Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=28.06.2004&Aktenzeichen=II%20ZR%20373/00
Timestamp: 2019-06-27 05:20:34+00:00

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BGH, 28.06.2004 - II ZR 373/00 - dejure.org
https://dejure.org/2004,491
BGH, 28.06.2004 - II ZR 373/00 (https://dejure.org/2004,491)
BGH, Entscheidung vom 28.06.2004 - II ZR 373/00 (https://dejure.org/2004,491)
BGH, Entscheidung vom 28. Juni 2004 - II ZR 373/00 (https://dejure.org/2004,491)
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VerbrKrG § 9 a. F.
VerbrKrG § 9 a. F.; BGB n. F. § 358 Abs. 3
Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Einheit von zwei Geschäften; Vorliegen eines verbundenen Geschäfts zwischen kreditfinanziertem Beitritt zu einem Immobilienfonds und dem Kreditvertrag
Verbundenes Geschäft bei kreditfinanziertem Immobilienfondsbeitritt auch bei im Auftrag des Anlagevermittlers tätigem Finanzierungsvermittler
Und Kreditvertrag als verbundenes Geschäft i.S.v. § 9 VerbrKrG auch dann, wenn die Vermittlung der Finanzierung im Auftrag des Anlagevermittlers durch einen Finanzierungsvermittler erfolgt
Beitritt zu Immobilienfonds: Verbundenes Geschäft?
Vorliegen verbundenen Geschäfts auch bei nicht direkter Vermittlung durch Fondsvermittler
Verbundenes Geschäft durch kreditfinanzierten Immobilienfondsbeitritt auch bei im Auftrag des Anlagevermittlers tätigem Finanzierungsvermittler
NJW 2004, 3332
ZIP 2004, 1543
NZM 2005, 235
WM 2004, 1675
BB 2004, 1875
Fehlt es - wie hier - an einer solchen Finanzierungszusage, so kann sich auch aus Indizien ergeben, dass die Bank zumindest faktisch planmäßig und arbeitsteilig, nicht notwendig auf Dauer angelegt, mit dem Verkäufer oder dem in seinem Auftrag tätigen Vermittler bei der Vorbereitung des Kreditvertrages zusammengewirkt hat (BGH, Urteil vom 28. Juni 2004 - II ZR 373/00, WM 2004, 1675, 1676).
bb) Voraussetzung für eine unwiderlegliche Vermutung für eine wirtschaftliche Einheit von Kreditvertrag und finanziertem Geschäft ist nach der vom Berufungsgericht nicht berücksichtigten nahezu einhelligen Meinung in der Literatur weiter, dass der kreditgebenden Bank das Zusammenwirken des für sie tätigen Vermittlers mit dem Verkäufer positiv bekannt ist (…vgl. Emmerich in: v.Westphalen/Emmerich/v.Rottenburg, VerbrKrG 2. Aufl. § 9 Rdn. 49 f.;… MünchKomm/Habersack, BGB 3. Aufl. § 9 VerbrKrG Rdn. 29;… Ott in: Bruchner/Ott/Wagner-Wieduwilt, VerbrKrG 2. Aufl. § 9 Rdn. 48 f.;… Staudinger/Kessal-Wulf, BGB, Neubearbeitung 2001, § 9 VerbrKrG Rdn. 28;… Tröster, Verbundene Geschäfte, 2001, S. 63;… Vortmann, Aktuelle Rechtsfragen zum Verbraucherkreditgesetz Rdn. 221; siehe auch BGH, Urteile vom 23. September 2003 - XI ZR 135/02, WM 2003, 2232, 2234, vom 28. Juni 2004 - II ZR 373/00, WM 2004, 1675, 1676 und vom 13. Juni 2006 - XI ZR 432/04, WM 2006, 1669, 1672, Tz. 25; OLG Karlsruhe WM 2001, 245, 250).
Daß die nach dem Vortrag der Beklagten von der Klägerin mit der Vermittlung der Kreditverträge beauftragte Fondsbetreiberseite sich ihrerseits einer der Klägerin möglicherweise unbekannten Untervermittlerin, nämlich der H. GmbH bzw. des für sie tätigen Vermittlers Ha., bediente, steht der Annahme eines verbundenen Geschäfts nicht entgegen (vgl. Sen.Urt. v. 28. Juni 2004 - II ZR 373/00, ZIP 2004, 1543).
aa) Der Senat hat für eine Publikums-Kommanditgesellschaft bereits entschieden, dass eine Kündigung der Beteiligung aus wichtigem Grund, etwa wegen arglistiger Täuschung, in der Liquidation der Gesellschaft ausgeschlossen ist (BGH, Urteil vom 11. Dezember 1978 - II ZR 41/78, WM 1979, 160, 161 = NJW 1979, 765; Urteil vom 6. Oktober 1980 - II ZR 60/80, BGHZ 79, 337, 347; Urteil vom 28. Juni 2004 - II ZR 373/00, ZIP 2004, 1543, 1544; Urteil vom 30. Januar 2018 - II ZR 95/16, S. 22 unter e)).
