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Timestamp: 2019-09-16 20:40:47+00:00

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von blakki » So 4. Sep 2011, 19:23
Lieber NEM, dir zu erklären, dass in einer normalen Beziehung auch die Hausarbeit zwischen Frau und Mann geteilt werden sollte, dürfte wohl vergebens sein.
Wenn du schon der Frau das Recht auf Arbeiten absprechen willst und dazu Beispiele bringt, die an den Haaren herbeigezogen sind, ist das wohl vergebliche Liebesmüh.
Es steht dir absolut nicht zu, Wertungen über meine Beziehungen zu machen. Du kennst mich und meine Partnerin nicht und du kennst auch meine Lebensumstände nicht.
Wie ich und meine Partnerin leben, geht dich nichts an, das hast du zu akzeptieren.
von NEM » So 4. Sep 2011, 20:40
blakki hat geschrieben: Lieber NEM, dir zu erklären, dass in einer normalen Beziehung auch die Hausarbeit zwischen Frau und Mann geteilt werden sollte, dürfte wohl vergebens sein.
Man kann einen Beitrag auch missverstehen wollen!
Du schreibst: "...zwischen Frau und Mann geteilt werden sollte,..." Dist Du da nicht konsequent?
Natürlich geht mich die Beziehung mit Deiner Partnerin nichts an! Von Dieser habe ich ja auch nicht gesprochen.
blakki hat geschrieben: Wie ich und meine Partnerin leben, geht dich nichts an, das hast du zu akzeptieren.
Dito blakki, Dito, daher behalte Deine unqualifizierten Einschätzungen.
von Columba » So 4. Sep 2011, 20:59
NEM hat geschrieben: ..., löste die ganze Degeneration der Familie aus. Die Frauen wollten unbedigt "Arbeiten", die Wirtschaft hat reagiert und alles wurde teurer, Sozialstaat wude teurer und heute brauchen wir 2,2 Arbeitskräfte um dort zu sein wo früher der Vater reichte. Tolle neue Welt!
entspricht absolut nicht den tatsachen! die frauen wollten nicht unbedingt arbeiten, aber sie musste es immer!
im Zeitalter der industrialisierung waren die löhne so tief, dass die ganze familie (inkl. Kinder) arbeiten mussten. in den kriegszeiten mussten die frauen auch arbeiten, die männer waren weg (auch in der schweiz). in der nachkriegszeiten arbeiteten die frauen, weil die männer in gefangenschaft, tot oder invalid waren. heute arbeiten viele frauen wieder, weil das haushaltseinkommen zu knapp geworden ist. sogar in den guten sechziger jahren haben die meisten arbeiterfrauen in teilzeit mitgearbeitet. in der landwirtschaft haben frauen immer mitgearbeitet. in handwerkerfamilien haben die frauen oft die administration gemacht.
NEM, du müsstest dich mal mit der familiensoziologie des 18. bis 20. Jh. befassen, dann siehst du dein romantisch-gefärbtes Familienbild.
von blakki » Mo 5. Sep 2011, 09:45
Nein, meine Einschätzungen behalte ich nicht für mich, und von dir lasse ich mir den Mund nicht verbieten, lieber NEM.
Und was qualifiziert ist oder nicht, das hast du auch nicht zu entscheiden.
von kingschild » Mo 5. Sep 2011, 10:49
Lasst doch einfach die persönlichen Dinge raus und bleibt bei der Sache.
von Zorro » Di 13. Sep 2011, 19:29
http://www.romanherzoginstitut.de/publikationen/details/?no_cache=1&tx_mspublication_pi1%5BshowUid%5D=93&cHash=926e37007b9b3209bb879addca9e5ddb
Eine neue Studie besagt, dass Frauen, die nicht arbeiten (Wirtschaft), glücklicher sind, als solche, die arbeiten.
Woran liegt es, dass Frauen, die nicht arbeiten glücklicher sind?
Frauen, die nicht arbeiten, sind glücklicher als erwerbstätige Frauen, so das Ergebnis einer Studie des Roman Herzog Instituts zur Lebenszufriedenheit der deutschen Bevölkerung. Männer hingegen sind ohne Job unzufrieden. Arbeit hat für sie eine identitätsstiftende Bedeutung.
Was sagt diese Erkenntnis über die Zukunft der Familie aus? Macht die traditionelle Rollenverteilung in der Familie tatsächlich zufriedener oder sind die Ergebnisse der Studie nicht vielmehr auf die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf zurück zuführen? Welche Auswirkungen hat dies auf Unternehmen und Gesellschaft? Diesen und weiteren Fragen gehen namhafte Experten des Roman Herzog Instituts in dieser Publikation nach.
von Columba » Di 13. Sep 2011, 20:07
Zorro hat geschrieben: Eine neue Studie besagt, dass Frauen, die nicht arbeiten (Wirtschaft), glücklicher sind, als solche, die arbeiten.
...und ein grund sei, dass männer sich zu wenig im haushalt engagieren! ...und dass frauen im vergleich zu den männern noch unterbezahlt sind. aus finanziellen gründen müssen viele frauen arbeiten, die nicht so guten teilzeitstellen für frauen heben nicht die zufriedenheit.
wieder einmal typisch das denken in diesen konservativen kreisen, frauen, die zu hause bleiben, arbeiten nicht. aber man erwartet ja nichts anderes von einem so konservativen institut.
von Zorro » Di 8. Nov 2011, 20:14
Deutschland geht in sehr gutem Beispiel voran und führt eine Entschädigung für Elternteile ein, die ihre Kinder zu Hause betreuen:
Das ist ein tolles Vorbild für die Schweiz. Oder wenn die Familieninitative angenommen werden sollte und ein Abzug in der Steuererklärung ebenfalls ermöglicht wird, dann wären wir auch auf gutem Wege. Aber es ist an der Zeit, ein Zeichen zu setzen, dass Betreuung zu Hause honoriert wird!
von Zorro » Mi 30. Mai 2012, 22:12
Ein sensationeller Bericht in der Weltwoche über das Staatskrippensystem in Schweden mit dem Familienexperten Jonas Himmelstrand (der ganze Bericht benötigt Login):
http://www.weltwoche.ch/index.php?id=544976
Seit rund dreissig Jahren ist es in Schweden so, dass Mütter arbeiten und die Kinder vom Staat betreut werden. Gibt es ­Studien darüber, wie sich das auswirkt?
