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Timestamp: 2020-01-17 13:47:42+00:00

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OLG Jena, 22.08.2007 - 6 W 244/07 - dejure.org
https://dejure.org/2007,2573
OLG Jena, 22.08.2007 - 6 W 244/07 (https://dejure.org/2007,2573)
OLG Jena, Entscheidung vom 22.08.2007 - 6 W 244/07 (https://dejure.org/2007,2573)
OLG Jena, Entscheidung vom 22. August 2007 - 6 W 244/07 (https://dejure.org/2007,2573)
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Anwendbarkeit deutsche Rechts bzgl. einer englischen Limited; Auflösung der Limited für den Rechtsverkehr in deren Heimatland ; Abwicklung des Restvermögens im Interesse der Gesellschafter
Fortbestehen einer in England gelöschten Ltd. als Restgesellschaft zur Liquidation des in Deutschland belegenen Vermögens
EG Art. 43, 48; EGBGB Art. 43; EuGVVO Art. 60 Abs. 1; AktG § 273 Abs. 4; GmbHG § 66 Abs. 5
Fortbestehen einer in England gelöschten Limited als Restgesellschaft zur Liquidation des in Deutschland belegenen Vermögens
Art. 60 EuGVVO, 43 EGBGB, §§ 66 GmbHG, 273 AktG
Restgesellschaft in Liquidation für in Deutschland belegenes Vermögen einer gelöschten Ltd.
Fortbestand einer englischen Limited nach Löschung im Handelsregister Großbritannien
Gesellschaftsrecht, Handelsregister, Limited
Kalter Krieg in Europa - Die Rest-Limited auf dem Prüfstand des EuGH (RiAG Robin Melchior)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des OLG Jena vom 22.08.2007, Az.: 6 W 244/07 (Fortbestehen einer in England gelöschten Ltd. als Restgesellschaft zur Liquidation des in Deutschland belegenen Vermögens)" von Wiss. Mit. Dr. Jessica Schmidt, LL.M. (Nottingham), original ...
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des OLG Jena vom 22.8.2007, Az.: 6 W 244/07 (Löschung englische Limited - Fortbestehen als Rechtsgesellschaft zur Liquidation in Deutschland)" von Dr. Sebastian Mock, LL.M., original erschienen in: NZI 2008, 262 - 263.
AG Jena - 14 AR 285/07
LG Gera, 03.05.2007 - 1 HKT 24/07
ZIP 2007, 1709
DNotZ 2008, 298
NZI 2008, 260
BB 2007, 864
DB 2007, 2030
NZG 2007, 877
Eine im Inland entstandene Restgesellschaft ist grundsätzlich nach deutschem Recht zu beurteilen, insbesondere auch abzuwickeln und umzugründen (vgl. BGH, Beschluss vom 31. Oktober 1962 - II ARZ 2/61, WM 1963, 81, 83; Beschluss vom 1. Juni 1970 - II ZB 4/69, WM 1970, 983, 984; Urteil vom 30. September 1991 - II ZR 47/91, ZIP 1991, 1423; aA OLG Jena, ZIP 2007, 1709, 1711).
Zur Bewältigung von Abwicklungsmaßnahmen bei ursprünglich körperschaftlich strukturierten Gesellschaften ist die Bestellung eines Nachtragsliquidators sachgerecht (vgl. OLG Jena, ZIP 2007, 1709, 1711; J. Schmidt, ZIP 2008, 2400, 2401; Krömker/Otto, BB 2008, 964, 965; Leible/Lehmann, GmbHR 2007, 1095, 1098).
Dass die Beteiligte zu 1 in dem Zeitraum zwischen der Löschung und der Restoration als Restgesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland fortbestand, verneint das Beschwerdegericht rechtsfehlerfrei mit der Begründung, die Beteiligte zu 1 habe im Zeitpunkt der Löschung in der Bundesrepublik Deutschland kein Vermögen besessen (vgl. OLG Jena, OLGR 2007, 943 ff.; Krömker/Otte, BB 2008, 964 ff.; Schmidt, ZIP 2008, 2400 ff.; Mödl, RNotZ 2008, 1, 16).
