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Timestamp: 2018-05-25 11:03:24+00:00

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| 30.11.2016 12:35 |
ich habe einen 6-jährigen Sohn, dessen "Erzeuger" sich nicht kümmert (kein Kontakt, seit Jahren keine Unterhaltszahlungen, letzter Umgang als mein Sohn 1 Jahr alt war).
Mein Lebensgefährte möchte meinen Sohn gerne adoptieren, damit er, falls mir etwas passieren sollte (gemeinsames Sorgerecht mit Erzeuger), sein Papa bleiben darf. Das ist unser beider Herzenswunsch! Er war schon von Geburt meines Sohnes an mehr Papa für ihn, als man sich vorstellen kann.
1. Wie sehen Sie unsere Chancen - mit und ohne Trauschein?
2. Könnte es sinnvoll sein, mal höflich bei dem Erzeuger anzufragen, ob er der Adoption zustimmen würde - evtl. gegen die Aussicht nie wieder Unterhalt bezahlen zu müssen?
3. Zum Unterhalt: Der Erzeuger hat erst einen gut bezahlten Job gegen eine horrende Abfindung aufgegeben, dann kurzzeitig als Autoverkäufer gearbeitet und gerichtlich einklagen wollen, dass er weniger Unterhalt zahlen müsse, da er mit dem neuen Job weniger verdiene; dies wurde vom Familiengericht abgeschmettert, da er IT-Spezialist ist und in dieser Branche praktisch immer Bedarf an Arbeitskräften besteht. Dann war er plötzlich arbeitslos, vernachlässigte absichtlich seine Mitwirkungspflichten beim Bezug von Arbeitslosengeld I mit der Folge, dass dieses nicht mehr gewährt wurde - für meinen Sohn also auch kein Unterhalt von dieser Arbeitsagentur mehr einbehalten wurde. Seit ca. 3 Jahren kümmert sich das Jugendamt immer wieder darum, Auskunft zu seinem Einkommen zu erhalten - aber der Kindsvater reagiert darauf gar nicht und andere Träger (Rentenkasse, Krankenkasse, etc.) konnten bislang auch nicht helfen. Wir bekommen deshalb seit Jahren Leistungen nach dem UVG. Ich weiß, dass er viele Tipps von "Freunden" bekommt, wie man sich erfolgreich um Unterhaltsleistungen drücken kann (damit hat er sich mal vor mir gerühmt). Außerdem wohnt er mit jemandem zusammen (vermutlich seiner aktuellen Freundin). Niemand weiß, wie er überhaupt seinen Lebensunterhalt verdient! Was kann ich noch tun, um ihn endlich zur Verantwortung zu ziehen???
Ich danke Ihnen vielmals im Voraus für Ihre Antwort.
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ich beantworte Ihre Afrage auf der Grundlage der dazu mitgeteilten Informationen wie folgt:
Es ist grundsätzlich möglich, dass Ihr Lebensgefährte Ihr Kind adoptiert. Welche Chancen hier konkret bestehen, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, die hier nicht bekannt sind, so dass sich eine Prognose von daher verbietet. Sie sollten auf jeden Fall mit dem Jugendamt entsprechende Kontakte aufnehmen und die Problematik erörtern.
Es wäre nicht nur sinnvoll, sondern es ist sogar erforderlich, dass Sie mit dem Kindesvater Kontakt aufnehmen, denn der muss einer Adoption zustimmen, vgl. § 1747 BGB.
Allerdings stimmen unwillige Unterhaltsschuldner gerne einer Adoption zu, weil sie dadurch von weiteren Unterhaltspflichten befreit werden, nicht allerdings von bereits bestehenden Unterhaltsrückständen.
Aus Ihrer Schilderung entnehme ich, dass gegen den Kindesvater ein Unterhaltstitel besteht, aus dem heraus er zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet ist. Andernfalls hätte er nicht eine gerichtliche Abänderung beantragen brauchen.
Aus diesem Titel kann vollstreckt werden, wobei das nicht nur das Jugendamt kann, sondern auch ein Anwalt/eine Anwältin, und das sogar meist besser.
Sie sollten erwägen, die Vollstreckung des Unterhaltes vom Jugendamt wegzuholen und vor Ort einen Anwalt damit beauftragen. Erfahrungsgemäß sind derartige Schritte in der Regel erfolgreicher.
Sofern er nicht ganz hartnäckig ist, wird spätestens die Anordnung zur Abgabe eines Vermögensverzeichnisses nach § 802c ZPO Zahlungsbereitschaft auslösen.
Wenn der Kindesvater zurganz hartnäckigen Sorte gehört, sich künstlich arm macht, ggf. sogar schwarz arbeitet, ist eine Vollstreckung natürlich schwierig.
Hier hilft in vielen Fällen eine Strafanzeige wegen Verletzung der Unterhaltspflicht, § 170 StGB.
Nachfrage vom Fragesteller	30.11.2016 | 14:00
Eine Nachfrage zu Punkt 1: Dass eine Adoption von vielen Faktoren abhängig ist, ist uns natürlich bewusst - die Frage war, ob in unserem Fall zwingend eine Ehe Voraussetzung dafür ist.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.11.2016 | 14:05
Nein, es ist nicht zwingend erforderlich, dass Sie verheiratet sind. Ihr Lebensgefährte kann Ihr Kind auch alleine adoptieren, vgl. § 1741 Abs. 2 BGB.
Ergänzung vom Anwalt 30.11.2016 | 17:31
Ich muss meine Antwort etwas revidieren, weil sie ggf. missverständlich ist.
Wenn Sie nach der Adoption weiterhin mit ihrem Kind verwandt sein wollen, müssen Sie und Ihr Lebensgefährte doch verheiratet sein. Ansonsten erlöschen die Verwandtschaftsverhältnisse zu den bisherigen Verwandten, § 1755 I BGB. Nur bei der Annahme eines Kindes des Ehepartners gilt das insoweit nicht, § 1755 II BGB.
Ich danke an dieser Stelle der Kollegin Gabriele Haeske für den Hinweis.
Bewertung des Fragestellers 30.11.2016 | 17:36
"Die Antworten waren nicht wirklich hilfreich; eine Frage wurde sogar unzutreffend beantwortet. "
FRAGESTELLER 30.11.2016 2,4/5.0
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References: § 1747
 § 802
 § 170
 § 1741
 § 1755
 § 1755