Source: http://bravors.brandenburg.de:80/verordnungen/iuawbv_2008
Timestamp: 2016-09-29 18:38:30+00:00

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Auf Grund des § 9 des Gesetzes über die Weiterbildung in den Fachberufen des Gesundheitswesens vom 18. März 1994 (GVBl. I S. 62) verordnet der Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen:
§ 1 Ziele der Weiterbildung
Die Weiterbildung nach dieser Verordnung soll spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten in der Intensivpflege und Anästhesie sowie die dazu erforderlichen Einstellungen und Verhaltensweisen vermitteln. Sie soll insbesondere für folgende Aufgaben qualifizieren:
Intensivmedizinische Grund- und Behandlungspflege sowie lindernde Pflege und Sterbebegleitung,
Mitwirkung bei der Überwachung und Behandlung von Patienten mit akuten Störungen der Vitalfunktionen und bei fachspezifischen therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen,
Mitwirkung bei der Vorbereitung und Durchführung der Anästhesie sowie bei der Überwachung der Patienten,
Mitwirkung bei Wiederbelebungsmaßnahmen einschließlich der künstlichen Beatmung und externen Herzmassage sowie Einleitung situationsgerechter Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen des Arztes,
Sachgerechter Umgang mit Instrumenten, Geräten, Hilfsmitteln und Arzneimitteln im intensivmedizinischen Arbeitsbereich, soweit dies zu den Aufgaben des Pflegepersonals gehört,
Planung, Organisation und Koordination des pflegerischen Arbeitsablaufes; Mitwirkung an qualitätssichernden Maßnahmen im Tätigkeitsbereich, Umgang mit Angehörigen und anderen Bezugspersonen,
Anwendung und Überwachung der Hygienevorschriften, der Arbeitsschutzbestimmungen und anderer tätigkeitsbezogener Rechtsvorschriften,
Fachliche Anleitung, Beratung und Unterweisung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Auszubildenden und Weiterzubildenden; Zusammenarbeit mit Aus- und Weiterbildungsstätten.
§ 2 Form, Dauer und Inhalt der Weiterbildung
(3) Die Weiterbildung umfasst berufsbegleitend und in Vollzeitform
1 600 Stunden praktische Weiterbildung von je 60 Minuten Dauer gemäß Anlage 1 Teil B,
(4) Der theoretische Unterricht soll mit der praktischen Weiterbildung inhaltlich und zeitlich abgestimmt sein. In den in der Anlage 1 Teil A aufgeführten Bereichen der Weiterbildung sind Leistungsüberprüfungen durchzuführen. Die Weiterbildungsstätte hat über die Teilnahme am Unterricht und über die Ergebnisse der Leistungsüberprüfungen Nachweise zu führen.
(5) Die praktische Weiterbildung in den in der Anlage 1 Teil B genannten Einsatzbereichen muss unter fachkundiger Anleitung erfolgen. Sie wird durch Lehrkräfte der Weiterbildungsstätte begleitet. Die Leistungen in jedem praktischen Einsatzbereich sind von den für die Anleitung zuständigen Fachkräften schriftlich zu bewerten.
§ 3 Weiterbildungsstätten
(1) Die Weiterbildung nach dieser Verordnung wird an Weiterbildungsstätten durchgeführt, die für das Weiterbildungsgebiet Intensivpflege und Anästhesie staatlich anerkannt sind.
(2) Eine Weiterbildungsstätte wird für die Weiterbildung in der Intensivpflege und Anästhesie staatlich anerkannt, wenn sie folgende Anforderungen erfüllt:
Die Weiterbildung muss von einer Fachkraft mit dem Abschluss in der Gesundheits- und Krankenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und einem entsprechenden Masterabschluss für den theoretischen sowie praktischen Unterricht oder einem gleichwertigen Abschluss, insbesondere auf dem Gebiet der Medizinpädagogik oder Pflegepädagogik hauptamtlich geleitet und einschlägig fachärztlich begleitet werden. Die Leitung kann auch aus zwei geeigneten Personen bestehen, die gemeinsam die in Satz 1 genannten Voraussetzungen erfüllen.
Die Weiterbildungsstätte muss über fachlich und pädagogisch geeignete Lehrkräfte für die in der Anlage 1 Teil A genannten Weiterbildungsbereiche verfügen.
