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Rechtsdienst. Die Rechtsprechung des BGH zum Fahrzeugschaden KH (außer Mietwagen) Stand: Juni 2015 (aktualisiert) - PDF
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1 Rechtsdienst Sonderausgabe Die Rechtsprechung des BGH zum Fahrzeugschaden KH (außer Mietwagen) Stand: Juni 2015 (aktualisiert) autorechtaktuell.de GmbH & Co. KG Menzelstraße Potsdam Tel Fax Geschäftsführer: Elmar Fuchs, Jochen Pamer AG Potsdam HRA 5593 P Geschäftsführer: Elmar Fuchs, Jochen Pamer AG Potsdam HRA 5593 P
2 2 Die Rechtsprechung des BGH zum Fahrzeugschaden BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 398/02 (Porscheentscheidung) 4 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 393/02 (Karosseriebaumeisterentscheidung) 5 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 357/03 (Nutzungsausfallentschädigung/ Wertminderung) 6 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 365/03 (Haftungsprivileg/ Sachverständigenkosten) 8 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 119/04 (Restwertsondermarkt) 10 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 112/04 (Nutzungsausfallentschädigung älteres Kfz) 12 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 70/04 (130 %-Grenze) 12 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 172/04 (130 %-Grenze) 14 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 91/04 (Mehrwertsteuer Wiederbeschaffungswert) 14 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 192/04 (70 %-Grenze) 15 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 132/04 (Restwertsondermarkt) 18 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 26/05 (Mehrwertsteuer) 19 BGH, Urt. v , AZ: X ZR 80/05 (Sachverständigenkosten) 20 BGH, Urt. v , AZ: X ZR 122/05 (Sachverständigenkosten) 21 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 225/05 (Mehrwertsteuer Wiederbeschaffungswert) 24 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 192/05 (Fiktive Abrechnung) 26 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 174/05 (Restwert) 27 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 249/05 (Abrechnung auf Grundlage Wiederbeschaffungsaufwand) 28 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 77/06 (Fiktive Abrechnung) 28 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 67/06 (Sachverständigenkosten) 29 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 120/06 (Restwert) 29 BGH, Urt. v , AZ: I ZR 19/05 (Sachverständigenkosten) 30 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 258/06 (130 %-Grenze) 30 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 217/06 (Restwert) 30 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 199/06 (Reparatur von Leasingfahrzeugen) 30 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 89/07 (Integritätsinteresse 130 %-Grenze) 30 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 56/07 (Integritätsinteresse 130 %-Grenze) 31 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 241/06 (Nutzungsausfallentschädigung) 31 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 62/07 (Nutzungsausfallentschädigung gewerbliches Kfz) 32 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 237/07 (Integritätsinteresse 130 %-Grenze) 32 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 220/07 (Integritätsinteresse bei fiktiver Abrechnung) 32 BGH, Beschl. v , AZ: VI ZR 22/08 (Fälligkeit der Reparaturkosten 130%-Grenze) 32 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 245/07 (Mehrwertsteuer) 33 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 205/08 (Restwertermittlung) 33 BGH, Urt. v , AZ: VII ZR 100/08 (Abrechnung auf Grundlage Wiederbeschaffungsaufwand) 34 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 211/08 (Nutzungsausfallentschädigung) 35 BGH, Urt. v , AZ: VII ZR 88/08 (Abrechnung bei identischem Erst- und Zweitschaden) 36 BGH, Beschl. v , AZ: VI ZB 71/08 (Fälligkeit der Reparaturkosten 130%-Grenze) 37 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 110/08 (Voraussetzungen Abrechnung auf Neuwertbasis) 38 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 312/08 (Mehrwertsteuer bei Ersatzbeschaffung) 39 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 318/08 (Restwert) 40 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 53/09 (Stundenverrechnungssätze) 41 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 119/09 (130 %-Grenze) 42 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 91/09 (Stundenverrechnungssätze) 43 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 144/09 (fikt. Abr. bei einem Unikat) 45 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 316/09 (Restwert) 47 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 