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Timestamp: 2018-04-20 16:32:07+00:00

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"für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar" - Seite 7 - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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08.12.2009, 05:20 #151
AW: "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"
bin auch erst kurze Zeit hier angemeldet, unter Anderem weil ich dieses Thema von Beginn an verfolgt habe
Meine Hochachtung gilt allen, die sich mit diesem Problem herumschlagen müssen und ganz besonders Schalentierchen für die Mühe mit diesem ausführlichen Bericht!!!
Ich habe Ähnliches bei meinem Partner erlebt und bin womöglich das nächste "Opfer"?
Wahrscheinlich schaffe ich es auch nicht in einem Zug die ganze Geschichte zu schreiben, denn immerhin läuft die Odyssee bisher schon gut drei Jahre. Ich bleibe (mit dem Bericht) zunächst mal bei meinem Partner und wenn da gelegentlich etwas Ironie und / oder Galgenhumor durchkommt bitte ich schon vorab um Verständnis.
Anders ist die Situation manchmal kaum noch zu ertragen.
Mein Schatz hat sich zu einer Zeit (20 Jahre Straßen- und Tiefbau) die Knochen und vor Allem den Rücken ramponiert als wir uns noch nicht kannten. Ich habe ihn sozusagen schon teilrepariert (1. Bandscheiben-OP 92) vor gut 11 Jahren kennengelernt, auch einen Infarkt (96) hat er bereits mit in die Ehe gebracht.
Wir trafen uns während seiner (unserer) Umschulung weil die DRV der Meinung war, dass er so nicht Autos reparieren und auch keine Straßen mehr bauen kann.
Mit knapp 45 war er dann frischausgebildeter Bürokaufmann.
Ich habe wohl in meinem ganzen Leben nicht so viele Bewerbungen (ca. 150 / in ca. 6 Monaten) in so kurzer Zeit geschrieben (bundesweit!).
Irgendwie wollte ihn aber keiner haben und die salbungsvollen Absagen "bei Ihrer guten Qualifikation werden Sie sicher bald den passenden Arbeitsplatz finden" verloren auch bald ihren Glanz.
Inzwischen hatten wir beschlossen unseren weiteren Lebensweg gemeinsam zu gehen und er konzentrierte seine Suche nach Arbeit auf alles Machbare in meinem Heimatbereich.
Es fand sich auch schnell ein Wachschutzunternehmen, das ihn vom Fleck weg für einen Hungerlohn eingestellt hat (wo ihm allerdings auch gleich gesagt wurde, dass auf seine gesundheitlichen Einschränkungen keine Rücksicht genommen werden kann).
Die Belastungen dieses Jobs sorgten im Jahr 99 für die nächste Bandscheiben-OP, so dass wir das Jahr 2000 dann mit Sprudelwasser im Krankenhaus begrüßt haben.
Immerhin hat seine Firma mehrere Monate auf ihn gewartet und er durfte dann wieder die üblichen 12-Stunden-Schichten (Tag oder Nacht) schieben.
Mein Partner hatte schon zu dieser Zeit immer Rückenschmerzen, die sich durch Belastungen (Treppensteigen, Pakete schleppen, Innen- und Außenrundgänge, langes sitzen) weiter verstärkten.
Es gab auch kaum noch einen Knochen an dem er über die Jahre nicht schon mal irgendwie operiert war und sein Kreislauf meldete sich auch häufiger unangenehm.
Die DRV genehmigte ihm zwar alle vier Jahre eine Reha-Maßnahme (Orthopädisch/Kardiologisch) aber die leichte Besserung hielt immer nur kurze Zeit, weil er sich ja nicht an die vorgegebenen Einschränkungen halten konnte.
So enwickelte er über die Jahre eine schwere chronische Schmerzkrankheit, mitte 2006 ging fast gar nichts mehr und er ließ sich endlich mal durch unsere Hausärztin längere Zeit aus dem Verkehr ziehen.
Eine weitere Reha wurde beantragt und genehmigt. Diese hat er dann vor Ort ambulant durchgeführt, da ich zu dieser Zeit auch schon schwere Gesundheitsprobleme hatte und er mich nicht allein lassen wollte.
