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Timestamp: 2019-11-21 21:04:20+00:00

Document:
VG Düsseldorf, 15 NC 6/02: VG Düsseldorf: unbefristet, promotion, diplom, erwerbsfähigkeit, biologie, unentgeltlich, zahnmedizin, minderung, hochschule, psychologie
Urteil des VG Düsseldorf vom 06.01.2003, 15 NC 6/02
Aktenzeichen: 15 NC 6/02
VG Düsseldorf: unbefristet, promotion, diplom, erwerbsfähigkeit, biologie, unentgeltlich, zahnmedizin, minderung, hochschule, psychologie
Verwaltungsgericht Düsseldorf, 15 NC 6/02
Dem Deputat von 318 DS hat die MSWF auf Vorschlag der Hochschule 10 DS aufgrund auf Dauer angelegter, vom Stellenplan abweichender Stellenbesetzung durch Personen mit individuell anderer Lehrverpflichtung hinzugerechnet. Sie ergeben sich aus einer Erhöhung von je 4 DS für die auf Stellen für befristet beschäftigte Wissenschaftliche Angestellte geführten unbefristet beschäftigten Wissenschaftlichen Angestellten Dres. N und T zuzüglich einer Erhöhung von 2 DS für den auf einer Oberassistentenstelle C-2 geführten Hochschuldozenten Dr. E1.
2Die sich hiernach ergebende Deputatstundenzahl von 328 DS begegnet bei summarischer Prüfung keinen rechtlichen Bedenken. Dies gilt zunächst für die den einzelnen Stellengruppen zugeordneten Lehrdeputate nach Maßgabe der LVV, die den Vorgaben der Vereinbarung über die Lehrverpflichtung an Hochschulen (ohne Kunsthochschulen) der Kultusministerkonferenz vom 5. Oktober 1990, NVwZ 1992, 46 ff, entspricht, deren Inhalt aufgrund des ihr zu Grunde liegenden Konsenses der zuständigen Länderexperten als Orientierungsrahmen und als Erkenntnisquelle für die Angemessenheit von Lehrverpflichtungen anzusehen ist,
3vgl. BVerwG, Urteil vom 20. Juli 1990 - 7 C 90/88 -, NVwZ-RR 1991, 78, f.; OVG NRW, Beschluss vom 10. September 1998 - 13 C 24/98 -.
4Gewichtige Gründe, die ein Abweichen hiervon rechtfertigen könnten, sind weder vorgetragen noch ersichtlich.
Des Weiteren sind auch die Anzahl, die Besetzung und das hieraus ermittelte Lehrdeputat der Stellen wissenschaftlicher Angestellter entgegen vereinzelt geäußerter gegenteiliger Auffassung im Ergebnis nicht zu beanstanden. Als kapazitätsneutral ist es 1
zunächst unbedenklich, dass auf zwei der Stellen für Wissenschaftliche Assistenten (Institut für Neuroanatomie und Institut für Herz- und Kreislaufphysiologie) die befristet beschäftigten Wissenschaftlichen Angestellten W und T1 geführt werden; denn das von ihnen nach den Arbeitsverträgen zu erbringende, auf § 3 Abs. 4 S. 4 LVV beruhende Deputat von 4 DS entspricht demjenigen der Wissenschaftlichen Assistenten gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 6 LVV. Soweit der Stellenplan für das Institut für Herz- und Kreislaufphysiologie nicht den befristet beschäftigten Wissenschaftlichen Angestellten T1H sondern den Namen H ausweist, beruht dies ausweislich eines Vermerks vom 10. Dezember 2002 auf einem Versehen, da Frau H nicht unbefristet angestellt und im Übrigen zu 50 % auf einer Stelle für Wissenschaftliche Angestellte mit befristeten Vertrag in eben jenem Institut geführt wird.
