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Timestamp: 2017-05-24 10:05:30+00:00

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OLB by Carsten Lühr - issuu
Bericht zur Offenlegung nach ยง 26a KWG
zum 30. September 2008Inhaltsverzeichnis
1Vorbemerkungen ......................................................................................................32Risikomanagement und Risikostrategie................................................................432.1Allgemeine Angaben zum Geschäftsmodell der DL Finance...................42.2Risikomanagementprozess in der DL Finance...........................................42.3Eigenmittelstruktur ..........................................................................................8Risikoarten der DL Finance ....................................................................................9
3.1Einführung ........................................................................................................93.2Adressenausfallrisiko......................................................................................93.2.1Allgemeine Angaben ..................................................................................93.2.2Ausfall ........................................................................................................ 113.2.3Ratingsysteme und Forderungsklassen............................................... 143.2.4Value-at-Risk (VaR) für Adressrisiken.................................................. 163.3Kreditrisikominderungstechniken............................................................... 163.4Operationelle Risiken .................................................................................. 173.5Marktrisiko ..................................................................................................... 183.5.1Zinsänderungsrisiken .............................................................................. 183.5.2Liquiditätsrisiken ...................................................................................... 193.6Angemessenheit der Eigenmittelausstattung .......................................... 2021VorbemerkungenDie Deutsche Leasing Finance GmbH (DL Finance) ist als Kreditinstitut gemäß § 26 a
Absatz 1 KWG verpflichtet, regelmäßig qualitative und quantitative Informationen über das
Eigenkapital, die eingegangenen Risiken und die eingesetzten Risikomanagementverfahren
zu veröffentlichen. Diese erweiterten Offenlegungsverpflichtungen resultieren ursprünglich
aus der Säule III der Baseler Eigenmittelempfehlung (Basel II) und wurden zum 01.01.2007
mit der Einführung der Solvabilitätsverordnung (SolvV) in nationales Recht umgesetzt.
Dieser Bericht trägt den aufsichtsrechtlichen Transparenzvorschriften Rechnung. Er ergänzt
den im Rahmen der handelsrechtlichen Anforderungen erstellten Lagebericht der DL
Finance um die Anforderungen der erweiterten Offenlegungspflichten und enthält Aussagen
zu den Bereichen Eigenkapitalstruktur, Risikomanagement und Angemessenheit der
Die alleinige Gesellschafterin der DL Finance, die Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co.
KG, ist kein Kreditinstitut im Sinne des KWG, sodass die Berichterstattung sich
ausschließlich auf die DL Finance bezieht.
Die DL Finance selbst hat keine Tochtergesellschaften, sodass weder in qualitativer noch in
quantitativer Hinsicht weitere Angaben zum Anwendungsbereich der Offenlegungsanforderungen erforderlich sind.
Die Geschäftsführung der DL Finance hat festgelegt, dass die Bank die seit 1. Oktober 1998
geltenden Vorschriften über das Handelsbuch nicht anwendet. Die Einordnung als
Nichthandelsbuchinstitut wurde der BaFin und der Deutschen Bundesbank angezeigt.32Risikomanagement und Risikostrategie
2.1 Allgemeine Angaben zum Geschäftsmodell der DL FinanceAls spezialisiertes Kreditinstitut ergänzt die DL Finance das Leistungsangebot der Deutschen
Sparkassen Leasing AG & Co. KG als größte herstellerunabhängige Mobilien-Leasinggesellschaft in Deutschland weit über Leasing hinaus. Die DL Finance ist zudem bei der KfW
akkreditiert und bietet Zugang zu den Förderkrediten des Bundes.
Das Geschäftsmodell lässt sich grundsätzlich in vier Produktarten aufteilen, wobei
ausschließlich Kunden mit Sitz in Deutschland im Fokus der Geschäftstätigkeit sind.
Im Rahmen der Händlereinkaufsfinanzierung (HEF) zählen schwerpunktmäßig Händler
aus den Branchen Freizeitfahrzeuge (Reisemobile und Caravans), Automobile (Pkw und
Nutzfahrzeuge) sowie Bau- und Agrarmaschinen zu den Kunden der DL Finance.
Daneben wird die Absatzfinanzierung als Ergänzung der HEF für gewerbliche Kunden
angeboten. Über die Vertriebswege Händler und Sparkassen wird die Finanzierung von Pkw
und Caravans auch an Privatkunden vermittelt (≡ Absatzfinanzierung Auto).
Unabhängig von der HEF und der Absatzfinanzierung werden Investitionskredite (IK) als
Ergänzung des Finanzierungsangebotes der Deutsche Leasing Gruppe zur Finanzierung von
Investitionsgütern, insbesondere Maschinen und maschinelle Anlagen, vorgenommen.
Daneben werden Forderungen aus Leasing- und Mietkaufverträgen angekauft, wobei es sich
hierbei ausschließlich um einen konzerninternen Forderungsankauf handelt, d. h. es
werden Forderungen aus Verträgen von Gesellschaften der Deutsche Leasing Gruppe (DLGruppe) angekauft.
2.2 Risikomanagementprozess in der DL Finance
Die Risiken aus dem Bankgeschäft werden im Rahmen der Geschäftstätigkeit und auf
Grundlage der Risikostrategie verantwortungsbewusst eingegangen mit dem Ziel, Markt- und
Ertragschancen wahrzunehmen.
Die DL Finance ist als Teil der DL-Gruppe in deren Gesamtrisikostrategie eingebunden. Die
Geschäftsführung der DL Finance hat auf Basis dieser Gesamtrisikostrategie eine
eigenständige Risikostrategie verabschiedet, die sowohl die strategischen Maßnahmen und
Risikofelder als auch die besonderen Anforderungen und Bedingungen für Kreditinstitute
berücksichtigt. Diese wurde mit dem Aufsichtsrat erörtert und wird einmal jährlich überprüft
und gegebenenfalls angepasst. Die angemessene und konsequente Behandlung der Risiken
ist im Rahmen der Risikostrategie durch risikopolitische Leitlinien und Organisationsanweisungen geregelt.
Die Planung und Steuerung der Risiken erfolgt insbesondere auf Basis der
Risikotragfähigkeit der Bank. Hierbei wird auch berücksichtigt, dass es während des
Betrachtungszeitraumes zu Veränderungen in der Bestandsqualität kommen kann, z.B.
durch wesentliche konjunkturelle oder Branchenentwicklungen.
