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Timestamp: 2020-02-23 11:27:50+00:00

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BGH, 22.11.1991 - 2 StR 376/91 - dejure.org
https://dejure.org/1991,654
BGH, 22.11.1991 - 2 StR 376/91 (https://dejure.org/1991,654)
BGH, Entscheidung vom 22.11.1991 - 2 StR 376/91 (https://dejure.org/1991,654)
BGH, Entscheidung vom 22. November 1991 - 2 StR 376/91 (https://dejure.org/1991,654)
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§§ 242, 263a StGB, Abgrenzung Diebstahl - Computerbetrug
§ 242 StGB; § 246 StGB; § 263a StGB; Art. 103 Abs. 2 GG
Computerbetrug durch Entnahme von Bargeld aus Bankautomaten mit einer gefälschten Codekarte (Einflussnahme auf einen Datenverarbeitungsvorgang; Abgrenzung zum Diebstahl und zur Unterschlagung; Bestimmtheitsgrundsatz)
Computerbetrug in Tateinheit mit Fälschung beweiserheblicher Daten - Diebstahl im besonders schweren Fall - Wegfall der Verurteilung wegen Diebstahls
Computerbetrug durch Geldentnahme aus Bankautomaten mit gefälschter Codekarte
Zum Computerbetrug bei Verwendung einer gefälschten Codekarte
Computerbetrug bei Geldentnahme durch gefälschte Codekarte
Strafrecht; Geldentnahme durch gefälschte Codekarte
JurPC-Archiv (Entscheidungsbesprechung)
Computerbetrug mittels gefälschter Codekarte
BGHSt 38, 120
NJW 1992, 445
ZIP 1992, 106
MDR 1992, 168
NStZ 1992, 180
StV 1992, 115
WM 1992, 515
BB 1992, 96
DB 1992, 267
JR 1993, 512
Das Merkmal der unbefugten Verwendung von Daten (3. Var.) ist nach ganz überwiegender Ansicht in Rechtsprechung und Literatur, der sich der Senat anschließt, "betrugsspezifisch" auszulegen (vgl. BGHSt 38, 120, 121; BGH, NStZ 2005, 213; NJW 2008, 1394; OLG Köln, NJW 1992, 125, 126 f.); unbefugt ist die Verwendung danach dann, wenn sie gegenüber einer natürlichen Person Täuschungscharakter hätte.
Dessen Gewahrsam wird nicht gebrochen (…vgl. BGH aaO, BGHSt 35, 152, 158 ff.; Senat, Urteil vom 22. November 1991 - BGHSt 38, 120, 122;… Fischer, StGB, 64. Aufl., § 242 Rn. 26;… NK-StGB/Kindhäuser, 5. Aufl., § 242 Rn. 51;… MünchKomm-StGB/Schmitz, 3. Aufl., § 242 Rn. 104; a.A. Jungwirth, MDR 1987, 537, 540).
Es reicht aus, wenn der Vorgang - wie hier - überhaupt erst durch den Täter und die von ihm benutzte Codekarte in Gang gesetzt wird (BGH, 2 StR 376/91 v. 22.11.1991 - BGHSt 38, 120 ).
Von § 263 a Abs. 1 3. Alt. StGB erfaßt werden nach allgemeiner Ansicht Abhebungen an einem Geldautomaten durch einen Nichtberechtigten, der eine gefälschte, manipulierte oder mittels verbotener Eigenmacht erlangte Karte verwendet (vgl. BGHSt 38, 120, 121; OLG Stuttgart NJW 1988, 981, 982;… Cramer in Schönke/Schröder, StGB 26. Aufl. § 263 a Rdn. 11 m.w.N.;… Tröndle/Fischer, StGB 50. Aufl. § 263 a Rdn. 8 a).
Dem entspricht eine betrugsnahe oder betrugsspezifische Auslegung, wie sie auch von der überwiegenden Meinung in Literatur und Rechtsprechung vertreten wird (so schon BGHSt 38, 120 f.; OLG Düsseldorf NStZ-RR 1998, 137;… Cramer aaO Rdn. 11, 19;… Lackner/Kühl, StGB 24. Aufl. § 263 a Rdn. 13;… Günther in SK-StGB § 263 a Rdn. 18;… Tröndle/Fischer aaO § 263 a Rdn. 8; Bernsau, Der Scheck- und Kreditkartenmißbrauch durch den berechtigten Karteninhaber S. 167 f., 174).
