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Timestamp: 2017-04-25 14:23:50+00:00

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Das Verzeichnis der Fachbegriffe konnte aus Platzgründen nicht mehr in die Buchversion aufgenommen werden. Hier werden Begriffe definiert, die in der Literatur unterschiedlich verwendet werden oder nicht als allgemein bekannt vorausgesetzt werden können. Insbesondere war es nötig, diejenigen Termini zu definieren, die der neueren linguistischen Literatur
entlehnt worden waren - nicht zuletzt, weil v. a. in der Linguistik keine zwei Schulen ein und denselben Begriff einheitlich verwenden.
Das Ungleichheitszeichen (¹
) bedeutet, dass der betreffende Begriff in dieser Grammatik nicht in dieser Bedeutung verwendet wird.
Abbruchsformel Formel, mit welcher der Redner ein Thema abrupt beendet (sed haec hactenus), und zwar im ð
Reditus ad rem und in der ð
Revocatio.
Absoluter Gebrauch Ein Verb wird absolut gebraucht, wenn es keine Ergänzungen erfordert, z. B. 
schlafen
oder 
töten
in der Bedeutung 
(gewohnheitsmäßig, berufsmäßig) morden
Adjektiv (Beiwort, Eigenschaftswort) Adjektive gehören zu den ð
Nomina. Sie können im Gegensatz zu den ð
Substantiven durch alle drei Genera flektiert werden kann und sind der Komparation (Steigerung) fähig.
Adjunkt ð
Adverbiale Bestimmungen (Adverbialia) ð
Affektive Sätze Sätze, bei denen die expressive ð
Sprachfunktion überwiegt. Zu den affektiven Sätzen gehören der Ausrufesatz und der Wunschsatz.
Affix Oberbegriff für ð
Infix, ð
Präfix und ð
Allegorie durchgehaltene ð
Metapher, so etwa die Staatsschiff-Allegorie bei Horaz (carm. 1,14). Im Unterschied zur Metapher ist eine Allegorie auch im eigentlichen Sinne verständlich, während bei der Metapher nur die bildliche (übertragene, figurative) Bedeutungsebene sinnvoll ist; vgl. Horazens Staatsschiff-Allegorie (die man auch als Darstellung einer Seereise interpretieren könnte) mit der Metapher 
Achill war ein Löwe in der Schlacht.
Analytische Verbformen zusammengesetzte Verbformen wie das deutsche Perfekt (ich habe gelacht) oder das lateinische passive Perfekt (laudatus sum). Gegensatz: ð
synthetische Verbformen.
Anaphora (Anapher [¹
]; adj. anaphorisch, zurückweisend) Ein Wort, das auf ein oder mehrere vorhergehende Wörter oder Sätze verweist. In den Sätzen 
Du meinst Fritz? Der spinnt doch!
und 
Dass ich das Schauspiel noch erleben darf, das hätte ich nicht gedacht!
verweisen die Pronomina 
der
bzw. 
das
auf das vorangehende Substantiv bzw. auf den vorangehenden Objektsatz. (Gegensatz: Kataphora)
Anapher (Anaphora [¹
]) Stilfigur, bei der am Beginn aufeinanderfolgender Sätze oder Satzteile dasselbe Wort steht (u. U. in verschiedenen Kasus ð
Polyptoton): quae victoria, quae clades, qui exercitus, qui milites, quod proelium, quod bellum. Solche Reihungen nennt man anaphorische Reihungen (vgl. § 254,2).
Angaben, freie (freie ð
Erweiterungen, Satelliten, Supplemente, Circonstants) von der Verbvalenz syntaktisch nicht geforderte Satzteile (abgesehen vom Subjekt). So sind in dem Satz 
Gestern habe ich im Wiener Wald ein Schnitzel gegessen
die Adverbialbestimmungen 
gestern
im Wiener Wald
freie Angabe, da die ð
Weglassprobe zeigt, dass auch ohne sie der Satz grammatisch ist: 
Ich habe ein Schnitzel gegessen.
(Die im Deutschen in diesem Fall notwendige Inversion hat nichts mit der Verbvalenz zu tun.)
Antonym gegensätzlicher Begriff; z. B. sind die Adjektive 
gut
böse
Antonyme. (Gegensatz: Synonym)
Apo koinu Figur der ð
Brachylogie (1) einmalige Setzung eines Wortes, das zu zwei Gliedern gehört, v. a. bei einem Objekt, das von zwei koordinierten Prädikaten abhängt, oder bei einem Prädikat, das zwei koordinierte Objekte regiert; im Gegensatz zum Zeugma ist die Apo-Koinu-Stellung nicht nur grammatisch, sondern auch stilistisch einwandfrei: 
Sie küssten und sie schlugen ihn.
Virtus amicitias conciliat et conservat. (2) In der Literatur wird der Begriff i. d. R. auf das seltene Phänomen der einmaligen Setzung eines gemeinsamen Wortes beim zweiten Glied beschränkt.
Appellativum ð
Apposition nähere Bestimmung eines Satzteils, die nicht auf ihr Bezugswort angewiesen ist. Eine Apposition ist: (1) substantivisches ð
Satzgliedteil, das regelmäßig im Kasus mit seinem Bezugswort kongruiert; i. d. R. besteht auch Numerus- und Genuskongruenz: Albrecht Dürer, der große deutsche Maler; die Tugend, der Freund der Schwachen; Syracusae urbs (2) eine ganze Wortgruppe: 
Trotz dieser Schwierigkeiten, (nämlich) trotz des Unwetters, trotz der feindlichen Angiffe, trotz des unwegsamen Geländes kehrten sie ins Lager zurück
(3) ein Gliedsatz (explikativer ð
Gliedsatz): 
Das stört mich, dass du dauernd zu spät kommst
(4) die Satzapposition (vgl. § 276).
