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Timestamp: 2020-01-19 12:50:17+00:00

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Kap. 9.3.2.2: Hinweise zum Dispositionsjahr: Vor- und Nachteile — 82 Kommentare
J sagte am 9.Sep.2019 um 22:44 :
Bringt das Dispositionsjahr nicht auch einen Vorteil beim ALG1 für alle die über der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) RV verdienen?
Bei der Berechnung des ALG1 wird das anrechenbare Einkommen ja bei der BBG RV gekappt. Allerdings steigt die BBG RV üblicherweise auch jedes Jahr an, sodass nach einem vollständigen Dispositionsjahr auch mehr ALG1 herauskommen müsste.
Ist dem so, oder wird stattdessen die BBG RV aus dem Jahr der Arbeitsaufgabe angesetzt?
Holger sagte am 10.Sep.2019 um 08:28 :
das Dispojahr bringt leider keinen Vorteil bei der Alg1-Höhe. Es berechnet sich auf Basis des geringeren gekappten Höchstbetrages des Bruttoverdienstes aus dem Vorjahr, d.h. der aktuelle Höchstbetrag beim Alg1 ist mit Dispojahr nicht zu erreichen, aber ohne Dispojahr hätte es den ja auch nicht gegeben.
Privatier sagte am 10.Sep.2019 um 10:19 :
Auch wenn Holger hier schon die richtige Antwort gegeben hat, möchte ich das noch ein bisschen präzisieren:
Die Höhe des ALG-Anspruches richtet sich immer nur nach den eigenen Beitragszahlungen und hat daher mit der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) nur indirekt etwas zu tun.
Entscheidend für die Höhe des ALG ist das beitragspflichtige Einkommen der letzten 12 Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit (innerhalb von 2 Jahren).
J sagte am 10.Sep.2019 um 12:42 :
Schade – wäre nett gewesen 🙂
Wie ermittelt die Agentur für Arbeit eigentlich das relevante Bemessungsentgelt? Theoretisch würde es ja reichen, die von ihr erhaltenen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (2,5%) mit 40 zu multiplizieren. Damit wäre ja – wie von Euch geschrieben – automatisch die BBG RV des jeweils relevanten Jahres mit berücksichtigt.
Privatier sagte am 10.Sep.2019 um 18:47 :
Bestandteil eines jeden (vollständigen) ALG-Antrages ist eine Verdienstbescheinigung des/der letzten AG über die in Frage kommenden Zeiten. Hier bescheinigt der/die AG die beitragsrelevanten Zahlungen.
Udo sagte am 1.Okt.2019 um 19:45 :
Hallo Privatier und Mitleser,
Vielen Dank Privatier für die hervorragenden Infos zu diesen komplexen Themen.
Mal schauen ob ich das in Summe richtig verstanden habe.
-> Durch ein Dispojahr verringert sich automatisch die Anspruchsdauer des ALG – um 6 Monate- da von der Beschäftigungsdauer 12 Monate abgezogen werden.
>> Das wäre dann auch den Risiken/Nachteilen des Dispojahres zuzurechnen(!)
-> Bei einem Aufhebungsvertrag und Beantragung von ALG1 innerhalb eines Jahres entsteht eine Sperre von 3 Monaten.
-> Ergebnis:
Von der Abfindung werden also „immer“ mindestens 3 Monate der Anspruchsdauer abgezogen. Entweder in Form der Sperre oder als Kürzung des Anspruchs beim Dispojahr (sogar 6 Monate).
Reduzierung der Sperre wegen besonderen Gründen.
Durch erreichen der nächst höheren Altersgrenze im Dispojahr können 3 Monate davon kompensiert werden.
-> Vorsicht: das heißt für alle unter 50-jährigen, beim Dispojahr bleibt lediglich ein Anspruch von 6 Monaten ALG1-Bezug übrig
Da wird die persönliche Sicht relevant was besser passt. Eine Abfindung mit: „einem Jahr Auszeit“ (mit evtl. KV-Beiträgen -evtl. erhöht-) und 6 Monaten möglicher ALG1-Bezug,
oder mit 9 Monaten möglichem ALG1-Bezug (außer bei besonderen Gründen, dort 12 Monate).
Dauer der Beschäftigung Anspruch auf Arbeitslosengeld
12 Monate 6 Monate (180 Tage)
16 Monate 8 Monate (240 Tage)
20 Monate 10 Monate (300 Tage)
24 Monate 12 Monate (360 Tage)
30 Monate n.V. 50. Lj	15 Monate (450 Tage)
36 Monate n.V. 55. Lj	18 Monate (540 Tage)
48 Monate n.V. 58. Lj	24 Monate (720 Tage)
https://dejure.org/gesetze/SGB_III/147.html § 147 SGB III
Die Zusammenfassung des Themas Anspruch finde ich ungemein praktischPrivatier sagte am 11.Sep.2018 um 10:41
eSchorsch sagte am 1.Okt.2019 um 20:35 :
Du hast das falsch verstanden, bitte nochmal genauer lesen!
Ein korrekt durchgeführtes Dispojahr führt dazu, dass keine Sperr- und Ruhezeiten (wegen Arbeitsaufgabe / Abfindungsvertrag) verhängt werden. Es findet keine Anspruchsreduzierung wegen dem Dispojahr statt.
Udo sagte am 1.Okt.2019 um 22:15 :
Ahhh, Danke. Stolperstein gefunden 🙂
Ich habe fälschlicherweise für die Anspruchsdauer eine Rahmenfrist von lediglich 2 Jahren angenommen.
1. bei der Anwartschaftszeit beträgt die Rahmenfrist 2 Jahre
2. bei der Anspruchsdauer beträgt die Rahmenfrist 5 Jahre (Es werden 3 Jahre addiert. Behördendeutsch: „innerhalb der um drei Jahre erweiterten Rahmenfrist“)
Durch die Erweiterung kommen dann die weiteren Monate mit Beiträgen zur AV hinzu.
Danke und VG. So wird ein Schuh draus 🙂
J sagte am 1.Okt.2019 um 21:06 :
Selbst im Extremfall (Anspruch auf 24 Monate ALG nach 48 Monaten Versicherungspflicht) blieben doch auch nach einem Dispojahr (12 Monate) die vollen 48 Monate „innerhalb der um drei Jahre erweiterten Rahmenfrist“ (60 Monate) (§147 SGB III Abs 1, Satz 1).
Warum sollte da also was gekürzt werden?
H.L. sagte am 24.Nov.2019 um 13:20 :
Meine Frage ist, wieviel darf ich im Dispositionsjahr hinzuverdienen. Habe Informationen, dass es 450€ sein dürfen?? Oder nur 165€, wie auch während der AL1 Zeit??
