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Timestamp: 2016-10-26 13:22:26+00:00

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2P.27/2002 (08.08.2002)
Art. 6 und Art. 7 EMRK (Disziplinaraufsicht �ber Rechtsanw�lte),
Am 31. Juli 1998 erstattete Rechtsanwalt Dr. A.________ im Namen seiner Klientschaft Strafanzeige gegen Rechtsanwalt E.________ wegen Verletzung des Gesch�fts- und des Berufsgeheimnisses. Nachdem das zust�ndige Bezirksamt mit Verf�gung vom 12. Oktober 1998 nicht auf die Anzeige eingetreten war, beschwerten sich die Anzeiger erfolglos bei der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen. Anschliessend gelangten sie an die Anklagekammer des Kantons St. Gallen, wobei der Rechtsvertreter der Anzeiger Rechtsanwalt E.________ in der Beschwerdeschrift vom 19. November 1998 unter anderem als "k�uflichen Verr�ter" bezeichnete.
Die Anklagekammer teilte Rechtsanwalt A.________ die Abweisung seiner Beschwerde am 28. Juni 1999 im Dispositiv mit; gleichzeitig stellte sie ihm die baldige Zustellung des begr�ndeten Entscheids in Aussicht. Am 16. Juli 1999 teilte Rechtsanwalt A.________ der Anklagekammer mit, er werde sich von Anfang August bis zum 20. September 1999 im Ausland aufhalten, weshalb er um Er�ffnung des Entscheids nach seiner R�ckkehr ersuche. Dieses Schreiben traf bei der Anklagekammer am 19. Juli ein, welche den begr�ndeten Entscheid tags darauf versandte. Am 21. Juli verweigerte Rechtsanwalt A.________ dessen Annahme mit dem schriftlichen Vermerk "nach dem 15. September 1999 zustellen". Auch bei zwei weiteren Zustellungsversuchen am 26. Juli 1999 und am 28. Juli 1999 weigerte er sich, den Entscheid entgegenzunehmen. Am 10. August 1999 verreiste er nach Kanada. Nach seiner R�ckkehr ersuchte er die Anklagekammer am 29. September bzw. am 8. Oktober 1999 um Zustellung des Entscheids und Er�ffnung einer Beschwerdefrist von 20 Tagen. Nachdem die Anklagekammer am 12. November 1999 nicht auf dieses Gesuch eingetreten war, erhoben die Anzeiger erfolglos staatsrechtliche Beschwerde beim Bundesgericht (Entscheid vom 2. Februar 2000).
A.________ f�hrte f�r seine Klientschaft �berdies einen Zivilprozess gegen E.________, welcher in diesem Verfahren durch Rechtsanwalt Dr. T.________ vertreten wurde. Letzterer reichte am 23. November 1999 bei der Anwaltskammer des Kantons St. Gallen Anzeige gegen A.________ ein wegen Verletzung der Berufsregeln gem�ss Art. 19 ff. des St. Galler Anwaltsgesetzes vom 11. November 1993 (AnwG). Er war von Rechtsanwalt A.________ in verschiedenen Rechtsschriften unter anderem als "aufgeblasener Wichtigtuer" bezeichnet worden, der im besten Fall bei grober Fahrl�ssigkeit ein "dummer Schw�tzer" und im schlechtesten Fall bei Vorsatz ein "hinterh�ltiger Verleumder" sei. In seiner Stellungnahme zuhanden der Anwaltskammer, der zust�ndigen Aufsichtsbeh�rde, nannte A.________ Rechtsanwalt T.________ zudem einen "frechen, hemmungslosen und moralisch defekten L�gner" bzw. einen "leichtfertigen und dummen Schw�tzer". Die Anwaltskammer verf�gte daraufhin am 5. Juli 2000 eine Disziplinarmassnahme gegen A.________: Ihm wurde die Bezahlung einer "Geldleistung" in der H�he von Fr. 5'000.-- auferlegt, weil er sich wiederholt "krass ehrverletzend" �ber E.________ und T.________ ge�ussert, durch die mehrfache Verweigerung der Annahme des Entscheids der Anklagekammer den Gesch�ftsgang des Gerichts in unzumutbarer Weise erschwert sowie die Interessen seiner Klienten gef�hrdet und �berdies wissentlich falsche Angaben �ber seine Auslandsabwesenheit gemacht habe.
