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Timestamp: 2019-01-20 04:30:34+00:00

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Gepäck bei Rückflug aus Asien mit Air China nicht befördert - FLUGGASTRECHTE
Ich bin aus Bangkok über Peking mit Air China zurück nach Frankfurt geflogen. Die Umstiegszeit in Peking betrug nur ca 30 Minuten wegen Verspätung. In Frankfurt ist mein Gepäck nicht angekommen und wurde erst 2 Tage später geliefert. Air China sagt, dass ich keine Entschädigung bekomme, weil es der Rückflug nach Deutschland war. Das halte ich für sehr fragwürdig! Meine Frage ist also, welche Ansprüche ich habe? Ich bin dankbar für eure Hilfe.
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Gefragt 31, Mär 2015 in Gepäckverspätung von Anonym
wieder getaggt 31, Mär 2015 von admin
Ansprüche wegen einer Gepäckverspätung ergeben sich aus Art. 19 des Montrealer Übereinkommens (MÜ).
Hiernach muss der Luftfrachtführer – also die Airline, die Ihr Gepäck transportiert hat – alle Schäden ersetzen, die Ihnen durch das verspätete Gepäck entstanden sind. Warum Air China behauptet, dies sei hier nicht möglich, erschließt sich mir nicht. Es spielt keine Rolle, ob das Gepäck sich auf dem Flug aus Deutschland nach Peking bzw. Bangkok oder auf dem Rückflug verspätet hat. Insbesondere dann, wenn das Gepäck sich auf dem Weg von China nach Deutschland verspätet haben soll, steht dem Anspruch nichts im Wege, da sowohl China als auch Deutschland Vertragsstaaten des MÜ sind. In Bezug auf Thailand würde das ältere Warschauer Abkommen Anwendung finden, welches aber an dieser Stelle die gleichen Ansprüche garantiert.
Anders sähe die Sache aus, wenn für den Flugabschnitt zwischen Peking und Frankfurt ein anderes Luftfahrtunternehmen verantwortlich war als Air China. Dann müssten Sie sich an diese andere Airline wenden. Ich entnehme Ihrer Frage jedoch, dass dies nicht der Fall gewesen ist.
Der Schaden, den Sie durch die Verspätung erlitten haben, umfasst alle Einbußen finanzieller Natur. Die Wartezeit alleine stellt daher noch keinen Schaden dar. Erst wenn Sie wegen der Verspätung zusätzliche Aufwendungen hatten, können Sie diese – so Sie sie belegen können – von Air China zurückfordern. In Betracht kommen dabei z.B. Fahrtkosten, um Ihren Koffer abholen zu können oder notwendige Anschaffungen, weil Sie Teile des Gepäcks in dieser Zeit benötigt hatten. Sie müssen jeweils belegen, dass die Ausgaben notwendig waren.
Für den Schadensersatz gibt es eine Höchstgrenze von 1.131 Sonderziehungsrechten. Dies entspricht etwa 1.300€, d.h. darüber hinaus werden keine Schäden ersetzt.
Zudem müssen Sie die Schäden gemäß Art. 31 MÜ innerhalb von 21 Tagen, nachdem Sie das Gepäck erhalten haben, bei Air China angezeigt haben. Ich gehe jedoch davon aus, dass Sie das bereits erledigt haben.
Weitergehende Ansprüche bestehen nicht. Auch wegen der Verspätung am ersten Ziel haben Sie keine Ansprüche, da Sie letztendlich dennoch rechtzeitig in Frankfurt angekommen sind.
Fazit: Die Behauptung von Air China ist vollkommen aus der Luft gegriffen. Sofern Sie einen finanziellen Schaden wegen der Gepäckverspätung erlitten haben, können Sie diesen problemlos von Air China ersetzt verlangen.
