Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=SG%20Berlin&Datum=20.04.2011&Aktenzeichen=S%2071%20KA%20632/09
Timestamp: 2019-08-18 20:45:21+00:00

Document:
SG Berlin, 20.04.2011 - S 71 KA 632/09 - dejure.org
https://dejure.org/2011,21700
SG Berlin, 20.04.2011 - S 71 KA 632/09 (https://dejure.org/2011,21700)
SG Berlin, Entscheidung vom 20.04.2011 - S 71 KA 632/09 (https://dejure.org/2011,21700)
SG Berlin, Entscheidung vom 20. April 2011 - S 71 KA 632/09 (https://dejure.org/2011,21700)
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§ 85 Abs 4 S 7 SGB 5, § 87b Abs 2 SGB 5, § 87b Abs 4 S 1 SGB 5, § 87b Abs 5 S 1 Halbs 2 SGB 5, § 87b Abs 5 S 4 SGB 5
Vertragsärztiche Versorgung - Vergütung der Ärzte - Erhöhung des Regelleistungsvolumens (RLV) - Zustandekommen des Fallwertes sowie der artgruppenspezifischen Fallzahl - Anforderungen an Begründung der Prüfgremien - formelle Rechtswidrigkeit des Bescheides - verspätete Zuweisung eines erstmaligen RVL -
Kassenärztliche Vereinigung muss bei der Ermittlung des arztindividuellen Regelleistungsvolumens (RLV) hinreichend das Zustandekommens des Fallwerts für die Fachgruppe des Arztes begründen; Notwendigkeit einer hinreichenden Begründung des Zustandekommens des Fallwerts für die Fachgruppe des Arztes; Notwendigkeit von drei Prüfungsschritten bei der Ermittlung des arztindividuellen Regelleistungsvolumens (RLV); Anspruch eines Facharztes für Innere Medizin auf Zuweisung eines höheren Regelleistungsvolumens (RLV) für ein bestimmtes Quartal
Die Klägerin benötige die beanspruchten Daten um selbst überprüfen zu können, ob ihr Honorar in dem fraglichen Quartal zumindest seiner Höhe nach korrekt berechnet worden sei (Hinweis auf SG Marburg, S 11 KA 97/09 ER; SG Berlin, Urteil vom 20. April 2011, S 71 KA 632/09 und VG Düsseldorf vom 14. Februar 2012, 26 K 1653/11).
Die Entscheidung des SG Berlin (S 71 KA 731/09 - richtig wohl: S 71 KA 632/09) sei offensichtlich ein Einzelfall geblieben.
Diese Regelungen, die bewirken, dass die so genannten extrabudgetären Leistungen bei der Aufteilung des RLV-Vergütungsvolumens auf die Versorgungsbereiche unberücksichtigt bleiben, stellt lediglich eine gesetzeskonforme Interpretation der Vorgaben des (Erweiterten) Bewertungsausschusses dar und hält sich damit im Rahmen der Richtlinienkompetenz der KBV gemäß § 75 Abs. 7 Nr. 1 SGB V (so auch SG Berlin, Urteil vom 20.4.2011 - S 71 KA 632/09, juris Rdnr. 30; SG München, Urteil vom 14.7.2010 - S 38 KA 114/10, unveröffentlicht).
Ungeachtet dessen, dass die Begründungsdichte eines Honorarbescheides besonderen Regeln unterliegt und Begründungsdefizite eine Aufhebung der Bescheide aus formellen Gründen nicht rechtfertigen (§ 42 Sozialgesetzbuch Zehntes Buch - SGB X, vgl. BSG, Urteil vom 9.12.2004 - B 6 KA 84/03 R, Rn 29 ff, 33.; a. A. Sozialgericht Berlin, Urteil vom 20.4.2011 - S 71 KA 632/09, s. a. § 87c SGB V i. d. Fassung ab 1.1.2012), hat die Beklagte die von der Klägerin geforderten Daten im Klageverfahren mitgeteilt.
Die Säumnis der Frist für die erstmalige Zuweisung des RLV bleibt jedoch sanktionslos (im Ergebnis so auch: SG Berlin, Urt. v. 20.04.2011, S 71 KA 632/09, juris-Rd. 45; zur Vierwochenfrist: SG Marburg, Beschl. v. 01.09.2010, S 11 KA 604/10 ER, juris-Rd. 30f.;… SG Düsseldorf, Urt. v. 06.04.2011, S 33 KA 217/09, juris-Rd. 13).
Die Kammer schließt sich damit der Sichtweise des Sozialgerichts Marburg im Beschluss vom 01. September 2010 an (S 11 KA 604/10 ER; auch SG Düsseldorf, Urteil vom 06. April 2011, S 33 KA 217/09; im Ergebnis ebenso SG Berlin, Urteil vom 20. April 2011, S 71 KA 632/09).

References: § 85
 § 87
 § 87
 § 87
 § 87
 § 75
 § 87