Source: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/ME/ME_00235/fnameorig_558319.html
Timestamp: 2017-10-22 07:23:19+00:00

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Das Abkommen zwischen der Republik Österreich und der Republik Albanien über soziale Sicherheit hat gesetzändernden bzw. gesetzesergänzenden Inhalt und bedarf daher der Genehmigung des Nationalrats gemäß Art. 50 Abs. 1 Z 1 B VG. Es hat nicht politischen Charakter. Es ist nicht erforderlich, eine allfällige unmittelbare Anwendung des Abkommens im innerstaatlichen Rechtsbereich durch einen Beschluss gemäß Art. 50 Abs. 2 Z 4 B VG, dass dieser Staatsvertrag durch Erlassung von Gesetzen zu erfüllen ist, auszuschließen. Da durch das Abkommen keine Angelegenheiten des selbständigen Wirkungsbereiches der Länder geregelt werden, bedarf es keiner Zustimmung des Bundesrates gemäß Art. 50 Abs. 2 Z 2 B VG.
Albanien hat in den letzten Jahren mit einigen europäischen Staaten Abkommen über soziale Sicherheit abgeschlossen wie zB mit Belgien, Deutschland, Rumänien, Ungarn und Luxemburg. 2014 trat Albanien mit dem Wunsch nach Abschluss eines Abkommens an Österreich heran. Gespräche auf Expertenebene wurden im Februar 2015 begonnen und im November 2015 erfolgreich abgeschlossen.
Aus albanischer Sicht wurde ein umfassendes Abkommen angestrebt, das – so wie zB das österreichisch-serbische Abkommen über soziale Sicherheit (BGBl. III Nr. 155/2012) – Regelungen für alle Zweige der Sozialversicherung vorsieht und zwar hinsichtlich der Kranken- und Unfallversicherung sowohl in Bezug auf die Gewährung von Sach- als auch von Geldleistungen. Im Hinblick auf die mit anderen Staaten außerhalb der EU von Österreich gemachten Erfahrungen mit umfassenden Regelungen über die Sachleistungsaushilfe (zB Streitigkeiten über die Auslegung einzelner Bestimmungen zum Nachteil der versicherten Personen, Verzögerungen bei der Kostenerstattung) konnte von Österreich solchen umfassenden Regelungen von Anbeginn an nicht zugestimmt werden. In der ersten Besprechungsrunde, wurde – um den Wünschen der albanischen Seite entgegenzukommen – überlegt, für jene Personen, die sich dienstlich im anderen Vertragsstaat aufhalten (zB entsendete Personen), nicht aber für andere Personen (wie zB Pensionisten, Touristen oder Personen, die zu Behandlungszwecken in den anderen Vertragsstaat reisen) eine Sachleistungsaushilfe vorzusehen.
Aufgrund der bei einer ersten sozialversicherungsinternen Vorbegutachtung auch gegen einen solchen eingeschränkten Entwurf vorgetragenen Bedenken (zB aufgrund des Erfordernisses der Vermeidung von zusätzlichen Administrativkosten) konnte aber auch dieses reduzierte Konzept der Sachleistungsaushilfe nicht in das Abkommen übernommen werden. Eine Rolle hat bei dieser Entscheidung auch gespielt, dass Deutschland in seinem Abkommen mit Albanien vom 23.9.2015 ebenfalls keine Regelungen betreffend die Kranken- und Unfallversicherung aufgenommen hat.
Durch die Aufnahme auch von Regelungen über Geldleistungen der Kranken- und Unfallversicherung geht das Abkommen weiter als das diesem als Modell dienende Abkommen zwischen Österreich und Moldau (BGBl. III Nr. 174/2012), das nur leistungsrechtliche Regelungen im Bereich der Pensionsversicherung enthält. In dieser Hinsicht entspricht das Abkommen daher – entsprechend dem Wunsch von Albanien – den mit anderen Balkanstaaten (zB mit Serbien) von Österreich geschlossenen Abkommen.
Im EU-Bereich stehen hinsichtlich von Abkommen über soziale Sicherheit mit Drittstaaten keine EU-Vorschriften in Kraft, sodass die Mitgliedstaaten einen diesbezüglichen Gestaltungsspielraum haben. Das vorliegende Abkommen entspricht aber den in diesem Bereich maßgebenden Grundsätzen der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 (ABl. Nr. L 200 vom 7.6.2004 S. 1). Der vom EuGH in C-55/00 Gottardo EU:C:2002:16 unmittelbar aus Art. 45 AEUV (Arbeitnehmerfreizügigkeit) abgeleiteten Verpflichtung der Mitgliedstaaten, bei Abkommen mit Drittstaaten die Staatsangehörigen der anderen Mitgliedstaaten den jeweils eigenen Staatsangehörigen gleichzustellen, wird dadurch entsprochen, dass der persönliche Geltungsbereich des vorliegenden Abkommens unbeschränkt ist und daher alle versicherten Personen unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit erfasst und darüber hinaus auch eine eigene unilateral für Österreich wirkende Gleichbehandlungsregelung für die vom EU-Recht erfassten Personen vorgesehen wird.
