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Timestamp: 2020-07-03 17:49:19+00:00

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BVerwG, 15.11.1990 - 7 C 9.89 - dejure.org
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BVerwG, 15.11.1990 - 7 C 9.89 (https://dejure.org/1990,395)
BVerwG, Entscheidung vom 15.11.1990 - 7 C 9.89 (https://dejure.org/1990,395)
BVerwG, Entscheidung vom 15. November 1990 - 7 C 9.89 (https://dejure.org/1990,395)
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Kirchengutgarantie - Staatlicher Förderungszweck - Wechsel des Nutzungsberechtigten - Förderungsinteresse - Zulässigkeit des Verwaltungsrechtswegs
Zum Inhalt und Umfang der Kirchengutsgarantie
VG München, 12.12.1984 - M 4562 VII 83
VG München, 06.05.1987 - 7 B 85 A. 385
VGH Bayern, 06.05.1987 - 7 B 85 A.385
BVerwG, 22.12.1988 - 7 B 204.87
VGH Bayern, 25.10.1995 - 7 B 90.3798
VerfGH Bayern, 29.08.1996 - 77-VI-96
BVerfG, 05.02.1998 - 2 BvR 1275/96
BVerwGE 87, 115
NJW 1991, 2851 (Ls.)
NVwZ 1991, 774
DÖV 1992, 81
Den Religionsgemeinschaften mit Korporationsstatus kommt eine besondere Bedeutung für das öffentliche Leben und die staatliche Rechtsordnung zu (BVerfG-Beschlüsse in BVerfGE 19, 129; vom 4. Mai 1984 2 BvR 1837/83, Entscheidungen in Kirchensachen seit 1964 (KirchE) 22, 88; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts --BVerwG-- vom 24. April 1987 7 C 24/85, NVwZ 1987, 678; vom 15. November 1990 7 C 9/89, BVerwGE 87, 115; vgl. auch BFH-Urteil vom 16. Mai 1975 III R 54/74, BFHE 116, 176, BStBl II 1975, 746; Urteil des Bundesgerichtshofs vom 17. Oktober 1979 2 StR 791/78, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1980, 462).
Zu den für alle geltenden Gesetzen zählen auch die Vorschriften des Sachenrechts (BVerfG, NJW 1983, 2571 f.; Senat, Urteil vom 11. Februar 2000 - V ZR 271/99, NJW 2000, 1555 f.; BayObLG, NJW-RR 1994, 914 f.; vgl. auch BVerwG, NVwZ 2008, 1357 Rn. 17 und NVwZ 1991, 774, 776) und die Vorschriften des bürgerlichen Rechts, welche den Erwerb und Verlust der Rechtsfähigkeit regeln (vgl. BVerfGE 83, 341, 355;… Muckel in Listl/Pirson, Handbuch des Staatskirchenrechts der Bundesrepublik Deutschland, 2. Aufl., S. 827, 836 f.;… Ehlers in Sachs, GG, 6. Aufl., Art. 137 WRV Rn. 18 f.;… Magen in Umbach/Clemens, GG, Art. 140 Rn. 88 ff.;… von Campenhausen/de Wall, Staatskirchenrecht, 4. Aufl., S. 106;… vgl. auch Mückl in Isensee/Kirchhof, Handbuch des Staatsrechts, 3. Aufl., Band VII, S. 711, 783; von Campenhausen/Unruh, in Mangoldt/Klein/Starck, GG, 6. Aufl., Art. 137 WRV Rn. 190 ff. und BVerwG, NVwZ 1991, 774, 776).
Vor allem dieser funktionelle Schutzzweck hebt die Gewährleistung des Art. 138 II WRV über die allgemeine Eigentumsgarantie des Art. 14 GG hinaus und vermittelt ihr im Vergleich zu jener Garantie einen eigenständigen Schutzbereich (so ausdrücklich BVerwGE 87, 115 [121] = NVwZ 1991, 774).
Träger der Berechtigung aus Art. 140 GG i.V. mit Art. 138 II WRV können nicht nur die Religionsgemeinschaften als Ganzes, sondern auch deren Untergliederungen, mithin auch Kirchengemeinden als Friedhofsträger sein (…vgl. Maunz, in: ders./Dürig, GG, Art. 140 Rdnr. 8; BVerwGE 87, 115 [123] = NVwZ 1991, 774).
