Source: https://www.bmdw.gv.at/Themen/Digitalisierung/Verwaltung/was-bedeutet-digitale-Verwaltung/E-Government-Bausteine-und-Services/Elektronische-Signaturen.html
Timestamp: 2020-08-13 17:12:22+00:00

Document:
Sind Daten in elektronischer Form, die anderen elektronischen Daten beigefügt oder logisch mit ihnen verbunden werden und die der Unterzeichner zum Unterzeichnen verwendet (Definition gemäß Art. 3 Z 10 eIDAS-VO).
Eine Signatur (Unterschrift) dient dazu, ein Dokument dem Signator (Unterzeichner) zuzuordnen. Bei einer elektronischen Signatur werden dem elektronischen Dokument elektronische Daten beigefügt, die die Identität des Signators und die Integrität des signierten Dokuments feststellen. Die elektronische Signatur dient der Authentifizierung und hat nichts mit einer gescannten eigenhändigen Unterschrift oder der Verschlüsselung eines lesbaren "Klartextes" im Sinne der Umwandlung in ein nicht lesbares Dokument ("Geheimtext") zu tun (die elektronische Signatur kann aber mit einer Verschlüsselung des lesbaren Klartextes kombiniert werden).
Administration to Business (A2B) - Kommunikation zwischen Verwaltung und Unternehmen
Administration to Citizen (A2C) - Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern
Administration to Administration (A2A) - Kommunikation von Behörden untereinander
Zur Erstellung einer elektronischen Signatur ist grundsätzlich ein Zertifikat erforderlich. Ein Zertifikat ist eine elektronische Bescheinigung, die die Identitätsdaten einer bestimmten Person (Signator) mit einem öffentlichen Schlüssel (Public Key) verbindet. Neben zusätzlichen inhaltlichen Informationen unterscheiden sich Zertifikate insbesondere durch unterschiedliche rechtliche Anforderungen, die Garantie des Sicherheitsniveaus des Ausstellungsprozesses und der Vertrauenswürdigkeit des Ausstellers (Vertrauensdiensteanbieter). Die Aufsicht über die Vertrauensdiensteanbieter obliegt der Telekom-Control-Kommission, die sich bei der Durchführung nach dem SVG der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH bedient.
Der öffentliche Schlüssel wird der Signatur beigefügt (Zertifikate aus der Zertifikatsdatenbank des Vertrauensdiensteanbieters können eingesehen werden)
Ein qualifiziertes Zertifikat muss bestimmte Anforderungen erfüllen (Art. 28 iVm Anhang I eIDAS-VO) und hat zumindest folgende Angaben zu enthalten:
eine Angabe, dass das Zertifikat als qualifiziertes Zertifikat für elektronische Signaturen ausgestellt wurde, zumindest in einer zur automatischen Verarbeitung geeigneten Form
einen Datensatz, der den qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter, der die qualifizierten Zertifikate ausstellt, eindeutig repräsentiert und zumindest die Angabe des Mitgliedstaates enthält, in dem der Anbieter niedergelassen ist, sowie
bei einer juristischen Person: den Namen und gegebenenfalls die Registriernummer gemäß der amtlichen Eintragung
bei einer natürlichen Person: den Namen der Person
mindestens den Namen des Unterzeichners oder ein Pseudonym; wird ein Pseudonym verwendet, ist dies eindeutig anzugeben
elektronische Signaturvalidierungsdaten, die den elektronischen Signaturerstellungsdaten entsprechen
Angaben zu Beginn und Ende der Gültigkeitsdauer des Zertifikats
den Identitätscode des Zertifikats, der für den qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter eindeutig sein muss
die fortgeschrittene elektronische Signatur bzw. Siegel des ausstellenden qualifizierten Vertrauensdiensteanbieters
den Ort, an dem das Zertifikat, das der fortgeschrittenen elektronischen Signatur bzw. Siegel gemäß Buchstabe "" zugrunde liegt, kostenlos zur Verfügung steht
den Ort der Dienste, die genutzt werden können, um den Gültigkeitsstatus des qualifizierten Zertifikats zu überprüfen
