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Timestamp: 2016-10-25 03:18:18+00:00

Document:
8C_852/2012 (23.04.2013)
8C_852/2012 {T 0/2}
AXA-ARAG Rechtsschutz AG, Rechtsdienst,
Der 1957 geborene L.________ meldete sich am 8. Mai 2010 wegen seit Oktober 2009 bestehenden Schmerzen im Bereich der Schultern, Arme und H�nde sowie H�ften, Knie und F�sse zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle Schaffhausen t�tigte medizinische und berufliche Abkl�rungen (worunter eine Evaluation der funktionellen Leistungsf�higkeit [EFL] bei der Klinik X.________ [Bericht vom 22. Juli 2011]) und sprach dem Versicherten nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren mit Verf�gung vom 19. M�rz 2012 ab 1. November 2010 bis 31. Juli 2011 eine befristete ganze Invalidenrente zu.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Schaffhausen mit Entscheid vom 14. September 2012 ab.
L.________ l�sst Beschwerde f�hren und beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei ihm ab August 2011 eine unbefristete Viertelsrente zuzusprechen.
Die IV-Stelle und das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichten auf Vernehmlassung.
2.1 Streitig und zu pr�fen ist, ob der Beschwerdef�hrer auch nach dem 31. Juli 2011 einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
2.2 Das kantonale Gericht hat die Rechtsgrundlagen �ber die Erwerbsunf�higkeit (Art. 7 ATSG), die Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 Abs. 1 IVG), den Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG; Art. 28a Abs. 1 IVG) und den Rentenanspruch (Art. 28 Abs. 2 IVG) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
2.3 Beizuf�gen ist, dass bei r�ckwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Rente die Revisionsbestimmungen (Art. 17 Abs. 1 ATSG) analog anwendbar sind. Der Zeitpunkt der Wirksamkeit der anspruchsbeeinflussenden �nderung richtet sich ausschliesslich nach Art. 88a Abs. 1 IVV (BGE 109 V 125).
3.1 Nach den vorinstanzlichen Erw�gungen ist zur Beurteilung der Arbeitsf�higkeit auf den Bericht �ber die EFL der Klinik X.________ vom 22. Juli 2011 abzustellen. Danach war der Versicherte im angestammten Beruf als Servicetechniker bei der T.________ AG zu 60 % arbeitsf�hig, was dem nach Eintritt der gesundheitlichen Beeintr�chtigungen (Psoriasisarthritis mit belastungs-, positions- und bewegungsabh�ngigen Schmerzen in der Kreuzgegend und den Knien, den Handgelenken und den Fingern sowie den Schultern und den Ellbogen) ausge�bten Arbeitspensum entsprach; hiegegen war er f�r eine besser angepasste T�tigkeit, die ein Hantieren von schweren Lasten nicht erforderte und mit minimalem wiederholtem Krafteinsatz beider Arme ausge�bt werden k�nnte, ganzt�gig ohne Leistungseinschr�nkung einsetzbar. Ausgehend von diesen f�r das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen hat die Vorinstanz weiter erwogen, der Versicherte sch�pfe die ihm verbliebene Arbeitsf�higkeit nicht vollst�ndig aus; daher sei das der Bestimmung des Invalidit�tsgrades zugrunde zu legende Invalideneinkommen anhand der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2008 des Bundesamtes f�r Statistik festzulegen. Der Versicherte habe eine Berufslehre als Elektromechaniker abgeschlossen, weshalb der standardisierte Bruttolohn f�r das verarbeitende Gewerbe und die Industrie im Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) massgebend sei. Unter Ber�cksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % ergebe sich ein Invalideneinkommen von Fr. 69'042.- und dem Validenlohn von Fr. 86'060.- (vgl. Verf�gung vom 19. M�rz 2012) gegen�bergestellt ein den Anspruch auf Rente ausschliessender Invalidit�tsgrad von 20 %.
