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Timestamp: 2017-06-27 20:57:23+00:00

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Backkongress 2013 by meyer.rechtsanwälte - issuu
& was lernen wir daraus?
Prof. Dr. Alfred Hagen Meyer: Mai 2013 | ÂŠ meyer.rechtsanwĂ¤lteVortrag - Inhalte•  verführen & verschaukeln?•  über Heuristiken & Verzerrungen
•  & was macht der Gesetzgeber?prof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13Der (un-) mündige VerbraucherEuGH
•  „durchschnittlich informierte, aufmerksame und verständige
Durchschnittsverbraucher“
•  „durchschnittlich informierten, aufmerksamen und
verständigen Durchschnittsverbrauchers ab, der das
fragliche Werbeverhalten mit einer der Situation
angemessenen Aufmerksamkeit verfolgt“
= auch der mündige Verbraucher ist manchmal doof
prof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13Der (un-) m端ndige Verbraucherwarum nicht?
Packungsvorderseite:
= 70 % Roggenprof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13Der (un-) mündige Verbraucherwarum nicht?
„mit mildem
Ziegenkäse 5 %“?prof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13Der (un-) mündige Verbraucherwarum nicht?
„aromatisiert“?prof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13Der (un-) m체ndige Verbrauchergeht gar
Quark rot
eingef채rbtprof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13Der (un-) m端ndige Verbraucherprof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13端ber Heuristiken
& kognitive Verzerrungenprof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13Heuristiken & kognitive Verzerrungen
Psychologische Studien zeigen, dass sich Menschen auf “heuristische
Prinzipien” verlassen oder intuitiv zur Vereinfachung tendieren (“rules of
thumb”), wenn sie die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Ereignisses
Dies enthält:ü
ü Vorhersage durch Repräsentativität
Anpassung und VerankerungTversky & Kahneman, 1974
Daniel Kahneman - Schnelles Denken, langsames Denken, Siedler 2011prof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13Heuristiken - Repräsentativität
Probalistische Fragen:
Bei der Beantwortung solcher Fragen stützen sich Menschen
typischerweise auf die Repräsentationsheuristik, bei der die
Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses nach dem Ausmaß, in dem „A“
repräsentativ für „B“ ist, beurteilt wird, also nach dem Ausmaß, in dem
„A“ „B“ ähnelt.
Beispiele:•  Einer Institution wird wenig Vertrauen entgegen gebracht, wenn es
in der Vergangenheit Probleme gab
•  Bestimmte Lebensmittel werden als suspekt eingestuft, wenn sie
vormals auffällig warenprof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13Verfügbarkeit
Situationen, in denen Menschen die Häufigkeit einer Klasse oder die
Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses nach der Leichtigkeit beurteilen, mit
der ihnen Beispiele oder Fälle einfallen.
Beispiele:•  eine verstärkte Berichterstattung über einen E.coli Ausbruch
macht Menschen glauben, solche Vorfälle seien alltäglich.•  angesichts der Vielzahl der Funde mit Pferdefleisch argwöhnen
Verbraucher, dass bei Fleisch stets getäuscht werdeprof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13& was macht der Gesetzgeber?prof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13Lauterkeit der Informationspraxis
Art. 7 LMIV 1169/2011
d)indem durch das Aussehen, die Bezeichnung oder bildliche Darstellungen
das Vorhandensein eines bestimmten Lebensmittels oder einer Zutat
suggeriert wird, obwohl tatsächlich in dem Lebensmittel ein von Natur aus
vorhandener Bestandteil oder eine normalerweise in diesem Lebensmittel
verwendete Zutat durch einen anderen Bestandteil oder eine andere Zutat
ersetzt wurde [Imitate]Nach Anhang VI Teil A 4. muss in diesem Fall die Kennzeichnung — zusätzlich zum
Zutatenverzeichnis — mit einer deutlichen Angabe des Bestandteils oder der Zutat versehen sein,
der/die für die teilweise oder vollständige Ersetzung verwendet wurde, und zwar in unmittelbarer
Nähe zum Produktnamen und in einer Schriftgröße, deren x-Höhe mindestens 75 % der x-Höhe des
Produktnamens beträgt und die nicht kleiner als die in Artikel 13 Absatz 2 dieser Verordnung
vorgeschriebene Mindestschriftgröße sein darf.
prof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13Der (un-) mündige Verbraucher
Lauterkeit der Informationspraxis, Art. 7„Analogkäse“ („Käseimitat“), genauer gesagt eine
„Lebensmittelzubereitung mit Pflanzenfett“, müsste nach Art. 7 Abs. 1
lit. d LMIV 1169/2011 nicht gesondert stigmatisiert werden, weil bei
diesem Erzeugnis Käse nicht ersetzt wurde.
Lauterkeit der Informationspraxis, Art. 7
(1) Informationen über Lebensmittel
dürfen nicht irreführend sein,
d) indem durch das Aussehen, die
Bezeichnung oder bildliche
Darstellungen das Vorhandensein
eines bestimmten Lebensmittels oder
einer Zutat suggeriert wird, obwohl
tatsächlich in dem Lebensmittel ein
von Natur aus vorhandener