Die Weiterbildungsstätte muss an einem Krankenhaus eingerichtet oder vertraglich mit einem Krankenhaus verbunden sein, das nach dem Krankenhausplan des Landes Brandenburg über mindestens sechs fachgebundene oder acht interdisziplinäre Intensivbetten sowie mindestens drei operative Fachabteilungen verfügt, die von Fachkräften hauptamtlich geleitet werden.
Für die praktische Weiterbildung gemäß Anlage 1 Teil B muss eine ausreichende Anzahl Weiterbildungsplätze mit geeigneten Fachkräften für die Praxisanleitung nachgewiesen werden.
Die Weiterbildungsstätte muss über geeignete Räume für die Weiterbildung verfügen. Dazu gehören ein Unterrichtsraum mit einer Grundfläche von mindestens zwei Quadratmetern für jeden Teilnehmer zuzüglich zehn Quadratmeter Bewegungsraum im Tafelbereich, ein Raum für den Gruppenunterricht, ein Pausenraum sowie ausreichende sanitäre Einrichtungen. Die erforderlichen Lehr- und Lernmittel müssen vorhanden sein.
(3) Vor Beginn des Lehrgangs ist den Bewerberinnen oder den Bewerbern eine persönliche Beratung zu dieser Weiterbildung anzubieten.
(4) Mit der Teilnehmerin oder dem Teilnehmer ist ein Vertrag für die Weiterbildung abzuschließen, in dem die Rechte und Pflichten der Weiterbildungsstätte, der Teilnehmerin oder des Teilnehmers und des Trägers geregelt werden. Darüber hinaus sind die Vereinbarungen über Unterrichtszeiten, Unterrichtsunterbrechungen, Lehrgangsabbruch und Kündigungen, Teilnahmegebühren und Zahlungsmodalitäten zu treffen.
(5) Jede Veränderung der tatsächlichen Umstände nach dieser Verordnung ist der zuständigen Behörde anzuzeigen. Die Zulassung für das Weiterbildungsgebiet „Intensivpflege und Anästhesie in der Gesundheits- und Krankenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ wird widerrufen, wenn die Voraussetzungen zum Zeitpunkt der Zulassung nicht vorgelegen haben oder später weggefallen sind. Die Zulassung kann widerrufen werden, wenn die Ausbildung qualitativ nicht den Anforderungen gemäß dieser Verordnung entspricht.
(1) Voraussetzungen für die Zulassung zur Weiterbildung nach dieser Verordnung sind
eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Krankenpflege bzw. Gesundheits- und Krankenpflege oder Kinderkrankenpflege bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und
eine in der Regel zweijährige Tätigkeit als Krankenschwester/Krankenpfleger bzw. Gesundheits- und Krankenpflegerin/Krankenpfleger, als Kinderkrankenschwester/Kinderkrankenpfleger bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin/ Kinderkrankenpfleger, davon mindestens sechs Monate in der Intensivpflege oder Anästhesie.
(2) Bei Unterbrechungen zwischen der erforderlichen Berufsausübung nach Absatz 1 Nr. 2 und der Weiterbildung gelten die Regelungen gemäß § 6 Abs. 2 und 3 des Gesetzes über die Weiterbildung in den Fachberufen des Gesundheitswesens.
(3) In begründeten Einzelfällen kann die staatlich anerkannte Weiterbildungsstätte gemäß § 2 Abs. 3 des Gesetzes über die Weiterbildung in den Fachberufen des Gesundheitswesens Ausnahmen von dem geforderten Nachweis einer zweijährigen Tätigkeit in dem erlernten Beruf zulassen. Eine praktische Tätigkeit in der Intensivpflege oder in der Anästhesie ist grundsätzlich nachzuweisen.
(4) Über die Zulassung zur Weiterbildung entscheidet die Leitung der staatlich anerkannten Weiterbildungsstätte auf Antrag. Dem Antrag sind die Nachweise der Voraussetzungen gemäß § 4 Abs. 1 beizufügen.
(1) Die staatlich anerkannte Weiterbildungsstätte richtet einen Prüfungsausschuss ein, der aus folgenden Mitgliedern besteht:
einer Lehrkraft mit fachlicher Qualifikation in der Intensivpflege und Anästhesie,
weiteren Lehrkräften, darunter einer ärztlichen Lehrkraft, die in Hauptgebieten des Weiterbildungsgangs unterrichtet haben.
