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Timestamp: 2016-10-25 13:58:07+00:00

Document:
5C.56/2002 (18.02.2003)
5C.56/2002 /min
Bundesrichterinnen Nordmann, Escher, Hohl, Ersatzrichter Hasenb�hler,
Beklagter und Berufungskl�ger, vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Ivo Schwander, Bodanstrasse 4, 9000 St. Gallen,
1. S.________, geb. 22.12.1998,
Kl�ger und Berufungsbeklagten, vertreten durch Rechtsanwalt Kaspar Hauert, dieser substituiert durch Rechtsanwalt Linus Oeschger, c/o Amtsvormundschaft der Stadt Z�rich, Beatenplatz 1, Postfach 1082, 8039 Z�rich,
Nebenintervenientin, vertreten durch Rechtsanw�ltin Dr. Ursula Kohlbacher, Neustadtgasse 7, 8001 Z�rich.
Vaterschaft, Unterhalt, Zust�ndigkeit,
Berufung gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 23. Januar 2002.
M.________, brasilianische Staatsangeh�rige, ist die Mutter des am 22. Dezember 1998 in Z�rich geborenen S.________, brasilianischer Staatsangeh�riger. Sie reichte - nach dem am 8. Juni 2000 eingeleiteten und erfolglos verlaufenen S�hneverfahren - f�r ihren Sohn am 19. Juli 2000 beim Bezirksgericht Z�rich Klage gegen V.________, schweizerisch-italienischer Doppelb�rger, betreffend Vaterschaft und Unterhalt ein. Der Beklagte erhob gegen�ber dem Gericht die Unzust�ndigkeitseinrede. Mit Beschluss vom 5. Juli 2001 trat das Bezirksgericht mangels Zust�ndigkeit auf die Klage nicht ein. Dagegen rekurrierten die Mutter und das Kind an das Obergericht des Kantons Z�rich (II. Zivilkammer), welches mit Beschluss vom 23. Januar 2002 in Gutheissung des Rekurses auf die Klage eintrat und den Prozess zur Erg�nzung des Verfahrens sowie zu neuem Entscheid an das Bezirksgericht zur�ckwies.
Mit eidgen�ssischer Berufung beantragt V.________ dem Bundesgericht, den Beschluss des Obergerichts aufzuheben und auf die Klage mangels internationaler Zust�ndigkeit nicht einzutreten. Hilfsweise stellt er den Antrag, das Verfahren zwecks Erg�nzung des Beweisverfahrens betreffend Zust�ndigkeit an die erste, eventuell an die zweite Instanz zur�ckzuweisen.
Strittig ist vor Bundesgericht die f�r die internationale Zust�ndigkeit erhebliche Bestimmung des Wohnsitzes des Beklagten und die Frage, in welchem Zeitpunkt - falls �berhaupt - der Wohnsitzgerichtsstand fixiert worden ist.
Das Obergericht des Kantons Z�rich (II. Zivilkammer) hat auf Gegenbemerkungen verzichtet. Eine Berufungsantwort ist nicht eingeholt worden, weil sich ein zweiter Schriftenwechsel er�brigt.
Gegen den Beschluss des Obergerichts hat V.________ auch Nichtigkeitsbeschwerde beim Kassationsgericht des Kantons Z�rich gef�hrt, welches am 12. November 2002 die Beschwerde abwies, soweit darauf eingetreten wurde.
Beim angefochtenen Beschluss handelt es sich um einen selbst�ndigen Entscheid eines oberen kantonalen Gerichts �ber die Zust�ndigkeit in einer nicht verm�gensrechtlichen Angelegenheit, der gem�ss Art. 49 Abs. 1 OG wegen Verletzung bundesrechtlicher Vorschriften �ber die internationale Zust�ndigkeit mit Berufung weitergezogen werden kann (BGE 126 III 327 E. 1c S. 328). Die Berufung ist insoweit zul�ssig.
