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Timestamp: 2020-08-08 21:53:35+00:00

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Die Nichtvorlage an den EuGH - als Verstoß gegen den gesetzlichen Richter | Rechtslupe
Die Nichtvorlage an den EuGH - als Verstoß gegen den gesetzlichen Richter
Die Aus­le­gung und Anwen­dung des Art. 267 Abs. 3 AEUV durch ein letzt­in­stanz­li­ches Gericht ver­letzt nur dann Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG, wenn sie bei ver­stän­di­ger Wür­di­gung der das Grund­ge­setz bestim­men­den Gedan­ken nicht mehr ver­ständ­lich erscheint und offen­sicht­lich unhalt­bar ist.
Die Beur­tei­lung, ob die rich­ti­ge Anwen­dung des Uni­ons­rechts der­art offen­kun­dig ist, dass für einen ver­nünf­ti­gen Zwei­fel kein Raum bleibt, so dass davon abge­se­hen wer­den kann, dem EuGH eine vor ihm auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge nach der Aus­le­gung des Uni­ons­rechts vor­zu­le­gen, obliegt allein dem natio­na­len Gericht.
Nicht­vor­la­ge an den Gemein­sa­men Bun­des­fi­nanz­hof der Obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des
Nicht­vor­la­ge an den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on
Im vor­lie­gen­den Fall ver­nein­te der Bun­des­fi­nanz­hof einen Ver­stoß gegen Vor­la­ge­pflich­ten; der Bun­des­fi­nanz­hof war gesetz­li­cher Rich­ter i.S. des Art. 101 GG für die von ihm ent­schie­de­nen Fra­gen, so dass er bei Erlass sei­nes Urteils vor­schrifts­mä­ßig besetzt war:
Nicht­vor­la­ge an den Gemein­sa­men Bun­des­fi­nanz­hof der Obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des[↑]
Soweit der Klä­ger rügt, der Bun­des­fi­nanz­hof habe sei­ne Vor­la­ge­pflicht an den Gemein­sa­men Bun­des­fi­nanz­hof der obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des ver­letzt, hat er den von ihm gel­tend gemach­ten Wie­der­auf­nah­me­grund bereits nicht schlüs­sig dar­ge­legt.
Zutref­fend geht der Klä­ger davon aus, dass ein Gericht i.S. des § 579 Abs. 1 Nr. 1 ZPO nicht vor­schrifts­mä­ßig besetzt ist, wenn es eine Vor­la­ge­pflicht an ein ande­res Gericht ver­letzt.
Dies gilt auch bei einer Ver­let­zung der Vor­la­ge­pflicht an den Gemein­sa­men Bun­des­fi­nanz­hof der obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des [1]; denn die­ser ist gesetz­li­cher Rich­ter i.S. des Art. 101 GG für die von ihm zu ent­schei­den­den Rechts­fra­gen [2]. Der Gemein­sa­me Bun­des­fi­nanz­hof der obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des ent­schei­det, wenn ein obers­ter Gerichts­hof in einer Rechts­fra­ge von der Ent­schei­dung eines ande­ren obers­ten Gerichts­hofs oder des Gemein­sa­men Bun­des­fi­nanz­hofs abwei­chen will (§ 2 Abs. 1 des Geset­zes zur Wah­rung der Ein­heit­lich­keit der Recht­spre­chung der obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des).
Eine Ver­let­zung des gesetz­li­chen Rich­ters durch Nicht­vor­la­ge setzt inso­weit aber vor­aus, dass das Gericht sei­ne Ver­pflich­tung zur Vor­la­ge will­kür­lich außer Acht gelas­sen hat [3]. Dies ‑sowie die ver­meint­li­che Abwei­chung- müs­sen sub­tan­ti­iert dar­ge­legt wer­den [4], wor­an es im Streit­fall fehlt.
