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Timestamp: 2020-02-23 09:20:16+00:00

Document:
Lichtenberger Kindertagesstättenentwicklungsplan Issue 2010/15 - intranda GmbH
Lichtenberger Kindertagesstättenentwicklungsplan Issue 2010/15
Lichtenberger Kindertagesstättenentwicklungsplan / Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Abteilung Jugend und Gesundheit
Fortschreibung ...
Berlin-Lichtenberg / Abteilung Jugend und Gesundheit
Berlin-Lichtenberg / Abteilung Familie, Jugend und Gesundheit
Nachgewiesen 2010/15(2009) -
2741712-8
urn:nbn:de:kobv:109-opus-190002
Population, social affairs District Lichtenberg Society, Population, Social Affairs, Health
Lichtenberger Kindertagesstättenentwicklungsplan
Issue 2016/19
Issue 2014/16
Issue 2013/16
Issue 2011/20
Issue 2010/15
Lichtenberger Kindertagesstättenentwicklungsplan 2010 – 2015
Bezirksamt Lichtenberg von Berlin Abteilung Familie, Jugend und Gesundheit
Bezirksamt Lichtenberg von Berlin Abt. Familie, Jugend und Gesundheit Jugendamt Große-Leege-Str. 103 13055 Berlin
Herausgeber: Leiter der Verwaltung des Jugendamtes
der Fachlichen Steuerung, FS 25 Kerstin Griep der Wirtschaftlichen Jugendhilfe, Tagesbetreuungsangebote Kinder, Jug 1020 Helga Borutzki Jugendhilfeplanung, FS 4 Katja Bauroth
Inhalt 0 1 2 Vorwort Einleitung Rechtliche Rahmenbedingungen im Bereich der Tagesbetreuung von Kindern seit 2006 Bestand an Betreuungsangeboten im Bereich der Tagesbetreuung von Kindern Tagesbetreuung von Kindern - Begriffe und Inhalte Bevölkerung und Altersstruktur im Bezirk Lichtenberg Bevölkerungsentwicklung der Kinder im Alter 0 bis unter 6 Jahren Platzkapazitäten, Belegung und Versorgungsgrad bei der Tagesbetreuung im Zeitraum 2006 - 2008 im Bezirk Lichtenberg Platzkapazitäten und Belegung im Bezirk Lichtenberg (Stand 31.12.2008) Entwicklung der Platzkapazitäten 2006 bis 2008 in den Stadtteilen des Bezirkes Entwicklung der Versorgung mit Kindertagesplätzen und Inanspruchnahme Sozialräumliche Darstellung der Kita-Standorte nach Stadtteilen im Bezirk
3 3.1 3.2 3.2.1 3.3 3.3.1 3.3.2 3.3.3 3.4 4. 4.1.
10 10 12 12 23 23 25 27 29 30 30 32 33 34 36 36 38 40 41 41 43 44 47 47
Qualitätsentwicklung Darstellung der Platzkapazitäten im Bereich der Tagesbetreuung von Kindern im Bezirk 4.2 Pädagogische Angebote 4.2.1 Pädagogische Konzepte in Lichtenberger Kindertagesstätten 4.3 Öffnungszeiten 4.4 Integration von Kindern mit Behinderung 4.5 Elternarbeit 4.6 Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen und Institutionen – Sozialraumorientierung 4.7 Öffentlichkeitsarbeit 4.8 Übergang zur Schule 4.9 Interne und externe Evaluation 4.10 Kinderschutz - Die Rolle der Kindertagesstätte seit Einführung § 8a SGB VIII 5 6 6.1 7 7.1 7.2 7.3 7.4 Kita-Gutscheinverfahren Soziale Situation der Eltern Auswertung der Einkommenssituation der Eltern Mittel- und langfristiger Bedarf an Plätzen in Kindertagesstätten im Bezirk Lichtenberg Planungsverantwortung durch das Jugendamt Perspektivische Versorgungsgrade für ein bedarfsgerechtes Angebot Bevölkerungsprognose für den Bezirk Lichtenberg bis zum Jahr 2015 Zukünftig notwendige Kita-Plätze zur Sicherstellung eines bedarfsgerechten Angebots Maßnahmeplanung zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung
50 50 51 52 63
Rechtliche Rahmenbedingungen Bezirkskarte lebensweltlich orientierter Räume (LOR) Sozialräumliche Darstellung der Kita-Standorte nach Stadtteilen
„Gut, dass wir wieder in Ruhe arbeiten können!“ So oder ähnlich kommentierten Lichtenberger Erzieherinnen Anfang 2006 den Abschluss eines tief greifenden Umbaus der Lichtenberger Kita-Landschaft. Einrichtungen wurden an Freie Träger übertragen, der KitaEigenbetrieb wurde gebildet, Hortgruppen fanden an Schulen ein neues Zuhause. Und nicht zu vergessen: Viele Kitas mussten in den vergangenen Jahren schließen, weil schlichtweg die Kinder „fehlten“. Beim Blick zurück wird deutlich, wie souverän und professionell Erzieherinnen mit Eltern zusammengewirkt haben, um auch im Umbruch eine gute Betreuung für die Kinder zu gewährleisten. Ein Kita-Besuch ist ein Segen für die jüngsten Mädchen und Jungen. Die Einschulungsuntersuchungen belegen dies seit Jahren: je länger ein Kind in die Kita geht, desto besser kann es sprechen, desto geringer ist das Risiko, übergewichtig zu sein oder hinter den motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Gleichaltrigen zurück zu bleiben. Ein Kitabesuch ist Bildung und Förderung zugleich – um in der Schule und im Leben „von Anfang an“ beste Chancen zu haben. Wir wollen, dass möglichst viele Kinder möglichst lange diese Chancen bekommen. Im Blick nach vorn zeichnet sich viel Erfreuliches ab: Immer mehr Kinder werden in Lichtenberg geboren, immer mehr junge Familien werden in Lichtenberg wohnen. Wir wollen auch den jüngsten Lichtenbergern und ihren Familien – und jenen, die es werden wollen – die beste Betreuung bieten. Dabei deuten jetzt schon alle Prognosen darauf hin, dass die Kita-Plätze erweitert werden müssen. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich in Kürze Baukräne drehen müssen, um neue Kitas zu schaffen. Vielmehr müssen Freie Träger, der Kita-Eigenbetrieb und das Bezirksamt alle Möglichkeiten nutzen, um bestehende Einrichtungen gut auszulasten, um intelligente Lösungen für neue Räume und Flächen zu finden – und nicht zuletzt sind sie gemeinsam Verbündete, um in Berlin für eine ausreichende Erzieherinnenausbildung und eine höhere Anerkennung des ErzieherInnenberufs zu streiten.
Das „letzte Wort“ in der Entscheidung für einen Betreuungsplatz im Qualitätswettbewerb aller Kitas haben auch künftig die Eltern. Lichtenberger Kitas stellen sich diesem Qualitätswettbewerb – und jede einzelne Kita will ihn auch gewinnen. Der vorliegende Kindertagesstättenentwicklungsplan dient diesem Ziel und dafür, um in der gemeinschaftlichen Verantwortung für gute und ausreichende Betreuungsplätze aufgestellt zu sein.
Michael Räßler-Wolff Bezirksstadtrat für Familie, Jugend und Gesundheit
Lichtenberger Kindertagesstättenentwicklungsplan 2010-2015 Fassung vom 01. Juni 2009
In den vergangenen Jahren gab es sehr vielfältige rechtliche und fachlich einschneidende Veränderungen in der Berliner Kindertagesbetreuung. Die Neuordnung der Kita-Landschaft in Berlin ist eine der umfassendsten Reformen der letzten Jahre und beinhaltete die Übertragung kommunaler Kindertagesstätten in freie Trägerschaft zum einen und die Überführung verbliebener Kindertagestätten in kommunale Eigenbetriebe zum anderen. Der rechtliche Rahmen wurde neu definiert. Das Inkrafttreten des Kindertagesförderungsgesetzes -KitaFöG(Juni 2005) und der Verordnung zum Kindertagesförderungsgesetz -VOKitaFöG- (November 2005) wurden als ein einheitlicher Standard für die Kindertagesbetreuung in Berlin vom Gesetzgeber beschlossen. Dies brachte auch viele inhaltliche Neuerungen mit sich. Die Einführung einheitlicher Leistungs- und Finanzierungsrichtlinien für freie Träger und KitaEigenbetriebe schuf gleichberechtigte finanzielle Voraussetzungen in der Kindertagesbetreuung. Zur einheitlichen Berechnung der Leistungen wurde das Gutscheinverfahren zum 01. Januar 2006 eingeführt. Die Berlinweite Einführung der Sozialraumorientierung und die damit verbundene Umstrukturierung der Jugendämter zog eine veränderte Zuständigkeit der Verwaltung nach sich. Die regionale, sozialraumbezogene Arbeitsweise des Jugendamtes war ein gemeinschaftlicher Lernprozess, die Umsetzung nicht immer unkompliziert. Spezialdienste wurden in die Regionaldienste integriert, Fachbereiche aufgelöst. Die inhaltliche, fachliche Begleitung der Kindertagesbetreuung wurde der Fachlichen Steuerung des Jugendamtes zugeordnet, die Gutscheinbearbeitung erfolgt im Leistungs- und Finanzmanagement. Gleichzeitig wurde die Verlagerung der Horte in den Bereich Schule vorgenommen sowie die vorschulische Förderung in den Bereich der Kindertagesbetreuung vollständig abgegeben. Das Berliner Bildungsprogramm 2004 und das Sprachlerntagebuch 2006 wurden als wichtige Instrumente zur Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in Berliner Kindertagesstätten eingeführt. In der Vereinbarung über die Qualitätsentwicklung in Berliner Kindertagesstätten (QVTAG) sind zwischen dem Land Berlin und der LIGA der Spitzenverbände, der Verbände der freien Wohlfahrtspflege in Berlin, dem Dachverband der Berliner Schülerläden e. V. und der Eigenbetriebe alle relevanten Punkte erfasst, die einen einvernehmlichen Rahmen zur Wahrnehmung der Verantwortung für eine bestmögliche frühkindliche Bildung und Entwicklung schaffen. Der Beitritt zur Qualitätsentwicklungsvereinbarung und zur Rahmenvereinbarung über die Finanzierung und Leistungssicherstellung der Tageseinrichtungen (RV-Tag) sind Grundlage der öffentlichen Finanzierung für Kindertagesstätten. Diese vielfältigen und umfassenden Veränderungen der rechtlichen und inhaltlichen Rahmenbedingungen lösten Prozesse aus, die ein gründliches Um- und Weiterdenken bei allen Beteiligten erforderlich machten, auch über das eigene Rollenverständnis. Die Prüf- und Kontrollpraxis musste einer Gleichrangigkeit weichen, die vom verantwortungsbewussten, vertrauensvollen Prinzip der Vereinbarungen getragen wird. Die Reform erwartet die gemeinschaftliche Wahrnehmung der Verantwortung aller Akteure in der Kindertagesbetreuung auf einer partnerschaftlichen Ebene. Daraus lässt sich für das Jugendamt eine geänderte Rolle ableiten. Neben den fachlichen Vorgaben des Landes Berlin - zur Gutscheinvergabe - zur Feststellung des Förderbedarfes von Kindern mit Behinderungen - zum Wächteramt/Kinderschutz - zur Gewährleistungspflicht
werden die inhaltlichen Vorgaben folgendermaßen umgesetzt: - Begleitung der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in Kindertagesstätten - Koordinierung verschiedener, themenbezogener Entwicklungsprozesse - Bereitstellung von Bevölkerungszahlen und Prognosen für alle Träger zur Planung - Anregung und Initiierung zur Vernetzung im Sozialraum - Beratung bei der Umsetzung von konzeptionellen Veränderungen in den Regionen In diesem Veränderungsprozess sind auch die freien Träger, die im Bezirk ein Angebot der Kindertagesbetreuung vorhalten, aufgefordert, sich aktiv am Gestaltungsprozess zu beteiligen und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und allen beteiligten Fachämtern und Institutionen zu sichern. Der folgende Kindertagesstättenentwicklungsplan wird den derzeitigen Ist-Zustand darstellen, wichtige Informationen zu Bevölkerungsprognosen und Ableitungen zu künftigen Bedarfssituationen präsentieren und einen Ausblick auf gemeinsam zu bewältigende Aufgaben geben. Er soll zur Diskussion anregen, hinterfragt werden und neue Ideen für die Arbeit in Kindertagesstätten entstehen lassen. Denn alle, ob freie Träger, der Kita-Eigenbetrieb mit seinen Kindertagesstätten oder die bezirkliche Verwaltung haben gemeinschaftlich eine Verantwortung wahrzunehmen: Die Voraussetzungen zu schaffen, damit Kinder in unserem Bezirk Lichtenberg die bestmögliche frühkindliche Förderung bedarfsgerecht erfahren und ihre Eltern darin unterstützt werden, dieses Angebot anzunehmen.
Rechtliche Rahmenbedingungen im Bereich der Tagesbetreuung von Kindern seit 2006
♦ Bundesebene Rechtsgrundlage für die Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen ist das Kinder- und Jugendhilfegesetz SGB VIII (KJHG) 1. Die rechtlichen Grundlagen und Vorgaben für die Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege sind die §§ 22 - 26 und § 35 a KJHG: § 22 § 22 a § 23 § 24 § 24 a Grundsätze der Förderung Förderung in Tageseinrichtungen Förderung in Kindertagespflege Anspruch auf Förderung in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege Übergangsregelung und stufenweiser Ausbau des Förderungsangebots für Kinder unter drei Jahren § 25 Unterstützung selbstorganisierter Förderung von Kindern § 26 Landesrechtsvorbehalt § 35 a Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche Die §§ 22 bis 26 KJHG regeln die Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege. Explizit sollen die Träger der öffentlichen Jugendhilfe darauf hinwirken, „… dass ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagesplätzen zur Verfügung steht“. Im § 26 wird auf die näheren Regelungen für diesen Leistungsbereich im Landesrecht verwiesen. § 35 a gibt Kindern und Jugendlichen, die seelisch behindert oder von einer solchen Behinderung bedroht sind, einen eigenen Anspruch auf Eingliederungshilfe. Der Bundestag hat am 26. September 2008 das Gesetz zur Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege (Kinderförderungsgesetz - KiföG) 2 verabschiedet. Ab dem 01. Oktober 2010 sind die Träger der öffentlichen Jugendhilfe verpflichtet, mindestens ein Angebot vorzuhalten, das eine Förderung aller Kinder ermöglicht. ♦ Landesebene Im Land Berlin regelt das Gesetz zur Weiterentwicklung des bedarfsgerechten Angebotes und der Qualität von Tagesbetreuung (Kindertagesbetreuungsreformgesetz) 3 die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege. In Artikel I ist das Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege (Kindertagesförderungsgesetz - KitaFöG) 4 verankert. Auf Grund des § 7 Abs. 7 und 9, § 10 Abs. 1, § 11 Abs. 1 und des § 30 Abs. 2 des Gesetzes zur Ausführung des KJHG wurde die Verordnung über das Verfahren zur Gewährleistung eines bedarfsgerechten Angebots von Plätzen in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege und zur Personalausstattung in Tageseinrichtungen (Kindertagesförderungsverordnung - VOKitaFöG) 5erlassen. Kinder sollen einen geeigneten Platz in einer Tageseinrichtung oder Kindertagespflege erhalten, wenn ein entsprechender Bedarf festgestellt wird. Der Betreuungsumfang soll dem
Die Fußnoten 1 bis 7 werden in Anlage 1 erläutert
Förderungsbedarf des Kindes und den Bedürfnissen seiner Familie gerecht werden. Besondere Angebote sind für Kinder mit Behinderungen vorgesehen. Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Einführung der beitragsfreien Förderung im Kindergarten und zur Änderung weiterer Vorschriften ab 01. August 2009 werden wesentliche Regelungen zu einer Weiterentwicklung des Angebots der Kindertagesbetreuung in Berlin getroffen. 6 Das Gesetz zur vorschulischen Sprachförderung 7 regelt die Sprachstandsfeststellung von Kindern, die schulpflichtig werden. Es wird bei den Kindern festgestellt, ob die deutschen Sprachkenntnisse für eine erfolgreiche Teilnahme am Schulunterricht ausreichen. In enger Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und Schulbereich sind die gesetzlichen Vorgaben umzusetzen. In das Verfahren sind die Kindereinrichtungen, die Kindertagespflege und die Schulen eingebunden. Mit Änderung des KitaFöG erfolgt mit Einfügung des § 5 a eine Präzisierung zur Förderung der Sprache.4 Im § 7 der VOKitaFöG (Maßnahmeplanung) ist im Absatz 3 verankert, dass die Planung sicherzustellen hat, dass für alle Kinder mit einem Anspruch oder Förderungsbedarf ausreichend und rechtzeitig ein geeigneter Platz in einer Tageseinrichtung oder Kindertagespflege zur Verfügung steht. Dabei ist eine ausreichende Angebots- und Trägervielfalt im Bezirk vorzuhalten. Das Jugendamt Lichtenberg ist grundsätzlich in der Lage, dem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren gemäß § 24 KJHG im Rahmen des Angebotes an Kita-Plätzen zu entsprechen. Auf die erheblichen Konsequenzen der genannten rechtlichen Änderungen für die Umsetzung dieser Gewährleistungsaufgabe sowie für die Kapazitätsplanung von Kindertagesbetreuungsplätzen wird in den nachfolgenden Kapiteln genauer eingegangen. Ergänzend zum KitaFöG regelt das Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetz (TKBG) die Beteiligung an den Kosten der Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege. Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden ergänzt durch eine Vielzahl von Verordnungen, die neben organisatorischen, kostenrechtlichen und verfahrensrechtlichen Vorgaben auch fachliche Standards für die Entwicklung von Leistungen der Jugendhilfe enthalten. So regelt zum Beispiel die VOKitaFöG die Grundlagen für das Antrags-, Bedarfsfeststellungs-, Nachweisund Finanzierungsverfahren für die Förderung in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege.
Bestand an Betreuungsangeboten und die Versorgungssituation im Bereich der Tagesbetreuung von Kindern Tagesbetreuung von Kindern - Begriffe und Inhalte
Die Betreuung von Kindern im Alter von 8 Wochen bis zum Schuleintritt wird unter dem Begriff Tagesbetreuung zusammengefasst. Die Tagesbetreuung kann in verschiedenen Tageseinrichtungen und Betreuungsformen stattfinden: 1. Kindertagesstätten der Träger der öffentlichen und freien Jugendhilfe 2. Eltern-Initiativ-Kindertagesstätten in denen Eltern die Betreuung ihrer Kinder selbst organisieren 3. Eltern-Kind-Gruppen die im Verbund mit anderen Einrichtungen und Diensten eine Halbtagsförderung für Kinder anbieten unter Einbeziehung der Eltern 4. Kindertagespflegestelle als ergänzende oder bei entsprechendem Bedarf ganztägige Betreuung 5. Angebote für Kinder mit Behinderungen als ergänzendes, integriertes Angebot in Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen
Kindertagesstätten sind Einrichtungen, in denen Kinder halb- oder ganztags betreut werden können. Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Halbtagsförderung von bis zu maximal 5 Stunden täglich hat jedes Kind ab dem dritten Lebensjahr. Darüber hinaus gehender Bedarf unterliegt einem Antrags- und Feststellungsverfahren. Gesetzliche Grundlagen hier: §§ 4, 5, 6, 7 KitaFöG 8 Durch Vereinbarungen und Verträge geht der Träger die Verpflichtung ein, bedarfsgerechte Förderung für die ihm anvertrauten Kinder anzubieten. Das beinhaltet, dass der Träger alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen muss, um eine ganzheitliche Bildung, Erziehung und Förderung anzubieten, damit Kinder unterstützt werden, zu einer gesunden, allseits gebildeten Persönlichkeit heranwachsen zu können. Die Kindertagesstätte versteht sich als ein ergänzendes Angebot zur Familienerziehung. Die Kita soll unter Einbeziehung vieler Akteure am Standort eine enge Zusammenarbeit mit den Familien pflegen, um die Eltern bei der schwierigen Aufgabe ihrer Erziehungspflicht zu unterstützen. Die Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten wird untermauert mit dem 2004 eingeführten Berliner Bildungsprogramm, das ein Instrument für Erzieherinnen und Erzieher ist, um Kindern strukturiert Bildungsinhalte zu vermitteln, ihre Wahrnehmung anzuregen, sie zu interessieren für schöpferische und kreative Tätigkeiten und um ihnen demokratische Grundprinzipien näher zu bringen. In der Kindertagesstätte können Kinder lernen, ihre eigenen Kompetenzen zu erkennen und weiterzuentwickeln. Sie erfahren Anteilnahme an den Problemen ihrer Lebenswelt und werden umfassend auf die Schule vorbereitet. Kindertagesstätten in gewerblicher Trägerschaft bzw. Betriebskindertagesstätten sind für die Versorgung in Lichtenberg bisher nicht relevant. Eltern-Initiativ-Kindertagesstätten sind Einrichtungen für Kinder von 0-6 Jahren, die in freier Trägerschaft als gemeinnützige Vereine arbeiten. Für die finanzielle Förderung durch öffentliche Mittel ist die Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe nach SGB VIII Voraussetzung. Ein wesentliches Merkmal, was sie auch von anderen Kindertagesstätten unterscheidet, ist die Selbstorganisation durch die Eltern, deren Partizipationsmöglichkeiten und Engagement einen bedeutenden Anteil der Arbeit einer Eltern-Initiativ-Kita ausmacht. Entscheidungsstrukturen in einer solchen Kindertagesbetreuungsform sind basisdemokratisch organisiert. Die Beteiligung
Siehe Anlage 1 Seite 10 von 86
der Eltern ist erforderlich und verbindlich festgelegt. Das umfasst alle notwendigen Entscheidungen, ehrenamtliche Arbeit, einschließlich der Beteiligung an der pädagogischen Konzeptentwicklung. Eltern- Kind-Gruppen sind ein regelmäßig stattfindendes Angebot von Tageseinrichtungen, die in Zusammenarbeit mit anderen Diensten Halbtagsförderung für Kinder und ihre Familien anbieten. Die Eltern nehmen an diesem Angebot teil und erfahren somit Unterstützung in der Bewältigung ihrer Erziehungsaufgaben, knüpfen neue soziale Kontakte und werden im Umgang mit ihren Kindern gestärkt. Die Gruppe wird durch eine Fachkraft begleitet, die auf die individuellen Bedürfnisse der Eltern und Kinder eingeht und entsprechende Angebote unterbreiten kann. Es ist so möglich, aus der aktuellen Lebenssituation der Familien heraus Probleme zu thematisieren, in Erfahrungsaustausch mit anderen Familien zu treten und praktische Angebote wahrzunehmen. Rechtliche Grundlage für dieses Angebot ist § 16 KJHG. Ein Beispiel für Eltern-Kind-Gruppen sind PEKIP-Gruppen, Spiel- und Bewegungsgruppen. Kindertagespflegestellen werden von geeigneten Tagespflegepersonen angeboten, wobei sich hier Tageseinzelpflege und Tagesgroßpflege in der Anzahl der aufgenommenen Kinder unterscheidet. Das Angebot erfolgt in geeigneten Räumen oder im Haushalt der Eltern. Wie auch in den Kindertagesstätten wird hier eine Staffelung der Betreuungszeiten angewandt. In Einzelfällen wird eine Betreuung über die übliche Ganztagsförderung von über 180 Stunden monatlich bewilligt. Tagespflegeperson kann nur sein, wer entsprechende Schulungen absolviert, durch Führungszeugnis geprüft und die Eignung der Räumlichkeiten nachgewiesen hat. Es werden Standards und Weiterbildungsteilnahme in regelmäßigen Abständen, sowie weitere Rechte und Pflichten mit der Tagespflegeperson vertraglich vereinbart. Das zuständige Jugendamt hat Sorge zu tragen, dass ausreichende Fortbildungsangebote für Tagespflegeeltern zur Verfügung stehen und hat deren Gebrauch zu überprüfen. Das Kindertagesförderungsgesetz gilt für Tagespflegestellen entsprechend. Angebote für Kinder mit Behinderungen sind in der Regel in eine Kindertagesstätte bzw. Kindertagespflegestelle integriert. Durch besondere, ergänzende pädagogische Angebote werden von geeignetem pädagogischem Fachpersonal für eine zusätzliche Förderung für Kinder mit Behinderung bereitgestellt. Voraussetzung für die Gewährung von zusätzlichen Personalzuschlägen ist ein Antrags- und Bedarfsprüfungsverfahren, was nach Fristablauf erneute Prüfung zur Folge hat. Gestaffelt wird nach erhöhtem und wesentlich erhöhtem Förderbedarf. Dem zu Grunde liegt die Art und Schwere der Behinderung, die vom zuständigen Jugendamt unter Einbeziehung der für Behinderte zuständigen Fachstelle geprüft wird sowie der besondere sozialpädagogische Förderbedarf des Kindes. Heilpädagogische Hilfen sowie notwendige therapeutische Unterstützung werden nach Möglichkeit in der Kindertagesstätte vorgehalten und in die Arbeit integriert.
