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Neues Rezept: Westi Blonde - Seite 2 - hobbybrauer.de
Neues Rezept: Westi Blonde
Beitrag von §11 » Mittwoch 28. November 2018, 20:21
Mittwoch 28. November 2018, 20:09
Bedingte Aussagekraft: Diesmal hatte ich die gestrippte Hefe von Tozzi am Start, vorher immer die WYEAST High Gravity. Würde aber dennoch sagen: Ja.
Es gibt ein paar Untersuchungen deren Aussage ist das durch hohe Saccharose- bzw. Fructose- Glucosekonzentrationen die Transkribierung der Maltase und der Maltase Permease unterdruecken (Entian, 1997) Diese Aussage von mir wird aber immer wieder in Frage gestellt. Deine Beobachtung wuerde darauf hinweisen.
Der selbe Repressionseffekt scheint auch beim Crabtree- Effekt eine grosse Rolle zu spielen.
Beitrag von Tozzi » Mittwoch 28. November 2018, 20:29
Ich bin mir aus eigener Erfahrung sicher, dass das stimmt.
Aber wahrscheinlich wirklich nur bei sehr hohen Zuckerkonzentrationen.
Und bei der WY3787 ist es dann definitiv der Fall. Nicht beim Blonde, aber beim 12er Klon.
"Meine" gestrippte Westi Hefe ist aber natürlich sowieso ein Biest.
Beitrag von ggansde » Mittwoch 28. November 2018, 20:30
Die Gärung scheint durch. Ich habe gemessen. So krass hatte ich das bei diesem Bier mit 22.8 °P StW. noch nie: sVG: 89%, sRE: 2.6 °P. Das sind Werte wie beim Blonde.
Beitrag von §11 » Mittwoch 28. November 2018, 20:36
Mittwoch 28. November 2018, 20:29
Hier findet sich eine gute Zusammenfassung ab Seite 23 Kapitel 2.4.2 Brautechnologisch relevante Stoffwechselphänomene. Die Arbeit ist von Sven Schönenberg
https://mediatum.ub.tum.de/?id=980357
Beitrag von Tozzi » Mittwoch 28. November 2018, 20:59
Das macht ja aus Sicht der Evolution auch durchaus Sinn.
Warum sollen Enzyme synthetisiert werden, die im aktuellen Milieu nicht benötigt werden.
Ist schon geil. :)
Beim Original habe ich schon RE von über 5%w/w gemessen. Schwankt recht stark bei den Mönchen.
Was mich wieder darin bestätigt, dass die da gar keinen so großen Aufwand drum treiben.
Die haben einfach die "richtige" Hefe.
Mich freut das, dass sich Eure Beobachtungen mit meinen decken.
Beitrag von ctiedtke » Mittwoch 28. November 2018, 23:27
Könnt ihr mir das mal erklären. Ich habe bei meinem Blonde kein Zucker dazu gegegben und die gestrippte Hefe von Tozzi hat trotzdem einen SEVG von 90% hingelegt. Also ist es doch egal ob ich bei der Hefe Zucker dazu gebe oder nicht. Klar bringt der Zucker sicherlich bestimmt nochmal einen anderen Geschmack ins Bier oder worum gehts jetzt? Das beim Kochen die Sacharose vom Disacharid in Glucose und Fructose umgewandelt wird und die Hefe es nochmal leichter hat und somit einen höheren sEVG hinlegt?
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Mittwoch 28. November 2018, 23:45
Mal ganz abgesehen vom EVG und das Tozzis Hefe Haifischzähne hat...
Ich verstehe in dem Rezept nicht, warum 8% des Zuckers mit eingemaischt werden sollen. Davon bleibt die Hälfte beim Braumeister im Treber hängen! Warum nicht einfach 8% Zucker als "Vorderwürze" vorlegen und die ganze Zeit mit kochen?
Beitrag von CastleBravo » Donnerstag 29. November 2018, 07:35
Der Zucker soll eingemaischt werden?
Ich hatte das so verstanden, dass der zum Kochen hinzugefügt wird.
