Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20121,%20305
Timestamp: 2019-07-22 09:06:50+00:00

Document:
BGH, 17.02.1993 - XII ZB 134/92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,446
BGH, 17.02.1993 - XII ZB 134/92 (https://dejure.org/1993,446)
BGH, Entscheidung vom 17.02.1993 - XII ZB 134/92 (https://dejure.org/1993,446)
BGH, Entscheidung vom 17. Februar 1993 - XII ZB 134/92 (https://dejure.org/1993,446)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1993,446) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Namensführung - Staatsangehörigkeit - internationalem Privatrecht - Rückwirkung
EGBGB Art. 10 Abs. 1; GG Art. 116 Abs. 1
BGHZ 121, 305
NJW 1993, 2241
MDR 1993, 1086
FamRZ 1993, 935
An diese Ansicht ist der Senat - soweit die Zulässigkeit der Vorlage in Frage steht - gebunden (Senatsbeschluß BGHZ 121, 305, 308).
Dass die Gesellschaftsrechtsrichtlinie erst am 20. Juli 2017 und damit erst im Laufe des Beschwerdeverfahrens in Kraft getreten ist, steht ihrer Anwendung nicht entgegen, weil der Senat im Rechtsbeschwerdeverfahren das bei Erlass seiner Entscheidung geltende Recht anzuwenden hat (vgl. BGH, Beschluss vom 6. Juli 1983 - IVb ZB 842/81, NJW 1983, 2243, 2244; Beschluss vom 17. Februar 1993 - XII ZB 134/92, NJW 1993, 2241, 2243; Beschluss vom 20. Januar 2005 - IX ZB 134/04, NJW 2005, 1508, 1509;… Keidel/Meyer-Holz, FamFG, 19. Aufl., § 74 Rn. 53).
Ob eine Ehe besteht, ist im Scheidungsverfahren von Amts wegen zu ermitteln (…vgl. Zöller/Philippi ZPO 25. Aufl. § 616 Rdn. 2); insoweit kommt der hier vorgelegten (acht Jahre nach der Trauung ausgestellten) kirchlichen Heiratsurkunde vom 3. Oktober 2001 nicht dieselbe Beweiskraft zu, wie sie § 66 PStG inländischen Personenstandsurkunden beimisst (Senatsbeschluss BGHZ 121, 305, 310; vgl. auch § 348 Abs. 1 ZPO), so dass die darin beurkundeten Tatsachen der freien Beweiswürdigung unterliegen und ihre materiellrechtlichen Wirkungen zu prüfen bleiben (vgl. auch Senatsbeschluss vom 4. Oktober 1990 ­ XII ZB 200/87 ­ FamRZ 1991, 300, 301 f. zur Prüfungspflicht des deutschen Standesbeamten).
aa) Das deutsche Recht enthält indessen nach ständiger Rechtsprechung des Senats keine Norm, die es ohne weiteres erlauben würde, die Namensführung eines eingebürgerten Ausländers abweichend von dem fremden Recht zu beurteilen, unter dem der Name erworben wurde (vgl. Senatsbeschlüsse BGHZ 121, 305, 313 = FamRZ 1993, 935, 937 f. und vom 9. Juni 1993 - XII ZB 3/93 - FamRZ 1993, 1178, 1179).
Das Rechtsbeschwerdegericht hat daher auch ein nach dem Erlass der angefochtenen Entscheidung in Kraft getretenes Gesetz zu berücksichtigen, sofern es nach seinem zeitlichen Geltungswillen das streitige Rechtsverhältnis erfasst (BGH, Beschluss vom 17. Februar 1993 - XII ZB 134/92, BGHZ 121, 305, 317;… Bumiller in Bumiller/Harders/Schwamb, FamFG, 11. Aufl., § 72 Rn. 6;… Unger/Roßmann in Schulte-Bunert/Weinreich, FamFG, 5. Aufl., § 72 Rn. 7;… Müther in Bork/Jacoby/Schwab, FamFG, 2. Aufl., § 72 Rn. 6).
Insbesondere enthält Art. 116 Abs. 1 GG insoweit keine Rückwirkung (Senatsbeschluß vom 17. Februar 1993 - XII ZB 134/92 - zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen).
Durch die Einführung von Art. 9 II Nr. 5 FamRÄndG hat der Gesetzgeber klargestellt, daß die Deutschen im Sinne des Art. 116 Abs. 1 GG, die nicht deutsche Staatsangehörige sind, auch auf dem Gebiet des internationalen Privatrechts deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt sind (vgl. Senatsbeschluß vom 17. Februar 1993 aaO).
Darin läge ein schwerlich zu rechtfertigender Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Namensträgers, der Gründe haben kann, an seiner bisherigen Namensführung festzuhalten (vgl. auch Senatsbeschluß vom 17. Februar 1993 aaO).
