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Timestamp: 2019-06-25 02:52:17+00:00

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BGH, 10.04.2008 - VII ZR 214/06 - dejure.org
BGH, 10.04.2008 - VII ZR 214/06
https://dejure.org/2008,779
BGH, 10.04.2008 - VII ZR 214/06 (https://dejure.org/2008,779)
BGH, Entscheidung vom 10.04.2008 - VII ZR 214/06 (https://dejure.org/2008,779)
BGH, Entscheidung vom 10. April 2008 - VII ZR 214/06 (https://dejure.org/2008,779)
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Unverhältnismäßigkeit einer Mängelbeseitigung entsprechend einer vertraglich vereinbarten höherwertigen Art der Ausführung im Fall einer tatsächlich erbrachten Leistung nach anerkannten Regeln der Technik
BGB § 633 Abs. 2 Satz 3 a.F.; VOB/B § 13 Nr. 6 C
Leistungserbringung nach anerkannten Regeln der Technik nicht ausreichend für Unverhälnismäßigkeitseinrede
Unverhältnismäßigkeit der Mängelbeseitigung; Nachbesserung; anerkannte Regeln der Technik; Interesse des Auftraggebers an einer vertraglich vereinbarten höherwertigen und risikoärmeren Art der Ausführung; Abweichung von der geschuldeten Leistung; Ausmaß von Pflichtverletzung und Verschuldensgrad; Werkvertrag; Abdichtungsmaßnahmen
Zur Beurteilung der Unverhältnismäßigkeit der Mängelbeseitigung
BGB § 633 Abs. 2 S. 3 (a.F.); VOB/B § 13 Nr. 6
Unverhältnismäßigkeit der Nachbesserung einer den anerkannten Regeln der Technik entsprechenden Bauleistung
Bauunternehmer verwendet schlechteres Material als vereinbart und verweigert die Nachbesserung als "unverhältnismäßig"
Wann eine Mangelbeseitigung unverhältnismäßig ist
Wann ist eine Mängelbeseitigung unverhältnismäßig
Höherwertige Leistung vereinbart: Trotz Einhaltung der Regeln der Technik Mängelbeseitigung nicht unverhältnismäßig! (IBR 2008, 316)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 10.04.2008, Az.: VII ZR 214/06 (Leistungserbringung nach anerkannten Regeln der Technik nicht ausreichend für Unverhältnismäßigkeitseinrede)" von RA Hans Christian Schwenker, FA Bau- u. ArchitektenR, original erschienen in: ZfIR 2008, 720 - 724.
LG München I, 16.12.2005 - 24 O 19792/03
OLG München, 04.07.2006 - 9 U 1829/06
NJW-RR 2008, 971
MDR 2008, 738
NZBau 2008, 575
WM 2008, 1889
BauR 2008, 1140
ZfBR 2008, 476
Unverhältnismäßigkeit wird in aller Regel anzunehmen sein, wenn einem objektiv geringen Interesse des Auftraggebers an einer mangelfreien Vertragsleistung unter Abwägung aller Umstände ein ganz erheblicher und -deshalb vergleichsweise unangemessener Aufwand gegenüber steht, so dass die Forderung auf ordnungsgemäße Vertragserfüllung ein Verstoß gegen Treu und Glauben ist (vgl. BGH, Urteil vom 10. April 2008 - VII ZR 214106 - NZBau 2008, 575; OLG München, Beschluss vom 20. März 2014 - 13 U 4423/13 Bau - ; OLG Frankfurt, Urteil vom 11. November 2016 - 4 U 3/11 - ).
Gleichwohl ist auch bei lediglich optischen Mängeln nur in Ausnahmefällen die Unverhältnismäßigkeit der Mängelbeseitigungskosten zu bejahen, selbst wenn die tatsächlich erbrachte Leistung zwar nicht den vertraglichen Vorgaben, aber doch den Regeln der Technik entspricht (vgl. BGH; Urteil vom 22. Februar 2018 - VII ZR 46/17 - ; BGH, Urteil vom 10. April 2008 - VII ZR-214/06 - NZBau 2008, 575).
Wie bereits ausgeführt, kann eine Unverhältnismäßigkeit dann anzunehmen sein, wenn einem objektiv geringen Interesse des Auftraggebers an einer mangelfreien Vertragsleistung unter Abwägung aller Umstände ein ganz erheblicher und deshalb vergleichsweise unangemessener Aufwand gegenüber steht, so dass die Forderung auf ordnungsgemäße Vertragserfüllung ein Verstoß gegen Treu und Glauben ist (vgl. BGH, Urteil vom 10. April 2008 - VII ZR 214/06 - NZBau 2008, 575; OLG München; Beschluss vom 20. März 2014 - 13 U 4423/13 Bau - ; OLG Frankfurt, Urteil vom 11. November 2016 - 4 U 3/11 ).
Ein Verweigerungsrecht i.S.v. § 635 Abs. 3 BGB ist dann gegeben, wenn der Aufwand zur Mangelbeseitigung - berechnet nach dem Zeitpunkt, in dem die vertragsgemäße Leistung geschuldet war - in keinem vernünftigen Verhältnis zu dem durch die Beseitigung der Mängel erzielbaren Erfolg stünde, d.h. zu dem Vorteil, den der Auftraggeber dadurch erlangt, so dass die Forderung auf ordnungsgemäße Vertragserfüllung sich letztlich als Verstoß gegen Treu und Glauben darstellt; dabei sind alle Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen (vgl. BGH, Urteil vom 10.04.2008, VII ZR 214/06, BauR 2008, 1140; BGH, Urteil vom 24.04.1997, VII ZR 110/96, NJW-RR 1997, 1106;… Palandt-Sprau, a.a.O., § 635, Rn 12).
