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Timestamp: 2019-12-14 05:35:10+00:00

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Mobbing im Job » so handeln Sie richtig
Sie sind hier Beruf Mobbing im Job
Mobbing im Job – Ursachen und Lösungsmöglichkeiten
1. Mobbing im Job aus arbeitsrechtlicher Perspektive
2. Ursachen von Mobbing im Job
3. Warnzeichen für Mobbing
4. Mobbing im Job ist strafbar
5. Sich gegen Mobbing wehren
6. Adressen und Anlaufstellen für Mobbing-Opfer
Mobbing im Job liegt bei systematischen, zielgerichteten und längerfristigen Anfeindungen und Schikanen vor.
Typisch für Mobbing ist, dass die Leistung und die Persönlichkeit der Betroffenen systematisch abgewertet werden.
Mobbing im Job kann strafrechtlich relevant sein.
Arbeitgeber sind aufgrund ihrer Fürsorgepflicht gesetzlich verpflichtet, Maßnahmen gegen Mobbing zu ergreifen.
Achten Sie auf Warnsignale die möglicherweise Ausdruck von Mobbing-Aktivitäten sind.
Gehen Sie als Betroffener strategisch gegen Mobbing vor.
Führen Sie ein Mobbing-Tagebuch, um die Systematik der Übergriffe zu belegen und sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten.
Eine Strafanzeige gegen Mobber ist aufgrund unterschiedlicher Tatbestände möglich.
Mobbing im Job kann das Betriebsklima nachhaltig vergiften und für die Betroffenen fatale soziale und gesundheitliche Folgen haben. Rechtlich gesehen ist Mobbing jedoch nicht eindeutig definiert. Trotzdem ist es möglich, dagegen wirksam vorzugehen.
Mobbing im Job aus arbeitsrechtlicher Perspektive
Mobbing im Job kann viele Gesichter haben. Hinter dem Rücken von Kollegen wird getuschelt und gelästert. Selbst fehlerfreie Arbeit wird grundlos kritisiert. Betroffene werden von Informationen und der Kommunikation in ihren Arbeitsgruppen abgeschnitten. Durch die ständigen Attacken kann die Anwesenheit im Unternehmen schnell zum Alptraum werden.
Darunter leidet nicht nur die Arbeitsleistung. Vielmehr wirkt sich Mobbing am Arbeitsplatz auch auf das Privatleben und die Gesundheit aus. Opfer fühlen sich oft ohnmächtig und mit ihren Sorgen völlig allein gelassen. Oft sehen sie früher oder später den einzigen Ausweg in der Kündigung.
Mobbing im Job – eine Randerscheinung?
Wer bisher mit Mobbing nicht in Berührung gekommen ist, hält dieses Phänomen möglicherweise für eine Randerscheinung. Statistiken sprechen jedoch eine andere Sprache: Schätzungen besagen, dass in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen an ihrem Arbeitsplatz schon einmal zum Opfer von Mobbing-Attacken geworden sind.
Zu finden ist Mobbing in allen Branchen, Berufen und Unternehmen. Auch Mitarbeiter auf den höheren Ebenen der Hierarchie sind vor Mobbing nicht gefeit. Der Begriff stammt im Übrigen vom englischen Wort „to mob“ (bedrängen, anpöbeln, jemanden fertig machen). Hierzulande werden unfaire Behandlung und persönliche Angriffe am Arbeitsplatz fast durchgängig als Mobbing bezeichnet.
Wann liegt tatsächlich Mobbing vor?
Allerdings handelt es sich nicht in jedem Fall um Mobbing, wenn Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz unter Konflikten und schlechter Stimmung leiden. Das deutsche Arbeitsrecht geht dann von Mobbing aus, wenn die beiden folgenden Kriterien erfüllt sind:
Die Anfeindungen und Schikanen durch Vorgesetzte oder Kollegen müssen systematischen und zielgerichteten Charakter tragen, damit sie aus juristischer Sicht als strafbare Handlung bewertet werden. Ein einmaliges Ereignis erfüllt nicht den Tatbestand des Mobbings.
Das Mobbing erfolgt über einen längeren Zeitraum, was für die Betroffenen auch bedeutet, dass sie die im Zeitverlauf erfolgenden Vorfälle und damit ihren Leidensweg kontinuierlich dokumentieren und belegen müssen.
Welche Handlungen fallen unter Mobbing?
