Source: http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?t=22530&p=103637
Timestamp: 2018-10-20 14:28:05+00:00

Document:
Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Beitrag von WernerSchell » 31.03.2018, 06:04
Zunehmendes Lebensalter oder chronisch fortschreitende Erkrankungen machen eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen insbesondere zu pflegerischen Maßnahmen und medizinischen Behandlungen sowie psychosozialer Unterstützung in Vorbereitung auf die letzte Lebensphase erforderlich. Vor diesem Hintergrund können zugelassene Pflegeeinrichtungen im Sinne des § 43 SGB XI und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen nach § 75 Abs. 1 Satz 1 SGB XII gemäß § 132g Abs. 1 SGB V eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten.
Im Rahmen der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase soll den Leistungsberechtigten bezogen auf ihre individuelle Situation ermöglicht werden, Vorstellungen über medizinisch-pflegerische Abläufe, das Ausmaß, die Intensität, Möglichkeiten und die Grenzen medizinischer Interventionen sowie palliativ-medizinischer und palliativ-pflegerischer Maßnahmen in der letzten Lebensphase zu entwickeln und mitzuteilen.
Inhalt der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase ist ein individuell zugeschnittenes Beratungsangebot über die medizinisch-pflegerische Versorgung und Betreuung in der letzten Lebensphase. Dabei sollen bedürfnisorientiert auf medizinische Abläufe in der letzten Lebensphase und während des Sterbeprozesses eingegangen, mögliche Notfallsituationen besprochen und geeignete Maßnahmen zur palliativen und psychosozialen Versorgung dargestellt werden. Bestandteil der Beratungsgespräche soll auch das Angebot zur Aufklärung über bestehende rechtliche Vorsorgeinstrumente (insbesondere Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsvollmacht) bzw. die Möglichkeit ihrer Aktualisierung sein.
Durch die Dokumentation der Beratungsergebnisse - beispielsweise in Form einer Patientenverfügung - soll ein rechtssicherer Umgang der Einrichtungen sowie der unmittelbar an der Versorgung Beteiligten mit dem geäußerten Willen der bzw. des Leistungsberechtigten ermöglicht werden. Dadurch sollen die individuellen Wünsche mit Blick auf medizinisch-pflegerische Behandlungsabläufe und die Betreuung beachtet werden, selbst wenn die bzw. der Leistungsberechtigte zum Zeitpunkt der Entscheidung über Behandlungen nicht mehr zu einer Äußerung des natürlichen Willens fähig ist.
Stationäre Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen können sich entscheiden, die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anzubieten. Die Finanzierung erfolgt für gesetzlich Versicherte über die Krankenkasse. Die Inanspruchnahme durch die Versicherten in diesen Einrichtungen ist freiwillig.
Das Nähere über die Inhalte und Anforderungen der Versorgungsplanung hat der GKV-Spitzenverband gemäß § 132g Abs. 3 SGB V gemeinsam mit den Vereinigungen der Träger der vollstationären Pflegeeinrichtungen nach § 43 SGB XI und der Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung nach § 75 Abs. 1 Satz 1 SGB XII vereinbart.
•	Vereinbarung nach 132g Abs. 3 SGB V über Inhalte und Anforderungen der gesundheitlichen Versorgungsplanung (PDF, 349 KB) > https://www.gkv-spitzenverband.de/media ... lanung.pdf
•	Anlage 1 - Erklaerung zur Erfuellung der Anforderungen nach 14 der Vereinbarung nach 132g Abs. 3 SGB V (PDF, 67 KB) > https://www.gkv-spitzenverband.de/media ... _SGB_V.pdf
•	Anlage 2 - Leistungsnachweis über eine Beratung Beratungsprozess nach 132g Abs. 3 SGB V (PDF, 57 KB) > https://www.gkv-spitzenverband.de/media ... _SGB_V.pdf
Quelle: GKV-Sptzenverband - 07.02.2018
https://www.gkv-spitzenverband.de/krank ... lanung.jsp
§ 132g SGB V siehe > https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__132g.html