J sagte am 24.Nov.2019 um 15:11 :
So lange Du nicht versicherungspflichtig in der AL-Versicherung wirst, kannst Du meines Erachtens so viel verdienen wie Du willst ohne die Höhe Deines AL-Anspruchs zu gefährden.
Also versicherungsfreie, selbständige Tätigeit, Kapitalerträge und Co.: unbegrenzt
Abhängige Beschäftigung: 450€ (Minijob-Grenze)
Kannst Du im SGB III in den §§ 150,151 nachlesen. Dort ist immer die Rede von *versicherungspflichtigen Zeiten* und *beitragspflichtigem Arbeitsentgelt*.
Privatier sagte am 24.Nov.2019 um 16:22 :
In der Kurzfassung hat „J“ das schon richtig beantwortet. Etwas mehr Hintergrund und weitere Überlegungen zu versicherungspflichtigen Beschäftigungen gibt es dazu in meinen Beitragen „Arbeitslosengeld nach Zwischenbeschäftigung“ (Teil1/2).
Das Fazit daraus: Ein Mini-Job ist kein Problem. Es kann aber auch mehr sein, wenn man gewisse Regeln beachtet.
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 00:23 :
Erstmal ein großes Lob für alle, die diesen Blog mit Inhalt füllen. Die komplexen Themen werden sehr gut darstellt und sind äusserst hilfreich. Ich würde mich ohne diese Informationen einzig vom Knowhow eines Steuerberaters oder Anwalts abhängig machen. Das Buch war mich ebenfalls sehr nützlich.
Da bei mir in Kürze das typische Szenario ansteht (Einmalige Abfindung, Dispositionsjahr), möchte ich kurz meine Situation schildern und bitte um Feedback, ob und was ich hier besser gestalten kann. Die Konsequenzen von Fehlern sind potentiell drastisch. Deswegen bitte ich euch um Hilfe. Ich werde dann später über Erfolg/Misserfolg berichten. Das hilft dann hoffentlich allen hier.
Ich habe am 31.5.2020 meinen letzten Arbeitstag. Ich bin seit dem 15.1.2008 in der gleichen Firma ohne Unterbrechung angestellt. Ich habe dabei einen Aufhebungsvertrag unterschrieben, der mir eine vernünftige Abfindungszahlung einbringt (gut, aber nicht überragend). Die Abfindung wird auf meinen Wunsch hin in einer Einmalzahlung im Januar 2021 ausbezahlt. Der Anlass dafür ist natürlich die Fünftelregelung.
Ich möchte also im Jahr 2021 kein weiteres Einkommen (auch kein ALG I) erzielen und PKV-Beiträge vorauszahlen sowie in eine Rürup oder gesetzliche RV einzahlen um die EkSt in diesem Jahr gegen Null zu drücken.
Klar ist, dass ich freiwillig gehe. Es droht keine Kündigung, sondern es lediglich ein Betriebsübergang zu einer anderen Firma fest. Wichtig ist vielleicht noch, dass ich privat krankenversichert bin.
Ich werde im Mai 2020 57 Jahre alt und suche für mich einen Weg, nicht mehr als Angestellter arbeiten zu müssen.
Die Betonung liegt auf „müssen“. Ganz ohne Arbeit wird es vermutlich nicht gehen…
Mein bisheriger Plan (basierend auf dem Dispositionsjahr) sieht wie folgt aus (bin mir aber nicht 100%ig sicher, ob das so geht):
P1) 15.01.2008 Erster Arbeitstag
P2) 31.05.2020 Letzter Arbeitstag (ich bin dann 57 Jahre alt)
P3) 01.01.2021 Auszahlung Abfindung mit Fünftelregelung
P4) 24.05.2021 Meldung Arbeitslosigkeit (kein ALG I Antrag) zum 1.6.2021 beim Arbeitsamt (spätestens aber am 1.6.2021)
P5) 01.06.2021 Anfang Dispositionsjahr
P6) 31.05.2022 Ende Dispositionsjahr (Dauer 12 Monate, nun bin ich 58 Jahre alt)
P7) 01.06.2022 Antrag auf und Bezug von ALG I (mit 58) sowie Zuschuss KV/PV vom Arbeitsamt (24 Monate)
P8) 30.05.2024 Ende ALG I und Zuschuss KV/PV
Q1) Ist der Plan korrekt und lässt sich da noch etwas optimieren?
Q2) Ist P) eine Woche früher kein Problem solange man darauf achtet, dass man sich zum 1.6.2021 arbeitslos meldet?
Q3) Kann man P7 um eine Woche vorverlegen und trotzdem zum 1.6.2022 beantragen? Ich fürchte nein.
Q4) Kann man P7) um z.B. eine Woche nach hinten schieben? Ich glaube ja, da nur 12 von 18 Monaten verbraucht wurden.
Q4) Das Dispositionsjahr lässt sich auf 18 Monate ausdehnen (Rahmenfrist 30 Monate – 12 Monate Beschäftigung am Anfang der Rahmenfrist = 18 Monate) und damit ALG um weitere 6 Monate nach hinten verschieben. Das ist nur eine zusätzliche Möglichkeit, deren Vor-/Nachteile ich im Moment nicht bewerten kann. Könnte das aus irgendeinem Grund sinnvoll sein?
Ich hoffe, mein Fall ist nicht zu spezifisch sondern beispielhaft für viele. Falls nicht, verstehe ich völlig, dass eine individuelle Beratung den Blog sprengt. Ich hoffe trotzdem auf hilfreiche Kommentare.
J sagte am 13.Jan.2020 um 05:16 :
Warum alterst Du zwischen 2020 (P2) und 2022 (P6) nur um ein Jahr? Als Privatier altert man vermutlich wirklich langsamer 😉
Dein Dispositionsjahr startet unmittelbar nach Deinem letzten Arbeitstag, also am 01.06.2020!
Entsprechend kannst Du in der Zeit von Juni-November 2021 (erweiterte Rahmenfrist) ALG I beantragen ohne die 3-Monatige Sperre zu bekommen.
Wichtig wäre darauf zu achten, dass (zumindest in der GKV) mit ALG1-Bezug eine Versicherungspflicht in der KV entsteht und die Krankenkasse die Vorauszahlung wieder zurück überweisen wird. Du solltest also sicher gehen dass Du wirklich erst in 2022 ALG1 beziehst um Dir die Fünftelregelung in 2021 nicht kaputt zu machen.
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 00:28 :
Es sollte am Ende heissen:
Q2) Ist P4 eine Woche früher kein Problem solange man darauf achtet, dass man sich zum 1.6.2021 arbeitslos meldet?
ratatosk sagte am 13.Jan.2020 um 07:32 :
Zu Q4):
https://der-privatier.com/kap-9-3-2-2-hinweise-zum-dispositionsjahr-vor-und-nachteile/#comment-19001
Bei 18m Dispo-Zeit bist Du zwar 58, kommst aber nicht auf 48m Beschäftigung in der „um 30m erweiterten Rahmenfrist“…
=> max. 18m Alg1 !!!
