Source: https://www.blaek.de/kammerrecht/heilberufe-kammergesetz/heilberufe-kammergesetz-i-d-f-vom-12-07-2018
Timestamp: 2020-01-22 19:57:55+00:00

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Heilberufe-Kammergesetz | Bayerische Landesärztekammer
Gesetz über die Berufsausübung, die Berufsvertretungen und die Berufsgerichtsbarkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker sowie der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (Heilberufe-Kammergesetz - HKaG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 6. Februar 2002 (GVBl S.42, BayRS 2122-3-UG), zuletzt geändert durch Gesetz vom 22. Mai 2015 (GVBl S. 158, BayRS 2122-3-G)
Organisation der Berufsvertretung
Spezifische Ausbildung in der Allgemeinmedizin; Praktische Ärzte
Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
Inkraftgetreten am 01.02.2019 • Veröffentlicht in GVBl S. 545 ff. • Dokument als PDF herunterladen…
Diese von der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer erstellte Ausgabe des Heil­be­rufe-Kammer­ge­set­zes beruht auf dem Wort­laut der Neube­kannt­ma­chung vom 6. Februar 2002 (GVBl. S. 42, BayRS 2122–3-UG) in der ab 1. Januar 2002 gelten­den Fassung. Einge­ar­bei­tet sind folgende norma­ti­ven Ände­run­gen: • die durch § 3 des Geset­zes zur Ände­rung des Geset­zes über das öffent­li­che Versor­gungs­we­sen, des Heil­be­rufe-Kammer­ge­set­zes und des Baye­ri­schen Archi­tek­ten­ge­set­zes vom 8. Novem­ber 2002 (GVBl. S. 624) erfolg­ten Ände­run­gen in Art. 33 Abs. 5 und Art. 35 Abs. 2 Satz 1 Nr. 8 (Verweis auf geän­derte EU-Richt­li­nien) (Inkraft­tre­ten 16. Novem­ber 2002) • die durch Art. 36 Nr. 4 des Geset­zes über den öffent­li­chen Gesund­heits- und Vete­ri­när­dienst, die Ernäh­rung und den Verbrau­cher­schutz sowie die Lebens­mit­tel­über­wa­chung vom 24. Juli 2003 (GVBl. S. 465) erfolg­ten Ände­run­gen in
• Art. 24 Abs. 1 Satz 2 (spezi­fi­sche Ausbil­dung in der Allge­mein­me­di­zin),
• Art. 29 Abs. 2 Sätze 2 und 3 (Wegfall der Inkom­pa­ti­bi­li­tät von „All­ge­mein­me­di­zin“ und „prak­ti­scher Arzt“ mit (weite­ren) Gebiets­be­zeich­nun­gen) und
• Art. 35 Abs. 2 Satz 1 Nr.3 (Zuord­nung von Zusatz­be­zeich­nun­gen zu Gebie­ten)
(Inkraft­tre­ten 1. August 2003) • die durch § 7 Abs. 1 des Geset­zes zur Auflö­sung des Baye­ri­schen Obers­ten Landes­ge­richts und der Staats­an­walt­schaft bei diesem Gericht vom 25. Okto­ber 2004 (GVBl. S. 400) erfolg­ten Ände­run­gen in Art. 68 Abs. 2, Art. 70 Abs. 1 und Art. 71 Abs. 5 (Bestim­mung der Gerichte, bei denen die Berufs­ge­richte für die Heil­be­rufe und das Landes­be­rufs­ge­richt einge­rich­tet werden) (Inkraft­tre­ten 1. Januar 2005) • die durch § 2 des Geset­zes zur Ände­rung des Gesund­heits­dienst- und Verbrau­cher­schutz­ge­set­zes und des Heil­be­rufe-Kammer­ge­set­zes vom 24. Dezem­ber 2005 (GVBl S. 648) erfolg­ten Ände­run­gen in
• Art. 21 – 26 (Wegfall der spezi­fi­schen Ausbil­dung in der Allge­mein­me­di­zin im HKaG),
• Art. 28 Abs. 4 (Aufnahme spezi­fi­schen Ausbil­dung in der Allge­mein­me­di­zin in die Weiter­bil­dungs­ord­nung),
• Art. 33 Abs. 5 Satz 3 (Einbe­zie­hung der Schwei­zer Eidge­nos­sen­schaft in weiter­bil­dungs­recht­li­che Quali­fi­ka­tion),
• Art. 35 Abs. 2 Nr. 8 (Einbe­zie­hung der Schwei­zer Eidge­nos­sen­schaft in weiter­bil­dungs­recht­li­che Quali­fi­ka­tion),
• Art. 38 Abs. 6 Satz 3 (redak­tio­nelle Ände­rung),
• Art. 41 Abs. 4 (Einbe­zie­hung der Schwei­zer Eidge­nos­sen­schaft in Erleich­te­rung im Rahmen des Dienst­leis­tungs­ver­kehrs)
(Inkraft­tre­ten 1. Januar 2006) • die durch § 15 des Geset­zes zur Neuord­nung des Baye­ri­schen Diszi­pli­nar­rechts und zur Ände­rung weite­rer Vorschrif­ten vom 24. Dezem­ber 2005 (GVBl S. 665) erfolgte Ände­rung in
• Art. 71 Abs. 4 Nr. 4 (Hinde­rung an der Ausübung des Rich­ter­am­tes im Falle eines gericht­li­chen Diszi­pli­nar­ver­fah­rens)
(Inkraft­tre­ten 1. Januar 2006) • die durch § 2 des Geset­zes zur Ände­rung des Gesund­heits­dienst- und Verbrau­cher­schutz­ge­set­zes und des Heil­be­rufe-Kammer­ge­set­zes vom 24. Juli 2007 (GVBl S.498) erfolgte Ände­rung in
• Art. 59. Abs. 4 (Strei­chung der Befug­nis­norm u.a. den Voll­zug des Laden­schluss­ge­set­zes auf die Landes­apo­the­ker­kam­mer zu über­tra­gen)
(Inkraft­tre­ten 1. Septem­ber 2007) • die durch § 2 des Geset­zes zur Ände­rung des Gesund­heits­dienst- und Verbrau­cher­schutz­ge­set­zes und des Heil­be­rufe-Kammer­ge­set­zes vom 23. April 2008 (GVBl S.132) erfolg­ten Ände­run­gen in
• Art. 2 Abs. 2 (Benen­nung von Sach­ver­stän­di­gen und Einsichts­recht in Verfah­rens­ak­ten)
• Art. 4 Abs. 8 neu (Unter­rich­tung der Kammern über Neuzu­las­sung durch Berufs­zu­las­sungs­be­hörde)
• Art. 22 Abs. 2, Art. 24, Art. 28 Abs. 4, Art. 33 Abs. 5, Art. 35 Abs. 2, Art. 40 Abs. 2, Art. 41, Art. 50 Abs. 8 und Art. 58 Abs. 7 (Umset­zung der Richt­li­nie 2005/36/EG des Euro­päi­schen Parla­ments und des Rates vom 7. Septem­ber 2005 [ABl EU 255 vom 30.09.2005, S. 22ff.] in natio­na­les Recht)
• Art. 73 (Entschä­di­gung ehren­amt­li­cher Rich­ter)
• Art. 104 (Klar­stel­lung, dass Verweis auf Vorschrif­ten die jeweils geltende Fassung betrifft)
(Inkraft­tre­ten 16. Mai 2008) • die durch Art. 4 Nr. 2 Abs. 2 des Geset­zes zur Über­lei­tung von Zustän­dig­kei­ten in der Gesund­heit, im Arbeits­schutz und in der Ernäh­rung vom 02. April 2009 (GVBl S. 46)
• Art. 32 Abs. 3 Satz1 Halb­satz 2 (Wegfall des Einver­neh­mens mit dem Staats­mi­nis­te­rium für Arbeit und Sozial­ord­nung, Fami­lie und Frauen bei Zulas­sung von Kran­ken­haus­ab­tei­lun­gen als Weiter­bil­dungs­stät­ten)
(Inkraft­tre­ten 30. Okto­ber 2008) • die durch Gesetz zur Ände­rung des Heil­be­rufe-Kammer­ge­set­zes und ande­rer Rechts­vor­schrif­ten vom 24. Juli 2013 (GVBl S. 454 ff.)
• Art. 2 Abs. 1 Satz 2 (Grund­lage für Erlass einer Fort­bil­dungs­sat­zung)
• Art. 4 Abs. 2, Abs. 6, Abs. 7 und Abs. 8 (Rege­lung zur Mitglied­schaft in Bayern)
• Art. 4 Abs. 3 (Rege­lung zur Mitglied­schaft in Bayern und außer­halb Bayerns)
• Art. 4 Abs. 9 (Präzi­sie­rung des Meld­ein­halts an das Versor­gungs­werk)
• Art 15 Abs. 3 (Konkre­ti­sie­rung des Kosten­schuld­ners)
• Art. 18 Abs. 1 Nr. 4 (Rechts­grund­lage für Pflicht sich ausrei­chend Haft­pflicht zu versi­chern und Zustän­dig­keits­re­ge­lung im Sinn von § 117 Abs. 2 VVG)
• Art. 18 Abs. 3 Satz 1 (Rechts­grund­lage für Konkre­ti­sie­rung der Haft­pflicht­ver­si­che­rung in der Berufs­ord­nung)
• Art. 22 Abs. 2 (Anpas­sung an aktua­li­sierte EU-Richt­li­nie)
• Art. 30 Abs. 5 (Möglich­keit der Aner­ken­nung von Weiter­bil­dungs­zei­ten in gerin­ge­ren Umfang als der übli­chen Wochen­ar­beits­zeit)
• Art. 31 Abs. 1 (Besei­ti­gung der 3jäh­ri­gen Befris­tung der Weiter­bil­dung im nieder­ge­las­se­nen Bereich)
• Art. 32 Abs. 3 Satz 1 (ausschließ­li­che Zustän­dig­keit der Baye­ri­schen Landes­ärz­te­kam­mer für die Zulas­sung von Weiter­bil­dungs­stät­ten – auch im statio­nären Bereich – außer Univer­si­täts­kli­nika)
• Art. 33 Abs. 5 (Anpas­sung an die durch das Gesetz zur Verbes­se­rung der Fest­stel­lung und Aner­ken­nung im Ausland erwor­be­ner Berufs­qua­li­fi­ka­tio­nen vom 6. Dezem­ber 2011 vorge­nom­mene Ände­run­gen, insbe­son­dere im Berufs­recht der bundes­recht­lich gere­gel­ten Heil­be­rufe)
• Art. 33 Abs. 5 a (Form­vor­schrift zu Art. 33 Abs. 5)
• Art. 35 Abs. 2 (Wegfall der Verpflich­tung zur Fest­le­gung verwand­ter Gebiete, Folge­än­de­rung zu Art. 32 Abs. 3 Satz 1 – Weiter­bil­dungs­stät­ten, Rechts­grund­lage für Rück­nahme und Wider­ruf der Ermäch­ti­gung und Zulas­sung sowie die Voraus­set­zun­gen für die Rück­nahme und den Wider­ruf der Aner­ken­nung)
• Art. 35 Abs. 4 (Rechts­grund­lage für die Ertei­lung sowie die Rück­nahme und den Wider­ruf einer Verbun­der­mäch­ti­gung)
• Art. 36 a (Zustän­dig­keits­re­ge­lung im Rahmen der Berufs­auf­sicht aufgrund Mehr­fach­mit­glied­schaft in verschie­de­nen Landes­kam­mern und wegen Mono­mit­glied­schaft in einer Berufs­ver­tre­tung inner­halb Bayerns)
• Art. 38 Abs. 1 (Möglich­keit eine Rüge mit einer Geld­buße, zuguns­ten der sozia­len Einrich­tung der Kammer)
• Art. 38 Abs. 4 (Präzi­sie­rung der Form des Rechts­be­helfs)
• Art. 40 Abs. 1 (Konkre­ti­sie­rung des Gebüh­ren­schuld­ners)
• Art. 41 Abs. 1 und Abs. 2 (Klar­stel­lun­gen im Rahmen der Dienst­leis­tungs­er­brin­ger)
• Art. 51 a (Einfüh­rung eines einheit­li­chen Ansprech­part­ners gemäß der Richt­li­nie 2006/123/EG im tier­ärzt­li­chen Bereich)
• Art. 59 Abs. 1 (Konkre­ti­sie­rung der Mitglieds­da­ten im Bereich der Apothe­ker)
• Art. 64 a (Rechts­grund­lage für den Erlass einer Weiter­bil­dungs­ord­nung für die Berufs­gruppe der Psycho­lo­gi­schen Psycho­the­ra­peu­ten und der Kinder- und Jugend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­ten)
• Art. 66 Abs. 2 (Erhö­hung der Verfol­gungs­ver­jäh­rung auf 5 Jahre)
• Art. 67 Abs. 1 (maxi­male Geld­buße 100.000,- €)
• Art. 68 Abs. 2 (Klar­stel­lung der Zustän­dig­keit im Falle eines Wieder­auf­nah­me­ver­fah­rens)
• Art. 70 Abs. 1 (Einschal­tung eines Unter­su­chungs­füh­rers auch in Beru­fungs­in­stanz)
• Art. 77 Abs. 2 (Mindest­an­for­de­run­gen an die Antrags­schrift zur Einlei­tung eines berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens)
• Art. 80 Abs. 3 (Normie­rung der Pflich­ten eines Unter­su­chungs­füh­rers)
• Art. 81 Abs. 1 (Verzicht auf eine Ladung bei Vorlie­gen gewis­ser [eng einge­grenz­ter] Voraus­set­zun­gen)
• Art 83 Abs. 1 Satz 2 und Art. 89 Abs. 4 Satz 2 (klar­stel­len­der Hinweis auf Anwen­dung der Straf­pro­zess­ord­nung im Bereich Eröff­nungs­be­schluss und Urteil)
• Art. 90 Abs. 2 (Frist zur Begrün­dung der einge­leg­ten Beru­fung)
• Abs. 92 Abs. 2 (Folgen bei Nicht­er­schei­nen des Beschul­dig­ten – Beru­fungs­füh­rer)
• Art. 95 Abs. 2 Satz 1 (Kosten­folge bei gericht­li­cher Bestä­ti­gung des Beschwer­de­be­schei­des)
• Art. 96 Abs. 6 Satz 3 (Aufer­le­gung oder Auftei­lung der notwen­di­gen Ausla­gen der Berufs­ver­tre­tung bei Einstel­lung des Verfah­rens)
• Art. 98 Satz 2 (Klar­stel­lung aufgrund Entschei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs für Menschen­rechte vom 8. Juni 2006 [NJW, S. 2389]) • die durch Gesetz zur Ände­rung des Heil­be­rufe-Kammer­ge­set­zes und ande­rer Rechts­vor­schrif­ten vom 22. Mai 2015 (GVBl S. 158 ff.)
• Art. 4 Abs. 4 – Strei­chung (Aufhe­bung der frei­wil­li­gen Mitglied­schaft)
• Art. 5 Abs. 1 Satz 2 (redak­tio­nelle Namens­än­de­rung)
• Art. 5 Abs. 1 Satz 3 (Folge­än­de­rung wegen Strei­chung des Art. 4 Abs. 4)
• Art. 9 Satz 1 (Ände­rung der Zustän­dig­keit im Rahmen der Rechts­auf­sicht – Konzen­tra­tion auf 2 Bezirks­re­gie­run­gen)
• Art. 9 Satz 3, Art. 11 Abs. 1 Satz 2, Art. 14 Abs. 1, Art. 15 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 Satz 3 sowie Art. 16 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 (redak­tio­nelle Namens­än­de­rung)
• Art. 18 Abs. 2 (Einfüh­rung der Part­ner­schafts­ge­sell­schaft mit beschränk­ter Berufs­haf­tung)
• Art. 18 Abs. 3 (Art. 18 Abs. 2 alt)
• Art. 18 Abs. 4 (Umset­zung der Pati­en­ten­mo­bi­li­täts­richt­li­nie – 2011/24/EU – Infor­ma­ti­ons­pflich­ten)
• Art. 18 Abs. 5 (Art. 18 Abs. 3 alt)
• Art. 20 (redak­tio­nelle Namens­än­de­rung)
• Art 21 (Aufhe­bung der Rege­lung über Prak­ti­sche Ärzte)
• Art. 30 Abs. 2 (Umset­zung der Richt­li­nie 2013/55/EU)
• Art. 30 Abs. 8, Art. 31 Abs. 1 Satz 4, Art. 33 Abs. 2 Sätze 4 und 5 (redak­tio­nelle Namens­än­de­rung)
• Art. 30 Abs. 5 (Umset­zung der Richt­li­nie 2013/55/EU)
• Art. 30 Abs. 5a (Einfüh­rung aufgrund Umset­zung der Richt­li­nie 2013/55/EU)
• Art. 33 Abs. 6 Satz 3 (redak­tio­nelle Namens­än­de­rung)
• Art. 35 Abs. 1 (redak­tio­nelle Namens­än­de­rung)
• Art. 35 Abs. 5 (Einfüh­rung aufgrund Umset­zung der Richt­li­nie 2013/55/EU – Rechts­grund­lage für Befrei­un­gen)
• Art. 41 Abs. 6 Satz 2 (redak­tio­nelle Namens­än­de­rung)
• Art. 41 Abs. 7 (Einfüh­rung aufgrund Umset­zung der Richt­li­nie 2013/55/EU – Rechts­grund­lage für Vorwarn­me­cha­nis­mus)
• Art. 41 Abs. 8 (Art. 41 Abs. 7 alt)
• Art. 45 Abs. 1 (redak­tio­nelle Ände­rung)
• Art. 46 Abs. 1 (redak­tio­nelle Ände­rung)
• Art. 50 Abs. 1 und Abs. 7 (redak­tio­nelle Ände­run­gen)
• Art. 51 Abs. 1 (redak­tio­nelle Ände­rung)
• Art. 58 Abs. 1 (redak­tio­nelle Ände­rung)
• Art. 59 Abs. 1 Satz 1 (redak­tio­nelle Ände­rung)
• Art. 64a Abs. 1 (redak­tio­nelle Ände­rung)
• Art. 65 (redak­tio­nelle Ände­rung)
• Art. 67 Abs. 1 (redak­tio­nelle Ände­rung)
• Art. 67 Abs. 1 Nr. 5 (Folge­än­de­rung wegen Strei­chung des Art. 4 Abs. 4)
• Art. 101 Abs. 3 (redak­tio­nelle Ände­rung)
• Art. 104a Abs. 1 (Einfüh­rung wegen Strei­chung des Art. 4 Abs. 4)
• Art. 105 Satz 1 (Inkraft­tre­ten)
• Art. 105 Satz 2 (Außer­kraft­tre­ten des Art. 104a) • die gemäß Art. 39b (8) Baye­ri­sches Daten­schutz­ge­setz vom 15. Mai 2018 (GVBl S. 230 ff.)
• Art 2 Abs. 2 Satz 4
(Inkraft­tre­ten 25. Mai 2018) • die durch §§ 3 und 6 Abs. 2 Nr. 2 des Geset­zes zur Errich­tung des Baye­ri­schen Obers­ten Landes­ge­richts vom 12. Juli 2018 (GVBl S. 545 ff.)
• Art. 68 Abs. 2 Satz 3
• Art. 70 Abs. 1 Satz 1
• Art. 71 Abs. 5 Satz 1
• Art. 104
(Inkraft­tre­ten 01. Februar 2019)
Die Berufs­ver­tre­tung der Ärzte besteht aus den ärzt­li­chen Kreis­ver­bän­den, den ärzt­li­chen Bezirks­ver­bän­den und der Landes­ärz­te­kam­mer.