falls sich die elektronischen Signaturerstellungsdaten, die den elektronischen Signaturvalidierungsdaten entsprechen, in einer qualifizierten elektronischen Signaturerstellungseinheit befinden
Es gibt verschiedene Arten elektronischer Signaturen. Je nach Sicherheitsniveau und Zertifikat, das bei der Signaturerstellung eingesetzt und angewandt wird, erlangen die signierten Dokumente unterschiedliche Rechtswirkungen.
Art. 3 Z 12 eIDAS-VO definiert eine qualifizierte elektronische Signatur als "eine fortgeschrittene elektronische Signatur, die von einer qualifizierten elektronischen Signaturerstellungseinheit erstellt wird und auf einem qualifizierten Zertifikat für elektronische Signaturen beruht".
ausschließlich dem Signator zugeordnet ist
die Identifizierung des Signators ermöglicht
mit Mitteln erstellt wird, die der Signator unter seiner alleinigen Kontrolle halten kann
mit den Daten, auf die sie sich bezieht, so verknüpft ist, dass jede nachträgliche Veränderung der Daten festgestellt werden kann
Ergänzend zu den Rechtswirkungen einer "einfachen" elektronischen Signatur erfüllt gemäß Art. 25 Abs. 2 eIDAS-VO iVm § 4 Abs. 1 erster Satz SVG eine qualifizierte elektronische Signatur – bis auf wenige Ausnahmen – das rechtliche Erfordernis einer eigenhändigen Unterschrift, insbesondere der Schriftlichkeit im Sinne des § 886 ABGB, sofern durch Gesetz oder Parteienvereinbarung nicht anderes bestimmt ist. Qualifizierte elektronische Signaturen dienen der Kommunikation aller Stakeholdern untereinander und ersetzen dabei eine eigenhändige Unterschrift.
Die Authentizität wird durch die in der Bürgerkarte enthaltene qualifizierte elektronische Signatur gewährleistet. Die eindeutige Identifikation einer natürlichen Person wird in ihrer Bürgerkarte durch die sogenannte Personenbindung bewirkt. Dies ist notwendig, da selbst das qualifizierte Zertifikat lediglich den Namen einer Person enthält. Namensgleichheiten, Namensänderungen oder verschiedene Namensschreibweisen verursachen bei Zertifikaten gewisse Unsicherheiten. Daher wird bei der Personenbindung zusätzlich noch ein eindeutiges Identitätsmerkmal der Person (Stammzahl) mit dem Zertifikat kombiniert. Die Stammzahl ist eine Ableitung aus der Zahl der Zentralen Melderegisters und darf aus Datenschutzgründen nicht rückführbar sein. Im Ergebnis besteht die Bürgerkarte aus dem entsprechenden Zertifikat verbunden mit der Stammzahl des Bürgerkarteninhabers.
Exklusive elektronische Signaturen für Behörden und Berufsgruppen - Die Amtssignatur
Die österreichische Rechtsordnung sieht mittlerweile in vielfacher Weise elektronische Signaturen vor, die ausschließlich von Behörden oder bestimmten Berufsgruppen (Notare, Rechtanwälte, Ziviltechniker) verwendet werden dürfen und dabei bestimmten Anforderungen genügen müssen. Die Amtssignatur dient gemäß § 19 Abs. 2 E-GovG der erleichterten Erkennbarkeit der Herkunft eines Dokuments von einer Behörde und stellt somit ein Werkzeug für die Kommunikation von der Behörde zu den Stakeholdern dar.
Zweck der Amtssignatur ist die leichtere und gesicherte Erkennbarkeit der Herkunft eines Dokuments von einer Behörde. Hierbei kann von einem organisatorischen Verständnis ausgegangen werden, d.h. im Fall einer Gemeinde ist ein Amtssignaturzertifikat für alle Aufgaben einer Gemeinde ausreichend - auch wenn die Gemeinde funktionell mittelbar für den Bund oder das Land tätig wird. Die Gemeinde kann dennoch für jede einzelne Aufgabe ein gesondertes Amtssignaturzertifikat (bzw. Bildmarke) verwenden. Informationen über die Bestellung einer Amtssignatur sowie der Bildmarke für öffentliche Verwaltungseinheiten sind unter Amtssignatur nachzulesen.

References: Art. 3

Art. 3
 Art. 25
 § 4
 § 886
 § 19