Source: http://m.hensche.de/Kein_Schadensersatz_bei_Unfall_mit_Privatfahrzeug_waehrend_der_Rufbereitschaft_BAG_6Sa637-09-u.html
Timestamp: 2018-05-27 15:18:59+00:00

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Schlag­worte: Rufbereitschaft
Akten­zeichen: 6 Sa 637/09
Ent­scheid­ungs­datum: 15.12.2009
1. Fährt ein Ar­beit­neh­mer mit dem Pri­vat­fahr­zeug während der Ruf­be­reit­schaft zur Ar­beitstel­le, setzt er sein Fahr­zeug nicht im Betäti­gungs­feld des Ar­beit­ge­bers ein.
2. Die Zeit für den Weg zur Ar­beits­stel­le während der Ruf­be­reit­schaft ist kei­ne Ar­beits­zeit.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Regensburg, Urteil vom 4.06.2009, 8 Ca 1310/08
8 Ca 1310/08
Fir­ma K. ...gGmbH
hat die 6. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts München auf Grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 15. De­zem­ber 2009 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Dr. Künzl und die eh­ren­amt­li­chen Rich­te­rin­nen Wolf und Hell­mich-Ga­se
I. Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das En­dur­teil des Ar­beits­ge­richts Re­gens­burg vom 04. 06. 2009 – 8 Ca 1310/08 wird kos­ten­pflich­tig zurück­ge­wie­sen.
II. Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.
Die Par­tei­en strei­ten um Scha­den­er­satz.
Der Kläger war bei der Be­klag­ten vom 1. Ju­li 2006 bis 30. Sept. 2008 als Ober­arzt beschäftigt. Sein Ar­beits­ver­trag vom 9. Mai 2006 (Bl. 7 ff. d. A.) erklärt die Vor­schrif­ten des TVöD und des be­son­de­ren Teils Kran­kenhäuser (BT-K) für auf das Ar­beits­verhält­nis an­wend­bar. Im Be­trieb der Be­klag­ten be­steht ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung zur Be­reit­schafts-dienst­re­ge­lung und zur Fle­xi­bi­li­sie­rung des Ar­beits­zeit­rechts v. 23. Dez. 2005 (Bl. 9 ff. d. A.).
Am Sonn­tag, dem 6. Jan. 2008, hat­te der Kläger Ruf­be­reit­schaft zu leis­ten. Mit Schrei­ben vom 14. Jan. 2008 (Bl. 13 ff. d. A.) mach­te er ei­nen Scha­den­er­satz­an­spruch in Höhe von € 6.690,80 gel­tend, den er mit ei­nem er­lit­te­nen Un­fall auf dem Weg in die Kli­nik, während sei­ner Ruf­be­reit­schaft am 6. Jan. 2008 be­gründet. Mit Schrei­ben vom 15. Jan. 2008 (Bl. 20 d. A.) lei­te­te der Vor­ge­setz­te des Klägers das Schrei­ben an den stell­ver­tre­ten­den Ver­wal­tungs­lei­ter mit der Bit­te um Über­prüfung wei­ter, oh­ne dass aber nach­fol­gend ei­ne Scha­dens­re­gu­lie­rung er­folgt wäre.
Mit sei­ner am 21. Nov. 2008 beim Ar­beits­ge­richt Re­gens­burg ein­ge­gan­ge­nen und der Be­klag­ten am 2. Dez. 2008 zu­ge­stell­ten Kla­ge vom 19. Nov. 2008 ver­folgt der Kläger die Scha­dens­re­gu­lie­rung wei­ter.
Er trägt vor, am 6. Jan. 2008 während sei­ner Ruf­be­reit­schaft ge­gen ca. 9.00 Uhr zur Pa­ti­en­ten­auf­nah­me ins Kli­ni­kum ge­ru­fen wor­den zu sein. Auf der Staats­s­traße ... von A. nach L. sei er ca. 100 m vor der Ab­zwei­gung nach G./J. mit sei­nem Pkw, To­yo­ta Aven­sis, amtl. Kennz. ..., auf Grund Straßenglätte ins Rut­schen ge­kom­men und in den Straßen­gra­ben ge­rutscht. Da­durch sei der Pkw er­heb­lich beschädigt wor­den. Die Re­pa­ra­tur­kos­ten be­lie-
fen sich gem. Kos­ten­vor­an­schlag des Au­to­hau­ses ... GmbH auf € 5.622,52 net­to. Hin­zu kämen € 75.- als Kos­ten für den Kos­ten­vor­an­schlag und ei­ne Scha­dens­pau­scha­le von € 30.-, wor­aus sich der ge­for­der­te Be­trag er­ge­be.
