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Timestamp: 2017-12-15 06:16:37+00:00

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Varengold Bank AG - Katatsrophenbilanz, ein anderes Wort fällt einem da nicht ein - Diebewertung
Varengold Bank AG – Katatsrophenbilanz, ein anderes Wort fällt einem da nicht ein
Varengold Bank AG Hamburg
Bericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2015
der Aufsichtsrat dankt sämtlichen Kunden, Geschäftspartnern und Aktionären der Varengold Bank AG für das Vertrauen, das sie in einem herausfordernden Umfeld bei der Erschließung neuer Wege in das Unternehmen gesetzt haben. Auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Vorstand gebührt unser Dank für ihren persönlichen und fachlichen Einsatz im vergangenen Geschäftsjahr.
Im Geschäftsjahr 2015 hat der Aufsichtsrat seine nach Satzung und Gesetz obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die Vorstände laufend überwacht. Die Überwachungsziele orientierten sich an den gesetzlichen Vorgaben und wurden unterjährig den internen und externen Entwicklungen entsprechend speziell angepasst. Die dem Aufsichtsrat zur Verfügung stehenden Informationen wurden in den Aufsichtsratssitzungen, im Rahmen von Umlaufbeschlüssen sowie darüber hinaus in Einzelgesprächen diskutiert und hinterfragt. Der Vorstand beantwortete und erläuterte stets die Fragen des Aufsichtsrates umfangreich und zu dessen Zufriedenheit. Um die eigene Informationsbasis zu verbreitern und eigene Eindrücke von der Unternehmensentwicklung zu gewinnen, hat der Aufsichtsrat auch vorstandsferne Erkundigungen eingeholt, unter anderem bei Führungskräften der Bank und externen Beratern. Das Gremium war somit stets aktuell informiert über die Geschäftstätigkeiten und hat monatlich schriftlich Informationen zur aktuellen finanziellen Geschäftslage sowie zur Risikosituation der Bank erhalten. Die steten, umfassenden und zeitnahen schriftlichen und mündlichen Berichte des Vorstandes an den Aufsichtsrat entsprachen den Vorgaben gemäß § 90 AktG.
Aufsichtsratssitzungen 2015
Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr fünf ordentliche und zwei außerordentliche Aufsichtsrats-Sitzungen abgehalten, die am 19. Januar 2015, am 28. April 2015, am 22. Juni 2015, am 30. Juli 2015, am 25. August 2015, am 3. September 2015 und am 22. Dezember 2015 stattgefunden haben. Sämtliche Sitzungen erfolgten unter Teilnahme aller Aufsichtsratsmitglieder und mindestens einem Mitglied des Vorstandes. Grundsätzlich wurde in jeder Sitzung seitens des Vorstandes an den Aufsichtsrat über die Entwicklung der finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse der jeweils vorangegangenen Monate Bericht erstattet.
In der Sitzung am 19. Januar 2015 wurde zunächst die spezifische Entwicklung einzelner Geschäftsfelder mit Blick auf das Vorjahr erörtert. Weiterhin wurde u.a. über den Kauf der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen diskutiert und der Compliance Bericht in einzelnen Punkten näher besprochen. Abschließend erörterten die Teilnehmer der Sitzung die neue Personalstrategie sowie die einzelnen Aspekte der im Vorfeld übersandten Geschäfts- und Risikostrategie. Der Vorstand berichtete detailliert über das Verfahren und die sich grundsätzlich bietenden weiteren Möglichkeiten zur Erschließung zusätzlicher Geschäftsfelder für die Bank.
Am 28. April 2015 stand im Mittelpunkt der Tagesordnung insbesondere der Jahresabschluss 2014 im direkten Gespräch mit dem zuständigen Wirtschaftsprüfer NPP Niethammer Posewang & Partner GmbH, die Berichterstattung seitens des Vorstandes hinsichtlich der abgeschlossen Prüfung durch den Prüfungsverband deutscher Banken sowie die Weiterbildungsmaßnamen des Aufsichtsrates.
Schwerpunkt der außerordentlichen Sitzung vom 22. Juni 2015 war die IT-Landschaft der Bank, welche auch in der außerordentlichen Sitzung vom 30. Juli 2015 abschließend besprochen wurde. Zudem war ein Thema der Sitzung im Juli der neue Geschäftsverteilungsplan, welcher nach der Verkleinerung des Gesamtvorstandes von fünf auf zwei Mitglieder ab August 2015 Gültigkeit finden sollte.
Die Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung war der zentrale Tagesordnungspunkt der Sitzung am 25. August 2015.
Hervorzuheben in der konstituierenden Sitzung vom 3. September 2015 sind speziell die Tagesordnungspunkte zur Neuwahl des Vorsitzendes des Aufsichtsrates und seines Stellvertreters, potentielle Verkäufe vorhandener Beteiligungen sowie die Schließung der Repräsentanz in Dubai.
In der letzten Sitzung des Jahres am 22. Dezember 2015 wurde rückblickend die Ergebnisentwicklung der Bank betrachtet und der Geschäftsplan für das Jahr 2016 ausführlich diskutiert. Dabei wurde Einigung darüber erzielt, dass substanzielle Veränderungen nötig sind, um eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung der Bank zu forcieren.
Neben diesen sieben gemeinsamen Sitzungen von Vorstand und Aufsichtsrat trat der Aufsichtsrat zu weiteren ,internen Aufsichtsratssitzungen‘ und zwischenzeitlichen, turnusmäßigen Telefonkonferenzen zusammen, um sowohl die Themen aus den gemeinsamen Sitzungen nacharbeiten und die Themen für bevorstehende gemeinsame Sitzungen dezidiert vorbereiten zu können. Der Mehraufwand war besonders der zunehmenden Komplexität von Corporate Governance- und Compliance-Themen sowie ständiger Rechtsprechung zu aufsichtsrelevanten Themen geschuldet.
Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr wie schon in den vorangegangenen Geschäftsjahren auf Grund der Unternehmensgröße und der Tatsache, dass der Aufsichtsrat nur aus drei Mitgliedern besteht, auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet.
Erteilung des Prüfungsauftrags an PricewaterhouseCoopers AG
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG, Hamburg, wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 26. August 2015 zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2015 gewählt. Anschließend erteilte der Aufsichtsrat der PricewaterhouseCoopers AG den Prüfungsauftrag. Der Auftrag selbst enthält u.a. klare Regelungen über den Prüfungsumfang, die Prüfungsdurchführung sowie die zielführende Zusammenarbeit.
Bilanzaufsichtsratssitzung am 31. Mai 2016
Im Vorwege der Bilanzaufsichtsratssitzung erhielt der Aufsichtsrat den Entwurf des Prüfungsberichtes zum Jahresabschluss 2015 sowie den Lagebericht zwecks Studium und Prüfung. Alle offenen Fragen konnten am 31. Mal 2016 mit dem Vorstand und dem anwesenden Wirtschaftsprüfer der PricewaterhouseCoopers AG geklärt werden.
Am 17. Juni 2016 erhielt der Aufsichtsrat sodann die endgültige Version des Prüfungsberichtes und des Jahresabschlusses 2015 nebst Lagebericht. Durch einstimmigen Beschluss des Aufsichtsrates vom 20. Juni 2016 wurde der geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehene Jahresabschluss der Varengold Bank AG zum 31. Dezember 2015, der gegenüber den Entwürfen keine materiellen Änderungen enthielt, gem. § 9 Absatz 4 der Satzung der Varengold Bank AG per Umlaufbeschluss gebilligt. Der Jahresabschluss der Varengold Bank AG für das Geschäftsjahr 2015 ist damit festgestellt.
Des Weiteren standen im Fokus der Bilanzaufsichtsratssitzung am 31. Mal 2016 die im März finalisierte Risikostrategie der Bank, das neue Vergütungssystem nach Institutsvergütungsverordnung, das interne Kon-trollsystem, die Umsetzung der Marktmissbrauchsverordnung sowie die Anforderungen zur Beratung, Überwachung und Unterstützung der Bank durch den Aufsichtsrat im Sinne des § 25d KWG.
Seit Mitte des Jahres 2015 haben in den Organen der Bank große Veränderungen stattgefunden. Mit Wirkung zum 31. Juli 2015 sind Herr Yasin Sebastian Qureshi, Herr Steffen Fix und Herr Mohammad Hans Dastmaltchi aus dem Vorstand der Varengold Bank AG ausgeschieden.
Darüber hinaus haben mit den Herren RA Hans J. M. Manteuffel, Prof. Dr. h.c. Peter Andree und StB Willi Müller sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats im Juli 2015 bekannt gegeben, dass sie mit Wirkung zum Ablauf der nächsten ordentlichen Hauptversammlung am 26. August 2015 ihre Ämter als Mitglieder des Aufsichtsrats niederlegen. Am 26. August 2015 wurden im Rahmen der Hauptversammlung die Herren Sanjay Shah, Michael Stephen Murphy und Edo Barac in den Aufsichtsrat der Varengold Bank gewählt. Herr Shah und Herr Barac haben Ihre Ämter unterdessen im Dezember 2015 und im März 2016 niedergelegt. Durch Beschluss des Amtsgerichts Hamburg vom 14. Dezember 2015 wurde Herr Dr. Karl-Heinz Lemnitzer zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt, welcher sodann zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt wurde. Es folgte schließlich die Bestellung von Herrn Alexander Körner durch gerichtlichen Beschluss vom 1. April 2016.
Der amtierende Aufsichtsrat dankt den ehemaligen Organmitgliedern für ihre überaus erfolgreiche Tätigkeit. In die Amtszeiten der langjährigen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder fallen entscheidende Weichenstellungen, die für die Entwicklung der Bank von großer Bedeutung waren.
Dr. Karl-Heinz Lemnitzer, Vorsitzender des Aufsichtsrats
a) Kassenbestand 1.887,78 59,3
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 217.082.427,17 15.349,0
– darunter: bei der Deutschen Bundesbank: TEUR 217.082,4 (im Vorjahr: TEUR 15.349,0) 217.084.314,95 15.408,3
a) täglich fällig 29.210.547,45 73.650,8
b) andere Forderungen 110.450,00 610,4
29.320.997,45 74.261,2
3. Forderungen an Kunden 24.361.297,57 20.123,1
– darunter: durch Grundpfandrechte gesichert TEUR 36,5 (im Vorjahr: TEUR 40,8)
4. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 1.890.881,26 35.500,7
– darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank: TEUR 1.890,9 (im Vorjahr: TEUR 35.500,7)
ab) von anderen Emittenten 2.500.000,00 7.500,0
4.390.881,26 43.000,7
5. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0,00 1,5
5a. Handelsbestand 315.906.834,67 187.345,4
6. Beteiligungen 547.642,57 451,0
7. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.774.951,05 1.873,3
– darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten TEUR 1.710 (im Vorjahr TEUR 1.710)
8. Treuhandvermögen 0,00 78,4
9. Immaterielle Anlagewerte
a) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.538,00 58,9
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche 358.912,00 413,5
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 362.450,00 472,4
10. Sachanlagen 284.002,00 496,3
11. Sonstige Vermögensgegenstände 3.680.926,54 3.683,2
12. Rechnungsabgrenzungsposten 203.181,48 3.689,1
13. Aktive latente Steuern 2.297.479,03 2.297,5
Summe Aktiva 601.214.958,57 353.181,3
a) täglich fällig 576.014,00 3.530,8
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 0,00 20.000,0
576.014,00 23.530,8
aa) täglich fällig 498.579.222,09 273.920,0
ab) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 89.135.852,30 30.380,0
587.715.074,39 304.300,0
2a. Handelsbestand 926.336,46 2.252,3
3. Treuhandverbindlichkeiten 0,00 78,4
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.922.775,61 3.978,2
5. Rechnungsabgrenzungsposten 790.427,16 757,4
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 53.190,00 0,0
b) Steuerrückstellungen 65.000,00 0,0
c) andere Rückstellungen 1.766.553,48 1.206,4
1.884.743,48 1.206,4
7. Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals 5.000.000,00 5.000,0
a) gezeichnetes Kapital 1.948.368,00 1.771,4
b) Kapitalrücklage 18.917.165,80 15.554,9
c) Rücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 1.700,00 1,7
cb) andere Gewinnrücklagen 16.700,00 18.400,00 16,7
d) Bilanzverlust -18.484.346,33 -5.266,9
Summe Passiva 601.214.958,57 353.181,3
9. Andere Verpflichtungen
a) Unwiderrufliche Kreditzusagen 0,00 699,3
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 797.496,44 536,1
abzügl. negative Zinsen aus Bankguthaben -329.185,14 0,0
468.311,30 536,1
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 858.065,32 1.458,8
1.326.376,62 1.994,9
2. Zinsaufwendungen -3.733.965,78 -1.360,4
-2.407.589,16 634,5
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 36,20 26,9
b) Beteiligungen 411.935,14 0,0
411.971,34 26,9
4. Provisionserträge 5.242.509,68 5.639,5
5. Provisionsaufwendungen -1.334.953,98 -661,8
3.907.555,70 4.977,7
6. Nettoertrag des Handelsbestands 11.117.117,98 8.670,3
7. Sonstige betriebliche Erträge 1.175.254,46 226,1
aa) Löhne und Gehälter -8.145.491,22 -5.302,2
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -953.090,74 -533,3
– darunter: für Altersversorgung TEUR 58,6 (Vorjahr: TEUR 4,2) -9.098.581,96 -5.835,5
b) andere Verwaltungsaufwendungen -11.863.668,08 -6.942,5
-20.962.250,04 -12.778,0
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -435.926,75 -761,6
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen -367.256,74 -50,2
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft -1.510.092,80 -249,2
12. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 3.252.938,89 -166,4
13. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -5.818.277,12 530,1
14. Außerordentliche Erträge 72.875,14 0,0
15. Außerordentliche Aufwendungen -7.407.011,01 0,0
16. Außerordentliches Ergebnis -7.334.135,87 0,0
17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -63.939,45 -317,7
18. Sonstige Steuern -1.143,84 -3,0
-65.083,29 -320,7
19. Jahresfehlbetrag / -Überschuss -13.217.496,28 209,4
20. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -5.266.850,05 -5.476,2
21. Bilanzverlust -18.484.346,33 -5.266,8
Anhang für die Zeit vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2015
Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) sowie nach der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt.
