Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=21.06.2001&Aktenzeichen=B%207%20AL%2054/00%20R
Timestamp: 2019-11-14 13:44:36+00:00

Document:
BSG, 21.06.2001 - B 7 AL 54/00 R - dejure.org
https://dejure.org/2001,1205
BSG, 21.06.2001 - B 7 AL 54/00 R (https://dejure.org/2001,1205)
BSG, Entscheidung vom 21.06.2001 - B 7 AL 54/00 R (https://dejure.org/2001,1205)
BSG, Entscheidung vom 21. Juni 2001 - B 7 AL 54/00 R (https://dejure.org/2001,1205)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2001,1205) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Teilarbeitslosengeldanspruch - Entstehung - Teilarbeitslosigkeit - zwei Teilzeitbeschäftigungen bei demselben Arbeitgeber - einheitliches Beschäftigungsverhältnis - Erlöschen - Antragstellung - sozialrechtlicher Herstellungsanspruch
Arbeitslosengeld - Teilarbeitslosengeld - Teilzeit - Teilarbeitslos - Erlöschen - Anwartschaft - Verfassungsmäßigkeit - Sozialrechticher Herstellungsanspruch
SG Stuttgart, 21.10.1999 - S 4 AL 5538/98
LSG Baden-Württemberg, 19.04.2000 - L 5 AL4923/99
BSGE 88, 180
NZS 2002, 326
Es liegt auch keine Divergenz zur bisherigen Senatsrechtsprechung vor, wonach im Grundsatz der zu einem Herstellungsanspruch führende Nachteil mit verwaltungskonformen Mitteln im Rahmen der gesetzlichen Regelung, also durch eine vom Gesetz vorgesehene zulässige und rechtmäßige Amtshandlung, ausgleichbar zu sein hat, bzw wie im Fall der fehlenden Arbeitslosmeldung eine Ersetzung auf Grund der gesetzlichen Funktion der Arbeitslosmeldung nicht möglich ist (hierzu zB Senatsurteil vom 21. Juni 2001, BSGE 88, 180, 184 = SozR 3-4300 § 150 Nr. 1 unter Bezug auf: BSG SozR 3-4100 § 134 Nr. 14, S 56 ;… BSGE 58, 104, 109 = SozR 4100 § 103 Nr. 36 ;… BSGE 51, 89, 94 = SozR 2200 § 381 Nr. 44 ;… BSG SozR 3-4100 § 110 Nr. 2, S 10 ).
Im Rahmen des SGB III ist jeweils bei der Auslegung des Begriffs "Anspruch auf Alg" zu differenzieren zwischen dem sog Stammrecht auf Alg und dem konkreten Einzelanspruch auf Auszahlung des Alg (exemplarisch BSGE 88, 180 = SozR 3-4300 § 150 Nr. 1).
Entgegen der Auffassung der Beklagten und der älteren Rechtsprechung des BSG (…BSGE 55, 1 = SozR 2200 § 168 Nr. 7) sei eine weitere geringfügige Nebenbeschäftigung bei demselben Arbeitgeber wegen des eindeutigen, deutlich von dem Wortlaut der bis zum 30.6.1977 geltenden Regelung des § 168 Abs. 1 Nr. 1 RVO abweichenden Wortlauts des § 8 Abs. 2 S 1 SGB IV und der seit 1998 bestehenden Regelung über das Teilarbeitslosengeld sowie der dazu ergangenen Rechtsprechung (BSGE 88, 180 = SozR 3-4300 § 150 Nr. 1) nicht als einheitliche Beschäftigung anzusehen (Urteil vom 9.9.2010) .
Soweit der 7. Senat für die Prüfung eines Anspruchs auf Teilarbeitslosengeld nach § 150 SGB III unter Bezugnahme auf die zu dieser Vorschrift vorliegende Gesetzesbegründung annahm, dass prinzipiell bei einem Arbeitgeber zwei anspruchsbegründende Teilzeitbeschäftigungen iS von § 150 Abs. 1 Nr. 1 iVm § 150 Abs. 2 Nr. 1 SGB III bestehen können (vgl BSGE 88, 180, 186 = SozR 3-4300 § 150 Nr. 1 S 8 und BSGE 90, 270, 271 = SozR 4-4300 § 150 Nr. 1 RdNr 7), hat er schon selbst darauf hingewiesen, dass die in den Entscheidungen des 12. Senats vom 16.2.1983 und des 7. Senats vom 6.2.1992 enthaltenen Grundsätze nicht ohne Weiteres auf die Auslegung des Begriffs der Beschäftigung iS von § 150 SGB III übertragbar sind (vgl BSGE 88, 180, 186 = SozR 3-4300 § 150 Nr. 1 S 8).
Das SGB III unterscheidet zwischen dem Stammrecht auf Arbeitslosengeld und dem konkreten Einzelanspruch auf Auszahlung des Arbeitslosengeldes (vgl. BSG, Urteil vom 21. Juni 2001, SozR 3-4300 § 150 Nr. 1).
Der Antrag als Willenserklärung unterliegt dabei entsprechenden Gestaltungsmöglichkeiten (Verschiebung bzw. Rücknahme), welche auch auf dem sozialrechtlichen Herstellungsanspruch beruhen können (BSG, Urteil vom 21. Juni 2001, SozR 3-4300 § 150 Nr. 1).