(zu finden unter der Google-Suche „32 C 2427/10-84 reise-recht-wiki“)
Bei einer Gepäckverspätung müssen betroffene Passagiere sich immer an die Airline wenden, die das Gepäck auf der betroffenen Strecke transportiert hat. Diese Airline muss dann bis zur Obergrenze von etwa 1.300 € alle finanziellen Schäden ersetzen. Es spielt dabei keine Rolle, zwischen welchen Staaten der Flug stattfand, solange beide Staaten Vertragspartner des Montrealer Übereinkommens sind (das ist bei Deutschland und China der Fall).
Beantwortet 1, Apr 2015 von Haller (4,570 Punkte)
Bearbeitet 31, Mär 2015 von Haller
es kommt im alltäglichen Flugverkehr leider immer wieder vor, dass Gepäckstücke verspätet am Zielort ankommen.
Bei einer Gepäckverspätung muss der Luftfrachtführer (in Ihrem Fall Air China) gemäß Art. 19 des Montrealer Übereinkommens (MÜ) für jeglichen Schaden aufkommen, der als Folge der Verspätung auftritt. Dabei ist es vollkommen irrelevant, ob der Verlust auf dem Hin- oder Rückflug geschieht, die Ansprüche bleiben dieselben. Air China muss Ihnen entstandene Schäden also ersetzen.
Als „Schäden“ gelten dabei jegliche materielle Einbußen, der Ihnen durch die Verspätung hinzugefügt wurde, darunter fallen beispielsweise entstandene Telefonkosten, Fahrtkosten oder auch der Ersatzkauf von im Koffer befindenden Medikamenten, Kosmetika oder Kleidung. Allerdings liegt die Beweispflicht für die Notwendigkeit der erworbenen Artikel bei Ihnen.
Gemäß Art. 22 Abs. 2 MÜ gibt es allerdings einen Haftungshöchstbetrag bei der Verspätung des Reisegepäcks. Dieser liegt bei 1.131 Sonderziehungsrechten pro Person, also ca. 1300 Euro.
Gibt es eine Anzeigefrist?
Wichtig ist, dass Sie den Schaden innerhalb von 3 Wochen bei der Airline melden, ansonsten verfallen ihre Ansprüche auf Entschädigung.
(leicht zu googlen unter „16 U 66/12 reise-recht-wiki“)
Anspruchsgrundlage ist insoweit Art. 19 S. 1 des Montrealer Übereinkommens vom 28. Mai 1999. Danach hat
der Luftfrachtführer den Schaden zu ersetzen, der durch Verspätung bei der Luftbeförderung von Reisegepäck entsteht.
Beantwortet 1, Apr 2015 von Bugrad (23,320 Punkte)
Bearbeitet 1, Apr 2015 von Bugrad
in deinem Fall könnten sich Ansprüche wegen der Gepäckverspätung aus Art. 19 des Übereinkommens von Montreal ergeben. Voraussetzung hierfür ist es aber, dass dieses Übereinkommen auf den betreffenden Flug anwendbar ist. Dies wäre in deinem Fall nur dann gegeben, wenn es auch einen Hinflug von Deutschland nach Bangkok gibt, da Thailand selbst kein Vertragsstaat des Übereinkommens von Montreal ist. Liegt ein enstprechender Hin- und Rückflug vor, liegt Air China falsch mit ihrer Aussage, dass du keine Ansprüche geltend machen kannst.
Voraussetzung für eine Entschädigung wäre zunächst, dass eine haftungsrelevante Verspätung deines Gepäcks vorliegt. Dies ist bei einer Verspätung von 2 Tagen der Fall; vergleiche: AG Frankfurt, Urt. 13.06.2013 – 29 C 2518/12 (19) - bei goggle zu finden unter "29 C 2518/12 reise-recht-wiki".
Außerdem muss die Fluggesellschaft die Verspätung des Gepäcks auch zu verschulden haben. Dies ist dann der Fall, wenn ihnen nicht der Nachweis gelingt, dass sie alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen haben, um den Schaden abzuwenden. Daher ist es also wichtig zu wissen, warum es zu der Verspätung deines Gepäcks gekommen ist und ob Air China dies hätte verhindern können.
