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Timestamp: 2020-02-21 23:02:50+00:00

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BGH, 21.04.1982 - IVa ZR 291/80 - dejure.org
https://dejure.org/1982,260
BGH, 21.04.1982 - IVa ZR 291/80 (https://dejure.org/1982,260)
BGH, Entscheidung vom 21.04.1982 - IVa ZR 291/80 (https://dejure.org/1982,260)
BGH, Entscheidung vom 21. April 1982 - IVa ZR 291/80 (https://dejure.org/1982,260)
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Anspruch auf Schadensersatz wegen falscher Anlageberatung - Voraussetzungen der Prospekthaftung - Befugnis von Rechtsanwälten zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen
Mithaftung eines mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern in einem Sozietätsverhältnis stehenden Rechtsanwalts aus einem mit der Sozietät abgeschlossenen Steuerberatungsvertrag
BGHZ 83, 328
NJW 1982, 1866
ZIP 1982, 846
VersR 1982, 753
WM 1982, 743
Für diese Verpflichtung hat auch der Beklagte zu 2 gemäß § 128 Satz 1, § 129 HGB persönlich einzustehen (BGH…, Urteil vom 10. Mai 2012 - IX ZR 125/10, BGHZ 193, 193 Rn. 68 f), weil er der Beklagten zu 1 zu dem Zeitpunkt, als die - zu unterstellende, obendrein ihm selbst anzulastende - Pflichtwidrigkeit verwirklicht wurde, als Gesellschafter angehörte (vgl. BGH, Urteil vom 21. April 1982 - IVa ZR 291/80, BGHZ 83, 328, 330 f).
In sonstigen Fällen, in denen der Bundesgerichtshof berufsspezifische Verjährungsvorschriften auf Berater oder Treuhänder im Zusammenhang mit Kapitalanlagegesellschaften angewendet hat, handelte es sich nicht um Gesellschafter der Anlagegesellschaft (vgl. Urt. v. 21. April 1982 - IVa ZR 291/80, BGHZ 83, 328; v. 16. Januar 1986 - VII ZR 61/85, BGHZ 97, 21; v. 10. April 1986 - VII ZR 214/85, WM 1986, 940; v. 19. November 1987 - VII ZR 39/87, BGHZ 102, 220; v. 5. Juli 1990 - VII ZR 26/89, NJW 1990, 2464; v. 16. Januar 1991 - VII ZR 14/90, WM 1991, 695; v. 11. Oktober 2001 - III ZR 288/00, NJW 2002, 888; v. 8. Juni 2004 - X ZR 283/02, NJW 2004, 3420).
Die Verjährung von Schadensersatzansprüchen gegen Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer aus einer Tätigkeit, die ihrem jeweiligen Berufsbild unterliegt, richtet sich nach den Vorschriften der Berufsordnung, der sie bei Ausübung dieser Tätigkeit unterliegen (BGH Urt. v. 21.4.1982 - IVa ZR 291/80, NJW 1982, 1866, 1867; Senat Beschl. v. 12.2.2007 - 23 U 194/06).
Bei einem Rechtsanwalt, der zugleich Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer ist (Mehrfachberufler), ist entscheidend der Parteiwille zu beachten und daneben darauf abzustellen, welchem Berufsbild die konkrete Tätigkeit unterfällt (BGH Urt. v. 21.4.1982 - IVa ZR 291/80, NJW 1982, 1866, 1867;… BGH Urt. v. 29.9.1982 - IVa ZR 309/80, NJW 1983, 1053, 1054;… BGH Urt. v. 19.11.1987 - VII ZR 39/87, BGHZ 102, 220ff = NJW 1988, 1663f;… BGH Urt. v. 25.3.1987 - IVa 250/85, NJW 1987, 3136;… BGH Urt. v. 28.9.1995 - IX ZR 158/94, NJW 1995, 3248, 3251; Zugehör, Schwerpunkte der zivilrechtlichen Steuerberaterhaftung, DStR 2001, 1613).
Bei Fehlen von hinreichenden Anhaltspunkten für einen abweichenden Willen ist anzunehmen, dass er seinem Mandanten die Hilfe und Beratung in Steuersachen versprochen hat, wenn diese der ausschließliche Gegenstand des Vertrages ist oder wenn hierauf der Schwerpunkt der vertraglich geschuldeten Tätigkeit liegt (…BGH Urt. v. 27.1.1994 - IX ZR 195/93, NJW 1994, 1405, 1406; BGH Urt. v. 21.4.1982 - IVa ZR 291/80, NJW 1982, 1866, 1867;… Gräfe/Lenzen/Schmeer, Steuerberaterhaftung, 4. Auflage 2006, Rdn. 869;… Zugehör/Fischer/Sieg/Schlee, Handbuch der Anwaltshaftung, 2. Auflage 2006, Rdn. 132).
Wer einen einer Sozietät angehörenden Steuerberater beauftragt, schließt den Vertrag - nicht anders als bei Einschaltung eines Anwalts - im Zweifel mit allen in der Sozietät verbundenen Steuerberatern und Rechtsanwälten (BGHZ 83, 328 [BGH 21.04.1982 - IVa ZR 291/80]).
Auf eine solche Fallgestaltung bezieht sich die Entscheidung des IVa-Zivilsenats des Bundesgerichtshofs, der Investierende sei erst dann geschädigt, "wenn der zu befürchtende Vermögensverlust oder dessen konkrete Gefahr tatsächlich eintritt" (BGHZ 83, 328, 333 f) [BGH 21.04.1982 - IVa ZR 291/80].
Anders als in dem Fall, den der Senat im Urteil vom 21. April 1982 - IVa ZR 291/80 - (NJW 1982, 1866 = VersR 1982, 573) zu behandeln hatte, ist der Beklagte hier nicht rein steuerberatend tätig geworden.
Im übrigen kommt es bei Mehrfachberuflern für die Zuordnung der Berufstätigkeit entscheidend auch auf den Parteiwillen an (vgl. dazu Senatsurteil vom 21.4.1982 - IVa ZR 291/80 - aaO; Peter/Gräfe, Kommentar zum Steuerberatungsgesetz § 68 Anm. 7 b, bb; Gräfe/Suhr, Die Haftung des Steuerberaters 1978 S. 113;… Späth, Die zivilrechtliche Haftung des Steuerberaters 2. Aufl. 1979 S. 219; Späth in Bonner Handbuch der Steuerberatung § 68 StBerG B 1035, 3; Späth, Deutsches Steuerrecht 1977, 628).
Bei der Abkürzung von Verjährungsfristen durch ein neues Gesetz ist Art. 169 Abs. 2 EGBGB entsprechend anzuwenden (BGHZ 73, 363, 365 m.w.N.; speziell für § 51 a WirtschaftsprüferOs Senatsurteil vom 21. April 1982 - IVa ZR 291/80).
Dies gilt in aller Regel auch dann, wenn Rechtsanwälte - wie hier - mit Steuerberatern und/oder Wirtschaftsprüfern in einem Sozietätsverhältnis stehen (BGHZ 83, 328 ff. [BGH 21.04.1982 - IVa ZR 291/80]).
OLG Düsseldorf, 12.02.2007 - 23 U 194/06
Berufsgerichtliche Zuständigkeit für eine Berufspflichtverletzung bei …
AGH Rheinland-Pfalz, 24.11.2004 - 2 AGH 13/04

References: § 128
 § 129
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 68
 § 68
 Art. 169
 § 51