Basierend auf den risikopolitischen Grundsätzen und dem Einfluss auf die Risikotragfähigkeit
werden Festlegungen für alle wesentlichen Risiken getroffen. Neben den Adressen-4ausfallrisiken werden Treasury-Risiken und operationelle Risiken als wesentlich betrachtet.
Als Adressrisiken werden sämtliche Risiken zusammengefasst, die einer Partneradresse
(Kunden, Lieferanten und Garantiegeber) zugeordnet werden können. Im Einklang mit der
Gesamtrisikostrategie der DL-Gruppe nutzt die DL Finance als Objektfinanzierer die in der
DL-Gruppe vorhandene Asset Kompetenz, um auch Geschäfte mit vergleichsweise
schwächeren Bonitäten durch eine optimierte Sicherheitenverwertung zu realisieren.
Das ganzheitliche Management der Adressrisiken obliegt dem Bereich Zentrales
Risikomanagement (ZRM), die somit die zentrale, unabhängige Organisationseinheit für die
Adressrisikoüberwachungseinheit nach § 152 SolvV bildet. ZRM ist verantwortlich für die
Entwicklung, Optimierung und Dokumentation der Risikosysteme. Darüber hinaus entwickelt
ZRM Methoden und Prozesse, analysiert laufend die aktuelle Risikosituation und bildet
hiermit die Voraussetzung für eine umfassende, transparente Berichterstattung. Außerdem
formuliert ZRM die risikopolitischen Leitlinien für das Adressrisikomanagement.
Die Steuerung der Risiken auf Engagementebene erfolgt durch die Vergabe von
kreditnehmereinheitbezogenen Limitierungen. Eine zusätzliche Steuerungsmaßnahme ist die
institutsinterne Begrenzung von Großengagements auf 80% der Großkrediteinzelobergrenze. Die DL Finance wendet seit vielen Jahren ein risikoorientiertes Pricing an.
Hierbei werden die Standardrisikokosten von ZRM regelmäßig, zumindest aber jährlich,
überprüft und gegebenenfalls Änderungen vorgeschlagen.
Die Intensivbetreuung und die Bearbeitung von Problemkrediten
marktunabhängigen Bereich Beratung und Sanierung (B+S).erfolgtindemZu den Treasury-Risiken fallen insbesondere Liquiditätsrisiken und Zinsänderungsrisiken.
Währungsrisiken bestehen aufgrund der grundsätzlichen Refinanzierung des
Aktivgeschäftes in der gleichen Währung nicht. Die Aufgaben des Bereichs Treasury sind im
Rahmen des §25a KWG an die Muttergesellschaft Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co.
KG ausgelagert, der Bereich Treasury übernimmt für die DL Finance sämtliche
Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Refinanzierung.
Die DL Finance refinanziert ihr Geschäft grundsätzlich laufzeitkonform. Offene Positionen
dürfen nur im Rahmen der von der Geschäftsführung vorgegebenen Limite für
Anfinanzierungen eingegangen werden. Diese werden zeitnah durch laufzeitkongruente
Refinanzierung ersetzt. Zur Messung des Liquiditätsrisikos wird die Drei-JahresGeschäftsplanung herangezogen. Auf Grundlage eines monatlichen Soll/Ist-Abgleichs erfolgt
bei Bedarf die Anpassung des geplanten Finanzbedarfs für das laufende Geschäftsjahr. Die
DL Finance ist in die Liquiditätssteuerung der DL-Gruppe eingebunden. Die
Risikoüberwachung erfolgt durch die für den Bereich Treasury zuständigen Geschäftsführer
der DL Finance.
Bei den operationellen Risiken handelt es sich um die Gefahr von möglichen Verlusten, die
infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren
(Geschäftsprozesse und Kontrolle), Menschen (Mitarbeiter), Systemen (Anwendungen,
Technologien) oder infolge externer Ereignisse (Katastrophen, Brand, ...) entstehen können.
Die operationellen Risiken schließen rechtliche und steuerliche Risiken ein, beinhalten aber
nicht strategische Risiken und Reputationsrisiken.
Zuständig für das operationelle Risiko ist der Manager Operationelle Risiken (ORM) im5Bereich Organisation. Analog der Treasury-Risiken sind die Aufgaben des Bereichs
Operationelle Risiken an die Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co. KG ausgelagert.
Operationelle Risiken werden durch die jeweiligen Bereichsleiter mit Unterstützung des ORM
regelmäßig identifiziert und in einer Risikodatenbank abgelegt. Die Risikoinventur erfolgt auf
Weisung des ORM, mindestens jedoch jährlich, um frühzeitig Risiken zu erkennen. Aus den
ermittelten Daten werden notwendige Maßnahmen abgeleitet und diese in regelmäßigen
Abständen vom ORM überprüft.
Das Risikomanagement der DL Finance bündelt somit die Gesamtheit der Maßnahmen, die
notwendig sind, um die Risikolage zu beurteilen und zu verbessern. Wesentliche Aufgaben
sind hierbei die Identifizierung möglicher Risiken, ihre Analyse und Quantifizierung sowie ihre
Bewertung und die daraus resultierende Ableitung von Steuerungsmaßnahmen. Die
Verantwortung für die eingesetzten Methoden ergibt sich insbesondere für …
A.… die im Rahmen der Kreditentscheidung eingesetzten Ratingsysteme,
d. h. Methodenentwicklung inklusive der regelmäßigen Validierung sofern es sich um
eigene Systeme handelt bzw. Übernahme der institutsspezifischen Aufgaben wie z.B.
Stresstests, Kalibrierung und Repräsentativitätsanalysen bei Pool-Lösungen. Darüber
hinaus werden die Systeme für die Ermittlung der Recovery Rates/Verlustquoten
(=LGD, Loss Given Default) betreut.