Weitere Voraussetzung ist es, dass dir durch die Gepäckverspätung ein Schaden entstanden ist. Da es sich bei dir um den Rückflug gehandelt hat, kommt der übliche Schaden, der durch die Beschaffung von Ersatzbekleidung am Urlaubsort entsteht, wohl nicht in Betracht. Aber auch Fahrtkosten, wegen Fahrten zum Flughafen, um nach dem Gepäck zu fragen, Kosten für Telefonate oder Briefe an Air China bezüglich der Gepäckverspätung oder Kosten, die dadurch entstanden sind, dass sich etwas im Koffer befand, was du dringend nach der Ankunft in Deutschland benötigt hast, sind Schäden im Sinne von Art. 19 MÜ. Diese musst du jedoch inklusive ihrer Höhe konkret nachweisen können. Hierzu eignen sich Kaufbelege, Quittungen oder EC-Karten-Belege. Der Höhe nach ist der Schadenersatz auf einen Wert von 1131 Sonderziehungseinheiten pro Reisenden, was momentan einem Betrag von ca. 1444 € entspricht, begrenzt. D.h. liegt der Schaden unter diesem Betrag, bekommst du ihn komplett ersetzt.
Schließlich ist es noch wichtig, dass du gegenüber der Airline eine Schadensanzeige fertigst, die konkrete Angaben zur Gepäckverspätung enthält. Dies musst du innerhalb von 21 Tagen, nachdem du dein Gepäck zurück bekommen hast, tun. Diese Frist solltest du nicht verpassen, da du sonst sämtliche Ansprüche verlierst.
Beantwortet 9, Apr 2015 von Cockpit1 (20,980 Punkte)
Hallo zusammen: Unser Fall betraf eine Gepäckverspätung und zusätzlich noch einen Gepäckverlust des kleineren Koffers mit der Air Berlin. Wir haben ewig mit Air Berlin und dieser Firma Dolfi 1920 versucht, die Geschichte zu lösen. Das Ergebnis war ein Gutschein über 50 Euro und die Reparatur unseres Koffers, wenn wir ihn den dort auch noch einliefern.
Irgendwann wurde es uns zu blöd. Wir fühlten uns dort immer als Bittsteller. Nie wurde uns wirklich geholfen. Wir haben uns dann entschlossen, einen Fachanwalt für Gepäckrecht einzuschalten. Unser Rechtsschutzversicherer hat uns sofort geholfen. Wir haben dann alle Unterlagen an die Kanzlei Bartholl Legal Services nach Berlin geschickt und die haben sich bei uns gemeldet. Ich habe dann mit der Rechtsanwältin und sogar einmal mit Herrn Bartholl persönlich gesprochen. Die Anwälte haben sich wirklich sehr um uns gekümmert. Das war kein Vergleich zu Air Berlin oder Dolfi 1920.
Die Anwälte haben dann mit dem Rückversicherer oder Haftpflichtversicherer der Air Berlin verhandelt und für uns SAGENHAFTE 2870,55 € ausgehandelt. Da waren wir richtig baff. Wir hatten ein gutes Gefühl bei den Anwälten, aber das die so gut sind, hatten wir nicht erwartet.
Es hat zwar etwas gedauert aber nach 11 Monaten konnten wir uns dann endlich über das Geld freuen und damit gleich den nächsten uröaub buchen
Beantwortet 22, Jun 2015 von Baldow (5,890 Punkte)
Doch, es gibt eine Pauschale für Gepäckverspätungen. Ob das jetzt eine Tagespauschale oder Komplettpauschale ist oder so, weiß ich nicht. Auf meinem Flug mit Lufthansa war mein Rimowa Koffer auch verspätet. Ich bin dann dort am Flughafen zum Schalter und habe es der Dame gemeldet. Die Lufthansa sagte mir, dass sie mir erstmal 850 € Sofortkompensation zahlen würden. Diese 850 € müssten sie zahlen. Alles andere sollte ich dann nachher mit Lufthansa klären. Die haben mir dann auch sofort am Flughafen 850 € gezahlt. Ich musste noch ein rosa Papier unterschreiben (Auszahlungsquittung Gepäckunregelmäßigkeiten), aber dann habe ich das Geld bekommen. Vielleicht habe ich auch etwas herumgequengelt, dass ich meine Sachen nicht hatte und nun ohne alles dastehe Aber ärgerlich war es in jhedem falle.