Bevölkerung und Alterstruktur im Bezirk Lichtenberg
12/2001 5.172 4.840 20.330 10.808 7.626 20.143 15.751 40.972 40.758 32.758 19.225 36.308 254.691 12/2002 5.382 4.890 18.043 10.684 7.570 21.136 16.672 38.412 41.166 32.422 19.064 38.315 253.754 12/2003 5.470 5.050 16.136 10.305 7.345 21.481 17.746 35.937 41.575 31.809 19.236 40.177 252.267 12/2004 5.592 5.118 14.589 9.625 7.236 21.436 19.068 33.990 41.847 31.588 18.753 42.360 251.202 12/2005 5.860 5.344 13.712 8.970 7.232 21.582 20.456 33.007 41.999 32.441 17.260 44.539 252.402 12/2006 6.103 5.554 13.571 7.356 7.023 21.608 21.558 31.861 41.582 33.813 14.769 47.244 252.042 12/2007 6.355 5.788 13.617 6.027 6.541 21.651 22.092 31.490 40.666 33.963 13.974 48.647 250.811 12/2008 6.586 5.945 14.006 4.821 9.786 17.858 22.809 31.892 39.751 34.426 12.949 50.225 251.054 Entwicklung 2001-2008 (%) 127,3 122,8 68,9 44,6 128,3 88,7 144,8 77,8 97,5 105,1 67,4 138,3 98,6
Altersgruppen 0 bis unter 3 3 bis unter 6 6 bis unter 15 15 bis unter 18 18 bis unter 21 21 bis unter 25 25 bis unter 30 30 bis unter 40 40 bis unter 50 50 bis unter 60 60 bis unter 65 65 und älter Gesamt
Datengrundlage: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Melderechtlich registrierte Einwohner am Ort der Hauptwohnung am 31.12.
Im Bezirk Lichtenberg ist die Bevölkerung in den Jahren 2001 bis 2008 um 1,4 % zurückgegangen. Die Einwohnerentwicklung verlief innerhalb der Altersgruppen allerdings differenziert. Bei den Kindern im Alter unter 6 Jahren ist ein deutlicher Zuwachs eingetreten. Ebenso werden die hohen Bevölkerungsanteile der 21- bis unter 30-Jährigen noch sehr stark von den geburtenstarken Jahrgängen der Vorwendezeit geprägt. Insbesondere das Gebiet des ehemaligen Bezirkes Hohenschönhausen war in der Großsiedlung ein damals begehrter Wohnort junger Familien. In dieser Tabelle spiegeln sich allerdings auch die extrem niedrigen Geburtenraten bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter des vergangenen Jahrzehnts wider. Stark zugenommen hat dagegen die Einwohnergruppe im Seniorenalter. Dieser Trend entspricht den Berliner, aber auch den deutschlandweiten Entwicklungstendenzen. Diese hier getroffenen Aussagen zur demografischen Entwicklung im Bezirk Lichtenberg verliefen aber in den Stadtteilen des Bezirkes differenziert 9. Im Weiteren werden die Kita-relevanten Altersgruppen im Bezirk und auf Stadtteilebene tiefer analysiert.
Bevölkerungsentwicklung der Kinder im Alter 0 bis unter 6 Jahren
Altersgruppe 0 bis < 6 Jahre 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre Einwohner Bezirk gesamt 12/2001 10.012 5.172 4.840 254.691 12/2002 10.272 5.382 4.890 253.754 12/2003 10.522 5.471 5.051 252.267 12/2004 10.708 5.590 5.118 251.202 12/2005 11.204 5.860 5.344 252.402 12/2006 11.657 6.103 5.554 252.043 12/2007 12.136 6.351 5.785 250.808 12/2008 12.531 6.586 5.945 251.054
Die sozio-demografischen Entwicklungen wurden im Monitoring Soziale Stadtentwicklung auf Stadtteilebene seit 2004 analysiert. Die Ergebnisse können unter dem Link: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/stadtteilmanagement nachgelesen werden. Seite 12 von 86
14.000 12.000 10.012 10.000 8.000 6.000 4.000 2.000 0 12/2001 12/2002 12/2003 0 bis < 3 Jahre 12/2004 12/2005 12/2006 12/2007 5.172 5.382 5.470 5.050 5.592 5.860 6.103 5.554 6.355 5.788 10.272 10.520 10.710 11.204 11.657 12.143
3 bis < 6 Jahre
0 bis < 6 Jahre
Datengrundlage: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Melderechtlich registrierte Einwohner am Ort der Hauptwohnung
Stadtteil Malchow, Wartenberg und Falkenberg
Altersgruppe 0 bis < 6 Jahre 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre Einwohner Stadtteil gesamt 12/2001 113 46 67 3.429 12/2002 91 32 59 3.552 12/2003 116 48 68 3.875 12/2004 115 51 64 4.004 12/2005 112 48 64 4.047 12/2006 130 57 73 4.007 12/2007 151 68 83 4.063 12008 164 82 82 4.072
180 160 140 120 100 80 60 40 20 0 12/2001 12/2002 12/2003 0 bis < 3 Jahre 12/2004 12/2005 12/2006 12/2007 46 32 48 51 48 57 67 113 91 59 68 73 64 64 68 83 116 130 115 112 151
Die Anzahl der Kinder im Alter unter 6 Jahren ist im Stadtteil insgesamt gering, hat aber steigende Tendenz. Hier spiegeln sich zahlreiche Eigenheimbauvorhaben im Stadtrandbereich der letzten Jahre wider. Mit weiteren Bauvorhaben ist auch weiterhin, insbesondere im Gebiet Falkenberg (Am Gehrensee) zu rechnen. Lt. Bebauungsplan XXII-39 aus dem Jahr 2004 sollen hier bis zu 650 Wohneinheiten überwiegend als Einfamilienhäuser entstehen. Durch diese geplante Neubebauung ist mit einem erheblichen Zuzug junger Familien mit Kindern in den nächsten Jahren zu rechnen.
Stadtteil Neu-Hohenschönhausen Nord
Altersgruppe 12/2001 12/2002 12/2003 12/2004 12/2005 12/2006 12/2007 12/2008
0 bis < 6 Jahre 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre Einwohner Stadtteil gesamt
1.409 718 691 30.344
1.540 824 716 30.185
1.577 833 744 29.992
1.593 815 778 29.789
1.640 845 795 29.254
1.633 842 791 28.755
1.663 847 816 28.210
1.638 872 766 27.864
1.800 1.600 1.400 1.200 1.000 718 800 600 400 200 0 12/2001 691 1.409
12/2003 0 bis < 3 Jahre
Der Anteil von Kindern im Alter unter 6 Jahren hat seit 2001 kontinuierlich steigende Tendenz, obwohl insgesamt die Einwohnerentwicklung seit den 90-er Jahren rückläufig verläuft. Ab 2008 ist ein Rückgang bei den Kindern unter 6 Jahren festzustellen, obwohl insgesamt noch ein Geburtenanstieg vorliegt. In den vergangenen Jahren sind allerdings mehr Familien mit Kindern unter 6 Jahren zugezogen als weggezogen. Der Stadtteil insgesamt verfügt über einen hohen sanierten Wohnungsbestand mit einem erheblichen Anteil von Wohnungen für Familien. Die Leerstandsquoten sind im Gebiet gering. Eine gute Infrastruktur ist auf die speziellen Anforderungen von Familien ausgerichtet und wird als ausreichend eingeschätzt. Der Anteil von Einwohnern mit Migrationshintergrund ist im Stadtteil überdurchschnittlich, insbesondere in den Planungsräumen 4 und 5 (Gebiet Biesenbrower Straße). Entsprechend hoch ist hier mit 32 % auch der Anteil der Kinder unter 6 Jahren, deren Eltern einen Migrationshintergrund haben, dagegen im Gebiet der Neubrandenburger Straße (Planungsraum-PR- 6 und 7) lediglich 15 %.
Stadtteil Neu-Hohenschönhausen Süd
957 497 460 28.009
973 509 464 27.450
1.009 502 507 26.844
1.044 526 518 26.443
1.119 569 550 26.324
1.167 615 552 25.931
1.280 688 592 25.759
1.333 697 636 25.589
1.400 1.200 1.000 800 600 400 460 200 0 12/2001 12/2002 12/2003 12/2004 12/2005 497 509 507 526 957 973 1.009 1.044 1.119
1.280 1.167
688 569 615
0 bis < 3 Jahre
Ähnlich wie im Stadtteil Neu-Hohenschönhausen Nord ist die Entwicklung in NeuHohenschönhausen Süd einzuschätzen, allerdings stieg hier auch im Jahr 2008 die Zahl der Kinder im Vorschulalter. Der Stadtteil ist ein bevorzugtes Wohngebiet für Familien mit Kindern. Auch in diesem Stadtteil sind die Anteile der Einwohner mit Migrationshintergrund hoch. Im Gebiet des PR 8 (Zingster Straße Ost) beträgt der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund im Alter unter 6 Jahren an der Altersgruppe der Gesamtbevölkerung 30 %, im PR 9 (Zingster Straße West) 26 %, im PR 10 (Mühlengrund) 24 %.
Stadtteil Alt-Hohenschönhausen Nord
609 286 323 15.308
552 274 278 14.896
493 246 247 13.917
498 231 267 13.594
514 232 282 13.586
557 283 274 13.542
564 296 268 13.315
615 339 276 13.405
700 609 600 500 400 300 200 100 0 12/2001 12/2002 12/2003 0 bis < 3 Jahre 12/2004 12/2005 12/2006 0 bis < 6 Jahre 12/2007 286 274 323 552 493 498 557 514 564
339 278 247 246 267 282 283 274 232 296 276
Die Einwohnerentwicklung im Stadtteil insgesamt hat im Berichtszeitraum eine rückläufige Tendenz. Im Gebiet der Anna-Ebermann-Straße ist der vorhandene Wohnungsbestand weitgehend unsaniert. Hier sind sehr hohe Leerstandsquoten zu verzeichnen. Mit Bevölkerungszuwächsen in diesem Gebiet ist erst mit der Realisierung geplanter Grundsanierungsvorhaben durch den Eigentümer zu rechnen. Auch mit dem geplanten Bau von 237 Einfamilien- und Reihenhäusern zwischen der Wartenberger- und der Gehrenseestraße (Fontanepark) werden deutlichen Zuzügen erwartet. Die Entwicklung der Einwohner im Alter unter 6 Jahren hatte trotz der insgesamt deutlichen Bevölkerungsverluste der vergangenen Jahre eine positive Tendenz. Insbesondere sind in das Gebiet des PR 12 (Hauptstraße) seit 2006 verstärkt Familien mit Kindern unter 6 Jahren gezogen. Seit 2006 ist im Stadtteil eine Zunahme bei den unter 3-Jährigen eingetreten.
Stadtteil Alt-Hohenschönhausen Süd
1.157 613 544 29.042
1.204 626 578 28.673
1.229 622 607 28.678
1.226 656 570 28.483
1.259 661 598 28.420
1.284 642 642 28.234
1.349 676 673 28.409
1.356 708 648 28.402
1.600 1.400 1.200 1.000 800 600 400 200 0 12/2001 12/2002 12/2003 0 bis < 3 Jahre 12/2004 12/2005 12/2006 544 578 607 570 613 626 622 656 661 598 642 642 1.157 1.204 1.229 1.226 1.259 1.284
Die Einwohnerzahl hat sich im Stadtteil im Berichtszeitraum leicht verringert. Die Entwicklung verläuft insgesamt dennoch relativ stabil. Die absolute Zahl der Kinder unter 6 Jahren ist im Stadtteil gestiegen. Diese Tendenz hat ihre Ursache in einer positiven Entwicklung in den Gebieten der Planungsräume 13 (Orankesee), 14 (Große-Leege-Straße) und 16 (Weiße Taube). Im Gebiet des Planungsraumes 15 (Landsberger Allee) ist diese rückläufig, auch in der Bevölkerungsdichte der Einwohner im Alter unter 6 Jahren an der Gesamtbevölkerung. Im Gebiet der Weißen Taube ist hinsichtlich der Wanderungen von Familien mit Kindern im Vorschulalter ein negativer Saldo zu verzeichnen, aber trotzdem eine deutliche Zunahme des Kinderanteils im Alter unter 6 Jahren an der Bevölkerung festzustellen. Das bedeutet, dass zwar nicht mehr Familien mit Kindern unter 6 in das Gebiet ziehen als wegziehen, aber die bereits hier wohnenden Familien sich offensichtlich durch Geburten vergrößert haben. Daraus kann auch abgeleitet werden, dass dieses Wohngebiet attraktiv für Familien mit kleinen Kindern ist.
Stadtteil Fennpfuhl
1.022 529 493 31.436
1.061 536 525 31.246
1.103 543 560 31.534
1.148 596 552 31.540
1.140 601 539 31.342
1.200 635 565 31.109
1.292 619 673 30.883
1.296 659 637 30.834
1.400 1.200 1.000 800 600 400 200 0 12/2001 12/2002 12/2003 0 bis < 3 Jahre 12/2004 12/2005 12/2006 529 536 525 493 560 543 596 552 601 539 635 1.022 1.061 1.103 1.148 1.140 1.200
Die Zahl der Einwohner hat leicht schwankende Tendenzen: 2001 - 2002 ging diese zurück, 2003 - 2004 ist ein erneuter Anstieg festzustellen, welcher im Zusammenhang mit dem Abschluss umfassender Sanierungsvorhaben in diesem Wohngebiet stehen könnte. In den Jahren danach ist wieder ein leichter Rückgang eingetreten. Ähnlich verhielt sich die Entwicklung der Einwohner im Alter unter 6 Jahren, doch insgesamt ist eine Zunahme im Stadtteil festzustellen. Der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund liegt in diesem Stadtteil mit 20,9 % über dem Lichtenberger Durchschnitt. Besonders hoch sind die Anteile der Kinder unter 6 Jahren, deren Eltern aus einem Einwanderungsland zugezogen sind. 41,6 % aller Kinder unter 6 Jahren haben einen Migrationshintergrund. Im Planungsraum 17 (Hohenschönhauser Straße) ist dieser Anteil mit 47,5 % besonders hoch. Das Wanderungsverhalten von Familien mit Kindern im Vorschulalter hatte in den letzten Jahren einen positiven Saldo. Das verdeutlicht, dass dieses Wohngebiet mit einer guten sozialen Infrastruktur attraktiv für Familien ist.
Stadtteil Alt-Lichtenberg
931 496 435 21.561
859 488 371 21.326
836 493 343 20.948
824 483 341 20.695
930 524 406 21.751
1.025 594 431 22.387
1.043 572 471 22.189
1.093 590 503 22.270
1.200 1.000 931 800 600 400 200 0 12/2001 12/2002 12/2003 0 bis < 3 Jahre 12/2004 12/2005 12/2006 12/2007 12/2008 496 435 488 371 493 343 483 341 524 406 431 859 836 824 594 572 471 590 503 930 1.025 1.043 1.093
Die Zahl der Einwohner im Stadtteil hatte bis zum Jahr 2004 eine rückläufige Tendenz, ab 2005 stieg diese wieder. Diese Veränderungen sind im Zusammenhang mit umfassenden Sanierungsarbeiten im Gebiet der Rüdigerstraße zu begründen. Ähnlich verhielt sich auch die Entwicklung der Einwohner im Alter unter 6 Jahren.
Stadtteil Frankfurter Allee Süd
438 218 220 9.879
456 228 228 10.061
457 230 227 9.997
437 210 227 9.928
427 210 217 9.873
454 216 238 9.745
488 275 213 9.874
470 263 207 9.884
600 500 400 300 200 100 0 12/2001 12/2002 12/2003 0 bis < 3 Jahre 12/2004 12/2005 12/2006 0 bis < 6 Jahre 12/2007 12/2008 275 220 218 228 228 230 227 227 210 217 210 238 216 213 207 263 456 438 457 437 427 454 488 470
Die Bevölkerungsentwicklung verlief im Stadtteil in den letzten Jahren relativ konstant. Bei den Kindern unter 6 Jahren sind leichte Zuwächse seit 2006 zu verzeichnen. In den Jahren 2006 und 2007 sind mehr Familien mit Kindern im Alter unter 6 Jahren in den Stadtteil zugezogen als
weggezogen. Der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund liegt im Stadtteil mit 27,8 % über dem Lichtenberger Durchschnitt und auch über dem Durchschnitt von Berlin. 47,1 % der Kinder im Alter unter 6 Jahren sind Migranten. Der Stadtteil ist ein bevorzugtes Wohngebiet für Aussiedler aus den ehemaligen GUS-Staaten.
Stadtteil Neu Lichtenberg
1.111 586 525 26.158
1.131 624 507 26.579
1.233 687 546 26.670
1.297 751 546 27.157
1.374 798 576 27.460
1.423 794 629 27.491
1.482 809 673 27.206
1.555 853 702 27.738
1.800 1.600 1.400 1.200 1.000 800 600 400 200 0 12/2001 12/2002 12/2003 0 bis < 3 Jahre 12/2004 12/2005 12/2006 12/2007 525 507 546 546 576 687 586 624 629 673 1.111 1.131 1.297 1.233 1.374 1.423 1.482
853 751 798 794 809
Die Zahl der Einwohner ist im Stadtteil im Berichtszeitraum gestiegen. Diese positive Entwicklung ist nur in wenigen Stadtteilen des Bezirkes festzustellen. Analog verlief auch die Entwicklung der Zahl der Kinder im Alter unter 6 Jahren. Das Wanderungsvolumen im Stadtteil war in den vergangenen Jahren sehr hoch, bedingt durch umfassende Sanierungsmaßnahmen. Insbesondere wurde der Kaskelkiez deutlich aufgewertet, wobei die soziale Infrastruktur erheblich verbessert wurde. Im Kaskelkiez haben Haushalte mit Kindern bzw. auch größere Haushalte zugenommen. Der Weitlingkiez ist in Folge des hier deutlich geringeren Mietniveaus attraktiv für junge Familien und Studenten, obwohl das Gebiet noch einen hohen Bestand unsanierter Altbauten aufweist.
Stadtteil Friedrichsfelde Nord
494 251 243 12.950
554 292 262 13.068
564 296 268 13.076
542 266 276 12.977
571 278 293 13.051
617 324 293 13.083
571 291 280 13.141
574 285 289 13.033
700 600 500 400 300 200 100 0 12/2001 12/2002 12/2003 0 bis < 3 Jahre 12/2004 12/2005 251 243 292 296 268 554 494 564 542 571
12/2006 0 bis < 6 Jahre
Die Einwohnerzahl ist im Stadtteil im Zeitraum 2001 - 2008 gering um 0,6 % gestiegen. Bei den Kindern unter 6 Jahren beträgt allerdings die Steigerung 16,2 %. Der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund liegt im Stadtteil über dem Durchschnitt des Bezirkes. Das gilt auch für Kinder im Alter unter 6 Jahren. Insbesondere leben im Planungsraum 23 (Gensinger Straße) 42,2 % aller Kinder unter 6 in Auswandererfamilien.
