Source: http://www.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Leiharbeitnehmerin_klagt_equal_pay_ein_Arbeitsgericht_Frankfurt_3Ca422-11_u.html
Timestamp: 2020-04-08 23:00:33+00:00

Document:
ArbG Frankfurt (Oder), Urteil vom 09.06.2011, 3 Ca 422/11 - HENSCHE Arbeitsrecht
ArbG Frank­furt (Oder), Ur­teil vom 09.06.2011, 3 Ca 422/11
Schlagworte: Aussetzung, Equal-Pay-Klage, Tariffähigkeit der CGZP
Gericht: Arbeitsgericht Frankfurt (Oder)
Ar­beits­ge­richt Frank­furt (Oder)
3 Ca 422/11
Verkündet am 09.06.2011
In dem Rechts­streit:
hat das Ar­beits­ge­richt Frank­furt (Oder), 3. Kam­mer, auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 09.06.2011 durch die Rich­te­rin am Ar­beits­ge­richt als Vor­sit­zen­de so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter für Recht er­kannt:
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin 14.809,29 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 11.03.2011 zu zah­len.
3. Die Be­klag­te hat 91 % der Kos­ten; die Kläge­rin hat 9 % der Kos­ten zu tra­gen.
4. Der Streit­wert wird auf 16.285,05 Eu­ro fest­ge­setzt.
Die Par­tei­en strei­ten über Ent­gelt­ansprüche aus ei­nem Leih­ar­beits­ver­trag auf der Grund­la­ge des equal pay An­spruchs.
Die ### Jah­re al­te Kläge­rin war vom 04.05.2009 bis 30.06.2010 bei der Be­klag­ten als Zeit­ar­beit­neh­me­rin im Mon­ta­ge­be­reich mit ei­ner wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von 35 St­un­den und ei­nem Brut­to­stun­den­lohn von 6,00 Eu­ro für die Mo­na­te Mai und Ju­ni 2009, ab Ju­li 2009 von 6,15 Eu­ro beschäftigt. Die Kläge­rin wur­de von der Be­klag­ten in der Fir­ma ### in Ber­lin ein­ge­setzt.
Am 01.07.2010 wur­de die Kläge­rin von dem Ent­lei­her­un­ter­neh­men, der### über­nom­men. Dort ver­rich­tet sie die glei­che Ar­beit wie zu­vor im Ver­trags­verhält­nis mit der Be­klag­ten und erhält ab dem 01.07.2010 bei ei­ner wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von 35 St­un­den ein Brut­to­mo­nats­ent­gelt von 1.984,00 Eu­ro. Dies ent­spricht ei­nem Brut­to­stun­den­lohn von 12,84 Eu­ro.
In dem zwi­schen den Par­tei­en am 30.04.2009 ver­ein­bar­ten Ar­beits­ver­trag war, so­weit für den Rechts­streit von Be­deu­tung, Fol­gen­des ver­ein­bart:
„§ 1 Ta­rif­li­che Be­stim­mun­gen
Die Rech­te und Pflich­ten die­ses Ar­beits­ver­tra­ges be­stim­men sich nach den zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber­ver­band Mit­teständi­scher Per­so­nal­dienst­leis­ter (AMP) und der Ta­rif­ge­mein­schaft christ­li­cher Ge­werk­schaf­ten Zeit­ar­beit und PSA (CG­ZP) ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträgen, be­ste­hend aus Man­tel-, Ent­gelt­rah­men-, Ent­gelt- und Beschäfti­gungs­si­che­rungs­ta­rif­verträgen so­wie et­wai­gen ergänzen­den oder er­set­zen­den Ta­rif­verträgen, in ih­rer je­weils gülti­gen Fas­sung. Dies gilt auch, wenn der Mit­ar­bei­ter nicht Mit­glied ei­ner Ge­werk­schaft der in Satz 1 ge­nann­ten Ta­rif­ge­mein­schaft ist.
Gemäß der in § 2 ge­nann­ten Tätig­keits­be­zeich­nung wird der Mit­ar­bei­ter in die Ent­gelt­grup­pe E 1 gemäß es in § 1 Abs. 1 ge­nann­ten Ent­gelt­rah­men­ta­rif­ver­tra­ges ein­grup­piert.
Der Mit­ar­bei­ter erhält
x ein ta­rif­li­ches Ent­gelt, des­sen Höhe sich nach den Be­stim­mun­gen der in § 1 Abs. 1 ge­nann­ten Ta­rif­verträge be­misst (ta­rif­li­che Ent­gelt). Der St­un­den­lohn beträgt da­nach der­zeit 6,00 Eu­ro brut­to.
§ 14 Aus­schluss­fris­ten
Lehnt die an­de­re Ver­trags­par­tei die Erfüllung des An­spruchs schrift­lich ab oder erklärt sie sich nicht in­ner­halb von ei­nem Mo­nat nach der Gel­tend­ma­chung des An­spruchs, so verfällt die­ser, wenn er nicht in­ner­halb von drei Mo­na­ten nach Ab­leh­nung oder Frist­ab­lauf ge­richt­lich gel­tend ge­macht wird."
Mit Ände­rungs­ver­trag vom 06.04.2010 ver­ein­bar­ten die Par­tei­en rück­wir­kend ab dem 01.01.2010 nach­fol­gen­de Ände­run­gen:
(Ände­rung des Ab­sat­zes 1)
Die Rech­te und Pflich­ten die­ses Ar­beits­ver­tra­ges be­stim­men sich nach den zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber­ver­band Mit­telstädti­scher Per­so­nal­dienst­leis­ter e. V. (AMP) und der Ta­rif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Ge­werk­schaf­ten Zeit­ar­beit und PSA (CG­ZP), der Christ­li­chen Ge­werk­schaft Me­tall (CGM), der DHV — Die Be­rufs­ge­werk­schaft e. V. (DHV), dem Beschäftig­ten­ver­band In­dus­trie, Ge­wer­be, Dienst­leis­tung (BIGD), dem Ar­beit­neh­mer­ver­band land- und ernährungs­wirt­schaft­li­cher Be­ru­fe (ALEB) so­wie med­so­net.
Die Ge­sund­heits­ge­werk­schaft (med­so­net) ge­schlos­se­nen be­ste­hend aus Man­tel-, Ent­gelt­rah­men, Ta­rif­verträgen, Ent­gelt- der­zeit und Beschäfti­gungs­si­che­rungs­ta­rif­verträgen so­wie et­wai­gen ergänzen­den oder er­set­zen­den Ta­rif­verträgen, in ih­rer je­weils gülti­gen Fas­sung. Dies gilt auch, wenn der Mit­ar­bei­ter nicht Mit­glied ei­ner der in Satz 1 ge­nann­ten Ge­werk­schaf­ten oder der Ta­rif­ge­mein­schaft ist."