Eine Studie der schwedischen Regierung zeigte, dass sich in den letzten 25 bis 30 Jahren die psychische Gesundheit der ­Jugendlichen stark verschlechtert hat, verglichen mit elf anderen europäischen Ländern. Die Schulleistungen haben dra­ma­tisch abgenommen, vor allem in den mathematischen Fächern. Eine unabhängige Studie, in der 1500 Lehrer befragt wurden, zeigte, dass Eltern ihre Aufgabe weniger gut wahrnehmen als früher. Sie wissen nicht, wie Grenzen setzen, und sie verstehen nicht, was ihre Kinder wollen und brauchen.
Was wird als Grund dafür angegeben?
Weil die Kinder fünf Tage die Woche betreut werden, glauben die Eltern, die Leute dort seien verantwortlich für ihr Kind. Ganz normale schwedische Mittelklasse-Eltern, schreibt die Autorin, wüssten nicht mehr, wie man Kinder grossziehe. In einer vierten Studie (vom renommierten Karolinska Institutet) wurde die Gesundheit der Frauen um die fünfzig untersucht. Über die Hälfte dieser Frauen hört frühzeitig auf zu arbeiten. Teilweise schon mit fünfzig. Das ist die erste Generation von Frauen, die Mutterschaft und Vollzeitarbeit kombinieren mussten. Die Gründe sind psychosozialer Natur. Sie sind erschöpft. Das sind vier Studien, die zusammen eines zeigen: Vielleicht ist das schwedische Modell doch nicht so ein Erfolg. Was die schlechte psychische Gesundheit der Jugendlichen angeht, muss auch noch gesagt werden, dass es in Schweden praktisch keine Kinder gibt, die in Armut ­aufwachsen. Warum geht es Kindern in ärmeren Ländern psychisch besser als den schwedischen?
Kommt jemand von der Sozialbehörde ­vorbei und fragt die Mutter: «Warum sind Sie zu Hause?»
Nein, es läuft anders. Ein Beispiel: Sie gehen mit dem Baby zum ärztlichen Untersuch, der selbstverständlich gratis und gut organisiert ist. Typischerweise wird die Ärztin sagen: «Das Baby ist jetzt sechs Monate alt, ich hoffe, Sie denken daran, dass es mit day care beginnt, wenn es einjährig ist. Es tut ihm gut.» Der bezahlte Elternurlaub dauert sechzehn Monate, das ist lang. Damit kann sich Schweden brüsten. Was nicht gesagt wird: dass es schwierig wird, wenn man es anders machen will. Kommt man wieder bei der Ärztin vorbei, wenn das Kind zwölf Monate alt ist, wird sie sagen: «Ich hoffe wirklich, Ihr Kind ist jetzt in der Tagesstätte angemeldet.» Als unser Baby achtzehn Monate alt war und meine Frau zum Check-up ging, sagte man ihr: «Was, Ihr Kind ist nicht in der Krippe? Wissen Sie, es muss da hingehen, und Sie müssen arbeiten.» Das ist die Botschaft. Der Druck ist enorm. Man muss stark und entschieden sein, um dem etwas entgegenzusetzen. Weil: Alle machen es so. 92 ­Prozent der Kleinkinder zwischen achtzehn Monaten und fünf Jahren sind in einer ­Tagesstätte.
Klar, viele Journalistinnen und Journalisten sind selber Eltern. Sie müssten sich mit der Frage befassen, ob das, was sie machen, für ihre Kinder allenfalls schädlich ist.
Genau. Sie müssen ihre Entscheidung rechtfertigen. Alles andere würde zu viele Ge­fühle auslösen. Bei den Parteien sind es die Christdemokraten, die am ehesten eine Diskussion auslösen könnten, aber sie sind in die Regierung eingebunden und bleiben auf Kurs. Deshalb wird es in naher Zukunft wohl keine breite Diskussion über das Thema geben. Vor zehn Jahren gab es im nationalen Fernsehen einen Beitrag darüber, dass unsere Krippen und Horte nicht gut genug sind und einige Kinder Schaden nehmen. Es blieb auffallend still, keinen Artikel darüber, nichts. Das zu sagen, ist politisch nicht korrekt. Schweden ist wie die Familie eines Alkoholikers. Alle wissen, dass Vater trinkt, aber niemand sagt etwas. Alle wissen, dass es unseren Kindern nicht gutgeht, aber niemand sagt etwas. Wir leben in einer dysfunktionalen Gesellschaft.
von blakki » Do 31. Mai 2012, 13:12
Zorro hat geschrieben: Deutschland geht in sehr gutem Beispiel voran und führt eine Entschädigung für Elternteile ein, die ihre Kinder zu Hause betreuen:
Bei aller Lobhudelei sollte man erwähnen, dass dieses Betreuungsgeld in Deutschland sehr stark umstritten ist.
Es soll auch gezahlt werden, wenn die Kinder von einer Nanny (scheußlicher amerikanischer Begriff) oder Familienmitgliedern betreut werden, ferner gibt es die Befürchtung, dass viele bildungsferne Familien gerade dies nur wegen dem Geld nutzen, anstatt den Kindern eine ordentliche Sozialisierung zu ermöglichen.
Was damit bezweckt werden soll ist mir schleierhaft, das Geld wäre besser verwendet,wenn man es in den Ausbau von Kindertagesstätten und und Kindergärten stecken würde.
