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Timestamp: 2019-04-25 06:59:58+00:00

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Rechtsprechung: OLG-Report 2007, 272 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: OLG Bremen, 07.12.2006 | KG, 31.10.2006 | OLG Köln, 19.12.2006
§ 823 Abs 1 BGB; § 3 Nr 1 PflVG; § 7 StVG; § 18 StVG; § 286 ZPO
Schadensersatzklage nach Kfz-Unfall: Indizien für eine Unfallmanipulation; Vorliegen nicht aufgeklärter und bestrittener Vorschäden
Unfall; Verkehrsunfall; Vorschäden; Unfallmanipulation; Manipulation; gesteller Unfall; fingierter Unfall
BGB § 823 Abs. 1; PflVG § 3 Nr. 1; StVG § 7 § 18
Schadensersatzanspruch wegen eines Verkehrsunfalls bei Vorliegen von Indizien für eine Unfallmanipulation; Schadensersatzanspruch wegen eines Verkehrsunfalls bei nicht aufgeklärten Vorschäden an dem Fahrzeug
LG Hanau, 02.03.2006 - 4 O 1084/03
NJW-RR 2007, 603
NZV 2007, 313
Zu Recht hat das Landgericht hierbei als für ein manipuliertes Unfallgeschehen sprechendes Indiz die Art der beteiligten Fahrzeuge angesehen (vgl. OLG Frankfurt am Main, NJW-RR 2007, 603).
Als weiteres Indiz konnte das Landgericht auf die Art des Unfalls abstellenda es sich bei dem behaupteten Unfallgeschehen um ein solches handelt, das leicht zu stellen und zu beherrschen ist und weder für Insassen noch für Außenstehende gefährlich war (vgl. zu diesem Indiz OLG Frankfurt am Main, NJW-RR 2007, 603;… Urteil vom 21.4.2009 - 16 U 175/08 - Rn. 24, juris): Der Unfall ereignete sich nach dem Vortrag des Klägers in der Weise, dass der Beklagte zu 1) mit seinem Fahrzeug mit geringer Geschwindigkeit gegen das parkende Klägerfahrzeug stieß und an dessen linker Fahrzeugseite entlang schrammte.
Der Umstand, dass ein Anspruchsteller Vorschäden an einem Fahrzeug verschweigt oder beharrlich in Abrede stellt, spricht als erhebliches Indiz für eine Unfallmanipulation (OLG Frankfurt, NJW-RR 2007, 603, 604).
Auf Grund des Vorschadens lässt sich dann nämlich nicht ausschließen, dass auch die kompatiblen Schäden durch das andere Ereignis verursacht worden sind und/oder dass in diesem Bereich Vorschäden vorhanden waren (OLG Frankfurt am Main, NJW-RR 2007, 603-604;… Urteil vom 7.6.2004 - 16 U 195/03 Rn. 26, juris mwN).
So hat sich bei Unterstellung des Klagevorbringens als richtig der Unfall bei Dunkelheit und ohne unmittelbare (neutrale) Zeugen ereignet, was ein Indiz für eine Unfallabsprache sein kann (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 1. Dezember 1998 - 27 U 237/98 -, OLGR 1999, 64; OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 21. September 2006 - 16 U 75/06 -, NJW-RR 2007, 603; Brandenburgisches OLG…, Urteil vom 18. Dezember 2008 - 12 U 152/08 -, juris Rn. 11).
In diesen Zusammenhang fügt sich die Verwendung eines älteren Pkw der gehobenen Klasse - hier eines am 22. April 2013 auf den Kläger zugelassenen N CLS 235 mit 305 PS, einer umfangreicher Serien- und Sonderausstattung und einem vom Kläger zunächst mit 59.000 EUR, zuletzt mit 49.000 EUR bezifferten Wiederbeschaffungswert - auf der Seite des "Geschädigten" in das Gesamtbild eines "gestellten Unfalls" (vgl. OLG Köln, Urteil vom 9. April 1991 - 9 U 140/90 -, OLGR 1991, 7, 8; OLG Hamm, Urteil vom 1. Dezember 1998 - 27 U 237/98 -, OLGR 1999, 64, 65; OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 21. September 2006 - 16 U 75/06 -, NJW-RR 2007, 603; Brandenburgisches OLG…, Urteil vom 18. Dezember 2008 - 12 U 152/08 -, juris Rn. 11; OLG Köln…, Urteil vom 18. Oktober 2013 - 19 U 78/13 -, juris Rn. 57).
Ausschlaggebend ist vielmehr eine Gesamtwürdigung aller Tatsachen und Beweise, bei der aus einer Indizienkette auf eine planmäßige Vorbereitung und Herbeiführung des vermeintlichen Unfalls geschlossen werden kann (OLG Koblenz NJW-RR 2006, 95, 96; OLG Frankfurt NJW-RR 2007, 603;… OLG Köln, Urt. v. 28.01.2004 - 11 U 149/01 - BeckRS 2010, 06359, OLG Köln, Urt. v. 19.07.2011 - 4 U 25/10 - BeckRS 2011, 19429).
Schließlich kommt es - wie dargetan - auf eine Gesamtschau der Indizien an (vgl. insbesondere OLG Frankfurt NJW-RR 2007, 603, OLG Hamm r + s 1993, 444;… OLG Köln, Urt. v. 19.07.2011 - 4 U 25/10, BeckRS 2011, 19429).
