Source: https://issuu.com/lfvs/docs/safisch-3-10
Timestamp: 2017-06-24 14:43:16+00:00

Document:
Salzburgs Fischerei 3/2010 by LFV Salzburg - issuu
September 2010Salzburgs
Offizielles Presseorgan des Landesfischereiverbandes SalzburgHRDERENESFISC(S. 8-9)NDLandesfischertag 2010: Sa. 23.10.2010
Wasserkraftpotentialstudie (S. 26-29)
StauraumspĂźlungen (S. 30-33)
Messe Hohe Jagd & Fischerei 2011:
Do. 24.02.-So. 27.02.2011 (S. 10)SALZBULA<<
GFisch des Jahres 2011 vom Ă&#x2013;sterreichischen Fischereiverband nominiert,
Foto: H. Harra (Bericht S. 14-15)IVERBATERMINE
Sa. 11. - So. 12. September 2010
5. Renkenfischen um die Wolfgangseerenke (zählt zum Salzburger Renken­
bewerb), Infos S. 17
Hegefischen und Saisonabschlussfest
am Hintersee, Fischereiverein Hintersee (Infos S. 46)OktoBER
Mo. 04. - Fr. 08. Oktober 2010
(BAW-IGF, Scharfling), theoretischer
Teil und Exkursion: Kurskosten: ca.
€ 880,- einschl. Unterkunft und Verpflegung (Infos & Anmeldung: http://
www.baw-igf.at)
Landesfischertag 2010, ab 14.00 Uhr,
Augustiner Müllner Bräu (Detailprogramm siehe S. 8)
Mi. 27. - Fr. 29. Oktober 2010
Kurs über das Räuchern von Fischen
(BAW-IGF, Scharfling). Kurskosten: ca.
€ 520,- einschl. Unterkunft und Verpflegung (Infos & Anmeldung: http://
www.baw-igf.at)NOVEMBER
Sa. 06. und So. 07. November 2010
Fliegenfischertage des VÖAFV FV Salzburg an der „Oberen Salzach“
(Infos S. 42)2	Salzburgs Fischerei, 3/2010Do. 18. - Fr. 19. November 2010
Fischereifachtagung, Schloss Mondsee (zu Redaktionsschluss leider noch
kein Programm bekannt, Details unter
http://www.baw-igf.at)
Mi. 24. November 2010, 18.00 Uhr
Gesetzliche Fischerprüfung,
Schulungszentrum des LFV (Infos S. 7)Unsere ÖffnungszeitenMontag – Freitag
Tel.: +43(0)662-842684, Fax: DW-9
E-Mail: buero@fischereiverband.atBachforelle - Saalach (Pinzgau)Zu Ostern
Lorenz & Tobias
Riedls­perger
Kräften eine
Bachforelle mit
1,5 kg aus dem
Gruberbrunn
landen und ihr Opa eine Regenbogenforelle mit 1 kg aus der Saalach.I N H A LT S V E R Z E I C H N I S
ff Fischerprüfung
ff Fischereifachtagung inMondsee
ff Landesfischertag
Editorial: Seite 5-6Verbands-Mitteilungen
ff Abbuchungsauftrag 2011
ff Messe Hohe Jagd u.Fischerei 2011
ff Aktivitäten
Seite 7-19Personalnachrichten
ff Geburtstagsgratulationen	Seite 20Report
ff Temperaturveränderung
ff Äschenprojekt Pinzgau	Seite 21-25Info
ff Wasserkraftpotenzial­studie Salzburgff Spülung Klammsee	Seite 26-33Fischers Fänge
ff Bachforelle - St. Martins­bach, Salzachff Hecht - Wolfgangsee,
ff Zander - Wallersee	Seite 34-35Aus den Vereinen
ff SSFV: Tag der offenen Tür
ff PPS: Fischerjahrtag
ff VÖAFV: Fischerfest
ff FV Hintersee: Jung­	fischerkursSeite 36-49Lesestoff
ff Die süße Qual desFliegen­fischensff Süße Fische	Seite 50-51Im pr e s s u m
Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Landesfischereiverband Salzburg, Reichenhallerstr. 6,
A-5020 Salzburg; Tel. +43-(0)662-84 26 84, Fax: DW-9, E-Mail: buero@fischereiverband.at,
Redaktion: Mag. Daniela Latzer, c/o. LFV, E-Mail: zeitung@fischereiverband.at
Inserate: Mag. Susanne Grill, c/o. LFV, Tel. +43-(0)662-84 26 84-2, inserat@fischereiverband.at
Layout und Gestaltung Mag. Daniela Latzer, c/o. LFV, und Julia Kirisits (julia_kirisits@gmx.at)
Druck: Ludwig Stepan Druck GmbH & Co KG., Alte Bundesstr. 21, A-5500 Bischofshofen,
Tel. +43-(0)6462-2356-0, Fax: DW-16, E-Mail: info@stepandruck.at, Homepage: www.stepandruck.at
Erscheinungsort: A-5020 Salzburg. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck (auch auszugsweise)
nur nach vorheriger Genehmigung durch die Redaktion.
Jahresabonnement: € 8,- (Inland): Konto (Ö): Nr. 2500441 (IBAN: AT73 5500 0000 0250 0441)
BLZ 55.000,(BIC: SLHY AT 2S), € 11,- (Ausland): Konto (BRD): Nr. 16105, BLZ: 71050000 (IBAN
DE46 7105 0000 0000 0161 05, BIC: BYLADE1BGL), lautend auf Landesfischereiverband.
Redaktions- und Anzeigenschluss: Heft 1/10: 25. Jänner 2010; Heft 2/10: 25. April 2010;
Heft 3/10: 25. Juli 2010, Heft 4/10: 25. Oktober 2010.
Vorstand: Landesfischermeister Gerhard Langmaier, LFM-Stv. Mag. Ludwig Vogl, Reichenhallerstr. 6,
Blattlinie: Unabhängige Informationsschrift des Landesfischereiverbandes über Verbands- und
Fischereiangelegenheiten, sowie Kundmachungen nach dem Salzburger Fischereigesetz 2002,
LGBl. 81/2002 idgF.
Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung der Autoren wieder und liegen in deren alleiniger Verantwortung. Persönlich gezeichnete Berichte müssen sich daher nicht zwangsläufig mit
der Auffassung des Herausgebers decken.
4	Salzburgs Fischerei, 3/2010E D I TO R I A L
L i e be S a l z bu r g e r F i s c h erinnen und Fischer!
Fische, die Fischerei und die Fischzucht
sind eine Einheit, die seit Jahrhunderten
zusammen gehören und in alter Tradition
bis heute gepflegt und ausgeübt werden.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Fischerei ist zahllosen Herausforderungen ausgesetzt.
Eine ganz große Herausforderung ist der
Klimawandel: er hat enorme Auswirkungen auf die Fischfauna und die Gewässer.
Die höheren Temperaturen in den Sommermonaten, die auch aus dem Klima­wandel
resultieren, bedingen eine niedrigere
Sauer­stofflöslichkeit in den Ge­­wässern,
und es kann in Folge zu Sauer­stoffdefiziten,
in flachen Gewässern zu Sauerstoffmangel
und auch zu schwerwiegenden Fischverlusten führen.
Niedrige Wasserstände, aber auch extreme
Hochwasserereignisse sind ebenfalls Faktoren, die in den letzten Jahren mehrmals
sehr negative Folgen mit sich brachten:
so gehen z. B. durch die Niederwasserstände wertvolle Flachwasser­bereiche
verloren und damit auch Laichplätze, und
die Jugendstuben der Jungfische, insgesamt also wichtiger Lebens­raum und Nahrungsgründe.
In den Fließgewässern ist schon jetzt
durch die höheren Wassertemperaturen
eine Verschiebung der Fischartengemein­
schaften zu beobachten: besonders
Äschen, Bachforellen und diverse Kleinfischarten versuchen in kältere Gewässerabschnitte zu flüchten. In den tiefen sauerstoffreichen Voralpenseen ist die Situation
etwas anders: da können die Fische in tiefere Schichten unterhalb der Sprungschicht
auf ca. 10-15 Meter ausweichen.
Von einer Erwärmung profitieren aber vor
allem landesfremde Fischarten wie Sonnenbarsch und Graskarpfen. Zum Leidwesen der heimischen Fische machen
sich die Warmwasserfische in den Habitaten der heimischen Arten breit und verdrängen durch aggressives Verhalten und
Nahrungskonkurrenz die heimischen Bestände.
Die Laichzeiten werden sich langfristig
verschieben, nach vorne verlegen und
so ein ziemlich starkes Durcheinander in
den normalerweise geordneten Jahresablauf der Laichzeiten in unsere Gewässer
Auch Fischkrankheiten sind ein Thema,
das nicht unterschätzt werden darf. Durch
die Klimaveränderungen können unterschiedliche Krankheiten vermehrt durch
die steigenden Temperaturen auftreten.
Die starke Sonneneinstrahlung begünstigt
bei oberflächennah lebenden Fischen wie
den Jungfischen Hautschäden, Sonnenbrände können Geschwüre bilden und/
oder den Ausbruch von Seuchen durch ein
geschädigtes Immunsystem hervorrufen.
Der Nationale Gewässerbewirtschaftungs­
plan, erst in Kraft getreten, sollte auch
dazu beitragen, unseren Gewässern und
ihren Bewohnern einen Lebensraum zu sichern, der den jeweiligen Fischartengemeinschaften entspricht bzw. wenn das
noch nicht der Fall ist, laut der EU-WRRL
zumindest den guten ökologischen Zustand bzw. das gute ökologische Potenzial wiederherzustellen!
Die EU-Aquakultur-Seuchenverordnung,
ebenfalls neu in Kraft getreten, verpflichtet jede negative Veränderung an
Fischbeständen anzuzeigen und durch
vorgegebene Maßnahmen der Bezirksverwaltungsbehörde eine mögliche Ausbreitung von Fischseuchen zu bekämpfen.Studie Temperaturveränderung
Beachten Sie bitte auch die Studie
zum Thema „Temperaturveränderung“ ab S. 21 dieser Ausgabe.
Die RedaktionSalzburgs Fischerei, 3/2010	5E D I TO R I A L
Eine saubere Besatzfischpolitik ist von
großer Wichtigkeit und darf in keiner Weise
die gesetzlichen Bestimmungen des Salzburger Fischereigesetzes übertreten und
Neben einem bewussten möglichst sparsamen Umgang mit Energie und unseren
kostbaren Ressourcen, sind wir alle gefordert, ob als Angelfischer, Bewirtschafter,
Fischzüchter oder Berufsfischer unsere
Gewässer nach besten Wissen und Gewissen nachhaltig zu befischen und zu bewirtschaften, um dem Klimawandel undLandeshauptstadt gegen Jahrhundertflut gut geschützt
Am 12. August 2002 entging die Stadt
Salzburg nur knapp einer Katastrophe: Ein
Jahrhundert-Hochwasser hatte die Salzach
derart stark ansteigen lassen, dass der Fluss
kurz davor war – wie etwa bei Golling –,
großflächig über die Ufer zu treten. Der
Pegelstand im Stadtgebiet erreichte bei
2.300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in
der kritischsten Phase eine Höhe von 8,25
Metern. Das Tourismus-Schiff „Amadeus 1“
wurde Opfer der Fluten und sank. Seither
sei in Sachen Hochwasserschutz auch in
der Landeshauptstadt viel weitergegangen. „In Summe werden rund 14 Millionen
Euro in den Salzachabschnitt innerhalb der
Stadtgrenzen investiert. Das Geld kommt
zu 85 Prozent vom Bund, 15 Prozent steuert die Stadt Salzburg bei“, so der für den
Hochwasserschutz im Land Salzburg zuständige Landesrat Sepp Eisl.
Die für das Bauwesen in der Landeshauptstadt zuständige Stadträtin Mag. Claudia
Schmidt: „Vor allem in Anbetracht des
jüngsten, verheerenden Hochwassers in
Polen bin ich froh, dass die Maßnahmen
zum Schutz gegen ein 100-jährliches Hochwasser in Salzburg äußerst zügig voranschreiten. Mein Dank gilt hier vor allem der
guten Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Anrainern und den Behörden von
Stadt und Land. Das gute Miteinander ist
6	Salzburgs Fischerei, 3/2010den dadurch auftretenden negativen Auswirkungen etwas entgegen zu wirken.
Petri HeilEuer LandesfischermeisterFM Gerhard Langmaierabsolut maßgeblich für den reibungslosen Ablauf dieser Jahrhundertbaustelle.“
Gestartet wurden die Arbeiten 2004. Fertig
gestellt sind mittlerweile die rund 4,5 Kilometer langen Schutzmauern am Giselakai,
Rudolfskai und Elisabethkai.
Kurz vor Fertigstellung stehen aktuell die
Arbeiten im Bereich Josefiau. Kosten: rund
1,3 Millionen Euro. Die aus der Innenstadt
bekannten Mauern wurden hier entlang
der Grundstücksgrenzen zum Treppelweg
errichtet. Je nach Lage des Geländes sind
sie optisch mal höher, mal weniger hoch
ausgefallen. Nötig waren Mauern an den
Siedlungsabschnitten von der Hellbrunner
Brücke bis Höhe Hans-Webersdorfer-Straße und ab dem Bereich Membergerstraße
stadteinwärts. Der großflächige Aubereich
selber dient als natürliches Retentions­
Schutz auch vor Flutwelle
Die noch fehlenden Pumpwerke werden
dann gemeinsam mit den weiteren Vorhaben verwirklicht. In Planung ist derzeit
der Abschnitt von der Eisenbahnbrücke bis
zum kommenden Kraftwerk an der Sohlstufe Lehen.
Sbg. Landeskorrespondenz, 21.07.2010VERBANDSMITTEILUNGEN
Kundmachung — Gesetzliche Fischerprüfung
Kundmachung gemäß § 18 des
Fischereigesetzes 2002 idgF
Eignung (gesetzliche Fischerprüfung) erforderlich.AllgemeinesDie gesetzliche Fischerprüfung ist vor der
Prüfungskommission des LFV abzulegen. Sie
umfasst 60 Prüfungsfragen aus 4 Wissens­
(Wassertierkunde,
Gewässer­
ökologie, Sach­­gemäßer Gebrauch der Angelgeräte, Fischereirecht & einschlägige
Rechtsvorschriften). Als Prüfungsziel müssen mindestens 9 Prüfungsfragen pro
Wissens­gebiet mittels „Multiple Choice” Test
nachweisliche Entrichtung der Prüfungsgebühr in Höhe von € 22,40. Überweisung bis
spätestens 1 Woche vor dem Prüfungstermin tätigen, ansonsten Zahlung in BAR bei
der Prüfung!
Geburtsdaten beim LandesfischereiverbandSalzburger Fischerhandbuch
Fischer­handbuch” (3. Auflage) zu entnehmen, das beim LFVS erhältlich ist:
ffAbholung/Barzahlung LFV......... €	20,00
ffVorkassa (Zusendung Inland) . . €	23,50
ffVorkassa (Zusendung BRD) ..... €	28,00
ffBankverbindung
Ö: Nr. 2500441 BLZ 55.000
IBAN: AT735500000002500441,
ffZusendung per Nachnahme
(nur Inland)............................ €	29,00Termine
Schulungszentrum des LFV, Reichenhallerstraße 6, Salzburg
Mi. 24.11.2010, 18.00-21.00 Uhr;
Anmeldeschluss: Di. 16.11.2010
LFV erfolgen: Fax: +43(0)662-842684-9,
Bitte beachten Sie unbedingt den jeweiligen Anmelde- und Zahlungsschluss.Fischereischutzdienstprüfung 2010
Termine und Zulassungsbedingungen zur Fischereischutzdienstprüfung für das
Jahr 2010 wurden in der letzten Ausgabe von Salzburgs Fischerei (02/2010)
auf den Seiten 8-9 kundgemacht. Um Zulassung zu dieser Prüfung ist bis längstens
Mi. 15.09.2010, beim Landesfischereiverband Salzburg gemeinsam mit den notwendigen Unterlagen und Urkunden anzusuchen. Ansuchen, die nach diesem Termin
einlangen, können NICHT berücksichtigt werden. Die nächste Prüfung findet erst
wieder 2011 statt.
Bitte beachten Sie, dass man erst dann zur FSD-Prüfung zugelassen werden kann,
wenn man mindestens drei Mal im Besitz einer gültigen Jahresfischerkarte für Salzburg war. Nähere Infos in Heft 02/2010 oder beim LFV.	Salzburgs Fischerei, 3/2010	7VERBANDSMITTEILUNGEN
La n d e s f i s c h e r t a g 2 0 1 0
Der Landesfischertag wird abwechselnd jedes Jahr in einem anderen Bezirk abgehalten. Seit 2004 ist nun 2010 wieder der Bezirk
Salzburg-Stadt an der Reihe. Als Veranstaltungsort wurde das
Augustiner Müllnerbräu zu Mülln ausgewählt.
Wie heißt es auf der Internetseite des Bräustübls: „Das Bräustübl
ist ein Ort der Begegnung, der Tradition - ein Stück lebende Geschichte im Zentrum des Salzburger Weltkulturerbes.“
Termin	Samstag, 23. Oktober 2010
Ort	Salzburg, Augustiner Bräustübl
(Gambrinus Saal)
14.00 Uhr	Festliche Fischermesse in der Pfarr­
kirche Mülln unter Mitwirkung der
Lieferinger Liedertafel und des Singkreises Liefering
14.30 - 15.15 Uhr	Musikalischer Willkommensgruß an
die Teilnehmer durch die Lieferinger
15.15 - 17.30 Uhr	Offizieller Teil des Landesfischertages
2010 mit Fachvortrag von Wolfgang
Hauer „Auch ein großer Fisch beginnt
ganz klein“
Anschließend gemütlicher Ausklang des
Landesfischertages 2010
Für einen Fachvortrag am Landesfischertag 2010 konnte Wolfgang Hauer vom
BAW, Institut für Gewässerökologie,
Seen­kunde und Fischereibiologie (Scharfling) gewonnen werden. Wolfgang Hauer ist nicht nur in Fischereifachkreisen
bekannt für seine tollen Fotos und zahlreichen Publikationen, er schreibt auch für
zahlreiche Verlage und Fachzeitschriften.
Der Landesfischereiverband verweist immer wieder in Salzburgs Fischerei auf
seine Werke, wie sein Buch „Faszination Huchen“ oder der zuletzt erschienene
Bildband „Fische - Krebse - Muscheln in
heimischen Seen und Flüssen“.
