Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.05.1976&Aktenzeichen=III%20ZR%2063/74
Timestamp: 2020-01-26 13:56:48+00:00

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BGH, 24.05.1976 - III ZR 63/74 - dejure.org
https://dejure.org/1976,1154
BGH, 24.05.1976 - III ZR 63/74 (https://dejure.org/1976,1154)
BGH, Entscheidung vom 24.05.1976 - III ZR 63/74 (https://dejure.org/1976,1154)
BGH, Entscheidung vom 24. Mai 1976 - III ZR 63/74 (https://dejure.org/1976,1154)
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Beweislast für das Vorliegen eines Darlehnsvertrages - Zur Beachtung von Denkgesetzen und allgemein anerkannten Erfahrungssätzen - Wertung der Hinterlegung eines Schuldscheins - Zinsforderung als Nebenverbindlichkeit - Zum Grundsatz der Vertragsfreiheit und des ...
WM 1976, 974
DB 1976, 2010
Wer Rückzahlung eines Darlehens begehrt, hat nach gefestigter Rechtsprechung die Hingabe des Geldes als Darlehen zu beweisen (vgl. Senatsurteile vom 24. Mai 1976 - III ZR 63/74 = WM 1976, 974 und vom 28. Oktober 1982 - III ZR 128/81 = LM BGB § 607 Nr. 54 = NJW 1983, 931 m.w.Nachw.).
Ein Darlehensschuldschein ist eine von dem Schuldner zum Zwecke der Beweissicherung ausgestellte Urkunde, die die Schuld bestätigt oder auch erst begründet (Senatsurteil vom 24. Mai 1976 - III ZR 63/74 = WM 1976, 974, 975 m.w.Nachw.).
Von einem solchen Schuldschein kann schon dann gesprochen werden, wenn die Urkunde unmißverständlich erkennen läßt, daß sich der Aussteller zum Empfang eines Darlehens bekennt (Senatsurteil vom 24. Mai 1976 aaO).
Unter dem Gesichtspunkt ihrer Beweisfunktion ist damit weder erforderlich, daß die Urkunde allein für sich geeignet ist, den wesentlichen Inhalt der Verbindlichkeit darzulegen (vgl. Senatsurteil vom 24. Mai 1976 aaO; RGZ 131, 1, 6;… BGB-RGRK 12. Aufl. § 607 Rdn. 75), noch, daß sie sich auf allein das Darlehen betreffende Erklärungen beschränkt (vgl. RGZ 116, 166, 173).
Zutreffend hat das Berufungsgericht die Klägerin als beweispflichtig für den von ihr behaupteten Anspruch auf Rückzahlung eines Darlehens angesehen (Senatsurteil vom 24. Mai 1976 - III ZR 63/74 = WM 1976, 974, 975 und Palandt/Putzo BGB 44. Auflage § 607 Anm. 4, jeweils m.w.Nachw.).
Wer die Rückzahlung eines Darlehens begehrt, muss nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs außer der Auszahlung der Valuta auch die Einigung der Parteien über die Hingabe als Darlehen beweisen und einen vom Beklagten behaupteten anderen Rechtsgrund - auch im Verhältnis zu einem Dritten - ausschließen (…Urteile vom 3. Dezember 1987 - III ZR 120/86 - BGHR BGB § 607 Beweislast 1; vom 28. Oktober 1982 - III ZR 128/81 - NJW 1983, 931 unter II; vom 24. Mai 1976 - III ZR 63/74 - WM 1976, 974 unter 1;… ebenso Baumgärtel/Laumen, Beweislast 2. Aufl. § 607 BGB Rdn. 2 und 4).
Er erfaßt jede vom Schuldner zum Zwecke des Beweises für das Bestehen einer Schuld unterzeichnete Urkunde, unabhängig davon, ob damit die Schuldverpflichtung bestätigt oder erst begründet werden sollte (RGZ 120, 86, 89; BGH, Urt. v. 24. Mai 1976 - III ZR 63/74, WM 1976, 974, 975;… Ratz in Großkommentar HGB, 3. Aufl. § 344 Anm. 8;… Schlegelberger/Hefermehl, a.a.O. § 344 Rdnr. 13).