Er ist der An­sicht, bei der Fahrt zum Kli­ni­kum ha­be es sich um ei­ne Dienst­fahrt ge­han­delt, da Ruf­be­reit­schaft zur Ar­beits­zeit zähle. Seit Ent­ge­gen­nah­me des An­ru­fes ha­be er sich im Dienst be­fun­den. Da kei­ne Scha­dens­re­gu­lie­rung er­folgt sei, be­fin­de sich die Be­klag­te seit 22. Jan. 2008 in Ver­zug.
Er hat zu­letzt b e a n t r a g t:
Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger € 5.727,52 nebst Zin­sen hier­aus in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu be­zah­len. Ein Be­trag in Höhe von € 5.622,52 ist seit dem 16. Jan. 2008, ein wei­te­rer Be­trag in Höhe von € 100.- seit dem 22. Jan. 208 und ein wei­te­rer Be­trag in Höhe von € 5.- seit Rechtshängig­keit zu ver­zin­sen.
Die Be­klag­te hat b e a n t r a g t,
Sie hält ei­nen Er­satz­an­spruch des Klägers für nicht ge­ge­ben. Er ha­be sein Fahr­zeug nicht mit ih­rer Bil­li­gung in ih­rem Tätig­keits­be­reich ein­ge­setzt. Bei der Fahrt ha­be es sich um kei­ne be­trieb­li­che Tätig­keit ge­han­delt. Im Fal­le der Ausübung ei­ner Ruf­be­reit­schaft tra­ge der Ar­beit­neh­mer im Ein­satz­fal­le das We­ge­ri­si­ko; er ha­be die Frei­heit der Orts­wahl und könne die­sen auch so wählen, dass er oh­ne In­an­spruch­nah­me von Hil­fe sei­nes Ar­beit­ge­bers recht­zei­tig den ar­beits­ver­trag­li­chen Pflich­ten nach­kom­men könne.
Im Übri­gen ist die Be­klag­te der An­sicht, der Kläger ha­be grob fahrlässig ge­han­delt, da er sei­ne Fahr­wei­se nicht den win­ter­li­chen Straßen­verhält­nis­sen an­ge­passt ha­be.
Das Ar­beits­ge­richt Re­gens­burg – Kam­mer Lands­hut hat die Kla­ge mit Ur­teil vom 4. Ju­ni 2009 (Bl. 60 ff. d. A.) voll­umfäng­lich ab­ge­wie­sen. Zur Be­gründung hat es aus­geführt, im Schrei­ben von Prof. Dr. W. vom 15. Jan. 2009 lie­ge kein An­er­kennt­nis, dass es sich bei der ge­genständ­li­chen Fahrt um ei­ne Dienst­fahrt ge­han­delt ha­be. Viel­mehr ha­be er ge­ra­de den Ver­wal­tungs­lei­ter mit der Vor­nah­me der Über­prüfung be­traut. Ei­nen Er­satz­an-
spruch nach § 670 BGB sieht das Ge­richt eben­so nicht ge­ge­ben, da es sich bei der vor­lie­gen­den Fahrt nicht um ei­nen Ein­satz des Klägers im Betäti­gungs­be­reich des Ar­beit­ge­bers ge­han­delt ha­be. Die­se sei al­lei­ni­ge Sa­che des Ar­beit­neh­mers ge­we­sen. Dar­an ände­re auch nichts, dass die Ruf­be­reit­schaft gemäß der Be­triebs­ver­ein­ba­rung der Be­klag­ten vom 23. Dez. 2005 als Ar­beits­zeit rech­ne. Der Kläger könne sich während der Ruf­be­reit­schaft außer­halb des Ar­beits­plat­zes auf­hal­ten; hier­aus fol­ge aber nicht, dass der Ar­beit­ge­ber dann das We­ge­ri­si­ko über­neh­men wol­le. Ei­ne ab­wei­chen­de Son­der­re­ge­lung zwi­schen den Par­tei­en sei nicht ge­trof­fen wor­den.
Ge­gen die­se ihm am 30. Ju­ni 2008 zu­ge­stell­te Ent­schei­dung hat der Kläger mit Schrift­satz vom 29. Ju­li 2008, beim Lan­des­ar­beits­ge­richt am sel­ben Tag per Te­le­fax ein­ge­gan­gen, Be­ru­fung ein­ge­legt. Die­se hat er mit Schrift­satz vom 30. Sept. 2009, ein­ge­gan­gen per Te­le­fax am sel­ben Tag, be­gründet; die Be­gründungs­frist war auf sei­nen An­trag hin bis 30. Sept. 2009 verlängert wor­den.
Er wie­der­holt zunächst sei­nen erst­in­stanz­li­chen Sach­vor­trag. Ergänzend trägt er vor, Prof. Dr. W. ha­be mit der Ver­wen­dung des Wor­tes „Dienst­fahrt“ in sei­nem Schrei­ben vom 15. Jan. 2008 an­er­kannt, dass es sich um ei­ne dienst­li­che Ver­rich­tung ge­han­delt ha­be. Die Un­terstützung von Herrn F. ha­be er nur zur ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Ab­wick­lung benötigt.
