Source: http://www.igmetall-zoom.de/Forum/viewtopic.php?f=13&t=590&start=2160
Timestamp: 2019-07-20 11:32:32+00:00

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Verfasst: 22.07.2016, 13:35
Hallo Cortez.
Es ist nicht mein Ansatz, die Tariffähigkeit der DGB-Tarifgemeinschaft in Frage zu stellen. Mein Ansatz ist es, die Diskussion darüber möglich zu machen. Völlig ergebnisoffen. Das ist nicht dasselbe.
Deshalb habe ich den Thread "Tarif(un)fähigkeit der DGB-Tarifgemeinschaft zur Zeitarbeit?" einfach mal aufgemacht.
viewtopic.php?f=13&t=5425
Viele Grüße, vor allen Dingen solidarische! piet
Zuletzt geändert von piet am 31.07.2016, 06:45, insgesamt 1-mal geändert.
Verfasst: 22.07.2016, 15:18
Die Frage der Tariffähigkeit der DGB Tarifgemeinschaft stellt sich für mich nicht - in der momentanen Realität stellt sich für mich dringlicher die Frage: Wie gehts nach der Gesetzesänderung weiter?
Ich bin gespannt auf die DGB-Konferenz im September (19.+20. in Berlin).
Ich hoffe, dass die Gewerkschaften eventuelle Möglichkeiten zur Öffnung der Höchstüberlassungsdauer z.B. durch Branchentarifvertäge nutzen (denke, dass das auch den Arbeitgeberverbänden entgegenkommt), und dafür für die Mitarbeitern eher als nach 9 Monaten Equal Pay gerne plus x aushandeln...
UND ich bin gespannt, wieviele Mitarbeiter die DGB - Umfragekarte nutzen(auch wenn ich inhaltlich noch Entwicklungspotential nach oben sehe).
Verfasst: 25.07.2016, 05:36
Hallo Teja83,
Dein ...eher als nach 9 Monaten Equal Pay gerne plus x aushandeln.. wäre schön aber schauen wir uns doch mal an was im neuen AÜG-Entwurf steht und was im TV Branchenzuschläge steht.
Im AÜG-Gesetzentwurf heißt es beim:
Ein Tarifvertrag im Sinne des Absatzes 2 kann hinsichtlich des Arbeitsentgelts vom Gleichstellungsgrundsatz für die ersten neun Monate einer Überlassung an einen Entleiher
abweichen. Eine längere Abweichung durch Tarifvertrag ist nur zulässig, wenn a) nach spätestens 15 Monaten einer Überlassung an einen Entleiher mindestens ein Arbeitsentgelt erreicht wird, das in dem Tarifvertrag als gleichwertig mit dem tarifvertraglichen Arbeitsentgelt
vergleichbarer Arbeitnehmer in der Einsatzbranche festgelegt ist, und...
Link dazu: http://www.portal-sozialpolitik.de/uplo ... Gesetz.pdf (Seite 10)
Diesem Text ist zu entnehmen, dass es 1. nur um die LAN geht die einer 15 Monate-Überlassungsregelung zukünftig unterliegen. Faktisch würde dies bedeuten diese könnten durch eine zusätzliche Prozentgruppe (also 50% plus) erhalten.
Und 2. legt der Begriff gleichwertig nahe, dass es nicht um gleiches Arbeitsentgelt geht. (Man kennt das ja schon von der Deckelungsregelung).
Des Weiteren geht es also auch nicht um eine schnellere Heranführung der Branchenzuschlagsstufen von Null %, 15% etc. an die höchste Stufe im Sinne von Branchenzuschläge vom 1. Tag an.
Nun zum TV Branchenzuschläge:
Dort heißt es im § 8 (Schlußbestimmungen) im Punkt 4:
Ändern sich wesentliche gesetzliche Rahmenbedingungen der Zeitarbeit (insbesondere
Regelungen zur Vergütung), nehmen die Tarifvertragsparteien unverzüglich Verhandlungen mit dem Ziel auf, eine mögliche Fortführung unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Änderungen zu prüfen und zu vereinbaren
Equal-pay ab dem 9 Monat ist eine "wesentliche gesetzliche Rahmenbedingung" in Bezug auf Vergütung.