Stadtteil Friedrichsfelde Süd
749 383 366 25.272
766 393 373 25.422
777 391 386 25.258
791 394 397 24.879
860 433 427 25.249
858 430 428 25.162
888 481 407 24.592
938 495 443 24.319
1.000 900 800 700 600 500 400 300 200 100 0 12/2001 12/2002 12/2003 0 bis < 3 Jahre 12/2004 393 383 391 397 749 766 777 791
938 860 858 888
495 433 427 366 373 386 394 430 481
Die Zahl der Einwohner ist in den vergangenen 8 Jahren leicht gestiegen. Das Wohngebiet verfügt über einen guten sanierten Wohnungsbestand. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist an der Gesamtbevölkerung sehr gering. Dagegen ist der Anteil der über 64Jährigen mit ca. 32 % sehr hoch. Kein anderer Stadtteil des Bezirkes hat einen so hohen Seniorenanteil. Die hier lebende Seniorengeneration gehört zu einem Großteil zu den Erstbeziehern dieses Wohngebietes und hat eine hohe Verbundenheit zum Kiez. Um so bedeutungsvoller ist der kontinuierliche Anstieg bei den unter 6-Jährigen zu werten. Der Stadtteil bietet eine sehr gute Infrastruktur nicht nur für Senioren, sondern auch für Familien mit Kindern. Umfassende Sanierungsvorhaben am Wohnungsbestand, oftmals verbunden mit einer Aufwertung des Wohnumfeldes, wurden seit 2004 abgeschlossen. Möglicher Wohnungsleerstand im Wohngebiet ist unbedeutend. Es ziehen mehr Familien mit Kindern im Vorschulalter in den Stadtteil als wegziehen. Es kann davon ausgegangen werden, dass der demografische Wandel im Stadtteil nicht zu einer weiteren Vergreisung führen wird.
Stadtteil Rummelsburg
56 31 25 1.723
61 33 28 1.684
82 47 35 1.762
105 66 39 1.891
127 87 40 1.944
154 87 67 2.089
183 98 85 2.272
217 107 110 2.528
250 200 154 150 105 100 56 50 0 31 25 12/2001 61 33 28 12/2002 47 67 35 12/2003 0 bis < 3 Jahre 39 12/2004 40 12/2005 12/2006 0 bis < 6 Jahre 12/2007 82 66 85 127 87 87 98 183
Im Stadtteil sind mit weiterer Baufortschreitung des Vorhabens „Wasserstadt Rummelsburg“ deutliche Bevölkerungszuwächse eingetreten. Diese werden sich in den kommenden Jahren noch weiter fortsetzen. Es sind viele Familien mit Kindern in den Stadtteil gezogen. Dieses Wohngebiet ist sehr attraktiv für Familien mit Kindern im Vorschulalter, was auch eine sehr hohe Wanderungsdynamik mit überdurchschnittlichen Wanderungsgewinnen belegt.
966 518 448 19.580
1.024 523 501 19.612
1.046 533 513 19.716
1.088 545 543 19.822
1.131 574 557 20.101
1.155 584 571 20.508
1.224 631 593 20.895
1.282 636 646 21.116
1.400 1.200 1.000 800 600 400 200 0 12/2001 12/2002 12/2003 0 bis < 3 Jahre 12/2004 12/2005 12/2006 12/2007 518 523 501 448 533 513 545 543 574 557 584 571 966 1.131 1.024 1.046 1.088 1.155 1.224
Die Zahl der Einwohner ist im Berichtszeitraum gestiegen. Auch bei den Kindern im Vorschulalter ist ein kontinuierlicher Anstieg eingetreten. Der Stadtteil ist ein beliebter Wohnort gut situierter junger Familien. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren mit der Realisierung weiterer geplanter Neubauvorhaben von Reihen- und Einfamilienhäusern fortsetzen.
Platzkapazitäten, Belegung und Versorgungsgrad bei der Tagesbetreuung im Zeitraum 2006 - 2008 im Bezirk Lichtenberg Platzkapazitäten und Belegung im Bezirk Lichtenberg (Stand 31.12.2008)
Platzzahl lt. Betriebserlaubnis 50 35 23 50 31 160 180 180 170 180 190 190 220 180 160 100 180 180 95 48 197 112 90 150 45 165
Höchstplatz lt. Träger 50 35 23 50 31 100 180 180 170 170 190 190 200 165 160 100 150 135 95 48 175 112 70 90 45 160
belegte Plätze 48 35 22 47 29 88 160 167 147 175 175 182 198 156 164 94 144 124 88 38 149 94 71 83 45 160
davon: Lichtenberger Kinder 26 34 22 32 13 85 158 162 147 174 172 174 191 156 154 91 143 120 85 37 137 72 71 81 42 148
11010101 11010102 11010102 11010103 11010103 11010204 11010204 11010205 11010205 11010206 11010207 11010207 11010308 11010308 11010309 11010309 11010309 11010310 11020411 11020411 11020411 11020412 11020412 11020412 11020513 11020513
Kita Dorfstr. 37 (Malchow)/Kigä NordOst Kita Dorfstr. 4A (Wartenberg)/Kigä NordOst Kita d.Ev.Kirchengem.Malchow,Wartenberg,Falkenberg Kita Dorfstr. 5 (Falkenberg)/Kigä NordOst Kath. KG Heilig Kreuz Kita Glühwürmchen/KLAX gGmbH Kita/Kinder in Bewegung (KiB) gGmbH Kita/BIK e.V. Kita Randowstr. 41/43/Kigä NordOst Kita/urban-consult GmbH Kita/Independent Living Kita f. Bln gGmbH Kita/Verein f.ambul.Versorgg HSH e.V. Kita Wolkenreise/Kinder im Kiez gGmbH Kita/urban-consult gGmbH KINDERHAUS Berlin - Mark Brandenburg e.V. Kita Reriker Str. 18/Kigä NordOst Kita Fiorella/JAO-Jugendwerk Aufbau Ost e.V. Kita Matenzeile 2/4/Kigä NordOst Kita Malchower Weg 46/Kigä NordOst Kita der Ev. Kirchengem. Hohenschönhausen Kita/Verein f.ambul.Versorgg HSH e.V. Gehrenseestr. 6, Haus A Kita/Mitra e.V./Rechter Gebäudeteil Kita Heckelberger Ring 1/3/Kigä NordOst Kita/Sozialdiak. Jugendarb. Lichtenbg e.V. Kita/urban-consult GmbH Kita/urban-consult gGmbH
Dorfstr. 037 Dorfstr. 004A Birkholzer Weg 076 Dorfstr. 005 Ahrensfelder Chaussee 079 Biesenbrower Str. 061 Falkenberger Chaussee 120 Warnitzer Str. 009 Randowstr. 041 Crivitzer Str. 016 Neubrandenburger Str. 053 Warnemünder Str. 022 Ahrenshooper Str. 003 Wustrower Str. 041 Dierhagener Str. 001 Reriker Str. 020 Wiecker Str. 001 Matenzeile 002 Malchower Weg 046 Malchower Weg 046 AnnaEbermannStr. 025 Heckelberger Ring 003 Heckelberger Ring 001 Hedwigstr. 009 Roedernstr. 014 Waldowstr. 039
LOR – Lebensweltlich orientierte Räume, Berlin einheitliche Systematik der bezirklichen Raumstrukturen nach sozialräumlichen Grundsätzen, 8-stellig: 1. u. 2. Stelle: Bezirk (11 Lichtenberg), 3. u. 4. Stelle: Prognoseraum, 5. u. 6. Stelle: Stadtteil, 7. u. 8. Stelle: Planungsraum, siehe auch Anlage 2, Karte zu den lebensweltlich orientierten Räumen im Bezirk Lichtenberg Seite 23 von 86
Platzzahl lt. Betriebserlaubnis 220 180 250 90 95 181 65 180 180 180 130 170 95 140 80 65 40 200 180 180 200 90 130 25 40 45 220
Höchstplatz lt. Träger 205 160 230 90 90 181 65 180 180 165 130 150 85 140 65 65 40 180 172 160 200 90 90 20 40 40 205
belegte Plätze 202 136 222 84 88 149 64 150 143 154 121 153 84 134 63 66 33 176 160 143 180 48 96 18 32 36 204
davon: Lichtenberger Kinder 200 123 217 84 88 142 54 143 134 146 114 151 61 131 58 64 32 169 150 132 174 31 81 15 30 31 193
11020515 11020515 11020515 11020516 11020516 11030617 11030618 11030618 11030618 11030618
Kita Neustrelitzer Str. 32-34/Kigä NordOst Kita/Kinder in Bewegung (KiB) gGmbH Kita Tausendfüßler/Kinder- u. Jugend gGmbH d.Volkssolidarität Kita Schalkauer Str. 25C/Kigä NordOst Kita Weiße Taube 1/urban-consult gGmbH Kita/BIK e.V. Kita Kinderträume/Kinder im Kiez gGbmH Kita Phantasialand/Kinder im Kiez gGmbH Kita Paul-Junius-Str. 32/34/Kigä NordOst Kita/Sozialdiakonische Jugendarbeit e.V. Kita Bernhard-Bästlein-Str. 44/46/Kigä NordOst Kita/Kinder- und Jugend gGmbH d. Volkssolidarität Berlin Kita/Ev. Diakoniewerk Königin Elisabeth Kita/Independent Living-Kitas für Berlin gGmbH Kita Kiezspatzen/Kinder im Kiez gGmbH Kita Rudolf-Reusch-Str. 57/Kigä NordOst Kita der Ev. Kirchengem. AltLichtenberg Kita Bunte Plonzstifte/Forum Soziale Dienste e.V. Kita Harnackstr. 7/9/Kigä NordOst Kita/Sozialdiak. Jugendarbeit Lichtenbg e.V. Kita/Dialog e.V. Kita der Kath. Kirchengem. St. Mauritius Kita Sozialdiak. Jugendarbeit Lichtenbg e.V. EKT Kinderleben - Kind erleben e.V. B.I.P. Kita "Sonnenhof"/Kindervereinigung Bln e.V. BIP Kita "Erlenhof" Kita Lichtenzwerge/Kinder im Kiez gGmbH
11030619 11030720 11030721 11030721 11030721 11030721 11030721 11030824 11030824 11030824
Neustrelitzer Str. 032 Berkenbrücker Steig 009 Goeckestr. 025 Schalkauer Str. 025C Schleizer Str. 062 OttoMarquardt-Str. 002 Karl-VesperStr. 011 Paul-JuniusStr. 052 Paul-JuniusStr. 032 RudolfSeiffert-Str. 028 BernhardBästlein-Str. 044 BernhardBästlein-Str. 054 Herzbergstr. 079 Gotlindestr. 036 Hubertusstr. 005 RudolfReusch-Str. 057 Schottstr. 006 Plonzstr. 022 Harnackstr. 007 John-Sieg-Str. 001 SchulzeBoysen-Str. 022 SchulzeBoysen-Str. 026 Pfarrstr. 089 Kaskelstr. 041 Archenholdstr. 072 Kraetkestr. 018 Ribbecker Str. 022
11030824 11040925 11040925 11040926 11040926 11040926
LOR – Lebensweltlich orientierte Räume, Berlin einheitliche Systematik der bezirklichen Raumstrukturen nach sozialräumlichen Grundsätzen, 8-stellig: 1. u. 2. Stelle: Bezirk (11 Lichtenberg), 3. u. 4. Stelle: Prognoseraum, 5. u. 6. Stelle: Stadtteil, 7. u. 8. Stelle: Planungsraum, siehe auch Anlage 2, Karte zu den lebensweltlich orientierten Räumen im Bezirk Lichtenberg Seite 24 von 86
Platzzahl lt. Betriebserlaubnis 75 47 45 180 200 25 180 180 180 80 100 180 160 175 97 80 30 100 160 150 22 30 135 48 40 10 9.798
Höchstplatz lt. Träger 75 47 45 180 200 25 180 150 140 80 57 180 155 165 97 80 30 100 160 150 22 30 135 48 40 10 9.113
belegte Plätze 74 47 39 174 205 2 151 144 120 90 54 175 147 171 95 75 30 106 157 151 19 30 132 45 40 7 8.571
davon: Lichtenberger Kinder 72 45 34 168 197 2 141 138 114 87 46 169 145 168 81 75 29 100 149 137 11 21 129 44 31 7 8.085
11040926 11040926 11040926 11040926 11040926 11040926 11041022 11041023 11041027 11041128 11041128 11041128 11041128 11041128 11051229 11051330 11051330 11051330 11051331 11051331 11051332 11051332 11051332 11051332 11051332 11051332 Bezirk
Kita Sonnenblume/Kigä NordOst Kita der Ev. Kirchengem.PaulGerhardt-Lichtenbg CityKids Berlin e. V. Kita/Jugend- und Sozialwerk gGmbH Kita/EJF-Lazarus gAG DETI Kita Rosenfelder Ring 35/35A/Kigä NordOst Kita/Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. Kita Märcheninsel/AWO Kreisverb.Südost Kita/Forum Soziale Dienste gGmbH EKT-"Eene meene..."-Verein z.Förderg selbstbest.Kindheit e.V. Kita Bärenkinder/Kinder im Kiez gGmbH Kita/BIK e.V. Kita Sewanstr. 199/Kigä NordOst Kita Hoppetosse/Kigä NordOst Kita Gundelfinger Str. 39/Kigä NordOst EKT - "Das tapfere Schneiderlein" e.V. Kita Zwergenland/EJF-Lazarus gAG Kita/AWO Kreisverb. Südost e.V. Kita Römerweg 106 und 112/Kigä NordOst Kita "Die Kappe" e.V. Kita "Die Kappe" e.V. Kita Wildensteiner Str. 3/Kigä NordOst Kita d.Ev.Kirchengem.PaulGerhardt-Lichtenbg Waldorf-Kindergarten Karlshorst e.V. Waldorfkindergarten Karlshorst Gesamt
Wönnichstr. 060 Nöldnerstr. 043 Eitelstr. 016 Massower Str. 023 Wönnichstr. 074 AlfredKowalke-Str. 040A Rosenfelder Ring 035 Gensinger Str. 058 Charlottenstr. 003A Balatonstr. 009 Sewanstr. 120 Erieseering 033 Mellenseestr. 065 Sewanstr. 199 Hauptstr. 006T Gundelfinger Str. 039 Hentigstr. 016 Hönower Str. 031 Honnefer Str. 025 Römerweg 106 Ehrlichstr. 063 Sadowastr. 016 Wildensteiner Str. 003 Lehndorffstr. 011 Stühlinger Str. 003 Üderseestr. 001
Datengrundlage: ISBJ
LOR - Lebensweltlich orientierte Räume, Berlin einheitliche Systematik der bezirklichen Raumstrukturen nach sozialräumlichen Grundsätzen, 8-stellig: 1. u. 2. Stelle: Bezirk (11 Lichtenberg), 3. u. 4. Stelle: Prognoseraum, 5. u. 6. Stelle: Stadtteil, 7. u. 8. Stelle: Planungsraum, siehe auch Anlage 2, Karte zu den lebensweltlich orientierten Räumen im Bezirk Lichtenberg 13 ISGB – Integrierte Software Berliner Jugendhilfe Seite 25 von 86
Entwicklung der Platzkapazitäten 2006 bis 2008 in den Stadtteilen des Bezirkes
Im Bezirk Lichtenberg gesamt
Platzkapazitäten Lichtenberg 9.900 9.800 9.700 9.600 9.500 9.400 9.300 9.200 12/2006
Datengrundlage: ISBJ und eigene Berechnungen
9.528 9.453
Die Zahl der verfügbaren Plätze ist in den vergangenen Jahren um 3,7 % gestiegen. Zu Grunde gelegt wurden hier die maximalen Platzzahlen lt. erteilter Betriebserlaubnis. •
In den Stadtteilen des Bezirkes
Platzkapazitäten in den Stadtteilen
ST 13 ST 12 ST 11 ST 10 ST 9 ST 8 Stadtteile ST 7 ST 6 ST 5 ST 4 ST 3 ST 2 ST 1 0 200 400 600 800 1000 1200 1400
Zahl der Plätze 2006 2007 2008
Zusätzlich stehen in der Kinderbetreuung des Bezirkes Tagespflegeplätze zur Verfügung:
Tagespflegeplätze Betreuungsstunden d. Tagesmütter/-väter Anzahl der Pflegestellen 2006 104 10.447 30 2007 118 11.536 35 2008 140 13.850 46
Die Zahl der Tagespflegeplätze ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.
Entwicklung der Versorgung mit Kindertagesplätzen und Inanspruchnahme Im Bezirk Lichtenberg gesamt
12/2006 11.657 9.453 7.786 6.930 82,4 453 59,4 k. A.
EW 0 bis <6 Jahre Platzkapazitäten Lichtenberger Kitas belegte Plätze davon: belegte Plätze durch Lichtenberger Kinder. Kapazitätsauslastung (in %) untergebrachte Lichtenberger Kinder in anderen Bezirken im Alter 0<6 Versorgungsgrad (Lichtenberger Kinder im Vorschulalter) davon: im Alter 0<3 im Alter 3<6 Platz-Kind-Relation (in %)
06/2007 11.918 9.532 8.518 8.022 89,4 421 66,3
12/2007 12.143 9.528 8.119 7.643 85,2 495 66,4 44,2 92,2 78,5
06/2008 12.427 9.711 8.784 8.237 90,5 607 66,7
12/2008 12.531 9.798 8.571 8.085 87,5 679 69,9 48,0 93,9 78,2
27,0 91,7 80,0
27,2 91,0 78,1
14.000 12.000 10.000 Anzahl 8.000 6.000 4.000 2.000 0 12/2006 06/2007 12/2007 06/2008 12/2008 100,0 90,0 80,0 70,0 60,0 50,0 40,0 30,0 20,0 10,0 0,0
EW 0 bis < 6 Jahre Platzkapazitäten Lichtenberg belegte Plätze belegte Plätze Licht. Kd. Kapazitätsauslastung (%) Platz-Kind-Relation (%) Versorgungsgrad Lichtb. Kd. m. Kita-Plätzen im Vorschulalter
Der bisherige Bedarfs- und Kostenrichtwert zur Planung sozialer Infrastruktureinrichtungen des Landes Berlin (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 07/2002) wurde im Jahr 2007 aufgegeben. Es gibt dazu im Land Berlin keine verbindliche Festlegung mehr. In Ermangelung einer einheitlichen berlinweiten Regelung wird für den Bezirk Lichtenberg vorgeschlagen, künftig einen Versorgungsgrad als Planungsrichtwert für ein bedarfsgerechtes Angebot zu Grunde zu legen. Der Versorgungsgrad bildet prozentual die Inanspruchnahme Lichtenberger Kinder im Alter von 0 bis unter 6 Jahren bzw. bis zum Schuleintritt in Einrichtungen im Bezirk und außerhalb des Bezirkes in Relation der Einwohner dieser Altersgruppe im Bezirk bzw. im Stadtteil ab.
Der ausgewiesene Versorgungsgrad im Monat Juni bezieht sich auf die Kinder im Alter 0 bis unter 6 zuzüglich 50 % der Einwohner der 6-Jährigen. 15 Daten für 2006 in ISBJ noch nicht verfügbar Seite 28 von 86
Die Kapazitätsauslastung (in %) gibt den Grad der Auslastung bzw. Inanspruchnahme der zur Verfügung stehenden Plätze an. Dabei bleibt unberücksichtigt ob die Belegung durch Lichtenberger Kinder oder Kinder anderer Bezirke erfolgt. Deshalb kann diese Kennziffer auch nur als eine Orientierungsgröße bei der Bewertung von Auslastungen vorhandener Kapazitäten dienen. Zur Berechnung von zukünftigen Bedarfen sollte daher ein Versorgungsgrad zur Anwendung kommen. Die Kennziffer Platz-Kind-Relation bringt das Verhältnis der Anzahl der zur Verfügung stehenden Kita-Plätze zu den Kindern im Kita-Alter im Bezirk zum Ausdruck und stellt die maximal mögliche Versorgungsgröße dar. In Auswertung der ermittelten Versorgungsgrade der Jahre 2007 bis 2008 16 kann bisher insgesamt von einer guten Deckung des Bedarfs nach einem Kita-Platz im Bezirk ausgegangen werden. Diese gute Versorgungssituation stellt sich in den Stadtteilen leicht differenziert dar:
Versorgungsgrad bis Schuleintritt (%)
Stadtteil 13 Stadtteil 12 Stadtteil 11 57,6 57,9
73,6 68,2
67,4 63,1 69,7 63,4 68,2 61,6 71,1 60,0 65,0 62,1 67,1 64,6 71,8 66,7 64,2 64,2 69,8 64,1 69,4 64,8 69,5 64,2 0 10 20 30 40 Prozent 2007 2008 50 60 70 80
Stadtteil 10 Stadtteil 9
Stadtteil 8 Stadtteil 7 Stadtteil 6
Stadtteil 5 Stadtteil 4
Stadtteil 3 Stadtteil 2 Stadtteil 1
Daten liegen in ISBJ erst ab 2007 vor Seite 29 von 86
In allen Stadtteilen des Bezirkes ist die Nachfrage nach einem Angebot im Zeitraum 2007/2008 gestiegen.
Sozialräumliche Darstellung der Kita-Standorte nach Stadtteilen im Bezirk
Die Darstellung der Kita-Standorte erfolgt in 13 Stadtteilkarten in der Anlage 3.