Nach dem Reinfall mit dem Eltern- bzw. Erziehungsgeld kommt hier der nächste Fehlgriff.
Und um dies klarzustellen, mir persönlich ist es völlig egal, ob die Leute ihren Nachwuchs zuhause aufziehen oder in einer Kita oder einer ähnlichen Einrichtung unterbringen.
von Zorro » Do 31. Mai 2012, 18:54
blakki hat geschrieben: Bei aller Lobhudelei sollte man erwähnen, dass dieses Betreuungsgeld in Deutschland sehr stark umstritten ist.
Das habe ich auch mitbekommen, verwundern tut es mich überhaupt nicht. Die Linke spricht von Herdprämie, was ja auch wieder die Wertschätzung der Hausfrau zeigt. Die linken FeministInnen haben früher dem Patriarchat vorgeworfen, dass die Arbeit der Frau, und damals war natürlich auch die Hausarbeit gemeint, zu wenig Wertschätzung erfährt. Heute benutzt dieselbe Linke abschätzige Begiffe wie Herdprämie für Zahlungen an Eltern (meist wohl Frauen), die zu Hause ihre Kinder betreuen. Warum? Weil es nicht in ihre Ideologie der karrierenötigen Frau passt. Tragisch.
Gut, das wusste ich bisher nicht. Und da kann man darüber diskutieren, ob nur die Eltern eine solche Prämie, oder ein Steuerabzug haben dürfen. Ich denke schon.
Nein, eben nicht! Dort werden schon Milliarden verbraten. Jetzt ist endlich ein Ausgleich an der Zeit, dass nicht nur berufstätige Mütter auch eine finanzielle Wertschätzung erfahren, sondern auch die Mütter, die zu Hause auf Vieles verzichten, damit sie ihren Nachwuchs eben auch selber betreuen können.
Das glaub ich dir, aber mit den finanziellen Anreizen setzt du Ausrufezeichen.
von blakki » Do 31. Mai 2012, 20:14
Ich muss dich enttäuschen, das hat mit den Linken gar nichts zu tun. Die Kritik kommt zum größten Teil aus den Reihen der CDU/CSU.
Das hat hauptsächlich mit der Finanzierung zu tun, aber auch mit dem Frauen- und Familienbild, das sich gewandelt hat.
Es ist aber in Deutschland kein "linkes" Thema.
von Zorro » Do 31. Mai 2012, 22:31
Ich sprach von dem Begriff Herdprämie. Das habe ich in deutschen Medien gelesen, dass die SPD diese Zahlung als Herdprämie ablehnt. Dass das Projekt selbst umstritten ist, weiss ich.
Ob sich das wirklich so geändert hat?
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 29693.html
Experten sind gegen das Betreuungsgeld, die Koalition streitet täglich über das Thema - doch in der Bevölkerung ist die Herdprämie recht beliebt. Zumindest die unter 30-Jährigen befürworten den Zuschuss laut einer Umfrage. Ältere hingegen sind gegen das Lieblingsprojekt der CSU.
Und zum Thema Linke und Betreuungsgeld:
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles nannte dieses Vorhaben "absurd", der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, bezeichnete die geplante Regelung als "haushaltspolitisch unklar und unsozial". SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann bekräftigte: "Wir bekämpfen das Betreuungsgeld mit allen zur Verfügung stehenden politischen Mitteln."
Da freue ich mich, dass die new power generation von den Irrwegen des Feminismus abkommt, zumindest teilweise. Die Familie und zwar die traditionelle Form mit Vater Ernährer und Mutter als Hausfrau oder Teilzeitarbeiterin lebt und ist beliebt. Auch wenn die Regierungen, auch in der Schweiz, am Liebsten alle Frauen in 100% Jobs zwingen würden = mehr Steuersubstrat. Die Schweizer Justizministerin hat tatsächlich gemeint, dass weniger Einwanderer kämen, wenn mehr Schweizer Frauen arbeiten würden.
von blakki » Do 31. Mai 2012, 23:09
Schön, dass man den "Gehülfinnen" des Mannes wenigstens eine Teilzeitbeschäftigung zugestehen will.
Dazu sollte man doch mal die Frauen fragen, was sie von dem herkömmlichen Familienbild halten.
Wenn ich mir meine Familie und deren Geschichte so anschaue, dann waren fast alle weiblichen Familienmitglieder zuhause und haben Kinder aufgezogen. Der Mann ging arbeiten und brachte das Geld nach Hause.
Meine heute 85-jährige Mutter erzählte mir, dass sie aufgrund der gesellschaftlichen Normen und Zwänge in ihrer Jugend weder unverheiratet mit einem Mann zusammenleben, noch über den Nachwuchs entscheiden konnte.
Mit der Geburt ihres ersten Sohnes war die beabsichtige Ausbildung zur Lehrein passé. Kindergärten und ähnliche Einrichtungen gab es auf dem Dorf nicht, Verwandte, die auf die Kinder aufpassen konnten, wohnten weit weg.
Meine Mutter beneidet die heutigen Frauen um ihre Freiheit.
Und meine Tanten bzw. älteren Nichten ging es ähnlich. Diese Frauen sind nicht zuhause geblieben und haben Kinder aufgezogen, weil das so schön romantisch ist, sie sind zuhause geblieben, weil sie keine andere Alternative hatten.
Natürlich war das Familienbild damals scheinbar toll, kein Fernseher, keine Diskos, kein Internet, kein Auto, kaum Mobilität, da richtet man sich zwangsweise zuhause ein und macht auf Familie.
Aber heute haben wir nun mal die Chance Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen und wer das will, soll es machen.
Wer unbedingt die klassische Famile haben will, der soll das natürlich auch verwirklichen können.
von Columba » Fr 1. Jun 2012, 07:30
blakki hat geschrieben: Wer unbedingt die klassische Famile haben will, der soll das natürlich auch verwirklichen können.
