Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=20.09.2016&Aktenzeichen=3%20StR%20174%2F16
Timestamp: 2019-04-25 05:17:44+00:00

Document:
BGH, 20.09.2016 - 3 StR 174/16 - dejure.org
Fortwirkende Gewalt und räuberischer Erpressung (Unterlassung; Finalität; Ausnutzung von Angst); Garantenstellung (Ingerenz; Beihilfe); gefährliche Körperverletzung (gemeinschaftlich)
§ 349 Abs. 4 StPO, §§ 253, 255 StGB, § 249 StGB, § 177 Abs. 1 StGB, § 177 Abs. 1 Nr. 3 StGB, § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB, § 28 Abs. 2 StGB, § 46a Nr. 1 StGB
§ 177 Abs 1 Nr 3 StGB, § 249 StGB, § 253 StGB, § 255 StGB
Räuberische Erpressung: Konkludente Drohung; bloßes Ausnutzen der Angst des Opfers vor erneuter Gewaltanwendung; Ausnutzen einer hilflosen Lage
Finaler Zusammenhang zwischen dem Nötigungsmittel und der von dem Opfer vorzunehmenden vermögensschädigenden Handlung bei der räuberischen Erpressung; Strafrechtliche Bewertung der bloßen Ausnutzen der Angst eines der Einwirkung des Täters schutzlos ausgelieferten Opfers; Aufhebung des Schuldspruchs wegen räuberischer Erpressung
Die Fortwirkungs-Rechtsprechung des BGH - Raub mit Drohung durch Unterlassen? (Henning Lorenz; HRRS 2017, 309-319)
Geldübergabe aus Angst vor weiteren Schlägen - Keine räuberische Erpressung
Finalzusammenhang bei §§ 249 StGB und §§ 253, 255 StGB beim bloßen Ausnutzen einer vorangegangenen Nötigung
LG Aurich, 21.01.2015 - 11 KLs 22/15
LG Aurich, 21.01.2016 - 11 KLs 22/15
NStZ 2017, 92
StV 2019, 106
Im Hinblick auf die Möglichkeit einer fakultativen Strafmilderung nach § 46a Nr. 1 StGB werden gegebenenfalls die von der Rechtsprechung herausgearbeiteten Voraussetzungen (sog. kommunikativer Prozess') näher in den Blick zu nehmen sein (vgl. neben BGH, Urteil vom 19.10.2011 - 2 StR 344/11 = StV 2012, 150 = BGHR StGB § 46a Nr. 1 und BGH, Beschluss vom 20.09.2016 - 3 StR 174/16 [bei juris] auch OLG Bamberg, Urteil vom 19.09.2006 - 3 Ss 106/05 = NStZ-RR 2007, 37, jeweils m. w. N.).
Ein für die Erfüllung des § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB erforderliches bewusstes Zusammenwirken von mindestens zwei Beteiligten am Tatort (vgl. BGH, Beschluss vom 20. September 2016 - 3 StR 174/16, NStZ 2017, 92, 93; Urteil vom 22. Dezember 2005 - 4 StR 347/05, NStZ 2006, 572, 573) ist damit nicht festgestellt.

References: § 349
 § 249
 § 177
 § 177
 § 224
 § 28
 § 46

§ 177
 § 249
 § 253
 § 255
 BGH 
 § 46
 § 46
 § 224