3.2 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, er befinde sich in einem stabilen Arbeitsverh�ltnis bei der T.________ AG und er sei bereits �ber 55 Jahre alt, weshalb ihm ein Berufswechsel nicht mehr zumutbar und zur Festlegung des Invalideneinkommens der tats�chlich erzielte Lohn heranzuziehen sei. Diesem Vorbringen kann nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz hat nachvollziehbar dargelegt, dass verschiedenartige Erwerbsm�glichkeiten f�r einen Elektromechaniker auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind, welche dem Anforderungsprofil an eine den gesundheitlichen Beeintr�chtigungen angepasste T�tigkeit entspr�chen. So k�men leichtere T�tigkeiten bis hin zu B�roarbeiten in Frage. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt rechtsfehlerhaft festgestellt haben soll. Der Beschwerdef�hrer �bersieht, dass die Klinik X.________ im Bericht vom 22. Juli 2011 angab, ihm sei mit wenigen Einschr�nkungen selbst die angestammte T�tigkeit als Servicemonteur ganztags zumutbar. Weiter hielt sie fest, dass die Arbeitgeberin auf einer Ausdehnung des Arbeitspensums beharrte, weshalb die geltend gemachte Stabilit�t des Arbeitsverh�ltnisses fraglich und die Notwendigkeit einer beruflichen Neuorientierung nicht auszuschliessen ist. Insgesamt ist daher nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz zur Bestimmung des Invalidenlohnes statistische Durschnittswerte beigezogen hat.
3.3 Welches Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes bei der Festsetzung des Invalideneinkommens anhand der LSE zu w�hlen ist, unterliegt als Rechtsfrage der freien Pr�fung (Art. 95 lit. a BGG; SVR 2008 IV Nr. 4 S. 9, I 732/06 E. 4.2.2). Der angestammte Beruf als Servicetechniker entspricht fraglos dem Anforderungsniveau 3. Er umfasst die selbstst�ndige Betreuung der Kunden im gesamten deutschsprachigen Raum (Schweiz, Deutschland, �sterreich). Weiter verf�gt der Beschwerdef�hrer �ber eine abgeschlossene Ausbildung zum Elektromechaniker und langj�hrige Berufserfahrung. Diese Umst�nde sprechen daf�r, dass ihm auch unter Ber�cksichtigung der gesundheitlichen Beeintr�chtigungen grunds�tzlich ein gen�gend breites Feld von Erwerbsgelegenheiten im Bereich des Anforderungsniveaus 3 offensteht. Es ist anzunehmen, dass der Versicherte �ber ein Grundverst�ndnis f�r technische Ger�te und mechanische Abl�ufe verf�gt sowie Kenntnisse im Lesen von Fertigungsunterlagen und technischen Zeichnungen hat. Seine Muttersprache ist zudem Deutsch, weshalb er in sprachlicher Hinsicht den Anforderungen auch f�r B�roarbeiten gen�gt. Den Einw�nden in der Beschwerde, wonach in Betracht fallende T�tigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eingeengt seien, hat die Vorinstanz mit der K�rzung des Tabellenlohnes gem�ss BGE 126 V 75 um 10 % Rechnung getragen.
3.4 Die Vorbringen des Beschwerdef�hrers zur H�he des vorinstanzlich gew�hrten leidensbedingten Abzugs dringen nicht durch. Er �bersieht, dass diese Frage eine typische Ermessensfrage darstellt, deren Beantwortung letztinstanzlicher Korrektur nur dort zug�nglich ist, wo das kantonale Gericht das Ermessen rechtsfehlerhaft ausge�bt hat, also bei Ermessens�berschreitung, -missbrauch oder -unterschreitung (vgl. zu diesen Rechtsbegriffen BGE 137 V 71 E. 5.1 S. 73 mit Hinweisen; BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399).
3.5 Aufgrund der im Juli 2011 wiedergewonnenen vollst�ndigen Arbeitsf�higkeit f�r den gesundheitlichen Beeintr�chtigungen angepasste Erwerbst�tigkeiten hat die IV-Stelle, best�tigt durch die Vorinstanz, einen leistungsausschliessenden Invalidit�tsgrad ermittelt und den davor gegebenen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente auf den 31. Juli 2011 befristet. Entsprechend der dreimonatigen Frist von Art. 88a Abs. 1 IVV (E. 2.3 hievor) ist die Ausrichtung der Rentenbetreffnisse indessen auf den 31. Oktober 2011 einzustellen.
Bei diesem Verfahrensausgang haben die Parteien die Gerichtskosten nach Massgabe ihres Unterliegens zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdef�hrer hat Anspruch auf eine reduzierte Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 14. September 2012 und die Verf�gung der IV-Stelle Schaffhausen vom 19. M�rz 2012 werden insoweit abge�ndert, als der Beschwerdef�hrer vom 1. November 2010 bis 31. Oktober 2011 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Von den Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdef�hrer Fr. 350.- und der Beschwerdegegnerin Fr. 150.- auferlegt.
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdef�hrer f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 840.- zu entsch�digen.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten und der Parteientsch�digung des vorangegangenen Verfahrens an das Obergericht des Kantons Schaffhausen zur�ckgewiesen.

References: Art. 4
 Art. 28
 Art. 88
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 88