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Timestamp: 2019-06-17 07:51:34+00:00

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Rechtsprechung: NJW 2003, 1936 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 05.02.2003
https://dejure.org/2003,735
BGH, 05.02.2003 - IV ZR 44/02 (https://dejure.org/2003,735)
BGH, Entscheidung vom 05.02.2003 - IV ZR 44/02 (https://dejure.org/2003,735)
BGH, Entscheidung vom 05. Februar 2003 - IV ZR 44/02 (https://dejure.org/2003,735)
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VVG § 12 Abs. 3 Satz 2; ZPO § 270 Abs. 3 a. F.
Voraussetzungen der Leistungsfreiheit des Versicherers wegen verspäteter gerichtlicher Geltendmachung - Anforderungen an eine Rechtsfolgenbelehrung - Zum Vorliegen einer Klagezustellung "demnächst"
Rechtsfolgenbelehrung nach § 12 Abs. 3 Satz 2 VVG
Deckungsklage - Belehrungspflicht über PKH-Möglichkeit - Umfang
Strenge Anforderung an die Rechtsfolgenbelehrung nach § 12 Abs. 3 Satz 2 VVG
VVGT § 12 Abs. 3
NJW 2003, 1936 (Ls.)
NJW-RR 2003, 599
MDR 2003, 568
VersR 2003, 489
Dies gilt auch dann, wenn es - wie hier - zu mehrmonatigen Verzögerungen kommt (…st. Rsp., vgl. die Nachweise in BGH, Urteile vom 11. Juli 2003 aaO und vom 5. Februar 2003 - IV ZR 44/02 - VersR 2003, 489 unter II 3).
Zwar sind beide nicht gehalten, von sich aus den Vorschuss zu berechnen und mit der Klage einzuzahlen (BGHZ 69, 361, 363 f. m.w.N.; BGH, Urteil vom 29. Juni 1993 - X ZR 6/93 - NJW 1993, 2811 unter II 2 c), doch dürfen sie nicht unbegrenzt lange untätig bleiben, sondern müssen bei ausbleibender Vorschussanforderung beim Gericht nachfragen und so auf eine größtmögliche Beschleunigung der Zustellung hinwirken (…BGHZ 69, aaO; BGH, Urteile vom 5. Februar 2003 aaO;… vom 11. Juli 2003 aaO und vom 15. Januar 1992 - IV ZR 13/91 - VersR 1992, 433 unter I 3).
Allerdings kann der jeweilige Antragsteller nicht unbegrenzt auf die Anforderung des Vorschusses warten, sondern muss, wenn dies nicht in angemessener Zeit (ca. drei Wochen) erfolgt, bei der Behörde nachfragen (BGH, Urteil vom 5. Februar 2003, IV ZR 44/02, NJW-RR 03, 599, 600).
Es hat dabei jedoch nicht berücksichtigt, dass diesem bei der Frage, ob eine Zustellung demnächst erfolgt ist, Versäumnisse allein insoweit zuzurechnen sind, als sich feststellen lässt, dass die geforderte Handlung den Verfahrensgang verkürzt hätte (BGH, Urt. v. 5.2.2003 - IV ZR 44/02, NJW-RR 2003, 599, 600 m.w.N.).
Verzögerungen, welche die Partei oder ihr Prozessbevollmächtigter bei sachgerechter Prozessführung hätten vermeiden können, sind hingegen nach ständiger Rechtsprechung der Partei zuzurechnen, soweit sie nicht nur geringfügig sind (BGHZ 145, 358, 362 ; BGH, Urt. v. 5. Februar 2003 - IV ZR 44/02, NJW-RR 2003, 599, 600).
Solche Versäumnisse der Partei, die sich auf die Dauer nicht ausgewirkt haben, müssen außer Betracht bleiben (BGH, Urteil vom 5. Februar 2003 - IV ZR 44/02, NJW-RR 2003, 599, 600 mwN).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs soll die Partei bei der von Amts wegen bewirkten Zustellung vor Nachteilen durch Verzögerungen der von Amts wegen zu bewirkenden Zustellung schützen, die innerhalb des gerichtlichen Geschäftsbetriebs liegen und von der Partei nicht beeinflusst werden können (vgl. BGH, NJW 1986, 1347; NJW 1993, 2811 f.; VersR 1992, 433; NJW 2000, 2282; NJW-RR 2003, 599, 600; OLG Karlsruhe, GmbHR 2003, 1482, 1483).
Daher gibt es auch keine zeitliche Grenze, nach deren Überschreitung eine Zustellung nicht mehr als "demnächst" anzusehen wäre; das gilt selbst im Hinblick auf mehrmonatige Verspätungen (vgl. BGHZ 145, 358, 362 f. = NJW 2001, 887; BGH, NJW-RR 2003, 599, 600).
Bei der Frage, ob eine Klagezustellung "demnächst" im Sinne von § 167 ZPO erfolgt ist, können dem Kläger Versäumnisse deshalb nur insoweit zugerechnet werden, wie sich feststellen lässt, dass die geforderte Handlung den Verfahrensgang verkürzt hätte (BGH, Urteil vom 5. Februar 2003 - IV ZR 44/02, VersR 2003, 489, 490 mwN).
Es ist daher anerkannt, dass ein Kläger, der bei Fristablauf den Gerichtskostenvorschuss noch nicht eingezahlt hat, grundsätzlich gehalten ist, bei Gericht nachzufragen, wenn die gerichtliche Zahlungsaufforderung länger als drei oder vier Wochen ausbleibt (vgl. BGH, Urt. v. 05.02.2003 - IV ZR 44/02, VersR 2003, 489 unter II 3 a = r+s 2003, 229;… Urt. v. 15.01.1992 - IV ZR 13/91, VersR 1992, 433 unter I 2 b = r+s 1992, 109;… Urt. v. 19.10.1977 - IV ZR 149/76, BGHZ 69, 361 unter 1 a = VersR 1977, 1153 - freilich jeweils ohne Festlegung auf eine genaue Frist von stets drei Wochen - Senat, Urt. v. 21.01.1998 - 20 U 144/97, r+s 1998, 488 = VersR 1999, 435 Leitsatz;… Römer, a.a.O., § 12 Rn. 60: nicht über vier Wochen;… Prölss, in: Prölss/Martin, VVG, 27. Aufl., § 12 Rn. 60: regelmäßig drei Wochen, m.w.N.).
Dieser Vorschrift kann vielmehr nur entnommen werden, dass der Kläger vor denjenigen Nachteilen innerhalb des gerichtlichen Geschäftsbetriebs bewahrt werden soll, die von ihm nicht beeinflusst werden können (so etwa auch BGH, Urt. v. 05.02.2003 - IV ZR 44/02, VersR 2003, 489 unter II 3 a = r+s 2003, 229).
OLG Koblenz, 17.11.2005 - 5 U 289/05
Anforderungen an die Belehrung der Rechtsfolgen des Fristablaufs in dem …
OLG Nürnberg, 19.09.2005 - 8 U 900/05
Zum Schadensersatzanspruch des Versicherten wegen mangelhafter Belehrung des …
OLG Nürnberg, 15.08.2005 - 8 U 900/05
OLG Schleswig, 13.04.2004 - 8 UF 198/03

References: § 12
 § 270
 § 12
 § 12
 § 12
 § 167
 § 12
 § 12