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Bad Homburger Salon: Die dumme Elite der Provinz | MotorBlöckchen
Bad Homburger Salon: Die dumme Elite der Provinz
Veröffentlicht am 8. Januar 2011 von Detlef	Scheußliche Tage. “Die Eliten retten sich selbst”, schrieb Thomas Strobl vor zwei Jahren im für mich besten, deutschen Wirtschafts-Blog “Weissgarnix”. Der Titel fällt mir wieder ein, weil mir fällt auf, nicht immer, aber immer öfters stellt sich heraus, dass die Elite so dämlich ist, dass sie noch kurz vor Toresschluss die Schlinge knüpft, mit der sich selbst um den Hals gelegt, sie dann recht unbequem auf der Klosettbrille steht.
Ein Beispiel wäre die Herzogenauracher Unternehmerin Marie Elisabeth Schaeffler. Erbin des gleichnamigen Automobilzulieferes. Im vorletzten Sommer machte sie in vielen Medien als “clevere Witwe” mit Milliarden-Firmenübernahmen-Deals Schlagzeilen. Heute hängt “Kicky” als demütige Befehlsempfängerin am Willkürfaden der Banken, die ihr die Firmenmonopoly-Spielchen finanzierten. Aber es geht auch ein paar Nummern kleiner, wie in meiner Stadt.
Da ist mein ehemaliger Nachbar, Helmut Bunk, Architekt, von der Presse “Helmut Müller” genannt. Es war früher immer schön anzusehen, wenn er morgens aus der Tiefgarage seiner Ober-Erlenbacher Toscanakaff-Reihenhaussiedlung herausgefahren kam, mit seinem alten, weissen 70er Jahre VW-Cabrilolet, Markenzeichen immer mit Fliege statt Krawatte, und wie bei lieben Nachbarn üblich, im Vorbeifahren gönnerhaft zuwinkte.
Irgend wann Ende der 90er reichte das aus dem Architekturbüro Arnold & Bunk Architekten, und den vier chinesischen Buchstaben HOAI erwirtschaftete Brot wohl nicht mehr aus, die auf 4 Kinderlein angewachsene Familie + Labrador sattzukriegen und auch in dem netten Reihenhäuschen wurde es offenbar etwas eng. Die Nachbarn tuschelten, Helmut Bunk habe eine der alten Quandt – Villen gekauft… er sei jetzt Vorstand der RSE AG. Und die Zeitung unserer Stadt schrieb noch 1998, Helmut Bunk habe großes vor, er wolle den Bahnhof meiner Stadt kaufen und das danebenstehende Postamt mit dazu, um dort Büropaläste entstehen zu lassen. Ein Labrador-Leben später sieht die Sache etwas anders aus.
“Gut 3,3 Millionen Euro Verlust hat die Taunus-Sparkasse jetzt noch aus dem missglückten Postamts-Monopoly. Dieses Geld versucht sie per Zivilklage zu bekommen. Helmut Erich Müller muss nur 3000 Euro als Strafe für die Insolvenzverschleppung bezahlen. Das Geld erbittet der mittellose Unternehmer von seiner Frau, der die 1,5-Millionen-Villa im Hardtwald gehört. Vielleicht wird er bald in Polen reich. Da gehöre ihm eine Firma für Abwasser- und Müllentsorgung, berichtet Müller dem Amtsrichter. Leider mache die im Moment gerade Verluste.“
Auch wenn mich die beiden letzten Sätze schon arg an das berühmte Handzeichen von Jo Ackermann vor dem Düsseldorfer Landgericht erinnern, macht es mich schon betroffen, wenn einer wie er, der es in wenigen Jahren geschafft hat, sich oben auf dem Berg eine der schönsten Villen zu kaufen, die in manchen hart arbeitenden Nachbar Bad Homburger Geldadels Neidgefühle erweckte, und er sich zu Deutschlands prominentesten Golfern zählen darf, jetzt Taschengeldempfänger seiner Ehefrau ist.
Aber ich stelle mir mal die folgende Frage: was haben all diese Herren, ein BayernLB – Vorstand Gribkowski, ein kleiner Bad Homburger Architekt Helmut Bunk, oder auch ein Fleischfabrikant Clemens Tönnies und ein Oldtimerhändler Stefan Luftschitz bspw. mit einem Apotheker am Kurfürstendamm denn schönes gemeinsam, außer dass sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit allesamt treueste Wähler und Mitglieder der schwatzgelben Politiker sind oder waren?
Antwort: sie und viele vorhergehend Ungenannten stellten sich gemeinsam an die Spitze einer “altrömisch-dekadenten”, gesellschaftlichen Bewegung, die nach der Devise nimm-mit-was-du-kannst-und-hau-ab-Methode in Deutschland für genau jene Verhältnisse einer verarmenden, zunehmenden Leiharbeitssklaven- und Dienstbotengesellschaft sorgte, die jetzt allenthalben beklagt werden.
Darüber hatte ich hier auch schon mal geschrieben.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein und verschlagwortet mit Anscheiner, Bad Homburger Salon, Bankster, Bürgertum, Eliten, Gesellschaft von Detlef. Permanenter Link zum Eintrag.	45 Gedanken zu “Bad Homburger Salon: Die dumme Elite der Provinz”	Frankonia- Racing sagte am 8. Januar 2011 um 11:31 :
Meine Gedanken zum Artikel.
