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Timestamp: 2019-05-24 07:30:23+00:00

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BdN Bibliothek der Neologie
Modelledition
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Bibliothek der Neologie (BdN) Kommentierte kritische Auswahledition in zehn Bänden — Modelledition. BdN VI: Johann August Nösselt, Anweisung zur Bildung angehender Theologen (1. Aufl. 1786/89; 2. Aufl. 1791; 3. Aufl. 1818/19), Bd. I §§ 140–150, Juni 2016
/cAuch beyc\ ||c1 der alten Erdbeschreibung /cwird man vermuthlich noch lange auf ein Buch warten müssenc\ ||c2, das, beyc3 der möglichsten Vollständigkeit, nach eignerc4 sorgfältigen Untersuchung und mit Benutzung der wirklich sichern und brauchbaren Entdeckungen einiger wenigen eigentlichen Kenner, auch mit möglichster |c144| Vergleichung der ältern und |b160| neuern Topographie, zwischen der weitläufigern
cSprache die Mitte hielte. Doch ist besonders durch Mannert und einiger Andere diesem Bedürfniß abgeholfen.
Anm. Zu den weitläufigern Werken gehören:c
||a5 ⌇c Notitia orbis antiqui von Christoph. Cellario mit Jo.c6 Conr. Schwartzii Anmerkungen, Leipziga7 /c1731 und 1732a9 in zwey Quartbänden, und zwischen der zu magernc\ ||c8 ⌇c Geographie ancienne abregée par Mr. d'Anville, ||c10 à Paris /c1768 in drey Bändenc\ ||c11 gr. 12.a12 /c, oder /adema\
aden beyden |a133| kleinern: Orbis antiqui monumentis suis illustrati primae lineae, duxit Jer. Jac. Oberlinus, Argent. 1776. 8. und dem noch nicht vollendetena
c\ ⌇c /aHandbuch der alten Erdbeschreibungc14 zum Gebrauch der eilf größern Danvillischen Landchartenc15 (von Hummel, ||c16 Stroth, /cBruns und Dittmar,) Nürnb. 1785 und 1786 in zwey Bänden inc\ ||c17 gr.a\ ||a13 8. /c(auch lat. Compendium Geographiae antiquae etc.) das Mittel hielte. /aDergleichen ist ohngefehr die sehr schätzbare Geographie der Griechen und Römer ‐ ‐ von Konrad Mannert, wovon aber bis jetzt nur Ein Theil, Nürnberg 1788 und des Zweyten Theils erstes Heft 1789 in gr. 8. erschienen ist. –a\ c\
c ⌇c Geographie der Griechen und Römer, von Konrad Mannert, 1ster–6ter Band, Nürnberg 1788–1812.
Zu den kürzern Handbüchern: J. F. A. Nitsch kurzer Entwurf der alten Geographie, auf's neue herausg. von L. Mannert, 6te Aufl. 1810.H. Schlichtegroll's Handbuch der alten Erdbeschreibung, Bremen 1794.B. F. J. F. Schmieder's Handbuch der alten Erdbeschreibung zum Atlas von 12 Karten, Berlin 1802.c
⌇⌇c Die einzig guten Charten zur alten Geographie von d'Anville, welche /aunter dem Titel: Atlas antiquus Danvillianus zu Nürnberg 1784c19 nachgestochen wordena\ ||a18, sind wenigstens unentbehrlich;a20 sonst muß man sich bloß mit den noch sehr unvollkommenen Charten in Cellarii Werk oder Jo.c21 Dav. Koeleri Descriptione orbis antiqui in XLIV.a22 tabulisc23 von Weigel in Nürnberg gestochen, begnügen.
c1: Bei c2: hat es lange an einem Werke gefehlt c3: bei c4: eigener a5: fast einzig brauchbaren c6: Io. a7: Leipz. c8: 1731. und 1732. 4. a9: 32 c10: 3 Tomes, c11: 1768. a12: 12 a13: Handbuch der alten Erdbeschreibung nach Anleitung der d'Anvillischen Landcharten, Nürnberg 1781 in c14: Erdbeschreibung, c15: Landcharten, c16: Hieron. Paulus, c17: Bruns, Dittmar.) Nürnberg 1800, 2 Bände, a18: seit letztgedachtem Jahre zu Nürnberg nachgestochen werden c19: 1784. a20: unentbehrlich, c21: Io. a22: XLIV c23: tabulis,
Zu der beyc1 Lesung der Alten so nothwendigen Kenntniß der Mythologie /a, /c–c\ welche sowohl die Begriffe alter |c145| Völker in ihrem noch rohen Zustande enthält, die sie sich von übermenschlichen |b161| Wesen und Naturbegebenheiten machten, als auch die Sagen von den unter ihnen vorgefallenen Ereignissen, /c–c\ a\ /ckönnte man diec\
csind für den Anfänger die kürzeren Darstellungen der Götter- und Fabelgeschichte am brauchbarsten. Weiterhin mögen auch die mannigfaltigen Versuche, die Mythologie philosophisch zu behandeln, prüfend verglichen werden.
Anm. Zu den ersten gehören:c
⌇c Einleitung in die Götter- und Fabelgeschichtea2 der ältesten griechischen und römischen Welt, durch Christ. Tob. Damm, 4tec3 Auflage,a4 Berlin /c1775 in 8., oderc\ ||c5 ⌇c Dav. Christoph Seyboldsc6 Einleitung in die griechische und römische Mythologie der alten Schriftsteller, /ac2te Auflage, Leipzig 1784. 8. zum Grunde legen; noch besser in Rücksicht auf Dichter und Kunstwerke Karl Wilh. Ramlers kurzgefaßte Mythologie, Berlin 1790 in 2 Theilen in 8. Wollteac\
c3te Auflage, Leipzig 1797. 8.
Karl Wilh. Ramler's kurzgefaßte Mythologie, 2 Theile, Berlin 1790. 8.
M. G. Herrmann's Mythologie der Griechen, 2 Bände, Berlin 1811. 8.
Zu der zweiten Klasse:c
||a7 /cman, doch nur im Allgemeinen, mehr davon /awissen: so könntea\ ||a8 c\ ⌇c Anton Banier's Erläuterung der Götterlehre und Fabeln aus der Geschichte, mit Joh. Adolf und Joh. Augusta9 Schlegelsc10 auch Joh. Matthias Schröckh's Anmerkungen, /c /aLeipzig 1754–1766a\ ||a11 in fünf groß Octavbänden, /aauch, als einen Nothhelfer,a\ ||a12 Benj. Hede|a134|richs mythologisches Lexicon, verbessert von Joh. Joach. Schwaben, Leipziga13 1770 in gr. 8. zu Hülfe /agenommen werdena\ ||a14.c\
c5 Bände, Leipzig 1754–1766. gr. 8.
J. A. Kanne Mythologie der Griechen, Leipzig 1808.
C. E. Creuzer Symbolik und Mythologie der alten Völker, 2 Bände, Darmstadt 1811.c
/a⌇⌇c Ein /cweit genaueres undc\ sehr nutzbares Handbuch zur allgemeinern Uebersicht sindc15 ⌇c Christoph. Saxi Tabulae genealogicae, s. Stemmata deorum, /cregum, principum ‐ ‐c\ ||c16 qui per /ctempus ‐ ‐c\ ||c17 mythicum /cvixisse ‐ ‐c\ ||c18 creduntur, Ultraject. 1783c19 in Folio, ob es gleich einen weitern Umfang hat als bloße Mythologie.a\ /cHernach würde man, wenn man zumala21 c\ ||c20 die alten Dichter recht anschaulich verstehen /clernen wollte,c\ ||c22 die Dactyliothekc23 von Phil. Dan. Lippert, Erstes und Zweytesc24 Tausend, /cLeipziga26 1767 in zwey |b162| Bänden in 4.c\ ||c25 und das Supplement dazu /c1776 inc\ ||c27 4. nebst den dazu gehörigen Abdrücken geschnittener Steine, /cmit ungemeinen Nutzenc\ zu Rathe ziehen, oder, weil dieser Schatz wegen seiner Kostbarkeit nicht überall zu haben ist, an dessen Stelle den Versuch einer mythologischen Dactyliothek für /cSchulen ‐ ‐c\ ||c28 von Anton Ernst Klausing, Leipziga29 /c1781 in gr. 8. (wovon noch ein zweyter Theil erwartet wird)c\ ||c30 ebenfalls mit den Abdrücken, /cbrauchen könnenc\ ||c31. /a⌇⌇c Ueber den Geist dieser Mythologie, oder ihren Sinn, nebst ihrer verschiednenc32 Gestalt und Veränderungen zu verschiednenc33 Zeiten und /cbey verschiednen Schriftstellernc\ ||c34 geben die Heynischen und Hermannischen Schriften, welche man §. 313c35 der dritten Auflage meiner Anweisung zur Kenntniß der besten Bücher in der Theologie angezeigt findet, die besten Aufschlüsse.a\
c1: bei a2: Fabel-Geschichte c3: 6te a4: Aufl. c5: 1807. 8. c6: Seybold's a7: 2te Aufl. Leipz. 1784. 8. zum Grunde legen, und, wenn a8: wissen wollte, a9: Aug. c10: Schlegel's, a11: Leipz. 1754–66 a12: und a13: Leipz. a14: nehmen c15: sind: c16: regum, – principum – c17: tempus – c18: vixisse – c19: 1783. c20: ⌇⌇c Wollte man besonders a21: zumahl c22: lernen, so müßte man c23: Daktyliothek c24: Zweites c25: in 2 Bänden, |c146| Leipzig 1767. 4., a26: Leipz. c27: 1776. c28: Schulen – a29: Leipz. c30: 1781. gr. 8., c31: benutzen c32: verschiedenen c33: verschiedenen c34: bei verschiedenen Schriftstellern, c35: 313.
