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Timestamp: 2016-10-21 09:00:05+00:00

Document:
1P.512/2002 (26.06.2003)
1P.512/2002/dxc
Bundesgerichtsvizepr�sident Nay, Ersatzrichter Loretan,
6. AG.________ und BG.________,
8. AJ.________ und BJ.________,
11. Erben M.________, n�mlich;
AM.________,
BM.________,
18. T.________,
19. U.________,
und 11 Mitbeteiligte,
alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Buchli-Casper, Salishaus, Masanserstrasse 35, Postfach 414, 7001 Chur,
Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Bernet, Staub Hilti & Partner, Poststrasse 13, Postfach 854, 9201 Gossau SG,
Gemeinde Laax, 7031 Laax GR, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Diener, B�renloch 1,
Postfach 177, 7002 Chur,
Art. 9, 26 und 29 BV (Quartierplan),
Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden, 4. Kammer, vom 30. April 2002.
Das Gebiet Murschetg in der Gemeinde Laax besteht aus den drei Teilgebieten Murschetg, Cuolm Liung und Taviarna. Alle drei Teilgebiete wurden mit Zonenplan von 1969 der Wohnzone zugewiesen. Das Kerngebiet von Murschetg ist im Wesentlichen �berbaut und wird durch Privatstrassen erschlossen. Im h�her gelegenen, rundum von Wald umgebenen Teilgebiet Cuolm Liung (auch "Oase" genannt) wurden in der zweiten H�lfte der Sechzigerjahre vier Wohnh�user gebaut (Parzellen Nrn. 176-179), w�hrend die gut 17'800 m2 umfassende Parzelle Nr. 170 un�berbaut blieb. Ca. 1968 wurde zur Erschliessung dieser vier H�user eine Verbindungsstrasse durch den Wald (Parz.-Nrn. 180 und 184) nach Murschetg erstellt (Parz.-Nr. 215). Das Gebiet Cuolm Liung ist heute der Wohnzone A zugeteilt und die Verbindungstrasse figuriert im Generellen Erschliessungsplan Siedlung 1:2500 (Verkehr) der Gemeinde als "Erschliessungsstrasse".
Ausgel�st durch ein auf die �berbauung der Parz.-Nr. 170 gerichtetes Gesuch der damaligen Grundeigent�merin, und nachdem ein auf das Teilgebiet Cuolm Liung beschr�nkter Quartierplan gescheitert war (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden 546/94 vom 10. Mai 1995), er�ffnete die Gemeinde Laax am 28. Dezember 1995 ein Quartierplanverfahren �ber das gesamte Siedlungsgebiet von Murschetg. Das Verwaltungsgericht best�tigte diesen Einleitungsbeschluss mit Urteil vom 10. September 1996 (Verfahren 229/96). Es erwog, dass der Erwerb der f�r die Erschliessung des Gebiets Cuolm Liung erforderlichen dinglichen Rechte auch im Quartierplanverfahren erfolgen k�nne, wobei die betroffenen Grundeigent�mer nach enteignungsrechtlichen Grunds�tzen schadlos zu halten seien.
Ende Mai 1998 legte die Gemeinde Laax den Quartierplan Murschetg �ffentlich auf. Danach sollten alle Strassen, die der Erschliessung mehrerer Bauparzellen dienen, ins Eigentum der Gemeinde �berf�hrt werden, und zwar grunds�tzlich entsch�digungslos. Hiergegen erhoben die Miteigent�mer der Strassenparzelle Nr. 215, die Eigent�merin der Parzelle Nr. 184 sowie verschiedene Stockwerkeigent�mergemeinschaften, darunter die StwEG Y.________, Einsprache.
Am 27. M�rz 1998 hatte die Gemeinde Laax eine Teilrevision ihrer Nutzungspl�ne beschlossen. Dabei wurden unter anderem s�mtliche Sammel- und Erschliessungsstrassen gem�ss dem generellen Erschliessungsplan Siedlung 1:2'500 (Verkehr) vom 11. Dezember 1992 neu der Zone "�briges Gemeindegebiet/Verkehrsfl�che" zugewiesen.