Beide kantonalen Instanzen sind davon ausgegangen, dass in Bezug auf die internationale Zust�ndigkeit f�r den eingeleiteten Prozess einzig der Wohnsitz des Beklagten (Art. 66 IPRG) in Frage kommt. Das Bezirksgericht nahm an, dass der Beklagte w�hrend des Verfahrens seinen Wohnsitz nach Italien verlegt hat, und verneinte seine internationale Zust�ndigkeit, weil der Grundsatz der perpetuatio fori im h�ngigen Prozess zur Feststellung des Kindesverh�ltnisses nicht gelte. Das Obergericht entschied hingegen, im massgeblichen Zeitpunkt der Anh�ngigmachung der Statusklage mit Einleitung des S�hneverfahrens am 8. Juni 2000 sei der Lebensmittelpunkt des Beklagten in Z�rich zu lokalisieren gewesen. Diese zu Beginn des Prozesses begr�ndete Zust�ndigkeit der Z�rcher Gerichte bleibe erhalten mit der Folge, dass auf die Klage einzutreten sei, selbst wenn der Beklagte inzwischen nach Italien gezogen sei.
3.1 Das Bundesgericht hat seiner Entscheidung die Feststellungen der letzten kantonalen Instanz �ber tats�chliche Verh�ltnisse zugrunde zu legen, es sei denn, dass sie unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen w�ren (Art. 63 Abs. 2 OG). Der Beklagte wirft dem Obergericht falsche Beweislastverteilung und insoweit eine Verletzung von Art. 8 ZGB vor. Gem�ss dieser Bestimmung h�tte die Vorinstanz die Beweislast f�r das Bestehen seines (des Beklagten) Wohnsitzes in Z�rich dem Kl�ger bzw. dessen Mutter und Nebenintervenientin auferlegen m�ssen. Indessen habe das Obergericht in dubio gegen ihn - den Beklagten - entschieden. Diese Vorbringen sind unbehelflich. Die Beweislastverteilung ist gegenstandslos, wenn der Sachrichter in W�rdigung der Beweise zur �berzeugung gelangt, eine Tatsachenbehauptung sei bewiesen oder widerlegt. In diesem Fall liegt freie Beweisw�rdigung vor, die nicht durch das Bundesrecht, auch nicht durch Art. 8 ZGB geregelt ist und eine antizipierte Beweisw�rdigung sowie Indizienbeweise nicht ausschliesst (BGE 128 III 22 E. 2d S. 25). Vorliegend ist das Obergericht gest�tzt auf das Beweisverfahren zur �berzeugung gelangt, dass der Beklagte im massgebenden Zeitpunkt Wohnsitz in Z�rich hatte. Damit erweist sich die Frage der Beweislastverteilung als gegenstandslos und die R�ge des Beklagten st�sst ins Leere.
3.2 Der Beklagte wirft der Vorinstanz weiter Willk�r und eine Geh�rsverletzung vor, weil sie es abgelehnt habe, f�r die Tatsache, dass er seinen Wohnsitz seit Februar 2000 nach Italien verlegt habe, die von ihm beantragten Zeugen einzuvernehmen. Aus dem angefochtenen Beschluss ergibt sich nicht, weshalb die Zeugen nicht einvernommen worden sind. Wurden die offerierten Beweise nicht abgenommen, w�re in - wie hier - berufungsf�higen F�llen allenfalls eine Verletzung von Art. 8 ZGB zu r�gen, wenn Relevanz der Zeugen behauptet wird. Die Vorinstanz hat zur Ermittlung des Lebensmittelpunktes des Beklagten in tats�chlicher Hinsicht auf dessen Angaben anl�sslich der pers�nlichen Befragung an der erstinstanzlichen Verhandlung sowie auf die Abmeldebest�tigung des Personenmeldeamtes abgestellt (S. 7 Ziff. 4 des angefochtenen Urteils). Vor diesem Hintergrund fehlt es an der (sinngem�ssen) R�ge des Beklagten, sein Recht auf Beweisf�hrung sei verletzt worden, an einer hinreichenden Substantiierung (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Die Vorbringen des Beklagten laufen auf den Vorwurf hinaus, die Vorinstanz habe in unzul�ssiger antizipierter Beweisw�rdigung auf die Zeugeneinvernahme verzichtet, was indessen im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde zu r�gen w�re (vgl. Art. 43 Abs. 1 OG).
