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Timestamp: 2020-07-08 07:48:34+00:00

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Vater sein trotz Trennung/Scheidung - Das Portal für Trennungseltern - Ausscheiden von Fr. Hahne doch KEIN Glücksfall für Väter ???
vatersein.de - Forum 08. Juli 2020, 09:48:34
vatersein.de - Forum | Politik & Gesellschaft, Soziales | Politik, Gesellschaft, Soziales (Moderator: Lausebackesmama) | Thema: Ausscheiden von Fr. Hahne doch KEIN Glücksfall für Väter ???
Autor Thema: Ausscheiden von Fr. Hahne doch KEIN Glücksfall für Väter ??? (Gelesen 13755 mal)
Ausscheiden von Fr. Hahne doch KEIN Glücksfall für Väter ???
« am: 25. Juli 2012, 21:23:14 »
Nach dem das Ausscheiden von Fr. Hahne aus dem BGH hier im Forum ja als ein Triumph für Väter gewertet wurde ist vielleicht folgendes Interessant:
Ich hatte vorhin ein interessantes Gespräch mit einer Anwältin zum Thema BU:
Ihrer Aussage nach macht der neue Vorsitzende der Familienrechtskammer des BGH keinen Hehl daraus das er die unter Fr. Hahne ergangenen Urteile in keinster Weise mitträgt und die Praxis nun ändern will:
Fr. Hahne sei viel zu Hart mit alleinerziehenden Müttern umgegangen. Er sieht einen erheblich umfangreicheren = längeren Anspruch auf nachehelichen Unterhalt ...
Ja dann Mahlzeit !
Re: Ausscheiden von Fr. Hahne doch KEIN Glücksfall für Väter ???
PaulPeter
« Antwort #1 am: 25. Juli 2012, 21:36:37 »
Ich habe nun ein wenig im BGH Archiv geschnuppert, aber offenbar gibt es diesbezüglich noch keine Urteile vom neuen Vorsitzenden.
Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt
dantes_79
« Antwort #2 am: 25. Juli 2012, 21:43:03 »
Das bedeutet dann wohl, dass man als Mann nicht heiraten darf
« Antwort #3 am: 25. Juli 2012, 22:54:07 »
Urteile gibt es wohl noch keine, aber nach Aussage der Anwältin lässt er sich in allen möglichen Fachblättern entsprechend aus ....
brille007
Beiträge: 14.785
« Antwort #4 am: 26. Juli 2012, 00:52:30 »
Zitat von: dantes_79 am 25. Juli 2012, 21:43:03
Doch, natürlich: Eine berufstätige, eigenständige Frau, die für sich selbst sorgen kann und mit der man sich auch mit Kindern Erwerbs- und Hausarbeit teilt.
Wer lieber ein Hausmütterchen heiratet, das mit der Eheschliessung diese Eigenständigkeit aufgibt (oder aufgeben soll), muss die damit übernommene wirtschaftliche Verantwortung eben auch über das Ende einer Ehe hinaus tragen. Wer auch sonst?
Der Verzicht auf Parität während der Ehe, einen Ehevertrag oder das AMIGA-Syndrom ("Aber Meine Ist Ganz Anders") löst keine Probleme. Und welche "Kündigungsfristen" der BGH für die paar Fälle, die dort verhandelt werden, für angemessen hält, wird man sehen.
Grüssles
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
HoWi64
_HoWi64
« Antwort #5 am: 26. Juli 2012, 10:24:51 »
theoretisch ein guter plan. habs ausprobiert. meine erfahrung: praktisch gibt es nach einer scheidung keine sicherheit.
meine (h)ex hat seitdem sie mit der schule fertig war in der it-branche gut verdient. bis zur schwangerschaft mit unserer tochter vor gut sechs jahren
ihr sohn war dabei kein hindernis. in der ehe und bis zur geburt hatten wir ungefähr gleichviel netto und haben alles geteilt: haushalt, familienprogramm mit dem kurzen, freizeit und das finanzielle.
der vater von stiefsohn hatte sich schon vor der geburt vom acker gemacht und glänzt seitdem durch abwesenheit.
