Source: https://www.daxundwirtschaft.com/affiliate-marketing-steuern/
Timestamp: 2018-03-21 10:31:56+00:00

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Affiliate Marketing Steuern - STEUERN UND WIRTSCHAFT ERKLÄRT
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Affiliate Marketing Steuern
Affiliate Marketing Steuern. Wie sind die steuerlichen Regeln für Affiliate Marketing? Muss man für Affiliate Marketing ein Gewerbe anmelden? Was muss man zu den Affiliate Provisionen und der Umsatzsteuer wissen? Das erfahren Sie in diesem Kostenlosen Online Kurs.
Affiliate Marketing Steuern - Online Kurs
Muss man für Affiliate Marketing ein Gewerbe anmelden?
KURZFASSUNG: JA!
Wer in Deutschland selbständig ist muss dieses anmelden. Es gibt drei verschiedene Arten bei der Selbständigkeit:
Einkünfte aus Land und Forstwirtschaft § 13 EStG
Was davon ist meine Affiliate Seite?
Wenn die Affiliate Seite nicht überwiegend zu einem Land und Forstwirtschaftlichen Betrieb oder zu einem freien Beruf wie (Steuerberater, Rechtsanwalt, Arzt etz.) gehört bleibt nur das Gewerbe übrig. Affiliate Marketing Umsätze sind Provisionsumsätze. Selbst wenn die Affiliate Seite zu einem Land und Forstwirtschaftlichen Betrieb oder zu einem freien Beruf gehört sollte man aufpassen weil es die "Abfärbetheorie" gibt
KURZFASSUNG: Einkünfte nach § 13 oder § 18 EStG werden zu gewerblichen Einkünften nach § 15 EStG, wenn die gewerblichen Umsätze eine Bagatellgrenze von 3 % der Gesamtnettoumsätze und zusätzlich den Betrag von 24.500 Euro im Jahr nicht übersteigen.
Daher, ja! Ein Gewerbe ist anzumelden. Ein Gewerbe anzumelden ist auch nichts schlimmes! Nur weil man ein Gewerbe angemeldet hat heißt das auch nicht das man viel an Steuern bezahlen muss, dass hängt immer noch von der Art und Höhe der Umsätze ab wie von dem Gewinn.
Affiliate Marketing Umsatzsteuer
Im Bereich der Umsatzsteuer müssen wir unterscheiden wer der Auszahler der Affiliate Marketing Provision ist.
Unternehmen im Inland
Wenn das Unternehmen, dass die Provisionen auszahlt, seinen Sitz im Inland hat (Wie zum Beispiel: Digistore24, Awin, Zanox oder Affili.net ) erhalten Sie in ihrer Übersichten immer die NETTO Provisionen. Wenn Sie dann eine Auszahlung erhalten von Bsp. 100 EURO schlägt der Auszahler die Umsatzsteuer von 19% drauf.
Das Bedeutet man erhält 119 EURO ausbezahlt (100 EURO Provision und 19 EURO Umsatzsteuer) , die 19 EURO Umsatzsteuer muss man dann aber an sein Finanzamt als Umsatzsteuer abführern. Wenn man in der Kleinunternehmerregelung drinnen sein sollte bekommt man nur die 100 EURO ausbezahlt.
Für den Auszahler ist das ganze keine Mehrbelastung da er die 19 EURO Umsatzsteuer im selben Zuge als Vorsteuer sich gegenrechnen kann. Ein sogenanntes Nullsummenspiel.
Unternehmen in der EU, aber nicht Inland
Wenn der Auszahler im EU Ausland sitzt (wie zum Beispiel Amazon in Luxemburg oder Google in Irland) dann wir das ganze mit der Umsatzsteuer umgedreht.
Das bedeutet das nicht das Unternehmen das das Geld bekommt sondern das Unternehmen das das Geld ausbezahlt muss in seinem Land die Umsatzsteuer abführt, aber bekommt im selben Zuge die Umsatzsteuer als Vorsteuer gegengerechnet. Auch hier haben wir ein Nullsummenspiel.
