Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4070.htm
Timestamp: 2018-11-15 13:25:49+00:00

Document:
4.070 Kreuzweiher-Langensee
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Kreuzweiher-Langensee« (Erweiterung Naturschutzgebiet »Kreuzweiher«) vom 20. Oktober 1994 (GBl. v. 30.11.1994, S. 607).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑ NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 7. Februar 1994 (GBI. S. 73), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBI. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Neukirch, Gemarkung Neukirch, Landkreis Bodenseekreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Kreuzweiher-Langensee«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 74,93 ha.
· Es umfaßt auf Gemarkung Neukirch die Flurstücke 2137 teilweise (tw.), 2139/4 tw., 2144, 2145 tw., 2405 tw., 2407 tw., 2426/1 tw., 2426/4, 2426/5 tw., 2438/4 tw., 2438/6, 2450/1, 2450/2, 2450/5, 2456 tw., 2458/2 tw., 2459/1, 2459/2, 2459/3, 2459/4, 2460/1, 2460/2, 2461 tw., 2462, 2463, 2464/1, 2464/2, 2465 tw., 2468/1, 2605/4, 2625, 2626, 2630, 2658, 2660 tw., 2.676, 2678/2, 2679/1, 2685, 2686/3, 2688, 2690, Graben Nr. 2431, 2455, 2468/1 tw. und 2680.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 3. August 1994 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Bodenseekreis in Friedrichshafen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· zwei Seen, deren Wasserflora ‑ vor allem die Schwimmblattgesellschaften ‑ Lebensraum für zahlreiche Insektenarten, insbesondere Libellen, ist und die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Wirbellose bildet;
· Verlandungsgürteln im Uferbereich der Seen mit Vertretern des Rohrkolben‑, Seebinsen‑, Schneidbinsen‑ und Schilfröhrichts sowie des Zypergrasseggen-Riedes, die vielen Vogelarten als Brutgebiete dienen. Den im Seebinsenröhricht vorkommenden Mikroorganismen kommt bei der biologischen Selbstreinigung des Sees eine besondere Bedeutung zu, da sie an sich schwer abbaubare Substanzen aus dem Wasser aufnehmen und zu leichter zersetzlichen verarbeiten;
· Erlenbruchwaldbereiche mit botanisch äußerst wertvollen, ursprünglichen Pflanzengesellschaften;
20. Dauergrünland in Ackerland umzubrechen;
21. Flachmoorbereiche, Streu‑ und Feuchtwiesen sowie Schilfröhricht zu beseitigen oder zu zerstören;
22. Kreuzweiher und Langensee mit kleinen Wasserfahrzeugen ohne eigene Triebkraft zu befahren sowie Wassersport‑ und Wasserspielgeräte aller Art zu benutzen; Nichtschwimmer‑ und Kinderschwimmhilfen sind erlaubt;
23. im Kreuzweiher außerhalb des gekennzeichneten Bereichs im Nordwestteil zu baden.
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung außerhalb des in der Karte als ökologische Vorrangfläche ausgewiesenen Bereichs in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, ausgenommen § 4 Abs. 2 Nr. 3 bis 5, 7 und 20 mit der Maßgabe, daß
3.1 Streuobstbestände nicht in Intensivobstanlagen umgewandelt oder anderweitig zerstört werden;
3.2 in Streuobstbeständen abgängige Obstbäume durch das Pflanzen geeigneter Hochstammsorten ersetzt werden müssen;
3.3 entlang der kartierten Feuchtgebiete in einem 10 m breiten Streifen nicht gedüngt und keine Chemikalien verwendet werden dürfen;
§ 4 der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz - Anwendungsverordnung) vom 27. Juli 1988 (BGBl. I S. 1196) in der jeweils gültigen Fassung bleibt unberührt;
4.1 der Kreuzweiher wie bisher im Sinne von § 1 Abs. 2 Fischereigesetz und nach den Richtlinien zur Reinhaltung des Bodensees (Ziffer 7.3 der Vorschrift des Umweltministeriums über die Richtlinien für die Reinhaltung des Bodensees vom 27. Mai 1987) bewirtschaftet wird;
4.2 am Langensee
4.2.1 von fünf Booten aus nur vom 1. Juli bis zum 28. (29.)Februar jeden Jahres geangelt werden darf;
4.2.2 ganzjährig von den genehmigten und in der Schutzgebietskarte eingezeichneten Stegen aus und von der eingezeichneten Angelzone bei den Flurstücken 2137 und 2139/4 aus geangelt werden darf;
4.2.3 mit den oben genannten Booten die Schwimmblattzone nicht befahren werden darf und zu den Schilfgürteln ein Mindestabstand von 10 m einzuhalten ist;
4.2.4 die Boote an den Stegen oder in der Angelzone aufzubewahren sind. Ein Bootshaus kann errichtet werden, sofern Standortauswahl und Bauausführung in Übereinstimmung mit dem Regierungspräsidium erfolgen;
4.2.5 keine standortfremden, gentechnisch veränderte oder hybridisierte Fische eingesetzt werden dürfen.
5. für die bestimmungsgemäße Nutzung, Unterhaltung und Instandsetzung der öffentlichen Straßen und Wege, sonstiger Ver‑ und Entsorgungsanlagen sowie Fernmeldeanlagen;
6. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen ‑insbesondere Entwässerungsanlagen ‑ in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
(2) Gleichzeitig treten die Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Kreuzweiher«, Gemarkung Neukirch, Landkreis Bodenseekreis, vom 21. Dezember 1973 und die Verordnung des Landratsamtes Tettnang zum Schutz von Landschaftsteilen in den Gemeinden Kreßbronn, Langnau und Tannau über das Gebiet »Kreuzweiher‑Langensee« mit Zwischengebiet vom 10. September 1954, soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung beziehen, außer Kraft.

References: § 64
 § 22
 § 33
 § 2
 § 4

§ 4
 § 1