioristisch neigen also ca. 2/3 der Menschen in autoritären Systemen, wie sie Machtlinge etablieren, zu gewissenlosem Verhalten, das sie buchstäblich über Leichen gehen lässt. Doch dort, wo solch Kadavergehorsam nicht gefordert ist und abtrainiert ist, können ca. 2/3 der Menschen gutes Verhalten zeigen. (Siehe MilgramNorm.)
An der Börse gibt es 2 notwendige Bewegungen, die sich eigentlich ergänzen und wieder daran zweifeln lassen können, ob man wirklich einen der beiden Wege verteufeln darf.
Freilich darf ersatzweise auch infrage gestellt werden, ob es sich dort überhaupt um dieselben bzw. wirklich nah verwandte 2 Wege handelt.
Letzteres zu tun empfehlen wir ausdrücklich, zumal es sich bei dieser eventuellen Variante der 2 Wege um eine handelt, die v.a. symbolisch angeregt wurde, insbesondere durch unsere eigenen (zunächst unabhängig voneinander entstandenen) beiden BuchstabenBilder-Signets, die trotz dieser formalen Gemeinsamkeit inhaltlich entschieden konträre Ausrichtung haben. In dieser Bedeutung markieren sie zwar auch ganz entschieden die beiden Wege wegweisend. Ob aber darüber hinaus auch die Assoziation mit der Börse ob deren Bulle & Bär -Maskottchen zu den 2 Wegen passt, soll offen gelassen werden und hier nur als vielleicht inspirierende Überlegung angedacht werden.
Der Liebling der Börse ist der Stier, der Wachstum, ein Aufwärts, anzeigt.
Weniger geliebt ist dort der Bär, der einen Abschwung symbolisiert.
Wenn nun die BÖrSE das BÖSE symbolisiert, ist ihr Liebling freilich auch böse. Dies gilt, wenn der Mammon als teuflisch angesehen wird, was begründet werden kann, aber nicht absolut so gesehen werden sollte. Tatsächlich ist sein Götze das Goldene Kalb des schwarzen Stiers, der mit seinen Hörnern und dem Schwanz etwas Teuflisches hat (ferner auch mit den Hufen, die beim Teufel aber traditionell Pferdehufe sind). Man vergleiche damit den StaatsTV-Satan, der ebenfalls nach Geld giert (www.StaatsTV.de).
Der Eisbär dagegen leidet unter dem Treibhauseffekt und der resultierenden KlimaKatastrophe, die das ständige Wachstum produziert. Er ist das Maskottchen des ÖHI-Prinzips (www.ÖHI-P.de).
Auch wenn die Bezüge verblüffend vielfältig und häufig erstaunlich passend sind, sind sie v.a. tendenziell wegen ihrer Ähnlichkeit zu DEN 2 Wegen bemerkenswert, aber nicht so zwingend, dass es bspw. angebracht wäre, darüber hinaus Stiere (oder gar Rinder) allgemein negativer zu konnotieren als Bären.
Vielmehr hinkt schon jeder Vergleich der 2 Wege mit nur dem Auf & Ab der Börse.
Erst wenn deren Lieblings-Maskottchen Stier mit den bekanntesten Maskottchen von Naturschutz/Tierschutz und Klimaschutz (Panda-Bär bzw. Eis-Bär) verglichen wird, stehend für die (börsentypische) Gier nach Geld ohne Rücksicht auf die damit verbundenen Schäd(igung)en einerseits und für den idealistischen Schutz der Schöpfung andrerseits, bekommt der Vergleich Sinn (der aber nicht auf objektiven Eigenschaften der jeweiligen Tiere beruht)!
Vorneweg muss bemerkt werden, dass Adorno das Autonome wohl nicht einfach auch das Individuelle nannte. "Autonom oder industriell" müsste die Überschrift also korrekter lauten. Nur der Klang des Wortspiels verleitete uns dazu, das besser klingende Paar zu notieren.
Ob Adorno überhaupt 2 Wege vergleichbar ausgearbeitet hat, müssen wir offen lassen. Jedenfalls sieht er aber 2 Möglichkeiten sowohl in der Kunst als auch in der Politik:
In der Kunst ist es die autonome Kunst einerseits und die KulturIndustrie andrerseits.