Die ärzt­li­chen Kreis­ver­bände sind jeweils für den Bereich einer Kreis­ver­wal­tungs­be­hörde zu bilden; sie können für den Bereich mehre­rer Kreis­ver­wal­tungs­be­hör­den des glei­chen Regie­rungs­be­zirks gebil­det werden, wenn die Mitglie­der­zahl im Bereich der betrof­fe­nen Kreis­ver­wal­tungs­be­hör­den 2 000 nicht über­steigt. Die ärzt­li­chen Kreis­ver­bände umfas­sen diese Berei­che in ihrem jewei­li­gen Gebiets­um­fang.
Die ärzt­li­chen Kreis­ver­bände sind Körper­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts. Sie führen ein Dienst­sie­gel.
Mitglie­der der ärzt­li­chen Kreis­ver­bände sind alle zur Berufs­aus­übung berech­tig­ten Ärzte, die
Die Mitglied­schaft wird bei dem ärzt­li­chen Kreis­ver­band begrün­det, in dessen Bereich der Betref­fende sich nieder­ge­las­sen hat oder sonst ärzt­lich tätig ist. Übt der Betref­fende den ärzt­li­chen Beruf im Bereich mehre­rer ärzt­li­cher Kreis­ver­bände aus, wird die Mitglied­schaft ausschließ­lich in dem Kreis­ver­band begrün­det, in dessen Bereich der Betref­fende über­wie­gend ärzt­lich tätig ist. Ist dies durch die betrof­fe­nen ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände nach Abs. 6 Satz 7 nicht oder nur mit unver­hält­nis­mä­ßi­gem Aufwand fest­zu­stel­len, ist der Betref­fende von der Landes­ärz­te­kam­mer schrift­lich aufzu­for­dern, inner­halb einer ange­mes­se­nen Frist zu erklä­ren, in welchem ärzt­li­chen Kreis­ver­band eine Mitglied­schaft begrün­det werden soll. Die Erklä­rung ist schrift­lich abzu­ge­ben und nicht wider­ruf­lich; die betrof­fe­nen Kreis- und Bezirks­ver­bände sind von der Landes­ärz­te­kam­mer über die abge­ge­bene Erklä­rung schrift­lich zu unter­rich­ten. Sofern die Erklä­rung nicht oder nicht inner­halb der gesetz­ten Frist abge­ge­ben wird, bestimmt die Landes­ärz­te­kam­mer durch ein Losver­fah­ren, in welchem ärzt­li­chen Kreis­ver­band die Mitglied­schaft begrün­det wird. Dem Betref­fen­den sowie den betei­lig­ten Kreis- und Bezirks­ver­bän­den ist die Entschei­dung der Landes­ärz­te­kam­mer schrift­lich mitzu­tei­len. Der Betref­fende ist über das in den Sätzen 4 bis 6 bestimmte Verfah­ren vorab aufzu­klä­ren; das Losver­fah­ren darf erst durch­ge­führt werden, wenn die Aufklä­rung nach­weis­lich erfolgt ist. Ändern sich die für die Begrün­dung der Mitglied­schaft in einem ärzt­li­chen Kreis­ver­band maßgeb­li­chen Verhält­nisse in der Person des Mitglieds und teilt das Mitglied dies dem zustän­di­gen ärzt­li­chen Bezirks­ver­band mit oder erhält dieser auf ande­rem Wege hier­von Kennt­nis, ist das Verfah­ren zur Bestim­mung der Mitglied­schaft in einem ärzt­li­chen Kreis­ver­band nach den Sätzen 1 bis 7 erneut durch­zu­füh­ren. Das Nähere regelt die Melde­ord­nung nach Abs. 7. Übt ein Arzt keine ärzt­li­che Tätig­keit aus, so bestimmt sich die Mitglied­schaft nach seiner Haupt­woh­nung.
Die Mitglied­schaft in einer vergleich­ba­ren ärzt­li­chen Berufs­ver­tre­tung außer­halb des Geltungs­be­reichs dieses Geset­zes lässt die Mitglied­schaft in einem ärzt­li­chen Kreis­ver­band nach Abs. 2 unbe­rührt. Die nähere Ausge­stal­tung der sich aus einer mehr­fa­chen Mitglied­schaft erge­ben­den Rechte und Pflich­ten eines Mitglieds bleibt den Satzun­gen der Berufs­ver­tre­tun­gen vorbe­hal­ten.
(aufge­ho­ben)
Die Mitglied­schaft ruht bei Ruhen der Appro­ba­tion (§ 6 der Bunde­särz­te­ord­nung) und bei Anord­nung des Verbots, den ärzt­li­chen Beruf auszuü­ben (§ 70 des Straf­ge­setz­buchs-StGB). Das Ruhen der Mitglied­schaft endet im Fall des § 6 der Bunde­särz­te­ord­nung mit Aufhe­bung der Ruhens­an­ord­nung, im Fall des § 70 StGB mit Ablauf der Dauer oder mit der Ausset­zung des Berufs­ver­bots.
Die Mitglie­der sind verpflich­tet, sich bei dem zustän­di­gen ärzt­li­chen Bezirks­ver­band unter Vorlage der Berech­ti­gungs­nach­weise zu melden; im Fall einer ärzt­li­chen Tätig­keit im Bereich mehre­rer ärzt­li­cher Bezirks­ver­bände ist die Meldung bei dem Bezirks­ver­band vorzu­neh­men, in dessen Bereich die Mitglied­schaft begrün­det werden soll. Außer­dem haben die Mitglie­der Beginn und Been­di­gung ihrer Berufs­aus­übung unver­züg­lich dem ärzt­li­chen Bezirks­ver­band anzu­zei­gen. Im Fall der Aufnahme der Berufs­aus­übung ist
Anzu­zei­gen sind auch Ände­run­gen der Nieder­las­sung. Der ärzt­li­che Bezirks­ver­band unter­rich­tet den zustän­di­gen ärzt­li­chen Kreis­ver­band und die Landes­ärz­te­kam­mer über die Mitglie­der­da­ten, die zur Erfül­lung ihrer Aufga­ben erfor­der­lich sind, außer­dem auf Ersu­chen das zustän­dige Gesund­heits­amt oder die zustän­dige Regie­rung über die Mitglie­der­da­ten, auf die sich die Melde- und Anzei­ge­pflich­ten den Sätzen 1 bis 4 bezie­hen. Übt das Mitglied eine ärzt­li­che Tätig­keit an mehre­ren Stand­orten aus oder liegt bereits eine Mitglied­schaft in einer ande­ren ärzt­li­chen Berufs­ver­tre­tung vor, unter­rich­tet der ärzt­li­che Bezirks­ver­band die für die weite­ren Tätig­keit­sorte zustän­di­gen Berufs­ver­tre­tun­gen über die Mitglie­der­da­ten, auf die sich die Melde- und Anzei­ge­pflich­ten nach den Sätzen 1 bis 4 bezie­hen, soweit dies für die Erfül­lung ihrer Aufga­ben erfor­der­lich ist; dies gilt entspre­chend, wenn die Zustän­dig­keit voll­stän­dig auf eine andere Berufs­ver­tre­tung über­geht. Die nach Satz 6 Halb­satz 1 betrof­fe­nen ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände stim­men sich anhand der vorlie­gen­den Anga­ben des Mitglieds darüber ab, bei welcher Berufs­ver­tre­tung die Mitglied­schaft nach Abs. 2 Satz 2 begrün­det wird. Führt die Abstim­mung nach Satz 7 zu keinem Ergeb­nis oder ist die Fest­stel­lung des Beste­hens einer Mitglied­schaft aus ande­ren Grün­den nicht oder nur mit unver­hält­nis­mä­ßi­gem Aufwand möglich, über­mit­telt der gemäß Satz 1 befasste ärzt­li­che Bezirks­ver­band die zur Durch­füh­rung des Verfah­rens nach Abs. 2 Sätze 3 bis 7 erfor­der­li­chen Daten in Bezug auf das Mitglied an die Landes­ärz­te­kam­mer. Meldun­gen und Anzei­gen nach den Sätzen 1 bis 4 nimmt auch der zustän­dige ärzt­li­che Kreis­ver­band entge­gen und leitet sie unver­züg­lich an den ärzt­li­chen Bezirks­ver­band weiter. Der zustän­dige ärzt­li­che Bezirks­ver­band kann die Erfül­lung der Melde- und Anzei­ge­pflicht nach den Sätzen 1 bis 4 gegen­über dem Mitglied durch Verwal­tungs­akt anord­nen.
Die Landes­ärz­te­kam­mer kann in einer Melde­ord­nung das Nähere über das Verfah­ren zur Bestim­mung der Mitglied­schaft nach Abs. 2 und das Melde­ver­fah­ren zu den ärzt­li­chen Bezirks­ver­bän­den regeln und die zur Über­wa­chung der ärzt­li­chen Berufs­pflich­ten erfor­der­li­chen Anga­ben und Nach­weise, die Gegen­stand der Meldung sein sollen, fest­le­gen.
Die für die Berufs­zu­las­sung zustän­di­gen Behör­den unter­rich­ten die Landes­ärz­te­kam­mer über Perso­nen, denen die Berufs­zu­las­sung neu erteilt wurde; mitzu­tei­len sind dabei der voll­stän­dige Name, gege­be­nen­falls ein abwei­chen­der Geburts­name, das Geburts­da­tum, der Geburts­ort sowie die voll­stän­dige Wohn­an­schrift. Eine Weiter­gabe der Daten an den für die Entge­gen­nahme der Meldung nach Abs. 6 Satz 1 zustän­di­gen ärzt­li­chen Bezirks­ver­band und den ärzt­li­chen Kreis­ver­band, bei dem die Mitglied­schaft nach Abs. 2 besteht, ist zuläs­sig.
Die Landes­ärz­te­kam­mer über­mit­telt dem zustän­di­gen berufs­stän­di­schen Versor­gungs­werk Namen, Geburts­da­tum, Anschrift und Datum der Berufs­zu­las­sung derje­ni­gen Ärzte, die nach Absatz 1 Nr. 1 erst­mals Mitglie­der eines ärzt­li­chen Kreis­ver­bands wurden sowie sons­tige Infor­ma­tio­nen, insbe­son­dere über den Tod oder den dauer­haf­ten Wegfall der Berufs­zu­las­sung eines Mitglieds, soweit die Über­mitt­lung zur Erfül­lung der in der Zustän­dig­keit des berufs­stän­di­schen Versor­gungs­werks liegen­den Aufga­ben erfor­der­lich ist.
Die ärzt­li­chen Kreis­ver­bände regeln ihre Vertre­tung und ihre sons­ti­gen Verhält­nisse durch eine Satzung, die der Zustim­mung der Landes­ärz­te­kam­mer und der Geneh­mi­gung der Regie­rung bedarf. Zustim­mung und Geneh­mi­gung sind entbehr­lich, wenn der ärzt­li­che Kreis­ver­band ein mit Geneh­mi­gung des Staats­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit und Pflege (Staats­mi­nis­te­rium) erlas­se­nes Satzungs­mus­ter der Landes­ärz­te­kam­mer über­nimmt. In der Satzung ist das Verfah­ren bei der Neubil­dung ärzt­li­cher Kreis­ver­bände zu regeln.
Bei ärzt­li­chen Kreis­ver­bän­den von mehr als 2 500 Mitglie­dern nimmt eine Dele­gier­ten­ver­samm­lung, die von den Mitglie­dern auf die Dauer von vier Jahren gewählt wird, deren Aufga­ben wahr. Es sind bei ärzt­li­chen Kreis­ver­bän­den mit nicht mehr als 3000 Mitglie­dern 25 Dele­gierte und mit nicht mehr als 4 000 Mitglie­dern 35 Dele­gierte zu wählen; wird die Mitglie­der­zahl von 4 000 über­schrit­ten, so sind ebenso wie für jedes weitere ange­fan­gene Tausend an Mitglie­dern jeweils drei zusätz­li­che Dele­gierte zu wählen; die Gesamt­zahl der Dele­gier­ten darf 80 nicht über­schrei­ten. Sinkt die Mitglie­der­zahl ärzt­li­cher Kreis­ver­bände wieder unter 2 500, kann die Dele­gier­ten­ver­samm­lung beibe­hal­ten werden. Die Dele­gier­ten und ihre Ersatz­leute in ange­mes­se­ner Zahl müssen Mitglie­der des jewei­li­gen ärzt­li­chen Kreis­ver­bands sein. In der Wahl­ord­nung, die vom jewei­li­gen ärzt­li­chen Kreis­ver­band zu erlas­sen ist und der Zustim­mung der Landes­ärz­te­kam­mer sowie der Geneh­mi­gung der Regie­rung bedarf, kann die Dauer der Wahl­pe­ri­ode auf bis zu sechs Jahren verlän­gert werden. Art. 11 Abs. 5 und Art. 12 gelten für Dele­gierte sowie für Vorstands- und Ausschuss­mit­glie­der entspre­chend.
Erreicht ein ärzt­li­cher Kreis­ver­band drei Monate vor der nächs­ten ordnungs­ge­mä­ßen Wahl der Vorstands­mit­glie­der eine Mitglie­der­zahl von mehr als 2 500, so ist eine Dele­gier­ten­ver­samm­lung zu wählen. Für diese Wahl findet die am Stich­tag nach Satz 1 geltende Wahl­ord­nung oder Satzung des ärzt­li­chen Kreis­ver­bands unter Berück­sich­ti­gung des Absat­zes 2 Anwen­dung. Nach der in Satz 2 genann­ten Wahl­ord­nung oder Satzung rich­tet sich auch die von der Dele­gier­ten­ver­samm­lung vorzu­neh­mende Wahl der Vorstands­mit­glie­der. Bei den in Absatz 2 Satz 2 genann­ten ärzt­li­chen Kreis­ver­bän­den ist eine durch Anstei­gen oder Absin­ken der Mitglie­der­zahl verän­derte Zahl der Dele­gier­ten bei den danach erst­mals anste­hen­den ordnungs­ge­mä­ßen Wahlen zu berück­sich­ti­gen; maßge­bend für die Zahl der zu wählen­den Dele­gier­ten ist der in Satz 1 genannte Stich­tag.
Die Dele­gier­ten­ver­samm­lung ist vom Vorstand mindes­tens einmal jähr­lich einzu­be­ru­fen. Außer­or­dent­li­che Dele­gier­ten­ver­samm­lun­gen sind vom Vorstand unver­züg­lich unter Angabe des Verhand­lungs­ge­gen­stands
zu einer binnen zwei Mona­ten nach Zugang des Antrags oder der Anord­nung statt­fin­den­den Zusam­men­kunft einzu­be­ru­fen; in diesen Versamm­lun­gen ist Gele­gen­heit zu geben, den Verhand­lungs­ge­gen­stand in ange­mes­se­nem Umfang zu erör­tern. Im Fall des Satzes 2 Nr. 1 ist zur Beschluss­fä­hig­keit mindes­tens die Anwe­sen­heit der dort genann­ten Zahl von Dele­gier­ten erfor­der­lich, ansons­ten sind außer­or­dent­li­che Dele­gier­ten­ver­samm­lun­gen unbe­scha­det der Zahl der erschie­ne­nen Dele­gier­ten beschluss­fä­hig; hier­auf ist in den Ladun­gen hinzu­wei­sen. Ein weite­rer Antrag nach Satz 2 Nr. 1 zu dem im Wesent­li­chen glei­chen Gegen­stand in dersel­ben Wahl­pe­ri­ode ist nicht zuläs­sig.
Wird die Wahl einer Dele­gier­ten­ver­samm­lung bestands­kräf­tig für ungül­tig erklärt, so ist diese für den Rest der Wahl­pe­ri­ode binnen sechs Mona­ten zu wieder­ho­len, worauf­hin unver­züg­lich der Vorstand und die Ausschüsse neu zu wählen sind. Die Wirk­sam­keit vorher gefas­s­ter Beschlüsse und sonst vorge­nom­me­ner Amts­hand­lun­gen der in Satz 1 genann­ten Organe bleibt unbe­rührt.
Bei ärzt­li­chen Kreis­ver­bän­den ohne Dele­gier­ten­ver­samm­lung gilt Absatz 4 für die Mitglie­der­ver­samm­lung sinn­ge­mäß.
Die ärzt­li­chen Kreis­ver­bände sind berech­tigt, zur Erfül­lung ihrer Aufga­ben von allen Mitglie­dern Beiträge zu erhe­ben. Die Höhe der Beiträge wird in einer Beitrags­ord­nung fest­ge­setzt, die von den Mitglie­dern bzw. Dele­gier­ten der ärzt­li­chen Kreis­ver­bände zu beschlie­ßen ist und zu ihrer Wirk­sam­keit der Zustim­mung der Landes­ärz­te­kam­mer und der Geneh­mi­gung der Regie­rung bedarf. Art. 5 Abs. 1 Satz 2 gilt entspre­chend. Der Vorstand des ärzt­li­chen Kreis­ver­bands kann die Durch­füh­rung der Beitrags­er­he­bung der Landes­ärz­te­kam­mer über­tra­gen.
Die ärzt­li­chen Kreis­ver­bände jedes Regie­rungs­be­zirks sind zu einem ärzt­li­chen Bezirks­ver­band zusam­men­ge­schlos­sen. Der Kreis­ver­band München hat zugleich die Stel­lung eines Bezirks­ver­bands. Die Bezirks­ver­bände sind Körper­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts. Sie führen ein Dienst­sie­gel.
Die Aufga­ben und die Vertre­tung des Bezirks­ver­bands werden durch Satzung bestimmt. Die Satzung bedarf der Zustim­mung der Landes­ärz­te­kam­mer und der Geneh­mi­gung der Regie­rung. Jeder ärzt­li­che Kreis­ver­band muss in der Vorstand­schaft des ärzt­li­chen Bezirks­ver­bands vertre­ten sein. Art. 5 Abs. 1 Satz 2 gilt entspre­chend.
Die zur Erfül­lung der Aufga­ben der ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände erfor­der­li­chen Mittel sind von den ärzt­li­chen Kreis­ver­bän­den im Umla­ge­ver­fah­ren aufzu­brin­gen.
Die ärzt­li­chen Kreis­ver­bände und Bezirks­ver­bände stehen unter der Aufsicht der Landes­ärz­te­kam­mer und der für ihren Sitz zustän­di­gen Regie­rung; örtlich zustän­dig ist die Regie­rung von Ober­bay­ern für die Regie­rungs­be­zirke Ober­bay­ern, Nieder­bay­ern, die Ober­pfalz und Schwa­ben sowie die Regie­rung von Unter­fran­ken für die Regie­rungs­be­zirke Ober­fran­ken, Mittel­fran­ken und Unter­fran­ken. Die Regie­rung und die Landes­ärz­te­kam­mer können jeder­zeit Auskunft über ihre Ange­le­gen­hei­ten und Beschlüsse verlan­gen; die Regie­rung kann außer­dem gesetz- oder satzungs­wid­rige Beschlüsse nach Anhö­rung der Lande­ärz­te­kam­mer außer Kraft setzen. Im Übri­gen finden für die Regie­rung Art. 59 Abs. 2, Art. 112 Satz 2, Art. 113 und 114 der Gemein­de­ord­nung entspre­chende Anwen­dung; die daraus sich erge­ben­den Rechte und Pflich­ten betref­fen an Stelle der Gemeinde den ärzt­li­chen Kreis- oder Bezirks­ver­band, an Stelle des Gemein­de­rats den Vorstand, an Stelle des ersten Bürger­meis­ters den Vorsit­zen­den des ärzt­li­chen Kreis- oder Bezirks­ver­bands und an Stelle der Staats­re­gie­rung das Staats­mi­nis­te­rium.
Die Landes­ärz­te­kam­mer besteht aus 180 Dele­gier­ten der ärzt­li­chen Kreis­ver­bände und der medi­zi­ni­schen Fach­be­rei­che der Landes­u­ni­ver­si­tä­ten. Ihr Sitz ist München. Sie ist eine Körper­schaft des öffent­li­chen Rechts. Sie führt ein Dienst­sie­gel.
