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Steuerlinks-Newsletter 117 - 05.02.2005 * Fragen und Antworten zum Datenzugriffsrecht der Finanzverwaltung
Ausgabe 117 vom 05.02.2005
Die eMail-Ausgabe ging an 8.246 Empfänger
Auch eine schwarze Kuh gibt weiße Milch
Europaweite Besteuerung von grenzüberschreitenden Zinserträgen
Im Klinsch mit dem Finanzamt - das Einspruchsverfahren
Steuerrecht 2005 - Ein systematischer Überblick
Zur Erinnerung: Neuregelungen für die Einkommensteuererklärung 2004
NEU: IAS/IFRS wird kommen
und Ihre Arbeit als Steuerberater völlig verändern.
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BMF-Schreiben vom 21. Dezember 2004, IV C 3 - EZ 1010 - 43/04
Mit BMF-Schreiben vom 28. Januar 2005 (IV B 7 - S 2742 - 9/05) wird zu den Folgerungen aus dem BFH-Urteil vom 17. Mai 1995 (BStBl 1996 II S. 204) bei Vereinbarung einer Nur-Pension mit dem Gesellschafter-Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft Stellung genommen.
BMF-Schreiben vom 28. Januar 2005 - IV B 7 - S 2742 - 9/05
Umsatzsteuer-Umrechnungskurse für den Monat Januar 2005
BMF-Schreiben vom 1. Februar 2005 - IV A 6 - S 7329 - 3/05
Umsatzsteuerrechtliche Beurteilung des Emissionshandelssystems für Treibhausgase
Durch die Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Oktober 2003 über ein System für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten in der Gemeinschaft und zur Änderung der Richtlinie 96/61/EG des Rates (ABl. EU Nr. L 275 S. 32) ist europaweit ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten eingeführt worden.
Das BMF-Schreiben nimmt zur umsatzsteuerrechtlichen Beurteilung der Ausgabe der Emissionszertifikate sowie des Emissionshandelssystems Stellung.
BMF-Schreiben vom 2. Februar 2005 - IV A 5 - S 7100 - 16/05 -
Durch BMF-Schreiben vom 2. Februar 2005 - IV A 6 - S 7329 - 2/05 - wird die Gesamtübersicht 2004 über die monatlich festgesetzten Umsatzsteuer-Umrechnungskurse bekannt gegeben.
Umsatzsteuer; Public-Private-Partnerships (PPP) im Bundesfernstraßenbau
Mit dem Gesetz über den Bau und die Finanzierung von Bundesfernstraßen durch Private - Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetz - FStrPrivFinG - vom 30. August 1994 (BGBl. I 1994, 2243) hat der Gesetzgeber die rechtlichen Rahmenbedingungen für Bau, Betrieb, Erhaltung und Finanzierung von öffentlichen Straßen durch Dritte (Konzessionäre) geschaffen und für die Nutzung der nach diesen Vorschriften errichteten Verkehrsprojekte bzw. Streckenabschnitte das Recht zur Erhebung von Maut eingeführt.
Das BMF-Schreiben nimmt zur umsatzsteuerrechtlichen Beurteilung sog. F-Modelle nach dem FStrPrivFinG, sog. A-Modelle auf der Grundlage der o.a. Musterverträge und der Mauterhebung nach dem ABMG Stellung.
BMF-Schreiben vom 3. Februar 2005 - IV A 5 - S 7100 - 15/05 -
Monatsbericht des BMF / Januar 2005
Monatsbericht 2005
Urteil vom 17. November 2004 I R 96/02
Urteil vom 27. Oktober 2004 II R 12/03
Erwirbt eine Gemeinde einen Teil der von ihr durch Aufstellung eines Bebauungsplans und Sicherung der Erschließung baureif gemachten Grundflächen, ist der beim Grundstücksveräußerer für die ihm verbleibenden und nunmehr baureifen Teilflächen eintretende Wertzuwachs grundsätzlich keine Gegenleistung der erwerbenden Gemeinde für ihren Grundstückserwerb.