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 11:54 :
Asche über mein Haupt – ich habe offensichtlich das Dispositionsjahr nicht genau verstanden.
Das mit dem langsameren Altern wäre eigentlich nicht schlecht 🙂
Nachdem ich eure Kommentare gelesen habe, würde es nach meinem Verständnis wie folgt ablaufen:
P3) 01.06.2020 Anfang Dispositionsjahr
P4) 24.05.2021 Meldung Arbeitslosigkeit (kein ALG I Antrag, nicht arbeitssuchend) zum 1.6.2021 beim Arbeitsamt
P5) 23.11.2021 Beantragung ALG I und Befreiung von gesetzlicher KV ab dem 1.1.2022
P6) 30.11.2021 Ende Dispositionsjahr (Dauer 18 Monate, nun bin ich 58 Jahre alt)
P7) 01.01.2022 Bezug von ALG I sowie Zuschuss KV/PV vom Arbeitsamt (18 Monate)
P8) 31.12.2023 Ende ALG I und Zuschuss KV/PV
Nicht 100%ig klar ist mir:
Q1) Kann ich P4 eine Woche vor dem 1.6.2021 starten, ohne mir Nachteile einzuhandeln?
Q2) Ist P4 überhaupt notwendig oder kann ich das alles in P5 starten (Arbeitslosenmeldung, ALG I und Befreiung gesetzliche Rente beantragen)?
Q3) Kann man bei der Beantragung von ALG I am 23.11.2021 das Startdatum 1.1.2022 für ALG I vorgeben? In 2021 will ich kein Einkommen wegen Fünftelregelung.
Q4) Zu welchen Zeiten gelte ich als arbeitssuchend? Ich nehme an, direkt nach dem Dispositionsjahr, also ab dem 1.12.2022?!
Q4) Dieser Ablauf beinhaltet ein Dispositionsjahr von 18 Monaten, was wohl eine Kürzung des ALG I um 3 Monate bedeutet. Wenn ich das Dispositionsjahr auf 12 Monate auslege (Ende: 31.5.2021): kann ich die Auszahlung des ALG I trotzdem auf den 1.1.2022 legen? Das wäre dann sicher die beste Variante.
Privatier sagte am 13.Jan.2020 um 13:03 :
Ist aus meiner Sicht immer noch etwas konfus…
Denn was soll z.B. genau bei P4 passieren? Entweder erfolgt die Arbeitslosmeldung zum 1.6.2021 oder zum 1.1.2022. Bei letzterem Datum macht P4 keinen Sinn!
Andererseits: Warum soll denn auf 6 Monate ALG verzichtet werden bei voller Nutzung der Rahmenfrist? Das ergibt doch keinen Sinn?!
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 13:44 :
Das liegt an meinem Halbwissen. Ich versuche alles genau zu lesen und zu verstehen, aber es bleiben immer ein paar offene Punkte und dann geht es los mit Annahmen und Interpretationen die nicht korrekt sind. Ich starte noch mal eine Überarbeitung aber auch hier bin ich mir nicht ganz sicher ob und wann ich etwas beim Arbeitsamt beantragen muss.
P4) 01.01.2021 Auszahlung Abfindung mit Fünftelregelung
P5) 24.05.2021 Meldung Arbeitslosigkeit (kein ALG I Antrag, nicht arbeitssuchend) zum 1.6.2021
P6) 31.05.2021 Ende Dispositionsjahr (Dauer 12 Monate, nun bin ich 58 Jahre alt)
P7) 01.01.2022 Beantragung ALG I und Befreiung von gesetzlicher KV ab dem 1.1.2022
P8) 01.01.2022 Bezug von ALG I sowie Zuschuss KV/PV vom Arbeitsamt (24 Monate)
P9) 31.12.2023 Ende ALG I und Zuschuss KV/PV
P1 bis P6 ist glaube ich jetzt korrekt, P5 eine Woche früher ist denke ich auch ok solange der 1.6.2021 das eingetragene Datum beim Arbeitsamt ist.
P7: hier ist mir nicht klar ob ich solange warten kann oder vielleicht sogar muss um ALG I erst in 2022 zu erhalten. Antrag auf ALG I ist gleichbedeutend auch eine Statusänderung auf arbeitssuchend? Ebenso ist mir nicht klar, ob ich den Antrag auf Befreiung von gesetzlicher KV früher stellen muss.
eSchorsch sagte am 13.Jan.2020 um 13:45 :
Du wirst im Mai 2021 58 Jahre alt.
Also melde dich im Mai 2021 arbeitlos zum 1.6.2021. Arbeitslos melden meint einen Antrag auf ALG1 stellen. Vorherrige Arbeitssuchendmeldung ist nicht notwendig. Da du am 1.6.21 bereits 58 Jahr alt bist, wirst du einen Bescheid über 24 Monate ALG1 erhalten. Du meldest dich Anfang Juni wieder ab (sobald der Bescheid da ist). So beziehst du nur wenige Tage ALG1, die bezüglich der Steuer relativ unkritsch sind.
Die restlichen 23,x Monate ALG1 beanspruchst du ab 2022 (Neuer Antrag, alter Anspruch).
Zum Nachlesen, das ist eine Kombi von zwei Strategien: Dispojahr und Anmelden und Abmelden. Beide Punkte sind auf jeder Seite oben bei den bliebten Beiträgen aufgelistet.
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 14:09 :
Ich bin echt froh über die eure Hilfe. Für mich sieht das jetzt so aus:
P5) 03.05.2021 Beantragung ALG I und Befreiung von gesetzlicher KV zum 1.6.2021
P7) xx.xx.2021 Warten auf ALG I Bescheid, Bezug von ALG I (wenige Tage=0,x Monate)
P8) xx.xx.2021 Nach Erhalt des Bescheids sofortige Abmeldung der Arbeitslosigkeit und damit kein ALG I mehr
P9) 01.01.2022 Beantragung ALG I und Befreiung von gesetzlicher KV zum 1.1.2022
P10) 01.01.2022 Bezug von ALG I sowie Zuschuss KV/PV vom Arbeitsamt (23,x Monate)
P11) 30.11.2023 Ende ALG I und Zuschuss KV/PV
Ich hoffe, dass dieses Verfahren jetzt korrekt ist. Damit wären alle Ziele erfüllt. Nach Murphies Law ist wahrscheinlich immer noch irgendein Fehler drin…
Zeitkritisch ist dann glaube ich nur der 1.6.2021. Den darf ich meines Wissens auf keinen Fall verpassen, daher mache ich das auch eine Woche früher. Oder mache ich mir hier überflüssige Sorgen? Was wenn ich beim Arbeitsamt keinen Termin bekomme? Könnte damit nicht alles kippen oder geht das notfalls auch online? Ich kann ja versuchen den angestrebten Termin am 3.5.2021 schon Monate vorher zu vereinbaren?!