Unter die arbeitsrechtlich relevante Mobbing-Definition fallen beispielsweise die folgenden Handlungen:
Fortgesetzte Tätlichkeiten gegen die Person eines Mitarbeiters
Grundlose Missachtung und Herabwürdigung der persönlichen Leistung
Grundlose negative Beurteilungen
Isolation, systematischer Ausschluss von Kommunikation und dem Zugang zu Informationen
Schikanöse Arbeitsanweisungen, Zuteilung sinnloser, nutzloser, unlösbarer oder ehrmindernder Arbeitsaufgaben
Sachlich unbegründete häufige Kontrollen
Herbeiführung und Aufrechterhaltung von permanentem Rechtsfertigungsdruck
Ist Mobbing ein Gruppenphänomen?
Mobbende kompensieren mit entsprechenden Aktivitäten oft ein geringes Selbstwertgefühl. Durch Mobbing-Handlungen versetzten sie das Opfer in eine unterlegene Position und stärken damit ihr eigenes Ego. Zudem ist Mobbing in der Regel ein Gruppenphänomen, bei dem nicht nur Täter und Opfer eine Rolle spielen. Mitläufer, Zuschauer und Wegschauer in einem Team oder im Unternehmen insgesamt spielen dabei ebenfalls eine relevante Rolle.
Nachdem der Mobbing-Prozess einmal in Gang gekommen ist, scheint er sich häufig zu verselbstständigen. Im Einzelnen sind die Mobbing-Ursachen später meist weder von den Opfern noch von den Tätern nachvollziehbar. Mobbing neigt dazu, eine beträchtliche Eigendynamik zu entwickeln.
Ursachen von Mobbing im Job
Mobbing entsteht potenziell überall dort, wo Menschen eine Zwangsgemeinschaft bilden und auf engstem Raum miteinander interagieren müssen. Bürogemeinschaften und Arbeitsgruppen bieten dafür im ungünstigen Fall also ein „optimales“ Umfeld. Innerhalb von Teams kann es zu unterschwelligen oder offen ausgetragenen Konflikten, Feindschaften und Rivalitäten kommen, die permanenten Charakter tragen.
Wesentliche Ursachen für Mobbing im Job liegen in schlechter Arbeitsorganisation und einer Führungskultur, die nicht darauf gerichtet ist, bestehende Konflikte konstruktiv zu lösen. Zudem fehlen Mobbing-Opfern im Unternehmen Ausweichmöglichkeiten, dem oder den Mobbenden sind sie daher auf Dauer ausgeliefert.
Wer mobbt im Job besonders oft?
Interessant ist, dass Frauen mit 81,3 % die absolute Mehrheit der Mobbing-Opfer stellen, allerdings mobben sie im Vergleich zu Männern auch deutlich öfter. 44 % der Mobbing-Fälle im Job gehen von Kollegen aus, in 37 % der Fälle mobben Vorgesetzte. In 10 % der Fälle werden die Opfer sowohl von ihren Kollegen als auch von ihrem Chef gepeinigt. Immerhin 9 % der Mobber sind Untergebene.
Aus welchen Motiven mobben Menschen?
Mobbing-Opfer geraten fast immer unverschuldet in diese Situation, eigene Verhaltensfehler spielen dabei nur am Rande eine Rolle. Motive der Mobber sind beispielsweise:
Neid auf gute Leistungen und damit verbundene Gehaltserhöhungen und Beförderungen.
Ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten, was seitens der Kollegen Misstrauen und natürlich auch Neid zur Folge haben kann.
Lebensumstände, die sich vom Umfeld der Kollegen unterscheiden. Hierfür kann es viele unterschiedliche Gründe geben, die im konkreten Fall zu Mobbing und zu Diskriminierung führen können.
Dass Mobbing im Job in vielen unterschiedlichen Formen vorkommt, wurde bereits angesprochen. Typische Warnzeichen, die potenzielle Opfer ernst nehmen und auf die sie reagieren sollten, bestehen in den folgenden Punkten:
Solange Kritik konstruktiv vorgetragen wird, handelt es sich dabei nicht um Mobbing. Ein Alarmzeichen ist dagegen, wenn sie die Kompetenzen eines Mitarbeiters über einen längeren Zeitraum und ohne sachliche Gründe in Frage stellt. Zudem bezieht sich diese Form der Kritik oft auch oder vorwiegend auf persönliche Vorlieben und Eigenschaften wie Kleidungsstil, Frisur, die Art zu sprechen, die Herkunft oder die individuelle Lebensweise.