Urteil vom 27. Oktober 2004 II R 22/03
Urteil vom 22. September 2004 III R 40/03
Urteil vom 16. Dezember 2004 III R 8/98
Urteil vom 04. November 2004 IV R 17/03
Urteil vom 16. Dezember 2004 IV R 19/03
Urteil vom 04. November 2004 IV R 26/03
Urteil vom 14. Dezember 2004 IX R 1/04
1. Bei der Überlassung von Grundstücksteilen zur Errichtung von Strommasten für eine Überlandleitung, der Einräumung des Rechts zur Überspannung der Grundstücke und der Bewilligung einer beschränkten persönlichen Dienstbarkeit zur dinglichen Sicherung dieser Rechte handelt es sich um eine einheitliche sonstige Leistung, die nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG zwar steuerbar, aber gemäß § 4 Nr. 12 Buchst. a UStG umsatzsteuerfrei ist.
2. Die Ausgleichszahlung für beim Bau einer Überlandleitung entstehende Flurschäden durch deren Betreiber an den Grundstückseigentümer ist kein Schadensersatz, sondern Entgelt für die Duldung der Flurschäden durch den Eigentümer.
3. Die Duldung der Verursachung baubedingter Flurschäden ist eine bloße Nebenleistung zu der einheitlichen Leistung "Duldung der Errichtung und des Betriebs einer Überlandleitung", die ebenso wie jene nach § 4 Nr. 12 Buchst. a UStG von der Umsatzsteuer befreit ist.
Urteil vom 11. November 2004 V R 30/04
Urteil vom 18. November 2004 V R 37/03
Urteil vom 25. November 2004 V R 38/03
Urteil vom 27. Mai 2003 VI R 85/02
Urteil vom 09. Dezember 2004 VII R 16/03
Grundsatz der einmaligen Entstehung einer Zollschuld durch die zeitlich erste zollschuldrechtlich erhebliche Handlung oder Unterlassung - Keine Heilung einer zollschuldbegründenden Verfehlung durch die Abgabe einer Versandanmeldung, die eine gefälschte Unterschrift des Hauptverpflichteten enthält
1. Ist die Zollschuld für eine Ware einmal entstanden, sind nachfolgende Handlungen oder Unterlassungen in Bezug auf diese Ware zollschuldrechtlich grundsätzlich unerheblich. Eine Zollschuld kann daher nicht mehr durch ein Entziehen einer einfuhrabgabenpflichtigen Ware aus der zollamtlichen Überwachung entstehen, wenn bereits zuvor hinsichtlich der nämlichen Ware eine Zollschuld durch eine Pflichtverletzung entstanden ist.
2. Wird eine Nichtgemeinschaftsware, die sich in der vorübergehenden Verwahrung befindet, nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist zur Überführung in ein Zollverfahren angemeldet, kann dies nur dann zur Heilung der in der Fristüberschreitung liegenden Verfehlung führen, wenn eine nicht nur formell ordnungsgemäße, sondern auch inhaltlich richtige Zollanmeldung abgegeben wird.
Urteil vom 05. Oktober 2004 VII R 61/03
Urteil vom 05. Oktober 2004 VII R 73/03
Beschluss vom 30. November 2004 VIII R 51/03
Ändert das Finanzamt den Einkommensteuerbescheid in der Weise, dass ein bisher als Veräußerungsgewinn behandelter Gewinn aus Gewerbebetrieb nunmehr als laufender Gewinn beurteilt wird, so darf der Gewerbesteuermessbescheid nach § 35b GewStG geändert werden (Bestätigung der Rechtsprechung).
Urteil vom 16. Dezember 2004 X R 14/03
Urteil vom 20. Oktober 2004 I R 11/03
Urteil vom 15. September 2004 I R 5/04
Urteil vom 20. Oktober 2004 II R 34/02
Urteil vom 10. November 2004 II R 69/01
2. Hat der Anspruchsberechtigte bei der bestandskräftig gewordenen Einkommensteuerveranlagung von einem Wahlrecht Gebrauch gemacht --hier einen Teilbetrag der Sonderabschreibungen nach § 4 FöGbG in Anspruch genommen--, kann er im Rahmen des Antrags auf Eigenheimzulage sein Wahlrecht nicht abweichend ausüben. Er kann daher keine höheren Sonderabschreibungen in Anspruch nehmen, um die maßgebende Einkunftsgrenze nicht zu überschreiten.
