Source: http://www.hensche.de/index.jsp?id=97212
Timestamp: 2019-11-22 16:02:08+00:00

Document:
LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 03.06.2010, 26 Sa 263/10 - HENSCHE Arbeitsrecht
LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 03.06.2010, 26 Sa 263/10
Schlagworte: Massenentlassung, Betriebsrat: Beteiligung
Aktenzeichen: 26 Sa 263/10
1. Die Klägerin hat sich erst in der Berufungsinstanz auf eine fehlerhafte Betriebsratsanhörung und eine nicht ordnungsgemäße Massenentlassungsanzeige berufen. Nach § 6 Satz 1 KSchG wäre das nur bis zum Schluss der letzten mündlichen Verhandlung vor dem Arbeitsgericht möglich gewesen.
3. Außerdem war die Kündigung auch nicht wegen fehlerhafter Betriebsratsbeteiligung unwirksam. Der Arbeitgeber konnte das Anhörungsverfahren nach § 102 BetrVG mit den Interessenausgleichsverhandlungen verbinden (vgl. BAG 28. August 2003 - 2 AZR 377/02 - AP Nr. 134 zu § 102 BetrVG 1972 = EzA § 102 BetrVG 2001 Nr. 4, zu B II 1 der Gründe; 20. September 2006 - 6 AZR 219/06 - AP Nr. 24 zu § 17 KSchG 1969, zu II 1 a der Gründe).
4. Auch § 17 Abs. 2 KSchG war gewahrt. Ob ein Verstoß des Arbeitgebers gegen § 17 Abs. 2 KSchG zur Unwirksamkeit der Kündigung führt (zweifelnd: BAG 24. Oktober 1996 - 2 AZR 895/95 - AP Nr. 8 zu § 17 KSchG 1969 = NZA 1997, 373 = EzA KSchG § 17 Nr. 6, zu B II 2 b der Gründe; offengelassen durch BAG 28. Mai 2009 - 8 AZR 273/08 - AP Nr. 370 zu § 613a BGB = NZA 2009, 1267 = EzA § 17 KSchG Nr 20, zu B II 3 der Gründe) konnte dahinstehen. Der Betriebsrat hat den Erhalt der Unterlagen nach § 17 KSchG in dem durch ihn unterzeichneten Interessenausgleich ausdrücklich bestätigt.
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Brandenburg an der Havel, Urteil vom 3.12.2009, 2 Ca 834/09
zum ganzen Urteil 26 Sa 263/10

References: § 6
 § 102
 § 102
 § 102
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17
 § 613
 § 17
 § 17