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Timestamp: 2016-10-21 09:13:16+00:00

Document:
Bundesrichter Hohl, Pr�sidentin,
Haftung f�r Arrestschaden (Art. 273 SchKG),
A.a Die X.________ N.V. ist eine in Cura�ao/Niederl�ndische Antillen domizilierte Gesellschaft.
A.b T.________, U.________ und V.________, alle mit Wohnsitz im Ausland, sind die Erben von S.________. Er verstarb als niederl�ndischer Staatsangeh�riger am 19. August 2003 mit letztem Wohnsitz in der Schweiz, wo er Eigent�mer einer Liegenschaft war. Als Testamentsvollstrecker und Abwicklungstreuh�nder setzte er Z.________, in Abcoude/Niederlande, ein.
B.a Auf Begehren der X.________ N.V. erliess der Gerichtspr�sident 1, Gerichtskreis XI Interlaken-Oberhasli, gest�tzt auf Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG am 22. Februar 2006 einen Arrestbefehl gegen�ber T.________, U.________ und V.________ f�r eine Forderung von Fr. 5'707'502.-- nebst Zinsen aus einem Darlehensvertrag. Als Arrestgegenst�nde wurden die Liegenschaft A.________ Gbbl. 2158, die Gegenst�nde (M�bel, etc.) im Geb�ude, sowie der beim Notar W.________ in Interlaken hinterlegte Kaufpreis bezeichnet. Der Arrest wurde vom Betreibungs- und Konkursamt Berner Oberland, Dienststelle Interlaken, gleichentags vollzogen (Arresturkunden vom 21. April 2006).
B.b Der Arrest wurde mit Einspracheentscheid vom 2. Mai 2006 best�tigt. Das Obergericht des Kantons Bern hob (auf Appellation hin) den Arrest am 18. August 2006 auf. Die staatsrechtliche Beschwerde der X.________ N.V. wurde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (Urteil 5P.355/2006 des Bundesgerichts vom 8. November 2006).
Am 19. Juni 2006 �berliess das Betreibungsamt die verarrestierte Liegenschaft gegen Sicherheitsleistung (nach Art. 277 SchKG) zur freien Verf�gung. Die betreibungsrechtliche Beschwerde der X.________ N.V. blieb erfolglos (Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern als Aufsichtsbeh�rde in Betreibungs- und Konkurssachen vom 23. November 2006). In der Folge wurde die Liegenschaft gest�tzt auf den am 3. Februar 2006 bzw. vor Arrestlegung mit den Eheleuten R.________ geschlossenen Vertrag verkauft.
C.a Am 19. April 2007 erhob Z.________ als Willensvollstrecker beim Gerichtskreis XI Interlaken-Oberhasli Klage gegen die X.________ N.V. und verlangte Schadenersatz aus Haftung f�r Arrest gem�ss Art. 273 SchKG. Der Schaden wurde im Wesentlichen mit verschiedenen Aufwendungen im Zusammenhang mit der �bertragung der Liegenschaft an R.________ begr�ndet, welche durch die ungerechtfertigte Arrestlegung entstanden seien.
C.b Am 29. Dezember 2010 wurde die X.________ N.V. vom Gerichtskreis verpflichtet, Z.________ den Betrag von Fr. 79'568.50 nebst (n�her bestimmten) Zinsen zu bezahlen. Mit Appellationsentscheid vom 9. Dezember 2011 verpflichtete das Obergericht des Kantons Bern (Zivilabteilung, 1. Zivilkammer) die X.________ N.V., Z.________ den (reduzierten) Betrag von Fr. 37'038.50 nebst Zins zu 5 % seit dem 8. November 2006 zu bezahlen.
Die X.________ N.V. hat am 25. Januar 2012 Beschwerde in Zivilsachen erhoben. Die Beschwerdef�hrerin verlangt, der Entscheid des Obergerichts vom 9. Dezember 2011 sei aufzuheben und die Klage von Z.________ (Beschwerdegegner) vom 19. April 2007 sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Nach Durchf�hrung des Schriftenwechsels beantragt der Beschwerdegegner die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die Beschwerdef�hrerin h�lt an ihrem Begehren fest. Das Obergericht hat auf eine Vernehmlassung verzichtet.