Da sämtliche Tochterunternehmen gemäß § 290 Abs. 2 HGB selbst in Summe von untergeordneter Bedeutung für einen den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Eintragslage des Konzerns sind, wird von der Befreiungsvorschrift zur Erstellung eines Konzernabschlusses gemäß § 290 Abs. 5 HGB Gebrauch gemacht.
2. Bilanzierungs-und Bewertungsmethoden
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben bis auf den Ausweis des Ergebnisses aus der Währungsumrechnung gegenüber dem Vorjahr unverändert. Auswirkungen auf die Ertragslage haben sich daraus nicht ergeben.
Zur besseren Übersicht wurde von der Angabe nicht belegter Posten in der Bilanz und der Gewinn-und-Verlust-Rechnung gemäß § 265 Absatz 8 HGB abgesehen.
Das Wahlrecht gemäß § 248 Absatz 2 HGB wurde in Anspruch genommen und in den Jahren 2010 bis 2012 Entwicklungskosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert. In den Geschäftsjahren 2013 bis 2015 erfolgten keine weiteren Aktivierungen. Die Abschreibungen für sämtliche selbst geschaffene Immaterielle Vermögensgegenstände (TEUR 53) sind unter „Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen“ ausgewiesen. Die selbst geschaffenen Immateriellen Vermögensgegenstände werden entsprechend ihrer voraussichtlichen betrieblichen Nutzungsdauer jeweils über vier Jahre abgeschrieben. Die Aktivierung dieser Bilanzierungshilfen unterliegt der Ausschüttungssperre nach § 268 Absatz 8 HGB.
Der Kassenbestand und das Guthaben bei Zentralnotenbanken sind zu Nennwerten bilanziert.
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Soweit erforderlich, wird möglichen Adressenausfallrisiken durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Dem latenten Kreditrisiko wird durch Bildung von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.
Die Schuldverschreibungen und die anderen festverzinslichen Wertpapiere sind dem Anlagevermögen zugeordnet und werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bilanziert. Der beizulegende Zeitwert der entsprechenden Papiere am 31. Dezember 2015 beläuft sich auf TEUR 1.904. Abschreibungen wegen dauernder Wertminderung waren nicht vorzunehmen. Die Unterschiedsbeträge nach § 340e Abs. 2 HGB werden anteilig über die Restlaufzeit aufgelöst.
Nach § 340e Absatz 3 Satz 1 HGB werden Finanzinstrumente des Handelsbestands zum beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bewertet. Der beizulegende Zeitwert entspricht gemäß § 255 Absatz 4 Satz 1 HGB dem Marktpreis des Finanzinstruments, da für alle Positionen des Handelsbestands der Varengold Bank AG ein aktiver Markt besteht.
Der Risikoabschlag wird nach der Value-at-Risk-Methode mit einem Konfidenzniveau von 99 %, einer Haltedauer von einem Tag und einem Beobachtungszeitraum von 260 Tagen mit einer historischen Simulation ermittelt. Die Berechnung des Value-at-Risk ist identisch mit der für interne Zwecke der Risikoüberwachung gemäß MaRisk eingesetzten Methode. Per 31. Dezember 2015 wurde der Risikoabschlag auf TEUR 201 angepasst und in Höhe von TEUR 85 ein Aufwand im Handelsergebnis nach § 340c Absatz 1 HGB erfasst.
Die Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind entsprechend den für das Anlagevermögen geltenden Regeln zu Anschaffungskosten ggf. abzüglich vorgenommener Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet.
Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der erwarteten Nutzungsdauer gemindert werden. Dabei lehnt sich die Bank eng an die von der Finanzverwaltung vorgegebenen Nutzungsperioden (AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter (AfA Tabelle „AV“)) an.
Geringwertige Wirtschaftsgüter werden in Anlehnung an die Vorschriften des § 6 Abs. 2 und 2a EStG bilanziert. Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 1 50,00 und EUR 1.000,00 werden danach in einem Sammelposten gebündelt, der im Geschäftsjahr der Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren zu jeweils einem Fünftel abgeschrieben wird. Wirtschaftsgüter mit einem Wert unter EUR 1 50,00 werden als sofortige Betriebsausgabe behandelt.
Entgeltlich erworbene Software wird unter den immateriellen Anlagewerten ausgewiesen und wie die Sachanlagen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Bei den erwarteten Nutzungsdauern legt die Bank die steuerlichen AfA-Sätze (Absetzung für Abnutzung) zugrunde.
Die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten (im Wesentlichen vorausbezahlte Mieten und Versicherungen) werden gemäß § 250 Absatz 1 HGB gebildet. Passive Rechnungsabgrenzungsposten (im Wesentlichen im Voraus erhaltene Zinsen) werden gemäß § 250 Absatz 2 HGB gebildet und über die Laufzeit der zugrundeliegenden Geschäfte aufgelöst.
Passive latente Steuern in Höhe von TEUR 1 ergeben sich aus der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände. Dem stehen aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 2.298 aus steuerlichen Verlustvorträgen gegenüber. Die aktivierten latenten Steuern unterliegen der Ausschüttungssperre. Der Vorstand geht in den nächsten fünf Jahren von der vollständigen Nutzung der in den Vorjahren gebildeten aktiven latenten Steuern aus, die auf Verlustvorträgen von rund EUR 7,1 Mio. zur Körperschaftsteuer und EUR 7,2 Mio. zur Gewerbesteuer zum 31. Dezember 2014 beruhten. Für die Berechnung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 32,275 % zugrunde gelegt, der sich aus Körperschaftsteuer (15,0 %), Solidaritätszuschlag (0,825 %) und Gewerbesteuer (16,45 %) zusammensetzt.
Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.
Rückstellungen einschließlich Steuerrückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.
Pensionsrückstellungen, die im Wesentlichen auf Hinterbliebenenversorgungen beruhen, werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der Richttafeln 2005G von Prof. Heubeck nach den Bestimmungen des BilMoG ermittelt. Als Bewertungsverfahren wurde das modifizierte Teilwertverfahren verwendet. Es wurde ein Rechnungszins von 3,89 %, ein Gehalts- und Karrieretrend von 2,0 % sowie eine Fluktuation von 10 % zu Grunde gelegt.
Die zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs werden jährlich in ihrer Gesamtheit auf einen Verpflichtungsüberschuss untersucht. Hierzu wird ein barwertorientierter Ansatz genutzt. Die Bewertung ergab keine Notwendigkeit zur Bildung einer Drohverlustrückstellung.
Nach § 340e Absatz 4 Satz 1 HGB sind in der Bilanz dem Sonderposten „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ nach § 340g HGB grundsätzlich in jedem Geschäftsjahr ein Betrag, der mindestens 10 vom Hundert der Nettoerträge des Handelsbestands entspricht, zuzuführen und dort gesondert auszuweisen. Nach § 340e Absatz 4 Satz 2 Nr. 4 HGB erfolgt die Zuführung zum Sonderposten solange, bis der Sonderposten eine Höhe von 50 vom Hundert des Durchschnitts der letzten fünf jährlichen Nettoerträge des Handelsbestandes (einschließlich eines Nettoertrags des Handelsbestands des Berichtsjahres) nach Risikoabschlag erreicht. Die Zuführung zum Sonderposten erfolgt zum Bilanzstichtag am Ende des Geschäftsjahres. Aufgrund bestehender Verlustvorträge und eines Jahresfehlbetrages wurde gemäß § 340e Absatz 4 Satz 2 Nr. 2 und 3 HGB im Geschäftsjahr keine Zuführung zum Sonderposten vorgenommen.
Die Behandlung der Ergebnisse aus der Fremdwährungsumrechnung richtet sich danach, ob es sich um Fremdwährungsgeschäfte des Handelsbestands, um besonders gedeckte oder nicht besonders gedeckte Geschäfte handelt. Im Falle des Handelsbestands sowie bei Bestehen besonderer Deckung werden sowohl die Aufwendungen als auch die Erträge aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam erfasst. Die Umrechnungsergebnisse aus der Währungsumrechnung sind im Nettoergebnis des Handelsbestands und in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen enthalten. Darüber hinaus wurden in Vorjahren unterlassene Fremdwährungsbewertungen aus dem Capital Markets Brokerage Bereich nachgeholt. Diese Fehlerkorrektur ist in den außerordentlichen Aufwendungen ausgewiesen.
Die unwiderruflichen Kreditzusagen und die sonstigen finanziellen Verpflichtungen sowie alle sonstigen Bilanzposten sind zum Nennbetrag angesetzt.
Die Bank nimmt das Wahlrecht zur Überkreuzkompensation nach § 340f Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 32 und § 33 RechKredV wahr. Aufwendungen und Erträge werden periodengerecht abgegrenzt.
Die Beträge sind soweit nicht anders ausgewiesen in TEUR angegeben.
3. Währungsumrechnung
Die unter „Provisionserträge“ sowie „Nettoertrag des Handelsbestands“ aufgeführten Beträge fallen zu einem nicht unwesentlichen Teil in den ausländischen Währungen US-Dollar (USD), Schweizer Franken (CHF), Britische Pfund (GBP), Japanische Yen (JPY), Arabische Dirham (AED), Australische Dollar (AUD), Kanadische Dollar (CAD) und Honkong Dollar (HKD) an. Unterjährig gehen zahlungsmäßig abgewickelte Erträge mit den jeweiligen Tageskursen in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein. Daraus resultierende Fremdwährungspositionen werden gemäß § 256a HGB zum Stichtag mit den folgenden Stichtagskursen in Euro umgerechnet:
1 EUR = USD 1,0887
1 EUR = CHF 1,0835
1 EUR = GBP 0,73395
1 EUR = JPY 131,07
1 EUR = AED 4,0003
1 EUR = CAD 1,5116
1 EUR = AUD 1,4897
1 EUR = HKD 8,4376
Zum 31. Dezember 2015 sind in den folgenden Bilanzposten die nachstehend aufgeführten Fremdwährungsbeträge enthalten:
Bilanzposten 31.12.2015
TEUR 31.12.2014
Barreserve 0 56
Forderungen an Kreditinstitute 13.960 32.280
Forderungen an Kunden 4.663 3.600
Handelsbestand (aktiv) 23.563 0
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.754 106
Beteiligungen 0 1.599
Treuhandvermögen 0 78
Sonstige Vermögensgegenstände 2.308 1.091
Rechnungsabgrenzungsposten (aktiv) 177 294
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1 3.531
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 41.590 55.209
Treuhandverbindlichkeiten 0 78
Sonstige Verbindlichkeiten 332 832
Rechnungsabgrenzungsposten (passiv) 0 12
Rückstellungen 41 369
4. Erläuterungen zur Bilanz
4.1 Postenübergreifende Angaben
4.1.1 Beziehungen zu Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht und zu verbundenen Unternehmen
Forderungen an Kunden 24.361 20.123
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 1
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 741 0
Bei der Davon-Position handelt es sich um Forderungen gegen die Varengold Capital Holdings Limited, British Virgin Islands, Varengold Capital Asset Management Limited, Hongkong sowie die Varengold Capital Securities Limited, Hongkong.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 587.715 304.300
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 743 0
Bei der Davon-Position handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Varengold Capital Securities Limited, Hongkong sowie der VirtuFX GmbH, Hamburg.
4.1.2 Restlaufzeitengliederung
Forderungen an Kreditinstitute 29.321 74.261
bis drei Monate 29.321 74.261
bis drei Monate 4.971 3.614
mehr als drei Monate bis ein Jahr 3.348 2.104
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 16.001 8.580
mehr als fünf Jahre 41 5.825
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 4.391 43.001
davon im Folgejahr fällig 2.779 11.998
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 576 23.531
bis drei Monate 576 23.531
bis drei Monate 521.869 273.920
mehr als drei Monate bis ein Jahr 46.729 29.914
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 19.117 466
Bis auf Forderungen an Kunden aus dem Kreditgeschäft in Höhe von USD 3,3 Mio. und HKD 1,1 Mio. (Laufzeit mehr als drei Monate bis ein Jahr) sind alle Forderungen an Kunden, die auf ausländische Währung lauten, täglich fällig.
