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Timestamp: 2017-06-28 06:57:34+00:00

Document:
223-2-78Verordnung - Schulordnung - über die Gebundene Ganztagsschule (Ganztagsschulverordnung) Vom 30. Januar 2013 geändert durch Verordnung vom 4. Mai 2015 (Amtsbl. I S. 276)Fundstelle: Amtsblatt 2013, S. 52Änderungsdaten
1. §§ 2 und 3 geändert durch Verordnung vom 4. Mai 2015 (Amtsbl. I S. 276)
Auf Grund des § 5a Absatz 4
und des § 33 Absatz 1 und 2
des Gesetzes zur Ordnung des Schulwesens im Saarland (Schulordnungsgesetz: SchoG)
in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. August 1996 (Amtsbl. S. 846; 1997, 147),
zuletzt geändert durch das Gesetz vom 20. Juni 2012 (Amtsbl. I S. 210),[1]
verordnet das Ministerium für Bildung und Kultur:
[1]SchoG vgl.
BS-Nr. 223-2.
Der Ausbau von Gebundenen Ganztagsschulen stellt einen wesentlichen
Beitrag zur zukunftsorientierten Weiterentwicklung des saarländischen Bildungswesens
dar, der mehr individuelle Förderung, mehr Chancengerechtigkeit für die
Schülerinnen und Schüler und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und
Beruf ermöglicht. Mit der Errichtung weiterer Gebundener Ganztagsschulen stellt
die saarländische Landesregierung vor allem pädagogische Ziele im Sinne
einer individuellen Förderung jedes einzelnen Kindes in den Vordergrund und
entwickelt eine moderne, an den heutigen gesellschaftlichen Bedürfnissen orientierte
Bildungsinfrastruktur. Dabei stellt die Wahlfreiheit zwischen Halb- und Ganztagsschulangeboten
ein zentrales Prinzip dar.
(1) Diese Verordnung regelt die Rahmenbedingungen für
die Errichtung und den Betrieb von Gebundenen Ganztagsschulen im Bereich der Grundschulen
und weiterführenden Schulen sowie für die Einrichtung von Ganztagsklassen.
(2) Für Ganztagsklassen finden die Regelungen für
die Gebundene Ganztagsschule entsprechend Anwendung. An Grundschulen können
Ganztagsklassen in Klassenstufe 1 eingerichtet werden, die bis einschließlich
Klassenstufe 4 fortzuführen sind. An weiterführenden Schulen werden Ganztagsklassen
in der Klassenstufe 5 eingerichtet und müssen bis einschließlich der Klassenstufen
6, 7, 8, 9 oder 10 fortgeführt werden. Die Einrichtung einer Ganztagsklasse
darf nicht zur Klassenmehrbildung führen.
(1) Vorschläge zur Errichtung einer Gebundenen Ganztagsschule
können aus der Schule, von der Schulaufsichtsbehörde oder dem Schulträger
an die Schulkonferenz herangetragen werden. Die Schulkonferenz berät und beschließt
über den Vorschlag unter Einbeziehung eines zuvor von der Gesamtkonferenz abzugebenden
Votums. Die Schule übermittelt der Schulaufsichtsbehörde und dem Schulträger
eine Abschrift des Beschlusses der Schulkonferenz und stellt gegebenenfalls einen
Antrag auf Errichtung einer Gebundenen Ganztagsschule beim Schulträger.
(2) Der Schulträger beantragt bei der Schulaufsichtsbehörde
die Errichtung einer Gebundenen Ganztagsschule. Dem Antrag des Schulträgers
sind beizufügen
1. ein Beschluss der Schulkonferenz,
2. das mit dem Schulträger abgestimmte organisatorische und pädagogische
Konzept der Schule,
3. eine Planung der Verpflegung, bei der die Standards der Deutschen Gesellschaft
für Ernährung (DGE) einzuhalten sind,
4. der Raumnutzungsplan mit detaillierter Darstellung der Aufbauphase.
