Source: http://www.konferenz-kultur.de/SLF/klima/slf_fragebogen_klima.php
Timestamp: 2018-02-20 01:29:08+00:00

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Klima - Fragebogen | SiLK - SicherheitsLeitfaden Kulturgut | Konferenz nationaler Kultureinrichtungen KNK
8.1 Energiebedarfsausweis
Gibt es einen Energiebedarfsausweis für Ihr Gebäude?
Entsprechend der Energieeinsparverordnung § 16 Abs. 3 ist für alle sogenannten Nichtwohngebäude mit mehr als 1.000 qm² Nutzfläche, hierzu zählen auch Museen, Bibliotheken und Archive, ein Energiebedarfsausweis zu erstellen. In dem Energiebedarfsausweis ist der Energiebedarf des Gebäudes, wie er sich rechnerisch ergibt, auszuweisen. Dieser hängt zum einen vom baulichen Wärmeschutz und zum anderen von der Anlagentechnik ab. Ferner muss der Energiebedarfsausweis Empfehlungen hinsichtlich energetischer Ertüchtigungsmaßnahmen enthalten.
Bei kleineren Gebäuden wird empfohlen, einen Energiebedarfsausweis erstellen zu lassen, um Kenntnisse hinsichtlich möglicher Energieeinsparpotenziale zu erhalten. Hierzu müssen neben Flächen- und Volumenangaben für sämtliche wärmeübertragende Bauteile die vorhandenen wärmeschutztechnischen Kennwerte vorliegen und es müssen die erforderlichen Kennwerte für die Anlagentechnik bekannt sein. Liegen die notwendigen Kennwerte nicht vor, müssen Aktenrecherchen, Inaugenscheinnahmen bzw. ggf. Bauteiluntersuchungen durchgeführt werden, um diese zu ermitteln, und ggf. Flächen- und Volumenermittlungen erfolgen.
In Abhängigkeit von den landesrechtlichen Regelungen können die Bedarfsausweise von unterschiedlichen Personengruppen erstellt werden. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrer Landesarchitektenkammer oder Landesingenieurkammer.
Landesingenieurkammern in Deutschland
Landesarchitektenkammern in Deutschland
8.2 Zulässige Raumklimaverhältnisse
Ist Ihnen bekannt, welche Raumklimaverhältnisse (Temperatur und relative Luftfeuchte) für Ihr Gebäude zulässig sind?
Je besser der Wärmeschutz, desto höher ist die raumseitige Oberflächentemperatur und desto geringer die Gefahr der Schimmelpilzbildung und des Tauwasseranfalls auf der raumseitigen Bauteiloberfläche. Die sich in Abhängigkeit vom Wärmeschutz ergebende relative Grenzluftfeuchte bzw. bewertete relative Grenzluftfeuchte sind Bauteilkennwerte, die maßgeblich sind für die Auslegung des Raumklimas und den Schutz des Kulturgutes.
Informationen hierzu erhalten Sie bei den Architekten- und Ingenieurkammern bzw. auch bei der Industrie- und Handelskammer.
Industrie- und Handelskammern in Deutschland
8.3 Tauwasseranfall auf Verglasungsoberflächen
Treten bei Ihnen auf den raumseitigen Verglasungsoberflächen zu bestimmten Jahres- und Tageszeiten Tauwassererscheinungen auf?
Tauwasser auf raumseitigen Verglasungsoberflächen ist ein Hinweis dafür, dass die relative Raumluftfeuchte in Bezug auf den Wärmeschutz der Verglasung zu hoch ist. Die Folge hiervon kann Schimmelpilzbildung im Bereich der raumseitigen Fensterleibungen oder im Bereich anderer raumseitiger Oberflächen von Außenbauteilen (z.B. Wärmebrücken, wie an Außenwandecken) sein. Die Tabelle im unten stehenden Link gibt einen Überblick, ab welchen relativen Raumluftfeuchten bei einer Raumlufttemperatur von 20 °C und einer Außenlufttemperatur von 15 °C auf den raumseitigen Verglasungsflächen Tauwasseranfall zu erwarten ist. Ergänzend ist anzumerken, dass insbesondere bei isolierverglasten Fenstern im Bereich des sogenannten Scheibenrandverbunds zu einem viel früheren Zeitpunkt Tauwasseranfall auftreten kann, da dieser Scheibenrandverbund eine Wärmebrücke darstellt.