Diese /abisher §. 137 f. erwähntena\ Schriften und Werke enthalten selbst einigesc1, das zur bessern Kenntniß der, wenigstens gottesdienstlichen, griechischen und römischen Alterthümer dient.
cDie Kenntniß derselben ist selbst zur Erklärung vieler Stellen des alten und neuen Testaments nothwendig, und kann bei der Lesung der Classiker gar nicht entbehrt werden.
Anm.c
In Absicht der /acgriechischen, wo es uns noch so sehr an einem guten und hinlänglichen Handbuch fehlt, istac\ ||ac2 unter den mehr systematischen Büchern, /cJohann Pottersc\ ||c3 griechische Archäologie oder Alterthümer Griechenlandes mit Anmerkungen und Zusätzen von Joh. Jac. Rambach, /cHalle 1775–1778 in drey Theilen in gr. 8. ||a4 in seiner Art /adas einzige. –a\ ||a5 c\
c3 Bände, Halle 1775–1778. gr. 8.
Desgleichen J. F. A. Nitsch Beschreibung des häuslichen, gottesdienstlichen etc. Zustandes der Griechen; fortgesetzt von Höpfner und Köpke, 4 Bände, Erfurt 1791–1806. 8.c
|b163| ⌇⌇c Wenn man sich beyc6 den römischen Alterthümern erst ein kürzeres Lehrbuch bekannt gemacht hat, unter welchen Christophc7 Cellarii Compendium antiquitatum ro|a135|mana|c147|rum c. adnott. /cJ. E. J. Walchiic\ ||c8 Edit. 3. Halae 1774. 8. Ge. Henr.c9 Nieupoorta10 rituum, qui olim apud Romanos obtinuerunt, succincta explicatio, Edit. 13. Berol. /c1767 inc\ ||c11 gr. 8.c12 auch Edit. 6. (Ultrajectinaac13) curant. Guil. Ottone et Jo.c14 Freder. /cReitzio 1774 gr. 8.c\ ||c15, und Jo.c16 Frid. Gruneri introductio in antiquitates Romanas, Jenae 1748. 8. die besten sind: so kanc17 man /ahernacha\ Georg Christian Maternus von Cilano ausführliche Abhandlung der römischen Alterthümer, in Ordnung gebracht von Georg Christ. Adler, Altona 1775c18 und 1776ac19 in vier /cTheilen inc\ ||c20 8. (die ein Commentar über den Nieupoort, aber von viel weiterm Umfange ist) /adazu nehmen,a\ ||a21 und damit G. C. Adlersac22 ausführliche Beschreibung der Stadt Rom, Altona /c1781 inc\ ||c23 4. /a; die Schrift:a\ Ueber Sitten und Lebensart der Römer in verschiedenen Zeiten der Republik, von J. H. L. Meierotto, Berlin 1776c24 in /czwey Theilen in 8.;a26 c\ ||c25 und /cC. Meinersc\ ||c27 Geschichte des Verfalls der Sitten und der Staatsverfassung der Römer, Leipziga28 1782. 8. verbinden.
c ⌇⌇c Brauchbare Handbücher sind auch: P. E. A. Nitsch Beschreibung des häuslichen etc. Zustandes der Römer, 2 Bände, Erfurt 1790. 8.Adam's Handbuch der römischen Alterthümer. Aus dem Engl. von Meyer, 2 Bände, Erlangen 1806.J. L. Meyer's Lehrbuch der römischen Alterthümer, Erlangen 1806.c
Wegenc29 des großena30 Einflusses der Kenntniß des römischen Kriegswesens auf die rechte Einsicht des Verstandes vieler Stellen beyc31 römischen Schriftstellern sind die Römischena32 /cKriegsalterthümer (vonc\ ||c33 Rösch und Nast)c34 Halle /c1782 inc\ ||c35 gr. 8. sehr zu empfehlen.
c1: Einiges ac2: griechischen macht, (a); griechischen Alterthümer, bemerke man (c) c3: vorzüglich: ⌇c Johann Potter's a4: die übrigen sehr entbehrlich, und kan a5: einzig heissen. c6: bei c7: Christoph. c8: I. E. I. Walchii, c9: Hen. a10: Nieupoort, c11: 1767. c12: 8., ac13: Vltrajectina (a); Ultraiectina (c) c14: Io. c15: Reitzio, gr. 8. 1774. c16: Io. c17: kann c18: 1775. ac19: 76 (a); 1776., (c) c20: Theilen, a21: zu Hülfe nehmen ac22: Adler (a); Adler's (c) c23: 1781. c24: 1776. c25: zwei Theilen, 8., a26: 8. c27: E. Meiner's a28: Leipz. c29: Hinsichts a30: grossen c31: bei a32: römischen c33: Kriegsalterthümer, von c34: Nast, c35: 1782.
|b164| 143.
Hättec1 man sich durch die bisher (§. 135 f.) erwähntec2 Kenntnisse zum Lesen griechischer und |a136| lateinischer Schriftstel|c148|ler vorbereitet:c3 so möchtenc4 ferner folgende Vorschläge beyc5 dem Lesen nicht undienlich seyn. 1) Weil der, welcher diese Schriftsteller vorc6 sich lesen will, gemeiniglich schon vorher einen Unterricht in alten Sprachen und, nach unsern Einrichtungen, weit mehr in der lateinischen als in der griechischen, in letzterer oft so viel als gar nicht, bekommen hat; und weil man beyc7 Lesung der römischen Schriftsteller gemeiniglich auch mit die Absicht hat, sich eine Fertigkeit im lateinischen Ausdruck zu erwerben; ja, weil selbst die Hülfsmittel zur Erlernung des Griechischen und die erklärendec8 Anmerkungen in den Ausgaben griechischer Schriftsteller fast durchgehends in lateinischer Sprache abgefaßt sind: so ist es rathsam, lateinischec9 Schriftsteller eher als griechischec10 zu lesen. Wäre /cman nicht in diesen Fällen:c\ ||c11 so wäre es viel nützlicher und vernünftiger, mit den griechischen anzufangen. Denn die römischen Schriftsteller haben die griechischen nachgeahmt und copirt, können also weit besser verstanden werden, wenn man diese schon voraus kennt; und man würde auf diese Art die fortschreitende Culturc12 des menschlichen Verstandes und Herzens, auch der davon abhängenden Begriffe, Grundsätze und Sitten, weit besser wahrnehmen.
cAnm. Es gehört zu den neueren Erscheinungen, daß man in Schulen angefangen hat, dem Griechischen mit dem Lateinischen gleichen Rang anzuweisen; ja, es fast noch eifriger zu treiben, und selbst darin schreiben zu lassen. Dieß ist an sich, wegen des hohen Werthes der griechischen Literatur, erfreulich. Nun traten auch hie und da Uebertreibungen ein: das, wenn man mit den allgemeinern und vielfachern Gebrauch sieht, doch unentbehrlichere Latein wurde fast vernachlässigt, und man hat sogar schon von Seiten der obern Behörden für nöthig gefunden, vor diesem letzteren Fehler zu warnen. M. s. §. 123. A. d. H.c
c1: Hat c2: erwähnten c3: vorbereitet, c4: werden c5: bei c6: für c7: bei c8: erklärenden c9: lateinische c10: griechische c11: dieß alles nicht der Fall, c12: Kultur
|c149| 144.
So nützlich 2) Chrestomathienc1 oder Excerpte |b165| aus mehrern alten Schriftstellern,c2 für den seyn mögen, der /ckeine ganzec\ ||c3 Schriftsteller ||c4 haben kanc5, |a137| oder für den Anfänger, der vorerst den nothdürftigsten Sprachgebrauch lernen,a6 oder einen allgemeinen Vorschmack von mehrernc7 Schriftstellern und ihrema8 Unterschiedc9 erlangen will: so /cviel besser ist es dochc\ ||c10, ganze Schriftsteller in eins fort zu lesen, ehe man zu andern fortschreitet. Denn /c– ausserdemc\ ||c11 daß es unnatürlich ist und zur Unbeständigkeit gewöhnt, etwas aufzugebenc12 was man angefangen,a13 und was uns gefallen /chat –c\ ||c14 wird man durch das anhaltende Lesen eines guten Schriftstellers besser mit /cseinen Sachenc\ ||c15, so wie mit seiner eigenthümlichen Denk‐ und Schreibart, bekannt, lernt ihn daher,a16 und wenn man einmal im Gange ist, besser verstehen, und gewöhnt sich leichter, wenn man gar die Absicht hatc17 seinen Ausdruck nach einema18 solchen Schriftsteller zu bilden, an eine gewisse Gleichheit und Reinigkeit des Ausdrucks.