4.1.3 Wertpapiere
Die nachfolgende Tabelle gliedert die in den Bilanzposten enthaltenen Wertpapiere auf:
nicht börsenfähig 2.500 7.500
börsenfähig 1.891 35.501
– davon: börsennotiert 1.891 35.501
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0 1
börsenfähig 0 1
– davon: börsennotiert 0 1
4.1.4 Anteile an Investmentvermögen
Der Anteil an den im Handelsbestand gehaltenen Inländischen und ausländischen Alternative Investment Fonds beträgt sämtlich mehr als 10%. Der Buchwert entspricht dem Marktwert von TEUR 651. Da es sich um thesaurierende Fonds handelt, sind 201 5 keine Ausschüttungen erfolgt. Eine Rückgabe der Anteile ist jeweils zum Monatsende möglich.
4.2 Postenindividuelle Angaben
4.2.1 Forderungen und Verbindlichkeiten an Kunden
Die Forderungen an Kunden bestehen zu großen Teilen aus Lombarddarlehen sowie aus Provisionsansprüchen.
Die Verbindlichkeiten setzten sich aus Tagesgeldern (EUR 181 Mio.), Zahlungsverkehrskonten (EUR 285 Mio.), Margins aus dem CMB- Geschäft (EUR 31 Mio.) sowie Termingeldern (EUR 89 Mio.) zusammen.
4.2.2 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
Es befinden sich neben einer Unternehmensschuldverschreibung ausschließlich europäische Staatsanleihen im Bestand, bei denen zum Stichtag stille Reserven in Höhe von TEUR 13 bestehen.
4.2.3 Beteiligungen
Die Varengold Bank AG hält folgenden nicht börsennotierten Anteilsbesitz:
Gesellschaft Beteiligungsquote Eigenkapital Ergebnis
% indirekt
TEUR 31.12.2015
Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg 33,00 2.1261) 1.6051)
Lava Trading Ltd., Valetta, Malta 49,79 02) -202)
Peer Dealer Limited, London, Großbritannien 35,00 –3) –3)
Varengold Capital Holdings Limited, British Virgin Islands 100,00 3204) -684)
Varengold Capital Securities Limited, Hong Kong 100,00 4.7824) -3.4444)
Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg 100,00 6865) 2826)
ViaLight Communications GmbH, Gilching 2,22 1.4797) -9127)
VirtuFX GmbH i.L., Hamburg 50,01 1431) -81)
Varengold Capital Advisory Limited, Hongkong 100,00 2834) -174)
Varengold Capital Asset Management, Limited, Hongkong 100,00 4.8724) -1284)
Varengold Capital International Company Limited, British Virgin Islands 100,00 -284) -284)
Varengold Capital Investment Company Limited, British Virgin Islands 100,00 494) -294)
Varengold Capital Management Limited, British Virgin Island 100,00 -3.0844) -3.1614)
1) vorläufiger Jahresabschluss zum 31.12.2015
2) Jahresabschluss zum 31. März 2014 (abweichendes Wirtschaftsjahr)
3) Angaben liegen nicht vor. Gesellschaft wurde zum 8. März 2016 liquidiert.
4) Angaben in HKD auf Grundlage des vorläufigen Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015
5) Gesellschaftsvermögen zum 30. November 2015 (abweichendes Wirtschaftsjahr)
6) Ergebnis zum 30. November 2015 (abweichendes Wirtschaftsjahr)
7) Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015
Die Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen hat ausschließlich für das Investmentbetriebsvermögen Unternehmensaktien ausgegeben. Das Kapital dieses Teilgesellschaftsvermögens betrug zum 30. November 2015 TEUR 686. Gegenüber diesem Teilgesellschaftsvermögen kann die Varengold Bank AG Ansprüche geltend machen.
Die Hanseatic Brokerhouse Securities AG hält zum Bilanzstichtag eine Beteiligung an der Varengold Bank AG in Höhe von 2,67 %.
4.2.4 Brutto-Anlagespiegel
Anschaffungskosten Abschreibungen Restbuchwerte
01.01.2015 Zugänge 2015
TEUR Abgänge/ Umglied 2015
TEUR kumuliert
TEUR Zugänge 2015
TEUR Abgänge 2015
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 756 0 0 752 55 0 4 59
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.382 183 482 2.725 198 443 358 413
Sachanlagen 1.525 248 724 766 181 445 283 496
Summe 5.663 431 1.206 4.243 436 888 645 968
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere -38.610 4.391 43.001
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere -2 0 2
Beteiligungen 97 548 451
Anteile an verbundenen Unternehmen 902 2.775 1.873
*) Von der nach § 34 Absatz 3 RechKredV möglichen Zusammenfassung für Finanzanlagen wurde Gebrauch gemacht
Die immateriellen Anlagewerte bestehen im Wesentlichen aus entgeltlich erworbener Software sowie Konzessionen und gewerblichen Schutzrechten. Die Sachanlagen entfallen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (einschließlich Mietereinbauten).
Die Zugänge im Geschäftsjahr 201 5 betreffen im Wesentlichen den Erwerb von Anteilen an verbundenen Unternehmen, davon entfielen TEUR 800 auf den Erwerb der restlichen 51 % der nunmehr 100% Beteiligung an der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen.
4.2.5 Handelsbestand
Der Handelsbestand setzt sich wie folgt zusammen:
Derivative Finanzinstrumente Handelsbestand Aktiva FX 1.849 2.216
Handelsbestand Aktiva CFD 3.596 3.095
Zwischensumme 5.445 5.311
Handelsbestand Fondsanteile 651 52.913
Handelsbestand Wertpapiere 310.012 129.237
Risikoabschlag -201 -116
Summe 315.907 187.345
Handelsbestand Passiva FX 324 1.108
Handelsbestand Passiva CFD 602 1.144
Summe 926 2.252
Nach § 340e Absatz 3 Satz 1 HGB werden Finanzinstrumente des Handelsbestands zum beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bewertet.
Der beizulegende Zeitwert entspricht gemäß § 255 Absatz 4 Satz 1 HGB dem Marktpreis des Finanzinstruments, da für alle Positionen des Handelsbestandes der Varengold Bank AG ein aktiver Markt besteht.
4.2.6 Sonstige Vermögensgegenstände
Der Posten beinhaltet im Wesentlichen Forderungen aus Initial Margin Zahlungen gegenüber der EUREX und Citibank (TEUR 3.147), Forderungen aus noch nicht abgerechneten Kreditkartenforderungen (TEUR 223), Forderungen aus Steuererstattungsansprüchen (TEUR 119), Forderungen an Kunden aus Bonusprogrammen (TEUR 90), Forderungen gegen Nachweisvermittler (TEUR 28), sowie Forderungen aus gezahlten Kautionen (TEUR 62).
4.2.7 Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und setzten sich wie folgt zusammen:
Verbindlichkeiten aus erhaltener Initial Margin 14 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.345 2.241
Verbindlichkeiten aus Bonusprogrammen 90 258
Sonstige Verbindlichkeiten 136 1.371
Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 0 8
Verbindlichkeiten Lohnsteuer 93 95
Verbindlichkeiten soziale Sicherheit 0 2
Verbindlichkeiten Umsatzsteuer laufendes Jahr 117 3
Verbindlichkeiten Abgeltungssteuer 128 0
Summe 1.923 3.978
Die Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung beinhalten im Wesentlichen noch nicht fällige Rechnungen sowie ausstehende Provisionszahlungen an Kooperationspartner für die Erbringung von Dienstleistungen. In den Sonstigen Verbindlichkeiten sind hauptsächlich Verbindlichkeiten gegenüber Nachweisvermittlern sowie Verbindlichkeiten aus der Einzahlungsverpflichtung in das Eigenkapital der Varengold Capital Holdings Ltd. ausgewiesen.
4.2.8 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Pensionsrückstellungenen wurden für Hinterbliebenenversorgung gebildet. Die seit 2013 bestehenden Verpflichtungen wurden in diesem Jahr erstmals passiviert.
4.2.9 Steuerrückstellungen
Steuerrückstellungen wurden in Höhe von TEUR 65 auf anteilige Gewinne der Betriebsstätte in London auf Grundlage eines Ertragssteuersatzes von 20% gebildet.
4.2.10 Andere Rückstellungen
Dieser Posten gliedert sich wie folgt:
Jubiläumsrückstellungen 180 138
Urlaubsrückstellung 179 299
Variable Vergütung 58 0
Schwerbehindertenabgabe 13 0
Ausstehende Rechnungen für EDV-Leistungen 246 21
Abschlusserstellungs- und Prüfungskosten 209 166
Hauptversammlung 26 35
Arbeitnehmerüberlassung 0 12
Archivierungskosten 8 5
Berufsgenossenschaft 10 10
Rückstellung für die BaFin 0 11
DATEV-Kosten 0 1
Prime Brokerage Fees 0 14
Rechts- und Beratungskosten 450 115
Provisionen 0 344
Zinsaufwand 2 0
Mieten 0 2
Rückbauarbeiten 26 0
Versicherungen 0 4
Sonstiges 360 29
Summe 1.767 1.206
4.2.11 Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals
Am 19. August 2014 hat die Varengold Bank AG zusätzliche Tier-1-Anleihen („AT1-Anleihen“) in Höhe von EUR 5 Mio. begeben. Die zusätzlichen AT1-Anleihen stellen unbesicherte und nachrangige Anleihen der Varengold Bank dar. Die halbjährlich fälligen Zinszahlungen für diese Anleihen bemessen sich an deren Nominalbetrag und der Entwicklung des EURIBOR. Die Anleihebedingungen beinhalten Regelungen, nach denen die Varengold Bank sowohl verpflichtet werden kann als auch das umfassende Recht zur alleinigen Entscheidung hat, jederzeit Zinszahlungen entfallen zu lassen. Zinszahlungen sind nicht kumulativ und werden in Folgejahren nicht höher ausfallen, um etwaige ausgefallene Zinszahlungen aus Vorjahren nachzuholen. Die Anleihen haben kein Fälligkeitsdatum. Sie können von der Varengold Bank erstmals zum Ablauf von fünf Jahren nach ihrer Begebung gekündigt werden und danach zu jedem Zinszahlungstag. Des Weiteren können sie unter bestimmten Bedingungen vorzeitig gekündigt werden. Die Anleihebedingungen beinhalten unter anderem, dass die Varengold Bank die Anleihen nur ganz und nicht teilweise kündigen kann, sofern dafür bestimmte aufsichtsrechtliche oder steuerliche Gründe vorliegen. Jede vorzeitige Kündigung bedarf der vorherigen Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Der Rückzahlungs- und der Nominalbetrag der Anleihen kann bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts vermindert werden. Einen solchen auslösenden Sachverhalt stellt es dar, wenn die Tier-1-Kernkapitalquote der Varengold Bank, unter 5,125 % fällt. Die Anleihen können bei Vorliegen eines auslösenden Sachverhalts unter bestimmten Bedingungen zugeschrieben werden.
Der abgegrenzte Zinsaufwand für diese Anleihen betrug zum 31. Dezember 2015 TEUR 2 und ist in den anderen Rückstellungen ausgewiesen.
Am 31. Dezember 2015 ausstehende zusätzliche Tier-1-Anleihen:
Währung Betrag
in EUR Art Emissionsdatum Zinssatz Fälligkeit
EUR 5.000.000 variabel verzinslich, kumulative Nachranganleihen 19. August 2014 variabel ohne Fälligkeit
4.2.12 Eigenkapital
Das voll eingezahlte Grundkapital (TEUR 1.948) ist zum Bilanzstichtag eingeteilt in 1.948.368 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien.
Die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 18.917 stammt hauptsächlich aus der im ersten Halbjahr 2012 erfolgten Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 133.100 neuen Aktien mit einem Agio von EUR 40,35 je Aktie (TEUR 5.371), aus der Kapitalerhöhung im zweiten Halbjahr 2013 durch Ausgabe von 146.397 neuen Aktien mit einem Agio von EUR 22,90 je Aktie (TEUR 3.352) sowie aus der Kapitalerhöhung im ersten Halbjahr 2014 durch Ausgabe von 159.571 neuen Aktien mit einem Agio von EUR 19,00 je Aktie (TEUR 3.032). Weiterhin wurde mit Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung der Varengold Bank AG vom 20. Januar 2015 der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats von EUR 1.771.405,00 gegen Bareinlagen auf bis zu EUR 1.948.368,00 durch Ausgabe von bis zu 176.963 neuen Stückaktien mit anteiligem Betrag des Grundkapitals von jeweils EUR 1,00 unter Bezugsrechtsausschluss zu erhöhen. Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates Gebrauch gemacht und 176.963 Aktien zu einem Ausgabekurs von EUR 20,00 je Aktie bei einem Internationalen Investor platziert. Die Eintragung der Kapitalerhöhung erfolgte am 20. April 2015. Die Kapitalrücklage erhöhte sich durch das Aufgeld bei einem Agio von EUR 19,00 um TEUR 3.362.
Gemäß Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 26. August 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 25. August 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrfach um bis zu EUR 974.184,00 durch Ausgabe von bis zu 974.184 neuen auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von jeweils EUR 1,00 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen („Genehmigtes Kapital 2015″). Ausgegeben werden dürfen jeweils Stammaktien und/oder stimmrechtslose Vorzugsaktien. Die neuen Aktien können von einem oder mehreren durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten oder nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 KWG tätigen Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten und Bedingungen der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus genehmigtem Kapital und der Aktienausgabe festzulegen und im Rahmen der Satzung sowie gesetzlicher Vorschriften das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.
