Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.10.2003&Aktenzeichen=I%20ZR%2064%2F01
Timestamp: 2020-08-12 01:26:41+00:00

Document:
BGH, 23.10.2003 - I ZR 64/01 - dejure.org
https://dejure.org/2003,327
BGH, 23.10.2003 - I ZR 64/01 (https://dejure.org/2003,327)
BGH, Entscheidung vom 23.10.2003 - I ZR 64/01 (https://dejure.org/2003,327)
BGH, Entscheidung vom 23. Januar 2003 - I ZR 64/01 (https://dejure.org/2003,327)
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UWG § 1; BRAO § 59k; BORA § 9
Anforderungen und Funktionen der Firmierung einer Rechtsanwaltsgesellschaft; Firmierung mit Kurzbezeichnungen; Darstellung eines Gesetzesverstoßes als unlauteres Verhalten; Verbot gesetzlich nicht vorgeschriebener Sachbezeichnungen bei der Firmierung einer ...
Zur Führung des Bestandteils "KPMG" in der Firma einer Rechtsanwaltsgesellschaft
Eingabe in der Suchmaske auf der nächsten Seite: BRAK-Mitt. 2004, 91
Zur Frage, ob eine Rechtsanwaltsgesellschaft in ihrer Firma eine Kurzbezeichnung führen darf
§ 1 UWG 2004, § 59k BRAO
"Rechtsanwaltsgesellschaft"; Zulässigkeit einer Kurzbezeichnung
UWG § 1 ; BRAO § 59k ; BORA § 9
Kurzbezeichnung für Rechtsanwaltsgesellschaft
Zur Zulässigkeit der Kurzbezeichnung einer aus einer Steuerberatungsgesellschaft hervorgegangenen Rechtsanwalts-GmbH; Recht der freien Berufe
Zur Zulässigkeit der Kurzbezeichnung "KPMG" für eine Rechtsanwalts-GmbH, die aus einer Steuerberatungsgesellschaft hervorgegangenen ist- 23.10.2003
Beibehaltung der Kurzbezeichnung einer Steuerberatungsgesellschaft nach Fortsetzung der Tätigkeit als Rechtsanwaltsgesellschaft ("Rechtsanwaltsgesellschaft/KPMG")
NJW 2004, 1099
MDR 2004, 894
GRUR 2004, 346
WM 2004, 2023
BB 2004, 512
DB 2004, 809
AnwBl 2004, 447
Die Notwendigkeit eines Bezugs zum Wettbewerbsrecht folgt aus der materiellrechtlichen Schutzfunktion der Wettbewerbsvorschriften (vgl. BGH, NJW 2004, S. 1099 ;… vgl. auch Ullmann, a.a.O., S. 821 f.) und erübrigt nicht die Verhältnismäßigkeitsprüfung, die Art. 12 Abs. 1 Satz 1 GG verlangt.
Die Rechtsauffassung der öffentlichrechtlichen Kammern über die Reichweite berufsrechtlicher Normen steht im Wettbewerbsprozess genauso zur richterlichen Nachprüfung wie im berufsgerichtlichen Verfahren (vgl. beispielsweise BGH, NJW 2004, S. 1099 ).
Dieses wird bei seiner erneuten Entscheidung auch die inzwischen ergangenen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (…NJW-RR 2003, S. 1288;… NJW 2004, S. 440; NJW 2004, S. 1099) berücksichtigen können.
Die vom Berufungsgericht als rechtsgrundsätzlich angesehene Frage, ob die verletzte Norm jedenfalls einen Marktbezug aufweisen muss, ist inzwischen nicht nur im Sinne des Berufungsurteils entschieden worden (vgl. BGHZ 155, 301, 305 - Telefonischer Auskunftsdienst;… BGH, Urt. v. 15.5.2003 - I ZR 292/00, GRUR 2003, 969, 970 = WRP 2003, 1350 - Ausschreibung von Vermessungsleistungen; Urt. v. 23.10.2003 - I ZR 64/01, GRUR 2004, 346 = WRP 2004, 485 - Rechtsanwaltsgesellschaft;… Urt. v. 4.11.2003 - KZR 16/02, GRUR 2004, 255, 258 = WRP 2004, 376 - Strom und Telefon I), sondern nunmehr in § 4 Nr. 11 UWG geregelt.