D. h. es gibt eine Verhandlungsverpflichtung ab dem Inkrafttreten des neuen AÜG im Januar.
Im Punkt 5 heißt es weiter:
Führen diese 6 Monate nach In-Kraft-Treten der gesetzlichen Änderungen nicht zu einer
entsprechenden Regelung tritt dieser Tarifvertrag mit Ablauf der sechs Monate ohne
Nachwirkung außer Kraft.
http://www.iq-z.de/wp-content/uploads/2 ... gebnis.pdf
Wir sollten also getrost davon ausgehen, dass in der IG Metall ganz oben schon Überlegungen im obigen Sinne des neuen AÜG § 8 diskutiert werden. Man hört nichts dazu genau so wenig wie zum Thema equal-pay vom 1. Tag an.
Jedenfalls ist mir nichts bekannt, dass es auch nur ansatzweise Bestandteil bei den Verhandlungen der jetzt gekündigten TV Entgelt und Entgeltrahmen werden soll. Stattdessen dürfen wir den Fragebogen mit den bescheuerten Fragen des DGB ans desinteressierte LAN-Volk bringen.
Verfasst: 26.07.2016, 10:31
in den Tarifverträgen Leih-Z abgeschlossen zwischen den Metallunternehmen und der IGM) steht unter § 8.2 Schlußbestimmungen fast wortgleich wie im TV Branchenzuschläge:
Regelungen zur Vergütung), nehmen die Tarifvertragsparteien unverzüglich Verhandlungen mit dem Ziel auf, eine mögliche Fortführung unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Änderungen zu prüfen und zu vereinbaren.
Auch im Entgelt-TV BAP / DGB-TG gibt es im § 8.2 die Regelungsvereinbarung:
Wird das AÜG nach In-Kraft-Treten des Entgelttarifvertrages grundsätzlich geändert, steht beiden Tarifvertragsparteien abweichend von § 8.1 Abs. 2 ein außerordentliches Kündigungsrecht mit Monatsfrist zum Monatsende zu.
Nachzulesen unter: http://www.igmetall-zoom.de/PDF/Tarifve ... t_2014.pdf
Es ist anzunehmen, dass inzwischen auf oberster Ebene der IGM und Geamtmetall zu allen TV die Leiharbeit betreffend die ersten Gespräche schon geführt werden.
Verfasst: 30.07.2016, 17:08
Andrea wird mit ihrem Gesetz durchkommen, aber abgesegnet bekommt sie ihr Stückwerk am 20.09.2016 ganz sicher nicht. Sie hat zwar Steherqualitäten, aber diesen Scheiß kann selbst sie den Anwesenden nicht verkaufen. Ich hoffe, viele werden nach Berlin kommen und die Veranstaltung größer machen als es der DGB ursprünglich geplant hatte. Überrumpelt scheint der DGB wohl auch von der Nachfrage nach seinen Postkarten zur Umfrage unter Zeitarbeitern. Hier jedenfalls übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich.
am 25.07.2016 schrieb ich zum neuen AÜG § 8.4:
vergleichbarer Arbeitnehmer in der Einsatzbranche festgelegt ist, und..
Letzte Woche lese ich zufällig unter: http://www.mwz-compliance.de/2016/07/13 ... eitarbeit/
...Bei Branchen mit hohen Zuschlägen gibt es teilweise noch eine große Differenz bis zur Gleichstellung. Da ist eine Zuschlagstufe von 60 bis 70 % am Ende zur Gleichstellung möglich. Auch die Verteilung der 6 Stufen dürfte bei den Verbandstarifverträgen ein Thema sein...
Ich gehe mal davon aus, dass Hr. Fuhrmann als ehemaliger Verhandlungsführer der IGZ-TK - und inzwischen mit einem kleineren ZAF-Verband mit der IGM einen TV abgeschlossen hat - weiß vovon er redet.
Interessant ist die Angabe einer sechsten Stufe bei den Branchenzuschlägen zwischen 60 und 70%.
Die Mitglieder der IGM-TK Leiharbeit sollten sich mal bei ihrer nächsten Sitzung die Information dazu einholen.
