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Timestamp: 2019-06-15 23:43:35+00:00

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BFH, 18.08.1998 - VII R 114/97 - dejure.org
https://dejure.org/1998,969
BFH, 18.08.1998 - VII R 114/97 (https://dejure.org/1998,969)
BFH, Entscheidung vom 18.08.1998 - VII R 114/97 (https://dejure.org/1998,969)
BFH, Entscheidung vom 18. August 1998 - VII R 114/97 (https://dejure.org/1998,969)
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EStG § 46 Abs. 2 Nr. 8 Satz 1 und 2, § 25 Abs. 1 und Abs. 3; AO 1977 §§ 46, 149, 150 Abs. 3, §§ 85, 80, 90; ZPO §§ 829, 835, 836 Abs. 1 und Abs. 3
Lohnsteuererstattungsanspruch - Pfändung - Beantragung der Veranlagung zur Einkommensteuer für Vollstreckungsschuldner
§§ 46, 25 EStG; §§ 46, 149, 150, 85, 80, 90 AO
Einkommensteuer; Rechtsstellung eines Pfändungsgläubigers im Steuerfestsetzungsverfahren
ZPO §§ 829, 836 Abs. 3; EStG § 46 Abs. 2 Nr. 8
Kein Recht des Gläubigers auf Abgabe einer Steuererklärung für den Schuldner nach Pfändung von Lohnsteuererstattungsansprüchen
Zusammenfassung von "Pfändung und Einziehung von Steuererstattungsansprüchen" von StB Peter Goske, original erschienen in: NWB 2004, 1375 - 1378.
FG Köln, 07.05.1997 - 5 K 7535/96
BFHE 187, 1
Rpfleger 1999, 339
BStBl II 1998, 84
BStBl II 1999, 84
Mit seiner Entscheidung ist das Beschwerdegericht der neueren Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFHE 187, 1 = BStBl. II 1999, 84; BFHE 191, 311 = BStBl. II 2000, 573 = NJW 2001, 462) gefolgt.
Träfe das zu, so fehlte dem vom Antragsrecht des Vollstreckungsgläubigers abhängigen Hilfsanspruch auf Herausgabe der Lohnsteuerkarte und sonstiger Besteuerungsunterlagen nach § 836 Abs. 3 Satz 1 und 3 ZPO das Rechtsschutzbedürfnis (vgl. zur Abhängigkeit des Hilfsanspruchs zutreffend auch BFHE 187, 1, 12 = BStBl. II 1999, 84, 89).
a) Der Bundesfinanzhof deutet nur an, der Vollstreckungsgläubiger könne den Vollstreckungsschuldner - notfalls auf zivilgerichtlichem Wege - nach § 888 ZPO zur Geltendmachung des überwiesenen Erstattungsanspruchs gegen die Finanzbehörden anhalten (BFHE 187, 1, 11 = BStBl. II 1999, 84, 89 unter 4 a.E.; zurückhaltender BFHE 191, 311, 318 = BStBl. II 2000, 573, 577 unter 8).
Kommt es im Ergebnis des Festsetzungsverfahrens wider Erwarten zu einer Steuernachzahlungspflicht, kann der Vollstreckungsschuldner den Antrag - im Einvernehmen mit dem Vollstreckungsgläubiger - widerrufen (BFHE 187, 1, 11 = BStBl. II 1999, 84, 89).
Dem Pfändungsgläubiger wird zu diesem Zweck nicht nur die Antrags-, Einspruchs- und Klagebefugnis, sondern sogar die Hinzuziehung (§ 360 AO) oder Beteiligung (§ 60 FGO) für das Festsetzungsverfahren abgesprochen (BFHE 187, 1, 5 = BStBl. II 1999, 84, 86 m.w.N.).
Mit seiner Revision wendet das FA die Verletzung von Bundesrecht (§ 46 Abs. 1 der Abgabenordnung --AO 1977-- und § 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG) sowie eine Divergenz zu dem Urteil des Senats vom 18. August 1998 VII R 114/97 (BFHE 187, 1, BStBl II 1999, 84) ein.
Die Klägerin trägt im Wesentlichen vor, die Auffassung des Bundesfinanzhofs (BFH) in der Entscheidung in BFHE 187, 1, BStBl II 1999, 84, wonach mit dem Zahlungstitel und dem Pfändungs- und Überweisungsbeschluss lediglich die Zahlung einer Geldschuld verlangt und vollstreckt werden könne, sich aber keine Verpflichtung des Schuldners zur Antragstellung auf Durchführung der Einkommensteuerveranlagung ergebe und --sofern der Schuldner eine solche Verpflichtung hätte-- diese nicht auf den Pfändungsgläubiger übergehe, sei nicht haltbar.