Zur Wahr­neh­mung der die deut­sche Ärzte­schaft berüh­ren­den gemein­sa­men Berufs- und Stan­des­fra­gen ist die Landes­ärz­te­kam­mer berech­tigt, sich mit den außer­baye­ri­schen ärzt­li­chen Landes­or­ga­ni­sa­tio­nen zu Arbeits­ge­mein­schaf­ten zusam­men­zu­schlie­ßen.
Die Dele­gier­ten zur Landes­ärz­te­kam­mer und eine ange­mes­sene Zahl von Ersatz­de­le­gier­ten werden auf die Dauer von vier Jahren
In der Wahl­ord­nung, die von der Landes­ärz­te­kam­mer zu erlas­sen ist und der Geneh­mi­gung des Staats­mi­nis­te­ri­ums bedarf, kann die Dauer auf bis zu sechs Jahre verlän­gert werden.
Die medi­zi­ni­schen Fach­be­rei­che der Landes­u­ni­ver­si­tä­ten entsen­den je einen Dele­gier­ten.
Die um die Zahl der nach Absatz 2 zu entsen­den­den Dele­gier­ten vermin­derte Gesamt­zahl der Dele­gier­ten wird auf die ärzt­li­chen Kreis­ver­bände nach der Zahl ihrer Mitglie­der verteilt; auf jeden ärzt­li­chen Kreis­ver­band muss dabei mindes­tens ein zu wählen­der Dele­gier­ter entfal­len. Das Vertei­lungs- und Wahl­ver­fah­ren wird im Übri­gen durch die Wahl­ord­nung gere­gelt.
Der Landes­ärz­te­kam­mer gehö­ren weiter die vorsit­zen­den Vorstands­mit­glie­der der Landes­ärz­te­kam­mer und die ersten vorsit­zen­den Vorstands­mit­glie­der der ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände an, soweit sie nicht bereits Dele­gierte sind.
Ein Dele­gier­ter verliert seinen Sitz in der Landes­ärz­te­kam­mer
Das Mandat eines Dele­gier­ten ruht, solange die in Art. 11 Abs. 5 bezeich­ne­ten Voraus­set­zun­gen beste­hen.
Der Verlust des Sitzes nach Absatz 1 Nr. 2 und das Ruhen des Mandats werden wirk­sam, wenn ein entspre­chen­der Beschluss des Vorstands der Landes­ärz­te­kam­mer dem Dele­gier­ten zuge­stellt ist. Im Fall des Absat­zes 1 oder des Todes eines Dele­gier­ten ist der nach der Wahl­ord­nung (Satzung) nach­rückende Ersatz­de­le­gierte in glei­cher Weise zu verstän­di­gen.
Der Vorstand der Landes­ärz­te­kam­mer besteht aus dem ersten vorsit­zen­den Mitglied, höchs­tens zwei stell­ver­tre­ten­den vorsit­zen­den Mitglie­dern, den ersten vorsit­zen­den Vorstands­mit­glie­dern der ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände sowie höchs­tens zwölf aus der Mitte der Dele­gier­ten zu wählen­den Mitglie­dern; das erste vorsit­zende Mitglied führt die Bezeich­nung „Prä­si­dent“ oder „Prä­si­den­tin“, die stell­ver­tre­ten­den Mitglie­der führen die Bezeich­nung „Vize­prä­si­dent“ oder „Vize­prä­si­den­tin“. Die Amts­dauer des Vorstands beträgt vier Jahre. Art. 11 Abs. 1 Satz 2 gilt entspre­chend.
Die Dele­gier­ten der Landes­ärz­te­kam­mer wählen die vorsit­zen­den Vorstands­mit­glie­der sowie aus ihrer Mitte die übri­gen Vorstands­mit­glie­der und die erfor­der­li­chen Ausschüsse. Art. 5 Abs. 4 gilt im Übri­gen entspre­chend.
Der Vorstand und die Ausschüsse können sich bis zu einem Sieb­tel ihrer Zahl durch Zuwahl wähl­ba­rer Mitglie­der der ärzt­li­chen Kreis­ver­bände ergän­zen.
Art. 12 Abs. 1, 2 und 3 Satz 1 gelten für die Vorstands- und Ausschuss­mit­glie­der entspre­chend.
Die Landes­ärz­te­kam­mer gibt sich eine Satzung, die der Geneh­mi­gung des Staats­mi­nis­te­ri­ums bedarf.
Das erste vorsit­zende Vorstands­mit­glied und jedes der stell­ver­tre­ten­den vorsit­zen­den Vorstands­mit­glie­der vertre­ten die Landes­ärz­te­kam­mer nach Maßgabe der Satzung nach außen.
Die Beschlüsse der Landes­ärz­te­kam­mer und ihres Vorstands sind für die ärzt­li­chen Kreis­ver­bände und Bezirks­ver­bände bindend.
Die Landes­ärz­te­kam­mer ist berech­tigt, zur Erfül­lung ihrer Aufga­ben von allen Mitglie­dern der ärzt­li­chen Kreis­ver­bände Beiträge zu erhe­ben. Die Höhe der Beiträge wird in einer Beitrags­ord­nung fest­ge­setzt, die von der Landes­ärz­te­kam­mer zu erlas­sen ist und der Geneh­mi­gung des Staats­mi­nis­te­ri­ums bedarf.
Die Landes­ärz­te­kam­mer ist berech­tigt, für die Inan­spruch­nahme von Kammer­ein­rich­tun­gen und für Leis­tun­gen und Tätig­kei­ten, die sie in Wahr­neh­mung ihrer Aufga­ben, insbe­son­dere auf dem Gebiet der Weiter­bil­dung, erbringt, Kosten (Gebüh­ren und Ausla­gen) zu erhe­ben. Die Gebüh­ren sind nach dem Verwal­tungs­auf­wand und der Bedeu­tung der Ange­le­gen­heit für den Kosten­schuld­ner zu bemes­sen. Die Gebüh­ren­tat­be­stände und die Höhe der Gebüh­ren setzt die Landes­ärz­te­kam­mer durch Satzung fest, die der Geneh­mi­gung des Staats­mi­nis­te­ri­ums bedarf.
Beiträge und Kosten sind nach Maßgabe des Art. 40 beizu­trei­ben.
Die Landes­ärz­te­kam­mer steht unter der Aufsicht des Staats­mi­nis­te­ri­ums. Dieses kann insbe­son­dere zu den Kammer­sit­zun­gen Vertre­ter entsen­den, denen auf Verlan­gen jeder­zeit das Wort erteilt werden muss. Art. 9 Sätze 2 und 3 finden entspre­chende Anwen­dung.
Das Staats­mi­nis­te­rium kann der Landes­ärz­te­kam­mer beson­dere Aufga­ben über­tra­gen.
Die Ärzte sind verpflich­tet, ihren Beruf gewis­sen­haft auszuü­ben und dem ihnen im Zusam­men­hang mit dem Beruf entge­gen­ge­brach­ten Vertrauen zu entspre­chen.
Die Berufs­ord­nung kann weitere Vorschrif­ten über Berufs­pflich­ten im Rahmen des Art. 17 enthal­ten, insbe­son­dere über
Die Berufs­ord­nung wird von der Landes­ärz­te­kam­mer erlas­sen und bedarf der Geneh­mi­gung des Staats­mi­nis­te­ri­ums.
Das aufgrund eines erteil­ten Zeug­nis­ses über eine abge­schlos­sene spezi­fi­sche Ausbil­dung in der Allge­mein­me­di­zin erwor­bene Bezeich­nungs­recht bleibt unbe­rührt, sofern betrof­fene Ärzte nicht aus ande­rem Grund die in der Weiter­bil­dungs­ord­nung für die Allge­mein­me­di­zin vorge­se­hene Gebiets­be­zeich­nung berech­tigt führen.
Perso­nen, die im Geltungs­be­reich der Bunde­särz­te­ord­nung den ärzt­li­chen Beruf auszuü­ben berech­tigt sind und nach dem Recht eines ande­ren Mitglied­staa­tes der Euro­päi­schen Union, eines ande­ren Vertrags­staa­tes des Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum oder eines Vertrags­staa­tes, dem Deutsch­land und die Euro­päi­sche Gemein­schaft oder Deutsch­land und die Euro­päi­sche Union vertrag­lich einen entspre­chen­den Rechts­an­spruch einge­räumt haben, zur Ausfüh­rung von Art. 1 der Richt­li­nie 86/457/EWG des Rates vom 15. Septem­ber 1986 über eine spezi­fi­sche Ausbil­dung in der Allge­mein­me­di­zin (ABl L 267 S. 26), von Art. 30 der Richt­li­nie 93/16/EWG des Rates vom 5. April 1993 zur Erleich­te­rung der Frei­zü­gig­keit für Ärzte und zur gegen­sei­ti­gen Aner­ken­nung ihrer Diplome, Prüfungs­zeug­nisse und sons­ti­gen Befä­hi­gungs­nach­weise (ABl L 165 S. 1) oder gemäß Art. 28 der Richt­li­nie 2005/36/EG des Euro­päi­schen Parla­ments und des Rates vom 7. Septem­ber 2005 über die Aner­ken­nung von Berufs­qua­li­fi­ka­tio­nen (ABl L 255 S. 22, ber. 2007 ABl L 271 S. 18, 2008 ABl L 93 S. 28, 2009 ABl L 33 S. 49) einen Ausbil­dungs­nach­weis über eine abge­leis­tete spezi­fi­sche oder beson­dere Ausbil­dung in der Allge­mein­me­di­zin erwor­ben haben, erhal­ten auf Antrag die entspre­chende Aner­ken­nung nach Art. 29 Abs. 1 Satz 1. Für Inha­ber eines in einem Dritt­staat ausge­stell­ten und von einem Staat nach Satz 1 gemäß Art. 2 Abs. 2 der Richt­li­nie 2005/36/EG aner­kann­ten Nach­wei­ses gilt Satz 1 nur, wenn der Inha­ber in dem aner­ken­nen­den Mitglied- oder Vertrags­staat drei Jahre Berufs­er­fah­rung in diesem Beruf erwor­ben hat und dies von dem Mitglied- oder Vertrags­staat beschei­nigt wird.
Ärzte, die vor dem 1. Januar 2006 eine spezi­fi­sche Ausbil­dung in der Allge­mein­me­di­zin begon­nen und noch nicht abge­schlos­sen haben, können diese als Weiter­bil­dung in dem die Allge­mein­me­di­zin betref­fen­den Gebiet nach den Bestim­mun­gen der Weiter­bil­dungs­ord­nung abschlie­ßen.
Auf Antrag werden in einem Staat nach Art. 22 Abs. 2 Satz 1 zurück­ge­legte Ausbil­dungs­zei­ten auf den Weiter­bil­dungs­gang im Sinn des Art. 23 ange­rech­net, wenn eine Beschei­ni­gung der zustän­di­gen Behörde des betrof­fe­nen Staa­tes vorge­legt wird, aus der sich neben der Ausbil­dungs­dauer und der Art der Ausbil­dungs­ein­rich­tung ergibt, dass die Ausbil­dung nach dem Recht dieses Staa­tes zur Ausfüh­rung von Art. 2 Abs. 1 Buchst. c Satz 2 der Richt­li­nie 86/457/EWG, von Art. 31 Abs. 1 Buchst. c Satz 2 der Richt­li­nie 93/16/EWG vom 5. April 1993, geän­dert durch die Richt­li­nie vom 14. Mai 2001, oder von Art. 28 Abs. 3 Unter­abs. 2 und 3 der Richt­li­nie 2005/36/EG erfolgt ist.
Wer am 1. Januar 1990 als nieder­ge­las­se­ner Arzt oder als nieder­ge­las­sene Ärztin die Bezeich­nung „prak­ti­scher Arzt“ oder „prak­ti­sche Ärztin“ berech­tigt geführt hat, darf sie weiter führen. Zur Führung dieser Bezeich­nung sind auch Ärzte berech­tigt, die bis zum 31. Dezem­ber 1990 die kassen­arzt­recht­li­che Vorbe­rei­tungs­zeit voll­stän­dig abge­leis­tet und sich bis spätes­tens 31. Dezem­ber 1991, ohne eine Gebiets­be­zeich­nung zu führen, nieder­ge­las­sen hatten.
Der Voll­zug des Abschnitts III obliegt der Landes­ärz­te­kam­mer.
Ärzte können nach Maßgabe der Art. 28 bis 36 neben ihrer Berufs­be­zeich­nung weitere Bezeich­nun­gen führen, die auf beson­dere Kennt­nisse und Fähig­kei­ten in einem bestimm­ten medi­zi­ni­schen Gebiet (Gebiets­be­zeich­nung) oder Teil­ge­biet (Teil­ge­biets­be­zeich­nung) oder auf andere zusätz­lich erwor­bene Kennt­nisse und Fähig­kei­ten (Zusatz­be­zeich­nung) hinwei­sen.
Die Bezeich­nun­gen nach Art. 27 bestimmt die Landes­ärz­te­kam­mer in den Fach­rich­tun­gen
und in Verbin­dun­gen dieser Fach­rich­tun­gen, wenn dies im Hinblick auf die medi­zi­ni­sche Entwick­lung und eine ange­mes­sene ärzt­li­che Versor­gung erfor­der­lich ist.
Die Bestim­mung von Bezeich­nun­gen ist aufzu­he­ben, wenn die in Absatz 1 genann­ten Voraus­set­zun­gen nicht mehr gege­ben sind.
Gebiets­be­zeich­nun­gen sind auch die Bezeich­nun­gen „All­ge­mein­me­di­zin“ und „Öffent­li­ches Gesund­heits­we­sen“.
Die in der Weiter­bil­dungs­ord­nung fest­zu­le­gen­den Voraus­set­zun­gen für den Erwerb der die Allge­mein­me­di­zin betref­fen­den Gebiets­be­zeich­nung müssen den Mindest­an­for­de­run­gen genü­gen, die an die beson­dere Ausbil­dung in der Allge­mein­me­di­zin gemäß Art. 28 der Richt­li­nie 2005/36/EG gestellt werden. Die hier­nach vorge­se­hene Gebiets­be­zeich­nung muss ferner der gemäß Art. 21 Abs. 7 Unter­abs. 2 der Richt­li­nie nach Satz 1 einheit­lich für die Bundes­re­pu­blik Deutsch­land im Amts­blatt der Euro­päi­schen Union bekannt gemach­ten Bezeich­nung entspre­chen.
Eine Bezeich­nung nach Art. 27 darf führen, wer eine Aner­ken­nung erhal­ten hat. Die Aner­ken­nung erhält der Arzt, der die vorge­schrie­bene Weiter­bil­dung erfolg­reich abge­schlos­sen hat.
Mehrere Gebiets­be­zeich­nun­gen dürfen auf verwand­ten Gebie­ten neben­ein­an­der geführt werden.
Teil­ge­biets­be­zeich­nun­gen dürfen nur zusam­men mit der Bezeich­nung des Gebiets geführt werden, dem die Teil­ge­biete zuge­hö­ren.
Die Weiter­bil­dung in den Gebie­ten und Teil­ge­bie­ten erfolgt in prak­ti­scher Berufs­tä­tig­keit und theo­re­ti­scher Unter­wei­sung.
Die Weiter­bil­dung in den Gebie­ten darf drei Jahre nicht unter­schrei­ten und soll in der Regel sechs Jahre nicht über­schrei­ten. Die Weiter­bil­dung darf erst begon­nen werden, wenn eine ärzt­li­che Grund­aus­bil­dung nach den Vorga­ben der Richt­li­nie 2005/36/EG abge­schlos­sen und nach den Vorschrif­ten der Bunde­särz­te­ord­nung aner­kannt wurde, mit der ange­mes­sene medi­zi­ni­sche Grund­kennt­nisse erwor­ben wurden.
Die Weiter­bil­dung in den Teil­ge­bie­ten kann im Rahmen der Weiter­bil­dung in dem Gebiet durch­ge­führt werden, dem die Teil­ge­biete zuge­hö­ren, wenn es die Weiter­bil­dungs­ord­nung zulässt.
Die Weiter­bil­dung in den Gebie­ten und Teil­ge­bie­ten hat der Weiter­zu­bil­dende ganz­tä­gig und in haupt­be­ruf­li­cher Stel­lung abzu­leis­ten. Dies gilt auch für eine Weiter­bil­dung in Berei­chen, sofern in der Weiter­bil­dungs­ord­nung nichts ande­res bestimmt ist. Zeiten bei einer Weiter­bil­dungs­stätte und einem weiter­bil­den­den Arzt unter sechs Mona­ten werden nur ange­rech­net, wenn sie vorge­schrie­ben sind. Die Landes­ärz­te­kam­mer kann von Satz 3 abwei­chende Bestim­mun­gen für die Weiter­bil­dung in einzel­nen Gebie­ten und Teil­ge­bie­ten tref­fen sowie im einzel­nen Ausnah­men zulas­sen, wenn es mit den Zielen der Weiter­bil­dung verein­bar ist.
Die Weiter­bil­dung kann mit vorhe­ri­ger Zustim­mung der Landes­ärz­te­kam­mer nach nähe­rer Maßgabe der Weiter­bil­dungs­ord­nung in gerin­ge­ren Umfang als der übli­chen wöchent­li­chen Arbeits­zeit erfol­gen, wenn eine Weiter­bil­dung in Voll­zeit­tä­tig­keit aus stich­hal­ti­gem Grund nicht möglich oder nicht zumut­bar ist und wenn und soweit eine Teil­zeit­tä­tig­keit das Ziel der Weiter­bil­dung im jewei­li­gen Gebiet, Teil­ge­biet oder Bereich nicht beein­träch­tigt. Die Weiter­bil­dungs­zeit verlän­gert sich entspre­chend.
Eine Zeit beruf­li­cher Tätig­keit, in der auch eine eigene Praxis ausge­übt wird, ist auf Weiter­bil­dungs­zei­ten für die Gebiete und Teil­ge­biete nicht anrech­nungs­fä­hig.
Die Weiter­bil­dung umfasst insbe­son­dere die für den Erwerb der jewei­li­gen Bezeich­nung nach Art. 27 erfor­der­li­che Vertie­fung der Kennt­nisse und Fähig­kei­ten in der Verhü­tung, Erken­nung und Behand­lung von Krank­hei­ten, Körper­schä­den und Leiden, einschließ­lich der Wech­sel­be­zie­hun­gen zwischen Mensch und Umwelt, sowie in den notwen­di­gen Maßnah­men der Reha­bi­li­ta­tion.
Das Staats­mi­nis­te­rium wird ermäch­tigt, durch Rechts­ver­ord­nung die Voraus­set­zun­gen für die Ertei­lung der Aner­ken­nung in dem Gebiet „Öffent­li­ches Gesund­heits­we­sen“, insbe­son­dere Inhalt und Dauer der Weiter­bil­dung im Rahmen des Absat­zes 2 zu regeln.
Die Weiter­bil­dung in Gebie­ten und Teil­ge­bie­ten wird unter verant­wort­li­cher Leitung ermäch­tig­ter Ärzte in einem Univer­si­täts­zen­trum, einer Univer­si­täts­kli­nik oder in einer hierzu von der zustän­di­gen Behörde oder Stelle zuge­las­se­nen Einrich­tung der ärzt­li­chen Versor­gung (Weiter­bil­dungs­stät­ten) durch­ge­führt. Die Weiter­bil­dungs­ord­nung kann vorse­hen, dass auch die Weiter­bil­dung in Berei­chen unter verant­wort­li­cher Leitung entspre­chend ermäch­tig­ter Ärzte durch­ge­führt wird. Die Weiter­bil­dung in Gebie­ten und Teil­ge­bie­ten kann nach nähe­rer Maßgabe der Weiter­bil­dungs­ord­nung auch bei einem ermäch­tig­ten nieder­ge­las­se­nen Arzt durch­ge­führt werden. Die Weiter­bil­dung im Gebiet „Öffent­li­ches Gesund­heits­we­sen“ wird in beson­de­ren, vom Staats­mi­nis­te­rium bestimm­ten Einrich­tun­gen durch­ge­führt.
