Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bfh/2011-12-15/vi-r-26_11
Timestamp: 2017-09-19 13:29:56+00:00

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BFH, 15.12.2011 - VI R 26/11 - Beendigung eines im Blockmodell geführten Altersteilzeitarbeitsverhältnisses vor Ablauf der vertraglich vereinbarten Zeit; Ausgleichszahlungen als Arbeitslohn für in der Arbeitsphase erbrachte Vorleistungen | anwalt24.de
Beschl. v. 15.12.2011, Az.: VI R 26/11
Referenz: JurionRS 2011, 34347
Aktenzeichen: VI R 26/11
FG Niedersachsen - 08.12.2010 - AZ: 3 K 238/08
§ 11 Abs. 1 S. 1, 2 EStG
§ 38a Abs. 1 S. 2, 3 EStG
§ 39b Abs. 5 S. 2 EStG
BFHE 236, 127 - 131
BFH/NV 2012, 637-638
BFH/PR 2012, 153
BStBl II 2012, 415-416 (Volltext mit amtl. LS)
DB 2012, 440-441
DStR 2012, 402-404
DStZ 2012, 219
FR 2012, 483-485
HFR 2012, 382-383
KÖSDI 2012, 17804
LGP 2012, 55
NJW 2012, 2064 "Ausgleichszahlungen"
NWB 2012, 784-785
NWB 2012, 709-710
NWB direkt 2012, 221-222
NWB direkt 2012, 784-785
NWB direkt 2012, 202-203
NZA-RR 2012, 370-371
RdW 2012, 259-261
StB 2012, 97
StX 2012, 134-135
Wird ein im Blockmodell geführtes Altersteilzeitarbeitsverhältnis vor Ablauf der vertraglich vereinbarten Zeit beendet und erhält der Arbeitnehmer für seine in der Arbeitsphase erbrachten Vorleistungen Ausgleichszahlungen, stellen diese Ausgleichszahlungen Arbeitslohn dar.
Solche Ausgleichszahlungen sind sonstige Bezüge i.S. des § 38a Abs. 1 Satz 3 EStG, so dass sie nach dem Zuflussprinzip des § 11 Abs. 1 Satz 1 EStG zu erfassen sind.
Streitig ist, in welchem Veranlagungszeitraum Zahlungen im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung eines Blockmodells der Altersteilzeit als Lohn zu erfassen sind.
Der Senat entscheidet gemäß § 126a der Finanzgerichtsordnung (FGO) durch Beschluss. Er hält die Revision einstimmig für unbegründet und eine mündliche Verhandlung nicht für erforderlich. Die Beteiligten sind vorher darüber unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.
1. Die Revision ist zulässig. Die Kläger begehren in der Revision eine höhere Einkommensteuer als im angefochtenen Bescheid festgesetzt, weil sie sich von der Erfassung der Ausgleichszahlung im Streitjahr Vorteile für spätere Jahre versprechen. Sie sind daher von ihrem Standpunkt aus durch die niedrigere Steuerfestsetzung im angefochtenen Bescheid beschwert (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 7. April 1976 I R 24/75, BFHE 118, 542, [BFH 07.04.1976 - I R 24/75] BStBl II 1976, 501).
a) Gemäß § 11 Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) sind Einnahmen innerhalb des Kalenderjahres bezogen, in dem sie dem Steuerpflichtigen zugeflossen sind. Für Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit, wie sie im Streitfall vorliegen, verweist § 11 Abs. 1 Satz 4 EStG auf § 38a Abs. 1 Sätze 2 und 3 EStG. Dort wird unterschieden zwischen laufendem Arbeitslohn, der dem Arbeitnehmer regelmäßig zufließt (BFH-Beschluss vom 29. Mai 1998 VI B 275/97, BFH/NV 1998, 1477), und sonstigen Bezügen, d.h. Arbeitslohn, der nicht als laufender Arbeitslohn gezahlt wird (BFH-Urteile vom 20. November 2008 VI R 25/05, BFHE 223, 419, [BFH 20.11.2008 - VI R 25/05] BStBl II 2009, 382; vom 30. September 2008 VI R 67/05, BFHE 223, 98, [BFH 30.09.2008 - VI R 67/05] BStBl II 2009, 282; vom 29. Mai 2008 VI R 57/05, BFHE 221, 177, [BFH 29.05.2008 - VI R 57/05] BStBl II 2009, 147; BFH-Beschluss in BFH/NV 1998, 1477). Für sonstige Bezüge verbleibt es nach § 38a Abs. 1 Satz 3 EStG beim Zuflussprinzip des § 11 EStG.

References: § 11

§ 38

§ 39
 § 38
 § 11
 § 126
 § 11
 § 11
 § 38
 § 38
 § 11