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Timestamp: 2019-11-15 22:11:33+00:00

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Der Anspruch der Katholischen Kirche, Hüterin und Lehrerin des ... | Hausarbeiten publizieren
Veränderungen seit dem 2. Vatikanischen Konzil
A Einleitung: verschiedene Religionen
B 1 Was hat sich seit dem II. Vatikanischen Konzil verändert
1.Das Verhalten zu Nichtchristen früher
2. „Nostra aetate“ – Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen
3. „Ad gentes“ – Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche
4. „Lumen Gentium“ – Dogmatische Konstitution über die Kirche
2. Beispiele von Wahrheitsgehalten in anderen Religionen
5. Naturreligionen
3. Katholische Kirche als Hüterin und Lehrerin des geoffenbarten Wortes Gottes
C Schlussworte: Der interreligiöse Dialog
„Die Wege zu Gott sind so zahlreich wie die Anzahl der Seelen seiner Geschöpfe“ [1] Da der Mensch von Gott stammt, zieht es ihn von Natur aus zu seinem Schöpfer. Die Wege zu ihm sind dabei durchaus sehr vielfältig. So haben sich seit Jahrtausenden je nach Umfeld, Überzeugung, Anschauung und Auslegung des geoffenbarten Wortes Gottes unzählige verschiedene Religionen herausgebildet. Sie alle haben jedoch eine große Gemeinsamkeit. Der Mensch sucht nach dem Sinn des Lebens und sehnt sich nach seinem Gott, der ihm Halt, Zuversicht und Erkenntnis geben soll. Ohne Verweise auf etwas Größeres, Göttliches, ist der Mensch nicht lebensfähig. Erst ein Mensch, der ein von Gott empfängt, ist ein Geschöpf, das wirklich lebt.
Da dieses sehr umfangreiche Thema in dieser Hausarbeit nur skizzenhaft dargestellt werden kann, wird auf eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Religionen verzichtet, es wird nur auf Gemeinsamkeiten und Ansatzpunkte des Dialogs mit dem Christentum eingegangen. Auch die vatikanischen Dokumente werden nur in Auszügen behandelt.
B 1. Was hat sich verändert seit dem II. Vatikanischen Konzil
Das Verhältnis zu den anderen, nichtchristlichen Religionen wurde im Konzil in der Kirchenkonstitution Lumen gentium, in der Erklärung Nostra aetate und im Dekret Ad gentes neu festgelegt. Hier werden die Religionen nicht mehr nur als Heidentum, Irrglaube oder Götzendienst abgewehrt. Nun gelten sie als Formen der menschlichen Suche nach Gott.[2]
Petersdom in Rom beim II. Vatikanischen Konzil
1.1 Das Verhältnis zu Nichtchristen früher
Vor dem zweiten Vatikanischen Konzil wurden Nichtchristen mit dem alt- und neutestamentlichen Begriff „Heiden“ bezeichnet.[3] Die Kirche beharrte auf dem Standpunkt, dass es außer ihr kein Heil gäbe. Sie „…bekennt und verkündet, dass „niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide“ noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter – des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt. “[4] Mit diesem Entscheid schloss sich die allgemeine Kirchenversammlung zu Florenz (1438 – 1445) der Lateran-Kirchen­ver­sammlung vom Jahre 1215 an, die festgesetzt hatte: „Es gibt nur eine allgemeine Kirche der Gläubigen. Außer ihr wird keiner gerettet.“ [5] Der Ausspruch Jesu „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern“ (Mt 28,19) wurde sehr rigoros ausgeführt; so zogen im Mittelalter Kreuzritter ins Gelobte Land, um es von der Herrschaft der Heiden zu befreien, so wurden beispielsweise die Indianer Amerikas und die Ureinwohner Afrikas oft unbarmherzig missioniert. Damals erhob das Christentum den Anspruch darauf, die Religion zu sein, die allein zu Gott führe. Ebenso wurde stets bekräftigt, dass allein Jesus Christus der einzige Mittler beim Vater sei, und dass nur durch den Dienst seiner Kirche das Heil zu erlangen sei.[6] Erst ab Beginn des 16. Jahrhunderts wurde man sich bewusst, dass viele Menschen schuldlos noch nie von Christus gehört hatten oder dass diese eine andere Glaubensüberzeugung verfolgten und dennoch ebenso „gläubig“ waren. Durch das fortschreitende Verständnis wuchs im Laufe der letzten Jahrhunderte allmählich die Einsicht, dass man auch jenseits der katholischen Kirche sein persönliches Heil finden könne. Das Zweite Vatikanum war bisheriger Höhepunkt dieser Bewegung.