c1: Chrestomathien c2: Schriftstellern c3: die ganzen c4: nicht c5: kann a6: lernen c7: mehreren a8: ihren c9: Unterschiede c10: bleibt es doch viel besser c11: außer dem, c12: aufzugeben, a13: angefangen c14: hat, c15: seinem Inhalt a16: daher c17: hat, a18: einen
Wollte man – wie hier immer vorausgesetzt wird – allec1 Schriftsteller vorc2 sich lesen,a3 und wäre im Griechischen oder Lateinischen noch sehr zurück:c4 so wäre 3) zu rathen, daß man – da ein Anfänger zunächst erst des Sprachgebrauchs mächtig werden muß – ganz leichte Schriftsteller läse,a5 und sich dabeyc6 solcher Ausgaben bediente, wo in Anmerkungen oder Registern die Bedeutungen der Wörter und Redensarten, auch wohl schwerere Formen, erklärt /cwerden, z. B. die Fabulas Aeso|b166|picas nach Joh. Mich. Heusingers Ausgabe, vermehrt Eisenach 1771. 8.; Paeanii Metaphras. |a138| in Eutropium, nach F. S. Kaltwassers, Gotha 1780. 8.; Palaephatum de incredibilibus, nach Joh. Fridr.a8 Fischers Ausgabe, Leipzig 1761. 8.c\ ||c7 Ist man etwas weiter:c9 so sind solche Glossarien, wo nur das schwerec10 und dem Schriftsteller eigenthümlichec11 mit we|c150|nig Worten erkläretc12 wird, /cwie die Ernestischen bey Xenophons memorabil. Socratis und bey dem Polybiusc\ ||c13, zu dieser Absicht,c14 vollkommen zureichend.
c1: alte c2: für a3: lesen c4: zurück, a5: läse c6: dabei c7: werden. a8: Frid. c9: weiter, c10: Schwere c11: Eigenthümliche c12: erklärt c13: oft sogar recht vollständige Indices c14: Absicht
Und weil es vernünftig ist, vom Leichtern zum Schwerern /cfort zu gehen:c\ ||c1 so ist es 4) auch rathsamer, eher prosaische Schriftsteller, wenigstens leichtere, als /cDichterc\ ||c2 zu lesen; selbst deswegen, weil der Geschmack leichter durch die Lesung der letztern verwöhnt,a3 und zu sehr an das Hervorstechende gewöhnt /cwird; zumahlc\ ||c4 wenn man durch Lesung der Alten selbst seine Denk‐ und Schreibart bilden will. – Aus eben diesem Hauptgrunde würde man auf Schriften, welche gemeinbekannte Sachen enthalten, erst Geschichtschreiber, und auf diese erst philosophische Werke folgen /claßena6 müssen;c\ ||c5 wenn nicht der schwerere Vortrag eines Schriftstellers in jenen erfordert, sie bis nach diesen zu /cverschieben; imc\ ||c7 Griechischen würde man auch wohl thun, Schriftsteller von einerleyc8 Dialekt zusammen zu nehmen, wenn hier jene angegebenec9 Ursachen nicht wieder eine Ausnahme erforderten.
|b167| Anm.ac10 1. Besondere Vorschläge von der bequemsten Ordnung, in der man allec11 Schriftsteller nach ein|a139|ander lesen möchte, laßenac12 sich nicht allgemein geben, da die Absichten, warum man /cdiese Schriftstellerc\ ||c13 lieset, sehr verschieden sind, und die gemeldeten Regeln oft einander in den Weg kommen. – Im Lateinischen würde man sehr wohl den /cPhäder, Neposc\ ||c14 und /cTerenz –c\ ||c15 den Cäsarc16 und /cSallust – Cicero'sc\ ||c17 Lälius und Cato, seine Briefe, seine philosophischen, seine rhetorischen Werke und seine Reden, mit Quinctiliansc18 Instit. /corat. –c\ ||c19 den /cLivius, Suetoniusc\ ||c20 und /cTacitus –c\ ||c21 den Plautus,ac22 und so die übrigen nach Befinden,c23 auf einander folgen lassen können. Nach den leichtesten unter diesen Prosaikern |c151| könnten schon Ovidc24 und Virgilc25, sodanna26, nach den etwas schwerern, Horazc27 und andere gelesen werden.
Anm.ac28 2. Im Griechischen könnte man, nach der §. 145c29 angegebenen Vorbereitung, mit Aeliansc30 vermischten Geschichten und mit Epiktetsc31 Enchiridion /csowohl als Arriansc\ ||c32 Commentarien den Anfang /cmachen –c\ ||c33 hernach vorzüglicha34 den Xenophonc35, und überhaupt die besten Attischenc36 Prosaisten, sowohl Philosophen, /cvornemlicha38 Platon'sc\ ||c37 und Aeschinesc39 Dialogen, und Theophrastsc40 Charaktere, sodanna41, nach Aristotelesc42 Rhetorik, den Isokratesc43 nebst den in der Reiskischen Sammlung enthaltnenc44 Rednern,a45 lesen. Nun könnten, und, wenn man gerade nicht Attischec46 Schriftsteller gleich zusammen nehmen wollte, auch schon gleich nach /cdem Xenophonc\ ||c47, die Geschichtschreiber, hauptsächlich /cHerodot, Thuky|b168|dides, Polybius, Plutarchc\ ||c48, auch Josephusc49, und von spätern /cArrian, Appianc\ ||c50 und Herodian,c51 eintreten. Die Dichter könntenc52 sehr wohl mit den andern abwechseln. /cHomer müßtec\ ||c53 billig allen vorgehen, und /cHesiod könntec\ ||c54 ihm folgen. Vom /cAnakreon, Theokrit, Moschusc\ ||c55 und /cBion könntec\ ||c56 man zu den /cAttischen Tragikernc\ ||c57 und Komikernc58 fortschreiten, und alsdennc59 den Pindarc60 und Kallimachusc61 hinzufügen. Gut |a140| wäre es doch, Aristotelesc62 Poetik mit diesen Dichtern zu verbinden. ⌇⌇c Andere, sonderlich spätere oder unbeträchtlichere Schriftsteller zu erwähnen, erlaubt die hier nöthige Kürze und eingeschränktea63 Absicht nicht, die eigentlich auf die Muster des griechischen und lateinischen Vortrages geht.
cMan vergl. K. G. Schelle, welche alte classische Auctoren, wie, in welcher Folge und Verbindung soll man sie auf Schulen lesen? 2 Bände, Leipzig 1804. 8.c
c1: fortzugehen, c2: Dichter, den Homer etwa ausgenommen, mit dem ja auch die Römer anfingen, a3: verwöhnt c4: wird, zumal c5: lassen müssen, a6: lassen c7: verschieben. Im c8: einerlei c9: angegebenen ac10: Anm. c11: alte ac12: lassen c13: ihre Werke c14: Phädrus, Nepos c15: Terenz, c16: Cäsar c17: Sallust, Cicero's c18: Quinctilian's c19: orat., c20: Livius, Suetonius c21: Tacitus ac22: Plautus (a); Plautus, (c) c23: Befinden c24: Ovid c25: Virgil a26: sodenn c27: Horaz ac28: Anm. c29: 145. c30: Aelian's c31: Epiktet's c32: sowohl, als mit Arrians c33: machen; a34: vorzöglich c35: Xenophon c36: attischen c37: vornehmlich Platon's a38: vornehmlich c39: Aeschines c40: Theophrast's a41: sodenn c42: Aristoteles c43: Isokrates, c44: enthaltenen a45: Rednern c46: attische c47: Xenophon c48: Herodot, Thukydides, Polybius, Plutarch c49: Josephus c50: Arrian, Appian c51: Herodian c52: können c53: Homer muß c54: Hesiod kann c55: Anakreon, Theokrit, Moschus c56: Bion mag c57: attischen Tragikern c58: Komikern c59: alsdann c60: Pindar c61: Kallimachus c62: Aristoteles a63: eingeschränckte
Beyc1 einer solchen Menge von griechischen und römischen Schriftstellern versteht sichs von selbst, 5) daß viele, zumahlc2 |c152| wenn man sich nicht ganz eigen diesem Studium widmet, nur cursorisch gelesen werden müssen. Je leichter ein Schriftsteller,a3 und vornehmlich je weniger er classischac4 ist (§. /c72), jec\ ||c5 weniger braucht man sich beyc6 ihm aufzuhalten. – Endlich müßtec7 man sich 6) ||c8 hüten, daß /cder Aufhaltc\ ||c9 nicht durch Vergleichung gelehrterc10 Commentatoren noch /cverlängert würdec\ ||c11. Billig sollte man sie nur da befragen, wo man nicht selbst fortkommen könntec12. Verlieren sie sich zumahlc13 in weitläufige und gelehrte Erläuterungen, die nicht bloß den zu erläuternden Autor angehen:c14 so ist es weit besser, eine andrec15 Zeit auszusetzen, um diese zu |b169| studierena16, als sich zu sehr von dem Autor selbst ablenken zu lassen.