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 29. November 2018, 07:44
Mir geht es um diese Zuckergabe:
46% - 4.7 kg Dingemanns Pilsner Malz
46% - 4.7 kg Dingemanns Pale Ale
8% - 0.85 kg Rohrzucker (Cassonade) oder weisser Haushaltszucker
Beitrag von reinhold_eins » Donnerstag 29. November 2018, 09:09
Danke für die vielen Antworten, da hab ich ja was losgetreten.
Ich hatte es so verstanden: Die Angabe in der Schüttung nur um die prozentualen Anteile anzugeben und dann unter Extras dass es dort zum kochen kommt.
5 g – Irish Moss @ 5 min.
850 g – Zucker @ 5 min.
Beitrag von CastleBravo » Donnerstag 29. November 2018, 09:59
Beitrag von DerDallmann » Donnerstag 29. November 2018, 10:05
Hat mal jemand negative Erfahrungen mit der 3787 (hier in 3. Führung) bzgl. stark phenolischem Geschmack in leichten Bieren um die 12°P gemacht? Ich hatte das gerade bei einem Blonde, ca. 12,5°P. Brutal phenolisch, medizinal, nahezu untrinkbar. Gleiche Hefe schmackte super in einem belgischen IPA (16°P) und einem Tripel (18°P).
Beitrag von CastleBravo » Donnerstag 29. November 2018, 10:06
Beitrag von DerDallmann » Donnerstag 29. November 2018, 10:14
Unkontrolliert, Zimmertemperatur. (Ich hatte den Sud geteilt, eine Hälfte wurde ein UG, daher war der Gärschrank belegt.)
Beitrag von CastleBravo » Donnerstag 29. November 2018, 12:25
Beim Blonde habe ich kalt angestellt (16 Grad, Gärung kam trotzdem zügig an, dann auf 21 Grad erhöht (und gehalten) und gegen Ende der Gärung auf 25 Grad erhöht. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.
Beitrag von ggansde » Donnerstag 29. November 2018, 12:46
Hab' mich diesmal auch dran gehalten: Kalt anstellen, dann kommen lassen und schließlich bei 30 °C zu Ende gären lassen.
Die 8% Zucker zur Maische halte ich für ein Artefakt. So habe ich das auch noch nie gemacht.
Beitrag von glassart » Donnerstag 29. November 2018, 13:00
ich habe den Zucker auch zu Kochbeginn (wallendes Kochen) zugegeben und nicht in die Maische.
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 29. November 2018, 13:11
Und auch nur diese eine 8% Zuckergabe, wenn ich das richtig verstehe? Und nicht, wie ursprünglich angenommen, "8% "Maische/Kochbeginn" + "850g als "Extra Zutat" ...
Beitrag von Frudel » Donnerstag 29. November 2018, 13:20
Donnerstag 29. November 2018, 10:05
Ging mit genauso , ich hätte ein W12 mit Leukoplastgeschmack , schmeckt nach
Krankenhaus. Gärung war unauffällig - im Gegensatz was bei rauskam .
Irgendwie hatte die Hefe einen Schuss , am Lagern kann’s nicht liegen erst
das Blond dann 2 Tage später das W12. Ist letztendlich ungenießbar.
Habe mit DerderDasBierBraut einen Scheissbierwettbewerb gestartet .
Das W12 hat knapp verloren , nicht mal dafür hat’s gereicht.....
Wird nach dem Lagern nicht besser eher schlechter.
Beitrag von DerDallmann » Donnerstag 29. November 2018, 13:46
Interessant. Kann es eine Infektion sein?
Beitrag von §11 » Donnerstag 29. November 2018, 14:53
Das ist ein spannender Ansatzt. Hier in amerikanischen Heimbrauerkreisen macht gerade das Geruecht die Runde das Wyeast und White Labs ein Problem mit Saccharomyces cerevisiae var. diastaticus Kontaminationen haben. Diastaticus ist zum einen ein Uebervergaerer, der durch extrazellulaere Enzyme Dextrine abbauen kann (allerdings sehr langsam) und zum anderen off- flavor nach Heftpflaster und Desinfektionsmittel/ Krankenhaus hervorrufen kann.
Hat schon jemand die Erfahrung gemacht das Flaschen, die schon laenger lagern, sehr hoch karbonisiert sind?
