Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=21.01.2014&Aktenzeichen=VIII%20ZR%2048/13
Timestamp: 2019-10-16 08:23:42+00:00

Document:
BGH, 21.01.2014 - VIII ZR 48/13 - dejure.org
https://dejure.org/2014,6737
BGH, 21.01.2014 - VIII ZR 48/13 (https://dejure.org/2014,6737)
BGH, Entscheidung vom 21.01.2014 - VIII ZR 48/13 (https://dejure.org/2014,6737)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 2014 - VIII ZR 48/13 (https://dejure.org/2014,6737)
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§ 242 BGB, § 326 Abs 2 S 1 BGB, § 546a Abs 1 BGB
Wohnraummiete: Vorrangige Pflicht des Vermieters zur Inanspruchnahme des Gebäudeversicherers bei einem Wohnungsbrand; Nutzungsentschädigung bei Teilräumung nach Beendigung des Mietverhältnisses
Haftung eines Wohnungsmieters gegenüber einer Gebäudeversicherung bei Verursachung eines Brandschadens durch einfache Fahrlässigkeit
Nutzungsentschädigung nach einvernehmlicher Beendigung des Mietverhältnisses wegen eines Brandes; vorrangige Pflicht des Vermieters zur Inanspruchnahme des Gebäudeversicherers; Regressverzicht des Versicherers
Haftungsverhältnis zwischen Mieter, Vermieter und Gebäudeversicherung bei einem vom Mieter verursachten Brandschaden durch einfache Fahrlässigkeit
Kündigung des Mieters nach Zerstörung der Mietwohnung durch einen einfach fahrlässig durch den Mieter verursachten Brand
AG Senftenberg, 17.01.2012 - 22 C 77/10
LG Cottbus, 23.01.2013 - 5 S 16/12
VersR 2014, 999
Zudem hat der Vermieter in einem solchen Fall aufgrund seiner Pflicht zur Erhaltung der Mietsache in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand (§ 535 Abs. 1 Satz 2 BGB) den Brandschaden grundsätzlich auch dann zu beseitigen, wenn er von einer Inanspruchnahme der Wohngebäudeversicherung absieht (Bestätigung und Fortführung von BGH, Urteile vom 3. November 2004, VIII ZR 28/04, NJW-RR 2005, 381 unter II 3;… vom 10. November 2006, V ZR 62/06, NJW 2007, 292 Rn. 7; BGH, Beschluss vom 21. Januar 2014, VIII ZR 48/13, GE 2014, 661 Rn. 5).
Verletzt der Vermieter diese Pflicht, steht dem Mieter seinerseits ein Schadensersatzanspruch zu, den er dem Schadensersatzanspruch des Vermieters wegen seiner Obhutspflichtverletzung gemäß § 242 BGB ("dolo agit, qui petit, quod statim redditurus est") entgegen halten kann (…BGH, Urteile vom 3. November 2004 - VIII ZR 28/04, aaO unter II 3;… vom 10. November 2006 - V ZR 62/06, aaO; jeweils mwN; BGH, Beschluss vom 21. Januar 2014 - VIII ZR 48/13, aaO Rn. 5).
Denn die Rückgabe beinhaltet in erster Linie nur die Verschaffung der uneingeschränkten tatsächlichen Gewalt über den Miet-/Leasinggegenstand, und zwar ungeachtet des Zustandes, in dem er sich zu diesem Zeitpunkt befindet (vgl. BGH, Urteile vom 11. Mai 1988 - VIII ZR 96/87, BGHZ 104, 285, 288; vom 5. Oktober 1994 - XII ZR 53/93, BGHZ 127, 156, 165; vom 21. Januar 2014 - VIII ZR 48/13, VersR 2014, 999 Rn. 15).
Schließlich sei nach dem Beschluss des BGH vom 21.01.2014 - VIII ZR 48/13 - die Rechtsprechung zu einer Regressbeschränkung beim Mieterregress des Gebäudeversicherers für den Deckungsrechtsstreit in der Mietausfallversicherung nicht heranzuziehen.
Das besagt aber nichts für die hier zur Entscheidung stehende Vorfrage, ob eine berechtigte Mietzahlungsverweigerung vorliegt (vgl. zu dieser Unterscheidung auch BGH, Beschluss vom 21.01.2014 - VIII ZR 48/13-, VersR 2014, 999, Rn. 9 bei juris).
Verletzt der Vermieter diese Pflicht, steht dem Mieter seinerseits ein Schadensersatzanspruch zu, den er dem Schadensersatzanspruch des Vermieters gemäß § 242 BGB entgegenhalten kann (BGH, Urteil vom 19. November 2014, VIII ZR 191/13 mit Verweis auf BGH, Urteil vom 3. November 2004, VIII ZR 28/04; BGH, Urteil vom 10. November 2006, V ZR 62/06; BGH, Beschluss vom 21. Januar 2014, VIII ZR 48/13).

References: § 242
 § 326
 § 546
 § 242
 BGH 
 § 242