Source: https://findok.bmf.gv.at/findok?stammNr=54054&fassungsNr=1
Timestamp: 2017-04-27 18:53:55+00:00

Document:
Werbungskosten (Fachliteratur, DVD, Internetkosten) eines Religionslehrers - Findok Internet
Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSW vom 20.06.2011, RV/0717-W/11
Werbungskosten (Fachliteratur, DVD, Internetkosten) eines Religionslehrers
RV/0714-W/11
RV/0715-W/11
RV/0716-W/11
VwGH-Beschwerde zur Zl. 2011/13/0087 eingebracht. Behandlung der Beschwerde mit Beschluss v. 24.9.2014 abgelehnt. Rechtssätze
Der Unabhängige Finanzsenat hat über die Berufungen des Bw., vom 1. Februar 2011 gegen die Bescheide des Finanzamtes Wien 12/13/14 Purkersdorf, vom 7. Jänner 2011 betreffend Einkommensteuer (Arbeitnehmer-veranlagung) für die Jahre 2006 bis 2009 entschieden: Den Berufungen wird teilweise Folge gegeben. Die angefochtenen Bescheide werden abgeändert. Entscheidungsgründe
Der Berufungswerber (Bw.) bezog in den Veranlagungsjahren 2006 bis 2009 als Religionslehrer Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. In seiner Erklärung zur Durchführung der Arbeitnehmerveranlagung machte er für das Jahr 2006 Werbungskosten in einem Gesamtbetrag von 2.913,86 €, im Jahr 2007 einen Betrag von 4.049,48 €, im Jahr 2008 einen Betrag von 2.552,70 € und im Jahr 2009 einen Betrag von 2.029,73 € + 1.017,92 € für eine Reise, insgesamt 3.047,65 € geltend. Mit Einkommensteuerbescheid vom 7. Jänner 2011 wurde vom Finanzamt für das Jahr 2006 als Werbungskosten ein Betrag in Höhe von 830,82 €, für das Jahr 2007 ein Betrag von 1.227,13 €, für das Jahr 2008 ein Betrag von 771,43 € und für das Jahr 2009 ein Betrag von 1.643,26 € anerkannt. Veranlagungsjahr
2006 2.913,86 €
2007 4.049,48 €
2008 2.552,70 €
2009 3.047,65 €
Hinsichtlich der nicht anerkannten Werbungskosten wurde begründend ausgeführt, dass Literatur, die auch bei nicht in der Berufssparte des Steuerpflichtigen tätigen Personen von allgemeinen Interesse oder zumindest für einen nicht fest abgrenzbaren Teil der Allgemeinheit mit höherem Bildungsgrad bestimmt ist, keine Werbungskosten darstelle. Werke der Belletristik und Jugendbücher sind der privaten Sphäre zuzurechnen, weil es sich bei diesen Werken nicht um typische Fachliteratur, sondern um Publikationen handelt, die eine breite Öffentlichkeit ansprechen und daher in der Regel losgelöst von der beruflichen Sphäre gelesen werden. Selbiges gelte auch für die vom Steuerpflichtigen angeführten DVD´s. Einrichtungsgegenstände, sowie die Renovierung ihres Arbeitszimmer sind steuerlich nicht absetzbar. Von den angeführten Kosten für EDV und Zubehör (z.B. Druckerpatronen, CD-Brenner) werden im Schätzungswege 40% Privatanteil ausgeschieden. Gegen diese Bescheide erhob der Bw. fristgerecht Berufung und begründet diese wie folgt: 1) Fachliteratur
