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Timestamp: 2019-09-22 00:57:08+00:00

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BFH, 18.02.1975 - VIII R 104/70 - dejure.org
BFH, 18.02.1975 - VIII R 104/70
https://dejure.org/1975,464
BFH, 18.02.1975 - VIII R 104/70 (https://dejure.org/1975,464)
BFH, Entscheidung vom 18.02.1975 - VIII R 104/70 (https://dejure.org/1975,464)
BFH, Entscheidung vom 18. Februar 1975 - VIII R 104/70 (https://dejure.org/1975,464)
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Zinsen - Erstattung von Einkommensteuer - Heranziehung
Zinsen gem. § 111 FGO für zu erstattende Einkommensteuer sind nach § 20 Abs. 1 Ziff. 4 EStG steuerpflichtig
BFHE 115, 216
DB 1976, 611
BStBl II 1975, 568
b) Einer Korrektur bedarf die bisherige Rechtsprechung des Senats jedoch insoweit, als sie eine Bedeutung der Regelung in § 12 Nr. 3 EStG für die Steuerpflicht der Erstattungszinsen schlechthin verneint hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 115, 216, BStBl II 1975, 568;… BFH-Beschluss vom 14. April 1992 VIII B 114/91, BFH/NV 1993, 165).
Demgegenüber hat der Senat in seinem Urteil in BFHE 115, 216, BStBl II 1975, 568 angenommen, auf die Akzessorietät der Zinsen könne nicht abgestellt werden, weil ihre Heranziehung zur Einkommensteuer dann "ganz allgemein ausgeschlossen" wäre, da die Erstattung überzahlter Steuern "in aller Regel" einkommensteuerlich neutral bleibe.
Der Vortrag lässt nicht nur außer Acht, dass es nach ständiger Rechtsprechung keinen allgemeinen Grundsatz gibt, nach dem Rückzahlungen deshalb nicht zu steuerpflichtigen Einnahmen führen dürfen, weil die zugrunde liegenden (zu erstattenden) Zahlungen vom Betriebsausgaben- oder Werbungskostenabzug ausgeschlossen waren (…z.B. BFH-Beschluss in BFH/NV 2008, 617; BFH-Urteil in BFHE 115, 216, BStBl II 1975, 568).
Nach der Rechtsprechung des BFH (vgl. Urteil in BFHE 115, 216, BStBl II 1975, 568) beruhen Erstattungszinsen darauf, dass die Finanzverwaltung die zuviel erhobenen Steuern so verzinsen soll, als habe sie in dieser Höhe ein Darlehen erhalten, während der Steuerpflichtige (hier: die Klägerin) so gestellt werden soll, als habe er ein Darlehen bewilligt.
Da der Erstattungsanspruch des Steuerpflichtigen materiell-rechtlich erst in dem Augenblick entsteht, in dem eine Überzahlung der Steuer erfolgt (vgl. Senatsurteil in BFHE 115, 216, BStBl II 1975, 568), kann erst bei Kenntnis der Überzahlung eine konkrete und auf den jeweiligen Erstattungsfall bezogene Einkunftserzielungsabsicht entstehen.
Vorliegend habe die Steuerpflicht von Erstattungszinsen bis zum Ergehen des BFH-Urteils vom 15.06.2010 VIII R 33/07, aaO - der ständigen höchstrichterlichen Rechtsprechung entsprochen (z.B. BFH-Urteile vom 18.02.1975, VIII R 104/70, BStBl. II 1975, 568 …und vom 08.11.2005 VIII R 105/03, BFH/NV 2006, 527).