Der Schutz des kirchlichen Friedhofs durch Art. 140 GG i.V. mit Art. 138 II WRV besteht ferner unabhängig davon, ob er zugleich die Eigenschaft einer öffentlichen Sache hat (BVerwGE 87, 115 [131] = NVwZ 1991, 774; im Übrigen Schlink, NVwZ 1987, 633 [636]).
In Literatur und Rechtsprechung ist nämlich anerkannt, dass auch Sachen, die einer religiösen Zweckbestimmung unterliegen, durchaus auf Grund der durch Art. 140 GG, Art. 137 III WRV begründeten Bindung auch der Religionsgesellschaften an die für alle geltenden Gesetze von staatlichen - zum Beispiel ordnungsbehördlichen - Maßnahmen und Planungen erfasst und auch enteignet werden können (vgl. zum Beispiel Schlink, NVwZ 1987, 633 [634, 639];… Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 14 Rdnr. 214; BVerwGE 68, 62 [65] = NJW 1984, 989, betreffend liturgisches Glockenläuten, sowie BVerwGE 87, 115 [124f.] = NVwZ 1991, 774, und Beschl. v. 19.10.1999 - 4 BN 40/99, soweit ersichtlich nicht veröff.).
Voraussetzung für einen solchen staatlichen Zugriff ist jedoch, dass dieser durch das Ergebnis einer der Bedeutung der Gewährleistungen des Art. 4 I und II GG und des Art. 140 GG i.V. mit Art. 138 II GG konkret fallbezogenen Rechnung tragenden Abwägung des Interesses an der Erhaltung des potenziell betroffenen Gegenstands in seiner ihm zugedachten religiösen Funktion mit den gegenläufigen für das Vorhaben sprechenden Gemeinwohlbelangen gerechtfertigt ist (vgl. in diesem Zusammenhang BVerwGE 68, 62 [66] = NJW 1984, 989, und BVerwGE 87, 115 [127] = NVwZ 1991, 774).
Erforderlich ist insoweit im Außenverhältnis eine entsprechende Entwidmungserklärung - Willenserklärung - (BVerwGE 87, 115 [132] = NVwZ 1991, 774; Schlink, NVwZ 1987, 633 [639]), deren Abgabe, da sie in den Bereich des kirchlichen Selbstbestimmungs- und -verwaltungsrechts fällt, durch die dem Planfeststellungsbeschluss zukommende Konzentrationswirkung (§§ 72 I , 75 I SaarlVwVfG) nicht ersetzt wird, die vielmehr erforderlichenfalls einzuklagen ist (BVerwGE 87, 115 [132] = NVwZ 1991, 774; Schlink, NVwZ 1987, 633 [634, 639]).
In dem Verfahren über die Verfassungsbeschwerde der G ..., vertreten durch den Kirchenvorstand, Kirchenpräsident K ..., Kirchenvizepräsidentin A. und Kirchensekretär Dr. T., - Bevollmächtigter: Rechtsanwalt Georg Buchner-Baucevich, Schillerstraße 14, München - gegen a) das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 25. Oktober 1995 - 7 B 90.3798 -, b) das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. November 1990 - BVerwG 7 C 9.89 - hat das Bundesverfassungsgericht - Zweiter Senat - unter Mitwirkung der Richterin Präsidentin Limbach, und der Richter Kirchhof, Winter, Sommer, Jentsch, Hassemer, Broß am 13. Oktober 1998 beschlossen:.
BVerwG, 05.02.2009 - 7 C 11.08
Gemeindliche Kirchenbaulast; Vertrag; Nichtigkeit; rechtliche Unmöglichkeit; …
Zu den zulässigen Differenzierungskriterien bei der Gewährung staatlicher Vergünstigungen zählen die äußere Größe und Verbreitung einer Religionsgesellschaft, der Grad ihrer öffentlichen Wirksamkeit oder ihre kultur- und sozialpolitische Stellung in der Gesellschaft (Urteil vom 15. November 1990 - BVerwG 7 C 9.89 - BVerwGE 87, 115 ).