In den verfahrensgegenständlichen Bescheiden wurde die beantragte Fachliteratur nicht als Werbungskosten anerkannt. Als Begründung wurde angegeben, dass Werke der Belletristik und Jugendbücher der privaten Sphäre zuzurechnen sind. Bei der angeführten Fachliteratur handle es sich nicht um Belletristik und schon gar nicht um Jugendbücher, sondern um Literatur, die im Unterricht mit jugendlichen Schülern als Arbeitsgrundlage verwendet wird. Die Buchtitel sind so speziell und sicher nicht Literatur allgemeinen Interesses, sodass die nahezu ausschließliche berufliche Verwendung nachgewiesen werden kann. Dennoch wurden alle Werke nicht als Fachliteratur anerkannt. Es wird daher der Antrag gestellt, die beantragte Fachliteratur als Werbungskosten zu berücksichtigen, und zwar für das Veranlagungsjahr 2006: in Höhe von 100,85 €
2007: in Höhe von 328,19 €
2008: in Höhe von 173,00 €
2009: in Höhe von 352,08 €
Auch hier wurden alle DVD´s mit derselben Begründung wie bei der Fachliteratur nicht als Werbungskosten anerkannt. Da derselbe Sachverhalt wie bei der Fachliteratur vorliegt, wird der Antrag gestellt, die gesamten beantragten DVD´s als Werbungskosten anzuerkennen. 2006: 968,08 €
2007: 1.498,09 €
2008: 1.212,08 €
2009: 687,54 €
Es wurden irrtümlicherweise nur 50% der Kosten als Werbungskosten beantragt. Nun wird unter Berücksichtigung des geschätzten Privatanteils der Betrag von 60% der Internetkosten als Werbungskosten beantragt. 2006: 433,88 € (anstelle von 361,50 €) 2007: 435,82 € (anstelle von 363,18 €) 2008: 305,27 € (anstelle von 254,40 €) 2009: 164,88 € (anstelle von 137,40 €) 4) PC
Im Jahr 2008 wurde ein gebrauchter PC angeschafft, sodass die Nutzungsdauer mit 2 Jahren gerechtfertigt sei. Die AfA beträgt folglich 150 € (= 60% von 250 €). Der Berufung beigelegt wurde eine Auflistung der nicht anerkannten, jedoch beantragten Werbungskosten: Werbungskostenaufstellung 2006:
Gebauer, Schwangerschaft 23,60 €
0 Ziegler, Die neuen Herrscher 9,20 €
0 Becht, Italienische Riviera 18,40 €
0 Fujisawa, GTO 24 5,20 €
0 Moser, Der Rabe im Schnee 5,00 €
0 Moser, Der Mäusejaguar 2,50 €
0 Moser, Ein seltsamer Gast 5,00 €
0 Moser, Plim der Clown 5,00 €
0 Moser, Das große Fabelbuch 1,75 €
0 Moser, Winzig 1,75 €
0 Franquin, Gaston 5,10 €
0 Peyo, Die Schlümpfe 5,10 €
0 Crumb, Fritz the cat 10,20 €
0 DVD´s
0 Arbeitsmittel
Internet (12 x 60,25 €)
(50% =) 361,50 €
Summe 2.913,86 €
Werbungskostenaufstellung 2007:
Fussenegger, Elisabeth von Thüringen 13,30 €
Bottermann, Geschichte der Hl. Elisabeth 5,90 €
Koschyk, Hildegard von Bingen 9,95 €
Kinsella, Göttin 8,50 €
0 Djian, Die Frühreifen 22,60 €
0 Ahern, Ich liebe dich 8,95 €
0 Mann, Natur & Umwelt 6,20 €
0 Geiger, Es geht uns gut 9,80 €
0 Cilauro, Molwanien 15,40 €
0 Djian, In der Kreide 7,10 €
0 Kinsella, Prada 9,20 €
0 Ziegler, Das Imperium der S. 16,75 €
0 Zöllner, Geschichte Japans 25,60 €
0 Lindgren, Pippi Langstrumpf 13,30 €
0 Disney, Der König der Löwen 2,95 €
0 McBratney, Weißt du eigentlich,
0 Morris, Lucky Luke 4,50 €
0 Pratt, Corto Maltese 20,20 €
0 Azarello, 100 Bullets (1+2) 45,10 €
0 Stuart, Roy Stuart 11,99 €
0 Ricken, Philosophie des 20. Jahrhunderts 15,50 €
Ross, Tinnitus 14,30 €
0 Marquardt, Glutenfrei 13,30 €
0 Maeritz, Kroatien 15,40 €
1.498,09 €
0 Internet 363,18 €
Arbeitsmittel (anerkannt) 819,30 €
Summe 1.227,13
