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Timestamp: 2018-02-20 12:07:06+00:00

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Vorzüge eines Behindertenausweises - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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19.08.2005, 10:38 #1
Mir wurde nahegelegt, mir einen Behindertenausweis zuzulegen.
Ich würde höchstwahrscheinlich 40% GdB bekommen.
Evtl. 50% GdB. Ohne G,H,B,aG oder so.
Gleichstellung eher unwahrscheinlich. Keine Ahnung.
Was nutzt mir dieser Ausweis im Erwerbsleben und bei der Arbeitsagentur?
Wie reagiert die Agentur, wenn ich bislang als Gesund geführt bin und auf einmal einen solchen Ausweis aus dem Hut zaubere?
Die Nacht- und Wechselschichten hab ich bislang direkt mit Attest beim Arbeitgeber umgangen.
Die Industrie stellt nicht ein und die Leiharbeit nimmt einen mit solchem Ausweis sicher nicht.
Wie sind die Vorzüge im Erwerbsleben (oder auch sonst) mit 40%?
19.08.2005, 11:09 #2
Ein Schwerbehindertenausweis wird erst ab einer GdB von mindestens 50 % ausgestellt.
19.08.2005, 12:21 #3
Gut, dann nehmen wir mal 50% zu obiger Frage an.
Oder was nutzen 40% mit Gleichstellung?
19.08.2005, 12:44 #4
19.08.2005, 18:37 #5
http://www.rechtspraxis.de/ausweis.html[/url]]Die Schwere der Behinderung wird durch den Grad der Behinderung (10 - 1000%), der auf dem Ausweis verzeichnet ist, bestimmt.
ich wußte nicht das das geht ...
19.08.2005, 19:00 #6
Das ist ja die Frage, um die es geht.
Welche Vor-und Nachteile hat man damit bei der Agentur?
20.08.2005, 08:28 #7
Tja, also ich würde mal sagen, dass sie dir icht einen x- beliebeigen Job aufdrücken können ( Ein-Euro-Job)- sondern du sonst problemlos auf deinen Behindertenausweis pochen könntest, wenn die Arbeit nicht deiner Behinderung entspricht. ( nicht schwer heben, nicht länger als x Std am Tag belastbar, etc. z. B.)
Mehrbedarf wegen Behinderung nach SGBII erhälst du,wenn du zusätzlich Eingliedungshilfe zur Arbeit als Erwerbsfähiger erhälst.
Siehe dazu auch bei (4): http://www.bmgs.bund.de/download/ges.../sgb02x021.htm
Darüber, was das Amt denkt, wenn du plötzlich einen Ausweis hast, würde ich mir ekine Gedanken machen. Bei einigen dauert es ewig, bis sie die Anerkennung und den Ausweis vom Versogungsamt bekommen.
Bei vielen ist monatelang nicht mal klar, ob sie nun erwerbsfähig oder ganz nicht mehr arbeitsfähig sind.
Viele Betriebe( fast alle im öffentl. Dienst z. B.) stellen bevorzugt Behinderte ein, weil die eine Vorgabe haben einen bestimmten Prozentsatz mit Behinderten zu besetzen.
Zusätzlich kann man mit einem Behindertenausweis einige Sachen zusätzlich bei der Krankenkasse beantragen, was bei dir aber leider nicht geht, da du kein Merzzeichen G. B. H. RF hast.
20.08.2005, 09:49 #8
Als Schwerbehinderter hast du den Vorteil, das du z.B. alle deine Anträge für Behörden bei der Arge abgeben kannst.
Das Gesetz auf Tempo: § 14 regelt, dass ein Leistungsträger spätestens zwei Wochen nach Antragseingang geklärt haben muss, ob er für die Leistung zuständig ist. Schon nach einer weiteren Woche wird über die Leistung dann auch entschieden, wenn der Antrag nicht unverzüglich an einen anderen Rehabilitationsträger weitergeleitet wurde.
Du mußt als behinderter also nicht mehr von Amt zu Amt laufen. Schmeiss der Arge einfach den Antrag auf dem Schreibtisch und die müssen sich damit beschäftigen. :P
Als Schwerbehinderter kann unter bestimmten voraussetzungen einen höheren Wohnraum beantragen und einen höheren Wärmebedarf!
Als Schwerbehinderter mußt du dich auf einem Amt nicht in die lange Warteschlange einreihen, da du ein Recht auf schnelle Abfertigung hast.
Als Schwerbehinderter stehen dir diverse Vergünstigungen der Beförderung zu für Auto oder Bahn.
Als Schwerbehinderter hast du ein Recht auf einen behindertengerechten Arbeitsplatz.
Was die Arge über einen Behinderten Ausweis denkt, sollte dich nicht jucken :motz: :motz:
20.08.2005, 10:09 #9
Gilt dieses nicht nur für bestimmte Merkzeichen? Kann mir nicht vorstellen, das ich ohne Merkzeichen schneller beim Amt vorgelassen werde.