1.1 Angefochten ist ein Entscheid �ber die Haftung f�r Arrestschaden nach Art. 273 SchKG. Der im ordentlichen Verfahren ergangene Entscheid stellt eine Zivilsache im Sinne von Art. 72 Abs. 1 BGG dar. Der letztinstanzliche kantonale Rechtsmittelentscheid schliesst das Verfahren ab (Art. 75, Art. 90 BGG). In der verm�gensrechtlichen Angelegenheit ist die erforderliche Streitwertgrenze erreicht (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Die fristgem�ss (Art. 100 Abs. 1, Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG) erhobene Beschwerde in Zivilsachen ist grunds�tzlich zul�ssig.
1.2 Mit vorliegender Beschwerde kann u.a. die Verletzung von Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Weiter kann ger�gt werden, ausl�ndisches Recht sei nicht angewendet worden, wie es das schweizerische internationale Privatrecht vorschreibt (Art. 96 lit. a BGG). In verm�gensrechtlichen Streitsachen ist betreffend die Anwendung des massgebenden ausl�ndischen Rechts (Art. 96 lit. b BGG) nur die R�ge der Verletzung des Willk�rverbotes (Art. 9 BV) m�glich (BGE 133 III 446 E. 3.1 S. 447).
1.3 Das Bundesgericht ist an den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG). Zul�ssig ist einzig die R�ge, dass eine Tatsachenfeststellung auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhe oder eine Tatsache offensichtlich unrichtig festgestellt worden sei (Art. 97 Abs. 1 BGG), wobei "offensichtlich unrichtig" mit "willk�rlich" gleichzusetzen ist (BGE 133 III 393 E. 7.1 S. 398 mit Hinw.). Noven sind gem�ss Art. 99 BGG unzul�ssig.
1.4 In der Beschwerdeschrift ist in gedr�ngter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Die Verletzung von verfassungsm�ssigen Rechten ist in der Beschwerdeschrift vorzubringen und zu begr�nden (Art. 106 Abs. 2 BGG), wobei das R�geprinzip gilt (BGE 133 III 589 E. 2 S. 591). F�r die R�ge einer Verletzung des Willk�rverbots (Art. 9 BV) reicht es nicht aus, die Rechtslage aus Sicht des Beschwerdef�hrers darzulegen und den davon abweichenden angefochtenen Entscheid als willk�rlich zu bezeichnen; vielmehr ist im Einzelnen darzulegen, inwiefern das kantonale Gericht willk�rlich entschieden haben soll und der angefochtene Entscheid deshalb an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 117 Ia 10 E. 4b S. 11 f.).
1.5 Die Beschwerdef�hrerin legt nicht dar (Art. 106 Abs. 2 BGG), inwiefern eine Verletzung der Rechtsweggarantie (Art. 29a BV) oder EMRK-Garantien (Art. 6 EMRK betreffend civil rights) vorliegen soll, wenn das Obergericht f�r die Haftungsklage aus Arrest betreffend die Widerrechtlichkeit auf den Arresteinspracheentscheid (Art. 278 SchKG) abgestellt hat. Dass der Gesetzgeber den Weg an ein Gericht erm�glichen, aber eine summarische Pr�fung wie betreffend die Arresteinsprache (aArt. 25 Abs. 2 lit. a SchKG, Art. 251 lit. a ZPO) vorsehen kann (BIAGGINI, in: Biaggini [Hrsg.], BV Kommentar, 2007, N. 9 zu Art. 29a BV), wird in der Beschwerdeschrift nicht er�rtert.
Das Obergericht hat zun�chst erwogen, dass der Beschwerdegegner als Testamentsvollstrecker und Abwicklungstreuh�nder im Nachlass S.________ nach schweizerischem Recht, mithin als Willensvollstrecker befugt sei, die Schadenersatzklage nach Art. 273 SchKG zu erheben. Im Erbschein und Testamentsvollstreckerzeugnis werde dem Beschwerdegegner in Ziff. 8 und 9 (der vom niederl�ndischen Notar am 27. September 2004 ausgestellten Urkunde) ausdr�cklich die Verwaltung des Nachlasses �bertragen.
