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Timestamp: 2020-02-26 18:50:29+00:00

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BSG, Urteil vom 03.04.2014, B 5 RE 3/14 R - HENSCHE Arbeitsrecht
BSG, Ur­teil vom 03.04.2014, B 5 RE 3/14 R
Schlagworte: Rentenversicherung, Syndikusanwälte
Vorinstanzen: Sozialgericht Mannheim, Urteil vom 30.05.2012, S 6 R 2711/11
Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 23.01.2013, L 2 R 2671/12
Die Re­vi­si­on wird zurück­ge­wie­sen. Außer­ge­richt­li­che Kos­ten des Rechts­streits sind nicht zu er­stat­ten.
Die Be­tei­lig­ten strei­ten darüber, ob die Be­klag­te den Kläger für sei­ne Beschäfti­gung als an­ge­stell­ter Ju­rist bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2., ei­nem Che­mie­un­ter­neh­men, ab dem 5.7.2010 bis zum 4.10.2011 von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung be­frei­en muss.
Der 1983 ge­bo­re­ne Kläger ist Voll­ju­rist und be­warb sich bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. er­folg­reich auf die Stel­le ei­nes "Ju­ris­ten mit ab­ge­schlos­se­nem Stu­di­um der Rechts­wis­sen­schaf­ten mit Prädi­kats­ex­amen und Schwer­punkt Ar­beits­recht". In die­ser Funk­ti­on war er ab dem 1.3.2010 ge­gen Ent­gelt in der Ab­tei­lung "Con­cepts and Co­or­di­na­ti­on Be­ne­fits" (Kon­zep­ti­on und Ko­or­di­na­ti­on be­trieb­li­cher So­zi­al­leis­tun­gen) beschäftigt und hat­te dort ins­be­son­de­re Grund­satz­fra­gen der be­trieb­li­chen So­zi­al­po­li­tik - Schwer­punkt Al­ters­ver­sor­gung - mit na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Bezügen zu klären. Die Bei­ge­la­de­ne zu 2. be­schei­nig­te ihm später, die Qua­li­fi­ka­ti­on als Voll­ju­rist sei Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zung ge­we­sen, und bestätig­te in ei­ner Frei­stel­lungs­erklärung ihr un­wi­der­ruf­li­ches Ein­verständ­nis, dass der Kläger ne­ben sei­ner Tätig­keit als An­ge­stell­ter den Be­ruf als Rechts­an­walt ausüben könne mit der Er­laub­nis, sich auch während der Dienst­zeit zur Wahr­neh­mung an­walt­li­cher Tätig­kei­ten je­der­zeit von sei­nem Dienst­platz ent­fer­nen zu dürfen.
Am 5.7.2010 wur­de der Kläger als Rechts­an­walt zu­ge­las­sen und in das An­walts­ver­zeich­nis der Rechts­an­walts­kam­mer (RAK) K. ein­ge­tra­gen. Seit­dem war er gemäß § 5 Abs 2 des Ge­set­zes über das Ver­sor­gungs­werk der Rechts­anwälte in Ba­den Würt­tem­berg (Rechts­an­walts­ver­sor­gungs­ge­setz - RAVG vom 10.12.1984) Pflicht­mit­glied der Bei­ge­la­de­nen zu 1., die ein­kom­mens­be­zo­ge­ne Beiträge er­hob. Sei­ne Zu­las­sung als Rechts­an­walt wur­de am 4.10.2011 wi­der­ru­fen; zeit­gleich er­folg­te die Löschung im An­walts­ver­zeich­nis der RAK K ... Am 30.11.2011 be­en­de­te er sei­ne Tätig­keit bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2; seit­her ist er als Rich­ter ver­si­che­rungs­frei.
Un­ter dem 23.9.2010 be­an­trag­te der Kläger, ihn für sei­ne Tätig­keit bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zu be­frei­en, fügte die Frei­stel­lungs­erklärung der Bei­ge­la­de­nen zu 2. bei und leg­te ei­ne Tätig­keits­be­schrei­bung vom 23.9.2010 so­wie ein ergänzen­des Schrei­ben vom 15.12.2010 vor, die der Kauf­mann K. als Vor­ge­setz­ter sei­nes di­rek­ten Vor­ge­set­zen, ei­nes Psy­cho­lo­gen, aus­ge­stellt bzw un­ter­schrie­ben hat­te. Da­nach sei der Kläger als Rechts­an­walt tätig. Die Be­ar­bei­tung und Be­wer­tung von Rechts­fra­gen, die Her­aus­ar­bei­tung von Lösungsmöglich­kei­ten und de­ren Um­set­zung er­fol­ge ei­genständig und un­abhängig. Sei­ne Auf­ga­ben um­fass­ten die un­abhängi­ge und selbständi­ge Be­ra­tung der Un­ter­neh­mens­ein­hei­ten und der Kon­zern­ge­sell­schaf­ten. Da­ne­ben er­stel­le er Gut­ach­ten in ju­ris­ti­schen - ins­be­son­de­re so­zi­al- und ar­beits­recht­li­chen - Fra­gen und ver­tre­te die Bei­ge­la­de­ne zu 2. in die­sem Be­reich so­wohl außer­ge­richt­lich als auch vor Ar­beits- und So­zi­al­ge­rich­ten so­wie or­dent­li­chen Ge­rich­ten. Hin­sicht­lich recht­li­cher Fra­gen ha­be er ei­ne ei­ge­ne Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz und ver­tre­te sei­ne An­sicht im Na­men der Bei­ge­la­de­nen zu 2., ins­be­son­de­re ge­genüber Auf­sichts­behörden, nach außen. Da­ne­ben ha­be er we­sent­li­chen Ein­fluss auf die Aus­ge­stal­tung von be­trieb­li­chen Re­ge­lun­gen wie Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen und Sat­zun­gen. Bei der Kon­zep­ti­on und Um­set­zung von per­so­nal­po­li­ti­schen In­stru­men­ten sei er ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die ju­ris­ti­sche Prüfung und Be­wer­tung in ei­ge­ner Ver­ant­wor­tung be­tei­ligt. Fer­ner stel­le er recht­li­che Ände­run­gen im Be­reich des So­zi­al­rechts und de­ren Aus­wir­kun­gen auf das Un­ter­neh­men dar und präsen­tie­re Lösungs- und Um­set­zungs­vor­schläge. Darüber hin­aus ver­tre­te er die je­weils recht­lich selbständi­gen VVaG B. Pen­si­ons­kas­se und B. Ster­be­kas­se. Als Be­ra­ter neh­me er da­ne­ben bei recht­li­chen, ins­be­son­de­re da­ten­schutz­recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen an den Sit­zun­gen des Vor­stan­des der B. Pen­si­ons­kas­se VVaG teil. In ju­ris­tisch-fach­li­cher Hin­sicht ent­schei­de er un­abhängig und selbständig. Bei Ent­schei­dun­gen mit un­ter­neh­mens­po­li­ti­scher Be­deu­tung er­fol­ge die Be­ra­tung mit sei­nem di­rek­ten Vor­ge­setz­ten oder dem nächsthöhe­ren Vor­ge­setz­ten. Die ju­ris­tisch-fach­li­che Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz ver­blei­be aber beim ihm. In sei­ner Ein­heit sei­en der­zeit noch sechs wei­te­re, ihm gleich ge­ord­ne­te Re­fe­ren­ten beschäftigt, von de­nen ei­ner eben­falls als Rechts­an­walt tätig sei.
Die Be­klag­te lehn­te den Be­frei­ungs­an­trag ab, weil die Befähi­gung zum Rich­ter­amt nach der Stel­len­aus­schrei­bung nicht un­ab­ding­ba­re Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zung ge­we­sen sei und der Kläger des­halb kei­ne an­walt­li­che Tätig­keit bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. ausübe (Be­scheid vom 21.3.2011 und Wi­der­spruchs­be­scheid vom 6.7.2011).
Das SG Mann­heim hat den Kauf­mann K. als Zeu­gen ver­nom­men und die Be­klag­te un­ter Auf­he­bung des Be­scheids vom 21.3.2011 und des Wi­der­spruchs­be­scheids vom 6.7.2011 ver­ur­teilt, den Kläger für sei­ne Tätig­keit bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. in der Zeit vom 5.7.2010 bis 4.10.2011 von der Ver­si­che­rungs­pflicht zu be­frei­en (Ge­richts­be­scheid vom 30.5.2012). Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten hat das LSG den Ge­richts­be­scheid auf­ge­ho­ben und die Kla­ge ab­ge­wie­sen (Ur­teil vom 23.1.2013): Die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Be­frei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung lägen für die vom Kläger bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. aus­geübte Tätig­keit nicht vor. Hierfür sei er­for­der­lich, dass die Mit­glied­schaft in ei­ner be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung auf ge­nau je­ner Beschäfti­gung ("we­gen der") be­ru­he, für die ei­ne Be­frei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht be­gehrt wer­de. Dies setz­te vor­aus, dass ei­ne dem Kam­mer­be­ruf ver­gleich­ba­re be­rufs­spe­zi­fi­sche Tätig­keit in abhängi­ger Beschäfti­gung aus­geübt wer­de. Die Tätig­keit ei­nes Syn­di­kus­an­walts bei ei­nem nicht an­walt­li­chen Ar­beit­ge­ber sei be­rufs­spe­zi­fisch, wenn sie dem ty­pi­schen, durch Hoch­schul­aus­bil­dung und Re­fe­ren­da­ri­at ge­prägten Be­rufs­bild und Tätig­keits­be­reich ent­spre­che, sich al­so im Kern­be­reich der an­walt­li­chen Tätig­keit be­we­ge und nicht nur des­sen Rand­be­rei­che berühre. Folg­lich sei auch die Ab­le­gung des zwei­ten ju­ris­ti­schen Staats­ex­amens er­for­der­lich, weil an­sons­ten we­der ei­ne Mit­glied­schaft in der RAK noch im Ver­sor­gungs­werk der Rechts­anwälte in Fra­ge kom­me.
Um zu be­ur­tei­len, ob die Tätig­keit be­rufs­spe­zi­fisch sei, müsse auf das An­for­de­rungs­pro­fil ab­ge­stellt wer­den, das sich aus An­stel­lungs­ver­trag und Stel­len­aus­schrei­bung er­ge­be. Dar­aus sei ab­zu­lei­ten, dass für die Beschäfti­gung des Klägers nur ein ab­ge­schlos­se­nes Stu­di­um der Rechts­wis­sen­schaf­ten mit Prädi­kats­ex­amen, Schwer­punkt Ar­beits­recht, nicht je­doch die Ab­le­gung des zwei­ten ju­ris­ti­schen Staats­ex­amens Ein­gangs­vor­aus­set­zung ge­we­sen sei. Dem­zu­fol­ge sei er auch nicht als Rechts­an­walt, wie bei ei­nem Syn­di­kus­an­walt üblich, son­dern le­dig­lich als Ju­rist ein­ge­stellt wor­den. Ob die Bei­ge­la­de­ne zu 2. gleich­wohl ei­nen Voll­ju­ris­ten zwin­gend ha­be beschäfti­gen wol­len, wie das SG auf der Grund­la­ge der Zeu­gen­aus­sa­ge an­ge­nom­men ha­be, könne da­hin­ste­hen. Denn sie ha­be je­den­falls kei­nen Rechts­an­walt ge­sucht und ein­ge­stellt, wie be­reits aus dem Um­stand fol­ge, dass der Kläger sei­ne be­ruf­li­che Tätig­keit be­reits am 1.3.2010 auf­ge­nom­men ha­be, ob­wohl er erst am 5.7.2010 als Rechts­an­walt zu­ge­las­sen wor­den sei. Da­mit kor­re­spon­die­re, dass die Bei­ge­la­de­ne zu 2. auf die­ser Stel­le auch Ju­ris­ten oh­ne An­walts­zu­las­sung wei­ter­beschäfti­ge. Ei­ne An­walts­zu­las­sung sei zwar erwünscht, aber nicht Vor­aus­set­zung für die Tätig­keit als Ju­rist ge­we­sen, die nicht da­durch zu ei­nem ty­pi­schen Kam­mer­be­ruf mit Pflicht­mit­glied­schaft wer­de, weil sie ein Rechts­an­walt ausübe. Wen­de man un­ge­ach­tet des­sen die "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" an, so sei der Kläger zwar rechts­be­ra­tend und -ver­mit­telnd, nicht je­doch rechts­ent­schei­dend und -ge­stal­tend tätig ge­we­sen. Denn er sei in die Un­ter­neh­mens­hier­ar­chie be­ste­hend aus ei­ner Ar­beits­grup­pe, Grup­pen­lei­ter und wei­te­ren Vor­ge­setz­ten ein­ge­bun­den ge­we­sen und ha­be we­der an rich­tungs­wei­sen­den in­ter­nen Ent­schei­dungs­vorgängen gleich­be­rech­tigt teil­ge­nom­men noch die von ihm er­ar­bei­te­te Po­si­ti­on nach außen na­ment­lich ver­tre­ten. Un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dun­gen hätten sei­ne Vor­ge­setz­ten ge­trof­fen; als Be­rufs­anfänger ha­be sei­ne Stel­lung der ei­nes Jus­ti­zi­ars oder Re­fe­ren­ten, nicht je­doch der ei­nes Syn­di­kus­an­walts geähnelt.