Hiergegen beschwerte sich A.________ erfolglos beim Kantonsgericht St. Gallen. Dieses f�hrte in seinem Entscheid vom 10. Dezember 2001 aus, von einem Rechtsanwalt werde erwartet, dass er Gegenparteien und deren Vertretern sachlich begegne und sich um Selbstbeherrschung bem�he. Auch wenn er energisch auftrete und sich scharf ausdr�cke, habe er aber auf pers�nliche Beleidigungen, Verunglimpfungen und beschimpfende �usserungen mit rein provokativem Charakter zu verzichten. Weiter habe ein Rechtsanwalt ordnungsgem�ss zugestellte beh�rdliche Sendungen entgegenzunehmen und bei l�ngerer Abwesenheit f�r geeignete Vertretung zu sorgen. Diesen Verpflichtungen sei Rechtsanwalt A.________ nicht nachgekommen. Zudem habe er die Interessen seiner Mandantschaft gef�hrdet, indem er die Frist zur Anfechtung des Entscheids der Anklagekammer durch sein Verhalten verpasst habe. Schliesslich habe er gegen�ber der Anklagekammer vors�tzlich falsche Angaben gemacht, sei er doch nur vom 10. August bis zum 14. September 1999 landesabwesend gewesen, obschon er erkl�rt habe, von Anfang August bis zum 20. September im Ausland zu weilen. In Anbetracht der Schwere dieser Verfehlungen sei eine Geldleistung von Fr. 5'000.-- angemessen.
Am 24. Januar 2002 hat A.________ beim Bundesgericht staatsrechtliche Beschwerde eingereicht mit dem Antrag, den angefochtenen Entscheid aufzuheben, die Sache an das Kantonsgericht St. Gallen zur�ckzuweisen und dieses anzuweisen, eine Strafuntersuchung durchzuf�hren. Er r�gt eine Verletzung von Art. 6 und Art. 7 EMRK sowie von Art. 30 BV.
1.1 Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Endentscheid, der sich auf kantonales Recht st�tzt und gegen den im Bund nur die staatsrechtliche Beschwerde offen steht (Art. 86 Abs. 1 und Art. 87 in Verbindung mit Art. 84 Abs. 2 OG).
1.2 Die staatsrechtliche Beschwerde muss die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw. welche Rechtss�tze inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG). Das Bundesgericht untersucht nicht von Amtes wegen, ob ein kantonaler Hoheitsakt verfassungsm�ssig ist, sondern pr�ft nur rechtsgen�gend vorgebrachte, klar erhobene und, soweit m�glich, belegte R�gen (BGE 110 Ia 1 E. 2 S. 3 f.; 119 Ia 197 E. 1d S. 201, mit Hinweisen). Wird eine Verletzung des Willk�rverbots (Art. 9 BV) geltend gemacht, gen�gt es nicht, wenn der Beschwerdef�hrer bloss den angefochtenen Entscheid kritisiert, wie er dies in einem appellatorischen Verfahren tun k�nnte, bei dem die Rechtsmittelinstanz die Rechtsanwendung frei �berpr�fen kann. Er muss deutlich dartun, welche Vorschriften oder allgemein anerkannten Rechtsgrunds�tze die kantonalen Beh�rden in einer gegen Art. 9 BV verstossenden Weise verletzt haben sollen (BGE 117 Ia 10 E. 4b S. 12, mit Hinweis). Soweit die ausufernde Beschwerdeschrift diesen Anforderungen nicht gen�gt und sich in appellatorischer Kritik ersch�pft, ist auf sie nicht einzugehen.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht r�gt der Beschwerdef�hrer, die Anwaltskammer und das Kantonsgericht h�tten (unter mehreren Gesichtspunkten) Art. 6 EMRK verletzt. Er ist sich bewusst, dass diese Konventionsbestimmung nur auf zivil- und strafrechtliche Verfahren Anwendung findet (vgl. BGE 127 I 44 E. 2a S. 45, mit Hinweisen). Er ist indessen der Auffassung, beim ihn betreffenden Disziplinarverfahren handle es sich um eine strafrechtliche Anklage im Sinne der Konvention.