Ins­be­son­de­re legt der Klä­ger nicht schlüs­sig dar, dass der Bun­des­fi­nanz­hof von der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) abge­wi­chen ist. Wie der BGH in den vom Klä­ger ange­führ­ten Urtei­len vom 28.10.2015 – VIII ZR 158/​11 [5]; und vom 12.10.2016 – VIII ZR 103/​15 [6] ent­schie­den hat, darf eine richt­li­ni­en­kon­for­me Rechts­fort­bil­dung oder Aus­le­gung die durch den Wil­len des Gesetz­ge­bers gezo­ge­nen Aus­le­gungs­gren­zen nicht über­schrei­ten. Mit sei­nem Vor­brin­gen stellt der Klä­ger kei­nen Rechts­satz aus dem BFH, Urteil in BFHE 258, 517, DStR 2017, 1987 und dem BFH, Urteil vom 08.08.2013 – V R 13/​12 [7] her­aus, der die behaup­te­te Abwei­chung erken­nen lässt. Dar­über hin­aus ist den vom Klä­ger in Bezug genom­me­nen Urtei­len des BFH auch kein Rechts­satz zur Berück­sich­ti­gung des Wil­lens des Gesetz­ge­bers bei richt­li­ni­en­kon­for­mer Rechts­fort­bil­dung oder Aus­le­gung zu ent­neh­men.
Nicht­vor­la­ge an den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on[↑]
Soweit der Klä­ger rügt, der Bun­des­fi­nanz­hof habe sei­ne Vor­la­ge­pflicht an den EuGH durch deren unhalt­ba­re Hand­ha­bung ver­letzt, liegt der gerüg­te Ver­stoß gegen den gesetz­li­chen Rich­ter nicht vor.
Im Aus­gangs­punkt zu Recht geht der Klä­ger davon aus, dass ein Gericht i.S. des § 579 Abs. 1 Nr. 1 ZPO nicht vor­schrifts­mä­ßig besetzt ist, wenn es will­kür­lich sei­ne Vor­la­ge­pflicht an den EuGH ver­letzt hat [8]. Der EuGH ist u.a. für die Aus­le­gung des Uni­ons­rechts in Umsatz­steu­er­fra­gen gesetz­li­cher Rich­ter i.S. des Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG [9].
In stän­di­ger Recht­spre­chung bean­stan­det das BVerfG die Aus­le­gung und Anwen­dung von Nor­men, die ‑wie Art. 267 Abs. 3 AEUV- die gericht­li­che Zustän­dig­keits­ver­tei­lung regeln, nur, wenn sie bei ver­stän­di­ger Wür­di­gung der das Grund­ge­setz bestim­men­den Gedan­ken nicht mehr ver­ständ­lich erschei­nen und offen­sicht­lich unhalt­bar sind [10].
Dabei kommt es für die Prü­fung einer Ver­let­zung des gesetz­li­chen Rich­ters nicht in ers­ter Linie auf die Ver­tret­bar­keit der Aus­le­gung des für den Streit­fall maß­geb­li­chen mate­ri­el­len Uni­ons­rechts an, son­dern auf die Ver­tret­bar­keit der Hand­ha­bung der Vor­la­ge­pflicht nach Art. 267 Abs. 3 AEUV [11]. Nicht jede Ver­let­zung der uni­ons­recht­li­chen Vor­la­ge­pflicht stellt zugleich einen Ver­stoß gegen Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG dar.
Nach der Recht­spre­chung des EuGH [12] muss ein natio­na­les letzt­in­stanz­li­ches Gericht sei­ner Vor­la­ge­pflicht nach­kom­men, wenn sich in einem bei ihm schwe­ben­den Ver­fah­ren eine Fra­ge des Uni­ons­rechts stellt, es sei denn, das Gericht hat fest­ge­stellt, dass die gestell­te Fra­ge nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich ist, dass die betref­fen­de uni­ons­recht­li­che Bestim­mung bereits Gegen­stand einer Aus­le­gung durch den Gerichts­hof war oder dass die rich­ti­ge Anwen­dung des Uni­ons­rechts der­art offen­kun­dig ist, dass für einen ver­nünf­ti­gen Zwei­fel kei­ner­lei Raum bleibt. Ob ein sol­cher Fall gege­ben ist, ist unter Berück­sich­ti­gung der Eigen­hei­ten des Uni­ons­rechts, der beson­de­ren Schwie­rig­kei­ten sei­ner Aus­le­gung und der Gefahr von­ein­an­der abwei­chen­der Gerichts­ent­schei­dun­gen inner­halb der Uni­on zu beur­tei­len.
