Source: https://www.regieverband.de/BVR/Geschichte/
Timestamp: 2017-09-22 02:27:50+00:00

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BVR - Der BVR - Geschichte
Chronik des BVR
Fast das ganze Jahr über wird mit dem ZDF in einem Schlichtungsverfahren nach § 36a UrhG um eine Vergütungsregel Auftragsproduktion gerungen. Mühsam nähert man sich an. Der Schlichter hat eine rechtsdogmatisch etwas befangene Rechtsauffassung zum Begriff des Mindesthonorars, was die Vergütungshöhe über Gebühr nach unten definiert. Vereinbart wird schließlich ein Basishonorar BVR, das ein avanciertes Mindesthonorar für Regisseure/innen mit 180 min. Werkerfahrung darstellt. Es gelingen Honoraranhebungen innerhalb eines beinahe kompletten Folgevergütungssystems sowie die Steigerung des Primetime-Wiederholungshonorarsatzes auf 50 %. Die Steigerungen sind über die Jahre gerechnet maßvoll und die Verbesserung der bisher kaum akzeptablen online-Vergütung bescheiden. Bei den Vergütungssätzen für die Mediatheken-Einstellung besteht weiterer Verhandlungsbedarf. Die Vergütungsregel Gage Kinospielfilm mit einem exklusiven Regie-Escalator ist abschlussreif. Der BVR möchte diese Vergütungsregel jedoch auch als Ergänzungstarifvertrag abschließen. Dem steht die Produzentenallianz noch etwas skeptisch gegenüber.
Die traditionelle Berlinale-Fachdiskussion wird abgelöst von einer entspannten Party in einer von mehr als 1.000 Personen gefeierten „Directors Night“. Im Zentrum der Verbandsarbeit stehen die kollektivvertraglichen Verhandlungen mit Pro7Sat.1 sowie dem ZDF. Mit dem Privatsender wird am 1.7. 2013 eine bahnbrechende Gemeinsame Vergütungsregel abgeschlossen. Es ist gelungen, den starren Buyout des privatwirtschaftlichen Senders aufzubrechen und durch erfolgsbedingte weitere Beteiligungen zu ergänzen. Diese beträgt pro Erfolgsstufe 5.000 (Serienfolgen) bzw. 10.000 EUR (TV-Movie). Voraussetzung ist, dass mehr als 5,25 Mio. bzw. 6,51 Mio. Zuschauer und Nutzer zu verzeichnen sind. Auch das vereinbarte Mindesthonorar von 61.000 EUR zzgl. USt wird durchweg positiv aufgenommen. Nicht ganz so konstruktiv wie mit Pro7Sat.1 verlaufen die Verhandlungen über eine Vergütungsregel Auftragsproduktion des ZDF, die nach einem gerichtlichen Vergleich, mit dem gleich drei Verfahren befriedet wurden, im Februar beginnen. Nach sechs Verhandlungsrunden hat sich das ZDF zwar etwas bewegt. Das Ergebnis der Honorarhöhe wie des wiederholungshonorarfähigen Honorars befriedigt jedoch nicht. Noch ganz am Anfang stehen die Verhandlungen mit der ARD. Hier hat der BVR den BR zu Vergütungsregel-Verhandlungen aufgefordert. Geantwortet hat jedoch der WDR, der die Federführung in der Juristischen Kommission der ARD hat. Er signalisierte eine ARD-weite Verhandlungsrunde, die im Dezember 2013 zum ersten Mal zusammen kommt.
Eine weitere Vergütungsregel zu Gagen und Erlösbeteiligung Kinofilm wird mit der ProduzentenAllianz (PA) verhandelt. Die PA zog es bisher vor, mit ver.di einen Ergänzungs-Tarifvertrag Erlösbeteiligung für Kinofilm-Urheber zu vereinbaren. Leider ist das Ergebnis der Beteiligung in Höhe von 7,5 % (in der realistischen 1. Stufe) für alle denkbaren Filmurheber und Leistungsschutzberechtigten sehr niedrig.
Aktiv beteiligt sich der BVR an der Debatte um die Novellierung des FFG, die 2013 graduelle Veränderungen bringt, und in den Gremien der FFA, die ab dem 1.1. 2014 neu berufen wurden. Der BVR entsendet zwei Regisseure/innen in die Vergabekommission und hat Sitz und Stimme im Verwaltungsrat sowie verschiedenen Unterkommissionen.
