Source: https://onlineshop-diy.de/aenderung-kleinunternehmerregelung-2017/
Timestamp: 2017-09-23 05:50:00+00:00

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Änderung der Kleinunternehmerregelung 2017 - Update! - Onlineshop DIY
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Die Grenze für die Kleinunternehmer-Regelung wird 2017 NICHT von 17.500 auf 20.000 € angehoben
Update: Dieser Beitrag wurde überarbeitet – hier geht es zur aktuellen Version: Kleinunternehmer-Regelung.
Ein Kleinunternehmer ist von der Umsatzsteuer befreit, er muss sie nicht vom Kunden erheben und keine monatliche bzw. vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt abgeben. Mit anderen Worten:
Der Kleinunternehmer hat den Mühlstein der Bürokratie vom Hals
Der Kleinunternehmer spart Zeit
Der Kleinunternehmer schont seine Nerven
Der Kleinunternehmer kann Waren und Dienstleistungen für den Endverbraucher (Privatkunden) günstiger anbieten
Anhebung der Grenze wieder gekippt! Es bleibt bei der Obergrenze von 17.500 €!
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Zu früh gefreut haben sich viele Startups und Kleinunternehmer! Der Gesetzgeber plante ursprünglich, die Grenze von derzeit jährlich 17.500 € Umsatz auf 20.000 € anzuheben, hat das Vorhaben aber wieder gekippt! Der große Bürokratieabbau findet nicht statt. Im aktuellen Entwurf für das Bürokratieentlastungsgesetz ist die Anhebung der Grenze nicht mehr vorgesehen!
1 Umsatzsteuergrenze von 17.500 Euro bleibt
2 Grenze gilt für 12 Monate – Gründer müssen hochrechnen
3 Umsatzsteuerpflicht ist vom Umsatz abhängig
4 Wechsel zwischen Kleinunternehmer und umsatzsteuerpflichtigem Unternehmer
5 Kleinunternehmerregelung bei zwei oder mehr selbständigen Tätigkeiten
6 Die 50.000 Euro – Grenze
7 Umsatzsteuer, Neben- und Hauptjob
8 Für wen lohnt sich die Kleinunternehmerregelung?
8.1 Verkauf an Endkunden
8.2 Verkauf an Geschäftskunden
8.3 Vorsteuerabzug für Investitionen
8.4 Hauptberufliche und nebenberufliche Gründung
9 Kennzeichnungspflicht als Kleinunternehmer
10 Pflichtangaben auf einer Rechnung
10.1 Beispiel Kleinunternehmer-Rechnung
Umsatzsteuergrenze von 17.500 Euro bleibt
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Nach der nicht vollzogenen Anhebung der Grenze gilt weiterhin die alte Regelung: Falls deine Umsätze unter 17.500 Euro bleiben, kannst du dich um wichtigeres kümmern, als Belege nach Steuersätzen zu sortieren.
Voraussetzung ist, dass du bei der Unternehmensgründung nicht freiwillig auf die Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung verzichtet hast! Siehe dazu das Bild ganz oben und die entsprechenden zwei Kreuze im Punkt 7.3 auf dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung!
Grenze gilt für 12 Monate – Gründer müssen hochrechnen
Die Grenze von 17.500 Euro bezieht sich auf ein ganzes Jahr. Wenn du dein Gewerbe innerhalb des Jahres beginnst, musst du den voraussichtlichen Umsatz auf 12 Monate hochrechnen. Beispiel: Wenn du zum 1. Juli beginnst, liegt deine Grenze bei 7.750 Euro.
Die Umsatzgrenze bezieht sich auf Bruttobeträge! Beim Addieren deiner voraussichtlichen Umsätze musst du die Umsatzsteuer zunächst einbeziehen.
Achtung: Zum Umsatz zählt alles, was du deinen Kunden in Rechnung stellst, also auch Porti, Reisekosten und Spesen.