Da­ge­gen hat der Kläger die vom LSG zu­ge­las­se­ne Re­vi­si­on ein­ge­legt. Er rügt die Ver­let­zung for­mel­len (§§ 103, 157 SGG) und ma­te­ri­el­len Rechts (§ 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI): Das LSG sei von der Aus­sa­ge des Zeu­gen K. , die Qua­li­fi­ka­ti­on als Voll­ju­rist sei zwin­gen­de Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zung ge­we­sen, ver­fah­rens­feh­ler­haft ab­ge­wi­chen, weil es des­sen Zeu­gen­ver­neh­mung im Be­ru­fungs­ver­fah­ren nicht wie­der­holt und die außer­ta­rif­li­che Ent­loh­nung des Klägers nicht berück­sich­tigt ha­be. Die Zeu­gen­aus­sa­ge, wo­nach die Stel­len­aus­schrei­bung mit den Wörtern "Ju­rist" und "er­folg­reich ab­ge­schlos­se­nes Stu­di­um" un­be­dacht for­mu­liert sei, wi­sche das LSG zu Un­recht mit der durch nichts be­leg­ten Be­gründung bei­sei­te, dies sei in ei­nem Großkon­zern mit spe­zia­li­sier­ter Per­so­nal­ab­tei­lung nur schwer vor­stell­bar. So­weit das LSG die Zeu­gen­aus­sa­ge im Lich­te der Ar­beit­ge­ber­haf­tung für den Ge­samt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag (§ 28e SGB IV) würdi­ge, sei dar­auf hin­zu­wei­sen, dass der Zeu­ge K. Rent­ner und die ge­schul­de­ten So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträge in vol­ler Höhe ab­geführt wor­den sei­en. Ent­ge­gen der An­sicht des LSG set­ze die Be­frei­ung von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht nicht vor­aus, dass die Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft zwin­gen­de Vor­aus­set­zung für die aus­geübte Tätig­keit sei. § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI sei ver­fas­sungs­kon­form weit aus­zu­le­gen und der Be­frei­ungs­an­spruch schon dann ge­ge­ben, wenn die je­wei­li­ge Beschäfti­gung we­der die Ver­sa­gung oder Rück­nah­me der Rechts­an­walts­zu­las­sung noch ih­ren Wi­der­ruf recht­fer­ti­ge (§ 7 Nr 8 BRAO, § 14 Abs 1 und Abs 2 Nr 8 BRAO). Je­den­falls müss­ten die "vier Kri­te­ri­en" nicht ku­mu­la­tiv erfüllt sein. So­weit das LSG in die­sem Zu­sam­men­hang for­de­re, der Syn­di­kus­an­walt müsse in wirt­schaft­li­chen, po­li­ti­schen und un­ter­neh­me­ri­schen Fra­gen ent­schei­dungs­be­fugt sein so­wie Ver­trags- und Ei­ni­gungs­ver­hand­lun­gen ei­genständig führen, stel­le es für die Merk­ma­le der Rechts­ent­schei­dung und -ge­stal­tung über­zo­ge­ne An­for­de­run­gen auf. Mit Schrift­satz vom 21.3.2014 hat der Kläger sei­ne Ausführun­gen ergänzt und ver­tieft.
das Ur­teil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Ba­den-Würt­tem­berg vom 23. Ja­nu­ar 2013 auf­zu­he­ben und die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen den Ge­richts­be­scheid des So­zi­al­ge­richts Mann­heim vom 30. Mai 2012 zurück­zu­wei­sen.
Sie meint, das an­ge­foch­te­ne Ur­teil sei nicht zu be­an­stan­den. So­weit der Kläger man­geln­de Sach­ver­halts­er­mitt­lung und ei­ne Ver­let­zung von § 157 SGG gel­tend ma­che, rüge er im Kern die Be­weiswürdi­gung des LSG, oh­ne je­doch Verstöße ge­gen all­ge­mei­ne Er­fah­rungssätze oder Denk­ge­set­ze auf­zu­zei­gen. Da der Kläger nach den Fest­stel­lun­gen des LSG für die Ausübung sei­ner Beschäfti­gung bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. noch nicht ein­mal die Befähi­gung zum Rich­ter­amt benötigt ha­be, sei von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen, dass er we­gen die­ser Beschäfti­gung Pflicht­mit­glied der RAK und der Bei­ge­la­de­nen zu 1. ge­we­sen sei. Ob die kon­kre­te Beschäfti­gung in­halt­lich als an­walt­li­che zu be­ur­tei­len sei, rich­te sich nach der "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie", die auch bei ku­mu­la­ti­ver Um­set­zung we­der den Schutz­be­reich von Art 12 GG berühre noch die all­ge­mei­ne Hand­lungs­frei­heit (Art 2 Abs 1 GG) oder gar die Ei­gen­tums­ga­ran­tie (Art 14 GG) ver­let­ze. Zu Recht ha­be das LSG ei­ne dem Be­rufs­bild des Rechts­an­walts ent­spre­chen­de Rechts­ent­schei­dungs­kom­pe­tenz des Klägers ver­neint, weil er we­der nach außen ei­ne ei­genständi­ge recht­li­che Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz be­ses­sen noch nach in­nen ei­ne we­sent­li­che Teil­ha­be an den ent­spre­chen­den in­ner­be­trieb­li­chen Ent­schei­dungs­pro­zes­sen ge­habt ha­be. Auch das Kri­te­ri­um der Rechts­ge­stal­tung sei nicht erfüllt, weil dem Kläger beim Führen von Ver­trags- und Ei­ni­gungs­ver­hand­lun­gen die er­for­der­li­che Ei­genständig­keit ge­fehlt ha­be.
Die Bei­ge­la­de­ne zu 1., die kei­nen An­trag stellt, trägt vor, das Tat­be­stands­merk­mal "we­gen" sol­le zum Aus­druck brin­gen, dass die ins Au­ge ge­fass­te Beschäfti­gung in ei­nem sach­li­chen Zu­sam­men­hang mit ei­ner be­rufs­spe­zi­fi­schen An­waltstätig­keit ste­hen müsse, die durch Kam­mer­mit­glied­schaft der be­son­de­ren be­rufs­recht­li­chen Über­wa­chung und Qua­litäts­si­che­rung un­ter­lie­ge. Es sei da­her nach ei­ner Kri­te­ri­en­for­mel zu su­chen, mit de­ren Hil­fe zwi­schen an­walts­spe­zi­fi­scher und -un­spe­zi­fi­scher, an­walt­li­cher und nicht­an­walt­li­cher Tätig­keit un­ter­schie­den wer­den könne. Dies leis­te die sog "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie", die die Frie­dens­gren­ze zwi­schen ge­setz­li­cher Ren­ten­ver­si­che­rung und be­rufsständi­scher Ver­sor­gung zie­he, sich in langjähri­ger Ver­wal­tungs­pra­xis bewährt ha­be und in­halt­lich be­schrei­be, was das Be­rufs­bild des An­walts iS der §§ 1 bis 3 BRAO aus­ma­che. Selbst die Be­klag­te wen­de die "Vier-Kri­te­ri­en-For­mel" an; sie sei we­der durch ei­ne zwi­schen­zeit­li­che Ände­rung in den tatsächli­chen Verhält­nis­sen über­holt noch sei der "Syn­di­kus­an­walt" ein neu­er Be­rufs­stand. Wen­de man die "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" an, so könn­ten die Merk­ma­le "Rechts­ge­stal­tung" und "Rechts­ent­schei­dung" vor­lie­gend nicht ver­neint wer­den. Denn Un­ter­neh­mens­ent­schei­dun­gen tref­fe im­mer nur der Un­ter­neh­mer und nicht sein An­walt. So­weit das LSG ei­ne rechts­ge­stal­ten­de Tätig­keit un­ter Hin­weis auf die "ar­beits­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Hier­ar­chie" ver­nei­ne, in die der Kläger ein­ge­bun­den ge­we­sen sei, ver­ken­ne es, dass dies bei al­len abhängig Beschäftig­ten der Fall sei und des­halb als Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­um aus­schei­de.
Die Bei­ge­la­de­ne zu 2. ist im Re­vi­si­ons­ver­fah­ren nicht ver­tre­ten ge­we­sen.
Die zulässi­ge Re­vi­si­on des Klägers ist un­be­gründet. Im Er­geb­nis zu­tref­fend hat das LSG auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten den Ge­richts­be­scheid des So­zi­al­ge­richts Mann­heim vom 30.5.2012 auf­ge­ho­ben und die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Der Kläger hat für den strei­ti­gen Zeit­raum ab dem 5.7.2010 bis zum 4.10.2011 ge­gen die Be­klag­te kein Recht auf Be­frei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung auf­grund sei­ner Beschäfti­gung bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2.
1. Al­ler­dings hat der Kläger die von ihm gel­tend ge­mach­ten Ver­fah­rens­feh­ler nicht aus­rei­chend be­gründet (vgl § 164 Abs 2 SGG). Gemäß § 164 Abs 2 S 3 SGG müssen bei Ver­fah­rensrügen die Tat­sa­chen be­zeich­net wer­den, die den Man­gel er­ge­ben. Die maßgeb­li­chen Vorgänge müssen so ge­nau an­ge­ge­ben sein, dass das Re­vi­si­ons­ge­richt sie, die Rich­tig­keit des Vor­brin­gens un­ter­stellt, oh­ne wei­te­re Er­mitt­lun­gen be­ur­tei­len kann (BSG Ur­teil vom 29.8.2012 - B 10 EG 20/11 R - SozR 4-7837 § 2 Nr 18 Rd­Nr 15; Leit­he­rer in Mey­er-La­de­wig/Kel­ler/Leit­he­rer, SGG, 10. Aufl 2012, § 164 Rd­Nr 12 mwN).
a) Bei ei­ner be­haup­te­ten Ver­let­zung der Amts­er­mitt­lungs­pflicht (§ 103 SGG) ist dar­zu­le­gen, war­um sich das LSG von sei­ner Rechts­auf­fas­sung her zu wei­te­ren Er­mitt­lun­gen hätte ge­drängt fühlen müssen und ggf zu wel­chen (Leit­he­rer aaO Rd­Nr 12a). Das er­for­dert ne­ben der Be­nen­nung des nach Auf­fas­sung des Re­vi­si­onsführers un­ge­nutzt ge­blie­be­nen Be­weis­mit­tels die kon­kre­te Dar­le­gung der Rechts­auf­fas­sung des Be­ru­fungs­ge­richts, in de­ren Licht der Be­weis­ge­gen­stand recht­li­che Be­deu­tung er­langt hätte und re­gelmäßig die An­ga­be, zu wel­chem Er­geb­nis die un­ter­las­se­ne Be­weis­auf­nah­me geführt hätte. Der Kläger versäumt es be­reits dar­zu­le­gen, war­um sich das LSG im Hin­blick auf das an­geb­li­che Er­for­der­nis der "Qua­li­fi­ka­ti­on als Voll­ju­rist" zu wei­te­rer Sach­aufklärung ge­drängt fühlen muss­te, ob­wohl die Re­vi­si­ons­be­gründung selbst einräumt, dass die­se Fra­ge nach der in­so­weit al­lein maßgeb­li­chen Rechts­auf­fas­sung des Be­ru­fungs­ge­richts "im Er­geb­nis da­hin­ste­hen könne" bzw "es hier­auf oh­ne­hin nicht an­kom­me". Das­sel­be gilt, so­weit der Kläger in die­sem Zu­sam­men­hang aus­drück­lich die Ver­let­zung von § 157 SGG und der Sa­che nach ei­nen Ver­s­toß ge­gen den Grund­satz der Un­mit­tel­bar­keit der Be­weis­auf­nah­me (§ 117 iVm § 153 Abs 1 SGG) rügt, weil das LSG die Glaubwürdig­keit des Zeu­gen K. und die Glaub­haf­tig­keit sei­ner Aus­sa­ge an­ders als das SG be­wer­te, oh­ne die Zeu­gen­ver­neh­mung im Be­ru­fungs­ver­fah­ren wie­der­holt zu ha­ben. So­weit die Re­vi­si­ons­be­gründung schließlich gel­tend macht, das LSG schei­ne "im Hin­blick auf die tatsächli­che Tätig­keit des Klägers ei­ner Fehl­vor­stel­lung zu un­ter­lie­gen", be­nennt sie be­reits kein Be­weis­mit­tel, das in­so­fern un­ge­nutzt ge­blie­ben sein könn­te und die ver­meint­li­chen Fehl­vor­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts im Sin­ne des Kla­ge­vor­brin­gens hätte kor­ri­gie­ren können.
