Source: http://www.deutsche-anwaltshotline.de/rechtsberatung/104975-erbe-angeommen---schuldenberg
Timestamp: 2016-10-22 21:31:31+00:00

Document:
Erbe angeommen - Schuldenberg
Erbe angeommen - SchuldenbergOnline-Rechtsberatung von Rechtsanwältin Gota BiehlerStand: 19.09.2011Frage: Die Mutter meiner Frau ist vor 2 Jahren verstorben.Meine Frau hatte nicht das Erbe ausgeschlagen.Eine Rechtsanwältin fordert nun von meiner Frau noch offene Heimkosten von gut 800€.Ebenso hat schon ein Stromanbieter angerufen…da kommt auch was.Meine Frau ist Hausfrau, hat kein eigenes Einkommen…kein Eigentum, außer gemeinsam mit mir das Häuschen in dem wir leben und das noch belastet istMeine Frau kann das nicht bezahlen, also muss ich ran.Ich stehe nicht in der Erbfolge, habe unsere 6-köpfige Familie zu versorgen.Kommen wir aus der Geschichte raus?E-Mail-Beratung:Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.Telefonberatung: Jetzt anrufen unter 0900-1 875 000-141,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus MobilfunknetzenAntwort:Wenn Ihre Frau das Erbe Ihrer Mutter angenommen hat, haftet sie auch für die Verbindlichkeiten der verstorbenen Mutter, § 1922 BGB. Sie als ihr Ehemann haften dafür nicht und müssen auch nichts bezahlen.Wenn Ihre Frau Miteigentümerin des gemeinsamen Hauses ist, hat sie natürlich Vermögen, mit dem sie für die Verbindlichkeiten einstehen muss.Wenn es sich um eine Erbengemeinschaft handelt, z.B. wenn mehrere Geschwister da sind und die Erbengemeinschaft noch nicht auseinander gesetzt ist, kann jeder Miterbe die Erfüllung der Verbindlichkeit aus dem Eigenvermögen verweigern mit der „Einrede des ungeteilten Nachlasses, § 2059 I BGB“.Ihre Frau könnte auch die Annahme der Erbschaft wegen Irrtums gem. § 119 II BGB anfechten durch Erklärung (Niederschrift) gegenüber dem Nachlassgericht. Nach 2 Jahren müßte sie dies allerdings sehr sorgfältig begründen müssen, warum sie nicht nach dem Erbfall schon ausgeschlagen hat. Die Anfechtung der Annahme gilt als Ausschlagung, d.h. falls Enkel da sind, müssten diese dann auch sofort ausschlagen.Dann gibt es die Möglichkeit der Haftungsbegrenzung auf den Nachlass selber durch Beantragung eines Nachlassinsolvenzverfahrens oder einer Nachlassverwaltung. Diese Verfahren werden aber nur eröffnet, wenn genügend Masse da ist, um die Kosten des Verfahrens zu decken.Schließlich besteht die Möglichkeit der Dürftigkeitseinrede gem. § 1990 BGB. Die Dürftigkeit des Nachlasses wird entweder durch den ablehnenden Beschluss der Anordnung ders Nachlassinsolvenzverfahrens nachgewiesen kann aber auch durch ein Inventarverzeichnis gem. § 2009 BGB erfolgen. Dieses müsste vor einem Notar oder vor dem Nachlassgericht abgegben werden und eine genau Aufstellung des vorhandenen Nachlasses enthalten.Diese Einrede kann Ihre Frau auch noch in einem Gerichtsverfahren erheben, wenn sie von den Gläubigern ihrer Mutter auf Zahlung verklagt wird. Wichtig ist, dass sie sich die Einrede bereits im Urteil vorbehält. Sie müsste dann schon im Gerichtsvefahren beantragen, dass ein Haftungsbeschränkungsvorbehalt nach § 780 ZPO in das Urteil mit aufgenommen wird.Das wird nur Erfolg haben, wenn Ihre Frau das Inventarverzeichnis erstellt hat und der Nachlass tatsächlich dürftig ist. Wenn also Ihre Frau vor 2 Jahren Vermögen geerbt hat, ist der Nachlass natürlich nicht dürftig.Am einfachsten wäre es in Ihrem Fall, wenn noch andere Erben vorhanden wären, also eine Erbengemeinschaft bestünde und diese noch nicht auseinandergesetzt ist. Dann können die Erben ihre Haftung auf den Nachlass beschränken und Ihre Frau würde nicht mit ihrem eigenen Vermögen haften.