...der muss sich aber bewusst sein, dass es diese klassische Familie in der Geschichte nur in Einzelfällen gegeben hat. Es ist nämlich nicht das klassische Bild sondern höchstens das Romantische. Das klassische Familienbild wird vor allem von den Konservativen gefordert. Die müssten heute aber ganz klar bereit dafür sein, Vermögen und Einkommen radikal und revolutionär umzuverteilen: z.B. mit einem bedingungslosen Grundeinkommen.
von Zorro » Fr 1. Jun 2012, 07:39
Da spricht vorerst nichts dagegen. Aber dann müssen auch gleich lange Spiesse verteilt werden. Also nicht das eine fördern und das andere erschweren, sondern konkret beides fördern oder keines. Nach meinem eigenverantwortlichen Denken keines fördern. Da aber bereits fette Zahlungen an KITA-Organisationen geleistet werden, gehört es sich, dass Elternteile (gendergerecht formuliert) auch Betreuungsgeld oder Steuerabzüge bekommen, weil sie für die Gesellschaft auf Karriere und vieles anderes verzichten. Sonst landen wir in schwedischen Zuständen. Nein, danke.
Es ist mrauch unverständlich, dass viele Menschen schreien, dass das kapitalistscihe System die Menschen zwinge zu arbeiten und überhaupt, dann aber gerade bei dieser Frage eine staatliche Bevorzugung der Doppelverdiener bejahen.
von Zorro » Fr 1. Jun 2012, 07:42
Columba hat geschrieben: Das klassische Familienbild wird vor allem von den Konservativen gefordert. Die müssten heute aber ganz klar bereit dafür sein, Vermögen und Einkommen radikal und revolutionär umzuverteilen: z.B. mit einem bedingungslosen Grundeinkommen.
Das blau-rosa Wunschmodell von Hrn. Oswald Sigg? Nichts leisten und viel Geld dafür bekommen? Nein, das ist ein Irrweg der sowieso nicht finanzierbar ist. Aber ein Anfang wäre, wenn du der Familieninitiative der SVP zustimmen würdest, die gleich lange Spiesse fordert und Elternteile, die ihre Kinder zu Hause betreuen und auf vieles verzichten, ebenfalls einen Steuerrabatt bei der Familiensteuererklärung einräumen.
von blakki » Fr 1. Jun 2012, 10:17
Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein Ideal, das selbst bei einer Verwirklichung an den bestehenden gesellschaftlichen Familienverhältnissen nichts ändern würde, von den gesellschaftlichen Verwerfungen, die ein BGE mit sich bringen würde, ganz zu schweigen.
Zum einen werden Familien mit Kindern in Deutschland deutlich gefördert, zum anderen darf man auch nicht übersehen, dass Kinder in erster Linie etwas persönliches, familiäres sind.
Gerade Alleinstehende ohne Kinder oder Doppelverdiener ohne Kinder werden in Deutschland vom Staat gnadenlos geschröpft, die daraus resultierenden Steuern kommen auch Familien mit Kindern zugute.
Damit kann man leben, die meisten Kinderlosen dürften verstehen, dass Kinder einen Teil der Zukunft repräsentieren.
Wie die Vergangenheit gezeigt hat, helfen alle staatlichen Massnahmen nichts, die Zahl des Nachwuchses zu erhöhen, das obliegt den Menschen selbst, die Öolitik kann da m.E. nichts ändern.
von Columba » Fr 1. Jun 2012, 10:19
Die Familieninititative ist nicht mal ein Anfang für viele Unterschichtfamilien. Ich weiss nicht, wo Du wohnst und wie Deine finanzielle Grundlage ist. Ich sehe aber, dass in städtischen Bereichen es viele Familien hat, die nichts von dieser Initiative haben. Die paar Franken gehen schon mal drauf mit den erhöhten Krankenkassenprämien. Also ist nichts gewonnen, allenfalls ist die Verarmung etwas langsamer. Deshalb ist es eine bodenlose Anmassung populistischer Kreise, welche meinen, die Initiative bringe etwas. Im Gegenteil! Die dann ausfallenden Steuererträge werden heute meist über Einsparungen oder Gebührenerhöhungen kompensiert, was meist wiederum die finanziell schwächer gestellten Menschen trifft - also wiederum speziell Familien. ...und da ist heute halt auch der Mittelstand betroffen. Auch wenn einige behaupten, es gehe dem Mittelstand so gut wie nch nie.
Es zeigt sich, dass Familienförderung vielerorts nur reinste Augenwischerei ist.
Z.B gerade heute wird die Senkung der Entwicklungshilfe gefordert. Das ist z.B. wieder eine familienfeindliche Forderung. Ja, da werden schlicht und einfach v.a. Familien in Entwicklungsländern "bestraft", weil eines der reichsten Länder meint, es kann die Entwicklungshilfe nicht mehr bezahlen. Das ist eine Frechheit!
Ja, Familien müssen auf vieles verzichten, Familien in Niedriglohnklassen v.a. auch auf die Mutter zu Hause! Ich sehe in meinem Beruf zu viele Familieneinkommen, wo es schlicht und einfach nicht reichen kann mit einem Einkommen. Aber jede wirksame Verbesserung der Familiengrundlage wird ja von rechtsbürgerlichen Kreisen abgelehnt. Zwar behaupten diese, dass die Familien das Herz des Staates seinen. Aber das Herz stärken wollen diese Kreise auch nicht. Gehe mal in Zürich in den Kreis 4 oder 5, da siehst Du schnell, dass Familienleben nicht so einfach ist. Armut ist vielerorts, zur Armut gehört heute eben nicht nur physische Armut sondern auch die soziale Armut. ... nur schon ein Familienticket für den Zoo Zürich kostet heute Fr. 60.00. Zirkus Knie Besuch der ganzen Familie abends mit 2 überzwölfjährigen Jugendliche kosten Fr. 88.00 in Zürich. Kulturelle Veranstaltungen sind also für Unterschichtfamilien ein grosser Luxus.