Die Beur­tei­lung, ob die rich­ti­ge Anwen­dung des Uni­ons­rechts der­art offen­kun­dig ist, dass für einen ver­nünf­ti­gen Zwei­fel kein Raum bleibt, bleibt allein dem natio­na­len Gericht über­las­sen [13]. Ins­be­son­de­re darf das natio­na­le Gericht trotz einer abwei­chen­den Ent­schei­dung der Vor­in­stanz davon abse­hen, dem EuGH eine vor ihm auf­ge­wor­fe­ne Fra­ge nach der Aus­le­gung des Uni­ons­rechts vor­zu­le­gen [14]. Wenn aller­dings auf Uni­ons­ebe­ne die Gefahr von Diver­gen­zen besteht, bedarf es einer Vor­la­ge durch das natio­na­le Gericht [15].
Die Vor­la­ge­pflicht gemäß Art. 267 Abs. 3 AEUV wird nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des BVerfG [16] ins­be­son­de­re in sol­chen Fäl­len offen­sicht­lich unhalt­bar gehand­habt, in denen ein letzt­in­stanz­li­ches Gericht eine Vor­la­ge trotz der ‑sei­ner Auf­fas­sung nach bestehen­den- Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der uni­ons­recht­li­chen Fra­ge über­haupt nicht in Erwä­gung zieht, obwohl es selbst Zwei­fel hin­sicht­lich der rich­ti­gen Beant­wor­tung der Fra­ge hegt (grund­sätz­li­che Ver­ken­nung der Vor­la­ge­pflicht). Eine Ver­let­zung der Vor­la­ge­pflicht liegt auch vor, wenn das letzt­in­stanz­li­che Gericht in sei­ner Ent­schei­dung bewusst von der Recht­spre­chung des EuGH zu ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Fra­gen abweicht und gleich­wohl nicht oder nicht neu­er­lich vor­legt (bewuss­tes Abwei­chen ohne Vor­la­ge­be­reit­schaft). Liegt zu einer ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Fra­ge des Uni­ons­rechts ein­schlä­gi­ge Recht­spre­chung des EuGH noch nicht vor oder hat eine vor­lie­gen­de Recht­spre­chung die ent­schei­dungs­er­heb­li­che Fra­ge mög­li­cher­wei­se noch nicht erschöp­fend beant­wor­tet oder erscheint eine Fort­ent­wick­lung der Recht­spre­chung des EuGH nicht nur als ent­fern­te Mög­lich­keit, so wird Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG (nur) dann ver­letzt, wenn das letzt­in­stanz­li­che Gericht den ihm in sol­chen Fäl­len not­wen­dig zukom­men­den Beur­tei­lungs­rah­men in unver­tret­ba­rer Wei­se über­schrit­ten hat (Unvoll­stän­dig­keit der Recht­spre­chung). Das ist jeden­falls dann der Fall, wenn das Fach­ge­richt das Vor­lie­gen eines „acte clair“ oder eines „acte éclai­ré“ will­kür­lich bejaht. Das Gericht muss sich daher hin­sicht­lich des mate­ri­el­len Uni­ons­rechts hin­rei­chend kun­dig machen. Etwai­ge ein­schlä­gi­ge Recht­spre­chung des EuGH muss es aus­wer­ten und sei­ne Ent­schei­dung hier­an ori­en­tie­ren. Auf die­ser Grund­la­ge muss das Fach­ge­richt unter Anwen­dung und Aus­le­gung des mate­ri­el­len Uni­ons­rechts die ver­tret­ba­re Über­zeu­gung bil­den, dass die Rechts­la­ge ent­we­der von vorn­her­ein ein­deu­tig („acte clair“) oder durch Recht­spre­chung in einer Wei­se geklärt ist, die kei­nen ver­nünf­ti­gen Zwei­fel offen­lässt („acte éclai­ré“).
Unver­tret­bar gehand­habt wird Art. 267 Abs. 3 AEUV im Fal­le der Unvoll­stän­dig­keit der Recht­spre­chung ins­be­son­de­re dann, wenn das Fach­ge­richt eine von vorn­her­ein ein­deu­ti­ge oder zwei­fels­frei geklär­te Rechts­la­ge ohne sach­li­che Begrün­dung [17] bzw. will­kür­lich [18] bejaht.
