Source: https://www.rechtslupe.de/familienrecht/die-versaeumte-beschwerdefrist-in-familiensachen-und-die-adressierung-des-wiedereinsetzungsantrags-3105904
Timestamp: 2019-09-18 15:40:31+00:00

Document:
Die ver­säum­te Beschwer­de­frist in Fami­li­en­sa­chen – und die Adres­sie­rung des Wie­der­ein­set­zungs­an­trags | Rechtslupe
Die versäumte Beschwerdefrist in Familiensachen - und die Adressierung des Wiedereinsetzungsantrags
Die ver­säum­te Beschwer­de­frist in Fami­li­en­sa­chen – und die Adres­sie­rung des Wie­der­ein­set­zungs­an­trags
Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand wegen der Ver­säu­mung der Beschwer­de­frist muss inner­halb einer zwei­wö­chi­gen Frist bean­tragt wer­den, § 113 Abs. 1 Satz 2 FamFG i.V.m. § 234 Abs. 1 Satz 1 ZPO. Emp­fangs­zu­stän­dig für den Antrag auf Wie­der­ein­set­zung ist gemäß § 117 Abs. 5 FamFG i.V.m. § 237 ZPO das Ober­lan­des­ge­richt.
Nach § 237 ZPO ist der Antrag auf Wie­der­ein­set­zung an das Gericht zu rich­ten, wel­ches auch über den Antrag auf Wie­der­ein­set­zung ent­schei­det. Dies ist das Gericht, dem die Ent­schei­dung auch über die nach­ge­hol­te Pro­zess­hand­lung – hier über die Beschwer­de – zusteht.
Zwar ist gemäß § 64 Abs. 1 FamFG die Beschwer­de selbst beim Aus­gangs­ge­richt – hier dem Amts­ge­richt – Fami­li­en­ge­richt – ein­zu­le­gen. Eine Ent­schei­dung über die Beschwer­de erfolgt aller­dings gemäß § 119 Abs. 1 Nr. 1a GVG durch das jeweils zustän­di­ge Ober­lan­des­ge­richt. Dar­aus folgt, dass der Antrag auf Wie­der­ein­set­zung inner­halb der Frist grund­sätz­lich beim jewei­li­gen Ober­lan­des­ge­richt ein­zu­le­gen ist1.
Im vor­lie­gen­den Fall ergibt sich auch kei­ne ande­re Bewer­tung im Hin­blick auf die Pflicht des Fami­li­en­ge­richts zur unver­züg­li­chen Wei­ter­lei­tung die­ses Antra­ges an das Ober­lan­des­ge­richt2. Der Wie­der­ein­set­zungs­an­trag ist beim Amts­ge­richt – Fami­li­en­ge­richt – an einem Frei­tag ein­ge­gan­gen. Inner­halb des ordent­li­chen Geschäfts­gangs ist eine Wei­ter­lei­tung der­art, dass die­ser Schrift­satz zum Frist­ab­lauf am kom­men­den Mon­tag das Ober­lan­des­ge­richt erreicht hät­te, nicht mög­lich gewe­sen. Zu Eil­maß­nah­men wie zum Bei­spiel eine Wei­ter­lei­tung per Tele­fax ist das Fami­li­en­ge­richt nicht ver­pflich­tet gewe­sen3, mit­hin der Wie­der­ein­set­zungs­an­trag als ver­spä­tet anzu­se­hen ist.
Schles­wig ‑Hol­stei­ni­sches Ober­lan­des­ge­richt, Beschluss vom 6. Janu­ar 2016 – 10 UF 169/​15
Die beim fal­schen Gericht ein­ge­reich­te Beschwer­de Hat ein Betei­lig­ter ent­ge­gen § 64 Abs. 1 Satz 1 FamFG die Beschwer­de­schrift beim unzu­stän­di­gen Beschwer­de­ge­richt ein­ge­reicht und damit die Beschwer­de­frist ver­säumt, so ver­stößt die…
Die falsch adres­sier­te Beschwer­de­schrift – und die… Wird in einer Fami­li­en­streit­sa­che die Beschwer­de anstatt bei dem gemäß § 64 Abs. 1 FamFG für ihre Ent­ge­gen­nah­me zustän­di­gen Amts­ge­richt beim Beschwer­de­ge­richt ein­ge­legt, hat das…
Ent­behr­lich­keit eines Wie­der­ein­set­zungs­an­trags nach… Zwar ist gemäß der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­ho­fes "bei ord­nungs­ge­mä­ßer Ver­fah­rens­füh­rung" in Fami­li­en­streit­sa­chen nach Besei­ti­gung des Hin­der­nis­ses für die Beschwer­de­ein­le­gung inner­halb zwei­wö­chi­ger Frist einer­seits beim Amts­ge­richt…
Pro­zess­kos­ten­hil­fe – und der Anwalts­zwang für das… Der ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe­be­dürf­ti­ge Rechts­mit­tel­füh­rer ist auch dann an der recht­zei­ti­gen Ein­le­gung des Rechts­mit­tels gehin­dert, wenn er ein wegen bestehen­den Anwalts­zwangs unzu­läs­si­ges per­sön­li­ches Rechts­mit­tel ein­ge­legt und dafür…
Wie­der­ein­set­zung bei anwalt­li­cher Ver­tre­tung und fal­scher… Ist die Rechts­mit­tel­be­leh­rung (hier: in einer Land­wirt­schafts­sa­che) im ange­foch­te­nen Beschluss des Amts­ge­richts inhalt­lich falsch und legt ein Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­ter in Befol­gung der fal­schen Beleh­rung und im…
Recht­li­ches Gehör bei ver­säum­ter Beschwer­de­frist Vor Ver­wer­fung einer Beschwer­de wegen Ver­säu­mung der Beschwer­de­frist ist dem Rechts­mit­tel­füh­rer durch einen Hin­weis recht­li­ches Gehör zu gewäh­ren, um ihm die Mög­lich­keit zu geben, sich…
vgl. BGH Fam­RZ 2013, 1385; Musielak/​Voit/​Grandel, ZPO 12. Aufl.2015, § 237 ZPO Rn. 1 [↩]
vgl. BGH Fam­RZ 2014, 550 [↩]
vgl. BGH Fam­RZ 2014, 550 Rn. 15 [↩]
BeschwerdefristWiedereinsetzung

References: § 113
 § 234
 § 117
 § 237
 § 237
 § 64
 § 119
 § 64
 § 64
 BGH 
 § 237
 BGH 
 BGH