Argumentum a minori (Argumentum e contrario, ex contrariis, ex repugnantibus) Argument, bei dem man vom Geringeren auf das Wichtigere schließt: 
Wenn schon Hunde ein Gewissen haben, müssen erst recht Menschen verantwortungsvoll handeln.
Assimilation ð
Asyndeton Koordination gleichwertiger Satzteile ohne koordinierende Konjunktion: caelum, maria, terrae. 
Alles rennet, rettet, flüchtet.
(Gegensatz: ð
Syndeton)
Attraktion (Assimilation) synchrone Veränderung einer oder mehrerer grammatischer Kategorien eines Wortes unter dem Einfluss seines ð
Bezugsworts oder eines Wortes derselben Wortart. So wird aus dem (grammatischen) Satz Hoc est sententia mea durch Attraktion des hoc durch das Bezugswort sententia: Haec est sententia mea. Bei der Modusattraktion verändert sich der Modus eines indikativischen Verbs unter dem Einfluss eines konjunktivischen Verbs.
Ausdruck Wortgruppensyntagma, das im Gegensatz zur ð
Wendung keinen phraseologischen (idiomatischen) Charakter hat.
Ausdruck, futurischer ð
futurischer Ausdruck.
Bedeutung (Referenz, Extension) Zu unterscheiden ist zwischen lexikalischer, kontextueller und grammatikalischer Bedeutung eines Wortes. Lexikalische (semantische) Bedeutung haben nur die ð
kategorematischen Wörter wie die Nomina und Verben (Hund, dick, töten). Dagegen besitzen ð
synkategorematische Wörter (Präpositionen, Konjunktionen, einige Adverbien) nur grammatikalische Bedeutung, d. h. sie dienen zur Verknüpfung oder Modifizierung von Wörtern und Wortgruppen (in der Stadt, Vater und Mutter, sehr gut). Pronomina (dieser, ich) und andere indexikalische Ausdrücke (hier, dann) haben keine lexikalische Bedeutung, sondern nur eine kontextuelle Bedeutung (abhängig von der jeweiligen Sprechsituation), indem sie auf ein Wort mit lexikalischer Bedeutung verweisen.
Begriffsnegation ð
Wortverneinung
Beiordnung ð
Bestimmung (1) Oberbegriff für freie ð
Angaben und ð
Satzgliedteile. (2) adverbiale B.: Oberbegriff für adverbiale freie ð
Ergänzungen, die weder ð
Objekt noch ð
Prädikatsnomen sind.
Bezugswort (Beziehungswort) Wort (meistens ein Substantiv), nach dem sich ein anderes Wort in Numerus und Genus, meistens auch im Kasus, richtet; so ist in dem Satz 
Der kleine Mann, dessen Auto falsch geparkt war, musste eine Strafe zahlen
das Substantiv 
Mann
Bezugswort für das adjektivische ð
Attribut 
klein
und für das Relativpronomen 
; in dem Satz 
Ich mochte Müller nicht, weil er zu unterwürfig war
der Eigenname 
Müller
Bezugswort für das Pronomen 
Brachylogie (Versparung) Nichtsetzung eines ð
Syntagmas, das sich leicht aus dem Vorhergehenden oder Folgenden ergänzen lässt: Tribus rebus homines ad nostram sententiam perducimus, aut (sc. homines) docendo aut (sc. homines) conciliando aut (sc. homines) permovendo (de orat. 2,310). Unterarten sind ð
Apo koinu und ð
Cardinalia ð
Concessio (scheinbares) Zugeständnis des Redners: 
Er mag ein Dieb sein, aber er ist trotzdem im Recht.
Consecutio temporum Zeitenfolge in indikativischen und konjunktivischen Gliedsätzen. Oft wird der Begriff auf die Zeitenfolge im konjunktivischen Gliedsatz beschränkt (¹
Deixis (adj. deiktisch) Verweischarakter sprachlicher Ausdrücke. Die Deixis steht zwischen Semantik und Pragmatik, insofern deiktische Ausdrücke (ð
indexikalische Ausdrücke) auch auf Tatsachen außerhalb des Texts verweisen können (ð
Exophorik).
Deminutivum (Deminutivnomen, Verkleinerungsform) Wort, das durch ð
Suffixe wie -chen, -lein, -eln, -ulus etc. gebildet wird. Die durch Deminutiva bezeichneten Gegenstände oder Handlungen sind in der Regel von geringer Quantität als die durch das Ursprungswort bezeichneten; der Sprecher kann aber durch Deminutiva auch lediglich seine emotionale Einstellung zu dem Bezeichneten zum Ausdruck bringen (sog. Hypokoristikum, Koseform) (vgl. § 4).
Denominativum (Denominale) Wort, das von einem ð
Nomen gebildet wird. Dazu zählen v. a. die ð
Deminutiva und Adjektive wie königlich, regius, senatorisch, senatorius. Vgl. § 4.
Diathese ð
Diathesenindifferenz Eigenschaft v. a. von ð
Verbalsubstantiven (v. a. auch des Gerundiums) und Adjektiven, die sowohl aktive als auch passive Bedeutung haben können.
Diminutivum ð
Eigenname (Nomen proprium, Name) Benennung zur Unterscheidung von einzelnen Gegenständen und Personen von anderen Gegenständen bzw. Personen derselben Gattung. Im Gegensatz zu ð
Gattungsnamen haben Eigenamen keine klassenbildende Funktion.