Im Rehabericht wurde ihm dann empfohlen seine Arbeitszeit möglichst auf 8 Stunden täglich zu beschränken, weil ansonsten seine Erwerbsfähigkeit stark gefährdet sei.
Im Übrigen wäre seine Tätigkeit gut für ihn geeignet und man entließe ihn zwar "AU", empfehle jedoch die baldige Wiedereingliederung nach "Hamburger Modell"!
Sein Arbeitgeber machte das einige Wochen später möglich (denn auch die Krankenkasse drängte schon auf Arbeitsaufnahme!) und er sollte mit 2 Stunden pro Tag beginnen.
Am zweiten Tag hat man ihn bereits nach einer Stunde nach Hause geschickt, da er sich vor Schmerzen kaum noch auf den Beinen halten konnte!!!
Er mußte übrigens nicht wirklich was tun an diesen beiden Tagen, einfach erstmal nur anwesend sein!
Daraufhin überzeugte ihn dann unsere Hausärztin einen Rentenantrag zu stellen und sich einen Termin bei einer Schmerztherapeutin zu holen.
Ich hoffe, dass ich euch bis hierher nicht schon zu tode gelangweilt habe denn jetzt geht es eigentlich erst richtig los.
Allerdings nicht mehr jetzt, Fortsetzung folgt!
08.12.2009, 10:11 #152
Damit euch klar ist warum die Gutachter sich die vollen 30 min. Zeit für euch nehmen und "so gründlich" untersuchen.
Die DRV zahlt dem Gutachter 130 € Honorar und wenn die Gutachter zugunsten des Antragstellers entscheiden werden, gibt es keine Aufträge mehr - ist doch klar oder?
08.12.2009, 12:06 #153
also ich habe mich nicht gelangweilt.
08.12.2009, 17:37 #154
stadtpflanze->Emailproblem
Jahhhh , Doppeloma,
Mehr Beiträge von stadtpflanze finden
08.12.2009, 17:37 #155
wäre es möglich, das Du uns das Aktenzeichen von dem Prozess Deiner Bekannten hier reinstellst?
Du würdest damit vielen Menschen eine wirkliche Hoffnung geben..
Es müssen keine Namen hier stehen..aber es wäre wirklich sehr hilfreich für alle die genau dagegen ankämpfen müssen..
Du würdest sicher vielen, auch denen die hier nur lesen..( man schau sich nur mal an wie oft dieser Thread hier schon angeklickt wurde)damit helfen..
BITTE...wir sind auf jede Hilfe angewiesen..
08.12.2009, 17:52 #156
Wenn alle Stricke reißen, hilft die Erwerbsminderungsrente
Ob schwere Krankheit oder ein Unfall mit Folgen: Erwerbsminderung kann jeden treffen. Gut, dass in diesem Fall ein Netz hält.
Den Rest könnt ihr selber Hier nachlesen - interessant wie schnel und unbürokratisch die DRV eine EM-Rente bewiligt hat.
Ich habe auf meiner Homepage sehr viele interessante Links eingebaut.
08.12.2009, 17:59 #157
bei mir geht es jetzt erst los ...
2004 - Auszug vom Ehemann Nr. 2, neue Wohnung gemietet, neu und allein eingerichtet, es folgte die Kündigung durch Arbeitgeber, bis dahin 33 Jahre durchgehend in Vollzeit gearbeitet, knapp 2 Jahre arbeitslos, dazwischen 8 Wochen psychosom. Reha, hatte große Angst ein Sozialfall zu werden, bis hier immer gut verdient, schrieb zahlreiche Bewerbungen, hatte Vorstellungsgespräche.
Erst kurz vor Ablauf des ALG1 bekam ich einen Arbeitsvertrag. Juchu!!! Eigentlich kein Grund zum Jubeln, aber ich musste nicht in Hartz4. (Das ist für mich der Alptraum schlechthin. Ich weiß, es steht mir zu, aber ich lasse mir nicht vom Staat in meine Konten, in meine Wohnung oder in meine Beziehung kucken. Da würde ich lieber von dem „Ersparten“ leben, was ich ja sonst vorher auch noch verbrauchen müsste.)