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu GeerbtErbe: Güterstandsvereinbarung und Zugewinngemeinschaft | Stand: 17.06.2013FRAGE: Ich habe zwei Söhne:Sohn A: verheiratet, 2 KinderSohn B: unverheiratet, kinderlos.Sohn A will den größten Teil seines Erbes jetzt ausbezahlt bekommen, weil er damit einen Hauskauf finanziere...ANTWORT: Ihrer Schilderung zur Folge gehe ich davon aus, dass Sie das Ziel verfolgen, dass Ihre beiden Söhne nach Ihrem Tod durch die Verteilung der Erbmasse gleich gestellt werden sollen, wobei Ihr Sohn ...weiter lesenÜbertragung des Hauses auf zweite Ehefrau und Fragen zum Unterhalt | Stand: 06.04.2013FRAGE: Mein jetzt dementer, im Heim lebender Vater hatte sein Haus vor ca. 9/10 Jahren vermutlich verkauft und sich mit einer neuen Ehefrau (von meiner Mutter geschieden) ein neues Haus gekauft. Nun ist die Ehefra...ANTWORT: Zur Frage 1:Die Eintragung des Eigentumsrechts im Grundbuch können Sie nicht isoliert angreifen. Diese dokumentiert ausschließlich die seinerzeit vor einem Notar vollzogene Eigentumsübertragun ...weiter lesenNießbrauch für Ehemann eintragen lassen | Stand: 03.07.2012FRAGE: Leider weiß ich nicht, in welches Rechtsgebiet mein Anliegen fällt. Es geht um gesetzliche Krankenversicherung (Familienversicherung) und Mieteinnahmen.Ich habe ein altes kleines Haus geerbt...ANTWORT: Bei einem regelmäßigen monatlichen Einkommen von mehr als 375 Euro können Sie nicht mehr beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung Ihres Ehemannes mitversichert sein. Sie habe ...weiter lesenErbschaft - Nießbrauchrecht durchsetzen | Stand: 30.03.2012FRAGE: Ich habe an einem Mehrfamilienhaus einen Nießbrauch per Testament geerbt. Die restliche Erbengemeinschaft ist derzeit noch uneins und will am das Haus verkaufen, an dem mein Nießbrauch bestell...ANTWORT: Ich kann Ihnen nur den dringenden Rat geben, baldmöglichst mit dem Testament einen Notar aufzusuchen und diesen zu beauftragen, die Eintragung des Ihnen überlassenen Nießbrauchs in da ...weiter lesenErbanteil - wer erbt wie viel? | Stand: 13.01.2012FRAGE: Mein Vater ist ist in zweiter Ehe nach dem Tod meiner Mutter verheiratet. Meine Stiefmutter hat 2 leibliche Kinder die nach dem Tod ihres leiblichen Vaters bereits geerbt haben. Aus diesem Grund solle...ANTWORT: 1.Wenn Ihr Vater vor seiner Ehefrau verstirbt, erhält der überlebende Ehegatte ¼ des Erbes, den Rest erhalten Sie und Ihr Bruder zu gleichen Teilen, § 1931 Abs. 1 BGB (Bürgerliche ...weiter lesenGrundstücksverkauf in einer Erbengemeinschaft | Stand: 28.04.2010FRAGE: Vor ein paar Wochen verstarb mein Vater, er hinterließ mir, meiner Schwester und meiner Mutter ein größeres Grundstück. Davon sollten ca. 800 qm verkauft werden, um die Schulden di...ANTWORT: Sehr geehrte Mandantin,leider beruhen Ihre Annahmen auf einer Fehlinterpretation des deutschen Erbrechts. Bei Eintritt des Erbfalls geht das Erbe nicht in Bruchteilen an die einzelnen Erben über ...weiter lesen

References: § 1922
 § 2059
 § 119
 § 1990
 § 2009
 § 780
 § 1931