Source: https://www.stmuv.bayern.de/service/freizeittipps/ratgeber/drachensteigen_recht.htm
Timestamp: 2020-06-06 18:37:29+00:00

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Ratgeber Freizeit und Natur: Rechtliche Hinweise zum Drachensteigen
Rechtliche Hinweise zum Drachensteigen
Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz (BayNatSchG) darf grundsätzlich jeder zum Genuss der Naturschönheiten und zur Erholung alle Teile der freien Natur ohne behördliche Genehmigung und ohne Zustimmung des Grundeigentümers oder sonstigen Berechtigten unentgeltlich betreten (Art. 27 Abs. 1 und 2 BayNatSchG). Dieses so genannte Betretungsrecht gilt nur für Betätigungen im Rahmen traditioneller Formen der Freizeitgestaltung und Sportausübung, die dem Naturgenuss und der Erholung dienen. Betätigungen, die primär wirtschaftlichen oder ausschließlich sportlichen Intereressen wie etwa bei Wettkämpfen dienen, werden dagegen nicht vom Betretungsrecht umfasst; für diese ist stets die Zustimmung des Grundstücksberechtigten erforderlich. Zum Betreten gehört auch das Steigenlassen von Fesseldrachen als traditionelle sportliche Betätigung in der freien Natur (Art. 29 BayNatSchG).
Nach dem Luftverkehrsrecht sind nur Drachen mit einer nicht mehr als 100 m langen Schnur erlaubt. Bei Drachen mit einer mehr als 100 m langen Schnur bedarf es einer Erlaubnis des örtlich zuständigen Luftamts (§ 16 Abs. 2 Satz 2 LuftVO).
Wo dürfen Sie in der Regel Drachen steigen lassen?
Auf Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt sind (Art. 27 Abs. 1 und 2, Art. 30 Abs. 1 BayNatSchG),
Wo dürfen Sie nicht Drachen steigen lassen?
Auf Flächen in Schutzgebieten oder Bereichen mit behördlichen Beschränkungen zum Schutz von Tieren vor Störungen an ihren Nist-, Brut-, Wohn- und Zufluchtstätten oder Beschränkungen für das Betreten (§§ 22 ff. BNatSchGArt. 12 ff., Art. 31 BayNatSchG),
in der Nähe von Flughäfen, Landeplätzen und Segelfluggeländen in einem Abstand von weniger als 3 km (§ 16 Abs. 2 Satz 3 LuftVO),
in der Nähe von Hochspannungsleitungen, Fahrleitungen, Bahnlinien und Straßen in einem Abstand von weniger als dem Doppelten der Schnurlänge (Empfehlung!).
Auch beim erlaubten Betreten von Flächen in der freien Natur und Steigenlassen von Drachen hat jeder folgende Pflichten einzuhalten (Art. 26 Abs. 2 BayNatSchG):
Nicht erlaubt sind daher das Betreten und Steigenlassen von Drachen, wenn diese Pflichten nicht eingehalten werden.
Ohne Zustimmung des Grundstücksberechtigten nicht erlaubt sind daher das Betreten und Steigenlassen von Drachen
Öffentliche Veranstaltungen von Wettbewerben oder Schauveranstaltungen mit Drachen bedürfen im Übrigen der Genehmigung des Luftamts (§ 24 LuftVG); ggf. sind sie auch der Gemeinde anzuzeigen oder bedürfen deren Erlaubnis (Art. 19 LStVG).
Wer gegen die naturschutz- oder luftrechtlichen Regelungen oder die Anzeige- bzw. Erlaubnispflicht bei Veranstaltungen verstößt oder bei Ausübung des Betretungsrechts Grundstücke verunreinigt oder beschädigt, handelt ordnungswidrig und kann mit Geldbuße belegt werden. Rechtsgrundlagen sind: Art. 57 Abs. 1 Nrn. 2 bis 5 BayNatSchG in Verbindung mit § 69 Abs. 3 Nr. 5 BNatSchG sowie Art. 57 Absatz 2 Nr.2 bis 4 und Abs. 8 BayNatSchG § 58 Abs. 1 Nrn. 8 und 11 LuftVG, § 43 Nr. 20 LuftVO; Art. 19 Abs. 8 Nr. 1 in Verbindung mit Absatz 1 LStVG.

References: Art. 30
 Art. 31
 Art. 57
 § 69
 Art. 57
 § 58
 § 43
 Art. 19