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Timestamp: 2018-07-18 16:00:50+00:00

Document:
Waffenrecht im Airsoft - Ghost Warrior Commando
Waffenrecht im Airsoft
Die rechtliche Behandlung von Airsoft ist in Deutschland streng geregelt und durch dessen Komplexität gibt es vieles zu beachten.
Im Nachfolgenden gehen wir auf die rechtliche Behandlung von Airsoft näher ein.
Wir beziehen uns hierbei nicht auf den Personenkreis, die darüber hinaus ein besonderes Interesse vertreten (z.B.: Jäger, Sportschützen, Sicherheitsdienst, ...).
Wir geben hier keine verbindliche Rechtsberatung!
Alle Angaben sind nach bestem Wissen und Gewissen verfasst.
Rechtliche Bestimmungen können sich auch ändern oder anders darstellen lassen.
Im Zweifel ist ein Fachanwalt für Waffenrecht zu konsultieren.
Verkauf, Tausch und Übergabe
Nutzung und Spielfelder
Wesentliche Teile einer Schusswaffe
Innere Veränderungen und Reparaturen
Veränderung der Mündungsenergie
Veränderung der Antriebsart
Laser und Taschenlampen
Kameras, Restlichtverstärker und Nachtsichtgeräte
Rechtsquellen nach oben
Für Airsoft gibt es mehrere relevante Gesetze, Vorschriften und Verordnungen.
Darüber hinaus gibt es auch rechtliche Auflagen von Länder und Kommunen, welche den Umgang mit Airsoft regeln oder einschränken können.
Alle Beschreibungen auf dieser Seite werden insbesondere in den nachfolgenden Rechtsquellen abschließend erläutert:
WaffVwV (Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum WaffG)
AWaffV (Allgemeine Waffengesetz-Verordnung)
BeschG (Beschussgesetz)
BeschussV (Allgemeine Verordnung zum BeschG)
Begrifflichkeiten nach oben
Im Gesetz werden Begrifflichkeiten verwendet, die vom Verständnis irreführend sein können.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, ist bitte folgendes zu beachten:
Wird im Gesetz davon gesprochen, dass ein Gegenstand für etwas bestimmt ist, geht man davon aus, dass die Bestimmung entweder direkt vom Hersteller erfolgt oder durch die konkrete Anwendung des Nutzers.
Eine rein mögliche Betrachtung, einen Gegenstand für etwas zu nutzen können, ist keine Bestimmung im Sinne des Gesetzes.
Führen beschreibt die Ausübung tatsächlicher Gewalt über einen Gegenstand außerhalb des befriedeten Besitztums 36.
Die Nutzung auf befriedetem Besitztum ist demnach kein Führen im Sinne des Gesetzes.
Unter allgemein gebräuchliches Werkzeug versteht man u.a. Gegenstände wie Hammer, Schraubendreher, Zange, Meißel, Feile oder Bohrmaschine 43.
Werkzeugmaschinen und stationär betreibbare Geräte (Drehbank, Fräsmaschine, ...) zählen nicht hierzu.
Kritisch zu betrachten sind elektronische Steuergeräte, mit denen z.B. ein MOSFET umprogrammiert werden kann.
Grundsätzlich könnte man dies als spezielles Werkzeug verstehen, in Bezug zu Airsoft wäre aber auch die Definition als ein allgemein gebräuchliches Werkzeug denkbar.
Airsoftwaffen nach oben
Alle Airsoftwaffen (nachfolgend ASG) zählen im Regelfall zu den Schusswaffen.
Schusswaffen sind Waffen, bei denen ein Geschoss durch einen Lauf getrieben wird 23.
Es gibt im Sinne des Gesetzes drei Arten von Airsoftwaffen: Federdruckwaffen, Druckluftwaffen und Gasdruckwaffen 30.
Damit zählen z.B. Spring-Gewehre sowie elektrische Airsoftwaffen zu den federdruckbetriebenen Schusswaffen.