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Umsatzsteuerpflicht ist vom Umsatz abhängig
Gerne verwechselt werden die Grenzen für die Umsatzsteuer und die Gewerbesteuer. Hier noch einmal die Unterschiede:
Wer du ein Gewerbe betreibst, und hierzu ein Onlineshop, bist du ist ab einem Gewinn von über 24.500 EUR zur Abgabe der Gewerbesteuererklärung verpflichtet.
Die Umsatzsteuerpflicht ist hingegen vom reinen Umsatz abhängig. Du bist also kein Kleinunternehmer mehr, wenn du viele Waren bei niedriger Gewinnmarge verkaufst.
Umsatzsteuer ist vom Umsatz abhängig
Aus den Zahlen ergibt sich: Das Thema Gewerbesteuern spielt für Kleinunternehmer keine Rolle. Mit einem Umsatz von weniger als 17.500 € lässt sich beim besten Willen kein Gewinn von über 24.500 € erzielen. 😉
Wechsel zwischen Kleinunternehmer und umsatzsteuerpflichtigem Unternehmer
Wie ist das mit dem Status-Wechsel? Hier gilt eine Frist von fünf Jahren, aber nur in eine Richtung!
Wechsel vom Kleinunternehmer zum umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer: Jederzeit, fristlos, formloser Antrag genügt.
Wechsel vom umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer zum Kleinunternehmer: Erst nach einer 5-jährigen Frist möglich!
Kleinunternehmerregelung bei zwei oder mehr selbständigen Tätigkeiten
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Die Regelung für Kleinunternehmer ist an eine Person gebunden. Das heißt in der Praxis: Du kannst mehrere Unternehmen parallel betreiben, zum Beispiel einen Onlineshop und einen Imbiss, und natürlich führst du die Buchhaltung bei so unterschiedlichen Gewerben getrennt.
Für die Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung zählt aber dein Gesamtumsatz aus allen selbständigen Tätigkeiten. Beispiel:
Du hast einen Jahresumsatz von 7.000 € mit deinem Onlineshop, und 5.000 € mit deinem Imbiss > Du kannst die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen
Du hast einen Jahresumsatz von 12.000 € mit deinem Onlineshop, und 10.000 € mit deinem Imbiss > Du kannst die Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch nehmen
Was nicht funktioniert: Gewerbe A als Kleinunternehmer führen, Gewerbe B umsatzsteuerpflichtig. Durch die Personenbindung bist du entweder für alle Gewerbe ein Kleinunternehmer oder für gar keines.
Tipp für Eheleute, die jeweils ihr eigenes, separates Unternehmen führen und beide Kleinunternehmer sind: Auf jeden Fall getrennte Konten führen, aus Gründen der Übersicht und für das Finanzamt!
Die 50.000 Euro – Grenze
Als Gründer solltest du neben der Grenze von 17.500 Euro auch die Grenze von 50.000 Euro im Hinterkopf haben. In den Folgejahren deiner Gründung kannst du deinen Status als Kleinunternehmerunter unter diesen Bedingungen aufrecht erhalten (beides muss eingehalten werden):
Dein Umsatz lag im vergangenen Jahr bei maximal 17.500 Euro
Dein Umsatz überschreitet im laufenden Jahr zwar 17.500 Euro, bleibt aber unterhalb der Grenze von 50.000 Euro
Du hast dich zum 1. Januar 2017 selbständig gemacht, deinen Umsatz auf 12.oo0 Euro geschätzt und die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen. Deine tatsächlichen Einnahmen betragen 14.000 netto. Auf diese Summe musst du im Kopf noch die Umsatzsteuer aufschlagen. Sowohl mit einem Steuersatz von ermäßigten 7 % (zum Beispiel für Bücher) wie dem vollen Satz von 19 % bleibst du auch brutto unterhalb der 17.500 Euro im ersten Jahr.
2018 brummt dein Geschäft, und du erzielst einen Jahresumsatz von 30.000 Euro. Das heißt, dass du auch mit dem Aufschlag der Umsatzsteuer die 50.000 Euro-Grenze noch nicht überschreitest. Damit kannst du für das Jahr 2018 noch einmal die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen.
