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Timestamp: 2020-07-10 12:54:31+00:00

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Urlaubsbuchung per Internet
| 27.10.2010 16:31 |
Hallo brauche sehr schnelle Hilfe ! Bitte
Ich habe einen Urlaub im Internet gebucht. Okay alles wie immer völlig normal. Was eigenartig war ich habe keine Bestätigung der Buchung bekommen, was sonst innerhalb 2 Stunden der Fall war.
Mein Chef fragte mich ob ich bebucht hätte ? Ja warum ? Es wäre sehr wichtig zu versuchen die Reise eine Woche zu verschieben.
Ja toll aber ich hatte nichts von der Reise bekommen. Somit ging ich davon aus der ganze ablauf ist nicht angekommen. Also ich suche mir ein neues Angebot für die Woche darauf.
Jetzt nach 6 Tagen bekomme ich per Handy ein Anruf die Reiseunterlagen konnten nicht zugestellt werden da die E-Mail Adresse falsch wäre. Ich voll geschockt fragte warum man mich nicht unter meiner Tel. Nr. angerufen hätte, um mich zu informieren ?
Sie hätte mehrmals versucht mich zu erreichen.
Mein problem dabei ist Ich hab 2 Reisen wobei die Spätere Bezahlt und fest ist. Nun will man das Geld der Reise haben.
Was mich Sauer macht ist keine Info bekommen zu haben und wenn mich jemand anruft was ja jetzt mehrfach der Fall war ich keine Tel. Nr. sehen kann. Unbekannter Teilnehmer.
-- Einsatz geändert am 27.10.2010 17:01:00
27.10.2010 | 18:10
vielen Dank für die Anfrage, die im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte:
Mit der Buchung haben Sie ein verbindliches Angebot abgegeben. Der Reisevertrag kommt aber erst zustande, wenn ihr Angebot angenommen wurde. In der Regel erfolgt dies über die Reisebestätigung.
Bitte schauen Sie in den Vertragsbedingungen nach, ob eine Annahmefrist bestimmt wurde. Wenn nämlich der Vertrag nicht rechtzeitig angenommen wurde, ist ihr Antrag gem. § 146 BGB erloschen.
Sollte keine Annahmefrist bestimmt worden sein, so konnte der Antrag nur bis zu dem Zeitpunkt angenommen werden, in welchem Sie den Eingang der Antwort unter regelmäßigen Umständen erwarten durften (vgl. § 147 Abs. 2 BGB). Bei einem Antrag per Email oder per Fax dürfte die Annahme nach 6 Tagen zu spät sein.
Allerdings müssten Sie sich verzögernde Umstände – wie z.B. die falsche Angabe der Email-Adresse, so dass keine Reisebestätigung per Mail übersandt werden konnte – zurechnen lassen. Sie führen zu einer Fristverlängerung.
Ich gehe im folgendem davon aus, dass die Email-Adresse tatsächlich irrtümlich falsch angegeben wurde und/oder die Buchungsbestätigung noch rechtzeitig erfolgte. Andernfalls wäre ihr Buchungsangebot nicht rechtzeitig angenommen, mit der Folge, dass ihr Antrag erloschen ist.
Da Sie den Vertrag via Internet abgeschlossen haben, käme grundsätzlich ein Widerrufsrecht gem. § 312 b, 355 BGB (Fernabsatzgeschäfte) in Betracht.
Allerdings gilt dies nicht für im Internet geschlossene Pauschalreiseverträge, Hotelzimmerbestellungen oder die Miete einer Ferienwohnung. Das ergibt sich aus § 312 b Abs. 3 Nr. 6 BGB der bestimmt, dass die Vorschriften über Fernabsatzverträge keine Anwendung auf Verträge über die Erbringung von Dienstleistungen in den Bereichen Unterbringung, Beförderung, Lieferung von Speisen und Getränken sowie Freizeitgestaltung, wenn sich der Unternehmer bei Vertragsschluss verpflichtet, die Dienstleistungen zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu erbringen, finden.
Da ein gesetzliches Widerrufsrecht nicht gilt, prüfen Sie bitte, ob seitens des Reiseveranstalters möglicherweise ein vertragliches Widerrufsrecht eingeräumt wurde. Dies ergibt sich aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Letztlich bleibt Ihnen noch das Rücktrittsrecht.
Gemäß § 651 i Abs. 1 BGB kann der Reisende vor Reisebeginn jederzeit vom Vertrag zurücktreten.
Sie können ohne Angabe von Gründen von ihrer Buchung zurücktreten. Der Rücktritt muss aber ausdrücklich erklärt werden und dem Veranstalter zugehen. Es empfiehlt sich den Rücktritt schriftlich (vorab per Fax) zu erklären, um später Beweismittel zu haben.
Treten Sie vom Vertrag zurück, so verliert der Veranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Er kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach dem Reisepreis unter Abzug des Wertes der vom Reiseveranstalter ersparten Aufwendungen sowie dessen, was er durch anderweitige Verwendung der Reiselesitungen erwerben kann (vgl. § 651 i Abs. 2 BGB).
Um die damit zusammenhängenden Beweisprobleme zu umgehen, regelt meist der Reisevertrag, wie hoch die Stornogebühren sind. Die Stornogebühren für Pauschalreisen sind je nach Zeitpunkt des Rücktritts zu staffeln.
Rein vorsorglich weise ich darauf hin, dass Vertragsklauseln, die keine Staffelung der Stornogebühren nach dem Zugangszeitpunkt enthalten, unwirksam sind. Ebenfalls unwirksam sind Klauseln, die Pauschalen vorsehen, ohne dass dem Reisenden die Möglichkeit gegeben wird, nachzuweisen, dass die Aufwendungen des Veranstalters geringer waren.
Zusammenfassend empfehle ich folgendes:
Sie sollten den Reiseveranstalter darauf hinweisen, dass Ihrer Auffassung nach mangels rechtzeitiger Annahme kein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist. Hilfsweise sollten Sie aber so schnell wie möglich schriftlich (vorab per Fax) den Rücktritt vom Vertrag erklären, da die Höhe der Stornogebühren nach dem Zeitpunkt des Eingangs der Rücktrittserklärung gestaffelt sind.
In Betracht kommt auch, dass die erste Reise auf eine andere Person umgeschrieben wird. Nach § 651 b Abs. 1 BGB können Sie bis zum Reisebeginn verlangen, dass statt Ihnen ein Dritter in die Rechte und Pflichten aus dem Reisevertrag eintritt.
Möglicherweise lässt sich der Reiseveranstalter auch auf eine Kulanzregelung ein.
Bewertung des Fragestellers 27.10.2010 | 20:23
"Gute anregungen und TIpps. Kann man Gut gebrauchen. Danke
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 27.10.2010
Gute anregungen und TIpps. Kann man Gut gebrauchen. Danke
Fachanwalt Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Gewerblicher Rechtsschutz, Reiserecht, Vertragsrecht, Erbrecht
Telekom Festnetz Internet Vertrag an Nachmieter übergeben
Gebuchtes Mobilfunk Internet Paket im Ausland stand nicht zur Verfügung

References: § 146
 § 147
 § 312
 § 312
 § 651
 § 651
 § 651