Gegen die Zonenplanrevision erhoben die damalige Eigent�merin der Parz.-Nr. 184 und die Miteigent�mer der Strassenparzelle Nr. 215 Planungsbeschwerde an die Regierung des Kantons Graub�nden. Gleichzeitig erhoben sie Einsprache gegen den zusammen mit der Ortsplanungsrevision aufgelegten Waldfeststellungsplan. Im Herbst 2000 wies die Regierung die Planungsbeschwerden ab. Ein Rekurs der Miteigent�mer der Strassenparzelle Nr. 215 und der neuen Eigent�merin der Parzelle Nr. 184 an das Verwaltungsgericht blieb ohne Erfolg, ebenso eine Beschwerde an das Bundesgericht (Urteil vom 9. November 2001, 1A.102/2001). Damit stand fest, dass die Nutzungsplanungsrevision im Ergebnis nicht zu beanstanden war und dass praktisch keine Alternative dazu bestand, f�r die durch den Wald nach Cuolm Liung f�hrende Strasse eine Rodungsbewilligung zu erteilen.
Am 25./27. Oktober 2000 - nachdem die Regierung die Planungsbeschwerde abgewiesen hatte - wies die Gemeinde Laax die seit 1998 sistierten Einsprachen gegen den Quartierplan Murschetg ab. Gegen diese Entscheide rekurrierten die Stockwerkeigent�mergemeinschaft Y.________ und A.________ und Mitbeteiligte an das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden. Dieses sistierte das Verfahren w�hrend des zuvor erw�hnten bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahrens. Nach dessen Abschluss f�hrte es einen zweiten Schriftenwechsel und eine m�ndliche Parteiverhandlung durch und wies die vereinigten Rekurse mit Urteil vom 30. April/29. August 2002 ab.
A.________ und die im Rubrum aufgef�hrten Mitbeteiligten haben gegen dieses Urteil am 27. September 2002 staatsrechtliche Beschwerde an das Bundesgericht erhoben. Sie beantragen, der angefochtene Entscheid sei wegen Verletzung von Art. 9, 26 und 29 BV aufzuheben.
Die Gemeinde Laax beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, evtl. sei sie abzuweisen. Die St. Galler Kantonalbank (Eigent�merin der Parzelle Nr. 170) und das Verwaltungsgericht beantragen Abweisung der Beschwerde. Im zweiten Schriftenwechsel bekr�ftigten die Parteien ihre Standpunkte.
1.1 Der angefochtene Entscheid des Verwaltungsgerichts ist kantonal letztinstanzlich (Art. 86 Abs. 1 OG). Er best�tigt im Wesentlichen die im Rahmen des Quartierplanverfahrens angeordnete �bertragung des Eigentums an den seinerzeit von den privaten Grundeigent�mern erstellten Erschliessungsstrassen im Quartier auf die Gemeinde; gleichzeitig verneint er, dass die Gemeinde hierf�r entsch�digungspflichtig wird. Damit liegt eine auf kantonalem Recht begr�ndete formelle Enteignung im Streit, nicht eine materielle Enteignung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes (RPG; SR 700). Da Art. 34 Abs. 1 RPG in diesem Fall die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht vorsieht (vgl. BGE 113 Ib 212 E. 2; Peter H�nni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. Aufl., Bern 2002, S. 528 f.), ist die staatsrechtliche Beschwerde zul�ssig (Art. 84 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 OG). Daran �ndert auch der Umstand nichts, dass das Verwaltungsgericht ausdr�cklich auf Art. 5 Abs. 2 RPG Bezug genommen hat. Diese Bestimmung gelangt vorliegend nicht zur Anwendung.
1.2 Die Beschwerdef�hrenden sind als (Mit-)eigent�mer der Strassenparzellen, die in das Eigentum der Gemeinde �berf�hrt werden sollen, in rechtlich gesch�tzten Interessen betroffen und nach Art. 88 OG zur Beschwerdef�hrung legitimiert.
1.3 Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erf�llt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist daher unter dem Vorbehalt einzutreten, dass die R�gen geh�rig begr�ndet sind (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; vgl. hierzu BGE 129 I 113 E. 2.1 mit Hinweisen).
2.1 Die Beschwerdef�hrenden r�gen, die Sachverhaltsfeststellungen des Verwaltungsgerichts seien insofern willk�rlich, als das Verwaltungsgericht angenommen habe, der angefochtene Quartierplan erfolge im Hinblick auf eine Erschliessung mit Baulandumlegung. In Wirklichkeit sei keine Baulandumlegung erforderlich, weil alle Parzellen arrondiert und die erforderlichen Erschliessungen faktisch erstellt seien. Es gehe allein um die rechtliche Erschliessung der "Oase".