In der Politik ist es der autonome Bürger, der nicht mitmacht, einerseits und das Prinzip Auschwitz andrerseits.
Klar bekennt sich auch Adorno jeweils zum Autonomen. Das andere ist ihm wohl das Industrielle insofern als er von Kultur-Industrie explizit spricht und im Zusammenhang mit dem Prinzip Auschwitz, das die Alternative zum Autonomen ist, von Menschenschlachtfabriken??? wohl auch. Jedenfalls gelten die großen KZs in Polen als "Vernichtungslager mit industrieller Vernichtung und Verwertung" (s. Wikipedia-Artikel). Beim Industriellen diktieren die Rationalisierung und Gewinnmaximierung das Handeln.
Zusammenfassend ergibt sich so vorläufig folgende Tabelle, ohne dass wir sicher sind, ob wir damit Adorno einigermaßen gerecht werden:
AUTONOMES (INDIVIDUELLES)
Autonome (individuelle) Kunst Kultur-Industrie
Autonomes Individuum,
fähig zum Nicht-Mitmachen Industrielle Vernichtungslager
(Prinzip Auschwitz)
© Ernst Albert 20160222_2210 auf www.2Wege.de mit der Bunten Rose
Gustav Radbruch hat mit seiner "Einführung in die Rechtswissenschaft" Fritz Bauer anscheinend begeistert und geprägt. Dort unterscheidet Radbruch 2 Juristentypen:
den Juristen aus Ordnungssinn und
den Juristen aus Freiheitssinn
Begeistert entscheidet sich der wunderbare Idealist Bauer klar für Letzteren:
>>Der „Neigung zur Reglementierung und Rationalisierung ein Gegengewicht zu bieten, ist die historische Aufgabe des Juristen aus Freiheitssinn, [...]. Diese Juristen sind die Vorposten des Rechtsstaats gegen unseren angeborenen Hang zum Polizeistaat. Rechtsstaat ist aber für uns nicht nur ein politischer, sondern ein kultureller Begriff. Er bedeutet die Wahrung der Freiheit gegen die Ordnung, [...], der Fülle gegen das Schema.” Die Worte sind von mir dick unterstrichen worden; ich habe gewußt, wohin ich gehören möchte.<<
Fritz Bauer: "Im Kampf um des Menschen Rechte",
teilweise Gustav Radbruch: "Einführung in die Rechtswissenschaft" zitierend
Mit der >>Fülle gegen das Schema<< wird auch (freiheitlicher) Vielfalt (die in Minderheitenpositionen über einen teilw. viel zu eng verstandenen Pluralismus-Begriff hinausgeht) gegen Typisierung (und Gleichschaltung) klar das Wort geredet.
Entsprechend mahnt Bauer immer wieder, sich gegen Gleichmacherei zu verwehren und zwar ausdrücklich in >>Gesinnung und Tätigkeit<< (und nicht erst, wenn sich ein Unrechtsstaat schon klar (und entsprechend kaum noch erfolgreich bekämpfbar) etabliert hat). (Was ist schließlich eine moralische Gesinnung wert, wenn man ihr nicht folgen darf oder eine pluralistische Minderheiten-Position, die unterdrückt und verfolgt wird?!) Jedenfalls schreibt Bauer:
Die Pflege nonkonformistischer Gesinnung und Tätigkeit
nicht nur im Kampf gegen Unrechtsstaaten,
sondern auch gegen alle gefährliche Gleichschaltungsbestrebungen von oben und unten
ist ein Teilaspekt staatlicher Sozialhygiene unserer Zeit.
sie fürchten auch die anonyme Gewalt der Staaten und ihrer Bürokratien,
auch wenn es demokratische Staaten sind.
Kein Jurist kann überhören,
daß es der tägliche Wunsch sehr vieler anständiger Bürger ist,
nur nichts mit den Gerichten zu tun zu haben.
Der ganze Betrieb unserer Zivil- und Strafjustiz jagt ihnen Furcht und Schrecken ein.
Der [(angebotene*)] Ausweg aus der verängstigten Gejagtheit ist die Flucht in die kollektivierte Freizeit,
aber kein Sport, Film oder Radio, keine Massenpresse
ersetzt das Wir, nach dem sich die Menschen [(eigentlich*)] sehnen.
