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Timestamp: 2018-03-23 10:04:11+00:00

Document:
Rainer Roth: Bedingungsloses Grundeinkommen als Menschenrecht? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
Bedingungsloses Grundeinkommen als Menschenrecht?
Angeblich hat für mich nur "Lohnarbeit gesellschaftliche Relevanz, die Werte schafft". Das wäre "Idealisierung der Lohnarbeit". (Harald Rein) Mir würde kein anderer "Anreiz" zum Arbeiten einfallen, als Zwang, den ich "in Ewigkeit. Amen" fortsetzen wollte. Ich wäre der "Winkeladvokat der Arbeit", würde die Lohnarbeit "verklären", die Arbeit fetischisieren usw.. (Andreas Schmidt; alle Zitate aus Quellen von http://www.labournet.de >Diskussion >Arbeit >Existenzgeld >Linkskritik)( http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/existenz/linkskritik.html )
Den Vogel schießt Blaschke ab, ein Mitarbeiter von Katja Kipping, einer stellvertretenden Vorsitzenden der Linkspartei. Er wirft mir vor, ich würde das "Lohnarbeitsprinzip" verteidigen und die "Lohnsklaverei als Ziel" haben, weil ich für Forderungen auf dem Boden der Lohnarbeit eintrete, wie z.B. einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens zehn Euro oder die Erhöhung des Eckregelsatzes von Hartz IV auf mindestens 500 Euro und mich angeblich darauf beschränken wolle. "Mindestlohn für abhängig Erwerbstätige und Mindesteinkommen für Erwerbslose ist kein antikapitalistischer Ansatz ... ." (Blaschke, Sklaverei der Lohnarbeit als Ziel? Oktober 2006, LabourNet Germany: Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch a.a.O.) Lohn sei nach Marx überhaupt nur Sklavensalair, ein Mindesteinkommen für Erwerbslose demzufolge nur ein Salair für Sklaven in Reserve. Bloße Lohnforderungen seien nicht antikapitalistisch. Das sei nur das BGE, das "individuell die Möglichkeit der Entscheidung für oder gegen bestimmte Bedingungen der Arbeit, ihres Zweckes und ihrer Art und Weise befördert". Das BGE für alle sei "ein sicherer Grund ... sich auch ganz praktisch gegen Lohnarbeits-/Kapitalverhältnisse und für andere Formen der Produktion ihres Lebens entscheiden zu können."
Rainer_Roth_Zur_Kritik_des_BGE.pdf (678,2 KB, 184x aufgerufen)
In der Tat, das BGE ist für das Kapital, also für die ökonomische Basis des Menschenrechts auf BGE, nur annehmbar, wenn es den Zwang zur Lohnarbeit nicht außer Kraft setzt. Darüber entscheidet die Höhe des BGE. Wird es bei 600 Euro und weniger angesiedelt, bleibt der für das Kapital lebensnotwendige Zwang zur Lohnarbeit bestehen.
06.12.2008, 03:51 #3
Rainer Roth hat vollkommen recht, es handelt sich um pure Kosmetik, mit der das Volk enger an die Machenschaften seiner Wirtschaftsführer gebunden werden soll.
Aber träumen kann man ja ruhig mal: Mit 2000€ im Monat könnte ich endlich das machen, was ich schon seit langem vergessen hatte.
Gerd hat bedenken...
Die Befreiung des Menschen von der Existenzangst, kann aber schon zu Veränderungen führen, die letztendlich auch den wirklichen Systemwechsel einläuten könnten.
06.12.2008, 21:26 #5
die Fragen sind und bleiben erstmal: Wieviel benötigt der Mensch um bei den Lebenshaltungskosten existieren zu können? Wieviel benötigt der Mensch, dass er sich nebenher auch noch "etwas leisten kann", was über die Grundbedürfnisse Nahrung, Kleidung, Wohnung hinaus geht?
Und wie hoch wäre der Betrag, um sich auch "Luxusgüter" leisten zu können?
Und was wären "Luxusgüter"?
Ab welchem Betrag zieht man die Grenze?
Erst wenn diese Fragen einigermaßen anständig geklärt sind, weiß man auch, wie hoch das Grundeinkommen sein sollte und wie man dies möglicherweise auf lange Sicht finanzieren kann.
