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Timestamp: 2016-10-21 21:56:27+00:00

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4A_103/2013 (11.09.2013)
4A_103/2013 � � Urteil vom 11. September 2013
Bundesrichter Kolly, Bundesrichterinnen Kiss, Niquille,
Arbeitsvertrag; Anwendbarkeit des ArG,
Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Glarus vom 18. Januar 2013.
A.a.�Die X.________ GmbH (Arbeitgeberin, Beklagte, Beschwerdef�hrerin) mit Sitz in der Schweiz hat sich darauf spezialisiert, in Krisengebieten die Verpflegung von milit�rischen und anderen Organisationen sicherzustellen. Seit 2005 betreibt sie in einem abgesperrten und bewachten Logistikzentrum (Camp) an der Peripherie von Kabul in Afghanistan eine B�ckerei und beliefert vor Ort Truppen mit Brot- und Konditoreiwaren.
A.________ (Arbeitnehmer, Kl�ger, Beschwerdegegner) ist B�cker mit abgeschlossener Meisterpr�fung und hat Wohnsitz in Deutschland.
A.b.�Am 1. April 2005 schlossen die Parteien einen Arbeitsvertrag. Darin verpflichtete sich der Arbeitnehmer, zu einem monatlichen Nettolohn von EUR 3'000.-- in der B�ckerei der Arbeitgeberin in Kabul als "Second Production Manager" zu arbeiten. Mit der Bef�rderung zum "Production Manager" ab dem zweiten Dienstjahr erh�hte sich der Lohn auf EUR 3'200.--. Daneben erhielt er im ersten Dienstjahr einen Bonus von EUR 9'600.-- und ab dem zweiten Dienstjahr einen solchen von EUR 10'000.--. Gem�ss Vertrag sollte die w�chentliche Arbeitszeit bei einer Sechstagewoche im Durchschnitt 54 Stunden nicht �bersteigen. Allf�llige Mehrstunden sollten mit dem Monatslohn abgegolten sein. Als Ausgleich hatte der Arbeitnehmer gem�ss Vertrag j�hrlich 63 Ferientage. Die Parteien unterstellten den Vertrag schweizerischem Recht und vereinbarten Glarus als Gerichtsstand.
B.a.�Mit Klage vom 15. Januar 2009 beim Kantonsgericht Glarus beantragte der Arbeitnehmer, die Arbeitgeberin sei zur Zahlung von EUR 120'401.-- nebst Zins zu verurteilen. Die Summe setzte sich zusammen aus EUR 118'178.-- als Entsch�digung f�r Mehr-, Nacht- und Sonntagsarbeit, EUR 1'826.-- f�r Krankenkassenkosten und EUR 397.-- f�r die Kosten der R�ckreise nach Beendigung der Arbeitst�tigkeit. Der Arbeitnehmer st�tzte seine Anspr�che auf das Bundesgesetz vom 13. M�rz 1964 �ber die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel (ArG; SR 822.11).
Mit Entscheid vom 10. August 2010 wies das Kantonsgericht Glarus die Klage ab (Dispositiv-Ziff. 1), auferlegte dem Arbeitnehmer die Gerichtskosten (Dispositiv-Ziff. 2 und 3) und verpflichtete ihn zur Zahlung einer Parteientsch�digung von Fr. 7'000.-- an die Arbeitgeberin (Dispositiv-Ziff. 4). Das Kantonsgericht verneinte die Anwendbarkeit des ArG und damit auch das Bestehen einer Anspruchsgrundlage. Im Sinne einer Eventualbegr�ndung f�hrte das Kantonsgericht aus, der Arbeitnehmer habe die behaupteten Arbeitszeiten ohnehin nicht beweisen k�nnen.
B.b.�Dagegen erhob der Arbeitnehmer Berufung beim Obergericht des Kantons Glarus. Er beschr�nkte seine Klage auf den Betrag von EUR 118'178.-- als Entsch�digung f�r Mehr-, Nacht- und Sonntagsarbeit.