Der Schaefflerin aus Herzogenaurach geht es besser.( 2010 1,4 Milliarden zu versteuernder Gewinn) Für die Gracia ist Conti noch nicht vom Tisch. ( 2010 840 Millionen Verlust )
Ansonsten hast Du recht was die Bankenzocker betrifft..
Bonmont sagte am 8. Januar 2011 um 12:15 :
Ich habe gestern erst gedacht, ich lese nicht richtig und mich dann gefragt, wie so was geht?
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,738272,00.html
Auch hier: Alleine an der Konjunkturlage der letzten Jahre kanns ja wohl kaum gelegen haben …
Rainer sagte am 8. Januar 2011 um 12:28 :
Ach Gottchen. Konkursverschleppung, nix schlimmes. Das ist einfach die neue kreative Form der Buchhaltung, bei der Risiken für die Gläubiger ausgeblendet und die Chancen überoptimistisch gesehen werden. Wenn am 29. Dezember angekündigt worden wäre, daß ab 1. Jenner jeder der an Bilanzfälschungen beteiligt war, 8 Jahre Knast und den Verlust seines Vermögens zu erwarten habe, wenn er nicht bis zum Abend des Neujahrstages Konkurs angemeldet hat, hätten wir jetzt nur noch die Hälfte an Banken und einige Bankster hätten bei ihrer schnellen Flucht in die Schweiz mit den Händen neue Tunnel gegraben oder die Pässe schneefrei geblasen. Aber keine Sorgen, die kommen alle noch dran. Stedes Dröppsche höhld den Stein. Ich frage mich nur, warum die Taunus-Sparkasse über 10 Jahre brauchte bis sie bedippelt hatte, dass sie ein abgebrühter Raider über den Tisch gezogen hatte? Hat das was mit den veränderten politischen Mehrheiten in Bad Homburg zu tun, damit, dass die früheren Netzwerke eines OB Assmann weggewählt wurden? Wie auch immer, die Verluste der Taunus-Sparkasse zahlt ohnehin erst mal wieder der Sparkassenkunde.
ARON sagte am 8. Januar 2011 um 12:50 :
Ach Detlef…
… du gehörst für mich zu den netten. Wenn du in dich gehst, erkennst du selber das deine I-Seite nicht ausreicht um für alle Gauner dieser Welt auf zu zählen.
Schaut auf den Wahnsinn mit “facebook”. Banker und Zocker machen weiter wie bisher – Gigantische virtuelle “Werte” – Hurra wir leben noch!
Detlef sagte am 8. Januar 2011 um 13:02 :
kurz vor Weihnachten schrieb ein Journalist einen der Sätze, die sich einem einprägen: “Nur wer Zweifeln gelernt hat, bleibt ein selbst denkender Mensch.”
Rainer sagte am 8. Januar 2011 um 13:47 :
Und nochemol Achgottsche. Aber es passt halt nun mal zu dem Thema “dummmer Eliten”
Malermeister Klecksel als honoriger “falscher Doktor”
http://www.fr-online.de/rhein-main/bad-homburg/anstreicher-mit-doktortitel/-/1472864/5105372/-/index.html
Lest mal den Zeitungsartikel. Legt aber Taschentücher parat. Und hier seine Firma:
http://mirando-unternehmensberatung.de/
Aspirin sagte am 8. Januar 2011 um 14:23 :
Ein echt guter Beitrag Herr Kupfer !!!
Sie treffen den Nagel auf den Kopf, denn es ist etwas dran an dieser zunehmenden “Mitnahme-Mentalität” gesellschaftlich höherer und wie man annehmen sollte, auch entsprechend in den Genuss bester Ausbildungen gekommener gebildeter Kreise. Apotheker. Es gibt auch ein paar Nummern kleiner als der Kollege in Berlin. Hier vor kurzem direkt vor unserer Haustüre.
http://www.fr-online.de/rhein-main/bad-homburg/betrug-auf-rezept/-/1472864/5029908/-/index.html
Ab heute ist Ihr Motorblöckchen unter Ravoriten gespeichert.
BadHomburgerSalonlöwe sagte am 8. Januar 2011 um 14:50 :
Als Alt-68er muss ich gestehen, dass vom Lebensgefühl her die von dem Muff von früher weitgehend befreiten 80er Jahre für mich nie richtig aufgehört haben. Und trotz “Wolski” u.ä.m. glaube ich noch an sowas wie Gerechtigkeit.
Ob dieser Bayernbanker, diese Idioten von Apothekern oder ein Fleischfabrikant der 170 Millionen Rinderhackpackungen mit billigem Schweinefleisch füllt, irgendwie scheint es grade gebildeten Menschen unserer Gesellschaft nicht schnell genug zu gehen, zu den oberen Zehntausend dazuzugehören. Bestes Beispiel: Thomas Middlehoff. Woher aber bei diesen Leuten die Annahme herrührt, nicht erwischt zu werden und wenn, dann der gerechten Strafe zu entgehen, erschließt sich mir weiterhin nicht.
Auch mit der Arroganz dieser Bad Homburger Architekt Bunk dürfte es schnell vorbei sein, wenn sein von cleveren, geschäftstüchtigen Rechtsanwälten gestricktes Konstrukt zum Schutz vor Gläubigern, des Verschiebens von Vermögensweren auf die Ehefrau, von Bankjuristen zum Einsturz gebracht wird.