Im Juli stehen Neuwahlen aller Gremien der VG Bild-Kunst an, wozu der BVR eine umfangreiche Informations- und Mobilisierungskampagne initiiert. Dass nur die Hälfte der BVR-Mitglieder ihr Stimmrecht wahrnehmen, ist enttäuschend. Leider führt es dazu, dass die Interessen von Regisseuren nur bedingt durchsetzbar sind. Der BVR stellt mit Rolf Silber den Vorstand der BG III Film und Fernsehen, darüber hinaus jedoch nur ein Verwaltungsratsmitglied. Diese Unterrepräsentation sollte behoben werden.
Die 100%ige-Veranstaltungstochter BVR Services GmbH organisiert zum dritten Mal den Deutschen Regiepreis METROPOLIS. Erneut wird dazu im Rahmen des Branchengipfels Moviecom518 ein umfangreiches Panelprogramm geboten. Das reicht von der sehr stark nachgefragten Master Class zur Schauspieler-Inszenierung mit Mark Travis über Fachdiskussionen zur Filmurheberschaft und zur Pensionskasse bis zu Workshops zu Drehplan-Programmen und zu VFX-Bearbeitungstools. Die Preisträger 2013 sind: Rainer Erler für das Lebenswerk, (als Ehrenpreis der VG Bild-Kunst), Margarethe von Trotta für beste Regie Kino für „Hannah Arendt“, Nicole Weegmann für beste Regie Fernsehfilm für „Mobbing“, Kai Wessel für beste Regie Serie für „Zeit der Helden: Episode 3“, Jan Ole Gerster für beste Regie Nachwuchs für „Oh Boy“; Inigo Westmeier für beste Regie Dokumentarfilm für „Drachenmädchen“; Hermine Huntgeburth für beste Regie Kinder- und Jugendfilm für „Die Abenteuer des Huck Finn“; Katharina Dufner (ZDF) für die beste redaktionelle Leistung für „Tore tanzt“; Nina Maag für die beste produzentische Leistung für „Das Wochenende“; als AUDI Actors Award für die beste Schauspielerin: Katja Riemann für „Das Wochenende“ und für den besten Schauspieler: Julius Feldmeier für „Tore tanzt“.
Auf europäischer Ebene ist die Stellungnahme zu einer zukünftigen online-Distribution von AV-Werken besonders wichtig, um das Urheberrecht in Teilen europaweit zu harmonisieren. Die Berufsgruppe Regieassistenz/Continuity führte zwei Fortbildungsveranstaltungen durch: eine zu Drehplanprogrammen und eine zweite zur Zusammenarbeit mit der Produktionsleitung. In der neuen Berufsgruppe Dok-Regie wird ein Gagenspiegel erhoben, um daraus fairere Modelle für zukünftig angemessene Honorierungen von Buch und Regie von Dok.-Filmen bzw. kürzeren Formaten zu entwickeln. Außerdem engagiert sich der BVR für weitere Verbesserungen von ALG I-Bezug, für die Sicherung der KSK sowie zur Entrichtung von Pensionskassen-Beiträgen bei Auftrags- und Co-Produktionen öf.-re. Anstalten.
Auf der 37. Mitgliederversammlung in Berlin wird turnusgemäß der Vorstand neu gewählt.
Ihm gehören nun an: Peter Carpentier, Jobst Oetzmann und Stephan Wagner (geschäftsführend), Markus Bräutigam, André F. Nebe, Manuel Siebenmann, Petra Misovic sowie neu Bettina Woernle und Kirsten Esch (für die in den letzten Monaten vermehrt zum BVR gestoßenen Dokumentarfilm-Regisseure). Sie sind mit fantasievollen Veranstaltungen auf dem Münchner und dem Leipziger Dok.filmfest präsent und weisen auf katastrophale Produktions- und Vertragsbedingungen bei den Sendern hin.
Auf der 36. Mitgliederversammlung in Berlin wird die Satzung neu beschlossen. Der BVR benennt sich in BUNDESVERBAND DER FILM- UND FERNSEHREGISSEURE e.V. um und folgt damit der historischen Reihenfolge seiner Medienberufe.