8	Salzburgs Fischerei, 3/2010Stimmberechtigt zum Landesfischertag (LFT) sind die Delegierten (das sind
der Bezirksfischereirat mit dem Bezirksfischermeister und seinem Stellvertreter
eines jeden Bezirkes, sowie der Landesfischereirat).
Für die neue Funktionsperiode 2010-2015
sind folgende Funktionen neu zu wählen:
ff Landesfischermeister und sein Stv.
ff 5 Referenten (je ein Referent für
Rechtsangelegenheiten, für Gewässer­
ökologie, für Seenbewirtschaftung,
für Fließgewässerbewirtschaftung, für
Jugendarbeit & Vereinsbetreuung).
ff 2 Rechnungsprüfer
ff Beschwerdesenat und EhrensenatVERBANDSMITTEILUNGEN
Es liegt bereits folgender einstimmig beschlossener Wahlvorschlag des Landesfischereirates vor. Es konnten alle bisherigen Funktionäre für eine Wiederkandidatur gewonnen werden.
LandesfischermeisterFM Gerhard LangmaierLandesfischermeister-Stv.Mag. Ludwig VoglReferent für RechtangelegenheitenDr. Michael PallaufReferent für FließgewässerbewirtschaftungDI Dr. Wilhelm TischendorfReferent für SeenbewirtschaftungDir. HR Dr. Albert JagschReferent für GewässerökologieMag. Dr. Peter LaunReferent für Referent für Jugend­arbeit und
BezInsp. i.R. Helmuth Wimmer
RechnungsprüferPeter Neumaier
Felix RieflerA c h t u n g A bb uchungsauftrag 2011
Der Grundbetrag zur Fischereiumlage zur
Verlängerung der Gültigkeit der Jahres­
fischerkarte um ein weiteres Kalenderjahr
bleibt im Jahr 2011 nach wie vor unverändert. Bei Zahlung mittels Abbuchungsauftrag bzw. Lastschrifteneinzug durch
den LFV wird bei Erwachsenen ein Frühzahlerbonus in der Höhe von 40 Prozent
Für die Fischereiumlage 2011 wird
daher bei sog. „Angelfischern“ abgebucht:
ff Ab dem 18. Lebensjahr........... € 18,ff Bei Jugendlichen bis zum
18. Lebensjahr ..................... € 12,Um Ihnen unter Berücksichtigung Ihrer
Einspruchsmöglichkeit binnen 56
Tagen die Einzahlungsbestätigung
2011 bereits mit der Dezember-Ausgabe von „Salzburgs Fischerei“ übermitteln zu können, erfolgt die Abbuchung ab 23. September 2010.
Zu diesem Zeitpunkt sollte Ihr Konto gedeckt bzw. entsprechend „befüllt“ sein,	Achtung!
sowie Stornierung Ihres Abbuchungsauftrages haben unbedingt
schriftlich bis spätestens Fr. 17. September 2010 an den LFV zu erfolgen.
Wenn wir von Ihnen keine schriftliche
Mitteilung über eine etwaige neue
Bankverbindung bzw. eine gewünschte Kündigung erhalten, so sind die
dadurch entstehenden Bank- und
Buchungs­spesen von Ihnen zu tragen.
damit die Abbuchung der vorgeschriebenen Fischereiumlage ohne Spesen
Wird die Fischereiumlage für das Jahr
2011 aufgrund des von Ihnen erteilten
Abbuchungsauftrages von uns eingezogen, dann ist eine Überweisung Ihrerseits
nicht mehr erforderlich, damit es zu keinen
Doppelzahlungen der Fischereium­lage
kommt.Salzburgs Fischerei, 3/2010	9VERBANDSMITTEILUNGEN
Vo r s c h a u M e s s e „ H o h e J a gd & Fischerei 2011“
Die kommende Messe „Hohe Jagd & Fischerei 2011“ findet wieder für 4 Tage und zwar
vom Do. 24. - So. 27. Februar 2011 im Messezentrum Salzburg statt.
wird sich wieder im Fischerdorf präsentieren und in Zusammenarbeit mit den
Bezirksfischermeistern und den Bezirks­
fischereiräten ein interessantes Programm zusammenstellen. Es ist geplant,
dass sich wie bewährterweise schon 2010
an jedem Messe(halb)tag ein Bezirk mit
seinen Fischereimöglichkeiten und besonderen Aktivitäten präsentiert und dem
Messebesucher für sämtliche Anfragen
Die kulinarische Bewirtung mit einer Vielfalt an heimischen Fischköstlichkeiten
übernimmt 2011 die Schlossfischerei
Fuschl vom Fuschlsee.10 Salzburgs Fischerei, 3/2010Im Rahmen der Messe wird vom Österreichischen Fischereiverband eine kleine
Fachtagung organisiert. Diese Tagung
soll im Messegelände stattfinden. So haben Sie Gelegenheit, sich zusätzlich zu
Ihren Einkäufen und dem Treffen mit
Gleichgesinnten, auch fischereifachlich
Der Landesfischereiverband Oberbayern
wird sich auch heuer wieder auf der Messe präsentieren.
Nähere Details liefern wir Ihnen in der
Dezember-Ausgabe von „Salzburgs Fischerei“.VERBANDSMITTEILUNGEN
Ä n d e r u n g d e s F i s chereigesetzes 2002
Aufgrund des Gesetzes vom 7. Juli 2010 über die Anerkennung von fremden Berufsausbildungen und -qualifikationen (Salzburger Berufsanerkennungsgesetz – S.BAG)
wurde eine Änderung/Anpassung des Fischereigesetzes 2002 erforderlich.
Artikel XIDas Fischereigesetz 2002, LGBl Nr 81/2002,
in der Fassung des Gesetzes LGBl Nr
118/2009 wird geändert wie folgt:
1.	Im § 17 wird nach Abs 2 eingefügt:
„(2a) Der Nachweis der fischereifachlichen
Eignung gilt weiters als erbracht, wenn im
Ausland erworbene Berufsausbildungen und
-qualifikationen des Bewerbers gemäß § 29
Abs 3a anerkannt worden sind und der Bewerber die allfällig in der Anerkennung festgelegten Ausgleichsmaßnahmen erfüllt hat.“
2.	Im § 29 werden folgende Änderungen
2.1. Im Abs 3 lauten in der Z 1 der zweite
und dritte Satz: „Sie hat die Bestellung über
Antrag des Bewirtschafters für den Bereich
seines Fischwassers vorzunehmen, wenn die
betreffende Person die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, insbesondere die Prüfung
für den Fischereischutzdienst abgelegt hat,
eine gültige Jahresfischerkarte besitzt und
– außer im Fall des Bewirtschafters selbst
– Gewähr dafür bietet, dass sie den Fischereischutzdienst ausreichend und regelmäßig
versehen wird. Die Prüfung wird durch eine
der Prüfung für den Fischereischutzdienst
gleichwertige Prüfung in einem anderen
Bundesland teilweise ersetzt;“
2.2. Nach Abs 3 wird eingefügt:
„(3a) Auf die Anerkennung von im Ausland
erworbenen Berufsausbildungen und -qualifikationen, die von österreichischen Staatsbürgern erfolgreich absolviert worden sind,
findet das Salzburger Berufsanerkennungsgesetz (S.BAG) Anwendung, wenn die Tätigkeit als Fischereischutzorgan beruflich
ausgeübt werden soll. Die Anforderungen
gemäß den §§ 32 und 33 entsprechen dem
Qualifikationsniveau gemäß § 3 Abs 1 Z 1
lit b bis d S.BAG (Befähigungsnachweise).
Für die Anerkennung ist die Landesregierung
(3b) Die Ausübung der Tätigkeit als Fischereischutzorgan im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit ist ausgeschlossen.“
3.	§ 56 Abs 1 lautet:
„(1) Mit diesem Gesetz werden folgende
Richtlinien umgesetzt:
1.	die Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom
21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen, ABl L 206 vom
22. Juli 1992, zuletzt geändert durch die
Richtlinie 2006/105/EG des Rates vom
20. November 2006 zur Anpassung der
Richtlinien 73/239/EWG, 74/557/EWG
und 2002/83/EG im Bereich der Umwelt
anlässlich des Beitritts Bulgariens und
Rumäniens, ABl L 80 vom 21. März 2007;
2.	die Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom
23. Oktober 2000 zur Schaffung eines
Ordnungsrahmens für Maßnahmen der
Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik, ABl L 327 vom 22. Dezember 2000;
3.	die Richtlinie 2001/18/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom
12. März 2001 über die absichtliche Freisetzung genetisch veränderter Organismen in die Umwelt und zur Aufhebung
der Richtlinie 90/220/EWG des Rates
– Erklärung der Kommission, ABl L 106
vom 17. April 2001;
4.	Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung
von Berufsqualifikationen, ABl L 255
vom 30. September 2005, in der Fassung der Richtlinie 2006/100/EG, der
Verordnungen der Kommission (EG) Nr
1430/2007, (EG) Nr 755/2008 und (EG)
Nr 279/2009, der Verordnung (EG) Nr
1137/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie der Berichtigungen ABl L 271 vom 16. Oktober 2007,
L 93 vom 4. April 2008, und L 33 vom 3.
Februar 2009.“
4.	Im § 57 wird angefügt:
(3) Die §§ 17 Abs 2a, 29 Abs 3, 3a und 3b
und 56 Abs 1 in der Fassung des Gesetzes
LGBl Nr 51/2010 treten mit 1. August 2010
Salzburgs Fischerei, 3/2010	11VERBANDSMITTEILUNGEN
Ta g d e r N a t u r : A k t i v i t ä t e n des LFV
Im Rahmen des 9. Salzburger-Bayrischen Grenzlandjugendfischens der Peter-PfenningerSchenkung am So. 27. Juni 2010 hat sich der Landesfischereiverband Salzburg auch heuer wieder zum österreichweiten Tag der Natur 2010 mit seiner mittlerweile schon traditionellen wissenschaftlichen Station am Karlsbader Weiher in Salzburg/Liefering beteiligt.
Bei herrlichem Wetter trafen sich 54 Kinder
und Jugendliche, um ihr fischereiliches Können unter Beweis zu stellen und so konnten
im Laufe des Vormittags unter Aufsicht von
erfahrenen ‚Pfenninger-Fischern’, zahlreiche
Forellen, aber auch ein großer Barsch, gelandet werden.
Bei der wissenschaftlichen Station des Landesfischereiverbandes konnten die Jungfischer zahlreiche Wasserkleinlebewesen
(Flussnapfmuschel, Bachflohkrebs, Larven
von Eintagsfliege, Köcherfliege, Steinfliege
u.v.m.) oder Plankton aus dem Karlsbader
Weiher unter dem Mikroskop und Binokular
bestaunen. Deren Wichtigkeit als Nahrung
für die Fische und für das gesamte Ökosystem Fluss/See wurde den jungen Forschern
von den Mitarbeiterinnen des LFVS, Mag.
Daniela Latzer, Mag. Susanne Grill und Birgit
Schmid, erklärt. Die Kreativität kam in der
Bastel- und Malecke natürlich auch nicht zu
kurz und beim Magnetfischangeln konnte
schließlich noch die Geschicklichkeit getestet werden. Zu Lösen gab es ein FischartenMemory und ein Quiz über das Erkennen verschiedener Fischarten, für dessen Teilnehmer im Anschluss zwei schöne Buch-Preise
verlost wurden.Der Landesfischereiverband bedankt sich
bei der Peter-Pfenninger-Schenkung für
(Zelt, Tische, Strom, Getränke, usw.)Künstlerisches Schaffen in der Mal- und Bastel­
ecke, Fotos (4): PPS, Gumpl
12 Salzburgs Fischerei, 3/2010Großes Interesse beim
von Kleinlebewesen
MikroskopBeim Fisch­
arten-QuizVollste Konzentration
beim FischenGar nicht so einfach das Magnet-Fisch-Angeln:
und dann muss man auch noch wissen, welchen
Fisch man an der Angel hat! Foto: LFV, LatzerVERBANDSMITTEILUNGEN
E i n Tag im Wengermoor!
Alle Jahre wieder, zum österreichweiten
Tag der Natur, veranstalteten die Bergund Naturwacht, die Imker, die Jägerschaft sowie die Fischerinnung Wallersee
für Schüler eine Exkursion durch das Wengermoor. Peter Kronberger, Johann Högler
sowie Kurt Öttl betreuten einen Informationsstand, welcher seiner Aufgabe gerecht
wurde, den Schülern das Vorkommen der
im Wallersee befindlichen Wassertiere
und Fische näher zu bringen. Die zahlreich
erschienenen Schüler zeigten reges Interesse. So manches Kind ließ sich vom Angelfieber anstecken, war mit ebensolcherBegeisterung bei der Sache und konnte
noch das Eine oder Andere dazulernen.
(Fischereirat Salzburg-Umgebung)Fo r t bildungsveranstaltung
Vom Österreichischen Fischereiverband
wurde vom 09. – 10. Juni 2010 die Fortbildungsveranstaltung für Fischereisachverständige, Fischökologen und Amts­
tierärzte sowie Amtssachverständige für
Gewässerökologie unter Mitwirkung des
Amtes der Tiroler Landesregierung in
Inns­bruck abgehalten. Die Fachvorträge
umfassten Informationen zur Umsetzung
des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplanes (NGP) in den Bundesländern, zur fischereilichen Bewirtschaftung
von Gebirgsgewässern bis hin zu einer
Vorstellung des LIFE-Projektes Wildflusslandschaft Tiroler Lech.
Die Exkursion, geleitet von Dr. Christian
Moritz von der ARGE Limnologie, führte
u.a. an den Lech. Bei diesem Projekt konnte der Lech großflächig aufgeweitet werden. Die Erfolgskontrollen zeigten eine deutliche Zunahme von
Elritze, Schmerle und Bachforelle (v.a.
der 0+ Altersklasse). Beachtenswert ist
die Dynamik, mit der sich der Fluss wieder
Strukturen schafft. Interessant war auch
die teilweise Öffnung/Auflösung einer Geschiebesperre am Hornbach: auch hier ist
eine erstaunliche Entwicklungs­dynamik
zu beobachten. Weiters wurde die Fischscheuchanlage beim Pumpspeicher­kraft­
werk Heiterwang des E-Werk Reutte besichtigt.Die Bilder zeigen (oben) den
Lech im Bereich der Johannesbrücke (flussabwärts) und
unten den Hornbach nach der
teilweisen Entfernung der GeschiebesperreSalzburgs Fischerei, 3/2010	13VERBANDSMITTEILUNGEN
Aa l r u t t e (Lota lota) i s t F i s ch des Jahres 2011
von DI Manuel Hinterhofer (Österr. Fischereiverband)
Der Österreichische Fischereiverband und seine Landesfischereiverbände haben gewählt! Ein Gedanke, der uns Fischerinnen und Fischer
jedes Jahr aufs Neue beschäftigt, ist die Wahl zum „Fisch des Jahres“.
Wie läuft dieser Prozess ab und welche Kriterien entscheiden schluss­
endlich welche Art diese „Auszeichnung“ entgegennehmen darf?Die Aalrutte, der einzige heimische Vertreter aus
der Familie der dorschartigen Fische (Gadidae),
Foto H. HarraRückblick
In Deutschland wurde erstmals 1984 von
der „Petry Stiftung“ der Fisch des Jahres nominiert (die Bachschmerle); seit 1991 sieht
sich der aus 23 Landesverbänden bestehende (Dach)Verband Deutscher Sportfischer
e.V., kurz VDSF, dafür zuständig. Dass der
Dachverband der Österreichischen Angelvereine, besser bekannt als das Österreichische Kuratorium für Fischerei (ÖKF),
2002 erstmals für Österreich einen Fisch
des Jahres (die Äsche) nominierte, war ein
wichtiger Schritt in die aus unserer Sicht
richtige Richtung. Die Erkenntnis, dass die
Nominierungen unserer deutschen Kollegen nicht immer in unserem Sinn sein können, verdeutlichen die Wahlen des Jahres
2004; der anadrome Maifisch (Alosa alosa)
war unter anderem in Rhein, Ems, Weser,
Elbe und deren Nebenflüssen von großer
Bedeutung und hat in Deutschland durchaus seine Berechtigung, in Österreich jedoch nicht.
Dass der Aal (2009) aus Solidaritätsgründen(?!) vom Dachverband der Österreichischen Angelvereine ebenfalls zum Fisch
des Jahres gekürt wurde, gab jedenfalls
allen Grund zur Diskussion! Seit 2006 ist
nämlich die Nominierung eine gemeinsame
Aktion des VDSF und des ÖKF. Unsere
14 Salzburgs Fischerei, 3/2010Schweizer KollegInnen schlossen sich 2009
ebenfalls der Wahl an, entschieden sich 2010
jedoch gegen die Karausche und kürten den
Strömer zum Schweizer Fisch des Jahres.
Grundsätzlich ist gegen eine Abstimmung
mit unseren Nachbarländern nichts einzuwenden. Ausschlaggebendes Kriterium für
die Wahl einer bestimmten Art waren und
sind unter anderem der Gefährdungsgrad
der jeweiligen Art und/oder seines Lebensraumes. Sollte jedoch eine Nominierung
nicht – so wie wir es bei der Umsetzung der
Wasserrahmenrichtlinie handhaben – mitunter (fluss)gebietsbezogen sein?