Mir ist inzwischen bekannt, dass es ein Gespräch der IGM mit Gesamtmetall gegeben hat. Gesamtmetall ist nicht für die TV der Leiharbeit zuständig aber die Metallindustrie hat mit der IGM auf Bezirksebene gleichlautende TV Leih-Z abgeschlossen in denen vor allem die Frage der Übernahme von LAN geregelt wurde. Vereinbart wurde seinerzeit eine Übernahmeregelung nach 24 Monaten.
Es würde mich nicht überraschen wenn dort eine Annäherung an die neu geplante gesetzliche Übernahmeregelung von 15 Monaten mit einer breiten Spannweite von mehreren Jahren (2 Jahre plus weitere Jahre) Gesprächsgegenstand waren. Und eine 6. Stufe bei den Branchenzuschlägen (60-70%) passt dazu wie die Faust aufs Auge.
Der TV Leih-Z in der Metallindustrie läuft zum Ende Juni 2017 ohne Nachwirkung aus wenn die wesentliche Änderung im neuen AÜG (equal-pay nach 9 Monaten) nicht neu verhandelt wird.
Das gleiche gilt für den TV-Branchenzuschläge sowie für den
TV Mindestarbeitsbedingungen in der Zeitarbeit gemeint ist der Mindestohn in der Zeitarbeit.
Neben der Baustelle Entgelt-TV gibt es also noch jede Menge weitere Probleme. Diese sind nicht voneinander zu trennen. Deshalb auch die Gespräche mit Gesamtmetall. Da kann man doch richtig neugierig werden.
Mit equal-pay vom 1.Tag an haben diese Gespräche aber offensichtlich nichts zu tun.
Verfasst: 02.08.2016, 11:37
Überrumpelt scheint der DGB wohl auch von der Nachfrage nach seinen Postkarten zur Umfrage unter Zeitarbeitern. Hier jedenfalls übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich.
Ist das tatsächlich so? Und werden sie auch von LAN ausgefüllt und mit den richtigen Antworten (x) abgegeben?
Oder senden fleißig Randstäder aus der TaKo die Postkarten ab und beweihräuchern sich damit selbst ???
Fragt Dich und sich,
der cid!
Verfasst: 05.08.2016, 16:54
Hab heut die neue Betriebsratszeitung BRisant von Stadrandt Süd gesehen. Da ist die Umfrage vom DGB mit drin zum Zurückschicken UND zur Info Cid, falls du dich fragst: da is nix schon vorab ausgefüllt....
Verfasst: 08.08.2016, 06:03
bei "labournet germany" gab es letzte Woche einen Sondernewsletter zum Thema Leiharbeit:
http://www.labournet.de/newsletter-am-d ... gust-2016/
http://www.labournet.de/newsletter-am-d ... eschlossen
wurde ein besonders interessanter Punkt angesprochen. Die EVG (DGB-Gew. ehemals Transnet) gab am 19.07.2016 unter:
https://www.evg-online.org/Arbeitswelt/ ... eiharbeit/
eine Presseerklärung heraus. Dort heißt es am Ende: „Gleiche Arbeit - gleicher Lohn“: Leiharbeitnehmer müssen dieselben Tarif- und Beschäftigungsbedingungen haben wie Stammbeschäftigte (Equal Pay und Equal Treatment).
"Labournet Germany" hat darauf eine Anfrage an die EVG gestellt ob diese sich der Forderung von "labournet" nach Ausstieg aus den TV der Leiharbeit anschließt?
Die EVG hat "labournet" eine Antwort zukommen lassen in der sie ihre Position darlegt. Im Newsletter von "labournet" wurde daraus auszugsweise zitiert. Inzwischen hat die EVG mitgeteilt, dass "labournet" die Antwort der EVG veröffentlichen kann.
Die komplette Antwort der EVG wird bei labournet voraussichtlich am Montag oder Dienstag eingestellt.
Sobald es eingestellt ist werde ich darauf verlinken.