Die Bildungsproblematik kommt noch dazu. Die sind extrem familienfeindlich. Die Stipendien z.B. werden überall gekürzt. Also alles was wirklich helfen könnte, wird in der Schweiz zur Zeit abgewürgt.
Zorro, Du bist es doch, welcher immer auf Gottes Ordnung pocht, z.B. bei der Frauenpredigt. Aber sind Dir als Christ nicht noch viele andere Sachen bewusst, die auch zur Gottes Ordnung gehören? Es gibt im Wort Gottes ganz konkrete soziale Anliegen, die Du aber praktisch nie erwähnst?
von Columba » Fr 1. Jun 2012, 10:35
blakki hat geschrieben: Zum einen werden Familien mit Kindern in Deutschland deutlich gefördert, zum anderen darf man auch nicht übersehen, dass Kinder in erster Linie etwas persönliches, familiäres sind.
Das Problem ist, dass hier in der Schweiz Familien immer weniger gefördert werden. V.a. von rechtsbürgerlichen Kreisen werden Krippenplätze sehr kritisch betrachtet. Für Kinderbetreuung zu Hause wird auch nicht genügend getan. Erhöhung der Kinderzulagen haben meist einen schweren Stand. Bildungsfernere Familien sind nachweislich benachteiligt für die Mittelschulen. Veraltete Studenplanzeiten v.a. in den Grundstufen der Schule sind grosse Hindernisse für Familien, erst langsam wird es verbessert.
Zugegeben das BGE ist noch visionär. Wenn aber diejenigen Kreise, welche so stark auf die Familie Wert legen in ihrem Staatsdenken, dann müssen diese Kreise halt mal mit konkreten und effektiven Lösungen kommen, welche Familien entlasten. Mir scheint aber, dass in der Schweiz z.Z. die einzige Massnahme, welche für Familien etwas bringen würde, das BGE ist. Alles andere sind homöopathische Mittel, wo überraschenderweise sogar die rechtschristlichen Kreise dafür sind (die sind sonst nicht zu haben für Homöopathie).
Ich kenne die deutschen Verhältnisse, meiner Meinung nach, sind sie in vielen Belangen familienfreundlicher.
von Columba » Fr 1. Jun 2012, 12:40
...nur noch als Zusatz zu meiner Bemerkung in Bezug auf die Bildungspolitik:
Stipendien sollen gekürzt werden, zugleich werden die Studiengebühren erhöht. Als Ausgleich werden meist die Möglichkeit für die Aufnahme von zinsgünstigen oder zinslosen Darlehen vorgeschlagen.
Das ist wiederum eine familienfeindliche Massnahme. Ist das Studium beendet und kann eine Familie gegründet werden, beginnt die Familie schon mit Schulden!
Familienpolitik ist eben mehr als nur Trostplästerchenmassnahmen. Es gehört eine ganzheitliche Sichtweise dazu und diese muss auch in ganzheitlicher Sicht in der Politik verwirklicht werden.
Das Argument der Nichtfinanzierbarkeit des BGE kannst Du in vielen Ländern bringen, aber nicht in der Schweiz, eines der reichsten Länder der Welt. Gerade die Schweiz wäre noch ein Land, wo das BGE funktionieren könnte: Genügend Volksvermögen, wenig verschuldeter Staat, immer noch gute Motivation zur Arbeit, Vertrauen in den Staat im Vergleich zu anderen Ländern noch sehr gut.
dies nur als PS, da BGE nur indirekt zu diesem Thema gehört.
von blakki » Fr 1. Jun 2012, 13:15
In Deutschland ist das BGE im Prinzip schon da, nur wird es anders genannt, nach dem Erfinder Peter Hartz.
Man bekommt es nicht automatisch, sondern nur auf Antrag unter Einhaltung bestimmter Auflagen. Es ist bürokratisch, ungerecht und handwerklich nicht sauber gemacht, das zeigen schon die Unmengen an Prozessen und Gerichtsverfahren, in denen um Cent-Beträge gerungen wird.
Die Hauptkritik liegt an der betragsmässigen Höhe der Allimentierung, die als unrecht empfundene Unterstützung der Kinder aus Hartz IV Haushalten und der damit vorhandenen scheinbaren Diskriminierung der Empfänger.
Natürlich erscheint es verlockend, allen Bürgern im Monat EUR 1.000,00 auszuzahlen und dafür die Sozialhilfe, Hartz IV und sonstigen Transferleistungen zu streichen und somit einen Teil des überbordenden Bürokratismus abzubauen.
Aber wer die bisherigen Hartz IV Sätze als zu niedrig empfinet, der wird auch mit EUR 1.0000,00 im Monat auf Dauer nicht zufrieden sein, zumal ein BGE mit Sicherheit einen Preisschub und somit eine Verteuerung des Lebens verursachen wird.
Und bei einem Teil der BGE Befürworter habe ich ohnehin den Verdacht, dass sie nur bequem durchs Leben gehen wollen auf Kosten anderer Menschen.
Um auf das Familienproblem zurückzukommen, ich glaube nicht, dass dies letztendlich eine Frage des Geldes ist, wer keine KInder will, den interessiert das Geld nicht. Auf der anderen Seite gibt es genügend Menschen , die mit geringsten finanziellen Mitteln Kinder aufziehen ohne groß herumzuheulen.
Mit einem BGE zementiert man nur eine Unterschicht, die keinen Anreiz mehr hat, ihr persönliches Los zu verbesseren, Beispiele gibt es dazu genug, in Deutschland spricht man schon Hartz IV Adel, wo drei Generationen unter einem Dach Transferleistungen beziehen und die Kinder bereits in der Schule als Berufsziel Hartz IV angeben.