Bei Verbundfenstern und Kastenfenstern kann es jedoch auch zu Tauwasseranfall im Bereich der dem Scheibenzwischenraum bzw. dem Kasten zugewandten Oberfläche der äußeren Verglasung kommen. Die Ursache hierfür kann zum einen darin begründet liegen, dass in dem Zwischenraum bzw. Kasten eingeschlossene Luft bei einer Absenkung der Außenlufttemperatur abgekühlt wird und hierbei Tauwasser an der dem Zwischenraum bzw. Kasten zugewandten Oberfläche der äußeren Verglasung ausscheidet. Zum anderen ist es jedoch auch möglich, dass aufgrund undichter Fugen zwischen dem raumseitigen Flügelrahmen und dem raumseitigen Blendrahmen und zu dichter Fugen zwischen dem äußeren Flügelrahmen und dem äußeren Blendrahmen warme, feuchte Luft in den Zwischenraum bzw. Kasten einströmt, sich hier abkühlt und Tauwasser an der Verglasungsoberfläche ausscheidet. Insbesondere der letzte Fall stellt sich durch ausgeprägtere Tauwasserbildung dar. Zur Minderung dieses Effekts ist es möglich, die raumseitigen Flügelrahmen dicht schließend auszubilden und die außenseitigen Flügelrahmen mit einem im Falz ausgebildeten Belüftungsschlitz zu versehen.
Tabelle: Relative Grenzluftfeuchte und U-Wert der Verglasung
Ja, es ist aber noch nicht zu Schäden gekommen.
Ja, und es ist auch schon zu Schimmelpilzbildungen im Bereich der raumseitigen Wandoberflächen von Außenwänden gekommen.
8.4 Schimmelpilzbildung
Tritt in Ihrem Gebäude jahreszeitabhängig Schimmel im Bereich von Fensterleibungen, Außenwänden oder Außenwandecken auf?
Schimmelpilze sind natürlicher Bestandteil des sogenannten Aeroplanktons, das heißt, Schimmelpilzsporen können jahreszeitabhängig in unterschiedlichem Umfang in der Luft enthalten sein. Zur Ansiedlung von Schimmelpilzen auf Bauteiloberflächen muss ein gewisses Feuchtepotential vorliegen. Dieses kann bei raumseitigen Oberflächen von Außenbauteilen in Wechselwirkung mit dem Raumklima auftreten. Dies liegt darin begründet, dass während der Heizperiode die raumseitigen Oberflächentemperaturen der Außenbauteile zum Teil deutlich niedriger sein können als die der Raumluft. Dadurch wird die an der raumseitigen Bauteiloberfläche entlang streichende Raumluft abgekühlt. An der Bauteiloberfläche können dann infolge von Sorption und Kapillarkondensation erhöhte Baustofffeuchten auftreten, die eine Ansiedlung von Schimmelpilzen fördern. Da für die raumseitigen Oberflächentemperaturen von Außenbauteilen der Wärmeschutz der Bauteile maßgeblich ist, gilt, je geringer der Wärmeschutz ist, desto höher ist die Gefahr der raumseitigen Ansiedlung von Schimmelpilzen.
Schimmelpilzbildungen können jedoch auch aufgrund anderer Ursachen, wie unzureichender Witterungsschutz oder Leckagen in wasserführenden Rohrleitungen, auftreten. Liegt Schimmelpilzbefall vor, muss eine Überprüfung der hierfür verantwortlichen Ursachen erfolgen.
8.5 Raumklimamessung
Wird bei Ihnen das Raumklima kontinuierlich gemessen?
Bei feuchteempfindlichem Sammlungsgut, wie Papier, Stoff, organischen Materialien und Gemälden ist eine kontinuierliche Messung und Überwachung der Raumklimaverhältnisse dringend anzuraten. Vorzugsweise sollte das Raumklima in Nähe des zu schützenden Sammlungsgutes gemessen werden. Die Messdaten sollten hierbei zur Überwachung oder, sofern vorhanden, zur Steuerung der Lüftungs- bzw. Klimaanlage herangezogen werden.
Derartige Messungen sollten vorzugsweise elektronisch erfolgen und die Messdaten zu einem zentralen Überwachungsmonitor geleitet werden. Messungen mit Thermohygrografen (kombiniertes Registriergerät zum gleichzeitigen Messen und Aufzeichnen der Lufttemperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit) sind dagegen problematisch, da zum einen die Überwachung der Thermohygrografen aufwändig ist und zum anderen Messungenauigkeiten auftreten können, sofern die Geräte nicht regelmäßig kalibriert werden.