Ich nahm in kauf: befristet für 2 Jahre, 3 Std tägliche Fahrzeit, enorme Verdiensteinbußen und eine 20 Jahre jüngere Chefin.
Hatte vorher nie Probleme mit Kollegen oder Chefs. Ein halbes Jahr vor Ablauf des Vertrages bekam ich einen Bandscheibenvorfall, ging arbeiten, bis es nicht mehr ging und dann war eine OP dran. Nach der Wiedereingliederung, in der es kein Gehalt gab, wurde ich von meiner Chefin, die mir direkt gegenübersaß nur per Mail angesprochen -neudeutsch: gemobbt. Als ich wieder Gehalt bekam wurde mir mitgeteilt, dass man den Vertrag nicht verlängert. Über das Verhalten meiner „Vorgesetzten“ in den 2 Jahren ließe sich ein extra Buch schreiben.
Ich verstand die Welt nicht mehr, versuchte alle Energie auf die Suche einer Arbeitsstelle zu legen. Ich hatte trotz Krankheit einige Vorstellungsgespräche mit Probearbeitstage, eine Antwort oder eine Absage kam selten.
Ach ja, nebenbei gingen in diesen 4 Jahren auch 3 Beziehungen – für mich auf sehr tragische Weise – zu Ende und natürlich immer im „passenden“ Moment (kurz nachdem ER mir einen Heiratsantrag machte, nach der Operation, am Heiligabend)
Ich wurde nun richtig krank. Zu den Nachwirkungen der Bandscheiben-OP kamen noch: Rückzug von den restlichen Aktivitäten, von Freunden und Bekannten, Migräne mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Sprach-und Sehstörung, starke Kopfschmerzen fast täglich.
Krankschreibung wegen Depression durch Neurologe und gleichzeitig Antrag auf Reha.
Die Reha kam nach Widerspruch (und mehr als einem Jahr Krankschreibung). Ich versprach mir Hilfe, aber die 6 Wochen wurden für mich zur Qual. (Auch hier ließe sich ein Extrabericht anführen.) Seitdem bekomme ich Koliken ohne Vorankündigung, wobei mir schwindelig und übel wird. Ich trau mich allein nirgendwo mehr hin. Zufällig habe ich seit der Reha auch noch hohen Blutdruck, der bis jetzt trotz Medikamente noch nicht im Normbereich liegt.
Natürlich wurde ich aus der Reha arbeitsfähig entlassen. Mir stand ja noch ALG 1 zu! Und das könne ich ja erst mal ausschöpfen.
Okay, ich habe es probiert. Aber dann ging nichts mehr. Ich wurde im August 2009 wieder krank, und dann auch gleich ausgesteuert. Kurz zuvor habe ich die EM-Rente beantragt und dann hatte ich im Oktober 3 Gutachtertermine:
neurologisches Gutachten für AfA - und orthop. und neurolog. Gutachten für DRV.
Das Ergebnis der AFA kam schnell. Man teilte mir mit, dass ich laut Gutachten für die nächsten 6 Monate nur 3-6 Stunden arbeitsfähig sei, aber die Nahtlosigkeitsregelung nicht anwendbar sei.
(mhhhh? Was ist das? Ausgesteuert, Nahtlosigkeit, Entgeltausgleich, Eingliederungsvereinbarung... Worte die ich bis vor 2 Jahren noch nicht mal gehört habe. Mit was muss ich mich noch alles beschäftigen?
Muss ich jetzt einen Anwalt suchen? Woher weiß ich, ob der sich im DRV-Dschungel und in den AfA-Richtlinien auskennt? Mir hat Jemand vom Forum geraten ich soll widersprechen, aber wogegen? Ich müsste nach 125 anstatt nach P. 117 ALG bekommen. Ich solle noch eine Entgeltsicherung beantragen. Ich blicke nicht mehr durch. Ich fühle mich total überfordert.
Bin froh, nicht allein zu sein, auch wenn es für mich anstrengend ist soviel am PC zu sein.
Erst mal für heute schöne Grüße und einen schönen Abend
08.12.2009, 19:20 #158
Hallo Stadtpflanze:
Schnellstens einem Sozialverband beitreten!
