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Timestamp: 2018-02-17 23:23:47+00:00

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BMF v. 28.10.2014 - IV D 2 - S 7243/07/10002-02 - NWB Datenbank
BMF v. 28.10.2014 - IV D 2 - S 7243/07/10002-02 BStBl 2014 I S. 1439
Umsatzsteuer; Steuersatz auf Umsätze aus der Verabreichung von Heilbädern (§ 12 Abs. 2 Nr. 9 UStG); Änderung des Abschnitts 12.11 Umsatzsteuer-Anwendungserlass
Nach § 12 Abs. 2 Nr. 9 Satz 1 UStG ermäßigt sich die Steuer auf 7 Prozent für die unmittelbar mit dem Betrieb der Schwimmbäder verbundenen Umsätze sowie die Verabreichung von Heilbädern. Mit Urteil vom 12. Mai 2005, V R 54/02 , BStBl 2007 II S. 283, hatte der BFH entschieden, dass die Verabreichung eines Heilbads i. S. v. § 12 Abs. 2 Nr. 9 UStG der Behandlung einer Krankheit oder einer anderen Gesundheitsstörung und damit dem Schutz der menschlichen Gesundheit dienen muss. Dagegen wurde es nach bislang geltender Verwaltungsauffassung für ausreichend erachtet, dass die verabreichten Heilbäder ihrer Art nach allgemeinen Heilzwecken dienen. Der Nachweis eines bestimmten Heilzweckes war im Einzelfall nicht erforderlich, insbesondere bedurfte es nicht einer ärztlichen Verordnung. Damit konnte für die Verabreichung von Saunabädern regelmäßig die Vergünstigung des § 12 Abs. 2 Nr. 9 Satz 1 UStG in Anspruch genommen werden.
Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder gilt zur Anwendung der Umsatzsteuerermäßigung nach § 12 Abs. 2 Nr. 9 UStG Folgendes:
Für nach dem 30. Juni 2015 ausgeführte Umsätze ist für die Frage, ob die Verabreichung eines Heilbads nach § 12 Abs. 2 Nr. 9 UStG begünstigt ist, die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Heilmittel-Richtlinie/HeilM-RL in der jeweils geltenden Fassung) in Verbindung mit dem sog. Heilmittelkatalog maßgeblich. Die Heilmittel-Richtlinie und der Katalog verordnungsfähiger Heilmittel nach § 92 Abs. 6 SGB V (Zweiter Teil der Heilmittel-Richtlinie) stehen auf den Internetseiten des Gemeinsamen Bundesausschusses unter – Informationsarchiv – Richtlinien – (https://www.g-ba.de/informationen/richtlinien/12/) zum Herunterladen bereit. Entscheidend ist, dass die Verabreichung des Heilbads nach diesen Vorschriften als Heilmittel verordnungsfähig ist, unabhängig davon, ob eine ärztliche Verordnung tatsächlich vorliegt.
Der Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) vom 1. Oktober 2010 (BStBl 2010 I S. 846), der zuletzt durch das BMF-Schreiben vom 20. Oktober 2014 – IV D 2 – S 7200/07/10022: 002 (2014/0823736) , BStBl 2014 I S. 1372, geändert worden ist, wird in Abschnitt 12.11 wie folgt geändert:
„Das ist z. B. der Fall, wenn in einem Sport- und Freizeitzentrum außer einem Schwimmbad weitere, nicht begünstigte Einrichtungen im Rahmen einer eigenständigen Leistung besonderer Art überlassen werden (vgl. BFH-Urteile vom 8. 9. 1994, V R 88/92 , BStBl 1994 II S. 959, und vom 28. 9. 2000, V R 14 , 15/99 , BStBl 2001 II S. 78).”