Wenn sich dann noch das Homeschooling durchsetzt, dann wird es richtig lustig. Dann haben wir auf der einen Seite christlche Fanatiker, die sich vom Staat allimentieren lassen und ihre Kinder aus der Öffentlichkeit fernhalten und auf der anderen Seite Muslime, die für Kinder Medressen errichten, um ihnen dort ausschliesslich den Koran beizubringen.
Ich könnte in diesen Fall ja einen Einbürgerungsantrag in der Schweiz stellen, aber ich fürchte, die wollen mich dort nicht haben.
von alegna » Fr 1. Jun 2012, 14:22
blakki hat geschrieben: Ich könnte in diesen Fall ja einen Einbürgerungsantrag in der Schweiz stellen, aber ich fürchte, die wollen mich dort nicht haben.
Doch doch, Du musst einfach mit Deiner Harley rüberdüsen kommen
von blakki » Fr 1. Jun 2012, 19:09
Aber, aber Alegna!!!
Rüberdüsen? In der Schweiz?
Zu mir sagte mal ein Schweizer, die Fahrschulausbildung für das Motorrad in der Schweiz besteht hauptsächlich darin, zu lernen, wie man in den Kurven nicht nach innen in den Scheitelpunkt umfällt.
Aufgrund den wahnwitzigen Geschwindigkeiten, die in der Schweiz legal gefahren werden dürfen, sei es nahezu unmöglich, ausreichende Fliehkräfte aufzubauen.
Da muss ich dann wohl die Stützräder wieder ranbauen.
von alegna » Fr 1. Jun 2012, 19:13
blakki hat geschrieben: Da muss ich dann wohl die Stützräder wieder ranbauen.
Oder endlich lernen richtig Motorradfahren
von Segler » So 26. Mai 2013, 13:37
Tja, moderne Familien. Ich staune, was hierüber so gesagt wurde. Nun, Elisabeth und ich haben sieben Pflegekinder betreut, zum Teil über viele Jahre großgezogen. (Nach sieben Ehejahren hatten wir also sieben Kinder, wobei der jüngste gerade mal sieben Jahre alt war...)
Als ich die Schule für Sozialarbeit besuchte hielt uns der Leiter des Schutzaufsichtsamtes einen Vortrag. Unter anderem sagte er: "Die Statistik belegt dass neun von zehn rückfälligen Traftätern Pflegekinder waren." Ich kochte und mir platzte der Kragen. "Sagt diese Statistik auch etwas darüber, an wie vielen Pflegeplätzen die Kinder rumgeschleppt wurden oder wie oft die Eltern ein Pflegeverhältnis zerstörten? Wie lange sahen die zuständigen Amtsstellen zu, bis endlich ein Obhutsentzug die ständigen Wechsel verunmöglichten?" Die Antwort ist mir jener Beamte bis heute schuldig. Das war wohl nie statistisch erfasst worden!
Mara (Namen geändert) war vier als sie zu uns kam. Es war ihr achter Platz. Alex, Maras Bruder, war acht und kam an den 13. Platz. Würden solche Kinder "normal" reagieren, wären sie bestimmt nicht normal! Wir aber, die Pflegeeltern, durften für das Verhalten der Eltern und die Unterlassungen der Behörden herhalten...
Das ist vielleicht auch zu bedenken, wenn wir Familienthemen aufgreifen.
Uns wurde schließlich noch eine zusätzliche Ausbildung abverlangt. Da dann aber ein Teilnehmer zu wenig war, wurde der Kursus nicht durchgeführt, dafür aber den meisten unserem Verein angeschlossenen Elternpaaren die Erlaubnis entzogen, weiterhin Pflegekinder zu haben... Ich verließ damals rechtzeitig den Verein. So wurde unsere Familie nicht zerschlagen, auch wenn ich einen harten Kampf um die nötigen Papiere führen musste...
Ist ein wenig lang geworden aber ich musste das loswerden. Ob ich diese Arbeit noch einmal tun würde? Auf jeden Fall, aber nur um der Kinder willen!
von Segler » So 2. Jun 2013, 15:14
Etwas sehe ich erst jetzt: bitte wünscht euch nicht die schwedischen Verhältnisse! Als ich vor Jahren dort arbeitete gab es für jedes Kind den unentgeltlichen Tagespflegeplatz. Ich war inzwischen wieder in der Schweiz und verheiratet. Im Urlaub besuchte ich Freunde in Schweden. So kam es mal zum folgenden Gespräch: "Ihr seid doch nun sieben Jahre verheiratet. Was arbeitet Deine Frau?" "Sie besorgt den Haushalt und meine Buchhaltung." Staunen. "Was?? Du leistest dir eine Luxusehefrau?!!" "Ja schau bloß: wir sind sieben Jahre verheiratet, haben sieben Kinder und der Jüngste ist gerade mal sieben Jahre alt... Für diesen Luxus arbeitet Elisabeth zu Hause." Kulleraugen gehen ja, aber die fielen fast aus ihren Höhlen!
Es war 1999. Inzwischen hatte Schweden eine bürgerliche Regierung bekommen, die nicht länger bereit war die alte Schuldenwirtschaft weiter zu betreiben. Es musste unbedingt gespart werden. Im ganzen Land wurden die Kindertagesstätten geschlossen, weil sie unbezahlbar waren. Mit vielen Kindergärten geschah dasselbe. Heute ist die Organisation dieser Einrichtungen großen Teils in den Händen christlicher Gemeinden: die Rämlichkeiten werden so besser genutzt, viele gläubige Erzieherinnen haben wieder Arbeit. Wer sein Kind in die Tagesstätte gibt muss eben mitbezahlen und auch der Kindergarten ist nicht mehr gratis - aber für die meisten ist das kein Problem, da die Gebühren nach dem Einkommen der Eltern erhoben werden... Und manche Mutter leistet sich jetzt "Luxus" zu Hause bei den Kindern zu sein...