6Bei den Stellen für Wissenschaftliche Angestellte weist der Stellenplan der Lehreinheit im Gegensatz zu den 9 Stellen nach dem Haushaltsplan 10 Stellen für befristet Beschäftigte aus, von denen eine im Institut für Herz- und Kreislaufphysiologie unbesetzt ist. Diese rechnerische Überschreitung der haushaltsplanmäßig ausgewiesenen Stellen erweist sich im Hinblick auf das der Kapazitätsberechnung nach den §§ 8, 9 KapVO zu Grunde liegende abstrakte Stellenprinzip als im Ergebnis kapazitätsrechtlich unschädlich. Denn der Überschreitung um 1 Stelle bei den Wissenschaftlichen Angestellten mit befristeten Beschäftigungsverträgen steht eine Unterschreitung um 2 im Stellenplan bei den nach dem Haushaltsplan vorhandenen 7 Stellen für Wissenschaftliche Assistenten gegenüber. Das abstrakte Stellenprinzip verbietet es nicht, das in einer Stellengruppe tatsächlich fehlende Lehrangebot durch den Überhang an Lehrangebot in einer anderen Stellengruppe mit gleicher Regellehrverpflichtung zu kompensieren. Dementsprechend gleicht das in der Gruppe der befristet beschäftigten Wissenschaftlichen Angestellten im Umfang von 4 DS über die Festlegungen im Haushaltsplan hinausgehende Lehrangebot das in der Stellengruppe der Wissenschaftlichen Assistenten fehlende Lehrangebot - nur - zur Hälfte aus.
7Das aus den 19 nach dem Stellenplan vorhandenen Stellen für Wissenschaftliche Angestellte sich errechnende Lehrdeputat ist gleichfalls im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die 9 Stellen für unbefristet Beschäftigte sind mit entsprechenden Stelleninhabern besetzt, eine davon nur zur Hälfte (Dr. L); die andere halbe Stelle ist mit dem Zeitangestellten X1 besetzt. Dass Letzterer ausweislich des mit den Berechnungsunterlagen zum Studienjahr 1998/99 vorgelegten Arbeitsvertrages vom 26. Mai 1998 nur über einen befristeten Vertrag mit einer um 50 % reduzierten Arbeitszeit verfügt, und seine individuelle Lehrverpflichtung deshalb möglicherweise nur 2 DS umfasst, ist rechtlich unerheblich, da die MSWF für ihn kapazitätsfreundlich eine Lehrverpflichtung von 4 DS in die Kapazitätsberechnung hat einfließen lassen.
8Auf den 10 Stellen für befristet beschäftigte Angestellte werden 3 Wissenschaftliche Angestellte mit unbefristeteten Arbeitsverträgen geführt (T, S, N). Von den verbleibenden 7 Stellen ist eine - wie gezeigt - unbesetzt (Institut für Herz- und Kreislaufphysiologie) und 6 sind mit Wissenschaftlichen Angestellten in befristeten Arbeitsverhältnissen besetzt, eine davon (Institut für Medizinische Soziologie) aufgeteilt auf je zwei Stelleninhaber mit einer um 50 % reduzierten Arbeitsleistung (E2 und K). Die Überqualifizierung der 3 Stelleninhaber in unbefristeter Anstellung, denen nach § 3 Abs. 4 S. 2 LVV i. V. m. den Beschäftigungsverträgen ein Deputat von 8 DS zugeordnet ist, wirkt sich gegenüber der Berechnung der MSWF nicht kapazitätserhöhend aus. Für die unbefristet beschäftigten Angestellten Dres. N und T hat die MSWF in ihrer
Kapazitätsermittlung nämlich selbst 8 der zuvor erwähnten 10 DS für Personen mit individuell anderer Lehrverpflichtung zusätzlich in Ansatz gebracht. Die Lehrverpflichtung der weiteren, ebenfalls auf einer befristeten Stelle geführten unbefristet beschäftigten Dr. S (8 DS) geht demgegenüber nur zur Hälfte in das Brutto- Lehrdeputat der Vorklinik ein, weil sie 4 Semesterwochenstunden in dem der Lehreinheit Klinisch-theoretische Medizin zugeordneten C. und O. Vogt-Institut für Hirnforschung zu erbringen hat.