1.2 „Nostra aetate“
Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil bereitete sich die Kirche bereit zum Dialog mit den anderen Religionen vor. Sie geht davon aus, dass jeder Mensch zum Volk Gottes und somit zum Heil berufen wurde.[7] In ihrem Dekret „Nostra aetate“ über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen erklärt sie, dass es ihre Aufgabe sei, „…die Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern zu fördern“.[8] Dies soll nun nicht bedeuten, dass die Kirche von ihrer Verpflichtung zur Missionierung abweicht, oder dass sie ihr Selbstverständnis als einzig wahre Kirche aufgibt. Vielmehr eröffnet sich eine „Perspektive zu größerer Gelassenheit in der Mission selbst wie auch zu einer ganz neuen Missionsmethode, nämlich unter der Voraussetzung einer geduldigen und positiven Koexistenz der Kirche mit den anderen Religionsgemeinschaften und in einem Dialog mit diesen“ [9]. So bekräftigt das Konzil, dass die katholische Kirche nichts ablehne, was den fremden Religionen wahr und heilig ist, sogar wenn dies von den katholischen Traditionen abweiche, lasse sich doch nicht selten ein „Strahl jener Wahrheit erkennen (…), die alle Menschen erleuchtet.“ [10] Erwähnt werden im Dekret der Hinduismus mit seinem Mythenreichtum, der Askese und der Meditation, der Buddhismus, der zur höchsten Erleuchtung verhelfen soll, ebenso der Islam, der sich auf Abraham beruft und Jesus als Propheten verehrt.[11] Besonderes Augenmerk erhält aber das Judentum, das als älterer Bruder des Christentums am nächsten steht. Aus ihm stammen die Apostel, „die Grundfesten und Säulen der Kirche, sowie die meisten jener ersten Jünger, die das Evangelium Christi der Welt verkündet haben.“[12] Außerdem bekräftigt das Dekret, dass die Juden „um der Väter willen“ immer noch in der unwiderruflichen Liebe Gottes umfangen seien.[13] Wegen des gemeinsamen Erbes beklagt die Kirche aus der religiösen Verbundenheit und Liebe heraus den Antisemitismus und alle Verfolgungen von gläubigen Menschen.
Die Bereitschaft, andere anzuerkennen, wird mit der Liebe begründet, die alle Menschen umfasst: „Das Verhalten des Menschen zu Gott dem Vater und sein Verhalten zu den Menschenbrüdern stehen in so engem Zusammenhang, dass die Schrift sagt: „Wer nicht liebt, kennt Gott nicht“ (1 Jo 4,8). “[14]
1.3 „Ad gentes“
Dieses Dekret sieht in der Mission eine wesentliche Aufgabe der Kirche. In Art. 7 wird der Grund der missionarischen Tätigkeit darin gesehen, dass Gott „…will, dass alle Menschen heil werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Denn es ist nur ein Gott und nur ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Jesus Christus, der sich selbst als Lösegeld für alle hingegeben hat“ (Tim 2,4-6). (…) Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollen.“[15] Das gesamte Menschengeschlecht solle zu einem Leib zusammenwachsen und gemeinsam Gott als den Vater bekennen. In diesem Artikel wird jedoch auch anerkannt, dass Gott seine Menschen auch zum Glauben führen kann, ohne dass diese notwen­di­ger­weise das Evangelium kennen. So betrachtet ist „…die Heilssituation der Menschheit optimistischer als üblich, die Missionspflicht weniger übertrieben auf Quantität der Leistung abgestellt (…) und dennoch [wird] am Ernst der Sendung der Kirche keinerlei Abstriche [gemacht]“ [16]. So darf die Mission den Menschen nicht zwingen, den christlichen Glauben anzunehmen, sie soll ihn vielmehr an der Hand nehmen, und im gemeinsamen Dialog Wege finden, die auf gegenseitiges Verständnis und auf das allgemeine Wohl ausgerichtet sind.
