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Timestamp: 2019-04-25 08:41:22+00:00

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Après les drones militaires, une autre révolution est en marche : celle des drones civils. Les utilisations de ces avions sans pilotes commandés à distance sont nombreuses, jusqu'au projet de livraison à domicile de colis achetés sur Amazon . Et les Etats-Unis sont en pointe dans ce domaine. « A (...) / États-Unis, Europe, Agriculture, Droit, Entreprise, Technologie, Télésurveillance, Électronique, Aéronautique, Commerce, Frontières - 2013/12
Quand le peuple américain refusait qu'on espionne Al Capone
Nul n'a été surpris d'apprendre que Washington disposait d'un puissant système d'espionnage, mais la révélation de son ampleur par l'informaticien Edward Snowden a créé un scandale planétaire. Aux Etats-Unis, la nouvelle a été accueillie avec une certaine apathie. Ce ne fut pas toujours le cas. / (...) / États-Unis (affaires extérieures), États-Unis (affaires intérieures), Droits humains, Histoire, Sécurité, Mutation, Services secrets, Technologies de l'information, Technologie, Terrorisme, Société civile - 2013/08
Tags: États-Unis (affaires extérieures) États-Unis (affaires intérieures) Droits humains Histoire Sécurité Mutation Services secrets Technologies de l'information Technologie Terrorisme Société civile
Le marketing sonore envahit les villes
Encore balbutiant, le modelage de l'univers sonore des villes suscite une foule d'initiatives… et de questions. / Armement, Audiovisuel, Mutation, Technologie, Transports, Urbanisme, Ville, Marketing - 2013/08 / Armement, Audiovisuel, Mutation, Technologie, Transports, Urbanisme, Ville, Marketing - 2013/08
A l'ère des caméras de vidéosurveillance, de l'identification biométrique ou encore du mobilier urbain dissuasif, on aurait pu croire le barbelé obsolète. Il reste pourtant largement utilisé dans le monde entier. / Exclusion sociale, Histoire, Idées, Sécurité, Technologie, Urbanisme, Ville, Violence, (...) / Exclusion sociale, Histoire, Idées, Sécurité, Technologie, Urbanisme, Ville, Violence, Géographie, Torture, Frontières - 2013/08
Tags: Exclusion sociale Histoire Idées Sécurité Technologie Urbanisme Ville Violence Géographie Torture Frontières
Le gaz de schiste chamboule la géopolitique
Le gaz de schiste, nouvelle manne de l'énergie exploitée en premier lieu aux Etats-Unis, n'a pas seulement dopé l'industrie locale : il pourrait bouleverser la géographie énergétique mondiale. / États-Unis, Golfe, Russie, Énergie, Géopolitique, Mondialisation, Technologie, Gaz naturel - (...) / États-Unis, Golfe, Russie, Énergie, Géopolitique, Mondialisation, Technologie, Gaz naturel - 2013/08
André Gorz, héritage et héritiers
Disparu en 2007, le philosophe André Gorz reste une source d'inspiration majeure pour de nombreux courants de la gauche radicale et de l'écologie politique. A la suite du colloque qui lui a été consacré en novembre 2012 à Montreuil, l'économiste Christophe Fourel, actuellement fonctionnaire au (...) / Capitalisme, Écologie, Économie, Idées, Monnaie, Mutation, Nucléaire civil, Technologie - 2014/02
Tags: Capitalisme Écologie Économie Idées Monnaie Mutation Nucléaire civil Technologie
Samsung et Apple se livrent une guerre sans merci devant les tribunaux et les instances internationales. Mais, au-delà de l'électronique, le groupe sud-coréen, aux activités multiformes, constitue un conglomérat si puissant qu'il influence aussi bien la politique que la justice ou la presse du pays. (...) / Corée du Sud, Économie, Entreprise, Industrie, Multinationales, Syndicalisme, Technologie, Télécommunications, Travail, Électronique - 2013/07
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Kopierschutzsysteme bei Spielekonsolen dürfen Nutzer dann umgehen, wenn das nicht für jene rechtswidrigen Handlungen passiert, die sie verhindern sollen. Das hat der Europäische Gerichtshof gestern entschieden.