Elativ ð
Superlativ, elativischer
Ellipse Auslassung eines Wortes, das nicht aus dem Kontext ergänzt werden kann (im Gegensatz zur ð
Brachylogie). Im Unterschied zur Aposiopese sind Ellipsen grammatikalisiert. Keine Ellipse, sondern ein ð
satzwertiger ð
Kurzsatz liegt vor, wenn in einem bestimmten Kontext immer nur die scheinelliptische Form verwendet wird, so dass man nicht von der Auslassung eines Wortes sprechen kann, z. B. auf einem Straßenschild: 
Nach München
Enallage (1) Umkehrung eines logischen Verhältnisses (auch Hypallage, v. a. in der Poesie), so v. a. bei der Abhängigkeit eines Genetivattributs von einem durch ein adjektivisches Attribut bestimmten Substantiv, z. B.: 
der Augen blaues Lächeln
(statt 
das Lächeln blauer Augen
), odora canum vis. (2) (bei der Deminution; Definition nach LHSz 308) Verschiebung der Verkleinerung (Deminution) vom Substantiv auf das Adjektiv im Lateinischen, was das Deutsche oft nicht nachahmen kann: barbatuli iuvenes (ein bisschen bärtig) (Att. 1,14,5); lynchnuchus ligneolus (ein hölzernes Lämpchen) (ad Q. fr. 3,5,9).
Endophora (adj. endophorisch) Zusammenfassende Bezeichnung von ð
Kataphora und ð
Anaphora. (Gegensatz: Exophora)
Enthymem unvollständiger ð
Syllogismus, z. B. ist in dem Schluss 
Sokrates ist ein Lebewesen, also ist er sterblich
die Prämisse 
Alle Lebewesen sind sterblich
Ergänzung (Aktant, Mitspieler, Partizipiant, Ergänzungsbestimmung, Komplement, Argument) von der ð
Valenz eines Wortes (v. a. des Verbs) syntaktisch gefordertes Satzteil; so erfordert das Verb töten ein Akkusativobjekt: In dem Satz 
Brutus tötet zusammen mit anderen Verschwörern Caesar im Senat
ist 
Caesar
die Ergänzung des Prädikats 
tötet
. Dagegen sind die Satzteile 
im Senat
zusammen mit anderen Verschwörern
keine Ergänzungen, sondern freie ð
Angaben, da sie von dem Verb 
nicht syntaktisch gefordert werden: *
Brutus tötet im Senat
ist kein vollständiger Satz. In dieser Grammatik wird das Subjekt nicht zu den Ergänzungen des Verbs gerechnet, um die traditionelle Sonderstellung des Subjekts gegenüber den anderen Satzteilen beizubehalten (vgl. auch Grebe P. u. a., Grammatik der deutschen Gegenwartssprache, Der große Duden, Band 4, Mannheim3 1973, § 1174). Für dieser Klassifikation sprechen folgende Punkte: fast alle Verben haben ein Subjekt, ð
Kongruenz des Subjekts mit dem Prädikat, das Subjekt kann nicht mit anderen Ergänzungsklassen kommutieren. Man unterscheidet zwischen obligatorischen und fakultativen Ergänzungen. Obligatorische Ergänzungen werden fast immer gesetzt, während fakultative Ergänzungen sehr häufig fehlen können. So ist bei conciliare der Akkusativ eine obligatorische, der Dativ hingegen eine fakultative Ergänzung (vgl. VT). Eine Ergänzung kann auch ein Gliedsatz sein (Ergänzungssatz), z. B.: 
Ich wusste, dass du das sagen würdest.
Ersatzprobe (Austauschprobe, Kommutationstest, Substitutionstest) Ersetzung eines ð
Syntagmas durch andere Syntagmen, um grammatische Kategorien zu bilden. So stellt man durch die E. fest, dass animos hominum und homines in Abhängigkeit von delectare synonym sind: Orator animos hominum delectat und Orator homines delectat. Auch syntaktische Kategorien werden durch E.n erfasst: Die Syntagmen in re, de re und re können als Ergänzungen des Verbs laetari dienen, nicht aber das Syntagma rei. Bei donare lässt sich das Syntagma rem alicui durch aliquem re ersetzen. Bei einigen Verben kommutieren z. B. quod-Satz und AcI.
Erweiterungen Überbegriff für ð
Ergänzungen und freie ð
Exophora Wort, das sich auf ein außersprachliches Objekt bezieht; diese Beziehung wird meistens mit non-verbalen Hinweisen deutlich gemacht. In dem Satz 
in diesem Jahr haben wir große Gewinne gemacht
bezieht sich die adverbiale Bestimmung 
in diesem Jahr
auf das jeweils laufende Jahr, ohne dass der Sprecher dies im Text eigens erwähnen müsste. In dem Satz 
der spinnt
kann sich das Pronomen 
auf ein Objekt beziehen, das im Text zuvor noch nicht genannt wird und auch danach nicht mehr genannt werden wird.
Funktionsverbgefüge (Streckverb, Streckform) Syntagma, das aus einem Verb und seiner ð
Ergänzung besteht: 
zu Ende bringen, eine Entschuldigung vorbringen
. Futurischer Ausdruck Wort oder Ausdruck, der morphologisch nicht als Futur markiert ist, aber sich (auch) auf die Zukunft bezieht, so v. a. Prädikate mit ð
Modalverben (wollen, können, müssen) und das Gerundivum. Futurische Ausdrücke gelten für die ð
Consecutio temporum i. d. R. als Futur.
