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Timestamp: 2019-09-16 07:26:20+00:00

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BFH, 11.11.1987 - I R 108/85 - dejure.org
BFH, 11.11.1987 - I R 108/85
https://dejure.org/1987,205
BFH, 11.11.1987 - I R 108/85 (https://dejure.org/1987,205)
BFH, Entscheidung vom 11.11.1987 - I R 108/85 (https://dejure.org/1987,205)
BFH, Entscheidung vom 11. November 1987 - I R 108/85 (https://dejure.org/1987,205)
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AO 1977 § 90 Abs. 1, § 173 Abs. 1 Nr. 1
Pflichten des Steuerpflichtigen - Erhebliche Verletzung einer Erklärungspflicht - Einkommensteuererklärung - Angaben über Veräußerung eines Unternehmens - Treu und Glauben
AO (1977) § 90 Abs. 1, § 173 Abs. 1 Nr. 1
BFHE 151, 333
BB 1988, 1027
BStBl II 1988, 115
b) Der auch im Steuerrecht geltende Grundsatz von Treu und Glauben verbietet es dem FA, unter Berufung auf das nachträgliche Bekanntwerden von Tatsachen oder Beweismitteln eine Steuerfestsetzung nach § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO 1977 zu ändern, wenn die Tatsachen dem FA bei ordnungsgemäßer Erfüllung seiner Ermittlungspflicht nicht verborgen geblieben wären (…BFH-Urteile in BFH/NV 1992, 221; in BFHE 156, 339, BStBl II 1989, 585 Sub. 6; vom 29. November 1988 VIII R 226/83, BFHE 155, 259, BStBl II 1989, 259), sofern der Steuerpflichtige seinerseits seiner Mitwirkungspflicht voll genügt hat (…BFH-Urteil in BFH/NV 1992, 221; Urteil vom 11. November 1987 I R 108/85, BFHE 151, 333, BStBl II 1988, 115).
Eine Änderung scheidet dagegen aus, wenn der Verstoß des FA deutlich überwiegt (Urteile des BFH in BFHE 156, 339, BStBl II 1989, 585; in BFHE 151, 333, BStBl II 1988, 115).
Es ist vielmehr Sache jedes nach § 181 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 AO 1977 Erklärungspflichtigen, der Finanzbehörde derartige Vorgänge durch Angaben in der Feststellungserklärung und Vorlage der dafür relevanten Unterlagen mitzuteilen (vgl. BFH-Urteil vom 11. November 1987 I R 108/85, BFHE 151, 333, BStBl II 1988, 115).
Der auch im Steuerrecht geltende Grundsatz von Treu und Glauben verbietet dem FA, unter Berufung auf das nachträgliche Bekanntwerden einer Tatsache, einen Änderungsbescheid nach § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO 1977 zu erlassen, wenn dem FA die Tatsache vor dem Erlaß des zu ändernden Bescheides infolge Verletzung der ihm obliegenden Ermittlungspflicht (zunächst) unbekannt geblieben ist (Urteile des BFH vom 11. Juli 1978 VIII R 120/75, BFHE 125, 488, BStBl II 1979, 57; vom 13. November 1985 II R 208/82, BFHE 145, 487, BStBl II 1986, 241); diese Einschränkung der Änderungsbefugnis greift indes nur ein, wenn der Steuerpflichtige die ihm obliegenden Mitwirkungspflichten in zumutbarer Weise erfüllt hat (Urteil des BFH vom 11. November 1987 I R 108/85, BFHE 151, 333, BStBl II 1988, 115).
Eine Änderungsbefugnis des FA ist in solchen Fällen insbesondere dann zu bejahen, wenn der Steuerpflichtige in abgabenrechtlichen Antragsvordrucken zu entscheidungsrelevanten Tatsachenfragen entweder überhaupt keine oder sogar inhaltlich unrichtige Angaben gemacht hat (…vgl. BFH-Urteile vom 17. Dezember 1997 III R 39/93, BFH/NV 1998, 812; vom 11. November 1987 I R 108/85, BFHE 151, 333, BStBl II 1988, 115, sowie in BFH/NV 1992, 75, m.w.N.).
Dies setzt voraus, dass einerseits dem FA die Tatsache bei ordnungsgemäßer Erfüllung seiner Ermittlungspflicht nicht verborgen geblieben wäre, dass andererseits der Steuerpflichtige entweder seiner Mitwirkungspflicht in vollem Umfang genügt hat (BFH-Urteil vom 13. November 1985 II R 208/82, BFHE 145, 487, BStBl II 1986, 241), oder aber sich aus der Abwägung der beiderseitigen Pflichtverletzungen ergibt, dass die Verletzung der Ermittlungspflicht im konkreten Einzelfall die Verletzung der Mitwirkungspflicht deutlich überwiegt (BFH-Urteil vom 11. November 1987 I R 108/85, BFHE 151, 333, BStBl II 1988, 115, unter II.2.;… Senatsurteil vom 18. Mai 2010 X R 49/08, BFH/NV 2010, 2225, unter II.2.a).