Da die Klägerin selbst angegeben hat, sie lasse sich den Schuldschein gesondert unterzeichnen, wenn ein Kunde die Vergütung nicht in bar entrichte, ist vielmehr davon auszugehen, dass es sich bei dieser Erklärung nicht um ein deklaratorisches, sondern um ein nichtrechtsgeschäftliches Anerkenntnis handelt, das die Klägerin sich zum Zwecke der Beweiserleichterung hat unterzeichnen lassen (vgl. BGH,, Urt. v. 24.05.1976 - III ZR 63/74, WM 1976, 974;… BGH, Urt. v. 10.06.1985 - III ZR 178/84, NJW 1986, 2571 f.; OLG Köln, Beschl. v. 11.05.2014 - 11 W 16/14, MDR 2014, 1227;… OLG Köln, Urt. v. 19.12.1997 - 19 U 142/97, NJW-RR 1998, 1518;… OLG Stuttgart, Urt. v. 20.10.2004 - 9 U 127/04, WM 2005, 969).
Beweisbelastet für beide Voraussetzungen ist derjenige, der die Rückzahlung des Darlehens verlangt (vgl. BGH, NJW 1986, 2571; NJW 1983, 931; WM 1976, 974, 975), hier also die Kläger.
(1) Der auf Rückzahlung eines Darlehens Klagende hat grundsätzlich darzulegen und zu beweisen, dass die Hingabe des Geldes als Darlehen erfolgt ist (OLG Koblenz…, Urteil vom 23.10.1997, 11 U 1279/96, zitiert nach juris, Rn. 6; OLG Hamm…, Urteil vom 24.01.2012, I-7 U 59/11, 7 U 59/11, zitiert nach juris, Rn. 35; BGH, Urteil vom 24.05.1976, III ZR 63/74, zitiert nach juris, Rn. 14; OLG Koblenz…, Beschluss vom 26.07.2002, 3 W 398/02, zitiert nach juris, Rn. 10; BGH…, Urteil vom 10.06.1985, III ZR 178/84, zitiert nach juris, Rn. 21).
Insoweit ist das Berufungsgericht ersichtlich von dem zutreffenden Grundsatz ausgegangen, dass derjenige, der einem anderen Geldmittel zur Verfügung stellt, einen Rückgewähranspruch auch dann darzulegen und zu beweisen hat, wenn sich der Gegner auf eine Schenkung beruft (BGH, Urteil vom 30. Mai 1976 - III ZR 63/74, WM 1976, 974).
Hierbei wird die bei einer als Darlehen behaupteten, aber insoweit bestrittenen Kapitalhingabe zu beachtende Beweislastverteilung zu würdigen sein (RG WarnRspr 1912 Nr. 336; BGH DB 1976, 2010 = WPM 1976, 974/975; BGH LM § 607 BGB Nr. 25 = MDR 1978, 296 Nr. 10; BGH NJW 1983, 931 Nr. 4 = MDR 1983, 205 Nr. 29; BGH MDR 1986, 31/32).
Beweispflicht für einen auf Darlehensrückzahlung Klagenden über die Auszahlung …
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Darlehns-Quittung als Schuldschein - Streitwert der Klage auf Herausgabe eines …
BGH, 26.01.1987 - II ZR 50/86
Vereinbarung eines Gesellschaftsverhältnisses zwischen den Partnern einer …
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Darlehensvertrag: Darlegungs- und Beweislast bei behaupteter darlehensweiser …
BGH, 07.05.1981 - III ZR 99/79
Geständnis im Anwaltsprozess - Aufnahme eines Geständnisses in das …

References: § 607
 § 607
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 § 344
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 BGH 
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 § 607
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