Die Schulträger stimmen sich im Umfang ihrer finanziellen Betroffenheit mit
der Kommunalaufsicht ab. Das Ergebnis der Abstimmung ist der Schulaufsichtsbehörde
(3) Die Schulaufsichtsbehörde trifft die Entscheidung
über die Errichtung einer Gebundenen Ganztagsschule gemäß § 5a Absatz 1 des Schulordnungsgesetzes
Aufnahme der Schülerinnen
(1) Die Schülerinnen und Schüler des Schulbezirks
beziehungsweise des Einzugsbereichs der jeweiligen Schule sind bei entsprechendem
Wunsch der Erziehungsberechtigten vorrangig aufzunehmen.
(2) Bei Überschreitung der Aufnahmekapazität regelt
bei Gebundenen Ganztagsschulen im Bereich der Grundschulen und der Förderschulen
in kommunaler Trägerschaft der Schulträger das Auswahlverfahren unter Beachtung
der in § 33 Absatz 2 Nummer 1 Buchstabe b des Schulordnungsgesetzes
geregelten Grundsätze durch Satzung, die der Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde
bedarf. Je nach Aufnahmekapazität können diese Schulen auch von Schülerinnen
und Schülern besucht werden, die nicht aus dem Schulbezirk der Schule stammen;
hinsichtlich des Auswahlverfahrens gilt Satz 1 entsprechend. Für Gebundene Ganztagsschulen
im weiterführenden Schulbereich findet die Verordnung zum Übergang von der Grundschule in weiterführende allgemein
bildende Schulen (Aufnahmeverordnung)
in der Fassung der Bekanntmachung vom 20. September 1999 (Amtsbl. S. 1618), zuletzt
geändert durch die Verordnung vom 1. August 2012 (Amtsbl. I S. 268), in der
jeweils geltenden Fassung[2]
Anwendung. Für die Aufnahme in Ganztagsklassen an weiterführenden Schulen
findet die Aufnahmeverordnung entsprechende Anwendung.
(3) Beim Überwechseln einer Schülerin oder eines
Schülers in eine Gebundene Ganztagsschule gilt § 5
der Allgemeinen Schulordnung
vom 10. November 1975 (Amtsbl. S. 1239), zuletzt geändert durch die Verordnung
vom 24. Juni 2011 (Amtsbl. I S. 220), in der jeweils geltenden Fassung[3]
entsprechend.[2]Vgl.
BS-Nr. 223-2-100.[3]ASchO vgl.
BS-Nr. 223-2-5.
Grundsätze für den Ganztagsbetrieb
(1) Der Schulbetrieb der Gebundenen Ganztagsschule umfasst
den in der Stundentafel der jeweiligen Schulform vorgesehenen Pflicht-, Wahlpflicht-
und Wahlunterricht sowie im Bereich des außerunterrichtlichen Angebotes die
Lernzeiten, die Freizeit und das Mittagessen. Der Unterricht gemäß der
Stundentafel und die Veranstaltungen im Bereich des außerunterrichtlichen Angebotes
bilden eine pädagogische Einheit. Die Rhythmisierung des Tagesablaufs nach pädagogischen
und organisatorischen Gesichtspunkten ermöglicht einen Wechsel von Arbeitsphasen
in Form von Unterricht und Lernzeiten mit Phasen der Entspannung im Rahmen der Pausen,
der gebundenen und der ungebundenen Freizeit.
(2) Zur personellen und inhaltlichen Verzahnung des außerunterrichtlichen
und unterrichtlichen Angebotes wirken pädagogische Fachkräfte mit Unterstützungsangeboten
im Unterricht mit, während Lehrkräfte auch im Freizeitbereich Angebote
(3) An Gebundenen Ganztagsschulen sind alle Schülerinnen
und Schüler an vier Tagen in der Woche mindestens bis 16 Uhr verpflichtend anwesend,
wobei die verpflichtende Anwesenheit achteinhalb Zeitstunden nicht überschreiten
darf. Im begründeten Einzelfall kann auf Antrag eine frühere Endzeit zugelassen
Lernzeiten und häusliches
(1) Lernzeiten dienen insbesondere der Erledigung von Schulaufgaben
und der individuellen Förderung, besonders unter dem Gesichtspunkt des selbstständigen
Lernens. Sie können vormittags und nachmittags stattfinden, im Stundenplan ausgewiesen
oder in den Fachunterricht integriert werden. Die Lernzeiten können jahrgangsübergreifend,
jahrgangs- oder klassenbezogen durchgeführt werden.