232/09 (Restwert) 48 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 302/08 (Stundenverrechnungssätze) 50 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 337/09 (Stundenverrechnungssätze) 51 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 259/09 (Stundenverrechnungssätze) 53 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 35/10 (Fikt. Reparaturkosten bei Eigenreparatur + Weiterverkauf) 56 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 231/09 (130 %-Grenze, Rep. mit gebrauchten Teilen) 57 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 79/10 (Reparaturkosten geschätzt über 130 %, tatsächlich darunter) 59 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 260/10 (Wirksamkeit einer Abtretung von Sachverständigenkosten) 60 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 17/11 (Zur Anrechnung eines Werksangehörigenrabatts) 62 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 30/11 (Voraussetzungen der 130%-Grenze) 63 BGH, Beschl. v , AZ: VI ZA 40/11 (Nutzungsausfall bei Motorrad) 65
3 3 BGH, Beschl. v , VI ZB 17/11 (Kosten des Privatgutachtens sind erstattungsfähig) 66 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 143/11 (Mietwagenkostenabtretung wirksam) 68 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 133/11 (Quotelung von Sachverständigenkosten) 69 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 297/11 (Abtretung und Aktivlegitimation des Autovermieters) 70 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 238/11 (Abtretung und Aktivlegitimation des Autovermieters) 74 BGH, Beschl. v , AZ: VI ZR 92/12 (Beschädigtes Motorrad und Nutzungsausfall) 76 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 363/11 (Umsatzsteuer bei Ersatzbeschaffung) 77 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 363/11 (Nutzungsausfall und Standgeld bei Totalschaden) 79 BGH, Beschl. v , AZ: VII ZB 60/11 (Erstattungsfähigkeit von privaten Sachverständigenkosten) 81 BGH, Beschl. v , AZ: VI ZB 59/12 (Erstattungsfähigkeit von Kosten für ein Privatgutachten) 82 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 69/12 (Kein Abzug von Sozialabgaben und Lohnnebenkosten) 83 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 220/12 (Kein Abzug von Sozialabgaben und Lohnnebenkosten) 83 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 401/12 (Kein Abzug von Sozialabgaben und Lohnnebenkosten) 83 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 8/12 (Abtretung von Mietwagenkosten) 84 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 320/12 (Verweisung auf günstigere Reparaturmöglichkeit) 85 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 351/12 (Umsatzsteuer bei Ersatzbeschaffung von Privat) 85 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 24/13 (Zur Frage der Umsatzsteuer bei fiktiver Abrechnung) 86 BGH, Beschl. v , AZ: VI ZR 366/13 (Nutzungsausfallentschädigung bei gewerblichem Fahrzeug) 88 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 225/13 (Erforderlichkeit von Sachverständigenkosten) 88 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 313/13 (Verweisung auf günstigere Reparaturmöglichkeit) 89 BGH, Urt. v , AZ VI ZR 357/13 (Erforderlichkeit von Sachverständigenkosten) 90 BGH, Urt. v , AZ: VI ZR 507/13 (Abtretung von SV-Kosten an Factoring-Unternehmen) 91 BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 267/14 (Gleichwertigkeit von Reparaturbetrieben) 93 Vorwort Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zum Fahrzeugschaden ist in den vergangenen Jahren geprägt durch eine Vielzahl von Entscheidungen, die sehr einzelfallspezifisch aufgebaut sind. Aufgrund der kaum noch überschaubaren Flut der Entscheidungen fällt es immer schwerer, allgemein verbindliche Grundzüge der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zu erkennen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit wurden nachfolgend die wesentlichen Entscheidungen des Bundesgerichtshofes zum Sachschaden aufgeführt. Dort wo es sinnvoll erschien, wurden die Entscheidungen mit Anmerkungen versehen. Grundsätzlich kann auch heute noch festgehalten werden, dass die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes daran festhält, dass der Geschädigte Herr des Restitutionsgeschehens ist. Die meisten BGH-Entscheidungen zum Sachschaden sind in der Tendenz geschädigtenfreundlich, wenn auch deutlich wird, dass bei vielen Sachschadenpositionen als Maßstab der rechtlichen Bewertung eher auf 249 BGB abgestellt wird als auf 254 BGB. Die Frage der Erforderlichkeit rückt in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ganz deutlich in den Vordergrund. Die Frage der Schadenminderungspflicht des Geschädigten spielt zunehmend eine untergeordnete Rolle.