2.1 Nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jedermann Anspruch darauf, dass ein unabh�ngiges und unparteiisches Gericht �ber die Stichhaltigkeit einer gegen ihn erhobenen "strafrechtlichen Anklage" befindet. Was als solche zu gelten hat, beurteilt sich nach folgenden drei Kriterien: Zun�chst wird gepr�ft, ob die (angeblich) verletzte Regelung landesintern dem Strafrecht zugeordnet wird. Handelt es sich nach der entsprechenden rechtstechnischen Qualifikation nicht um ein Strafverfahren, so ist - angesichts der autonomen Definition der strafrechtlichen Anklage im Sinne von Art. 6 EMRK - die "wahre Natur" des Tatbestands unter Ber�cksichtigung von Art und Ziel der Sanktion zu ermitteln. Erscheint das Verfahren auch unter diesem Gesichtspunkt nicht als strafrechtlich, so bleibt aufgrund der Schwere der Sanktion zu beurteilen, ob diese eine Strafe darstellt (vgl. BGE 125 I 104 E. 2a S. 107 f.; 121 I 379 E. 3a S. 380; Mark Villiger, Handbuch der Europ�ischen Menschenrechtskonvention, 2. Auflage, Z�rich 1999, S. 251 f.; Jochen Frowein/Wolfgang Peukert, EMRK-Kommentar, 2. Auflage, Kehl am Rhein 1996, Rz. 36 zu Art. 6; Christoph Grabenwarter, Verfahrensgarantien in der Verwaltungsgerichtsbarkeit, Wien 1997, S. 91 ff.).
2.2 Zu Recht macht der Beschwerdef�hrer nicht geltend, die ihm vorgeworfene Verletzung der Berufspflichten stelle gest�tzt auf die landesrechtliche Zuordnung oder aufgrund ihrer wahren Natur eine strafrechtliche Anklage im Sinne von Art. 6 EMRK dar: Die Disziplinaraufsicht gem�ss St. Galler Anwaltsgesetz hat nicht p�nalen, sondern administrativen Charakter. Sie dient nicht dazu, begangenes (strafrechtlich relevantes) Unrecht zu vergelten, sondern soll das rechtsuchende Publikum bzw. die Rechtspflege sch�tzen und die anwaltliche Standesw�rde wahren (vgl. BGE 125 I 417 E. 2a S. 419; Felix Wolffers, Der Rechtsanwalt in der Schweiz, Z�rich 1986, S. 173 ff.; Martin Sterchi, Kommentar zum bernischen F�rsprechergesetz, Bern 1992, S. 93). Die Anwaltskammer, welcher die Beurteilung des angeblichen Fehlverhaltens des Beschwerdef�hrers oblag, ist denn auch keine Strafverfolgungsbeh�rde, sondern ein berufsst�ndisch zusammengesetztes Aufsichtsgremium (Art. 4 AnwG). Die ausdr�ckliche Bezeichnung der Sanktion gem�ss Art. 35 Abs. 1 lit. b AnwG als "Geldleistung" und nicht als "Busse" bringt ihrerseits zum Ausdruck, dass es sich dabei nach der Konzeption des Anwaltsgesetzes um eine Disziplinarmassnahme handelt (so auch das Marginale von Art. 35), nicht um eine Strafe. Des Weiteren richten sich die zu sanktionierenden Regeln nicht an die Allgemeinheit, sondern ausschliesslich an die Rechtsanw�lte als Personengruppe, welche zum Staat in einem besonderen Rechtsverh�ltnis steht. Beim dem Beschwerdef�hrer vorgeworfenen Verhalten (Beleidigung von Standeskollegen, Erschwerung des gerichtlichen Gesch�ftsgangs, Gef�hrdung der Interessen seiner Klientschaft) handelt es sich denn auch um typische Disziplinarvergehen (�hnlich: Entscheid der EKMR vom 9. Oktober 1991 i.S. X. gegen �sterreich, in: �JZ 47/1992 S. 162 f., auch zitiert in: Ruth Herzog, Art. 6 EMRK und kantonale Verwaltungsrechtspflege, Diss. Bern 1995, S. 65).
