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Timestamp: 2019-11-15 05:26:27+00:00

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Gemischt genutzte Gebäude in der Einkommen- und Umsatzsteuer ⇒ Lexikon des Steuerrechts | smartsteuer
Gemischt genutzte Gebäude in der Einkommen- und Umsatzsteuer
1.2 Unterschiedlich genutzte Gebäudeteile als eigenständige Wirtschaftsgüter
1.2.1 Allgemeiner Überblick
1.2.2 Nutzung zu eigenbetrieblichen Zwecken als notwendiges Betriebsvermögen
1.2.3 Grundstücke und Grundstücksteile als gewillkürtes Betriebsvermögen
2.1 Überblick über die umsatzsteuerrechtliche Behandlung gemischt genutzter Grundstücke
2.2 Privatwohnung im Unternehmensvermögen (Rechtslage vor 2011)
2.2.1 EuGH-Urteil vom 8.5.2003 und BFH-Urteil vom 24.7.2003
2.2.1.1 Steuerpflichtige private Verwendung
2.2.1.2 Wohnung als Unternehmensvermögen
2.2.1.3 Steuerbare und steuerpflichtige Verwendung
2.2.2 Bemessungsgrundlage – Ausgaben des Unternehmers
2.2.2.1 Definition der Ausgaben
2.2.2.2 Keine Berücksichtigung der ertragsteuerrechtlichen AfA-Beträge
2.2.3 Veräußerung des Grundstücks im Unternehmensvermögen
2.2.4 Entnahme des Grundstücks aus dem Unternehmensvermögen als steuerpflichtige Wertabgabe
2.2.5 Vorsteuerabzug und -aufteilung
2.2.5.1 Zuordnungsentscheidung
2.2.5.2 Vorsteueraufteilung nach der BFH-Rechtsprechung
2.2.5.3 Vorsteueraufteilungsschlüssel
2.3 Privatwohnung im Unternehmensvermögen (Rechtslage ab 2011; Einführung des § 15 Abs. 1b UStG)
2.3.1 Wohnung als Unternehmensvermögen
2.3.1.1 Mindestnutzung von 10 &percnt;
2.3.1.2 Zuordnungsentscheidung zum Unternehmensvermögen
2.3.1.3 Dokumentation der Zuordnung
2.3.1.4 Häusliches Arbeitszimmer
2.3.2 Vorsteueraufteilungsschlüssel
2.3.3 Änderung der Verhältnisse i.S.d. § 15a UStG
2.3.3.1 Von der eigengewerblichen Nutzung zu eigenen Wohnzwecken
2.3.3.2 Veräußerung des Grundstücks im Unternehmensvermögen
Wirtschaftsgüter, die ausschließlich und unmittelbar für eigenbetriebliche Zwecke des Stpfl. genutzt werden oder dazu bestimmt sind, stellen notwendiges Betriebsvermögen dar.
1.2. Unterschiedlich genutzte Gebäudeteile als eigenständige Wirtschaftsgüter
1.2.1. Allgemeiner Überblick
1.2.2. Nutzung zu eigenbetrieblichen Zwecken als notwendiges Betriebsvermögen
1.2.3. Grundstücke und Grundstücksteile als gewillkürtes Betriebsvermögen
Nach R 4.2 Abs. 9 Satz 1 EStR können Grundstücke oder Grundstücksteile, die nicht eigenbetrieblich genutzt werden und weder eigenen Wohnzwecken dienen noch Dritten zu Wohnzwecken unentgeltlich überlassen sind, sondern z.B. zu Wohnzwecken oder zur gewerblichen Nutzung an Dritte vermietet sind, als gewillkürtes Betriebsvermögen behandelt werden, wenn die Grundstücke oder die Grundstücksteile in einem gewissen objektiven Zusammenhang mit dem Betrieb stehen und ihn zu fördern bestimmt und geeignet sind.
2.1. Überblick über die umsatzsteuerrechtliche Behandlung gemischt genutzter Grundstücke
für eigengewerbliche Zwecke
für fremdgewerbliche Zwecke
für fremde Wohnzwecke
für eigene Wohnzwecke
Nach A 15.2c Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b UStAE besteht folgendes Zuordnungswahlrecht
(→ Unternehmensvermögen):
Insgesamt Unternehmensvermögen
Insgesamt Privatvermögen.