60 Milliarden Schaden durch Wirtschaftskriminelle pro Jahr, verträgt auf Dauer keine Gesellschaft.
Falcon sagte am 8. Januar 2011 um 17:46 :
Mich wundert das nicht mehr. Im Kindesalter auf den Schulen für die Kinder der besseren Leute erlernt, im Erwachsenenalter abtrainiert. Dort wird doch seit Jahrzehnten eingeredet, dass der größtmögliche Egoismus des Einzelnen für die Gesellschaft am allerbesten sei. Diese Doktrin hat bei manchen Leuten eben echt gewirkt – und zwar grade bei der Intelligenzia und sehr, sehr tief in die Gesellschaft hinein.
Grade der BayerLB-Vorstand Gribkowski lässt hoffen, wenn der mal einige Wochen bei karger Kost in U-Haft war und dem Gedanken in ein paar Jahren Hartz-IV beantragen zu müssen, dass der mal anfängt auszupacken und die ganzen Hintergründe um die HypoAlpeAdria und die wirkliche Rolle von hochrangigen CSU-Politikern mal endlich ans Licht kommen.
Leon sagte am 8. Januar 2011 um 18:03 :
“Das Geld erbittet der mittellose Unternehmer von seiner Frau, der die 1,5-Millionen-Villa im Hardtwald gehört. Vielleicht wird er bald in Polen reich. Da gehöre ihm eine Firma für Abwasser- und Müllentsorgung, berichtet Müller dem Amtsrichter. Leider mache die im Moment gerade Verluste.“
Seine Connects zur Frankfuter Rundschau scheinen aber recht gut zu sein. Dass bei einem Strafverfahren der richtige Name nicht in Kürzeln, sondern gänzlichst verändert wird, kommt bestimmt nicht oft vor.
Ich könnte mir vorstellen, dass der hier nasgeführte Amtsrichter und die geschädigte Taunussparkasse mal ganz schnell ein paar Karten ziehen, die dem Herrn Hofbaumeister Bunk und seiner Gattin wenig Freude machen dürften.
Marion Bauer sagte am 8. Januar 2011 um 18:45 :
Ist doch mal amüsant wenn man sieht, da hat die Taunussparkasse einem Geschäftsmann über 15 Mio. € finanziert, der eigentlich seit Jahren vermögenslos ist.
Wenn ich andererseits heute das ganze Theater sehe was Banken abziehen, wenn ein normaler Familienvater mit sicherer Anstellung und festem Einkommen ein Häuschen finanziert haben will, ohne die Unterstützung mit Papas grade ausgezahlter LV und damit mind. 30 – 40% Eigenkapital, schüttel ich nur noch den Kopf.
Aggie sagte am 8. Januar 2011 um 18:55 :
Bei allem berechtigten Ärger über das zumindest fragwürdige, wenn nicht sogar asoziale Verhalten einiger Akteure sollte man allerdings auch nicht ganz die Objektivität aus den Augen verlieren. Gerade im Fall “Tönnies” sieht das momentan eher nach einer Schlappe für die Staatsanwaltschaft aus. Die Nichtzulassung einer Anklage und Nichteröffnung eines Hauptverfahrens in wesentlichen Punkten kommt alle Jubeljahre einmal vor. An dem ehemaligen Vorwurf des (gewerblichen) Betruges ist wohl nichts dran. Das mag an der Besonderheit des Falles liegen, daß Rinderhackfleisch und gemischtes Hackfleisch zum gleichen Preis an die Handelsketten verkauft wurde. Damit fehlt es aber an einem ganz wichtigen Tatbestandsmerkmal des Betruges: einem wirtschaftlichen Schaden. Die rechtskräftige Nichtzulassung der Anklage steht rechtlich einem Freispruch gleich. Ich wage die kühne Prognose, daß es in diesem Verfahren zu keiner Verurteilung kommen wird, sondern die Sache im Hinblick auf die noch im Raume stehenden Verstöße gegen alle zwölf Angeklagten entweder mit oder ohne Geldauflagen eingestellt wird. Die verbleibenden Vorwürfe haben eine maximale Strafandrohung von einem Jahr Freiheitsstrafe und damit den gleichen Strafrahmen wie eine Beleidigung. Nun mag man dies mit Blick auf den Verbraucherschutz und sonstigen Erwägungen für absolut unzulänglich halten, aber dafür können Herr Tönnies & Co. nichts.
Die Erwartung, Herr Dr. Gribkowski werde in der U-Haft bei schmaler Kost darben, ist ein Wunschgedanke. Ein Untersuchungsgefangener kann sich auf eigene Kosten einen Cateringbetrieb kommen lassen. Den wird er sich auch weiterhin leisten können, selbst wenn die deutsche Justiz mit ihrem Anliegen Erfolg haben sollte, die Vermögenswerte in Österreich beschlagnahmen zu lassen. Über die Sache selbst sind bislang zu wenig belastbare Fakten an die Öffentlichkeit gedrungen um ein Verdikt zu fällen, so wie es der SPIEGEL getan hat. Dr. Gribkowski ist ein intelligenter Mann. Das unterscheidet ihn grundlegend von irgendwelchen Gelegenheitsganoven und solchen Hochstaplern, deren Tatmuster förmlich auf Entdeckung angelegt ist. Ich halte es momentan für eher wahrscheinlich, daß er auf diese Weise noch rechtzeitig eine Selbstanzeige im Hinblick auf etwaige Steuerstraftaten erstattet hat.
