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Timestamp: 2017-08-19 07:31:29+00:00

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Das Wort „Doping“ kommt aus dem Englischen und ist das Gerundium des Verbs dope (= Drogen verabreichen). Sein etymologischer Ursprung liegt allerdings im Afrikaans, einer vom Niederländischen abgeleiteten Sprache in Südafrika: Bei Dorffeiern der Einheimischen wurde ein schwerer Schnaps, der so genannte „Dop“, getrunken – die Afrikaaner übernahmen das Wort und gebrauchten es als generelle Bezeichnung für Getränke mit stimulierender Wirkung. Aus dem Afrikaans fand das Wort seinen Weg ins Englische, wo es schließlich im Zusammenhang mit Aufputschmitteln, die bei Pferderennen zum Einsatz kamen, verwendet wurde. Als der Begriff 1889 zum ersten Mal in einem englischen Lexikon auftauchte, bezeichnete er entsprechend auch die Verabreichung einer Mischung aus Opium und verschiedenen Narkotika an Rennpferde.
In Dopingkontrollen sind Diuretika schwer nachzuweisen, da sie größtenteils mit dem Urin aus dem Körper gespült werden. Aufgrund dieser Wirkung werden Diuretika oftmals als Markierungsmittel benutzt, um den Nachweis anderer Dopingmittel zu erschweren. In der Medizin werden sie eingesetzt, um Ansammlungen von Wasser im Gewebe zu verringern.
Unter Blutdoping versteht man die Verabreichung von Vollblut oder von Zubereitung, die rote Blutkörperchen enthalten. Durch diese Maßnahme wird die Erythrozytenzahl im Blut erhöht. Die Sauerstofftransportkapazität wird somit verbessert. Bekannt ist das eigentliche Blutdoping (Transfusion von Eigen- oder Fremdblut mit vermehrten roten Blutkörperchen) seit den Olympiasiegen 1972 des finnischen Langstreckenläufers Lasse Virén, dem solche (damals auch noch nicht verbotenen) Bluttransfusionen unterstellt wurden. Sie auch Erythropoetin als Dopingmittel.
Unter E-Doping versteht man die unerlaubte Zuhilfenahme von Computern zur Leistungssteigerung, insbesondere im Schachsport. Seitdem Schachcomputer bzw. sog. "Engines" aufgrund größerer Rechentiefe selbst menschlichen Weltmeistern bei weitem überlegen sind, besteht das Problem der Manipulation von Schachspielen durch Rückgriff auf Rechnerleistungen. Dieses Problem hat sich durch die massenweise Verbreitung von Smartphones, mit denen Verbindung zu entsprechenden Engines aufgenommen werden kann, noch einmal dramatisch verstärkt.
Beliebte Fernschachduelle eignen sich aufgrund des Problems des E-Dopings immer weniger für Auseinandersetzung unter Wettkampfbedingungen, da der Überwachungsaufwand regelmäßig zu groß wäre. Aber selbst öffentlich ausgetragene Profispiele von Großmeistern wurden schon manipuliert [Vrgl. den Fall Falko Bindrich].
E-Doping unterscheidet sich (bislang) von anderen Formen des Dopings, dass es keinen direkten Eingriff in den Körper des Sportlers gibt, so dass E-Doping ausschließlich zum Zwecke der Aufrechterhaltung der sportlichen Fairness dient.