c1: Bei c2: zumal a3: Schriftsteller ac4: claßisch (a); klassisch (c) c5: 72.), desto c6: bei c7: hat c8: zu c9: man c10: weitläuftiger c11: länger aufgehalten werde c12: kann c13: zumal c14: angehen, c15: andere a16: studiren
Uebungen im guten /cAusdruck brauchenc\ ||c1 sich beyc2 den bisher erwähnten zweyc3 Sprachen eigentlich nur auf die lateinische einzuschränken. – Wenn das Studium der alten Griechen und Römer einen |a141| großena4 Werth hat (§. 107 f.),a5 und /awenna\ der sie weit besser versteht, werc6 sogar seinen Ausdruck in ihrer Sprache mit Fleiß nach ihnen gebildet hat; wenn,c7 nach den oben (§. 123 f.) angeführten Gründen,ac8 die lateinische Sprache, als allgemeine gelehrte Sprache, unter den Gelehrten erhalten zu werden /cverdient *);c\ ||c9 wenn dieses vornehmlich durch Beyspielec10 dererjenigen geschehen muß, die junge Gelehrte bilden oder sie prüfen sollen, und die durch ihr Beyspielc11 und Ansehen hauptsächlich dem Strom einreissenderc12 der Gelehrsamkeit nachtheiligenc13 Gewohnheiten entgegen arbeiten müssen: so sollten wenigstens alle, die gelehrte Schriftsteller seyn, d. i. über Sachen, die zur eigentlichen Gelehrsamkeit gehören, schreiben wollten, und /ces sollten vorzüglichc\ ||c14 Lehrer auf Schulen und Universitäten,a15 nebst solchen,a16 die auch Schullehrer zu prüfen und zu leiten haben, eine Fertigkeit besitzen, sich, wo nicht eigentlich schön, doch wenigstens rein und verständlich in der lateinischen Sprache, es seyc17 im Reden oder Schreiben, ausdrücken zu können, und diese Fertigkeit nicht immer mehr aussterben /alaßenc18 a\ ||a18.
|b170| ||c19 *) /aS.a\ Vertheidigung des /cLateinschreibens ‐ ‐c\ ||c20 von Friedr.c21 Gedike, Berlin 1783c22, gr. 8.c23 auch /ain dessen /cgesammleten Schulschriftenc\ ||c25 S. 289 f.a\ ||a24, verglichen mit den Einwendungen dagegen in der Berlinischen Monatsschrift /cvon Gedike und Biester, 1783c\, October ||c26 S. 346 f., /aund in der Allgemeinen Revision des Schul‐ und Erziehungswesensc27 Theil 11. S. 258 f.c28 a\ auf welche /aScheingründe schona\ oben (§. 124 f.) Rücksicht genommen worden ist.
c1: Ausdruck, brauchten c2: bei c3: zwei a4: grossen a5: f.) c6: der c7: wenn ac8: Gründen c9: verdient; *) c10: Beispiele c11: Beispiel c12: einreißender, c13: nachtheiliger c14: na|c153|mentlich alle a15: Universitäten a16: solchen c17: sei ac18: zu lassen (a); lassen (c) c19: Anm. c20: Lateinschreibens, c21: Fr. c22: 1783. c23: 8.; a24: im Berlinischen Magazin der Wissenschaften und Künste 1783, 41tes Stück c25: gesammelten Schulschriften, c26: 1783., c27: Erziehungswesens, c28: f.,
|a142| 149.
/cWer nachc\ ||c1 einer solchen Fertigkeitc2 sich lateinisch /causzudruckena4 trachtete, würde ausserc\ ||c3 den §. 76c5 und 129c6 angeführten Schellerischen /cBüchern, J. J.c\ ||c7 G. Schelleri praecepta stili bene latini, /anach der zweytenc8 vermehrten Ausgabe,a\ Lips. /ac1784 in 2 Tomis inac\ ||ac9 gr. 8. mit großema10 Nutzen brauchen können, um feste Regeln zu haben,a11 woran er sich zu halten hättec12, und seine Aufmerksamkeit beyc13 wirklicher Lesung der Alten auch in dieser Absicht zu leiten. Denn dieses Lesen und die genaue Aufmerksamkeit auf ihren Ausdruck /aund das Eigenthümliche ihrer Sprache in seinem ganzen Umfange,c14 a\ /cist freylichc\ ||c15 die beste und sicherste Uebung. /a*)a\ /cAusserdem würdec\ ||c16 es sehr vortheilhaft seyn, solche neuere Schriftsteller fleißig zu lesen, die den guten lateinischen Ausdruck in ihrer Gewalt haben, und zum Theil Muster seyn können, als, unter theologischen Schriftstellern, /cErasmus, Phil. Melanchthon, Joach. Camerarius, Joh. Calvin, Joh. |b171| Sturm, Melch. Canus, Hier. Osorius, Jak. Sadoletus, Andr. Hyperius, Joh. Aug. Ernesti, S. F. N. Morus,a18 c\ ||c17 und einige wenige Andrec19; weil man sich dadurch mehr gewöhntc20 den guten lateinischen Ausdruck unserer Art zu denken, unsern Kenntnissen und Bedürfnissen anzuschmiegen.
/c*) Ja esc\ ||c21 ist auch der einzige Weg, wie man eigentliches,c22 altes, römisches Latein, und überhaupt wirklich in einer fremden Sprache, kanc23 schreiben lernen. Denn dazu gehört, daß man in derselben Sprache denken könne; und in jeder Sprache denkt man anders. Wer diesc24 nicht kanc25, mag wohl aus einer Sprache in die andere übersetzen, und in der fremden Sprache sich so ausdrucken können, daß man sieht, was er sagen wolle,c26 aber mit der Sprache, z. B. rein, ächtc27 Lateinisch, wird er nicht zu schreiben vermögen.
Andere Vorschläge und Regeln sind schon oben §. 87–89.ac28 berührt worden.
c1: Wem daran liegt, zu c2: Fertigkeit, c3: auszudrücken, zu gelangen, wird außer a4: auszudrücken c5: 76. c6: 129. c7: Schriften, I. I. c8: zweiten ac9: 1779, in 2 Theilen in (a); 1784. 2 Tomi, (c) a10: grossem a11: haben c12: hat c13: bei c14: Umfange c15: bleibt freilich c16: Außerdem wird c17: Erasmus, Melanchthon, Came|c154|rarius, Calvin, Sturm, Canus, Osorius, Sadoletus, Hyperius, Ruhnkenius, Wyttenbach, Ernesti, Morus a18: Morus c19: Andere c20: gewöhnt, c21: Anm. *) Viel lesen c22: eigentliches c23: kann c24: dieß c25: kann c26: wolle; c27: echt ac28: 87–89 (a); 87.–89. (c)
Ausserc1 den bisher erwähnten Sprachen ist für den, der sich der Theologie widmet, die Kenntniß |a143| der hebräischen Sprachec2 am nothwendigsten,c3 nicht nur wegen der Bücher des alten Testaments, die meistens in dieser Sprache abgefaßt sind, sondern weil auch in den Büchern des neuen ||c4 der Vortrag fast durchaus nach der hebräischen Denk- und Sprachart gebildet ist, und sie nicht richtig verstanden werden können, wenn man jene nicht aus dem alten Testamentc5 kennen gelernt hat.
c1: Außer c2: unstreitig c3: nothwendigsten: c4: Testaments c5: Testamente
(auch lat. Compendium Geographiae antiquae etc.)
Gemeint ist die lateinische Übersetzung Compendium geographiae antiquae mappis Danvillianis XI. maioribus accomodatum ex optimis fontibus elaboratum (1785).
J. F. A. Nitsch kurzer Entwurf der alten Geographie, auf's neue herausg. von L. Mannert, 6te Aufl. 1810
Der Name des Autors lautet Paul Friedrich Achat Nitsch (1754–1794), der Herausgeber ist Konrad (bzw. Conrad) Mannert (1756–1834).
H. Schlichtegroll's Handbuch der alten Erdbeschreibung, Bremen 1794
Das Handbuch der alten Erdbeschreibung stammt von Hermann Schlichthorst (1766–1820), der in der dritten Auflage der Anweisung vermutlich mit dem v.a. für seine umfangreichen Sammlungen von Nekrologen bekannten Friedrich Schlichtegroll (1765–1822) verwechselt wurde.
B. F. J. F. Schmieder's Handbuch der alten Erdbeschreibung zum Atlas von 12 Karten, Berlin 1802
Hier handelt es sich um zwei Herausgeber: Benjamin Friedrich Schmieder (1736–1813) und dessen Sohn Friedrich Gotthelf Benjamin Schmieder (1770–1838).
Jo. Dav. Koeleri Descriptione orbis antiqui in XLIV. tabulis von Weigel in Nürnberg gestochen
Dieses Werk ist ohne Jahr erschienen, wird jedoch um 1720 bzw. 1750 datiert. Neben Christoph Weigel d. Ä. (1654–1725) wirkte auch dessen Bruder Johann Christoph Weigel d. J. (1661–1726) als Kupferstecher und Verleger in Nürnberg.
Einleitung in die Götter- und Fabelgeschichte der ältesten griechischen und römischen Welt, durch Christ. Tob. Damm, 4te Auflage, Berlin 1775
Die in der dritten Auflage der Anweisung nachgetragene sechste Auflage von Christian Tobias Damms (1699–1778) Einleitung in die Götter-Lehre und Fabel-Geschichte ist posthum im Jahre 1783 erschienen. Bei den folgenden Auflagen handelt es sich um Umarbeitungen von Friedrich Schulz (1762–1798) bzw. Konrad Levezow (1770–1835).
Dav. Christoph Seybolds Einleitung in die griechische und römische Mythologie der alten Schriftsteller, 2te Auflage, Leipzig 1784
Die Einleitung ist in der zweiten Auflage bereits 1783 erschienen.