Wer mit wem in die Mittagspause geht, sagt in vielen Unternehmen einiges über den sozialen Status und die Rollen der Mitarbeiter aus. Mobbing-Opfern kann es passieren, dass sie sich gegenüber ihren Kollegen irgendwann in einem luftleeren Raum befinden: Sie werden systematisch isoliert und ausgegrenzt. Wenn sie zu einer informellen Gesprächsrunde stoßen, verstummen alle anderen. Möglicherweise werden sie auch von Meetings und Abteilungsveranstaltungen ausgeschlossen.
Üble Nachrede und Lügen
Üble Nachrede und Lügen sind in Unternehmen die häufigsten Mobbing-Formen. Dabei kann es sich um destruktiven Klatsch, rufschädigende Geschichten oder beleidigende Unterstellungen handeln. Mobbing-Opfer haben kaum die Chance, solche Unwahrheiten auszuräumen.
Beleidigungen sind ebenfalls eine häufige Mobbing-Praxis. Sie können offen oder – ebenso wie Gerüchte und Sticheleien – hinter dem Rücken des Opfers ausgesprochen werden. Allerdings ist die Tonlage bei Beleidigungen deutlich rauer.
Ausschluss von Informationen und Sabotage
Wenn Mitarbeitern absichtlich und fortgesetzt wichtige Informationen vorenthalten werden, die sie für die Erfüllung ihrer Arbeitsaufgaben brauchen, erfüllt dies ebenfalls den Tatbestand von Mobbing. Das Gleiche gilt, wenn Kollegen oder Vorgesetzte die Arbeit eines Mobbing-Opfers sabotieren, indem sie Unterlagen oder Dateien verschwinden lassen.
Gegebenenfalls werden üble Nachreden und leistungsbezogene Kritik auf diese Art und Weise „validiert“, da die Betroffenen durch den Informationsverlust und/oder Sabotageakte die von ihnen geforderten Leistungen „objektiv“ nicht mehr erbringen können.
Offene physische Gewalt dürfte in den meisten Bereichen der Arbeitswelt eher zu den Ausnahmen gehören – arbeitsrechtlich wäre sie zudem vergleichsweise leicht zu ahnden. Weitaus typischer für Mobbing im Job ist subtil ausgeübte psychische Gewalt. In diesen Bereich fallen beispielsweise Einschüchterungsversuche, das Erzeugen von Druck und Angst, so dass keine freie Meinungsäußerung mehr möglich ist, aber auch sexuelle Zweideutigkeiten und Belästigung.
Eindeutige Mobbing-Aktivitäten können auch darin bestehen, dass Arbeitnehmer permanent über- oder unterfordert werden. Hier gibt es verschiedene Erscheinungsformen. Ein klassisches Beispiel ist die Versetzung von gut qualifizierten Mitarbeitern auf einen Arbeitsplatz, an dem sie – wenn überhaupt – nur noch einige Routinetätigkeiten auszuführen haben. Überforderung entsteht durch Arbeitsaufgaben, die unter den gegebenen Bedingungen nicht zu schaffen sind.
Eine oft praktizierte Mobbing-Variante in diesem Kontext ist der permanente Druck, Überstunden abzuleisten – gern zu einem Zeitpunkt, zu dem der Mitarbeiter eigentlich wichtige private Termine hat oder auf diese Art und Weise von Teamveranstaltungen ausgeschlossen wird.
Wenn es in einem Unternehmen oder in einer Arbeitsgruppe zu Mobbing kommt, hat dies nachhaltig negative Folgen für das Arbeitsklima und die Qualität der Arbeit. Sehr wahrscheinlich kommt es irgendwann nicht nur bei den Mobbing-Opfern, sondern im gesamten Team zu einem Leistungsabfall, da die mit Mobbing verbundenen Konflikte immer mehr Raum gewinnen.
Noch gravierender sind die Auswirkungen von Mobbing am Arbeitsplatz allerdings für die Betroffenen selbst. Zudem bleiben die persönlichen Folgen von Mobbing nicht auf den Job beschränkt, sondern wirken sich auch im privaten Leben aus. Viele Mobbing-Opfer nehmen die im Beruf erlebte Hilflosigkeit und Ohnmacht mit nach Hause, reagieren auch dort mit immer stärkerem sozialem Rückzug oder werden schließlich krank.
Kann Mobbing psychische Erkrankungen auslösen?