Mit Bezug auf die Haftungsvoraussetzungen hat das Obergericht die Widerrechtlichkeit des Arrestes als gegeben erachtet; es hat sich auf den Rechtsmittelentscheid im Arresteinspracheverfahren abgest�tzt, mit welchem der Arrest aufgehoben wurde. Das Obergericht hat einen durch den Arrest verursachten Schaden darin erblickt, dass Verhandlungen und Abkl�rungen eine zus�tzliche (bzw. "aussergerichtliche") Rechtsvertretung erforderten, weitere Kosten beim Notariat W.________ entstanden und Lager- und Aufbewahrungskosten f�r Mobilien anfielen.
Streitpunkt im vorliegenden Schadenersatzprozess nach Art. 273 SchKG ist zun�chst, ob das Recht zur Klageerhebung besteht.
3.1 Nach den Sachverhaltsfeststellungen im angefochtenen Urteil st�tzt der Beschwerdegegner seine T�tigkeit auf einen Erbschein und ein Testamentsvollstreckerzeugnis bzw. die in Rotterdam/Niederlande am 27. September 2004 ausgestellte notarielle Urkunde. Diese wurde entgegen der Darstellung in der Beschwerdeschrift nicht �bergangen, sondern vom Obergericht als entscheiderheblich erachtet. Die Beschwerdef�hrerin bringt nichts vor, um die vorfrageweise Anerkennung dieses Ausweises �ber die Ernennung des Willensvollstreckers in Frage zu stellen (Art. 96 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 29 Abs. 3 IPRG; vgl. SCHNYDER/LIATOWITSCH, in: Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, 2. Aufl. 2007, N. 4 zu Art. 96 IPRG). Um die Tragweite einer (anerkannten) ausl�ndischen Urkunde zu interpretieren, kann es allgemein notwendig sein, sich auf das Recht zu beziehen, welches die ausl�ndische Beh�rde angewendet hat (BUCHER, in: Commentaire romand, LDIP/CL, 2011, N. 9 zu Art. 96 IPRG; vgl. BGE 122 III 213 E. 4b S. 217).
3.2 Das Obergericht hat festgehalten, dass dem Beschwerdegegner gem�ss der niederl�ndischen Urkunde vom 27. Februar 2004 ausdr�cklich die Verwaltung des Nachlasses �bertragen worden sei. Aus der Urkunde "Verklaring van erfrecht en executele" (�bersetzt als "Erbschein, zugleich Testamentsvollstreckerzeugnis") geht hervor, dass der Erblasser den Beschwerdegegner als "Testamentsvollstrecker und Abwicklungstreuh�nder" eingesetzt hat, welcher w�hrend seiner Verwaltung "bei der Erf�llung seiner Aufgaben die Erben gerichtlich und aussergerichtlich vertritt", und er in der erw�hnten Eigenschaft "befugt ist, den Nachlass zu verwalten" (Ziff. 8 und 9). Dass der Notar niederl�ndisches Recht angewendet hat, geht ohne weiteres aus der Urkunde hervor, zumal erw�hnt wird, dass der Erblasser den Nachlass dem Heimatrecht unterstellt habe. Ist der Umfang der Befugnisse des Willensvollstreckers (wie hier) in einem ausl�ndischen Willensvollstreckerausweis festgehalten, so ist dies nach Massgabe von Art. 96 IPRG grunds�tzlich bindend (PICHLER, Die Stellung des Willensvollstreckers in "nichterbrechtlichen" Zivilprozessen, 2011, S. 170). Die Beschreibung der Befugnisse des Beschwerdegegners in der Urkunde l�sst den Schluss zu, dass er zur Anhebung der vorliegenden Klage berechtigt ist, ohne dass insoweit eine Einschr�nkung vorliegt. Dies hat das Obergericht jedoch in Anwendung des ausl�ndischen Rechts gefolgert, indem es auf die Tragweite gem�ss Beschreibung in der Urkunde abgestellt hat. Eine Verletzung von Kollisionsregeln r�gt die Beschwerdef�hrerin insoweit nicht und braucht - wie sich aus dem Folgenden ergibt - nicht weiter er�rtert zu werden.