Die Qualitätsentwicklungsvereinbarung 17 (QVTAG) in ihrer aktuellsten Fassung vom 21. April 2008 ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen dem Land Berlin und der LIGA der Spitzenverbände, der freien Wohlfahrtspflege angehörenden Verbände, dem Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden e. V. sowie der Eigenbetriebe des Landes Berlin. Diese Qualitätsvereinbarung gilt für alle Kindertageseinrichtungen im Land Berlin, die nach § 23 Kindertagesförderungsgesetz (KitaFöG) öffentlich finanziert werden. Ziel dieser Vereinbarung ist, die pädagogische Arbeit in den Kindertagesstätten nach den Vorgaben des Berliner Bildungsprogramms und die Arbeit in den Einrichtungen weitgehend nach den Anforderungen des Programms umzusetzen. Zur Umsetzung der in der QVTAG vereinbarten Ziele wurden Maßnahmen definiert und festgeschrieben, die für alle Vertragspartner bindend sind. Es sind entsprechende Konzeptionen unter verstärkter Einbeziehung der Eltern, der Förderung von bilingualen Kindertagesstätten, der ständigen bedarfsgerechten Fortbildung des pädagogischen Fachpersonals und der Fokussierung auf gesunde Ernährung der Kinder in den Kindertagesstätten zu entwickeln. Die Einführung des Sprachlerntagebuches und die Terminierung von interner und externer Evaluation sowie die Durchführung des Sprachstandstestes sind besonders wichtige Eckpunkte dieser Maßnahmenvereinbarung. Die Qualitätsentwicklungsvereinbarung ist rechtlich an § 23 Abs.3 Nr. 2 Kindertagesförderungsgesetz gebunden. Durch weitere Gesetzgebung bzw. Novellierung bestehender Gesetze soll die frühkindliche, ganzheitliche Förderung intensiviert werden und allen Kindern zur Verfügung stehen. Hier kommen folgende Gesetzte zur Anwendung: - Gesetz zur vorschulischen Sprachförderung vom 19. März 2008 - Gesetz zur Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege (KiFöG) vom 10. Dezember 2008 - Änderung des Schulgesetzes 2008 und der damit verbundene Sprachstandfeststellungstest als Folge.
Darstellung der Platzkapazität im Bereich der Tagesbetreuung von Kindern im Bezirk
Im Bezirk Lichtenberg von Berlin stehen 80 Kindertagesstätten mit einer Platzkapazität von 9873 Plätzen lt. Betriebserlaubnis (Stand März 2009) zur Verfügung. 58 Einrichtungen werden von 29 Trägern der freien Jugendhilfe betrieben. Der Kindertagesstätteneigenbetrieb Nord-Ost hält 22 Einrichtungen vor. Die von allen Trägern tatsächlich festgelegte Platzzahl wird mit insgesamt 9233 Plätzen und die derzeitige Auslastung mit vertraglich gebundenen 8925 Plätzen angegeben (Stand März 2009) 18. Im Bezirk sind somit zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes 308 Plätze noch nicht vertraglich gebunden. Die Differenz zwischen Plätzen lt. Betriebserlaubnis und den von Trägern festgelegten Plätzen beträgt 640 Plätze. Die Zahl der vertraglich vergebenen Plätze variiert. Es kann zum Erhebungszeitpunkt von einer Auslastung der durch Träger festgelegten Platzzahl von ca. 96,66 % ausgegangen werden. Durch unterschiedlichste Gründe (z. B. Zuzug, Wegzug, Schulanfänger) sind die Belegungszahlen im Jahreszeitraum gesehen nicht konstant. Besonders auffällig, aber nachvollziehbar, sind dabei die großen Unterschiede der Belegungszahlen um die Zeit des Schuljahreswechsels. Eine weitere Problematik entsteht durch das nicht mehr vorhandene „Kindergartenjahr“. Kinder werden ganzjährig in die Kindertagesstätte aufgenommen. Die rechtzeitigen Bemühungen der
Siehe Anlage 1 Quelle der genannten Zahlen ist das ISBJ-Verfahren.
Eltern um einen geeigneten Platz verursachen Wartelisten, mitunter in mehreren Kitas gleichzeitig. Scheinbar sind keine freien Plätze vorhanden, da diese oft Monate lang reserviert werden. Die Entwicklung der Platzkapazitäten steuert auf eine Verknappung zu. In dieser Situation müssen neue Lösungen gefunden werden. Die Notwendigkeit von Transparenz im Bezirk wird hier deutlich. Das gilt nicht nur für Transparenz zwischen Jugendamt und freien Trägern, sondern unter den Trägern, selbst vor dem Hintergrund der Konkurrenz. Hier wären als Maßnahmen der Abgleich von Warte- und „Vormerk“listen im Sozialraum, die regelmäßigen Meldungen von real freien Plätzen der Kitas an das Jugendamt oder auch die Meldung von Überbelegungen zu nennen. Dies soll den Trägern auch ermöglichen, Platzzahlen lt. Betriebserlaubnis auszuschöpfen bzw. zu erweitern. Im Dezember wurde in der AG § 78 „Tageseinrichtungen für Kinder“ beschlossen, eine regelmäßige Abfrage in den Kindertagesstätten durchzuführen. Diese Abfrage soll Aufschluss geben über die real vorhandenen freien Plätze, die sofort vertraglich gebunden werden könnten. Durch den im ersten Quartal ermittelten Wert von 55 freien Plätzen bezirksweit ist deutlich geworden, dass diese Anzahl nicht ausreicht, um der bereits bestehenden Nachfrage zu entsprechen und sich dadurch die defizitäre Situation weiter zuspitzt. Die Steuerungsmöglichkeiten für das Jugendamt sind begrenzt. Der Bezirk kann keinen unmittelbaren Einfluss auf die vorgehaltene Platzkapazität ausüben. Zum jetzigen Zeitpunkt machen es die Kapazitätsreduzierungen der Träger fast unmöglich, dem § 7 Abs. 5 KitaFöG nachzukommen und Eltern, die es wünschen, einen freien Platz nachzuweisen. Die in der Rahmenvereinbarung (RV-Tag) beschriebene Zusammenarbeit soll Land, Bezirk und Träger gemeinsam in die Lage versetzen, der Gewährleistungsverpflichtung nach § 79 SGB VIII durch bedarfsgerechtes Platzangebot der Träger der freien Jugendhilfe nachzukommen. Die Richtung ist durch den Gesetzgeber vorgezeichnet. Das Investitionsprogramm zum bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreuung für unter Dreijährige, das Kinderförderungsgesetz vom Dezember 2008 sowie das Konjunkturprogramm II sprechen für sich. Der Ausbau und der Erhalt von Plätzen, besonders für unter Dreijährige, wird staatlich gefördert. Um diese Förderung nutzen zu können bedarf es aber nicht nur des finanziellen Aufwandes durch die Träger. Auch gut ausgebildetes Fachpersonal ist nötig, um Kinder in der geforderten Qualität zu betreuen. Es zeichnet sich inzwischen Berlinweit ab, dass Erzieherinnen und Erzieher rar geworden sind. Schon jetzt ist es für Träger der freien Jugendhilfe schwer geworden, Fachpersonal zu finden und einzustellen, das die vom Land Berlin geforderten Qualifikationen vorweisen kann. Auch die aus Gründen einer geschlechterbewussten und geschlechtergerechten Erziehung wünschenswerte Erhöhung des Anteils männlicher Erzieher wird durch die geschilderte Situation begrenzt. Obwohl jährlich Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet werden, entsprechen diese nicht immer den Anforderungen, die der Träger stellt oder sie haben selbst Probleme, unter den gebotenen Bedingungen in Kindertagesstätten zu arbeiten. Besonders die finanziellen und zeitlichen Bedingungen (unzureichende mittelbare pädagogische Arbeitszeit/Vor- und Nachbereitungszeit) seien hier benannt. Der Mangel an ErzieherInnen ist auch Ausdruck einer mangelnden Anerkennungskultur für den ErzieherInnenberuf. Um den schlechten Rahmenbedingungen für Kindertagesstätten zu begegnen und die Träger in die Lage zu versetzen, die anfallende Arbeit, die nicht direkt am Kind stattfindet, aber zur Aufrechterhaltung einer hohen Qualität der Arbeit notwendig ist, in einem annehmbaren Zeitrahmen zu erfüllen, sind neue Verhandlungen über den Punkt 3.13 der Qualitätsentwicklungsvereinbarung mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung notwendig. Zusätzlich zu den Plätzen in Kindertagesstätten werden im Bezirk 57 Kindertagespflegestellen mit insgesamt 140 Plätzen vorgehalten (Stand: Dezember 2008). Davon sind 25 Tagesgroßpflegestellen, 16 Tageseinzelpflegestellen und 16 Kinder, bei denen die Tagespflege im Haushalt des/der Sorgeberechtigten stattfindet.
Die Auswahl eines Platzes im Bereich der Tagespflege fällt ebenso wie die Auswahl in Kindertagesstätten in das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern. Diese sehr viel individuellere Art der Betreuung können Eltern wählen, wenn sie dies für ihr Kind als geeignetere Betreuungsform ansehen. Für die Bereitstellung von Kindertagespflegestellen sprechen u. a. folgende Kriterien: - Kinder, die aus gesundheitlichen Gründen nicht kitafähig sind - unregelmäßige und/oder lange Arbeitszeit der Eltern. - die Übergangszeit, bis ein geeigneter Platz in einer Kindertagesstätte frei wird Eine kita- bzw. hortergänzende Betreuung erfolgte 2008 für 18 Kinder. Diese Betreuung geht bei Bedarf über die reguläre Zeit hinaus und kann auch nach 18.00 Uhr und nachts stattfinden. Vorwiegend werden in der Tagespflege Kinder bis zum 4. Lebensjahr betreut. Den größten Anteil haben hierbei 1- bis 2jährige Kinder. Vereinzelt werden auch Kinder ab dem vierten Lebensjahr auf Grund besonderer Betreuungswünsche der Eltern oder durch notwendigen individuellen Betreuungsbedarf bis zum Alter von 12 Jahren in einer Kindertagespflegestelle untergebracht. In Lichtenberg sind die Tagesmütter und Tagesväter fachlich geschult. Als Grundlage der pädagogischen Arbeit finden, wie in einer regulären Kindertagesstätte, das Berliner Bildungsprogramm und das Sprachlerntagebuch Anwendung. Die Qualitätsentwicklung und -sicherung im Bereich Kindertagespflege wird vom Jugendamt fachlich begleitet.
Das Berliner Bildungsprogramm bildet die Grundlage für die pädagogische Arbeit in der Kindertagesstättenlandschaft in Lichtenberg, das durch eine große Vielfalt an verschiedenen pädagogischen Konzepten in den Einrichtungen ergänzt wird. Neben dem wohl am häufigsten angewendeten Situationsansatz finden sich auch Reggio, Montessori, J. Korczak, Waldorf, Fröbel, Emmi Pikler und Jesper Juul wieder. In allen Konzepten steht das Kind mit seinem Bedarf an ganzheitlicher Bildung und Erziehung im Mittelpunkt. Besondere Schwerpunkte in der Arbeit der Kindertagesstätten liegen auf den Themen Bewegung, gesunde Ernährung und Umwelt/Natur. Die Medienbildung hält immer mehr Einzug in die Kitas. Einige sind mit kindgerechten Computern ausgestattet, andere Einrichtungen wiederum legen sehr viel Wert auf die Kreativitätsentwicklung der Kinder und arbeiten nach eigenen, vom Träger entwickelten, pädagogischen Konzepten. Ein besonderer Focus liegt in allen Kitas auf der Sprachförderung. Das Sprachlerntagebuch als Instrument der aktiven, bewussten Sprachförderung ist ein fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit fast aller Einrichtungen bzw. wird in eigene Sprachförderprogramme integriert. Die große Vielfalt der unterschiedlichen pädagogischen Ansätze und Ausrichtungen stellt für die Lichtenberger Eltern eine gute Auswahlmöglichkeit dar. Qualitativ hochwertige Arbeit bedeutet in der Regel eine große Nachfrage an Kita-Plätzen. Die positive Wirkung eines langjährigen, regelmäßigen Kita-Besuches für die Entwicklung von Kindern, ist auch dem aktuellen Kindergesundheitsbericht 2009/10 zu entnehmen. Besonders Kinder aus sozial schwächeren Familien können von den Entwicklungserfolgen profitieren, wenn ihre Eltern das Angebot der frühkindlichen Förderung in einer Kindertagesstätte so früh wie möglich und kontinuierlich in Anspruch nehmen. Trotz der zur Sorge Anlass gebenden ausgewerteten Ergebnisse zur sprachlichen und motorischen Entwicklung ist grundsätzlich die Auswirkung der gesundheitlichen Entwicklung in Bezug auf die Länge der Besuchszeit einer Kita positiv zu bewerten. Im Vergleich zum Kindergesundheitsbericht des vergangenen Jahres ist das eine sich wiederholende Feststellung.
Pädagogische Konzepte in Lichtenberger Kindertagesstätten
Situationsansatz Das soziale Lernen und die realen Lebensbedingungen des Kindes stehen hier im Mittelpunkt. Das alltägliche Leben soll zum Gegenstand des Lernens werden, Kinder verschiedener Herkunft werden gefördert. Altersgemischte Gruppen, Elternmitarbeit, Beteiligung der Kinder an der pädagogischen Planung (z. B. Einteilung, die sich an den Wünschen der Kinder orientiert) gehören zu den Grundprinzipien. Dieser Ansatz hat inzwischen die früheren, herkömmlichen Strukturen des Kindergartens ersetzt oder zumindest aufgeweicht. Er ist inzwischen der am häufigsten praktizierte Ansatz. Das Erziehungskonzept von Friedrich Fröbel, als „Erfinder“ des Kindergartens und Begründer der Spielpädagogik, wird nach wie vor erfolgreich angewandt. Das Erziehungsziel ist ein frei denkender und selbsttätiger Mensch. Jedes Kind wird als eigenständiges Individuum begriffen, als ein eigenes dialektisch-ökologisches System im Ganzen. Das freie, selbstständige Spiel als wirksame Selbstbildungsmethode sowie die Sprachförderung als „begleitendes Wort“ vom Säuglingsalter an sind Grundsätze des Konzeptes von Fröbel. Musik - vor allem Gesang - und Bewegung, Rollenspiel, Tanz, Malen und Gestalten fördert alle Sinne und ist nach Fröbel die Basis für eine umfassende, ganzheitliche Bildung und Erziehung. Fröbel setzt für die Erziehenden eine persönlichkeits-, sozial- und sachkompetenzzentrierte Ausbildung voraus. Maria Montessori legt nach umfassenden Beobachtungen an verhaltensauffälligen und behinderten Kindern die Auffassung zugrunde, dass jedes Kind einen „Bauplan der Seele“ in sich trägt. Das Kind wird sich frei und spontan entwickeln können, wenn ihm bestimmtes Arbeitsmaterial zur Verfügung steht. Die Erzieher/innen sollten Kenntnis von den sensiblen Phasen der Kinder haben, die Kinder lieben, achten und ihnen dienen. In diesem Konzept wird nach dem Grundsatz gehandelt: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ Fehler sollen selbst erkannt und korrigiert werden dürfen. Erwachsene sind Begleiter, die lernen müssen, sich überflüssig zu machen und zu beobachten statt einzugreifen. Der Waldorfpädagogik, deren Begründer R. Steiner war, liegt das Prinzip der Nachahmung zu Grunde. Dabei kommt den Erzieher/-innen bzw. den Erwachsenen eine ganz besondere Vorbildfunktion zu – sie sind natürliche Autorität. Im Kindergarten zeigt sich das vor allem durch sinnvolle, durchschaubare Tätigkeiten der Erzieher/-innen, die Kinder zur Nachahmung anregen sollen. Der kindliche Erkenntnisweg vollzieht sich zuerst über das Handeln, dem Fühlen und Denken folgen. Deshalb werden Ermahnungen und Strafen etc. als wirkungslos erachtet, wichtiger ist das vorbildhafte Tun. Zum Waldorfkindergarten gehören außerdem eine feste Strukturierung, ein Rhythmus (auch bei Erzählungen, Puppenspielen, Liedern etc, die regelmäßig wiederholt werden), besondere Orientierung an Jahreszeiten und Gestaltung von Jahresfesten (natürliche Religiosität der Kinder) sowie künstlerische und handwerkliche Tätigkeiten. Ganz wichtig ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern. Besondere natürliche Materialien finden als Spielmaterial Verwendung (Naturmaterialien, Stoffe etc.). Die Reggio-Pädagogik gilt als besonders anregende und herausfordernde elementarpädagogische Konzeption, die in Reggio Emilia/Italien von Loris Malaguzzi als theoretischem Kopf zusammen mit Praktikern umgesetzt und weiterentwickelt wurde. „Das Kind hat hundert Sprachen, 100 Hände, 100 Weisen zu denken, zu sprechen und zu spielen, 100 Welten zu entdecken, 100 Welten zu träumen.“ (L. Malaguzzi). Die Reggio-Pädagogik ist eine optimistische Pädagogik, die davon ausgeht, dass das Kind durch seine Energie, seine Wissbegierde und seine Kreativität Schöpfer seiner eigenen Entwicklung und Konstrukteur seiner eigenen Wirklichkeit ist. Durch ihre „Arbeit“ in Projekten mit alltäglichen Erfahrungen und Themen bilden sich die Kinder selbst. Förderung der Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeiten sind deshalb ein zentrales Anliegen der Reggio-Kitas. Sinnesanregende Gestaltung der Räume und die Atelierarbeit spielen dabei
eine wichtige Rolle. Die Kinder tauschen sich untereinander über den Prozess und die Ergebnisse ihres Forschens aus. Diese werden ausführlich dokumentiert und gemeinsam reflektiert. Das erfordert als Haltung der Erzieher/-innen eine umfassende wertschätzende Wahrnehmung und Unterstützung. Die Erzieher/-innen sehen sich als Begleiter oder Assistenten des Kindes. Die Freinetpädagogik stellt die Bedürfnisse des Kindes in den Mittelpunkt. Das Kind soll sich ausdrücken können, und seine Andersartigkeit soll von den Erwachsenen respektiert werden. Experimentieren und die produktive Beteiligung, (sprich: Arbeit), an der Gestaltung des Alltags sind Eckpfeiler dieser pädagogischen Richtung. In den meisten Kindergärten, die dieses Konzept umsetzen, werden deshalb Ateliers und Werkstätten eingerichtet, die oft eigenverantwortlich von den Kindern geleitet werden. Ohne „Kontrolle“ und ohne Lenken und Leiten durch Erwachsene, wird den Kindern durch entgegengebrachtes Vertrauen der Zugang (fast) jederzeit möglich gemacht. Kindern wird somit das Folgen ihrer individuellen Rhythmen erlaubt, die sie ihren eigenen Lebensweg folgen lassen. Die Erzieher/-innen sind nur Beobachter, die herausfinden sollen, was Kinder wünschen. Es wird keinem Kind aufgezwungen, was es tun soll. Janusz Korczak verstand sich als Anwalt des Kindes. Er sprach sich für die Formulierung und Durchsetzung der Kinderrechte aus und lebte diese Überzeugung auch. Korczak forderte von den Erwachsenen, Kindern Eigenständigkeit zuzugestehen, ihnen mit Respekt zu begegnen, sie als Partner zu begleiten und dadurch auch von den Kindern zu lernen. In den Kindergärten mit diesem Konzept ist ein besonderer Umgang der Erzieher/-innen mit den Kindern charakteristisch und wird durch das Mitbestimmungsrecht der Kinder in Kinderkonferenzen, dem Mitspracherecht bei der Aufstellung von Aufgabeplänen und einem „Schwarzen Brett“ für Kinder manifestiert. Das offene Konzept ist vor allem durch Ansätze der Reggio-Pädagogik und Ideen Korczaks geprägt. In offenen Gruppen (keine feste Gruppenzugehörigkeit der Kinder) finden gruppenübergreifende Angebote statt, bei denen Kinder selbst den Raum und ihre Spielgruppen wählen können. Die Verantwortung der Erzieher/-innen liegt in der Betreuung des jeweiligen Funktionsraumes und der Kinder, die sich diesen auserwählt haben. Innerhalb mehrerer Funktionsräume können Kinder ihren Aufenthalt und ihre Beschäftigung frei wählen. So finden sich meist in Eigenverantwortung der Kinder Spielgruppen zusammen. Das Fehlen fester Gruppenstrukturen in althergebrachter Form ist nicht problematisch, da den Kindern ein größerer Rahmen für ihren Aufenthalt und die Umsetzung ihrer Spiel- und Lernideen geboten wird. Die Spezialisierung einzelner Räume wirkt insofern unterstützend, da die Auswahl der Spielthemen größer wird und sich Kinder in einem Raum zusammenfinden, die ähnliche Interessen haben. Grundgedanke dieser Pädagogik ist das selbst bestimmte Lernen durch Einsicht und die Eigenverantwortlichkeit des Kindes. Es sucht sich seine Aktivitäten nach Interesse aus und entscheidet selbst. Durch neuerliche naturwissenschaftliche und entwicklungspsychologische Erkenntnisse, dass Kinder Persönlichkeiten sind, die sich individuell und ihren eigenen Vorstellungen entsprechend entwickeln, wird dieser Grundgedanke untermauert. Man geht davon aus, dass sich innerhalb gewisser Zeitfenster bestimmte Fähigkeiten ausbilden, die vom Kind ohne Anleitung von Erwachsenen genutzt werden. Die Erzieher/-innen sind in diesem Konzept Beobachter und Begleiter, die sich wartend und Anteil nehmend im Hintergrund bewegen und bereit halten, ggf. auf die Wünsche der Kinder zu reagieren und die Umwelt der Kinder nach ihren Bedürfnissen gestalten.
4.3. Öffnungszeiten Der Erhebung liegt die Auswertung der Anfang des Jahres 2008 ausgegebenen Fragebögen an alle Kitas des Bezirkes zu Grunde. Von denen zu diesem Zeitpunkt im Bezirk vorhandenen 77
Einrichtungen haben sich 65 zu den Öffnungsstunden geäußert. Die Fragen der Öffnung der Einrichtung nach 18.00 Uhr haben 63 und nach der Wochenendöffnungszeit 62 Einrichtungen beantwortet. Im Bezirk Lichtenberg werden von den Trägern der freien Jugendhilfe und dem KitaEigenbetrieb gegenwärtig folgende Öffnungszeiten in den Kindertagesstätten angeboten.