Fritz Bauer: "Im Kampf um des Menschen Rechte"
*) Den letzten Absatz haben wir mit eckigen Klammern und gesperrt gedrucktem Inhalt so zu erläutern versucht, wie wir Fritz Bauer (unter Berücksichtigung seiner Äußerungen an anderen Stellen) verstehen.
Diese Interpretation ist aber vom bloßen Text her nicht zwingend, weshalb wir doppelte Klammern nutzten, die dazu animieren sollten, sich ohne diese Einschübe ein eigenes Bild zu machen.
Fritz Bauer zeigt nicht nur hier zudem ein wohltuend menschlich empathisches Verständnis für die Menschen und ihre Ängste vor erbarmungslosen >>Bürokratien<< und Mühlen der Justiz, deren "Mitarbeiter" all dies Menschliche immer vollkommener entmenschlicht vermissen lassen, in die man heute aber (unter anderem gerade darum) auch ganz unschuldig gerät durch insbesondere einen RBeitrStV, der zwecks bürokratischer Vereinfachung die gesamte Bevölkerung totaler und totalitärer als alles vorher, mittels Typisierung gleichzuschalten sich sitten- und verfassungswidrig erlaubt. Aber so unschuldig man darum heute allzu leicht auch hineingerät, so nahezu chancenlos kommt man aus demselben Grund einigermaßen gesund in einigermaßen absehbarer Zeit wieder heraus.
Die kulturelle Bedeutung eines wirklichen Rechtsstaates und des Widerstands gegen alles Totalitäre an Macht und Gleichschaltung bekräftigt auch folgendes Zitat kämpferisch entschlossen und Mut-machend, geradezu zur Widerstandspflicht oder hier jedenfalls zur Pflicht zu Wachsamkeit aufrufend:
>> Der Widerstand [...] gegen die Tyrannei ihrer treulosen Herrscher, [...] der unerschrockene Kampf einzelner Unentwegter [...], hat geschaffen, was wir heute Europa und die abendländische Kultur nennen. Ihre Bejahung bleibt ein leeres Lippenbekenntnis, wenn die Bedeutung des jahrhundertalten Protests gegen alle Gleichmacherei und gegen alle angeblich alleinseligmachenden Heilslehren verschwiegen und wenn nicht in der Resistance aller Zeiten ein die Gegenwart und Zukunft verpflichtendes Erbe gesehen wird. <<
Und Bauers vorbildlich Weg-weisendes und geradezu leidenschaftliches Plädoyer fürs Menschliche kommt auch und besonders in folgendem Zitat bestechend zum Ausdruck:
ist die Aufgabe aller Berufe, vor allem der Juristen,
denn Gesetze sind nun einmal nicht auf Pergament, sondern auf empfindliche Menschenhaut geschrieben.
zu den Konzentrationslagern von Auschwitz und Buchenwald.
Der knechtische Respekt vor allem, was formal als Gesetz auftritt,
hat einem bedeutenden deutschen Juristen an der Jahrhundertwende den Satz in die Feder diktiert,
der Staat sei rechtlich durch keine Schranke gebunden;
selbst brutale Gewaltakte würden, wenn sie in der Form des Gesetzes aufträten, formell Recht sein
und Gerichte, Verwaltungsbehörden und Untertanen binden.
Eine Justiz, die zu einer solchen bloßen Gesetzestechnik entartete,
war dann auch dem Ansturm des nazistischen Unrechtsstaates, der Unrecht in Gesetzesform schuf, nicht gewachsen.<<
Dass hier das Menschliche mit dem Begriff einer Gasse in Verbindung gebracht wird, aber das Unmenschliche mit dem schnurgeraden Weg nach Auschwitz, der zwar symbolisch als folgerichtiger Weg aus dem falschen Denken der Juristen aus Ordnungssinn gedacht ist, aber konkret die Eisenbahnschienen assoziieren lässt, die in die dortige Hölle führten, das greift nicht nur ausdrücklich auf 2 Wege-Metaphern zu, sondern erinnert zugleich frappierend an die 2 Wege aus Matthäus 7, 13-15, zumal der eine Weg bloß als Gasse vorgestellt wird, der andere schnurgerade als ein Schnellweg wie eine breite Autobahn.