Eine exakte Berechnung der finanziellen Auswirkungen des Abkommens ist insbesondere im Bereich der Pensionsversicherung mangels geeigneter Daten nicht möglich. Dies betrifft vor allem auch die mögliche Zahl jener Personen, die erst auf Grund des Abkommens einen Pensionsanspruch geltend machen können, denn nur bei diesem Personenkreis kann das Abkommen finanzielle Auswirkungen haben. Für die Berechnung finanzieller Auswirkungen der Abkommen mit neuen Vertragsstaaten wurden in letzter Zeit immer die Berechnungen für das Abkommen mit der Slowakei als Ausgangsbasis herangezogen (siehe 971 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrates XXI GP), das noch vor deren EU-Beitritt geschlossen wurde. Im Hinblick auf die zuletzt in Österreich beschäftigten 1.142 albanischen Staatsbürger (6/2016) und die damals im Verhältnis zur Slowakei herangezogenen rund 5.000 beschäftigten slowakischen Staatsbürger allerdings nur zu 23 %
Auch bei der Berechnung des Mehraufwandes aufgrund des Abkommens mit Albanien muss berücksichtigt werden, dass in vielen Fällen mit Erreichen des normalen Pensionsalters ein Anspruch auch ohne Abkommen bestehen würde. Ferner werden auch von Albanien nach Österreich Pensionen gezahlt werden. Durch die Überweisung dieser Leistungen nach Österreich reduzieren sich zum Teil die Ansprüche auf Ausgleichszulage bzw., soweit ohne Abkommen kein österreichischer Pensionsanspruch besteht, auf entsprechende Leistungen der Mindestsicherung.
Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen kann daher im ersten Jahr nach dem Inkrafttreten des Abkommens mit Albanien mit ca. 18 Neuzugängen sofort nach Inkrafttreten und mit durchschnittlich 5 Neuzugängen jährlich gerechnet werden (was 23 % der Slowakeifälle entspricht), wobei der Berechnung des sich daraus ergebenden Pensionsaufwandes und damit der finanziellen Auswirkungen auf den Bundesbeitrag zur Pensionsversicherung eine Durchschnittspension von 328 Euro im Jahr 2017 (basierend auf der durchschnittlichen Pension ins Ausland für Angestellte) und einer Steigerung von 2 % pro Jahr zu Grunde gelegt werden kann.
Die einzelnen Bestimmungen des vorliegenden Abkommens entsprechen im Wesentlichen jenen der Abkommen zwischen der Republik Österreich und der Republik Moldau im Bereich der sozialen Sicherheit vom 5.9.2011 (BGBl. Nr. 174/2012, Reg. Vorl. 1408 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrates XXIV GP) und Serbien vom 26.1.2012, (BGBl. III Nr. 155/2012, Reg. Vorl. 1682 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrates XXIV GP). Im Folgenden werden die Bestimmungen des Abkommens den entsprechenden Bestimmungen des österreichisch-moldauischen bzw. österreichisch-serbischen Abkommens gegenübergestellt, gleichzeitig wird auf die wesentlichsten Unterschiede hingewiesen:
Abschnitt I (Allgemeine Bestimmungen – Art. 1 bis 5)
Art. 1 = Art. 1 des Abkommens mit Moldau (Begriffsbestimmungen):