Soweit die Auffassung vertreten wird, dass mit der Gesetzesänderung lediglich die bis dahin auch von der Rechtsprechung vertretene ursprüngliche Rechtslage (vgl. BFH-Urteil vom 18.02.1975, VIII R 104/70, aaO bis Urteil vom 8.11.2005, VIII R 105/03, aaO) wieder hergestellt werde und dass es deshalb an einem schutzwürdigen Vertrauen des Einzelnen auf die Nichtsteuerbarkeit der Erstattungszinsen nach dem BFH-Urteil vom 15.06.2010 VIII R 33/07 aaO fehle (vgl. FG Schleswig Holstein…, Beschluss vom 01.06.2011 2 V 35/11, aaO und FG Münster Urteil vom 16.12.2010, 5 K 3626/03, aaO), wird dem entgegen gehalten, dass der BFH nach der ihm unter dem Gesichtspunkt der Gewaltenteilung allein zustehenden Befugnis, Steuergesetze verbindlich auszulegen, mit seiner Entscheidung vom 15.06.2010 VIII R 33/07 aaO die schon früher bestehende objektive Gesetzeslage zu den Erstattungszinsen gem. § 233a AO ermittelt haben dürfte (…so Rublack, aaO.).
So betraf die zitierte Rechtsprechung zum einen (auch) die Steuerbarkeit von Prozesszinsen (vgl. BFH-Urteile vom 18.02.1975 VIII R 104/70, aaO (Streitjahr 1966), vom 08.04.1986 VIII R 260/82, BStBl. II 1986, 557 (Streitjahr 1980), vom 25.10.1994 VIII R 79/91, BStBl. II 1995, 121 (Streitjahr 1985);… BFH-Beschluss vom 14.04.1992 VIII B 114/91, BFH/NV 1993, 165 (Streitjahr 1988), die ein Steuerpflichtiger nicht zwingend mit den zum 01.01.1989 eingeführten Erstattungszinsen vergleichen muss.
Der neu eingefügte Abs. 4 sowie § 233a AO 1977 und die geänderte Fassung der anderen Vorschriften gelten gemäß Art. 97 § 15 Abs. 4 des Einführungsgesetzes zur Abgabenordnung (EGAO 1977) i.d.F. vom 20. Dezember 1988 (BGBl I, S. 2262) erst für Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis, die nach dem 31. Dezember 1988 entstehen (vgl. BFH-Urteil vom 18. Februar 1975 VIII R 104/70, BFHE 115, 216, BStBl II 1975, 568).
Die Prozeßzinsen sind auch nicht deshalb steuerlich nicht als Einnahmen aus Kapitalvermögen zu erfassen, weil die auf die Einkommensteuer entfallenden Nebenleistungen gemäß § 12 Nr. 3 EStG dem Abzugsverbot unterliegen (vgl. im übrigen nunmehr § 10 Abs. 1 Nr. 5 i.V.m. § 12 Satz 1 EStG zur Abzugsfähigkeit von Zinsen i.S. von §§ 233a, 234, 237 AO 1977 auf nichtabzugsfähige Personensteuern als Sonderausgaben; ferner bereits BFH-Urteil in BFHE 115, 216, BStBl II 1978, 568).
Der Senat hat bereits in dem Urteil in BFHE 115, 216, BStBl II 1975, 568 die steuerliche Erfassung der gemäß § 111 FGO a.F. Steuerpflichtigen zu leistenden Prozeßzinsen in voller Höhe als Einnahmen aus Kapitalvermögen als rechtmäßig beurteilt.
Mit dieser Rechtsprechung hat der BFH seine bisherige ständige Rechtsprechung aufgegeben, nach der Erstattungszinsen nach § 233a AO Einkünfte aus Kapitalvermögen darstellten (BFH-Urteile vom 18. Februar 1975 VIII R 104/70, BFHE 115, 216, BStBl II 1975, 568; vom 8. April 1986 VIII R 260/82, BFHE 146, 408, BStBl II 1986, 557 …und vom 8. November 2005 VIII R 105/03, BFH/NV 2006, 527;… BFH-Beschluss vom 14. April 1992 VIII B 114/91, BFH/NV 1993, 165).
Einnahmen auf Kapitalvermögen - Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung - …
FG Hamburg, 23.10.2003 - V 288/01
Einkommensteuer: Einkommensteuerrechtliche Behandlung von Zinsen nach § 233a AO
FG Hamburg, 23.10.2003 - V 295/01

References: § 111
 § 20
 § 12
 § 233
 § 233
 Art. 97
 § 15
 § 12
 § 10
 § 12
 § 111
 § 233
 § 233