Bestandteil oder eine normalerweise
in diesem Lebensmittel verwendete
Zutat durch einen anderen
Bestandteil oder eine andere Zutat
ersetzt wurde [Imitate]Sauce Hollandaise
mit Pflanzenfett ?
[statt Butter]
Zutaten: Milcheiweißerzeugnis,
Trockeneigelb (20%),
Maltodextrin, Pflanzenfett,
Jodsalz, Emulgator Mono- und
Diglyceride von
Verdickungsmittel Xanthan,
Zucker, Gewürzextrakte,
Hefeextrakt, Säuerungsmittel
Citronensäureprof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13LMIV 1169/2011, alles neu – oder was?
Art. 13 Abs. 2 LMIV
[…] Schriftgröße mit einer x- Höhe gemäß Anhang IV von mindestens 1,2 mmprof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13LMIV 1169/2011, alles neu – oder was?© www.kulinaria.org – info@kulinaria.orgprof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13LMIV 1169/2011 - Herkunftskennzeichnung
Die neuen Vorschriften zur Herkunftskennzeichnung
Art. 26 Abs. 2:
Die Angabe des Ursprungslands oder des Herkunftsorts ist verflichtend:
a) Falls ohne diese Angabe eine Irreführung über die Herkunft des
Lebensmittels möglich wäre, insbesondere wenn anderenfalls der
Eindruck erweckt würde, das Lebensmittel wäre anderer Herkunft
b) bei frischem, gekühltem oder gefrorenem Fleisch von Schweinen,
Schafen, Ziegen und Hausgeflügel (Hühner, Gänse, Enten, Truthühner,
Perlhühner)
(8) Die Kommission erlässt nach der Durchführung von Folgenabschätzungen bis zum 13. Dezember
2013 Durchführungsrechtsakte zur Anwendung von Absatz 2 Buchstabe b und Absatz 3 dieses
Artikels. Diese Durchführungsrechtsakte werden gemäß dem in Artikel 48 Absatz 2 genannten
prof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13LMIV 1169/2011 - Herkunftskennzeichnung
Art. 26 (3) LMIV 1169/2011
Ist das Ursprungsland oder der Herkunftsort eines Lebensmittels
angegeben und dieses/dieser nicht mit dem Ursprungsland oder
dem Herkunftsort seiner primären Zutat identisch, so
a) ist auch das Ursprungsland oder der Herkunftsort der
primären Zutat anzugeben; oder
b) ist anzugeben, dass die primäre Zutat aus einem anderen
Ursprungsland oder Herkunftsort kommt als das
Lebensmittel.(8) Die Kommission erlässt nach der Durchführung von Folgenabschätzungen bis zum 13. Dezember
Egr. 32 + Art. 26 Abs. 5 und 6:
Die Kommission soll innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der
Verordnung einen Bericht vorlegen, inwieweit Ursprungsangaben auch für
folgende andere Lebensmittel vorgeschrieben werden können:•
• andere bisher nicht erfasste Fleischsorten
Zutaten, die über 50% eines Lebensmittels ausmachen•  Milch (auch als Zutat in Milcherzeugnissen) (schnellstmöglich)
•  als Zutat verwendetes Fleisch (innerhalb von 2 Jahren)prof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13LMIV 1169/2011 - Herkunftskennzeichnung
VERORDNUNG (EWG) Nr. 2913/92 vom 12.10.1992 zur Festlegung des Zollkodex der
GemeinschaftenArtikel 24
Eine Ware, an deren Herstellung zwei oder mehrere L채nder beteiligt
waren, ist Ursprungsware des Landes, in dem sie der letzten wesentlichen
und wirtschaftlich gerechtfertigten Be- oder Verarbeitung unterzogen
worden ist, die in einem dazu eingerichteten Unternehmen vorgenommen
worden ist und zur Herstellung eines neuen Erzeugnisses
gef체hrt hat oder eine bedeutende Herstellungsstufe darstellt.
Eine Be- oder Verarbeitung, bei der festgestellt worden ist oder bei der
die festgestellten Tatsachen die Vermutung rechtfertigen, dass sie nur die
Umgehung von Bestimmungen bezweckt, die in der Gemeinschaft f체r
Waren bestimmter L채nder gelten, kann den so erzeugten Waren keinesfalls
im Sinne des Artikel 24 die Eigenschaft von Ursprungswaren des
Be- oder Verarbeitungslandes verleihen.
„Letzte wesentliche und wirtschaftlich gerechtfertigte Be- oder
Verarbeitung“
Der letzte Produktionsschritt muss dem Lebensmittel eine
charakteristische Eigenschaft verleihen, die sie vorher nicht hatte
Nicht ausreichend sind einfache Be- oder Verarbeitungsvorgänge
•  Mischen, Sortieren, Sieben, Waschen, Zerschneiden
•  Verpacken, Abfüllen
•  Anbringen von Markenzeichen/Etiketten
•  End- und/oder Qualitätskontrollen
(sog. Minimalbehandlung gem. Art. 38 Zollkodex-DurchführungsVO)prof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13& noch was:prof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13muss das sein?prof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13KontaktProf. Dr. Alfred Hagen Meyer
Fon +49 (0) 89- 85 63 88 0 - 0
E-Mail: meyer@meyerlegal.de
Internet: www.meyerlegal.de
Blog: http://meyerlegal.wordpress.com
Twitter: meyer.tweetsprof. dr. alfred hagen meyer | 04.06.13All pages:10111214161920212223InfoSaveLikeShareDownloadMoreBackkongress 2013 Published on Jun 4, 2013 Lebensmittelklarheit.de & was lernen wir daraus?meyerlegalFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore

References: Art. 7
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 7

Art. 13

Art. 26

Art. 26
 Art. 26
 Art. 38