Gemes­sen dar­an hat der Bun­des­fi­nanz­hof ‑anders als der Klä­ger meint- sei­ne Vor­la­ge­pflicht nicht offen­sicht­lich unhalt­bar ver­neint, so dass kein Fall des § 579 Abs. 1 Nr. 1 ZPO vor­liegt.
Der Bun­des­fi­nanz­hof hat die Vor­la­ge­pflicht nicht grund­sätz­lich ver­kannt. Viel­mehr ist er ‑nach Aus­wer­tung der Recht­spre­chung des EuGH- davon aus­ge­gan­gen, dass der EuGH die 40%-Grenze des § 4 Nr. 16 Buchst. e UStG a.F. als zuläs­sig ansieht, sofern für alle Markt­teil­neh­mer glei­che Wett­be­werbs­be­din­gun­gen gel­ten. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat die Rechts­la­ge inso­weit als geklärt ange­se­hen und gera­de kei­ne eigen­stän­di­ge Fort­ent­wick­lung des Uni­ons­rechts bei zwei­fel­haf­ter Rechts­la­ge vor­ge­nom­men.
Für die Aus­le­gung des natio­na­len Rechts [19] ist das natio­na­le Gericht allein zustän­dig [20]. Des­halb prüft es auch in eige­ner Kom­pe­tenz, ob eine uni­ons­rechts­kon­for­me Aus­le­gung des natio­na­len Rechts (u.a. § 4 Nr. 18 UStG) mög­lich ist.
Auch ein bewuss­tes Abwei­chen ohne Vor­la­ge­be­reit­schaft liegt nicht vor. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat viel­mehr eine Vor­la­ge geprüft, aber ‑trotz der vom Klä­ger for­mu­lier­ten, im Lau­fe des Ver­fah­rens – XI R 23/​14 wei­ter ergänz­ten Vor­la­ge­fra­gen- ange­sichts des EuGH-Urteils Zim­mer­mann [21] Zwei­fel i.S. des Art. 267 AEUV an der Aus­le­gung der im Streit­fall anzu­wen­den­den uni­ons­recht­li­chen Bestim­mun­gen unter Hin­weis auf die Recht­spre­chung des EuGH [22] ver­neint.
Die Vor­aus­set­zun­gen der drit­ten Fall­grup­pe sind eben­falls nicht erfüllt. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat den ihm bei der Fra­ge, ob die Recht­spre­chung unvoll­stän­dig ist bezie­hungs­wei­se ein „acte clair“ oder „acte éclai­ré“ vor­liegt, zuste­hen­den Beur­tei­lungs­spiel­raum nicht unver­tret­bar aus­ge­füllt.
Er hat in Rz 35 ff. sei­ner Ent­schei­dung begrün­det, war­um ‑auf Grund­la­ge der Recht­spre­chung des EuGH- die natio­na­le Rege­lung mit Uni­ons­recht ver­ein­bar ist, und hat aus den unter Rz 45 ff. genann­ten Grün­den die Ein­wen­dun­gen des Klä­gers für nicht durch­grei­fend erach­tet. Dabei hat er auch aus­ge­führt, dass die ‑vom Klä­ger aus Sicht des Bun­des­fi­nanz­hofs zu Recht ange­mahn­te- Gleich­be­hand­lung mit den aner­kann­ten Wohl­fahrts­ver­bän­den dadurch gewähr­leis­tet wird, dass die Steu­er­be­frei­ung des § 4 Nr. 16 UStG dem § 4 Nr. 18 UStG vor­geht und der Klä­ger die Besteue­rung der Wett­be­wer­ber ggf. im Wege der Kon­kur­ren­ten­kla­ge durch­set­zen kann, falls das Finanz­amt ‑was wider­sprüch­li­ches Ver­hal­ten wäre, weil es sich im Ver­fah­ren – XI R 23/​14 auf die Recht­spre­chung des BFH beru­fen hat- die Wett­be­wer­ber gleich­wohl nicht besteu­ern soll­te.
Soweit sich der Klä­ger in der münd­li­chen Ver­hand­lung auf das EuGH, Urteil Fer­rei­ra da Sil­va e Bri­to u.a. [23] bezo­gen hat, besteht im Hin­blick auf die vom Bun­des­fi­nanz­hof im Ver­fah­ren – XI R 23/​14 ent­schie­de­nen Rechts­fra­gen kei­ne Gefahr von Diver­gen­zen auf Uni­ons­ebe­ne. Dass das Finanz­ge­richt als Vor­in­stanz anders ent­schie­den hat­te, zwang auch danach nicht zur Vor­la­ge.