Zu den Druckluftwaffen zählen folglich alle HPA-Waffen, da diese einen Druckluftbehälter und ein Ventilsystem nutzen.
Im Übrigen zählen alle weiteren Airsoftwaffen zu den Gasdruckwaffen, die zum Antrieb kalte Treibgase verwenden, wie z.B. GBB oder CO2-Waffen.
Alle drei Formen gehören in letzter Betrachtung nur zu einer Art von Waffen:
Schusswaffen, welche zum Antrieb kalte Gase verwenden 41.
ASGs zählen demnach nicht zu den Feuerwaffen!
Den Schusswaffen gleichgestellt sind auch alle tragbaren Gegenstände, die zum Abschießen von Munition sowie fester Körper bestimmt sind 22.
Demnach fallen darunter 40mm-Airsoftgranaten, Airsofthandgranaten, Airsoftgranatwerfer, Airsoftmörser sowie auch Airsoftminen, welche BBs verschießen.
Der Erwerb und Besitz von ASGs mit einer Mündungsenergie über 0,5 Joule ist erst ab 18 Jahren gestattet 12, sofern diese erlaubnisfrei sind 13.
Airsoftwaffen mit weniger gleich 0,5 Joule zählen zu den Spielzeugwaffen und haben im engeren Sinne keine Altersbeschränkung.
Airsoftwaffen können auch privat importiert werden.
Allgemein unkritisch ist dies bei Spielzeugwaffen. Dennoch können diese zur Prüfung an ein Beschussamt geschickt werden.
Sollte eine Spielzeugwaffe wider Erwartens mehr als 0,5 Joule besitzen, kann diese eingezogen und vernichtet werden, verbunden mit weiteren möglichen Rechtsfolgen.
Schwierig könnte es auch werden, wenn eine unlizenziert importierte Waffe gegen Geschmacksmuster verstößt (z.B.: Form, Markings, Logos, ...).
Auch hier kann die Waffe eingezogen und vernichtet werden.
Möchte man eine Airsoftwaffe mit einer Mündungsenergie über 0,5 Joule importieren, muss hierzu eine Erlaubnis durch eine zuständige Überwachungsbehörde erteilt werden 15.
Dabei muss in der Regel die zuständige Zolldienststelle sowie die Behörde der Bundespolizei beteiligt werden 16.
Nach Einfuhr muss die Waffe von einem Beschussamt geprüft werden.
Für den Fall, dass die Waffe ein Vollautomat ist, muss vor der Beschussprüfung beantragt werden, dass diese durch eine berechtigte Person (z.B. Büchsenmacher) zu einem Halbautomat bzw. Einzellader umgebaut oder alternativ auf weniger gleich 0,5 Joule gedrosselt wird, um eine rechtskonforme Schusswaffe in den Geltungsbereich des Gesetzes zu verbringen.
Der Import wesentlicher Teile einer Schusswaffe gestaltet sich zunächst ähnlich wie der Import von Schusswaffen.
Ist das Teil für eine Waffe mit einer Mündungsenergie über 0,5 Joule bestimmt, so muss die Einfuhr angemeldet und das Teil ggf. später geprüft werden, da dieses den Schusswaffen gleichgestellt ist.
Von der Beschusspflicht explizit ausgenommen sind hingegen Läufe, sofern diese vorgearbeitet sind 3.
Vorgearbeitete Teile sind gleichbedeutend mit fertigen Teilen, wenn diese mit gebräuchlichen Werkzeug in einen einsatz- und funktionsfähigen Zustand versetzt werden können 43.
Damit ist eine Einfuhr von Tuningläufen unkritisch.
In diesem Zusammenhang kann man auch sagen: Ist der Erwerb und Besitz in Deutschland erlaubnisfrei, so ist dies in aller Regel auch die Einfuhr.
Werden Airsoftwaffen verkauft, getauscht oder übergeben (z.B. als Leihgabe), so muss sichergestellt werden, dass der Empfänger hierfür berechtigt ist und ggf. eine Erlaubnis besitzt 17.
Die Prüfung des Alters kann hierbei durch das Vorzeigen eines amtlich gültigen Ausweispapieres erfolgen.
