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Timestamp: 2019-05-23 05:16:22+00:00

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Rückstellungen | www.dashoefer.de
So werden sie gebildet und bilanziert!
Unter Rückstellungen, dem Thema Jahresabschluss zugehörig, versteht man ungewisse Verbindlichkeiten eines Unternehmens, d.h. alle Verbindlichkeiten, die entweder in ihrer Höhe, ihrem Zeitpunkt oder in ihrem Eintreten nach nicht sicher sind, werden als Rückstellungen bezeichnet.
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstitutionen und Schecks
Aktiver Unterschiedsbeitrag aus der Vermögensverrechnung
Häufig werden Rückstellungen mit Rücklagen verwechselt. Bei Rücklagen handelt es sich nicht um Verbindlichkeiten (Fremdkapital), sondern um finanzielle Reserven (Eigenkapital).
In der Bilanz werden Rückstellungen (als ungewisse Verbindlichkeiten) klar von den (gewissen) Verbindlichkeiten unterschieden.
Voraussetzung für eine Rückstellung ist, dass die Verbindlichkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr entstanden sein muss. Auch dürfen Rückstellungen nur gebildet werden, wenn es sich um Verbindlichkeiten handelt, die dem Grunde nach bestehen.
Rückstellungen bilden nach Handels- und Steuerrecht
Rückstellungen zählen zu den Schulden eines Unternehmens (Fremdkapital) und ihre Bildung mindert somit den Gewinn eines Unternehmens.
Rückstellungen stellen einen eigenen Posten auf der Passivseite des Kaufmanns dar. Für große und mittelgroße Kapitalgesellschaften schreibt § 266 Abs. 3 B. HGB eine Gliederung in folgende Bereiche vor:
Kleine Kapitalgesellschaften dürfen sämtliche Rückstellungen unter einem Posten	ausweisen.
Sonstige Rückstellungen stellen eine Sammelposition dar, deren einzelne Rückstellungen im Anhang zu erläutern sind, sofern sie einen nicht unerheblichen Umfang haben. Für kleine Kapitalgesellschaften entfällt diese Erläuterungspflicht.
Die nach den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung anzusetzenden Rückstellungen sind auch in der Steuerbilanz zu bilden, soweit eine betriebliche Veranlassung besteht und steuerliche Sondervorschriften nicht entgegenstehen.
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Rückstellungen dürfen auch für drohende Verluste dürfen gebildet werden beispielsweise vor allem schwebende Geschäfte – also Vertragsverhältnisse, bei denen einer oder beide Vertragspartner ihre Leistung noch nicht erbracht haben.
Beispiel Rückstellung
Passivierung einer Drohverlustrückstellung
Die Geschäftsführung beschließt zum Jahresende 2010 den kompletten Umzug des Unternehmens.
Allerdings besteht für die bisher genutzten Räumlichkeiten ein Mietvertrag über 2.000 qm mit einer Restlaufzeit bis zum 31. Dezember 2015. Die monatliche Miete beträgt 12 Euro je qm. Ein Nachmieter würde aufgrund der gefallenen Büromieten der letzten Jahre nur eine monatliche Miete in Höhe von acht Euro je qm zu zahlen haben.
Daraus ergibt sich zum 31. Dezember 2010 eine Drohverlustrückstellung nach § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB, die steuerrechtlich nicht zulässig ist (→ aktive latente Steuern).
Verpflichtungsüberschuss 96.000 96.000 96.000 96.000
Zinssatz 3,8 % 4,0 % 4,2 % 4,4 % 4,5 %
Abgezinste Beiträge 92.486 88.757 84.853 80.811 77.035 423.942
RSt zum 31.12.2010 423.942
Rückstellungen Abzinsung
Der sog. Verpflichtungsüberschuss beträgt jeweils für die fünf Jahre 2011 bis 2015 p. a.: 4 Euro × 2.000 qm × 12 Monate = 96.000 Euro.
Da die Restlaufzeit der Rückstellung wiederum mehr als ein Jahr beträgt, ist eine Abzinsung nach § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB vorzunehmen
Ausweis in der Bilanz: § 266 (3) B. HGB
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind in einem Unterposten auszuweisen: § 266 (3) B. 1. HGB
Zuführungen und Auflösungen werden in den jeweiligen dem Rückstellungssachverhalt zugehörigen GuV-Posten gezeigt.
Die Effekte aus der Auf-/Abzinsung sind gesondert im Posten "Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge" bzw. "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" auszuweisen: § 277 (5) S. 1 HGB
In einem Rückstellungsspiegel werden die Rückstellungsposten aufgelistet, um die Einwicklung der einzelnen Konten besser nachvollziehen und auswerten zu können. Eine gesetzliche Verpflichtung besteht laut Handelsrecht nicht.
In der Praxis wird der Rückstellungsspiegel meist in einer tabellarischen Übersicht erstellt. Die unterschiedlichen Bewegungen werden zum vorherigen Bilanzstichtag nach folgenden Kriterien verglichen: Zuführung, Auflösung, Verbrauch, Umbuchung, Effekt aus der Auf- und Abzinsung, Endbestand zum aktuellen Bilanzstichtag.
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References: § 266
 § 249
 § 253
 § 266
 § 266
 § 277