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Timestamp: 2019-11-20 15:39:59+00:00

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Entlastungsleistungen und Behandlungspflege - Kurz erklärt | Serva Pflege Blog
Kurz erklärt: Entlastungsleistungen und Behandlungspflege
Berechnung der Geldleistung und der Sachleistung anhand von Beispielen
In dem Dschungel der Pflegeleistungen verliert man bekanntlich leicht die Orientierung. Inmitten des Dickichts haben Sie sich evtl. auch schon mal die folgende Frage gestellt:
„Wird mein Pflegegeld oder die Sachleistung der Pflegekasse eigentlich gekürzt, wenn ich Entlastungsleistungen für den Haushalt oder ergänzende Behandlungspflege erhalte?“
Die gute Nachricht vorab: Nein, Sie erhalten nach wie vor die vollen Geld- oder Sachleistungen von Ihrer Pflegekasse. Doch wieso ist das so, und warum lohnt es sich, zusätzlich Entlastung im Haushalt und medizinische Behandlungspflege zu erhalten?
In diesem Beitrag beantworten wir die o.g. Fragen einfach anhand von Rechenbeispielen.
1. Übersicht der Leistungen und wer sie bezahlt
Bevor wir uns den Rechenbeispielen widmen, ist es wichtig zu wissen, wer eigentlich die Kosten für Pflege übernimmt und in welchem Umfang. In der folgenden Tabelle sind deshalb die wichtigsten Kostenträger dargestellt:
Entlastungsbetrag Pflegekasse Bis zu 125,- EUR pro Monat § 45b SGB XI
Behandlungspflege Krankenkasse Wie vom Hausarzt verordnet § 37 SGB V
Sachleistung Pflegekasse Abhängig vom Pflegegrad § 36 SGB XI
Geldleistung Pflegekasse Abhängig vom Pflegegrad § 37 SGB XI
Leistungen gem. § 36 SGB XI Kunde Beliebig Auftrag d. Kunden
Für einen gesetzlich versicherten Pflegebedürftigen, der einen ambulanten Pflegedienst beauftragt, gibt es in der Regel drei Kostenträger:
der Pflegebedürftige selbst
Alle Leistungen, die der Pflegedienst erbringt, teilen sich auf diese auf.
Die Höhe der Geld- und Sachleistungen, die Ihre Pflegekasse je nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit erbringt, finden Sie in unserer Tabelle zu Pflegegraden und Geldleistungen.
2. Beispiele zum Entlastungsbetrag
Der Entlastungsbetrag kann für die körperbezogene Pflege, für Betreuungsmaßnahmen sowie für die Haushaltsführung verwendet werden.
Beispiel 1 – Herr Weber und die Haushaltshilfe
Herr Weber wurde vor zwei Monaten in den Pflegegrad 1 eingestuft. Er möchte nun seinen Entlastungsbetrag i.H.v. 125,- EUR pro Monat nutzen. Gerne würde er seine Nachbarin mit der Reinigung beauftragen – besonders die Fenster bereiten ihm Mühe. Auf Anfrage bei der Kasse erfährt Herr Weber, dass dies leider nicht möglich sei: Der Betrag steht nur für Leistungen von Pflegediensten oder anerkannten Einrichtungen zur Verfügung.
Folglich beauftragt er einen Pflegedienst mit der Reinigung der Fenster. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten bis zum Höchstbetrag der Entlastungsleistung von monatlich 125,- EUR.
Benötigt Herr Weber darüberhinaus noch Leistungen im Rahmen des Haushalts, kann er diese jederzeit bei dem Pflegedienst beauftragen, muss sie aber selbst bezahlten.
Beispiel 2 – Herr Müller und die Betreuung
Herr Müller verfügt über den Pflegegrad 2. Durch Angehörige hat er bisher die Pflege selbst organisiert und dafür das Pflegegeld i.H.v. 316,- EUR monatlich erhalten. Nun benötigt er bzw. seine Angehörigen jedoch Hilfe bei der Betreuung. Hierfür wird ein Pflegedienst beauftragt.
Fall 1: Die monatlichen Kosten belaufen sich auf 125,- EUR oder weniger. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten bis zum Höchstbetrag von 125,- EUR ohne Kürzung des Pflegegeldes.
Fall 2: Die Kosten sind höher als 125,- EUR. Die über 125.- EUR hinausgehenden Kosten kann Herr Müller entweder privat bezahlen oder über die sogenannte Kombinationsleistung abrechnen lassen. Kombinationsleistung bedeutet, dass der Pflegedienst die höheren Kosten mit der Kasse abrechnet und dass das Herrn Müller ausgezahlte Pflegegeld entsprechend gekürzt wird.