Meiner (VdK) kostet (glaub) 6 Euronen monatlich.
Der § 125, III. SGB, bedeutet Nahtlosigkeitsregelung. Um in den eingestuft zu werden, darf die RV über die Erwerbsminderung noch keine Entscheidung getroffen haben.
§ 117, III. SGB ist normales ALG I... ohne den Schutz der Nahtlosigkeitsregelung.
Google mal, da gibt es ganz viele Infos dazu.
So ganz leuchtet mir nicht ein, warum bei dir der 125 nicht angewendet werden soll.
09.12.2009, 01:10 #159
zunächst eine Antwort auf die Frage von "Stadtpflanze" betreffs Nahtlosigkeit nach § 125 SGB III.
Der Gutachter der AfA hat dir insofern keinen Gefallen getan, dass er deine Einschränkungen mit "bis zu 6 Monaten" eingegrenzt hat.
Er meint also du könntest in einem halben Jahr wieder "topp-fit" sein (wirst also aus seiner Sicht ohnehin keine Rente wegen Erwerbsminderung bekommen) und damit bist du raus aus dem § 125!
Allerdings ist die AfA trotzdem verpflichtet weiterzuzahlen solange dein Anspruch besteht (denn zurückschicken an die Krankenkasse geht ja auch nicht, da bereits "ausgesteuert")!
Wenn du bisher "Vollzeit-" ALG erhalten hast wird dir die Zahlung auf einen 6-Stunden-Tag gekürzt, das wäre bei Anwendung des § 125 nicht erlaubt.
Bei meinem Partner lief es auch so, allerdings wurde er vom AfA-Gutachter dauerhaft auf 3-6 Stunden eingestuft, sein Pech war, dass die Rente bereits in der Klage war! Aber dazu später mehr in meinem "Fortsetzungsroman"
Nun wird von dir erwartet, dass du dich im festgelegten Zeitrahmen (3-6 Stunden täglich) um einen Job bemühst und man wird dich demnächst zu einem Gespräch bei deinem zuständigen Vermittler einladen, der dann eine "passende" Eingliederungsvereinbarung mit dir abschließen möchte (ähnlich wie bei HartzIV beschrieben).
Bei ALGI gibt es allerdings gewisse Grenzen des Inhaltes denn du mußt noch keineswegs ALLES machen. Mit ein wenig Glück triffst du sogar auf einen relativ verständnisvollen SB der dich bis zur ersten Entscheidung über deinen Rentenantrag zunächst mal in Ruhe läßt.
Bitte laß dich trotzdem auf keinen Fall gesundschreiben (egal was der oder die erzählt!!!) und entschuldige dich ruhig mal für Termine mit deiner Krankheit. Die AfA will zwar die laufenden Krankmeldungen (außer für Termine!!!) gar nicht haben, es ist aber sehr wichtig für deinen Rentenantrag.
Wenn du im Oktober zwei Gutachten der DRV hattest sollte die Entscheidung nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Ich war im November bei zwei Gutachtern (DRV) und sitze "wie auf Kohlen". Darum kann ich mir gut vorstellen wie du dich gerade fühlst
Liebe Grüße von Doppeloma
09.12.2009, 03:23 #160
Bei mir wollte die Agentur für Arbeit keine Krankmeldung haben.
Denn wenn die eingetroffen wäre hätte man mir die Weiterzahlung nach § 125 verweigert.
Jetzt fehlt mir im Prinzip ja die andauernde Krankschreibung.
Mein Hausarzt bestätigt mir aber jedes Mal das ich krank bin, und das wird er auch so jedem schriftlich geben sofern es angefordert wird.
Alles einfach nur schwachsinnig.
09.12.2009, 05:09 #161
du siehst das schon richtig, die Arbeitsagentur will normal keine Krankschreibung von uns sehen!
Dabei ist es egal nach welchem § das ALGI nach der Aussteuerung durch die Krankenkasse gezahlt wird. Es wird halt so getan als stünde man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung (obwohl jeder weiß, dass es nicht so ist).
Wenn man allerdings eine schriftliche Einladung bekommt und wegen der Krankheit nicht hin kann (oder will) muß schon was vom Arzt als Entschuldigung vorgelegt werden!