Der Senat hat mit Urteil in BFHE 187, 1, BStBl II 1999, 84 --auf dessen Inhalt zur Vermeidung von Wiederholungen Bezug genommen wird-- entschieden, dass der Pfändungsgläubiger eines Lohnsteuererstattungsanspruchs nicht berechtigt ist, durch Abgabe einer von ihm selbst oder von seinem Bevollmächtigten für den Vollstreckungsschuldner ausgefertigten und unterschriebenen Einkommensteuererklärung für diesen die Veranlagung zur Einkommensteuer gemäß § 46 Abs. 2 Nr. 8 Satz 1 und 2 EStG zu beantragen.
Die Steuergesetze erfordern, wie in BFHE 187, 1, BStBl II 1999, 84 ausgeführt, für die Durchführung einer Antragsveranlagung nach § 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG die Abgabe einer vom Steuerpflichtigen eigenhändig unterschriebenen Einkommensteuererklärung (§ 25 Abs. 3 EStG).
Ob und in welcher Weise der Pfändungsgläubiger den Vollstreckungsschuldner nach zivilrechtlichen Vorschriften verpflichten (lassen) könnte, den Antrag auf Veranlagung hinsichtlich eines noch nicht festgesetzten Steuererstattungsanspruches zu stellen, hat der Senat --entgegen der Auffassung der Klägerin-- weder im Urteil in BFHE 187, 1, BStBl II 1999, 84 entschieden, noch in diesem Verfahren zu entscheiden (zum Meinungsstand über die Anwendbarkeit des § 888 ZPO vgl. Riedel in Rpfleger 1999, 339; Schmidt in Juristisches Büro 1999, 403, und Urban in Deutsche Gerichtsvollzieher Zeitung 1999, 104).
Jedoch geht durch eine solche Abtretung nicht die Rechtsstellung des Anspruchsberechtigten im Festsetzungsverfahren auf den Abtretungsempfänger über (vgl. BFH-Urteil vom 18. August 1998 VII R 114/97, BFHE 187, 1, BStBl II 1999, 84, m.w.N.).
Er kann gegen die nicht ihn betreffenden Bescheide weder Einspruch einlegen (…BFH-Beschluss vom 27. Januar 1993 II S 10/92, BFH/NV 1993, 350) noch klagen (BFH-Urteil in BFHE 187, 1, BStBl II 1999, 84, m.umf.N.).
Die prozessuale Stellung des Abtretenden geht nicht auf ihn über (BFH-Urteil in BFHE 187, 1, BStBl II 1999, 84, m.umf.N.).
Dies erschließt sich daraus, dass im Steuerfestsetzungsverfahren die Rechtsstellung des Steuerpflichtigen so eng mit dessen Person verbunden ist, dass ein Übergang von Rechten und Pflichten des Steuerpflichtigen im Wege der Abtretung, Pfändung oder sonstigen Schuldübernahme ausgeschlossen ist (vgl. im einzelnen BFHE 187, 1; 191, 311).
Fehlt es daran, so ist der Antrag nicht wirksam gestellt (BFH-Urteile vom 7. November 1997 VI R 45/97, BFHE 184, 381, BStBl II 1998, 54; vom 18. August 1998 VII R 114/97, BFHE 187, 1, BStBl II 1999, 84; vom 29. Februar 2000 VII R 109/98, BFHE 191, 311, BStBl II 2000, 573, und vom 10. April 2002 VI R 66/98, BFHE 198, 62, BStBl II 2002, 455).
Diese Auffassung widerspricht nicht der Rechtsprechung des BFH zur Rechtsstellung des Pfändungsgläubigers und des Abtretungsempfängers (Zessionars), die nicht am Festsetzungsverfahren beteiligt und demzufolge nicht klagebefugt sind (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 18. August 1998 VII R 114/97, BFHE 187, 1, BStBl II 1999, 84;… kritisch hierzu: Klein/Brockmeyer, Abgabenordnung, § 46 Rz. 20 f., und Harder, Der Betrieb --DB-- 1996, 2409).
FG Saarland, 30.06.2005 - 1 K 259/01
Frist zur Einkommensteuerveranlagung bei Lohneinkünften (§ 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG)
OVG Sachsen, 14.05.2013 - 5 A 648/10
Klagebefugnis, Rechtsverletzung, Abwasserbeitragspflicht, Grundstückserwerber, …
FG Hamburg, 04.09.2003 - VI 116/02
FG Hamburg, 22.11.2001 - I 39/98

References: § 46
 § 25
 § 46
 § 836
 § 888
 § 46
 § 46
 § 46
 § 888
 § 46