Source: http://e-paper.telekom.com/telekom-stiftung/Jahresbericht_1516/
Timestamp: 2017-02-25 18:02:43+00:00

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Jahresbericht_1516
bildung trifft digitalisierung jahresbericht 2015 / 2016 2
die welt wird zunehmend digitaler. diese entwick­- lung bringt gerade für das bildungssystem heraus­ forderungen mit sich, vor allem aber chancen. als eine der grossen bildungs- stiftungen in deutschland macht sich die deutsche telekom stiftung daher nicht nur für eine bessere mint-bildung stark, sondern auch für das lehren und lernen mit digitalen medien. davon erzählen wir in diesem bericht. 3
lehren und lernen mit medien lehren und lernen über medien gestalten mit medien schule digital schwerpunkt 4
2 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 robert meyer * * 5
3 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 die tücken des ständigen wandels ob datenschutz, urheberrechte oder die funktionsweise des internets: angehende lehrer lernen zu wenig darüber, wie man kindern und jugendlichen medienkompetenz vermittelt, findet fundamint-stipendiat robert meyer. und bildet deshalb selbst kollegen fort. wenn robert meyer referiert, müssen sich die zuhörer schon mal in die ecke stellen. nicht weil sie unartig waren, sondern weil jede ecke für eine antwortmöglichkeit auf seine fragen zum urheberrecht steht. und die haben es in sich, wie sich während der letztjährigen herbstakademie des stipen- dienprogramms fundamint der deut- sche telekom stiftung zeigte. „ich habe ein unterrichtsmaterial erstellt, in das ich eine passage aus einem schulbuch eingefügt habe. wie darf ich das material zur verfü- gung stellen?“, fragte meyer – und erntete unsichere blicke. kurz darauf standen in jeder ecke ein paar zuhörer: „als fotokopie für die klasse“, wählten die einen, „als digi- tales material für die klasse“ einige andere, der rest verteilte sich auf die ecken, die für „im internet“ oder „im intranet“ standen. wirklich überrascht über die unschlüs- sigkeit seiner zuhörer ist meyer nicht. schließlich hat er während seines gerade abgeschlossenen informatik- und mathe- matik-studiums für das gymnasiale lehramt an der universität potsdam selbst erlebt, welchen stellenwert medienkompetenz in der ausbildung angehender lehrer hat: einen geringen. „informatiker sind noch eine positive ausnahme, weil zumindest im themenbe- reich ‚informatik und gesellschaft’ medien­ kompetenz behandelt wird“, sagt meyer. „allerdings lernten wir auch dort nicht, wie man diese kindern und jugendlichen vermittelt.“ die folge: meyer und seine kommilitonen werden vor allem auf eigenes erleben zurückgreifen müssen, um schüler über chancen und risiken der digitalen medien aufzuklären. mit seinen 25 jahren tut sich meyer leichter als viele ältere kollegen. er gehört zur ersten generation der digital natives im schul- dienst. schon im grundschulalter hatte der potsdamer zum ersten mal mit computern zu tun. zunächst faszinierten ihn die technik und der aufbau der rechner, ehe er sich als teenager auch mit software befasste. > hinter „big data“ stecken große möglichkeiten – aber auch gefahren. robert meyer disku- tiert darüber häufig mit kommilitonen. twitter im erklär- rollenspiel: nur wer die gängigen online- dienste kennt, kann mit schülern auf digitaler augenhöhe diskutieren. i ii i ii robert meyer hat ein studium für das gymnasiale lehramt mathe- matik und informatik abgeschlossen. er findet: digitale medien brauchen mehr platz in der lehrerausbildung. * lehren und lernen über medien 6
4 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 „der informatik-unterricht in meiner schule wirkte als leitfaden, doch der hauptantrieb war mein eigenes interesse“, sagt meyer über seine schulzeit. eines der probleme damals wie heute ist der wandel: selbst wenn ein lehrer im studium alles wesentliche über digitale medien lernen könnte – in zehn jahren wäre ein weit größerer teil davon überholt, anders als es in mathematik oder physik der fall ist. umso wichtiger sind nach meyers ansicht regelmäßige fortbildungen sowie die grundlagenvermittlung während der ausbildung. nicht nur er sieht hier nachholbedarf. „an vielen hochschulen geschieht wenig“, sagt auch gudrun tegeder von der telekom-stiftung. „einige lehren inzwischen den einsatz digitaler medien – allerdings oft ohne konkreten bezug zum schulalltag.“ als projektleiterin von fundamint, mit dem die stiftung lehramtsstudierende der mint- fächer unterstützt (siehe auch s. 45), kennt tegeder die defizite aus vielen erfahrungs- berichten. auch der im herbst 2015 von der stiftung veröffentlichte länderindikator schule digital deutet auf großes verbesse- rungspotenzial hin: insgesamt befürworten mehr als drei viertel aller befragten eine stärkere vorbereitung auf den einsatz digi- taler medien im unterricht – sowohl während der universitären ausbildung als auch in den studienseminaren. auch wegen solcher befunde fördert die telekom-stiftung inzwischen verstärkt vorhaben, die mint und die vermittlung von medienkompetenz miteinander verbinden – zum teil bereits in der grundschule. deshalb war auch robert meyers präsentation bei der letztjährigen fundamint-herbstakademie kein exotentermin: die komplette woche drehte sich um digitales lehren und lernen. dabei befassten sich die stipendiaten unter anderem mit den konkreten mehrwerten, die unterschiedliche digitale lösungen im unterricht bringen. meyer hat dieses thema in seinem studium ebenso vermisst wie etwa eine einführung in den umgang mit smart- boards im klassenzimmer. der angehende lehrer möchte deshalb selbst ein kleines stück weit dazu beitra- gen, dass lehrkräfte ihrem medienbildungs- auftrag gerecht werden können. er tut dies in kleiner runde, wenn er mit kommilitonen im rollenspiel die datenschutzrechtlichen fallstricke beliebter digitalangebote behan- delt – oder eben in größerer runde wie bei seinem vortrag zum urheberrecht während der herbstakademie. „leider falsch“, bekamen die teilnehmer zu hören, die sich bei der frage zur erlaubten verbreitung von schulbuch-inhalten für internet oder intranet entschieden hatten. „erlaubt sind bis zu zehn prozent, jedoch maximal 20 seiten, umfassende auszüge, die nur an die klasse verteilt werden – ob als fotokopie oder digitales material.“ viele grundschullehrkräfte benötigen mehr unterstützung für guten unterricht mit digi- talen medien. dafür müssen sie ent­sprechend fort-, vor allem aber anders ausgebildet werden. daher unterstützt die deutsche telekom stiftung die pädagogi- schen hochschulen ludwigsburg und schwäbisch gmünd sowie die universitäten bremen, hamburg und potsdam: sie entwickeln und erproben bis 2018 konzepte für den produktiven einsatz digitaler medien im grundschulunterricht und arbeiten mit schulen zu- sammen. in digital ausgestatteten klassenräumen sollen dort lehramtsstudierende aus­gebildet und künftig auch lehrkräfte fortgebildet werden. digitales lernen grundschule i < 7
5 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 fortbildung auf eigene faust: weil entsprechende inhalte im studium fehlen, recherchiert robert meyer mit kommilitonen selbst zu urheberrechts- und datenschutzfragen. was google und andere bringen – und was wir dafür geben: robert meyer bespricht mit kommili- tonen digitale dienste. erst informieren, dann kopieren: lehrer dürfen nur kleine auszüge aus büchern digital an schüler weitergeben. i ii iii ii » einige hochschulen lehren inzwischen den einsatz digitaler medien – allerdings oft ohne konkreten bezug zum schulalltag. « gudrun tegeder projektleiterin deutsche telekom stiftung iii 8
6 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 jill hauser * * 9
7 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 talkshow-fieber im informatikraum bei der vorbereitung der junior science cafés machen die jugendlichen rege von digitalen hilfsmitteln gebrauch. das macht die gesprächsrunden interessanter – und hilft den schülern auch in anderen fächern. mitten im informatikraum des berliner käthe- kollwitz-gymnasiums schwebt surrend ein kleines ferngesteuertes flugobjekt. die meisten schüler jedoch achten nicht weiter darauf, welche manöver eine mitschülerin gerade mit der spielzeugdrohne fliegt. stattdessen sitzen sie in kleingruppen vor computermonitoren und diskutieren – über echte drohnen und menschen, die sich damit auskennen. „wie wäre es mit jemandem von dieser firma, die bald pakete per drohne verschicken will?“, fragt jill in die runde, während sie auf der webseite des logistik- dienstleisters nach kontaktdaten sucht. gemeinsam mit drei weiteren neuntkläss- lern ist die 14-jährige dafür verantwort- lich, möglichst qualifizierte experten für die schule im bezirk prenzlauer berg zu gewinnen. beim zweiten junior science café (jsc) des käthe-kollwitz-gymnasiums sollen diese interessante details über funk- tionsweise, einsatzmöglichkeiten und recht- lich-ethische aspekte von drohnen erzählen und sich den fragen der schüler stellen. bevor es jedoch soweit ist, müssen jill und die rund zehn weiteren mitglieder der ag viel eigeninitiative zeigen – sie bildet ein zentrales element des jsc-konzepts (siehe auch s. 39). die jugendlichen sind es nämlich, die das thema und die experten für die gesprächs- runde auswählen, die das café planen und organisieren. mehr als 40 schulen aus ganz deutschland beteiligen sich derzeit an dem projekt, das die deutsche telekom stiftung seit 2014 gemeinsam mit wissenschaft im dialog unterstützt. „wir haben die möglich- keit gesehen, dass jugendliche bei dem wichtigen thema digitalisierung auch eine stimme bekommen“, sagt konrad hünerfeld, projektleiter der telekom-stiftung. nicht nur bezüglich der jsc-themen spielen digitale entwicklungen die haupt- rolle. auch bei der vor- und nachberei- tung der veranstaltungen machen die jugendlichen rege von digitalen hilfsmit- teln gebrauch – so auch am käthe-kollwitz- gymnasium, wo sich die jsc-ag wöchent- lich im informatikraum trifft. während jills schulleiterin simone ley betreut das jsc- projekt – und hilft beim produktiven einsatz digitaler medien. die drohne im fokus: die schüler bereiten eine gesprächsrunde zu unbemannten flugobjekten vor. > i ii jill hauser probiert sich im junior science café in verschiedenen rollen aus: letztes jahr drehte und schnitt die 14-jährige ein video, dieses jahr moderiert sie die gesprächsrunde. * i ii lehren und lernen mit medien 10
8 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 gruppe nach experten recherchiert und ein anschreiben an potenzielle kandidaten aufsetzt, beschäftigen sich drei andere schülerinnen mit dem catering. „flug- zeug-plätzchen wären cool“, sagt johanna und begutachtet die keksformen, die in der onlinebildersuchmaschine angezeigt werden. auf der anderen seite des raums basteln zwei weitere schülerinnen derweil mit einem grafikprogramm am logo für das einladungsplakat. „die schüler lernen in dieser ag, wie sie durch den einsatz digitaler medien nicht nur wissen erwerben, sondern auch an andere vermitteln können“, erklärt schullei- terin simone ley, die gemeinsam mit einer referendarin das jsc-projekt in ihrem haus betreut. ihre schülerin jill tat dies beim jsc des vorjahres vor allem mithilfe bewegter bilder. sie filmte und fotografierte während der veranstaltung und fügte das material danach mithilfe eines einfachen schnitt- programms zu einer videodokumenta- tion zusammen, deren text sie ebenfalls einsprach. „das war aufwendig, hat aber großen spaß gemacht“, sagt jill, „und ich habe viel dabei gelernt.“ dieser effekt ist durchaus beabsichtigt im gesamtkonzept der junior science cafés. um den teilnehmenden lehrkräften und schülern das lehren und lernen mit medien zu erleichtern, haben die telekom-stiftung und ihr projektpartner wissenschaft im dialog einen speziell auf die jsc-bedürfnisse abgestimmten „werk- zeugkasten digitaler tools“ zusammenge- stellt. die darin gelisteten anwendungen umfassen organisations-, kooperations- und recherche-lösungen ebenso wie schnittprogramme oder anwendungen zum erstellen von blogs oder podcasts. auch wenn jill bisher nur einen teil dieser hilfsmittel nutzen konnte – auf den geschmack gekommen ist sie allemal. spanisch-vokabeln lernt sie mithilfe einer app und kompliziertere inhalte des chemie- unterrichts sieht sie sich regelmäßig auf einem youtube-nachhilfekanal an. für refe- rate recherchieren sie und ihre mitschüler ganz selbstverständlich im internet. nach ihrer video-erfahrung im jsc-projekt würde sie gerne auch einmal bewegte bilder in ein referat einbauen: „ich fände es gut, wenn die lehrer das auch im normalen unterricht stärker unterstützen würden“, sagt jill. im informatikraum ist die vorbereitung für das nächste café derweil ein gutes stück vorangekommen. die e-mail-anfragen an experten und keksformhersteller sind abge- schickt und ein erster plakatentwurf steht. beim nächsten mal will jill der betreffenden gruppe tipps zum drehen und schneiden geben. sie selbst hat sich dieses mal für eine aufgabe entschieden, bei der digitale werkzeuge nur bedingt helfen: sie über- nimmt die moderation. für den von der telekom-stiftung unterstützten länderindikator schule digital (siehe auch s. 50) vom herbst 2015 wurde auch der einsatz digitaler medien im unter- richt untersucht – mit einem klaren ergebnis: die befragten lehrkräfte sehen inzwischen mehr chancen als risiken. fast 90 prozent der lehrer in deutschland glauben, dass computer ihren schülern zugang zu besseren informations- quellen ermöglichen. gut 70 prozent meinen, dass ihre schüler mithilfe des computers auf einem niveau arbeiten können, das ihren lern- be­dürfnissen besser entspricht. und mehr als die hälfte sind der ansicht, dass der einsatz digitaler medien die schulische leistung verbessert. lehrer sehen mehr chancen i < 11
9 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 so geht das: jill hauser zeigt mitschülern, wie man mit der spiegelreflex­ kamera filme dreht. was bekommen die jsc- gäste zu essen? bei der internetsuche finden sich thematisch passende plätzchenformen. technik, die begeistert: die schüler spielen nicht nur mit drohnen – sie diskutieren auch darüber. i ii iii iii ii » wir haben die möglichkeit gesehen, dass jugendliche bei dem wichtigen thema digitalisierung auch eine stimme bekommen. « konrad hünerfeld projektleiter deutsche telekom stiftung mehr informationen gibt es auf der projekt-website: www.junior-science-cafe.de Gehe zur URL
www.junior-science-cafe.de
10 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 raimund servos * * 13
11 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 brücke zur technikbegeisterung „taktak, taktaktaktak“ knattert der schritt- motortreiber vor sich hin, während die ange- triebenen komponenten auf hochtouren arbeiten. flott bewegen sich die rote boden- platte nach vorne und hinten und die druck- düseneinheit darüber nach rechts und links. aus der düse gelangt weißes, auf 200 grad erhitztes plastik auf die druckplatte. schicht für schicht sollte der 3-d-drucker nun jenes objekt zusammenfügen, das lena, hanne, alessa und karolina auf dem pc-monitor neben dem drucker vor sich sehen. doch irgendetwas stimmt nicht: die winzigen plastikfäden liegen ungleichmäßig und zum teil kaum sichtbar auf der fläche. „die platte ist zu weit weg“, sagt alessa und beginnt, unterschiedliche schrauben an dem gestänge zu verstellen, das den 3-d-drucker zusammenhält. hilfe bekommt die schülerin von raimund servos. der gymnasiallehrer kennt den 3-d-drucker im physikraum der kölner ursulinenschule in- und auswendig – schließlich hat er ihn gemeinsam mit einer kollegin selbst zusammengebaut. „das war bei einem wochenend-workshop in einem frankfurter hubschrauberhangar“, erzählt servos, während die schülerinnen die plas- tikreste des missglückten druckversuchs von der platte kratzen. die anregung dazu hatte er bei einer jahrestagung der junior- ingenieur-akademie (jia) bekommen, wo die frankfurter wöhlerschule von ihrem 3-d-drucker berichtete. „das war genau das puzzleteil, das in unserem jia-programm noch gefehlt hatte“, sagt servos über jenen aha-moment. heute ist ideefix, wie die schülerinnen den 3-d-drucker getauft haben, ein wichtiger baustein des wahlpflichtfachs junior-inge- nieur-akademie an der ursulinenschule. das mädchengymnasium unweit des kölner doms gehört zum fast 80 schulen umfas- senden jia-netzwerk (siehe auch s. 39), das die telekom-stiftung vor elf jahren ins leben rief. „die akademien bringen schü- lern die arbeit von wissenschaftlern und ingenieuren nahe und zeigen damit ein selbstgebauter 3-d-drucker spielt eine zentrale rolle im konzept der junior-ingenieur-akademie an der kölner ursulinenschule. die digitale technik macht viele versuche erst möglich – und mindert berührungsängste vor mint. selbst gemacht und stolz darauf: hanne präsentiert ein bauteil für den windkanal, das kurz zuvor aus dem 3-d-drucker kam. der abstand zwischen extruder und druck- platte muss genau stimmen, damit das erhitzte plastik richtig aufgetragen wird. > i ii i ii seit physiklehrer raimund servos einen 3-d-drucker in den unterricht integriert hat, erschliesst er mit seinen schülerinnen ein für beide seiten neues feld. * gestalten mit medien 14