Gattungsname (Appellativum, Gattungsbezeichnung, Klassenname) Im Unterschied zu ð
Eigennamen bezeichnen Gattungsnamen eine ganze Klasse von Gegenständen, die nicht allein durch die Gemeinsamkeit des Namens definiert sind. Zwischen G. und Eigennnamen stehen daher die Völkernamen.
parenthetischer Gliedsatz, der eine Aussage über den restlichen Satz trifft und damit außerhalb des restlichen Satzgefüges steht. Parenthetische Gliedsätze sind i. A. nicht den Regeln der Consecutio temporum unterworfen: wenn ich darf, um nicht damit anzugeben. Bei p. G.en handelt es sich oft um eine ð
Correctio oder ð
Praemunitio. explikativer (epexegetischer, appositioneller) Gliedsatz in der Funktion einer ð
Apposition: 
Das stört mich, dass du immer zu spät kommst. Andere Leute ärgern, das kannst du!
In beiden Sätzen ist der echte bzw. unechte Gliedsatz eine Apposition zu dem Demonstrativum 
Gradatio ð
Haufenschluss ð
Sorites (2)
Hauptsatz, nachgestellter Hauptsatz, der auf den ihm untergeordneten Gliedsatz folgt, z. B. in der steigenden Periode (vgl. § 597,1a). Vgl. auch ð
Hendiadyoin (griech. 
eins durch zwei
) (1) Beiordnende Verbindung zweier Synonyme als Spezialfall der ð
Synonymik: laufen und rennen, metus ac timor. (2) Beiordnende Verbindung zweier Substantive, von denen das eine dem anderen logisch untergeordnet ist, da beide zusammen einen einzigen Gegenstand bezeichnen: pateris libamus et auro (Verg. georg. 2,192) 
wir opfern aus goldenen Schalen
; 
von Tellern und Silber essen
statt 
von Silbertellern essen
Hyperbel Stilmittel der Übertreibung: Ich hab
dir das schon tausendmal gesagt. In eo fundo mille hominum versabatur. Der Ball ging meilenweit daneben. Fuit puella nive candidior, flavior sole.
Hypokoristikum (Koseform) ð
Hypotaxe ð
Infix ð
Morphem, das in ein Wort eingefügt wird, z. B. -ita-: dictitare zu dicere.
Indexikalische Ausdrücke (auch: deiktischer Ausdruck, Indikatoren, Shifters) Ausdrücke mit kontextueller ð
Bedeutung. Zu den i. A. gehören die Pronomina und bestimmte Adverbien (jetzt, dort, darum).
Intransitivum (intransitives Verb) Verb, das (von Sonderfällen abgesehen) keine Ergänzung im Akkusativ (Akkusativobjekt) verlangt (folgen, gehorchen). Hierzu zählen auch die ð
absolut gebrauchten Verben (schlafen).
Kataphora (Katapher, adj. kataphorisch, vorausweisend) Ein Wort, das auf ein oder mehrere folgende Wörter oder Sätze verweist. In den Sätzen 
die spinnen, die Römer
das gefällt mir gar nicht, dass du das machst
die
auf 
die Römer
bzw. den Subjektsatz. Vgl. auch präparativer Gebrauch. (Gegenteil: ð
Kategoremata (Autosemantika; Bedeutungswort) Wörter mit lexikalischer ð
Kettenschluss ð
Kohärenz (Kohäsion) syntaktischer, semantischer oder pragmatischer Zusammenhang eines Textes. So sind etwa die beiden Sätze 
Paul kaufte sich ein Eis; danach ist ihm schlecht geworden
durch das Adverb 
danach
und das ð
anaphorische Pronomen 
ihm
eng miteinander verbunden (kohärierend).
Kollektiver Singular ð
Singular, kollektiver
modifizierender im Lateinischen zur Modifizierung des ð
Positivs verwendeter Komparativ: celerius 
zu schnell, ziemlich schnell
Konjunktion Partikel, die im Gegensatz zu den ð
Subjunktionen zur Verknüpfung (ð
Koordination) gleichwertiger Syntagmen dienen (und, aber). Im weiteren Sinn bezeichnet man als K.en sowohl K.en als auch Subjunktionen (¹).
Konversion synchroner Übertritt eines Wortes in eine andere Wortart. So wird das Adjektiv weise
durch den Artikel zum Substantiv: 
der Weise
(Substantivierung).
Koordination (Beiordnung, Parataxe) Aneinanderreihung gleichwertiger Satzteile im Gegensatz zur ð
Subordination. Man unterscheidet zwischen ð
Asyndeton, ð
Monosyndeton und ð
Korrelation enge Verknüpfung von übergeordnetem Satz und (eventuell verkürztem) Gliedsatz durch unterschiedliche Partikel oder Pronomina: si non  at certe; quot  tot. Geht der übergeordnete Satz voran, so steht die Partikel oder das Pronomen ð
präparativ: Adeone me delirare censes, ut ista credam? (Tusc. 1,10). (Gegensatz: Korresponsion)
Korresponsion ð
Koordination zweier Wörter oder Wortgruppen, die auf derselben Ebene stehen, durch unterschiedliche Partikel oder Pronomina, z. B.: non modo 
sed etiam; hic 
ille. (Gegensatz: Korrelation)
Kurzsatz (verkürzter Satz) Satz ohne Prädikat aufgrund von ð
Ellipse oder Konvention (Einen Kaffee, bitte. Zwei Fahrscheine.) oder aufgrund von ð
Brachylogie ("Er hat ihn verprügelt." "Wer?" "Der Fritz den Hans."). Im Lateinischen begegnet oft der ð
Nominalsatz.