3.3 Die Beschwerdef�hrerin legt nicht dar, inwiefern die Tragweite der Urkunde auf einer geradezu unhaltbaren bzw. willk�rlichen Interpretation des ausl�ndischen Rechts beruhen soll, wenn ihr das Obergericht das Recht auf Klageerhebung durch den Beschwerdegegner entnommen hat. Die Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin zum niederl�ndischen Recht gen�gen den Anforderungen an die Willk�rr�ge nicht. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Anerkennung der Urkunde eine weitergehende Anwendung ausl�ndischen Rechts notwendig macht, um die Tragweite zu interpretieren, zumal der niederl�ndische Testamentsvollstrecker nach der Literatur umfassende und exklusive Vertretungsbefugnisse hat (K�NZLE, Berner Kommentar, 2011, N. 138 zu Vorbem. zu Art. 517-518 ZGB; WEBER, Niederlande, in: Ferid u.a., Internationales Erbrecht, Stand: 2004, Vorbem. Rz. 36).
3.4 Wenn die allgemeinen Regeln (E. 3.1) zur Interpretation von ausl�ndischen Urkunden auf den niederl�ndischen Willensvollstreckerausweis vom 27. Februar 2004 angewendet werden, bleibt es beim Ergebnis, dass das Obergericht Bundesrecht bzw. verfassungsm�ssige Rechte nicht verletzt hat, wenn es dem Beschwerdegegner die Klagebefugnis zugesprochen hat. Entgegen der Darstellung der Beschwerdef�hrerin hat das Obergericht den Sachverhalt, soweit er hier entscheidrelevant ist, nicht unrichtig festgestellt. Das Gleiche gilt - vor dem Hintergrund des niederl�ndischen Willensvollstreckerausweises - f�r die Vorbringen der Beschwerdef�hrerin betreffend ein holl�ndisches Urteil vom 2. August 2011 zur Aktivlegitimation des Beschwerdegegners. Im konkreten Fall er�brigen sich weitere Er�rterungen zu Art. 92 IPRG bzw. zur Frage, inwieweit das Erb- und Er�ffnungsstatut mit Bezug auf die Rechtsstellung des Willensvollstreckers voneinander abzugrenzen sind (vgl. u.a. BUCHER, a.a.O., N. 6 zu Art. 92 IPRG, sowie HEINI, in: Z�rcher Kommentar zum IPRG, 2. Auf. 2004, N. 21 zu Art. 92 IPRG, mit verschiedenen Ansichten).
Gem�ss Art. 273 Abs. 1 SchKG haftet der Gl�ubiger dem Schuldner als auch dem Dritten f�r den aus einem ungerechtfertigen Arrest erwachsenen Schaden. Anlass zur vorliegenden Beschwerde gibt die Frage, ob die Voraussetzungen zur Haftung f�r Arrestschaden gegeben sind.
4.1 Es steht fest und ist unbestritten, dass das Obergericht den Arrest im Einspracheverfahren mit Entscheid vom 18. August 2006 aufgehoben hat, weil die Arrestforderung nicht f�llig und durch ein Pfand gedeckt sei, und dass die staatsrechtliche Beschwerde erfolglos blieb. Die Beschwerdef�hrerin wendet sich gegen die Auffassung des Obergerichts, welches die Widerrechtlichkeit des Arrestes mit der Begr�ndung bejaht hat, dass die Arresteinsprache gutgeheissen worden ist.
