Source: https://www.haufe.de/personal/personal-office-standard/vermoegensbeteiligung_idesk_PI78_HI630654.html
Timestamp: 2018-10-21 17:02:48+00:00

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Vermögensbeteiligung | Personal Office Standard | Personal | Haufe
Unter Mitarbeiterkapitalbeteiligung versteht man die vertragliche, i. d. R. dauerhafte Beteiligung der Mitarbeiter am Kapital des Arbeit gebenden Unternehmens. Im Gegensatz zu einer Erfolgsbeteiligung trägt der Arbeitnehmer damit – sofern das Kapital keiner Insolvenzsicherung unterliegt – auch das Risiko des Kapitalverlustes. Die Wahl der jeweiligen Beteiligungsform ist i. d. R. davon abhängig, welche Ziele und welche Motive der Arbeitgeber mit der Beteiligung erreichen möchte.
Die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Vermögensbeteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers an Arbeitnehmer wird steuerlich gefördert. Der geldwerte Vorteil, den der Arbeitnehmer als Sachbezug erhält, wenn ihm sein Arbeitgeber unentgeltlich oder verbilligt Vermögensbeteiligungen überlässt, ist bis zu einer Höhe von 360 EUR steuerfrei. Soweit der eingeräumte Vorteil steuerfrei ist, gehört er nicht zum Arbeitsentgelt in der Sozialversicherung.
Lohnsteuer: Vermögensbeteiligungen werden definiert in § 2 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 2-5 des 5. Vermögensbeteiligungsgesetzes. Rechtsgrundlagen für die Besteuerung der Überlassung von Vermögensbeteiligungen finden sich in § 3 Nr. 39 EStG sowie in § 11 BewG. Die Finanzverwaltung hat mit BMF, Schreiben v. 8.12.2009, IV C 5 - S 2347/09/10002 - 2009/0810442, BStBl 2009 I S. 1513 zur steuerlichen Behandlung von Vermögensbeteiligungen Stellung genommen.
Sozialversicherung: Die beitragsrechtliche Beurteilung von Mitarbeiterbeteiligungen ergibt sich aus § 14 SGB IV i. V. m. dem Erlass des BMF v. 27.4.1982, IV B6 - S 2332 - 16/82 – BStBl I S.530 und § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV bzw. Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 und 9 SvEV i. V. m. § 3 Nr. 39 Satz 2 EStG.
Unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Vermögensbeteiligungen pflichtig
Unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Vermögensbeteiligungen am eigenen Unternehmen bis 360 EUR frei
1 Steuerfreier Höchstbetrag von 360 EUR
Die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Vermögensbeteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer führt regelmäßig zu Arbeitslohn. Dies gilt auch für den Fall, dass der geldwerte Vorteil im Hinblick auf eine spätere Beschäftigung als Geschäftsführer gewährt wird.[1]
Der Gesetzgeber fördert die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Vermögensbeteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers. Der geldwerte Vorteil hieraus ist bis zu einer Höhe von 360 EUR steuerfrei.[2]
Ein Arbeitnehmer vereinbart mit seinem Arbeitgeber, dass er auf die Auszahlung des arbeitsvertraglich zustehenden 13. Monatsgehalts in Höhe von 600 EUR verzichtet und dafür vom Arbeitgeber Aktien am Unternehmen des Arbeitgebers mit gleichem Wert erhält.
Ergebnis: Es liegt ein begünstigter Sachbezug vor, da es steuerlich nicht darauf ankommt, ob die Vermögensbeteiligung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn oder aufgrund einer Vereinbarung mit dem Arbeitnehmer über die Herabsetzung des individuell zu versteuernden Arbeitslohns überlassen wird. Der geldwerte Vorteil ist in Höhe von 360 EUR steuerfrei und in Höhe von 240 EUR (= 600 EUR - 360 EUR) steuerpflichtig.
2 Einzubeziehende Arbeitnehmer
Nicht begünstigt ist hingegen die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Vermögensbeteiligungen an frühere Arbeitnehmer, die ausschließlich Versorgungsbezüge vom Arbeitgeber beziehen. An ausgeschiedene Arbeitnehmer (Betriebsrentner, Werkspensionäre) kann deshalb kei...

References: § 2
 § 3
 § 11
 § 14
 § 1
 § 3