eheschließung war aus anlass erwünschter schwangerschaft. danach totgeburt. (h)ex geht nach 6 wochen heulerei wieder arbeiten.
ihr kinderwunsch liegt auf eis. sie hat ja schon ein kind. mein kinderwunsch liegt nicht auf eis.
mit ivf etc. nach 5 jahren mit zig fehlversuchen endlich lebendgeburt in der 28. ssw. töchterlein liegt 12 wochen auf intensivstation. (h)ex dreht komplett ab. mutiert zur glocke.
ich hab stiefsohn an der backe, haushalt und geldverdienen. arbeitgeber von (h)ex geht während erziehungszeit pleite.
als töchterlein drei ist hab ich die faxen dicke. ziehe aus. ki-uh ist sonnenklar. wegen eg-uh wittere ich morgenluft.
eheliche verhältnisse waren immer von erwerbstätigkeit der (h)ex mitgeprägt. für mich ist sonnenklar: sie muss wieder an die schüppe.
sie drückt auf die tränendrüse mit: jetzt bin ich schon so lange raus aus dem job und mit kleinkind nimmt mich in dem alter eh keiner mehr.
dann unterschreibt sie einen arbeitsvertrag als einfache tippse.
die frau hat mehr als 15 jahre als software-entwicklerin gearbeitet und bedient jetzt kaffeemaschine und kopierer.
für mich ist klar: damit kommt die nicht durch. das ist doch ein mieser trick!!!
1. überraschung: selbst wenn (h)ex während der ehe richtig gut verdient hat liegt sie dir in der trennungszeit auf der tasche.
2. überraschung: fiktives einkommen oder sowas gibt es für arbeitsunwillige (h)exen nicht.
der mini-lohn als tippse gilt als ihr reguläres einkommen. das wäre lachhaft wenn es nicht so teuer wäre.
die differenz zum gehalt einer entwicklerin mit 15 jahren berufserfahrung gilt als ihr "ehebedingter nachteil".
jetzt zahl ich für die olle bis zum st-nimmerleins-tag.
mein ra sagt dazu: "hätte alles noch schlimmer kommen können. ihre frau hätte auch ganz zuhause bleiben können. eine arbeit als schreibkraft hätte sie mit ihrer qualifikation eigentlich gar nicht annehmen müssen. ihre umgangsregelung ist optimal."
mit dem umgang hat er sogar recht: zu beiden kindern hab ich regelmäßig kontakt. der große (19) kommt und geht wie es ihm passt. und es passt ihm oft.
die kleine kommt jedes 2. we von fr 16 uhr bis mo 8 uhr zu mir und jeden do 17 uhr bis fr 8 uhr. wechsel geht über kita und ab september über die schule.
meine next wird ggf. höflich begrüßt und es gibt keinen stress mit ex wegen ihr und den kindern.
dank euch hier weiß ich jetzt das mein ra damals recht hatte. im vergleich zu vielen hier bin ich mit nem blauen auge davon gekommen. trotzdem: zahlen werde ich bis an mein lebensende. da hilft auch keine vorsorge à la martin:
Zitat von: brille007 am 26. Juli 2012, 00:52:30
im deutschen mutti-system bist du als geschiedener ehemann am ende immer der gear**hte. egal wie schlau du vorbaust. und egal wer beim bgh das sagen hat. solange was zu holen ist wird gnadenlos umverteilt.
« Antwort #6 am: 26. Juli 2012, 10:58:31 »
Zitat von: habakuk am 25. Juli 2012, 22:54:07
Urteile gibt es wohl noch keine ....
Die Presse bezieht sich mit seiner Einschätzung des Herrn Dose auf BGH-Urteil XII ZR 65/10 und diesen Leitsatz:
An die für eine Verlängerung des Betreuungsunterhalts insbesondere aus kindbezogenen Gründen erforderlichen Darlegungen (hier: bei drei minderjährigen Kindern und von der Unterhaltsberechtigten zu leistenden Fahrdiensten an den Nachmittagen) sind keine überzogenen Anforderungen zu stellen
Drei minderjährige Kinder (jüngstes Kind: 12):
Sport, Klavier und Hausaufgabenbetreuung ermöglichen keine Vollzeittätigkeit, weil Busse auf dem Land nicht fahren -> unbefristeter Betreuungsunterhalt aus kindbezogenen Gründen.