Es verbindet auch die beiden Juristentypen mit je einem der beiden Wege und ebenso die Rechtsauffassung (wobei er sich offenbar entschieden und zu Recht empört gegen den Rechtspositivismus wendet) sowie die "Staatsform".
Entsprechend bestätigt Bauer in seinem folgenden vorzüglichen Zitat im ersten Abschnitt die Aussage des obigen Brandt-Zitats dazu, wie eine Demokratie der Zivilcourage zur Behauptung und Verteidigung der staatsbürgerlichen Rechte unbedingt eine Himat bieten muss (ohne dass wir sagen könnten, wessen Äußerung historisch früher war).
Nur wir haben davon als zweiten Abschnitt durch eine absatzartige Zäsur abgetrennt, in dem er vorbildlich Mut-machend (Rücken stärkend, statt in den Rücken fallend) bekräftigt und ausführt, wie dies konkret auszusehen hat, wofür offenbar auch die Judikative mit zu sorgen hat (die einem aber heute schon wieder dabei widerlich in den Rücken fällt).
Im letzten Abschnitt des Zitats formuliert er das Verhältnis vom Einzelnen und Staat ähnlich, wie sie im Herrenchiemsee-Entwurf des Grundgesetzes als Art. 1 Abs. 1 GG geplant war:
Wenn wir die Demokratie wirklich ernst nehmen,
bedarf es eines günstigen Klimas für jede Behauptung und Verteidigung staatsbürgerlicher Rechte;
jedem ist der Rücken zu stärken und Mut zu machen,
der [...] in der Tretmühle des Alltags
sich gegen Übergriffe staatlicher oder privater Machtkonzentrationen zur Wehr setzt
und [...] um jeden Quadratmeter seines privaten Eigenlebens streitet.
Die privaten Existenzen geben in der Demokratie dem Staat Gesicht und Gepräge,
Und was jeder Idiokrat wissen sollte, der ja von Th. W. Adorno als >>Manipulativer Charakter<< charakterisiert wird und der typischerweise nicht mit sich reden lässt (Adorno bescheinigt ihm >>Züge von Unansprechbarkeit<<) und sich auch nach unserer Erfahrung als "A-ohneOhren" gefällt:
>> Niemand ist berechtigt,
mögen die Folgen sein, wie sie wollen. <<
Fritz Bauer erkennt so (mit Gustav Radbruch), worum es entscheidend geht.
>>Demokratie wirklich ernstnehmen<<
>>Rechtsstaat als kulturelle Errungenschaft<<
>>Polizeistaat<<
>Der Einzelne / das Private
den Staat / das Öffentliche< >Der Staat / das Öffentliche
den Einzelnen / das Private<
>>Menschlichkeit<< Unmenschlichkeit
Orientierung an überpositivem Recht
(Natur-/Vernunft-Recht): Rechtspositivismus
(gesatztes Recht):
>>Menschenrechte<< >>Gesetzesfetischismus<<
>>Widerstand<<
(>>Protest gegen alle Gleichmacherei<<) Kadavergehorsam
>>knechtischer Respekt vor allem, was formal als Gesetz auftritt<<
>>Pflege nonkonformistischer Gesinnung<< >>Gleichschaltungsbestrebungen von oben und unten<<
>>Fülle<< (echter Pluralismus) >>Schema<< (>>Gleichmacherei<<)
>>Freiheit<< >>Ordnung<<
>>Juristen aus Freiheitssinn<< >>Juristen aus Ordnungssinn<<
>>Vermeiden, daß [die Erde] zur Hölle wird<<
Was wir wie ein Fazit in die unten abschließende Zeile der Tabelle schrieben, bezieht sich natürlich auf das bereits andernorts erwähnte Zitat:
(Was wir dafür tun können, kann bei Gelegenheit noch weiter ergänzt werden.)
© Ernst Albert 20181027_2000 auf www.2Wege.de mit der Bunten Rose
Hier sollen die 2 Wege v.a. danach unterschieden werden, ob der Masse oder dem autonomen Individuum gehuldigt wird. Da sich mit dieser Thematik auch Bruno Bettelheim besonders befasst hat in seinem Buch: "Aufstand gegen die Masse", in dem er auch vom Massenstaat spricht, haben wir (zumindest vorläufig) Bruno Bettelheim exemplarisch und stellvertretend als einen Protagonisten dieser Version der 2 Wege gewählt.