Die EVG ist ca. 2005 / 2006 aus der DGB-TG ausgetreten weil sie mit den Ergenbnissen der TV der DGB-TG nicht zufrieden war und hat einen eigenen Haus-TV mit der Bahn geschlossen. Noch bei den Leih-TV mit BAP und IGZ aus dem Jahr 2010 fehlte ihre Unterschrift bei den TV Entgelt-MTV -und Entgeltrahmen-TV.
Diese TV tragen seit den letzten Ergebnissen 2013 wieder die Unterschrift der EVG. Vermutlich hat die Umorientierung mit dem "TV Mindestarbeitsbedingungen in der Zeitarbeit" (Mindestlohn i. d. Leiharbeit) zu tun. Dieser TV wurde zu der Zt. unterschrieben.
Verfasst: 09.08.2016, 08:45
Als Ergänzung gehört noch dazu, dass der DB ein eigener Kosmos ist, welcher eine eigene ZAF unterhält. Für diese gilt ein eigener TV, zwischen der EVG und dem Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband der Mobilitätsdienstleister (Agv Mo Ve). Die Spitzenfunktionäre des Agv Mo Ve sind nahezu identisch mit dem Vorstand der DB.
Der ZA-Tarifvertrag der DB weist ein höheres Urlaubs- (360,-€) und Weihnachtsgeld (420,-€) aus, mehr Urlaubstabe (28), man ist als Angestellter bereits im Konzern DB mit allen Vorteilen (Freifahrten, BSW etc.) aber speziell im MTV steht er deutlich schlechter als der iGZ/BAP. Man erhält ausschließlich einen befristeten Vertrag, welcher auf bis zu 3 Jahre ausgedehnt werden kann. Im Nichteinsatz bedient man sich generell unbeachtet der Sach- und Rechtslage des AÜG sowie einschlägiger Rechtssprechung aus dem Zeitkonto, dafür verfügt man über mehrere Zeitkonten (Überstundenkonto; Freizeitkonto; Weiterbildungskonto;) in welche man Zeit für Fortbildungen nutzen kann (Ein wie ich finde sehr löblicher Ansatz.)
Der iGZ spricht der DB Zeitarbeit die Funktion als ZA-Firma ab, denn sie sehen die Firma als weitere Tochter des DB Konzerns bei dessen die wirtschaftliche Unabhängigkeit fehle. Interessant wäre eine juristische Klärung vor Gericht - damit dürfte der Branchenvertrag nur schwer aufrecht zu erhalten sein, eher ein Haustarifvertrag.
Verfügt man über etwas Kenntnis der DB Struktur und sieht man sich den Demographie TV "zur gemeinsamen Gestaltung
der Personal-, Sozial- und Tarifpolitik in den Unternehmen des DB Konzerns"einmal genaue an, so fällt folgender Passus ins Auge, S. 74:
Regelungen zur Stellenbesetzung
1. Die Sicherung von Regelbeschäftigung hat Vorrang vor allen anderen Maßnahmen
nach diesem Tarifvertrag. ...
2. Kommen für einen freien Regelarbeitsplatz mehrere gleich geeignete Arbeitnehmer
in Betracht, so ist folgende Reihung zu berücksichtigen:
a) derzeitige Arbeitnehmer desselben Betriebs
b) ehemalige Arbeitnehmer desselben Betriebs
c) derzeitige und ehemalige Arbeitnehmer anderer Betriebe im wohnortnahen
oder regionalen Bereich desselben oder eines anderen Unternehmens
im Geltungsbereich dieses Tarifvertrags
d) derzeitige und ehemalige Arbeitnehmer anderer Betriebe desselben Unternehmens
e) Arbeitnehmer anderer Unternehmen mit einem Neuorientierungs- oder Integrationsvertrag
f) sonstige Arbeitnehmer der Unternehmen im Geltungsbereich dieses Tarifvertrags,
die sich aufgrund eigener Initiative beworben haben
g) externe Bewerber, sofern kein geeigneter interner Bewerber vorhanden ist
Das bedeutet im Klartext, dass man in vielen Bereichen keine direkten Bewerber einstellt - man steht in der Warte-Schlange an 7. Stelle des Eingangs in einer laaaahaangen Schlange - externe Bewerber müssen den Weg über die DB Zeitarbeit nehmen! Der Sinn der DB Zeitarbeit ist eine Art Auffanggesellschaft für verbeamtete Mitarbeiter (Punkt e) der obigen Aufzählung) des Konzerns, die man damit in andere Bereiche wieder zuführen kann - und als Rekrutierungsinstrument.