Die Ermäch­ti­gung zur Weiter­bil­dung nach Absatz 1 kann nur erteilt werden, wenn der Arzt fach­lich und persön­lich geeig­net ist und wenn und soweit die Voraus­set­zun­gen nach Absatz 4 Satz 1 Nrn. 1 und 2 vorlie­gen. Sie kann für ein Gebiet oder Teil­ge­biet nur erteilt werden, wenn der Arzt die entspre­chende Bezeich­nung führt; sie kann mehre­ren Ärzten gemein­sam erteilt werden. Satz 2 Halb­satz 1 gilt für eine in der Weiter­bil­dungs­ord­nung fest­zu­le­gende ange­mes­sene Über­gangs­zeit nicht, wenn die Landes­ärz­te­kam­mer nach Art. 28 Abs. 1 eine neue Bezeich­nung bestimmt.
Der ermäch­tigte Arzt ist verpflich­tet, die Weiter­bil­dung entspre­chend den Weiter­bil­dungs­be­stim­mun­gen dieses Geset­zes sowie der Weiter­bil­dungs­ord­nung durch­zu­füh­ren. Über die Weiter­bil­dung hat er in jedem Einzel­fall ein Zeug­nis auszu­stel­len.
Die Zulas­sung einer Kran­ken­haus­ab­tei­lung als Weiter­bil­dungs­stätte setzt voraus, dass
Dies gilt sinn­ge­mäß für Insti­tute und andere Einrich­tun­gen.
Mit der Been­di­gung der Tätig­keit des Arztes an der Weiter­bil­dungs­stätte erlischt seine Ermäch­ti­gung zur Weiter­bil­dung.
Für die Ertei­lung einer Weiter­bil­dungs­be­fug­nis ist es zwin­gend notwen­dig, dass der betref­fende Arzt die Bezeich­nung führt, für die er eine Weiter­bil­dungs­be­fug­nis bean­tra­gen möchte. Somit ist für einen Prak­ti­schen Arzt die Ertei­lung einer Weiter­bil­dungs­be­fug­nis in der ambu­lan­ten haus­ärzt­li­chen Versor­gung zum Fach­arzt für Allge­mein­me­di­zin nicht möglich.
Über die Ermäch­ti­gung des Arztes und den Wider­ruf der Ermäch­ti­gung entschei­det die Landes­ärz­te­kam­mer. Die Ermäch­ti­gung bedarf eines Antrags.
Die Landes­ärz­te­kam­mer führt ein Verzeich­nis der ermäch­tig­ten Ärzte, aus dem hervor­geht, in welchem Umfang sie zur Weiter­bil­dung ermäch­tigt sind. Das Verzeich­nis ist bekanntz­u­ma­chen.
Über die Zulas­sung der Weiter­bil­dungs­stätte und den Wider­ruf der Zulas­sung entschei­det die Landes­ärz­te­kam­mer. Die Zulas­sung bedarf eines Antrags. Die zuge­las­se­nen Weiter­bil­dungs­stät­ten sind bekanntz­u­ma­chen.
Die Aner­ken­nung nach Art. 29 Abs. 1 ist bei der Landes­ärz­te­kam­mer zu bean­tra­gen. Diese entschei­det über den Antrag auf Grund des Ergeb­nis­ses einer Prüfung der vorge­leg­ten Zeug­nisse über den Inhalt, den Umfang und den Erfolg der nach abge­schlos­se­nem Medi­zin­stu­dium durch­lau­fe­nen Weiter­bil­dung in dem gewähl­ten Gebiet, Teil­ge­biet oder Bereich (Art. 27) und eines Prüfungs­ge­sprächs über die erwor­be­nen beson­de­ren oder zusätz­li­chen Kennt­nisse und Fähig­kei­ten in theo­re­ti­scher und prak­ti­scher Hinsicht. Die Weiter­bil­dungs­ord­nung kann auch für die Weiter­bil­dung in Berei­chen ein Prüfungs­ge­spräch vorse­hen.
Der Vorstand der Landes­ärz­te­kam­mer bestellt einen Ausschuss, der die Zeug­nisse im Sinn des Absat­zes 1 Satz 2 prüft und die Prüfungs­ge­sprä­che durch­führt. Bei Bedarf sind mehrere Ausschüsse zu bilden. Jedem Ausschuss gehö­ren mindes­tens drei Mitglie­der an. Das Staats­mi­nis­te­rium kann ein weite­res Mitglied bestim­men. Das Prüfungs­ge­spräch kann auch bei Abwe­sen­heit des vom Staats­mi­nis­te­rium bestimm­ten Mitglieds durch­ge­führt werden.
Kann die Aner­ken­nung nicht erteilt werden, so kann der Ausschuss vor Wieder­ho­lung des Verfah­rens nach Absatz 1 die vorge­schrie­bene Weiter­bil­dungs­zeit verlän­gern und beson­dere Anfor­de­run­gen an die Weiter­bil­dung stel­len. Das Aner­ken­nungs­ver­fah­ren kann mehr­mals wieder­holt werden.
Wer in einem von Art. 30 und 31 abwei­chen­den Weiter­bil­dungs­gang eine Weiter­bil­dung abge­schlos­sen hat, erhält auf Antrag die Aner­ken­nung, wenn die Weiter­bil­dung gleich­wer­tig ist. Eine nicht abge­schlos­sene oder eine abge­schlos­sene, aber nicht gleich­wer­tige Weiter­bil­dung kann unter voll­stän­di­ger oder teil­wei­ser Anrech­nung der bisher abge­leis­te­ten Weiter­bil­dungs­zei­ten nach den Weiter­bil­dungs­vor­schrif­ten dieses Geset­zes abge­schlos­sen werden. Über die Anrech­nung entschei­det die Landes­ärz­te­kam­mer. Die Sätze 2 und 3 gelten entspre­chend für die Tätig­keit als Arzt im Prak­ti­kum nach § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 der Bunde­särz­te­ord­nung, wenn die abge­leis­tete Tätig­keit der Weiter­bil­dung gleich­wer­tig ist.
Auf Antrag erhält die Aner­ken­nung nach Art. 29 Abs. 1 Satz 1, wer einen Ausbil­dungs­nach­weis eines Mitglied­staa­tes der Euro­päi­schen Union oder eines ande­ren Vertrags­staa­tes des Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum oder der Schweiz besitzt, der eine Weiter­bil­dung zum Fach­arzt beschei­nigt und nach der Richt­li­nie 2005/36/EG auch unter Berück­sich­ti­gung erwor­be­ner Rechte auto­ma­tisch aner­kannt wird. Wer einen Ausbil­dungs­nach­weis über eine Weiter­bil­dung zum Fach­arzt besitzt, der nicht nach Satz 1 auto­ma­tisch aner­kannt wird, erhält die Aner­ken­nung nach Art. 29 Abs. 1 Satz 1 unter den Voraus­set­zun­gen von Art. 10 Buchst. b, d oder g und Art. 13 der Richt­li­nie 2005/36/EG. Die Antrag­stel­len­den haben eine Prüfung abzu­le­gen, wenn sich der Inhalt ihrer Weiter­bil­dung wesent­lich von dem in der Weiter­bil­dungs­ord­nung vorge­se­he­nen Inhalt unter­schei­det. Die Prüfung erstreckt sich auf dieje­ni­gen Weiter­bil­dungs­in­halte, in welchen wesent­li­che Ausbil­dungs­un­ter­schiede fest­ge­stellt wurden. Ein Unter­schied ist wesent­lich, wenn die fehlen­den Kennt­nisse eine wesent­li­che Voraus­set­zung für die Ausübung des Berufs darstel­len. Sätze 3 bis 5 gelten nicht, soweit die von den Antrag­stel­len­den im Rahmen ihrer Berufs­pra­xis erwor­be­nen Kennt­nisse und Fähig­kei­ten den wesent­li­chen Unter­schied im Sinn von Satz 3 ausglei­chen. Für die Aner­ken­nung eines Ausbil­dungs­nach­wei­ses, der in einem ande­ren als den in Satz 1 genann­ten Staa­ten ausge­stellt worden ist, gelten die Sätze 2 bis 6 entspre­chend mit der Maßgabe, dass sich die Prü­fung abwei­chend von Satz 4 auf den Inhalt der regu­lären Prü­fung nach der Weiter­bil­dungs­ord­nung bezieht.
Die Landes­ärz­te­kam­mer bestä­tigt den Antrag­stel­len­den binnen eines Monats den Eingang der Unter­la­gen und teilt ihnen gege­be­nen­falls mit, welche Unter­la­gen fehlen. Die Entschei­dung über die Aner­ken­nung wird inner­halb einer Frist von drei Mona­ten ab dem Zeit-punkt, an dem die Antrag­stel­len­den den Antrag zusam­men mit den voll­stän­di­gen Unter­la­gen einge­reicht haben, durch rechts­mit­tel­fä­hi­gen Bescheid getrof­fen und muss begrün­det werden; im Fall der Aner-kennung nach Abs. 5 Sätze 2 bis 6 beträgt die Frist vier Monate. Die Landes­ärz­te­kam­mer hat zu ge- währ­leis­ten, dass eine aufer­legte Prü­fung im Sinn von Abs. 5 Satz 4 inner­halb von sechs Mona­ten nach Bekannt­gabe des Bescheids erst-mals abge­legt werden kann. 4Die Bezeich­nung im Sinn von Art. 27 ist in deut­scher Spra­che zu führen.
Im Gebiet „Öffent­li­ches Gesund­heits­we­sen“ wird der erfolg­rei­che Abschluss der Weiter­bil­dung durch das Beste­hen der Prüfung an einer Akade­mie für das öffent­li­che Gesund­heits­we­sen nach­ge­wie­sen. Die Aner­ken­nung wird erst erteilt, wenn die vorge­schrie­bene Weiter­bil­dungs­zeit abge­leis­tet ist. Die Aner­ken­nung erteilt das Staats­mi­nis­te­rium.
Wer eine Gebiets­be­zeich­nung führt, darf grund­sätz­lich nur in dem Gebiet, wer eine Teil­ge­biets­be­zeich­nung führt, muss auch in dem Teil­ge­biet tätig sein, dessen Bezeich­nung er führt.
Wer eine Gebiets­be­zeich­nung führt, soll sich in der Regel nur durch Berufs­an­ge­hö­rige vertre­ten lassen, die dieselbe Gebiets­be­zeich­nung führen.
Wer eine Bezeich­nung nach Art. 27 führt, hat sich in dem Gebiet, Teil­ge­biet oder Bereich, auf das sich die Bezeich­nung bezieht, und, wenn die Voraus­set­zun­gen für die Teil­nahme nach Art. 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 vorlie­gen, auch für eine Tätig­keit im Rahmen des Notfall- und Bereit­schafts­diens­tes fort­zu­bil­den.
Die Landes­ärz­te­kam­mer erlässt eine Weiter­bil­dungs­ord­nung, die der Geneh­mi­gung des Staats­mi­nis­te­ri­ums bedarf.
In der Weiter­bil­dungs­ord­nung sind insbe­son­dere zu regeln
die Voraussetzungen für die Erteilung der Ermächtigung und Zulassung nach Art. 31 Abs. 2, 4 und 5 sowie für die Rücknahme und den Widerruf der Ermächtigung und Zulassung,
In der Weiter­bil­dungs­ord­nung können auch beson­dere Vorbil­dungs­vor­aus­set­zun­gen für die Weiter­bil­dung in berufs­über­grei­fen­den Gebie­ten fest­ge­legt werden.
Unter den Voraus­set­zun­gen des Art. 28 Abs. 1 können in der Weiter­bil­dungs­ord­nung weitere Befä­hi­gun­gen in der Form des Erwerbs
von Fachkunden in ärztlichen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die ihrer Eigenart nach besondere Kenntnisse und Erfahrungen des Arztes voraussetzen, vorgesehen werden.
Die zu regeln­den Anfor­de­run­gen an den Erwerb dieser Befä­hi­gun­gen können sich dabei nach den Anfor­de­run­gen rich­ten, die in diesem Abschnitt an die Weiter­bil­dung in den Gebie­ten und Teil­ge­bie­ten gestellt werden. Den Erwerb dieser Befä­hi­gun­gen bestä­tigt die Lande­ärz­te­kam­mer durch eine Beschei­ni­gung. Deren Inha­ber sind zur Ankün­di­gung dieser Befä­hi­gun­gen berech­tigt, wenn sie inso­weit tätig sind.
In der Weiter­bil­dungs­ord­nung können die Voraus­set­zun­gen für die Ertei­lung sowie die Rück­nahme und den Wider­ruf einer Verbun­der­mäch­ti­gung für mehrere in einer Region beste­hende und zusam­men­ar­bei­tende Weiter­bil­dungs­stät­ten oder für mehrere Weiter­bil­dende in einer Weiter­bil­dungs­stätte fest­ge­legt werden, die für sich allein nicht zur Durch­füh­rung der voll­stän­di­gen Weiter­bil­dung in einem Gebiet, Teil­ge­biet oder einer Zusatz­be­zeich­nung ermäch­tigt worden sind. Dabei darf die Ertei­lung einer Verbun­der­mäch­ti­gung nur vorge­se­hen werden, wenn sicher­ge­stellt ist, dass die von der Verbun­der­mäch­ti­gung umfass­ten Weiter­bil­dungs­stät­ten oder Weiter­bil­den­den in einer Weiter­bil­dungs­stätte in geeig­ne­ter Weise zusam­men­ar­bei­ten, um die voll­stän­dige Weiter­bil­dung in zeit­lich aufein­an­der­fol­gen­den und aufein­an­der abge­stimm­ten Abschnit­ten zu gewähr­leis­ten. Praxen nieder­ge­las­se­ner Ärzte können in die Verbun­der­mäch­ti­gung einbe­zo­gen werden, wenn dies für die Weiter­bil­dung erfor­der­lich oder sinn­voll ist.
ln der Weiter­bil­dungs­ord­nung kann eine Befrei­ung für einen Teil einer Weiter­bil­dung vorge­se­hen werden, wenn dieser Teil bereits im Rahmen einer ande­ren fachärzt­li­chen Weiter­bil­dung absol­viert wurde. Über die Befrei­ung entschei­det die Landes­ärz­te­kam­mer im Einzel­fall; eine Befrei­ung darf im Umfang von höchs­tens der Hälfte der Mindest­dauer der jewei­li­gen Fach­arzt­wei­ter­bil­dung ausge­spro­chen werden.
Die im übri­gen Geltungs­be­reich der Bunde­särz­te­ord­nung erteilte Aner­ken­nung, eine Bezeich­nung im Sinn des Art. 27 zu führen, gilt auch im Frei­staat Bayern.
Zustän­dig für die Verfol­gung einer Berufs­pflicht­ver­let­zung eines Arztes ist der ärzt­li­che Bezirks­ver­band, in dessen Bezirk der ärzt­li­che Kreis­ver­band liegt, bei dem die Mitglied­schaft des Arztes besteht. Die Verfol­gung einer Berufs­pflicht­ver­let­zung ist ausge­schlos­sen, soweit und solange eine vergleich­bare ärzt­li­che Berufs­ver­tre­tung eines ande­ren Landes ein Mitglied wegen dessel­ben Sach­ver­halts berufs­recht­lich verfolgt. In Fällen des Satzes 2 unter­rich­tet der zustän­dige ärzt­li­che Bezirks­ver­band die Berufs­ver­tre­tung des ande­ren Landes über ihm bekannte Umstände in Bezug auf das Mitglied, die für die Verfol­gung der Berufs­pflicht­ver­let­zung erfor­der­lich sind.
Ärzt­li­che Kreis- und Bezirks­ver­bände, in deren Bereich ein Arzt, auch ohne dort Mitglied zu sein, ärzt­lich tätig ist, unter­rich­ten den nach Abs. 1 Satz 1 zustän­di­gen Bezirks­ver­band über tatsäch­li­che Anhalts­punkte für eine Berufs­pflicht­ver­let­zung des Arztes. Der nach Abs. 1 Satz 1 zustän­dige ärzt­li­che Bezirks­ver­band unter­rich­tet die ärzt­li­chen Berufs­ver­tre­tun­gen eines ande­ren Landes, bei welchen der Arzt eben­falls Mitglied ist, über die Einlei­tung, den Gegen­stand und den Ausgang eines in Anse­hung einer Berufs­pflicht­ver­let­zung durch­ge­führ­ten berufs­auf­sicht­li­chen Verfah­rens.
Zur Beile­gung von Strei­tig­kei­ten zwischen Ärzten sowie zwischen einem Arzt und einem Nicht­arzt, die sich aus der ärzt­li­chen Tätig­keit erge­ben, hat der Vorstand des ärzt­li­chen Kreis­ver­bands einen Vermitt­ler zu bestel­len.
Bei Strei­tig­kei­ten zwischen Ärzten unter­ein­an­der unter­nimmt der Vermitt­ler des ärzt­li­chen Kreis­ver­bands von sich aus oder auf Antrag eines Betei­lig­ten einen Vermitt­lungs­ver­such. Erhebt ein Betei­lig­ter vor Beginn des Vermitt­lungs­ver­suchs Wider­spruch, so entfällt eine Tätig­keit des Vermitt­lers.
Bei Strei­tig­kei­ten zwischen einem Arzt und einem Nicht­arzt wird der Vermitt­ler des ärzt­li­chen Kreis­ver­bands nur auf Antrag eines Betei­lig­ten mit ausdrück­li­cher Zustim­mung des ande­ren Betei­lig­ten tätig.
Der Vermitt­ler hat inner­halb von vier Wochen nach Anru­fung tätig zu werden. Er kann von den Betei­lig­ten Auskunft verlan­gen, soweit nicht das ärzt­li­che Berufs­ge­heim­nis oder eine dienst­li­che Verpflich­tung zur Verschwie­gen­heit entge­gen­steht, sowie persön­li­ches Erschei­nen veran­las­sen.
Kommt ein Ausgleich nicht zustande, ist die Tätig­keit des Vermitt­lers been­det.
Zustän­dig zur Durch­füh­rung des Vermitt­lungs­ver­fah­rens ist der ärzt­li­che Kreis­ver­band, dem die betei­lig­ten Ärzte ange­hö­ren. Gehö­ren die betei­lig­ten Ärzte verschie­de­nen Kreis­ver­bän­den an, so ist der zunächst um Vermitt­lung ange­gan­gene Kreis­ver­band zustän­dig.
Der Vorstand des ärzt­li­chen Bezirks­ver­bands kann ein Mitglied, das die ihm oblie­gen­den Berufs­pflich­ten verletzt hat, rügen, wenn die Schuld gering ist und der Antrag auf Einlei­tung eines berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens nicht erfor­der­lich erscheint. In Verbin­dung mit der Rüge kann gegen das Mitglied eine Geld­buße bis fünf­tau­send Euro verhängt werden, die zuguns­ten sozia­ler Einrich­tun­gen der Kammer zu zahlen ist. Art. 40 gilt entspre­chend. Ärzte im öffent­li­chen Dienst unter­lie­gen hinsicht­lich ihrer dienst­li­chen Tätig­keit nicht dem Rüge­recht
Das Rüge­recht erlischt, sobald wegen dessel­ben Sach­ver­halts ein berufs­ge­richt­li­ches Verfah­ren gegen das Mitglied einge­lei­tet ist. Abwei­chend von Satz 1 kann in den Fällen des Art. 79 Abs. 1 Satz 2 und des Art. 83 Abs. 2 Satz 2 das Rüge­recht wieder ausge­übt werden. Im Übri­gen gelten Art. 66 Abs. 2 und Art. 67 Abs. 3 entspre­chend.