Die Kläge­rin er­hielt von der Be­klag­ten mo­nat­li­che Ent­gel­tab­rech­nun­gen für die Zeit von Mai 2009 bis Ju­ni 2010, in de­nen in den Mo­na­ten Mai und Ju­ni 2009 die St­un­den mit 6,00 Eu­ro brut­to, ab Ju­li 2009 mit 6,15 Eu­ro brut­to ab­ge­rech­net wur­den. Zusätz­lich er­hielt die Kläge­rin im Jahr 2009 Fahrt­kos­ten in Höhe von 156,00 Eu­ro bis 276,00 Eu­ro mo­nat­lich. Die Höhe der Fahrt­kos­ten va­ri­ier­te. Die Ent­gel­tab­rech­nun­gen und die von der Kläge­rin ge­leis­te­ten St­un­den sind zwi­schen den Par­tei­en un­strei­tig.
Die Kläge­rin hat fol­gen­de Net­to­zah­lun­gen (Ent­gelt, Fahrt­kos­ten und VWL) er­hal­ten:
899,40 Eu­ro
06/09 1.029,74 Eu­ro
07/09 1.057,24 Eu­ro
08/09 973,21 Eu­ro
09/09 1.015,97 Eu­ro
10/09 991,97 Eu­ro
11/09 973,21 Eu­ro
12/09 946,25 Eu­ro
01/10 968,55 Eu­ro
02/10 833,41 Eu­ro
03/10 1.242,03 Eu­ro
04/10 1.122,82 Eu­ro
05/10 1.379,68 Eu­ro
06/10 1.316,55 Eu­ro
ins­ge­samt 14.750,03 Eu­ro net­to.
Am 14.12.2010 ent­schied das Bun­des­ar­beits­ge­richt, dass die CG­ZP kei­ne ta­riffähi­ge Or­ga­ni­sa­ti­on sei und da­her kei­nen Ta­rif­ver­trag ab­sch­ließen könne (BAG, Be­schluss vom 14.12.2010, 1 ABR 19/10, NZA 2011, 289 — 300).
Mit der am 09.03.2011 beim Ar­beits­ge­richt Frank­furt (Oder) ein­ge­gan­ge­nen, der Be­klag­ten am 11.03.2011 zu­ge­gan­ge­nen Kla­ge be­gehrt die Kläge­rin die Zah­lung der Dif­fe­renz zwi­schen dem von der Be­klag­ten ab­ge­rech­ne­ten und ge­zahl­ten Brut­to­stun­den­lohn und dem St­un­den­lohn, den sie als An­ge­stell­te in der Fir­ma ### er­hal­ten hat.
Die Kläge­rin ist der An­sicht, dass sie ei­nen An­spruch auf Equal pay aus §§ 9 Ziff. 2, 10 Abs. 4 Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ge­setz ha­be. Dies fol­ge aus der Ta­rif­unfähig­keit der CG­ZP und der sich dar­aus er­ge­ben­den Nich­tig­keit der ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge. Al­le auf de­ren Ta­rif­verträge be­ru­hen­den Ent­gelt­ver­ein­ba­run­gen sei­en da­nach un­wirk­sam. Die Be­klag­te sei ver­pflich­tet, die Ent­loh­nung der Kläge­rin nach dem bei dem Ent­lei­her, der Fa. ### gel­ten­den Grundsätze vor­zu­neh­men. Die Be­klag­te schul­de der Kläge­rin da­nach die Nach­zah­lung der Dif­fe­renz zwi­schen der für Stamm­ar­bei­ter der Fa. ### ge­zahl­ten Vergütung und der von der Be­klag­ten ge­zahl­ten Vergütung, d. h., in den Mo­na­ten Mai und Ju­ni 2009 je­weils 6,84 Eu­ro brut­to pro St­un­de und in den Mo­na­ten Ju­li 2009 bis Ju­ni 2010 je­weils 6,70 Eu­ro brut­to pro St­un­de.
Die Kläge­rin meint, die Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts sei nicht al­lein ge­gen­warts­be­zo­gen, son­dern las­se den ein­deu­ti­gen Schluss zu, dass das BAG auch für die Ver­gan­gen­heit da­von aus­ge­he, dass die CG­ZP nicht ta­riffähig ge­we­sen sei.
Die Be­klag­te könne sich auch nicht auf Ver­trau­ens­schutz be­ru­fen. Die durch die Be­klag­te zu Las­ten der Kläge­rin be­gan­ge­nen Verstöße ge­gen die Be­stim­mun­gen des AÜG ließen sich nicht nachträglich auf die­se Wei­se recht­fer­ti­gen.
Die Kläge­rin ist der An­sicht, die von der Be­klag­ten im Ände­rungs­ver­trag vom 06.04.2010 ab­ge­schlos­se­nen Ver­wei­se auf die neu­en Ta­rif­verträge sei­en eben­falls un­wirk­sam.
Die Kläge­rin meint, ih­re Ansprüche sei­en auch nicht durch Aus­schluss­fris­ten ver­fal­len. Hin­sicht­lich der in den CG­ZP-Ta­rif­verträgen ent­hal­te­nen Aus­schluss­fris­ten würden die­se des­sen Schick­sal tei­len und sei­en da­nach un­be­acht­lich. Die ver­trag­li­chen Aus­schluss­fris­ten kämen nicht zur An­wen­dung, da es ihr auch nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 01.12.2010 nicht zu­ge­mu­tet wer­den könne, die Ent­gelt­ansprüche vor­ab gel­tend zu ma­chen.
Die Kläge­rin be­zif­fert ih­ren An­spruch an­hand der von der Be­klag­ten ab­ge­rech­ne­ten St­un­den und der Dif­fe­renz von 6,84 Eu­ro pro St­un­de für die Mo­na­te Mai und Ju­ni 2009 und von 6,70 Eu­ro pro St­un­de für die Mo­na­te Ju­li 2009 bis Ju­ni 2010. Für die ge­naue Be­rech­nung wird auf Blatt 8 — 10 der Ak­te ver­wie­sen.
Hilfs­wei­se be­zif­fert die Kläge­rin den An­spruch nach dem Brut­to­mo­nats­ent­gelt von 1.984,00 Eu­ro x 14 Mo­na­te abzüglich der ge­nann­ten Net­to­zah­lun­gen.
1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie ei­nen Be­trag in Höhe von 16.285,05 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Kla­ge­zu­stel­lung zu zah­len,
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an die Kläge­rin ei­nen Be­trag von 27.272,00 Eu­ro brut­to abzüglich dar­auf durch die Be­klag­te ge­leis­te­te Zah­lun­gen in Höhe von 14.750,03 Eu­ro net­to nebst Zin­sen von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Kla­ge­zu­stel­lung zu zah­len.
Sie meint, die Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vorn 14.12.2010 sei rein ge­gen­warts­be­zo­gen und ent­fal­te kei­ner­lei Rück­wir­kung, son­dern Rechts­wir­kun­gen al­lein für die Zu­kunft.
Darüber hin­aus könne sie sich be­rech­tigt auf Ver­trau­ens­schutz be­ru­fen. Sie sei bis zur Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 14.12.2010 von der Wirk­sam­keit der sei­tens der CG­ZP ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge aus­ge­gan­gen. Darüber hin­aus gel­ten für die Kläge­rin ab dem 01.01.2010 die im Ände­rungs­ver­trag ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge.