Bitter ist es, wenn man lediglich über einen Kunden der DB Zeitarbeit angestellt wird - das ist meistens eine größere lokale iGZ oder BAP Bude. Nach 9-12 Monaten kann eine Übernahme erfolgen - in die DB Zeitarbeit mit befristeten Verträgen bis zu 3 Jahren!
Nach einem Jahr erhält man Equal Pay (allerdings Mogelpackung), sowohl in DB Zeitarbeit, als auch via ZA-Subunternehmen und nach 12 Monaten auf einer Arbeitsstelle via DB Zeitarbeit darf man ein Übernahmeangebot erwarten - was allerdings seitens der verbeamteten Personaler nicht gern gesehen wird - schätzt man doch die Leihsklaven in der arbeitsteiligen Bahn Mehrklassengesellschaft als überaus produktiv und effizient, mit u.a. dem niedrigsten Krankenstand und stets willig alles über sich ergehen zu lassen...
Verfasst: 09.08.2016, 19:35
unter: http://www.labournet.de/politik/alltag/ ... /#volltext
hat labournet die komplette Antwort der EVG eingestellt.
Um es mal kurz zu kommentieren:
Die EVG hat equal-pay nach 12 Monaten Einsatzzeit. Wie sich dieses equal-pay zusammensetzt kann ich nur beurteilen wenn ich den kompletten TV habe. Ich kenne ihn nicht. Aber User Cid hat ja daraus zitiert.
Der Entgelt-TV wird wegen des TV Mindestarbeitsbedingungen in der Zeitarbeit (Mindestlohn) gekündigt und weil dieser TV ausläuft ohne Nachwirkung wenn keine neue Vereinbarung zustande kommt.
Was man dem Text der EVG nicht entnehmen kann wie kommt man zur Gleichstellung von Leiharbeitern mit vergleichbaren Stammarbeitern. § 8 AÜG Entwurf – Grundsatz der Gleichstellung und EU-Richtlinie Artikel 5 Grundsatz der Gleichbehandlung.
Der Vorsitzende der IGM Jörg Hofmann äüßerte sich in einem Interview am 11.05. 2016 beim Deutschlandfunk zum Gesetzentwurf. Nachlesbar unter:
http://www.deutschlandfunk.de/ig-metall ... _id=353890
Hahne: Herr Hofmann, die meisten Leiharbeiter sind ja gar keine neun Monate beim gleichen Betrieb beschäftigt geschweige denn 18, sondern deutlich kürzer. Ist dieser Kompromiss jetzt wirklich mehr als Symbolpolitik?
Hofmann: Er gibt den Leiharbeitern doch Ansprüche, die sie vorher nicht hatten, etwa der, dass man vorab klargestellt haben muss: Bin ich Leiharbeiter, bin ich Werkvertragsbeschäftigter?.....Und vor allem, er beschreibt Obergrenzen für Leiharbeit und - und das ist aus meiner Sicht das Wichtigste - er stärkt auch die Rolle von Tarifverträgen für Leiharbeiter nicht erst ab dem neunten Monat, sondern schon vorher bessere Entgelte, bessere Arbeitsbedingungen für diese Beschäftigten durchzusetzen.
Hahne: Aber was bringen denn Obergrenzen, wenn sie unrealistisch sind?
Hofmann: Obergrenzen setzen einem Missbrauch nach oben eine Grenze. Richtig ist aber - und das haben Sie zurecht ausgeführt -, die große Masse der Leiharbeiter ist deutlich kürzer im Betrieb eingesetzt als die beschriebenen 9 und 18 Monate.
Hahne: Werden Sie als IG Metall sich denn dafür in Zukunft einsetzen, dass diese Grenze gegebenenfalls auch noch abgesenkt wird?
