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Timestamp: 2016-10-24 10:43:59+00:00

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127 III 470
127 III 47080. Auszug aus dem Urteil der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer vom 2. August 2001 i.S. Krankenversicherung X. gegen Aufsichtsbeh�rde �ber Schuldbetreibung und Konkurs des Kantons Basel-Landschaft (Dreierkammer des Obergerichts) (Beschwerde)
Privil�ge dans la faillite pour les cr�ances de l'assurance-maladie sociale (art. 219 al. 4 "deuxi�me classe" let. c LP). Le privil�ge dans la faillite existe pour les cr�ances de primes et de participation aux co�ts de l'assurance-maladie sociale et ne s'�tend pas aux cr�ances de frais de rappel et d'administration de l'assureur (consid. 3). Faits � partir de page 470
BGE 127 III 470 S. 470
Das Betreibungsamt Laufen stellte am 12. Februar 2001 f�r die Betreibungen Nr. y der Steuerverwaltung S. f�r Fr. 2'108.40 und Nr. z der Krankenversicherung X. f�r Fr. 2'758.30, gest�tzt auf den Pf�ndungsvollzug vom 10. Januar 2001, die Pf�ndungsurkunde gegen die Schuldnerin A. aus. Mit Entscheid vom 24. April 2001 hiess die Aufsichtsbeh�rde �ber Schuldbetreibung und Konkurs des Kantons Basel-Landschaft (Dreierkammer des Obergerichts) die Beschwerde der Krankenversicherung X. teilweise gut und stellte fest, dass ihre Forderung im Umfang von Fr. 2'356.80 zuz�glich Betreibungskosten gem�ss Art. 219 Abs. 4 SchKG in der 2. Klasse privilegiert sei; bez�glich der Forderungen von Fr. 200.- f�r Bearbeitungskosten und von Fr. 50.- f�r Mahnkosten wurde festgestellt, dass diese Forderungen nicht privilegiert seien. In der BGE 127 III 470 S. 471Begr�ndung hielt die Aufsichtsbeh�rde fest, gem�ss Art. 146 Abs. 1 SchKG sei die Rangordnung der an der Pf�ndung teilnehmenden Forderungen erst mit dem Verteilungsplan zu erstellen; das Betreibungsamt habe, wie aus seiner Vernehmlassung hervorgehe, eine unrichtige Rangordnung in Aussicht genommen.
Die von der Krankenversicherung X. gegen den Entscheid der Aufsichtsbeh�rde eingereichte Beschwerde weist die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts ab.
3. a) Zur Errichtung des Kollokationsplanes (Art. 146 Abs. 2 i.V.m. Art. 219 SchKG) hat das Betreibungsamt die Forderungen der Gl�ubiger so aufzunehmen, wie sie sich aus den zur Verf�gung stehenden Akten entnehmen lassen; es darf Bestand und H�he der zu kollozierenden Forderung nicht �berpr�fen. Hingegen steht dem Betreibungsamt bez�glich des Ranges der in Betreibung gesetzten unversicherten Forderungen materielle Entscheidungsbefugnis zu (BGE 51 III 31 E. 1 S. 32; SCH�NIGER, in: Kommentar zum SchKG, N. 22 zu Art. 146 SchKG, mit Hinweisen; GILLI�RON, Commentaire de la loi f�d�rale sur la poursuite pour dettes et la faillite, N. 56 u. 65 zu Art. 146 SchKG). Die Aufsichtsbeh�rde hat festgestellt, dass die Beschwerdef�hrerin Forderungen f�r Pr�mien der obligatorischen Krankenversicherung von Fr. 2'356.80 sowie f�r Mahnkosten von Fr. 50.- und f�r Bearbeitungskosten von Fr. 200.- in Betreibung gesetzt hat; dies ergibt sich im �brigen auch aus dem in den Akten liegenden Betreibungsbegehren und dem unwidersprochen gebliebenen Zahlungsbefehl. Wenn die Aufsichtsbeh�rde diese Forderungen bez�glich ihres Ranges beurteilt hat, ist dies in keiner Weise zu beanstanden; entgegen der Darstellung der Beschwerdef�hrerin wurde keine Forderung "geteilt". Sodann sind gem�ss Art. 219 Abs. 4 "Zweite Klasse" lit. c SchKG seit dem 1. Januar 2001 (Inkrafttreten der Gesetzes�nderung vom 24. M�rz 2000; AS 2000 S. 2531 f.) die Pr�mien- und Kostenbeteiligungsforderungen der sozialen Krankenversicherung privilegiert. Die Beschwerdef�hrerin stellt daher zu Recht nicht in Frage, dass die Aufsichtsbeh�rde davon ausgegangen ist, in der vorliegenden Betreibung (Pf�ndungsvollzug am 10. Januar 2001) sei die Forderung f�r Pr�mien der obligatorischen Krankenversicherung, zuz�glich entsprechender Betreibungskosten (vgl. Art. 68 Abs. 2, Art. 144 Abs. 4 SchKG; BGE 90 III 36 E. 1 S. 38/39; SCH�NIGER, a.a.O., N. 77 zu Art. 144 SchKG; GILLI�RON, a.a.O., N. 17 zu Art. 146 BGE 127 III 470 S. 472SchKG), in der 2. Klasse privilegiert. Sie wirft der Aufsichtsbeh�rde indessen im Wesentlichen vor, sie habe Art. 219 Abs. 4 SchKG unrichtig angewendet, weil sie die Mahn- und Bearbeitungskosten von Fr. 250.- im Unterschied zur Pr�mienforderung und den Betreibungskosten als nicht privilegiert erachtet habe.