U.a. heißt es:
Dass ein zwölfjähriger Junge - wie die Revision meint - in den Nachmittagsstunden nach Rückkehr aus der Schule nach der Lebenserfahrung die Hausaufgaben selbständig erledigen könne oder von den älteren Geschwistern Hilfe zu erwarten habe, trifft jedenfalls als Erfahrungssatz nicht zu.
Nichts desto trotz sehe ich hierin nicht wirklich einen milderen Umgang mit alleinerziehenden Müttern. Auch Frau Hahne hätte zu dieser Einschätzung kommen können.
« Antwort #7 am: 26. Juli 2012, 11:18:36 »
Naja, immerhin hat Frau Hahne aber auch in einem Interview mal geäußert Sie sehe die Grenze für eine Vollzeittätigkeit bei 7-8 Jahren .....
« Antwort #8 am: 26. Juli 2012, 11:27:23 »
Moin howi,
der Webfehler in Deinem Fall liegt vermutlich hier:
Zitat von: HoWi64 am 26. Juli 2012, 10:24:51
da hast Du einfach den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht. Was für Dich sonnenklar war, war es für das angerufene Gericht eben nicht: Zum Zeitpunkt Deines Auszugs war Madame eben nicht erwerbstätig.
« Antwort #9 am: 26. Juli 2012, 12:55:35 »
Zitat von: United am 26. Juli 2012, 10:58:31
Das ist immer wieder lustig. Als ich als AE-Vater vor dem OLG stand, sagte man mir, dass Kids in dem Alter keine Last, sondern eine Hilfe sind, so dass kein Betreuungsbedarf mehr besteht. Ab dem 15ten Lebensjahr wurde somit der Betreuungsunterhalt habiert, ab dem 16ten ganz gestrichen. Damit durfte ich als AE der Exe einen Aufstockungsunterhalt bezahlen. Ist zwar schon etwas her, aber unvergessen!
Beiträge: 10.032
« Antwort #10 am: 26. Juli 2012, 13:23:49 »
Ist doch ganz einfach Uli,
wachsen Kinder bei Väters auf sind sie gezwungen viel früher Verantwortung zu übernehmen und "erwachsen" zu werden, schließlich ist ein VAter ja keine Mutter, die es leisten kann, die Kinder möglichst lange zu betüteln und die Kinder ja dann gar keine Notwendigkeit haben Dinge alleine hinzukriegen
LG Tina *deren 12-jähriger ADS-SOhn seine Hausis auch alleine schafft*
« Antwort #11 am: 26. Juli 2012, 14:35:05 »
Zitat von: brille007 am 26. Juli 2012, 11:27:23
Zum Zeitpunkt Deines Auszugs war Madame eben nicht erwerbstätig.
der knackpunkt ist ja nicht ob sie arbeitet. die frage ist ob ich dafür gerade stehen muss wie wenig sie neuerdings verdient.
sie hat sich als it-fachkraft quasi selbst in den vorgezogenen vorruhestand verabschiedet. seit kurz vor der scheidung macht sie sich jetzt 35 wochenstunden lang einen lenz als tippse.
in einer klitsche auf halber strecke zwischen kiga (bis juli) und schule (ab august) der kleinen. mit gleitzeit und allem pipapo für geriingverdiener.
vor der ehe hat sie tüchtig gearbeitet und gut verdient. jetzt soll das plötzlich nicht mehr möglich sein. weil sie so lange zuhause war.
während sie sich zwischen kopierer und kaffeemaschine die nägel lackiert reiß ich mir nach wie vor den allerwertesten auf.
nur damit madame infolge der scheidung keinen nachteil hat. meine nachteile interessieren keinen menschen.
nicht mal meinen anwalt. der weigert sich schlichtweg den von ihm selbst entworfenen vergleich anzufechten. er sagt damit wär ich noch richtig gut bedient.
das miese ist der typ hat sogar recht. im vergleich zu vielen kollegen hier bin ich wirklich mit einem blauen auge aus der nummer raus gekommen.
