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Timestamp: 2018-01-20 09:21:35+00:00

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Planungshilfen > Klimagerechte Siedlungsplanung > Klimagerechte Baugebiete > Vorbeugender Hochwasserschutz
Eine Folge des Klimawandels ist das verstärkte Auftreten von Starkregenereignissen, die zu lokalen Überschwemmungen führen können. Überschwemmungsgebiete im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes sind im Bebauungsplan nachrichtlich zu übernehmen bzw. zu vermerken (§ 9 Abs. 6a BauGB).
In der Nähe von Oberflächengewässern (z.B. Flüssen) treten Überschwemmungen auf, wenn die anfallenden Wassermassen das Aufnahmevolumen des Gewässers übersteigen.
Auch abseits von Gewässern kann es zu Überschwemmungen kommen. Eine Versiegelung (z.B. durch Bebauung) greift in den Wasserhaushalt ein und stört den natürlichen Wasserkreislauf. In einem klimagerechten Baugebiet wird Niederschlagswasser möglichst am Ort des Niederschlagsereignisses zur Versickerung gebracht. Es steht dann weiterhin den Pflanzen zur Verfügung, trägt zur Grundwasserneubildung bei oder verdunstet.
Ist eine Versickerung vor Ort nicht möglich, kann das Wasser umgeleitet, in Vorfluter eingeleitet oder in der Kanalisation abgeführt werden. Beim Einlaufen in die Kanalisation wird das Wasser allerdings dem natürlichen Wasserkreislauf entzogen und es kann außerdem zu einer Überlastung des Kanalnetzes kommen.
In einem klimagerechten Baugebiet wird das Ziel verfolgt, den Wasserhaushalt so wenig wie möglich zu beeinträchtigen und Überschwemmungen vorzubeugen.
Damit Baugebiete vor Überschwemmungen durch Starkregenereignisse geschützt sind, ist Niederschlagswasser vor Ort zur Versickerung zu bringen und dadurch die Kanalisation zu entlasten. Wie dies erreicht werden kann, ist im folgenden Abschnitt beschrieben.
§ 9 Abs. 6a BauGB
Festgesetzte Überschwemmungsgebiete im Sinne des § 76 Absatz 2 des Wasserhaushaltsgesetzes sollen nachrichtlich übernommen werden. Noch nicht festgesetzte Überschwemmungsgebiete im Sinne des § 76 Absatz 3 des Wasserhaushaltsgesetzes sowie als Risikogebiete im Sinne des § 73 Absatz 1 Satz 1 des Wasserhaushaltsgesetzes bestimmte Gebiete sollen im Bebauungsplan vermerkt werden.
In einem klimagerechten Baugebiet sind Flächen für die Rückhaltung und Versickerung des Niederschlagswassers vorgesehen (§ 9 Abs. 1 Nr. 14). Sie können auch im Zuge von Verkehrsflächen oder auf privaten Grundstücksflächen im Zuge der Eingriffsregelung (§ 9 Abs. 1a BauGB) festgesetzt werden. Wenn weitergehende Maßnahmen auf privaten Baugrundstücken erforderlich sind, können sie darüber hinaus zum Inhalt eines Städtebaulichen Vertrags gemäß § 11 BauGB werden.
Folgende Maßnahmen sind geeignet, um das Niederschlagswasser vor Ort zu versickern.
Bei der Flächenversickerung versickert das Niederschlagswasser durch eine wasserdurchlässige Oberfläche. Die Oberfläche kann mit Pflanzen oder aus einem wasserdurchlässigen Baumaterial sein. Die Versickerungsleistung einer bebauten Oberfläche ist abhängig von der Wasserdurchlässigkeit der Oberfläche. Die Versickerungsleistung eines feuchten, gut durchwurzelten Boden ist aufgrund seiner Struktur größer als eines schwach durchwurzelten oder ausgetrockneten Bodens.
Eine platzsparende und effektive Lösung sind Mulden-Rigolen-Elemente. Bei ihnen wird das Niederschlagswasser in der begrünten Mulde gesammelt und sickert durch eine ca. 30 cm mächtige Bodenschicht in eine darunterliegende Rigole. Die Rigole besteht aus einer wasserdurchlässigen Rohrleitung und der sie umgebenden Kiespackung. Durch die Rigole versickert das Wasser in den Boden oder wird zum Abfließen gebracht.
Ist eine Versickerung direkt auf der Fläche des Niederschlagsereignisses nicht möglich, kann eine Sammlung des Niederschlagswassers in Versickerungsmulden und -becken und dort eine zeitlich verzögerte Versickerung erfolgen. Wenn Versickerungsbecken so gestaltet sind, dass sie dauerhaft Wasser führen, können sie auch als Wasserfläche im Bebauungsplan festgesetzt werden (§ 9 Abs. 1 Nr. 16). Je flacher die Mulden sind, umso schneller trocknen sie zwischen den Niederschlagsereignissen wieder und ihre Sickerfähigkeit steigt.
§ 9 Abs. 1 Nr. 14 BauGB
Im Bebauungsplan können die Flächen für die Abfall- und Abwasserbeseitigung, einschließlich der Rückhaltung und Versickerung von Niederschlagswasser, sowie für Ablagerungen aus städtebaulichen Gründen festgesetzt werden.
§ 9 Abs. 1 Nr. 16 BauGB
Im Bebauungsplan können die Wasserflächen sowie die Flächen für die Wasserwirtschaft, für Hochwasserschutzanlagen und für die Regelung des Wasserabflusses aus städtebaulichen Gründen festgesetzt werden.
Flächen oder Maßnahmen zum Ausgleich im Sinne des § 1a Abs. 3 können auf den Grundstücken, auf denen Eingriffe in Natur und Landschaft zu erwarten sind, oder an anderer Stelle sowohl im sonstigen Geltungsbereich des Bebauungsplans als auch in einem anderen Bebauungsplan festgesetzt werden. Die Flächen oder Maßnahmen zum Ausgleich an anderer Stelle können den Grundstücken, auf denen Eingriffe zu erwarten sind, ganz oder teilweise zugeordnet werden; dies gilt auch für Maßnahmen auf von der Gemeinde bereitgestellten Flächen.
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> Solare Orientierung
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References: § 9
 § 76
 § 76
 § 73
 § 11

§ 9

§ 9
 § 1