Source: https://www.lfl.bayern.de/iab/duengung/207027/index.php?fontsize=-1
Timestamp: 2019-08-22 01:33:39+00:00

Document:
AV DüV - Rote Gebiete, grüne Gebiete - LfL
Ausführungsverordnung DüV – Rote Gebiete, grüne Gebiete
Mit der am 2.06.2017 in Kraft getretenen Düngeverordnung (DüV) werden die Landesregierungen in § 13 DüV verpflichtet, in Gebieten mit einer hohen Nährstoffbelastung (sogenannte "rote Gebiete") per Landesverordnung mindestens drei zusätzliche Auflagen bei der Düngung zu erlassen. Bestimmte Betriebe in wenig belasteten Gebieten (sogenannte "grüne Gebiete") können im Gegenzug Erleichterungen erhalten.
Bayern kommt dieser Verpflichtung mit der "Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung und Erleichterungen bei der Düngung (Ausführungsverordnung Düngeverordnung – AVDüV)“"nach. Die AVDüV gilt ab 1.12.2018.
Ausführungsverordnung Düngeverordnung – AVDüV
Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat auf Grundlage der in der AVDüV genannten Kriterien die Gebietskulisse festgelegt. Die Abbildung zeigt die roten und grünen Gebiete in Bayern.
Karte der roten und grünen Gebiete in Bayern
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Allgemeinverfügung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zur Festlegung der Gebiete nach AV DüV
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) erlässt im Einvernehmen mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) die Allgemeinverfügung zur Festlegung der Gebiete nach der Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung und Erleichterungen bei der Düngung. Die Allgemeinverfügung legt in Anlage 1 und 2 die Gebiete nach den Vorgaben des § 1 und des § 2 Ausführungsverordnung Düngeverordnung (AVDüV) fest.
Allgemeinverfügung der Lfl zur Festlegung der Gebiete nach AVDüV mit Anlage 1 und Anlage 2 2,4 MB
Anforderungen in den roten Gebieten
Im roten Gebiet müssen die Landwirte für alle Feldstücke ihres Betriebes drei zusätzliche Auflagen einhalten:
Jährliche Untersuchung des im Boden verfügbaren Stickstoffs auf allen Ackerschlägen bzw. Bewirtschaftungseinheiten (ausgenommen mehrschnittiger Feldfutterbau):
Je Kultur muss mindestens auf einem Feldstück eine Nmin- oder EUF-Bodenprobe gezogen werden. Für die weiteren Feldstücke der gleichen Kultur kann der im Boden verfügbare Stickstoff mit einem Simulationsprogramm ermittelt werden, das die LfL im Januar allen Landwirten kostenlos zur Verfügung stellt. Die ermittelten Werte müssen bei der Düngebedarfsermittlung verwendet werden.
Jährlich eine Untersuchung von Wirtschaftsdüngern sowie Gärrückständen vor dem Aufbringen auf Gesamtstickstoff, verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff und Gesamtphosphat:
Die Untersuchung ist einmal pro Jahr vom mengenmäßig bedeutendsten Wirtschaftsdünger des Betriebes durchzuführen, das Untersuchungsergebnis ist für die Düngebedarfsermittlung aller roten Flächen des Betriebes zu verwenden.
Einhaltung von erhöhten Gewässerabständen bei der Düngung mit 5 m statt 4 m auf ebenen Flächen und 10 m statt 5 m auf stark geneigten Flächen mit mehr als 10 % Hangneigung zur Böschungsoberkante.
Befreiung von den Auflagen in den roten Gebieten
Eine Befreiung von den zusätzlichen Maßnahmen auf den roten Flächen ist möglich, wenn eine der folgenden vier Bedingungen erfüllt ist:
Ein Betrieb weist im aktuellen Nährstoffvergleich einen Kontrollwert von max. 35 kg N/ha im dreijährigen Mittel nach.
Der Betrieb nimmt an der KULAP-Maßnahme B10 „Ökologischer Landbau im Gesamtbetrieb“ teil.
Es bestehen Kooperationen mit Wasserversorgern, die eine vergleichbare Wirkung wie die drei zusätzlichen Auflagen haben und es wurde ein Befreiungsantrag gestellt und genehmigt.
Wenn die Feldstücke mit einer der folgenden KULAP-Maßnahmen belegt sind:
B28/B29 – Umwandlung Acker- in Grünland entlang von Gewässern und in sonstigen sensiblen Gebieten,
B30 – Extensive Grünlandnutzung entlang von Gewässern und in sonstigen sensiblen Gebieten,
B34 – Gewässer- und Erosionsschutzstreifen (zukünftig B32/B33),
B35 – Winterbegrünung mit Zwischenfrüchten
B36 – Winterbegrünung mit Wildsaaten,
B37 – Mulchsaatverfahren bei Reihenkulturen,
B38 – Streifen-/Direktsaatverfahren bei Reihenkulturen
B39 – Verzicht auf Intensivfrüchte in wasserwirtschaftlich sensiblen Gebieten.