Litotes doppelte Verneinung zur Ausdrucksverstärkung: 
nicht ohne Witz
für 
recht witzig, nicht übel
sehr gut
Mengenadjektiv ð
Quantitätsadjektiv
Metapher ð
Tropus, (oft sehr komplexer) Ersatz eines Syntagmas durch ein anderes aufgrund einer Ähnlichkeitsbeziehung, die nach Ansicht des Sprechers oder der Sprachgemeinschaft besteht: 
statt Achill war in der Schlacht sehr mutig.
Im Unterschied zur ð
Metonymie entsteht die Beziehung zwischen dem ersetzten und dem ersetzenden Syntagma (bzw. deren Referenz in der Dingwelt) bei der Metapher erst durch die Metaphorisierung (den Gebrauch der Metapher). Konventionalisierte oder notwendige Metaphern nennt man Katachresen (Tischbein, auseinandersetzen). Eine kühne Metapher ist eine Metapher, die ein sehr gesuchtes, entlegenes Bild verwendet.
Metonymie (Denominatio) ein ð
Tropus, Ersatz eines Wortes durch ein Wort, das in einer Beziehung zu diesem Wort steht. Häufig sind v. a.: (1) Autor für Werk: 
Ich lese Platon
, (2) Gottheit für den ihr zugeordneten Bereich (Mars statt bellum), (3) Material für Produkt (ferrum statt gladius), (4) Gefäß für Inhalt (ein Glas trinken), (5) Bewohner für Gebiet (Helvetii statt Helvetiorum fines), (6) Ort für handelnde Personen (
Bonn
die Politiker in Bonn
), (7) Concretum pro Abstracto (arma statt bellum), (8) Abstractum pro Concreto (
Jugend
junge Leute
Modalverb den Infinitiv regierendes Verb, das eine Modalität ausdrückt: 
dürfen, können, wollen, müssen
Modus (1) Oberbegriff für Indikativ, Konjunktiv und Imperativ, (2) die einem Satz zugrundeliegende Bedeutung (Satzmodus im Gegensatz zur syntaktisch definierten ð
Satzart). Vgl. C. Allgemeines.
Monosyndeton Unterart des ð
Syndetons. Wird bei einer Aufzählung nur das letzte Glied mit einer kopulativen Konjunktion angeschlossen, so spricht man von einem Monosyndeton: 
Flüsse, Berge, Meere und Seen
. Das Monosyndeton ist im Deutschen die Regel, im Lateinischen vergleichsweise selten.
Morphem kleinste bedeutungstragende Einheit, z. B. 
Hund, groß, morgen, durch
Nachsatz übergeordneter Satz, der auf den ihm untergeordneten Satz folgt. Ist der übergeordnete Satz ein Hauptsatz, so spricht man auch von einem nachgestellten ð
Nebensatz ð
Nomen Substantiv, Adjektiv, Pronomina, Partizipialien. Nomen wird oft i. e. S. nur für das Substantiv (¹
) oder nur für Substantive und Adjektive verwendet (¹
actionis Auch: Verbalabstraktum. Ein Nomen (meistens ein Substantiv), das eine Handlung bezeichnet, es handelt sich meistens um ð
Verbalsubstantive: 
Handlung, Schlag
, actio, plaga (vgl. § 2).
agentis Ein Nomen, das den Handelnden bezeichnet, im Deutschen meistens mit dem ð
Suffix –er, im Lateinischen –(t)or gebildet: 
Redner, Ankläger
, orator, accusator. Viele Nomina agentis gehören zu den ð
Verbalsubstantiven (vgl. § 1; § 3).
rei actae (Nomen acti) Ein Nomen rei actae ist ein ð
Verbalsubstantiv, das das Ergebnis einer Verbalhandlung bezeichnet: 
Schluss
, conclusio. Vgl. § 2.
Nominalformen des Verbs ð
Partizipialien Nominalsatz Unterart des Kurzsatzes, Satz ohne Prädikat, aber mit Subjekt (i. d. R. aufgrund einer ð
Ellipse einer Form von esse oder durch ð
Brachylogie): Ars longa, vita brevis. Vgl. § 250.
Objekt ð
Satzglied, ð
Ergänzung eines Verbs oder Adjektivs im Genetiv, Dativ oder Akkusativ. Auch die Ablativergänzungen bei Deponentien werden als Objekte bezeichnet.
Ordinalzahlen (Ordinalia, Ordnungszahlen) 
erster, zweiter, dritter
Ortsnamen, appellative geographische ð
Gattungsnamen wie terra, mare im Gegensatz zu geographischen Eigennamen wie Antiochia, Roma etc.
Parataxe ð
Percontatio (Exquisitio, Exetasmos) Frage, die der Redner an sich selbst stellt und selbst beantwortet. Die Antwort nennt man ð
Subiectio.
Permissio offensichtlich nur zum Schein ergehende (verächtliche) Erlaubnis: 
Bitte, dann mach
s doch, wirst schon sehen, was du davon hast.
Personales Subjekt (Objekt usw.) Das Subjekt (Objekt usw.) ist ein Personenname oder ein Äquivalent für einen Personenname: Nisi (ego) fallor. Nisi me fallit animus. Qui verum videt, verus philosophus habendus. Gegensatz: ð
Sachsubjekt (Sachobjekt usw.)
Personenname Bezeichnung einer oder mehrerer Personen (Menschen, Götter, fiktive Personen) mit ð
Eigennamen (Vorname, Familienname, Beiname usw.) oder ð
Gattungsnamen (Römer, Eltern, Danaiden).