Er stellt sich zudem nun auch als Partner für tarifvertragliche Regelungen neu auf. Außerdem gründet er eine Services GmbH. Sie soll die größer werdenden Veranstaltungen des BVR organisieren.
Auf der Berlinale wird in Zusammenarbeit mit Lancia erneut „Die Nacht der Regisseure“ gefeiert. Die BVR Services GmbH beginnt mit der Auslobung und Organisation des Deutschen Regiepreises METROPOLIS. Der Preis wird am 23. Juni in einer stimmungsvollen und von der Fach- wie Boulevardpresse gelobten Gala im Audi-Zentrum München vergeben. Preisträger sind: Ralf Huettner (Kinofilm), Aelrun Goette (Fernsehfilm), Dominik Graf (Fernsehserie), Feo Aladag (Nachwuchsfilm) sowie Peter Lilienthal (Ehrenpreis der VG Bild-Kunst für ein Lebenswerk). Die Preise sind mit insgesamt 40.000 EUR dotiert. Die Preisträger werden durch ein online-Voting der BVR-Mitglieder ermittelt.
In der VG Bild-Kunst setzt sich der BVR dafür ein, bei zukünftiger Wahrnehmung von Erstrechten (insb. von Vergütungsansprüchen aus ehemals unbekannten Nutzungsarten nach § 137 l UrhG) die tatsächliche urheberrechtliche Werkschöpfung zu beachten. Dazu legt der BVR eine umfangreiche Stellungnahme vor.
Bei den Neuwahlen der VG Bild-Kunst-Gremien wird Rolf Silber zum ehrenamtlichen Vorstand und Jobst Oetzmann in den Verwaltungsrat gewählt.
Das ZDF bietet dem BVR zwar Gespräche über Vergütungsfragen an, willigt jedoch nicht in die urhebervertragsrechtlich vorgesehene Schlichtung ein. Das OLG München setzt eine Entscheidung darüber aus, wogegen der BVR Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) einlegt. Das ZDF strengt vor dem LG Frankenthal eine negative Feststellungsklage an. Es meint, es wäre bei Auftragsproduktionen kein Werknutzer. In einem Gespräch mit Justizministerin Leutheusser-Scharrenberger werden dieses und andere Rechtsprobleme erörtert, welche die Anwendung des Urhebervertragsrechts aufgrund gezielter Ausflüchte und Verschleppungstaktik der Großverwerter stark behindern.
Die traditionelle Berlinale-Podiumsdiskussion des BVR steht im Zeichen der Veränderungen des Kinos im digitalen Zeitalter. Unter der Moderation von Rolf Silber diskutieren u.a. der Produzent Martin Hoffmann mit den digital- und VFX-erfahrenen Regisseuren Jo Baier, Dennis Gansel und Marco Kreuzpaintner.
Auf der 34. Mitgliederversammlung wird der Vorstand beauftragt, für Verhandlungen über Gemeinsame Vergütungsregeln nach § 36 UrhG dem ZDF eine letzte Frist zu setzen. Der BVR stellt nach dem Verstreichen beim OLG München den im Gesetz vorgesehenen Antrag, einen unabhängigen Vorsitzenden für ein Schlichtungsverfahren nach § 36a UrhG einzusetzen.
Die Mitgliederversammlung nimmt zudem mit großer Mehrheit die Declaration of Haugesund an, in der die wichtigsten internationalen Regie-Verbände Status, Stellenwert und Selbstverständnis ihres Berufes niedergelegt haben.
Bei der Neufassung des Rundfunkstaatsvertrages wird erreicht, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten ausgewogene Vertragsbedingungen nicht nur Produzenten, sondern auch Urhebern gewähren sollen. Dies haben sie in einer Selbstverpflichtung zu erklären.
Der Bundestag erteilt auf Anregung des BVR den Prüfauftrag, Möglichkeiten der besseren Förderung erfolgreicher Regisseure, etwa bei den Prämien des Deutschen Filmpreises zu suchen. Diesen Auftrag setzt der BKM schnell um und nimmt den Vorschlag des BVR in einer Richtlinienänderung für den Deutschen Filmpreis auf: Ab 2010 wird Regisseuren die Verfügung über 10 % der Preisgelder für die besten Filme (Goldene oder Silberne Lola) zugestanden.