9Auch im übrigen begegnet die Besetzung der Stellen innerhalb der Gruppe der befristet beschäftigten wissenschaftlichen Mitarbeiter keinen rechtlich durchgreifenden Bedenken. Die Kammer ordnet in ständiger Rechtsprechung befristet beschäftigte Stelleninhaber der Gruppe der unbefristet Beschäftigten zu, wenn sie die Voraussetzungen für eine unbefristete Beschäftigung (Promotion, § 59 Abs. 4 S. 1 lit. b. des Hochschulgesetzes (HG) vom 14. März 2000, GV NRW S. 190) erfüllen, wenn also der Beschäftigungsvertrag nach der Promotion geschlossen oder ggfs. verlängert worden ist und ein sachlicher Grund für die Befristung nicht mehr besteht, wobei die Modalitäten der Befristung an §§ 57 a ff. des Hochschulrahmengesetzes (HRG) in der zuletzt durch Gesetz vom 27. April 2002, BGBl I S. 1467 geänderten Fassung zu messen sind, soweit die Arbeitsverhältnisse nach dem 23. Februar 2002 geschlossen worden sind (§ 57 f S. 1 HRG); im Übrigen müssen Befristungsgrund und Befristungsdauer den §§ 57 a ff HRG in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Januar 1999, BGBl I S. 19, (HRG a.F.) genügen.
10In Anwendung dieser Grundsätze sind keine weiteren Stelleninhaber der Gruppe der unbefristet Beschäftigten zuzuordnen.
11Hinsichtlich der Wissenschaftlichen Angestellten W, H1, S1, T2 und E2 gilt dies schon deshalb, weil sie mangels Promotion nicht über die Qualifikation verfügen, die nach § 59 Abs. 4 S. 1 lit. b HG für die Aufnahme eines unbefristeten Beschäftigungsverhältnisses erforderlich ist. Frau Dr. K ist auf Grund der Auflösung ihres Arbeitsvertrages mit Ablauf des 30. September 2002, also vor Beginn des Berechnungszeitraums, aus dem Dienst der I Universität E ausgeschieden und kommt gemäß § 5 Abs. 2 KapVO für eine Erhöhung des Deputats ebenfalls von vornherein nicht in Betracht.
12Auch bei keinem der übrigen befristet Beschäftigten, Dres. H und L1, sowie dem auf einer Wissenschaftlichen Assistentenstelle geführten Dr. T1 sind die Voraussetzungen für eine Deputatserhöhung ausweislich der dem Gericht durch den Antragsgegner für das Wintersemester 2002/2003 vorgelegten Unterlagen erfüllt. Die mit den Genannten jeweils nach dem Abschluss ihrer Promotion geschlossenen bzw. zuletzt verlängerten befristeten Arbeitsverträge erweisen sich im Hinblick auf § 57 b Abs. 2 Nr. 3 HRG a. F. wegen der Mitarbeit an einem befristeten Forschungsprojekt (Schlieper) als sachlich gerechtfertigt bzw. entsprechen der neuen Regelung des § 57 b Abs. 1 S. 1 HRG (H und L1).
13Die nach Abschluss der Promotion gelegenen Vertragszeiten wahren insgesamt die nach den Bestimmungen des Hochschulrahmengesetzes geltenden Fristen. Bei dem nach altem Recht zu beurteilenden Arbeitsvertrag des Wissenschaftlichen Angestellten T1 ist die Fünfjahresfrist des § 57 c HRG a.F., bei den neuem Recht unterfallenden Verträgen der Wissenschaftlichen Angestellten H und L1 die im Bereich der Medizin geltende Neunjahresfrist nach § 57 b Abs. 1 S. 2 HRG eingehalten. Dr. T1 wurde nach seiner Promotion am 30. März 2000 zum 1. April 2000 bis zum 31. März 2002 angestellt;
eine erste Verlängerung des Arbeitsvertrags ist bis zum 30. September 2003 befristet. Dr. H wurde am 6. Juni 1991 zur Dr. rer. nat. promoviert und erhielt am 4. Oktober 2000 für die Zeit vom 2. Oktober 2000 bis zum 30.September 2002 einen ersten Arbeitsvertrag, der unter dem 29. August 2002 für den Zeitraum vom 1. Oktober 2002 bis zum 30. September 2004 verlängert wurde. Dr. L1 wurde am 28. Januar 2002 zur Dr. rer. nat. promoviert und nach ihrer Promotion für die Zeit vom 1. Juli 2002 bis zum 30. Juni 2004 - weiter - angestellt. Die bis zur Promotion zurückgelegten Beschäftigungszeiten bleiben nach § 57 b Abs. 1 S. 2, 2. Halbs. HRG unberücksichtigt.
