Source: http://www.verwaltung.uni-halle.de/KANZLER/ZGST/ABL/2002/02'2'08.htm
Timestamp: 2018-01-22 18:28:15+00:00

Document:
12. Jahrgang, Nr. 2 vom 19. Februar 2002, S. 33
Studienordnung für den Studiengang Musik Lehramt an Sekundarschulen
Aufgrund des § 11 Abs. 1 sowie der §§ 77 Abs. 3 Nr. 11 und 88 Abs. 2 Nr. 1 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) in der Fassung vom 1. Juli 1998 (GVBl. LSA S. 300), zuletzt geändert durch Art. 2 des Gesetzes vom 3. April 2001 (GVBl. LSA S. 141) hat die Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg die folgende Studienordnung für Lehramt an Sekundarschulen des Fachbereiches Musik-, Sport- und Sprechwissenschaft erlassen.
Die vorliegende Studienordnung regelt auf der Grundlage der Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt vom 19.06.1992 (GVBl. LSA 1992 S. 488 ff.) und der dritten Verordnung zur Änderung dieser Verordnung vom 29.12.1999 (GVBl. LSA 2000, S. 2) Ziele, Inhalte und Verlauf des Studiums für das Lehramt an Sekundarschulen im Unterrichtsfach Musik an der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg.
Das Studium im Unterrichtsfach Musik ist in der Regel mit allen Unterrichtsfächern der Sekundarschule kombinierbar. Das Nähere regelt die Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt.
Nicht möglich ist die Kombination mit Kunsterziehung.
Die Regelstudienzeit einschließlich der Prüfungszeit beträgt für das Lehramt an Sekundarschulen 9 Semester (vier Semester Grundstudium, fünf Semester Hauptstudium).
(2) Darüber hinaus sind musikpraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten auf einem Instrument (in der Regel Klavier) sowie musiktheoretische Grundkenntnisse unbedingte Voraussetzungen (siehe „Inhaltliche Anforderungen der musikalischen Eignungsprüfung des Institutes für Musikpädagogik der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg für die Lehrämter an Gymnasien bzw. Sekundarschulen“ in der Fassung vom Januar 1998).
(1) Der Studiengang Musik für das Lehramt an Sekundarschulen endet mit der Ersten Staatsprüfung, die die fachlichen Voraussetzungen für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Sekundarschulen beinhaltet. Der Studiengang gliedert sich in Grund- und Hauptstudium.
(5) Das Hauptstudium endet mit einer Abschlussprüfung ausgewiesener Teilgebiete, die Bestandteil der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Sekundarschulen sind (siehe § 13).
(C) Musikpädagogik/Fachdidaktik Musik.
Im Vordergrund stehen die Entwicklung musikpraktischer Fertigkeiten und künstlerischer Fähigkeiten im gewählten künstlerischen Hauptfach und den entsprechenden zwei Nebenfächern sowie in den Teilgebieten Dirigieren und Schulpraktisches Klavierspiel.
Daneben gilt es, anwendungsbereite Grundkenntnisse in Tonsatz und Formenlehre zu vermitteln. Die Schulung des musikalischen Gehörs gehört zu den elementaren Voraussetzungen. Die Einführung in Umgangsweisen und Produktionen mit apparativer multimedialer Technik zielen auf Bereicherung und Vertiefung musikdidaktischer Unterrichtsprozesse.
Einführung in die Musikpädagogik, der Einblick in ihre Geschichte und die aktuellen Standortbestimmungen sowie musikdidaktische Grundfragen und Arbeitsmethoden sind Gegenstand der Erörterung. Darüber hinaus wird in die Unterrichtspraxis an der allgemeinbildenden Schule (Sekundarschule) eingeführt und es werden erste schulpraktische Übungen (SPÜ; vergleiche Ordnung der schulpraktischen Ausbildung für Lehrämter an der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg vom 10.05.1999, § 3 bis 5) durchgeführt.
In den künstlerischen Haupt- und Nebenfächern sowie im Teilgebiet Schulpraktisches Klavierspiel werden das Fertigkeitsniveau und das künstlerisch individuelle Gestalten qualifiziert.
Musizierabende, musikalisch-szenische Projekte und öffentliche Prüfungen geben Gelegenheit, das erreichte Leistungsniveau unter Beweis zu stellen. Ein besonderer Akzent liegt auf der Förderung des schulpraktischen Instrumentalspiels und auf der Entwicklung von Fähigkeiten für die Leitung von Chören und kleinen Ensembles.
Die Unterweisung im Tonsatz zielt auf Kenntnisvermittlung stilorientierter Kompositionstechniken und -verfahren. Die Analysefähigkeit wird an traditionellen und zeitgenössischen Musikwerken geschult.
