Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.03.1997&Aktenzeichen=XI%20ZR%2050/96
Timestamp: 2013-05-22 02:33:55+00:00

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Rechtsprechung BGH, 11.03.1997 - XI ZR 50/96 Volltextver�ffentlichungen (7)
BGB � 138 Abs. 1, � 607
Sittenwidrigkeit der Ehegattenb�rgschaft des finanziell leistungsunf�higen Ehepartners bei Eigenkapitalhilfedarlehen
Eigenkapitalhilfedarlehen: Sittenwidrigkeit der Mithaftung des Ehegatten
Mithaftung des Ehepartners bei staatlichen gef�rderten Eigenkapitalhilfedarlehen
Sittenwidrigkeit des Schuldbeitritts eines verm�genslosen Ehepartners zu einem Eigenkapitalhilfedarlehen
Sittenwidrigkeit der Mithaftung eines finanziell �berforderten Ehepartners f�r Eigenkapitalhilfedarlehen auch ohne konkrete Einflussnahme der Bank
BGHZ 135, 66
NJW 1997, 1773
NJW-RR 1997, 1273 (Ls.)
ZIP 1997, 923
MDR 1997, 668
NJ 1997, 389
FamRZ 1997, 736
WM 1997, 1010
BB 1997, 1174
DB 1997, 1275
Wird zitiert von ... (15) BGH, 29.06.1999 - XI ZR 10/98 Sittenwidrigkeit einer B�rgschaft wegen finanzieller �berforderung des B�rgenDer XI. Zivilsenat ist demgegen�ber in st�ndiger Rechtsprechung (BGHZ 120, 272, 275; 134, 42, 48; 135, 66, 69; Urteile vom 22. Januar 1991 - XI ZR 111/90, WM 1991, 313, 315 und vom 26. April 1994 - XI ZR 184/93, WM 1994, 1022, 1023) davon ausgegangen, da� die Kriterien, nach denen die Sittenwidrigkeit von Mithaftungsvereinbarungen zu beurteilen ist, f�r alle Gruppen von B�rgen und sonstigen Mithaftenden einheitlich sein m�ssen.Dabei hat er es stets abgelehnt, das Interesse der kreditgew�hrenden Bank an einem Schutz vor Verm�gensverlagerungen bei einem unbeschr�nkten Mithaftungsbegehren als einen die Sittenwidrigkeit ausschlie�enden Umstand anzuerkennen (BGHZ 134, 42, 49 m.w.Nachw.; 135, 66, 68).Der XI. Zivilsenat hat bis in die Gegenwart daran festgehalten, da� allein das Ziel, etwaigen Verm�gensverschiebungen vorzubeugen, ein unbeschr�nktes Mithaftungsbegehren nicht rechtfertigt (BGHZ 134, 42, 49 m.w.Nachw.; 135, 66, 69).Der XI. Zivilsenat hat in st�ndiger Rechtsprechung (Urteile vom 22. Januar 1991 - XI ZR 111/90, WM 1991, 313, 314 und BGHZ 135, 66, 70) das Vorliegen einer krassen finanziellen �berforderung des Ehegatten oder nahen Angeh�rigen davon abh�ngig gemacht, da� dieser bei Abgabe der Mithaftungserkl�rung mit seinen eigenen Mitteln auf absehbare Zeit keine nennenswerten Tilgungsleistungen erbringen und nicht einmal die vertraglich vereinbarten Zinsen bezahlen konnte.Zwar ist die Ehe im Verh�ltnis der Ehegatten untereinander eine Schicksals- und Risikogemeinschaft, sie ist jedoch keine Solidargemeinschaft, die im Au�enverh�ltnis ein Einstehen f�r die Verbindlichkeiten des Partners erwarten l��t (Senatsurteil, BGHZ 135, 66, 71 m.w.Nachw.).Der XI. Zivilsenat hat daher darauf abgestellt, ob insbesondere aufgrund der Schul- und Berufsausbildung oder anderer erwerbsrelevanter F�higkeiten des Betroffenen eine begr�ndete Aussicht auf eine alsbaldige wesentliche Verbesserung der finanziellen Leistungsf�higkeit bestand (BGHZ 120, 272, 276; 135, 66, 70 und Urteil vom 6. Oktober 1998 - XI ZR 244/97, WM 1998, 2366).