Bereits in Matthäus 7; 13-16 klingt an, dass falsche Propheten bzw. falsche Hirten oder (böse) Führer, Wölfe im Schafspelz, die Menschen massenhaft auf den "breiten" Weg locken, während den anderen nur wenige finden. Doch dem soll hier insbesondere wegen des Terminus "Massenstaat" ein extra Artikel gewidmet werden.
Zwar versteht man im Christentum Jesus Christus als den "guten Hirten", auch "Meister" genannt, der ebenfalls sagt: "Folge mir nach!" Doch wenn dies ebenso verstanden würde wie ein Führer-Prinzip, das wir von Hitler kennen, das verlangte, dass man Führerbefehlen unbedingt zu folgen habe, was erschreckend gern buchstäblich trotz aller unmenschlichen Menschen-Verachtung getan wurde ("Führer befiehl, wir folgen dir"), dann wäre Christus kaum besser als ein Hitler und müsste sich geradezu vorwerfen lassen, geholfen zu haben, den Faschismus vorzubereiten. (Tatsächlich muss man solch gefährlich autoritäres Gehabe heute so manchem Guru vorwerfen, freilich aber auch denen, die ihm erschreckend vertrauensselig folgen.)
Wir verstehen Jesus Christus schon darum ganz anders: Er ist als Vorbild von Mensch zu verstehen, der lieber litt, als nach Macht zu streben, der Gottesebenbildlichkeit vorlebte in dem Sinne, dass wir alle als Gotteskinder unsere jeweils eigene, aber immer menschliche Art von Gottesebenbildlichkeit leben sollten. Sagen zu können: "ICH BIN", insbesondere "ICH BIN (ein) Gottes-Sohn" bzw. "ICH BIN (eine) Gottes-Tochter" bzw. einfach allgemeiner: "... (ein) Gottes-Kind", "... ein Gottes-Ebenbild das seiner Berufung nachspürt und nachkommt, das seine Persönlichkeit entfaltet zum Wohle aller, ..., das heißt nach unserer Überzeugung, Jesus Christus nachzufolgen. Das heißt auch, sein eigener Meister zu sein, statt einer Autorität zu folgen, weder hinterherrennend, noch blind gehorchend wie in Milgram-Experimenten.
Wenn nämlich die Masse dem Führer die Verantwortung für ihr Leben abgibt, dann entsteht der Massenstaat mit der Parole: der Staat muß leben, auch wenn man als Einzelner und in der Masse des kollektiven WIR Aufgehender dafür (als nur vermeintlicher Held, der sein Leben für eine größere Sache lässt) untergehen/sterben muss. Die (gefährliche) Parole: >>Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen!<<, stammt aus einem Arbeiterlied von Heinrich Lersch von 1914 und wurde Parole der damaligen Zeit und für den Massenstaat.
Die gegenteilige Parole lautet: >>Der Staat ist um des Menschen willen da, nicht der Mensch um des Staates willen.<< Sie stand als Artikel 1 Abs. 1 GG im GG-Entwurf von Herrenchiemsee.
Erst Absatz 2 lautete ähnlich wie die schließlich verabschiedete Form von Art. 1 GG, betonte allerdings die Würde der menschlichen Persönlichkeit, statt der Würde des Menschen allgemein. Während die Version, die die Würde der menschlichen Persönlichkeit schützen sollte, Würde an die Persönlichkeit bindet, die den Menschen im humanistischen Sinne auch erst im vollen Sinne menschlich macht als menschlicher Mensch, sie also insofern einem unmenschliche Menschen als Unmensch absprechen kann, eine unverletzliche Würde zu haben, geht die verabschiedete Version von einer Würde des Menschen per se aus, die man sich nicht erst erarbeiten muss und schon als ungeborener Embryo hat. Diese großzügigere Fassung ist im Zweifel schon deshalb zu begrüßen, da sonst viel zu leichtfertig unliebsamen Menschen die Würde kurzerhand abgesprochen werden könnte (und wahrscheinlich abgesprochen werden würde). Auch einer Menschen-verachtenden Bestie mit menschlichen Genen sollte für ihre Untaten nach Möglichkeit ein fairer Prozess gemacht werden, auch wenn in diesem Fall auch weniger schonende Notwehr-Maßnahmen gegen Gefahren für Leib und Leben Unschuldiger in Frage kommen.
