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Timestamp: 2020-04-01 20:47:29+00:00

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Die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der GKV zwischen 1990 ... | Hausarbeiten publizieren
1.1 Der wissenschaftliche Nutzen der Hauarbeit
1.2 Wahl der Themenfelder
2. Die GKV und der GKV-Spitzenverband
2.1 GKV – Was ist das?
2.2 Aufgaben und Zuständigkeit der GKV
2.3 Abgrenzung des GKV-Spitzenverbandes
3. Kostenentstehung und statistische Auswertung von Einnahmen und Ausgaben
3.1 Kostenentstehung in der GKV
3.2 Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben anhand statistischer Daten
3.2.1 Einnahmen und Ausgaben von 1990 bis 2009
3.2.2 Erläuterung der Einnahmen und Ausgaben von 2009 – 2012
3.3 Prognose für die Einnahmen und Ausgaben im Jahr 2013
4. Kostenverursachende Gründe der demographischen Entwicklung
4.1 Die demographische Herausforderung
4.1.1 Steigende Lebenserwartung der Bevölkerung
4.1.2 Die konstant niedrige Geburtenrate
4.1.3 Der Wandersaldo und dessen Auswirkung
5. Die volkswirtschaftliche Bedeutung
5.1 Ökonomischer Stellenwert des Gesundheitssystems
5.2 Anteil des Gesundheitssystems am BIP
6. Lösungsansatz in wissenschaftlicher Eigenarbeit
Diese Hausarbeit verschafft dem Leser einen Gesamtüberblick über die finanzielle Lage des deutschen Gesundheitssystems und legt ihren Schwerpunkt auf die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der GKV in den Jahren 1990 - 2012. Das Hauptaugenmerk richtet sich demzufolge auf die Ausgabenstruktur der gesetzlichen Krankenversicherung, da diese einen sehr starken Einfluss auf das gesamte deutsche Gesundheitssystem haben kann, wie es in der Vergangenheit oft genug beobachtet werden konnte. Anfangs werden Bedeutung und Zuständigkeit der GKV und des GKV-Spitzenverbandes mit Hilfe von Gesetzestexten erläutert. Somit wird für den Leser eine solide Basis geschaffen, um das Kommende nachvollziehen zu können. Die Kostenexplosion der letzten Jahre werden anhand von Statistiken analysiert und anschließend medizin-ökonomische Bezüge zu deren Einflussfaktoren hergestellt. Es werden stets die Einnahmen und Ausgaben des besagten Jahres gegenübergestellt und verglichen. Desweiteren werden die Kostenverursachenden Gründe der demographischen Entwicklung unter die Lupe genommen. Dazu zählen Einflussfaktoren, wie die steigende Lebenserwartung, eine konstant niedrige Geburtenrate und der Wandersaldo. Anschließend wird all dies in Beziehung zur deutschen Volkswirtschaft gesetzt. Die Höhe der gesamten Ausgaben des Gesundheitssystems wird in Relation zum BIP gesetzt und bewertet. Schlussendlich wird auf allen zugrundeliegenden Informationen und den zuvor analysierten Daten die volkswirtschaftliche Bedeutung konkretisiert.
„Gesundheit ist das höchste Gut, und um die Gesundheit zu erhalten, ist nichts zu teuer.“1 Vielen scheint diese Tatsache nicht bewusst, was sich nicht nur am ungesunden Lebensstil äußert, sondern vielmehr bei der misstrauischen Wahrnehmung eigenverursachter Gesundheitskosten. Idealerweise sollte jeder Mensch die eigene Gesundheit als höchstes Gut wahrnehmen und sich dementsprechend verhalten. Doch in der Realität ist das nicht annähernd der Fall. In der Regel scheinen materielle Dinge und vorübergehende Zustände dem Individuum Mensch wichtiger zu sein. Die Gesundheit wird häufig in jungen Jahren vernachlässigt und holt einen dann mit zunehmendem Alter ein.