4.1 F�r Klagen auf Feststellung oder Anfechtung des Kindesverh�ltnisses sind die schweizerischen Gerichte am gew�hnlichen Aufenthalt des Kindes oder am Wohnsitz der Mutter oder des Vaters zust�ndig (Art. 66 IPRG). F�r die Wohnsitzbestimmung ist die Norm von Art. 20 Abs. 1 lit. a IPRG massgebend, wonach eine nat�rliche Person ihren Wohnsitz in demjenigen Staat hat, in dem sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufh�lt.
4.2 Der Beklagte wirft dem Obergericht vor, es habe den Wohnsitzbegriff verkannt, wenn es davon ausgegangen sei, er habe am 8. Juni 2000, dem Datum der Einleitung des S�hneverfahrens, seinen Wohnsitz in Z�rich gehabt und damit die (einzige in Frage stehende) Gerichtszust�ndigkeit begr�ndet. Die Vorinstanz habe rein statisch auf die Schwerpunktverh�ltnisse abgestellt, ohne die objektiv erkennbare Zukunftsperspektive in Betracht zu ziehen, obwohl er noch vor der Klageanhebung nicht mehr die Absicht dauernden Verbleibens in der Schweiz gehabt habe. Denn er habe schon im Februar 2000 seine Erwerbst�tigkeit in der Schweiz aufgegeben, im ersten Halbjahr 2000 mehrheitlich in Italien gelebt und dort gearbeitet sowie sich darauf vorbereitet, in Turin eine definitive Stelle anzutreten. Im Hinblick darauf habe er schon in Mai 2000 damit begonnen, seinen Wohnsitz nach Italien zu verlegen. Der Beklagte wirft dem Obergericht vor, bei der Lokalisierung des Lebensmittelpunktes auf irrelevante Umst�nde abgestellt und umgekehrt relevante Fakten nicht beachtet zu haben.
4.2.1 Die Auslegung des Wohnsitzbegriffes von Art. 20 Abs. 1 lit. a IPRG erfolgt in enger Anlehnung an die Wohnsitzumschreibung von Art. 23 Abs. 1 ZGB, zumal die beiden Bestimmungen auch w�rtlich �bereinstimmen (BGE 119 II 167 E. 2b S. 169; 120 III 7 E. 2a S. 8; Dutoit, Commentaire de la loi f�d�rale du 18 d�cembre 1987, 3. Aufl., N. 1 zu Art. 20 IPRG; Keller/Kren Kostkiewicz, in: IPRG Kommentar, N. 16 zu Art. 20 IPRG). Der Wohnsitz umfasst zwei Begriffselemente: die physische Pr�senz einer Person an einem bestimmten Ort und die Absicht dauernden Verbleibens an diesem Ort (BGE 119 II 167 E. 2b S. 169). Die Begr�ndung des Wohnsitzes gem�ss IPRG setzt nicht notwendigerweise eine regelm�ssige Pr�senz der betreffenden Person voraus, vielmehr gen�gt eine gewisse Dauer der Anwesenheit, sodass eine gewisse Integration dieser Person angenommen werden kann. Die Verweilensabsicht manifestiert sich darin, dass jemand durch sein Verhalten zeigt, an einem bestimmten Ort bzw. in einem bestimmten Land den Mittelpunkt der pers�nlichen, sozialen und beruflichen Beziehungen zu haben (Dutoit, a.a.O.; Keller/Kren Kostkiewicz, a.a.O., N. 19 und 21 zu Art. 20 IPRG). H�lt sich eine Person in mehr als einem Staat auf, ist f�r die Wohnsitzbestimmung festzustellen (vgl. Art. 20 Abs. 2 erster Satz IPRG), zu welchem Ort in welchem Staat die engste Beziehung besteht und in welchem Land eine Person mit R�cksicht auf die Gesamtheit ihrer Lebensbeziehungen am st�rksten integriert ist (BBl 1983 I S. 317; Marco Levante, Wohnsitz und gew�hnlicher Aufenthalt im internationalen Privat- und Zivilprozessrecht der Schweiz, Diss. St. Gallen 1998, S. 53 f.).