Das sind so die Kuriositäten unserer Gesetze.
Ich bin trotzdem seit 2,5 Jahren durchgehend AU geschrieben von meinen Ärzten (habe da so ein Formular von meiner KK wo der Arzt alle 4-5 Wochen abstempelt, dass ich weiterhin "AU" bin). Bekomme wegen Rentenantrag auch nach § 125 ALG und bisher hat man mich seitens der Arbeitsagentur in Ruhe gelassen.
Lief bisher alles verdächtig problemlos, mal sehen wie es weitergeht falls ich Widerspruch einlegen muß.
"Stadtpflanze" ist aber leider für Teilzeitarbeitsfähig (von der Afa) begutachtet worden und muß sich daher bis zur Rentenentscheidung tatsächlich der Vermittlung zur Verfügung stellen (ging meinem Mann auch so).
Trotzdem sollte sie im Hintergrund die Krankmeldungen lückenlos vorweisen können wegen dem laufenden Rentenantrag.
Ist alles ziemlich widersinnig, aber siehe oben
Hatte vorhin an meiner Fortsetzung geschrieben aber jetzt ist alles verschwunden
Tut mir leid aber für jetzt bin ich zu platt um nochmal anzufangen.
Bis demnächst viele Grüße von Doppeloma
09.12.2009, 08:27 #162
"für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"... auf diesen Bescheid warte ich ich nun auch , oder doch auf ein Wunder kurz vor Weihnachten???
Ich bin im VDK und dort sagte man mir, dass es egal sei aus welchem Topf ich ALG1 bekäme, weiß aber mittlerweile ,dass das NICHT egal ist.
Kan man hier ein neues Thema (Thread) eröffnen für Nahtlosigkeit?
ich probiere es mal im Laufe des Tages.
und hier steht auch noch was dazu:
Sozialverband Deutschland, Landesverband Berlin-Brandenburg ALG
... glaube ich bin ein wenig vom Thema abgekommen sorry....
bin aus Doppelomas Fortsetzung gespannt
09.12.2009, 08:44 #163
Es wird ja immer auf Vergleichstätigkeiten verwiesen. Wer nicht in seinem Job gearbeitet hat, oder keine Berufsausbildung(abgeschlossene) hat, ist vollschichtig Arbeitsfähig für leichte Tätigkeiten.
So kannste das auch wieder nicht sehen..rudi..
Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung, habe jahrelang in meinem Beruf gearbeitet und jahrelang dann in einer anderen Branche..
Trotzdem meinen die Herrschaften, ich sei für eine leichte Tätigkeit vollschichtig einsetzbar..
09.12.2009, 08:50 #164
Stadtpflanze,
warum nimmst Dir nicht einen Anwalt?..geh zum Gericht und hole Dir den Beratungshilfeschein und dann ab zum Anwalt..
Ich hab die Erfahrung mit dem VDK gemacht, das die total überfordert sind und nicht wirklich eine Hilfe..leider..
In meiner Region hier, ist nur EINE Mitarbeiterin da welche einigermaßen Plan hat und die ist mit dem JOb sowas von überfordert, das die unfreundlich wird, wenn man per Telefon nachfragen will..
Ich schrieb ja, das ich dort auch Mitglied bin..
Werd das so schnell es geht wieder ändern..warum sollte ich dort noch sein?
Hab eine Anwältin welche immer Zeit für mich hat, mit mir zusammenarbeitet und es kostet mich NICHTS..
Denk mal darüber nach..den Schein bekommst Du garantiert!
10.12.2009, 05:20 #165
dann versuche ich mal den Faden wieder aufzunehmen.
Die Wiedereingliederung ist also komplett in die Hose gegangen und die Krankenkasse ließ ihn erstmal ein paar Wochen in Ruhe.
Zwischenzeitlich hatte er schon in einer Rentenberatungsstelle den
Antrag gestellt, vielleicht war das (vom Zeitpunkt her) schon der erste Fehler (er war noch nicht sehr lange AU geschrieben und begann gerade erst die Behandlung bei der Schmerztherapeutin).
Ich hatte zu dieser Zeit keine Chance ihn noch daran zu hindern, lag gerade im OP, um mir eine künstliche Herzklappe einbauen zu lassen.