Oftmals wissen sich Menschen ihre Gesundheit erst dann zu schätzen, wenn sie bereits an schwerwiegenden Krankheiten leiden. In der heutigen Zeit beschweren sich Patienten des Öfteren über die hohen Kosten von Medikamenten oder Krankenhausaufenthalte. Viele Ärzte und Krankenpfleger kennen das nur zu gut. Doch die wahren Hintergründe des Gesundheitssystems und dessen Einflussfaktoren, welche aus ökonomischer Sicht zu Recht ein hohes Maß an Kosten verursacht, ist den Wenigsten bekannt. Wie steht es eigentlich um das Gesundheitssystem? Wie sieht das Gesundheitssystem der Zukunft aus? Dazu gibt es eine Reihe volkswirtschaftlicher Theorien, die im Laufe dieser Hausarbeit noch angesprochen werden. Doch Fakt ist: „Das Gesundheitswesen ist in einer Krise: Wenn die Kosten weiter im bisherigen Tempo steigen, können wir uns die Gesundheit bald nicht mehr leisten.“2 Betrachtet man beide Zitate, so stellt man fest, dass sie in einem Punkt übereinstimmen. Beide behaupten in einer indirekten Art und Weise, dass die Gesundheit „unbezahlbar“ sei. Aus medizin-ökonomischer Sicht hat das Wort „unbezahlbar“, im Bezug auf Gesundheit, zwei Bedeutungen. Zum einen „unendlich wertvoll“ und zum anderen „sehr teuer“. Dies sollte nur ein Beispiel sein, um zu verdeutlichen, wie komplex die verschiedenen Sichtweisen bezogen auf das Gesundheitswesen sein können und wie wichtig die Gesundheit tatsächlich ist. Der wissenschaftliche Nutzen dieser Hausarbeit besteht also im wesentlichen darin, alle Einflussfaktoren und deren Komplexität auf eine verständliche Art und Weise zu bündeln, sodass der Leser besser nachvollziehen kann, warum bspw. die Ausgaben in der GKV Jahr für Jahr ansteigen und welche Auswirkungen das haben kann. Der Leser soll sich danach in der Lage fühlen, sich eine eigene Meinung über die politischen Vorgänge und Reformen bezüglich des Gesundheitswesens bilden können. Die Medien schweigen das Thema tot, bewerten es oft falsch, oder beschönigen die Fakten, die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geliefert werden. Auch renommierte Talkshows lassen ehrliche Debatten rund um die aktuelle und zukünftige Lage des deutschen Gesundheitssystems vermissen und sind nicht im Stande die Komplexität zu erfassen und darüber, dem Zuschauer verständlich, zu diskutieren.
Im Rahmen dieser Hausarbeit wird eine Reihe von Themenfeldern aufgegriffen, angeschnitten und miteinander verknüpft. Zum allgemeinen Verständnis werden die Aufgaben und Zuständigkeiten der GKV und des GKV-Spitzenverbandes erläutert. Anschließend wird der Fokus darauf gelegt, wie Kosten in der GKV entstehen.
Anhand von Statistiken aus dem KZBV Jahrbuch werden die Einnahmen und Ausgaben eines jeden Jahres, der Zeitspanne 1990 - 2012, analysiert. Überleitend werden die kostenverursachenden Gründe unter die Lupe genommen. Als Hauptgrund der kostenverursachenden Gründe wird der demographische Wandel bezeichnet, der sich wiederum in folgende Themenfelder aufspalten lässt: steigende Lebenserwartung der Bevölkerung, konstant niedrige Geburtenrate und der Wandersaldo und dessen Auswirkungen. Des Weiteren wird ein Bezug zur deutschen Volkswirtschaft hergestellt. An der Stelle werden die gesamten Gesundheitsausgaben an dem BIP gemessen. Der Anteil am BIP wird verglichen und somit die volkswirtschaftliche Bedeutung ermittelt. Dann werden mögliche Handlungsempfehlungen für die Volkswirtschaft bezüglich des Gesundheitssystems zur sinnvollen ökonomischen Beeinflussung gegeben.
