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Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften
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1 24. Jahrgang 1/2011 Volume 24 1/2011 ISSN G Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften Journal of International Law of Peace and Armed Conflict Deutsches Rotes Kreuz Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht2 Herausgeber: Deutsches Rotes Kreuz e.v., Generalsekretariat, Carstennstraße 58, Berlin-Steglitz, Tel. (0 30) , Fax (0 30) , Internet: Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV), Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Tel. (02 34) , Fax (02 34) , Internet: ISSN Manuskripte: Herausgeber und Redaktion haften nicht für Manuskripte, die unverlangt eingereicht werden. Sie können nur zurückgegeben werden, wenn Rückporto beigefügt ist. 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Knut Ipsen, Bochum; Prof. Dr. Claus Kreß, LL.M., Universität Köln; Prof. Dr. Thilo Marauhn, Universität Gießen; Prof. Dr. Sven Peterke, M.A., Universität João Pessoa, Brasilien; Dr. Gregor Schotten, Auswärtiges Amt Berlin; Prof. Dr. Joachim Wolf, Universität Bochum; Dr. Messeletch Worku, LL.M., Addis Abeba, Äthiopien3 Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften (HuV-I) Journal of International Law of Peace and Armed Conflict (JILPAC) 24. Jahrgang 1/2011 Volume 24 1/2011 Editorial 3 Das Thema / Topic Theorien zum Verhältnis von Menschenrechten und humanitärem Völkerrecht Hans-Joachim Heintze 4 When Democracy Combats Violence: Some Theoretical Implications of a Legitimist Conception of Violence in International Law Natalia Alvarez 12 Beiträge / Notes and Comments Artikel / Articles Friedensmissionen als potenziell legitime militärische Ziele Beitrag zur Einordnung des Personals von friedenserhaltenden Missionen nach dem humanitären Völkerrecht Heike Montag 21 Die völkerrechtliche Immunität amtierender Staatsoberhäupter als Verfahrenshindernis vor dem Internationalen Strafgerichtshof Christian Schiller 30 Fallstudien / Case Studies Mexico s War on Drugs Real or Rhetorical Armed Conflict? Patrick Gallahue 39 Panorama / Panorama Konferenzen / Conferences Referendartagung Verbreitung des Humanitären Völkerrechts am 15./16. Oktober 2010 in Bad Pyrmont Anne Dienelt / Frithjof Ehm Workshop des Arbeitskreises junger Völkerrechts - wissenschaftler Internationale Zusammenarbeit: von Friedenssicherung zu nachhaltiger Entwicklung vom 23. bis 24. Oktober 2010 in Heidelberg Marie von Engelhardt / Jana Hertwig 48 Deutsche Menschenrechtspolitik bei den Vereinten Nationen. DGVN-Vortragsveranstaltung mit Markus Löning, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, am 3. Dezember 2010 in Berlin Karsten Schubert 50 Buchbesprechungen / Book Reviews Rüdiger Wolfrum / Chie Kojima (Hrsg.), Solidarity: A Structural Principle of International Law Heike Montag 52 Alpaslan Özerdem / Richard Bowd (eds.), Participatory Research Methodologies: Development and Post-Disaster/Conflict Reconstruction Sylvia Stoll 54 Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften / Journal of International Law of Peace and Armed Conflict 14 VÖLKERRECHT UND HUMANITÄRE HILFE International Law and Humanitariann Assistance A Crosscut Through Legal Issues Pertaining to Humanitarianism Hans-Joachim Heintze, Ruhr-University Bochum, Germany; Andrej Zwitter, University of Groningen, The Netherlands (Eds.) It is becoming increasingly apparent that there are major gaps in International Humanitarian Law and Public International Law in the area of humanitarian assistance. In response international organizations such as the UN and the EU are developing their own legal frameworks for humanitarian assistance and the body of customary law and so called international disaster response law is growing steadily. This however shows that a coherent body of law is far from being a given. The legal reality of international law pertaining to emergency response is rather broadly spread over various international legal fields and related documents, covering situations of armed conflict and natural disasters. This book is one of the first attempts of linking different legal areas in the growing field of what could be called the international law of humanitarian assistance. The first book addressing international law of humanitarian assistance Covers issues of concern to experts in European and International Law Presents valuable insight into law and practice of humanitarian assistance Offers perspectives on future developments IX, 141 S. Geb. ISBN: * (D) (A) sfr Weitere Informationenn auf springer. de Bei Fragen oder Bestellung wenden Sie sich bitte an Springer Customer Service Center GmbH, Haberstr. 7, Heidelberg Telefon: +49 (0) Fax: +49 (0) (D) sind gebundene Ladenpreise in Deutschland und enthalten 7% MwSt; (A) sind gebundene Ladenpreise in Österreich und enthalten 10% MwSt. Die mit * gekennzeichneten Preise für Bücher und die mit ** gekennzeichneten Preise für elektronische Produkte sind unverbindliche Preisempfehlungen und enthalten die landesübliche MwSt. Preisänderungen n und Irrtümer vorbehalten.5 Editorial Theorien des (humanitären) Völkerrechts sowie aktuelle Probleme aus der Praxis Heft 1 der HuV-I 2011 ist schwerpunktmäßig den verschiedenen Theorien des (humanitären) Völkerrechts gewidmet. Dr. habil. Hans-Joachim Heintze untersucht hierfür die verschiedenen rechtlichen Theorien zum Verhältnis zwischen Menschenrechten und humanitärem Völkerrecht. Er führt hierbei unter anderem aus, dass das 1989 erarbeitete Übereinkommen über die Rechte des Kindes einen eindrucksvollen Beitrag zur Integration des humanitären Völkerrechts in die Rechtsordnung der Menschenrechte darstelle. Dr. Natalia Alvarez hinterfragt in ihrem Beitrag das Verhältnis von Gewalt, Gewaltanwendung und Demo kratie. Hierbei resümiert sie: As a result, what seems to be a lack of political will to act in cases in which violence is used, turns to be a much more complex issue embedded in the current international structures and theories. Welche Probleme sich aus der Praxis des (humanitären) Völkerrechts ergeben, untersuchen zwei weitere Beiträge sowie eine Fallstudie. Heike Montag widmet sich der Problematik der Einordnung Angehöriger von Friedensmissionen als legitime militärische Ziele. Christian Schiller würdigt die völkerrechtliche Immunität amtierender Staatsoberhäupter als Verfahrens - hindernis vor dem IStGH. Patrick Gallahue untersucht, ob die Auseinandersetzungen zwischen Militär und Drogenkartellen in Mexiko als bewaffneter Konflikt einzustufen sind, und sie damit dem humanitären Völkerrecht samt seiner Rechte und Pflichten unterliegen. Theorie und Praxis des humanitären Völkerrechts waren auch im Rahmen mehrerer Tagungen wichtige Themen. Auf drei Konferenzberichten liegt der Schwerpunkt dieser Ausgabe. Theoretische Grundlagen erlangten die Teilnehmer sowohl bei der DRK-Tagung zum humanitären Völkerrecht in Bad Pyrmont vom 15. bis zum 16. Oktober 2010 sowie bei dem inzwischen vierten Workshop des Arbeitskreises junger Völkerrechtswissenschaftler vom 23. bis 24. Oktober 2010 am MPIL in Heidelberg. Eindrücke aus der Praxis vermittelte Markus Löning, seit April 2010 Menschenrechtsbeauftragter der deutschen Bundesregierung, bei einem von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.v. veranstalteten Vortrag am 3. Dezember 2010 in Berlin. Zwei Buchbesprechungen runden diese Ausgabe ab. Rezensiert werden Rüdiger Wolfrum / Chie Kojima (Hrsg.), Solidarity: A Structural Principle of International Law sowie Alpaslan Özerdem / Richard Bowd (eds.), Participatory Research Methodologies: Development and Post-Disaster/Conflict Reconstruction. Die Redaktion schließt dieses Heft mit dem Hinweis, dass die Inhalte der Beiträge nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion widerspiegeln. Nun hoffen wir, dass sich Information und Lesevergnügen auch in dieser Ausgabe der HuV-I verbinden, und wünschen Ihnen interessante Einblicke und Freude bei der Lektüre. Jana Hertwig Stellv. Chefredakteurin Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften / Journal of International Law of Peace and Armed Conflict 36 Thema Theorien zum Verhältnis von Menschenrechten und humanitärem Völkerrecht Hans-Joachim Heintze* Traditional international public law used to be divided into a clear separation between the law of peace and the law of war. Depending on the state of international relations, either the corpus juris of the law of peace or that of the law of war was applied. In particular, the experts of International Humanitarian Law (IHL) were quite reluctant to accept the application of Human Rights Law during armed conflicts. They argued that the two systems of rules were assigned to two distinct legal regimes and close ties did not exist from the outset. Other experts feared a politicisation of IHL since they considered Human Rights Law as an issue of politics. Also the International Committee of the Red Cross (ICRC) was reluctant to apply Human Rights Law during armed conflicts. However, it is nowadays involved in the establishment of common values that transcend legalistic arguments and distinctions. At the end the ICRC supports the concept of Complementarity of International Humanitarian and Human Rights Law. The Convention on the Rights of the Child (CRC) adopted in 1989 impressively corroborates the view of the integration of IHL in the broader concept of Human Rights Law. Here the substantial overlap between International Human Rights protection and IHL becomes obvious. The article deals with the different theoretical approaches concerning this relationship. Das traditionelle Völkerrecht war in das Friedens- und Kriegsrecht unterteilt. Je nach dem Zustand der internationalen Beziehung kam entweder der Rechtskörper des Friedens- oder Kriegsrechts zur Anwendung. Experten des humanitären Völkerrechts standen der Anwendung der Menschenrechte während bewaffneter Konflikte kritisch gegenüber, denn sie verwiesen auf die unterschiedliche Entstehungsgeschichte und Zielsetzung beider Rechtszweige. Zudem befürchteten sie eine Politisierung des Kriegsvölkerrechts. Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) verhielt sich anfänglich zögerlich. Heute ist es aber an der gemeinsamen Anwendung beteiligt und unterstützt die komplementäre Nutzung. Das 1989 erarbeitete Über - einkommen über die Rechte des Kindes stellt einen eindrucksvollen Beitrag zur Integration des humanitären Völkerrechts in die Rechtsordnung der Menschenrechte dar. Der Artikel untersucht die verschiedenen rechtlichen Theorien zum Verhältnis zwischen Menschenrechten und humanitärem Völkerrecht. 1. Einleitung Das Verhältnis der Rechtskörper des internationalen Menschenrechtsschutzes und des humanitären Völkerrechts war in den letzten 40 Jahren immer wieder Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Erörterung. Dabei zeigte sich, dass ins - besondere die Experten des humanitären Völkerrechts zögerlich waren, die Geltung der Menschenrechte während bewaffneter Konflikte anzunehmen. Sie argumentierten, dass die beiden Rechtskörper verschiedene Normenadressaten hätten und auch vom Ausgangspunkt keine Verbindungen beständen. Es gebe folglich keine naturgegebenen oder sonst zwingenden Verbindungen zwischen den beiden Rechtsordnungen. 1 Über einen langen Zeitraum dominierte diese Auffassung. Aber nach dem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) zu den Nuklearwaffen (1996) 2 stellte sich die Frage nach der Anwendbarkeit der Menschenrechte im bewaffneten Konflikt neu. 3 Das Gutachten bestätigt, dass die Kluft zwischen den beiden Rechtskörpern überwunden wurde. Dies ist vor allem eine Konsequenz des Aufkommens nichtinternationaler bewaffneter Konflikte nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine Voraussetzung der rechtlichen Bearbeitung dieser Konflikte war Anwendbarkeit der Menschenrechte in Verbindung mit den Bestimmungen des humanitären Völkerrechts. Gleichwohl muss die Zögerlichkeit hinsichtlich der Akzeptanz der Anwendung beider Rechtsordnungen aus der Sicht des humanitären Völkerrechts überraschen, denn die grundlegende Marten sche Klausel unterstreicht seit jeher gerade die Offenheit des humanitären Völkerrechts. 4 Dieser Klausel zufolge bleiben die Bevölkerung und die Kriegsführenden auch beim Fehlen einer spezifischen Regelung unter dem Schutz der Rechtsprinzipien, die die menschliche Person in den vom geltenden Recht nicht erfassten Fällen unter den Schutz der Grundsätze der Menschlichkeit und der Forderungen des öffentlichen Gewissens stellt. 