Sein Dienst ha­be auch nicht erst im Kli­ni­kum, son­dern be­reits in sei­ner Woh­nung mit der Ent­ge­gen­nah­me des An­ru­fes be­gon­nen. Es tref­fe auch nicht zu, dass es sich um ei­ne bloße Be­fug­nis sei­ner­seits ge­han­delt ha­be, sich außer­halb des Kli­nik­be­rei­ches während der Ruf­be­reit­schaft auf­zu­hal­ten.
1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger € 5.727,52 nebst Zin­sen hier­aus in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu be­zah­len. Ein Be­trag in Höhe von € 5.622,52 ist seit dem 16. Jan. 2008, ein wei­te­rer Be­trag in Höhe von
€ 100.- seit dem 22. Jan. 208 und ein wei­te­rer Be­trag in Höhe von € 5.- seit Rechtshängig­keit zu ver­zin­sen.
2. Die Be­klag­te wird wei­ter ver­ur­teilt, an den Kläger € 546,69 vor­ge­richt­li­che Rechts­an­walts­gebühren nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten seit der Rechtshängig­keit zu be­zah­len.
Sie be­strei­tet den Un­fall­her­gang, die Un­fall­ur­sa­che (Straßenglätte) und den Um­fang der Beschädi­gun­gen des Fahr­zeugs des Klägers mit Nicht­wis­sen.
Der Kläger ha­be nur Ruf­be­reit­schaft ge­leis­tet, bei der er­fah­rungs­gemäß nur in Aus­nah­mefällen Ar­beits­leis­tung zu ver­rich­ten sei. Er sei, im Ge­gen­satz zum Be­reit­schafts­dienst, frei ge­we­sen, sei­nen Auf­ent­halts­ort zu wählen, so­weit sei­ne je­der­zei­ti­ge Er­reich­bar­keit si­cher­ge­stellt sei. Ent­spre­chend sei die Ruf­be­reit­schaft auch nicht als Ar­beits­zeit nach dem Arb­ZG an­zu­se­hen; auch die Be­triebs­ver­ein­ba­rung vom 23. Dez. 2005 ent­hal­te kei­ne an­ders lau­ten­den Re­ge­lun­gen. Hal­te sich der Ar­beit­neh­mer während der Ruf­be­reit-schafts­zeit außer­halb des Ar­beits­or­tes auf, fal­le es in sei­nen Ri­si­ko­be­reich, recht­zei­tig im Fal­le des Ab­ru­fes die Ar­beits­leis­tung auf­zu­neh­men.
Ergänzend hält sie wei­ter­hin an ei­ner grob fahrlässi­gen Un­fall­ver­ur­sa­chung fest.
Hin­sicht­lich des Sach­vor­trags der Par­tei­en im Ein­zel­nen wird auf die Schriftsätze des Klägers vom 19. Nov. 2008 (Bl. 1 ff. d. A.), vom 26. März 2009 (Bl. 49 ff. d. A.) und vom 30. Sept. 2009 (Bl. 105 ff. d. A.), der Be­klag­ten vom 17. Apr. 2009 (Bl. 40 ff. d. A.) und vom 28. Okt. 2009 (Bl. 127 ff. d. A.) – ggf. mit An­la­gen – so­wie auf die Sit­zungs­pro­to­kol­le vom 5. März 2009 (Bl. 32 f. d. A.), vom 14. Mai 2009 (Bl. 54 ff. d. A.) und vom 15. Dez. 2009 (Bl. 131 ff. d. A.) Be­zug ge­nom­men.
Die in zulässi­ger Wei­se ein­ge­leg­te Be­ru­fung hat in der Sa­che kei­nen Er­folg.
Sie ist nach § 64 Abs. 1, 2b ArbGG statt­haft und in rech­ter Form und Frist ein­ge­legt und be­gründet wor­den (§ 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG, § 519 Abs. 2, § 520 Abs. 3 ZPO i.V.m. § 66 Abs. 1 Sätze 1, 2, 5 ArbGG, § 222 ZPO).
II. Die Be­ru­fung hat in der Sa­che kei­nen Er­folg.
Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge im Er­geb­nis zu Recht voll­umfäng­lich ab­ge­wie­sen. Der Kläger hat un­ter kei­nem recht­li­chen Ge­sichts­punkt ei­nen An­spruch auf Er­satz des Scha­dens an sei­nem Fahr­zeug. Ein Er­satz­an­spruch nach § 670 BGB be­steht nicht, da er sein Fahr­zeug nicht im Betäti­gungs­be­reich des Ar­beit­ge­bers ein­ge­setzt hat­te, als sich – nach sei­ner Dar­le­gung – der Un­fall er­eig­net hat­te. Die Fahrt fand nicht während der Ar­beits­zeit des Klägers statt. Nichts an­de­res folgt aus der Be­triebs­ver­ein­ba­rung der Be­klag­ten vom 23. Dez. 2005. Auch hat­te der Vor­ge­setz­te des Klägers, Prof. Dr. W., mit sei­nem Schrei­ben vom 15. Jan. 2009 die dienst­li­che Ver­an­las­sung der Fahrt nicht an­er­kannt.