Ja, mit Hilfe einer elektrischen Messanlage, deren Daten auf einem zentralen Überwachungsmonitor auflaufen.
Ja, mit einem Thermohygrografen, der regelmäßig überwacht und kalibriert wird.
Ja, mit einem Thermohygrografen, der nicht oder nur unregelmäßig überwacht und kalibriert wird.
8.6 Extreme Wärme
Sind Sie für Tage mit extremer Wärme gerüstet?
Da das Raumklima aufgrund des Luftwechsels in Verbindung zum Außenklima steht und zudem bei oberirdischen Bauten im Sommer während großer Hitze auch mit extremen Sonneneinstrahlungen in Räumen zu rechnen ist, kann es, sofern keine Klimatisierung der Räume erfolgt, zu sehr hohen Raumlufttemperaturen kommen, die auch deutlich oberhalb der Außenlufttemperaturen liegen können.
8.7 Extreme Kälte
Sind Sie für eine extreme Kälteperiode gerüstet?
Heizungsanlagen sind in der Bundesrepublik Deutschland für eine bestimmte, regional unterschiedliche Außenlufttemperatur (Normauslegungstemperatur, DIN EN 12831) bemessen. Das heißt, bis zu dieser festgelegten Temperatur kann die der Bemessung der Heizungsanlage zugrunde gelegte Raumlufttemperatur sichergestellt werden. Beim dauerhaften Absinken unterhalb dieser Außenlufttemperatur muss auch mit einem Absinken der Raumlufttemperatur gerechnet werden.
Um die Auswirkungen einer derartigen Situation auf die Nutzung zu erkennen und hieraus Maßnahmen für den Betrieb des Gebäudes abzuleiten, muss die Bemessung der Heizungsanlage und die wärme- und feuchteschutztechnische Grenze der Gebäudehülle bekannt sein.
8.8 Extreme Raumluftfeuchten
Wissen Sie, wie mit zu hohen oder zu niedrigen relativen Raumluftfeuchten umzugehen ist?
Die negativen Auswirkungen extremer Raumluftfeuchte für das Sammlungsgut und das Gebäude sowie Maßnahmen zur Erkennung und Behebung ungünstiger Zustände sind im Einführungstext zum Kapitel "Klima" erläutert.
8.9 Luftfeuchte und Sammlungsgut
Wissen Sie, welche relative Luftfeuchte für Ihr Sammlungsgut sinnvoll und geeignet ist?
Zum Schutz und Erhalt unterschiedlicher Sammlungsgüter können unterschiedliche Raumklimaverhältnisse sinnvoll sein. Während Skulpturen aus Stein vergleichsweise unempfindlich gegenüber raumklimatischen Verhältnissen sind, kann es bei Skulpturen aus eisenhaltigen Metallen sinnvoll sein, die relative Raumluftfeuchte auf unter 55 % zu begrenzen, damit keine Korrosionsprozesse ausgelöst werden. Bei Holz, Leinwand und Papier ist es dagegen wichtig, aufgrund des feuchtebedingten Verformungsverhaltens die Schwankung der relativen Raumluftfeuchte auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Der hierbei sinnvolle Idealwert der relativen Raumluftfeuchte hängt wiederum sehr vom Material ab.
Für eine erste Orientierung hinsichtlich geeigneter Raumklimaverhältnisse können die AMEV-Richtlinien herangezogen werden. Unabhängig hiervon ist es jedoch in jedem Fall sinnvoll, einen Fachrestaurator als Berater hinzuzuziehen.
Richtlinien des Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen (AMEV)
8.10 Besucher und Raumklima
Erfassen Sie die Auswirkungen der Besucher auf das Raumklima und ergreifen Sie ggf. Maßnahmen?