Ausgangspunkt für das Urteil war eine Klage des Spielkonsolenherstellers Nintendo gegen die italienische Vertriebsfirma PC Box. Mit deren Spezial-Zubehör, auch Modchips genannt, ist es möglich, auch solche Games oder andere Werkarten auf den Nintendo-Geräten abzuspielen, die nicht von Nintendo autorisiert sind und am integrierten Kopierschutz scheitern würden. In einer Meldung bei Heise Online heißt es dazu:
EU-Richtlinie bietet keinen absoluten Schutz für DRM-Systeme
Das EuGH geht mit seinem Urteilsspruch (hier im Volltext, deutsche Fassung) den Mittelweg. Es betrachtet die Umgehung des „Digital Rights Management“ (DRM) mittels derartiger technischer Maßnahmen als durchaus zulässig, auch in kommerzieller Hinsicht. Es beruft sich dabei auf die EU-Urheberrechtslinie, die seit 2001 in Kraft ist und keinen absoluten Schutz für DRM-Systeme biete.
Allerdings räumt der EuGH ein, dass damit keine illegalen Kopien abgespielt oder anderweitige rechtswidrige Handlungen einhergehen dürfen. Hiermit wolle das Gericht „den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wahren“. Eine technische Kopierschutzmaßnahme dürfe „nichts untersagen, was einen anderen wirtschaftlichen Zweck hat als die Umgehung der DRM-Systeme zu rechtswidrigen Zielen.“
Zusammen mit der Entscheidung erteilte das EuGH auch einen Auftrag an das betreffende Mailänder Gericht. Es solle prüfen, ob es andere wirksame Schutzmaßnahmen gäbe, die die Nutzer weniger beeinträchtigen würden als die bisher (von Nintendo) eingesetzten, stringenten DRM-Systeme.
BGH legte dem EuGH ähnlichen Fall vor
Desweiteren steht das gestrige Urteil auch im Bezug zu einem Fall, den der Bundesgerichtshof (BGH) im Februar vergangenen Jahres dem EuGH vorlegte. Dort geht es um sogenannte „Slot-1-Karten”: Spezielle Adapter, die das deutsche Unternehmen SR-Tronic herstellt, und mit deren Hilfe man auch normale SD-Karten auf dem Nintendo DS benutzen und so den Zwang zur Nutzung kopiergeschützter Nintendo-SD-Karten umgehen kann.
Dem jetzigen EuGH-Spruch nach müsste nun wohl zunächst geklärt werden, ob der Zweck dieser „Slot-1-Karten“ primär in der Nutzung illegal erworbener Games liegt – dann wären sie rechtswidrig – oder auf die Option, mit der Konsole auch (legale erworbene) Musik, Filme und andere Werkarten abspielen zu können. Ob sich die Luxemburger Richter des EuGH zu der BGH-Vorlage noch gesondert äußern, bleibt laut Heise Online abzuwarten.
Tags: Games + Konsolen Technologie EU-Urheberrechtsrichtlinie Europ&#228;ischer Gerichtshof Jailbreak Kopierschutz Modchips Nintendo
Rüdiger Weis: Wer unverschlüsselt kommuniziert, kann seine Daten auch gleich an die Geheimdienste schicken
Rüdiger Weis, Professor für Informatik an der Beuth-Hochschule Berlin, spricht im iRights.info-Interview über Kryptographie, die Reaktionen von Internetdiensten und Politik auf die Überwachungsenthüllungen – und darüber, wie jeder mit freier Software für mehr Datensicherheit sorgen kann.
Der Journalist Glenn Greenwald zog in einer Anhörung des Europäischen Parlaments im Dezember folgendes Fazit über die Enthüllungen aus dem Fundus von Edward Snowden: Die Überwachungsprogramme der NSA und seines britischen Partners GCHQ liefen – ohne Übertreibung – darauf hinaus, dass es bei elektronischer Kommunikation schlechthin keine Privatsphäre mehr geben solle.
Für Internet-Dienste – ob E-Mail-Anbieter oder Cloud-Provider – gehen die Enthüllungen auch mit einem Vertrauensverlust einher. Viele Anbieter haben darauf unter anderem damit reagiert, internen Datenverkehr zwischen den Rechenzentren oder den Transport von E-Mails zu verschlüsseln.