Aufgrund des Insistieren u.a. des BVR verabschiedet der Bundestag ein Gesetz zur Änderung der Anwartschaftszeiten zum vereinfachten Bezug von ALG I für kurzfristig Beschäftigte. Aufgrund von Einwänden der SPD wird leider die Kurzfristigkeit einer Beschäftigung so eng definiert, dass nur wenige Filmschaffende (so etwa Continuities) darunter fallen.
Der BVR nimmt ausführlich Stellung zum 3. Korb einer abermaligen Urheberrechtsnovellierung. Er fordert u.a. eine technische Aktualisierung des Kabelweiterleitungsbegriffs, Wiedereinführung des Rückrufrechts bei ehemals unbekannten Nutzungsarten auch für Filmurheber sowie eine Präzisierung des Werknutzer-Begriffs zur Vereinbarung Gemeinsamer Vergütungsregeln. Außerdem beteiligt sich der BVR mit kritischen Stellungnahmen an der Prüfung der Telemedien-Konzepte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Auf der 33. Mitgliederversammlung in Berlin werden die internen Probleme heftig diskutiert. Nach kontroverser und emotionaler Debatte, zu der viele Mitglieder beitragen, tritt der gesamte Vorstand nach Nicht-Entlastung durch die Mitgliederversammlung zurück. Dadurch wird die Neuwahl des Vorstands notwendig. Eberhardt Hauff, langjähriges Mitglied des geschäftsführenden Vorstands, verlässt den Saal und den Verband.
Dem schließlich neu gewählten Vorstand gehören an: Peter Carpentier, Detlef Rönfeldt und Rolf Silber (geschäftsführend) sowie Markus Bräutigam, Imogen Kimmel, André Nebe. Jobst Oetzmann, Niki Stein und Stephan Wagner.
Der Geschäftsführer Steffen Schmidt-Hug verlässt Mitte des Jahres den Verband.
Nach der Mitgliederversammlung bestellt der neu gewählte Vorstand Dr. Jürgen Kasten als kommissarischen Geschäftsführer. Die Kontinuität der Arbeit des BVR ist damit gewahrt.
Die traditionelle Berlinale-Podiumsdiskussion ist dem Thema „Reform des Filmförderungsgesetzes als Chance und im internationalen Vergleich“ gewidmet. Es diskutieren deutsche Filmpolitiker mit Marc Wehrlin stv. Kulturminister der Schweiz, und den Regisseuren Götz Spielmann (Wien), Züli Aladag, Hark Bohm und Stephan Wagner.
Auf einer weiteren, außerordentlichen Mitgliederversammlung am 28. April in Berlin wird der im Februar gewählte Vorstand bestätigt. Detlef Rönfeldt kandidiert nach langjähriger Vorstandstätigkeit nicht erneut.
Als zentrale berufspolitische Arbeitsfelder skizziert der neue Geschäftsführer Dr. Jürgen Kasten die unbefriedigende Situation für Regisseure in der VG Bild-Kunst, die Verhandlungsaufnahme über Gemeinsame Vergütungsregeln (GVR) mit dem ZDF, die anstehende Novellierung des Filmförderungsgesetzes (FFG) sowie eine Reform der Rahmenfrist-Regelung zum Bezug von ALG I. Der BVR setzt sich bei den Bundestagsabgeordneten des Ausschusses Arbeit und Soziales sowie bei Arbeits- und Sozialminister Scholz nachdrücklich für eine Absenkung der Anwartschaftszeiten zum Bezug von ALG I auf sechs Monate ein.
Im September führt der BVR ein erstes Kontaktgespräch zur Aufnahme von GVR-Verhandlungen mit dem ZDF.
Zum 1.Oktober wird eine kollektive Rechtsschutzversicherung, die neben arbeits- und sozialrechtlichem Schutz auch Risiken freiberuflicher Regisseure und Autoren abdeckt, mit einem großen Versicherungskonzern abgeschlossen.
Bei der Novellierung des FFG kann der BVR zwar eine verbesserte Drehbuchförderung, nicht jedoch eine Beteiligung der Regisseure an der Referenzfilmförderung durchsetzen. Die Forderung bleibt aber weiter auf der filmpolitischen Agenda.
