Source: http://fuerjagd.de/2015/02/10/kompetenz-zeigen/
Timestamp: 2020-08-06 10:35:05+00:00

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Kompetenz zeigen! | Für Jagd in Deutschland e.V.
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Jäger als ehrenamtliche Naturschutzwarte
Seit über 100 Jahren wird in Deutschland praktischer Naturschutz betrieben. 1906 wurde die erste staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege in Danzig gegründet.
Das neue Bundesnaturschutzgesetz ermöglicht den anerkannten Naturschutzvereinen, und damit auch den meisten Landesjagdverbänden, ein weitreichendes Mitwirkungsrecht in allen für Naturschutz und Landschaftspflege relevanten Fragen (§§ 58 – 61 BNatSchG – Mitwirkung von Vereinen).
Viele Tätigkeiten im praktischen Naturschutz werden im Rahmen des beauftragten oder berufenen Ehrenamtes geleistet. Ohne diese Mithilfe könnten die Naturschutzbehörden ihre Aufgabe nicht vollziehen. Voraussetzung dazu ist in der Regel die Mitgliedschaft in einem anerkannten Naturschutzverein. Der DJV und die meisten unserer Landesjagdverbände bieten ihren Mitgliedern diese Voraussetzung. Landratsämter und Magistrate der Städte sind erste Anlaufstellen zur Information.
Zu den Aufgaben, die durch die Naturschutzbehörden an ehrenamtliche Mitarbeiter delegiert werden, gehören z. B. die
Erhebung von Daten für Projekte (z.B. Vogel-Monitoring, Wolfs- und Luchs-Monitoring)
Kartierungen für Atlanten (Brutvogelatlas, Libellenatlas usw.)
Allein durch unsere Ausbildung über Tierarten, Wildbiologie, Wildhege (einschließlich Ökologie des Wildes), Land- und Waldbau, Wildschadensverhütung, Jagdrecht, Tierschutz-, Naturschutz- und Landschaftspflegerecht, das Ganze abgeschlossen mit einer staatlichen Prüfung kann die Jägerschaft solche Ämter kompetent besetzen.
Üblicherweise werden Jäger mit all diesen Aufgaben in der öffentlichen Wahrnehmung nicht in Verbindung gebracht, obwohl viele von uns viel Zeit in Feld und Flur verbringen. Der Mehraufwand, dies mit ehrenamtlichen Tätigkeiten im Naturschutz zu verbinden ist gering, die Anerkennung , auch bei der nichtjagenden Bevölkerung, sehr hoch.
Wir können an dieser Stelle „Jagd ist gelebter Natur- und Artenschutz“ nach außen tragen, dokumentieren und im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern.
Die meisten dieser Stellen werden mit Mitgliedern von NABU, BUND, Komitee gegen den Vogelmord e.V., deutscher Tierschutzbund e.V. besetzt. Viele ihrer Mitglieder haben ihre Kompetenz auf einem Kurs oder Schulung erlangt, keine Frage. Aber warum überlassen wir diese wichtigen Schnittstellen zwischen Bevölkerung, Verwaltung und Natur anderen, anstatt unsere Kernkompetenzen zu nutzen und uns dort einzubringen?
Was sollten wir demnach tun?
Ganz einfach ! Aktiv werden! Auskunft sollte jedes Landratsamt, Bürgerbüro oder im Zweifelsfall die Untere Naturschutzbehörde erteilen können!
Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Formen der ehrenamtlichen Mitwirkung, am häufigsten findet man:
Natur- und Landschaftsbeiräte
Wissenschaftliche und fachliche Beratung der Unteren Naturschutzbehörde
Beteiligungs- und Unterrichtungspflicht
Vorbereitung von Rechtsverordnungen und Satzungen, bei Planungen und Planfeststellungen und bei anderen für das Kreisgebiet bedeutsamen Vorhaben, bei denen die Untere Naturschutzbehörde Entscheidungs- oder Mitwirkungsbefugnis hat
Beratung und Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde
Förderung des allgemeinen Verständnisses Aufgaben des Naturschutzes und der Landschaftspflege
Durchführung, Überwachung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen
Unterrichtung der Unteren Naturschutzbehörde über nachteilige Veränderungen in der Landschaft und erforderliche Schutz- und Pflegemaßnahmen
Melden von illegalen Eingriffen
Mitteilen von Artenvorkommen und -entwicklungen
Feststellen, Verhüten und Unterbinden von Zuwiderhandlungen gegen Rechtsvorschriften, die den Schutz der Natur, Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur regeln und deren Übertretung mit Strafe oder Geldbuße bedroht ist und bei Verfolgung solcher Zuwiderhandlungen mitwirken
Schutzgebietskontrollen,
Meldungen von Verstößen gegen das Naturschutzrecht,
naturkundliche Führungen, Aufklären der Bevölkerung
Biberberater: Beratung und Information von Bürgern und Unterer Naturschutzbehörde, Schadensermittlung, Schadensregulation, Bibertransport, -fang und Bestandsermittlung