Rüdiger Weis ist Kryptograph und Professor für Informatik an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin. Er leitet die Cryptolabs in Amsterdam, ist Mitglied im Chaos Computer Club und bei Digitale Gesellschaft e.V. Foto: WP/Tobias Klenze, CC BY-SA
Rüdiger Weis, Professor für Informatik und Krytographie-Experte sieht das mit gemischten Gefühlen: Einerseits sei es ein Schritt in die richtige Richtung – andererseits zeige es, wie unverantwortlich die Unternehmen bislang mit Nutzerdaten umgegangen seien und selbst geringen Aufwand scheuten, die Daten der Nutzer zu schützen. Die Industrie sei aber dabei, bei der Datensicherheit umzudenken.
Freie Software zum Verschlüsseln für jeden
„Sicherheit ist immer mit Arbeit verbunden“, räumt Weis ein. Die gute Nachricht aber liege darin, dass für jeden Nutzer Möglichkeiten bereit stehen, selbst für mehr Sicherheit zu sorgen. Mit relativ geringem Aufwand einsetzen lassen sich etwa:
Browserweiterungen wie HTTPS Everywhere, die Datentransport wenn möglich verschlüsseln
Plugins für verschlüsselte Chats (OTR-Messaging) zum Beispiel mit Jabber.
Mehr Aufwand erfordert Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit OpenPGP, die nicht nur den Transport, sondern auch die Inhalte von E-Mails verschlüsselt. Ähnlich ist es mit der Anonymisierungssoftware Tor, die den Datenverkehr über mehrere Ecken schickt. Weil all das freie Softwareprodukte sind, kann man nicht nur die Sicherheit öffentlich überprüfen, sie sind auch kostenlos.
Abschalten sollte man dagegen Verschlüsselungsverfahren, die als gebrochen gelten können, rät Weis. Dazu gehört das Verfahren RC4, das beispielsweise bei gesicherten HTTPS-Verbindungen zum Online-Banking eingesetzt wird. Microsoft etwa hat es bereits weitgehend abgeschaltet, man kann es aber auch selbst im Browser deaktivieren.
„Schengen-Cloud“ und Kryptographie in der digitalen Gesellschaft
Für die Pläne zu einem deutschen oder europäischen Datenverkehr („Schengen-Cloud“) hat Weis ebenso Verständnis wie Unverständnis: Wenn etwa Unternehmen in Deutschland sich vor Wirtschaftsspionage durch den US-Geheimdienst schützen wollen, sei das berechtigt und verständlich. Die Situation in Europa sei aber nicht viel besser, wenn auch der britische Geheimdienst den Datenverkehr umfassend ablausche und mit der Vorratsdatenspeicherung eine „Komplettüberwachung” der Bürger geplant werde.
Kryptographie ist für Weis nicht nur ein Mittel für den Schutz des Einzelnen, sondern hat gesesellschaftspolitische Bedeutung. Er denkt dabei etwa an gesicherte Online-Wahlen, aber auch an digitale Währungen wie Bitcoin. Die Entwicklung digitaler Währungen zeige jedoch ebenso, wie Bürger sich dort vom Staat abwenden und ihm Loyalität entziehen können, wo es um seine Kernaufgaben geht. Wenn Staaten die Bürger nur mehr als Gefahrenquelle ansehen, werde diese Tendenz der Abwendung noch weiter gestärkt, warnt Weis.
Tags: Cloud Cloud-News Datenschutz Politik + Recht Technologie Bitcoin Datensicherheit GCHQ NSA Verschl&#252;sselung Vorratsdaten &#220;berwachung
Von der Kirche bis zum Internet
„Das Internet ist kaputt”, schrieb Johnny Haeusler im Sommer, als die ersten Enthüllungen zur Überwachungs- und Spionageaffäre bekannt wurden. Bei iRights.info antworteten Jürgen Geuter und Lorenz Matzat. In der FAS hat Sascha Lobo die Diskussion mit seinem Beitrag über die digitale Kränkung des Menschen wieder entfacht.
Don Dahlmann meint: Es braucht sehr viel Zeit, die Überwachung einzuschränken und Bürger- und Freiheitsrechte zu stärken. Der folgende Beitrag erschien zuerst auf Irgendwas ist ja immer und steht unter der Lizenz CC BY-NC-ND. – Anm. d. Red.
