Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%FCrttemberg&Datum=11.05.1998&Aktenzeichen=5%20S%20465%2F98
Timestamp: 2019-02-17 04:38:31+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 11.05.1998 - 5 S 465/98 - dejure.org
Ohne Einvernehmen erteilte Baugenehmigung
§ 212a BauGB gilt auch für Rechtsbehelfe einer Gemeinde;
§ 36 BauGB, zur Frage der Entbehrlichkeit des Einvernehmens, wenn schon ein bestandskräftiger Bauvorbescheid (§ 57 LBO) vorliegt;
wegen fehlender Umsetzung in Baden-Württemberg geht § 36 Abs. 2 Satz 3 BauGB ins Leere (Anm.: zweifelhaft, vgl. die "Generalklausel" des § 5 Abs. 2 LVG);
§ 42 Abs. 1 Satz 2 GemO, Abgabe von Erklärungen i.R.v. § 36 BauGB durch den Bürgermeister ist wirksam unabhängig von der gemeindeinternen Zuständigkeit;
§ 146 VwGO, Zulässigkeit einer Anschlußbeschwerde analog § 127 VwGO
Zulässigkeitsvoraussetzungen für eine unselbständige Anschlußbeschwerde; Entfall der aufschiebenden Wirkung des Rechtsbehelfs eines Dritten - Klage einer Gemeinde gegen Erteilung einer Baugenehmigung trotz versagtem gemeindlichen Einvernehmen
§ 80 Abs 2 Nr 3 VwGO, § 127 S 2 VwGO, § 147 VwGO, § 36 Abs 1 S 1 BauGB, § 36 Abs 2 S 2 BauGB, § 36 Abs 2 S 3 BauGB, § 212a BauGB, § 10 Abs 2 S 1 BauGBMaßnG, § 42 Abs 1 S 2 GemO BW, § 43 Abs 4 GemO BW
Zulässigkeit einer nach Fristablauf eingelegten [unselbständigen] Anschlussbeschwerde; Anwendungsbereich der §§ 10 Abs. 2 S. 1 BauGB-MaßnahmenG und § 212a Abs. 1 BauGB n.F.; Erforderlichkeit des gemeindlichen Einvernehmens; Wirksamkeit der Versagung des gemeindlichen Einvernehmens; Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Bedingung des durch die Gemeindce eingelegten Widerspruchs
Gemeinden als "Dritte" i.S.d. § 10 Abs. 2 S. 1 Baugesetzbuch-Maßnahmengesetz (BauGB-MaßnahmenG) bei einem Widerspruch gegen eine ohne ihr Einvernehmen erteilte Baugenehmigung; Erneute Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens trotz verbindlicher Entscheidung über die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens mit dem Einvernehmen der Gemeinde im Bauvorbescheid; Verbindliche Wirkung einer Erklärung über das Einvernehmen der Gemeinde stellvertretend durch den Bürgermeister gegenüber dem Landratsamt
VG Karlsruhe, 15.01.1998 - 4 K 4136/97
ESVGH 48, 250
NVwZ 1999, 442
VBlBW 1998, 358
VBlBW 1998, 458
Auch die Gemeinde ist Dritte im Sinne dieser Bestimmung (VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.05.1998 - 5 S 465/98 - ESVGH 48, 250 = VBlBW 1998, 458; Dippel, NVwZ 1999, 921 ;… Sauter, a.a.O., § 54 Rn. 49;… Söfker in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, § 36 Rn. 43 u. 47; Wortha, VBlBW 2010, 219 ; a.A. Sächs. OVG, Beschluss vom 12.09.1996 - 1 S 407/96 - LKV 1997, 376).
Diese Vorschrift gewährt der Gemeinde aus der Planungshoheit abgeleitete Beteiligungsrechte, bei deren Verletzung sie die Aufhebung einer ohne ihr Einvernehmen erteilten Genehmigung selbst dann beanspruchen kann, wenn die Versagung des Einvernehmens rechtswidrig ist (vgl. BVerwG, Urt. v. 10.08.1988 - 4 C 20.84 - NVwZ 1989, 6 sowie Senatsbeschl. v. 11.05.1998 - 5 S 465/98 - ESVGH 48, 250 jeweils m. w. Nachw.).
