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Timestamp: 2018-02-21 05:03:22+00:00

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Die Auswirkungen der Währungsumrechnungsmethoden auf die ... | Masterarbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit veröffentlichen
Studienschwerpunkt Rech n un g sw esen / Con trol li n g
„DIE AUSWIRKUNGEN DER WÄHRUNGSUMRECHNUNGS- METHODEN DIE DARSTELLUNG DER WIRTSCHA FTLICHEN
VERHÄLTNISSE IM KONZERNABSCHLUSS - DARGESTELLT
ANAHAND EINES PRAKTISCHE N BEISPIELS“
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Abk ü r z u n g s ve r z e ic h n is
¼$: ¼$QVFKDIIXQJVZHUWH $-AW US-$-Anschaffungswerte
¼7: ¼7DJHVZHUW $-TW US-$-Tageswert Abs. Absatz DRS Deutscher Rechnungslegungs Standard E-DRS Entwurf Deutscher Rechnungslegungs Standard EB Eröffnungsbilanz FASB Financial Accounting Standards Board (der US-GAAP Standard-Setter) GAAP Generally Accepted Accounting Principles, US-Rechnungslegungsstandards IAS International Accounting Standard; vom IASB verbindlich vorgeschriebener Rechnungslegungsstandard; in Zukunft IFRS IASB International Accounting Standards Board; bis 2001: IASC (International Accounting Standards Committee) IFRS International Financial Reporting Standards (zukünftige Bezeichnung der IAS) GuV Gewinn- und Verlustrechnung HB II Handelsbilanz II HGB Handelsgesetzbuch i. V. m. in Verbindung mit K D Periodendurchschnittskurs K H historischer Umrechnungskurs K S Bilanzstichtagskurs K T Tageskurs Lifo Last in - first out MU Mutterunternehmen SFAS Statements of Financial Accounting Standards (Teil der US-GAAP Rechnungslegungsstandards) SSAP Statement of Standard Accounting Practice (verbindlicher Rechnungslegungsstandard in Großbritannien) TU Tochterunternehmen
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Bedingt durch die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft, gibt es in der Bun- Deutschland immer mehr multinationale Konzerne. Diese haben, dem Weltabschlussprinzip folgend, sämtliche Tochtergesellschaften in ihren Konzernabschluss mit einzubeziehen. Dieser Konsolidierungszwang ist in den §§ 294 Abs. 1, 310 und 311 HGB festgeschrieben. Als Konzernberichtswährung schreibt der § 244 i. V. m. § 298 Abs. 1 HGB den Euro vor. Viele der zu konsolidierenden Konzernunternehmen haben aber ihren Sitz außerhalb der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion und erstellen ihre Abschlüsse in einer fremden Währung. Daher sind die Einzelabschlüsse dieser Tochtergesellschaften in Euro umzurechnen, bevor sie zum Summenabschluss addiert und anschließend konsolidiert werden können. Die Wechselkurse dieser fremden Währungen zum Euro unterliegen teils starken Schwankungen und haben somit einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Darstellung der wirtschaftlichen Lage des Gesamtkonzerns. Verschiedene mögliche Wechselkurse, fehlende gesetzliche Normen bezüglich der zu verwendenden Währungsumrechnungsverfahren sowie der Behandlung möglicher Umrechnungsdifferenzen eröffnen dem Bilanzpolitiker einen scheinbar mächtigen bilanzpolitischen Spielraum. Dem Bilanzanalytiker wird dagegen die Analyse der tatsächlichen Vermögens- und Ertragslage des Konzerns erheblich erschwert.
Zunächst soll eine kurze Darstellung der möglichen Arten von Umrechnungskur- erfolgen. Anschließend werden die theoretischen Grundlagen der Zeitbezugsmethode und der Stichtagskursmethode erläutert und die Auswirkungen der Wahl der Umrechnungsmethode sowie der Behandlungsformen der Umrechnungsdifferenzen auf die Darstellung im Konzernabschluss anhand eines einfachen, aber umfassenden Beispiels veranschaulicht.