Für jedes Mitglied des Prüfungsausschusses, mit Ausnahme der oder des unter Nummer 1 genannten Vorsitzenden, ist eine Vertretung zu bestellen.
(3) Das Vorsitz führende Mitglied des Prüfungsausschusses bestimmt die Prüfungstermine und Prüfungsorte. Sie oder er ist zuständig für die Zulassung zur Prüfung sowie für die Auswahl der Prüfungsaufgaben und der Hilfsmittel nach den Vorschlägen der Prüferinnen oder Prüfer. Das Vorsitz führende Mitglied des Prüfungsausschusses leitet die Prüfung, sorgt für ihren ordnungsgemäßen Ablauf und verkündet die Prüfungsnoten.
die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Krankenschwester/Krankenpfleger bzw. Gesundheits- und Krankenpflegerin/Krankenpfleger, Kinderkrankenschwester/Kinderkrankenpfleger bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin/Kinderkrankenpfleger in beglaubigter Abschrift oder Ablichtung,
(1) Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Teil. Prüfungsteile können miteinander verbunden werden. Zwischen den einzelnen Prüfungsteilen muss mindestens ein prüfungsfreier Tag liegen. Die Prüfung darf frühestens vier Wochen vor Abschluss der Weiterbildung beginnen.
(1) Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus einer unter Aufsicht zu fertigenden Arbeit. Die Fragen oder Themen sind aus den in der Anlage 1 Teil A genannten Bereichen zu wählen.
(3) Anstelle der Aufsichtsarbeit kann eine Hausarbeit zu einem praxisbezogenen Thema verlangt werden, die innerhalb von zwei Monaten zu fertigen ist. Der Umfang der Hausarbeit ist themenabhängig zu begrenzen. Der Prüfling hat die benutzten Hilfsmittel anzugeben und schriftlich zu versichern, dass er die Arbeit eigenständig angefertigt hat.
(4) Die Aufgaben des schriftlichen Teils der Prüfung werden von dem Vorsitz führenden Mitglied des Prüfungsausschusses auf Vorschlag der Prüferinnen oder Prüfer festgelegt.
(5) Die schriftlichen Arbeiten sind von mindestens zwei Mitgliedern des Prüfungsausschusses unabhängig voneinander zu bewerten. Aus den Noten bildet das Vorsitz führende Mitglied des Prüfungsausschusses im Benehmen mit den Prüferinnen und Prüfern die Note für den schriftlichen Teil der Prüfung.
§ 9 Praktische Prüfung
(1) Die praktische Prüfung wird von zwei Prüferinnen oder Prüfern abgenommen und benotet. Der Prüfling hat eine komplexe praktische Aufgabe auszuführen und sein Handeln zu begründen. Dabei ist die Prüfung so zu gestalten, dass eine hinreichende Bewertung der in der Weiterbildung erworbenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse möglich ist.
(2) Der praktische Prüfungsteil soll je Prüfling in der Regel zwei Stunden betragen und darf vier Stunden nicht überschreiten. Beide Prüferinnen oder Prüfer bewerten die Prüfung getrennt; aus den Noten bildet das Vorsitz führende Mitglied des Prüfungsausschusses im Benehmen mit den Prüferinnen oder Prüfern die Note für den praktischen Teil der Prüfung.
(1) Der mündliche Teil der Prüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1 Teil A genannten Bereiche. Die Prüfungsinhalte sollen sich auf konkrete praktische Aufgaben beziehen; eine Verknüpfung der mündlichen Prüfung mit der praktischen Prüfung ist möglich.
(3) Aus den Noten der Prüferinnen oder Prüfer und im Benehmen mit ihnen bildet das Vorsitz führende Mitglied des Prüfungsausschusses die Note für den mündlichen Teil der Prüfung.
Die Leistungen während der Weiterbildung und jede einzelne Prüfungsleistung werden wie folgt benotet:
§ 12 Bestehen und Wiederholen der Prüfung
(1) Aus den Ergebnissen der schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung wird die Gesamtnote der Prüfung ermittelt. Die Prüfung ist bestanden, wenn jeder Prüfungsteil mindestens mit „ausreichend“ bewertet wird.
(2) Das Vorsitz führende Mitglied des Prüfungsausschusses erteilt über die bestandene Prüfung ein Zeugnis nach dem Muster der Anlage 4 und bescheinigt die Berechtigung zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung.
