Source: https://www.betriebsrat.com/br-forum/53874/zustaendigkeit-des-betriebsrates-bei-kollegen-die-gekuendigt-haben
Timestamp: 2019-10-17 15:18:50+00:00

Document:
BR-Forum: Zuständigkeit des Betriebsrates bei Kollegen, die gekündigt haben | W.A.F.
Aufgrund eines aufgezwungenenen Vorgesetztenwechsels (neuer Vorgesetzter ist im Ausland und agiert mit mobbingähnlichen Handlungen), hat ein Kollege bei uns gekündigt.
Der Kollege möchte gern eine Beschwerde nach BetrVG §84/85 einreichen, diese steht teilweise in Verbindung zum Grund der Kündigung.
Allerdings will der Kollege die Beschwerde jetzt noch nicht einreichen, da er befürchtet, dass sich dies negativ auf sein Zeugnis auswirken könnte. Das Schlusszeugnis kommt wahrscheinlich aber erst nach dem letzten Tag der Beschäftigung. Kollege ist zur Zeit von der Arbeit freigestellt bzw. braucht Resturlaub auf.
Frage: Können wir als Betriebsrat die Beschwerde vor Ablauf der Kündigungsfrist entgegennehmen und eventuell erst nach Ablauf der Kündigungsfrist zum Thema machen?
Der Kollege möchte, dass bestimmte Verhaltensweisen bekannt werden und eben nicht totgeschwiegen werden.
Erstellt am 09.09.2013	um 13:06 Uhr von Heilbronner
Erstellt am 09.09.2013	um 13:12 Uhr von Charlys
Nach Ausscheiden kann der AG sagen, was solls der Betroffene ist ja nicht mehr da, hat sich erledigt.
Erstellt am 09.09.2013	um 13:36 Uhr von Alleswisser
Hi, der Kollege kann so lange sein Zeugnis/ Beurteilung ändern lassen, bis er zufrieden ist. Weiss aber leider nicht, wo das steht. Der Alleswisser-naja-
Erstellt am 09.09.2013	um 13:52 Uhr von Watschenbaum
das steht leider nirgends so, Alleswisser ;-))
ich wäre als BR auch sehr interessiert an dieser Beschwerde,
die nächsten "Opfer" könnten ja bald vor der Türe stehen
und hätten vielleicht nicht die Alternative, sich problemlos was neues suchen zu können
ob man nun im konkreten Fall etwas unternimmt
und wann man tätig wird,
zum Schutz des Betroffenen könnte man schon abwarten, bis bei ihm alles "in trockenen Tüchern" ist
Erstellt am 09.09.2013	um 18:03 Uhr von gironimo
Sicher könnt Ihr die Wirkmechanismen des § 85 BetrVG nicht mehr ausnutzen, wenn der Kollege nicht mehr da ist.
Andererseits, wenn der Kollege einen Mißstand bekannt gegeben hat, der auch noch besteht, wenn er selbst gar nicht mehr da ist, ist es doch klar, dass der BR die Sache weiter verfolgt. Es kann ja auch andere treffen. Das würde ich aber dann als BR-aktivität z.B. im Sinne § 75 oder § 80 BetrVG sehen (oder andere - je nach Thema).
Erstellt am 09.09.2013	um 19:07 Uhr von Hartmut
Dafür, dass bestimmte Verhaltensweisen (gemeint ist sicher des AG) bekannt werden, braucht ihr weder den Kollegen noch den §84/85.
Dafür könnt ihr als BR ganz alleine sorgen, z.B. auf einer Betriebsversammlung, oder im Intranet.
Erstellt am 09.09.2013	um 19:48 Uhr von nicoline
wenn ich mir den Gesetzestext des § 85 anschaue, dessen Anwendung ich hier am geeignetsten finden würde,
dann finde ich ebenfalls solltet ihr warten, bis bei ihm alles "in trockenen Tüchern" ist und dann genau das tun, was im Gesetz steht, nämlich, *auf Abhilfe hin(zu)wirken*

References: §84
 § 85
 § 75
 § 80
 §84
 § 85