2.3 Der Beschwerdef�hrer begr�ndet seine Auffassung, gem�ss welcher eine strafrechtliche Anklage im Sinne von Art. 6 EMRK vorliegt, mit der H�he der Geldleistung, zu deren Bezahlung er verpflichtet worden ist. Dabei weist er allerdings selbst darauf hin, dass vorliegend eine Umwandlung der streitigen Geldleistung in Haft nicht m�glich ist. Mithin steht - auch wenn es sich bei einer Summe von Fr. 5'000.-- nicht mehr um einen unbedeutenden Betrag handelt - keine derart schwere Sanktion in Frage, dass Art. 6 EMRK schon allein wegen deren Gewicht zur Anwendung gelangen m�sste: Die Praxis hat bisher einzig Disziplinarbussen, welche bei Uneinbringlichkeit in eine Ersatzfreiheitsstrafe umgewandelt werden k�nnen, als strafrechtlich behandelt (zur Bedeutung der Ersatzfreiheitsstrafe f�r die Qualifikation der Sanktion vgl. Grabenwarter, a.a.O., S. 98 ff.). Einfache disziplinarrechtliche Bussen gelten seit jeher nicht als Strafen im Sinne der Konvention (BGE 126 I 228 E. 2a/aa S. 230; 125 I 417 E. 2b S. 420; Herzog, a.a.O., S. 304 f.), dies im Unterschied zum disziplinarrechtlichen Freiheitsentzug, welcher - je nach Dauer und Art der Vollstreckung - zur Anwendung von Art. 6 EMRK f�hren kann (vgl. Entscheid des EGMR vom 8. Juni 1976 i.S. Engel gegen Niederlande, Serie A, Bd. 22, in: EuGRZ 1976 S. 232 Ziff. 82; vgl. auch BGE 121 I 379 E. 3c/aa S. 381, mit Hinweisen). Vorliegend kann offen bleiben, ob allenfalls eine empfindliche Busse dennoch allein wegen ihrer H�he die strafrechtliche Natur der Widerhandlung zu begr�nden verm�chte (vgl. hiezu: Herzog, a.a.O., S. 116). Die streitige Geldleistung erreicht so oder anders nicht die erforderliche Schwere: Die Strassburger Organe haben verschiedentlich bez�glich vergleichbarer oder h�herer Disziplinarbussen die Anwendbarkeit von Art. 6 EMRK verneint. Weder eine Busse von DM 4'000.-- f�r einen Lehrer, welcher zu einem verbotenen Streik aufgerufen und sich an diesem beteiligt hatte (Entscheid der EKMR vom 5. Juli 1984 i.S. S. gegen Bundesrepublik Deutschland, in: DR 39 S. 237 ff.; vgl. auch Herzog, a.a.O., S. 65 f.) noch eine solche von DM 6'000.-- bzw. DM 12'000.-- (bei einer Strafdrohung von DM 20'000.--) wegen Verst�ssen gegen die Standesordnung der Apotheker (Entscheid der EKMR vom 5. Juli 1985 i.S. M. gegen Bundesrepublik Deutschland, in: DR 43 S. 5 ff.; vgl. auch Herzog, a.a.O., S. 67; Grabenwarter, a.a.O., S. 97) wurden als strafrechtlich betrachtet. Selbst im Falle einer disziplinarischen K�rzung des Gehalts um einen Viertel f�r die Dauer von drei Jahren ging die Kommission nicht von einer strafrechtlichen Sanktion aus (Entscheid der EKMR vom 14. April 1989 i.S. X. gegen �sterreich, in: �JZ 45/1990 S. 126 f.; vgl. auch Herzog, a.a.O., S. 66). Soweit sich der Beschwerdef�hrer auf BGE 126 I 228 beruft, verkennt er, dass der diesem zugrunde liegende Sachverhalt nicht mit seinem Fall vergleichbar ist: Im zitierten Entscheid hat das Bundesgericht Art. 6 EMRK nicht etwa deswegen zur Anwendung gebracht, weil es der verh�ngten Disziplinarbusse von (lediglich) Fr. 1'000.-- strafrechtlichen Charakter attestiert h�tte, sondern vielmehr darum, weil es - nachdem der betroffene Rechtsanwalt gleichzeitig f�r drei Monate im Beruf eingestellt worden war - die zivilrechtliche Natur der Streitigkeit bejahte. Dass es sich beim gegen ihn gef�hrten Disziplinarverfahren, in welchem einzig eine Busse verh�ngt worden ist, um eine Zivilrechtsstreitigkeit im Sinne von Art. 6 EMRK handle und diese Bestimmung deswegen Anwendung finde, macht der Beschwerdef�hrer zu Recht nicht geltend: Disziplinarrechtsstreitigkeiten sind nur dann zivilrechtlicher Natur, wenn das Recht des Betroffenen, seinen Beruf auszu�ben, eingeschr�nkt wird (vgl. BGE 125 I 417 E. 2b S. 420 mit Hinweisen), was hier nicht der Fall ist.