Es wird jedoch empfohlen, die drei zusätzlichen Maßnahmen durchzuführen, da die meisten KULAP-Maßnahmen nicht an die Fläche gebunden sind, sondern jährlich wechseln. Da kann es schnell passieren, dass eine Fläche wieder rot wird.
Die Befreiung aufgrund eines Kooperationsvertrags mit Wasserversorgern ist nur durch einen Befreiungsantrag beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten möglich. Dem Antrag sind eine Aufstellung der betroffenen Feldstücke (z. B. Ausdruck aus iBALIS mit Markierung der beantragten Feldstücke) und der Kooperationsvertrag beizulegen. Zu beachten ist, dass nicht jede Kooperation automatisch zu einer Befreiung führt, sondern die Inhalte des Kooperationsvertrags ausschlaggebend sind.
Es wird empfohlen, einen Antrag auf Befreiung rechtzeitig vor Beginn von Düngemaßnahmen zu stellen, sodass im Falle eines negativen Bescheides die Maßnahmen im roten Gebiet noch erfüllt werden können.
Befreiungsantrag aufgrund Kooperation mit Wasserversorger 96 KB
Betriebe mit mindestens 80 % Flächenanteil im grünen Gebiet (berechnet nach den tatsächlichen Flächenanteilen der LF des Betriebes in Bayern), können folgende Erleichterungen erhalten:
Anhebung der Grenzen für Aufzeichnungspflichten (Düngebedarfsermittlung, Nährstoffvergleich) von 15 auf 30 ha LF (ohne Flächen nach § 8 Abs. 6, Nr. 1 und 2 DüV), sofern max. 110 kg Gesamt-N/ha LF aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft jährlich anfallen, max. 3 ha Gemüse, Hopfen, Wein oder Erdbeeren angebaut und keine Wirtschaftsdünger oder Gärrückstände aufgenommen werden.
Rinderhaltende Betriebe > 3 GV/ha mit ausreichend Grünland brauchen auch ab 2020 nur sechs Monate Gülle-Mindestlagerkapazität. Die genaue Berechnung der erforderlichen Lagerkapazität erfolgt auf Basis der Anteile der Rinderhaltung sowie des Grünlandes der Betriebe im Rahmen des Lagerraumprogrammes der LfL.
Werden rote Flächen durch die oben genannten Verfahren von den zusätzlichen Maßnahmen befreit, werden sie zu „weißen Flächen“, für die die normale Düngeverordnung gilt. Zu den weißen Flächen zählen auch Flächen, die in Wasserschutzgebieten oder Einzugsgebieten von öffentlichen Wassergewinnungsanlagen liegen oder in Gemarkungen, in denen im Grundwasser mehr als 37,5 Milligramm Nitrat je Liter ohne fallenden Trend festgestellt worden sind (siehe Karte).
Weitere Informationen für Landwirte durch iBALIS
Die Information der Landwirte zur Gebietskulisse und den Vorgaben der Verordnung wird zum einen über iBALIS erfolgen. Hierzu ist bis Ende des Jahres und somit rechtzeitig vor der KULAP-Antragstellung folgendes vorgesehen:
Ein eigener Layer "Nitratgefährdete Gebiete (AVDüV)" gibt einen Überblick zur Nitratgefährdung der Flächen. Flächen mit zusätzlichen Anforderungen nach § 1 AVDüV bzw. 13 Abs. 2 DüV werden in dem Layer rot dargestellt. Flächen, die weder rot sind, noch als grünes Gebiet für die Erleichterungen nach § 2 AVDüV qualifizieren, werden weiß dargestellt. Grüne Gebiete werden nicht separat angezeigt.
Im FNN wird bei jedem nitratgefährdeten Feldstück der entsprechende Hinweis ergänzt (ähnlich zur Erosionsgefährdung). Zusätzlich werden auf einer eigenen Übersicht alle nitratgefährdeten Feldstücke und relevante KULAP-Maßnahmen auf diesem Feldstück angezeigt. So hat der Landwirt einen schnellen Überblick, auf welchen Feldstücken die drei zusätzlichen Auflagen einzuhalten sind.
Die Auflistung der nitratgefährdeten Feldstücke wird durch Informationen zu den drei Auflagen und den Befreiungsmöglichkeiten ergänzt.
Dem Landwirt werden auf Grundlage seiner aktuellen Feldstücke auch der prozentuale Anteil seiner LF am grünen Gebiet mit Erleichterungen nach § 2 AVDüV und die weiteren Voraussetzungen für die Erleichterungen angezeigt. Der Landwirt muss dann eigenverantwortlich entscheiden, ob er alle Voraussetzungen erfüllt und von den Erleichterungen Gebrauch macht.

References: § 13
 § 1
 § 2
 § 8
 § 1
 § 2
 § 2