In den anerkannten Werbungskosten befinden sich u.a. Ausgaben für einen DVD-Recorder in Höhe von 319,00 €, von denen 60% (= 191,40 €) seitens des Finanzamtes anerkannt wurden. Werbungskostenaufstellung 2008:
Beantragte WK:
Vom Finanzamt anerkannt:
50 Cent, Dealer, Rapper 11,16 €
0 Wiener, Frauen am Herd 25,70 e 0 Billaudelle, Familienplaner 4,99 €
0 Bücken, Verflixtes Holz 9,99 €
0 Hauswaldt, Unsere Tiere 8,95 €
0 Djian, 100 zu 1 9,20 €
0 Migutsch, Mein schönstes Buch
0 Prusse, Mein Bilderbuch 10,30 €
0 Ricci, Dora explorer 15,50 €
0 Peyo, Schlümpfe 8,90 €
0 Disney, Playhouse 9,55 €
0 Disney, Prinzessinnen 10,55 €
0 Wlatzlawik, Anleitung 9,30 €
0 Sente, Thorgal 12,40 €
0 Miller, Dark Knight 8,90 €
0 DVD´s 873,26 €
0 Arbeitsmittel 267,03 €
Internet 254,40 €
AfA (PC) 250,00 €
AfA (Bildschirm) 150,00 €
Summe 771,43 €
Werbungskostenaufstellung 2009:
Reinhard, Alte und neue Spiele
0 Bley, Ein Stern strahlt 3,99 €
0 Hellinger, Liebe und Schicksal
0 Allert, Einhorngeschichten 7,10 €
0 Veen, Abgemacht ist abgemacht
0 Gondolino, Geschichten 6,95 €
0 Löwenzahn, Hofer 9,95 €
0 Frigger, Standpunkte der Ethik
Djian, Doggy Bag 55,20 €
0 Moser, Findelkind 7,20 €
0 Moser, Karierte Uhu 7,20 €
0 Finsterbusch, Prinzessin Lilifee
0 Lionni, Frederick 15,40 €
Migutsch, Mein Lesebuch 13,40 €
0 Morris, Lucky Luke 5,50 €
0 Waldstein, Istrien 14,90 €
0 Schlichter, Kroatien 18,46 €
0 Azzarello, 100 bollets 17,50 €
0 Pratt, Corto Maltese 62,50 €
0 Brubaker, Sleeper 67,50 €
0 Adventkalender 14,49 €
0 DVD´s 0 0 Arbeitsmittel 376,99 €
Internet 137,40 €
AfA 100,00 €
Reise 1.017,92 €
Summe 1.643,26 €
Diese Berufungen wurden beim unabhängigen Finanzsenat direkt eingebracht. Im Zuge des Berufungsverfahrens wurde vom Finanzamt ein Ersuchen um Ergänzung gestellt, dass seitens des Bw. nicht beantwortet wurde. In diesem Scheiben wurde dem Bw. die Gesetzeslage vorgehalten und auf die Nichtabzugsfähigkeit von Aufwendungen, die die private Lebensführung tangieren hingewiesen, wie z.B. Batterien (2006 und 2008), Telefon (2007), Bastelmaterialien (2008 und 2009). Über die Berufung wurde erwogen:
§ 276 Abs. 1 Bundesabgabenordnung (BAO) kann die Abgabenbehörde erster Instanz nach Durchführung der etwa noch erforderlichen Ermittlungen durch Berufungsvorentscheidung erledigen und hierbei den angefochtenen Bescheid nach jeder Richtung abändern, aufheben oder die Berufung als unbegründet abweisen. Gemäß
§ 279 Abs. 1 BAO haben die Abgabenbehörden zweiter Instanz im Berufungsverfahren die Obliegenheiten und Befugnisse, die den Abgabenbehörden erster Instanz auferlegt und eingeräumt sind. Gemäß
§ 16 Abs. 1 EStG 1988 sind Werbungskosten die Aufwendungen oder Ausgaben zur Erwerbung, Sicherung oder Erhaltung der Einnahmen. Nach § 20 Abs. 1 Z. 2 lit. a EStG 1988 dürfen bei den einzelnen Einkünften Aufwendungen oder Ausgaben für die Lebensführung nicht abgezogen werden, selbst wenn sie die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt und sie zur Förderung des Berufes oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen. Diese Bestimmung enthält als wesentliche Aussage ein Abzugsverbot