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Timestamp: 2018-12-18 18:48:29+00:00

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Veröffentlichungen zum Messwesen / Preisblätter | Main-Donau Netzgesellschaft mbH
Veröffentlichungen – Veröffentlichungen zum Messwesen / Preisblätter
Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW)
Main-Donau Netzgesellschaft baut ab Mai 2018 digitale Zähler ein
Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) verpflichtet die Main-Donau Netzgesellschaft, Messstellen nach und nach mit einer modernen Messeinrichtung auszustatten. Dabei handelt es sich um einen digitalen Stromzähler, der den bisherigen Zähler ersetzt. Dieser muss bei Kunden eingebaut werden, die weniger als 6.000 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen.
Im Netzgebiet der Main-Donau Netzgesellschaft beginnt der Austausch der Zähler ab Mai 2018. Wir informieren Sie etwa zwei Wochen vorher mit einem Brief über den Austauschtermin. Der Zählerwechsel ist kostenlos.
Die Energiewende beschleunigt den Umbau der Elektrizitätsversorgung in Deutschland erheblich. Während in der Vergangenheit elektrischer Strom nur in eine Richtung floss und Informationen über die Stromflüsse sehr begrenzt waren, ist das dezentrale Stromversorgungssystem der Zukunft aufgrund der steigenden Anzahl von dezentralen Energieeinspeisungen durch Informations- und Stromflüsse in zwei Richtungen gekennzeichnet.
Insbesondere auf der Verbraucherseite verändert sich viel: Passive Stromkonsumenten ent-wickeln sich mehr und mehr zu „Prosumern“ (also Verbraucher und Erzeuger), die aktiv an der Gestaltung des Stromversorgungssystems teilnehmen. In der Summe erhöhen diese Veränderungen insbesondere die Anforderungen an die einzusetzenden Mess- und Kommunikationstechnologien und Datenverarbeitungssysteme.
Hierbei kommt den sogenannten modernen Messeinrichtungen (mMe) und intelligenten Messsystemen (iMsys) eine wichtige Rolle zu. Sie können je nach Ausstattung für Letztverbraucher, Erzeuger und Netzbetreiber verschiedene Aufgaben wahrnehmen:
• die notwendigen Verbrauchsinformationen bereitstellen,
• die notwendigen Erzeugerinformationen bereitstellen,
• Netzzustandsdaten übermitteln,
• sichere und zuverlässige Steuerungsmaßnahmen unterstützen,
• als Kommunikationsplattform im intelligenten Energienetz dienen.
mMe und iMsys sind allerdings auch ein Instrument für mehr Energieeffizienz. Zum einen erhält der Letztverbraucher präzise Informationen über sein Verbrauchsverhalten. Zum anderen ermöglichen insbesondere die iMsys die Umsetzung variabler Tarife durch die Stromanbieter.
Dabei unterscheiden sich die iMsys von den mMe durch die Einbindung in ein geschütztes Kommunikationsnetz, das nach höchsten Datenschutz-Standards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) betrieben wird.
Aufbau eines intelligenten Messsystems
Von der EU-Richtlinie zur nationalen Gesetzgebung
Die genannten verbraucherorientierten Zwecke veranlassten die Europäische Kommission,im Anhang der dritten Binnenmarktrichtlinien Strom und Gas (Richtlinien 2009/72/EG und 2009/73/EG) den Mitgliedstaaten aufzugeben, Letztverbraucher mit mMe beziehungsweise iMsys auszustatten. Dabei haben die Mitgliedstaaten die Möglichkeit, im Zuge der nationalen Gesetzgebung eine eigene Umsetzungsstrategie (Rollout) zu entwickeln.
Das am 2. September 2016 in Deutschland in Kraft getretene „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ ordnet das künftige „intelligente“ Messen grundlegend neu. Dabei ist zuerst maßgeblich der Strombereich von den Neuerungen betroffen. Jedoch ist bereits im GDEW die Möglichkeit angelegt, dass die Gas- sowie die Fernwärme- und Heizwärmemessung über das Kommunikationsnetz des iMsys erfolgen. Zudem werden eine Vielzahl von bestehenden Gesetzen, Verordnungen und Festlegungen geändert oder abgeschafft.
Der wichtigste Bestandteil des GDEW ist das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG). Dieses enthält die Regelungen zum Strom- und Gas-Messstellenbetrieb, insbesondere
• zu den technischen Anforderungen an Messeinrichtungen,
• zur operativen Abwicklung des Messstellenbetriebs,
• zu den erforderlichen vertraglichen Beziehungen der Akteure,
• zu Datenschutz und Datensicherheit.
Pflichtveröffentlichung nach § 37 Abs. 1 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) / Preisblätter
Aufgrund der zum 30. Juni 2017 gegenüber der Bundesnetzagentur getätigten Anzeige über die Wahrnehmung der Aufgabe als grundzuständiger Messstellenbetreiber für intelligente Messsysteme und moderne Messeinrichtungen, übernimmt die MDN Main-Donau Netzgesellschaft mbH innerhalb ihres Netzgebietes den Messstellenbetrieb als grundzuständiger Messstellenbetreiber.