1. Ein Ar­beit­neh­mer hat nach § 670 BGB ge­gen den Ar­beit­ge­ber An­spruch auf Er­satz von Un­fallschäden an sei­nem ei­ge­nen Fahr­zeug, so­fern die ent­stan­de­nen Schäden da­durch ent­stan­den wa­ren, dass er sein Fahr­zeug mit Bil­li­gung des Ar­beit­ge­bers in des­sen Betäti­gungs­be­reich ein­ge­setzt hat­te (std. Rspr. seit BAG v. 8. 5. 1980 – 3 AZR 82/79, AP BGB § 611 Gefähr­dungs­haf­tung des Ar­beit­ge­bers Nr. 6). Um den Betäti­gungs­be­reich des Ar­beit­ge­bers han­delt es sich, wenn der Ar­beit­ge­ber oh­ne den Ein­satz des Fahr­zeu­ges des Ar­beit­neh­mers ein ei­ge­nes ein­set­zen hätte müssen, für das er dann die Un­fall­ge­fahr zu tra­gen hätte (BAG v. 23. 11. 2006 – 8 AZR 701/05, AP BGB § 611 Haf­tung des Ar­beit­ge­bers Nr. 39; BAG v. 17. 7. 1997 – 8 AZR 480/95, AP BGB § 611 Gefähr­dungs­haf­tung des Ar­beit­ge­bers Nr. 14).
2. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind vor­lie­gend nicht ge­ge­ben. Denn der Kläger hat­te sein Fahr­zeug im ei­ge­nen Betäti­gungs­be­reich, nicht in dem des Ar­beit­ge­bers ein­ge­setzt. Es war sei­ne An­ge­le­gen­heit, wie er während der von ihm ge­leis­te­ten Ruf­be­reit­schaft im Fal­le des Ab­rufs der Ar­beits­leis­tung zur Ar­beits­stel­le kam. Wenn­gleich die auf­ge­wen­de­te We-
ge­zeit während der Ruf­be­reit­schaft nach § 8 Abs. 3 Satz 4 TVöD wie Ar­beits­zeit zu vergüten ist, wird die­se da­mit nicht selbst zur Ar­beits­zeit.
a. Ruf­be­reit­schaft stell­te kei­ne Ar­beits­zeit dar (§ 7 Abs. 4 TVöD; § 45 Abs. 8 TVöD-BT-K); während die­ser Zeit kann sich ein Ar­beit­neh­mer an ei­ner von ihm frei be­stimm­ten, außer­halb der Ar­beits­stel­le ge­le­ge­nen Stel­le auf­hal­ten (BAG v. 25. 4. 2007 – 6 AZR 799/06, AP BAT § 15 Nr. 53; BAG v. 19. 12. 1991 – 6 AZR 592/89, AP BMT-G II § 67 Nr. 1; Bur­ger in: Bur­ger, TVöD 1. Aufl., § 7 Rz. 70; Fie­berg in: Fürst, GKöD IV, Stand 11/2009, E § 7 Rz. 42; Good­son in: Be­p­ler/Böhle/Meer­kamp/Stöhr, TVöD, Stand 9/2009, § 9 Rz. 19 f.), die er dem Ar­beit­ge­ber nur an­zu­zei­gen hat. Al­lein ei­ne – nicht zu en­ge – Zeit­vor­ga­be ist nach An­sicht des Bun­des­ar­beits­ge­richts möglich, in­ner­halb de­rer der Ar­beit­neh­mer nach Ab­ruf an der Ar­beits­stel­le sein muss (vgl. da­zu BAG v. 19. 12. 1991, a.a.O.; Fie­berg, a.a.O.; krit. Bur­ger, a.a.O., Rz. 72 ff., 73).
b. Schon auf Grund die­ser frei­en Wahl des Ar­beit­neh­mers, wo er sich während der Ruf­be­reit­schaft aufhält und dar­aus fol­gend, wie er im Fal­le des Ab­ru­fes zur Ar­beits­stel­le ge­langt, lässt ei­ne er­for­der­lich wer­den­de Fahrt zur Ar­beits­stel­le nach ei­nem er­folg­ten Ab­ruf nicht mehr als im Betäti­gungs­be­reich des Ar­beit­ge­bers lie­gend er­schei­nen.
