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Timestamp: 2019-06-16 21:39:13+00:00

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Grundstücksverkauf steuerpflichtig? Anwalt für Steuerrecht in Berlin
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Grundstücksverkauf steuerpflichtig?
Ob der Grundstücksverkauf im privaten Bereich steuerpflichtig ist, richtet sich danach, ob ein privates Veräußerungsgeschäft im Sinne des § 23 EStG vorliegt. Private Veräußerungsgeschäfte sind Geschäfte bei Grundstücken und Rechten, die den Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke unterliegen, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als 10 Jahre beträgt. Für den Fristbeginn ist auf den Zeitpunkt des Abschlusses des schuldrechtlichen Verpflichtungsgeschäfts abzustellen. Die 10 Jahresfrist gilt jedoch nicht, wenn der Steuerpflichtige das WG zu eigenen Wohnzwecken benutzt hat.
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Gebäude auch steuerpflichtig?
Neben dem Grundstück kann jedoch auch ein dazu gehörendes Gebäude der Besteuerung unterfallen. Gemäß § 23 EStG sind Gebäude einzubeziehen, soweit sie innerhalb dieses 10 Jahreszeitraums errichtet, ausgebaut oder erweitert werden. Wurde z.B. im Jahre 2007 ein unbebautes Grundstück erworben und drei Jahre später ein Gebäude darauf errichtet, und das bebaute Grundstück in 2016 veräußert, so unterliegt das Gebäude wie das Grundstück der Besteuerung, da es innerhalb der Behaltensfrist errichtet wurde. Hätte man das bebaute Grundstück jedoch erst z.B. in 2018 veräußert, so wäre der eventuelle Veräußerungsgewinn steuerfrei gewesen, denn für das Gebäude beginnt nicht noch einmal die 10 Jahresfrist zu laufen. Wird aber z.B. an einem unbebauten Grundstück ein Erbbaurecht begründet und auf diesem Grundstück ein Gebäude errichtet, bevor das Grundstück vom Erbbauberechtigten erworben wird, so wird das Gebäude nicht zum Grundstück einbezogen, wenn dieses innerhalb der 10 Jahresfrist wieder veräußert wird, denn Gegenstand des privaten Veräußerungsgeschäfts ist dann allein das Grundstück. Es wurde nämlich nicht das Erbbaurecht veräußert, was auch unter § 23 EStG fällt, sondern nur das Grundstück. Dies ist von größter Bedeutung bzgl. der Steuerlast.
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Was ist mit Werbungskosten?
Werbungskosten im Rahmen des § 23 EStG sind nur die im Zusammenhang mit der Veräußerung des Grundstücks angefallenen Aufwendungen, vgl. BFH - X R 65/95, d.h. nicht auch Aufwendungen, die mit der Anschaffung im Zusammenhang stehen. Bei privaten Veräußerungsgeschäften gilt grundsätzlich das Zu- und Abflussprinzip des § 11 EStG. Nach Absatz 2 der Vorschrift sind Ausgaben für das Kalenderjahr abzusetzen, in dem sie geleistet worden sind. Zu diesen Ausgaben gehören z.B. Betriebsausgaben, aber auch Werbungskosten. Von diesem Grundsatz gibt es aber auch Ausnahmen. Gesetzliche Ausnahmevorschrift ist z.B. § 4 III 4 EStG. Danach sind Anschaffungs- oder Herstellungskosten z.B. für nicht abnutzbare WG des Anlagevermögens erst im Zeitpunkt des Zuflusses des Veräußerungserlöses zu berücksichtigen. Eine nicht gesetzlich geregelte Ausnahme besteht im Bereich der privaten VG. Werbungskosten sind hier im Zeitpunkt der Veräußerung abziehbar.

References: § 23
 § 23
 § 23
 § 23
 § 11
 § 4