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Timestamp: 2020-01-22 09:31:27+00:00

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BFH, 02.03.1993 - VIII R 13/91 - dejure.org
https://dejure.org/1993,482
BFH, 02.03.1993 - VIII R 13/91 (https://dejure.org/1993,482)
BFH, Entscheidung vom 02.03.1993 - VIII R 13/91 (https://dejure.org/1993,482)
BFH, Entscheidung vom 02. März 1993 - VIII R 13/91 (https://dejure.org/1993,482)
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EStG 1974 § 11 Abs. 1 Satz 1, § 20 Abs. 1 Nrn. 1 und 4, Abs. 2 Nr. 1
Kapitaleinkünfte - Aktienkauf - Rücknahme
§§ 11 Abs. 1 Satz 1, 20 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 4, Abs. 2 Nr. 1 EStG
Einkommensteuer; Zufluß der Kapitalerträge bei einer Zinsgarantie bei Rückgabe von Aktien
a) Dabei stellt die Regelung in § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG lediglich klar (dazu Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 2. März 1993 VIII R 13/91, BFHE 171, 48, BStBl II 1993, 602), dass unter die sonstigen --d.h. nicht als Gewinnanteil (Dividende) ausgekehrten-- Bezüge i.S. von § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG alle Zuwendungen in Geld oder Geldeswert (§ 8 Abs. 1 EStG) zu fassen sind, die dem Gesellschafter --entweder von der Kapitalgesellschaft selbst oder von einem Dritten-- aufgrund seines Gesellschaftsverhältnisses (…BFH-Urteil vom 14. Oktober 2002 VIII R 42/01, BFH/NV 2003, 307) zufließen, soweit die Vorteilszuwendungen nicht als --von der Steuerbarkeit ausgeschlossene-- Kapitalrückzahlung zu werten sind (vgl. § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG 1999: Ausschüttungen unter Verwendung von sog. EK 04; zur Rückzahlung von Nennkapital s. Senatsurteil vom 29. Juni 1995 VIII R 69/93, BFHE 178, 166, BStBl II 1995, 725).
Unerheblich ist hiernach insbesondere, ob die Bezüge zu Lasten des Gewinns oder zu Lasten der Vermögenssubstanz der Gesellschaft geleistet werden (so bereits Entscheidungen des Reichsfinanzhofs --RFH-- vom 16. April 1930 VI A 597/30, RStBl 1930, 364; vom 26. Februar 1936 VI A 851/35, RStBl 1936, 754;… Wassermeyer in Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, Einkommensteuergesetz, Kommentar, § 20 Rdnr. C 28, m.w.N.); auch kommt es nicht darauf an, in welche zivilrechtliche Form die Vorteilsgewährung gekleidet ist (BFH-Urteil in BFHE 171, 48, BStBl II 1993, 602).
Das Urteil des BFH vom 02. März 1993 VIII R 13/91 (Bundessteuerblatt - BStBl - II 1993, 602) sei hier nicht einschlägig.
Aus Vermögensmehrungen könnten sich folglich nur insoweit Kapitalerträge im Sinne des § 20 EStG ergeben, als in ihnen Entgelt für die Kapitalnutzung enthalten sei (Urteil des BFH vom 02. März 1993 VIII R 13/91, a.a.O., Seite 603).
Der Bekl führe als Beleg für seine Rechtsauffassung im Wesentlichen das Urteil des BFH vom 02. März 1993 VIII R 13/91 (…a.a.O.) an.
Der BFH führe in seinem Urteil vom 02. März 1993 VIII R 13/91 (…a. a. O., S. 603) allerdings auch aus, dass Aktionären auch aufgrund einer Dividendengarantie eines Dritten Kapitalerträge im Sinne des § 20 EStG zufließen könnten.
Es bestehe insoweit eine Parallele zu dem vom Bekl zitierten Urteil des BFH vom 02. März 1993 VIII R 13/91 (…a.a.O.).
Das vom Finanzamt zitierte Urteil des BFH vom 02. März 1993 VIII R 13/91 (…a.a.O.) werde von den Kl bzw. deren Vertretern falsch dargestellt.
Grundsätzlich nicht zu berücksichtigen im Rahmen der Einkünfte aus Kapitalvermögen sind nach ständiger Rechtsprechung (vgl. das Urteil des BFH vom 02. März 1993 VIII R 13/91, a.a.O.) und herrschender Meinung im Schrifttum (…vgl. z. B. Schmidt/Heinicke EStG § 20 Rz. 5) Wertveränderungen der Kapitalanlage.
Aus Wertsteigerungen ergeben sich nur insoweit Kapitalerträge i. S. des § 20 EStG, als in ihnen Nutzungen enthalten sind (Urteil des BFH vom 02. März 1993 VIII R 13/91, a. a. O.).