gemischt veranlasster Aufwendungen, dem der Gedanke der Steuergerechtigkeit insoweit zu Grunde liegt, als vermieden werden soll, dass ein Steuerpflichtiger auf Grund der Eigenschaft seines Berufes eine Verbindung zwischen beruflichen und privaten Interessen herbeiführen und dadurch Aufwendungen der Lebensführung steuerlich abzugsfähig machen kann, was ungerecht gegenüber jenen Steuerpflichtigen wäre, die eine Tätigkeit ausüben, die eine solche Verbindung zwischen beruflichen und privaten Interessen nicht ermöglicht, und die derartige Aufwendungen aus ihrem bereits versteuerten Einkommen tragen müssen (vgl. VwGH 23. 1. 2002, 2001/13/0238). Bei Aufwendungen, die auch in den Kreis der privaten Lebensführung fallen können, ist ein strenger Maßstab anzulegen und eine genaue Unterscheidung vorzunehmen (vgl. VwGH 15. 11. 1995, 94/13/0142). Soweit sich Aufwendungen für die Lebensführung und Aufwendungen beruflicher Natur nicht einwandfrei trennen lassen, ist entsprechend dem "Aufteilungsverbot" der gesamte Betrag nicht abzugsfähig. Bei der Abgrenzung beruflich bedingter Aufwendungen von den Kosten der Lebensführung ist eine typisierende Betrachtungsweise derart anzuwenden, dass nicht die konkrete tatsächlich Nutzung, sondern die typischerweise zu vermutende Nutzung als allein erheblich angesehen werden muss. 1. Fachliteratur
Bei der Abgrenzung beruflich bedingter Aufwendungen von den Kosten der Lebensführung hat der Verwaltungsgerichtshof als Ergebnis einer gebotenen typisierenden Betrachtungsweise in ständiger Rechtsprechung daran festgehalten, dass die Anschaffung von Werken der Literatur, die von allgemeinem Interesse oder für einen nicht fest abgrenzbaren Teil der Allgemeinheit mit höherem Bildungsgrad bestimmt sind, nicht abzugsfähige Kosten der Lebensführung begründet. Aufwendungen für Fachliteratur sind als Werbungskosten abzugsfähig, wenn es sich um typische Fachbücher handelt. Dies ist der Fall, wenn die Fachbücher derart auf die spezifischen beruflichen Bedürfnisse des Bw. abgestellt sind, dass ihnen die Eignung fehlt, private Bedürfnisse literarisch interessierter Bevölkerungskreise zu befriedigen. Bei den auf der Liste des Bw. angeführten Büchern handelt es sich nicht ausschließlich um Fachbücher, die derart auf die spezifischen beruflichen Bedürfnisse des Bw. abgestellt sind, dass ihnen die Eignung fehlt, auch für andere Bevölkerungskreise ein Interesse zu wecken. Nach der dem unabhängigen Finanzsenat vorgelegten Auflistung der Werke, die als typische Fachbücher qualifiziert und somit als Werbungskosten berücksichtigt werden können, sind: 14. Fussenegger, Elisabeth von Thüringen 15. Bottermann, Geschichte der Hl. Elisabeth 16. Koschyk, Hildegard von Bingen 34. Ricken, Philosophie des 20. Jahrhunderts 60. Frigger, Standpunkte der Ethik Bei diesen Werken kann ein beruflicher Zusammenhang erkannt werden, da sich diese Bücher ausschließlich auf die Berufssparte des Bw. bezieht. Diese Bücher wurden jedoch bereits vom Finanzamt in den verfahrensgegenständlichen Jahren als Werbungskosten anerkannt, sodass sich