Die Arbeitgeberin erhob daraufhin Anschlussberufung mit dem Antrag, es sei Dispositiv-Ziff. 4 des Entscheids des Kantonsgerichts aufzuheben und der Arbeitnehmer zur Bezahlung einer Parteientsch�digung von Fr. 24'026.05 f�r das erstinstanzliche Verfahren zu verurteilen.
Mit Beschluss vom 18. Januar 2013 merkte das Obergericht des Kantons Glarus vor, dass der Arbeitnehmer seine Klage auf EUR 118'178.-- reduziert habe (Dispositiv-Ziff. 1). Anders als das Kantonsgericht bejahte das Obergericht die Anwendbarkeit des ArG und warf der Vorinstanz eine unzul�ssige antizipierte Beweisw�rdigung vor. In Gutheissung der Berufung hob es daher das Urteil des Kantonsgerichts Glarus auf und wies die Klage zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an dieses zur�ck (Dispositiv-Ziff. 2). Die Anschlussberufung schrieb es als gegenstandslos geworden ab (Dispositiv-Ziff. 3).
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 21. Februar 2013 beantragt die Arbeitgeberin dem Bundesgericht, es sei der Entscheid des Obergerichts des Kantons Glarus aufzuheben und es seien Dispositiv-Ziff. 1-3 und 5 des Entscheids des Kantonsgerichts Glarus zu best�tigen. Die Beschwerdef�hrerin stellt zudem einen ausf�hrlichen Antrag betreffend die Neuverteilung der Gerichtskosten und die Festlegung der Parteientsch�digungen f�r das kantonale Verfahren, dies verbunden mit einem Eventualantrag, die Sache zu diesem Zweck an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Der Beschwerdegegner beantragt die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist. Die Vorinstanz hat eine Vernehmlassung ohne Antrag zum Verfahrensausgang eingereicht.
1.1.�Mit dem angefochtenen Beschluss wies die Vorinstanz die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an die Erstinstanz zur�ck. Ein R�ckweisungsentscheid schliesst das Verfahren nicht ab, sondern stellt einen Zwischenentscheid dar (BGE 137 V 314 E. 1 S. 315; 135 III 329 E. 1.2; 135 III 212 E. 1.2).
1.1.1.�Gegen selbst�ndig er�ffnete Vor- und Zwischenentscheide, die weder die Zust�ndigkeit noch den Ausstand betreffen, ist die Beschwerde nur zul�ssig, wenn eine der folgenden alternativen Voraussetzungen erf�llt ist: Wenn der Vor- und Zwischenentscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeif�hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten f�r ein weitl�ufiges Beweisverfahren ersparen w�rde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Es obliegt der Beschwerdef�hrerin darzutun, dass die Voraussetzungen von Art. 93 BGG erf�llt sind, soweit deren Vorliegen nicht offensichtlich in die Augen springt (BGE 138 III 46 E. 1.2).
1.1.2.�Die Beschwerdef�hrerin f�hrt aus, die Vorinstanz habe entschieden, dass auf das Arbeitsverh�ltnis zwischen den Parteien das schweizerische Arbeitsrecht anwendbar sei und dass entgegen der Ansicht der Erstinstanz nicht in antizipierter Beweisw�rdigung auf die Anh�rung der angerufenen Zeugen verzichtet werden k�nne. Beides sei falsch. Mit Gutheissung der Beschwerde w�rde ein Endentscheid ergehen, mit dem die Klage abgewiesen werde. Damit werde im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG ein weitl�ufiges und aufwendiges Beweisverfahren mit der Befragung von vielen Zeugen in unterschiedlichen L�ndern vermieden, da die Vorinstanz das erstinstanzliche Gericht insbesondere zur Einvernahme von Mitarbeitern der B�ckerei in Kabul in den Jahren 2005 bis 2007 angehalten habe. Dabei handle es sich haupts�chlich um Personen, die aus �stlichen L�ndern stammten und deren Aufenthalt wohl zu einem guten Teil zun�chst eruiert werden m�sste.