2 Die GKV und der GKV-Spitzenverband
Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist in Deutschland, neben der Arbeitslosen,- Pflege,- Renten-, und Unfallversicherung, ein wichtiger Bestandteil unseres Sozialversicherungssystems. Sie ist ebenfalls eine bedeutende, einflussreiche Säule des deutschen Gesundheitssystems. Alle Arbeitnehmer und diverse weitere Staatsbürger sind verpflichtet, Mitglied in dieser Versicherung zu sein. Demnach sind in der GKV rund 90% der deutschen Bevölkerung versichert und genießen Leistungsansprüche, um ihre Gesundheit weitgehend zu erhalten und im Krankheitsfall wiederherzustellen.
Getragen wird die GKV von den gesetzlichen Krankenkassen, welche als Körperschaften des öffentlichen Rechts fungieren und finanziell/ organisatorisch unabhängig sind. Die Aufgaben, die vom deutschen Staat bestimmt und festgelegt worden sind, führen sie eigenverantwortlich durch. Dabei zeichnet sich die GKV durch folgende tragende Strukturprinzipien aus. Ein prägendes Kennzeichen der GKV ist zum einen das Solidaritätsprinzip. Somit hat der Versicherte einen Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Höhe der gezahlten Beiträge. Kurz gesagt: Der gesetzlich Krankenversicherte bekommt medizinisch-notwendige Leistungen nach seinem Bedarf und zahlt Beiträge entsprechend seiner finanziellen Leistungskraft. Das Alter, Geschlecht und das gesundheitliche Risiko des Versicherten spielen für die Beitragshöhe keine Rolle. Zum anderen findet sich in der GKV das Sachleistungsprinzip wieder, welches die Leistungen ohne finanzielle Vorleistungen der Versicherten sicherstellt.
Diese Leistungen der GKV werden hauptsächlich durch Beiträge finanziert, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern monatlich gezahlt werden. Seit dem 1. Januar 2009 regelt der Gesundheitsfond die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen. Es wurde ein einheitlicher Beitragssatz für alle gesetzlich Versicherten eingeführt und zusätzlich eine Finanzspritze vom Bund bis 2015 in Höhe von 14 Mrd. €. Im Gesundheitssystem genießen die gesetzlichen Krankenkassen als Träger der GKV das Recht der Selbstverwaltung. Durch die Selbstverwaltung ist eine schnellere und flexiblere Reaktion auf Veränderungen im Gesundheitswesen möglich, als durch eine staatliche oder kommunale Verwaltung. Nach diesem Grundsatz werden durch die Selbstverwaltung weite Teile der gesundheitlichen Versorgung über diverse Verträge mit den Leistungserbringern gestaltet. Der GKV-Spitzenverband, dem gemäß § 217 a SGB V alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland angehören, hat nach § 217 f SGB V die Aufgabe verbindliche Regelungen bezüglich der ärztlichen und stationären Versorgung zu treffen. Er repräsentiert die Interessen der GKV auf Bundesebene und gestaltet die notwendigen Rahmenbedingungen für einen intensiven Wettbewerb. Dabei müssen gewisse Entscheidungen in einem solchen Ausmaß getroffen werden, dass auch bei Schließung einer Krankenkasse die Leistungsansprüche der dort Versicherten Personen im Krankheitsfall erfüllt werden und Leistungen abgerechnet werden können. Dadurch wird die Qualität und Wirtschaftlichkeit im deutschen Gesundheitswesen gefördert. Um den Gesamtzusammenhang zu verstehen muss erwähnt werden, dass der GKV-Spitzenverband zusammen mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Kassen(zahn)ärztlichen Bundesvereinigung (K(Z)BV) den Gemeinsamen Bundesausschuss bildet. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das zentrale Entscheidungsgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung zur Steuerung der medizinischen Versorgung. Die Erstellung des Leistungskataloges der GKV und die Umsetzung der gesetzlichen Richtlinien sind seine grundlegenden Aufgaben.3
Gemäß § 1 Satz 1 SGB V ist die Hauptaufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung folgende:
„Die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft hat die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern.“ Ebenso erwerben gesetzlich Versicherte, durch das Zahlen von Beiträgen, gewisse Ansprüche. Denn gemäß § 27 SGB V Abs.1 Satz 1 Erster Titel. Krankenbehandlung, haben Versicherte einen Anspruch auf Krankenbehandlung.