Mobbing im Job ist eine wichtige Ursache von psychischen Erkrankungen, die ihren Ursprung im Arbeitsleben haben. Ein Teil der Betroffenen entwickelt psychische Symptome, die bis zu ausgeprägten Depressionen und Suizidabsichten reichen können. Hinzu kommen vielfältige psychosomatische Beschwerden, zu denen beispielsweise chronische Schmerzen, Schlaf- und Essstörungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden zählen.
Auch für die Arbeitgeber können Mobbing im Job und seine Folgen im Übrigen teuer werden. Kostentreiber sind in dieser Hinsicht einerseits der Leistungsabfall und gestörte betriebliche Abläufe und andererseits Ausfallzeiten durch Krankschreibungen wegen gesundheitlicher Mobbing-Folgen. Achten Sie auch hier dadrauf, dass Sie sich richtig krankmelden.
Mobbing im Job ist strafbar
Anders als in anderen Ländern – beispielsweise Frankreich, Schweden oder Spanien – gibt es in Deutschland bisher kein Anti-Mobbing-Gesetz. Auch seitens der EU gibt es für die europaweite Einführung einer Anti-Mobbing-Gesetzgebung bisher keine konkreten Pläne. Trotzdem sind Arbeitnehmer Mobbing-Attacken auch aus rechtlicher Sicht nicht hilflos ausgeliefert, sondern können rechtliche Schritte dagegen unternehmen. Die Grundlagen dafür finden sich in unterschiedlichen Rechtsbereichen.
Welche Gesetze ermöglichen eine Anzeige wegen Mobbing?
Mobbing ist in Deutschland auch aus einer verfassungsrechtlichen Perspektive strafbar. Artikel 1 und 2 des Grundgesetzes widmen sich explizit dem Schutz der individuellen Persönlichkeitsrechte jedes Menschen. Mobbing greift in diese Rechte in sehr hohem Maße ein und ist letztlich als Verletzung der Menschenwürde zu betrachten.
Daneben ist es möglich, Mobbing im Job unter verschiedenen Teilaspekten und aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen anzuzeigen. Hierzu gehören:
Beleidigung: § 185 Strafgesetzbuch
Üble Nachrede: § 186 Strafgesetzbuch
Verleumdung: § 187 Strafgesetzbuch
Körperverletzung: § 223 Strafgesetzbuch
Außerdem können Mobbing-Opfer ein Beschwerderecht nach § 84 I des Betriebsverfassungsgesetzes in Anspruch nehmen. Gegenstand einer solchen Beschwerde ist die ungerechte Behandlung durch den Arbeitgeber. Dieser ist verpflichtet, die Beschwerde zu überprüfen und, falls sie gerechtfertigt ist, für Abhilfe zu sorgen.
§ 85 I des Betriebsverfassungsgesetzes erlaubt Mitarbeitern außerdem, Mobbing im Job direkt dem Betriebsrat des Unternehmens anzuzeigen, der einen solchen Fall dann mit dem Arbeitgeber klären muss.
Hinweis: Mobbing durch Vorgesetzte
Bei Mobbing durch Vorgesetzte ist es sinnvoll, wenn Arbeitnehmer bei ihrem Vorgehen dagegen von vornherein den Betriebsrat einzuschalten, da dieser gesetzlich verpflichtet ist, ihre Interessen wahrzunehmen und in diesem Zusammenhang auch Schutzfunktionen auszuüben.
Auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist ein Gesetzeswerk, das dazu herangezogen kann, Mobbing im Job zu ahnden. Seine Regelungen greifen, wenn die Mobbing-Aktivitäten sich auf das Geschlecht, das Alter, die ethnische Herkunft oder die sexuelle Orientierung eines Mitarbeiters richten.
Was muss der Arbeitgeber gegen Mobbing im Job unternehmen?
Wenn Führungskräfte von Mobbing-Aktivitäten in ihrem Unternehmen bzw. in ihrer Abteilung erfahren, sind sie von Gesetzes wegen verpflichtet, unmittelbar und ohne Zeitverzug dagegen vorzugehen. Die Grundlage dafür bildet die arbeitsrechtliche Fürsorgepflicht des Arbeitgebers für seine Mitarbeiter. Zu den Aufgaben von Führungskräften gehört, diese gesetzliche Verpflichtung in die Praxis umzusetzen. Das kann dazu führen, dass Personen die das Mobbing ausüben eine Abmahnung erhalten oder sogar fristlos gekündigt werden.