Urteil vom 04. November 2004 III R 73/03
Urteil vom 06. Oktober 2004 IX R 30/03
Urteil vom 16. November 2004 VII R 16/04
Urteil vom 05. Oktober 2004 VII R 37/03
1. Die Kraftfahrzeugsteuerschuld ist im Falle der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Kraftfahrzeughalters aufzuteilen auf die Tage vor und die Tage nach Eröffnung des Verfahrens.
2. Hinsichtlich für Tage nach Verfahrenseröffnung im Voraus entrichteter Kraftfahrzeugsteuer entsteht im Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung ein Erstattungsanspruch, gegen den das FA mit Insolvenzforderungen aufrechnen kann.
Urteil vom 16. November 2004 VII R 62/03
1. Von einer unrichtigen Sachbehandlung nach § 346 Abs. 1 AO 1977 ist dann auszugehen, wenn sich die Vollstreckungsmaßnahme unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des jeweiligen Einzelfalls im Zeitpunkt ihrer Vornahme durch die Finanzbehörde dadurch als offensichtlich fehlerhaft erweist, dass die rechtlichen Voraussetzungen für ihre Durchführung nicht vorliegen oder dass die Grenzen des der Finanzbehörde zustehenden Ermessens deutlich überschritten worden sind.
2. Nach Ablehnung des Antrages auf AdV ist die Finanzbehörde grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, dem Vollstreckungsschuldner vor Einleitung von Vollstreckungsmaßnahmen eine bis zu sechs Wochen zu bemessende Frist einzuräumen, um ihm damit Gelegenheit zu geben, beim FG einen Antrag nach § 69 Abs. 3 FGO stellen zu können; denn die Rechtsprechung des BFH, nach der sich die Entscheidung über die AdV in den Fällen der Zurückverweisung der Hauptsache zur weiteren Sachaufklärung auf den Zeitraum bis zu sechs Wochen nach der Zustellung des Revisionsurteils erstrecken kann, ist auf den Fall der Ablehnung eines AdV-Antrages durch die Finanzbehörde nicht übertragbar.
Urteil vom 27. Oktober 2004 VII R 65/03
2. Die Vorsteuervergütung für einen bestimmten Besteuerungszeitraum wird das FA in dem Zeitpunkt "zur Insolvenzmasse schuldig" i.S. des § 96 Abs. 1 Nr. 1 InsO, in dem ein anderer Unternehmer eine Lieferung oder sonstige Leistung für das Unternehmen des zum Vorsteuerabzug berechtigten Schuldners erbringt.
Urteil vom 05. Oktober 2004 VII R 69/03
1. Steuerrecht 2005 - Ein systematischer Überblick
Steuerarten, Bilanzsteuerrecht, Unternehmenssteuerrecht, Verfahrensrecht, Glossar
Hier finden Sie das Steuerrecht auch für den Nichtfachmann klar, nachvollziehbar und spannend dargestellt. Mit diesem Buch (Rechtsstand 1.1.2005) können sich auch Rechtsanwälte, Geschäftsführer, Firmeninhaber und Studenten binnen kürzester Zeit in das Steuerrecht einlesen und dessen Grundstrukturen verstehen. Zunächst werden Struktur, Begriffe und wesentliche Rechtsfolgen des Gesetzes erläutert. Daran schließen sich eine Vielzahl von Beispielsfällen und praktischen Hinweisen an, die das Thema veranschaulichen. Aktuell abgehandelt in einem eigenen Kapitel ist das Alterseinkünftegesetz. Ein Glossar der wichtigsten steuer- und bilanzrechtlichen Begriffe rundet dieses sich hauptsächlich an Rechtsanwälte, Firmeninhaber und Studenten wendendes Werk ab.