ASGs mit einer Mündungsenergie über 0,5 Joule und weniger gleich 7,5 Joule sind erlaubnisfreie Waffen.
Airsoftwaffen mit einer Mündungsenergie von weniger gleich 0,5 Joule sind vom Waffengesetz ausgenommen, wenn diese zum Spiel bestimmt sind und nicht mit gebräuchlichen Werkzeug auf eine Mündungsenergie über 0,5 Joule gebracht werden können 42.
Bei einer Spielzeugwaffe gilt die Grenze von 0,5 Joule als nicht überschritten, wenn bei einer Beschussprüfung kein einzelner Messwert über 0,6 Joule und im Mittel nicht über 0,5 Joule liegt 6.
Bei Einzelstücken gilt die Grenze von 0,5 Joule als nicht überschritten, wenn bei einer Beschussprüfung kein einzelner Messwert über 0,6 Joule und im Mittel nicht über 0,55 Joule liegt 7.
Alle nachfolgend erläuterten Regelungen - mit Ausnahme des Unterpunktes "Nutzung und Spielfelder" - sind für diese Spielzeugwaffen irrelevant!
Personen unter 18 Jahren dürfen keine Airsoftwaffen mit einer Energie über 0,5 Joule nutzen.
Dies gilt auch dann nicht, wenn diese von Personen ab 18 Jahren beaufsichtigt oder angeleitet werden 12.
Hegt man die Absicht beim Airsoft gegeneinander zu spielen, das auch das gegenseitige Beschießen impliziert, so muss dies von allen Teilnehmern einvernehmlich erfolgen.
Dies erfolgt in der Regel über einen Haftungsausschluss und bei minderjährigen Personen zusätzlich über eine Einverständniserklärung deren erziehungsberechtigten Person.
Inhalt des Haftungsausschluss sollte es zumindest sein, dass allen Teilnehmern die Gefahren im Airsoft bekannt sind.
Das schließt das Wissen über mögliche Verletzungsbilder ein sowie das Wissen, dass bei Missachtung von Sicherheitsvorkehrungen der Tod nicht ausgeschlossen werden kann.
Wird keine einvernehmliche schriftliche Erklärung getätigt, so laufen alle Beteiligten Gefahr, Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit durchzuführen 57, bei Tod sogar Straftaten gegen das Leben 56, sofern letzteres nicht als Folge eines Unfalls und ohne Einwirkung Dritter zustande kam.
Weiter dürfen ASGs grundsätzlich nicht außerhalb des befriedeten Besitztums genutzt werden 36.
Dies umfasst auch Anscheinswaffen und daher in der Regel auch Spielzeugwaffen mit einer Mündungsenergie von weniger gleich 0,5 Joule 20.
Sollen Anscheinswaffen im Ausnahmefall bei Foto-, Film- oder Fernsehaufnahmen oder Theatervorführungen verwendet werden, bedarf es einer entsprechenden behördlichen Genehmigung.
Ein befriedetes Besitztum ist ein Grundstück bzw. Gebäude, das durch äußerlich erkennbare Schutzwehren (z.B.: Zaun, Mauer, Fluss, Graben, Beschilderung, ...) gegen unbefugten Zutritt gesichert ist.
Es muss zudem sichergestellt werden, dass Geschosse nicht den befriedeten Besitztum verlassen können 11.
Darüber hinaus benötigt man das Hausrecht oder die Zustimmung dessen Inhabers 10, anderenfalls begeht man nebenher Haus- bzw. Landfriedensbruch 55.
Airsoftwaffen müssen daheim vor unbefugten Zugriff geschützt werden 19.
Dies bedeutet, dass diese mindestens in einem verschlossenen Behältnis aufbewahrt werden müssen 1.
Dabei ist darauf zu achten, dass auch der Schlüssel vor unbefugten Zugriff geschützt ist.
Der ordnungsgemäße Transport ist erlaubnisfrei 9.
Der Zweck darf hierbei ausschließlich der Transport sein (z.B. von daheim zur Schießstätte).