Öffnungszeiten der Kitas nach Stadtteilen
Stadtteil 13 Stadtteil 12 Stadtteil 11 Stadtteil 10 Stadtteil 9 Stadtteil 8 Stadtteil 7 Stadtteil 6 Stadtteil 5 Stadtteil 4 Stadtteil 3 Stadtteil 2 Stadtteil 1 0 1 2 3
3 1 7 1 1 1 6 5 5 6 1 3 7 3 5 1 1 4
Öffnungszeiten nach 18 Uhr bei Bedarf Öffnungszeiten nach 18 Uhr
Öffnungszeiten über 12 Stunden
Öffnungszeiten 1012 Stunden
Öffnungszeiten 7-10 Stunden
Die Frage nach einer Öffnung am Wochenende wurde von allen Einrichtungen mit „nein“ beantwortet. Weitere darüber hinausgehende Betreuungsbedarfe nach 18.00 Uhr werden durch Tagespflegestellen abgedeckt. Im Bezirk Lichtenberg nutzen das Angebot insgesamt 9 Kinder, jeweils 3 Kinder in den Altersstufen 2-3 Jahre, 3-4 Jahre und 5-6 Jahre. Es erhebt sich die Frage, inwieweit Kindertagesstätten offen sind für eine Flexibilisierung der Öffnungszeit bzw. ob sie zeitnah ein bedarfsgerechtes Angebot vorhalten. Immer häufiger sind flexibler Einsatz am Arbeitsplatz und Schichtarbeit sowie auch die Ausübung von mehreren Teilzeitjobs die Voraussetzung für die Sicherung der wirtschaftlichen Grundbedürfnisse einer Familie, insbesondere für allein erziehende Eltern. Immer häufiger wird von Eltern deshalb auch die Frage nach flexibler Kinderbetreuung gestellt. Kindertagesstätten, die diesen Bedarf erkannt haben, bemühen sich um die Flexibilisierung ihrer Öffnungszeit.
Kinder mit leichten oder schwereren geistigen und körperlichen Behinderungen werden in den Alltag einer Kindertagesstätte integriert. In § 6 Kindertagesförderungsgesetz ist die Aufnahme und Förderung von Kindern mit Behinderungen geregelt. Lt. Abs. 1 darf keinem Kind die Aufnahme in eine Kindertagesstätte auf Grund der Art und Schwere seiner Behinderung verwehrt werden. Gerade etwas mehr als die Hälfte der Lichtenberger Kindertagesstätten bieten Integration für Kinder mit Behinderungen an. Die Tendenz ist erfreulicherweise steigend.
Im Bezirk Lichtenberg werden 304 Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf in insgesamt 47 Kindertagesstätten betreut. Davon haben 269 Kinder einen erhöhten und 35 Kinder einen wesentlich erhöhten Förderbedarf. Die Tendenz ist in beiden Bereichen steigend. Die Betreuung der Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf setzt besondere räumliche und personelle Gegebenheiten voraus. Die Diagnostizierung und Zuordnung zum Personenkreis nach § 53 oder § 35 a SGB XII (Kinder mit körperlichen und/oder geistigen oder seelischen Behinderungen) ist die Aufgabe der Amtsärzte der bezirklichen Gesundheitsämter. Spezialberatungsstellen nehmen die Zuordnung bei Kindern mit Sinnesbehinderungen vor (hör-, seh- und sprachbehinderte Kinder). Dem Förderbedarf entsprechend werden zusätzliche Personalzuschläge von 0,25 Stellenanteil pro Kind oder für wesentlich erhöhten Förderbedarf von 0,5 Stellenanteil pro Kind gewährt. Das bedeutet für ein Kind mit Behinderung mehr Zeitpotential, intensiveres Arbeiten, intensivere, dem Bedarf entsprechende Förderung und Unterstützung zur Integration des Kindes in der Kindergruppe. Um ein Kind mit Behinderung bedarfsgerecht fördern zu können, ist eine Stellenbesetzung mit Fachpersonal vorgeschrieben, das eine spezialisierte Zusatzausbildung zur IntegrationserzieherIn absolviert hat oder über eine in § 16 Abs. 4 der Verordnung Kindertagesförderungsgesetz (VOKitaFöG) vorgeschriebene Qualifikation verfügt. Das auszuwählende geeignete Personal muss eine der erforderlichen Ausbildungen abgeschlossen haben, sich in dieser Ausbildung befinden oder einen zeitnahen Ausbildungsbeginn vorweisen können. Ebenso wie im Bereich der staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erzieher ist die Auswahl von geeignetem Personal nicht sehr groß. Die Wartelisten für die Ausbildung als Integrationserzieher/-innen sind lang. Therapeutische und heilpädagogische Hilfen sind nach Möglichkeit in der Kindertagesstätte in den Tagesablauf zu integrieren. Hier sind die Kapazitäten der zuständigen Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) nicht ausreichend und eine Versorgung in der Kindertagesstätte mit diesen notwendigen Hilfen kann nicht immer gewährleistet werden. Eine zusätzliche Belastung für die Eltern ist die Folge. Sie müssen oft zu ungünstigen Zeiten weite Fahrwege in Kauf nehmen, um ihre Kinder an notwendigen Hilfen teilhaben zu lassen.
Elternarbeit beginnt oft damit, wie die Bedürfnisse der jungen Familien durch das Kita-Team wahrgenommen werden, welche Möglichkeiten der Unterstützung es für die Eltern gibt, wie sich Eltern mit ihren Vorstellungen selbst einbringen können und letztendlich in welchem Rahmen die Eltern ihre Erwartungen an die Arbeit der Fachkräfte formulieren können. Gesetzliche Grundlage für diese Erwartung sind die §§ 14 und 15 des Kindertagesförderungsgesetzes. Elternarbeit ist mehr als nur ein „Kummerkasten“ im Foyer. Lichtenberger Kindertagesstätten sind in der Umsetzung dieser Erfordernisse auf einem guten Weg. Im Bezirk finden in den Kindertagesstätten vielfältige Formen von Elternarbeit statt und Partizipation von Eltern ist ein fester Bestandteil in der Arbeit der Lichtenberger Kitas.
Neben den obligatorischen Elternabenden existieren in 98,4 % der Kitas Elternvertretungen. Das geschieht auf freiwilliger Basis und setzt bei den Eltern Bereitschaft voraus, Freizeit einzusetzen. Die Motivation von Eltern, sich als Elternvertreter wählen zu lassen, ist sicher sehr unterschiedlich, wichtig ist jedoch die Erkenntnis auf beiden Seiten, dass Eltern die wohl wichtigsten Partner in der Arbeit einer Kindertagesstätte sind. Gerade deswegen sollte auch der Kreis der engagierten Elternschaft, die im Bezirkselternausschuss mitarbeiten, anwachsen, um gemeinschaftlich zum Wohle der Kinder und Eltern tätig zu sein. Die gewählten Vertreter/-innen aus den Kindertagesstätten arbeiten ehrenamtlich im Bezirkselternausschuss und können so die Möglichkeit wahrnehmen, allgemeine Fragen und Probleme der Eltern aus ihren Kitas zu besprechen und ggf. bei Fachämtern zu hinterfragen. In Kindertagesstätten sind sie Ansprechpartner/-innen für die Sorgen und Probleme aller Eltern der Einrichtung. 59 Kitas gaben an, Elternbefragungen durchzuführen (das sind 92,2 % der befragten Kitas). In 39 Kitas existieren Trägerstandards zur Elternbeteiligung (das sind 61,9 % der Befragten). Die Auswertung der Befragung der Kindertagesstätten Ende des Jahres 2008 ist Grundlage der oben aufgeführten Ergebnisse. 64 abgegebene Fragebögen wurden ausgewertet. Es wird deutlich, dass Eltern sich beteiligen, mit- und einmischen wollen. Für und mit Lichtenberger Eltern in Kindertagesstätten wird aber noch mehr getan. Zunehmend wird in Kitas die Bedeutung von Begegnungsstätten, Elterncafés, Elterntreffs, Themenabenden, Elternstammtisch und vielen anderen Möglichkeiten der Elternarbeit erkannt und realisiert. In 8 von 64 befragten Einrichtungen existiert bereits ein Angebot weiterer Familien- und Kinderprojekte. Einige andere Träger planen ebenfalls, ein zusätzliches Familienprojekt in ihrer Kindertagesstätte zu integrieren. Diese Form der niederschwelligen und spezialisierten Angebote für Eltern macht eine Entwicklung von Vertrauensbeziehungen zum Betreuungspersonal möglich und eröffnet somit den Kindertagesstätten einen differenzierteren Einblick in die Lebensbedingungen der Kinder und ihrer Familien. Ausgestattet mit Kenntnis über die Lebenssituation und Problemlagen in Familien ist die Kita sehr viel besser in der Lage, den Eltern wirksame, zielgerichtete und bedarfsgerechte Angebote zu unterbreiten. Dazu zählt auch, bei einer Tasse Kaffee mit den Eltern über Alltägliches zu reden. Die Stärkung der Eltern und das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Überwindung von teilweise sehr defizitären Situationen in Familien können unter Umständen Krisensituationen in Familien verhindern. Obwohl die Zahlen und Aussagen zum Thema Elternarbeit schon sehr positiv zu bewerten sind, steckt ein großes Potential in jeder Kindertagesstätte, die Elternarbeit zu optimieren und eine tragfähige Elternarbeit zu gestalten. Durch eine intensive Elternarbeit lernen die Erzieher/-innen der Einrichtungen auch Potentiale der Eltern kennen, die zur Gestaltung des Lebens in der Kindertagesstätte genutzt werden können. Es geht nicht um die Anzahl der Angebote, die geschaffen werden, sondern eher um den Ausbau hochgradig wichtiger Beziehungsarbeit auf niederschwelliger Ebene. Die zunehmende Bedeutung dieser Form der Elternarbeit und die Erkenntnis über deren Stellenwert muss durch finanzielle und personelle Anstrengungen zur Umsetzung einer effektiven Elternarbeit begleitet werden. Eine Freistellung der in der Einrichtung tätigen ErzieherInnen für die Arbeit im Familienprojekt ist nur in den seltensten Fällen umsetzbar und zusätzliches Personal nicht finanzierbar. Es bedarf vielfältiger innovativer Ideen um gemeinwesenorientierte Projekte zu initiieren, zu finanzieren und zu sichern, die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit versprechen. Auch hier müssen neue, unkonventionelle Wege beschritten, Kooperationen geschlossen, und Sponsoren akquiriert werden.
Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen und Institutionen - Sozialraumorientierung
Kindertagesstätten sind in ihrem Sozialraum eine zentrale Institution. Durch ihre Wirkung nach außen sind sie im Sozialraum nicht zu übersehen. Sie sind auffällig bunt gestaltet, verbreiten einen gewissen Geräuschpegel und sind täglich Treffpunkt für viele Familien zu verschiedenen Zeiten. Eine Kindertagesstätte kann nicht als Insel existieren, sie braucht den sozialen Raum um sich herum und der Raum braucht die Kita. Die Kindertagesstätten arbeiten mit verschiedenen Fachämtern zusammen, bringen sich in regionale und überregionale AG’s ein und wirken in themenbezogenen Arbeitsgruppen. Besonders ist hier die AG § 78 „Tagesbetreuung für Kinder“ hervorzuheben. In diesem Gremium treffen sich vierteljährlich Kitaträgervertreter und auch Kitaleiterinnen zum fachlichen Austausch. Die AG gewinnt zunehmend an Bedeutung, da oft Vereinbarungen getroffen werden müssen, um gemeinsame Handlungsfähigkeit im Bezirk sicher zu stellen und die Gewährleistungsverpflichtung des Jugendamtes – z. B. bei dem Thema Platzkapazitäten – in Zusammenarbeit mit den Kitaträgern auszuüben. Weitere Kooperationspartner für Kindertagesstätten sind die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie das Jugendamt Lichtenberg. Darüber hinaus gibt es inhaltliche Vernetzung und Zusammenarbeit innerhalb des eigenen Trägers und auch mit nachfolgend aufgeführten Institutionen und Akteuren im Raum. Die sich anschließende Übersicht veranschaulicht die bereits genutzten Potentiale, zeigt aber auch die Defizite und mögliche, neue Handlungsfelder in der regionalen Zusammenarbeit. Besonders die Zusammenarbeit mit Jugendeinrichtungen, Nachbarschaftszentren und gewerblichen Anbietern im sozialen Raum lässt Ressourcen erkennen, die für die Arbeit einer Kindertagesstätte genutzt werden können. Den Zahlen liegt auch hier die Auswertung der Befragung zugrunde. Es sind 64 abgegebene Fragebögen ausgewertet worden.
Anzahl der Vernetzungen mit anderen Einrichtungen
gewerbliche Anbieter Nachbarschaftszentren Beratungsstellen Jugendeinrichtungen Kitas Kindereinrichtungen Sportvereinen Kultureinrichtungen Schulen sozialen Einrichtungen 0 10 20 30 40
43 31 44 46 48 13 38 23 23 48
An einem Austausch auf Kita-Leitungsebene im Bezirk bekundeten 39 Einrichtungen ihr Interesse, 25 Einrichtungen sind an einer Ausweitung der Vernetzung nicht interessiert. Ebenfalls 39 Kitas haben einen Austauschbedarf in Kiezrunden, 25 Kitas gaben an, diesen Bedarf nicht zu haben. Bei der bereits stattfindenden Teilnahme an der AG § 78 „Tageseinrichtungen für Kinder“ sind die Zahlen deckungsgleich. 39 Kitas nehmen bereits teil, 25 Kitas geben an, nicht teilzunehmen. Bei der Teilnahme an Kiezrunden stellen sich die Teilnehmerzahlen anders dar. 22 Kitas sind regelmäßige Teilnehmer, 42 Einrichtungen nehmen derzeitig nicht teil. Da ein größeres, grundsätzliches Interesse bekundet wurde, wird eine steigende Teilnehmerzahl von KitaLeiterInnen zu erwarten sein. Um sich im Sinne der Sozialraumorientierung am Bedarf der Kinder und ihrer Familien orientieren zu können, ist die Anwendung von Methoden der Lebensweltanalyse ein wichtiges „Handwerkszeug“. 52 von 64 Kindertagesstätten gaben an, diese nicht zu kennen bzw. nicht anzuwenden. 12 Kitas hingegen haben Methoden der Lebensweltanalyse von Kindern schon angewandt. Das ist ein wichtiger Ansatzpunkt in Kitas, auf den sich aufbauen lässt. Die Chancen, die sich dahinter verbergen, sind groß. Nicht nur die Erkenntnisse, die aus der Anwendung der Methoden resultieren, sind von großem Wert für die Arbeit der Kindertagesstätte, auch der Status der Einrichtung im Sozialraum verändert sich und bietet vielfach intensivere Vernetzungsmöglichkeiten und die Gelegenheit der Mitgestaltung und Mitbestimmung im Sozialraum. Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Diskussion, Kindertagesstätten zu Familienzentren zu entwickeln ein zukunftsweisender Schritt. Ein im Dezember 2008 herausgegebener Konzeptentwurf der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung sorgte für einen anregenden fachlichen Austausch. Grundsätzlich wird das Konzept für gut befunden, Details müssen aber noch ausgearbeitet und präzisiert werden. Das Jugendamt Lichtenberg hat eine Stellungnahme dazu abgegeben, in verschiedenen Gremien wird man sich weiter dazu verständigen. Einig war man sich in der Diskussion, dass besonders eine gesicherte, langfristige Finanzierung ein wesentlicher Bestandteil eines solchen Konzeptes sein muss, die nicht zu Lasten des Bezirkshaushaltes gehen darf. Außerdem muss das Arbeitsfeld für die vorgesehene Personalausstattung klar abgesteckt sein. Dabei entstehen berechtigte Bedenken, gerade bezüglich des notwendigen Personals, was derzeitig in Kindertagesstätten zur Betreuung von Kindern dringend benötigt wird. Wie die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt aus Sicht der Einrichtungen und ihrer Träger eingeschätzt wird, stellt folgende Übersicht dar:
wird JugA als Kontrollorgan verstanden
40 19 2 62 1 62 nicht zutreffend 3 61 17 47 6 58 0 10 20 30 40 50 60 70 zutreffend
Gespräch zu MA JugA wird bei Problemen gesucht
Jugendamt als Partner
generelles Interesse an partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem JugA
gute Info über bezirkliche Belange
ausreichende Zusammenarbeit mit dem Jugendamt
Grundsätzlich ist die Aussage der Übersicht positiv. Einzelne Bereiche, zum Beispiel die Informiertheit über bezirkliche Belange, können und müssen intensiviert werden. Die Bearbeitungszeiten von Kita-Gutscheinen werden von 18 Kitas (18,8 %) als optimal empfunden. 41 (64,1 %) Einrichtungen befinden sie für ausreichend und nur 11 (17,2 %) Kitas geben die Bearbeitungszeit mit ungenügend an. Das ist, gemessen an der problematischen personellen Ausstattung des Jugendamtes im Bereich Gutscheinbearbeitung, ein mehr als akzeptables Ergebnis.
Kindertagesstätten leben von ihrem Bekanntheitsgrad und dem guten Ruf, den sie sich durch qualitativ hochwertige Arbeit in der Kindertagesstätte erarbeitet haben. Zufriedene Eltern und Kinder sind die beste Empfehlung. Doch das allein ist nicht ausreichend. In Lichtenberger Kindertagesstätten werden die verschiedenen Methoden der Öffentlichkeitsarbeit angewendet. Flyer, mit denen Kitas sich und ihre Angebote vorstellen, Tage der offenen Tür, Elterntreffs für Eltern des Wohngebietes und die Teilnahme an Wohngebietsfesten mit Präsentationen der Kita sind nur einige Beispiele. Immer häufiger wird das Internet genutzt, um sich auf einer eigenen Homepage zu präsentieren. Auf der Internetseite des Bezirksamtes ist eine Übersicht der Kindertagesstätten im Bezirk zu finden. Die Möglichkeit, sich in den Berliner Kiezatlas einzutragen, besteht ebenfalls. Die Öffentlichkeitsarbeit liegt in der Verantwortung der Träger der Kindertagesstätten. Das Jugendamt steht als Berater zur Verfügung und unterstützt mit seinen Netzwerken die Verbreitung vorhandener Materialien.
Seit dem 23. Juni 2008 sind die Grundsätze und Ziele für diesen Lebensabschnitt von Kindern definiert und als Anlage zur QVTAG verbindliche Grundlage. Nach den dort formulierten Grundsätzen soll zukünftig der Übergang von der Kindertagesstätte zur Grundschule gestaltet und den Kindern somit diese einschneidende Veränderung leichter erlebbar gemacht werden. Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung trägt damit dem Punkt 10 der Maßnahmen der QVTAG Rechnung. Neu ist die aktive Gestaltung des Überganges von Kita zur Schule nicht. Bereits 2003 wurde zwischen dem Jugendamt und der bezirklichen Außenstelle der Schulverwaltung eine gemeinsame Handreichung für den Übergang von der Kita zur Schule entwickelt und eingeführt. Dem Thema wird im Berliner Bildungsprogramm ein eigenes Kapitel gewidmet. Die Vorbereitung auf die Schule und der damit verbundene Erwerb von Kompetenzen und Fähigkeiten, sich in dieser neuen Situation zu orientieren, ist somit schon mit Einführung des Berliner Bildungsprogramms ein festgeschriebener Bestandteil des Erziehungs- und Bildungsauftrages einer Kindertagesstätte. Neu dagegen ist die Betonung der Gleichrangigkeit von Kindertagesstätte und Grundschule mit einer gemeinsamen Bildungs- und Förderaufgabe. Diese Gleichrangigkeit und Gemeinsamkeit wurde im Berliner Bildungsprogramm für Kindertagesstätten und im Rahmenplan Grundschule gleichermaßen verankert. Bildung wird als sozialer Prozess verstanden, in dem die Kinder mit ihren Bedürfnissen, Stärken und Kompetenzen im Mittelpunkt stehen. Im deutschen Bildungssystem stehen nun Kindertagesstätte, Grundschule und weiterführende Schule als gleichwertige Bildungsinstitutionen nebeneinander. Unter anderem besteht die gemeinsame Aufgabe auch darin, durch besondere Methoden und Inhalte den Übergang in und mit der jeweilig nächsten Institution zu einem möglichst positiven Erlebnis für die Kinder zu gestalten. Eine enge Kooperation zwischen zukünftiger Grundschule und Kita soll frühzeitig begonnen werden. Eine intensive, partnerschaftliche Kommunikation zwischen den pädagogischen Fachkräften der Kita und der Schule unter Einbeziehung der Eltern ist eine gute Voraussetzung für einen sanften Übergang. Kinder, die gut vorbereitet aus einer Kita kommen und in der Schule aufgenommen werden, verfügen über optimale Voraussetzungen für ein freudiges und erfolgreiches Lernen in den Folgejahren. Die in der QVTAG vereinbarten Grundsätze zur Gestaltung des Übergangs von der Kita zur Grundschule sollen insbesondere den pädagogischen Fachkräften einen strukturierten Orientierungsrahmen geben. Durch gemeinsam formulierte konkrete Ziele, Inhalte und Handlungsschritte werden klare Rahmenbedingungen verbindlich für alle geschaffen. Das erfordert Transparenz, Vertrauen und Verlässlichkeit aller am Prozess beteiligten.