14Sind die nach dem Hochschulrahmengesetz zulässigen Befristungshöchstgrenzen nach alledem bei allen Anstellungsverträgen eingehalten, kann offen bleiben, ob die Wissenschaftlichen Angestellten Dres. H und L1 auch deshalb nicht der Gruppe der unbefristet Beschäftigten zugeordnet werden können, weil sie nicht im Fach Humanmedizin promoviert sind, was die Kammer für den Berechnungszeitraum 1999/2000 für zwei andere Wissenschaftliche Angestellte noch angenommen hat.
15Beschlüsse vom 20. Dezember 1999 -15 Nc 57/99.HM u.a.-, Seite 7 des Beschlussabdrucks.
16Das sich nach allem ergebende Lehrangebot von 328 DS ist des Weiteren gemäß § 9 Abs. 2 S. 1 KapVO i. V. m. §§ 6 Abs. 2, 9 lit. a, b LVV zu Recht um insgesamt 3,68 DS vermindert worden.
17Nach § 6 Abs. 2 LVV kann für die Wahrnehmung anderer als der in Abs. 1 genannten weiteren Aufgaben und Funktionen in Universitäten, für welche im Klammerzusatz Beispiele aufgezählt werden, unter Berücksichtigung des Lehrbedarfs im jeweiligen Fach eine Ermäßigung der Lehrverpflichtung bis zu zwei Lehrveranstaltungsstunden gewährt werden. Gemäß § 9 lit. a, b LVV kann die Regellehrverpflichtung eines Stelleninhabers auf Antrag bei einer Minderung seiner Erwerbsfähigkeit um mindestens 50 % um bis zu 12 % und bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um mindestens 70 % um bis zu 18 % vermindert werden. In Anwendung dieser Vorschriften wurde die Lehrverpflichtung der auf einer Stelle für unbefristet beschäftigte Angestellte geführten Prof. Dr. T3 wegen ihrer Funktion als Studiendekanin um 2 DS ermäßigt. Auch wenn die Studiendekanin im Beispielskatalog des § 6 Abs. 2 LVV nicht ausdrücklich aufgeführt ist, bestehen gegen eine Anwendung der Ermäßigungsvorschrift auf diese Funktion keine Bedenken, da die hierdurch bedingte zusätzliche Belastung des Stelleninhabers neben der vollen wöchentlichen Arbeitszeit ohne Deputatstundenreduzierung nicht zumutbar erscheint. Dass der Lehrbedarf bei der Reduzierung unberücksichtigt geblieben sein sollte, ist weder dargetan noch spricht angesichts des insgesamt gestiegenen Bruttolehrangebots hierfür etwas. Des Weiteren sind mit Rücksicht auf die durch Schwerbehindertenausweis nachgewiesene Minderung der Erwerbsfähigkeit um 50 % bei Prof. Dr. Q, der auf der mit einer Regellehrverpflichtung von 8 DS versehenen Stelle eines Akademischen Rates mit Lehraufgaben geführt wird, dessen Regellehrverpflichtung um 12 % von 8 DS = 0,96 DS gekürzt und die Regellehrverpflichtung der in ihrer Erwerbsfähigkeit um 80 % eingeschränkten wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dr. L, die mit einer halben Stelle in der mit einem Deputat je Stelle von 8 versehenen Gruppe der unbefristet Beschäftigten geführt wird, um 18 % von 4 DS = 0,72 DS gemindert worden; die entsprechenden Anträge wurden von beiden Stelleninhabern rechtzeitig gestellt. Aus welchen Gründen die Deputatsverminderungen „ihrem Umfange nach nicht glaubhaft gemacht" worden sein sollen, wie vereinzelt behauptet wird, ist nach alledem nicht ersichtlich.