4.1.1 Das Obergericht folgt der Auffassung, die von der Lehre ganz �berwiegend geteilt wird (GILLI�RON, Commentaire de la loi f�d�rale sur la poursuite pour dettes et la faillite, Bd. IV, 2003, N. 11 zu Art. 273 SchKG; STOFFEL/CHABLOZ, Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 16 zu Art. 273 SchKG; AMONN/WALTHER, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 8. Aufl. 2008, � 51 Rz. 81; MEIER-DIETERLE, in: Kurzkommentar SchKG, 2009, N. 7 zu Art. 273 SchKG; KREN KOSTKIEWICZ, Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, 2012, S. 382 Rz. 1507). Die Beschwerdef�hrerin h�lt mit Hinweis auf die abweichende Meinung von ARTHO VON GUNTEN (Die Arresteinsprache, 2001, S. 118) entgegen, dass der Arresteinspracheentscheid im Schadenersatzprozess nach Art. 273 SchKG nicht bindend sei, weil die Einsprache im summarischen Verfahren beurteilt werde und das Prozessthema verschieden sei.
4.1.2 Diese Argumentation �berzeugt nicht. Gerade weil das Prozessthema im Schadenersatzprozess verschieden und der Einspracherichter zust�ndig ist, �ber die Arrestbewilligung zu entscheiden, ist der Richter im Schadenersatzprozess an die rechtskr�ftig beurteilte Vorfrage gebunden. Diese �berlegung zur Vorfrage kommt bereits in einem fr�hen Urteil des Bundesgerichts zum Ausdruck (BGE 22 S. 884 E. 3 S. 888). In der Botschaft zum revidierten SchKG werden sodann das Fehlen eines Arrestgrundes, das Nichtbestehen der Gl�ubigerforderung und der Arrest auf Verm�gen, das im Eigentum Dritter steht, als Hauptf�lle des ungerechtfertigten Arrestes bezeichnet (Botschaft �ber die �nderung des SchKG vom 8. Mai 1991, BBl. 1991 III 1, Ziff. 208.3 S. 167 f.). Kommt der Arresteinspracherichter nach Pr�fung dieser Gr�nde zur Arrestbewilligung (vgl. Art. 272 Abs. 1 SchKG) zum Ergebnis, dass die Einsprache gutzuheissen ist, steht fest, dass das Mittel des Arrestes falsch war. Wenn das Obergericht im Haftungsprozess aus Arrestschaden die auf Arresteinsprache hin rechtskr�ftig beurteilte Vorfrage nicht mehr �berpr�ft hat, ist dies nicht zu beanstanden. Es er�brigt sich, auf die Vorbringen der Beschwerdef�hrerin gegen die (Eventual-) Begr�ndung der Vorinstanz einzugehen, wonach der Arresteinspracheentscheid bzw. die Aufhebung des Arrestes bei erneuter Pr�fung rechtens w�re.
4.2 Ob den Arrestnehmer bei der Wahl des falschen Mittels ein Verschulden traf, ist nicht zu untersuchen; die (Kausal-) Haftung f�r Arrestschaden tritt auch ein, wenn das Vorgehen in unklarer Lage verst�ndlich erscheint (BGE 19 S. 439 E. 2 S. 442; best�tigt in Urteil 5C.177/2002 vom 16. Oktober 2002 E. 1 und 4, Pra 2003 Nr. 72 S. 381, 385 f. mit weiteren Hinw.). Die Beschwerdef�hrerin bringt daher vergeblich vor, das Obergericht habe �bergangen, dass sie das Arrestgesuch in guten Treuen gestellt habe.
4.3 Die Beschwerdef�hrerin kritisiert weiter, dass das Obergericht Kosten von Fr. 20'000.-- f�r Verhandlungen und Abkl�rungen bzw. zus�tzliche ("aussergerichtliche") Rechtsvertretung als ersatzf�higen Schaden erachtet hat.
