Source: https://rsw.beck.de/cms/?toc=BC.390&docid=176162
Timestamp: 2020-08-09 11:49:32+00:00

Document:
Empfang einer Rechnung durch einen beauftragten Dritten: Angabepflichten - Recht-Steuern-Wirtschaft - Verlag C.H.BECK
Empfang einer Rechnung durch einen beauftragten Dritten: Angabepflichten
BMF-Schreiben vom 28.3.2006, IV A 5 – S 7280 a – 14/06
Hat der Leistungsempfänger einen Dritten mit dem Empfang der Rechnung beauftragt und wird die Rechnung unter Nennung nur des Namens des Leistungsempfängers mit „c/o“ an den Dritten adressiert, gilt hinsichtlich der nach § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG erforderlichen Angabe des vollständigen Namens und der vollständigen Anschrift des Leistungsempfängers unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder Folgendes:
Gemäß § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG müssen in der Rechnung u.a.
der vollständige Name und
die vollständige Anschrift des Leistungsempfängers
angegeben werden. Der vollständige Name und die vollständige Anschrift sind der bürgerliche Name und die vollständige und richtige Anschrift. Gemäß § 31 Abs. 2 UStDV ist den Anforderungen des § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG genügt, wenn sich aufgrund der in die Rechnungen aufgenommenen Bezeichnungen der Name und die Anschrift des Leistungsempfängers eindeutig feststellen lassen. Die Verwendung von Abkürzungen ist unter den Voraussetzungen des § 31 Abs. 3 UStDV möglich. Die Ergänzung des Namens des Leistungsempfängers um die Angabe seiner Steuernummer oder seiner Umsatzsteuer-Identifikationsnummer genügt diesen Voraussetzungen nicht.
Auch in einer Rechnung, die unter Nennung nur des Namens des Leistungsempfängers mit „c/o“ an einen Dritten adressiert ist, muss entsprechend § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG und den Vereinfachungen des § 31 Abs. 2 und 3 UStDV die Identität des Leistungsempfängers leicht und eindeutig feststellbar sein. Ein gegenüber einem anderen als dem Leistungsempfänger gesondert ausgewiesener Steuerbetrag löst eine zusätzliche Steuerschuld nach § 14c Abs. 2 UStG aus.
Das BMF-Schreiben hat sogar für selbständige Bilanzbuchhalter/innen Bedeutung, die im Auftrag eines Unternehmenskunden die Abwicklung von Lieferantenrechnungen übernommen haben (rechnerische Prüfung, Buchen der laufenden Kreditoren, Überwachung des Zahlungslaufs): Um nach Möglichkeit den Skontoabzug zu erreichen, sollen dann die Lieferantenrechnungen direkt an das Buchführungsbüro („c/o“) verschickt werden. Auch in diesem Fall müssen Name und Adresse des Auftraggebers (Leistungsempfänger) vollständig auf den Lieferantenrechnungen angegeben werden: Rechnungsempfänger und der Vorsteuerabzugsberechtigte müssen identisch sein.
Sofern die Angaben zum Firmennamen bzw. zu Name und Anschrift des zutreffenden Leistungsempfängers unvollständig sind, müssen sie sich eindeutig (z. B. aus anderen Unterlagen wie beigefügtem Lieferschein) entnehmen lassen. Zulässig sind somit Kundennummern oder Schlüsselzahlen usw.
Wird in einer Abrechnung ein unzutreffender Leistungsempfänger angegeben und lässt sich der richtige Empfänger aus dazu gehörenden anderen Dokumenten/Unterlagen nicht ermitteln, können weder der angegebene noch der richtige Leistungsempfänger den Vorsteuerabzug erreichen, weil damit nicht das zutreffende Leistungsverhältnis dargelegt ist.
Ausnahmen zur Pflichtangabe des Leistungsempfängers (Nennung von Namen und Anschrift des Leistungsempfängers nicht erforderlich) bestehen insbesondere bei
Kleinbetragsrechnungen (Gesamtrechnungsbetrag bis 100 €),
Fahrausweisen bei Personenbeförderungen sowie
Belegen im Reisegepäckverkehr.
BC 4/2006

References: § 14
 § 14
 § 31
 § 14
 § 31
 § 14
 § 31
 § 14