Abb.: Unterschiedliche Grundstücksnutzung bei der USt
2.2. Privatwohnung im Unternehmensvermögen (Rechtslage vor 2011)
2.2.1. EuGH-Urteil vom 8.5.2003 und BFH-Urteil vom 24.7.2003
2.2.1.1. Steuerpflichtige private Verwendung
2.2.1.2. Wohnung als Unternehmensvermögen
Für die Anwendung der o.g. Grundsätze ist nach § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG eine unternehmerische Nutzung von mindestens 10 % erforderlich. Für die Berechnung der 10 %-Grenze ist das Verhältnis der gesamten Wohn- und Nutzfläche zu der unternehmerisch genutzten Fläche maßgebend.
2.2.1.3. Steuerbare und steuerpflichtige Verwendung
2.2.2. Bemessungsgrundlage – Ausgaben des Unternehmers
2.2.2.1. Definition der Ausgaben
Mit Urteil vom 19.4.2007 (V R 56/04, BStBl II 2007, 676) hat der BFH zur rückwirkenden Anwendung zur Ermittlung der Bemessungsgrundlage der unentgeltlichen Wertabgabe bei gemischt genutzten Grundstücken vor dem 1.7.2004 entschieden, dass es dafür keine Rechtgrundlage gibt. Die Neuregelung der Bemessungsgrundlage in § 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStG durch das EURLUmsG vom 9.12.2004 (BGBl I 2004, 3310) gilt mit Wirkung vom 1.7.2004. Soweit das zuvor erlassene BMF-Schreiben vom 13.4.2004 (BStBl I 2004, 468) als »Interpretation« des bisherigen Kostenbegriffs in § 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStG 1999 a.F. Rückwirkung auf davor liegende »offene« Besteuerungszeiträume beilegt, gibt es dafür keine Rechtsgrundlage. Nach dem BMF-Schreiben vom 10.8.2007 (BStBl I 2007, 690) ist in den Fällen, in denen ein Unternehmer für einen Zeitraum vor dem 1.7.2004 ein Gebäude seinem Unternehmen zugeordnet und auch für den nichtunternehmerisch verwendeten Teil des Gebäudes den Vorsteuerabzug geltend gemacht hat, zur Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die nach § 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG zu versteuernde unentgeltliche Wertabgabe § 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStG in der bis einschließlich 30.6.2004 geltenden Fassung anzuwenden.
2.2.2.2. Keine Berücksichtigung der ertragsteuerrechtlichen AfA-Beträge
2.2.3. Veräußerung des Grundstücks im Unternehmensvermögen
2.2.4. Entnahme des Grundstücks aus dem Unternehmensvermögen als steuerpflichtige Wertabgabe
2.2.5. Vorsteuerabzug und -aufteilung
2.2.5.1. Zuordnungsentscheidung
Die sofort bei Leistungsbezug zu treffende Zuordnungsentscheidung ist somit zeitnah, d.h. bis spätestens im Rahmen der Jahressteuererklärung zu dokumentieren. Keine zeitnahe Dokumentation der Zuordnungsentscheidung liegt vor, wenn die Zuordnungsentscheidung dem Finanzamt erst nach Ablauf der gesetzlichen Abgabefrist von Steuererklärungen (d.h. 31.5. des Folgejahres) mitgeteilt wird. Nach Auffassung des BFH erfordert die Zuordnung eines Gegenstands zum Unternehmen eine durch Beweisanzeichen gestützte Zuordnungsentscheidung des Unternehmers bei Anschaffung oder Herstellung des Gegenstands. Dabei ist die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs regelmäßig ein gewichtiges Indiz für, die Unterlassung des Vorsteuerabzugs ein ebenso gewichtiges Indiz gegen die Zuordnung eines Gegenstands zum Unternehmen. Auch die bilanzielle und ertragsteuerrechtliche Behandlung kann ggf. ein Indiz für die umsatzsteuerrechtliche Behandlung sein. Gibt es keine Beweisanzeichen für eine Zuordnung zum Unternehmen, kann diese nicht unterstellt werden. Diese Zuordnungsgrundsätze gelten auch bei Herstellung oder Erwerb eines Gegenstands durch zwei eine Gemeinschaft bildende Ehegatten. Verwendet allerdings nur einer der Ehegatten einen Teil des Gegenstands ausschließlich für unternehmerische Zwecke, steht diesem Ehegatten und Miteigentümer das Recht auf Vorsteuerabzug für die gesamte Mehrwertsteuerbelastung des von ihm für unternehmerische Zwecke verwendeten Teils des Gegenstands zu, sofern der Abzugsbetrag nicht über den Miteigentumsanteil des Steuerpflichtigen an dem Gegenstand hinausgeht. Nutzt somit einer der Gemeinschafter ein Arbeitszimmer oder Büro im Wohnhaus vollständig für Zwecke seiner wirtschaftlichen Tätigkeit, kann er diesen Gebäudeteil im Rahmen seines Miteigentumsanteils – vorbehaltlich einer zeitnahen Zuordnungsentscheidung – seinem Unternehmensvermögen zuordnen mit der Folge, dass er die gesamte Mehrwertsteuer abziehen kann, mit der die verschiedenen Kostenelemente des Preises für diesen Teil des Ge-bäudes unmittelbar belastet worden sind (s. EuGH Urteil vom 21.4.2005, Rs. C-25/03, HE, Punkt 4.1.10, Vorsteuerabzugsproblematik bei Grundstücksgemeinschaften – insbesondere bei Ehegatten).