Dann muss ich sicher noch hoffen, dass mich das Arbeitsamt während des ALG I Bezugs in Ruhe lässt. Ich habe nicht vor eine Stelle anzunehmen. Dann schon eher freiberuflich aber ob sich das Arbeitsamt damit zufrieden gibt und weiterhin brav ALG I zahlt solange ich keine Einnahmen erziele?
Greenhorn sagte am 13.Jan.2020 um 15:33 :
bezüglich des 01.06.2021 machst du dir aus meiner Sicht unnötig Gedanken. Seit dem 01.01.2020 ist die Rahmenfrist nach § 143 Abs. 1 SGB III von zwei Jahren auf 30 Monate erweitert worden. Innerhalb dieser Rahmenfrist musst du gem. § 142 Abs. 1 Satz 1 mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden haben. Und das sollte doch der Fall sein, wenn du am 31.05.2020 deinen letzten Arbeitstag haben wirst und dich zum 01.06.2020 Arbeitslos (Antrag auf ALG 1) meldest.
J sagte am 13.Jan.2020 um 16:14 :
Der 01.06.2021 ist sehr wohl wichtig! Er braucht als 58-Jähriger 48 Monate Beitragszeit innerhalb der letzten 60 Monate (5 Jahre) wenn er volle 24 Monate ALG1-Anspruch erhalten möchte. Nach dem 01.06.2021 wäre das nicht mehr erreichbar!
eSchorsch sagte am 13.Jan.2020 um 16:13 :
Ja, der 1.6.21 ist etwas kritisch. Zwar wurde die Rahmenfrist auf 30 Monate verlängert, aber für 24 Monate ALG benötigt man weiterhin 48 Monate Beschäftigung in den letzten 5 Jahren. Meldest Du dich nach mehr als 12 Monaten „Dispojahr“ arbeitslos, springen nur noch 18 Monate ALG1 heraus.
Kritisch ist jetzt nicht, ob Du am 23.5 oder am 31.05 beim Arbeitsamt auf der Matte stehst (es sollte nur spätestens der 01.06 sein), sondern dass Du ab 01.06 erstmal arbeitsfähig bist. Also nicht mit einem gebrochenen Beim im Krankenhaus liegst oder bei einer Kur den Herzkasper vergessen möchtest.
Den Antrag kriegt man beim Ersttermin entweder auf totem Baum mit nach Hause, oder man stellt ihn online (was das AA bevorzugt).
Zum in Ruhe lassen: rechne mit dem Schlimmsten und hoffe auf das Beste. Ganz in Ruhe gelassen werden die wenigsten, aber wenn klar ist wohin die Reise geht, dann wird man dich wahrscheinlich auch nicht mit Vermittlungsvorschlägen zuwerfen.
J sagte am 13.Jan.2020 um 15:46 :
Hier hatte mal jemand ein PDF mit seiner vom der Agentur bestätigten Protokollnotiz eingestellt.
Darin war unter anderem zu lesen: Herrn R ist bekannt […] dass er sich bereits bis zu 3 Monate vorher zum 01.01.2015 arbeitslos melden kann.
Wenn Du Murphy ausschließen willst, könntest Du ja demnächst mal zum AA gehen und Dir das auch bestätigen lassen.
Dann gehst Du im März 2021 gemütlich hin und beantragst ALG1 für den 01.06.2021
Auf den Bescheid musst Du übrigens nicht warten.
Die Grundlage hierfür ist §137 (2) SGB III: „Bis zur Entscheidung über den Anspruch kann die antragstellende Person bestimmen, dass der Anspruch nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt entstehen soll.“
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 16:14 :
Das werde ich alles beherzigen. Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich jetzt bin, einen vernünftigen Plan zu haben 🙂
Gibt es eine Möglichkeit, das erwähnte PDF einfach zu finden? Vielleicht stehen da weitere hilfreiche Punkte drin.
Ich kenne die Perspektive eines Arbeitsagenturmitarbeiters (AA-MA) nicht. Ist es zielführend, den Plan genau wie hier aufgeführt, mit dem AA-MA zu besprechen oder sollte man evtl. nur Teile des Plans aufdecken? Ich war noch nie arbeitslos und bin in dieser Hinsicht völlig unvorbereitet und kenne die Strategie eines AA-MA nicht.
Wenn ich auf den Bescheid nicht warten muss, kann ich mich ja eigentlich direkt wieder abmelden und damit die erste ALG I Zahlung vermeiden!? Das rettet zwar nicht die Welt, aber wenn es so einfach ist zu optimieren. sollte man das einfach machen.
eSchorsch sagte am 13.Jan.2020 um 16:40 :
An der Kritikalität des Termins 1.6.21 ändert auch ein Gespräche samt bestätigtem Gesprächsprotokolls nichts. Das Dispojahr vorab mit dem Arbeitsamt zu besprechen bringt dir vielleicht ein besseres Sicherheitsgefühl, ich persönlich sehe aber wenig „harten“ Nutzen.
Zum vorher wieder abmelden. Das ist Geschmackssache, mir wäre lieber ich sehe erst was im Bescheid steht, bevor ich mich wieder abmelde. Wenn etwas mit dem Bescheid nicht stimmt und geändert werden muß, dann bin ich lieber noch guter Kunde bei dem Verein, als Nichtkunde.
Inwiefern man sich ein paar Tage rückwirkend abmelden kann, weiß ich nicht. Könnte aber funktionieren.
eSchorsch sagte am 13.Jan.2020 um 16:42 :
Vergessen, ich habe vor meinem Dispojahr dem Arbeitsamt einen Brief geschrieben und meinen Plan (Dispojahr) dargelegt. Ich habe nie eine Reaktion darauf erhalten und mich folglich dann „einfach so“ nach dem Dispojahr arbeitslos gemeldet.
eSchorsch sagte am 13.Jan.2020 um 16:51 :
vergessen … Welt retten …
Bevor Du dir den Kopf wegen einer Woche ALG1 machst, frage lieber bei der Krankenkasse nach, ob sie im Jahr der Abfindung eine Vorauszahlung für 2,5 Jahre annehmen und bis nach dem ALG1 stehen lassen.
Als Selbstzahler kann man das von der Steuer absezten.