1.4 „Lumen gentium“
In der dogmatischen Konstitution über die Kirche werden in Art. 16 die verschiedenen nichtchristlichen Weltreligionen vorgestellt und in ihrem Verhältnis zum Christentum in eine Ordnung gebracht. So wird in erster Linie das Judentum erwähnt, „dem der Bund und die Verheißungen gegeben worden sind“ [17]. Es ist durch diese „bleibend auf den „Neuen Bund“ ausgerichtet (…) Erst in der vollen Einheit mit dem „Neuen Volk Gottes“ findet auch Israel seine „Vollgestalt“ als Volk Gottes.“ [18] An zweiter Stelle wird der Islam genannt. Die Moslems beten mit den Christen den einen Gott an, fänden aber erst durch das Bekenntnis zum dreifaltigen Gott ihre Vollendung.[19] Aber sogar denjenigen Religionen, denen Gott noch unbekannt ist, die ihn dennoch suchen, ist er nicht fern, da er „als Erlöser will, dass alle Menschen gerettet werden (vgl. 1 Tim 2,4).“ [20] Alle diejenigen, die ohne ihr Verschulden noch fern sind von Gott, können zum Heil gelangen, da es auch in ihnen Gutes und Wahres gebe, das für den Empfang der Frohbotschaft empfänglich sei.[21]
2. Wahrheitsgehalte in den verschiedenen Religionen
Die katholische Kirche hat seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ihr Verhältnis zu den Nichtchristen stark überdacht. So liegt es an ihr, „über das Vorhandensein anderer religiöser Erfahrungen und ihrer Bedeutung im Heilsplan Gottes (…) nachzudenken und zu erforschen, ob und wie auch Gestalten und positive Elemente anderer Religionen zum göttlichen Heilsplan gehören können.“[22]
Diese Religion ist unserem Christentum am nächsten. Uns verbinden die Schriften des Ersten Testaments, darin die Geschichte der Erschaffung der Welt, die Geschichten der Urväter und vieles, was vor der Geburt Jesu, der ja Jude war, passiert ist. Das Judentum ist die älteste monotheistische Religion. Seine Ursprünge reichen mehr als 3000 Jahre zurück. Gottes Name ist hw\hy. YHWH (Jahwe), er ist der Unaus­sprech­liche, wie wir ihn aus dem AT kennen.[23] Auch im Christentum ist Gott „einziger Gott“, so sagt Jesus auf die Frage eines Schriftgelehrten : „Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr! Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.“ (Mk 12,29f).[24] Er greift damit das höchste Gesetz der Juden auf, das „Höre Israel“ (Dt 6,4). Für den Christen vollzieht sich mit und in Jesus Christus der neue, bessere Bund[25], den er im Abendmahl verkündet, für den Juden gelten dagegen der Bund Gottes mit Abraham (Gen 15) und der Bund mit Noah (Gen 9,9-17). Aus dem Judentum stammt die Hoffnung auf den Messias, die mit der Davidsdynastie verbunden wurde.[26] Gemeinsame Grundthemen zwischen Christen- und Judentum sind vielfältig in der Bibel erfahrbar. So offenbart sich Gott und spricht zu den Menschen. Er erwählt Israel und spricht zu ihm durch die Propheten. Das Neue Testament greift diese Sicht auf. Jesus wird als Prophet anerkannt (z.B. Mt 21,11.46: „Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa“). Auch der Glaube an Gott als Schöpfer der Welt wurde vom AT übernommen (vgl. Gen 1 und Röm 4,17). Ebenso wird in beiden Religionen Gott als Retter und Befreier erfahren, so z.B. im Auszug aus Ägypten (Ex 14,21-31) und im Magnificat Mariens (Lk 1,46-56).[27]
Die Kluft zwischen Judentum und Christentum entsteht erst durch die jüdische Ablehnung der Botschaft vom auferstandenen Jesus.[28] So erkennt das NT als Ausdruck des Christentums zwar das AT an und versucht zu zeigen, dass die Ereignisse dem entsprechen, was angekündigt wurde, dass Gott der Eine ist, der durch sein Wort und seinem Odem das All geschaffen hat, der durch die Propheten gesprochen und sich sein Volk erwählt hat. In anderen Bereichen weicht das Christentum vom jüdischen Vorbild ab, z.B. bei Tieropfern, Gottesdienstformen, Speisegesetzen etc.[29] Jesus hat vieles durch sein Vorbild neu begründet. Dies war einer der Gründe, dass er von den Juden nicht anerkannt wurde, weil er teils offen gegen ihre Sitten und Gesetze rebellierte (vgl. Tempelreinigung Mt 21, 12-17). Allerdings erteilt schon Paulus im Römerbrief der Vorstellung, dass die Juden nun von Gott verworfen wären, weil sie Christus ablehnen, eine deutliche Absage. Er sagt, dass Gott nach wie vor die Erlösung Israels wolle, dass aber nun auch die Heiden in die Erwählung mit eingeschlossen würden (Röm 9-11)[30].