Vor Ertei­lung der Rüge ist das Mitglied zu hören. Der Bescheid, durch den das Verhal­ten des Mitglieds gerügt wird, ist zu begrün­den. Er ist dem Mitglied mit Rechts­mit­tel­be­leh­rung zuzu­stel­len. Eine Zweit­schrift des Bescheids ist der Landes­ärz­te­kam­mer und der Regie­rung zu über­sen­den.
Gegen den Bescheid kann das Mitglied inner­halb eines Monats nach Zustel­lung schrift­lich Beschwerde bei der Landes­ärz­te­kam­mer erhe­ben. Über die Beschwerde entschei­det der Vorstand der Landes­ärz­te­kam­mer; Absatz 3 Sätze 2 und 3 gelten entspre­chend. Eine Zweit­schrift des Beschwer­de­be­scheids ist dem ärzt­li­chen Bezirks­ver­band, der den Rüge­be­scheid erlas­sen hat, und der Regie­rung zu über­sen­den.
Wird die Beschwerde gegen den Rüge­be­scheid ganz oder teil­weise zurück­ge­wie­sen, so kann das Mitglied inso­weit inner­halb eines Monats nach der Zustel­lung Antrag auf gericht­li­che Entschei­dung durch das Berufs­ge­richt stel­len. Werden neue Tatsa­chen oder Beweis­mit­tel bekannt, so kann das Mitglied noch inner­halb eines Jahres nach Zustel­lung des Beschwer­de­be­scheids den Antrag stel­len. Der Antrag kann bis zu Beginn der münd­li­chen Verhand­lung oder, wenn das Beschluss­ver­fah­ren nach Art. 84 Abs. 3 durch­ge­führt wird, bis zur Entschei­dung des Gerichts zurück­ge­nom­men werden.
Das Berufs­ge­richt bestä­tigt den Beschwer­de­be­scheid, soweit es eine Berufs­ver­feh­lung für nach­ge­wie­sen hält, andern­falls hebt es Beschwer­de­be­scheid und Rüge­be­scheid auf. Der Rüge­be­scheid kann nicht deshalb aufge­ho­ben werden, weil der Vorstand des ärzt­li­chen Bezirks­ver­bands zu Unrecht ange­nom­men hat, dass die Schuld des Mitglieds nur gering und der Antrag auf Einlei­tung eines berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens nicht erfor­der­lich sei. Im Übri­gen sind auf das Verfah­ren die Vorschrif­ten des Sechs­ten Teils entspre­chend anzu­wen­den mit Ausnahme der Art. 67 Abs. 1, 2 und 4, Art. 79 bis 83 und 90 bis 92.
Die Ertei­lung einer Rüge steht einem berufs­ge­richt­li­chen Verfah­ren wegen dessel­ben Sach­ver­halts auf Antrag gemäß Art. 77 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 nicht entge­gen. Jedoch kann der ärzt­li­che Bezirks­ver­band und nach Ablauf von einem Monat nach Zugang des Rüge­be­scheids auch die Regie­rung die Einlei­tung des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens nur noch bean­tra­gen, wenn nach Ertei­lung der Rüge neue Tatsa­chen oder Beweis­mit­tel bekannt gewor­den sind, die die Berufs­ver­feh­lung als durch eine Rüge nicht genü­gend geahn­det erschei­nen lassen. Der Antrag kann nur inner­halb eines Jahres nach Ertei­lung der Rüge gestellt werden.
Bei einem Verfah­ren nach Absatz 7 wird die Rüge mit Rechts­kraft der Entschei­dung des Berufs­ge­richts gegen­stands­los. Hält das Berufs­ge­richt die Durch­füh­rung eines berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens wegen Gering­fü­gig­keit der erho­be­nen Beschul­di­gun­gen nicht für erfor­der­lich oder stellt es wegen der Gering­fü­gig­keit der Berufs­pflicht­ver­let­zung das Verfah­ren ein, so hat es in seinem Beschluss die Rüge aufrecht­zu­er­hal­ten, wenn die Nach­prü­fung ergibt, dass sie zu Recht erteilt wurde.
Der Vorstand des ärzt­li­chen Bezirks­ver­bands bean­tragt die Einlei­tung des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens (Art. 77 Abs. 1 Nr. 1), wenn eine Rüge nach Art. 38 Abs. 1 zur Ahndung der Verlet­zung der Berufs­pflicht nicht ausreicht oder wenn das Mitglied trotz einer rechts­wirk­sam erteil­ten Rüge sein bean­stan­de­tes Verhal­ten fort­setzt.
Bei einem beam­te­ten Arzt, auf den eine Diszi­pli­nar­ord­nung Anwen­dung findet, setzt der Vorstand des ärzt­li­chen Bezirks­ver­bands den Dienst­vor­ge­setz­ten des Arztes über die Verlet­zung der Berufs­pflicht in Kennt­nis.
Ist wegen des zu bean­stan­den­den Verhal­tens bei einem Gericht oder einer Behörde gegen das Mitglied bereits der Antrag auf Einlei­tung eines Straf-, Bußgeld- oder Diszi­pli­nar­ver­fah­rens gestellt worden, so kann der Vorstand des ärzt­li­chen Bezirks­ver­bands den Antrag auf Einlei­tung des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens bis zum rechts­kräf­ti­gen Abschluss des ande­ren Verfah­rens zurück­stel­len. Nach Abschluss dieses Verfah­rens kann er von dem Antrag nach Absatz 1 abse­hen, wenn nicht Maßnah­men nach Art. 67 Abs. 1 Nr. 3 oder Nr. 4 ange­zeigt sind oder sonst die Voraus­set­zun­gen für eine zusätz­li­che berufs­ge­richt­li­che Ahndung nach Art. 67 Abs. 3 vorlie­gen. Die Entschei­dung, mit der der Antrag auf Einlei­tung des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens zurück­ge­stellt wird oder von ihm abge­se­hen wird, ist dem Mitglied und der Regie­rung mitzu­tei­len.
Erhält der Vorstand des ärzt­li­chen Bezirks­ver­bands Kennt­nis von der Verlet­zung der Berufs­pflich­ten durch einen Arzt, der einem ande­ren Bezirks­ver­band zuge­hö­ri­gen ärzt­li­chen Kreis­ver­band oder einer vergleich­ba­ren Berufs­ver­tre­tung eines ande­ren Landes der Bundes­re­pu­blik Deutsch­land ange­hört, so gibt er dem ande­ren Bezirks­ver­band oder dem zustän­di­gen Organ der ande­ren Berufs­ver­tre­tung davon Kennt­nis.
Die ärzt­li­chen Kreis­ver­bände, die ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände und die Landes­ärz­te­kam­mer haben für die von ihnen fest­ge­setz­ten Beiträge und sons­ti­gen auf Grund der Satzung oder von Geset­zen einzu­he­ben­den Geld­for­de­run­gen sowie für die von ihnen erlas­se­nen verwal­tungs­recht­li­chen Anord­nun­gen das Voll­stre­ckungs­recht.
Der Vorstand der zustän­di­gen Berufs­ver­tre­tung hat die Voll­stre­ckung nach Maßgabe der Vorschrif­ten des Baye­ri­schen Verwal­tungs­zu­stel­lungs- und Voll­stre­ckungs­ge­set­zes bewir­ken zu lassen.
Ärzte, die nach Maßgabe von § 10b Abs. 1 der Bunde­särz­te­ord­nung im räum­li­chen Geltungs­be­reich dieses Geset­zes ihren Beruf gele­gent­lich oder vorüber­ge­hend nach dem Recht der Euro­päi­schen Gemein­schaft ausüben (Dienst­leis­tungs­ver­kehr), sind von der Mitglied­schaft zu einem ärzt­li­chen Kreis­ver­band befreit.
Die für die Entge­gen­nahme der Meldung nach § 10b Abs. 2 der Bunde­särz­te­ord­nung zustän­dige Behörde über­mit­telt der Landes­ärz­te­kam­mer eine Kopie der Meldung der in Abs. 1 genann­ten Ärzte und der nach § 10b Abs. 2 der Bunde­särz­te­ord­nung vorzu­le­gen­den Doku­mente und teilt der Landes­ärz­te­kam­mer außer­dem den voll­stän­di­gen Namen, gege­be­nen­falls einen abwei­chen­den Geburts­na­men, die voll­stän­dige Wohn­an­schrift sowie die Anschrift des Ortes oder der Orte mit, an denen der ärzt­li­che Beruf ausge­übt wird oder werden soll.
Die in Abs. 1 genann­ten Ärzte gelten inso­weit als Mitglie­der der ärzt­li­chen Kreis­ver­bände, als die Berufs­re­geln, die für Mitglie­der der ärzt­li­chen Kreis­ver­bände in unmit­tel­ba­rem Zusam­men­hang mit ihrer Berufs­qua­li­fi­ka­tion gelten, entspre­chende Anwen­dung finden. Dies gilt insbe­son­dere für Art. 17, 18, 38, 39, den Sechs­ten Teil dieses Geset­zes und die Berufs­ord­nung für die Ärzte Bayerns. Sätze 1 und 2 gelten nicht, soweit es sich um Rechte und Pflich­ten handelt, die eine nicht nur gele­gent­li­che oder vorüber­ge­hende Berufs­aus­übung im räum­li­chen Geltungs­be­reich dieses Geset­zes voraus­set­zen. Art. 4 Abs. 6 findet auf die in Abs. 1 genann­ten Ärzte keine Anwen­dung.
Besit­zen die in Abs. 1 genann­ten Ärzte einen Ausbil­dungs­nach­weis, der eine Weiter­bil­dung zum Fach­arzt beschei­nigt und im Fall einer Nieder­las­sung nach Art. 33 Abs. 5 Satz 1 unmit­tel­bar anzu­er­ken­nen wäre, so erbrin­gen sie die Dienst­leis­tung unter der von der Landes­ärz­te­kam­mer für das entspre­chende Gebiet fest­ge­leg­ten Bezeich­nung.
Die Landes­ärz­te­kam­mer erteilt den zustän­di­gen Behör­den ande­rer Mitglied­staa­ten der Euro­päi­schen Union, in denen die in Abs. 1 genann­ten Ärzte nicht nur vorüber­ge­hend oder gele­gent­lich zur Ausübung ihres Berufs berech­tigt sind oder in denen Mitglie­der der ärzt­li­chen Kreis­ver­bände eine Dienst­leis­tung im Sinn von Art. 5 der Richt­li­nie 2005/36/EG erbracht haben, auf Anfrage Auskunft, soweit dies bei Beschwer­den von Dienst­leis­tungs­emp­fän­gern gegen einen Dienst­leis­ter für die ordnungs­ge­mäße Durch­füh­rung der Beschwer­de­ver­fah­ren erfor­der­lich ist.
Die Landes­ärz­te­kam­mer erteilt den zustän­di­gen Behör­den eines ande­ren Mitglied­staa­tes der Euro­päi­schen Union, in dem Mitglie­der der ärzt­li­chen Kreis­ver­bände Dienst­leis­tun­gen im Sinn von Art. 5 der Richt­li­nie 2005/36/EG erbrin­gen, auf Anfrage Auskunft darüber, ob die Mitglie­der berech­tigt sind, eine Bezeich­nung im Sinn von Art. 27 zu führen, oder ob sie über die Aner­ken­nung einer abge­schlos­se­nen spezi­fi­schen oder beson­de­ren Ausbil­dung in der Allge­mein­me­di­zin, einschließ­lich erwor­be­ner Rechte, verfü­gen. Abwei­chend von Satz 1 wird die Auskunft für das Gebiet „Öffent­li­ches Gesund­heits­we­sen“ durch das Staats­mi­nis­te­rium erteilt.
Die Landes­ärz­te­kam­mer unter­rich­tet die zustän­di­gen Behör­den eines ande­ren Mitglied­staats der Euro­päi­schen Union über einen Arzt, dessen Aner­ken­nung nach Art. 29 Abs. 1 zurück­ge­nom­men oder wider­ru­fen wurde. Die Meldung erfolgt inner­halb von drei Tagen, nach­dem die zugrun­de­lie­gende Entschei­dung bekannt­ge­ge­ben worden ist, mittels einer Warnung über das Binnen­markt-Infor­ma­ti­ons­sys­tem. Anzu­ge­ben sind bei der Meldung die Iden­ti­tät des Berufs­an­ge­hö­ri­gen, der Beruf, die Bezeich­nung der Behörde, die die Entschei­dung getrof­fen hat, sowie die Art, der Umfang und die zeit­li­che Dauer der getrof­fe­nen Maßnahme. Der Berufs­an­ge­hö­rige ist gleich­zei­tig schrift­lich hierü­ber zu unter­rich­ten. Über­mit­telte Daten sind inner­halb von drei Tagen im Binnen­markt-Infor­ma­ti­ons­sys­tem zu löschen, wenn die getrof­fene Maßnahme nicht mehr gül­tig ist. Das vorste­hende Verfah­ren gilt entspre­chend, wenn gericht­lich fest­ge­stellt wurde, dass eine Aner­ken­nung nach Art. 29 Abs. 1 unter Vorlage gefälsch­ter Quali­fi­ka­ti­ons­nach­weise bean­tragt wurde.
Abs. 1 bis 7 gelten entspre­chend für andere Vertrags­staa­ten des Abkom­mens über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum und Vertrags­staa­ten, denen Deutsch­land und die Euro­päi­sche Gemein­schaft oder Deutsch­land und die Euro­päi­sche Union vertrag­lich einen entspre­chen­den Rechts­an­spruch einge­räumt haben, und deren Staats­an­ge­hö­rige nach Maßgabe der genann­ten Abkom­men.
Die Berufs­ver­tre­tung der Zahn­ärzte besteht aus den zahn­ärzt­li­chen Bezirks­ver­bän­den und der Landes­zahn­ärz­te­kam­mer.
Die zahn­ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände sind für den Bereich eines Regie­rungs­be­zirks zu bilden; sie umfas­sen diesen Bereich in seinem jewei­li­gen Gebiets­um­fang. Die in der Stadt und im Land­kreis München ansäs­si­gen Zahn­ärzte bilden einen eige­nen Bezirks­ver­band. Die Bezirks­ver­bände stehen unter der Aufsicht der Landes­zahn­ärz­te­kam­mer und der Regie­rung. Sie sind Körper­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts. Sie führen ein Dienst­sie­gel.
Mitglie­der der zahn­ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände sind alle zur Berufs­aus­übung berech­tig­ten Zahn­ärzte, die
Die Landes­zahn­ärz­te­kam­mer besteht aus 70 Dele­gier­ten der zahn­ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände.
Der Vorstand der Landes­zahn­ärz­te­kam­mer besteht aus dem ersten vorsit­zen­den Mitglied, höchs­tens zwei stell­ver­tre­ten­den vorsit­zen­den Mitglie­dern, den ersten vorsit­zen­den Vorstands­mit­glie­dern der zahn­ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände sowie höchs­tens vier aus der Mitte der Dele­gier­ten zu wählen­den Mitglie­dern und einer von den medi­zi­ni­schen Fach­be­rei­chen der Landes­u­ni­ver­si­tä­ten zu entsen­den­den Lehr­per­son der Zahn­heil­kunde; das erste vorsit­zende Mitglied führt die Bezeich­nung „Prä­si­dent“ oder „Prä­si­den­tin“, die stell­ver­tre­ten­den Mitglie­der führen die Bezeich­nung „Vize­prä­si­dent“ oder „Vize­prä­si­den­tin“.
Der Landes­zahn­ärz­te­kam­mer gehö­ren weiter an dieje­ni­gen Mitglie­der des Vorstands, die nicht aus der Zahl der Dele­gier­ten gewählt wurden und nicht dem Vorstand gemäß Art. 13 Abs. 3 ange­hö­ren, ohne Dele­gierte zu sein.
Für die Weiter­bil­dung der Zahn­ärzte gilt der Abschnitt IV des Ersten Teils mit Ausnahme von Art. 35 Abs. 3 und 5 entspre­chend, soweit sich aus den folgen­den Absät­zen nichts ande­res ergibt.
Zahn­ärzte dürfen neben ihrer Berufs­be­zeich­nung weitere Bezeich­nun­gen führen, die auf beson­dere Kennt­nisse und Fähig­kei­ten in einem bestimm­ten Gebiet der Zahn­heil­kunde (Gebiets­be­zeich­nung) oder auf andere zusätz­lich erwor­bene Kennt­nisse und Fähig­kei­ten (Zusatz­be­zeich­nung) hinwei­sen. Mehrere Gebiets­be­zeich­nun­gen dürfen neben­ein­an­der geführt werden. Abwei­chend von Art. 34 Abs. 1 kann die Landes­zahn­ärz­te­kam­mer in der Weiter­bil­dungs­ord­nung Ausnah­men vorse­hen, wenn anzu­neh­men ist, dass der Zahn­arzt in seiner auf ein Gebiet beschränk­ten Tätig­keit keine ausrei­chende wirt­schaft­li­che Lebens­grund­lage findet.
Die Bezeich­nun­gen nach Absatz 2 Satz 1 bestimmt die Landes­zahn­ärz­te­kam­mer in den Fach­rich­tun­gen
Präventive Zahnheilkunde und in Verbindungen dieser Fachrichtungen unter den in Art. 28 Abs. 1 genannten Voraussetzungen.
Gebiets­be­zeich­nung ist auch die Bezeich­nung „Öffent­li­ches Gesund­heits­we­sen“.
Die Weiter­bil­dung in Gebie­ten kann auch bei einem ermäch­tig­ten nieder­ge­las­se­nen Zahn­arzt durch­ge­führt werden.
Im Übri­gen finden auf die Berufs­aus­übung und die Berufs­ver­tre­tun­gen der Zahn­ärzte die Vorschrif­ten des Ersten Teils mit Ausnahme des Art. 18 Abs. 3 sinn­ge­mäß Anwen­dung.
Die berufs­auf­sicht­li­chen Verfah­ren nach Art. 37 bis 39 werden vom Vorstand oder dem hier­für bestell­ten Ausschuss des zahn­ärzt­li­chen Bezirks­ver­bands durch­ge­führt.
Die Berufs­ver­tre­tung der Tierärzte besteht aus den tier­ärzt­li­chen Bezirks­ver­bän­den und der Landes­tierärz­te­kam­mer.
Die tier­ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände sind für den Bereich eines Regie­rungs­be­zirks zu bilden; sie umfas­sen diesen Bereich in seinem jewei­li­gen Gebiets­um­fang. Sie stehen unter der Aufsicht der Landes­tierärz­te­kam­mer und der Regie­rung. Sie sind Körper­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts. Sie führen ein Dienst­sie­gel.
Mitglie­der der tier­ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände sind alle zur Berufs­aus­übung berech­tig­ten Tierärzte, die
ohne tierärztlich tätig zu sein, in Bayern ihre Hauptwohnung haben
Die Landes­tierärz­te­kam­mer besteht aus 50 Dele­gier­ten der tier­ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände.
Der Vorstand der Landes­tierärz­te­kam­mer besteht aus dem ersten vorsit­zen­den Mitglied, höchs­tens zwei stell­ver­tre­ten­den vorsit­zen­den Mitglie­dern, den ersten vorsit­zen­den Vorstands­mit­glie­dern der tier­ärzt­li­chen Bezirks­ver­bände sowie höchs­tens drei aus der Mitte der Dele­gier­ten zu wählen­den Mitglie­dern und einer von der Tier­ärzt­li­chen Fakul­tät der Ludwig-Maxi­mi­lians-Univer­si­tät München zu entsen­den­den Lehr­per­son der Tier­heil­kunde; das erste vorsit­zende Mitglied führt die Bezeich­nung „Prä­si­dent“ oder „Prä­si­den­tin“, die stell­ver­tre­ten­den Mitglie­der führen die Bezeich­nung „Vize­prä­si­dent“ oder „Vize­prä­si­den­tin“.
Der Landes­tierärz­te­kam­mer gehö­ren weiter an dieje­ni­gen Mitglie­der des Vorstands, die nicht aus der Zahl der Dele­gier­ten gewählt wurden und nicht dem Vorstand gemäß Art. 13 Abs. 3 ange­hö­ren, ohne Dele­gierte zu sein.