Gemäß Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 8. August 2012 wurde der Vorstand weiterhin ermächtigt, bis zum 7. August 2017 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den Inhaber und/oder den Namen lautende Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Wandelgenussrechte, Optionsgenussrechte, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen (nachstehend „Instrumente“ genannt) im Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 5.000.000,00 mit einer Laufzeit von längstens 15 Jahren zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern von Finanzinstrumenten Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von bis zu insgesamt EUR 586.174,00 nach näherer Maßgabe der Instrumente zu gewähren. Die Ausgabe der Instrumente kann gegen Bar- und/oder Sachleistungen erfolgen. Zur Bedienung der Instrumente wurde das Grundkapital mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. August 2012 um bis zu EUR 586.174,00 durch Ausgabe von bis zu 586.174 auf den Inhaber lautende Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) zum Zwecke der Gewährung von Aktienbezugsrechten bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2012 I).
Gemäß Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 8. August 2012 besteht in § 4 Absatz 8 der Satzung der Gesellschaft ein weiteres Bedingtes Kapital. Das Grundkapital ist um bis zu EUR 140.000,00 durch Ausgabe von bis zu 140.000 auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) bedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2012 II“). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Inhaber von Aktienoptionen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2012 („AOP 2012″) in der Zeit bis zum 8. August 2017 (einschließlich) von der Gesellschaft ausgegeben werden, von ihrem Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte eigene Aktien oder einen Barausgleich gewährt. Die neuen Aktien nehmen von dem Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung des Bezugsrechts entstehen, am Gewinn teil. Das AOP 2012 dient als zielgerichteter Leistungsanreiz (sogenannte Incentivie- rung) der Programmteilnehmer und soll gleichzeitig eine Bindungswirkung der Teilnehmer an die Gesellschaft erreichen.
Im Rahmen des AOP 2012 dürfen insgesamt bis zu Stück 95.000 Aktienoptionen an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft sowie weitere insgesamt bis zu Stück 45.000 Aktienoptionen an ausgewählte Führungskräfte und sonstige Leistungsträger der Gesellschaft („Programmteilnehmer“) ausgegeben werden. Jede Aktienoption gewährt das Recht auf den Bezug von je einer Varengold Bank AG Aktie gegen Zahlung des Ausübungspreises. Der Ausübungspreis für eine Varengold Aktie, also der bei Erwerb einer Aktie infolge der Ausübung eines Aktienoptionsrechts zu zahlende Preis, entspricht dem arithmetischen Mittel der Schlusskurse der Varengold Aktie im Xetra-Handel an den vorangegangenen 30 Börsenhandelstagen vor Ausgabe der jeweiligen Aktienoption („Basispreis“). Die Ausgabe der Optionen erfolgt in mindestens drei Jahrestranchen, wobei keine Tranche mehr als 50 % des Gesamtvolumens umfassen darf. Der Erwerbszeitraum beträgt 40 Werktage nach Zugang des Erwerbsangebots. Die Bezugsrechte aus den Aktienoptionen können erstmals nach Ablauf einer Wartezeit von mindestens vier Jahren nach deren Ausgabe ausgeübt werden. Die Ausübung der Bezugsrechte ist innerhalb von sieben Jahren nach der Ausgabe der Aktienoption außerhalb der Ausübungssperrfristen möglich und setzt voraus, dass der Kurs der Varengold Aktie im Xetra-Handel an den letzten 30 Börsenhandelstagen vor dem Tag der Ausübung des Bezugsrechts den Basispreis um mindestens 30 % übersteigt.
Aufgrund der vorstehenden Ermächtigung hat der Vorstand bis zum Ende des Berichtszeitraums insgesamt 74.250 Aktienoptionen an Führungskräfte der Gesellschaft ausgegeben. Insgesamt wurden 33.750 Aktienoptionen an besondere Leistungsträger zugeteilt. Weitere 40.500 Aktienoptionen wurden an Vorstandsmitglieder ausgegeben, wovon 31.000 Aktienoptionen aufgrund des zwischenzeitlichen Ausscheidens der betreffenden Vorstände nicht mehr ausgeübt werden können. Im Jahr 201 5 hat keine Ausgabe von Aktienoptionen an Führungskräfte der Gesellschaft stattgefunden.
Die Ausschüttungssperre gemäß § 268 Absatz 8 HGB entfällt auf folgende Posten:
TEUR passive latente Steuern
TEUR Sperrbetrag
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände und Nutzungsrechte 4 1 3
Aktive latente Steuern 2.298
Summe 2.301
5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die Zinserträge bestehen im Wesentlichen aus Erträgen aus festverzinslichen Wertpapieren und gewährten Darlehen. Gezahlte Negativzinsen (im Wesentlichen angefallen bei der Deutschen Bundesbank) sind offen von den Zinserträgen abgesetzt.
In den Zinsaufwendungen sind im Wesentlichen Zinsen für Kundeneinlagen (Tages-, Fest- und Termingelder) enthalten.
Im Vorjahr waren im Zinsergebnis Erträge aus Fremdwährungsumrechnung in Flöhe von TEUR 97 ausgewiesen, die in diesem Jahr in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen sind.
5.2 Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie aus Beteiligungen
ln den Erträgen aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sind Erträge aus Aktien enthalten. Die Erträge aus Beteiligungen resultieren vollständig aus der Dividendenausschüttung der Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg.
5.3 Provisionserträge/-aufwendungen
ln den Provisionserträgen sind Gebühren aus dem Bereich Capital Markets Brokerage, dem Kreditgeschäft sowie Erträge aus dem Bereich Prime Brokerage enthalten. Bei den Provisionsaufwendungen handelt es sich im Wesentlichen um Provisionen aus dem Einlagen- und Kreditgeschäft sowie Aufwendungen für Zahlungsverkehrsleistungen.
Provisionserträge 5.243 5.640
Provisionsaufwendungen 1.335 662
Provisionsüberschuss 3.908 4.978
5.4 Nettoertrag des Handelsbestands
Nach § 340c Absatz 1 Satz 1 HGB fließen folgende Aufwendungen und Erträge in das Nettoergebnis des Handelsbestands ein: Bewertungsverluste und Bewertungsgewinne der Handelspositionen; Provisionsaufwendungen und Provisionserträge, die im Zusammenhang mit den Handelspositionen stehen (z.B. Aufwendungen für Vertriebspartner); Risikoabschlag; Zuführung und Auflösung des Sonderposten „Fonds für allgemeine Bankrisiken“. Das Ergebnis aus der Fremdwährungsumrechnung des Handelsbestandes (-TEUR 595) ist in diesem Jahr erstmal im Nettoertrag des Handelsbestandes ausgewiesen.
Erträge des Handelsbestands 25.742 13.995
Aufwendungen des Handelsbestands 14.625 5.325
Nettoertrag des Handelsbestands 11.117 8.670
5.5 Sonstige betriebliche Erträge
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen Erträge aus der Währungsumrechnung, Erträge aus Auflösung von Rückstellungen und periodenfremden Erträgen erzielt worden.
5.6 Personalaufwendungen
Löhne und Gehälter 8.146 5.302
Soziale Abgaben 894 529
Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 59 4
Summe 9.099 5.835
Der Anstieg der Personalaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus der Neueinstellung von Mitarbeitern.
5.7 Andere Verwaltungsaufwendungen
Raumkosten 958 759
Beiträge und Versicherung 284 107
Kfz-Kosten einschl. Leasing (ohne Kfz-Steuer) 169 143
Werbung, Bewirtung, Reisekosten 763 579
IT-Aufwendungen 2.555 1.358
Aufwendungen für Kommunikation 608 340
Bürobedarf, Zeitschriften, Fortbildung 169 156
Beratungs-, Abschluss- und Prüfungskosten 3.807 2.155
übrige andere Verwaltungsaufwendungen 2.551 1.345
Summe 11.864 6.942
Das für das Geschäftsjahr berechnete bzw. zurückgestellte Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt TEUR 519. Davon entfallen TEUR 328 auf Abschlussprüfungsleistungen, TEUR 89 auf Steuerberatungsleistungen und TEUR 102 auf sonstige Leistungen.
5.8 Außerordentliches Ergebnis
Im Geschäftsjahr sind außerordentliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 7.407 angefallen. Hierin sind TEUR 4.160 Abfindungszahlungen an ehemalige Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter sowie Rechts- und Beratungskosten von TEUR 225 enthalten. Weitere TEUR 1.175 resultieren aus dem Wegfall von Verrechnungsansprüchen gegenüber Nachweisvermittlern aufgrund der vorgesehenen Schließung des Geschäftsbereiches Capital Markets Brokerage.
Außerordentliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.846 betreffen eine Fehlerkorrektur in laufender Rechnung gemäß IDW RS HFA 6. Diese resultieren aus in Vorjahren vereinfacht fortgeführten Fremdwährungsbeständen aus dem Capital Markets Brokerage Bereich. Dieser Aufwand stellt eine Fehlerkorrektur der Vorjahre dar. Dem stehen außerordentliche Erträge von TEUR 73, die aus dem Wegfall von Verbindlichkeiten gegenüber Nachweisvermittlern resultieren, gegenüber.
6.1 Organe
6.1.1 Aufsichtsrat
Herr Dr. Karl-Heinz Lemnitzer, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Vorsitzender
Herr Michael Stephen Murphy, Investmentbanker Stellvertretender Vorsitzender
Herr Edo Barac, Investmentbanker
Die zu Beginn des Geschäftsjahres 2015 amtierenden Aufsichtsräte Herr RA Hans J. M. Manteuffel, Herr Prof. Dr. h.c. Peter Andree und Herr StB Willi Müller haben mit Wirkung zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 26. August 2015 ihre Ämter als Mitglieder des Aufsichtsrats niedergelegt. Mit Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung der Varengold Bank AG vom 26. August 201 5 wurden Herr Michael Stephen Murphy, Herr Edo Barac und Herr Sanjay Shah für den Zeitraum ab der Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung 201 5 bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2018 entscheidet, in den Aufsichtsrat gewählt. Herr Shah hat unterdessen sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats der Varengold Bank mit Wirkung zum 7. Dezember 201 5 niederlegt. Auf Antrag des Vorstands hat das Amtsgericht Hamburg mit Beschluss vom 14. Dezember 2015 Herrn Dr. Karl-Heinz Lemnitzer gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Der Aufsichtsrat hat zudem am 17. Dezember 2015 aus seiner Mitte heraus Herrn Dr. Lemnitzer zum Vorsitzenden und Herrn Michael Stephen Murphy zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt.
Herr Dr. Lemnitzer, Herr Murphy und Herr Barac nehmen keine weiteren Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien im Sinne des § 125 Absatz 1 Satz 5 AktG wahr.
6.1.2 Vorstand
Herr Dr. Bernhard Fuhrmann
Mit Wirkung zum 31. Juli 2015 sind Herr Yasin Sebastian Qureshi, Herr Steffen Fix und Herr Mohammad Hans Dastmaltchi aus dem Vorstand der Varengold Bank AG ausgeschieden. Herr Dr. Bernhard Fuhrmann und Herr Frank Otten führen seither die Geschäfte der Bank in einem von fünf auf zwei Mitglieder reduzierten Vorstandsgremium und sind jeweils vertretungsberechtigt gemeinsam mit einem anderen Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen.
Herr Dr. Fuhrmann war zum Bilanzstichtag neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Bank AG als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg, aktiv und ist zudem Vorsitzender des Beirats der ViaLight Communications GmbH, Gilching. Das Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hanseatic Brokerhouse Securities AG hat Herr Dr. Fuhrmann mit Wirkung zum 17. März 2016 niedergelegt. Weiterhin nimmt Herr Dr. Fuhrmann seit dem 4. Februar 201 5 ein Vorstandsmandat in der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg, wahr.
Neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Bank AG ist Herr Otten zusätzlich als Chief Executive Officer (CEO) bei der Unternehmensberatung Arensburg Consult UG, Molfsee, tätig und Mitglied des Beirats der KERNenergie GmbH, sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg.
Herr Lukas Diehl, Prokurist der Varengold Bank AG, ist ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrates der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg.
6.1.3 Organbezüge und-kredite
Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Zeitraum 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 TEUR 5.916 (31.12.2014: TEUR 1.490). Darin enthalten sind Abfindungszahlungen in Höhe von TEUR 4.046 für drei ehemalige Vorstände.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Zeitraum 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 201 5 Gesamtbezüge in Höhe von TEUR 402 (31.12.2014: TEUR 139). Darin enthalten sind Nettotätigkeitsvergütungen in Höhe von TEUR 298 (31.12.2014: TEUR 113). Der Differenzbetrag resultiert neben Umsatzsteuer im Wesentlichen aus angefallenen Reisekosten.
Zum Abschlussstichtag bestehen keine Kreditforderungen gegenüber den amtierenden Vorständen. Gegenüber ehemaligen Vorständen bestehen Forderungen in Höhe von TEUR 70 (31.12.2014: TEUR 424). Diese werden mit 3,30 bis 5,00 % p.a. verzinst. Im Zeitraum 1. Januar 201 5 bis 31. Dezember 201 5 erfolgten Rückzahlungen in Höhe von TEUR 354.