Nennt mich ruhig altmodisch. In diesem Stück will ich mich bestimmt niemals anpassen...
von lionne » Do 19. Dez 2013, 17:57
Auch in seiner 2013er Rede an die Nation gab es klare Worte, wieder mal zur Homosexualität. Putin betonte, er lehne die "unproduktive Toleranz ab, die nicht zwischen den Geschlechtern unterscheidet". Die "Verteidigung der traditionellen Werte" sei "die moralische und spirituelle Grundlage der Zivilisation".
Soviel von Putin zu Homosexualität, Gender Mainstreaming, etc.
Ja, so sehe ich das auch: die Familie (Mann, Frau, Kind/er) ist die kleinste Zelle einer Gesellschaft!
von Richard3 » Do 19. Dez 2013, 21:40
Mehr oder weniger allein Herrschende neigen dazu, um sich aus dem Schussfeld der Mehrheitsgesellschaft zu nehmen, das Feuer auf Minderheiten wie Juden, Zigeuner, Homosexuelle etc. zu lenken oder Gegner gönnerhaft zu begnadigen.
Wie heute geschehen.
von lionne » Do 19. Dez 2013, 22:39
Richard3 hat geschrieben: Mehr oder weniger allein Herrschende neigen dazu, um sich aus dem Schussfeld der Mehrheitsgesellschaft zu nehmen, das Feuer auf Minderheiten wie Juden, Zigeuner, Homosexuelle etc. zu lenken
Ich bin der Ansicht, dass dies nun nicht eine Exklusivität von 'mehr oder weniger allein Herrschenden' (wie zitiert) ist.
von Richard3 » Do 19. Dez 2013, 23:49
Auch von religiösen Machtstrukturen.
Wie der Islam - um nur ein Beispiel zu nennen.
Deutschland hatte in den letzten 4 Jahren einen homosexuellen Außenminister, hat einen homosexuellen Hauptstadt-Bürgermeister.
Ein Thema war das nur anfänglich.
von Johelia » Sa 21. Dez 2013, 14:45
ASicher aber auch von Gesellschaftlichen Machtstrukturen.
Heute z.B. fordert die "Gesellschaft" die Akzeptanz eines jedweden Lebensstils und ist sehr brutal im Umgang mit Andersgesinnten.
Deutschland hatte in den letzten 4 Jahren einen homosexuellen Außenminister, hat einen homosexuellen Hauptstadt-Bürgermeister,
Heute wagt sich keiner mehr zur Opposition, da die Gesellschaft sogar Olympische Spiele boykottieren will um Homosexualität als legitim durchzudrücken.
Persönlich lasse ich die Gesellschaft sich selbst regulieren. Wie oft lesen wir im AT von Regierungen die dem Götzendienst verfallen sind und am Schluss die Resultate an sich selbst empfingen.
Warum sollte das heute anders sein. Was ihr säet, das erntet ihr.
von Richard3 » Sa 21. Dez 2013, 17:38
Johelia hat geschrieben: Heute z.B. fordert die "Gesellschaft" die Akzeptanz eines jedweden Lebensstils und ist sehr brutal im Umgang mit Andersgesinnten.
Hast du auch paar Beispiele für diese Brutalität ?
von Johelia » Sa 21. Dez 2013, 21:06
Auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) schloss einen Boykott der Wettkämpfe im Februar 2014 nicht aus und kritisierte: "Mit der Ausgrenzung von Homosexuellen geht Russland einen weiteren Schritt in Richtung einer lupenreinen Diktatur."
CDU-Politiker Jens Spahn sagte der Zeitung, es sei "grotesk, dass die Welt in einem Land zu Gast sein soll, in dem per Gesetz gegen Schwule und Lesben gehetzt wird". Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), sagte: "Was in Russland stattfindet, ist staatliche Verfolgung."
Hier lassen Politiker nur noch EINE Meinung zu. Andersdenkende werden medial demontiert. Brutalität herscht dann wenn Minderheiten diskriminiert werden.
Die schöne neue Welt ist scheinheilig bis zum geht nicht mehr! Sie fordern was sie selbst verweigern.
We have the freedom of speak as long we don’t say too much.
von Richard3 » Sa 21. Dez 2013, 21:55
Johelia hat geschrieben: Brutalität herscht dann wenn Minderheiten diskriminiert werden.
Was allerdings an persönlichen Äußerungen von Politikern öffentlich in einer Demokratie brutal sein soll, erschließt sich mir nicht.
Was sich mir auch nicht erschließt, ist, dass nur die sexuellen Praktiken Homosexueller Toleranzprobleme haben, ist doch das, was Homosexuelle praktizieren (können), auch von Heterosexuellen praktizierbar - und ist beileibe keine Ausnahme.
Soll man die Schlafzimmer heterosexueller Ehepaare überwachen um das zu sehen, was man von Homosexuellen durch ihr öffentliches Verhalten ahnt oder weiß?
Solange man Heterosexuellen die Praktiken der Homosexuellen nicht verbieten kann, ist es ein Gebot der Gerechtigkeit, dies auch bei Homosexuellen so zu halten.
Und was das Argument bezüglich Nachkommen bei Homosexuellen anbetrifft - 1,36 Kinder pro Frau in Deutschland zeugen auch nicht gerade von "Liebet und vermehret euch".
von Johelia » Sa 21. Dez 2013, 22:24
Es geht nicht um die einzelne Äusserung, speziell von Politikern werden diese schon "politisch" Korrekt sein.
Brutal ist die Gesellschaftliche Ächtung, Diffamierung, Ausgrenzung von Menschen die Homosexualität ablehnen. Heute hat sich das Blatt gewendet. Das vorgehen ist aber immer dasselbe.
Die Masse unterdrückt das "Andere". Keiner ist besser, alle sind vom Pfad abgewichen. Scheinheilig eben.