Diejenigen, denen dieser errechnete Betrag dann nicht genügt, weil sie sich mehr leisten wollen bzw. eine andere Lebensweise beibehalten wollen oder anstreben, könnten sich dann via Lohnarbeit bzw. dementsprechende Anstellungen soviel dazuverdienen, bis der individuelle Grad des Einkommens erreicht ist (um z.B. 3x im Jahr in Urlaub zu fahren, den schicken Wagen anzuschaffen oder was auch immer).
Diese Menschen wären wirklich motiviert, täglich dafür einiges zu leisten.
Auch diejenigen unter ihnen, die sich aufgrund bestimmter Tätigkeiten bzw. Anstellungen definieren. Eine Arbeitsstelle je nach Tätigkeitsfeld bzw. Hierarchie-Ebene ist für viele ein enormes Statussymbol. Es gibt sogar Menschen, die lieben es, in Konkurrenzkampf und Wettbewerb zu stehen - um des persönlichen Ziels und Erfolges willen (der ebenfalls sehr individuell gestaltet sein kann). Von denen käme keiner auf die Idee, "unproduktiv" dem süßen Leben des "Nichtstuns" nachzugehen. Was ja wieder einer der "Argumente" bzw. Befürchtungen derer ist, die alles beim Alten belasen wollen.
Es wird und MUSS übrigens immer Unterschiede geben, sonst würden wir auf unsere materielle Individalität und auch Lebensweise verzichten müssen. Und kaum einer will in Einheitskleidung, Einheitswohnungen sowie mit Einheitsnahrung auf Dauer wirklich leben - auch wenn diese noch so großzügig erscheinen mögen.
06.12.2008, 23:23 #6
Es wird und MUSS übrigens immer Unterschiede geben, sonst würden wir auf unsere materielle Individalität und auch Lebensweise verzichten müssen.
Es wird immer Unterschiede geben; alleine deshalb schon, weil man von einem Piloten beispielsweise nicht erwarten kann bzw. sollte, daß er genausowenig bekommt, wie beispielsweise ein Taxifahrer. Es geht auch nicht um Gleichmacherei; aber grundsätzlich sollte man schon von seinem Einkommen auch vernünftig leben können dürfen.
07.12.2008, 00:01 #7
Hallo Bambi69!
Diese Fragen hab ich mir auch erst gestellt. Aber es geht erstmal grundsätzlich um das Menschenrecht auf Einkommen.
Um das zu verneinen, muss jemand beweisen können, dass ich überall auf dieser Welt ohne Arbeit oder staatliche Unterstützung überleben könnte.
In der Bundesrepublik ist das spätestens seit dem Ausspruch des Kanzlers: "wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen," erfüllt.
--Ajo, und auch beweisen, dass ich überall auf der Welt Arbeit kriegen würde, wenn ich nur wollte- von der ich leben könnte.--
Ich kenne es nicht anders. Ohne Geld in der Tasche biste nix.
Und ich wette mal es ist nirgends möglich. Vielleicht im Himalaya können vereinzelt Aussteiger über Jahre weg ihr Leben fristen.
Die Lohnarbeiter-, deren Reproduzenten* und die Nichtlohnarbeiter sind weltweit diesem System unterworfen.
Das führt zu weiteren Gedanken und läßt die Rainer Roth merkwürdig leise klingen.
*fällt mir grad kein Wort ein. PartnerIn, Familie, örtliche Infrastruktur.
gute Nacht wünscht Gerd
10.12.2008, 23:37 #8
Das Grundeinkommen der Bankmanager ist ja nun leider auf 500000 Euro abgerutscht.
Da sollte verdi aber ganz schnell intervenieren.
Der arme Ackermann , na ja noch kämpft er ja gegen eine staatliche Aufsicht.
10.12.2008, 23:39 #9
Sollte dieser Betrag auch für alle anderen gelten und es keine Verbrauchssteuern geben, die diesen Betrag auf das heutige Hartz IV-Niveau bringen, dann könnte ich mich auch damit anfreunden. Aber nur dann .
22.01.2009, 12:15 #10
ohne eisen->Emailproblem
Vielleicht sollte man, bevor man sich eine Meinung über ein BGE bildet, erst einmal die verschiedenen Modelle, die es dazu gibt genauer betrachten. Denn einige dieser Modelle sind absichtlich so angelegt, dass sie scheitern müssen.
Entweder in ihrer finanzierbarkeit, oder wegen ihrer sozialen Ungerechtigkeit.