Miniatur: Étienne Collaut, PD
Ich kann den Frust von Sascha Lobo verstehen. Ich habe das ähnlich empfunden, als mir im Sommer klar wurde, dass die Überwachung des Netzes derartig weit fortgeschritten ist. Man fühlt sich etwas ratlos, stumpf und hilflos, zumal die Überwachung ja nicht spürbar ist. Aber sie nistet sich wie ein unsichtbarer Nebel im Kopf ein und der innere Zensor springt vielleicht hier und da schon früher an, als es vor Snowden der Fall war. Aber ich stimme nicht mit Sascha überein, wenn es um die Frage geht, ob das Internet „kaputt“ ist.
Als Johannes Gutenberg um 1450 die beweglichen Lettern und damit den modernen Buchdruck erfand, gab es eine Menge Leute, die echt sauer waren. Vor allem innerhalb der katholischen Kirche. Aber nicht sofort. Zunächst war man recht angetan von der Sache, diente das neue Druckverfahren doch auch dazu, dass man die Bibel schneller und kosteneffizienter verbreiten konnte. Denn zuvor waren ganze Klöster monatelang damit beschäftigt, auch nur ein Exemplar handschriftlich zu erstellen. Die Mühe konnte man sich jetzt sparen.
Womit die Kirche aber nicht gerechnet hatte, war die Tatsache, dass nicht nur jeder mit ein bisschen Geschick drucken konnte, sondern auch dass jeder den Inhalt der Bibel verändern konnte. Prominentestes Beispiel war dann später Luther, der seine Fassung der Bibel dank der Druckwerkzeuge unters Volk bringen konnte. Doch bevor Luther überhaupt auf seine Ideen kam, hatte die Kirche mit anderen Problemen zu kämpfen. Denn plötzlich neigten Hinz und Kunz dazu, sich eine Variante der Bibel drucken zu lassen, die gerade ihnen in Kram passte. Oder mit der man viel Geld verdienen konnte. Im Grunde ein früher Urheberrechtsstreit zwischen Rechteinhaber und Kopierern.
Man löste das Problem elegant, in dem man sich europaweit bemühte, Druck auf Staaten, Stadtstaaten, Bürgermeister und so weiter auszuüben und man führte ein Lizenzsystem ein. Nur wer „die echte“ Bibel drucken wollte, der bekam auch eine Lizenz zum Buchdruck. Teilweise wurde pro Stadt nur eine Lizenz vergeben, die praktischerweise bei der Kirche landete. Alle Druckereien wurden überwacht und stichprobenartig überprüft. Hat es deswegen das Buch kaputt gemacht? Eher nicht. Und auch, als die Kirche sich mit allen Mitteln gegen die Verbreitung der Luther-Bibel wehrte, änderte das nichts. Weder konnte die Überwachung der Druckereien, noch konnten Strafen die Verbreitung verhindern. Mitte des 17. Jahrhunderts stand die Luther-Bibel in 40 Prozent aller deutschsprachigen Haushalte.
Im Grunde war durch den vehementen Kontrolleingriff der Kirche der Buchdruck zunächst einmal so gut wie tot. In manchen Gegenden durften die Druckereien gar nichts anderes als die von der Kirche sanktionierte Bibel mehr drucken. Manche Staatsfürsten verboten den Buchdruck gleich ganz. Geholfen hat es am Ende nichts.
Denn gewisse Dinge lassen sich nicht mehr aus der Welt schaffen. Ideen und Technologien gehören dazu, wenn sie denn einmal eine gewisse Verbreitung erlangt haben. Man kann sie temporär eingrenzen, verbieten, aber nicht aus der Welt schaffen. Im Fall des Buchdrucks wanderten die Druckereien einfach in die Keller der Wohnhäuser, oder man druckte in den deutlich schwerer zu kontrollierenden ländlichen Gebieten. Am Ende war das Buch der große Befreier der Menschen, denn ein Buch verbreitet Gedanken, Ideen, Träume, Möglichkeiten und schafft Hilfe.
Auf jede Aktion erfolgt eine Reaktion. Dieser physikalische Grundsatz gilt auch für disruptive Technologien, die eine Bedrohung für den Status quo darstellen. Nach einem Jahrzehnt des fast unkontrollierten Wachstums des Netzes erleben wir seit Anfang der 2000er Jahre nach und nach stärkere Kontrollen durch die Industrie und staatliche Organisationen. Die Unterhaltungsindustrie überwacht sämtliche Torrentnetzwerke, die NSA den ganzen Rest. Aber die Technologien und die Möglichkeiten des Internets haben sich durch die Überwachung nicht verändert. Auch die mit dem Netz verbundenen, immer noch etwas diffusen Utopien in Sachen Mitbestimmung usw. sind deswegen nicht verloren, noch fallen sie auf einen Status quo ante zurück.
