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Timestamp: 2019-11-12 20:42:05+00:00

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BVerfG, 29.03.2002 - 1 BvQ 9/02 - dejure.org
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BVerfG, 29.03.2002 - 1 BvQ 9/02 (https://dejure.org/2002,1898)
BVerfG, Entscheidung vom 29.03.2002 - 1 BvQ 9/02 (https://dejure.org/2002,1898)
BVerfG, Entscheidung vom 29. März 2002 - 1 BvQ 9/02 (https://dejure.org/2002,1898)
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Beschränkte Aufhebung des Verbots, bei einem Trauermarsch schwarze Fahnen mitzuführen - Klarstellung der einschlägigen verfassungsrechtlichen Maßstäbe
Einstweilige Anordnung - Versammlungsrecht - Anordnung sofortiger Vollziehung - Auflage - Trauermarsch - Bombenangriff auf Lübeck - Benutzung von Fahnen - Äußere Aufmachung - Öffentliche Ordnung - Gefahr - Rechtsextremistischer Veranstalter
GG Art. 8; BVerfGG § 32; VersG § 15 Abs. 1
OVG Schleswig-Holstein - 4 M 29/VG Schleswig-Holstein 3 B 41/02
VG Schleswig, 28.03.2002 - 3 B 41/02
OVG Schleswig-Holstein, 28.03.2002 - 4 M 29/02
NVwZ 2002, 983
DVBl 2002, 1567 (Ls.)
Weitere Beispiele sind Redeverbote (…vgl. BVerfG, Beschlüsse der 1. Kammer des Ersten Senats vom 8. Dezember 2001 - 1 BvQ 49/01 -, NVwZ 2002, S. 713, …und vom 11. April 2002 - 1 BvQ 12/02 -, NVwZ-RR 2002, S. 500 ) oder die Untersagung der Verwendung von öffentlichkeitswirksamen Symbolen wie Fahnen (vgl. BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 29. März 2002 - 1 BvQ 9/02 -, NVwZ 2002, S. 983).
Das Gericht hat aber vielfach ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es nach den Grundsätzen des Eilrechtsschutzes entschieden habe, und hinzugefügt, dass die Überprüfung der Rechtmäßigkeit solcher Auflagen nach § 15 Abs. 1 VersG den Fachgerichten im Hauptsacheverfahren vorbehalten bleibe (vgl. statt vieler BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 29. März 2002 - 1 BvQ 9/02 -, NVwZ 2002, S. 983).
Als Grundlage der Gefahrenprognose sind konkrete und nachvollziehbare tatsächliche Anhaltspunkte erforderlich (vgl. BVerfGE 69, 315 ; 115, 320 ; BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 29. März 2002 - 1 BvQ 9/02 -, NVwZ 2002, S. 983); bloße Vermutungen reichen nicht aus (…vgl. BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 21. April 1998 - 1 BvR 2311/94 -, NVwZ 1998, S. 834 ).
Mit dem Zeigen von symbolträchtigen Gegenständen wie einer Fahne wird von der Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht (BVerfG, B.v. 29.03.2002 Nr. 1 BvQ 9/02, NVwZ 2002, 983).
Der schwarzen Fahne fehlt es schon an einem eindeutig auf den Nationalsozialismus bezogenen Symbolgehalt (BVerfG, B.v. 29.03.2002, a.a.O.).
Soweit der Beschluss vom 29.03.2002 Nr. 1 BvQ 9/02 gemeint ist, stellt sich der dieser Entscheidung zugrundeliegende Sachverhalt grundsätzlich anders dar.
Art. 8 GG schützt auch bildhafte und suggestive kollektive Meinungsbekundungen (vgl. BVerfG, Beschl. v. 27.4.1982, NJW 1982, 1803), wozu z. B. die Verwendung von Fahnen (vgl. BVerfG, Beschl. v. 29.3.2002, NVwZ 2002, 983), aber auch der Einsatz von Fackeln gehört.
Dies setzt nachweisbare Tatsachen als Grundlage der Gefahrenprognose voraus; bloße Vermutungen reichen nicht (BVerfG, Beschl. v. 29.3.2002 - 1 BvQ 9/02 -, NVwZ 2002, 983).
Könnten Einschränkungen der Versammlungsfreiheit stets auf solche Weise gerechtfertigt werden, wären Inhalt und Anzahl der Auflagen keine Grenzen gesetzt und das Versammlungsrecht derartiger Veranstalter wäre generell weitgehend ausgehöhlt." vgl. BVerfG, Beschluss vom 29. März 2002 - Az. 9/02 -, NVwZ 2002, 983-984, und juris, Rdnrn. 9 und 11.
Insoweit kann unabhängig vom Inhalt der auf einer Versammlung propagierten Meinungen die Art der gemeinschaftlichen Kundgabe eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellen bei provokativen oder aggressiven, das Zusammenleben der Bürger konkret beeinträchtigenden äußeren Umständen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 24. März 2001 - 1 BvQ 13/01 -, NJW 2001, 2069 f.; Beschluss vom 7. April 2001 - 1 BvQ 17/01 -, NJW 2001, 2072 ff; s. auch Beschluss vom 29. März 2002 - 1 BvQ 9/02-, NVwZ 2002, 983; ferner VGH Bad.-Württ, Beschluss vom 30. April 2002 - 1 S 1050/02 -, VBlBW 2002, 383 ff.).
Es ist in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts geklärt, dass das Mitführen von schwarzen Fahnen auf Versammlungen zwar nicht generell untersagt werden kann, eine Beschränkung der Zahl im Einzelfall jedoch rechtlich nicht zu beanstanden ist (BVerfG, Beschl. v. 29.03.2002 - 1 BvQ 9/02 -, NVwZ 2002, 983).
Die Kammer beschränkt deren Anzahl aber, wie dies im Beschluss des BVerfG vom 29.02.2002 (- 1 BvQ 9/02 -, juris) erfolgt ist, auf 10.
Ohne das Hinzutreten weiterer Umstände, die die Antragsgegnerin auch im Beschwerdeverfahren nicht substantiiert dargelegt hat, ist das Zeigen dieser Fahne auch nicht gemäß § 130 StGB strafbar (…Senatsbeschluss vom 15.06.2005, a.a.O.; vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.03.2002 - 1 BvQ 9/02 -, NVwZ 2002, 983 f.).
VG Hannover, 09.09.2009 - 10 B 3462/09
NPD-Eilantrag im Wesentlichen abgelehnt
VG Karlsruhe, 22.01.2005 - 2 K 394/05
60. Jahrestag des Bombardements Pforzheims
VG Braunschweig, 10.06.2005 - 5 B 414/05
Einschränkung des Versammlungsrechts durch versammlungsrechtliche Auflagen
OVG Niedersachsen, 11.09.2009 - 11 ME 447/09
VG Gera, 17.07.2006 - 1 K 576/05
Versammlungsrecht; versammlungsrechtliche Auflage; Ortsverlegung; polizeilicher …
VG Braunschweig, 29.06.2004 - 5 A 528/03
VGH Bayern, 17.08.2004 - 24 CS 04.2237
Kein Verbot der rechtsgerichteten Kundgebung am 21. August 2004 in Wunsiedel
OVG Niedersachsen, 08.05.2009 - 11 ME 260/09
Kundgebung vs. Demonstration

References: Art. 8
 § 32
 § 15
 § 15

Art. 8
 § 130