Im Vorfeld wurden bei KollegInnen aus den
Bereichen Fischerei, Ökologie und Biologie
Vorschläge für den „Fisch des Jahres 2011“
eingeholt. Zur Auswahl standen ausschließlich die in Österreich als heimisch (oder eingebürgert) gelisteten Arten. In die engere
Auswahl kamen 12 Fische, davon 7 Karpfen- (Cyprinidae) und 3 Schmerlenartige
(Cobitidae), sowie 1 Barsch- (Percidae) und
1 Dorschartiger (Gadidae).
Auch wenn die zwei heimischen Neun­
augen (Petromyzontidae) den Rundmäulern (Cyclostomata) und nicht den Fischen
(Pisces) zugeordnet werden, entschied
man sich die gefährdeten Bachneun­augen
Von diesen insgesamt 12 Fischarten und
2 Rundmäulern wurden in einem zweiten
Schritt FFH- und Rote Liste-Arten (Status
„gefährdet“) hervorgehoben. Mitentscheidend für den endgültigen Wahlvorschlag
waren aber auch der Wissensstand über
die jeweiligen Arten; gibt es zum Beispiel
einen Forschungsbedarf zu den Wechsel­VERBANDSMITTEILUNGEN
wirkungen des Einzelorganismus und seiner Umwelt (Aut­ökologie)? Schließlich
wurden 5 Fischarten und die zwei oben
genannten Rundmäuler nominiert und zur
Abstimmung gebracht; das sind (in alphabetischer Ordnung):
ff Aalrutte (Lota lota)
ff Elritze (Phoxinus phoxinus)
ff Frauennerfling (Rutilus pigus virgo)
ff Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis)
ff Steinbeißer (Cobitis elongatoides)
ff und die Neunaugen (gemeinsam):
ukrainisches Bachneunauge (Eudontomyzon mariae) und Bachneunauge
(Lampetra planeri)Wahl-Ergebnis
Die Landesfischereiverbände und das
Bundesamt für Wasser (BAW) gaben im
Anschluss ihre Wahl bekannt und nannten zusätzlich einen zweit- und drittplatzierten. Für den ersten Platz wurden 3
Punkte, für den zweiten 2 und für den
dritten 1 Punkt vergeben. Kärnten, Ober­
österreich und Tirol stimmten für die in
jeder Hinsicht sehr interessante Aalrutte (Rote Liste-Art); für Niederösterreich,Salzburg, Vorarlberg und Wien war die
Aalrutte zweite Wahl. Das Bundesamt für
Wasser (BAW, Albert Jagsch) und Wien
hatten dem Frauennerfling ihre Vorzugsstimme gegeben, während die Steiermark
und Salzburg die Elritze nominiert hatten.
Vorarlberg gab seine Vorzugsstimme den
Rundmäulern.
Mit der Nominierung „Fisch des Jahres“
setzen wir einen fischereilichen Schwerpunkt, wollen aber vor allem die breite
Öffentlichkeit für unsere zum Teil stark
gefährdeten Arten sowie deren Lebensräume sensibilisieren. Die Aalrutte (Rote
Liste-Art) ist mit Sicherheit – nicht nur für
Österreichs FischerInnen – eine sehr attraktive Art; sie könnte uns dazu verhelfen
auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen. Unterstützung bekommt sie von der
Elritze und dem Frauennerfling (sie belegen die Plätze 2 und 3), die nicht zu kurz
kommen und ebenso thematisiert werden
sollen wie der Fisch des Jahres 2011!
Infos zur Aalrutte in den nächsten AusgabenHaus des Wassers
Leben unter Wasser im Hochgebirge: Spatenstich für neue Attraktion im Nationalpark
Hohe Tauern: Nationalparkpavillon „Leben unter Wasser“ in Fusch an der Glockner­
straße im Wildpark Ferleitenv.r.n.l.: LR Doraja Eberle, Bgm Leo Madreiter,
Fischereivereinsobmann Hubert Edlinger, Wildpark Eigentümer Georg Mayr-Reisch und NP-Dir.
Wolfgang Urban bei der symbolischen Befüllung
des ersten Aquariums als Startschuss für den NP
Pavillon „Leben unter Wasser“	Nationalparkreferentin Landesrätin Doraja
Eberle präsentierte am 15. Juni den Nationalparkpavillon „Leben unter Wasser“ in
Fusch an der Glocknerstraße. „Im Wildpark
Ferleiten widmet sich die Nationalparkverwaltung dem faszinierenden Leben in den
Fließ- und Stillgewässern des Hochgebirges“, betonte LR Eberle beim Spatenstich.
„Nicht nur Meeresnationalparke haben eine beeindruckende Unterwasserwelt zu
bieten, auch ein Hochgebirgsnationalpark.
Lebende Fische werden in gläsernen Bergbächen und -seen ungestört zu bestaunen
sein. Erleben werden die Besucher viele
Phänomene der Unterwasserwelt, der Bio­
logie und der Lebensweise der Tiere an
Salzburgs Fischerei, 3/2010	15VERBANDSMITTEILUNGEN
interaktiven Stationen, einen Einblick in die
Mikrowelt der Bachsohle und vieles mehr“,
informiert Nationalpark-Direktor DI Wolfgang Urban.
Durch ein Infrastrukturkonzept mit einem
Themenschwerpunkt für jede Nationalparkgemeinde entsteht ein Informationsnetzwerk im Nationalpark, das die Menschen
in modernster Art und Weise und pädagogisch bestens aufbereitet die Schätze des
Nationalparks, die Naturschönheiten und
die Notwendigkeit des Nationalparks zeigt.Der Nationalparkpavillon „Leben unter Wasser“ soll im Sommer 2011 eröffnet werden. Die Finanzierung der Kosten
(660.000 Euro) teilen sich der Salzburger
Nationalparkfonds, das Bundesministerium
für Land- & Forstwirtschaft, Umwelt & Wasserwirtschaft, die EU und das Programm
zur Entwicklung des Ländlichen Raumes.
Die Baufläche wird vom Wildpark Ferleiten
zur Verfügung gestellt. Der Betrieb wird in
einer Kooperation von Nationalparkverwaltung und Wildpark Ferleiten geführt.An g e l pa ra di e s Wo l f g a n g s e e
5. Seesaiblingfischen um den Wolfgangseesaibling
Vom 24. April bis 25. April 2010 fand im
Angelparadies Wolfgangsee das 5. Seesaiblingfischen um den Wolfgangseesaibling statt. Bei nicht sehr idealem Angelwetter konnten 128 Seesaiblinge in die
Wertung genommen werden, wobei PeterHödlmoser jun. aus St. Wolfgang die Gesamtwertung für sich entschied. Tages­
sieger am Samstag wurde Peter Appesbacher aus St. Wolfgang. Sehr erfreulich
war auch die Beteiligung der Jugend.
Endergebnis Erwachsene
1.	Peter Hödlmoser jun.
2.	Peter Appesbacher
3.	Andreas Gattinger
1.	Mathias Ellmauer, St. Wolfgang
2.	Martin Pöllmann, St. Wolfgang
3.	Michael Voglhuber, Bad IschlSeesaiblingfischen: v.l.: Hauptsponsor S. Pavlovic
v. ASP-Angelsport, A. Gattinger (3 Pl.), P. Appesbacher (2. Pl.), P. Hödlmoser jun. (1. Platz) und
Bewirtschafter Helmuth WimmerDie 3 Jugendlichen mit dem Bewirtschafter des
Angelparadieses Wolfgangsee: v.l.: Michael Vogl­
huber, Mathias Ellmauer, Martin Pöllmann und
Bewirtschafter Helmuth Wimmer
16 Salzburgs Fischerei, 3/2010Bei der anschließenden Preisverteilung
gab es nur zufriedene Gesichter, war
doch die Preistafel mit Spitzenpreisen im
Gesamtwert von über € 2.500,- gut bestückt. Den Tombola-Hauptpreis, ein Aloe
Schlafgut im Wert von € 400.- (Spende
von Hugo Druschuwitz aus St. Gilgen) gewann Robert Nimmervoll aus Linz.
Hauptsponsor Stefan Pavlovic (Firma ASP
Angelsport in Salzburg), Fisherman’s Partner aus Salzburg, Firma Stiegl Getränke &
Service GesmbH, Andreas Hödlmoser (Fa.
Salzkammergut Back- und Fleischwaren
GmbH aus Bad Ischl) sowie Claudia Unterberger (Pension Katrin in St. Wolfgang)
für die großzügigen Spenden. Einen besonderen Dank Christine Weber, der Wirtin des Seegasthof Gamsjaga, die bestens
für das leibliche Wohl der Gäste sorgte.VERBANDSMITTEILUNGEN
Tag der Salzburger Fischerjugend
am Wolfgangsee: hinaus mit dem
Fischerboot!
Mit der Veranstaltung “Fischen auf Seesaibling und Renke“ wurde die Salzburger Fischerjugend am 08. Mai 2010 zu
einer Ausfahrt auf den Wolfgangsee eingeladen. Dieser Schnuppertag fand nicht
nur bei der 9- bis 16-jährigen Jugend einen großen Anklang, auch deren Eltern
zeigten große Begeisterung. Den Ehrenschutz zu diesem Projekt übernahm LR
Sepp Eisl.28 Mädchen und Burschen aus SalzburgStadt, Wals-Siezenheim, Bad Ischl, St.
Gilgen, Bad Dürnberg/Hallein, Kuchl,
Bruck an der Großglocknerstraße, Zell am
See und Mondsee nutzten die Gelegenheit
zu einem kostenlosen Fischertag am Wolfgangsee zum „Kennenlernen oder einfach
zum Schnuppern“, wie denn das mit der
Fischerei vom Boot aus so ist.
Ausgestattet mit Schwimmwesten und
Leihgeräten wurde die interessierte Fischerjugend von erfahrenen und engagierten Wolfgangseefischern mit 20 BootenEinladung zum 5. Renkenfischen um die WolfgangseeRenke, 11.-12.09.2010
Fr. 10.09.: Freier Bewerb, ohne Wertung
Sa. 11.09.: 06.30 - 18.00 Uhr und
So. 12.09.: 06.00 - 12.00 Uhr
Siegerehrung: 14.30 Uhr mit Spitzen­
€ 8.000,- (eigene Jugendwertung)
ff ASP Angelsport Pavlovic,
Tel.: +43(0)662-450445,
ff H. Wimmer, Tel. +43(0)664-2060051
E-Mail: wolfgangsee@gmx.at
Anmeldung Seegasthof Gamsjaga
ff Fr. 10.09.10, 17.00-19.00 Uhr,
ff Sa. 11.09.10, ab 05.30 Uhr
Voranmeldung und Bootsreservierung:
Näheres unter www.fischereiverband.at
(Termine)Die Fischerjugend samt ihren Betreuern, den
Mitarbeitern und -helfern, sowie LR Sepp Eisl,
der den Ehrenschutz für den Tag der Salzburger
Fischerjugend übernommen hatte.
Salzburger Renkenbewerb
(Wertung nach 2 Bewerben)
1.	Markus Dargel (Döbriach): 3 Punkte
2.	Christian Berner (Wagrain): 11 P.
3.	Wolfgang Schattauer (Zell/See): 11 P.
4.	Heinrich Stöcklinger (Zell/See): 14 P.
5.	Werner Öllinger (St. Gilgen): 17 P.
Salzburgs Fischerei, 3/2010	17VERBANDSMITTEILUNGEN
um 07.00 Uhr vom Ortsteil Farchen/Abersee, auf den Wolfgangsee gefahren, um
unter fachkundlicher Anleitung die Grundelemente für den Seesaibling- und Renkenfang mit dem Nymphen­system oder
mit Heberute und Schwimmer zu erlernen. Auch Erklärungen über die Lebensweise der Seesaiblinge und Renken und
in welcher Tiefe diese beißen, war für
die Jugend eine begehrte Information.
Die Betreuer freuten sich über das große
Interesse der Fischerjugend: so wurden
auch jede Menge wertvolle Profitipps und
Tricks vermittelt und viel Fachwissen und
Erfahrung weitergegeben, was sich auch
auf den Ausfang von 70 Stück gelandeten
Fischen niederschlug.
Kein Wunder, dass bei der Stärkung mit
Grillwurst und Limo, dankenswerter­weise
vom Jodlerwirt, Hugo Rubenbauer kostenlos zur Verfügung gestellt, im Garten des Gasthofes Jodlerwirt in St. Gilgen
noch so mancher Petri-Jünger vom ersten selbst gefangenen Fisch schwärmte
und für entsprechendes Fachsimpeln über
Geräte, gute Fangplätze und bevorzugte
Nymphen sorgte. Der größte gelandete
Fisch, ein Seesaibling, gefangen von Sebastian Dümler aus Zell am See, wurde
mit einem Gutschein für eine Tageslizenz
im Angelparadies Wolfgangsee und einem
Pokal prämiert.
Der Salzburger Landesfischereiverband
beteiligte sich unter Leitung von Mag.
Daniela Latzer, Mag. Susanne Grill und
Birgit Schmid mit einer wissenschaftlichenFliegenbindestation mit Franz Xaver Ortner
18 Salzburgs Fischerei, 3/2010Fischmagenanalyse: die Seesaiblinge aus dem
Wolfgangsee hatten vorwiegend Puppen der
Zuckmücken (Chironomiden) im Bauch.Lebendes Plankton aus dem Mondsee konnte
unter dem Mikroskop beobachtet werden.Auch Landesrat Sepp Eisl wagt einen Blick durchs
Binokular.Geschick und Können sind gefragt bei der Casting
-StationVERBANDSMITTEILUNGEN
Forschungsstation, bei der neben reichlichen Anschauungsmaterial auch mikroskopiert werden konnte (u.a. lebendes Plankton, diverse aquatische
Insekten(larven) und Kleintiere, Mageninhalt eines gefangenen Seesaiblings).
Die Jugend konnte sich hier über viele interessante Fragen rund um die Fischerei
Auch die weiteren Programmpunkte und
Aktivitäten, wie Nymphenbindestation,
unter Leitung von Franz Xaver Ortner,
oder Castingbewerb/Zielwerfen unter Lei-SeminarEin herzliches Dankeschön an Peter Hödlmoser (Obmann vom Sportfischerclub St. Wolfgang), Joe Haslinger, Stefan Pavlovic sowie
Franz Blaichinger für die Bereitstellung der
Boote samt Fischerguide. Ein besonders
herzlicher Dank für die tatkräftige Mithilfe
gilt Franz Xaver Ortner, Wilhelm Haarlander,
David Steiner, sowie der Jodlerwirtin Patricia
für die großartige Unterstützung.„Meister der Anpassung: Fische in Gebirgsbä c h e n “Die Nationalparkakademie Hohe Tauern
hat am 18.06.2010 ein Seminar mit dem
Thema „Meister der Anpassung - Fische
in Gebirgsbächen“ in Hopfgarten (Osttirol) veranstaltet (siehe Ankündigung
in unserer letzten Ausgabe, S. 25). An
dem Seminar haben insgesamt 42 Interessierte teilgenommen. Hubert Lackner
von der Univ. Innsbruck berichtete über
ein Bachforellen-Bewirtschaftungsprojekt
in Gewässern des NP Hohe Tauern, das
wissenschaftlich begleitet wurde. Dr. Kathrin Winkler von der Univ. Graz brachte
den Teilnehmern die Genetik der Renken
näher (Ersatz für den verhinderten Steven Weiss, der über die Bewirtschaftung
von Äschen berichtet hätte). Günter Unfer
(Univ. für Bodenkultur, Wien) schilderte
mit zahlreichen anschaulichen Bildern
und Beispielen die Sinnhaftigkeit und
Fliegenfischerkurse für
Der Bezirksfischermeister vom Lungau
organisiert jährlich 2 Fliegenfischerkurse für Anfänger. Der nächste Kurs
findet am ersten Oktoberwochenende
2010, samstags von 14.00 bis 18.00 Uhr
und sonntags von 10.00 bis 14.00 Uhr
statt. Danach ist noch freies Fischen am
Prebersee möglich.
tung von David Steiner und Wilhelm Haarlander sowie Fischarten-Quiz weckte bei
den Jugendlichen großes Interesse.Notwendigkeit eines Besatzes in natürlichen, unbeeinflussten Gewässern. Aufgrund dieses sehr praxisnahen Vortrages
konnten viele theoretische Kenntnisse bestätigt oder eben auch widerlegt werden.
Bei der nachmittäglichen Exkursion wurden von der Abt. Wasserwirtschaft, Baubezirksamt Lienz aktuelle schutzwasserbauliche Projekte an der Schwarzache
Nähere Unterlagen werden den Interessenten zugesendet.Anmeldungen zu den Fliegenfischerkursen unter Tel. 06472-7555, Fax DW
24 oder 0664-280 2006 oder per E-Mail
unter office@derigotb.at
Ing. Anton DerigoSalzburgs Fischerei, 3/2010	19PERSONAL-NACHRICHTEN
De r L a n d e s f i s c h e r e i v e r b a nd gratuliert!
ffLFM-Stv.: Mag. Ludwig Vogl	BFM-Stv. Pinzgau: FM Stefan Magg	Referent für Fließgewässer: DI Dr. Wilhelm Tischendorf	Referent für Jugend und Vereine: Bez.Insp.i.R. Helmuth Wimmer	BFM-Stv. Sbg-Stadt: Horst-Franz Gratz	05.10.1963
05.12.1944Leider haben wir in der letzten Ausgabe ein „August-Geburtstagskind“ übersehen!
Wir wünschen nachträglich alles Gute und entschuldigen uns für unser Versehen:ff BFM-Stv. Sbg-Umgebung: DI Harald SchwarzNachhaltige Wasserkraft: Illusion?
Wasserkraft der Zukunft: effizientere
Nutzung und renaturierte Flüsse?
Frankreich will bis 2020 dreiundzwanzig
Prozent seines Energiebedarfs über Wasserkraft decken. Heute sind es zwölf Prozent. Wie eine nachhaltige Nutzung der
Ressource Wasserkraft möglich ist, darüber diskutierten seit 2008 Vertreter­Innen
aus Politik, Energie, Fischerei und Umweltschutz. Ergebnis dieses Runden Tisches
ist eine „Konvention über die nachhaltige
Entwicklung der Wasserkraft im Zusammenhang mit der Renaturierung von Gewässern“.
Der Absichtserklärung zufolge sollen unter anderem veraltete Wasserkraftwerke
bis 2014 auf die geltenden Normen saniert
werden. Das bedeutet auch, dass in den
Flüssen noch so viel Wasser fließen muss,
damit Lebewesen zirkulieren und sich reproduzieren können. Andere Kraftwerke
wiederum sollen gar abgerissen werden.
Kurz: Die VertragspartnerInnen wollen die
negativen Effekte der Stromerzeugung auf
die Umwelt kompensieren. Zum Beispiel
über ein Forschungsprogramm zum „Europäischen Aal“, der auf seiner Wanderung in
den Atlantik, wo er sich fortpflanzt, oft den
Kraftwerksturbinen zum Opfer fällt.
Das Übereinkommen hat für den WWF
Frankreich vor allem symbolischen Wert.