Dritter im Sinne des § 80a VwGO und des § 212a Abs. 1 BauGB kann auch die Antragstellerin als Gemeinde sein, die sich gegen die unter Ersetzung des von ihr versagten Einvernehmens erteilte Baugenehmigung wendet (…vgl. Ernst/Zinkahn/Bielenberg, BauGB, Stand 10/2017, § 36 Rn. 47; OVG des Saarlandes…, Beschluss vom 2. September 2010 - 2 B 215/10 -, juris Ls. 4 u. Rn. 15; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11. Mai 1998 - 5 S 465/98 -, juris Rn. 8).
Diese Auslegung stützt sich nicht nur auf den Wortlaut des Gesetzes, sondern auch auf die Gesetzesmaterialien und das Herkommen (…vgl. grundlegend und weiterführend BayObLG, B.v. 31.10.1952 - 2 Z 154/52 - BayObLGZ 1952, 271 und BayObLG, B.v. 15.1.1997 - 3Z BR 153/96 - BayVBl 1997, 286 = juris Rn. 14; zuletzt BayVGH, B.v. 20.10.2011 - 4 CS 11.2047 - BayVBl 2012, 341; BayVGH, B.v. 31.8.2011 - 8 ZB 11.549 - BayVBl 2012, 177;… OLG München, B.v. 28.1.2013 - 34 Wx 390/12 - juris Rn. 9 m.w.N.; anders z.B. in Baden-Württemberg, vgl. VGH BW, B.v. 11.5.1998 - 5 S 465/98 - NVwZ 1999, 442 = juris Rn. 15).
Der Ausschluss der aufschiebenden Wirkung von Widerspruch und Anfechtungsklage nach § 212 a Abs. 1 BauGB erfasst auch die Rechtsbehelfe einer Gemeinde, mit denen sie sich gegen eine ohne ihr erforderliches Einvernehmen erteilte Baugenehmigung wendet (vgl. HessVGH, Beschl. v. 07.12.2000 - 4 TG 3044/99 -, BauR 2001, 924 f.; Niedersächsisches OVG, Beschl. v. 09.03.1999 - 1 M 405/99 -, NVwZ 1999, 1005 f.; VGH Bad-Württ., Beschl. v. 11.05.1998 - 5 S 465/98 -, NVwZ 1999, 422 f.; VG Neustadt, Beschl. v. 08.08.2005 - 4 L 1226/05.NW -, zitiert nach Juris).
Die nach Ablauf der Frist zur Stellung eines Zulassungsantrages eingelegte unselbständige Anschlußberufung der Klägerin ist nach § 127 VwGO zwar grundsätzlich ohne Zulassung statthaft (VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 20.07.1998 - 7 S 1125/98 -, NVwZ 1998, 1320; siehe auch Senatsbeschluß v. 11.05.1998 - 5 S 465/98 -, ESVGH 48, 250 = VBlBW 1998, 458), hier jedoch unzulässig, weil sie einen anderen als den mit der Hauptberufung verfolgten Streitgegenstand zur Überprüfung stellt.
Der gesetzliche Ausschluss der aufschiebenden Wirkung von Widerspruch und Anfechtungsklage gegen die Baugenehmigung nach § 212a Abs. 1 BauGB erfasst auch die Rechtsbehelfe einer Gemeinde, mit denen sie sich gegen eine ohne ihr erforderliches Einvernehmen erteilte Baugenehmigung wendet (vgl. VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.05.1998 - 5 S 465/98 - NVwZ 1999, 442; OVG Niedersachsen, Beschluss vom 09.03.1999 - 1 M 405/99 - NVwZ 1999, 1005).
OVG Hamburg, 26.10.2005 - 3 Nc 53/05
Eine unselbständige Anschlussbe-schwerde muss an eine Beschwerde anschließen, mit der ein anderer Beteiligter die Abänderung der verwaltungsgerichtlichen Entscheidung zu Ungunsten des Anschlussbeschwerdeführers erstrebt, und sich gegen das vom Beschwerdeführer erstrebte Ziel richten (…OVG Hamburg, Beschl. v. 5.8.2004, NVwZ-RR 2005, S. 544; v. 17.9.1964, NJW 1965 S. 2267; VGH Mannheim, Beschl. v. 21.12.1992 - 8 S 2717/92 -, Juris; Beschl. v. 11.5.1998, NVwZ 1999 S. 442, m.w.N.).
VGH Baden-Württemberg, 07.01.1999 - 5 S 3075/98
Freistellung von einer Veränderungssperre - Nutzungsvergleich
Festlegung der Waldgrenze; offene Landschaft; Landschaftsbild; …
VG Neustadt, 03.04.2002 - 4 L 510/02
Kostentragung bei übereinstimmender Erledigungserklärung im gerichtlichen …

References: § 212

§ 36
 § 36
 § 5

§ 42
 § 36

§ 146
 § 127

§ 80
 § 127
 § 147
 § 36
 § 36
 § 36
 § 212
 § 10
 § 42
 § 43
 § 212
 § 10
 § 54
 § 36
 § 80
 § 212
 § 36
 § 212
 § 127
 § 212