Zitat von: Uli am 26. Juli 2012, 12:55:35
Damit durfte ich als AE der Exe einen Aufstockungsunterhalt bezahlen. Ist zwar schon etwas her, aber unvergessen!
um solche sch**ß-situationen völlig zu vermeiden darf mann am besten gar keine kinder in die welt setzen. schon gar nicht in einer ehe.
« Antwort #12 am: 26. Juli 2012, 14:37:49 »
*Fr. Hahne sei viel zu Hart mit alleinerziehenden Müttern umgegangen. Er sieht einen erheblich umfangreicheren = längeren Anspruch auf nachehelichen Unterhalt
Also so etwas kann doch wohl nicht wahr sein?? kann jetzt jeder neue BGH Richter §1615 oder andern Blödsinn nach unten oder oben selbst ändern??
nach nun fast 4,5 jahren hat der BGH zur Einhaltung des § 1615 sämtliche Gerichte ermahnt und jetzt soll der §1615 wieder aufgeweicht werden.
ist dies rechtlich überhaupt möglich ? oder müsste §1615 neue formuliert werden?
Gruß Guru
« Antwort #13 am: 26. Juli 2012, 14:54:42 »
neu foruliert werden muss dieser Gummiparagraf nicht, aber er wird eben anders ausgelegt werden.
wenn es früher z.B. zumutbar war, dass das Kind in einen 3 km entferntern Kindergarten geht, wird das in Zulunft vlt. nur noch zumutbar sein, wenn der Kindergarten im Nachbarhaus ist.
Oder die Haushaltsführung für Muddi und ein Kind von 4 Jahren im Kindergaten ist plötzlich als so komplex zu werten, dass jede andere Arbeit überobligatorisch ist, weil Muddi überlastet ist. Irgendwie so wird es laufen.
In dem Paragrafen steht ja nur, dass der Unterhalt verlängert wird, wenn es der Billigkeit entspricht. Was billig ist, wird ab jezt anders gesehen werden.
Auch wenn Herr Dose nur wenige Urteile in diese Richtung zu fällen hat und die meisten beim OLG hängen bleiben, werden die Exen und deren Anwälte Morgenluft wittern. Es reichen ja ein paar wenige Urteile, um sich darauf zu berufen.
« Antwort #14 am: 26. Juli 2012, 15:10:30 »
na ja warten wir es mal ab , das BMJ hat hier viell. auch etwas dazu beigetragen es wurde ja bereits 2011 mehrfach angedeutet eine Prüfung des §1615 durchzuführen.
Jetzt ist es vermutlich durchgeführt und der neue Vorsitzende für Famsachen. kann sich jetzt als Held aller alleinerziehenden Frauen feiern lassen.
das nächste wird eine Erhöhung der Düssldorfertabelle sein.
« Antwort #15 am: 26. Juli 2012, 15:17:56 »
Das ist immer wieder lustig.
Lustig finde ich auch, dass der Jüngste zum Zeitpunkt der BGH-Verkündung 15 Jahre alt ist und die beiden größeren volljährig sind ...
... weil die Billigkeitsprüfung eine BU-Verlängerung ergibt und niemand vorhersehen kann, wie sich die kindbezogenen Gründe entwickeln werden (lol), wird also unbefristet ausgeurteilt (bzw. bestätigt).
Aber KV kann ja jetzt auf Abänderung klagen, vielleicht schafft der 15-Jährige seine Hausaufgaben inzwischen alleine und die beiden Großen haben ein Auto für den Sport.
Vermutlich wird KM aber argumentieren, dass sie für die Hilfe bei den Hausaufgaben nunmehr Fortbildungsmassnahmen benötigt, die einer Arbeitsaufnahme entgegen stehen ...
@Habakuk: Frau Hahne hat gelegentlich Dinge in Interviews von sich gegeben, die sich in keinem ihrer Beschlüsse wiederfinden lassen
@Guru: Hier geht es zunächst um den §1570, auch wenn der §1615 inzwischen recht ähnlich ausgelegt wird, ist das ein Unterschied ...