Dr. Dietrich Grashoff, 2005, 228 Seiten, ISBN 3-406-53083-4 - Stand: 1. Januar 2005, EUR 19,50
1. Fragen und Antworten zum Datenzugriffsrecht der Finanzverwaltung;
aktualisiert am 1. Februar 2005
Auf der Website des BMF:
Frage - und Antwortkatalog (Pdf 136 KB)
http://www.bundesfinanzministerium.de/Anlage29657/Frage-und-Antwortkatalog.pdf
2. Zur Erinnerung: Neuregelungen für Einkommensteuererklärung 2004
Im vergangen Jahr hat es zahlreiche Steuerrechtsänderungen gegeben. Steuerzahler, die sich jetzt an die Einkommensteuererklärung 2004 begeben, müssen daher viele Neuregelungen beachten. Neben materiellen gab es auch wichtige formelle Änderungen. Hier ist vor allem die elektronische Lohnsteuerbescheinigung zu nennen, die an die Stelle der bisherigen Lohnsteuerkarte tritt. Im Folgenden geben wir einen Überblick über wichtige steuerliche Änderungen, die bei der Einkommensteuererklärung 2004 zu beachten sind.
An Stelle der gewohnten Karton-Lohnsteuerkarte erhalten viele Arbeitnehmer den Ausdruck einer elektronischen Lohnsteuerbescheinigung. Dies ist dann der Fall, wenn Arbeitgeber dem Finanzamt die Arbeitnehmer-Lohnsteuerdaten auf elektronischen Weg übermittelt hat. Arbeitgeber ohne maschinelle Lohnabrechnung dürfen die Lohnsteuerkarte weiter verwenden.
Die in einer elektronischen Lohnsteuerbescheinigung angegebenen Daten (Bruttoarbeitslohn, Lohnsteuer usw.) sind vom Arbeitnehmer wie gewohnt in die Anlage N zur Einkommensteuererklärung einzutragen, wobei die in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung enthaltene persönliche Nummer (eTIN) mit angegeben werden muss. Der Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung selbst braucht aber nicht mehr beim Finanzamt zur Einkommensteuererklärung eingereicht zu werden.
In einigen Bundesländern wird für einfache Steuerfälle ein vereinfachter Vordruck für die Einkommensteuererklärung 2004 angeboten.
Für die Jahresbescheinigung, die Kreditinstitute ihren Kunden über zugeflossene Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne aus Finanzanlagen ausstellen, ist ein amtliches Muster vorgeschrieben. Die Jahresbescheinigung soll dem Steuerzahler das Ausfüllen der Steuererklärung erleichtern.
Für die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) 2004 muss kein amtlicher Vordruck verwandt werden.
Tarifänderungen 2004
Der Grundfreibetrag, der das Existenzminimum steuerfrei stellen soll, wurde von 7.235 Euro auf 7.664 Euro (Ledige) beziehungsweise von 14.470 Euro auf 15.328 Euro (Verheiratete) angehoben.
- Der Eingangs- und der Spitzensteuersatz wurden von 19,9 auf 16 Prozent beziehungsweise von 48,5 auf 45 Prozent gesenkt.
- Beim Einkommensteuertarif wurden die Tarifstufen beseitigt.
Die Änderungen beim Tarif werden bei der Veranlagung automatisch berücksichtigt.
Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag, den die Finanzämter von sich aus gewähren, wenn der Steuerzahler keine höheren Werbungskosten geltend macht, wurde von 1.044 Euro auf 920 Euro reduziert. Das bedeutet, dass sich Werbungskosten bereits ab 921 Euro steuermindernd auswirken. Bei den einzelnen Werbungskosten gab es folgende wichtige Änderungen:
Die Entfernungspauschale für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte wurde auf einen einheitlichen Satz von 0,30 €/km abgesenkt. Bislang lag der Satz bei 0,36 € für die ersten 10 Kilometer und 0,40 € für die darüber hinausgehende Strecke. Die Entfernungspauschale gilt allerdings nicht für Flugstrecken sowie bei steuerfreier Sammelbeförderung. Die Entfernungspauschale ist grundsätzlich auf einen Höchstbetrag von 4.500 € begrenzt. Arbeitnehmer, die mit dem Auto zu Arbeit fahren, können aber einen höheren Betrag geltend machen, wenn sie dem Finanzamt nachweise oder glaubhaft machen, dass sie mit dem Auto gefahren sind. Werden öffentliche Verkehrmittel benutzt, kann ein höherer Betrag dann angesetzt werden, wenn die tatsächlichen Aufwendungen darüber hinausgehen.
