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Timestamp: 2020-08-06 12:24:01+00:00

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Der Mietendeckel und seine angebliche "deutliche soziale Unwucht" | Übermedien
Springe zum Inhalt Übermedien Der Spiegel Der Mietendeckel und seine angebliche „deutliche soziale Unwucht“
Lea Fauth	 02.02.20 Auswertung von Immoscout24
Der Mietendeckel und seine angebliche „deutliche soziale Unwucht“
Am Donnerstag hat das Berliner Abgeordnetenhaus den sogenannten Mietendeckel beschlossen. In Wohnraum, der vor mehr als sechs Jahren gebaut wurde, darf die Miete in den nächsten fünf Jahren nicht erhöht werden; unter Umständen muss sie sogar sinken.
Einen Tag vor der Verabschiedung hat die Immobilienplattform „Immoscout24“ verschiedene Redaktionen zu einem Mediengespräch eingeladen. Die dort vorgestellte „Studie“, wie sie im „Spiegel“ genannt wird, ist in Wirklichkeit eine Auswertung, die nicht von externen Forscher*innen sondern von Immoscout24 selbst durchgeführt wurde. Der „Tagesspiegel“ spricht daher nur von einer „Analyse“, der „Spiegel“ hingegen suggeriert mit dem Wort „Studie“ eine Wissenschaftlichkeit, die nicht einmal vom Unternehmen selbst behauptet wird. Das entsprechende PDF-Dokument von Immoscout24, das uns auf Anfrage zugeschickt wurde, trägt den eher nüchternen Namen „Immoscout24 Mietendeckel Analyse“.
Screenshots: „Immoscout24“, „Spiegel“
Sowohl „Spiegel“ als auch „Tagesspiegel“ geben der Immoscout24-Präsentation eine zentrale Wichtigkeit in Texten zum Thema Mietendeckel. Immoscout24 vertritt als bedeutende Vermittlerplattform das Interesse eines Geschäftszweigs. Die Plattform ist damit ganz in ihrer Rolle. Berichterstattung, die das ohne Hinterfragen übernimmt, its es allerdings allerdings nicht. Stattdessen übernehmen „Tagesspiegel“ und „Spiegel“ mehrere Narrative von Immoscout24. Die eingängigste These: Der Mietendeckel ist ungerecht, weil wohlhabende Mieter*innen davon am meisten profitieren.
Immoscout24 fährt hier eine offensichtliche Strategie: Die Plattform will nicht den Profitverlust von Vermieter*innen und Unternehmen nach vorne stellen, sondern Argumente finden, die auch den Durchschnittsberliner*innen einleuchten. Die Behauptung: In teuren Vierteln Berlins leben ohnehin schon Gutverdienende, die die Entlastung gar nicht so nötig haben. Das sei eine „soziale Unwucht“.
Die Formulierung suggeriert, dass sich daraus ein direkter Nachteil für Geringverdienende ergeben würde, was falsch ist. Ausgeblendet wird außerdem, dass teure Viertel in Zukunft auch für Geringverdienende zugänglicher würden. Dass Geringverdienende nicht mehr fürchten müssen, wegen hoher Mieten aus ihren Häusern vertrieben zu werden. Es stimmt: Im Berliner Viertel Marzahn ist die Miete heute günstiger als im hippen Prenzlauer Berg – die Absenkung der Miete fällt dementsprechend auch geringer aus. Immoscout24 versucht daraus eine Erzählung von sozialer Ungerechtigkeit zu basteln.
Immerhin gelingt dem „Tagesspiegel“ hier eine kritische Nachfrage: „Dass die Einsparung der Marzahner prozentual größer ist, gemessen am Einkommen, gaben die Analysten auf Nachfrage allerdings zu.“ Umso bedauerlicher, dass der „Tagesspiegel“ darüber hinaus keine Distanzierung schafft: „Wohlhabende werden vom Mietendeckel am meisten profitieren“, heißt es im Untertitel.
Von „verheerenden“ Folgen für die Alterssicherung ist weiter unten die Rede. Die mäßig verheerend prekäre (und fiktive) Situation, die hier von Immoscout24 vorgestellt und errechnet wurde: Ein Ehepaar mit 8.500 Euro monatlichem Netto-Einkommen kauft eine Wohnung im Wert von fast 700.000 Euro und kann nun keine 15 Euro Miete mehr nehmen. Deshalb reichen die Miet-Einnahmen nicht mehr, um die Ausgaben für den Kredit zu bedienen. Nun ja. Das sind dann eben doch nicht die Probleme der Durchschnittsberliner*innen. Aber das Wort „Altersvorsorge“ zieht.
Screenshot: „Immoscout24“
Der „Spiegel“ verwendet ein Zitat von Immoscout24 sogar als Titel: „Der Mietendeckel hat eine deutliche soziale Unwucht“. Der Satz wird in besagter Powerpoint-Präsentation in Übergröße und Anführungszeichen in etwas längerer Form eingeblendet. Auch der „Tagesspiegel“ übernimmt ihn, wenn auch weniger prominent im Fließtext. Nüchtern betrachtet ließe sich die Tatsache, die hier „soziale Unwucht“ genannt wird, auch so darstellen: Alle Mieter*innen mit überteuerten Mieten werden entlastet, sogar die wohlhabenden.
Die Präsentation von Immoscout24 weist Ungereimtheiten auf. Auf Seite 39 heißt es noch sachlich: „Der Mietendeckel schafft keine neuen Wohnungen.“
Das stimmt. Der Mietendeckel hat nämlich schlicht nichts mit Neubau zu tun, sondern betrifft nur Wohnhäuser, die vor dem Jahr 2014 gebaut wurden. Er wirkt sich also weder negativ noch positiv auf den Neubau aus. Oder, wie die „taz“ treffend formulierte: „Fahrpreissenkungen führen nicht zu mehr U-Bahn-Zügen. Die Erhöhung des Mindestlohns bringt nicht mehr Jobs.“ Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Es bleibt ein Rätsel, wie die Immoscout24-Untersuchung nur zwei Folien weiter, ohne jegliche Argumentation, trotzdem zu folgender Schlussfolgerung kommt: „Es steht zu befürchten, dass der Berliner Mietendeckel eine Negativspirale in Gang setzt und dass in seiner Folge weniger neuer Wohnraum geschaffen wird. Dann wird der Preisdruck langfristig sogar noch zunehmen.“
An keiner Stelle wird erörtert, was unter einer solchen Negativspirale überhaupt zu verstehen ist. Warum es zu weniger neuem Wohnraum kommen könnte, ist nicht ersichtlich. Das Bild suggeriert diffus, dass sich kontinuierlich irgendetwas immer weiter nach unten dreht. Aber was?
Dass Investor*innen ihr Geld nicht mehr in Neubau stecken wollen, wie von „Spiegel“ behauptet, ist dementsprechend strittig – auch wenn hier immerhin das Argument vorgebracht wird, das auch Genossenschaften genannt haben: nämlich fehlende Einnahmen durch Mieten, die den Neubau finanzieren sollten. Man könnte die Argumentation aber auch umdrehen: Der Mietendeckel gilt nicht für Neubauten. Wer hohe Renditen erzielen möchte, hätte also einen Anreiz, in Neubau zu investieren, weil dort die Miete nicht gedeckelt ist.
Nun wäre die Darstellung der Argumente aus der Immobilienbranche an sich nicht problematisch, wenn berichtende Medien zumindest einordnen würden, dass die Argumente aus eben dieser Ecke kommen, auch wenn sie sich einen sozialen Anstrich geben. Oder wenn im Gegenzug auch Mieter*innenverbände oder Berliner Nachbarschaftsinitiativen zu Wort kämen, um die von Immoscout24 beklagte „soziale Unwucht“ aus Betroffenenperspektive zu bewerten. Das aber leisten weder „Spiegel“ noch „Tagesspiegel“.
106 Kommentare zu Der Mietendeckel und seine angebliche „deutliche soziale Unwucht“
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Peter Sievert sagt:
Tja, man könnte sich damit trösten, dass an anderer Stelle beide Zeitungen auch mal einseitig von der anderen Seite berichtet haben, aber das macht es alles andere als besser. Verstärkt nämlich leider das Phänomen des Tribalism, da so jeder seine Meinung in einem Artikel voll bestätigt wiederfinden kann.
2. Februar 2020 um 17:14 Uhr
„Der Mietendeckel gilt nicht für Neubauten. Wer hohe Renditen erzielen möchte, hätte also einen Anreiz, in Neubau zu investieren, weil dort die Miete nicht gedeckelt ist.“
Jein. Wenn die Mieten im 10 Jahre alten „Altbau“ schräg gegenüber nicht höher sein dürfen als X €/m², kann man für die Wohnungen im Neubau realistischerweise nicht viel mehr verlangen. Bzw., schon, wenn man den allseits beliebten Warmmiete/Kaltmiete-Trick anwenden. Man baut den Neubau mit einer so effektiven Heizung+Warmwasser-Anlage, dass die Nebenkosten sich gegenüber auch recht moderner Konkurrenzhäuser deutlich reduzieren, und schlägt die Differenz auf die Kaltmiete.
Das Argument, dass der Mietdeckel nicht für Neubauten gelte, und DESHALB niemanden davon abschreckt, neu zu bauen, ist trotzdem schwach.
Allahopp sagt:
2. Februar 2020 um 17:29 Uhr
Natürlich wirkt sich der Mietendeckel auch auf Neubauten aus. Wer investiert noch, wenn er keine Sicherheit mehr hat, was aus seiner Investition am Ende wird.
Florian Blechschmied sagt:
2. Februar 2020 um 18:12 Uhr
Gelten Wohnungen, die jetzt neu gebaut werden, für immer als Neubauten?
2. Februar 2020 um 18:52 Uhr
@ Allahopp (#3):
Neubauten sind aus gutem Grund vom Mietendeckel ausgenommen. Die Unsicherheit bei Bauprojekten ist also rein fiktiv. Es ist ein bisschen wie vor der Einführung des Mindestlohns: Da haben die Liberalen auch den Untergang des Abendlands an die Wand gemalt. Passiert ist nüscht.
Eine Wohnung in Berlin zu vermieten, war in den letzten 10 Jahren eine Lizenz zum Gelddrucken. Jetzt wird die Gewinnmarge sinken, und wenn das dazu führt, dass Unternehmen wie die Deutsche Wohnen ihr „Engagement“ einschränken, hat die Politik alles richtig gemacht.
