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Timestamp: 2019-09-18 15:11:13+00:00

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Rechtsprechung: NJW 1975, 2101 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 26.05.1975
https://dejure.org/1975,317
BGH, 30.05.1975 - V ZR 206/73 (https://dejure.org/1975,317)
BGH, Entscheidung vom 30.05.1975 - V ZR 206/73 (https://dejure.org/1975,317)
BGH, Entscheidung vom 30. Mai 1975 - V ZR 206/73 (https://dejure.org/1975,317)
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Abhandengekommene Vollmachtsurkunde
Rechtsscheinshaftung, § 172 Abs. 1 BGB analog, Fahrlässigkeit;
cic (nunmehr § 311 Abs. 2 BGB <Fassung seit 1.1.02>)
Grundstückskaufvertrag bei widerrufener Vollmacht - Anwendbarkeit der Grundsätze über die Rechtsscheinshaftung - Rechtsfolgen von abhandengekommenen Vollmachtsurkunden - Sorgfaltsanforderungen bei Widerruf von Vollmachten
BGB § 170, § 171, § 172, § 173
BGHZ 65, 13
NJW 1975, 2101
MDR 1976, 34
WM 1975, 1054
DB 1975, 2123
Es hat weiter zutreffend erkannt, dass eine empfangsbedürftige schriftliche Willenserklärung - hier das Angebot der Klägerin auf Abschluss eines solchen Vertrages - zu ihrer Wirksamkeit nicht nur der Niederschrift bedarf, sondern darüber hinaus willentlich in den Verkehr gebracht werden muss; anderenfalls braucht der Erklärende sie nicht gegen sich gelten zu lassen, weil sie mangels Begebung noch nicht als solche existent geworden ist (BGHZ 65, 13, 14 f.).
Zwar kann eine Güterabwägung dazu führen, daß die Schutzinteressen des Vollmachtgebers ausnahmsweise höher zu bewerten sind als die des auf die Vollmachtskundgabe vertrauenden Vertragspartners, etwa weil die Vollmachtsurkunde dem Vollmachtgeber entwendet worden ist (vgl. BGHZ 65, 13 ff.).
Das Berufungsgericht ist zwar zutreffend davon ausgegangen, daß eine empfangsbedürftige schriftliche Willenserklärung zu ihrer Wirksamkeit nicht nur der Niederschrift bedarf, sondern daß die sogenannte Begebung hinzukommen, d.h. daß sie mit Willen des Erklärenden in Verkehr gebracht worden sein muß (BGHZ 65, 13, 14;… Palandt/Heinrichs, BGB 61. Aufl. § 130 Rdn. 4;… MünchKomm/Einsele, BGB 4. Aufl. § 130 Rdn. 13;… Larenz/Wolf, BGB AT § 26 Rdn. 5; Reithmann, Allgemeines Urkundenrecht Begriffe und Beweisregeln S. 20).
Bei empfangsbedürftigen Willenserklärungen - wie der vorliegenden - muss hinzukommen, dass sie mit Willen des Erklärenden in den Verkehr gebracht worden sind (BGH, Urt. v. 30.05.1975 - V ZR 206/73, BGHZ 65, 13, 14;… BGH, Urt. v. 18.12.2002 - IV ZR 39/02, NJW-RR 2003, 384, [...] Rn. 7;… OLG München, Beschl. v. 06.09.2005 - 32 Wx 60/05, NJW-RR 2005, 1470, [...] Rn. 19).
Bei empfangsbedürftigen Willenserklärungen - wie der vorliegenden - muss hinzukommen, dass sie mit Willen des Erklärenden in den Verkehr gebracht worden sind (BGH, Urt. v. 30.05.1975 - V ZR 206/73, BGHZ 65, 13, 14;… BGH, Urt. v. 18.12.2002 - IV ZR 39/02, NJW-RR 2003, 384, juris Rn. 7;… OLG München, Beschl. v. 06.09.2005 - 32 Wx 60/05, NJW-RR 2005, 1470, juris Rn. 19).
Der Schutz des § 172 BGB gilt daher lediglich nicht für abhanden gekommene Urkunden (vgl. BGHZ 65, 13, 14;… Schramm in: MüKo, BGB, 6. Aufl., § 172 Rn 4;… Frensch in: Prütting/Wegen/Weinreich, BGB, 8. Aufl., § 172 Rn 3;… Valenthin in: Bamberger/Roth, BGB, 3. Aufl., § 172 Rn 5).
