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Timestamp: 2017-10-17 18:30:31+00:00

Document:
LAG-HAMM - 17.10.2005, 10 TaBV 143/05 - JuraForum.de
LAG-HAMM – Aktenzeichen: 10 TaBV 143/05
Beschluss vom 17.10.2005
Vorschriften: § 98 ArbGG, § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG
Stichworte: Einrichtung einer Einigungsstelle offensichtliche Unzuständigkeit Mitbestimmung in Fragen der Ordnung des Betriebes und des Verhaltens der Arbeitnehmer
Verfahrensgang: ArbG Hagen 3 BV 28/05 vom 04.08.2005
12 + Si ebe.n =
LAG-HAMM – Urteil, 4 Sa 2340/04 vom 13.10.2005
1. Das nach Anzeige der Masseunzulänglichkeit (§ 208 InsO) eintretende Vollstreckungsverbot aus § 210 InsO, erfasst nur die in § 209 Abs. 1 Nr. 3 InsO geregelten Masseverbindlichkeiten (sog. Altmasseverbindlichkeiten). Daraus folgt im Umkehrschluss: Verbindlichkeiten im Sinne von § 209 Abs. 1 Nr. 2 InsO (sog. Neumasseverbindlichkeiten) sind grundsätzlich weiterhin mit der Zahlungsklage zu verfolgen. Hiervon ist eine Ausnahme dann zu machen, wenn der Insolvenzverwalter mit Recht einwendet, die Insolvenzmasse genüge auch nicht zur vollständigen Tilgung der Neumasseverbindlichkeiten (weitere Masseunzulänglichkeit). Der Rechtsschutz des Neumassegläubigers ist nur in einem solchen Falle auf die Erhebung einer Feststellungsklage beschränkt.
3. Beschließt der Insolvenzverwalter, die Arbeitskraft eines Arbeitnehmers nach der Anzeige der Masseunzulässigkeit weiter in Anspruch zu nehmen, auch nur für eine bestimmte Zeit bis zu einer geplanten Stilllegung oder - wie hier - bis zu eine Personalanpassung, spricht er in einem solchen Fall während der Weiterbeschäftigung eine Kündigung aus, die vom Arbeitnehmer erfolgreich mit einer Kündigungsschutzklage angegriffen oder - wie hier - vom Insolvenzverwalter zurückgenommen wird, dann sind die daraus entstehenden Annahmeverzugsansprüche Neumasseverbindlichkeiten im Sinne des § 209 Abs. 2 Nr. 2 InsO.
LAG-HAMM – Urteil, 2 Sa 82/04 vom 12.10.2005
LAG-HAMM – Beschluss, 10 TaBV 102/05 vom 10.10.2005
Der Gegenstandswert eines arbeitsgerichtlichen Beschlussverfahrens richtet sich regelmäßig nicht nach dem Schwierigkeitsgrad und/oder dem Umfang der anwaltlichen Tätigkeit.
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References: § 98
 § 87
 § 210
 § 209
 § 209
 § 209