Aus dem angefochtenen Entscheid ergibt sich, dass das Verwaltungsgericht von nichts anderem ausging. In der Erw�gung 2, auf welche die Beschwerdef�hrenden ihren Willk�rvorwurf vor allem st�tzen, referiert das Verwaltungsgericht die anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen und nicht den Sachverhalt. Der Willk�rvorwurf ist mit Bezug auf die Sachverhaltsermittlung klarerweise unbegr�ndet. Was die Beschwerdef�hrenden im Grunde als willk�rlich kritisieren, ist nicht die Sachverhaltsermittlung, sondern die Tatsache, dass das Verwaltungsgericht die Art. 38 ff., namentlich Art. 42 des Raumplanungsgesetzes f�r den Kanton Graub�nden vom 20. Mai 1973 (KRG) und die einschl�gigen Bestimmungen des Baugesetzes der Gemeinde Laax (BauGL) vom 5. September 1987 �ber die Quartierplanung vorliegend als anwendbar erachtete.
Das ist entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerinnen nicht von vornherein widerspr�chlich. Die Beschwerdef�hrenden haben zwar anerkannt, dass vorliegend ein Quartierplanverfahren zur Erreichung des angestrebten Zweckes zul�ssig ist, wie dies im �brigen das Verwaltungsgericht mit l�ngst rechtskr�ftigem Urteil vom 10. September 1996 (229/96) festgestellt hat. Sie haben aber auch geltend gemacht, dabei seien die Vorschriften des kantonalen Enteignungsgesetzes vom 26. Oktober 1958 (kEntG) analog anzuwenden. Damit machen sie zumindest sinngem�ss geltend, eine entsch�digungslose Landabtretung im Sinne von Art. 42 Abs. 1 KRG sei vorliegend unzul�ssig.
2.2 Gem�ss Art. 38 KRG dient die Quartierplanung dazu, bei Bedarf ein Teilgebiet der Gemeinde im Rahmen der Grundordnung zu erschliessen und seine �berbauung zu gestalten. Art. 17 Abs. 1 BauGL besagt dasselbe und h�lt erg�nzend fest, dass die Quartierplanung in der Regel auch die Baulandumlegung oder die Grenzbereinigung umfasst. Mit der Baulandumlegung und Grenzbereinigung sind gem�ss Art. 72 BauGL namentlich auch die zur Realisierung der im Erschliessungsplan vorgesehenen Anlagen zu schaffen (Abs. 1), wobei die Art. 41-44 KRG anzuwenden sind (Abs. 2).
Die Beschwerdef�hrenden und zahlreiche weitere Grundeigent�mer im Teilgebiet Murschetg haben ihre Grundst�cke vor mehr als 30 Jahren auf privater Basis erschlossen und �berbaut. Diese Erschliessung wurde rechtlich mit Dienstbarkeiten gesichert. Das gleiche gilt nicht f�r die Erschliessung des ebenfalls zum Quartier geh�renden Teilgebiets "Oase". Dieses Gebiet wurde zwar faktisch, aber nicht rechtlich erschlossen. Das heutige Quartierplanverfahren dient daher haupts�chlich dazu, das damals nicht beteiligte Teilgebiet "Oase" in die Quartiererschliessung zu integrieren. �berdies ist im gesamten Quartierplanperimeter die Bereinigung einiger unzweckm�ssiger Grenzen und die Ausscheidung von Strassen- bzw. Wegparzellen vorgesehen, soweit dies nicht bereits fr�her geschehen ist. Schliesslich hat die Gemeinde beschlossen, gleichzeitig die Strassen und Wege in das Eigentum der Gemeinde �berzuf�hren, was seinerzeit unterlassen worden war. Die Beschwerdef�hrenden zeigen nicht in einer den Begr�ndungsanforderungen von Art. 90 OG gen�genden Weise auf, inwiefern es willk�rlich sein sollte, im heutigen, durch den Erschliessungsbedarf des Teilgebiets "Oase" ausgel�sten Quartierplanverfahren den Art. 42 KRG auch auf bereits erschlossenes Land bzw. auf Strassenparzellen anzuwenden, die erst heute ins Eigentum der Gemeinde �bertragen werden sollen. Insofern kann auf ihre Beschwerde nicht eingetreten werden.