Soweit dies nach § 30 MsbG technisch möglich und nach § 31 MsbG wirtschaftlich vertretbar ist, wird die MDN Main-Donau Netzgesellschaft mbH, als grundzuständiger Messstellenbetreiber, Messstellen an ortsfesten Zählpunkten mit intelligenten Messsystemen wie folgt ausstatten:
bei Letztverbrauchern mit einem Jahresstromverbrauch über 6 000 Kilowattstunden, sowie bei solchen Letztverbrauchern, mit denen eine Vereinbarung nach § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes besteht,
Soweit dies nach § 30 MsbG technisch möglich und nach § 31 MsbG wirtschaftlich vertretbar ist, kann die MDN Main-Donau Netzgesellschaft mbH, als grundzuständiger Messstellenbetreiber, Messstellen an ortsfesten Zählpunkten mit intelligenten Messsystemen wie folgt ausstatten:
Soweit nach MsbG die Ausstattung einer Messstelle mit intelligenten Messsystemen nicht vorgesehen ist und soweit dies nach § 32 MsbG wirtschaftlich vertretbar ist, hat die MDN Main-Donau Netzgesellschaft mbH, als grundzuständiger Messstellenbetreiber, Messstellen an ortsfesten Zählpunkten bei Letztverbrauchern und Anlagenbetreibern mindestens mit modernen Messeinrichtungen auszustatten. Die Ausstattung hat bis zum Jahr 2032, bei Neubauten und Gebäuden, die einer größeren Renovierung im Sinne der Richtlinie 2010/31/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (ABl. L 153 vom 18. Juni 2010, S. 13) unterzogen werden, bis zur Fertigstellung des Gebäudes zu erfolgen.
Dieser verpflichtende Einbau betrifft aktuell im Netzgebiet der MDN Main-Donau Netzgesellschaft mbH
circa 570.000 Messstellen mit modernen Messeinrichtungen und
circa 135.000 Messstellen mit intelligenten Messsystemen
Über diese Standardleistungen aus § 35 Absatz 1 MsbG hinaus bietet die MDN Main-Donau-Netzgesellschaft mbH derzeit die im Preisblatt für Zusatzleistungen im Messstellenbetrieb veröffentlichten Zusatzleistungen an.
Die Entgelte für den Messstellenbetrieb von modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen sowie die diesbezüglich möglichen Zusatzleistungen, entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Preisblättern der Main-Donau Netzgesellschaft (siehe oben).
Fragen und Antworten zum GDEW
1. Was ist eine moderne Messeinrichtung?
Ein intelligentes Messsystem (iMsys) besteht aus mindestens einer modernen Messein-richtung und einem Kommunikationsmodul (Smart-Meter-Gateway). Über das Smart-Meter Gateway werden die in der mMe erzeugten Messdaten an den Messstellenbetrei-ber übertragen.
Der Messstellenbetreiber wird dem Kunden für ein iMsys eine Visualisierung der Messda-ten (Höhe des Verbrauchs oder der Einspeisung und zeitlicher Verlauf) zur Verfügung stellen. Damit kann der Kunde sein Verbrauchsverhalten überprüfen und gegebenenfalls optimieren.
3. Wie führt die Main-Donau Netzgesellschaft den Rollout durch?
Die Main-Donau Netzgesellschaft übernimmt die Rolle des grundzuständigen Messstel-lenbetreibers nach §2 Ziffer 5 MsbG.
Verbrauch [kWh/Jahr] Rollout-Beginn
kleiner 6.000 2018
6.000 bis 10.000 2021
10.000 bis 100.000 2018
größer 100.000 2021
bis 7 kW 2018
größer 7 kW 2021
*Bei Erzeugungsanlagen zwischen 1 und 7 kW Anschlussleistung kann der Messstellenbetreiber entscheiden, ob alternativ ein iMsys eingebaut wird.
4. Wie informiert die Main-Donau Netzgesellschaft über den Rollout?
• Sechs Monate vor Beginn des Rollouts: Information auf öffentlichem Wege (Anzeiger, Internetseiten) über den geplanten Rollout-Beginn
• Drei Monate vor Beginn der Umrüstung: schriftliche Information an den einzelnen Kunden über den geplanten Umbau-Zeitraum
• Zwei Wochen vor der Umrüstung: schriftliche Information an den einzelnen Kunden über den genauen Umbautermin
5. Welche Kosten fallen für mMe und iMsys an?
Die Main-Donau Netzgesellschaft als Messstellenbetreiber wird ein jährliches Entgelt für die Einrichtung und den Betrieb der Messstellen verrechnen. Hierfür hat der Gesetzgeber in §31 MsbG (für iMsys) beziehungsweise in §32 MsbG (für mMe) gestaffelte Preis-obergrenzen festgelegt.
6. Kann der Kunde den Einbau verweigern?
Nein, der Kunde hat keine Möglichkeit, sich dem Einbau zu widersetzen. Im Messstellenbetriebsgesetz §36 (3) heißt es:
„Weder Anschlussnehmer noch Anschlussnutzer sind berechtigt, die Ausstattung einer Messstelle mit einem intelligenten Messsystem … oder die Anbindung seiner Erzeugungsanlagen oder der Messeinrichtung für Gas an das intelligente Messsystem … zu verhindern oder nachträglich wieder abzuändern oder abändern zu lassen.“
7. Wo finden sich weiterführende Informationen?
Digitalisierung der Energiewende:
http://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/Gesetz/gesetz-zur-
digitalisierung-der-energiewende.html
Weitere Informationen zum Thema „Moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme“ finden
Sie auf der Internetseite der Bundesnetzagentur.
Weiteres zum Thema Messwesen
Im Folgenden finden Sie den Messstellenbetreiberrahmenvertrag Strom und Gas sowie den Messstellenvertrag Strom der Main-Donau Netzgesellschaft:
Kontaktdatenblatt_MSB_RV_Strom_Gas.pdf

References: § 37
 § 30
 § 31
 § 14
 § 30
 § 31
 § 32
 § 35
 §2
 §31
 §32
 §36