Zusammenfassen lässt sich das Verhältnis zum Judentum wie im Hebräerbrief geschrieben: „Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit hat er zu uns gesprochen durch den Sohn“ (Hebr 1,1-2).
Als jüngste der großen Religionen zählt der Islam mit ca. 1,2 Mrd. Gläubigen als die zweitgrößte Weltreligion. Gründervater war Mohammed, der von Christen und Juden nicht als neuer Prophet anerkannt wurde und so seine eigene Religion gründete. Mohammed glaubte sich von Gott durch den Erzengel Gabriel berufen. Als Beginn der Zeitrechnung gilt das Jahr 622 n.Chr, in dem Mohammed mit seinen Anhängern nach Mekka und Medina gezogen ist. Der Islam sieht sich im Gegensatz zu anderen Religionen als Glaubenslehre mit der letzten wahren Offenbarung, die rein und unverfälscht im Koran niedergeschrieben ist.[31] Daneben zählt zu den zentralen Lehren die sehr strenge Ein-Gottes-Lehre (shahada). Dieser Gott (Allah) lässt beim jüngsten Gericht den Guten das Paradies, den schlechten Menschen aber ewiges Höllenfeuer zuteil werden. Allah ist ein unvergleichlicher, über die ganze Welt herrschender, persönlicher Gott. Ein Problem hat Mohammed mit der Trinität Gottes, die er durch Falschinterpretation strikt ablehnte. Neben einer Reise nach Mekka, die jeder Gläubige im Leben einmal machen soll, verpflichtet er seine Anhänger zu Fasten, Entrichtung einer Armensteuer (Zakad und Sadaqa) und einer festen Gebetsordnung (Fünf Säulen). In mehreren Punkten stimmen Christen und Moslem durchaus überein. Zu nennen wäre hier vor allem die Anbetung und Verehrung des einen, allmächtigen Gottes, der am jüngsten Tag richtet. Außerdem zählen hierzu der Glaube an Abraham und die Anerkennung des Schöpfers.[32] Wie das Judentum hatte der Islam vor seiner Abspaltung eine mit Juden und Christen gemeinsame Geschichte.
Zum Hinduismus bekennen sich fast eine Milliarde Menschen. Sie richten ihr Leben nach dem „Sanatana Dharma“ (ewiges Gesetz) aus.[33] In keiner anderen Religion gibt es so viele verschiedene Quellen und Entfaltungen wie im Hinduismus. Heilige Schriften, die seit 1600 v.Chr. entstanden sind, liegen in der Sammlung der Veden vor. Der hinduistische Glaube wird in den verschiedensten Praktiken und Mystiken ausgelebt. Das göttliche Geheimnis (Brahman) ist für Hindus unaussprechlich und unbegreiflich. Es lebt zugleich auch in der menschlichen Seele (Atman) und strahlt aus in die Welt und gibt ihr Ordnung und Gesetz (Dharma). Das Schicksal wird Karma genannt. Es vollzieht sich in einem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt, in der Seelenwanderung (samsara). Ureigen ist den Hindus die Toleranz gegenüber anderen Gruppen, da es ja so vielfältige Ausprägungen des Glaubens gibt.