(2) In Gebundenen Ganztagsschulen sollten Hausaufgaben weitgehend
durch Schulaufgaben ersetzt werden. Sollten die Schulaufgaben, zum Beispiel das Vokabellernen
oder das Lesen von Ganzschriften, nicht im Rahmen der schulischen Lernzeiten erledigt
werden können, bleibt ein entsprechendes häusliches Arbeiten erforderlich.
Bei den Aufträgen für das häusliche Arbeiten ist auf den zeitlichen
Umfang des Ganztagsbetriebs Rücksicht zu nehmen.
(1) Die Freizeit beinhaltet ungebundene und gebundene Teile
(außerunterrichtliches Angebot).
(2) In der gebundenen Freizeit finden von einer Lehrkraft
beziehungsweise einer pädagogischen Fachkraft geleitete Arbeitsgemeinschaften
oder sonstige von einer Lehrkraft beziehungsweise pädagogischen Fachkraft betreute
Veranstaltungen statt, aus denen die Schülerinnen und Schüler auswählen.
In der gebundenen Freizeit können in Bezug auf die Unterrichts- und Erziehungsziele
besondere ganztagsschulspezifische Schwerpunkte gesetzt werden. Die gebundene Freizeit
kann klassen-, jahrgangs- und fächerübergreifend organisiert werden.
(3) Die ungebundene Freizeit soll an Tagen mit Ganztagsbetrieb
zusammen mit der Mittagspause zwischen 60 und 90 Minuten betragen. Für diese
Zeit werden entsprechende Möglichkeiten der Erholung, Entspannung und Kreativität
geboten. Die Teilnahme an diesen Angeboten ist freiwillig.
An den Tagen mit Ganztagsbetrieb ist vom Schulträger
ein gemeinsames Mittagessen für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte
und das sonstige pädagogische Personal der Gebundenen Ganztagsschule zu gewährleisten.
Das Mittagessen muss den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
(DGE) entsprechen. Für das Mittagessen ist ein von dem Schulträger festgesetzter
angemessener Kostenbeitrag zu entrichten.
Ergänzendes Betreuungsangebot
Der Schulträger kann über die in § 5
genannten verpflichtenden Anwesenheitszeiten hinaus ein am Bedarf ausgerichtetes
ergänzendes Betreuungsangebot der Schülerinnen und Schüler vorhalten,
das einen Zeitraum in den Ferien umfasst, der den Anforderungen der Freiwilligen
Ganztagsschule entspricht, sowie einen gewissen Zeitraum vor Schulbeginn, nach Schulschluss
und den schulfreien Nachmittag umfassen kann. Bei Wahrnehmung dieses Angebotes (teilweise
oder vollständig) erfolgt eine pauschale, das gesamte Angebot umfassende und
angemessene Kostenbeteiligung der Erziehungsberechtigten.
Organisatorisches und pädagogisches
Im Rahmen der in § 5a des Schulordnungsgesetzes
sowie in dieser Verordnung getroffenen Regelungen wird die organisatorische und
pädagogische Konzeption einer Gebundenen Ganztagsschule von der einzelnen Schule
gegebenenfalls in Koordination mit der örtlichen Jugendhilfeplanung festgelegt.
Es sind insbesondere Festlegungen zu treffen über
1. Schulbeginn und Schulschluss,
2. die zeitliche Abfolge des nach der Stundentafel zu erteilenden Unterrichts
und der Veranstaltungen im Bereich des außerunterrichtlichen Angebotes,
3. Art und Umfang des außerunterrichtlichen Angebotes,
4. die Teilnahme an Veranstaltungen im Bereich des außerunterrichtlichen
Angebotes,
5. die Festlegung des Wochentags ohne Ganztagsbetrieb und
6. Art und Umfang von Kooperationen.
Außerdem erfolgt durch die Schule eine Konkretisierung der Maßnahmen
zur Verwirklichung der für die Gebundene Ganztagsschule spezifischen Unterrichts-
und Erziehungsziele.