„Versicherte haben Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn sie notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern.“ Grundsätzlich haben alle Versicherten einen gleichen Leistungsanspruch, siehe Strukturprinzipien der GKV, dessen Umfang im SGB V festgelegt und durch den § 12 Abs. 1 SGB V geregelt ist. In Absatz 1 Satz 1 und 2 des § 12 SGB V heißt es: „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen.“
Nichts desto trotz kann eine Krankenkasse auch Mehrleistungen, gestützt durch die jeweilige Satzung, erbringen. Diese Regelung, die in der jeweiligen Satzung der Krankenkasse zu finden sein sollte, muss allerdings auf einer gesetzlichen Ermächtigung beruhen. Unter „Mehrleistungen“ versteht man ergänzende Leistungen bezüglich der Erkennung und Verhütung von Krankheiten oder Infektionskrankheiten. Dies wäre eine präventive Sozialleistung, welche die Krankenkasse erbringen würde. Um das Ausmaß und die Begrenzung des Aufgabenfeldes der GKV besser verstehen und nachvollziehen zu können, muss erwähnt werden, dass entsprechend dem Solidaritätsprinzip gehandelt wird. Denn die gesetzliche Krankenversicherung, die Teil des deutschen Sozialversicherungssystem ist, beruht auf dem Prinzip der Solidarität. Das Solidaritätsprinzip ist somit ein prägendes Kennzeichen der GKV, das die GKV auch in der Ausführung ihrer Aufgaben beeinflusst. Das heißt für den gesetzlich Versicherten, dass er nur Leistungen erwarten darf, die das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Aber dafür hat er einen Anspruch auf medizinische Leistungen unabhängig von der Höhe der gezahlten Beiträge. Das bedeutet: Der gesetzlich Krankenversicherte bekommt eine medizinische Leistung nach seinem Bedarf und gibt (zahlt) entsprechend seiner finanziellen Leistungskraft. Im Gegensatz zum Äquivalenzprinzip der PKV spielen Kriterien wie Alter, Geschlecht und das gesundheitliche Risiko des Versicherten für die Beitragshöhe keine Rolle. In der GKV stehen also junge Menschen für alte Menschen und Gesunde für Kranke ein. Das Solidaritätsprinzip existiert nach dem Motto: „Einer für alle und alle für einen.“ Dies sind die Prinzipien und Richtlinien nach welchen die Aufgaben der GKV ordnungsgemäß ausgeführt werden.4
Der GKV- Spitzenverband, der gemäß § 217a SGB V Abs. 1 der Spitzenverband Bund der Krankenkassen ist, vertritt die Belange der Gesetzlichen Krankenversicherung auf Bundesebene. Sein Ziel ist es, möglichst gute Rahmenbedingungen für einen intensiven Wettbewerb um Qualität und Wirtschaftlichkeit im deutschen Gesundheitswesen zu schaffen. Dem GKV- Spitzenverband gehören alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland an. Nach § 217a SGB V Abs. 2 ist dieser GKV- Spitzenverband eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Verträge, die er abschließt und die Entscheidungen, die er trifft, gelten für alle Krankenkassen, deren jeweiligen Landesverbände und damit praktisch für insgesamt 70 Millionen gesetzlich versicherte Bürger.