Hierzu hat der Senat bereits entschieden, es könne - entgegen der Begründung im angefochtenen Bescheid und der Revisionsbegründung - nicht von dem Grundsatz ausgegangen werden, dass bei einem Arbeitgeber immer nur ein Beschäftigungsverhältnis bestehen kann (BSGE 88, 180, 186 = SozR 3-4300 § 150 Nr. 1).
Im Rahmen der hierbei vorzunehmenden Abgrenzung kommt der formalen arbeitsvertraglichen Ausgestaltung lediglich eine Indizfunktion zu (angedeutet in BSGE 88, 180, 187 = SozR 3-4300 § 150 Nr. 1).
Auch das Bundessozialgericht (BSG) habe in einer Entscheidung vom 21. Juni 2001, B 7 AL 54/00 R, die Auffassung der Beklagten geteilt, dass die Klägerin keine neue Anwartschaftszeit erfüllt habe, weil die für einen Anspruch bereits einmal herangezogene Rahmenfrist wegen § 124 Abs. 2 SGB III nicht in eine vorangegangene Rahmenfrist hineinreichen dürfe.
Gegen die beschriebene Auslegung des § 150 Abs. 2 Nr. 2 SGB III lassen sich auch entgegen dem Vorbringen der Revision nicht die Ausführungen im Urteil des 7. Senats des BSG vom 21. Juni 2001 (B 7 AL 54/00 R - BSGE 88, 180 = SozR 3-4300 § 150 Nr. 1) anführen.
Das Recht auf die fällige Leistung entstehe jedoch erst mit einem wirksamen Antrag (mit Hinweis auf BSGE 61, 108, 110; BSGE 88, 180, 182).
Im Rahmen des SGB III ist jeweils bei der Auslegung des Begriffs "Anspruch" zu differenzieren zwischen dem sog Stammrecht und dem konkreten Einzelanspruch auf Auszahlung (exemplarisch BSGE 88, 180 = SozR 3-4300 § 150 Nr. 1).
Es liegt auch keine Divergenz zur bisherigen Senatsrechtsprechung vor, wonach im Grundsatz der zu einem Herstellungsanspruch führende Nachteil mit verwaltungskonformen Mitteln im Rahmen der gesetzlichen Regelung, also durch eine vom Gesetz vorgesehene zulässige und rechtmäßige Amtshandlung, ausgleichbar zu sein hat, bzw wie im Fall der fehlenden Arbeitslosmeldung eine Ersetzung auf Grund der gesetzlichen Funktion der Arbeitslosmeldung nicht möglich ist (hierzu zB Senatsurteil vom 21. Juni 2001, BSGE 88, 180, 184 = SozR 3-4300 § 150 Nr. 1 unter Bezug auf: BSG SozR 3-4100 § 134 Nr. 14, S 56 (Arbeitslosmeldung: Ersetzung nicht möglich);… BSGE 58, 104, 109 = SozR 4100 § 103 Nr. 36 (Verfügbarkeit: Ersetzung nicht möglich);… BSGE 51, 89, 94 = SozR 2200 § 381 Nr. 44 (Versäumung von Ausschlussfristen: Ersetzung möglich);… BSG SozR 3-4100 § 110 Nr. 2, S 10 (Verschiebung der Antragstellung auf ein späteres Datum: möglich)).
Mit der Arbeitslosmeldung des Klägers bei der Beklagten am 10.12.1998 ist sein subjektives Stammrecht auf Alg entstanden, ohne dass es hierzu einer gesonderten Antragstellung im Sinne des § 323 SGB III bedurfte (vgl BSG vom 21.06.2001 - B 7 AL 54/00 R = BSGE 88, 180 ff).
Mit dem Zugang bei der Beklagten hat der Alg-Antrag nach § 323 Abs. 1 SGB III rechtsgestaltende Wirkung und kann bis zum Wirksamwerden der Verwaltungsentscheidung (§ 39 Abs. 1 SGB X) widerrufen werden, weil er so lange ohne Außenwirkung geblieben ist (…vgl BSG in SozR 3-4100 § 110 Nr. 2, S 10;… BSGE 60, 79, 83 = SozR 4100 § 100 Nr. 11; BSG vom 16.09.1998 - B 11 AL 17/98 R;… BSG vom 17.04.1986 in SozR 4100 § 100 Nr. 11; BSGE 88, 180 ff).
Die hier streitige Rechtsfrage ist durch das BSG im Urteil vom 21.06.2001 - B 7 AL 54/00 R bereits geklärt worden.
LSG Nordrhein-Westfalen, 23.10.2002 - L 12 AL 80/01
LSG Baden-Württemberg, 12.05.2004 - L 5 AL 2017/03
Erlöschen des Teilarbeitslosengeldanspruchs - Aufnahme einer …
LSG Sachsen, 21.05.2003 - L 1 P 19/02

References: § 150
 § 134
 § 103
 § 381
 § 110
 § 150
 § 168
 § 168
 § 8
 § 150
 § 150
 § 150
 § 150
 § 150
 § 150
 § 150
 § 150
 § 150
 § 150
 § 150
 § 150
 § 124
 § 150
 § 150
 § 150
 § 150
 § 134
 § 103
 § 381
 § 110
 § 323
 § 323
 § 110
 § 100
 § 100