Für die Weiter­bil­dung der Tierärzte gilt Abschnitt IV des Ersten Teils mit Ausnahme von Art. 35 Abs. 3 und 5 entspre­chend, soweit sich aus den folgen­den Absät­zen nichts ande­res ergibt.
Die Landes­tierärz­te­kam­mer bestimmt Bezeich­nun­gen nach Art. 27 in den Fach­rich­tun­gen
Methodisch-theoretische Veterinärmedizin
in Verbin­dun­gen dieser Fach­rich­tun­gen unter den in Art. 28 Abs. 1 genann­ten entspre­chend anwend­ba­ren Voraus­set­zun­gen.
Gebiets­be­zeich­nung ist auch die Bezeich­nung „Öffent­li­ches Vete­ri­när­we­sen“.
Mehrere Gebiets­be­zeich­nun­gen dürfen auf verwand­ten Gebie­ten neben­ein­an­der geführt werden. Die Gebiets­be­zeich­nung „Tier­ärzt­li­che Allge­mein­pra­xis“ darf nicht neben der Bezeich­nung „prak­ti­scher Tier­arzt“ oder „prak­ti­sche Tierärz­tin“ geführt werden. Die Bezeich­nung „prak­ti­scher Tier­arzt“ oder „prak­ti­sche Tierärz­tin“ darf zusam­men mit nicht mehr als zwei Gebiets­be­zeich­nun­gen geführt werden.
Die Landes­tierärz­te­kam­mer kann in der Weiter­bil­dungs­ord­nung von Art. 30 Abs. 4 Satz 1 und Abs. 6 abwei­chende Bestim­mun­gen tref­fen sowie im einzel­nen Ausnah­men zulas­sen, wenn es mit den Zielen der Weiter­bil­dung verein­bar ist.
Die Weiter­bil­dung kann teil­weise auch bei einem ermäch­tig­ten nieder­ge­las­se­nen Tier­arzt durch­ge­führt werden.
Hinsicht­lich der Aner­ken­nung für das Gebiet „Öffent­li­ches Vete­ri­när­we­sen“ gilt Art. 30 Abs. 8 zuguns­ten des Staats­mi­nis­te­ri­ums für Umwelt und Verbrau­cher­schutz entspre­chend.
Art. 33 Abs. 5 Satz 2 findet mit der Maßgabe Anwen­dung, dass der Antrag­stel­ler die Wahl zwischen einem höchs­tens drei­jäh­ri­gen Anpas­sungs­lehr­gang oder der Eignungs­prü­fung hat. In den in Art. 33 Abs. 5 Satz 3 genann­ten Fällen ist sowohl von einem Anpas­sungs­lehr­gang als auch von einer Eignungs­prü­fung abzu­se­hen. Das Wahl­recht des Antrag­stel­lers nach Satz 1 besteht nicht, wenn es sich um die Aner­ken­nung eines in einem Dritt­staat ausge­stell­ten Weiter­bil­dungs­nach­wei­ses handelt, der von einem Staat nach Art. 22 Abs. 2 Satz 1 aner­kannt wurde.
Im Übri­gen finden auf die Berufs­aus­übung und die Berufs­ver­tre­tun­gen der Tierärzte die Vorschrif­ten des Ersten Teils mit Ausnahme von Art. 18 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 3 sinn­ge­mäß Anwen­dung.
Die berufs­auf­sicht­li­chen Verfah­ren nach Art. 37 bis 39 werden vom Vorstand oder dem hier­für bestell­ten Ausschuss des zustän­di­gen tier­ärzt­li­chen Bezirks­ver­bands durch­ge­führt.
Im Fall des Art. 4 Abs. 6 Satz 5 tritt an die Stelle des Gesund­heits­amts das Vete­ri­näramt.
Verwal­tungs­ver­fah­ren nach diesem Teil können über eine einheit­li­che Stelle abge­wi­ckelt werden.
Die Berufs­ver­tre­tung der Apothe­ker ist die Landes­apo­the­ker­kam­mer.
Sie ist eine Körper­schaft des öffent­li­chen Rechts. Sie führt ein Dienst­sie­gel. Sie hat ihren Sitz in München.
Mitglie­der der Landes­apo­the­ker­kam­mer sind alle zur Berufs­aus­übung berech­tig­ten Apothe­ker, die
Sie sind verpflich­tet, sich bei der Landes­apo­the­ker­kam­mer an- und abzu­mel­den.
Organe der Landes­apo­the­ker­kam­mer sind die Dele­gier­ten­ver­samm­lung und der Kammer­vor­stand.
Auf Antrag der Mehr­heit der Mitglie­der in einem Regie­rungs­be­zirk ist von der Landes­apo­the­ker­kam­mer eine Bezirks­stelle zu errich­ten.
Die Dele­gier­ten­ver­samm­lung besteht aus 100 Dele­gier­ten. Diese werden entspre­chend dem Verhält­nis der Zahl der Mitglie­der der Landes­apo­the­ker­kam­mer in den Wahl­be­zir­ken, die den Regie­rungs­be­zir­ken entspre­chen, unter den Mitglie­dern in gehei­mer, schrift­li­cher Wahl auf die Dauer von vier Jahren gewählt. Die Einzel­hei­ten des Vertei­lungs- und Wahl­ver­fah­rens regelt die Landes­apo­the­ker­kam­mer in einer Wahl­ord­nung.
Der aus der Mitte der Dele­gier­ten­ver­samm­lung zu wählende Vorstand der Landes­apo­the­ker­kam­mer besteht aus dem ersten vorsit­zen­den Mitglied, höchs­tens zwei stell­ver­tre­ten­den vorsit­zen­den Mitglie­dern sowie höchs­tens sechs weite­ren Vorstands­mit­glie­dern; das erste vorsit­zende Mitglied führt die Bezeich­nung „Prä­si­dent“ oder „Prä­si­den­tin“, die stell­ver­tre­ten­den Mitglie­der führen die Bezeich­nung „Vize­prä­si­dent“ oder „Vize­prä­si­den­tin“.
Für die Weiter­bil­dung der Apothe­ker gilt der Abschnitt IV des Ersten Teils mit Ausnahme von Art. 35 Abs. 3 und 5 entspre­chend, soweit sich aus den folgen­den Absät­zen nichts ande­res ergibt.
Die Landes­apo­the­ker­kam­mer bestimmt Bezeich­nun­gen nach Art. 27 in den Fach­rich­tun­gen
Mehrere Gebiets­be­zeich­nun­gen dürfen nach Maßgabe der Weiter­bil­dungs­ord­nung neben­ein­an­der geführt werden. Die Landes­apo­the­ker­kam­mer kann in der Weiter­bil­dungs­ord­nung Ausnah­men von Art. 34 Abs. 1 zulas­sen, wenn anzu­neh­men ist, dass der Apothe­ker in seiner auf ein Gebiet beschränk­ten Tätig­keit keine ausrei­chende wirt­schaft­li­che Lebens­grund­lage findet.
Abwei­chend von Art. 31 Abs. 1 Satz 1 wird die Weiter­bil­dung in Gebie­ten und Teil­ge­bie­ten nach der Natur der jewei­li­gen Fach­rich­tung unter verant­wort­li­cher Leitung ermäch­tig­ter Apothe­ker in entspre­chen­den Einrich­tun­gen der wissen­schaft­li­chen Hoch­schu­len und ande­ren von der Landes­apo­the­ker­kam­mer zuge­las­se­nen Weiter­bil­dungs­stät­ten (Apothe­ken, Kran­ken­haus­apo­the­ken, Arznei­mit­tel­her­stel­lungs­be­triebe, phar­ma­zeu­ti­sche Insti­tute und andere geeig­nete phar­ma­zeu­ti­sche Einrich­tun­gen) durch­ge­führt. Art. 31 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 finden keine Anwen­dung.
Hinsicht­lich der Aner­ken­nung für das Gebiet „Öffent­li­ches Gesund­heits­we­sen“ gilt Art. 30 Abs. 8 entspre­chend.
Art. 50 Abs. 8 gilt entspre­chend.
Im Übri­gen finden auf die Berufs­aus­übung und die Berufs­ver­tre­tung der Apothe­ker die Vorschrif­ten des Ersten Teils mit Ausnahme des Art. 18 Abs. 3 sinn­ge­mäß Anwen­dung. Art. 4 Abs. 9 gilt mit der Maßgabe, dass die Landes­apo­the­ker­kam­mer auch Beginn und Ende der Kammer­mit­glied­schaft ihrer Mitglie­der an die Baye­ri­sche Apothe­ker­ver­sor­gung über­mit­telt.
Art. 37 findet entspre­chende Anwen­dung mit der Maßgabe, dass der Vorstand der Landes­apo­the­ker­kam­mer für jeden Regie­rungs­be­zirk einen Vermitt­ler bestimmt.
Die Aufga­ben im Voll­zug der Art. 38 und 39 nimmt der Vorstand der Landes­apo­the­ker­kam­mer wahr. An die Stelle der Beschwerde tritt der Einspruch, über den ein hier­für bestell­ter Ausschuss der Landes­apo­the­ker­kam­mer entschei­det.
Es wird eine Berufs­ver­tre­tung der Psycho­lo­gi­schen Psycho­the­ra­peu­ten und der Kinder- und Jugend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­ten errich­tet.
Die Berufs­ver­tre­tung nach Absatz 1 ist die Landes­kam­mer der Psycho­lo­gi­schen Psycho­the­ra­peu­ten und der Kinder- und Jugend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­ten (Kammer).
Die Kammer ist eine Körper­schaft des öffent­li­chen Rechts. Sie führt ein Dienst­sie­gel.
Mitglie­der der Kammer sind alle Berufs­an­ge­hö­ri­gen, die
Sie sind verpflich­tet, sich bei der Kammer an- und abzu­mel­den.
Organe der Kammer sind die Dele­gier­ten­ver­samm­lung und der Vorstand.
Die Dele­gier­ten­ver­samm­lung besteht aus 45 Dele­gier­ten. Diese werden entspre­chend dem Verhält­nis der Zahl der den beiden Grup­pen ange­hö­ren­den Kammer­mit­glie­der unter den Mitglie­dern in gehei­mer, schrift­li­cher Wahl auf die Dauer von mindes­tens vier Jahren gewählt. Jedes Mitglied der Kammer ist nur in einer Gruppe berück­sich­ti­gungs­fä­hig, wahl­be­rech­tigt und wähl­bar.
Die Wahl­ord­nung regelt das Nähere über das Vertei­lungs-und Wahl­ver­fah­ren.
Der aus der Mitte der Dele­gier­ten­ver­samm­lung zu wählende Vorstand der Kammer besteht aus dem ersten vorsit­zen­den Mitglied, höchs­tens zwei stell­ver­tre­ten­den vorsit­zen­den Mitglie­dern sowie höchs­tens vier weite­ren Vorstands­mit­glie­dern. Mindes­tens ein Mitglied des Vorstands muss ausschließ­lich der Gruppe 2 ange­hö­ren; das erste vorsit­zende Mitglied führt die Bezeich­nung „Prä­si­dent“ oder „Prä­si­den­tin“, die stell­ver­tre­ten­den Mitglie­der führen die Bezeich­nung „Vize­prä­si­dent“ oder „Vize­prä­si­den­tin“.
Für die Weiter­bil­dung der Psycho­lo­gi­schen Psycho­the­ra­peu­ten und der Kinder- und Jugend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­ten gilt Abschnitt IV des Ersten Teils mit Ausnahme von Art. 35 Abs. 3 und 5 entspre­chend, soweit sich aus den folgen­den Absät­zen nichts ande­res ergibt.
Psycho­lo­gi­sche Psycho­the­ra­peu­ten und Kinder- und Jugend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­ten dürfen neben ihrer Berufs­be­zeich­nung weitere Bezeich­nun­gen führen, die auf beson­dere Kennt­nisse und Fähig­kei­ten in einem bestimm­ten Gebiet psycho­the­ra­peu­ti­scher Tätig­keit (Gebiets­be­zeich­nung) oder Teil­ge­biet (Teil­ge­biets­be­zeich­nung) oder auf andere zusätz­lich erwor­bene Kennt­nisse und Fähig­kei­ten (Zusatz­be­zeich­nung) hinwei­sen. Mehrere Bezeich­nun­gen dürfen neben­ein­an­der geführt werden.
Eine Bezeich­nung nach Abs. 2 darf führen, wer eine Aner­ken­nung erhal­ten hat. Über die Aner­ken­nung entschei­det die Kammer. Das Nähere regelt die Weiter­bil­dungs­ord­nung. Die Kammer kann in der Weiter­bil­dungs­ord­nung von Art. 30 Abs. 2, 4 Satz 1 und Abs. 6 abwei­chende Bestim­mun­gen tref­fen sowie im Einzel­nen Ausnah­men zulas­sen, wenn es mit den Zielen der Weiter­bil­dung verein­bar ist. Art. 58 Abs. 4 Satz 2 gilt entspre­chend. Abge­se­hen von Satz 5 kann die Kammer bei der Einfüh­rung neuer Gebiets­be­zeich­nun­gen abwei­chend von Art. 34 Abs. 1 für einen in der Weiter­bil­dungs­ord­nung zu bestim­men­den Erpro­bungs­zeit­raum Ausnah­men vorse­hen, wenn es mit den Zielen der Weiter­bil­dung verein­bar ist.
Die Weiter­bil­dungs­ord­nung kann vorse­hen, dass die Weiter­bil­dung teil­weise in der Praxis des Weiter­bil­dungs­teil­neh­mers durch­ge­führt werden kann, wenn dies mit den Zielen der Weiter­bil­dung verein­bar ist und die Weiter­bil­dung unter der verant­wort­li­chen Leitung eines zur Weiter­bil­dung befug­ten Psycho­the­ra­peu­ten durch­ge­führt wird.
Im Übri­gen finden auf die Berufs­aus­übung und die Berufs­ver­tre­tung der Psycho­lo­gi­schen Psycho­the­ra­peu­ten und der Kinder- und Jugend­li­chen­psy­cho­the­ra­peu­ten die Vorschrif­ten der Abschnitte I, II und V des Ersten Teils, ausge­nom­men Art. 18 Abs. 3, sowie die Art. 55 und 59 Abs. 2 und 3 sinn­ge­mäß Anwen­dung.
Die Verlet­zun­gen von Berufs­pflich­ten durch Mitglie­der der Berufs­ver­tre­tun­gen werden im berufs­ge­richt­li­chen Verfah­ren verfolgt, soweit nicht Art. 38 Abs. 1 zur Anwen­dung kommt. Es können auch Berufs­pflicht­ver­let­zun­gen verfolgt werden, die Mitglie­der während ihrer Zuge­hö­rig­keit zu einer vergleich­ba­ren Berufs­ver­tre­tung im Geltungs­be­reich der Bunde­särz­te­ord­nung began­gen haben. Endet die Mitglied­schaft nach Eröff­nung des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens, so kann dieses fort­ge­setzt werden, sofern die Appro­ba­tion (Bestal­lung) weiter­be­steht.
Die Verfol­gung der Verlet­zung der Berufs­pflich­ten verjährt in fünf Jahren. Für den Beginn, die Unter­bre­chung und das Ruhen der Verjäh­rung gelten die Vorschrif­ten des Straf­ge­setz­buchs entspre­chend. Verstößt die Tat auch gegen ein Straf­ge­setz, so verjährt die Verfol­gung nicht, bevor die Straf­ver­fol­gung verjährt. Stellt die Berufs­ver­tre­tung den Antrag auf Einlei­tung eines berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens nach Art. 39 Abs. 3 zurück, so ruht die Verfol­gungs­ver­jäh­rung von der Mittei­lung der Zurück­stel­lung an den Beschul­dig­ten bis zum rechts­kräf­ti­gen Abschluss des ande­ren Verfah­rens.
Im berufs­ge­richt­li­chen Verfah­ren kann erkannt werden auf
Die in Absatz 1 Nrn. 2 bis 4 genann­ten Maßnah­men können neben­ein­an­der verhängt werden.
Hat ein Gericht oder eine Behörde wegen dessel­ben Verhal­tens bereits eine Strafe, Geld­buße, Diszi­plin­ar­maß­nahme oder ein Ordnungs­mit­tel verhängt, so ist von einer Maßnahme nach Absatz 1 Nrn. 1 und 2 abzu­se­hen, es sei denn, dass diese Maßnahme zusätz­lich erfor­der­lich ist, um das Mitglied zur Erfül­lung seiner Berufs­pflich­ten anzu­hal­ten und das Anse­hen des Berufs­stands zu wahren.
Das Berufs­ge­richt kann der zustän­di­gen Landes­kam­mer die Befug­nis zuspre­chen, die Verur­tei­lung auf Kosten des Mitglieds zu veröf­fent­li­chen. Die Art der Veröf­fent­li­chung und die Frist, inner­halb der die Veröf­fent­li­chung erfol­gen kann, ist in dem Urteil zu bestim­men.
Das berufs­ge­richt­li­che Verfah­ren wird von den Berufs­ge­rich­ten für die Heil­be­rufe (Berufs­ge­richt) als erster Instanz und dem Landes­be­rufs­ge­richt für die Heil­be­rufe (Landes­be­rufs­ge­richt) als Rechts­mit­tel­in­stanz durch­ge­führt.
Das Berufs­ge­richt für die Regie­rungs­be­zirke Ober­bay­ern, Nieder­bay­ern und Schwa­ben wird beim Land­ge­richt München I, das Berufs­ge­richt für die Regie­rungs­be­zirke Ober­fran­ken, Mittel­fran­ken, Unter­fran­ken und Ober­pfalz beim Land­ge­richt Nürn­berg-Fürth errich­tet. Die Berufs­ge­richte vertre­ten sich wech­sel­sei­tig im Fall eines Wieder­auf­nah­me­ver­fah­rens nach Art. 94. Das Landes­be­rufs­ge­richt wird beim Obers­ten Landes­ge­richt errich­tet; seine Aufga­ben werden den Straf­se­na­ten in Nürn­berg über­tra­gen.
Das Berufs­ge­richt verhan­delt und entschei­det in der Beset­zung mit einem Berufs­rich­ter als Vorsit­zen­den und zwei ehren­amt­li­chen Rich­tern, das Landes­be­rufs­ge­richt verhan­delt und entschei­det in der Beset­zung mit einem Berufs­rich­ter als Vorsit­zen­den, zwei weite­ren Berufs­rich­tern und zwei ehren­amt­li­chen Rich­tern. Bei Beschlüs­sen außer­halb der münd­li­chen Verhand­lung wirken die ehren­amt­li­chen Rich­ter nicht mit; Art. 79 Abs. 2, Art. 83 Abs. 2 Satz 1 und Art. 93 Abs. 2 Satz 1 blei­ben unbe­rührt.
Die ehren­amt­li­chen Rich­ter müssen jeweils Mitglied einer baye­ri­schen Berufs­ver­tre­tung des Heil­be­rufs sein, dem der Beschul­digte ange­hört.
Die Aufga­ben der Geschäfts­stelle werden von der Geschäfts­stelle des Gerichts wahr­ge­nom­men, bei dem das Berufs­ge­richt errich­tet ist.
Die Präsi­den­ten des Obers­ten Landes­ge­richts und der Land­ge­richte München I und Nürn­berg-Fürth bestel­len für die Dauer von fünf Jahren jeweils für das bei ihrem Gericht errich­tete Berufs­ge­richt und Landes­be­rufs­ge­richt die Mitglie­der und ihre Vertre­ter sowie für jedes Berufs­ge­richt und das Landes­be­rufs­ge­richt einen Unter­su­chungs­füh­rer und seinen Vertre­ter. Die Vorsit­zen­den der Berufs­ge­richte und des Landes­be­rufs­ge­richts bestim­men vor Beginn jedes Geschäfts­jah­res, nach welchen Grund­sät­zen und in welcher Reihen­folge die ehren­amt­li­chen Rich­ter heran­zu­zie­hen sind und einan­der im Verhin­de­rungs­fall vertre­ten.