Bei der Entscheidung, ob der Unternehmer die Nacherfüllung wegen unverhältnismäßiger Kosten verweigern darf, ist ferner zu berücksichtigen, ob und in welchem Grad der Unternehmer den Mangel verschuldet hat (BGH, Urteil vom 10.04.2008, VII ZR 214/06, www.juris.de; BGH, Urteil vom 10.11.2005, VII ZR 64/04, www.juris.de; BGH, Urteil vom 23.02.1995, VII ZR 235/93, www.juris.de).
BGH, 16.04.2009 - VII ZR 177/07
Einbeziehung des Grads des Verschuldens des Unternehmers an der Entstehung des …
Von Bedeutung ist auch, ob und in welchem Ausmaß der Unternehmer den Mangel verschuldet hat (ständige Rechtsprechung, vgl. BGH, Urteil vom 10. April 2008 - VII ZR 214/06, BauR 2008, 1140 = NZBau 2008, 575 = ZfBR 2008, 476 m.w.N.; Urteil vom 10. November 2005 - VII ZR 64/04, BauR 2006, 377, 378).
In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist abweichend von einigen Entscheidungen der Oberlandesgerichte (OLG Düsseldorf, BauR 2001, 1922 ; BauR 1987, 572; OLG Hamburg, MDR 1974, 489 ) der Grad des Verschuldens des Unternehmers an der Entstehung des Mangels stets als Umstand gewertet worden, der in die Gesamtabwägung eingeht ( BGH, Urteil vom 23. Februar 1995 - VII ZR 235/93, BauR 1995, 540 = ZfBR 1995, 197, m.w.N.; Urteil vom 10. April 2008 - VII ZR 214/06, aaO;… Urteil vom 10. November 2005 - VII ZR 64/04, aaO jeweils m.w.N.).
Ein hier aus den eben genannten Gründen ohnehin nicht als schwerwiegend zu veranschlagendes Verschulden des Unternehmers würde den Einwand der Unverhältnismäßigkeit nur dann scheitern lassen, wenn das Interesse des Bestellers an einer vertragsgemäßen Ausführung als nicht gering zu bewerten ist (BGH NZBau 2008, 575, Tz. 16).
Hat der Besteller hingegen objektiv ein berechtigtes Interesse an einer ordnungsgemäßen Erfüllung, z.B. weil die Funktionsfähigkeit des Werkes spürbar beeinträchtigt ist, kann ihm regelmäßig nicht wegen hoher Kosten die Nachbesserung verweigert werden (vgl. nur: BGH, BauR 2008, 1140, juris Rdnr. 16, 18;… BGH, BauR 2009, 1151, juris Rdnr. 3).
Ein objektiv berechtigtes Interesse an der vertragsgemäßen Erfüllung wird demgegenüber dem Einwand der Unverhältnismäßigkeit auch dann entgegenstehen, wenn die Nacherfüllung hohe Kosten verursacht (BGH, Urteil vom 10.04.2008, VII ZR 214/06, BauR 2008, 1140; BGH, Urteil vom 10.11.2005, VII ZR 64/04, BauR 2006, 377).
Von Bedeutung bei der gebotenen Abwägung ist auch, ob und in welchem Ausmaß der Unternehmer den Mangel verschuldet hat (BGH BauR 2008, 1140, juris RN 16; BauR 2006, 377 juris RN 14).
Dabei ist bei der gebotenen Abwägung auch zu berücksichtigen, ob und in welchem Ausmaß der Unternehmer den Mangel verschuldet hat (BGH NJW-RR 2008, 971 f).
Auch dieses Interesse hat im Rahmen der Gesamtabwägung gesteigertes Gewicht und zwar unabhängig von der Frage, ob die Leistung des Werkunternehmers ansonsten den anerkannten Regeln der Technik entspricht (BGH NJW-RR 2008, 971).
Von Bedeutung bei der gebotenen Abwägung ist auch, ob und in welchem Ausmaß der Unternehmer den Mangel verschuldet hat (BGH NJW-RR 2008, 971 f.).
Von Bedeutung bei der gebotenen Abwägung ist auch, ob und in welchem Ausmaß der Unternehmer den Mangel verschuldet hat (BGH BauR 2008, 1140 , [...] RN 16).
OLG Köln, 28.10.2009 - 11 U 34/09
OLG Köln, 03.11.2015 - 11 U 65/15
Mangelhaftigkeit einer Werkleistung wegen des Einbaus von Recyclingmaterial als …
OLG Frankfurt, 12.07.2013 - 24 U 143/12
Rechte des Auftraggebers bei Verwendung falscher Wärmedämmplatten und damit …
OLG Köln, 23.09.2015 - 11 U 65/15
OLG München, 25.09.2012 - 9 U 4063/11
Haftung des Bauträgers gegenüber dem Käufer einer Wohnung zur reinen Wohnnutzung …
LG Bad Kreuznach, 06.02.2009 - 3 O 241/07
Zur Gleichwertigkeit verwendeter Materialien

References: § 633
 § 13
 § 633
 § 13
 BGH 
 § 635
 § 635