Wenn Neubauten ausgenommen sind, was soll der Deckel dann bringen.
Und bei Altbauten lässt man halt die Substanz verludern.
Ich behaupte, dass wird ein Schuss in den sozialistischen Ofen.
Manfred Kurz sagt:
2. Februar 2020 um 19:34 Uhr
Wie sieht es denn eigentlich mit dem Vertrauensschutz aus, der scheint in diesem Lande zunehmend überhaupt keine Rolle mehr zu spielen….ähnlich wie in der DDR.
Zuerst lockt man um die Jahrtausendwende die Bürger mit dem Bundesdeutschen Investitionfördergesetz in die Immobilien und jetzt, 20 Jahre später verlangt Berlin eben von diesen Bürgern, dass sie die mit viel persönlichem Geld und auch hohen zeitlichen Aufwand sanierten und modernisierten Wohnungen zu einer niedrigeren Nettokaltmiete vermieten als nach der Modernisierung vor knapp 20 Jahren. Damit wird noch nicht einmal die Kalkulationsgrundlage von 2002 erreicht, obwohl die Handwerkspreise sich in Berlin gefühlt verdoppelt haben.
Sorry, aber das ist das, was ich unter DDR-Herrschaft schon einmal kennengelernt habe: Enteignung auf Umwegen!…erinnert mich an Klassenkampf und an die “ Diktatur des Proletariats“, eine Säule der damaligen SED!
2. Februar 2020 um 19:42 Uhr
@ALLAHOPP Gegenfrage: Was bietet denn einem Investor zur Zeit mehr Sicherheit als der Immobilienmarkt? Weltweit sind die Zinsen unten bzw. im Negativ. Das billige Geld am Markt sucht sich andere Alternativen und da sind Immobilien nacht wie vor eine idiotensichere Wahl.
2. Februar 2020 um 19:44 Uhr
2. Februar 2020 um 20:53 Uhr
@Mycroft #2
„Wenn die Mieten im 10 Jahre alten „Altbau“ schräg gegenüber nicht höher sein dürfen als X €/m², kann man für die Wohnungen im Neubau realistischerweise nicht viel mehr verlangen.“
Argumentieren Sie hier mit Marktmechanismen? Die werden hier nicht greifen, da in der Regel keine billige Altbauwohnung verfügbar sein wird. Also werden viele (wohlhabende) Mieter kein Problem damit haben, für einen Neubau überproportional zu zahlen und froh sein, überhaupt etwas bekommen zu haben in der gewünschten Lage.
Peterbausv sagt:
2. Februar 2020 um 23:00 Uhr
Wer glaubt denn, dass der Mietendeckel in 5 Jahren Geschichte sein wird?
Das wäre ja wirklich mal was neues.
Aber weil das keiner glaubt, und der Neubau von 2019 dann auch unter den neuen Mietendeckel fallen wird, wird keiner mehr bauen.
Also ich würde das jedenfalls nicht tun.
Vertraut da jemand darauf, dass die das nicht machen werden, und verwettet da Haus und Hof drauf?
Und mal ehrlich, dass Frau Lompscher jetzt 15 Euro Miete zahlt und dass demnächst deutlich weniger wird, hat auch schon ein Geschmäckle.
Thomas Richardt sagt:
Ich habe Investitionen in den Berliner Wohnungsbau geplant, die ich nach dn aktuellen Entscheidungen zurückstellen werde. Ich investiere lieber in anderen Städten, wo das politische Klima noch nicht linksverseucht ist.
2. Februar 2020 um 23:02 Uhr
#1: „Tja, man könnte sich damit trösten, dass an anderer Stelle beide Zeitungen auch mal einseitig von der anderen Seite berichtet haben, (…)“
Echt? Ich kann mich ja täuschen, aber habe zumindest beim Tagesspiegel den Eindruck, dass dort seit Monaten eine regelrechte Kampagne gegen den Senat im allgemeinen und den Mietendeckel im besonderen gefahren wird. Besondere Tiefpunkte, die ich erinnere, waren die verquasten Tränendrüsenartikel über vom Tsp. so genannte „kleine Vermieter“ – nicht etwa unter 1,50m, sondern mit nur 4 Mietshäusern oder nur 4 natürlich für die Kinder gekauften ETWs, kurzum: Menschen, die jetzt allesamt vor dem Ruin stehen …. Ach ja, der arbeitsunfähige Geistliche, Nebenjob als Hausmeister geht aber noch, der Geselligkeit wegen, war auch so ein Highlight.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/kleine-vermieter-in-berlin-warum-der-mietendeckel-hausmeister-wasserberg-angst-macht/24948794.html
Klassisch verspekuliert, aber mit genau dieser Erwartungshaltung gesegnet:
#3: „Wer investiert noch, wenn er keine Sicherheit mehr hat, was aus seiner Investition am Ende wird.“
Woher rührt eigentlich der Irrglaube von Immobilieninvestoren und Vermietern, sie hätten ein Anrecht auf „Sicherheit“?
2. Februar 2020 um 23:21 Uhr
@ Thomas Richardt (#11):
Geh‘ bitte. Sag keinem, dass Du hier warst.
Die Sicherheit, dass geschlossene und nicht sittenwidrige Verträge gelten, hatte man bisher schon.
2. Februar 2020 um 23:34 Uhr
Das lustige ist ja, wenn jemand eine Wohnung für 700.000 kauft, muss er 15 Euro nehmen, sonst fällt die Finanzierung hintenüber.
Da müßte dann eigentlich die Härtefallregelung gelten.
PS: Hab nachgerechnet, um 700.000 über 30 Jahre zu finanzieren braucht man knapp 2.000 Euro im Monat + Zinsen, bei 20 Jahren 3.000 + Zinsen, 20 Jahre ist normal.
Sprich, die 15 Euro reichen sowieso nicht, außer die Wohnung hat 200m2.
Du machst also sowieso schon mal Verlust und darfst dir dann noch bei nicht kostendeckenden Mieten Wucher vorhalten lassen…..
3. Februar 2020 um 0:43 Uhr
„Argumentieren Sie hier mit Marktmechanismen?“
Joah. Das ist doch die Idee dahinter:
Der Deckel für ältere Gebäude soll den Mietspiegel flach halten, so dass die Mieten für Neubauten nicht allzusehr durch die Decke gehen. Bezogen auf die eigentlichen Baukosten sollten nicht ganz so hohe Quadratmetermieten kein Ausschlusskriterium sein, und wenn der Mietspiegel künstlich erniedrigt wird, sinken mittelfristig auch die Grundstückspreise.
Aber entweder, dass neue Haus hat deutlich höhere Mieten als das ältere, dann ist das ein sozialer Nachteil für die neu hinzugezogenen, oder es hat ungefähr dieselben wie das ältere, dann hat sich das für den Bauherren eher nicht gelohnt.
Einfach mehr in Genossenschaften und dergleichen zu stecken, ist aber aus der Mode.
3. Februar 2020 um 1:15 Uhr
@13 KK
Gib ihm noch 2 Mark für die Parkuhr mit^^
@Mycroft #16
Naja, entweder Markt oder Regulierung. Die Mietspiegelregelung ist ja kein Marktmechanismus. Ob die Altbauten die Preise der Neuen wirklich drücken werden, bezweifle ich. Die Nachfrage wird doch hoch bleiben, auch nach teurem Wohnraum. Und deshalb glaube ich auch nicht, dass die Investitionen einbrechen werden, wie viele hier unken. Denn Risiko steckt in Immobilien eh drin. Dass Altbauten verfallen könnten, klingt plausibel, aber fahren sie mal nach London, da verfällt die Wohnsubstanz auch, weil man einfach für jede Bruchbude nen Mieter findet. Hohe Mietpreise garantieren per se keine gute Bausubstanz.
Wenn explizite Regulierungen die Neubautenpreise implizit mit runterziehen würden, sähe es natürlich anders aus mit den Neuinvestitionen.
3. Februar 2020 um 1:25 Uhr
„Hohe Mietpreise garantieren keine gute Bausubstanz.“ ja, aber die Investitionsbereitschaft wird reduziert, wenn man die Investition in eine Sanierung nicht auf die Mieter umlegen kann.
Bzw., hohe Nachfrage nach Wohnraum reduziert die Investition in Sanierungen natürlich auch, weil man dann auch Bruchbuden voll kriegt.
Und, wenn man neu baut, und dann auf die Mietpreiskacke hauen darf, dann wird man wahrscheinlich gleich direkt das zahlungsbereitere Publikum anvisieren, d.h., es bildet sich möglicherweise eine Schere von tollen Neubauwohnungen für sehr wohlhabende und schlecht sanierte Albauten für alle anderen.
3. Februar 2020 um 2:13 Uhr
„Ich habe Investitionen in den Berliner Wohnungsbau geplant, die ich nach dn aktuellen Entscheidungen zurückstellen werde.“ ist das neue „Ich kündige mein nicht vorhandenes Abo“ aka „Ich halte jetzt die Luft an!!11!“
3. Februar 2020 um 9:49 Uhr
„Immoscout24 fährt hier eine offensichtliche Strategie: Die Plattform will nicht den Profitverlust von Vermieter*innen und Unternehmen nach vorne stellen, sondern Argumente finden, die auch den Durchschnittsberliner*innen einleuchten.“
Ich hätt’s bisschen anders formuliert:
„Immoscout24 ist einzig und allein am (nicht auftretenden) Profitverlust von Vermieter*innen interessiert, denn durch Vermieter verdient die Plattform Geld.
Da der allergrößte Teil der Bevölkerung kein Vermieter ist, wurde ein anderes Narrativ benötigt, um auch Mieter auf seine Seite bringen zu können.
Dieses sehen wir nun hier.
3. Februar 2020 um 12:01 Uhr
Okay, kann mir mal jemand den Ruin der Wohnungsbauer erläutern? Also jemand kauft/baut sich vor mehr als 5 Jahren eine Wohnung für 700.000 Euro. Die Miete ist so kalkuliert, dass nach 20 Jahren der Kredit abbezahlt ist. Jetzt gibt es einen Deckel, also dürfen die Mieten nicht mehr steigen. Das führt doch bloß dazu, dass der Kredit nicht etwa nach 15 Jahren oder 10 Jahren schon abbezahlt ist, sondern wirklich erst nach 20 Jahren wie geplant. Oder nicht? Haben Vermieter und Banken in ihrer Kalkulation steigende Mieten schon mit einberechnet? Oder bezieht sich das darauf, dass die Anfangsmieten schon zu hoch waren und jetzt *gesenkt* werden müssen?