12 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 perspektiven in technischen berufen auf“, erklärt jia-projektleiterin sandra heide- mann von der telekom-stiftung. mittlerweile vernetzt sich das erfolgreiche projekt auch über deutschlands grenzen hinaus. wie alle jia-schulen vermittelt auch das ursulinengymnasium acht- und neuntkläss- lern ingenieurwissenschaftliche und tech- nische themen möglichst praxisnah. hier bildet windkraft den rahmenkontext für den jia-kurs, der sich über vier halbjahre mit jeweils unterschiedlichen fragestellungen befasst: wie fragen, messen und bewerten ingenieure? wie lässt sich elektrische spannung erzeugen und verändern? wie reagieren rotoren auf luftströmungen? wie lässt sich eine windkraftanlage bauen? raimund servos’ schülerinnen tüfteln gerade an der dritten dieser fragestel- lungen. während eine gruppe strömungs- versuche an einem windkanal durchführt, starten lena, hanne, alessa und karolina den nächsten druckvorgang für ein bauteil, das sie für diesen windkanal benötigen. dass die schülerinnen materialien selbst herstellen können, spart geld, erlaubt forschung nach dem trial-and-error- prinzip – und bietet verschiedenste lern- effekte: zunächst lernten sie den umgang mit zwei cad-programmen, mit denen sie nun selbstständig einfachere objekte für den ausdruck programmieren können. dann erwarben sie kenntnisse über die eigenschaften unterschiedlicher druckma- terialien. schließlich wurden sie fit an dem bewusst simpel konstruierten 3-d-drucker: „bei einem fertigen gerät hätten sie die technologie nicht so gut verstanden“, sagt servos. nun seien die neuntklässlerinnen mit ihm fast auf augenhöhe: „im gegen- satz zu den inhalten des herkömmlichen physikunterrichts habe ich hier keinen lang- jährigen wissensvorsprung“, sagt servos. „in gewisser hinsicht erschließen wir gemeinsam ein neues feld.“ die schülerinnen begeistert diese pionier- arbeit merklich. „ich finde es faszinierend, dem gerät beim drucken zuzusehen“, sagt lena, während das etwa fünf mal sieben zentimeter große rechteck schicht für schicht zum quader anwächst. „das macht definitiv mehr spaß als die anderen schul- fächer“, pflichtet ihr karolina bei. auch ihr lehrer sieht im gestalten mit medien wie der cad-software, dem 3-d-drucker und einem selbst gebauten 3-d-scanner viele vorteile. „die ­praktische beschäftigung nimmt berührungsängste und dass 3-d-drucker zum zeitgeist passen, baut sicherlich auch brücken“, sagt servos. nicht selten führen diese brücken weiter in richtung mint: ein großer teil der vorangegangenen jia-gruppe wählte physik als leistungskurs. elf jahre nach ihrer gründung ist die junior-ingenieur-akademie in deutschland ein viel beachtetes erfolgsmodell. über länderüber- greifende schulpartnerschaften mit bestehenden jias bietet die telekom- stiftung nun auch schulen in mittel-, ost- und südosteuropa an, von dem projekt zu profitieren, insbe- sondere in albanien, griechenland, kroatien, polen, rumänien, slowakei, tschechien und ungarn. „unser ziel ist eine kontinuierliche kooperation im technisch-naturwissenschaft­ lichen bereich“, sagt projektleiterin sandra heidemann. „neben inge­ nieurwissenschaftlichen fähigkeiten erweitern schüler und lehrkräfte dabei auch ihre interkulturellen und fremdsprachlichen kompetenzen.“ 1 jia wird international < 15
13 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 erst designen, dann drucken: raimund servos hilft seinen schülerinnen beim umgang mit dem cad-programm. teamwork und tüftelei: damit der 3-d-drucker so arbeitet, wie er soll, müssen die schülerinnen das gestänge immer wieder nachjustieren. jedes element ein stück- chen schule: auch ein modell des ursulinen- gymnasiums bauten die schülerinnen mittels 3-d-drucker. ii i ii iii iii » die akademien bringen schülern die arbeit von wissenschaftlern und ingenieuren nahe und zeigen damit perspektiven in technischen berufen auf. « sandra heidemann projektleiterin deutsche telekom stiftung mehr informationen zur junior-ingenieur- akademie gibt es hier: www.telekom-stiftung.de/jia Gehe zur URL
14 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 prof. dr. wolfgang schuster vorsitzender deutsche telekom stiftung » das forum bildung digitalisierung bildet einen starken verbund zivilgesell- schaftlicher akteure. es hat die chance, das ungenutzte potenzial der digitali­sierung für das bildungswesen gezielter auszuschöpfen. « 17
15 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 mehr digitalisierung in der bildung wagen die digitalisierung ist einer jener mega- trends, der alle bereiche der gesellschaft erfasst und transformiert, auch das bildungs- wesen. dies ist chance und herausforderung zugleich. chance, weil sie die wissensver- mittlung verbessern kann – und herausfor- derung, weil sie die welt verändert, auf die das bildungswesen die bürger vorbe- reiten soll. trotz dieser großen bedeutung begegnen sich bildung und digitalisierung in deutsch- land bisher nur sporadisch und unstruk- turiert. es fehlen ein einheitlicher ansatz und eine nachhaltige strategie, wie univer- sitäten, schulen, volkshochschulen und andere bildungsinstitute mit digitalen medien umgehen sollen. oft mangelt es an technischer ausstattung, noch öfter an trag- fähigen konzepten. die deutsche telekom stiftung möchte mit dem forum bildung digitalisierung abhilfe schaffen. mit dem vorhaben, einen konstruktiven und nutzungsorientierten diskurs voranzutreiben, steht die stiftung nicht alleine da: der initiative haben sich die bertelsmann stiftung, die robert bosch stiftung sowie die siemens stiftung ange- schlossen. die stiftung mercator fördert das projekt. „dies ist ein starker verbund zivilgesellschaftlicher akteure“, kommen- tiert wolfgang schuster, vorstandsvorsit- zender der deutsche telekom stiftung. „er hat die chance, das ungenutzte potenzial der digitalisierung für das bildungswesen gezielter auszuschöpfen.“ die stiftungen nahmen im frühjahr dieses jahres die arbeit in der initiative auf. diese soll sich als zentrale plattform für eine breite diskussion rund um die digitale bildung ­etablieren. veranstaltungen wie gesprächs- runden und fachtagungen bilden den rahmen, in dem sich politiker von bund, ländern und kommunen sowie vertreter von bildungseinrichtungen, zivilge­sell­schaft, wissenschaft und wirtschaft treffen. diese sollen gemeinsam strategien entwickeln, wie sich digitale medien sinnvoll in die ver­- schiedenen bildungsformate und vor allem in die lehrerbildung integrieren lassen. das forum will mit partnern aus schule, politik, wissenschaft, zivilgesellschaft und wirtschaft gelungene projekte aus theorie und praxis sammeln. viele lehrer setzen digitale medien bereits kreativ in der wissensvermittlung ein, um etwa das vernetzte denken zu üben oder das lernen zu individualisieren. solche ansätze wollen die stiftungen systematisch erschließen und entscheidern aus politik und wirt- schaft, wissenschaftlern und verantwortli- chen aus der praxis zur verfügung stellen, um best practice in den bildungsalltag zu integrieren. noch steckt die initiative in den anfängen. die ersten gespräche mit politikern und anderen bildungsakteuren sind aber vielver- sprechend. die stiftungen hoffen auf eine breite unterstützung, wenn es darum geht, deutschlands bildungswesen für das digi- tale zeitalter fit zu machen. oft fehlt es an der technischen ausstattung, noch öfter an konzepten: das deutsche bildungswesen lässt die chancen der digitalisierung weitgehend ungenutzt. um dem abzuhelfen, startet die deutsche telekom stiftung gemeinsam mit weiteren großen stiftungen das forum bildung digitalisierung. fünf partner, eine überzeugung gefördert durch < 18
16 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 auf ein wort … fünf starke stiftungen führen und fördern das forum bildung digitalisierung. was sind ihre beweggründe? uta-micaela dürig geschäftsführerin robert bosch stiftung » die systematische schul- und unterrichtsentwicklung ist unerlässliche voraussetzung für gelingende digitale bildung. mit der initiative können wir jetzt dazu einen nützlichen beitrag leisten. « dr. jörg dräger mitglied des vorstandes bertelsmann stiftung » für die digitalisierung gibt es keinen stoppknopf. deshalb müssen wir sie gestalten. es ist an der zeit, den technik- und gefahrenlastigen diskurs zur digitalisierung der bildung stärker auf die chancen und gestaltungsmöglichkeiten zu lenken! « 19
17 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 dr. nathalie von siemens geschäftsführender vorstand siemens stiftung » während kinder und jugendliche in ihrem alltagsleben von it umgeben und geprägt sind, treffen sie in der schule auf eine noch nahezu analoge welt. doch das lernen hat sich geändert und damit muss sich auch das lehren ändern. « winfried kneip geschäftsführer stiftung mercator » die digitalisierung verändert die rahmenbedingungen von bildung und bildungsprozessen deutlich. wir wollen mit blick auf integration und kulturelle bildung unseren beitrag leisten. « dr. ekkehard winter geschäftsführer deutsche telekom stiftung » die digitale kompetenz wird zur vierten kulturtechnik – neben lesen, schreiben und rechnen. deshalb ist es wichtig, dass wir kindern und jugend­lichen zeigen, was ein sinnvoller umgang mit digitalen medien ist. « 20
18 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 ein ganzheitlicher blick bessere teilhabe, mehr chancengleichheit – die stiftungen hinter dem forum bildung digitalisierung starten ihre mission mit hoher motivation und klaren zielen. in der ersten phase bis ende 2017 konzentrieren sie sich mit ihren aktivitäten auf drei themenfelder und den bereich der schulischen bildung. mit einem ganzheitlichen blick auf bildung und digitalisierung gehen die stiftungen an die arbeit. davon soll in den kommenden monaten zuerst einmal das schulische lernen profitieren. dort gibt es viel zu tun. i. personalisiertes lernen wie können digitale medien helfen, kindern und jugendlichen eigene lern- wege zu ermöglichen und sie in hetero- genen lerngruppen individuell zu fördern? diese frage zielt auf einige der drän- genden aktuellen pädagogischen heraus- forderungen: die inklusion von menschen mit handicap, die integration von geflüch- teten in die regelklassen sowie die förde- rung lernschwacher sowie hochbegabter schüler. digitale medien können schülern helfen, sich eigenständig oder mit unter- stützung von lernprogrammen wissen individuell zu erschließen. sie leisten so einen beitrag zu mehr teilhabe und chancengerechtigkeit. ii. kompetenzen für die digitalisierte welt welche kompetenzen brauchen kinder und jugendliche, um ein selbstbestimmtes leben in einer zunehmend digitalisierten welt zu führen? it-berufe werden wich- tiger, neue berufsfelder entstehen, klas- sische berufsbilder wandeln sich: die digitalisierung verändert die arbeitswelt. darauf müssen schülerinnen und schüler vorbereitet werden. aufgabe der schulen ist es auch, innerhalb der schülerschaft die kluft bei it-kompetenzen abzubauen. dort gibt es laut der icil-studie ein großes ungleichgewicht. iii. veränderungsmanagement und organisationsentwicklung was sind die notwendigen rahmenbedin- gungen für das lernen durch und über digi- tale medien – und wie gelingt die digitali- sierung in den bildungseinrichtungen? in der schulentwicklung ist digitalisierung ein wichtiger aspekt. zwar können auch ein- zelne lehrkräfte digitale medien nutzen, um das lernen in ihrem unterricht zu personali- sieren; wirksamer als solche insellösungen ist jedoch die entwicklung eines pädago- gischen konzepts für die gesamte schule. neben pädagogischen fragen spielen darin auch die ausstattung, rechtliche rahmenbe- dingungen sowie fortbildungsmöglichkeiten für lehrer eine rolle. zu diesen drei themenfeldern planen die stiftungen für die kommenden monate unterschiedliche aktivitäten. so organi- sieren sie zum beispiel eine fachtagung und suchen deutschlandweit nach schulen, die sich bereits mit eigenen konzepten auf den weg zum lernen mit digitalen medien gemacht haben. so sollen die gelingens- bedingungen für schulentwicklung hin zu digitaler bildung sichtbar gemacht werden. in gesprächen, dialogforen und workshops mit bildungsakteuren – vom entscheider in politik und verwaltung, über den wissen- schaftler bis zum praktiker vor ort – wollen die stiftungen die chancen und rahmen- bedingungen einer pädagogisch sinnvollen digitalisierung aufzeigen. die ziele pädagogische expertise aus wissenschaft und praxis sammeln und aufbereiten. gute beispiele pädagogischer praxis sowie ganzer schulkonzepte für personalisiertes lernen mit digitalen medien identifizieren und die erfolgsfaktoren für ihre systema- tische umsetzung und verbreitung sichtbar machen. die öffentliche diskussion und die fachdebatte über digitalisierung stärker auf ihren möglichen beitrag zur lösung pädagogischer heraus- forderungen lenken. gegenüber politik, bildungsverwaltung und it-wirtschaft impulse zu anforde- rungen und rahmenbedingungen für pädagogisch sinnvolle digitalisierung geben. eigene unterstützungsangebote für den erfahrungstransfer entwickeln. www.forum-bildung-digitalisierung.de < Gehe zur URL
www.forum-bildung-digitalisierung.de (noch nicht online)
19 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 erfahrung und expertise willkommen! von- und miteinander lernen: wer bildung und digitalisierung in deutschland im sinne des forums voranbringen will, ist eingeladen, sich an der initiative zu beteiligen. das forum ist der erste und einzige zusam- menschluss großer gemeinnütziger stif- tungen für das thema bildung und digi- talisierung in deutschland. jede der vier trägerstiftungen wie auch der hauptför- derer stiftung mercator verfügen für sich über viel erfahrung und expertise sowie führende positionen in der deutschen bildungslandschaft. als zivilgesellschaft- liche akteure sind alle fünf gleichermaßen partner von praxis, politik, verwaltung und wissenschaft. die initiative möchte einen systematischen, lösungsorientierten dialog und austausch aller maßgeblichen akteure der bildungs- landschaft fördern, ein gemeinsames lernen derjenigen, die die rahmenbedingungen gestalten oder operativ in der praxis arbeiten. „die digitale bildung ist eine gesamtgesell- schaftliche aufgabe. mit dem forum laden wir alle zur mitarbeit ein, die das lernen mit und über digitalmedien fördern können“, so wolfgang schuster, vorsitzender der ­deutsche telekom stiftung. unterstützer träger bund und länder lernen voneinander deutsche telekom stiftung bertelsmann stiftung robert bosch stiftung siemens stiftung stiftung mercator arbeitsgruppe lenkungskreis vorstandsebene externe experten einbindung je nach thema, projekt und aufgabe partner und weitere anbieter von inhalten realisieren eigene angebote mit unterstützung des forums < 22
20 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 online mehr erleben unseren jahresbericht gibt es auch in digitaler form, optimiert für desktop-pc, tablet-pc und smartphones. in der onlineausgabe finden sie interessante videos, bildergalerien und ­downloads zu den themen. jahresbericht.telekom-stiftung.de Gehe zur URL
jahresbericht.telekom-stiftung.de/