b) Im Kern greift die Re­vi­si­on - oh­ne § 128 Abs 1 S 1 SGG aus­drück­lich zu be­nen­nen - die "Be­weiswürdi­gung" des LSG an. Ei­ne zulässi­ge Ver­fah­rensrüge hat der Kläger auch in­so­weit nicht er­ho­ben. Das Tat­sa­chen­ge­richt ent­schei­det nach sei­ner frei­en, aus dem Ge­samt­er­geb­nis des Ver­fah­rens ge­won­ne­nen Über­zeu­gung; es ist in sei­ner Be­weiswürdi­gung frei und le­dig­lich an die Re­geln der Lo­gik und der Er­fah­rung ge­bun­den. § 128 Abs 1 S 1 SGG ist erst ver­letzt, wenn die Be­weiswürdi­gung ge­gen all­ge­mei­ne Er­fah­rungssätze oder Denk­ge­set­ze verstößt. Von ei­nem Ver­s­toß ge­gen Denk­ge­set­ze kann nur ge­spro­chen wer­den, wenn der fest­ge­stell­te Sach­ver­halt nur ei­ne Fol­ge­rung er­laubt, je­de an­de­re nicht denk­bar ist und das Ge­richt ge­ra­de die ein­zig denk­ba­re Schluss­fol­ge­rung nicht ge­zo­gen hat. Ge­gen all­ge­mei­ne Er­fah­rungssätze verstößt das Ge­richt, wenn es ei­nen be­ste­hen­den Er­fah­rungs­satz nicht berück­sich­tigt oder ei­nen tatsächlich nicht exis­tie­ren­den Er­fah­rungs­satz an­wen­det (BS­GE 94, 133 Rd­Nr 18 = SozR 4-3200 § 81 Nr 2). Das Vor­lie­gen der­ar­ti­ger Verstöße ge­gen die Grundsätze der frei­en rich­ter­li­chen Be­weiswürdi­gung muss im Ein­zel­nen von dem Be­tei­lig­ten dar­ge­legt wer­den, der sich dar­auf be­ruft. Der Kläger hat in­des mit sei­nem Re­vi­si­ons­vor­brin­gen we­der ein Denk­ge­setz noch ei­nen Er­fah­rungs­satz be­zeich­net, ge­gen den das Ge­richt ver­s­toßen ha­ben soll, noch nennt er ei­ne nicht aus­rei­chen­de Berück­sich­ti­gung des Ge­samt­er­geb­nis­ses des Ver­fah­rens (§ 128 Abs 1 S 1 SGG). Er setzt le­dig­lich sei­ne Be­weiswürdi­gung an die Stel­le der­je­ni­gen des LSG bzw hält die ei­ge­ne Be­weiswürdi­gung ge­genüber der vom LSG vor­ge­nom­me­nen für vor­zugswürdig. Dies reicht für ei­ne form­ge­rech­te Rüge der Ver­let­zung des Rechts der frei­en rich­ter­li­chen Be­weiswürdi­gung nicht aus (Se­nats­be­schluss vom 11.9.2012 - B 5 RS 4/11 R - Beck­RS 2012, 74406; BSG Ur­teil vom 7.12.2004 - B 1 KR 10/03 R - Ju­ris Rd­Nr 18; BSG SozR 4-2700 § 63 Nr 3 Rd­Nr 24). So­weit der Kläger nach Ab­lauf der Re­vi­si­ons­be­gründungs­frist am 4.4.2013 mit Schrift­satz vom 21.3.2014 ei­nen Er­fah­rungs­satz her­aus­ge­ar­bei­tet hat, konn­te die­ser nach­ge­scho­be­ne Vor­trag auf­grund des Frist­ab­laufs nicht mehr berück­sich­tigt wer­den.
3. Der Kläger war im streit­be­fan­ge­nen Zeit­raum abhängig beschäftigt, weil die kon­sti­tu­ie­ren­den Merk­ma­le des ent­spre­chen­den so­zi­al­recht­li­chen An­knüpfungs­sach­ver­halts (§ 7 Abs 1 S 1 SGB IV) nach den un­an­ge­foch­te­nen und da­mit bin­den­den tatsächli­chen Fest­stel­lun­gen des LSG (§ 163 SGG) vor­lie­gen. Hier­nach er­brach­te der Kläger
bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. als an­ge­stell­ter Ju­rist nicht­selbständi­ge Ar­beit in ei­nem Ar­beits­verhält­nis (§§ 611 ff BGB). Ob er auf­grund sei­ner ent­gelt­li­chen Beschäfti­gung auch (ren­ten-)ver­si­che­rungs­pflich­tig war (§ 1 S 1 Nr 1 Halbs 1 Alt 1 SGB VI), kann auf der Grund­la­ge der tatrich­ter­li­chen Fest­stel­lun­gen nicht ab­sch­ließend be­ur­teilt wer­den, weil ins­be­son­de­re Fest­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts zu den tatsächli­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Ver­si­che­rungs­frei­heit we­gen Ge­ringfügig­keit (§ 5 Abs 2 S 1 Nr 1 SGB VI iVm § 8 Abs 1 SGB IV) feh­len.
Des­sen un­ge­ach­tet war ei­ne Auf­he­bung des an­ge­foch­te­nen Ur­teils und ei­ne Zurück­ver­wei­sung der Sa­che zur wei­te­ren Sach­aufklärung (§ 170 Abs 2 S 2 SGG) nicht ge­bo­ten. Für das Er­geb­nis des Ver­fah­rens ist un­er­heb­lich, ob die be­gehr­te Be­frei­ung be­reits des­halb zu ver­sa­gen ist, weil der Kläger mögli­cher­wei­se nicht ver­si­che­rungs­pflich­tig war und es da­mit schon am not­wen­di­gen In­ter­es­se für die Stel­lung ei­nes zulässi­gen Be­frei­ungs­an­trags fehl­te. Die Fest­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts genügen je­den­falls zur ab­sch­ließen­den Ent­schei­dung über das Feh­len sons­ti­ger not­wen­di­ger Tat­be­stands­vor­aus­set­zun­gen des Be­frei­ungs­rechts.
4. Der Kläger war nach den für den Se­nat bin­den­den Fest­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts vom 5.7.2010 bis zum 4.10.2011 durch die RAK K. zur Rechts­an­walt­schaft zu­ge­las­sen. Noch hin­rei­chend deut­lich ist da­mit vor dem Hin­ter­grund von § 12 Abs 1, § 34 BRAO gleich­zei­tig fest­ge­stellt, dass am 5.7.2010 der ent­spre­chen­de (begüns­ti­gen­de) Ver­wal­tungs­akt (§ 35 S 1 VwVfG iVm § 32 Abs 1 S 1 BRAO), verkörpert in ei­ner von der RAK aus­ge­stell­ten Ur­kun­de, durch Aushändi­gung wirk­sam ge­wor­den ist (§ 12 Abs 1 BRAO). Gemäß § 12 Abs 3 BRAO wur­de der Kläger da­mit kraft ge­setz­li­cher Ver­pflich­tung (eo ip­so) ob­li­ga­to­ri­sches Pflicht­mit­glied der zu­las­sen­den RAK K. (§ 60 Abs 1 S 2 BRAO). Feh­ler im Zu­las­sungs­ver­fah­ren oder et­wai­ge Verstöße ge­gen be­rufs­recht­li­che Pflich­ten las­sen die­se Pflicht­mit­glied­schaft un­berührt. Der ua für die Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft als Hand­lungs­form vor­ge­schrie­be­ne Ver­wal­tungs­akt (vgl BGH - Se­nat für An­walts­sa­chen - Be­schluss vom 15.10.2012 - An­wZ (BrfG) 45/12 - NJW-RR 2013, 303, 304 Rd­Nr 7) bleibt nach den da­mit ein­schlägi­gen all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten des je­wei­li­gen Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes (§§ 35 ff VwVfG) wirk­sam, so­lan­ge und so­weit er nicht zurück­ge­nom­men, wi­der­ru­fen, an­der­wei­tig auf­ge­ho­ben oder durch Zeit­ab­lauf oder auf an­de­re Wei­se er­le­digt ist (§ 43 Abs 2 VwVfG iVm § 32 Abs 1 S 1 BRAO). Das LSG hat fest­ge­stellt, dass der Zu­las­sungs­ver­wal­tungs­akt am 4.10.2011 wi­der­ru­fen wor­den ist. Die rechts­ge­stal­ten­den Wir­kun­gen des Zu­las­sungs­ver­wal­tungs­akts und sei­nes Wi­der­rufs sind da­mit auch von den mit der Durchführung der So­zi­al­ver­si­che­rung be­trau­ten Behörden und den Ge­rich­ten der So­zi­al­ge­richts­bar­keit in der Wei­se zu be­ach­ten, dass die dort ge­trof­fe­nen Re­ge­lun­gen auch ih­nen ge­genüber als ver­bind­lich an­zu­se­hen sind (sog Tat­be­stands­wir­kung).
5. Das LSG hat zu­dem fest­ge­stellt, dass der Kläger zu­gleich "auf­grund ei­ner durch Ge­setz an­ge­ord­ne­ten oder auf Ge­setz be­ru­hen­den Ver­pflich­tung Mit­glied ei­ner öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung sei­ner Be­rufs­grup­pe (be­rufsständi­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung)" ge­wor­den ist. Die Bei­ge­la­de­ne zu 1. ist als Ver­sor­gungs­werk der Rechts­anwälte in Ba­den-Würt­tem­berg ei­ne be­rufsständi­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung. Mit der Zu­las­sung durch die RAK wur­de der Kläger, der da­mals das 45. Le­bens­jahr noch nicht voll­endet hat­te, auf der Grund­la­ge der ein­schlägi­gen ver­sor­gungs- und kam­mer­recht­li­chen Nor­men des nicht­re­vi­si­blen Lan­des­rechts in § 5 Abs 2 des Ge­set­zes über das Ver­sor­gungs­werk der Rechts­anwälte in Ba­den-Würt­tem­berg (Rechts­an­walts­ver­sor­gungs­ge­setz - RAVG) vom 10.12.1984 iVm § 10 Abs 1 S 1, § 5 Abs 2 der Sat­zung der Bei­ge­la­de­nen zu 1. ip­so iu­re (oh­ne Er­lass ei­nes wei­te­ren Ver­wal­tungs- oder ei­nes an­de­ren kon­sti­tu­ti­ven Rechts­akts) zeit­gleich ob­li­ga­to­ri­sches Pflicht­mit­glied der Bei­ge­la­de­nen zu 1. und zu­gleich kraft ge­setz­li­cher Ver­pflich­tung Mit­glied der RAK K ...
6. § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI gibt in­des­sen ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäftig­ten, die gleich­zei­tig ver­kam­mer­te Mit­glie­der ei­ner be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung sind, ei­nen An­spruch auf Be­frei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht nur für die "Beschäfti­gung, we­gen der" sie auf Grund ei­ner durch Ge­setz an­ge­ord­ne­ten oder auf Ge­setz be­ru­hen­den Ver­pflich­tung Mit­glied ei­ner öffent­lich-recht­li­chen Ver­si­che­rungs­ein­rich­tung oder Ver­sor­gungs­ein­rich­tung ih­rer Be­rufs­grup­pe (be­rufsständi­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung) und zu­gleich kraft ge­setz­li­cher Ver­pflich­tung Mit­glied ei­ner be­rufsständi­schen Kam­mer sind. Die Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft er­folgt al­ler­dings we­der im Blick auf ei­ne "Beschäfti­gung" noch auf ei­nen be­stimm­ten Kreis an­walt­li­cher Betäti­gun­gen. Viel­mehr ist mit der sta­tus­be­gründen­den Zu­las­sung stets der vol­le Um­fang an­walt­li­cher Be­rufs­ausübung eröff­net, der da­mit auch zur Mit­glied­schaft in der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung führt. Die Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft wird nämlich un­ter den tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ins­be­son­de­re der §§ 4 ff BRAO un­abhängig von ei­ner be­stimm­ten Tätig­keit im We­sent­li­chen per­so­nen­be­zo­gen und oh­ne zusätz­li­che Be­schränkung für al­le Betäti­gun­gen er­teilt, die mit dem Be­ruf des Rechts­an­walts als un­abhängi­ges Or­gan der Rechts­pfle­ge (§ 1 BRAO) und als be­ru­fe­ner un­abhängi­ger Be­ra­ter und Ver­tre­ter in al­len Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten (§ 3 Abs 1 BRAO) ver­bun­den sind. Im Blick hier­auf könn­ten bei ei­nem strikt Wort­laut ge­treu­en Norm­verständ­nis die tat­be­stand­li­chen Be­frei­ungs­vor­aus­set­zun­gen bei Rechts­anwälten zu­min­dest grundsätz­lich nicht erfüllt wer­den, wor­auf auch das LSG hin­weist. Die ren­ten­recht­li­che Funk­ti­on des § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI er­laubt und for­dert des­halb zwin­gend ein den Ge­ge­ben­hei­ten des an­walt­li­chen Be­rufs- und Ver­sor­gungs­rechts an­ge­pass­tes Verständ­nis des Tat­be­stands­ele­ments der­sel­ben Beschäfti­gung (" für die Beschäfti­gung, we­gen der "), wenn und so­weit es ge­ra­de in die­sem Kon­text An­wen­dung fin­det. Die­se auch in der Li­te­ra­tur erörter­ten Schwie­rig­kei­ten schließen in­des­sen die An­wend­bar­keit nicht grundsätz­lich aus. Im vor­lie­gen­den Zu­sam­men­hang kann un­ter "der­sel­ben Beschäfti­gung" iS der Norm die "von der Beschäfti­gung er­fass­te Er­werbstätig­keit" ver­stan­den wer­den.