(3) Über das Nichtbestehen der Prüfung erteilt das Vorsitz führende Mitglied des Prüfungsausschusses einen schriftlichen Bescheid, in dem die Prüfungsnoten anzugeben sind.
(4) Jeder Teil der Prüfung kann auf Antrag einmal wiederholt werden, wenn der Prüfling die Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“ erhalten hat.
(5) Hat der Prüfling die praktische Prüfung oder die kombinierte praktisch-mündliche Prüfung nicht bestanden, so darf er zur Wiederholungsprüfung nur zugelassen werden, wenn er an einer weiteren praktischen Weiterbildung teilgenommen hat, deren Dauer und Inhalt von dem Vorsitz führenden Mitglied des Prüfungsausschusses bestimmt werden. Die Frist bis zur erneuten Prüfung beträgt mindestens drei und höchstens zwölf Monate. Ein Nachweis über die Erfüllung der Auflagen ist dem Antrag auf Zulassung zur Wiederholungsprüfung beizufügen.
§ 13 Rücktritt von der Prüfung, Prüfungsversäumnis
(1) Nach Zulassung zur Prüfung ist ein Rücktritt nur mit Genehmigung des Vorsitz führenden Mitglieds des Prüfungsausschusses zulässig. Der Prüfling hat die Gründe für seinen Rücktritt unverzüglich schriftlich mitzuteilen. Genehmigt das Vorsitz führende Mitglied des Prüfungsausschusses den Rücktritt von der gesamten Prüfung oder von einem Prüfungsteil, so gilt die Prüfung als nicht unternommen. Die Genehmigung ist nur zu erteilen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Im Falle einer Krankheit kann die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung verlangt werden. Wird der Rücktritt von der Prüfung oder von einem Prüfungsteil nicht genehmigt, so gilt die Prüfung als nicht bestanden.
§ 14 Täuschungsversuche, Ordnungsverstöße
Versucht ein Prüfling, in einem Prüfungsteil zu täuschen, täuscht er oder verhält er sich grob ordnungswidrig, kann der Prüfungsausschuss die Prüfung für nicht bestanden erklären. Die Rücknahme einer Prüfungsentscheidung wegen Täuschung ist nur innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Prüfung zulässig.
§ 15 Prüfungsniederschrift, Prüfungsunterlagen
(1) Über die Prüfung ist für jeden Prüfling eine Niederschrift anzufertigen, die von allen Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterschreiben ist. Sie muss den Namen des Prüflings, die Prüfungsgebiete, die Prüfungstage und Prüfzeiten, besondere Vorkommnisse, die einzelnen Noten sowie die Gesamtnote enthalten.
(2) Auf Antrag ist dem Prüfling nach Abschluss der Prüfung Einsicht in seine Prüfungsunterlagen zu gewähren.
§ 16 Weiterbildungsbezeichnung
(1) Die Berechtigung zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung „Fachgesundheits- und Krankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie“ oder „Fachgesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie“ erhält, wer die nach dieser Verordnung vorgeschriebene Weiterbildung abgeschlossen und die Prüfung bestanden hat.
(2) Die Weiterbildungsbezeichnung darf nur in Verbindung mit der Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung geführt werden.
(3) Die Berechtigung zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung wird im Zeugnis über den erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung durch die staatlich anerkannte Weiterbildungsstätte nach Maßgabe von § 7 Abs. 4 des Gesetzes über die Weiterbildung in den Fachberufen des Gesundheitswesens bescheinigt.
(1) Abweichend von § 3 Abs. 1 dürfen für eine Übergangszeit von höchstens zwei Jahren die bei In-Kraft-Treten dieser Verordnung betriebenen Weiterbildungsstätten ohne staatliche Anerkennung Weiterbildung für Intensivpflege und Anästhesie durchführen. Für diese Übergangszeit kann von den Erfordernissen nach § 3 Abs. 2 abgesehen werden.
(2) Eine vor In-Kraft-Treten dieser Verordnung begonnene Weiterbildung kann nach dem „Muster für eine landesrechtliche Ordnung der Weiterbildung und Prüfung zu Krankenschwestern, Krankenpflegern, Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenpflegern für die Intensivpflege (Anästhesie/Pädiatrie)“, Empfehlung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) vom 11. Mai 1998, fortgeführt werden. Sie muss zwei Jahre nach In-Kraft-Treten dieser Verordnung abgeschlossen sein.