Wei­ter­hin ist die Be­klag­te der An­sicht, sämt­li­che Ansprüche der Kläge­rin sei­en ver­fris­tet. Die Kläge­rin ha­be die un­ter § 14 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 30.04.2009 wirk­sa­me Aus­schluss­frist nicht ge­wahrt. Die­se Aus­schluss­frist hal­te ei­ner AGB-Kon­trol­le stand, et­wai­ge Dif­fe­renz­lohn­ansprüche sei­en ent­spre­chend der ar­beits­ver­trag­li­chen Ab­re­de für je­den Mo­nat am 21. des Fol­ge­mo­nats fällig ge­wor­den.
Darüber hin­aus würden auch die Aus­schluss­fris­ten aus dem Man­tel­ta­rif­ver­trag vom 15.03.2010 grei­fen.
Wei­ter­hin meint die Be­klag­te, dass die gel­tend ge­mach­ten Ansprüche für Mai und Ju­ni gern. § 9 Ziff. 2 AÜG nicht be­rech­tigt sei­en, da die Kläge­rin vor Ab­schluss des Ar­beits­verhält­nis­ses mit ihr ar­beits­los war und der Kläge­rin von ihr ein höhe­res Net­to­ent­gelt als das zu­letzt be­zo­ge­ne Ar­beits­ent­gelt gewährt wur­de. Auch hätten in die Lohn­dif­fe­renz die der Kläge­rin ge­zahl­ten Fahrt­kos­ten ein­be­zo­gen wer­den müssen, so dass es le­dig­lich auf ei­ne Net­to­ver­gleichs­be­rech­nung ankäme.
We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf die zwi­schen den Par­tei­en ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen, die zum In­halt der münd­li­chen Ver­hand­lung ge­macht wur­den, ver­wie­sen.
Die Kla­ge ist zulässig und hin­sicht­lich des Ent­gelt­an­spruchs für die Zeit vom 15.6.2009 —30.6.2010 in Höhe von 14.809,29 Eu­ro be­gründet, für die Zeit vom 4.5.2009 — 14.6.2009 in Höhe von 1.475,76 Eu­ro un­be­gründet.
Die Kläge­rin hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung der Dif­fe­renz zwi­schen dem ge­zahl­ten St­un­den­lohn von 6,00 Eu­ro bzw. 6,15 Eu­ro und dem St­un­den­lohns in Höhe von 12,84 € aus dem Grund­satz des equal pay nach §§ 9 Zif­fer 2, 10 Abs. 4 AÜG auf der Ba­sis der in den Ab­rech­nun­gen an­ge­ge­be­nen St­un­den.
Nach §§ 9 Zif­fer 2, 10 Abs. 4 AÜG hat der Leih­ar­beit­neh­mer ge­gen den Ver­lei­her ei­nen An­spruch auf Zah­lung des Lohns ver­gleich­ba­rer Ar­beit­neh­mer des Ent­lei­hers, wenn sei­ne Vergütung für die Über­las­sens­zeit un­ter die­ser Lohnhöhe liegt. Die o. g. Re­ge­lung der §§ 9,10 AÜG fußt auf der Richt­li­nie 2008/104 EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes über Leih­ar­beit vom 5.10.2008 ( Egal pay Richt­li­nie) und soll den über­las­se­nen Ar­beit­neh­mer wirt­schaft­lich so stel­len wie ei­nen ver­gleich­ba­ren Ar­beit­neh­mer des Ent­lei­hers.
Von die­sem Grund­satz kann ab­ge­wi­chen wer­den, wenn ein ein­schlägi­ger Ta­rif­ver­trag vor­liegt, der kraft Ta­rif­bin­dung für die Ar­beits­ver­trags­part­ner An­wen­dung fin­det oder wenn in des­sen Gel­tungs­be­reich nicht ta­rif­ge­bun­de­ne Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer die An­wen­dung der ta­rif­li­chen Re­ge­lung ver­ein­bart ha­ben. Ist der ver­ein­bar­te Ta­rif­ver­trag un­wirk­sam, kommt der Grund­satz des equal pay wie­der zum tra­gen.
Die Par­tei­en ha­ben in ih­rem Ar­beits­ver­trag vom 30.4.2009 die An­wen­dung des Ta­rif­ver­tra­ges, der zwi­schen dem Ar­beit­ge­ber­ver­band Mit­telständi­scher Per­so­nal­dienst­leis­ter (AMP) und der Ta­rif­ge­mein­schaft Christ­li­che Ge­werk­schaf­ten Zeit­ar­beit und PSA (CG­ZP) ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge ver­ein­bart.
Wie das BAG in sei­ner Ent­schei­dung vom 14.12.2009 (AZ: 1 ABR 19/10, NZA 2011,289-300) fest­ge­stellt hat, ist die CG­ZP kei­ne ta­riffähi­ge Or­ga­ni­sa­ti­on. Die CG­ZP ist kei­ne Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on nach § 2 Abs. 3 TVG, weil sich ih­re Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten nicht im Um­fang ih­rer Ta­riffähig­keit zu­sam­men­ge­schlos­sen ha­ben. Außer­dem geht der in der Sat­zung der CG­ZP fest­ge­leg­te Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reich für die ge­werb­li­che Ar­beit­neh­merüber­las­sung über den ih­rer Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten hin­aus (BAG vom 14.12.2010, aaO).
Die­se Ent­schei­dung gilt ent­ge­gen der Mei­nung der Be­klag­ten nicht nur für die Zu­kunft (ex nunc), son­dern auch für die Ver­gan­gen­heit und stellt fest, dass die CG­ZP auch in der von der Kläge­rin gel­tend ge­mach­ten Zeit­raum nicht ta­riffähig war und da­mit kei­ne wirk­sa­men Ta­rif­verträge ab­sch­ließen konn­te. Wie das BAG be­reits in sei­ner Ent­schei­dung vom 15.11.2006 (10 ARZ 665/05, NZA 2007, 448) fest­ge­stellt hat ent­fal­tet ei­ne rechts­kräfti­ge Ent­schei­dung nach §§ 2a Abs. 1, Nr. 4, 97 Abs. 1 ArbGG nicht nur für die Zu­kunft Rechts­wir­kung, son­dern auch für die Ver­gan­gen­heit. Dies gilt ins­be­son­de­re dann, wenn sich kei­ne Umstände er­ge­ben, die die Ta­riffähig­keit ent­ge­gen der ge­richt­li­chen Ent­schei­dung bestäti­gen würden (BAG vom 15.11.2006 aaO).
