Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82350000053.htm
Timestamp: 2018-12-15 23:41:22+00:00

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Neutrales Worddokument
des Landratsamts Calw über das Landschaftsschutzgebiet „Teinachtal mit Seitentälern“
Aufgrund der §§ 22 und 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 29. März 1995 (GBl. S. 385) geändert durch Art. 6 des Gesetzes vom 18.12.1995 i. V. mit Art. 33 der 5. Anpassungsverordnung des Innenministeriums vom 17.06.1997 wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Bad Teinach-Zavelstein, Neubulach und Neuweiler werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung „Teinachtal mit Seitentälern“.
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 1228 ha.
(2) Es umfasst die Taleinschnitte der Teinach und ihrer Seitentäler Eitelsbach, Lautenbach mit Angelbach, Rötenbach, Dürrbach und die Klingen Reutterklinge und Beilklinge. Im einzelnen handelt es sich um folgende Landschaftsteile:
Gemarkung Altbulach:
Die Gewanne:
Untere Teinacher Talwiesen, Obere Teinacher Talwiesen, Tannen (teilw.), Dürrbachwiesen, Halde unter der Calwer Steige.
Gemarkung Neubulach:
Calwer Halde (teilw.), Dürrbach (teilw.).
Gemarkung Liebelsberg:
Bödemlesberg, Auchten (teilw.) Steppersberg, Dürrbachwiesen, Beilberg (teilw.), Teinacher Talwiesen, Teinacher Berg, Kohltannen, Heilberg, Talwiese, Oberes Teinachtal, Mühlrain (teilw.), Reutenberg (teilw.), Glasberg (teilw.).
Gemarkung Oberhaugstett
Glasberg, Härle (teilw.), Mahd,
Gemarkung Martinsmoos:
Reute (teilw.), Pfaffenrauscher (teilw.), Mühlhalde, Fuchslöcher, Lauich, Seitersfeld (teilw.)
Gemarkung Neuweiler:
Kührain (teilw.), Mühlwiesen (teilw.), Sommerhalde (teilw.), Sumpf, Neuweilerthäle
Gemarkung Breitenberg:
Sumpf, Mahder (teilw.), Oberer Haldenberg, Tal, Mähder (teilw.), Teich, Weikenmühle (teilw.), Mühlberg, Glasmühle, Sägmühle, Glasberg, Fenchhalde, Berghalde, Oberes Tal (teilw.), Rosenäcker, Plinkhardt (teilw.), Lautenbachtal, Kollwanger Tal, Scheckenberg (teilw.).
Gemarkung Oberkollwangen:
Oberkollwanger Tal (teilw.), Bergspitz, Kollwanger Tal, Kirchhalde, Taläckerwald (teilw.).
Gemarkung Schmieh:
Blunkenwald (teilw.), Streitwald, Maiernackerberg, Heideäcker (teilw.), Sägemühleberg, Stutzberg, Lautenbachwiesen, Tannenäcker (teilw.), Gartenberg (teilw.), Talwiesen, Lautenbachtal, Weiher (teilw.), Salzteckenhau (teilw.), Brand (teilw.), Langer Hau (teilw.), Äußere Müße (teilw.), Teinacher Tal, Hohrain, Im Lautenbach, Fohlenberg (teilw.), Brunnentalberg (teilw.).
Gemarkung Emberg:
Teinacher Berg (teilw.), Teinacher Tal, Winterhalde, Rötenbacher Tal (teilw.), Röhel (teilw.)
Gemarkung Rötenbach
Bruderberg (teilw.)
Gemarkung Zavelstein:
Heidelberg, Schloßberg, Sommenhardter Berg
Gemarkung Bad Teinach:
Wilhelmshöhe, Rötenbachtal
Gemarkung Sommenhardt:
Sommenhardter Berg, Göttleswasen (teilw.), Vordere Halde, Hintere Halde (teilw.), Mühlewiesen, Stelleswiesen (teilw.), Teinacher Talwiesen, Neu.
(3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 mit durchgezogener, flächig schwarz punktierter Linie, sowie in 30 Detailkarten im Maßstab 1 : 2500 mit durchgezogener, flächig schwarz punktierter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung.
Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Calw und bei den Bürgermeisterämtern Bad Teinach-Zavelstein, Neubulach und Neuweiler zur Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich niedergelegt.
- die Erhaltung des reich strukturierten und streckenweise naturnahen Teinachtals und der betroffenen Seitentäler mit den angrenzenden Talhängen und Teilen der Hochflächen,
- die Erhaltung der natürlichen, zum Teil mäandrierenden Bachläufe mit ihren Feuchtwiesen, Hochstaudenfluren und Gehölzstreifen,
- die Erhaltung der naturnahen Hangwälder mit ihren Biotopstrukturen und den Lebensräumen geschützter Arten
- die Erhaltung des Tales als Erholungsgebiet und als Lebensraum für geschützte Tier- und Pflanzenarten,
- die Erhaltung des Teinachtales als wichtiges Landschaftsverbundelement.