Beitrag von Johnny H » Donnerstag 29. November 2018, 15:04
Donnerstag 29. November 2018, 14:53
[Das ist ein spannender Ansatzt. Hier in amerikanischen Heimbrauerkreisen macht gerade das Geruecht die Runde das Wyeast und White Labs ein Problem mit Saccharomyces cerevisiae var. diastaticus Kontaminationen haben. Diastaticus ist zum einen ein Uebervergaerer, der durch extrazellulaere Enzyme Dextrine abbauen kann (allerdings sehr langsam) und zum anderen off- flavor nach Heftpflaster und Desinfektionsmittel/ Krankenhaus hervorrufen kann.
Ist das das gleiche Gerücht, dass sich auf einen Streitfall zwischen Left Hand und White Labs bezieht? Das ging ja m.W.sogar vor Gericht.
Beitrag von §11 » Donnerstag 29. November 2018, 15:07
Donnerstag 29. November 2018, 15:04
ja, wobei das nur die Spitze des Eisbergs zu sein scheint.
Beitrag von DerDallmann » Donnerstag 29. November 2018, 15:24
Interessant. Die Flaschen sind tatsächlich alle sehr hoch karbonisiert, was ich mir nicht erklären kann.
Das IPA davor war auch etwas spritziger als gewünscht. (Eventuell wurde der Geschmack hier durch die Stopfhopfen überdeckt. Das war auch mein geburtstagsbier und war quasi sofort ausgetrunken, hat also nicht lange gelagert)
Beitrag von §11 » Donnerstag 29. November 2018, 15:59
Der Nachweis von Sacc. cer. ssp. diastaticus ist leider nicht ganz trivial und man braucht einen Autoklaven, sonst koenntest du deine Hefe testen.
Also wer hat zufeallig einen Autoklaven rumstehen?
Beitrag von DerDallmann » Donnerstag 29. November 2018, 16:13
Die Hefe geht in den Müll, no matter what.
Das Bier habe ich größtenteils auch entsorgt.
Ich erinnere mich, dass ich genau sowas schonmal hatte. Ist etwas her, war 2016 und auch ein Blonde. Aber mit Trockenhefe, Mangrove Jack M27.
Ansonsten alles gleich. Medizinalgeschmack und zu hohe Karbo.
Beitrag von §11 » Donnerstag 29. November 2018, 16:25
Eingentlich ist der Nachweis "einfach". Das Problem bei Diastaticus ist ja das die Hefe auch Dextrine abbauen kann, was unsere "normale" Hefe nicht kann. Also kann man mit einem Medium, das nur Dextrine enthaelt eine Hefekultur auf die Anwesenheit eines Uebervergaerers wie Diastaticus untersuchen.
Das Problem ist nun aber reine Dextrine zu bekommen. Technisches Maltodextrin wird durch enzymatischen Abbau aus Staerke gewonnen. Leider entstehen dabei aber auch mehr oder weniger viele Einfachzucker, die natuerlich von jeder Hefe vergoren warden wuerden. Taugt also in der Rohform nicht als Medium.
Was in der Praxis gemacht wird, ist eine Maltodextrinloesung mit Sacc. cer. zu beimpfen und nachdem die Einfachzucker vergoren sind, erneut zu autoklavieren, um die Hefe zu inaktivieren. Was bleibt ist eine reine Dextrine Lsg.
Wenn sich in dieser Loesung, nach Zugabe der zu untersuchenden Hefe, Anzeichen von Gaerung zeigen, ist ein Ubervergaerer nachgewiesen.
Klingt einfach, bedarf aber eben etwas Technik.
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 29. November 2018, 18:46
Donnerstag 29. November 2018, 15:59
Ich. Bis 143°C zugelassen.
Soll ich mal testen? Hab da echt Lust drauf. Leider ist Frudels Unfall schon verkostet und entsorgt.
PS: Falls ihr noch eine Flasche mit Bodensatz habt oder eine archivierte verdächtige 3787 ... her damit.
Zuletzt geändert von DerDerDasBierBraut am Donnerstag 29. November 2018, 20:30, insgesamt 1-mal geändert.
Beitrag von CastleBravo » Donnerstag 29. November 2018, 19:14
Autoklaven? Geile Sorte! Du wandelst wohl auf Stephans Spuren?