Ob allerdings eine Betrugsäquivalenz für die Abhebung von Geld am Geldautomaten mit der Abhebung am Schalter gegeben ist, ist ebenfalls streitig (…bejahend Lackner/Kühl aaO § 263 a Rdn. 14;… Tiedemann aaO Rdn. 51;… Tröndle/Fischer aaO § 263 a Rdn. 8 a;… ablehnend Günther aaO § 263 a Rdn. 19; Zielinski, Anmerkung zu BGHSt 38, 120 in CR 1992, 221 f. - jeweils m.w.N. -).
BGH, 21.03.2019 - 3 StR 333/18
Geldscheine aus dem Ausgabefach eines Geldautomaten: Diebstahl/Raub?
(1) Bei der automatisierten Geldausgabe entspricht es dem Willen des Geldinstituts, den Gewahrsam an den Geldscheinen demjenigen zu übertragen, der den Geldautomaten technisch ordnungsgemäß bedient, indem er sich mittels Eingabe von Bankkarte und zugehöriger PIN legitimiert (BGH, Beschluss vom 16. Dezember 1987 - 3 StR 209/87, BGHSt 35, 152, 159 f.; Urteil vom 22. November 1991 - 2 StR 376/91, BGHSt 38, 120, 122 f.).
Gleiches gilt, falls der Täter zuvor ausgespähte und auf Bankkarten-Blankette kopierte Daten unbefugt zur Geldabhebung verwendet (BGH, Urteil vom 22. November 1991 - 2 StR 376/91, BGHSt 38, 120, 122 ff.).
Der 2. Strafsenat hat die Auffassung des Landgerichts, wonach sich der Angeklagte einer räuberischen Erpressung, nicht dagegen eines Raubes schuldig gemacht hatte, unter ausdrücklicher Berufung auf die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 16. Dezember 1987 (3 StR 209/87, BGHSt 35, 152) und vom 22. November 1991 (2 StR 376/91, BGHSt 38, 120) bestätigt.
In den hier in Rede stehenden Fällen bediente im Gegensatz zu denjenigen, die den Entscheidungen des Bundesgerichtshofs vom 16. Dezember 1987 (3 StR 209/87, BGHSt 35, 152) und vom 22. November 1991 (2 StR 376/91, BGHSt 38, 120) zugrunde lagen, nicht ein materiell Unbefugter den Geldautomaten technisch ordnungsgemäß, indem er sich durch Eingabe von Bankkarte und zugehöriger PIN legitimierte, so dass sich das Einverständnis des Geldinstituts hinsichtlich des Gewahrsamsübergangs in personeller Hinsicht auf diese Person bezog.
Das durch den Geldautomaten ausgezahlte Bargeld wird aus dem Vermögen des Geldinstituts ausgefolgt (vgl. BGHSt 38, 120, 122 f.).
Das verdeutlicht schon der Blick auf die bei solchen Delikten ebenfalls nicht seltene Vorgehensweise der Fälschung einer Scheckkarte (vgl. den BGHSt 38, 120 zugrundeliegenden Fall).
Betrug (Vermögensverfügung; Inhaberscheck; Orderscheck); Diebstahl eines …
Das durch den Geldautomaten ausgezahlte Bargeld wird aus dem Vermögen des Geldinstituts ausgefolgt (BGH NStZ 2001, 316; vgl. auch BGHSt 38, 120, 122).
Das ist der Fall, wenn die Verwendung der Daten gegenüber einer natürlichen Person als konkludente Täuschung, zumindest aber als Täuschung durch Unterlassen einzustufen wäre (…ebenso: Tröndle, StGB, 48. Aufl., § 263 a Rdnr. 8;… Cramer in Schönke-Schröder, StGB, 25. Aufl., § 263 a Rdnrn. 10, 11;… Günther in SK-StGB 5. Aufl., § 263 a Rdnr. 18 f.; BGHSt 38, 120 = NStZ 1992, 180; St 35, 152 = NJW 19S8, 979; OLG Zweibrücken StV 1993, 196; OLG Köln StV 1991, 468, 469 = NJW 1992, 125 = NStZ 1991, 586).

References: § 242
 § 246
 § 263
 Art. 103
 BGH 
 § 242
 § 242
 § 242
 § 263
 § 263
 § 263
 § 263
 § 263
 § 263
 § 263
 § 263
 § 263
 § 263
 § 263
 § 263