20 Salzburgs Fischerei, 3/2010Erstmals sei es gelungen, alle
Akteur­Innen an einem Tisch zu versammeln und über das kontroverse
Thema Wasserkraft zu diskutieren. Der
WWF Frankreich begrüßt, dass Umweltschutzorganisationen schon zu Beginn
eines Projekts eingebunden wurden. Dies
ermögliche Konsens und soll zukünftig zu
umweltverträglicher Wasserkraftnutzung
France Nature Environnement (FNE) hat
zwar am Runden Tisch teilgenommen, die
Konvention aber nicht unterzeichnet. FNE
steht dem Ziel des Dokuments, nämlich
die Wasserkraft massiv zu erhöhen, um im
Energiesektor CO2-Emissionen zu senken,
kritisch gegenüber. „Es sind nicht 500 oder
1.000 zusätzliche Kleinwasserkraftwerke,
die die CO2-Bilanz des Landes verbessern
werden“, erklärt FNE in ihrer Stellungnahme. Tatsächlich stammt der Großteil der
Treibhausgase aus der Verbrennung fossiler
Kohlenstoffressourcen, deren Konsumation
eher zu als abnehmen wird. Außerdem gebe es in Frankreich bereits genügend Wasserkraftwerke, so die FNE. Das Limit sei
http://www.cipra.org/de/alpmedia/
news/4045 (07.07.2010)
www.journaldelenvironnement.
net/article (fr), www.fne.asso.fr/fr (fr),
www.wwf.fr/s-informer/actualites (fr)REPORT
S t u d i e z u r Te mperaturveränderung
von Heimo Prinz
Eine Studie zur Temperaturveränderung in oberösterreichischen Gewässern und deren
Auswirkung auf die Fische wurde vom Bundesamt für Wasserwirtschaft in Scharfling
und der Universität Salzburg im Auftrag der OÖ. Landesregierung durchgeführt.
76 Wassertemperaturmessstellen
Experten analysierten 76 Wasser­tem­per­
aturmessstellen an OÖ. Gewässern. 55 %
der Gewässer wiesen zwischen 1984 und
2004 einen eindeutigen Trend einer Temperaturzunahme auf. Dies hat weit reichende Einflüsse auch auf die Fische, die
als Wasserlebewesen ganz besonders
sind. Setzt sich der Trend fort, kommt es
zur Verschiebung der Fischregionen bis
hin zum Verschwinden einzelner kältebevorzugende Arten.
Im Rahmen dieser Studie konnte für die
Mehrzahl der oberösterreichischen Fließgewässer eine signifikante Temperaturzunahme belegt werden. Die seit 1984
festgestellte Erhöhung wird von den Experten als außergewöhnlich stark gegenüber den Jahrzehnten zuvor eingestuft.
Eine weitere ungebremste Entwicklung
bis 2020 würde zu einer Veränderung
der Fischarten im Längsverlauf der Gewässer führen. Die Fischregionen würden
sich verschieben, eine Veränderung der
Laichzeit und des Fortpflanzungserfolges
bestimmter Fischarten ist zu befürchten,
der streckenweise Ausfall von kältebevorzugende Arten ist zu erwarten. Inwieweit
sich nicht-heimische Arten stärker ausbreiten bleibt offen, es gilt aber als wahrscheinlich, dass einzelne nicht-heimische
Arten gut mit den neuen Temperaturen
Fische sind von den steigenden
Temperaturen besonders betroffen
Die Wassertemperatur ist einer der wichtigsten Faktoren für den aquatischen
Lebensraum und dessen Bewohner.
Mit der Wassertemperatur wird neben
chemischen und physikalischen Eigenschaften des Wassers auch der Ablauf
der Lebensvorgänge von Fischen entscheidend mit beeinflusst. Dementsprechend reagieren Fische als wechselwarme
(poikilotherme) Organismen besonders
sensibel auf Veränderungen der Wassertemperatur.
Dies zeigt sich unter anderem beim Laichverhalten, das bei ganz bestimmten Temperaturen stattfindet, bei Wachstum,
Stoffwechsel, bis hin zur Entwicklungsdauer und zum Schlüpferfolg der Eier. Außerhalb eines optimalen Temperaturbereiches,
welcher für verschiedene Fischarten charakteristisch ist, folgen Bereiche, in denen
die Fische physiologischem Stress ausgesetzt sind. Auswirkungen dieses Stresses
reichen von Verhaltensänderungen bis hin
zum Tod bei nicht tolerierbaren Temperaturänderungen.
Weltweit kann eine Veränderung von
Temperaturen festgestellt werden, laut
Untersuchungen für Österreich ist mit
einem Temperaturanstieg von bis zu 4 °C
im Jahresmittel bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu rechnen (Nachtnebel 2008).
Untersuchungen für die Schweiz ergaben
einen Wassertemperaturanstieg zwischen
0,4 und 1,6 °C innerhalb der letzten 25
Jahre als Folge des Klimawandels und eine
Verschiebung der Lebensräume von Bachforellen in 100-200 m höhere Regionen
(Fischnetz 2004).
Kenngrößen für thermischen Stress
Im Rahmen der Untersuchung wurden
physiologische Kenngrößen definiert, die
sich dazu eignen, die Reaktion der Fische
auf die Temperaturveränderungen zu
Salzburgs Fischerei, 3/2010	21REPORT
erkennen und zu charakterisieren. Es sind
dies der Glykogengehalt der Leber, die Lysozymaktivität in der Haut und der Konditionsfaktor.
Trendanalysen der Wassertemperaturen
Eine Trendanalyse von 76 Wasser­tem­
peraturmessstellen in Oberösterreich ergab, dass bei 55 % der Gewässer (42
Messstellen) ein signifikanter Trend mit
starker Wassertemperaturzunahme von
1984 bis 2004 vorherrscht, z. B. jährliche
Anstiege von bis zu 0,12 °C des Jahresmittelwertes pro Jahr zu erwarten sind.
Die Schätzung der Wassertemperaturerhöhung von 1994 bis ins Jahr 2020 ergibt
somit folgende Werte für die Bioregionen
ff Alpenvorland und Flysch....... 0,9 °C
ff Kalkvoralpen....................... 0,8 °C
ff Granit- und Gneisgebiet........ 1,3 °CDasselbe Bild ergibt sich auch für die Veränderung der Fischregionen gemäß Abgrenzung in Flusskilometern.
Prognostizierte Auswirkungen auf
die Fische und mögliche Gegenmaßnahmen
Die seit 1984 in vielen Gewässern statt
findende Temperaturerhöhung kann als
außerordentlich stark gegenüber den
Jahrzehnten zuvor eingestuft werden.
Die weitere Entwicklung der Zunahme bis
2020 lässt eine Veränderung der Fischartengemeinschaft im Längslauf der Fließgewässer erwarten. Dementsprechend
dürfte es zu massiven Veränderung auch
in der Populationsausprägung kommen.
Anfänglich werden Fischarten noch versuchen flussauf zu wandern, um in kühlere
Bereiche zu gelangen.Abbildung 2: Verschiebung des Zusammenhanges Temperatur und Seehöhe (Beispiel Granit
und Gneis) 1984 und 2020Abbildung 1: Wassertemperaturen der Krems bei
Kremsmünster, Jahressummengrade; grüner Bereich: gemeinsames Vorliegen von Wasser- und
Lufttemperaturdaten.Betrachtet man die Auswirkung auf die
bestehenden Fischregionen mittels eines
Prognosemodells bis 2020, so kommt es
zu einer Verschiebung der Fischregionen
flussaufwärts. Bezüglich der Verschiebung
der Wassertemperatur nach flussauf gibt
es eine klare Unterscheidung der Gewässer in der Bioregion Granit und Gneis gegenüber Alpenvorland und Kalkvoralpen.
22 Salzburgs Fischerei, 3/2010Da verschiedene Fischarten aber an das
Habitat auch unterschiedliche Ansprüche
stellen, dies auch noch die verschiedenen
Lebensstadien innerhalb einer Art, können flussaufwärts gelegene Gewässerabschnitte zwar momentan dem Temperaturanspruch gerecht werden, aber nicht
anderen Habitatansprüchen (z.B. Fließgewässerbreite, Abfluss, Gefälle, Strömungsgeschwindigkeit).
Zudem wird die Situation durch Wanderhindernisse wie z.B. Querbauwerke verschärft. Dadurch lassen sich die kühleren
Bereiche flussauf oftmals nur unter erschwerten Bedingungen oder auch nicht
Jede Veränderung des TemperaturregimesREPORT
wie z. B. in Stauen bedingt auch eine
Veränderung der Fischzönose. Staue, die
sich stärker erwärmen, beherbergen auch
jetzt schon wärmetolerante Arten.
Veränderung der Laichzeiten
Ebenfalls dürfte eine Veränderung der
Laichzeiten gewisser Fischarten eintreten. Fischarten haben sich diesbezüglich
über einen extrem langen Zeitraum auf
die Verhältnisse im Ökosystem Fließgewässer angepasst – die Wahl des Zeitpunktes des Laichgeschehens muss ja
auch später gewährleisten, dass die
Jungfische nach dem Schlupf geeignete
Nahrung vorfinden. Inwieweit diese optimalen Rahmenbedingungen nach Temperaturerhöhungen noch vorhanden sind ist
ungewiss. Abnehmende Populationsgrößen könnten aber dies als Ursache haben.
dass in Zukunft weitere Veränderungen
diese Entwicklung noch verschärfen werden. Dies sind saisonale Verschiebungen
des Abflussgeschehens, Zunahmen von
Winterhochwässern (Nachtnebel 2008),
fallende Tendenzen des Jahresabflusses
infolge erhöhter Verdunstung und verstärktes Auftreten von Sommerniederwässern (Böhm et al. 2008).
Weiters unterliegen Fischarten einer
Wechselbeziehung zu Parasiten oder Bakterien, die bei Stresssituationen eine Beeinträchtigung des Fischbestandes hervorrufen können. So ist bekannt, dass
Äschen bei höheren Temperaturen vermehrt unter Furunkulose leiden, was wiederum eine erhöhte Sterblichkeit zur Folge hat. Gegenteilige Effekte bei Parasiten
sind hingegen auch beschrieben, d. h. bei
Überschreitungen über das Temperaturoptimum einer Parasitenart hinaus stellt
diese die Vermehrung ein.
Somit zeigt sich das hoch sensible System
mit unterschiedlicher Reaktionsrichtung.
Weitere Gefahrenpotentiale für die Ge	wässerbiologie entstehen durch eine
eventuelle vermehrte Wasserentnahme
– Wasser, das für andere Nutzungen benötigt wird und dem natürlichen Wasserhaushalt im Gewässer fehlt.
Anthropogene Veränderungen im Gewässerbett wie morphologische Veränderungen in Richtung homogene, seichte
Tiefenausprägung (wasserbaulich bedingt
oder gering dotierte Restwasserstrecken)
erhöhen das Risiko einer zusätzlichen Erwärmung.
Nach den vorliegenden Ergebnissen zeigen sich Unterschiede im Ausmaß der
Temperaturveränderungen zwischen den
3 Bioregionen in Oberösterreich. Granit
und Gneis dürfte demnach am schwersten
betroffen sein. Im alpinen Bereich verzögert noch kaltes Quellwasser die Geschwindigkeit der Veränderung.
Veränderungen für die Fischereiwirtschaft
Für die Fischereiwirtschaft dürfte es ebenfalls zu einschneidenden Veränderungen
kommen. Die Produktionsgröße kältebevorzugende Besatzarten wird aufgrund
der Fischregionsverschiebung verändert.
Aus ehemals angelfischereilich genutzten
Äschengewässern entstehen Gewässer
mit epipotamalem Charakter.
Diesen negativen Entwicklungen kann
kurzfristig durch eine Reihe von Maßnahmen entgegengewirkt werden (Symp­
tombekämpfung). Langfristige Maßnahmen zur Eindämmung der anthropogen
bedingten Klimaveränderung müssen getroffen werden (z.B. Energiewende).
ff Beschattung: Ufervegetation, die eine möglichst optimale Beschattung
bringt, ist zu fördern.
ff Grundwasser: Maßnahmen zur Erhaltung und Sanierung der Grundwasserreservoire – Rückbau von Drainagen,
Schaffung von Retentionsräumen um
ein gleichmäßiges Temperaturregime
zu gewährleisten, bei dem Fische
Salzburgs Fischerei, 3/2010	23REPORT
ffnicht stark schwankenden Temperaturbelastungen ausgesetzt sind.
Schaffung bzw. Wiederherstellung heterogener Strukturen
durch Bereitstellung reichhaltiger
Strukturen (tiefe Bereiche, Gumpen, Anbindung des hyporheischen
Interstitials).
Herstellung der Durchgängigkeit mittels Fischwanderhilfen, um prinzipiell
den Fischen Ausweichwanderungen in
höher gelegene, kühlere Gewässerbereiche zu ermöglichen.
Anzahl von beeinträchtigenden Staubereichen möglichst gering halten.
Sicherstellung ausreichend dotierter
Restwasserbereiche, gegebenenfalls
Erhöhung der MindestdotationLiteratur
ff Böhm, R., Godina R., Nachtnebel, H.-P. &
O. Pirker, 2008. Mögliche Klimafolgen für
die Wasserwirtschaft in Österreich. In:
ÖWAV (Hg.), Auswirkungen des Klimawandels auf die österr Wasserwirtschaft,
BMLFUW und ÖWAV, Wien, pp 7-26.
ff Fischnetz, 2004. Dem Fischrückgang auf
der Spur. Schlussbericht des Projekts
ff Netzwerk Fischrückgang Schweiz. Dübendorf, Bern, EAWAG, BUWAL, 184 S.
ff Nachtnebel, H.-P., 2008. Auswirkungen
von möglichen Klimaänderungen auf die
Hydrologie und Wasserwirtschaft in einigen österreichischen Regionen. In:
ÖWAV (Hg.), Auswirkungen des Klimawandels auf die österreichische Wasserwirtschaft, BMLFUW und ÖWAV, Wien,
pp 27-52.Äs c h e n pr o j e k t i m P i n z g a u trägt Früchte
Die Bemühungen des vom Landesfischereiverband geförderten Äschenaufzuchtprogrammes im Pinzgau tragen bereits
erste Früchte. In der Saalach werden
nun wieder häufiger Äschen gefangen.
Auch wenn die Regenbogenforelle, die in
der Saalach selbst reproduziert, immer
noch sehr dominant ist, hoffen wir, dass
das Äschen­programm weiterhin erfolgreich ist. Der Bezirksfischereirat für den
Pinzgau bemüht sich um die FörderungFischfang mit Äsche aus der Saalach im Pinzgau,
Foto (1): R. Riedlsperger
24 Salzburgs Fischerei, 3/2010der heimischen Arten und auch auf die Erhaltung der Bestände von Kleinfischarten
wie Koppe, Elritze und Schmerle soll künftig vermehrt Augenmerk gelegt werden.
Das Äschenprojekt „Pinzgau“ soll auf weitere Gewässer ausgedehnt werden. Derzeit beschränkt sich das Äschenprojekt
Pinzgau auf die Fischereireviere „Bräurup“ (Eigentümer: Matthias Gassner in
Mittersill), Arbeiterfischereiverein BruckREPORT
an der Glocknerstraße mit Bewirtschafter
Simon Brandtner und dem renaturierten
„Harhamerbach“ in Saalfelden. (Pächter:
Stadtgemeinde Saalfelden)
Der Erfolg des Projektes lässt sich an der
Anzahl der adulten Fische, die beim jährlichen Laichfischfang gefangen werden,
bemessen. Die Anzahl der selbst gezüchteten Jungfische konnte so gesteigert
werden, dass nun auch ein Äschenbesatz
für andere Gewässer in unserer Region
BFM Mag. Reinhard Riedlsperger &
BFM-Stv. FM Stefan MaggAnfragen an Fischereimeister
Magg, 0664/3205778 oder
E-Mail: magg@saalfelden.atStefanS a a l a c h : H ochwasser Juni 2010
Schäden an der Saalach durch Hochwasser im Juni 2010
Anfang Juni trat durch die anhaltenden Regenfälle die Saalach zwischen Saalfelden
und St. Martin aus dem Ufer. Es entstanden große Schäden für die Landwirtschaft
und auch für die Fischerei. Fische wurden auf die überschwemmten Wiesen gespült und viele fanden bei Rückgang des
Wassers keinen Weg mehr zurück in das
Flussbett. Im Bild eine Bachforelle mit ca.
BFM Mag. Reinhard RiedlspergerFoto: R. RiedlspergerKraftwerk Stegenwald
Nach Prüfung der wasserrechtlichen Einreichunterlagen für das geplante Kraftwerk
Stegenwald wurde von der LUA ein Antrag
zur Feststellung der UVP-Pflicht bei der zuständigen Behörde eingebracht. Auch wenn
die von den Projektwerbern veranschlagte Engpassleistung 0,5 MW unter dem
Schwellenwert von 15 MW liegt, ist es laut
dem UVP-G und der dazu einschlägigen
Judikatur des Umweltsenates, notwendig
zu überprüfen, ob das geplante Projekt
gegebenenfalls gemeinsam mit anderen Kraftwerken Auswirkungen auf
die Umwelt hat. Da sich an der mittleren
Salzach bereits 7 Wasserkraftwerke befinden, muss seitens der Behörde jedenfalls
festgestellt werden, ob und inwieweit mit
kumulierenden Auswirkungen zu rechnen
ist. Die sich jüngst gegen diesen Antrag
richtende Entscheidung soll nun vom Umweltsenat überprüft werden.
LUA-Notizen, Ausgabe 2/10
Salzburgs Fischerei, 3/2010	25INFO
Fo r s c h u n g s projekt: Wa s s e r k raftpotentialstudie
„Wasserkraft ist die mit Abstand bedeutendste erneuerbare Energiequelle in Öster­
reich. In Anbetracht des möglichen CO2-Einsparungspotentials und des damit verbundenen Beitrags zum Klimaschutz ist ein weiterer nachhaltiger Ausbau der Wasserkraft
erforderlich und anzustreben“ (BMLFUW, 2009a).
Wir stellen Ihnen die Kurzfassung der Wasserkraftpotentialstudie für das Land Salzburg vor:
„Wasserkraft ist die mit Abstand bedeutendste erneuerbare Energiequelle in Österreich. In Anbetracht des möglichen
CO2-Einsparungspotentials und des damit
verbundenen Beitrags zum Klimaschutz
ist ein weiterer nachhaltiger Ausbau der
Wasserkraft erforderlich und anzustreben“ (BMLFUW, 2009a).
Österreich strebte bereits vor rund 10
Jahren eine deutliche Steigerung des Anteils der Stromeigenerzeugung aus Erneuerbareren Energiequellen von 78,1 %
bis 2010 an. Die „Richtlinie der Europäischen Union zur Förderung erneuerbarer
Energieträger“ sieht für Österreich ein
Ziel von 34 % der gesamt erzeugten Energie aus erneuerbaren Energiequellen vor.