Personifikation (§ 314,3b) Werden Sachen als redende oder handelnde Subjekte eingeführt, spricht man von Personifikation. Ein Spezialfall ist die ð
Prosopopoiie als Unterart der ð
Sermocinatio, in der ein Gegenstand spricht (z. B. die Heimat). ð
Pleonasmus (Tautologie) Setzung eines (zumeist untergeordneten) Syntagmas, das keine neue semantische Information beinhaltet: 
weißer Schimmel
; vitam vivere. Handelt es sich nicht um Unter-, sondern um Beiordnung, so spricht man von Tautologie: 
wider Erwarten und unverhofft
Hendiadyoin (1), Synonymik
Plural genereller Spezialfall der ð
Vossianischen Antonomasie. Der generelle Plural bezeichnet mit einem Eigennamen eine ganze Klasse von Menschen, denen eine Eigenschaft mit dem Träger des Eigennamens gemeinsam ist: 
Heutzutage gibt es keine Picassos (d. h. herausragende Maler, abstrakte Maler oder avantgardistische Maler usw.) mehr.
Si sunt Maecenates, non deerunt Flacci et Marones.
rhetorischer (genereller, emphatischer) Der rhetorische Plural ist mit dem ð
poetischen Plural verwandt; er steht aber im Gegensatz zu diesem, um durch die Verallgemeinerung eines Einzelfalls den rhetorischen Affekt zu erhöhen: 
Du musst natürlich Lügen verbreiten. Du erzählst da aber Geschichten.
Vgl. § 8,5.
Polysyndeton Unterart des ð
Syndetons, bei einer Aufzählung Aneinanderreihung jedes ð
Syntagmas mit einer kopulativen Konjunktion: et iustitia et temperantia et fortitudo et sapientia.
kopulatives die Verbindung eines finiten Verbs mit einem ð
Prädikatsnomen. 
Gaius bonus est. Gaium bonum iudico. Vgl. § 246, § 251,2.
verbales die Besetzung der Prädikatsstelle durch ein finites Verb: 
Er spielt. Er trinkt ein Bier.
Vgl. § 246; § 251,1.
Prädikativum (Adjunkt, Prädikatsadjunkt) Satzgliedteil, der sich auch auf das Prädikat bezieht. ð
Attribut, Apposition, Prädikatsnomen.
Prädikatsnomen Satzglied, das eine obligatorische ð
Ergänzung eines Verbs darstellt. Zusammen mit einem finiten Verb bildet es ein kopulatives ð
Präparativ (adj.) Verweist ein ð
kataphorisches Pronomen (das, hoc, tantus) oder Adverb (so; sic, ita) auf einen echten oder unechten ð
Gliedsatz, so spricht man vom präparativen Gebrauch: Hoc dico nihil ab omni parte beatum esse. Quis est tam demens, ut sua voluntate maereat?
Präpositionalausdruck, offener Praeteritio vom Redner angekündigtes Übergehen eines Themas (wodurch dieses u. U. erst recht betont wird): ne plura de re minime loquar dubia (har. resp. 20). Quid dicam de natura rerum? (orat. 16).
Prosopopoiie ð
Quantitätsadjektiv (Zahladjektiv), Quantitätspronomen Adjektiv oder Pronomen im Neutrum (meistens des Singulars), das eine Menge oder Zahl ausdrückt: multum, tantum, quantum, nihil, omnia. Vgl. auch ð
Reditus ad rem (Reditus ad propositum) nach einer ð
Digressio die Rückkehr zum eigentlich zu behandelnden Thema.
Rektion ð
Revocatio Selbstaufforderung des Redners, zu einem neuen Thema zu kommen oder ein zu lang ausgeführtes Thema fallen zu lassen, vgl. ð
Abbruchsformel.
Sachsubjekt Das Subjekt ist ein ð
Sachname: Rhenum flumen est. Avaritia vitium est.
Sachname Im Unterschied zu ð
Personenname ein Substantiv, das einen nicht-belebten Gegenstand bezeichnet: Haus, Brot, Auto, Zugspitze.
Satzglied Subjekt, Prädikat, Prädikatsnomen, Objekt, adverbiale Bestimmung. Satzgliedteile nominale Bestimmungen eines Substantivs: Attribut, Apposition, Prädikativum.
Satzmodus ð
Satzteil Oberbegriff für ð
Satzgliedteil und verbindendes Satzteil
verbindendes Wort, das zur Verbindung von Syntagmen dient, aber nicht den Status eines ð
Satzglieds oder ð
Satzgliedteils annehmen kann: 
weil, auf, und
. Ein v. S. ist i. d. R. ein ð
Synkategorema.
Satzwertigkeit Ein Wort oder ein Ausdruck heißt satzwertig, wenn er, ohne ein Prädikat zu beinhalten, als Satz gilt; es handelt sich v. a. um Interjektionen, Ausrufe und ð
elliptische ð
Syntagmen: 
Oweh! Bei Gott! Einen Kaffee, bitte.
Scheinsubjekt (im Deutschen) Subjekt (v. a. der unpersönlichen Verben), das keine semantische Information enthält (keine Bedeutung) besitzt, aber aus syntaktischen Gründen stehen muss: 
es blitzt
, aber *
blitzt
Semantische Merkmale (Semantische Komponenten, Seme, Stereotypen) kleinste Bedeutungseinheiten einer Wortbedeutung, üblicherweise in eckige Klammern gesetzt. So könnte man 
Tiger
die semantischen Merkmale [Raubkatze, in Asien lebend, gestreift] zuweisen.
