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Timestamp: 2020-02-24 06:01:29+00:00

Document:
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 13.05.2003 mit dem Az.: 2 BvR 514/03	/* Banner Ads */
Aktenzeichen: 2 BvR 514/03
Rechtsgebiete: BVerfGG, GVG, StGB, ZPO, GG
StGB § 56f Abs. 2 Satz 2
- 2 BvR 514/03 -
gegen a) den Beschluss des Oberlandesgerichts München vom 24. Februar 2003 - 2 Ws 181/03 -,
b) den Beschlluss des Landgerichts Augsburg vom 4. Dezember 2002 - 1 NöStVK 228/95 -
am 13. Mai 2003 einstimmig beschlossen:
1. Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil ein Annahmegrund gemäß § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht vorliegt. Die Verfassungsbeschwerde ist unbegründet.
a) Eine Pflicht zur Divergenzvorlage bestand nicht (vgl. § 121 Abs. 2 GVG). Dass Gerichte ähnliche Fälle unterschiedlich entscheiden, verletzt auch nicht Art. 3 Abs. 1 GG. Der Verstoß gegen § 56f Abs. 2 Satz 2 StGB durch die dritte Verlängerung der Bewährungszeit für den Beschwerdeführer war nach dem Beschluss des Oberlandesgerichts für die Entscheidung über den Bewährungswiderruf nicht von Bedeutung, weil die Straftaten, die den Widerrufsgrund bildeten, in der zuvor im Einklang mit dieser Vorschrift verlängerten Bewährungszeit begangen worden waren. Es ist nicht erkennbar, dass dies Verfassungsrecht verletzt.
b) Das Oberlandesgericht hat auf die Beteiligung der Ehefrau des Beschwerdeführers auf dessen Veranlassung an gemeinschaftlich begangenen Straftaten hingewiesen und angenommen, die Ehe stehe dem Bewährungswiderruf nicht entgegen. Dagegen ist von Verfassungs wegen nichts einzuwenden, da der Schutz der Familie im Rahmen der staatlichen Ordnung erfolgen soll (Art. 6 Abs. 1 GG).
c) Der Beschwerdeführer behauptet, in einem anderen Strafverfahren sei ihm vor dem Hintergrund seiner Tätigkeit als Vertrauensperson der Polizei von der Strafverfolgungsbehörde zugesagt worden, im Ausgangsverfahren werde kein Bewährungswiderruf erfolgen. Damit trägt er nicht vor, die Vollstreckungsgerichte hätten Verfassungsrecht verletzt. Denn die Behörden konnten durch Zusagen in anderer Sache die Gerichte nicht binden.
2. Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts ist entsprechend § 114 ZPO abzulehnen.

References: § 56
 § 93
 § 121
 Art. 3
 § 56
 § 114