Die Randbedingungen im Zuge der Bearbeitung bilden die zum Teil diametralen
Forderungen und Zielvorgaben der EU –
Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), der Fauna – Flora - Habitat Richtlinie (FFHRL), derVogelschutzrichtlinie und der Erneuer­bare
Energie Richtlinie (EE-RL).
Im Rahmen der Potentialstudie wird aufgezeigt, welche zusätzlichen Potentiale
an bestehenden Wasserkraftanlagen rea­
lisierbar sind, wenn im Zuge einer Modernisierung der Anlagen der Stand der
Technik in der Wasserkraftnutzung erreicht wird und gleichzeitig auch alle Anlagen auf den aktuellen Stand der Ökologie gebracht werden. Zur Erreichung der
Ziele der „Erneuerbaren Energie RL“ sind
darüber hinaus auch alle umweltverträglich zu verwirklichenden Ausbaupotentiale
an Erneuerbarer Energie zu nützen. Im
Rahmen der Studie wird das ausbaufähige
Potential für neue Konzepte insbesondere hinsichtlich einer multifunktionalen
energetischen Nutzung von Speicherseen bestehender Beschneiungsanlagen
und einer energetischen Nutzung vonFORSCHUNGSPROJEKT
Wasserkraftpotentialstudie - Land
Kurzfassung, Wien, am 11. 05. 2010kultur Wien, Department für Wasser
– Atmosphäre – Umwelt, Institut für
Wasserwirtschaft, Hydrologie & konstruktiven Wasserbau (BOKU – IWHW)Auftragnehmer
Department für Wasser – Atmosphäre –
Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie
& konstruktiven Wasserbau
Muthgasse 18, 1190 WienProjektbearbeitung
Michael Tauber BOKU – IWHW /
Helmut Mader BOKU – IWHW
Julia Kraml BOKU – IWHW
Harald Moser BOKU – IWHWAuftraggeber
Dipl.Ing. Theodor Steidl Land Salzburg,
Referat 20442 - Allgemeine WasserwirtschaftStudierende der BOKU Wien
Hans Kunz, Clemens Huber, Harald Auer,
Manuela Laimböck, Leopold Guger, Daniel Perfler, Mathias Hofpointner, Lukas
Moravec, Leonhard Rotteneder, Robert
Rieger, Andreas Kasper, Philipp MatiaschProjektleitung
Helmut Mader, Universität für Boden­
26 Salzburgs Fischerei, 3/2010INFO
Trinkwasserversorgungsanlagen und Quell­
fassungen untersucht. Unter dem Begriff
Revitalisierung wird einerseits die Modernisierung bestehender Anlagen nach dem
Stand der Technik zur Erreichung eines
höheren Gesamtwirkungsgrades, und andererseits die Optimierung der Anlagen
nach heutigen Gesichtspunkten einer vollständigen und wirtschaftlichen Nutzung
der Gewässer unter Berücksichtigung der
ökologischen Zielvorgaben der EU – Wasserrahmenrichtlinie, des nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans (BMLFUW,
2009a) und der Qualitätszielverordnung
(BMLFUW, 2009b) verstanden.
IST-Zustand Revitalisierungspotential
In der ersten Phase der Bearbeitung wurde der IST Zustand an 89 bestehenden
Wasserkraftanlagen (WKA) vor Ort erhoben und bewertet. Darauf aufbauend wird
das Revitalisierungspotential aller 478
WKA des Bundeslandes Salzburg hochgerechnet (Stichprobenumfang ~ 20 %).
Für den derzeitigen Bestand von 404 im
Land Salzburg vorhandenen Wasserkraftanlagen < 5 MW errechnet sich laut vorliegender Studie ein Revitalisierungspotential des Bestandes von rd. 77,6
GWh/a. Der größte Anteil kommt dabei dem Anschluss von Inselbetrieben
und Eigenversorgungsanlagen an das öffentliche Stromnetz, der Erneuerung der
elektromaschinellen Anlagen sowie der
Reduktion von Verlusten an Triebwasser
und Fallhöhe zu. Das ermittelte Potential
des Regelarbeitsvermögens (RAV) durch
einen zeitgemäßen Ausbau der bestehenden Anlagen zur bestmöglichen Nutzung der Fallhöhe und des Durchflusses
weist ein Potential von 377,8 GWh/a
auf. Das RAV der bestehenden Kraftwerksstandorte < 5 MW Leistung kann
demnach durch Revitalisierungs- und
Ausbaumaßnahmen von derzeit 532,4
GWh/a auf insgesamt rd. 987,8 GWh/a
gesteigert werden. Die Gesamtsteigerung für Kraftwerke < 5 MW Leistung
beträgt somit rd. 85 %. Alle Werte der
möglichen Potentialsteigerung basieren
bereits auf einer Berücksichtigung einer zeitgemäßen Dotierwasserregelung
auf Basis der Qualitätszielverordnung
(BMLFUW, 2009b) - eine dadurch bedingte Reduktion des insgesamt hebbaren
Potentials um 79 GWh/a ist in den obigen
Werten bereits abgezogen.
Für die Salzburger Anlagen > 5 MW wird
entsprechend der Pöyry Studie ein Revitalisierungspotential für die Erneuerung der
elektromaschinellen Ausrüstung zwischen
88,8 GWh/a und 148,0 GWh/a ermittelt.
Die hebbaren Potentiale in Folge von Fallhöhenverlusten in Druckrohrleitungen bei
Ausleitungskraftwerken werden mit rd.
59,2 GWh/a beziffert. Durch Potentialsteigerungen durch die Vergrößerung des
Ausbaudurchflusses können in den Salzburger Anlagen > 5 MW rd. 88,8 GWh/a
bis 148,0 GWh/a gehoben werden.
Das mögliche Gesamtpotential für alle
Wasserkraftanlagen Salzburgs > 5 MW
Leistung beträgt im Mittel ~ 300 GWh/a.
Im Zuge von Wiederverleihungen von
Wasserrechten zur Nutzung der motorischen Kraft der Salzburger Gewässer ist
im Sinne des öffentlichen Interesses eine
vollständige wirtschaftliche Nutzung der
Wasserkraft auf Basis der Ziele der Qualitätszielverordnung Ökologie anzustreben. Der Großteil der hebbaren Potentiale ist durch einen zeitgemäßen Ausbau
zu realisieren. Aus einer multifunktionalen Nutzung von Trinkwasserversorgungsanlagen, die primär einer qualitativ
hochwertigen Trinkwasserversorgung der
Konsumenten dienen, wurden im Rahmen
dieser Studie alle potentiellen Standorte
für eine sekundäre Nutzung zur Energiegewinnung im Bundesland Salzburg erhoben, gefiltert und analysiert. Ausgehend
von rd. 4.600 wasserrechtlich erfassten
Quellen im Bundesland Salzburg (Datenquelle: WIS) wurden im Rahmen dieser
Studie 59 Standorte als potentiell energiewirtschaftlich nutzbar ermittelt.
Salzburgs Fischerei, 3/2010	27INFO
Bei einem möglichen Ausbau der Trinkwasserkraftwerke auf die derzeit genutzte
Konsenswassermenge errechnet sich eine
insgesamt zu installierende Leistung
von rd. 1,7 MW und in Summe ein RAV
von rd. 13,4 GWh/a.
Der in der vorliegenden Studie angestellte Versuch einer Hochrechnung der 59
Anlagen auf das Ausbauszenario der tatsächlichen Schüttungswassermenge der
Quellen, die aus Sicht der Verfasser der
Studie Unsicherheiten im Ergebnis von
bis zu ±25 % aufweist und als eine erste
Abschätzung zu beurteilen ist, ergibt ein
hebbares RAV von rd. 100 GWh/a.
Eine wesentliche Grundvoraussetzung
zur Hebung dieses Potentials stellt jedenfalls die flächendeckende Ermittlung von
Quellschüttungsdaten in Form der Erstellung von Jahresgängen dar. Insbesondere
im Zuge von Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten bestehender Trinkwasserversorgungsanlagen und bei der Neuerschließung von Trinkwasserversorgungen
ist auf die multifunktionale Nutzung der
wasserbaulichen Anlagen Bedacht zu nehmen.
Einer multifunktionalen Nutzung von
Beschneiungsteichen als Speicheroder Pumpspeicherwasserkraftwerken kommt in der Bereitstellung von Regelenergie bzw. der Energiespeicherung
herausragende Bedeutung zu. Pumpspeicherkraftwerke stellen bis heute die weitest verbreitete und größte Kapazität zur
Energiespeicherung und zum Netzausgleich dar. In Zeiten der immer stärker
werdenden Nutzung alternativer bzw. erneuerbarer Energiequellen wie z.B. Windenergie, Biomasse und Fotovoltaik und
der daraus resultierenden stark schwankenden Energiebereitstellung, erhöht sich
österreichweit und insbesondere auch europaweit die notwendige Bereitstellung
von Regelenergie in Relation zum Gesamtenergiebedarf. Da die in Pumpspeicherkraftwerken erzeugte Regelenergie in
Folge ihrer hohen Dynamik und ihrer sekundenschnellen Einsatzbereitschaft die
28 Salzburgs Fischerei, 3/2010qualitativ hochwertige Versorgung der
Verbraucher gewährleistet und die
Schwankungen im Leistungsbedarf ausgleicht, stellen Pumpspeicherkraftwerke
eine wesentliche Komponente im Ausbau
einer nachhaltigen und stabilen Energieversorgung aus erneuerbarer Energiequellen dar.
Als Folge der globalen Erwärmung und des
Klimawandels werden Beschneiungsanlagen zukünftig auch im Bundesland Salzburg zur Erhaltung des Wirtschaftsfaktors Wintertourismus vermehrt eingesetzt
werden. Insbesondere das Konzept der
multifunktionalen Nutzung von Beschneiungsteichen ermöglicht bei einem bereits
realisierten oder einem aus touristischer
Sicht der Schneesicherheit in Schigebieten vorgesehenen Eingriff durch den vorhandenen bzw. zu errichtenden Speicherteich in der Natur eine zusätzliche Nutzung
einer Ressource, deren theoretisches Potential ohnehin über weite Zeiten im Jahr
brach liegen würde.
Die derzeit bestehenden 102 Schnei­
speicherteiche im Bundesland Salzburg weisen ein gesamtes Speichervolumen von rd. 3,66 Mio. m³ auf. Im Zuge
der Bearbeitung der Studie wurden 47
multifunktionale Nutzungen von Beschneiungsteichen als Pumpspeicheranlagen als wirtschaftlich umsetzbar erachtet. Die multifunktionale
Nutzung ist laut Ergebnis der Studie für
einen Nutzinhalt von 2,6 Mio. m³ vorgesehen.
Eine Realisierung der Pumpspeicheranlagen an bestehenden Schneispeicherteichen weist ein Potential zur Installation
einer Leistung von rd. 1.070 MW und
ein hebbares Regelarbeitsvermögen
von rd. 1,4 TWh/a auf.
Da die Anlagen im Umwälzbetrieb gefahren werden, erfolgt keine Beeinflussung des Fließgewässersystems durch einen Betriebsschwall. Eine weiterführende
Nutzung der im Talboden zu errichtenden
Gegenspeicher als Hochwasserschutzanlagen ist im Zuge der Einzelprojektstudien
zu untersuchen.INFO
Die Nutzung der Wasserkraft ist die mit
Abstand bedeutendste erneuerbare Ener­
giequelle in Salzburg und stellt einen
maßgeblichen Beitrag zum Klimaschutz
dar. Damit Österreich das angestrebte
Ziel zur deutlichen Steigerung des Anteils
der Stromeigenerzeugung aus Erneuerbareren Energiequellen auf 78,1 % bzw.
das Ziel von 34 % der gesamt erzeugten
erreichen kann, ist eine umfassende Modernisierung und ein zeitgemäßer Ausbau
zur vollständigen Nutzung an bestehenden Wasserkraftanlagen durchzuführen.
Darüber hinaus sind alle umweltverträglich zu verwirklichenden Ausbaupotentiale
an erneuerbarer Energie im Rahmen einer
multifunktionalen energetischen Nutzung
der bestehenden wasserbaulichen Anlagen wie z.B. Trinkwasserversorgungsanlagen und Beschneiungsteiche zu heben.
Die Erhöhung des Energieertrages hat
künftig Hand in Hand mit der Umsetzung
der Wasserrahmenrichtlinie durch Installation von Fischaufstiegshilfen und die Abgabe von Dotierwasser zu ergehen. Damit
werden gleichzeitig mit einer Modernisierung der WKA auch alle Anlagen auf den
aktuellen Stand der Ökologie gebracht
und die Vorgaben der Qualitätszielverordnung Ökologie umgesetzt.
Im Hinblick auf eine Hebung der Wasserkraftpotentiale Salzburgs sind seitens
der Politik folgende generelle Aspekte zu
überdenken bzw. aufzubereiten:
ff Festschreibung der rechtlichen Grundlage für eine Abwägung der öffentlichen Interessen des Klimaschutzes
im Salzburger Naturschutzgesetz
ff Ausbau hochleistungsfähiger Stromnetze
ff Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf
ff Schaffung von Förderinstrumentarien
um die Revitalisierung und vollständige energetische Nutzung an bestehenden Anlagen bzw. die multifunktio­
nale Nutzung von Wasserbauwerken
Im Hinblick auf eine Hebung der Potentiale aus der Revitalisierung und vollständigen Nutzung der Wasserkraftpotentiale
an bestehenden Anlagen sind seitens der
Politik folgende Aspekte zu überdenken
bzw. aufzubereiten:
ff Forderung zur vollständigen wirtschaftlichen Nutzung der Wasserkraft auf Basis der Ziele der Qualitätszielverordnung Ökologie im Zuge
von Wiederverleihungen von Wasserrechten
Im Hinblick auf eine Hebung der Potentiale aus einer multifunktionalen Nutzung
von Trinkwasserversorgungsanlagen als
Trinkwasserkraftwerke sind seitens der
ff Forcierung der flächendeckenden Ermittlung von Quellschüttungsdaten
ff Erstellung von Jahresgängen der
von Schneiteichen als Pumpspeicherkraftwerke sind folgende Aspekte zu überdenken bzw. aufzubereiten:
ff Überdenken der naturschutzrechtlichen Beschränkungen zur Absenkung der Wasserspiegellage in
Schneiteichen
ff Erlassung klarer Richtlinien zur Wasserspiegelregelung an Beschneiungsanlagen
ff Überdenken der Systemnutzungsverordnung 2009 für Stromnetze
Die Zusammenfassung dieser Studie kann
10_19_mader_potentialstudie_kurzfassung.pdfVeröffentlichung mit freundlicher Ge­
nehmigung des Auftraggebers
Salzburgs Fischerei, 3/2010	29INFO
En t l a n d u n g de s K l a m m s e e s
Der Klammsee liegt im Kapruner Tal, gespeist von der Kapruner Ache und dient als
Speicher zur Energiegewinnung. Gemäß der wasserrechtlichen Bewilligung war eine
Spülung der Eigenbedarfsanlage (Klammspeicher) mit Einbringung des Verlandungsmateriales über die Kapruner Ache in die Salzach bei einer Spüldauer im Jahr 2010
von ca. 3 Wochen (Beginn in KW 25 - Ende KW 27) mit einer Menge von 60.000 m³
Trockenmasse bewilligt. Eine zweite Spülung soll zwischen 15. April und 15. Juni 2011
erfolgen. Für die erste Spülung wurden die Schleusen am Mo. 28. Juni 2010 geöffnet,
wir haben uns dieses Ereignis angeschaut.Eindrücke von den im Klammsee abgelagerten Sedimentenmengen. Fotos (2): LFV, LatzerVon der Behörde wurde von den ursprünglich beantragten 100.000 m³ Material letz­
endlich jährlich eine maximal zulässige
Entlandungsmenge von 60.000 m³ Trokkensubstanz bewilligt. Die Spülung darf nur
dann durchgeführt werden, wenn die Was­
serführung der Salzach beim Pegel Bruck
Salzach bei Einbringung des Verlandungsmaterials mindestens 50 m³/s beträgt, wobei folgende Trübungen erlaubt sind:
ff 2 g/l für 75 % der gesamten Entlandungsdauer
ff 4 g/l für 20 % der gesamten Entlandungsdauer
ff 15 g/l für 5 % der gesamten Entlandungsdauer
FischereiberechtigterFischereiberechtigter an der Kapruner Ache ist der Antragsteller, der Verbund selbst. Fischereiberechtigter an der
Salzach ist die Österreichische Bundesforste AG (ÖBf AG), die ihr Fischereirecht
an den V.Ö.A.F.V - FV Bruck verpachtet
hat. Die ÖBf AG hatte sich bereits im Vorfeld mit dem Verbund geeignet und keinen
Einspruch bzw. keine Einwände erhoben.
30 Salzburgs Fischerei, 3/2010Wissenschaftliche Studie
Die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichen Studie von Crosa et. al (Univ. Insubria,
Varese, Italien) zu den ökologischen Auswirkungen von zwei alpinen Stauraum-Spülungen möchten wir Ihnen vorstellen.Einleitung
Stauraumspülungen stellen ein praktikables Mittel für die Erhaltung und Verbesserung der Staukapazität zur Energiegewinnung dar. Zufriedenstellende Ergebnisse
können durch Spülungen mit freiem
Durchfluss erreicht werden. Frühere Beobachtungen dokumentierten einen signifikanten ökologischen Schaden aufgrund
des Sedimenttransports. Aktuellere Fallstudien haben spezielle biologische und
physikalische Veränderungen durch Spülungen aufgezeigt wie etwa den Rückgang
der wirbellosen Bodentiere und Fischsterben: Folgen von Verschlammung des
Bachsediments und von nachfolgenden erhöhten Schwebstoffkonzentrationen. Die
negativen ökologischen Folgen können
unterschieden werden in direkte Effekte
der gelösten Sedimente auf die lebendenINFO
Organismen und in indirekte Effekte z. B.
als langfristige hydromorphologische Veränderungen des Flusslebensraums bedingt durch die Sedimentation des gespülten Materials.
Auch wenn die negativen Effekte von
Stauraumspülungen bekannt sind, so fehlen laut den Autoren nach wie vor technische Empfehlungen oder Vorschläge zur
Minimierung der biologischen oder ökologischen Folgen durch die Spülungen
(Grenzwert/Schwellenwert,
und durchschnittliche zulässige Sedimentfrachten, Dauer der Spülung, Häufigkeit
der Spülungsspitzen). Andere Autoren
meinen, dass das Limit eines Schwellenwertes von 50 mg/l einen adäquaten Bereich für die Sicherheit des aquatischen
Lebens abdecken müsste.