4 4 A) Allgemein BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 398/02 (u.a. in NJW 2003, 2086) Porscheentscheidung Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Werkstatt Leitsatz/ Leitsätze: Der Geschädigte, der fiktive Reparaturkosten abrechnet, darf der Schadensberechnung die Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Fachwerkstattzugrunde legen. Der abstrakte Mittelwert der Stundenverrechnungssätze aller repräsentativen Marken- und freien Fachwerkstätten einer Region repräsentiert als statistisch ermittelte Rechengröße nicht den zur Wiederherstellung erforderlichen Betrag. Aus der Pressemitteilung des BGH vom : Nach einem Verkehrsunfall ließ die Klägerin ihren beschädigten PKW Porsche zur Ermittlung der Reparaturkosten in ein Porsche-Zentrum verbringen. Dort wurden die Reparaturkosten unter Zugrundelegung der Stundenverrechnungssätze dieser Fachwerkstatt auf ,30 DM geschätzt. Die Klägerin ließ eine Reparatur des Fahrzeugs nicht durchführen, sondern verkaufte es in unrepariertem Zustand und verlangte von den ersatzpflichtigen Beklagten Ersatz fiktiver Reparaturkosten in genannter Höhe. Die beklagte Versicherung zahlte hierauf jedoch lediglich ,60 DM, da der Klägerin kein Anspruch auf Ersatz der im Porsche-Zentrum anfallenden Lohnkosten zustehe. Vielmehr seien der Schadensberechnung die von der DEKRA ermittelten mittleren ortsüblichen Stundenverrechnungssätze zugrunde zu legen. Dieser Auffassung ist der Senat nicht gefolgt. Ziel des Schadensersatzes ist die Totalreparation, wobei der Geschädigte nach schadensrechtlichen Grundsätzen sowohl in der Wahl der Mittel zur Schadensbehebung als auch in der Verwendung des vom Schädiger zu leistenden Schadenersatzes frei ist. Dies gilt auch für fiktive Reparaturkosten. Zwar ist der Geschädigte unter dem Gesichtspunkt der Schadensminderungspflicht gehalten, im Rahmen des ihm Zumutbaren den wirtschaftlicheren Weg der Schadensbehebung zu wählen. Jedoch braucht sich die Klägerin nicht auf die bloß abstrakte Möglichkeit einer technisch ordnungsgemäßen Reparatur in irgendeiner kostengünstigeren Fachwerkstatt verweisen zu lassen. Auch bei Abrechnung fiktiver Reparaturkosten kann nicht ein abstrakter Mittelwert Grundlage für die Berechnung der im konkreten Schadensfall erforderlichen Reparaturkosten sein. Auch bei fiktiver Schadensberechnung ist grundsätzlich Maßstab das Verhalten eines wirtschaftlich vernünftig denkenden Geschädigten zum Zwecke der Schadensbehebung. Dazu gehört auch die Entscheidung des Geschädigten, sein Fahrzeug in einer markengebundenen Fachwerkstatt reparieren zu lassen. Anderenfalls würde die dem Geschädigten in 249 Abs. 2 S. 1 BGB eröffnete Möglichkeit der Schadensbehebung in eigener Regie in einer mit dem Gesetz nicht zu vereinbarenden Weise eingeschränkt. Nach diesen Grundsätzen darf die Klägerin daher der Schadensberechnung die Stundenverrechnungssätze des Porsche-Zentrums zugrunde legen, auch wenn diese über den von der DEKRA ermittelten Sätzen der Region liegen. Dies gilt im Hinblick auf die dem Geschädigten zustehende Dispositionsfreiheit auch dann, wenn der Geschädigte das Fahrzeug wie hier unrepariert weiterveräußert. Anmerkung: Zweifelsfrei stärkt diese BGH-Entscheidung die Position des Geschädigten nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall. Die so genannte Porscheentscheidung erteilt der Abrechnung auf mittleren Stundenverrechnungssätzen eine klare Absage. Die Ausführungen des Bundesgerichtshofes machen überdies deutlich, dass sich ein Erstattungsanspruch eines Geschädigten auf Erstattung der Stundensätze eines Markenbetriebes nicht alleine auf höherwertige Fahrzeuge beschränken, sondern grundsätzlich davon ausgegangen werden kann, dass die in der Vergangenheit typischerweise vorgenommene Abrechnung auf durchschnittlichen Stundenverrechnungssätzen gemäß DEKRA unzulässig ist. Zwar wiederholt auch der BGH, dass sich der Geschädigte, der mühelos eine ohne weiteres zugängliche günstigere und gleichwertigere Reparaturmöglichkeit hat, sich auf diese verweisen lassen müsse, doch hat dies nichts mit dem grundsätzlichen Anspruch auf Erstattung der in einer Markenwerkstatt anfallenden Reparaturkosten zu tun. Der BGH führt aus, dass Grundlage der Berechnung der im konkreten Schadensfall erforderlichen Reparaturkosten nicht der abstrakte Mittelwert der Stundenverrechnungssätze aller repräsentativen