Holger sagte am 8. Januar 2011 um 19:22 :
“Das mag an der Besonderheit des Falles liegen, daß Rinderhackfleisch und gemischtes Hackfleisch zum gleichen Preis an die Handelsketten verkauft wurde.”
was für ein Witz ist das denn? Schon der Preis für Schlachtvieh ist bei Rindfleisch etwa doppelt so hoch als bei Schweinefleisch. Man müsste Herrn Tönnies “Geschäftsunfähigkeit” vorwerfen, wenn er das mit billigerem Schweinefleisch vermixte Hack völlig selbstlos billiger an die Supermärkte verkauft hätte.
Mano sagte am 8. Januar 2011 um 19:38 :
Alles Asoziale, oder?
http://www.zeit.de/2007/41/M-Hirnforschung?from=rss
Und warum solls Fleisch nicht für 50 Cent pro Kilo geben?
http://www.tagesspiegel.de/berlin/landespolitik/doenerskandal-weitet-sich-aus/v_default,1027264.html
Consultant sagte am 8. Januar 2011 um 20:45 :
Sollten Steuerbetrüger nach dem Willen der Regierung künftig bei einer Selbstanzeige nicht mehr so einfach ohne Strafe davonkommen? Im Dezember beschloss doch das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf, mit dem die Hürden für die „strafbefreiende Selbstanzeige“ erhöht werden. So soll doch nur noch dann Straffreiheit gewährt werden, wenn der Steuersünder lückenlos über seine steuerlichen Angelegenheiten informiert. Geprüft wird noch, ob es einen „Strafzuschlag“ zusätzlich zu den sechs Prozent Zinsen geben soll, die auf Steuernachzahlungen entrichtet werden müssen. Wenn ich das richtig verstehe, hat Gribkowsky wohl selbst durch eine Beschwerde über recherchierende Journalisten den Argwohn der bereits ermittelnden Staatsanwaltschaft geweckt – denn Gribkowsky hatte ja im Rahmen einer Befragung durch die Staatsanwaltschaft Angaben zu persönlichen Vermögensverhältnissen gemacht. Eine Privatstiftung mit einem Kapital von anscheinend 25 Mio € hat er verschwiegen.
Ich meine auch bisher immer, die strafbefreiende Wirkung bei der Selbstanzeige würde voraussetzen, dass noch keine dementsprechenden Strafermittlungen geführt werden.
Eiermann sagte am 9. Januar 2011 um 10:58 :
Frankfurter Rundschau: “Nach dem Architekturstudium managte der jetzt 57-Jährige eine niedersächsische Verkehrsgesellschaft und brachte später der Straßenbauverwaltung von Rheinland-Pfalz die doppische Buchführung bei. 2001 nahm er in Bad Homburg sein eigenes Megaprojekt in Angriff: die Umwandlung der Hauptpost am Bahnhof in ein Büro-Carré. Er kaufte damals das 7000 Quadratmeter-Filetgrundstück, so Müller vor dem Amtsgericht. Das Geld liehen ihm zwei Banken. Allein sieben Millionen kamen von der Taunus-Sparkasse”. http://www.fr-online.de/rhein-main/bad-homburg/monopoly-mit-echten-millionen/-/1472864/5046522/-/index.html
Interessant, wie die FR meines Wissens nach hier Fakten verdreht und woher sie wohl ihre Weisheiten her hat.
Wenn ich mich recht erinnere, hat Helmut Bunk erst nachdem er Ende der 1990er, damals dank einflußreicher Unterstützer im Rathaus und zur Überraschung vieler Projektentwickler in Bad Homburg die Immobilien gekauft hatte, in Bad Homburg die Zelte abgebrochen und ist in die Dienste der Stadt Wesseling geschlüpft. Warum die Taunussparkasse allerdings so viele Jahre Ruhe gegeben hat, erschließt sich mir auch nicht. Nun hat Bad Homburg halt auch einen Dr. Schneider – Verschnitt. Was solls?
Assterix sagte am 9. Januar 2011 um 12:11 :
“Es gibt Leute, die für Stundenlohn arbeiten. Und Unternehmer wie Helmut Erich Müller (Name geändert), die Immobilien entwickeln. Damit sind Millionen zu verdienen. Wenn alles gut geht. In diesem Fall aber landet der Geschäftsmann wegen Insolvenzverschleppung vor Gericht. Und der Geldgeber – die Taunus-Sparkasse – bleibt auf einem Millionen-Verlust sitzen. ”
Was hier nicht “gut gegangen ist”, waren einzig und alleine zwei Umstände:
Erstens, Helmut Bunk war niemals Projektentwickler und betrieb bis dahin mit Herrn Arnold ein über Bad Homburg hinweg unbedeutendes Architekturbüro. Zweitens, der “verbundene” langjährige CDU OB-Fürst Assmann trat 1998 nicht mehr zur OB-Wahl an. Assmann war bis Ende 2006 Mitglied des Verwaltungsrates der Taunus-Sparkasse. Ich vermute mal, dass nachdem der “Parteifreund” bei der Taunussparkasse offenbar inzwischen ausgeschieden ist und aufrund des auch in Bad Homburg daniedergehenden Büroflächenmarktes, der Taunussparkasse der Fall Postamt doch etwas zu heiß wurde und man die Reißleine zog. Devise, lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Von Filz natürlich keine Spur !!!
