Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4165.htm
Timestamp: 2018-12-11 20:56:52+00:00

Document:
4.165 Herdle
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Herdle« vom 26. März 1990 (GBl. v. 11.05.1990, S. 147).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur. zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden‑württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnet Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Neufra, Landkreis Sigmaringen wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Herdle«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 87,50 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Neufra
· die Flurstücke Nrn. 1092, 1094‑1096, 1097/1, 1099/1, 1102-1112, 1113/1, 1113/2, 1115‑1123, 1124/1, 1124/2, 1135 teilweise (tw), 136 tw, 1137‑1139, 1140 tw, 1145/1, 1212 tw, 1213 , 1214 tw, 1219, 1220/2‑1220/4, 1221 tw, 1238-1246, 1248‑1301, 1302/1, 13022/2 (Korr. LfU: 1302/2), 1303‑1347, 1348‑1349, 1350/1, 1350/2, 1387‑1392, 1394/1, 1395, 1396, 5244 tw (Weg) und 5276 tw (Weg).
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 26. Mai 1989 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Sigmaringen in Sigmaringen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist:
1. die Erhaltung und Förderung der durch Niederhecken, Hochhecken und Baumhecken geprägten, für die Schwäbische Alb typischen Kulturlandschaft als Brut-, Nahrungs- und Rastbiotop für an solche Heckenlandschaften gebundene Tierarten;
2. die Erhaltung und Förderung einer artenreichen von unterschiedlichen Trockenstufen bestimmten Wiesenvegetation als Lebensraum für zahlreiche gefährdete und geschützte und auf Nährstoffarmut angewiesene Pflanzenarten;
3. die Erhaltung und Förderung von den unterschiedlichen Heckentypen mit ihrer vielfältigen Artenzusammensetzung, insbesondere ihrem Bestand an gefährdeten Wildrosenarten;
4. die Erhaltung der unbewaldeten Trockentäler als erdgeschichtliche Dokumente;
5. die Erhaltung der Schönheit der Eigenart der reichstrukturierten Landschaft, geprägt durch den Wechsel von offenen Wiesenflächen und Heckenzeilen bzw. Feldgehölzen;
6. Maßnahmen, die zur ökologischen Optimierung des Gebietes beitragen.
4. neu aufzuforsten;
7. Kleingärten und Schmuckreisigkulturen anzulegen oder auf andere Weise Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
11. das Schutzgebiet außerhalb der öffentlichen Wege zu befahren;
12. außerhalb von zugelassenen Stellen Feuer zu machen;
15. Gehölze, Hecken und Gebüsche zu beseitigen oder zu zerstören.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß Hochsitze nur als einfache Ansitzleitern aus naturbelassenen Rundhölzern errichtet werden;
2. für die ordnungsgemäße Ausübung der forstwirtschaftlichen Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß in Nieder-, Hoch- und Baumhecken sowie in von Laubholz geprägten Waldbereichen kein Nadelholz und keine standortfremden Laubholzarten gepflanzt werden dürfen. Eine extensive Holznutzung der Hecken in Form einer einzelstammweisen Gehölzentnahme ist weiterhin zulässig. § 4 Abs. 2 Nr. 4 und 15 bleiben unberührt;
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß
a) die Bewirtschaftung der Wiesen und Äcker in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang erfolgen kann. Ein Umbruch von Dauergrünland (Grünland nach mindestens vierjähriger Nutzung) und Brachflächen in Äcker oder zur Neueinsaat ist nicht zulässig;
b) die Hecken und Heckensäume nicht durch Pestizide, Düngung oder durch die Lagerung landwirtschaftlicher Produkte oder Produktionsmittel (z.B. Heu, Dünger, Holz oder Abfälle) beeinträchtigt werden;
c) landeseigene Flächen nur als extensives Grünland genutzt und nicht gedüngt werden;
d) die Lagerung einer kleineren Menge von Lesesteinen zulässig ist;
e) Brachflächen und Feldraine nicht abgebrannt werden. § 4 Abs. 2 Nr. 4, 7 und 15 bleiben unberührt:
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
5. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle - im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt - veranlaßt werden;
TÜBINGEN, den 26. März 1990

References: § 64
 § 22
 § 33
 § 2
 § 4
 § 4