18Auch ist es bei summarischer Prüfung rechtlich nicht geboten, „Ausfälle in der Vorklinik durch Inanspruchnahme von Lehrkräften aus den Bereichen der Klinisch- theoretischen Medizin und der Klinisch-praktischen Medizin" auszugleichen. Eine gesetzliche Grundlage für diese vereinzelt erhobene Forderung existiert nicht. Tatsächlich beeinflussen etwaige Ausfälle angesichts des abstrakten Stellenprinzips die Ausbildungskapazität der Lehreinheit Vorklinische Medizin der I Universität E auch nicht negativ. Im Übrigen hat sich die Kammer bereits früher mit der Stellenausstattung insbesondere der Lehreinheit Klinisch-theoretische Medizin befasst und eine missbräuchliche Stellenausstattung dieser Lehreinheit zu Lasten der Lehreinheit Vorklinische Medizin verneint.
19Urteile vom 28. Oktober 1988 -15 K 1340/88 u.a.- und 26. November 1992 -15 K 2894/91 u.a.-, Beschlüsse vom 20. Dezember 1991 -15 Nc 182/91.HM u.a.-.
20Diese Rechtsprechung hat das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein- Westfalen gebilligt und dargelegt, dass Studienbewerber keinen Anspruch darauf haben, dass die Ausbildungskapazität für die Lehreinheit Vorklinische Medizin, deren Gesamtlehrdeputat gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben ist, zu Lasten der Lehreinheit Klinisch-theoretische Medizin ausgeweitet wird.
Beschluss vom 7. Januar 1993 -13 Nc 292/92-. 21
22Diese Rechtsgrundsätze müssen erst Recht bei einer - wie hier - erfolgten Erhöhung des Lehrdeputats gegenüber dem Vorjahr gelten. Rechtserhebliche Einwände hiergegen, die eine erneute vertiefte Auseinandersetzung geböten, sind nicht vorgebracht worden. In Bezug auf die Lehreinheit Klinisch-praktische Medizin gilt nichts anderes.
2. Lehrauftragsstunden: 23
24Das (Brutto-)Lehrangebot von danach 324,32 DS (328 DS - 3,68) hat die MSWF - rechtlich beanstandungsfrei - um Lehrauftragsstunden im Umfang von 1 DS auf 325,32 DS erhöht.
25Nach § 10 S. 1 KapVO sind solche Lehrveranstaltungsstunden kapazitätserweiternd anzurechnen, die der Lehreinheit in den beiden dem Berechnungsstichtag (1. März 2002) vorangegangenen Semestern durchschnittlich pro Semester zur Verfügung gestanden haben, soweit sie nicht auf einer Regellehrverpflichtung beruhen.
26Die MSWF hat bezogen auf das Sommersemester 2001 in die Berechnung der Lehrauftragsstunden eine Lehrveranstaltung von 4 Semesterwochenstunden (SWS) mit einem Anrechnungsfaktor f = 0,5 eingestellt, für die sich für dieses Semester 2 DS und aufgeteilt auf das Sommerster 2001 und das Wintersemester 2001/2002 eine anrechenbare semesterliche Durchschnittszahl von 1 DS errechnet. Um welche Veranstaltung es sich dabei handelt, lässt sich der von der Hochschule überreichten Übersicht nicht entnehmen. Für das Sommersemester 2001 sind hierin lediglich Veranstaltungen aufgeführt, die entweder nicht zum Ausbildungsaufwand nach § 13 Abs. 1 KapVO gehören oder von einem zum 31. August 2001 ausgeschiedenen, auf einer Stelle mit Lehrverpflichtung des Instituts für Neuroanatomie geführten Stelleninhaber (Nohr) erbracht wurden und wegen der Berücksichtigung dieser Stelle
bei der Ermittlung des Bruttolehrdeputats ebenso als Lehrauftragsstunden ausscheiden wie die im Vorlesungsverzeichnis - noch - verzeichneten, aber ausgefallenen Lehrveranstaltungen einer bereits zum 31. März 2001 ausgeschiedenen Lehrperson (D).