J. A. Kanne Mythologie der Griechen, Leipzig 1808
Von diesem Werk ist nur der erste Teil (Leipzig 1805) erschienen. Aus dem hier genannten Jahr stammt Johann Arnold Kannes (1773–1824) zweibändiges Werk Erste Urkunden der Geschichte oder allgemeine Mythologie (Bayreuth 1808).
die Heynischen und Hermannischen Schriften, welche man §. 313 der dritten Auflage meiner Anweisung zur Kenntniß der besten Bücher in der Theologie angezeigt findet
Gemeint sind Christian Gottlob Heynes (1729–1812) in § 312 der Bücherkenntniß (31790) genannte Abhandlungen De caussis fabularum seu mythorum veterum physicis (1764), in: Opuscula academica I (1785), 184–206 (VII.); De origine et caussis fabularum Homericarum, in: Novi commentarii Societatis Regiae Scientiarum Gottingensis VIII (1778), 34–58 (Commentationes historicae et philologicae classis); De theogonia ab Hesiodo condita. Ad Herodoti Lib. II. c. 52. commentatio, in: Commentationes Societatis Regiae Scientiarum Gottingensis II (1780), 125–154 (Commentationes historicae et philologicae); Ad Apollodori Atheniensis bibliothecam notae I–III (1783), v.a. der dem dritten Teil vorangestellte Beitrag De Apollodori Bibliotheca novaque eius recensione simulque universe de litteratura mythica (aaO III 903–972); Temporum mythicorum memoria a corruptelis nonnullis vindicata, in: Commentationes Societatis Regiae Scientiarum Gottingensis recentiores VIII (1787), 3–19 (Commentationes antiquiores) sowie das mit einer Vorrede Heynes versehene Handbuch der Mythologie aus Homer und Hesiod, als Grundlage zu einer richtigern Fabellehre des Alterthums mit erläuternden Anmerkungen begleitet von Martin Gottfried Hermann (1787) (Bd. 2 [1790] enthaltend die Mythen aus den lyrischen Dichtern der Griechen; Bd. 3 [1795] enthaltend die astronomischen Mythen der Griechen) (vgl. I § 56 [c]).
J. F. A. Nitsch Beschreibung des häuslichen, gottesdienstlichen etc. Zustandes der Griechen; fortgesetzt von Höpfner und Köpke, 4 Bände, Erfurt 1791–1806
Der Autor ist Paul Friedrich Achat Nitsch (1754–1794), die Fortsetzung wurde von Johann Georg Christian Höpfner (1765–1827) und Georg Gustav Samuel Köpke (1773–1837) besorgt.
Ge. Henr. Nieupoort rituum, qui olim apud Romanos obtinuerunt, succincta explicatio, Edit. 13. Berol. 1767
Als ursprünglicher Autor dieses Werkes wird Willem Hendrik (lat. Guilelmus Henricus) Nieupoort (1674–1730) geführt.
Jo. Frid. Gruneri introductio in antiquitates Romanas, Jenae 1748
Für Johann Friedrich Gruners (1723–1778) Introductio in antiquitates Romanas ist einzig das Erscheinungsjahr 1746 nachzuweisen.
E. Meiner's Geschichte des Verfalls der Sitten und der Staatsverfassung der Römer, Leipzig 1782
Der Name des Autors lautet Christoph Meiners (1747–1810).
P. E. A. Nitsch Beschreibung des häuslichen etc. Zustandes der Römer, 2 Bände, Erfurt 1790
Hier handelt es sich um Paul Friedrich Achat Nitsch (1754–1794). Zudem ist der erste Band bereits 1788 erschienen.
Anm. Es gehört zu den neueren Erscheinungen, daß man in Schulen angefangen hat, dem Griechischen mit dem Lateinischen gleichen Rang anzuweisen; ja, es fast noch eifriger zu treiben, und selbst darin schreiben zu lassen. Dieß ist an sich, wegen des hohen Werthes der griechischen Literatur, erfreulich. Nun traten auch hie und da Uebertreibungen ein: das, wenn man mit den allgemeinern und vielfachern Gebrauch sieht, doch unentbehrlichere Latein wurde fast vernachlässigt, und man hat sogar schon von Seiten der obern Behörden für nöthig gefunden, vor diesem letzteren Fehler zu warnen. M. s. §. 123. A. d. H.
die Ernestischen bey Xenophons memorabil. Socratis und bey dem Polybius
Gemeint sind Johann August Ernestis mehrfach aufgelegte Xenophontis memorabilium Socratis dictorum libri IV (1737; 51772) sowie dessen dreibändiger Polybius cum notis variorum (1764).
Anm.ac10 1. Besondere Vorschläge von der bequemsten Ordnung, in der man allec11 Schriftsteller nach ein|a139|ander lesen möchte, laßenac12 sich nicht allgemein geben, da die Absichten, warum man /cdiese Schriftstellerc\ ||c13 lieset, sehr verschieden sind, und die gemeldeten Regeln oft einander in den Weg kommen. – Im Lateinischen würde man sehr wohl den /cPhäder, Neposc\ ||c14 und /cTerenz –c\ ||c15 den Cäsarc16 und /cSallust – Cicero'sc\ ||c17 Lälius und Cato, seine Briefe, seine philosophischen, seine rhetorischen Werke und seine Reden, mit Quinctiliansc18 Instit. /corat. –c\ ||c19 den /cLivius, Suetoniusc\ ||c20 und /cTacitus –c\ ||c21 den Plautus,ac22 und so die übrigen nach Befinden,c23 auf einander folgen lassen können. Nach den leichtesten unter diesen Prosaikern |c151| könnten schon Ovidc24 und Virgilc25, sodanna26, nach den etwas schwerern, Horazc27 und andere gelesen werden.
Phäder
Der in augusteischer Zeit freigelassene Sklave Phaedrus (gest. Mitte 1. Jh. n. Chr.) zählt trotz einer komplizierten Überlieferungslage bis heute zu den wichtigsten Fabeldichtern (v.a. Tierfabeln).
Der mit Cicero befreundete Cornelius Nepos (1. Jh. v. Chr.) ist v.a. durch sein Hauptwerk De viris illustribus bekannt.
Publius Terentius Afer (2. Jh. v. Chr.) ist einer der berühmtesten Komödiendichter der lateinischen Antike. Für Herder war Terenz aufgrund des engeren Anschlusses an die griechischen Vorbilder sogar wichtiger als Plautus.
Literarisch ist Gaius Julius Caesar (100–44 v. Chr.), eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Antike und 39/38 v. Chr. offiziell unter die Staatsgötter erhoben, v.a. mit seinen commentarii zum gallischen Krieg (De bello Gallico) und zum Bürgerkrieg (De bello civili) verbunden.
Aus dem Werk des römischen Politikers und Geschichtsschreibers Gaius Sallustius Crispus (1. Jh. v. Chr.) sind v.a. die Darstellung der catilinarischen Verschwörung (De coniuratione Catilinae oder auch Bellum Catilinae) und die Beschreibung des Krieges gegen Jugurtha (Bellum Iugurthinum) von Bedeutung.
Cicero's Lälius und Cato, seine Briefe, seine philosophischen, seine rhetorischen Werke und seine Reden
Aus dem umfangreichen und vielschichtigen Werk Ciceros (vgl. I § 60) hebt Nösselt Laelius de amicitia, ein in Dialogform verfasstes Werk über die Freundschaft, und Cato maior de senectute hervor, in dem Cicero den greisen Cato d. Ä. über das Alter nachdenken lässt.
mit Quinctilians Instit. orat.
In seiner Institutio oratoria betrachtet Quintilian Cicero als den bedeutendsten lateinischen Redner überhaupt. Hier liegt einer der Hauptgründe für Ciceros herausragende Stellung innerhalb der lateinischen Rhetorik.
Titus Livius (59 v.–17 n. Chr.) ist der Verfasser eines bis in das erste nachchristliche Jahrzehnt reichenden Geschichtswerkes (Ab urbe condita) in 142 Büchern, von denen jedoch nur 35 erhalten sind. Allerdings lässt sich der Inhalt der verlorenen Bücher über Auszüge, v.a. die sog. Periochae, erschließen.
Der sprachlich Quintilian verpflichtete römische Biograph und Antiquar Gaius Suetonius Tranquillus (geb. um 70 n. Chr.) ist v.a. durch seine zwölf (Caesar bis Domitian) Kaiserviten (De vita Caesarum) bekannt.
Besonders aufgrund seiner sprachschöpferischen Fähigkeiten und seines Wortwitzes gilt Titus Maccius Plautus (geb. um 250 v. Chr.) als der bedeutendste römische Komödiendichter. Zusammen mit Terenz hat er auch die neuzeitliche Komödie maßgeblich beeinflusst.
Aus dem umfangreichen und bis weit in die Neuzeit hinein von höchstem Einfluss gebliebenen literarischen Werk des von Augustus exilierten Dichters Publius Ovidius Naso (43 v.–17 n. Chr.) können neben Liebeselegien und dem Lehrgedicht Ars amatoria die Metamorphosen und der Festkalender (Fasti) als Hauptwerke gelten. Zudem hat Ovid mit den Tristia und den Epistulae ex Ponto auch seine Exilierung literarisch verarbeitet.