Ausgewählte musikpädagogische bzw. musikdidaktische Fragestellungen dienen der Konsolidierung anwendungsbereiten Wissens für die zukünftige Berufstätigkeit ebenso wie die Schulung der Anwendung musikpraktischer und multimedialer apparativer Fertigkeiten und Fähigkeiten in Verbindung mit Kenntnissen musikdidaktisch-methodische Umgangsweisen. Schulpraktische Übungen weiten die ersten Unterrichtserfahrungen.
Der Studiengang beinhaltet zwei Schulpraktika, deren erstes vor Beginn des Hauptstudiums zu absolvieren ist (Näheres regelt die Ordnung der schulpraktischen Ausbildung für Lehrämter an der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg vom 10.05.1995, § 3 - § 11, Schulpraktika SP 2 und SP 3). Die künstlerischen Praktika dienen der Vervollkommnung der Ausbildung.
Eine musikpädagogisch-musikdidaktisch thematisierte und eine instrumentenkundliche Exkursion zielen sowohl auf eine Bereicherung des Wissenschaftsverständnisses der Musikpädagogik als auch auf die Vertiefung unterrichtspraktischer Erfahrungen im Musikunterricht.
Semester 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9.
Historische Musikwissenschaft + 2 + + HS
Systematische Musikwissenschaft 2 + + + HS
Popularmusik (Pop/Rock/Jazz) + 2 + + + + + + PS/HS
Künstlerisches Hauptfach (Klavier)*° 1 1 1 1 1 1 + + E
1. künstlerisches Nebenfach° 1 1 1 1 1 + + + E
- Chorleitung + + 1 1 + + + G
- Ensembleleitung + + + + 1 + + G
Sprecherziehung° + + 1 + E
- Gehörbildung° 1 1 1 + G
- Tonsatz (Übung)° 1 1 1 1 G
- Musikanalyse 2 + + + V
+ 2 + + HS
- Instrumentation° 0,5 0,5 + + G
- Arrangement° + + 0,5 0,5 G
Schulpraktisches Klavierspiel° 0,5 0,5 0,5 0,5 E
- Popularmusik° + 0,5 0,5 + E
Musik und Computer° + 1 + + + + + + E
+ + + 2 + + HS
+ + 2 + HS
Didaktik der Instrumentenkunde/Akustik + + 2 + + + + + V
Inhalte und Lehrmethoden des Musikunterrichts + + + + + 2 + + HS
Didaktik der Rock-/Popmusik + + + + 2 + + + PS
Umgang mit Medien in Musikproduktion und –unterricht° + + 2 + Ü
- Arbeit mit der Schülerband°
- Schulpraktische Übungen° + 1 + + + 1 + Ü
- Musikdidaktik 2T 2T Ex
1. Künstlerisches Hauptfach: Gesang
Künstlerisches Hauptfach Gesang 1 1 1 1 1 1
1. künstlerisches Nebenfach Klavier 1 1 1 1 1
2. Künstlerisches Hauptfach: Melodieinstrument bzw. Gitarre
Künstlerisches Hauptfach Melodieinstrument 1 1 1 1 1 1
2. künstlerisches Nebenfach Gesang 0,5 0,5 1 1
Hauptseminare dienen grundsätzlich der selbstständigen Erarbeitung spezieller Themen unter ihren historischen und systematischen Aspekten. Die Studierenden sollen befähigt werden, die für die jeweilige Thematik charakteristischen Problemstellungen unter inhaltlichen, methodischen und theoretischen Gesichtspunkten in kritischer Auseinandersetzung mit relevanten Forschungsergebnisse zu bearbeiten. Hauptseminare werden für das Hauptstudium angeboten und können mit einem Studiennachweis oder aufgrund eines Referates im Seminar mit einem Leistungsnachweis abgeschlossen werden.
Musikgeschichte 8 V ZP
- Dirigiertechnischer Grundkurs° 2 G
- Gehörbildung° 3 G LN, ZP
- Tonsatz (Übung)° 4 G
Schulpraktisches Klavierspiel° 2 E SN
Musik und Computer° 1 G
- Einführungskurs 2 PS T
Studienchor° 3 Ü
Ensemblemusizieren/
Künstlerisches Praktikum 2 W Ü SN
+ = nicht für Lehramt Sonderschule
Gehörbildung Stufe II
Ensemblemusizieren / künstlerisches Praktikum
Nachweis des Schulpraktikums
Einführungskurs Musikdidaktik
In dem Studiengang „Lehramt an Sekundarschulen“ besteht die Zwischenprüfung bzw. Abschlussprüfung im Rahmen des Grundstudiums aus:
a) Künstlerisch-praktischen Prüfungen:
b) Schriftlicher Prüfung:
c) Mündlichen Prüfungen:
- Klavier (Pflichtinstrument)
(2.1.3) Gehörbildung Stufe III (Abschlussprüfung)
Nachweis des sicheren Umganges mit Intervallen, Skalen und Akkorden; Reproduzieren rhythmischer Verläufe unter Einbeziehung von Triolen, Synkopen, Überbindungen und Duolen; sicheres Blattsingen.