Hofmann: Wir werden jetzt vor allem eines tun, dass wir die tariflichen Regelungen, die wir heute schon für Leiharbeiter haben, nämlich dass sie oft schon ab dem ersten Tag in der Branche insgesamt ab der sechsten Woche höhere Entgelte bekommen, dass wir diese tariflichen Regelungen auf andere Branchen ausweiten. Da stärkt uns jetzt auch das Gesetz, solche Regelungen durchzusetzen..................
Hahne: Obwohl ja damit die Gleichbezahlung auf ganze 15 Monate hinausgezögert werden kann.
Hofmann: Obwohl wir damit einen Effekt vermeiden können, indem durch eine schrittweise Heranführung an eine Gleichbezahlung der … Effekt nicht dadurch entsteht, dass just vor dem Stichtag einer Equal-Pay-Regelung der Leiharbeiter abgemeldet und dann oft zu einer deutlich schlechteren Arbeits- und Leihbedingung wieder neu eingesetzt wird.
Der Kollege Jörg Hofmann äüßert sich nicht zum gesetzlichen Gleichstellungsgebot sondern zur Annäherung (Gleichbezahlung). Das kann aber auch nur der Tariflohn sein z.B. mittels Branchenzuschlägen.
Nach einer überzeugenden Vorstellung wie man in absehbarer Zeit zu einer Gleichstellung aller Leiharbeiter ab dem 1. Tag kommt sieht das alles nicht aus. Weder bei der EVG noch bei der IGM.
Stellt sich die Frage wie kommt man zu einer Diskussion darüber nicht nur bei ZOOM sondern in allen Einzelgewerkschaften des DGB?
Verfasst: 10.08.2016, 09:04
Diese Zitate aus dem EVG Schreiben finde ich am besten:
Ja, dank der IGM- Der Rest ist dummes Blabla. Im MTV gibt es viele offenen Baustellen....
Bei den DGB-Mitgliedsgewerkschaften sind Tarifkommissionen gebildet, die auch aus Leiharbeitsbeschäftigten bestehen.
Da hat er Recht. Hin und wieder findet man mal einen LAN dort. Ansonsten zu viele Randstad Dispos!!
Läuft der bestehende Mindestlohn-Tarifvertrag Ende Dezember 2016 aus und wird kein neuer abgeschlossen, gibt es keinen verbindlichen Branchenmindestlohn für die verleihfreie Zeit zugunsten aller Leiharbeitnehmer/-innen mehr
Dann gilt der allgemeine Mindestlohn, welcher zur Zeit auf dem gleichen Level wie der Branchenmindestlohn ZA Ost angesiedelt ist.
Aber schöne Taktik der Tarifbefürworter: Bei Equal Pay wären die ganzen LAN in der Verleihfreien Zeit (in denen sich die ZaFs eh am AZK bedienen) schutzlos der Willkür ausgeliefert, man könnte Ihnen lediglich den Mindestlohn zahlen. Also lasst uns einen TV abschließen, um mindestens 10,-€ in EG 1 zu bekommen....
Das selbe Argument vertritt man in der TaKo von Verdi Hessen auch - durch Wiederholen werden Lügen nicht wahrer.
Und zur Zeit gibt es auch noch einige andere Gewerkschaften, die in nennenswerter Zahl Zeitarbeitsfirmen außerhalb der DBG Tarifgemeinschaft tarifieren.
Und wer soll das sein? Cockpit? Der Marburger Bund?? Die GdL??? Sucht euch einfach mal eine aus >-)
Kollege Müller von der EVG vergisst, dass ohne neuen DGB TV keine einzelne Gewerkschaft diesen mit BAP oder iGZ abschließen könnte - dafür wäre ein Dachverband notwendig. Die CGZP hat bekanntlich seit 2010 Ihre Tariffähigkeit vom BAG ausgeschlossen bekommen, bliebe nur der dbb, andere Dachverbände sind mir nicht bekannt.
Dann macht doch Tarif mit Equal Pay PLUS X%, dann sind alle zufrieden.
Verfasst: 25.08.2016, 15:17
bei Chefduzen ist unter:
http://www.chefduzen.de/index.php?PHPSE ... c=328063.0
ein Argumentationspapier von Verdi zu den TV Leiharbeit eingestellt.