(3) Berechtigungen zum Führen von Weiterbildungsbezeichnungen, die im Land Brandenburg nach dem 3. Oktober 1990 und vor dem In-Kraft-Treten dieser Verordnung nach den Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft für die Weiterbildung und Prüfung von Krankenschwestern, Krankenpflegern, Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenpflegern in der Intensivpflege erworben worden sind, gelten weiter.
(4) Weiterbildungsbezeichnungen, die in anderen Bundesländern auf Grund gesetzlicher oder allgemein anerkannter Regelungen der Weiterbildung in der Intensivpflege und Anästhesie erworben worden sind, dürfen im Land Brandenburg gemäß § 4 Abs. 3 des Gesetzes über die Weiterbildung in den Fachberufen des Gesundheitswesens geführt werden.
Der Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen Günter Baaske
Entwicklung des Berufsbildes, Arbeitsfelder, Aufgabenbereich
Pflegetheorien, Pflegemodelle, Pflegeplanung, Pflegeprozess, Pflegedokumentation
Innovative Veränderungen der Pflegepraxis in der Intensivmedizin und in der Anästhesie (wissenschaftliche Ergebnisse, internationale Entwicklungen, Trends)
2. Betriebsorganisation (30 Stunden)
Gliederung/Organisationsstruktur von Intensiveinheiten und Anästhesieabteilungen
Organisation des Pflegedienstes, Kooperation mit anderen Diensten innerhalb und außerhalb der Einrichtung, Qualitätsmanagement
Grundlagen der Krankenhausfinanzierung, wirtschaftliche Betriebsführung im Arbeitsbereich (Bestellwesen, Bestandsführung, Leistungs- und Kostenerfassung); Personalbedarfsermittlung
3. Grundlagen der Intensivmedizin (200 Stunden)
3.1 Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie (berufsfeldbezogene Vertiefung)
Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basenhaushalt
Hormonale Regulationssysteme
Blutbildung, Blutgerinnung, Blutgruppen
3.2 Symptomatik, Diagnostik, Überwachung und Behandlung von Erkrankungen, Verletzungen und Intoxikationen in der Intensivmedizin
Herz- und Kreislauferkrankungen, Verletzungen des Herzens und der herznahen Gefäße, Erkrankungen und Verletzungen peripherer Arterien und Venen
Erkrankungen und Verletzungen der Atemwege und der Lunge sowie des Thorax
Nierenerkrankungen, Verletzungen der Nieren und der ableitenden Harnwege
Erkrankungen und Verletzungen des Verdauungssystems
Neurologische Erkrankungen, zentral- und peripher-nerval bedingte Störungen
Erkrankungen des hämatologischen Systems und Störungen der Blutgerinnung
Stoffwechselerkrankungen, endokrine Krisen
Thermische Verletzungen, Mehrfachverletzungen
Multiorganversagen, Sepsis
Prä-, intra- und postoperative Komplikationen
Besonderheiten der Intensivtherapie bei Früh- und Neugeborenen, Säuglingen und Kindern; Neugeborenen-Reanimation; spezielle Krankheitsbilder, Operationen und Therapieformen
Besonderheiten der Intensivtherapie bei älteren Menschen
Spezielle Pharmakologie in der Intensivmedizin
4. Pflege in der Intensivmedizin (120 Stunden)
Grundlagen der Patientenüberwachung
Erkennen und Beurteilen von Vitalfunktionsstörungen, Bewußtseins- und Verhaltensänderungen, Schmerzzuständen
Lagerung, Lagerungstechniken (rückenschonendes Arbeiten)
Ergänzende Pflegemaßnahmen, z. B. Ess-, Trink- und Schlucktraining, Kontinenztraining; Frühförderung und Rehabilitation
Spezielle Pflegetechniken und alternative Methoden, z. B. Kinästhetik, Basale Stimulation, Feldenkrais-Methode
Umgang mit dem Phänomen Schmerz, Mitwirkung bei der Schmerztherapie
Spezielle (fallbezogene) Intensivpflege gemäß Nummer 3.2
Handeln in Notfallsituationen (Grundsätze), kardiopulmonale Reanimation
5. Grundlagen der Anästhesiologie (120 Stunden)
Anästhetika und Adjuvantien, Wirkungen und Nebenwirkungen
Regionalanästhesien, Lokalanästhesien
Anästhesien in den verschiedenen Fachbereichen, bei speziellen Eingriffen, Notfällen und Begleiterkrankungen
Fallorientierte Anästhesie in der Pädiatrie
Fallorientierte Anästhesie bei älteren Menschen