5 Dem gleichen Gedanken folgt auch Artikel 72 ZP I: Die Bestimmungen dieses Abschnitts ergänzen die im IV. Abkommen (...) enthaltenen Vorschriften über den Humanitären Schutz von Zivilpersonen und zivilen Objekten, die sich in der Gewalt einer am Konflikt beteiligten Partei befinden, sowie die sonstigen anwendbaren Regeln des Völkerrechts über den Schutz grundlegender Menschenrechte in einem internationalen bewaffneten Konflikt. Damit anerkannte eine Kodifi- * Dr. habil. Hans-Joachim Heintze ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV) der Ruhr-Universität Bochum sowie Chefredakteur der Zeitschrift Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften. 1 R. Kolb, Human Rights and Humanitarian Law, in: R. Wolfrum (Hrsg.), MPEPIL online, 2010, (31. März 2011), Rn ICJ Rep. 1996, Rn N. Lubell, Challenges in Applying Human Rights Law to Armed Conflicts, in: International Review of the Red Cross 87 (2005), S S. Vöneky, Die Fortgeltung des Umweltvölkerrechts in internationalen bewaffneten Konflikten, Berlin 2001, S J. von Bernstorf, Martens Clause, in: R. Wolfrum (Hrsg.), MPEPIL online, 2010, 4 1/20117 Topic zierung des humanitären Völkerrechts explizit die Verbindung zwischen beiden Rechtskörpern ein Umstand, der erstaunlicherweise in den theoretischen Diskussionen vernachlässigt wird. Dennoch stellt sich angesichts der Zurückhaltung der Staatengemeinschaft, das Prinzip der Humanität detailliert auszuformen, die Frage, welche weiteren Entwicklungen bezüglich der aneinandergrenzenden Rechtskörper erreicht wurden und wie dies das humanitäre Völkerrecht beeinflusst hat. 6 Besondere Aufmerksamkeit muss dabei dem Menschenrechtsschutz geschenkt werden, weil die Menschenrechte heute ein integraler Teil des Völkerrechts, des Gemeinwohls und der Humanität sind und gemeinsame Werte repräsentieren, die selbst während bewaffneter Konflikte von keinem Staat infrage gestellt werden. 7 Obwohl die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht sich hinsichtlich ihrer Entstehungsgeschichte und Anwendungsbereiche unterscheiden, teilen die beiden Rechtskörper das Ziel des Schutzes und der Absicherung des Menschen unter allen Umständen. Es scheint, die Koexistenz oder sogar das Zusammengehen von humanitärem Völkerrecht und Menschenrechtsschutz sind in der Praxis schon weit fortgeschrittener (siehe Artikel 72 ZP I!) als in der Rechtstheorie, die sich mit diesem Problem immer noch schwer tut. Selbst gegenwärtig bedauern einige Rechtstheoretiker noch, dass die bisherige Debatte nicht mit gemeinsamen Festlegungen über den normativen Wert der beiden Rechtskörper und in die gemeinsame Verbesserung des Schutzes des Individuums mündeten, 8 obwohl dies in der Praxis keine Rolle mehr spielt. Schuld an dieser restriktiven Wahrnehmung der Realität im Feld ist das Beharren auf theoretischen Konstrukten der Vergangenheit. Vor diesem Hintergrund soll auf die vorherrschenden Theorien über das Verhältnis von humanitärem Völkerrecht und Menschenrechtsschutz eingegangen werden. 2. Die althergebrachte Separationstheorie Das traditionelle Völkerrecht war strikt in Friedens- und Kriegsrecht geteilt. Je nach Zustand der internationalen Beziehungen kam entweder das corpus juris des Friedens- oder Kriegsrechts zur Anwendung. Insofern war es berechtigt, von einer Separationstheorie zu sprechen Menschenrechte als Herausforderung Die Herausbildung der Rechtsordnung der Menschenrechte nach dem Zweiten Weltkrieg stellte eine Herausforderung für das traditionelle Völkerrecht dar, weil diese Rechte Schritt für Schritt Teil des in Friedens- und Kriegszeiten anwendbaren Völkerrechts wurden. Die klassische Unterteilung wurde permeabel. Gleichwohl betrachteten einige Theoretiker diese Entwicklung vor allem deshalb kritisch, weil sie eine Politisierung des humanitären Völkerrechts befürchteten und den Menschenrechtsschutz als einen politischen Gegenstand betrachteten. 9 Dabei übersahen sie allerdings, dass die Menschenrechte mit der Aufnahme in die Charta der Vereinten Nationen ihren rechtlich unverbind - lichen und vorrangig politischen Charakter verloren hatten. Diese Verrechtlichung stellte zwangsläufig die Frage nach ihrem Verhältnis zum humanitären Völkerrecht. Insbesondere die nach 1945 erfolgende breite Kodifizierung aller Bereiche des Menschenrechtsschutzes bedingte die Überwindung der bisherigen klaren Trennung in die Regelungsbereiche des Friedens- und Kriegsrechts. Es wurden Normen kodifiziert, die gleichermaßen in Friedens- und Konfliktzeiten anwendbar waren. Dennoch entwickelten sich die beiden Rechtsordnungen unabhängig voneinander. Dies zeigte sich schlaglichtartig am Desinteresse der Experten, die die Genfer Abkommen von 1949 ausarbeiteten. Praktisch zeitgleich und parallel wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte entworfen, doch wechselseitig ignorierte man einander. Dies geschah keineswegs zufällig, sondern mit voller Absicht. Die Vereinten Nationen sahen sich als Organisation, die eine friedliche internationale Gesellschaft aufbauen und künftige Generationen vor der Geißel des Krieges bewahren sollte. Die Menschenrechte wurden als eine Voraussetzung für die Friedenssicherung und folglich als Teil des ius contra bellum angesehen. Aus dieser Erwägung heraus waren die Vereinten Nationen nicht bereit, sich mit dem ius in bello zu befassen. Angesichts dieser Erwägungen wird verständlich, warum sich im Dritten Komitee der UN-Generalversammlung lediglich ein Delegierter (der Repräsentant Libanons) mit dem Problem der Menschenrechte im bewaffneten Konflikt befasste. Er führte zutreffend aus, dass die Menschenrechte auch im Krieg zu respektieren seien, 10 aber diese Forderung wurde im Folgenden nicht weiter diskutiert. Diese damalige und heute schwer verständliche Zurückhaltung der Weltorganisation kann nur mit ihrem Selbstverständnis als Bewahrer des Weltfriedens erklärt werden, das es nicht zuließ, sich mit den Rechtsfolgen eines Krieges zu befassen. 11 Zudem wollten sich die Vereinten Nationen auch von der Verfassung des Völkerbundes abgrenzen, die in Artikel 25 auf das humanitäre Völkerrecht und das Rote Kreuz einging; beides Gegenstände, über die die UN-Charta schweigt. Die Autoren der UN-Charta sahen eine solche Bezugnahme als überflüssig an, weil der Krieg durch die Charta verboten worden war. 12 Dass diese Position auf die Dauer nicht haltbar war, erwies sich über die Zeit. Aber wie bei jeder Innovation wurde diese Entwicklung nicht sofort von jedermann akzeptiert. Insbesondere die Wissenschaftler, die der Separationstheorie an- 6 Diese Herangehensweise stimmt mit der IKRK-Avenir-Stellungnahme überein, die ausführt the relationship between humanitarian law and human rights law must be strengthened. Vgl. D. Forsythe, 1949 and 1999: Making the Geneva Conventions Relevant After the Cold War, in: International Review of the Red Cross 81 (1999), S C. Tomuschat, Obligations Arising for States Against their Will, in: Recueil des Cours 241 (1993), S S. Sayapin, The International Committee of the Red Cross and International Human Rights Law, in: Human Rights Law Review 9 (2009), S H. Meyrowitz, Le droit de la guerre et les droits de la homme, in: Rev DrMilDrGuerre 88 (1972), S ff. 10 UN Doc. A/C.3/SR.152, 22. November 1948, S R. Kolb, The Relationship Between International Humanitarian Law and Human Rights Law: A Brief History of the 1948 Universal Declaration of Human Rights and 1949 Geneva Conventions, in: International Review of the Red Cross 71 (1998), S A.H. Robertson, Humanitarian Law and Human Rights, in: C. Swinarski (Hrsg.), Studies and Essays on International Humanitarian Law and Red Cross Principles in Honour of Jean Pictet, Genf 1984, S Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften / Journal of International Law of Peace and Armed Conflict 58 Thema hingen, lehnten die Anwendung der Menschenrechte während bewaffneter Konflikte mit dem Argument ab, dass diese und das ius in bello unterschiedliche Rechtskörper seien, die nicht gleichzeitig angewendet werden könnten. 13 Draper, ein führender US-Völkerrechtler, sprach sich gegen eine Fusion aus, weil es grundlegende Unterschiede bezüglich der Herkunft, Theorie, Natur und des Zwecks der Regelung gebe: The attempt to confuse the two regimes of laws is insupportable in theory and inadequate in practice. The two regimes are not only distinct but are diametrically opposed (...) at the end of the day, the law of human rights seeks to reflect the cohesion and harmony in human society and must, from the nature of thinks be a different and opposed law to what which seeks to regulate the conduct of hostile relationships between states and other organized armed groups, and in internal rebellions. 14 Der Autor hängt damit einer Denkschule an, die die Menschenrechte als Normalzustand und das humanitäre Völkerrecht als die Derogation der Menschenrechte ansieht. Da beide Rechtskörper keine gemeinsame Grundlage hätten, könnten sie einander nur gegenseitig ausschließen. 15 Draper s Auffassungen finden aber in der gegenwärtigen Entwicklung des humanitären Völkerrechts, die auf die Praxis und Personen orientiert ist, keine Bestätigung. Obwohl das humanitäre Völkerrecht zu allen Zeiten durch die Regelungen zu den Mitteln und Methoden der Kriegsführung dominiert wurde, so spielten doch humanitäre Bestimmungen ebenfalls eine große Rolle. Dies ist an sich nicht neu. Selbst das klassische Kriegsvölkerrecht war durch menschenrechtliche Erwägungen auf der Basis des Naturrechts beeinflusst. So argumentierte Bluntschli 1872, dass eine Kriegserklärung nicht die Rechtsordnung aufhebe. Ganz im Gegenteil würden einige Menschenrechte sowohl im Frieden wie im Kriege gelten. 16 Einige Konventionen, die während der Zweiten Haager Konferenz 1907 erarbeitet wurden, bestätigen dies praktisch. Die Haager Konvention zum Landkrieg von 1907 verweist darauf, dass die Parteien von dem Wunsch angetrieben seien, selbst unter den extremen Bedingungen des Krieges im Interesse der Humanität zu handeln. 17 Die Konvention zur Minenkriegsführung von 1907 ist ein weiteres Beispiel, selbst wenn man im Lichte der travaux preparatoire anerkennen muss, dass die ursprüngliche Kodifikation nicht vom Gedanken der Humanität getragen wurde. Zweifellos war nämlich die britische Forderung nach dem Verbot der Seeminen nicht von Altruismus bestimmt, sondern vom Versuch der Aufrechterhaltung der Seeherrschaft. 18 Gleichwohl belegt selbst das Lippenbekenntnis führender Militärmächte, dass menschliche Erwägungen zunehmend die Fortentwicklung des humanitären Völkerrechts beeinflussten. Auch deshalb wurde das Prinzip der Humanität zur grundlegenden Norm zahlreicher humanitär-völkerrechtlicher Vereinbarungen. Dieses Prinzip schützt Kombattanten vor unnötigem Leiden und Menschen, die nicht mehr oder nie an Kampfhandlungen teilgenommen haben, sichert es eine humane Behandlung unter allen Umständen zu. 19 Angesichts der gewohnheitsrechtlichen Geltung des Humanitäts - prinzips und dahingehender Meinungen in der Literatur muss man die Berechtigung der Separationstheorie bezweifeln. Vielmehr ist die Separationstheorie als eine historische Position anzusehen, die heute nicht mehr aufrechterhalten werden kann. 20 Daher muss es überraschen, dass es auch gegenwärtig noch Verfechter dieser Theorie gibt. So argumentiert Heintschel von Heinegg, it would not make much sense to complicate the situation by demanding to the obligations provided for by human rights instruments. 