Zwar hat das BAG in sei­nem Be­schluss vom 14.12.2010 in Rand­num­mer 34 und 63 dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Anträge ge­gen­warts­be­zo­gen sind. Dies be­deu­tet je­doch nicht, dass sie nur für die Zu­kunft ab dem 14.12.2010 wir­ken. Das BAG hat die Sat­zung der CG­ZP vom 8.10.2009 über­prüft und fest­ge­stellt, dass die CG­ZP auf­grund die­ser Sat­zung nicht ta­riffähig ist. Ei­ne Ar­beit­neh­mer­ver­ei­ni­gung ist nach der Recht­spre­chung des BAG ta­riffähig, wenn sie sich als sat­zungsmäßige Auf­ga­be die Wahr­neh­mung der In­ter­es­sen ih­rer Mit­glie­der in der Ei­gen­schaft als Ar­beit­neh­mer ge­setzt hat und wil­lens ist, Ta­rif­verträge ab­zu­sch­ließen (BAG vom 14.12.2010, aaO, Rn 67). Da nach der Sat­zung 2009 kei­ne Ar­beit­neh­mer, son­dern nur die im CG­ZP zu­sam­men­ge­schlos­se­nen Ar­beit­neh­mer­ko­ali­tio­nen or­ga­ni­siert sind, ist die CG­ZP kei­ne ta­riffähi­ge Ar­beit­neh­mer­ver­ei­ni­gung. Da­mit hat das BAG ein­deu­tig fest­ge­stellt, dass die CG­ZP durch ih­re Sat­zung vom 8.10.2009 nicht ta­riffähig war, die­ser da­her zu­min­dest ab dem 8.10.2009 die Ta­riffähig­keit ab­ge­spro­chen.
Darüber hin­aus hat das BAG fest­ge­stellt, dass die Sat­zung 2009 der Sat­zung 2005 im Wort­laut ent­spre­che (Rn 110) und ein­deu­tig ist. Da­mit hat das BAG in­zi­den­ter auch die Sat­zung 2005 über­prüft. Für die Ta­riffähig­keit der CG­ZP ab 2005 kann da­her nichts an­de­res gel­ten (so auch Schle­gel, NZA 2011, S. 380,381; im Er­geb­nis auch ArbG Her­fort, 4.5.2011, 2 Ca 144/11, zi­tiert nach ju­ris ).
Le­dig­lich hilfs­wei­se wird dar­auf ver­wie­sen, dass der vom BAG ent­schie­de­ne Fes­testel­lungs­an­trag zu­min­dest auf den Zeit­punkt der An­trag­stel­lung beim Ar­beits­ge­richt Ber­lin, so­mit zum Herbst 2008 zurück­wir­ken muss. Zu die­sem Zeit­punkt ha­ben die An­trag­stel­ler mit eben die­sem An­trag das An­trags­ver­fah­ren nach §§ 97 Abs. 1, 2a Abs 1 Zif­fer 4 ArbGG ein­ge­lei­tet, über eben die­sen An­trag hat das Ar­beits­ge­richt Ber­lin am 1.4.2009 ge­gen­warts­be­zo­gen ent­schie­den. Der In­stan­zen­zug (LAG Ber­lin vom 7.12.2009, 23 TaBV 1016/09 und BAG vom 14.12.2010, 1 ABR 19/10) dien­te le­dig­lich der Über­prüfung der o. g. Ent­schei­dung des ArbG Ber­lin. So­mit fußt die BAG Ent­schei­dung ge­ra­de auf dem in Herbst 2008 ein­ge­lei­te­ten Ver­fah­ren und ent­schei­det über die da­mals wie auch zu­letzt ge­stell­ten Anträge hin­sicht­lich der Ta­riffähig­keit der CG­ZP. Da sich der Sach­ver­halt vom Ein­gang der An­trags­schrift beim ArbG Ber­lin bis zur Ent­schei­dung des BAG nicht geändert hat, le­dig­lich am 8.10.2009 ei­ne neue Sat­zung mit ei­nem für den Recht­streit be­deu­ten­den glei­chen In­halt in Kraft ge­tre­ten ist, wirkt die BAG Ent­schei­dung zu­min­dest bis zum Herbst 2008 zurück.
Da die CG­ZP während der ge­sam­ten Dau­er des hie­si­gen Ar­beits­verhält­nis­ses nicht ta­riffähig war, konn­te sie auch kei­ne wirk­sa­men Ta­rif­verträge ab­sch­ließen. Ei­ne Ab­wei­chung von der grundsätz­li­chen Re­ge­lung des An­spru­ches auf glei­chen Lohn nach §§ 9,10 AÜG liegt da­her nicht vor.
Das Ver­fah­ren ist auch nicht aus­zu­set­zen.
Nach § 97 Abs. 5 Satz 1 AGG hat das Ge­richt das Ver­fah­ren bis zur Er­le­di­gung ei­nes Be­schluss­ver­fah­rens nach § 2a Abs. 1 Zif­fer 4 ArbGG aus­zu­set­zen, wenn die Ent­schei­dung des Rechts­streits da­von abhängig ist, ob ei­ne Ver­ei­ni­gung ta­riffähig oder ob die Ta­rif­zuständig­keit der Ver­ei­ni­gung ge­ge­ben ist.
Die Aus­set­zung nach § 97 Abs. 5 Satz 1 ArbGG ist al­ler­dings nur dann ge­bo­ten, wenn die Fra­ge der Ta­rif­zuständig­keit oder der Ta­riffähig­keit zwei­fel­haft ist (BAG vom 23.10.1996, 4 AZR 409/95 , NZA 1997, 383 — 385). Ei­ne Aus­set­zung kommt nicht in Be­tracht, wenn über die Fra­ge der Ta­riffähig­keit be­reits rechts­kräftig ent­schie­den ist und kei­ne we­sent­li­che Verände­rung des zu­grun­de lie­gen­den Sach­ver­halts ein­ge­tre­ten ist (BAG vom 1.2.1983, 1 ABR 33/78, NJW 1984, 1710-1712; ArbG Dort­mund, 16.3.2011, 8 Ca 18/11, zi­tiert nach ju­ris).
Wie oben dar­ge­stellt, hat die Kam­mer kei­nen Zwei­fel, dass die Ent­schei­dung des BAG vom 14.12.2010 nicht nur für die Zu­kunft, son­dern auch zu­min­dest für die Dau­er des hier strei­ti­gen Zeit­punkts wirkt und die Ta­riffähig­keit der CG­ZP auch für die Ver­gan­gen­heit, d. h., ab der Sat­zung von 2005 nicht ge­ge­ben ist ( so auch ArbG Dort­mund vom 16.3.2011 aaO). Für ei­ne Aus­set­zung nach § 97 Abs. 5 Satz 1 ArbGG be­steht da­her ein Raum.
Die Be­klag­te kann sich auch nicht auf Ver­trau­ens­schutz be­ru­fen und konn­te nicht bis zur Ent­schei­dung des BAG vom 14.12.2010 von der Wirk­sam­keit der sei­tens der CG­ZP ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge aus­ge­hen.
