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Timestamp: 2019-09-15 17:30:54+00:00

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BFH, 24.09.1998 - V R 3/98 - dejure.org
BFH, 24.09.1998 - V R 3/98
https://dejure.org/1998,936
BFH, 24.09.1998 - V R 3/98 (https://dejure.org/1998,936)
BFH, Entscheidung vom 24.09.1998 - V R 3/98 (https://dejure.org/1998,936)
BFH, Entscheidung vom 24. September 1998 - V R 3/98 (https://dejure.org/1998,936)
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Befugnisse gem. § 4 Nr. 20 Buchst. a UStG
Umsatzsteuer; Wirkung (Reichweite) einer Bescheinigung nach § 4 Nr. 20 Buchst. a UStG 1993
FG Münster, 18.11.1997 - 15 K 2885/96
BFHE 187, 334
BB 1999, 1148
BB 1999, 1540
DB 1999, 619
BStBl II 1999, 147
Erst auf der Grundlage weiterer Feststellungen kann unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Senats (Urteil vom 24. September 1998 V R 3/98, BFHE 187, 334, BStBl II 1999, 147) und der hieran geübten Kritik (…Urteil des Bundesverwaltungsgerichts --BVerwG-- vom 11. Oktober 2006 10 C-4/06, BFH/NV Beilage 2007, 325, unter 2.) über die Steuerfreiheit der Leistungen entschieden werden.
a) Die Wirkung der Bescheinigung bezieht sich grundsätzlich auf den in ihr bezeichneten Gegenstand und Zeitraum, auch wenn letzterer vor der Bekanntgabe der Bescheinigung liegt (BFH-Urteile vom 18. Februar 2010 V R 28/08, BFHE 228, 474, BStBl II 2010, 876; in BFHE 226, 479, BStBl II 2010, 15; vom 24. September 1998 V R 3/98, BFHE 187, 334, BStBl II 1999, 147).
Denn der 4. Senat kann iS dieser Vorschrift nach wie vor mit der aus dem Entscheidungssatz ersichtlichen Rechtsfrage zur Auslegung des § 52 des Sozialgesetzbuchs Erstes Buch (SGB I) befasst werden (anders als mit Rechtsfragen aus dem Gebiet der allgemeinen Rentenversicherung, hierzu zB Senatsbeschluss vom 31.1. 2008 - B 13 RJ 44/05 R RdNr 9; vgl allg Bundesfinanzhof [BFH] vom 24.9. 1998, BFHE 187, 334, 337 mwN).
Die Bescheinigung der zuständigen Landesbehörde ist aber materiell-rechtliche Voraussetzung für die Steuerbefreiung der in § 4 Nr. 21 Buchst. b UStG 1993 bezeichneten Umsätze (vgl. BFH-Urteil vom 24. September 1998 V R 3/98, BFHE 187, 334, BStBl II 1999, 147, zur vergleichbaren Vorschrift des § 4 Nr. 20 Buchst. a UStG 1993, unter II. 1. b der Gründe).
Damit verbietet es sich, die Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 20 Buchst. a UStG zur Disposition des Unternehmers zu stellen (so BFH, Urteil vom 24. September 1998 V R 3/98 BFHE 187, 334 ).
a) Die an die Klägerin gerichtete Mitteilung der Bezirksregierung Weser-Ems vom 30. Mai 2001 über die Ausstellung einer Bescheinigung nach § 4 Nr. 20 lit. a) Satz 2 UStG ist ein Verwaltungsakt (§ 1 NdsVwVfG in Verbindung mit § 35 VwVfG), der selbständig im Verwaltungsrechtsweg (§ 40 Abs. 1 VwGO) angefochten werden kann (BVerwG, Urteil vom 11. Oktober 2006, - BVerwG 10 C 4.06 -, NJW 2007, 714-715; BFH, Urteil vom 24. September 1998, - V R 3/98 -, BFHE 187, 334 und OVG Hamburg, Urteil vom 23. Mai 2003, - 1 Bf 399/02 -, Juris).
Die Bescheinigung hat sich durch diese Wirkung gegenüber dem Steuerbescheid rechtlich verselbständigt (BVerwG, Urteil vom 3. Dezember 1976, - BVerwG VII C 75.74 -, BStBl. II 1977, 300; BFH, Urteil vom 24. September 1998, - V R 3/98 -, BStBl. II 1999, 147); ihr kommt daher unmittelbare Außenwirkung zu.
Denn die Fragen, ob eine derartige Bescheinigung ihrem Inhalt nach auch rückwirkend gelten soll (bejahend BFH, Urteil vom 24. September 1998, - Verfasser/Verfasserin R 3/98 -, BFHE 187, 334) oder aus ihr - insbesondere unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten und hier solchen des Vertrauensschutzes - für die Besteuerung zurückliegender Zeiträume Schlüsse gezogen werden können, gehört in das Besteuerungsverfahren und damit in die gerichtliche Überprüfung im Finanzrechtsweg (BVerwG, Urteil vom 11. Oktober 2006, - BVerwG 10 C 4.06 -, NJW 2007, 714).