2.4 Nach dem Gesagten stellt die streitige Disziplinarmassnahme keine Strafe im Sinne der Konvention dar; auf die Beschwerde ist nicht weiter einzugehen, soweit eine Verletzung von Art. 6 EMRK geltend gemacht wird. Nicht einzutreten ist sodann auf die R�ge, das Kantonsgericht habe Art. 30 BV verletzt: Der Beschwerdef�hrer nimmt in seiner Begr�ndung mit keinem Wort auf diese Verfassungsbestimmung Bezug, weshalb die staatsrechtliche Beschwerde insoweit den Begr�ndungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht gen�gt (vgl. E. 1.2). Gleiches gilt, soweit der Beschwerdef�hrer am Rande noch eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots r�gt.
3.1 Im Kanton St. Gallen sind die Berufsregeln f�r Rechtsanw�lte im Anwaltsgesetz umschrieben. Dieses verpflichtet den Rechtsanwalt insbesondere, sich in der Berufsaus�bung vertrauensw�rdig zu erweisen, sowohl gegen�ber Rechtsuchenden als auch gegen�ber Beh�rden und anderen Beteiligten, und die Interessen des Auftraggebers nach Recht und Billigkeit zu wahren (Art. 19 und Art. 24 Abs. 1 AnwG). Der Beschwerdef�hrer bestreitet weitgehend, gegen diese Pflichten verstossen zu haben; er gesteht einzig zu, mit seiner Kritik an Rechtsanwalt T.________ zu weit gegangen zu sein, ist aber der Auffassung, dieses Fehlverhalten rechtfertige nur einen Verweis.
3.2 Der Beschwerdef�hrer r�gt auch in diesem Zusammenhang fast ausschliesslich die Verletzung von Art. 6 EMRK sowie von Art. 7 EMRK. Letztere Bestimmung untersagt, jemanden wegen Handlungen oder Unterlassungen zu verurteilen, die zur Zeit ihrer Begehung nicht strafbar waren. Der Grundsatz "keine Strafe ohne Gesetz" findet demnach nur auf strafrechtliche Handlungen Anwendung, die zu einer Strafe f�hren, wobei diese Begriffe unabh�ngig von ihrer landesrechtlichen Bedeutung auszulegen sind. Der Geltungsbereich von Art. 7 EMRK entspricht somit grunds�tzlich jenem der "strafrechtlichen Anklage" im Sinne von Art. 6 EMRK (vgl. Villiger, a.a.O., S. 338), weshalb Art. 7 EMRK, gleich wie Art. 6 EMRK, auf das vorliegend zu beurteilende Disziplinarverfahren keine Anwendung findet. Auf die entsprechenden Vorbringen des Beschwerdef�hrers ist nicht weiter einzugehen.