Man muss etwas herunterscrollen zum Eintrag: « Antworten #19 am: 17. August 2016, 11:37:39
Verfasst: 25.08.2016, 16:58
http://www.dgb.de/themen/++co++d1b557ac ... witterfeed
Der DGB bietet am 19./20.9. eine Bundesweite Betriebsrätekonferenz Leiharbeit: Gute Arbeit im Fokus
Verfasst: 25.08.2016, 19:57
Sind ganzen A....geigen von Stadtrand schon angemeldet?
Gute Gelegeheit, deine Forderung nach einem Benutzen der Tariföffnungsklausel zu äußern!
Bestimmt voll mit Dispos diese Versammlung!
Verfasst: 25.08.2016, 21:15
noch ein interessanter link unter:
Antwort eines IG BCE-Mitglieds auf die Postkartenaktion der DGB-TG.
Darunter noch ein besonders interessanter link:
https://www.igbce.de/mitglieder/kompakt ... eit/131716
Da äußert sich der Stellvertretende BR-Vorsitzende von Randstad-Ost zur BV-AZK Randstad so:
...erklärt Bouvain, »und zu Arbeitszeitkonten haben wir schon eine Vereinbarung.«
Habe diese BV momentan nicht zur Hand (liege z.Zt. an der Adria) aber vielleicht kann Challenger aushelfen.
Verfasst: 26.08.2016, 08:23
Die wurde doch mal ins Forum reingestellt... da ging es darum dass LAN im Nichteinsatz keine 7 Stunden/Tag vom AZK abgezogen bekommen, sondern lediglich nur 3 / Tag, aber wahrscheinlich nur, wenn sie parallel noch Urlaub beantragen und sich bereiterklären, im Falle von Krankheit auf jegliches Entgelt zu verzichten^^ Wie großzügig...
Verfasst: 27.08.2016, 00:02
Bouvain behauptet u.a., das die Eingruppierungen "überprüft" werden. Ich weiß aus sicherrer
Quelle, dass dies gerade nicht passiert. Wenn er hier im Forum liest, oder lesen läßt, dann soll
er mal erklären, weshalb z.B. Staplerfahrer üblicherweise in EG 1 eingruppiert werden, obwohl
diesen zweifellos die EG 2 zusteht. Im übrigen ist bislang nicht bekannt, daß BR'te bei Randstad
jemals eine Zustimmung zu einer Eingrupperung verweigert hätten.Insbesondere ist nicht bekannt,
dass Randstad jemals ein arbeitsgerichtliches Zustimmungsersetzungsverfahren durchführen mußte.
Bouvain scheint genau so ein Schaumschläger zu sein, wie sein Mentor Hanno Hoff.
[i]Hallo Karl,
die GBV-Arbeitszeitkonto ist am 15.09.2015
im Forum Arbeitnehmervertretung unter "Betriebsräte" eingestellt worden.[/i]
Zuletzt geändert von challenger am 28.08.2016, 13:54, insgesamt 1-mal geändert.
Verfasst: 27.08.2016, 21:42
im Forum "Betriebsräte" eingestellt worden.
Handelt es sich um das Forum bei WAF?
Egal was ich dort in der Suchfunktion eingebe ich bekomme kein Ergebnis.
Werde übrigens morgen das Thema nach
viewtopic.php?f=30&t=5372&start=270
verschieben. Dort passt das Thema AZK besser rein.
Hier konzentrieren wir wir uns besser wieder auf das Thema Tarifverhandlungen und Equal-Pay-
Verfasst: 28.08.2016, 16:37
nein, die GBV-AZK hat Cid hier bei ZOOM ins Forum
"Arbeitnehmervertretung" unter Betriebsräte eingestellt.[/i]
bei labournet kann man heute nachlesen die Antwort der IG BCE auf die Postkartenanfrage eines IG BCE-Lan sowie seine neue Antwort darauf unter:
Verfasst: 08.09.2016, 08:59
unter: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 25655.html
neuer Höchswtstand der Leiharbeit. U.a. heßt es:
Nur jedes vierte Leiharbeitsverhältnis besteht neun Monate oder länger. 15 Prozent dauern 15 Monate, 12 Prozent über 18 Monate.