§ 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI be­trifft die Ko­exis­tenz von je­weils auf­grund öffent­lich-recht­li­chen Zwangs an­ge­ord­ne­ten Ver­sor­gun­gen für die Fälle von ver­min­der­ter Er­werbsfähig­keit, Al­ter und Tod (sog "dop­pel­te Pflicht­mit­glied­schaft", Pross­li­ner, NZA 2013, 1384, 1389). Er überlässt es dem hier­nach ge­setz­lich Ermäch­tig­ten, es nach je­weils ei­ge­ner Wil­lens­ent­schei­dung ent­we­der durch Untätig­keit bei der Par­al­le­lität als ge­setz­lich still­schwei­gend an­ge­leg­tem Re­gel­fall zu be­las­sen oder un­ter den ge­setz­lich im Ein­zel­nen be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen durch ei­nen hier­auf ge­rich­te­ten ma­te­ri­ell-recht­li­chen An­trag (§ 6 Abs 2 SGB VI) sein Recht auf Be­frei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung un­ter Ver­bleib in der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung gel­tend zu ma­chen. Mit ei­nem Ge­brauch­ma­chen von der ge­setz­lich eröff­ne­ten po­si­ti­ven Ge­stal­tungsmöglich­keit kann im Er­geb­nis ei­ne Dop­pel­be­las­tung mit Beiträgen und ei­ne mehr­fa­che Ab­si­che­rung ver­gleich­ba­rer Ri­si­ken ver­mie­den wer­den. Das Verständ­nis von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI hat sich an die­ser sys­temüberg­rei­fen­den Ko­or­di­nie­rungs­funk­ti­on zu ori­en­tie­ren und darf da­her nicht be­reits die Schnitt­men­ge bei­der Be­rei­che al­lein nach Kri­te­ri­en der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ("Beschäfti­gung") be­stim­men, die für die Zu­gehörig­keit zu den be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen grundsätz­lich oh­ne Be­deu­tung sind.
7. Der Kläger erfüllt in­des­sen auch die Vor­aus­set­zun­gen der in die­ser Wei­se mo­di­fi­ziert ver­stan­de­nen Norm nicht. Sei­ne Er­werbstätig­keit bei der Bei­ge­la­de­nen zu 2. kann dem Be­rufs­feld der Rechts­anwältin/des Rechts­an­walts von vorn­her­ein nicht zu­ge­ord­net wer­den. Denn die an­walt­li­che Be­rufs­ausübung ist in der äußeren Form der Beschäfti­gung nicht möglich. Um­ge­kehrt be­darf es man­gels Tätig­keit in ei­ner kon­kre­ten frem­den An­ge­le­gen­heit für die Er­brin­gung von Rechts­dienst­leis­tun­gen ge­genüber ei­nem Ar­beit­ge­ber kei­ner Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft (§ 2 Abs 1, § 3 des Ge­set­zes über außer­ge­richt­li­che Rechts­dienst­leis­tun­gen - RDG). Die im Rah­men der Beschäfti­gung er­brach­te Er­werbstätig­keit ist da­mit für sei­ne Mit­glied­schaft bei der Bei­ge­la­de­nen zu 1. und die hier­durch par­al­lel zur ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung be­gründe­te öffent­lich-recht­li­che Si­che­rung oh­ne Be­deu­tung, so­dass es be­reits des­halb an der Grund­vor­aus­set­zung von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI fehlt und sich ei­ne wei­ter­ge­hen­de in­halt­li­che Prüfung erübrigt. Der er­ken­nen­de Se­nat kann dies un­ge­ach­tet der Tat­be­stands­wir­kung der Zu­las­sung des Klägers zur Rechts­an­walt­schaft auf der Grund­la­ge der Fest­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts nach dem ein­schlägi­gen Bun­des­recht selbst ab­sch­ließend be­ur­tei­len. Ent­spre­chen­de sta­tus­be­gründen­de Ver­wal­tungs­ak­te um­fas­sen ih­rem Re­ge­lungs­ge­halt nach nicht die Zu­ord­nung ein­zel­ner Tätig­kei­ten und sind in­so­fern im kon­kre­ten Zu­sam­men­hang not­wen­dig der ei­genständi­gen Aus­le­gung und An­wen­dung bedürf­tig.
Die an­ge­grif­fe­nen Ver­wal­tungs­ak­te sind be­reits des­halb rechtmäßig und ver­let­zen den Kläger nicht in sei­nen Rech­ten. Auf das Feh­len von Fest­stel­lun­gen des LSG zu den Vor­aus­set­zun­gen von § 6 Abs 3 Nr 1 SGB VI und auf die recht­li­che Be­deu­tung der dort als Vor­aus­set­zung ei­ner Ent­schei­dung der Be­klag­ten über die Be­frei­ung ge­for­der­ten Bestäti­gung des "Vor­lie­gens der Vor­aus­set­zun­gen" kommt es un­ter die­sen Umständen vor­lie­gend nicht an (vgl hier­zu BSG vom 31.10.2012 - B 12 R 3/11 R - BS­GE 112, 108 = SozR 4-2600 § 6 Nr 9, Rd­Nr 36).
Die schein­ba­re Un­ver­ein­bar­keit von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI mit "kam­mer­recht­li­chen Nor­men" er­laubt es nicht, sei­nen Wort­laut wei­ter­ge­hend hint­an­zu­stel­len. Ei­nes sys­temüberg­rei­fen­den Verständ­nis­ses der Vor­schrift be­darf es al­lein, wenn und so­weit das Ge­setz not­wen­dig ei­nen iden­ti­schen Aus­gangs­sach­ver­halt ("die­sel­be Beschäfti­gung" im Sin­ne ei­ner po­ten­zi­ell dop­pel­re­le­van­ten Er­werbstätig­keit) er­for­dert. Kommt es da­ge­gen auf die Vor­aus­set­zun­gen der sich aus die­ser Er­werbstätig­keit er­ge­ben­den Ver­si­che­rungs­pflicht nach dem spe­zi­fi­schen Bin­nen­recht der je­wei­li­gen Si­che­rungs­form an, be­ruht die An­wend­bar­keit von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI nicht et­wa auf der Erfüllung ei­nes ein­zi­gen, son­dern auf dem ku­mu­la­ti­ven Vor­lie­gen meh­re­rer ein­schlägi­ger und ge­son­dert zu prüfen­der Tat­bestände. Aus der Sicht der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung kann da­her ua nicht dar­auf ver­zich­tet wer­den, dass die kon­kret in Fra­ge ste­hen­de Er­werbstätig­keit ge­ra­de in der äußeren Form ei­ner Beschäfti­gung (§ 7 Abs 1 S 1 SGB IV) aus­geübt wer­den kann und an­de­rer­seits gleich­zei­tig zur Mit­glied­schaft in ei­ner
be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung führt. Ei­ne le­dig­lich in­halt­li­che Über­schnei­dung der in den zu ko­or­di­nie­ren­den Sys­te­men er­fass­ten Er­werbstätig­keit genügt da­her nicht. Sie ist zwar stets not­wen­dig, doch ist sie ggf recht­lich - wie in Fällen der vor­lie­gen­den Art - nicht hin­rei­chend. An­dern­falls würde im We­ge der "Aus­le­gung" das funk­tio­nell un­ver­zicht­ba­re Er­for­der­nis der Dop­pel­re­le­vanz ei­ner Er­werbstätig­keit auf­ge­ge­ben und da­mit der tat­be­stand­li­che An­wen­dungs­be­reich von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI über­haupt ver­las­sen. Prüfungs­tech­nisch erübrigt sich je­des Ein­ge­hen auf in­halt­li­che As­pek­te ei­ner in Fra­ge ste­hen­den Er­werbstätig­keit, wenn be­reits auf­grund ih­rer äußeren Form aus­schei­det, dass sie mehr­fach Ver­si­che­rungs­pflicht be­gründen könn­te.
Der Se­nat legt - an­ders als das LSG - sei­ner Be­ur­tei­lung der so­zi­al­recht­li­chen (Vor-)Fra­ge, ob ei­ne Er­werbstätig­keit dem Be­reich an­walt­li­cher Be­rufstätig­keit zu­ge­ord­net wer­den kann, ob­wohl sie im Rah­men ei­ner Beschäfti­gung ei­nem nicht­an­walt­li­chen Ar­beit­ge­ber ge­schul­det ist, die ständi­ge übe­rein­stim­men­de Recht­spre­chung des für das Be­rufs­recht der Rechts­anwälte zuständi­gen BGH, des BVerfG und des EuGH zu­grun­de. Er sieht auch nach ei­ge­ner Prüfung kei­nen Rechts­grund, hier­von ab­zu­wei­chen, was grundsätz­lich oh­ne­hin erst nach Vor­la­ge an den EuGH (Art 267 des Ver­tra­ges über die Ar­beits­wei­se der Eu­ropäischen Uni­on - AEUV), das BVerfG (Art 100 Abs 1 GG) und/oder durch Vor­la­ge an den Ge­mein­sa­men Se­nat der obers­ten Ge­richtshöfe des Bun­des (§ 11 des Ge­set­zes zur Wah­rung der Ein­heit­lich­keit der Recht­spre­chung der obers­ten Ge­richtshöfe des Bun­des - RsprEinhG) möglich ge­we­sen wäre. Es fällt auf, dass sich die Re­vi­si­on des an­walt­lich ver­tre­te­nen und ehe­mals zur Rechts­an­walt­schaft zu­ge­las­se­nen Klägers mit die­sem über­kom­me­nen und ge­fes­tig­ten Be­stand des an­walt­li­chen Be­rufs­rechts al­len­falls am Ran­de be­fasst. Dies gilt ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Recht­spre­chung des BGH, des­sen Se­nat für An­walts­sa­chen ne­ben dem Präsi­den­ten des BGH so­wie zwei Mit­glie­dern des BGH ge­ra­de aus Gründen der be­rufs­spe­zi­fi­schen Sach­kun­de mit zwei Rechts­anwälten als Bei­sit­zern be­setzt ist (§ 106 Abs 2 S 1 BRAO).
Un­ge­ach­tet des Feh­lens ei­ner aus­drück­li­chen ge­setz­li­chen Um­schrei­bung ist zunächst der recht­li­che Sprach­ge­brauch in der ständi­gen Recht­spre­chung ins­be­son­de­re des Se­nats für An­walts­sa­chen des BGH, dem sich der er­ken­nen­de Se­nat auch in­so­fern an­sch­ließt, geklärt. Hier­nach ist un­ter ei­nem "Syn­di­kus" der­je­ni­ge zu ver­ste­hen, der als ständi­ger Rechts­be­ra­ter in ei­nem fes­ten Dienst- oder An­stel­lungs­verhält­nis bei ei­nem be­stimm­ten Ar­beit­ge­ber steht. Der "Syn­di­kus­an­walt" ist gleich­zei­tig als Rechts­an­walt zu­ge­las­sen (vgl ex­em­pla­risch BGH Ur­teil vom 25.2.1999 - IX ZR 384/97 - BGHZ 141, 69, 71 mit Hin­weis auf BT-Drucks III/120 S 77 und Be­schluss vom 7.2.2011 - An­wZ (B) 20/10 - NJW 2011, 1517, 1518 Rd­Nr 6).
"Der Syn­di­kus­an­walt hat ei­ne Dop­pel­stel­lung in­ne: Er ist ei­ner­seits An­ge­stell­ter und an­de­rer­seits Rechts­an­walt. So­weit es um das An­stel­lungs­verhält­nis geht, kann er al­ler­dings sei­ne Ei­gen­schaft als Rechts­an­walt nicht ab­strei­fen, aber die­se Ei­gen­schaft ändert nichts dar­an, daß das Ar­beits­verhält­nis von dem Prin­zip der Über- und Un­ter­ord­nung be­herrscht wird. Die Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung ver­moch­te nicht in be­ste­hen­de Ar­beits­verträge ein­zu­grei­fen und schreibt auch für nach ih­rem Er­laß ab­ge­schlos­se­ne Verträge kei­nen neu­en Ar­beits­ver­trags­ty­pus vor, der den Syn­di­kus­an­walt und sei­nen Dienst­herrn et­wa gleich­ge­ord­net stellt. Wenn man, wie das die Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung ge­tan hat, die In­sti­tu­ti­on des Syn­di­kus­an­walts be­jaht, muß man auch dem ge­recht wer­den, daß der Syn­di­kus­an­walt zwei Ar­beits­be­rei­che hat, nämlich ei­nen ar­beits­ver­trag­lich ge­bun­de­nen und ei­nen als frei­er An­walt. Die Amt­li­che Be­gründung (zu § 59 S. 77) sagt ganz mit Recht: ‘Der Syn­di­kus­an­walt ent­spricht bei sei­ner Tätig­keit als Syn­di­kus für sei­nen Dienst­herrn nicht dem all­ge­mei­nen an­walt­li­chen Be­rufs­bild, wie es in der Vor­stel­lung der All­ge­mein­heit be­steht. In das Be­rufs­bild des An­walts, das sich von ihm als ei­nem un­abhängi­gen Or­gan der Rechts­pfle­ge ge­formt hat, läßt sich nur die Tätig­keit einfügen, die der Syn­di­kus als An­walt außer­halb sei­nes Dienst­verhält­nis­ses ausübt. Da­ge­gen sind bei der Tätig­keit, die er als Syn­di­kus für sei­nen Dienst­herrn leis­tet, die ty­pi­schen We­sens­merk­ma­le der frei­en Be­rufs­ausübung, die das Bild des An­walts be­stim­men, nicht ge­ge­ben´."