b) Aus dem Wortlaut von Art. 219 Abs. 4 "Zweite Klasse" lit. c SchKG geht hervor, dass das Konkursprivileg in der sozialen Krankenversicherung auf die "Pr�mien- und Kostenbeteiligungsforderungen" ("cr�ances de primes et de participation aux co�ts", "crediti di premi e partecipazioni ai costi") beschr�nkt ist. Triftige Gr�nde, um vom klaren Wortlaut dieser Bestimmung abzuweichen (BGE 125 III 401 E. 2a S. 403/404) und Forderungen f�r Mahn- und Bearbeitungskosten betreffend Pr�mien der obligatorischen Krankenversicherung in der 2. Klasse zu privilegieren, gibt es entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin nicht. Zum einen bildete die Straffung der Privilegienordnung einen der Kernpunkte der Revision des SchKG, wie sie am 1. Januar 1997 in Kraft trat: Die Vorrechte sollten auf das wirklich Notwendige beschr�nkt werden, da sie sich nur aus sozialen Gr�nden rechtfertigen (BBl 1991 III 128f.; AMONN/GASSER, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 6. Aufl. 1997, � 42 Rz. 66; Urteil des Bundesgerichts vom 4. Mai 2001 [2A.408/2000] i.S. S., E. 3c/aa). Zum anderen bezweckt die (Wieder-)Einf�hrung des Privileges in der Krankenversicherung, einem besonderen Schutzbed�rfnis der Sozialversicherung gerecht zu werden und die Absicherung vor Verlusten von Beitr�gen zu f�rdern (vgl. BBl 1999 S. 9547, 9548; AB 1999 N 2432 [Votum Dreifuss, Bundespr�sidentin]; Urteil des Bundesgerichts vom 4. Mai 2001 [2A.408/2000] i.S. S., E. 3c/cc). Eine Rechtfertigung der bevorzugten Behandlung der Verwaltungskosten der Krankenversicherer im Rahmen der Kollokation l�sst sich daher weder aus der Entstehungsgeschichte noch dem Zweck der Norm ableiten. Sodann fielen entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin bereits unter der vor dem 1. Januar 1997 massgebenden Privilegienordnung Mahnkosten der Krankenkassen nicht unter die privilegierten Beitragsforderungen (Art. 219 Abs. 4 "Zweite Klasse" lit. l aSchKG; hierzu Erl�uterungen des Bundesamtes f�r Sozialversicherung vom 7. Januar 1965, in: BlSchK 1965 S. 94/95). Schliesslich ist der Hinweis der Beschwerdef�hrerin auf die Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts unbehelflich. Dem zitierten Entscheid l�sst sich lediglich entnehmen, dass die Erhebung von angemessenen Mahngeb�hren und Umtriebsspesen beim Verzug in BGE 127 III 470 S. 473der Zahlung von Pr�mien und Kostenbeteiligungen unter der Voraussetzung der schuldhaften Verursachung der Aufwendungen durch die versicherte Person im Bereich des KVG zul�ssig ist, sofern der Krankenversicherer in seinen allgemeinen Bestimmungen �ber die Rechte und Pflichten der Versicherten eine entsprechende Regelung vorsieht (BGE 125 V 276 E. 2c/bb S. 277). Damit ist aber nichts �ber die Rangordnung der an der Pf�ndung teilnehmenden Forderung f�r Mahn- und Bearbeitungskosten gesagt; diese richtet sich allein nach Art. 146 Abs. 2 i.V.m. Art. 219 SchKG. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, wenn die Aufsichtsbeh�rde zur Auffassung gelangt ist, die Beschwerdef�hrerin k�nne - anders als f�r die Pr�mienforderung von Fr. 2'356.80 zuz�glich Betreibungskosten - f�r Mahn- und Bearbeitungskosten von Fr. 250.- das Privileg der 2. Klasse zugunsten der sozialen Krankenversicherung nicht beanspruchen.
90 III 36,
125 III 401,
125 V 276
Art. 146 SchKG,
Art. 146 Abs. 1 SchKG suite... ,
Art. 68 Abs. 2, Art. 144 Abs. 4 SchKG,
Art. 144 SchKG

References: BGE 
 Art. 219
 BGE 
 Art. 146
 Art. 219
 Art. 146
 Art. 146
 Art. 219
 Art. 68
 Art. 144
 BGE 
 Art. 144
 Art. 146
 BGE 
 Art. 219
 Art. 219
 BGE 
 Art. 146
 Art. 219

Art. 146

Art. 146

Art. 68
 Art. 144

Art. 144