2.3 Wie beigef�gt werden kann, ist die Regelung von Art. 42 KRG entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrenden auch in einem nachtr�glich durchgef�hrten Quartierplanverfahren grunds�tzlich mit der Eigentumsgarantie vereinbar. Sie l�uft darauf hinaus, dass die Gemeinde privat erstellte Strassen, die allein der Quartiererschliessung dienen, nachtr�glich enteignen kann, wenn die �brigen Voraussetzungen f�r diese Massnahme erf�llt sind. Eine Entsch�digungspflicht entf�llt dann, wenn die Enteignung die Nutzungsm�glichkeiten der Berechtigten nicht einschr�nkt und die Unterhaltspflichten auf die Gemeinde �bergehen (BGE 95 I 453). Diese Voraussetzungen sind vorliegend erf�llt f�r den Fall des Eigentumsentzuges, weshalb das Verwaltungsgericht eine Entsch�digungspflicht der Gemeinde verneinen durfte; wie es sich damit f�r den Fall einer Dienstbarkeitsl�sung verh�lt, bei welcher die Gemeinde den Strassenunterhalt nicht mehr gew�hrleisten w�rde (siehe dazu E. 3.5 unten), w�re neu zu entscheiden.
Die Beschwerdef�hrenden r�gen die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r nach Art. 29 Abs. 2 BV, indem das Verwaltungsgericht seinen Entscheid ungen�gend begr�ndet habe.
3.1 Der Umfang des Anspruchs auf rechtliches Geh�r wird zun�chst durch die kantonalen Verfahrensvorschriften umschrieben. Unabh�ngig davon greifen die aus Art. 29 Abs. 2 BV folgenden Verfahrensregeln zur Sicherung des rechtlichen Geh�rs Platz, die dem B�rger in allen Streitsachen ein bestimmtes Mindestmass an Verfahrensrechten gew�hrleisten. Die Beschwerdef�hrenden berufen sich allein auf Art. 29 Abs. 2 BV. Daher ist zu pr�fen, und zwar mit freier Kognition, ob die unmittelbar aus dieser Bestimmung folgenden Regeln missachtet wurden (BGE 126 I 19 E. 2a; 121 I 230 E. 2b mit Hinweisen).
3.2 Das durch Art. 29 Abs. 2 BV gew�hrleistete rechtliche Geh�r dient der Sachaufkl�rung und garantiert dem Betroffenen ein pers�nlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht im Verfahren. Er soll sich vor Erlass des Entscheids zur Sache �ussern, erhebliche Beweise beibringen, Einsicht in die Akten nehmen und an der Erhebung von Beweisen mitwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis �ussern k�nnen, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 122 I 53 E. 4a mit Hinweisen). Die Beh�rde hat die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtstellung Betroffenen tats�chlich zu h�ren, sorgf�ltig und ernsthaft zu pr�fen und in ihrer Entscheidfindung zu ber�cksichtigen. Daraus folgt die grunds�tzliche Pflicht der Beh�rden, ihren Entscheid zu begr�nden. Der B�rger soll wissen, warum die Beh�rde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die Begr�ndung eines Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur m�glich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich �ber die Tragweite des Entscheides ein Bild machen k�nnen. In diesem Sinn m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid st�tzt. Immerhin darf sich die Beh�rde auf die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschr�nken, muss sich also nicht mit jeder tatbest�ndlichen Behauptung und jedem rechtlichen Argument des Beschwerdef�hrers auseinandersetzen (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f.; 112 Ia 107 E. 2b mit zahlreichen Hinweisen).
3.3 Im Verfahren vor Verwaltungsgericht haben die Beschwerdef�hrenden erkl�rt, sie seien angesichts des bundesgerichtlichen Urteils vom 9. November 2001 (1A.102/2001) bereit, den Grundeigent�mern im Gebiet "Oase" s�mtliche erforderlichen Dienstbarkeiten einzur�umen, die f�r die Erschliessung erforderlich seien; ausserdem sicherten sie zu, sie w�rden die notwendigen Rodungsgesuche unterschreiben. Letzteres ist in der Zwischenzeit geschehen und die Rodungsbewilligung liegt vor.