Eine dauerhafte Aufbewahrung im öffentlichen Raum über Nacht ist kein Transport und daher nicht zulässig.
Airsoftwaffen dürfen beim Transport zudem weder zugriffs- noch schussbereit befördert werden.
Im Sinne des Gesetzes gilt der Zugriff als nicht bereit, wenn die Waffe in nicht weniger als 3 Handgriffen und in nicht weniger als 3 Sekunden in den Anschlag gebracht werden kann 48, oder die Waffe nicht schussfähig ist 49.
Gleiches gilt, wenn sich die Waffe in einem verschlossen Behältnis befindet 35.
Als verschlossenes Behältnis zählen Gegenstände, welche die Waffe aufnehmen und nicht von einem Menschen betreten werden können.
Eine Waffe im abgeschlossenen Keller allein ist demnach kein zulässiger Verschluss.
Auch der Transport im Kofferraum ist so nicht zulässig, da dieser ein Teil des Fahrzeuges ist, das wiederum betreten werden kann.
Eine Ausnahme besteht darin, wenn der Kofferraum vom Führerhaus getrennt ist (z.B.: Transporter, Pritsche, ...) oder der Kofferraum einen weiteren verschließbaren Behälter (z.B.: Werkzeugkiste, Transportbox für Hunde, ...) besitzt und die Waffe darin untergebracht ist.
Weiter sollte das Behältnis blickdicht und muss aus einem ausreichend festen Material sein sowie durch ein geeignete Verschlussvorrichtung vor willkürlichem Zugriff gesichert werden können 53.
Eine Plastiktüte ist demnach unzulässig.
Als Verschlussvorrichtung zählen u.a. Sicherheits-, Zahlen- und Vorhängeschlösser, Kabelbinder sowie Paketklebeband.
Im Übrigen ist eine Trennung von den BBs und der Waffe grundsätzlich nicht erforderlich, da eine BB keine Munition im Sinne des Gesetzes ist 54.
Jedoch darf die Waffe nicht beladen sein, da diese sonst schussbereit wäre.
ASGs mit einer Mündungsenergie über 0,5 Joule dürfen nicht vollautomatisch betrieben werden 38.
Vollautomatische Schusswaffen sind Waffen, die nach Abgabe eines Schusses selbsttätig erneut schussbereit sind und aus demselben Lauf mehrere Schüsse bei einmaliger Betätigung des Abzuges abgeben können 28.
Airsoftwaffen, die einmalig mehrere BBs verschießen (z.B.: Airsoftgranaten, Schrotgewehre, ...) sind keine Vollautomaten.
Verschießt hingegen eine ASG kurze Feuerstöße (z.B. in einem Burst-Modus), so gilt diese als Vollautomat.
Tuning nach oben
"Tuning" im Sinne des Waffengesetzes kann im Allgemeinen die Herstellung, Bearbeitung und Veränderung einer Waffe umfassen.
Dies umfasst somit auch Reparaturen!
Zusätzlich wird hierbei noch unterschieden, ob dies gewerbsmäßig oder nichtgewerbsmäßig erfolgt, wobei Abschnitte der gewerbsmäßigen auch für die nichtgewerbsmäßigen Herstellung anzuwenden sind 52.
Nachfolgend wird nur darauf eingegangen, was eine private, nicht gewerbsmäßige Person machen darf und was nicht.
Wesentliche Teile von Schusswaffen sind bei Airsoft relativ schwer zu fassen.
Grundsätzlich sind wesentliche Waffenteile den Schusswaffen gleichgestellt 24.
Dies bedeutet, dass diese wie ihre Airsoftwaffe behandelt werden müssen, für die sie bestimmt sind.
Das umfasst im Wesentlichen die Nutzung auf befriedetem Besitztum sowie die Lagerung und den Transport, aber auch dessen Bearbeitung.
Unter diesen Teilen zählen die nachfolgenden Gegenstände 25 58.
Gearbox als Ganzes
HPA Drop-In Kit als Ganzes
Griffstück mit Antriebsvorrichtung
Der Lauf zählt zu den wesentlichen Teilen einer Schusswaffe.