2.2.5.2. Vorsteueraufteilung nach der BFH-Rechtsprechung
2.2.5.3. Vorsteueraufteilungsschlüssel
2.3. Privatwohnung im Unternehmensvermögen (Rechtslage ab 2011; Einführung des § 15 Abs. 1b UStG)
2.3.1. Wohnung als Unternehmensvermögen
2.3.1.1. Mindestnutzung von 10 %
Für die Anwendung des § 15 Abs. 1b UStG ist zunächst eine Zuordnung des gesamten Grundstücks zum Unternehmensvermögen im Rahmen des § 15 Abs. 1 UStG notwendig. Dies ergibt sich aus der systematischen Stellung des § 15 Abs. 1b UStG, der gegenüber § 15 Abs. 1 UStG nachrangig ist. § 15 Abs. 1b UStG beschränkt somit nicht das Zuordnungswahlrecht eines einheitlich, gemischt genutzten Gegenstandes (vgl. A 15.6a UStAE). Für die Anwendung des § 15 Abs. 1b UStG ist somit nach § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG eine unternehmerische Nutzung von mindestens 10 % erforderlich. Für die Berechnung der 10 %-Grenze ist das Verhältnis der gesamten Wohn- und Nutzfläche zu der unternehmerisch genutzten Fläche maßgebend. Das Flächenverhältnis ist nach folgenden Grundsätzen zu ermitteln: Es sind die Grundflächen aller Räume anzusetzen, unabhängig davon, ob es sich um Wohn- oder Gewerbeflächen handelt (Wohn-, Verkaufs-, Keller-, Lager- und Speicherräume). Flächen, die gemeinsam genutzt werden (z.B. Treppenhaus, Technikräume), bleiben unberücksichtigt. Die Regelungen der 2. Verordnung zur Berechnung der Wohnfläche vom 25.11.2003 (BGBl I 2003, 2346) sind nicht anzuwenden (BFH Beschluss vom 21.5.1987, V S 11/85, BFH/NV 1987, 536). Die Grundflächen sind auch dann im vollen Umfang anzusetzen, wenn nach den Regelungen der 2. Verordnung zur Berechnung der Wohnflächen die Flächen nur teilweise zu berücksichtigen sind (z.B. wegen Dachschrägen). Die Flächen von Terrassen oder Balkonen zählen nicht zur maßgeblichen Grundfläche (vgl. OFD Karlsruhe vom 25.8.2011, S 7300). Grundsätzlich prägt die Nutzung eines Gebäudes auch die Nutzung des dazugehörigen Grund und Bodens. Sofern ausnahmsweise Teile des Grundstücks als eigenständige Zuordnungsobjekte anzusehen sind, ist für jedes Zuordnungsobjekt die unternehmerische Mindestnutzung gesondert zu ermitteln. Nicht ausschließlich unternehmerisch genutzte Räume eines Gebäudes sind nur mit dem Anteil der tatsächlichen unternehmerischen Nutzung in die Ermittlung der 10 %-Grenze einzubeziehen.