Hier­an wird im Rah­men ei­ner kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­wei­sungs­ket­te bis heu­te fest­ge­hal­ten (vgl ex­em­pla­risch BGH Be­schluss vom 25.4.1988 - An­wZ (B) 2/88 - BRAK-Mitt 1988, 271 f; Ur­teil vom 25.2.1999 - IX ZR 384/97 - BGHZ 141, 69, 71; Be­schluss vom 13.3.2000 - An­wZ (B) 25/99 - NJW 2000, 1645; Be­schluss vom 18.6.2001 - An­wZ (B) 41/00 - NJW 2001, 3130; Be­schluss vom 4.11.2009 - An­wZ (B) 16/09 \226 NJW 2010, 377, 379 Rd­Nr 17, in­so­fern in BGHZ 183, 73 ff nicht ab­ge­druckt; Be­schluss vom 7.2.2011 - An­wZ (B) 20/10 - NJW 2011, 1517, 1518 Rd­Nr 6; eben­so BAG Be­schluss vom 19.3.1996 - 2 AZB 36/95 - BA­GE 82, 239, 241). Im ge­nann­ten Be­schluss vom 7.2.2011 for­mu­liert der BGH - un­ter aus­drück­li­cher Er­wei­te­rung die­ser Recht­spre­chung auf das Be­rufs­bild des eu­ropäischen Rechts­an­walts (§ 2 Abs 1 Eu­RAG) - ak­tu­ell wie folgt:
"Nach ge­fes­tig­ter Recht­spre­chung zu dem Tätig­keits­bild des Rechts­an­walts nach der Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung wird der­je­ni­ge, der als ständi­ger Rechts­be­ra­ter in ei­nem fes­ten Dienst- oder An­stel­lungs­verhält­nis zu ei­nem
be­stimm­ten Ar­beit­ge­ber steht (Syn­di­kus), in die­ser Ei­gen­schaft nicht als Rechts­an­walt tätig (BVerfGE 87, 287; BGH, Be­schluss vom 18. Ju­ni 2001 - An­wZ (B) 41/00, NJW 2001, 3130; Be­schluss vom 4. No­vem­ber 2009 - An­wZ (B) 16/09, NJW 2010, 377 Rn. 17). Die mit dem Dienst- oder An­stel­lungs­verhält­nis ver­bun­de­nen Bin­dun­gen und Abhängig­kei­ten ste­hen nicht im Ein­klang mit dem in §§ 1 bis 3 BRAO nor­mier­ten Be­rufs­bild des Rechts­an­walts als frei­em und un­abhängi­gem Be­ra­ter und Ver­tre­ter al­ler Recht­su­chen­den. "
"Bei der Prüfung im Ein­zel­fall wird der Maßstab an­zu­le­gen sein, der sich aus dem all­ge­mei­nen Be­rufs­bild des Rechts­an­walts er­gibt. Der Rechts­an­walt muß als sol­cher in der Be­ra­tung und Ver­tre­tung un­abhängig und ob­jek­tiv sein. Will der Be­wer­ber z.B. ei­ne Tätig­keit bei­be­hal­ten, die sei­ne gan­ze Ar­beits­kraft in An­spruch nimmt und in der er streng an frem­de Wei­sun­gen ge­bun­den ist, so bleibt für ei­ne Ausübung des Be­ru­fes als An­walt, an den sich je­der Recht­su­chen­de wen­den könn­te, kein Raum mehr. Die Be­rufs­be­zeich­nung Rechts­an­walt würde in ei­nem sol­chem Fall zu ei­nem in­halts­lee­ren Ti­tel wer­den. - Un­ter ähn­li­chen Ge­sichts­punk­ten las­sen sich die Gren­zen für den so­gen. Syn­di­kus­an­walt be­stim­men, der in ei­nem Dienst- oder An­stel­lungs­verhält­nis zu ei­nem be­stimm­ten Ar­beit­ge­ber steht. Zwar wird ein Be­wer­ber, der Syn­di­kus und Rechts­an­walt zu­gleich sein will, in sei­ner Ei­gen­schaft als S y n d i k u s ei­ne ju­ris­ti­sche Tätig­keit ausüben, wenn er sei­nem Ar­beit­ge­ber in Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten Rat und Bei­stand gewährt; die­se Tätig­keit kann, rein fach­lich be­trach­tet, der be­ra­ten­den Tätig­keit ei­nes Rechts­an­walts durch­aus ent­spre­chen; sei­ne Stel­lung als Syn­di­kus mag auch so be­deu­tend sein, daß er sei­nem Ar­beit­ge­ber ge­genüber selbständig und ei­gen­ver­ant­wort­lich zu han­deln ver­mag. Je­doch würde ei­ne aus­sch­ließli­che Tätig­keit für ein Un­ter­neh­men nicht dem Bild ent­spre­chen, das bei dem Be­ruf des Rechts­an­walts, von der All­ge­mein­heit der Recht­su­chen­den her ge­se­hen, in sei­ner Stel­lung in­ner­halb der Rechts­pfle­ge ge­ge­ben sein muß. Das Be­rufs­bild des Rechts­an­walts kann nur dann vor­han­den sein, wenn der Syn­di­kus recht­lich und tatsächlich in der La­ge ist, ne­ben sei­ner Tätig­keit in dem Un­ter­neh­men Recht­su­chen­de als frei­er An­walt zu be­ra­ten und zu ver­tre­ten. Sind die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht ge­ge­ben, so wäre ei­nem Be­wer­ber die Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft zu ver­sa­gen. "
Da­mit ist ins­be­son­de­re geklärt, dass un­ge­ach­tet im Ein­zel­fall ar­beits­recht­lich eröff­ne­ter Möglich­kei­ten, auch ge­genüber dem Ar­beit­ge­ber sach­lich selbständig und ei­gen­ver­ant­wort­lich zu han­deln, al­lein die Ein­glie­de­rung in die von die­sem vor­ge­ge­be­ne Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on mit dem Be­rufs­bild des Rechts­an­walts un­ver­ein­bar ist. Das für die Zu­las­sung un­ver­zicht­ba­re Be­rufs­bild des Rechts­an­walts kann sich da­mit nur dar­aus er­ge­ben, dass der Syn­di­kus recht­lich und tatsächlich in der La­ge ist, ne­ben (!) sei­ner Tätig­keit im Un­ter­neh­men Recht­su­chen­de als frei­er An­walt zu be­ra­ten und zu ver­tre­ten. Der Syn­di­kus­an­walt ist Rechts­an­walt, nicht weil er Syn­di­kus ist, son­dern weil er sich auf­grund ei­ner nur des­halb zu er­tei­len­den Zu­las­sung un­abhängig hier­von und da­ne­ben ge­son­dert als Rechts­an­walt betätigt. Bei­de Tätig­kei­ten sind grundsätz­lich ge­trennt zu be­trach­ten (vgl BGH Be­schluss vom 22.3.1999 - Pa­t­An­wZ 10/98 - EBE/BGH 1999, 150 f, zum Er­for­der­nis ei­ner min­des­tens halbjähri­gen Tätig­keit "bei ei­nem Pa­tent­an­walt", das nur dann erfüllt ist, wenn der An­trag­stel­ler auf dem Ge­biet ei­nes Pa­tent­an­walts tätig ge­wor­den ist und nicht le­dig­lich im Rah­men ei­nes "Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses in ei­nem Un­ter­neh­men" bei ei­nem dort eben­falls an­ge­stell­ten Syn­di­kus­an­walt). So­weit der BGH hin­sicht­lich der Vor­aus­set­zun­gen für den Er­werb von Fach­an­walts­be­zeich­nun­gen in be­grenz­tem Um­fang Aus­nah­men zulässt (vgl BGH Be­schluss vom 4.11.2009 - An­wZ (B) 16/09 - NJW 2010, 377, 379 Rd­Nr 17 mwN in­so­fern in BGHZ 183, 73 nicht ab­ge­druckt; vgl zur Ver­fas­sungsmäßig­keit des Vor­ge­hens der Fach­ge­rich­te, wenn sie Nach­wei­se des Be­wer­bers über die in sei­ner Ei­gen­schaft als Syn­di­kus­an­walt be­treu­ten Fälle als nicht aus­rei­chend be­wer­ten, BVerfG Be­schluss vom 20.3.2007 - 1 BvR 142/07 - NJW 2007, 1945), ist dies für den vor­lie­gen­den Zu­sam­men­hang er­kenn­bar oh­ne Be­deu­tung; im Übri­gen sieht der BGH hier­durch sei­ne sons­ti­ge Recht­spre­chung aus­drück­lich als nicht be­trof­fen an.
" Nicht auf­ge­grif­fen hat der Aus­schuß den in der Anhörung am 1. De­zem­ber 1993 von Ver­tre­tern der Syn­di­kus­anwälte im Deut­schen An­walt­ver­ein vor­ge­brach­ten Vor­schlag, durch ei­ne Ände­rung des § 46 BRAO dem Syn­di­kus­an­walt ein­zuräum­en, daß er auch im An­ge­stell­ten­verhält­nis als An­walt tätig wird.
Ei­ne sol­che Ände­rung hätte zur Fol­ge ge­habt, daß der Syn­di­kus­an­walt, der jetzt im Ne­ben­be­ruf Rechts­an­walt ist und
im Haupt­be­ruf als An­ge­stell­ter sei­nen Ar­beit­ge­ber in recht­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten berät, auch in sei­ner Ei­gen­schaft als recht­li­cher Be­ra­ter sei­nes Ar­beit­ge­bers Rechts­an­walt mit al­len Rech­ten und Pflich­ten ist. Der Aus­schuß ist in sei­nen Be­ra­tun­gen zu dem Er­geb­nis ge­kom­men, daß das in den §§ 1 bis 3 BRAO nor­mier­te Be­rufs­bild des Rechts­an­walts, wie es sich auch in der All­ge­mein­heit von ihm als un­abhängi­gem Or­gan der Rechts­pfle­ge ge­bil­det hat, mit der Tätig­keit un­ver­ein­bar ist, wenn der Syn­di­kus im Rah­men sei­nes Dienst­verhält­nis­ses als An­walt auf­tritt. Bei der Tätig­keit, die der Syn­di­kus für sei­nen Dienst­herrn leis­tet, sind dann, wenn der Syn­di­kus persönlich mit der Ma­te­rie des Ein­zel­falls be­faßt ge­we­sen ist, die durch das Ge­setz der frei­en
Ad­vo­ka­tur ge­kenn­zeich­ne­ten ty­pi­schen We­sens­merk­ma­le der frei­en Be­rufs­ausübung, die das Bild des Rechts­an­walts be­stim­men, nicht ge­ge­ben. Sei­ne freie und un­re­gle­men­tier­te Selbst­be­stim­mung wäre im Rah­men sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses, in dem er grundsätz­lich dem Prin­zip der Über- und Un­ter­ord­nung un­ter­liegt, nicht gewähr­leis­tet. Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 4. No­vem­ber 1992 zum an­walt­li­chen Zweit­be­ruf (1 BvR 79/85 u. a.) spricht zwar ei­ner­seits für ei­ne weit­ge­hen­de Öff­nung zum Zweit­be­ruf, wenn durch Be­rufs­ausübungs­re­ge­lun­gen die Ge­fahr von In­ter­es­sen­kol­li­sio­nen ver­mie­den wird. Das Ge­richt hat in die­sem Zu­sam­men­hang aber auch er­neut die Ge­mein­schaftsgüter der Stel­lung des Rechts­an­walts als un­abhängi­ges Rechts­pfle­ge­or­gan und der Funk­ti­onsfähig­keit der Rechts­pfle­ge an­er­kannt. Bei­des steht nach der ein­hel­li­gen Auf­fas­sung des Aus­schus­ses ei­ner Ände­rung des § 46 BRAO in dem gewünsch­ten Sinn ent­ge­gen."