diesbezüglich keine bescheidmäßige Änderung ergibt. Keine Werbungskosten, sondern Ausgaben oder Aufwendungen der privaten Lebensführung nach § 20 EStG 1988 sind die Kosten für den Erwerb folgender literarischer Werke: 1. Gebauer, Schwangerschaft 2. Jean Ziegler, Die neuen Herrscher 3. Becht, Italienische Riviera 4. Fujisawa, GTO 24 5. Moser, Der Rabe im Schnee 6. Moser, Der Mäusejaguar 7. Moser, Ein seltsamer Gast 8. Moser, Plim der Clown 9. Moser, Das große Fabelbuch 10. Moser, Winzig 11. Franquin, Gaston 12. Peyo, Die Schlümpfe 13. Crumb, Fritz the Cat 17. Kinsella, Göttin 18. Djian, Die Frühreifen 19. Ahern, Ich liebe dich 20. Mann, Natur und Umwelt 21. Geiger, Es geht uns gut 22. Cilauro, Molawien 23. Djian, In der Kreide 24. Kinsella, Prada 25. Ziegler, Das Imperium der S. 26. Zöllner, Geschichte Japans 27. Lindgren, Pippi Langstrumpf 28. Disney, Der König der Löwen 29. McBratney, Weißt du eigentlich,... 30. Morris, Lucky Luke 31. Pratt, Corto Maltese 32. Azarello, 100 Bulletts (1+2) 33. Stuart, Roy Stuart 35. Ross, Tinnitus 36. Marquardt, Glutenfrei 37. Maeritz, Kroatien 38. 50 Cent, Dealer, Rapper 39. Wiener, Frauen am Herd 40. Billaudelle, Familienplaner 41. Bücken, Verflixtes Holz 42. Hauswaldt, Unsere Tiere 43. Djian, 100 zu 1 44. Migutach, Mein schönstes Buch 45. Prusse, Mein Bilderbuch 46. Ricci, Dora Explorer 47. Peyo, Schlümpfe 48. Disney, Playhouse 49. Disney, Prinzessinnen 50. Wlatzlawik, Anleitung 51. Sente, Thorgal 52. Miller, Dark Knight 53. Reinhard, Alte und neue Spiele 54. Bley, Ein Stern strahlt 55. Hellinger, Liebe und Schicksal 56. Allert, Einhorngeschichten 57. Veen, Abgemacht ist abgemacht 58. Gondolino, Geschichten 59. Löwenzahl, Hofer 61. Djian, Doggy Bag 62. Moser, Findelkind 63. Moser, Karierter Uhu 64. Finsterbusch, Prinzessin Lillifee 65. Lionni, Frederick 66. Migutsch, Mein Lesebuch 67. Morris, Lucky Luke 68. Waldstein, Istrien 69. Schlichter, Kroatien 70. Azzarello, 100 Bullets 71. Pratt, Corto Maltese 72. Brubaker, Sleeper 73. Adventkalender Bei den Werken Nummer 1, 2, 4, 17, 18, 19, 20, 21, 23, 24, 25, 33, 35, 36, 38, 39, 41, 42, 43, 44, 46, 50, 52, 53, 54, 55, 57, 59 und 61 handelt es sich um Werke von allgemeinen Interesse, und sind nicht nur an die Berufsgruppe des Bw. adressiert. Einerseits sind es Bücher der Belletristik, wie auch Gesundheitsbücher bzw. Sachbücher, die für die Allgemeinheit geschrieben sind (Jean Ziegler, Hildegard von Bingen,...). Bei den Werken Nummer 3, 22, 26, 37, 68 und 69 handelt es sich um Reiseführer, deren Aufwendungen nicht abzugsfähig sind. Bei den Werken Nummer 5, 6, 7, 8, 9, 10, 27, 28, 29, 45, 48, 49, 56, 58, 62, 63 64, 65 und 66 handelt es sich um Kinderbücher. Bei den Werken Nummer 11, 12, 13, 30, 31, 32, 47, 51, 67, 70 und 71 handelt es sich um Comics. Bei den Aufwendungen für das Buch "Familienplaner" (40) und den Adventkalender (73) handelt es sich um private Aufwendungen, die nicht abzugsfähig sind. Bei diesen Werken handelt es sich nicht um typische Fachliteratur, sondern sprechen die breite Öffentlichkeit an, die in der Regel von literarisch, kulturell, politisch und sozialpolitisch interessierten Personen, losgelöst von der beruflichen Sphäre gelesen werden. 2. DVD´s