Vielleicht verstehe ich das ja falsch, aber ganz oben steht „In Wohnraum, der vor mehr als sechs Jahren gebaut wurde, darf die Miete in den nächsten fünf Jahren nicht erhöht werden; unter Umständen muss sie sogar sinken.“ — für mich bedeutet das, dass Mieten nicht mehr steigen, wohl aber gleich bleiben dürfen, und nur wenn in den letzten fünf Jahren Wucher betrieben wurde, muss die Miete wieder sinken auf den Wert von vor fünf Jahren.
Jede Kalkulation, die beim Wohnungsbau mit konstanter Miete angestellt wurde, sollte immer noch aufgehen. Spekulanten, die steigende Preise als Grundlage ihrer Kalkulation genommen haben, haben sich halt verzockt und kein Mitleid verdient.
3. Februar 2020 um 12:12 Uhr
etwas OffT:
Welches Geschlecht/Gender haben eigentlich juristische Personen, die als „Vermieter“ in Mietverträgen auftauchen? Da steht zwar überall das Gender*chen, was so aussieht, als wären das weibliche, männliche und diverse Personen, aber das stimmt ja so nicht.
3. Februar 2020 um 12:19 Uhr
„Und mal ehrlich, dass Frau Lompscher jetzt 15 Euro Miete zahlt und dass demnächst deutlich weniger wird, hat auch schon ein Geschmäckle.“
Und nicht nur sie. Da hat der Rotgrüne Filz sich selbst was Gutes gegönnt.
3. Februar 2020 um 12:42 Uhr
@Erwinzk: Das hier ist die konkrete Rechnung von Immoscout.
3. Februar 2020 um 12:43 Uhr
Ah, das hier gehört noch dazu.
3. Februar 2020 um 13:22 Uhr
Die persönlichen Daten sind für den Fall ja eigentlich irrelevant, Tatsache ist, die Finanzierung fällt in sich zusammen und wird damit (eigentlich) zum Härtefall bzw. zur wirtschaftlichen Notlage, unabhängig von den Einkommensverhältnissen.
Und wenn es ganz blöd läuft wohnen die Besitzer in einer geerbten Wohnung zur Miete nebenan und dürfen ihre eigene Miete kürzen, denn deren Besitzer kommt mangels Finanzierung eben nicht in eine Notlage.
3. Februar 2020 um 13:32 Uhr
@Peterbausv #15
„Du machst also sowieso schon mal Verlust“
Ne, Tilgung ungleich Kosten.
Die Zinsen liegen bei ca. EUR 650.000 Darlehen (für eine EUR 700.000 Wohnung) bei anfänglich ca. EUR 650 und nur das sind die laufenden Darlehenskosten.
3. Februar 2020 um 13:37 Uhr
@Erwinzk
Wucher ist aber jetzt auch schon verboten, das kann also nicht das Ziel der Aktion sein.
Das Problem ist doch, dass der Senat per Federstrich einfach mal festlegt, dass Mieten im sanierten Altbau, sprich das, was alle gerne haben wollen, nicht höher als 6,45 + 0,74 + 1 Zulage = 8,19 Euro je m2 bei Neuvermietung sein dürfen und 20% darüber (sprich keine 10 Euro) Wucher sind.
Mit 8,19 Euro kommen über 20 Jahre keine 2.000 Euro zusammen.
Ich weiß nicht, wie lange das her sein soll, dass man einen sanierten Altbau für 2.000 Euro den m2 kaufen konnte.
3. Februar 2020 um 13:54 Uhr
Ändert aber nichts daran, dass es damit zu einer Finanzierungslücke kommt.
Ob dass dann eine wirtschaftliche Notlage ist, weiß ich aber nicht.
Es wäre im übrigen alles halb so schlimm und deutlich nachvollziehbarer, wenn die zuständige Senatorin den Neubau nicht seit Jahren an die Wand fahren würde.
Das mit dem wir bauen und bauen und in 5 Jahren werden wir genug neue Wohnungen haben bekommen die seit Jahren nicht gebacken.
Mein Eindruck ist, hier wird ein Problem durch eigenes Verschulden groß (von Vorsatz will ich ja nicht mal sprechen, auch wenn die IL ein entsprechendes Drehbuch hat) und man kaschiert das eigene Versagen durch Aktionismus auf Kosten dritter, um politisch zu profitieren.
3. Februar 2020 um 14:09 Uhr
@ Peterbausv:
Ich finde auch, dass die Einstufung nach Baujahr seltsam ist. Dass eine Gründerzeitwohnung von 1900 mit 3,40 m Raumhöhe, Parkettboden und Stuck an der Decke billiger sein soll als eine Platte von 1970, ist tatsächlich eine Unwucht. Glaube kaum, dass sich das auf Dauer halten lässt.
Davon ab zeigt das Immoscout-Beispiel aber gut, wie schief der überhitzte Wohnungsmarkt eigentlich ist. Sie es mal so rum: Wer 120.000 Euro Eigenkapital aufbringt, kann sich den Kredit bislang einfach vom Vermieter finanzieren lassen. Am Ende ist er schuldenfrei, ohne selbst einen Cent für die Tilgung aufzubringen, und die Wohnung ist dann nicht mehr 700.000 Euro wert, sondern 800.000 oder mehr.
Mit Mietendeckel muss der Vermieter sich nun selbst an der Tilgung beteiligen (was bei 102.000 Euro Jahresnetto kein Problem sein dürfte) – ihm bleiben der Wertzuwachs und die Mieteinnahmen, wenn der Kredit abbezahlt ist. Kein Grund, vor Mitleid in Tränen auszubrechen, glaube ich.
3. Februar 2020 um 14:13 Uhr
Nachtrag: Laut Taz liegen Baugenehmigungen für 55.000 neue Wohnungen vor. Dass es dauert, bis die fertig sind, liegt (inzwischen) weniger am Senat als an der überlasteten Baubranche. Das wird sich normalisieren.
3. Februar 2020 um 15:19 Uhr
„…kann sich den Kredit bislang einfach vom Vermieter finanzieren lassen.“ Mieter. Aber ja, das ist ja das Modell dahinter.
„Am Ende ist er schuldenfrei, ohne selbst einen Cent für die Tilgung aufzubringen, und die Wohnung ist dann nicht mehr 700.000 Euro wert, sondern 800.000 oder mehr.“ Inflationsbereinigt? Zeitwert? Ja, man möchte Geschäfte abschließen, bei denen man am Ende ohne Schulden dasteht. Außerdem will man Rücklagen für Reparaturen und Sanierungen schaffen, die realistischerweise in 20 Jahren vorkommen werden. Außerdem sieht der Berliner Wohnungsmarkt in 20 Jahren vllt. anders aus, so dass man Leerstände einkalkulieren sollte.
„Mit Mietendeckel muss der Vermieter sich nun selbst an der Tilgung beteiligen (was bei 102.000 Euro Jahresnetto kein Problem sein dürfte)“ Erwerbsunfähigkeit? Rente? Irgendwas? Kaufmännisch gedacht, wenn die Mieteinnahmen aus einer Immobilie allein die Kosten für Tilgung, Verwaltung, Rücklagen, Mietausfälle und sonstige Ausgaben nicht decken, ist das ein Verlust. Bei großen Vermietern kann man ein Stück weit querfinanzieren, bei kurzfristigen Verlusten kann man das verschmerzen, aber mittelfristig denkt man doch lieber zweimal nach.
„ihm bleiben der Wertzuwachs und die Mieteinnahmen, wenn der Kredit abbezahlt ist.“ Der Wertzuwachs hängt von den Mieteinnahmen ab, die gedrosselt werden sollen. Die Mieteinnahmen, wenn der Kredit abgezahlt ist, also in 20 Jahren, sind ja schön und gut. Aber möglicherweise haben Privatleute nicht die Geduld oder das finanzielle Polster, so lange zu warten.
Also, direkt in Tränen ausbrechen, muss nicht sein, aber das schreckt nicht nur die „Heuschrecken“ ab, sondern auch die „Normaloas“.
3. Februar 2020 um 15:23 Uhr
@Peterbausv #29
ja, es gibt ggf. ein Problem mit der Finanzierung, aber das sind dennoch zwei Paar Schuhe.
Hier wird es vermutlich noch einer rechtlichen Klärung bedürfen, ob die Tilgungsrate in bestehenden Darlehensverträgen (kostenfrei) angepasst werden darf/muss, wenn die Mieten durch einen staatlichen Eingriff sinken. Ich fürchte aber, die Eigentümer müssen – sofern der Vertrag keine Tilgugnsanpassung erlaubt – die Differenz aus anderen Quellen bezuschussen.
Abgesehen davon halte ich (als linkliberaler Volkswirt) sowohl Mietendeckel als auch Mietpreisbremse bestenfalls für Luftnummern, schlimmstenfalls bewirken sie das Gegenteil des Gewünschten.
3. Februar 2020 um 16:06 Uhr
Also mal davon abgesehen, dass hier auf einmal Leute aufschlagen deren Namen mir zumindest nicht geläufig sind wird hier ja doch mit etwas verdrehten Werten gearbeitet. Sich hinzustellen und zu sagen der Vermieter macht Verlust weil die Miete nicht für Zinsen UND Tilgung reicht verkennt ja wohl die Lage ziemlich komplett. Denn die Zinsen sind wie schon gesagt Kosten, die Tilgung ist es aber nicht. Denn diese schlägt sich auf der anderen Seite auf den Eigentumsanteil der Vermieter nieder.
Und Nein, der Vermieter hat kein Anrecht darauf sich seine Investition und sein Eigentum von jemand anderem komplett finanzieren zu lassen.
3. Februar 2020 um 17:03 Uhr
@ Mycroft (#32):
Kaufmännisch gedacht, wenn die Mieteinnahmen aus einer Immobilie allein die Kosten für Tilgung, Verwaltung, Rücklagen, Mietausfälle und sonstige Ausgaben nicht decken, ist das ein Verlust.