Konkrete arbeitsrechtliche Maßnahmen, um Mobbing zu bekämpfen, sind:
Fristlose Kündigung bei schwerem oder fortgesetztem Mobbing
Was können Führungskräfte im Arbeitsalltag gegen Mobbing tun?
Mobbing im Job nachhaltig zu unterbinden, ist im Arbeitsalltag keine leichte Aufgabe für Führungskräfte. Zusehen und schweigen kommt für sie schon aufgrund ihrer gesetzlichen Pflicht, die Persönlichkeitsrechte von Arbeitnehmern zu schützen und deren Persönlichkeit zu fördern nicht infrage. Die folgenden Maßnahmen dienen einerseits der Klärung einer akuten Mobbing-Problematik. Zum anderen leisten sie einen Beitrag zu einer nachhaltigen Mobbing-Prävention:
Das Gespräch mit mobbenden Mitarbeitern suchen
Wichtig ist, dass Vorgesetzte im Vorfeld des Gespräches problematisches Verhalten dokumentieren und Mobbing-Aktivitäten klar benennen. In einem solchen Gespräch sollte auch deutlich werden, dass das Mobbing-Opfer es nicht eingefordert hat, sondern die Initiative davon direkt vom Vorgesetzten ausgeht.
Mobbing-Ursachen identifizieren und Konsequenzen aufzeigen
Sowohl in persönlichen Gesprächen als auch im Team müssen Vorgesetzte die Ursachen für das Mobbing identifizieren. Im Hintergrund schwelen häufig bislang nicht erkannte oder bearbeitete Konflikte innerhalb der Gruppe, die schließlich in Form von Mobbing-Fällen eskalieren. Aktiven Mobbern sollten allerdings auch die Konsequenzen klar sein, die sie erwarten, falls keine unmittelbare Verhaltensänderung erfolgt.
Entlastung für Mobbing-Opfer schaffen
Für das oder die Opfer ist in akuten Mobbing-Situationen schnelle und unmittelbare Entlastung wichtig. Möglichkeiten hierzu sind die Versetzung oder – bei schwerem Mobbing – die Beurlaubung der Täter. Falls stattdessen eine Beurlaubung des Mobbing-Opfers erfolgen soll, ist dieser Schritt erklärungsbedürftig und sollte sehr behutsam vorgenommen – Betroffene empfinden ein solches Vorgehen oft eher als weitere Strafe.
Externe Unterstützung suchen
Mobbing im Job ist im Kern ein gruppendynamischer Prozess, der immer auf Konflikte hinweist. Als sehr wirkungsvoll erweist sich oft eine professionelle Moderation durch Supervision, Team-Workshops oder individuelle Coaching, um die Mobbing-Ursachen auf konstruktive Weise anzugehen und dauerhaft zu überwinden.
Natürlich sollten auch Mobbing-Opfer nicht passiv bleiben, sondern sich aktiv gegen Mobbing-Attacken wehren. Betroffene, die versuchen, die Angriffe der Täter schweigend zu erdulden, verschärfen in der Regel das Problem und ihre eigenen Leiden.
Wer sich dagegen wehrt, hat dagegen häufig gute Chancen, das Mobbing im Job erfolgreich zu beenden. Gleichzeitig erleben Betroffene auf diese Art und Weise, dass sie den Angreifern nicht hilflos ausgeliefert, sondern nach wie vor handlungsfähig sind.
Welche Anti-Mobbing-Strategien gibt es?
Die folgenden Anti-Mobbing-Strategien, können Betroffene verwenden, um Mobbing in ihrem Arbeitsalltag abzuwehren. Sie bauen aufeinander auf – wenn eine Strategie nicht funktioniert, sollte die nächste Stufe angewendet werden:
Wenn Betroffene der Meinung sind, dass sie im Unternehmen, bei Vorgesetzten und Kollegen, ein gutes Standing haben, können sie versuchen, die Mobbing-Attacken vollkommen zu ignorieren. Im konkreten Fall sind dafür allerdings trotzdem gute Nerven nötig. Mit etwas Glück geben die Mobber auf – den Opfern ist damit eine nachhaltige Deeskalation gelungen. Durch Ignorieren geraten die Mobber möglicherweise selbst in eine prekäre Situation, indem ihr Fehlverhalten deutlich und auch durch Unbeteiligte wahrgenommen wird.