Wirtschaftsgüter des Haushaltes des Steuerpflichtigen sind grundsätzlich ebenfalls vom Abzugsverbot umfasst. Dies gilt ausnahmsweise dann nicht, wenn eine eindeutige, klar nachvollziehbare Trennung zwischen der privaten Veranlassung der Anschaffung einerseits und der betrieblichen bzw. beruflichen Veranlassung andererseits gegeben und die betriebliche bzw. berufliche Veranlassung nicht bloß völlig untergeordnet ist. Eine Aufteilung kann aber nicht vorgenommen werden, wenn mangels klarer Quantifizierbarkeit der einzelnen Anlässe objektiv kein Aufteilungsmaßstab besteht (Doralt/Kofler, EStG11, § 20 Tz 26) und damit ein entsprechendes Vorbringen des Steuerpflichtigen nicht über die Behauptungsebene hinausgehen kann und keiner Überprüfung zugänglich ist. Soweit bei vielen Arten von Wirtschaftsgütern eine derartige objektive und einwandfreie Trennbarkeit nicht möglich ist, kommt nach der ständigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes eine Berücksichtigung von Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten nur in Betracht, wenn der Steuerpflichtige den Nachweis für eine (zumindest beinahe) gänzliche betriebliche bzw. berufliche Veranlassung erbringt (vgl. die bei Doralt/Kofler, EStG11, § 20 Tz 21/2 und Tz 22 zitierte hg. Rechtsprechung). Unter Umständen kann ein solcher Nachweis auch bloß für die über die Grundausstattung eines Haushaltes hinausgehenden Wirtschaftsgüter einer bestimmten Art möglich sein (vgl. Lenneis, Abgrenzung der Betriebsausgaben/ Werbungskosten von den nicht abzugsfähigen Aufwendungen gemäß
§ 20 EStG - Aufteilungsverbot, in GS-Quantschnigg, Wien 2010, 231, 237, sowie zB die zu Tageszeitungen ergangenen hg. Erkenntnisse vom 30.1.2001, 96/14/0154, und vom 10.1.1998, 96/15/0198). Wirtschaftsgüter des Haushaltes und der Lebensführung, wie insbesondere Fernseher, Radio, MP3-Player, Foto(digital)kamera, Filmkamera, übliches Tageszeitungsabonnement, führen somit - entgegen der im angefochtenen bescheid zum Ausdruck gebrachten Ansicht - idR nicht zu Betriebsausgaben oder Werbungskosten (vg. VwGH 25.11.2009, 2007/15/0260). Die behördliche Überprüfung eines (behaupteten) Nutzungsausmaßes ist bei den genannten Wirtschaftsgütern des Haushaltes des Steuerpflichtigen entweder unmöglich oder wäre nur unter nicht vertretbarem Eingriff in die Privatsphäre des Steuerpflichtigen durchführbar. So wird es beispielsweise zwar zutreffen, dass ein Politikjournalist das im Wohnzimmer seiner Privatwohnung aufgestellte Fernsehgerät auch zum Verfolgen von Nachrichtensendungen und damit für berufliche Interessen nutzt. Damit ist aber insbesondere noch nichts über das Ausmaß der privaten Nutzung dieses Gerätes und damit darüber ausgesagt, ob eine berufliche Nutzung vorliegt, die ein bloß untergeordnetes Ausmaß