21 Es verwundert, welche Art von Komplikationen hier gemeint sein sollen. Die Beachtung rechtlicher Verpflichtungen war seit jeher eine Herausforderung für Kriegsparteien. Dennoch gebietet das Prinzip der Humanität ihre Einhaltung, unabhängig davon, wie kompliziert ihre Durchsetzung für die Konfliktparteien auch sein mag Staatenpraxis ermöglicht Klarstellungen Die Anwendung des Prinzips der Humanität in Friedens- und Kriegszeiten befindet sich in Übereinstimmung mit den IGH-Auffassungen. In den Gutachten zu den Nuklearwaffen und zur Israelischen Mauer 22 setzte sich der IGH detailliert mit dem Verhältnis zwischen Menschenrechten und humanitärem Völkerrecht auseinander. Die Gutachten weisen die Position zurück, dass die Menschenrechte, vor allem das in Artikel 6 des UN-Menschenrechtspakts (ICCPR) vom 19. Dezember 1966 verankerte Recht auf Leben, nur in Friedenszeiten anwendbar seien. Im Gegenteil, der Wortlaut der relevanten Menschenrechtsverträge unterstützt die Auffassung des IGH. Tatsächlich enthalten die Verträge klare Festlegungen über das Verhalten der Mitgliedstaaten in bewaffneten Konflikten. So bestimmt Artikel 15 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) vom 4. November 1950, wie mit den Menschenrechtsnormen im Kriegsfall und anderen öffentlichen Notstandssituationen umzugehen ist. Dann ist es nämlich zulässig, dass die Mitgliedstaaten von einzelnen Vertragsverpflichtungen abweichen und bestimmte Rechte außer Kraft setzen. Allerdings ist dies nur insoweit zulässig, wie es die Umstände unbedingt erfordern. Einige Rechte sind zudem notstandsfest (zum Beispiel das Recht 13 O. Kimminich, Schutz der Menschen in bewaffneten Konflikten, München 1979, S G.I.A.D. Draper, Humanitarian Law and Human Rights, in: Acta Juridica (1979), S D. Stephens, Human Rights and Armed Conflict? The Advisory Opinion of the International Court of Justice in the Nuclear Weapons Case, in: Yale H.R. & Dev. L.J. 4 (2001), S J.C. Bluntschli, Das moderne Völkerrecht der zivilisierten Staaten, 3. Aufl., Nördlingen 1878, Rn Preamble, Convention (IV) Respecting the Laws and Customs of War on Land, signed at The Hague, 18 October 1907, in: D. Schindler/J. Toman (Hrsg.), The Law of Armed Conflicts: A Collection of Conventions, Resolutions and Other Documents, 4. Aufl., Leiden 2004, S D. Stephens/M. Fitzpatrick, Legal Aspects of Contemporary Naval Mine Warfare, in: Loy.L.A. Int l & Comp. L.J. 21 (1999), S G.S. Corn, Humanity, Principle of, in: R. Wolfrum (Hrsg.), MPEPIL online, 2010, 20 R. Kolb, Human Rights and Humanitarian Law, in: R. Wolfrum (Hrsg.), MPEPIL online, 2010, 21 W. Heintschel von Heinegg, The Rule of Law in Conflict and Post Conflict Situations: Factors in War and Peace Transitions, in: Harvard Journal of Law and Public Policy 27 (2004), S ICJ Rep. 2004, S Siehe auch A. Watts, Israeli Wall Advisory Opinion, in: R. Wolfrum (Hrsg.), MPEPIL online, 2010, com. 6 1/20119 Topic auf Leben, die Glaubensfreiheit und das Verbot der Folter), sodass von ihnen niemals abgewichen werden darf. Die traditionell undurchlässige Grenze des Friedensrechts zum humanitären Völkerrecht, das in bewaffneten Konflikten anwendbar ist, wurde damit überschritten. Diese Anschauung bestätigt auch der gemeinsame Artikel 3 der vier Genfer Konventionen, der ebenfalls eine Liste von Menschenrechten enthält, die unter allen Umständen auch im bewaffneten Konflikt einzuhalten sind und die sich weithin mit den notstandsfesten Menschenrechten der Menschenrechtspakte deckt. Die Überschneidung zwischen dem Friedens- und Kriegsrecht hat Akademiker veranlasst, sich in einem Dokument, der Turku Deklaration 23, mit dem genauen Umfang der notstandsfesten Menschenrechte zu befassen und die diesbezüglichen rechtlichen Grauzonen auszuloten. Das Dokument kommt zu dem Schluss, dass Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht kumulativ anzuwenden seien, um ein hinnehmbares Minimum an humanitären Standards zu erreichen. 24 Auch aus der Richtung der Menschenrechte wurde damit der Separationstheorie eine klare Absage erteilt. Bestätigt wurde, dass nichtderogierbare Menschenrechte in Friedens- und Kriegszeiten zu respektieren sind. Die EMRK ist nicht das einzige Menschenrechtsinstrument, das sich zur Anwendung der Menschenrechte in Kriegszeiten äußert. Auch ein weiterer regionaler Menschenrechtsvertrag, die Amerikanische Menschenrechtskonvention (AMRK) vom 22. November 1969, legt in ihrem Artikel 27 fest, dass bestimmte Rechte nichtderogierbar sind. Zudem enthalten auch universelle Menschenrechtsverträge die Kategorie der notstandsfesten Menschenrechte, wie Artikel 4 ICCPR bestätigt. All diese Verträge zeigen, dass ein bestimmter Teil der Menschenrechte auch zu der Rechtsordnung gehört, die in Notstands - situationen anzuwenden ist. Angesichts dessen kam die Erste Weltmenschenrechtskonferenz von Teheran 1968 bereits zu demselben Schluss. Cerna folgerte 1989 daraus, das Völkerrecht sei transformed into a branch of human rights law and termed human rights in armed conflicts. 25 Es sind gerade die Bestimmungen zu den notstandsfesten Menschenrechten, die dazu führen, die Separationstheorie auch als Denkgebäude als überholt anzusehen. 3. Komplementaritätstheorie Wenn man die Pflichtenlage eines Staates während eines bewaffneten Konflikts ermitteln will, so reicht es nicht aus, nur das humanitäre Völkerrecht heranzuziehen. Vielmehr sind auch die Menschenrechte in Betracht zu ziehen. Selbst wenn anzuerkennen ist, dass beide Rechtsordnungen verschiedene Quellen und Herangehensweisen haben, so ist die einander ergänzende Funktion dennoch nicht zu übersehen. 26 Diese Wirkungsweise ist mit dem juristischen Terminus der Komplementarität am besten umschrieben. Die Komplemen - taritätstheorie 27 ist vor allem für die Wissenschaftler akzep - tabel, die zwar nicht der Separationstheorie anhängen, aber eine Verschmelzung beider Rechtskörper ablehnen. Die Komplementaritätstheorie geht davon aus, dass der Menschenrechtsschutz und das humanitäre Völkerrecht eigene Rechtsordnungen sind, die selbst bei einer komplementären Anwendung schlussendlich unterscheidbar bleiben. Trotz dieser Unterschiedlichkeit ist aber zu konstatieren, dass sich die Rechtsordnungen überschneiden und folglich an dieser Schnittstelle beide anwendbar sind IKRK unterstützt die Komplementaritätstheorie Obwohl das IKRK in der Vergangenheit das Thema der Menschenrechte im bewaffneten Konflikt sehr zurückhaltend anging, ist es heute diesbezüglich ausgesprochen aktiv. Es ist an der Herausarbeitung gemeinsamer Werte beteiligt, die formal rechtliche Argumente und Unterscheidungen überwinden sollen. Deshalb unterstützt das IKRK die Komplementaritätstheorie. 28 Davon ausgehend wurde eine Reihe institutioneller Doktrinen und Direktiven erarbeitet, die sich auf die Tätigkeit des IKRK in nicht-internationalen bewaffneten Konflikten und Situationen unterhalb der Anwend - barkeit des humanitären Völkerrechts beziehen. Das letzte Dokument dieser Art ist DOCT/ /1 The Invocation of International Human Rights Law by the ICRC und formuliert eine allumfassende Herangehensweise, indem die Menschenrechte genannt werden, auf die sich auch das IKRK in seiner Tätigkeit beruft. Die Doktrin verfolgt einerseits den Zweck, die Menschenrechte in der humanitären Arbeit zu nutzen, wenn es angebracht ist. Auf der anderen Seite will das IKRK sicherstellen, dass sich seine Arbeit von derjenigen der Menschenrechtsverteidiger abgrenzen lässt und seine einzigartige Identität erhalten bleibt. Im Einlang mit der Komplementaritätstheorie übernimmt das IKRK keine Verpflichtung, als Menschenrechtsverteidiger zu agieren. Falls die Anwendung der Menschenrechte im Widerspruch zu den operationellen Aktivitäten des IKRK stehen sollte, so werde sich das IKRK nicht auf diese Bestimmungen berufen. Deshalb steht für das IKRK in seiner operationalen Argumentation immer das humanitäre Völkerrecht im Vordergrund und die daraus abgeleiteten Konsequenzen für seine praktische Tätigkeit werden nur dann durch menschenrechtliche Forderungen ergänzt, wenn dies der Durchsetzung seiner Aufgaben im Feld dient. Vor diesem Hintergrund ist verständlich, dass das IKRK an den UN-Diskussionen über die fundamentalen Standards der Humanität teilgenommen hat. Es unterstrich, dass der exakte Inhalt dieses Prinzips herausgearbeitet werden sollte und führte aus: The first issue regarding the content related to 23 UN Doc. E/CN.4/Sub.2/1991/55, 2. Dezember A. Rossas/T. Meron, Combatting Lawlessness in Grey Zone Conflicts Through Minimum Humanitarian Standards, in: American Journal of International Law 89 (1995), S C.M. Cerna, Human Rights in Armed Conflict: Implementation of International Humanitarian Law Norms by Regional Intergovernmental Human Rights Bodies, in: F. Kalshoven/Y. Sandoz (Hrsg.), Implementation of International Humanitarian Law, Genf 1988, S D. Schindler, Human Rights and Humanitarian Law, in: AmULRev 31 (1982), S H.-P. Gasser, International Humanitarian Law and Human Rights Law in Non-international Armed Conflict: Joint Venture or Mutual Exclusion?, in: German Yearbook of International Law 45 (2002), S Vgl. D. Forsythe, a.a.o. (Fn. 6), S The Human Rights Sub-Commission of the UN Commission on Human Rights also refers in its Resolution 1989/26 to Convergence. Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften / Journal of International Law of Peace and Armed Conflict 710 Thema the question of whether an attempt to merge norms of international humanitarian law and human rights law was the way forward. ICRC expressed concern that such a merger would risk confusing two distinct, albeit complementary, areas of law to the detriment of legal obligations contained in each. 29 Diese Herangehensweise wurde in der IKRK-Gewohnheitsrechtsstudie bekräftigt. Darin heißt es, dass die Menschenrechte genutzt werden können to support, strengthen and clarify analogous principles of humanitarian law. 30 Ein Beispiel ist in dieser Hinsicht der Begriff des fair trail, der offensichtlich dem Bereich der Menschenrechte zugehörig ist. Soll dieses Konzept im Zusammenhang mit dem humanitären Völkerrecht angewendet werden, so ist auf die Ausformung dieses Konzepts durch die Rechtsprechung zu den Menschenrechten zurückzugreifen. Diese Umstände rechtfertigen es, von einer Konvergenz beider Rechtskörper zu sprechen, die weiter geht als natural convergence of humanitarian principle underlying these two bodies of law. 31 Konvergenz bedeutet hier eine Überlappung der Schutzbereiche. Gleichwohl muss dabei im Auge behalten werden, dass es verfahrensrechtliche Unterschiede beider Rechtsbereiche gibt. Ausdrücklich weist deshalb Sperber darauf hin, dass die Menschenrechte vom Einzelnen gegen den Staat durchgesetzt werden, während dies hinsichtlich des humanitären Völkerrechts bislang nicht möglich ist. 32 Die Konvergenz oder kumulative Anwendung beider Rechtskörper sind Ausdruck der Komplementaritätstheorie, die letztlich aus dem Umstand resultiert, dass einige menschenrechtliche Verpflichtungen auch während bewaffneter Konflikte fortbestehen. Somit ist eine Überlappung beider Rechtskörper festzustellen, die in der Praxis in einem unterschiedlichen Ausmaß genutzt wird Anwendung der Komplementarität durch UN-Berichterstatter Die heute bereits dominierende Komplementaritätstheorie gewinnt weiter an Einfluss. Verschiedentlich wird sogar davon ausgegangen, die kumulative Anwendung beider Rechtskörper könne zu einem einheitlichen Komplex der Menschenrechte unter verschiedenen institutionellen Schirmen führen. 33 Während diese Auffassung unter Theoretikern verbreitet ist, gibt es auch in der Praxis Anzeichen für ihre Akzeptanz. Das zeigte sich insbesondere in Kuwait 1991 und im Irak Die kumulative Anwendung beider Rechtskörper war im Krieg um Kuwait sowohl feasible and meaningful und machte die praktische Bedeutung der Komplementarität für das Okkupationsregime in Kuwait 1990/91 deutlich. 34 Parallelen ergeben sich hinsichtlich der Situation im Irak Die einschlägige Sicherheitsratsresolution 1483 (2003), die die entscheidenden Bestimmungen hinsichtlich der Okkupation und des Wiederaufbaus Iraks enthält, fordert alle involved to fulfil their obligations under international law, especially those according to the Geneva Conventions (Ziff. 5), und ruft den Sonderrepräsentanten des UN-Generalsekretärs für den Irak auf, auf den Schutz der Menschenrechte hinzuarbeiten (Ziff. 8 lit. g)). Es versteht sich von selbst, dass die Erfüllung dieser Aufgaben eine kumulative Anwendung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts erfordert. Hinsichtlich dieser kumulativen Anwendung sind drei Aspekte besonders hervorzuheben: Die Interpretation der Rechte und Pflichten muss auf beide Rechtskörper Bezug nehmen. So ist es beispielsweise schwierig, den im Menschenrechtsschutz verwendeten Begriff der humanen Behandlung anders zu interpretieren als durch die Heranziehung des Genfer Abkommens III, soweit es sich um die Anwendung in Kriegsgefangenen lagern handelt. Andererseits kann den Erfordernissen der gemeinsame Artikel 3 Absatz 1 lit. c) der Genfer Abkommen nicht entsprochen werden, wenn nicht die rechtlichen Garantien, die von zivilisierten Staaten als unumgänglich angesehen werden, Berücksichtigung finden. Dies bedeutet zwangsläufig die Anwendung menschenrechtlicher Standards. Die Menschenrechte müssen weiterhin herangezogen werden, um das humanitäre Völkerrecht bei der Herausarbeitung der exakten staatlichen Verpflichtungen zu unterstützen. So können die Verpflichtungen aus Artikel 55 des Genfer Abkommens IV bezüglich des Rechts auf Gesundheit nur in Verbindung mit den Bestimmungen des UN-Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte 35 interpretiert werden. Wenn Vergewaltigung als durch das humanitäre Völkerrecht verbotene Kriegsführungsmethode zu beurteilen ist, so können auch die Bestimmungen des UN-Antifolter - übereinkommens nicht außer Acht gelassen werden. 