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Timestamp: 2019-09-17 07:30:22+00:00

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BayObLG, 10.09.2001 - 5Z RR 209/00 - dejure.org
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BayObLG, 10.09.2001 - 5Z RR 209/00 (https://dejure.org/2001,4561)
BayObLG, Entscheidung vom 10.09.2001 - 5Z RR 209/00 (https://dejure.org/2001,4561)
BayObLG, Entscheidung vom 10. September 2001 - 5Z RR 209/00 (https://dejure.org/2001,4561)
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Revision; Spaziergänger; Kiesgrubengelände; Erkennbare Darbietung; Schmerzensgeld
BGB § 823 Abs. 1, Abs. 2; ZPO § 551 Nr. 7
Sicherungspflicht bei Kiesgrube
LG Ingolstadt - 4 O 141/99
OLG München - 31 U 4480/99
NJW-RR 2002, 1249
Denn dann läge kraft behördlichen Gebots ein Mindeststandard vor, der nicht unterschritten werden dürfte und bei dessen Verletzung die Beklagte grundsätzlich haften würde, wobei das Selbstverschulden des Klägers nur im Rahmen des § 254 BGB zu berücksichtigen wäre (BayObLG, NJW-RR 2002, 1249 ff., juris Tz. 22 m.w.N.; VersR 1979, 743 f., juris Tz. 28).
Zwar können auch behördliche Einzelfallregelungen i.V.m. der ihnen zu Grunde liegenden Ermächtigungsnorm Schutzgesetze i.S.v. § 823 Abs. 2 BGB darstellen, wie etwa Auflagen in einer Baugenehmigung (BGH, NJW 1997, 55, Tz. 9; NJW 1995, 132 ff, juris Tz. 24; NJW 1993, 1580 ff., juris Tz. 11; BayObLG, NJW-RR 2002, 1249 ff., juris Tz. 34;… Palandt/Sprau, BGB, 71. Aufl., § 823 Abs. 1 Rn. 56a; ).
Konkretisiert werden die Sicherheitserwartungen durch Unfallverhütungsvorschriften und DIN-Normen, da diese den Stand der Technik und daher den Standard der Verkehrsauffassung widerspiegeln (BGH NJW 1997, 582, 583; vgl. auch BayObLG NJW-RR 2002, 1249, 1250).
Es sind dabei diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die im Rahmen des wirtschaftlich Zumutbaren geeignet sind, Gefahren von Dritten abzuwenden, die bei bestimmungsgemäßer oder nicht ganz fernliegender bestimmungswidriger Benutzung drohen (BGH NJW 1978, 1629; NJW 1990, 1236; bei OblG NJW-RR 2002, 1249).
Es ist daher verfehlt, Arbeitsschutzregelungen für die Beurteilung der Pflichtenlage des Hebebühnenmieters heranzuziehen, denn sie schützen keine Sachen und ihre Konkretisierungsfunktion beschränkt sich auf Verkehrssicherungspflichten (vgl. BGH NJW 1984, 360, 361 f.; BayObLG NJW-RR 2002, 1249, f.; 2003, 1459, 1460; OLG Stuttgart NJW-RR 2000, 752, 753;… Wagner, in: MünchKomm.-BGB, 5. Aufl., § 823 Rdn. 283;… Spindler, in: BeckOK-BGB, Stand: 1. März 2011, § 823 Rdn. 150), um die es hier nicht geht.
So ist es etwa in der höchstrichterlichen Rechtsprechung anerkannt, dass Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften - wenn sie auch keine Schutzgesetze im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB darstellen - doch als Maßstab für die gebotene Sorgfalt herangezogen werden können (vgl. etwa OLG Stuttgart, Urteil vom 12.03.1999, Az. 2 U 74/98; BayObLG, Urteil vom 10.09.2001, Az. 5Z RR 209/00).
Vorschrift darstellen (vgl. etwa BGH, Urteil vom 07.12.1967, Az. III ZR 178/65; BayObLG, Urteil vom 10.09.2001, Az. 5Z RR 209/00), i.Ü.
Die Beklagte durfte darauf vertrauen, dass die Betroffenen von sich aus die gebotene Vorsicht würden walten lassen (BayObLG NJW-RR 2002, 1249, 1250; vgl. auch BGH NJW 2007, 1683, 1684).
Zwar ist anerkannt, dass Unfallverhütungsvorschriften, auch wenn sie kein Schutzgesetz im engeren Sinne darstellen, einen Maßstab für die gebotene Sorgfalt bieten können (BayObLG NJW-RR 2002, 1249;… Spindler, in: BeckOK BGB, § 823 Rn. 256).
OLG München, Urteil vom 04.12.1975 - 1 U 3104/75 - VersR 1976, 585-587; BayOLG, Urteil vom 10.09.2001 - 5Z RR 209/00 - NJW-RR 2002, 1249.
Vielmehr sind nur diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die nach den Sicherheitserwartungen des jeweiligen Verkehrs im Rahmen des wirtschaftlich zumutbaren geeignet sind, Gefahren von Dritten abzuwenden, die bei bestimmungsgemäßer oder nicht ganz fern liegender bestimmungswidriger Benutzung des Grundstücks drohen (BGH NJW 1978, 1629; BGH NJW 1985, 1076, 1077; Bay.ObLG, Urteil vom 10.09.2001, 5Z RR 209/00).

References: § 823
 § 551
 § 254
 § 823
 § 823
 BGH 
 § 823
 § 823
 § 823
 BGH 
 § 823
 BGH