das berichtsjahr 21 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 stiftung 22 grußwort des kuratoriums 24 grußwort des vorstands 26 chronik des stiftungsjahres 28 „kooperationen bieten enorme chancen“ 30 unsere handlungsfelder 53 kommunikationskanäle 54 vorstand und kuratorium 55 leitung und team 56 finanzen 58 impressum frühe bildung 33 mint-vorlesepaten 34 lupe didacta haus der kleinen forscher unterricht & mehr 37 minteinander 38 natur beflügelt forscher ferien junior-ingenieur-akademie junior science café lehrerbildung 41 deutsches zentrum lehrerbildung mathematik 42 mathe sicher können mint-lehrerpreis entwicklungsverbünde talentförderung 45 fundamint 46 doktorandenstipendien start-stipendien fellowship fachdidaktik mint frühstudium impulse 49 medienpreis bildungsjournalismus 50 länderindikator schule digital monitor lehrerbildung zeit-konferenz deutscher zukunftspreis Gehe zur Seite 24
„Kooperationen bieten enorme Chancen“
LuPE / didacta / Haus der kleinen Forscher
NATUR beflügelt / ForscherFerien / Junior-Ingenieur-Akademie / Junior Science Café
Deutsches Zentrum Lehrerbildung Mathematik
Mathe sicher können / MINT-Lehrerpreis / Entwicklungsverbünde
Doktorandenstipendien / START-Stipendien / Fellowship Fachdidaktik MINT / Frühstudium
Länderindikator Schule digital / Monitor Lehrerbildung / ZEIT-Konferenz / Deutscher Zukunftspreis
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 22 timotheus höttges » gute bildung muss in zeiten der digitalisierung wesentlich mehr sein als das wissen darüber, wie man im internet surft. « 25
23 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 stiftung wie muss gute bildung in der digitalen welt aussehen? mit dieser frage hat sich die deutsche telekom stiftung im berichtsjahr intensiv auseinandergesetzt. und sie wird dies in zukunft sogar noch stärker tun, denn fundierte kenntnisse darüber, wie man mit den digitalen medien umgeht, müssen zu einem modernen bildungskanon gehören. sie sind ­inzwischen genauso wichtig wie lesen, schreiben und rechnen. hier gibt es in deutschland genug zu tun, denn noch sind viel zu wenig menschen digital kompetent. aber: wer keine oder nur geringe digitale kompetenzen aufweist, wird künftig komplett abgehängt. bereits heute sind diejenigen außen vor, die sich mit handys oder compu- tern nicht oder nur wenig auskennen. kommu- nikationsprogramme wie sms und whatsapp, die powerpoint-präsentation für den unter- richt, das navigationssystem im auto oder der einkauf beim onlineversand erfordern zumin- dest ein grundverständnis dafür, wie digitale medien funktionieren. und das ist erst der anfang. ohne digitale kompetenzen werden menschen schon sehr bald keine soliden beruflichen qualifikationen mehr erwerben können, werden sie gesellschaftliche verän- derungen nicht mehr verstehen, geschweige denn, aktiv mitgestalten können. so lautet auch eine erste antwort auf die frage, wie gute bildung in zeiten der digita- lisierung aussehen muss: sie muss wesent- lich mehr sein als das wissen darüber, wie man im internet surft. gute digitale bildung muss dazu beitragen, dass jeder einzelne die möglichkeit erhält, digitale medien so zu nutzen, dass er sein eigenes leben erfolg- reich gestalten kann. ein beispiel dafür, welche individuellen poten- ziale mit digitalen medien gehoben werden können, kommt aus der hochschulwelt: in jüngster zeit machen massive open online courses furore, also vorlesungen, die über das internet allen offenstehen. an einem solchen onlinekurs der univer- sität stanford zum thema künstliche intelli- genz haben vor einiger zeit mehrere tausend menschen weltweit teilgenommen. 400 von ihnen haben besser abgeschnitten als der beste stanford-teilnehmer vor ort. menschen, die sonst niemals die chance gehabt hätten, einen kurs an der eliteuniversität zu belegen. für solche erfolgsgeschichten müssen zunächst die grundlagen geschaffen werden und die rahmenbedingungen stimmen. was das bildungssystem betrifft, sind hier öffent- liche und private bildungsträger gefragt. sie müssen in kitas, schulen, hörsälen und über- haupt allen bildungseinrichtungen zugang zu digitalen medien anbieten können. damit kein falscher eindruck entsteht: dies darf nicht um der technik willen geschehen. denn was nützen breitbandige anschlüsse, whiteboards, tablets und ausgefeilte lern­ programme, wenn sie zum beispiel im schul- alltag nicht genutzt werden, weil die päda­ gogisch-didaktischen grundlagen dafür fehlen? rein gar nichts! insofern gehören auch eine gute medienpädagogik und -didaktik als bestandteil der lehrerbildung zu den wesentlichen voraussetzungen für gute digitale bildung. für dieses thema engagiert sich die deut- sche telekom stiftung, indem sie in den nächsten jahren zum beispiel ihre beste- henden projekte in der mint-lehrerbil- dung um aspekte des digitalen lehrens und lernens ergänzt. darüber hinaus wird sie gezielt neue vorhaben an den start bringen, bei denen die vermittlung digitaler kompe- tenzen im vordergrund steht. dabei nimmt die stiftung verstärkt bildungsferne kinder und jugendliche in den blick und auch solche, die schwierigkeiten damit haben, überhaupt einen schulabschluss zu schaffen. ziel ist es, gerade diese jungen menschen mit digitalen kompetenzen so gut auszustatten, dass sie in der digitalen welt ihre begabungen entfalten und erfolgreich bestehen können. keine leichte, aber eine sehr wichtige und verdienst- volle aufgabe. für die telekom-stiftung wird es in nächster zeit darum gehen, in der digitalen bildung ein ebenso starkes profil wie in der mint- bildung zu entwickeln. die messlatte liegt hoch, denn die stiftung ist in sachen mint ein starker und hoch geschätzter akteur der deutschen bildungslandschaft. ich bin davon überzeugt, dass vorstand, geschäftsführung und das stiftungsteam sich wie bisher mit viel kompetenz und tatkraft einbringen, um auch in der digitalen welt die bildungslandschaft mitzugestalten. im mai 2016 timotheus höttges vorsitzender des kuratoriums bildung für die digitale welt grusswort 26
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 24 prof. dr. wolfgang schuster prof. dr.-ing. sigmar wittig thomas dannenfeldt » gemeinsam mit weiteren bildungsakteuren wollen wir die digitali­sierung auf die bildungspolitische agenda bringen. « 27
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 25 digitale zukunft gestalten stiftung die zunehmende digitalisierung prägt unseren alltag. und selbstverständlich macht sie auch vor dem bildungssystem nicht halt. um dieser entwicklung zu begegnen, hat die deutsche telekom stiftung im frühjahr 2015 beschlossen, sich nicht nur weiterhin für eine bessere mint-bildung, sondern darüber hinaus auch für gute digitale bildung einzusetzen. wie eng beide themen miteinander ver- knüpft sind, hat unter anderem der nationale mint-gipfel anfang juni 2016 gezeigt. die tagung, die die telekom-stiftung als mitglied des nationalen mint-forums ­maßgeblich unterstützt hat, stand unter dem motto: ­„digitale chancen ergreifen – digitale spal- tung meistern“. die podien und präsentationen beschäftigten sich mit den konsequenzen der digitalisierung und den notwendigen lern­ prozessen in der digitalen ära. dort wurde deutlich: unsere welt wird mehr denn je durch kulturelle vielfalt, globalisierung, digitalisie- rung sowie zunehmend durch wissenschaft und technik geprägt. das heißt aber auch, dass möglichst alle menschen zugang zu digitalen medien erhalten und befähigt werden müssen, selbst- verantwortlich und reflektiert damit umzu- gehen. dabei gilt es, den dreiklang der digi- talen bildung in unser bildungssystem zu integrieren: das fachliche lehren und lernen, den verständigen umgang sowie das kreative gestalten mit digitalen medien. um die möglichkeiten der digitalisierung für die bildungslandschaft aufzuzeigen, hat die telekom-stiftung zusammen mit vier weiteren großen deutschen stiftungen die ­nationale initiative forum bildung und digi­ talisierung gegründet. ziel ist, in partnerschaftlicher zusammenarbeit mit bund, ländern und gemeinden sowie mit vielen weiteren bildungsakteuren die bildungs- politischen hausaufgaben anzupacken, damit das thema digitalisierung in der notwendigen differenziertheit auf die bildungspolitische agenda kommt und umgesetzt wird. 2015 haben wir die studie „schule digital – der länderindikator“ ins leben gerufen. diese untersuchung zur nutzung digitaler medien im unterricht ergab, dass eine systematische und langfristige strategie weitgehend fehlt, die digitalisierung für den lernerfolg zu nutzen. letztlich besteht in deutschland ein defizit in der ausbildung angehender lehrkräfte, bei der das lehren und lernen mit digitalen medien kaum eine rolle spielt. einmal mehr erkennen wir: gut ausgebildete lehrer sind für ein funktionierendes bildungssystem von zentraler bedeutung. das gilt ganz besonders auch für unseren arbeitsschwerpunkt, den bereich mathematik, informatik, naturwissen- schaften und technik (mint). umso mehr haben uns die ergebnisse einer von der stiftung initiierten untersuchung von professor klaus klemm aufgeschreckt: in nordrhein-westfalen wird sich in den nächsten zehn jahren die zahl der mint-lehr- kräfte in der sekundarstufe auf knapp 25.000 halbieren. so wird es vor allem in den fächern informatik, technik, physik und chemie zu wenig lehrkräfte geben – ein trend, der leider auch für andere bundesländer gilt. daher setzen wir unseren weg konsequent fort, indem wir die qualität der aus-, fort- und weiterbildung von lehrkräften verbessern und das image des berufs stärken. für bereits im beruf stehende lehrer haben wir mit dem deutschen zentrum für lehrerbil- dung mathematik (dzlm) bereits 2011 eine europaweit einzigartige fortbildungsinitia- tive ins leben gerufen. wir sind stolz, dass das zentrum im fünften jahr seines bestehens von einer evaluationskommission unter der leitung von professor eckehard klieme als garant für gute lehrerbildung eingestuft wird. das dzlm sei ein einmaliges modell dafür, wie man mit der wissenschaft verknüpfte und auf dem aktuellen stand der forschung befind- liche fortbildung organisiert. das verändere sowohl die praxis als auch die forschung zur lehrerbildung. impulse setzen, innovationen vorantreiben, praxistaugliche modelle schaffen – damit wollen wir uns auch künftig in der bildungs- landschaft profilieren. dafür stehen zum beispiel auch unsere junior-ingenieur-akade- mien, die noch immer ein einzigartiges modell der technikbildung sind. mittlerweile zählen über 80 weiterführende schulen zu unserem netzwerk, das jedes jahr weiterwächst. wir danken herzlich unseren partnern und dem kuratorium für die große unterstützung und dem stiftungsteam für seinen enorm engagierten einsatz. damit haben wir alle voraussetzungen, weiterhin erfolgreich daran zu arbeiten, das bildungssystem besser zu machen und damit zu mehr bildungs- gerechtigkeit und teilhabe für jedermann beizutragen. bonn, im mai 2016 prof. dr. wolfgang schuster vorsitzender des vorstands thomas dannenfeldt vorstand prof. dr.-ing. sigmar wittig vorstand grusswort deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1625 28
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 26 chronik des stiftungsjahres die arbeit der deutsche telekom stiftung im rückblick 1. januar 2015 wolfgang schuster neuer vorsitzender am 1. januar tritt professor wolf- gang schuster sein amt als neuer vorsitzender der stiftung an. der promovierte jurist und ehemalige stuttgarter oberbürgermeister bringt langjährige erfahrungen in der kommunalen, nationalen und internationalen bildungspolitik mit. 10. juni 2015 grundstein für haus der zukunft in berlin wird der grundstein für das haus der zukunft gelegt. ab 2017 werden dort in ausstellungen und veranstaltungen szenarien für das leben in der zukunft entwickelt und die möglichkeiten von innovation und moderner forschung gezeigt. die telekom-stiftung ist einer der förderer und gesellschafter. 11. juni 2015 tagung zur lehrerbildung die telekom-stiftung, der stifterverband für die deutsche wissenschaft und die hochschulrektorenkonferenz laden ein zur tagung „lehrerbildung – verantwor- tung für die zukunft“. das fazit: an den hochschulen ist das bewusstsein für die bedeutung der lehrerbildung gestiegen und die „qualitätsoffensive lehrer- bildung“ von bund und ländern gibt weiteren schub. 20. januar 2015 mint-lehrermangel wird größer ein mangel an lehrkräften gehört an vielen allge- meinbildenden schulen der sekundarstufe i und ii bereits jetzt zum alltag – in den mint-fächern ist die situation besonders prekär. im auftrag der stiftung ist der essener bildungsforscher professor klaus klemm der frage nachgegangen, wie sich in nordrhein-westfalen der bedarf an mint-lehrkräften bis zum jahr 2025 entwickelt. 29. april 2015 mint-fachdidaktiken in deutschland wie sieht die situation der mint- fachdidaktiken an deutschen hoch- schulen aus? welche rolle spielen sie bei der lehrerbildung insge- samt? fragen wie diese beantwortet eine studie der telekom-stiftung, die der chemiedidaktiker professor bernd ralle und die bildungsfor- scherin bettina seipp erarbeitet haben. 29
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 27 stiftung 1. juli 2015 nobelpreisträger in lindau in lindau am bodensee findet die 65. nobelpreisträgertagung statt, an der neben 70 laureaten der fachrichtung chemie auch eine vielzahl von nachwuchswissen- schaftlern aus aller welt teilnimmt. unter ihnen sind in diesem jahr drei doktorandenstipendiaten der telekom-stiftung. 18. september 2015 deutsches lehrerforum gestartet mehr als 60 lehrkräfte aus ganz deutschland treffen sich zum 1. deutschen lehrerforum. zwei tage lang erörtern junglehrer und erfahrene pädagogen, was gute lehrer ausmacht und entwickeln handlungsempfehlungen für die praxis. 14. dezember 2015 hochschul-ausschreibung entschieden die pädagogischen hochschulen ludwigsburg und schwäbisch gmünd, die universitäten bremen, hamburg und potsdam gewinnen die ausschrei- bung „digitales lernen grundschule“. die hochschulen werden mit unterstüt- zung der telekom-stiftung konzepte für den einsatz digitaler medien im grund- schulunterricht erarbeiten. 19. november 2015 neuer länderindikator erscheint erstmals gibt die stiftung die studie „schule digital – der länderindi- kator“ heraus, die länderbezogene informationen zur digitalen bildung in deutschland liefert. basis ist eine repräsentative befragung von 1.250 lehrkräften weiterführender schulen. der indikator erscheint in zukunft jährlich. deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1627 30
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 28 herr winter, stimmt der eindruck, dass stiftungen immer häufiger kooperieren? ja, das ist tatsächlich so, wobei die telekom- stiftung immer schon mit anderen stiftungen kooperiert hat. ein musterbeispiel dafür ist der forschergeist-wettbewerb, den wir zusammen mit der stiftung „haus der kleinen forscher“ dieses jahr schon zum dritten mal durchge- führt haben. aber ganz grundsätzlich stimmt der eindruck: heute arbeiten stiftungen enger zusammen als früher. woran liegt das? die gründe sind vielfältig. zunächst basieren kooperationen auch auf gegenseitigem vertrauen in die kompetenz des partners. dieses vertrauen fällt jedoch nicht vom himmel, sondern muss durch solide arbeit im jeweiligen tätigkeitsfeld erworben werden. so sind wir die führende stiftung, wenn es um bildung in mathematik, informatik, naturwissenschaften und technik (mint) geht. diese thematische fokussierung ist klar und auf dauer angelegt und sie ist die basis unseres ansehens, das wir uns hart erarbeitet haben. denn wir legen wert auf die qualität und nachhaltigkeit unserer projekte. wir kratzen also nicht an der ober- fläche, sondern packen die themen an der wurzel. das macht uns für andere stiftungen mit den gleichen oder ähnlichen zielen und ansprüchen zu einem attraktiven partner. wir sind froh, mit solchen partnern immer wieder zusammenarbeiten zu dürfen. was genau verstehen sie unter qualität und nachhaltigkeit? wir binden von anfang an wissenschaftliche experten ein, realisieren und evaluieren unsere vorhaben, um sie praxistauglich zu machen. schließlich haben wir den anspruch, das bildungssystem zu verbessern. deswegen setzen wir auch alles daran, die ergebnisse unserer arbeit optimal zu verbreiten. dafür brauchen wir als zivilgesellschaftlicher akteur, der also kein politisches mandat hat und poli- tisches handeln auch nicht ersetzen möchte, eine schlagkraft, die oft nur in kooperation mit anderen stiftungen, aber auch mit staatlichen und öffentlichen partnern erreicht werden kann. das sage ich auch als leiter des arbeitskreises bildung des bundesverbandes deutscher stif- tungen. auch dort zeigt sich an beispielen guter praxis, wie sinnvoll kooperationen sind: wenn antworten auf die frage, welchen beitrag stif- tungen im bereich bildung leisten können, gemeinsam angegangen und diskutiert werden, ist das für alle beteiligten sehr bereichernd. sie sprachen eben von der so wichtigen schlagkraft, die sich aus kooperationen ergibt. können sie ein beispiel nennen? ganz spontan fällt mir der „international summit on the teaching profession“ ein, der im märz 2016 in berlin und damit erstmals „kooperationen bieten enorme chancen“ stiftungen können impulse geben und entwicklungen anschieben, die es ohne sie nie geben würde. doch wie verhalten sie sich untereinander? ist ihre wirksamkeit umso größer, wenn sie kooperieren oder sind sie effizienter, wenn abstimmungs- bedarfe unter partnern nicht notwendig sind? was die praxis lehrt und wie die deutsche telekom stiftung kooperationen umsetzt, erläutert geschäftsführer dr. ekkehard winter im interview. kooperationen brauchen vertrauen: dr. ekkehard winter, geschäftsführer der telekom-stiftung. 31