Im Folgenden werden einige wichtige wettbewerbsneutrale Aufgaben näher erläutert, um einen Einblick in die vielfältigen Aufgabenwelt des GKV- Spitzenverbandes zu gewährleisten. Wie im Vorfeld bereits erwähnt und nun, zur Unterstreichung der Wichtigkeit, erneut zur Sprache gebracht, ist die Vertretung der GKV- Interessen in der gemeinsamen Selbstverwaltung mit den Leistungserbringern auf Bundesebene enorm wichtig. Dies ist wohl die zentrale Aufgabe des GKV- Spitzenverbandes. Hinzu kommt die Unterstützung der Krankenkassen und ihrer jeweiligen Landesverbände bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Der GKV- Spitzenverband muss sich zusätzlich noch um diverse Rahmenverträge und Vergütungsvereinbarungen für die stationäre, ambulante und zahnärztliche Versorgung kümmern und zu einem ökonomisch gerechten Ergebnis kommen. Sowohl die Entscheidung über grundsätzliche Fach- und Rechtsfragen zum Beitrags- und Meldeverfahren in der GKV als auch die Festsetzung von Festbeträgen für Arznei- und Hilfsmittel sowie der Höchstbeträge für Arzneimittel, obliegen dem GKV- Spitzenverband. Zudem muss er Vorgaben für Vergütungsverhandlungen und Arzneimittelvereinbarungen auf Landesebene vereinbaren und zu einem ökonomisch sinnvollen Ergebnis kommen. Ebenfalls zum Aufgabenbereich zählt die genaue Ausgestaltung der Telematik im deutschen Gesundheitswesen. Das bedeutet, dass eine flächendeckende Telematik-Infrastruktur im deutschen Gesundheitswesen zu erarbeiten ist. Wir reden hier von Studien, Analysen, Begutachtungen zu Gesundheitstelematik und anderweitigen Erneuerungen rund um das Gesundheitssystem, in welchen die GKV direkt oder indirekt involviert ist.
Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen. Von den insgesamt 13 Mitgliedern des Gemeinsamen Bundesausschusses entstammen 5 Mitglieder dem GKV- Spitzenverband.
Nun liegt es am GKV- Spitzenverband die richtige Entscheidung in diesem kniffligen Fall zu treffen. Er muss bis zum 31. Mai 2012 entschieden haben, weil dann die Opt-out-Frist abläuft. Dies war ein konkretes, aktuelles Beispiel zum Aufgabenbereich – Ausgestaltung der Telematik im Gesundheitswesen. Der GKV- Spitzenverband existiert seit dem 3. Juli 2007 und innerhalb dieses Zeitraums lassen sich bereits einige Erfolge zur Optimierung der gesetzlichen Krankenversorgung vorweisen: Es wurden beispielsweise Beschlüsse zu neuen Festbeträgen bei Arzneimitteln festgelegt. Auch im Bereich der Pflegeversicherung konnten mit den Leistungserbringern eine Bewertungssystematik zur Qualität der Pflegeeinrichtungen vereinbart sowie Richtlinien über zusätzliche Betreuungskräfte für Pflegebewohner mit Demenz festgelegt werden. Als Beitrag zur finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat der GKV- Spitzenverband ein Frühwarnsystem zur Vermeidung der Schließung oder der Insolvenz von Krankenkassen aufgebaut. Gegenüber der Politik konnte der GKV- Spitzenverband die Position der gesetzlichen Krankenversicherung in offiziellen Stellungnahmen im Rahmen der Anhörungen im Gesundheitsausschuss z.B. zum Gesundheitsfonds und dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-OrgWG) deutlich machen. Soviel zum Aufgabenbereich des GKV- Spitzenverbandes und deren näheren Erläuterung.5
3 Kostenentstehung und statistische Auswertung von Einnahmen und Ausgaben
Die größten Kostentreiber in der GKV sind, neben der demographischen Entwicklung, der medizinisch technische Fortschritt und die ansteigende Lebenserwartung der deutschen Bevölkerung. Um die Kostenentwicklung der GKV nachvollziehen zu können, muss erst einmal das grundlegende System, das Solidaritätsprinzip, verstanden sein.
Ein prägendes Kennzeichen der GKV ist das Solidaritätsprinzip.
Nach diesem Prinzip verhält es sich so, dass jeder Versicherte einen Anspruch auf medizinische Leistungen hat, unabhängig von der Höhe der gezahlten Beiträge. Das bedeutet wiederum, dass der gesetzliche Krankenversicherte nach seinem Bedarf Leistungen erhält und im Gegenzug entsprechend seiner finanziellen Leistungskraft prozentuale Beiträge von seinem Bruttogehalt Monat für Monat zahlt. In diesem auch so genannten Umlageverfahren wird davon ausgegangen, dass die Einnahmen gegenüber den Ausgaben über einen langen Zeitraum konstant bleiben.