Sermocinatio Der Redner legt (oft zum Zwecke einer ð
Occupatio) einer (fiktiven) Person oder einer ð
Personifikation (der Heimat, den Gesetzen) Wort in den Mund. Eine Sonderform der S. ist die Ethopoiie, wenn die Redeweise einer Person nachgeahmt wird oder die ganze Rede ein bestimmtes Ethos ausdrücken soll.
generalisierender (Singulare pro plurali) Wenn mit einem singularischen Substantiv eines Gattungsnamens eine Aussage getroffen wird, die auf die ganze Gattung zutrifft, so dass man den Singular 
durch 
alle x
ersetzen könnte, spricht man von einem generalisierenden Singular: 
Ein Kerl muss doch eine Meinung haben (d. h. jeder, der ein Kerl sein will).
Homo homini lupus (i. e. omnes homines).
kollektiver (kollektivischer) (Singulare pro plurali) (1) Steht der Singular eines ð
Kollektivbegriffs für eine Mehrheit von Einzeldingen, so handelt es sich um einen kollektiven Singular: Haar, Obst, faba (Bohnen). (2) Man verwendet den Begriff 
kollektiver Singular
auch als Sammelbezeichnung für alle Singularia pro pluralibus. Als Stilmittel gehört der kollektive Singular zur quantitativen ð
Metonymie (ð
Synekdoche).
repräsentativer (generischer, genereller) Auch: Singulare pro plurali. Steht der Singular eines ð
Gattungsnamens stellvertretend für mehrere Vertreter (nicht für alle ð
generalisierender Singular) einer Gattung, so spricht man vom repräsentativen Singular, der sich vor allem in der Militärsprache findet: 
Der Römer konnte schließlich den Griechen überwinden und ihn seiner Kultur berauben.
Grenzfälle zum generalisiernden Singular liegen vor bei Sätzen wie 
Der Soldat war die Stütze des römischen Reiches.
Singulare tantum (Singularia tantum) Singularia tantum sind Wörter, die nur im Singular vorkommen können; es handelt sich dabei meistens um Kollektivbegriffe. Der Plural wird von einem anderen Wort entlehnt: 
Obst
(Plural 
Früchte
), coma, capillus.
Sorites (griech. 
Haufenschluss
) (1) Kettenschluss, bei dem die Conclusio des ersten Schlusses zur Prämisse des zweiten Schlusses wird usw. (2) sophistischer Fangschluss, durch den angeblich bewiesen wurde, dass ein Haufen nicht existiere, da man von einem Körnerhaufen solange jeweils ein Korn wegnehmen könne, bis kein Haufen mehr vorhanden sei.
Sprachfunktion Nach Roman Jakobson gibt es folgende sechs Sprachfunktionen (die heute üblichen Termini sind nicht immer diejenigen, die Jakobson verwendet hat): referentiell (auf ein außersprachliches Objekt bezogen), expressiv (oder emotiv: auf den Sender bezogen), persuasiv (an ein Gegenüber gerichtet), phatisch (auf den Kanal bezogen, z. B. Hallo, bist du noch dran?), metasprachlich (auf den Code bezogen, z. B. Das ist eine Ellipse. Was bedeutet 
Schrippe
?), poetisch (auf die Botschaft bezogen).
Stützwort ð
Subiectio (Hypophora) die sich selbst gegebene Antwort des Redners in der ð
Percontatio.
logisches derjenige, der die in einem Satz beschriebene Handlung ausführt, z. B. ist in dem Satz 
Die Rede des Clodius hat den Senat beleidigt
Clodius
das logische Subjekt. In Passivsätzen ist immer der Handelnde das logische Subjekt: A Bruto Caesar interfectus est, wo Brutus das logische Subjekt ist.
Substantivum (Ding-, Gegenstands-, Haupt-, Nennwort, (¹
) Nomen) Das Substantiv stellt eine Untergruppe des ð
Nomens dar; im Unterschied zum ð
Adjektiv verfügt das Substantiv i. d. R. nur über ein einziges Genus (vergl. aber das ð
Substantivum commune). Vgl. §§ 1
verbale ð
Verbalsubstantiv, Verbalabstraktum, Deverbativum
Suffix an ein Wort gehängtes ð
Morphem, Nachsilbe, z. B. -tor in orator, -io in opinio, -mentum in ornamentum (vgl. § 1
elativischer Verwendung des lateinischen Superlativs in nicht superlativischer Bedeutung: optimus 
, celerrimus 
sehr schnell
Syllogismus (Schlusssatz) logische Schlussform. Der klassische Syllogismus besteht aus zwei Prämisse (Ober- und Untersatz) und dem Schluss (Conclusio): 
Alle Menschen sind sterblich. Sokrates ist ein Mensch. Also ist Sokrates sterblich.
Syndeton Oberbegriff für ð
Synekdoche (quantitative Metonymie) ein ð
Tropus, Unterart der ð
Metonymie, Ersatz des weiteren Begriffs durch den engeren oder des engeren Begriffs durch den weiteren, und zwar: (1) des Ganzen durch eines seiner Teile (Pars pro toto), (2) eines Teiles durch das Ganze (Totum pro parte), des Genus durch die Spezies (Species pro genere), (4) des Spezies durch das Genus (Genus pro specie): (1) 
Kiel
Schiff
oder: Antonius (statt 
Das Heer des Antonius
) ist geschlagen (2) Er hat ihn gegen das Bein (statt 
Schienbein
getreten. (3) 
Brot und Butter
Lebensmittel
(4) Die Wölfe zogen nach Norden, um den Elchen zu folgen; dort blieben die Tiere (statt 
Wölfe
) den ganzen Winter.
Zu weiteren Synekdochen ð
Singular, kollektiver und ð
Plural, rhetorischer.
Synkategoremata (Synsemantika, Strukturwörter, Funktionswörter) Wörter, die keine lexikalische ð
Bedeutung besitzen. Dazu gehören Konjunktionen, Subjunktionen, Präpositionen, bestimmte Adverbien. Zwischen S. und ð
Kategoremata stehen die Pronomina.