Als Konsequenz seiner Neutralität ist der Staat gegenüber den religiösen und weltanschaulichen Gruppierungen zur Gleichbehandlung verpflichtet (vgl. BVerfGE 19, 1 [8] = NJW 1965, 1427; BVerwGE 61, 152 [158f.] = NJW 1981, 1460; BVerwGE 87, 115 [127] = Buchholz 11 Art. 140 GG Nr. 47, S. 40f. = NVwZ 1991, 774;… BVerwGE 90, 112 [123f.] = NJW 1992, 2496, und BVerwG, Buchholz 11 Art. 140 GG Nr. 59, S. 19 = NJW 1996, 3287;… v. Campenhausen, in: v. Mangoldt/Klein, GG, 3. Aufl., Bd. 14 [1991], Art. 140 Rdnrn. 16ff.; Morlok, in: Dreier [Hrsg.], GG I, 1996, Art. 4 Rdnrn. 121ff.).
Dieser umfasst als staatskirchenrechtliche Parität Gleichberechtigung, Gleichwertigkeit und Gleichrang von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in der Verfassungsordnung (vgl. BVerwGE 61, 152 [158f.] = NJW 1981, 1460; BVerwGE 87, 115 [127] = NVwZ 1991, 774; v. Campenhausen, Rdnrn. 27 ff.;… Morlok, Rdnr. 124).
Nach der Rechtsprechung sind zulässige Differenzierungskriterien bei der Gewährung staatlicher Vergünstigungen insbesondere die äußere Größe und Verbreitung einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft, der Grad ihrer öffentlichen Wirksamkeit, ihre kultur- und sozialpolitische Stellung in der Gesellschaft und auch der Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts, weil und insofern dieser Status typischerweise eine besondere Bedeutung der betreffenden Gemeinschaft innerhalb des öffentlichen Lebens und demgemäß auch für die staatliche Rechtsordnung zum Ausdruck bringt (BVerfGE 19, 1 [8ff.] = NJW 1965, 1427, und BVerfGE 19, 129 [134] = NJW 1965, 2339; BVerwGE 61, 152 [158f.] = NJW 1981, 1460, und BVerwGE 87, 115 [127f.] = NVwZ 1991, 774).
Dabei wird er insbesondere zu entscheiden haben, ob auch der Kernbereich der religiösen bzw. weltanschaulichen Betätigung gefördert werden darf, zu dem - bezogen auf den Kl. - gerade die drei in Streit stehenden Bereiche Jugendfeier, Feierkultur und Zeitschrift "diesseits" gehören, durch die der Kl. seine Weltanschauung bezeugt (…vgl. hierzu einerseits bejahend: Isensee, in: Listl/Pirson [Hrsg.], HdbStKirchR I, 2.Aufl. [1994] S. 1060ff.; Robbers, S. 873ff.;… Schlaich, Neutralität als Verfassungsprinzip, 1972, S. 215ff., jeweils m.w. Nachw.;… andererseits verneinend: Bull, Die Staatsaufgaben nach dem GG, 1. Aufl. [1973], S. 365; Brauns, Staatsleistungen an die Kirchen und ihre Ablösung, S. 136 Fußn. 15; vgl. auch BVerfGE 44, 37 [56f.] = NJW 1977, 1279; BVerfGE 44, 103 [104] = NJW 1977, 1282; BVerwGE 38, 76 [79]; 87, 115 [127] = NVwZ 1991, 774;… H. Weber, Grundprobleme des StaatskirchenR, 1970, S. 68f.; Preuß, in: AK-GG 11, 2.
Aus dem durch Art. 140 GG i.V. mit Art. 138 I WRV gewährten Bestandsschutz für die Staatsleistungen folgt, dass diese einseitig nur in der in Art. 138 I WRV vorgesehenen Weise durch materielles Gesetz abgelöst werden können (vgl. BVerwGE 87, 115 [132] = NVwZ 1991, 774; Isensee, S. 1015ff., 1043ff.).
Ist das Recht mit einem Widerrufsvorbehalt versehen, kann Art. 138 Abs. 1 WRV keinen weitergehenden Schutz bieten (…vgl. BVerfGE 99, 100 - Juris Rn. 108; BVerwGE 87, 115 - Juris Rn. 35).
