Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsg_sperenberger_gipsbrueche
Timestamp: 2019-04-23 16:43:41+00:00

Document:
Verordnung über das Naturschutzgebiet „Sperenberger Gipsbrüche“
(GVBl.II/98, [Nr. 07], S.173)
geändert durch Artikel 12 der Verordnung vom 10. November 2016
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen in der Gemeinde Sperenberg im Landkreis Teltow-Fläming werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Sperenberger Gipsbrüche".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 24 Hektar. Es umfaßt folgende Flächen in der Gemarkung Sperenberg Flur 2,
Flurstücke 121/2, 121/3, 121/4, 122, 139, 150/1, 184, 185, 201, 205-207;
anteilig die Flurstücke: 120, 123, 132, 133, 137, 138, 140, 142, 145-149, 151, 159 (nordöstlich des Weges), 160, 167 (nordöstlich des Weges),168 (nordöstlich des Weges), 178, 183, 186, 188, 191 (nördlich des Weges), 192 (nördlich des Weges), 195, 196, 199, 203/1.
(2) Eine Kartenskizze ist dieser Verordnung zur Orientierung als Anlage beigefügt.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer topografischen Karte mit dem Titel „Topografische Karte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet und Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung „Sperenberger Gipsbrüche“ und einer Flurkarte mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die topografische Karte mit der Blattnummer 1 von 1 im Maßstab 1 : 10 000, unterzeichnet von der Siegelverwahrerin am 5. September 2016, Siegelnummer 13 des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, ermöglicht die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in der Flurkarte der Gemarkung Sperenberg, Flur 2, im Maßstab 1 : 3 000 mit der Blattnummer 1, unterzeichnet von der Siegelverwahrerin am 18. Februar 1998, Siegelnummer 9 des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung.
(4) Die Verordnung mit Karten kann bei dem für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Fachministerium des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Teltow-Fläming, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
als Standort seltener, in ihrem Bestand bedrohter wild wachsender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Trockenrasen (Kalk- und Sandtrockenrasen) und der submersen Pflanzengesellschaften mäßig nährstoffversorgter Kleingewässer und der Röhrichtstreifen;
als Lebensraum bestandsbedrohter Tierarten, insbesondere als Brut- und Nahrungsgebiet für zahlreiche Kleinvogelarten insbesondere für gefährdetete Singvogelarten sowie als Rückzugsgebiet für bestandsbedrohte Lurche und Reptilien;
aus erdgeschichtlichen Gründen als Geotop wegen der besonderen Eigenart des Gebietes als einziger Gipsbruch im Gipshut Sperenberg mit durch wechselhafte Geländegestaltung und wassergefüllte Restlöcher ausgezeichnetem Gelände sowie
aus landeskundlichen und wissenschaftlichen Gründen wegen der Seltenheit des Gebietes.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Sperenberger Gipsbrüche“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis (Dünen im Binnenland), Oligo- bis mesotrophen kalkhaltigen Gewässern mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen und Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Trockenen, kalkreichen Sandrasen als prioritärem natürlichen Lebensraumtyp im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Fischotter (Lutra lutra) und Kammmolch (Triturus cristatus) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume.
außerhalb der für den öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege sowie der nach öffentlichem Straßenrecht gekennzeichneten Reitwege zu reiten;
zu baden oder zu tauchen, zu lagern, Feuer zu verursachen, zu zelten oder Wohnwagen aufzustellen;
Schmutzwasser, Gülle, Dünger, Gärfutter oder Klärschlämme auszubringen, einzuleiten, zu lagern oder abzulagern, die §§ 4 und 5 der Klärschlammverordnung bleiben davon unberührt;
Kirrungen auf nährstoffarmen Standorten (Trockenrasen) anzulegen.
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung und die Angelfischerei;
die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe daß § 4 Abs. 2 Nr. 23 weiter gilt;
Von den Verboten dieser Verordnung kann die oberste Naturschutzbehörde gemäß § 72 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes Befreiung gewähren.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Abs. 2 Nr. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(1) Der Erlaß von Behandlungsrichtlinien zur Ausführung des Schutzzweckes und die Duldung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege richten sich nach den §§ 29 und 68 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes.
Anlage 1 (zu § 2 Absatz 2) - Kartenskizze zur Lage des Naturschutzgebietes und Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung "Sperenberger Gipsbrüche" 683.6 KB

References: § 2
 § 7
 § 7
 § 7
 § 11
 § 4
 § 72
 § 73
 § 4
 § 2