Privatier sagte am 13.Jan.2020 um 19:51 :
Die PDF-Datei mit einem Vorschlag für eine Protokoll gibt es in einem Gastbeitrag zum Dispojahr: https://der-privatier.com/gastbeitrag-erfahrungen-mit-dem-dispojahr/
Zur Terminfrage noch zwei Anmerkungen:
* Für eine Arbeitlosmeldung muss man sich keinen Termin geben lassen. Einfach hingehen und in die Schlange stellen. 😉
* Eine Arbeitslosmeldung kann bis zu 3 Monate vor ihrem Beginn erfolgen. Steht schon im Gesetz: §141 SGB III.
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 17:05 :
Ich habe meine PKV bereits gefragt und die (telefonische) Aussage bekommen, dass ich 3 Jahre im Voraus einzahlen kann (zusätzlich zu den ohnehin anfallenden Beiträgen im laufenden Jahr). Die Basisabsicherung liegt bei meinem Tarif bei ca. 82%, damit kann einen relativ hohen Betrag einzahlen und fast alles wirkt steuermindernd. Das werde ich natürlich machen aber ich überlege mir zusätzlich, ob und vor allem wann ich in einen anderen Tarif wechseln soll.
Mein derzeitiger Tarif kostet insgesamt 630 € – der Tarif für die zukünftigen Jahre kostet derzeit ca. 370 €. Wenn ich den Tarif in diesem Jahr umstelle, habe ich natürlich erheblich weniger Vorauszahlung und damit weniger Steuerersparnis.
Ist es zu optimistisch im Januar 2021 (da bekomme ich die Abfindung) direkt die Verauszahlung zu leisten und einen Monat später auf den günstigeren Tarif umzustellen? Ich frage natürlich erstmal was meine PKV dazu sagt und ob sie die Vorauszahlung einfach liegen lässt. Das wäre wohl die optimale Variante. Falls sie das Geld teilweise zurückzahlt, habe ich wohl erheblich weniger Steuerersparnis auf meiner Abfindungssumme.
Det sagte am 13.Jan.2020 um 18:56 :
Steht alles unter Vorauszahlung KV Beiträge .
M.M.n. folgende Fehler :
A) PKV ( Habe ich selber ) kann man ggf. mehr vorauszahlen , macht aber
nur für 2,5 Jahre = 30 Monate ( plus dem laufenden Jahr ) beim FA SINN .
B) Gilt auch nur für die “ Basis-Beiträge “ = Individuell nachzuschauen
in deinen Belegen . Wenn 82% = Super , bei mir eher 65% = Viel Luxus dabei .
Eine Teilung in Luxus und Basis , gibt meine PKV nicht her , LEIDER .
Wäre aber ansonsten auch NETT für die Vorauszahlung .
C) Wann sollte man da wechseln ??? M.M.n. NACH der Abrechnung mit FA .
( Allerdings ist ja auch nicht ALLES vom Steuerstatus abhängig , machmal
mag man ja auch schon gerne EHER auf Luxus verzichten , oder auch nicht ??? )
Aber Vorsicht = Rückerstattungen ??? = Zuflussprinzip im VAJ .
Von ALG habe ich keine Ahnung ( In meinen Leben noch nicht mit zu tun gehabt )
aber kann sich ja auch noch mal ändern .
Privatier sagte am 13.Jan.2020 um 19:56 :
Das Problem mit einem Tarifwechsel ist ein anderes:
Die maximale Höhe der steuerlichen wirksamen Vorauszahlung bemisst sich an der Beitragshöhe, die der Versicherte im Veranlagungsjahr zu zahlen hat. Senkt man also seine Beitragspflicht, senkt man auch die steuerliche Grenze.
Und noch ein weiterer Punkt: Es ist keinesfalls ein Gesetz, dass Krankenversicherungen zu viel gezahlte Beiträge umgehend zurück überweisen (wenn z.B. Arbeitslosigkeit eintritt). Es gibt auch Krankenkassen, die ein Guthabenkonto führen und Beiträge nach Bedarf abbuchen. Vorher klären!
J sagte am 13.Jan.2020 um 17:20 :
Wird man als PKVersicherter nicht versicherungspflichtig während des ALG1-Bezuges?
Als GKVersicherter wäre das jedenfalls der Fall und man würde die Vorauszahlung von der KV zurückbekommen, da man ja nicht mehr freiwillig versichert ist und somit auch kein Anrecht auf Vorauszahlung mehr hat.
Würde für Dich bedeuten dass die Vorauszahlung optimal im Dezember 2021 wäre weil:
-maximal wirksamer Betrag (Normale Beiträge 2021 + Vorauszahlung 2,5 Jahre)
-keine Gefahr falls Du im Juni kurzfristig doch ALG1 erhalten und dadurch versicherungspflichtig werden solltest.
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 17:44 :
Auch wenn ich noch nicht alles 100% durchdrungen habe, hier sind die Informationen zum Them PKV:
Greenhorn sagte am 13.Jan.2020 um 17:26 :
auch ich möchte die Gelegenheit nutzen, um für diesen hervorragenden Block Dank zu sagen. Habe hier für meine eigene Ruhestandsplanung sehr viel Anregungen, Ideen und Strategien erhalten, so dass ich diese immer mehr verfeinern kann, bevor ich sie dann letztlich in die Tat umsetzen kann. Das ist eine spannende Reise und ich liebe es, wenn ein Plan am Ende des Tages funktioniert.
Ich möchte ganz kurz schildern was ich vorhabe und bitte um Kommentierung und Verbesserungsvorschläge. Vielleicht sehe ich aber auch mit meiner Vorgehensweise inzwischen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
Mein Geschäftsführerdienstvertrag läuft zum 31.12.2020 ganz regulär aus. Ich beabsichtige nicht diesen zu verlängern. Keine Abfindung nur Karenzentschädigung aufgrund von Wettbewerbsverbot. Seit dem 01.01.2002 bin ich ununterbrochen in der gleichen Firma als angestellter Geschäftsführer sozialversicherungspflichtig – durch Deutsche Rentenversicherung ist der Status bestätigt – beschäftigt und zahle monatlich meine Sozialversicherungsbeiträge (KV/PV/RV/ALV). Im August 2020 werde ich 55 Jahre alt und beabsichtige mit 63 mit den entsprechenden Abschlägen (14,4%) in Rente zu gehen. Entsprechende Versicherungspflichtjahre sind bei mir vorhanden. Über die Jahre habe ich mir einige Rücklagen aufbauen können, um die Zeit nach Ausscheiden aus der Firma (31.12.2020) bis zum Beginn der Rente mit 63 (01.09.2028) und unter Einbindung von ALG 1 gut überbrücken zu können ohne zwingend arbeiten zu müssen.
1. Letzter Arbeitstag 31.12.2020
2. Volle Nutzung der Rahmenfrist (Dispositionszeit) von 30 Monaten gem. § 143 Abs. 1 (n.F. ab 01.01.2020).
3. Am 01.04.2022 arbeitssuchend melden. Ist zwar nicht zwingend erforderlich, will aber unnötige Diskussionen mit der Agentur für Arbeit aus dem Weg gehen.