Die Berlinale-Podiumsdiskussion zum Thema „Kreativbedingungen und Urheberrecht der Filmemacher“ ist u.a. mit Bettina Reitz (BR), Michael Schmidt-Ospach (Filmstiftung NRW), Marc Rothemund, Jobst Oetzmann und Stephan Wagner (Regisseure) besetzt.
Auf der 32. Mitgliederversammlung in Berlin wird der Vorstand wiedergewählt. Für Tomy Wigand, der nicht wieder kandidierte, wird Rolf Silber in den Vorstand berufen. Nach heftiger Diskussion über die Funktion des geschäftsführenden Vorstands nehmen Peter Carpentier und Eberhard Hauff dieses Amt nur noch interimistisch wahr.
Von der Fachgruppe wird bemängelt, dass beim ZDF der Beruf Continuity nicht kalkulationsfähig ist. Der BVR bemüht sich um eine Änderung, was allerdings erst 2010 gelingt.
Nach vielen kontroversen Stellungnahmen und Anhörungen, insb. zur Abschaffung des Übertragungsverbots unbekannter Nutzungsarten (ehemals § 31 Abs. 4 UrhG), die nun dem Hauptverwerter zufallen, wird der 2. Korb der Novelle Urheberrecht im Informationszeitalter vom Bundestag verabschiedet. Die aus dieser bis zuletzt hart umkämpften und aus Sicht der Urheber letztlich unbefriedigende Regelung gewährt diesen allerdings einen zusätzlichen Vergütungsanspruch, der nur durch Verwertungsgesellschaften wahrgenommen werden kann (§ 137 l UrhG).
Innerhalb der VG Bild-Kunst entstehen Forderungen anderer Verbände, den Verteilungsschlüssel zu Lasten der Regisseure zu ändern. Der BVR weist diese Forderung energisch zurück.
Der REGIE GUIDE 2007/08 erscheint zum 8. Mal.
Teile des Vorstands sehen den BVR durch interne Konflikte zwischen dem geschäftsführenden Vorstand mit dem Geschäftsführer in einer schwierigen, teilweise handlungsunfähigen Verfassung.
Eine Unterschriftenkampagne von Regisseuren trägt dazu bei, dass der FilmFernsehFond Bayern vor Kürzungen verschont bleibt.
Vor dem Landgericht Köln gewinnt der BVR ein Verfahren gegen die Entziehung des Schneiderechts eines Regisseurs. Unter dem Titel “Besitzer oder Besessen?” diskutieren Regisseure, die ihre Filme auch selbst produzieren, so etwa Marc Rothemund, Peter Sehr, Rolf Silber oder Christian Wagner, bei der 31. Mitgliederversammlung über die Vor- und Nachteile der zunehmenden Eigenproduktion.
Mit dem Begriff “Degetoisierung” als Synonym für eine Verflachung des Programms der öffentlich-rechtlichen Sender löst der BVR eine breite Diskussion über die sinkende Programmqualität aus.
Mit dem neuen Kulturstaatsminister Bernd Neumann werden Themen wie die Vergabepraxis des Deutschen Filmpreises und die Reform des Urheberrechts erörtert. Damit die Mitglieder sich als hauptberufliche Filmemacher legitimieren können, gibt der BVR für seine Mitglieder Regieausweise heraus.
Mit RAin Alexandra Hölzer gibt es eine weitere Rechtsberatung nun auch in Berlin.
Unter dem Titel “Who the f.., is this director?” gingen auf dem BVR-Filmgespräch bei der Berlinale Wolfgang Becker und Oliver Hirschbiegel der Frage nach, welche Bedingungen deutsche Regisseure nach Hollywood treiben.
Bei der FFA sorgt der BVR für die Abschaffung der bis dato vorhandenen Höchstgrenzen bei Regiegagen. Eine Delegation sucht Justizministerin Brigitte Zypries auf und überreicht eine Resolution der Regisseure zur Reform des Urheberrechts. Die Ministerin unterstützt die Rechtsauffassung, dass auch Sender Werknutzer im Sinne des Urhebervertragsrechts sind.