« Letzte Änderung: 26. Juli 2012, 15:20:51 von United » Gespeichert
« Antwort #16 am: 26. Juli 2012, 15:19:48 »
ganz grundsätzlich würde ich jemand, der 35 Wochenstunden arbeitet, nicht unterstellen, dass er sich "einen schlauen Lenz" machen und "nur die Nägel lackieren und Kaffee kochen" würde (woher willst Du das überhaupt wissen - bist Du dabei?). Wenn Deine Ex es sich wirklich easy machen wollte, würde sie überhaupt nicht arbeiten und das mit der besonderen Betreuungsbedürftigkeit oder häufigen Krankheit Eures jüngeren Kindes begründen.
Und was den IT-Job angeht: Hast Du einen solchen, gut bezahlten Job für sie? Es ist immer viel einfacher, zu postulieren, was andere Leute gefälligst tun sollten als das in die Realität umzusetzen.
Zitat von: HoWi64 am 26. Juli 2012, 14:35:05
der casus knaxus ist nicht der Anwalt, sondern Du: Deine (nicht seine!) Unterschrift steht unter diesem Vergleich. Wenn Du sowas freiwillig unterschreibst, halte Dich auch dran. Wenn Du Dir einen Porsche kaufst, kannst Du auch nicht dem Verkäufer die Schuld für die (zu) hohen Monatsraten in die Schuhe schieben, weil er Dich zum Kauf "überredet" habe.
naja, auch das wolltest Du ja unbedingt:
eheschließung war aus anlass erwünschter schwangerschaft.
mit ivf etc. nach 5 jahren mit zig fehlversuchen endlich lebendgeburt
von einem Verhütungsunfall oder einem "untergeschobenen Kind" kann also keine Rede sein; Du wusstest, worauf Du Dich einlässt, wenn Du vor allem wegen Deines Kinderwunsches geheiratet hast.
Komm mal runter von dem Pferd, dass alle Leute um Dich herum laufend Fehler machen und Dich als Unschuldigen, sich Aufopfernden und nur das Beste Wollenden fortlaufend übers Ohr hauen.
« Antwort #17 am: 26. Juli 2012, 15:36:01 »
Hallo United
ich kann immer nur für mich und meinen Fall sprechen aber 1570 und 1615 sind glaube ich fast wortgleich, aber nätürlich wird nach 1570 sicher etwas härter geurteilt was wieder zu einer ungleichbehandlung zwischen ehelich und nichtehelichen zur Folge hätte oder hat!
die neuesten Urteile der OLG waren zum Teil schon sehr an der unteren Grenze des BU z.b. 3. Beschluss des Oberlandesgerichts Oldenburg vom 14.07.2011 (Az.: 14 UF 49/11) aber eigentlich genau das was auch der BGH gefordert hatte.
ich weiß nicht wo habakuk diese Info und diese Aussage gefunden hat , m.e. wäre dies aber wieder ein enormer Rückschritt betr. Frauenquote KItaplätze.
Und auch ein Zeichen was der BGH für ein machtgeiler Haufen ist ....
« Antwort #18 am: 26. Juli 2012, 15:48:51 »
Zitat von: Guru am 26. Juli 2012, 15:36:01
ich weiß nicht wo habakuk diese Info und diese Aussage gefunden hat
In diesem Thread findest Du neben kleiner Diskussion einen Link zu einem Interview, in dem Frau Hahne sich vorstellen kann, einer Mutter "unter Umständen" eine Ganztagstätigkeit im Alter von 7 oder 8 Jahren zuzumuten.
Ein Fall, in dem sie - mit ihren Kollegen - so entschieden hat, ist mir indes nicht bekannt ...