Grenzwerte der Schwebstoffe
Die Europäische Süßwasserfischrichtlinie
legt für Salmoniden (Schlüsselindikator­
art) als Grenzwert eine jährliche durchschnittliche
von 25 mg/l fest (abgeleitet von den ökologischen Auswirkungen auf Salmoniden).
Die Schwierigkeit einer Festlegung der
durchschnittlichen jährlichen Sedimentfracht scheitert klar an dem stark schubweisen und damit schwer berechenbaren
Sedimenttransport derartiger Spülungen.
Dies führt zu großen Unsicherheiten, die
eine Erstellung einer technischen Leitlinie
für das Management von Stauraumspülungen erschwert. Derzeitige Spülungen
basieren mehr auf Erfahrungen als auf
Mit vorliegender Studie sollte die Schwebstoffkonzentration quantifiziert werden,
die mit dem Wasser kontrolliert gespült
werden kann. Neben der Überprüfung des
Schadens auf wirbellose Tiere und Fische
sollte auch eine Dokumentation der Regenerationsfähigkeit erfolgen. Weiters war
die Erstellung eines Vorschlages für Sedimentfrachten in vergleichbaren alpinen
Gewässern für Spülungen geplant.
Untersuchungsgegenstand/Eckdaten
ff Valgrosina Stauraum (1,3x10³ m³)
ff Adda-Fluss, Einzugsgebiet mit 120 km²
ff Untersuchungen an zwei Standorten mit
2 Spülungen: 2006 (13 Tage von 28.08.09.09.), 2007 (12 Tage von 20.08.-31.08.)ff Unterschied in Tag-/Nachtabfluss (kein
Sedimenttransport von 20-6 Uhr)
ff Nach jedem Spülvorgang wurde für 48 h
mit 3,5 m³/s klarem Wasser nachgespültGemessen wurden der Sauerstoffgehalt,
die Sedimentkonzentration, der Fischbestand, sowie eine Beprobung der wirbellosen Bodentiere ("Fischnährtiere").
Obwohl frühere Studien festhalten,
dass Speicherspülungen die wasserchemischen Verhältnisse flussabwärts verändern, v.a. durch die Reduktion der
Sauerstoffkonzentration, konnte dies in
dieser Studie nicht festgestellt werden,
wahrscheinlich durch die geringe Verweildauer des Wassers und die niedrigen
Auswirkungen auf wirbellose Tiere
Nach der ersten Spülung reduzierte sich
die Qualität von Gewässergüte I auf II
(Rückgang Artenvielfalt von 19 auf 9 Arten; Dichte um bis zu 90 %). Nach 1 Woche
wurde eine weitere Reduktion aufgrund
der Nachspülungsphase festgestellt. Im
März 2007 konnte eine vollständige Regeneration der wirbellosen Tiere (hinsichtlich
Qualität bzw. Gewässergüte und der Biomasse) festgestellt werden.
Obwohl die Sedimentkonzentration einen
direkten Einfluss auf die aquatische Fauna
hat, so muss berücksichtigt werden, dass
durch die Abflussspitzen ebenso negative
biologische Effekte entstehen können. Dazu zeigten in einer anderen Studie Untersuchungen in einem künstlichen Fließkanal, dass bereits ein Anstieg des Abflusses
zwischen 2 und 12 l/s die wirbellose Bodenfauna stören kann, währenddessen
aber die Zugabe von Sediment mit einer
Konzentration von bis zu 600 mg/l einen
sehr geringen Effekt hatte.
Salzburgs Fischerei, 3/2010	31INFO
Es ist schwierig festzustellen, ob in der
aktuellen Studie der Rückgang der wirbellosen Fauna nach der Spülung durch
die veränderten Strömungsbedingungen
entstanden ist, durch die hohen Schwebstoffkonzentrationen oder durch ein
Zusammenspiel aus diesen Faktoren.
Höchstwahrscheinlich war es ein Zusammenwirken von Abfluss und Schwebstoffkonzentrationen. Auffällig war die schnelle
Regeneration, obwohl nicht alle Gruppen
ihrer vorherigen Dichten (jene vor Beginn
der Spülungen) wieder erreichen konnten.
Als negative Auswirkung der Spülung
auf die Fische konnten akute und chronische Effekte festgestellt werden, die
sich in Form einer deutlichen Gewichtsabnahme der Fische durch eingeschränkte
Nahrungsaufnahme und einer deutlichen
Sterblichkeit der Jungfische äußerten. Eine natürliche Erholung der Forellenpopulation kann nur während eines Zeitraumes
von vielen Jahren eintreten. Die Bachforellenpopulation war (vor den Spülungen)
selbstreproduzierend. Die BachforellenBestände konnten sich nicht mehr vollständig erholen, die Abundanzen von
2006 vor der Spülungen konnte nicht
mehr erreicht werden. Es kam an beiden
Untersuchungsstandorten sogar zu weiteren Rückgängen nach der zweiten Spülung um 36 bis 50 %. Über Berechnung
des SEV-Models ergab sich eine Fischsterblichkeit von 20-40 % (2006) und
0-20 % (2007).
Die negativen Auswirkungen auf die Fischfauna, vor allem auf die Jungfische, werden einen Einfluss auf die Alterstruktur
der nachfolgenden Populationen haben.
Um diese biologischen Effekte zu lindern
wird von den Autoren die Integration von
Forellen-Nachzuchtprogrammen in die
Spülungspläne empfohlen.
Es steht fest, dass die Spülung großer
Sedimentmengen aus Stauräumen wesentliche Auswirkungen auf ein Fluss32 Salzburgs Fischerei, 3/2010Ökosystem hat. Die beste Kontrolle der
Schwebstoffkonzentrationen
der Staumauer kommen durch die gemeinsame Anwendung von reguliertem
Wasserfluss durch den leeren Stauraum
und der Entfernung der Sedimente durch
Bagger am Ufer des Hauptflusses zustande. Der Sedimentabfluss während des Tages abwechselnd mit einer Klarwasserspülung während der Nacht, erlaubt eine
erfolgreiche durchschnittliche Schwebstoffkonzentration von unter 5 g/l. Dieser
Grenzwert wurde als Kompromiss gesehen
zwischen dem Erfordernis einer maximalen Gesamtspüldauer von 2 Wochen und
der Akzeptanz einer Fischsterblichkeit von
20-40 % wenn man das Modell von Newcombe und Jensen (1996) anwendet.
Empfehlung für die Planung von
Eine regelmäßige (jährliche) Spülung
der Stauräume wird empfohlen um die
Schwebstoffkonzentrationen flussabwärts
kontrollieren zu können. Innerhalb dieser
Grenzen können die Sedimentfrachten
effektiv durch eine hydraulische Steuerung gemeinsam mit mechanischer Entfernung (durch Bagger) reguliert werden.
ff Es müssen große Schwebstoffkonzentrationsspitzen vermieden werden unter Beibehaltung eines täglichen Maximums von 10 g/l und 5 g/l (Durchschnitt
gesamt) und der Gewährleistung von
Phasen mit klarem Wasser während
der Nachtstunden. Ausnahmen bestehen während der ersten Stunden nach
der Öffnung der Schleuse.
ff Ein Monitoring der Schwebstoffkonzentrationen sollte vorgesehen werden,
mit mehr Augenmerk auf eine durchschnittliche Tages­konzentration als auf
die momentane Konzentration, um eine aussagekräftige Evaluierung von
Grenzwerten zu erreichen.
ff Die allgemeine Durchschnittskonzentration kann als Referenzwert für die
Planung der Spülungsdauer herangezogen werden, die eine ökonomische
Zukunftsfähigkeit garantiert.INFO
Nach der Nachspülung mit klarem Wasser
haben visuelle Kontrollen in dem untersuchten Fluss keine großen Sedimentablagerungen ergeben, was darauf hinweist,
dass der Abtransport des Sediments erfolgreich war.
Das untersuchte Modell zur Vorhersage der
Auswirkung der ansteigenenden Schweb­
stoff­kon­zentrationen auf die Fische, unterschätzt die Auswirkungen auf Jungfische.
Zu beachten ist, dass eine direkte Umlegbarkeit dieser Studie auf andere Stauräume nur unter Berücksichtigung folgender
Aspekte möglich ist: Für Spülungen von
kleineren alpinen Stauräumen könnten
die Ergebnisse der Studie sofort Anwendung finden, sofern ähnliche technische
Voraussetzungen wie etwa Regulierung
des Wasserlaufs (und damit die Menge
an abzutransportierenden Sedimenten)im Stauraum während der Spülung oder
auch eine hohe Verdünnung der Sedimente gegeben sind.
Die Anwendbarkeit der Grenzwerte für die
Schwebstoffkonzentrationen für eine kontrollierte Spülung in anderen Stauräumen
ist vor allem abhängig von den hydraulischen Bedingungen im Fluss, und der
Morphologie des unterliegenden Gewässers, das die Sedimente bekommt.
Die Autoren sind der Ansicht, dass diese Studie Grenzwerte liefert, die die ökologischen
Auswirkungen der Spülung minimiert.
ffLITERATUR: Crosa G., E. Castelli, G. Gentili & P. Espa: Effects of suspended sediments from reservoir flushing on fish and
macroinvertebrates in an alpine stream,
Aquatic Science (2010) 72, S. 85–95.N e u e s Tr i n k w a s s e r k ra ftwerk in St. Johann
Die Gemeinde St. Johann hat Anfang
dieses Jahres das Trinkwasserkraftwerk
Hubangerl fertig gestellt. Von dessen
Funktion konnte sich Energiereferent Landesrat Sepp Eisl bei einem Besuch überzeugen. "Der Gemeinde St. Johann ist es
durch das Trinkwasserkraftwerk besonders gut gelungen, vorhandene Energieressourcen zu nutzen. Der Höhenunterschied, den das Trinkwasser bewältigen
muss, wird durch dieses Kraftwerk optimal genutzt. Sauberes Trinkwasser erzeugt hier saubere Energie", sagte Energiereferent Eisl während der Besichtigung
des Trinkwasserkraftwerkes.
Bürgermeister Günther Mitterer zeigte
sich über das neue Kraftwerk erfreut: "Früher musste ein Druckregler den Druck des
Trinkwassers, den es beim Hin­abfließen
aufgebaut hat, abbauen. Jetzt kann dieser
Druck in Energie umgewandelt werden."
Das Trinkwasserkraftwerk Hubangerl hat
eine Nennleistung von 5,5 Kilowatt, das
sind effektiv 45.000 Kilowattstunden pro
Jahr. Der Gemeinde St. Johann ist es sehr
wichtig, ökologische Maßnahmen zur effizienteren Energienutzung umzusetzen.
Besichtigung Trinkwasserkraftwerk St. Johann
am 06.05.2010: im Bild v. li: Bgm. Günther Mitterer, Wassermeister Gerhard Thurner, LR Sepp
Eisl (Foto LPB Franz Neumayr)Durch eine aktive umweltbewusste Energiepolitik sollen Ressourcen in der Gemeinde geschaffen und den Bürgern mit
gutem Beispiel vorausgegangen werden.
Das Trinkwasserkraftwerk ist ein weiterer
Schritt zu einer aktiven Energiepolitik.
Das e5-Projekt hat die Gemeinde hier bei
der Umsetzung unterstützt. Durch das
e5-Projekt soll es Gemeinden ermöglicht
werden, ihre bisherige Energiepolitik
überprüfen zu können und neue Zukunftsstrategien abzuleiten.
Sbg.Landeskorrespondenz,14.05.2010
Salzburgs Fischerei, 3/2010	33FISCHERS FÄNGE
Bachforelle - St. Martinsbach (Tbg.)Bachforelle - Salzach (Kuchl)Fangdatum:
aus HüttauFangdatum:
Walter MüllerBarbe - Wolfgangsee NordRegenbogenforelle - AlmFangdatum:
Köder: Roter
StojkovicFangdatum:
Köder: 12-er
14-er Vorfach
PichlerHecht - WolfgangseeHecht - WolfgangseeFangdatum:
AmanFangdatum:
Günther AmanSchuppenkarpfen – Ausgleichsb. AlmRenke - Zeller SeeFangdatum:
Roland WidlFangdatum:
Stöcklinger34 Salzburgs Fischerei, 3/2010FISCHERS FÄNGE	Regenbogenforelle - obere SalzachZander - WallerseeFangdatum:
Peter Schien
(FV Salzburg)Fangdatum:
Köder: Schleppen
SpatzeneggerKarpfen – Ausgleichsbecken AlmflussHecht - WiestalstauseeFangdatum:
Georg Poth
jun.Fangdatum:
Köder: Hecht­
streamer an der
Georg HaitzmannSchuppenkarpfen - WolfgangseeRegenbogenforelle - Salzach (FV Hallein)Fangdatum:
Günther AmanFangdatum:
Stefanie ZillerRegenbogenforellen - Teich ThomatalSchuppenkarpfen – WallerseeFangdatum:
Längen: 54 cm/
kg/1,48 kg
Simon MoserFangdatum:
Helmut Ramp
jun.Salzburgs Fischerei, 3/2010	35VEREINE
Sa l z bu r g er S po r t f i s c h e r e i -Verein (SSFV)
Der Salzburger SportfischereiVerein veranstaltete am Sa.
05. Juni 2010 in seiner Fischteichanlage – in der „Ranch“ in
Seekirchen-Gezing – wieder einen Tag der
offenen Tür, bei welchem Vereinsmitgliedern und sonstigen an der Fischerei interessierten Personen die Möglichkeit geboten wurde, die Aufzucht von Äschen und
Bachforellen aus unseren heimischen Gewässern naturnah zu beobachten.
Bei herrlichem Wetter fanden sich viele
Interessierte am Ranchgelände ein, konnten die Teichanlagen und die der Aufzucht dienenden Einrichtungen besichtigen, unter anderem auch die Produktion
von Artemia (winzige Salinenkrebschen
als Futter für Äschenbrut), und sich anschließend an geselchten oder auch an
frisch frittierten Forellen sowie an Kuchen und Kaffee gütlich tun. Zur Veranstaltung konnte der Obmann des SSFV,
Franz R. Honeder, auch etliche honorige Gäste aus den Kreisen der Fischerei
begrüßen, so den Landesfischermeister
Gerhard Langmeier und die Geschäftsführerin des Landesfischereiverbandes
Mag. Daniela Latzer, sowie den Bezirksfischermeister Salzburg-Stadt, BernhardScheichl mit Abordnung aus der PPS Liefering, den Bezirksfischermeister für den
Tennengau, Andreas Wiskocil, und auch
vom benachbarten Fischereiverein Freilassing e.V., den 1. Vorsitzenden Reinhold Priller.
Obm. Franz R. Honederv.l.: Landesfischermeister Gerhard
Langmaier, Bezirksfischermeister für den
Tennengau Andreas
Wiskocil und 1. Vorsitzender des Fischereivereins Freilassing
e.V. Reinhold Priller.Franz Rieder als „Schankbursch“Felix Riefler als „Profi-Fritteur“ mit Maria Rest als
Produzentin schmackhafter Beilagen.
36 Salzburgs Fischerei, 3/2010Die Besucher fühlten sich sichtlich wohl beim Tag
der offenen Tür. Fotos (4): PPS, ScheichlVEREINEEmir Bahtiri,
Karpfen mit 90
cm und 14,8 kg,
gefangen am 25.
Hürdenteich in
WeitwörthFriedrich Krendl,
Karpfen mit 9,5
kg, gefangen am
am Salzachsee in
LieferingErwin Monz,
Waller mit 102 cm
und 15 kg, gefangen am 6. Mai
2010 am Salzachsee in LieferingWalter Stadler,
1. Mai 2010 am
Salzachsee in
LieferingDen Fängern wünscht der SSFV dazu ein herzliches Petri-Heil.Karner‘s Fischteiche
oder zubereiten lassen.Ganzjährig geöffnet!
Salzburgs Fischerei, 3/2010	37VEREINE
Ku ra t o r i u m de r Pe t e r - P f e nninger-Schenkung
Fischerjahrtag 2010
Der Lieferinger Fischerjahrtag
2010 war wieder ein Fest der
Fischerei: am Sonntag nach
Peter und Paul lud das Kuratorium der Peter-Pfenninger-Schenkung zum Fischerjahrtag. Nach der festlichen Fischermesse wurden Lieferinger
Senioren zum Mittagstisch gebeten.historischen Festtags der Lieferinger Fischerei verdiente Persönlichkeiten für
ihre Verdienste um Liefering ausgezeichnet wurden.Josef Schmitzberger wird mit dem Silbernen
Ehrenzeichen des Landesfischereiverbandes
ausgezeichnet: v.l. Bürgermeister Dr. Heinz
Schaden, Josef Schmitzberger, Landesfischermeister Gerhard LangmaierIm Festzelt beim Gasthof Hartlwirt erstattete das Kuratorium den (zuvor vom
Gemeinderat der Stadt Salzburg beschlossenen) Bericht an die Lieferinger Bevölkerung, ehe im Rahmen diesesKR Josef Sturm (Silber), Franz Eisl sen. (Gold),
Ing. Gerhard Hatheier (Silber), Walter Zeitlhofer
(Gold) und Gerhard Pirchner (Silber) durften die
Auszeichnungen und Gratulationen von Bürgermeister Dr. Heinz Schaden, seiner Vizebürgermeister Dipl.Ing. Harald Preuner und Dr. Martin
Panosch sowie PPS-Obmann Bernhard Scheichl
entgegen nehmen.Mhm: so ein leckerer Fisch!
38 Salzburgs Fischerei, 3/2010Viel Petri-Heil beim Grenzland Jugendfischen am Karlsbader Weiher
Am Sonntag, 27. Juni 2010 traf sich die
Fischerjugend aus Salzburg, Bayern und
Mondsee bereits zum 9. Mal, um am
Karlsbader Weiher in Liefering ihr fischereiliches Können unter Beweis zu stellen. Diesmal hatte Petrus ein doppeltesVEREINEViel Petri-Heil am Karlsbader Weiher in Liefering und viele strahlende Gesichter.Einsehen und bescherte den 54 Jungfischern nicht nur herrliches Wetter, sondern auch sehr beißfreudige Fische. So
konnten zahlreiche Forellen, aber auch ein
großer Barsch gefangen werden.
begleitete das Jugendfischen wieder mit
der interessanten wissenschaftlichen Station „Fischen und Forschen am Karlsbader Weiher“. Sogar ein Kamerateam des
ORF war gekommen, um einen Salzburger
Beitrag für das Österreich-Bild „Fischerei“
(geplante Ausstrahlung im September
2010) zu drehen. Vorteil für Sie: PFENNINGER.TV war schneller!