Weiterhin bestehen zum Abschlussstichtag Kreditforderungen gegenüber ehemaligen Aufsichtsratsmitgliedern in Höhe von TEUR 36 (31.12.2014: TEUR 41). Diese werden mit 5,00 % p.a. verzinst. Im Zeitraum 1. Januar 201 5 bis 31. Dezember 2015 erfolgten Rückzahlungen in Höhe von TEUR 5.
Die durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr 2015 beschäftigten Mitarbeiter betrug insgesamt 93 (2014: 74), darunter befanden sich 32 (2014: 22) Mitarbeiterinnen. Mit Ausnahme von 21 Mitarbeitern sind alle Mitarbeiter in Deutschland tätig.
6.3 Offenlegungsbericht
Die Varengold Bank AG hat den Offenlegungsbericht zum 31. Dezember 2014 gemäß § 26 a KWG i.V.m. §§ 319 ff. SolvV veröffentlicht.
6.4 Unwiderrufliche Kreditzusagen und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Zum 31. Dezember 2015 bestanden keine unwiderruflichen Kreditzusagen TEUR 0 (31.12.2014: TEUR 699).
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 2.025 (31.12.2014: TEUR 715) umfassen vor allem Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen mit Restlaufzeiten von bis zu 6 Jahren.
6.5 Termingeschäfte
Am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelte Termingeschäfte dienen Handelszwecken und bestehen sowohl gegenüber Kunden als auch institutionellen Gegenparteien (im Wesentlichen zentralen Gegenparteien) und werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.
TEUR Marktwert positiv
TEUR Marktwert negativ
FX & Edelmetalle 1.117.260,1 2.152,8 351,1
Aktien und Aktienindizes 14.582.976,1 3.024,7 699,7
Rohwaren 139.792,5 350,6 36,1
Zinsen 80.044,7 1.542,7 1.347,0
6.6 Deutscher Corporate Governance Kodex
Seit dem 20. März 2007 ist die Varengold Bank AG (ISIN DE0005479307) im Entry Standard der Deutschen Börse notiert. Die Varengold Bank AG verzichtet auf die Veröffentlichung einer Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG), da die Gesellschaft nicht börsennotiert im Sinne des § 3 Absatz 2 AktG ist.
Hamburg, 31. Mai 2016
Dr Bernhard Fuhrmann
A. Grundlagen der Varengold Bank
Die Varengold Bank AG ist eine deutsche Privatbank mit Hauptsitz in Hamburg und einem Standort in London. Innerhalb der Geschäftsbereiche Prime Brokerage, Commercial Banking sowie Capital Markets Brokerage bietet die Varengold Bank AG ihren Kunden und Geschäftspartnern eine Vielzahl an Produkten und Dienstleistungen an. Zu den Kunden zählen sowohl institutionelle Kunden, für die die Varengold Bank AG in sämtlichen Geschäftsfeldern tätig ist, als auch Privatkunden, denen insbesondere Tages- und Festgeldprodukte sowie Online-Brokerage-Dienstleistungen für den Handel von CFDs (Forex, Aktien etc.) angeboten werden.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 liegt die Kernkompetenz der Gesellschaft in der Bereitstellung von alternativen und intelligenten Investmentlösungen. Dieser Bereich bildet heute zusammen mit den Dienstleistungen zur Abwicklung von Handelsgeschäften das Geschäftsfeld Prime Brokerage. Im Jahr 1998 wurde die Geschäftstätigkeit um den Bereich Capital Markets Brokerage, der sich insbesondere auf den plattformbasierten Forex- und CFD-Handel konzentriert, erweitert. Mit der Erweiterung der Banklizenz und der Expansion der Varengold Bank AG zu einem Einlagenkreditinstitut im Jahr 2013 wurde der Bereich Commercial Banking als weiteres Geschäftsfeld etabliert.
Im Geschäftsfeld Prime Brokerage kommt die über 20-jährige Expertise der Varengold Bank AG aus dem Bereich der Alternativen Investments mit umfassenden Serviceangeboten aus dem Wertpapierbereich zum Ausdruck. Durch das Angebot von weiterführenden Strukturierungs- und Finanzlösungen bietet die Bank der internationalen Kundenklientel neben dem Handel von Derivaten und Wertpapieren die gesamte Wertschöpfungskette auf diesem Gebiet an.
Im Geschäftsfeld Commercial Banking präsentiert sich die Varengold Bank AG als globaler Partner, der individualisierte Produkte und Lösungen für anspruchsvolle Kunden und Investoren anbietet. Unseren Geschäftspartnern die Möglichkeit zu geben, mit Hilfe unserer Produkte und Lösungen, Transaktionen und Handelsaktivitäten über Ländergrenzen hinweg abzuwickeln, sehen wir nicht als eine an uns gestellte Anforderung, sondern als Teil unseres Selbstverständnisses an.
Die Varengold Bank AG bietet im Bereich Capital Markets Brokerage den Onlinehandel von Forex und CFDs für institutionelle und private Kunden an. Neben den Vorteilen der Kontoführung durch eine deutsche Bank steht die marktführende Tradingplattform mit vollautomatischer, elektronischer Handelsausführung zur Verfügung. Abgerundet wird die Dienstleistung durch einen mehrsprachigen Order- und Support Desk, welcher 24 Stunden am Tag erreichbar ist.
Die Varengold hat im Februar 2016 ihre strategische Ausrichtung neu festgelegt. Der Bereich Capital Markets Brokerage wird aufgegeben, um Risiken und Ertragsvolatilitäten einzugrenzen. Die Bank wird sich zukünftig auf die beiden Geschäftsfelder Commercial Banking und Prime Brokerage konzentrieren, in denen höhere risikobereinigte Renditen erwartet werden.
Das Jahr 2015 war von bewegenden Ereignissen und einer insgesamt moderaten globalen Entwicklung geprägt: Flüchtlingskrise, Euro-Krise, Terrorgefahr, Ölpreisflaute und Niedrigzinsen. Viele Menschen wurden durch die Zunahme politischer Konflikte auch innerhalb Europas verunsichert, obwohl insbesondere Deutschland trotz des weiterhin schwachen Euros und der historisch niedrigen Zinsen ökonomisch betrachtet eine positive Entwicklung aufzeigte. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) konnte einen Anstieg von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Unter anderem ist dies auf den Konsum der Privathaushalte und deren Einkommenszuwächse zurückzuführen, welche u.a. durch die Einführung des Mindestlohns im vergangenen Jahr gestärkt wurden.
An den Börsen startete das Jahr 2015 mit einer Aufwärtsbewegung, bei der die anhaltend expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) für neue Höchststände sorgte. Erst in der zweiten Jahreshälfte wurde dieser Trend an den internationalen Börsenplätzen durch die Spekulationen über mögliche Zinserhöhungen der US-Zentralbank deutlich ausgebremst.
Die wichtigsten geografischen Märkte der Varengold Bank sind derzeit Deutschland, die übrigen europäischen Staaten sowie die Middle-East-North-Africa (MENA)-Region. Während der deutsche Markt für die Gesellschaft insbesondere im Hinblick auf Privatkunden für das Einlagengeschäft sowie Unternehmenskunden für den Zahlungsverkehr und das Trade Finance Geschäft relevant ist, bleibt bspw. Großbritannien insbesondere für die Kunden und Geschäftspartner im Bereich Prime Brokerage von Bedeutung. Die MENA-Region spielt dabei für nahezu sämtliche Geschäftsbereiche der Bank eine wesentliche Rolle.
Der deutsche Bankensektor wird insgesamt auch von Entwicklungen auf den weltweiten Finanzmärkten beeinflusst. Die Geschäftsaktivitäten und das Marktumfeld der Varengold Bank selbst unterlagen wie schon in den Vorjahren dem Einfluss einer verstärkten Regulierung. Auch die anhaltend niedrigen Zinsen führten dazu, dass es für Banken allgemein zunehmend schwerer wurde, die Mittelzuflüsse aus Kundeneinlagen rentabel im Kreditgeschäft oder am Geld- und Kapitalmarkt zu platzieren, was sich sowohl auf die Ertragsfähigkeit des Einlagengeschäfts als auch auf das Volumen der Kundeneinlagen nachteilig auswirkt.
Das regulatorische Umfeld der Varengold Bank wird nicht alleine durch allgemeine Verschärfungen der aufsichtsrechtlichen Anforderungen, sondern auch durch Änderungen im Hinblick auf den Vertrieb von Anlageprodukten und steuerrechtliche Änderungen geprägt. Die nach Einschätzung der Gesellschaft bestehende Tendenz zu weiteren Anforderungen kann dabei zum einen dazu führen, dass der Varengold Bank AG zusätzliche Verpflichtungen auferlegt werden. Zum anderen ist die Befolgung und Umsetzung geänderter aufsichtsrechtlicher Vorschriften in der Regel mit einer verstärkten Bindung von Ressourcen und einer Erhöhung des entsprechenden Verwaltungsaufwands verbunden.
Weiterhin sind aufgrund der überarbeiteten Finanzmarktrichtlinie („MIFID II“) zukünftig weitere regulatorische Auswirkungen auf das Wertpapiergeschäft zu erwarten.
Das Jahr 2015 war für die Varengold Bank in mehrfacher Hinsicht ein Jahr des Umbruchs: stark verzögerter Geschäftsaufbau des Prime Brokerage mit späterer Schließung der Repräsentanz in Dubai; Ausscheiden der drei Vorstandsmitglieder (Gründer der Bank); Amtsniederlegung der langjährigen drei Mitglieder des Aufsichtsrats und weitere Veränderungen im Aufsichtsrat. Trotz dieser Veränderungen gelang es dem amtierenden Vorstand der Bank das Unternehmen zu stabilisieren, Geschäftsprozesse zu verschlanken und die Kapitalbasis aufgrund der im Februar 2016 durchgeführten Kapitalerhöhung signifikant um EUR 12,7 Mio. zu stärken.
Dieser Umbruch bildet sich auch im Zahlenwerk der Varengold Bank ab: Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich um ca. EUR 13,6 Mio. gegenüber dem Vorjahr. Gut die Hälfte davon sind außerordentliche Aufwendungen, der größte Posten darin sind mit EUR 4,1 Mio. die Abfindungen an die drei ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um EUR 8,2 Mio. (im Wesentlichen Aufbau des Prime Brokerage sowie Projektkosten, die hauptsächlich regulatorisch begründet waren), die Ertragssteigerungen dagegen wurden durch den erhöhten Zinsaufwand überkompensiert. Der verzögerte Aufbau des Prime Brokerage wirkte sich auch auf das Zinsergebnis negativ aus, da die Bank frühzeitig Einlagen einwarb, denen keine rentablen Aktiv-Geschäfte gegenüberstanden.
Diese Fehlentwicklungen wurden Ende 2015 korrigiert, was sich aber erst im Geschäftsjahr 2016 effektiv auf das Zahlenwerk der Bank auswirken wird.
Die Zinserträge der Bank sanken von TEUR 1.995 im Jahre 2014 auf TEUR 1.326 im Jahr 2015, während die Zinsaufwendungen aufgrund der eingeworbenen Kundeneinlagen entsprechend stiegen, so dass ein negativer Zinsüberschuss von -TEUR 2.408 erzielt wurde. Die Provisionserlöse sind im Vorjahresvergleich konstant geblieben und erzielten einen Betrag von TEUR 5.243. Die Provisionsaufwendungen hingegen haben sich von TEUR 662 auf TEUR 1.335 verdoppelt. Der Ertrag des Handelsbestands verzeichnete erneut einen Anstieg von TEUR 13.995 im Jahr 2014 auf TEUR 25.742 im Jahr 2015. Als Aufwand des Handelsbestands wird zum Geschäftsjahresende ein Wert in Höhe von TEUR 14.625 ausgewiesen, so dass der Nettoertrag aus dem Handelsbestand TEUR 11.117 beträgt.
Im Geschäftsjahr sind außerordentliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 7.407 angefallen, welche auch einen Betrag in Höhe von EUR 4,1 Mio. an drei ehemalige Vorstände der Bank für die Auflösung ihrer Vorstandsdienstverträge enthalten. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen der Gesellschaft stiegen um TEUR 8.184 auf TEUR 20.962. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der Varengold Bank AG betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 insgesamt -TEUR 5.818 (Vorjahr: TEUR 530). Unter Berücksichtigung der außerordentlichen Aufwendungen führte dies im Ergebnis zu einem Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 13.217 (Vorjahr: Jahresüberschuss TEUR 209).
Mitte des ersten Quartals 2015 hat die Varengold Bank die vorhandene Beteiligung in Höhe von knapp 49 Prozent an der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen auf 100 Prozent erhöht.
Auch die Stärkung der Kapitaldecke der Bank stand im Fokus des vergangenen Jahres.