Mit seiner laut Statius ‚göttlichen‘ Aeneis, aber auch den Eclogae (Bucolica) und Georgica war Publius Vergilius Maro (70–19 v. Chr.) – für Quintilian der größte Dichter nach Homer, im 16. Jh. etwa von Scaliger über Homer gestellt – bis weit in die Neuzeit hinein einer der einflussreichsten antiken Autoren überhaupt. Die Namensvariante Virgilius ist erst seit dem 5. Jh. belegt.
Der wie Vergil zum Maecenas-Kreis gehörende Dichter Quintus Horatius Flaccus (63–8 v. Chr.) ist als Autor von Satiren, Oden, Epoden und Episteln (v.a. der auch als Ars Poetica bekannte Ep. II 3) und des als Auftragsarbeit verfassten Carmen Saeculare bereits in der Antike zum Schulautor avanciert.
mit Aelians vermischten Geschichten
Gemeint ist die 14 Bücher umfassende, auch als Bunte Geschichten bekannte Ποικίλη ἱστορία (Varia historia) des Claudius Aelianus (2./3. Jh. n. Chr.), die bis in das dritte Buch vollständig und danach in Exzerpten erhalten ist. Daneben hat Aelian auch die sog. Tiergeschichten (De natura animalium) sowie zwanzig, in ihrer Echtheit heute jedoch angezweifelte Bauernbriefe verfasst.
mit Epiktets Enchiridion sowohl als Arrians Commentarien
Der einflussreiche stoische Philosoph Epiktet (50–125 n. Chr.) hat selbst keine Schriften hinterlassen, doch ist seine Lehre durch die als Lehrgespräche (Διατριβαί) veröffentlichte Mitschrift des Flavius Arrianus (geb. zwischen 85–90 n. Chr.) erhalten. Das Enchiridion (Ἐγχειρίδιον), von Nösselt Epiktet zugeschrieben, ist ein Exzerpt dieser Lehrgespräche. Zudem hat Arrian historische Werke verfasst (s.u.).
Der bedeutende Geschichtsschreiber Xenophon (ca. 430–354 v. Chr.) wurde auch als einer der wichtigsten Vertreter des attischen Griechisch durch die Jahrhunderte hindurch als Schulautor geschätzt. Neben den Geschichtswerken Anabasis und Hellenika wird Nösselt hier jedoch auch politisch-didaktische (etwa die Kyropädie) sowie philosophische Schriften (v.a. die Memorabilia Socratis) im Blick gehabt haben.
Platon's … Dialogen
Das in neun Tetralogien angeordnete Werk des athenischen Philosophen Platon (428/27–348/47 v. Chr.) besteht neben der Apologie des Sokrates und einer Sammlung von 13 Briefen aus insgesamt 34 Dialogen (am bekanntesten wohl der Staat [Πολιτεία]), über deren Echtheit bzw. Unechtheit heute im Wesentlichen Konsens besteht. Maßgeblich war bis in das 19. Jh. hinein die Stephanus-Ausgabe (Genf 1578), nach deren Paginierung bis heute zitiert wird.
Aeschines Dialogen
Insgesamt hat der Sokrates-Schüler Aeschines von Sphettos (gest. nach 375/376 v. Chr.) sieben Dialoge verfasst, die alle verloren sind, jedoch teilweise rekonstruiert werden können. Das 18. Jh. kennt Aeschines-Ausgaben, in denen zumindest drei Dialoge geboten werden.
Neben zwei bedeutenden botanischen Abhandlungen zählen die Charaktere (Ἠθικοὶ χαρακτῆρες) zu den wichtigsten Werken des Peripatetikers und Aristoteles-Schülers Theophrast (371/70–287/86 v. Chr.). Im 17. Jh. wurden die Charaktere Vorbild für die literarische Gattung der Charakterstudie.
Der griechische Philosoph Aristoteles (384–322 v. Chr.) gehört, wie sein Lehrer Platon, zu den einflussreichsten Denkern der abendländischen Tradition (Aristotelismus) und hat, auch wenn nur ein Teil erhalten ist, ein umfangreiches Werk hinterlassen. Die drei Bücher umfassende Rhetorica beschreibt zunächst die unterschiedlichen Redearten, ihre Gegenstände sowie die damit zusammenhängenden Emotionen, das dritte Buch befasst sich mit Stilfragen.
Isokrates (436–338 v. Chr.) gilt neben dem in der Reiskischen Sammlung (s.u.) enthaltenen Demosthenes als größter Redner der griechischen Antike. Waren im ersten vorchristlichen Jahrhundert 60 Reden unter dem Namen des Isokrates bekannt, von denen jedoch bereits damals nur etwa die Hälfte für echt gehalten wurde, umfasst sein Werk nach heutigem Stand (an wenigen Stellen unter Zweifeln) 21 Reden und neun Briefe.
in der Reiskischen Sammlung
Gemeint sind Johann Jacob Reiskes (1716-1774) zwölfbändige Oratores Graeci (1770–1775).
Der von Cicero als pater historiae bezeichnete, im Hinblick auf die antike Historiographie höchst einflussreiche Herodot von Halikarnass (5. Jh. v. Chr.) hat ein neun Bücher umfassendes, vollständig erhaltenes Geschichtswerk (Historien) hinterlassen, in dem eine Vielzahl von unterschiedlichen (z.B. geographischen und ethnographischen) Materialien verarbeitet ist. Dieser große inhaltliche Reichtum spiegelt sich auch in seiner bereits in der Antike wegen ihrer großen Buntheit gerühmten Sprache wider.
Die Historien, das Hauptwerk des griechischen Geschichtsschreibers Polybius (gest. um 120 v. Chr.), sind eine bis in die Mitte des 2. Jh.s v. Chr. reichende Geschichte der Expansion Roms in 40 Büchern (erhalten ist etwa ein Drittel), deren besondere Bedeutung nicht zuletzt in ihrem methodischen Konzept, der sog. pragmatischen Geschichtsschreibung (vgl. I § 225), liegt. Obwohl das antike Urteil über Polybius' Stil eher negativ ausfällt, wurde er früh ausgiebig rezipiert und stieg nach seiner Wiederentdeckung im 15. Jh. bis zum Ende des 18. Jh.s v.a. in politischer Perspektive (Verfassungsfragen) zu einem der einflussreichsten antiken Historiker auf.
Das umfangreiche Werk (die Antike kannte rund 260 Schriften) des römischen Schriftstellers Plutarch von Chaironeia (gest. vor 125 n. Chr.) zerfällt grob in philosophische und historisch-biographische Schriften. Obwohl hier auch die philosophischen Moralia (vgl. I § 208 [c]) mit Gewinn zu lesen wären, geht es Nösselt an dieser Stelle v.a. um die Cäsarenviten (von Augustus bis Vitellius) und die Parallelbiographien (paarweise Gegenüberstellungen großer Griechen und Römer, die bis auf wenige Ausnahmen mit einem vergleichenden Epilog enden). Als wichtigster Vertreter des Mittelplatonismus (mit eigener Akademie in Chaironeia) und des Attizismus war Plutarch von beträchtlichem Einfluss und wurde auch in christlichem Kontext sehr geschätzt.
Der jüdisch-hellenistische Historiker Flavius Josephus (1. Jh. n. Chr.) hat neben einer Autobiographie (Vita Iosephi) und der apologetischen Schrift Contra Apionem zwei Geschichtswerke verfasst: den bis zur Belagerung Massadas (73/74 n. Chr.) reichenden Jüdischen Krieg (Bellum Iudaicum) und die von der Weltschöpfung bis zum jüdischen Krieg reichenden Jüdischen Altertümer (Antiquitates Iudaicae). Im Judentum ist Josephus kaum rezipiert worden, für Euseb von Caesarea (260–339 n. Chr.) ist er der wichtigste Gewährsmann für die Zeit Jesu. Für die neutestamentliche Exegese und die Geschichte des frühen Christentums ist Josephus bis heute von besonderer Bedeutung.
Zu den historischen Schriften Arrians zählen der Alexanderzug (Ἀλεξάνδρου Ἀνάβασις) und eine Schrift über Indien (Ἰνδική), fragmentarisch erhalten sind eine Diadochen- und eine Parthergeschichte (zu den philosophischen Schriften s.o.). Weitere Schriften sind ein vollständig überlieferter Periplus des Schwarzen Meeres und eine Abhandlung über die Jagd (Κυνηγετικός) sowie mehrere kleinere, ebenfalls nur fragmentarisch erhaltene Werke.
Der ursprünglich aus Alexandria stammende, später jedoch nach Rom übersiedelte Historiker Appian (gest. 160 n. Chr.) ist der Verfasser einer teilweise verlorenen oder nur fragmentarisch erhaltenen Römischen Geschichte (Ῥωμαϊκά) mit ethnographischem Gliederungsschema. Von besonderer Bedeutung ist die insgesamt fünf Bücher umfassende Beschreibung der Bürgerkriege (Ἐμφύλια).
Der Historiker Herodian (geb. 178/180 n. Chr.) ist der Autor eines in griechischer Sprache und acht Bänden verfassten, bis zum Herrschaftsbeginn Gordians III. im Jahr 238 n. Chr. reichenden Geschichtswerkes (Ab excessu divi Marci) und nicht mit dem zeitgleich lebenden griechischen Grammatiker Aelius Herodianus zu verwechseln.