Beitrag von aegir » Donnerstag 29. November 2018, 19:52
White Labs gibt bei manchen Stämmen an, wenn es sich um Übervergärer handelt. So hat z.B. die 545 das STA1 Gen, das als potentieller Nachweis
für Saccharomyces cerevisiae var. diastaticus gilt. Allerdings sind diese WLP-Stämme laut Homepage keine extremen Vertreter.
Beitrag von §11 » Donnerstag 29. November 2018, 20:05
Donnerstag 29. November 2018, 19:52
Es ging/ geht aber wohl um Staemme die Kontaminationen gehabt haben sollen. Google mal nach "Left Hand Brewing White labs" http://bfy.tw/L6kx
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 29. November 2018, 20:06
Donnerstag 29. November 2018, 19:14
Habe Trüffelschwein in der Bucht gespielt...
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 88#p302888
Beitrag von §11 » Donnerstag 29. November 2018, 21:28
Donnerstag 29. November 2018, 18:46
Du brauchst so etwas wie das hier https://www.nestlehealthscience.de/asse ... eutral.pdf Sorry fuer die Werbung, aber das Produkt kenne ich halt. Der Hersteller ist egal, so lange es 100% Maltodextrin ist. Daraus machst du eine 10P Loesung und autoklavierst sie. Danach stellst sie mit einer neuen Hefe an (da muessen wir drauf hoffen das die nicht ebenfalls kontaminiert ist). Wenn die Gaerung durch ist, autoklavierst du sie wieder. Danach kommt die Probe kein.
Beitrag von Frudel » Donnerstag 29. November 2018, 23:27
Ich schick dir das nächste mal nochmal eine mit - kein Problem.....
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 29. November 2018, 23:37
Donnerstag 29. November 2018, 21:28
... 100% Maltodextrin ist. Daraus machst du eine 10P Loesung und autoklavierst sie. Danach stellst sie mit einer neuen Hefe an (da muessen wir drauf hoffen das die nicht ebenfalls kontaminiert ist). Wenn die Gaerung durch ist, autoklavierst du sie wieder. Danach kommt die Probe kein.
Dann müsste ich aber eine Hefe nehmen, die Maltotriose weitgehend vollständig vergärt, richtig? Irgendeine OG Hefe, die vielleicht 2/3 davon übrig lässt, würde nach meinem Verständnis zu einem False Positive führen, weil die Diastaticus bestimmt auch den Rest Maltotriose mit ihrem STA1 Gen (bzw. der extrazellulären Glucoamylase) in vergärbare Zuckerarten zerlegen kann.
Saubere Hefe habe ich von Uli auf Lager. Seine W34/70 kann auch Maltotriose komplett verstoffwechseln. Fehlt nur noch eine Probe von der mutmaßlich kontaminierten WY 3787.
@Johst ... Willst du auch eine Flasche mit Bodensatz spenden? Ich kaufe das Maltodextrin.
Zuletzt geändert von DerDerDasBierBraut am Donnerstag 29. November 2018, 23:40, insgesamt 1-mal geändert.
Beitrag von DerDallmann » Freitag 30. November 2018, 06:57
Jens, super Plan.
Schick mir mal bitte deine Adresse. Bin sehr gespannt.
Beitrag von CastleBravo » Freitag 30. November 2018, 08:12
Donnerstag 29. November 2018, 20:06
Das ist in der Tat ein Hammerangebot gewesen. Herzlichen Glückwunsch. Hat es der Hamster bis jetzt überlebt?
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Samstag 8. Dezember 2018, 21:47
Dein Bier ist heute angekommen Johst ...
Krass wie überkarbonisiert das ist. Ich habe es trotz vorsichtigem Einschtütten kaum ins Glas bekommen. Den letzten Zentimeter Bier, über dem "nicht vorhandenen Bodensatz", wollte ich nochmal aufschwenken, um vielleicht doch noch etwas mehr Hefe aus dem "nicht vorhandenen" Sediment zu ernten. Der Zentimeter Bier hat glatt nochmal 2 Flaschen voller Schaum produziert.
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Die 10°P Maltodextrin-Würze ist angesetzt und mit frischer W34/70 angestellt. Von der W34/70 habe ich etwas unvergorene Starterwürze mit rüber genommen, damit die Zellen noch ein paar Nährstoffe in der aeroben Phase finden. Das Fläschen steht jetzt auf dem Magnetrührer und gärt sicher recht schnell zu ende.