Wenn diese Rechnung richtig wäre, würde niemand (kreditfinanziertes) Wohneigentum für sich selbst kaufen – denn das bringt schließlich gar keine Mieteinnahmen. Trotzdem ist das Häuslebauen der Deutschen liebste Form der Vermögensbildung. Wie kann das sein?
Ich glaube, der Denkfehler liegt, wie Daarin und TM schon schrieben, in der Veranschlagung der Tilgung als Kosten. Sind sie aber nicht, weil man sie mit dem Wert der Immobilie verrechnen muss (die man ja auch wieder verkaufen kann; das Geld ist also nicht weg, sondern nur gebunden).
Auf der Sollseite stehen Instandhaltung, Zinsen, Steuern und Verwaltung; auf der Habenseite Mieteinnahmen und Wertzuwachs*. Dieses Verhältnis muss stimmen, damit die Investition sich lohnt. Dass die Mieten hoch genug sind, um den kompletten Kaufpreis zu refinanzieren, mag für den Eigentümer eine zusätzliche Sicherheit sein – wirtschaftlich notwendig ist es nicht.
*Der Wertzuwachs wird sich durch den Mietendeckel vielleicht verlangsamen, aber nicht aufhören. Die Immobilienpreise steigen schon seit Jahren stärker als die Mieten, weil Immobilien sich seit der Finanzkrise zum Anlageobjekt für Großinvestoren entwickelt haben.
3. Februar 2020 um 17:33 Uhr
@Kritischer Kritiker #35
„. Die Immobilienpreise steigen schon seit Jahren stärker als die Mieten, weil Immobilien sich seit der Finanzkrise zum Anlageobjekt für Großinvestoren entwickelt haben.“
Naja, damit hängt das nur begrenzt zusammen, tatsächlich sind Kleinanleger sogar bereit, geringere Renditen (also einen höheren Kaufpreis im Verhältnis zur Miete) zu akzeptieren. Wenn ich aber mit einer sicheren Alternativanalge -1% bis +2% erreichen kann, sind 3% bis 5% mit einer sicheren, aber illiquiden Immobilienanlage auch in Ordnung. Dieser Rückgang von z.B. 6% Brutto-Mietrendite auf durchschnittlich 4% Brutto-Mietrendite ist letztlich ein Preisanstieg über den Anstieg der Mieten hinaus.
3. Februar 2020 um 18:37 Uhr
@Allahopp
„Und nicht nur sie. Da hat der Rotgrüne Filz sich selbst was Gutes gegönnt.“
Ich wage zu behaupten, dass die Schwarzen, Gelben und Blauen alle im Schnitt deutlich mehr verdienen als die Roten und Grünen. Können sie ja mal grob überfliegen.
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestag-das-sind-die-top-verdiener-unter-den-abgeordneten-a-1280928.html
Rot-Grüner Filz als Wortschöpfung ist nicht nur bösrartig (wenn sie das halt sein mögen) , sondern vor allem unsinnig. Denn man kann ja kaum davon reden, dass diese Farbkombination besonders mächtig und eingesessen wäre in der Bundesrepublik.
3. Februar 2020 um 18:43 Uhr
@SomeonesDaughter #12
Ja, war bei mir eher auch ein Bauchgefühl auf den Spiegel bezogen. Sollte aber auch gar nicht relativierend klingen. Einseitige Berichte sind immer schädlich. Danke für die Links.
3. Februar 2020 um 19:50 Uhr
„Und Nein, der Vermieter hat kein Anrecht darauf sich seine Investition und sein Eigentum von jemand anderem komplett finanzieren zu lassen.“ Hat auch niemand hier behauptet. Aber wenn man mit diesem Eigentum Geld verdienen will, will man _dahin_. Das Auto, das man privat UND für den Weg zur Arbeit benutzt, ist was anderes als der LKW einer Spedition. Wenn die Spedition für ihren Fuhrpark einen Kredit aufgenommen hat, wird dessen Tilgung über die Einnahmen finanziert, die die LKWs erwirtschaften, bevor sie kaputt gehen. Und ja, wenn sich die Spedition verkalkuliert, kriegt sie das Geld nicht rein und geht möglicherweise pleite. Niemand hat das Recht, nicht pleite zu gehen.
„Trotzdem ist das Häuslebauen der Deutschen liebste Form der Vermögensbildung. Wie kann das sein?“ Weil sie es ggfs. selber nutzen könnten/würden, und dann quasi die Miete, die sie sonst zahlen würden, mit in die Kosten-Nutzen-Rechnung einbeziehen? Und im Unterschied zu den LKWs haben Häuser i.d.R. eine höhere Lebenserwartung als ihre Besitzer(m/w/d/j), bzw., man kann bei Häusern mit längeren Amortisationsdauern kalkulieren und auch mit Wertzuwachs. Schlimmstenfalls haben Kinder und Enkel ein Dach über dem Kopf.
Also sicher wird es Leute geben, die es billigend in Kauf nehmen, dass sie die ersten 15-20 Jahre ab Erwerb der Immobilie _inkl. Tilgung_ mehr Ausgaben als Einnahmen haben werden, mit der Aussicht, danach mehr Einnahmen als Ausgaben zu haben, und mit dem Sicherheitsnetz, die Immobilie auch jederzeit verkaufen zu können und mit dem Erlös prinzipiell den Kredit bezahlen zu können. (Wenn man es nicht so macht wie die Leute vor der Bankenkrise…)
Ist jetzt der Unterschied zwischen einer sicheren Bank und einem kalkulierbarem Risiko, aber da alle, die das kalkulierbare Risiko eingehen würden, auch die sichere Bank nehmen, aber nicht umgekehrt alle, die die sichere Bank nehmen, auch das Risiko – machen Sie die Mathe.
Wobei „Risiko“ bei den gedeckelten berliner Mieten jetzt auch etwas alarmistisch ist…
3. Februar 2020 um 22:01 Uhr
Eine Statistik habe ich nicht geführt. Wenn ich vor meinem geistigen Auge die Artikel zum Thema der letzten Monate Revue passieren lasse, gefühlt halbe-halbe.
Dass sich der sozialistische Tagesspiegel gegen den Wahnsinn der Mietpreisbremse stellt, ist kein Widerspruch. Die Redakteure leben nicht nur in Berlin, die meisten haben wegen ihrer alltäglichen Arbeit eine ganz gute Übersicht über die Zustände dort. Daher wissen die recht genau, was die Berliner Administration noch hinkriegt: Gar nichts!
Dort funktionieren nicht mal mehr die Einwohnermeldeämter richtig.
Aber die Einhaltung der Mietregeln bei Hundertausenden Wohnungen können die kontrollieren. Ganz bestimmt.
Selbst wenn sich dort was rührte, na und. Wer soll Ansprüche durchsetzen, die Zombie-Justiz?
Und dieser Haufen kriegt es hin, so nebenher die Verwaltung von ein paar Hunderttausend Wohnungen zu managen? Ruinen schaffen ohne Waffen.
Doch, doch, darum geht es. Es geht um Enteignung, da ist sich die rot-grüne Schickeria einig. Uneinigkeit gibt es nur über den Weg. Die LINKE will es mit der Brechstange, enteignen per Dekret. Die SPD schleppt noch ein paar Sentimentalitäten mit sich rum, die wollen keinen Krawall. Deshalb haben die sich für den Weg der Dauerschikane entschieden, bis die Vermieter irgendwann entnervt aufgeben.
Dabei hatten die Berliner jahrzehntelang Anschauungsunterricht auf kurze Distanz.
Offenbar ist Geschichte dazu da, nicht aus ihr zu lernen.
Richtig süß ist im Eingangsartikel die Feststellung,
“… dass teure Viertel in Zukunft auch für Geringverdienende zugänglicher würden.“
Aber sicher. Die Viertel der oberen Hunderttausend werden dank administrativen Eingriffs nunmehr für Millionen Geringverdiener zugänglich.
Der Schlaf der Vernunft gebiert Dämonen.
3. Februar 2020 um 22:02 Uhr
@Einervonvielen: Gut, dass Sie wach sind!
3. Februar 2020 um 22:12 Uhr
Schöner Vorspann.
Nun warten wir auf das Argument.
4. Februar 2020 um 0:07 Uhr
4. Februar 2020 um 0:52 Uhr
Ich warte erst noch auf das repräsentative Meinungsbild unter berliner Kreditkartenbesitzern, bevor ich mir eine abschließende Meinung bilde…
Mr Re sagt:
4. Februar 2020 um 7:12 Uhr
@Einervonvielen, so ganz habe ich das noch nicht verstanden: „die Rot-Grünen“ sind einerseits voll linke Kommunisten, anderseits aber Schickeria. Und so mächtig, dass sie alles mit der Brechstange durchsetzen können in der Berliner Verwaltung, aber so unmächtig, dass sie dort dann intern nichts umsetzen können. Und die Vermieter sind nicht Teil der Schickeria, und auch nicht Teil der „oberen Hunderttausend“, sondern stehen auf der Seite der armen kleinen Leute. Aber schlafen tun alle. Richtig?
4. Februar 2020 um 8:53 Uhr
„KRITISCHER KRITIKER
Ich finde auch, dass die Einstufung nach Baujahr seltsam ist. Dass eine Gründerzeitwohnung von 1900 mit 3,40 m Raumhöhe, Parkettboden und Stuck an der Decke billiger sein soll als eine Platte von 1970, ist tatsächlich eine Unwucht.“
Ich finde, genau DAS trifft den Kern.
4. Februar 2020 um 8:59 Uhr
PETER SIEVERT
Ich rede von Berlin
4. Februar 2020 um 9:34 Uhr
@ Einervonvielen
…der sozialistische Tagesspiegel…
Niedlich. What’s next? „Das kommunistische Kampfblatt FAZ“?
4. Februar 2020 um 13:04 Uhr
Sowas einfach mit der Jimmy Breuer Stimme lesen, kriegt man direkt gute Laune!