Soweit der Klä­ger spä­ter ergan­ge­ne Recht­spre­chung des EuGH zum Ver­trau­ens­schutz und zum Rück­wir­kungs­ver­bot anführt, wür­de die­se nichts dar­an ändern, dass der Bun­des­fi­nanz­hof den ihm zukom­men­den Beur­tei­lungs­spiel­raum bei der Aus­le­gung von Art. 267 AEUV in sei­nem Urteil nicht in unver­tret­ba­rer Wei­se über­schrit­ten hat [24]. Ohne­hin hat aber der EuGH betont, dass trotz des Grund­sat­zes der Rechts­si­cher­heit und trotz des Rück­wir­kungs­ver­bots der Grund­satz der uni­ons­rechts­kon­for­men Aus­le­gung gebie­tet, dass die natio­na­len Gerich­te unter Berück­sich­ti­gung des gesam­ten inner­staat­li­chen Rechts und unter Anwen­dung der dort aner­kann­ten Aus­le­gungs­me­tho­den alles tun, was in ihrer Zustän­dig­keit liegt, um die vol­le Wirk­sam­keit des Uni­ons­rechts zu gewähr­leis­ten und zu einem Ergeb­nis zu gelan­gen, das im Ein­klang mit dem mit ihm ver­folg­ten Ziel steht [25]. Dies hat der BFH bei § 4 Nr. 18 UStG getan.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 7. Febru­ar 2018 – XI K 1/​17
vgl. Lan­ge in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler, § 119 FGO Rz 116[↩]
vgl. BVerfG, Beschlüs­se vom 26.09.1988 1 BvR 1074/​85, NJW 1989, 2613; und vom 23.10.1991 – 2 BvR 776/​90, NJW 1992, 2077, Rz 6[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss in NJW 1989, 2613, unter 2.[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 12.01.2011 – I K 1/​10, BFH/​NV 2011, 1159, Rz 8; vom 29.01.2015 – I K 1/​14, BFH/​NV 2015, 996, Rz 9 f., betref­fend Nicht­vor­la­ge an den Gro­ßen Bun­des­fi­nanz­hof des BFH[↩]
BGHZ 207, 209[↩]
BGHZ 212, 224[↩]
BFHE 242, 557, DStR 2013, 2506[↩]
vgl. BFH, Beschluss vom 04.09.2009 – IV K 1/​09, BFH/​NV 2010, 218, Rz 3; BFH, Urteil vom 13.07.2016 – VIII K 1/​16, BFHE 254, 481, BStBl II 2017, 198, Rz 16[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 08.04.1987 2 BvR 687/​85, BVerfGE 75, 223, Rz 37[↩]
vgl. BVerfG, Beschlüs­se vom 15.12 2016 2 BvR 221/​11, Zeit­schrift für das gesam­te Lebens­mit­tel­recht 2017, 472, Rz 31 f.; vom 20.02.2017 2 BvR 63/​15, Neue Zeit­schrift für Ver­wal­tungs­recht ‑NVwZ- 2017, 615; vom 18.09.2017 1 BvR 361/​12, Umwelt- und Pla­nungs­recht 2018, 30, Rz 27; vom 19.12 2017 2 BvR 424/​17, NJW 2018, 686, Rz 39, jeweils m.w.N.[↩]
vgl. BVerfG, Beschlüs­se vom 25.01.2011 1 BvR 1741/​09, BVerfGE 128, 157, Rz 104; vom 03.03.2014 1 BvR 2083/​11, Wert­pa­pier-Mit­tei­lun­gen/­Zeit­schrift für Wirt­schafts- und Bank­recht 2014, 647, Rz 29[↩]
Urtei­le CILFIT vom 06.10.1982 – C-283/​81, EU:C:1982:335, NJW 1983, 1257, Rz 21; Inter­mo­dal Trans­ports vom 15.09.2005 – C‑495/​03, EU:C:2005:552, Höchst­rich­ter­li­che Finanz­recht­spre­chung ‑HFR- 2005, 1236; Gas­ton Schul Doua­ne-expe­di­teur vom 06.12 2005 – C‑461/​03, EU:C:2005:742, HFR 2006, 416[↩]