„Grenzland-Jugendfischen“ und „Fischen
und Forschen am Karlsbader Weiher“ alsDie Verlosung der zahlreichen Sachpreise und
des Fischereizubehörs wird mit Spannung
erwartet.Beitrag zum „Tag der Natur“ erfreuen sich
nicht nur bei der Fischerjugend großer Beliebtheit. So konnten u.a. Gemeinderätin
Ursula Schupfer (Stadt Salzburg), Landesfischermeister Gerhard Langmaier, dieNicht nur Fischen, auch Forschen und Entdecken war angesagt bei der wissenschaftlichen Station des
Landesfischereiverbandes Salzburg.
Salzburgs Fischerei, 3/2010	39VEREINE
Landesfischereiräte Mag. Dr. Peter Laun
und Helmuth Wimmer, GF Mag. Daniela
Latzer, Reinhold Priller (Bayern) sowie die
Vorsitzenden der Salzburger Fischereivereine willkommen geheißen werden.
Die Fischerinnung Liefering unter Fischmeister Sepp Franz sorgte wie immer für
eine perfekte Organisation und stand den
Jungfischern mit Rat, Tat und fängigen
Ködern zur Seite. Auch für Jause und Getränke war gesorgt. Die abschließende
Verlosung der Erinnerungsgeschenke war
dann Abschluss und Höhepunkt der gelungenen Veranstaltung der Peter-Pfenninger-Schenkung Liefering.
Badegewässer-Hygienever­
Mit Landesgesetzblatt 56/2010
wurde die Badegewässer-Hygieneverordnung 2010 (Verordnung der Landeshauptfrau von Salzburg vom 15. Juli
2010, mit der die Badegewässer, deren
Wasserqualität zu überwachen und zu
bewirtschaften ist, und die Überwachungsstellen (Badestellen) festgelegt
werden) kundgemacht und wird auf
Grund des § 9a Abs 2 des Bäderhygienegesetzes - BHygG, BGBl Nr 254/1976, in
der geltenden Fassung verordnet. Diese
Verordnung tritt mit 7. August 2010 in
Nachzuschlagen unter www.ris.bka.gv.at40 Salzburgs Fischerei, 3/2010„Tag der offenen Tür“ beim SSFV in
der Fischzucht Gezing
In Seekirchen/Gezing hat der Salzburger
Sportfischerei-Verein seine Fischzucht, in
der auch die Äschen der Peter-PfenningerSchenkung auf Saalach- und Salzachreife aufgezogen werden. Beim „Tag der offenen Tür“ am Sa. 05.06.2010 kam dann
neben der Besichtigung der Fischzucht
auch das leibliche Wohl nicht zu kurz.
Die Mitarbeiter der PPS hatten am Vormittag noch Besatzarbeiten zu erledigen, der Nachmittag war dann aber
dem gemütlichen Teil der Fischerei gewidmet. (Weitere Fotos und einen Bericht finden Sie im Beitrag des
SSFV ab S. 36).„Pfenninger“ mit Familien beim gemütlichen
Zusammensitzen am Tag der offenen Tür in der
Fischzucht des SSFVVEREINE
V. Ö . A . F. V. - F i s c hereiverein Salzburg
Sommerfischen mit
Bei hochsommerlichen Temperaturen fand am Sa. 03.
Juli 2010 unser Sommerfischen
mit anschließendem Fischerfest an unserem Vereinsgewässer „Obere Salzach“
statt. Bei der Kartenausgabe um 07.00
Uhr konnten wir 38 Teilnehmer - Vereinsmitglieder und Gäste - begrüßen. Das
Sommerfischen bei annehmbaren Wasserverhältnissen dauerte bis 12.00 Uhr.
Insgesamt konnten 10 Regenbogen- und
2 Bachforellen gelandet werden. Für das
leibliche Wohl während unseres Fischerfestes sorgte wie immer unser bewährter
„Arbeitstrupp“, für gute Stimmung unser „Vereinsorchester“ Roman Strasser.
Es wurden frisch geräucherte Forellen,
Würstl, Grillfleisch, Getränke aller Art sowie Kaffee mit hausgemachten Kuchen
und Torten, gebacken von den „besseren
Hälften“ unserer Fischerkollegen, zum
Verzehr angeboten.Susanne Stübler und Tatjana Hochleitner beim
GrillenAls Ehrengäste durften wir den Bezirksfischermeister der Stadt-Salzburg und Obmann der Peter Pfenninger Schenkung
Bernd Scheichl mit Gattin Christine sowie
Mag. Daniela Latzer vom Landesfischereiverband Salzburg begrüßen.
Nach dem offiziellen Sommerfischen wurden unter den Teilnehmern Tageskarten
für verschiedene Gewässer und als Hauptpreis eine Saisonkarte 2011 für die „Obere Salzach“ verlost. Unser Vereinsmitglied
Horst Ortner war heuer der glückliche
Gewinner. Die Verlosung wurde von Bezirksfischermeister Bernd Scheichl, Horst
Franz Gratz und Josef Noisternig vorgenommen.Bernd Scheichl und Heinz BaumgartnerBernd Scheichl, Horst Franz Gratz und Josef
Noisternig bei der Verlosung der Preise.Daniela Latzer beim Kuchenbuffet
die zum Gelingen unseres Festes beigetragen haben. Insbesondere bei alle Firmen und Vereinen für die gespendeten
Getränke (Stieglbrauerei zu Salzburg),
Salzburgs Fischerei, 3/2010	41VEREINE
(Peter-Pfenninger-Schenkung, HSV Salzburg), bei der Salzburg
AG für den gratis zur Verfügung gestellten Strom und die Lagermöglichkeiten,
und ganz besonders aber beim SAG-Mitarbeiter Helmut Bachler, der in seiner
Freizeit tatkräftig zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hat. Weiters bei
Albert Griesner (Griller usw.), Bruno und
Tatjana Hochleitner (Getränke und Verpflegung), „Mattigtaler Bachfischerei“ Ulli
und Heinz Baumgartner (Fische zum Räuchern, Aufstriche), Fa. „Fisherman‘s Partner“, (Ködermaterial), Johann und Margarethe Ganzera (Sachpreise), Roman
Strasser (musikalische Unterhaltung) und
OAR Fred Oberneder sowie Peter Schien
(Fotos). Der Erlös dieser Veranstaltung
wird unseren Mitgliedern wie jedes Jahr
in Form eines „Extrabesatzes“ zu Gute
kommen.H. Bachler (KW Urstein), Bruno, Fritz, Max, Herbert, Gerhard usw. beim Abladen und Aufstellen.42 Salzburgs Fischerei, 3/2010Fliegenfischertage an der „Oberen
Salzach“
Unter der bewährten Leitung unseres
Fliegenfischerprofis Franz-Xaver Ortner
veranstalten wir am Sa. 06. und So. 07.
November 2010 unsere jährlichen Fliegenfischertage an der „Oberen Salzach“.
ff Treffpunkt: 09.00 Uhr am Parkplatz
vom „Gasthof Überfuhr“ (Übernachtungsmöglichkeit!), Ignaz-Rieder-Kai
43, 5026 Salzburg-Aigen, wo auch die
Streckenbekanntgabe erfolgt und der
Lizenzverkauf (€ 10,- pro Tag) stattfindet.
ff Fischereiende ist grundsätzlich um ca.
15.00 Uhr, anschließend gemeinsamer
Erfahrungsaustausch beim Fliegenfischerstammtisch im Gasthof Überfuhr.
Es ist aber den TeilnehmerInnen freigestellt weiter zu fischen oder am
Stammtisch teilzunehmen.
ff Eigenes „Fliegenzeug“ ist erforderlich.
ff Pro Lizenznehmer können 2 Stück
Salmoniden (bitte Schonzeiten und
Brittelmaße beachten) entnommen
Ein kräftiges „Petri Heil“ wünscht die Vereinsleitung. Eventuelle Änderungen werden in unserer Homepage (http://fischereiverein-salzburg.heim.at/)
gegeben.VEREINE
Am 07.06.2010 hatte unser Mitglied Herbert Roider besonderes Glück, er konnte eine Bachforelle mit 58 cm und einem
Gewicht von 1,8 kg aus unserem Vereinsgewässer „Obere Salzach“ erfolgreich landen.
Petri Heil!Der Ausfang eines Tages von Herbert RoiderV. Ö . A . F. V. - F ischereiverein Bruck
Gesetzliche Fischerprüfung
Nach vier Vorbereitungskursen im Jänner/Februar
dieses Jahres – geleitet von Simon Brandtner – konnten 6 Jugendliche und 11 Erwachsene zur Fischerprüfung antreten.
Beim Fischereiverein Bruck/Glstr.
steht die Jugend hoch im Kurs.
Die Jugend hat alle Möglichkeiten, das Fischen von der Pike auf zu erlernen.
Es findet jeden Monat mindestens ein Jugendfischen am Seekanal statt, die Beteiligung ist sehr groß.
20.03.	Wir konnten wegen Niedrigwasser
das Fischen an die Salzach verlegen. 16 Jugendliche zwischen
9 und 16 Jahren versuchten ihr
10.04.	Fischen am Seekanal – 13 Jugendliche
08.05.	Wir nahmen mit 6 Jugendlichen
am Jugendfischen auf dem Wolfgangsee teil.
05.06.	Fischen am Seekanal – 9 Jugendliche
19.06.	Wir wurden vom Bewirtschafter
des Ritzensees nach Saalfelden
eingeladen. Der Vorstand des Fischereivereins Bruck bedankt sich
03.07.	Traditionelles
Schulabschlussfischen - wobei die Jüngsten
mit Hilfe der älteren Jungfischer gut abschneiden konnten.
Die jüngeren Teilnehmer begannen mit dem Fischen, die älteren erhielten in einem theoretischen Teil Einblicke in die
Fisch- und Gewässerkunde. Anschließend
Die Wertung ergab sich aus Fischen und Zielwerfen:
1.	2.	3.	4.	Emma Schösser... 1540
Lea Etzlinger....... 1240
Patrick Huber........860
Niklas Etzlinger.....700Punkte
PunkteZum Schluss gab es für jeden Würstchen
und Limo.
Vielen Dank an unseren Bewirtschafter
Simon Brandtner, der die Teilnehmer in
die Fisch- und Gewässerkunde einführte,
und an alle, die der Jugend hilfreich zur
Salzburgs Fischerei, 3/2010	43VEREINE
Fi s c h e r e i v e r e i n H i n t e r s e e
Jungfischerkurs 2010
Der Jungfischerkurs fand
heuer am 29. und 30. Mai
statt. 17 Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren wurden in Theorie und Praxis auf die gesetzliche Fischerprüfung vorbereitet. Auch 5
Erwachsene nützten die Gelegenheit zur
Prüfungsvorbereitung.Obmann Joe Huber und Hans Pichler beim Theo­
riekursBeim Theorie-Teil am Samstag in der
Volksschule Hof referierten ObmannStv. Otto Lapuch und Fischermeister Ing.
Ernst Rittsteiger über die Bereiche Fischereirecht bzw. Gewässer-Ökologie, Hans
Pichler und Obmann Joe Huber über Wassertierkunde, Tier- und Umweltschutz,
das richtige Verhalten am Wasser und in
der Natur, sowie den sachgemäßen Gebrauch der Fanggeräte.
Am Sonntag ging es zum Übungsfischen
an den Hintersee. Mit großer Begeiste-rung gingen die Jungfischer ans Wasser
und schon bald hatte Marcus Konrad die
erste Bachforelle erfolgreich gekeschert.
Zum Wertungsende um 13.00 Uhr stand
fest, dass Marcus mit dem Fang von 3
Bachforellen (32, 38 und 39 cm) mit Abstand den Sieg davon getragen hatte.
Gerhard Steindl belegte mit einer 33-er
Bachforelle den 2. Platz. Alle weiteren Teilnehmer mussten sich mit Rotaugen undDer Sieger Marcus Konrad erhält von Obmann
Joe Huber und Obmann-Stv. Otto Lapuch eine
tolle SpinruteDer Sieger Marcus Konrad mit einer seiner Bachforellen
44 Salzburgs Fischerei, 3/2010VEREINE
Barschen zufrieden geben bzw. hatten einen Schneider.
Als Preise gab es Ruten, Rollen sowie diverses Angel-Zubehör. Weiters hatte Obmann-Stv. Otto Lapuch eine Menge an, für
Fischer nützlichen Werbematerialien von
der Salzburg AG zur Verfügung gestellt
(Maßband, Kappe, Pflasterbox, …). Zum
Ausklang gab es frisch geräucherte Forellen aus Wastl´s Fischselche. Das herrliche
Wetter nützten viele noch zu einem langen und gemütlichen Beisammensein im
Gastgarten von „Asi`s Seestüberl“.
Ein besonders herzlicher Dank gilt den
Vortragenden Otto Lapuch, Hans Pichler und Ernst Rittsteiger, den Betreuern
Christian Ebner und Peter Schiessel. Beim
Landesfischereiverband bedanken wir uns
sehr herzlich für die gewährte Jugendförderung. Bei der gesetzlichen Fischerprüfung haben bis auf einen Jugendlichen
alle die Prüfung beim ersten Termin erfolgreich bestanden. Der Vereinsvorstand
wünscht den geprüften Jungfischern für
die weitere Zukunft viel Freude und Erfolg an den Gewässern und ein kräftiges
Fliegenbinder zu Gast am Hintersee
Auf Einladung des Vorstandes fanden sich
am 22. Mai 2010 Mitglieder des 1. Salzburger Fliegenbinder-Vereines zum Fliegenfischen am Hintersee ein.
Franz-Xaver Ortner, der Chef des Fliegenbinder-Vereines zeigte zu Beginn, dassFranz-Xaver Ortner fischter nicht nur ein exzellenter Fliegenbinder
ist, sondern auch perfekt Werfen und Fischen kann. Gleich zu Beginn konnte eine Seeforelle seiner selbstgebauten Fliege nicht widerstehen. Franz gab uns viele
Anregungen und Tipps. Er zeigte uns verschiedene Knoten, seine selbstkreierten
Streamer und Fliegen. Zu Mittag servierte
Wastl Sonnleitner frisch geräucherte Forellen.
Leider war aufgrund des langen Regens
der Wasserstand des Sees sehr hoch und
daher viele Stellen nicht erreichbar. Am
Abend blieb das Steigen der Forellen aus,
sodass das Ausfangergebnis eher mager war. Dennoch war es ein gelungener
Fischertag und alle stimmten dem Vorschlag zu, wieder zu kommen.
Die Teilnehmer saßen noch bis zur späten
Stunde in fröhlicher Runde in Asi´s Seestüberl.
Herzlicher Dank gebührt Manfred Folie,
der die Veranstaltung organisiert hatte,
sowie Franz X. Ortner für seine Wurfdemonstrationen und die vielen Anregungen.Fischereiverein Hintersee
p.A. Dir. Josef Huber5321 Koppl, Widmoosweg 5
Tel.: 06229-2375 und 0664-5316244
Dienst: 06229-2269, Fax. DW-4
Franz-Xaver Ortner Demonstration: Franz X.
Ortner zeigt einen seiner neuen Streamer
Salzburgs Fischerei, 3/2010	45VEREINE
Einladung zum Hegefischen und Saisonabschlussfest!
Wie im Vorjahr veranstalten wir für unsere
Mitglieder ein Hegefischen auf Flußbarsch
und Rotauge
ff Termin: Sa. 25. September 2010
ff Treffpunkt: 08.30 Uhr beim „Asi‘s
Seestüberl“ in Vordersee
ff Beginn: 09.00 Uhr, Wertungsende:
ff Angelgerät: 1 Angel mit max. 5 Haken
(Hegene) , Setzkescher
ff Nach Gewicht gewertet werden Flussbarsche und Rotaugen
ff Preise: Gutscheine von Anglergeschäften, Angelzubehör.
ff Nenngeld: € 5,- (für Jugendliche bis
18 Jahre gratis )Im Anschluss findet das traditionelle
Saisonabschlussfest statt, zu dem der
Vorstand des FV Hintersee alle Mitglieder
mit ihren Partnerinnen bzw. Partnern
Änderung bei den Lizenz-Verkaufsstellen
Mit Anfang Juni wurde der Verkauf von
Fischerei-Lizenzen für den Hintersee beim
Hirschpoint eingestellt. Bei allen anderen
Ausgabestellen sind Tages- und Wochenlizenzen weiterhin erhältlich.
Ausfangmeldungen
Die Fischereisaison am Hintersee endet
am 30. September. Wir bitten alle Jahreslizenz-Fischer die Ausfangmeldungen
nach Saisonende umgehend, spätestens
aber bis 31. Oktober 2010 in den Briefkasten bei „Asi`s Seestüberl einzuwerfen
bzw. an die Vereinsadresse zu senden.Fi s c h e r v e r e i n R e n k e Z e l l am See
22. Internationales Hegefischen auf die Zeller Renke
Renkenfischer sind mehr als
Wetterfest waren die 179 TeilnehmerInnen aus ganz Österreich, der
Schweiz und BRD anlässlich des 22. Intern. Hegefischens um die Zeller Renke
vom Fr. 28. bis So. 30. Mai 2010 am Zeller
See ganz bestimmt. Denn bei den tiefen
Temperaturen, fast ständigem Wind und
Regen braucht es schon wirkliche Männer/
Frauen dazu, um das Waidwerk des Petrus
vom schwankenden Boot aus, auszuüben.
Trotz aller wettermäßigen Unbilden wurde mit insgesamt über 340 kg Renken
wieder sehr gut am Zeller See gefangen.
Beeindruckend auch, dass die Renken in
den Größen mit mehr als 45 cm Länge
ständig zunehmen. Wichtige Punkte und
Platzierungen waren weiters auch für den
1. Salzburger Renkenbewerb zu vergeben, der Abschluss und die Siegerehrung
46 Salzburgs Fischerei, 3/2010findet ja am 11. und 12. September 2010
im Angelparadies Wolfgangsee statt.