Am 20. Januar 2015 fand in Hamburg eine außerordentliche Hauptversammlung statt, auf der die Aktionäre einer Erhöhung des Grundkapitals gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts mit großer Mehrheit von 99,99 Prozent zugestimmt haben. Im Rahmen der genehmigten Kapitalerhöhung wurden im April 2015 176.963 Stückaktien mit einem Betrag von EUR 20,00 je Stückaktie bei einem institutionellen Investor platziert. Die Kapitalerhöhung führte zu einem Mittelzufluss in Höhe von TEUR 3.539.
Auf der ordentlichen Hauptversammlung am 26. August 2015 wurde neben der Wahl des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für das Geschäftsjahr 2015 auch ein neues Genehmigtes Kapital 2015 sowie die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gem. § 71 Abs. 1 Nr. 7 und Nr. 8 AktG zur Abstimmung gebracht. Auf Grundlage eines Aktionärsverlangens wurde außerdem im Vorfeld der Hauptversammlung gemäß §§ 122 Abs. 2,124 Abs. 1 AktG die Tagesordnung um eine Beschlussfassung über die Erhöhung des Grundkapitals gegen Bareinlagen unter Gewährung eines mittelbaren Bezugsrechts durch Ausgabe von bis zu 974.184 neuen Stückaktien erweitert. Die Umsetzung der entsprechenden Kapitalerhöhung hat die Bank bereits im vierten Quartal 2015 in die Wege geleitet und im Februar 2016 umgesetzt, so dass ein Mittelzufluss von knapp EUR 12,7 Mio. verzeichnet werden konnte.
Mit Wirkung zum 31. Juli 2015 sind Herr Yasin Sebastian Qureshi, Herr Steffen Fix und Herr Mohammad Hans Dastmaltchi aus dem Vorstand der Varengold Bank AG ausgeschieden.
Darüber hinaus haben mit den Herren RA Hans J. M. Manteuffel, Prof. Dr. h.c. Peter Andree und StB Willi Müller die bisher amtierenden Mitglieder des Aufsichtsrats im Juli 2015 bekannt gegeben, dass sie mit Wirkung zum Ablauf der nächsten ordentlichen Hauptversammlung am 26. August 2015 ihre Ämter als Mitglieder des Aufsichtsrats niederlegen. Die im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung zur Wahl aufgestellten Herren Sanjay Shah, Michael Stephen Murphy und Edo Barac wurden für eine Amtszeit von knapp 4 Jahren als Aufsichtsräte der Varengold Bank AG vorgeschlagen. Herr Shah hat unterdessen sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats der Varengold Bank mit Wirkung zum 7. Dezember 2015 niederlegt. Auf Antrag des Vorstands hat das Amtsgericht Hamburg mit Beschluss vom 14. Dezember 2015 Herrn Dr. Karl-Heinz Lemnitzer gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Herr Dr. Lemnitzer wurde sodann am 17. Dezember 2015 durch den Aufsichtsrat aus seiner Mitte heraus zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt.
Nach dem Ausscheiden der drei Vorstandsmitglieder erfolgte eine intensive Analyse des Geschäftsmodells, gefolgt von einer Umstrukturierung, um die Geschäftsbereiche nachhaltiger aufzubauen, das Geschäftsmodell stärker zu fokussieren sowie die Profitabilität zu steigern. Zum Ende des dritten Quartals entschied der Vorstand dementsprechend, den Standort Dubai zum Jahresende hin aufzugeben sowie das Vertriebsbüro in Beirut im Januar/Februar 2016 zu schließen.
3.1 Vermögenslage
Im Jahr 2015 stieg die Bilanzsumme um rund 70% von TEUR 353.181 auf TEUR 601.215. Der Anstieg der Bilanzsumme begründet sich im Wesentlichen durch das Anwachsen der Kundeneinlagen um TEUR 283.415. In der Mittelverwendung führte dies zu einem Anstieg der Barreserve einschließlich des Guthabens bei Zentralbanken um TEUR 201.676. Des Weiteren hat sich der Handelsbestand hauptsächlich durch gestiegene Wertpapierbestände um TEUR 128.562 erhöht. Daneben sind die Forderungen an Kreditinstitute um TEUR 44.940 zurückgegangen.
Vermögens- und Verbindlichkeitenstruktur
Die Vermögens- und Verbindlichkeitenstruktur stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:
Vermögen 31.12.2015 31.12.2014 Veränderung
Kurzfristige Forderungen (< 1 Jahr) 95,6 % 82,8% 12,8
Mittelfristige Forderungen (1 bis 5 Jahre) 3,0 % 2,4 % 0,6
Langfristige Forderungen (> 5 Jahre) 0,0 % 1,6 % -1,6
Beteiligungen / Anteile an verbundenen Unternehmen 0,6 % 0,7 % -0,1
Anlagevermögen 0,8 % 12,4 % -11,6
Schulden 31.12.2015 31.12.2014 Veränderung
Kurzfristige Schulden (< 1 Jahr) 96,0 % 97,0 % -1,1
Mittelfristige Schulden (1 bis 5 Jahre) 3,2 % 1,5 % -1,7
Langfristige Schulden (> 5 Jahre) 0,8 % 1,5 % -0,7
Die Kernkapitalquote (TIER 1) betrug mit Aufstellung des Jahresabschlusses 8,75 % und erhöhte sich aufgrund der Kapitalerhöhung auf 16,46 % mit Abgabe der aufsichtsrechtlichen Meldung zum 31.03.2016.
Neben den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (TEUR 587.715; Vorjahr: TEUR 304.300), bestehen noch Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 576; Vorjahr: TEUR 25.531) sowie sonstige Verbindlichkeiten gegenüber unseren Lieferanten und Geschäftspartnern (TEUR 1.923; Vorjahr: TEUR 3.978) und Rückstellungen mit einem Bilanzansatz von TEUR 1.885 (Vorjahr: TEUR 1.206). Im dritten Quartal 2014 hat die Gesellschaft nachrangige Verbindlichkeiten in Flöhe von TEUR 5.000 aufgenommen. Die kurzfristigen Schulden (Verbindlichkeiten und Rückstellungen) übersteigen leicht das kurzfristig gebundene Vermögen.
Die Varengold Bank AG verfügt über eine geordnete Vermögens- und Kapitalstruktur.
Von dem Wahlrecht zur Aktivierung latenter Steueransprüche gem. § 274 HGB wurde Gebrauch gemacht, da die steuerlichen Verlustvorträge unter Berücksichtigung der Planungsrechnung für die nächsten fünf Jahre als werthaltig eingeschätzt werden.
Insgesamt werden selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 59) bilanziert, die jeweils über vier Jahre abgeschrieben werden. Die Ausschüttungssperre beträgt nach Abzug der passiven latenten Steuern und Zurechnung des bilanzierten Überhangs an aktiven latenten Steuern TEUR 2.302 (Vorjahr: TEUR 2.356).
3.2 Finanzlage
Über die Finanzlage 2015 gibt die folgende Kapitalflussrechnung Aufschluss, die nach den Vorgaben der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA)/Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft (SG) aufgestellt wurde:
Kapitalflussrechnung 2015
Varengold Bank AG, Hamburg
TEUR Vorjahr In
TEUR Veränderung In
Jahresergebnis -13.217,4 209,3 -13.426,7
+/ Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 758,4 928,4 -170,0
= Cashflow nach DVFA / SG -12.459,0 1.137,7 -13.596,7
+/- Zuführung/Auflösung Risikovorsorge Handelsbestand 84,7 68,7 16,0
+/- Zuführung/Auflösung Risikovorsorge Kreditgeschäft 1.510,0 249,2 1260,8
+/- Zuführung/Auflösung Fonds für allgemeine Bankrisiken 0 -859,5 859,5
– Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen -94,2 -144,2 50,0
+/- Latente Ertragsteuern, netto 0,0 318,2 -318,2
= Cashflow bereinigt um nicht liquiditätswirksamen Aufwand/Ertrag -10.958,5 770,1 -11.728
/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 46,3 0,0 46,3
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 772,4 333,5 438,9
/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen an Kunden, der sonst. Vermögensgegenstände u. sonst. Aktiva -2.259,7 -19.517,1 17.257,4
+/ Zunahme/Abnahme der Kundenverbindlichkeiten, der sonst. Verbindlichkeiten u. anderer Passiva 281.392,4 285.699,5 -4.307,1
+/- Veränderung Netto-Handelsbestand -129.972,1 -182.271,1 52.299,0
+/ Zunahme/Abnahme von Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 1,3 948,5 -947,2
+/- Zunahme/Abnahme der Schuldverschreibungen 38.609,8 -23.812,2 62.422,00
+/ Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (nicht täglich fällig) -20.000,0 2.400,0 -22.400
= Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit 168.590,4 63.781,1 104.809,3
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 270,9 66,9 204,0
– Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -248,2 -307,9 59,7
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -182,7 -148,4 -34,3
– Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -1.320,6 -2.004,6 684,0
= Cash Flow aus Investitionstätigkeit -1.480,0 -2.394,0 913,4
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen (gezeichnetes Kapital) 177,0 159,6 17,4
+ Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen (Kapitalrücklage) 3.362,3 3.031,9 330,4
+ Aufnahme nachrangiger Verbindlichkeiten 0,0 5.000,0 -5.000,00
= Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 3.539,3 8.191,5 -4.652,2
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes 159.690,6 70.348,7 89.341,9
+ Finanzmittelbestand am Anfang des Geschäftsjahres 86.138,7 15.790,1 70.348,6
= Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres 245.829,3 86.138,8 159.690,5
Zusammensetzung des Finanzmittelbestandes am Ende des Geschäftsjahres:
Barreserve 217.084,3 15.408,3 201.676,0
Forderungen an Kreditinstitute 29.321,0 74.261,2 -44.940,2
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (täglich fällig) -576,0 -3.530,7 2.954,7
Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres 245.829,3 86.138,8 159.690,5
Im Jahr 2015 erhöhte sich der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit um Insgesamt TEUR 104.809 auf TEUR 168.590. Bei dem Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von TEUR 3.539 handelt es sich um die Kapitalerhöhung im ersten Halbjahr 2015. Es wurden 176.963 neue Aktien zu einem Preis je Aktie von EUR 20,00 ausgegeben. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit (-TEUR 1.480) fiel negativ aus, weil die Gesellschaft Liquidität für Investitionen in das Immaterielle Anlagevermögen und in das Finanzanlagevermögen sowie in Sachanlagen verwendete. Im Resultat erzielte die Gesellschaft im Jahr 2015 über die Kundeneinlagen einen Finanzmittelzufluss in Flöhe von TEUR 159.691. Die liquiden Mittel stiegen entsprechend von TEUR 86.139 zum Jahresbeginn auf TEUR 245.829 zum Geschäftsjahresende. Die Gesellschaft führt neben ihren Forderungen an Kreditinstituten in Flöhe von TEUR 29.321 (Vorjahr: TEUR 74.261) Konten bei Brokern, die der rechtlichen Einordnung der Broker nach dem KWG als Forderungen an Kunden ausgewiesen werden müssen. Zum Bilanzstichtag hielt die Gesellschaft TEUR 1.310 (Vorjahr: TEUR 339) an liquiden Mitteln bei Brokern.
3.3 Ertragslage
Die Zinserträge der Gesellschaft sanken von TEUR 1.995 im Jahre 2014 auf TEUR 1.326 im Jahr 2015. Der Rückgang von TEUR 669 ist im Wesentlichen begründet durch den geänderten Ausweis des Ergebnisses aus der Währungsumrechnung (Vorjahr TEUR 276) sowie den um TEUR 601 gesunkenen Zinserträgen aus festverzinslichen Wertpapieren des Anlagevermögens, die aus geringeren Bestände resultieren. Dem stehen um TEUR 321 erhöhte Zinserträge für ausgereichten Darlehen im Geschäftsbereich Commercial Banking gegenüber, die mit der Ausweitung in dem Geschäftsbereich einhergehen. In den Zinserträgen sind Negativzinsen vorwiegend für Bundesbankguthaben in Höhe von -TEUR 329 enthalten. Daneben stiegen die Zinsaufwendungen aufgrund der eingeworbenen Kundeneinlagen auf TEUR 3.734, so dass ein negativer Zinsüberschuss von -TEUR 2.408 erzielt wurde.
Im Jahr 2015 wurden Zins- und Dividendenerträge aus Aktien und festverzinslichen Wertpapieren von EUR 36 (Vorjahr: TEUR 27) erzielt. Die im Geschäftsjahr erhaltenen Erträge aus Beteiligungen resultieren mit TEUR 412 (Vorjahr: TEUR 0) vollständig aus der Dividendenausschüttung der Hanseatic Brokerhouse AG für das Geschäftsjahr 2014.
Die Provisionserlöse sind mit TEUR 5.243 im Jahr 2015 nach TEUR 5.639 im Jahr 2014 nahezu konstant geblieben. Die Provisionsaufwendungen haben sich von TEUR 662 auf TEUR 1.335 verdoppelt. Das Provisionsergebnis wurde ungefähr zu gleichen Teilen in den drei Geschäftsbereichen der Bank erwirtschaftet.
Der Ertrag des Handelsbestands verzeichnete erneut einen Anstieg. Der Ertrag stieg von TEUR 13.995 im Jahr 2014 auf TEUR 25.742 im Jahr 2015. Als Aufwand des Handelsbestands wird zum Geschäftsjahresende ein Wert in Höhe von TEUR 14.625 (Vorjahr: TEUR 5.325) ausgewiesen. Die Steigerungen der Erträge und Aufwendungen resultieren zu etwa gleichen Teilen aus Geschäftsaktivitäten der Bereiche Capital Markets Brokerage und Prime Brokerage. Der Nettoertrag aus dem Handelsbestand stieg von TEUR 8.670 auf TEUR 11.117.