Absatz 1 Z 9 wird stringenter formuliert, denn Renten und Pensionen sind Geldleistungen. Der im Abkommen mit Moldau bereits unter der Definition für „Geldleistung“, „Rente“ oder „Pension“ vorgesehene Ausschluss der Einmalzahlungen als Kaufkraftausgleich wurde im Abkommen mit Albanien – mit gleicher Wirkung – bei der Exportregelung (Art. 5 Abs. 2 lit. a) vorgenommen. Das Rehabilitationsgeld wird explizit von der Definition der vom Abkommen erfassten Geldleistungen ausgenommen. Dies war erforderlich, da das Abkommen – im Unterschied zum Abkommen mit Moldau – auch die Krankenversicherung im sachlichen Geltungsbereich (Art. 2) erfasst. Ohne die vorgenommene Ausnahme wäre das Rehabilitationsgeld daher aufgrund der Exportverpflichtung des Art. 5 iVm Art. 11 Abs. 1 auch bei Wohnort der betroffenen Person in Albanien zu gewähren gewesen (sofern die nationalen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind). Da bei einem Export des Rehabilitationsgeldes die sozialpolitischen Zielvorgaben dieser Leistung (Reintegration in den Arbeitsmarkt) nicht erreicht werden können, muss eine Zahlungsverpflichtung bei Wohnort außerhalb Österreichs vermieden werden. Bei anderen Abkommen, ändert sich durch diese erstmalige Ausnahme des Rehabilitationsgeldes nichts. Abkommen, die – wie zB das Abkommen mit Moldau – keine Regelungen enthalten, die eine Verpflichtung zum Export von Geldleistungen der Krankenversicherung vorsehen, können daher weiterhin nicht zu einer Exportverpflichtung führen. „Alte“ Abkommen, die auch die Krankenversicherung umfänglich im sachlichen Geltungsbereich umfassen (zB Abkommen mit Serbien) und eben keine entsprechende Beschränkung enthalten, werden dadurch auch nicht berührt, da bei diesen ein Ausschluss des Rehabilitationsgeldes (insbesondere hinsichtlich der Exportverpflichtung) erst bei einer allfälligen Revision möglich ist.
Art. 2 = Art. 2 des Abkommens mit Serbien (sachlicher Geltungsbereich):
Der sachliche Geltungsbereich für Österreich entspricht dem traditionellen Aufbau der von Österreich geschlossenen Abkommen. Für die Fragen der anzuwendenden Rechtsvorschriften werden sämtliche Zweige der Sozialversicherung (Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung) erfasst. Die bereits im Allgemeinen Teil angesprochene Beschränkung der leistungsrechtlichen Regelungen bei der Kranken- und Unfallversicherung auf die Geldleistungen ergibt sich aus den nachfolgenden Artikeln.
Für Albanien wurde die Pflichtversicherung für die Gesundheitsfürsorge (Sachleistungen) hinsichtlich des Abschnittes II aufgenommen, um doppelte Beitragsleistungen hinsichtlich dieses von den Geldleistungen losgelösten eigenständigen Versicherungssystems zu vermeiden. Diese Methodik entspricht den von Österreich geschlossenen Abkommen, die keine leistungsrechtlichen Regelungen im Bereich der Kranken- und Unfallversicherung enthalten (zB Art. 2 Abs. 1 lit. a ii) des Abkommens mit Moldau).
Die Krankenversicherung ist in Albanien individualisiert, d.h. es gibt keine Mitversicherung der Ehefrau bzw. Kinder wie in Österreich, sondern eigenständige Versicherungen für jeden Einwohner.
Aufgrund der Ergebnisse des Begutachtungsverfahrens hinsichtlich anderer von Österreich vorbereiteter Abkommen ist ergänzend noch auf Folgendes hinzuweisen: Da sich das Abkommen nur auf die Krankenversicherung bezieht, sind insbesondere die Leistungen nach dem BPGG (zB das Pflegegeld) nicht in den sachlichen Geltungsbereich einbezogen. Diese Festhaltung ist erforderlich, da nach der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 Pflegeleistungen zu den Leistungen bei Krankheit zählen (zB EuGH in C-215/99 Jauch EU:C:2001:139); der Begriff „Leistungen bei Krankheit“ aber viel weitreichender als der im Abkommen verwendete Begriff „Krankenversicherung“ ist. Was unter diesem in den Abkommen verwendeten Begriff zu verstehen ist, richtet sich nach nationalem Verständnis, sodass das Pflegegeld eben nicht erfasst ist.
Im Bereich der Leistungen bei Alter, Invalidität und Tod wird in Österreich nur die gesetzliche Pensionsversicherung erfasst. Die historisch bedingte und in allen von Österreich bisher geschlossenen Abkommen vorgesehene Ausnahme der Versicherung nach dem NVG 1972 ist erforderlich, da es sich auch bei diesem Gesetz um eine Pensionsversicherung auf der Grundlage des Art. 10 Abs. 1 Z 11 B-VG handelt, die ohne eine solche Ausnahme vom sachlichen Geltungsbereich erfasst wäre. Die Versorgungswerke der Freien Berufe Österreichs, wie zB die Versorgung der Rechtsanwälte nach der RAO, werden dadurch nicht erfasst, da diese eben nicht als Pensionsversicherung angesehen werden können.