Berthold B. sagte am 9. Januar 2011 um 12:27 :
“die nach der Devise nimm-mit-was-du-kannst-und-hau-ab-Methode in Deutschland für genau jene Verhältnisse einer verarmenden, zunehmenden Leiharbeitssklaven- und Dienstbotengesellschaft sorgte, die jetzt allenthalben beklagt werden”. Das dürften ziemlich genau die ca. 1,5 Mio. Gleichgesinnte sein, die Sarrazins Buch gekauft haben.
Grade unter der gehobenen Mittelschicht sind halt zunehmend viele Vertreter, die der “eigenen” Politik nicht mehr so recht trauen und um das eigene Ziel hohen Wohlstands und Stellung in der Gesellschaft während der Erwerbsphase nicht verlustig zu gehen, bewusste Risiken bis hin zu langjährigen Gefängnisstrafen, durchaus in Kauf nehmen.
KalleWirsch sagte am 9. Januar 2011 um 13:34 :
Warum erinnert mich das jetzt bloss an den Namen Schneider ….
Utz Jürgen Schneider (* 30. April 1934 in Frankfurt am Main) ist ein ehemaliger deutscher Immobilienunternehmer, der sich vor allem durch die aufwendige Sanierung historischer Immobilien in Frankfurt, München, Leipzig und Berlin einen Namen machte. Nach einer aufsehenerregenden Milliardenpleite im Jahre 1994 wurde Schneider 1995 verhaftet und wegen Betrugs, Kreditbetrugs und Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt. Er wurde 1999 aus der Haft entlassen.
OK, ihn haben sie zu einer falschen Zeit erwischt. Heute, im Zeichen das Ankaufs von Helerware in Form von geklauten Bankdaten auf CD´s und der Legalisierung eines solchen Ankaufs, wäre Herrn Schneider sicher einiges erspart geblieben. Vielleicht sogar das Gegenteil wäre eingetreten und er hätte das Bundesverschmitzkreut in Gold bekommen. Oder bekam er nur die Gesetzesmacht zu spüren, weil er die “vierte” Staatsgewalt nicht wirklich ernst nahm.
Detlef sagte am 9. Januar 2011 um 15:53 :
“Warum erinnert mich das jetzt bloss an den Namen Schneider ….” kann es zwar, sollte es aber nicht.
Mal abgesehen davon, dass der “Doc” über die anfänglichen, branchenüblichen Schummeleien hinaus, die letzten Jahre tatsächlich mit rücksichtsloser, krimineller Energie weder Freund noch Feind kannte und einfach jeden beschissen hatte, der mit ihm “im Geschäft war”, bevorzugt Banken, war der Doc ein genialer Projektentwickler.
Helmut Bunk dagegen war, wie hier grade einer richtig schrieb, niemals Projektentwickler und es wäre ungebührlich, ihn, was seine intellektuelle Potenz als Architekt betrifft, auf eine Stufe mit Doc Schneider stellen zu wollen. Hinter Helmut Bunk standen Raider wie Jürgen Ristow (damals noch Hauptaktionär der RSE AG) und nach der Übernahme der RSE AG durch die WCM vielleicht sogar noch eine Zeit lang Leute wie der dubiose CDU-Großspender Karl Ehlerding. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73599980.html
Beide werden am Ende wahrscheinlich nur ein Schicksal teilen: Doc Schneider hatte wohl nicht unerhebliche “Reserven” bei seiner Claudia und seinem Töchterchen “gebunkert”, was ihm aber auch am Ende nicht ersparte, aus seiner Luxusetage am Münchener Herzogpark “weggeräumt” zu werden….
Dagobert sagte am 9. Januar 2011 um 16:55 :
Zu den dummen Eliten kann ich nur sagen: Sie sind “Donald Duck’s, Entenhausener Kleinbürger mit geringem Horizont, Jammerlappen, Versager, die neidisch zu den reichen Dagobert Ducks oben auf dem Hügel blicken. Was immer sie auch anpacken, es wird nichts draus. Fehlt ihnen nur das Glück? Oder nur der Verstand? Dabei haben diese traurigen Enten auf grund ihrer Bildung und meistens Förderung durch das Elternhaus, beste Voraussetzungen und viel mehr Chancen als der Durchschnitts-Entenhausener. Doch Donald’s kennen nur zwei Zustände: Zaudern oder Gier. Fällt ihnen was zu, verjubeln sie es im Nu. Und wollen Donald’s, ob Architekten, Oldtimerhändler, Apotheker oder Banker etwas haben, dann immer möglichst schnell und sofort. Die Summe aus beidem ergibt am Ende immer: NICHTS.
Consultant sagte am 10. Januar 2011 um 13:31 :
“Dr. Gribkowski ist ein intelligenter Mann. Das unterscheidet ihn grundlegend von irgendwelchen Gelegenheitsganoven und solchen Hochstaplern, deren Tatmuster förmlich auf Entdeckung angelegt ist. Ich halte es momentan für eher wahrscheinlich, daß er auf diese Weise noch rechtzeitig eine Selbstanzeige im Hinblick auf etwaige Steuerstraftaten erstattet hat.”
Aus meiner Sicht deutet wohl mehr darauf hin, dass Herr “Dr.” Gribkowski (Ex-Deutsche Bank Vorstand) eher ein strunzdummer Kleinkrimineller ist, dessen intelektuellen Fähigkeiten eher mit rumänischen Taschendieben, die am videoüberwachten Münchener Hauptbahnhof in die Kamera glotzend Handtaschen klauen, vergleichbar ist.