BGH, 14.05.2002 - XI ZR 50/01 B�rgschaft - Leistungsf�higkeit eines B�rgen; Rechtm��igkeit Ehegattenb�rgschaftDer XI. Zivilsenat hat auch in der Folgezeit stets daran festgehalten, da� allein das Ziel, etwaigen Verm�gensverschiebungen vorzubeugen, ein wirtschaftlich sinnloses Mithaftungsbegehren des Kreditgebers grunds�tzlich nicht rechtfertigt (BGHZ 134, 42, 49; 135, 66, 69; Vorlagebeschlu� vom 29. Juni 1999 - XI ZR 10/98, WM 1999, 1556, 1558).
BGH, 25.01.2005 - XI ZR 28/04 Sittenwidrigkeit der Verb�rgung des kra� �berforderten Ehepartners f�r ein …Vielmehr wird der erkennbar nicht hinreichend solvente Ehepartner durch die Bindung der F�rderma�nahme an seine B�rgschafts- oder Mithaftungserkl�rung in eine wirtschaftlich sinnlose Garantenstellung f�r den ungewissen wirtschaftlichen Erfolg einer Berufsentscheidung des anderen gedr�ngt und m�glicherweise bis zum Lebensende finanziell unzumutbar belastet (Senat BGHZ 135, 66, 71 f.).
BGH, 14.05.2002 - XI ZR 81/01 B�rgschaft - Zur Sittenwidrigkeit einer Ehegattenb�rgschaftDer XI. Zivilsenat hat auch in der Folgezeit stets daran festgehalten, da� allein das Ziel, etwaigen Verm�gensverschiebungen vorzubeugen, ein wirtschaftlich sinnloses Mithaftungsbegehren des Kreditgebers grunds�tzlich nicht rechtfertigt (BGHZ 134, 42, 49; 135, 66, 69; Vorlagebeschlu� vom 29. Juni 1999 - XI ZR 10/98, WM 1999, 1556, 1558).
OLG N�rnberg, 24.11.1997 - 5 U 134/97 Sittenwidrigkeit einer Ehegattenb�rgschaftDer BGH hat in seiner Entscheidung vom 11. M�rz 1997 (NJW 97, 1773) hervorgehoben, da� staatliche F�rderma�nahmen nicht davon abh�ngig gemacht werden d�rfen, ob ein Dritter finanziell Verpflichtungen �bernimmt, die er nicht erf�llen kann, die ihn andererseits f�r den Rest seines Lebens auf den pf�ndbaren Betrag seiner Eink�nfte beschr�nken, falls er nicht die Voraussetzungen f�r etwaige k�nftige gesetzliche Entschuldungsmodelle erf�llt.Auch wenn die BBT mit der Forderung nach der B�rgschaft der Beklagten das Ziel verfolgt haben sollte, Verm�gensverschiebungen zu vermeiden, w�re das kein Grund, das Verhalten der Kl�gerin in einem g�nstigeren Licht erscheinen zu lassen (vgl. BGH, NJW 97, 1773, 1775).
OLG M�nchen, 07.05.1999 - 21 U 6544/98 Ihrem Vortrag l��t sich weder entnehmen, da� sich die Bekl. keinesfalls in die Haftung habe einbinden lassen wollen, noch, da� die Kl. konkret Einflu� auf ihre (der Bekl.) Willensbildung genommen habe; ein Besuch eines Vertreters der Kl. bei ihr wird ebenfalls nicht behauptet (vgl. BGH v. 11.3.1997 - XI ZR 50/96, NJW 1997, 1773 [1775] = ZIP 1997, 923; v. 18.1.1996 - IX ZR 171/95, NJW 1996, 1274 [1276] = ZIP 1996, 495).Erg�nzend sei auf das von der Rechtsprechung als grunds�tzlich berechtigt anerkannte Interesse des Kreditgebers hingewiesen, sich durch Einbeziehung des Ehegatten oder Lebenspartners in die Haftung wirksam vor (zuk�nftigen) Verm�gensverlagerungen vom Hauptschuldner auf den Partner zu sch�tzen (vgl. BGH v. 8.10.1998 -- IX ZR 257/97, = FamRZ 1999, 151 [152] = MDR 1999, 106 = ZIP 1998, 1999; BGH v. 18.12.1997 - IX ZR 271/96, NJW 1998, 597 [600] = ZIP 1998, 196; BGH v. 11.3.1997 - XI ZR 50/96, NJW 1997, 1773 [1774] = ZIP 1997, 923; BGH v. 23.1.1997 - IX ZR 69/96, WM 1997, 467 [468] = ZIP 1997, 406; v. 5.1.1995 - IX ZR 85/94, WM 1995, 237 [239 f.] = ZIP 1995, 203).