Die Beschwerdef�hrenden machten im kantonalen Rekursverfahren geltend, angesichts dieser Erkl�rung bestehe keine Notwendigkeit bzw. sachliche Rechtfertigung mehr, sie zu enteignen, und beriefen sich auf Art. 4 Abs. 3 kEntG, wonach das Eigentum ohne Zustimmung des Enteigneten nicht entzogen werden darf, wo die Einr�umung eines beschr�nkten dinglichen Rechts gen�gt. Ferner legten sie dar, dass sie namentlich deshalb interessiert seien, das Eigentum an der Strassenparzelle zu behalten, weil es ihnen erm�gliche, sich unabh�ngig von der Gemeinde gegen die missbr�uchliche Ben�tzung der Strasse, etwa f�r touristische Transporte, zu wehren.
3.4 Das Verwaltungsgericht verweist im angefochtenen Urteil in diesem Zusammenhang auf sein fr�heres Urteil vom 10. September 1996 (229/96). Dort wird ausgef�hrt, der Erwerb dinglicher Rechte f�r Strassen und Wege habe in Anwendung der Grunds�tze der formellen Enteignung zu erfolgen. Das bedeute nicht zwingend, dass das f�rmliche Verfahren der formellen Enteignung durchzuf�hren sei; vielmehr k�nne der Rechtserwerb auch dadurch geschehen, dass im Rahmen eines Quartierplanverfahrens Strassenparzellen ausgeschieden oder Dienstbarkeiten begr�ndet w�rden.
Weiter erkl�rt das Verwaltungsgericht im angefochtenen Entscheid, es habe die Rechtm�ssigkeit und Vertretbarkeit gemeindeeigener Zufahrten bei Vorliegen rechtsgen�glicher Erschliessungspl�ne in konstanter Praxis bef�rwortet und gesch�tzt. So verhalte es sich auch vorliegend. Zur Begr�ndung verweist das Gericht auf PVG 1994 Nr. 34 und VGU R 99/46. In PVG 1994 Nr. 34 (Entscheid vom 17. August/ 11. Oktober 1994) lag soweit ersichtlich im Streit, ob die Gemeinde das Recht habe, zu Erschliessungszwecken eine Strassenparzelle auszuscheiden, was das Verwaltungsgericht angesichts rechtsgen�gender Erschliessungspl�ne unter Hinweis auf PVG 1992 Nr. 25 E. 3 bejahte. In PVG 1992 Nr. 25 war zu beurteilen, auf welche Weise der Gemeingebrauch einer Strasse zu erm�glichen sei, wobei angesichts der kommunalen Regelung eine formelle Enteignung vorzunehmen war, sei es zur Einr�umung von Dienstbarkeiten, sei es zur �bertragung des Eigentums �berhaupt. Das Urteil R 99/46 betrifft den Quartierplan Murschetg. Die Eigent�mer einer am Rande des Quartierplangebiets liegenden Strassenparzelle hatten die Notwendigkeit bestritten, diese Parzelle ins Eigentum der Gemeinde �berzuf�hren. Das Verwaltungsgericht sch�tzte die Position der Gemeinde, im wesentlichen deshalb, weil die Ausscheidung einer eigenst�ndigen Wegparzelle durch das Gemeinwesen die geeignetste und zwecktauglichste Massnahme darstelle, um die Erschliessung zu regeln und auch f�r die Zukunft zu sichern. Wiederum wird auf PVG 1994 Nr. 34 verwiesen.