Dafür spricht der Rechtsgedanke des § 172 BGB, der auf die Aushändigung der Vollmachtsurkunde abstellt (BGHZ 65, 13).
BGH, 26.05.1975 - II ZR 34/74
https://dejure.org/1975,527
BGH, 26.05.1975 - II ZR 34/74 (https://dejure.org/1975,527)
BGH, Entscheidung vom 26.05.1975 - II ZR 34/74 (https://dejure.org/1975,527)
BGH, Entscheidung vom 26. Mai 1975 - II ZR 34/74 (https://dejure.org/1975,527)
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MDR 1976, 28
WM 1975, 1041
DB 1975, 2032
Über die Mitglieder hinaus sind auch die Organe eines Vereins berechtigt, die Nichtigkeit von Mitgliederbeschlüssen geltend zu machen, während außerhalb des Vereins stehenden Dritten diese Befugnis mangels eines anerkennenswerten Feststellungsinteresses nicht zukommt (Sen.Urt. v. 26. Mai 1975 - II ZR 34/74, WM 1975, 1041 f.).
Wegen der Frist von lediglich einem Monat müssen die Anfechtungsberechtigten von einem bestimmten Beschlußergebnis als maßgebend ausgehen können (BGH, Urt. v. 26. Mai 1975, II ZR 34/74, NJW 1975, 2101; vgl. auch BGHZ 76, 191, 197).
Auch im Vereinsrecht, das eine besondere Anfechtungsklage nicht kennt, besteht kein Anlaß für die sofortige maßgebliche Feststellung des Inhalts eines Vereinsbeschlusses (BGH, Urt. v. 26. Mai 1975, aaO).
Ein derartiges Einverständnis kann ein satzungswidriges Wahlverfahren nicht zulässig machen (BGH, WM 1975, 1041;… BayObLG, aaO.: KG Berlin aaO., m.w.N.).
Das Recht, die Nichtigkeit von Vereinsbeschlüssen geltend zu machen, steht grundsätzlich nur Mitgliedern und Vereinsorganen, nicht auch Dritten zu (BGH, Urt. v. 26.5.1975 - II ZR 34/74, WM 1975, 1041, 1042 [insoweit in NJW 1975, 2101 nicht abgedruckt]).
Ein derartiges Einverständnis konnte das satzungswidrige Wahlverfahren nicht zulässig machen (vgl. BGH WM 1975, 1041/1042 1. Sp.;… Staudinger/Weick BGB [1995] § 32 Rn. 13, § 33 Rn. 9;… Stöber Handbuch zum Vereinsrecht.7. Aufl. Rn. 561; offengelassen BGHZ 118, 121/124).
Wie der Senat bereits in seinem Urteil vom 26. Mai 1975 (II ZR 34/74, WM 1975, 1041, 1042 unter 3.) entschieden hat, kommt der Feststellung des Abstimmungsergebnisses im Vereinsrecht keine konstitutive Bedeutung zu.
Denn eine Anerkennung der damit vorgenommenen faktischen Satzungsänderung hätte zur Folge, dass die beim Register einzureichende Satzung die Verhältnisse der Gesellschaft bzw. des Vereins nicht mehr zutreffend wiedergeben und damit der mit der Registerpublizität bezweckte Schutz des Rechtsverkehrs beeinträchtigt würde (vgl. zur GmbH BGHZ 123, 15; WM 1975, 1041; 1981, 1218;… zum Verein: Sauter/Schweyer/Waldner a.a.O. Rdn. 134;… Reichert a.a.O. Rdn. 465).
Deshalb gibt es hier nur gültige oder ungültige, aber keine lediglich anfechtbaren Beschlüsse; ein Anlaß für die sofortige maßgebliche Feststellung eines Vereinsbeschlusses besteht somit nicht (vgl. Senatsurteil vom 26. Mai 1975 - II ZR 34/74, WM 1975, 1041, 1042).

References: § 172
 § 311
 § 170
 § 171
 § 172
 § 173
 § 130
 § 130
 § 26
 § 172
 § 172
 § 172
 § 172
 § 172
 BGH 
 § 32
 § 33