Modell-Althaus vom Bürgergeld, ist kein bedingungsloses Einkommen, sondern eine Alimentierung von Armen. Die Höhe ist abhängig vom Erwerbseinkommen, damit ist es nicht bedingungslos, es bleibt die Neid-Debatte, die Empfänger bleiben in der "Schmarotzer-Schublade", und außerdem ist es so gering, dass damit weder ein würdevolles Leben, noch soziale und kulturelle Teilhabe möglich ist.
Ein BGE-Modell, was weniger als ca. 1000€ netto, also 1000€ plus Krankenkassenbeitrag, pro Erwachsenen liefert braucht gar nicht erst diskutiert zu werden, weil das Ziel, nämlich Leben in Würde und kulturelle Teilhabe, nicht erreicht werden würde.
Die beiden erfolgversprechensten Modelle sind meiner Meinung nach das Modell von Götz Werner und das Modell der "Bürgerinitiative Grundeinkommen" http://www.Grundeinkommen.de Diese beiden Modelle sind in Deutschland in der noch kleinen aber öffentlichen Debatte auch am weitesten fortgeschritten und durchgerechnet.
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13.05.2009, 12:48 #11
Hallo, hm..sehe es anders es könnte jeder das Arbeiten was er will bzw. ihm gefällt. Der Pilot macht es weill er gerne Fliegt der Taxifahrer fährt gerne im Auto (flugangst, oder kein interresse...)jeder das was ihm gefällt und er am besten kann. Das was heute die meisten gar nicht mehr können..Wenn alle Menschen glücklich währen alle...gäbe es keine gewalt (wozu gewalt ausüben wenn ich glücklich bin?),hungersnot (es ist genügent da)... Gruss
13.05.2009, 13:10 #12
Was uns noch zum BGE eingefallen ist:
Ca. 100€ von der Wiege bist zur Bahre.
Was ist, wenn die ein Alter Mensch auf Heimpflege angewiedsen ist?
Die Kosten sind deutlich höher alt dieses BGE.
13.05.2009, 19:53 #13
es könnte jeder das Arbeiten was er will bzw. ihm gefällt.
Nein, dieses wäre nicht praktikabel; für einfache Berufe mag es sicherlich möglich sein, aber schon dort, wo es erhöhte gesundheitliche Anforderungen gibt, die die Belastungen des jeweiligen Berufes notwendig machen, ist dieser Wunsch nicht zu erfüllen.
Der Pilot macht es weill er gerne Fliegt
Ist sicherlich richtig, aber nicht jeder, der gerne fliegt, hat das Zeug zum Piloten, zumindest nicht im beruflichen Sinne. Es ist zuweilen nämlich ungeheuer schwer, stundenlang zu sitzen und trotzdem geistig hellwach zu sein; genau dieses ist bei Piloten auf Langstrecken u.a. notwendig.
Wenn alle Menschen glücklich währen alle...gäbe es keine gewalt (wozu gewalt ausüben wenn ich glücklich bin?),hungersnot (es ist genügent da)... Gruss
Hier hast Du im Grunde Recht, nur ist Glück keine Frage allein des passenden Berufes.
14.05.2009, 08:26 #14
Dann teillen wir 2 Vollzeitjobs auf 2 menschen bei gleichen lohn sind dann nicht so gestresst und gesünder. Den die meisten siehe Ärzte..Anwälte..usw...sind doch durch soviel Arbeit dem Alkohol verfallen.
Doch glück ist der anfang, den bin mir sicher das jeder mensch arbeiten will nur durch das das er 1. mal soviel Arbeiten muss um einigermassen gut zu leben (Stress macht krank)
2. zum teil nicht das Arbeiten kann was er wirklich möchte (kann) siehe doch wenn du länger als 1 Jahr Arbeitslos bist musst du ja schon das machen was du bekommst ist so. Ok auser du kommst ohne Geld aus tatsache.
Sieh dir doch mal die welt genauer an (menschen) immer mehr sind unzufrieden (auch reiche), Eltern vernachlässigen ihre kinder weil sie nicht mehr klar kommen. So wie die Eltern so auch die Kinder ist so.
Bin echt der Meinung es muss sich was Ändern. Alles eine ketten reaktion...eine kette erstes Glied ist falsch, also muss ich da Anfangen . Und nich so wie die Politiker der macht da was, der wieder da mal was und immer so weiter. Das funktioniert so nicht sieht mann doch.