undB.1… die Berechnung risikosensitiver Kennzahlen
Diese Aussage bezieht sich sowohl auf Value-at-Risk (VaR)1-Ansätze für die interne
Steuerung als auch auf regulatorische Fragestellungen (z.B. Eigenkapitalberechnung
nach SolvV) für das externe Reporting und beinhaltet neben der Modellentwicklung
für das Schätzen relevanter Inputparameter und der fachlichen Betreuung der
zugehörigen Systeme auch das risikoorientierte Pricing.VaR wird sowohl für Adressrisiken als auch für Zinsänderungsrisiken gerechnet.6Interne Kontrollverfahren (u. a. Interne Revision)Identifikation,
Messen, ReportenRisikostrategie,
GeschäftsführungRisikocontrollingAdress-Risiko
Treasury-RisikoMethodik
Abbildung 2-1 Aufgabenverteilung im Risikomanagementprozess der DL FinanceDas Risikomanagement und die hierfür eingesetzten Systeme ermöglichen – in
Zusammenarbeit mit Risikocontrolling – die Identifizierung, Messung sowie Überwachung
der Risikopositionen. Die Systeme und Verfahren sind geeignet, Entwicklungen, die eine
Fortführung der Unternehmenstätigkeit oder das Erreichen der Unternehmensziele
gefährden, rechtzeitig zu erkennen. Grundlage hierfür sind u. a. die Risikogrundsätze und
Strategien, die Prozesse zur Risikomessung und -überwachung sowie die etablierten
Die Kreditprozesse sehen eine Trennung in Markt, Marktfolge bis zur Ebene der
Geschäftsführung vor. Zwischen dem Risikocontrolling und dem Risikomanagement ist
eine organisatorische Trennung sichergestellt. Das Risikocontrolling trägt die Verantwortung
für die Messung, Analyse und Überwachung der Risiken und ist im Bereich
Controlling/Rechnungswesen angesiedelt (siehe auch Abbildung 2-1). Die grundsätzlichen
Entscheidungen zur Strategie und der Instrumente zur Risikosteuerung trifft die
Geschäftsführung der DL Finance. Der Aufsichtsrat ist durch die regelmäßige Information im
Rahmen des Risikomanagementberichtes in der Lage, das durch die Geschäftsführung
festgelegte Risikoprofil zu überprüfen und zu überwachen.
Die Revision prüft im Auftrag der Geschäftsführung unter Berücksichtigung der
aufsichtsrechtlichen Vorschriften alle Betriebs- und Geschäftsabläufe der DL Finance.
Grundlage ist ein jährlicher Prüfungsplan, der auf Basis der gesetzlichen Vorschriften
risikoorientiert festgelegt wird. Die Prüfungsergebnisse in Form von Prüfungsberichten erhält
die Geschäftsführung. Eine Umsetzung der in den Prüfungsberichten vereinbarten
Maßnahmen und Empfehlungen wird durch die Revision nachgehalten.
Zum Zwecke der Risikoberichterstattung sind Risikoinstrumente, feste Kommunikationswege und Informationsempfänger bestimmt. Die für die Risikosteuerung relevanten Daten
werden vom Risikocontrolling zu einem internen Berichtswesen aufbereitet und verdichtet.
Die Informationsweitergabe erfolgt für alle Risikoarten u. a. im Rahmen einer vierteljährlichen
Risikoberichtserstattung über das Risikoboard.7Das Risikoboard bildet hierbei das zentrale Organ für das Risikomanagement der DLGruppe. In den monatlichen Sitzungen des Risikoboards werden aktuelle Entwicklungen
diskutiert und gegebenenfalls Vorschläge zu risikorelevanten Themen erarbeitet. Das
Risikoboard berichtet durch das Weiterleiten des Risikoberichtes vierteljährlich über alle
Risikofelder an die Geschäftsführung der DL Finance. Dem Risikoboard gehören zum
Bilanzstichtag neben den für die Einzelrisiken verantwortlichen Risikomanagern auch der
Vorstand Risikomanagement sowie der Vorstand IT/Operations der DL-Gruppe an.
2.3 Eigenmittelstruktur
Das gezeichnete Kapital der DL Finance beträgt zum 30.09.2008 € 145,0 Mio. Im
abgelaufenen Geschäftsjahr wurde das Stammkapital von € 109,0 Mio. in zwei Tranchen um
insgesamt € 36,0 Mio. aufgestockt. Darüber hinaus wurde von der Muttergesellschaft ein
Nachrangdarlehen von insgesamt € 30,0 Mio. zur Verfügung gestellt, sodass unter
Berücksichtigung des Sonderpostens für allgemeine Bankrisiken nach § 340f HGB in Höhe
von € 24,0 Mio. der Gesamtbetrag des haftenden Eigenkapitals € 199,0 Mio. beträgt. Nach
Abzug der Kapitalabzugspositionen verbleibt ein modifiziertes verfügbares Eigenkapital von
€ 179,7 Mio. (siehe auch Abbildung 2-2).
in Mio €Eingezahltes Kapital - Stammkapital -145,0Ergänzungskapital54,0Vorsorgereserven nach § 340f HGB24,0Ergänzungskapital nach § 10 Abs. 2b KWG30,0Kapitalabzugspositionen nach § 10 Abs. 6 und 6a KWG-19,3Modifiziertes verfügbares Eigenkapital nach §10 Abs. 1d179,7Abbildung 2-2 Zusammensetzung des modifizierten Eigenkapitals der DL Finance zum 30.09.2008Nähere Erläuterungen zu den Kapitalabzugspositionen (Wertberichtigungsfehlbetrag)
erfolgen im Abschnitt 3.2.2.83Risikoarten der DL Finance
3.1 EinführungAusgehend von dem Geschäftsmodell unterliegt die DL Finance im Wesentlichen den
Adressausfallrisiken aus der Händlereinkaufs- und Absatzfinanzierung sowie den
Investitionskrediten. Neben den Adressausfallrisiken unterliegt die Bank auch operationellen
Risiken aus allen betrieblichen Aktivitäten des unternehmerischen Handelns sowie
Zinsänderungs- und Liquiditätsrisiken.
Marktrisikopositionen ist die DL Finance im Geschäftsjahr 2007/2008 nicht eingegangen.
Zum Bilanzstichtag bestanden keine Fremdwährungsgeschäfte. Dementsprechend bestehen
keinerlei Währungsrisiken. Länderrisiken sind aufgrund des Geschäftsmodells der DL
Finance zu vernachlässigen. Es gibt weder Verbriefungstransaktionen noch derivative
Adressausfallrisiken.
Als Mitglied des Bankenfachverbandes ist die DL Finance Gesellschafter der LiquiditätsKonsortialbank GmbH mit einem Anteil in Höhe von € 12.782,30. Es besteht eine
Nachschusspflicht von max. € 100.000,00 sowie eine beschränkte Mithaftung. Diese
Beteiligung ist in voller Höhe nicht börsenfähig und nicht börsennotiert und wird im Rahmen
des Meldewesens gemäß § 70 Nr. 9 SolvV dem dauerhaften Partial Use zugeordnet.
3.2.1Allgemeine AngabenDie DL Finance hat sich in 2007 einer umfassenden Prüfung der bankinternen
Ratingsysteme gemäß § 62 SolvV unterzogen. Gegenstand dieser Prüfung war das DSGVStandardrating für die Forderungsklasse Unternehmen (Details hierzu siehe Abschnitt 3.2.3).