Die Be­klag­te hat­te den Kläger we­der auf­ge­for­dert, sein Fahr­zeug, statt ei­nes an sich von ihr zu stel­len­den Fahr­zeu­ges, für an­fal­len­de Fahr­ten vom Auf­ent­halts­ort während der Ruf­be­reit­schaft zur Ar­beits­stel­le zu be­nut­zen (vgl. da­zu BAG v. 23. 11. 2006, a.a.O.; Brox, Anm. AP BGB § 611 Gefähr­dungs­haf­tung des Ar­beit­ge­bers Nr. 6), noch hat­te der Ar­beit­ge­ber den Auf­ent­halts­ort, von dem aus der Ar­beit­neh­mer im Fal­le des Ab­ru­fes zur Ar­beit kom­men muss­te, vor­ge­ge­ben. Die Not­wen­dig­keit der Fahr­zeug­nut­zung für die An­rei­se zur Ar­beits­stel­le nach ei­nem er­folg­ten Ab­ruf war viel­mehr durch die Ent­schei­dung des Klägers be­dingt, wo er sich während der am 6. Jan. 2008 ge­leis­te­ten Ruf­be­reit­schaft auf­hal­ten woll­te; die da­durch er­for­der­li­che Fahr­zeug­nut­zung war so­mit Fol­ge sei­ner Ent­schei­dung, lag al­so in sei­nem „Betäti­gungs­be­reich“. Die­se stell­te nach den Re­ge­lun­gen des auf das Ar­beits­verhält­nis an­wend­ba­ren (§ 2 des Ar­beits­ver­tra­ges v. 9. Mai 2006, Bl. 7 ff. d. A.) § 7 Abs. 4 TVöD; § 45 Abs. 8 TVöD-BT-K kei­ne Ar­beits­zeit dar. Der Kläger war (in ge­wis­sem Um­fang) frei, sei­nen Auf­ent­halts­ort während der Ruf­be­reit­schaft zu be­stim­men. Die Ausübung der Auf­ent­halts­be­stim­mung erst er­gab, ob und in­wie­weit er im Fal­le
sei­nes Ab­ru­fes ei­nen mehr oder we­ni­ger wei­ten Weg zur Ar­beits­stel­le zurück­le­gen muss­te und, ob er dafür ein Fahr­zeug benötig­te.
c. Dar­an ändert auch die Re­ge­lung in § 8 Abs. 3 Satz 4 TVöD, wo­nach im Fal­le des Ar­beits­ab­ru­fes während der Ruf­be­reit­schaft zur Be­rech­nung der Vergütung die Dau­er der Ar­beits­zeit ein­sch­ließlich der er­for­der­li­chen We­ge­zei­ten auf ein vol­le St­un­de auf­zu­run­den und zu vergüten sind. Da­mit wird die We­ge­zeit nicht als Ar­beits­zeit sta­tu­iert; viel­mehr han­delt es sich da­bei al­lein um ei­ne Bo­nus- oder Vergütungs­re­ge­lung für den Mehr­auf­wand der (zusätz­li­chen) Fahrt zur Ar­beit. Sie ord­net aber nicht an, dass die We­ge­zei­ten als Ar­beits­zeit zu gel­ten hätten.
aa. Ruf­be­reit­schaft kann nach dem gem. § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges vom 9. Mai 2006 (Bl. 7 ff. d. A.) an­wend­ba­ren § 45 Abs. 8 TVöD-BT-K an­ge­ord­net wer­den. Die­se Re­ge­lung lau­tet:
„Der Ar­beit­ge­ber darf Ruf­be­reit­schaft nur an­ord­nen, wenn er­fah­rungs­gemäß le­dig­lich in Aus­nah­mefällen Ar­beit anfällt. Durch tatsächli­che Ar­beits­leis­tung in­ner­halb der Ruf­be­reit­schaft kann die tägli­che Höchst­ar­beits­zeit von zehn St­un­den (§ 3 Arb­ZG) über­schrit­ten wer­den (§ 7 Arb­ZG).“
Die Re­ge­lung in § 8 Abs. 3 Sätze 4, 5 TVöD lau­tet:
„Für die Ar­beits­leis­tung in­ner­halb der Ruf­be­reit­schaft außer­halb des Auf­ent­halts­or­tes im Sin­ne des § 7 Abs. 4 wird die Zeit je­der ein­zel­nen In­an­spruch­nah­me ein­sch­ließlich der hierfür er­for­der­li­chen We­ge­zei­ten je­weils auf ei­ne vol­le St­un­de ge­run­det und mit dem Ent­gelt für Über­stun­den so­wie mit et­wai­gen Zeit­zu­schlägen nach Ab­satz 1 be­zahlt. Wird die Ar­beits­leis­tung in­ner­halb der Ruf­be­reit­schaft am Auf­ent­halts­ort im Sin­ne des § 7 Abs. 4 te­le­fo­nisch (z.B. in Form ei­ner Aus­kunft) oder mit­tels tech­ni­scher Ein­rich­tun­gen er­bracht, wird ab­wei­chend von Satz 4 die Sum­me die­ser Ar­beits­leis­tun­gen auf die nächs­te vol­le St­un­de ge­run­det und mit dem Ent­gelt für Über­stun­den so­wie mit et­wai­gen Zeit­zu­schlägen nach Ab­satz 1 be­zahlt.“