1.1.3.�Die Vorinstanz hat die Erstinstanz angewiesen, eine hinreichende Sachverhaltsabkl�rung vorzunehmen und namentlich den Beweisantr�gen des Beschwerdegegners zu folgen. Aus den Akten, auf welche die Vorinstanz verweist, ergibt sich, dass der Beschwerdegegner ein Parteiverh�r beantragt und zwei in Deutschland wohnhafte Zeugen sowie einen in Thailand wohnhaften Zeugen angerufen hat. Beide Parteien haben zudem die Einvernahme des lokalen Personals beantragt, das vom 21. Mai bis und mit 31. Oktober 2007 in der B�ckerei der Beschwerdef�hrerin in Kabul t�tig war.
Mit Gutheissung der Beschwerde w�rde die erstinstanzliche Abweisung der Klage best�tigt und damit entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners sofort ein Endentscheid herbeigef�hrt. Wie die Beschwerdef�hrerin zu Recht vorbringt, k�nnte dadurch nach dem Gesagten ein weitl�ufiges Beweisverfahren vermieden werden. Es liegt auf der Hand, dass die Befragung von Zeugen in Deutschland, Thailand und v.a. des lokalen Personals der B�ckerei in Kabul mit einem bedeutenden Aufwand an Zeit und Kosten verbunden w�re. Die Beschwerde gegen den Zwischenentscheid ist demnach gest�tzt auf Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG zul�ssig.
1.2.�Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist - unter Vorbehalt einer hinreichenden Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG) - auf die Beschwerde einzutreten.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz habe die Anwendbarkeit des ArG zu Unrecht bejaht. Richtig besehen sei dieses nicht anwendbar, womit die gesetzliche Grundlage f�r eine Entsch�digung von Mehr-, Nacht- und Sonntagsarbeit fehle.
2.1.�Die Vorinstanz hat ausgef�hrt, das ArG sei �ffentlich-rechtlicher Natur und gelte nach dem Territorialit�tsprinzip nur im Staatsgebiet der Schweiz, womit die arbeitsgesetzlichen Vorgaben grunds�tzlich nur f�r Sachverhalte relevant seien, welche sich in der Schweiz zutragen w�rden. Art. 342 Abs. 2 OR sehe nun aber im Falle des Bestehens einer �ffentlich-rechtlichen Verpflichtung einer Vertragspartei vor, dass der andern Vertragspartei ein zivilrechtlicher Anspruch auf Erf�llung zustehe, wenn die Verpflichtung Inhalt des Einzelarbeitsvertrages sein k�nnte (sog. Rezeptionsklausel). Die �ffentlich-rechtlichen Verpflichtungen w�rden so gest�tzt auf Art. 342 Abs. 2 OR zu zivilrechtlichen Anspr�chen. Die Vertragsparteien auch eines internationalen Arbeitsverh�ltnisses k�nnten sich daher f�r entsprechende Anspr�che auf die im �ffentlichen Recht getroffenen Regelungen berufen, wenn auf ihr Arbeitsverh�ltnis schweizerisches Recht anwendbar sei.
2.2.�Die Beschwerdef�hrerin bringt vor, der Geltungsbereich des ArG werde in dessen Art. 1 geregelt. Im Ausland besch�ftigte Arbeitnehmer w�rden in dieser Bestimmung nicht erw�hnt, was ein qualifiziertes Schweigen darstelle. Was die Rezeptionsklausel von Art. 342 Abs. 2 OR angehe, so sei zu beachten, dass ein zivilrechtlicher Erf�llungsanspruch des Arbeitnehmers nur bestehe, wenn das ArG der Arbeitgeberin �ffentlich-rechtliche Verpflichtungen auferlegt habe. Solche Verpflichtungen best�nden vorliegend aber gerade nicht, da das ArG nicht anwendbar sei. Schliesslich w�rde die Anwendung etwa von Gesundheitsschutzbestimmungen des schweizerischen Arbeitsgesetzes auf Arbeitsverh�ltnisse, die mit denjenigen in der Schweiz kaum vergleichbar seien, auch sachlich falsch erscheinen. Diese Vorschriften seien auf schweizerische Verh�ltnisse zugeschnitten. Sie k�nnten daher nicht ohne weiteres auf Arbeitsverh�ltnisse mit Arbeitsort in L�ndern �bertragen werden, in welchen v�llig andere Arbeitsbedingungen herrschten.