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 29 stiftung in deutschland stattgefunden hat. außer uns waren sieben weitere stiftungen partner dieser hochkarätigen veranstaltung. dieser weltgipfel für lehrerbildung war zugleich das erste gemeinsame projekt von stif- tungen mit der kultusministerkonferenz, die den gipfel ausgerichtet hat. exemplarisch wird hier deutlich, wie gefragt stiftungen sind und was sie erreichen können, wenn sie zusammenarbeiten. liegt das auch am thema? mit sicherheit. gerade beim thema lehrerbil- dung arbeiten stiftungen eng zusammen. ein weiteres beispiel dafür ist die tagung „lehrer- bildung – verantwortung für die zukunft: herausforderungen und perspektiven“, die im juni letzten jahres ebenfalls in berlin stattfand. veranstalter waren die telekom-stiftung, die hochschulrektorenkonferenz und der stifterver- band für die deutsche wissenschaft. am ende stand als starkes ergebnis gemeinsamer arbeit die berliner erklärung mit sieben empfehlungen zur lehrerbildung. was sind die herausforderungen bei kooperationen? je mehr stiftungen zusammenarbeiten, desto höher ist natürlich der abstimmungsbedarf. bis man sich auf eine gemeinsame linie und ein gemeinsames vorgehen verständigt hat, vergeht daher mehr zeit, als wenn man projekte alleine durchführt. denn trotz vieler gemeinsamkeiten gibt es zwischen den stiftungen zahlreiche unterschiede in tradition und arbeitsweise, die auch bei fragen nach den rollen, aufgaben oder verantwortlichkeiten der partner zum tragen kommen und geklärt werden müssen. das dauert mal kürzer, mal länger. entschei- dend ist dann, dass die kooperation zu besseren projektergebnissen kommt, als wenn man allein unterwegs gewesen wäre. in welcher größenordnung sind koopera­ tionen sinnvoll? das hängt vom thema und der zielsetzung ab. so haben sich zum beispiel im falle des nati- onalen mint-forums 30 institutionen zusam- mengeschlossen, die sich für die förderung der bildung im mint-bereich einsetzen und sich von der zusammenarbeit größere durch- schlagskraft im politischen raum erhoffen. gründungsmitglieder des forums sind zahl- reiche stiftungen, wissenschaftsorganisa- tionen, fachverbände, hochschulallianzen und andere einrichtungen. die initiative soll jetzt in eigener rechtsform institutionalisiert werden. das ist die krönung einer erfolgrei- chen kooperation, wenn es um dauerhaftig- keit geht. darüber hinaus gibt es unter dem dach des nationalen mint-forums eine reihe von arbeitsgruppen. so auch zu den themen „digitale bildung von kindern und jugendli- chen“ und „mint-lehrerbildung“, die ich beide leite. dort finden ungemein fruchtbare dialoge statt, in die alle ihre erfahrungen einbringen und davon profitieren. warum sind gerade beim thema digitales lehren und lernen kooperationen sinnvoll? gerade bei diesem thema herrscht ein unüber- sichtliches nebeneinander von lösungsvor- schlägen und angeboten. wir haben daher mit weiteren drei trägerstiftungen das forum bildung und digitalisierung ins leben gerufen, um eine gemeinsame plattform für die öffent- liche diskussion über die digitalisierung im bildungsbereich zu schaffen. denn nur, wenn alle verantwortlichen von- und miteinander lernen, lässt sich diese gesamtgesellschaftliche aufgabe meistern. die stiftungen möchten zur klärung beitragen, wie digitale medien ihr potenzial für möglichst alle lehrenden und lernenden entfalten können. das forum ist der erste und einzige zusammenschluss großer gemeinnütziger stiftungen für dieses thema in deutschland, der hoffentlich wiederum belegen wird, dass kooperationen ungemein viele chancen bieten. deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1629 32
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 30 frühe bildung unterricht & mehr lehrerbildung auch wenn die ergebnisse zuletzt bes- ser wurden: ­pisa ist zum synonym für die schwächen des deutschen schulsystems geworden. vor­­allem in mathematik und naturwissenschaften lässt der bildungs- stand noch immer zu wünschen übrig. die stiftung will dazu beitragen, in den ­schulen mehr interesse für die mint- fächer zu wecken und dazu auch schuli- sches und außerschulisches lernen mitein- ander zu verbinden. die ­frühe auseinander- setzung mit einem ­studien- und ­berufsziel ist ebenfalls ein besonderes anliegen. die stiftung fördert daher den austausch von schulen mit partnern aus wirtschaft und wissenschaft, um den übergang von der schule zur hochschule oder in den beruf zu ­erleichtern. unsere projekte digitale werkstatt forscher ferien junior-ingenieur-akademie junior science café minteinander natur beflügelt kitas und grundschulen legen den grund- stein dafür, dass sich kommende genera- tionen erfolgreich behaupten. gerade die bildungsangebote der kitas ­weisen im internationalen vergleich aber deutliche schwächen auf. auch der übergang von der elementar- in die primarstufe ist optimierungsbedürftig. mit den vorhaben im handlungsfeld frühe bildung richtet sich die stiftung vor allem an kita-fachkräfte und lehrkräfte. sie unter- stützt sie im mint-bereich und im bereich digitales lernen mit der entwicklung von lehrmaterialien, alternativen lern- und unterrichtskonzepten sowie fortbildungen. unsere projekte haus der kleinen forscher lupe mint-vorlesepaten unsere handlungsfelder mehr als 700.000 lehrkräfte unterrichten ­­in deutschland an allgemeinbildenden schu- len. sie spielen eine zentrale rolle, wenn es darum geht, den nachwuchs für die zukunft fit zu machen. der lehrerberuf muss für schulabgänger wieder ­attraktiver werden. die stiftung ermutigt daher die hochschulen, sich stärker um die lehrer- bildung zu kümmern. exzellenz muss hier denselben stellenwert bekommen wie in ­der forschung. die stiftung unterstützt hochschulen da- bei, sich in der lehrerbildung zu profilieren. sie fördert vor allem vorhaben, die mint- fachdidaktiken, mint-fachwissenschaften, pädagogik und künftig verstärkt auch die vermittlung von medienkompetenz mitein- ander verbinden. unsere projekte deutsches zentrum lehrerbildung mathematik digitales lernen grundschule entwicklungsverbünde mathe sicher können preis für mint-lehrerbildung 33
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 31 talentförderung impulse gut ausgebildete nachwuchskräfte in bildung, wissenschaft und forschung sind der motor für die entwicklung des stand- orts deutschland. speziell in mint-fächern spürt die stiftung entsprechende ­talente auf und fördert sie: mit stipendien für besonders begabte nachwuchswissenschaftler sowie für lehramts­kandidaten in der masterphase. darüber hinaus unterstützt die stiftung junge menschen mit migrationshinter- grund, die sich durch besonderes interesse und besondere leistungen in den mint- fächern auszeichnen. unsere projekte doktorandenstipendien fellowship fachdidaktik mint frühstudium fundamint start-stipendien mit ihrem stiftungskapital von 150 millionen euro ­gehört die deutsche telekom stiftung zu den großen unternehmens- stiftungen in deutschland. ihre aktivitäten zur verbesserung der bildung in mathematik, informatik, naturwissen- schaften und technik (mint) und zum digitalen lernen hat sie in fünf handlungsfeldern zusammengefasst. stiftung die mehrzahl ihrer aktivitäten setzt die stiftung ­gemeinsam mit den institutionen des bildungssystems um. darüber hinaus arbeitet sie mit wichtigen akteuren wie der bildungsadministration, verbänden, forschungseinrichtungen oder anderen stiftungen zusammen. die stiftung versteht sich damit auch als impulsgeber für die bildungspolitik mit dem ziel, das für den forschungs-, wissen- schafts- und technologiestandort deutsch- land so entscheidende thema bildung nachhaltig zu stärken. unsere projekte deutscher zukunftspreis länderindikator schule digital medienpreis bildungsjournalismus monitor lehrerbildung zeit-konferenz wie wir arbeiten sehen sie in der onlineausgabe unseren neuen imagefilm. deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1631 Gehe zur URL
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 32 fachschulen in drei bundesländern erproben zurzeit materialien aus dem projekt lupe 12 experten aus wissenschaft und praxis sind partner in der frühen bildung 750 frühe bildung in zahlen 70 prozent der eltern halten laut einer allensbach-umfrage eine frühe digitale bildung für nicht erforderlich 605 kitas haben bewerbungen für den forschergeist- wettbewerb 2016 eingereicht 10 medientipps lagen zum start der mint- vorlesepaten vor 35
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 33 mint-vorlesepaten frühe bildung wann immer kinder faszinierende geschichten hören, sind sie aufmerksam bei der sache. sie stellen fragen und ziehen ihre schlüsse. diese kindliche neugier und lernbereitschaft greifen die deutsche telekom stiftung und die stif- tung lesen mit dem neuen kooperationspro- jekt mint-vorlesepaten auf. denn technisch-naturwissenschaftliche phänomene lassen sich gut über spannende geschichten erzählen und auch verstehen, wenn die kinder ihre beobachtungen mitteilen oder vermutungen äußern. „wissenschaft- liche studien zeigen, dass sich gerade im grundschulalter durch die beschäftigung mit mathematisch-naturwissenschaftlich-techni- schen fragestellungen die sprach- und lese- kompetenz fördern lässt und umgekehrt“, erläutert professor wolfgang schuster, vorsit- zender der deutsche telekom stiftung. „mit den mint-vorlesepaten bieten wir ein nied- rigschwelliges angebot, das genau diesen aspekt im fokus hat.“ umgesetzt wird das vorhaben mit unter- stützung ehrenamtlicher vorleser, die zum beispiel in kitas, grundschulen oder biblio- theken mit kindern lesen und experimen- tieren. auf ihre aufgaben werden die vorle- sepaten über erklärvideos, onlineformate wie webinare oder auch vor-ort-schulungen kostenlos vorbereitet. außerdem erhalten sie lese- und medientipps, die die stiftung lesen passend für kinder ab drei jahren zusam- mengestellt hat. darunter sind klassische bücher und digitale angebote wie apps oder animierte e-books. bessere bildungschancen zum projektstart im vergangenen dezember begann die suche nach vorlesepaten. die resonanz war positiv: schon nach wenigen wochen hatten sich knapp 50 interessierte registriert. als erster schlüpfte timotheus höttges, konzernchef der deutschen telekom ag, in die rolle des vorlesepaten. vor bonner grundschülern las er in der konzernzentrale aus der kinderbuchreihe „die olchis“ vor. die kinder lauschten aufmerksam und diskutierten sehr kreativ über die im buch thematisierte „bauchwehmedizin“. mit dem projekt haben die stiftungen beson- ders kinder im blick, die aus schwierigem umfeld stammen oder einen migrationshin- tergrund haben. eine mint-vorlesestunde kann hier ansetzen und auf erzählerische weise für bessere bildungschancen sorgen. denn ausreichend lese- und sprachkompe- tenz sind wichtig, um die komplexen inhalte aus natur und technik zu verstehen und die steigende zahl digital verfügbarer informa- tionen aufnehmen zu können. „diese fähig- keiten sind eine unabdingbare voraussetzung für die erfolgreiche teilhabe an der digitalen welt“, betont professor wolfgang schuster. das kooperationsprojekt läuft zunächst bis oktober kommenden jahres. www.telekom-stiftung.de/mint-vorlesepaten „raupe nimmersatt“ interaktiv was die app zum klassiker unter den kinderbüchern kann, sehen sie in unserer onlineausgabe. die kraft von mint und sprache lesen und lesen lassen: telekom-chef timotheus höttges (ganz links) machte als mint-vorlesepate den anfang. neben ihm sind rtl-mode- ratorin miriam lange, professor wolfgang schuster, vorsitzender der telekom-stifung, und dr. jörg maas, hauptgeschäftsführer der stiftung lesen, zu sehen (v. li.). ehrenamtliche lesen kindern geschichten mit mint-bezug vor. so sorgen sie bei den kleinen nicht nur für ein besseres sprachverständnis, sondern wecken auch interesse für themen aus natur und technik. das neue projekt mint-vorlesepaten setzt auf die freude am gemeinsamen entdecken. deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1633 Gehe zur URL
„Raupe Nimmersatt“ interaktiv
www.telekom-stiftung.de/mint-vorlesepaten
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 34 kleine kinder sind wissbegierig und wollen naturwissenschaftliche phänomene verstehen. die aufgabe von erziehern ist es, solche lern- prozesse im kita-alltag optimal zu fördern. tatsache ist aber: frühe naturwissenschaft- liche bildung findet häufig nur in den kitas statt, deren fachkräfte spezifische fortbil- dungsprogramme durchlaufen. um ange- henden erziehern bereits in der ausbildung inhaltliches und didaktisches wissen für dieses themenfeld zu vermitteln, hat die ­deutsche telekom stiftung das forschungs- und entwicklungsprojekt lupe aufgesetzt. das vorhaben ist im herbst 2014 gestartet und befindet sich derzeit in der erprobungs- phase. lupe steht für lehr- und praxismate­ rialien für die erzieherausbildung, die im rahmen des dreijährigen projektes erarbeitet werden. die wissenschaftliche begleitung und umsetzung geschieht durch das deutsche naturphänomene erforschen: ein neues stiftungsprojekt ver- ankert frühe naturwis- senschaftliche bildung in der ausbildung von kita-fachkräften. lupe mehr mint-ausbildung für erzieher weitere projekte im überblick jugendinstitut (dji). praxispartner des dji sind zwölf fachschulen in bayern, thüringen und nordrhein-westfalen. grundlage des projekts ist der neue länderübergreifende lehrplan für die fachschulen, die erzieher ausbilden. ziel ist es, die lehrplan-vorgaben mithilfe von lupe in praktische hilfen umzu- setzen und qualifizierungs- und unterrichts- material zu naturwissenschaftlichen themen zu erarbeiten. seit beginn des schuljahres 2015/16 werden die ersten praktischen ansätze von fachschul- lehrkräften im unterricht erprobt und weiter- entwickelt. die erkenntnisse des konzepts werden in zahlreichen schulbesuchen, work- shops und expertenrunden vorgestellt, mit dem ziel, weitere bundesländer für die nutzung der lupe-materialien zu gewinnen. www.telekom-stiftung.de/lupe stefanie thate projektleiterin » mit unseren konzepten für die frühe bildung wollen wir das interesse für mint-themen wecken und entwickeln. « Gehe zur URL
www.telekom-stiftung.de/lupe