Die berufs­rich­ter­li­chen Mitglie­der müssen Rich­ter der Gerichte sein, bei denen die Berufs­ge­richte errich­tet sind; die Unter­su­chungs­füh­rer müssen Rich­ter der ordent­li­chen Gerichts­bar­keit sein. Ihr Amt erlischt, wenn die Voraus­set­zung des Satzes 1 nach­träg­lich wegfällt.
Die für die Bestel­lung zustän­dige Behörde bestimmt nach Anhö­rung der jewei­li­gen Landes­kam­mer die Zahl der für jedes Gericht erfor­der­li­chen ehren­amt­li­chen Rich­ter jeder Berufs­gruppe. Die ehren­amt­li­chen Rich­ter werden den Vorschlags­lis­ten entnom­men, die die Landes­kam­mern für die Berufs­ge­richte des ersten und zwei­ten Rechts­zugs bei der für die Bestel­lung zustän­di­gen Behörde einrei­chen. Die Vorschlags­liste muss mindes­tens um die Hälfte mehr Mitglie­der der Berufs­ver­tre­tung enthal­ten als ehren­amt­li­che Rich­ter zu bestel­len sind. Schei­det ein ehren­amt­li­cher Rich­ter vor Ablauf der Amts­zeit aus, so ist für den Rest seiner Amts­zeit ein Nach­fol­ger nur zu bestel­len, wenn hier­für ein Bedürf­nis besteht.
Die Bestel­lung zum ehren­amt­li­chen Rich­ter kann nur aus wich­ti­gem Grund abge­lehnt werden; als solcher gilt insbe­son­dere
Über die Berech­ti­gung der Ableh­nung entschei­det die für die Bestel­lung zustän­dige Behörde. In den Fällen des Satzes 1 Nrn. 2 und 3 ist die zustän­dige Landes­kam­mer vorher zu hören.
Zum ehren­amt­li­chen Rich­ter kann nicht bestellt werden, wer
Werden Gründe, die einer Bestel­lung entge­gen­ste­hen, erst nach­träg­lich bekannt, so ist die Bestel­lung zu wider­ru­fen.
Das Amt eines ehren­amt­li­chen Rich­ters erlischt, wenn die Gründe, die nach Absatz 2 Nrn. 1 bis 7 einer Bestel­lung entge­gen­ste­hen, nach­träg­lich eintre­ten.
Ein ehren­amt­li­cher Rich­ter kann das Rich­ter­amt nicht ausüben,
Stimmt ein ehren­amt­li­cher Rich­ter dem Wider­ruf seiner Bestel­lung nach Absatz 2 Satz 2 nicht zu oder hält er die Voraus­set­zun­gen für das Erlö­schen seines Rich­ter­amts nach Absatz 3 nicht für gege­ben, so entschei­det hier­über einer der Straf­se­nate des Obers­ten Landes­ge­richts in Nürn­berg. Der ehren­amt­li­che Rich­ter ist vor der Entschei­dung zu hören. Das Verfah­ren ist gebüh­ren­frei.
Die Bestim­mun­gen der Straf­pro­zess­ord­nung (StPO) über die Ableh­nung und Ausschlie­ßung von Gerichts­per­so­nen gelten sinn­ge­mäß. Von der Ausübung des Amts des berufs­rich­ter­li­chen oder ehren­amt­li­chen Mitglieds eines Berufs­ge­richts ist auch ausge­schlos­sen, wer mit dem Sach­ver­halt, der Gegen­stand eines berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens ist, in einem ande­ren Verfah­ren, insbe­son­dere als Mitglied eines Organs einer kassen­ärzt­li­chen oder kassen­zahn­ärzt­li­chen Verei­ni­gung, befasst war oder ist.
Die ehren­amt­li­chen Rich­ter erhal­ten Entschä­di­gung nach Maßgabe des Geset­zes über die Entschä­di­gung der ehren­amt­li­chen Rich­ter.
Alle Gerichte und Behör­den sowie alle Körper­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts haben den Berufs­ge­rich­ten, dem Landes­be­rufs­ge­richt und dem Unter­su­chungs­füh­rer Amts- und Rechts­hilfe zu leis­ten.
Das Berufs­ge­richt kann das Amts­ge­richt um die Verneh­mung von Zeugen und Sach­ver­stän­di­gen ersu­chen.
Die Verei­di­gung von Zeugen und Sach­ver­stän­di­gen ist im berufs­ge­richt­li­chen Verfah­ren nur zuläs­sig, wenn es das Gericht zur Siche­rung des Bewei­ses oder wegen der ausschlag­ge­ben­den Bedeu­tung der Aussage oder zur Herbei­füh­rung einer wahren Aussage für erfor­der­lich hält.
Der Beschul­digte darf zur Durch­füh­rung des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens weder vorläu­fig fest­ge­nom­men noch verhaf­tet oder vorge­führt werden. Er kann nicht zur Vorbe­rei­tung eines Gutach­tens über seinen psychi­schen Zustand in ein psych­ia­tri­sches Kran­ken­haus gebracht werden.
Das berufs­ge­richt­li­che Verfah­ren wird einge­lei­tet auf Antrag
Die Antrag­stel­ler haben die Tatsa­chen aufzu­füh­ren, auf die sie ihren Antrag stüt­zen. Die Berufs­ver­tre­tung und die Regie­rung haben in ihren Anträ­gen außer­dem die Beweis­mit­tel zu bezeich­nen und das Ergeb­nis der Ermitt­lun­gen darzu­stel­len. § 200 StPO gilt entspre­chend.
Zustän­dig zur Durch­füh­rung des Verfah­rens ist das Berufs­ge­richt, in dessen Bezirk der Beschul­digte seinen gewöhn­li­chen Aufent­halt hat. Hält das Berufs­ge­richt die Zustän­dig­keit eines ande­ren Berufs­ge­richts für gege­ben, so verweist es die Sache durch Beschluss an dieses Gericht. Hält sich kein Berufs­ge­richt für zustän­dig, so bestimmt das Landes­be­rufs­ge­richt das zustän­dige Berufs­ge­richt. Die bei Einlei­tung eines berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens begrün­dete Zustän­dig­keit des Berufs­ge­richts wird durch eine spätere Verän­de­rung der die Zustän­dig­keit begrün­den­den Umstände nicht berührt.
Der Beschul­digte kann sich in jeder Lage des Verfah­rens eines Mitglieds seiner Berufs­ver­tre­tung als Beistand oder eines bei einem deut­schen Gericht zuge­las­se­nen Rechts­an­walts oder eines Rechts­leh­rers an einer deut­schen Hoch­schule als Vertei­di­ger bedie­nen.
Der Beschul­digte und sein Vertei­di­ger sind berech­tigt, nach Einlei­tung des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens die Akten, die dem Berufs­ge­richt vorlie­gen, einzu­se­hen sowie amtlich verwahrte Beweis­stücke zu besich­ti­gen. Vor Eröff­nung des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens kann der Vorsit­zende und, solange das Unter­su­chungs­ver­fah­ren andau­ert, auch der Unter­su­chungs­füh­rer die Akten­ein­sicht versa­gen, wenn dadurch der Unter­su­chungs­zweck gefähr­det würde. § 147 Abs. 3 StPO gilt entspre­chend. Nach Eröff­nung des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens kann das Recht des Beschul­dig­ten auf persön­li­che Akten­ein­sicht nur bei Vorlie­gen schwer­wie­gen­der Gründe einge­schränkt oder versagt werden.
Die zustän­dige Berufs­ver­tre­tung und die Regie­rung sind berech­tigt, die Akten des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens einzu­se­hen. Im Übri­gen darf Akten­ein­sicht nur gewährt werden, wenn ein berech­tig­tes Inter­esse glaub­haft gemacht ist und vorran­gige schutz­wür­dige Belange des Beschul­dig­ten oder eines Drit­ten nicht entge­gen­ste­hen.
Nach Abschluss des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens ist Absatz 2 mit der Maßgabe anzu­wen­den, dass über die Akten­ein­sicht der Präsi­dent des die Akten verwah­ren­den Gerichts entschei­det.
Erweist sich der Antrag auf Eröff­nung des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens als unzu­läs­sig oder als offen­sicht­lich unbe­grün­det, so kann das Berufs­ge­richt den Antrag durch Beschluss zurück­wei­sen. Es kann den Antrag auch zurück­wei­sen, wenn die Durch­füh­rung eines Verfah­rens wegen der Gering­fü­gig­keit der erho­be­nen Beschul­di­gung nicht erfor­der­lich erscheint; hält es die Voraus­set­zun­gen für das Verfah­ren nach Art. 38 für gege­ben, so über­sen­det es nach Ablauf der Frist des Absat­zes 2 die Akten der für die Ertei­lung der Rüge zustän­di­gen Berufs­ver­tre­tung.
Gegen die Zurück­wei­sung des Antrags nach Absatz 1 kann der Antrag­stel­ler inner­halb von zwei Wochen nach der Zustel­lung die Beschluss­fas­sung des Berufs­ge­richts in der Beset­zung nach Art. 69 Abs. 1 Satz 1 bean­tra­gen.
Wird der Antrag nicht nach Absatz 1 zurück­ge­wie­sen oder hat das Berufs­ge­richt den Beschluss nach Absatz 1 aufge­ho­ben, so stellt der Vorsit­zende den Antrag dem Beschul­dig­ten und den übri­gen Antrags­be­rech­tig­ten mit der Auffor­de­rung zu, sich inner­halb eines Monats zu dem Antrag zu äußern. Die Antrags­be­rech­tig­ten können dem berufs­ge­richt­li­chen Verfah­ren durch eine schrift­li­che Erklä­rung gegen­über dem Berufs­ge­richt in jeder Lage des Verfah­rens als Antrag­stel­ler beitre­ten. Die Beitritts­er­klä­rung ist dem Beschul­dig­ten und dem Antrag­stel­ler mitzu­tei­len.
Ergibt sich auf Grund der Äuße­run­gen, dass eine Verlet­zung der Berufs­pflich­ten nicht vorliegt, so gibt das Berufs­ge­richt dem Antrag auf Eröff­nung eines berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens keine Folge.
Werden weitere Ermitt­lun­gen für erfor­der­lich gehal­ten, so beauf­tragt das Gericht den Unter­su­chungs­füh­rer mit der Durch­füh­rung eines Unter­su­chungs­ver­fah­rens.
Der Unter­su­chungs­füh­rer fasst das Ergeb­nis seiner Unter­su­chun­gen in tatsäch­li­cher und recht­li­cher Hinsicht schrift­lich zusam­men. Die Zusam­men­fas­sung ist dem Beschul­dig­ten und dem Antrag­stel­ler bekannt zu geben.
Der Beschul­digte und der Antrag­stel­ler sind zu allen Beweis­er­he­bun­gen zu laden, es sei denn, dadurch wird die Unter­su­chung wesent­lich erschwert oder der Unter­su­chungs­er­folg gefähr­det. Der Beschul­digte ist in jedem Fall durch den Unter­su­chungs­füh­rer oder durch ein Gericht zu verneh­men.
Der Unter­su­chungs­füh­rer hat zu allen Beweis­er­he­bun­gen einen Schrift­füh­rer beizu­zie­hen und ihn, wenn er nicht Beam­ter ist, auf diese Amtstä­tig­keit zu verpflich­ten.
Liegt nach dem Ergeb­nis des Unter­su­chungs­ver­fah­rens eine Verlet­zung der Berufs­pflich­ten nicht vor oder ist sie nicht nach­zu­wei­sen, so stellt das Berufs­ge­richt das Verfah­ren ein.
Erge­ben sich hinrei­chende Anhalts­punkte dafür, dass der Beschul­digte seine Berufs­pflich­ten verletzt hat, so eröff­net das Berufs­ge­richt das berufs­ge­richt­li­che Verfah­ren durch einen Beschluss (Eröff­nungs­be­schluss), in dem die Verfeh­lun­gen anzu­füh­ren sind. § 207 StPO gilt entspre­chend.
Erweist sich die Verlet­zung der Berufs­pflich­ten als gering­fü­gig, so kann das Berufs­ge­richt in der Beset­zung nach Art. 69 Abs. 1 Satz 1 das Verfah­ren in jeder Lage durch unan­fecht­ba­ren Beschluss einstel­len. Sind die Voraus­set­zun­gen für das Verfah­ren nach Art. 38 gege­ben, so über­sen­det der Vorsit­zende die Akten der zustän­di­gen Berufs­ver­tre­tung. Im Übri­gen gelten § 153 a Abs. 2 und 3 StPO mit der Maßgabe entspre­chend, dass ein aufer­leg­ter Geld­be­trag zuguns­ten sozia­ler Einrich­tun­gen der jewei­li­gen Landes­kam­mer zu zahlen ist.
Beschlüsse nach Art. 82 und nach den Absät­zen 1 und 2 sind den Antrags­be­rech­tig­ten nach Art. 77 Abs. 1 mitzu­tei­len; dem Beschul­dig­ten und dem Antrag­stel­ler sind sie zuzu­stel­len.
Der Termin zur Haupt­ver­hand­lung wird von dem Vorsit­zen­den des Gerichts anbe­raumt.
Dem Beschul­dig­ten und seinem Vertei­di­ger oder Beistand sowie dem Antrag­stel­ler muss die Ladung mindes­tens zwei Wochen vor der Haupt­ver­hand­lung zuge­stellt werden.
Das Berufs­ge­richt kann ohne Eröff­nungs­be­schluss und ohne Haupt­ver­hand­lung durch Beschluss auf Verweis oder Geld­buße erken­nen (abge­kürz­tes Verfah­ren). Gegen diesen Beschluss können der Beschul­digte und der Antrag­stel­ler binnen zwei Wochen Einspruch erhe­ben. Es findet dann die Haupt­ver­hand­lung statt.
In der Haupt­ver­hand­lung kann sich der Beschul­digte durch einen Vertei­di­ger vertre­ten lassen. Gegen einen Beschul­dig­ten, der nicht erschie­nen und nicht vertre­ten ist, kann die Haupt­ver­hand­lung durch­ge­führt werden, wenn er ordnungs­ge­mäß gela­den und in der Ladung darauf hinge­wie­sen ist, dass in seiner Abwe­sen­heit verhan­delt werden kann.
Das Berufs­ge­richt kann unbe­scha­det seiner Aufklä­rungs­pflicht beschlie­ßen, dass
zu verle­sen sind. Einem Antrag auf Verneh­mung dieses Zeugen oder eines Sach­ver­stän­di­gen in der Haupt­ver­hand­lung ist zu entspre­chen, wenn nicht der Zeuge oder der Sach­ver­stän­dige am Erschei­nen verhin­dert ist oder ihm das Erschei­nen wegen großer Entfer­nung nicht zuge­mu­tet werden kann.
Der Beschluss nach Absatz 1 muss das zu verle­sende Gutach­ten oder die zu verle­sende Nieder­schrift bezeich­nen. Ergeht er vor der Haupt­ver­hand­lung, so ist er dem Antrag­stel­ler und dem Beschul­dig­ten mit dem Hinweis zuzu­stel­len, dass der Antrag, den Zeugen oder Sach­ver­stän­di­gen in der Haupt­ver­hand­lung zu verneh­men (Absatz 1 Satz 2), binnen zwei Wochen beim Berufs­ge­richt zu stel­len ist. Nach Ablauf dieser Frist braucht das Gericht dem Antrag nur zu entspre­chen, wenn der Antrag­stel­ler darlegt, dass die Einver­nahme der Zeugen oder Sach­ver­stän­di­gen in der Haupt­ver­hand­lung zur Sach­auf­klä­rung erfor­der­lich ist.
Ist gegen den Beschul­dig­ten wegen dessel­ben Sach­ver­halts ein straf­ge­richt­li­ches Verfah­ren anhän­gig, so kann ein berufs­ge­richt­li­ches Verfah­ren zwar eröff­net werden, es ist aber bis zur Been­di­gung des straf­ge­richt­li­chen Verfah­rens auszu­set­zen. Glei­ches gilt, wenn ein solches Verfah­ren während des Laufs des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens anhän­gig wird. Das berufs­ge­richt­li­che Verfah­ren kann von Amts wegen oder auf Antrag eines Berech­tig­ten fort­ge­setzt werden, wenn die Sach­auf­klä­rung gesi­chert ist; das glei­che gilt, wenn im straf­ge­richt­li­chen Verfah­ren aus Grün­den nicht verhan­delt werden kann, die in der Person des Beschul­dig­ten liegen.
Wird der Beschul­digte im straf­ge­richt­li­chen Verfah­ren frei­ge­spro­chen, so kann wegen des Sach­ver­halts, der Gegen­stand der gericht­li­chen Entschei­dung war, ein berufs­ge­richt­li­ches Verfah­ren nur fort­ge­setzt werden, wenn dieser Sach­ver­halt, auch ohne den Tatbe­stand einer Straf- oder Bußgeld­vor­schrift zu erfül­len, eine Verlet­zung der Berufs­pflich­ten enthält.
Die tatsäch­li­chen Fest­stel­lun­gen eines rechts­kräf­ti­gen Urteils im Straf­ver­fah­ren oder Bußgeld­ver­fah­ren, auf denen die Entschei­dung beruht, sind im berufs­ge­richt­li­chen Verfah­ren, das densel­ben Sach­ver­halt zum Gegen­stand hat, für das Gericht bindend. Das Gericht hat jedoch die noch­ma­lige Prüfung solcher Fest­stel­lun­gen zu beschlie­ßen, deren Rich­tig­keit seine Mitglie­der mit Stim­men­mehr­heit bezwei­feln; dies ist in den Urteils­grün­den zum Ausdruck zu brin­gen. Die in einem ande­ren gesetz­lich geord­ne­ten Verfah­ren getrof­fe­nen tatsäch­li­chen Fest­stel­lun­gen sind nicht bindend, können aber der Entschei­dung im berufs­ge­richt­li­chen Verfah­ren mit Einver­ständ­nis aller Betei­lig­ten ohne noch­ma­lige Prüfung zugrunde gelegt werden.
Kommt das Berufs­ge­richt zu der Fest­stel­lung, dass die Schwere der Verfeh­lung einen Entzug der Appro­ba­tion oder Bestal­lung erfor­dert, setzt es das Verfah­ren aus und legt die Akten unter Darle­gung der Gründe der zustän­di­gen Behörde zur Entschei­dung über den Entzug vor. Wird die Appro­ba­tion oder Bestal­lung entzo­gen, so stellt das Gericht das berufs­ge­richt­li­che Verfah­ren ein. Wird der Entzug von der zustän­di­gen Behörde abge­lehnt oder erfolgt inner­halb einer ange­mes­se­nen Frist keine Entschei­dung durch die zustän­dige Behörde, so kann das berufs­ge­richt­li­che Verfah­ren wieder aufge­nom­men werden.
Wird gegen ein beam­te­tes Mitglied der Berufs­ver­tre­tun­gen, das einer Verlet­zung der Berufs­pflich­ten beschul­digt ist, wegen dessel­ben Sach­ver­halts ein Diszi­pli­nar­ver­fah­ren einge­lei­tet, so finden auf das berufs­ge­richt­li­che Verfah­ren Art. 86 Abs. 1 und 3 entspre­chende Anwen­dung.
Nach Been­di­gung des Diszi­pli­nar­ver­fah­rens kann das berufs­ge­richt­li­che Verfah­ren fort­ge­setzt werden, wenn
Soweit in diesem Gesetz nichts ande­res bestimmt ist, sind die Vorschrif­ten des Gerichts­ver­fas­sungs­ge­set­zes über Öffent­lich­keit, Sitzungs­po­li­zei und Gerichtss­pra­che auf das Verfah­ren vor dem Berufs­ge­richt und dem Landes­be­rufs­ge­richt entspre­chend anzu­wen­den.
