Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=968
Timestamp: 2019-02-22 23:22:36+00:00

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lassen. Wäre aber die wehrlatte aus steinen ge-
macht, alsdann hat der zehr-zoll keine statt, son-
dern der sicher-pfal und die wehrlatte müssen in
gleicher wage stehen, Bayers theatrum machi-
narum molarium, Krebs de ligno et lapide
P. II class. 6 sect. II § 13 s. 177.
des sicher-
pfales,
So bald das nivelliren die gleichheit des sicher-
pfales und des wehres zeiget, so wird jener mit
erde bedecket und vergraben; damit aber man
wisse, wo er stehe: so wird diß im protocole des
beamtens angemerket; immassen one beiseyn der
oberkeit des ortes kein sicher-pfal gesezet werden
darf. Man misset die schuhe und zolle, wie weit
und wo er stehet.
Die aufgrabung dieses pfales kan nie one die
gegenwart des beamten und der beiden müller be-
schehen. Die einseitige aufgrabung desselben ist
ein straf bares verbrechen, das mit 500 fl. auch
50 rthln. angesehen wird. Sind der beamte auch
obere und untere müller zugegen; so schneidet man
einen kleinen graben, und lässet das wasser aus
dem flusse auf den sicher-pfal laufen.
pfale vor
baume ei-
ner müle.
Dises schreibe ich nach ausweise der verhandel-
ten acten. Ein anders ist der sicher-pfal vor dem
fachbaume einer müle, oder einem mül-gerinne,
welcher mit groser gewalt eingetriben wird, um
die richtschnur des fachbaumes abzugeben, damit
diser nicht höher, als des sicher-pfales wasser-stand
mit sich bringet. Hirüber ist nimalen eine so
wichtige streitsache, als wegen der höhe des weh-
res. Dann hirnach richten sich das wasser-bett
und der fachbaum.
laſſen. Waͤre aber die wehrlatte aus ſteinen ge-
macht, alsdann hat der zehr-zoll keine ſtatt, ſon-
dern der ſicher-pfal und die wehrlatte muͤſſen in
gleicher wage ſtehen, Bayers theatrum machi-
P. II claſſ. 6 ſect. II § 13 ſ. 177.
des ſicher-
So bald das nivelliren die gleichheit des ſicher-
pfales und des wehres zeiget, ſo wird jener mit
wiſſe, wo er ſtehe: ſo wird diß im protocole des
beamtens angemerket; immaſſen one beiſeyn der
oberkeit des ortes kein ſicher-pfal geſezet werden
darf. Man miſſet die ſchuhe und zolle, wie weit
und wo er ſtehet.
auch deſſen
Die aufgrabung dieſes pfales kan nie one die
gegenwart des beamten und der beiden muͤller be-
ſchehen. Die einſeitige aufgrabung deſſelben iſt
ein ſtraf bares verbrechen, das mit 500 fl. auch
50 rthln. angeſehen wird. Sind der beamte auch
obere und untere muͤller zugegen; ſo ſchneidet man
einen kleinen graben, und laͤſſet das waſſer aus
dem fluſſe auf den ſicher-pfal laufen.
ner muͤle.
Diſes ſchreibe ich nach ausweiſe der verhandel-
ten acten. Ein anders iſt der ſicher-pfal vor dem
fachbaume einer muͤle, oder einem muͤl-gerinne,
welcher mit groſer gewalt eingetriben wird, um
die richtſchnur des fachbaumes abzugeben, damit
diſer nicht hoͤher, als des ſicher-pfales waſſer-ſtand
mit ſich bringet. Hiruͤber iſt nimalen eine ſo
wichtige ſtreitſache, als wegen der hoͤhe des weh-
res. Dann hirnach richten ſich das waſſer-bett
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[956/0968] LX haubtſtuͤck laſſen. Waͤre aber die wehrlatte aus ſteinen ge- macht, alsdann hat der zehr-zoll keine ſtatt, ſon- dern der ſicher-pfal und die wehrlatte muͤſſen in gleicher wage ſtehen, Bayers theatrum machi- narum molarium, Krebs de ligno et lapide P. II claſſ. 6 ſect. II § 13 ſ. 177. § 2397 So bald das nivelliren die gleichheit des ſicher- pfales und des wehres zeiget, ſo wird jener mit erde bedecket und vergraben; damit aber man wiſſe, wo er ſtehe: ſo wird diß im protocole des beamtens angemerket; immaſſen one beiſeyn der oberkeit des ortes kein ſicher-pfal geſezet werden darf. Man miſſet die ſchuhe und zolle, wie weit und wo er ſtehet. § 2398 Die aufgrabung dieſes pfales kan nie one die gegenwart des beamten und der beiden muͤller be- ſchehen. Die einſeitige aufgrabung deſſelben iſt ein ſtraf bares verbrechen, das mit 500 fl. auch 50 rthln. angeſehen wird. Sind der beamte auch obere und untere muͤller zugegen; ſo ſchneidet man einen kleinen graben, und laͤſſet das waſſer aus dem fluſſe auf den ſicher-pfal laufen. § 2399 Diſes ſchreibe ich nach ausweiſe der verhandel- ten acten. Ein anders iſt der ſicher-pfal vor dem fachbaume einer muͤle, oder einem muͤl-gerinne, welcher mit groſer gewalt eingetriben wird, um die richtſchnur des fachbaumes abzugeben, damit diſer nicht hoͤher, als des ſicher-pfales waſſer-ſtand mit ſich bringet. Hiruͤber iſt nimalen eine ſo wichtige ſtreitſache, als wegen der hoͤhe des weh- res. Dann hirnach richten ſich das waſſer-bett und der fachbaum. § 2400
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 956. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/968>, abgerufen am 22.02.2019.

References: § 13
 § 13
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 § 13
 § 2397
 § 2398
 § 2399
 § 2400