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 35 weitere projekte frühe bildung sollten kinder schon in der kita mit digitalen medien in berührung kommen? wenn ja, wann? und unter welchen bedingungen? zur erörterung dieser und weiterer fragen zum thema frühe digitale bildung diskutierte die deutsche telekom stiftung im rahmen der diesjährigen bildungsmesse didacta in köln mit. unter der überschrift „die digitale kita – kinder qualifiziert vorbereiten auf die digi- tale welt“ referierten bildungs- und inter- netexperten, darunter dr. ekkehard winter, geschäftsführer der telekom-stiftung, und der renommierte frühpädagoge professor wassilios fthenakis. die runde vertrat dabei unterschiedliche meinungen. ekkehard winter plädierte dafür, kindern schon im frühen alter erste digitale kompetenzen zu vermit- teln: „medien sind bestandteil des täglichen lebens in einer mediatisierten gesellschaft und die kita kann da kein schutzraum sein“, so winter. zudem hätten medienkompetente kinder in einer zunehmend digitalisierten welt bessere bildungschancen und dadurch auch mehr möglichkeiten zur teilhabe an der gesellschaft. eine andere auffassung vertrat professor gerald lembke vom bundesver- band medien und marketing. digitale medien hätten in der kita „nichts zu suchen“, äußerte er seine überzeugung. die rege diskussion fand großes interesse bei den zuhörern, die sich im verlauf mit fragen und beiträgen einbringen konnten. die didacta, die als europas größte fachmesse für bildungsthemen gilt, findet im jährlichen wechsel in köln, stuttgart und hannover statt. www.didacta.de didacta die digitale kita die auszeichnung herausragender kita- projekte, die mädchen und jungen für die welt der naturwissenschaften, mathematik oder technik begeistert haben – das ist das ziel des forschergeist-wettbewerbs. 2015 haben die initiatoren – die deutsche telekom stiftung und die stiftung „haus der kleinen forscher“ – den mit 80.000 euro höchstdotierten kita- wettbewerb deutschlands bereits zum dritten mal ausgeschrieben. aus über 600 bewerbungen wählte eine fachjury aus wissenschaft und praxis unter vorsitz von dr. ekkehard winter, geschäfts- führer der telekom-stiftung, 16 landessieger und davon wiederum fünf bundessieger aus. diese kommen aus rastatt (baden-württem- berg), bremen, michelstadt (hessen), dort- mund (nordrhein-westfalen) und hönningen (rheinland-pfalz). zusätzlich gab es einen sonderpreis für beobachten und dokumen- tieren (biberach/baden-württemberg), medi- enkompetenz (düren/nordrhein-westfalen) und kreativität (berlin). „ich bin beeindruckt von den vielen großartigen bewerbungen. sie zeigen, wie wichtig die arbeit der pädagogi- schen fachkräfte ist und wie erfolgreich sie die fragen der kinder in den kita-alltag integ- rieren“, sagt ekkehard winter. erstmals hatte jedes bundesland einen forschergeist-botschafter – eine aufgabe, die neben zwölf ministerpräsidenten auch fach- minister und ein staatssekretär übernahmen. die initiatoren zeichneten die landessieger ab april in ihren kitas aus und nahmen am 1. juni 2016 in berlin im beisein von bundesbildungs- ministerin johanna wanka die bekanntgabe und feierliche auszeichnung der bundessieger und sonderpreisträger vor. die beiden stiftungen verbindet über den wett- bewerb hinaus eine mittlerweile fünfjährige part- nerschaft. deren ziel ist, es die frühe bildung in deutschland in den bereichen mathematik, naturwissenschaften und technik durch die wirksame bündelung der kompetenzen und netzwerke gemeinsam voranzubringen. www.forschergeist-wettbewerb.de haus der kleinen forscher vorbildliche kita-projekte guter geist und gute laune: dieses mädchen geht in die dortmunder kita „villa kunterbunt“, die zu den bundessiegern des wettbewerbs gehört. digitale medien sind kein kinderspiel – eröffnen aber schon den jüngsten bessere bildungschancen. deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1635 Gehe zur URL
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 36 kitas und schulen arbeiten in 61 minteinander- verbünden zusammen 291 unterricht mehr in zahlen 75 junior-ingenieur-akademien sind im bundesweiten netzwerk 40 schulen in deutschland nehmen bereits am projekt junior science café teil 15 stipendiaten der roland berger stiftung profitierten 2015 von den forscher ferien jahre sind seit dem pisa-schock vergangen 16 39
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 37 unterricht & mehr minteinander unterricht & mehr manchmal teilen sich grundschule und weiter- führende schule zwar denselben pausenhof. dennoch kennen sich lehrer und schüler nicht, ein austausch über bildungsinhalte findet erst recht nicht statt. anders im hessischen witzen- hausen. seit 2013 nehmen die kesperschule, eine grundschule, und die benachbarte johan- nisbergschule, eine gesamtschule, am projekt minteinander der deutsche telekom stiftung teil. mit im boot sind zudem fünf kitas. über experimentierkisten und handbücher zum thema magnetismus fanden sie zueinander. „für uns lehrer und erzieher war es wichtig, dass wir nicht nur mit materialien arbeiten, die aufeinander aufbauen, sondern auch tatsäch- lich zusammenarbeiten“, erklärt elke lier- ertmer, die koordinatorin der ersten verbund- konstellation in witzenhausen. und die kinder profitieren. sie können an das, was sie in der kita über magnetismus gelernt haben, in der grundschule und später an der gesamtschule sinnvoll anknüpfen. mit der zweiten ausschrei- bung 2015 ergänzen zwei weitere kitas und zwei weitere grundschulen den erfolgreichen verbund in witzenhausen. netzwerk erreicht amerika neben der erweiterung bestehender verbünde nahm die stiftung anfang 2016 zudem 37 neue kita-schul-verbünde in das mintein- ander-netzwerk auf. sogar ein verbund aus argentinien und einer aus den usa bewarben sich und sind jetzt mit dabei. am us-amerikanischen kooperationsverbund etwa sind drei stufen der german international school aus boston beteiligt – der kindergarten mit vorschule, die grundschule und die schule der sekundarstufe i. vor allem die schulen arbeiten bereits punktuell zusammen – haben schon gemeinsam wale vermessen oder etwa zum thema planeten präsentationen vorbe- reitet. und: die weiterführende schule besitzt ein klares mint-profil, besuchte forschungsla- bors an der renommierten harvard university und des mit (massachusetts institute of tech- nology) oder veranstaltet naturwissenschaft- liche wettbewerbe. projekt bundesweit vernetzt insgesamt unterstützt die stiftung nun 61 verbünde in allen bundesländern, zu denen 291 kitas, grund- und weiterführende schulen gehören. jede der neuen einrichtungen erhält ein experimentierset und didaktisches begleitmaterial zum thema magnetismus, das auf allen drei bildungsstufen relevant ist und altersgerecht vermittelt wird. seit april 2016 schulen die bereits erfahrenen fach- und lehrkräfte ihre kollegen, die neu hinzugekommen sind. diese fortbildungen sind kostenlos. „die sehr positive resonanz auf unsere ausschreibung verdeutlicht, wie dringlich das thema und wie groß die nach- frage nach solchen angeboten ist“, sagt stif- tungsgeschäftsführer dr. ekkehard winter. diese einschätzung korrespondiert mit ergeb- nissen einer aktuellen evaluation des projekts durch das institut für psychologie in bildung und er­ziehung (ipbe) sowie die westfälische wilhelms-universität münster: die befragten bewerteten die idee stufenübergreifender ­curricula, kommunikation und fortbildungen besonders positiv. im herbst 2016 wird es eine weitere ausschrei- bung geben: kita-schul-verbünde können sich dann um materialien zum thema „schwimmen und sinken“ bewerben. www.telekom-stiftung.de/minteinander materialien mit anzie- hungskraft: schüler an der berliner askanier- grundschule lernen neuerdings mit dem minteinander-experi- mentierset etwas über magnetismus. minteinander auf erfolgskurs: anfang des jahres kamen 37 weitere verbünde aus kitas, grund- und weiterführenden schulen hinzu, die ihre bildungsinhalte aufeinander aufbauen. deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1637 Gehe zur URL
www.telekom-stiftung.de/minteinander
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 38 weitere projekte im überblick forscher ferien ab ins labor johannes schlarb projektleiter » wir denken schulisches und ausserschulisches lernen zusammen. bildung muss die alltagswelt von jungen menschen erreichen. « auf dieser reise ging den teilnehmern ein licht auf: 15 stipendiaten der roland berger stiftung verbrachten anfang september 2015 vier tage in einem bochumer labor und unter- suchten dort unter anderem, warum eine kerze brennt. die forscher ferien, ein projekt der deutsche telekom stiftung, bieten grund- schulkindern die möglichkeit, sich in einem hochschullabor mit naturwissenschaftli- chen fragen zu beschäftigen. in diesem fall lernten die schüler aus ingolstadt an der ruhr- universität bochum nicht nur eine menge über kerzen, sondern auch über die inhalts- stoffe der milch und über die geheimnisse des fliegens. drei tage lang experimentierten sie dazu an der hochschule, einen tag lang nahmen sie an einer exkursion zur revierge- schichte bochums teil. bis mitte 2018 wollen die telekom-stiftung und die roland berger stiftung gemeinsam insgesamt acht forscher ferien ermöglichen. www.telekom-stiftung.de/forscherferien mohamad rashid von der august- macke-schule in bonn hat sich von der natur beflügeln lassen. fischen ins herz schauen, vögel in den rheinauen beobachten, mikroskopieren und die vielfalt der arten bestimmen: bonner schüler der emilie-heyermann-realschule, der johannes-rau-hauptschule und einer inter- nationalen vorbereitungsklasse der august- macke-schule haben 2015 und 2016 beim jugendprogramm natur beflügelt mitge- macht und viel gelernt. ein halbes jahr lang besuchten sie jeweils eine schul-ag im zoolo- gischen forschungsmuseum alexander koenig (zfmk). zum abschluss der arbeitsgemein- schaften gab es für jeden nachwuchsbiologen eine urkunde: im januar und juni 2015 sowie im januar 2016. den fortbestand des wichtigen projektes natur beflügelt bis 2017 sicherte die deutsche telekom stiftung mit einer erneuten förderung in höhe von 6.600 euro. neben den schul-ags, die sich bevorzugt an haupt- und realschulen richten, bietet der außerschulische lernort im zfmk kindern und jugendlichen zwischen 8 und 18 jahren auch jungforscherklubs und wissenschaft- liche ferienprogramme an. natur beflü- gelt will nicht nur interesse an biologie, natur und forschung wecken, sondern zudem das selbstständige arbeiten der schüler fördern. bis heute unterstützte die stiftung das programm mit insgesamt rund 56.000 euro. unter anderem schaffte das museum davon hochwertige mikroskope an. www.zfmk.de natur beflügelt forschen wie echte biologen Gehe zur URL
www.telekom-stiftung.de/forscherferien
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 39 unterricht & mehr weitere projekte unterricht & mehr die junior-ingenieur-akademie (jia) bleibt auf wachstumskurs: in der jüngsten, insge- samt vierten wettbewerbsrunde des leucht- turmprogramms der deutsche telekom stif- tung konnten sechs neue schulen mit ihren konzepten die auswahljury überzeugen, darunter fünf gymnasien und eine gesamt- schule. die gewinner wurden bei der jia- jahrestagung ende april 2016 in bremen offi- ziell in das netzwerk aufgenommen und starten ihre akademien zu beginn des neuen schul- jahres. wie bei der jia üblich, werden sie dabei mit regionalen partnern aus wissenschaft und wirtschaft kooperieren. wachsen soll das netzwerk aber künftig nicht mehr nur innerhalb deutschlands, sondern auch grenzübergreifend: so bietet die telekom-stiftung gemeinsam mit dem pädagogischen austauschdienst (pad), der kultusministerkonferenz und der zentralstelle für das auslandsschulwesen (zfa) den jia- schulen seit kurzem an, partnerschaften mit schulen aus mittel-, ost- und südosteuropa aufzubauen. ziel ist es, gemeinsam mit ausländischen schülern und lehrern technikprojekte zu erarbeiten und dabei voneinander zu lernen. vorbereitende besuche von jia-lehrern haben 2015 bereits stattgefunden. und im juni 2016 reisen die ersten teilnehmer einer jia aus deutschland zu einer partnerschule nach ungarn. man darf gespannt sein, welchen themen sich die schultandems aus halle und budapest widmen werden. wie vielfältig die junior-ingenieur-akademien thematisch aufgestellt sind, wurde im juni 2015 beim ersten regionalen jia-schüler- camp am science-college overbach deutlich. junior-ingenieure von fünf schulen aus dem raum aachen präsentierten sich dort gegen- seitig ihre fertigkeiten: etwa, wie man objekte am rechner modelliert und dreidimensional ausdruckt, wie eine elektrische dämmerungs- schaltung zusammengelötet wird, oder wie man ein fahrrad mit solarantrieb ausstattet. „die junior-ingenieure lernen wirklich etwas fürs leben“, sagte heinz-georg bock von wülfingen, langjähriger jia-lehrer an der europaschule langerwehe. „zum beispiel, wie man sich immer wieder neu motiviert und gemeinsam schwierigkeiten überwindet.“ für juni 2016 ist das nächste regionale schüler- camp in jülich geplant. www.telekom-stiftung.de/jia junior-ingenieur-akademie ein netzwerk auf auslandstour ein leuchten – auch in den augen: jia-schüler am gymnasium der regensburger domspatzen. das café ist fertig: über die website des projekts tauschen sich die schüler regelmäßig aus. junior science café austausch mit und über digitale medien „können roboter moralisch handeln?“, „wie digital sind senioren?“, „smart home“ oder „big data“. über diese und viele weitere aspekte der digitalen gesellschaft haben schüler und experten 2015 in den junior science cafés diskutiert. insgesamt fanden bundesweit rund 30 café-veranstaltungen statt, bei denen 14- bis 18-jährige nicht nur das thema und die jeweiligen experten ausgesucht haben. sie waren auch für die planung, mode- ration und dokumentation verantwortlich. das motto des projekts – „denk digital!“ – steht dabei auch für die arbeit der schüler. beispielsweise kündigen sie über die projekt- webseite mit texten, videos oder fotos die café-veranstaltungen an und fassen diese im anschluss mit fünf kernthesen zusammen. sie teilen ihr wissen aber auch intern, wenn sie das digitale notizbuch auf der webseite nutzen, um damit unabhängig von zeit und ort die veranstaltung vor- oder nachzubereiten. das junior science café ist ein gemeinsames projekt der initiative wissenschaft im dialog und der deutsche telekom stiftung. inzwischen nehmen bundesweit mehr als 40 schulen am projekt teil, dessen dreijährige laufzeit 2017 endet. bis dahin sollen junior science cafés an bundesweit 75 schulen entstehen. www.juniorsciencecafe.de über die schultern schauen einblicke in den jia-unterricht einer bremer schule zeigt ein video in der onlineausgabe. deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1639 Gehe zur URL
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 40 lehrkräfte nahmen am 1. deutschen lehrerforum teil >60 lehrerbildung in zahlen 50 schulen wurden als teilnehmer von mathe sicher können ausgezeichnet 9,5 millionen euro investiert die stiftung bis 2019 in das deutsche zentrum lehrerbildung mathematik fragebögen wurden für eine studie zur situation der lehrer- bildung an deutschen hochschulen ausgewertet 767 ~50 prozent der heute 52.000 mint-lehrer in nrw scheiden laut einer von der stiftung beauftragten untersuchung bis 2025 aus dem schuldienst aus 43
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 41 lehrerbildung dzlm 25 forschungsprojekte, 61 tagungen, 1.600 fortgebildete lehrende, die andere fortbilden und begleiten: wenn das deutsche zentrum für lehrerbildung mathematik (dzlm) im herbst 2016 seinen fünften jahrestag begeht, blickt es auf eine beachtliche bilanz zurück. sieben hochschulen unter federführung der berliner humboldt-universität entwickeln die fachdidak- tischen grundlagen des kooperationsprojektes, das die deutsche telekom stiftung 2011 ins leben rief. „diese erste bundesländerübergrei- fende anlaufstelle für lehrerfortbildung in der mathematik reagiert mit ihren angeboten darauf, dass bisher kaum umfassende programme zur fachspezifischen qualifizierung von fortbildnern existieren“, erklärt professor wolfgang schuster, vorsitzender der telekom-stiftung, die das dzlm bis ende 2019 fördert. um die situation zu verbessern, beschränkt sich das dzlm nicht darauf, selbst lehr- personen und multiplikatoren fortzubilden. sein übergeordnetes ziel ist es, umfassende erkenntnisse zur gestaltung von fortbil- dungen zu gewinnen und diese der fortbil- dungslandschaft bereitzustellen. nicht mehr wegzudenken „die entwicklung, durchführung und gleich- zeitige beforschung von bundesländerüber­ greifenden lehrerfortbildungen im fach mathematik, insbesondere auch im rahmen von forschungsvorhaben von nachwuchswis- senschaftlern, ist ein alleinstellungsmerkmal“, sagt dzlm-direktor professor jürg kramer. neue ideen entwickeln eines der themen, zu denen das dzlm fort- bildungen entwickelt oder optimiert hat, sind professionelle lerngemeinschaften (plg). dabei entwickeln und erproben lehrpersonen zusammen neue ideen für die praxis und reflektieren ihren unterricht. „wir lernen aus fehlern und erfolgen der anderen“, sagt jirko michalski, der in einer dzlm-fortbildungs- reihe lernte, dieses konzept zu initiieren und nun eine plg an der hamburger julius-leber- schule leitet. derartige kooperationsmodelle gelten als besonders wirkungsvoll: die autoren einer aktuellen, von der telekom-stiftung unter- stützten lehrerstudie sehen in stärkerer team- arbeit zwischen lehrkräften einen erfolgsfaktor für gute schulen, der gerade angesichts wach- sender vielfalt in den klassen wichtiger wird. alle angebote des dzlm werden sowohl nach dem aktuellen forschungsstand konzipiert als auch wissenschaftlich evaluiert und so laufend verbessert. „das dzlm ist schon jetzt aus der fortbildungslandschaft deutschlands nicht mehr wegzudenken“, sagt professor eckhard klieme, direktor des deutschen instituts für internationale pädagogische forschung. eine expertenkommission unter seinem vorsitz hat 2015 die arbeit des zentrums evaluiert und ihm eine beeindruckende entwicklung bescheinigt. neben dieser evaluation und der umsetzung innovativer fortbildungsprogramme zählten die jahrestagung sowie die bundestagungen primarstufe und sekundarstufe zu den meilen- steinen in 2015. außerdem startete das dzlm die neue selbstlernplattform primakom für fach­fremd unterrichtende und gewann in seiner forschungsarbeit weitere erfahrungen, die in ein wichtiges zukunftsprojekt einfließen: zum wintersemester 2016/17 startet an der chris- tian-albrechts-universität zu kiel der bundes- weit erste berufsbegleitende masterstudien- gang für multiplikatoren des fachs mathematik aus allen bundesländern und schulstufen. www.dzlm.de das einmaleins des guten mathematik- unterrichts – er kennt es: jirko michalski, lehrer aus hamburg. er ist ein am dzlm fort- gebildeter begleiter einer professionellen lerngemeinschaft. einzigartige initiative: das deutsche zentrum für lehrerbildung mathematik arbeitet seit fünf jahren daran, das fortbildungsangebot für mathematiklehrpersonen zu verbessern. deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1641 Gehe zur URL