Antje Gasser sagt:
Grundrecht… eine schön sanierte Altbauwohnung, im Stadtzentrum von Berlin zu 6,00 Euro – aber bitte mit Balkon, Fahrstuhl, EBK
Na dann werde ich mal umziehen … Yeaaah
Das ist sogar in Ungarn, Italien, Spanien… ne Witzmiete
Ich finde übrigens auch, das es Gegen Menschenrechte verstösst einen Arbeitsweg von über 1-1,5 Std ins Stadtzentrum zu erwarten :-)
Ihr Investoren, Unternehmer und Leistungsträger… schnappt Euer Geld und geht ins Ausland, damit RRG dann ohne Euch Sozialpolitik machen kann. Euch will hier keiner!! Google … warte … ich komm :-)
4. Februar 2020 um 17:09 Uhr
Ich glaub ja, dass es viel mehr „Leistungsträger“ gibt, die sich als Krankenschwestern, Verkäufer oder Taxifahrer die aktuellen Mieten nicht mehr leisten können.
4. Februar 2020 um 17:22 Uhr
Taxifahrer, Krankenschwestern … das sind alles tolle Berufe, die es brauch und notwendig sind. Die gibt es in Rumänien, Ungarn, Deutschland überall auf der Welt. Jedoch sind das nicht die Leistungsträger, auf dessen Kosten… der Staat: Sozialbauten, Kindergärten etc. Finanziert.
Sorry …. das sind Investoren, Unternehmer, Gründer, Forscher und Entwickler etc. Welche ein Land stark machen.
Bestrafe genau die Leute und verbiete per Gesetz Gewinne, Renditen und Du schaffst Abwanderung. Damit verliert ein Land Wohlstand und nicht zuletzt auch der Taxifahrer seinen Arbeitsplatz.
Ich verstehe jedoch was Du meinst … denke nur, das Sozialismus und starke Markteingriffe nicht zu Wohlstand und Sicherheit führen.
Dann sollte man aus Gründen der Gerechtigkeit diesen anerkannten Leistungsträgern drei Wahlstimmen statt einer geben, sie sind doch so bedauernswert unterrepräsentiert.
Daß Gewinne per Gesetz verboten würden, ist ein populistischer Schwachsinn, der jede Debatte unnütz macht. Ayn Rands libertäres Utopia, das in dem „dann wandern die halt aus“ durchklingt, ist eine leere Drohung. Die wissen schon, was sie an den gesicherten Strukturen haben, die sie nicht bezahlen wollen, diese Millionäre.
4. Februar 2020 um 17:58 Uhr
#50: „Ihr Investoren, Unternehmer und Leistungsträger… schnappt Euer Geld und geht ins Ausland, damit RRG dann ohne Euch Sozialpolitik machen kann. Euch will hier keiner!! Google … warte … ich komm :-)“
Ziemlich wirr. Google hat ja gerade erst seine Niederlassung in Berlin eröffnet. Hätten mal besser Sie fragen sollen, ob das eine gute Entscheidung ist, was?
#52: „Jedoch sind das nicht die Leistungsträger, auf dessen Kosten… der Staat: Sozialbauten, Kindergärten etc. Finanziert.“
Doch. Genau die sind das.
Die Sozialkassen füllen nämlich nicht die „Investoren“ sondern vor allem die Geringverdiener und die Mittelschicht:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/mittelschicht-geringverdiener-sozialabgaben-1.4781297
„Bestrafe genau die Leute und verbiete per Gesetz Gewinne, Renditen und Du schaffst Abwanderung. Damit verliert ein Land Wohlstand und nicht zuletzt auch der Taxifahrer seinen Arbeitsplatz.“
Zu dem Verbots-Dummfug hat Stefan Pannor bereits genug gesagt; ihren Arbeitsplatz verlieren die Taxifahrer eher wegen der von Ihnen angehimmelten „Gründer und Entwickler“ – an einen noch mieser bezahlten, scheinselbstständigen Uber-Fahrer.
4. Februar 2020 um 22:12 Uhr
Zählt Brandenburg eigentlich schon als Ausland? Tesla und so?
Die Millionäre, die in Berlin wohnen wollen, zahlen keine Miete, sondern kaufen oder bauen.
Der Konflikt, der mit dem Mietdeckel „eigentlich“ bekämpft werden soll, ist die Gentrifizierung. Ob das bei funktionierendem Deckel klappt, bleibt abzuwarten.
5. Februar 2020 um 8:13 Uhr
@52: Genau, weil ein unregulierter Markt ja per se für Wohlstand und Sicherheit sorgt. Vor Allem für die geringfügig beschäftigten Lageristen und die vorher schon erwähnten Scheinselbstständigen Paketboten und Uberfahrer.
Regulierung bringt nur Unsicherheit und Armut! Kenn‘ wa alle!
M. E. exakt der Spin, der schon im Artikel selbst moniert wird.
5. Februar 2020 um 8:42 Uhr
Es geht um die Absage für den Google Campus.
Wo ist denn Deine Mittelschicht und Geringverdiener angestellt, welche die Staatskassen füllen? Beim Staat?
Ja … ich bin echt dafür das die bòsen Unternehmer und Investoren das Land verlassen. Der Staat als Unternehmer und Investor wird schon für alle sorgen ;-)
5. Februar 2020 um 8:45 Uhr
Ironie: Soll das Fleisch teurer werfen, schreien diverse, der Bürger müsse es sich weiterhin leisten können. Sollen Wohnungen billiger werden, schreien dieselben, dass das mal gar nicht ginge.
Was ist Menschenrecht? Wohnung oder Fleisch?
Man denkt nur an die Armen, wenn es der Industrie nützt.
5. Februar 2020 um 11:13 Uhr
Jetzt wird es lustig…
Wohnen in Berlin wird jetzt sogar zum Menschenrecht. Und Massentierhaltung etwas wonach wir alle streben.
Lasst uns also alle nach Berlin ziehen… !
Nur die bösen Kapitalisten nicht … die sollen bitte weg ins Ausland !!!
5. Februar 2020 um 11:33 Uhr
#59: „Jetzt wird es lustig…“
Nein, nur blöd und immer blöder:
„Nur die bösen Kapitalisten nicht … die sollen bitte weg ins Ausland !!!“
Schnappatmung? Satzzeichendiarrhoe? Außer in Ihren zunehmend hysterischen Kommentaren taucht diese ‚Forderung‘ ebenso wenig auf, wie das Geplärre über „böse Kapitalisten“. Seltsam, oder?
5. Februar 2020 um 12:18 Uhr
Die Mietpreissteigerung in Berlin in den vergangenen Jahren wäre wahrscheinlich nicht so stark gewesen, wenn die Stadt Berlin nicht so viele ihrer Wohnungen veräußert hätte. Vllt. nicht verraten, aber verkauft. Und zwar nicht unter einer schwarz-gelben prokapitalistischen Kapitalisten-Junta, sondern unter einer SPD-geführten Regierung, als Sarrazin Finanzsenator war.
https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/neubau-in-berlin-als-das-tafelsilber-verkauft-wurde/13019974-2.html
Inzwischen hat sich auch innerhalb der SPD die Einsicht durchgesetzt, dass Genosse Thilo vllt. gar nicht so sozial war, wie der Parteiname das nahelegen würde.
Das Wording „Tafelsilber“ ist übrigens Främing. Kommunale und gemeinnützige Wohnungsgesellschaften, die gescheiten Wohnraum zu gescheiten Preisen in gescheiter Menge herstellen, sind kein Luxus und kein Statussymbol, sondern bremsen die Mietpreissteigerungen (nicht notwendigerweise die Gentrifizierung).
Vor diesem Hintergrund sehe ich den Mietpreisdeckel eher als Versuch, eigene Fehler geradezubiegen, und nicht als Superidee.
6. Februar 2020 um 9:43 Uhr
Sie können ja Antjes Aussagen anscheinend wenig abgewinnen, aber dass sich die Kindergärten nicht ausschließlich aus den Sozialabgaben der Kindergärtner*innen und das Krankenhaus nicht aus denen der Krankenpfleger*innen finanziert könnte ihnen aber schon einleuchten.
Die allgemeine Daseinsfürsorge ist etwas, das nicht von den Angestellten der Daseinsfürsorge finanziert wird, sondern von den anderen.
Ohne die anderen gäbe es keine Mittel, die Daseinsfürsorge zu finanzieren.
Und die anderen sind nunmal zum Großenteil die Unternehmer, und deren Angestellten.
Bei aller Simplizität dieses Modells^^
6. Februar 2020 um 10:21 Uhr
@ Peterbausv (#62):
Es ist schon eine ziemlich verquere Sicht der Wirklichkeit, „Unternehmer und deren Angestellte“ zu einer sozialen Gruppe zusammenzufassen. Glauben Sie, Angestellte freuen sich nicht über Mieten, die sie sich leisten können?
6. Februar 2020 um 10:24 Uhr
@KritischerKritiker
Wenn man das Beispiel in einem Annuitätenrechner laufen läßt, sieht man, das der Kredit mit den angegebenen Zahlen 40 Jahre läuft.
Und wenn man den Hauswert von 600.000 mit 3% verzinst landet man bei 18.000 Euro pa, genau der bisherigen Miete.
Nur dass dann noch Grundsteuer, Verwaltung, und die Rücklage abgehen.
Viel übrig blieb jedenfalls schon vorher nicht.
Mit den neuen Werten spare ich mir das rechnen.
Das man sich damit dumm und dusselig verdient stimmt jedenfalls nicht.
6. Februar 2020 um 10:30 Uhr
Da ging es doch nicht um den Punkt Mieten.
Soll ich sagen, dass nur die Unternehmer das Geld verdienen, das den Staat finanziert?
Das wäre ja wohl komplett daneben.
#62: „Sie können ja Antjes Aussagen anscheinend wenig abgewinnen,“
„aber dass sich die Kindergärten nicht ausschließlich aus den Sozialabgaben der Kindergärtner*innen und das Krankenhaus nicht aus denen der Krankenpfleger*innen finanziert könnte ihnen aber schon einleuchten.“
Könnten Sie mir kurz aufzeigen, wo ich erklärt hätte, dass Kindergärten _ausschließlich_ aus den Sozialabgaben der Kindergärtner*innen finanziert würden?
Ich habe der unsinnigen Aussage widersprochen, es seien die „Leistungsträger, auf dessen Kosten… der Staat: Sozialbauten, Kindergärten etc. Finanziert“, die Investoren, Unternehmer, Gründer, Forscher und Entwickler“ – dabei sind die finanzierenden Leistungsträger eben überwiegend die Geringverdiener und die Mittelschicht, also die DHL-Boten, Krankenschwestern, die kleinen Angestellten und die Schichtarbeiter.