Das Problem, verursacht durch die demographische Entwicklung, ist, dass in Zukunft eine immer kleiner werdende Anzahl von Beitragszahlern, eine immer größer werdende Gruppe Rentner mitfinanzieren muss. Im Jahr 1999 betrug der prozentuale Anteil der Rentner in der GKV noch 29.9%, im Jahr 2009 waren es 30.2%. In Zahlen ausgedrückt waren 1999 schon 15.26 Mio. Mitglieder im Ruhestand und 2009 ganze 20 Mio. Insgesamt stieg im Vergleichszeitraum die Mitgliederzahl von 50.92 Mio. auf 51.08 Mio. an. Man fürchtet somit um die Haupteinnahmequelle, in Form von Beiträgen.
Der wachsende Anteil von Rentnern in der GKV bringt ein weiteres kostentreibendes Problem mit sich. Die Gesundheitsausgaben für einen sechzig jährigen sind mehr als doppelt so hoch, als bei einen zwanzig Jährigen. Daraus resultieren, in Folge der Altersstrukturentwicklung, hohe Ausgaben für die Versorgung der Versicherten.
Im Jahr 2007 gab die gesetzliche Krankenversicherung 153.62 Mrd. € für die Versorgung der Versicherten aus. Im darauf folgenden Jahr 160.76 Mrd. € und 2009 wurden dann sogar stolze 166.3 Mrd. €. ausgegeben. Man sieht also, dass die Kosten stetig ansteigen. Größte Ausgabenanteile fließen dabei in Krankenhausbehandlungen, ärztliche Behandlungen und in Arzneimittelverwendung. Dies lässt sich anhand der dargestellten Abbildung verdeutlichen. Es lässt sich ablesen, dass die GKV- Ausgaben für Krankenhausbehandlungen mit knapp 32,70% am höchsten sind. Mit einem Anteil von etwa 18,18% stehen die Ausgaben für Arzneimittel an zweiter Stelle. Drittgrößter
Kostenverursacher sind die Ärztlichen Behandlungen mit 15.10%.
Abbildung 1: Anteile an Ausgaben insgesamt
Quelle: Skript, Prof. Dr. Riedel, 1. Semester Medizin-Ökonomie, Einführung in das dt. Gesundheitssystem
Durchschnittlich wurden für diese Leistungen für je GKV- Mitglied im Jahr 2000 rund 1688 € ausgegeben und im Jahr 2008 ganze 2076€. Auch die Kosten der stationären Versorgung sind in den letzten Jahren angestiegen. Im Jahr 2000 zahlte die GKV je Mitglied 873€ und im Jahr 2008 stiegen die Kosten bis auf 1029 € je Mitglied an. Die größten Kosten lassen sich jedoch in der Arzneimittelversorgung verbuchen. Dies lässt sich anhand des medizinisch technischen Fortschritts erklären.
Durch neue innovative Medikamente wird es dem Arzt eher möglich, seinen Patienten erfolgreich zu behandeln. Die medizinische Innovation ist jedoch, wie schon im oberen Verlauf angesprochen, mit sehr hohen Kosten verbunden. Patienten, die diese neuartigen Leistungen in Anspruch nehmen, verursachen dadurch hohe Kosten in der GKV. In Verbindung mit der Innovation steht logischerweise die Lebenserwartung.
Sie wird durch die neuen Behandlungsmöglichkeiten und den medizinisch-technischen Fortschritt gefördert. Leider heißt eine Verlängerung des Lebens nicht direkt, ein Leben ohne weitere Therapien. Zum einen kann es sein, dass die Patienten nicht vollständig genesen und aufwendige und vor allem teure Folgetherapien nötig sind. Zum anderen ist es möglich, dass diese Menschen anfälliger für andere Krankheiten sind und dann erneut oder zusätzlich behandelt werden, was der GKV teuer zu stehen kommt.
Zusammenfassend lässt sich über die demographische Entwicklung sagen, dass je mehr Menschen zu den älteren Jahrgängen mit hohen Behandlungskosten gehören und je weniger junge Menschen mit niedrigeren Gesundheitsrisiken ins System einzahlen, desto höher werden die Finanzierungslasten der GKV sein.6
Im Folgenden werden die Einnahmen und Ausgaben der GKV anhand der Statistik der KZBV aus dem Jahrbuch 2010 den Zahlen und Fakten nach erläutert.