Art. 3 = Art. 3 des Abkommens mit Moldau (persönlicher Geltungsbereich)
Art. 4 (Gleichbehandlung)
Die Gleichbehandlungsregelung des vorliegenden Abkommens geht weiter, als jene in den Abkommen mit Moldau oder Serbien, da auch Flüchtlinge und Staatenlose einbezogen werden. Um das EU-Recht umfassend umzusetzen, hat Österreich in Abs. 2 auch eine unilaterale Gleichbehandlung der Personen, die unter die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 fallen, vorgesehen – (siehe z. B. EuGH in C-55/00 Gottardo EU:C:2002:16),
Die bisher in allen von Österreich geschlossenen Abkommen, die auch eine Gleichbehandlungsverpflichtung in Bezug auf die Versicherungspflicht enthalten, vorgesehene Ausnahme hinsichtlich der Versicherung für die bei einer diplomatischen Mission oder einer konsularischen Vertretung oder bei Mitgliedern einer solchen Einrichtung beschäftigten Personen (Art. 3 lit. c) hat nur für den Zeitraum bis 31.12.2016 Relevanz, da die maßgebende Regelung des § 3 Abs. 2 lit. f ASVG ab diesem Zeitpunkt dahingehend geändert wird (Art. 1 Z 1 des SRÄG 2015, BGBl. I Nr. 162/2015), dass die österreichische Staatsbürgerschaft der Personen keine Rolle mehr spielt und daher auch eine Gleichbehandlungsverpflichtung keine Auswirkungen auf den Anwendungsbereich dieser Regelung mehr haben kann.
In Bezug auf Österreich entspricht diese Gleichbehandlungsregelung vollinhaltlich jener im Abkommen mit Indien vom 4.2.2013 (BGBl. III Nr. 60/2015, siehe daher ergänzend dazu die Reg. Vorl. zu Art. 4 dieses Abkommens – 2159 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrates XXIV GP).
Art. 5 = Art. 5 des Abkommens mit Moldau (Leistungsexport)
In Abs. 2 wurden in lit. a auch Einmalzahlungen als Kaufkraftausgleich von der Exportverpflichtung ausgenommen, was im Verhältnis zu anderen Vertragsstaaten durch eine entsprechende Einschränkung der Definition der erfassten Geldleistungen erfolgt (Art. 1 Abs. 1 Z 1 des Abkommens mit Moldau).
Albanien kennt eine ähnliche Leistung wie die österreichische Ausgleichszulage (Ausgleichszulage aufgrund des Wohnortes), sodass auch diese vom Leistungsexport ausgenommen wird. Diese wird zB bei überdurchschnittlichen Erhöhungen von Stromkosten gewährt; sie bezieht sich somit nur auf die Situation in Albanien und soll daher nicht in andere Staaten exportiert werden.
Die sonst übliche Regelung betreffend die Verpflichtung hinsichtlich der Gleichbehandlung bei Export in Drittstaaten (zB Art. 5 Abs. 2 des Abkommens mit Indien) wurde nicht aufgenommen, weil dies letztendlich durch Artikel 4 gedeckt ist (die Gleichbehandlungsregelung ist ja nicht auf Personen, die in einem der beiden Vertragsstaaten wohnen, beschränkt). Von albanischer Seite wurde für den Fall einer Aufnahme einer solchen Regelung Missverständnisse bei der Interpretation der Gleichbehandlungsverpflichtung befürchtet.
Abschnitt II (Bestimmungen über die anzuwendenden Rechtsvorschriften – Art. 6 bis 10)
Art. 6 = Art. 6 des Abkommens mit Moldau (Allgemeine Regelung)
Über Wunsch der albanischen Seite wurde in Abs. 2 vorgesehen, dass – trotz der an sich klaren Regelung des Abs. 1, wonach jeder Vertragssaat nur jene Erwerbstätigkeiten versichern darf, die auf seinem Gebiet ausgeübt werden – Personen, die selbständige Erwerbstätigkeiten in beiden Vertragsstaaten ausüben und mit dem daraus erzielten Einkommen gleichzeitig der Versicherungspflicht in beiden Vertragsstaaten unterliegen würden (was der Fall sein kann, wenn ein Staat aufgrund ein- und derselben in beiden Vertragsstaaten ausgeübten selbständigen Erwerbstätigkeit das in beiden Vertragsstaaten erzielte Erwerbseinkommen der Beitragspflicht unterwirft), für diese selbständige Erwerbstätigkeit nur die Rechtsvorschriften des Vertragsstaates gelten, in dem sich die Person gewöhnlich aufhält (= wohnt). Diese Regelung entspricht daher weitestgehend Art. 7 Abs. 3 des Abkommens mit Kanada vom 24.2.1984, BGBl. Nr. 451/1987 idFd Zusatzabkommens dazu vom 12.9.1995, BGBl Nr. 570/1996.