Es spielt keine Rolle, wie kurz oder lang das Rohr ist, solange dieses dem Geschoss eine gewisse Führung gibt.
Tuningläufe gehören zu den Austauschläufen 31.
Diese zählen in der Regel nicht zu den Wechselläufen, da ein Wechsellauf nur für eine bestimmte einzelne Waffe geeignet ist 44.
Die Gearbox als Ganzes genauso wie HPA Drop-In Kits gehören zu den wesentlichen Waffenteilen und werden als Verschluss definiert 26.
Einzelteile einer Gearbox sind hingegen nicht waffenrelevant, da diese einzeln betrachtet keine Funktion erfüllen.
Die Gearbox zählt nicht zu den Wechselsystemen 32.
Auch das Griffstück mit Antriebsvorrichtung als Ganzes zählt zu den wesentlichen Teilen einer Waffe.
Zu den Antriebsvorrichtungen zählt hierbei die Gearbox sowie die Abzugseinheit bei druckluft- und gasbetrieben ASGs (z.B.: GBB-Waffen, HPA Drop-In Kits, ...).
Das Griffstück als einzelnes ist kein wesentliches Teil einer Waffe.
Schalldämpfer, die für Airsoftwaffen bestimmt sind und den Mündungsknall deutlich mindern, werden ebenfalls den Schusswaffen gleichgestellt und müssen entsprechend gelagert und transportiert werden 27.
Grundsätzlich darf alles an einer Airsoft äußerlich verändert werden, solange es sich nicht um ein wesentliches Teil einer Schusswaffe handelt und das Aussehen der Waffe sich nicht wesentlich ändert 50.
Eine wesentliche Änderung des äußeren Erscheinungsbildes gilt als gegeben, wenn z.B. eine Langwaffe zu einer Kurzwaffe umgebaut wird.
Den Langwaffen werden im Wesentlichen alle Gewehre zugeordnet, zu den Kurzwaffen insbesondere Pistolen und Revolver 29 47.
Sollen Veränderungen im "Inneren" vorgenommen werden, so kann dies unter Umständen nicht erlaubt sein und ist daher mit Vorsicht zu genießen.
Oftmals können Irrtümer entstehen, da Begrifflichkeiten vom allgemeingebräuchlichen Verständnis abweichen.
Relevant beim Tuning ist, ob Arbeiten und Reparaturen an inneren Teilen die Definition der Herstellung erfüllen.
Dies ist der Fall, wenn wesentliche Teile einer Schusswaffe hergestellt werden oder wenn fertige Teile zu einer Schusswaffe zusammengesetzt werden.
Der Austausch von fertigen Teilen in einer Schusswaffe ist keine Herstellung im Sinne des Gesetzes, solange hierbei keine neue Schusswaffe entsteht.
Keine Herstellung im Sinne des Gesetzes ist außerdem, wenn die Waffe nur zur Pflege, Nachschau oder zum Austausch des Laufes zerlegt wird 40.
Auch die Bearbeitung bzw. Nacharbeit von wesentlichen Teilen einer Schusswaffe ist kritisch zu betrachten.
Kleinere Anpassungen z.B. des Laufes für den Einsatz eines R-Hop stellen keine Nacharbeit dar, da die Bearbeitung zur Einpassung nicht erforderlich ist und daher auch ohne diese Bearbeitung ausgetauscht werden kann 37.
Weiter wäre ein Austausch von wesentlichen Teilen einer Schusswaffe, die zur Einpassung eine Nacharbeit erfordern, erlaubnispflichtig 37.
Hiervon ist jedoch explizit der Austausch des Laufes ausgenommen und somit zulässig 50.
Dabei ist die Verwaltungsvorschrift unvollständig in Bezug auf das Gesetz, da der Austausch von wesentlichen Teilen hier als eine Bearbeitung dargestellt wird, ohne dass die Vorschrift auf die im Gesetz verankerte erforderliche Nacharbeit eingeht.
Das Ändern der Mündungsenergie, egal ob zur Leistungssteigerung oder zur Reduzierung (drosseln), ist im Sinne des Gesetzes unkritisch.