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 42 prozente, brüche, rechte winkel – die wissens- lücken deutscher schüler in mathematik sind groß: jeder fünfte 15-jährige rechnet nur auf grundschulniveau, so die ergebnisse der pisa-studie 2012. um gezielt leistungs- schwache schüler der sekundarstufe i zu fördern, rief die deutsche telekom stiftung 2010 das projekt mathe sicher können ins leben. ein verbund – koordiniert vom institut für entwicklung und erforschung des mathe- matikunterrichts der technischen universität dortmund – entwickelt, erprobt und verbreitet seitdem unterrichtsmaterial für sogenannte risikoschüler. so sollen lehrer förderbedürf- tige schüler schneller erkennen, besser unter- stützen und den eigenen unterricht effektiver gestalten. die materialien stellt das deutsche zentrum lehrerbildung mathematik (siehe auch s. 41) bereit. es bündelt die expertise der betei- ligten projektpartner, neben der technischen universität dortmund die humboldt-univer- sität zu berlin, die freie universität berlin, die mathe sicher können mit unterstützung rechnen können weitere projekte im überblick mathe sicher können rechnet sich – für lehrer und schüler. ruhr-universität bochum, die universitäten duisburg-essen und paderborn sowie die pädagogische hochschule freiburg. für wie sinnvoll die lehrer diese art der unter- stützung erachten, zeigen die ergebnisse einer evaluation im vergangenen jahr. die befragten netzwerkbegleiter aus dem projekt – lehrkräfte, die an ihrer schule als multipli- katoren für das projekt tätig sind – gaben an, mathe sicher können habe für sie „ein klar erkennbares, nachvollziehbares und überzeu- gendes konzept“. ein ganz zentraler erfolgs- faktor für das gelingen des projekts seien dabei die schulleitungen, die ganz gezielt angesprochen werden müssten. die evaluation von mathe sicher können wird im laufenden jahr fortgesetzt, in kürze werden ergebnisse über den förderbedarf der schüler im fach mathematik vorliegen. www.telekom-stiftung.de/ mathe-sicher-koennen dietmar schnelle projektleiter » wir schaffen neue perspektiven für die lehrerbildung in deutschland. hervorragende lehrer sind der schlüssel für gute bildung. « Gehe zur URL
www.telekom-stiftung.de/mathe-sicher-koennen
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 43 lehrerbildung weitere projekte nicht nur auf seinem motorrad fährt dr. thoralf räsch gerne rasant. auch für sein fach, die mathematik, gibt der akademische oberrat der universität bonn vollgas – ob in seinen vorle- sungen, in der beratung oder in seinen unter- haltsamen lehrbüchern. für seinen einsatz zeichnete ihn die deutsche telekom stiftung 2015 mit dem preis für mint-lehrerbildung aus. mit der auszeichnung unterstützt die stiftung die wiedereinführung der lehrerausbildung in bonn und würdigt wissenschaftler, die sich bei diesem thema besonders engagieren. „gerade in den mint-fächern zeigt sich, wie wichtig gut ausgebildete und motivierte lehre- rinnen und lehrer sind. daher sollte die aus-, fort- und weiterbildung von lehrkräften an lehrerbildenden hochschulen eine zentrale rolle einnehmen und engagierte experten dafür gewonnen werden“, so stiftungs- geschäftsführer dr. ekkehard winter bei der preisverleihung im oktober an der universität bonn. über die vergabe des mit 10.000 euro dotierten preises entscheidet jeweils eine fünf- köpfige kommission aus vertretern des bonner zentrums für lehrerbildung, zu der auch zwei studierende gehören. thoralf räsch will nicht nur „die studierenden so für mathematik begeistern, dass sie diese freude später an ihre schüler weitergeben“, er koordiniert für schüler der region auch viele mathe-angebote, darüber hinaus univer- sitätsweit das frühstudium, das die telekom- stiftung seit mehr als zehn jahren unterstützt (siehe auch s. 47). www.telekom-stiftung.de/mint-lehrerpreis mint-lehrerpreis vollgas für die mathematik mathe ist sein metier: dr. thoralf räsch. unterrichtskonzepten für die schule. konzipiert wurden außerdem neue lehrveranstaltungen, die die diagnose- und förderkompetenz ange- hender lehrkräfte verbessern sollen. und im verbund „recruitment, assessment, support“ bündelten die hochschulen ihre kräfte, um maßnahmen zur gewinnung von studienbe- werbern für das lehramt, zur auswahl der geeigneten bewerber sowie zur besseren begleitung der studierenden im studienverlauf zu erarbeiten. erste ergebnisse aus den drei entwicklungs- verbünden präsentiert die telekom-stiftung seit februar 2016 auch in einem multimedialen onlinemagazin. ein redaktionsteam besucht regelmäßig die am projekt beteiligten lehrer- bildner, lehramtsstudierenden und lehrkräfte und schaut diesen bei ihrer forschungsarbeit über die schulter. das magazin wird laufend um neue geschichten, interviews, videos und audio-podcasts erweitert. www.mint-lehrerbildung.de wie macht man aus lehramtsstudierenden gute lehrer? mit dieser frage beschäftigt sich die deutsche telekom stiftung schon lange intensiv. so wählte sie bereits 2009 vier univer- sitäten aus, die bereit waren, neue wege in der mint-lehrerbildung zu gehen und dafür innovative konzepte zu entwickeln und umzu- setzen. ende 2013 kamen in einer weiteren wettbewerbsrunde neun hochschulen hinzu, die sich mit den pionieren zu themati- schen entwicklungsverbünden zusammen- schlossen. im vergangenen jahr setzten die drei verbünde ihre kooperation fort. so beschäftigte sich der verbund „schülerla- bore als lehr-lern-labore“ damit, vorhandene lehrformate für lehr-lern-labore weiterzu- entwickeln sowie instrumente zur diagnose von lehr-lern-prozessen in den laboren zu erarbeiten. letztere sind etwa sogenannte videovignetten – kurze filmsequenzen, die die interaktion von schülern bei der arbeit in den laboren zeigen und in lehramtsvorlesungen von den studierenden analysiert werden können. im märz 2015 stellte der verbund seine arbeit bei der jahrestagung des bundes- verbandes der schülerlabore „lernort labor“ e. v. in berlin vor. im verbund „diagnose und förderung hetero- gener lerngruppen“ machten die universitäten fortschritte bei der entwicklung von inklusiven entwicklungsverbünde onlinemagazin zeigt zukunft der lehrerbildung direkt loslesen das onlinemagazin ist auch für tablet-pc und smartphones optimiert. neu deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1643 46
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 44 neue start-stipendiaten in nrw erhalten von der telekom-stiftung eine unterstützung 10 talentförderung in zahlen 75 angehende mint-lehrkräfte profitieren inzwischen von fundamint-stipendien 50 schüler nahmen 2015 an der mint- forscherwerkstatt teil 3 doktorandenstipendiaten besuchten das 65. lindauer nobelpreisträgertreffen fachdidaktik-talente werden künftig pro jahr von der stiftung gefördert 9 47
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 45 talentförderung fundamint mathematik, naturwissenschaften und technik liegen nicht jedem schüler. umso wichtiger ist es, dass lehrkräfte ihren schülern diese fächer mit know-how, motivation und begeisterung vermitteln. aber auch, wenn das studium das fachspezifische wissen schafft, bleiben das erlernen von soft skills und die auseinandersetzung mit bildungs- und schul- politischen themen häufig auf der strecke. hier setzt fundamint, das stipendienpro- gramm für lehramtsstudierende, an. neben einer finanziellen unterstützung von monatlich 670 euro und einer sachmittelpau- schale von 130 euro profitieren die stipendiaten vom exklusiven begleitprogramm aus semi- naren, workshops und exkursionen, dessen inhalte an den meisten deutschen hochschulen nicht üblich sind. „diese ideelle förderung ist das herzstück“, erläutert projektleiterin dr. gudrun tegeder. „wir bieten unseren stipen- diaten unter anderem die möglichkeit, sich mit classroom management, inklusion, gesprächs- führung mit eltern und kollegen, mobbing oder digitalem lehren und lernen zu befassen.“ nachwuchs mit vorbildfunktion im herbst 2015 trafen sich die angehenden mint-lehrer zum beispiel in weimar, um sich über den sinnvollen einsatz digitaler medien im schulunterricht auszutauschen. das beson- dere an dem treffen: teile des programms gestalteten die stipendiaten selbst mit. mit klaus-kinkel-stipendium ins ausland zum wintersemester 2015/2016 wählte eine expertenjury weitere 25 stipendiaten für das fundamint-programm aus. sie kommen von 17 hochschulen aus sechs bundeslän- dern und sind angehende lehrkräfte für die grundschule, die sekundarstufen i und ii sowie sonderpädagogen. insgesamt hatten sich mehr als 150 studierende beworben, von denen die jury 40 zu einem zweitägigen auswahlseminar nach bonn einlud. „die kandidaten überzeugten die jury durch ihre kompetenz, ihr engagement und ihre moti- vation für den lehrerberuf“, sagt dr. ekke- hard winter, geschäftsführer der deutsche telekom stiftung. künftig haben die ­fundamint-stipendiaten zudem die möglichkeit, im europäischen ausland erfahrungen zu sammeln. mit dem klaus-kinkel-stipendium ermöglicht die stiftung in kooperation mit dem pädago- gischen austauschdienst der kultusminis- terkonferenz und der zentralstelle für das auslandsschulwesen allen interessierten die hospitation an schulen in verschiedenen mittel- und südosteuropäischen ländern. als erste stipendiatin reiste maike sürken im vergangenen september in die ungari- sche hauptstadt budapest. dort unterrich- tete sie vier monate lang mathematik am deutschen nationalitätengymnasium und am kossuth-lajos-gymnasium. „ich wollte schon immer mal im ausland unterrichten“, sagt die angehende lehrerin. „den eigenen horizont zu erweitern und auch mal über den tellerrand zu schauen, war immer schon eines unserer zentralen anliegen bei fundamint“, so projektleiterin gudrun tegeder. „dieser blick geht ab sofort über deutschland hinaus.“ www.telekom-stiftung.de/fundamint hinterm horizont – wartete für maike sürken die ­ungarische hauptstadt ­budapest. sie war die erste stipendiatin, die an einer ausländischen schule hospitierte. schule aktiv gestalten stipendiaten berichten in einem video in der onlineausgabe über ihre erfahrungen mit fundamint. motivierte lehrer braucht die schule! mit dem förderprogramm fundamint unterstützt die deutsche telekom stiftung besonders engagierte und talentierte mint-lehramtsstudierende. deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1645 Gehe zur URL
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 46 vor mehr als 100 jahren schrieb irene rosen- berg geschichte: 1915 promovierte sie als erste frau an der technischen hochschule karls­ruhe. die universität heißt nach dem zusammen- schluss mit dem forschungszentrum karls­ruhe heute karls­ruher institut für technologie (kit). begabte frauen bringt sie weiterhin hervor. johanna gagel ist eine von ihnen. sie erhielt 2015 als beste absolventin im studiengang maschinenbau den von der firma bosch gestifteten irene-rosenberg-preis. „ich finde es schön, dass heute immer mehr frauen dem vorbild irene rosenbergs folgen und ihren eigenen beitrag in der forschung leisten“, sagt die stipendiatin der deutsche telekom stiftung. die stiftung unterstützt seit 2004 pro jahr bis zu zwölf talente mit einem stipendienprogramm für besonders begabte und leistungsbereite doktoranden der fachrichtungen mathematik, physik, chemie, informatik und ingenieurwis- senschaften. auch die 26-jährige johanna gagel profitiert seit april 2015 von dieser finan- ziellen unterstützung und einem exklusiven begleitprogramm, das workshops, seminare, tagungen und ein individuelles mentoring miteinander kombiniert. doktorandenstipendien karriereschub für mint-talente weitere projekte im überblick alle stipendiaten haben gemein, dass ihre jeweilige hochschule sie wegen ihrer fachlichen kompetenz, ihrer leistungsbereitschaft und ihres sozialen engagements empfohlen hat. so sprach sich die freie universität berlin im frühjahr 2015 für niclas müller aus. er nutzt sein fachwissen unter anderem dafür, schüler beim wettbewerb „jugend forscht“ zu betreuen. „in den vergangenen sechs jahren habe ich insgesamt neun jugendforscher- gruppen betreut“, erklärt der physik-dokto- rand. „in der wettbewerbsrunde 2015/2016 hat es im berliner regionalwettbewerb zum ersten und im landeswettbewerb zum dritten platz gereicht.“ johanna gagel und niclas müller gehören aller­ dings zu den letzten doktoranden, die eine unterstützung erhalten – die stiftung schreibt das förderprogramm nach elf erfolgreichen jahren und insgesamt 130 geförderten stipen- diaten in zukunft nicht neu aus. www.telekom-stiftung.de/doktoranden talente mit taten- drang: doktoran- denstipendiaten wie johanna gagel und niclas müller überzeugen nicht nur mit ihrer fachli- chen kompetenz. sie sind auch sozial engagiert. christiane frense-heck projektleiterin » talente brauchen chancen, um ihr potenzial zu entfalten. genau dafür sind unsere projekte und stipendien gemacht. « Gehe zur URL
www.telekom-stiftung.de/doktoranden