« Antwort #19 am: 26. Juli 2012, 16:01:12 »
Ich habe jetzt glaube ich die Info von habakuk gefunden
*Berlin/Karlsruhe - Ehegatten, die nach einer Scheidung Unterhalt vom Partner für die Kinderbetreuung fordern, könnten es künftig vor dem Bundesgerichtshof (BGH) wieder leichter haben. „An die für eine Verlängerung des Betreuungsunterhalts insbesondere aus kindbezogenen Gründen erforderlichen Darlegungen sind keine überzogenen Anforderungen zu stellen“, heißt es in einem jetzt bekannt gewordenen Urteil. Die Richter gaben damit einer alleinerziehenden Mutter dreier älterer Kinder recht. Sie komme mit einem 30-Stunden-Job ihren Erwerbspflichten nach. Ihr müsse Zeit bleiben, um bei Hausaufgaben zu helfen oder die Kinder zum Sport zu fahren.
Deshalb könne der Ex-Partner nicht verlangen, dass sie Vollzeit arbeite. Entscheidend, so die Richter, seien „die besonderen Bedürfnisse des Kindes“.
Seit der Unterhaltssrechtsreform von 2008 gilt, dass Alleinerziehenden grundsätzlich ein Vollzeitjob zumutbar ist, wenn das Kind älter als drei Jahre ist. Eine Verlängerung erfolgt aus Billigkeitsgründen und muss individuell geprüft werden. Unter der langjährigen Vorsitzenden des BGH-Familiensenats Meo-Micaela Hahne war dies streng gehandhabt worden. Sie verteidigte ihre Linie damit, Berufstätigkeit gehöre heute auch für Frauen zur Normalität, die Ehe als Versorgungsmodell habe ausgedient. Der BGH war für diese Rechtsprechung viel kritisiert worden, da sie zulasten der betreuten Kinder gehen könne. Hahne ist mittlerweile im Ruhestand. Unter dem designierten Vorsitzenden Hans-Joachim Dose kündigt sich nun ein moderaterer Kurs an. Jost Müller-Neuhof
Tagesspiegel 25.05.2012
Ich kenne auch kein Urteil wo einer alleinerzeihenden KM mit 3 Kindern eine Vollzeittätigkeit zugemutet wurde .
Ich halte in diesem Zusammenhang das Interview nicht als eine wirkliche Neuheit des deutschen UNterhaltswahnsinns....
« Antwort #20 am: 26. Juli 2012, 16:27:49 »
Auf die Gefahr hin, dass wir die gleiche Diskussion immer und immer wieder führen - aber obiger Gedanke ist insofern nicht zu Ende gedacht, als es anscheinend nur in eine Richtung gelten soll. Sogar im inzwischen ziemlich selten gewordenen Hausmütterchen-Fall hat mir noch niemand schlüssig erklären können, warum zwar der Mann seine Pflichten (d.h. "Kohle für Madame ranschaffen") auch über das Ende einer Ehe hinaus weiter erfüllen muss, während besagtes Hausmütterchen ihre eigenen Pflichten (z.B. "für Männe putzen, waschen, bügeln und Staub saugen") bereits unmittelbar mit der Trennung schlagartig los ist. Und nö, der Verweis auf die Kinderbetreuung zieht nicht - denn dafür gibt's den Kindesunterhalt, und Betreuungsleistung und Barunterhaltsleistung sind ja nun angeblich gleichwertig.
Der Begriff "politische Korrektheit" ist die politisch korrekte Bezeichnung für "Denkverbot".
« Antwort #21 am: 26. Juli 2012, 16:41:26 »
Und übrigens, noch was:
Zitat von: brille007 am 26. Juli 2012, 15:19:48
ganz grundsätzlich würde ich jemand, der 35 Wochenstunden arbeitet, nicht unterstellen, dass er sich "einen schlauen Lenz" machen und "nur die Nägel lackieren und Kaffee kochen" würde
Dann machen wir mal die Gegenprobe: Würde es denn ein unterhaltspflichtiger Software-Entwickler bei der Festlegung seiner Unterhaltspflichten anerkannt bekommen, wenn er in einen Beruf wechselt, in dem er nur noch die Hälfte verdient? Wenn nein, warum nicht?!?
Lügen wir uns doch nicht in die eigene Tasche: Dem Mann würde, egal wie gute Gründe auch immer er für diesen Jobwechsel aufführt, in den meisten Fällen ein fiktives Einkommen in Höhe seines vorherigen Verdienstes ans Bein gebunden werden!