(2.2.1) Gehörbildung Stufe III (Abschlussprüfung)
Einstimmiges, zweistimmiges und dreistimmiges melodisch-rhythmisches Diktat unter Einbeziehung der Dur- und Molltonalität, der authentischen Modi sowie mit Wechsel der Tonalität im Umfang von Halbsätzen (Viertakt- und Sechstaktgruppen); Generalbassdiktat mit Berücksichtigung von Sext-, Quintsext- und Septakkorden.
Nachweis von Kenntnissen über die Epochengliederung von den Anfängen bis zur Gegenwart
Kenntnisse über repräsentative Komponisten und ihre Werke
detailliertes Wissen über eine bestimmte Epoche, eine Gattung und einen Komponisten (Angabe von Schwerpunkten nach eigener Wahl)
Wissenschaftliche Grundlagen des Musikunterrichts
ausgewählte musikdidaktische Konzeptionen seit 1945
Schwingungslehre, Schallausbreitung
Akustik der Instrumentenkunde und der menschlichen Stimme
Mathematische Berechnungsweisen
Herkunft und Entwicklungsgeschichte der Musikinstrumente
Musikgeschichte V
Künstlerisches Hauptfach (Klavier)° 2 E SN, P
1. Künstlerisches Nebenfach° 1 E SN, P
2. Künstlerisches Nebenfach° P
- Ensembleleitung 1 E LN
- Tonsatz (Übung)° P
- Musikanalyse 4 V/HS T, LN
- Popularmusik° 1 E P
Musik und Computer° SN
(wahlobligatorische Seminare) 2 HS SN
Übungen zur Musikdidaktik
Schulpraktikum+ 4 W Ü SN
Apparative multimediale Produktion oder Musik und Computer,
Nachweis des Schulpraktikums (nicht für Lehramt Sonderschule).
Im Studiengang „Lehramt an Sekundarschulen“ besteht die Abschlussprüfung aus:
- Chor- und Ensembleleitung
- Fachwissenschaftliche Prüfung
(2.1.3) Schulpraktisches Klavierspiel / Popularmusik
15 Lieder in verschiedenen Liedspieltypen (A-D) mit dem Ablauf: Vorspiel/Liedspiel/Zwischenspiel mit Modulation/Transponiertes Liedspiel/Liedbegleitspiel
(die Liedbegleitspiele können auch auf der Gitarre absolviert werden)
1 Liedvariation (Thema und 4 Variationen)
Blattspiel eines Liedes mit vorgegebener Harmonisation
Chorpartitur (dreistimmig)
Stück traditionelle Tanzmusik (Walzer/Polka)
1 lateinamerikanischer Tanz
1 Jazz Standard
3 Popmusikstücke aus den letzten 50 Jahren
2 Liedbegeleitspiele aus der Popularmusik unterschiedlicher Charakteristik
(1 Liedbegleitspiel auf der Gitarre ist möglich)
Ein Prüfungsvorspiel nach Wahl aus dem Bereich Popularmusik muss auf einem Keyboard vorbereitet sein.
Beherrschen der Dirigiertechnik,
Probenarbeit unter methodischen Aspekten,
Nachweis der Fähigkeiten, stimmbildnerisch arbeiten zu können,
sicherer Umgang mit stilistischen und satztechnischen Besonderheiten,
Einstudierung und Leitung eines mindestens dreistimmigen Chorsatzes,
Erzielung einer schlüssigen künstlerischen Interpretation.
Die Wissenschaftliche Hausarbeit ist innerhalb von drei Monaten nach Zustellung des Themas beim Prüfungsamt vorzulegen. Fristverlängerungen sind gemäß § 10 der Verordnung über die ersten Staatsprüfungen vom 19.06.1992 zu gewähren. Das Thema der wissenschaftlichen Hausarbeit kann im Unterrichtsfach unter fachwissenschaftlichen oder fachdidaktischen oder unter beiden Aspekten gestellt werden.
Überblick über die Musikgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart
ab) musikdidaktische Konzeptionen seit 1945,
ac) Popularmusik: neue Musiktechnologien
bb) aktuelle musikdidaktische Konzeptionen (Handlungsorientierung, didaktische Interpretation, polyästhetische Erziehung)
Diese Studienordnung am Tage nach ihrer Bekanntmachung im Amtsblatt der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg in Kraft.
Vom Kultusminiserium des Landes Sachsen-Anhalt am 14.05.2001 zur Kenntnis genommen.

References: § 11
 Art. 2
 § 13
 § 3
 § 3
 § 11
 § 10