Steuerzahler, die im Jahr 2004 aus beruflichen Gründen umgezogen sind, müssen darauf achten, dass bei den steuerlichen Abzugsbeträgen die Höchstbeträge für Unterrichtskosten der Kinder angehoben wurden, und zwar zum 1.4.2004 von 1.381 Euro auf 1.395 Euro und zum 1.8.2004 auf 1.409 Euro. Erhöhungen gab es auch beim Pauschbetrag für sonstige Umzugskosten, die an Stelle eines Einzelkostennachweises geltend gemacht werden können. Dieser Pauschbetrag wurde zum 1.4.2004 von 550/1.099 Euro auf 555/1.110 Euro (ledig/verheiratet) und zum 1.8.2004 auf 561/1.221 Euro (ledig/verheiratet) angehoben. Der Erhöhungsbetrag für Angehörige stieg zum 1.4.2004 von 242 Euro auf 245 Euro und zum 1.8.2004 auf 247 Euro.
Beim steuerlichen Ansatz von Mehraufwendungen bei einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung wurde die bisherige Begrenzung auf zwei Jahre aufgehoben. Die Neuregelung gilt rückwirkend ab dem 1.1.2003. Arbeitnehmer ohne eigenen Hausstand können ab dem Veranlagungszeitraum 2004 Mehraufwendungen für eine berufsbedingte doppelte Haushaltsführung nicht mehr geltend machen. Eine Ausnahme gilt für Arbeitnehmer mit Einsatzwechseltätigkeit (z.B. Bau- oder Montagearbeiter). Sie können auch ohne eigenen Hausstand Mehraufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung für einen Zeitraum von drei Monaten steuermindernd absetzen.
Bei der Abschreibung von Arbeitsmitteln sind die AfA-Beträge jetzt zeitanteilig zu ermitteln. Die bisherige Vereinfachungsregelung, wonach in der ersten Jahreshälfte angeschaffte Wirtschaftsgüter mit dem vollen AfA-Betrag und in der zweiten Jahreshälfte angeschaffte Wirtschaftsgüter mit dem halben AfA-Betrag angesetzt werden konnten, wurde beseitigt.
Für die Anerkennung der beruflichen Nutzung eines privaten Computers gelten neue Regeln. Die Kosten können anteilig, entsprechend dem beruflichen Nutzungsumfang, angesetzt werden. Es wird nicht mehr verlangt, dass der PC ausschließlich beruflich genutzt wird. Kann ein Steuerzahler nachweisen oder glaubhaft machen, dass er einen privaten Computer in einem nicht unwesentlichen Umfang beruflich nutzt, so hält es der Bundesfinanzhof (BFH) vertretbar, dass regelmäßig von einer jeweils hälftigen privaten bzw. beruflichen Nutzung des PC ausgegangen werden kann. Will die Finanzverwaltung oder der Steuerzahler eine andere Aufteilung vornehmen, so bedarf es nach Auffassung der BFH-Richter zusätzlicher Anhaltspunkte und Umstände, die von dem betreffenden Beteiligten jeweils näher darzulegen bzw. glaubhaft zu machen sind. Beträgt die private Mitbenutzung nicht mehr als etwa 10 Prozent, dann können die gesamten PC-Kosten abgesetzt werden. Im Zusammenhang mit der Absetzung der Kosten für Peripherie-Geräte einer PC-Anlage (Monitor, Drucker, Scanner etc.) hat der BFH herausgestellt, dass diese Geräte nur dann als sofortabsetzbare, geringwertige Wirtschaftsgüter anzusehen sind, wenn sie unabhängig vom Rechner und den übrigen Peripherie-Geräten genutzt werden können. Dies gilt z.B. für Kombinationsgeräte, die auch als Fax oder Kopierer verwendet werden können. Eine Sofortabschreibung setzt allerdings voraus, dass die Anschaffungskosten nicht mehr als 410 Euro (ohne Mehrwertsteuer) betragen.