OLG Dresden, 08.12.1999 - 8 U 2462/99 Leasing - Sittenwidrigkeit eines LeasingvertragesDa einen Schuldbeitritt die einseitige Leistungsverpflichtung des Beitretenden kennzeichnet, ist Pr�fungsma�stab in erster Linie - wie bei der B�rgschaft - das Missverh�ltnis zwischen Umfang der Verpflichtung und Leistungsf�higkeit des Beitretenden (vgl. f�r Schuldmit�bernahme durch Ehegatten BGH NJW 1994, 1726 sowie BGHZ 135, 66 = NJW 1997, 1773; f�r Mithaftung des Lebensgef�hrten BGH NJW 1990, 1034).
OLG Koblenz, 01.09.2003 - 5 W 568/03 Bankenrecht - Sittenwidrigkeit eines Schuldanerkenntnisses des EhepartnersEine entsprechende �berforderung ist n�mlich deshalb gegeben, weil die Kl�gerin nicht einmal in der Lage war, die laufenden Zinsen der zus�tzlichen Verbindlichkeiten aufzubringen und die Beklagte dies - zumindest bei einer Pr�fung der Verh�ltnisse - erkennen konnte (BGHZ 135, 66, 70; BGH NJW 1999, 2584, 2586 f; BGH NJW 2000, 1182, 1183 f; BGH NJW 2001, 815, 816).
OLG N�rnberg, 21.09.2010 - 14 U 892/09 Sittenwidrigkeit der Mithaftung eines nahen Angeh�rigen f�r Darlehensschulden des …Da ein Schuldbeitritt die vom Kreditnehmer geschuldeten Zinsen ohne weiteres mit umfasst, kann eine Grenze f�r das Vorliegen einer krassen finanziellen �berforderung nicht ohne Ber�cksichtigung anfallender Zinsen festgelegt werden (Gundlach, in Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechtshandbuch, 3. Aufl. � 82 Rn. 101 unter Hinweis auf BGH Urt. v. 11.3.1997 - XI ZR 50/96, BGHZ 135, 64 = NJW 1997, 1773, Rn. 14 nach juris;… BGH, Beschl. v. 29.6.1999 - XI ZR 10/98, NJW 1999, 2584, Rn. 26 f. nach juris).
OLG Bremen, 27.06.2001 - 1 W 3/01 Bei unrealistischen Bankb�rgschaften haftet die BankNach der Rechtsprechung des BGH (ZIP 2001, 189 f),verst��t eine Schuldmit�bernahme bei nicht ganz geringf�gigen Bankkrediten auch ohne Hinzutreten den finanzschwachen Ehepartner bzw. nahen Angeh�rigen besonders belastender Umst�nde oder Verh�ltnisse im allgemeinen gegen die guten Sitten und ist daher nichtig gem�� � 138 Abs. 1 BGB , wenn die Verpflichtung nicht aufgrund einer freien Entscheidung �bernommen wurde, sondern die Bank die emotionale Bindung des Ehepartners oder des nahen Angeh�rigen an den Darlehnsnehmer ausgenutzt hat." Davon ist insbesondere bei einer krassen finanziellen �berforderung des Ehepartners oder des nahen Angeh�rigen auszugehen, die nach Auffassung des BGH grunds�tzlich dann zu bejahen ist, wenn er voraussichtlich nicht einmal in der Lage ist, die laufenden Zinsen mit seinen eigenen finanziellen Mitteln auf Dauer aufzubringen (BGH ZIP 2001, 189, 191; NJW 2000, 1182 ; BGHZ 135, 66 ,70).
OLG K�ln, 06.02.2002 - 13 U 142/00 Bankrecht; Abgrenzung Mitdarlehensnehmer/Mithaftender bei Einbeziehung der …
OLG Koblenz, 27.06.2002 - 5 U 1763/01 B�rgschaftsrecht - Sittenwidrigkeit einer Ehegattenb�rgschaft
KG, 04.01.2002 - 21 U 4124/00 OLG Frankfurt, 15.10.2008 - 23 U 11/07 Krasse finanzielle �berforderung des B�rgen

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