Grundsätze des Personaleinsatzes
(1) Lehrkräfte werden neben der Erteilung des Unterrichtes
tätig bei der Leitung der Lernzeiten und der ungebundenen und gebundenen Freizeit
sowie bei der Betreuung der Schülerinnen und Schüler während des Mittagessens.
Es ist anzustreben, dass eine Lehrkraft im Rahmen ihrer Pflichtstunden möglichst
in allen oben genannten Bereichen eingesetzt wird. Da der Einsatz der Lehrkräfte
in der ungebundenen Freizeit und als Aufsichtspersonen in der Mittagspause grundsätzlich
einen geringeren Aufwand erfordert als die Erteilung von Unterricht, wird er im Verhältnis
2:1 auf die Unterrichtsverpflichtung der Lehrerinnen und Lehrer angerechnet.
(2) Bei der ungebundenen und gebundenen Freizeit sowie beim
Mittagessen können Lehrkräfte auch von sonstigem pädagogischen Personal
sowie Erziehungsberechtigten, Schülerinnen und Schülern der Gebundenen
Ganztagsschule und Fachleuten aus der Praxis unterstützt werden.
(3) Der Schulträger gewährleistet die Bereitstellung
des Mittagessens und den erhöhten Reinigungsaufwand.
(4) Es ist anzustreben, dass an Gebundenen Ganztagsschulen
tätiges Personal an einschlägigen Fortbildungsveranstaltungen teilnimmt.
Personaleinsatz an den Grundschulen
(1) Für Freizeitangebote, Arbeitsgemeinschaften oder
Lernzeiten werden in den Klassenstufen 1 und 2 jeweils zehn Lehrerwochenstunden pro
Klasse zur Verfügung gestellt, in den Klassenstufen 3 und 4 wegen der um eine
Stunde höheren Stundentafel jeweils neun Lehrerwochenstunden pro Klasse.
(2) Der Schulträger gewährleistet den Einsatz von
pädagogischen Fachkräften, die Angebote in der gebundenen und ungebundenen
Freizeit vorhalten sowie Aufsichten, besonders in der Mittagspause, übernehmen.
Darüber hinaus ist durch den Schulträger eine sozialpädagogische Leitung
bereitzustellen, die unter anderem die Schulleitung bei der Organisation des Angebotes
unterstützt. Die Hälfte der Personalkosten für die pädagogischen
Fachkräfte und die sozialpädagogische Leitung wird über die Schulaufsichtsbehörde
im Rahmen der üblichen Grundsätze refinanziert.
(3) Über die Personalisierung der Stundentafel hinaus
ergibt sich für eine zweizügige, als Gebundene Ganztagsschule aufwachsende
Grundschule folgende Personalisierung:
(Endausbau)
Lehrerwochenstunden
20+20+18
20+20+18+18
(Stellenanteile)
4 volle bzw. 8 halbe Stellen
Sozialpäd.
(4) Für die Durchführung von Projekten mit außerschulischen
Partnern werden der Schule auf Antrag bis zu 300 Euro im Schuljahr pro am Standort
vorhandener Klasse zur Verfügung gestellt im Rahmen einer entsprechenden Zuwendung
der Schulaufsichtsbehörde an den Schulträger.
Personaleinsatz an den weiterführenden
(1) Die Personalisierung durch das Land erfolgt durch die
Zuweisung von zusätzlichen Lehrerwochenstunden, so dass der Unterricht nach
Stundentafel, die Lernzeiten, die Mittagsaufsicht sowie die gebundene und ungebundene
Freizeit grundsätzlich abgedeckt sind. In den Klassenstufen 5 bis 10 der Gemeinschaftsschulen
beziehungsweise der bis einschließlich des Schuljahres 2016/2017 auslaufend
fortgeführten Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen und in den Klassenstufen
5 und 6 der Gymnasien werden pro Klasse elf Lehrerwochenstunden zusätzlich zur
Stundentafel zugewiesen. Im Gymnasium werden wegen der umfangreicheren Stundentafel
in den Klassenstufen 7 und 8 neun Lehrerwochenstunden sowie in den Klassenstufen
9 und 10 sieben Lehrerwochenstunden zusätzlich zur Stundentafel zugewiesen.