27Für das Wintersemester 2001/2002 enthält die Übersicht des Antragsgegners von den anatomischen Lehrveranstaltungen der laufenden Nummern 100, 103 107, 107a und 108 des Vorlesungsverzeichnisses abgesehen nur Lehrveranstaltungen, die nicht zum Ausbildungsaufwand nach § 13 Abs. 1 KapVO gehören. Die Erwähnung des Privatdozenten O bei diesen Veranstaltungen ist bereits aus den vorstehenden Gründen irrelevant; im Übrigen war er wegen seines Ausscheidens aus den Diensten der Hochschule zum 31. August 2001 an den angekündigten Veranstaltungen nicht mehr beteiligt. Soweit Privatdozent Dr. T4 vom C. und O. W1- Institut für Hirnforschung zur Aufrechterhaltung des Lehrangebots in diesen Veranstaltungen eingesetzt war, sind seine Lehrleistungen entsprechend § 10 S. 3 KapVO nicht als Lehrauftragsstunden anzurechnen, weil sie freiwillig und unentgeltlich erbracht worden sind. Dies entspricht der ständigen Rechtsprechung der Kammer,
28vgl. u.a. Beschlüsse vom 17. Dezember 1992 - 15 Nc 229/92.HM u.a. -, vom 3. Dezember 1993 - 15 Nc 249/93.HM u.a. -, vom 12. Dezember 1994 - 15 Nc 82/94.HM - und vom 2. Dezember 1997 - 15 Nc 28/97.HM -,
29sowie der bislang vom Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein- Westfalen gebilligten Auffassung, wonach es nicht zu beanstanden ist, wenn nach § 10 Satz 3 KapVO Lehrleistungen, die unentgeltlich erbracht werden, nicht in die Kapazitätsberechnung einfließen, weil auf diese Lehrleistungen kein Anspruch besteht und deshalb nicht sicher ist, ob sie kontinuierlich fortgeführt werden,
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 29. Juni 1994 - 13 C 10/94 -. 30
31Die Kammer sieht auch unter Berücksichtigung der im Beschluss des OVG NRW vom 10. September 1998 - 13 C 24/98 - und vereinzelt in Antragsschriften geäußerten Bedenken keinen Grund, hiervon abzuweichen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass § 10 Satz 3 KapVO alle unentgeltlichen und freiwillig erbrachten Lehrauftragsstunden erfasst. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern es unter Berücksichtigung des Gebotes der erschöpfenden Nutzung öffentlicher Mittel einen Unterschied machen soll, ob der unentgeltlich Lehrende einer außeruniversitären Forschungseinrichtung angehört oder etwa als Praktiker besondere Aspekte in eine Lehrveranstaltung, die zum Aufwand nach § 13 Abs. 1 KapVO gehört, einfließen lässt. Diese Auslegung des § 10 Satz 3 KapVO ist mit dem Kapazitätserschöpfungsgebot vereinbar; dieses gebietet nicht, Titellehre kapazitätserhöhend zu berücksichtigen,
BVerwG, Urteil vom 23. Juli 1987 - 7 C 10.86 u.a. -, Buchholz 421.21 Nr. 34, S. 34 f., 32
33weil die hochschulpolitisch wünschenswerte, das Lehrangebot um Aspekte der Praxis und der spezialisierten Forschung bereichernde Titellehre gefährdet würde, wenn sie einen in die Lehrangebotsberechnung eingehenden Faktor darstellte,
vgl. BVerwG, Urteil vom 23. Juli 1987, a.a.O.. 34
3. Dienstleistungsexport: 35
36Der sich gemäß § 11 KapVO kapazitätsmindernd auswirkende Dienstleistungsbedarf für nicht der Lehreinheit zugeordnete Studiengänge ist ebenfalls rechtlich zutreffend ermittelt.