2.3.1.2. Zuordnungsentscheidung zum Unternehmensvermögen
Bei einem einheitlichen Gegenstand, der sowohl unternehmerisch als auch nichtunternehmerisch genutzt wird, hat der Unternehmer nach Auffassung der Finanzverwaltung (in Folge der Rspr. des EuGH) ein Zuordnungswahlrecht. Er kann z.B. einerseits ein Gebäude mit dem dazugehörenden Grund und Boden insgesamt dem nichtunternehmerischen Bereich zuordnen, auch wenn das Gebäude teilweise unternehmerisch genutzt wird. Andererseits kann er ein Gebäude auch insgesamt seinem Unternehmen zuordnen, wenn die unternehmerische Nutzung mindestens 10 % beträgt (§ 15 Abs. 1 Satz 2 UStG); auch eine nur partielle Zuordnung i.H.d. (originär) genutzten unternehmerischen Anteils ist möglich (A 15.2c Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b UStAE). Diese Zuordnung erfordert eine durch Beweisanzeichen gestützte Zuordnungsentscheidung des Unternehmers. Regelmäßig erfolgt die Zuordnungsentscheidung durch die rechtzeitige Geltendmachung des Vorsteuerabzugs. Gibt es keine Beweisanzeichen für eine Zuordnung zum Unternehmen, kann diese nicht unterstellt werden (Abschn. 15.2 Abs. 21 Nr. 2 UStAE).
Beispiel 7 (vgl. Ramb, NWB 2012, 1450)
Aus dem Grundsatz des Sofortabzugs der Vorsteuer folgt, dass die Zuordnungsentscheidung bereits bei Leistungsbezug für einen einheitlichen Gegenstand zu treffen ist. Die Zuordnungsentscheidung ist jedoch eine innere Tatsache, die erst durch äußere Beweisanzeichen erkennbar wird. Es bedarf daher einer Dokumentation der Zuordnungsentscheidung, die grundsätzlich in der erstmöglichen Voranmeldung vorzunehmen ist. Gleichwohl kann die Zuordnungsentscheidung spätestens und mit endgültiger Wirkung noch in einer »zeitnah« erstellten Umsatzsteuererklärung für das Jahr, in das der Leistungsbezug bzw. die Anzahlung fällt, nach außen dokumentiert werden, wenn frühere Anhaltspunkte für eine vollständige oder teilweise Zuordnung der bezogenen Leistung zum Unternehmen fehlen. Eine zeitnahe Dokumentation der Zuordnungsentscheidung liegt vor, wenn sie bis zur gesetzlichen Abgabefrist für Steuererklärungen (31. Mai des Folgejahres) vorliegt; Fristverlängerungen für die Abgabe der Steuererklärungen haben darauf keinen Einfluss (BFH Urteile vom 7.7.2011, V R 42/09 und V R 21/10). Bis zu diesem Zeitpunkt kann auch eine z.B. im Voranmeldungsverfahren getroffene Zuordnungsentscheidung korrigiert werden (vgl. BFH Urteil vom 7.7.2011, V R 21/10).
Die nachfolgenden Beispiele zeigen auf, wie wichtig eine frühzeitige und richtige Dokumentation der Zuordnungsentscheidung für den Unternehmer ist. Fehler in diesem Bereich können erhebliche Auswirkungen auf den Vorsteuerabzug sowie auf das Vorsteuervolumen für eine etwaige Berichtigung des Vorsteuerabzugs nach § 15a UStG entfalten:
Sachverhalt wie Beispiel 8. U hat aber keine schriftliche Erklärung gegenüber dem Finanzamt abgegeben, dass er das Gebäude seinem Unternehmen vollständig zuordnet. Die erstmaligen Jahreserklärungen für die Jahre 01, 02 und 03 reicht U erst zum 31.5.04 ein.
Sachverhalt wie Beispiel 8. U erklärt aber erst zum 31.5.04 die vollständige Zuordnung des Gebäudes zu seinem Unternehmen schriftlich gegenüber dem Finanzamt.