Mit Zulassung zum IRBA (Start: 01.01.2008) gemäß §§ 58 und 59 SolvV ermittelt die DL
Finance die aufsichtsrechtliche Eigenmittelunterlegung gemäß den Anforderungen für IRBABasisansatz.
Zum Stichtag 30.09.2008 werden 42,3% des Portfolios (Basis: Exposure at Default, EAD) im
Standardansatz (KSA) geführt. Es handelt sich hierbei insbesondere um die Teilportfolien
Retail (≡ Mengengeschäft, d. h. Kunden mit einem Gesamtengagement kleiner als T€ 250),
Spezialfinanzierungen und Großunternehmen2, die bis zum 31.12.2012 im Rahmen der 5jährigen Übergangsphase der Bankaufsicht zur Prüfung vorgelegt werden. Für die
Berechnung der Eigenkapitalunterlegung im KSA wurde keine externe Ratingagentur gemäß
§ 41 SolvV benannt, da im Allgemeinen für die überwiegend mittelständigen Kunden der DL
Finance keine externen Bonitätsbeurteilungen existieren.Hierbei handelt es sich um Kunden mit einem Jahresumsatz größer € 500 Mio., für deren Bewertung
das DSGV-Ratingsystem nicht kalibriert ist.29in Mio €
AnsatzProduktbereichBilanziellForderungsankaufAußerbilanziellGesamt41,20,041,2HEF490,5315,0805,4IK589,6162,9752,5IRBA – Gesamt1.121,2477,81.599,1484,80,0484,8Forderungsankauf41,70,041,7HEF59,469,7129,0309,143,3352,4Forderungen an Kreditinstitute55,60,055,6Guthaben bei Zentralnotenbanken0,010,00,01Beteiligung0,010,00,01950,6113,01.063,62.071,8590,82.662,6IRBAAbsatzfinanzierung Auto
KSAIKKSA – Gesamt
GesamtergebnisAbbildung 3-1 Bruttokreditvolumen nach Berechnungsansatz und ProduktgruppenDas Bruttokreditvolumen, definiert als Positionswert nach SolvV vor Kreditminderungstechniken und vor Anrechnung der EWB, belief sich auf insgesamt € 2.662,6 Mio. Eine
detaillierte Aufstellung nach Produktgruppen erfolgt in Abbildung 3-1. Neben Forderungen an
Kunden werden im KSA Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von € 55,6 Mio. sowie
Guthaben bei Zentralnotenbanken in Höhe von € 11.000 und Beteiligungen in Höhe von
12.782,3 € geführt, die im Rahmen des IRBA-Umsetzungsplans dem dauerhaften Partial Use
Die Struktur des Kreditportfolios konzentriert sich auf kleinteiliges Kreditgeschäft, d. h. 99,2%
der Verträge (hier: bilanzielle und außerbilanzielle Positionen zusammengefasst) mit einem
Volumen von insgesamt € 1.587,1 Mio. (≡ 60,9%) sind der Größenklasse "< € 0,5 Mio."
zugeordnet (siehe Abbildung 3-2).
0,5 bis 1,0 Mio. €
> 1,0 Mio. €
GesamtBilanziellAnzahl
AußerbilanziellBruttokreditvolumen in Mio. €
Außerbilanziell82.999
17199,5%
0,2%1.076
11279,1%
8,2%1.397,1
471,769,3% 190,0
7,3% 120,5
23,4% 280,332,2%
47,4%83.380100% 1.361100%2.016,3100% 590,8100%Abbildung 3-2 Größenklassengliederung auf Vertragsebene – abgebildet sind Forderungen an KundenIn den nachfolgenden Abbildungen wird das Bruttokreditvolumen nach Branchen (siehe
Abbildung 3-3) und Restlaufzeiten (siehe Abbildung 3-4) aufgeschlüsselt. Lediglich 2,9% des
Gesamtvolumens konnte keiner Branche zugeordnet werden. Darüber hinaus deutet die
Verteilung über insgesamt 52 Branchen auf eine gute Diversifizierung des DL Finance
Portfolios hin.10Nr.WZ
2003Bruttokreditvolumen
in Mio. €in %150543,120,8%Kraftfahrzeughandel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen; Tankstellen295484,818,6%351376,314,4%422207,68,0%Private Haushalte (Absatzfinanzierung Auto)
Handelsvermittlung / Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)
Verlagsgewerbe, Druckgewerbe, Vervielfältigung von bespielten
Ton-, Bild- und Datenträgern90,5
2.607,13,5%
-SummeBrancheBaugewerbe
Branchen mit Volumen < 50Mio (42 Stück)Abbildung 3-3 Bruttokreditvolumen nach Branche – abgebildet sind ausschließlich Forderungen an Kunden; d. h.
in dieser Darstellung nicht enthalten: Forderungen an Kreditinstitute (= € 55,6 Mio.), Guthaben bei
Zentralnotenbanken (= 11.000 €) sowie Beteiligungen (= 12.872,3 €).RestlaufzeitbandIn Mio €
30.09.2007Mit unbestimmter Laufzeit553.645450.123Restlaufzeit bis zu 3 Monate72.12780.657Restlaufzeit mehr als 3 Monate bis zu 1Jahr241.487240.079Restlaufzeit mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahre943.411707.568Restlaufzeit mehr als 5 Jahre136.10195.089Abbildung 3-4 Forderungen an Kunden nach Restlaufzeiten – abgebildet sind die Buchwerte nach
Risikovorsorge und Vorsorgereserven nach § 340f HGB3.2.2AusfallEine Forderung wird insbesondere dann als ausgefallen definiert, wenn der Schuldner
gegenüber der DL Finance mit seiner Zahlungsverpflichtung mehr als 90 aufeinander
folgende Kalendertage in Verzug ist. Darüber hinaus gilt eine Forderung als ausgefallen,
wenn es aufgrund konkreter Anhaltspunkte unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seine
Zahlungsverpflichtungen ohne Rückgriff auf Maßnahmen, wie z.B. die Verwertung von
Sicherheiten oder Stundung mit wesentlichem Forderungsverzicht, erfüllt (≡ drohende
Zahlungsunfähigkeit). Die aufsichtsrechtliche Ausfalldefinition entspricht dem in der DL
Finance vorhandenen Verständnis von notleidenden Forderungen.