Rechtsänderungen sind auch bei den Abzugspositionen Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen zu beachten.
Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung oder ein erstes Studium, die nicht Werbungskosten oder Betriebsausgaben darstellen - also nicht im Zusammenhang mit einem Dienst- oder Arbeitsverhältnis anfallen - können ab dem Veranlagungszeitraum 2004 bis zu einer Höhe von maximal 4.000 Euro im Jahr als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Nach bisherigem Recht lag dieser Höchstbetrag bei 1.227 Euro. Die Kosten beruflicher Fortbildungsmaßnahmen nach Erwerb einer ersten Berufsausbildung oder nach einem ersten Studium werden in vollem Umfang als Werbungskosten/Betriebsausgaben anerkannt.
Bei Beiträgen zu Lebensversicherungen wurde der steuerliche Ansatz reduziert. Sie können nur noch zu 88 Prozent als Sonderausgaben geltend gemacht werden.
Bei der Unterstützung von bedürftigen Personen sieht es besser aus. Hier wurde der Höchstbetrag für den steuerlichen Abzug von Unterhaltsleistungen an bedürftige Personen als außergewöhnliche Belastung von 7.188 Euro auf 7.680 Euro angehoben.
Bei Alleinerziehenden wurde der bisherige Haushaltsfreibetrag durch einen so genannten Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ersetzt, der sich auf 1.308 Euro beläuft. Da die Voraussetzungen für die Gewährung des Entlastungsbetrags im vergangen Jahr mehrfach geändert worden sind, müssen Alleinerziehende genau prüfen, ob sie diesen Abzugsbetrag beanspruchen können.
Als alleinstehend gelten dabei Steuerzahler, die nicht die Voraussetzungen für das Splittingverfahren erfüllen oder verwitwet sind. Es darf auch keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person bestehen, es sei denn, es handelt sich um Kinder, für die dem Steuerzahler Kindergeld oder ein Kinderfreibetrag zusteht oder um Kinder, die Wehr- oder Ersatzdienst leisten oder als Entwicklungshelfer tätig sind. Ist die andere Person in der Wohnung des Steuerzahlers gemeldet, dann wird vermutet, dass sie mit dem Steuerzahler eine Haushaltsgemeinschaft bildet. Diese Vermutung ist widerlegbar. Dies ist allerdings ausgeschlossen, wenn eine eheähnliche Gemeinschaft oder eine eingetragene Lebensgemeinschaft vorliegt.
Einschränkungen gibt es ferner bei den Steuervergünstigungen für Baudenkmale, für Gebäude in Sanierungsgebieten sowie für schutzwürdige Kulturgüter.
Bei der steuerlichen Behandlung von Aufwendungen für die Instandsetzung und Modernisierung eines Gebäudes wurde die bisherige Verwaltungsauffassung zum anschaffungsnahen Aufwand gesetzlich festgeschrieben. Danach liegen Herstellungskosten entgegen der neueren BFH-Rechtsprechung auch dann vor, wenn die Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Gebäudes durchgeführt werden und die Aufwendungen 15 Prozent der Herstellungskosten des Gebäudes übersteigen. Die Regelung soll für Baumaßnahmen gelten, mit denen nach dem 31.12.2003 begonnen wurde
Für Steuerzahler mit über 18 Jahre alten Kindern, die noch zur Schule gehen oder für einen Beruf ausgebildet werden, gibt es eine kleine Verbesserung: Die Kinder können ab 2004 bis 7.680 Euro Einkünfte und Bezüge im Jahr erzielen, ohne dass den Eltern das Kindergeld und daran anknüpfende Abzugsbeträge verloren gehen. Bislang lag diese Grenze bei 7.188 Euro.
Ergänzende Hinweise finden Sie hier: http://steuerbar.de/themen/die_erste_steuererklaerung
Ende des Steuerlinks-Newsletter vom 05.02.2005

References: § 1
 § 4
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 § 35
 § 4
 § 346
 § 69
 § 96