Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IX%20ZR%20138/04
Timestamp: 2019-04-21 01:27:09+00:00

Document:
BGH, 07.04.2005 - IX ZR 138/04 - dejure.org
InsO § 50 Abs. 1, § 80 Abs. 1, §§ 191, 198 BGB § 1282 Abs. 1, § 1228 Abs. 2
InsO § 50 Abs. 1, § 80 Abs. 1, §§ 166, 191, 198; BGB § 1282 Abs. 1, § 1228 Abs. 2
Verwertung einer an den Gesellschafter-Geschäftsführer verpfändeten Rückdeckungsversicherung der Gesellschaft
Verwertung einer an den Gesellschafter-Geschäftsführer verpfändeten Rückdeckungsversicherung mit widerruflichem Bezugsrecht in der Insolvenz der Gesellschaft; Anwendbarkeit der Vorschriften des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG); Berechtigung des Insolvenzverwalters zum Widerruf der Bezugsberechtigung zur Einbeziehung des angefallenen Rückkaufswert in die Insolvenzmasse; Anforderungen an den Widerruf der Bezugsberechtigung durch den Insolvenzverwalter; Alleiniges Verwertungsrecht des Insolvenzverwalters vor Pfandreife; Umfang des Anspruchs des Pfandgläubigers auf Sicherstellung
Zur Verwertung einer an den Gesellschafter-Geschäftsführer verpfändeten Rückdeckungsversicherung in der Insolvenz der GmbH
Zur Verwertung einer an den Gesellschafter-Geschäftsführer verpfändeten Rückdeckungsversicherung mit widerruflichem Bezugsrecht in der Insolvenz der Gesellschaft
Verwertung von verpfändeten Rückdeckungsversicherungen in der Insolvenz des Pensionsverpflichteten
Verwertung verpfändeter Lebensversicherungen des Insolvenzschuldners
InsO § 50 Abs. 1, § 80 Abs. 1, §§ 191, 198; BGB § 1282 Abs. 1, § 1228 Abs. 2
InsO § 50 Abs. 1, § 80 Abs. 1, §§ 191, 198; BGB § 1282 Abs. 1, § 1228 Abs. 2 BGB
Befugnis des Involvenzverwalters zum Einzug der Rückkaufwerte von verpfändeten Lebensversicherungen des Insolvenzschuldners auch vor Eintritt der Pfandreife
Lebensversicherung zur betrieblichen Altersversorgung im Insolvenzfall
Die Rückdeckungsversicherung in der Insolvenz der GmbH - Möglichkeiten und Grenzen des Schutzes vor dem Zugriff des Insolvenzverwalters (RA Sigmund Perwein; GmbHR 2011, 79)
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 7.4.2005, AZ: IX ZR 138/04 (Verwertungsrecht des Insolvenzverwalters bei fehlender Pfandreife verpfändeter Forderungen)" von RA Dipl.-BetrWirt Dr. Hubert Ampferl, original erschienen in: NZI 2005, 384 - 387.
Zusammenfassung von "Probleme bei der Gestaltung einer "insolvenzsicheren" Pensionszusage an einen mehrheitsbeteiligten Gesellschafter-Geschäftsführer" von RA Rüdiger Wilhelm Lohkamp und RA Johannes Fiala, original erschienen in: VersR 2006, 331 - 336.
NJW 2005, 2231
ZIP 2005, 909
MDR 2005, 1075
NZI 2005, 384
VersR 2005, 923
WM 2005, 937
DB 2005, 1453
aa) Dem Urteil des Senats vom 4. März 1993 (IX ZR 169/92, NJW 1993, 1994 f), wonach bei einer Lebensversicherung ohne oder mit widerruflichem Bezugsrecht der Konkursverwalter die Prämienreserve gemäß § 176 VVG aF ohne vorherige Kündigung für die Konkursmasse beanspruchen konnte, sofern er sich nicht für die Erfüllung des Versicherungsvertrages entschieden hatte, lag im Hinblick auf die rechtliche Behandlung gegenseitiger, beiderseits nicht erfüllter Verträge noch die Erlöschenstheorie zugrunde (vgl. BGH, Urteil vom 7. April 2005 - IX ZR 138/04, NJW 2005, 2231, 2232).
Der Insolvenzverwalter hat nämlich in Bezug auf eine Lebensversicherung nach Insolvenzeröffnung - selbst wenn die Ansprüche nicht abgetreten oder gepfändet wären - nur dann einen Anspruch auf Zahlung des Rückkaufswerts, wenn er den Versicherungsvertrag kündigt (BGH, Urteil vom 7. April 2005 - IX ZR 138/04, NZI 2005, 384;… vom 1. Dezember 2011 - IX ZR 79/11, ZIP 2012, 34 Rn. 22 f).
Da die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zunächst nur zur Folge hat, dass die gegenseitigen Ansprüche auf Leistungen ihre Durchsetzbarkeit verlieren (so BGH 7. April 2005 - IX ZR 138/04 - zu II 2 b aa der Gründe, DB 2005, 1453; anders noch: BGH 4. März 1993 - IX ZR 169/92 - NJW 1993, 1994), muss der Verwalter allerdings den Vertrag beenden und den Rückkaufswert zur Masse ziehen.