Dem ist der BFH im Gutachten vom 27. November 1956 I D 1/56 S (…a.a.O., betreffend Dividendengarantiezahlungen eines Organträgers an Minderheitsgesellschafter des Organs) und im Urteil vom 02. März 1993 VIII R 13/91 (…a.a.O.) gefolgt.
Nur ausnahmsweise können sich aus Wertsteigerungen Kapitalerträge i.S. von § 20 EStG ergeben, wenn und soweit in ihnen Nutzungen enthalten sind (vgl. BFH-Urteil vom 2. März 1993 VIII R 13/91, BFHE 171, 48, BStBl II 1993, 602, m.w.N.).
Steuerbar sind alle Vermögensmehrungen, die bei wirtschaftlicher Betrachtung Entgelt für die Kapitalnutzung darstellen (Senatsurteil vom 2. März 1993 VIII R 13/91, BFHE 171, 48, 51, BStBl II 1993, 602, 603, m.w.N.).
In dieser Systematik der Kapitalertragsbesteuerung ist es angelegt, dass sich aus Wertsteigerungen der Kapitalanlage insoweit nur ausnahmsweise Kapitalerträge i.S. von § 20 EStG ergeben, als in ihnen Nutzungsvergütungen enthalten sind (vgl. BFH-Urteile vom 2. März 1993 VIII R 13/91, BFHE 171, 48, BStBl II 1993, 602, m.w.N.; in BFHE 133, 35, BStBl II 1981, 465).
Die Besteuerung der Einkünfte aus Kapitalvermögen wird von dem Grundsatz beherrscht, dass zwischen dem Kapitalvermögen als solchem und dem Ertrag als Frucht des Kapitals zu unterscheiden ist; grundsätzlich wirken sich deshalb Wertänderungen der Kapitalanlage als solche auf die Besteuerung der erzielten Erträge im Rahmen des § 20 EStG nicht aus (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 9. Oktober 1979 VIII R 67/77, BFHE 129, 132, BStBl II 1980, 116, m.w.N.; vom 11. Februar 1981 I R 98/76, BFHE 133, 35, BStBl II 1981, 465; vom 15. Dezember 1987 VIII R 281/83, BFHE 154, 456, BStBl II 1989, 16; vom 27. Juni 1989 VIII R 30/88, BFHE 157, 541, BStBl II 1989, 934; vom 2. März 1993 VIII R 13/91, BFHE 171, 48, BStBl II 1993, 602).
Ausnahmsweise können sich aus Wertsteigerungen Kapitalerträge i.S. des § 20 EStG insoweit ergeben, als in ihnen Nutzungen enthalten sind (vgl. BFH in BFHE 171, 48, BStBl II 1993, 602, 603, m.w.N.).
Daraus ergibt sich, dass als Einnahmen aus Kapitalvermögen alle Vermögensmehrungen zu erfassen sind, die sich wirtschaftlich betrachtet als Entgelt für die Kapitalnutzung darstellen (vgl. z.B. Senatsurteile vom 2. März 1993 VIII R 13/91, BFHE 171, 48, BStBl II 1993, 602;… vom 14. Juni 1994 VIII R 14/93, BFH/NV 1995, 377).
Zu den besonderen Entgelten oder Vorteilen gehörten alle Vermögensmehrungen, die bei wirtschaftlicher Betrachtung ein Entgelt für die Kapitalüberlassung darstellten (BFH-Urteile vom 25. Juni 1974, BStBl II 1975, 735 und vom 2. März 1993, BStBl II 1993, 602).
a) Dabei stellt die Regelung in § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG lediglich klar (dazu BFH-Urteil vom 2. März 1993 VIII R 13/91, BStBl II 1993, 602), dass unter die sonstigen - d. h. nicht als Gewinnanteil (Dividende) ausgekehrten - Bezüge im Sinne von § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG alle Zuwendungen in Geld oder Geldeswert gemäß § 8 Abs. 1 EStG zu fassen sind, die dem Gesellschafter - entweder von der Kapitalgesellschaft selbst oder von einem Dritten - aufgrund seines Gesellschaftsverhältnisses (…BFH-Urteil vom 14. Oktober 2002 VIII R 41/01, BFH/NV 2003, 307) zufließen, soweit die Vorteilszuwendungen nicht als - von der Steuerbarkeit ausgeschlossene - Kapitalrückzahlung zu werten sind.
Unerheblich ist hiernach insbesondere, ob die Bezüge zu Lasten des Gewinns oder zu Lasten der Vermögenssubstanz der Gesellschaft geleistet werden (so bereits Entscheidungen des RFH vom 16. April 1930 VI A 597/30, RStBl 1930, 364 und vom 26. Februar 1936 VI A 851/35, RStBl 1936, 754;… Wassermeyer in Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, Kommentar, § 20 Rdnr. C 28, m. w. N.); auch kommt es nicht darauf an, in welche zivilrechtliche Form die Vorteilsgewährung gekleidet ist (BFH-Urteil vom 2. März 1993 VIII R 13/91, a.a.O.).

References: § 11
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 § 8
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