„Die allgemeine Daseinsfürsorge ist etwas, das nicht von den Angestellten der Daseinsfürsorge finanziert wird,
Doch, überwiegend.
„sondern von den anderen.“
Das ist eben falsch. Die allgemeine Daseinsfürsorge wird überwiegend von den kleinen und mittleren Angestellten finanziert, nicht von „den anderen“ und vor allem nicht von hochgejagten „Investoren“.
„Ohne die anderen gäbe es keine Mittel, die Daseinsfürsorge zu finanzieren.“
Das ist Unsinn. Warum folgen Sie nicht einfach dem Link zur Süddeutschen? Angst vor Fakten? Haben Sie keine Angst, trauen Sie sich: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/mittelschicht-geringverdiener-sozialabgaben-1.4781297
Das die kleinen und mittleren Einkommen den Staat tragen hat sie nicht bestritten.
Schichtarbeiter leisten keine Daseinsfürsorge, sie finanzieren sie.
Krankenschwestern leisten Daseinsfüsorge und bekommen dafür Geld, u.a. von den Schichtarbeitern, von allen, die nicht in der Daseinsvorsorge arbeiten.
Das hat Auswirkungen:
Wenn man die Löhne der Staatsbediensteten kürzt, hat der Staat mehr Geld zur Verfügung.
Wenn man die Löhne bei den Facharbeitern kürzt, hat der Staat weniger Geld, weil die Steuereinnahmen sinken.
Das hat aber nichts mit der Lohnquote zu tun, worauf die Süddeutsche abziehlt.
Dass das auch eine Problem ist, da haben sie recht, hat aber nichts damit zu tun.
6. Februar 2020 um 12:22 Uhr
#67: „Das die kleinen und mittleren Einkommen den Staat tragen hat sie nicht bestritten.“
Doch, hat sie. Was soll das hier eigentlich werden? Es ist doch ein bisschen albern, dass Sie es nicht selbst nachlesen wollen. Bitte, für Sie zitiert aus #52:
„Taxifahrer, Krankenschwestern … das sind alles tolle Berufe, die es brauch und notwendig sind. Die gibt es in Rumänien, Ungarn, Deutschland überall auf der Welt. Jedoch sind das nicht die Leistungsträger, auf dessen Kosten… der Staat: Sozialbauten, Kindergärten etc. Finanziert.“
Und dann hat sie erklärt, wer das angeblich tut, wer die „Leistungsträger“ aus ihrer Sicht sind:
„Sorry …. das sind Investoren, Unternehmer, Gründer, Forscher und Entwickler etc. Welche ein Land stark machen.“
Und das ist eben falsch. Doppelt falsch. Passt als Legende aber natürlich besser zum hysterischen
6. Februar 2020 um 13:06 Uhr
Dann lese ich das einfach anders als sie.
Bzw. interpretiere das gesagte als anders gemeint.
Dass die bösen Kapitalisten für die Protagonisten von #Enteignen abhauen sollen (wohin auch immer) lese ich dann wohl auch anders als sie.
6. Februar 2020 um 13:37 Uhr
#69: „Dann lese ich das einfach anders als sie.“
Jo, schalten Sie auch nächstes Mal wieder ein bei ‚Anders lesen mit Peter und Antje‘ – der beliebten Sendung für funktionale Analphabeten und andere Freund*innen der Buchstabensuppe.
6. Februar 2020 um 14:39 Uhr
„Dass die bösen Kapitalisten für die Protagonisten von #Enteignen abhauen sollen (wohin auch immer) lese ich dann wohl auch anders als sie.“
Hier hat es zumindest niemand gefordert.
Sie betreiben – genau wie Antje – Strohmann-Argumentation, was die Frage stellt: wenn Sie eigentlich nicht gegen das Gesagte argumentieren, sondern nur gegen Nichtgesagtes, warum argumentieren Sie dann überhaupt?
Dazu arbeiten Sie mit Falschaussagen, NACHDEM diese bereits widerlegt wurden, was ein erschreckendes Maß an Faktenresilienz bezeugt:
„Die allgemeine Daseinsfürsorge ist etwas, das nicht von den Angestellten der Daseinsfürsorge finanziert wird, sondern von den anderen. Ohne die anderen gäbe es keine Mittel, die Daseinsfürsorge zu finanzieren. Und die anderen sind nunmal zum Großenteil die Unternehmer“
Das ist ja faktisch falsch, und merkwürdigerweise etwas, das Sie selbst kurz danach ebenfalls bestreiten:
„Das die kleinen und mittleren Einkommen den Staat tragen hat sie nicht bestritten. Schichtarbeiter leisten keine Daseinsfürsorge, sie finanzieren sie.“
Hier spielen plötzlich die Unternehmer gar keine Rolle mehr und es sind plötzlich die kleineren und mittleren Einkommen, die den Staat tragen. (Man darf annehmen, dass Sie nicht sagen wollen, Unternehmer hätten durch die Bank kleine und mittlere Einkommen.)
Neben der faktischen Basierung fehlt Ihren Äußerungen also auch die Stringenz.
Ebenso führen Sie Begriffe in die Debatte ein, in diesem Fall „Daseinsfürsorge“, die Sie nicht konsequent durchhalten: im Eifer des Gefechts wird daraus eine Daseinsvorsorge, was je nach Interpretation etwas anderes ist. Daseinsfürsorge ist ein Gummibegriff, der weitgehend alles Lebensnotwendige umfasst. Sie kürzen ihn ein auf:
„Die allgemeine Daseinsfürsorge ist etwas, das nicht von den Angestellten der Daseinsfürsorge finanziert wird, sondern von den anderen.“
Das Argument lautet übersetzt: die Kosten der Stromerzeugung in den Kraftwerken werden nicht von den Kraftwerksangestellten bezahlt, sondern von den Stromkunden.
Und das ist natürlich eine so banale Erkenntnis, dass sie in der Debatte nur als extreme Geringschätzung des Gegenübers gelesen werden kann. (Da auch Kraftwerksangestellte Strom beziehen, werden die Kosten der Stromerzeugung aber zum Teil auch von diesen selbst bezahlt.)
Ich fasse zusammen: fehlender Sachbezug, fehlende Stringenz und absolute Banlität des Gesagten. Hier wäre anzusetzen, um aus der scheinbaren debatte eine tatsächliche Debatte zu machen.
Mietpreisbremse != Enteignung.
Man kann ja beides ablehnen, es sind aber zwei paar Schuhe.
Man könnte sogar so differenziert sein, dass man super-pro-kapitalistisch ist, nur nicht in Hinblick auf Wohnung, Nahrung, Heizung und Strom.
Der Ausverkauf war ein übler Knieschuss; am besten sollte die Stadt Berlin mittelfristig daran arbeiten, eigenen Wohnraum anzukaufen oder zu bauen, aber dazu bräuchte sie ja G.E.L.D., und naja, „Arm, aber sexy“ kürzt man ab mit „ass“.
6. Februar 2020 um 15:42 Uhr
@ Stefan Pannor
Ich habe Antjes Aussagen so interpretiert wie ich es geschrieben habe, als Vermittlungsversuch.
Tut mir leid, wenn mir das nicht mit einer ihnen angemessenen Stringenz gelungen ist, bin aber auch kein gelernter/bezahlter Wörterschmied.
Wie sie schon sagten, die Tatsache ist banal, ich bin hier nicht derjenige, dem das nicht klar ist.
6. Februar 2020 um 19:02 Uhr
Antje, #59, schrieb:
Um mal ein wenig Licht ins Dunkel der Ahnungslosigkeit zu bringen: Laut Art. 28 Absatz 1 der Verfassung des Landes Berlin hat jeder Mensch das Recht auf angemessenen Wohnraum. Wohnen ist also in Berlin ein Menschenrecht. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, herauszufinden seit wann Art. 28 VvB in dieser Form Bestandteil der Landesverfassung ist, kann aber dahingehend weiterhelfen, als dass die Landesverfassung nicht unbedingt neu ist. Darüber hinaus würde es mich nicht einmal wundern, wenn auch in anderen Landesverfassungen ein Recht auf Wohnen als Menschenrecht festgeschrieben wäre. Da die Vereinten Nationen sicherlich ähnliches fordern, ist das keine sonderlich absurde Annahme. Im Übrigen ist das in keiner Weise „lustig“, da es offensichtlich um menschliche Grundbedürfnissse geht. Art. 28 Abs. 1 Satz 2 VvB lautet übrigens: Das Land fördert die Schaffung und Erhaltung von angemessenem Wohnraum, insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen, sowie die Bildung von Wohnungseigentum.
Dennoch möchte ich Antje bitten nicht nach Berlin zu ziehen. Sie möge doch bitte bleiben, wo sie ist. Berlin ist voll. ;)
Antje schrieb offensichtlichen Unsinn. Wohnen wird in Berlin nicht zum Menschenrecht, sondern ist nach Art. 28 I 1 VvB schon lange eins.
6. Februar 2020 um 19:07 Uhr
Ähh, sie unterstellte nicht, es wäre in Berlin ein Menschenrecht zu wohnen, sondern es wäre ein Menschenrecht, in Berlin zu wohnen.
Was jetzt außer ihr niemand behauptet hatte, aber man muss die Spirale des Missverstehens nicht weiter drehen, als so schon.
6. Februar 2020 um 19:25 Uhr
Gut, dann war das missverständlich und mein Kommentar damit hinfällig. Anscheinend können Sie sich besser ausdrücken, Mycroft, als Antje selbst.
6. Februar 2020 um 20:37 Uhr
@75,76
Artikel 11 GG (Freizügigkeit) gilt allerdings sogar auch…
6. Februar 2020 um 20:43 Uhr
@ Peter Sievert (#77):
Und wessen Freizügigkeit ist durch den Mietendeckel beeinträchtigt? Die der ganzen Leistungsträger (a.k.a reiche Leute) denen die Minderleister (a.k.a Normalbeschäftigte) jetzt die günstigen Mietwohnungen in Kreuzberg wegschnappen?
6. Februar 2020 um 20:55 Uhr
Art. 11 sagt schon, dass jeder, der möchte, in Berlin wohnen darf.
Ich empfinde ja eine Diskrepanz zwischen dem letzten Halbsatz des Artikels der Berliner Verfassung (Das Land fördert die Schaffung und Erhaltung von angemessenem Wohnraum, insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen, sowie die Bildung von Wohnungseigentum.)
und dem Handeln der Regierung, denn die Bildung von Wohneigentum durch Umwandlung von Mietwohnungen soll ja eher verhindert werden.