4. Mitte Juni 2022 zum 01.07.2022 arbeitslos melden, also ALG 1 beantragen. Rahmenfrist optimal ausgeschöpft und Anwartschaftszeit nach § 142 Abs. 1 Satz 1 SGB III auch erfüllt.
5. Einige Tage nach der Beantragung von ALG 1 wieder abmelden. Will nur meinen Anspruch feststellen lassen, der dann gem. § 162 Abs. 2 SGB III vier Jahre Bestand hat. Frist müsste am 01.07.2026 enden. Anspruchsdauer auf Zahlung ALG 1 sollte sich gem. § 147 Abs. 1 und Abs. 2 SGB III auf 18 Monate belaufen. Beitragszeit von 36 Monaten innerhalb der letzten 60 Monate und 56 Jahre alt.
6. Zum 01.07.2026 (ggf. ein paar Tage früher, sicher ist sicher) wieder arbeitslos melden und ALG 1 mit Hinweis auf noch gültigen Bescheid beantragen.
7. ALG 1 für 18 Monate beziehen, also bis Ende 12.2027.
8. Rente mit 63 zum 01.09.2028 beantragen.
Ich hoffe, dass meine Vorgehensweise so richtig durchdacht ist und bin für Anmerkungen und Anregungen sehr dankbar. Und um die Frage gleich vorweg zu beantworten warum ich das so mache: Wenn ich zum 01.07.2026 ALG 1 beantrage, dann bin ich fast 61 Jahre alt (2 Monate fehlen dann noch). Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Agentur für Arbeit sehr viel Energie aufwenden wird, um einen 61-jährigen noch zu vermitteln, der darüber hinaus auch noch die Absicht hat mit 63 in Rente zu gehen. Jeder potentielle Arbeitgeber wird dann dankend ablehnen. So ist zumindest meine Hoffnung.
eSchorsch sagte am 13.Jan.2020 um 19:05 :
Ich würde die unangenehme Zeit des ALG1 nicht auf die lange Bank schieben. Das gilt sowohl für das Ausreizen der Rahmenfrist als auch des ALG1-Anspruches.
Stell dir mal vor, im Juni 2022 stoplerst Du die Treppe runter und liegst ein paar Wochen eingegips im Spital. Und dann? Keine Arbeitsfähigkeit = kein Anspruch und ab Juli ist der Zug abgefahren. Du machst Dir unnötig Stress. Wofür? Für die Hoffnung, dass Du mit Ü60 weniger Vermittlungsbemühungen über dich ergehen lassen musst? Vergiss es, in ein paar Jahren ist der Fachkräftemangel noch viel weiter gediehen, die werden da jeden vermitteln wollen, der halbwegs gerade durch die Brille gucken kann. Ich würde den Stier bei den Hörnern packen und ab Januar 2022 mein ALG1 abreißeen. Hat man das erledigt, ist einem wohler.
Greenhorn sagte am 14.Jan.2020 um 09:05 :
das Risiko beim vollen Ausreizen der Rahmenfrist ist in der Tat vorhanden. Dem bin ich mir bewusst. Und wenn ich da so drüber nachdenke, dann macht es unter Risikogesichtspunkten sicherlich Sinn die (neue) Rahmenfrist nicht vollständig auszureizen, sondern noch 6 Monate Puffer einzukalkulieren. Dann würde ich mich entsprechend zum 1.1.2022 arbeitslos melden und ALG 1 beantragen. Danke für deinen Hinweis.
Privatier sagte am 13.Jan.2020 um 21:12 :
Ich möchte eSchorsch da zustimmen. Ich würde auf gar keinen Fall bis zum Ende der Vierjahresfrist warten. Das birgt viel zu viele Risiken, die am Ende den ALG-Anspruch gefährden.
Greenhorn sagte am 14.Jan.2020 um 09:11 :
danke für den Hinweis. Ich denke jetzt noch einmal darüber nach, ob ich entweder gleich ab 1.1.2022 die vollen 18 Monate ALG 1 beziehe oder ob ich im Rahmen der Vierjahresfrist die ein oder andere Unterbrechung einbaue.
Aber im Grundsatz müsste meine eingangs dargestellte Vorgehensweise doch so funktionieren oder habe ich das etwas übersehen oder nicht bedacht?
Michael sagte am 14.Jan.2020 um 09:29 :
Es gibt noch einen Grund die 4 Jahre nicht auszureizen. Man sollte in den letzten 2 Jahren vor Rentenbeginn (Rente ab 63) nicht arbeitslos sein. Den Hinweis habe ich heute von einem Kollegen bekommen:
https://www.nwb-experten-blog.de/rente-mit-63-vorsicht-bei-arbeitslosengeldbezug-in-den-letzten-zwei-jahren-vor-rentenbeginn/
Greenhorn sagte am 14.Jan.2020 um 10:23 :
danke für den Hinweis und den Link. Nach meinem Verständnis bezieht sich diese Regelung auf besonders langjährig Versicherte und die Wartezeit von 45 Jahren, um abschlagsfrei im 63 in Rente gehen zu können. Das wäre bei meiner Planung nicht der Fall. Ich würde mit 35 Beitragsjahren „nur“ als langjährig Versicherter bei der DRV zählen und müsste bei Rente mit 63 die entsprechenden Abschläge in Kauf nehmen, da meine reguläre Altersrente ohne Abschläge erst mit 67 (bin Jahrgang 1965) beginnen würde.
Privatier sagte am 14.Jan.2020 um 11:29 :
Greenhorn hat Recht: Die letzten beiden Jahre mit Arbeitslosigkeit sind nur für die besonders langjährig Versicherten (abschlagfreie Rente mit 45 Jahren Wartezeit) ein Problem. Für alle anderen spielt das keine Rolle.
B sagte am 13.Jan.2020 um 17:54 :
ich bin in einer ähnlichen Situation nur etwas vorgezogen.
Steigst Du auf den Basistarif um? Ich geh bei mir davon aus, dass ich für Krankengeld eine Anwartschaft abschliesse, Ersparnis bei mir hier ca. 40€, ferner fällt der Altersentlastungsbetrag im Jahr das auf den 60. Geburtstag fällt weg (10% aus bestimmten Tarifen bei mir nochmal ca. 40€). Aber an den vereinbarten Leistungen werde ich im Alter sicher keine Abstriche machen, sonst passt das ganze aus meiner Sicht nicht. Krankengeld sollte dann beim ALG-Bezug wieder aktiviert werden.
Ansonsten mit der PKV abgestimmt, dass sie mir im November mitteilen, welchen Betrag (30 Monate) ich im Dezember 2020 überweisen kann. Und dann bezahl ich halt solange keine Beiträge bis die Vorauszahlung aufgebraucht ist und dann wird wieder abgebucht.