§ 7 Abs. 4 TVöD lau­tet:
„Ruf­be­reit­schaft leis­ten Beschäftig­te, die sich auf An­ord­nung des Ar­beit­ge­bers außer­halb der re­gelmäßigen Ar­beits­zeit an ei­ner dem Ar­beit­ge­ber an­zu­zei­gen­den Stel­le auf­hal­ten, um auf Ab­ruf die Ar­beit auf­zu­neh­men. Ruf­be­reit­schaft wird nicht da­durch aus­ge­schlos­sen, dass Beschäftig­te vom Ar­beit­ge­ber mit ei­nem Mo­bil­te­le­fon oder ei­nem ver­gleich­ba­ren tech­ni­schen Hilfs­mit­tel aus­ge­stat­tet sind.“
bb. Aus den vor­ste­hen­den Be­stim­mun­gen folgt ge­ra­de nicht, We­ge­zei­ten rech­ne­ten zur Ar­beits­zeit. Ar­beits­zeit fällt al­lein an, so­weit tatsächlich Ar­beit während der Ruf­be­reit­schaft ge­leis­tet wird. Dies folgt aus § 45 Abs. 8 Satz 2 TVöD-BT-K, oh­ne dass dem § 8 Abs. 3 Satz 4 TVöD ent­ge­genstünde.
aaa. Es kann die Ord­nungs­gemäßheit der am 6. Jan. 2008 ge­genüber dem Kläger an­ge­ord­ne­ten Ruf­be­reit­schaft da­hin­ge­stellt blei­ben. Zwar ha­ben die Par­tei­en im Ter­min vom 15. Dez. 2009 un­strei­tig erklärt, der Kläger sei am frag­li­chen Tag mehr­fach zur Ar­beit ab­ge­ru­fen wor­den. Doch steht dies we­der § 45 Abs. 8 Satz 1 TVöD-BT-K ent­ge­gen, da nur er­fah­rungs­gemäß al­lein in Aus­nah­mefällen mit ei­ner Ar­beits­leis­tung zu rech­nen sein darf; der 6. Jan. 2008 mag ein den Er­fah­rungs­wert nicht aus­sch­ließen­der Aus­nah­me­tag ge­we­sen sein. Zu­dem ist sei­tens des Klägers nicht in Zwei­fel ge­zo­gen, dass die Ruf­be­reit­schaft un­ter Zu­grun­de­le­gung der er­for­der­li­chen tatsächli­chen Vor­aus­set­zun­gen ord¬nungs­gemäß an­ge­ord­net war.
bbb. § 45 Abs. 8 Satz 2 TVöD-BT-K lässt die Über­schrei­tung der tägli­chen Höchst­ar­beits­zeit nach § 3 Arb­ZG durch tatsächli­che Ar­beits­leis­tung in­ner­halb der Ruf­be­reit­schaft zu (§ 7 Arb­ZG). Maßgeb­lich ist ex­pres­sis ver­bis nur die tatsächli­che Ar­beits­leis­tung, nicht aber die zusätz­lich et­wa an­fal­len­de We­ge­zeit, um die Ar­beits­leis­tung während der Ar­beits­zeit zu er­brin­gen. Dies weist nach An­sicht der Kam­mer deut­lich dar­auf hin, dass al­lein die tatsächli­che Ar­beits­leis­tung als Ar­beits­zeit an­zu­se­hen ist.
ccc. § 8 Abs. 3 Satz 4 TVöD legt nichts an­de­res fest. Zwar ist da­nach die We­ge­zeit wie die tatsächli­che Ar­beits­zeit zu vergüten, so­fern ein Beschäftig­ter während der Ruf­be­reit­schaft außer­halb des Auf­ent­halts­or­tes Ar­beit zu leis­ten hat. Da­bei han­delt es sich aber um kei­ne Ar­beits­zeit­fest­le­gung, son­dern nur um ei­ne Vergütungs­re­ge­lung. Nur die tatsächlich ab­ge­ru­fe­ne Ar­beits­leis­tung, nicht aber die We­ge­zeit rech­net zur Ar­beits­zeit (Fie-berg, a.a.O., E § 7 Rz. 45; Good­son, a.a.O., § 7 Rz. 18a; Bur­ger, a.a.O., § 7 Rz. 68). Bei § 8 Abs. 3 Satz 4 han­delt es sich al­lein um ei­ne zusätz­li­che Bo­nus- oder Vergütungs­re­ge­lung für den zu er­brin­gen­den Mehr­auf­wand des Ar­beit­neh­mers, der an ei­nem be­stimm­ten Tag (zusätz­lich) zur Ar­beits­stel­le fah­ren muss, nicht aber um ei­ne Ar­beits­zeit­re­ge­lung. Es wird durch die Vergütung der We­ge­zeit wie Ar­beits­zeit le­dig­lich die­ser tatsächli­che und zeit­li­che Auf­wand ab­ge­gol­ten. Nur vergütungs­recht­lich wird die We­ge­zeit als Ar­beits­zeit an­ge­setzt (Bur­ger, a.a.O., § 8 Rz. 56).