Im Jahre 1991 betrugen die Einnahmen der GKV insgesamt 92,14 Mrd. €. Die Ausgaben für Leistungen und Verwaltungskosten der GKV in diesem Jahr beliefen sich dagegen auf insgesamt 93,59 Mrd. €. Dabei muss man sich vor Augen führen, dass von den Gesamteinnahmen in Höhe von 92,14 Mrd. € ganze 88,54 Mrd. € aus den Beiträgen der gesetzlich Krankenversicherten bestehen. Allerdings wurden 1991 ganze 88,74 Mrd. € alleine für Leistungen ausgegeben d.h. Für die medizinische Versorgung der GKV- Patienten. Hinzu kommen noch die Verwaltungskosten, die sich auf stolze 4,71 Mrd. € belaufen. Aus ökonomischer Sicht wurde für dieses Jahr ein negativer Gewinn von -1,45 Mrd. € erwirtschaftet. Im Folgejahr 1992 erhöhen sich die Einnahmen auf ungefähr 100 Mrd. €. Doch die Ausgaben steigen proportional an und belaufen sich dem zu Folge auf 108 Mrd. €. Gegen Ende des Jahres 1992 steigen die Ausgaben nicht weiter an, sinken hingegen minimal. Die Einnahmen jedoch steigen weiter proportional an und belaufen sich im Jahre 1993 auf ca. 115 Mrd. €. Im Jahre 1994 ereignet sich eine, aus ökonomischer Sicht, positive Wende, da die Einnahmen die Ausgaben sichtbar übersteigen. Im Dezember 1994 stehen Einnahmen in Höhe von ungefähr 120 Mrd. € Ausgaben von 118 Mrd. € gegenüber. Der GKV ist es gelungen in diesem Zeitraum einen positiven Gewinn zu erwirtschaften. 1995 steigen die Ausgaben verstärkt an und belaufen sich auf 134,38 Mrd. €. Eingenommen wurden dagegen 130,83 Mrd. €. Wagt man einen Vergleich von 1991 und 1995, bezogen der Einnahmen und Ausgaben der GKV, so wird manch einer einen erschreckenden Anstieg sowohl der Einnahmen als auch der Ausgaben feststellen.
1 Breyer, Zweifel, Kifmann: „Gesundheitsökonomik“ Springer Verlag, 5. Auflage – S. 1
2 Breyer, Zweifel, Kifmann: „Gesundheitsökonomik“ Springer Verlag, 5. Auflage – S. 1
3 Vgl. www.gkv-spitzenverband.de/GKV_was_ist_das.gkvnet und SGB V, 41. Auflage 2012 Beck Texte im dtv
4 Vgl. Skript von Prof. Dr. Riedel, 1 Sem, (Einführung in das dt. Gesundheitssystem)
5 https://www.gkv-spitzenverband.de/GKV_was_ist_das.gkvnet http://www.gkv-spitzenverband.de/Aufgaben_und_Ziele.gkvnet vergl. Skript von Prof. Dr. Riedel, 1 Semester Medizin-Ökonomie (Einführung in das dt. Gesundheitssystem) und SGB V 41. Auflage 2012 Beck-Texte im dtv
6 Vgl. Prof. Dr. Riedel → Skript, 1. Semester Medizin-Ökonomie (Einführung in das dt. Gesundheitssystem)
Philipp Schiffer (Autor)
V539034
9783346138163
9783346138170
GKV Einnahmen und Ausgaben Gesundheitspolitik Gesundheitssystem Zweiklassenmedizin Volkswirtschaft
Philipp Schiffer (Autor), 2013, Die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der GKV zwischen 1990 und 2012 und deren volkswirtschaftliche Bedeutung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/539034
Aktueller Stand, Probleme und Perspektiven der Versorgungsforschung...
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Dokumentation der Entwicklung einer Skala zur Erfassung der Charakt...

References: § 217
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 § 1
 § 27
 § 12
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