[34] Auch in dieser, auf den ersten Blick vom Christentum so unterschiedlichen Religion, finden sich Wahrheitsgehalte: So glauben auch die Christen, dass Gott verschiedene Namen haben kann, betrachte man nur im Gotteslob Nr. 763 die Namen-Gottes-Litanei. Auch im Christentum wurde bereits von Mystikern davon gesprochen, dass Gott in der Seele wohnen kann (Brahman und Atman), ebenso gibt es bei uns durch die Propheten und durch Jesus eine Vielfalt von göttlicher Offenbarung, die sich in der Bibel, die ja aus vielfältigen Geschichten besteht, niederschlägt. Gott kann also auch in verschiedenen Formen verehrt werden. Probleme im Dialog gäbe es sicherlich, wenn auf die Person Jesus als Offenbarung Gottes schlechthin eingegangen wird. Auch der Gedanke, dass Menschen verschiedenen Klassen zugeteilt werden, ist mit dem Christentum nicht zu vereinbaren.[35]
Eine der ältesten Weltreligionen ist der Buddhismus. Er wurde ca. 600 v.Chr. von Siddharta Gautama („der Erleuchtete“: Buddha) gestiftet, der auf der Suche nach dem Sinn des Lebens war. Einen Gott gibt es in dieser Religion nicht. Die wichtigste Botschaft und das Zentrum ist die unendliche Liebe.[36] Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Sekten. Besonders wichtig sind in allen Strömungen Wohlwollen, Mitleid, Liebe und opferbereite Brüderlichkeit. Durch ein gutes Leben soll man sich von der ewigen Wiedergeburt befreien, um endlich in die Stille des Nichts („Nirwana“) einzugehen. Jeder, der Buddha nachfolgt, kann ebenso erleuchtet werden.[37] Wahrheit kann auch von Christen im Buddhismus festgestellt werden: Wenn es uns auch schwer fällt, uns eine Religion ohne Gott vorzustellen, muss man sich doch fragen, ob für einen Buddhisten nicht im Nirwana Gott als Geheimnis fühlbar wird. Auch die Liebe, die im Buddhismus so hoch geschätzt wird, kommt in der christlichen Religion als Gebot der christlichen Liebe zu Gott und dem Nächsten vor (Lk 10,27).
2.5 Die Naturreligionen
Stammes- und Naturreligionen sind[38] aus der so genannten „Primärwelt“[39] der Menschen entstanden. Sie bilden die sprachliche und symbolische Basis aller anderen Religionen, also auch des Christentums. Während das Christentum durch den Monotheismus bestimmt ist, sind die Naturreligionen vom Polytheismus geprägt. Sie zeichnen sich durch die Verehrung der Natur und ihrer Ahnen aus. Die Christen erkennen zwar in der Natur die göttliche Macht an, es ist ihnen aber nicht in solchem Maße möglich, in allem uneingeschränkt „Gott“ zu sehen, wie dies die Naturvölker tun. Auch bei den Christen haben sich aber Natursymbole erhalten, die als Synonym für bestimmte göttliche Macht stehen, betrachte man nur Himmel, Sonne oder Licht. Auch in der Bibel werden solche Vergleiche gezogen: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht“ (Jes 9,1). Was die Ahnenverehrung betrifft, findet man auch diese in der Bibel wieder. Es ist für die frühe Christenheit sehr wichtig, dass Christus aus dem Geschlecht Davids hervorgeht, so werden die Ahnen von Abraham über David bis zu Jesus selbst in Mt 1 namentlich genannt, wenn auch kein direkter Ahnenkult mehr vorliegt. Trotz vieler Unterschiede findet man also Gemeinsamkeiten und Möglichkeiten für einen Dialog zwischen dem Christentum und den Naturreligionen.