2.3.�Da die Arbeitgeberin ihren Sitz in der Schweiz hat und der Arbeitnehmer mit Wohnsitz in Deutschland seine Arbeit in Kabul geleistet hat, liegt ein internationaler Sachverhalt vor. Die Vorinstanz hat das anwendbare Recht somit zutreffend nach dem IPRG ermittelt (Art. 1 Abs. 1 lit. b IPRG). Arbeitsvertr�ge unterliegen nach Art. 121 Abs. 1 IPRG grunds�tzlich dem Recht des Staates, in dem der Arbeitnehmer gew�hnlich seine Arbeit verrichtet. Die Parteien k�nnen den Arbeitsvertrag indessen dem Recht des Staates unterstellen, in dem der Arbeitnehmer seinen gew�hnlichen Aufenthalt hat oder in dem die Arbeitgeberin ihre Niederlassung, ihren Wohnsitz oder ihren gew�hnlichen Aufenthalt hat (Art. 121 Abs. 3 IPRG). Die Rechtswahl der Parteien, mit welcher sie Schweizer Recht f�r anwendbar erkl�rt haben, ist somit zul�ssig (vgl. auch BGE 136 III 392 E. 2.2 S. 395).
2.4.�Zu den anwendbaren Bestimmungen des Schweizer Rechts geh�ren grunds�tzlich auch solche �ffentlich-rechtlicher Natur (vgl. FRANK VISCHER/LUCIUS HUBER/DAVID OSER, Internationales Vertragsrecht, 2. Aufl. 2000, N. 778; THOMAS GEISER, in: Arbeitsgesetz, 2005, N. 27 zu Art. 1 ArG; so f�r das ausl�ndische Recht explizit Art. 13 Satz 2 IPRG). Ob �ffentlich-rechtliche Normen auf ein internationales Arbeitsverh�ltnis Anwendung finden, entscheidet sich nach ihrem eigenen pers�nlichen, sachlichen und �rtlichen Geltungsbereich ( VISCHER/HUBER/OSER, a.a.O., N. 778 und 797; FRANK VISCHER, General Course on Private International Law, Recueil des Cours 232/1992 I S. 186; vgl. auch ANTON HEINI, in: Z�rcher Kommentar zum IPRG, 2. Aufl. 2004, N. 6 zu Art. 13 IPRG; ANDREAS BUCHER, in: Commentaire Romand, Loi sur le droit international priv�, 2011, N. 29 f. zu Art. 13 IPRG; BERNARD DUTOIT, Droit international priv� suisse, 4. Aufl. 2005, N. 7 zu Art. 13 IPRG; GREGOR GEISSER, Ausservertragliche Haftung privat t�tiger Unternehmen f�r "Menschenrechtsverletzungen" bei internationalen Sachverhalten, 2013, N. 461; MONICA M�CHLER-ERNE/SUSANNE WOLF-METTIER, in: Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, 2. Aufl. 2007, N. 7 und 7a zu Art. 13 IPRG).