Die nach dem neuen Urhebervertragsrecht seit 2003 zusammen mit ver.di und anderen Verbänden geführten Verhandlungen über Gemeinsame Vergütungsregeln nach § 36 UrhG finden nach 16. Verhandlungsrunden und vier Jahren Verhandlungszeit ein abruptes Ende. Dem Bundesverband deutscher Fernsehproduzenten fällt urplötzlich ein, dass die Produzenten ihre terms of trades zunächst mit den Sendeanstalten regeln müssten, weshalb sie keine Vergütungsregeln über Folgevergütungen abschließen könnten.
Eine auf Betreiben der Filmwirtschaft geforderte Rechteübertragung der Filmurheber kraft Gesetz (cessio legis) wird in den “2. Korb” genannten Gesetzentwurf zum Urheberrecht aufgenommen. Ein Spitzengespräch mit Justizministerin Brigitte Zypries führt dazu, dass diese die Werkschöpfung der Regie diskriminierende Regelung wieder aus dem Gesetzentwurf entfernt wird. Bei der Berlinale 2005 ist Roland Emmerich Vorsitzender der Jury. Aus diesem Anlass diskutiert der BVR-Kollege aus Übersee in einer Verbandsveranstaltung mit mehr als 150 Regisseuren über Regiearbeit im deutsch-amerikanischen Vergleich. Er ermuntert die Kollegen, eine genauso starke Interessenvertretung zu entwickeln, wie es die amerikanischen Filmemacher in über 70 Jahren Aufbauarbeit mit der DGA gemacht haben.
Zum 30jährigen Bestehen am 10. April veranstaltet der BVR ein Symposium mit diversen Filmfördereinrichtungen, bei dem Peter Dinges (FFA), Eva Hubert (Filmförderung Hamburg), Dr. Klaus Schaefer (FFF Bayern) und Andreas Schardt (Kuratorium junger Deutscher Film) mitwirken. Einen Blick über die Grenzen gibt der Chef der Schweizer Filmförderung Marc Wehrlin. Er erläutert das Schweizer Modell der Referenzfilmförderung, von dem auch Autoren und Regisseure profitieren.
Auf der Mitgliederversammlung werden in den Vorstand gewählt: Peter Carpentier, Eberhard Hauff, Jeanine Meerapfel, Vivian Naefe, Jobst Oetzmann, Detlef Roenfeldt, Stephan Wagner und Tomy Wigand sowie Felix Karolus und Monika Schopp für die Fachgruppe Regieassistenz/Continuity.
Stefan Meuschel scheidet nach über zwei Jahrzehnten aus dem Vorstand aus. Die Mitgliederversammlung bedankt sich bei ihm mit stehenden Ovationen.
Zum 30jährigen Bestehen des BVR erscheint der REGIE GUIDE 2005/06 als Jubiläumsausgabe. Er wird zum ersten Mal auf Basis einer Datenbank erstellt, die zugleich Quelle für den neuen online Guide ist.
Auf Initiative des BVR thematisiert die Enquete-Kommission Kultur des Deutschen Bundestages die Auswirkungen der sog. Hartz-Gesetze auf Künstler. Der BVR macht auf die sozialen und letztlich auch kulturellen Folgen der faktischen Abschaffung des Arbeitslosengeldes für Filmschaffende aufmerksam. Erfolgreich wendet sich der Verband gegen die Abschaffung der ältesten Filmfördereinrichtung, des Kuratoriums junger deutscher Film.
Zum Jahresende wird die Kooperation mit der Gewerkschaft ver.di beendet. Die Nachfolgeorganisation der DAG, mit welcher der BVR über Jahrzehnte eine fruchtbare Kooperation unterhielt, hatte in Rechtsnachfolge auch die Kooperationsverträge mit einigen Berufsverbänden übernommen.