Ab dem Jahr 2019 gilt für dich dann aber die Regelbesteuerung. Deine Verpflichtungen:
Umsatzsteuer in deinem Shop und auf deinen Rechnungen ausweisen
Umsatzsteuer in deine Buchführung einbeziehen
Umsatzsteuer-Voranmeldungen beim Finanzamt in elektronischer Form abgeben, und ebenso die jährliche Umsatzsteuererklärung
Die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen
Umsatzsteuer, Neben- und Hauptjob
Du betreibst deinen Onlineshop nebenbei, und bist noch irgendwo fest angestellt, bekommst also ein Gehalt von deinem Arbeitgeber? Welche Auswirkungen hat das dann für die Umsatzsteuer? Gar keine, denn auf Löhne und Gehälter wird keine Umsatzsteuer fällig. Du kannst also 40.000 Euro im Hauptberuf verdienen, und zusätzlich 10.000 Euro nebenberuflich mit dem Onlineshop, ohne deinen Status als Kleinunternehmer zu gefährden. Relevant sind die zusätzlichen Einkünfte allerdings für deine Einkommensteuer-Erklärung! Den Gewinn aus dem Nebenjob musst du voll versteuern.
Du kannst unterhalb der Umsatzgrenze von 17.500 Euro die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, aber auch darauf verzichten. Mal von der Bürokratie abgesehen, welche weiteren Argumente sprechen für oder gegen den Status als Kleinunternehmer? Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, es kommt auf deinen Kundenkreis an. Faustregel:
Im B2C-Bereich (Business to Customer), also beim Verkauf an Endkunden, lohnt sich die Kleinunternehmerregelung
im B2B-Bereich (Business to Business), also beim Verkauf an Geschäftskunden, lohnt sich die Kleinunternehmerregelung nicht
Wenn du an Endkunden verkaufst, die keine Vorsteuer absetzen können, dann spielt der Endpreis eine erhebliche Rolle! Der ganz normale Kunde fragt nicht nach Brutto und Netto, sondern nach dem Preis! Als Kleinunternehmer kannst du den Steuervorteil weitergeben und billiger anbieten!
Im Geschäftskundenbereich ist die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten. Die großen Unternehmen setzen die von dir erhobene Umsatzsteuer ganz einfach als Vorsteuer wieder ab. Hier kannst du also keinen Preisvorteil ausspielen! Außerdem wird der Hinweis auf den Kleinunternehmer-Status von Geschäftskunden entsprechend interpretiert: Du gehörst zu den kleinen Fischen.
Vorsteuerabzug für Investitionen
Für Unternehmen mit hohen Anfangsinvestitionen kann der Verzicht auf den Kleinunternehmer-Status finanzielle Vorteile bringen! Beispiel: Zwei Gründer machen sich mit einem Copyshop selbständig. Die Maschinen kosten 100.000 Euro netto, mit 19 % Umsatzsteuer also 119.000 Euro brutto. Gründer A startet als Kleinunternehmer, Gründer B in der regulären Besteuerung.
Gründer A bezahlt den Bruttopreis von 119.000 Euro an den Hersteller der Maschinen.
Gründer B bezahlt ebenfalls den Bruttopreis von 119.ooo Euro an den Hersteller, kann aber einen Teil der 19.000 Euro Umsatzsteuer wieder vom Finanzamt zurückholen, und zwar über den Vorsteuerabzug. Der Betrag wird mit den Umsatzsteuern verrechnet, die B auf die Rechnung seiner Kunden aufschlägt. Hat B nun sehr niedrige Einnahmen, dann bezahlt er keine Umsatzsteuer an das Finanzamt, sonder das Gegenteil tritt ein: Das Finanzamt zahlt Geld an B zurück.
Nun war das mit den Maschinen ein extremes Beispiel, aber vielleicht schaffst du dir ja zur Shopgründung einen neuen PC an. Auch hier kannst du beim Verzicht auf den Kleinunternehmer-Status die Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Allerdings sind diese Vorteile mit zusätzlichem Verwaltungsaufwand verbunden, zum Beispiel bei den Abschreibungen:
Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) kannst du schon im Anschaffungsjahr abschreiben. Allerdings gelten hier eine Obergrenze von 410 Euro beim Anschaffungswert und weitere Bedingungen.