Hallo Peramos, da fällt mir gerade dein Link zur Rentenversicherung ein (Post 156). Mir haben schon die Ärzte im Krankenhaus prophezeiht, ",dass man für sowas heute keine Rente mehr bekommt"!!! Aber das nur nebenbei, ich will ja erst mal weiter über meinen Partner berichten.
Ziemlich genau 5 (in Worten Fünf!) Wochen nach der Antragstellung brachte die Post schon den Ablehnungsbescheid!
So ein Tempo hätten wir der DRV gar nicht zugetraut, allerdings hatten die sich gar nicht erst die Mühe gemacht bei irgendeinem Arzt (Hausarzt, Orthopäde, Kardiologe) Befunde anzufordern (bei den Ärzten wurde von uns nachgefragt!).
Offenbar hatte sich die DRV ausschließlich auf den sehr widersprüchlichen Reha-Bericht verlassen und/oder der Jahrgang war Entscheidungshilfe?
Da ich gerade wieder so einigermaßen von den "Halbtoten" auferstanden war haben wir natürlich sofort Widerspruch eingelegt (bei uns bin halt ich die "Sekretärin"), zunächst mal ohne Begründung.
Die Krankenkasse war inzwischen auch wieder munter geworden und hoffte wohl, dass der MDK meinen Schatz schon arbeitsfähig einschätzen würde, damit sie endlich nicht mehr zahlen müssen.
Immerhin wurde er nicht nach Aktenlage beurteilt, sondern zur persönlichen Untersuchung geladen.
Die Ärztin war erfreulich nett und gründlich!
Sie bestätigte, dass die AU berechtigt ist und mein Schatz in absehbarer Zeit auch nicht arbeitsfähig sein wird (Erwerbsfähigkeit stark gefährdet!). Außerdem stellte sie fest, dass er in seiner letzten Tätigkeit im Wachschutz gar nicht mehr einsatzfähig ist!!!
Das Krankengeld war also zunächst wieder sicher und wir hatten zudem auch einen wichtigen Bericht für den Widerspruch bei der DRV (glaubten wir zumindest damals noch).
Zusammen mit aktuellen Befunden seiner behandelnden Ärzte (plus Bericht der Schmerztherapeutin) schickten wir dann die Begründung an die DRV.
Kurze Zeit später kam von der DRV die Rückfrage, ob es noch weitere Befunde gäbe und ob mein Partner schon mal von der AfA oder der DRV (sollten die doch wissen, oder?) begutachtet wurde.
Mein Partner erklärte selbstverständlich seine Bereitschaft für eine Begutachtung durch die DRV und machte seine Verwunderung deutlich, dass die bisherige Entscheidung ohne Gutachterliche Untersuchung und aktuelle Ärztliche Befunde getroffen wurde.
Nun brauchte die DRV wohl erst mal eine Denkpause!
Dafür hatte die KK den "MDK-Schock" überstanden und forderte meinen Partner auf bei der DRV "Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben" zu beantragen, sonst würde man ihm das Krankengeld streichen!!!
So ein Antrag ist komplett kontraproduktiv wenn man Rente beantragt hat! Der besagt ja eigentlich man kann arbeiten und braucht "nur ein wenig Hilfe von der DRV" für den Wiedereinstieg.
Diese Hilfe (Zuschuß) bekäme dann allerdings der Arbeitgeber, falls sich einer findet der einen überwiegend arbeitsunfähigen Mitarbeiter einstellen möchte.
Natürlich wurde der Antrag gestellt, denn irgenwie müssen auch wir unsere Miete und was Eßbares bezahlen können.
Der Bescheid kam fix und mein Schatz sollte sich nun mit der Unterstützung von AfA (die wollte noch nichts davon hören, weil er ja krank ist!) und Integrationsamt (das weiß auch nicht wo es so einen Arbeitsplatz hernehmen soll!) einen "leidensgerechten" Arbeitsplatz suchen.
Auch hier haben wir Widerspruch eingelegt, weil mein Partner aktuell noch immer überhaupt nicht arbeitsfähig ist und die Antragstellung nur erfolgte weil uns sonst der Entzug der Krankengeldzahlung drohte.