Die Vorschrif­ten über die ärzt­li­che Schwei­ge­pflicht finden Anwen­dung.
Die Öffent­lich­keit kann auch zur Wahrung des Berufs­ge­heim­nis­ses für die Haupt­ver­hand­lung ganz oder zum Teil ausge­schlos­sen werden.
Die Haupt­ver­hand­lung endet mit der Verkün­dung des Urteils.
Das Urteil darf nur auf Tatsa­chen und Bewei­s­er­geb­nisse gestützt werden, die Gegen­stand der Haupt­ver­hand­lung waren.
Auf die Bera­tung und Abstim­mung finden die Vorschrif­ten des Gerichts­ver­fas­sungs­ge­set­zes und des § 263 StPO entspre­chende Anwen­dung.
Das Urteil wird durch Verle­sen der Urteils­for­mel und Mittei­lung der wesent­li­chen Urteils­gründe verkün­det. Es ist schrift­lich abzu­fas­sen und entspre­chend § 267 StPO mit Grün­den zu verse­hen. Das Urteil ist von dem Vorsit­zen­den und den Beisit­zern zu unter­zeich­nen und den Antrags­be­rech­tig­ten nach Art. 77 Abs. 1 mitzu­tei­len; dem Beschul­dig­ten, seinem Vertei­di­ger, seinem Beistand sowie dem Antrag­stel­ler ist das Urteil mit Rechts­mit­tel­be­leh­rung zuzu­stel­len.
Gegen die Urteile der Berufs­ge­richte können der Beschul­digte und der Antrag­stel­ler Beru­fung einle­gen.
Die Beru­fung ist inner­halb eines Monats nach Zustel­lung des Urteils beim Berufs­ge­richt schrift­lich oder zur Nieder­schrift der Geschäfts­stelle einzu­le­gen und inner­halb eines weite­ren Monats zu begrün­den; die Begrün­dung der Beru­fung des Beschul­dig­ten muss durch einen bei einem deut­schen Gericht zuge­las­se­nen Rechts­an­walt oder einen Rechts­leh­rer an einer deut­schen Hoch­schule unter­zeich­net sein. Die Beru­fungs­frist ist auch gewahrt, wenn die Beru­fung inner­halb der Frist beim Landes­be­rufs­ge­richt eingeht.
Für das Verfah­ren vor dem Landes­be­rufs­ge­richt gelten die Vorschrif­ten über das Verfah­ren vor dem Berufs­ge­richt entspre­chend, soweit nichts Abwei­chen­des bestimmt ist.
Das Landes­be­rufs­ge­richt verwirft die Beru­fung durch einen mit Grün­den verse­he­nen Beschluss, wenn sie nicht frist- oder form­ge­recht einge­legt ist.
Hat der Beschul­digte die Beru­fung einge­legt, so ist bei seiner Abwe­sen­heit in der Haupt­ver­hand­lung § 329 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 der Straf­pro­zess­ord­nung entspre­chend anzu­wen­den, falls der Beschul­digte ordnungs­ge­mäß gela­den und in der Ladung ausdrück­lich auf die sich aus seiner Abwe­sen­heit erge­bende Rechts­folge hinge­wie­sen wurde.
Soweit das Landes­be­rufs­ge­richt die Beru­fung für zuläs­sig und begrün­det hält, hebt es das Urteil des Berufs­ge­richts auf und entschei­det in der Sache selbst. Das Landes­be­rufs­ge­richt kann durch Urteil die ange­foch­tene Entschei­dung aufhe­ben und die Sache zurück­ver­wei­sen, wenn das Verfah­ren erster Instanz an einem wesent­li­chen verfah­rens­recht­li­chen Mangel leidet.
Das Urteil darf in Art und Höhe der Rechts­fol­gen nicht zum Nach­teil des Beschul­dig­ten geän­dert werden, wenn ledig­lich zuguns­ten des Beschul­dig­ten Beru­fung einge­legt wurde.
Gegen alle vom Berufs­ge­richt im ersten Rechts­zug erlas­se­nen Beschlüsse und gegen die Verfü­gun­gen des Vorsit­zen­den ist, soweit sie bei sinn­ge­mä­ßer Anwen­dung der Straf­pro­zess­ord­nung anfecht­bar sind, die Beschwerde zuläs­sig. Sie ist binnen zweier Wochen nach Bekannt­ma­chung der Entschei­dung beim Berufs­ge­richt des ersten Rechts­zugs einzu­le­gen.
Wird die Beschwerde vom Berufs­ge­richt in der Beset­zung nach Art. 69 Abs. 1 Satz 1 für begrün­det erach­tet, so hilft es ihr ab. Andern­falls legt es die Beschwerde binnen einer Woche dem Landes­be­rufs­ge­richt vor. Das Landes­be­rufs­ge­richt entschei­det durch Beschluss.
Ein nach diesem Gesetz durch rechts­kräf­tige Entschei­dung been­de­tes Verfah­ren kann unter densel­ben Voraus­set­zun­gen wieder aufge­nom­men werden wie ein Straf­ver­fah­ren. Die Wieder­auf­nahme kann von dem Beschul­dig­ten oder dem gemäß Art. 77 Abs. 1 Berech­tig­ten bean­tragt werden.
In jeder Entschei­dung, die das Verfah­ren der Instanz been­det, muss bestimmt werden, wer die Kosten des Verfah­rens zu tragen hat.
Für das berufs­ge­richt­li­che Verfah­ren werden Gebüh­ren nur erho­ben, wenn auf eine der in Art. 67 genann­ten Maßnah­men erkannt oder der Beschwer­de­be­scheid gemäß Art. 38 Abs. 6 bestä­tigt wird. Die Gebüh­ren hat der Beschul­digte zu tragen. Sie betra­gen für jede Instanz mindes­tens einhun­dert­fünf­zig Euro, höchs­tens zwei­tau­send­fünf­hun­dert Euro. Das Gericht bestimmt in der Entschei­dung die Höhe der Gebüh­ren unter Berück­sich­ti­gung der Schwie­rig­keit der Sache sowie der persön­li­chen Verhält­nisse des Beschul­dig­ten nach pflicht­ge­mäßem Ermes­sen.
Die Ausla­gen des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens können ganz oder teil­weise aufer­legt werden
Die dem Beschul­dig­ten erwach­se­nen notwen­di­gen Ausla­gen sind im Fall der Antrag­stel­lung nach Art. 38 Abs. 5 Satz 1 oder Art. 77 Abs. 1 Nr. 1 der Berufs­ver­tre­tung und im Fall der Antrag­stel­lung nach Art. 77 Abs. 1 Nr. 2 der Staats­kasse aufzu­er­le­gen, wenn der Beschul­digte frei­ge­spro­chen oder das Verfah­ren einge­stellt wird, nach­dem der Beschul­digte aufge­for­dert worden ist, sich zu dem Antrag auf Eröff­nung des berufs­ge­richt­li­chen Verfah­rens zu äußern. Im Übri­gen trägt der Beschul­digte die ihm erwach­se­nen Ausla­gen selbst. § 467 Abs. 2 bis 4 StPO finden sinn­ge­mäß Anwen­dung.
Die dem Beschul­dig­ten erwach­se­nen notwen­di­gen Ausla­gen können nach Maßgabe des Absat­zes 1 Satz 1 ganz oder teil­weise der Berufs­ver­tre­tung oder der Staats­kasse aufer­legt werden, wenn die zur Last geleg­ten Verfeh­lun­gen nur zum Teil die Grund­lage einer gemäß Art. 67 verhäng­ten Maßnahme bilden. Satz 1 gilt auch, wenn durch Unter­su­chun­gen zur Aufklä­rung bestimm­ter belas­ten­der oder entlas­ten­der Umstände dem Beschul­dig­ten beson­dere Ausla­gen erwach­sen und diese Unter­su­chun­gen zuguns­ten des Beschul­dig­ten ausge­gan­gen sind.
Wird ein von der Berufs­ver­tre­tung oder der Regie­rung einge­leg­tes Rechts­mit­tel zurück­ge­nom­men oder bleibt es erfolg­los, so sind die dem Beschul­dig­ten im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren erwach­se­nen notwen­di­gen Ausla­gen der Berufs­ver­tre­tung bzw. der Staats­kasse aufzu­er­le­gen. Bei Rück­nahme oder Erfolg­lo­sig­keit eines vom Beschul­dig­ten einge­leg­ten Rechts­mit­tels trägt er die ihm erwach­se­nen Ausla­gen selbst.
Hat der Beschul­digte das Rechts­mit­tel beschränkt und hat es Erfolg, so sind die notwen­di­gen Ausla­gen des Beschul­dig­ten nach Maßgabe des Absat­zes 1 Satz 1 der Berufs­ver­tre­tung bzw. der Staats­kasse aufzu­er­le­gen. Im Übri­gen findet Absatz 1 Satz 2 Anwen­dung.
Hat ein Rechts­mit­tel teil­weise Erfolg, so sind die notwen­di­gen Ausla­gen des Beschul­dig­ten teil­weise oder ganz nach Maßgabe des Absat­zes 1 Satz 1 der Berufs­ver­tre­tung bzw. der Staats­kasse aufzu­er­le­gen, soweit es unbil­lig wäre, den Beschul­dig­ten damit zu belas­ten. Im Übri­gen findet Absatz 1 Satz 2 Anwen­dung.
Die notwen­di­gen Ausla­gen der Berufs­ver­tre­tung sind im Fall der Antrag­stel­lung nach Art. 38 Abs. 5 Satz 1 oder Art. 77 Abs. 1 Nr. 1 dem Beschul­dig­ten aufzu­er­le­gen, wenn
Dies gilt nicht, soweit die notwen­di­gen Ausla­gen des Beschul­dig­ten nach den vorge­nann­ten Absät­zen der Berufs­ver­tre­tung aufer­legt werden. Wird das Verfah­ren nach einer Vorschrift einge­stellt, die dies nach dem Ermes­sen des Gerichts zulässt, und ergibt eine summa­ri­sche Prüfung, dass eine Berufs­pflicht­ver­let­zung vorliegt, können die notwen­di­gen Ausla­gen der Berufs­ver­tre­tung dem Beschul­dig­ten aufer­legt oder nach billi­gem Ermes­sen geteilt werden.
Zu den notwen­di­gen Ausla­gen gehö­ren auch
Für die Fest­set­zung und die Voll­stre­ckung der zu erstat­ten­den notwen­di­gen Ausla­gen gelten die Vorschrif­ten für das Straf­ver­fah­ren sinn­ge­mäß.
Die auf Grund dieses Geset­zes ergan­ge­nen Entschei­dun­gen werden voll­steck­bar, soweit sie rechts­kräf­tig gewor­den sind.
Der Verweis gilt mit Eintritt der Rechts­kraft der Entschei­dung als erteilt. Zum selben Zeit­punkt werden Maßnah­men nach Art. 67 Abs. 1 Nrn. 3 bis 5 wirk­sam.
Die rechts­kräf­tige Entschei­dung ist den Antrags­be­rech­tig­ten nach Art. 77 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 mitzu­tei­len.
Soweit das Verfah­ren nicht in diesem Gesetz gere­gelt ist, finden die Vorschrif­ten der Straf­pro­zess­ord­nung und des Gerichts­ver­fas­sungs­ge­set­zes mit Ausnahme derje­ni­gen, welche die Mitwir­kung der Staats­an­walt­schaft betref­fen, sinn­ge­mäß Anwen­dung. Die Vorschrif­ten des Sieb­zehn­ten Titels des Gerichts­ver­fas­sungs­ge­set­zes sind entspre­chend anzu­wen­den.
Für die Voll­stre­ckung von Geld­bu­ßen und Kosten sind die für das Straf­ver­fah­ren gelten­den Voll­stre­ckungs­vor­schrif­ten sinn­ge­mäß anzu­wen­den.
Eintra­gun­gen in den bei der Berufs­ver­tre­tung geführ­ten Perso­nal­ak­ten über eine Maßnahme nach Art. 67 Abs. 1 sind nach zehn Jahren zu tilgen. Die über diese berufs­ge­richt­li­chen Maßnah­men entstan­de­nen Vorgänge sind aus den Perso­nal­ak­ten zu entfer­nen und zu vernich­ten.
Die Frist beginnt mit dem Tag, an dem die berufs­ge­richt­li­che Maßnahme unan­fecht­bar gewor­den ist.
Die Frist endet nicht, solange gegen den Betref­fen­den ein Straf­ver­fah­ren, ein berufs­ge­richt­li­ches Verfah­ren oder ein Diszi­pli­nar­ver­fah­ren anhän­gig ist, eine andere berufs­ge­richt­li­che Maßnahme noch nicht zu tilgen ist oder ein auf Geld­buße lauten­des berufs­ge­richt­li­ches Urteil noch nicht voll­streckt ist.
Nach Ablauf der Frist dürfen die Berufs­pflicht­ver­let­zung und die Verur­tei­lung dem Betref­fen­den im Rechts­ver­kehr nicht mehr vorge­hal­ten und zu seinem Nach­teil verwer­tet werden.
Die Absätze 1 bis 4 finden bei berufs­auf­sicht­li­chen Maßnah­men nach Art. 38 entspre­chend Anwen­dung, wobei die Tilgungs­frist fünf Jahre beträgt.
Die persön­li­chen und sach­li­chen Kosten der Berufs­ge­richts­bar­keit sind dem Frei­staat Bayern am Schluss eines jeden Rech­nungs­jah­res von den Landes­kam­mern im Verhält­nis der Zahl der Berufs­ge­richts­ver­fah­ren, die die Mitglie­der der einzel­nen Berufs­ver­tre­tun­gen betra­fen, zu erstat­ten.
Soweit die Einnah­men des Berufs­ge­richts an Kosten und Geld­bu­ßen die nach Absatz 1 dem Frei­staat Bayern zu erstat­ten­den Kosten über­stei­gen, sind sie im nächs­ten Rech­nungs­jahr in dem in Absatz 1 genann­ten Verhält­nis den Landes­kam­mern zur Verwen­dung für die bei ihnen beste­hen­den sozia­len Einrich­tun­gen zuzu­füh­ren.
Das Staats­mi­nis­te­rium der Justiz kann im Beneh­men mit dem Staats­mi­nis­te­rium mit den einzel­nen Berufs­ver­tre­tun­gen anstelle der in den Absät­zen 1 und 2 vorge­se­he­nen Einzel­be­rech­nung Pauscha­l­er­stat­tun­gen verein­ba­ren.
Die für die Bestel­lung zustän­dige Behörde führt die Aufsicht über die Berufs­ge­richte und das Landes­be­rufs­ge­richt.
Art. 53 Abs. 1 findet keine Anwen­dung auf Apothe­ker, die am Tag vor Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur Ände­rung des Kammer­ge­set­zes und des Geset­zes über den öffent­li­chen Gesund­heits­dienst vom 23. Juli 1993 (GVBl S. 511) in Bayern ihre Haupt­woh­nung hatten, ohne Mitglied der Landes­apo­the­ker­kam­mer zu sein. Diese Apothe­ker können jedoch binnen zwei Jahren nach Inkraft­tre­ten des Ände­rungs­ge­set­zes gegen­über der Landes­apo­the­ker­kam­mer ihren Beitritt als frei­wil­li­ges Mitglied erklä­ren. Der Beitritt bedarf der Schrift­form und ist unwi­der­ruf­lich.
Art. 56 und 57 Abs. 1 in der Fassung des Ände­rungs­ge­set­zes nach Absatz 1 gelten jeweils erst­mals für die im Jahr 1994 durch­zu­füh­ren­den Wahlen.
Zum 1. Februar 2019 anhän­gige Verfah­ren vor dem Landes­be­rufs­ge­richt beim Ober­lan­des­ge­richt München werden von diesem zu Ende geführt; das Gericht besteht inso­weit fort. Dieses Gericht bleibt auch für Voll­stre­ckungs­ver­fah­ren und sons­tige Folge­ent­schei­dun­gen in Bezug auf Verfah­ren nach Satz 1 zustän­dig.
Dieses Gesetz tritt am 1. August 1957 *) in Kraft. Art. 104a tritt am 1. Dezem­ber 2015 außer Kraft.
*) Diese Vorschrift betrifft das Inkraft­tre­ten des Geset­zes in der ursprüng­li­chen Fassung vom 15. Juli 1957 (GVBl S. 162). Der Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens der späte­ren Ände­run­gen ergibt sich aus den jewei­li­gen Ände­rungs­ge­set­zen.

References: § 3
 Art. 33
 Art. 35
 Art. 36
 Art. 24
 Art. 29
 Art. 35
 § 7
 Art. 68
 Art. 70
 Art. 71
 § 2
 Art. 21
 Art. 28
 Art. 33
 Art. 35
 Art. 38
 Art. 41
 § 15
 Art. 71
 § 2
 Art. 59
 § 2
 Art. 2
 Art. 4
 Art. 22
 Art. 24
 Art. 28
 Art. 33
 Art. 35
 Art. 40
 Art. 41
 Art. 50
 Art. 58
 Art. 73
 Art. 104
 Art. 4
 Art. 32
 Art. 2
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 18
 § 117
 Art. 18
 Art. 22
 Art. 30
 Art. 31
 Art. 32
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 35
 Art. 32
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 Art. 36
 Art. 38
 Art. 38
 Art. 40
 Art. 41
 Art. 51
 Art. 59
 Art. 64
 Art. 66
 Art. 67
 Art. 68
 Art. 70
 Art. 77
 Art. 80
 Art. 81
 Art. 89
 Art. 90
 Art. 95
 Art. 96
 Art. 98
 Art. 4
 Art. 5
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 Art. 4
 Art. 9
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 Art. 11
 Art. 14
 Art. 15
 Art. 16
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 18
 Art. 20
 Art. 30
 Art. 30
 Art. 31
 Art. 33
 Art. 30
 Art. 30
 Art. 33
 Art. 35
 Art. 35
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 45
 Art. 46
 Art. 50
 Art. 51
 Art. 58
 Art. 59
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 Art. 67
 Art. 67
 Art. 4
 Art. 101
 Art. 104
 Art. 4
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 104
 Art. 39
 Art. 68
 Art. 70
 Art. 71
 Art. 104
 § 6
 § 70
 Art. 11
 Art. 12
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 59
 Art. 112
 Art. 113
 Art. 11
 Art. 11
 Art. 5

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 Art. 40
 Art. 9
 Art. 17
 Art. 1
 Art. 30
 Art. 28
 Art. 29
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 Art. 22
 Art. 23
 Art. 2
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 Art. 28
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 Art. 27
 Art. 27
 Art. 28
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 Art. 30
 § 3
 Art. 29
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 Art. 10
 Art. 13
 Art. 27
 Art. 27
 Art. 18
 Art. 31
 Art. 28
 Art. 27
 Art. 40
 Art. 79
 Art. 83
 Art. 66
 Art. 67
 Art. 84
 Art. 67
 Art. 79
 Art. 77
 Art. 38
 Art. 67
 Art. 67
 § 10
 § 10
 § 10
 Art. 17
 Art. 4
 Art. 33
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 27
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 Art. 35
 Art. 34
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 Art. 13
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 Art. 22
 Art. 18
 Art. 37
 Art. 4
 Art. 35
 Art. 27
 Art. 34
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 Art. 38
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 Art. 79
 Art. 83
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 § 207
 Art. 69
 Art. 38
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 Art. 82
 Art. 77
 Art. 86
 § 263
 § 267
 Art. 77
 § 329
 Art. 69
 Art. 77
 Art. 67
 Art. 38
 Art. 38
 Art. 77
 Art. 77
 § 467
 Art. 67
 Art. 38
 Art. 77
 Art. 67
 Art. 77
 Art. 67
 Art. 38

Art. 53

Art. 56
 Art. 104