In Verzug befindet sich ein Kunde, sofern dieser seine Zahlungsverpflichtungen nicht oder
verspätet gegenüber der DL Finance erfüllt, und darüber hinaus nicht als ausgefallen im11Sinne des § 125 SolvV klassifiziert wird und damit noch nicht den Status notleidend erreicht
Die Ausfalldefinition der DL Finance wird im Rahmen der 5-jährigen Übergangsphase sowohl
für den IRBA- – als auch für den KSA- – Ansatz gleichermaßen angewandt. Eine Übersicht
über die zum Stichtag 30.09.2008 ausgefallenen Kunden inklusive des zugehörigen EWBBestandes ist in Abbildung 3-5 zu finden. Insgesamt führt die DL Finance 4,9% des
Bruttokreditvolumens als Ausfall.AnsatzIRBAProduktbereich
BilanziellAußerbilanziell
IRBA – GesamtKSABilanziellAußerbilanziell
KSA – Gesamt
DL Finance GesamtForderungsankauf
HEFBruttokreditvolumen
101,9In Mio. €
RWAErwarteter
VerlustEWBBestand-------0,9
40,6-17,7
--29,01,11,7----1,7
18,72,2
24,6----0,2
2,10,60,0----24,7
126,629,9
29,9-40,63,8
32,7Abbildung 3-5 Übersicht über ausgefallene KundenDie Bildung einer Risikovorsorge erfolgt, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass
der Kunde seinen Verpflichtungen nicht vollständig nachkommen kann. Dem Prinzip einer
verlustfreien Bewertung wird dadurch Rechnung getragen, dass die Höhe der
Wertberichtigung unter Berücksichtigung der besonderen Gefährdung des einzelnen
Engagements in Abhängigkeit von den zu erwarteten Erlösen aus der
Sicherheitenverwertung erfolgt. Eine Auflösung der Einzelrisikovorsorge wird erst dann
vorgenommen, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers erkennbar
und mit nachhaltiger Wirkung verbessert haben, sodass eine Gefährdung der
Kapitaldienstfähigkeit unwahrscheinlich geworden ist oder der Kredit aus den gestellten
Sicherheiten zweifelsfrei zurückgeführt werden kann.
Der EWB-Bedarf wird für die DL Finance in zentraler Verantwortung im Bereich Beratung &
Sanierung ermittelt. Die Angemessenheit der Risikovorsorge wird regelmäßig überprüft und
gegebenenfalls angepasst. Die Entwicklung im Geschäftsjahr 2007/08 wird in Abbildung 3-6
zusammengefasst. Neben dem in Abbildung 3-6 aufgeführten EWB-Verbrauch von € 4,1
Mio. wurden im Geschäftsjahr 2007/08 € 0,7 Mio. direkt abgeschrieben. Eingänge auf bereits
abgeschriebene Forderungen beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf insgesamt
€ 0,14 Mio.12In Mio. €
GesamtBruttokreditvolumen3
90,5EWB
09/2007ZuführungAuflösungVerbrauchEWB4
09/20080,0
35,00,2
2,90,0
33,5Abbildung 3-6 Entwicklung der Risikovorsorge (EWB) im Geschäftsjahr 2007/08Für das latente Ausfallrisiko wurden Pauschalwertberichtigungen in Höhe der steuerlich
anerkannten Verfahren gebildet, wobei grundsätzlich zwischen dem Teilportfolio
Absatzfinanzierung Auto und dem restlichen DL Finance "Firmenkunden"-Portfolio zu
unterscheiden ist. Der Unterschied zwischen dem erwarteten Verlust im Sinne der SolvV und
IRBA-Teilportfolio
Kapitalabzugsposition
(Wertberichtigungsfehlbetrag) bei der Ermittlung des modifizierten Eigenkapitals zu
Für das in Abbildung 3-7 dargestellte Portfolio nicht ausgefallener Kunden errechnet sich
daher ein Wertberichtigungsfehlbetrag von € 5,9 Mio. Zum Stichtag 30.09.2008 wurde im
Rahmen der SolvV-Meldung noch mit PWB = € 5,9 Mio. (statt € 8,7 Mio.) gerechnet. Dem
IRBA-Ansatz wurden € 3,4 Mio. zugeordnet, sodass ein stichtagsbezogener
Wertberichtigungsfehlbetrag für das nicht ausgefallene Teilportfolio von € 7,7 Mio. errechnet
wurde.in Mio. €
GesamtAnsatzEAD
30.09.076 30.09.08PWB5
30.09.07 30.09.08Erwarteter Verlust
30.09.07 30.09.08KSA282,9485,6--1,7----IRBA
KSA1.004,6
354,71.163,6
400,54,5
1,45,3
1,87,9
--11,2
--1.642,22.049,75,98,77,911,2Abbildung 3-7 Übersicht über die Pauschalwertberichtigung im DL Finance Portfolio – betrachtet werden hierbei
lediglich nicht ausgefallene KundenBruttokreditvolumen der zum 30.09.2008 wertberichtigten Kunden.
Diese Abbildung enthält auch die nach dem 30.09.2008 verbuchten EWB. Für die SolvV-Meldung
zum 30.09.2008 wurden die zu diesem Zeitpunkt aktuellen EWB, zusammengefasst in Abbildung 3-6
verwendet, d.h. € 0,2 Mio. für Forderungsankauf, € 19,2 Mio. für IK und € 13,3 Mio. für HEF.
5 PWB: Pauschalwertberichtigung und pauschalierte Einzelwertberichtigung, die jedoch
ausschließlich für das Teilportfolio Absatzfinanzierung Auto gebildet wurde.
6 Zum 30.09.2007 war der SolvV-Rechenkern noch nicht im produktiven Einsatz – die SolvV-Angaben
zum 30.09.2007 basieren auf einem produktionsnahen Testsystem.
413Hinzu kommt der für das ausgefallene Portfolio in analoger Weise ermittelte
Wertberichtigungsfehlbetrag (d. h. PD7 = 100%, damit errechnet sich der
Wertberichtigungsfehlbetrag aus EWB minus 45% der aktuellen Restforderung), der zum
30.09.2008 € 11,6 Mio. beträgt (siehe hierzu auch Abbildung 3-5).
Die Ursache für den hohen Wertberichtigungsfehlbetrag ist, dass im Rahmen des IRBABasisansatzes eine pauschale LGD von 45% zu berücksichtigen ist. Durch die Besicherung
der DL Finance-Forderungen mit werthaltigen Objekten liegt das für die eigentliche EWBErmittlung zugrunde liegende Ausfallrisiko (d. h. Nettorisiko) in der Regel unter dem
pauschalen, d. h. regulatorischen, Verlustbetrag.