36 Das Völkerrecht kommt ferner nicht umhin, auf die Menschenrechte zurückzugreifen, wenn die Pflichten in Bezug auf vermisste Personen ermittelt werden sollen. Selbst wenn es unstreitig ist, dass Verschwindenlassen eine schwere Menschenrechtsverletzung ist, so stellt sich dennoch die Frage nach dem anwendbaren Recht, weil die Bestimmungen über lange Zeit schlechthin unterentwickelt waren. Zumindest bezüglich bewaffneter Konflikte gab es aber mit den Genfer Abkommen III und IV eine etwas klarere Rechtslage, da die Besatzungsmacht dadurch verpflichtet ist, relevante Informationen über festgehaltene Personen, einschließlich ihres Todes und möglicher Gründe dafür, weiterzugeben. Sie ist auch verpflichtet, über die Suche nach Personen zu berichten, deren Schicksal unbekannt ist UN Doc. E/CN.4/2000/94, Rn. 9, 27. Dezember J.-M. Henckaerts/M. Doswald-Beck (Hrsg.), Customary International Humanitarian Law, Vol. I: Rules, Cambridge 2005, S D. Stephens, Human Rights and Armed Conflict: The Advisory Opinion of the International Court of Justice in the Nuclear Weapons Case, in: Yale Human Rights & Development Law Journal 4 (2001), S M.H. Sperber/J.W. Lindh/Y.E. Hamdi, Closing the Loophole in International Humanitarian Law for American Nationals Captured Abroad While Fighting with Enemy Forces, in: American Criminal Law Review 40 (2003), S T. Meron, Human Rights in Internal Strife: Their International Protection, Cambridge 1987, S W. Kälin (Hrsg.), Human Rights in Times of Occupation: The Case of Kuwait, Bern 1994, S UNTS, Vol. 993, S UNTS, Vol. 1465, S. 85. See D. Blatt, Recognizing Rape as a Method of Torture, in: New York University Review of Law and Social Change 19 (1994), S W. Kälin, a.a.o. (Fn. 34), S /201111 Topic In einem Bericht an den Sicherheitsrat, betitelt On the Protection of Civilians in Armed Conflict 38, äußerte sich der UN-Generalsekretär zur kumulativen Anwendung aller Normen, die zumindest diejenigen Menschen schützen, die nach den Genfer Abkommen als Zivilisten anzusehen sind. Er empfiehlt den Staaten, gleichermaßen alle relevanten internationalen Instrumente des humanitären Völkerrechts, der Menschenrechte und des Flüchtlingsrechts zu ratifizieren, da alle drei Kategorien essential tools for the legal protection of civilians in armed conflicts 39 seien. Aus praktischer Sicht ist der verstärkte Rückgriff auf das humanitäre Völkerrecht Ausdruck der Zunahme nicht-internationaler Konflikte, die oft in einer Grauzone des Rechts stattfinden. Diese Bedeutung für die Praxis wurde in der Literatur immer wieder unterstrichen. 40 Vor diesem Hintergrund begrüßte man auch die Kooperation der drei hauptsächlichen Akteure im Feld (IKRK, UNHCR und die Menschenrechtsorgane der Vereinten Nationen), ohne dass ihre unterschiedlichen Mandate damit infrage gestellt wurden. Meron betrachtet die Bereitschaft der UN-Menschenrechtsberichterstatter, auch das humanitäre Völkerrecht zu berücksichtigen, als eine der nützlichsten Entwicklungen und als Beispiel für die Konvergenz Anwendung durch den IGH Die kumulative Anwendung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts stellt zwangsläufig die Frage nach ihrem wechselseitigen Verhältnis. Diese musste im Rahmen des Nuklearwaffen-Gutachtens beantwortet werden, 42 weil die Befürworter der Rechtswidrigkeit der Nuklearwaffen argumentiert hatten, die Anwendung dieser Waffen sei eine Verletzung des Rechts auf Leben, das in Artikel 6 ICCPR verankert ist. 43 Dort heißt es, dass no one shall be arbitrarily deprived of his life. In seinem Gutachten stellt der IGH den notstandsfesten Charakter des Rechts auf Leben heraus, sodass dieses auch im bewaffneten Konflikt nicht außer Kraft gesetzt werden darf. Somit ist es auch während der Kampfhandlungen verboten, jemanden willkürlich seines Rechts auf Leben zu berauben. Was jedoch im bewaffneten Konflikt als eine Verletzung dieses Rechts anzusehen ist, richtet sich nach der im Konflikt anwendbaren Rechtsordnung, dem humanitären Völkerrecht. Diese Rechtsordnung hat folglich die Qualität einer lex specialis. Die Tötung eines Kombattanten im Rahmen von Kampfhandlungen ist keine willkürliche Beraubung des Lebens des Kombattanten, sondern durch die Rechtsordnung des humanitären Völkerrechts zugelassen. Das Gutachten zur israelischen Mauer in den besetzten palästinensischen Gebieten aus dem Jahre 2004 bestätigt einmal mehr, dass das Recht auf Leben während der Kampfhandlungen im Zusammenhang mit dem humanitären Völkerrecht zu interpretieren ist. 44 Auch der Menschenrechtsausschuss kommt in seinem General Comment zu Artikel 2 zu dem Schluss, dass die ICCPR auch in Zeiten bewaffneter Konflikte, die den Regelungen des humanitären Völkerrechts unterliegen, anwendbar ist. Allerdings sind die Aussagen im Vergleich zu denen des IGH nicht so eindeutig, jedenfalls insoweit die Frage nach dem lex specialis betroffen ist: While, in respect of certain Covenant rights, more specific rules of international humanitarian law may be especially relevant for the interpretation of Covenant rights, both spheres of law are complementary, not mutually exclusive. 45 Der lex specialis-charakter des humanitären Völkerrechts ist aber grundlegend. So ist es zutreffend, dass unter bestimmten Umständen die Menschenrechte nicht anwendbar sind, so zum Beispiel, wenn ein Kombattant im Rahmen einer rechtmäßigen Kampfhandlung einen anderen Kombattanten tötet, dann ist dies entsprechend dem ius in bello nicht als Verbrechen verfolgbar. 46 Die Feststellungen der IGH-Gutachten wurden durch Völkerrechtler begrüßt, weil sie der Klarheit der Anwendung der Rechtsordnungen dienen. Insbesondere bezog sich dies darauf, dass der Geltungsbereich der Normen, die vorrangig dem Friedensvölkerrecht zugehören, nicht in unqualifizierter Weise auf das Kriegsvölkerrecht übertragen wird. Die Menschenrechtsnormen müssen vielmehr in sehr sensibler Weise in das Kriegsvölkerrecht eingepasst werden. 47 Die Priorität des humanitären Völkerrechts ist demnach zu unterstreichen. Folglich kommt solchen Bestimmungen wie Artikel 4 ICCPR (und denen analoger Verträge) eine große Bedeutung zu. Deshalb unterstreicht der IGH auch, dass hinsichtlich des Schutzes, der durch das humanitäre Völkerrecht und durch die Menschenrechte gewährt wird, eine Harmonisierung nötig ist. Dies macht ein Eingehen auf die lex specialis derogatelegis generalis-regel notwendig. Dieser Einwand kann durch den Verweis auf die Marten sche Klausel zurückgewiesen werden, denn diese wurde sowohl im Völkervertragsrecht wie im Gewohnheitsrecht akzeptiert. Sie bestätigt, dass die Bestimmungen des humanitären Völkerrechts nicht als die schlussendliche Regelung zum Schutz des Menschen angesehen werden können, sondern durch die Bestimmungen der menschlichen Moral ergänzt werden, die letztlich Teil der Menschenrechte sind UN Doc. S/1999/957, 8. September Id., Rn D. Fleck, Humanitarian Protection Against Non-State Actors, in: J.A. Frowein et al. (Hrsg.), Verhandeln für den Frieden. Liber Amicorum Tono Eitel, Berlin 2003, S T. Meron, Convergence of International Humanitarian Law and Human Rights Law, in: D. Warner (Hrsg.), Human Rights and Humanitarian Law, Den Haag 1997, S Legality of the Threat or Use of Nuclear Weapons, Advisory Opinion, ICJ Reports 1996, S Diese Position vertraten nach Greenwood Malaysia, die Salomonen und Ägypten. Vgl. C.J. Greenwood, Jus Bellum and Jus in Bello in the Nuclear Weapons Advisory Opinion, in: L. Boisson de Chazournes/P. Sands (Hrsg.), International Law, the International Court of Justice and Nuclear Weapons, Cambridge 1999, S Legal Consequences of the Construction of a Wall in the Occupied Palestinian Territory, Advisory Opinion, ICJ Reports 2004, Rn UN Doc. CCPR/C/74/CRP.4/Rev.6, 21. April 2004, Ziff. 11 Satz C.J. Greenwood, a.a.o. (Fn. 43), S M.J. Matheson, The Opinions of the International Court of Justice on the Threat or Use of Nuclear Weapons, in: American Journal of International Law 91 (1997), S Vgl. H.B. Reimann, Menschenrechtsstandard in bewaffneten Konflikten, in: C. Swinarski (Hrsg.), Studies and Essays on International Humanitarian Law and Red Cross Principles in Honour of Jean Pictet, Genf/Den Haag 1984, S Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften / Journal of International Law of Peace and Armed Conflict 912 Thema Die Identifizierung des exakten Inhalts des Rechts auf Leben in bewaffneten Konflikten erfolgte auch im Rahmen menschenrechtlicher Verträge mit regionalem Geltungsbereich. Hier ist insbesondere auf Artikel 15 der Europäischen Menschenrechtskonvention zu verweisen, der eindeutig bestimmt, dass Tötungen im Rahmen von Kriegshandlungen nicht als Verletzungen des in Artikel 2 verankerten Menschenrechts auf Leben anzusehen sind Praktische Konsequenzen Bewaffnete Konflikte finden nicht im Geheimen statt. Vielmehr werden sie durch das Völkerrecht geregelt. Insbesondere sind dies die Bestimmungen des humanitären Völkerrechts, die eine sichere Umgebung für nicht an den Feind - seligkeiten teilnehmende Personen schaffen sollen. Zur Durchsetzung dieses Zieles wurden in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, die Regeln der Zu - rechenbarkeit klarzustellen und so dem Prinzip der Verantwortlichkeit größere Beachtung zu schenken. Insbesondere die Übernahme der menschenrechtlichen Verantwortlichkeitsregeln in den Bereich des humanitären Völkerrechts kann positive Auswirkungen haben. 49 Gleichwohl wird in der Literatur auch darauf hingewiesen, dass diese nur in Über - einstimmung mit der Komplementaritätstheorie erfolgen kann, denn die menschenrechtlichen Zurechnungskriterien können nicht einfach unter den Bedingungen des bewaffneten Konflikts angewendet werden. 4. Integrationstheorie Das 1989 verabschiedete Übereinkommen über die Rechte des Kindes 50 entspricht in eindrucksvoller Weise der Theorie von der Integration des humanitären Völkerrechts in die Rechtsordnung der Menschenrechte. Artikel 38 Absatz 1 des Übereinkommens verpflichtet die Mitgliedstaaten, die Bestimmungen des humanitären Völkerrechts bezüglich der Kinder im bewaffneten Konflikt zu respektieren und umzusetzen. Somit enthält erstmals ein Menschenrechtsvertrag, der normalerweise in Friedenszeiten Anwendung findet, Bestimmungen über die Respektierung von Menschenrechten unter den Bedingungen eines Krieges. Diese Regelungen beschränken sich nicht auf die generelle Feststellung des Artikels 38 Absatz 1, sondern wiederholen in Artikel 38 Absätze 2, 3 und 4 detailliert die Verpflichtungen aus Artikel 77 ZP 1. Damit werden die Rekrutierung und die direkte Teilnahme von Kindern an Kampfhandlungen Beschränkungen unterworfen. Diese Standards, die bereits 1977 mit dem ZP 1 festgeschrieben wurden, werden damit bekräftigt. Somit gestattet auch die Kinderrechtskonvention die Rekrutierung von Personen zu den Streitkräften ab dem Alter von 15 Jahren. Diese Regelung ist freilich wenig zufriedenstellend, denn sie widerspricht einerseits dem Konzept der progressiven Kodifizierung des Völkerrechts, das eine stetige Verbesserung des Schutzstandards der Menschenrechte erwarten lässt. Wenn es innerhalb von zwölf Jahren angesichts der immer breiteren Akzeptanz der Menschenrechte nicht gelingt, einer anerkanntermaßen besonders schutzbedürftigen Gruppe einen verbesserten Standard zu gewähren, so ist dies kein Erfolg. Das IKRK hatte deshalb im Kodifikationsprozess gefordert, Artikel 38 Absätze 2, 3 und 4 nicht aufzunehmen, sondern, wenn überhaupt, nur ein Bekenntnis zu dem im Konflikt anwendbaren humanitären Völkerrecht aufzunehmen. 51 Hinzu kommt, dass die Regelung auch dem Ziel des Über - einkommens widerspricht. Dieses ist in Artikel 3 als Generalklausel festgelegt. Demnach verpflichten sich die Mitgliedstaaten, alles Notwendige zum Wohle des Kindes zu unternehmen. Nach Artikel 1 ist ein Kind eine Person bis zum 18. Lebensjahr und es ist ganz offenkundig, dass die Rekrutierung eines Kindes nicht zum Wohle eines Kindes geschehen kann. Dieser Widerspruch wurde in der Literatur und von Staaten vielfach kritisiert. 52 Diese unzureichende Regelung in dem Kinderrechtsübereinkommen war darauf zurückzuführen, dass sich drei Staaten ausdrücklich gegen eine Erhöhung des Mindestalters für die Rekrutierung von jugendlichen Soldaten (Iran, Irak und die USA) ausgesprochen hatten. Von den USA wurden dafür rechtstheoretische Einwände geltend gemacht, denn sie argumentierten, dass eine menschenrecht - liche Kodifikation nicht der Ort sei, Standards des humanitären Völkerrechts festzuschreiben. 