Veränderungen benötigen Zeit. Von Guttenberg bis Luther waren es knapp 100 Jahre. Von Luther bis zur Französischen Revolution noch mal weitere 250 Jahre. Das Internet als neues Medium, das alle bisherigen Medienkanäle vereint und die Demokratisierung der medialen Produktion und der Kommunikation in den Bereich der Anarchie getrieben hat, ist gerade mal 20 Jahre alt. Das ist ein so kleiner Zeitraum, dass man ihn historisch kaum messen kann. Was wir gerade erleben, ist der Versuch, die Büchse der Pandora zu schließen. Was man auch teilweise verstehen kann, wenn man über Bedrohungsszenarien nachdenkt. Aber zum einen bekommt man diese Büchse nicht mehr zu, zum anderen lag auf dem Boden der Büchse noch was anderes als Schmerz und Leid: Hoffnung.
Und ich habe die Hoffnung, dass sich die Gewichte im Laufe der Zeit wieder neu verteilen werden. Dass digitale Bürger- und Freiheitsrechte akzeptiert werden, dass die Überwachung und die Speicherung privater wie wirtschaftlicher Daten eingeschränkt wird. Wir erleben einen solche Verschiebung der Gewichte interessanterweise vielleicht gerade in der EU in Sachen Vorratsdatenspeicherung. Das Internet ist also nicht kaputt, es durchlebt nur gerade eine Wandlung und es zerren ganz schön viele Leute an allen Seiten. Wie die Wandlung am Ende aussehen wird, bestimmen aber auch die Menschen, die die guten Seiten des Internet leben, lieben und weiter ausbauen. Die Strategien dafür sind vorhanden, es geht wie in all den Jahren zuvor darum, sie nach und nach umzusetzen. Und daran verändert die Überwachung, so wie sie sich jetzt darstellt, auch nichts.
Tags: Politik + Recht Rechtsdurchsetzung im Internet Technologie Buchdruck NSA &#220;berwachung
Storytelling im Netz: Das Jahr eins nach Snow Fall
Für Geschichtenerzähler begann das Jahr bereits am 20. Dezember 2012 in den USA: An diesem Tag stellte die New York Times „Snow Fall – The Avalanche at Tunnel Creek“ online. Ein Meilenstein, der zum Vorbild wurde. In Deutschland sind Verlage nur in Ausnahmefällen bereit, in neues Storytelling zu investieren.
Das Feature erzählt die Geschichte von 16 Ski- und Snowboardfahrern, die sich an einem Februartag des Jahres 2012 aufmachen zum Gipfel des Cowboy Mountain in den Kaskaden, etwa 120 Kilometer östlich von Seattle. Abfahren wollen sie nicht über das Skigebiet Stevens Pass, sondern über den Tunnel Creek, auf dem Rücken des Cowboys. Doch was als eine traumhafte Abfahrt durch unberührten Pulverschnee beginnt, endet in einem Fiasko. Die Gruppe wird von Schneemassen in den Abgrund gerissen.
Was die New York Times daraus gemacht hat, ist ein Meilenstein im Multi­media-Storytelling. In sechs Kapiteln protokolliert der Reporter John Branch­ das Geschehen. Nicht allein in einer ausführlichen Reportage, die detailliert den Hergang schildert, sondern auch in Videointerviews mit den Beteiligten. Mit Animationen, bei denen man zur Orientierung im Gelände sanft über die Berggipfel gleitet, als säße man in einem Segelflugzeug. Mit animierten Grafiken, die die Entstehung von Lawinen beschreiben. Mit Videomaterial aus einer an einem Skihelm befestigten Go-Pro-Kamera. Mit animierten Wetterkarten. Und mit der Darstellung einer Lawine, der man in Echtzeit beim Abgehen zusehen kann. Vielmehr: muss.