Mit dem Namen Homer verbinden sich die beiden großen Epen Ilias und Odyssee, die wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 8. Jh.s v. Chr. stammen und mit ihren insgesamt rund 28 000 Versen den Beginn der europäischen Dichtung markieren. Bereits in der Antike wurden Homer weitere Werke (etwa die Homerischen Hymnen) zugeschrieben, doch gelten nur die Ilias und die Odyssee als echt. Die Diskussion, ob Homer je existiert hat oder eine Kollektivbezeichnung für mehrere Autoren darstellt (Homerische Frage), erweist sich dabei kaum als zielführend.
Neben Homer stellen die Werke seines Zeitgenossen Hesiod die frühesten Zeugen der griechischen Literatur dar und sind wichtiger Orientierungspunkt für die gesamte antike Dichtung. Zu nennen sind v.a. die für das Wissen um die griechische Mythologie bedeutende Theogonie sowie das in weiten Teilen auch das Alltagsleben (v.a. die Landarbeit) thematisierende Lehrgedicht Werke und Tage (Ἔργα καὶ ἡμέραι).
Hauptthemen der wenigen, nur fragmentarisch erhaltenen Gedichte des griechischen Lyrikers Anakreon d. Ä. (geb. ca. 575 v. Chr.) sind der Wein, die (erotische) Liebe und der Tod, die in teils deutlichen Bildern bearbeitet werden. Im Gegensatz dazu schlägt die unter dem Titel Anacreontea bekannte Sammlung von 60 anonymen, Anakreon nachahmenden Gedichten aus verschiedenen Epochen der Antike einen weit milderen Ton an. Diese erstmals 1554 von Stephanus herausgegebene und in der Folge in mehrere Sprachen übersetzte Sammlung war gerade im ausgehenden 18. Jh. von erheblichem Einfluss (Anakreontik).
Theokrit, Moschus und Bion
Bei Theokrit (3. Jh. v. Chr.), Moschus (wohl 2. Jh. v. Chr.) und Bion (Lebensdaten unbek.) handelt es sich um die bedeutendsten Vertreter der griechischen Bukolik („Hirtendichtung“), die v.a. in Gestalt von Vergil (s.o.) dann auch die lateinische (ab dem 4. Jh. n. Chr. auch christliche) Bukolik geprägt hat. Seit byzantinischer Zeit (Suda) scheinen diese drei Autoren als feste Trias zusammenzugehören.
Aus dem Werk des Chorlyrikers Pindar (geb. vermutl. 522 oder 518 v. Chr.) sind nur die Epinikia oder Siegeslieder (Oden auf Sieger der olympischen, pythischen, nemëischen und isthmischen Spiele) erhalten. Als dichterisches Vorbild war Pindar bereits in der Antike (Horaz) und auch in der deutschen Romantik hoch geschätzt.
Kallimachus
Das Werk des von Quintilian als elegiae princeps bezeichneten, äußerst produktiven Dichters und Grammatikers Kallimachus von Kyrene (geb. zwischen 320 und 303 v. Chr.) ist größtenteils verloren. Nösselt hat hier die komplett erhaltenen Hymnen sowie die etwas mehr als 60 Epigramme im Blick. Fragmentarisch erhalten (durch neuere Funde jedoch vergleichsweise gut rekonstruierbar) sind die Ursprünge (Αἴτια), die Jamben und das Gedicht Hekale.
Das erste der ursprünglich zwei Bücher umfassenden Poetik des Aristoteles behandelt v.a. die Tragödie (das nicht erhaltene zweite Buch die Komödie) und hat diese (Regeldrama, doctrine classique) sowie die Theorie der Dichtkunst (Scaliger, Opitz, Gottsched) seit ihrer Wiederentdeckung in der Renaissance nachhaltig geprägt.
||c19 *) /aS.a\ Vertheidigung des /cLateinschreibens ‐ ‐c\ ||c20 von Friedr.c21 Gedike, Berlin 1783c22, gr. 8.c23 auch /ain dessen /cgesammleten Schulschriftenc\ ||c25 S. 289 f.a\ ||a24, verglichen mit den Einwendungen dagegen in der Berlinischen Monatsschrift /cvon Gedike und Biester, 1783c\, October ||c26 S. 346 f., /aund in der Allgemeinen Revision des Schul‐ und Erziehungswesensc27 Theil 11. S. 258 f.c28 a\ auf welche /aScheingründe schona\ oben (§. 124 f.) Rücksicht genommen worden ist.
Vertheidigung des Lateinschreibens … Theil 11. S. 258 f.
Friedrich Gedikes (1754–1803) Vertheidigung des Lateinschreibens und der Schulübungen darin findet sich in dessen zweibändigen Gesammlete[n] Schulschriften I (1789), 289–321. Bei den in der von Gedicke und Johann Erich Biester (1749–1816) herausgegebenen Berlinische[n] Monatsschrift 2 (1783) abgedruckten Einwendungen handelt es sich um Johann Stuves (1752–1793) Wider das Lateinschreiben. An den Herrn Direktor Gedike (aaO 338–357). Im elften Band der Allgemeine[n] Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens (vgl. I § 33 [c]) findet sich die Abwägung der Gründe für und wider das Lateinschreiben, als eine allgemeine Uebung für alle und jede Studirende (aaO 258–337).
im Berlinischen Magazin der Wissenschaften und Künste 1783, 41tes Stück
Gedikes Vertheidigung des Lateinschreibens findet sich im Berlinsche[n] Magazin der Wissenschaften und Künste 1. Jg. (1783), 4. St., 30–55.
Desiderius Erasmus von Rotterdam (1466/1469–1536), der wohl bedeutendste Humanist seiner Zeit („Humanistenfürst“), hat eine umfangreiche literarische Tätigkeit (inkl. Korrespondenz) entfaltet. In theologischer Perspektive ist v.a. seine Edition des Neuen Testaments (Anfänge des textus receptus) sowie seine Auseinandersetzung mit Martin Luther und sein Einfluss auf die Reformation zu nennen. Sein Werk umfasst in der Ausgabe Jean Le Clercs (Leiden 1703–1706) zehn Foliobände.
Phil. Melanchthon
Philipp Melanchthon (eigentl. Schwartzerdt) (1497–1560) gehört als Weggefährte Martin Luthers zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Reformation und wurde aufgrund seiner pädagogischen Verdienste auch als praeceptor Germaniae bezeichnet. Als Humanist war Melanchthon vielseitig interessiert und hat ein umfangreiches Werk hinterlassen. Hervorgehoben seien die Loci communes (1521) und die unter maßgeblichem Einfluss Melanchthons entstandene Confessio Augustana invariata (1530) bzw. variata (1540).
Joach. Camerarius
Der Humanist Joachim Camerarius (Kammermeister) d. Ä. (1500–1574) studierte in Leipzig, Erfurt und Wittenberg und war zuletzt Professor in Leipzig. Neben einer umfangreichen philologischen bzw. editorischen Tätigkeit ist der eng mit Melanchthon befreundete Camerarius auch kirchenpolitisch (u.a. Teilnahme an verschiedenen Religionsgesprächen) hervorgetreten.
Joh. Calvin
Der in Genf wirkende Theologe Johannes (Jean) Calvin (1509–1564) ist die wichtigste Gründungspersönlichkeit des reformierten Christentums und mit seinem Hauptwerk, der 1559 (im selben Jahr gründete Calvin die von Beza geleitete Genfer Akademie) in endgültiger lateinischer Fassung vorliegenden Institutio Christianae religionis, neben Martin Luther einer der bedeutendsten Reformatoren überhaupt (Calvinismus). Sein Werk umfasst weit über 100 Schriften, die erhaltene Korrespondenz mehrere tausend Briefe.
Joh. Sturm
Der humanistisch gebildete Johannes Sturm (1507–1589) lehrte ab 1537 in Straßburg und wirkte hier v.a. als Gründer und ständiger Rektor des Gymnasiums, das 1566 in den Rang einer Akademie erhoben wurde. Neben seinem Melanchthon verpflichteten pädagogischen Wirken trat der tendenziell reformierter Theologie (Calvin, Bucer) zuneigende Sturm als Vermittler zwischen den Konfessionen hervor, wurde jedoch selbst in jahrzehntelangen Auseinandersetzungen mit der Straßburger Kirchenführung und der Akademie um die eigene theologische Position aufgerieben.
Melch. Canus
Der antireformatorische Dominikaner Melchior Cano (1509–1560) war als bedeutender Vertreter der Schule von Salamanca Berater Karls V. sowie dessen Sohnes Philipp II. und ein Verfechter der Inquisition. Zugleich gilt er aufgrund seines posthum veröffentlichten Hauptwerkes De locis theologicis (1563), das bis 1890 mehr als 30 Auflagen erlebte und zum Standardwerk der katholischen Erkenntnis- und Methodenlehre avancierte, als Begründer der Fundamentaltheologie.
Hier. Osorius
Der portugiesische Humanist und Bischof Jerónimo Osório (Hieronymus Osorius) (1506–1580) galt aufgrund seiner theologischen und historiographischen Schriften als Gelehrter von europäischem Rang und wurde wegen seines ciceronianischen Lateins als Cicero Lusitanus bezeichnet (zeitweise wurde Osorius sogar verdächtigt, für seine Abhandlung De gloria Ciceros verlorenes Werk gleichen Namens verwendet und unterschlagen zu haben).