Größere Investitionen musst du über mehrere Jahre nach einer AfA-Tabelle abschreiben. AfA steht für Absetzung durch Abnutzung.
Fazit: Wenn du deine Steuer selber erledigst, aber kein Held im Ausfüllen von Steuererklärungen bist, dann entscheide dich bei der Unternehmensgründung pro Kleinunternehmerregelung! Wenn du dir einen Steuerberater leistest, dann wäge die Entscheidung gut ab.
Hauptberufliche und nebenberufliche Gründung
Im Internet geistern die seltsamsten Tipps umher. Zum Beispiel, dass sich die Kleinunternehmerregelung nur für nebenberufliche Gründer lohne, weil Vollzeit-Gründer sowieso nach kurzer Zeit die 17.500-Euro-Grenze überschreiten. Leider ist hier der Wunsch der Vater des Gedankens. In den ersten zwei Jahren eines Unternehmens ist Aufbauarbeit angesagt, da wachsen die Bäume nicht in den Himmel. In der Praxis sieht es so aus: Die meisten Selbständigen arbeiten am Anfang mehr als 40 Stunden pro Woche, verdienen auf die Stunde gerechnet weit weniger als eine Spülhilfe. Bleib also auch als Vollzeitgründer auf dem Teppich – und bei der Kleinunternehmerregelung.
Kennzeichnungspflicht als Kleinunternehmer
Der Gesetzgeber verlangt von Kleinunternehmern, ihren Status auf Rechnungen und im Bezahlvorgang mit einen Hinweis auf § 19 Abs. 1. Satz 1 UStG zu kennzeichnen (in Österreich § 6 UStG). Für einen rechtssicheren Onlineshop auf der Basis von WordPress stehen drei Plugins zur Verfügung:
Aktivierung der Kleinunternehmerregelung über ein Plugin
WooCommerce German Market – eine Erweiterung zu WooCommerce (Für Deutschland und Österreich)
WooCommerce Germanized – auch eine Erweiterung zu WooCommerce
wpShopGermany – eine Alternative zu WooCommerce
Alle drei Plugins arbeiten auf ähnliche Weise. Bei Aktivierung der Kleinunternehmer-Regelung wird:
Korrekte Preisanzeige mit Hinweis auf UStG §19
Die Umsatzsteuer nicht berechnet
Der rechtlich vorgeschriebene Hinweis am Preis eingeblendet: Umsatzsteuerbefreit gemäß UStG §19
Achte darauf, dass der Kleinunternehmer-Hinweis nicht nur in deinem Onlineshop platziert ist, sondern auf sämtlichen Angeboten und Rechnungen! Andernfalls drohen dir Nachforderungen vom Finanzamt.
Was muss auf einer Rechnung stehen, damit das Finanzamt nichts zu meckern hat? Die Pflichtangaben:
Vollständiger Name und Adresse des Rechnungsstellers (Leistungserbringer) und des Kunden
Zeitpunkt bzw. Zeitraum der Leistung und Datum der Rechnung
Eindeutige Rechnungsnummer, wobei du dein System frei wählen kannst
Höhe der enthaltenen Umsatzsteuer, bzw. ein Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung. Beispiel: „Gemäß § 19 UStG enthält der ausgewiesene Betrag keine Umsatzsteuer.“
Die Umsatzsteuer-ID, bzw. als Kleinunternehmer die vom Finanzamt erteilte Steuernummer.
Beispiel Kleinunternehmer-Rechnung
Leistungserbringer: Max Muster, Musterstr. 12, 12345 Musterstadt
Kunde: Monika Käufer, Hauptstr. 3, 20000 Hamburg
Rechnungsnummer: RE-NR. 0005
Art der Leistung: Zwei Stunden Beratung zum Shop-Marketing
Rechnungsbetrag: 198,- Euro
Umsatzsteuer: „Gemäß § 19 UStG enthält der ausgewiesene Betrag keine Umsatzsteuer.“
Keine Pflichtangabe ist deine IBAN-Nummer, aber aus verständlichen Gründen solltest du sie auf Rechnungen immer mit angeben! Mache es dem Kunden möglichst einfach, seine Rechnungen bei dir zu begleichen! So aktivierst du den Kauf auf Rechnung in WooCommerce.