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:betrugsverdacht-gribkowskys-vermoegen-soll-eingefroren-werden/50212546.html#utm_source=rss&utm_medium=rss_feed&utm_campaign=/
Martin K. sagte am 10. Januar 2011 um 13:45 :
Bis es da mal zu einer Verhandlung kommt, haben die wie bei Zumwinkel auch, aus den ca. 25 Millionen hinterzogener Steuern längstens 50 Einzelbeträge a 499.999 Euro gemacht und der gute Mann geht wie Zumwinkel mit einem Strafbefehl aus dem Gerichtssaal.
Detlef sagte am 10. Januar 2011 um 14:44 :
@ Consultant,
also offenbar willst Du tatsächlich Ex-Vorstände der Deutschen Bank auf eine Stufe mit “rumänischen Taschendieben” stellen?
Ich behaupte mal, dass es zwar mit unserem Grundgesetz vereinbar ist, dass die Persönlichkeit auf Gemeinkosten ausgebildeter, raffgieriger und sich der Ungesetzmäßigkeit ihres täglichen Handelns bewusster Akademiker, mit der von ethnischen Minderheiten vergleichbar ist, die aufgrund der nicht adäquaten akademischen Ausbildung einen weitaus stärkeren Schutz vor Verunglimpfung und Ansehen in der Öffentlichkeit verdienen. Bei Leute wie Gribkowski breche ich aber mit dem Gleichheitsgrundsatz. Sie stehen bei mir neben einem bestimmten Kölner Rec……… hüstel… eine ganze Stufe tiefer auf der darwinistischen Entwicklungsskala. So viel Polemik erlaube ich mir jetzt mal.
Manette sagte am 10. Januar 2011 um 17:19 :
Ein köstlicher Beitrag.
Jaja, so ganz scheint halt unsere Elite den Beteuerungen unserer Politiker was die Stabilität des Euro angeht, nicht mehr zu trauen. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,738685,00.html
KalleWirsch sagte am 11. Januar 2011 um 00:50 :
Zitat:Helmut Bunk dagegen war, wie hier grade einer richtig schrieb, niemals Projektentwickler und es wäre ungebührlich, ihn, was seine intellektuelle Potenz als Architekt betrifft, auf eine Stufe mit Doc Schneider stellen zu wollen. Hinter Helmut Bunk standen Raider wie Jürgen Ristow (damals noch Hauptaktionär der RSE AG) und nach der Übernahme der RSE AG durch die WCM vielleicht sogar noch eine Zeit lang Leute wie der dubiose CDU-Großspender Karl Ehlerding. Zitat-Ende
Hinter Herrn Schneider stand ein sehr gross gewachsener Mann aus der CDU. Sein bestreben war die Vereinigung und der Euro. Sein Name ist Helmut Kohl. Auch bekannt als Erfinder des “Black Out” in der Politik.
Das gleiche Parteibuch hatte auch ein Kollege aus vergangenen Jahren der sagte: “Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern”. Er fuhr am liebsten einen Sternenkreuzer mit Hut auf dem Kopf.
Ist das Zufall? Die Frage ist, auf welcher Ebene treffen sich Baulöwen, Architekten, Projektentwickler und christliche Politiker bzw. was ist der kleinste gemeinsame Nenner ist.
…. Geld, Geltungsbedürfnis, bestreben nach Macht …?
Es mag bei Personen mit anderem Parteibuch auch so sein, nur fällt es hier zumindest mir massiv auf.
Werner S. sagte am 11. Januar 2011 um 01:27 :
“Helmut Erich Müller muss nur 3000 Euro als Strafe für die Insolvenzverschleppung bezahlen. Das Geld erbittet der mittellose Unternehmer von seiner Frau, der die 1,5-Millionen-Villa im Hardtwald gehört. Vielleicht wird er bald in Polen reich.”
Er hat nicht wie Ackermann die Finger hochgestreckt, sondern die Hose bis zum Knie runtergezogen sich rumgedreht und dem in Namen des gemeinen Volkes Recht sprechenden Richter den Götz von Berlichingen gemacht. Uns allen.
Es kann diesen “Gribkwoskis” halt allen nicht schnell genug gehen. Einen Deal und wie in der New Economy über Nacht zum Millionär werden. Gehts schief, haben Rechtsanwälte mit Eheverträgen und verzweigten Firmenkonstruktionen vorgesorgt, dass keiner der Bestohlenen an die Beute rankommt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,738625,00.html
Mich kotzen solche A….gesichter an.
Croupier sagte am 11. Januar 2011 um 11:07 :
Die Gesellschaft von Herrn Helmut Bunk, Projekt Carré am Bahnhof GmbH, hatte wie bekanntlich dem FR-Artikel zu entnehmen ist, zwei Kreditgeber. Die Taunussparkasse soll 7 Millionen gegeben haben. Durch die Insolvenz und die erfolgte Verwertung des Grundstücks für 3,8 Millionen an die Stadt Bad Homburg, blieb die Taunussparkasse auf rd. 3,3 Millionen Miesen sitzen.
Irgendwas stimmt hier nicht an der Geschichte, wie sie die FR beschrieben hat. Die letzte veröffentlichte Bilanz der Projejtgesellschaft, bevor sie Insolvenz anmeldete, weist 14,6 Millionen Euro Kreditverbindlichkeiten auf. So rd. 7,6 Millionen lösen sich doch nicht in Luft auf, wenn nicht grade durch voherigen Forderungsverzicht des Gläubigers.