Die interne und externe Evaluation ist wohl eines der aktuellsten Themen des letzten und besonders auch diesen Jahres. Die in der Qualitätsentwicklungsvereinbarung Tageseinrichtungen (QVTAG) unter Punkt 3 zum 31. Dezember 2007 avisierten und im Jahr 2008 veröffentlichten Vereinbarungen beschreiben nunmehr die Eckpunkte zur externen Evaluation. Als großer Rahmen enthält diese Vereinbarung wichtige Elemente, die die verbindliche Grundlage der externen Evaluation darstellen. Zur Durchführung und Begleitung der Evaluation wurde von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung ein geeignetes Institut beauftragt. Die INA gGmbH hat am 30. Mai 2008 den Zuschlag nach einer europaweiten Ausschreibung erhalten und zum 01. Juni 2008 das Institut „BeKi“ gegründet. Nach Abschluss der Phase der Konstitution des Institutes und Aufbau einer Struktur zur Umsetzung der geplanten und notwendigen Maßnahmen hat das Institut parallel mit der Ausbildung von Multiplikatoren für die interne Evaluation begonnen. Die Aufgabengebiete von BeKi umfassen die Unterstützung der
Kitas und der Träger bei der Konzeptionsentwicklung, die Unterstützung bei der internen Evaluation zum Berliner Bildungsprogramm sowie die weitere Ausbildung von Multiplikatoren zur Begleitung interner Evaluationen. Außerdem gehört zum Aufgabengebiet die Organisation, Koordination und Steuerung der externen Evaluationen zum Berliner Bildungsprogramm sowie die Ausbildung von Evaluatoren und begleitende Evaluation der Implementierung des Berliner Bildungsprogrammes zum Zweck der Steuerung. Es wurde 2008 eine stichprobenartige Auswertung von 100 Berliner Kitas vorgenommen, um sich einen Überblick über die Konzeptionsangebote und deren Qualität als repräsentativen Durchschnitt zu verschaffen. Auch die Sichtung des bereits vorhandenen Angebotes an Instituten und Firmen, die externe Evaluation anbieten und schon durchgeführt haben, gehört zu den Aufgaben. Notwendige Konzeptabstimmungen nach den beschriebenen Eckpunkten der externen Evaluation sind notwendig. Das Konzept von INA ist schon bestätigt. Nach Sichtung und Prüfung wird eine Liste der geeigneten und empfohlenen Anbieter externer Evaluationen von BeKi erarbeitet. Eine enge Kommunikationsstruktur zwischen allen am Prozess Beteiligten muss aufgebaut werden. Das schließt zum einen die Träger und Kindertagesstätten ein, aber auch das zuständige Jugendamt, die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Eltern, Multiplikatoren und Evaluatoren. Beginnend mit dem Jahr 2009 werden im 5-jährigen Rhythmus jährlich ca. 360 Kitas evaluiert. (Berlinweit existieren ca. 1800 Kindertagesstätten.) Einige Träger haben sich bereits mit externer Evaluation auseinander gesetzt oder sie schon durchgeführt. Intern wurde von der überwiegenden Zahl der Kitas schon evaluiert. Da die Träger und die Kita-Leitungen ihre Konzeption nicht als starres Instrument sehen, wird sie folgerichtig auf Grundlage der Ergebnisse der Evaluation überarbeitet und angepasst. Für Lichtenberg kann nach der Beantwortung des Fragebogens durch 64 Kindertagesstätten im vergangenen Jahr folgende Aussage getroffen werden:
60 50 40 30 20 10 0 ja nein 2006 2007 2008 2009 geplant
60 50 2006 40 30 20 10 0 interne Evaluation externe Evaluation 2007 2008 2009 geplant
Kinderschutz - Die Rolle der Kindertagesstätten seit Einführung § 8a SGB VIII
Der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung wurde mit der Einführung des § 8a SGB VIII Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz (KICK) zum 01.10.2005 für die Jugendhilfe konkretisiert und auf die Träger der freien Jugendhilfe ausgedehnt. Eine klare Rollenverteilung wurde dadurch beschrieben, die keine Verlagerung der Aufgabe des Jugendamtes zu freien Trägern vorsieht, sondern vielmehr eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mehrerer multiprofessioneller Fachkräfte. Fachkräfte des freien Trägers sind nach § 8a Abs. 2 SGB VIII verpflichtet, bei gewichtigen Anhaltspunkten, von denen sie im Rahmen ihrer Betreuungstätigkeit Kenntnis erlangen, eine Risikoabschätzung vorzunehmen unter Hinzuziehung einer „insoweit erfahrenen Fachkraft“. Eine gesetzliche Vorgabe über die inhaltliche Profession der „insoweit erfahrenen Fachkraft“ gibt es nicht. Die Rolle und Aufgabe dieser Fachkraft, sowie deren fachliche Verantwortung setzt in der Regel eine Ausbildung in Sozialarbeit, -pädagogik oder Psychologie voraus. Regelmäßige Qualifizierungen, Fortbildungen und ausreichende praktische Erfahrungen im Handlungsfeld sind erforderlich. Im Jugendrundschreiben Nr. 71/2006 zur Umsetzung des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII bei Kindeswohlgefährdung sind die Aufgaben und der Handlungsrahmen für alle verbindlich benannt. Das verpflichtet Kindertagesstätten, deutlicher wahrzunehmen, Problemlagen zu erkennen und einordnen zu können. Die „insoweit erfahrene Fachkraft“ nimmt die Aufgabe der Beratung wahr. Es gilt das „Vier-Augen-Prinzip“. Kitaträger, die mehrere Kitas betreiben, haben meist einen dem Träger angehörenden Ansprechpartner für Kinderschutzfragen, einen Kinderschutzkoordinator oder eine gut ausgebildete „insoweit erfahrene Fachkraft“. Das Verfahren bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung ist oft trägerspezifisch modifiziert worden, auf Grundlage der für Berlin geltenden Regelungen. Um ein gutes Zusammenwirken zu erreichen, sind Kenntnisse voneinander und ggf. Abstimmung im Einzelfall notwendig. Zur Erfüllung seiner Gewährleistungsverpflichtung initiiert das Jugendamt Gesprächsrunden zum Thema Kinderschutz und gibt entsprechende Listen mit Ansprechpartnern heraus, so dass die fallbezogene Kooperation gesichert ist.
Mit dem Kindertagesbetreuungsreformgesetz, das neben einer Neufassung des KitaFöG auch eine Änderung des TKBG 19 und Schulgesetzes (SchulG) 20 enthält sowie der VOKitaFöG wurden durch das Land Berlin im Bereich der Tagesbetreuung für Kinder zahlreiche Änderungen eingeführt. Wesentliche Regelungen zu einer Weiterentwicklung des Angebots der Kindertagesbetreuung finden sich in der Vorlage zur Beschlussfassung über das Gesetz zur Einführung der beitragsfreien Förderung im Kindergarten und zur Änderung weiterer Vorschriften vom 20. Februar 2009. Dieses Gesetz soll ab 01. August 2009 in Kraft treten. Zum 01. Januar 2006 erfolgte für alle Förderangebote die Einführung eines Kita-Gutscheins. Dieser Gutschein hat die Funktion eines Bescheides. Ein Gutschein wird auf Antrag der Eltern ausgestellt und beinhaltet Angaben über Art und Umfang des festgestellten Betreuungsbedarfs und kann bei jedem Träger einer Tageseinrichtung, der mit dem Land Berlin eine Finanzierungsvereinbarung abgeschlossen hat und einen freien Platz zur Verfügung stellt, eingelöst werden. Die Eltern schließen mit dem Träger einen Betreuungsvertrag und der Träger rechnet den Gutschein mit dem dafür zuständigen Wohnort-Jugendamt ab. Bei der Kindertagespflege wird der Gutschein ebenso beim zuständigen Wohnort-Jugendamt eingereicht. Mit dem Gutschein wird garantiert, dass der belegte Platz bei einem Träger, der die Voraussetzungen des § 23 KitaFöG erfüllt, oder bei einer vermittelten Kindertagespflegestelle entsprechend des festgestellten Bedarfs finanziert wird. Für die Eltern und für die Träger führt der Gutschein zu einer Kostentransparenz, da die Kosten eines Platzes, also die Höhe der öffentlichen Finanzierung und die Höhe der Kostenbeteiligung durch die Eltern, ausgewiesen werden. Anmeldungen für einen Tagesbetreuungsplatz nehmen die zuständigen Jugendämter des Wohnbezirkes, indem die Eltern mit dem Kind wohnen, entgegen. Für Lichtenberg gilt seit 01. Juni 2007 die Lösung, dass die qualifizierte Antragsannahme (Front-Office) für eine Tagesbetreuung in den Lichtenberger Bürgerämtern erfolgt. Die Bearbeitung der Anträge, die Bedarfsprüfung, die Gutscheinerstellung sowie die qualifizierte Beratung der Antragsteller wird dann durch die Kita-Gutscheinstelle (Back-Office) realisiert. Dieses Verfahren hat sich bewährt. Die Antragsteller haben die Möglichkeit, in unmittelbarer Wohnnähe die Anträge und alle notwendigen Unterlagen im Bürgeramt abzugeben. Dadurch entfallen lange Wege- und Wartezeiten für die Bürger. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bürgerämter wurden für diese Aufgabe durch die Fachabteilung in einer Fortbildungsveranstaltung qualifiziert Anmeldefristen sind nicht mehr vorgeschrieben. Die Anmeldung soll regelmäßig 6 Monate und spätestens 2 Monate vor Beginn der gewünschten Förderung erfolgen. Kurzfristige Anmeldungen sind bei Vorlage bestimmter Gründe möglich. Durch das neue Verfahren wird nicht nur der bundesgesetzliche Rechtsanspruch (Halbtagsanspruch) für Kindergartenkinder erfüllt, sondern es können auch zweijährige Kinder unabhängig von einem Bedarf schon vor dem dritten Geburtstag in einer Tageseinrichtung aufgenommen werden, wenn ein Betreuungsplatz zur Verfügung steht. Liegt ein entsprechender Bedarf vor, so haben Kinder unter drei Jahren einen Platzanspruch. Kinder aus Familien, in denen nicht deutsch gesprochen wird, haben zur Sicherstellung der Sprachförderung vom zweiten Geburtstag an einen Anspruch auf einen Halbtagsplatz. Nicht nur die Berufstätigkeit der Eltern ist ein Bedarfsgrund, sondern es wird auch ein Betreuungsplatz zur Verfügung gestellt, wenn aus pädagogischen, sozialen oder familiären Gründen ein Bedarf für eine Förderung besteht. Durch die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung wurde in Zusammenarbeit mit den Bezirken des Landes Berlin eine Orientierungshilfe zur Feststellung des Bedarfs für Kinder bis zum Schuleintritt
Siehe Anlage 1 Siehe Anlage 1 Seite 45 von 86
(Regelbeispiele) erarbeitet. Die entwickelten Kriterien erleichtern und vereinheitlichen Verfahren der Bedarfsfeststellung im Rahmen des bestehenden Gesetzes (KitaFöG).
Die Kindertagespflege bietet Plätze vorrangig für Kinder unter drei Jahren an. Darüber hinaus kann im Einzelfall eine ergänzende Kindertagespflege bewilligt werden, sofern eine Betreuung des Kindes über 18 Uhr hinaus erforderlich wird und die Tageseinrichtung nur bis 18 Uhr geöffnet hat. Die Finanzierung von Tageseinrichtungen der Träger der freien Jugendhilfe erfolgt auf der Grundlage einer landesweiten Leistungsvereinbarung. Durch das zuständige Jugendamt erfolgt die Finanzierung für das jeweilige Kind bezogen nach Art und Dauer des in Anspruch genommenen Platzes. Gemäß § 79 SGB VIII hat das Land Berlin gegenüber den Leistungsberechtigten zu gewährleisten, dass die erforderlichen und geeigneten Einrichtungen rechtzeitig und ausreichend zur Verfügung stehen. Da das Land Berlin keine eigenen kommunalen Kindertageseinrichtungen mehr betreibt, bedient es sich für die Erbringung der Leistung anerkannter Träger. Die Träger tragen dazu bei, das Land Berlin in die Lage zu versetzen, die Gewährleistungsverpflichtung zu erfüllen. Zwischen dem Land Berlin und den Trägern wurde die Leistungsvereinbarung im Sinne des § 23 Abs. 2 Nr. 2 KitaFöG (RV Tag vom 01. Januar 2006) 21 abgeschlossen. In dieser Vereinbarung verpflichten sich die Vertragspartner, die Grundsätze der Angebots- und Trägervielfalt, der Angebotsdifferenzierung nach § 5 KitaFöG und der Ortsnähe zu beachten. Sie berücksichtigen die Interessen der Leistungsberechtigten, so dass diese in angemessener Ausübung ihres Wunsch- und Wahlrechts entsprechende Einrichtungen finden können. Das zuständige Jugendamt ist verpflichtet, gemäß § 7 Abs. 5 KitaFöG i.V.m. § 6 Abs. 3 VOKitaFöG einen freien und geeigneten Platz in einer Tageseinrichtung auf Wunsch den Eltern nachzuweisen. Diesen Auftrag kann das Jugendamt aber nur erfüllen, wenn es über freie Plätze in den Kindertagesstätten Kenntnis hat. Gemäß § 7 Abs. 1 VOKItaFöG hat ein regelmäßiger Abgleich zwischen erlaubten, belegten und finanzierten Plätzen zu erfolgen. Die statistischen Angaben aus dem Fachverfahren ISBJ scheinen dafür nicht ausreichend zu sein. Denn obwohl im Fachverfahren ISBJ freie Plätze ausgewiesen sind, beklagen die Eltern, dass sie in den Kindertagesstätten keine Plätze erhalten, da es laut Kindertageseinrichtung keine freien Plätze gäbe. Hier müssen die Vertragspartner einen Modus finden, um im erforderlichen Umfang bei der Planung und bedarfsgerechten Bereitstellung von Plätzen in Tageseinrichtungen zusammenzuarbeiten (RV Tag § 1 Absatz 4, siehe dazu auch die Ausführungen zum Punkt 4.1).
Übersicht über ausgegebene Gutscheine 2006 bis 2008 Jan.-März 2.029 1.828 1.485 April-Juni 1.727 1.939 2.121 Juli-Sept. 1.656 1.792 1.969 Okt.-Dez. 1.421 1.275 1.314 gesamt 6.833 6.834 6.889
Die Anzahl der ausgestellten Gutscheine ist nicht identisch mit den in den Kindertagesstätten betreuten Kindern. Da ein Gutschein bei einem Erstantrag nur 5 Wochen gültig ist, müssen die
Siehe Anlage 1 Seite 46 von 86
Eltern in diesem Zeitraum mit dem jeweiligen Träger einer Kindertagesstätte einen Betreuungsvertrag abschließen oder einen Platz in einer Kindertagespflege in Anspruch nehmen. Ein erneuter Antrag zur Fortführung der Förderung oder eine erneute Bedarfsprüfung ist erforderlich, wenn die im Gutschein ausgewiesene Frist, bis zu der die Betreuung des Kindes in einer Einrichtung begonnen haben muss, abgelaufen ist oder wenn für das Kind länger als fünf Wochen hintereinander kein Betreuungsvertrag bestanden hat.
Soziale Situation der Eltern Auswertung der Einkommenssituation der Eltern
Nach § 4 Abs. 9 VOKitaFöG 22 besteht ein Bedarf an zusätzlichem sozialpädagogischen Personal für die Förderung von Kindern, die in ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen und in Wohngebieten mit sozial benachteiligten Bedingungen leben. Die Analyse der Lichtenberger Stadtteile hinsichtlich sozio-ökonomischer Belastungen erfolgt jährlich im Monitoring Soziale Stadtentwicklung und wird im Rahmen der Regionalen Arbeitsgemeinschaften nach § 78 SGB VIII vorgestellt und diskutiert. Ergänzend zu diesen Auswertungen soll hier die Einkommenssituation der Eltern als ein wesentlicher Indikator der sozialen Belastungssituation untersucht werden. Mit dieser Analyse und dem Monitoring soziale Stadtentwicklung wird den Trägern von Kindertagesstätten ein Instrument zur Verfügung gestellt, um den gesetzlichen Auflagen nach § 4 Abs. 9 VOKitaFöG entsprechen zu können. Abweichend von den Indikatoren zur sozialen Lage der jährlichen Einschulungsuntersuchungen (vgl. SenGesUmV Berlin, Grundauswertung der Einschulungsdaten 2007 zur gesundheitlichen und sozialen Lage von Kindern in Berlin im GSI 23) kann die in ISBJ erfasste Einkommenssituation der Eltern genutzt werden, um Rückschlüsse auf die sozial-ökonomische Situation der Kita-Kinder und ihren Familien darstellen zu können. Entsprechend § 26 Kindertagesbetreuungsreformgesetz vom 23. Juni 2005 24 haben sich das Kind und seine Eltern an den Kosten der Inanspruchnahme der Angebote der Förderung in einer Tageseinrichtung sowie an den Kosten der Kindertagespflege nach den Vorschriften des Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zu beteiligen. Grundlage für die Ermittlung der Kostenbeteiligung ist das von den Eltern nachzuweisende jährliche Einkommen. Im Land Berlin wird der monatliche Kostenbeitrag (Betreuungsanteil) in einer Tageseinrichtung oder in einer Tagespflege in Abhängigkeit des Einkommens (gegenwärtig 41 Einkommensgruppen) und des Betreuungsumfanges errechnet. Der Verpflegungsanteil in Höhe von monatlich 23 € ist hinzu zurechnen. Die vorliegenden Daten wurden mittels ISBJ zum Stichtag 31. Dezember 2007 ausgewertet. Dabei wurden die 41 zu Grunde gelegten Einkommensgruppen in 9 Gruppen mit einer annähernd gleich großen Dimension zusammengefasst:
Einkommensgruppe 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
monatliches Einkommen (€) ohne bis unter 1.875,00 ab 1.875,00 – 2.314,99 ab 2.315,00 – 2.914,99 ab 2.915,00 – 3.514,99 ab 3.515,00 – 4.114,99 ab 4.115,00 - 4.714,99 ab 4.715,00 – 5.314,99 ab 5.315,00 – 5.914,99 ab 5.915,00 und mehr
Die in ISBJ erfassten Häufigkeiten wurden für den Bezirk und für die 13 Stadtteile mit folgenden Ergebnissen zusammengefasst:
Siehe Anlage 1 GSI – Gesundheitsberichterstattung und sozialstatistisches Berichtswesen der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz 24 ebenda
Einkommensgruppe (EG) 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
3.425 2.275 507 551 426 292 196 120 112 179
42,37 28,15 6,27 6,82 5,27 3,61 2,42 1,48 1,39 2,21
Elterneinkommen nach Einkommensgruppen (%) im Bezirk Lichtenberg
EG 9 EG 8 EG 7 EG 6 EG 5 EG 4 EG 3 EG 2 EG 1 EG 0 0,00 5,00 10,00 15,00 20,00 25,00 30,00 35,00 40,00 45,00
42,37 % der Eltern haben im Bezirk Lichtenberg kein anrechenbares Einkommen gem. § 2 Abs. 2 EStG 25 , 28,15 % haben ein niedriges monatliches Haushaltseinkommen unter 1.875,00 € (22.500,00 € jährlich) (Grundlage: Bruttoeinkommen minus Werbungskosten). Das bedeutet, 70,5 % aller Eltern, welche in Lichtenberg einen Kita-Gutschein eingelöst haben, sind einkommensschwach. Auch unter Berücksichtigung der gegenwärtig im Land Berlin gültigen Armutsrisikogrenze (Basis 2006) in Höhe von 706 € für eine Person bzw. in Höhe von 1.513 € für einen Dreipersonenhaushalt ist der Großteil der Lichtenberger Eltern, welche den einkommensarmen bzw. einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen zuzuordnen sind. (Hinweis: Hier werden nur die Haushaltseinkommen Lichtenberger Eltern erfasst, die eine Kindertagesbetreuung in einer Kita oder einer Tagespflege in Anspruch nehmen. Sie bilden nicht die monetäre Situation aller Eltern mit Vorschulkindern im Bezirk ab. Da mit einem Versorgungsgrad über 70 % aller Lichtenberger Kinder im Vorschulalter dieser sehr erheblich ist, wird ein relativ gutes Bild über die Einkommenssituation von Familien mit Kindern im Vorschulalter gegeben.) Diese monetäre Situation der Eltern stellt sich in den Stadtteilen unterschiedlich dar:
Siehe Anlage 1 Seite 49 von 86
Stadtteil 1 Stadtteil 2 Stadtteil 3 Stadtteil 4 Stadtteil 5 Stadtteil 6 Stadtteil 7 Stadtteil 8 Stadtteil 9 Stadtteil 10 Stadtteil 11 Stadtteil 12 Stadtteil 13 Bezirksmittel
EG 0 18,45 57,91 50,36 36,17 38,34 47,57 36,62 51,13 38,29 55,87 45,47 20,51 23,54 42,57
EG 1 29,13 27,47 29,05 28,46 24,62 30,18 31,39 30,10 33,41 27,93 32,86 13,68 20,52 28,20
EG 2 10,68 4,47 7,02 5,05 6,97 6,51 6,73 3,56 7,92 7,54 4,97 2,56 6,39 6,26
Anteile der Einkommensgruppen in % EG 3 EG 4 EG 5 EG 6 7,77 14,56 6,80 2,91 4,38 3,35 0,84 0,74 5,71 2,50 2,62 1,43 9,04 7,71 4,79 2,93 9,37 6,97 5,01 3,92 5,21 3,67 2,96 1,78 8,52 5,53 3,59 2,39 5,50 2,91 3,56 1,29 7,27 5,75 3,15 1,30 3,63 3,07 0,00 1,40 7,46 3,73 3,37 0,36 9,40 5,98 5,98 5,98 7,62 8,86 7,62 6,73 6,79 5,17 3,57 2,39
EG 7 3,88 0,28 0,48 1,60 2,29 1,07 0,90 1,29 1,52 0,00 0,89 2,56 4,26 1,47
EG 8 2,91 0,28 0,71 2,39 1,20 0,47 2,24 0,00 0,65 0,56 0,71 10,26 4,15 1,40
EG 9 2,91 0,28 0,12 1,86 1,31 0,59 2,09 0,65 0,76 0,00 0,18 23,08 10,31 2,18
Die Anteile innerhalb der Einkommensgruppen spiegeln die sozialen Situationen in den Stadtteilen wider: Die Stadtteile Neu-Hohenschönhausen Nord, Neu-Hohenschönhausen Süd, Fennpfuhl, Frankfurter Allee Süd, Friedrichsfelde Nord und Friedrichsfelde Süd haben die meisten Elternhaushalte, welche kein anrechenbares Einkommen bzw. ein Einkommen unter 1.875 € haben. Diese monetäre Situation ist identisch mit den durch das Monitoring Soziale Stadtentwicklung ausgewiesenen regionalen sozialen Belastungen mittels der Indikatoren Arbeitslose SGB II und III, Langzeitarbeitslose, nicht-erwerbsfähige Empfänger von Existenzsicherungsleistungen und ausländische Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Im Stadtteil Rummelsburg verfügen die Eltern anteilig über die höchsten Einkommen. Danach folgt der Stadtteil Karlshorst. Auch diese Einkommensverteilung widerspiegelt die bereits bekannten guten und sehr guten sozialstrukturellen Gegebenheiten in diesen Stadtteilen. Ebenso verdeutlicht die Einkommenssituation der Eltern, welche in Malchow, Wartenberg und Falkenberg leben, die gute bzw. sehr gute sozioökonomische und soziostrukturelle Situation der Einwohner in diesem Stadtteil: Die Mehrheit der Eltern verfügt über mittlere bis sehr gute Einkommen.