« Antwort #22 am: 26. Juli 2012, 16:41:45 »
"nur die Nägel lackieren und Kaffee kochen" ... (woher willst Du das überhaupt wissen - bist Du dabei?).
solche info bekomm ich von ihrem sohn der bei mir ein und aus geht. er sagt das sie immer ziemlich entspannt nachmittags von der arbeit kommt. längst nicht so spät und so gestresst wie damals als er klein war.
Und was den IT-Job angeht: Hast Du einen solchen, gut bezahlten Job für sie?
wieso ich?!?!? guckst du >>>hier<<< §1569 BGB Grundsatz der Eigenverantwortung
diesen paragrafen ignorieren alle fam-richter. vom kleinsten ag im kaff auf dem land bis zum bgh. egal ob mit dose oder hahne. ich hab doch keinen hilflosen säugling adoptiert. nur einen erwachsenen lebenstüchtigen menschen geheiratet. wieso soll ich für sie einen job finden?
Du wusstest, worauf Du Dich einlässt, wenn Du vor allem wegen Deines Kinderwunsches geheiratet hast.
hier hast du 100% recht, martin: ich wollte ein kind.
mit der frau die ich damals geliebt habe. künstliche befruchtung zahlt die kasse eben nur bei ehepaaren. das ehe gleichbedeutend ist mit lebenslange schuldknechtschaft - mit oder ohne scheidung. das hat mir vorher keiner gesagt. und wenns einer versucht hätte wär ich vor acht jahren wahrscheinlich 1. vorsitzender im amiga e.v. gewesen.
im leben hätte ich nicht geglaubt was für ein nervenbündel nach ein paar fehlversuche aus einer taffen business-lady werden kann. statt familienleben mit stiefsohn nur noch heulerei und gezeter.
nachdem unsere kleine 12 wochen zu früh auf der welt war waren der junge und ich komplett abgemeldet. als unsere prinzessin endlich aus dem gröbsten heraus war hatte ich längst ne neue und die ehe war im eimer.
wieso soll ich während der ehe den haushalt, den stiefsohn und die ständig bettlägrige olle versorgen. dazu für alle die kohle ranschaffen. und nach der ehe geht es - in zwei wohnungen etwas teurer - unverändert und ohne ende auf meine kosten weiter? wenn das der preis fürs vatersein ist dann kann ich meinem stiefsohn nur raten sich das ganze dreimal zu überlegen.
@malachit: genau!
« Antwort #23 am: 26. Juli 2012, 17:44:37 »
Zitat von: HoWi64 am 26. Juli 2012, 16:41:45
weil es viel leichter ist, dicke Backen zu machen als reale Möglichkeiten aufzuzeigen. Das haben wir hier unterhaltspflichtigen Usern schon mehfach (erfolgreich) geraten, wenn es hiess "ich finde keinen passenden Job": Schick Deiner Ex regelmässig passende Stellenangebote und sammle die Kopien davon. Schon probiert? Wenn nein: Warum nicht?
Abgesehen davon: Vielleicht magst Du @beppo mal über die Berufschancen von über 35-jährigen IT-Leuten befragen, die zudem ein paar Jahre aus dem Business draussen waren? Dann kennst Du den Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
mit der frau die ich damals geliebt habe. künstliche befruchtung zahlt die kasse eben nur bei ehepaaren. das ehe gleichbedeutend ist mit lebenslange schuldknechtschaft - mit oder ohne scheidung. das hat mir vorher keiner gesagt.
naja, dass Ehen scheitern können ist nichts, wovor einen eine Behörde warnen muss; das gehört zum Allgemeinwissen eines erwachsenen Menschen wie dass er plattgefahren werden kann, wenn er über die Strasse läuft. Wenn Dir das billiger erschien als die künstliche Befruchtung aus eigener Tasche zu bezahlen, war das eben ein schlechtes Geschäft.
und wenns einer versucht hätte wär ich vor acht jahren wahrscheinlich 1. vorsitzender im amiga e.v. gewesen.
