Source: http://www.wir-gruenden-in-deutschland.de/im-ausland-lebende-fachkraefte-aus-nicht-eu-laendern/basisinfos/was-brauche-ich/
Timestamp: 2017-09-26 21:48:45+00:00

Document:
Sie leben in einem Land, das nicht zur Europäischen Union (EU), zum europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder zur Schweiz gehört. Sie haben in diesem Land eine Qualifikation als Fachkraft erworben, beispielsweise einen Studienabschluss oder einen Berufsabschluss. Sie möchten in Deutschland selbständig tätig werden.
Aufenthaltstitel zur Gewerbeeröffnung beantragen
Wenn Sie ein Gewerbe eröffnen wollen, dann müssen Sie bei der zuständigen Auslandsvertretung der Bundesrepublik Deutschland in Ihrem Land einen Antrag auf einen Aufenthaltstitel nach § 21 AufenthG stellen. Die Auslandsvertretung benötigt folgende Unterlagen von Ihnen:
Einen gültigen Reisepass Ihres Heimatlandes, manchmal auch eine Meldebescheinigung vom Einwohneramt.
Einen Nachweis, dass Sie die formalen Anforderungen und Qualifikationen für Ihre selbständige Tätigkeit erfüllen.
Unterlagen aus denen hervorgeht, dass Sie mit Ihrer Selbständigkeit in der Region, in der Sie sich selbständig machen wollen,
(i) die wirtschaftlichen Interessen berücksichtigen,
(ii) positive Auswirkungen für die Wirtschaft erzielen und
(iii) die Finanzierung Ihrer Selbständigkeit und Ihres Lebensunterhaltes gesichert ist.
Die Beurteilung Ihrer Unterlagen richtet sich nach der wirtschaftlichen Tragfähigkeit Ihrer Geschäftsidee – können Sie Gewinn erzielen -, Ihren unternehmerischen Erfahrungen, der Investitionshöhe, den möglichen Auswirkungen auf die Beschäftigungs- und Ausbildungssituation der Region und dem möglichen Beitrag für Innovation und Forschung.
Aufenthaltstitel für eine freiberufliche Tätigkeit beantragen
Wenn Sie sich in einem freien Beruf selbstständig machen wollen, müssen Sie einen Antrag auf den Aufenthaltstitel nach § 21 Absatz 5 Aufenthaltgesetzes stellen. Erforderlich sind:
Ein gültiger Reisepass Ihres Heimatlandes, manchmal auch eine Meldebescheinigung vom Einwohneramt.
Ein Nachweis, dass Sie die formalen Anforderungen und Qualifikationen für Ihre selbständige Tätigkeit erfüllen.
Nicht immer nötig sind Unterlagen aus denen hervorgeht, dass Sie mit Ihrer Selbständigkeit in der Region, in der Sie sich selbständig machen wollen,
(iii) die Finanzierung Ihrer Selbständigkeit gesichert ist.
Aber ein Businessplan ist erforderlich, um Ihre selbständige Tätigkeit zu beschreiben und um Ihre Berufserfahrungen oder Erfahrungen als Selbständige/r zu benennen.
Auch muss deutlich werden, dass Sie Ihren Lebensunterhalt sicherstellen können.
Wenn Sie von der Auslandsvertretung einen positiven Bescheid bekommen, erhalten Sie von dort auch ein Visum, mit dem Sie nach Deutschland zum Zweck der Selbständigkeit einreisen können. Dort müssen Sie sich zunächst bei der zuständigen Ausländerbehörde anmelden. Um die zuständige Ausländerbehörde zu finden, geben Sie unter www.behoerdenfinder.de das Suchwort „Ausländerbehörde“ und den Ort in Deutschland ein, in dem Sie sich selbständig machen möchten beziehungsweise in dem Sie wohnen.
Wenn die Auslandsvertretung meinen Antrag ablehnt
Nehmen Sie in diesem Fall vor allem die Unterstützung von Beraterinnen und Beratern in Anspruch; wenn Sie keinen Berater oder Beraterin haben, wenden Sie sich an unsere Ansprechpersonen. Diese werden Sie bei folgenden Schritten begleiten:
Bitten Sie die Auslandsvertretung, Ihnen schriftlich die Gründe für die Ablehnung mitzuteilen.
Vielleicht sind es nur formale Gründe, die zu einer Ablehnung führten.
Sollten es inhaltliche oder sonstige Gründe sein, werden wir versuchen, Ihnen weiterzuhelfen.
Die Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit nach § 21 des Aufenthaltsgesetzes ist zunächst befristet. Wenn Ihre Geschäftsidee erfolgreich und der Lebensunterhalt für Sie und Ihre Familie sichergestellt ist, können Sie nach drei Jahren (bei einem Gewerbe) beziehungsweise nach fünf Jahren (bei einem freien Beruf) Ihre Niederlassungserlaubnis in Deutschland beantragen.
Hinweise für Akademiker/innen
Akademikerinnen und Akademiker, die einen in Deutschland anerkannten Hochschulabschluss haben oder einen Hochschulabschluss, der mit einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbar ist, haben noch eine weitere Möglichkeit. Sie können bei der zuständigen Auslandsvertretung der Bundesrepublik Deutschland in ihrem Land einen Antrag nach § 18c AufenthG für ein sechsmonatiges Visum zur Planung und Umsetzung einer selbständigen Tätigkeit in Deutschland stellen. Die Auslandsvertretung benötigt folgende Unterlagen von Ihnen:
einen Nachweis, dass Sie über einen anerkannten Hochschulabschluss verfügen oder einen Hochschulabschluss, der einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbar ist,
einen Nachweis, dass Sie Ihren Lebensunterhalt während der beantragten sechs Monate sichern können, da Sie während Ihres Aufenthaltes in Deutschland keiner Beschäftigung oder Selbständigkeit nachgehen dürfen.
Wenn Sie den Aufenthaltstitel erhalten haben, können Sie nach Deutschland einreisen. Nachdem Sie sich bei Ihrer zuständigen Ausländerbehörde angemeldet haben, können Sie innerhalb des sechsmonatigen Aufenthaltes eine selbständige Tätigkeit nach § 21 Absatz 1 AufenthG für ein Gewerbe und nach § 21 Absatz 5 AufenthG für einen freien Beruf beantragen. Während dieser Zeit können Sie die Vorbereitungen für Ihre selbständige Tätigkeit umsetzen, dürfen jedoch keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Anforderungen und die notwendigen Unterlagen, die Sie der Ausländerbehörde vorlegen müssen, finden Sie hier.
Wenn Sie sich in Deutschland bei der Ausländerbehörde gemeldet haben, ist der nächste Schritt für den Start in Ihre Selbständigkeit in Deutschland eine Gewerbeanmeldung oder die Registrierung beim Finanzamt. Letztgenanntes gilt für freie Berufe.

References: § 21
 § 21
 § 21
 § 18
 § 21
 § 21