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 47 talentförderung weitere projekte noch schüler, aber schon an der universität: in jedem jahr nutzen rund 1.700 jugendliche die angebote des frühstudiums. an bundesweit mehr als 50 hochschulen können oberstufen- schüler neben dem abitur seminare besuchen und erste scheine erwerben. darunter ist mit der hochschule bonn-rhein-sieg auch eine fachhochschule. besonders beliebt sind die mint-fächer. 2004 als projekt aufgelegt und seither immer weiter ausgebaut, will die deut- sche telekom stiftung mit dem frühstudium gezielt talente in den mathematisch-naturwis- senschaftlich-technischen fächern fördern. dass dies gelingt und das frühstudium flügel verleihen kann, zeigt das beispiel von carleen kluger. vor zehn jahren stieg die damals 17-jährige in das frühstudium ein. ihr berufs- wunsch: wissenschaftsastronautin. heute steht carleen kluger kurz vor der promo- tion am max-planck-institut für biochemie in martinsried und sie wird am bewerbungsver- fahren für deutschlands erste astronautin teilnehmen. das frühstudium habe ihr das selbstvertrauen gegeben, mehrere herausfor- derungen gleichzeitig zu meistern, ist carleen kluger überzeugt. mit unterstützung der telekom-stiftung stellen die universitäten für ihre frühstudium-ange- bote tutoren bereit, erstatten bei bedarf fahrt- kosten oder erstellen informationsmaterial. an der universität rostock können frühstudie- rende sogar online an seminaren teilnehmen und sich so zeit und kosten für fahrten sparen. „für die zukunft wünschenswert ist eine noch breitere unterstützung des früh- studiums durch die schulen”, so projektleiter johannes schlarb von der telekom-stiftung. www.telekom-stiftung.de/fruehstudium frühstudium übers frühstudium ins weltall fellowship fachdidaktik mint didaktikexperten gesucht wichtiger baustein einer guten lehrerbildung ist die fachdidaktik. doch gute fachdidaktiker gibt es zu wenige in deutschland, vor allem in den mint-fächern. diese erkenntnisse lieferte vor zwei jahren eine studie, die im auftrag der deutsche telekom stiftung erarbeitet wurde. zu viele geeignete jungwissenschaftler wech- seln nach der promotion in den vermeintlich sicheren schuldienst. „wir möchten talen- tierten postdoktoranden eine neue perspek- tive in der mint-fachdidaktik aufzeigen“, sagt stiftungsgeschäftsführer dr. ekkehard winter. die stiftung hat deshalb mit fellowship fachdi- daktik mint ein neues nachwuchsprogramm ins leben gerufen. bis zu neun talente, die eine wissenschaftliche karriere anstreben, will die stiftung künftig jährlich fördern. die erste ausschreibung startete ende april dieses jahres und läuft bis zum 5. oktober. das programm setzt an unterschiedlichen stellen der wissenschaftlichen karriere an. zum einen unterstützt die stiftung damit mint-nachwuchsdidaktiker für ein orientie- rungsjahr am ende ihrer promotion oder kurz danach. zum anderen finanziert die stiftung wissenschaftlern bis zu drei jahre ein post- doc-projekt. daneben gibt es module, die zum beispiel kooperationen, auslandsaufent- halte oder stellen für studentische hilfskräfte ermöglichen. alle teilnehmer des programms sollen später ein netzwerk bilden, um den austausch zwischen jungen fachdidaktikern und etablierten kollegen zu fördern. www.telekom-stiftung.de/fellowship das nennt man verbundenheit: 2015 war das siebte jahr, in dem sich die deutsche telekom stiftung als einer der größten kooperations- partner der start-stiftung in nrw enga- gierte. insgesamt 68 an mint-fächern interes- sierte und sozial engagierte jugendliche aus zuwandererfamilien hat die telekom-stiftung in den vergangenen jahren dabei unterstützt, eine erfolgreiche studien- und berufslauf- bahn einzuschlagen. zum anfang des schul- jahres 2015/2016 nahm die stiftung erneut zehn stipendiaten in die förderung auf. die drei schülerinnen und sieben schüler im alter von 13 bis 19 jahren erhalten für zwei jahre ein monatliches bildungsgeld in höhe von 100 euro, einen laptop mit internetanschluss sowie mittel für fachliteratur oder seminare. außerdem profitieren die stipendiaten von einem umfassenden bildungsprogramm aus seminaren, workshops und exkursionen. ein jährlicher höhepunkt für die start-stipen- diaten ist die mint-forscherwerkstatt. im oktober beschäftigten sich die jugendlichen am science-college in jülich ausgiebig mit spannenden mint-themen, tüftelten an intelli- genten robotern oder fingen in teilchenfallen atome ein. vorbereitet und geleitet wurde der workshop von sechs doktoranden- und zwei lehramtsstipendiaten der telekom-stiftung. www.telekom-stiftung.de/start-stipendien start-stipendien eine kooperation feiert jubiläum start bei start: die von der telekom-stiftung geförderten jugendlichen bei der aufnahmefeier. ab ins all carleen klugers bewerbungs- video gibt es in der onlineaus- gabe zu sehen. neu deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1647 Gehe zur URL
www.telekom-stiftung.de/start-stipendien
www.telekom-stiftung.de/fellowship
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 48 einsendungen gab es beim medienpreis 100 impulse in zahlen >9.000 daten von hochschulen und ländern sind im monitor lehrerbildung verfügbar 90 prozent der teilnehmer der zeit-konferenz gaben ein positives feedback prozent der lehrer wünschen sich laut länderindikator mehr unterstützung für den pc-einsatz im unterricht 57, 9 70, 9 prozent der jugendlichen sagen in einer studie der telekom- stiftung, sie hätten sich das finden von informationen im internet selbst beigebracht 51
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 49 medienpreis impulse marc hasse, silvia plahl und siri warrlich sind die preisträger des jahres 2015. die telekom-stiftung ehrte sie ende september in berlin mit dem medienpreis bildungs­ journalismus, der sich im weiten feld der ­journalistenpreise bereits etabliert hat, obwohl er erst zum zweiten mal vergeben wurde. wie im vorjahr waren erneut rund 100 beiträge zum thema bildung eingereicht worden. ent­sprechend viel arbeit wartete auf die unabhängige experten-jury unter vorsitz des ehemaligen „spiegel-“ und „süddeutsche“- chefredakteurs hans werner kilz, die die aufgabe hatte, die besten ein­sendungen zu identifizieren. das rennen in der kategorie print machte schließlich marc hasse, der für seine reportage „im labor des neuen lernens“, erschienen im „hamburger abendblatt“, in die usa gereist war und dort schulen besucht hatte, die in ihrer pädagogik besonders stark auf den einsatz digitaler medien setzen. seine spannenden eindrücke verglich er in seinem text zudem mit der situation an einer schule in hamburg. bildung stärker verankern in der kategorie fernsehen/hörfunk/online gewann silvia plahl mit ihrer radioreportage „philosophieren mit kindern“, die im swr 2 gesendet worden war. darin beschäftigt sich die journalistin mit philosophie als eher unge- wöhnlichem grundschulfach und lässt nicht nur lehrende, studierende und didaktiker, sondern auch vor- und grundschulkinder in lebhaften o-tönen zu wort kommen. siri warrlich schließlich überzeugte die jury mit ihrem konzept einer sechsteiligen reporta- gereihe, für die sie flüchtlinge in deutschland auf ihrem weg durch das erste studienjahr begleiten will. in „ein mooc für mohammed“ soll es insbesondere auch um die chancen und grenzen von onlinekursen renommierter universitäten gehen, die viele geflüchtete besu- chen. die ersten beiden texte des projekts sind inzwischen in den „stuttgarter nachrichten“ erschienen, wo die autorin volontiert. themen liegen auf der straße „mit dem medienpreis bildungsjournalismus wollen wir das thema bildung, das in der berichterstattung leider immer noch häufig untergeht, stärker in den redaktionen veran- kern“, sagte professor wolfgang schuster, vorsitzender der telekom-stiftung, bei der preisverleihung in der hauptstadtrepräsentanz der deutsche telekom. gleichzeitig würdige man die leistung derjenigen journalisten, denen es gelinge, komplexe bildungsthemen in ihren medien verständlich und interessant aufzubereiten. „ob lehrermangel, digitales klassenzimmer oder die berufliche integra- tion von flüchtlingen – spannende bildungs- themen liegen quasi auf der straße“, appel- lierte der juryvorsitzende hans werner kilz an die rund 250 gäste. der medienpreis bildungsjournalismus ist die einzige ehrung in deutschland, die sich ausschließlich an bildungsjournalisten richtet. im jahr 2015 wurden preisgelder in höhe von insgesamt 22.500 euro vergeben. die bewer- bungsfrist für den medienpreis 2016 läuft bis zum 15. juni. die verleihung findet am 28. september in berlin statt. www.telekom-stiftung.de/medienpreis haben sich der bildung verschrieben: die preis- träger siri warrlich, marc hasse und silvia plahl (v. l.). mit dem medienpreis bildungsjournalismus ehrt die deutsche telekom stiftung journalisten, die komplexe bildungsthemen verständlich aufbereiten. deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1649 Gehe zur URL
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 50 nicht jedes bundesland ist gleich: lehrkräfte in bremen, hamburg und rheinland-pfalz bewerten die schulische nutzung digitaler medien deutlich besser als ihre kollegen in den übrigen 13 bundesländern. besonders negativ fällt das urteil der lehrer in baden- württemberg, brandenburg, hessen, sachsen, sachsen-anhalt und schleswig-holstein aus. dies sind ergebnisse der im november 2015 erstmals erschienenen umfrage „schule digital – der länderindikator 2015“, für die im auftrag der deutsche telekom stiftung 1.250 lehrer aus allen 16 bundesländern zum einsatz digitaler medien im unterricht befragt wurden. „ein solcher ländervergleich wurde vielfach gewünscht, aber bisher nicht vorge- nommen. das engagement der telekom-stif- tung auf diesem gebiet ist daher wichtig und begrüßenswert“, erklärt professor wilfried bos, direktor am institut für schulentwick- lungsforschung an der technischen univer- sität dortmund. bos und sein team haben die umfrage wissenschaftlich begleitet. die repräsentative befragung ergab, dass die lehrer digitale medien insgesamt vor allem als chance für besseren unterricht begreifen. aber sie brauchen in der täglichen praxis deut- lich mehr unterstützung und empfinden die it-ausstattung der schulen als unzureichend. auch medienkonzepte der schulen sind mehr- heitlich unbekannt. in einigen bundesländern geben bis zu 50 prozent der lehrpersonen an, nur selten die computerkenntnisse ihrer schüler zu fördern. besonders ernüchternd: 81,5 prozent lehrer finden, dass die univer- sität sie besser auf den einsatz von computern im unterricht vorbereiten sollte. somit verdeutlicht der länderindikator 2015 systematisch den handlungsbedarf auf länderebene. „durch die ergebnisse unserer studie haben die handelnden akteure der viele lehrer begreifen digitale medien als chance für besseren unterricht. länderindikator schule digital keine ausstattung ohne konzept weitere projekte im überblick bildungspolitik, der bildungsadministration und der praxis nun konkrete ansatzpunkte für den sinnvollen und selbstverständlichen umgang mit digitalen medien,“ erläutert ­wolfgang schuster, vorsitzender der ­ deutsche telekom stiftung. die nächste ausgabe des länderindikators erscheint im november 2016. www.telekom-stiftung.de/schuledigital „internet kein neuland“ was medienbildung in bremen erfolgreich macht: senatorin claudia bogedan im interview. birgit schmitz projektleiterin » mit unseren projekten setzen wir immer wieder akzente in der bildungslandschaft. dies gilt heute für mint und künftig auch für die digitale bildung. « Gehe zur URL
www.telekom-stiftung.de/schuledigital
„Internet kein Neuland“
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 51 impulse weitere projekte monitor lehrerbildung impulse für die lehrerbildung mit zwei sonderpublikationen hat der monitor lehrerbildung 2015 und anfang 2016 beste- hende defizite in lehramtsstudiengängen beleuchtet. so etwa beim thema inklusion, zu dem die studie „inklusionsorientierte lehrerbil- dung – vom schlagwort zur realität?!“ im april 2015 erstmals daten lieferte. ­wichtigstes ergebnis: obwohl inzwischen 28 prozent der schüler mit besonderem förderbedarf an regelschulen lernen, ist inklusion nur in sieben prozent der hochschul-curricula verankert. die empfehlung der experten ist, ohne verzögerung umfassende inklusionskonzepte einzuführen. „die gesamte lehrerbildung muss auf die erfordernisse inklusiver schulpraxis hin neu gestaltet und strukturiert werden“, so dr. ekkehard winter, geschäftsführer der ­deutsche telekom stiftung, anlässlich der veröffent­lichung der sonderpublikation. im fokus der anfang 2016 veröffentlichten studie „form follows function?! – strukturen für eine professionelle lehrerbildung“ stand die organisation von lehramtsstudiengängen. die zentralen erkenntnisse: zwar haben alle 67 befragten hochschulen eine koordi- nierungsstelle eingerichtet, die als interessen- vertretung der lehrerbildung und auch als bindeglied zwischen bildungs- und fachwis- senschaften und der fachdidaktik fungiert. in sachen entscheidungskompetenzen und ausstattung der koordinierungsstellen gibt es jedoch optimierungspotenzial. grundsätzlich müsse der stellenwert der lehrerausbildung an den hochschulen weiter erhöht werden, so die forderung im monitor lehrerbildung. seit 2012 hält der monitor strukturen und inhalte der unterschiedlichen lehramtsstudien­ gänge in deutschland in einer onlinedaten- bank bereit. das projekt wird getragen von der bertelsmann stiftung, dem che centrum für hochschulentwicklung, der deutsche telekom stiftung und dem stifterverband für die deut- sche wissenschaft. www.monitor-lehrerbildung.de wie digital geht es in deutschlands klassen- zimmern heute schon zu? sollen schulen sich darauf konzentrieren, allgemeine medienkom- petenz zu vermitteln, oder ist auch der fach- unterricht ohne tablets, wlan & co. künftig undenkbar? und welchen beitrag zum digi- talen lernen können plattformen wie youtube und facebook leisten? diese und ähnliche fragen standen im zentrum der vierten zeit-konferenz „schule & bildung“, die im november 2015 in berlin stattfand. eingeladen hatte die telekom-stiftung erneut gemeinsam mit dem zeitverlag. knapp 350 teilnehmende verfolgten die span- nenden präsentationen und diskussions- runden auf der bühne. unter anderem disku- tierten dort die bremer bildungssenatorin claudia bogedan und youtube-star florian mundt alias „lefloid“ mit fachleuten aus der bildungsforschung und -praxis sowie berliner schülern. in vier parallelen workshops wurden am nachmittag zudem themen wie cyberbul- lying und urheberrecht bearbeitet. über 90 prozent der teilnehmenden beurteilten die konferenz am ende mit den noten „sehr gut“ oder „gut“. aufgrund der positiven resonanz setzen telekom-stiftung und zeitverlag ihre koope- ration im november 2016 mit der fünften zeit-konferenz fort. die präsentationen, audio-mitschnitte sowie video-interviews der abgelaufenen veranstaltung hat die stiftung auf einer eigenen microsite bereitgestellt: www.telekom-stiftung.de/zksb15 zeit-konferenz schule vs. youtube deutscher zukunftspreis hilfe für schwerkranke für einen wirkstoff, der leben retten kann, hat ein forscherteam aus wuppertal und gießen den deutschen zukunftspreis 2015 erhalten. bundespräsident joachim gauck über- reichte den preis im dezember an professor johannes-peter stasch und dr. reiner frey, beide bayer pharma ag in wuppertal, und an professor ardeschir ghofrani von der gießener justus-liebig-universität. die aktuellen preis- träger haben eine therapie für zwei formen des lungenhochdrucks, eine lebensbedrohliche erkrankung, entdeckt. der neuartige mechanismus des wirkstoffs riociguat beruht auf 130 jahre alten erkennt- nissen zur nitroglycerin-therapie bei angina pectoris. seit etwas mehr als einem jahr ist das daraus entstandene medikament zugelassen, das vielen schwerkranken erhebliche linde- rungen verschafft. für einige patienten ist es das erste überhaupt verfügbare medikament. die deutsche telekom stiftung unterstützt den mit 250.000 euro dotierten deutschen zukunftspreis seit vielen jahren. mit ihm würdigt der bundespräsident herausragende tech- nische, ingenieur- und naturwissenschaft- liche leistungen, die zu anwendungsreifen produkten führen. der preis wurde vergangenes jahr zum 19. mal vergeben. www.deutscher-zukunftspreis.de diskussionsrunde auf der zeit-konferenz (v. l.): claudia bogedan, senatorin für kinder und bildung in bremen, lehrerin jenny radzimski-coltzau aus arnsberg und zeit-redakteur martin spiewak. deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1651 Gehe zur URL
www.telekom-stiftung.de/zksb15
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 52 die stiftung in zahlen millionen euro beträgt derzeit das stiftungsvermögen 169,4 70 projekte hat die stiftung 2015 durchgeführt 3.000 fachleute aus wissenschaft und praxis stehen der stiftung als experten zur seite 12 millionen euro gibt die stiftung in etwa pro jahr für ihre stiftungsarbeit aus mitarbeiterinnen und mitarbeiter engagieren sich für die stiftungsprojekte 25 55
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 53 stiftung immer gut informiert tue gutes und rede darüber. ob auf unserer website, in unserem magazin, ­newsletter oder über unsere social-media-kanäle: wir als stiftung zeigen, was unsere arbeit ausmacht – und was wir mit ihr bewirken. lernen sie uns noch besser kennen! social media we like! website das große ganze frische posts und informative clips gibt es in unseren social-media-kanälen twitter, facebook und youtube. folgen sie uns! facebook.com/deutsche.telekom.stiftung twitter.com/telekomstiftung youtube.com/telekomstiftung „sie haben post“ – wenn sie wollen: unser e-mail-newsletter informiert sie alle zwei monate über unsere stiftungsaktivitäten. www.telekom-stiftung.de/newsletter newsletter bleiben sie auf dem laufenden leselust? interessante storys aus unserer stiftungswelt liefert ihnen zweimal im jahr unser magazin „m.b.“. www.telekom-stiftung.de/mb magazin seitenweise gute geschichten wie arbeiten wir? was zeichnet unsere projekte aus? alle fragen rund um unsere stiftung be­antwortet ihnen unsere website. www.telekom-stiftung.de deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1653 Gehe zur URL
Magazin "m.b."