Schon recht spaßig (und sehr verständlich), daß sich niemand mit dem langweiligen Text von Rainer Roth befassen mag. Immerhin begründet der Mann darin ja, warum so ein BGE seiner geheiligten Ansicht nach kaacke ist. Dabei bricht er sich echt einen ab, mit Marx. Tse. Tse. Tse. Das soll wohl "Marxisten" beeindrucken? Wenn man die angegebenen Marxpassagen mal in Augenschein nimmt, sehr zu empfehlen:
stellt man den Unsinn schnell fest. Marx hat ja wohl nicht über Menschenrechte im allgemeinen geschrieben, sondern über die konkreten Menschenrechte, wie sie 1789 bei der französischen Revolution niedergeschrieben wurden.
Anscheinend hat der gute Mann in seiner bge-Rage sogar schon ein ganz berühmtes Lied der internationalen Arbeiterbewegung vergessen? (Wer kennt es? Gibt es in zig Variationen und Sprachen!)
Ganz abgesehen davon ist es jedem normalen Menschen wurscht, ob das BGE ein Menschenrecht ist oder nicht. Eine Diskussion für Leute, die nichts zu tun und keine weitere Sorgen haben!
Dem BGE mit Marx den Garaus zu machen, ja dabei sind schon manche voll auf die Nase gefallen. Irgendwie ist es schwierig das BGE mit dem berühmten Spruch "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" zu erschlagen.
02.12.2010, 13:08 #17
vermutlich bin ich der einzige, der den Text gelesen und dazu auch ein paar Takte geschrieben hat. In den anderen Beiträgen geht es doch gar nicht um den text.
es wird nur ein Sätzchen zitiert. Mit dem geistvollen Kommentar "Das ist völlig nachvollziehbar."
"Rainer Roth hat vollkommen recht, es handelt sich um pure Kosmetik"
Danach gehts nur um pro und kontra bge. Ziemlich unvereinbar, wie immer. Die guten gegen die bösen, oder umgekehrt.
Offenbar hat Rainer Roth (und andere) sich auch nicht mehr geäußert. Ist wohl zu peinlich?
02.12.2010, 13:32 #18
Einfach nur mal durchlesen.
Ich hab's getan. Beim Text von Roth aber nicht, das muss ich eingestehen.
Irgendwie ist es schwierig das BGE mit dem berühmten Spruch "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" zu erschlagen.
Immer schön konkret bleiben. Das hat Marx für die klassenlose Gesellschaft prognostiziert.
02.12.2010, 17:19 #20
Schon mal daran gedacht, dass es Leute gibt die von der jetzigen Situation profitieren und aus genau diesem Grund gegen das BGE sind. Wären die Menschen nicht mehr so abhängig würde es ungleich schwerer fallen sie durch kleine Geschenke von der eigenen Wichtigkeit zu überzeugen.
Erwähnst Du nur deshalb die FDP um davon zu überzeugen das ein BGE nichts taugen kann?
Das Ziel einer Entwickliungshilfe Organisation ist es sich selbst Überflüssig zu machen. Hat sich hier schon mal jemand gefragt warum die dieses Ziel mit Nachdruck verfolgen sollten. Nämlich nicht mehr gebraucht zu werden. Das gleiche trifft übrigens auch auf Elo-Foren zu! Und ebenfalls auf "Die Linke".
Ich glaube die meisten hier wären wirklich gut bedient, würden sie sich vor Augen halten, dass es ganz viele gibt die von unserer Situation zu profitieren wissen und natürlich nicht daran interessiert sind dass sich hieran irgendetwas ändert.
Wäre doch bestimmt auch ein tolles Motto für eine Demo
Lasst euch nicht verarschen! Was besseres kann uns überhaupt nicht passieren!
02.12.2010, 17:55 #21
Ich verstehe das mit dem BGE nicht total!
Es klingt aber besser als Hartz IV und ich verstehte es so das es jedem Menschen zusteht, ist das so?
Das viele von uns profitieren sehe ich genau so.
Allein die Maßnahmeträger verdienden nicht schlecht mit Unsinn und Verdummung von Erwerbslosen, die sind dann nicht mehr nötig!!
Was hat die FPD damit zutun?
Ist das hier ein Forum für Linke? Ich dachte man kann hier auch parteilose sein?
02.12.2010, 18:37 #22
02.12.2010, 19:09 #23
Wenn man Links ist kann man kein Nazi sein !
Man sollte sich erst einmal über den Unterschied informieren welche Ziele beide verfolgen und dann Vergleiche anstellen.
02.12.2010, 19:20 #24
Man sollte darüber hinaus aber auch in der Lage sein, zumindest einfache Sätze zu verstehen!
02.12.2010, 19:44 #25

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