Die relative Luftfeuchte in Räumen wird maßgeblich durch die Nutzung beeinflusst. Menschen geben im Rahmen ihres Stoffwechsels kontinuierlich Feuchtigkeit ab. Ebenso können Besucher durch feuchte Kleidung eine weitere Feuchtelast in die Räume einbringen. Besonders bei nicht klimatisierten Räumen kann eine derartige Feuchtelast zu einer zu großen Schwankung der relativen Raumluftfeuchte führen oder auch eine unzulässig hohe relative Raumluftfeuchte bewirken. Vor diesem Hintergrund kann es vor allem bei nicht klimatisierten Einrichtungen sinnvoll sein, im Rahmen der raumklimatischen Messungen und Überwachungen eine Erfassung und Steuerung der Besucheranzahl vorzunehmen. Jacken, Mäntel, große Taschen und Regenschirme sollten in jedem Fall vor dem Besuch der Ausstellungs- bzw. Nutzerräume abgegeben werden.
8.11 Sonderveranstaltungen
Haben Sie ein Szenario für den Umgang mit den klimabedingten Auswirkungen von Sonderveranstaltungen entwickelt?
Museumsräume werden zum Teil auch für festliche Veranstaltungen und Events (z.B. "Lange Nacht", Konzerte, Staatsbesuche) genutzt. Größere Menschenansammlungen, ggf. auch ein damit verbundenes Catering, führen zu einer erhöhten Feuchtebelastung der Räume. Hierdurch können eine unzulässige Beanspruchung des Sammlungsgutes und bei historischen Bauwerken bauphysikalische Oberflächenschäden an den raumseitigen Bauteiloberflächen erfolgen. Man muss sich der klimabedingten Auswirkungen von derartigen Sonderveranstaltungen bewusst sein und ein Szenario entwickeln, wie den hierbei entstehenden erhöhten Feuchtelasten entgegengewirkt werden kann (z.B. mit mobilen Entfeuchtungsgeräten).
Thermische und hygrische Gebäudesimulation
Es gibt keine derartigen Veranstaltungen mit erhöhtem Besucheraufkommen.
8.12 Transport von Sammlungsgut
Wissen Sie, wie Sie Ihr Sammlungsgut bauphysikalisch sicher transportieren können?
Sammlungsgüter stehen stets mit dem sie umgebenden Klima in Wechselwirkung. Daher spielen Klimaschwankungen sowie die Klimawerte, mit denen das Sammlungsgut in Wechselwirkung steht, eine wichtige Rolle. Dies betrifft nicht nur Ausstellungs-, Depot-, Bibliotheks- und Archivräume, sondern auch die Situation des Transports.
Zwischen Aussteller und Leihgeber sollten daher Klimarandbedingungen definiert und vereinbart werden, die zum einen für die Ausstellung und Lagerung gelten und zum anderen lückenlos für den Transport einzuhalten sind. Für den Leihnehmer kann es hierbei von maßgeblicher Bedeutung sein, die Klimadaten des das Sammlungsgut umgebenden Raumklimas kontinuierlich zu protokollieren und dies sowohl in den Aufbewahrungs- und Präsentationsräumen als auch während des Transports, um spätere Regressansprüche abwehren zu können. Dies ist z.B. mit sogenannten Datenloggern möglich, die sowohl Lufttemperatur als auch relative Raumluftfeuchte kontinuierlich während des Transportprozesses aufzeichnen.
In Abhängigkeit von der Art des Sammlungsgutes kann es erforderlich werden, dieses in speziell klimatisierten Behältnissen zu transportieren. Die im Einzelnen hierbei einzuhaltenden Anforderungen müssen unter Berücksichtigung restauratorischer Gesichtspunkte zwischen Leihgeber und -nehmer abgestimmt werden.
8.13 Oberflächenschäden an Bauteilen
Haben Sie in Ihren Räumen Oberflächenschäden, wie Farbablösungen, Farbabpuderungen oder auch sogenannte Ausblühungen?
Farbablösungen oder -abpuderungen können zusammen mit Ausblühungen oft auf Feuchte- und Salzeinwirkungen zurückgeführt werden. Die Ursache für die hierbei mitverantwortliche Feuchte kann in einem unzureichenden Witterungsschutz, in aufsteigender Feuchte, einer schadhaften Vertikalabdichtung oder auch in Leckagen in wasserführenden Leitungen begründet liegen. Mit der Feuchte gelangen meist auch bauschädliche Salze in das Bauwerk, die dann in der Verdunstungsebene der Feuchtigkeit kristallisieren und Oberflächenschäden verursachen.
8.14 Raumlufttechnische Anlagen
Existiert für das Gebäude oder einzelne Bereiche bzw. Räume eine Anlage zur mechanischen Raumluftbehandlung?