Mit der o.a. Vereinbarung, am 07.02.2018 vorgestellt, können nunmehr Initiativen zur Umsetzung des § 132g SGB V in Gang kommen. Es soll darum gehen, in eingehenden Beratungen den jeweiligen Patientenwillen auszuleuchten und als Blaupause für die eigentliche Patientenverfügung zu nutzen. Gleichzeitig geht es darum, valide Festlegungen für Notfallsituationen zu treffen. - Mit der Umsegtzung sollte nicht gezögert werden. Denn die zur Umsetzung erforderliche Vereinbarung sollte laut Gesetzesvorgaben bereits Ende 2016 vorliegen. - Werner Schell
Der Neusser Pflegetreff hat sich am 10.05.2017 mit dem Thema: Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (§ 132g SGB V) befasst und die neuen gesetzlichen Möglichkeiten aufgezeigt. Dazu gibt es in diesem Forum umfängliche Informationen. Siehe insoweit > http://www.wernerschell.de/aktuelles.php - Es können folgende Beiträge aufgerufen werden:
- Einführendes Statement von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk im Forum hier viewtopic.php?f=4&t=22110
Podium beim Pflegetreff am 10.05.2017
Siehe auch weitere Beiträge zur Palliativ- und Hospizversorgung, u.a. unter folgenden Adressen:
Aus Forum: > viewtopic.php?f=2&t=22077&p=98481
Zwei Filme informieren zum Modellprojekt beizeiten begleiten®,
das u.a. im Seniorenhaus "Lindenhof" in Grevenbroich durchgeführt wird:
>>> http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... uegung.mp4
>>> https://www.youtube.com/watch?v=Xtjton_5dAg
beizeiten begleiten® - Projekt im Seniorenhaus Lindenhof, Grevenbroich
viewtopic.php?f=2&t=22076
viewtopic.php?f=2&t=22049
viewtopic.php?f=2&t=17534
viewtopic.php?f=2&t=20305
Würde bis zuletzt! – Verbände formulieren Anregungen und Forderungen an Politik ...
Beitrag von WernerSchell » 17.05.2018, 17:11
Würde bis zuletzt! – Verbände formulieren Anregungen und Forderungen an Politik, Medizin und Gesellschaft zur Gestaltung der letzten Lebensphase
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) ruft Menschen dazu auf, die Endlichkeit ihres Lebens nicht zu verdrängen und durch das Aufsetzen einer Patientenverfügung und einer Vorsorgevollmacht die Angehörigen nicht mit schwierigen Entscheidungen alleine zu lassen. In dem Grundsatzpapier „Würde bis zuletzt!“ erinnert sie auch an die Bedeutung von Ritualen wie Trauerfeier und Bestattung für die Hinterbliebenen. Vereine und Verbände sollten das Thema „Sterben und Tod“ als Teil ihres verbandlichen Bildungsauftrags ansehen.
Die BAGSO begrüßt den bereits 2015 beschlossenen Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung, mahnt aber, dies nun auch umzusetzen und zwar flächendeckend. „Sterben ist ein Teil des Lebens, das letzte Stück. Und es hängt viel davon ab, unter welchen Umständen es geschieht“, so der Vorsitzende des Dachverbands und ehemalige Bundessozialminister Franz Müntefering. Vor allem auch in Pflegeheimen brauche es qualifizierte Palliativ- und Hospizkräfte über das bisherige Maß hinaus. In dem Papier wird aber auch klargestellt, dass nur ein Teil der Sterbenden – nach Schätzungen 10 % bis 15 % – auf eine solche spezialisierte Versorgung angewiesen ist.
Schließlich: Die Diskussion über die Zulässigkeit der Hilfe zur Selbsttötung darf keinen sozialen Druck entstehen lassen, der alte und hilfebedürftige Menschen in ihrer Entscheidungsfreiheit beeinflusst. „Helfen und sich helfen lassen ist ein menschliches Prinzip“, heißt es in dem Papier. Die BAGSO setzt daher auf eine professionelle Palliativversorgung und menschliche Zuwendung.
Das Positionspapier finden Sie unter www.bagso.de
Tel.: 02 28 / 24 99 93 12
Quelle: BAGSO-Pressemitteilung 11/2018 Bonn, 17. Mai 2018
Vorausschauende Versorgungsplanung in Palliativmedizin wichtig
Beitrag von WernerSchell » 07.06.2018, 07:31
Ärzte Zeitung vom 07.06.2018:
In der letzten Phase des Lebens setzt die palliativmedizinische Leitlinie bei Patienten mit nicht heilbarer Krebserkrankung auf die Gesprächsbegleitung. Doch sie findet noch zu selten statt. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=96 ... efpuryykqr

References: § 43
 § 75
 § 132
 § 132
 § 43
 § 75

§ 132
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