Die da­hin­ge­hen­de Ar­gu­men­ta­ti­on un­ter an­de­rem von Thüsing, Men­gel (AÜG, 2. Aufl. § 9 Rn. 46 a) ist durch die kla­ren Wor­te des BAG: „Der gu­te Glau­be an die Ta­riffähig­keit ei­ner Ver­ei­ni­gung wird nicht geschützt" (BAG vom 15.11.2006, Leit­satz und Rn. Nr. 23 aaO) hinfällig. Dem ist nichts hin­zu­zufügen.
Die zwi­schen den Par­tei­en mit Ände­rungs­ver­trag vom 06.04.2010 rück­wir­kend zum 01.01.2010 ver­ein­bar­te An­wen­dung der Ta­rif­verträge des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des Mit­telstädti­scher Per­so­nal­dienst­leis­ter e. V. (AMP) und der Ta­rif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Ge­werk­schaft, Zeit­ar­beit und PSA (CG­ZP), der Christ­li­chen Ge­werk­schaft Me­tall (CGM), der DW, die Be­ru­fungs­ge­werk­schaft e. V. (DHV), dem Beschäftig­ten­ver­band In­dus­trie­ge­wer­be Dienst­leis­tung (BIGD) im Ar­beit­neh­mer­ver­band land- und ernährungs­wirt­schaft­li­che Be­ru­fe (ALEP) so­wie med­so­net können ei­ne wirk­sa­me Ta­rif­bin­dung der Par­tei­en nicht be­gründen. Die da­hin­ge­hen­de Ver­ein­ba­rung zwi­schen den Par­tei­en ist nach § 307 Abs. 1 S. 2 BGB un­wirk­sam.
Ei­ne ar­beits­ver­trag­li­che Re­ge­lung, wel­che die An­wen­dung be­stimm­ter Ta­rif­verträge re­gelt, oh­ne klar­zu­stel­len, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen der je­wei­li­ge Ta­rif­ver­trag zur An­wen­dung kommt, hält ei­ner In­halts­kon­trol­le gern. § 307 Abs. 1 BGB nicht stand (so auch ArbG Bie­le­feld vom 09.02.2010, 5 AZR 2730/09, zi­tiert nach ju­ris).
Der zwi­schen den Par­tei­en ver­ein­bar­te Ände­rungs­ver­trag stellt in die­sem Punkt als For­mu­lar­ar­beits­ver­trag ei­ne All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung dar. Es ist we­der vor­ge­tra­gen noch aus dem Ge­samt­zu­sam­men­hang er­sicht­lich, dass ge­ra­de die­se Re­ge­lung von den Par­tei­en in Ver­trags­ver­hand­lun­gen ex­pli­zit ver­ein­bart wur­de. Die Re­ge­lung un­ter­liegt da­her der In­halts­kon­trol­le gern. §§ 307 ff. BGB.
Gemäß § 307 Abs. 1 BGB sind Be­stim­mun­gen in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen un­wirk­sam, wenn sie den Ver­trags­part­ner des Ver­wen­ders ent­ge­gen dem Ge­bot von Treu und Glau­ben un­an­ge­mes­sen be­nach­tei­li­gen. Gemäß Satz 2 der Vor­schrift liegt ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung auch dann vor, wenn die Be­stim­mung nicht klar und verständ­lich ist. Nach dem Be­stimmt­heits­ge­bot des § 307 Abs. 1 S. 2 BGB müssen die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen und Rechts­fol­gen in ei­nem Ar­beits­ver­trag so ge­nau be­schrie­ben wer­den, dass kei­ne ver­meid­ba­ren Un­klar­hei­ten und kei­ne un­ge­recht­fer­tig­ten Spielräume für den Ver­wen­der ent­ste­hen. Ei­ne Klau­sel genügt dem Be­stimmt­heits­ge­bot, wenn sie im Rah­men des recht­lich und tatsächlich Zu­mut­ba­ren die Rech­te und Pflich­ten des Ver­trags­part­ners/des Ver­wen­ders so klar und präzi­se wie möglich um­schreibt (BGH, Ur­teil vom 03.03.2004, VIII ZR 153/03, NZM 2004, 379). Da­bei ist zu­dem zu be­ach­ten, dass ei­ne Ver­wei­sung auf die Vor­schrif­ten ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges, auch wenn sie dy­na­misch aus­ge­stal­tet ist, für sich ge­nom­men noch nicht zur In­trans­pa­renz führt. Sinn des Trans­pa­renz­ge­bots ist nämlich, der Ge­fahr vor­zu­beu­gen, dass der Ar­beit­neh­mer von Durch­set­zung be­ste­hen­der Rech­te ab­ge­hal­ten wird. Erst wenn die Ge­fahr be­steht, dass der Ar­beit­neh­mer we­gen un­klar ab­ge­fass­ter Be­stim­mun­gen sei­ne Rech­te nicht wahr­nimmt, liegt ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung i. S. d. § 307 Abs. 1 BGB vor (BAG vom 01.09.2010, 5 AZR 517/09 in NZA 2011, 575 — 576; BAG vom 10.12.2008, 4 AZR 801/07, NZA RR 2010, 7-15; BAG vom 14.03.2007, 5 AZR 630/06, NZA 2008, 45-48).
An­ge­wandt auf den vor­lie­gen­den Fall be­deu­tet dies, dass es für die Kläge­rin nach dem Ände­rungs­ver­trag vom 06.04.2010 nicht er­sicht­lich ist, wel­che ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen für sie nun­mehr gel­ten. Es wird auf Ta­rif­verträge von 5 ver­schie­de­nen Ge­werk­schaf­ten und dem Dach­ver­band ver­wie­sen, die zum Teil un­ter­schied­li­che An­wen­dungs­be­rei­che ha­ben bzw. aus ver­schie­den Bran­chen sind. Ins­be­son­de­re die ne­ben­ein­an­der ste­hen­den Ta­rif­verträge der Dach­ge­werk­schaft CG­ZP und der Ein­zel­ge­werk­schaf­ten las­sen nicht er­ken­nen, wel­che ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen die Be­klag­te nun­mehr an­wen­den will und ob zunächst die Ta­rif­verträge der CG­ZP und im Fall von de­ren Un­wirk­sam die übri­gen Ta­rif­verträge und wenn ja, wel­che gel­ten sol­len.
Durch die ar­beits­verträgli­che Re­ge­lung wird für die Kläge­rin nicht hin­rei­chend deut­lich, wann wel­che Re­ge­lung von wel­chem Ta­rif­ver­trag für das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zur An­wen­dung kom­men soll. Aus der Tätig­keit der Kläge­rin ist zunächst nicht of­fen­sicht­lich, un­ter wel­cher Bran­che die Kläge­rin fällt und ob die­se von den ge­nann­ten Ta­rif­verträgen um­fasst ist. Da­mit ent­spricht § 1 des Ände­rungs­ver­tra­ges vom 06.04.2010 nicht dem Be­stimm­heits- und Trans­pa­renz­ge­bot des § 307 Abs. 1 S. 2 BGB. Die Ver­wei­sung auf die Ta­rif­verträge nach § 307 Abs. 1 S. 1 BGB ist da­mit un­wirk­sam. Nach § 306 Abs. 1 BGB bleibt im Übri­gen der Ände­rungs­ver­trag wirk­sam.