Die Entscheidung über diesen Widerspruch wurde dann von der DRV mit Verweis auf das laufende Rentenverfahren zunächst mal "auf Eis" gelegt.
Wie schnell dieses "Eis" später bei Gericht schmelzen würde haben wir zu dieser Zeit nicht mal ahnen können.
Wenig später kam eine Einladung zur Gutachterlichen Untersuchung bei einem Orthopäden.
Der stellte dann in 20 Minuten fest, was ohnehin schon in allen eingereichten Berichten stand.
Die inzwischen chronische Schmerzkrankheit und die damit verbundenen Gesundheits- und Bewegungsprobleme interessierten ihn nicht. Für Kardiologische Probleme war er schon vom Fachgebiet her nicht zuständig, also hielt mein Partner diesbezügliche Äußerungen ohnehin für überflüssig.
Dieses Gutachten war dann Grundlage den Widerspruch abzulehnen!
Erstaunlich ist rückblickend, dass der Gutachter immerhin auch die weitere Tätigkeit im Wachschutz/ Sicherheitsbereich ausgeschlossen hat (unter 3 Stunden).
Natürlich ist mein Partner ansonsten "für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar", unter Berücksichtigung diverser Einschränkungen selbstverständlich!!!
Dass mein Schatz sogar zwei abgeschlossene Berufsausbildungen hat interessiert übrigens (nach gut 35 Arbeitsjahren!) auch nicht, obwohl er vor 1961 geboren ist, also noch "Berufsschutz" hätte.
Er hat die letzten 10 Jahre nicht in einem dieser Berufe gearbeitet (wie denn auch?), daher besteht dieser "Berufsschutz" nur in Bezug auf die letzte Tätigkeit (Wachschutz / Sicherheitsdienste) und das zählt (bei ihm) als Anlernberuf.
Konkrete Verweisungstätigkeiten müssen daher durch die DRV nicht benannt werden, da ihm der ganze ungelernte allgemeine Arbeitsmarkt offen steht!
So, ihr Lieben für heute soll es genug sein! Mich regt das Alles immer wieder tierisch auf!
Ach ja, gesünder werden soll man da so nebenbei auch noch!!!
Bis zur 2. Fortsetzung LG von Doppeloma
10.12.2009, 11:27 #166
die wollen mit allen möglichen Mitteln/Ausreden verhindern, dass man vor dem Erreichen des Rentenalters eine Rente bezieht, die zwingen dich quasi zur Arbeit oder du bist hinterher nur ein nervliches Wrack, wie ich es langsam bin.
Man muss sich zusammenschlissen, um den Gesetzgeber zu überzeugen, dass man mit schwer kranken Menschen nicht umgehen darf.
PS. Mich regt es auch immer sehr auf, wenn ich die einzelnen Schicksale lese, deshalb lese ich nur kurz und raus hier sonst drehe ich durch.
10.12.2009, 13:54 #167
Gibt es denn schon eine Verbindung o.ä. mehrerer betroffener Bürger, die sich bezüglich dieser Rentenwillkür in unserem Lande zur Wehr setzen?
Oder sind wir alle immer noch Einzelkämpfer?
Denn so kann es nicht weiter gehen!
Ich kann auf Anraten von meinem Anwalt, erst mal nichts mehr zu meinem Verfahren sagen! Nur so viel, reine rechtliche Schritte reichen nicht mehr aus, es müssen andere Personengruppen einbezogen werden!
Sicher steckt hinter dem ganzen ein System!
Bei meiner ersten Rentenantragsstellung 2005, hätte ich nach Berechnung der DRV, damals noch BfA, eine Erwerbsunfähigkeitsrente (volle Erwerbslosigkeit) von 670 Euro bezogen!
Im Dez. 2009 erfolgte eine erneute Berechnung, die allerdings nur noch bei 550 Euro liegt!
Allein bei 5 Jahren liegt eine Senkung von 120 Euro vor, da kann sich ja jeder ausrechnen, was übrig bleibt!
In meinen Augen ist das Betrug!