53 Vielmehr käme dies einer Staatenkonferenz unter der Leitung des IKRK zu. Diese Haltung der USA liegt auf der Linie der traditionellen Separationstheorie. Dass sie auch von den maßgeblichen internationalen Akteuren als überholt angesehen wird, wird daran deutlich, dass sie sich der Auffassung anschlossen, es gehe bei dem Kinderrechtsübereinkommen nicht um eine Revision des humanitären Völkerrechts, sondern um einen unabhängigen eigenständigen Vertrag. Ein solcher neuer Vertrag könne durchaus einen höheren Standard als den des Artikels 77 festschreiben, weil die bisherige Regelung damit nicht abgeschwächt wird. Das Vertragsrecht lässt eine solche Kodifikation zu. Nach dem Inkrafttreten und dem unübersehbaren Erfolg des Kinderrechtsübereinkommens, das bislang von allen Staaten mit Ausnahme der USA und Somalias ratifiziert wurde, nahm die Kritik an den unzureichenden Bestimmungen zum Schutz der Kinder im bewaffneten Konflikt zu. Deshalb erarbeitete eine offene Arbeitsgruppe ein Protokoll zu diesem Gegenstand, das mehr als zehn Jahre nach der Annahme des Kinderrechtsübereinkommens am 25. Mai 2000 mit der UN- Resolution 54/263 durch die Generalversammlung angenommen wurde und zur Ratifikation aufgelegt wurde. Demnach müssen die Staaten alle durchführbaren Maßnahmen unternehmen, damit Personen unter 18 Jahren nicht direkt an Kampfhandlungen teilnehmen, und das Mindestalter der 49 K. Watkin, Controlling the Use of Force: A Role for Human Rights Norms in Contemporary Armed Conflict, in: AJIL 98 (2004), S UN Doc. A/RES/4/25, 20. November Siehe dazu S. von Schorlemer, Kindersoldaten und bewaffneter Konflikt, Frankfurt/M. 2009, S. 116 ff. 52 H.-J. Heintze, Children Need More Protection Under International Humanitarian Law Recent Developments Concerning Article 38 of the UN Child Convention as a Challenge to the International Red Cross and Red Crescent Movement, in: Humanitäres Völkerrecht Informations - schriften 8 (1995), S UN Doc. E/CN.4/1989/48, 2. März 1989, S. 112, para /201113 Topic zwangsweisen Rekrutierung durch die Staaten wurde auf 18 Jahre erhöht. Das Protokoll trat am 12. Februar 2002 in Kraft. Nur am Rande sei vermerkt, dass die USA seit 1992 an der Ausarbeitung des Protokolls teilnahmen, es unterzeichneten und ratifizierten. Mit dem Protokoll wurde zumindest für die Mitgliedstaaten der Standard des humanitären Völkerrechts durch einen menschenrechtlichen Vertrag erhöht. 54 Das Protokoll ist ein Beleg dafür, dass heute der Standard des humanitären Völkerrechts bezüglich des Schutzes der Zivilisten nicht mehr ermittelt werden kann, ohne die Menschenrechte zu berücksichtigen. Dies berechtigt, einmal mehr, von einer Konvergenz beider Rechtskörper zu sprechen, die über a natural convergence of humanitarian principle underlying these two bodies of law hinausgeht. 55 Diese Konvergenz, die bislang in der kumulativen Anwendung zum Ausdruck kommt, könnte dazu führen, dass der Menschenrechtsschutz und das humanitäre Völkerrecht einmal zu einem einheitlichen Rechtskörper zusammenwachsen. Bislang muss aber der Unterschied, der vor allem im Verfahrensrechtlichen angesiedelt ist, weiter berücksichtigt werden. 5. Fazit und Ausblick Gerade im Lichte des Kinderrechtsübereinkommens und seines Zusatzprotokolls zu Kindern im bewaffneten Konflikt ist zu erwarten, dass in der Staatenpraxis die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht zunehmend als Einheit des anwendbaren Völkerrechts im bewaffneten Konflikt verstanden werden. Die Untersuchung zeigt, dass auch die Rechtstheorie trotz aller Unterschiede hinsichtlich der Regelungsgegenstände und -mechanismen immer mehr von der Separationstheorie abgeht und sich der Komplementaritätstheorie zuwendet. Diese muss dann letztlich in die Integra - tionstheorie übergehen. 54 Dies wurde von M. Happold, The Optional Protocol to the Convention on the Rights of the Child on the Involvement of Children in Armed Conflict, in: H. Fischer (Hrsg.), Yearbook of International Humanitarian Law 3 (2000), S. 242 nicht berücksichtigt. 55 M.H. Sperber/J.W. Lindh/Y.E. Hamdi, Closing the Loophole in International Humanitarian Law, in: American Criminal Law Review 40 (2003), S Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften / Journal of International Law of Peace and Armed Conflict 1114 Thema When Democracy Combats Violence: Some Theoretical Implications of a Legitimist Conception of Violence in International Law Natalia Alvarez* Die Idee, nach der Gewalt, Gewaltanwendung und Demokratie in Beziehung zueinander stehen, war in den letzten Jahrzehnten im Völkerrecht sehr verbreitet. Die Vereinten Nationen folgten einigen dieser Vorstellungen und gingen davon aus, dass Demokratie in der Lage sei, Gewalt zu bekämpfen. Im Zentrum dieser Denkrichtung steht die Balance zwischen einer liberalen Idealisierung der Demokratie, die Demokratien als sich nicht gegenseitig bekämpfende Systeme darstellt, und einer realis - tischen Perspektive, laut der Staaten stets nach Maximierung ihrer Macht und Durchsetzung ihrer Interessen streben. Das Ergebnis ist: Was ein mangelnder politischer Wille, bei Gewaltanwendungen einzugreifen, zu sein scheint, erweist sich als sehr komplexes Problem, das in den derzeitigen internationalen Strukturen und Theorien tief verankert ist. The idea that violence and the use of force are linked to democracy has been very influential in international law in the last few decades. The United Nations has taken some of these ideas on board, advocating that democracy is able to combat violence. This architecture is maintained by a delicate balance between a liberal idealisation of democracy that portrays democracies as systems that do not fight each other, and a realist perspective that believes that states always try to maximise their power and their own interests. As a result, what seems to be a lack of political will to act in cases in which violence is used, turns to be a much more complex issue embedded in the current international structures and theories. 1. The Legitimist Conception of Violence: A United Nation Charter Approach Violence is not uncommon in international law: acts of aggression, wars, executions without trial and torture are ever-present. Sofsky states that violence is in fact an option for human beings. In order to eradicate that option one would have to eliminate the capacity to imagine. Thus, fantasy and imagination allow human beings to dream about being other people, about immortality, about transcending the self. For Sofsky, all these fantasies are related to the fear of dying. Yet killing other people means defeating a fear of dying through surviving another person s death. In this transition, violence speaks of the human fascination both with death and with absolute power. For this reason, according to Sofsky, theories explaining violence on the basis of a good or evil predisposition of human nature are useless. Human beings are violent for different reasons, which is why looking exclusively for psychological or socio-cultural explanations of violent behaviour might afford only limited information. The fact that there are many human beings with a horrible past and a terrifying present that have never resorted to violence to revenge or compensate for the damage and pain inflicted in their lives shows the lack of rigor of these theories. 1 Opposing to violence, some scholars refer to the alleged virtues of democracy, contributing to what I called a liberal idealisation of democracy; a privileged conception of democracy as an ideology to counterbalance violence. Such is the case of Keane, who, in his reflections on the nature of violence says: The belief that violence is natural, a deepseated predisposition in every individual, or generative of either the body politic or of the species as a whole, is both historically specific and profoundly anti-democratic. 2 Indeed, he strongly disagrees with René Girard s approach to violence as something intrinsically rooted in the political and religious systems. 3 For Keane, violence can be democratised in the sense that means and institutions of violence must always be publicly accountable and that surplus violence can and should be removed from the world. 4 Keane deeply believes that democracy can fight against violence, mainly because its survival depends on how successful it can be in this fight. Moreover, he adds a new dimension to the concept of democracy, establishing that unless violence is eliminated, democracy will never prevail. Associations between violence and democracy are complex. Whereas power and violence, according to Foucault, might not be necessary together, 5 it seems that law and violence are more in tune with each other. According to Derrida, violence is inside law: it belongs to the symbolic order of law, politics and morals. 6 Derrida points out that it is the law that has an interest in a monopoly of violence and this monopoly of violence does not protect any given just or legal ends but only the law itself. 7 In this conception, violence is a condi- * Dr. Natalia Alvarez is a Lecturer in Law at the University of Aberdeen. This article is part of a research project on violence and international legal personality developed between as a Basque Government Postdoctoral Research Fellow at the School of Law, University of Aberdeen. 1 W. Sofsky, Tiempos de Horror. Amok, Violencia, Guerra, Paidós, Madrid 2004, pp J. Keane, Violence and Democracy, Cambridge University Press, Cambridge 2004, p R. Girard, Violence and the Sacred, Johns Hopkins University Press, Baltimore J. Keane, supra note 2, p J.D. Faubion, Essential Works of Foucault , Volume III: The Subject and the Power, New York University Press, New York J. Derrida, The Mystical Foundation of Authority, in: D.G. Carlson (ed.), Deconstruction and the Possibility of Justice, Routledge, London 1992, p Id., p /201115 Topic tion of law, and whatever law would produce will be surrounded by the original association with violence. In this regard, democracy might not be an exception. If any of these scholars had any common view about violence that would be the very difficulty of defining it. In spite of this, Keane gives a tentative approach when he states that violence refers to the more or less intended, direct but unwanted physical interference by groups and/or individuals with the bodies of others, who are consequently made to suffer a series of effects ranging from shock, speechlessness, mental torment, nightmares, bruises, scratches, swelling or headaches through to broken bones, heart attacks, loss of body parts, or death. 8 In this liberal perspective, violence means any physical or mental harm without prior consent. Although we might agree that violence brings suffering to those on whose bodies or minds it is inflicted, it seems that a priori violence is not in contradiction with democracy. Indeed, violence is not necessarily wrong. At least, not all types of violence: Keane says that in a democracy, violence is not always bad, especially if it is working to create a peaceful society. 9 In an effort to understand how violence is conceptualised, Coady refers to a typology of definitions of violence. A restricted definition of violence refers to the positive interpersonal acts of force, usually involving the infliction of physical injury. 10 This definition tends to have close connections with reformist liberal political positions. 11 Violence can also be conceptualised as wide or legitimist. Wide definitions of violence gravitate toward political left opinions in which social injustices and inequalities are at the centre of the analysis. This is well illustrated by the concept of structural violence coined by Galtung. 12 Finally, legitimist conceptions of violence associated with conservative or rightwing liberal political options add to the definition of violence considerations on its legality or legitimacy. 13 Typically, scholars working with a legitimist definition of violence include normative elements in the definition in order to qualify an act as violent. Ramsay adds that scholars supporting this legitimist version of violence, such as Priestland and Hook, tend to distinguish between violence and force. In this context, violence is illegal and unauthorised by the state, and force is the state s legitimate use of force. As Ramsay affirms: Even if according to liberal ideology the state s violence is justified and limited to the legitimate purposes set by humane rules against those who threaten the liberal democratic order ( ), it is still violence according to the standard dictionary definition, defining it as acts of force usually involving physical injury. 