Fol­gen der Un­wirk­sam­keit der Klau­sel nach § 307 BGB ist, dass sich der In­halt der Verträge nach den ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten rich­tet (§ 306 Abs. 2 BGB). Da­mit fin­det auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en kein Ta­rif­ver­trag An­wen­dung, so dass es nach §§ 9 Ziff. 2, 10 Abs. 4 AÜG bei dem Grund­satz der glei­chen Be­zah­lung ver­bleibt.
Der An­spruch der Kläge­rin ist auch nicht ver­fal­len.
Die ta­rif­li­chen Aus­schluss­fris­ten un­ter­lie­gen dem glei­chen Schick­sal wie der Ta­rif­ver­trag selbst. Ent­we­der kom­men sie we­gen der feh­len­den Ta­riffähig­keit der CG­ZP und der sich dar­aus er­ge­ben­den Nich­tig­keit des TV oder we­gen der Un­wirk­sam­keit der in Be­zug­nah­me nach § 307 Abs. 1 Zif­fer 2 BGB nicht zur An­wen­dung.
Die ein­zel­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Aus­schluss­fris­ten in § 14 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 30.4.2009 hal­ten zwar ei­ner ABG - Kon­trol­le stand. Sie sind we­der über­ra­schend noch mit 3 Mo­na­ten Frist für die schrift­li­che Gel­tend­ma­chung und 3 wei­te­ren Mo­na­ten Frist für die Kla­ge­ein­rei­chung zu kurz und be­nach­tei­li­gen die Kläge­rin nach der Recht­spre­chung des BAG nicht un­an­ge­mes­sen (Vgl. hier­zu BAG vom 28.9.2005, 5 AZR 52/05, NZA 2006, 149). Die ar­beits­ver­trag­li­chen Aus­schluss­fris­ten sind auch un­abhängig von der Gel­tung des Ta­rif­ver­tra­ges ver­ein­bart, so­dass es hier auf die Wirk­sam­keit der Ta­rif­verträge nicht an­kommt.
Den­noch ist der An­spruch der Kläge­rin nicht we­gen der in § 14 des Ar­beits­ver­tra­ges ver­ein­bar­ten Aus­schluss­fris­ten ver­fal­len, da der Lauf der Aus­schluss­fris­ten frühes­tens erst mit der Ent­schei­dung des BAG vom 14.12.2010 be­ginnt.
Die Aus­schluss­fris­ten die­nen dem Rechts­frie­den und der Rechts­si­cher­heit im Ver­trags­verhält­nis. Der Schuld­ner soll bin­nen ei­ner an­ge­mes­se­nen Frist dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den, wel­che Ansprüche ge­gen ihn noch gel­tend ge­macht wer­den (ErfK-Preis, 11. Aufl. 2011, § 194 — 218 BGB Rn 32).
Der Be­ginn der Aus­schluss­frist setzt die Fällig­keit des An­spruchs vor­aus. Ein An­spruch ist re­gelmäßig erst dann im Sin­ne ei­ner Aus­schluss­frist fällig, wenn der Gläubi­ger ihn annähernd be­zif­fern kann. Der Be­griff der Fällig­keit wird da­bei von den Ge­rich­ten für Ar­beits­sa­chen un­ter Ein­be­zie­hung des Kennt­nis­stan­des des Gläubi­gers und sub­jek­ti­ver Zu­rech­nungs­ge­sichts¬punk­te in­ter­es­sen­ge­recht aus­ge­legt (BAG 1.3.2006, 5 AZR 511/05, NZA 2006, 783 Rn 14; BAG vom 28.9.2005, 5 AZR 52/05, NZA 2006, 149 Rn 33). Hier­bei wird Rück­griff ge­nom­men auf die Re­ge­lun­gen zur Verjährung.
Für die Verjährung von Ansprüchen nach §§ 194 ff. BGB ist ne­ben den ob­jek­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen auch ei­ne sub­jek­ti­ve Kom­po­nen­te nach § 199 Abs. 1 Satz 2 BGB not­wen­dig. Der Wer­tung des § 199 Abs. 1 Satz 2 BGB ist auch in den Aus­schluss­fris­ten da­durch Rech­nung zu tra­gen, dass für den Fris­ten­be­ginn die Fällig­keit des An­spruchs maßge­bend ist. Nur wenn der An­spruch er­kenn­bar und durch­setz­bar ist, ist er fällig. Ei­ne an­de­re Re­ge­lung wäre mit dem Grund­ge­dan­ken, wo­nach für den Be­ginn der Verjährungs­frist Vor­aus­set­zung ist, dass der Gläubi­ger von den den An­spruch be­gründen­den Umständen Kennt­nis er­langt oder oh­ne gro­be Fahrlässig­keit er­lan­gen müss­te, un­ver­ein­bar ist (BAG 1.3.2006 aaO.).
Im Verjährungs­recht ist auch an­er­kannt, dass der Verjährungs­be­ginn dann we­gen Rechtsun­kennt­nis
hin­aus­ge­scho­ben sein kann, wenn die Rechts­la­ge unüber­sicht­lich oder zwei­fel­haft ist, so­dass sie selbst ein rechts­kun­di­ger Drit­ter nicht ein­zuschätzen ver­mag. In die­sen Fällen feh­le es an der Zu­mut­bar­keit der Kla­ge­er­he­bung als überg­rei­fen­der Vor­aus­set­zung für den Verjährungs­be­ginn (BGH 25.2.1999 — IX ZR 30/98, NJW 1999, 2041).
Auch die Li­te­ra­tur geht da­von aus, dass die Re­form des Verjährungs­rechts kon­kre­te Aus­wir­kun­gen auf den Be­ginn der Aus­schluss­fris­ten hat und stellt auf die Kennt­nis oder grob fahrlässi­ge Nicht­kennt­nis als Fris­ten­be­ginn ab (Thüsing, BB 2005, 1566).
Es ist da­mit zu­min­dest nicht grob fahrlässig, wenn der Ar­beit­neh­mer bei un­kla­rer Rechts­la­ge ei­ne rechts­kräfti­ge Ent­schei­dung der Ober­ge­rich­te ab­war­tet.
