Source: https://www.haufe.de/personal/haufe-personal-office-platin/bfh-urteil-vom-17012017-viii-r-713-veroeffentlicht-am-10052017_idesk_PI42323_HI10711981.html
Timestamp: 2020-02-17 15:38:41+00:00

Document:
BFH Urteil vom 17.01.2017 - VIII R 7/13 (veröffentlicht am 10.05.2017) | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
BFH Urteil vom 17.01.2017 - VIII R 7/13 (veröffentlicht am 10.05.2017)
EStG 2002 §§ 15b, 20 Abs. 2b; AO § 42
Hessisches FG (Urteil vom 17.10.2012; Aktenzeichen 1 K 2343/08; EFG 2013, 510)
I. Streitig ist, ob ein sog. Steuerstundungsmodell i.S. des § 15b des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr (2006) anzuwendenden Fassung (EStG) vorliegt.
Mit Darlehensvertrag vom 20. Dezember 2006 gewährte B der Klägerin ein Darlehen zur Finanzierung des Erwerbs der gezeichneten Schuldverschreibungen in Höhe von Y € zuzüglich eines Disagios in Höhe von... €. Die Laufzeit des Darlehens betrug zehn Jahre, beginnend mit dessen Auszahlung am 20. Dezember 2006, endend am 20. Dezember 2016. Das Disagio war am Tag der Darlehensauszahlung zu entrichten und wurde bei der Auszahlung vom Bruttodarlehensbetrag einbehalten. Die Darlehnszinsen waren vorschüssig jeweils zum 20. Dezember eines Jahres zu zahlen. Die Forderungen des B aus dem Darlehensvertrag wurden durch die Verpfändung der von der Klägerin erworbenen Schuldverschreibungen besichert. Die aufgrund der Darlehensvereinbarung am 20. Dezember 2006 zu entrichtenden Zahlungen beliefen sich insgesamt auf Z €.
Das ursprünglich zuständige Finanzamt stellte mit Bescheid vom 9. Juli 2008 über die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen und des verrechenbaren Verlustes nach § 15b Abs. 4 EStG für 2006 Einnahmen der Klägerin in Höhe von 0 € sowie Werbungskosten zu ausländischen Zinsen und anderen Erträgen ohne Dividenden in Höhe von Z € fest, wovon Z € unter § 20 Abs. 2b i.V.m. § 15b EStG fielen. Der Beigeladenen wurde der Gesamtbetrag als Werbungskosten zugerechnet. Darüber hinaus stellte das Finanzamt einen nicht ausgleichs-/abzugsfähigen Verlust des Wirtschaftsjahres in Höhe von Z € sowie einen steuerpflichtigen verrechenbaren Verlust am Ende des Wirtschaftsjahres in gleicher Höhe fest.
Die Klägerin und die Beigeladene beantragen, das angefochtene Urteil der Vorinstanz und die im Feststellungsbescheid 2006 vom 9. Juli 2008 enthaltene Feststellung eines verrechenbaren Verlustes nach § 15b Abs. 4 EStG aufzuheben.
II. Die Revision ist begründet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und der Klage stattzugeben (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--).
Haufe-Index 10711981
BFH/NV 2017, 969
BFH/PR 2017, 259
BStBl II 2017, 700
BFHE 2017, 492
BB 2017, 1109
BB 2017, 1378
DB 2017, 1061
DStR 2017, 1024
DStRE 2017, 697
DStZ 2017, 467
HFR 2017, 593
WPg 2017, 662
FR 2017, 1019
GStB 2017, 34
NWB 2017, 1488
EStB 2017, 220
NZG 2017, 678
NZG 2017, 751
SteuerStud 2017, 613
StuB 2017, 401
DZWir 2017, 350
ErbStB 2017, 236
NWB direkt 2017, 550
StX 2017, 311

References: § 42
 § 15
 § 15
 § 20
 § 15
 § 15