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In der Zwischenzeit war verkosten und "Spielen" angesagt.
Schon übel das Bierchen ...
Irgendwie ist das ganz ähnlich im Geschmack wie mein Fehltritt mit der Stalljen Kveik. Deins ist noch einen Tick phenolischer und hat irgendwas von Epoxi. Zuerst habe ich gedacht dass irgendwo einer Phenoplast sägt oder verbrennt. Jetzt, 1-2 Stunden später, habe ich eindeutig den Geschmack vom Epoxidharzspachtelschleifen auf der Zunge. Den kenne ich gut ....
Schnell nochmal unters Mikroskop. Hefezellen sind sehr viele zu finden (leider kein Foto gemacht). Bakterien sind keine zu sehen (abgesehen von den Biestern im "Okulardreck", die immer da sind, an der gleichen Stelle).
Auffällig ist, dass in dem Bier echt total viele blaue Textilfasern herumschwimmen. Hattest du deinen guten, alten, blauen "Lieblingspulli" beim Brauen an, der schon ein bisschen in die Jahre gekommen ist und fusselt wie Bello?
Deine Erntehefe darf sich jetzt auch erstmal in normaler autoklavierter Starterwürze vermehren, solange die W34/70 sich um die vergärbaren Zucker in der großen Flasche kümmert ....
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Beitrag von DerDallmann » Sonntag 9. Dezember 2018, 21:02
Jop, da ist irgendwas im Argen.
Vielleicht findest du es ja raus.
Textilfasern? Das ist verrückt. Kann ich mir nicht erklären. Kannst du den Bock auch mal checken unterm Mikroskop?
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 13. Dezember 2018, 02:07
Die W34/70 hat in der Maltodextrinwürze alles vergoren, was sie greifen konnte. Also die Zucker aus dem restlichen vergärbaren Extrakt ihrer Starterwürze und dem geringen vergärbaren Zuckeranteil im Maltodextrin.
Der kleine Starter mit der Erntehefe aus Johsts Flasche war inzwischen auch endvergoren.
Ich habe es mir nicht nehmen lassen beide Würzen zu probieren.
Das Maltidextrin-Jungbier schmeckt sehr dünn, fast wie Reisbier - zumindest stelle ich mir das so vor. Irgendwie nach stark verdünntem Reisschnaps. Die Starterwürze von der Erntehefe hatte wieder diesen phenolischen Touch. Nicht so stark wir in Johsts Bier. Dafür zusätzlich irgendwas von billigem kalten Glühwein mit Amaretto. Wäre jetzt nicht Weihnachtsmarktsaison hätte ich bestimmt ewig überlegt, woher ich den Geschmack kenne, und wäre nicht drauf gekommen.
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Die Maltodextrinwürze wurde 27 Minuten bei 121°C autoklaviert und die arme W34/70 darin spricht jetzt kein Wort mehr ...
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Nach dem Abkühlen wurde mit Johsts dekantierter Starterhefe angestellt und ordentlich belüftet.
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Jetzt wird es spannend. Wir starten bei 7,4°P ...
Uli hat mir übrigens noch mit auf den Weg gegeben, dass die Diastaticus manchmal echt lange braucht, bis sie loslegt die langkettigen Saccharide zu zerlegen. Manchmal muss die erst kurz vor dem "hungerbedingten" Aussterben sein, bis ihr wieder einfällt, dass sie noch einen Bauplan für Glucoamylase in ihrer Schublade hat, mit der sie vielleicht an neue Energieträger herankommt.
Ich werde die Probe jetzt mit Parafilm versiegeln und an ein warmes Plätzchen stellen, um den Stoffwechsel zu beschleunigen. Die erste Zeit auch regelmäßig gut belüften. Falls irgendwann eine Gärung einsetzt wird alle paar Tage gemessen.
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Beitrag von DerDallmann » Donnerstag 13. Dezember 2018, 10:36
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 13. Dezember 2018, 20:21
0,4 %w/w wurden seit gestern abgebaut.