Bei einer Anrechnung von Sicherheiten im fortgeschrittenen IRBA-Ansatz, die perspektivisch
geplant ist, würde sich der Wertberichtigungsfehlbetrag erheblich reduzieren und damit das
haftende Eigenkapital weniger belasten. Dieser Effekt wird allerdings auch schon beim
Übergang des Retail-Portfolios (insbesondere Absatzfinanzierung Auto) von KSA in den
IRBA zum 01.07.2010 erwartet, da für Retail-Portfolien die Verlustquoten auf Basis eigener
historischer Daten zu schätzen sind und die DL Finance als Objektfinanzierer durch ihre
Kompetenz in der Verwertung geringere Werte erwartet.
3.2.3Ratingsysteme und ForderungsklassenDie grundlegende Anforderung an die Forderungsklassen ist die Abgrenzung entlang der
Ratingsysteme, d. h. gleichartige Kunden werden eindeutig und nachvollziehbar einem
Ratingsystem zugeordnet. Um dem unterschiedlichen Risikocharakter der jeweiligen
Geschäftsverbindung Rechnung zu tragen, werden die Kunden der DL Finance anhand des
Konzern-Gesamtengagements den Ratingsystemen eindeutig zugewiesen. Durch die
einheitliche Anwendung der Ratingsysteme innerhalb der DL-Gruppe wird für die
Berechnung des Gesamtengagements neben der Restforderung, gebucht in der DL Finance,
auch das sonstige DL-Engagement berücksichtigt.
Grundsätzlich unterscheidet die DL Finance zwischen risikorelevantem und nicht
risikorelevantem Geschäft. Als risikorelevant sind hierbei alle Kunden mit einem
Gesamtengagement größer T€ 250 definiert. Im Rahmen des SolvV-Prozesses werden
diese Positionen der Forderungsklasse Unternehmen zugeordnet und werden, sofern es sich
nicht um Großunternehmen oder Spezialfinanzierungen im Sinne der SolvV handelt, mit dem
vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband entwickelten Ratingverfahren (DSGVStandardrating) bewertet.
Die IRBA-Zulassung der DL Finance bezieht sich bisher ausschließlich auf das DSGVStandardrating. Ratingsysteme für Großunternehmen (≡ RSU8) und Spezialfinanzierung
(vereinfachtes Verfahren nach § 97 SolvV) sowie Scoringverfahren im Breitengeschäft
werden im Rahmen der 5-jährigen Übergangsphase zur IRBA-Prüfung vorgestellt.
Forderungsankäufe werden analog Krediten behandelt und ab T€ 250 der Forderungsklasse
Unternehmen zugeordnet. Bei den Forderungsankäufen handelt es sich ausschließlich um
konzerninterne Forderungsankäufe, die den gleichen Kreditentscheidungsprozess wie
8PD ≡ Probability of Default - Ausfallwahrscheinlichkeit
RSU (Rating Service Unit) – Ratingsystem für Kunden mit einem Jahresumsatz größer € 500 Mio.14Kredite durchlaufen.
Abbildung 3-8 liefert einen Überblick über die Aufteilung des DL Finance-Portfolios nach
Forderungsklassen.
IRBAForderungsklasse
davon ForderungsankaufIRBA GesamtKSABruttokreditvolumen
1.599,1Eigenkapitalanforderung
87,8645,1
1.063,636,2
62,12.662,6149,9Retail/Mengengeschäft
davon Forderungsankauf
BeteiligungenKSA Gesamt
* u.a. Großunternehmen und Spezialfinanzierungen
DL Finance Gesamt
Abbildung 3-8 Portfolio aufgeteilt nach Forderungsklassen im IRBA und KSADas für risikorelevantes Geschäft eingesetzte DSGV-Standardratingsystem bezieht
Kennzahlen aus dem Jahresabschluss wie auch qualitative Faktoren wie z.B. die künftigen
wirtschaftlichen Entwicklungsaussichten, die Managementqualität, das Markt- und
Branchenumfeld in die Bewertung ein und liefert durch die ermittelte Ratingnote die für die
Eigenkapitalunterlegung notwendige Ausfallwahrscheinlichkeit für die Kunden. Das
Ratingsystem wird als Pool-Lösung eingesetzt und dementsprechend zentral validiert. Die
Repräsentativität für das DL Finance-Portfolio wird einmal jährlich vom Zentralen
Risikomanagement (ZRM) überprüft. Eine Übersicht über die PD-Bänder zum 30.09.08 zeigt
Abbildung 3-9, wobei das Ratingband 5 die ausgefallenen Kunden klassifiziert.
Ratingband
GesamtergebnisDurchschnittliche
100,0%Bilanziell
1.144,13Ausserbilanziell
454,96Gesamtergebnis
1.599,09Abbildung 3-9 Positionswerte nach PD-BändernIm nicht-risikorelevanten Geschäft (≡ Breitengeschäft, d. h. Kunden mit einem Gesamtengagement kleiner als T€ 250) erfolgen die Risikoentscheidungen auf der Basis
vereinfachter Rating- und Scoringverfahren. Die Trennschärfe der eingesetzten Scorekarten
wird vom ZRM laufend überwacht und ggf. durch Anpassung der Grenzwerte und der15Gewichtung relevanter Attribute verändert. Die DL Finance beabsichtigt, die eingesetzten
Verfahren im Rahmen der 5-jährigen Übergangsphase aufsichtsrechtlich anerkennen zu
Zum 01.07.2010 kann das Portfolio Absatzfinanzierung Auto zur Prüfung vorgestellt werden,
wobei aus heutiger Sicht die notwendige 80%-Hürde für EAD und RWA überschritten wird.
3.2.4Value-at-Risk (VaR) für AdressrisikenFür die Quantifizierung des VaR nutzt die DL Finance mit der Modellvariante CreditRisk+
(CR+) einen Default-Mode-Ansatz, wobei dieser so genannte versicherungsmathematische
Ansatz in ein Simulationsverfahren überführt und entsprechend erweitert wurde. Damit
konnten die Nachteile des analytischen CR+ -Modells kompensiert und die vorhandenen
Produkteigenschaften im Portfolio der DL Finance für die VaR-Berechnung korrekt
Die Ratinginformationen und somit die hieraus abzuleitenden Ausfallwahrscheinlichkeiten
werden analog dem Meldewesenprozess durch das DSGV-Ratingsystem (siehe Abschnitt
3.2.3) bereitgestellt. Für den nicht gerateten Portfolioanteil wird jeweils die durchschnittliche
Ausfallwahrscheinlichkeit verwendet. Im Gegensatz hierzu werden die Inputparameter LGD,
für die Berechnung des Blankovolumens, und die Asset-Korrelation, für die Abbildung der
Abhängigkeitsstrukturen, auf Basis historischer, institutsspezifischer Zeitreihen geschätzt.
