Source: http://rechtsprechung.hessen.de/jportal/portal/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA200100161&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp
Timestamp: 2020-02-17 23:58:57+00:00

Document:
Aktenzeichen: 5 StR 407/19
Normen: § 212 StGB, § 211 StGB
Freiheitsstrafen wegen Tötung des "Squeezer"-Sängers bestätigt
Der BGH hat das Urteil des LG Berlin, mit dem zwei Männer wegen der Tötung des Sängers der Musikgruppe "Squeezer" zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren, bestätigt.
Das LG Berlin hatte die beiden Angeklagten wegen Totschlags in einem besonders schweren Fall in Tateinheit mit besonders schwerem sexuellen Missbrauch einer widerstandsunfähigen Person zu Freiheitsstrafen von dreizehn und vierzehn Jahren verurteilt.
Der BGH hat die Revisionen der Angeklagten, der Staatsanwaltschaft und der Nebenklägerinnen verworfen.
Nach Auffassung des BGH hat die Überprüfung des Urteils keinen durchgreifenden Rechtsfehler ergeben. Dies gelte insbesondere für die Bewertung der Tat als besonders schweren Fall des Totschlags (§ 212 Abs. 2 StGB), für den das Gesetz die gleiche Strafe wie für Mord vorsehe, nämlich die Verhängung einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Das Landgericht habe insofern zulasten der Angeklagten rechtsfehlerfrei v.a. auf die brutale und erniedrigende Penetration des bewusstlosen Opfers abgestellt. Die Verneinung des Mordes durch das Landgericht unter dem Aspekt der niedrigen Beweggründe (§ 211 StGB) sei rechtlich ebenfalls nicht zu beanstanden. Insbesondere habe das Landgericht bedacht, dass ein allein an die sexuelle Orientierung des Opfers anknüpfendes Motiv als niedrig und die Tat damit als Mord zu bewerten sein könne. Nach den rechtsfehlerfreien Feststellungen des Landgerichts sei dies aber nicht das Hauptmotiv gewesen.
LG Berlin, Urt. v. 06.11.2018 - (522) 234 Js 31/16 KLs (7/18)
Quelle: Pressemitteilung des BGH Nr. 11/2020 v. 22.01.2020

References: § 212
 § 211
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH