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Studium mit 30? - Das Andersweltforum
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Studium mit 30?
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Beitrag von Chrisi » 19. Februar 2007 10:26
hab mich in der Schule immer durchgemoggelt. Ich konnte nie lernen, und wenn hatte ich alles sofort vergessen. Hab mein Abitur, nachdem mein Direktor mich ermahnt hatte mich aufgrund der Fehlzeiten zum Abi nicht zuzulassen, mit 3,3 abgeschlossen.
Mit guten Noten meine Lehre gemacht. Dann habe ich Depris bekommen und Angstzustände und wurde krank geschrieben.
Dann habe ich die Diagnose ADHS erhalten und wurde auf Medis eingestellt. Jetzt geht es mir besser. Mein Doc meint aber, dass der Beruf, den ich gewählt habe, eigentlich nicht für mich geeignet wäre, da alle Probleme, die mir zu schaffen machen und die mich krank machten, z. B. Ordnung, Teamarbeit u.s.w. in diesem Beruf vereint wären und auf Dauer dies nicht funktioniert. Ich solle mir etwas suchen, was zu mir passt. Mein Traum war schon immer Sozialpädagogik zu studieren, habe mich aufgrund meiner sozialen Phobie nie getraut. Mein Doc meint, ich solle es versuchen, bevor mir die Decke auf dem Kopf fällt, da ich jetzt sowieso arbeitslos bin.
Mmh, meine Frage ist nun, wie habt Ihr Euer Studium geschafft? War es schwer mit ADS? Wenn ich den Papierkram schon sehe wird mir schlecht. Lohnt es sich überhaupt mit ca. 30 Jahren noch zu studieren? Was meint Ihr? Wie erging es Euch?
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Re: Studium mit 30?
Beitrag von Timothy » 19. Februar 2007 10:29
Ich kenne einige Menschen, die haben noch mit 40 und älter studiert und es hat sich gelohnt...
Das einzige was ich persönlich dann schwierig finde ist die Finanzierung.
Denn ab 30 gibt es kein BaFöG mehr...
Aber lohnen tut es sich m.e. immer, wenn es das ist was du machen möchtest...
Tue es...!!
~ Leben ist eine fortwährende Ablenkung, die nicht einmal zur Besinnung darüber kommen läßt, wovon sie ablenkt. ~ Geduld ist die Kunst nur langsam wütend zu werden. ~ What the hack do I know...
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Beitrag von dino » 19. Februar 2007 10:34
also ich stecke im Moment noch voll drin und hab erst seit kurzem meine Diagnose und bin auf Medis eingestellt.
Ich mache dass, was mich interessiert und komme so auch ganz gut klar. Beim Studium gilt gerell immer, dass man das machen sollte, was einem Spaß macht, weil man wenns stessig wird (und das wird es!) aussteigt oder sich verweigert usw. Man braucht einfach ein Ziel, für das sich der ganze Stress lohnt. - Unabhängig von allen anderen Dingen.
Willst du es machen, dann tue es! Ich kenne hier einige, die mit 40 erst angefangen haben bzw. auch mit 32/33 und schon 2/3 Kinder haben usw. Du musst dir halt nur überlegen, wie du das ganze finanzierst.
ADS ist eine Herausforderung, aber warum nicht? Ich habe es nicht einen Tag bereut. Auch oder gerade weil es mich fordert, herausfordert und somit auch fördert. (Selbstwahrnehmung, in den Hin... treten, Struktur, Einfühlungsvermögen, Selbstmanagement, ORganisation usw)
Sag uns mal, wofür du dich entschiedne hast!
"Lass uns endlich diese überflüssige Diskussion über den Sinn des Lebens beenden!",
sagte die Katze zur Maus und fraß sie auf.
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Beitrag von Clau » 19. Februar 2007 12:20
wann nicht hier, sag´mir wo und wann?
OK, mit diesem Zitat der Höhner versuche ich Dir Mut zu machen, das Studium anzugehen!
Du musst Dir nur genau überlegen, wie und wo!
Ich würde Dir -aus persönlichen Erfahrungen - vom Studium an einer Uni abraten, wenn, dann an einer FH!
Die sind strukturierter und in der Regel auch kleiner!
Aber ansonsten kann man mit ADS auch prima studieren;-)
LG, Clau
Woher soll ich wissen was ich denke, bevor ich gehört habe, was ich gesagt habe?
Ich habe ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe!
Die Leber wächst mit ihren Aufgaben!
Registriert: 2. Februar 2007 17:05
Beitrag von Lysann » 19. Februar 2007 15:36
da ich auch so ein permanent verstreutes Etwas bin, hat es bei mir auch ewig gedauert, bis ich mich zu einem Studium entschlossen habe....als ich 30 war, schien ich dann "reif" für diese Herausforderung
So im Nachhinein kann ich sagen, das ich zwar fast von Vorn angefangen, Mathe hab ich keine Plan mehr gehabt, mußte verdammt mein kleines Ä..... zusammenkneifen und ackern. Aber ich habe es geschafft und war auch durch meine persönliche Reife viel besser las in der Schule. Es war für mich eine herausforderung, aber ich ging als gereifter und selbstbewußter Mensch aus der ganzen Sache hervor. Ich habe gemerkt, das Frau kann, wenn sie will, und sie wollte. Es fiel mir nicht leicht, aber es war mit etwas Mehraufwand lösbar
Es ist sicher für einen ADS'ler auch gut, wenn er seine grauen Zellen mal richtig in Schwung bringt und durch die vorgegebenen Strukturen und Termine ist auch so ein kleines Muß dahinter, das ja leider bei mir immer noch ausschlaggebend ist, damit ich etwas "fertig" bekomme. Ich kann dich also in deinem Vorhaben nur bestärken, immer mit der Maßgabe, das im Vorfeld alles abgeklärt ist...Bezahlung etc.
Beitrag von Chrisi » 20. Februar 2007 08:01
An eines hab ich bei der ganzen Sache(wie immer ) nicht gedacht.
Das nimmt mir schon wieder denn Mut. Die Finanzierung gestaltet sich als schwierig, da ich 2 Kinder(Hypie, Träumi) habe, die auch immer zur Ergo etc. gefahren werden müssen, was mir die Haare vom Kopf frisst :.
Zudem wohne ich in einem Bundesland mit der höchsten Arbeitslosenqoute, also sieht es schon schlecht aus mit dem Jobben. Oh Gott, jetzt bin ich zutiefst deprimiert. Also können nur Diejenigen studieren, die erstens Geld und zweitens keine Kinder haben? Welche Möglichkeiten der Finanzierung bleiben dann noch übrig?
Schock, also hab ich mir durch mein nichterkanntes ADS mein ganzes Leben verbaut :?
Mmh eigentlich wollte ich meinem Helfersyndrom nachgehen und etwas machen, wo ich anderen Menschen, die auch keinen Ausweg mehr wissen, helfen kann.
Mmh, wird wohl nichts.
Beitrag von dino » 20. Februar 2007 11:31
Hi Crissi,
frag doch mal beim Arbeitsamt nach, ob sie dir weiterhelfen können ...
und schreib dir mal auf, wieviel Geld du für die nächsten Jahre brauchen würdest und stell die Einnahmen daneben. Dann schau mal, wie hoch die Differenz wäre und erst dann würde ich mir Gedanken machen, woer ich das fehlende Geld nehme, weil du so den monatlichen ca-Betrag hast. Und zur Not gibt es ja auch die staatlich Fernuniversität Haagen. Google mal und shcau dir an, was sie so haben ... Und es gibt den Bildungskredit - und du bist von Studigebühren befreit.
Registriert: 13. Februar 2007 20:59
Beitrag von kundry » 13. März 2007 16:36
Hallo Chrisi, nun wirf mal die Flinte nicht gleich ins Korn;-)
http://www.bmbf.de/pub/ausbildungsfoerd ... endien.pdf
☛§ 10 Abs. 3 BAföG
Auszubildende, die bei Beginn des Ausbildungsabschnitts das 30. Lebensjahr vollendet
haben, können grundsätzlich nicht gefördert werden. Es gibt aber verschiedene Ausnahmeregelungen,
z.B. für Absolventen des zweiten Bildungsweges, Berufstätige ohne
formelle Hochschulzugangsberechtigung, die aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation
an einer Hochschule eingeschrieben worden sind, oder für Personen, die aus persönlichen
(z.B. Krankheit) oder familiären (z.B. Kindererziehung) Gründen gehindert
waren, die Ausbildung vor Vollendung des 30. Lebensjahres zu beginnen. Eine Ausnahme
von der Altersgrenze ist allerdings nur möglich, wenn der Auszubildende unverzüglich,
nachdem er z.B. die Hochschulzugangsberechtigung erlangt oder ihn eine Krankheit
nicht mehr an der Aufnahme einer Ausbildung gehindert hat, die Ausbildung seiner
Wahl aufgenommen hat.
Auch für Auszubildende, die durch Vorlage einer sog. Rehabilitierungsbescheinigung
nachweisen, dass sie Opfer politischer Verfolgung in der DDR waren, gilt die
Altersgrenze nicht (§ 60 Nr. 1 BAföG).
Auskunft über weitere Ausnahmen von der Altersgrenze erteilen die Ämter für
Ausbildungsförderung. Ob bei Ihnen eine Ausnahme von der Altersgrenze möglich ist,
können Sie durch einen Antrag auf Vorabentscheidung nach § 46 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4
BAföG rechtzeitig vor Aufnahme der Ausbildung klären lassen. Örtlich und sachlich
zuständig für die Vorabentscheidung ist das Amt, das nach Aufnahme der Ausbildung
über den Antrag auf Ausbildungsförderung zu entscheiden hat. Im Falle einer positiven
Entscheidung erlangt der Auszubildende eine gesicherte Rechtsposition, da die Entscheidung
für den gesamten Ausbildungsabschnitt gilt. Art und Höhe der Leistung sind
nicht Gegenstand der Vorabentscheidung. Hierüber kann erst bei Aufnahme der Ausbildung
entschieden werden. Das Amt ist nicht mehr an die Entscheidung gebunden,
wenn der Auszubildende die Ausbildung nicht binnen eines Jahres nach Antragstellung
Wird eine weitere Ausbildung (Zweit-, Ergänzungs- oder Vertiefungsausbildung)
☛§ 7 Abs. 1, 2 BAföG
Grundsätzlich wird Ausbildungsförderung nur für eine Erstausbildung geleistet
(§ 7 Abs. 1 BAföG). Die Erstausbildung im Sinne des BAföG setzt sich zusammen aus
der weiterführenden allgemeinbildenden Schulausbildung und der berufsbildenden
Weiterführend allgemeinbildend ist eine Ausbildung, wenn sie zum Hauptoder
Realschulabschluss, zur Fachhochschulreife oder zur fachgebundenen oder allgemeinen
Hochschulreife führt. Zur allgemeinbildenden Ausbildung zählt danach z.B.
der Besuch von Gymnasien, Fachoberschulen und von Ausbildungsstätten des zweiten
Bildungsweges.
Eine berufsqualifizierende Ausbildung ist eine Ausbildung, die eine berufliche
Grundbildung oder berufliche Fachkenntnisse und im Regelfall auch eine berufliche
Qualifikation vermittelt (z.B. Ausbildung an einer Berufsfachschule, Fachschule, Höheren
Fachschule, Akademie, Hochschule). Nach dem BAföG werden über die weiterführende
allgemeinbildende Schulausbildung hinaus zumindest drei Jahre berufsbildender
Ausbildung gefördert. Betriebliche Ausbildungen, die nicht an einer Ausbildungsstätte
durchgeführt werden, bei der nach dem BAföG gefördert werden kann (z.B.