Ich bin auf jeden Fall beeindruckt, wie leicht es mittellosen Unternehmern fällt, Millionenkredite von der Taunussparkasse zu erhalten und andererseits, wie in Bad Homburg in den letzten Jahren offenbar die Grundstückspreise in den Keller gerauscht sind. Da dürfte mnacher Investor der noch auf Bad Homburger Grundstücksreserven sitzt und manche Bank, die auf Finanzierungen der insgesamt über 60000 qm leestehenden Büroflächen sitzt, aber richtig Stirnrunzeln bekommen.
Richard sagte am 11. Januar 2011 um 17:58 :
Schau an. Kaum lese ich die FR nicht mehr, steht mal was interessantes über die Honoratioren unseres Städtchens drin. Kennen Sie eigentlich die Geschichte des Ritter Park Hotels, heute Steigenberger? Damals war es kein Architekt der sich selbst überschätzte, sondern ein Steuerberater. Der hatte allerdings vorsichtshalber einen kleinen Fond gemacht, den einige Honoratioren zeichneten. Als nach Jahren die baufällige Hotelruine zusammenstürzte, war auch das Geld der Anleger weg.
Ich glaube kaum, dass Herr Bunk sie nach diesem Artikel noch so wie früher, im Vorbeifahren gönnerhaft grüßen wird. Auf manches kann man gott sei dank verzichten.
Baumeister sagte am 11. Januar 2011 um 19:38 :
Journalisten sollten vor allem eines tun: Die Fakten aufspüren und diese auf seriöse Weise an ihre Leser weitergeben. Vor diesem Hintergrund mutet es doch recht abstrus an, wenn eine Frankfurter Rundschau hier einen Bericht bringt, der ein seit Jahren Bürger interessierendes Thema – Zukunft des Postamtes – betrifft und andererseits hier eine billige Gerichtsreportage bringt, wobei die Pseudonymisierung des Herrn Bunk kaum nachvollziehbar ist. Die Taunussparkasse ist ein Organ des Hochtaunuskreis und somit jedes steuerzahlenden Bürgers. Danke für diesen Beitrag. Ich habe dadurch einiges erfahren, was ich so noch nicht wusste und sehe einiges klarer.
Foxtrott sagte am 10. Februar 2011 um 09:08 :
Bei dem Postamtgelände handelt es sich tatsächlich um einen sehr prosperitiven Standort. Kein Wunder, dass die Taunussparkasse so lange Jahre ruhiggehalten hat und sich unsere Stadt sofort an die “Arbeit” macht. http://www.bad-homburg.de/site_d.asp?nid=1116&uid=0&sid=0.743831901/27/20110.5478938&CID=4&NewsId=3173&ShowAll=0&action=writeComment
Danke für die Aufklärung über die Person hinter “Helmut Erich Müller”. Ein echtes Stückchen Bad Homburger Lokaljournalismus wie er sein sollte.
Aggie sagte am 11. Februar 2011 um 01:09 :
Kaum vier Wochen später ist auch der Beschluß des OLG Hamm da, der die Nichzulassung der Anklage im Fall “Tönnies” wegen Betruges durch das LG Essen bestätigt hat.
http://www.lto.de/de/html/nachrichten/2518/olg-hamm-kein-betrugsverfahren-gegen-toennies/
Manette sagte am 11. Februar 2011 um 13:51 :
Erst muss man mal die schriftliche Urteilsbegründung des OLG-Hamm vorliegen haben. Natürlich kommt da jetzt schon ein Geschmäckle auf, erstens, weil für mich als Normalokunde an der Theke Schweinefleisch erheblich billiger ist als Rindfleisch und sich Herr Tönnis nach meinem einfachen Verständnis hier sehr wohl finanzielle Vorteile verschafft hat und zweitens, weil die vom OLG genannte Begründung – aus meiner Sicht – wohl kaum im Kontext mit den ansonsten demonstrativen Verbraucherschutzbemühungen der Politik steht.
Vergleichbares fällt mir ein. Auch ein Zweitraffinat-Motoröl schmiert und kostet nur die Hälfte eines Erstraffinat-Qualitätsöls. Also demnächst 1/3 aus Motor- und Frittenöl gewonnenes, billiges Zweitraffinat beimischen und zum Preis von Qualöitätsöl verkaufen, ist dann auch nicht mehr strafbar.
Rainer L. sagte am 11. Februar 2011 um 14:01 :
Es scheint so, als ob wir schon so einige Spaßvögel bei uns in Bad Homburg wohnen haben. Den hier fand ich am besten:
http://motorbloeckchen.com/?p=14666
Detlef sagte am 11. Februar 2011 um 14:05 :
ich auch. Deshalb werd ich auch noch mal was dazu schreiben.
Zollstock sagte am 11. Februar 2011 um 16:29 :
In Amerika wäre jetzt die der Ehefrau des Bad Homburger Hofbaumeisters “gehörende Villa” von der Gläubigerin Taunussparkasse mit Einreichung einer Zivilklage gleichzeitig mit einem Arrest belegt worden. Dort obliegt es dann dem Schuldner in einem Klageverfahren u.a. zu beweisen, dass hier keine Vermögensverschiebungen zu Lasten der Gläubigerin stattgefunden haben. Hier bei uns dürfte die Taunussparkasse wohl eher schlechte Karten haben, ans Eingemachte dranzukommen. Ein wasserdichter Gütertrennungsvertrag und – ich glaube – wenn keine deliktischen Tatbestände erfüllt sind eine 4-Jahresregelung, dürften die Taunussparkasse wohl am ausgestreckten Arm des Herrn Architekten in der Luft trocknen lassen.