Das ArG bestimmt seinen Geltungsbereich in Art. 1 ff. ArG. Nach Art. 1 Abs. 3 ArG ist das Gesetz u.a. auf Arbeitnehmer anwendbar, welche ein im Ausland gelegener Betrieb in der Schweiz besch�ftigt, soweit dies nach den Umst�nden m�glich ist. Eine Anwendung auf im Ausland besch�ftigte Arbeitnehmer ist hingegen nicht vorgesehen. Auch in der Lehre ist unbestritten, dass das ArG nur auf in der Schweiz besch�ftigte Arbeitnehmer direkt Anwendung findet (vgl. nur THOMAS G�CHTER, Arbeitsschutz, in: Gesundheitsrecht, SBVR Bd. VIII, 2005, S. 316 N. 41; FRANK VISCHER, in: Z�rcher Kommentar zum IPRG, 2. Aufl. 2004, N. 14 zu Art. 18 IPRG; ROLAND M�LLER, Arbeitsgesetz, 6. Aufl. 2001, Art. 1 Abs. 3 ArG; VISCHER/HUBER/OSER, a.a.O., N. 778 und Fn. 100; ANDREAS BUCHER, Les nouvelles r�gles du droit international priv� suisse dans le domaine du droit du travail, in: M�langes Alexandre Berenstein, 1989, S. 160). Die Vorinstanz hat daher zu Recht eine direkte Anwendbarkeit des ArG verneint. Sie ist indessen von einer indirekten Anwendbarkeit �ber die sog. Rezeptionsklausel von Art. 342 Abs. 2 OR ausgegangen. Diese Bestimmung sei so auszulegen, dass sich die Vertragsparteien eines internationalen Arbeitsverh�ltnisses auf die im �ffentlichen Recht getroffenen Regelungen berufen k�nnten, da �ffentliches Recht gest�tzt auf Art. 342 Abs. 2 OR zum Bestandteil des Privatrechts werde (so auch GEISER, a.a.O., N. 30 zu Art. 1 ArG; MANFRED REHBINDER, Schweizerisches Arbeitsrecht, 15. Aufl. 2002, N. 643).
2.5.1.�Das Gesetz muss in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach dem Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zu Grunde liegenden Wertungen auf der Basis einer teleologischen Verst�ndnismethode ausgelegt werden. Die Gesetzesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht schon der Wortlaut die Norm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten verstandene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige Entscheidung im normativen Gef�ge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis der ratio legis. Dabei befolgt das Bundesgericht einen pragmatischen Methodenpluralismus und lehnt es namentlich ab, die einzelnen Auslegungselemente einer hierarchischen Priorit�tsordnung zu unterstellen. Die Gesetzesmaterialien k�nnen beigezogen werden, wenn sie auf die streitige Frage eine klare Antwort geben (BGE 137 V 434 E. 3.2; 137 IV 249 E. 3.2; 136 III 23 E. 6.6.2.1; 135 III 112 E. 3.3.2).
2.5.2.�Art. 342 Abs. 2 OR lautet wie folgt: "Wird durch Vorschriften des Bundes oder der Kantone �ber die Arbeit und die Berufsbildung dem Arbeitgeber oder dem Arbeitnehmer eine �ffentlich-rechtliche Verpflichtung auferlegt, so steht der andern Vertragspartei ein zivilrechtlicher Anspruch auf Erf�llung zu, wenn die Verpflichtung Inhalt des Einzelarbeitsvertrages sein k�nnte." Die Formulierung "Wird (...) eine �ffentlich-rechtliche Verpflichtung auferlegt, so steht (...) ein zivilrechtlicher Anspruch auf Erf�llung zu" suggeriert, dass das Bestehen einer �ffentlich-rechtlichen Verpflichtung eine Voraussetzung f�r den zivilrechtlichen Anspruch ist (vgl. auch ADRIAN STAEHELIN, in: Z�rcher Kommentar, 1996, N. 14 zu Art. 342 OR). Noch klarer in diese Richtung deuten die franz�sische und italienische Fassung: "Si des dispositions (...) imposent (...) une obligation de droit public (...), l'autre partie peut agir civilement en vue d'obtenir l'ex�cution de cette obligation"/"Se le prescrizioni (...) impongono (...) un obbligo di diritto pubblico, l'altra parte ha una azione di diritto civile per ottenere l'adempimento". Diese Formulierung deutet darauf hin, dass ein zivilrechtlicher Anspruch auf Erf�llung der anderen Vertragspartei nur so weit zusteht, als eine �ffentlich-rechtliche Verpflichtung (bereits) auferlegt wurde (vgl. auch BGE 132 III 257 E. 5.4.5 S. 261). Der Wortlaut von Art. 342 Abs. 2 OR spricht somit eher gegen die Auslegung der Vorinstanz.