Viel größer ist aber das Risiko, dass der Sportler seinem Körper langfristig mit der Einnahme von Dopingmitteln schadet. Jedes Präparat, das illegal zur Leistungssteigerung verwendet wird, hat, wie alle anderen Arzneimittel auch, Nebenwirkungen. Hinzu kommt im Sport, dass, um die Leistung zu steigern, eine mehrfach höhere Dosis eines Präparates eingesetzt werden muss als bei medizinischer Anwendung. Dies verstärkt im gleichen Maße die Nebenwirkungen. Die Spanne der Verwendung z. B. von Anabolika ist sehr groß und reicht von 50% der therapeutischen Menge bei Langstrecklern bis zum 50-Fachen der therapeutischen Menge bei Bodybuildern und Gewichthebern. Diese Schäden sind oftmals irreparabel. Das bedeutet, dass der Sportler am Ende seiner Karriere einen teilweise zerstörten Körper in Kauf nimmt und einige der durch die Nebenwirkungen entstandenen Beeinträchtigungen unter Umständen bis zum Lebensende fortbestehen oder auch noch Jahre später zu schweren gesundheitlichen Folgeschäden führen können.
Allerdings darf bei der Gefährlichkeit des Dopings nicht übersehen werden, dass es wenig nachgewiesene Dopingtote gibt. Eine Ausnahme bildet das Bodybuilding, bei dem sowohl im Profi- als auch dem Amateurbereich eine hohe Zahl von dopingbedingten Todesfällen wissenschaftlich dokumentiert sind. Man verweist ansonsten auf eine große Dunkelziffer, ohne dies jedoch beweisen zu können. Führende Mediziner vor allem aus Großbritannien weisen darauf hin, dass das größte Risiko für die Volksgesundheit (Public Health) in der rigorosen Verfolgung der Dopingfälle im Spitzensport durch die jeweilige NADA und WADA liege. Hierdurch würde die Verwendung von Dopingsubstanzen im Freizeitsport in den Untergrund getrieben, was die gesundheitlichen Risiken von 1000-Mal so vielen Personen erhöht gegenüber der Anzahl der kontrollierten Kaderangehörigen. Eine seriöse ärztliche Betreuung von sich dopenden Freizeitsportlern und Forschung auf dem Gebiete von Dopingschäden sei durch die Kriminalisierung der Verwendung von Dopingmitteln nicht gegeben.
Im Allgemeinen wird das Dopingverbot mit drei Argumenten begründet. Eines zielt auf fairen Wettkampf ab, bezüglich dessen Dopinggegner die Position vertreten, dass Doping grundsätzlich einem fairen Wettkampf widerspricht. Die beiden anderen beziehen sich auf den Schutz der Sportler und den Schutz der Öffentlichkeit.
Kritik am Dopingverbot
In der Öffentlichkeit wird Doping als Betrug an Sportlerkollegen und der Öffentlichkeit fast ausschließlich negativ dargestellt.
Allerdings gibt es auch alternative Auffassungen. Unter anderem wird diskutiert, ob die Freigabe von Doping zu einer größeren Chancengleichheit führen könnte als das heutige strikte Verbot. Da das Dopingverbot offensichtlich in der Praxis kaum durchsetzbar sei, führe dies dazu, dass nicht die körperlich fähigsten Sportler, sondern die geschicktesten Umgeher des Verbots am erfolgreichsten seien. Vereinzelt wird angeführt, dass sich Sportler schon von Natur aus in einem nicht unerheblichen Maß in der Ausprägung, den Grenzen und der Trainierbarkeit ihrer Leistungen unterschieden. Folglich seien sportliche Erfolge wenigstens im selben Maß ein Produkt einer durch Zufall einem Sportler zugänglich gewordenen biologischen Begabung wie eines langjährigen Trainings. Demnach könnten mangelnde körperliche Anlagen durch kein noch so ausgeklügeltes und intensives Training ausgeglichen werden. Doping könne körperliche Nachteile kompensieren, wodurch ein fairer Wettbewerb überhaupt erst möglich sei. Allerdings verschafft Doping auch Sportlern mit guten Anlagen einen Leistungszuwachs.
Manche Autoren sehen im gedopten Sportler sogar ein Urbild des sich seiner selbst bewusst seienden und frei entscheidenden Menschen, der sich seinen eigenen Vorstellungen entsprechend verbessert. Andere dagegen vertreten die Meinung, dass Menschen verlernen würden, die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit zu akzeptieren, und es ihnen an Demut mangeln würde, sobald es ihnen erst einmal erlaubt wäre, ihre körperlichen Eigenschaften durch künstliche Eingriffe selbst zu beeinflussen.