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von TEUR 226 auf TEUR 1.175. Hierin sind entgegen des Ausweises im Vorjahr (Bilanzierung im Zinsergebnis) Erträge in Höhe von TEUR 548 aus der Währungsumrechnung enthalten, die im Vorjahr im Zinsergebnis ausgewiesen wurden.
Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen der Gesellschaft stiegen um TEUR 8.184 (von TEUR 12.778 auf TEUR 20.962). Ursächlich dafür waren insbesondere die Steigerung der Personalkosten von TEUR 5.836 auf TEUR 9.099, der IT-Kosten von TEUR 1.358 auf TEUR 2.555 sowie der Beratungs- und Prüfungskosten (von TEUR 2.155 auf TEUR 3.807). Daneben sind die übrigen Verwaltungsaufwendungen von TEUR 1.345 auf TEUR 2.551 gestiegen, was wesentlich mit den bezogenen Fremdarbeiten und Fremdleistungen einhergeht. Die Steigerungen resultieren wesentlich aus dem Aufbau des Geschäftsbereichs Prime Brokerage.
Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen gingen von TEUR 762 im Vorjahr auf TEUR 436 zurück.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von TEUR 50 im Vorjahr auf TEUR 367 im Jahr 2015.
Die Position Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen erhöhte sich vornehmlich durch Bildung von Einzelwertberichtigungen von TEUR 249 auf TEUR 1.510.
Dafür wurden im Geschäftsjahr Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen und wie Anlagevermögen behandelte Werte in Höhe von TEUR 3.253 durch den Verkauf von Anteilen an der Hanseatic Brokerhouse AG und dem Verkauf von Wertpapieren des Anlagevermögens erzielt (Vorjahr: Aufwand von TEUR 166).
In der Summe betrug das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der Varengold Bank AG -TEUR 5.818 (Vorjahr: TEUR 530).
Im Geschäftsjahr sind außerordentliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 7.407 angefallen. Hierin sind TEUR 4.160 Abfindungszahlungen an ehemalige Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter sowie Rechts- und Beratungskosten von TEUR 225 enthalten. Weitere TEUR 1.175 resultieren aus dem Wegfall von Verrechnungsansprüchen gegenüber Nachweisvermittler aufgrund der Schließung des Geschäftsbereiches Capital Markets Brokerage. Zusätzlich sind TEUR 1.846 Aufwendungen enthalten, die sich in Vorjahren aus der Nichtberücksichtigung von Währungsergebnissen aus dem Capital Markets Brokerage Bereich ergeben haben. Dem stehen außerordentliche Erträge von TEUR 73 aus dem Wegfall von Verbindlichkeiten gegenüber Nachweisvermittlern gegenüber.
Unter Berücksichtigung des negativen außerordentlichen Ergebnisses von TEUR 7.334 ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von TEUR 13.217 (Vorjahr: Jahresüberschuss TEUR 209).
3.4 Finanzieller Leistungsindikator
Zentraler Leistungsindikator ist das Ergebnis vor Steuern. Für 2015 wurde mit einem Ergebnis vor Steuern von TEUR 568 geplant. Neben den bereits erläuterten außerordentlichen Aufwendungen haben sich insbesondere der Aufbau des Prime Brokerage sowie Projektkosten, die hauptsächlich regulatorisch begründet waren, belastend auf die Ertragslage ausgewirkt. Der verzögerte Aufbau des Prime Brokerage wirkte sich auch auf das Zinsergebnis negativ aus, da die Bank frühzeitig Einlagen einwarb, denen keine rentablen Aktiv-Geschäfte gegenüberstanden.
C. NACHTRAGSBERICHT
Die Varengold Bank AG hat Mitte des ersten Quartals 2016 eine Barkapitalerhöhung aus der entsprechenden mit Beschluss der Hauptversammlung vom 26. August 2015 erfolgten Ermächtigung durchgeführt. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats von EUR 1.948.368,00 gegen Bareinlagen um EUR 974.184,00 auf EUR 2.922.552,00 durch Ausgabe von 974.184 neuen Stückaktien im Rahmen eines öffentlichen Bezugsangebots und einer darauffolgenden Privatplatzierung erhöht. Die Aktien wurden zu einem Ausgabekurs von EUR 13,00 je Aktie platziert und führten zu einem Aufgeld in Höhe von TEUR 11.690. Die Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister erfolgte am 23. Februar 2016.
Nach der erfolgten Kapitalerhöhung hat die Gesellschaft die neue strategische Ausrichtung der Bank angepasst. Dabei wurde dem Kapitalmarkt bekannt gegeben, dass der Geschäftsbereich Capital Markets Brokerage aufgegeben wird, um Risiken und Ertragsvolatilitäten einzugrenzen. Die Bank möchte sich zukünftig auf die beiden Geschäftsbereiche Commercial Banking und Prime Brokerage fokussieren, in denen höhere risikobereinigte Renditen erwartet werden.
Im März 2016 hat Herr Edo Barac als amtierendes Aufsichtsratsmitglied der Varengold Bank AG sein Mandat mit Wirkung zum 31. März 2016 niedergelegt. Am 10. März 2016 hat der Vorstand einen Antrag gem. § 104 I 1 AktG zur Bestellung von Herrn Alexander Körner zum Mitglied des Aufsichtsrates beim Amtsgericht Hamburg eingereicht.
Über die geschilderten Vorgänge hinaus trat nach Abschluss des Geschäftsjahres 2015 keine Entwicklung von besonderer Bedeutung ein.
D. Prognose-, Chancen- und Risikobericht
Im Jahr 2016 dürfte die Weltwirtschaft einem verlangsamten Wachstumstrend folgen. Experten gehen bei ihrer Betrachtung des BIP der Eurozone von einem Anstieg aus, der insbesondere durch niedrige Ölpreise und sinkenden Arbeitslosenquoten Unterstützung findet. Weiterhin leistet auch die fortwährende expansiv ausgerichtete Geldpolitik der EZB ihren Beitrag. Für die deutsche Wirtschaft wird ein vergleichbares Wachstum wie im Jahr 2015 erwartet. Während auch für das konjunkturelle Wachstum der Schwellenländer eine positive Entwicklung vorhergesagt wird, geht man im asiatischen Raum eher von einer Seitwärtsbewegung aus. Dem gegenüber stehen signifikante geopolitische Risiken hinsichtlich einer Eskalation der Lage im Nahen Osten. Dabei könnte auch die Flüchtlingskrise die politische Uneinigkeit innerhalb der Europäischen Union weiter verschärfen. Am weltweiten Börsenparkett könnte die zunehmende Abweichung zwischen Leitzinsen im Euroraum und in den USA zu erneuten Kursschwanken führen. Auch der sog. „Brexit“, eine Bezeichnung für den potentiellen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU), hätte erheblichen Einfluss auf die wirtschaftlichen Beziehungen innerhalb der EU. Im Fall des „Brexit“ würden bspw. viele internationale Großbanken mit ihrem Hauptsitz in London ihre Geschäftsmöglichkeiten in anderen europäischen Ländern verlieren, die derzeit über EU-Gesetze geregelt sind.
Auf regulatorischer Seite steht im Verlauf des Jahres 2016 u.a. die Umsetzung der EU-Marktmissbrauchsregulierung (MAD/MAR) im Fokus. Weiterhin würde die Einführung des sich derzeit in der Diskussion befindenden Investmentsteuerreformgesetzes nach dem gegenwärtigen Stand die Rentabilität der von der Tochtergesellschaft Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen aufgelegten Produkte vermindern und damit voraussichtlich zu geringeren Erträgen in diesen Produkten führen. Die Bank sowie der Vorstand der Varengold Investmentaktiengesellschaft haben im Rahmen der beschlossenen Strategie diese Entwicklung antizipiert und haben entsprechende Gegenmaßnahmen initiiert. Hervorzuheben ist hierbei der Fokus auf andere Asset Klassen des Prime Brokerage (Immobilien und kurzfristige Handelsfinanzierungen).
Die Auswirkungen sämtlicher interner und externer Faktoren auf das Geschäftsjahr 2016 sind derzeit nicht quantifizierbar und lassen keine Herleitung einer fest definierten Prognose zu. Trends, Verpflichtungen oder Vorfälle, welche die Aussichten der Varengold Bank im Geschäftsjahr 2016 wesentlich beeinflussen könnten, sind derzeit nicht bekannt. Die Geschäftsbereiche der Bank werden verschlankt und die einzelnen Produktangebote ausgebaut, so dass die Bank sich zukünftig auf die wichtigsten Kundenbeziehungen und Standorte konzentrieren kann.
Das Erzielen von Erträgen im Bankgeschäft ist in der Regel nicht ohne das Eingehen von Risiken möglich. Insofern sind der bewusste Umgang, das aktive Management und die laufende Identifikation und Überwachung von Risiken Kernelemente der erfolgsorientierten Geschäftssteuerung der Varengold Bank AG.
Um die mit der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft verbundenen internen und externen Risiken zu beherrschen, wendet die Bank ein Risikocontrolling- und Risikomanagementsystem an, das den Bestimmungen der „Mindestanforderungen an das Risikomanagement“ (MaRisk) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) entspricht.
Unter Risiko wird die negative Abweichung eintretender Ereignisse von den erwarteten Ereignissen verstanden. Basis des Risikomanagementsystems ist die Einteilung der wesentlichen Risiken in Adressenausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktpreisrisiko, operationelles Risiko und sonstige Risiken, welche unter anderem das Reputationsrisiko, strategische Risiken und Risikokonzentrationen umfassen.
Zur Beherrschung dieser Risiken wird im Rahmen des Risikomanagementsystems eine laufende Beobachtung und Bewertung der identifizierten Risiken durchgeführt. Der gesamte Prozess umfasst folgende aufeinander aufbauende Schritte:
Risikocontrolling und Risikoreporting
Der Vorstand legt die Höhe des zulässigen Gesamtrisikos und dessen Verteilung auf die einzelnen Risikoarten fest. In diesem Zusammenhang wird permanent Sorge dafür getragen, dass die verschiedenen Geschäftsaktivitäten angemessen mit Eigenkapital unterlegt sind.
Für die Überwachung der Einhaltung der Risikostrategie ist bei der Varengold Bank AG das Risikocontrolling verantwortlich. Die Ergebnisse des Risikocontrollings werden der Geschäftsleitung transparent berichtet, um eine adäquate Steuerung zu ermöglichen.
Kernelemente des Risikomanagements der Varengold Bank AG sind die Risikostrategie, das Risikotragfähigkeitskonzept, das Limit-System und Überwachungsprozesse, welche auf die Geschäftsaktivitäten ausgerichtet sind.
Die Geschäftsstrategie muss die wesentlichen Ziele der Varengold Bank AG für jede Geschäftsaktivität sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele bestimmen.
Die Risikostrategie schildert die Auswirkungen der Geschäftsstrategie auf die Risikosituation der Varengold Bank AG und beschreibt den Umgang mit den vorhandenen Risiken und die Fähigkeit, die Risiken zu tragen.
Jedes potenzielle zukünftige Risiko muss von Beginn an vollkommen transparent sein. Nur mit vollkommener Transparenz kann beurteilt werden, ob ein Risiko eingegangen und genehmigt werden soll. Diese Entscheidung trifft der Vorstand immer unter Berücksichtigung der Frage, ob das jeweilige Risiko angemessene Erträge bringen kann und eine Tragfähigkeit für das Risiko gegeben ist. Wird ein Risiko eingegangen, geschieht dies innerhalb festgesetzter Risikotoleranzen, die sich primär aus dem Risikotragfähigkeitspotenzial ableiten und deren Einhaltung laufend überprüft wird.
Die Varengold Bank AG verfolgt eine Wachstumsstrategie. Teil der Geschäftsstrategie der Varengold Bank AG ist es, flexibel wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen anzubieten und sich permanent an sich verändernde Marktgegebenheiten anzupassen. Die Varengold Bank AG erwirtschaftet in diesem schnelllebigen Umfeld dementsprechend volatile Erträge. Daher wird die Risikotragfähigkeitsanalyse vom Risikocontrolling auf monatlicher Basis vorgenommen. Die Methodik der Analyse wird fortwährend auf Plausibilität und den neuesten Stand des regulatorischen Umfelds geprüft.
Bei der Erhebung der Risikotragfähigkeit der Varengold Bank AG wird der Going-Concern-Ansatz verfolgt. Dieser verfolgt das Ziel, den Fortbestand der Bank auch dann zu gewährleisten, wenn Verluste des gesamten Risikoprofils während des Betrachtungszeitraums eintreten. Ein solcher Ansatz setzt voraus, dass die Bank die dazu notwendigen Kapitalbestandteile reserviert. Zur Abdeckung möglicherweise eintretender Verluste steht dieses Kapital in der Risikotragfähigkeits-Betrachtung folglich nicht zur Verfügung, sodass es nicht Teil des Risikodeckungspotenzials sein kann.