Fritz Bauer drückte in einer ganz ähnlichen Formulierung fast dasselbe aus, aber weniger eine Art Fürsorge betonend, als mehr das Schöpferische, Entscheidende und Prägende (wir zitierten bereits oben etwas länger):
Offenbar prägen die Einzelnen einen pluralistischen Staat der Vielfalt, während ein Staat, der sich anmaßt, die Einzelnen zu prägen, ein typisch despotischer Staat ist, der die Masse nach seinen unerträglich beschränkten Vorstellungen zu formen sich erdreistet, ein Massenstaat.
© Ernst Albert 20160318_1330 auf www.2Wege.de mit der Bunten Rose
Für diesen Artikel soll insbesondere der Philosoph Byung-Chul Han federführend zitiert werden, der die Problematik auf den Punkt zu bringen versteht:
>>Neoliberalismus bezeichnet den Zustand der heutigen Gesellschaft sehr gut, denn es geht um die Ausbeutung der Freiheit. Das System will immer produktiver werden, und so schaltet es von der Fremdausbeutung auf die Selbstausbeutung, weil dies mehr Effizienz und mehr Produktivität generiert, alles unter dem Deckmantel der Freiheit.<<
Byung-Chul Han: "Tut mir leid, aber das sind Tatsachen", interviewt von Niels Boeing und Andreas Lebert in ZEIT Wissen 5/2014
Allerdings würden wir spontan statt >>es geht um die Ausbeutung der Freiheit<<, eher formulieren, "es geht um die Ausbeutung und den Missbrauch des Menschen und seines Freiheitswesens".
Außerdem sehen wir (insbes. im Zusammenhang mit dem RBeitrStV) nicht, dass die Selbstausbeutung die Fremdausbeutung ersetzt, sondern allenfalls ergänzt, dass aber durch das System tatsächlich eine suchtartige Konsumabhängigkeit der Menschen erzeugt wird, die in Selbstausbeutung und geduldeter Fremdausbeutung den einzigen Ausweg sieht, seine Sucht einigermaßen zu befriedigen.
Wo das Primat der Ökonomie die Politik so "alternativlos" diktiert, dass Byung-Chul Han sogar von einer >>Diktatur des Neoliberalismus<< [a.a.O.] schon spricht, die quasi alles andere unter sich begräbt, da wird gerne vergessen, dass es eine Alternative durchaus gab und gibt. Diese heißt gewiss nicht "Alternative für Deutschland" (die selber neoliberal und uns deutlich zu rechtsgerichtet ist) und heißt auch nicht Sozialismus, obwohl einst auch soziologische Studien zu diesem Themenkreis mit dazu beitrugen, dass Erich Fromm eine "Renaissance des Humanismus" forderte [erstes Credo, 1962]. Die eigentliche Alternative zum Neoliberalismus, dessen Konsumfixierung, Entfremdung und Bürokratismus, ist der Humanismus, wie er das Bildungsideal von Wilhelm von Humboldt prägte!
In gewisser Weise können besonders die Begriffe "Neoliberalismus" und "Humanismus" wie zusammenfassende Überschriften über allen Formen der 2 Wege stehen, NEOLIBERALISMUS über dem "breiten Weg" "ins Verderben" und HUMANISMUS über dem "schmalen Weg" "zum [eigentlichen] Leben".
Näheres zu (diesem) Humanismus findet man unter ÖHI-P.de.
Theodor W. Adorno: Erziehung nach Auschwitz. Aus: Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften. Suhrkamp, Frankfurt<< [zitiert nach ZEIT]
Urs Ars (www.UrsArs.de) ist Wissenschaftler, v.a. Mathematiker und Ideamatiker (ferner Organoniker), Visionär (und Erfinder), aber auch Künstler und ertüftelt auch perfekt komponierte künstlerische Werke mit hohem intellektuellem bzw. Symmetrie-Gehalt, u.a. bspw. Poemagramme. Seine (recht perfektionistisch angelegten) Werke sind oft nur den in besonderer Weise an Tiefsinn in Form und Inhalt Interessierten und zu hoher Abstraktion und mehrdimensionaler Anschauung Bereiten zugänglich.

References: Art. 4
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 Art. 5
 Art. 2

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 Art. 1
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