37Die Lehreinheit Vorklinische Medizin erbringt Dienstleistungen für die ihr nicht zugeordneten Diplomstudiengänge Biologie (Diplom) und Psychologie (Diplom) sowie die Studiengänge Zahnmedizin und Pharmazie. Den sich daraus ergebenden Dienstleistungsbedarf hat die MSWF gemäß Formel 2 der Anlage 1 zur KapVO wie folgt und bei summarischer Prüfung im Ergebnis zutreffend berechnet: CAq Aq/2 CAq x Aq/2 Zahnmedizin, Staatsex. 0,87 22,5 19,58 Biologie, Diplom 0,04 84,5 3,38 Psychologie, Diplom 0,02 28,0 0,56 Pharmazie, Staatsex. 0,01 47,0 0,47 Summe 23,99 Die einzelnen Curricularanteile (Caq) sind gegenüber dem vorangegangenen Berechnungszeitraum unverändert geblieben und bei summarischer Prüfung rechtsfehlerfrei in Ansatz gebracht. Die in die Berechnung eingestellten Studentenzahlen (Aq/2) resultieren aus den von der MSWF ermittelten schwundbereinigten jährlichen Zulassungszahlen der genannten Studiengänge (Aufnahmekapazität Aq), auf welche nach § 11 Abs. 2 KapVO i. V. m. dem eingangs erwähnten Kapazitätsermittlungserlass bei Nc-Studiengängen abzustellen ist; dass hieran Änderungen vorzunehmen wären, ist weder substantiiert vorgetragen noch bei summarischer Überprüfung ersichtlich. Eine Korrektur des Dienstleistungsexports in den Studiengang Zahnmedizin wegen einer Entlastung der Lehreinheit durch Doppel- und Zweitstudenten, wie sie neuerdings wieder vereinzelt gefordert wird, nimmt die Kammer in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen
z.B. Beschluss vom 7. März 1993 - 13 C 218/92 - 38
seit ihrem Urteil vom 26. November 1992 - 15 K 2894/91 u.a. -, auf das zur näheren Begründung verwiesen wird, nicht mehr vor. 39
4. Bereinigtes Lehrangebot: 40
Unter Verwendung der unter 1., 2. und 3. ermittelten Werte beträgt damit das bereinigte Lehrangebot je Semester gemäß Formel 3 der Anlage 1 zur KapVO 41
325,32 DS - 23,99 DS = 301,33 DS. 42
II. Lehrnachfrage und Aufnahmekapazität 43
441. Die Lehrnachfrage wird nach § 13 Abs. 1 KapVO i. V. m. der Anlage 2 durch den Curricularnormwert bestimmt, welcher seit dem Berechnungszeitraum 1990/91 in rechtlich nicht zu beanstandender Weise,
45vgl. OVG NRW, Beschluss vom 16. Mai 1991 - 13 C 93/91 -, S. 3 des Beschlussabdrucks; Beschlüsse der Kammer vom 28. Januar 1991 - 15 L 8031/90 u. a. - , jeweils S. 20 bis 28 des Beschlussabdrucks,
46auf 2,17 erhöht worden ist. Der Curricularnormwert ist nach § 13 Abs. 4 S. 1 KapVO auf die am Lehrangebot für den Studiengang beteiligten Lehreinheiten aufzuteilen. Der auf diesem Wege ermittelte Curriculareigenanteil (Cap) für den Studiengang Medizin, Vorklinischer Teil, von 1,76 erweist sich bei summarischer Prüfung gleichfalls als rechtsfehlerfrei,
47vgl. OVG NRW, Beschluss vom 10. September 1998 - 13 C 24/98 -, S. 6/7 des Beschlussabdrucks.
48Er berücksichtigt die ihrerseits dem Grunde und der Höhe nach rechtlich nicht zu beanstandenden Curricularanteile (Caq) für Dienstleistungsexporte durch die Lehreinheiten
Klinisch-theoretische Medizin mit einem Wert von 0,02, 49
50Physik mit einem Wert von 0,13, Biologie mit einem Wert von 0,13, und Chemie mit einem Wert von 0,13, 0,41,
51und kann angesichts der aus dem Selbstverwaltungsrecht und der Wissenschaftsfreiheit folgenden Organisationskompetenz der einzelnen Hochschulen bei der Ausfüllung der Curricularnormwerte durch einen Vergleich mit den teils niedrigeren Eigenanteilen anderer deutscher Hochschulen nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden.