3. Die katholische Kirche als Hüterin und Lehrerin des geoffenbarten Wortes
Für die Kirche ist Gott der alleinige Lehrer der Kirche. Da er seinen Sohn, der die zweite Person der Dreieinigkeit ist, geschickt hat, um sein Volk zu sich zu führen, ist die christliche Kirche gewissermaßen als „Schule Gottes“ [40] anzusehen. „Jesus Christus ist die endgültige, geschichtlich konkrete personale Form der göttlichen „Belehrung“, eben als die Menschwerdung des göttlichen Wortes.“ [41] Durch Jesus ist die göttliche Wahrheit in die Geschichte eingetreten und dadurch gegenwärtig. Er wirkte im Geiste Gottes und seiner Lehre und schenkte seinen Jüngern den Geist, damit dieser sie in die Wahrheit einführe (vgl. Joh 16,13).[42] Dadurch wurde die Kirche zur Lern- und Lehrgemeinschaft, zur Hüterin und Lehrerin des geoffenbarten Wortes. Allein durch den Sohn selbst kann der Mensch zu Gott kommen, so ist die Meinung der katholischen Kirche. Daraus begründet sie ihren Auftrag zur Mission, da Jesus seine Apostel gesandt hat, seine Botschaft zu verkünden (Joh 20,21; Mt 28,18-20). „ So aber betet und arbeitet die Kirche zugleich, dass die Fülle der ganzen Welt in das Volk Gottes eingehe, in den Leib des Herrn und den Tempel des Heiligen Geistes, und dass in Christus, dem Haupte aller, jegliche Ehre und Herrlichkeit dem Schöpfer und Vater des Alls gegeben werde.“ [43]
Andere Religionen haben keinen Anteil an diesem geoffenbarten Wort, sofern sie nicht an Jesus als Gottes Sohn glauben. Judentum und Islam erkennen zwar Jesus als Propheten an, leugnen aber dessen Gotthaftigkeit. Die asiatischen Religionen kennen Jesus nicht. Daher ist das Christentum die einzige Hüterin und Lehrerin dieses Wortes Gottes, denn erst im Leben und der Auferstehung Christi lässt sich die volle und unaufgebbare Wahrheit erfahren. Für den Christen hat die Heilsvollendung in Jesus bereits begonnen, die anderen Religionen warten noch auf die Erlösung, sei es durch den Eingang in ein Nirvana, durch das Erscheinen des wahren Messias oder durch andere Offenbarungen. Das Kreuz Jesu Christi kann aber auch den anderen Glaubensrichtungen zu einem Zeichen der Hoffnung werden, wenn Christen glaubwürdig Zeugnis ablegen für ihr Bekenntnis.[44]
Wenn nun auch im Zweiten Vatikanischen Konzil bekräftigt wurde, dass die katholische Kirche nichts ablehnt, was in den fremden Religionen wahr und heilig ist, und dass sie mit aufrichtigem Ernst jene Handlungs- und Lebensweise betrachtet, die nicht selten einen Strahl von Wahrheit erkennen lassen, so muss sie doch Christus als den gekreuzigten Herrn verkündigen. Dieser ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6), in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit sich versöhnt hat“ [45]. Da Christus der universale Retter ist, widerspricht es dem katholischem Glauben, „die Kirche als einen Heilsweg neben jenen in den anderen Religionen zu betrachten, die komplementär zur Kirche, ja im Grunde ihr gleichwertig wären“ [46] . Daraus ergibt sich der Evangelisierungsanspruch der Kirche, den Menschen die Wahrheit zu verkünden in Jesus Christus, dem Sohn Gottes. „Jesus Christus ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen, auf den das ganze Wirken der Kirche derart ausgerichtet ist, dass weder der brüderliche Dialog noch der Austausch und die Gemeinsamkeit „menschlicher“ Werte die kirchliche Verpflichtung der Evangelisierung mindern können.“ [47]
Da in allen Religionen Wahrheitsgehalte zu entdecken sind, sollte der Dialog zwischen ihnen umso mehr angestrebt werden. „Alle Religionen geben eine Orientierung in der Unübersichtlichkeit und in den Wechselfällen des menschlichen Lebens.“ [48]
Einige Kriterien sind in diesem Dialog besonders wichtig: So muss Gott das wichtigste sein, dem alle Ehre und Anbetung gebührt. Die Menschenwürde darf nicht verletzt werden, ebenso wenig wie Menschen nach Rasse, Klasse, Herkunft oder Religion aufgeteilt und unterschiedlich behandelt werden dürfen. Wichtig ist die Freiheit des Menschen zu einem guten Leben, damit er den Sinn seines Lebens finden kann.[49] Dies setzt auch die Freiheit der Religion voraus, zu der der Vatikan in der „Erklärung über die Religionsfreiheit Dignitatis humanae“ eindeutige Stellung bezogen hat: „Das Vatikanische Konzil erklärt, dass die menschliche Person das Recht auf religiöse Freiheit hat.“ [50]
So muss der interreligiöse Dialog auch dazu führen, dass man seine eigene Religion besser kennen und schätzen lernt. Auf diese Weise kann man sich im Dialog mit Andersgläubigen wechselseitig bereichern, denn der Evangelisierungsauftrag der Kirche bleibt bestehen.[51] Wenn aber auch in nichtchristlichen Religionen Wahrheit im Bereich der menschlichen Heilsfrage entdeckt werden kann, dann können auch Mitglieder dieser Religionen, die Gott mit dieser Wahrheit aus ehrlichem Herzen suchen, das Heil erlangen.[52] Ihnen dabei zu helfen, muss stets ein Grund- und Hauptanliegen von uns Christen sein.