Ausbildung zum Automechaniker in einer Kfz-Werkstatt), verbrauchen den Grundförderungsanspruch
nach § 7 Abs. 1 BAföG nicht.
Den Grundförderungsanspruch nach § 7 Abs. 1 BAföG hat danach z.B. ein Auszubildender
ausgeschöpft, der nach dem Abitur ein achtsemestriges Studium erfolgreich
abgeschlossen hat. Ein von ihm z.B. angestrebtes Aufbaustudium könnte als weitere
Ausbildung nur unter den in § 7 Abs. 2 BAföG genannten Ausnahmevoraussetzungen
Beachte: Eine berufsqualifizierende Ausbildung erschöpft dann nicht den Grundanspruch
auf Ausbildungsförderung, wenn der Auszubildende sie in weniger als
drei Schul- oder Studienjahren abgeschlossen hat. Er hat Anspruch auf Förderung
einer weiteren z. B. zweijährigen Ausbildung nach § 7 Abs. 1 BAföG, auch
wenn damit der Dreijahreszeitraum erheblich überschritten wird. Die Förderung
einer dritten Ausbildung richtet sich dann nach § 7 Abs. 2 BAföG.
Nach § 7 Abs. 2 BAföG kann nur eine einzige weitere Ausbildung gefördert werden.
Eine Förderung ist möglich
+ für eine weitere Hochschulausbildung, die eine Hochschulausbildung
insoweit ergänzt, als dies für die Aufnahme des angestrebten Berufs
rechtlich erforderlich ist,
+ für eine Schulausbildung
mit dem Ziel, nach einer Berufsausbildung
des allgemeinbildenden
Schulwesens nachzuholen
(zweiter Bildungsweg),
+ für eine Ausbildung, die
durch den zweiten Bildungsweg
eröffnet wurde
(z.B. Hochschulstudium
des Abiturs am Abendgymnasium),
+ für eine weitere Ausbildung, wenn der Auszubildende als erste
Ausbildung eine Ausbildung an einer Berufsfachschule oder einer
Fachschule absolviert.
Daneben wird Förderung für eine einzige weitere Ausbildung geleistet, wenn die besonderen
Umstände des Einzelfalles, insbesondere das angestrebte Ausbildungsziel,
dies erfordern.
Ob eine weitere Ausbildung nach § 7 Abs. 2 BAföG dem Grunde nach überhaupt
förderungsfähig ist, kann auch schon vor Beginn der Ausbildung durch einen Antrag
auf Vorabentscheidung geklärt werden.
Neben den in § 7 Abs. 2 BAföG aufgezeigten Möglichkeiten der Förderung einer
weiteren Ausbildung sieht § 7 Abs. 1a BAföG die Förderung eines Master- oder Magisterstudienganges
oder eines postgradualen Studienganges vor, wenn dieser auf einem Bachelor-
oder Bakkalaureusstudiengang aufbaut und der Auszubildende außer dem Bachelor-
oder Bakkalaureusstudiengang noch keinen Studiengang abgeschlossen hat. Hierbei
ist ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Bachelor-/Bakkalaureus- und aufbauendem
Studiengang nicht erforderlich. Ist der Auszubildende zwischen dem Bachelor-/Bakkalaureus-
und dem aufbauenden Studiengang mindestens drei Jahre erwerbstätig, so erfolgt
die Förderung gemäß § 11 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 BAföG ohne Berücksichtigung des Einkommens
der Eltern. Die Altersgrenze des § 10 Abs. 3 BAföG muss jedoch eingehalten werden.
Weiteres können Sie dem beim Bundesministerium für Bildung und Forschung
erhältlichen Merkblatt zur Förderung einer weiteren Ausbildung entnehmen.
Ausserdem bekommst du für deine Kinder Unterhalt, oder Sozialhilfe und Wohngeld, Kindergeld? Also Frau kann das schaffen.
Liebe Grüße Kundry
Wenn man mit Flügeln geboren wurde,
sollte man alles tun, um sie zum Fliegen zu nutzen!
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References: § 46
 § 7
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 § 11
 § 10