Planst du ein StartUp als Kleinunternehmer? Interessierst du dich auch für die Themen Gründungszuschuss und freiwillige Weiterversicherung? Dann schau doch mal in mein Buch rein: Onlineshops mit WordPress.
Markiert mit Kleinunternehmer
16 Gedanken zu „Änderung der Kleinunternehmerregelung 2017 – Update!“
Und wieder wird ein Stück überflüssige Bürokratie bewahrt. Finanziell lohnt sich das für den Staat zwar nicht, aber was sollst… beschäftigen wir halt noch ein paar Beamte mehr, die dort was holen wollen wo es nix zu holen gibt. Da werden dann minibeträge hin und her verbucht, Ausgaben für den Internetanschluss mit Einnahmen, gegengerechnet, für die keine Putzfrau eine Lappen in die Hand nimmt..
Die 17.500 gibt es ja auch nicht erst seit gestern. Von Inflationsausgleich haben die Herren Steuerpolitiker wohl auch noch nie gehört?
ich kann dir nur zustimmen, allerdings habe ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass da noch kurz vor Weihnachten eine Rolle rückwärts hingelegt wird, also wieder der ursprüngliche Gesetzesentwurf zur Abstimmung kommt.
Leider merke ich sehr wenig öffentlichen Druck, das Thema wird von den Medien nicht aufgegriffen. Sehr schade, dass die kleinen Unternehmer so wenig Gehör finden.
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Danke für die informative Seite. Allerdings bemängele ich die Empfehlung den Preisvorteil der Kleinunternehmerregelung an den Endkunden weiterzugeben. Da ja in der Regel nach zwei Jahren die Regelbesteuerung erfolgt, bedeutet dies auch einen entsprechenden Ausweis der USt in der Rechnung und somit eine Preiserhöhung von 7/19%. Welcher Endkunde macht das mit?
vielen Dank für deinen Kommentar, meine persönliche Einschätzung:
Es kommt halt immer drauf an, wie groß der Laden werden soll, und wie hoch die Kosten für den Wareneinkauf sind.
Ich hatte beim Erstellen meines Postings im Hinterkopf einen Shop, der Selfmade-Produkte verkauft, sprich zwischen Umsatz und Gewinn kaum unterscheidet. Dann sind 17.500 eine Grenze, die am Anfang mehr als zwei Jahre hält.
Wenn du natürlich fremde Waren verkaufst, bist du recht schnell über einem Umsatz von 17.500, dann gebe ich dir teils Recht… warum teils? Das Problem ist ja, überhaupt in den Markt zu kommen, und der Preis bietet sich da am Anfang an, um Kunden zu gewinnen.
und vielen Dank für den prima Artikel!
„Deine tatsächlichen Einnahmen betragen 14.000 netto. Auf diese Summe musst du im Kopf noch die Umsatzsteuer aufschlagen.“
Diesen Hinweis finde ich erstmals! Wenn man das nicht weiß, kann man schnell auf die Nase fallen!
Tja, kompliziert ist das deutsche Steuerrecht. Ein kleines Detail nicht beachtet, und schon hat man ohne Absicht einen Fehler gemacht..
