Source: http://www.monkey-office.de/doc/Arten_der_Gewinnermittlung.html
Timestamp: 2017-10-18 03:58:28+00:00

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Steuerrechtlich sind zwei verschiedene Arten der Gewinnermittlung zu unterscheiden. Zum einen ist dies die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 bzw. § 5 EStG, auch als Betriebsvermögensvergleich (Doppelte Buchführung mit Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung) bezeichnet, zum anderen die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG, auch als Überschussrechnung oder Einnahmen-Überschuss-Rechnung bezeichnet.
Daraus ergibt sich das folgende Schema für die Gewinnermittlung:
Die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG geht davon aus, dass sich jede Veränderung des Betriebsvermögens, die betrieblich bedingt ist, irgendwann einmal in Form von Betriebseinnahmen oder Betriebsausgaben niederschlagen muss. Die Überschussrechnung hat auf den ersten Blick eine gewisse Ähnlichkeit mit der Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) der doppelten Buchführung, erfasst jedoch im Gegensatz zu den Aufwendungen und Erträgen der GuV (Sollrechnung) jeweils Betriebsausgaben und Betriebseinnahmen (Istrechnung). Der Vorteil der Überschussrechnung besteht darin, dass die Bestände des Betriebsvermögens nicht erfasst werden und damit die jährlichen Bestandsaufnahmen entfallen. Der Aufwand zur Führung der Bücher ist deutlich geringer. Es handelt sich jedoch auch nicht um eine reine Kassenrechnung, da das Prinzip der ausschließlichen Aufzeichnung von Geldbewegungen an mehreren Stellen durchbrochen ist.
Die Überschussrechnung ist eine Unterart der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG und stellt somit keinen neuen Gewinnbegriff auf. Sie muss auf Dauer gesehen den gleichen Gesamtgewinn ergeben wie der Betriebsvermögensvergleich. Eine in der Praxis auftretende befristete Verschiebung des Gewinnausweises gegenüber dem Betriebsvermögensvergleich wird hier zugunsten einer vereinfachten Gewinnermittlung in Kauf genommen.
Nach § 4 Abs. 3 EStG können Steuerpflichtige, die nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu erstellen, die Überschussrechnung zur Gewinnermittlung einsetzen. Als Kriterien werden vom Finanzamt vor allem zwei Kennzahlen herangezogen (vgl. § 141 Abs. 1 AO):
ein Jahresumsatz von maximal 500.000 EUR, seit 2016 600.000 EUR
ein Gewinn von jährlich maximal 50.000 EUR, seit 2016 60.000 EUR
Wird eine dieser Kennzahlen überschritten, wird der Steuerpflichtige in der Regel durch das zuständige Finanzamt dazu aufgefordert, die Gewinnermittlungsart auf den Betriebsvermögensvergleich umzustellen.
Für die Überschussrechnung kommen also vor allem Kleingewerbetreibende (Einzelhändler, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe) und in jedem Fall freiberuflich Tätige in Betracht. Freiberufler oder andere Selbstständige nach § 18 EStG können Ihre Gewinnermittlung immer – unabhängig von einer Umsatz- und Gewinngrenze – mittels der Einnahmen-Überschuss-Rechnung vornehmen, soweit die Tätigkeit selbstständig ausgeübt wird und eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt. Allerdings kann auch dieser Personenkreis freiwillig eine Buchführung mit Bestandsvergleich anlegen. In keinem Fall jedoch können z. B. Kaufleute oder Kapitalgesellschaften ihren Gewinn mittels Überschussrechnung ermitteln.

References: § 4
 § 5
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 141
 § 18