4.2.2 Das Obergericht hat festgestellt (Art. 63 Abs. 2 OG), dass der Beklagte bis Februar 2000 ein Reinigungsgesch�ft in Z�rich hatte. Im ersten Halbjahr 2000 habe er zwar mehrheitlich in Italien, zum Teil aber auch in der Schweiz gearbeitet. In Italien habe er aber nur ein Praktikum absolviert und auch noch keinen Entscheid �ber die Weiterf�hrung des Arbeitsverh�ltnisses treffen m�ssen. Er habe in Italien, wo er auch Verwandte habe, keinen eigenen Haushalt gehabt, vielmehr habe er sich bloss vor�bergehend an verschiedenen Orten aufgehalten. An den Wochenenden sei er fast immer nach Z�rich zur�ckgekehrt, wo seine Eltern und Kollegen wohnen w�rden. Bei den Eltern in Z�rich habe er auch dann gewohnt, wenn er beruflich in der Schweiz zu tun gehabt habe. Wenn die Vorinstanz unter diesen Umst�nden davon ausgegangen ist, die engsten famili�ren und sozialen Beziehungen des Beklagten seien zumindest bis Ende Juli 2000 in Z�rich zu lokalisieren und w�rden die beruflichen Beziehungen zu Italien �berwiegen, und geschlossen hat, sein Lebensmittelpunkt habe somit am 8. Juni 2000 in der Schweiz gelegen, ist dies insoweit nicht zu beanstanden. Selbst wenn er sich im ersten Halbjahr 2000 mehrheitlich in Italien aufgehalten haben sollte, �ndert dies nichts daran, dass zur Schweiz insoweit eine wesentlich intensivere Beziehung bestand und er nach wie vor dort integriert war, zumal die blosse, selbst l�nger dauernde Unterbrechung des Aufenthaltes den Wohnsitz nicht untergehen l�sst (Bucher, Droit international priv� suisse, Bd. II: Personnes, Famille, Successions, S. 63 Rz. 125).
4.2.3 Sodann geht die Argumentation des Beklagten fehl, die Vorinstanz h�tte aus der Gesch�ftsaufgabe im Februar 2000 zwingend auf die Verlegung des Wohnsitzes nach Italien schliessen m�ssen. Vielmehr hat das Obergericht zu Recht den gesamten Lebensumst�nden des Beklagten Beachtung geschenkt und dabei ber�cksichtigt, dass er als Praktikant in Italien keine gefestigte berufliche Beziehung gehabt und teilweise weiter in der Schweiz gearbeitet hatte und fast jedes Wochenende zu den Eltern und Kollegen nach Z�rich zur�ckgekehrt war, also zu diesen mehr als eine nur sehr lockere Beziehung bestand. Der Beklagte bringt in diesem Zusammenhang vergeblich vor, er habe seine berufliche Karriere ganz auf Italien ausgerichtet und eine solche Ausrichtung der beruflichen Laufbahn auf ein bestimmtes Land sei insbesondere bei einem unverheirateten Mann wohnsitzbestimmend. Er wendet sich damit gegen die vorinstanzliche Tatsachenfeststellung, dass der Beklagte als Praktikant in Italien sich nicht endg�ltig �ber die Weiterf�hrung des Arbeitsverh�ltnisses zu entscheiden hatte, und sein Vorbringen, er habe sich im ersten Halbjahr 2000 darauf vorbereitet, die definitive Stelle in Turin anzutreten, stellt eine neue und daher unzul�ssige Behauptung dar (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Weiter hat das Obergericht dem Zeitpunkt der Abmeldung beim Personenmeldeamt per 6. Juli 2000 - entgegen der Darstellung des Beklagten - zu Recht kein entscheidendes Gewicht beigemessen. Die weiteren Vorbringen des Beklagten zu seinen milit�rischen Meldeverh�ltnissen und zur nicht pers�nlich zugestellten Vorladung des S�hnegesuchs sind unbehelflich, da sie in den Sachverhaltsfeststellungen im angefochtenen Entscheid keine St�tze finden. Soweit der Beklagte behauptet, er habe lediglich am Anfang und nicht bis in die Mitte des Jahres 2000 die Wochenenden in der Schweiz verbracht, und es treffe nicht zu, dass er in Italien keine feste Bleibe gehabt habe, kritisiert er tats�chliche Feststellungen der Vorinstanz, was im Berufungsverfahren unzul�ssig ist (Art. 55 Abs. 1 lit. c, Art. 63 Abs. 2 OG). Vor dem Hintergrund der verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen geht die Argumentation fehl, die Vorinstanz habe f�r den 8. Juni 2000 zu Unrecht die Verweilensabsicht des Beklagten in Bezug auf die Schweiz angenommen, und der Vorwurf, das Obergericht habe den Wohnsitzbegriff gem�ss Art. 20 Abs. 1 lit. a IPRG unrichtig angewendet, ist nicht begr�ndet.
