Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=10.11.1983&Aktenzeichen=IV%20R%2062/82
Timestamp: 2019-07-19 11:15:56+00:00

Document:
BFH, 10.11.1983 - IV R 62/82 - dejure.org
https://dejure.org/1983,907
BFH, 10.11.1983 - IV R 62/82 (https://dejure.org/1983,907)
BFH, Entscheidung vom 10.11.1983 - IV R 62/82 (https://dejure.org/1983,907)
BFH, Entscheidung vom 10. November 1983 - IV R 62/82 (https://dejure.org/1983,907)
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StAnpG § 6; EStG § 15 (Abs. 1) Nr. 2
EStG § 15 Abs. 1 Nr. 2; StAnpG § 6 Abs. 1, 2
BFHE 141, 12
BStBl II 1984, 605
Damit besteht kein Widerspruch mehr zu der sog. "Niederländische-Brüder-Entscheidung" (BFH in BFHE 141, 12, BStBl II 1984, 605).
Soweit das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 11. November 1983 IV R 62/82 (Bundessteuerblatt - BStBl - II 1984, 605) das Besteuerungsrecht des deutschen Fiskus hinsichtlich der Sondervergütungen eines niederländischen Mitunternehmers an einer inländischen Personengesellschaft dem deutschen Fiskus zugewiesen habe, habe Schröder (Steuerliche Betriebsprüfung - StBP - 1989), diese Auffassung als rechtlich zumindest für zweifelhaft angesehen, weil es danach dem Steuerpflichtigen überlassen werde, ob er sich im Rahmen eines Verständigungsverfahrens gegen die Doppelbesteuerung wehre.
Piltz (in Debatin/Wassermeyer, Doppelbesteuerung, Lose Blatt, OECD-MA Artikel 7 Anm. 108) ziehe aus der Rechtsprechung des I. Senats des BFH das Resümee, dass Sondervergütungen immer dann, wenn sie auch die Voraussetzungen einer anderen abkommensrechtlichen Einkunftsart erfüllten, abweichend vom BFH-Urteil vom 10. November 1983 IV R 62/82 (…a.a.O.) grundsätzlich losgelöst von dem Gewinnanteil des Personengesellschafters zu erfassen seien.
Der Grund dafür, dass der Antrag auf Freistellung der umstrittenen Zinsen erst im Rahmen der Bp im Jahr 1994 gestellt worden sei, beruhe darauf, dass erst durch das BFH-Urteil vom 27. Februar 1991 I R 15/89 (…a.a.O.) eine von der Rechtsprechung des IV. Senats des BFH (Urteil vom 10. November 1983 IV R 62/82, a.a.O.) abweichende Lösung aufgrund der Diskussion im Schrifttum als möglich erschienen sei.
Ob der Bekl sich diesbezüglich auch zutreffend auf die vom Wortlaut des Art. 11 Abs. 3 DBA-USA (1989) abweichende Regelung des Art. 14 Abs. 2 DBA-Niederlande ergangene Entscheidung des 4. Senats des BFH vom 10. November 1983 IV R 62/82 (BStBl II 1984, 605) berufen hat, konnte der Senat im Hinblick auf die unterschiedlichen Formulierungen im hier nicht entscheidungserheblichen DBA-Niederlande und den Umstand, dass DBA in erster Linie aus sich selbst heraus auszulegen sind (vgl. BFH-Urteil vom 18. Mai 1983 I R 5/82 BStBl II 1983, 771), offen lassen.
Vergütungen für die Hingabe von Darlehen i.S. des § 15 Abs. 1 Nr. 2 Halbsatz 2 EStG sind zwar nicht nur Entgelte für Darlehensverhältnisse im zivilrechtlichen Sinne, sondern nach dem Zweck dieser Norm jede Gegenleistung, die ein Gesellschafter von der Gesellschaft für die Überlassung von Kapital zur Nutzung erhält, also auch Gewinnanteile eines stillen Gesellschafters (vgl. Senatsurteil vom 10. November 1983 IV R 62/82, BFHE 141, 12, BStBl II 1984, 605).
b) Der Senat sieht sich nicht durch das BFH-Urteil vom 10. November 1983 IV R 62/82 (BFHE 141, 12, BStBl II 1984, 605) an der getroffenen Entscheidung gehindert.
Dies ist nicht nur bei der Fortführung eines Darlehensverhältnisses, sondern für jede Überlassung von Kapital anzunehmen (BFH-Urteil vom 10. November 1983 IV R 62/82, BFHE 141, 12, BStBl II 1984, 605).
Maßstab für eine solche Gestaltung ist das an Sachverhalt und Zielsetzung orientierte Vorgehen "verständiger Parteien" (vgl. BFH-Urteil vom 17. Mai 1984 V R 118/82, BFHE 141, 339, 352, BStBl II 1984, 678, 684 f.), die die verkehrsrechtlichen Vorschriften beachtet und die Zulassung bei der für den voraussichtlichen regelmäßigen Standort zuständigen Zulassungsstelle beantragt, nicht aber eine - gemessen am Ziel der Zulassung - ungewöhnliche, hier sogar vorschriftswidrige Gestaltung gewählt hätten (vgl. BFH-Beschluß vom 29. November 1982 GrS 1/81, BFHE 137, 433, 444, BStBl II 1983, 272, 277; BFH-Urteil vom 10. November 1983 IV R 62/82, BFHE 141, 12, 14, BStBl II 1984, 605, 606).
§ 6 StAnpG will alle Fälle erfassen, in denen auf dem angemessenen Wege höhere Steuern in der Bundesrepublik zu zahlen wären als auf dem tatsächlich eingeschlagenen (BFH-Urteil vom 1. Dezember 1982 I R 43/79, BFHE 140, 129, BStBl II 1985, 2); es kommt ausschließlich auf den Bezug des steuererheblichen Sachverhalts zum Inland und zu den inländischen Steuergesetzen an (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 29. Oktober 1981 I R 89/80, BFHE 134, 245, BStBl II 1982, 150, und vom 10. November 1983 IV R 62/82, BFHE 141, 12, BStBl II 1984, 605).
Der BFH hat in ständiger Rechtsprechung auch bei Bestehen von Doppelbesteuerungsabkommen die Einschaltung ausländischer Basisgesellschaften in Rechtsbeziehungen zum Inland anhand des § 42 AO 1977 überprüft (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 23.10.1991 I R 40/89, BFHE 166, 323, BStBl II 1992, 1026; vom 28.1.1992 VIII R 7/88, BFHE 167, 273, BStBl II 1993, 84 m.w.N.; vom 10.11.1983 IV R 62/82, BFHE 141, 12, BStBl II 1984, 605).

References: § 6
 § 15
 § 15
 § 6
 Art. 11
 Art. 14
 § 15

§ 6
 § 42