Insoweit umfasst das Gebot der staatskirchenrechtlichen Parität die Gleichberechtigung verschiedener Bekenntnisse und Bekenntnisgemeinschaften auf der Grundlage ihrer Gleichwertigkeit und ihres Gleichranges (vgl. zu diesen Grundsätzen BVerfG, Beschluss vom 16. Mai 1995 - 1 BvR 1087/91 -, BVerfGE 93, 1, 16 f.; Beschluss vom 28. April 1965 - 1 BvR 346/61 -, BVerfGE 19, 1, 8; BVerfG, Urteil vom 14. Dezember 1965 - 1 BvR 413, 416/60 -, BVerfGE 19, 206, 216 f.; BVerwG, Urteil vom 15. November 1990 - 7 C 9.89 -, BVerwGE 87, 115, 127;… Herzog in: Maunz-Dürig, Kommentar zum Grundgesetz, Stand Juli 2001, Art. 4 Rdnr. 19 f.;… Heckel, Die religionsrechtliche Parität, in: Handbuch des Staatskirchenrechts der Bundesrepublik Deutschland, 1974, Band 1, S. 445 ff., insb.
Zu den zulässigen Differenzierungskriterien bei der Gewährung staatlicher Vergünstigungen zählen die äußere Größe und Verbreitung einer Religionsgesellschaft, der Grad ihrer öffentlichen Wirksamkeit, ihre kultur- und sozialpolitische Stellung in der Gesellschaft und auch ihr Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts (BVerwG, Urteil vom 15. November 1990 - 7 C 9.89 -, a. a. O., S. 127 f.;… siehe ferner Heckel, a. a. O., S. 519 ff., insb. S. 523).
Allerdings ist die Kirchengutsgarantie für staatliche Stellen nicht schlechthin unantastbar, sondern an das materielle staatliche Recht gebunden und dadurch in ihrer Geltung begrenzt (vgl. BVerwG, Urt. v. 15.11.1990 - 7 C 9.89 -, BVerwGE 87, 115 (124 ff.)).
Der Verwaltungsgerichtshof hat der Klage, nachdem das in dieser Sache ergangene erste Berufungsurteil mit Urteil des beschließenden Senats vom 15. November 1990 - BVerwG 7 C 9.89 - (BVerwGE 87, 115 ) aufgehoben worden und die Sache an den Verwaltungsgerichtshof zurückverwiesen worden war, erneut stattgegeben.
Ob der Beklagte die griechisch-orthodoxen Gläubigen nur noch "in unerheblichem Umfang" repräsentiert, ist nach dem genannten Urteil nicht numerisch, sondern wertend unter dem Blickwinkel zu ermitteln, ob der Förderungszweck, die seelsorgerische Betreuung aller griechisch-orthodoxen Gläubigen im Raum München, durch die Nutzungsänderung "aller Voraussicht nach weitaus besser erreicht wird als bisher" (Urteil vom 15. November 1990 - BVerwG 7 C 9.89 - a.a.O. S. 129; ähnlich S. 130); dementsprechend läßt sich die Grenze zwischen einem rechtmäßigen und einem rechtswidrigen Nutzungsübergang nicht in bestimmten Zahlenverhältnissen ausdrücken (ebd. S. 130).
Zwar ist, wie der beschließende Senat in seinem Urteil vom 15. November 1990 (a.a.O. S. 118) dargelegt hat, durch das rechtskräftige Urteil des Bayerischen Obersten Landesgerichts vom 12. Dezember 1980 - RReg …
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Altarflügel; bewegliche Sache; Eigentümer; Entwidmung; kirchliche öffentliche …
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Kein Baustopp für die Paul-Gerhardt-Kirche in Bielefeld
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Anspruch der NPD-Fraktion auf Kontoeröffnung bei der Sparkasse
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Erwerb eines Erbbaurechtsgrundstücks - Verletzung beamtenrechtlicher …

References: Art. 137
 Art. 140
 Art. 137
 Art. 138
 Art. 14
 Art. 140
 Art. 138
 Art. 140
 Art. 140
 Art. 138
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 Art. 137
 Art. 14
 Art. 4
 Art. 140
 Art. 138
 Art. 140
 Art. 140
 Art. 140
 Art. 4
 Art. 140
 Art. 138
 Art. 138
 Art. 138
 Art. 4