5 5 Marken und freien Fachwerkstätten einer Region sein kann, wenn der Geschädigte fiktiv abrechnet. Zu berücksichtigen sei, dass der von der DEKRA errechnete Mittelwert als lediglich statistisch ermittelte Rechengröße den zur Wiederherstellung erforderlichen Betrag erkennbar nicht repräsentiere. Für den Kfz-Sachverständigen löst diese BGH-Entscheidung mit Sicherheit die Konsequenz aus, dass die Angabe eines mittleren Stundenverrechnungssatzes gemäß DEKRA künftig problematisch ist. Der Sachverständige dürfte vielmehr gut beraten sein, wenn er in Fällen, in denen nicht feststeht, ob das Fahrzeug instand gesetzt wird oder nicht, der durchschnittliche Stundensatz der Fachwerkstätten dieser Marke der Region zugrunde gelegt wird. Grundsätzlich müsste auch im Rahmen der Abrechnung eines Kaskoschadens diese BGH- Entscheidung Auswirkungen haben. Auch im Kaskoschaden sind die erforderlichen Reparaturkosten zu erstatten. Zur Frage der Erforderlichkeit der Reparaturkosten hat der BGH letztlich mit der erwähnten Entscheidung Stellung genommen. Es bleibt abzuwarten, wie hier die Kaskoversicherer reagieren. Wichtig ist jedoch, dass zumindest im KH-Schaden eine Bezugnahme auf mittlere Stundenverrechnungssätze DEKRA künftig unterbleibt. Praxistipp: Gelegentlich wollen Versicherer den Geschädigten auf eine ihm fremde Werkstatt mit der Bekanntgabe von niedrigeren Stundenverrechnungssätzen verweisen. Dies würde allerdings seine Stellung als Herr des Restitutionsgeschehens / -Verfahrens untergraben. Andererseits darf er grundsätzlich nicht nach den Kosten einer teureren Werkstatt, als von ihm üblicherweise aufgesucht, abrechnen, nur um einen möglichst hohen Entschädigungsbetrag zu erhalten. Dies würde dem Gedanken des Bereicherungsverbotes widersprechen. Ist nicht bekannt, bei welcher Werkstatt der Geschädigte üblicherweise reparieren lässt, erhält er mindestens ortsübliche Stundenverrechnungssätze, allerdings ebenfalls von Markenwerkstätten. BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 393/02 (u.a. in NJW 2003, 2085) Karosseriebaumeisterentscheidung Leitsatz/ Leitsätze: Der Geschädigte kann zum Ausgleich des durch einen Unfall verursachten Fahrzeugschadens die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts ohne Abzug des Restwerts verlangen, wenn er das Fahrzeug tatsächlich reparieren lässt und weiter nutzt. Die Qualität der Reparatur spielt jedenfalls so lange keine Rolle, als die geschätzten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigen. Aus der Pressemitteilung des BGH vom : Der Kläger verlangt von der Beklagten als Haftpflichtversicherer des Schädigers Schadenersatz wegen eines Verkehrsunfalls, bei dem sein Kraftfahrzeug beschädigt wurde. Der Kläger ist Karosseriebaumeister und hat sein Fahrzeug nach dem Unfall selbst instand gesetzt. Im Prozess hat der Sachverständige bestätigt, dass durch die Reparaturmaßnahmen jedenfalls Verkehrs- und Betriebssicherheit wiederhergestellt worden sind; er hat allerdings Art und Qualität der Reparatur nicht weiter untersucht. Die Parteien streiten darüber, ob bei dieser Sachlage der Kläger seinen Schaden in Höhe der von einem Sachverständigen ermittelten Kosten einer fachgerechten Reparatur abrechnen kann, ohne dass es darauf ankommt, ob die Reparatur fachgerecht erfolgt ist, oder ob der Schadensersatzanspruch begrenzt ist durch den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges abzüglich des Restwertes. Amts- und Landgericht haben der Klage stattgegeben. Der für das Schadensrecht zuständige VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat die vom Berufungsgericht zugelassene Revision des Beklagten zurückgewiesen.