PS: Apropos deutsches Steuerrecht: In Österrreich beträgt die Kleinunternehmergrenze lockere 30.000 €.
nein,musst Du nicht.ich habe beim Finanzamt nachgefragt,weil ich das auch immer geglaubt und mich dran gehalten habe.Der Beamte sagte,ich muss keine gedachte Umsatzsteuer von den 17500 abziehen,es gibt kein Brutto und Netto für Kleinunternehmer.Die 17500 enthalten sehr wohl die Umsatzsteuer,sie wird nur nicht erhoben.Deshalb darf man sie auch nicht auf der Rechnung ausweisen,da der Kleinunternehmer die Steuer quasi geschenkt bekommen hat und der Kunde des Kleinunternehmers sie nicht nochmal absetzen soll.Ich habe das mit dem Abziehen auch auf mehreren Internetseiten gefunden,scheint aber so,dass es einfach von jedem nachgeplappert wurde und sich so verbreitet hat.Für mich zählt das,was mein Finanzamt sagt,denn das entscheidet über meine Steuerzahlung.
3. Juli 2017 um 23:01
Hallo! Dieses Detail ist mir auch aufgefallen. An der einen Stelle steht es mal so, an der anderen so. Nach meinen Recherchen, gilt für den Kleinunternehmer jedoch die 17500 Euro Grenze ohne Aufrechnung einer fiktiven Umsatzsteuer. Der Miteinbezug der Umsatzsteuer gilt wohl nur für Unternehmer, die von der Regelbesteuerung zurück in die Kleinunternehmerregelung wollen.
„Da die Umsatzsteuer bei Kleinunternehmern jedoch „nicht erhoben“ wird, ist in den Kleinunternehmer-Einnahmen der nicht erhobene Umsatzsteueranteil bereits enthalten. Kleinunternehmer, die die Einhaltung der Jahresumsatzgrenze überwachen wollen, müssen also keinesfalls einen fiktiven Umsatzsteueranteil auf ihre tatsächlichen Einnahmen aufschlagen! Anders verhält es sich bei Unternehmern, die bereits der Regelbesteuerung unterliegen und mit dem Gedanken spielen, ab dem Folgejahr die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch zu nehmen.“
Vielleicht könntest du das nochmal abklären (am besten mit dem Finanzamt) und es entsprechend korrigieren oder erklären. Ich meine auch, dass sich da eine Falschinfo auf die verschiedensten Webseiten geschlichen hat. Vielleicht liege ich aber auch falsch, ich muss das selbst noch mit meinem FA abklären. 😉
4. Juli 2017 um 6:55
Hallo Bettina, ich beziehe mich auf diese Quelle: IHK Nürnberg Zitat:
Bei der Ermittlung der Umsatzgrenzen von 17.500 € und 50.000 € sollten Sie beachten, dass in den 17.500 €/ 50.000 € Umsatzsteuer enthalten ist. Die Kleinunternehmerregelung ist keine Steuerbefreiungsvorschrift, die eigentlich darauf entfallende Umsatzsteuer wird vielmehr von den Finanzbehörden nicht erhoben.
Praxistipp: In der Regel vergleicht der Unternehmer einfach seinen Jahresumsatz mit den genannten Umsatzgrenzen (Faustregel). Bei der Ermittlung der Umsatzgrenzen sind also stets die tatsächlich vereinnahmten Bruttoentgelte zu Grunde zu legen.
Aber wie es halt leider so ist, selbst die IHK übernimmt keine Haftung dafür, dass das auch so stimmt. Naja, Nachfragen beim FA ist wohl das Beste, wenn dein Umsatz knapp unter den 17.500 liegt..
seit Februar bin ich Rentner und Kleinunternehmer (Berater für Marketing Kommunikation).
habe zu den Angaben 2 Fragen:
1 Auf diese Summe musst du im Kopf noch die Umsatzsteuer aufschlagen.“ Wie hoch ist diese und warum wird das nirgends erwähnt. Trifft dies bei mir auch zu?
2 Da ich erst im Februar angefangen habe, habe ich kein Vorjahr. Darf ich nun im ersten Jahr auch die Grenze von € 17.500 (bzw. bei mir € 16.041,–) überschreiten ohne, dass im kommenden Jahr schon die Umsatzsteuerpflicht eintritt?
meine Angaben sind ohne Gewähr, aber ich beziehe mich auf die Informationen der IHK Nürnberg, denke mal, die wissen was sie schreiben. 😉
1) Der Steuersatz, den du im Kopf aufschlagen musst, liegt bei 19% für die meisten Waren und Dienstleistungen, als Berater für Marketing & Kommunikation sind es 19 %. Der ermäßigte Satz von 7 % gilt beispielsweise für mich als Buchautor (für gedruckte Bücher, bei E-Books sind es 19 %).