3.5 Die Erw�gungen des Verwaltungsgerichts stellen keine ausreichende Auseinandersetzung mit der im kantonalen Rekursverfahren ins Zentrum getretenen Frage dar, ob die heutigen Beschwerdef�hrenden das Eigentum an der Strassenparzelle an die Gemeinde abzutreten haben oder ob die Einr�umung von Dienstbarkeiten gen�gen w�rde. Die Ausf�hrungen im angefochtenen Entscheid wie auch jene in den Entscheiden, auf die dort verwiesen wird, sind eher genereller Natur und bejahen ein �ffentliches Interesse daran, die Eigentumsverh�ltnisse einheitlich zu regeln. Das angefochtene Urteil enth�lt mit anderen Worten keine ausreichende Auseinandersetzung mit der Frage, ob die f�r die notwendige Erschliessung nach Art. 42 Abs. 1 KRG erforderliche Regelung des Ben�tzungsrechts nicht durch Dienstbarkeiten ausreichend festgelegt werden kann, was zur Folge h�tte, dass ein g�nzlicher Eigentumsentzug als unverh�ltnism�ssig und damit verfassungswidrig zu unterbleiben h�tte. Der Verzicht auf eine entsprechende Begr�ndung versteht sich namentlich deshalb nicht von selbst, weil die Regelung der Erschliessung mittels gegenseitiger Dienstbarkeiten seinerzeit auf Betreiben der Gemeinde so und nicht anders vorgenommen wurde und weil diese Regelung soweit ersichtlich w�hrend rund 30 Jahren zu keinen Anst�nden gef�hrt hat. Zu einer ausdr�cklichen Auseinandersetzung mit der Frage h�tte auch deshalb Anlass bestanden, weil im Urteil vom 10. September 1996 unter Hinweis auf PVG 1994 Nr. 34 und 36 sowie PVG 1990 Nr. 42 gerade nicht entschieden wurde, ob das Eigentum auf die Gemeinde zu �bertragen sei oder ob die Ben�tzbarkeit der Strasse durch Dienstbarkeiten sicherzustellen sei; beides ist gem�ss diesem Urteil denkbar.
Auch enth�lt das angefochtene Urteil keine Auseinandersetzung mit den Gr�nden, aus denen die Beschwerdef�hrenden daran festhalten wollen, dass die Parzelle Nr. 215 in ihrem Eigentum verbleibt. Somit fehlt eine Abw�gung der Interessen der Grundeigent�mer an der Beibehaltung ihrer Eigent�merposition mit den Interessen der Gemeinde an der �berf�hrung ins �ffentliche Eigentum.
3.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid insofern geh�rsverweigernd ist, als er auf massgebliche Vorbringen der damaligen Rekurrenten nicht eingeht und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit relevanten Fragen vermissen l�sst. Das f�hrt nicht ohne weiteres zu seiner Aufhebung. Eine Verweigerung des rechtlichen Geh�rs kann auch im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde geheilt werden, wenn die Kognition des Bundesgerichts gegen�ber derjenigen der letzten kantonalen Instanz nicht eingeschr�nkt ist und dem Beschwerdef�hrer kein Nachteil erw�chst. Die Heilung ist ausgeschlossen, wenn es sich um eine besonders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt, und sie soll die Ausnahme bleiben (BGE 126 I 68 E. 2).
Vorliegend kommt eine Heilung nicht in Frage. Anders als das Bundesgericht hat das Verwaltungsgericht in der vorliegenden Angelegenheit eine grunds�tzlich umfassende �berpr�fung des kommunalen Entscheides vorzunehmen (Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG; vgl. zur Kognition auch die Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts im Urteil R 99/46, E. 2), welche das auf die Kontrolle von Verfassungsverletzungen beschr�nkte Bundesgericht nicht gew�hrleisten kann. Durch die Heilung w�rden die Beschwerdef�hrenden zudem insofern benachteiligt, als die ungen�gende Begr�ndung des angefochtenen Urteils sie an einer sachgerechten Auseinandersetzung und Anfechtung hinderte. Es kann schliesslich in der vorliegenden Konstellation ganz grunds�tzlich nicht Sache des Bundesgerichtes sein, an Stelle des Verwaltungsgerichts als erste Rechtsmittelinstanz Fragen des kantonalen bzw. kommunalen Rechts zu entscheiden.
Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist, und das angefochtene Urteil ist aufzuheben. Ein Eingehen auf die �brigen R�gen der Beschwerdef�hrenden er�brigt sich.
Bei diesem Ausgang sind die Gerichtskosten der privaten Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 und 2 OG). Diese hat �berdies die Beschwerdef�hrenden f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (Art. 159 Abs. 2 OG).
Die staatsrechtliche Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird, und das angefochtene Urteil wird aufgehoben.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 5'000.-- wird der privaten Beschwerdegegnerin auferlegt.
Die private Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdef�hrenden f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 3'000.-- zu entsch�digen
Dieses Urteil wird den Parteien, der Gemeinde Laax und dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, 4. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 9
 Art. 9
 Art. 5
 Art. 34
 BGE 
 Art. 5
 Art. 88
 BGE 
 Art. 38
 Art. 42
 Art. 42
 Art. 38
 Art. 17
 Art. 72
 Art. 41
 Art. 90
 Art. 42
 Art. 42
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 4
 Art. 42