Präoperative Vorbereitung und Prämedikation
Assistenz bei verschiedenen Anästhesieverfahren (Lagerung, materiell-technische Vorbereitung)
Überwachung der Anästhesie, prä-, intra- und postoperative Komplikationen
Schmerztherapie, Infusionstherapie
6. Pflege in der Anästhesie (60 Stunden)
Übernahme, Übergabe des Patienten (ambulant, stationär)
Vorbereitung des Patienten, Lagerung, Prophylaxen
Vorbereitung der Anästhesie, Nachbereitung
Assistenz bei Anästhesieverfahren
Überwachung und Verlaufsdokumentation der Anästhesie
Prä-, intra- und postoperative Betreuung (alters-, krankheits-, operationsspezifische Besonderheiten)
Handeln bei Komplikationen, in Notfallsituationen
7. Psychologische, soziologische und pädagogische Grundlagen (80 Stunden)
Leitbilder (Selbstbild, Fremdbild), ethische Grundorientierungen in der Pflege
Ethische Probleme im Berufsfeld (z. B. Begrenzung lebensverlängernder Maßnahmen, Sterbebegleitung, Organspende, Transplantation etc.)
Die psychosoziale Situation von Patienten in der Intensivmedizin, in der Anästhesie; Angehörige als Pflegepartner
Reflexion beruflichen Handelns, Supervision
Problemlösungsstrategien (bezogen auf Betreuungsbedürftige und Angehörige, auf die eigene Person, auf das therapeutische Team)
7.2 Kommunikation und Interaktion
Methoden der Kommunikation und Beziehungsgestaltung, Formen der Gesprächsführung
Gespräche mit Patienten und Angehörigen, Pflegeberatung, fallbezogene Kommunikationsübungen
Gespräche mit Mitarbeitern, Dienstbesprechung, Fallbesprechung, Gesprächsleitung 7.3 Pädagogische Grundlagen, Grundlagen des Lehrens und Lernens
Die pädagogische Beziehung (Merkmale, Störungen im Beziehungsprozess)
Methoden des geistigen Arbeitens, Lern- und Arbeitstechniken, Lernanforderungen in der Weiterbildung, selbstorganisiertes Lernen
Anleitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Auszubildenden, Weiterzubildenden;
Anleitungsmodelle, Anleitungstechniken
8. Rechtliche Grundlagen (40 Stunden)
Schweigepflicht, Datenschutz, Datenschutzgesetz
Krankenhausgesetz des Landes Brandenburg
Organspende, Transplantation, Sektion, Sterbebegleitung
Patientenverfügung, Nottestament
Medizinprodukterecht, StrahlenschutzV, GefahrstoffV
Aufsichtspflicht (Dienstaufsicht, Fachaufsicht, Delegation)
Ausgewählte Fragen des Arbeitsrechts; rechtliche Regelungen der Aus- und Weiterbildung
9. Grundlagen der Krankenhaushygiene (30 Stunden)
Allgemeine Grundlagen, Rechtsvorschriften
Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen
Krankenhausinfektionen, Infektionsprophylaxen
Hygienische Anforderungen an Intensiv- und Anästhesiebereiche
10. Medizintechnik (60 Stunden)
Technische und apparative Ausstattung von Intensiveinheiten und Anästhesieabteilungen
Handhabung und Pflege gebräuchlicher Geräte, Sicherheitsanforderungen; Gefahren
Training an den in der Intensivmedizin und Anästhesie eingesetzten Geräten
11. Verfügungsstunden (20 Stunden)
angeleitetes Praktikum in internistisch/neurologischer Intensivpflege bzw. pädiatrischer/neonatologischer Intensivpflege
angeleitetes Praktikum in operativer Intensivpflege bzw. kinderchirurgischer Intensivpflege
640 Stunden (16 Wochen)
angeleitetes Praktikum in der Anästhesie
160 Stunden (4 Wochen)
mindestens zwei angeleitete Wahlpraktika in der
Herzschrittmacherdienst oder
Anlage 2 (zu § 6 Abs. 1 Nr. 2)
Bescheinigung über die Teilnahme am theoretischen Unterricht
Frau/Herr ..............................................
geboren am .........................................
hat in der Zeit vom ............................ bis ...................... am theoretischen Unterricht der Weiterbildung für Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/Gesundheits- und Krankenpfleger und Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen/Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger in der Intensivpflege und Anästhesie mit Erfolg teilgenommen.