Das Rechtsbeschwerdegericht hat grundsätzlich jedes nach Erlaß der angefochtenen Entscheidung ergangene neue Gesetz, sofern es nach seinem zeitlichen Geltungswillen das streitige Rechtsverhältnis erfaßt, zu berücksichtigen (Senatsbeschluß vom 17. Februar 1993 a.a.O. m.N.).
BGH, 21.03.2001 - XII ZB 83/99
An diese Beurteilung ist der Senat - soweit die Zulässigkeit der Vorlage in Frage steht - gebunden (Senatsbeschluß BGHZ 121, 305, 308).
Dies gilt auch für die Namensführung von deutschen Volkszugehörigen, die mit der Aufnahme im Bundesgebiet die gleiche Rechtsstellung wie deutsche Staatsangehörige erworben haben (Senatsbeschluß BGHZ 121, 305, 313).
Maßgebender Zeitpunkt für die Anknüpfung zum Zwecke der Bestimmung des richtigen Namensstatuts ist der namensbegründende bzw. -ändernde Vorgang (BGHZ 121, 305; OLG Hamm StAZ 2006, 357; KG OLGZ 1979, 166;… MünchKomm-BGB/Birk, 5. Aufl. Art. 10 EGBGB Rdnr. 25).
(BGHZ 121, 305 Rdnr. 27 zitiert nach juris;… Mäsch in Beck'scher Online-Kommentar, Stand 01.08.2011 Art. 10 EGBGB Rdnr. 14;… MünchKommBGB/ Birk a. a. O. Art. 47 Rdnr. 8;… Staudinger/Hepting (2007) Art. 10 Rdnr. 141 je m. w. Nachw.).
Würde dieser auch in Fällen wegfallen, in denen der Betroffene so wie die Antragstellerin nicht damit einverstanden ist, läge darin nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ein schwerlich zu rechtfertigender Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Namensträgers, der Gründe haben kann, an seiner bisherigen Namensführung festzuhalten (BGHZ 63, 107/110 ff.; BGHZ 121, 305; NJW 1993, 2244).
An diese Auffassung ist der Senat - soweit die Zulassung der Vorlage in Frage steht - gebunden (Senatsbeschluss BGHZ 121, 305, 308 m.w.N.).
Für eine analoge Anwendung dieser Norm auf den Wegfall der Prozessfähigkeit im Laufe des Prozesses sieht der Senat keine Regelungslücke, denn für eine solche Ausweitung besteht kein Bedürfnis (BGH, Beschluss vom 17. Februar 1993, XII ZB 134/92 , BGHZ 121, 305, 314).
OLG Nürnberg, 31.03.2015 - 11 W 2502/14
Personenstandssache auf Berichtigung der Namensangabe im Geburtseintrag für ein …
OLG Frankfurt, 15.01.2007 - 20 W 484/06
Namensrecht: Zulässigkeit von Anschlusserklärungen der Kinder an die …
OLG Frankfurt, 07.03.2002 - 20 W 522/01
Internationales Privatrecht: Wahl eines gemeinsamen Ehenamens durch pakistanische …
OLG Düsseldorf, 21.12.2012 - 3 Wx 205/11
OLG Hamm, 29.06.2006 - 15 W 384/05
Angleichung ausländischer Namen an das deutsche Personenstandsrecht
KG, 02.10.2007 - 1 W 288/04
KG, 06.07.2006 - 1 W 169/06
Berichtigung des Familienbuches: Verbindlichkeit der weiblichen Namensform nach …
KG, 05.10.2017 - 1 W 199/17
Eintragung des tschetschenischen Vaters eines Kindes im Geburtsregister: …
KG, 09.05.2017 - 1 W 466/16
Personenstandssache: Schreibweise der Beurkundung eines russischen Namens im …
KG, 30.09.2014 - 1 W 519/13
Personenstandssache: Maßgebliche Schreibweise des Geburtsnamen des Kindes für die …
KG, 14.10.2014 - 1 W 299/14
Eintragung in ein Personenstandsbuch: Schreibweise des deutschen Namensteils bei …
OLG Stuttgart, 01.12.1998 - 8 W 363/98
Möglichkeit der Annahme der deutschen Form eines bei Eheschließung gewählten …
KG, 25.02.1997 - 1 W 7935/96
Wiederannahme des Geburtsnamens durch eine türkische Ehefrau; Anwendbarkeit des …
BayObLG, 05.04.2000 - 1Z BR 101/99
BayObLG, 08.11.1995 - 1Z BR 46/95
KG, 08.08.1995 - 1 W 6425/94
Richtigkeit der Schreibweise von Namen in einem Familienbuch; Rechtmäßigkeit der …
BGH, 14.07.1993 - XII ZB 2/93
Berichtigung eines Familienbuches - Anlegen eines neuen Familienbuches - …
BGH, 12.06.1963 - V ZR 146/61

References: Art. 10
 Art. 116
 § 74
 § 616
 § 66
 § 348
 § 72
 § 72
 § 72
 Art. 116
 Art. 9
 Art. 116
 Art. 10
 Art. 10
 Art. 47
 Art. 10