4.3 Der Beklagte r�gt weiter, die Vorinstanz habe f�r die Bestimmung seines Wohnsitzes auf einen falschen Zeitpunkt abgestellt, n�mlich auf das Datum des S�hnebegehrens (8. Juni 2000). Richtigerweise komme es aber auf das Datum der Klageeinreichung beim Gericht, somit auf den 19. Juli 2000 an, als der Beklagte - wovon die Vorinstanz selber ausgegangen sei - ohnehin Wohnsitz in Italien hatte. Die Frage der perpetuatio fori stelle sich daher nicht.
4.3.1 W�hrend eines Zivilverfahrens gilt der Grundsatz der perpetuatio fori. Wenn zu Beginn des Verfahrens die Zust�ndigkeit des angerufenen Gerichts vorliegt, bleibt diese bestehen und entf�llt nicht dadurch, dass sp�ter w�hrend des Verfahrens durch Ver�nderung von Tatsachen - wie die Verlegung des Wohnsitzes - die Zust�ndigkeit nicht mehr gegeben w�re. Bei der internationalen Zust�ndigkeit gilt grunds�tzlich dasselbe (BGE 116 II 209 E. 2b/bb S. 212; vgl. aber im Bereich des Minderj�hrigenschutzes BGE 123 III 411 E. 2a/bb S. 413; Keller/Siehr, Allgemeine Lehren des internationalen Privatrechts, S. 584; Bucher, Droit international priv� suisse, Bd. I/1: Partie g�n�rale - Conflits de juridictions, S. 44 Rz. 96; Schwander, Einf�hrung in das internationale Privatrecht, Bd. I: Allgemeiner Teil, 3. Aufl., S. 316 f. Rz. 650 und 652).
4.3.2 Die Vorinstanz hat erwogen, mit der Einleitung des S�hneverfahrens am 8. Juni 2000 sei die Statusklage am Wohnsitz des beklagten Vaters (Art. 66 IPRG) anh�ngig gemacht worden. In diesem Zeitpunkt sei die Ausschlusswirkung gegen�ber sp�teren identischen Klagen eingetreten sowie die schweizerische internationale Zust�ndigkeit fixiert worden. Daher sei unerheblich, dass der bei Prozessbeginn noch vorhandene Wohnsitz des Beklagten sp�ter mit der Abmeldung per 6. Juli 2000 allenfalls nach Italien verlegt worden sei. Das Obergericht hat in diesem Zusammenhang ausdr�cklich auf Art. 9 Abs. 1 und 2 IPRG verwiesen und die Anwendbarkeit von � 16 ZPO/ZH stillschweigend ausgeschlossen.