3.3 Nicht einzutreten ist auf die staatsrechtliche Beschwerde schliesslich auch, soweit der Beschwerdef�hrer bestreitet, gegen die Berufsregeln verstossen zu haben. Er legt nicht dar, inwieweit der anderslautende Entscheid des Kantonsgerichts anderes Verfassungs- bzw. Konventionsrecht als Art. 6 und Art. 7 EMRK verletzen soll (vgl. E. 1.2). Der Hinweis auf die Meinungs�usserungsfreiheit, den der Beschwerdef�hrer in diesem Zusammenhang am Rande anbringt, �ndert daran nichts.
Die betreffenden, mangelhaft begr�ndeten Einwendungen w�ren im �brigen ohnehin unbegr�ndet.
4.1 Eine pers�nliche Befragung des Beschwerdef�hrers durch das Kantonsgericht dr�ngte sich nicht zwingend auf, auch nicht unter dem Blickwinkel von Art. 29 BV: Das dem Beschwerdef�hrer zur Last gelegte Verhalten (insbesondere die verwendeten Ausdr�cke und die Verhinderung der Zustellung des Entscheids der Anklagekammer) stand aufgrund der Akten fest und der Beschwerdef�hrer hatte ausreichend Gelegenheit, die Umst�nde des Falles aus seiner Sicht darzulegen sowie seine subjektiven Beweggr�nde zuhanden des Kantonsgerichts schriftlich zu schildern. Bei einem Rechtsanwalt darf eine ausreichende Gewandtheit im schriftlichen Ausdruck vorausgesetzt werden, so dass ein Parteiverh�r weder als Beweismittel noch zur Wahrung des rechtlichen Geh�rs erforderlich war. Im �brigen ist nicht nachvollziehbar, was sich der Beschwerdef�hrer von einer Befragung zu seinem Vorleben erhoffte. Einer �ffentlichen Verhandlung, wie sie der Beschwerdef�hrer verlangt, k�nnte zudem auch das Anwaltsgeheimnis entgegenstehen.
4.2 Die �usserungen des Beschwerdef�hrers �berschreiten offensichtlich die Schranken des anwaltsrechtlich Erlaubten, und zwar unabh�ngig davon, ob und wieweit die erhobenen Anschuldigungen sachlich zutreffend und berechtigt sind. Die kantonalen Instanzen durften ohne weiteres davon ausgehen, die Verwendung beleidigender Ausdr�cke dieser Art sei eines Anwalts unw�rdig und mithin standeswidrig. Dieser Schlussfolgerung steht die Meinungs�usserungsfreiheit nicht entgegen, soweit derartige Beleidigungen �berhaupt in den Schutzbereich dieses Grundrechts fallen.
4.3 Der Beschwerdef�hrer wendet ferner ein, die beanstandeten �usserungen seien teilweise in einem Strafverfahren, d.h. im Verh�ltnis zwischen ihm als Parteianwalt und dem Angeschuldigten gefallen und an die Strafverfolgungsbeh�rde gerichtet gewesen. Das Anwaltsgesetz finde deshalb keine Anwendung und die Anwaltskammer sei insoweit nicht zust�ndig. Es sei nicht deren Sache, die "privaten Ehreninteressen" des betreffenden Anwalts zu sch�tzen, weshalb der angefochtene Entscheid Art. 7 EMRK verletzte. Diese Argumentation �berzeugt nicht: Der Beschwerdef�hrer handelte beim Abfassen der Beschwerde vom 19. November 1998 nicht in eigenem Namen, sondern als Rechtsvertreter der angeblich gesch�digten Gesellschaften. Schon deshalb war er den besonderen Verhaltensregeln f�r Rechtsanw�lte unterworfen. Wieweit etwas anderes gelten k�nnte, wenn er in eigenem Namen t�tig gewesen w�re, braucht nicht gepr�ft zu werden. Dass der Inhalt der Eingabe nur einem beschr�nkten Kreis von Personen zur Kenntnis gelangte, was bei schriftlichen �usserungen von Anw�lten regelm�ssig der Fall ist, vermag die disziplinarrechtliche Verantwortlichkeit des Beschwerdef�hrers f�r die erw�hnten �usserungen ebenfalls nicht in Frage zu stellen. Schliesslich wird der Beschwerdef�hrer auch nicht dadurch entlastet, dass die Anklagekammer, in deren Verfahren die �usserungen gemacht worden sind, hierf�r nicht bereits selbst eine Ordnungsbusse ausgef�llt hat. Zu bemerken ist, dass die gravierendsten Beleidigungen nicht gegen�ber Rechtsanwalt E.________ erfolgten, gegen den das Strafverfahren gef�hrt wurde, sondern dessen Rechtsvertreter betrafen und im Zivilverfahren fielen. Die Standeswidrigkeit dieser �usserungen anerkennt der Beschwerdef�hrer zumindest teilweise. Dabei vermag der Einwand, er sei durch das Verhalten von Rechtsanwalt T.________ (der sich einfach mit prozessualen Mitteln dem Ansinnen des Beschwerdef�hrers entgegenstellte) zu bestimmten �usserungen provoziert worden, die massiv ungeh�rigen Bezeichnungen nicht zu rechtfertigen. Unerheblich ist in diesem Zusammenhang auch, dass das f�r den Zivilprozess zust�ndige Bezirksgericht die entsprechenden Eingaben nicht beanstandet hat.