Dieser Rechtsprechung ist der Bundesgerichtshof gefolgt (…vgl. für die Werbung der Ärzte: BGH, NJW-RR 2003, S. 1288; vgl. im Zusammenhang mit § 59 k BRAO und § 9 BORA: BGH, NJW 2004, S. 1099).
Dementsprechend ist es auch unerheblich, ob diese Bestimmung bei wortlautgetreuem Verständnis einer verfassungsrechtlichen Überprüfung standhält (vgl. dazu BGH, Urt. v. 23.10.2003 - I ZR 64/01, Umdr. S. 7 ff. - Rechtsanwaltsgesellschaft).
Der Gesetzesverstoß kann dazu allein nicht genügen, wenn die verletzte Norm nicht zumindest auch eine wettbewerbsbezogene, d.h. - entsprechend dem Normzweck des § 1 UWG - eine auf die Lauterkeit des Wettbewerbs bezogene Schutzfunktion hat (BGH NJW 2004, 1099 m.w.N.).
Ein sachlicher Grund, weswegen Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern diese Werbung erlaubt, Rechtsanwälten dagegen verboten sein muß, ist nicht erkennbar (vgl. zur ähnlichen Problematik unterschiedlicher Regelungen von Kurzbezeichnungen: BGH NJW 2004, 1099 - Rechtsanwaltsgesellschaft).
Ein besonders schwerer Nachteil in diesem Sinne entsteht dem Beschwerdeführer letztendlich jedoch nicht, wenn man die neue Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum ärztlichen Werberecht berücksichtigt (vgl. BGH…, Urteil vom 9. Oktober 2003, WRP 2004, S. 221 f., sowie BGH, Urteil vom 23. Oktober 2003, NJW 2004, S. 1099 ff.).
Das Hauptsacheverfahren eröffnete zum einen die Möglichkeit, die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Werberecht des freiberuflich Tätigen (…vgl. BGH, NJW-RR 2003, S. 1288;… NJW 2004, S. 440; NJW 2004, S. 1099) in die Beurteilung der konkreten Werbung miteinzubeziehen.
Kammern freier Berufe sind grundsätzlich zur Verfolgung von Wettbewerbsverstößen der Konkurrenten ihrer Mitglieder aktivlegitimiert i.S. der Vorschrift (vgl. BVerfG NJW 2004, 3765 und, noch zu § 13 UWG a.F., BGH GRUR 2004, 346 - Rechtsanwaltsgesellschaft und BGH NJW 2003, 819 - Zulässigkeit einer Anwalts-Hotline).
Wettbewerbsverstoß: Wettbewerbswidriges gewerbsmäßiges Angebot von Zigarren mit …
In der Unterschreitung der festgelegten Preise nach § 24 Abs. 1 Satz 1 Tabaksteuergesetz liegt zugleich ein Verstoß gegen § 1 UWG, weil es sich bei § 24 Abs. 1 Satz 1 Tabaksteuergesetz um eine wettbewerbsbezogene Vorschrift im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. WRP 04, 485, 486 ­ Rechtsanwaltsgesellschaft ­ mit weiteren Nachweisen) handelt.
Denn § 43 b BRAO ist eine Vorschrift, die auch eine auf die Lauterkeit des Wettbewerbs bezogene Schutzfunktion im Sinne der Rechtsprechung zu § 1 UWG a. F. (BGH GRUR 2004, 346 - Rechtsanwaltsgesellschaft m. w. Nachw.) aufweist.
OLG Düsseldorf, 10.08.2004 - 20 U 61/04
Einholung von Erklärungen von Kunden mit Hilfe des "POST-IDENT"-Verfahrens ohne …
OLG Dresden, 02.04.2004 - 14 W 1071/03
Werbung für Fahrschule mit Festpreiszusicherung; Ausbildungsverträge mit …

References: § 1
 § 59
 § 9

§ 1
 § 59
 § 1
 § 59
 § 9
 Art. 12
 § 4
 § 59
 § 9
 § 1
 BGH 
 § 13
 BGH 
 BGH 
 § 24
 § 1
 § 24
 § 43
 § 1