4.3.3 Art. 9 Abs. 2 IPRG setzt den Zeitpunkt fest, wann in internationalen Verh�ltnissen in der Schweiz eine Klage anh�ngig gemacht worden ist: Massgebend ist die erste, f�r die Klageeinleitung notwendige Verfahrenshandlung, wobei die Einleitung des S�hneverfahrens gen�gt. Abs. 1 von Art. 9 IPRG befasst sich allerdings mit der Ausschlusswirkung der Rechtsh�ngigkeit im Ausland auf ein inl�ndisches Verfahren. Ob Abs. 2 von Art. 9 IPRG den Zeitpunkt des Eintritts der �brigen Rechtsh�ngigkeitswirkungen bestimme, wird nicht einheitlich beantwortet. Ein Teil der Lehre scheint dies zu bejahen (Walder, Einf�hrung in das Internationale Zivilprozessrecht der Schweiz, S. 195, � 8 Rz. 5), w�hrend andere Autoren die Auffassung vertreten, die in Art. 9 IPRG umschriebene Rechtsh�ngigkeit beziehe sich nur auf die Sperrwirkung, wogegen die �brigen Rechtsh�ngigkeitswirkungen und auch der Zeitpunkt ihres Eintrittes nach wie vor vom kantonalen Recht bestimmt w�rden (Oscar Vogel, Rechtsh�ngigkeit und materielle Rechtskraft im internationalen Verh�ltnis, SJZ 86/1990 S. 78 ff.; Volken, in: IPRG Kommentar, N. 18 zu Art. 9 IPRG; Berti, in: Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, N. 2 zu Art. 9 IPRG). Der Wortlaut von Art. 9 Abs. 2 IPRG l�sst jedenfalls keine klare Aussage dar�ber zu, ob der in dieser Bestimmung genannte Zeitpunkt sich nur auf die Ausschlusswirkung der Rechtsh�ngigkeit bezieht oder ob dieser Zeitpunkt auch f�r die perpetuatio fori - als hier in Frage stehender Rechtsh�ngigkeitswirkung - massgebend ist. Die systematische Stellung der Norm spricht dagegen, dass der darin festgelegte Zeitpunkt sich auf Weiteres als die im unmittelbar vorausgehenden Absatz normierte Ausschlusswirkung bezieht. Dass der Gesetzgeber die verschiedenen Wirkungen der Rechtsh�ngigkeit explizit dem Bundesrecht oder dem kantonalen Recht zugeordnet h�tte, ist nicht ersichtlich (vgl. AB 1985 S 130; AB 1986 N 1302). Folglich fehlt im Gesetz, das im internationalen Verh�ltnis die Zust�ndigkeit der schweizerischen Gerichte regeln soll (Art. 1 Abs. 1 lit. a IPRG), die f�r den massgebenden Zeitpunkt der perpetuatio fori erforderliche Anordnung (vgl. BGE 126 II 71 E. 6d S. 80). Intention des Gesetzgebers war indessen, im internationalen Zivilprozess den f�r den Eintritt der Rechtsh�ngigkeit massgebenden Zeitpunkt zu vereinheitlichen und im Interesse der Rechtssicherheit m�glichst fr�h anzusetzen (BBl 1983 I 305). Aus diesem Grunde, aber auch wegen der Praktikabilit�t bestimmt der in Art. 9 Abs. 2 IPRG festgelegte Zeitpunkt in analoger Anwendung auch den f�r die perpetuatio fori massgebenden Zeitpunkt (vgl. Martina Wittibschlager, Rechtsh�ngigkeit in internationalen Verh�ltnissen, Diss. Basel 1994, S. 52 f.). Das Obergericht hat folglich kein Bundesrecht verletzt, wenn es vom Grundsatz ausgegangen ist, dass die Vaterschaftsklage mit der Einleitung des S�hneverfahrens am 8. Juni 2000, als der Beklagte Wohnsitz in Z�rich hatte (E. 4.2), rechtsh�ngig geworden und damit die internationale Zust�ndigkeit fixiert worden ist.
4.4 Schliesslich beanstandet der Beklagte im Wesentlichen, das Obergericht habe durch das Festhalten am Grundsatz der perpetuatio fori f�r die konkrete Klage auf Feststellung des Kindesverh�ltnisses Art. 66 IPRG falsch ausgelegt und damit gegen Bundesrecht verstossen.