Bei An­wen­dung die­ser Kri­te­ri­en wur­de der Lauf der Aus­schluss­frist erst frühes­tens am 14.12.2010 in Gang ge­setzt. Bis zur Ent­schei­dung des BAG an die­sem Tag zur Ta­riffähig­keit der CG­ZP lag ei­ne un­si­che­re und zwei­fel­haf­te Rechts­la­ge vor. In der Li­te­ra­tur gab es zahl­rei­che, sich wi­der­spre­chen­de Rechts­po­si­tio­nen. So gin­gen z.B. Ja­cobs (ZfA 2010, 27), Thüsing (2. Aufl. § 9 AÜG Rn 46) und Lembke (NZA 2008, 451) von der Wirk­sam­keit der Ta­rif­verträge der CG­ZP aus, Schüren (NZA 2008, 453) und Brors (AuR 2010, 406) ver­nein­ten sie. Bis zur Ent­schei­dung des BAG vom 14.12.2010 war da­her ei­ne Pro­gno­se über die Ta­riffähig­keit der CG­ZP und da­mit auch der Wirk­sam­keit der Ta­rif­verträge völlig un­si­cher (so auch Schüren, AuR 2011, 142, 144). Für die Kläge­rin und vie­le Ar­beit­neh­mer war es un­ge­wiss, ob ein An­spruch be­steht oder nicht. Hier­bei ist zu be­den­ken, dass der An­spruch equal pay aus § 10 Abs. 4 AÜG erst ent­steht, wenn ein Ta­rif­ver­trag nicht oder nicht mehr zur An­wen­dung kommt. Erst in dem Mo­ment, in dem die Nich­tig­keit des Ta­rif­ver­trags rechts­kräftig fest­ge­stellt ist, wird die­se Rechts­un­si­cher­heit be­sei­tigt. Ob es hier­bei auf das Da­tum der Ent­schei­dung, die Möglich­keit der Kennt­nis­nah­me durch Pres­se­erklärung oder Me­di­en oder auf den Zu­gang des ab­ge­setz­ten Ur­teils an­kommt, war hier nicht zu ent­schei­den, da die Kläge­rin in­ner­halb von 3 Mo­na­ten nach dem 14.12.20010 Kla­ge ein­ge­reicht hat und die­se zu­ge­stellt wur­de.
Es war da­her nicht grob fahrlässig, dass die Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer die be­ste­hen­den Rech­te auf eqal pay nicht vor Ent­schei­dung der BAG über die Ta­riffähig­keit der CG­ZP und die Wirk­sam­keit der Ta­rif­verträge ein­ge­klagt ha­ben.
Ein Ab­stel­len auf ei­ne frühe­re Gel­tend­ma­chung des An­spruchs vor dem 14.12.2010 ent­spricht auch nicht dem Verhält­nismäßig­keits­grund­satz.
Das BAG hat für die Ver­ein­ba­rung von Aus­schluss­fris­ten in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung ent­schie­den, dass es dem Verhält­nismäßig­keits­grund­satz nicht ent­spre­che, von Ar­beit­neh­mern zu ver­lan­gen, zu­sam­men mit der Kündi­gungs­schutz­kla­ge auch das je­wei­li­ge An­nah­me­ver­zug­s­ent­gelt ge­richt­lich gel­tend zu ma­chen. Es ver­wies da­bei auch auf die be­acht­li­che Kos­ten­last, die nach § 12a ArbGG nicht er­stat­tet wird (BAG vom 12.12.2006, 1 AZR 96/06, NZA 2007, 453-458; Ko­the, JR 2009,88).
Die vor der Ent­schei­dung des BAG be­stan­de­ne un­kla­re Rechts­la­ge steht außer­halb der Rechts­be­zie­hun­gen der Par­tei­en und kann we­gen der Be­son­der­heit des Ver­fah­rens nach § 97 ArbGG auch von die­sen nicht iso­liert geklärt wer­den. Auch wenn die Kläge­rin ei­ne Ent­gelt­kla­ge ein­ge­reicht hätte, so hätte die Fra­ge der Ta­riffähig­keit der CG­ZP nicht in­zi­den­ter von dem Ar­beits­ge­richt ge­prüft wer­den können, son­dern es hätte ein Sta­tus­ver­fah­ren nach § 97 Abs. 5 ArbGG ein­ge­lei­tet wer­den müssen.
Dies ist je­doch ei­nem nor­ma­len Leih­ar­beit­neh­mer/ei­ner nor­ma­len Leih­ar­beit­neh­me­rin nicht zu­mut­bar. Wie Schüren an ei­nem Bei­spiel plas­tisch dar­ge­legt hat, trägt der Ar­beit­neh­mer auch bei ei­ner ob­sie­gen­den Ent­schei­dung in ei­nem Sta­tus­ver­fah­ren nach § 97 ArbGG die erst­in­stanz­li­chen Kos­ten des Ver­fah­rens. Da die­se bei den ho­hen Streit­wer­ten ei­nes sol­chen Ver­fah­rens al­lein an An­walts­kos­ten meh­re­re Tau­send € be­tra­gen können, wären die Kos­ten höher als der Nach­zah­lungs­an­spruch des Ar­beit­neh­mers, so­dass der Ar­beit­neh­mer selbst bei vollständi­gem Er­folg ei­nen wirt­schaft­li­chen Ver­lust er­lei­den würde (Schüren, AuR 2011, 142, 144).
Auch das BVerfG geht da­von aus, dass Aus­schluss­fris­ten im Hin­blick auf Ent­gelt­ansprüche dann nicht zur An­wen­dung kom­men dürfen, wenn das dem Zah­lungs­an­spruch zu­grun­de lie­gen­de Rechts­verhält­nis (dort der Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses) noch un­klar ist (BVerfG 1.12.2010 — 1 BvR 1682/07 — NZA 2011, 354). Die dort als Ar­gu­ment an­geführ­ten Kos­ten­bar­rie­ren sind auf den hie­si­gen Fall über­trag­bar.
Ob es hier­bei auf das Da­tum der Ent­schei­dung des BAG, der Be­kannt­ga­be durch Pres­se­erklärung oder der Zu­stel­lung des ab­ge­setz­ten Ur­teils an­kommt mag da­hin­ge­stellt blei­ben. Die von der Kläge­rin am 8.3.2011 ein­ge­reich­te Kla­ge ist der Be­klag­ten am 11.3.2011 zu­ge­gan­gen. Da­mit ist der ers­te und zwei­te Teil der drei­mo­na­ti­gen Aus­schluss­frist ein­ge­hal­ten, auch wenn man von dem frühes­ten Ter­min am 14.12.2010 aus­geht.
Die Kläge­rin hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung der Dif­fe­renz zwi­schen dem Brut­to­stun­den­lohn der ver­gleich­ba­ren Ar­beit­neh­mer in Höhe von 12,84 Eu­ro und des ge­zahl­ten Brut­to­stun­den­loh­nes in Höhe von 6,00 Eu­ro bzw. 6,15 Eu­ro. Ein Net­to­ver­gleich und ei­ne An­rech­nung von der Be­klag­ten ne­ben dem Brut­to­stun­den­lohn ge­zahl­ten Son­der­leis­tun­gen wie Fahrt­kos­ten sind nicht vor­zu­neh­men.
Nach § 10 Abs. 4 AÜG kann der Leih­ar­beit­neh­mer im Fal­le der Un­wirk­sam­keit der Ver­ein­ba­rung mit dem Ver­lei­her von die­sem die Gewährung der im Be­trieb des Ent­lei­hers für den ver­gleich­ba­ren Ar­beit­neh­mer des Ent­lei­hers gel­ten­den we­sent­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen ein­sch­ließlich des Ar­beits­ent­gel­tes ver­lan­gen. Zur Höhe und dem Um­fang des Ent­gelt­an­spruchs wird auf § 9 ver­wie­sen.