8. Die ge­gen die­ses Er­geb­nis vor­ge­brach­ten Einwände grei­fen nicht durch.
a) Un­ge­ach­tet mögli­cher in­halt­li­cher Übe­rein­stim­mun­gen kommt für das De­ckungs­verhält­nis der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nicht in Be­tracht, abhängi­ge Beschäfti­gung und ei­ne da­ne­ben aus­geübte selbständi­ge Tätig­keit als Rechts­an­walt iS ei­ner ein­heit­li­chen Be­trach­tung "zu­sam­men­zu­zie­hen". Die iso­lier­te Fra­ge­stel­lung, ob ei­ne an­walt­li­che Tätig­keit in Ge­stalt ei­ner abhängi­gen Beschäfti­gung aus­geübt wer­den kann und da­mit grundsätz­lich ei­ne Be­frei­ungsmöglich­keit eröff­net ist, würde da­mit ge­ra­de ver­las­sen. Die bei­den (ein­zi­gen) For­men der Ausübung ei­ner Er­werbstätig­keit, die selbständi­ge Tätig­keit und die abhängi­ge Beschäfti­gung, schließen sich im Übri­gen wech­sel­sei­tig aus. Wo - wie vor­lie­gend - die Be­frei­ung von der Ver­si­che­rungs­pflicht auf­grund ei­ner abhängi­gen Beschäfti­gung in Fra­ge steht, können Ge­sichts­punk­te der selbständi­gen Er­werbstätig­keit kei­ne Rol­le spie­len. Es ent­spricht da­her ständi­ger Recht­spre­chung des BSG im Ren­ten­ver­si­che­rungs­recht, dass, wenn ne­ben­ein­an­der ver­schie­de­ne ren­ten­ver­si­che­rungs­recht­lich be­deut­sa­me Sach­ver­hal­te vor­lie­gen, das Be­ste­hen von Ver­si­che­rungs­pflicht (oder Ver­si­che­rungs­frei­heit bzw Ver­si­che­rungs­be­frei­ung) hin­sicht­lich des ei­nen Sach­ver­halts grundsätz­lich kei­ne Wir­kung für den an­de­ren Sach­ver­halt hat, je­der Sach­ver­halt mit­hin, wenn ge­setz­lich nichts an­de­res be­stimmt ist, selbständig zu be­ur­tei­len ist und es des­halb zulässi­ger­wei­se zu Mehr­fach­ver­si­che­run­gen und mehr­fa­cher Bei­trags­pflicht kom­men kann (vgl BSG Ur­tei­le vom 4.11.2009 - B 12 R 7/08 R - SozR 4-2600 § 2 Nr 13 Rd­Nr 19 mit Hin­weis auf die Rechts­la­ge be­reits vor In­kraft­tre­ten des SGB VI, vom 13.9.1979 - 12 RK 26/77 - BS­GE 49, 38, 39 f = SozR 2200 § 1227 Nr 29 S 67, 68 f, mwN und vom 2.6.1982 - 12 RK 66/80 - SozR 5800 § 2 Nr 3; s auch - hier­an an­knüpfend - die Be­gründung zum Ent­wurf ei­nes Ren­ten­re­form­ge­set­zes 1992, BT-Drucks 11/4124 S 148).
Die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI können auch nicht da­durch um­gan­gen wer­den, dass ein in­ne­rer (sach­li­cher) Zu­sam­men­hang der be­haup­te­ten Art "theo­rie-"gestützt be­gründet wird. Was für den in­ne­ren Zu­sam­men­hang als sol­chen gilt, be­trifft not­wen­dig auch al­le zum Be­leg sei­nes Vor­lie­gens be­nann­ten Ein­zel­kri­te­ri­en und "Kri­te­ri­en­for­meln", da­mit auch die sog Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie ("rechts­be­ra­tend, rechts­ver­mit­telnd, rechts­ent­schei­dend, rechts­ge­stal­tend") und je­des ih­rer Ele­men­te. Erst recht fehlt es an je­der Rechts­grund­la­ge, die "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" an Stel­le des ge­setz­li­chen Tat­be­stands der Rechts­an­wen­dung zu­grun­de zu le­gen und da­mit die Rechts­fol­ge des § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI mit der vor­lie­gend in Fra­ge ste­hen­den Fall­grup­pe zu ver­bin­den, für die sie der hier­zu ein­zig be­ru­fe­ne Ge­setz­ge­ber ge­ra­de nicht vor­ge­se­hen hat. Un­ter­schied­li­che Ab­si­che­run­gen in un­ter­schied­li­chen Sys­te­men sind Kon­se­quenz des Um­stan­des, dass syn­chron und di­a­chron ei­ne Viel­zahl von Er­werbstätig­kei­ten be­trie­ben wer­den kann, und de­ren hier­an an­knüpfen­de Ab­si­che­rung nicht ih­rer­seits im Sin­ne ei­nes ein­heit­li­chen Ge­samt­kon­zepts durch zwin­gen­des Recht ko­or­di­niert ist. Es gibt des­halb auch kei­nen Rechts­satz des In­halts, dass stets nur die Zu­gehörig­keit zu ei­nem ein­zi­gen Si­che­rungs­sys­tem in Be­tracht kom­men könn­te oder es un­ge­ach­tet ei­ner Ände­rung der hierfür recht­lich maßgeb­li­chen Umstände stets bei der ein­mal be­gründe­ten Zuständig­keit ei­nes Sys­tems zu ver­blei­ben ha­be. Nur
so­weit der Ge­setz­ge­ber hierfür im Ein­zel­fall An­lass ge­se­hen hat und im An­wen­dungs­be­reich der je­wei­li­gen Ko­or­di­nie­rungs­re­ge­lung, kann hier­von aus­nahms­wei­se ab­ge­se­hen wer­den. Auch in­so­fern be­darf es schließlich kei­nes nähe­ren Ein­ge­hens auf den Theo­rie-Cha­rak­ter der "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" im Sin­ne der Wis­sen­schafts­theo­rie bzw ei­ner wis­sen­schaft­lich be­trie­be­nen Ju­ris­pru­denz.
c) Die ge­setz­lich ge­for­der­te po­si­ti­ve Fest­stel­lung, dass die­sel­be Er­werbstätig­keit, die die Mit­glied­schaft in der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tung be­gründet hat, we­gen ih­rer Ausübung in der Form der Beschäfti­gung zu­gleich Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung be­gründet, kann nicht durch die­je­ni­ge er­setzt wer­den, dass die in der Form der Beschäfti­gung aus­geübte Er­werbstätig­keit der Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft nicht ursprüng­lich oder nachträglich ent­ge­gen­steht. Zwar stellt sich aus der Sicht der al­lein auf ei­ner ar­beits­recht­li­chen Ne­bentätig­keit gründen­den Zu­las­sung zur Rechts­an­walt­schaft um­ge­kehrt die Fra­ge, ob ei­ne da­ne­ben aus­geübte Tätig­keit mit dem An­walts­be­ruf ver­ein­bar ist und da­her ih­rer Er­tei­lung nicht ent­ge­gen­steht (§ 7 Nr 8 BRAO) bzw ih­ren Wi­der­ruf nicht for­dert (§ 14 Abs 2 Nr 8 BRAO). In­des­sen ist die hier­zu vor­lie­gend um­fang­rei­che - und seit dem Be­schluss des BVerfG vom 4.11.1992 (1 BvR 79/85 ua - BVerfGE 87, 287) im Sin­ne der Li­be­ra­li­sie­rung nach­hal­tig geänder­te - Recht­spre­chung so­weit er­sicht­lich zu kei­nem Zeit­punkt - selbst­wi­dersprüchlich - auf den Ge­dan­ken ge­kom­men, dass ei­ne Un­ver­ein­bar­keit schon des­halb nicht vor­lie­gen könn­te, weil es sich bei der im Rah­men ei­ner Beschäfti­gung aus­geübten Tätig­keit um ei­nen ge­nui­nen Teil des an­walt­li­chen Be­rufs­bil­des han­deln könn­te. Die oft zi­tier­te Beschäfti­gung als Ta­xi-Fah­rer steht der an­walt­li­chen Be­rufs­ausübung nicht ent­ge­gen, gehört ihr aber evi­dent nicht zu. Das­sel­be gilt ins­be­son­de­re für den In­halt sol­cher Beschäfti­gun­gen, die Rechts­be­ra­tung ge­genüber drit­ten Per­so­nen (vgl BGH Be­schlüsse vom 3.3.1986 - An­wZ (B) 1/86 - BGHZ 97, 204, 206 und vom 19.6.1995 - An­wZ (B) 4/95 - NJW-RR 1995, 1083, 1084 und die Nach­wei­se bei BGH Be­schluss vom 27.5.1991 - An­wZ (B) 4/91 - NJW 1991, 2289) oder die ju­ris­ti­sche Sach­be­ar­bei­tung bei ei­ner Rechts­schutz­ver­si­che­rung (BGH Be­schluss vom 21.11.1994 - An­wZ (B) 44/94 - NJW 1995, 1031) zum In­halt ha­ben. Die Ver­ein­bar­keit von An­walts­be­ruf und da­ne­ben aus­geübter Tätig­keit ist da­mit zwar not­wen­dig, weil an­dern­falls ei­ne Zu­las­sung zur An­walt­schaft nicht er­fol­gen könn­te, zur Be­gründung der für die An­wen­dung von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI not­wen­dig er­for­der­li­chen Dop­pel­re­le­vanz aber nicht hin­rei­chend. Auch al­le sonst von § 7 Nr 8, § 14 Abs 1, Abs 2 Nr 8 BRAO er­fass­ten Tätig­kei­ten sind ge­ra­de sol­che außer­halb des an­walt­li­chen Be­rufs­felds in ei­nem Zweit­be­ruf (vgl ex­em­pla­risch BGH vom 19.6.1995 - An­wZ (B) 4/95 - NJW-RR 1995, 1083, 1084).
d) Hin­wei­se für ei­ne feh­len­de An­wend­bar­keit von § 46 BRAO auf Fälle der vor­lie­gen­den Art feh­len vollständig. Die Vor­schrift gehört zu den Be­rufs­ausübungs­re­ge­lun­gen, die als ge­genüber Be­rufs­zu­gangs­re­ge­lun­gen (Art 12 Abs 1 GG) der vor­ste­hend erörter­ten Art we­ni­ger schwer wie­gen­der Ein­griff das Verhält­nis der durch Zu­las­sung eröff­ne­ten an­walt­li­chen Be­rufstätig­keit zu ei­ner da­ne­ben aus­geübten Beschäfti­gung be­tref­fen. In­so­fern be­gründet § 46 BRAO be­son­de­re Be­rufs­pflich­ten der Syn­di­kus­anwälte und bestätigt im Rück­schluss gleich­zei­tig, dass die Ausübung ei­ner abhängi­gen Beschäfti­gung der Rechts­stel­lung ei­nes un­abhängi­gen Or­gans der Rechts­pfle­ge selbst dann nicht von vorn­her­ein ent­ge­gen­steht, wenn sie an­walt­li­chen Stan­des­pflich­ten nicht un­ter­wor­fen und die Ar­beits­zeit und Ar­beits­kraft über­wie­gend in An­spruch nimmt (vgl BVerfG Be­schluss vom 4.11.1992 - 1 BvR 79/85 ua - BVerfGE 87, 287, 297; zur feh­len­den An­wend­bar­keit von § 46 BRAO bei ei­nem an­ge­stell­ten Rechts­an­walt, der un­abhängig und wei­sungs­frei Man­da­te be­ar­bei­tet, die sein Ar­beit­ge­ber oder Dienst­herr über­nom­men hat s im Übri­gen BGH Be­schluss vom 6.3.2006 - An­wZ (B) 37/05 - BGHZ 166, 299 und BGH Be­schluss vom 4.11.2009 - An­wZ (B) 16/09 - NJW 2010, 377, 379 Rd­Nr 17 in­so­fern in BGHZ 183, 73 nicht ab­ge­druckt). Auch in­so­fern geht es je­doch stets um die Ab­gren­zung ver­schie­de­ner rechts­be­ra­ten­der und -be­sor­gen­der Tätig­kei­ten (vgl BGH Be­schluss vom 19.6.1995 - An­wZ (B) 4/95 - NJW-RR 1995, 1083, 1084) und ins­be­son­de­re um die Un­ter­schei­dung zwi­schen dem wei­sungs­frei­en, un­abhängi­gen Rechts­an­walt und dem Syn­di­kus­an­walt, der im Rah­men ei­nes ständi­gen Dienst- oder ähn­li­chen Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses sei­ne Ar­beits­zeit und Ar­beits­kraft zur Verfügung stel­len muss (BGH Ur­teil vom 25.2.1999 - IX ZR 384/97 - BGHZ 141, 69; BGH Be­schlüsse vom 18.6.2001 - An­wZ (B) 41/00 - NJW 2001, 3130 und vom 7.2.2011 - An­wZ (B) 20/10 - NJW 2011, 1517, 1520 Rd­Nr 27; An­walts­ge­richts­hof Ham­burg Be­schluss vom 3.9.2002 - II ZU 11/01 - BRAK-Mitt 2002, 283).