Denn es ist nicht sichergestellt, dass ein Versorgungsempfänger als Pfandnehmer im Insolvenzfall die gleichen Leistungen erhalten würde, die ansonsten vom PSVaG zu erwarten wären (vgl. BGHZ 136, 220 ; BGH, NJW 2005, S. 2231 ;… Uhlenbruck, in: ders./Hirte/Vallen-der, Insolvenzordnung, 13. Aufl. 2010, § 198 Rn. 3;… Kießner, in: Braun (Hrsg.), Insolvenzordnung, § 198 Rn. 7 f. m.w.N.).
In der Kündigung ist zugleich der Widerruf der Bezugsberechtigung des Dritten zu erkennen (BGH, Urteil vom 7. April 2005 - IX ZR 138/04, WM 2005, 937, 938;… Bruck/Möller/Winter, VVG, 9. Aufl., § 159 Rn. 484;… MünchKomm-VVG/Heiss, 2011, § 159 Rn. 130).
Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob der Kläger infolge der Verpfändung der Versicherung an R. gehindert war, dessen Bezugsberechtigung zu widerrufen (vgl. BGH, Urteil vom 7. April 2005, aaO S. 938 f;… vom 26. Januar 2012, aaO Rn. 33).
Auf verpfändete Forderungen ist sie nicht, auch nicht entsprechend, anwendbar (BGH, Urteil vom 11. Juli 2002 - IX ZR 262/01, NZI 2002, 599 f; vom 7. April 2005 - IX ZR 138/04, NZI 2005, 384, 385;… vgl. auch Berger, Festschrift für Gero Fischer, 2008, S. 1, 4).
Die gesicherte Forderung aus der Pensionszusage vom 4. August 1993 entstand jedoch nicht insgesamt mit Ablauf des Monats, in welchem der Kläger sein 60. Lebensjahr vollendete, sondern von diesem Zeitpunkt an Monat für Monat neu, jeweils aufschiebend bedingt durch den Erlebensfall (vgl. BGH, Urteil vom 7. April 2005, aaO; vom 10. Juli 1997 - IX ZR 161/96, BGHZ 136, 220, 223).
Der Senat hat in dem vergleichbaren Fall der vorzeitigen Beendigung der verpfändeten Rückdeckungsversicherung ein alleiniges Einzugsrecht des Verwalters entsprechend § 173 Abs. 2 Satz 2 InsO angenommen (BGH, Urteil vom 7. April 2005 - IX ZR 138/04, NZI 2005, 384 f).
Dahingestellt bleiben kann, ob diese Rechtsfolge automatisch eintritt (so noch BGH 4. März 1993 - IX ZR 169/92 - NJW 1993, 1994) oder ob die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zunächst nur zur Folge hat, dass die gegenseitigen Ansprüche auf Leistungen ihre Durchsetzbarkeit verlieren (vgl. zu dieser Möglichkeit BGH 7. April 2005 - IX ZR 138/04 - DB 2005, 1453, zu II 2 b aa der Gründe) mit der Folge, dass der Verwalter den Vertrag beenden muss und den Rückkaufswert erst dadurch zur Masse ziehen kann.
Sie vermittelt dem Arbeitnehmer nur das Recht, die Hinterlegung des Verwertungserlöses zur Erfüllung des Versorgungsanspruchs zu verlangen (vgl. § 50 Abs. 1, § 173 Abs. 1, § 191 Abs. 1 i.V.m. § 198 InsO; BGH, Urteil vom 7. April 2005 - IX ZR 138/04 - NJW 2005, 2231 ).
Denn sie wollen klären, ob dem Beklagten ein Pfandrecht an den Ansprüchen der Insolvenzschuldnerin gegen die SignaI IDUNA aus der streitgegenständlichen Rückdeckungsversicherung und als Folge eines derartigen Pfandrechts ein Absonderungsrecht an den Versicherungsansprüchen zusteht, mit der Folge, dass der - derzeit erst 58 Jahre alte - Beklagte zwar mangels Eintritts des durch die Verpfändung abgesicherten Altersversorgungsfalles diese Ansprüche nicht selbst verwerten darf, die Erlöse daraus im Falle einer Kündigung durch den Kläger jedoch gemäß §§ 191 Abs. 1, 198 InsO von diesem zugunsten des Beklagten zu hinterlegen wären (vgl. BGH NJW 2005, 2231 = WM 2005, 937 = juris Rn 17, 22).
BFH, 20.01.2009 - VI B 47/08
Absonderungsrecht nach § 50 Abs. 1 InsO
Insolvenzrecht: Einziehung einer durch den Schuldner verpfändeten Forderung durch …
LAG Nürnberg, 19.11.2009 - 7 Sa 74/08
Abtretungsbeschränkungen in Lebensversicherungsbedingungen
OLG Stuttgart, 28.05.2013 - 17 UF 308/12
Durchführung des Versorgungsausgleichs hinsichtlich einer Pensionszusage
OLG Stuttgart, 27.05.2013 - 17 UF 308/12
Versorgungsausgleich: Nicht ausgleichsreife Pensionszusage
VG Hamburg, 21.01.2011 - 4 K 881/10
Beitragspflicht des Arbeitsgebers zur Insolvenzsicherung nach § 10 Abs 1 BetrAVG

References: § 50
 § 80
 § 1282
 § 1228
 § 50
 § 80
 § 1282
 § 1228
 § 50
 § 80
 § 1282
 § 1228
 § 50
 § 80
 § 1282
 § 1228
 BGH 
 § 176
 BGH 
 BGH 
 § 198
 § 198
 § 159
 § 159
 § 173
 BGH 
 BGH 
 § 50
 § 173
 § 191
 § 198
 BGH 
 § 50
 § 10