4.3.1 Aus dem Hinweis auf die Literatur vermag die Beschwerdef�hrerin nichts f�r sich abzuleiten, da es nicht um die Anwaltskosten f�r die Schadenersatzklage (Geltendmachung des Schadenersatzes), sondern um den aus der Arrestlegung verursachten Verm�gensschaden geht. Zum Schaden, der aus dem ungerechtfertigten Arrest erwachsen kann, geh�ren auch Kosten bzw. Aufwendungen, die der Schuldner zu seiner Verteidigung vornehmen musste, u.a. f�r das Einspracheverfahren, soweit diese nicht durch die verfahrensrechtlichen Entsch�digungen bereits gedeckt wurden (STOFFEL/CHABLOZ, a.a.O., N. 9 zu Art. 273 SchKG; MEIER-DIETERLE, a.a.O., N. 3 zu Art. 273 SchKG). Es verst�sst nicht gegen den Schadensbegriff bzw. Bundesrecht, wenn das Obergericht angenommen hat, dass ausserhalb des Einspracheverfahrens entstandene Aufwendungen f�r Rechtsvorkehren als Schaden erfasst sind. Bereits in BGE 113 III 94 E. 10c S. 101 f. wurde (bei eingeschr�nkter Kognition) eine in diese Richtung gehende Auffassung best�tigt.
4.3.2 Mit Bezug auf den Umfang der Aufwendungen macht die Beschwerdef�hrerin Ausf�hrungen, welche die Entstehung und das Ausmass des Schadens bzw. Tatfragen betreffen (BGE 123 III 241 E. 3a S. 243). Sie legt allerdings nicht hinreichend dar, inwiefern die gest�tzt auf die Einvernahme und Unterlagen des damaligen Rechtsvertreters des Beschwerdegegners getroffenen Feststellungen auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG oder einer geradezu unhaltbaren bzw. willk�rlichen W�rdigung von Beweismitteln beruhen sollen (vgl. Art. 9 BV; BGE 134 V 53 E. 4.3 S. 62). So �bergeht sie u.a. mit ihrem Hinweis auf die Aufwendungen des Rechtsvertreters vom 7. Juli 2006 f�r "Akten- und Rechtsstudium betr. Vernehmlassung zur Beschwerde", dass das Obergericht (mit Verweisung auf den erstinstanzlichen Entscheid) festgehalten hat, im kantonalen Beschwerdeverfahren (Art. 17 SchKG; Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG) gegen die Freigabeverf�gung vom 19. Juni 2006 seien ebenfalls Aufwendungen entstanden, welche nicht ersetzt wurden. Dass die Zusprechung von Fr. 20'000.-- auf einer Rechtsverletzung beruhe, ist insoweit nicht dargetan.
4.4 Das Obergericht hat dem Beschwerdegegner sodann Ersatz von Fr. 3'463.65 zugesprochen, welche beim Notar W.________ entstanden und gem�ss Honorarrechnung belegt seien. Entgegen der Darstellung der Beschwerdef�hrerin wurde dieser Betrag in der Klage verlangt. Das Obergericht hat (unter Hinweis auf die Ausf�hrungen der Erstinstanz) festgehalten, dass die Notariatskosten durch die blockierte Verf�gung �ber die Liegenschaft verursacht worden sowie ausgewiesen und angemessen seien. Von einer Verletzung der Begr�ndungspflicht (Art. 29 Abs. 2 BV; BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236) kann nicht gesprochen werden. Soweit die Beschwerdef�hrerin als unrichtige Sachverhaltsfeststellung kritisiert, in der Honorarrechnung vom 24. Januar 2004 (als Klagebeilage 30) seien Positionen enthalten, welche nichts "mit der Ab�nderung des Kaufvertrages" zu tun h�tten, geht sie fehl. In der Beschwerdeschrift wird nicht hinreichend dargelegt, inwiefern das Obergericht die Honorarrechnung - mit dem Titel "Arrestverfahren Erbengemeinschaft S.________" - geradezu unhaltbar bzw. willk�rlich (vgl. Art. 9 BV) gew�rdigt habe, wenn es den tats�chlichen Grund f�r die fakturierten Positionen im Arrestverfahren erblickt hat. Insoweit liegt keine Rechtsverletzung vor, wenn die Vorinstanz die betreffende Schadensposition zugesprochen hat.