e) Der mit der ver­brei­te­ten Be­zeich­nung "Dop­pel­be­rufs­theo­rie" be­zeich­ne­te recht­li­che Um­stand gibt un­ter die­sen Umständen der Sa­che nach die von BGH, BAG, BVerfG und EuGH übe­rein­stim­mend ge­ge­be­ne und fort­lau­fend bestätig­te ne­ga­ti­ve Ant­wort auf die Rechts­fra­ge wie­der, ob der Syn­di­kus­an­walt auch in sei­ner abhängi­gen Beschäfti­gung als Rechts­an­walt an­zu­se­hen ist. So­weit mit der Wort­wahl ei­ne ge­rin­ge­re Ver­bind­lich­keit im Sin­ne ei­ner in­ter­pre­ta­ti­ven "Klein­theo­rie" (vgl zur Klas­si­fi­ka­ti­on in An­leh­nung an Ralf Drei­er Röhl/Röhl, All­ge­mei­ne Rechts­leh­re, 3. Aufl, Köln/München 2008, S 163, 165) be­haup­tet wer­den soll, steht dem "die fun­da­men­ta­le ob­jek­ti­ve Be­deu­tung der seit ei­nem Jahr­hun­dert durch­ge­setz­ten frei­en Ad­vo­ka­tur" (BVerfG Be­schluss vom 8.3.1983 - 1 BvR 1078/80 - BVerfGE 63, 266, 282) und das Ge­wicht ei­ner über Jahr­zehn­te fort­geführ­ten ein­hel­li­gen Auf­fas­sung der Recht­spre­chung und von de­ren Bin­dungs­wir­kung ent­ge­gen, die ein form­lo­ses Ab­wei­chen zu­guns­ten ei­nes an­de­ren ge­dank­li­chen Kon­strukts zu­min­dest nicht oh­ne Wei­te­res er­lau­ben. We­der wird mit ei­nem der­ar­ti­gen Verständ­nis der BRAO ein "ein­heit­li­cher Be­ruf künst­lich auf­ge­spal­ten" noch exis­tie­ren nach­voll­zieh­ba­re Hin­wei­se auf ei­ne "Auf­wei­chung" oder "Auf­he­bung" des mit der Be­zeich­nung "Dop­pel­be­rufs- oder Zweit­be­rufs­theo­rie" be­nann­ten recht­li­chen Sach­ver­halts.
f) § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI ist als ab­sch­ließen­de Aus­nah­me­re­ge­lung ei­ner wei­ten, er­wei­tern­den oder ana­lo­gen An­wen­dung we­der bedürf­tig noch fähig. Der Kläger gehört als abhängig Beschäftig­ter iS von § 7 Abs 1 S 1 SGB IV zum Kern­be­reich der ty­pi­siert Schutz­bedürf­ti­gen und des­halb grundsätz­lich in al­len Zwei­gen der So­zi­al­ver­si­che­rung (vgl § 2 Abs 2 Nr 1 SGB IV) und ins­be­son­de­re in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (§ 1 S 1 Nr 1 Halbs 1 SGB VI) Zwangs­ver­si­cher­ten. Die­se ein­fach­ge­setz­li­che Lei­tent­schei­dung wird für den Per­so­nen­kreis, dem der Kläger zu­gehört, auch nicht un­mit­tel­bar spe­zi­al­ge­setz­lich mo­di­fi­ziert oder re­vo­ziert. Umstände, die - ih­rer­seits ty­pi­sie­rend - trotz Ausübung ei­ner Beschäfti­gung der An­nah­me der Schutz­bedürf­tig­keit ent­ge­gen­ste­hen und da­her An­lass zu ei­ner Tat­be­stands­re­duk­ti­on ge­ben könn­ten, sind ge­setz­lich nicht um­schrie­ben. Die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Tat­be­stands­re­duk­ti­on, die An­lass ge­ge­ben hätten, von vorn­her­ein von der An­ord­nung der Rechts­fol­ge Ver­si­che­rungs­pflicht ab­zu­se­hen (zB § 1 S 3 SGB VI) oder trotz Eröff­nung des An­wen­dungs­be­reichs der Beschäftig­ten­ver­si­che­rung aus­nahms­wei­se un­mit­tel­bar kraft Ge­set­zes Ver­si­che­rungs­frei­heit an­zu­ord­nen (§ 5 Abs 1 S 1 Nr 1 - Nr 3 SGB VI), sind er­kenn­bar nicht erfüllt. Die vor­lie­gend al­lein in Fra­ge ste­hen­de Re­ge­lung des § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI gehört zu ei­nem Kreis von Be­stim­mun­gen, die den be­trof­fe­nen Pflicht­ver­si­cher­ten un­ter den im Ge­setz je­weils im Ein­zel­nen um­schrie­be­nen Vor­aus­set­zun­gen nach ei­ge­nem "Ent­schließungs­er­mes­sen" ei­nen An­spruch auf ei­ne kon­sti­tu­ti­ve Be­frei­ung von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht durch ei­nen ge­bun­de­nen Ver­wal­tungs­akt des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trägers mit grundsätz­lich auf die in Fra­ge ste­hen­de Beschäfti­gung be­grenz­ter Wir­kung (§ 6 Abs 5 SGB VI) gewähren, um nach­fol­gend al­lein im be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­werk mit güns­ti­ge­ren Be­din­gun­gen zu ver­blei­ben. Ei­ne vollständi­ge Ent­las­sung aus der öffent­li­chen So­zi­al­ver­si­che­rung ist da­ge­gen nicht möglich (vgl BVerfG Be­schluss vom 5.5.2008 - 1 BvR 1060/05 ua - SozR 4-2600 § 6 Nr 7 Rd­Nr 16).
Nur aus­nahms­wei­se ge­win­nen da­her die von bei­den Sys­te­men Er­fass­ten ih­re Vor­sor­ge­frei­heit (Art 2 Abs 1 GG) durch Be­frei­ungs­re­ge­lun­gen be­grenzt zurück. Bei § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI han­delt es sich dem Kon­zept der ab­ge­stuf­ten Schutz­bedürf­tig­keit fol­gend be­reits in­ner­halb der Beschäftig­ten­ver­si­che­rung um ei­ne ab­sch­ließen­de Aus­nah­me­re­ge­lung, die ei­ner er­wei­tern­den oder ent­spre­chen­den An­wen­dung nicht zugäng­lich ist (vgl BSG Ur­teil vom 30.4.1997 - 12 RK 20/96 - USK 9733). Sein Aus­nah­me­cha­rak­ter wird zu­dem da­durch wei­ter bestätigt, dass er auch in­ner­halb sei­nes An­wen­dungs­be­reichs ein Be­frei­ungs­recht kei­nes­wegs für al­le Fälle der Dop­pel­zu­gehörig­keit vor­sieht. Et­was an­de­res er­gibt sich auch nicht et­wa des­halb, weil es sich bei ihm um ei­ne "Kol­li­si­ons­norm" han­de­le, de­ren Auf­ga­be dar­in lie­ge, zu­guns­ten der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen die An­wend­bar­keit je­weils nur ei­ner (ein­zi­gen) Rechts­mas­se si­cher­zu­stel­len.
Kol­li­si­ons­nor­men be­tref­fen die Fra­ge, wel­ches Recht als sog Sach­norm zur An­wen­dung kommt, wenn der Re­ge­lungs­ge­gen­stand gleich­zei­tig von meh­re­ren Rechts­mas­sen er­fasst ist. Sie be­stim­men ent­we­der be­schränkt auf die Bin­nen­sicht nur ei­ner Men­ge von Rechtssätzen, ob die­se An­wend­bar­keit be­an­spru­chen, ob­wohl gleich­zei­tig an­de­re Norm­bestände als ein­schlägig in Be­tracht kom­men (ein­sei­ti­ge Kol­li­si­ons­norm) oder le­gen für die Ge­samt­heit der ein­schlägi­gen Rechts­mas­sen um­fas­send fest, nach wel­cher von ih­nen sich die recht­li­che Be­ur­tei­lung des Re­ge­lungs­ge­gen­stan­des rich­tet (mehr­sei­ti­ge Kol­li­si­ons­norm). Nur so­weit um­fas­send für al­le Fälle des Zu­sam­men­tref­fens ein­schlägi­ger Rechtssätze die An­wend­bar­keit we­nigs­tens ei­ner der in Fra­ge ste­hen­den Rechts­mas­sen ab­sch­ließend abs­trakt-ge­ne­rell be­stimmt wird, kann oh­ne Wei­te­res von ei­ner Kol­li­si­ons­norm in die­sem Sin­ne ge­spro­chen wer­den. Im Blick hier­auf han­delt es sich bei § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI im um­fas­sen­den Sin­ne um ei­ne Ko­or­di­na­ti­ons­re­ge­lung und al­len­falls in ei­nem sehr be­schränk­ten Sin­ne um den Son­der­fall ei­ner Ko­or­di­nie­rung von Sys­te­men durch ei­ne Kol­li­si­ons­norm mit Aus­schluss­wir­kung zu­guns­ten der be­rufsständi­schen Ver­sor­gung. Bei­des schließt sich nicht aus. Nur wenn nämlich ku­mu­la­tiv al­le ob­jek­ti­ven Ele­men­te des um­fang­rei­chen mehr­glied­ri­gen Tat­be­stan­des erfüllt sind, ins­be­son­de­re al­len An­for­de­run­gen an die Art der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen, an die Gleich­ar­tig­keit der Bei­trags­er­he­bung so­wie an die Gleich­wer­tig­keit des Ver­si­che­rungs­schut­zes genügt ist, und die hier­nach Be­rech­tig­ten po­si­tiv von dem ih­nen ein­geräum­ten "Ent­schließungs­er­mes­sen" Ge­brauch ge­macht ha­ben, kommt es (mit­tel­bar) zum Aus­schluss der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht. Das Ge­setz be­schränkt sich in­so­fern ty­pi­sie­rend auf Fall­kon­stel­la­tio­nen, bei de­nen ins­be­son­de­re glei­cher­maßen das Be­stands­in­ter­es­se und die Leis­tungsfähig­keit der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung wie der Ge­sichts­punkt der Gewähr­leis­tung ei­nes aus­rei­chen­den Schut­zes der Be­trof­fe­nen durch die be­rufsständi­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung berück­sich­tigt und ge­gen­ein­an­der ab­ge­wo­gen sind. Han­delt es sich dem­ge­genüber um Sach­ver­hal­te außer­halb des ob­jek­ti­ven An­wen­dungs­be­reichs oder betätigt ein Be­rech­tig­ter sein "Ent­schließungs­er­mes­sen" nicht, fehlt es vollständig an ei­ner kol­li­si­ons­recht­li­chen Rechts­fol­ge­na­n­ord­nung und belässt es das Ge­setz mit der Fol­ge der Dop­pel­ver­si­che­rung bei der par­al­le­len An­wend­bar­keit der je­weils ein­schlägi­gen Rechtssätze. Kei­nes­wegs be­steht da­mit nach dem zu­grun­de lie­gen­den Re­ge­lungs­kon­zept für je­den Kol­li­si­ons­fall auch Be­darf nach ei­ner ein­deu­ti­gen (Nicht-)An­wen­dungs­re­ge­lung und da­mit ggf ei­nem wei­ten Verständ­nis des ge­setz­li­chen Tat­be­stands.
g) Darüber hin­aus ist § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI we­der be­vor­zugt da­zu be­stimmt, den In­ter­es­sen von Frei­be­ruf­lern zu die­nen, noch be­zweckt er in be­son­de­rer Wei­se den Be­stands­schutz be­rufsständi­scher Ver­sor­gungs­wer­ke. Im Rah­men sei­nes po­si­ti­ven An­wen­dungs­be­reichs be­stimmt § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI aus der Bin­nen­per­spek­ti­ve der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ein­sei­tig, ob es bei der nor­ma­ti­ven An­ord­nung von Ver­si­che­rungs­pflicht aus § 1 S 1 Nr 1 SGB VI ver­bleibt oder ob hier­von aus­nahms­wei­se we­gen ei­ner aus ih­rer Sicht aus­rei­chen­den
an­der­wei­ti­gen Ab­si­che­rung ab­ge­se­hen wer­den kann (vgl BT-Drucks 13/2590, S 18; Fich­te in: Hauck/Noftz, SGB VI, K § 6 Rd­Nr 22; Horn/Jung, AnwBl 2013, 420, 421; Horn, NJW 2012, 966, 971; Gürt­ner in Kas­se­ler Kom­men­tar, SGB VI, § 6 Rd­Nr 4; Kil­ger/Pross­li­ner, NJW 2004, 821, 823; Of­fer­mann-Burck­art, MDR 2013, 1197; Rid, BB-Spe­cial 3/2008, 10, 14). Er kann schon des­halb kei­ne "ma­gna char­ta" der be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen re­präsen­tie­ren, die al­len­falls im Sin­ne ei­nes Rechts­re­fle­xes be­trof­fen sind.
