Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=JZ%202017,%20445
Timestamp: 2020-01-28 15:21:51+00:00

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BGH, 29.03.2017 - VIII ZR 44/16 - dejure.org
https://dejure.org/2017,8031
BGH, 29.03.2017 - VIII ZR 44/16 (https://dejure.org/2017,8031)
BGH, Entscheidung vom 29.03.2017 - VIII ZR 44/16 (https://dejure.org/2017,8031)
BGH, Entscheidung vom 29. März 2017 - VIII ZR 44/16 (https://dejure.org/2017,8031)
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Art. 14 GG, § ... 280 Abs. 1 BGB, § 287 ZPO, § 286 Abs. 1 ZPO, § 573 Abs. 1 BGB, § 564 Satz 1 ZPO, § 561 ZPO, § 558 BGB, §§ 558 ff. BGB, § 314 ZPO, § 86 Abs. 1 VVG, § 265 ZPO, § 562 Abs. 1 ZPO, § 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 21 Abs. 1 GKG, § 563 Abs. 1 Satz 2 ZPO
§ 280 Abs 1 BGB, § 573 Abs 1 S 1 BGB, § 286 Abs 1 ZPO
Wohnraummiete: Vorrausetzung für eine Kündigung wegen "Betriebsbedarfs"; Anforderungen an die tatrichterliche Würdigung des Parteivortrags und des Beweisergebnisses bei vom Mieter nach Auszug begehrtem Schadensersatz wegen vorgetäuschtem Bedarf; sekundäre Darlegungslast ...
Kündigung einer Wohnung wegen "Betriebsbedarfs"; Wesentliche Bedeutung der Wohnung für die betrieblichen Abläufe nach den Aufgaben der Bedarfsperson; Schadensersatzbegehren des Mieters wegen vorgetäuschtem Bedarf; Anforderungen an die tatrichterliche Würdigung des ...
Ordentliche Kündigung wegen Betriebsbedarfs, Schadensersatz wegen vorgetäuschten Eigenbedarfs, sekundäre Darlegungslast des Vermieters
BGB § 573 Abs. 1 S. 1; ZPO § 287
Eigenbedarfskündigung für den Hausmeister?
Schadensersatz wegen vorgetäuschten Vermieterbedarfs - und der notwendige Parteivortrag
Darlegungslast bei Eigenbedarfskündigung: Nur vorgetäuscht?
Mietrecht - Prüfung bei (möglicherweise) vorgetäuschtem Eigenbedarf
Vorgetäuschter Vermieterbedarf: Besonders sorgfältige Prüfung von Parteivorbringen und Beweisergebnissen
Sorgfältige Prüfung von Parteivorbringen und Beweisergebnissen in Fällen (möglicherweise) vorgetäuschten Vermieterbedarfs angemahnt (§ 573 Abs. 1 BGB)
Sekundäre Darlegungslast des Vermieters bei Kündigung wegen "Betriebsbedarfs"
Schadensersatz bei nicht umgesetzter Eigenbedarfskündigung
Besondere Darlegungslast bei nicht realisiertem Eigenbedarf
Lässt sich Eigenbedarf für Hausmeister durchsetzen?
Keine Eigenbedarfskündigung des Vermieters bei vorgetäuschtem Eigenbedarf
Darlegungslast bei Eigenbedarfskündigung
Was Mieter und Vermieter wissen sollten, wenn wegen (Eigen-)Bedarfs gekündigt worden ist und strittig ist, ob der Eigenbedarf vorgetäuscht war
Eigenbedarfskündigung: Vorgetäuschter Eigenbedarf
Wegfall des Eigenbedarfs - Austausch des Eigenbedarfsinteresses - vorübergehender Eigenbedarf
Wer beim Eigenbedarf täuscht, muss zahlen
Schadensersatzpflicht bei vorgetäuschtem (Eigen-)Bedarf
Darlegungslast bei nicht realisiertem Betriebsbedarf
Kündigung: Betriebsbedarf nur bei ganz konkreter Notwendigkeit der Nutzung (IMR 2017, 260)
NJW 2017, 2819
NZM 2017, 521
ZMR 2017, 550
JZ 2017, 445
Vielmehr muss sich der Nutzungswunsch soweit "verdichtet" haben, dass ein konkretes Interesse an einer alsbaldigen Eigennutzung besteht (…Senatsurteile vom 23. September 2015 - VIII ZR 297/14, NJW 2015, 3368 Rn. 22; vom 29. März 2017 - VIII ZR 44/16, WuM 2017, 342 Rn. 22;… Senatsbeschluss vom 11. Oktober 2016 - VIII ZR 300/15, NJW-RR 2017, 75 Rn. 19).
Das ist der Fall, sodass die Beklagte diese Behauptungen des Klägers nicht ausreichend bestritten hat und in der Folge der klägerische Vortrag als unstreitig zu behandeln ist (vgl. BGH, NJW 2017, 2819, 2820 Tz. 22).
Entgegen der Ansicht der Beklagten handelt es sich dabei nicht "lediglich" um einen Fehler im Rahmen der Beweiswürdigung (§ 286 ZPO), welcher revisionsrechtlich nur eingeschränkt überprüfbar wäre (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteile vom 5. Oktober 2004 - XI ZR 210/03, BGHZ 160, 308, 316 f.; vom 29. März 2017 - VIII ZR 44/16, NJW 2017, 2819 Rn. 24).