10.12.2009, 14:45 #168
Ja, aber wir sind erst am Anfang und aller Anfang ist schwer. Wir suchen Betroffene, die um die EM-Rente kämpfen, sei es die Bewilligung oder die Höhe wie auch immer -> meldet euch.
10.12.2009, 15:10 #169
Oh danke, das ist doch schon mal ein Anfang!
10.12.2009, 15:27 #170
So wie die das machen ist die Zielsetzung eine andere. Zu den Krankheiten die man schon hat ist es einfach das Krankheitsbild zu vervollständigen. Das ziel ist somit, der Kunde soll den Eintritt in die Rentenzahlung nicht erreichen. Ärzte tun dies seit vielen Jahren, es ist erprobt auf allen Gebieten, denn sie brauchen sich nur auf die Gesundheitsreformen zu berufen. Gutachter, die ja auch Mediziner sind, versetzen vielen Menschen dann den Gnadenstoss. Wenn dem nicht so ist, wie ist dann die Leistung der medizinischen Dienste zu erklären? Diese Dienste werden von den Versicherten der Krankenkassen ausgestattet und bezahlt. Sie arbeiten aber immer nur für ihren "Herrn" die Krankenkassen und die Handlanger der Gesetzgeber, jedoch nie, für die, die ihnen mit Beiträgen ihr tägliches Brot zahlen.
Ich bleibe dabei, wer nicht ausgehungert wird, der soll wenigstens unter großen Schmerzen siechen.
10.12.2009, 15:45 #171
Das stimmt auch, am besten, wenn man vor dem Erreichen des Rentenalters den Löffel aufgibt und noch keinen Ehepartner mehr hat, das freut die DRV.
10.12.2009, 19:01 #172
ich hab jetzt nur kurz die Beiträge überflogen, möchte aber auf eine Absurdität hinweisen, welche dringend einer Änderung bedarf
Es kann doch nicht sein, dass ein Gutachter der AFA Kranke aus der Arbeitsvermittlung total rausnimmt (nicht mehr vermittelbar) und GlEICHZEITIG Gutachter der RV entscheidet: "Vollschichtig einsetzbar für leichte Tätigkeiten."
ICH nenne das: Hin- und Her-Schiebe-Praxis!
Die RV schiebt durch die Aussage Kranke auf den Arbeitsmarkt... der MdK der AfA schiebt durch die Aussage wieder zur RV ODER schlimmstenfalls zum... Sozialamt.
Wenn ein Gutachter der AfA einen Kranken nicht mehr für vermittlungsfähig hält, hat sich der Gutachter der RV danach zu richten UND die Gründe für die Nicht-Vermittlungsfähigkeit... ANZUERKENNEN.
Schließlich handelt es sich um die selben Erkrankungen, nach denen entschieden wird.
Hüh-Hott- muss endlich ein Ende haben!
PS: Meine Beiträge dürfen gerne auf der Seite: "Krank ohne Rente" eingefügt werden
10.12.2009, 19:51 #173
Ich habe doch oft gesagt, Kranke sind nur Ballast für die Ämter, keiner will sie haben. Wenn sie zum Schluss beim Sozialamt landen, ist es oft die günstigste Alternative für die Ämter.
Ich wäre auch beinah beim Sozialamt oder ARGE gelandet, aber meine Ehefrau arbeitet und ich bekomme außer einem Arschtritt eine Nullrunde nach 27 Versicherungsjahren.
10.12.2009, 21:55 #174
Ja, ein Anfang.
Ich / wir (4 Personen aus diesem Forum)
kämpfen, obwohl wir keine Kraft mehr haben gegen:
"Wir sichern Generationen"
Wir suchen Leute die Mitmachen, Leute die sich bereits ergeben haben aber doch noch eine letzte Kraft entwickeln ihre "Story" zu schreiben, einfach Leute, die ebenfalls dieser Ungerechtigkeit ausgesetzt waren, sind und bleiben, ob kurz ob lang.
10.12.2009, 21:59 #175
Lasst uns dagegen angehen.
Gretl hat Recht!!!
Wer nicht kämpft.....
Leider merke ich, dass mich oft eine Kraftlosigkeit überfällt, was die RV freut.
Aber wir probieren es....

References: § 125

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