2.5.3.�Wie sich aus den Materialien ergibt, sollte mit Art. 342 Abs. 2 OR die Frage geregelt werden, welches die privatrechtlichen Wirkungen der �ffentlich-rechtlichen Vorschriften �ber die Arbeit und die Berufsbildung sind (Botschaft vom 25. August 1967 zum Entwurf eines Bundesgesetzes �ber die Revision des Zehnten Titels und des Zehnten Titelsbis des Obligationenrechts [Der Arbeitsvertrag], BBl 1967 II 404 Art. 342 Ziff. 2). Im Rahmen der Erl�uterung des Art. 342 Abs. 2 OR verweist die Botschaft darauf, dass ein zivilrechtlicher Anspruch auf Erf�llung einger�umt wird, soweit dem Arbeitgeber oder Arbeitnehmer eine �ffentlich-rechtliche Verpflichtung auferlegt ist (Hervorhebung hinzugef�gt; BBl 1967 II 404 Art. 342 Ziff. 2; so auch ULLIN STREIFF/ADRIAN VON KAENEL/ROGER RUDOLPH, Arbeitsvertrag, 7. Aufl. 2012, N. 6 zu Art. 342 OR). An anderer Stelle wird sogar ausdr�cklich festgehalten, dass gewisse Bestimmungen des ArG nach Art. 342 Abs. 2 OR f�r die dem Arbeitsgesetz unterstellten Arbeitsverh�ltnisse auch privatrechtlich gelten (Hervorhebung hinzugef�gt; BBl 1967 II 307 Art. 321c Ziff. 4). Die Materialien sprechen somit gegen die Einr�umung eines zivilrechtlichen Anspruchs auf Erf�llung, wenn das betreffende Arbeitsverh�ltnis dem ArG wie vorliegend nicht unterstellt ist.
2.5.4.�Die Auslegung der Vorinstanz erscheint auch unter systematischen Gesichtspunkten problematisch. Der Beschwerdegegner will sich �ber Art. 342 Abs. 2 OR auf Bestimmungen des ArG berufen, die grunds�tzlich nicht anwendbar w�ren. �ber das Zivilrecht w�rden so �ffentlich-rechtliche Vorschriften durchgesetzt, obwohl diese nach ihrem eigenen ausdr�cklich festgelegten Geltungsbereich nicht angewandt sein wollen. Damit w�rden die Bestimmungen des ArG zu dessen Geltungsbereich umgangen. Zudem leuchtet nicht ein, dass ein zivilrechtlicher Anspruch die direkte Anwendbarkeit des ArG zwar in betrieblicher und pers�nlicher, nicht aber in �rtlicher Hinsicht bedingen sollte. Es w�rde sich daher die Frage stellen, weshalb nicht auch in der Schweiz besch�ftigte Arbeitnehmer, die vom betrieblichen oder pers�nlichen Geltungsbereich des ArG ausgeschlossen sind (vgl. Art. 2 f. ArG), die Anwendung von Bestimmungen dieses Gesetzes �ber Art. 342 Abs. 2 OR verlangen k�nnten. Das Bundesgericht hat aber in einem solchen Fall bereits entschieden, dass die Bestimmungen des ArG nicht �ber Art. 342 Abs. 2 OR Anwendung finden k�nnten, da das Arbeitsverh�ltnis nicht dem Arbeitsgesetz unterstehe (BGE 132 III 257 E. 5.4 S. 260). Auch diese �berlegungen sprechen dagegen, dem Beschwerdegegner einen zivilrechtlichen Anspruch auf Entsch�digung aufgrund von Mehr-, Nacht- und Sonntagsarbeit einzur�umen, obwohl das ArG eigentlich nicht auf das Arbeitsverh�ltnis der Parteien anwendbar ist.