20.08.2005, 11:00 #10
Habe ich in der Praxis noch nie erlebt. Habe allerdings auch noch nie darauf gepocht, da ich genauso warten kann wie ein Nichtbehinderter.
Zum Eingangsposting: Das Schwerbehindertenrecht ist ziemlich umfangreich, und die Behinderungen sehr vielseitig. Es lässt sich daher nicht pauschal sagen, ob der Ausweis im Einzelfall Vor- oder auch Nachteile mit sich bringt.
Hier müsste man wissen: Art und Schwere der Behinderung, Gesundheitliche Einschränkungen, Beeinträchtigungen im Erwerbsleben usw.
20.08.2005, 11:48 #11
In Hannover ist es so, zeigst du am Empfang den Ausweis, dann kommt der SB ganz schnell. Auch in allen anderen Ämtern konnte ich das bislang feststellen. Meistens haben die extra einen SB, der nur Schwerbehinderte bearbeitet.
Nach § 145 SGB IX sind schwerbehinderte Menschen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt (Merkzeichen G)* oder hilflos (Merkzeichen H) oder gehörlos (Merkzeichen Gl) sind, von Unternehmern, die öffentlichen Personenverkehr betreiben, gegen Vorzeigen eines durch einen orangefarbenen Flächenaufdruck gekennzeichneten Ausweises nach § 69 Abs. 5 SGB IX und eines mit einer gültigen Wertmarke versehenen Beiblattes im Nahverkehr im Sinne des § 147 Abs. 1 SGB IX unentgeltlich zu befördern. Dies gilt auch für die Beförderung des Handgepäcks, eines Krankenfahrstuhls, soweit die Beschaffenheit des Verkehrsmittels dies zuläßt, sonstiger orthopädischer Hilfsmittel und des Führhundes.
Schwerbehinderte Personen, die hilflos (Merkzeichen H), blind (Merkzeichen Bl) oder außergewöhnlich gehbehindert (Merkzeichen aG) sind, sind von der Steuer befreit, solange ein Kraftfahrzeug auf sie zugelassen ist.
Die Kraftfahrzeugsteuer ermäßigt sich um 50 v. H. für Kraftfahrzeuge, solange die Fahrzeuge für schwerbehinderte Personen zugelassen sind, die durch einen Ausweis mit orangefarbenem Flächenaufdruck nachweisen, dass sie erheblich gehbehindert (Merkzeichen G) oder gehörlos (Merkzeichen Gl) sind. Die Steuerermäßigung wird nicht gewährt, solange das Recht zur unentgeltlichen Beförderung nach § 145 SGB IX in Anspruch genommen wird.
20.08.2005, 17:35 #12
ich reihe mich nicht in die schlange beim aa ein. ich muß schon für hin und rückfahrt länger stehn als mir guttut. und sitzplätze gibts bei der arge auch nicht, also instrumentalisiere ich meinen sb-ausweis. leider gibt es dann auch unschöne szenen, aber es ging noch nicht so weit, das ich körperlich bedroht wurde (irgendwie warte ich da immer noch drauf.) ich habe eine gehbehinderung und diese muß man mir nicht unbedingt immer anssehen [insbesondere wenn das wetter gut ist oder ich viel augenmerk auf meinen bewegungsablauf aufwende (kling blöd, ist aber so).]
und aus jux habe ich den ausweis auch nicht seit 24 jahren. was ich in düsseldorf vermisse ist ein extra schalter für schwerbehinderte. dann würden solche probleme, wie einige leuute dann meinen, ich würde mich vordrängen, sofort beendet sein. aber die arge ist wie vielerorts noch im aufbau begriffen ...
20.08.2005, 19:41 #13
@jane doe und andere Betroffene,
sorry, ist vielleicht falsch rübergekommen. Was ich mit meinem Beitrag sagen wollte, ist,
- dass ich zumindest in Raum Stuttgart eine bevorzugte Abfertigung für Schwerbehinderte in Behörden noch nicht erlebt habe
- ich es selber als Sehbehinderter auch noch nie in Anspruch genommen habe, da ich sehr wohl warten kann, notfalls auch stehend. Ich nehme auch nicht den Schwerbehindertensitz in Bussen und Bahnen in Anspruch, obwohl ich laut Ausweis darauf Anspruch hätte.
Wer aufgrund seiner Behinderung oder seines Gesundheitszustand nicht lange Wartezeiten in Kauf nehmen kann - da sieht die Sache natürlich anders aus. Wollte das nur mal klarstellen.
21.08.2005, 09:56 #14
Was ich hier in Hamburg bei der ARGE habe, ist ein extra Arbeitsvermittler speziell für Behinderte. Das reduziert die Wartezeit auf ein Gespräch natürlich auch schon.
21.08.2005, 15:42 #15
Ersteinmal ein freundliches Hallo!
