Source: http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/bewertung-des-betriebsvermgens.html
Timestamp: 2017-09-23 05:43:34+00:00

Document:
Lexikon Steuer: Bewertung des Betriebsvermögens
> Bewertung des Betriebsvermögens
Betriebsgrundstücke ( § 99 BewG ), vgl. R 114 Abs. 2 S. 5 Nr. 2 ErbStR
In diesen Fällen gehören zum Betriebsvermögen alle Wirtschaftsgüter, die ausschließlich und unmittelbar für eigenbetriebliche Zwecke genutzt werden. Das sind alle Wirtschaftsgüter, die als notwendiges Betriebsvermögen anzusehen sind (Nutzung für betriebliche Zwecke zu mehr als 50 % Betriebsvermögen ). Gewillkürtes Betriebsvermögen kommt bei nichbilanzierenden Gewerbetreibenden bzw. Freiberuflern nicht in Betracht (vgl. R 13 Abs. 16 EStR ). Darüber hinaus gehören noch Forderungen und Verbindlichkeiten sowie die Bestände an Bargeld und Bankguthaben, die mit der gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit in Zusammenhang stehen, zum Betriebsvermögen. Es sind daher zum Bewertungsstichtag die Forderungen (z.B. Kundenforderungen) und Verbindlichkeiten (z.B. Lieferantenverbindlichkeiten) zu ermitteln, obwohl diese für die Gewinnermittlung keine Bedeutung haben.
Bei freiberuflich Tätigen sind Honoraransprüche als Forderung anzusetzen, wenn die zu erbringende Leistung vollendet war. Auf den Zeitpunkt der Abrechnung kommt es insoweit nicht an. Solche Forderungen sind entstanden und damit anzusetzen, wenn die Leistung vollendet war oder auf Honorar für Teilleistungen ein Anspruch nach einer Gebührenordnung oder aufgrund einer Sondervereinbarung besteht ( R 114 Abs. 3 ErbStR )
ungewisse Verbindlichkeiten können abgezogen werden, soweit sie im Besteuerungszeitpunkt eine wirtschaftliche Belastung darstellen
Vermögenseinlage einesstillen Gesellschafters an einem Gewerbebetrieb Ansatz mit dem Nennwert der Vermögenseinlage des stillen Gesellschafters, vgl. R 112 ErbStR
Sachleistungsverpflichtungen und Sachleistungsansprüche sind ab dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses anzusetzen. Ihr Wert entspricht dem Wert des Gegenstandes, auf den die Leistung gerichtet ist.
Steuerschulden ein Abzug erfolgt nur dann, wenndie Steuern im wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Betrieb stehen (z.B.Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Grundsteuer für Betriebsgrundstück). Außerbetriebliche Steuerschulden (z.B. Einkommensteuerschulden) sind beim Betriebsvermögen nicht abzugsfähig, vgl. R 119 ErbStR.
Pensionsverpflichtungen ein Abzug erfolgt nur dann, wenndie Pensionsanwartschaft auf einer rechtsverbindlichen Pensionszusageberuht (R 41 EStR)
die Wirtschaftsgüter, die sonstigen aktiven Ansätze, die Schulden und die sonstigen Abzüge ( § 98a S. 1 BewG ) , soweit sie zum Gesamthandsvermögen gehören, vgl. R 115 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 ErbStR ,
die Bilanzansätze aus möglichen Ergänzungsbilanzen, vgl. R 115 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 ErbStR , und
die Wirtschaftsgüter aus den Sonderbilanzen (Sonderbetriebsvermögen I und II), vgl. R 115 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 ErbStR .
( Bewertung des Betriebsvermögens - Personengesell. )
Ein Grundstück ist dann als Betriebsgrundstück einzuordnen, wenn die betriebliche Nutzung mehr als 50 % des Wertes des Grundstücks ausmacht. Es ist dann voll beim Betriebsvermögen zu erfassen (vgl. § 99 BewG und R 117 ErbStR ). Die Feststellung, ob es sich um ein Betriebsgrundstück handelt oder nicht, wird im Einheitswertbescheid getroffen. Eine Aufteilung von Grundstücken in Betriebsvermögen und Privatvermögen, so wie das bei der Ertragsteuer möglich ist, kann hier nicht vorgenommen werden. Zu beachten ist außerdem, dass Betriebsvorrichtungen (z.B. Lastenaufzüge) nicht im Grundstückswert enthalten sind, und daher gesondert anzusetzen sind.
Gehört das Grundstück einer jur. Person oder einer Gesellschaft i.S.d. § 15 Abs. 3 EStG , ist es stets Betriebsvermögen der Gesellschaft, § 99 Abs. 2 S. 3 BewG .
Betriebsgrundstücke mit dem Grundstückswert,Ermittlung und Bewertung des Grundvermögens
Beteiligungen anPersonengesellschaften mit dem Anteil am Betriebsvermögen. Die Zurechnung erfolgt gem.§ 97 Abs. 1a BewG.
notierte Wertpapiere mit dem Kurswert
notierte Zero-Bonds mit dem Kurswert
Invetstmentzertifikate mit dem Rücknahmepreis
Anteile an offenenImmobilienfonds mit dem Rücknahmepreis
nichtnotierte Anteile anKapitalgesellschaften mit dem gemeinen Wert. Dieser istaus Verkäufen abzuleiten oder nach dem Stuttgarter Verfahren zuermitteln.
ausländischesSachvermögen mit dem gemeinen Wert. Die Steuerbilanzwerte können im Einzelfall übernommen werden, vgl. R 39 Abs. 1 S. 2 ErbStR.
Einlagen von typisch stillenGesellschaftern mit dem Nennwert
Ansprüche und Verpflichtungenaus wiederkehrenden Nutzungen und Leistungen mit dem Kapitalwert
Pensionsverpflichtungen mit dem Vielfachen derJahresrente
Sachleistungsansprüche undSachleistungsverpflichtungen mit dem Teilwert
ausländischeZahlungsmittel mit dem Umrechnungskurs
Für weitere Positionen und eine Unterteilung der Bewertungsgrundsätze bei bilanzierenden Gewerbetreibenden und freiberuflich Tätigen ( § 4 Abs. 1 EStG oder § 5 EStG ) und bei nichtbilanzierenden Gewerbetreibenden und freiberuflich Tätigen siehe auch R 122 ErbStR und R 123 ErbStR .

References: § 99
 § 98
 § 99
 § 15
 § 99
 § 4
 § 5