Kleine Eselsbrüche, warum die Steuer berechnet werden muss: Du bist nicht steuerbefreit, es wird nur keine Steuer erhoben. Berechnet wird sie also.
2) Wie du geschrieben hast, musst du bei einem Start im Februar die Umsätze hochrechnen. Überschreitest du die Grenze, wird allerdings im Folgejahr die Umsatzsteuer fällig. Ich zitiere aus dem IHK-Papier:
„Wurde die Umsatzgrenze von 17.500 € im Vorjahr überschritten, so kann die Kleinunternehmerregelung im Folgejahr nicht mehr angewendet werden, unabhängig davon ob im laufenden Jahr die 50.000 € – Grenze eingehalten wurde.“
Natürlich habe ich meine Tätigkeit als Kleinunternehmer beim Finanzamt angemeldet und auch umgehend einen Bescheid zur Festsetzung der der Steuervorauszahlungen erhalten. Da darin auch der zu verteuernde Anteil meiner Rente enthalten ist, kann ich die 19% halt nicht ableiten. Nun gehe ich davon aus, dass damit die Steuerpflicht abgegolten ist und nicht mit mehr zu rechnen ist.
Da in diesem Bereich (bis € 17.000/ Jahr plus Rente) die Progression besonders steil ist gehen für die zusätzlichen Einnahmen als Kleinunternehmer mehr ab, als die 19%.
Darüber hinaus muss ich dazu auch den vollen Satz für Kranken-und Pflegeversicherung bezahlen! Auch dies ist zu berücksichtigen.
ich verstehe es jetzt nicht so ganz. Zu trennen ist doch
-1 Umsatzsteuervoranmeldung (sofern du kein Kleinunternehmer bist)
-2 Steuer auf deine Rente.
zum besseren Verständnis meine Fakten:
1 Ich habe mich im Februar 2017-wie vorgeschrieben- beim Finanzamt als Kleinunternehmer angemeldet.
2 Das Finanzamt hat dann einen Fragebogen zugesandt, darin musste ich die voraussichtlichen Einnahmen für 2017 daraus angeben. Ich habe mal € 10.000,– angeben.
3 Das Finanzamt hat mir dann einen Vorauszahlungsbescheid für die Einkommensteuer zugesandt. Grundlage sind der zu versteuernde Anteil meiner Rente plus die angegebenen voraussichtlichen Einnahmen.
4 Nun sind vierteljährliche Vorauszahlungen fällig.
5 Wenn ich nun in diesem Jahr den max. Betrag -für die 11 Monate der Tätigkeit als Kleinunternehmer- von € 16.000,– überschreite muss ich im kommenden Jahr die USt. ausweisen und natürlich noch Steuern nachzahlen.
6 Meine Rechnungen enthalten den Hinweis „Gemäß § 19 UStG enthält der ausgewiesene Betrag keine Umsatzsteuer.“
Nun gehe gehe ich davon aus, dass ich in diesem Jahr keine Umsatzsteuer zusätzlich „im Kopf“ aufrechnen muss.
Sorry falls ich mich etas umständlich ausdrücke.
alles klar, jetzt hab ich es verstanden. Das FA will auch eine vierteljährliche Einkommenssteuer-Vorauszahlung von dir.
Ansonsten bist du mit einer Schätzung von 10.000 ja unter der Grenze und hast alles richtig gemacht.
USt-Vorauszahlung ist am Anfang ja auch monatlich, was ziemlich lästig ist. Ich hatte bei meiner Gründung dummerweise auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet, und bin erst 5 Jahre später rausgekommen.
PS: Ja, der Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung in deinen Rechnungen, und wenn du einen Shop hast auch in der Preisangabe, ist wichtig! Wer ihn vergisst, muss die Umsatzsteuer auch abführen!

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