6 6 Die überwiegende Zahl der Gerichte spricht Reparaturkosten bis zur Höhe der Kosten der Ersatzbeschaffung zu, d. h. die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert. Für eine darüber hinausgehende Inanspruchnahme des Schädigers müsse der Geschädigte das Fahrzeug zum Zwecke der Weiterbenutzung fachgerecht instand setzen. Die Gegenmeinung billigt dem Geschädigten Reparaturkostenersatz bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes unter Ausklammerung des Restwertes zu. Der erkennende Senat ist im Anschluss an BGHZ 115, 364 ff. der letztgenannten Auffassung gefolgt und hat entschieden, dass der Restwert bei der Schadensberechnung jedenfalls dann unberücksichtigt zu bleiben hat, wenn wie in dem zu entscheidenden Fall die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert des Unfallfahrzeuges nicht übersteigen. Anmerkung: Auch diese Entscheidung stärkt die Position des Geschädigten nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall. Sie lässt allerdings mehr Fragen offen, als tatsächlich verbindlich entschieden werden. Die Aussage im Leitsatz der Entscheidung, dass die Qualität der Reparatur solange keine Rolle spielt, als die geschätzten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigen, steht in einem gewissen Gegensatz zu der Aussage in der Entscheidungsbegründung, dass durch die Reparatur jedenfalls die Verkehrssicherheit und Betriebssicherheit des Fahrzeuges wiederhergestellt werden muss. Sowohl die Verkehrssicherheit wie auch die Betriebssicherheit sind jedoch eindeutige Kriterien, die bei der Überprüfung der Qualität der Reparatur eine Rolle spielen müssen. Unklar ist auch die Aussage in der Entscheidung bezüglich des Nutzungswillens des Geschädigten. Der BGH spricht lediglich davon, dass die Reparaturkosten in voller Höhe zu erstatten sind, wenn er das Fahrzeug tatsächlich reparieren lässt, soweit Betriebssicherheit und Verkehrssicherheit wiederhergestellt sind und soweit er das Fahrzeug weiter nutzt. Keine Aussage trifft die Entscheidung dazu, wie dieser Nutzungswille zu dokumentieren ist, so dass man derzeit nur davon ausgehen kann, dass man sich hier an der Rechtsprechung zur so genannten 130%-Grenze orientieren muss. Bedauerlicherweise hat der BGH keine verbindliche Stellungnahme zu der Frage abgegeben, ab wann überhaupt eine Totalschadenabrechnung in Frage kommen kann. Weder hat er die 70%- Grenze, die der Verkehrsgerichtstag empfiehlt erwähnt, noch hat er eine Aussage getroffen zu der Frage, unter welchen Bedingungen ein Sachverständiger eine Angabe zum Restwert in sein Gutachten aufzunehmen hat. Hier verbleibt es bis auf weiteres bei den entsprechenden Richtlinien der Kammern und des BVSK sowie der Empfehlung des Verkehrsgerichtstages, die davon ausgehen, dass der Restwert erst ab einer Schadenhöhe von 70% des Wiederbeschaffungswertes überhaupt eine Rolle spielen kann. Neue Aufgaben kommen ggf. auf den Sachverständigen zu bei der Frage der Bewertung der Reparaturqualität. Da es nach der Entscheidung des BGH eben nicht darauf ankommt, ob die Reparatur gemäß gutachterlichen Vorgaben erfolgt ist, sondern ausschließlich darauf, ob durch die Reparatur die Betriebssicherheit und die Verkehrssicherheit wiederhergestellt wurde, wird der Sachverständige genau diese Kriterien zu definieren haben. Das Schadenersatzrechtsänderungsgesetz (Mehrwertsteuerthematik) hat mit dieser Entscheidung nichts zu tun, das heißt soweit nach dieser Entscheidung die Reparaturkosten bei fiktiver Abrechnung bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes zu erstatten sind, werden diese Reparaturkosten gemäß 249 Abs. 2 Satz 2 netto erstattet. Wie lange ein Fahrzeug weiter genutzt werden muss war streitig, wobei allerdings der BGH hier mit seinem Urteil vom , AZ: VI ZR 192/05, Klarheit geschaffen hat. BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 357/03 (u.a. in NJW 2005, 277) Nutzungsausfall/ Wertminderung Leitsatz/ Leitsätze: Zur Bemessung der Nutzungsausfallentschädigung und des merkantilen Minderwerts bei einem älteren Kraftfahrzeug