Ich bin neu hier und würde mich freuen wenn Ich auf meine Frage eine Antwort bekommen würde,
Ich besitze einen Behindertenausweis mit 50%und einen g vermerkt.
Meine Frage daher wird dies bei HartzIV berücksichtigt?den mir würde gesagt das ,das nicht zählt :(
21.08.2005, 16:13 #16
dann erstmal *willkommen hier im Forum* Habe deine Frage mal hierhin verschoben. Denkemal es beantwortet sich von alleine, wenn du alle Beiträge gelesen hast?
21.08.2005, 16:18 #17
Auch ein herzliches Wilkommen hier,
gem. § 21 Abs. 4 SGB II könntest Du einen Mehrbedarf in Höhe von 35%bekommen, wenn Du Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 SGB IX erhältst.
Leider findet bei ALG2 der Mehrbedarf von 17% keine Anwendung der im SGB XII verankert ist. Es würde aber durchaus Sinn machen hier zu widersprechen, bzw. wenn die Widerspruchsfrist abgelaufen ist einen Antrag nach § 44 SGB X zu stellen. Dieser könnte in etwa so aussehen.
Mit Zustellung des Bescheides über Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch Zwei wurden mir Leistungen gewährt. Leider habe ich jedoch erst jetzt davon Kenntnis erlangt, dass ich auf Grund meiner Behinderung keinen Mehrbedarf in Höhe von 17 % zugesprochen bekomme. Da das SGB XII das Referenzsystem zum SGB II ist , ist es auf § 21 SGB II zu übertragen.
Dem kann man dann widersprechen und dann klagen. Hierbei sollte man aber direkt das Gericht auffordern, dass diese die Klage erstmal zurückstellen und nach Artikel 100 Grundgesetz das Bundesverfassungsgericht darüber erstmal entscheiden lassen, ob dieser § 21 SGB II dem Gleichheitsgrundsatz entspricht.
21.08.2005, 18:31 #18
behindertenausweisK
Halllo Martin;
Ersteimal danke für die Antwort.
Ich muß jedoch noch etwas hinzufüren da Ich verheiratet bin und mein Mann HartzIV empfänger ist und ich eine Berufsünfähigkeitsrente erhalte,
aber die Rente wurde bis 322,euro angerechnet.,gilt das dann auch?
21.08.2005, 18:41 #19
Du erhältst Berufsunfähigkeitsrente. Frage: Bist du noch für mindestens 3 Stunden täglich erwerbsfähig? Wenn nicht, käme für dich das SGB XII in Betracht, das heißt, dir würden 17 % des Regelsatzes als Mehrbedarf zustehen. Dementsprechend weniger wird von der BU-Rente an Einkommen angerechnet.
21.08.2005, 18:54 #20
Ich bin garnicht mehr erwerbsfähig.
Ich habe die auf dem Amt auch schon mal darauf hingewiesen auf den Mehrbedarf,leider keine Reaktion.
Da Ich ja auch Orthöpatische schuhe tragen muß,und auch einen eigenanteil zahlen muß.
21.08.2005, 19:05 #21
Ja, dann so verfahren, wie Martin geschrieben hat, wobei bei dir als Nichterwerbsfähige § 30 Abs 1 Nr 2 SGB XII (17 % Mehrbedarf) anzuwenden ist. Das heißt, folgender Satz in Martins schreiben kann dann entfallen,
Da das SGB XII das Referenzsystem zum SGB II ist , ist es auf § 21 SGB II zu übertragen.
da SGB XII eh für dich maßgebend.
21.08.2005, 19:21 #22
Hallo Rüdiger und Martin,
Dankefür eure Antworten ihr habt mir sehr geholfen.
22.08.2005, 19:22 #23
..das mit den Schuhen (bei Dir) iss aber komisch....ich soll
das in meine "normalen" Schuhe bekommen
PS; Wegen dem Threadnamen; Gesundheit iss "schöner" ich könnte
also drauf "verzichten", einen Schwerbeschädigtenausweiß
"bekommen zu dürfen".
22.08.2005, 19:35 #24
Wieso stellst du dann im AHFD genau die gleiche Frage?
22.08.2005, 20:09 #25
...ich weiß, ich schreibe manchmal "unverständlich".
Ich soll EINLAGEN in MEINE Schuhe bekommen...wie das
gehen soll..keine Ahnung.
Zu dem Ausweiß; Wegen meiner Krankheiten werde ich natürlich NICHT
auf den Ausweiß "verzichten"(WENN ich ihn bekomme), ABER
ich könnte drauf "verzichten", Ihn bekommen zu "können".
Soll heißen; Ich wäre lieber gesund, und wenn Mensch gesund ist, bekommt Mensch keinen Ausweiß, etc.
Hoffe, es war jetzt "verständlich", soory.....
behindertenausweises, vorzuege, vorzüge

References: § 14
 § 145
 § 69
 § 147
 § 145
 § 21
 § 33
 § 44
 § 21
 § 21
 § 30
 § 21