Die Raumlufttechnik dient der Versorgung bestimmter Bereiche mit Luft. Hierbei kann die Luft entsprechend den Anforderungen an Reinheit (Reduzierung von Schadstofffrachten), Temperatur, Feuchtigkeit, Luftmenge, Luftgeschwindigkeit und Luftwechselrate je nach Umfang und Qualität der vorgesehenen raumlufttechnischen Anlagen konstant oder variabel aufbereitet werden (Lüftungs- / Klimaanlage).
Definition Lüftungsanlage / Klimaanlage
Lüftungsarten der Raumlufttechnik
Ja, maschinelle Raumluftbehandlungsanlagen sind vorhanden und auf das Sammlungsgut abgestimmt.
Nein, es besteht auf absehbare Zeit keine Notwendigkeit einer maschinellen Raumluftbehandlung.
Nein, es bestehen keine Anlagen zur maschinellen Raumluftbehandlung, obwohl die klimatischen Verhältnisse für die Art des Sammlungsgutes nicht geeignet sind.
8.15 Raumlufttechnische Anlagen - aktueller Zustand
Ist Ihnen bekannt, ob Ihre bestehenden Anlagen zur maschinellen Raumluftbehandlung technisch einwandfrei funktionieren und die vorgegebenen Raumklimaverhältnisse (Temperatur und relative Luftfeuchte) für Ihr Gebäude eingehalten werden?
In der Regel verändern sich an technischen Einrichtungen mit zunehmendem Betriebsalter die Leistungs- und Regelparameter (Volumenströme, Temperaturen, relative Luftfeuchte etc.), zum Beispiel durch Verschleißerscheinungen an Antriebseinrichtungen oder Messwertverschiebung an Mess- und Regeleinrichtungen. Dementsprechend empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung der jeweiligen Soll- und Leistungsdaten.
Bedienen von Raumlufttechnischen Anlagen in öffentlichen Gebäuden, AMEV-Richtlinie
8.16 Raumlufttechnische Anlagen - Sammlungsgut
Sind Ihnen die Auslegungsparameter Ihrer bestehenden Anlagen zur maschinellen Raumluftbehandlung sowie die Kennwerte der angeschlossenen Räume und den darin befindlichen Sammlungsgütern bekannt?
Voraussetzung für den optimalen Schutz des Sammlungsgutes und den ökonomischen Betrieb der maschinellen Raumluftbehandlungsanlagen ist die detaillierte Kenntnis über die Stoffbeschaffenheit des Sammlungsgutes sowie die Kenntnis über die auf das Sammlungsgut einwirkenden Umgebungsfaktoren und deren ggf. den Zustand verändernden oder gar schädigenden Wechselwirkungen.
Eine Beurteilung, ob die vorhandenen maschinellen Raumluftbehandlungsanlagen in ihrer Beschaffenheit und Leistungsfähigkeit den gestellten Aufgaben genügen, setzt die Kenntnis elementarer Kenndaten voraus:
- Art des Sammlungsgutes (Materialbeschaffenheit, Materialverträglichkeit in Bezug auf die Luftfeuchtigkeit, Licht- und Temperatureinwirkung sowie Staubverträglichkeit),
- Gebäude (Standort, Lage, Umgebungseinflüsse, bauliche Parameter wie Wärmeverluste, unkontrollierte Infiltration von Außenluft)
- Anlagentechnik in Hinsicht auf die Leistungsfähigkeit (Luftmengen, hygienischer Luftwechsel, Regelzonen und Regelbereiche für die Be- und Entfeuchtung sowie Raum- und Systemtemperaturen, Qualität der Filterstufen etc.),
- Nutzung (Personenanzahl, Betriebszeiten etc.).
8.17 Raumlufttechnische Anlagen - Wartung und Instandhaltung
Werden die in Ihren Gebäuden vorhandenen raumlufttechnischen Anlagen oder Teilkomponenten regelmäßig gewartet und instand gehalten?
Die Wartung und Instandhaltung von raumlufttechnischen Anlagen hat einen erheblichen Einfluss auf deren Funktion und Wirtschaftlichkeit. Eine regelmäßige Wartung und Instandhaltung gewährleistet den Werterhalt des Sammlungsgutes sowie der Anlagen, aber auch den sicheren Betrieb in Bezug auf den Brandschutz sowie die hygienischen Aspekte und den Gesundheitsschutz.
