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Timestamp: 2019-07-21 07:39:24+00:00

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BGH, 13.12.1988 - VI ZR 235/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,809
BGH, 13.12.1988 - VI ZR 235/87 (https://dejure.org/1988,809)
BGH, Entscheidung vom 13.12.1988 - VI ZR 235/87 (https://dejure.org/1988,809)
BGH, Entscheidung vom 13. Dezember 1988 - VI ZR 235/87 (https://dejure.org/1988,809)
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§ 264 StGB als Schutzgesetz
BGB § 823; StGB § 1975 § 264
BGB § 823 Abs. 2; StGB § 264
264 StGB - Subventionsbetrug, Außenhaftung, Verletzung von Schutzgesetzen nach 823 Abs. 2 BGB
BGHZ 106, 204
NJW 1989, 974
ZIP 1989, 102
ZIP 1989, 247
MDR 1989, 344
VersR 1989, 262
BB 1989, 382
Dem Schutzgesetzcharakter des § 264 a StGB steht nicht entgegen, daß die Vorschrift ein Gefährdungsdelikt darstellt (BGHZ 106, 204, 209).
Diese Vorschrift ist ebenso wie § 264 Abs. 1 Nr. 1 StGB (dazu Senatsurteil vom 13. Dezember 1988 - VI ZR 235/87, BGHZ 106, 204, 206 ff.) ein Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB.
Schließlich ist es entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts unerheblich, ob neben dem staatlichen Vermögen auch die staatliche Planungs- und Dispositionsfreiheit als von § 264 StGB geschütztes eigenständiges Rechtsgut anzuerkennen ist (vgl. Senatsurteil vom 13. Dezember 1988 - VI ZR 235/87, BGHZ 106, 204, 207).
Die Eröffnung eines individuellen, auf dem Zivilrechtsweg zu verfolgenden Schadensersatzanspruchs muss erkennbar vom Gesetz erstrebt sein oder zumindest im Rahmen des haftungsrechtlichen Gesamtsystems liegen (BGH, Urteil vom 13.12.1988, VI ZR 235/87, NJW 1989, 974).
Dies kommt für eigens auf die Sicherung des staatlichen Mittelaufkommens zugeschnittene Vorschriften grundsätzlich nicht in Betracht, sofern die Mittel nicht fiskalisches Sondervermögen bilden (BGH, Urteil vom 13.12.1988, a.a.O.).
Ein öffentlich-rechtlicher Erstattungsanspruch gegen dritte Personen, die bei der Subventionsbewilligung für den Subventionsnehmer gehandelt haben, ist im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Subventionsverhältnisses nicht vorgesehen, ohne dass dadurch Ersatzansprüche aus Rechtsbeziehungen bürgerlich-rechtlicher Gleichordnung, insbesondere aus deliktischen Beziehungen, bei Erfüllung ihrer Voraussetzungen ausgeschlossen wären (BGHZ 106, 204 ff).
Zu berücksichtigen ist dabei, dass § 264 StGB neben dem staatlichen Vermögen auch die staatliche Planungs- und Dispositionshoheit schützt (BGHZ 106, 204; OLG Karlsruhe NJW 1981, 1383).
Das gleiche gilt für die Spezialformen des Subventionsbetrugs nach § 264 StGB (BGH-Urteil vom 13. Dezember 1988 VI ZR 235/87, BGHZ 106, 204) und des Kapitalanlagebetrugs nach § 264a StGB (BGH-Urteil vom 21. Oktober 1991 II ZR 204/90, BGHZ 116, 7).
Sie ist der Nachprüfung in der Revision nur insofern unterworfen, als Verstöße gegen § 286 ZPO vorliegen oder geprüft werden kann, ob die Tatsacheninstanzen den Rechtsbegriff der "groben Fahrlässigkeit" richtig verstanden und den festgestellten Sachverhalt zutreffend darunter subsumiert oder bei der Beurteilung des Grades der Fahrlässigkeit wesentliche Umstände außer Betracht gelassen haben (vgl. BGHZ 106, 204 (211) m.w.N.).
Dazu hat das Berufungsgericht - das im übrigen den Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit zutreffend ausgelegt hat keine Feststellungen getroffen; das muß zur revisionsgerichtlichen Beanstandung führen (vgl. BGHZ 106, 204 ; BGH, Urteil vom 18. November 1993 - III ZR 178/92 - ).
Er folgt in diesem Punkt trotz kritischer Literaturstimmen (Peters in JR 1989, 241) der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, der den Schutzgesetzcharakter der Strafvorschrift in seinem Urteil vom 13. Dezember 1988 (VI ZR 235/87 = JR 1989, 239) überzeugend begründet hat.

References: § 264
 § 823
 § 1975
 § 264
 § 823
 § 264
 § 264
 § 264
 § 823
 § 264
 § 264
 § 264
 § 264
 § 286