Mit dem Auftragen des Freizeichens darf die Waffe einen Wert bis zu 7,5 Joule besitzen.
Der Wechsel der Antriebsart ist mit Vorsicht zu genießen.
Im Sinne des Gesetzes gibt es bei Airsoftwaffen drei Antriebsarten.
Es gibt Druckluftwaffen (z.B. HPA), Federdruckwaffen (u.a. auch AEG bzw. S-AEG) und Druckgaswaffen (z.B. GBB oder CO2-Waffen) 30.
Die Art des Antriebes zu ändern ist nicht explizit verboten, zumal alle drei Arten im Gesetz unter einem Punkt zusammengeführt sind.
Daher könnte man z.B. auch HPA-Kits in eine S-AEG einbauen, solange die Einbauteile, die eingesetzt werden sollen, nicht zur Einpassung bearbeitet oder angepasst werden müssen 37.
Dem entgegen spricht jedoch wiederum die Verwaltungsvorschrift, welche den Austausch von wesentlichen als eine Bearbeitung darstellt, ohne dabei auf die im Gesetz verankerte erforderliche Nacharbeit einzugehen 50.
Auch eine Änderung der Funktionsweise im Sinne der Verwaltungsvorschrift wäre denkbar, auch wenn es hierzu keinen Bezug zum Waffengesetz gibt.
Daher bleibt hier zu sagen: Im Zweifel sollte man einen Umbau meiden, da eine abweichende Auslegung des Gesetzes wahrscheinlich sein kann.
Munition nach oben
ASGs verschießen in der Regel Rundkugeln (BBs).
Dennoch zählen diese nicht als Munition im Sinne des Gesetzes 33 sondern nur als Geschosse 54.
Als Munition zählen hingegen z.B. beladene Airsoftschrotpatronen oder 40mm-Airsoftgranaten, welche auch zeitgleich eine Stellung als Schusswaffe aufweisen.
Der Erwerb und Besitz von Airsoft-BBs ist erlaubnisfrei und unterliegt keiner Altersbeschränkung.
Airsoft-BBs müssen nicht gesichert oder gesondert gelagert werden, da sie nicht die Definition als Munition erfüllen.
Selbiges gilt für den Transport.
Zwei Ausnahmen können sich jedoch bilden.
Wenn sich BBs z.B. in einer beladenen Airsoftschrotpatrone oder 40mm-Airsoftgranate befinden, erfüllen diese zunächst die Definition als Munition 33.
Darüber hinaus dürfen diese jedoch sogar generell nicht transportiert werden, da diese Gegenstände zeitgleich eine Stellung als Waffe aufweisen.
Der Transport von Schusswaffen darf nicht schussbereit erfolgen 9.
In einem weiteren Fall dürfen z.B. auch Airsoftschrotpatronen bzw. 40mm-Airsoftgranaten mit Treibgas und ohne BB nicht zusammen mit einer Waffe oder Abschussvorrichtung (z.B. Granatwerfer) im selben Behältnis gelagert oder transportiert werden 18.
Diese Hülsen erfüllen in diesem Fall die Definition einer Kartuschenmunition.
Laser oder Taschenlampen sind verboten 39, sofern diese an eine Waffe fest angebracht werden oder auf Grund ihrer Konstruktion dazu bestimmt sind 45.
Auch Zieloptiken mit Laserentfernungsmesser sind demnach verboten.
Es spielt dabei keine Rolle, ob das Licht sichtbar ist oder nicht (Infrarot) 45.
Ein Verbot gilt nicht, wenn diese Gegenstände dauerhaft unbrauchbar gemacht wurden oder das Ziel nicht beleuchten oder markieren können.
Hierzu zählen u.a. Tracer (beleuchten nur das Geschoss), Simguns (werfen einen Laserimpuls nur bei Schussabgabe, wobei kein Zielen über den Laser möglich ist) als auch die bloße Montage an sich ohne Lampe und ohne Lampenaufnahme.
Bildwandler sind verboten 40, sofern diese zur Anbringung an einer Waffe bestimmt sind.