Folgende Anlagenteile sind in der Regel in die Wartung und Instandhaltung einzubeziehen:
- Lufterhitzer, Luftkühler und Wärmerückgewinnungssysteme sowie deren Primärsysteme
- Kältemaschinen, Kühl- und Entfeuchtungseinrichtungen
- Küchenabluft und Dunstabzugshauben
- Entsorgung (Filterrückstände, Kältemittel, Altöl etc.)
- Sicherheitstechnik und Brandschutz
- Mess-, Steuer- und Regelungstechnik / Gebäudeautomation.
Die Anforderungen für die Wartung und Instandhaltung von raumlufttechnischen Anlagen ergeben sich teils aus dem öffentlichen Baurecht, z.B. Landesbauordnung (hinsichtlich des Brandschutzes und der Anlagensicherheit), Energieeinsparverordnung, Verordnung zum Schutz des Klimas vor Veränderungen durch den Eintrag bestimmter fluorierter Treibhausgase (Chemikalien-Klimaschutzverordnung - ChemKlimaschutzV), teils sind die einschlägigen Regeln der Technik zu berücksichtigen, hier insbesondere VDI 6022 Blatt 1-4: Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte oder den Wartungs- und Instandhaltungshinweisen der Hersteller und Lieferanten.
Wesentliche Voraussetzung für die umfassende Wirkung der Wartungs- und Instandhaltungsleistungen ist eine ausführliche, aktuelle Anlagendokumentation (Funktionsschemata, Grundriss- und Zentralenpläne, Anlagen- und Funktionsbeschreibung mit Auflistung der wesentlichen Anlagenparameter und Kenndaten, Gerätelisten mit Auflistung der wesentlichen Gerätedaten, Auflistung der sicherheitsrelevanten Bauteile für eine Wiederholungsprüfung, wie Brandschutzklappen, maschinelle Rauchabzugsanlagen etc., mit deren Prüfterminen).
Zur Durchführung der Wartungs- und Instandhaltungsleistungen sollten nur fachkundige Mitarbeiter oder externe Fachunternehmer beauftragt werden, bevorzugt diejenigen, die eine Zertifizierung nach VDI 6022: Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen nachweisen können.
Gesetzliche Anforderungen zu Wartungs- und Instandhaltungsleistungen ergeben sich aus der Energieeinsparverordnung, hier Abschnitt 3, bestehende Gebäude und Anlagen:
In § 11 der EnEV "Aufrechterhaltung der energetischen Qualität", siehe Abschnitt (1), (2) und insbesondere (3).
Link Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Arbeitsgemeinschaft Instandhaltung Gebäudetechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
8.18 Raumlufttechnische Anlagen - Energetische Inspektion
Existieren in Ihrer Einrichtung Klimaanlagen mit einer Nennleistung für den Kältebedarf von mehr als 12 KW und sind diese Anlagen nach der Regelung der Energieeinsparverordnung geprüft?
Auf Grundlage der Richtlinie 2002/91/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 16.12.2002 über die Energieeffizienz von Gebäuden wurde in die geltende Energieeinsparverordnung (EnEV) die Verpflichtung der energetischen Inspektion von Klimaanlagen im § 12 aufgenommen. Die detaillierten Bedingungen, wann eine Klimaanlage (betroffen sind Klima- und Teilklimaanlagen mit oder ohne Lüftungsfunktion, wenn diese eine Nennkühlleistung von mehr als 12 KW je Gebäude aufweisen) den Inspektionsanforderungen der EnEV unterliegt, entnehmen Sie bitte dem untenstehenden Link.
Homepage Fachverband Gebäude-Klima e.V. (FGK)
Ja, es bestehen Klimaanlagen, die in den Anwendungsbereich der EnEV fallen, jedoch wurde eine Energetische Inspektion von Klimaanlagen gemäß § 12 EnEV noch nicht durchgeführt.
Nein, die Einrichtung besitzt keine Klimaanlagen, die unter die Regelungen des § 12 EnEV Energetische Inspektion von Klimaanlagen fallen.
Nein, von den vorhandenen Klimaanlagen sind die technischen Daten nicht bekannt bzw. es wurde noch nicht geprüft, ob Sie unter die Regelungen des § 12 EnEV Energetische Inspektion von Klimaanlagen fallen.

References: § 16
 § 11
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12