8 8 Es kommt allerdings immer auf die besonderen Umstände und den Einzelfall an, wobei hier auch wieder die Kriterien für das Fahrzeug zur Wertminderung mit herangezogen werden können. Der BGH betont auch, dass der insoweit freie Tatrichter grundsätzlich eine Schadensschätzung gemäß 287 ZPO auf der Grundlage der Tabellen von Sanden- Danner- Küppersbusch vornehmen kann, wobei diese Tabellen eine zwar mögliche, aber keine verbindliche Methode der Schadensermittlung sind. Gerade bei älteren Fahrzeugen ist nach dem BGH der Tatrichter allerdings nicht gehalten, in jedem Einzelfall bei der Beurteilung der entgangenen Gebrauchsvorteile eine aufwendige Berechnung anzustellen, sondern darf vielmehr im Rahmen des ihm nach 287 ZPO bei der Schadensschätzung eingeräumten Ermessens aus Gründen der Praktikabilität und gleichmäßigen Handhabung typischer Fälle auch bei älteren Fahrzeugen mit den in der Praxis anerkannten vorgenannten Tabellen arbeiten. BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 365/03 (u.a. in SP 2005, 102) Haftungsprivileg/ Sachverständigenkosten Leitsatz/ Leitsätze: a) Das Haftungsprivileg des 828 Abs. 2 Satz 1 BGB greift nur ein, wenn sich bei der gegebenen Fallkonstellation eine typische Überforderungssituation des Kindes durch die spezifischen Gefahren des motorisierten Verkehrs realisiert hat (vgl. Senatsurteil vom 30. November 2004, AZ: VI ZR 335/03, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt). b) Für die Beurteilung, ob die Kosten eines Sachverständigengutachtens zum erforderlichen Herstellungsaufwand gehören und vom Schädiger zu ersetzen sind, kann im Rahmen tatrichterlicher Würdigung auch die von dem Gutachter ermittelte Schadenshöhe berücksichtigt werden. Aus den Gründen:... a) Wie vom Berufungsgericht zutreffend gesehen, könnte der hier zu beurteilende Sachverhalt nach dem Wortlaut des neu gefassten 828 Abs. 2 Satz 1 BGB ohne weiteres unter das Haftungsprivileg für Minderjährige fallen. Aus seinem Wortlaut geht nicht hervor, dass das Haftungsprivileg davon abhängen soll, ob sich das an dem Unfall beteiligte Kraftfahrzeug im fließenden oder wie der hier geschädigte parkende Pkw im ruhenden Verkehr befindet. Auch aus der systematischen Stellung der Vorschrift ergibt sich nicht, dass der Gesetzgeber einen bestimmten Betriebszustand des Kraftfahrzeugs zugrunde legen wollte, zumal er bewusst nicht das Straßenverkehrsgesetz, sondern das allgemeine Deliktsrecht als Standort für die Regelung gewählt hat (vgl. BT-Drucks. 14/7752, S. 26). Allein diese Auslegungsmethoden führten daher nicht zu dem Ergebnis, dass 828 Abs. 2 BGB auf Fälle des fließenden Verkehrs von Kraftfahrzeugen begrenzt ist. Andererseits ist dem Wortlaut der Vorschrift auch nicht zweifelsfrei zu entnehmen, dass sie sich ohne Ausnahme auf sämtliche Unfälle beziehen soll, an denen ein Kraftfahrzeug beteiligt ist, wie schon die seit ihrem Inkrafttreten dazu veröffentlichten kontroversen Meinungen im Schrifttum zeigen b) Da der Wortlaut des 828 Abs. 2 BGB nicht zu einem eindeutigen Ergebnis führt, ist der in der Vorschrift zum Ausdruck kommende objektivierte Wille des Gesetzgebers mit Hilfe der weiteren Auslegungskriterien zu ermitteln, wobei im vorliegenden Fall insbesondere die Gesetzesmaterialien von Bedeutung sind. Aus ihnen ergibt sich mit der erforderlichen Deutlichkeit, dass das Haftungsprivileg des 828 Abs. 2 Satz 1 BGB nach dem Sinn und Zweck der Vorschrift nur eingreift, wenn sich bei der gegebenen Fallkonstellation eine typische Überforderungssituation des Kindes durch die spezifischen Gefahren des motorisierten Verkehrs realisiert hat. Mit der Einführung der Ausnahmevorschrift in 828 Abs. 2 BGB wollte der Gesetzgeber dem Umstand Rechnung tragen, dass Kinder regelmäßig frühestens ab Vollendung des zehnten Lebensjahres imstande sind, die besonderen Gefahren des motorisierten Straßenverkehrs zu erkennen, insbesondere Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen, und sich den Gefahren entsprechend zu verhalten (vgl. BT-Drucks. 14/7752, S. 16, 26) Er wollte die Heraufsetzung der Deliktsfähigkeit vielmehr auf im motorisierten Straßen- oder Bahnverkehr plötzlich eintretende Schadensereignisse begrenzen, bei denen die altersbedingten Defizite eines Kindes, wie z.b. Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht richtig einschätzen zu können, regelmäßig zum Tragen kommen Der Gesetzgeber wollte vielmehr lediglich den Fällen einer typischen Überforderung der betroffenen Kinder durch die spezifischen Gefahren des motorisierten Verkehrs Rechnung tragen.