Bei der Rückabwicklung nach dem HWiG ist für eine Vorteilsausgleichung wegen ersparter Steuern von vorneherein kein Raum (BGH WM 2004, 1527, 1529; anders möglicherweise bei einem über den Einwendungsdurchgriff nach § 9 Abs. 3 VerbrKrG auch im Verhältnis zur Bank möglichen Schadensersatzanspruch aus dem Gesellschaftsbeitritt gegen die Initiatoren; dazu BGH WM 2004, 1518, 1521; BGH WM 2004, 1521, 1525; BGH WM 2004, 1525, 1527; BGH WM 2004, 1536, 1542; BGH WM 2004, 1675).
Zugleich hat er im Wege des § 9 Abs. 2 S. 4 VerbrKrG einen umfassenden Anspruch gegen das Kreditinstitut auf Zahlung dessen, was ihm die Prospektverantwortlichen und Gründungsgesellschafter an Schadensersatz schulden (BGH, WM 2004, 1529; WM 2004, 1536; WM 2004, 1675).
Auch im letztgenannten Verfahren entschied der II. Zivilsenat selbst und zwar zugunsten der dortigen Anleger mit im Wesentlichen gleicher Begründung wie im Verfahren II ZR 373/00.
Für die wirtschaftliche Einheit nach § 9 VerbrKG reiche ein sogar nur faktisches planmäßiges und arbeitsteiliges Zusammenwirken, was wiederum nicht einmal von Dauer sein müsse ( NJW 2004, 3332, 3333 [BGH 28.06.2004 - II ZR 373/00]; ähnlich und für vorliegenden Fall im Ergebnis nicht abweichend der XI. Zivilsenat, WM 2006, 1003, 1005 [BGH 25.04.2006 - XI ZR 193/04]).
Nichts anderes gilt, wenn man als Grundlage des Rückforderungsdurchgriffs eine Analogie zu § 9 Abs. 2 Satz 4 VerbrKG annimmt (vgl. BGH, WM 2004, 1518, 1520 [BGH 14.06.2004 - II ZR 392/01]; NJW 2004, 3332, 3333 [BGH 28.06.2004 - II ZR 373/00]), denn dort wird, ohne jede zeitliche Beschränkung "nach hinten" allein darauf abgestellt, dass die Valuta dem Verkäufer bereits zugeflossen ist.
Daneben kann sich auch aus Indizien ergeben, dass die Bank zumindest faktisch planmäßig und arbeitsteilig, nicht notwendig auf Dauer angelegt mit dem Fondsvertreiber, Verkäufer, Anlagevermittler oder einem in seinem Auftrag tätigen Finanzierungsvermittler bei der Vorbereitung des Kreditvertrages zusammengewirkt hat (BGH WM 04, 1675, 1676; 05, 843, 844; 06, 220, 222).
In der Entscheidung vom 28.06.2004 (- II ZR 373/00 -, NJW 04, 3332) weist der BGH ausdrücklich darauf hin, dass das "Zusammenwirken" im Rahmen der Prüfung des § 9 VerbrKrG nicht von Dauer sein muss.
(BGH NJW 2004, 3332, 3333;… MüKo-Habersack, BGB, 4. Aufl., 2003, § 358, Rn. 38;… Palandt/Grüneberg, 65. Aufl., 2006, § 358, Rn. 12;… Bamberger/Roth-Möller, BeckOK, BGB, § 358, Rn. 24).
Erfasst der Widerruf des Darlehensvertrags den Beitritt zu einer Gesellschaft, ist der Darlehensnehmer nicht zur Rückzahlung der Darlehensvaluta, sondern lediglich zur Übertragung des finanzierten Gesellschaftsanteils oder, falls dieser nicht entstanden oder wieder untergegangen ist, zur Übertragung der Rechte aus dem fehlgeschlagenen Gesellschaftsbeitritt verpflichtet (BGH NJW 2006, 1788, 1790; BGH NJW 2004, 2731, 2733; BGH NJW 2004, 3332, 3333).
LG Traunstein, 08.06.2016 - 5 O 4690/14
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LG Düsseldorf, 14.05.2010 - 8 O 240/09

References: § 9
 § 9
 § 358
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 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
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