Die Weiterbildung wurde vom .................................................bis .......................................................
durch Fehlzeiten um .......................... Stunden unterbrochen.
............................................................................................................ Ort, Datum
............................................................................................................. Die Leiterin/Der Leiter der Weiterbildungsstätte (Unterschrift, Anschrift und Stempel der Weiterbildungsstätte)
Anlage 3 (zu § 6 Abs. 1 Nr. 2)
Frau/Herr ..........................................................
geboren am ......................................
in ..................................................................
hat in der Zeit vom ......................................... bis .................................... in der Einrichtung (genaue Bezeichnung, Anschrift) ........................................................................................................................
ein angeleitetes Praktikum von insgesamt .................... Stunden im Bereich ............................. abgeleistet.
Die praktische Weiterbildung wurde vom .............................. bis ............................... durch Fehlzeiten
um .................. Stunden unterbrochen.
........................................................................................................ Ort, Datum
......................................................................................................... Die Stationsleiterin/Der Stationsleiter (Unterschrift)
Anlage 4 (zu § 12 Abs. 2)
Frau/Herr ..................................
in ................................................................................................................................................
hat in der Zeit vom ......................................... bis ................................... an einem Weiterbildungslehrgang Intensivpflege und Anästhesie nach den Vorschriften der Intensivpflege- und Anästhesie-Weiterbildungsverordnung vom 26. Februar 2004 (GVBl. II S. 246) an der staatlich anerkannten Weiterbildungsstätte (Bezeichnung, Anschrift)......................................................................................... ............................................................................................................................................... teilgenommen.
Sie/Er hat am ..................................die Prüfung vor dem Prüfungsausschuss der Weiterbildungsstätte mit der Gesamtnote
................................. bestanden und folgende Einzelnoten erreicht:
Schriftliche Prüfung: .............................................................. Praktische Prüfung: ............................................................... Mündliche Prüfung: ................................................................
Frau/Herr .................................................... ist gemäß § 16 Abs. 1 und 2 der Intensivpflege- und Anästhesie-Weiterbildungsverordnung vom 26. Februar 2004 (GVBl. II S. 246) berechtigt, mit Wirkung vom heutigen Tage die Weiterbildungsbezeichnung
„...................................“ zu führen.
.............................................................................. Die Vorsitzende/Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses
................................................................................ Die Leiterin/Der Leiter der Weiterbildungsstätte
für Frau/Herrn ................................................................................
Pflegewissenschaftliche Grundlagen 40 Stunden
Betriebsorganisation 30 Stunden
Grundlagen der Intensivmedizin 200 Stunden
Symptomatik, Diagnostik, Überwachung und Behandlung von Erkrankungen, Verletzungen und Intoxikationen in der Intensivmedizin
Pflege in der Intensivmedizin 120 Stunden
Grundlagen der Anästhesiologie 120 Stunden
Pflege in der Anästhesie 60 Stunden
Psychologische, soziologische und pädagogische Grundlagen 80 Stunden
Pädagogische Grundlagen, Grundlagen des Lehrens und Lernens
Rechtliche Grundlagen 40 Stunden
Grundlagen der Krankenhaushygiene 30 Stunden
Medizintechnik 60 Stunden
Verfügungsstunden 20 Stunden
2. Angeleitete praktische Weiterbildung (1 600 Stunden)
Internistisch/neurologische Intensivpflege bzw. pädiatrische/neonatologische Intensivpflege (1) 400 Stunden
Operative Intensivpflege bzw. kinderchirurgische Intensivpflege (1) 400 Stunden
Anästhesie 640 Stunden
Wahlpraktika 160 Stunden
____________________________________ (1) Nicht Zutreffendes streichen

References: § 9

§ 1

§ 2

§ 3
 § 6
 § 2
 § 4

§ 9

§ 12

§ 13

§ 14

§ 15

§ 16
 § 7
 § 3
 § 3
 § 4
 § 6
 § 6
 § 12
 § 16