So­weit die Ma­te­ria­li­en zum Ge­setz zur Ände­rung des Sechs­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch vom 15.12.1995 (BGBl I 1824) in ih­rem "All­ge­mei­nen Teil" me­ta­pho­risch von ei­ner "Frie­dens­gren­ze" (BT-Drucks 13/2590 S 1) un­ter "Berück­sich­ti­gung der be­rech­tig­ten In­ter­es­sen bei­der Sys­te­me" (BT-Drucks 13/2590 S 18) spre­chen, ge­schieht dies al­lein im Kon­text der be­ab­sich­tig­ten Verschärfung der ren­ten­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Be­frei­ungs­re­ge­lung und zur Ver­mei­dung der befürch­te­ten Ero­si­on der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Be­lan­ge der Ver­sor­gungs­träger fin­den dem­ge­genüber nur in­so­fern Erwähnung, als mit der vor­ge­se­he­nen Be­schränkung des Be­frei­ungs­rechts "im Er­geb­nis die seit lan­gem ak­zep­tier­te Ab­gren­zung zwi­schen be­rufsständi­scher Ver­sor­gung und ge­setz­li­cher Ren­ten­ver­si­che­rung in ih­rer bis­he­ri­gen Aus­prägung ge­fes­tigt wird." Ins­be­son­de­re er­gibt sich aus den in BT-Drucks 13/2590 nie­der­ge­leg­ten Erwägun­gen nicht an­deu­tungs­wei­se, dass mit der Schaf­fung der der­zeit gel­ten­den Fas­sung von § 6 Abs 1 S 1 Nr 1 SGB VI für be­stimm­te Per­so­nen­grup­pen von der Dop­pel­re­le­vanz ei­ner im Rah­men der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung als Beschäfti­gung aus­geübten Er­werbstätig­keit ab­ge­se­hen bzw die Al­ters­si­che­rung für ei­ne le­dig­lich par­al­lel hier­zu aus­geübte frei­be­ruf­li­che Tätig­keit als ei­genständi­ger Be­frei­ungs­grund aus­ge­stal­tet wer­den soll­te. Viel­mehr hat der Ge­setz­ge­ber nach neu­em (in­so­fern seit 1.1.1996 gel­ten­dem) Recht er­fol­gen­de Be­frei­un­gen für al­le er­fass­ten Be­rufs­grup­pen in glei­cher Wei­se aus­ge­stal­tet. Die "Klar­stel­lung", auf wel­che Tätig­keit oder Beschäfti­gung sich das Be­frei­ungs­recht be­schränkt (BT-Drucks 13/2590 S 22), er­fasst da­her die Ge­samt­heit der Norm­be­trof­fe­nen und da­mit selbst­verständ­lich auch den vom Kläger re­präsen­tier­ten Per­so­nen­kreis. Ob das bis da­hin gel­ten­de Recht mögli­cher­wei­se an­ders ver­stan­den wer­den konn­te und da­her die seit dem 1.1.1996 gel­ten­de Neu­fas­sung über ei­ne bloße Klar­stel­lung hin­aus die Set­zung neu­en Rechts verkörpert, ist für die vor­lie­gen­de Ent­schei­dung oh­ne Be­deu­tung (vgl zur Be­deu­tung ei­ner ge­setz­ge­be­ri­schen "Klar­stel­lung" für die Ver­gan­gen­heit zu­letzt BVerfG Be­schluss vom 17.12.2013 - 1 BvL 5/08 - DB 2014, 634 = NVwZ 2014, 577).
h) Das ge­fun­de­ne Er­geb­nis verstößt auch nicht ge­gen Ver­fas­sungs­recht. Die ein­schlägi­gen Fra­gen sind durch die Recht­spre­chung des BVerfG geklärt. Der Ge­setz­ge­ber darf zur Be­stim­mung der Schutz­bedürf­ti­gen ty­pi­sie­rend an den Sach­ver­halt der Beschäfti­gung an­knüpfen und in Ver­bin­dung hier­mit Ver­si­che­rungs­zwang an­ord­nen. Hier­ge­gen be­ste­hen nach der ständi­gen Recht­spre­chung des BVerfG kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Be­den­ken (BVerfG Be­schlüsse vom 20.5.1996 - 1 BvR 21/96 - SozR 3-2400 § 7 Nr 11 S 27 f und vom 14.10.1970 - 1 BvR 753/68 ua - SozR Nr 8 zu Art 2 GG; vgl im Übri­gen die Nach­wei­se bei BSG Ur­teil vom 5.7.2006 - B 12 KR 20/04 R - SozR 4-2600 § 157 Nr 1 Rd­Nr 29). Die Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ver­letzt die Be­trof­fe­nen ins­be­son­de­re nicht in ih­rem Grund­recht aus Art 14 Abs 1 GG (vgl BVerfG Be­schluss vom 26.6.2007 - 1 BvR 2204/00, 1 BvR 1355/03 - SozR 4-2600 § 2 Nr 10 Rd­Nr 25) und berührt man­gels ei­nes un­mit­tel­bar be­rufs­re­geln­den Cha­rak­ters nicht den Schutz­be­reich des Art 12 Abs 1 GG (BVerfG vom 26.6.2007 aaO Rd­Nr 27). Ein - vom Kläger im Übri­gen auch nicht gerügter - Ein­griff in sein Grund­recht aus Art 2 Abs 1 GG schei­det schon des­halb aus, weil der Ge­setz­ge­ber ins­be­son­de­re mit der Einführung ei­ner grundsätz­li­chen Ver­si­che­rungs­pflicht für Beschäftig­te von sei­nem wei­ten Ge­stal­tungs­spiel­raum im Span­nungs­verhält­nis zwi­schen der in­di­vi­du­el­len Frei­heit und den An­for­de­run­gen ei­ner so­zi­al­staat­li­chen Ord­nung (BVerfG vom 26.6.2007 aaO Rd­Nr 28) in ver­fas­sungs­gemäßer Wei­se Ge­brauch ge­macht hat. Ins­be­son­de­re ver­let­zen die Pflicht­mit­glied­schaft und die da­mit ggf ein­her­ge­hen­de Pflicht zur Bei­trags­tra­gung in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung grundsätz­lich auch bei Höher­ver­die­nen­den, die an­der­wei­tig für ih­re Al­ters­si­che­rung Sor­ge tra­gen könn­ten, nicht Art 2 Abs 1 GG. Es ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu be­an­stan­den, dass die Ver­si­che­rungs­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nicht die in­di­vi­du­el­le so­zia­le Schutz­bedürf­tig­keit ei­nes Ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen, son­dern le­dig­lich den Tat­be­stand der Beschäfti­gung vor­aus­setzt. Der Ge­setz­ge­ber durf­te da­von aus­ge­hen, dass die­je­ni­gen Per­so­nen, die ih­re Ar­beits­kraft in den Dienst an­de­rer stel­len, im All­ge­mei­nen auf die­se Beschäfti­gung zur Er­lan­gung ih­res Le­bens­un­ter­halts an­ge­wie­sen und da­her - auch im Hin­blick auf die Al­ters­si­che­rung - so­zi­al schutz­bedürf­tig sind (vgl BVerfG Be­schluss vom 31.8.2004 - 1 BvR 945/95 - SozR 4-2600 § 7 Nr 2 Rd­Nr 13 mwN).
Bei der aus­nahms­wei­sen Eröff­nung von Be­frei­ungsmöglich­kei­ten zur Be­sei­ti­gung ei­nes un­mit­tel­bar ge­setz­lich an­ge­ord­ne­ten Ver­si­che­rungs­zwangs darf der Ge­setz­ge­ber, der die Vor­sor­ge­frei­heit Beschäftig­ter aus Art 2 Abs 1 GG ver­fas­sungs­recht­lich be­den­ken­frei be­grenzt hat, erst recht die Leis­tungsfähig­keit der ver­blei­ben­den Ver­si­cher­ten­ge­mein­schaft in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung berück­sich­ti­gen und ins­be­son­de­re dem An­lie­gen, Ver­si­cher­te mit ty­pi­scher­wei­se güns­ti­gen Ri­si­ken in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zu hal­ten, vor dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art 3 Abs 1 GG) er­heb­li­che Be­deu­tung bei­mes­sen; in­so­fern kommt es auf die mögli­cher­wei­se ge­rin­ge Zahl der Be­trof­fe­nen nicht an (vgl BVerfG Be­schluss vom 5.5.2008 - 1 BvR 1060/05 ua - SozR 4-2600 § 6 Nr 7 Rd­Nr 16 ff, 19). Die ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung kennt un­ter Berück­sich­ti­gung die­ser Vor­ga­ben we­der ein all­ge­mei­nes Be­frei­ungs­recht noch im Blick auf die gleich­zei­ti­ge Ab­si­che­rung in an­de­ren Sys­te­men ei­nen all­ge­mei­nen Grund­satz der Ver­mei­dung von "Dop­pel­ver­si­che­run­gen". Auch gibt es von Ver­fas­sung we­gen kein Wahl­recht zu­guns­ten der je­weils güns­tigs­ten Ver­sor­gungsmöglich­keit (vgl ins­ge­samt die Nach­wei­se bei BSG Ur­teil vom 9.3.2005 - B 12 RA 8/03 R - SozR 4-2600 § 6 Nr 3 Rd­Nr 6). Um­ge­kehrt ist für das be­rufsständi­sche Ver­sor­gungs­recht geklärt, dass es nicht ge­gen höher­ran­gi­ges Recht verstößt, wenn sich die Mit­glied­schaft in ei­nem be­rufsständi­schen Ver­sor­gungs­werk auch auf in der ge­setz­li­chen An­ge­stell­ten­ver­si­che­rung pflicht­ver­si­cher­te Be­rufs­an­gehöri­ge er­streckt (vgl BVerwG Be­schluss vom 23.3.2000 - 1 B 15/00 - Buch­holz 430.4 Ver­sor­gungs­recht Nr 42 und die dor­ti­gen Nach­wei­se).
i) Auf ei­ne vom Ge­setz ab­wei­chen­de rechts­wid­ri­ge Ver­wal­tungs­pra­xis der Be­klag­ten kann sich der vom Kläger re­präsen­tier­te Per­so­nen­kreis nicht be­ru­fen (vgl BVerfG Be­schluss vom 17.6.2004 - 2 BvR 383/03 - BVerfGE 111, 54). Außer­halb der vor­lie­gend zur Ent­schei­dung ste­hen­den Fälle, bei de­nen es je­weils um die erst­ma­li­ge Be­frei­ung für ei­nen be­stimm­ten Zeit­raum geht, weist der Se­nat hin­sicht­lich der der­zei­ti­gen In­ha­ber ei­ner begüns­ti­gen­den Be­frei­ungs­ent­schei­dung auf Fol­gen­des hin: Sie ha­ben - be­zo­gen auf die je­wei­li­ge Beschäfti­gung, für die die Be­frei­ung aus­ge­spro­chen wur­de - ein recht­lich geschütz­tes Ver­trau­en in den Be­stand die­ser Ent­schei­dun­gen, das über den Schutz durch die §§ 44 ff SGB X hin­aus­ge­hen dürf­te. Ins­be­son­de­re ha­ben die Träger der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (wenn auch oh­ne ge­setz­li­che Grund­la­ge) die "Vier-Kri­te­ri­en-Theo­rie" selbst mit befördert und an­ge­wandt. Schon weil da­mit bei der ge­bo­te­nen ty­pi­sie­ren­den Be­trach­tung Le­bens­ent­schei­dun­gen über die persönli­che Vor­sor­ge nach­hal­tig mit be­ein­flusst wur­den, kann ei­ner Ände­rung der Rechts­auf­fas­sung hin­sicht­lich er­gan­ge­ner Be­frei­ungs­ent­schei­dun­gen grundsätz­lich kei­ne Be­deu­tung zu­kom­men. Dem­ge­genüber ist vor­lie­gend nicht näher dar­auf ein­zu­ge­hen, dass der 12. Se­nat des BSG be­reits in sei­ner Sit­zung vom 9.3.2005 ei­ne der vor­lie­gen­den Ent­schei­dung ent­spre­chen­de Rechts­auf­fas­sung an­ge­deu­tet hat­te. Da­mals war es in den Ver­fah­ren B 12 RA 3/04 R, B 12 RA 4/04 R und B 12 RA 11/04 R (Pres­se-Vor­be­richt Nr 12/05 vom 23.2.2005) je­weils um die Fra­ge ge­gan­gen, ob die Kläger, die je­weils als Rechts­anwälte in Schles­wig-Hol­stein zu­ge­las­sen wa­ren und bei un­ter­schied­li­chen in Ham­burg re­si­die­ren­den Un­ter­neh­men beschäftigt wa­ren, für ih­re Beschäfti­gung von der Ver­si­che­rungs­pflicht zu be­frei­en wa­ren. Die Re­vi­sio­nen wur­den da­mals in al­len drei Ver­fah­ren zurück­ge­nom­men (vgl Pres­se-Mit­tei­lung Nr 12/05 vom 10.3.2005).
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References: § 5
 § 6
 § 14
 § 157
 § 164
 § 164
 § 2
 § 164
 § 157
 § 153
 § 128
 § 128
 § 81
 § 63
 § 8
 § 12
 § 34
 § 32
 § 12
 BGH 
 § 32
 § 5
 § 10
 § 5
 § 6
 § 6

§ 6
 § 6
 § 3
 § 6
 § 6
 § 6
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 § 6
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 EuGH 
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 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 59
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 46
 § 46
 § 2
 § 1227
 § 2
 § 6
 § 6
 BGH 
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 § 6
 § 7
 § 14
 BGH 
 § 46
 § 46
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 BGH 
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 EuGH 
 § 6
 § 7
 § 2
 § 1
 § 6
 § 6
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 § 6
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 § 7
 § 157
 § 2
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 § 6
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