2.5.5.�Art. 342 Abs. 2 OR regelt die privatrechtlichen Wirkungen der �ffentlich-rechtlichen Vorschriften �ber die Arbeit und die Berufsbildung (vgl. E. 2.5.3). Er verleiht diesen mithin zus�tzlich zivilrechtliche Wirkung (so auch WOLFGANG PORTMANN, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht, 5. Aufl. 2011, N. 5 zu Art. 342 OR). Es erscheint ausgeschlossen, dass es auch Sinn und Zweck dieser Bestimmung ist, den Geltungsbereich �ffentlich-rechtlicher Vorschriften auf ausl�ndische Arbeitsverh�ltnisse zu erweitern. Die Beschwerdef�hrerin weist zu Recht darauf hin, dass Arbeit im Ausland teils unter Bedingungen geleistet wird, die nicht mit den schweizerischen verglichen werden k�nnen. So seien etwa die M�glichkeiten der Freizeitgestaltung in Kabul stark eingeschr�nkt gewesen. Der Beschwerdegegner habe daher relativ hohe Wochenarbeitszeiten, im Gegenzug aber mehr als 10 Wochen Ferien pro Jahr gehabt, um f�r l�ngere Zeit in die Heimat zur�ckkehren zu k�nnen. Solche Regelungen w�ren bei Wahl des Schweizer Rechts nicht m�glich, wenn die Bestimmungen des ArG zivilrechtlich durchgesetzt werden k�nnten. Gerade die Entsch�digung f�r �berzeit nach Art. 13 ArG ist zwingend und kann nicht wegbedungen werden (BGE 138 I 356 E. 5.4.5.1 S. 364; 136 III 539 E. 2.5.1 S. 542; 126 III 337 E. 6c S. 343). Umgekehrt k�nnen alle Verpflichtungen, die �ber Art. 342 Abs. 2 OR zivilrechtlich durchsetzbar w�ren, zum Bestandteil eines Einzelarbeitsvertrages erkl�rt werden. Denn f�r die Rezeption �ffentlich-rechtlicher Verpflichtungen wird in Art. 342 Abs. 2 OR gerade vorausgesetzt, dass diese auch Inhalt des Einzelarbeitsvertrages sein k�nnen m�ssen. Den Parteien bleibt es somit in jedem Fall unbenommen, im ArG enthaltene Verpflichtungen in ihren Arbeitsvertrag aufzunehmen.
2.5.6.�Aus dem Gesagten ergibt sich insgesamt, dass �ber Art. 342 Abs. 2 OR lediglich bestehende �ffentlich-rechtliche Verpflichtungen rezipiert werden. Ist das ArG auf das betroffene Arbeitsverh�ltnis nicht anwendbar, so entstehen auch keine zivilrechtlichen Anspr�che auf Erf�llung von in diesem Gesetz vorgesehenen Verpflichtungen.
2.6.�Damit fehlt eine Anspruchsgrundlage f�r die vom Beschwerdegegner eingeklagte Entsch�digung f�r Mehr-, Nacht- und Sonntagsarbeit. Es wurde weder geltend gemacht noch ist ersichtlich, dass sich eine solche Entsch�digung auf eine zwingende Bestimmung eines ausl�ndischen Rechts st�tzen liesse (Art. 19 Abs. 1 IPRG; vgl. VISCHER/HUBER/OSER, a.a.O., N. 778). Die Beschwerde erweist sich somit als begr�ndet.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, der Beschluss des Obergerichts des Kantons Glarus vom 18. Januar 2013 aufzuheben und die Klage des Beschwerdegegners abzuweisen. Die Sache ist zur Neuverlegung der Kosten des kantonalen Verfahrens an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (Art. 68 Abs. 5 BGG).
Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdegegner kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 sowie Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Beschluss des Obergerichts des Kantons Glarus vom 18. Januar 2013 wird aufgehoben. Die Klage des Beschwerdegegners wird abgewiesen.

References: Art. 93
 Art. 93
 Art. 93
 Art. 106
 Art. 342
 Art. 342
 Art. 1
 Art. 342
 Art. 121
 BGE 
 Art. 1
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 1
 Art. 1
 Art. 18
 Art. 1
 Art. 342
 Art. 342
 Art. 1
 Art. 342
 BGE 
 Art. 342
 Art. 342
 Art. 342
 Art. 342
 Art. 342
 Art. 342
 Art. 342
 Art. 321
 Art. 342
 Art. 2
 Art. 342
 Art. 342
 Art. 342
 Art. 13
 Art. 342
 Art. 342
 Art. 342
 Art. 68