Source: https://www.arbeitsvermittler.de/arbeitslosigkeit/zumutbarkeit/zumutbarer-arbeitsweg-in-der-arbeitslosigkeit-entfernung-pendelzeit
Timestamp: 2020-07-08 13:08:04+00:00

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Zumutbarkeit - Pendelzeiten
/Zumutbarer Arbeitsweg in der Arbeitslosigkeit – Entfernung/Pendelzeit
Zumutbarer Arbeitsweg in der Arbeitslosigkeit – Entfernung/Pendelzeit
Es kommt nicht auf die Entfernung an, sondern auf die Fahrzeit/Pendelzeit.
Als zumutbarer Arbeitsweg gelten im Regelfall:
Arbeitszeit Hin- und Rückfahrt
über 6 Std. bis zu 2,5 Std.
bis 6 Std. bis zu 2 Std.
Nach § 140 Abs. 4 SGB III gelten aber noch folgende Regelungen:
Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einer arbeitslosen Person zumutbar, wenn ...
Bei Personen mit aufsichtsbedürftigen Kindern oder pflegebedürftigen Personen muss die Arbeitsvermittlung zusätzlich "§ 8 SGB III Vereinbarkeit von Familie und Beruf" beachten. Darin wird der zumutbare Pendelbereich zwar nicht um einen konkreten Faktor reduziert, er bietet aber die Grundlage für ein Gespräch mit Ihrem Arbeitsvermittler. Denn er muss diese Bestimmung in gebotenem Maße berücksichtigen.
Der Einzelfall ist ausschlaggebend
Im Bereich der Zumutbarkeit geht es immer um die Umstände des Einzelfalls, also um Ihre persönliche Situation. Sind Sie der Auffassung, dass aufgrund Ihrer Situation nur kürzere Arbeitswege zumutbar sind, sollten Sie die Gründe Ihrem Arbeitsvermittler nennen. So lange Sie Ihre Argumente nicht als bindend nennen, kann Arbeitslosengeld nicht gestrichen werden.
Für die Fahrt zur Arbeit, können Sie auf alle Verkehrsmittel verwiesen werden, die Ihnen zur Verfügung stehen. Besitzen Sie einen PKW, könnte es zu einer Sperrzeit führen, wenn Sie dessen Benutzung verweigern. Allerdings können bei Vorliegen weiterer Gründe die Benutzung unzumutbar werden. Sollen Sie weit entfernt von Ihrer Wohnung arbeiten und Ihre Ehefrau benötigt den PKW für Fahrten mit den Kindern zum Arzt usw., kann darin ein wichtiger Grund bestehen. Denn Ihr Arbeitsvermittler muss auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beachten (§ 8 SGB III). Ihr Arbeitsvermittler entscheidet.
Eine Sperrzeit kann nur eintreten, wenn der Vorschlag
durch die Agentur für Arbeit erfolgt.
der Arbeitgeber und die Art der Tätigkeit benannt ist.
mit einer Belehrung über die Rechtsfolgen versehen ist.
die die vorgeschlagene Tätigkeit im Sinne von § 140 SGB III zumutbar ist.
Auch wenn eine weite Pendelstrecke noch als zumutbar erscheint, kann sie durch den dort gebotenen niederen Lohn unzumutbar werden. Auch wenn der Lohn alleine betrachtet auch zumutbar ist.
Nennen Sie also alle Gründe, die die Annahme einer Stelle für Sie unzumutbar machen. Auch Gründe, die für Sie erst an vierter oder fünfter Stelle stehen. Denn nach den „Fachlichen Weisungen“ zu § 159 SGB III muss ein Arbeitsvermittler „alle Gründe und alle Umstände des Einzelfalls“ bei seiner Entscheidung berücksichtigen. Selbst Gründe, die Sie nicht nennen, die der Arbeitsvermittler aber aufgrund früherer Beratungsgespräche kennen muss.
FW Pkt. 1.2 zu § 14 SGB I
Voraussetzungen für eine Sperrzeit
FW Pkt. 151.1.1.2 und folgende zu § 159 SGB III
Zumutbares Verkehrsmittel
FW Pkt. 140.4 zu § 140 SGB III
§ 139 SGB III mit FW - Sonderfälle
§ 8 SGB III - Familie und Beruf
Arbeitslos - Ist eine getrennte Haushaltsführung zumutbar

References: § 140
 § 140
 § 159
 § 14
 § 159
 § 140

§ 139

§ 8