Jak. Sadoletus
Der als Reformer aufgetretene italienische Kardinal und Humanist Jacobus Sadoletus (Jacopo Sadoleto) (1477–1547) gehört zu den Vorbereitern des Trienter Konzils (1545–1563) und hat in mehreren Schriften (an Melanchthon, die Genfer und gegen Johannes Sturm) versucht, für die Einheit der römisch-katholischen Kirche zu wirken. Als Hauptwerk gilt sein als semipelagianisch verurteilter Römerbrief-Kommentar (1535). Wegen seines ciceronianischen Stils gelobt, galt er als einer der besten Latinisten seiner Zeit.
Andr. Hyperius
Der durch Johannes Sturm zum Humanismus und zur reformatorischen Theologie (v.a. Calvin und Bucer) gekommene Andreas (Gerhard) Hyperius (von Ypern) (1511–1564) bekleidete ab 1542 eine theologische Professur in Marburg und hat sich, mit großem Einfluss auf die lutherische Orthodoxie, v.a. um die Predigtlehre verdient gemacht.
Ruhnkenius, Wyttenbach
In der dritten Auflage der Anweisung ist die Aufzählung um den bedeutenden Leidener Philologen und princeps criticorum (F.A. Wolf) David Ruhnken (1723–1798) und dessen Schüler, Nachfolger und Biographen Daniel Albert Wyttenbach (1746–1820) erweitert. Die Zusammenstellung mit Ruhnken lässt es unwahrscheinlich erscheinen, dass an dieser Stelle Wyttenbachs Vater, der Marburger Theologieprofessor David Samuel Daniel Wyttenbach (1706–1779), gemeint ist.
Joh. Aug. Ernesti
Wegen seines hervorragenden lateinischen Stils wurde Johann August Ernesti auch als Germanorum Cicero bzw. Ciceronis sospitator (Ruhnken) bezeichnet.
die meistens in dieser Sprache abgefaßt sind
Neben hebräischen enthält das Alte Testament auch aramäische Passagen (v.a. Dan 2,4–7,28 und Esr 4,8–6,18; 7,12–26).
in den Büchern des neuen der Vortrag fast durchaus nach der hebräischen Denk- und Sprachart gebildet ist
Vgl. I § 162.
c2: Bei c3: hat es lange an einem Werke gefehlt c4: bei c5: eigener c6: a7: fast einzig brauchbaren c8: Io. a9: Leipz. c10: 1731. und 1732. 4. a11: 32 c12: 3 Tomes, c13: 1768. a14: 12 c15: a16: a17: Handbuch der alten Erdbeschreibung nach Anleitung der d'Anvillischen Landcharten, Nürnberg 1781 in c18: Erdbeschreibung, c19: Landcharten, c20: Hieron. Paulus, c21: Bruns, Dittmar.) Nürnberg 1800, 2 Bände, c22: a23: a24: seit letztgedachtem Jahre zu Nürnberg nachgestochen werden c25: 1784. a26: unentbehrlich, c27: Io. a28: XLIV c29: tabulis, c30:
c31: bei a32: c33: c34: c35: c36: a37: Fabel-Geschichte c38: 6te a39: Aufl. c40: 1807. 8. c41: Seybold's a42: 2te Aufl. Leipz. 1784. 8. zum Grunde legen, und, wenn c43: a44: wissen wollte, a45: Aug. c46: Schlegel's, c47: a48: Leipz. 1754–66 a49: und a50: Leipz. a51: nehmen a52: c53: c54: sind: c55: regum, – principum – c56: tempus – c57: vixisse – c58: 1783. c59: ⌇⌇c Wollte man besonders a60: zumahl c61: lernen, so müßte man c62: Daktyliothek c63: Zweites c64: in 2 Bänden, |c146| Leipzig 1767. 4., a65: Leipz. c66: 1776. c67: c68: Schulen – a69: Leipz. c70: 1781. gr. 8., c71: benutzen a72: c73: verschiedenen c74: verschiedenen c75: bei verschiedenen Schriftstellern, c76: 313. c77:
a78: c79: Einiges c80: ac81: griechischen macht, (a); griechischen Alterthümer, bemerke man (c) c82: vorzüglich: ⌇c Johann Potter's c83: a84: die übrigen sehr entbehrlich, und kan a85: einzig heissen. c86: bei c87: Christoph. c88: I. E. I. Walchii, c89: Hen. a90: Nieupoort, c91: 1767. c92: 8., ac93: Vltrajectina (a); Ultraiectina (c) c94: Io. c95: Reitzio, gr. 8. 1774. c96: Io. c97: kann a98: c99: 1775. ac100: 76 (a); 1776., (c) c101: Theilen, a102: zu Hülfe nehmen ac103: Adler (a); Adler's (c) c104: 1781. a105: c106: 1776. c107: zwei Theilen, 8., a108: 8. c109: E. Meiner's a110: Leipz. c111: c112: Hinsichts a113: grossen c114: bei a115: römischen c116: Kriegsalterthümer, von c117: Nast, c118: 1782. c119: Hat c120: erwähnten c121: vorbereitet, c122: werden c123: bei c124: für c125: bei c126: erklärenden c127: lateinische c128: griechische c129: dieß alles nicht der Fall, c130: Kultur c131: c132: Chrestomathien c133: Schriftstellern c134: die ganzen ac135: c136: nicht c137: kann a138: lernen c139: mehreren a140: ihren c141: Unterschiede c142: bleibt es doch viel besser c143: außer dem, c144: aufzugeben, a145: angefangen c146: hat, c147: seinem Inhalt a148: daher c149: hat, a150: einen c151: alte c152: für a153: lesen c154: zurück, a155: läse c156: dabei c157: werden. a158: Frid. c159: weiter, c160: Schwere c161: Eigenthümliche c162: erklärt c163: oft sogar recht vollständige Indices c164: Absicht c165: fortzugehen, c166: Dichter, den Homer etwa ausgenommen, mit dem ja auch die Römer anfingen, a167: verwöhnt c168: wird, zumal c169: lassen müssen, a170: lassen c171: verschieben. Im c172: einerlei c173: angegebenen ac174: Anm. c175: alte ac176: lassen c177: ihre Werke c178: Phädrus, Nepos c179: Terenz, c180: Cäsar c181: Sallust, Cicero's c182: Quinctilian's c183: orat., c184: Livius, Suetonius c185: Tacitus ac186: Plautus (a); Plautus, (c) c187: Befinden c188: Ovid c189: Virgil a190: sodenn c191: Horaz c192:
ac193: Anm. c194: 145. c195: Aelian's c196: Epiktet's c197: sowohl, als mit Arrians c198: machen; a199: vorzöglich c200: Xenophon c201: attischen c202: vornehmlich Platon's a203: vornehmlich c204: Aeschines c205: Theophrast's a206: sodenn c207: Aristoteles c208: Isokrates, c209: enthaltenen a210: Rednern c211: attische c212: Xenophon c213: Herodot, Thukydides, Polybius, Plutarch c214: Josephus c215: Arrian, Appian c216: Herodian c217: können ac218: c219: Homer muß c220: Hesiod kann c221: Anakreon, Theokrit, Moschus c222: Bion mag c223: attischen Tragikern c224: Komikern c225: alsdann c226: Pindar c227: Kallimachus c228: Aristoteles a229: eingeschränckte c230: c231: Bei c232: c233: zumal a234: Schriftsteller ac235: claßisch (a); klassisch (c) c236: 72.), desto c237: bei c238: hat c239: zu c240: man c241: weitläuftiger c242: länger aufgehalten werde c243: kann c244: zumal c245: angehen, c246: andere a247: studiren c248: Ausdruck, brauchten c249: bei c250: zwei a251: grossen a252: f.) a253: c254: der c255: wenn ac256: Gründen c257: verdient; *) c258: Beispiele c259: Beispiel c260: einreißender, c261: nachtheiliger c262: na|c153|mentlich alle a263: Universitäten a264: solchen c265: sei ac266: zu lassen (a); lassen (c) c267: Anm. a268: c269: Lateinschreibens, c270: Fr. c271: 1783. c272: 8.; a273: im Berlinischen Magazin der Wissenschaften und Künste 1783, 41tes Stück c274: gesammelten Schulschriften, c275: c276: 1783., a277: c278: Erziehungswesens, c279: f., a280: c281: Wem daran liegt, zu c282: Fertigkeit, c283: auszudrücken, zu gelangen, wird außer a284: auszudrücken c285: 76. c286: 129. c287: Schriften, I. I. a288: c289: zweiten ac290: 1779, in 2 Theilen in (a); 1784. 2 Tomi, (c) a291: grossem a292: haben c293: hat c294: bei a295: c296: Umfange c297: bleibt freilich a298: c299: Außerdem wird c300: Erasmus, Melanchthon, Came|c154|rarius, Calvin, Sturm, Canus, Osorius, Sadoletus, Hyperius, Ruhnkenius, Wyttenbach, Ernesti, Morus a301: Morus c302: Andere c303: gewöhnt, c304:
a305: c306: Anm. *) Viel lesen c307: eigentliches c308: kann c309: dieß c310: kann c311: wolle; c312: echt ac313: 87–89 (a); 87.–89. (c) c314: Außer c315: unstreitig c316: nothwendigsten: c317: Testaments c318: Testamente
Modelledition. BdN VI: Johann August Nösselt, Anweisung zur Bildung angehender Theologen (1. Aufl. 1786/89; 2. Aufl. 1791; 3. Aufl. 1818/19), Bd. I §§ 140–150, Juni 2016
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