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 54 vorstand prof. dr. wolfgang schuster (vorsitzender) präsident der european foundation for education (efe), oberbürgermeister der stadt stuttgart a. d. prof. dr.-ing. sigmar wittig vorstandsvorsitzender deutsches zentrum für luft- und raumfahrt a. d., rektor universität karlsruhe (th) a. d. thomas dannenfeldt vorstand finanzen deutsche telekom ag kuratorium timotheus höttges (vorsitzender) vorstandsvorsitzender deutsche telekom ag edelgard bulmahn (stellvertretende vorsitzende) vizepräsidentin des deutschen bundestages, bundesministerin a. d. josef bednarski mitglied des aufsichtsrates der deutschen telekom ag und vorsitzender des konzern- betriebsrates der deutschen telekom ag reinhard clemens vorstand t-systems deutsche telekom ag thomas dannenfeldt vorstand finanzen deutsche telekom ag prof. dr. dr. udo di fabio richter des bundesverfassungsgerichts a. d. dr. christian p. illek vorstand personal deutsche telekom ag prof. dr. henning kagermann präsident der acatech – deutsche akademie der technikwissenschaften e. v. prof. dr.-ing. matthias kleiner präsident der leibniz-gemeinschaft wolfgang kopf leiter politik und regulierung deutsche ­ telekom ag dr. thomas kremer vorstand datenschutz, recht und compliance deutsche telekom ag claudia nemat vorstand europa und technik deutsche telekom ag prof. dr. manfred prenzel vorsitzender des wissenschaftsrates prof. dr. jürgen rüttgers nrw-ministerpräsident a. d. lothar schröder mitglied des bundesvorstands ver.di, stellver­tretender vor­sitzender des aufsichts- rats der deutschen ­telekom ag niek jan van damme vorstand deutschland deutsche telekom ag prof. dr. johanna wanka bundesministerin für bildung und forschung prof. dr. ernst-ludwig winnacker professor emeritus ludwig-maximilians- universität münchen prof. dr. margret wintermantel präsidentin des deutschen akademischen austauschdienstes e. v. stand: mai 2016 vorstand und kuratorium 57
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 55 stiftung leitung 1 prof. dr. wolfgang schuster vorsitzender 2 dr. ekkehard winter geschäftsführer 3 elisabeth jünger assistentin des geschäftsführers presse- und öffentlichkeits­arbeit 4 andrea servaty leiterin presse- und öffentlichkeitsarbeit 5 birgit monreal assistentin presse- und öffentlichkeitsarbeit 6 matthias adam referent presse- und öffentlichkeitsarbeit 7 konrad hünerfeld referent presse- und öffentlichkeitsarbeit 8 stefanie thate referentin presse- und öffentlichkeitsarbeit 9 daniel schwitzer referent presse- und öffentlichkeitsarbeit programme 10 dr. gerd hanekamp leiter programme 11 gabriele siebigteroth assistentin leiter programme 12 manfred mudlagk assistent im bereich programme 13 christiane frense-heck projektleiterin 14 sandra heidemann projektleiterin 15 johannes schlarb projektleiter 16 thomas schmitt projektleiter 17 dr. birgit schmitz projektleiterin 18 dietmar schnelle projektleiter 19 dr. gudrun tegeder projektleiterin 20 andrea weinkopf assistentin programme head office 21 dr. reiner franke leiter head office 22 marita kohli assistentin des vorsitzenden, gremienbetreuung 23 gabriele schend referentin head office 24 cornelia timm referentin head office forum bildung digitalisierung 25 annika klaus projektleiterin 26 vincent steinl projektleiter leitung und team 1 9 17 18 19 8 16 10 20 11 12 21 13 22 14 23 2 3 25 26 4 5 6 7 15 24 nicht auf dem foto: marion ayasse, referentin presse- und öffentlich- keitsarbeit (in elternzeit) deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1655 198 1221 58
56 deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 bilanz die deutsche telekom stiftung wurde mit stiftungsgeschäft vom 26. november 2003 von der deutschen telekom ag errichtet. die stiftung ist ausschließlich gemeinnützig tätig und verfolgt nach ihrer satzung den zweck, die entwicklung einer vernetzten wissens- und informationsgesellschaft national und international zu fördern und mit zu gestalten. dabei werden insbesondere bildung, forschung und technologie für deutschland und als mittel der weiteren europäischen inte­ gration in den blick genommen. die arbeitsweise ist vorrangig operativ. das heißt, wir entwickeln unsere vorhaben zur verbesserung der bildung in den mint-fächern (mathematik, infor- matik, naturwissenschaften und technik) sowie zur verbesserung des digitalen lehren und lernens eigenständig und setzen diese auch selbst um – allein oder mit partnern. der jahresabschluss wurde in entspre- chender anwendung der vorschriften des handelsgesetzbuches unter be­achtung der satzung und der vom institut für wirtschaftsprüfer veröffent- lichten stellungnahme zur rechnungs­ legung von stiftungen aufgestellt und von einem wirtschaftsprüfer testiert. stiftungsvermögen die anlagestrategie ist entsprechend der stiftungsrechtlichen vorgaben darauf ausgerichtet, einerseits das ­stiftungskapital zu erhalten und anderer- seits angemessene erträge zur erfüllung des stiftungszwecks zu erwirtschaften. dazu setzen wir auf wertsicherung und ein gut diversifiziertes anlage­ portfolio, das kontinuierlich mit blick auf die finanzmärkte überprüft wird. seit ­stiftungsgründung hat sich unsere an­lagestrategie bewährt. finanzen die stiftung in zahlen bilanz 31.12.2015 31.12.2014 € € aktiva langfristiges vermögen immaterielle vermögensgegenstände 124.146,75 0,00 andere anlagen, betriebs- und geschäftsausstattung 42.379,61 57.034,33 beteiligungen 250,00 250,00 wertpapiere des anlagevermögens 169.182.959,99 164.016.515,30 169.349.736,35 164.073.799,63 kurzfristiges vermögen sonstige vermögensgegenstände 2.856.389,49 3.955.370,59 guthaben bei kreditinstituten 17.051.011,64 17.111.716,41 19.907.401,13 21.067.087,00 rechnungsabgrenzungsposten 11.902,41 9.381,02 summe 189.269.039,89 185.150.267,65 passiva eigenkapital grundstockvermögen 150.000.000,00 150.000.000,00 projektrücklage gemäß § 62 abs. 1 nr. 1 ao 6.668.890,16 3.603.686,40 freie rücklage gemäß § 62 abs. 1 nr. 3 ao 14.312.030,06 13.098.690,68 ansparrücklage gemäß § 62 abs. 4 ao 1.938.123,64 1.938.123,64 umschichtungsrücklage 4.148.895,33 292.626,27 mittelvortrag 291.363,87 379.327,90 177.359.303,06 169.312.454,89 rückstellungen rückstellungen für pensionen 642.382,00 521.507,00 sonstige rückstellungen 69.556,80 97.511,27 711.938,80 619.018,27 verbindlichkeiten aus lieferungen und leistungen 128.236,34 76.246,12 aus zugesagten förder- und projektmitteln 11.000.800,16 15.067.438,70 sonstige verbindlichkeiten 68.761,53 75.109,67 11.197.798,03 15.218.794,49 summe 189.269.039,89 185.150.267,65 staatsanleihen 23,5 % pfandbriefe euro 33,8 % unternehmens- anleihen 6,3 % wandelanleihen 1,3 % geldmarkt euroland 20,8 % aktien 14,2 % stichtag: 30.12.2015 31.12.201531.12.2014 immaterielle vermögensgegenstände 124.146,750,00 andere anlagen, betriebs- und geschäftsausstattung 42.379,6157.034,33 beteiligungen 250,00250,00 wertpapiere des anlagevermögens 169.182.959,99164.016.515,30 169.349.736,35164.073.799,63 sonstige vermögensgegenstände 2.856.389,493.955.370,59 guthaben bei kreditinstituten 17.051.011,6417.111.716,41 19.907.401,1321.067.087,00 rechnungsabgrenzungsposten 11.902,419.381,02 summe 189.269.039,89185.150.267,65 grundstockvermögen 150.000.000,00150.000.000,00 projektrücklage gemäß § 62 abs. 1 nr. 1 ao 6.668.890,163.603.686,40 freie rücklage gemäß § 62 abs. 1 nr. 3 ao 14.312.030,0613.098.690,68 ansparrücklage gemäß § 62 abs. 4 ao 1.938.123,641.938.123,64 umschichtungsrücklage 4.148.895,33292.626,27 mittelvortrag 291.363,87379.327,90 177.359.303,06169.312.454,89 rückstellungen für pensionen 642.382,00521.507,00 sonstige rückstellungen 69.556,8097.511,27 711.938,80619.018,27 aus lieferungen und leistungen 128.236,3476.246,12 aus zugesagten förder- und projektmitteln 11.000.800,1615.067.438,70 sonstige verbindlichkeiten 68.761,5375.109,67 11.197.798,0315.218.794,49 summe 189.269.039,89185.150.267,65 59
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 57 stiftung aufwands- und ertragsrechnung 31.12.2015 31.12.2014 € € erträge einnahmen aus zuwendungen 7.532.016,87 7.528.050,00 sonstige betriebliche erträge 4.084.126,84 511.552,88 erträge aus wertpapieren des finanzanlagevermögens 4.108.096,49 4.397.717,30 zinserträge 24.602,33 67.400,53 15.748.842,53 12.504.720,71 aufwendungen aufwendungen für stiftungszwecke 5.034.689,69 12.841.600,14 (mit operativen personalkosten) sonstige betriebliche aufwendungen 2.667.304,67 2.539.601,08 (mit administrativen personalkosten) 7.701.994,36 15.381.201,22 jahresfehlbetrag / -überschuss 8.046.848,17 -2.876.480,51 mittelvortrag aus dem vorjahr 379.327,90 1.654.692,46 einstellung in die projektrücklage gemäß 3.741.406,30 2.286.816,47 § 62 abs. 1 nr. 1 ao entnahme aus der projektrücklage gemäß 676.202,54 5.198.202,88 § 62 abs. 1 nr. 1 ao einstellung in die freie rücklage gemäß 1.213.339,38 1.310.270,46 62 abs. 1 nr. 3 ao einstellung in andere gewinnrücklagen 3.856.269,06 0,00 mittelvortrag 291.363,87 379.327,90 aufwendungen für den stiftungszweck | projektrücklagen 2015 2014 € € frühe bildung projektaufwendungen 882.575,33 1.732.391,65 projektrücklage 80.872,35 180.655,60 unterricht & mehr projektaufwendungen 1.414.896,41 1.315.180,65 projektrücklage 939.000,00 205.460,87 lehrerbildung projektaufwendungen 739.442,70 5.150,179,80 projektrücklage 2.378.330,73 1.600.000,00 talentförderung projektaufwendungen 1.294.200,80 2.011.199,24 impulse projektaufwendungen 602.883,39 2.559.875,11 projektrücklage 343.203,22 300.700,00 sonstige projekte projektaufwendungen 100.691,06 72.773,69 aufwands- und ertragsrechnung die erträge der stiftung speisen sich auch im jahr 2015 insbesondere aus den wertpapieren des finanzanlagever- mögens (rund 4,1 millionen euro) und der jährlichen zuwendung der stifterin (7,5 millionen euro). für den stiftungs- zweck wurden rund 5 millionen euro aufgewandt und für bereits budgetierte projekte eine rücklage in höhe von rund 3,74 millionen euro gebildet. die sonstigen betrieblichen erträge in höhe von rund 4,08 millionen euro resultieren im wesentlichen aus einer umschich- tung im stiftungsvermögen. sie wurden über die einstellung in andere gewinn- rücklagen (umschichtungsrücklage) dem anlagevermögen wieder zugeführt. aufwendungen | projektrücklagen die aufwendungen für den stiftungs- zweck (mit operativen personalkosten) und die projektrücklagen, die im jahr 2015 in den programmbereichen frühe bildung, unterricht & mehr, lehrerbil- dung, talentförderung und impulse bewilligt beziehungsweise zurückgelegt wurden, stellen sich wie folgt dar: deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/1657 31.12.201531.12.2014 einnahmen aus zuwendungen 7.532.016,877.528.050,00 sonstige betriebliche erträge 4.084.126,84511.552,88 erträge aus wertpapieren des finanzanlagevermögens 4.108.096,494.397.717,30 zinserträge 24.602,3367.400,53 15.748.842,5312.504.720,71 aufwendungen für stiftungszwecke 5.034.689,6912.841.600,14 sonstige betriebliche aufwendungen 2.667.304,672.539.601,08 7.701.994,3615.381.201,22 mittelvortrag aus dem vorjahr 379.327,901.654.692,46 einstellung in die projektrücklage gemäß 3.741.406,302.286.816,47 entnahme aus der projektrücklage gemäß 676.202,545.198.202,88 einstellung in die freie rücklage gemäß 1.213.339,381.310.270,46 einstellung in andere gewinnrücklagen 3.856.269,060,00 mittelvortrag 291.363,87379.327,90 20152014 projektaufwendungen 882.575,331.732.391,65 projektrücklage 80.872,35180.655,60 projektaufwendungen 1.414.896,411.315.180,65 projektrücklage 939.000,00205.460,87 projektaufwendungen 739.442,705.150,179,80 projektrücklage 2.378.330,731.600.000,00 projektaufwendungen 1.294.200,802.011.199,24 projektaufwendungen 602.883,392.559.875,11 projektrücklage 343.203,22300.700,00 projektaufwendungen 100.691,0672.773,69 60
deutsche telekom stiftung  jahresbericht 2015/16 58 herausgeber deutsche telekom stiftung verantwortlich dr. ekkehard winter konzept und redaktionsleitung andrea servaty redaktion deutsche telekom stiftung, seitenplan gmbh grafik und layout seitenplan gmbh corporate publishing, dortmund druck druckerei schmidt, lünen fotos carsten behler, bmbf/hans-joachim rickel, deutscher zukunftspreis/ansgar pudenz, ­deutsche telekom ag, deutsche telekom ­stiftung, phil_dera, domspatzen, michael ebner, patric fouad/pfp, goodluz/­shutterstock, björn hänssler, istock.com/steve debenport, istock.com/silvia jansen, norbert ­ittermann, enno kapitza, sascha kreklau, oksana kuzmina/shutterstock, lightpoet/shutter- stock, volker lannert, lindau nobel laureate meetings, wissenschaft im dialog/katja machill, martin magunia, maja metz/dzlm, tyler olsen/­shutterstock, phillstudio/shutter­ stock, andré schuster, jürgen schwarz, andreas süß, stiftung „haus der kleinen forscher“, stiftung mercator, jan voth stand mai 2016 copyright deutsche telekom stiftung impressum hinweis: in diesem bericht wird der lesbarkeit halber die männliche form auch als synonym für die weibliche form verwendet. 61
28. september 2016, berlin auftaktveranstaltung forum bildung digitalisierung www.forum-bildung-digitalisierung.de 28. september 2016, berlin verleihung medienpreis bildungsjournalismus www.telekom-stiftung.de/medienpreis 1. oktober 2016, bundesweit tag der stiftungen www.tag-der-stiftungen.de 10. november 2016, berlin zeit-konferenz schule & bildung www.telekom-stiftung.de/zksb 16./17. november 2016, saarbrücken nationaler it-gipfel www.digitale-agenda.de bitte vormerken! Gehe zur URL
Auftaktveranstaltung Forum Bildung Digitalisierung
Verleihung Medienpreis Bildungsjournalismus
ZEIT-Konferenz Schule & Bildung in Berlin
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