Hornissenberater: Beratung und Information von Bürgern und Unterer Naturschutzbehörde, Ermittlung von Schäden, Schadensregulation, Umsiedlung
Naturschutzdienst: Durchführen von Artenhilfsprojekten, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen; Feststellen und Abwehren von Zuwiderhandlungen gegen Rechtsvorschriften
Fledermausberater: Quartierkontrolle, Bestandsermittlung, Umsiedlung, Artenhilfsmaßnahmen
http://www.bbn-online.de/staatlicher-naturschutz/ehrenamt.html
Dem Föderalismus geschuldet hat jedes Bundesland gemäß des landeseigenen Naturschutzgesetzes eigene Vorschriften.
Quelle: www.bbn-online.de/ fileadmin/ Service/ 9.0_Tagungen__Vortraege/ Stanke-PersielVortrag20120113.pdf –
Im Anschluss sind die wichtigsten Paragraphen, evtl. zusätzliche Bestimmungen und weiterführende Links nach Bundesländern aufgestellt, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit!
Der LJV ist ein anerkannter Naturschutzverband
Ist geregelt in Naturschutzgesetz Baden Württemberg, Neunter Abschnitt – Organisation, Zuständigkeit, Verfahren (§§ 60 – 79), insbesondere
http://dejure.org/gesetze/NatSchG/61.html :Naturschutzbehörden
http://dejure.org/gesetze/NatSchG/61.html :Naturschutzfachbehörden
http://dejure.org/gesetze/NatSchG/68.html :Ehrenamtlicher Naturschutzdienst
dazu gibt es eine Info den Naturschutzbeauftragten betreffend:
http://lnv-bw.de/zukunft-der-naturschutzbeauftragten/
§ 43: Behörden § 48: Naturschutzbeiräte § 49: Naturschutzwacht
§ 47 : Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege : http://www.anl.bayern.de
Einzelregelungen an den Landratsämtern erfragen
Besonderheit: § 34 Naturschutzhelfer und -helferinnen
1. Grundstücke mit Ausnahme von Haus- und Gartengrundstücken zu betreten und Auskünfte einzuholen,
2. Personen zur Feststellung ihrer Identität anzuhalten, bei denen ein begründeter Verdacht der Zuwiderhandlung gegen Rechtsvorschriften besteht, die den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur regeln und deren Übertretung mit Strafe oder Geldbuße bedroht ist,
4. unberechtigt entnommene Gegenstände, gehaltene oder erworbene Pflanzen und Tiere sowie solche Gegenstände sicherzustellen, die bei Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieses Gesetzes, des Bundesnaturschutzgesetzes oder der aufgrund dieser Gesetze erlassenen Rechtsverordnungen verwendet wurden oder verwendet werden sollten.
Dazu die Seite des Ministeriums
http://www.naturschutzbeiraete-brandenburg.de/naturschutzhelfer.html
Bremisches Naturschutzgesetz (BremNatG)
§35 Naturschutzbeiräte
http://www.umwelt.bremen.de/de/detail.php?gsid=bremen179.c.14553.de
http://www.umwelt.bremen.de/sixcms/media.php/13/Naturschutzrecht%202010.19279.pdf
HTTP://WWW.HAMBURG.DE/NATURSCHUTZORGANISATIONEN/148296/NATURSCHUTZRAT/
Die Mitglieder der Beiräte bei den unteren Naturschutzbehörden werden vom Kreisausschuss, in den Städten vom Magistrat berufen (§ 22), bitte an die zuständigen Landratsämter wenden
§ 31 Beiräte für Naturschutz und Landschaftspflege, Kreisnaturschutzbeauftragte
(1) Bei der obersten Naturschutzbehörde kann ein Beirat für Naturschutz und Landschaftspflege gebildet werden. Die Mitglieder des Beirates werden befristet und auf Widerruf bestellt; sie dürfen nicht Bedienstete von Naturschutzbehörden sein.
(2) In den Beirat sind Personen zu berufen, die im Naturschutz und in der Landschaftspflege besonders fachkundig oder erfahren sind. Die Beiratsmitglieder sind ehrenamtlich tätig und an Weisungen nicht gebunden. Sie haben Anspruch auf Erstattung von Reisekosten.
(3) Der Beirat hat die oberste Naturschutzbehörde in wichtigen Angelegenheiten des Naturschutzes und der Landschaftspflege in ihrem Aufgabenbereich zu unterstützen und fachlich zu beraten. Dazu ist der Beirat rechtzeitig zu unterrichten. Er kann Maßnahmen des Naturschutzes anregen und ist auf Verlangen zu hören.
(4) Bei den unteren Naturschutzbehörden können Beiräte für Naturschutz und Landschaftspflege gebildet sowie aus deren Mitgliedern ein Kreisnaturschutzbeauftragter bestellt werden. Der Beauftragte vertritt den Beirat, insbesondere in allen laufenden und unaufschiebbaren Angelegenheiten. Die Absätze 1 bis 3 gelten sinngemäß.
Bitte an die Landratsämter wenden