14 Commenting on Wolff s legitimist definition of violence as the illegitimate or unauthorised use of force to effect decisions against the will of desire of other 15, Coade rightly concludes that one of the weaknesses of this definition is that it would lead to the absurdity of categorising as non-violent the legal use of force by legitimate governments that are fighting one another. 16 Ironically, what it is described by Coade as absurd is in fact an accurate picture of how international law regulates the use of force. Following Sofsky and Coade, we can assert that although violence can be linked to the desire for absolute power and control over human beings, in a liberal tradition violence implies inflicting physical or mental pain. However, when this liberal tradition is translated into the domain of international law it is transformed by conditions of illegality and illegitimacy. These ultimate specifications leave the definition and scope of violence in the sphere of what is defined as illegal in a given institutionalised society and what is perceived as illegitimate according to certain actors and moral values. In a decentralised and unauthoritative system such as inter - national law it is easy to understand why defining the con - ditions in which violence is authorised and legitimised is a difficult exercise. Violence is also presented according to different terminologies in the international realm, reflecting the porous boundaries of the concept itself. Generally speaking, an armed operation authorised by international law is defined as the use of force, whereas armed interventions perceived as legitimate and urgent, and in which authorisation is irrelevant due to the imperative for saving lives, are labelled humanitarian interventions. 17 The consequence of this legal and political architecture is that when it comes to justifying violence as legitimate, international actors and moral values shaped by socio-legal and political theoretical frameworks are the main factors that can spur the shift from violence to force. Leaving aside the field of humanitarian interventions, there is enough ground to assert that the use of force, as designed by the United Nations Charter and applied by the Security Council, is a broad enough concept to give room to various legitimate considerations. The United Nations Charter not only establishes a general prohibition on the use of force in Article 2.4, but also an obligation, in Article 2.3, to solve international controversies by peaceful means. This provision on the prohibition of the use of force is considered a fundamental principle of international law; 18 it is recognised as ius cogens and a peremptory norm from which no derogation is permitted. 19 However, Article 2.4 establishes certain exceptions. These are self- 8 J. Keane, supra note 2, p Id., p C.A.J. Coady, Morality and Political Violence, Cambridge University Press, Cambridge 2008, p Ibid. 12 Ibid. 13 Ibid. 14 M. Ramsay, Liberal Democratic Politics as a Form of Violence, in: Democratization 17 (2010), p C.A.J. Coady, supra note 10, p Id., p A general definition of humanitarian intervention by Holzgrefe and Keohane refers to the threat or use of force across state borders by a state or group of states aimed at preventing or ending widespread and grave violations of the fundamental human rights of individuals other than its own citizens, without the permission of the state within whose territory force is applied, J.L. Holzgrefe, The Humanitarian Intervention Debate, in: J.L. Holzgrefe/R.O. Keohane, Humanitarian Intervention, Ethical, Legal and Political Dilemmas, Cambridge University Press, Cambridge 2003, p ICJ, Military and Paramilitary Activities in and against Nicaragua (Nicaragua v. United States of America), ICJ Reports 1986, para. 90; ICJ Consultative Opinion on the Legality of the Use of Nuclear Weapons, 8 June ICJ, Military and Paramilitary Activities in and against Nicaragua (Nicaragua v. United States of America), ICJ Reports 1986, paras , pp Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften / Journal of International Law of Peace and Armed Conflict 1316 Thema defence (Article 51) and measures adopted under a collective security system (Articles 39 50). Some authors also consider another exception part of customary international law: the case of a colonial people s right to resort to military force to gain access to the exercise of their right to self-determination. 20 The framework operates based on a collective security system regulated in Article 39, in which the Security Council determines the existence of any threat to peace or act of aggression and decides the kind of measures to be taken in accordance with Articles 41 and 42. Indeed, the United Nations Charter authorises the Security Council to use force when there is a breach of the above-mentioned categories; however, none of these have been defined so far by the Security Council, legal writing or any state practice. 21 This construction entails a flexible and versatile structure in which legal arguments play a crucial role in defining when the Security Council will authorise the use of force. Actually, the Security Council is authorised to declare events occurring internally as a threat to peace, which is then considered to exist until the Council decides otherwise. 22 Therefore the framework of the use of force is somehow indeterminate, even unpredictable, but also exclusively designed by states. If one assumes that the nature of decisions by the Security Council is political, it is very easy to understand why arguments about the legitimacy of the use of force are so important. In the absence of an objective legal framework, inter - national legal scholars resort to legitimacy to justify certain political decisions on the use of force that put into gear the legal machinery of the United Nations in doubtful cases. In this context, it is not surprising that some of the most radical arguments that defy the United Nations Charter refer to the lack sovereignty of non-democratic states and the desirability of military intervention. This argument, which has been called democratic legitimacy, reveals the influential role of the association between democracy and violence for international relations and international legal scholars. 23 In sum, due to the nature of the Security Council, decisions concerning the legality of use of force are not based exclusively on normative standards. These political standards come into play when examining concepts such as threats to peace, breaches of the peace or acts of aggression. Indeed, this is precisely the origin and the current foundation of the legitimist definition of violence in international law. 2. Democracy as the Political Element of a Legitimist Conception of Violence As the normative and political elements of the definition of violence converge in a legitimist approach to violence, it is important to understand how legitimacy originates in terms of allowing the shift from violence into force. Indeed, one of the elements that have strongly influenced the construction of legitimacy in the international arena has been the liberal idealisation of democracy. As the system relies very much on the legal and moral perceptions held by the Security Council, democracy has been constituted as one of the inequivocal guarantees of being a peace-loving country unlikely to commit any sort of misdeed, at least not the sort that bring Chapter 7 into action. As Boutros-Ghali put it, back in 1995: Democracy is a newly recognized imperative because it is one of the pillars in which a more peaceful, more equitable, and more secure world can be built. 24 In the political sciences there is a body of studies related to whether democracies are less violent than other regimes and have greater respect for human rights. Overall, it seems that although democracies might comply with human rights internally, there is no automatic correlation with their external behaviour. 25 Most of the studies in the field point out that democracies tend not to fight each other, and only to go to war against non-democratic regimes. This hypothesis has produced a large body of research on why democracies behave more violently towards non-democratic regimes and whether there is any sort of correlation between internal democratic behaviour and external behaviour. 26 On the whole it seems that democracies go to war as much as authoritarian regimes, and although it is evident that democracies are less likely to commit gross violations of human rights, recent events in Rwanda, Kenya or former Yugoslavia show that certain multicultural states are more at risk than others. 27 The field of democratic peace is still controversial and different assumptions coexist at the same level: some scholars support that democracies are more respectful of human rights 28 whereas others assert that peace is not the cause of the democratic nature of democracies but of the US imperialistic interest in democracy. 29 Other scholars maintain that the common front that democracies create, in which dictatorships are perceived as other, might explain why democracies behave violently toward other regimes. 30 Indeed, it 20 R. Bermejo García, El marco jurídico internacional en materia de uso de la fuerza; ambigüedades y límites, Civitas, Madrid 1993, p. 69, among Anglo-American writers see M. Reisman, Coercion and Self-Determination: Construing Charter Article 2(4), in: AJIL 78 (1984), pp B. Simma, The Charter of the United Nations. A Commentary, Oxford University Press, Oxford 2002, p Y. Dinstein, War, Aggression and Self-Defence, Cambridge University Press, Cambridge 2005, pp This concept has been advocated by scholars like Hass or Bolton. See A. Hurrel, Legitimacy and The Use of Force: Can The Circle Be Squared?, in: Review of International Studies 31 (2005), p. 20; This approach is different to that supported by scholars such as Henry Shue, which defends a limited concept of sovereignty linked to respect for human rights. See H. Shue, Limiting Sovereignty, in: J.M. Welsh (ed.), Humanitarian Intervention and International Relations, Oxford University Press, Oxford 2006, pp B. Boutros-Ghali, Democracy is a Newly Recognized Imperative, in: Global Governance 1 (1995), p P.M. Regan/E.A. Henderson, Democracy, Threats and Political Repression in Developing Countries: Are Democracies Internally less Violent?, in: Third World Quarterly 23 (2002), pp For a general picture of this debate see C. Daase, Democratic Peace Democratic War: Three Reasons Why Democracies are War-Prone, in: A. Geis/L. Brock/H. Müller (eds.), Democratic Wars, Palgrave Macmillan, New York 2006, pp M. Mann, The Dark Side of Democracy, University of California, Los Angeles C. Davenport, Human Rights and the Democratic Proposition, in: The Journal of Conflict Resolution 43 (1999), pp S. Rosato, The Flawed Logic of Democratic Peace Theory, in: The Ame - rican Political Science Review 97 (2003), pp T. Risse-Kapen, Democratic Peace Warlike Democracies? A Social Constructivist Interpretation of the Liberal Argument, in: European Journal of International Relations 1 (1995), pp /201117 Topic seems that non-democratic countries are more likely to suffer an armed intervention than democratic ones. This assertion can be seen as obvious if we consider the fact that non-democratic regimes do not respect human rights as much as democratic ones. However, the opposite is not necessarily true, as not all democracies fully respect human rights. What most of the literature does not reflect is the fact that a regime perceived as democratic can turn human rights violations into acts more likely to be tolerated by the international community. This is especially true in post-war scenarios of transitions to democracy in which the United Nations have got heavily involved. For example, the United Nations accusations that the Rwandan Patriotic Army committed wide-scale killing and rape of the Hutu population have come late if one considers that these actions started right after the genocide in Since the late 20th century, different human rights reports have referred to Kagame s regime as responsible for internal political violence against his poli - tical opponents 31 as well as for operations deployed in Eastern Congo, in which thousands of people were killed and women systematically raped. As Reyntjens puts it, the tolerance of the international community can be explained in part by the genocide credit the new regime enjoyed and skilfully exploited, but it was also inspired by the transition paradigm. 