„(3) 1Die Verabreichung eines Heilbads im Sinne des § 12 Abs. 2 Nr. 9 UStG muss der Behandlung einer Krankheit oder einer anderen Gesundheitsstörung und damit dem Schutz der menschlichen Gesundheit dienen (vgl. BFH-Urteil vom 12. 5. 2005, V R 54/02 , BStBl 2007 II S. 283). 2Davon ist auszugehen, wenn das Heilbad im Einzelfall nach § 4 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Heilmittel-Richtlinie/HeilM-RL in der jeweils geltenden Fassung) in Verbindung mit dem sog. Heilmittelkatalog als Heilmittel verordnungsfähig ist, unabhängig davon, ob eine Verordnung tatsächlich vorliegt. 3Die Heilmittel-Richtlinie und der Katalog verordnungsfähiger Heilmittel nach § 92 Abs. 6 SGB V (Zweiter Teil der Heilmittel-Richtlinie) stehen auf den Internetseiten des Gemeinsamen Bundesausschusses unter – Informationsarchiv – Richtlinien – ( https://www.g-ba.de/informationen/richtlinien/12/) zum Herunterladen bereit. 4Als verordnungsfähig anerkannt sind danach beispielsweise Peloidbäder und -packungen, Inhalationen, Elektrotherapie, Heilmassage, Heilgymnastik und Unterwasserdruckstrahl-Massagen. 5Für diese Maßnahmen kommt eine Steuerermäßigung nach § 12 Abs. 2 Nr. 9 UStG in Betracht, sofern sie im Einzelfall nicht nach § 4 Nr. 14 UStG steuerfrei sind. 6Nicht verordnungsfähig und somit keine Heilbäder im Sinne des § 12 Abs. 2 Nr. 9 UStG sind nach § 5 der Heilmittel-Richtlinie u. a. folgende in der Anlage zu der Richtlinie aufgeführte Maßnahmen:
Maßnahmen, die der Veränderung der Körperform (z. B. Bodybuilding) oder dem Fitness-Training dienen
7Keine Heilbäder sind außerdem z. B. sog. Floating-Bäder, Heubäder, Schokobäder, Kleopatrabäder, Aromabäder, Meerwasserbäder, Lichtbehandlungen, Garshan und Reiki.”
Die Sätze 1 bis 4 werden gestrichen.
Die bisherigen Sätze 5 bis 8 werden die neuen Sätze 1 bis 4.
Die Änderung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses tritt am 1. Juli 2015 in Kraft. Gleichzeitig wird das BMF-Schreiben vom 20. März 2007, IV A 5 – S 7243/07/0002 , DOK. 2007/0123239, BStBl 2007 I S. 307, aufgehoben.
BMF v. 28.10.2014 - IV D 2 - S 7243/07/10002-02
BMF 12.4.2017
BMF 21.10.2015
BayLfSt 10.7.2015
BayLfSt 6.3.2015
OFD Niedersachsen 2.3.2015
OFD Niedersachsen 27.1.2015
BMF 4.12.2014
FG Hessen 16.3.2017 - 1 K 1488/15
BStBl 2014 I Seite 1439
[LAAAE-78500]
NWB-Nachricht v. 13.07.2015, Umsatzsteuer | Saunaleistungen in Schwimmbädern (BayLfSt)
NWB-Nachricht v. 09.07.2015, Umsatzsteuer | Beurteilung von Schwimmbädern (BMF)
NWB-Nachricht v. 03.12.2014, Umsatzsteuer | Steuersatz für Salzwasser-Schwebebäder - Floating (BFH)
Stier, Umsatzsteuerrechtliche Behandlung von Saunaleistungen, Lohn & Gehalt direkt digital 2/2016 S. 6
Track 08 | Umsatzsteuer: Ermäßigter Steuersatz bei Schwimmbädern, Steuern mobil 9/2015
Becker, Keine „kostenlose“ Saunanutzung für Hotelgäste seit 1. 7. 2015, USt direkt digital 15/2015 S. 9
Schäfer, Ermäßigter Steuersatz für den Betrieb von Schwimmbädern, USt direkt digital 14/2015 S. 9
Trinks, Keine einheitliche Verwaltungsmeinung zur Besteuerung von Schwimmbad und Sauna, USt direkt digital 8/2015 S. 4
Track 06 | Umsatzsteuer: Saunabäder sind im Normalfall nicht mehr steuerbegünstigt, Steuern mobil 2/2015
Schäfer, Saunieren nicht länger ermäßigt besteuert, USt direkt digital 22/2014 S. 3
Abschn. 12.11 UStAE
BMF v. 28.10.2014 - IV D 2 - S 7243/07/10002-02 ablegen in?

References: § 12
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