10 10 Gesetzgebers die Haftungsprivilegierung für Kinder nur gelten solle, wenn es sich bei der gegebenen Fallkonstellation um eine typische Überforderungssituation des Kindes durch die spezifischen Gefahren des motorisierten Verkehrs handelt. Faktisch bedeutet diese Auslegung, dass in der Regel bei ruhendem Verkehr eine Haftung des minderjährigen Kindes gegeben ist, da sich in der Regel im ruhenden Verkehr die spezifische Gefahr des motorisierten Verkehrs nicht verwirklicht. In dem konkreten Fall geht das Gericht zudem davon aus, dass auch minderjährige Kinder wissen und verstehen, dass man mit einem Fahrrad nicht gegen parkende PKW fährt. In einem zweiten Teil befasst sich der Bundesgerichtshof mit den Kosten eines Sachverständigengutachtens und wiederholt für die Erstattungsfähigkeit der Sachverständigenkosten bereits früher veröffentlichte Grundsätze. Interessant ist insbesondere, dass der Bundesgerichtshof nicht beanstandet hat, dass bei Reparaturkosten in Höhe von 715,00 jedenfalls nicht mehr von einem Bagatellschaden auszugehen sei. In Anbetracht der Bestrebungen einzelner Versicherer sowie in Anbetracht der Spruchpraxis einiger Instanzgerichte ist die Klarstellung des Bundesgerichtshofes ausdrücklich zu begrüßen. BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 119/04 (u.a. in NJW 2005, 29) Restwertsondermarkt Leitsatz/ Leitsätze: a) Ein überdurchschnittlicher Erlös, den der Geschädigte für seinen Unfallwagen aus Gründen erzielt, die mit dem Zustand des Fahrzeugs nichts zu tun haben, ist dem Schädiger nicht gutzubringen (im Anschluss an Senatsurteile vom 05. März 1985, AZ: VI ZR 204/83, VersR 1985, 593 f. und vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91, VersR 1992, 457 f.). b) Ein Geschädigter ist grundsätzlich nicht verpflichtet, einen Sondermarkt für Restwertaufkäufer im Internet in Anspruch zu nehmen; er muss er sich jedoch einen höheren Erlös anrechnen lassen, den er bei tatsächlicher Inanspruchnahme eines solchen Sondermarktes ohne besondere Anstrengungen erzielt. Aus den Gründen:... Diese "subjektbezogene Schadensbetrachtung" gilt auch für die Frage, in welcher Höhe dem Geschädigten wegen der ihm in seiner individuellen Lage möglichen und zumutbaren Verwertung seines Unfallfahrzeugs kein Schaden entstanden ist. Will er sein Fahrzeug etwa einer ihm vertrauten Vertragswerkstatt oder einem angesehenen Gebrauchtwagenhändler bei dem Erwerb eines Ersatzfahrzeugs in Zahlung geben, dann kann ihn der Schädiger gegenüber deren Ankaufangeboten nicht auf einen höheren Restwerterlös verweisen, der nur auf einem dem Geschädigten erst durch den Schädiger eröffneten Sondermarkt, etwa durch Einschaltung spezialisierter Restwertaufkäufer, zu erzielen wäre (vgl. Senatsurteile vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91 und vom 06. April 1993, AZ: VI ZR 181/92 -, jeweils aao). Im Streitfall hat der Kläger sein Unfallfahrzeug zwar nicht in Zahlung gegeben, sondern es auf einem solchen Sondermarkt unter Einschaltung des Internets verkauft. Er hat dies aber erst nach Einholung eines Gutachtens (allerdings nicht auf der Grundlage des darin ausgewiesenen Restwerts) getan, das nach den Feststellungen des Berufungsgerichts auf den allgemeinen örtlichen Markt abgestellt war. Mehr als eine Schadensberechnung auf dieser Grundlage kann vom Geschädigten im Rahmen des Wirtschaftlichkeitspostulats grundsätzlich nicht verlangt werden, ohne die ihm nach 249 Satz 2 BGB a.f. zustehende Ersetzungsbefugnis auszuhöhlen. Eine Verpflichtung, über die Einholung eines Sachverständigengutachtens hinaus noch eine eigene Marktforschung zu betreiben und dabei die Angebote auch räumlich entfernter Interessenten einzuholen, traf den Kläger auch im hier zu entscheidenden Fall nicht. Der in dem Gutachten ausgewiesene Wert war daher eine geeignete Grundlage für die Bemessung des Betrages, in dessen Höhe dem Geschädigten durch den Unfall kein Vermögensnachteil entstanden ist. b) Grundsätzlich ist allerdings ein überdurchschnittlicher Erlös, den der Geschädigte für seinen Unfallwagen aus Gründen erzielt, die mit dem Zustand des Fahrzeugs nichts zu tun haben, dem Schädiger nicht gutzubringen (vgl. Senatsurteile vom 05. März 1985, AZ: VI ZR 204/83, VersR 1985, 593, 594; vom 21. Januar 1992, AZ: VI ZR 142/91, aao). Anderes gilt aber dann, wenn der Geschädigte für das Unfallfahrzeug ohne überobligationsmäßige Anstrengungen einen Erlös erzielt hat, der den vom Sachverständigen geschätzten Betrag übersteigt. Dann hat er durch die Verwertung seines Fahrzeugs in Höhe des tatsächlich erzielten Erlöses den ihm entstandenen Schaden