Diese Einschränkung der Änderungsbefugnis greift indes nur ein, wenn der Steuerpflichtige seinerseits die ihm obliegenden Mitwirkungspflichten in zumutbarer Weise erfüllt hat (ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 145, 487, BStBl II 1986, 241; vom 11. November 1987 I R 108/85, BFHE 151, 333, BStBl II 1988, 115; in BFHE 156, 339, BStBl II 1989, 585).
Liegen sowohl eine Verletzung der Ermittlungspflicht durch das FA als auch eine Verletzung der Mitwirkungspflicht durch den Steuerpflichtigen vor, sind die beiderseitigen Pflichtverletzungen grundsätzlich gegeneinander abzuwägen (BFH-Urteil in BFHE 151, 333, BStBl II 1988, 115, unter II. 2., m.w.N.).
Das gilt unabhängig davon, inwieweit einer solchen Bindung im Streitfall eine Verletzung der dem Kläger bei der Sachaufklärung obliegenden Mitwirkungspflichten entgegenstünde (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 13. November 1985 II R 208/82, BFHE 145, 487, BStBl II 1986, 241, 242, und vom 11. November 1987 I R 108/85, BFHE 151, 333, BStBl II 1988, 115).
Der allgemeine Rechtsgrundsatz von Treu und Glauben kann im Einzelfall einer Änderung eines (Steuer-)Bescheides trotz nachträglichen Bekanntwerdens einer (steuererhöhenden) Tatsache entgegenstehen (vgl. BFH, Urteil vom 11. November 1987 I R 108/85, BStBl II 1988, 115).
Wenn sowohl der Steuerpflichtige als auch das Finanzamt es versäumt hätten, den Sachverhalt aufzuklären, treffe zumindest bei unvollständigen Angaben in der Steuererklärung in der Regel den Steuerpflichtige die Verantwortlichkeit, mit der Folge, dass der Steuer- bzw. Feststellungsbescheid geändert werden dürfe (BFH-Urteil vom 11. November 1987 I R 108/85, BStBl II 1988, 115).
Voraussetzungen für die Änderung von ursprünglichen Bescheiden - …
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs -- BFH -- (Urteile vom 20. Dezember 1988 VIII R 121/83, BFHE 156, 339, BStBl II 1989, 585, und vom 11. November 1987 I R 108/85, BFHE 151, 333, BStBl II 1988, 115) könne sich ein Steuerpflichtiger zwar nicht auf die Verletzung der Aufklärungspflicht der Finanzbehörde berufen, wenn er seiner ihm nach § 90 AO 1977 obliegenden Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen sei; doch gelte dies nicht, wenn der Pflichtverstoß der Finanzbehörde deutlich überwiege.
Unter Hinweis auf das BFH-Urteil in BFHE 151, 333, BStBl II 1988, 115 ist es der Ansicht, daß ein Verstoß gegen § 88 AO 1977 nicht vorliege, weil das FA grundsätzlich darauf vertrauen dürfe, daß die Angaben des Steuerpflichtigen in den Steuererklärungen und den diesen beigefügten Anlagen in tatsächlicher Hinsicht richtig und vollständig seien.
Eine Änderungsbefugnis des FA ist in solchen Fällen insbesondere dann zu bejahen, wenn der Steuerpflichtige in abgabenrechtlichen Antragsvordrucken zu entscheidungsrelevanten Tatsachenfragen entweder überhaupt keine oder sogar inhaltlich unrichtige Angaben gemacht hat (vgl. BFH-Urteile in BFHE 151, 333, BStBl II 1988, 115, m. w. N., …sowie vom 23. April 1991 VIII R 87/87, BFH/NV 1992, 75, m. w. N.).
BFH, 27.04.1999 - III B 43/98
FG München, 23.05.2001 - 1 K 4426/99
Voraussetzungen für eine Bescheidsänderung nach § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO; Einkünfte …
FG Niedersachsen, 05.12.2001 - 4 K 193/00
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FG München, 25.08.2003 - 7 K 4735/00
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FG Rheinland-Pfalz, 24.09.2002 - 2 K 1316/02
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FG München, 28.06.2000 - 3 K 3186/96
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FG Thüringen, 16.07.1997 - I 90/96
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FG München, 23.12.1998 - 13 K 5171/97
Änderung der Steuerfestsetzung aufgrund ojektiv falscher Angaben über die Dauer …

References: § 90
 § 173
 § 90
 § 173
 § 173
 § 181
 § 173
 § 90
 § 88
 § 173