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Timestamp: 2019-12-08 10:44:01+00:00

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BFH, 22.02.2006 - I R 67/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,2278
BFH, 22.02.2006 - I R 67/05 (https://dejure.org/2006,2278)
BFH, Entscheidung vom 22.02.2006 - I R 67/05 (https://dejure.org/2006,2278)
BFH, Entscheidung vom 22. Februar 2006 - I R 67/05 (https://dejure.org/2006,2278)
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KStG 1999 i. d. F. des StSenkG 2001/2002 § 11 Abs. 1, § 36 Abs. 1 und 7, § 37 Abs. 1 und 2; KStG 2002 § 34 Abs. 14, § 40 Abs. 4; AO 1977 § 182 Abs. 1 Satz 1
KStG 1999 i.d.F. des StSenkG 2001/2002 § 11 Abs. 1, § 36 Abs. 1 und 7, § 37 Abs. 1 und 2; KStG 2002 § 34 Abs. 14, § 40 Abs. 4; AO 1977 § 182 Abs. 1 Satz 1
Liquidation - Nichtanwendungserlass
Körperschaftsteuerminderung durch Liquidationsraten
Minderung der Körperschaftsteuer durch die Vermögensauskehrung in der Abwicklungsphase; Abwicklungszeitraum als Besteuerungszeitraum; Minderung der Körperschaftsteuer ausschließlich für Gewinnausschüttungen
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH vom 22.02.2006, Az.: I R 67/05 (KSt-Minderung bei Auskehrung von Liquidationsraten in 2001)" von StB Dipl.-FW Thomas Brinkmeier, original erschienen in: GmbH-StB 2006, 288.
Zusammenfassung von "Kommentar zum Urteil des BFH vom 22.02.2006, Az.: I R 67/05 (Liquidation: Körperschaftsteuer-Minderung bei Auskehrung von Liquidationsraten)" von RA Dr. Burkhard Binnewies, FA StR, original erschienen in: GmbHR 2006, 1110 - 1111.
FG Hessen, 16.06.2005 - 4 K 2206/04
BFHE 213, 301
EuZW 2006, 518
BB 2006, 2115
DB 2006, 2104
BStBl II 2008, 312
Zur Begründung seines Antrags beruft sich der Beklagte u. a. darauf, dass der BFH in seinem Urteil vom 22.2.2006 (I R 67/05) ausdrücklich die Frage offen gelassen habe, ob im Anschluss an eine erste Zwischenveranlagung weitere mehrjährige Zwischenveranlagungen zulässig seien.
Er spricht aber beim Drei-Jahres-Zeitraum auch vom Zwischenveranlagungszeitraum (BFH-Urteile vom 22.2.2006 I R 67/05, BStBl II 2008, 312;… vom 7.5.2014 I R 81/12, BFH/NV 2014, 1593).
Besteuerungszeitraum ist somit grundsätzlich nicht das einzelne Kalenderjahr, sondern der gesamte Abwicklungszeitraum (BFH-Urteil vom 22. Februar 2006 I R 67/05, BFHE 213, 301).
Die unterschiedliche steuerrechtliche Erfassung von Liquidationsgewinnen oder -verlusten auf der Ebene des Anteilseigners im Rahmen des § 17 Abs. 4 EStG einerseits und bei der Besteuerung der Kapitalgesellschaft während des Abwicklungszeitraums andererseits verdeutlicht zusätzlich den entstehenden und sachlich nicht hinreichend begründbaren Widerspruch, wenn nach dem deutlich zum Ausdruck gelangten gesetzgeberischen Willen der Gleichstellung von zum gleichen Zeitpunkt verwirklichten Veräußerungsvorgängen und Liquidationsvorgängen auf der Ebene des Anteilseigners dieses gesetzgeberische Ziel indes weitgehend leerliefe und es dadurch zu schwerwiegenden unterschiedlichen steuerlichen Belastungsunterschieden käme, weil auch die Besteuerung des Anteilseigners an den vom Gesetzgeber im Interesse der Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens für in Liquidation befindliche Körperschaften in § 11 Abs. 1 Satz 1 KStG zusammengefassten Gewinnermittlungs- und Besteuerungszeitraum gebunden wäre (vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 213, 301; HHR/ H. Klein, § 11 KStG Rz 5, 6 und 41).