4.4.1 Das Obergericht ist dem Grundsatz gefolgt, dass die Rechtsh�ngigkeitswirkung der perpetuatio fori auch im internationalen Verh�ltnis gilt (vgl. E. 4.3). Es hat unter Berufung auf die Lehre (Schwander, in: Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, N. 21 zu Art. 66 IPRG; Bucher, a.a.O., Bd. II, S. 209 Rz. 602) keinen Anlass gesehen, weder f�r Klagen auf Feststellung des Kindesverh�ltnisses im Allgemeinen noch wegen der Verh�ltnisse des konkreten Prozesses vom Grundsatz abzuweichen. Die Lehrmeinung von Siehr (in: IPRG Kommentar, N. 33 zu Art. 66 IPRG), der f�r das internationale Kindesrecht den Grundsatz der perpetuatio fori ablehnt mit der Begr�ndung, dass insbesondere f�r die Beweisaufnahme (z.B. serologisches Gutachten, Beurteilung des Kindeswohls) ein gewisser Mindestkontakt zum Inland bestehen und deshalb die inl�ndische Zust�ndigkeit auch noch zur Zeit der Sachentscheidung gegeben sein m�sse, sei vorliegend nicht relevant. Der Beklagte habe ungeachtet seines allf�lligen neuen Wohnsitzes in Italien als schweizerisch-italienischer Doppelb�rger immer noch erhebliche Beziehungen zur Schweiz, wo er aufgewachsen sei und wo seine Eltern und Kollegen wohnen w�rden. Zudem stelle die Distanz von seinem allf�lligen Wohnsitz in Italien nach Z�rich kein wirkliches Hindernis f�r seine Mitwirkung in einem Beweisverfahren dar, in welchem es haupts�chlich um die Abgabe einer Blutprobe gehe. Nachdem er bis Juli 2000 fast jedes Wochenende von Italien in die Schweiz zur�ckgekehrt sei, m�sse es ihm auch jetzt m�glich sein, an einem DNA-Gutachten in der Schweiz mitzuwirken.
4.4.2 Soweit der Beklagte lediglich beansprucht, dass die Argumente der Lehrmeinung von Siehr sorgf�ltig gewichtet und gepr�ft werden, ist sein Vorbringen unbehelflich. Er legt insoweit nicht dar, inwiefern die Vorinstanz zu Unrecht angenommen habe, ein gewisser Mindestkontakt zum schweizerischen Forum sei gew�hrleistet, selbst wenn der Beklagte zwischenzeitlich seinen Wohnsitz nach Italien verlegt haben sollte, weil es f�r ihn m�glich und zumutbar sei, zwecks Mitwirkung am Beweisverfahren in die Schweiz zu reisen. Ebenso wenig legt der Beklagte dar, dass das schweizerische Gericht, falls es im Rahmen des Sachentscheides zum Kindesverh�ltnis bzw. des daf�r anwendbaren Rechts die Interessenlage des Kindes zu beurteilen h�tte (vgl. Art. 69 Abs. 2 IPRG), dazu aufgrund des vorliegenden Sachverhalts nicht in der Lage w�re. Insoweit erweist sich der Vorwurf einer Verletzung von Bundesrecht nicht als hinreichend substantiiert (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG).
4.4.3 Der Beklagte argumentiert weiter, die perpetuatio fori mache vorliegend keinen Sinn, weil das schweizerische Urteil bei der gegebenen Sachverhaltskonstellation weder in Italien noch Brasilien anerkenn- und vollstreckbar sei und dem Kl�ger ein schweizerisches Vaterschaftsurteil nichts n�tze. Er beruft sich in diesem Zusammenhang auch auf die in der Literatur vertretene Meinung, dass bei Statusangelegenheiten der internationale Entscheidungseinklang besonders erw�nscht ist und daher die M�glichkeit offen stehen sollte, eine Sachentscheidung nicht zu treffen, wenn diese von der lex causae bzw. in dem Staat, wo sie Wirkungen entfalten sollte, nicht anerkannt wird (Berti, a.a.O., N. 10 zu Art. 2 IPRG; Levante, a.a.O., S. 67, 168 f.; Wittibschlager, a.a.O., S. 144, je mit Hinweis auf Kropholler, in: Handbuch des Internationalen Zivilverfahrensrechts, T�bingen 1982, Bd. I, S. 292, Kap. III Rz. 233).