Respektabstand des Siegers
Zum Sieg in der allgemeinen Klasse gratulierten Stadtrat Weber und Obmann
Haarlander am Sonntag im Hotel Bellevue
dem Maishofener Heinrich Stöcklinger mit
6,24 kg - über 1 kg Respektabstand - vor
Christian Fries aus Berchtesgaden 5,23 kg
und Erwin Panzl aus Piesendorf mit 5,09
kg Ausfang. Der 4. Platz ging an Gerhard
Winter aus Zell am See, mit 4,99 kg vor
David Steiner, Bruck/Glstr. mit 4,88 kg
und Franz Peter Esser, BRD mit 4,85 kg.
Der Sieg in der Jugendwertung ging an
Sarah Jankulik - ihre Anlagen sind sicher
geerbt von Opa Franz Jankulik - aus Zell
am See mit 4,04 kg (!) vor Lukas Friedl
aus Thalgau, Lukas Öllinger aus St. Gilgen am Wolfgangsee und Andreas Bayer
Die angetretenen Damen hatten mit der
Kärntnerin Margarethe Jöbstl mit 4,27 kgVEREINE
Ausfang vor der Saalbacherin Maria Prösser mit 2,47 kg, Mag. Karin Dangl aus
Waidhofen/NÖ mit 1,51 kg und Margarethe Meindl aus Linz mit 1,05 kg, die besten
Renkenfischerinnen ermittelt.
Sehr stark umkämpft war die beliebte
Teamwertung, diese wurde diesmal doch
wieder eine Domäne der heimischen
Zeller Fischer. Auf Rang 1 konnte sich
das Team Räucherhütte Zell (Jankulik,
Langreiter, Panzl, Pregenzer) mit 18,57
kg vor den Zeller Super Oldies mit 16,91
kg und den Petrus Lieblingen mit 16,87 kg
klassieren. Die im Vorjahr so guten und
dominierenden Fischer aus St. Wolfgang
mussten sich diesmal überraschend mit
den Rängen 5 und 6 der Teamwertung zufrieden geben.
Die Hechtwertung blieb diesmal ohne
zählbares Ergebnis, denn keiner der Teilnehmer konnte einen Hecht zur Abwaage
bringen. Einige große Hechte hatten es
zwar auf die Nymphensysteme oder die
Renken die gerade daran gedrillt wurden
abgesehen, doch erfolgreich gekeschert
wurde leider kein Hecht. Obmann Haarlander wies auf die Wirtschaftskraft der
Fischer, sowie auf die Nächtigungen der
Fischer hin, weil viele andere Gäste bei
„Sauwetter“ mit Heimreisen nicht lange
fackeln. Besonderer Dank galt auch allen Sponsoren und Unterstützern des 22.
Zeller Hegefischens, im Besonderen der
Stadtgemeinde Zell am See, der Schmittenhöhe Bahn AG und dem Hotel Bellevue. Stadtrat Weber dankte in der Abschlussansprache allen Fischern für die
Teilnahme und wies darauf hin, das die
Stadt Zell am See weiterhin sehr bemüht
ist, besten Fischbesatz aus der Fischzucht
Prielau in den Zeller See einzubringen, neben der Reinanke und der Seeforelle soll
künftig auch der Seesaibling forciert werden, daher werden weiterhin schöne Fischerstunden für Heimische und Gäste
Mit herzlichem Petri Heil bis zum Wieder	Obmann Willi Haarlander gratuliert Sieger Heinrich Stöcklinger aus MaishofenSieger der hart umkämpften Teamwertung
von links: Erwin Panzl, Stadtrat Weber, Obmann
Haarlander, Markus Pregenzer, Franz Jankulik
und Herbert Langreitersehen am 28. und 29. Mai 2011 am Zeller See dankte Obmann Haarlander allen
Freunden des FV Renke Zell am See für
ihre langjährige Verbundenheit.
Sommerliche Temperaturen - 2 Vereinsmeister - 10 kg Seesaiblinge
Das 1. Vereinsfischen am So. 11. Juli 2010
mit 38 Teilnehmern fand bei sehr sommerlichen Temperaturen von 05.00 Uhr
bis 12.00 Uhr statt. Renken wurden trotzdem mit 43 kg, laut Gesamtausfang, von
den meisten Teilnehmern gut gefangen.
Nach der Abwaage im Gasthof Seewirt,
beim Vereinskassier Klaus Lang, wurde
Mario Panzl bei der anschließenden Siegerehrung für 5 Minuten von Obmann Willi
Haarlander zum 1. Vereinsmeister gekürt.
Doch dann erschien verspätet Gerhard
Salzburgs Fischerei, 3/2010	47VEREINE
Winter, er war im Glauben, die Abwaage findet ab 14.00 Uhr statt, mit seinen
2,81 kg Ausfang, regelkonform gefangen
vor 12.00 Uhr. Somit war er an diesem
Tag einfach der Beste, daher musste sich
der Zeller See Bewirtschafter Mario Panzl
doch noch knapp mit Platz 2 begnügen.
Tolle Preise waren der Lohn an die Teilnehmer, so wurden vergeben: Renken-Ruten,
Spinn-Ruten, super Rollen und FischereiAccessoires an die ersten 20 Platzierten!
Für den Zeller See gibt es daher über 10
kg Besatz Seesaiblinge für 2011 zusätzlich, denn der Ertrag des Vereinsfischen
wird vom FV Renke Zell am See in Form
von Seesaibling-Besatz zweckgebunden
Obmann Haarlander dankte allen für das
Mitwirken und freute sich sehr über das
schöne Ergebnis, daher wird auch 2011
dieses Vereinsfischen ein Pflichttermin
13. Internationales Hechtfischen am
Zum 13. Internationalen Hechtfischen am
Zeller See wurde am So. 02. Mai 2010
vom FV Renke eingeladen. 31 Teilnehmer
aus ganz Salzburg nahmen gerne wieder
daran teil. Dem Hecht im Zeller See wurde
mit totem Köderfisch an der Schlepprute,
mit Gummifisch, Blinker oder Streamer an
der Fliegenrute nachgestellt. Die Hechte
hatten das diesjährige Hechtfischen, an-48 Salzburgs Fischerei, 3/2010ders als im Vorjahr, wohl nicht als besondere Einladung am Kalender stehen, denn
der Ausfang mit 7 Hechten (Vorjahr 13
Hechte) war „nur“ zufriedenstellend für
die Zeller See Verhältnisse. Bei der Abwaage im Gasthof Seewirt, konnte Obmann Willi Haarlander, dem Bewirtschafter Mario Panzl für einen Hecht von 79
cm auf Streamer zum Sieg gratulieren.
Den 2. Platz holte sich Albert Juric aus
Kaprun, durch einen Hecht mit 75 cm,
den 3. Platz belegte Sladan Tabucic mit
einem 70 cm langen Hecht. Der von etlichen als Geheimfavorit gehandelte Klaus
Lang, er hatte bisher schon zweimal gewonnen und sich ständig gut platziert,
verschob seinen nächsten Siegerhecht
auf das Hechtfischen 2011.
Gewonnen haben durch die Veranstaltungv.l.: 3. Sladan Tabucic (Innsbruck), Sieger Mario
Panzl (Bewirtschafter Zeller See) und 2. Platz
Albert Juric (Kaprun)VEREINE
nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die
Jugendabteilung des FV Renke, denn 25 %
des Nenngeldes wird dafür zweckgebunden verwendet.
Jugendfischen am So. 13. Juni 2010
Das traditionelle Zeller Jugendfischen des
FV Renke Zell am See wurde am So. 13.
Juni 2010 von 06.00 – 12.00 Uhr veranstaltet. Durch die sehr fachkundige Anleitung von den engagierten, erfahrenen
Renken-Spezialisten konnten die zahlreichen, interessierten Jungfischer, mit
dem Boot auf den Zeller See fahren um ihr
Wissen und Können für den Renkenfang
zu erweitern und zu vertiefen. Vor allem
der Umgang mit der Hegenerute, das
langsame Heben und Senken der Nymphen wurde fleißig geübt. Das Erkennen
der meist sehr feinen Bisse der Renken
war wohl das Wichtigste an gewonnener
praktischer Erfahrung. Auch die Erklärungen, wo und in welcher Tiefe und auf
welche bevorzugte Nymphe die Renken
beißen, sind unter den Jungfischern ganz
begehrte Informationen. Daher konnte
jeder der jugendlichen Teilnehmer „seine“ ersten Renken fangen und wertvolle
Tipps aus der Praxis erhalten. So war der
Ausfang an Renken sowohl in Anzahl und
Größe hervorragend. Deshalb sah man
nur zufriedene Gesichter beim Abschluss
und natürlich entsprechendes jugendliches Fachsimpeln im Gasthof Seewirt in
Zell am See.Zandererfolg
Markus Gschwandtner, Zell am See, mit
Petri Heil auf Zander,
70 cm und 3,20 kg.
auf 16er Schnur und 14er Haken des Nypmhensystems hängt am anderen Ende ein
Hecht mit fast 1 Meter! Franz Jankulik hat
am Zeller See diese Leistung vollbracht,
nach ca. 45 Minuten war der Hecht mit
99,5 cm und 7,80 kg im Kescher!
Petri Heil zu dieser wohl einmaligen Sternstunde im FischerlebenRekord-Zander: Das ist seit vielen Jahren der
größte Zander mit 1 Meter Länge und 8,61 kg
Gewicht von Roland Nothdurfter am 15.07.2010
im Zeller See gefangen. Nachhaltigkeit in der
Bewirtschaftung des Zeller Sees mit Zandern
plus Können und Ausdauer von Roland werden
dadurch für jeden sichtbar! Gratulation und Petri
Heil dem erfolgreichen Krimmler!
Salzburgs Fischerei, 3/2010	49L E S E S TO F F
Di e s ü ß e Q u a l d e s F l i e g e n fischens
vorab gelesen von DI Dr. Wilhelm TischendorfTony Burnand:
Die süße Qual des Fliegenfischens, 2006, 136
Seiten, broschiert, Verlag
fischueberalles.ch, Riehen/
Schweiz, ISBN 978-39056-7810-9
Preis: € 16,00Ein Trostbuch von Tony Burnand
Ich habe diese köstliche Abhandlung fast
in einem Zug gelesen und empfehle sie
wärmstens allen pessimistischen und verzagenden Fliegenfischern. Das „Trostbuch
für künftige Meister“ ist eine wunderbare Ergänzung zu der meist so ernsten
Fliegenfischer-Literatur. Recht abschrekkend beginnt zuerst einmal die Einleitung in die „süße Qual“. „Das Fliegenfischen – so stellt der Autor fest – ist viel
schwieriger und anspruchsvoller als solche Künste (wie Klavierspielen, Tennis
oder Schlittschuhlaufen), birgt es doch
für jeden, der sich in dieses Abenteuer
wagt und in sein Getriebe gerät, ungeahnte Quellen von Verdrießlichkeiten aller
Art, die sich unversehens……zu wahrlich
verheerenden Dramen auswachsen, neben denen sich die Familien-, Ehe- und
Berufsszenen bescheiden ausnehmen.“
Dabei führt der Autor unzählige schauerliche Beispiele an, sei es beim Wetter,
mit den feindlichen Tieren, bei der Ausrüstung, Bekleidung oder mit den lieben
Mitmenschen. Burnand kann einem so
richtig die Freude am Fliegenfischen nehmen, so drastisch werden die unendlichen
Hürden und Schwierigkeiten, die der Fischer zu überwinden hat, beschrieben. Es
sind deprimierende Schilderungen all der
Unbill, die einem widerfahren, die einem
jede Begeisterung am Erlebnis nehmen
müssen, würde man da nicht immer den
50 Salzburgs Fischerei, 3/2010versteckten Humor hinter all den Schilderungen erkennen. Deshalb wird auch
geraten, in solchen Situationen einfach
einmal das Handtuch zu werfen, um sich
Zeit zu lassen, warten zu lernen, und
vielleicht gar die paar Stunden bis zum
Abendsprung einfach nur dem quirligen
Wasser zuzusehen. Da zeigt der Autor auf
einmal die lichten, die schönen Seiten des
Fliegenfischens ebenso humorvoll, wie er
vorher mit diesem wunderbar hintergründigen Humor all die Ungemach dargestellt
hat. So enden dann doch letztlich auch die
dumpfesten Geschichten in Lobeshymnen
auf die geliebte Fliegenfischerei. Der Leser vergisst Rindvieh, Pferde, Hunde, Gelsen, den Riss im Watstiefel, den Stacheldraht, die zerbrochene Rute, und kann
wieder Mut schöpfen. Im letzten Kapitel
wird allerdings „wirklich gefährliches Gelände“ betreten, da werden nämlich die
menschlichen Beziehungen zu den lieben
Teilnehmern am Geschehen analysiert.
Nachdem Fliegenfischer im allgemeinen
einen geradezu „krankhaften Hang zum
Alleinsein, einen Drang zur völligen Unabhängigkeit am Fischwasser“ haben, wird
eine ganze Seite guter Empfehlungen gegeben, wie man den Begleiter oder die
Begleiterin los wird („Hören Sie, ich glaube, man ruft Sie vom Hause…wenn Sie
sich nur nicht erkälten, das Wetter sieht
bedrohlich aus“).
Und was geschieht mit Frauen beim Forellenangeln?
„Wenn das Barometer schönes Dauerwetter ankündigt, eine für das Angeln
eher ungünstige Voraussage, dann zögere nicht, deine Frau mitzunehmen, unter der Voraussetzung allerdings, dass
auch dein Freund seine Gattin mitbringt.
Ihr beide könnt dann ruhig angeln in der
Gewissheit, dass sich die Damen viele
Geheimnisse anzuvertrauen haben und
euch nicht lange am Wasser begleiten
werden“. Nach dem Lesen dieses Trost-L E S E S TO F F
buches wird den Fischer nicht mehr die
„Qual des Fliegenfischens“ plagen, sondern „das Angeln wird … ein Türchen
sein, durch welches ihr immer wiederin die Abenteuer einer Wunderwelt entschlüpfen könnt, aus dem Stadtleben,
aus den täglichen Sorgen und sogar vor
euch selbst.“S ü ß e F i s c h e aus Seen und Flüssen
Verlagsangaben (linke Spalte) mit Kommentar der Redaktion
Toni Mörwald, Herbert Hacker,
David Ruehm: Süße Fische aus
Seen und Flüssen – Die besten
Rezepte von Aal bis Zander, Residenz Verlag 2010, 320 Seiten,
zahlreiche Fotos, Hardcover,
ISBN: 978-3-7017-3185-5
Preis: € 34,90Forelle, Saibling, Zander – Fische aus Seen,
Teichen, Flüssen und Bächen sind eine Delikatesse. Und sie sind gesund, denn Süßwasserfische sind reich an gesundem Eiweiß,
cholesterinarm und oft mit einem überproportionalen Anteil an Omega-3-Fettsäuren
ausgestattet. Die steigende Nachfrage nach
Fisch als hochwertigem Lebensmittel aus
regionalen Beständen spürt auch die Zunft
der heimischen Fischanbieter, denn auch
die Köche der besten Restaurants folgen
diesem Trend: Auf ihren Speisekarten finden sich zunehmend Kreationen aus Reinanken, Huchen und Flusskrebsen.
Toni Mörwald hat in diesem Band seine besten Rezepte für Süßwasserfische zusammengestellt. Denn der Genuss von edlem
Karpfen, Hecht und Waller lässt sich problemlos auch zuhause am heimischen Herd
umsetzen. Schritt für Schritt erläutert er die
„süße Welt der Fische“: vom Einkauf über
die richtige Vorbereitung und die idealen
Zubereitungsarten bis zur Verfeinerung mit
den passenden Gewürzen, Saucen und Beilagen. In Wort und Bild zeigt er, wie Schuppen, Beizen und Filetieren funktionieren,
erklärt Blaukochen, Dünsten und Grillen
und verrät das Geheimnis des perfekten
Fischfonds. Mit einer ausführlichen Fischkunde, vielen Tipps und Tricks und den besten Rezepten zum Lesen und Nachkochen,
stimmungsvoll ins Bild gesetzt von Fotograf
David Ruehm.
Wir können den Verlagsangaben zustimmen: das Buch ist ansprechend und übersichtlich gestaltet und ist auch außerhalb
der Küche ein Genuss zum Durch­blättern:
einziger Wermutstropfen für uns ist jedoch, dass es für die (Spitzen)Gastronomie
scheinbar nicht ohne „Alpenlachs“ (Markenname für Eismeersaibling und atlantische
Lachse), arktische Seesaiblinge und dergleichen geht. Leider kann man sich nicht des
Eindrucks verwehren, dass dieses Buch mitunter der Bewerbung dieser oben genannten Fische bzw. Markenprodukte dient. Die
Autoren selbst schreiben im Vorwort „Fisch
als billiges Nahrungsmittel mit diffuser Herkunft ist fragwürdiger denn je geworden.
Dafür steigt die Nachfrage nach Fisch als
hochwertigem Lebensmittel aus regionalen
Beständen mit Anspruch auf höchste Qualität und hervorragenden Geschmack.“
In der allgemeinen Beschreibung zum „Alpenlachs oder Kavalierlachs“ ist in der Überschrift als wissenschaftliche Bezeichnung
Salvelinus alpinus angeführt, weiter unten
jedoch erst der Hinweis, dass Eismeersaibling (Salvelinus lepeschini) und Atlantische
Lachse (Salmo salar) als sog. Markenbezeichnung „Alpenlachs“ in österreichischen
Zuchtanlagen eingebürgert wurde. Der Alpenlachs ist aber keine eigene Fischart, wie
hier suggeriert wird. Salvelinus alpinus war
noch bis 1997 die wissenschaftliche Bezeichnung für den heimischen Seesaibling.
Grundsätzlich möchten wir das Buch aber
dennoch empfehlen, finden sich auch Rezepte mit sonst selten verwendeten Fischarten wie etwa Brachsen oder Amur. Anstelle
von Eismeersaibling, arktischen Seesaibling
udgl. kann man durchaus auf andere Salmoniden zurückgreifen, denn der eigenen Kreativität sind beim Kochen ja ohnehin keine
Salzburgs Fischerei, 3/2010	51P.b.b. GZ 02Z030237 M Verlagspostamt 5020 Salzburg
Landesfischereiverband Salzburg, Reichenhallerstr. 6, 5020 Salzburg DVR: 0940691All pages:12456789101112131415161718192021222324252627282930313233343536373839404142434445464748495051InfoFavouriteLikeShareDownloadMoreSalzburgs Fischerei 3/2010 Published on Apr 23, 2012 Offizielles Presseorgan des LFV SalzburglfvsFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore

References: § 18
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 § 29
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 § 3
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 § 9