2.3.1.3. Dokumentation der Zuordnung
Beabsichtigt der Unternehmer einen einheitlichen Gegenstand teilunternehmerisch, also sowohl für unternehmerische als auch für unternehmensfremde Tätigkeiten zu verwenden, hat der Unternehmer ein Zuordnungswahlrecht (A 15.2c Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b UStAE). Die (vollständige oder teilweise) Zuordnung des Gegenstands zum Unternehmen erfordert aus diesem Grund eine durch Beweisanzeichen gestützte Zuordnungsentscheidung des Unternehmers. Die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs ist regelmäßig ein gewichtiges Indiz für, die Unterlassung des Vorsteuerabzugs ein ebenso gewichtiges Indiz gegen die Zuordnung eines Gegenstands zum Unternehmen. Ist ein Vorsteuerabzug nicht möglich, müssen andere Beweisanzeichen herangezogen werden (BFH Urteil vom 31.1.2002, V R 61/96, BStBl II 2003, 813). Gibt es keine Beweisanzeichen für eine Zuordnung zum Unternehmen, kann diese nicht unterstellt werden (BFH Urteile vom 28.2.2002, V R 25/96, BStBl II 2003, 815, und vom 7.7.2011, V R 42/09). Ob andere Beweisanzeichen für die Zuordnung vorliegen, ist unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten des Sachverhalts, zu denen die Art der betreffenden Gegenstände und der zwischen dem Erwerb der Gegenstände und ihrer Verwendung für Zwecke der wirtschaftlichen Tätigkeiten des Unternehmers liegende Zeitraum gehören, zu prüfen. Hierbei kann zu berücksichtigen sein, ob der Unternehmer bei An- und Verkauf des teilunternehmerisch genutzten Gegenstands unter seinem Firmennamen auftritt oder ob er den Gegenstand betrieblich oder privat versichert hat. Unter Umständen kann auch die bilanzielle und ertragsteuerrechtliche Behandlung ein Indiz für die umsatzsteuerrechtliche Behandlung sein (vgl. BFH Urteil vom 7.7.2011, V R 42/09). Zwar ist die Wahrnehmung von Bilanzierungspflichten für die umsatzsteuerrechtliche Zuordnung nicht maßgeblich, jedoch kann z.B. der Umstand, dass der Unternehmer einen Gegenstand nicht als gewillkürtes Betriebsvermögen behandelt, obwohl die Voraussetzungen dafür gegeben sind, Indiz dafür sein, dass er ihn auch umsatzsteuerrechtlich nicht seinem Unternehmen zuordnen wollte (vgl. BFH Urteil vom 31.1.2002, V R 61/96, BStBl II 2003, 813). Umgekehrt spricht für eine Zuordnung zum Unternehmen, wenn der Unternehmer einen aktivierungspflichtigen Gegenstand nur mit den Netto-Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert, weil nach § 9b Abs. 1 Satz 1 EStG der Vorsteuerbetrag nach § 15 UStG, soweit er umsatzsteuerrechtlich abgezogen werden kann, nicht zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts gehört (vgl. BFH Urteil vom 7.7.2011, V R 42/09).
2.3.1.4. Häusliches Arbeitszimmer
2.3.2. Vorsteueraufteilungsschlüssel
Als Zuordnungsschlüssel bei teilunternehmerischer Verwendung des Zuordnungsobjekts ist nach § 15 Abs. 4 Satz 4 UStG der Aufteilungsschlüssel nach § 15 Abs. 4 Satz 2 und 3 UStG entsprechend anzuwenden. Der unternehmerische Nutzungsanteil ist danach im Wege einer sachgerechten und von dem Finanzamt überprüfbaren Schätzung zu ermitteln.