7. Februar 2020 um 12:56 Uhr
@78 Kritischer Kritiker
Meines Erachtens niemandes. (Wenn überhaupt, sollte man den Mietendeckel ja so auffassen, dass er Art. 11 GG und Art. 28 VvB umsetzt, um es sozial Schwachen zu ermöglichen.)
Sie haben mich offenbar mißverstanden. Mein Gedanke war eher, darauf hinzuweisen, dass der von Antje sehr ironisch gebrauchte Satz, es sei ein „Menschenrecht, in Berlin wohnen zu können“, entgegen ihrer Absicht sogar einen guten Teil (ironiefreier) Wahrheit enthält.
7. Februar 2020 um 13:57 Uhr
@ Peter Sievert (#80):
Oh, ja: Das war ein Missverständnis. Nichts für ungut!
8. Februar 2020 um 17:30 Uhr
MR RE, 45.
“o ganz habe ich das noch nicht verstanden:
Wundert mich bei Ihnen gar nicht.
8. Februar 2020 um 17:49 Uhr
@Stefan Pannor, 58.
„Ironie: Soll das Fleisch teurer werfen, schreien diverse, der Bürger müsse es sich weiterhin leisten können. Sollen Wohnungen billiger werden, schreien dieselben, dass das mal gar nicht ginge.“
Keine Ironie:
Beiden Äußerungen liegt die Abneigung gegen staatliche Eingriffe zugrunde.
Wenn der Staat die Verteuerung des Fleisches (noch ist es nicht so weit) beschließt, wird Fleischessen teuer.
Wenn der Staat beschließt dass Wohnungen billiger werden, wird das Wohnen teurer.
Insoweit sind die Beschwerden gegen staatliche Eingriffe stringent.
Peter Brunkert sagt:
9. Februar 2020 um 10:07 Uhr
@evv, 83
Das zu erwartende Ergebnis ist ja der Kritikpunkt an dem Gesetz. Ich denke, die wenigsten haben ein Problem damit, dass jeder eine bezahlbare Wohnung haben sollte.
Die Erfahrung in anderen Ländern zeigt aber, dass das so nicht erreicht werden wird.
Und da fragt man sich dann schon, was das ganze soll.
Und der Verdacht, man verschärft ein Problem, um politisch zu profitieren, lässt sich ja nicht von der Hand weisen.
Und mit der Enteignung steht ja auch schon die höhere Dosierung der untauglichen Medizin vor der Verschreibung.
9. Februar 2020 um 10:43 Uhr
Mietendeckel bald auch in Bayern?
Spiegel: „25.000 Unterschriften waren erforderlich, damit der Antrag für einen Mietenstopp in Bayern zugelassen werden kann. In den vergangenen dreieinhalb Monaten wurden dafür in Bayern 51.983 Unterschriften gesammelt, teilte das Bündnis der Kampagne mit. Die erste Hürde ist damit genommen. Ein Volksbegehren in Bayern rückt näher.“
9. Februar 2020 um 15:13 Uhr
@82: Das wundert mich wiederum auch, dass Sie das wundert, wir kennen uns doch gar nicht?
9. Februar 2020 um 17:30 Uhr
„Insoweit sind die Beschwerden gegen staatliche Eingriffe stringent.“
Dann sollte man aber nicht „den Bürger“ vorschieben, sondern offen zugeben, dass man sich einfach weiter bereichern will, ohne von Details wie Gewissen oder Gesetzen behelligt zu werden.
10. Februar 2020 um 12:25 Uhr
@ Stefan Pannor, #85
Wie kommen sie darauf, dass EVV sich selber bereichern will, mal ab davon, dass es schon Gesetze gegen Mietwucher gibt, gegen die auch nur selten verstoßen wird, jedenfalls hört man da wenig von.
Er sagt doch, dass der Mietendeckel eben nicht für sinkende Mieten sorgen wird, sondern sogar kontraproduktiv ist.
Das ist doch auch der Hauptkritikpunkt daran.
Niemand hat was gegen bezahlbare Mieten, die vorgeschlagenen Maßnahmen bewirken aber das Gegenteil.
Sagt die Erfahrung in anderen Gegenden mit solchen Eingriffen.
Die Frage ist dann nur, ob die Regierung absichtlich kontraproduktive Maßnahmen erläßt, um politisch zu profitieren, ohne Druck aus dem Kessel zu nehmen.
Bei zu erwartender Erfolglosigkeit der Maßnahmen kann man ja mit mehr der untauglichen Medizin sogar mehrfach politisch profitieren.
„Wie kommen sie darauf, dass EVV sich selber bereichern will“
Ihr Textverständnis bleibt, nun ja, eigen.
Auch Ihr Erinnerungsvermögen:
„Und mal ehrlich, dass Frau Lompscher jetzt 15 Euro Miete zahlt und dass [sic!] demnächst deutlich weniger wird, hat auch schon ein Geschmäckle.“
„Niemand hat was gegen bezahlbare Mieten, die vorgeschlagenen Maßnahmen bewirken aber das Gegenteil.“
Unabhängig davon, dass Sie so panisch klingen wie damals Industrievertreter bei Einführung des Mindestlohns, sind Sie auch noch inkonsistent: wenn der Mietendeckel Mieten drastisch zu senken in der Lage ist, sollte er doch bezahlbare Mieten erzeugen. Oder zumindest niedrigere.
Und ja, keiner hat etwas gegen „bezahlbare Mieten“, nur geht die Definition von Mieter und Vermieter in der Frage, was bezahlbar ist, immer weiter auseinander in den Städten. Sicher ist alles unter hundert Prozent des Realeinkommens bezahlbar – aber nicht alles davon ist lebenswert.
Aber wenn der Mietendeckel eh nichts bewirkt (obwohl er etwas bewirkt, wie Sie oben behaupten), dann sehe ich da auch keinen Grund für Sie, sich aufzuregen. Außer halt, Sie wollen sich aufregen, dann isses ja eh egal, was man macht.
So oder so wäre es vielleicht sinnvoll, wenn Sie sich mit sich auf EINE Argumentationslinie einigen, nicht auf zwei konträre. ;-)
10. Februar 2020 um 21:26 Uhr
Herr Pannor, sie sehen das ganze zu eindimensional, wie schon im Beispiel bekommen natürlich einige Leute, die Bestandsmieter, kurzfristig günstigere Mieten.
Je höher die bisherige Miete (und dementsprechend auch das Einkommen), desto mehr Ersparnis.
So einfach, so ungerecht.
Neumieter finden keine Wohnung, es werden ja nicht mehr gebaut, und die müssen sich über Vitamin B und mit unter der Hand gezahlten Prämien auf der Warteliste nach vorne kaufen.
Kann man zumindest erwarten, wenn man die Erfahrungen in anderen Städten kennt.
Und für Neumieter wird es damit halt teurer.
Ich weiß auch nicht, was sie sonst mit dem Satz ‚Man solle nicht den Bürger vorschieben, wenn man sich einfach nur bereichern möchte‘ meinen könnten, wenn nicht EVV genau das zu unterstellen.
Interessanterweise gehen sie auf sein Argument, dass die Wohnungen teurer werden, ja auch gar nicht ein, sondern nehmen das so hin.
Und wenn ich das genauso hinnehme, soll ich mich erklären?
Ich habe übrigens auch keine Ahnung, wo sie bei mir Aufregung hineininterpretieren.
Warum gehen sie davon aus, das ich Wohnungen besitze und vermiete, nur weil ich den Deckel für kontraproduktiv halte.
Ich würde mich ja freuen, wenn mir mal jemand schlüssig nachweisen könnte, dass das ganze funktioniert, und ich freue mich auch, wenn ich falsch liege, aber ich erwarte aus der Erfahrung mit Mietendeckeln in anderen Städten halt nichts gutes, insbesondere nicht für diejenigen, für die der Deckel angeblich gemacht wird.
Dass die linken Parteien eine Politik machen, die den Wohlhabenden die Miete senkt und den anderen keinen Vorteil bringt, finde ich halt schon irritierend.
Sie sollten womöglich aufhören, jedes Sachargument als eins an die Person zu interpretieren. Man könnte sonst glauben, Sie WOLLEN getroffen werden, um aufzuheulen. Ich ziele nicht auf Sie.
„Dass die linken Parteien eine Politik machen, die den Wohlhabenden die Miete senkt und den anderen keinen Vorteil bringt“
Wer wenig Geld hat und zuviel Miete zahlt und jetzt eine Mietsenkung bekommt, der hat wohl schon einen Vorteil.
„Erfahrung mit Mietendeckeln in anderen Städten“
Die alle außerhalb Deutschlands liegen. Was einen Unterschied machen könnte, aber nicht muß.
Mietendeckel, Mindestlohn, Tempolimit, Tierwohllabel – das Abendland wird untergehen, oder mindestens dessen Wirtschaft.
12. Februar 2020 um 8:51 Uhr
Herr Pannor,
sie wollen das hier ernsthaft als ‚Sachargument‘ verkaufen?
Oder ihre Vermischung mit Mindeslohn und Tierwohl?
Und ihr Argument ist, dass man die Auswirkungen nicht einschätzen kann, weil es ja in Deutschland eventuell vielleicht unter Umständen ganz anders laufen wird als im Rest der Welt?
Die Wahnsinns-Definition (Immer dasselbe tun und andere Ergebnisse erwarten) ist ihnen bekannt?
Deutschland zeigt der Welt, wie man es richtig macht, schöner Ansatz.
Hatten wir lange nicht mehr.
PS: Haben sie mal die Begründung des Gesetzes gelesen?
Selbst der Berliner Senat schreibt, dass das BGB sich um einen fairen Ausgleich der Interessen bemüht, der Landesgesetzgeber aber etwas anderes möchte.
12. Februar 2020 um 9:22 Uhr
Ihr angebliches Sachargument wurde gelöscht, es war das hier aus #85:
12. Februar 2020 um 12:00 Uhr
Nein, es ist jetzt Nummer 88.
Dass unterschiedliche Rahmenbedingungen unterschiedliche Ergebnisse zeitigen, ist kein Wahnsinn, sondern Logik. Wahnsinn ist, ein im Rahmen deutscher Gesetze stattfindendes Gesetz irgendwie mit historischen Ereignissen vor 1945 zu verknüpfen. Da erwarte ich Sachbezogeneres von Ihnen.