488 Regisseure und 203 Regieassistenten gehören dem BVR an. Themen der 30. Mitgliederversammlung am 24./25. Januar in München sind die an Bedeutung gewinnenden statusrechtlichen Fragen (der Regisseur als Arbeitnehmer oder als Selbständiger?), die Position des BVR in den mit ver.di und anderen Berufsverbänden aufgenommenen Verhandlungen mit den Produzentenverbänden über gemeinsame Vergütungsregeln nach dem neuen Urhebervertragsrecht sowie die Deutsche Filmakademie (Regisseure dürfen dort nicht eine Minderheit darstellen). Als Erfolg kann der BVR verbuchen, dass im neu novellierten Filmfördergesetz erstmalig auch Regisseure in den Gremien der FFA vertreten sind (der BVR entsendet Vertreter u.a. für den Verwaltungsrat und die Vergabekommissionen). BVR-Justitiar Dr. Florian Prugger stellt den neuen Muster-Regievertrag vor, der die Entwicklung verlässlicher Normen zum Ziel hat.
Einstimmig angenommen wird die Declaration of Dublin. Der BVR schließt sich damit einem internationalen Abkommen an, das im Herbst 2003 von der DGA und anderen englischsprachigen Regieorganisationen verabschiedet wurde. In der Deklaration werden weltweit Mindeststandards für mehr künstlerische Freiheit und stabile Arbeitsbedingungen der Film- und Fernsehregisseure eingefordert. Dazu zählen unter anderem das Recht des Regisseurs, die Besetzung der künstlerischen Schlüsselpositionen des Filmteams, so Darsteller, Kamera, Schnitt, Komponist, bestimmen zu können, um seine Erzähl- und Sehweise zu verwirklichen. Dazu gehört auch die Forderung nach dem Final Cut, zumindest in der Version des Director’s Cut.
Bei einer auch für Nicht-Mitglieder offenen Bundesregieversammlung erweist sich in einer durchaus auch von selbstkritischen Tönen durchsetzten Aussprache der mehr als hundert anwesenden Regisseure, wie weit unter wirtschaftlichen Zwängen ästhetischer Anspruch und diktierte Produktionsrealität auseinander klaffen. Die vorangestellte Frage „Was kann der BVR tun, um die Rolle der Regisseure zu stärken?“ löst ein dickes Auftragsbuch von Wünschen aus.
Vorstandswahlen: Eberhard Hauff, Tom Toelle und Stefan Meuschel (geschäftsführend); Ulrich Edel, Hans-Peter Kaufmann, Peter Lilienthal, Uschi Reich, Frank Strecker sowie Susanne Schlaepfer (Fachgruppe Regieassistenten)
Umzug der BVR-Geschäftsstelle in die Adelheidstraße 7, München-Schwabing (Bürogemeinschaft mit dem BVK Bundesverband Kamera)
Vorstandswahlen: Eberhard Hauff und Tom Toelle (geschäftsführend); Peter F. Bringmann, Marianne Lüdcke, Eberhard Pieper und Dieter Wendrich
Verleihung des Deutschen Darstellerpreises an Barbara Sukowa und Rolf Zacher
Vorstandswahlen: Herbert Ballmann, Rainer Erler, Eberhard Hauff, Dr. Eberhard Itzenplitz, Dr. Heinz Liesendahl, Hans-Peter Kaufmann, Eberhard Pieper
Verleihung des Deutschen Darstellerpreises an Erika Skrotzki und Bruno Ganz
Vorstandswahlen: Herbert Ballmann, Helmut Dietl, Rainer Erler, Eberhard Hauff, Dr. Eberhard Itzenplitz, Peter Schulze-Rohr, Ula Stöckl
Arbeitstagung “Rettet das deutsche Programm – Aufrechterhaltung und Verbesserung der Produktionsstruktur im Medienbereich Fernsehen”
Weitere Themen: Zukünftiger Honorarrahmen; Tarif-, urheber- und sozialrechtliche Probleme der Regisseure
Diskussion mit Harald Ingensand von der ZDF-Verwaltung sowie Vertretern der ZDF-Honorarabteilung über die Stellung der Regisseure als Urheber sowie tarifvertragliche Fragen (erstes Gespräch des BVR mit offiziellen Vertretern einer Sendeanstalt)
Wahl des Gründungsvorstands: Helmut Dietl, Rainer Erler, Eberhard Hauff, Dr. Eberhard Itzenplitz, Peter Schulze-Rohr, Klaus Überall, Franz Peter Wirth
Justitiar des BVR wird Rechtsanwalt Dr. Manfred Bohlig (Kanzlei Prof. Preu, Dr. Bohlig & Partner)

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