Jedoch folgt aus § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG, dass die Finanzbehörde in bestimmten Fällen schon vor dem Abschluss der Abwicklung die bis dahin entstandene Steuer in einem Bescheid festsetzen darf (Senatsurteil vom 22. Februar 2006 I R 67/05, BFHE 213, 301, m.w.N.).
Auch könnte zweifelhaft sein, ob das FA berechtigt war, im Rahmen der Liquidationsbesteuerung einen Besteuerungszeitraum von nur einem Kalenderjahr anzusetzen (vgl. Senatsurteil in BFHE 213, 301, m.w.N.).
Denn die in § 11 Abs. 1 Satz 2 KStG getroffene Regelung dient zwar der Vermeidung von Schwierigkeiten, die sich bei einer streng auf den gesamten Abwicklungszeitraum abstellenden Besteuerung daraus ergeben könnten, dass die Liquidation lange andauert oder nur zum Schein durchgeführt wird (Senatsurteil in BFHE 213, 301, m.w.N.).
Daran fehlt es indessen in Abwicklungsfällen, für die § 11 Abs. 1 KStG 1999 eine Festsetzung der Steuer erst nach Ablauf eines Besteuerungszeitraums ermöglicht, der ggf. mehrjährig sein kann (vgl. dazu Senatsurteil vom 22. Februar 2006 I R 67/05, BFHE 213, 301, BStBl II 2008, 312).
Ob dem zu folgen ist, hat der Senat in der Vergangenheit offen gelassen (Senatsurteil in BFHE 213, 301, 305, BStBl II 2008, 312, 313).
Die Dauer des "Zwischenveranlagungszeitraums" ist Gegenstand einer eigenständigen behördlichen Entscheidung, die selbständig bestandskräftig werden kann (Senatsurteil in BFHE 213, 301, BStBl II 2008, 312; s. auch Graffe in Dötsch/Pung/Möhlenbrock, Die Körperschaftsteuer, § 11 Rz 17; Gosch/Lambrecht, KStG, 2. Aufl., § 1 Rz 41; Micker in Herrmann/Heuer/Raupach, § 11 KStG Rz 35).
Vielmehr kann ein neu zugegangenes Körperschaftsteuerguthaben bereits im laufenden Wirtschaftsjahr durch eine den Voraussetzungen des § 37 Abs. 2 Satz 1 KStG genügende Gewinnausschüttung verbraucht werden (ebenso Bott in Ernst & Young, KStG, § 37 Rz 120.2; Frotscher in Frotscher/Maas, KStG/UmwStG, § 37 KStG Rz 17c;… Lornsen-Veit/Odenbach in Erle/Sauter, KStG, 2. Aufl., § 37 Rz 51, 125; Thurmayr in Herrmann/Heuer/Raupach, § 37 KStG Rz 38; Blümich/Danelsing, § 37 KStG Rz 23; Bren/ Kirste, GmbH-Rundschau --GmbHR-- 2003, 1047, 1049; Lornsen-Veit/Möbus, Betriebs-Berater --BB-- 2003, 1154, 1156; Kramer, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2003, 1866, 1867 ff.; ders., Der Steuerberater --StB-- 2005, 129, 130 f.; noch offengelassen im Senatsbeschluss vom 5. April 2005 I B 221/04, BFHE 209, 341, BStBl II 2005, 526, sowie im Senatsurteil vom 22. Februar 2006 I R 67/05, BFHE 213, 301, unter II.3.a).
Er spricht aber beim Drei-Jahres-Zeitraum auch vom Zwischenveranlagungszeitraum (BFH-Urteil vom 22.2.2006 I R 67/05, BFHE 213, 301, BStBl II 2008, 312).

References: § 11
 § 36
 § 37
 § 34
 § 40
 § 182
 § 11
 § 36
 § 37
 § 34
 § 40
 § 182
 § 17
 § 11
 § 11
 § 11
 § 11
 § 11
 § 11
 § 1
 § 11
 § 37
 § 37
 § 37
 § 37
 § 37
 § 37