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Timestamp: 2019-12-12 01:41:12+00:00

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BFH, 15.04.1987 - VII R 160/83 - dejure.org
https://dejure.org/1987,1551
BFH, 15.04.1987 - VII R 160/83 (https://dejure.org/1987,1551)
BFH, Entscheidung vom 15.04.1987 - VII R 160/83 (https://dejure.org/1987,1551)
BFH, Entscheidung vom 15. April 1987 - VII R 160/83 (https://dejure.org/1987,1551)
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AO 1977 §§ 34, 69, 191; AO a.F. §§ 97, 103, 109 Abs. 1
GmbH - Nicht abgeführte Lohnsteuer - Inanspruchnahme eines Gesellschafters
Ein GmbH-Geschäftsführer haftet auch für seine eigene von der GmbH nicht abgeführte LSt
BFHE 149, 505
BB 1987, 1520
BStBl II 1988, 167
Steuerschuldner und Haftungsschuldner sind regelmäßig nicht personenidentisch, weil die Stellung als Steuerschuldner mit der eines Fremdhaftenden begrifflich unvereinbar ist (BFH-Urteil vom 15. April 1987 VII R 160/83, BFHE 149, 505, BStBl II 1988, 167).
bb) Gleichwohl kann nach der Rechtsprechung der Geschäftsführer einer GmbH als Haftungsschuldner für von der GmbH nicht abgeführte Lohnsteuer auch insoweit in Anspruch genommen werden, als die Steuer auf seinen eigenen Arbeitslohn entfällt (BFH-Urteile in BFHE 149, 505, BStBl II 1988, 167;… vom 2. August 1988 VII R 60/85, BFH/NV 1989, 150;… vom 14. Dezember 1988 VII R 107/86, BFH/NV 1989, 549;… BFH-Beschluss vom 8. Mai 2001 VII B 252/00, BFH/NV 2001, 1222).
Zusätzlich zur Steuerschuldnerschaft komme es entscheidend auf die Zahlungsverpflichtung an, wenn die Eigenschaft als Steuerschuldner die gleichzeitige Inanspruchnahme des Steuerpflichtigen als Haftungsschuldner ausschließen soll (BFH-Urteil in BFHE 149, 505, BStBl II 1988, 167).
Ähnlich dem Arbeitnehmer, der als Steuerschuldner nicht mehr in Anspruch genommen wird, wenn der Arbeitgeber die Lohnsteuer vorschriftsmäßig vom Arbeitslohn einbehalten und sie dem FA angemeldet hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 149, 505, BStBl II 1988, 167), ist auch der zusammenveranlagte Ehegatte nach Aufteilung nicht zur Zahlung der von ihm geschuldeten Steuer verpflichtet.
Daher sei es ausgeschlossen, dass jemand für eine eigene Schuld hafte (…BFH, Urt. v. 12.05.1970, VII R 34/68, BStBl II 1970, 606, BFHE 99, 178, 180 = juris Rn. 10, zu § 111 RAO;… Urt. v. 19.10.1976, VII R 63/73, BFHE 120, 329, 332 f. = juris Rn. 13 f., zu § 111 RAO; Urt. v. 15.04.1987, VII R 160/83, BFHE 149, 505, 506 = juris Rn. 6;… Urt. v. 14.12.1988, VII R 107/86, BFH/NV 1989, 549, 550 = juris Rn. 10;… BFH, Beschl. v. 11.07.2001, VII R 29/99, HFR 2002, 277, juris Rn. 11;… im Anschluss hieran BFH, Urt. v. 07.03.2006, X R 8/05, BFHE 212, 398, 404 = juris Rn. 27;… a. A. noch BFH, Urt. v. 30.11.1951, II z 148/51 U, BFHE 56, 39, 42 = juris Rn. 11, zu § 111 AO).
Zur Begründung der Exklusivität von Schuld und Haftung in der Abgabenordnung wird neben dem Postulat einer begrifflichen Unvereinbarkeit von Schuld und Haftung (BFH, Urt. v. 15.04.1987, VII R 160/83, juris Rn. 6;… Urt. v. 07.03.2006, X R 8/05, juris Rn. 27) darauf abgestellt, dass in § 97 Abs. 2 RAO die Vorschriften für die Steuerpflichtigen, die nach § 97 Abs. 1 RAO nur die Steuerschuldner waren, nur sinngemäß auf die Haftenden für anwendbar erklärt wurden und nach § 149 RAO ein Haftungsbescheid grundsätzlich nicht mehr ergehen durfte, wenn die Steuerschuld verjährt war.
Die Haftung für die dem Schuldner der Kapitalerträge --hier der GmbH-- obliegenden Entrichtungssteuerschuld steht als selbständige Form der Inanspruchnahme neben der eigentlichen Steuerschuld, was nicht zuletzt daraus ersichtlich wird, dass die Haftung sich --und so auch im Streitfall-- auch auf etwaige Säumniszuschläge erstreckt (vgl. BFH-Urteile vom 15. April 1987 VII R 160/83, BFHE 149, 505, BStBl II 1988, 167;… vom 14. Dezember 1988 VII R 107/86, BFH/NV 1989, 549, jeweils für Lohnsteuersachverhalte).
Aus der Sicht des Geschäftsführers handelt es sich um die Entrichtungsschuld des Vertretenen, d.h. um eine fremde Steuerschuld, für deren Entrichtung aus den verwalteten Mitteln der Antragsteller als Geschäftsführer zu sorgen hatte (ständige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs --BFH--, vgl. Urteile vom 15. April 1987 VII R 160/83, BFHE 149, 505, BStBl II 1988, 167, …und vom 12. Juli 1988 VII R 108-109/87, BFH/NV 1988, 764).
Auch wenn der Klägerin eine Beteiligung an einer Steuerhinterziehung vorgeworfen werden könnte, stünde ihrer Haftungsinanspruchnahme entgegen, daß die Klägerin als Steuerschuldnerin nicht als Haftungsschuldnerin in Anspruch genommen werden kann, da Haftung grundsätzlich das Einstehen für fremde Schuld bedeutet (vgl. BFH-Urteil vom 15.4.1987 VII R 160/83, BFHE 149, 505 , BStBl II 1988, 167 ;… Tipke/Kruse, § 71 AO Rz. 10;… Schwarz, § 71 AO Rz. 2).
BFH, 14.12.1988 - VII R 107/86
Rechtsfehlerhaftigkeit eines Haftungsbescheides - Aufgliederung der Haftungssumme …
VG Magdeburg, 19.03.2014 - 9 A 74/13
Verhältnis von Gebührenschuldnerschaft und Haftungsschuldnereigenschaft

References: § 111
 § 111
 § 111
 § 97
 § 97
 § 149
 § 71
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