Die Norm des § 8 Abs. 3 Satz 4 TVöD fußt auf der Vorgänger­re­ge­lung in § 15 Abs. 6b Un­ter­ab­satz 3 Satz 1 BAT. In die­ser Norm, die lau­te­te
Für an­ge­fal­le­ne Ar­beit ein­sch­ließlich ei­ner et­wai­gen We­ge­zeit wird da­ne­ben die an­ge­fal­le­ne Über­stun­den­vergütung ge­zahlt. Für ei­ne Her­an­zie­hung außer­halb des Auf­ent­halts­or­tes wer­den min­des­tens drei St­un­den an­ge­setzt. ...“,
war die zu vergüten­de We­ge­zeit nicht als Ar­beits­zeit ge­wer­tet. Ziel der Norm war al­lein, „die Be­las­tung des Ar­beit­neh­mers durch den Weg zur und von der Ar­beits­stel­le bei re­la­tiv ge­rin­ger `Vergütungs­zeit´ bes­ser aus­zu­glei­chen“ (Fie­berg in: Fürst, GKöD IV, Band 2a, Stand 4/2004, T § 15 Rz. 144). Die­se Vorgänger­re­ge­lung im BAT er­streb­te so­mit al­lein den Aus­gleich der durch zusätz­li­che Fahr­ten zur Ar­beit ent­ste­hen­den Be­las­tung des Ar­beit­neh­mers, ins­be­son­de­re dann, wenn die zu vergüten­de Ar­beits­zeit ei­nen nur ge­rin­gen Zeit­raum um­fass­te. Die We­ge­zei­ten soll­ten je­doch nicht zu Ar­beits­zeit um­ge­wid­met wer­den. Die Nach­fol­ge­re­ge­lung in § 8 Abs. 3 Satz 4 TVöD ist na­he­zu iden­tisch for­mu­liert. Ei­ne veränder­te Be­wer­tung, dass nun­mehr über die Ab­gel­tung der be­son­de­ren Be­las­tun­gen durch die Fahr­ten die We­ge­zei­ten auch als Ar­beits­zeit ge­wer­tet wer­den soll­ten, folgt dar­aus (nach wie vor) nicht (eben­so Fie­berg in: Fürst, GKöD IV, a.a.O., E § 8 Rz. 42).
Die während der Ruf­be­reit­schaft an­fal­len­den We­ge­zei­ten hängen von der im We­sent­li­chen frei­en Ent­schei­dung des Ar­beit­neh­mers, wo er sich während die­ser nicht zur Ar­beits­zeit rech­nen­den Zeit der Ruf­be­reit­schaft auf­hal­ten will, ab. Wenn nun § 8 Abs. 3 Satz 4 TVöD vor­schreibt, die­se sei­en wie Ar­beits­zeit zu vergüten, ist da­mit aber nicht fest­ge­legt, dass der Ar­beit­ge­ber das ge­sam­te, während des We­ges an­fal­len­de Ri­si­ko (Un­fall­ri­si­ko) über­neh­men müss­te. Die­ses wäre für ihn we­der über­schau­bar noch ei­ni­ger­maßen si­cher kal­ku­lier­bar, da er nur be­dingt ei­ne Hand­ha­be hat, die Auf­ent­halts­be­stim­mung des Ar­beit­neh­mers zu be­ein­flus­sen. Denn setz­te er knap­pe Zei­ten, da er bei Ab­ruf an der Ar­beits­stel­le sein müss­te, oder gäbe er ei­nen be­stimm­ten, ent­fer­nungsmäßig um­schrie­be­nen Um­kreis um die Ar­beits­stel­le vor, in­ner­halb des­sen sich der Ar­beit­neh­mer auf­hal­ten müss­te, mach­te er aus der an­ge­ord­ne­ten Ruf­be­reit­schaft ei­nen – zur Ar­beits­zeit rech­nen­den – Be­reit­schafts­dienst (§ 45 Abs. 1, § 46 TVöD-BT-K: § 7 Abs. 3 TVöD; vgl. da­zu BAG 31. 1. 2002 – 6 AZR 214/00, ZTR 2002, 432; Bur­ger, a.a.O., § 7 Rz. 72 f., 73; fer­ner Good­son, a.a.O., § 7 Rz19; Das­sau/Wie­send-Ro­th­brust, TVöD, 5. Aufl., § 7 Rz. 29,
wenn­gleich der Schluss, ab ei­ner Zeit­vor­ga­be von 30 Mi­nu­ten für die Dienst­auf­nah­me sei die freie Auf­ent­halts­be­stim­mung des Ar­beit­neh­mers nicht mehr tan­giert, nicht zwin­gend er­scheint).