Hierzu zählen insbesondere Restlichtverstärker, Nachtsichtgeräte sowie auch Wärmebildkameras, welche für das Auge nicht mehr wahrnehmbare Strahlen sichtbar darstellen können 46.
Grundsätzlich zählen alltägliche Digital- und Videokameras nicht zu den Bildwandlern im Sinne des Gesetzes.
Dies ändert sich jedoch, wenn diese einen "Nachtmodus" besitzen und z.B. das umgebene Restlicht in ein Bild verstärkt wandeln können.
Messer sowie Bajonette mit einer festen Klinge dürfen - wie auch Airsoftwaffen - nicht in der Öffentlichkeit geführt werden 21.
Davon ab sind diese beim Airsoftspiel verboten, da der Einsatz mindestens eine gefährlichen Körperverletzung als auch Totschlag zur Folge haben kann 56 57.
Besteht die Klinge vom Messer bzw. Bajonett aus flexiblen Gummi oder Schaumstoff, so ist diese weder in ihrer Beschaffenheit, Handhabung oder ihrer Wirkungsweise dazu geeignet, Menschen ernsthaft zu verletzen 8 und sind demnach nicht verboten.
Zu der Pyrotechnik gehören insbesondere Gegenstände, die durch pyrotechnische Sätze eine Schall-, Rauch-, Nebel- oder Druckwirkung erzeugen 34.
Allgemein kann man damit sagen, dass hierzu Rauchgranaten und Böller gehören.
Zudem muss pyrotechnische Munition eine entsprechende Zulassung aufweisen 2.
Weiterhin ist zu beachten, dass diese grundsätzlich nicht im Wald eingesetzt werden darf, da dort das Legen von Feuer entsprechend jeweiliger Waldgesetze von Bund und Länder verboten ist, unabhängig davon, ob das Feuer brennend, schwelend, glimmend oder kaltverbrennend erfolgt.
Granaten, die kalte Gase verwenden, zum Beispiel Sound- und Airsofthandgranaten, zählen nicht als pyrotechnische Munition.
Fußnoten nach oben
§ 13 ff
§ 10 ff
§ 4 Absatz 1 Nummer 4
§ 11 Absatz 2
Anlage 6 Nummer 1
Anlage 6 Nummer 2
§ 1 Absatz 2 Nummer 2
§ 12 Absatz 3 Nummer 2
§ 12 Absatz 4 Nummer 1
§ 12 Absatz 4 Nummer 1 Buchstabe a
§ 33 Absatz 1
§ 33 Absatz 3
§ 35 Absatz 1 Nummer 2
§ 36 Absatz 1
§ 36 ff
§ 42 a Absatz 1 Nummer 3
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1.2 ff
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1.3
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1.3 ff
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1.3.4
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 2.2
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 2.5
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 2.9
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 3.1
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 3.5
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 3 Nummer 1 ff
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 3 Nummer 1.4
Anlage 1 Abschnitt 2 Nummer 13
Anlage 1 Abschnitt 2 Nummer 4
Anlage 1 Abschnitt 2 Nummer 8.2
Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.2.1.1
Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.2.4.1
Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.2.4.2
Anlage 2 Abschnitt 3 Unterabschnitt 2 Nummer 1
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 4.1 und 4.2
Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 4.3
Nummer 10.9.2
Nummer 12.3.3.2
Nummer 12.3.3.2 ff
Nummer 21.2
Nummer 24.3
Nummer 26.1
Nummer 36.2.1 ff
Nummer 36.2.2
§§ 123 bis 127
§§ 211 bis 222
§§ 223 bis 229
BKA Feststellungsbescheid (AZ: SO 11 - 5164.01-Z-152)

References: § 13

§ 10

§ 4

§ 11

§ 1

§ 12

§ 12

§ 12

§ 33

§ 33

§ 35

§ 36

§ 36

§ 42