Art. 7 = Art. 7 Abs.1 des Abkommens mit Moldau (Entsendete Personen)
Art. 8 = Art. 7 Abs. 2 bis 5 des Abkommens mit Moldau (Besondere Bestimmungen)
Neu formuliert wurde die Bestimmung für die Dienstnehmer von Luftfahrtunternehmen (Abs. 1), die nun auf das Flug- und Kabinenpersonal eines Flugzeuges beschränkt wurde (zuständig ist der Vertragsstaat, in dem der Sitz des Flugunternehmens ist). Diese Bestimmung entspricht dem Abkommen zwischen Deutschland und Albanien (Art. 6 Abs. 1 lit. b).
Für anderes Personal einer Fluggesellschaft (zB Bodenpersonal) gilt entweder das Beschäftigungslandprinzip nach Art. 6 Abs. 1 oder die allgemeine Entsenderegel nach Art. 7.
Art. 9 = Art. 8 Abs. 1 des Abkommens mit Moldau (Diplomatisches und konsularisches Personal)
Art. 10 = Art. 9 des Abkommens mit Moldau (Ausnahmen)
Abschnitt III (Besondere Bestimmungen)
Kapitel 1 (Krankheit und Mutterschaft – Art. 11)
Wie bereits im Allgemeinen Teil ausgeführt, beinhaltet der Entwurf – so wie die meisten Abkommen mit den anderen europäischen Staaten – auch leistungsrechtliche Bestimmungen im Bereich der Krankenversicherung, allerdings beschränkt auf Geldleistungen, da aufgrund der Stellungnahmen der österreichischen Träger zusätzliche administrative Belastungen, die bei der Aufnahme auch von Regelungen betreffend Sachleistungen entstehen würden, vermieden werden müssen. Sofern daher in Österreich versicherte Personen bzw. deren Familienangehörige in Albanien Sachleistungen gegen Barzahlung in Anspruch nehmen müssen, haben sie nur die Möglichkeit einer Kostenerstattung zB nach §§ 130, 131 bzw. 150 ASVG.
Art. 11 = Art. 12 des Abkommens mit Serbien (Geldleistungen)
Kapitel 2 (Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten – Art. 12 bis 14)
Art. 12 (Geldleistungen bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten)
Diese Regelung kopiert über Wunsch der albanischen Seite die Reglung für die Leistungen bei Krankheit und Mutterschaft (Art. 11) für den Bereich der Unfallversicherung. Die anderen von Österreich geschlossenen Abkommen enthalten keine entsprechende ausdrückliche Regelung, ohne dass sich dadurch aber inhaltlich etwas ändern würde. Der Grundsatz, dass der zuständige Mitgliedstaat (der allenfalls auch aufgrund der ergänzenden Regelungen der Art. 13 und 14 zu ermitteln ist) die Leistungen zu erbringen hat, liegt auch den anderen Abkommen zu Grunde. Eine entsprechende ausdrückliche Regelung ist aber zB auch in der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 vorgesehen (Art. 36 Abs. 3).
Art. 13 Abs. 1 = Art. 18 Abs. 1 des Abkommens mit Serbien (Zuständigkeit bei Berufskrankheiten; Entschädigung nach den Rechtsvorschriften beider Vertragsstaaten)
Art. 13 Abs. 2 und Abs. 3 = Art. 17 des Abkommens mit Serbien (Zuständigkeit bei Berufskrankheiten; erstmalige Feststellung einer Berufskrankheit und Ausübung einer Tätigkeit während einer Mindestdauer)
Art. 14 = Art. 18 Abs. 2 des Abkommens mit Serbien (Geldleistung bei Verschlimmerung einer Berufskrankheit)
Kapitel 3 (Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenpensionen und andere Geldleistungen der Pensionsversicherung – Art. 15 bis 19)
Auf ausdrücklichen Wunsch der albanischen Seite wurde in der Überschrift detailliert auf die einzelnen Pensionsarten eingegangen; um einen Ausschluss anderer Geldleistungen der Pensionsversicherung (in Österreich zB bestimmte Leistungen der knappschaftlichen Pensionsversicherung) zu vermeiden, mussten auch diese ausdrücklich erwähnt werden.
Art. 15 = Art. 10 des Abkommens mit Moldau (Zusammenrechnung der Versicherungszeiten)