32 In a similar vein, prosecuting war crime suspects from the winning side of an armed conflict has been quite a difficult task, as the case of the Croatian generals responsible for the Homeland war shows. 33 Although Peskin points out that international tribunals depend too much on internal domestic dynamics and the goodwill of the governments involved, 34 the fact is that these states also take credit for being newly established democracies after a war. Much of the problem comes from the fact that the United Nations tends to promote negotiation between warring parties and a transition to democracy as a model to end violence in a country. Indeed, [t]he move toward democracy after war is the imperative, even in those instances where prior historical legacies had led to newly independent states. 35 Once this process is concluded at an institutional level, the United Nations is ready to label the regime democratic although it can be far from that, as the case of Kosovo reflects. 36 This state-centred and institutionalised version of democracy disregards the fact that democratisation needs to be inclusive and locally based and to develop from the bottom up. As Ottaway explains, in most of the last decade s post-war reconstruction efforts the international community has used a bargain-basement imperial solution based on democracy and human rights but with minimal resources deployed, as in Sierra Leone, Angola or Liberia. 37 This idea of democracy fighting against violence is indeed full of virtues and promises: it is not just that democracy can transform economic, social or political institutions into more transparent and participatory structures, but also that promo - ting democracy all over the world would eventually defeat violence, and this is something definitely worth fighting for. This strand is close to Kantian and liberal postures defended by scholars like Russet and O Neal, who firmly believe that democracies do not fight each other. 38 These concepts look at democracy as a result, as a goal: once it is attained, violence and human rights violations will disappear. This perspective is also an institutionalised one in which respect for standards and norms established by the United Nations would eventually contribute to promote peaceful democracies around the world. This comes closer to the idea that democratic advancement is the only possible way of shaping competing ideas of the good, the only possible alternative for a peaceful coexistence. 39 It is precisely this idea of democracy as a method of conciliating different notions of the good that has led the United Nations to hold the notion that enforcing and restoring democracy through military operations is a legitimate and legal way of establishing a regime that can deal with com - peting and exclusive conceptions of life. 40 Although there have been some precedents of interventions to restore democracy, as in Haiti, there is no consistent and general international practice in this field to sustain the belief that there is something like a right to democratic intervention. While lately military interventions have been justified in terms of humanitarian emergency (Kosovo), self-defence (Afghanistan) or a threat to international peace and security (Iraq), the most visible result has been that the international community has engaged in an industry of post-conflict reconstruction with the task of building new formal demo - cracies able to stabilise the country and stop human rights violations, rather than the establishment of any kind of legal obligation on behalf of the international community to protect human rights or democracy worldwide. To summarise the arguments put forward in this section we can conclude that a legitimist definition of violence in international law is associated with an approach to democracy as 31 F. Reyntjens, Post-1994 Politics in Rwanda: Problematising Liberation and Democratization, in: Third World Quarterly 27 (2006), pp Id., p L.A. Barrian/S.D. Roper, How Effective are International Criminal Tribunals?, An Analysis of the ICTY and ICTR, in: The International Journal of Human Rights 9 (2005), pp V. Peskin, Beyond Victor s Justice? The Challenge of Prosecuting the Winners at the International Criminal Tribunals for the Former Yugoslavia and Rwanda, in: Journal of Human Rights 4 (2005), pp ; V. Peskin/M.P. Boduszyński, International Justice and Domestic Politics: Post-Tudjman Croatia and the International Criminal Tribunal for the Former Yugoslavia, in: Europe-Asia Studies 25 (2003), pp A.K. Jarstad/T.D. Sisk, From War to Democracy, Cambridge University Press, Cambridge 2008, p See OSCE, Human Rights, Ethnic Relations and Democracy in Kosovo, Background Report, Summer , (31 March 2011). 37 M. Ottaway, Rebuilding State Institutions in Collapsed States, in: Development and Change 33 (2002), pp J.R. O Neal/B. Russett, The Kantian Peace, the Pacific Benefits of Democracy, Interdependence and International Organisations , in: World Politics 52 (1999), pp C. Van Den Anker, Institutional Implications of Global Justice as Impartiality: Cosmopolitan Democracy, in: Global Society 20 (2006), p A further point of interest is that international law does not recognise that the right to democracy entails any obligation to intervene once a demo - cratic regime has been overthrown. G.H. Fox/B.R. Roth (eds.), Democratic Governance and International Law, Cambridge University Press, Cambridge 2000; S. Wheatley, Democracy in International Law: A European Perspective, in: ICLQ 51 (2002), pp Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften / Journal of International Law of Peace and Armed Conflict 1518 Thema an ideology opposing violence. In this regard, the United Nations has stood for arguments in favour of democracy in cases in which normative standards were insufficient to approve a military intervention. Indeed, Resolution 1483 is a good example of how the Security Council has endorsed arguments about democracy deployed by USA and UK in Iraq. Yet democracy has also been portrayed as the institutional model to bring peace after a conflict. In the first case, democracy brings legitimacy to an illegal situation; in the second, the post-conflict reconstruction model acknowledges the dream that democracy ends violence. Not surprisingly, international relations scholars like Pickering have pointed out, after analysing interventions from 1975 to 1996, that democracies are less likely to be the target of military interventions. The situation is two-fold. Firstly, there are fewer possibilities of being the object of an armed intervention if the state itself is perceived as a democratic country (not necessarily a country that fully respects human rights, e.g. Israel). Secondly, there is a current ideology at the United Nations in which fighting against violence requires the promotion of demo - cracy (e.g. Afghanistan, Iraq). Although the current account of human rights violations is quite high in both countries by any sort of democratic standards and is combined with corruption and the absence of a state presence in certain areas, there is an international perception that these regimes are democracies-under-construction, which makes their human rights situation more tolerable to the international community. The label democracy-under-construction is not gained after an international human rights monitoring process but in many cases is based on whether the international community got involved in the conflict and afterwards established a mission with the aim of rebuilding the democratic bases of the country. In the light of the previous considerations we can conclude that presenting democracy as an antidote to violence belongs to the realm of the liberal dream in which categories are separated by clear lines. This does not just apply to the classic division between private and public or individual and community, but to the political and normative perception that democracies are regimes that can stand firm against violence. In sum, a legitimist definition of violence in international law reflects in its normative element a conservative version of the need to keep the distribution of power established by the great powers after the Second World War. To uphold this structure, it is not enough to resort to democracy in terms of legitimacy in an international context. The liberal idealisation of democracy needs to be inserted not only in the liberal cosmopolitan doctrine of democracy but also in the utilitarian traditions of realism and neo-realism that have shaped international law and international relations in the last decades. 3. Democracy as a Virtue: The Dangerous Liaison between Liberal Cosmopolitans, Realists and Neo-conservatives In previous paragraphs I have argued that the United Nations conceives the use of force as an indeterminate and unilateral system that has proved to be very flexible in adapting to different arguments, including the promotion of democracy. International legal scholars have referred to democracy as a right, but also as a more encompassing project called democratisation that aims to make international organisations more participatory and transparent. Overall, liberal international legal scholars have been enthusiastic about the idea of promoting democracy worldwide as a way of preventing international conflicts The Liberal Idealisation of Democracy: A Cosmopolitan Approach From a modern liberal approach, democracy in international law includes references to constitutionalism (rule of law and protection of fundamental rights) but also to the existence of an articulated civil society able to participate in general decision-making processes and transparency. 42 In a somewhat similar approach, democracy has been subjected to further elaborations, such as the concept of cosmopolitan democracy. Its proponents believe in the possibility of globalizing democracy while, at the same time, democratizing globalization. 43 Cosmopolitanism is also linked to a liberal tradition in which human beings are considered equal in rights and dignity, but also in human agency: that is, the capacity to act and make claims. 44 According to Held, cosmopolitanism is entrenched in a set of different values that includes equal worth and dignity, active agency, personal responsibility, accountability or consent. 45 All these values require a democratic public realm in order to be fulfilled. In this regard, democracy is regarded as the framework within which cosmopolitanism is materialised. However, one of the most challenging aspects of cosmopolitanism for international law is the fact that states are no longer deemed the sole centre of legitimate power. 46 For cosmopolitan scholars, international institutions that represent and promote the above-mentioned values are conceived as sources of legitimacy. This seems to be one of the reasons why states should comply with international standards in order to apply the cosmopolitan law. This conception, in which international legitimacy and legality compel states to comply with international norms, implies that cosmopolitan scholars are more willing to intervene in states when human rights violations occur. In this regard Fine wonders Why should our sense of responsibility stop at national boundaries? A.-M. Slaughter, International Law in a World of Liberal States, in: EJIL 6 (1995), pp More recently, J. Ikenberry/A.-M. Slaughter (Co-directors of the Princeton Project on National Security), Forging a World of Liberty under Law, U.S National Security in the 21st Century, Princeton Project Papers, Princeton University Press, Princeton E. Stein, International Integration and Democracy: No Love at First Sight, in: AJIL 10 (2004), p D. Archibugi, Cosmopolitan Democracy and its Critics: A Review, in: EJIR 10 (2004), p D. Held, Principles of Cosmopolitan Order, in: G. Brock/H. Brighouse (eds.), The Political Philosophy of Cosmopolitanism, Cambridge University Press, Cambridge 2005, p Ibid. 46 Id., p R. Fine, Cosmopolitanism, Routledge, London 2007, p /201119 Topic Although most cosmopolitan scholars are prompt to support humanitarian intervention when there are massive human rights violations, they disagree on the legal requirements needed to pursue this action. For example, Kaldor and Fine defend the need for the authorisation of the United Nations before the intervention, whereas Habermas is more dualistic about this matter, supporting the intervention in Kosovo but opposing that in Iraq. 48 More recently, Kagan proposed the creation of a League of Democracies that would be able to discuss international affairs in an institution made up of democracies with common democratic values. 