Als Beispiel: Man bekommt wieder 100 EURO Netto Provision, jetzt muss man selber keine Umsatzsteuer abführen (Aber eine Zusammenfassende Meldung abgeben) da man bereits "NUR" die Netto Provision erhalten hat. Das Unternehmen das das ganze ausbezahlt hat, führt nun in seinem Land die Umsatzsteuer von 19 EURO ab und bekommt im selben Zuge auch die 19 EURO als Vorsteuer gegengerechnet. Das ganze nennt sich "Revers Charge-Verfahren" (Umdrehung der Umsatzsteuer Schuld) und findet sich in Deutschland im § 13 b UStG sowie in der Umsatzsteuer Systemrichtlinie der EU.
Lohnt sich die Kleinunternehmerregelung?
Lohnt sich die Kleinunternehmerregelung als Affiliate Marketing Unternehmen? Das kommt drauf an. In der Regel bekommt man die selben Umsätze ausbezahlt wie wenn man in der Regelbesteuerung drinnen ist. Man verliert aber die Möglichkeit bei seinen Kosten die Vorsteuer zu ziehen.
Keine UST Voranmeldung
Keine UST Jahreserklärung
Keine Zusammenfassende Meldung
Man ist im Jahresumsatz auf 17.500 EURO gedeckelt
Man kann die Vorsteuer nicht gegenrechnen
Ob sich das ganze für einen selber lohnt ist Subjektive. Im b2b bereich lohnt sich rein wirtschaftlich die Kleinunternehmerregelung nicht da man die selben Umsätze bekommt aber keine Vorsteuer gegenrechnen kann. Man muss aber die ganzen Erklärungen, Meldungen und Voranmeldungen machen. Wenn man dies selber kann sollte das ganze kein Problem sein. Wenn man das nicht machen möchte und wenig Kosten mit Vorsteuer hat kann die Kleinunternehmerregelung für einen angenehmer sein.
Hier ein älteres Video in dem allgemein mal erklärt wird wann sich der Kleinunternehmer lohnt und wann eher nicht. Aber das ganze bleibt eine individuelle Frage die man pauschal nicht beantworten kann.
Affiliate Marketing Einkommensteuer
Neben der Umsatzsteuer gibt es auch noch die Einkommensteuer. In dieser versteuer man sein Einkommen. Das ist als Affiliate Marketing Betreiber der Gewinn. Da die meisten Affiliate Marketing Unternehmer noch nicht in der Bilanzierungspflicht sind wird der Gewinn nicht über die Bilanz (Betriebsvermögensvergleich) sondern über die Einnahmenüberschussrechnung (auch EÜR genannt) diese finden wir im § 4 Abs. 3 EStG (Von Fachleuten auch 4-3 Rechnung genannt). Die gilt das "Zu und Abfluss Prinzip"
Zu und Abfluss Prinzip:
In die Gewinnermittlung kommen alle Einnahmen und Ausgaben die zwischen dem 01.01.20XX und dem 31.12.20XX dem Unternehmer Zu oder auch abfließen.
Abweichend hiervon werden noch in das nächste bzw. das alte Kalenderjahr Einnahmen und Ausgaben gerechnet wenn diese:
Monatlich wiederkehrend sind (Miete, Internetkosten etc.)
Wirtschaftlich in das andere Kalenderjahr gehören (Dezembermiete am 09.01 bezahlt)
Dies finden wir im § 11 EStG wieder.
Abschreibung GWG
Neben den klassischen Einnahmen und Ausgaben gibt es noch Wirtschaftsgüter die man anschafft und diese werden über mehrere Jahre genutzt. Diese werden Abgeschrieben.
Entweder wahlweise direkt wenn sie weniger als 410 EURO Netto (Ab Anschaffung 01.01.2018 800 EURO Netto) kosten (GWG Regelung) oder über ihre Nutzungsdauer. Eine PC Anlage wird zum Beispiel auf 3 Jahre abgeschrieben. Im Anschaffungsjahr wird das ganze noch auf die Nutzungsmonate aufgeteilt "ge 12telt".
Anlage G & Gewerbesteuererklärung
Den in der Anlage EÜR ermittelte Gewinn finden wir dann in der Anlage G wieder sowie in der Gewerbesteuererklärung. Aber keine Angst! Gewerbesteuer wird erst ab einem Gewinn von über 24.500 EURO fällig und wird teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet.
Alternativ können die meisten Buchhaltungsprogramme bereits die Buchhaltungsdaten automatisch in eine Anlage EÜR Übertragen.
HIER ZU FINDEST DU ALLE MEINE TESTS ZU BUCHHALTUNGSPROGRAMMEN

References: § 13
 § 13
 § 18
 § 15
 § 13
 § 4
 § 11