Das Konfidenzniveau beträgt 99,98%.
Der VaR wird als eigenständiger Teil des Risikoberichtes regelmäßig berichtet und geht
darüber hinaus als Komponente des internen Kapitals in die Berechnung der
Risikotragfähigkeit ein (siehe Abschnitt 3.6).
Darüber hinaus werden die entsprechenden Default-Mode-Modelle u. a. auch herangezogen,
um die Repräsentativität des DSGV-Ratingsystems in regelmäßigen Abständen zu
3.3 Kreditrisikominderungstechniken
Für die Eigenkapitalberechnung nach SolvV werden z. Zt. weder für den KSA noch für den
IRBA-Ansatz Kreditrisikominderungstechniken verwendet.
Kreditgeschäfte der DL Finance werden grundsätzlich dem Risiko angemessen besichert.
Die Arten der akzeptierten Sicherheiten, Bewertungsverfahren, Bewertungsgrundlagen und
Organisationsanweisungen festgelegt. Die Wertansätze und Wertverläufe während der
Kreditlaufzeit beruhen auf langjährigen Erfahrungswerten und durch Experten des Bereiches
Asset Management vorgenommene individuelle Wertermittlungen.
Für die Ermittlung der Verlustquoten kann auf eine über 15-jährige Zeitreihe zurückgegriffen
werden. Eine durchschnittliche Verlustquote von unter 30% bezogen auf die Ausfälle eines
Geschäftsjahres kann regelmäßig beobachtet werden.163.4 Operationelle Risiken
Operationelles Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder
des Versagens von internen Verfahren und Systemen, Menschen oder infolge externer
Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein. Strategische Risiken und
Geschäftsrisiken bleiben ausgenommen.
Eine gesonderte Berücksichtigung von Veritätsrisiken im Rahmen der Eigenkapitalermittlung
erfolgt nicht. Forderungsankäufe durch die DL Finance erfolgen ausschließlich von
Gesellschaften der DL-Gruppe, d. h. konzernintern. Die bisherigen Ausfälle im Teilportfolio
Forderungsankauf sind ausschließlich auf Bonitätsverschlechterung zurückzuführen,
wodurch in Abstimmung mit den IRBA-Prüfern auf eine nach § 4 SolvV geforderte,
zusätzliche Veritätsrisikoposition für die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung für
Adressrisiken verzichtet werden konnte.
Das Management der operationellen Risiken erfolgt zentral durch das Team Operationelles
Risikomanagement (ORM). Mindestens einmal jährlich erfolgt eine Risikoidentifizierung und
-bewertung in Form einer Risikoinventur oder eines Risk-Self-Assessments.
Im Rahmen des Risk-Self-Assessments werden durch standardisierte Selbsteinschätzungen
die Risikoszenarien nach Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit von der DL Finance
bewertet. In der zentralen Risikodatenbank werden neben den einzelnen Risikoszenarien die
tatsächlich eingetretenen Schadensfälle und deren monetäre Verluste erfasst und
historisiert. Hierdurch sind eine systematische Analyse der Daten sowie eine Überwachung
der eingeleiteten Maßnahmen möglich.
Für die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung für operationelle Risiken hat die DL Finance
den Standardansatz gewählt. Die Aufteilung in Privat und Firmenkunden erfolgt auf
Grundlage der für das Adressrisiko notwendigen Forderungsklassen (siehe Abbildung 3-8).Das zum 30.09.2008 notwendige Eigenkapital wird in Abbildung 3-10 offengelegt. Basis ist
der geprüfte Abschluss per 30.09.2007.
Bruttoertrag Privatkunden30.09.200530.09.200630.09.20076117.51811.95145.79641.30641.225Kapitalanforderung 12% - Privatkunden739021.434Kapitalanforderung 15% - Firmenkunden6.8696.1966.184Anforderungsbetrag insgesamt6.9437.0987.6183-Jahresdurchschnitt6.6386.8177.220Bruttoertrag FirmenkundenAbbildung 3-10 Berechnung der Eigenkapitalunterlegung für Operationelle Risiken173.5 Marktrisiko
Die DL Finance hat die Durchführung der Treasury-Funktionen und damit auch das operative
Management des Marktrisikos an ihre Muttergesellschaft Deutsche Sparkassen Leasing AG
& Co. KG übertragen.
Da die DL Finance kein Handelsbuch führt, sind die Offenlegungsanforderungen zum
Marktrisiko gemäß § 330 SolvV insoweit nicht anzuwenden.
Kreditgewährungen in Fremdwährung werden generell währungskongruent refinanziert.
Daraus resultierende Fremdwährungsrisiken (etwa bezüglich Margenanteilen der
Forderungen) sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Zum Bilanzstichtag
30.09.2008 waren keine Fremdwährungskredite im Bestand.
3.5.1ZinsänderungsrisikenDie Refinanzierung der von DL Finance herausgelegten Kredite erfolgt grundsätzlich
laufzeitkongruent. Variabel verzinsliche Kundenkredite (insbesondere Händlereinkaufsfinanzierung) werden mit variabel verzinslichen Geldmarktkrediten refinanziert. Mittel- und
langfristige Kundenkredite (Investitionskredite, Autokredite) werden kongruent mit den
kundenseitig vereinbarten Zinsbindungsfristen refinanziert. Da die DL Finance kein
Einlagengeschäft betreibt, liegen die typischen aus dem Anlegerverhalten (vorzeitige
Rückzahlung, Rückzahlung unbefristeter Einlagen) resultierenden Zinsänderungsrisiken
VaR-Kurve DL Finance (99%)
VaR in Mio €
0,2009.07 10.07 11.07 12.07 01.08 02.08 03.08 04.08 05.08 06.08 07.08 08.08 09.08Abbildung 3-11 VaR für Zinsänderungsrisiken – Entwicklung im Geschäftsjahr 2007/2008Abweichungen vom Grundsatz der zinskongruenten Finanzierungen sind zur Optimierung
der Refinanzierungskosten im Rahmen eines definierten Limits für die offene Zinsposition
zulässig. Solche offenen Zinspositionen können sowohl Aktiv-Vorläufe als auch Passiv-18Vorläufe sein. Ein Aktiv-Vorlauf liegt vor, wenn festverzinsliche Kundenkredite
(vorübergehend) variabel verzinslich refinanziert werden. Ein Passiv-Vorlauf liegt vor, wenn
Festzins-Refinanzierungen im Vorgriff auf künftiges festverzinsliches Kundenkreditgeschäft
kontrahiert werden. Die offene Zinsposition ist jeweils der Nominalbetrag des zu
finanzierenden Geschäftsvolumens. Hierüber wird wöchentlich an die Geschäftsleitung
berichtet. Zum Bilanzstichtag 30.09.2008 belief sich die offene Zinsposition auf € 6,0 Mio.