49 Although he declared that this proposal was not aimed at replacing the United Nations, some scholars have understood that this project would eventually undermine it and the capacity to negotiate with non-democratic countries. 50 In opposition to cosmopolitan democracy, multiculturalists (liberal or communitarian) have stressed that the cosmopolitan project does not pay sufficient attention to the self-determination component of democracy, especially the right of minorities or indigenous peoples to participate in the decision-making process in their own countries. 51 Eckersley rightly points out that cosmopolitan democrats should not be focused on achieving a globalised democracy but on redefining democracy locally. She firmly believes that nationalism, at least the kind of nationalism that respects human rights and takes into account global dynamics, is not an enemy of cosmopolitanism. 52 Cosmopolitan supporters have also been criticised by realists who believe that force and national interests guide international relations, and for that reason democracy, as such, is not an interesting project if it is not helping national interests. 53 These concepts of democracy are not exclusive, and they overlap at different levels. For example, internal self-determination is not necessarily denied by cosmopolitan supporters, as multiculturalists portray, but is conceived more in terms of a demos than of an ethnos. In the same vein, realists do not always oppose democratic promotion abroad if it is working for a state s national interests. Nevertheless, in most of these theories, democracy is presented as the promised land in which fighting for higher values is equivalent to fighting against a threat to peace or international order. Other writers see democracy as a cosmopolitan project that might eventually consolidate peaceful relations among states. Yet liberal positivism has hosted many of these scholars, offering an adequate concept of democracy that can match their aspirations. Some cosmopolitan democrats defend the view that democracies do not fight each other, 54 but they also take realists critics on board when they say that democratic regimes do not necessarily follow a more virtuous foreign policy. For this reason they focus on two elements of democratic regimes. Firstly, the interest of states in participating in international organisations, and secondly, the tendency of states to respect international norms when these are shared among a community of states that recognise each other as equals. 55 The liberal idealisation of democracy comes into play when the United Nations is perceived as a promoter of world democracy with the aim of ending violence and conflict. In this enormous task, cosmopolitanism is engaged critically as if promoting democracy in different countries, regions and settings is the only possible solution to violence that a society can opt for. This liberal dream has also entangled neoconservatists ideas in which democracy is not only promoted but also imposed and defended Defending Democracy: A Neo-conservationist Project In the context of humanitarian emergencies and massive violations of human rights it seems that war does not help to build democracy. But how far can one go with this assertion? Maybe, as neo-conservatives have put it, war does not help democracy, but it might be at least able to defend it. In choosing between constructing democracy and defending it, one might not be confronting a possible election, but rather a noway-out situation between democracy and no-democracy, between victory and defeat. This neo-conservatism discourse emphasises both the virtues of democracy and the need to use whatever means we have to defend ourselves from our non-democratic enemies, and has been especially prominent in international law since the formulation of the Bush doctrine, due to the fact that neo-conservatives publicly supported the doctrine against realist concerns about the lack of necessity to defend democracy in order to defend the United States. The Bush doctrine strengthened the idea that the United States was the most powerful nation in the world and that this hegemonic position needs to be preserved for the future. Once smaller nations realise the benefits of joining the United Nations, they will jump on the bandwagon. The Bush doctrine was based on the idea that in order to fight terrorism one needs a pre-emptive use of force, but also that the non-democratic regimes in the Middle East are the breeding ground for terrorism. Nonetheless, neo-conservatism is not a unitary stream; there are other versions that stress the moral aspects of this doctrine. In his book In Defense of the Bush Doctrine Kaufmann advocates, for example, what he calls a democratic moral realism that gives more emphasis to the role of democracy in foreign relations. 56 In opposing these discourses, we find a nationalist (realist) perspective. 48 J. Habermas, An Interview on War and Peace, in: J. Habermas (ed.), The Divided West, Polity Press, Cambridge 2006, pp R. Kagan, The Case for the League of Democracies, The Financial Times, 13 May T. Carothers, Is a League of Democracies a Good Idea?, Carnegie Endowment for International Peace, Washington 2008; M. Emerson/R. Young, Is the League of Democracies a Bad Idea? How Europe Should Respond, in: FRIDE, Madrid W. Kymlicka, Multicultural Citizenship, Oxford University Press, Oxford R. Eckersley, From Cosmopolitan Nationalism to Cosmopolitan Democracy, in: Review of International Studies 33 (2007), pp D. Archibugi, supra note 43, p B. Russet, Grasping the Democratic Peace, Princeton University Press, Princeton D. Archibugi, supra note 43, p R.G. Kaufmann, In Defence of the Bush Doctrine, University of Kentucky Press, Kentucky Humanitäres Völkerrecht Informationsschriften / Journal of International Law of Peace and Armed Conflict 1720 Thema 3.3. Democracy as the Creation of Alliances: A Realist Proposal Realism and rationalism have dominated the scene in international relations in the last few decades with an analysis based on the state as the main actor that seeks power and calculates its interests in a rational way. From the rationalist approach, international law has not been considered law because it cannot be enforced. 57 Other perspectives emphasise that international law is only obeyed when it serves a state s interests. This approach has been called Hobbesian utilitarian rationalism. 58 Realism understands that studying states is a way of understanding international relations and that this is possible because states act in a rational manner comprehensible to an observer. 59 Rationalism conceives the identities and interests of agents as exogenously given and focused on outcomes produced by agents behaviour. 60 In order to do this, classical realism is based on three assumptions. First, that states are the most important actors in world politics. Second, that world politics can be examined through the lens of the states as unitary rational actors. Third, that states seek power as an end or as a means. 61 Since the 1980s, however, there have been efforts to try to reformulate some aspects of realism, crystallising in Kenneth Waltz s neo-realism or structural realism theory on the balance of power. This systemic approach is based on the idea that there are two constants at the international level. One is that the international system is anarchic rather than hierarchic, and the second, that units with similar functions interact. 62 These interactions are integrated into an anarchic structure in which states act according to their interests and power in order to survive, preserving their own position in the system itself. The anarchical system, made up of states with different power positions, leads to the creation of state coalitions to balance power. The international system is anarchic, horizontal, decentralised, homogeneous, undirected and mutually adapted. A balance of power system is one in which there are unitary actors who, at a minimum, seek their own preservation and, at a maximum, drive for universal domination. States, or those who act for them, try in more or less sensible ways to use the means available in order to achieve the ends in view. 63 This is quite a statist approach in which the state itself must be treated as an unproblematic unity, as a given that cannot be contested. 64 As a consequence, neo-realists give expression to those actors and interests that are linked with or interconnected to states themselves. 65 But most of all, it is, according to Ashley, a utilitarian rationalist approach to international relations in which the individual actors prevail rather than social collectives, and social reality is conformed by individual actors that pursue their own goals and benefit. 66 Neo-realism and realism are both Hobbesian conceptions of the world in which states look to their own survival and are in fear of their extinction by other states. In a statist system in which fear makes commitments for the balance of power, there is no room for questions of legitimacy because the states are the agents of the legitimation processes. 67 In this scenario, democracy is conceived as a way of creating alliances among states in order to extend state power. Real- ists do not necessarily deny this; they are fully aware that democracy reinforces the nation-state and is a useful instrument for becoming influential in other countries. However, as the most prominent realist scholars argued before the war against Iraq: War in Iraq is not in America s national interest. 68 War and democracy have to be related to national interests; otherwise they have no added value as a foreign policy. The realist position has been very influential in the United States, but not necessarily in Europe. According to Pickering and Peceny, not all liberal democracies behave in the same way. Whereas the United States has linked military intervention with democracy as a way of assuring security in the area, the United Kingdom and France have been more likely to embark on military intervention with the purpose of enforcing democracy itself. Nevertheless, following the same scholars, empirical analysis shows that democratic leaders tend to be extremely cautious when it comes to authorising democratic intervention in other countries, and when they do so, it is very much related to their own national interests. 69 It is not surprising that one of the conclusions of this study is that almost 84 percent of processes of democratisation that occurred from 1946 to 1996 involved no liberal military intervention. In brief, liberal intervention has very rarely played a role in democratisation since This is even more relevant if we take into account Pickering and Peceny s conclusion that most liberal military interventions have not lead to democratisation at all. 71 Evidently, from a realist perspective violence is used to support and obtain power in an anarchic international context in which states are doomed to fight for power and resources. Admittedly, states will use violence when they feel that their interests and survival are under threat. Buchanan refers to this version of realism as Hobbesian realism. However, as he rightly expresses with irony, given the nature of interna- 57 J. Austin, The Province of Jurisprudence Determined, Cambridge University Press, Cambridge H. Hongju Koh, Why do Nations Obey International Law?, in: The Yale Law Journal 106 (1997), p R.O. Keohane, Theory of World Politics: Structural Realism and Beyond, in: R.O. Keohane (ed.), Neorealism and its Critics, Columbia University Press, New York A. Wendt, Anarchy is What States Make of it: The Social Construction of Power Politics, in: International Organization 46 (1992), p R.O. Keohane, supra note 59, pp Id., p K. Waltz, Anarchic, Orders and Balances of Power, in: R.O. Keohane (ed.), Neorealism and its Critics, Columbia University Press, New York 1986, p R.K. Ashley, The Poverty of Neorealism, in: R.O. Keohane (ed.), Neorealism and its Critics, Columbia University Press, New York 1986, p Id., p Id., p C. Navari, Knowledge, the State and the State of Nature, in: M. Donelan (ed.), The Reason of States, London 1978, p War in Iraq is not in America s National Interest, The New York Times, 26 September J. Pickering/M. Peceny, Forging Democracy at Gunpoint, in: International Studies Quarterly 50 (2006), p Id., p Ibid. 18 1/2011 Mehr anzeigen
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References: EuG 
 Art. 8
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 BGH 
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 Art. 1