Kimura weist darauf hin, dass es bei den Dopingverboten und besonders den Trainingsbegleitenden Dopingkontrollen vor allem darum ginge, dass die Sportverbände nach dem Wegfall der Amateurbestimmungen (die ihnen ein Willkürpotential gegenüber unliebsamen Sportlern gaben) ein Machtpotential im Sinne Michel Foucaults gegenüber den Spitzensportlern haben wollten. Nur hierdurch sei sicherzustellen, dass von dem von den Spitzensportlern generierten Mehrwert auch genügend bei den Funktionären übrigbliebe.
In einigen Ländern gelten Doping oder bestimmte Formen davon als Straftat und werden von staatlichen Organen mit hoheitlichen Maßnahmen verfolgt, etwa in Frankreich, Spanien oder Italien. Seit dem Jahr 2000 können in Italien Dopingvergehen von Sportlern mit einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Allerdings ist noch nie ein Sportler wegen Einnahme von verbotenen Dopingsubstanzen angeklagt oder bestraft worden, erst recht nicht mit einer Gefängnisstrafe. Das spanische Anti-Dopinggesetz verbietet Trainingsbegleitende Dopingkontrollen zwischen 23:00 und 6:00 Uhr und erfasst nur Wettkampfsportler/innen von dem Olympischen Komitee angeschlossenen Verbänden. Hierdurch wird z.B. Bodybuilding nicht erfasst. Die Frage, ob Dopingbekämpfung bei nichtstaatlichen Veranstaltungen eine Staatsaufgabe sein kann oder sollte, ist jedoch stark umstritten.
In Deutschland liegt mit der Einnahme von Dopingmitteln grundsätzlich kein Straftatbestand vor, denn laut § 6a des Arzneimittelgesetzes ist nur das Inverkehrbringen, das Verschreiben oder das Anwenden von Arzneimitteln bei anderen zu Dopingzwecken im Sport strafbar. Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport (BGBl. I 2007, S. 2510) im November 2007 ist ferner der Besitz, seit August 2013 auch der Erwerb einer nicht geringen Menge Dopingmittel zu Dopingzwecken am Menschen verboten (§ 6a Abs. 2a Arzneimittelgesetz). Die Bestimmung dieser nicht geringen Menge findet sich seit dem 29. November 2007 in der Dopingmittel-Mengen-Verordnung. Diese Straftat wird laut § 95 Abs. 1 des Arzneimittelgesetzes mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft. § 95 Abs. 3 des Arzneimittelgesetzes sieht in besonders schweren Fällen (Abgabe oder Anwendung von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport an Personen unter 18 Jahren) eine Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren vor. Es kam allerdings in der Vergangenheit zu Verurteilungen wegen Körperverletzungsdelikten, teilweise solchen an Schutzbefohlenen, wenn Präparate von Trainern an Athleten ohne deren Wissen/Zustimmung verabreicht wurden. Doping bei Tieren während sportlicher Wettkämpfe oder im Training dafür ist in Deutschland gemäß § 3 Nr. 1b Tierschutzgesetz verboten und gemäß § 18 I Nr. 4 TierSchG eine Ordnungswidrigkeit, die gemäß § 18 IV mit einer Geldbuße bis zu € 25.000,- geahndet werden kann.
Eine neuartige Nachweismethode für Doping stellt das Biologischer Pass-Programm dar, welches die klassischen Nachweisverfahren verbotener Substanzen oder Methoden ergänzen soll. In diesem indirekten Nachweisverfahren werden Ergebnisse von Urin- und Blutproben bei Trainings- und Wettkampfkontrollen zu einem biologischen Profil des Sportlers zusammengeführt. Werte, die eine Abweichung vom erwarteten Profil darstellen, sollen zwar nicht den direkten Nachweis erbringen, wie manipuliert – welche Substanz, welche Methode – wurde, aber den indirekten Nachweis, dass manipuliert wurde.