Mittel- und langfristiger Bedarf an Plätzen in Kindertagesstätten im Bezirk Lichtenberg Planungsverantwortung durch das Jugendamt
Das Gesetz zur Weiterentwicklung des bedarfsgerechten Angebotes und der Qualität von Tagesbetreuung (Kindertagesbetreuungsreformgesetz) vom 23. Juni 2005 regelt im § 19 die Verpflichtung der Jugendämter zur Planung und Sicherstellung eines bedarfsgerechten Angebotes der Tagesförderung. Die Realisierung dieser Gesamtplanungsverantwortung stellt sich für die Bezirke seit 2006 nicht unproblematisch dar. Die Bezirke stehen einer Reihe mit der neuen Gesetzgebung geschaffenen Tatsachen gegenüber, die sie nur sehr wenig oder überhaupt nicht beeinflussen können: • Im § 4 Kindertagesförderungsgesetz (KitaFöG) 26 formuliert der Gesetzgeber einen Anspruch auf eine bedarfsgerechte Förderung, es gibt allerdings keine Kita-Pflicht. Kinder können ab einem Alter von 8 Wochen aufgenommen werden; es gibt kein vorgeschriebenes Aufnahmealter. • Es gibt kein „Kita-Jahr“, Kinder können während des gesamten Kalenderjahres aufgenommen werden. • Die Belegungspraktiken freier Plätze durch die Kita-Träger können durch die öffentliche Verwaltung wenig bzw. gar nicht beeinflusst werden. Der Kita-Träger entscheidet eigenständig, wann welches Kind unabhängig vom Wohnsitz und auch unabhängig der sozialen Situation der Eltern aufgenommen wird. Entscheidend für die Aufnahme ist hier lediglich der durch den Bezirk erteilte Kita-Gutschein. • Die Kindertageseinrichtungen sind nicht verpflichtet, die maximalen Platzkapazitäten entsprechend den erteilten Betriebserlaubnissen auszulasten. Diese Tatsache erschwert die nach § 7 Abs. 2 VOKitaFöG 27 vorgeschriebene Maßnahmeplanung auf Grundlage der nach Betriebserlaubnis zulässigen Höchstplatzzahl. Die derzeitigen Erfahrungen über die tatsächlichen Belegungen zeigen sehr große Schwankungen auf. • Die durch die Kindertagesbetreuungseinrichtungen derzeitig praktizierte Reservierung von Plätzen, auch über längere Zeiträume (mehrere Monate), verringert zusätzlich die Zahl der belegbaren Plätze. Der Bezirk ist objektiv nicht mehr in der Lage, interessierten Eltern freie Plätze, so wie im IT-Verfahren ISBJ 28 ausgewiesen, nachzuweisen. Nur noch durch zusätzliche aufwändige Abgleiche der lt. ISBJ ausgewiesenen freien Plätze und den durch die Träger der Einrichtungen bestimmten belegbaren Plätzen kann durch die Verwaltung die tatsächliche Angebotssituation abgebildet werden. • Zur Absicherung pädagogischer Inhalte und sinnvoller Gruppenstrukturen kann nicht jeder freie Platz mit einem Kind beliebigen Alters belegt werden. • Die Entscheidung der Eltern über eine Einrichtung ihres Vertrauens ist nicht kalkulierbar. Die Eltern sind berechtigt, den Kita-Gutschein im gesamten Stadtgebiet Berlins bei jedem Träger einzulösen. • Für das Jugendamt nicht planbar ist die Belegung von Plätzen durch Kinder aus dem Land Brandenburg oder aus anderen Bundesländern. Entsprechend des Staatsvertrages sind Aufnahmen von Kindern aus dem anderen Bundesland nur möglich, wenn freie Plätze vorhanden sind. Ob diese Regelung von den Trägern beachtet wird, ist durch das Jugendamt nicht nachvollziehbar. • Das Verfahren ISBJ befindet sich gegenwärtig noch im Aufbau, so dass planungsrelevante Daten noch nicht in gewünschter Qualität und Umfang verfügbar sind. • Bei der Planung eines bedarfsgerechten Angebots können nur die möglichen Platzzahlen lt. Betriebserlaubnis als Ausgangsgröße für notwendige Berechnungen zu
Siehe Anlage 1 ebenda 28 ISBJ - Integrierte Software Berliner Jugendhilfe Seite 51 von 86
Grunde gelegt werden, obwohl diese oftmals nicht der Realität entsprechen. Die derzeitig vorhandenen Abweichungen sind nicht planbar und unterliegen in Höhe und Zeitraum nicht kalkulierbaren Schwankungen. Im Punkt 8 wird versucht, Instrumente zu entwickeln, um der Planungsverantwortung unter oben genannten Bedingungen annähernd nachkommen zu können. Die zu Grunde gelegten Einwohnerprognosen sind Annahmen/Schätzungen und können unvorhersehbaren Schwankungen in Abhängigkeit von gesellschaftlichen Entwicklungen unterliegen. Deshalb müssen diese kontinuierlich mit der Realentwicklung abgeglichen werden.
Perspektivische Versorgungsgrade für ein bedarfsgerechtes Angebot
Wie im Punkt 3.2 bereits benannt sollte in Ermangelung einer einheitlichen berlinweiten Regelung für den Bezirk Lichtenberg ein Versorgungsgrad als Planungsrichtwert für ein bedarfsgerechtes Angebot künftig zu Grunde gelegt werden. Der Versorgungsgrad bildet prozentual die „geplante“ Inanspruchnahme Lichtenberger Kinder im Alter von 0 bis unter 6 Jahren von Kita-Plätzen in Einrichtungen im Bezirk und außerhalb des Bezirkes in Relation der Einwohner dieser Altersgruppe im Bezirk ab. Der künftige Versorgungsgrad sollte dabei die Erfahrungen der bisherigen Jahre (seit 2006) sowie fachpolitische Überlegungen berücksichtigen. Wie im Abschnitt 3.2 nachgewiesen, ist im Bezirk Lichtenberg ein kontinuierlicher Anstieg der Versorgung der Kinder im Vorschulalter von 59,4 % im Jahr 2006 auf 69,9 % im Jahr 2008 eingetreten. Der Versorgungsgrad innerhalb der Altersgruppe 3 bis unter 6 Jahren lag im gesamten Berichtszeitraum über 90 %, bei den unter 3Jährigen schwankte dieser stark zwischen 27,0 und 48,0 %. Mit der beabsichtigten Erweiterung des Rechtsanspruches der Bundesregierung (Gesetz zur Förderung von Kindern unter 3 Jahren in Tageseinrichtungen und in der Tagespflege (Kinderförderungsgesetz – KiföG)) für Kinder unter 3 Jahren ab 2013 ist von zukünftig deutlich steigenden Bedarfen auszugehen. Die Bundesregierung beabsichtigt bis 2013 im Durchschnitt für 35 % der Kinder unter 3 Jahren einen Betreuungsplatz zu schaffen. Mit dem Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung“ der Bundesregierung wird bereits - beginnend seit 2008 - die zusätzliche Schaffung sowie die Sicherung von Betreuungsplätzen für unter 3-Jährige finanziell gefördert. Obwohl im Bezirk Lichtenberg bereits jetzt dieser perspektivisch angestrebte Versorgungsgrad bei den unter 3-Jährigen erreicht ist, ist auch in Folge eines durchschnittlich größeren Erwerbsverhaltens der Frauen in den neuen Bundesländern, was auch für den Bezirk Lichtenberg relevant ist, von einer höheren Betreuungsquote in dieser Altersgruppe auszugehen. Allerdings bleibt bei diesen prognostischen Aussagen der Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung in Berlin unberücksichtigt. Ebenso unkalkulierbar ist, wie hoch die Inanspruchnahme des ab dem Jahr 2013 gezahlten Betreuungsgeldes durch Lichtenberger Mütter ausfallen wird. Auch hier werden derzeitig nicht vorhersehbare Arbeitsmarktsituationen wesentlich die Entscheidung der Eltern beeinflussen. Diese zukünftig steigenden Versorgungserfordernisse werden durch einen kontinuierlich prognostizierten Anstieg der Geburtenzahlen im Bezirk Lichtenberg (wie im folgenden Punkt 7.3 dargelegt) bis mindestens ins Jahr 2013 leicht verstärkt werden. Bei der Ermittlung langfristiger bedarfsgerechter Angebote zur Kindertagesbetreuung werden im Folgenden 2 Varianten zu Grunde gelegt: 1. Variante: Unter Berücksichtigung der bisherigen Entwicklungen im Bezirk Lichtenberg wird ein zukünftiger Versorgungsgrad in Höhe von 70 % zu Grunde gelegt. 2. Variante: Unter Berücksichtigung eines zukünftigen Versorgungsgrades in Höhe von 80 % wird von einer deutlich erhöhten Versorgung bei den unter 3-Jährigen ausgegangen.
Bevölkerungsprognose für den Bezirk Lichtenberg bis zum Jahr 2015
Im Januar 2009 erschien die Bevölkerungsprognose für Berlin und die Bezirke 2007-2030 29. Mit Senatsbeschluss vom 17. Februar 2009 wurde die Prognose-Variante „Basis“ als Arbeits- und Planungsgrundlage für die Fachverwaltungen und Bezirke sowie für die zukünftige Stadtentwicklung festgelegt. 30 Bevölkerungsprognosen berechnen die Bevölkerungszahl und die demografische Zusammensetzung der Bevölkerung für die Zukunft. Die einzelnen Komponenten der Berechnungen sind Geburten, Sterbefälle, Zuzüge und Fortzüge. Für die Ableitung von Annahmen künftiger Entwicklungen der Geburten, Sterbefälle und Wanderungen wurden folgende Abgleiche zu Grunde gelegt: • Die Analyse der Entwicklung der letzten Jahre und der sich abzeichnenden Trends. • Die Abstimmung der Wanderungsannahmen zwischen Berlin und seinem Umland mit Brandenburg. • Die Annahme des Statistischen Bundesamtes zur 11. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung. Die Prognose-Variante „Basis“ orientiert sich an erkennbaren wirtschaftlichen und demografischen Entwicklungstendenzen und führt diese gestützt auf Erkenntnisse der regionalen Raumbeobachtung für den Prognosezeitraum fort. Bei der Basis-Variante werden folgende Annahmen zu Grunde gelegt: • Die wirtschaftliche Entwicklungsdynamik ist positiv; die industriell-gewerbliche Basis ist gefestigt. • Unternehmensneuansiedlungen erfolgen insbesondere in überregionalen Dienstleistungen (Medien, Kultur, Tourismus). • Der Umzug nachfolgender Bundesinstitutionen bringt weitere Impulse. • Die EU-Osterweiterung bringt ausgehend von einem relativ geringen Niveau zunehmend Impulse für Berlin. • Der Wohnungsneubau in Stadt und Umland konsolidiert sich auf niedrigem Niveau, die Abwanderungen mit dem Umland gehen weiter zurück. 31 Die Annahmen zur Geburtenentwicklung gehen für den Prognosezeitraum von konstanten Geburtenraten aus. Allerdings werden diese Annahmen räumlich differenziert ausfallen, da das Geburtenverhalten zwischen deutschen und ausländischen Frauen unterschiedlich ausfällt und ebenso differenzierte Unterschiede in der Sozialstruktur festzustellen sind. Trotz der prognostizierten stabilen Geburtenraten wird die Zahl der Geburten rückläufig ausfallen in Abhängigkeit des Rückgangs der Frauen im gebärfähigen Alter (zwischen 15 und 45 Jahren). Für die Annahme der Bevölkerungsprognose wird für Berlin eine Steigerung der Lebenserwartung von 85 Jahren bei Frauen und 80 Jahren bei Männern angesetzt. Das bedeutet gleichzeitig, dass der Anteil dieser Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung weiter steigen und der Alterungsprozess sich fortsetzen wird. Für den Bezirk Lichtenberg liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Einzeldarstellungen vor, doch kann für den Bezirk insgesamt bereits jetzt schon davon ausgegangen werden, dass die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2030 keine negative Entwicklung aufweisen wird. Lichtenberger Gebiete werden Gewinne aus der Außen- und der Binnenwanderung vorweisen können, so dass Abwanderungsverluste der Großsiedlung Hohenschönhausen ausgeglichen werden.
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bevölkerungsprognose für Berlin und die Bezirke 2007-2030, Berlin Januar 2009 Umfangreichere Veröffentlichungen der kleinräumigen Ergebnisse mit einer ausführlichen Darstellung und Erläuterung der Annahmen und Eckwerte ist erst für das 2. Quartal 2009 angekündigt. Die berechneten Eckwerte auf der Ebene der Prognoseräume wurden deshalb in der Basisvariante auf die Stadtteile des Bezirkes Lichtenberg zu Grunde gelegt.
vgl. ebenda Seite 53 von 86
Auf der Grundlage der durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung prognostizierten Entwicklungen der Bevölkerungszahlen bis zum Jahr 2030 wurden für den Bezirk Lichtenberg und die 13 Stadtteile des Bezirkes auf der Basis der ermittelten Werte der Prognoseräume künftige folgende Bevölkerungsdaten relevanter Altersgruppen berechnet: 32 •
11.657 6.103 5.554 252.043
12.136 6.351 5.785 250.808 12.279 6.494 5.785 250.951
12.531 6.586 5.945 251.054 12.697 6.763 5.934 250.696
Realentwick33 lung Progno34 se
0<6 0<3 3<6 Bezirk 0<6 0<3 3<6 Bezirk
13.133 6.966 6.167 250.538
13.460 7.066 6.394 250.441
13.687 7.047 6.640 250.522
13.850 7.022 6.828 250.785
13.850 6.929 6.921 250.966
13.763 6.857 6.906 251.078
13.635 6.761 6.874 251.089
16.000 14.000 12.000 Anzahl der Kinder 10.000 0<6 8.000 6.000 4.000 2.000 0 Ist 2006 Ist 2007 Ist 2008 Prog 2009 Prog 2010 Prog 2011 Prog 2012 Prog 2013 Porg 2014 Prog 2015 0<3 3<6
Für den Bezirk Lichtenberg ist bis zum Jahr 2013 ein kontinuierlicher Anstieg der Einwohnerzahlen der Kinder im Alter unter 6 Jahren zu erwarten. Dabei liegen die Anteile der Kinder im Alter unter 3 Jahren über den 3- bis 6-Jährigen und werden bis 2012 leicht steigen. Ab dem Jahr 2013 ist mit einem Geburtenrückgang zu rechnen, allerdings wird der Geburtenzuwachs der Jahre 2006 bis 2012 ab dem Jahr 2012 einen leichten Anstieg bei den 3bis unter 6-Jährigen fortsetzen. Dieser wird aber nicht über das Jahr 2015 hinauswirken.
Datengrundlage Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Prognosedaten 2007-2030 für die Prognoseräume des Bezirkes Lichtenberg auf der Basis des Einwohnermelderegisters und eigene Berechnungen 33 Datengrundlage: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Melderechtlich registrierte Einwohner am Ort der Hauptwohnung und eigene Berechnungen 34 SenStadt, Bevölkerungsentwicklung bis 2030 und eigene Berechnungen Seite 54 von 86
Stadtteil Malchow, Wartenberg, Falkenberg
Alter 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Realentwick33 lung
Progno34 se
0<6 0<3 3<6 Stadtteil 0<6 0<3 3<6 Stadtteil
130 57 73 4.007
151 68 83 4.063
164 82 82 4.072 170 85 85 4.026 174 86 89 3.985 176 83 95 3.945 177 80 98 3.912 173 76 98 3.881 167 73 96 3.855 161 70 93 3.829
Ist Ist Ist Prog Prog Prog Prog Prog Porg Prog 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
0 bis < 6 Jahre 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre
Der kontinuierliche Anstieg der Einwohner im Alter bis unter 6 Jahren wird im Jahr 2012 den Höhepunkt erreichen und in den folgenden Jahren wieder zurückgehen. •
1.638 872 766 27.864 1.699 906 794 27.552 1.740 911 829 27.269 1.823 881 883 26.996 1.824 852 913 26.773 1.782 808 918 26.559 1.724 775 895 26.378 1.665 742 871 26.203
1.600 1.400 1.200 1.000 800 600 400 200 0 Ist Ist Ist Prog Prog Prog Prog Prog Prog Prog 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 0 bis < 6 Jahre 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre
Im Stadtteil wird ein moderater Anstieg der Einwohnerzahlen der Kinder im Vorschulalter bis zum Jahr 2012 prognostiziert. Danach ist mit einem kontinuierlichen Rückgang zu rechnen. Bei den unter 3-Jährigen wird der höchste Anstieg bereits im Jahr 2010 erwartet. Allerdings zeigt die Realentwicklung im Jahr 2008 bei den 3- bis unter 6-Jährigen einen Rückgang an, deren weiterer Verlauf zukünftig beobachtet werden muss. •
1.333 697 636 25.589 1.383 724 659 25.303 1.416 728 689 25.043 1.417 704 733 24.792 1.417 681 758 24.587 1.385 646 762 24.390 1.340 620 744 24.224 1.294 593 723 24.063
1.600 1.400 Anzahl der Kinder 1.200 1.000 800 600 400 200 0 Ist Ist Ist Prog Prog Prog Prog Prog Prog Prog 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 0 bis < 6 Jahre 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre
Im Stadtteil wird ein geringer Anstieg der Einwohnerzahlen der Kinder im Vorschulalter bis zum Jahr 2010 prognostiziert. Danach ist wieder mit einem kontinuierlichen Rückgang zu rechnen. Bei den unter 3-Jährigen wird der höchste Anstieg ebenfalls im Jahr 2010 erwartet, bei den 3bis unter 6-Jährigen im Jahr 2012. •
615 339 276 13.405 630 336 444 13.378 640 338 457 13.360 646 335 468 13.356 646 333 472 13.370 646 329 477 13.383 641 326 474 13.410 635 321 472 13.423
500 400 300 200 100 0 Ist Ist Ist Prog Prog Prog Prog Prog Prog Prog 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 0 bis < 6 Jahre 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre
Bis zum Jahr 2011 wird ein minimaler Anstieg der unter 6-Jährigen prognostiziert. Ab dem Jahr 2014 ist wieder ein leichter Rückgang vorausgesagt. Die Entwicklung der unter 3- Jährigen hat im Jahr 2008 bereits das Höchstmaß erreicht. Für die 3- bis unter 6-Jährigen soll im Jahr 2009 ein deutlicher Anstieg in dieser Altersgruppe eintreten. Die Realentwicklung lässt vermuten, dass diese Vorhersage im Jahr 2009 nicht eintreten wird. Unter Berücksichtigung der Realisierung des geplanten Bauvorhabens „Fontanepark“ sowie des Abbaus des hohen Wohnungsleerstands im Gebiet der Anna-Ebermann-Straße könnte die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung bei den Kindern im Vorschulalter die Prognose übertreffen.
