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Timestamp: 2018-02-21 20:56:32+00:00

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Lexikon Steuer: Anschaffungskosten
Werden Wirtschaftsgüter erworben, so ist bei ihrer Bewertung von den Anschaffungskosten auszugehen. Ein angeschafftes Wirtschaftsgut wird, wenn es länger als ein Jahr genutzt wird, mit den Anschaffungskosten angesetzt. Die Anschaffungskosten sind wie die Herstellungskosten Bemessungsgrundlage für die Abschreibungen .
In der Regel besteht ein betriebliches Gebäude aus verschiedenen Gebäudeteilen, von denen jeder ein besonderes Wirtschaftsgut ist. Die auf das Gebäude entfallenden Anschaffungskosten sind daher noch auf die einzelnen selbstständigen Gebäudeteile zu verteilen. Im vorstehenden Beispiel befinden sich im Erdgeschoss die Gebäudeteile Ladeneinbau und Schaufensteranlage, die selbstständige Wirtschaftsgüter i.S. von R 4.2 Abs. 3 Nr. 3 EStR sind. Das erste Obergeschoss wird fremdbetrieblich genutzt, das zweite Obergeschoss zu fremden Wohnzwecken, das dritte Obergeschoss, soweit es vom Unternehmer und seiner Familie bewohnt wird, zu eigenen Wohnzwecken. Das Erdgeschoss wird eigenbetrieblich genutzt. Soweit das Gebäude in diesen verschiedenen Nutzungs- und Funktionszusammenhängen steht, handelt es sich um sogenannte sonstige Gebäudeteile ( R 4.2 Abs. 3 Nr. 5 und Abs. 4 EStR ), die gesondert zu bilanzieren und auf die daher die Anschaffungskosten zu verteilen sind. Die an den Arbeitnehmer im dritten Obergeschoss vermietete Wohnung rechnet noch zum eigenbetrieblich genutzten Gebäudeteil ( R 4.2 Abs. 4 Satz 2 EStR ). Die hierauf entfallenden Anschaffungskosten sind daher ebenfalls zum eigenbetrieblich genutzten Gebäudeteil zu aktivieren.
Anschaffungspreise in fremder Währung sind in Euro umzurechnen. Maßgebend ist der Wechselkurs im Anschaffungszeitpunkt ( H 6.2 EStH - Ausländische Währung).
Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten ( § 255 Abs. 1 Satz 2 HGB ). Nebenkosten der Anschaffung sind z.B.: Provision, Courtage, Kommissionskosten, Eingangsfrachten, Transportkosten, Speditionskosten, Rollgelder, Transportversicherungsprämien, Zoll, Lagergelder, Anfuhrkosten, Abladekosten, Steuern, Abgaben, Notar-, Gerichts- und Registerkosten.
Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Aufwendungen, die geleistet werden, um den Gegenstand in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen ( § 255 Abs. 1 Satz 1 HGB ). Hierzu gehören
Betreffen Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen mindestens drei dieser Bereiche und werden hierbei die Ausstattungen in dem jeweiligen Bereich deutlich erweitert oder ergänzt und ihr Komfort, z.B. durch zweckmäßigere und funktionstüchtigere Ausstattungsdetails erheblich gesteigert, ist von einer Anhebung des Standards auszugehen. Wird der Standard lediglich in zwei der vorstehend genannten Bereiche erhöht, fallen aber außerdem Aufwendungen an, die das Gebäude über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehend wesentlich verbessern ( § 255 Abs. 2 Satz 1, Variante 2 HGB ), sind die Aufwendungen insgesamt Anschaffungskosten (BFH, 22.01.2003 - X R 9/99, BStBl II 2003, 596).
Zu den Anschaffungskosten gehören auch die nachträglichen Anschaffungskosten ( § 255 Abs. 1 Satz 2 HGB ). Nach der Gesetzesbegründung soll es sich hier um Aufwendungen handeln, die den Vermögensgegenstand in einen betriebsbereiten Zustand versetzen. Hierzu sollen auch Aufwendungen gehören, die erst längere Zeit nach dem Erwerb entstanden sind und zwar auch dann, wenn mit den Aufwendungen eine andere als die bisherige Nutzung des Vermögensgegenstands ermöglicht wird, z.B. Straßenanlieger- und Erschließungsbeiträge (BR-Drucks. 257/83, S. 88). Durch solche Aufwendungen wird der Vermögensgegenstand
Es handelt sich hierbei um einen Steuertatbestand. Handelsrechtlich sind Aufwendungen, die für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen erfolgen, Erhaltungsaufwendungen. Steuerrechtlich ist zu beachten, dass es sich hier um Herstellungskosten handelt. Es ist also zunächst zu prüfen, ob diese Aufwendungen angefallen sind, nachdem das Gebäude betriebsbereit war. Aufwendungen vor der Betriebsbereitschaft rechnen, wie es in Abschnitt 3 ausgeführt worden ist, zu den Anschaffungskosten, wenn sie die Betriebsbereitschaft herbeigeführt haben oder zu den Betriebsausgaben oder Werbungskosten , wenn sie keinen Einfluss auf die Betriebsbereitschaft hatten.
§ 6 Abs. 1a EStG ist auf nach dem 31.12.2003 begonnene Baumaßnahmen anzuwenden. Alle Baumaßnahmen an einem Objekt gelten als eine Baumaßnahme ( § 52 Abs. 16 Satz 7 bis 9 EStG ). Wurden daher an einem Objekt mehrere Baumaßnahmen durchgeführt und wurde hiermit vor dem 01.01.2004 begonnen und wurden sie nach dem 31.12.2003 beendet, ist § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG nicht anwendbar.
Anschaffungspreisminderungen sind abzusetzen ( § 255 Abs. 1 Satz 3 HGB ).
E erwirbt von V ein Grundstück zum Kaufpreis von 250.000 EUR. Den Kauf hat der Makler M vermittelt. M zahlte E eine Provision in Höhe von 20.000 EUR. Als maßgebender Grund für die Zahlung der Provision war die Anschaffung des Grundstücks durch E anzusehen. Eine eigene Leistung des E an M, deren Entgelt die Zahlung durch M hätte sein können, kommt nicht in Betracht. Sie ist auch nicht darin zu sehen, dass E es dem M ermöglichte, den Kauf des Grundstücks zu vermitteln. Allein das Ermöglichen einer Vermittlungsleistung durch einen anderen ist keine eigenständige Leistung. Die Zahlung der 20.000 EUR durch M an E führt daher bei E nicht zu steuerbaren Einkünften i.S. von § 22 Nr. 3 EStG , sondern mindert die Anschaffungskosten des Grundstücks (BFH, 16.03.2004 - IX R 46/03, BStBl II 2004, 1046).

References: § 255
 § 255
 § 255
 § 255

§ 6
 § 52
 § 6
 § 255
 § 22