Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LSG%20Nordrhein-Westfalen&Datum=26.01.2007&Aktenzeichen=L%204%20U%2057/06
Timestamp: 2020-01-21 22:48:16+00:00

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LSG Nordrhein-Westfalen, 26.01.2007 - L 4 U 57/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,4459
LSG Nordrhein-Westfalen, 26.01.2007 - L 4 U 57/06 (https://dejure.org/2007,4459)
LSG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 26.01.2007 - L 4 U 57/06 (https://dejure.org/2007,4459)
LSG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 26. Januar 2007 - L 4 U 57/06 (https://dejure.org/2007,4459)
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Streit um die Rechtmäßigkeit eines Haftungsbescheides nach § 150 Abs. 3 Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII); Umfang der Haftung eines Bauunternehmers bezüglich der von einem Nachunternehmer zu zahlenden Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung und bezüglich einer ...
Beitragshaftung - Baugewerbe - Auslegung des § 150 Abs 3 SGB VII - keine Exculpationsmöglichkeit
Bauunternehmer haften für Sozialbeiträge ihrer Subunternehmer
Bauunternehmer haftet für Sozialbeiträge seiner Nachunternehmer! (IBR 2007, 221)
SG Detmold, 12.07.2006 - S 14 U 20/06
NZS 2007, 597
BauR 2007, 1073
Dass dabei die Grenze des Wortlautes des § 150 Abs. 3 Alt 2 SGB VII überschritten wird (vgl LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 26. Januar 2007 - L 4 U 57/06; SG Berlin, Urteil vom 26. Februar 2007 - S 25 U 732/06; Freischmidt in Hauck/Noftz, SGB VII, Stand: Januar 2008, § 150 RdNr 20a;… Bigge in Wannagat, SGB VII, aaO, § 150 RdNr 9), steht dem nicht entgegen.
Entgegen der den Beteiligten bekannten und vom Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen in seiner Entscheidung vom 26. Januar 2007 vertretenen Auffassung (L 4 U 57/06) vertritt der Senat die Auffassung, dass die Regelungen des § 28 e Abs. 3 b bis 3 f SGB IV im Rahmen des § 150 Abs. 3 SGB VII entsprechend heranzuziehen sind.
Das LSG Nordrhein-Westfalen stützt sich in seiner Entscheidung vom 26. Januar 2007 (aaO) im Wesentlichen auf die von Rixen im genannten Aufsatz aufgeführten Argumente, auf die nachfolgend noch Näher eingegangen werden soll.
Soweit das LSG NRW sich in seinem Urteil vom 26. Januar 2007 (aaO) u.a. zur Verneinung der AnweN.arkeit der Exkulpationsregelung in § 28 e Abs. 3b SGB IV auch im Rahmen des § 150 Abs. 3 SGB VII darauf verweist, dass die selbstschuldnerische Bürgenhaftung eines Generalunternehmers des Baugewerbes hinsichtlich der Zahlung der Mindestentgelte und der Abgaben zu den gemeinsamen Sozialkassen durch seinen Nachunternehmer nach § 1 a Arbeitnehmerentsendegesetz (AEntG) ebenfalls verschuldensunabhängig gefasst sei, vermag dieser Hinweis den Senat nicht von der im genannten Urteil vertretenen Auffassung zu überzeugen.
Dabei ist zusätzlich zu erwägen, dass die Klägerin nicht zu den Zwangsmitgliedern der Beklagten zählt, die mit der Bürgenhaftung über ihren sonstigen Rechtskreis hinaus jeden baubeteiligten Dritten mit Haftungsbescheiden überziehen könnte (vgl. zu dieser Konstellation: Landessozialgericht [LSG] Nordrhein-Westfalen [NW], Urteil vom 26. Januar 2007, Az.: L 4 U 57/06).
Mit der überwiegenden Meinung in Literatur und Rechtsprechung (…zur Literatur: vgl. Ricke, a.a.O., § 150 SGB VII, Rdnr. 5;… Bereiter-Hahn, Mehrtens, Gesetzliche Unfallversicherung, § 150 SGB VII, Rdnr. 15;… Bigge, in: Wannagat/Eichenhofer/Wenner, SGB, § 150 SGB VII Rdnr. 9;… Rixen, a.a.O., S. 536, 542, 543; Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, Schreiben vom 18.09.2002, Az.: IIb5-21050/28;… a. A.: vgl. Freischmidt, in: Keller/Benz/Freischmidt/Graeff/Kranig/Nehls/Riebel/Römer/Waldeck, SGB VII, K § 150 Rdnr. 20a; zur Rechtsprechung: vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 20.04.2006, Az.: L 3 B 1138/05 ER; LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 26.01.2007, Az.: L 4 U 57/06) kann das Gericht ein Redaktionsversehen des Gesetzgebers nicht erkennen.
Dass der (Haupt-)Unternehmer im Baugewerbe die verschuldensunabhängige Bürgenhaftung durch keine noch so sorgfältige Auswahl und Überwachung der Nachunternehmer ausschließen kann und daher über § 150 Abs. 3 SGB VII das Insolvenzrisiko des Nachunternehmers trägt, ist dabei hinzunehmen (vgl. LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 26.01.2007, Az.: L 4 U 57/06).
Irgendwelche überzeugenden Gründe dafür, dass eine Geltendmachung durch Verwaltungsakt nicht möglich sein sollte, sieht das erkennende Gericht nicht und geht mit der übrigen Rechtsprechung (vgl. LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 20.04.2006, Az.: L 3 B 1138/05 ER; LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 26.01.2007, Az.: L 4 U 57/06; LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 18.06.2007, Az.: L 1 U 6465/06) davon aus, dass die Geltendmachung mit Verwaltungsakt sehr wohl möglich ist.

References: § 150
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