Danke für den Beitrag und den Link in der FR. Diese mal interessante Hintergrundinfo wäre ansonsten an mir vorbeigegangen.
Aggie sagte am 11. Februar 2011 um 18:23 :
@ Rainer L.
Zufälle bietet das Leben – unglaublich. Soeben auf spiegel online gefunden: nix war es mit dem Schadensersatzanspruch des Immobilienmaklers durch die LGT für Steuernachzahlung und Anwaltskosten, weil sich sein Name dummerweise auf einer CD befand
Kisseleff sagte am 12. Februar 2011 um 09:07 :
“Irgendwas stimmt hier nicht an der Geschichte, wie sie die FR beschrieben hat. Die letzte veröffentlichte Bilanz der Projejtgesellschaft, bevor sie Insolvenz anmeldete, weist 14,6 Millionen Euro Kreditverbindlichkeiten auf. So rd. 7,6 Millionen lösen sich doch nicht in Luft auf, wenn nicht grade durch voherigen Forderungsverzicht des Gläubigers.”
Der Meinung bin ich aber auch. Da dürften sich die Verantwortlichen der Taunussparkasse einige Fragen gefallen lassen müssen. Möglicherweise lag hier ein schwerer Verstoß gegen das Kreditwesen Gesetz vor. § 18 KWG Kreditunterlagen:
1 Ein Kreditinstitut darf einen Kredit, der insgesamt 750 000 Euro oder 10 vom Hundert des haftenden Eigenkapitals des Instituts überschreitet, nur gewähren, wenn es sich von dem Kreditnehmer die wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere durch Vorlage der Jahresabschlüsse, offen legen lässt…… § 14 KWG Millionenkredite:
(1) 1 Ein Kreditinstitut, ein Finanzdienstleistungsinstitut im Sinne des § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 4, ein Finanzunternehmen im Sinne des § 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 und die in § 2 Abs. 2 genannten Unternehmen und Stellen (am Millionenkreditmeldeverfahren beteiligte Unternehmen) haben der bei der Deutschen Bundesbank geführten Evidenzzentrale vierteljährlich die Kreditnehmer anzuzeigen, deren Kreditvolumen nach § 19 Abs. 1 (Verschuldung) 1 500 000 Euro oder mehr beträgt (Millionenkredite);
Aggie sagte am 23. Februar 2011 um 10:12 :
Ein bissel unbemerkt und überschattet von skurrilen Auftritten von Despoten, deren Zeit abgelaufen scheint, und der kollektiven Lektüre einer Doktorarbeit, ist eine andere Story in den Hintergrund gedrängt worden,. nämlich die causa Tönnies.
Sollten die Vorwürfe der Verteidigung in Richtung der Staatsanwaltschaft auch nur ansatzweise zutreffen, dann haben wir hier die nächste große gesellschaftliche Baustelle. Das sungute Gefühl resultiert da weniger aus einer anonymen Anzeige eines Wettbewerbers, sondern vielmehr aus dem Umstand, daß eine Behörde, die von sich stets behauptet objektiv zu sein, sich vor lauter Jagdeifer auf rechtsethisch sehr fragwürdige Methoden einläßt. Und das – man kann es gar nicht oft genug wiederholen – bei einem Tatvorwurf, der als maximale Sanktion eine Freiheitsstrafe von einem Jahr vorsieht, also bei einem Strafrahmen, bei dem am Ende wenn es sich nicht um völlig desolate Mehrfachtäter mit miserabler Sozialprognose handelt, allenfalls eine Freiheitsstrafe mit Bewährung stehen kann. Dafür betreibt dieser Staat einen Aufwand von voraussichtlich 40 Verhandlungstagen, das entspricht also fast der Hälfte der Verhandlungstage, die bislang im Münchner Demanjuk-Verfahren (allerdings bei maximal 3 Stunden / Tag) abgehalten wurden.
Detlef sagte am 23. Februar 2011 um 11:44 :
Frage mal an den ja ganz offensichtlichen juristisch Firmen: Nur mal angenommen, es käme zu einer Bewährungsstrafe oder nur einem Strafbefehl. Könnte das Gericht bei einer Verurteilung dann beim Verkauf der 170 Millionen Hackfleischpackungen unrechtmäßig erlangte Gewinne in Form einer Geldstrafe “abschöpfen”?
Kisseleff sagte am 24. Februar 2011 um 17:25 :
Möge Herr Bunk ebenso großzügige Sparkassenvorstände finden wie Franjo Pooth.
http://www.bild.de/BILD/regional/duesseldorf/leute/2011/02/24/franjo-pooth/sparkasse-schenkt-ihm-millionen.html
Ich fass mir an die Stirn wenn ich so was lese. Ein Kollege hatte, weil er sein Dispo um 112,– € überzogen hatte, 5 Tage Zeit das Konto auszugleichen, ansonsten wurde ihm mit Kontokündigung und Meldung an die Schufa gedroht.
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Zollstock sagte am 27. Oktober 2011 um 17:24 :
Wie wahr Herr Kupfer ist Ihr letzter Satz
Ich kannte die Hintergründe der “Bahnhofsgeschichte” noch garnicht. Wobei das ist in der jüngeren Geschichte unserer gemeinsamen Heimatstadt beileibe kein Einzelfall.

References: § 18
 § 14
 § 1
 § 1
 § 2
 § 19