Abs. 4 wurde neu aufgenommen und entspricht zB Art. 10 Abs. 2 des Abkommens mit Indien. Diese Regelung sieht zur Klarstellung vor, dass auch Zeiten in einem Drittstaat, mit dem der betreffende Vertragsstaat ein bilaterales Abkommen geschlossen hat, für die Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen zusammenzurechnen sind und entspricht der bisherigen Praxis Österreichs. Allerdings sind natürlich so wie bisher auch Zeiten in einem Staat, der die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 oder die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 anzuwenden hat, bei dieser Multilateralisierung der Zusammenrechnung zu berücksichtigen.
Art. 16 = Art. 11 des Abkommens mit Moldau (Versicherungszeit unter einem Jahr)
Art. 17 = Art. 12 des Abkommens mit Moldau (Feststellung der Leistungen)
Der neu aufgenommene Abs. 2 dieser Regelung (Verweis auf die folgenden Artikel, wenn eine Zusammenrechnung der Versicherungszeiten für den Leistungsanspruch erforderlich ist) bringt keine Änderungen im Vergleich mit Abkommen, die keine entsprechende Klarstellung enthalten.
Art. 18 = Art. 13 des Abkommens mit Moldau (Berechnung der österreichischen Teilleistung):
Art. 19 (Berechnung von albanischen Teilleistungen).
Albanien berechnet seine Pension unter Heranziehung nur der albanischen Versicherungszeiten.
Abschnitt IV (Verschiedene Bestimmungen – Art. 20 bis 30)
Art. 20 = Art. 15 des Abkommens mit Moldau (Verwaltungsvereinbarung, Amts- und Rechtshilfe)
Art. 21 = Art. 16 des Abkommens mit Moldau (Verbindungsstellen)
Art. 22 = Art. 17 des Abkommens mit Moldau (Steuerbefreiung und Steuerermäßigung – Befreiung von Legalisation)
Art. 23 = Art. 18 des Abkommens mit Moldau (Datenschutz)
Art. 24 = Art. 19 des Abkommens mit Moldau (Einreichung von Anträgen, Erklärungen oder Rechtsmitteln)
Art. 25 = Art. 20 des Abkommens mit Moldau (Zahlungsverkehr)
Zusätzlich wurde in Abs. 3 in Bezug auf Zahlungen in den anderen Vertragsstaat eine Umrechnungsregelung vorgesehen zur Festlegung der anzuwendenden Kurse – um von vornherein allfällige Konflikte bei der Umrechnung von Beträgen auszuschließen. Diese Regelung orientiert sich am Beschluss der Verwaltungskommission für die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit Nr. H3 vom 15.10. 2009 über den Bezugszeitpunkt für die Festlegung der Umrechnungskurse gemäß Artikel 90 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. Nr. C 106 vom 24.4.2010 S. 56).
Art. 26 = Art. 21 des Abkommens mit Moldau (Vollstreckungsverfahren)
Art. 27 = Art. 22 Abs. 1 des Abkommens mit Moldau (Verrechnung von Vorschüssen und Rückforderung nicht geschuldeter Leistungen)
Die im Abkommen mit Moldau ebenfalls vorgesehene Aufrechnung zu Gunsten von überzahlten Sozialhilfeleistungen (Art. 22 Abs. 2) konnte im Verhältnis zu Albanien nicht vorgesehen werden, da das albanische Recht keine zB dem § 324 ASVG entsprechende nationale Regelung kennt. Auch einige andere der von Österreich geschlossenen Abkommen enthalten keine entsprechende Regelung (zB das Abkommen mit der Republik Korea vom 23.1.2010, BGBl. III Nr. 83/2010).
Art. 28 = Art. 23 des Abkommens mit Moldau (Ansprüche des verpflichteten Trägers gegen haftende Dritte)
Art. 29 (Zusammenarbeit bei der Betrugsbekämpfung)
Eine solche Regelung wurde erstmals in ein von Österreich geschlossenes Abkommen über soziale Sicherheit aufgenommen. Sie beruht auf Art. 42 des albanisch-belgischen Abkommens vom 9.12.2013 über soziale Sicherheit. Aufgrund dieser Bestimmung können Verwaltungsvereinbarungen für die Betrugsbekämpfung durch die zuständigen Behörden geschlossen werden.
Art. 30 = Art. 24 des Abkommens mit Moldau (Streitbeilegung)
Abschnitt V (Übergangs- und Schlussbestimmungen – Art. 31 und 32)
Art. 31 = Art. 25 des Abkommens mit Moldau (Übergangsbestimmungen)
Da auch Albanien einer der in § 1 Abs. 3 ARÜG genannten Staaten ist, musste – so wie bei Moldau – die diesbezügliche Sonderregelung aufgenommen werden (Abs. 3). Siehe dazu näher die Erläuterungen zu der entsprechenden Regelung im Abkommen mit Rumänien vom 28.10.2005 (Art. 37 – Reg. Vorl. 1273 der Beilagen zu den stenographischen Protokollen des Nationalrates XXII GP).
Art. 32 = Art. 26 des Abkommens mit Moldau (Schlussbestimmungen)