52Zu allen grundlegenden Einwänden gegen den Curricularnormwert selbst hat die Kammer bereits in ihren Beschlüssen vom 28. Januar 1991 Stellung genommen (Einführung vorklinischer Seminare, Gruppengröße für vorklinische Seminare, Durchführung von vorklinischen Seminaren nicht nur durch Professoren, Beibehaltung der Betreuungsrelation g=180 für Vorlesungen); die vorgelegten Antragsbegründungen enthalten demgegenüber keinen wesentlichen neuen Vortrag.
532. Auch die Berechnung der Aufnahmekapazität (Ap) für die Lehreinheit Vorklinische Medizin im Studienjahr 2002/2003 hält der rechtlichen Überprüfung stand. Aus dem Curriculareigenanteil von 1,76 und dem bereinigten Brutto- Lehrdeputat von 293,49 DS ergibt sich in Anwendung der in Anlage 1 zur KapVO angeführten Formel 5 die errechnete jährliche Aufnahmekapazität von
2 x 301,33 DS ------------------- =342,42, 1,76 54
gerundet 342 Studienplätzen. 55
Überprüfung des Berechnungsergebnisses 56
Schließlich erweist sich die gemäß §§ 14 ff. KapVO durchgeführte Überprüfung des Berechnungsergebnisses als rechtsfehlerfrei.
58Eine Erhöhung des Berechnungsergebnisses nach § 14 Abs. 3 Nr. 1 KapVO wegen einer Entlastung des Lehrpersonals durch eine besondere Ausstattung der Lehreinheit mit wissenschaftlichen und nicht wissenschaftlichen Mitarbeitern ist nicht geboten. Denn nach Mitteilung des Antragsgegners, an deren Richtigkeit zu zweifeln für die Kammer kein Anlass besteht, werden im Berechnungszeitraum keine Lehrpersonen in der Lehre tätig sein, die nicht bereits bei der Kapazitätsberechnung des Studienjahres 2002/2003 erfasst werden.
Der in die Überprüfung des Berechnungsergebnisses eingestellte Schwundausgleichsfaktor von 1/0,96 ist bei summarischer Überprüfung rechtlich nicht zu beanstanden. Das Vorbringen der Verfahrensbeteiligten bietet keinen Anlass zu der 57
Annahme, dass der nach Abschnitt 5 des Kapazitätserlasses der MSWF vom 5. Februar 2002 in Anwendung der Methodik des „Hamburger Modells" anhand der amtlichen Statistik zu errechnende Schwundausgleichsfaktor die semesterliche Verbleibequote entgegen den tatsächlichen Gegebenheiten unzutreffend wiedergibt.
Durch Multiplikation mit dem Schwundausgleichsfaktor von 1/0,96 erhöht sich die ermittelte personalbezogene Jahresaufnahmekapazität für Studienanfänger auf 60
342 x 1 ---------- =356,25 0,96 61
gerundet 356 Studienplätze, die wegen des Jahreszulassungsbetriebes sämtlich auf das Wintersemester 2002/2003 entfallen. 62
IV. Besetzung der Studienplätze 63
64Nach der dem Gericht vom Antragsgegner vorgelegten Studentennamensliste (Stand: 24. Oktober 2002) und der ergänzenden Mitteilung des Antragsgegners vom 19. Dezember 2002 sind sämtliche 356 Studienplätze des 1. Fachsemesters besetzt, so dass kein zusätzlicher Studienplatz für eine gerichtliche Vergabe zur Verfügung steht.
65Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 1 VwGO. Die Streitwertfestsetzung beruht auf den §§ 20 Abs. 3 GKG i. V. m. § 13 Abs. 1 Satz 1 GKG.
15 NC 6/02
Unbefristet, Promotion, Diplom, Erwerbsfähigkeit, Biologie, Unentgeltlich, Zahnmedizin, Minderung, Hochschule, Psychologie

References: § 3
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 § 59
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 § 5
 § 57
 § 57
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 § 9
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 § 9
 § 6
 § 10
 § 13
 § 13
 § 10
 § 10
 § 10
 § 13
 § 10
 § 11
 § 11
 § 13
 § 13
 § 14
 § 154
 § 13