Azzam, Hamdy Mahmoud, Der Islam. Geschichte, Lehre und Wirkung, Gondrom-Verlag, Bindlach 1987.
Fischer, Anke, Die sieben Weltreligionen, XXL-Edition, Fränkisch- Crumbach 2005.
Neuner, Josef / Roos, Heinrich, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, neubearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger, Pustet, Regensburg 199213.
Klöcker, Michael u.a., Wörterbuch Ethik der Weltreligionen. Die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1995 (=GTB Gütersloher Taschenbücher 720).
Rahner, Karl / Vorgrimler, Herbert, Kleines Konzilskompendium. Sämtliche Texte des Zweiten Vatikanums, Herder, Freiburg i.Br. 200431.
Verlautbarungen (jeweils Hg. v. Sekretariat der deutschen Bischofs­kon­fe­renz)
Die deutschen Bischöfe 26, Erklärung über das Verhältnis der Kirche zum Judentum, 28.April 1980, Unveränderter Nachdruck 1993, Bonn 1993.
Die deutschen Bischöfe 76, Allen Völkern Sein Heil. Die Mission der Weltkirche, 23. September 2004.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz 23, Das Christentum – eine Religion unter anderen? Zum interreligiösen Dialog aus katholische Perspektive. Eröffnungsreferat von Karl Kardinal Lehmann bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda, 23. September 2002, Bonn 2002.
Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 148, Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Dominus Iesus, Über die Einzigartigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche, 6. August 2000, Bonn 2000.
Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 152, Päpstliche Bibelkommission, Das jüdische Volk und seine Heilige Schrift in der christlichen Bibel, 24. Mai 2001, Bonn 2001.
Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 165, Päpstlicher Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs, Instruktion Erga migrantes caritas Christi, 3. Mai 2004.
S.1: Screenshot von der Film-DVD „Vatikan - Die Macht der Päpste“ Papst Johannes XXIII. Und der Aufbruch, Guido Knopp, Universum Film 2005.
S.5: Judentum, S. 7: Islam: Fischer, Anke, Die sieben Weltreligionen, Fränkisch Crumbach 2005, S.8.
S. 7: Hinduismus, S.8: Buddhismus: Fischer 2005, S.9.
Verwendete Lehrbriefe
Lehrbrief 4 „Christentum und Weltreligionen im Dialog über Gott und den Menschen“
Lehrbrief 5 „Gott hat sich geoffenbart“
Lehrbrief 12 „Die Geschichte Gottes mit Israel im Alten Testamtent“
Lehrbrief 17 „Die Kirche – das Zeichen der Liebe Gottes unter den Menschen“
Lehrbrief 18 „Lehrende Kirche – lernende Kirche“
Jeweils hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2003.
[1] Azzam, Der Islam. Geschichte, Lehre und Wirkung, Gondrom-Verlag, Bindlach 1987, S. 8.
[2] Vgl. Die deutschen Bischöfe 76, Allen Völkern Sein Heil. Die Mission der Weltkirche, Hg. v. Sekretariat der deutschen Bischofskonferenz, 23. September 2004, S. 48.
[3] Vgl. Klöcker u.a., Wörterbuch Ethik der Weltreligionen. Die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1995, S. 72.
[4] Neuner / Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, neubearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger, Pustet, Regensburg 199213, Nr. 381, S. 256.
[5] Neuner / Roos 1992, Art. 375, S. 253.
[6] Vgl. GK LB 17 „Die Kirche – das Zeichen der Liebe Gottes unter den Menschen“, Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2003, S. 51.
[7] Vgl. Lehrbrief 17, S. 52.
[8] Rahner / Vorgrimler, Kleines Konzilskompendium. Sämtliche Texte des Zweiten Vatikanums, Herder Verlag, Freiburg i.Br. 200431, Nostra aetate Art.1, S.355.
[9] Rahner / Vorgrimler 2004, Nostra aetate, S. 350.
[10] Rahner / Vorgrimler 2004, Nostra aetate Art.2, S. 356.
[11] Vgl. Rahner / Vorgrimler 2004, Nostra aetate Art.2, S. 356f.
[12] Rahner / Vorgrimler 2004, Nostra aetate Art. 4, S. 358.