Ich scheide zum 31.01.20 aus und bei mir ist der Plan das Einkommen (die Einnahmen) von 2020 komplett mit PKV-Vorauszahlung und relativ hoher Einzahlung in die DRV weg zu drücken, was davon übrig bleibt reduziert die Abfindung (Wirkung hier nach meinem Verständnis nur noch zu einem fünftel)
Dieses Jahr mach ich bezügl. ALG gar nix, im Jan. 21 (vielleicht auch Dezb 20) melde ich mich dann zum 01.02. arbeitssuchend (Dispojahr).
Ich glaub Du verkomplizierst das, weil deine Grundgedanken erscheinen mir komplett logisch.
1. Austritt 31.05.20 bis irgendwann Frühjahr 21 nix machen, von sonstigem leben.
2. Abfindung Jan 21 fünftel-Regelegung, AG informieren keine Beschäftigung in 2021 zwecks
Steuerklasse und vorraussichtliches einkommen in 2021 (hat HR i.d.R Vordrucke sonst 3-
Zeiler an HR mit der Bitte um Bestätigung)
3. Jetzt vielleicht ab März Kontakt mit der AfA und Meldung zum 01.06.2021, auch wichtig
wegen dem 58. Geburtstag, nach Erhalt des Bescheids wieder abmelden (aus meiner Sicht
nicht weltbewegend wenn da für kurze Zeit ALG fliesst, denn in diesem Jahr tätigst Du
auch deine Vorauszahlungen PKV und DRV oder anderes.
4. Wenn ALG-Anspruch abgelaufen kannst bei der PKV das Krankengeld dauerhaft streichen
lassen, wenn Du sicher bist das Du keine Tätigkeit mehr aufnimmst. Die AfA übernimmt
übrigens auch bessere Tarife, denke auch inkl. Krankengeld, bis höchstens zur Höhe von
80% der BBG (analog den Kosten der gesetzlich Versicherten) Das passt bei deinem Betrag.
Wenn andere Spezialisten hier mitlesen und ich habe irgendwo einen Denkfehler eingebaut,
bitte darauf hinweisen, denn so ähnlich sieht meine eigen Planung aus. Vielleicht seh ich es auch zu entspannt.
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 18:51 :
ich weiss nicht ob das Ausnutzen der 4 Jahre ALG I Anspruch neu ist aber es eröffnet, wie von dir geschildert, eine bequeme Möglichkeit sich gegen nervige Stellenangebote von der Arbeitsagentur zu wehren. Es wäre interessant zu wisse,n wie oft man sich von ALG I an- und wieder abmelden kann. Lässt einen die Arbeitsagentur nicht in Ruhe, könnte man ALG I für z.B. 6 Monaten unterbrechen. Falls man einen besseren Mitarbeiter der AA bekommt, ist alles gut. Falls nicht, einfach wieder stoppen und ein bisschen warten.
Das Wechselspiel ist nur eine Idee für das eigene Arsenal – keine Ahnung ob das funktioniert.
eSchorsch sagte am 13.Jan.2020 um 22:05 :
In den Kommantaren hat sich jemand dahingehend geäußert, dass er sich monatlich ab- und anmeldet. Das mag in (s)einem speziellen Fall sinnvoll sein, aber so generell sehe ich das nicht, beantwortet aber die Frage ob es funktioniert.
Die Möglichkeit sich durch ab- und wieder neu anmelden, einen unangenehmen Vermittler los zu werden, ist für mich eher ein psychologischer Booster. Und ein Grund das ALG1 zu Anfang der 4 Jahre zu legen.
Mir ist zumindest auf des Privatiers Seite nur eine „Klage“ über das Arbeitsamt im Gedächtnis geblieben. Im Regelfall sind die angehenden Privatiers nicht die Problemkinder der Vermittler, sondern man arbeitet gut und professionell zusammen.
Privatier sagte am 14.Jan.2020 um 11:25 :
„Im Regelfall sind die angehenden Privatiers nicht die Problemkinder der Vermittler, sondern man arbeitet gut und professionell zusammen.“
Gute Aussage! Genau so ist es. Oder so sollte zumindest das Bestreben sein.
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 18:23 :
bei dem Thema PKV bin ich mir noch nicht ganz sicher. Mir kommt es in erster Linie darauf an, möglichst viel (36×630€) vorauszuzahlen um die Steuerlast der Abfindung zu minimieren. Das würde bei mir im Januar 2021 erfolgen. Wenn meine PKV mitspielt und bei Tarifänderung in 2021 nichts zurück überweist, würde ich ab Februar 2021 auf einen günstigeren Tarif (hier: Signal-Iduna Tarif Komfort) wechseln. Dann noch Lohnfortzahlung herausnehmen und ca. 370 € zahlen. Die Lohnfortzahlung brauche ich nicht mehr, egal ob ich irgendwann noch arbeiten werde oder nicht. Ein Restrisiko gibt es natürlich immer.
Sollte das nicht gehen, rechne ich aus was günstiger ist. Tarif nicht ändern und maximal Steuern bzgl. Abfindung sparen oder Tarif ändern.
Wichtig ist glaube ich noch, dass man sich als Privatversicherter von der gesetzlichen Versicherungspflicht auf Antrag befreien lassen sollte. Jedenfalls wenn man älter als 55 ist und nicht vor hat auf diesem Weg zurück die gesetzliche KV zu kommen.
Ändert die von dir beschriebene Vorgehensweise mit Noch-Arbeitgeber die Besteuerung der Abfindung? Ich dachte bisher, der AG versteuert einfach nach Fünftelregelung. Ist da eine Bestätigung, dass dein Einkommen im gleichen Jahr Null sein wird, nötig?
Ich habe bisher Rürup-Rente auf dem Radar (bis zu ca. 24000 € sind steuermindernd), denke aber auch über eine Einmalzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung nach. Hast du Kriterien warum man eine bestimmte Variante vorziehen sollte? Das ist mir derzeit noch relativ unklar.
B sagte am 13.Jan.2020 um 18:43 :
ich glaub, das ist Geschmackssache, ich möchte halt als Rentner mein aktuellen Lebensstil stressfrei von möglichst laufenden Bezügen dauerhaft bestreiten können. Ausserdem erhöht es bei der Rente den PKV-Zuschuss. Ab diesem Jahr aus ca. 25000 90%, (bei Gemeinsam Veranlagung doppelt). Da geht schon was.
Ab 55 hast Du nahezu keine Chance mehr in die GKV zu kommen (gibt evtl. möglichkeiten z.B. im dispojahr über Familienversicherung).