4.4 Unbegr�ndet und geradezu mutwillig erscheinen die Einwendungen des Beschwerdef�hrers, was sein Verhalten bei der Zustellung des Entscheids der Anklagekammer betrifft: Auch wenn der Beschwerdef�hrer nicht die Zustellung �berhaupt verhindert haben sollte, sondern zuerst den Erhalt des Entscheids quittierte und diesen dann unverz�glich - offenbar als Protesthandlung - an die betreffende Beh�rde zur�ckgehen liess, st�rte er damit den Gang des Verfahrens in einer mit den Verhaltenspflichten eines Anwalts unvereinbaren Weise. Ein solches Vorgehen ist zudem, wie das Kantonsgericht ohne Willk�r annehmen durfte, auch geeignet, die Interessen der Klientschaft zu gef�hrden. Die Erkl�rung des Beschwerdef�hrers spricht f�r sich: Er sei nach Empfang der Sendung befugt gewesen, �ber die "Urteilsurkunde frei zu verf�gen", und habe gest�tzt auf diese Kompetenz - ausserhalb des abgeschlossenen Verfahrens vor der Anklagekammer und ohne, dass dieser Anordnung prozessuale Bedeutung zuk�me - den Urteilsumschlag mitsamt dem Urteil an die absendende Beh�rde zur�ckgeschickt.
4.5 Schliesslich konnte das Kantonsgericht ohne Willk�r auch annehmen, der Beschwerdef�hrer habe unwahre Angaben �ber die Dauer seiner Abwesenheit gemacht. Dessen Erkl�rungsversuch, er habe eine Vorbereitungsphase von 10 Tagen und eine vorhersehbare Beeintr�chtigung nach seiner R�ckkehr durch den Jetlag (5 Tage) eingerechnet, ist unbehelflich.
4.6 Auch die H�he der Busse, welche dem Beschwerdef�hrer auferlegt wurde, erscheint angesichts des vorgesehenen Sanktionsrahmens und der mehrfachen, teils massiven Verst�sse gegen das Standesrecht, nicht offensichtlich �bersetzt. Es ist der Beh�rde, welche f�r die Durchsetzung der Standesregeln zust�ndig ist, nicht verwehrt, Disziplinarbussen so anzusetzen, dass sie nicht nur symbolischen Charakter haben, sondern auch wirtschaftlich eine gewisse Wirkung entfalten.

References: Art. 6
 Art. 7
 Art. 19
 Art. 6
 Art. 7
 Art. 30
 Art. 87
 Art. 84
 Art. 9
 Art. 6
 BGE 
 Art. 6
 Art. 6
 BGE 
 Art. 6
 Art. 6
 BGE 
 Art. 35
 Art. 35
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 EGMR 
 BGE 
 Art. 6
 BGE 
 Art. 6
 Art. 6
 BGE 
 Art. 6
 Art. 30
 Art. 90
 Art. 24
 Art. 6
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 6
 Art. 7
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 7
 Art. 29
 Art. 7