Das Ge­setz enthält kei­ne Be­griffs­be­stim­mung des Ar­beits­ent­gel­tes. Ar­beits­ent­gelt ist all das, was für die Ar­beits­leis­tung pro Zeit­ein­heit (Zei­tent­gelt) oder für das Ar­beits­er­geb­nis (Ak­kord-/Prämi­en­lohn) be­zahlt wird. Pro­vi­sio­nen, Tan­tie­men, Ge­winn­be­tei­li­gun­gen und Sach­leis­tun­gen gehören da­zu. Auch Zu­la­gen, die in die Ar­beits­stun­den ge­knüpfte Be­las­tun­gen aus­glei­chen sind Ar­beits­ent­gelt. Ne­ben­leis­tun­gen hin­ge­gen dürf­ten kei­ne we­sent­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen sein (Schüren-Ha­man, § 9 AÜG, Rn. 25 und 129). An­knüpfungs­punkt ist da­her der Brut­to­stun­den­lohn, der für die Ar­beits­leis­tung der Kläge­rin pro Zeit­ein­heit ge­zahlt wur­de. Die Fahrt­kos­ten sind Sach­leis­tun­gen, die un­abhängig von der Zahl der ge­leis­te­ten St­un­den und der Dau­er der tägli­chen Ar­beits­zeit an­fal­len. Sie wer­den bei Leih­ar­beit­neh­mern übli­cher­wei­se für die Er­schwer­nis­se der wech­seln­den Ar­beits­stel­len und der da­mit ver­bun­de­nen Kos­ten ge­zahlt. Da­her sind sie an­de­re Vergütungs­be­stand­tei­le, die bei der Be­rech­nung nicht mit ein­zu­be­zie­hen sind.
Der An­spruch der Kläge­rin be­rech­net sich so­mit da­nach, wel­chen Brut­to­stun­den­lohn sie von der Be­klag­ten er­hal­ten hat und wel­cher Brut­to­stun­den­lohn ihr später als ver­gleich­ba­re Ar­beit­neh­me­rin ge­zahlt wur­de. Die Be­rech­nung er­folgt an­hand der von der Be­klag­ten ab­ge­rech­ne­ten un­strei­tig ge­leis­te­ten Ar­beits­zeit.
Der Zins­an­spruch er­gibt sich aus Ver­zug, §§ 286, 288, 291 BGB.
Für die Zeit vom 04.05.2009 bis 14.06.2009 steht der Kläge­rin nach § 9 Ziff. 2 AÜG kein An­spruch auf Dif­fe­renz­lohn zu. Die Kla­ge war da­her in Höhe von 1.475,76 Eu­ro ab­zu­wei­sen.
Nach § 9 Nr. 2 AÜG können Ver­lei­her zu­vor ar­beits­lo­sen Leih­ar­beit­neh­mern, de­ren Ar­beits­verhält­nis nicht ta­rif­lich ge­re­gelt ist, für die ers­ten sechs Wo­chen der Über­las­sung an ei­nen Ent­lei­her ge­rin­ger ent­loh­nen als die re­guläre ge­setz­li­che Ein­satz­vergütung. Die­se Son­der­re­ge­lung greift bei der erst­ma­li­gen Ein­stel­lung des Leih­ar­beit­neh­mers. Da­bei ist die Un­ter­gren­ze das dem Leih­ar­beit­neh­mer zu­letzt aus­be­zahl­te Ar­beits­lo­sen­geld. Die Net­to­vergütung muss — um ge­set­zes­kon­form zu sein — min­des­tens die­ses Ar­beits­lo­sen­geld er­rei­chen (Schüren, Ha­man aaO, § 9 Rn. 139, 142).
Die Par­tei­en ha­ben im Kam­mer­ter­min un­strei­tig ge­stellt, dass die Kläge­rin vor Be­ginn des Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Be­klag­ten ar­beits­los war und ein Ar­beits­lo­sen­geld er­hal­ten hat, das un­ter dem von der Be­klag­ten ge­zahl­ten Net­to­ent­gelt von 899,40 Eu­ro im Mai 2009 und 1.029,74 Eu­ro im Ju­ni 2009 lag. Die Kläge­rin hat da­her kei­nen An­spruch auf Zah­lung der Dif­fe­renz für die ers­ten sechs Wo­chen des Ar­beits­verhält­nis­ses. Dies be­trifft die Zeit vom 04.05.2009 bis 14.06.2009 und be­rech­net sich für den Mo­nat Mai in Höhe von 963,07 Eu­ro wie ein­ge­klagt und für den Mo­nat Ju­ni 2009 für 9 Ar­beits­ta­ge und ei­nen Fei­er­tag in Höhe von 512,69 Eu­ro.
Über den Hilfs­an­trag war nicht zu ent­schei­den, da dem Haupt­an­trag statt­ge­ge­ben wur­de.
Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 46 Abs. 2 ArbGG, § 92 ZPO. Da die Par­tei­en je­weils teil­wei­se ob­siegt ha­ben und teil­wei­se un­ter­le­gen wa­ren, wa­ren die Kos­ten an­tei­lig zu quo­teln.
Für den nach § 61 Abs. 1 ArbGG fest­zu­set­zen­den Streit­wert wur­de die be­an­trag­te Sum­me zu Grun­de ge­legt.
Ge­gen die­ses Ur­teil kann von bei­den Par­tei­en Be­ru­fung ein­ge­legt wer­den.
Mag­de­bur­ger Platz 1, 10785Berlin,
Der Schrift­form wird auch durch Ein­rei­chung ei­nes elek­tro­ni­schen Do­ku­ments im Sin­ne des §
46 c ArbGG über den elek­tro­ni­schen Ge­richts­brief­kas­ten genügt. Die Start­sei­te für den
elek­tro­ni­schen Ge­richts­brief­kas­ten be­fin­det sich auf der In­ter­net­sei­te
http://www.ge­richts­brief­kas­ten.de. Nähe­re In­for­ma­tio­nen da­zu fin­den sich auf der In­ter­net­sei­te un­ter www.erv.bran­den­burg.de.
Wei­te­re Statt­haf­tig­keits­vor­aus­set­zun­gen er­ge­ben sich aus § 64 Abs.2 ArbGG : "Die Be­ru­fung kann nur ein­ge­legt wer­den,
Bar­zen
Rich­te­rin am Ar­beits­ge­richt
zur Übersicht 3 Ca 422/11

References: § 2
 § 1
 § 1

§ 14
 § 14
 § 9
 § 2
 § 97
 § 2
 § 97
 § 97
 § 9
 § 307
 § 307
 § 307
 § 307
 § 307
 § 1
 § 307
 § 307
 § 306
 § 307
 § 307
 § 14
 § 14
 § 194
 § 199
 § 199
 § 9
 § 10
 § 12
 § 97
 § 97
 § 97
 § 10
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 46
 § 92
 § 61
 §
46
 § 64