Entlastungsbetrag — Das Wichtigste in Kürze:
Der Betrag i.H.v. 125,- pro Monat wird ab Pflegegrad 1 gewährt
Er kann grundsätzlich für Betreuungsmaßnahmen sowie für die Haushaltsführung verwendet werden
Bei Pflegegrad 1 können zudem körperbezogene Pflegemaßnahmen beauftragt werden
Er steht zusätzlich zu dem Pflegegeld bzw. der Sachleistung zur Verfügung
Der Entlastungsbetrag kann unter Umständen den Eigenanteil des Kunden verringern
Serva-Tipp: Nutzen Sie Ihren Entlastungsbetrag – in den meisten Fällen kann dieser sinnvoll mit anderen Leistungen des ambulanten Pflegedienstes kombiniert werden. Unter Umständen wirkt sich dies positiv auf Ihre Geldleistung oder Sachleistung aus.
Weiteres zum Thema Entlastungsbetrag finden Sie auch in unserem Artikel
Kurz erklärt: Der Entlastungsbetrag für Haushaltshilfen und Betreuung
3. Beispiele zur Behandlungspflege
Unter Behandlungspflege versteht man medizinische Behandlungen im häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen.
Beispiel 3 – Herr Huber und die Kompressionsstrümpfe
Herr Huber hat zwar keinen Pflegegrad, aber dafür leider Thrombosen. Sein Hausarzt hat deswegen das Tragen von Kompressionsstrümpfen verordnet. Da ihm das allmorgendliche Anziehen der Strümpfe schwerfällt, beauftragt Herr Huber hierfür einen Pflegedienst. Bis auf eine geringe Gebühr werden die Kosten dieser Behandlungspflege komplett von der Krankenkasse übernommen.
Beispiel 4 – Herr Meier und die Medikamente
Herr Meier hat den Pflegegrad 3 und wird von seinem Pflegedienst einmal täglich für pflegerische Leistungen angefahren. Die restliche Versorgung übernehmen seine Angehörigen. Nun verordnet der Hausarzt Leistungen der Behandlungspflege in Form einer Medikamentenabgabe. Diese sollen ebenfalls einmal am Tag gereicht werden. Die Krankenkasse übernimmt hierfür die Kosten. Der Pflegebedürftige benötigt von seinem Pflegedienst zunächst ein neues Angebot.
Fall 1: Die Kosten für die pflegerischen Leistungen (SGB XI) belaufen sich auf 1.298,- EUR oder mehr (der Höchstbetrag des Pflegesachleistungsbudgets bei Pflegegrad 3 beträgt bekanntlich 1.298,- EUR). Die Kosten für die Anfahrt werden nun anteilig von der Krankenkasse getragen. Gegebenenfalls verringert sich dadurch der Eigenanteil.
Fall 2: Die Kosten für die pflegerischen Leistungen (SGB XI) sind geringer als 1.298,- EUR. Die Kosten für die Anfahrt werden nun anteilig von der Krankenkasse getragen. Deswegen wird weniger Sachleistung benötigt und das Pflegegeld erhöht sich anteilig.
Behandlungspflege — Das Wichtigste in Kürze:
Leistungen der Behandlungspflege umfassen medizinische Behandlungen im häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen, z.B. Abgabe von Medikamenten, An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen, Insulingabe, etc.
Behandlungspflege muss von dem Hausarzt des Pflegebedürftigen verordnet werden
Die Krankenkasse trägt die Kosten für die verordneten Leistungen
Erhält ein Pflegebedürftiger bereits Leistungen (gem. § 36 SGB XI oder §45b SGB XI), erhöht sich unter Umständen das anteilige Pflegegeld
Serva-Tipp: Sprechen Sie Leistungen der Behandlungspflege gleich zu Beginn mit Ihrem Pflegedienst ab. Dies erleichtert nicht nur die Erstellung der Patientendokumentation und der zugehörigen Angebote, sondern spart unter Umständen bares Geld. » Beispiele Behandlungspflege
Sie haben noch Fragen zum Entlastungsbetrag oder benötigen medizinische Leistungen im Rahmen der Behandlungspflege?
Als ambulanter Pflegedienst im Raum Cham, Viechtach, Bad Kötzting und Umgebung sind wir gerne für Sie da.
Beitrag veröffentlicht am: 11. 09. 2019
Erstellt von: Serva Pflegeservice
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