Hätten die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en auch die We­ge­zei­ten als Ar­beits­zeit re­geln wol­len, wäre ei­ne kla­re Re­ge­lung zu er­war­ten ge­we­sen, die der Ta­rif­ver­trag ge­ra­de ver­mis­sen lässt. Sch­ließlich hätte es dann in § 8 Abs. 3 Satz 4 TVöD auch kei­ner aus­drück­li­chen Erwähnung be­durft, auch We­ge­zei­ten während der Ruf­be­reit­schaft sei­en wie Ar­beits­zei­ten zu vergüten, stell­ten die­se Ar­beits­zeit dar.
c. Auch aus der Be­triebs­ver­ein­ba­rung vom 23. Dez. 2008 er­gibt sich kei­ne an­de­re Be­wer­tung. Die­se ist – ent­ge­gen der An­nah­me des Ar­beits­ge­richts – für die vor­lie­gen­de Fall­ge­stal­tung nicht ein­schlägig. Denn die Be­triebs­ver­ein­ba­rung be­trifft, ent­ge­gen der An­sicht des Ar­beits­ge­richts, al­lein Be­reit­schafts­zei­ten (§ 45 Abs. 1, § 46 TVöD-BT-K; § 7 Abs. 3, § 8 Abs. 4, 6 TVöD), die als Ar­beits­zeit zu be­wer­ten sind.
3. Es han­del­te sich auch nicht des­we­gen um ei­ne Dienst­fahrt, d.h. um ei­ne in­ner­halb der Ar­beits­zeit des Klägers an­ge­fal­le­ne Fahrt, da dies so von sei­nem Vor­ge­setz­ten Prof. Dr. W. an­er­kannt wor­den wäre. Die­ser hat­te Herrn F. nur ge­be­ten, die Rechts­la­ge zu klären, ob der Scha­den des Klägers er­setzt wer­den könne. Aus der Ver­wen­dung des Wor­tes „Dienst­fahrt“ folgt nichts an­de­res.
Vor­lie­gend kann da­hin­ste­hen, ob Prof. Dr. W. recht­lich und tatsächlich in der La­ge war, die An­fahrt des Klägers zur Ar­beits­stel­le als Dienst­fahrt an­zu­er­ken­nen. Selbst wenn dem so ge­we­sen sein soll­te, war dies im Schrei­ben vom 15. Jan. 2008 nicht ge­sche­hen. Dem Wort­laut nach ist die­ses nur so zu ver­ste­hen, dass sich der Vor­ge­setz­te des Klägers sich für die­sen „stark ma­chen“ woll­te, dass die­sem der Scha­den er­setzt wer­den würde, den er an sei­nem Fahr­zeug er­lit­ten hat­te. Er erklärte aber nicht ein­mal, dass nach sei­ner An­sicht ei­ne Er­satz­pflicht ge­ge­ben wäre, son­dern bat dar­um, dies zu über­prüfen. Wenn er da­bei ausführ­te, der Kläger ha­be den Scha­den anläss­lich ei­ne „Dienst­fahrt“ er­lit­ten, so han­del­te es sich er­sicht­lich nur um ei­ne sub­jek­ti­ve Einschätzung, die aber der er­be­te­nen Prüfung kei­nes­wegs bin­dend zu­grun­de ge­legt wer­den muss­te. An die­se ist auch das Ge­richt nicht ge­bun­den.
4. Auf die Fra­ge des kon­kre­ten Un­fall­her­gangs und die Höhe des da­durch ent­stan­de­nen Scha­dens kommt es da­nach nicht mehr an. Eben­so kann ei­ne et­wai­ges mit­wir­ken­des Ver­schul­den des Klägers an der Un­fall­ver­ur­sa­chung (§ 253 BGB) of­fen blei­ben.
IV. We­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung der Rechts­sa­che (§ 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG) war Re­vi­si­on zu­zu­las­sen.
- wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti-
on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt
Dr. Künzl
zur Übersicht 6 Sa 637/09

References: § 670
 § 64
 § 519
 § 520
 § 66
 § 222
 § 670
 § 670
 § 611
 § 611
 § 611
 § 8
 § 45
 § 15
 § 67
 § 7
 § 7
 § 9
 § 611
 § 7
 § 45
 § 8
 § 2
 § 45
 § 8
 § 7
 § 7

§ 7
 § 45
 § 8
 § 45
 § 45
 § 3
 § 8
 § 7
 § 7
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 § 8
 § 8
 § 8
 § 15
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 § 8
 § 8
 § 8
 § 46
 § 7
 § 7
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 § 8
 § 46
 § 7
 § 8