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Timestamp: 2019-01-17 21:18:04+00:00

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Dauertestamentsvollstreckung-schützen Sie Ihr Vermögen
Der Erblasser ordnet in einem solchen Fall die Dauertestamentsvollstreckung bezüglich seines Vermögens an. Dies heißt im Klartext, dass die Erben zwar entsprechend dem Willen des Erblassers Vermögensteile oder das ganze Vermögen erben. Sie können allerdings auf Grund der Dauertestamentsvollstreckung selbst über das Vermögen nicht verfügen
Eine Testamentsvollstreckung kann grundsätzlich nur 30 Jahre lang nach dem Erbfall laufen (Entscheidung des BGH vom 05.12.2008, AZ IV ZR 275/06).
Erbenschutz durch Testamentsvollstreckung
In der Praxis kennen wir viele Fälle, bei denen Erbschaften in wenigen Tagen „zerflossen“ sind, sei es durch falsche Beratungen dritter Personen, sei es, dass die Erben selbst nicht in der Lage waren, dass jahrzehnte lang erarbeitete Vermögen ordnungsgemäß als Erbschaft zu bewahren und zu verwalten. Viele kennen die vorteile der Testamentsvollstreckung nicht.
Was versteht man unter Testamentsvollstreckung?
Durch die Anordnung der Testamentsvollstreckung kann man zwei Dinge regeln:
a) Abwicklungstestamentsvollstreckung
Die Testamentsvollstreckung kann absichern, dass der Wille des Verstorbenen erfüllt wird und das die Erbschaft so verteilt wird, wie er es wünschte. Man nennt dies die sogenannte „Abwicklungstestamentsvollstreckung“.
Ein sehr großer Vorteil der Anordnung der Testamentsvollstreckung im Testament ist auch, dass nicht Auseinanderreißen der Erbmasse eintritt, sondern dass der Testamentsvollstrecker für eine ordnungsgemäße Verteilung der Vermögens sorgt.
Im Testament muss dann nur angeordnet werden: „Ich ordne Testamentsvollstreckung an. Herr /Frau ..... soll mein Testamentsvollstrecker werden. Mein letzter Wille besteht darin, dass der Testamentsvollstrecker für die Verteilung des Nachlasses wie im Testament hier angeordnet worden ist, sorgen soll.“
b) Dauertestamentsvollstreckung
Noch besser ist allerdings die sogenannte Dauertestamentsvollstreckung, falls der Verfasser des Testaments wünscht, dass auf Dauer der Nachlass verwaltet wird und zwar so, dass er nicht in den Händen der Erben zerrinnt, sondern in einer Form geführt wird, der dem Willen des Verstorbenen entsprechen wird.
Der Verfasser dieses Textes führt seit Jahren im Rahmen einer Testamentsvollstreckung ein Unternehmen. Die potentiellen Erben konnten den Verlag nicht führen. Der letzte Wille der Verstorbenen wird seit Jahren durch den Testamentsvollstrecker erfüllt. Die Anordnung der Dauertestamentsvollstreckung hat den Vorteil, dass man auch nach dem Tod langfristig auf die eigene Verwaltung der Erbmasse Einfluss hat. Letztendlich kann die Anordnung dazu führen, dass die Erben nur die Erträge bekommen und dass das Vermögen mit Ausnahme der notwendigen Erbschaftssteuer unangetastet bleibt.
Wir kennen aus der Praxis die unglaublichen Erbschaftsstreitigkeiten um Erbteilungen durchzusetzen. Auch die Erbteilung kann der Erblasser gemäß § 2044 II BGB auf 30 Jahre ausschließen.
Vielfach erleben wir auch, dass Erblasser anordnen, dass die Erben die Grabstelle pflegen und unterhalten sollen. Ob die Erben dies dann wirklich durchführen, kann rechtlich nicht durchgesetzt werden. überträgt man dieses Amt dem Testamentsvollstrecker, so ist man relativ sicher, dass dieses Amt auch entsprechend erfüllt wird und die Grabstelle entsprechend gepflegt wird.
Gerade wenn mehrere Erben vorhanden sind, ist es oftmals sehr schwierig, die Erbschaften zu verwalten und aufzuteilen. Die Erben müssen sich bezüglich der Verwaltung einig sein. Im Streitfall entscheidet die Stimmensmehrheit nach § 745 BGB Bei Dauertestamentsvollstreckung gibt es den Streit nicht.
Noch schlimmer ist es, wenn zwischen den Erben Feindschaften entstehen und letztendlich die Erben nur darauf aus sind, so schnell wie möglich den Erbteil zu erhalten und zu verprassen.
Ganz wichtig ist die Einsetzung des Testamentsvollstreckers wenn minderjährige Kinder vorhanden sind. Der überlebende Ehepartner muss dann für bestimmte Rechtsgeschäfte der minderjährigen Kinder die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts einholen. (§§ 1643, 1821, 1822 BGB). Die Genehmigungen sind nicht notwendig, falls Testamentsvollstreckung angeordnet wurde.
Der wichtigstes Vorteil liegt aber auch darin, dass der Testamentserrichter die Erben durch die Einsetzung der Testamentsvollstreckung schützt. Gerät nämlich ein Erbe in Vermögensverfall, so können bei einem normalen Erbgang die Gläubiger in das geerbte Vermögen pfänden und Grundstücke und ähnliches versteigern lassen.
Bei der Anordnung der Testamentsvollstreckung haben die Gläubiger des Erben keinerlei zugriff auf die Vermögensmassen, da diese ja vom Testamentsvollstrecker verwaltet wird, solange die Erbteilung nicht durchgeführt war.
Für die Sicherung des letzten Willen des Erblassers, für den Schutz vor Verschleuderungen der Erbmasse oder Vermögensverfall der Erben ist es notwendig Testamentsvollstrecker anzuordnen. Die Testamentsvollstreckung kann auf Dauer anberaumt werden. Über die Nachlassgegenstände entscheiden die Erben bei Einsetzung der Dauertestamentsvollstreckung nicht mehr. Der Erbe hat nur Anspruch auf ein Nachlassverzeichnis nach § 2215 BGB und der jährlichen Kontrolle des Testamentsvollstreckers und Ausschüttung von Erträgen.
Der Testamentsvollstrecker wird von den Erben kontrolliert durch die jährliche Rechnungslegung gemäß § 2218 BGB und durch das Nachlassverzeichnis gemäß § 2215 BGB. Eine Kontrolle über das Nachlassgericht findet nicht statt.
Testamentsvollstrecker - Fragerecht
Der Testamentsvollstrecker muss bevor er irgendwelche Maßnahmen ergreifen, nicht vorher die Erben fragen.
Der Testamentsvollstrecker - Vergütung
Der Testamentsvollstrecker erhält eine Vergütung für die Durchführung seines Amts.
Vollmacht – Wirkung nach dem Tod des Erblassers
Es gibt die sogenannte postmortale Vollmacht. Es handelt sich hierbei um eine Vollmacht, die erst nach dem Tod des Verstorbenen wirkt. Im Hinblick auf die Bedeutung der postmortalen Vollmacht muss diese handschriftlich gemäß § 167 Abs. 2 BGB erteilt werden. Will der Erblasser auch den Bevollmächtigten für Grundstücksgeschäfte nach seinem Tod bevollmächtigen, muss die Vollmacht notariell erteilt werden.

References: BGH 
 § 2044
 § 745
 § 2215
 § 2218
 § 2215
 § 167