Ältere Projekte wirkten wie eine Leistungsschau
All das ist integriert in eine Technik, die die einzelnen Elemente jeweils erst offenbart, wenn sie an der Reihe sind. Der Leser … nein. Der Zuschauer … trifft es auch nicht. Am ehesten noch: Der Bestauner scrollt abwärts, folgt dem Lauf des geschriebenen Textes und sieht dabei zu, wie Animationen und Bilder ins Blickfeld hineingleiten und wieder verschwinden. Immer tiefer wird er auf diese Weise hineingezogen in eine Erzählform, deren Anfänge in den 1940er-Jahren liegen. Beim Parallax-Scrolling werden verschiedene Ebenen so kunstvoll miteinander verwoben, dass das Ergebnis mehr ist als die Summe seiner Einzelteile.
Damit markiert das Jahr 2013 eine Zäsur. Hinter uns liegt eine Zeit, in der viele mit den Möglichkeiten des multimedialen Erzählens experimentiert haben. Der überragende Wert des Netzes besteht darin, dass jede Geschichte genau die Form findet, die am besten zu ihr passt. Doch viele Projekte wirkten in der Vergangenheit weniger wie eine sinnvoll aufgebaute Erzählung als wie eine Leistungsschau, bei der Journalisten, Filmer und Programmierer demonstrieren wollten, was jeweils in ihnen steckt. Bei „Snow Fall“ dagegen werden Text, Ton, Fotografie, Animation, Grafik und Bewegtbild virtuos miteinander verwoben. Schon vorher gab es Projekte, die sich dieser Technik bedient hatten. Erst durch „Snow Fall“ wurde sie einem weltweiten Publikum bekannt.
Jede Geschichte hat ein angemessenes Gefäß
Doch bei aller Begeisterung: Das Projekt fordert sein Publikum auch ziemlich heraus. Will man sich dem Stück mit der gebotenen Aufmerksamkeit widmen, muss man dabei die Zeit investieren, die man auch für einen guten Dokumentarfilm braucht. Wer kann und will sich die nehmen, tagsüber im Büro, abends mit dem Laptop auf den Oberschenkeln? Die Geschichte wurde zwar bald darauf auch als E-Book veröffentlicht und verwandelte sich damit gewissermaßen in das Pendant zur Single-Auskopplung eines Musik-Albums. Doch in der Ipad-Version schnurrt das Feature zusammen auf die Substanz des Textes. Von dem Zauber der Multimedialität bleibt nichts übrig.
Auch das ist eine Erkenntnis dieses Jahres: Die Instrumente sind inzwischen ausgereift, um jede Geschichte in das ihr angemessene Gefäß zu gießen. Doch wir haben noch nicht die passenden Geräte, um das Ergebnis in einer Weise zu präsentieren, dass sie auch den vollen Zauber ausbreiten können.
Und trotzdem war zu spüren, dass „Snow Fall“ einen Standard gesetzt hatte. Nur wenige Monate später stellte der Guardian „Firestorm“ ins Netz. Das Feature erzählt die Geschichte einer Feuersbrunst, die Anfang Januar über Tasmanien wütete. Internationale Berühmtheit erlangte die Katastrophe durch ein Foto, das Tammy Holmes zeigt, die mit ihren fünf Enkelkindern unter einem Steg im Wasser kauert. Eingehüllt ist die Szenerie in das surreale Orange des Feuers. „Firestorm“ erzählt die Geschichte hinter diesem Bild – in einer so dramatischen und direkten Weise, dass man beinahe das Gefühl bekommt, selbst vor Ort gewesen zu sein.
In Deutschland setzen einzelne Web-Pioniere die Standards
Sieht man sich in Deutschland nach solchen Leuchttürmen um, steht man schnell im Dunkeln. Im Sommer veröffentlichte Zeit Online die liebevoll produzierte Hommage an die Tour de France zu deren hundertjährigem Jubiläum. Mit schön geschriebenen Porträts dreier Autoren, Filminterviews mit den Protagonisten, Videos aus der Tour-Geschichte und hübschen Ideen wie einer animierten Zeitleiste, auf der man sich mit einem Schieber durch die Evolution der Rennräder bewegen kann. Das Projekt ist ein guter Beweis dafür, dass es in Deutschland nicht am Talent und der Leidenschaft der Kreativen liegt, dass so wenig Innovatives entsteht – sondern an der Weigerung vieler Verlage, zu investieren.