(2) In der gebundenen und ungebundenen Freizeit können
die Lehrkräfte durch ergänzende Angebote, bei denen sonstiges Personal
zum Einsatz kommt, unterstützt werden. Hierfür werden der Schule auf Antrag
bis zu 4.000 Euro im Schuljahr pro am Standort vorhandener Klasse zur Verfügung
gestellt im Rahmen einer entsprechenden Zuwendung der Schulaufsichtsbehörde
an den Schulträger. Die dadurch möglichen Angebote müssen nicht auf
die Schülerinnen und Schüler einer Klasse beschränkt sein.
(3) Eine verstärkte Kooperation mit der Jugendhilfe
ist ein wesentliches Merkmal von gelingenden Gebundenen Ganztagsschulen, damit Bildungs-
und Erfahrungsräume an den Bedürfnissen und der Lebenswelt der Jugendlichen
ausgerichtet werden. Der Schulträger als Träger der Jugendhilfe stellt
eine Kooperation von Jugendhilfe und Schule sicher, indem er entsprechende sozialpädagogische
Fachkräfte zur Verfügung stellt.
Die allgemeinen Ziele und Aufgaben der Jugendhilfe nach § 1 Absatz 3 des Achten Buches Sozialgesetzbuch
in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. September 2012 (BGBl. I S. 2022) in der
jeweils geltenden Fassung werden unter den spezifischen Bedingungen und Anforderungen
des schulischen Lebensraums umgesetzt in Form von
- Jugendarbeit gemäß § 11 des Achten Buches Sozialgesetzbuch
, indem alle Kinder und Jugendliche in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung
gefördert werden;
- Jugendsozialarbeit gemäß § 13 des Achten Buches Sozialgesetzbuch
, indem Kinder und Jugendliche gefördert werden, die zum Ausgleich sozialer
Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen
verstärkt der Unterstützung bedürfen;
- erzieherischem Kinder- und Jugendschutz gemäß § 14 des Achten Buches Sozialgesetzbuch
, indem Kinder und Jugendliche befähigt werden, sich vor gefährdenden
Einflüssen zu schützen;
- Beratung in Erziehungsfragen und als Beitrag zur allgemeinen Förderung
der Erziehung und Familien gemäß § 16 des Achten Buches Sozialgesetzbuch
, indem Eltern und andere Erziehungsberechtigte beraten werden.
Auf diese Art und Weise werden sozialpädagogische Sicht- und Handlungsweisen
in die Schule eingebracht, Lehrkräften Beratung angeboten und bei Bedarf zwischen
diesen und der Schüler- und Elternschaft vermittelt. Somit erfolgt eine Vernetzung
im Sozialraum; die sozialpädagogischen Fachkräfte nehmen bei Bedarf Kontakt
zu sozialen Dienstleistern und dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe
auf. Die sozialpädagogischen Fachkräfte sind kontinuierlich an der Schule
tätig und arbeiten unter obiger Zielsetzung mit allen die Schülerschaft
betreffenden Personen und Institutionen zusammen. Vor diesem Hintergrund kann neben
der einzelfallbezogenen Beratung die Unterstützung auch gruppen-, schul- und
sozialraumbezogen geleistet werden.
Eine vierzügige Gebundene Ganztagsschule im Endausbau bis Klassenstufe 10
verfügt über eine sozialpädagogische Betreuung im Umfang von einer
vollen Stelle. Bei abweichender Zügigkeit sowie in der Aufbauphase wird die
Zuweisung entsprechend angepasst, jedoch soll sie mindestens die Hälfte der
tariflich festgelegten Wochenarbeitszeit umfassen. Für jede Ganztagsklasse stellt
der Schulträger sozialpädagogische Betreuung im Umfang von zwei Stunden
pro Woche zur Verfügung.