12. Februar 2020 um 15:00 Uhr
Die Änderung der Nummer macht es nicht zu einem sachlichen Argument.
Das es schlechte Erfahrungen mit gesteuerten Mieten gibt hat auch nichts mit 1945 oder davor zu tun.
Sondern mit heute.
https://www.dw.com/de/mietendeckel-eine-weltweit-gescheiterte-idee/a-52266604
Es gibt schlichtweg niemanden aus der Immobilienbranche, der aus diesem Gesetz eine positive Entwicklung erwartet, aus nachvollziehbaren Gründen.
Oder wie es die DW schreibt:
Selten ist die Meinung von Wirtschaftswissenschaftlern so einhellig wie beim Thema Mietpreiskontrollen: Sie richteten langfristig mehr Schaden an, als das sie Nutzen brächten.
Da ihr Argument ja auf ‚Diesmal ist alles anders (warum? wäre ja mal was sachlich diskutables, nur so als Anregung), darum machen wir etwas bisher immer gnadenlos gescheitertes einfach nochmal‘ herausläuft, sollten wir das wohl auch dabei belassen.
Ist ja nicht so, dass bei den Gesprächen mit ihnen was substantielles kommt.
12. Februar 2020 um 15:29 Uhr
„Die Änderung der Nummer macht es nicht zu einem sachlichen Argument.“
Nein, aber Ihre Aussage, der Kommentar sei gelöscht, ist falsch.
„Das es schlechte Erfahrungen mit gesteuerten Mieten gibt hat auch nichts mit 1945 oder davor zu tun.“
Nein, aber Ihre Behauptung:
„Deutschland zeigt der Welt, wie man es richtig macht, schöner Ansatz.
Hatten wir lange nicht mehr.“
„Da ihr Argument ja auf ‚Diesmal ist alles anders […], darum machen wir etwas bisher immer gnadenlos gescheitertes einfach nochmal‘ herausläuft“
Nein, ich hatte das weiter oben bereits selbst eingeschränkt und auf die Rahmenbedingungen als zu beachtenden Faktor verwiesen. Ebenso habe ich gesagt, dass es anders sein kann, aber nicht muß.
Sie werfen alles durcheinander, und wenn man versucht, darauf einzugehen, werfen Sie es nochmal durcheinander und wirken, als ob Sie sich an Ihre eigenen Aussagen nicht mehr erinnern. Sie argumentieren mit der Brechstange und spitzen bis ins Falsche hinein zu. Sie lassen differenzierte Meinungen nicht zu.
Ich bin mir nicht sicher, ob Sie auf irgendwas hinaus wollen, und ob Sie Ihre Mittel der Verfälschung, der Grobheit und des inneren Widerspruchs dafür geeignet halten. Aber ich fühle mich aber vor allem durch die oben genannten Prozesse in der Debatte ermüdet. Wollen Sie die evtl. abstellen?
13. Februar 2020 um 8:24 Uhr
Das mit dem gelöschten Kommentar bezog sich darauf, dass ich das Zitat in meinen Text eingefügt hatte, es aber in meinem Text nicht mehr da war.
Und nein, ich sehe keine anderen Rahmenbedingungen, welche sollen das denn sein als überall anders auf der Welt, warum nennen sie die nicht?
Wie gesagt, ihr ‚Ich versuche hier sachlich zu argumentieren‘ ist angesichts vom rabulistischen ‚Dann sollte man aber nicht „den Bürger“ vorschieben, sondern offen zugeben, dass man sich einfach weiter bereichern will, ohne von Details wie Gewissen oder Gesetzen behelligt zu werden.‘ auch schon sehr speziell.
Mal ab davon, dass ‚Deutschland zeigt Welt wie es geht‘ mit den Nazis ja auch mal gar nichts zu tun hat.
Immerhin macht man das ganze ja, um zu zeigen, das es funktionieren kann, obwohl es woanders noch nie funktioniert hat.
Oder glauben sie, die gehen in Berlin davon aus das es nicht funktioniert?
Das ganze Problem am Gespräch ist doch:
1. Das sie irgendwoher zu wissen glauben, dass der Mietendeckel bei uns funktionieren wird, obwohl er das noch nie hat, ohne zu sagen, was ihn denn bei uns besser funktionieren lassen wird.
2. Das sie irgendwie die fixe Idee haben, jeder, der das anders sieht als sie, hätte massenhaft Wohnungen in Berlin zu überhöhten Preisen vermietet und wäre daher moralisch in einer unteren Schublade zu verordnen und schon mal gar nicht neutral.
Und ehrlich gesagt erkenne ich bei ihnen keine differenzierte Meinung.
Sie finden das Gesetz doch super, Kritik am Gesetz kommt jedenfalls keine.
Ich sehe eine kontraproduktive Lösung eines realen Problems, die Kontraproduktivität ergibt sich aus den Erfahrungen in der Vergangenheit.
Wenn der Deckel fällt, wird das die Politikverdrossenheit fördern und die Akzeptanz des Verfassungsgerichts und damit der Gewaltenteilung weiter schwächen, wenn er bestätigt wird, haben wir in 5 Jahren weniger Wohnraum und die Preise werden wieder stark ansteigen, und wenn er verlängert wird, wird das Problem weiter in die Zukunft verlagert.
Wieso das undifferenziert sein soll, ihr ‚Das Gesetz ist super und wird diesmal bestimmt funktionieren‘ aber nicht, naja egal.
Denn mit einem haben sie recht, es ist ermüdend.
„Das ganze Problem am Gespräch ist doch:
1. wurde schon mehrmals relativiert und stimmt in dieser Absolutheit nicht, 2. haben Sie sich eben aus den Fingern gesogen und war hier noch gar nicht Diskussionsgegenstand.
Aus diesem Grund wiederhole ich Ihre Aussagen auch nicht, mit denen Sie offensichtlich framen wollen: Sie wiederholen Ihre Unterstellungen solange, bis das Gegenüber sie aufgreift und sie sich als angeblicher Standpunkt festsetzen.
Ich betone nur: Nichts von dem, was Sie unterstellen, wurde hier so gesagt, einiges wurde sogar gar nicht gesagt.
13. Februar 2020 um 15:23 Uhr
Mal ehrlich, jeder argumentative Austausch basiert doch darauf, das man versteht, was der andere gemeint hat.
Wenn sie das hier ‚Dann sollte man aber nicht „den Bürger“ vorschieben, sondern offen zugeben, dass man sich einfach weiter bereichern will, ohne von Details wie Gewissen oder Gesetzen behelligt zu werden.‘ nicht als ‚Jeder Mietendeckelgegner ist aus egoistischen Motiven gegen den Mietendeckel‘ gemeint haben, können sie ja mal erläutern, wie man das verstehen soll.
Sie unterstellen mir jetzt, ich würde das absichtlich falsch verstehen.
Vielleicht suchen sie den Fehler mal in ihrer Formulierung.
Und ‚Nein, ich hatte das weiter oben bereits selbst eingeschränkt und auf die Rahmenbedingungen als zu beachtenden Faktor verwiesen.‘ ist doch nun wirklich erläuterungsbedürftig.
Was soll denn diesmal anders sein?
Irgendwas ist immer anders, das ist doch kein Argument.
13. Februar 2020 um 16:04 Uhr
„Mal ehrlich, jeder argumentative Austausch basiert doch darauf, das man versteht, was der andere gemeint hat.“
Nachdem Ihnen hier knapp ein Viertel der Debatte von mehreren Kommentatoren belegt wurde, daß Sie konsequent mißverstehen, ist das ein schöner Schlußpunkt.
Ich glaube nicht, dass ich Ihnen etwas erklären kann, das Sie nicht mißverstehen, und auch wenn andere ebenfalls daran scheitern (siehe oben), will ich kein Urteil darüber fällen, ob das an Ihnen oder an mir liegt.
13. Februar 2020 um 22:39 Uhr
Man muss eigentlich nicht besonders intelligent sein um zu begreifen, dass ein Mietendeckel zu steigenden Kosten für die Mieter führt.
Das ergibt sich schon aus der Logik. Und vor allem hat das die Praxis bewiesen. Gerade deshalb ist unbegreiflich, dass die Berliner das nicht verstehen, die hatten doch jahrzehntelang den Vergleich sozusagen von Haus zu Haus in Blickweite.
Und wenn den Berlinern Berlin zu weit ist, können die sich einfach mal über die Folgen des Mietendeckels in ihrer Nähe informieren, z.B. San Francisco
https://twitter.com/lieberkuehn/status/1186234257280290817
13. Februar 2020 um 22:42 Uhr
Tsorry, dieser Link sollte rein
https://t.co/CLie8rxCkj
13. Februar 2020 um 23:14 Uhr
Oh, ein automatisch starten wollender DL, immer nice.
Und ein rechtslibertärer Noname von Twitter.
14. Februar 2020 um 2:01 Uhr
Herr Pannor, wenn ich ihr ‚Dann sollte man aber nicht „den Bürger“ vorschieben…..‘ mit sinngemäß ‚Jeder Mietendeckelgegner ist aus egoistischen Motiven gegen den Mietendeckel‘ übersetze, werfen sie mir vor, ich hätte mir das aus den Fingern gesogen, weigern sich aber zu erläutern, wie es gemeint war.
Jetzt sagen sie, ich würde konsequent missverstehen, und sie können mir nichts erklären, was ich nicht missverstehe.
Wissen sie, was das bedeuten soll, ich nämlich nicht.
FixundFoxi sagt:
30. Juli 2020 um 23:55 Uhr
FAZ 30.07.2020, Der Deckel wird zum Mieter-Horror
„Betrachtet man nur die Eigentumswohnungen mit Fertigstellung vor 2014, also die vom Mietendeckel betroffenen, stieg das Angebot sogar um 40 Prozent. Im gleichen Zeitraum verringerte sich das Angebot an Mietwohnungen in dieser Altersklasse um 45 Prozent.“
Von sozialer Unwucht kann also keine Rede sein.
Sie sind hier: Übermedien Der Spiegel Der Mietendeckel und seine angebliche „deutliche soziale Unwucht“

References: Art. 28
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 28

Art. 11
 Art. 11
 Art. 28