Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=29.09.1983&Aktenzeichen=III%20ZR%20213/82
Timestamp: 2019-10-18 07:55:53+00:00

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BGH, 29.09.1983 - III ZR 213/82 - dejure.org
https://dejure.org/1983,3165
BGH, 29.09.1983 - III ZR 213/82 (https://dejure.org/1983,3165)
BGH, Entscheidung vom 29.09.1983 - III ZR 213/82 (https://dejure.org/1983,3165)
BGH, Entscheidung vom 29. September 1983 - III ZR 213/82 (https://dejure.org/1983,3165)
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Aufhebungsklage gegen einen Schiedsspruch - Anforderungen an einen Schiedsspruch - Abweisung der Aufhebungsklage wegen anderweitiger Rechtshängigkeit - Fehlende Begründung des Schiedsspruchs als Aufhebungsgrund
Abfindung, Ausschluss, Gesellschafter, Gesellschafterbeschluss, Gesellschaftsrecht, Nichtigkeitsgründe, Schiedsgericht, Schiedsgerichtsverfahren
OLG Braunschweig, 05.11.1982 - 2 U 256/81
WM 1983, 1207
In der Rechtsprechung wurde eine dem Wert der Beteiligung nicht voll entsprechende Abfindung bei der Einziehung aus wichtigem Grund gelegentlich als "eine Art Vertragsstrafe" angesehen (BGH, Beschluss vom 29. September 1983 - III ZR 213/82, WM 1983, 1207, 1208; gegen einen Vertragsstrafencharakter der Abfindungsbegrenzung aber BGH, Urteil vom 19. September 1977 - II ZR 11/76, WM 1977, 1276, 1277 f.).
Der Anspruch auf rechtliches Gehör im Schiedsgerichtsverfahren erfordert allerdings, daß das Schiedsgericht das Vorbringen der Parteien zur Kenntnis nimmt und in Erwägung zieht (vgl. Senatsurteil vom 26. September 1985 - III ZR 16/84 = RIW 1985, 970, 973; auch BVerfGE 54, 86, 91; 59, 330, 333) [BVerfG 09.02.1982 - 1 BvR 799/78]; der Schiedsspruch muß eine Stellungnahme zu den wesentlichen Angriffs- und Verteidigungsmitteln enthalten (vgl. Senatsurteil vom 29. September 1983 - III ZR 213/82 = WM 1983, 1207, 1208).
Ein Schiedsgericht braucht nicht zum gesamten Parteivortrag Stellung zu nehmen (Senatsurteile vom 29. September 1983 - III ZR 213/82 - WM 1983, 1207, 1208 und vom 26. September 1985 III ZR 16/84 - RIW 1985, 970).
Sie darf nicht offenbar widersinnig sein oder im Widerspruch zur Entscheidung stehen; sie darf sich nicht auf inhaltsleere Wendungen beschränken und muß zu den wesentlichen Verteidigungsmitteln der Parteien Stellung nehmen (vgl. Senatsbeschluß vom 29. September 1983 - III ZR 213/82 = WM 1983, 1207).
Das Übergehen eines Beweisantrages rechtfertigt daher für sich genommen in der Regel noch nicht die Aufhebung eines Schiedsspruchs (vgl. BGH, Urteil vom 6.12.1965 - VII ZR 149/63, in: NJW 1966, 549 f., Beschluss vom 29.9.1983 - III ZR 213, 82, in: WM 1983, 1207 f.; OLG Köln, Beschluss vom 21.11.2008 - 19 Sch 12/08, in: GesR 2009, 157 ff. m.w.N.).
Auch allgemein - nicht auf die Verletzung von Kartellrecht bezogen - wird eine Bindung an die tatsächlichen Feststellungen sowie die Rechtsauffassung des Schiedsgerichts überwiegend abgelehnt, soweit ein Verstoß gegen den ordre public in Frage steht (BGH, Beschluss vom 29. September 1983 - III ZR 213/82, juris Rn. 21;… Schütze, a. a. O., Rn. 115;… Adolphsen, a. a. O., Rn. 68, 71;… Wilske/Markert in: Beck-OK ZPO, 21. Edition, § 1059 Rn. 64).
Das Übergehen eines Beweisantrages rechtfertigt indes für sich genommen in der Regel noch nicht die Aufhebung eines Schiedsspruchs (BGH NJW 1966, 549; WM 1963, 944, 946; 1983, 1207 f.; OLG Köln, RIW 1993, 499, 501;… kritisch Stein/Jonas/Schlosser, a.a.O, Anhang § 1061 Rn. 98).
Aus der Pflicht zur intellektuellen Verarbeitung von Zeugenaussagen ergibt sich jedoch kein Zwang, einen Schiedsspruch detailliert zu begründen und insoweit sämtliche Zeugenaussagen ausdrücklich zu erörtern (vgl. BGH vom 29.09.1983 - III ZR 213/82 - Rn. 7, zitiert nach juris;… Münch a.a.O.).
Hiervon ist nach herrschender Meinung auszugehen, wenn die Beweiswürdigung klar gegen Denkgesetze verstößt oder die gelieferte Begründung offenkundig in sich widersinnig ist (vgl. BGH vom 29.09.1983 - III ZR 213/82 - Rn. 7, zitiert nach juris;… OLG Frankfurt a.a.O.;… Voit a.a.O. § 1059 Rn. 26;… a. A. Münch a.a.O. § 1059 Rn. 46).
Dagegen kann der Senat prüfen, ob Bestimmungen, die zur öffentlichen Ordnung gehören, verletzt sind, ohne an die tatsächlichen Feststellungen oder die Rechtsauffassungen des Schiedsgerichts gebunden zu sein (ständige Rechtsprechung; vgl. Beschluß des Senats vom 29. September 1983 - III ZR 213/82 = WM 1983, 1207 m. w. Nachw.).
Ein Schiedsgericht braucht indes nicht zum gesamten Parteivortrag Stellung zu nehmen (Senatsurteile vom 29. März 1983 - III ZR 213/82 - WM 1983, 1207 -, vom 26. September 1985 a.a.O. und vom 18. Januar 1990 - III ZR 269/88).
Ein Verstoß gegen wesentliche Grundsätze des deutschen Verfahrensrechts und damit gegen den ordre public liegt nur dann vor, wenn die Beweiswürdigung klar gegen Denkgesetze verstößt oder die gelieferte Begründung offenkundig in sich widersinnig ist (vgl. BGH vom 29.09.1983 - III ZR 213/82 - juris-Rdn. 7, zitiert nach juris;… OLG Frankfurt a. a. O.).

References: § 1059
 § 1061
 BGH 
 BGH 
 § 1059
 § 1059
 BGH