Denn die Kultusbehörde als bescheinigende Behörde - und als "actus contrarius" auch die über die Aufhebung entscheidende Behörde - wird bei der Prüfung der Frage, ob die anderen Unternehmer die gleichen kulturellen Aufgaben erfüllen, lediglich in einem externen Bescheinigungsverfahren, in welchem der insoweit größere kulturelle Sachverstand der Landesbehörden genutzt wird, tätig, vgl. Bundesfinanzhof (BFH), Urteil vom 24. September 1998 - V R 3/98 -, BStBl II 1999, 147 und juris Rdnr. 17.
Danach ist der Zweck der Umsatzsteuerbefreiung die Steuerentlastung von öffentlichen und privaten Museumseinrichtungen sowie ihre steuerliche Gleichstellung bzw. die Herstellung der Wettbewerbsneutralität zwischen den in § 4 Nr. 20 a Satz 1 UStG bezeichneten Einrichtungen der öffentlichen Hand mit den in Satz 2 der Vorschrift beschriebenen gleichartigen Einrichtungen anderer Unternehmer, vgl. BFH, Urteil vom 24. September 1998 - V R 3/98 -, a.a.O. und juris Rdnr. 17 unter Hinweis auf den Bericht des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages vom 30. März 1967 zum Entwurf eines Umsatzsteuergesetzes, BT- Drucks. 5/1581 zu § 4 Nr. 20; BVerwG, Urteil vom 04. Mai 2006 - 10 C 10/05 -, a.a.O. und juris Rdnr. 17.
Gestützt wird diese Auslegung durch § 9 UStG, wonach die Möglichkeit, auf die Steuerbefreiung zu verzichten, für die Fälle der Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 20 und 21 UStG gerade nicht vorgesehen ist, vgl. BFH, Urteil vom 24. September 1998 - V R 3/98 -, a.a.O. und juris Rdnr. 14 ff.
Nicht berücksichtigt habe der Senat, dass diese Auffassung im Zusammenwirken mit der vom Bundesfinanzhof (Urteil vom 24. September 1998 - V R 3/98 - BFHE 187, 334) angenommenen Rückwirkung einer Bescheinigung im Ergebnis dazu führe, dass der Gesetzesvollzug dann in das Belieben der Finanzverwaltung gestellt sei.
Gegenteiliges ergibt sich auch nicht daraus, dass der Bundesfinanzhof (Urteil vom 24. September 1998 - V R 3/98 - BFHE 187, 334 ) seine frühere Rechtsprechung (Urteil vom 15. September 1994 - XI R 101/92 - BFHE 176, 146 ) aufgegeben hat, wonach die Bescheinigung nicht auf Zeiträume vor ihrer Ausstellung zurückwirkt, weil anderenfalls dem Finanzamt faktisch ein Wahlrecht eingeräumt wird, das es ihm ermöglicht, nach seinem Ermessen einseitig auf die Besteuerung einzuwirken, was mit dem Grundsatz der Tatbestandsmäßigkeit der Besteuerung unvereinbar wäre.
Der Bundesfinanzhof (Urteil vom 24. September 1998 - V R 3/98 - BFHE 187, 334 ) betont zutreffend, dass der Sinn des Bescheinigungsverfahrens darin liegt, mit der Bescheinigung das Fachwissen der zuständigen Kultusbehörde für das Besteuerungsverfahren nutzbar zu machen.
VG Köln, 03.11.2005 - 20 K 8344/03
Ausstellung einer Bescheinigung nach § 4 Nr. 20a Umsatzsteuergesetz ( UStG) und …
VG Düsseldorf, 10.03.2003 - 25 K 4379/02
Anspruch auf Erteilung einer Bescheinigung i.R.d. Umsatsteuerbefreiung; Befugnis …
Umsatzsteuerbefreiung; Antragsbefugnis des Finanzamtes; gleiche kulturelle …
VG Stuttgart, 16.11.2006 - 1 K 814/06
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VG Düsseldorf, 10.03.2003 - 25 K 6938/02
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VG Düsseldorf, 10.03.2003 - 25 K 5979/02
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VG Düsseldorf, 10.03.2003 - 25 K 144/02
BFH, 03.02.1999 - V B 95/98
Rückwirkung einer Bescheinigung für die Steuerbefreiung bestimmter Umsätze; …
VG Düsseldorf, 10.03.2003 - 25 K 3541/02
Anspruch auf Ausstellung einer Bescheinigung für die Befreiung von der …
FG Berlin, 15.12.1998 - VII 504/94

References: § 4
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 § 52
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 § 35
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 § 9
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