Sie führte von diesem Zeitpunkt an zu einer (mittelbaren) Bindung der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (vgl. Möllers/Herz, JZ 2017, 445, 447).
Der nationale Gesetzgeber hat damit eine bereits existierende europäische Norm, deren unmittelbare Geltung nur deshalb in die Zukunft verlegt worden ist, um den Mitgliedstaaten bis spätestens zum 3. Juli 2016 eine Anpassung ihrer nationalen Rechtsordnungen zu ermöglichen, in seinem Hoheitsgebiet schon früher für anwendbar erklärt; der Anwendungsvorrang des Unionsrechts wird dadurch nicht in Frage gestellt (Möllers/Herz, JZ 2017, 445, 447; Kudlich, ZBB/JBB 2017, 72, 74; aA Rossi, ZIP 2016, 2437, 2441 f.; Lorenz/Zierden, HRRS 2016, 443, 447; Rothenfußer, AG 2017, 149, 151).
Der Senat kann daher offen lassen, ob Art. 49 Abs. 1 Satz 3 EUGrCharta - anders als § 2 Abs. 3 StGB - nur ein einfaches Milderungsgebot gewährleistet und nicht gebietet, auch mildere Zwischenrechtslagen zu berücksichtigen (…in diesem Sinne Schützendübel, aaO, S. 112 f.; Bülte/Müller, NZG 2017, 205, 213; aA Möllers/Herz, JZ 2017, 445, 450; Gaede, wistra 2017, 41, 47; ders., wistra 2011, 365, 368;… Eser, in: Meyer, Charta der Grundrechte der Europäischen Union, 4. Aufl., Art. 49 Rn. 34 sowie Jarass, Charta der Grundrechte der EU, 3. Aufl., Art. 49 Rn. 15).
Offen bleiben kann auch, ob die Übergangsvorschrift als ein das Grundrecht des Art. 49 Abs. 1 EUGrCharta in verhältnismäßiger Weise einschränkendes Gesetz im Sinne des Art. 52 Abs. 1 EUGrCharta angesehen werden könnte (in diesem Sinne Möllers/Herz JZ 2017, 445, 450) oder ob die Garantie des Art. 49 Abs. 1 Satz 3 EUGrCharta tatsächlich der nachträglichen Korrektur einer mit europarechtlichen Vorgaben in Konflikt geratenden "gesetzgeberischen Fehlleistung' entgegenstehen könnte (vgl. Gaede, wistra 2011, 365, 372; zur "Korrekturpflicht' des Gesetzgebers zur Beseitigung eines "unionsrechtswidrigen Zustands' vgl. Bergmann/Vogt, wistra 2016, 347, 351 f., aA Gaede, wistra 2011, 365, 372 f.).
Dies ist aber bei einem Angestellten, dem die Aufgaben eines "Concierge" oder eines "Hausmeisters" übertragen werden bzw. dessen ständige Anwesenheit aus sonstigen Gründen vorausgesetzt ist, in der Regel der Fall, wenn dieser Angestellte nicht mehrere Gebäude der Vermieterseite betreuen soll und dieser Angestellte nicht ohnehin bereits in der Nähe eines dieser Objekte wohnt (BGH, Urteil vom 29.03.2017, Az.: VIII ZR 44/16, u.a. in: NJW 2017, Seiten 2819 ff.).
Nur unter diesen Umständen ist es den Vermietern dann auch zuzumuten, substantiiert und plausibel ("stimmig") darzulegen, aus welchem Grund der mit der Kündigung vorgebrachte Bedarf dann ggf. nachträglich entfallen sein soll (BVerfG, Beschluss vom 30.05.1997, Az.: 1 BvR 1797/95, u.a. in: NJW 1997, Seite 2377; BGH, Urteil vom 29.03.2017, Az.: VIII ZR 44/16, u.a. in: NJW 2017, Seiten 2819 ff.; BGH, Beschluss vom 11.10.2016, Az.: VIII ZR 300/15, u.a. in: MDR 2017, Seite 21; BGH, Urteil vom 18.05.2005, Az.: VIII ZR 368/03, u.a. in: NJW 2005, Seiten 2395 ff.).
Der Bundesgerichtshof hat im Urteil vom 29. März 2017 - VIII ZR 44/16 (WuM 2017, 342, ZMR 2017, 550) entschieden, dass den Vermieter, der den zur Grundlage der Kündigung gemachten Bedarf (in der Entscheidung handelte es sich um "Betriebsbedarf" i.S.v. § 573 Abs. 1 BGB) nach dem Auszug des Mieters nicht realisiert, eine sekundäre Darlegungslast zum nachträglichen Wegfall des behaupteten Bedarfs trifft.
Der BGH hat im Urteil vom 29. März 2017 - VIII ZR 44/16 (WuM 2017, 342, ZMR 2017, 550) einige Grundsätze zu den erstattungsfähigen Schadenspositionen zum Ausdruck gebracht.

References: Art. 14
 § 287
 § 286
 § 573
 § 564
 § 561
 § 558
 § 314
 § 86
 § 265
 § 562
 § 563
 § 21
 § 563

§ 280
 § 573
 § 286
 § 573
 § 287
 Art. 49
 § 2
 Art. 49
 Art. 49
 Art. 49
 Art. 52
 Art. 49
 § 573
 BGH