Hier habe ich nichts Spezifisches gefunden, aber in Revieren, die in Naturschutzgebieten liegen ist der Besitzer des Jagdscheines NRW auch als Naturschutzwart verantwortlich. ( http://www.jagdschule-hohe-heide.de/glossar/jagdschein-nrw/ )
§ 36 Beiräte (Auszüge)
(1) Bei den Naturschutzbehörden werden zu deren Beratung und Unterstützung sowie zur Förderung des allgemeinen Verständnisses für die Belange der nachhaltigen Entwicklung von Natur und Landschaft unabhängige Fachbeiräte für Naturschutz gebildet.
(3) In den Beirat werden auf dem Gebiet des Naturschutzes und der Landschaftspflege und aus den von Naturschutz und Landschaftspflege berührten Bereichen sachkundige Personen berufen, darunter fünf Vertreter von nach § 38 anerkannten Vereinen. Die Mitglieder des Beirats sollen ihren Hauptwohnsitz im örtlichen Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Naturschutzbehörde haben.
(4) Die Mitglieder üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus. Ihre Zahl soll zwölf nicht übersteigen. Sie wählen aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden.
(5) Der Beirat kann Ausschüsse bilden. Die Ausschüsse bereiten Beschlüsse des Beirats vor oder beschließen abschließend. Der Beirat kann Beschlüsse eines Ausschusses ändern oder aufheben.
(6) Die oberste Naturschutzbehörde regelt das Nähere über die Zusammensetzung und Tätigkeit des Beirats und seiner Ausschüsse, die Berufung, die Amtsdauer und die Entschädigung der Mitglieder durch Rechtsverordnung.
§ 37 Beauftragte für den Naturschutz
(1) Die unteren Naturschutzbehörden können geeignete Personen als ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte bestellen. Für den Bereich von Naturparken und Biosphärenreservaten erfolgt die Bestellung nach Satz 1 durch die obere Naturschutzbehörde im Benehmen mit dem jeweiligen Träger.
(2) Die Naturschutzbeauftragten haben die Aufgabe,
1.über örtliche Maßnahmen zu informieren und das Verständnis für Natur und Landschaft zu wecken,
3.Träger von Schutzgebieten, insbesondere durch Maßnahmen einer Bildung für Nachhaltigkeit zu unterstützen.
(3) Die oberste Naturschutzbehörde regelt durch Rechtsverordnung das Nähere, insbesondere zu Tätigkeit, Berufung und Amtsdauer
http://www.saarland.de/50647.htm
Saarländisches Naturschutzgesetz (SNG) (in Auszügen)
1. durch fachliche Information und Aufklärung auf ein besseres Verständnis von Natur und Landschaft bei den Bürgerinnen und Bürgern hinwirken, ……
§ 43 Naturschutzdienst (in Auszügen)
1.geschützte Teile von Natur und Landschaft zu überwachen sowie festgesetzte Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen durchzuführen oder zu überwachen,
2.Natur und Landschaft zu beobachten und Schäden und Gefährdungen abzuwenden oder, wo dies nicht möglich oder zulässig ist, die zuständige Naturschutzbehörde zu informieren,
3.Beiträge zur Dokumentation innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches zu liefern.
Hier die genauen Voraussetzungen!
http://www.landesrecht.sachsen-anhalt.de/jportal/?quelle=jlink&query=EhrNatSchBeauftrV+ST&psml=bssahprod.psml&max=true&aiz=true
§ 43 Landesbeauftragte für Naturschutz
§ 44 Beiräte und Kreisbeauftragte für Naturschutz
(1) Bei den unteren Naturschutzbehörden kann eine Kreisbeauftragte oder ein Kreisbeauftragter für Naturschutz bestellt und ein Beirat für den Naturschutz gebildet werden. Die Kreisbeauftragten und die Beiräte haben die unteren Naturschutzbehörden in wichtigen Angelegenheiten des Naturschutzes zu unterstützen und fachlich zu beraten. Zu diesem Zweck sind sie rechtzeitig zu unterrichten. Sie können Maßnahmen des Naturschutzes anregen und sind auf Verlangen zu hören; sie sind in allen Fällen zu beteiligen, in denen auch Naturschutzvereinigungen beteiligt werden. Die oder der Kreisbeauftragte unterstützt die untere Naturschutzbehörde und vermittelt zwischen der Behörde und Bürgerinnen und Bürgern.(…)
§ 45 Naturschutzdienst
Ansprechpartner: http://www.schleswig-holstein.de/UmweltLandwirtschaft/DE/NaturschutzForstJagd/01_AllgInfo/02_Ansprech/ein_node.html
Hier die genauen Voraussetzungen
https://www.umwelt-online.de/recht/natursch/laender/th/vobeauftrnatursch.htm
http://www.bbn-online.de/fileadmin/Service/9.0_Tagungen__Vortraege/Stanke-PersielVortrag20120113.pdf
Bilder:Andreas Hermsdorf/ pixelio.de
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References: § 43
 § 48
 § 49

§ 47
 § 34

§35

§ 31

§ 36
 § 38

§ 37

§ 43

§ 43

§ 44

§ 45