(2) Längerfristige Ziele sind
- die Schaffung eines durchgehenden offenen Talzuges mit extensiver Grünlandbewirtschaftung,
- die Umwandlung der nicht standortgemäßen Aufforstungen in der Talaue in naturraumtypische Auwälder.
1. wesentliche Landschaftsbestandteile wie landschaftsbestimmende Bäume, Hecken, Gebüsche sowie Feld- und Ufergehölze zu beseitigen oder zu zerstören (abgängige Bäume können durch entsprechende Neupflanzung ersetzt werden, ein gelegentliches „Auf-den-Stock-Setzen“ von Hecken stellt eine zulässige Pflegemaßnahme dar);
3. Einfriedigungen aller Art zu errichten; davon ausgenommen sind einfache Zäune, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen;
4. Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, ober- oder unterirdische Leitungen aller Art zu verlegen oder Anlagen dieser Art wesentlich zu verändern;
5. Stätten für Sport und Spiel anzulegen oder wesentlich zu verändern, einschließlich Motorsport- und Reitanlagen;
6. Flugplätze und Gelände für das Starten und Landen von Luftsportgeräten (Hängegleiter, Gleitflugzeuge, Gleitfallschirme) sowie Gelände für den Aufstieg von Flugmodellen, die der luftverkehrsrechtlichen Erlaubnis bedürfen, anzulegen oder wesentlich zu verändern;
7. fließende oder stehende Gewässer anzulegen, zu beseitigen oder wesentlich zu verändern sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt wesentlich verändern;
8. Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen, mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderungen;
9. die Bodengestalt wesentlich zu verändern, insbesondere durch Auffüllungen und Abgrabungen;
10. neu aufzuforsten oder Christbaum- und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen;
11. Art und Umfang der bisherigen Grundstücksnutzung entgegen dem Schutzzweck wesentlich zu verändern, insbesondere durch Umwandlungen von Wald und Anlage von Kleingärten;
12. Dauergrünland in Acker umzuwandeln, wobei die traditionelle Feld-Gras-Wirtschaft außerhalb der Talaue zulässig ist;
13. Pflanzenschutzmittel außerhalb von land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken zu verwenden;
14. Motorsport, einschließlich motorbetriebener Modellflugzeuge zu betreiben;
(1) Die Verbote und Erlaubnisvorbehalte der §§ 4 und 5 gelten nicht für die
1. ordnungsgemäße, landwirtschaftliche Bodennutzung, die den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet, Gewässerrandstreifen und Ufer, oberirdische Gewässer und Grundwasser nicht in ihrer chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wildlebenden Tieren und Pflanzen ausreichend Lebensraum erhält.
Dies gilt mit der Maßgabe, dass
a) die Bodengestalt nicht wesentlich verändert wird,
b) Dauergrünland oder Dauerbrache nicht in Acker umgewandelt wird, wobei die traditionelle Feld-Gras-Wirtschaft außerhalb der Talaue zulässig ist;
c) wesentliche Landschaftsbestandteile, wie landschaftsbestimmende Bäume, Hecken, Gebüsche sowie Feld- und Ufergehölze nicht beseitigt, zerstört oder wesentlich geändert werden,
d) eine im Sinne von § 3 geschützte Flächennutzung nicht wesentlich geändert wird,
e) in Heckensäumen und –lücken und an Waldrändern keine Mist- und Kompostablagerungen angelegt werden,
wobei das Recht, die landwirtschaftliche Nutzung wieder aufzunehmen, die aufgrund vertraglicher Bewirtschaftungsbeschränkungen oder der Teilnahme an einem Extensivierungs-oder Stilllegungsprogramm zeitweise eingeschränkt oder aufgegeben war, unberührt bleibt;
2. ordnungsgemäße Forstwirtschaft einschließlich des Baus von Wald- und Rückewegen;
1. Diese Verordnung tritt am 15. Juni 2000 in Kraft.
2. Die Landschaftsschutzgebietsverordnung „Teinachtal mit seinen Nebenflüssen Lauterbach und Dürrbach“ des Landratsamts Calw vom 20.05.1954 tritt mit Ablauf des 14. Juni 2000 außer Kraft.
3. Die Landschaftsschutzgebietsverordnung „Burgruine Zavelstein“ des Landratsamts Calw vom 04.09.1953 tritt mit Ablauf des 14. Juni 2000 außer Kraft.
Calw, den 28. April 2000
Die Ende 1999/Anfang 2000 verkündete Landschaftsschutzgebietsverordnung „Teinachtal mit Seitentälern“ vom 16.12.1999 ist wegen eines Bekanntmachungsmangels nicht in Kraft getreten.
Gemäß § 60a NatSchG ist eine etwaige Verletzung der in § 59 NatSchG genannten Verfahrens- und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach Erlass der Verordnung gegenüber dem Landratsamt Calw schriftlich geltend gemacht worden ist; der Sachverhalt, der die Verletzung begründen soll, ist darzulegen.

References: Art. 6
 Art. 33
 § 2
 § 3
 § 60
 § 59