Was versprach die DGB-TG vor kurzem: Auch für nächstes Jahr höhere Löhne
Wäre nur wirklich ernst zu nehmen, wenn die Branchenzuzschläge entsprechend nach vorne verschoben würden. Aber über die Branchernzuschläge schweigt sich die DGB-TG aus. Obwohl über diese mit dem neuen AÜG (wesentliche Änderung) verhandelt werden muss. Anderenfalls läuft der Branenzuschlagstarif Ende Juni 2017 ohne Nachwirkung aus.
Stattdessen stellt man den Mindestlohn in der Leiharbeit in den Vordergrund der Tarifverhandlungen siehe z.B. Antwort der IG BCE oder EVG und DGB.Wir kümmern uns weiter um Billiglöhne. Anders kann man das nicht mehr kommentieren.
Verfasst: 08.09.2016, 15:47
Verfasst: 12.09.2016, 21:40
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/l ... 20290.html
erfährt man:
Die Mitgliedsgewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DBG) verhandeln am 7. Oktober mit den Arbeitgeberverbänden, Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) und Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen über die neuen Tarifverträge in der Leiharbeit.
Super transparente Informationspolitik der DGB-TG. Jetzt fehlt nur noch die Tagesordnung und die Ergebnisse der Umfrage der DGB-TG.
Verfasst: 13.09.2016, 08:12
Die Postkartenaktion war meiner Ansicht nach eine Art PR.. Es sollte Pseudolegitimität erzeugen... Und Scheindemokratie... Man gibt darauf nichts.
Aber gut, wir wissen jetzt dass es ab dem 07.10.2016 los geht. Vielleicht können wir bis dahin die Zeit für Aktionen nutzen? eMails, etc?
Verfasst: 16.09.2016, 06:45
Der DGB schreibt:
Was den Beschäftigten in der Tarifrunde wichtig ist, hat der DGB in einer Online-Befragung
festgestellt. Klar ist: Es wird in den Verhandlungen zum Beispiel um eine deutliche Erhöhung der unteren
Entgeltgruppen und den neuen Mindestlohn in der Leiharbeit gehen.
Quelle: http://www.dgb.de/++co++ec7f3838-6dfa-11e6-9c02-525400e5a74a/2016_einblick14.pdf Seite 6 unten rechts.
Ich glaube nicht, dass wir nähere Einzelheiten zum Ergebnis der Umfrage oder der Postkartenaktion bekommen werden.
Verfasst: 19.09.2016, 20:20
Jetzt sind sie raus, die Forderungen der DGB Tarifgemeinschaft für die anstehende Tarifrunde Leiharbeit mit iGZ und BAP:
- Erhöhung der Entgelte um 6 %, mindestens aber um 70 Cent pro Stunde
- Laufzeit des Tarifvertrags: 12 Monate
- Ost-West-Angleichung in allen Entgeltgruppen
Die erste Verhandlung soll am 7. Oktober in Hannover stattfinden, so nachzulesen auf http://www.dgb.de/tarifrunde-leiharbeit
Verfasst: 20.09.2016, 05:01
Ja Wahnsinn! Liebe Leiharbeiter, überlegt euch schon mal, welches Eigenheim es sein darf.
Verfasst: 20.09.2016, 09:17
Sollte wirklich eine Laufzeit von 12 Monaten rauskommen, wäre das mal gut. Wahrscheinlich wird man sich in zähen Verhandlungen mit der Gegenseite auf 24 einigen
Wie ich hier schon öfter geschrieben habe, sind das alles Themen, welche die Entleih-Betriebe treffen. Auf die ZAF hätte man mit der Kdg. des MTV zielen können, dort sind die brisanten Themen, welche es anzupacken gilt. Aber das haben die korrupten Randstad-AN Vertreter erfolgreich verhindert. Es ist echt zum kotzen....
Unter solchen Gesichtspunkten, bin ich dafür, den TV zu kündigen. Einige aufrechte TaKoler sollen das am 07.10. in Hannover gleich ankündigen und gut ist!
Verfasst: 20.09.2016, 14:52
http://www.berliner-zeitung.de/wirtscha ... r-24769588
Was für ein dümmlicher Artikel, der Journalist hat sau schlecht recherchiert

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