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Timestamp: 2018-03-19 12:25:46+00:00

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Hintergrundinfos zu geliehenen Pferden - Fischer Versicherungsmakler GmbH
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Hintergrundinfos zu geliehenen Pferden
Das Leihen von fremden Pferden, um diese für therapeutische Zwecke zu nutzen, ist bei Reittherapeuten relativ weit verbreitet.
Haftungstechnisch und damit auch versicherungstechnisch, ist dieser Vorgang jedoch relativ komplex. Um Klarheit zu schaffen, möchten wir Ihnen die Problematik wie folgt ausführlich darstellen. Wir haben uns dabei auf das Wesentliche konzentriert um die Verständlichkeit zu erleichtern.
Wichtigste Hintergrundinfo:
In der Haftpflichtversicherung werden nicht einzelne Pferde versichert,
sondern immer die Haftung des Versicherungsnehmers für Schäden an Dritten!
Wenn es um das Thema Tiere und Haftung geht, sind im Bürgerlichen Gesetzbuch zwei Paragraphen maßgeblich:
1. § 833 BGB – Haftung des Tierhalters:
Hier wird klargestellt, dass ein Tierhalter für die Schäden haftet, die sein Tier einem Dritten zufügt.
Tierhalter ist grundsätzlich zunächst der Eigentümer des Tieres.
Theoretisch ist es jedoch auch möglich, dass ein Entleiher eines Tieres (z.B. der Reittherapeut) auch zum Tierhalter wird. Dieses zwar unwahrscheinlich, könnte jedoch konstruiert werden.
2. § 834 BGB – Haftung des Tier Aufsehers (Tierhüters):
Neben dem Tierhalter ist auch der für einen Schaden verantwortlich, der die Aufsicht über ein Tier übernommen hat. Also z.B. der Reittherapeut der sich ein fremdes Pferd geliehen hat.
Fall A - Haftung des Tierhalters:
Ein Reittherapeut besitzt ein eigenes Pferd. Ein Dritter (z.B. ein Schulungsteilnehmer) wird vom Pferd verletzt.
Er haftet in jedem Fall als Tierhalter nach § 833 BGB.
Wird das Pferd zu gewerblichen Zwecken (Therapiepferd) genutzt, so können wir dies in die Betriebshaftpflichtversicherung für Reittherapeuten einschließen.
Sofern das Pferd nur zu privaten Zwecken genutzt wird, ist auch ein Einschluss möglich – es wird jedoch nur der hälftige Beitrag eines Therapiepferdes fällig.
Fall B: Haftung des Tierhüters:
Ein Reittherapeut leiht sich ein fremdes Pferd, um das Pferd für reittherapeutische Zwecke zu nutzen. Ein Dritter (z.B. ein Schulungsteilnehmer) wird vom Pferd verletzt.
In diesem Fall ist der Reittherapeut Tierhüter nach § 834 BGB.
Wie bereits oben beschrieben, könnte es sein, dass in seltenen Fällen auch eine Tierhalterhaftung (nach § 833 BGB) auf ihn übergeht.
Die Absicherung des Tierhüter-Risikos ist in unserem Deckungskonzept beitragsfrei vorgesehen. Dies gilt auch, wenn die geliehenen Pferde gewerblich genutzt werden.
Da es sehr unwahrscheinlich ist, dass der Reittherapeut auch als Tierhalter haftet, konnten wir mit dem Versicherer vereinbaren, dass auch dieses Risiko mit übernommen wird.
Exkurs - Haftung des Pferdeverleihers:
Wie bereits erwähnt, werden in der Haftpflichtversicherung nicht einzelne Pferde versichert, sondern immer die Haftung des Versicherungsnehmers in seiner Eigenschaft als Pferdehalter bzw. Pferdehüter.
Das bedeutet, dass der Eigentümer immer auch als Tierhalter haftet und Versicherungsschutz in Form einer Tierhalterhaftpflichtversicherung benötigt. Denn selbst wenn er das Pferd an einen Reittherapeutin verliehen hat und ein Dritter während der Reittherapie verletzt wird, ist der Pferdeeigentümer Tierhalter und haftet nach § 833 BGB.
Der Pferdeeigentümer benötigt also in jedem Fall eine eigene Tierhalterhaftpflichtversicherung.
Eine private Tierhalterhaftpflichtversicherung ist normalerweise ausreichend, wenn weder der Reittherapeut, noch der Pferdeeigentümer gewerblich tätig werden.
Sofern einer der beiden das Pferd gewerblich nutzt, ist es Sache des Pferdeeigentümers, dies bei seinem Haftpflichtversicherer anzuzeigen, da es sich um eine so genannte Gefahrerhöhung nach § 23 VVG handelt. Je nach Haftpflichtversicherer und Darstellung des Einzelfalles ist eine Weiterführung im Privattarif möglich oder eine Umstellung in ein Gewerbetarif nötig.
Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir die Verhandlungen mit dem Versicherer nicht für den Pferdeeigentümer übernehmen können, da wir im Regelfall vom Pferdeeigentümer auch keinerlei Maklerauftrag und -Vollmacht haben.
Fall C: Schadenersatzpflicht
Ein Reittherapeut leiht sich ein fremdes Pferd, um das Pferd für reittherapeutische Zwecke zu nutzen. Der Reittherapeut verletzt das geliehene Pferd.
Der Reittherapeut haftet hier nach § 823 BGB (Schadensersatzpflicht) gegenüber dem Pferdeeigentümer.
Für diesen seltenen Versicherungsfall, haben wir in der Betriebshaflichtversicherung für Reittherapeuten eine maximale Versicherungsleistung von 20.000 € vorgesehen. Viele Konzepte sehen ich hier keine Leistung vor, da es sich um gemietete und geliehene Gegenstände handelt.

References: § 833
 § 834
 § 833
 § 834
 § 833
 § 833
 § 23
 § 823