Die Einzahlung (PKV) würde bei dir im Nov/Dez 21 erfolgen und der Tarifwechsel dann zum Jan/Feb 22 sinnvollerweise zur optimalen Ausnutzung.
Hab ich mir nur kurz überlegt, denn in die GKV der Rentner komme ich nie (du nach meiner Einschätzung auch nicht) und als freiwilliges Mitglied bezahlst dü für fast alles (Mieteinnahmen, Betriebsrente). Befreien brauchst Du dich nicht lassen, nur beim ALG-Bezug den Zuschuss beantragen.
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 19:10 :
die GKV ist für mich unerreichbar und daher kein Thema. Ich habe aber irgendwo (in diesem Blog oder auf https://www.finanztip.de/pkv/pkv-arbeitslosigkeit/) gelesen, dass man sich von der Versicherungspflicht auf Antrag befreien sollte. Jedenfalls in meinem Fall, da ich älter als 55 bin (=keine Rückkehr in die Gesetzliche KV). Ich habe mich nicht weiter damit beschäftigt, da ich mich erstmal auf diesen Thread konzentriert habe und das generelle Vorgehen diskutiert habe. Ein Glück, dass ich hier Hilfe gefunden habe. Jedenfalls habe ich mir in meiner Todo-Liste diesen Antrag als wichtig und zeitkritisch markiert.
Ich frage morgen bei meiner PKV nach was die mit der Vorauszahlung machen, wenn ich diese schon im Januar tätige und dann einen günstigeren Tarif wähle. Ich sehe das Risiko, dass unabhängig davon, ob eine Teilrückzahlung kommt oder nicht, die Steuerersparnis in den Keller geht. Vielleicht muss sowas ja von der PKV an das Finanzamt gemeldet werden. Jedenfalls möchte ich mich auf legalem Boden befinden und würde das nur machen, wenn es sauber wäre.
Andernfalls müsste ich 11 Monate lang (Feb.-Dez. 2021) 630 € statt 370 € zahlen. Macht eine Differenz von 2860 €. Da man dafür ja auch im Krankheitsfall mehr Leistung bekommt und die Arbeitsagentur einen Teil davon übernimmt, ist es vielleicht ohnehin keine so effektive Idee den Tarifwechsel während der ALG I Phase durchzuführen. Vielleicht später wenn man den Betrag komplett alleine stemmen muss.
Ich bin nicht sicher aber ich glaube die Arbeitsagentur beteiligt sich bis zu 351 € für die KV und 69 € für die PV. Wie das konkret bei einer KV von 630 € bzw. 370 € (meine beiden möglichen Tarife) aussieht weiss ich nicht. Ich vermute es wird die Hälfte des Beitrags übernommen, gedeckelt mit 351 €.
Ob es stimmt was ich hier geschrieben habe?
B sagte am 13.Jan.2020 um 18:58 :
Nachtrag, die Versteuerung erfolgt ohne Info an den AG definitiv mit der Klasse 6, (nicht Hauptarbeitgeber) Hochrechnung bei dir weiss ich nicht, weil die Abfindung im Folgejahr fliesst. Bei mir würde von den Abrechnungsprogrammen unterstellt, dass ich weiterhin in etwa gleicher Höhe Einkommen hätte. Das würde bei der Auszahlung richtig weh tun, deshalb würde ich die Abrechnungsmodalitäten der Abfindung auf jeden Fall mit der HR abstimmen. Dann weisst Du woran du bist.
Gib mal in so einem Steuerrechner die Abfindung ein und drunter das Jahreseinkommen, da kann man schön mit spielen. (Nimm mal das von 2018 und dann zum Vergleich 0, geht auch mit ALG, etc.). Beim Jahresausgleich wird es korrigiert, ist halt ca 15 Monate später.
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 19:13 :
Ich habe von meinem Noch-Arbeitgeber ein Formular „Beantragung der Hauptarbeitqeberschaft für Zahlungen nach dem Ausscheiden“. Wenn ich keinen neuen Arbeitgeber habe (definitiv nicht), werde ich in meinem Fall wie bisher mit Steuerklasse 1 besteuert, also keine Steuerklasse 6.
B sagte am 13.Jan.2020 um 19:28 :
Genaus das meinte ich, müsstest du aber unterschreiben und zurück geben und zwar vor der Auszahlung. Sonst haftet der AG wenn du als Steuerschuldner nicht mehr flüssig wärst.
Die Befreiung müssen die unter 55-jährigen machen, weil man sonst von der AfA bei der letzten gesetzlichen Krankenkasse als pflichtversicherter angemeldet wird. Steht auch in deinem Link mehr oder weniger deutlich so drin. Also bei der AfA ansprechen wenn es soweit ist, bis dahin bezahlst Du eh selber.
Die 630 würdest Du 19 Monate lang bezahlen. 01.06 20 bis 31.12.21 oder seh ich das falsch.
Also individuelle Entscheidung und müsstest mit nem Steuerprogramm simulieren ob Dir das den Tarifwechsel wert ist..
Bezüglich dem Zuschuss von der AfA denk ich, dass deine Einschätzung korrekt ist. Gedeckelt halt auf 80% der BBG des Zuschusses vom Beitrag der gesetzlichen.
Michael sagte am 13.Jan.2020 um 23:10 :
du hast natürlich Recht mit den 19 Monaten. Ich werde das mal mit einem Steuerprogramm durchgehen und dann weiß ich hoffentlich, was am besten ist.
Für heute bin ich erstmal voll mit Anregungen und werde das erstmal verarbeiten. Ich stelle jedenfalls fest, dass der Fehlerkorridor immer kleiner wird.
Dieser Blog ist das Beste was mir bei dem ganzen hin und her bzgl. Aufhebungsvertrag passiert ist. Morgen bin ich garantiert wieder hier. Macht irgendwie süchtig 😎
AKK sagte am 14.Jan.2020 um 06:26 :
beachte auch die Zusammenballung der Einkünfte bei der 1/5 Regelung, wenn du dein Einkommen 2020 betrachtest.
Du solltest im Jahr 2021 bei dem versteuerten Einkommen höher liegen als im Jahr 2020, sonst greift 1/5 Regelung nicht.
Ich denke, dass dein Einkommen 2020 hochgerechnet wird und nicht nur die ersten Monate betrachtet werden, somit muss deine Abfindung 2021 über deinem fiktivem Jahresverdienst 2020 liegen.
Michael sagte am 14.Jan.2020 um 06:52 :
Guten Morgen AKK,
danke für den Hinweis. Auch bei einer Hochrechnung (hätte ich nicht erwartet) auf das ganze Jahr liegt die Abfindung deutlich darüber. Ich sehe keinen Grund gegen die Fünftelregelung.

References: § 147
 § 143
 § 142
 §137
 §141
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 § 142
 § 162
 § 147