eben. Dieses Schicksal teilen hier viele User. Es gibt nur niemanden, den man nachträglich dafür verantwortlich machen kann.
als unsere prinzessin endlich aus dem gröbsten heraus war hatte ich längst ne neue und die ehe war im eimer.
so ist das Leben. Auch hier die Frage: Wen willst Du dafür verantwortlich machen?
wieso soll ich während der ehe den haushalt, den stiefsohn und die ständig bettlägrige olle versorgen. dazu für alle die kohle ranschaffen. und nach der ehe geht es - in zwei wohnungen etwas teurer - unverändert und ohne ende auf meine kosten weiter?
weder "unverändert" noch "ohne Ende", sondern genau in dem Umfang, den Du in Deinem Unterhaltsvergleich SELBST unterschrieben hast. Worüber beklagst Du Dich?
wenn das der preis fürs vatersein ist dann kann ich meinem stiefsohn nur raten sich das ganze dreimal zu überlegen.
dem stehen genau dieselben Informationsmöglichkeiten offen wie Dir damals - ob und wie er sie nutzt, entscheidet er - wie Du - ganz allein.
Biggi62
« Antwort #24 am: 26. Juli 2012, 19:10:47 »
Zitat von: brille007 am 26. Juli 2012, 17:44:37
Es gibt nur niemanden, den man nachträglich dafür verantwortlich machen kann.
Jain, Martin.
Wenn ich mal so aus dem Nähkästchen plaudern darf:
Ich erlebe es im Freundes- und Bekanntenkreis immer wieder, dass zuvor ganz friedfertige und fürsorgliche (Ehe-)Frauen in den Mühlen der Beratungs- und Helfer-Industrie ganz überraschend zu geldgeilen Raffzähnen mutieren.
Der Vorgang kommt mir vor wie ein bundesweites Milgram-Experiment. Nur wenige Frauen (und Männer) haben die menschliche Größe, gegenüber Autoritäten, die unisono dasselbe :gewalt006:raten, zu sagen: Nee, mit mir nicht.
Ich gehe davon aus, dass unter umgekehrten Vorzeichen auch die meisten Männer eher auf erfahrene Ratgeber als auf die Wehlaute eines unsichtbaren Dritten bzw. ihr Gewissen hören würden. Im klassischen Milgram-Experiment sind die (angeblich) Gequälten nur Schauspieler.
Im wahren Leben sind die tatsächlich Leidenden Menschen, mit denen man früher mal Tisch und Bett geteilt hat. Die einem aber mit zunehmendem zeitlichen und räumlichen Abstand so gleichgültig werden "wie die Metzgersfrau im Nachbarort".
Wenn dann die Chancen so ungleich verteilt sind wie im Familienrecht.
(Wo Müttern automatisch und ohne große Anstrengung die Alltagssorge für gemeinsame Kinder aufgebürdet wird.
Ganz gleich, ob sie dafür eher besser oder eher schlechter als ihre Ex-Partner geeignet sind.
Und wo Vätern ganz automatisch und ohne dass sie viel dagegen tun können die finanzielle Verantwortung für die getrennte, deutlich kostspieligere Familie aufgebürdet wird.
Wo der "Zuverdienst" der "überobligatorisch" berufstätigen Mütter von Profis ebenso misstrauisch beäugt und bestaunt wird wird wie die unerwartete "Hilfe" der umgangsberechtigten Väter für die "alleinverantwortliche" Betreuung der Kinder durch die Mütter.)
Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau (oder ein Mann) entgegen aller Ratschläge ihre/seine Integrität bewahrt und zugleich mit dem eigenen Wohl auch das des Ex-Partners beachtet, leider ebenso gering wie 1961 in New Haven der Abbruch der Versuchsreihe durch die Probanden. Der Normalfall dürfte sein, dass normale Menschen Folterinstrumente auch benutzen, die man ihnen überraschend und zum beliebigen Gebrauch in die Hand drückt.
Insofern sehe ich das AMIGA-Phänomen druchaus als unmittelbare Folge der unzähligen Ungereimtheiten im Familienrecht.
Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
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