Siehe auch Doping in der Bundesrepublik Deutschland
Im Rahmen der Trainingskontrollen können etwa 8.650 Kaderathleten geprüft werden, die in drei Testpools aufgeteilt sind und an nationalen und internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Nicht kontrolliert werden alle anderen Mitglieder des Deutschen Olympischen Sportbundes, die gleichfalls an Wettkämpfen teilnehmen. Aber gerade in den Ebenen unterhalb des Spitzensports ist die Dopingmentalität – im Wissen um die fehlenden Kontrollen – stark ausgeprägt. Dies wird jedoch von der Sportführung negiert, obwohl es stichhaltige Untersuchungen zum Beispiel des Anabolikakonsums in Deutschland und den USA gibt. Der Sport ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Schon in den neunziger Jahren hat Professor Hurrelmann festgestellt, dass circa zehn Prozent der Jugendlichen bis 16 Jahre regelmäßig zu Aufputschmitteln und anderen Dopingsubstanzen sowie Drogen greifen. Allerdings ist Doping, obwohl keine Straftat, in der Öffentlichkeit stark negativ besetzt.
Die Vorschriften im deutschen Arzneimittelgesetz gegen Doping im Sport sollen verschärft werden. Das Bundeskabinett hat am 10. April 2013 den Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften beschlossen. Neben das bereits bestehende Besitzverbot für Dopingmittel soll ein Erwerbsverbot treten. Der Gesetzentwurf bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates und soll noch vor der Sommerpause vom Bundestag beschlossen werden.
Im Zuge der Balco-Affäre wurden in den USA mehrere Sportprofis des Dopings überführt. Prominenteste Vertreterin war die Sprinterin Marion Jones, der daraufhin fünf Olympiamedaillen ebenso aberkannt wurden wie ihrem Lebensgefährten Tim Montgomery sein Weltrekord im 100-m-Lauf. Ansonsten wurde ohne positiven Test nur noch Baseballspieler Jason Grimsley gesperrt, obwohl auf den Kundenlisten der Firma auch zahlreiche andere Sportler standen, von Sprint über Mittelstreckenlauf, Basketball, Boxen, Hammerwurf und Kugelstoßen, bis Football. Auch Judoka standen unter Verdacht.
Der Gewinner der Tour de France 2006, Floyd Landis vom Rennstall Phonak, wurde positiv auf Testosteron getestet. Im September 2007 wurde er von einem Schiedsgericht der United States Anti-Doping Agency trotz Fehlern bei der Laboranalyse des Testosteron-Dopings für schuldig befunden, woraufhin erstmals der internationale Radsportverband UCI dem Sieger Toursieg und Prämie aberkannte. Endgültig wurde das Urteil zur Aberkennung am 30. Juni 2008 vom CAS bestätigt. Floyd Landis wird somit endgültig als Rundfahrtsieger 2006 gestrichen.
2007 werden 15 österreichische Biathleten, Betreuer und Funktionäre wegen Besitzes von Dopingmitteln (während der Olympischen Winterspiele 2006) teilweise lebenslang für Olympische Spiele gesperrt. Gegen den ÖOC wird eine Geldstrafe von 1Mio US-Dollar verhängt.
Doping ist nicht nur beim Menschen bekannt, sondern wird auch dort eingesetzt, wo Tiere mit dem Menschen oder für ihn sportliche Erfolge erreichen sollen so beispielsweise im Pferdesport oder bei Windhundrennen. In Deutschland ist Doping an Tieren bei Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen gem. Tierschutzgesetz § 3 verboten, auch die Hunde- und Pferdesportverbände treffen Maßnahmen gegen Doping.
Quellen: Wikipedia, Rolf Dober (Bild: Dopingmethoden im Leistungssport)

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