(4) Vor dem Hintergrund der dargestellten Kooperation mit
der Jugendhilfe werden durch das Land zusätzliche Lehrerwochenstunden für
entsprechende Angebote zur Verfügung gestellt. Für eine vierzügige
Gebundene Ganztagsschule im Endausbau werden Lehrerwochenstunden im Umfang einer
vollen Lehrerstelle zugewiesen. Bei abweichender Zügigkeit sowie in der Aufbauphase
wird die Zuweisung entsprechend angepasst, indem eine Sockelzuweisung von einer Lehrerwochenstunde
pro Zug sowie eine Zuweisung von einer Lehrerwochenstunde pro Klasse erfolgt.
Räumliche und sächliche
(1) Eine Gebundene Ganztagsschule ist vom Schulträger
räumlich und sächlich so auszustatten, dass auch im Hinblick auf die außerunterrichtlichen
Angebote die Verwirklichung der Ziele der Gebundenen Ganztagsschule gewährleistet
ist. Die zur Verfügung stehenden Räume müssen den Bildungs-, Freizeit-
und Betätigungsbedürfnissen der Kinder und Jugendlichen, aber auch dem
Bedarf des Personals gerecht werden.
(2) In Gebundenen Ganztagsschulen soll folgende Ausstattung
vorhanden sein:
1. Unterrichtsräume:
Jede Klasse hat einen festen Klassenraum. Die Nutzung des Klassenraums als Unterrichtsraum
sollte für die Schülerinnen und Schüler eindeutig sein. Zudem sind
Differenzierungs- und Kleingruppenräume vorzuhalten.
2. Verpflegungsräume:
Speiseräume sind in Grundschulen mit Sitzplätzen für 50 Prozent
der Schülerschaft einzurichten. Gerade für jüngere Schülerinnen
und Schüler sollte es feste Essenszeiten geben, die in Schichten aufgeteilt
werden können. An weiterführenden Schulen sind eher offene Angebote im
üblichen Mensabetrieb vorstellbar, so dass ein Sitzplatzangebot von 30 Prozent
ausreichen kann. Der Platzbedarf im Speisesaal wird pro Schülerin oder Schüler
mit etwa 1,5 m² bemessen. An weiterführenden Schulen soll gewährleistet
sein, dass sich die Jugendlichen in den ungebundenen Zeiten individuell versorgen
können. In Grundschulen sollten zwischendurch Getränke und eventuell ein
Nachmittagsimbiss gereicht werden. An die Speiseräume sind geeignete Wirtschaftsräume
anzugliedern.
3. Freizeitbereich:
Darüber hinaus sind Räume und Bereiche erforderlich, in denen sich
Kinder und Jugendliche alters- und interessengerecht in einer ästhetisch angenehmen
Atmosphäre den verschiedenen Aktivitäten widmen können wie
a) Ruhe- und Rückzugsbereiche,
b) Schülerbibliothek beziehungsweise Medienbereiche,
c) Bereiche für Bewegung, Sport und Spiel,
d) Bereiche für kreative und musische Betätigung,
e) Begegnungsbereiche und Bereiche für soziale Erfahrungen,
f) Außenanlagen.
Das minimale Raumangebot von 2,5 bis 2,8 m² pro Schülerin oder Schüler
für den Freizeitbereich soll nicht unterschritten werden. Flure dürfen
dabei nicht mitgezählt werden. Für einige Räume des Freizeitbereichs
kann eine Doppelnutzung sinnvoll sein.
4. Personalbereich:
Bei einer Gebundenen Ganztagsschule ist ein erhöhter Personaleinsatz und
damit ein erweiterter Raumbedarf notwendig (zum Beispiel Teamräume, Arbeitsplätze
für Lehrkräfte, Raum zum Entspannen, Büro, Besprechungs- und Pausenraum
für das sonstige pädagogische Personal).
Diese Verordnung tritt am 1. August 2013 in Kraft. Zugleich
tritt die Verordnung - Schulordnung - über die Ganztagsschule vom 18. Juli 1988
(Amtsbl. S. 621), zuletzt geändert durch die Verordnung vom 6. August 2009 (Amtsbl.
S. 1389), außer Kraft; das Eckpunktepapier zur Gebundenen Ganztagsschule vom
6. Oktober 2010 wird zum gleichen Zeitpunkt gegenstandslos.

References: § 5
 § 33
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 § 5
 § 5
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 § 1
 § 11
 § 13
 § 14
 § 16