Demnach ist eine Häufung der für eine Manipulation sprechenden Beweisanzeichen und Indizien geeignet, die Überzeugung des Gerichts zu begründen, ein gestellter Unfall liege vor (vgl. OLG Frankfurt NJW-RR 2007, 603 m.w.N.;… OLG Hamm Urt. v. 22.03.2000 - 13 U 144/99, VersR 2001, 1127).
Bezüglich der wesentlichen Streitfrage des Rechtsstreits, ob vom Vorliegen eines "gestellten Unfalls" auszugehen ist, wird zunächst auf die ständige Rechtsprechung der Obergerichte verwiesen, wonach grundsätzlich der Schädiger bzw. die Haftpflichtversicherung die Beweislast dafür trägt, dass der Geschädigte in die Beschädigung seines Fahrzeuges im Vorfeld eingewilligt hat (BGH Urteil vom 6.3.1978 in VersR 1979, 514 [BGH 06.03.1978 - VI ZR 269/76] ; OLG Hamm Urteil vom 22.3.2000 in VersR 2001, 1127 [OLG Hamm 22.03.2000 - 13 U 144/99] ; OLG Frankfurt Urteil 21.9.2006 in NJW-RR 2007, 603).
Es genügt eine Gewissheit, die Zweifeln Schweigen gebietet, so die höchstrichterliche Rechtsprechung (…BGH Urteil vom 6.3.1978 a.a.O.; OLG Frankfurt Urteil vom 21.9.2006 a.a.O; OLG Stuttgart Urteil vom 9.7.2008 in Schaden-Praxis 2009, 137).
Dem steht nicht entgegen, dass sich in diesem Sinne geeignete Indizien bei isolierter Betrachtung jeweils auch eine unverdächtige Bedeutung beimessen lässt (OLG Köln Urteil vom 2.3.2010 in VersR 2010, 1361 [OLG Köln 02.03.2010 - 9 U 122/09] ; OLG Köln Beschluss vom 23.7.2010 in Schaden-Praxis 2011, 104; OLG Frankfurt Urteil vom 21.9.2006 a.a.O).
Nach ständiger Rechtsprechung trägt bei Fragen des Vorliegens eines "gestellten Unfalls" grundsätzlich der Schädiger bzw. die Haftpflichtversicherung die Beweislast dafür, dass der Geschädigte in die Beschädigung seines Fahrzeuges eingewilligt hat (BGH Urteil vom 6.3.1978 in VersR 1979, 514 [BGH 06.03.1978 - VI ZR 269/76] ; OLG Hamm Urteil vom 22.3.2000 in VersR 2001, 1127 [OLG Hamm 22.03.2000 - 13 U 144/99] ; OLG Frankfurt Urteil 21.9.2006 in NJW-RR 2007, 603).
Es genügt eine Gewissheit, die Zweifeln Schweigen gebietet (…BGH Urteil vom 6.3.1978 a.a.O.; OLG Frankfurt Urteil vom 21.9.2006 a.a.O; OLG Stuttgart Urteil vom 9.7.2008 in Schaden-Praxis 2009, 137).
Für den Nachweis eines gestellten Unfalls genügt es, wenn die für eine Unfallmanipulation sprechenden Indizien in ihrer Gesamtschau nach der Lebenserfahrung den Schluss zulassen, dass der Unfall auf einer Verabredung beruht und der Geschädigte mit der Herbeiführung des Schadens an seinem Fahrzeug einverstanden gewesen ist (OLG Frankfurt am Main 21.9.06 - 16 U 75/06 - NZV 07, 313; OLG Frankfurt am Main 11.3.08 - 3 U 158/07 - OLG München 7.3.08 - 10 U 5394/07 -, NJW-RR 08, 1250).
Ausschlaggebend ist vielmehr eine Gesamtwürdigung aller Tatsachen und Beweise, bei der aus einer Indizienkette auf eine planmäßige Vorbereitung und Herbeiführung des vermeintlichen Unfalls geschlossen werden kann (… OLG Koblenz , a. a. O.; OLG Frankfurt , NJW-RR 2007, 603; OLG Köln - 11 U 149/01- BeckRS 2010, 06359; OLG Köln - 4 U 25/10 - BeckRS 2011, 19429).
AG Köln, 24.05.2012 - 271 C 198/11
Anforderungen an den Nachweis des Klägers zur Schadensverursachung bei nicht …
OLG Köln, 19.12.2006 - 3 U 124/06 BSchRh
RheinSchPV § 6.03 Nr. 3 § 6.09 Nr. 1
Herbeiführung einer schuldhaften Schiffskollision; Verstoß gegen das Kursänderungsverbot; Vornahme einer verbotenen Kursänderung durch Verlassen eines objektiv geeigneten Weges durch einen Talfahrer und Näherung eines Bergfahrers; Beweislast hinsichtlich des Verlassens eines objektiv geeigneten Weges; Beweislast für die Zulässigkeit eines Überholmanövers
AG Duisburg-Ruhrort, 22.05.2006 - 5 C 17/05
OLG Köln, 19.12.2006 - 3 U 124/06 BSchR

References: § 823
 § 3
 § 7
 § 18
 § 286
 § 823
 § 3
 § 7
 § 18
 § 6
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