Mit Urteil vom 3.7.2014 (V R 2/10) führt der BFH die Rechtsprechung fort: Bei der Errichtung eines gemischt genutzten Gebäudes richtet sich die Vorsteueraufteilung im Regelfall nach dem objektbezogenen Flächenschlüssel. Vorsteuerbeträge sind aber dann nach dem (objektbezogenen) Umsatzschlüssel aufzuteilen, wenn eine Gesamtwürdigung ergibt, dass erhebliche Unterschiede in der Ausstattung der verschiedenen Zwecken dienenden Räume bestehen (z.B. unterschiedliche Raumhöhe). Die Klägerin hatte auf einem von ihr erworbenen Grundstück ein gemischt genutztes Gebäude errichtet und zum Teil umsatzsteuerfrei bzw. -steuerpflichtig vermietet. Die deshalb erforderliche Aufteilung der auf die Baukosten entfallenden Vorsteuern ermittelte das Finanzamt nach dem Verhältnis der steuerfrei und der steuerpflichtig vermieteten Flächen. Zur Begründung verwies es auf die seit dem Jahr 2004 geltende Regelung in § 15 Abs. 4 Satz 3 UStG, wonach eine Vorsteueraufteilung nur dann nach dem Umsatzverhältnis erfolge dürfe, wenn keine andere wirtschaftliche Zurechnung möglich sei. Das Finanzgericht gab der hiergegen gerichteten Klage statt (FG Münster Urteil vom 8.12.2009, 15 K 1271/06 U). Bei der Errichtung eines gemischt genutzten Gebäudes richtet sich die Vorsteueraufteilung im Regelfall nach dem objektbezogenen Flächenschlüssel. Zur weiteren Begründung verweist der Senat auf die Ausführungen in Rz. 16 ff. seines Grundsatzurteils vom 7.5.2014 (V R 1/10). Das Urteil des Finanzgerichts widerspricht diesen Maßstäben und ist deshalb aufzuheben. Das Finanzgericht ist bei seiner Entscheidung rechtsfehlerhaft davon ausgegangen, dass § 15 Abs. 4 Satz 3 UStG bei der Errichtung eines gemischt genutzten Gebäudes wegen Richtlinienwidrigkeit nicht anwendbar ist und sich der Unternehmer daher auf die für ihn günstigere Anwendung des Umsatzschlüssels nach der Richtlinie 77/388/EWG berufen kann. Demgegenüber ist § 15 Abs. 4 Satz 3 UStG bei richtlinienkonformer Auslegung anwendbar, sodass die Klägerin grds. zu einer Aufteilung nach dem Flächenschlüssel verpflichtet ist. Zur Vermeidung einer möglichen Divergenz der Rechtsauffassung des V. und des XI. Senats hat der BFH mit Beschluss vom 5.6.2014 dem EuGH die aus seiner Sicht offenen Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt. Der EuGH (EuGH vom 9.6.2016, C-332/14) hat die Vorlagefragen des BFH mit Urteil vom 9.6.2016 wie folgt beantwortet: Die Eingangsleistung, aus der der Vorsteuerabzug geltend gemacht wird, ist vorrangig den jeweiligen Ausgangsumsätzen zuzuordnen. Ist der Ausgangsumsatz umsatzsteuerpflichtig, ist der Vorsteuerabzug möglich. Ist diese unmittelbare Zuordnung in der Praxis zu komplex und somit nur schwer durchführbar, greift grundsätzlich der Umsatzschlüssel. Der Flächenschlüssel ist hingegen nur dann anstelle des Umsatzschlüssels anwendbar, wenn er eine »präzisere Bestimmung des Pro-rata-Satzes des Vorsteuerabzugs« ermöglicht. Diese Zuordnungsgrundsätze gelten sowohl für Vorsteuern aus der Anschaffung bzw. Herstellung des Gebäudes als auch für Vorsteuern aus den laufenden Kosten, z.B. Instandhaltungskosten.
2.3.3. Änderung der Verhältnisse i.S.d. § 15a UStG
2.3.3.1. Von der eigengewerblichen Nutzung zu eigenen Wohnzwecken
2.3.3.2. Veräußerung des Grundstücks im Unternehmensvermögen
Seeling und (k)ein Ende, NWB 2012, 1450; Ramb, Zuordnung von teilunternehmerisch genutzten Grundstücken zum Unternehmensvermögen, NWB 2014, 1308; Scholz, Flächenschlüssel als zulässiger Maßstab zur Aufteilung von Vorsteuerbeträgen bei einem Gebäude, NWB 2013 4096; Meurer, Vorsteuerabzug aus Eingangsleistungen bei gemischt genutzten Gebäuden, NWB 2014, 980; Schneider, Aufteilung der Vorsteuer bei gemischt genutzten Gegenständen, NWB 2013, 708; Seifert, Flächenschlüssel bei der Vorsteueraufteilung von gemischt genutzten Gebäuden, StuB 1/2014, 31.

References: § 15
 § 15
 § 15
 § 10
 § 10
 § 3
 § 10
 EuGH 
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 9
 § 15
 § 15
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 § 15
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 § 15
 EuGH 
 EuGH 
 § 15