vgl. EuGH, Urteil Fer­rei­ra da Sil­va e Bri­to u.a. vom 09.09.2015 – C‑160/​14, EU:C:2015:565, Euro­päi­sche Zeit­schrift für Wirt­schafts­recht ‑EuZW- 2016, 111, Rz 40, m.w.N.[↩]
vgl. EuGH, Urteil Fer­rei­ra da Sil­va e Bri­to u.a., EU:C:2015:565, EuZW 2016, 111, Rz 40 bis 42, m.w.N.[↩]
vgl. EuGH, Urteil Fer­rei­ra da Sil­va e Bri­to u.a., EU:C:2015:565, EuZW 2016, 111, Rz 43 f.[↩]
vgl. zum Nach­fol­gen­den BVerfG, Beschlüs­se vom 31.05.1990 2 BvR 1436/​87 u.a., BVerfGE 82, 159, Rz 144; vom 06.07.2010 2 BvR 2661/​06, BVerfGE 126, 286, Rz 90; in BVerfGE 128, 157, Rz 103 f.; vom 19.07.2011 1 BvR 1916/​09, BVerfGE 129, 78, Rz 98; in NJW 2018, 686, Rz 41 ff.; BVerfG, Urteil vom 28.01.2014 2 BvR 1564/​12 u.a., BVerfGE 135, 155, Rz 176 ff.[↩]
vgl. z.B. BVerfG, Beschluss vom 06.10.2017 2 BvR 987/​16, NJW 2018, 606, Rz 9[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss in NVwZ 2017, 615[↩]
im Ver­fah­ren – XI R 23/​14: § 4 Nr. 16 und 18 UStG[↩]
vgl. z.B. EuGH, Urtei­le Askle­pi­os Kli­ni­ken vom 27.04.2017 – C‑680/​15 und – C‑681/​15, EU:C:2017:317, NJW 2017, 2178, Rz 28; Enter­tain­ment Bul­ga­ria Sys­tem vom 15.11.2017 – C‑507/​16, EU:C:2017:864, HFR 2018, 90, Rz 38[↩]
EuGH, EU:C:2012:716, UR 2013, 35[↩]
EuGH, Urtei­le CILFIT, EU:C:1982:335, NJW 1983, 1257; Inter­mo­dal Trans­ports, EU:C:2005:552, HFR 2005, 1236; Gas­ton Schul Doua­ne-expe­di­teur, EU:C:2005:742, HFR 2006, 416[↩]
EU:C:2015:565, EuZW 2016, 111[↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 02.02.2017 2 BvR 787/​16 Rz 39[↩]
vgl. EuGH, Urtei­le Impact vom 15.04.2008 – C‑268/​06, EU:C:2008:223, Neue Zeit­schrift für Arbeits­recht 2008, 581, Rz 101; Lopes Da Sil­va Jor­ge vom 05.09.2012 – C‑42/​11, EU:C:2012:517, NJW 2013, 141, Rz 56; Specht u.a. vom 19.06.2014 – C‑501/​12 bis – C‑506/​12, EU:C:2014:2005, NVwZ 2014, 1294, Rz 88; PPU-JZ vom 28.07.2016 – C‑294/​16, EU:C:2016:610 Rz 33[↩]
Die Nicht­vor­la­ge an den EuGH – als Ver­stoß gegen den gesetz­li­chen… Die Aus­le­gung und Anwen­dung des Art. 267 Abs. 3 AEUV durch ein letzt­in­stanz­li­ches Gericht ver­letzt nur dann Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG, wenn…
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References: EuGH 
 EuGH 
 Art. 267
 Art. 101
 EuGH 
 Art. 101
 § 579
 Art. 101
 BGH 
 EuGH 
 § 579
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 101
 Art. 267
 Art. 267
 Art. 101
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 267
 EuGH 
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 101
 EuGH 
 Art. 267
 § 579
 EuGH 
 § 4
 § 4
 Art. 267
 EuGH 
 § 4
 § 4
 EuGH 
 Art. 267
 EuGH 
 § 4
 § 119
 § 4
 EuGH 
 Art. 267
 Art. 101
 EuGH 
 Art. 101