Es sind hierzulande immer noch vor allem Web-Pioniere wie Uwe H. Martin, die die Standards setzen. Jahrelang hatte der Fotograf aus Hamburg über die tragische Situation indischer Baumwollbauern recherchiert, die die Kommerzialisierung des Saatguts zu Tausenden in den Selbstmord treibt. Auf eigene Kosten und mit der Hilfe von Stipendien hatte Martin sie besucht und interviewt.
KillingSeeds from Uwe H. Martin on Vimeo.
In diesem Jahr erlebte er gleich in zweifacher Hinsicht, dass sich das Durchhalten gelohnt hat. Nicht nur kaufte das Magazin Geo seine Filme, Fotos und eine Reportage und verarbeitete das Material unter anderem zu der beeindruckenden Ipad-Reportage „Der Stoff, der über das Leben entscheidet“. Martin gewann damit auch zwei Preise: den „Salus-Medienpreis“ und den „Deutschen Medienpreis Entwicklungspolitik“, bei dem er auch Teams öffentlich-rechtlicher Sender aus dem Rennen warf. Und was nicht minder schön ist: Geo bezahlte dafür sogar ein seriöses Honorar. Das ist in Deutschland immer noch eine Nachricht.
Finanzierung bleibt wackelig
Das beweist das Projekt der Filmemacherin Lela Ahmadzai, die in Afghanistan aufgewachsen ist. In dem aufwühlenden, knapp sechs Minuten langen Film „Stille Nacht“ zeigt sie die Gesichter hinter dem Amoklauf des Amerikaners Robert Bales. Am 11. März 2012 erschoss der Sergeant in Kandahar 16 Menschen. Der Film, zu dem es auch eine Website gibt, die die Hintergründe der Tat beleuchtet, stellt einen Bauern vor, der seine Mutter, seine Frau und sechs Kinder verlor. Und zeigt einen Sohn, der eine Nacht lang neben der Leiche seines Vaters kauerte. Fertig wurde er zum Jahrestag des Massakers.
Stille Nacht from 2470media on Vimeo.
Inhaltlich ist er von einer Intensität, ästhetisch von einer Kunstfertigkeit, dass man die Augen nicht abwenden kann. Die Produktionsfirma 2470media, die den Film gemeinsam mit Ahmadzai produziert hatte, schlug den Film vergeblich mehreren Verlagsportalen als redaktionellen Beitrag an. Damit er wenigstens ein breites Publikum findet, entschied sie sich schließlich, ihn kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dieses Angebot nahmen mehrere Portale an. Wie man unter solchen Umständen wegweisende Webprojekte entwickeln kann, ist ein Geheimnis, das die Verlage vielleicht im kommenden Jahr lüften werden.
In der ursprünglichen Version dieses Textes und in der Printausgabe stand, dass der Film auch Zeit Online angeboten worden sei, wo er als „Netzfilm der Woche“ präsentiert wurde. Diese Information ist falsch. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
Kai Schächtele, 39, ist Journalist und Buchautor aus Berlin. 2011 war er gemeinsam mit Christian Frey mit dem Blog wintermaerchen2010.com zur Fußball-WM in Südafrika für den „Grimme Online Award“ nominiert. Die Tickets für die WM in Brasilien sind bereits gebucht. Foto: Thomas Duffé.
Tags: Autor + Text Fotos + Grafiken Technologie Webdesign + Programmierung Journalismus Medien &#214;ffentlichkeit
Erigée en dogme de part et d'autre de l'Atlantique, l'exigence de baisse des dépenses publiques se répercute en premier lieu sur les services d'intérêt commun. Or, dans les secteurs où l'interaction humaine est irremplaçable, réduire les coûts implique inévitablement une perte de qualité. / États-Unis, (...) / États-Unis, Capitalisme, Culture, Économie, Éducation, Entreprise, Industrie, Mutation, Santé, Service public, Technologies de l'information, Technologie, Travail, Électronique, Université - 2013/06
Tags: États-Unis Capitalisme Culture Économie Éducation Entreprise Industrie Mutation Santé Service public Technologies de l'information Technologie Travail Électronique Université
Wirtschaftsministerium: Geschäft mit Cyber-Überwachungsprodukten von Trovicor nicht zu beanstanden
Foto: Jonathan McIntosh,CC by-sa 2.0
Die deutsche Nationale Kontaktstelle der OECD, angesiedelt beim Bundeswirtschaftsministerium, hat eine Beschwerde von Nichtregierungsorganisationen gegen das Münchener Überwachungstechnologie-Unternehmen Trovicor GmbH in den meisten Punkten zurückgewiesen. Die NGOs bleiben bei ihren Vorwürfen.