Für die offene Zinsposition wird der Value-at-Risk für ein Konfidenzniveau von 99% und eine
Haltedauer von 10 Tagen ermittelt. Die Entwicklung im Geschäftsjahr 2007/08 ist in der
Abbildung 3-11 dargestellt. Die im Januar und Juni/Juli 2008 zu verzeichnenden Anstiege
des Value-at-risk sind im Wesentlichen jeweils auf die Vornahme von Zinssicherungen für
künftiges Autokreditgeschäft und den damit verbundenen Anstieg der offenen Zinsposition
bedingt. Diese Zinssicherungen wurden in der Folge jeweils durch die Finanzierung des
auflaufenden Neugeschäfts verbraucht, sodass sich die offene Zinsposition und das Valueat-Risk danach jeweils sukzessive verringert haben.
Da die DL Finance kein Einlagengeschäft betreibt, besteht keine Verpflichtung zur Ermittlung
der Auswirkungen eines Zinsschocks auf das Anlagenbuch. Gleichwohl hat die DL Finance
eine solche Berechnung entsprechend den Vorgaben des BAFin-Rundschreibens 7/2007
(BA) nach dem Ausweichverfahren vorgenommen. Die ermittelte Barwertänderung liegt
deutlich unterhalb des vorgegebenen Grenzwertes.
3.5.2LiquiditätsrisikenDurch die grundsätzlich laufzeitkongruente Finanzierung besteht das Liquiditätsrisiko der DL
Finance im Wesentlichen in der Gefahr, nicht in der Lage zu sein, am Markt ausreichende
Mittel aufzunehmen, um das geplante Neugeschäft zu refinanzieren. Um dieses Risiko zu
minimieren, wird der zu erwartende Liquiditätsbedarf im Rahmen der Finanzplanung
rollierend aus der 3-Jahres-Neugeschäftsplanung abgeleitet.
Die DL Finance ist sowohl hinsichtlich der Finanzplanung als auch hinsichtlich der
Finanzierung in die Prozesse der DL-Gruppe eingebunden. Insbesondere erfolgt die
Finanzierung zu einem großen Teil über Kreditlinien, die von der DL Finance und der
Deutschen Sparkassen Leasing AG & Co. KG alternativ genutzt werden können. Bei der
Beurteilung des Liquiditätsrisikos der DL Finance ist daher wesentlich auf die Verhältnisse
der DL-Gruppe abzustellen sowie deren Einbindung in die Sparkassenorganisation zu
Die Zahlungsfähigkeit der DL-Gruppe war im Geschäftsjahr 2007/08 zu jeder Zeit gegeben
und es bestanden ausreichende Reserven in Form freier Kreditlinien.
Die Liquiditätskennzahl der DL Finance (Verhältnis von Zahlungsmitteln zu Zahlungsverpflichtungen im Laufzeitband bis 1 Monat) lag im Geschäftsjahr 2007/08 zwischen 1,3 und
2,1.193.6 Angemessenheit der Eigenmittelausstattung
Die regulatorischen Kapitalanforderungen aus Adressrisikopositionen werden täglich
ermittelt. Der SolvV-Koeffizient zum Stichtag 30.09.2008 beträgt 9,15% (Kernkapitalquote:
7,38%) und liegt damit in dem in der Eigenkapitalstrategie definierten Zielkorridor, d. h.
zwischen 9% und 10%.
Im Rahmen der Planungen beurteilt die DL Finance auch zukunftsgerichtet die
Angemessenheit des verfügbaren Eigenkapitals zur Unterlegung der künftigen Aktivitäten.
Mindestens jährlich wird eine Mittelfristplanung für die nächsten drei Jahre erstellt und darauf
aufbauend die Eigenkapitalbedarfsplanung vorgenommen.
Gemäß Risikostrategie muss der DL Finance zur Abdeckung von unerwarteten Verlusten
(≡ Risiko) eine ausreichende Risikodeckungsmasse zur Verfügung stehen, um die Risiken
abzudecken, die aus statistischer Sicht in den kommenden 12 Monaten (Geschäftsjahr
2008/09) eintreten können.
Die Risikotragfähigkeit dient somit als internes Maß für die Einschätzung, ob die
regulatorische Eigenkapitalausstattung zum Reportingstichtag als Risikodeckungsmasse
angemessen ist. Sie ist dann gegeben, wenn die Risikodeckungsmasse größer ist als das
ermittelte interne Risikokapital, d. h.
Internes Risikokapital / Risikodeckungsmasse < 1.
Das interne Risikokapital der DL Finance wird als Summe aus den wesentlichen
Einzelrisiken (d. h. Adressrisiko, Zinsänderungsrisiko, operationelles Risiko) und einem auf
Basis von Stresstests ermittelten Aufschlag für eine mögliche Bonitätsverschlechterung
ermittelt. Die Risikotragfähigkeit als zukunftsorientierte Kennzahl ist Bestandteil des
Risikoberichtes und somit auch elementarer Bestandteil des Risikomanagementprozesses.
Für die Analyse der zugrunde liegenden Adressrisiken (siehe auch Abschnitt 3.2.4) und
Zinsänderungsrisiken (siehe auch Abschnitt 3.5.1) werden Value-at-Risk (VaR)-Ansätze
verwendet, wohingegen für die Abbildung der operationellen Risiken auf das regulatorische
Mindesteigenkapital zurückgegriffen wird.
Die DL Finance erreicht zum 30.09.2008 für die Risikotragfähigkeit mit 0,5 einen Wert, der in
dem im Rahmen der Risikostrategie angestrebten Bereich liegt.20All pages:234567891011121314151617181920InfoSaveLikeShareDownloadMoreOLB Published on Feb 4, 2010 Offenlegungsbericht DL Financecarsten.luehrFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore

References: § 26
 § 152
 §25
 § 340
 § 340
 § 10
 § 10
 §10
 § 70
 § 62

§ 41
 § 340
 § 125
 § 97
 § 4
 § 330