Hieran ändert auch nichts, dass der "Vermögensanfall" bei der englischen Krone sich nicht auf im Ausland belegenes Vermögen erstreckt (so ausdrücklich das Thüringer OLG, Beschluss in GmbHR 2007, 1109, unter II.1.b;… vgl. hierzu zudem Cranshaw, jurisPR-HaGesR 1/2011 Anm. 4, unter C.4., sowie Möhlenbrock in Festschrift für Schaumburg, 2009, S. 913, 926 f.).
Auch wenn man davon ausgeht, dass sich die Rechtsfolgen nach britischem Recht ("Vermögensanfall bei der englischen Krone") nicht auf im Ausland belegenes Vermögen erstrecken (so Gerichtsbescheid des FG Münster vom 26. Juli 2011, 9 K 3871/10 K, EFG 2012, 533; Beschluss des Thüringer Oberlandesgericht vom 22. August 2007 6 W 244/07, NZG 2007, 877) und dies europarechtlich unbedenklich ist (vgl. Beschluss des EuGH vom 12. Januar 2012 C-497/08, Slg 2010, I-101-112), hat der Gesetzgeber bislang eine eigenständige Rechtsgrundlage zur (steuerrechtlichen) Vertretung einer gelöschten britischen Limited (oder anderer ausländischer Kapitalgesellschaften) nicht geschaffen.
Soweit die Finanzverwaltung im BMF-Schreiben vom 6. Januar 2014 (…IV C 2 - S 2701/10/10002, BStBl I 2014, 111, Rn. 6; zuvor bereits Verfügung der OFD Hannover vom 3. Juli 2009, DStR 2009, 1585; kritisch hierzu bereits Gerichtsbescheid des FG Münster vom 26. Juli 2011 9 K 3871/10 K, EFG 2012, 533) sowie Teile der zivilrechtlichen Rechtsprechung (so wohl Thüringer OLG vom 22. August 2007 6 W 244/07, NZI 2008, 260) hingegen eine grundsätzliche Vertretungsmacht durch die bisherigen Vertretungsorgane annehmen, überzeugt dies nicht, da eine Rechtsgrundlage nicht genannt wird und auch nicht ersichtlich ist.
Das Thüringer OLG hat im Beschluss vom 22. August 2007 (6 W 244/07, GmbHR 2007, 1109) hingegen ausgeführt, die Restgesellschaft werde ohne Weiteres von ihrem bisherigen Geschäftsführer vertreten.
Des Weiteren unterscheidet sich der vorliegende Fall auch grundlegend von dem Sachverhalt, welcher der Entscheidung des OLG Jena (ZIP 2007, 1709) zugrunde lag.
Zum Zwecke der Liquidation besteht die Limited im Hinblick auf ihr in Deutschland belegenes Vermögen fort (Oberlandesgericht - OLG - Jena, Beschluss vom 22.08.2007 6 W 244/07, BeckRS 2007, 14365, 1. und 2. amtl.
Auch für die Liquidation des deutschen Restvermögens sind nicht die bisherigen Directors, sondern nur noch vom Gericht in entsprechender Anwendung von § 66 Abs. 5 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung - GmbHG - zu bestellende Liquidatoren vertretungsbefugt (OLG Jena, Beschluss vom 22.08.2007 6 W 244/07, BeckRS 2007, 14365, 3. Ls.; FG Münster, Urteil vom 26.07.2011 9 K 3871/10 K, EFG 2012, 533, 4. Ls.).
Anders als das FA annimmt, besteht auch keine sog. Restgesellschaft mehr, für die die bisherige Geschäftsführerin/Liquidatorin handeln könnte (ohne dass ein Nachtragsliquidator bestellt werden müsste), da kein Vermögen in Deutschland zu verwerten ist (OLG Thüringen, Beschluss vom 22. August 2007 Az. 6 W 244/07 6 W 244/07, DB 2007, 2030; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 15. Mai 2010 I-24 U 160/09, 24 U 160/09, ZIP 2010, 1852).
Insbesondere ist es inländischen Gläubigern nicht zumutbar, ihre Ansprüche gegenüber der britischen Krone durchzusetzen (Thüringer Oberlandesgericht, ZIP 2007, 1709; OLG Nürnberg, NZG 2008, 76).

References: Art. 43
 Art. 43
 Art. 60
 § 273
 § 66

Art. 60
 EuGH 
 EuGH 
 § 66