1.356 708 648 28.402 1.389 701 688 28.345 1.412 705 707 28.307 1.424 700 724 28.299 1.425 695 730 28.327 1.425 688 738 28.355 1.414 681 734 28.412 1.401 671 730 28.440
1.600 Anzahl der Kinder 1.400 1.200 1.000 800 600 400 200 0 Ist Ist Ist Prog Prog Prog Prog Prog Prog Prog 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 0 bis < 6 Jahre 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre
Bis zum Jahr 2012 wird ein kontinuierlicher leichter Anstieg bei den Kindern im Alter unter 6 Jahren erwartet, danach wird wieder ein Rückgang eintreten. In der Altersgruppe der unter 3Jährigen wird die Bevölkerungsprognose bereits mit der Realentwicklung im Jahr 2008 übertroffen, so dass eine Überschreitung der prognostizierten Entwicklung insgesamt zu vermuten ist. Bei den 3- bis unter 6-Jährigen wird der höchste Anstieg im Jahr 2013 erwartet. Dieser könnte bereits früher in Folge der Realentwicklung eintreten und muss beobachtet werden. •
1.296 659 637 30.834 1.348 667 682 30.896 1.379 684 697 30.915 1.411 698 714 31.004 1.432 710 724 31.081 1.458 722 738 31.152 1.473 726 748 31.192 1.481 728 755 31.213
Entwicklung Kinderzahl
Die Zahl der Kinder unter 6 Jahren wird im gesamten Prognosezeitraum kontinuierlich steigen. Das gilt für die unter 3-Jährigen sowie die 3- bis unter 6-Jährigen gleichermaßen. •
1.093 590 503 22.270 1.137 597 539 22.315 1.163 612 550 22.329 1.190 625 564 22.393 1.208 635 571 22.449 1.230 646 583 22.500 1.242 650 591 22.529 1.249 651 596 22.544
1.400 1.200 Anzahl der Kinder 1.000 800 600 400 200 0 Ist Ist Ist Prog Prog Prog Prog Prog Prog Prog 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 0 bis < 6 Jahre 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre
470 263 207 9.884 489 266 222 9.904 500 273 226 9.910 512 278 232 9.938 519 283 235 9.963 529 288 240 9.986 534 290 243 9.999 537 290 245 10.005
600 500 Anzahl der Kinder 400 0 bis < 6 Jahre 300 200 100 0 Ist Ist Ist Prog Prog Prog Prog Prog Prog Prog 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre
Die Zahl der Kinder im Vorschulalter wird lt. Einwohnerprognose im Stadtteil kontinuierlich bis zum Jahr 2015 steigen. Das gilt auch für die unter 3-Jährigen. Die Realentwicklung zeigte im Jahr 2008 einen leichten Rückgang in der Entwicklung in dieser Altersgruppe an. Die zukünftige Entwicklung ist deshalb in den kommenden Jahren besonders zu analysieren. •
1.555 853 702 27.738 1.586 886 701 27.738 1.621 899 724 27.766 1.640 903 738 27.794 1.668 905 763 27.821 1.673 899 774 27.821 1.672 893 777 27.821 1.665 885 778 27.793
1.800 1.600 Anzahl der Kinder 1.400 1.200 1.000 800 600 400 200 0 Ist Ist Ist Prog Prog Prog Prog Prog Prog Prog 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 0 bis < 6 Jahre 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre
Die Zahl der Kinder unter 6 Jahren wird im Stadtteil bis zum Jahr 2013 kontinuierlich steigen. Danach wird ein leichter Rückgang prognostiziert. Analog wird die Entwicklung bei den unter 3Jährigen verlaufen. •
574 285 289 13.033 585 296 289 13.033 598 300 298 13.046 606 302 304 13.059 616 302 314 13.072 618 300 319 13.072 617 298 320 13.072 615 296 320 13.059
700 600 Anzahl der Kinder 500 400 300 200 100 0 Ist Ist Ist Prog Prog Prog Prog Prog Prog Prog 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 0 bis < 6 Jahre 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre
Die Zahl der Kinder ging in den Jahren 2007 und 2008 zurück. Die Einwohnerprognose geht von einem erneuten moderaten Anstieg ab 2009 aus, welcher sich bis zum Jahre 2014 fortsetzen soll. Ebenso wird bis zum Jahr 2013 ein leichter Anstieg bei den unter 3-Jährigen erwartet. •
938 495 443 24.319 957 514 443 24.319 978 522 457 24.343 990 524 466 24.368 1.006 525 482 24.392 1.009 521 488 24.392 1.008 518 490 24.392 1.004 514 491 24.368
1.200 1.000 Anzahl der Kinder 800 0 bis < 6 Jahre 600 400 200 0 Ist Ist Ist Prog Prog Prog Prog Prog Prog Prog 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre
Die positive Entwicklung der Jahre 2006 bis 2008 wird sich auch bis 2015 fortsetzen. Mit dieser kontinuierlichen Zunahme der Kinder im Alter unter 6 wird der sehr starken Vergreisung im Stadtteil entgegengewirkt und diese abschwächen. Bei den unter 3-Jährigen ist mit einem weiteren Anstieg bis zum Jahr 2012 zu rechnen, danach wird ein leichter Rückgang eintreten. •
217 107 110 2.528 229 115 113 2.576 239 118 122 2.621 247 114 128 2.667 255 115 136 2.711 257 114 139 2.754 258 114 140 2.795 259 114 141 2.830
300 250 Anzahl der Kinder 200 0 bis < 6 Jahre 150 100 50 0 Ist Ist Ist Prog Prog Prog Prog Prog Prog Prog 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre
Für den Stadtteil wird eine kontinuierliche Zunahme der Kinder im Vorschulalter prognostiziert. Bei der Ermittlung dieser Prognosewerte wurden die mit der weiteren Baufortschreitung in der Wasserstadt zu erwartenden Bevölkerungszuwächse noch nicht berücksichtigt. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass insbesondere mit der beabsichtigten Bebauung von Reihenhäusern ein verstärkter Zuzug von Familien eintreten und die Zahl der Kinder im Vorschulalter über die Prognosewerte ansteigen wird. •
1.282 636 646 21.116 1.353 685 666 21.517 1.414 701 714 21.889 1.458 675 753 22.275 1.508 681 799 22.647 1.520 678 816 23.003 1.527 678 823 23.343 1.528 675 829 23.642
1.800 1.600 Anzahl der Kinder 1.400 1.200 1.000 800 600 400 200 0 Ist Ist Ist Prog Prog Prog Prog Prog Prog Prog 2007 2008 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 0 bis < 6 Jahre 0 bis < 3 Jahre 3 bis < 6 Jahre
Die Zahl der Kinder wird kontinuierlich bis zum Jahr 2011 steigen. Das gilt auch für die unter 3Jährigen. Es ist zu vermuten, dass diese Prognoseaussagen übertroffen werden. Bereits jetzt wohnen mehr Einwohner im Stadtteil als für 2009 angenommen. Auch sind bei diesen perspektivischen Aussagen weitere Wohnungsbauvorhaben (Karlshorst Ost) noch nicht berücksichtigt, so dass von einem stärkeren und über das Jahr 2011 hinausgehenden Anstieg der Kinderzahlen im Vorschulalter auszugehen ist.
Zukünftig notwendige Kita-Plätze zur Sicherstellung eines bedarfsgerechten Angebotes Im Bezirk Lichtenberg gesamt
9.422 -376 10.768 970
9.581 -217 10.950 1152
9.695 -103 11.080 1282
9.634 -164 11.010 1212
9.545 -254 10.908 1110
notwendige Plätze bei Versorgungsgrad 70 % Differenz zur 35 Kapazität 2008 notwendige Plätze bei Versorgungsgrad 80 % Differenz zur Kapazität 2008
9.193 -605 10.506 708
Die im Bezirk Lichtenberg insgesamt vorhandenen Platzkapazitäten sind bei einer Belegung entsprechend der festgestellten Höchstzahlen lt. erteilter Betriebserlaubnisse der Einrichtungen bei einem Versorgungsgrad von 70 % ausreichend. Bei einem geplanten Versorgungsgrad von 80 % werden zusätzliche Platzangebote in erheblichem Umfang erforderlich. Diese perspektivische angebotsgerechte Versorgungssituation stellt sich in den Stadtteilen des Bezirkes allerdings unterschiedlich dar:
Kapazität am 31.12.2008 9.798 Plätze. Neu errichtete Einrichtungen im Jahr 2009 sind hier noch nicht berücksichtigt. Seite 64 von 86
122 -67 139 -50
124 -65 141 -48
121 -68 138 -51
117 -72 134 -55
113 -76 129 -60
notwendige Plätze bei Versorgungsgrad 70 % Differenz zur Kapazität 2008 notwendige Plätze bei Versorgungsgrad 80 % Differenz zur Kapazität 2008
119 -70 136 -53
Die derzeitig im Stadtteil vorhandene Platzkapazität in Höhe von 189 Plätzen wird für prognostizierte Entwicklungen als ausreichend über dem tatsächlichen Bedarf liegend eingeschätzt. Zu erwartende Einwohnerzuwächse in Folge geplanter umfassender Wohnungsbauvorhaben „Am Gehrensee“ (Bebauungsplan XXII-39) werden durch zusätzlich 40 bis 60 zu schaffende Kindertagesstättenplätze in neuen Einrichtungen abgedeckt. Entsprechende Vereinbarungen wurden dazu in städtebaulichen Verträgen mit dem Bauträger getroffen. •
1.218 -32 1.392 142
1.276 26 1.458 208
1.276 26 1.459 209
1.247 -3 1.426 176
1.207 -43 1.379 129
1.166 -84 1.332 82
1.189 -61 1.359 109
Die vorhandenen Platzkapazitäten von derzeitig 1.250 sind bei prognostizierter Einwohnerentwicklung und einem Versorgungsgrad in Höhe von 70 % ausreichend. In den Jahrgängen mit Höchstwerten 2011 und 2012 ist mit einer zusätzlichen Kapazität von ca. 26 Plätzen zu rechnen. Bei einem möglichen Versorgungsgrad in Höhe von 80 % muss eine deutliche Kapazitätsaufstockung für eine angebotsgerechte Versorgung vorgenommen werden. •
991 -29 1.133 113
992 -28 1.134 114
970 -50 1.108 88
938 -82 1.072 52
906 -114 1.035 15
968 -52 1.106 86
Die vorhandene Platzkapazität von 1.020 Plätzen ist bei einem Versorgungsgrad von 70 % ausreichend. Bei einem Versorgungsgrad von 80 % sind zusätzliche Plätze zur Bedarfsdeckung erforderlich. •
448 -244 512 -180
452 -240 517 -175
449 -243 513 -179
445 -247 508 -184
441 -251 504 -188
Die vorhandene Platzkapazität von 692 Plätzen ist im Stadtteil ausreichend und bietet für weiter entstehende Bedarfe aus geplanten Wohnungsbauvorhaben (Fontanepark) bzw. einer zunehmenden Leerstandbeseitigung im Wohngebiet Anna-Ebermann-Straße ausreichende Kapazitätsreserven. •
988 -57 1.129 84
997 -48 1.139 94
998 -47 1.140 95
990 -55 1.131 86
981 -64 1.121 76
972 -73 1.111 66
Die vorhandene Platzkapazität von 1.045 Plätzen ist bei einem Versorgungsgrad von 70 % ausreichend. Bei einem Versorgungsgrad von 80 % sind zusätzliche Plätze zur Bedarfsdeckung erforderlich. •
966 -120 1.104 18
987 -99 1.128 42
1.002 -84 1.146 60
1.021 -65 1.167 81
1.031 -55 1.178 92
1.037 -49 1.185 99
943 -143 1.078 -8
Die vorhandene Platzkapazität von 1.086 Plätzen ist bei einem Versorgungsgrad von 70 % ausreichend. Bei einem Versorgungsgrad von 80 % sind zusätzliche Plätze ab 2010 zur Bedarfsdeckung erforderlich. •
814 194 931 311
833 213 952 332
845 225 966 346
861 241 984 364
870 250 994 374
874 254 999 379
796 176 909 289
Die Kapazitäten von 620 vorhandenen Plätzen müssen bei Eintreten der prognostizierten Entwicklung erweitert werden. •
350 -300 400 -250
358 -292 409 -241
364 -286 415 -235
370 -280 423 -227
374 -276 427 -223
376 -274 430 -220
342 -308 391 -259
Die vorhandene Platzkapazität von 650 Plätzen ist bei einem Versorgungsgrad sowohl von 70% als auch von 80 % ausreichend. •
1.135 103 1.297 265
1.148 116 1.312 280
1.168 136 1.335 303
1.171 139 1.339 307
1.170 138 1.337 305
1.165 133 1.332 300
1.110 78 1.269 237
Die Kapazitäten von 1.032 Plätzen müssen bei Eintreten der prognostizierten Entwicklung erweitert werden. Für Frühjahr 2009 ist die Eröffnung eines Kinderladens in der Geusenstr. 9 (Träger: Dachs e.V.) im Kaskelkiez mit einer Kapazität von 25 Plätzen angekündigt.
419 -121 479 -61
424 -116 484 -56
431 -109 493 -47
432 -108 494 -46
430 -110 492 -48
410 -130 468 -72
Die vorhandene Platzkapazität von 540 Plätzen ist sowohl bei einem Versorgungsgrad von 70 % als auch von 80 % ausreichend. •
684 -86 782 12
693 -77 792 22
704 -66 805 35
707 -63 808 38
706 -64 807 37
703 -67 803 33
670 -100 765 -5
Die vorhandene Platzkapazität von 770 Plätzen ist bei einem Versorgungsgrad von 70 % ausreichend. Bei einem Versorgungsgrad von 80 % sind zusätzliche Plätze ab 2010 in geringem Umfang zur Bedarfsdeckung erforderlich. •
Stadtteil Rummelsburger Bucht
168 71 192 95
173 76 197 100
179 82 204 107
180 83 206 109
181 84 207 110
160 63 183 86
Die prognostizierten Bevölkerungszuwächse erfordern zusätzliche Angebote an Kita-Plätzen. Im Februar 2009 eröffnete der freie Träger Sozialdiakonische Arbeit Lichtenberg-Oberspree e. V. im Stadtteil die neue Einrichtung „Waschbär“ mit einer maximalen Kapazität von 80 Plätzen lt. erteilter Betriebserlaubnis. Zusätzlich zu dieser Einrichtung ist mit weiterem Baufortschritt in diesem Gebiet der Bau (Bebauungsplan XVII-5a) eine weitere Kita mit ca. 100 Plätzen vorgesehen.
1.020 213
1.055 248
1.064 257
1.069 262
1.070 263
1.082 275
1.131 324
1.166 359
1.206 399
1.216 409
1.221 414
1.223 416
Im Stadtteil wird die zukünftige Entwicklung der Kinderzahlen zusätzliche Kapazitäten gegenüber der jetzigen Platzzahl von 807 Plätzen erfordern um eine bedarfsgerechte Versorgung sicherstellen zu können. Im „Wohnpark Karlshorst“ ist die Errichtung einer Kita mit einer Kapazität von 100 Plätzen im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages zum Bebauungsplan 11-14a vorgesehen. Deren Realisierung ist abhängig vom weiteren Baufortschritt (Erteilung von Baugenehmigungen) und erfolgten Zuzügen von Kindern im Vorschulalter. Die Eröffnung einer neuen Kita (BIP Kreativitätskindertagesstätte „Minimax“, Träger: Die Kappe e. V.) in dem derzeitig noch leer stehendem Objekt in der Tannhäuser Str. 4 mit einer voraussichtlichen Kapazität von 72 Plätzen ist ab 01. August 2009 geplant.
Maßnahmeplanung zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung
Aus der Analyse zu den zukünftig zu erwartenden Bedarfen, insbesondere im Punkt 7.4, werden folgende regionale Gebiete/Stadtteile im Bezirk Lichtenberg für notwendige Schwerpunktsetzungen sichtbar, um mögliche perspektivische Versorgungslücken zu vermeiden: A: Bei einer Erhöhung des Versorgungsgrades auf 80 % und dem Eintreten der prognostizierten Bevölkerungszuwächse sind leichte Erhöhungen der gegenwärtigen Platzkapazitäten notwendig in den Gebieten: • • • • • Stadtteil Neu-Hohenschönhausen Nord Stadtteil Neu-Hohenschönhausen Süd Stadtteil Alt-Hohenschönhausen Süd Stadtteil Fennpfuhl Stadtteil Friedrichsfelde Süd
B: Die vorhandenen Platzkapazitäten müssen bei einem geplanten Versorgungsgrad von 70% und prognostizierten Bevölkerungszuwächsen generell erweitert werden in den Gebieten: • • • • Stadtteil Alt-Lichtenberg Stadtteil Neu-Lichtenberg Stadtteil Rummelsburger Bucht Stadtteil Karlshorst
Um auch in den kommenden Jahren im Bezirk Lichtenberg eine angebotsgerechte Versorgung in der Kindertagesbetreuung gewährleisten zu können, zeichnen sich für die bezirkliche Maßnahmeplanung entsprechend § 7 VO KitaFöG folgende Handlungsschwerpunkte auf: 1. Das vorliegende Datenmaterial ist jährlich fortzuschreiben und hinsichtlich der Realentwicklung zu konkretisieren. 2. Die höchst vertretbare Auslastung der vorhandenen Platzkapazitäten der Einrichtungen entsprechend der Höchstplatzzahlen in den erteilten Betriebserlaubnissen ist anzustreben. Mit allen Trägern sind dazu Verhandlungen zu führen. 3. Mit allen Trägern muss jährlich ein Abgleich über die Zahl der tatsächlich zur Verfügung stehenden Plätze erfolgen. Als Stichtag wird der 01. Januar vorgesehen. 4. Durch das Jugendamt werden vierteljährlich die real freien und belegbaren Platzkapazitäten bei den Trägern abgefragt. Dies ist dringend notwendig, um Eltern bei der Suche nach einem freien Kita-Platz die dafür notwendigen Informationen geben zu können und einen realistischen Ist-Zustand über die zur Verfügung stehenden Kapazitäten für die bezirkliche Planung und Trägerplanungen ausweisen zu können. 5. Das IT-Verfahren ISBJ bildet die realen Situationen nicht vollständig ab und weist für die Gesamtplanung Mängel auf: Die ausgewiesenen Platzkapazitäten basieren auf den möglichen Höchstplatzzahlen lt. erteilter Betriebserlaubnisse und nicht den von den Trägern angebotenen belegbaren Platzkapazitäten. Es wird eine Berlin einheitliche Lösung dieses Problems unter Federführung der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung angemahnt. 6. Die Mehrheit der Träger signalisiert einen zunehmenden Fachkräftemangel für die Betreuung der Kinder. Oftmals können räumliche Ressourcen nicht voll ausgelastet werden, da notwendiges Personal auf dem Berliner Arbeitsmarkt teils nicht vorhanden bzw. nicht ausreichend qualifiziert genug zur Umsetzung der QVTAG 36, insbesondere für die Arbeit
Siehe Anlage 1 Seite 70 von 86
nach dem Berliner Bildungsprogramm und mit dem Sprachlerntagebuch ist oder von anderen Bundesländern mit besseren tariflichen Konditionen abgeworben wird. Die bezirksübergreifende AG 7 „Kindertagesbetreuung - Fachliche Steuerung“ und die Runde der Jugendamtsdirektoren haben in den letzten Monaten dazu dringenden Handlungsbedarf im Land Berlin aufgezeigt. Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung muss aufgefordert werden, diese dringenden Handlungserfordernisse anzuerkennen. Die Beantwortung der diesbezüglichen Kleinen Anfrage (DS 16/12844) im Abgeordnetenhaus ist für den Bezirk Lichtenberg nicht zufrieden stellend. Der Bezirk sieht für die gegenwärtige bedarfsgerechte Versorgung und auch für den zukünftig beschlossenen weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung in den Jahren 2011 bzw. 2013 weiteren Handlungsbedarf, um gravierende Defizite zu vermeiden. 7. Die Ausbildung von Integrationserzieherinnen und -erziehern ist in allen Einrichtungen durch die Träger zu forcieren, um die Versorgung in der Betreuung durch spezielle sozialpädagogische Angebote nach § 4 der Kindertagesförderungsverordnung absichern zu können. 8. Verstärkte Werbung für neue zusätzliche Trägeransiedlungen insbesondere in den oben genanten Stadtteilen sowie Unterstützung von Gründungsinitiativen neuer Träger bzw. Einrichtungen ist notwendig. 9. Bezirkliche Handlungsoptionen sind zu nutzen, um über die unter 7.4. genannten Planungen hinaus Vereinbarungen zur Kapazitätserweiterung im Zusammenhang mit städtebaulichen Maßnahmen zu treffen. 10. Die Abklärung von möglichen Kapazitätserweiterungen bzw. Erweiterung bestehender Betriebserlaubnisse in Bestandseinrichtungen, insbesondere auch durch die bezirkliche Unterstützung der Träger bei der Antragstellung im Rahmen des Investitionsprogramms zum Ausbau von Kita-Plätzen für unter 3-Jährige ist erforderlich. 11. Die Methoden der Sozialraumorientierung sind durch die Kindertagesstätten zu nutzen, um sich in bestehenden Netzwerken zu integrieren oder selbst neue schaffen zu können. Die Begleitung der Kita-MitarbeiterInnen in diesem Prozess soll durch das Jugendamt erfolgen. 12. Mit den Einrichtungsträgern soll der regelmäßige Austausch zu Planungs- und der Kindertagesförderung betreffenden Fragen im Rahmen der AG 78 weiter ausgebaut werden. 13. Der Ausbau der Kindertagespflegeplätze durch die Gewinnung zusätzlicher Tagespflegepersonen soll forciert werden. 14. Regelmäßiger Abgleich der Fachplanungen mit den anliegenden Bezirken, auch wenn gegenwärtig und mittelfristig die Bezirke Pankow und Friedrichshain/Kreuzberg keine Möglichkeit sehen, Kapazitäten angrenzenden Bezirken zur Verfügung zu stellen.
Anlage 1 •
Kinder- und Jugendhilfegesetz - SGB VIII (KJHG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 14. Dezember 2006 (BGBI. I S. 3134), geändert durch Artikel 3 Abs. 3 des Gesetzes vom 31. Oktober 2008 (BGBI. I S. 2149) und Artikel 1 des Gesetzes vom 10. Dezember 2008 (BGBI. I S. 2403) Gesetz zur Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege (Kinderförderungsgesetz - KiföG) vom 10. Dezember 2008 (BGBI. I S. 2403) Gesetz zur Weiterentwicklung des bedarfsgerechten Angebotes und der Qualität von Tagesbetreuung (Kindertagesbetreuungsreformgesetz) vom 23. Juni 2005 Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege (Kindertagesförderungsgesetz - KitaFöG) vom 23. Juni 2005 (GVBI. S. 322) Verordnung über das Verfahren zur Gewährleistung eines bedarfsgerechten Angebots von Plätzen in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege und zur Personalausstattung in Tageseinrichtungen (Kindertagesförderungsverordnung - VOKitaFöG) vom 04. November 2005 Gesetz zur Einführung der beitragsfreien Förderung im Kindergarten und zur Änderung weiterer Vorschriften (Referentenentwurf vom 20. Februar 2009) Gesetz zur vorschulischen Sprachförderung vom 19. März 2008, Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin, 64. Jahrgang, Nr. 7 Schulgesetz (SchulG) vom 26. Januar 2004 (GVBI. S. 26), zuletzt geändert durch das Zweite Gesetz zur Änderung des Schulgesetzes vom 17. April 2008 (GVBI. S. 95) Rahmenvereinbarung über die Finanzierung und Leistungssicherstellung Tageseinrichtungen (Rahmenvereinbarung - RV Tag) vom Januar 2006 Einkommenssteuergesetz, 27. Auflage 2008 Vereinbarung über die Qualitätsentwicklung in Berliner Kindertagesstätten, Qualitätsvereinbarung Tageseinrichtungen - QVTAG - vom 12. Januar 2006, zuletzt geändert am 21.April 2008 Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetz (TKBG) vom 01.01.2007 der
Bezirkskarte lebensweltlich orientierte Räume (LOR) 37
Diese Karte entnommen aus: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistik Berlin Brandenburg, Adressverzeichnis für die lebensweltlich orientierten Räume Berlin-Lichtenberg, Stand November 2008 Seite 73 von 86
Sozialräumliche Darstellung der Kita-Standorte

References: § 8
 § 35
 § 22
 § 22
 § 23
 § 24
 § 24
 § 25
 § 26
 § 35
 § 26
 § 35
 § 7
 § 10
 § 11
 § 30
 § 5
 § 7
 § 24
 § 16
 § 23
 § 23
 § 78
 § 7
 § 79
 § 6
 § 53
 § 35
 § 16
 § 78
 § 78
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 23
 § 79
 § 23
 § 5
 § 7
 § 6
 § 7
 § 1
 § 4
 § 78
 § 4
 § 26
 § 2
 § 19
 § 4
 § 7
 § 7
 § 4