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Timestamp: 2017-09-21 01:24:15+00:00

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Lexikon Steuer: Kinder - Berufsausbildung
> Kinder - Berufsausbildung
Ein Kind, das das 18. aber noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet hat, wird berücksichtigt, wenn es für einen Beruf ausgebildet wird.( § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2a EStG ) Als Berufsausbildung ist die Ausbildung für einen künftigen Beruf anzusehen, z.B. Ausbildung für einen handwerklichen, kaufmännischen, technischen oder wissenschaftlichen Beruf sowie die Ausbildung in der Hauswirtschaft auf Grund eines Berufsausbildungsvertrages oder an einer Hauhaltsschule oder Berufsfachschule. Zur Berufsausbildung gehört auch der Besuch von Allgemeinwissen vermittelnden Schulen, von Fachschulen und Hochschulen sowie ein nach der maßgebenden Ausbildungs- und Prüfungsordnung vorgeschriebenes Praktikum (BFH, 10.02.1961 - VI 182/60 U, BStBl III 1961, 160). Die Berufsausbildung soll die für Ausübung eines Berufs notwendigen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse vermitteln. Eine Berufsausbildung ist nur dann anzunehmen, wenn sie die Zeit und Arbeitskraft des Kindes dermaßen in Anspruch nimmt, dass ein greifbarer Bezug zu dem angestrebten Berufsziel hergestellt wird und Bedenken gegen die Ernsthaftigkeit ausgeschlossen sind. Zur Berufsausbildung i.S. des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG gehört auch die Teilnahme am Schulunterricht zur Erfüllung der Schulpflicht. Das gilt auch dann, wenn der Umfang des danach zu besuchenden Unterrichts zehn oder weniger Wochenstunden umfasst (BFH, 28.04.2010 - III R 93/08).
Der Besuch von Abend- oder Tageskursen von nur kurzer Dauer täglich kann nicht als Berufsausbildung angesehen werden. Unterbrechungszeiten wegen Erkrankung oder Mutterschaft zählen auch zur Berufsausbildung. Zeiten des Erziehungsurlaubs bzw. der Elternzeit zählen dagegen nicht zur Ausbildung, da die Kinderbetreuung im Vordergrund steht (BZSt, 30.09.2009 - St II 2 - S 2280-170/09, DA-FamEStG 63.3.2.7, BStBl I 2009, 1064 sowie BFH, 15.07.2003 - VIII R 47/02, BStBl II 2003, 848). In Berufsausbildung befindet sich, wer seine Berufsziele noch nicht erreicht hat, sich aber ernstlich darauf vorbereitet (BFH, 09.06.1999 - VI R 50/98, BStBl II 1999, 706). Die Ferienzeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten gehört zur Berufsausbildung, nicht aber die Übergangszeit zwischen dem Abschluss der Berufsausbildung und dem Berufsantritt sowie die Probezeit bei erstmaligem Berufsantritt (BFH, 31.01.1964 - VI 5/63, BStBl II 1964, 300). Zur Berücksichtigung eines Kindes bei einem Auslandsaufenthalt in einem sog. "Au-pair-Verhältnis" vgl. Kinder - Au-pair-Tätigkeit .
Veränderung der Anspruchsdauer ab 2007
Ab 2007 wurde die Anspruchsdauer auf Kindergeld und die Freibeträge für Kinder von 27 Jahre auf 25 Jahre abgesenkt. Die mit der Herabsetzung der Altersgrenze verbundenen Härten sollen durch eine gleitende Übergangsregelung abgemildert werden. Kinder, die im VZ 2006 bereits das 25. oder 26. Lebensjahr vollendet haben, können weiterhin bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres berücksichtigt werden. Für den Geburtenjahrgang 1982 wird bei der Altersgrenze auf die Vollendung des 26. Lebensjahres abgestellt. Erst ab dem Geburtenjahrgang 1983 kommt die Neuregelung uneingeschränkt zur Anwendung, vgl. § 32 Abs. 4 Satz 1 EStG sowie § 52 Abs. 40 EStG i.d.F.d. Steueränderungsgesetzes 2007. Die niedrigere Altersgrenze genügt nach Auffassung des BFH dem verfassungsrechtlichen Gebot der steuerlichen Verschonung des Familienexistenzminimums, da Eltern ihre tatsächlichen Unterhaltsleistungen für ältere Kinder als außergewöhnliche Belastung abziehen können (BFH, 17.06.2010 - III R 35/09). Gegen die Entscheidung wurde Verfassungsbeschwerde erhoben, Az beim BVerfG: 2 BvR 2875/10.
Eine Volontärtätigkeit , die ausbildungswillige Kinder vor Annahme einer voll bezahlten Beschäftigung gegen geringe Entlohnung absolvieren, ist nach Auffassung des BFH grundsätzlich als Berufsausbildung i.S. des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2a EStG anzuerkennen, wenn das Volontariat der Erlangung der angestrebten beruflichen Qualifikation dient und somit der Ausbildungscharakter im Vordergrund steht. Die Verwaltung geht im Übrigen selbst davon aus, dass die Unterweisung in einem "Anlernverhältnis" jedenfalls dann als Berufsausbildung anzusehen ist, wenn ein Ausbildungsplan zu Grunde liegt, die Unterweisung auf qualifizierte Tätigkeiten ausgerichtet ist und nicht den Charakter einer Arbeitsleistung gegen Entgelt hat.
Zur Berufsausbildung im Sinne des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG gehört auch die Vorbereitung auf eine Promotion , wenn diese im Anschluss an das Studium ernsthaft und nachhaltig durchgeführt wird (vgl.BZSt, 30.09.2009 - St II 2 - S 2280-170/09, DA-FamEStG 63.3.2.3 Abs. 4; BStBl I 2009, 1061). Auch die Promotionsvorbereitung gilt ggf. als Berufsausbildung (BFH, 10.12.2003 - VIII B 151/03, BFH/NV 2004, 929).
Auch das Anwalts praktikum eines Jurastudenten ist Berufsausbildung in diesem Sinne, da es sich um eine Maßnahme zum Erwerb von Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen handelt, die als Grundlagen für die Ausübung des angestrebten Berufs geeignet sind. Aus dem Gesetzeswortlaut kann nicht gefolgert werden, dass die Ausbildungsmaßnahme in einer Ausbildungs- oder Studienordnung vorgeschrieben sein oder - mangels solcher Regelungen - jedenfalls dem Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten dienen muss, die für den angestrebten Beruf zwingend notwendig sind (vgl. R 32.5 EStR ).
Für diese Übergangszeit ist auch ein Ausbildungsfreibetrag zu gewähren ( R 33a.2 Abs. 2 EStR ).

References: § 32
 § 32
 § 32
 § 52
 § 32
 § 32