Jan, um ein False-Positive auszuschließen ... Könnte dafür (mit viel gutem Willen) auch eine thermische Zerteilung einiger langkettiger Saccharide in vergärbare Zucker durch das Autoklavieren verantwortlich sein? Stärke wird bei der Dekoktion ja auch thermisch zerlegt und durch die Amylasen nutzbar ...
Beitrag von DerDallmann » Freitag 14. Dezember 2018, 11:54
Könnet der Abbau einfach damit zusammenhängen, dass die 3787 gegenüber der 34/70 einfach höher vergärt oder ggf. noch geringfügig andere Zucker verstoffwechseln kann?
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Samstag 15. Dezember 2018, 21:16
Es gärt weiter in der Probe. Ein halbes Grad Plato in 2 Tagen ...
Mikroskop 1:1000 ...
Für mich sind da eindeutig verschiedene Hefen am Werk.
Merkwürdig ist, dass einige Zellen mit kleinen runden Gnubbeln überzogen sind. Hat schon mal jemand sowas gesehen?
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Leider schwer zu erkennen: Bei einigen Zellen sieht man, dass ein Teil der Zelle normal aussieht (glatte Zellwand) und auf dem anderen Teil diese Knubbel drauf sind, die scheinbar um die Zelle "herumwachsen". Falls hier niemand eine Idee zu der Ursache hat würde ich Uli bitten sich das mal anzusehen.
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Beitrag von danieldee » Samstag 15. Dezember 2018, 21:57
So spannend! Warte schon wieder auf den nächsten Beitrag
Beitrag von schlupf » Sonntag 16. Dezember 2018, 11:34
Könnten die Knubbel Sprossnarben sein?
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Sonntag 16. Dezember 2018, 12:10
Nein, das glaube ich nicht. Sprossnarben könnte ich mit meinem Mikroskop nicht sehen und das wären auch deutlich zu viele Gnubbel, um Narben zu sein.
Ich würde auf autolysierende Zellen tippen. Davon sind ja jede Menge in der Würze, vom autoklavieren der W34/70. In dieser Menge habe ich das zuvor noch nie gesehen.
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Freitag 21. Dezember 2018, 00:06
Wenn die Jungs weiter so viel Gas geben kann ich Silvester 24:00 damit anstoßen.
Die Easydens Probe des "Maltodextrinjungbiers" schmeckte heute übrigens nach herbem, naturtrübem, angegorenem Apfelsaft.
Beitrag von DerDallmann » Freitag 21. Dezember 2018, 06:36
Ist somit der Beweis erbracht, dass es eine Saccharomyces cerevisiae var. diastaticus Kontamination ist?
Oder könnte es auch etwas anderes sein?
Beitrag von DerDerDasBierBraut » Donnerstag 7. Februar 2019, 13:24
Freitag 21. Dezember 2018, 06:36
Stand jetzt kann ich sagen, dass ich in der Testflasche keine Bakterien entdeckt habe. Darin scheint sich wirklich nur Hefe vermehrt zu haben.
Ich hatte Uli meine Mikroskopaufnahmen geschickt. Er meinte, dass Diastaticus Zellen tendenziell etwas größer sind als eine normale Saccharomyces cerevisiae. Davon konnte er auf meinen Bildern nichts sehen. Um das genau zu sehen müsste er sie selbst im Labor untersuchen >>> ABER <<< er will solche Biester nicht im Labor haben. Dilemma ... da kommen wir nicht weiter.
Der Restextrakt in der Probe liegt bei 0,9%. Möglich, dass es in den kommenden Monaten noch auf 0,8 oder 0,7 gefallen wäre.
Dieser "phenolisch chemische" Geschmack hat stark abgenommen. Vielleicht hätte er sich ganz rausgelagert. Denkt man sich das restliche bisschen Off-Flavor weg, dann schmeckt die Probe astrein nach Apfelsaft/unkarbonisiertem Apfelcider von einem recht saurem Apfel. Eigentlich nicht schlecht .
Ich habe den Test heute abgebrochen und 2 Röhrchen von dem Hefesatz sowie drei Röhrchen von dem "Maltodextrinapfelcider ohne Äpfel" abgefüllt. Bringe ich alles mit nach Romrod. Jan hatte Interesse an dem hungrigen Biest und drei Leute könnten sich einen "Kurzen" mit dem Endprodukt hinterpfeiffen.
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