Die Vorbringen des Beklagten sind unbehelflich. Zum einen ist die Zust�ndigkeit der schweizerischen Gerichte, nach Art. 66 IPRG einen Entscheid f�llen zu d�rfen und m�ssen, nicht an die Voraussetzung gekn�pft, dass der schweizerische Gerichtsstand im Heimatstaat bzw. Ausland anerkannt wird (vgl. Bucher, a.a.O., Bd. II, S. 25 Rz. 16). Zum anderen zweifelt der Beklagte zu Unrecht daran, dass das in der Schweiz am perpetuierten Wohnsitzgerichtsstand des Beklagten ergangene Urteil auf Feststellung des Kindesverh�ltnisses in Italien - wohin der Beklagte seinen Wohnsitz verlegt hat - oder in Brasilien - wo der Kl�ger heute zumindest laut Adresse lebt - nicht anerkannt w�rde und der Kl�ger deshalb kein Interesse am schweizerischen Vaterschaftsurteil haben soll. Im Abkommen vom 3. Januar 1933 zwischen der Schweiz und Italien �ber die Anerkennung und Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen (SR 0.276.194.541) ist die indirekte Zust�ndigkeit am Wohnsitz des Beklagten vorgesehen (Art. 2 Ziff. 1 und Art. 12 Ziff. 1 des Abkommens), wobei auf die Wohnsitzverh�ltnisse im Zeitpunkt der Klageanh�ngigmachung abzustellen ist (Domenico Acocella, Internationale Zust�ndigkeit sowie Anerkennung und Vollstreckung ausl�ndischer Entscheidungen in Zivilsachen im schweizerisch-italienischen Rechtsverkehr, Diss. St. Gallen 1989, S. 288 f., 294). Sodann gilt auch nach italienischem Recht (das f�r die Wirkungen der Rechtsh�ngigkeit gem�ss Art. 8 des Abkommens massgebend ist), dass im internationalen Verh�ltnis der Grundsatz der perpetuatio fori zu beachten ist (Art. 8 und 64 lit. a IPR-Gesetz von Italien [Legge 31 maggio 1995, n. 218], in: Riering [Hrsg.], IPR-Gesetze in Europa, M�nchen 1997, S. 43 ff.; Campeis/De Pauli, La procedura civile internazionale, 2. Aufl., Padua 1996, S. 151 f.). Was die Anerkennung ausl�ndischer Urteile in Brasilien anbelangt, so wird diese grunds�tzlich verweigert, wenn brasilianische Gerichte insbesondere bei Wohnsitz des Beklagten in Brasilien zust�ndig waren. Folglich d�rfte der Anerkennung des schweizerischen Urteils, das am fixierten Wohnsitzgerichtsstand des Beklagten in der Schweiz ergeht, nichts entgegenstehen, zumal auch nach brasilianischem Recht f�r die ausl�ndische Zust�ndigkeit der Zeitpunkt der Klageerhebung massgebend ist und ohnehin keine nachtr�gliche Wohnsitzbegr�ndung des Beklagten in Brasilien vorliegt (Samtleben, in: B�low/B�ckstiegel/ Geimer/Sch�tze, Der internationale Rechtsverkehr in Zivil- und Handelssachen, Bd. IV, L�nderbericht Brasilien [Ziff. 1023], S. 4, 15 und Fn. 134). Vor diesem Hintergrund kann von sicheren Anhaltspunkten, dass das schweizerische Vaterschaftsurteil keine Wirkungen entfalten oder das (allf�llige) Kindesverh�ltnis nur im einen, aber nicht im anderen Staat anerkannt w�rde, nicht gesprochen werden. Daher besteht kein Anlass, die perpetuatio fori und insbesondere das Interesse des Kl�gers an der Fortdauer der einmal begr�ndeten Gerichtszust�ndigkeit in Frage zu stellen. Wenn die Vorinstanz angenommen hat, dass kein Grund f�r den Wegfall der mit Einleitung des S�hneverfahrens am 8. Juni 2000 begr�ndeten internationalen Zust�ndigkeit des Bezirksgerichts bestehe, ist dies von Bundesrechts wegen nicht zu beanstanden.
4.5 Zusammenfassend erweist sich die Berufung, soweit darauf einzutreten ist, als unbegr�ndet, was zu ihrer Abweisung f�hrt.
Nach dem Verfahrensausgang wird der Beklagte kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1 OG). Da keine Berufungsantwort eingeholt wurde, sind der Gegenpartei keine Kosten entstanden, sodass eine Parteientsch�digung entf�llt.

References: Art. 49
 Art. 8
in dubio
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 43
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 23
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 20
 Art. 63
 Art. 20
 BGE 
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 BGE 
 Art. 9
 Art. 66
 Art. 66
 Art. 66
 Art. 69
 Art. 2
 Art. 66
 Art. 12
 Art. 8