Reporter ohne Grenzen (ROG), das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), Privacy International, das Bahrain Center for Human Rights und Bahrain Watch werfen Trovicor vor, dafür mitverantwortlich zu sein, dass Oppositionelle und Dissidenten in Bahrain festgenommen, verhaftet und gefoltert wurden.
OECD-Beschwerde soll Firmen anhalten, keine Menschenrechte zu verletzen
Um gegen solche Praktiken vorzugehen, gibt es die so genannte OECD-Beschwerde. Die Mitgliedsstaaten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) haben Leitsätze für multinationale Unternehmen entwickelt, die die Firmen anhalten, keine Menschenrechtsverbrechen direkt durch eigenes Handeln zu begehen. Darüber hinaus sollen Unternehmen in Fällen, in denen andere Täter Menschenrechte verletzen, negative Auswirkungen ihrer eigenen Geschäftstätigkeiten auf die Rechte Dritter verhindern und diesen begegnen. Unternehmen sollen also nicht nur nicht zu Menschenrechtsverletzungen Dritter beitragen oder diese fördern, sondern sich vielmehr bemühen, negative Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit zu verhüten und zu mindern.
Die am 6. Februar eingereichte Beschwerde zielte darauf ab, Trovicors Verträge mit Bahrain und anderen autoritären Staaten offenzulegen, auf ihre Menschenrechtsverträglichkeit zu prüfen und falls nötig zu kündigen.
NGOs: Vorwürfe hinreichend belegt
In der aktuellen Entscheidung sollte die Nationale Kontrollstelle (NKS) der OECD darüber befinden, ob sie die Beschwerde annimmt, um zu prüfen, ob die Vorwürfe stimmen. Das hat sie nicht getan, sondern nach Auskunft von Reporter ohne Grenzen vorgeschlagen, ein Mediationsverfahren zum Risikomanagement von Trovicor zu organisieren, bei dem aber auf die konkreten Anschuldigungen zu Bahrain nicht eingegangen werden dürfte, da sie nicht hinreichend belegt seien.
Das Mediationsverfahren lehnen die NGOs ab. Ihrer Meinung nach ist der Vorwurf, der bahrainische Geheimdienst habe Oppositionelle und Journalisten mit Hilfe von Trovicor-Technik überwacht und verfolgt, ausreichend nachgewiesen. „Gerade bei vertraulichen Geschäften wie im Bereich der Überwachungstechnologie kann man den Opfern schwerster Menschenrechtsverletzungen keine lückenlose Beweispflicht auferlegen“, sagte Miriam Saage-Maaß vom ECCHR. „Wenn man die Messlatte so hoch anlegt, verliert das OECD-Beschwerdeverfahren seinen Sinn.“
ROG-Geschäftsführer Christian Mihr ergänzt, die „Ablehnung unserer Beschwerde gegen Trovicor ist eine Enttäuschung, aber sie wird den Kampf gegen digitale Waffen nicht stoppen“, denn international setze sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der grenzenlose Einsatz digitaler Überwachungstechnik eine Gefahr für Pressefreiheit und andere Menschenrechte darstelle.“
Erst vor kurzem wurden Überwachungstechnologien in das Wassenaar-Abkommen für Waffenexportkontrollen einbezogen.
Beschwerde gegen Gamma International in Großbritannien angenommen
Mihr sagte weiter, bislang habe die Annahme einer OECD-Beschwerde niemals eine Entscheidung über die Wahrheit der Vorwürfe dargestellt, sondern nur anerkannt, dass die Vorwürfe die OECD-Leitsätze berühren. In diesem Sinne hatte die britische Nationale OECD-Kontaktstelle Ende Juni eine parallele Beschwerde gegen das Unternehmen Gamma International zur vertieften Prüfung angenommen.
Eine Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums ist angefragt, liegt aber noch nicht vor.
Offenlegung: Matthias Spielkamp ist ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Reporter ohne Grenzen e.V.
Tags: Datenschutz Politik + Recht Technologie

References: EuGH 
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BGH 
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