Was ich nicht verstehe ist warum die Gesellschaft heutzutage Homosexualität glorifizieren soll.
Wer in Sünde leben will soll das doch tun und nicht verlangen dass "Andere" Beifall klatschen.
Es ist genauso ein Menschenrecht dagegen zu sein.
Gewisse Kreise verlangen sogar die "Absolution" von Homosexualität durch die Kirche, was aber hoffentlich nie geschehen wird. (Es wird jedenfalls nie in einer Kirche geschehen, mit der ich mich identifiziere.)
von Richard3 » Sa 21. Dez 2013, 23:12
Johelia hat geschrieben: Wer in Sünde leben will soll das doch tun und nicht verlangen dass "Andere" Beifall klatschen.
Dieses Recht, dagegen zu sein, ist in Deutschland ein in der Verfassung verankertes Grundrecht.
In den anderen europäischen Demokratien dürfte das ähnlich sein.
Beifall zu klatschen verlangt doch keiner und wenn es so wäre, muss man dem in einer Demokratie nicht nachkommen.
Dagegen zu sein, kostet dich weder den Arbeitsplatz, bringt dich ins Gefängnis oder nimmt dir das Leben.
Davon können Homosexuelle in vielen Ländern heute noch, und konnten in Deutschland bis zur Wiedervereinigung nur träumen.
Nach 2000 Jahren christlicher Nächstenliebe in Europa gibt es erst seit 1994 in Deutschland zu dieser Thematik keine Strafverfolgung mehr.
Da muss man schon mit (religiöser) Blindheit geschlagen sein, wenn man nicht sieht (sehen kann, sehen will) wem übel mitgespielt wurde.
Und was Putin anbetrifft - der arbeitete jahrelang in der sowjetischen KGB-Zentrale in Dresden in der früheren DDR - hat also sein Handwerk von der Pike auf gelernt.
Zuletzt geändert von Richard3 am Sa 21. Dez 2013, 23:25, insgesamt 2-mal geändert.
von lionne » So 22. Dez 2013, 00:34
Da kommt mir jetzt unweigerlich der nachfolgende Bibelvers in den Sinn:
von Johelia » So 22. Dez 2013, 15:45
Richard3 hat geschrieben: Dagegen zu sein, kostet dich weder den Arbeitsplatz, bringt dich ins Gefängnis oder nimmt dir das Leben.
Das mit dem Arbeitsplatz nehme ich dir nicht ab, aber Gefängnis und leben da stimme ich dir im Westen zu.
In der CH werden solche Fälle immer unverfänglich Begründet, so dass kein gerichtlicher Ansatzpunkt entsteht. Aber durgezogen wird es.
Willst Du jetzt alle Vergehen der letzten Jahrhunderte der Religion zuschieben. Vielmehr waren es Menschen die dies verübt haben.
Heute dürfen die Leute wählen, aber das ist eine rein gesellschaftliche Veränderung. Geistlich fügt sich Mensch so immer noch selbst Schaden zu. Die Herzen des Menschen sind auf Gott und seine Gemeinschaft programmiert auf dem Pfad der Homosexualität werden sie viel Leid erfahren. Freie Wille eben.
Irgend ein Mittelweg zwischen Putin und "Friede Freud Eierkuchen" würde den Bedürfnissen am besten entsprechen.
von Columba » Mo 23. Dez 2013, 12:20
Johelia hat geschrieben: Brutal ist die Gesellschaftliche Ächtung, Diffamierung, Ausgrenzung von Menschen die Homosexualität ablehnen. Heute hat sich das Blatt gewendet. Das vorgehen ist aber immer dasselbe.
Nicht wer Homosexualität ablehnt sondern wer homosexuelle Menschen in ihrer Würde angreift, wird zurecht heute kritisiert. Wenn wie Russland oder ein afrikanische Staat homosexuelle Menschen kriminalisiert, diffamiert und diskriminiert, darf das abgelehnt werden. Wenn auch Christen die Würde homosexueller Menschen herabmindert, ist das genau gleich zu verabscheuen.
So wie Du schreibst, ist es: "Andersdenkende werden medial demontiert. Brutalität herrscht dann wenn Minderheiten diskriminiert werden." Genau deshalb dürfen andere nicht diskriminiert werden, dazu gehören auch Homosexuelle, die wie Du auch ein Recht auf Achtung haben. Auch sie dürfen nicht einfach diskriminiert werden - wie Du es auch für Dich und Deinen Lebensstil forderst. Also nicht einfach alles nur einseitig sehen. Es geht nicht um Glorifizierung von Lebensstilen - weder vom Stil der Homosexualität noch von dem der Christen. Das hat gerade die Familieninitative gezeigt: Es gibt verschiedene Familienstile
Johelia hat geschrieben: Irgend ein Mittelweg zwischen Putin und "Friede Freud Eierkuchen" würde den Bedürfnissen am besten entsprechen.
Ein halber Putin ist immer noch ein Diktator, ein halber Eierkuchen ist immer noch Eierkuchen: oder wie Adorno sagt: "Es gibt kein richtiges Leben im falschen". Ein bisschen weniger falsch, bleibt falsch.
So ist echt erstaunlich, dass lionne einen Putin herholen muss, um die angeblich "moderne Familie" zu kritisieren. Was Lionne im Grunde genommen schreibt ist das Folgende: Weil die traditionelle (christliche?) Familie heute zu schwach ist, muss sie gestärkt werden, indem man den gleichgeschlechtlich Liebenden die Schuld gibt. Das ist doch auch die Kernaussage von Putin, auf die nun Lionne hinweist?
Wollen wir, dass das KGB sagt, wie Familie sein muss - oder soll es bloss ein halbes KGB sein als Mittelweg? Besser wäre es doch, wenn Christen die christliche Familie leben würde und dabei strahlendes Vorbild in der Liebe wäre!

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