Falls Ignorieren nichts hilft, müssen sich Betroffene selbst in eine aktive Position begeben. Sinnvoll ist, zunächst ein Vier-Augen-Gespräch mit dem oder den mobbenden Kollegen zu suchen, im nächsten Schritt werden diese vor Zeugen darauf angesprochen. Die Betroffenen sollten deutlich machen, dass sie notfalls offizielle sowie juristische Schritte gegen die Attacken unternehmen werden und die Mobbing-Situation auch im Kollegenkreis zur Sprache bringen.
Auffordern und Tatsachen schaffen
Das Gespräch mit den Mobbern und das Erzeugen von Öffentlichkeit für den Fall hat zu keinem Erfolg geführt? Spätestens jetzt ist es an der Zeit, konkrete Schritte gegen den Täter einzuleiten. Betroffene fordern ihn jetzt schriftlich auf, sein destruktives Verhalten abzustellen. Andernfalls werden sie den Arbeitgeber und den Betriebsrat über das Mobbing im Job informieren und gegebenenfalls Strafanzeige gegen den Mobber stellen.
Rückzug – Versetzung oder Kündigung
Wenn sich die drei vorhergehenden Strategien nicht als wirkungsvoll erwiesen haben, um das Mobbing abzustellen, bleibt Betroffenen nichts anderes übrig, als Vorgesetzte und/oder den Betriebsrat einzuschalten. Problematisch ist in dieser Situation, dass selbst nach dem Ende der Übergriffe aus Sicht der Betroffenen oder auch des gesamten Teams die Arbeitsatmosphäre so vergiftet ist, dass eine wirkliche Lösung nur durch grundlegende Veränderungen möglich scheint.
Mobbing-Opfer können in solchen Fällen eine Versetzung oder eine Arbeitnehmerkündigung in Erwägung ziehen. Als Niederlage sollten Sie diese Entscheidung nicht betrachten – vielmehr geht es um die Chance für einen möglichst unbelasteten Neuanfang.
Hinweis: Warten Sie nicht zu lange
Wenn Sie gemobbt werden, sollten Sie mit dem Handeln nicht zu lange warten. Unter Umständen können Sie Schmerzensgeld oder Ansprüche nach dem AGG gerichtlich geltend machen. Auch können Sie Ihren Arbeitgeber gerichtlich auffordern, seinen Fürsorgepflichten nachzukommen.
Hilft ein Mobbing-Tagebuch bei der Dokumentation der Ereignisse?
Um juristisch gegen Mobbing vorzugehen, müssen Betroffene die Mobbing-Vorfälle allerdings möglichst exakt und lückenlos belegen können. Die Beweislast vor Gericht liegt im Regelfall auf ihrer Seite. Vor allem wenn es für die Mobbing-Übergriffe keine Zeugen gibt, hilft ein Mobbing-Tagebuch dabei, diese Beweise in konkreter Form zu liefern.
In einem solchen Tagebuch werden alle Mobbing-Vorfälle lückenlos dokumentiert und mit Datum, Uhrzeit, den Namen der Beteiligten sowie einer exakten Beschreibung des Vorfalls festgehalten. Hierdurch führen Betroffene gleichzeitig den Nachweis, dass es sich aufgrund der Regelmäßigkeit und Systematik der Übergriffe tatsächlich um Mobbing im juristischen Sinne und nicht um vereinzelte Vorfälle ohne Mobbing-Charakter handelt.
Adressen und Anlaufstellen für Mobbing-Opfer
Wie bereits gesagt, ist Mobbing im Job durchaus keine Randerscheinung, sondern betrifft eine durchaus relevante Zahl von Arbeitnehmern. Aus diesem Grund haben sich zahlreiche Beratungsstellen, Hotlines und Vereine etabliert, an die sich Mobbing-Opfer mit ihren Problemen wenden können.
Im Folgenden werden einige wichtige Adressen und Anlaufstellen für Mobbing-Opfer aufgelistet:
Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Telefonische Hotline 030/18 555-18 55
Mobbing-abwehr.de: 040/33 44 25 57
Mobbing-net.de: Verein für Arbeitsschutz und Gesundheit Frankfurt am Main, systemische Mobbing-Beratung sowie Mediation in Mobbing-Fällen
Mobbing-web.de: Bürgerinitiative und Informationsnetzwerk gegen Mobbing, keine Beratungsangebote.
Richtig krankmelden und Nachteile vermeiden

References: § 185
 § 186
 § 187
 § 223
 § 84

§ 85