Der Going-Concern-Ansatz der Varengold Bank AG basiert bei der Berechnung der Risikotragfähigkeit auf Bilanz- und GuV-Größen. Von dem berechneten zum 31. Dezember 2015 ermittelten Risikodeckungspotenzial von TEUR 5.917 werden 80% als Risikodeckungsmasse genutzt. Die nicht zu nutzenden 20% dienen als Puffer zur Deckung der Risiken, welche nur schwer zu quantifizieren sind (Strategische- und Reputationsrisiken sowie sonstige Risiken). Grundsätzlich ist die maximal tolerierte Auslastung auf 100% beschränkt. Auslastungen über 100% innerhalb der einzelnen Risikoarten erfordern eine Reaktion des Vorstandes.
Die Auslastung der Risikodeckungsmasse im Geschäftsjahr betrug im Durchschnitt 76%.
Für die Überwachung der wesentlichen Adress- und Marktpreisrisiken werden gängige Modelle verwendet.
Das Marktpreisrisiko wird mit Hilfe des Value at Risk quantifiziert. Dieser wird sowohl beim Handelsbuch als auch beim Anlagebuch mit einem Konfidenzniveau von 99%, einem Betrachtungshorizont von einem Tag und einem Lookback von 260 Tagen durch historische Simulation gemessen. Die Überwachung und Regulierung des Marktpreisrisikos orientiert sich an dem Limitsystem, welches sich auf Basis des Risikodeckungspotenzials für das Marktpreisrisiko errechnet. Die Varengold Bank AG verfügt über umfangreiche Limitsysteme, die zum Teil auch IT-seitig unterstützt werden. Dazu gehört auch das „Exposure-Tool“, welches in Echtzeit den Bestand des MT4-Portfolios anzeigt. Die Limits für das Liquiditäts- und Investmentportfolio sind in den jeweiligen Investment Guidelines erfasst und festgelegt. Diese werden ebenfalls täglich durch das Risikocontrolling überwacht.
Die Quantifizierung im Bereich des Adressenausfallrisikos erfolgt mit den Risikokennzahlen Expected Loss und Unexpected Loss. Der Expected Loss wird auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeiten unter der Berücksichtigung von den LGDs (Loss Given Default) ermittelt. Der Unexpected Loss wird mit Hilfe eines Kreditrisikomodells für ein Konfidenzniveau von 99% und einem Zeithorizont von einem Jahr quantifiziert. Die Berechnung basiert auf dem Gordy-Modell, das vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zur Modellierung der Eigenkapitalunterlegung im Rahmen von Basel II und in der Weiterentwicklung in Basel III herangezogen wird. Das Kreditrisikomodell ermittelt die Beiträge der einzelnen Kreditnehmer und Beteiligungen zum unerwarteten Verlust auf Portfolioebene, die additiv zu einem unerwarteten Verlust des Gesamtportfolios zusammengefasst werden. Dabei werden die (falls vorhanden) externen bzw. gegebenenfalls internen Ausfallwahrscheinlichkeiten (PDs) und die transaktionsspezifisch festgesetzte Verlustquote (LGD) verwendet. Die Festlegung der übrigen Modellparameter erfolgt in Anlehnung an die Standardvorgaben gemäß Basel III. Neben den Ausfallwahrscheinlichkeiten und Verlustquoten werden auch die Korrelation zwischen den Kontrahenten sowie die Granularität des Portfolios und die Restlaufzeiten berücksichtigt.
Alle Maßnahmen der Risikobegrenzung werden grundsätzlich in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis durchgeführt, welches die Größe des Instituts, die Kapitalausstattung sowie das besondere Geschäftsmodell in angemessener Weise berücksichtigt.
Die Varengold Bank AG nutzt im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gezielt ihre Marktchancen und geht die damit einhergehenden Risiken ausschließlich verantwortungsbewusst ein.
Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit verstärkt in das Wachstum der Bank investiert, um dauerhaft ein solides Fundament zu schaffen. Mit den Mittelzuflüssen aus den zuletzt durchgeführten Kapitalmaßnahmen sollen insbesondere die Produktportfolios der beiden Kerngeschäftsbereiche Commercial Banking und Prime Brokerage breiter gefächert werden.
Die Bank wird sukzessive den aktuellen Fokus im Bereich Prime Brokerage von sog. „Equity Strategien“ zu anderen Asset Klassen wie „Real Estate“ und „Short Term Receivables“ verlagern. Des Weiteren werden die Produkte in der Sparte Commercial Banking um Forfaitierungen erweitert. Das Akkreditiv-Geschäft und damit einhergehend die Vergabe von Bankgarantien soll ebenso wie das Treasury weiter ausgebaut werden.
In den kommenden Jahren strebt die Bank eine Position als spezialisierter Anbieter von Trade Finance Lösungen insbesondere für Unternehmenskunden mit regionalem Schwerpunkt in Osteuropa und der MENA-Region sowie als professioneller Prime Brokerage Partner für institutionelle Kunden an. Im Wettbewerbsvergleich positioniert sich die Bank als klassischer Nischenanbieter. Im Geschäftsbereich Commercial Banking zählen für den Bereich Internationaler Zahlungsverkehr grundsätzlich alle deutschen Banken, die Auslandszahlungsverkehr betreiben, zu den Wettbewerbern der Gesellschaft. Aus Sicht des Vorstands hat die Varengold Bank hier den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer eher geringen Größe Kunden akquirieren kann, die für traditionelle Anbieter nicht rentabel erscheinen. Im Bereich Trade Finance profitiert die Bank von langjährigen Kundenbindungen.
Im Prime Brokerage steht die Gesellschaft insbesondere im Wettbewerb zu europäischen Leverage-Providern und Depotbanken sowie deutschen Investmentaktiengesellschaften. Die Varengold Bank grenzt sich hier insbesondere von ihren Wettbewerbern durch kurze Entscheidungswege und maßgeschneiderte Produkte innerhalb einer gewachsenen Infrastruktur ab.
Das geopolitische Umfeld bleibt angesichts der internationalen Ausrichtung der Bank weiterhin einer der Unsicherheitsfaktoren. Die sich zudem weiter fortsetzende Tendenz steigender regulatorischer Anforderungen macht es kleineren Banken generell nicht einfach, sich profitabel am Markt zu behaupten. Dieses in Betracht ziehend hat die Varengold Bank begonnen, eine neu ausgerichtete Wachstumsstrategie umzusetzen, in der Kundenzufriedenheit und Organisationsstabilität eine wesentliche Rolle spielen. Die Unternehmenskultur der Varengold Bank wird dabei auch zukünftig von Flexibilität und Kreativität geprägt sein. In den Geschäftsbereichen Commercial Banking und Prime Brokerage liegt der Fokus darauf, Kundenbedürfnisse mit Nischenprodukten zu befriedigen und eine maßgeschneiderte Produkt- und Servicequalität zu liefern.
Mittel- bis langfristig wird weiterhin beabsichtigt, das Eigenkapital der Gesellschaft durch die Thesaurierung von Gewinnen sowie durch die Einbindung zusätzlicher Investoren weiter zu erhöhen. Die Gesellschaft fühlt sich nunmehr nach einer Phase des intensiven Umbruchs strategisch und operativ gut aufgestellt, um eine stabile Entwicklung der Varengold Bank zu erzielen, welche auch weiterhin in dem von Herausforderungen und Volatilität geprägten Marktumfeld mit weniger Risiken behaftet erfolgreich bestehen kann.
Basierend auf der erfolgreichen Umsetzung der geplanten Geschäftsziele und der Steigerung der operationellen Effizienz, wird ein leicht positives Ergebnis vor Steuern (als zentraler finanzieller Leistungsindikator) in Höhe von TEUR 200 für das Jahr 2016 erwartet.
Berichtsperiode 01.01.-31.12.2015 Gesamt
TEUR Capital Markets Brokerage
TEUR Prime Brokerage
TEUR Commercial Banking
Zinserträge 1.326 -151 619 858
Zinsaufwendungen 3.734 38 3.603 93
Provisionserträge 5.243 1.868 1.292 2.083
Provisionsaufwendungen 1.335 303 475 557
Laufende Erträge aus Aktien, 0 0 0 0
Wertpapieren und Beteiligungen 412 412 0 0
Nettoertrag des Handelsbestands 25.742 16.811 8.671 260
Nettoaufwand des Handelsbestands 14.625 10.730 3.895 0
Sonstige betriebliche Erträge 1.175 556 545 74
Verwaltungsaufwand 20.962 10.766 7.149 3.047
Abschreibungen 2.269 1.353 511 405
Zuschreibungen 3.576 2.490 1.086
Sonstige betriebliche Aufwendungen 367 159 260 -52
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -5.818 -1.363 -3.681 -774
Die drei Geschäftssparten Capital Markets Brokerage, Prime Brokerage und Commercial Banking erzielten im Geschäftsjahr 2015 negative Ergebnisse. Aufgrund der Änderung der Allokationssystematik ergeben sich Abweichungen zum Vorjahr wesentlich bei der Zuordnung des Verwaltungsaufwand und der Abschreibungen. Alle Erträge und Aufwendungen, die die Gesamtbank betreffen und nicht einem der drei Geschäftsbereiche direkt zugeordnet werden können, insbesondere Personalkosten und sämtliche Aufwendungen des Middle- und Backoffices, Aufsichtsräte sowie der Vorstände werden verursachungsgemäß durch einen Verteilungsschlüssel verteilt. Die neue Allokationssystematik orientiert sich an der Verteilung nach Köpfen der Geschäftsbereiche. Des Weiteren werden folgende Aufwendungen gemäß dem Verteilungsschlüssel Köpfe zugeordnet: Miete, Versicherungen, IT-Kosten der Gesamtbank, Aufwendungen für Kapitalmarktpflichten, Abschluss- und Prüfungskosten, Rechts- und Beratungskosten der Gesamtbank, Spenden, Abschreibungen.
Die signifikante Reduzierung des Gewinns in der Sparte Capital Markets Brokerage gegenüber dem Geschäftsjahr 2014 hat eine Vielzahl von Ursachen: Trotz gestiegener Provisionserträge aufgrund einer Verdoppelung der Handelstätigkeit bei gleichzeitigem deutlichen Anstieg der Nettoerträge stehen einer Verdoppelung der Nettoaufwendungen gegenüber sowie deutlich höhere Verwaltungsaufwendungen durch die Aufteilung der Aufwendungen des Corporate Centers nach Köpfen. Im Durchschnitt werden 21 Mitarbeiter Capital Markets Brokerage direkt zugeordnet, somit zählt der Geschäftsbereich zu dem Mitarbeiterstärksten. Des Weiteren tragen zu den hohen Verwaltungsaufwendungen die hohen Personal und IT-Kosten sowie Fremdleistungen bei. Die Zuschreibungen resultieren aus dem Verkauf von 7% der Beteiligungsanteile an der Hanseatic Brokerhouse Securities AG.
Die Erträge im Prime Brokerage resultieren wesentlich aus Handelserträgen aus Investments im Zusammenhang mit der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen und die Vergütungen für die Zurverfügungstellung von Infrastruktur. Die Sparte konnte die Erträge gegenüber dem Geschäftsjahr 2014 fast verdoppeln. Die hohen Zinsaufwendungen resultieren aus den an Anleger zu zahlende Tages- und Termingeldzinsen entsprechend der im Bereich Prime Brokergage zu Verfügung gestandenen Assets. Das Ergebnis in dieser Sparte ist belastet durch deutliche erhöhte Verwaltungsaufwendungen. Der Verwaltungsaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdreifacht, was wesentlich an der erhöhten Mitarbeiterkapazität in London, Rechts- und Beratungskosten und Infrastrukturkosten der IT sowie der indirekten Kostenallokation liegt. Im Prime Brokerage wurden durchschnittlich 10 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Sparte Commercial Banking konnte die Erträge gegenüber dem Vorjahr stabil halten, wobei ein schlechteres Ergebnis aufgrund höherer Verwaltungsaufwendungen erzielt wurde. Die Zinserträge resultieren wesentlich aus dem Kreditgeschäft, der Zinsaufwand resultiert aus den an Anleger zu zahlenden Tages- und Termingeldzinsen für die Höhe des Kreditvolumens. Der Zahlungsverkehr, größtenteils mit ausländischen Kunden, trug über die hohen Provisionen zu den Erträgen der Sparte bei. Demgegenüber stehen hohe Provisionsaufwendungen, die einmalig bei Abschluss der Geschäfte in dieser Sparte anfallen. Die Verwaltungsaufwendungen sind wesentlich aufgrund der höheren Kosten-Allokation gestiegen, trotz einer geringen Mitarbeiteranzahl (durchschnittliche Mitarbeiteranzahl 4).
„Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Varengold Bank AG, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Hamburg, den 9. Juni 2016
ppa. Uwe Gollum, Wirtschaftsprüfer

References: § 90
 § 9
 § 25
 § 290
 § 290
 § 265
 § 248
 § 268
 § 340
 § 340
 § 255
 § 340
 § 6
 § 250
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 § 340
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 § 340
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 § 32
 § 33
 § 256
 § 34
 § 340
 § 255
 § 53
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 § 4
 § 268
 § 340
 § 125
 § 26
 § 3
 § 71
 § 274
 § 104