4.5 Weiter hat das Obergericht (unter Hinweis auf die Erw�gungen der Erstinstanz) festgehalten, dass nach der Aufhebung des Arrestes die M�bel aus der Liegenschaft ger�umt und eingelagert werden mussten. Es hat auf die entsprechenden Rechnungen abgestellt (mit welchen die am bzw. seit Ende November 2006 erbrachten Leistungen der P.________ AG fakturiert werden) und die Ursache f�r die vom Beschwerdegegner geltend gemachten Kosten im Umfang von Fr. 13'574.85 im Arrest erblickt. Die Beschwerdef�hrerin h�lt demgegen�ber fest, das Chalet h�tte zufolge Verkauf ohnehin ger�umt werden m�ssen, und im Zeitpunkt der Arrestlegung sei die R�umung ebenfalls ohne Anwesenheit der Erben angestanden. Entgegen ihrer Darstellung ist das Obergericht f�r die Entstehung des Schadens davon ausgegangen, dass der Zeitpunkt der Arrestaufhebung nicht vom Beschwerdegegner bestimmt werden konnte. Wenn die Vorinstanz angenommen hat, der Arrest sei mit Abweisung der staatsrechtlichen Beschwerde (welcher das Bundesgericht aufschiebende Wirkung gew�hrt hatte) am 8. November 2006 dahingefallen, so dass (im Hinblick auf den Chalet-Verkauf) die unverz�gliche R�umung und Einlagerung der Mobilien per Ende November 2006 erforderlich war, kann von einer willk�rlichen Feststellung des tats�chlichen Grundes, der zum Schaden gef�hrt hat, nicht gesprochen werden. Die R�ge einer unrichtigen Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 97 BGG ist unbehelflich.
4.6 Die Beschwerdef�hrerin beruft sich schliesslich auf eine Saldoklausel in einem Vertrag vom 13. Februar 2007, mit welchem V.________ der Beschwerdef�hrerin mehrere, in den Niederlanden gelegene Grundst�cke verkauft hat. In jenem Vertrag sei eine Saldoklausel vorhanden, welche der umfassenden Geltendmachung von Schadenersatzanspr�chen aus Arrest entgegenstehe, sondern h�chstens zu zwei Dritteln der Forderung berechtige. Ob die angerufene Saldoklausel nach dem Willen der Vertragsparteien und dem auf jenen Grundst�ckskauf anwendbaren Recht �berhaupt Anspr�che aus der hier umstrittenen Arresthaftung erfasst, braucht nicht er�rtert zu werden. Das Obergericht hat festgehalten, dass der Schaden aus der Arrestlegung im Verm�gen der Erbengemeinschaft eingetreten sei, und gefolgert, dass die Schadenersatzforderung den Erben gemeinschaftlich zustehe bzw. eine Erbin allein nicht dar�ber verf�gen k�nne. Darauf geht die Beschwerdef�hrerin nicht ein, wenn sie Ausf�hrungen �ber die fehlende Rechtspers�nlichkeit des Nachlasses trifft. In diesem Punkt ist die Beschwerde nicht hinreichend begr�ndet, um die Legitimation des Willensvollstreckers zur Geltendmachung des Schadenersatzanspruches in Frage zu stellen.
Nach dem Dargelegten ist der Beschwerde in Zivilsachen kein Erfolg beschieden. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdef�hrerin kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1, Art. 68 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin wird verpflichtet, den Beschwerdegegner mit Fr. 2'500.-- zu entsch�digen.

References: Art. 271
 Art. 277
 Art. 273
 Art. 273
 Art. 72
 Art. 90
 Art. 46
 Art. 95
 Art. 99
 Art. 251
 Art. 29
 Art. 273
 Art. 273
 Art. 29
 Art. 96
 Art. 96
 BGE 
 Art. 96
 Art. 517
 Art. 92
 Art. 92
 Art. 92
 Art. 273
 Art. 273
 Art. 273
 Art. 273
 Art. 273
 Art. 272
 Art. 273
 Art. 273
 BGE 
 Art. 95
 Art. 9
 BGE 
 Art. 62
 BGE 
 Art. 9
 Art. 97
 Art. 68