[13] Vgl. Lehrbrief 12 „Gottes Volk unter Verheißung, Schuld und neuer Verheißung“. Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2003, S.58.
[14] Rahner /Vorgrimler 2004, Nostra aetate Art.5, S. 359.
[15] Neuner / Roos 1992, Nr. 373, S. 241.
[16] Rahner / Vorgrimler 2004, Ad gentes, S.600f.
[17] Rahner /Vorgrimler 2004, Lumen gentium Art.16, S. 141.
[18] Lehrbrief 17, S.54.
[19] vgl. Lehrbrief 17/ 4.52.3, S. 55.
[20] Rahner / Vorgrimler 2004, Lumen gentium Art. 16, S. 141.
[21] Vgl. Rahner /Vorgrimler 2004, Lumen gentium Art. 16, S. 141.
[22] Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 148, Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Dominus Iesus, Über die Einzigartigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche, Hg. v. Sekretariat der deutschen Bischofskonferenz, 6. August 2000, Bonn 2000, Nr. 14, S.18.
[23] Vgl. Fischer, Die sieben Weltreligionen, Edition XXL, Fränkisch Crumbach 2005, S. 14.
[24] Vgl. Die deutschen Bischöfe 26, Erklärung über das Verhältnis der Kirche zum Judentum, Hg. v. Sekretariat der deutschen Bischofskonferenz, 28.April 1980, Unveränderter Nachdruck 1993, Bonn 1993, S. 6.
[25] Vgl. Lehrbrief 12, S.54.
[26] Vgl. Die deutschen Bischöfe 26, S. 9.
[27] Vgl. Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 152, Päpstliche Bibelkommission, Das jüdische Volk und seine Heilige Schrift in der christlichen Bibel, Hg. v. Sekretariat der deutschen Bischofskonferenz, 24. Mai 2001, Bonn 2001, S. 45-63.
[28] Vgl. Lehrbrief 12, S.53.
[29] Vgl. Verlautbarungen 152, S. 152f.
[30] Vgl. Lehrbrief 12, S.57.
[31] vgl. Fischer 2005, S. 72 ff.
[32] vgl. Lehrbrief 4 „Christentum und Weltreligionen – Im Dialog über Gott und den Menschen, Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2003, S. 44-49.
[33] Vgl. Fischer 2005, S.94.
[34] vgl. Lehrbrief 4, S. 32-35.
[35] Vgl. Lehrbrief 4, S.36-38.
[36] Vgl. Fischer 2005, S.130.
[37] vgl. Lehrbrief 4, S.38-41.
[38] vgl. Lehrbrief 4, S. 29-32.
[39] Lehrbrief 4, S.29.
[40] Lehrbrief 18 „Lehrende Kirche – lernende Kirche“, Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2003, S. 16.
[41] Lehrbrief 18, S. 17.
[42] Vgl. Lehrbrief 18, S. 17.
[43] Rahner / Vorgrimler 2004, Lumen gentium Art.17, S. 142f.
[44] vgl. Lehrbrief 12, S.60.
[45] Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz 23, Das Christentum – eine Religion unter anderen? Zum interreligiösen Dialog aus katholischer Perspektive. Eröffnungsreferat von Karl Kardinal Lehmann bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda, Hg. v. Sekretariat der deutschen Bischofskonferenz, 23. September 2002, Bonn 2002, S. 15.
[46] Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 148, S. 29.
[47] Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 165, Päpstlicher Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs, Instruktion Erga migrantes caritas Christi, Hg. v. Sekretariat der deutschen Bischofskonferenz, 3. Mai 2004, S.52.
[48] Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz 23, S.37.
[49] Vgl. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz 23, S.39-42.
[50] Rahner/Vorgrimler 2004, Dignitatis humanae I,2, S.662f.
[51] Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 148, Dominus Iesus, S.4.
[52] Vgl. Die deutschen Bischöfe 76, Bonn 2004, S.49.
Martin Schropp (Autor)
9783640116003
Anspruch Katholischen Kirche Hüterin Lehrerin Wortes
Martin Schropp (Autor), 2006, Der Anspruch der Katholischen Kirche, Hüterin und Lehrerin des geoffenbarten Wortes zu sein, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/111518
Die Erklärung über die Reli...

References: Art. 7
 Art. 16
 Art. 375
 Art.1
 Art.2
 Art.2
 Art. 4
 Art.5
 Art.16
 Art. 16
 Art. 16
 Art.17