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Timestamp: 2019-07-18 01:11:13+00:00

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Praxisveräußerung und Praxisaufgabe: Voraussetzungen und Tarifprivilegien | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Auf Antrag wird gem. § 16 Abs. 4 EStG bei Vorliegen der dort genannten Voraussetzungen ein Steuerfreibetrag bis maximal 45.000 EUR gewährt, der steuerpflichtige Teil des Veräußerungsgewinns wird nach der sog. Fünftel-Regelung des § 34 Abs. 1 EStG progressionsbegünstigt oder nach § 34 Abs. 3 EStG u. U. bis maximal 5 Mio. EUR auf Antrag mit einem ermäßigten Steuersatz von 56 % des durchschnittlichen Steuersatzes, mindestens mit 14 %, besteuert. Die Steuervorteile werden einem Freiberufler aber nur gewährt, wenn er sich an ganz bestimmte Vorgaben hält. Jeder Freiberufler sollte daher vorher wissen, worauf es zur Erlangung der Steuerprivilegien ankommt.
Das 55. Lebensjahr muss im Veräußerungszeitpunkt vollendet sein
Als Veräußerungszeitpunkt ist nicht der Abschluss des schuldrechtlichen Verpflichtungsgeschäfts, d. h. das Datum des Kaufvertrags, maßgebend, sondern der Übergang des (mindestens) wirtschaftlichen Eigentums an den wesentlichen Betriebsgrundlagen, also das dingliche Rechtsgeschäft.
Steuerberater A ist am 15.12.1959 geboren. Mit Vertrag vom 10.10.2014 verkauft er seine Praxis an den Steuerberater B. Die Praxisübergabe erfolgt vereinbarungsgemäß am 31.12.2014. Der von A erzielte Veräußerungsgewinn beträgt 170.000 EUR. Da A am 15.12.1959 geboren ist, vollendet er gem. § 108 AO i. V. m. §§ 187 Abs. 2, 188 Abs. 2 BGB mit Ablauf des 14.12.2014 sein 55. Lebensjahr. Da er den Betrieb am 31.12.2014 übergibt, hat er im Zeitpunkt der Veräußerung sein 55. Lebensjahr vollendet. Demzufolge stehen ihm auf Antrag sowohl der Freibetrag des § 16 Abs. 4 EStG als auch die Tarifermäßigung des § 34 Abs. 3 EStG zu.
Freibetrag wird personenbezogen gewährt
Der Freibetrag nach § 16 Abs. 4 EStG wird personenbezogen – nicht einkunftsartbezogen – gewährt. Er steht dem Steuerpflichtigen für alle Gewinneinkunftsarten nur einmal zu. Der Verbrauch des Freibetrags für Veräußerungsgewinne tritt auch dann ein, wenn er in der Vergangenheit zu Unrecht gewährt worden ist und die Steuervergünstigung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.
1.2 Besteuerung nach der Fünftel-Regelung
Der steuerpflichtige Teil des Veräußerungs- oder Aufgabegewinns unterliegt einer ermäßigten Besteuerung. Bei der Fünftel-Regelung nach § 34 Abs. 1 EStG, die unabhängig vom Lebensalter und der Frage ist, ob der Steuerpflichtige im sozialversicherungsrechtlichen Sinne dauernd berufsunfähig ist, wird der Veräußerungs-/Aufgabegewinn rechnerisch auf 5 Jahre verteilt, sodass nur 1/5 des Veräußerungs-/Aufgabegewinns progressionssteigernd berücksichtigt wird.
1.3 Besteuerung mit einem ermäßigten Steuersatz
Statt einer Besteuerung des Veräußerungs-/Aufgabegewinns nach der Fünftel-Regelung kann der Steuerpflichtige nach § 34 Abs. 3 EStG die Besteuerung mit einem ermäßigten Steuersatz bis zu einem Höchstbetrag vo...

References: § 16
 § 34
 § 34
 § 108
 § 16
 § 34
 § 16
 § 34
 § 34