Source: https://www.verkehrslexikon.de/Texte/RestWert03.php
Timestamp: 2017-10-18 14:37:02+00:00

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Der Geschädigte braucht sich keinesfalls vom Schädiger oder dessen Versicherer entgegenhalten zu lassen, es sei mit dessen Hilfe ein höherer Restwerterlös erzielbar gewesen, wenn er die Fahrzeugreste im Einklang mit einem SV-Gutachten verwertet oder von einer seriösen Werkstatt oder Gebrauchtwagenhandlung hat ankaufen lassen.
Insofern hat der BGH (Urteil vom 21.01.1992 - VI ZR 142/91) klarstellend und grundsätzlich entschieden, dass sich der Geschädigte auf ein von ihm eingeholtes SV-Gutachten sowie auf seriöse Angebote von Händlern seines Vertrauens verlassen darf.
Der Geschädigte, der ein Gutachten über den Restwert seines bei einem Unfall beschädigten Kraftfahrzeugs eingeholt hat, ist bei einer Schadensabrechnung auf der Grundlage der Wiederbeschaffungskosten grundsätzlich berechtigt, den Wiederbeschaffungswert (lediglich) um den vom Sachverständigen ermittelten Restwert zu kürzen.
Hat der Geschädigte allerdings bei der Veräußerung seines Unfallwagens ohne überobligationsmäßige Anstrengungen einen Erlös erzielt, der den vom Sachverständigen geschätzten Restwert übersteigt, so muss er sich einen Abzug in Höhe dieses Erlöses gefallen lassen. Die Darlegungs- und Beweislast trifft insoweit den Schädiger.
Weder ist der Geschädigte selbst zu sog. überobligationsmäßigen Anstrengungen bei der Resteverwertung verpflichtet noch muss er etwa gar dem Schädiger erst eine gewisse Zeit lang Gelegenheit zu einem Gegenangebot geben, sondern kann sofort ohne Rückversicherung tätig werden, und zwar auf dem ihm allein zugänglichen Restwertmarkt.
Diese Auffassung hat der BGH sodann noch einmal ganz eindeutig im Urteil vom 06.04.1993 - VI ZR 181/92) kundgetan:
Diese von ihm entwickelten Grundsätze hat der BGH dann auch in seiner Entscheidung vom 30.11.1999 - VI ZR 219/98 aufrecht erhalten:
In neuerer Zeit finden sich die vom BGH zur Restwerthöhe aufgestellten Grundsätze in den Entscheidungen
BGH (Urteil vom 07.12.2004 - VI ZR 119/04)
BGH (Urteil vom 12.07.2005 - VI ZR 132/04)
BGH (Urteil vom 30.05.2006 - VI ZR 174/05):
BGH (Urteil vom 06.03.2007 - VI ZR 120/06):
BGH (Urteil vom 13.01.2009 - VI ZR 205/08):
Mit der letztgenannten Entscheidung dürfte die Entwicklung der BGH-Rechtsprechung zum Restwerterlös in großen Zügen abgeschlossen sein.

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