übersteigt. Dazu kommt der nicht vollständig zu vernachlässigende Umstand, dass dem Steuerpflichtigen die Anschaffungskosten für das Fernsehgerät in seinen Wohnräumen in gleicher Weise angefallen wären, wenn dieses ausschließlich einer privaten Nutzung diente (VwGH 27.1.2011, 2010/15/0197). Die DVD´s betreffen in nicht bloß völlig untergeordnetem Ausmaß die private Lebensführung, mag die Teilnahme am Kulturleben auch Inspiration für die Berufstätigkeit erbringen (VwGH 25.11.2009, 2007/15/0260 Aufteilungsverbot VwGH 16.12.2002, 98/13/0206). Selbst ein konkreter Einsatz zu beruflichen Zwecken nimmt den DVD´s noch nicht die Eignung, in beliebiger Weise für den privaten Gebrauch verwendet zu werden (VwGH 27.3.2003, 200/15/0226). Aus diesem Grund ist eine Aufteilung der Anschaffungskosten der Bildträger auf den beruflichen und den privaten Bereich nach objektiven Kriterien nicht möglich. Ebenso nimmt ein konkreter Einsatz eines Bildträgers zu beruflichen Zwecken diesem Bildträger nicht die Eignung, seinem Eigentümer nach dessen Wahl in beliebiger Weise für den privaten Gebrauch zur Verfügung zu stehen. Es ist kein vernünftiger Grund erkennbar, der einen späteren Gebrauch des Bildträgers zu privaten Zwecken nach vorangegangener beruflicher Verwendung des Bildträgers ausschließen sollte. Die Ausgaben für die DVD´s sind nicht abzugsfähige Aufwendungen. In diesem Punkt ist die Berufung aus diesen Gründen abzuweisen. 3. Internet
Für andere Arten von Wirtschaftsgütern, wie insbesondere PC und Telefon, gilt hingegen, dass bei bestimmten Berufsbildern eine betriebliche bzw. berufliche Betätigung ohne Einsatz dieser Wirtschaftsgüter schlechterdings unvorstellbar ist. Auch wenn der Steuerpflichtige der betroffenen Berufsgruppen hinsichtlich dieser Wirtschaftsgüter bloß auf die Basisausstattung eines Haushaltes zugreifen kann, ist daher bei diesen Wirtschaftsgütern eine (nicht bloß untergeordnete) anteilige Nutzung zur Einkünfteerzielung typischerweise unzweifelhaft gegeben. Solcherart kann für die Ausmessung des Nutzungsanteiles auf eine Schätzung zurückgegriffen werden (VwGH 27.1.2011, 2010/15/0197). Die Aufteilung der Kosten werden im Schätzungswege (40% Privatanteil, 60% beruflich veranlasst) bei der beruflichen Verwendung des Pc´s vorgenommen. Dies gilt für den Internetanschluss entsprechend. Die Kosten für die berufliche Verwendung des Internetanschlusses des Bw. sind folglich abzugsfähig. Es werden im Veranlagungsjahr 2006: 433,80 € (Differenz zu den beantragten Aufwendungen 72,30 €), im Veranlagungsjahr 2007: 435,82 € (Differenz zu den beantragten Aufwendungen 72,64 €), im Veranlagungsjahr 2008: 305,27 € (Differenz zu den beantragten Aufwendungen 50,87 €), im Veranlagungsjahr 2009: 164,88 € (Differenz zu den beantragten Aufwendungen 27,48 €) als Werbungskosten anerkannt. Der Berufung war in diesem Punkt stattzugeben. 4. AfA