Eine wachsende Zahl von Konzernunternehmen macht von der Befreiungsregel des § 292a HGB Gebrauch und stellt den Konzernabschluss nicht nach den
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handelsrechtlichen, sondern nach den alternativen Vorschriften des FASB oder des IASB auf. Der somit zunehmenden Bedeutung der Methode der funktionalen Währung, welche von beiden alternativen Rechnungslegungsstandards vorgeschrieben wird, soll durch dessen Behandlung in Kapitel 3.3 Rechnung getragen werden.
Anhand von zwei ausgewählten Geschäftsberichten soll abschließend ein Blick in die Handhabung der Währungsumrechnung in der Praxis erfolgen. Dazu sollen die Angaben gemäß § 313 Abs. 1 Nr. 2 HGB in den Anhängen der Konzernab- schlüsse der Bayer AG und der Siemens AG näher betrachtet werden.
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Der Wechselkurs drückt den Preis einer ausländischen Währung in Einheiten der inländischen Währung aus. GRÄFER und SCHELD kategorisieren die Wechselkurse nach der Art und nach ihrem Zeitbezug (vgl. GRÄFER/SCHELD 2000, 221). Nach ihrer Art unterschieden werden der Geldkurs als Devisenankaufskurs der Kreditinstitute und der Briefkurs als Kurs für den Devisenverkauf. Auf diese Differenzierung wird jedoch in der Praxis bei der Währungsumrechnung meist verzichtet und man bedient sich eines Mittelkurses aus Geld- und Briefkurs. Interessanter und weit bedeutsamer ist die Unterscheidung der Umrechnungskurse nach ihrem Zeitbezug, deren jeweilige Anwendung unmittelbar mit der Wahl des Umrechnungsverfahrens zusammenhängt, wie sich in den folgenden Kapiteln noch zeigen wird. Es handelt sich hierbei zum einen um den historischen Umrechnungskurs (K H ) als Wechselkurs zum Zeitpunkt der Entstehung eines Wertes. Später eintretende Wechselkursschwankungen haben keine Auswirkungen auf die Jahresabschlusspositionen, die mit diesem Kurs umgerechnet wurden. Nach GRÄFER und SCHELD ist ein Umrechnungsrisiko bei Verwendung dieses Kurses somit ausgeschaltet (vgl. GRÄFER/SCHELD 2000, 223). Der Bilanzstichtagskurs (K S ) bezeichnet den Wechselkurs am Abschlussstichtag des Konzerns. Die mit diesem Kurs
umgerechneten Posten sind im Konzernabschluss einem Umrechnungsrisiko ausgesetzt, da deren Wertansatz durch Wechselkursschwankungen nach dem Zu-
gangszeitpunkt der jeweiligen Vermögensgegenstände bzw. Schulden beeinflusst wird (vgl. GRÄFER/SCHELD 2000, 223). Den Kurs am jeweiligen Umsatz- oder Verbrauchstag stellt der Tageskurs (K T ) dar. Darüber hinaus findet als gewichteter oder ungewichteter Periodendurchschnittskurs ein vereinfachter Durchschnitts- kurs (K D ) Anwendung.
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Die möglichen Umrechnungsverfahren lassen sich in zwei Gruppen einteilen: die reine Stichtagskursmethode, als einziges Verfahren mit einem für alle Positionen der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung einheitlichen Umrechnungskurs am
Bilanzstichtag sowie sämtliche andere Verfahren, bei denen differenzierte Kurse zur Anwendung kommen. Dazu gehören insbesondere die Zeitbezugsmethode,
das Konzept der funktionalen Währung, die Fristigkeitsmethode und die Nominalwert-Sachwert-Methode (vgl. GRÄFER/SCHELD 2000, 224).
Im Mittelpunkt der theoretischen und praktischen Diskussionen stehen die Zeitbe- und die Stichtagskursmethode sowie das Konzept der funktionalen Währung. Diese werden in der Praxis fast ausschließlich angewandt (vgl. GRETH 1996, 168). Daher werden die Ausführungen im folgenden auf diese drei Methoden beschränkt.
Die Zulässigkeit der in der Theorie vorherrschenden Methoden orientiert sich mangels gesetzlicher Spezialnormen (lex specialis) an der Generalnorm des
§ 297 Abs. 2 Satz 2 HGB (lex generalis). Diese schränkt das faktisch vorhandene handelsrechtliche Methodenwahlrecht in der Weise ein, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln hat (vgl. SCHILDBACH 1996, 117). Lediglich § 313 Abs. 1 Nr. 2 HGB schreibt vor, im Konzernanhang die Grundlagen der Währungsumrechnung anzugeben.