12 12 schadensrechtlichen Grundsätzen der Geschädigte zwar vollen Ersatz verlangen kann, an dem Schadensfall aber nicht verdienen soll, kann ihn der Schädiger an dem tatsächlich erzielten Erlös festhalten. Auch wenn ein Geschädigter grundsätzlich nicht verpflichtet ist, einen Sondermarkt für Restwertaufkäufer im Internet in Anspruch zu nehmen, muss er sich doch einen höheren Erlös anrechnen lassen, den er bei tatsächlicher Inanspruchnahme eines solchen Sondermarktes ohne besondere Anstrengungen erzielt hat. Der Schädiger hat freilich keinen Anspruch darauf, dass sich der Geschädigte zu einem Verkauf in dem Sondermarkt der Internet- Restwertaufkäufer entschließt. Dass der Geschädigte zu der von ihm entwickelten Initiative nicht verpflichtet war, rechtfertigt es jedoch nicht, ihm den daraus resultierenden Erfolg zu Lasten des Schädigers und der Versichertengemeinschaft zu belassen. Auch dass der Übererlös für den Unfallwagen aus Gründen erzielt wurde, die mit dem Zustand des Fahrzeugs nichts zu tun hatten, erfordert das nicht. Ein Verbleib des Übererlöses würde gegen das schadensrechtliche Bereicherungsverbot verstoßen, wonach der Geschädigte zwar vollen Ersatz verlangen kann, an dem Schadensfall aber nicht verdienen soll. BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 112/04 (u.a. in NJW 2005, 1044) Nutzungsausfall älteres Kfz Leitsatz/ Leitsätze: Zur Bemessung der Nutzungsausfallentschädigung bei einem älteren Kraftfahrzeug (im Anschluss an das Senatsurteil vom 23. November 2004, AZ: VI ZR 357/03) Aus den Gründen: Entgegen der Auffassung der Revision hat das Berufungsgericht nicht verkannt, dass eine Schadensschätzung auf der Grundlage der Tabellen von Sanden/Danner/Küppersbusch eine zwar mögliche, aber keine verbindliche Methode der Schadensermittlung ist. Aus den Entscheidungsgründen des angefochtenen Urteils geht hervor, dass das Berufungsgericht sich seines Ermessens sehr wohl bewusst war. Es hat nämlich im Einzelnen dargelegt, weshalb es vorliegend eine Schadensermittlung anhand der Tabellen trotz der wegen der Dauer des Nutzungsausfalls und des Alters des Fahrzeugs gegebenen Besonderheiten für sachgerecht erachtet. Einer weitergehenden Darlegung bedurfte es nicht. 2. Die Heranziehung der Tabellen lässt vorliegend keinen Rechtsfehler erkennen. Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats ist der Tatrichter auch bei älteren Fahrzeugen nicht gehalten, in jedem Einzelfall bei der Beurteilung der entgangenen Gebrauchsvorteile eine aufwendige Berechnung anzustellen. Vielmehr darf er im Rahmen des ihm nach 287 ZPO bei der Schadensschätzung eingeräumten Ermessens aus Gründen der Praktikabilität und der gleichmäßigen Handhabung typischer Fälle auch bei älteren Fahrzeugen mit den in der Praxis anerkannten Tabellen arbeiten (Senatsurteil vom 23. November 2004, AZ: VI ZR 357/03, Umdruck S. 9, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt). Aus Rechtsgründen ist auch nichts dagegen zu erinnern, dass das Berufungsgericht dem Alter des Fahrzeugs durch eine Herabstufung um eine Gruppe Rechnung getragen hat (vgl. Senatsurteil vom 23. November 2004, AZ: VI ZR 357/03, Umdruck S. 10).... BGH, Urteil vom , AZ: VI ZR 70/04 (u.a. in SP 2005, 126) 130 %-Grenze Leitsatz/ Leitsätze: Ersatz von Reparaturaufwand bis zu 30% über dem Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs kann nur verlangt werden, wenn die Reparatur fachgerecht und in einem Umfang durchgeführt wird, wie ihn der Sachverständige zur Grundlage seiner Kostenschätzung gemacht hat (Fortführung des Senatsurteils BGHZ 154, 395 ff.). Aus den Gründen:... Die Auffassung des Berufungsgerichts, dass der Geschädigte nicht Ersatz von den Wiederbeschaffungswert übersteigenden Reparaturkosten verlangen kann, wenn er den Schaden auf der Basis eines Sachverständigengutachtens abrechnet, die Reparatur jedoch nicht im entsprechenden Umfang und fachgerecht durchführt, erweist sich als zutreffend....

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