§ 7 Abs. 1 EStG 1988 sind die Anschaffungskosten bei Wirtschaftsgütern, deren Verwendung oder Nutzung durch den Steuerpflichtigen zur Erzielung von Einkünften sich erfahrungsgemäß auf eine Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt (abnutzbares Anlagevermögen) gleichmäßig auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben (Absetzung für Abnutzung). Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer bemisst sich nach der Gesamtdauer der Verwendung. Bei dem verfahrensgegenständlichen Pc handelt es sich um ein gebrauchtes Gerät, folglich erscheint dem unabhängigen Finanzsenat eine Restnutzungsdauer von zwei Jahren als glaubhaft und angemessen. Die Anschaffungskosten betragen 500 €, die auf zwei Jahre verteilt abgesetzt werden können. Die Aufwendungen werden mit einem beruflichen Anteil von 60% als Werbungskosten anerkannt (= 150 €). In den Veranlagungsjahren 2008 und 2009 wird folglich eine AfA von 300 € (= 60% von den Anschaffungskosten von 500 €) als Werbungskosten anerkannt, das ergibt eine Differenz von 50 € pro Veranlagungsjahr. In diesem Punkt war der Berufung stattzugeben. 5. DVD-Recorder 2007
Aus den gleichen Gründen wie bereits unter Punkt 2 (DVD) ausgeführt, unterliegen auch die Ausgaben für einen DVD-Recorder dem Abzugsverbot nach § 20 Abs. 1 Z 1 und Z 2 lit. a EStG 1988 und sind folglich nicht abzugsfähig. 6. Arbeitsmittel
Aus den gleichen Gründen wie bereits unter Punkt 2 ausgeführt, unterliegen folgende Ausgaben dem Abzugsverbot nach § 20 Abs. 1 Z 1 und Z 2 lit. a EStG 1988 und sind folglich nicht als Werbungskosten abzugsfähig: 2006 Batterien 9,99 €
2007 Kopfhörer 11,99 €
2008 Bastelmaterialien 57,19 €
Batterien 8,90 €
2009 Bastelmaterialien 46,85 €
Zusammenfassend werden folgende Werbungskosten vom unabhängigen Finanzsenat anerkannt: Veranlagungsjahr 2006
Werbungskosten laut Bescheid 830,82 €
Internet - Differenz + 72,30 €
Batterien - 9,99 €
Summe 893,13 €
Die 72,39 € ergeben sich aus der Differenz aus den bereits gewährten Werbungskosten von 50% (= 361,50 €) und den anerkannten Werbungskosten von 60% (= 433,80 €). Veranlagungsjahr 2007
Werbungskosten laut Bescheid 1.227,13 €
Internet - Differenz + 72,64 €
DVD-Recorder - 191,40 €
Kopfhörer - 11,99 €
Summe 1.096,38 €
Die 72,64 € ergeben sich aus der Differenz aus den bereits gewährten Werbungskosten von 50% (= 363,18 €) und den anerkannten Werbungskosten von 60% (= 434,82 €). Veranlagungsjahr 2008
Werbungskosten laut Bescheid 771,43 €
AfA + 50,00 €
Internet - Differenz + 50,87 €
Bastelmaterialien - 57,19 €
Batterien - 8,90 €
Summe 806,21 €
Die 50,87 € ergeben sich aus der Differenz aus den bereits gewährten Werbungskosten von 50% (= 254,40 €) und den anerkannten Werbungskosten von 60% (= 305,27 €). Veranlagungsjahr 2009
Werbungskosten laut Bescheid 1.643,26 €
Internet - Differenz + 27,48 €
Bastelmaterialien - 46,85 €
Summe 1.673,89 €
Die 27,48 € ergeben sich aus der Differenz aus den bereits gewährten Werbungskosten von 50% (= 137,40 €) und den anerkannten Werbungskosten von 60% (= 164,88 €). Es war daher spruchgemäß zu entscheiden. Beilage: 4 Berechnungsblätter Wien, am 20. Juni 2011 nach oben
VwGH 16.12.2002, 98/13/0206
Findok-Nr: 54054.1, aufgenommen am: 11.07.2011 10:05:11, zuletzt geändert am: 14.10.2014, Dokument-ID: c4883c89-82a6-4270-8c12-4edbf692dd1c, Segment-ID: e0b1180e-2dd8-4b28-9924-2b3d0d31ac3c

References: § 276

§ 279

§ 16
 § 20
 § 20
 § 20
 § 20

§ 20

§ 7
 § 20
 § 20