References: Art. 50
 Art. 50
 Art. 50
 EuGH 
 Art. 45
 Art. 1

Art. 1
 Art. 1
 Art. 5
 Art. 11

Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 EuGH 
 Art. 10

Art. 3
 Art. 3

Art. 4
 EuGH 
 § 3
 Art. 4

Art. 5
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 6

Art. 6
 Art. 6
 Art. 7

Art. 7
 Art. 7

Art. 8
 Art. 7
 Art. 6
 Art. 7

Art. 9
 Art. 8

Art. 10
 Art. 9
 Art. 11

Art. 11
 Art. 12
 Art. 12

Art. 12
 Art. 13

Art. 13
 Art. 18

Art. 13
 Art. 17

Art. 14
 Art. 18
 Art. 15

Art. 15
 Art. 10
 Art. 10

Art. 16
 Art. 11

Art. 17
 Art. 12

Art. 18
 Art. 13

Art. 19
 Art. 20

Art. 20
 Art. 15

Art. 21
 Art. 16

Art. 22
 Art. 17

Art. 23
 Art. 18

Art. 24
 Art. 19

Art. 25
 Art. 20

Art. 26
 Art. 21

Art. 27
 Art. 22
 § 324

Art. 28
 Art. 23

Art. 29
 Art. 42

Art. 30
 Art. 24
 Art. 31

Art. 31
 Art. 25
 § 1

Art. 32
 Art. 26