Synonymik Synonymik ist die beiordnende Verknüpfung sinnverwandter (synonymer) Wörter oder Ausdrücke: Abiit, excessit, evasit, erupit. Bei zweigliedriger Synonymik spricht man von Hendiadyoin (1). Die S. ist eine Figur der ð
Synthetische Verbformen Verbformen, die durch ein einziges Wort Tempus, Genus, Numerus, Modus und Person ausdrücke: amabam, amavi (Gegensatz: ð
analytische Verbformen)
Tautologie ð
Tropus Stilmittel, Ersatz des eigentlichen Wortes (sog. Verbum proprium) durch ein oder mehrere andere. Zu den Tropen zählen z. B. ð
Metapher, ð
Metonymie und ð
Unpersönlicher Gebrauch ð
Unterordnung ð
Valenz (Rektion, Wertigkeit, Fügungspotenz) das einem Wort (Valenzträger) innewohnende syntaktische Konstruktionspotential. So fordert die Valenz des Verbs 
geben
ein Dativ- und ein Akkusativobjekt (das Verb 
regiert den Dativ und den Akkusativ), die Valenz von cavere entweder ein Akkusativ- (cave canem) oder ein Dativobjekt (cavere amico). Die von der Valenz geforderten Positionen nennt man ð
Valenzträger ð
Verb defektives Verb, von dem bestimmte Formen nicht gebildet werden, z. B. die ð
Perfectopraessentia (meminisse etc.), denen der Präsensstamm fehlt.
unpersönliches (Verbum impersonale) Verb, das in einer bestimmten Bedeutung nur in der dritten Person Singular verwendet wird und nur mit Gliedsätzen oder neutralen Pronomina als Subjekt verbunden wird; im Deutschen haben unpersönliche Verben i. d. R. als Subjekt das Scheinsubjekt 
es
: fulget (es blitzt), licet (es ist erlaubt). Decet virum bonum esse.
finites (gebeugtes) Verb im Indikativ, Konjunktiv oder Imperativ. Das finite Verb verfügt im Gegensatz zu den infiniten ð
Partizipialien immer über die Kategorien Person, Numerus und Modus.
infinites in einer ð
Nominalform stehende Verbform
Verbalabstraktum ð
Verbalsubstantiv Untergruppe der ð
Deverbativa. Von einem Verb abgeleitetes Substantiv (Meinung, existimatio, Handlung, actio, Mörder, interfector; so auch HSz) (¹
): Oft auch synonym mit Nomen actionis, Verbalabstraktum verwendet. § 1-2
Verkürzter Gliedsatz Gliedsatz, in dem eine Ellipse des Prädikats vorliegt, häufig beim Relativsatz: Eadem virtute estis, qua Scipio (sc. est). Vgl. auch ð
Kurzsatz, Nominalsatz.
Verkürzter Satz ð
Versparung ð
Vossianische Antonomasie Die Verwendung eines Eigennamens als Gattungsname, der eine Gruppe von Menschen zusammenfasst oder einen Menschen bezeichnet, der (oder die) eine Eigenschaft mit dem Träger des Eigennamens gemeinsam hat, nennt man Vossianische Antonomasie im Plural auch ð
genereller Plural genannt): 
Der Müller ist ein rechter Jago.
Wo gibt es heutzutage noch einen Shakespeare oder Rilke?
Die V. A. gehört zur ð
Weglassprobe (Eliminierungstest) Test zur Unterscheidung von ð
Ergänzungen und freien ð
Angaben, indem Satzteile weggelassen werden: In dem Satz 
Ich beliefere ihn jeden Sonntag mit Wein
kann 
jeden Sonntag
fehlen (freie Angabe), 
mit Wein
nur unter bestimmten Umständen (ð
Ellipse, ð
Brachylogie) (fakultative Ergänzung, 
ihn
überhaupt nicht (obligatorische Ergänzung).
Wendung (lexikalische Fügung, festes Syntagma) fester Ausdruck aus mehreren Wörtern, dessen Bedeutung nicht aus der Bedeutung seiner Elemente erschlossen werden kann, Die Elemente einer W. können nicht oder nur sehr bedingt ersetzt (kommutiert) werden. W.en sind im Gegensatz zu ð
Ausdrücken phraseologisch (idiomatisch), d. h. Spezifika der jeweiligen Sprache.
Wortfeld (Bedeutungsfeld, lexikalisches Feld, Sinnbezirk, Semantic field) Der Begriff 
Wortfeld
bezeichnet eine Gruppe sinnverwandter (synonymer) Wörter.
Wortverneinung (Begriffsnegation, Wortnegation) Ist nicht der ganze Satz, sondern nur ein einzelnes Wort oder ein Satzteil verneint, so spricht man von Wortverneinung: 
Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da. Ich habe das nicht aus Habgier getan.
Zeugma (Syllepse) Unterart der ð
Apo-Koinu. Regiert ein Wort (meistens ein Prädikat) zwei (1) syntaktisch oder (2) semantisch ungleichartige Satzglieder, so spricht man von Zeugma: (1) Invidet et odit eum (statt Invidet ei et odit eum) (2) Mutuo metu et montibus deterrentur (Tac. Germ. 1). Vgl. § 77,1c Anm.

References: § 254
 § 276
e contrario
 § 4
 § 4
 § 1174
 § 597
 § 2
 § 1
 § 3
 § 2
 § 250
 § 8
 § 246
 § 251
 § 246
 § 251
 § 1
 § 1
 § 77