Die Einheitstheorie des § 297 Abs. 3 S. 1 HGB besagt, dass der Konzern trotz rechtlicher Selbständigkeit der einzelnen Konzernunternehmen als Einheit anzusehen ist. Nach SCHILDBACH versteht sich die Zeitbezugsmethode als konsequente Anwendung der Einheitstheorie auf die Währungsumrechnung (vgl. SCHILDBACH 1996, 123). Die Umrechnung kann bei Anwendung dieser Methode, welche der sogenannten globalen Theorie des Konzerns zuzuordnen ist, als ein Bewertungsvorgang angesehen werden. Die in den ausländischen Abschlüssen abgebildeten Geschäftsvorfälle der Tochterunternehmen sollen derart in die Berichtswährung umgerechnet werden, als wären sie unmittelbar in dieser gebucht worden (vgl. BAETGE 1995, 154). Ziel ist es, die konzerneinheitlichen Bewertungs- und Bilan- zierungsvorschriften der Muttergesellschaft auf die Geschäftsvorfälle der Kon-
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zernunternehmen anzuwenden. GRÄFER und SCHELD sprechen in diesem Zusam- von dem „Prinzip der Rechnungslegungsäquivalenz“ (vgl. GRÄ- FER/SCHELD 2000, 228). Um sicherzustellen, dass die handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften eingehalten werden, sind zwei Schritte erforderlich. Zunächst wird jeder Position der Bilanz sowie jeder Position der Gewinn- und Verlustrechnung ein bestimmter Wechselkurs zugeordnet, mit dem diese Posten später umzurechnen sind. Der zweite Schritt beinhaltet die Kontrolle der Einhaltung der äquivalenten handelsrechtlichen Bewertungsgrundsätze im umgerechneten Abschluss (vgl. BUSSE VON COLBE/ORDELHEIDE 1993, 146). Hierzu sind für die Aktiva Niederstwerttests und für die Passiva Höchstwerttests durchzuführen.
Durch die Anwendung differenzierter Umrechnungskurse wird die Tatsache be- dass die einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung einen unterschiedlichen zeitlichen Bezug besitzen. So werden die zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bilanzierten Aktiva und Passiva mit dem historischen Kurs, liquide Mittel sowie Forderungen und Verbindlichkeiten, denen Tageswerte zugrunde liegen, mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge erfolgt ebenfalls mit den historischen Kursen zum Zeitpunkt ihrer jeweiligen Transaktion. Vereinfachend kann hier aber auch ein Periodendurchschnittskurs verwendet werden (vgl. WORTMANN 1992, 45). Eine Ausnahme bilden die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung, welche aus Bilanzposten resultieren. Sie werden immer mit den Kursen umgerechnet, die den entsprechenden Bilanzposten zugrunde liegen. Das ist beispielsweise regelmäßig bei Abschreibungen der Fall. Das Jahresergebnis wird nach BUSSE VON Colbe und ORDELHEIDE vereinfachend zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag umgerechnet (vgl. BUSSE VON COLBE/ORDELHEIDE 1993, 152). Im ersten Schritt werden die ¼$QVFKDIIXQJVZHUWH HUPLWWHOW 'LHVH HUJHEHQ VLFK durch die Umrechnung sämtlicher Bilanzposten mit dem historischen Kurs. Lediglich die Umrechnung des Jahresüberschusses erfolgt mittels Stichtagskurs. Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem Periodendurchschnittskurs in die Konzernberichtswährung umgerechnet. Die Abschreibungen auf Sachanlagen bilden die Ausnahme. Hier erfolgt die Umrechnung entsprechend ihrer zugehörigen Bilanzpositionen mit dem historischen Kurs.
V185895
9783656980667
Dirk Wollny (Autor), 2003, Die Auswirkungen der Währungsumrechnungsmethoden auf die Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse im Konzernabschluss , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185895

References: § 244
 § 298
 § 292
 § 313

§ 297
 § 313
 § 297