Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4203.htm
Timestamp: 2018-11-21 18:59:15+00:00

Document:
4.203 Unter Lauhern
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet »Unter Lauhern« vom 29. Mai 1992 (GBl. v. 31.07.1992, S. 444).
Auf Grund von §§ 21, 22, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie fies Rates vom 27. Juni 1985 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten (85/337/EWG) vom 12. Dezember 1991 (GBl. S. 848), und der §§ 22 und 33 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
(1) Die in § 2 Abs.2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Reutlingen, Gemarkung Gönningen, Landkreis Reutlingen, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Die in § 2 Abs.3 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Reutlingen, Gemarkung Gönningen, Landkreis Reutlingen, werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.
(3) Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung »Unter Lauhern«.
(2) Die Naturschutzgebietsteile haben eine Größe von zusammen 6,93 ha und umfassen die Flurstücke Nr. 2423, 2424, 2425, 2426, 2427, 2428, 2429, 2430, 2431, 2432 und 2434.
(4) Im Falle eines Widerspruches zwischen den in den Karten eingetragenen Grundstücksflächen des Natur- und des Landschaftsschutzgebiets mit der textlichen Beschreibung gelten die in den Karten getroffenen Festlegungen.
(5) Die Grenzen des Natur- und Landschaftsschutzgebietes sind in einer Flurkarte im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 des Regierungspräsidiums Tübingen vom 22.August 1991 dargestellt. Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind rot und die des Landschaftsschutzgebietes grün angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, beim Landratsamt Reutlingen in Reutlingen und beim Bürgermeisteramt in Reutlingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten ausgelegt.
(1) Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist die Erhaltung reizvoller Landschaftsteile am Rande der Schwäbischen Alb mit Halbtrockenrasen, extensiv genutzten Obstbaumwiesen, Hecken, Waldrand, Naßwiesen und Tümpel als Lebensraum für viele seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten.
1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen, einschließlich Einfriedigungen jeglicher Art zu errichten;
8. Neuaufforstungen vorzunehmen, Kleingärten, Schmuckreisigkulturen oder Vorratspflanzungen von Bäumen und Sträuchern anzulegen oder sonstige Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
11. zu zelten, zu lagern, zu grillen, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;
17. Düngemittel, Chemikalien oder sonstige umweltgefährdende Stoffe einzubringen;
18. Brach- oder Grünland in Äcker oder zur Neueinsaat umzubrechen.
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Grünlandnutzung in der bisherig n Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) die Streuobstwiesen weiterhin extensiv genutzt werden, abgängige Obstbäume müssen durch andere hochstämmige Obstbäume ersetzt werden;
b) Flurstück Nr.2432 einmal jährlich nicht vor dem 1. Oktober gemäht werden soll, wobei das Mähgut jeweils entfernt und ordnungsgemäß verwertet werden muß;
c) eine Beweidung nur mit Schafen in Hütehaltung und nicht vor dem 1. September erfolgen darf, das Aufstellen von Pferchen ist nicht erlaubt. § 4 der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung) vom 27. Juli 1988 (BGBl. 1 S. 1196), geändert durch Verordnung vom 22.März 1991 (BGBl. 1 S. 796) bleibt unberührt;
2. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, ausgenommen § 7 Abs. 2 Nr. 14 und 15;
Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen können für das Natur- und Landschaftsschutzgebiet von der höheren Naturschutzbehörde durch Einzelanordnung oder in einem Pflegeplan - für den Wald jeweils einvernehmlich mit der Forstverwaltung - festgelegt
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 Abs. 1 und § 5 Ziffer 2 bis 5 verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs.2 Nr.4 des Landesjagdgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 und § 5 Ziffer 1 die Jagd ausübt.

References: § 2
 § 2
 § 4
 § 7
 § 64
 § 4
 § 5
 § 33
 § 4
 § 5