Dann haben die mir wegen noch einen PIR Report gegen (Bericht über BEschädigung an Ihrem aufgegebenen Gepäck), war ein gelbes Blatt, komisch fällt mir erst jetzt auf, dass dort steht, Beschädigung an aufgegebenem Gepäck und nicht Gepäckverspätung. Dann hat die Lufthansa mir nachher noch 1350 Euro zusätzlich überwiesen. Dafür musste ich aber einen Anwalt einschalten.
Ich denke man muss ein bisschen zeigen, dass man nicht einfach so nachgibt, dann bekommt man am Flughafen etwas Geld und nachher Schadensersatz.
Beantwortet 13, Jul 2015 von Venano (1,970 Punkte)
I. Anwendungsbreich
Der Anwendungsbreich ist somit eröffnet.
Als Anspruchsgrundlage liegt in Ihrem Fall Artikel 19 MÜ auf der Hand, denn dieser besagt, dass der Luftfrachtführer den Schaden zu ersetzen hat, der durch Verspätung bei der Luftbeförderung von Reisenden, Reisegepäck oder Gütern entsteht. Es muss allerdings eine haftungsrelevante Verspätung Ihres Gepäcks vorliegen. Dies ist bei einer Verspätung von 2 Tagen der Fall. Sie können den Anspruch also gegen die Fluggesellschaft ohne Probleme geltend machen. (vgl. AG Frankfurt, Urt. 13.06.2013 – 29 C 2518/12 (19) )
Für den Schadensersatz gibt es eine Haftungsobergrenze von 1131 Sonderziehungsrechte, was umgerechnet ungefähr 1.350,00 € entspricht. Dies gilt ledigleich pro geschädigter Person und nicht pro Gepäckstück.Wichtig ist hier die Fristgerechte Schadensanzeige gemäß Artikel 31 Absatz 2 MÜ, ansonsten erlischt Ihr Schadensersatzanspruch.
Bearbeitet 30, Nov 2015 von Kaktum
Sie sind aus Bangkok über Peking mit Air China zurück nach Frankfurt geflogen. Die Umstiegszeit in Peking betrug nur ca 30 Minuten wegen Verspätung. In Frankfurt ist Ihr Gepäck nicht angekommen und wurde erst 2 Tage später geliefert. Air China sagt, dass Sie keine Entschädigung bekommen, weil es der Rückflug nach Deutschland war.
In Ihrem Fall liegt eine Gepäckverspätung vor. Bei einer Gepäckverspätung kann sich dem Fluggast ein Anspruch aus dem Montrealer Übereinkommen (MÜ) ergeben. Die Gepäckverspätung ist in Artikel 19 MÜ geregelt.
Ihnen steht also durchaus ein Anspruch zu. Es ist völlig gleichgültig, ob Ihr Gepäck auf dem Hin oder Rückflug verloren geht. Das einzige was Sie dann auf dem Rückflug im Gegensatz zum Hinflug nicht geltend machen können, sind die Kosten für Sachen die Sie sich nachgekauft haben, weil SIe diese zu Hause zu haben haben.
OLG Frankfurt a.M., Beschluss vom 29.06.2012, Az. 16 U 66/12 (ganz einfach zu finden, wenn DU bei Google eingibst: " OLG Frankfrut 16 U 66/12 reise-recht-wiki.de")

References: Art. 19
 Art. 31
 Art. 19
 Art. 22
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 19